# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9fdd3fe-df55-529d-bde0-ca03805cc98c
**Source:** Wettbewerbskommission ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-10-22
**Language:** de
**Title:** Brandschutzprodukte: Schlussbericht vom 22. Oktober 2024
**Docket/Reference:** Brandschutzprodukte_Schlussbericht%20vom%2022
**URL:** https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2025/brandschutzprodukte_schlussbericht_vom_22_oktober_2024.pdf.download.pdf/Brandschutzprodukte_Schlussbericht%20vom%2022.%20Oktober%202024.pdf

## Full Text

Wettbewerbskommission WEKO 
Commission de la concurrence COMCO 
Commissione della concorrenza COMCO 
Competition Commission COMCO 

Schlussbericht  des  Sekretariats  der  WEKO 
vom 22. Oktober 2024 

in Sachen Vorabklärung gemäss Art. 26 KG betreffend 

22-0526: Brandschutzprodukte 

wegen allenfalls unzulässiger Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 KG 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Inhaltsverzeichnis 

A 
Verfahren .................................................................................................................... 4 
A.1  Verfahrensgegenstand ................................................................................................. 4 
A.2  Adressatin der Vorabklärung ........................................................................................ 4 
A.3  Verfahrensgeschichte .................................................................................................. 5 

B 
Sachverhalt ................................................................................................................ 6 
B.1  Allgemeines zum Vertrieb von [X]-Brandschutzprodukten und Serviceleistungen ........ 6 
B.2  Vertrieb von [X]-Brandschutzprodukten ....................................................................... 7 
Provision ................................................................................................................. 7 
B.2.1 
Übernahme vertrags- und marktspezifischer Kosten und Risiken ............................ 8 
B.2.2 
Preissetzung ......................................................................................................... 12 
B.2.3 
Gebietszuweisung ................................................................................................. 14 
B.2.4 
Alleinbezugsverpflichtung bei Ersatzteilen ............................................................. 16 
B.2.5 
Zwischenfazit zum Vertrieb der [X]-Brandschutzprodukte ...................................... 17 
B.2.6 
[X]-Serviceleistungen ................................................................................................. 18 
B.3 
Provision ............................................................................................................... 18 
B.3.1 
Preissetzung ......................................................................................................... 19 
B.3.2 
Gebietszuweisung ................................................................................................. 21 
B.3.3 
Zwischenfazit zu [X]-Serviceleistungen ................................................................. 21 
B.3.4 

C 
Erwägungen ............................................................................................................. 22 
C.1  Geltungsbereich ......................................................................................................... 22 
C.2  Vorbehaltene Vorschriften ......................................................................................... 22 
C.3  Wettbewerbsabreden (Art. 4 Abs. 1 KG) .................................................................... 22 
Unternehmen verschiedener Marktstufen .............................................................. 23 
C.3.1 
C.3.2 
Bewusstes und gewolltes Zusammenwirken ......................................................... 23 
C.3.2.1  Agentenqualität der [X]-«Agenten» ........................................................................ 23 
C.3.2.1.1.  Voraussetzungen .............................................................................................. 23 
C.3.2.1.2.  Prüfung ............................................................................................................. 26 
C.3.2.2  Zwischenfazit ........................................................................................................ 29 
Bezwecken oder Bewirken einer Wettbewerbsabrede ........................................... 29 
C.3.3 
C.3.4 
Fazit zum Vorliegen einer Wettbewerbsabrede ..................................................... 30 
C.4  Unzulässige Wettbewerbsabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG ......................................... 31 
Vertikale Preisabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG ....................................................... 31 
C.4.1 
C.4.2 
Vertikale Gebietsabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG ................................................... 32 
C.4.3  Widerlegung der gesetzlichen Beseitigungsvermutung ......................................... 33 
C.4.3.1  Marktabgrenzung .................................................................................................. 33 
C.4.3.2  Beurteilung der Wettbewerbssituation ................................................................... 35 
C.4.3.3  Widerlegung der Vermutung der Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs .......... 36 
Erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs ..................................................... 36 
C.4.4 
C.4.5 
Rechtfertigung aus Effizienzgründen ..................................................................... 36 
C.5  Ergebnis .................................................................................................................... 36 

D 

E 

Anregungen nach Art. 26 Abs. 2 KG ...................................................................... 37 

Kosten ...................................................................................................................... 38 

2 

 
 
 
 
 
 
F 

Schlussfolgerungen ................................................................................................ 39 

3 

 
 
 
 
 
 
  
A 

Verfahren  

A.1 

Verfahrensgegenstand 

Ausgangspunkt der vorliegenden Vorabklärung gemäss Art. 26 KG1 waren Hinweise aus 
1. 
dem Markt, wonach die [X] AG (nachfolgend: [X]) Brandschutzprodukte ([…]; nachfolgend: [X]-
Brandschutzprodukte) in einem als «Agentur» bezeichneten Vertriebsmodell vertreibe, in wel-
chem  die  «Agenten»  von  [X]  (nachfolgend:  «Agenten»)  bedeutende  Risiken  (insbesondere 
Debitorenverluste) selbst tragen müssten. [X] gebe ihren «Agenten» Endkundenpreise für be-
stimmte  [X]-Brandschutzprodukte  und  -Serviceleistungen2  (nachfolgend:  [X]-Serviceleistun-
gen) vor und weise den «Agenten» Gebiete zu, ausserhalb derer sie keine [X]-Brandschutz-
produkte oder Serviceleistungen anbieten dürften.  

2. 
Das Vorgeben von Endkundenpreisen (Rz 1) ist grundsätzlich nur im Rahmen der sog. 
«echten Agentur» i. S. des Handelsvertreterprivilegs3 kartellrechtlich zulässig. Echte Agenten 
treten auf dem Markt als Vertreter der Anbieterin auf.4 Sie sind im Gegensatz zu Händlerinnen 
in Bezug auf den Vertrieb der Produkte oder Dienstleistungen keine unabhängigen Unterneh-
men, erwerben grundsätzlich kein Eigentum an den Vertragsprodukten und veräussern diese 
im Auftrag der Anbieterin, wobei die Anbieterin alle wesentlichen finanziellen oder wirtschaftli-
chen Risiken trägt (vgl. Rz 111 ff.). Der Vertrieb im echten Agenturmodell ist ein Direktvertrieb 
der Anbieterin. Diese darf die Geschäftsstrategie der Agenten vorgeben, einschliesslich der 
Verkaufspreise und -gebiete.5  

3.  Gegenstand der vorliegenden Vorabklärung ist dementsprechend die Frage, ob das Ver-
triebsmodell von [X] für Brandschutzprodukte (inkl. Ersatzteile) und -Serviceleistungen die Vo-
raussetzungen der echten Agentur erfüllt oder ob Anhaltspunkte für unzulässige Wettbewerbs-
beschränkungen bestehen, welche die Eröffnung einer Untersuchung gemäss Art. 27 ff. KG 
nahelegen. Dies könnte der Fall sein, wenn das Vertriebsmodell von [X] die Voraussetzungen 
der echten Agentur nicht erfüllt und Anhaltspunkte für unzulässige Wettbewerbsabreden, ins-
besondere vertikale Preis- und Gebietsabreden (Art. 4 Abs. 1 i. V. m. Art. 5 Abs. 4 KG), beste-
hen.  

A.2 

Adressatin der Vorabklärung  

[X] ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in […]. Ihr Zweck ist […].6 [X] ist nicht Herstellerin 
4. 
der  Brandschutzprodukte und  Ersatzteile.  [X]  hat  die  Vertretung für  Produkte  der  Marke  [Y] 
inne; diese Produkte werden von der [Y] mit Sitz in […] produziert und in ganz Europa vertrie-
ben.7 Online-Recherchen zufolge ist die [Y] Europas grösste Herstellerin von Brandschutzpro-
dukten.8 Gestützt auf die dem Sekretariat der Wettbewerbskommission (nachfolgend: Sekre-
tariat)  vorliegenden  Informationen  ist  [X]  als  [Importeurin]  für  Produkte  der  Marke  [Y]  zu 
betrachten.9  

1 Bundesgesetz vom 6.10.1995 über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen (Kartellgesetz, 
KG; SR 251). 
2 Für die Zwecke des vorliegenden Dokuments umfasst der Begriff «Serviceleistungen» auch Klein- und 
Reinigungsmaterial. 
3 Mitteilung der Kommission, Bekanntmachung der Kommission, Leitlinien für vertikale Beschränkun-
gen, ABI, C 248/01 vom 30.6.2022 (nachfolgend: EU-Vertikalleitlinien), Rz 29–46. 
4 Die Begriffe «Agent» und «echter Agent» sowie die Begriffe «Agenturmodell» und «echtes Agentur-
modell» werden, sofern nicht anders angegeben, als Synonyme verwendet. 
5 Vgl. EU-Vertikalleitlinien, Rz 41 f. 
6 [...] (22.10.2024). 
7 Vgl. https://www.[Y].de/de/ (22.10.2024). 
8 S. bspw. https://www.[...] (22.10.2024). 
9 Vgl. https://www.[...] (22.10.2024). 

4 

 
 
 
 
 
 
 
5. 
[X]-Brandschutzprodukte  und  [X]-Serviceleistungen  werden  nach  Angaben  von  [X] 
hauptsächlich im Agenturmodell vertrieben.10 Nebst dem Vertrieb über «Agenten» bediene [X] 
auch Wiederverkäuferinnen,  welche  Brandschutzprodukte  bei [X]  erwerben  und diese  ohne 
jegliche  Vorgaben  in  eigener  Regie  weiterverkaufen  und  allenfalls später  auch  die Wartung 
der Produkte selbst organisieren (vgl. Rz 180).11  

A.3 

Verfahrensgeschichte 

6.  Gestützt auf die Hinweise aus dem Markt (Rz 1) führte das Sekretariat ab dem 1. Juni 
2023 eine Marktbeobachtung i. S. v. Art. 45 Abs. 1 KG durch, im Rahmen derer das Sekretariat 
[X]  Fragen  zu  den  Markt-  und  Wettbewerbsverhältnissen  und  zum  Vertrieb  von  [X]-Brand-
schutzprodukten zustellte und [X] aufforderte, Verträge mit ihren «Agenten» einzureichen.12 

7.  Mit Schreiben vom 20. Juni 2023 antwortete [X] auf das Auskunftsbegehren.13  

8.  Mit Auskunftsbegehren vom 14. September 2023 stellte das Sekretariat [X] Anschluss-
fragen zu ihren Antworten auf das Auskunftsbegehren.14 

Am 27. September 2023 fand auf Ersuchen von [X] in den Büroräumlichkeiten des Sek-

9. 
retariats ein Gespräch zwischen [X] und deren Rechtsvertreter und dem Sekretariat statt.  

10.  Mit Schreiben vom 5. Oktober 2023 antwortete [X] auf die Anschlussfragen des Sekre-
tariats.15 

11.  Mit Schreiben vom 13. Dezember 2023 informierte das Sekretariat [X] über die Eröffnung 
vorliegender Vorabklärung und stellte [X] weitere Fragen.16 

12.  Mit Schreiben vom 27. Februar 2024 nahm [X] zur Eröffnung der Vorabklärung Stellung 
und beantwortete die weiteren Fragen des Sekretariats.17 

13.  Mit Schreiben vom 29. Februar 2024 richtete das Sekretariat weitere Fragen an [X], wel-
che [X] mit Schreiben vom 6. März 2024 beantwortete.18  

14.  Am 14. März 2024 versandte das Sekretariat Auskunftsbegehren an […] der insgesamt 
[…] «Agenten».19 Von den […] «Agenten» wurde einer aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit von 
der Beantwortung des Auskunftsbegehrens befreit.20 

15.  Die Antworten der […] «Agenten» gingen allesamt ein, die letzte am 19. August 2024.21 

10 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023. 
11 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023. 
12 Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023.  
13 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023.  
14 Auskunftsbegehren vom 14. September 2023.  
15 Schreiben der [X] vom 5. Oktober 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 14. September 2023.  
16 Schreiben des Sekretariats vom 13. Dezember 2023 betr. Eröffnung Vorabklärung.  
17 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung.  
18 Schreiben des Sekretariats vom 29. Februar 2024, Schreiben der [X] vom 6. März 2024. 
19 Schreiben des Sekretariats vom 14. März 2024 (Auskunftsbegehren). 
20 E-Mail des Sekretariats vom 16. Juli 2024. 
21 Schreiben von 14 der befragten «Agenten» (Antworten zum Auskunftsbegehren). 

5 

 
 
 
 
 
 
 
B 

Sachverhalt 

B.1 

Allgemeines zum Vertrieb von [X]-Brandschutzprodukten und 
Serviceleistungen 

16. 
[X] vertreibt nach eigenen Angaben [X]-Brandschutzprodukte und lässt -Serviceleistun-
gen im  Agenturmodell  erbringen:  hauptsächlich über  sog.  «[…]agenten»  und teilweise  über 
Unteragenten.22 Für […]agenten gilt der […]-Agenturvertrag (nachfolgend: […]AgV). Der Ver-
tragsgegenstand ist in Ziff. 1 Abs. 1 […]AgV folgendermassen umschrieben:  

«1)  Der  Auftraggeber  überträgt  dem  Agenten  die  exklusive  Vertretung  für  nachstehende 
Erzeugnisse bzw. Dienstleistungen: Verkauf sämtlicher Brandschutzartikel und Dienstleis-
tungen wie sie der Auftraggeber vertreibt […] in Teilen des Kantons XYZ gemäss Gebiets-
karte (Anhang 1), Vorrang = PLZ-Liste. 

[…]. 

17.  Die «Agenten» sind mit der Vermittlung oder dem Abschluss von Verkaufsgeschäften 
sowie mit der Ausführung von Reparaturen und Services betraut.23 Den «Agenten» wird ein 
von [X] definiertes Gebiet zur Bearbeitung zugewiesen.  

18.  Zum Ablauf eines Geschäftsabschlusses zwischen [X] und Endkundschaft führte [X] aus, 
dass die «Agenten» (als Selbständigerwerbende) selbst entscheiden würden, wann, wo und 
zu welchem Preis sie die [X]-Brandschutzprodukte und -Serviceleistungen in ihrer Region an 
die Kundschaft bringen. Der «Agent» schicke Aufträge an [X] zurück, [X] stelle der Endkundin 
oder dem Endkunden anschliessend die Rechnung zu und der «Agent» erhalte am Ende des 
Monats die ihm zustehende Provision.24  

19.  Die «Agenten» seien gemäss [X] keine unabhängigen Händlerinnen. [X] erstelle für ihre 
«Agenten»  die  monatlichen  Provisionsabrechnungen  und  führe  als  Dienstleisterin  für  die 
«Agenten» auch die von [X] nicht weiter erläuterten Sozialversicherungsbeiträge ab. Zivilrecht-
lich handle es sich bei den «Agenten» um Selbständigerwerbende und sozialversicherungs-
rechtlich betrachteten die Ausgleichskassen «Agenten» i. d. R. sogar als Unselbständigerwer-
bende.25 

[X] zufolge seien die «Agenten» sehr stark in ihre Vertriebsorganisation eingebunden. 
20. 
Dies manifestiere sich auch im Auftritt der «Agenten» und in den Vorgaben und Weisungen 
von  [X]  gegenüber  den  «Agenten».  Sämtliche  Korrespondenz  mit  der  Kundschaft  inkl.  Auf-
tragsbestätigung, Rechnungsstellung und Inkasso würde durch bzw. im Namen und auf Rech-
nung von [X] erfolgen. Dementsprechend würden die «Agenten» im Aussenverhältnis und da-
[X] 
insbesondere  von  Endkundinnen  und  Endkunden  als  Mitarbeitende  der 
mit 
wahrgenommen.26 

22 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023. 
23 Ziff. 2 Abs. 1 […]AgV: «Der Agent verpflichtet sich, dem Auftraggeber in dem ihm [zugeteilten] Gebiet 
Verkaufsgeschäfte zu vermitteln oder abzuschliessen, sowie Reparaturen und Services  auszuführen. 
Die Dienstleistungen, Verkaufsgeschäfte, die Reparaturen und Servicearbeiten werden ausschliesslich 
im  Namen  und  auf  Rechnung  des  Auftraggebers  abgeschlossen  (Art.  418a  OR).  Eine  Missachtung 
rechtfertigt  eine  fristlose  Kündigung  nach  einmaligen  Vorkommen  und  ohne  vorhergehende  Verwar-
nung.». 
24 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023. 
25 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023. 
26 Schreiben der [X] vom 5. Oktober 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 14. September 2023. 

6 

 
 
 
 
 
 
 
B.2 

Vertrieb von [X]-Brandschutzprodukten  

21.  Die folgenden Abschnitte fassen die Erkenntnisse zum Vertrieb der [X]-Brandschutzpro-
dukte in Bezug auf die hier interessierenden Sachverhaltselemente zusammen, d. h. die Pro-
vision (B.2.1), die Übernahme vertrags- und marktspezifischer Kosten und Risiken (B.2.2), die 
Preissetzungsfreiheit der «Agenten» (B.2.3), eine Gebietszuweisung (B.2.4) sowie eine Allein-
bezugsverpflichtung bei Ersatzteilen (B.2.5).  

B.2.1  Provision  

22.  Der Provisionsanspruch bemisst sich gemäss Ziff. 3 Abs. 1 und 4b […]AgV wie folgt: 

«1) Der Agent  hat Anspruch auf  eine  Provision auf sämtliche im  Vertragsgebiet von  ihm 
verkauften Brandschutzartikel, die sich ab dem Vertragsbeginn aus der Differenz des Kun-
den-Nettoverkaufspreises  abzüglich  MwSt.  (=  Nettoverkaufspreis)  und  dem  rechneri-
schen Agentenpreis (=Netto Ankaufspreis) gemäss beiliegender  Preisliste (Anhang 3) 
ergibt. […]» (Hervorhebung hinzugefügt) 

«4b) Die Provision (Netto-Kundenpreis ./. Agenturankaufspreis) für vermittelte Aufträge, die 
ausschliesslich Produktverkäufe enthalten, wird dem Agenten, abzüglich CHF […] (Stand 
2022) für Verwaltungskosten zu Gunsten des Auftraggebers, vergütet.». 

Die in der Preisliste gemäss Ziff. 3 Abs. 1 […]AgV enthaltenen Preise werden im Folgenden 
«Listenpreis» oder «Listenpreise» genannt.  

Stellungnahme von [X] zur Provision  

23. 
[X]  gab  an,  das  Eigentum  an  den  [X]-Brandschutzprodukten  zu  behalten  und  ihren 
«Agenten» für die Vermittlung der Produkte eine Provision zu bezahlen.27 Für die Berechnung 
der  Provision für  die «Agenten»  werde  eine sog.  «Bruttopreisliste»28  verwendet,  welche [X] 
zufolge  u.  a.  einen rechnerischen  und theoretischen Einstandspreis  und Endverkaufspreise 
für Brandschutzprodukte enthalte. Aus der Differenz dieser beiden Preise ergebe sich laut [X] 
die Provision eines «Agenten».29 

24. 
Im nachstehenden Auszug aus der in Ziff. 3 Abs. 1 […]AgV genannten Bruttopreisliste 
sind der «Kunden-Nettoverkaufspreis (abzgl. MwSt)» und der «Agenturpreis» gelb markiert. 
[X]  erklärte,  dass  die  in  der  Bruttopreisliste  verwendeten  Begriffe  «Bruttopreis  exkl.  MwSt» 
bzw. «Stückpreis» dem Kunden-Nettoverkaufspreis (abzgl. MwSt) resp. dem Agenturpreis ent-
sprächen. 

27 Schreiben der [X] vom 5. Oktober 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 14. September 2023, S. 3. 
28 Die Liste ist bezeichnet mit «Agenturleiter Gesamtartikelliste». Ein Dokument, das dem Sekretariat 
vorliegt, ist betitelt mit «Agentur-Einkaufspreise_ab15.08.2022_-_gesamt». Ein anderes Dokument, das 
dem Sekretariat vorliegt, das als […] benannt ist, spricht von «Agenten Preis».  
29 Schreiben der [X] vom 5. Oktober 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 14. September 2023, S. 3. 

7 

 
 
 
 
 
 
 
 
25.  Weiter führte [X] aus, dass es sich beim Bruttopreis (exkl. MwSt) um den Endkunden-
verkaufspreis handeln könne, der «Agent» indes nicht daran gebunden sei, sondern den End-
kundenverkaufspreis frei setzen könne.30  

Ergebnis der Agentenbefragung zur Provision 

26.  Das Sekretariat  fragte  die  «Agenten»,  ob  sie  ausschliesslich  [X]-Brandschutzprodukte 
vermitteln oder vertreiben.  Die Mehrheit der befragten «Agenten» ([57 %]) beantwortete die 
Frage mit «Ja»; [43 %]31 haben die Frage verneint.32 

27.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob [X] ihnen für [X]-Brandschutzprodukte, die sie 
für  die  Vermittlung  an  Endkundinnen  und  -kunden  benötigen,  einen  Kaufpreis  in  Rechnung 
stelle. Alle befragten «Agenten» bejahten die Frage. Die Mehrheit der befragten «Agenten» 
([57 %]33) gab an, dass bezahlte Kaufpreise ausschliesslich für die Berechnung ihres Provisi-
onsanspruchs  relevant  seien  und  einzig  rechnerische  Beträge  darstellten;  faktisch  erfolge 
keine Geldleistung an [X]. Die übrigen befragten «Agenten» ([43 %]) gaben an, die Kaufpreise 
mit ihren eigenen finanziellen Mitteln zu bezahlen.34 

Zwischenfazit zur Provision 

28.  Gemäss  […]AgV  ergibt  sich  die  Provision  aus  dem  von  [X]  bestimmten  Listenpreis 
(Rz 22 f.), von welchem ein rechnerischer Agentenpreis sowie Verwaltungskosten abgezogen 
werden (Rz 22 f.). Aus den Antworten der «Agenten» geht hervor, dass die meisten «Agenten» 
keine Kaufpreise mit ihren eigenen finanziellen Mitteln bezahlen, sondern die Agentenpreise 
ausschliesslich für die Berechnung ihrer Provision bestimmt sind (Rz 26 f.). 

29.  Die Angaben von [X] und der Mehrheit der «Agenten» spricht dafür, dass die «Agenten» 
[X]-Brandschutzprodukte nicht bei [X] käuflich erwerben, sondern [X] das Eigentum an den [X]-
Brandschutzprodukten  behält.  Der  Umstand,  dass  [43 %  der]  «Agenten»  angaben,  Brand-
schutzprodukte bei [X] käuflich zu erwerben, zeigt jedoch, dass die Frage des Eigentumsüber-
gangs für Brandschutzprodukte zu wenig klar geregelt ist.  

B.2.2  Übernahme vertrags- und marktspezifischer Kosten und Risiken 

30.  Ziff. 5 Abs. 1 […]AgV hält fest, dass [X] keinerlei Spesen vergütet wie z. B. für Fahrzeug-
kosten, Räumlichkeiten, Essens- oder Kundenauslagen. Der «Agent» hat für sämtliche Ausla-
gen selbst aufzukommen. Ausgenommen sind die in Ziff. 8 Abs. 4 f. […]AgV geregelten Kos-
tenzuschüsse für Fahrzeugwerbung und Messeteilnahmen.  

31.  Ziff. 8 Abs. 4 […]AgV führt zur Fahrzeugwerbung aus:  

«Der Auftraggeber übernimmt für die Erstbeschriftung die Gesamtkosten der unter Ziffer 2, 
Absatz 4 vereinbarten Fahrzeugwerbung, sofern die Fahrzeug-Grundfarbe den aktuellen 

30 Schreiben der [X] vom 5. Oktober 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 14. September 2023, S. 3. 
31 1 «Agent» hat die Frage sowohl mit «Ja» als auch mit «Nein» beantwortet und gab an, dass er aus-
schliesslich  Brandschutzartikel  der  Marke  [Y]  für  Brandschutzprodukte  vermittle  oder  vertreibe,  nicht 
aber für andere Artikel. Aufgrund seiner Ausführungen ist diese Antwort als «Nein» zu werten. 
32 Auswertung der Agentenbefragung.  
33 1 «Agent» gab an, dass er die Kaufpreise mit den eigenen finanziellen Mitteln bezahlt und führte aus, 
dass der Kaufpreis von der Abrechnung des Monats abgezogen werde. 1 weiterer «Agent» gab nicht 
an, dass er die Kaufpreise mit den eigenen finanziellen Mitteln bezahlt, gab aber an, dass die gezahlten 
Kaufpreise monatlich mit der Provisionsrechnung abgezogen würden. 1 weiterer «Agent» gab an, dass 
die Warenbezüge von [X] als Umlagerung «abgebucht» würden. Diese Antworten werden dahingehend 
interpretiert, dass für diese 3 «Agenten» bezahlte Kaufpreise ausschliesslich für die Berechnung ihres 
Provisionsanspruchs relevant sind. 
34 Auswertung der Agentenbefragung.  

8 

 
 
 
 
 
 
 
Vorgaben des Auftraggebers entspricht und der Auftraggeber das Beschriftungsunterneh-
men definiert. Der Agent hat alle 3 Jahre Anspruch auf eine zusätzliche Vergütung, bzw. 
früher, wenn das Fahrzeug ohne eigenes Verschulden durch einen Unfall gewechselt wer-
den muss. Ab der zweiten Beschriftung beteiligt sich der Auftraggeber zur Hälfte, jedoch 
max. mit CHF […], wovon der Auftraggeber-Anteil zu […] % in WIR-Geld erstattet wird. Die 
Auftraggeber-Beteiligung  wird  dann  fällig,  wenn  ein  Fahrzeug  auch  tatsachlich  neu  be-
schriftet wurde. Die Vergütung erfolgt nach Einsendung eines Fotos des Fahrzeuges.». 

32.  Gemäss Ziff. 8 Abs. 4 […]AgV übernimmt [X] die Gesamtkosten für die Erstbeschriftung 
der unter Ziff. 2 Abs. 4 […]AgV35 vereinbarten Fahrzeugwerbung und danach die Hälfte der 
Kosten für die Fahrzeugwerbung, allerdings maximal […] Franken.36 Dies deutet darauf hin, 
dass  ein  «Agent»  nach  der  Erstbeschriftung  seines  Fahrzeugs  den  Anteil  über  die  von  [X] 
maximal entrichteten Kosten selber zu tragen hat. 

33.  Ziff. 8 Abs. 5 […]AgV führt zu Messeteilnahmen aus:  

«Der Auftraggeber verpflichtet sich bei Messen, für die der Agent eine Standmiete bezahlt, 
die unter Ziffer 2, Absatz 5 vereinbarten Messeteilnahmen mit CHF […] in WIR-Geld pro 
Messetag zu unterstützen (Kostenzuschuss, Stand 2022). Die Vergütung erfolgt nach Ein-
sendung der Messequittungen (Kopien) sowie von Standfotos nach dem Messeende. Zu-
sätzlich hat der Agent Anspruch auf 10% Ermässigung für Warenbezüge bis zum Betrag 
von CHF […] pro durchgeführten Messetag (Stand 2022). Dieser Zusatzrabatt gilt nur auf 
Materialbezüge innerhalb von 10 Tagen nach Ende der Messe. Bei Messen mit einer Dauer 
ab 4 Tagen werden die doppelten Ansätze vergütet. Die Vergütungsansätze gelten pro Tag 
und nicht pro anwesende Agenten. Events (ohne dass eine Standmiete bezahlt wird): Der 
Auftraggeber vergütet bei Events CHF […] in WIR-Geld pro Tag. Ein Zusatzrabatt auf Ma-
terialeinkäufe wird nicht gewährt.». 

34.  Ziff. 8 Abs. 3 […]AgV sieht vor, dass [X] Materiallieferungen ab […] Franken dem «Agen-
ten» franko Domizil liefert. Für Materialbezüge unter […] Franken enthält der […]AgV keine 
Regelung, was darauf hindeutet, dass der «Agent» die Ware selbst bei [X] abholen muss oder 
die Kosten für die Lieferung selber tragen muss.  

35.  Gemäss Ziff. 4 Abs. 2 […]AgV werden dem «Agenten» bei einem kompletten Debitoren-
verlust lediglich die Verwaltungskosten37 zurückvergütet. Zusätzlich trägt [X] bei einem Debi-
torenverlust des «Agenten» mit Materialanteil ab […] Franken das Delkredererisiko zur Hälfte 
mit. Dieser Regelung zufolge trägt der «Agent» das Delkredererisiko bis zu einem Materialan-
teil von […] Franken vollumfänglich und über diesen Anteil hinaus zur Hälfte. 

Stellungnahme von [X] zur Kosten- und Risikoübernahme 

36.  Die mit der Tätigkeit der «Agenten» für [X] verbundenen finanziellen und wirtschaftlichen 
Risiken  würden  gemäss  [X] entweder  durch  sie getragen  oder  es  würde  deren  Übernahme 
durch die «Agenten» von [X] entschädigt. Die Übernahme der Risiken durch die «Agenten» 
entschädige [X] entweder in Form eines separaten Entgelts oder als Bestandteil der grosszü-
gig ausgestalteten Provision.38 

37.  Zu den geschäftlichen Risiken, welche die «Agenten» zu tragen haben, führte [X] aus, 
dass es keine Rechnung (inkl. MwSt.) für durch «Agenten» bezogene Brandschutzprodukte 

35 Dieser Bestimmung zufolge gibt sich ein «Agent» jederzeit als […]agent der [X] bekannt und erfüllt 
das vorgegebene Corporate Identity (CI). Der  «Agent» hat sein Geschäftsfahrzeug in angemessener 
Grösse zu beschriften, dessen Fahrzeug-Grundfarbe, Firmenlogo und Corporate Design (CD) hat den 
Richtlinien des Auftraggebers zu entsprechen, wofür er gemäss Ziff. 8 Abs. 4 im Sinne eines Kostenzu-
schusses anteilmässig entschädigt wird. 
36 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023, Beilage 8, S. 9 ff.  
37 Dem Sekretariat ist nicht bekannt, auf welche Dienstleistungen von [X] sich die Verwaltungskosten 
beziehen.  
38 Schreiben der [X] vom 5. Oktober 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 14. September 2023. 

9 

 
 
 
 
 
 
 
gebe, es erfolge lediglich eine interne Umlagerung vom [X]-Lager zum Lager der «Agenten». 
[X] erstelle dafür einen Agenturpreis, welcher zur Ermittlung der Provision (die sich berechne, 
indem vom Kundenpreis der Agenturpreis abgezogen werde) benötigt werde. Der Betrag auf 
den Umlagerungs-Lieferscheinen werde Ende Monat dem Kundenumsatz gegenübergestellt, 
was  die  Bruttoprovision  des  «Agenten»  ergebe.  Ende  ein  Agenturverhältnis,  könne  der 
«Agent» übrig gebliebene Ware an [X] retournieren. Weil solche Waren bereits in vorausge-
gangenen Provisions-Abrechnungen berücksichtigt seien, würde ein «Agent» für retournierte 
Waren eine Gutschrift bzw. eine zusätzliche Provision erhalten.39 

[X] zufolge seien die «Agenten» nicht verpflichtet, die Vertragswaren auf eigene Kosten 
38. 
einzulagern.40 Als Selbständigerwerbende würden sich die «Agenten» in Form ihres eigenen 
Geschäftsfahrzeuges beteiligen. Die «Agenten» würden diese Kosten selber tragen. Die den 
Kunden in Rechnung gestellten Anfahrtskosten etc. gingen dafür nicht an den [X]-Hauptsitz, 
sondern vollumfänglich an den «Agenten», sodass dieser seine Auslagen decken könne.41  

39.  Als selbständigerwerbender «Agent» entscheide dieser selbst, ob die Arbeiten alle beim 
Kunden vor Ort ab seinem Geschäftsfahrzeug (Servicewagen) erfolgten, oder ein zusätzlicher 
Raum gewünscht/benötigt werde. In den Agenturprovisionen/Margen seien solche Zusatzkos-
ten berücksichtigt. Der «Agent» steuere seine Agentur und Profitabilität selbst, da er die Kun-
denpreise auch selbst festlegen könne; dies bei ca. 90-95 % aller Aufträge, welche nicht in die 
Kategorie Grosskunden fallen würden (siehe dazu Rz 55).42 

40.  Gemäss […]AgV beteilige sich der [X]-Hauptsitz bei grösseren Aufträgen am Debitoren-
verlust zur Hälfte am Warenwert; kleinere Debitorenverluste trage der «Agent», jedoch sei zu 
erwähnen,  dass  ihm für alle Verkaufsvermittlungen  ein  Entgelt  für  das  Delkredererisiko  von 
[…] % vergütet werde.43 Der Zahlungsausfall im Bereich von Brandschutzprodukten und den 
damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen sei generell sehr tief und die Kosten für 
die Übernahme des Delkredererisikos seien mit der Entschädigung von […] % (Ziff. 4 Abs. 1 
[…]AgV44) bereits mehr als abgegolten. Ausserdem trage [X] bei einem Debitorenverlust ab 
[…]  Franken,  zusätzlich  zur  generellen  Entschädigung  von  […] %  u.  a.  die  Hälfte  des  Del-
kredererisikos selber (Ziff. 4 Abs. 2 […]AgV).45 

[X] finanziere Werbemassnahmen direkt und der «Agent» sei grundsätzlich vertraglich 
41. 
nicht verpflichtet, in Werbemassnahmen zu investieren.46 Davon ausgenommen seien gering-
fügige  Kosten,  welche  der  «Agent»  ggf.  für  gewisse  Messepräsenzen  sowie  allenfalls  die 

39 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023. 
40 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Rz 16 f. 
41 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023. 
42 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023. 
43 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023. 
44 Ziff. 4 Abs. 1 […]AgV: «Die Provision des Agenten ist auf das Ende desjenigen Kalendermonates, in 
dem  die  Lieferung  erfolgt  ist,  abzurechnen  und  auszuzahlen.  […].  Der  Agent  hat  Anspruch  auf  Vor-
schüsse von 100% der ihm zustehenden Provision. Die 100% Vorschüsse teilen sich in […] % Verkaufs- 
u. Serviceprovision, [...] % Inkassoprovision und […] % Entgelt für das Delkredererisiko auf. Der Auf-
traggeber beteiligt sich zusätzlich an Debitorenverlusten gemäss Ziffer 4, Absatz 2 und 3. Debitorenver-
luste werden, da bereits ausbezahlt, am Ende des laufenden Kalendermonats wieder verrechnet.». 
45 Schreiben der [X] vom 5. Oktober 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 14. September 2023. 
46 Dies betreffe z. B. Produktprospekte, den Betrieb und Unterhalt einer Homepage inkl. Agentursuche 
auf der Homepage von [X], Werbeeinträge in Fachmagazinen und Bezugsquellenregistern, Einträge in 
sog. Bauplaner-Tools, Social-Media Beiträge, das Erstellen von Flyern sowie das Zurverfügungstellen 
von [X]-Werbemitteln (bspw. Kugelschreiber) im Rahmen eines bestimmten Jahresbudgets bzw. jährli-
chen Kontingents pro «Agent». Bei [X] seien in den Jahren 2021 bis 2023 Kosten für Werbemassnah-
men von rund […] Franken angefallen (Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorab-
klärung, Rz 24). 

10 

 
 
 
 
 
 
 
Zweitbeschriftung des Fahrzeuges tragen müsse, welche aber durch seine Provision gedeckt 
seien.47  

42.  Bei der Beurteilung der Risikotragung sei zudem zu berücksichtigen, dass die «Agen-
ten», ausser für durch sie verschuldete Schäden, nicht für aufgrund der vermittelten Geschäfte 
verursachte  Schäden  haften  würden.  Diese  Haftung  trage  [X]  Hinzu  komme,  dass  –  selbst 
wenn gewisse Investitionen ohne angemessene Entschädigung von den «Agenten» getätigt 
würden – diese Investitionen, wie insbesondere für das Geschäftsfahrzeug von den «Agenten» 
nach  Beendigung  der  Tätigkeit  für  [X]  auch  für  andere  Geschäfte  genutzt  werden  könnten. 
Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass einem allenfalls noch bei den «Agenten» verbleiben-
den wirtschaftlichen  oder finanziellen  Risiko eine  in den allermeisten  Fällen  –  auch  im  Ver-
gleich zu anderen Agenturtätigkeiten – sehr hohe Vergütung (Provision) der «Agenten» durch 
[X] gegenüberstehe.48 

Ergebnis der Agentenbefragung zur Kosten- und Risikoübernahme   

43.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob die Vergütung (Provision und zusätzliche Geld-
beträge), welche sie von [X] für ihre Tätigkeit erhalten, üblicherweise ihre eigenen Aufwände 
(pro Jahr) übersteige oder üblicherweise gerade ihre eigenen Aufwände (pro Jahr) decke. Die 
Mehrheit der befragten «Agenten» ([79 %]) gab an, dass die Vergütung für die Vermittlung von 
[X]-Brandschutzprodukten üblicherweise ihre eigenen Aufwände (pro Jahr) übersteige. [21 % 
der] «Agenten» gaben an, dass die Vergütung üblicherweise gerade die eigenen Aufwände 
(pro Jahr) decke.49 

44.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob ihnen für die Einlagerung von [X]-Brandschutz-
produkten Kosten entstünden und bat die «Agenten», ggf. die Höhe der Einlagerungskosten 
für das Jahr 2023 anzugeben. [93 % der] «Agenten» antworteten, dass ihnen Kosten für die 
Lagerung entstünden; 1 «Agent» antwortete, dass dies von der Situation abhänge. Die Kosten 
für die Lagerung beliefen sich auf zwischen […] und […] Franken pro Jahr.50 

45.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob sie verpflichtet seien, [X]-Brandschutzprodukte 
auf eigene Kosten einzulagern. Die Mehrheit der «Agenten» ([64 %]51) gab an, zumindest fak-
tisch verpflichtet zu sein, [X]-Brandschutzprodukte auf eigene Kosten einzulagern. [36 % der] 
«Agenten» gaben an, nicht verpflichtet zu sein, [X]-Brandschutzprodukte auf eigene Kosten 
einzulagern. Von diesen […] «Agenten» gaben [40 % der] «Agenten» an, einen Vorteil darin 
zu sehen, ein Lager zu führen, insbesondere weil sie bei höherer Bestellmenge bessere Preise 
erhielten.52 

46.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob sie für ihre Einlagerungskosten von [X] finan-
ziell  entschädigt  würden.  Alle  befragten  «Agenten»  antworteten,  dass  sie  für  ihre  Einlage-
rungskosten von [X] nicht entschädigt würden.53 

47.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob sie für das Risiko entschädigt würden, dass 
eine Kundin oder ein Kunde erhaltene [X]-Brandschutzprodukte nicht bezahle (Delkredereri-
siko). Die Mehrheit der «Agenten» ([64 %]54) gab an, für das Risiko, dass eine Kundin oder ein 

47 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Rz 22 ff. 
48 Schreiben der [X] vom 5. Oktober 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 14. September 2023. 
49 Auswertung der Agentenbefragung.  
50 Auswertung der Agentenbefragung.  
51 1 «Agent» hat die Frage sowohl mit «Ja» als auch mit «Nein» beantwortet und gab an, dass er nicht 
immer zum Hauptsitz fahren könne, deshalb müsse er ein Lager haben. Aufgrund seiner Ausführungen 
ist diese Antwort als «Ja» zu werten. 
52 Auswertung der Agentenbefragung.  
53 Auswertung der Agentenbefragung. 
54 1 «Agent» gab an, dass er faktisch alle Risiken trage, obwohl sein Agenturvertrag vorsehe, dass er 
sie nur teilweise trage. 

11 

 
 
 
 
 
 
 
Kunde  erhaltene  Brandschutzartikel  nicht  bezahle,  nicht  entschädigt  zu  werden.  1  «Agent» 
gab an, für das Risiko, dass eine Kundin oder ein Kunde erhaltene [X]-Brandschutzprodukte 
nicht bezahle (Delkredererisiko), entschädigt zu werden. [29 % der] «Agenten» gaben an, teil-
weise für das Delkredererisiko entschädigt zu werden, so wie es im Agenturvertrag vorgese-
hen sei.55 

48.  Das Sekretariat fragte, ob den «Agenten» für Werbemassnahmen, die sie für [X] wahr-
nehmen,  Kosten  entstünden. [93 %  der]  «Agenten»  bejahten  die Frage. 1  «Agent»  gab  an, 
dass ihm für Werbemassnahmen, die er für [X] wahrnehme, teilweise Kosten entstünden.56 

49.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob sie für die Kosten, die ihnen für Werbemass-
nahmen  entstehen,  von [X]  entsprechend  entschädigt  würden.  Die  Mehrheit  der  «Agenten» 
([79 %]) verneinte die Frage. [21 %57 der] «Agenten» gaben an, für die Kosten, die Ihnen für 
Werbemassnahmen  für  [X]  entstehen,  von  [X]  entsprechend  teilweise  entschädigt  zu  wer-
den.58 

Zwischenfazit zur Kosten- und Risikoübernahme 

50.  Dem […]AgV zufolge übernimmt [X] Werbekosten, Lieferkosten und das Delkredereri-
siko nur teilweise. Aus den Antworten der «Agenten» geht ebenfalls hervor, dass sie mehrere 
Kosten  und  Risiken  selbst  tragen müssen.  Die  «Agentur-Tätigkeit»  scheint  es zu erfordern, 
dass [X]-Brandschutzprodukte gelagert werden müssen, d. h. entsprechende Kosten anfallen, 
für die die «Agenten» von [X] nicht gesondert entschädigt werden. Gleichzeitig gab die Mehr-
heit der «Agenten» an, dass die Provision üblicherweise ihre Kosten (Rz 43) übersteige. Dies 
deutet darauf hin, dass die Provision die Auslagen der «Agenten» im Ergebnis in der Regel 
deckt. Es ist unklar, ob die Aussage von [X] zutrifft, wonach die grosszügig ausgestaltete Pro-
vision sämtliche Kosten und Risiken der «Agenten» decke. Zudem zeigt die Betrachtung von 
«Agenten»-Abrechnungen, dass diese für «Agenten» insofern nicht transparent sind, als aus 
den Abrechnungen nicht hervorgeht, welcher Kostenanteil von der Provision gedeckt wird. 

51.  Die Klärung der Frage, ob die Provisionen der «Agenten» sämtliche Kosten und Risiken 
decken, welche die «Agenten» im Rahmen ihrer Tätigkeit für [X] entstehen, kann aufgrund der 
Aktenlage nicht abschliessend beantwortet werden und bedürfte weiterer Abklärungen. 

B.2.3  Preissetzung 

52.  Weder dem […]AgV noch der darin genannten Preisliste (vgl. Rz 24) lässt sich ein Hin-
weis zur Preissetzungsfreiheit der «Agenten» entnehmen, noch lässt sich die Unverbindlich-
keit der Preisliste aus den beiden oder anderen Dokumenten betreffend das von [X] an ihre 
«Agenten» gestellte Anforderungsprofil59 (vgl. Rz 80) sonst wie ableiten.  

In einem [X]-Newsletter vom 14. April 2022, welcher u. a. an die «Agenten» verschickt 

53. 
wurde, wird zum Thema «Verkauf Preise im [X] Onlineshop» Folgendes mitgeteilt: 

«Neu sind in unserem Shop ab sofort alle Produkte mit dem höchsten Listenpreis inklusive 
Mehrwertsteuer  abgebildet.  (Die  Preise  sind  gerundet,  sodass  es  im  Rappenbereich  zu 
im  Vergleich  zu  den  Bruttopreisen  kommen  kann.).  Allfällige 
Abweichungen 

55 Auswertung der Agentenbefragung. 
56 Auswertung der Agentenbefragung. 
57 1 «Agent» gab an, dass er viel Werbematerial kostenfrei oder kostenfrei zur Benutzung erhalte. Wei-
tere Kosten trage er weitgehend selber, aber oft beteilige sich der Hauptsitz (gemeint ist [X]) nach Ab-
sprache (z. B. Messestände). Er trage die Kosten weitgehend selber, wenn er auf eigene Initiative Wer-
bung mache. 
58 Auswertung der Agentenbefragung. 
59 Das Dokument zum Anforderungsprofil gibt unter dem Titel «Zuständigkeit (Kompetenz)» u. a. Fol-
gendes an: «Preisgestaltung unter Berücksichtigung der Agentur- und Unternehmensvorgaben». 

12 

 
 
 
 
 
 
 
Preisdiskussionen  mit  (potenziellen)  Kunden  und  Kundinnen  wegen  der  online 
Preise sollten somit in Zukunft hinfällig sein.».60 (Hervorhebung hinzugefügt) 

54.  Diese  Mitteilung  deutet darauf  hin,  dass  [X]  mithelfen  wollte,  die  Endkundenpreise für 
Brandschutzprodukte der Marke [Y] hoch zu halten und mit «Preisdiskussionen mit (potenzi-
ellen) Kunden und Kundinnen» Preisdruck gegen unten gemeint ist, der eingedämmt werden 
sollte. 

Stellungnahme von [X] zur Preissetzung 

55. 
[X] erklärte, dass der Kaufvertrag für Brandschutzprodukte stets zwischen [X] und dem 
Kunden (Endverbraucher) zustande komme. [X] zufolge wäre es daher naheliegend und be-
zogen auf den Grundgedanken eines Agentursystems folgerichtig, wenn [X] die Endverkaufs-
preise selber festsetze und ihren «Agenten» auch vorgebe. Dies tue [X] eigenen Aussagen 
zufolge im Sinne einer Besonderheit jedoch nicht;  ihre «Agenten» seien in der Festsetzung 
der Verkaufspreise frei. Ein «Agent» könne die Produkt- wie auch Dienstleistungspreise selbst 
festlegen. Er könnte Produkte gar verschenken, was aber zu Lasten seiner Provision gehe.61 
Bei Grosskunden verhandle der Grosskundenberater von [X] mit der Kundschaft den Preis, 
sodass dann alle «Agenten» diese reduzierten Preise anwenden müssten (Rz 39). 

56.  Zur Preissetzung führte [X] aus, dass die «Agenten» in ihrer Preissetzung grundsätzlich 
frei  seien.62  Zur  Orientierung  gebe  [X]  jedoch  Servicekosten  und  Produktpreise  (Brutto  und 
Agentur) sowie Branchenrichtpreise an ihre «Agenten» ab. Die «Agenten» dürften sämtliche 
Richtpreise wie auch die Servicekosten beliebig unterschreiten.63 Im oben genannten Newslet-
ter (Rz 53) habe [X] mitgeteilt, auf ihrem Onlineshop den Listenpreis (= Bruttopreis) anzuge-
ben, wobei es sich um einen Höchstpreis handle. Hintergrund dafür sei gewesen, dass «Agen-
ten» bei Preisverhandlungen mit der Kundschaft der [X] den vollen Spielraum unterhalb des 
vorgegebenen Höchstpreises haben sollten. Die Anzeige von tieferen Preisen auf dem eige-
nen  Onlineshop  der  [X]  würde  den  Verhandlungsspielraum  der  «Agenten»  zum  Vornherein 
beschränken, zumal dadurch faktisch die Preise auf dem Onlineshop zum Höchstpreis wür-
den. Eine Einschränkung des Spielraums könnte sich negativ auf die Vermittlungsbemühun-
gen der «Agenten» auswirken. Die Freiheit der «Agenten», die Preise für die im Namen und 
auf Rechnung der [X] verkauften Produkte unter dem Maximalpreis festzusetzen, würde durch 
dessen Verwendung im Onlineshop nicht eingeschränkt. Seit mehr als einem Jahr biete [X] 
auf dem Onlineshop nur noch die Möglichkeit einer Offertanfrage an und gebe keine Preise 
mehr an.64 [X] bot dem Sekretariat von sich aus an, die Preise auf einer der von [X] eingereich-
ten Preislisten als unverbindliche Empfehlungen zu bezeichnen.65  

Ergebnis der Agentenbefragung zur Preissetzung  

57.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob sie frei seien in der Festsetzung der Verkaufs-
preise für [X]-Brandschutzprodukte, die sie als «Agenten» der [X] an Kundinnen und Kunden 
vermitteln.  Die  Mehrheit  der  «Agenten»  ([57 %])  gab  an,  dass  sie  bei  der  Festsetzung  der 
Verkaufspreise für [X]-Brandschutzartikel frei seien, die anderen [43 %] gaben an, sie seien 
nicht  frei  in  der  Festsetzung  der  Verkaufspreise.  Von  diesen  «Agenten»  gaben  [67 %]  an, 

60 [X]-Newsletter vom 14. April 2022. 
61 Schreiben der [X] vom 20. Juni 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 1. Juni 2023. 
62 Schreiben der [X] vom 5. Oktober 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 14. September 2023, S. 6. 
63 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Rz 43. 
64 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Rz 45. 
65 Schreiben der [X] vom 5. Oktober 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 14. September 2023; die Preis-
liste  trägt  den  Titel  «Übersichtpreisliste  aller  Kategorien  ab  01.01.2023  (Richtpreise,  welche  je  nach 
Region auch nicht passend sein können!)». 

13 

 
 
 
 
 
 
 
deshalb  nicht  frei  zu  sein  in  der  Festsetzung  der  Verkaufspreise,  weil  diese  nach  oben  hin 
begrenzt seien.66 

Zwischenfazit zur Preissetzung  

58.  Die Betrachtung der Bruttopreisliste (Rz 23 ff.), welche [X] an die «Agenten» abgab/ab-
gibt, ergibt, dass darin u. a. auch der Bruttoverkaufspreis enthalten ist, wobei es sich [X] zu-
folge um den Endverkaufspreis handeln könne, aber nicht müsse. Da die Bruttopreisliste aber 
auch den Einstandspreis abbildet, der für die Berechnung des Provisionsanspruchs erforder-
lich sei, wird dem «Agenten» die realisierbare Marge vorkalkuliert und kommuniziert (wobei es 
sich [X] zufolge gleichzeitig um die Provision des «Agenten» handeln solle), unter Vorbehalt 
des Abzuges von Verwaltungskosten. Angesichts des Umstandes, dass im Vertragsgebiet ei-
nes jeden «Agenten» weder [X] noch andere «Agenten» tätig sein dürfen (vgl. Rz 17, 59 ff.)67 
und  auch  die  Erfüllung  von  Aufträgen  in  ein  Vertragsgebiet  durch  «Agenten»  aus  anderen 
Gebieten vertraglich ausgeschlossen sind (Rz 59 ff.), dürften wenig Anreize für einen «Agen-
ten»  bestehen,  den  von  [X]  kommunizierten  Bruttopreis  zu  unterschreiten,  zumal  dadurch 
seine Provision geschmälert würde. Hinzu kommt, dass [X] zufolge die Bruttopreisliste für ihre 
«Agenten» bestimmt sei, welche nach ersten Abklärungen nicht publikumsöffentlich ist. Weder 
der […]AgV noch die Preislisten weisen zudem darauf hin, dass die Preise als unverbindliche 
Empfehlungen oder Höchstpreise zu verstehen sind. Jedoch gab die Mehrheit der «Agenten» 
an, dass sie bei der Festsetzung der Verkaufspreise für Brandschutzartikel frei seien. Zudem 
gab ein Teil  der  «Agenten» an,  dass  sie die  Preise  unter-,  aber  nicht  überschreiten  dürfen, 
was dafür sprechen könnte, dass die Bruttopreise als Höchstpreise verstanden werden könn-
ten. 

B.2.4  Gebietszuweisung  

59.  Ziff. 1 Abs. 2 lit. a […]AgV regelt das Tätigkeitsgebiet des «Agenten» folgendermassen: 

«2) Verkaufslimitierung bzw. Tätigkeitslimitierung des Agenten: 

Der Agent verpflichtet sich: a) In einem anderen als dem ihm zugewiesenen Vertragsgebiet 
für  die  in  diesem  Vertrag  genannten  Vertragsprodukte  und  Dienstleistungen  keine  Auf-
träge zu tätigen und keine Niederlassungen zu errichten.». (Hervorhebung hinzugefügt) 

60.  Diese  Klausel  untersagt  dem  «Agenten»  explizit,  Aufträge  in Gebieten  zu  tätigen,  die 
ihm nicht zugewiesen wurden.  

Stellungnahme von [X] zur Gebietszuweisung 

[X] erklärte, dass Passivverkäufe erlaubt seien, d. h. «Agenten» unaufgeforderte Anfra-
61. 
gen von Kundinnen und Kunden aus anderen Gebieten als den ihnen zugewiesenen bedienen 
könnten.68  Die  Formulierung  «keine  Aufträge  zu  tätigen»  schliesse  dies  nicht  aus  und  die 
«Agenten» würden tatsächlich häufig Kundschaft aus anderen Gebieten als dem ihnen zuge-
wiesenen bedienen.69 

62. 
[X] bot dem Sekretariat von sich aus an, in Ziff. 1 Abs. 2 […]AgV klarzustellen, dass das 
passive Tätigen bzw. Vermitteln von Aufträgen ausserhalb des zugewiesenen Vertragsgebiets 

66 Auswertung der Agentenbefragung.  
67 Beim Gespräch des Sekretariats mit dem Geschäftsführer der [X] am 27.9.2023 gab dieser zu diesem 
Thema an, dass: «… grundsätzlich kein Verbot [bestehe], aber der Agent […] zuerst den für das Gebiet 
zuständigen Agenten fragen [müsse]…». 
68  Vgl.  Art.  3  Bekanntmachung  der  Wettbewerbskommission  vom  22.12.2022  über  die  wettbewerbs-
rechtliche Behandlung vertikaler Abreden (Vertikalbekanntmachung, VertBek). 
69 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Beilage 11: Im Geschäftsjahr 
2023 habe der Anteil vermittelter Aufträge in Fremdgebiete ca. 23 % betragen. 

14 

 
 
 
 
 
 
 
(insbesondere die Vermittlung von Brandschutzprodukteverkäufen auf unaufgeforderte Anfra-
gen eines Kunden von ausserhalb des zugewiesenen Vertragsgebietes hin) erlaubt sei.70 

Ergebnis der Agentenbefragung zur Gebietszuweisung   

63.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob sie frei seien, unaufgeforderte Anfragen von 
Kundinnen und Kunden aus Gebieten ausserhalb des ihnen vertraglich zugewiesenen Gebiets 
zu  bedienen.  Die  Mehrheit  der  «Agenten»  ([93 %])  verneinte  die  Frage.  1  «Agent»  gab an, 
dass er frei sei, unaufgeforderte Anfragen von neuen Kundinnen und Kunden (d. h. Kundinnen 
und Kunden, die noch nie mit dem Unternehmen Geschäfte getätigt hätten) aus Gebieten aus-
serhalb des ihm vertraglich zugewiesenen Gebiets zu bedienen. Allerdings dürfe er nicht be-
stehende Kundinnen und Kunden ausserhalb von seinem Gebiet bedienen.71  

64.  Als  Grund,  weshalb  sie  keine  solchen  unaufgeforderten  Anfragen  bedienen  können, 
nannten [54 % der] « Agenten » einen Gebietsschutz. [15 % der] «Agenten» gaben an, dass 
die  Bedienung  unaufgeforderter  Anfragen  eine  Absprache mit  dem  zuständigen  «Agenten» 
des jeweiligen Gebietes erfordere. 1 «Agent» gab an, dass er die unaufgeforderten Anfragen 
den jeweils zuständigen «Agenten» weiterreiche. 1 «Agent» gab an, dass andere «Agenten» 
nicht  einverstanden  wären  und  das  Gebiet  nach  Postleitzahlen  festgelegt  sei.  [15 %  der] 
«Agenten» verwiesen auf den Agenturvertrag, insbesondere auf die Ziff. 1 Abs. 2 lit. a […]AgV 
(Rz 59).72 

65.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob sie im Jahr 2023 unaufgeforderte Anfragen von 
Kundinnen und Kunden aus Gebieten ausserhalb des ihnen vertraglich zugewiesenen Gebiets 
bedient hätten. Die Hälfte der «Agenten» ([50 %]) gab an, im Jahr 2023 unaufgeforderte An-
fragen von Kundinnen und Kunden aus Gebieten ausserhalb des Ihnen vertraglich zugewie-
senen Gebiets bedient zu haben.73 

66.  Die Umstände, die dazu führten, dass  «Agenten» unaufgeforderte Anfragen von  Kun-
dinnen  und  Kunden  aus  Gebieten  ausserhalb  des  Ihnen  vertraglich  zugewiesenen  Gebiets 
bedienten, seien z. B. die Vertretung eines «Agenten», der krank sei, einen Unfall gehabt habe 
oder  sich in den Ferien befunden habe,  eine  entsprechende  Vereinbarung mit  dem für  das 
andere Gebiete zuständigen «Agenten». 1 «Agent» gab an, dass er im Jahr 2023 schätzungs-
weise 5-10 Aufträge bedient habe. [29 % der] «Agenten» gaben an, dass sie unaufgeforderte 
Anfragen von Kundinnen und Kunden aus Gebieten ausserhalb des Ihnen vertraglich zuge-
wiesenen Gebiets irrtümlicherweise bedienten.74 

Zwischenfazit zur Gebietszuweisung   

Der […]AgV weist jedem «Agenten» ein Gebiet zu und untersagt diesem, Aufträge in 
67. 
Gebieten  zu  tätigen,  die  ihm  nicht  zugewiesen  wurden.  Dies  wird  auch  bestätigt  durch  die 
Antworten der «Agenten». Die «Agenten» scheinen aber die Möglichkeit zu haben, Kunden-
anfragen ausserhalb ihres Zuständigkeitsbereichs zu bedienen, wobei dies von bestimmten 
Umständen abhängt wie bspw. der Zustimmung des zuständigen «Agenten» oder im Falle von 
Krankheit oder Ferien eines solchen «Agenten». Die Angaben der «Agenten» deuten somit 
darauf hin, dass diese das vertragliche Verbot, Aufträge in ihnen nicht zugewiesenen Gebieten 
zu  tätigen,  als  Gebietsschutz  verstehen  und  die  «Agenten»  die  Erfüllung  von  Aufträgen  in 
fremden Gebieten vermeiden. [X] zufolge betrage der Anteil vermittelter Aufträge in Fremdge-
biete ca. 23 %. Nach Ansicht des Sekretariats ist die vertragliche Gebietszuweisung i. V. m. 
dem  ausdrücklichen  Verbot,  Aufträge  in  fremden  Gebieten  zu  tätigen  geeignet,  (weitere) 

70 Schreiben der [X] vom 5. Oktober 2023 betr. Auskunftsbegehren vom 14. September 2023. 
71 Auswertung der Agentenbefragung. 
72 Auswertung der Agentenbefragung. 
73 Auswertung der Agentenbefragung.  
74 Auswertung der Agentenbefragung. 

15 

 
 
 
 
 
 
 
gebietsübergreifende Auftragsvermittlungen zu verhindern und sowohl aktive75 als auch pas-
sive Verkäufe in fremde Gebiete zu unterbinden.     

B.2.5  Alleinbezugsverpflichtung bei Ersatzteilen  

68.  Ziff. 2 Abs. 3 […]AgV verpflichtet die «Agenten» u. a. «ausschliesslich Original-Ersatz-
teile  des  jeweiligen  Herstellers  zu  verwenden  und  diese  ausschliesslich  beim  Auftraggeber 
(Anm. des Sekretariats: der Auftraggeber ist [X]) zu beziehen…». Durch diese Klausel sind die 
«Agenten» vertraglich verpflichtet, sämtliche Ersatzteile, die sie für Wartungs- und Unterhalts-
arbeiten benötigen, bei [X] zu beziehen. 

Stellungnahme von [X] zur Alleinbezugsverpflichtung 

69.  Eine logische Konsequenz der exklusiven Tätigkeit für [X] im Bereich des Brandschutzes 
und des Vertriebs von Brandschutzprodukten (Ziff. 2 Abs. 7 […]AgV76) sei, dass die «Agenten» 
in diesem Bereich ausschliesslich [X]-Produkte vermittelten. Das betreffe auch die Ersatzteile 
für Brandschutzprodukte. Es handle sich auch mit Bezug auf die Ersatzteile um eine Vermitt-
lung durch die «Agenten» und nicht um einen Kauf und Weiterverkauf. Der Wartungsvertrag, 
im Rahmen dessen die Kundschaft auch Ersatzteile beziehe, komme zwischen [X] und dem 
jeweiligen  Kunden  zustande.77  Die  Ersatzteile  würden  –  wie  die  Brandschutzprodukte  –  im 
Namen und auf Rechnung von [X] an die Kundschaft verkauft.78 Die in Ziff. 2 Abs. 3 […]AgV 
vorgesehene Pflicht, die Ersatzteile ausschliesslich bei [X] «zu beziehen», sei daher lediglich 
Ausdruck der  ausschliesslichen  Vermittlungstätigkeit  für [X].  Es  handle  sich daher  nicht  um 
eine Bezugsverpflichtung, sondern um die Pflicht, auch im Bereich der Ersatzteile exklusiv für 
[X] als Auftragsvermittler tätig zu sein.79   

Ergebnis der Agentenbefragung zur Alleinbezugsverpflichtung  

70.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob sie sämtliche Ersatzteile, die sie für Service-
leistungen benötigen, ausschliesslich bei [X] beziehen. Alle «Agenten» bejahten diese Frage. 
Die  Mehrheit  der  «Agenten»  ([93 %])  gab  an,  dass  sie  verpflichtet  seien,  Ersatzteile  aus-
schliesslich bei [X] zu beziehen. 1 «Agent» gab an, dass keine entsprechende Verpflichtung 
im Vertrag ersichtlich sei.80 

75 Aktiver Verkauf ist die gezielte Ansprache von Kundinnen und Kunden durch Besuche, Schreiben, E-
Mails, Anrufe oder sonstige Formen der direkten Kommunikation oder durch gezielte Werbung und Ab-
satzförderung, offline oder online, beispielsweise durch Printmedien oder digitale Medien, einschliess-
lich Online-Medien, Preisvergleichsdiensten oder Suchmaschinenwerbung, die auf Kundinnen und Kun-
den in bestimmten Gebieten oder aus bestimmten Kundengruppen ausgerichtet sind, durch den Betrieb 
einer Website mit einer Top-Level-Domain, die bestimmten Gebieten entspricht, oder durch das Ange-
bot  von  in  bestimmten  Gebieten  üblichen  Sprachoptionen  auf  einer  Website,  sofern  diese  Sprachen 
sich von denen unterscheiden, die in dem Gebiet, in dem die Abnehmerin oder der Abnehmer nieder-
gelassen ist, üblicherweise verwendet werden (Art. 2 VertBek). 
76 Ziff. 2 Abs. 7 […]AgV lautet wie folgt: «Der Agent darf grundsätzlich auch für andere Auftraggeber 
tätig sein. Im Bereich des Brandschutzes und des Vertriebs von  Brandschutzprodukten ist der Agent 
jedoch  exklusiv  für  den  Auftraggeber  tätig  und  er  enthält  sich  einer  konkurrierenden  Tätigkeit.  Aus-
serhalb seiner Verpflichtungen für den Auftraggeber enthält er sich insbesondere jeglicher Tätigkeit, ob 
Verkauf, Beratung, Dienstleistung oder Unterhalt an Produkten, die der Auftraggeber derzeit oder künf-
tig in der Brandschutzbranche vertreibt oder herstellt oder die zu solchen Produkten in Konkurrenz ste-
hen. Ferner enthält er sich jeglicher Tätigkeit beruflicher oder nebenberuflicher Art, die mit der Wahrung 
der Interessen des Auftraggebers unvereinbar ist.».  
77 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Rz 42,  Beilage 12, Offerte 
vom 27. Juli 2021. 
78 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Rz 42, Beilage 13, Rechnung 
vom 24. August 2021. 
79 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Rz 42. 
80 Auswertung der Agentenbefragung. 

16 

 
 
 
 
 
 
 
Zwischenfazit zur Alleinbezugsverpflichtung  

Aus  Ziff.  2  Abs.  3  […]AgV  und  den  Antworten  der  «Agenten»  geht  hervor,  dass  die 

71. 
«Agenten» verpflichtet sind, Ersatzteile ausschliesslich bei [X] zu beziehen.  

B.2.6  Zwischenfazit zum Vertrieb der [X]-Brandschutzprodukte  

72.  Aufgrund des aktuellen Kenntnisstandes besteht die Tätigkeit der «Agenten» in der Ver-
mittlung  von  Brandschutzprodukten.  Der  Kaufvertrag  wird  dann  aber  zwischen  [X]  und  den 
Endkunden abgeschlossen und – mit Ausnahme der Auslieferung gekaufter Brandschutzpro-
dukte, die durch die «Agenten» vorgenommen wird – abgewickelt. 

73.  Gemäss  […]AgV  ergibt  sich  die  Provision  aus  dem  von  [X]  bestimmten  Listenpreis 
(Rz 22 f.), von welchem ein rechnerischer Agentenpreis sowie Verwaltungskosten abgezogen 
werden (Rz 22 f.). Die Angaben von [X] und der Mehrheit der «Agenten» spricht dafür, dass 
die «Agenten» [X]-Brandschutzprodukte nicht bei [X] käuflich erwerben, sondern [X] das Ei-
gentum an den [X]-Brandschutzprodukten behält. Der Umstand, dass [43 % der] «Agenten» 
angaben, Brandschutzprodukte bei [X] käuflich zu erwerben, zeigt jedoch, dass die Frage des 
Eigentumsübergangs für Brandschutzprodukte zu wenig klar geregelt ist.   

74.  Dem […]AgV zufolge übernimmt [X] Werbekosten, Lieferkosten und das Delkredereri-
siko nur teilweise. Aus den Antworten der «Agenten» geht ebenfalls hervor, dass sie für meh-
rere  Kosten  und  Risiken  selbst  aufkommen  müssen.  Die  «Agentur-Tätigkeit»  scheint  es zu 
erfordern, dass [X]-Brandschutzprodukte gelagert werden müssen, d. h. entsprechende Kos-
ten anfallen, für die die «Agenten» von [X] nicht entschädigt werden. Gleichzeitig gab die Mehr-
heit der «Agenten» an, dass die Provision üblicherweise ihre Kosten (Rz 43) übersteige. Dies 
deutet darauf hin, dass die Provision die Auslagen der «Agenten» im Ergebnis in der Regel 
deckt. Die Klärung der Frage, ob die Provisionen der «Agenten» im Einzelfall sämtliche Kosten 
und Risiken decken, welche die «Agenten» im Rahmen ihrer Tätigkeit für [X] entstehen, kann 
vorliegend nicht abschliessend beantwortet werden. 

75.  Die Betrachtung der Bruttopreisliste (Rz 23 ff.), welche [X] an die «Agenten» abgab/ab-
gibt, ergibt, dass darin u. a. auch der Bruttoverkaufspreis enthalten ist, wobei es sich [X] zu-
folge um den Endverkaufspreis handeln könne, aber nicht müsse. Da die Bruttopreisliste aber 
auch den Einstandspreis abbildet, der für die Berechnung des Provisionsanspruchs erforder-
lich sei, wird dem «Agenten» die realisierbare Marge vorkalkuliert und kommuniziert (wobei es 
sich [X] zufolge gleichzeitig um die Provision des «Agenten» handeln solle), unter Vorbehalt 
des Abzuges von Verwaltungskosten. Angesichts des Umstandes, dass im Vertragsgebiet ei-
nes jeden «Agenten» weder [X] noch andere «Agenten» tätig sein dürfen81 und auch die Er-
füllung von Aufträgen in ein Vertragsgebiet durch «Agenten» aus anderen Gebieten vertraglich 
ausgeschlossen sind, dürften wenig Anreize für einen «Agenten» bestehen, den von [X] kom-
munizierten Bruttopreis zu unterschreiten, zumal dadurch seine Provision geschmälert würde. 
Hinzu kommt, dass [X] zufolge die Bruttopreisliste für ihre «Agenten» bestimmt sei. Nach ers-
ten Abklärungen ist die Bruttopreisliste nicht publikumsöffentlich. Weder der […]AgV noch die 
Preislisten weisen zudem darauf hin, dass die Preise als unverbindliche Empfehlungen oder 
Höchstpreise zu verstehen sind. Jedoch gab die Mehrheit der «Agenten» an, dass sie bei der 
Festsetzung  der  Verkaufspreise  für  Brandschutzartikel  frei  seien.  Zudem  gab  ein  Teil  der 
«Agenten» an, dass sie die Preise unter-, aber nicht überschreiten dürfen, was dafür sprechen 
könnte, dass die Bruttopreise als Höchstpreise verstanden werden könnten. 

76.  Der  […]AgV  weist jedem  «Agenten»  ein Gebiet  zu und  untersagt  diesem,  Aufträge  in 
Gebieten  zu  tätigen,  die  ihm  nicht  zugewiesen  wurden,  was  durch  die  Antworten  der 

81 Beim Gespräch des Sekretariats mit dem Geschäftsführer der [X] am 27.9.2023 gab dieser zu diesem 
Thema an, dass: «… grundsätzlich kein Verbot [bestehe], aber der Agent […] zuerst den für das Gebiet 
zuständigen Agenten fragen [müsse]…». 

17 

 
 
 
 
 
 
 
«Agenten» bestätigt wird. Es scheint, dass «Agenten» die Möglichkeit haben, Kundenanfragen 
ausserhalb ihres Zuständigkeitsbereichs zu bedienen. Diese Möglichkeit ist jedoch begrenzt, 
da sie in den meisten Fällen der Zustimmung des im fremden Gebiet zuständigen «Agenten» 
bedürfe oder im Falle von Krankheit oder Ferien des betreffenden «Agenten» vorkomme. Die 
Angaben der «Agenten» deuten somit darauf hin, dass diese das vertragliche Verbot, Aufträge 
in fremden Gebieten zu tätigen, als Gebietsschutz verstehen, was die «Agenten» veranlasst, 
Aufträge in fremden Gebieten zu vermeiden.  [X] zufolge betrage der Anteil vermittelter Auf-
träge in Fremdgebiete ca. 23 %. Nach Ansicht des Sekretariats ist die vertragliche Gebietszu-
weisung i. V. m. dem ausdrücklichen Verbot, Aufträge in Fremdgebieten zu tätigen geeignet, 
(weitere)  gebietsübergreifende  Auftragsvermittlungen  zu  verhindern  und  sowohl  aktive  als 
auch passive Verkäufe in Fremdgebiete zu unterbinden.     

77.  Aus Ziff. 2 Abs. 3 […]AgV und den Antworten der «Agenten» geht sodann hervor, dass 
sie verpflichtet sind, Ersatzteile ausschliesslich bei [X] zu beziehen. 

B.3 

[X]-Serviceleistungen  

78.  Die folgenden Abschnitte fassen die Erkenntnisse zu [X]-Serviceleistungen in Bezug auf 
die  hier  interessierenden  Sachverhaltselemente  zusammen,  d.  h.  die  Provision  (B.3.1),  die 
Preissetzungsfreiheit der «Agenten» (B.3.2) und eine Gebietszuweisung (B.3.3).  

79.  Vorab ist zu den [X]-Serviceleistungen festzuhalten, dass der […]AgV Art. 418a--418v 
OR82 unterstellt wurde und in Art. 1 Ziff. 1 den «Agenten» u.a. die Pflicht auferlegt, Dienstleis-
tungen für Brandschutzprodukte zu verkaufen und sämtliche Kontroll-, Service- und Neufül-
lungsarbeiten an Brandschutzprodukten auszuführen (vgl. Rz 16). Die EU-Vertikalleitlinien hal-
ten  fest,  dass  die  Vermittlung  von  Dienstleistungen  vom  Handelsvertreterprivileg  erfasst 
werden, wenn der Handelsvertreter die ge- oder verkauften Dienstleistungen nicht selber er-
bringt (vgl. Rz 33 Bst. a EU-Vertikalleitlinien). Im vorliegenden Fall trifft dies gerade nicht zu, 
da die «Agenten» [X]-Serviceleistungen nicht nur vermitteln, sondern dazu verpflichtet sind, 
die entsprechenden Dienstleistungen (für [X]) selbst zu erbringen.  

B.3.1  Provision 

80.  Ziff. 3 Abs. 4a […]AgV hält Folgendes zur Provision bei [X]-Serviceleistungen fest:  

«4a) Bei Aufträgen, welche Servicekontrollen und oder Regiearbeiten enthalten, bringt der 
Auftraggeber  […] %  (Stand  2022)  für  die  Verwaltungskosten/Auftragsadministration  (be-
rechnet nur auf den Kontrollanteil der Kundenfaktura) von der Provision in Abzug. Darin 
enthalten sind auch die gesamten AG-Sozialleistungsanteile. Der Auftraggeber kann die 
Verwaltungskosten an Bedingungen aus dem Anforderungsprofil (Anhang 8) knüpfen und 
diese im Intervall von 6 Monaten auswerten (Stand 2022). Erfüllt der Agent die Bedingun-
gen, so reduzieren sich die Verwaltungskosen um […] %, bzw. bei Nichterfüllung erhöhen 
sich  diese  um  jeweils  […] %.  Die  Neueinstufung  erfolgt  per  Februar  und  August.  Der 
höchste/tiefste Verwaltungskosten-Ansatz liegt jeweils […] % über, bzw. unter dem für das 
jeweilige  Jahr  kommunizierten  Ansatzes.  Der  Höchstwert  ist  […] %,  bzw.  der  Tiefstwert 
[…] %  (Stand  2022).  Kommuniziert  der  Auftraggeber  keinen  neuen  Ansatz,  so  verbleibt 
jener des abgelaufenen  Semesters. Die Nettoverwaltungskosten belaufen sich  aufgrund 
der AG-Sozialleistungen auf […] % (Stand 2022) siehe hierzu Ziffer 5.». 

81.  Zur Berechnung der eigentlichen Provision enthält der […]AgV keine Angaben.  

Stellungnahme von [X] zur Provision  

82  Bundesgesetz  vom  30.3.1911  betreffend  die  Ergänzung  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches 
(Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR; SR 220). 

18 

 
 
 
 
 
 
 
[X] gab an, die Provision für [X]-Serviceleistungen ergebe sich aus dem vom «Agenten» 

82. 
festgelegten Preis, abzüglich Verwaltungskosten von […] %.83 

Ergebnis der Agentenbefragung zur Provision 

83.  Das  Sekretariat  fragte  die  «Agenten»,  an  wen  Kundinnen  und  Kunden  die  von  ihnen 
erbrachten [X]-Serviceleistungen bezahlen. Alle befragten «Agenten» gaben an, dass Kundin-
nen und Kunden die von ihnen erbrachten [X]-Serviceleistungen direkt an [X] bezahlen.84 

84.  Das Sekretariat bat die «Agenten» zu erklären, wie die Provision berechnet wird, welche 
die  «Agenten»  für  [X]-Serviceleistungen  an  [X]-Brandschutzprodukten  von  [X]  erhalten.  Die 
Angaben  der  «Agenten»  zur  Berechnung  der  Provision  entsprechen  im  Wesentlichen  dem 
Vertragsinhalt.85 [29 % der] «Agenten» gaben an, dass sie zwischen […] und […] % der Ser-
viceleistung erhalten. 1 «Agent» gab an, dass die Provision […] % des erreichten Serviceum-
satzes entspreche. Laut den Antworten von [50 % der] «Agenten» würden […] % der Dienst-
leistung an [X] als Verwaltungskosten gehen. Bei [29 % der] «Agenten» werde eine Pauschale 
für Ersatzteile, eine Pauschale für die Anfahrt und/oder eine Pauschale für Klein- und Reini-
gungsmaterial zu den Kosten der Serviceleistungen hinzugefügt.86 

Zwischenfazit zur Provision 

Aus  den  Antworten  der  «Agenten»  geht  hervor,  dass  die  Kundschaft  die  von  den 
85. 
«Agenten» erbrachten [X]-Serviceleistungen direkt an [X] bezahlen. Die Provision für [X]-Ser-
viceleistungen entspricht dabei dem Endkundenpreis abzüglich der Verwaltungskosten (von 
[…] %). Die Provision, die an die «Agenten» geht, bewegt sich bis zu […] % des Preises für 
die erbrachten Dienstleistungen. Pauschalen für Ersatzteile, Anfahrt und/oder Klein- und Rei-
nigungsmaterial können wohl zu den Kosten der [X]-Serviceleistungen hinzugefügt werden.  

B.3.2  Preissetzung  

86.  Dem Sekretariat liegt eine Servicekosten-Preisliste vor, die mit einem Gültigkeitsdatum 
versehen und mit folgendem Hinweis versehen ist: «Vorhergehende Preislisten verlieren ihre 
Gültigkeit». Diese Preisliste enthält Servicekosten, die nur für «Eigenmarken» gelten, wobei 
gestützt auf den gegenwärtigen Kenntnisstand nicht klar ist, welche Produkte vom Begriff «Ei-
genmarken»  erfasst  werden.  Naheliegend  scheint  aber,  dass  es  sich  dabei  um  [X]-Brand-
schutzprodukte handelt, für die [X] die [Importeurin] in der Schweiz ist. [X] gab dem Sekretariat 
gegenüber  an,  dass  diese  Servicekosten-Preisliste  ihren  «Agenten»  als  Orientierung  diene 
und dass die «Agenten» die Servicekosten beliebig unterschreiten dürften. Diese Aussage von 
[X]  widerspricht  den dem  Sekretariat  vorliegenden  Dokumenten,  u.  a.  einer  Kommunikation 
von [X] an ihre «Agenten» vom 11. April 2023 (welche das Ergebnis einer Umfrage wiedergibt, 
welche [X] bei den «Agenten» durchgeführt hat), worin u. a. Folgendes mitgeteilt wird: 

83 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Rz 47. 
84 Auswertung der Agentenbefragung.  
85 Auswertung der Agentenbefragung.  
86 Auswertung der Agentenbefragung. 

19 

 
 
 
 
 
 
 
Im  Abschnitt  «Servicepreise»  wird  ersichtlich,  dass  [X]  u.  a.  ihre  «Agenten»  anweist, 
87. 
grundsätzlich die Servicepreise gemäss Servicekosten-Preisliste in Rechnung zu stellen. Im 
Abschnitt «Wegpauschale/Klein- u. Reinigungsmaterial» wird zudem ersichtlich, dass (von den 
«Agenten») erwartet wird, dass «man sich nach den Richtpreisen orientiert», womit nach An-
sicht  des  Sekretariats  wohl  die Anfahrtspauschalen  gemeint  sind,  die in der  Servicekosten-
Preisliste aufgelistet sind. Diese Kommunikation von [X] an die «Agenten» deutet darauf hin, 
dass die Servicekostenpreisliste für die «Agenten» verbindlich ist. Zudem enthält die Service-
preisliste  den  Posten  «Anfahrt-Pauschale  bei  Wartung  ab  CHF  […]»,  was  ebenfalls  gegen 
einen Höchstpreis spricht.  

Stellungnahme von [X] zur Preissetzung 

88. 
[X] gab zur oben genannten E-Mail (Rz 86) an, dass sich daraus ergebe, dass [X] den 
«Agenten» zu den Servicepreisen gewisse Vorgaben mache. [X] gebe den «Agenten» aber 
trotzdem noch die Möglichkeit, diese Preise zu unterschreiten, sofern [X] mit den betreffenden 
Kunden nicht bereits über eine vertragliche Vereinbarung verfüge. Es handle sich also lediglich 
um eine Maximalpreisvorgabe. Mit Bezug auf den Preis für den vermittelten Verkauf von Klein- 
und Reinigungsmaterial halte die E-Mail ebenfalls explizit fest, dass die «Agenten» den Preis 
selber festlegen könnten, wobei zur Orientierung für die Preissetzung auf die Richtpreise ver-
wiesen  würde. In  der  Vergangenheit  habe  [X]  auch mit  Bezug  auf  die  Preise  für  vermittelte 
Services sowie Klein- und Reinigungsmaterial lediglich interveniert (obwohl [X] als Auftragge-
bern ihren «Agenten» den Verkaufspreis vorgeben könne), wenn die «Agenten» die Preise zu 
hoch angesetzt hätten.87  

89.  Hintergrund für die Ausführungen im Abschnitt «Wegpauschale/Klein- und Reinigungs-
material» der vorgenannten E-Mail sei gemäss [X], dass gewisse «Agenten» in der Vergan-
genheit, statt die Preise für vermittelte Serviceaufträge selbst, jeweils nur die Wegpauschale 
und die Preise für Klein- und Reinigungsmaterial erhöht hätten. Grund dafür dürfte gewesen 
sein, dass ihnen [X] diese beiden Positionen in der Vergangenheit ohne Abzug zu 100 % wei-
tergereicht habe. Damit [X] die stetig steigenden Kosten (u. a. im Einkauf der Produkte) habe 
abfedern können, habe sie mit den «Agenten» verschiedene Vorschläge besprochen, wie sich 
[X] an diesen zusätzlichen Einnahmen der «Agenten» infolge von Preiserhöhungen beteiligen 
könne. Dabei habe sie sich mit den «Agenten» darauf geeinigt, die Richtpreise für Servicear-
beiten leicht zu erhöhen, welche den «Agenten» als unverbindliche Orientierungshilfe bei den 
Preisverhandlungen mit Kunden der [X] dienen würden. Für Klein- und Reinigungsmaterial sei 
zudem  analog  zum  Abrechnungsmechanismus  für  Serviceaufträge  ein  Abzug  von  Verwal-
tungskosten von […] % eingeführt worden. Davon habe sich [X] erhofft, künftig mehr an den 
durch die «Agenten» ausgehandelten Preiserhöhungen zu partizipieren. Zu beachten sei da-
bei, dass die «Agenten» vorbehältlich einer vertraglichen Vereinbarung der [X] mit dem Kun-
den stets die Möglichkeit hätten, die Richtpreise zu unterschreiten.88  

87 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Rz 46.  
88 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Rz 47. 

20 

 
 
 
 
 
 
 
 
Ergebnis der Agentenbefragung zur Preissetzung  

90.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob sie frei in der Festsetzung der Preise seien, 
welche Kundinnen und Kunden für erbrachte Serviceleistungen für [X] verrechnet werden. Die 
Mehrheit der «Agenten» ([57 %]) gab an, nicht frei zu sein in der Festsetzung der Preise, wel-
che Kundinnen und Kunden für erbrachte Serviceleistungen für [X] verrechnet werden. [36 % 
der] «Agenten» gaben an, in der Festsetzung der Preise frei zu sein. 1 «Agent» verwies auf 
den Agenturvertrag.89 

91.  Das Sekretariat fragte die «Agenten», ob sie über die Höhe von Anfahrtskosten, welche 
Kundinnen und Kunden in Rechnung gestellt werden, selber entscheiden können. Bei negati-
ven  Antworten  bat  das  Sekretariat  um  eine  Erklärung,  inwiefern  dies  nicht  der  Fall  ist  und 
insbesondere, wer die Höhe der Anfahrtskosten festlegt. [43 % der] «Agenten» gaben an, dass 
sie selber über die Höhe von Anfahrtskosten entscheiden, welche Kundinnen und Kunden in 
Rechnung gestellt werden, ohne Vorgabe eines Maximalbetrags durch [X]. [43 % der] «Agen-
ten»  gaben  an,  dass  Maximalbeträge  von  [X]  festgesetzt  würden  und  laut  der  Antwort  von 
[21 % der] «Agenten» würden die Anfahrtskosten […] Franken betragen. [14 % der] «Agen-
ten» gaben an, dass die Anfahrtskosten für Grosskunden und Wiederverkäufer festgelegt wür-
den.90 

Zwischenfazit zur Preissetzung  

In Bezug auf die Preissetzungsfreiheit der «Agenten» bei [X]-Serviceleistungen beste-
92. 
hen Hinweise, dass [X] von den «Agenten» – mindestens hinsichtlich der Servicepreise – er-
wartet, dass sie sich an den Richtpreisen orientieren. Dies deutet zumindest darauf hin, dass 
[X] sich mit den «Agenten» über Verkaufs- und Servicepreise ausgetauscht hat. Weder der 
[…]AgV  noch  die  Preislisten  weisen  zudem  darauf  hin,  dass  die  Preise  als  unverbindliche 
Empfehlungen oder Höchstpreise zu verstehen sind, noch lässt sich die Unverbindlichkeit der 
Preise anderweitig herleiten. 

B.3.3  Gebietszuweisung  

93.  Da die vertragliche Gebietszuweisung sowohl für [X]-Brandschutzprodukte als auch für 
[X]-Serviceleistungen gilt, wird hier auf die obigen Ausführungen (Rz 59 ff.) verwiesen.  

B.3.4  Zwischenfazit zu [X]-Serviceleistungen 

94.  Gemäss […]AgV bringt [X] von der Provision der «Agenten» betreffend [X]-Serviceleis-
tungen  ca.  […] %  Verwaltungskosten  in  Abzug.  Die  Angaben  von  [X]  und  ihrer  «Agenten» 
deuten darauf hin, dass die Servicepreisliste, welche [X] ihren «Agenten» abgibt, der Berech-
nung der Provision und der Servicepreise zugrunde gelegt wird.  

In Bezug auf die Preissetzungsfreiheit der «Agenten» beim Service bestehen Hinweise, 
95. 
dass [X] von den «Agenten» – mindestens hinsichtlich der Servicepreise – erwartet, dass sie 
sich an den Richtpreisen orientieren. Dies deutet zumindest darauf hin, dass [X] sich mit den 
«Agenten» über Verkaufs- und Servicepreise ausgetauscht hat. Weder der […]AgV noch die 
Preislisten weisen zudem darauf hin, dass die Preise als unverbindliche Empfehlungen oder 
Höchstpreise zu verstehen sind, noch lässt sich die Unverbindlichkeit der Preise anderweitig 
herleiten. 

96.  Da die vertragliche Gebietszuweisung sowohl für [X]-Brandschutzprodukte als auch für 
[X]-Serviceleistungen gilt, wird hier auf die obigen Ausführungen (Rz 76) verwiesen. 

89 Auswertung der Agentenbefragung.  
90 Auswertung der Agentenbefragung.  

21 

 
 
 
 
 
 
 
C 

Erwägungen 

C.1  Geltungsbereich  

97.  Das Kartellgesetz (KG) gilt für Unternehmen des privaten und öffentlichen Rechts, die 
Kartell- oder andere Wettbewerbsabreden treffen, Marktmacht ausüben oder sich an Unter-
nehmenszusammenschlüssen beteiligen (Art. 2 Abs. 1 KG). 

98.  Als Unternehmen gelten sämtliche Nachfrager oder Anbieter von Gütern und Dienstleis-
tungen im Wirtschaftsprozess, unabhängig von ihrer Rechts- oder Organisationsform (Art. 2 
Abs. 1bis KG). Die wirtschaftliche Selbständigkeit stellt praxisgemäss eine konstitutive Voraus-
setzung des Unternehmensbegriffs von Art. 2 Abs. 1bis KG dar, weshalb Gebilde, die sich nicht 
autonom am Wirtschaftsprozess beteiligen, auch nicht als Unternehmen im Sinne des Kartell-
gesetzes zu qualifizieren sind.91 Das Gesetz ist auf Sachverhalte anwendbar, die sich in der 
Schweiz auswirken, auch wenn sie im Ausland veranlasst werden (Art. 2 Abs. 2 KG). 

[X] ist vorliegend als Nachfragerin und Anbieterin von Dienstleistungen und Gütern im 
99. 
Wirtschaftsprozess  als  Unternehmen  im  Sinne  des  Kartellgesetzes  einzustufen,  sodass  die 
entsprechenden Bestimmungen auf sie anwendbar sind.  

100.  Die «Agenten» erfüllen den Tatbestand des Unternehmens in Bezug auf das Anbieten 
ihrer Vertriebs- und Servicedienstleistungen gegenüber [X]. Ob die «Agenten» auch in Bezug 
auf einen allfälligen Ankauf und Verkauf der Vertragswaren und die Erbringung von Dienstleis-
tungen im Rahmen des […]AgV als Unternehmen zu behandeln sind, wird im Zusammenhang 
mit der Prüfung des Bestehens einer Wettbewerbsabrede (Art. 4 Abs. 1 KG) analysiert (Rz 110 
ff.).92 

101.  Der  […]AgV  zeitigt  Auswirkungen  in  der  Schweiz.  Das  Kartellgesetz  ist  in  räumlicher 
Hinsicht anwendbar. 

C.2 

Vorbehaltene Vorschriften  

102.  Dem Kartellgesetz sind Vorschriften vorbehalten, die auf einem Markt für bestimmte Wa-
ren oder Leistungen Wettbewerb nicht zulassen, insbesondere Vorschriften, die eine staatliche 
Markt- oder Preisordnung begründen, und solche, die einzelne Unternehmen zur Erfüllung öf-
fentlicher  Aufgaben mit  besonderen  Rechten  ausstatten  (Art.  3  Abs.  1  KG).  Ebenfalls  nicht 
unter das Gesetz fallen Wettbewerbswirkungen, die sich ausschliesslich aus der Gesetzge-
bung über das geistige Eigentum ergeben (Art. 3 Abs. 2 KG). 

103.  In den hier zu beurteilenden Märkten gibt es keine Vorschriften, die Wettbewerb nicht 
zulassen. Die Vorbehalte von Art. 3 Abs. 1 und 2 KG werden von [X] auch nicht angerufen. 

C.3  Wettbewerbsabreden (Art. 4 Abs. 1 KG) 

104.  Als Wettbewerbsabreden gelten rechtlich erzwingbare oder nicht erzwingbare Vereinba-
rungen  sowie  aufeinander  abgestimmte  Verhaltensweisen  von  Unternehmen  gleicher  oder 
verschiedener  Marktstufen,  die  eine  Wettbewerbsbeschränkung  bezwecken  oder  bewirken 
(Art. 4 Abs. 1 KG). 

91   BVGer, B-5130/2019 vom 9.8.2021, E. 7.2, Schlub AG et al. gegen Wettbewerbskommission WEKO. 
92 BGE 148 II 321, 328 E. 6.5, Les Editions Flammarion SA/COMCO; MANI REINERT, in: Basler Kom-
mentar, Kartellgesetz, Amstutz/Reinert (Hrsg.), 2. Aufl., 2022, Art. 4 Abs. 1 N 364 ff.; BEAT ZIRLICK, in: 
DIKE-Kommentar, Bundesgesetz über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen, Zäch et al. 
(Hrsg.), 2018, Art. 4 Abs. 1 N 24. 

22 

 
 
 
 
 
 
 
105.  Eine Wettbewerbsabrede i. S. v. Art. 4 Abs. 1 KG definiert sich durch folgende Tatbe-
standselemente: a) mindestens zwei Unternehmen auf gleicher Marktstufe oder auf verschie-
denen Marktstufen, b) eine Verhaltenskoordination im Sinne eines bewussten und gewollten 
Zusammenwirkens und c) das Bezwecken oder Bewirken einer Wettbewerbsbeschränkung.93  

C.3.1  Unternehmen verschiedener Marktstufen 

106.  Eine Wettbewerbsabrede setzt voraus, dass zwei oder mehr wirtschaftlich selbständige 
Unternehmen  zusammenwirken.  Vereinbarungen  und  abgestimmte  Verhaltensweisen  zwi-
schen Gesellschaften, die demselben Unternehmen i.S.v. Art. 2 KG angehören, werden nicht 
erfasst.94 Vorliegend geht es um das Zusammenwirken von [X] und den «Agenten».  

107.  Beschränken zwei oder mehrere wirtschaftlich selbständige Unternehmen  verschiede-
ner Marktstufen den Wettbewerb durch ein koordiniertes Verhalten, spricht man von vertikalen 
Abreden (vgl. Art. 1 VertBek95).   

108.  Vorliegend agieren [X] und die «Agenten» auf unterschiedlichen Marktstufen (vgl. Rz 4 
f.), so dass eine Wettbewerbsabrede zwischen diesen eine vertikale wäre. 

C.3.2  Bewusstes und gewolltes Zusammenwirken 

109.  Vorliegend steht die Frage im Zentrum, ob zwischen [X] und den «Agenten» ein bewuss-
tes  und  gewolltes  Zusammenwirken  zwischen  mindestens  zwei  Unternehmen  vorliegt 
(Rz 105). Das wäre in Bezug auf Brandschutzprodukte insbesondere dann nicht der Fall, wenn 
es sich bei den «Agenten» um «echte Agenten» von [X] handelt, also um Agenten, die nicht 
als unabhängige Marktteilnehmer handeln (Rz 110 ff). 

C.3.2.1  Agentenqualität der [X]-«Agenten»  

110.  Zu  prüfen  ist,  ob  die  «Agenten»  in  Bezug  auf  die  [X]-Brandschutzprodukte  gemäss 
[…]AgV als echte Agenten zu qualifizieren sind. In Bezug auf [X]-Serviceleistungen bestehen 
grosse  Zweifel,  ob  Dienstleistungen  im  Agenturmodell  erbracht  werden  können,  wenn  der 
Agent, wie im vorliegenden Fall, die Dienstleistungen selbst erfüllt. Aus diesem Grund erübrigt 
sich eine Prüfung der Voraussetzungen für eine echte Agentur für die [X] Dienstleistungen. 
Die Prüfung der Kriterien erfolgt nur für den Verkauf von Brandschutzprodukten. 

C.3.2.1.1.  Voraussetzungen 
111.  Im Schweizer Kartellrecht gibt es keine Bestimmungen, welche vorsehen, wie Personen, 
die im Auftrag einer anderen Person (Auftraggeber) entweder im eigenen Namen oder im Na-
men des Auftraggebers handeln, kartellrechtlich zu behandeln sind.96 Anders ist dies in der 

93 Vgl. BGE 147 II 72, 76 E. 3.1, Pfizer; BGer, 2C_43/2020 vom 21.12.2021 E. 7.2 (nicht publiziert in 
BGE 148 II 25), Dargaud; BGE 148 II 321, 325 E. 6.2, Flammarion, jeweils unter Hinweis auf BGE 144 II 
246, 252 E. 6.4, Altimum. 
94   BGE 139 I 107 E. 10.4.1, Publigroupe; BVGer, B-581/2012 vom 16.9.2016 E. 4.1.3 m.w.H., Nikon; 
vgl. zudem ZÄCH/HEIZMANN (Fn 15), Rz 300 ff.; BSK KG-REINERT (Fn 3), Art. 4 I N 358 m.w.H.; CR Con-
currence-AMSTUTZ/CARRON/REINERT (Fn 3), Art. 4 I LCart N 15. 
95   Bekanntmachung der WEKO vom 12.12.2022 über die wettbewerbsrechtliche Behandlung vertikaler 
Abreden (Vertikalbekanntmachung, VertBek). 
96 RPW 2020/2, 633 Rz 65, AdBlue; RPW 2018/2, 256 Rz 86, Marché du livre écrit en français. Das 
Schweizer  Zivilrecht  kennt  jedoch  im  Bundesgesetz  vom  30.3.1911  betreffend  die  Ergänzung  des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht) (Obligationenrecht, OR; SR 220) 
mit dem  Auftrag (Art. 394 ff. OR),  insb. dem Agenturvertrag (Art.  418a ff. OR), und  der  Kommission 
(Art. 425 ff. OR) Vertragsverhältnisse, die das Handeln im Auftrag einer anderen Person entweder im 
eigenen oder im Namen des Auftraggebers regeln.  

23 

 
 
 
 
 
 
 
Europäischen Union (nachfolgend: EU). Die EU-Vertikalleitlinien behandeln diese Konstella-
tion  mit  dem  Rechtsinstitut  des  Handelsvertreters  (nachfolgend:  Agent). In  der  Schweiz  hat 
sich bei den Gerichten97 und den Wettbewerbsbehörden98 die Praxis dahingehend entwickelt, 
dass die Regeln des EU-Handelsvertreterprivilegs für die wettbewerbsrechtliche Beurteilung 
von  Agenturverhältnissen  heranzuziehen  sind.  Die  Gerichte  und  die  Wettbewerbsbehörden 
stellen auf die in der EU entwickelten Grundlagen bezüglich der Risikoverteilung ab zur Klä-
rung der Frage, ob die Tätigkeit des Auftragnehmers aufgrund des fehlenden unternehmeri-
schen Risikos vollumfänglich dem Auftraggeber zuzurechnen ist. Durch eine analoge Anwen-
dung  der  europäischen  Regeln  wird  sichergestellt,  dass  in  der  Schweiz  im  Bereich  der 
vertikalen Abreden weiterhin möglichst die gleichen Regeln zur Anwendung kommen wie in 
der EU, eine Isolierung der schweizerischen Märkte vermieden und Rechtssicherheit geschaf-
fen wird.99 

112.  Gemäss den EU-Vertikalleitlinien ist ein Agent eine juristische oder natürliche Person, 
die damit  betraut  ist,  im Auftrag  einer  anderen  Person (Auftraggeber)  entweder  im  eigenen 
Namen oder im Namen des Auftraggebers Verträge über den Bezug von Waren oder Dienst-
leistungen durch den Auftraggeber oder den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen durch 
den Auftraggeber auszuhandeln und/oder zu schliessen.100  

113.  Unter bestimmten Umständen kann die Beziehung zwischen einem Agenten und seinem 
Auftraggeber als Beziehung eingestuft werden, in welcher der Agent nicht mehr als unabhän-
giger Marktteilnehmer handelt. Dies trifft dann zu, wenn der Agent bezüglich der Verträge, die 
er im Namen des Auftraggebers schliesst oder aushandelt, nur unbedeutende finanzielle oder 
wirtschaftliche Risiken trägt.101  

114.  Die EU-Vertikalleitlinien umschreiben die für die Einstufung als (echten) Agenturvertrag 
relevanten finanziellen und wirtschaftlichen Risiken.102 Die Wettbewerbskommission (WEKO) 
und das Sekretariat haben in ihrer Praxis wiederholt Bezug auf die entsprechenden Voraus-
setzungen der EU-Vertikalleitlinien genommen, so dass auch nachfolgend darauf abzustellen 
ist.103  

97 BGE 148 II 321, 328 E. 6.5, Les Editions Flammarion SA/COMCO; Urteil des BVGer B-3975/2013 
vom 30.10.2019, E. 6.3, Les Editions Flammarion SA/COMCO. 
98 Erw.-Gr. VI und VII der VertBek; RPW 2018/2, 256 Rz 86, Marché du livre écrit en français; RPW 
2020/2, 633 Rz 65, AdBlue; RPW 2013/4, 481 f. Rz 32 ff., Costa Kreuzfahrten; RPW 2016/1, 79 Rz 97 
f., Online-Buchungsplattformen für Hotels; RPW 2017/4, 701 ff. Rz 45 ff., Gutachten: Vertrieb auslän-
discher Zeitschriften in der Schweiz. Vgl. auch HADI MIRZAI / MARQUARD CHRISTEN, Handelsvertreterver-
hältnisse im Kartellrecht, in: Jusletter vom 15.10.2018. 
99   Erw.-Gr. VII. VertBek. 
100 EU-Vertikalleitlinien, Rz 29. Vgl. RPW 2020/2, 633 Rz 67, AdBlue; RPW 2018/2, 256 Rz 88, Marché 
du livre écrit en français.  
101 EU-Vertikalleitlinien, Rz 30. Vgl. RPW 2020/2, 633 Rz 66, AdBlue; RPW 2018/2, 256 Rz 87, Marché 
du livre écrit en français; EuG, ECLI:EU:T:2005:322, Rz 102, DaimlerChrysler/Kommission. 
102 EU-Vertikalleitlinien, Rz 31 (Risikoarten; drei Arten finanzieller oder wirtschaftlicher Risiken sind von 
wesentlicher Bedeutung: [1] vertragsspezifische Risiken, die unmittelbar mit den Verträgen zusammen-
hängen, die der Vertreter für den Auftraggeber geschlossen und/oder ausgehandelt hat; [2] marktspe-
zifische Risiken betreffend Investitionen, die für die Art der vom Vertreter auszuführenden Tätigkeit er-
forderlich sind; [3] Risiken in Verbindung mit anderen Tätigkeiten auf demselben sachlich relevanten 
Markt), 33 (Voraussetzungen).  
103 Praxis der WEKO: RPW 2020/2, 633 Rz 67 f. und Fn 91, AdBlue; RPW 2018/2, 256 Rz 88 und Fn 65, 
Marché du livre écrit en français; RPW 2017/4, 702 f. Rz 50, Gutachten: Vertrieb ausländischer Zeit-
schriften in der Schweiz. Praxis des Sekretariats: Sekretariat, 3.9.2024, Y.-Agenturverträge, Rz 78 ff., 
<www.weko.admin.ch>  Praxis  >  Entscheide;  RPW  2023/2,  277  Rz 11–13,  Accès  aux  pièces  de  re-
change automobiles par une représentante de réparateurs indépendants; RPW 2013/4, 481 f. Rz 34, 
Costa Kreuzfahrten; Beratung 54-0612, 23.7.2021, S. 4 f., […] (nicht veröffentlicht); Beratung 54-0444, 
19.8.2013, Rz 3 f., […] (nicht veröffentlicht); Beratung 54-0438, 26.6.2013, S. 2 f., […] (nicht veröffent-
licht);  Beratung  54-0419,  31.8.2012,  Rz  4,  […]  (nicht  veröffentlicht);  Beratung  54-0331,  10.10.2008, 
Rz 26 ff., […] (nicht veröffentlicht). 

24 

 
 
 
 
 
 
 
115.  Gemäss den EU-Vertikalleitlinien wird eine Vereinbarung in der Regel mangels Unab-
hängigkeit des Agenten (Rz 111) als nicht unter Art. 101 Abs. 1 AEUV104 fallender Agenturver-
trag  eingestuft  und mithin  kartellrechtlich  privilegiert,  wenn  alle  folgenden  Voraussetzungen 
erfüllt sind:105 

a)  Der Agent erwirbt kein Eigentum an den im Rahmen des Agenturvertrags ge- oder ver-
kauften  Waren  und  erbringt  die  im  Rahmen  des  Agenturvertrags  ge-  oder  verkauften 
Dienstleistungen nicht selbst. 

b)  Der Agent beteiligt sich nicht an den Kosten, einschliesslich Beförderungskosten, die mit 
der Lieferung/Erbringung oder dem Erwerb der Vertragswaren oder -dienstleistungen ver-
bunden sind. 

c)  Der Agent hält nicht auf eigene Kosten oder eigenes Risiko Lagerbestände der Vertrags-
waren, was die Kosten für die Finanzierung der Lagerbestände und für den Verlust von 
Lagerbeständen einschliesst. 

d)  Der Agent übernimmt keine Haftung dafür, dass die Kunden ihre Vertragspflichten nicht 
erfüllen, mit Ausnahme des Verlustes der Provision des Agenten, sofern dieser nicht für 
Verschulden haftet. 

e)  Der Agent übernimmt gegenüber Kunden oder anderen Dritten keine Haftung für Verluste 
oder  Schäden,  die  durch  die  Lieferung  bzw.  die  Erbringung  der  Vertragswaren  oder  -
dienstleistungen verursacht wurden, es sei denn, es liegt ein Verschulden des Agenten 
vor. 

f)  Der  Agent  ist  weder  unmittelbar  noch mittelbar verpflichtet,  in  verkaufsfördernde Mass-
nahmen  zu  investieren  und  sich  z.  B.  an  den  Werbeaufwendungen  des  Auftraggebers 
oder an Werbe- oder Verkaufsförderungsmassnahmen, die sich speziell auf die Vertrags-
waren oder -dienstleistungen beziehen, zu beteiligen, es sei denn, diese Kosten werden 
vom Auftraggeber vollständig erstattet. 

g)  Der Agent tätigt keine marktspezifischen Investitionen in Ausrüstungen, Räumlichkeiten, 
Mitarbeiterschulungen oder Werbung, es sei denn, diese Kosten werden vom Auftragge-
ber vollständig erstattet. 

h)  Der Agent nimmt keine anderen Tätigkeiten auf Verlangen des Auftraggebers im Rahmen 
des Agenturvertrages auf demselben sachlich relevanten Markt wahr, es sei denn, diese 
Kosten werden vom Auftraggeber vollständig erstattet. 

116.  Wenn dem Agenten eines oder mehrere der genannten Risiken bzw. Kosten entstehen, 
entfällt die kartellrechtliche Privilegierung (Rz 115) und die Vereinbarung zwischen dem Agen-
ten  und  dem  Auftraggeber  wird  nicht  als  Agenturvertrag  eingestuft,  der  nicht  unter  Art. 101 
Abs. 1 AEUV fällt. Die Voraussetzungen müssen mithin kumulativ erfüllt sein.106 Risiken, die 
mit der Erbringung von Agentenleistungen im Allgemeinen zusammenhängen, beispielsweise 
die Abhängigkeit des Einkommens des Agenten von seinem Erfolg als Vertreter oder von all-
gemeinen Investitionen in Geschäftsräume oder Angestellte, die für Tätigkeiten jeder Art ein-
gesetzt werden könnten, sind für die Beurteilung nicht von Bedeutung.107 Die Frage des Risi-
kos  muss  im  Einzelfall  beantwortet  werden,  wobei  vorzugsweise  auf  die  tatsächlichen 

104 Konsolidierte Fassung des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union vom 13.12.2007 
(Vertrag von Lissabon), ABl. C 115 vom 9.5.2008, S. 47 (nachfolgend: AEUV). 
105  EU-Vertikalleitlinien, Rz 33. Vgl. auch Rz 116 f. 
106 EU-Vertikalleitlinien, Rz 34, nuanciert WOLFGANG KIRCHHOFF, Die Beurteilung der verschiedenen Ar-
ten von Vertriebsverträgen, in: Wiedemann (Hrsg.), Handbuch des Kartellrechts, 2020, § 11 N 15 m. w. 
H. 
107  EU-Vertikalleitlinien, Rz 32. 

25 

 
 
 
 
 
 
 
wirtschaftlichen Gegebenheiten und weniger auf die rechtliche Ausgestaltung der Vereinba-
rung abzustellen ist.108 

C.3.2.1.2.  Prüfung  

117.  Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Vertrieb der [X]-Brandschutzprodukte die vorgenann-
ten Voraussetzungen der echten Agentur erfüllt.  

1. Eigentumserwerb 

118.  Ein echter Agent erwirbt grundsätzlich kein Eigentum an den im Rahmen des Agentur-
vertrags ge- oder verkauften Waren und erbringt die im Rahmen des Agenturvertrags ge- oder 
verkauften Dienstleistungen nicht selbst.109  

119.  Der Wortlaut des […]AgV deutet darauf hin, dass die «Agenten» Produkte von [X] bezie-
hen, d. h. käuflich erwerben (müssen), da der […]AgV die Ausdrücke «Materialbezüge» (Ziff. 8 
Abs.  5  […]AgV)  und  «Einkaufsmenge»  (Ziff.  14  […]AgV)  enthält.  Jedoch  erfolgt  die  Rech-
nungsstellung  nach derzeitigem  Kenntnisstand an die  Endkundschaft  durch  [X],  was gegen 
einen Eigentumsübergang der Produkte an die «Agenten» spricht. Zudem bestätigte die Mehr-
heit der befragten «Agenten», kein Eigentum an Brandschutzprodukten zu erwerben. Vor die-
sem  Hintergrund  kann  die  Voraussetzung,  wonach  ein  echter  Agent  kein  Eigentum  an  der 
verkauften Ware erwirbt, eher als erfüllt betrachtet werden. 

2. Kosten im Zusammenhang mit Warenerwerb und Warenlieferung 

120.  Ein echter Agent beteiligt sich nicht an den Kosten, einschliesslich Beförderungskosten, 
die mit der Lieferung/Erbringung oder dem Erwerb der Vertragswaren oder -dienstleistungen 
verbunden sind.110 Gemäss EU-Vertikalleitlinien schliesst dies nicht aus, dass der Agent Be-
förderungsleistungen erbringt, sofern die Kosten vom Auftraggeber übernommen werden.111 

121.  Die Mehrheit  der  «Agenten»  gab an,  dass  die  Provision,  die  sie  von  der  [X]  erhalten, 
üblicherweise  die  Kosten  der  «Agenten»  übersteige,  was  darauf  hindeutet,  dass  die vorge-
nannten Kosten von der Provision gedeckt sind (vgl. Rz 50). 

122.  Ziff. 5 Abs. 1 […]AgV hält jedoch fest, dass [X] grundsätzlich keinerlei Spesen vergütet 
wie  z. B.  für  Fahrzeugkosten,  Räumlichkeiten,  Essens-  oder  Kundenauslagen  etc.112  Der 
«Agent» hat für sämtliche Auslagen selbst aufzukommen. Ziff. 8 Abs. 3 […]AgV sieht vor, dass 
[X] Materiallieferungen ab […] Franken dem «Agenten» franko Domizil liefert. Für Materialbe-
züge unter […] Franken enthält der […]AgV keine Regelung, was darauf hindeutet, dass der 
«Agent» die Ware selbst bei [X] abholen oder die Kosten für die Lieferung selber tragen muss. 
Zudem  erhält  der  «Agent»  keine  gesondert  ausgewiesene  Vergütung  für  die  Abholung  der 
Ware bei [X] und die darauffolgende Lieferung an die Endkundschaft.  

123.  Die Voraussetzung, wonach ein echter Agent keine Kosten für Warenlieferung/-erwerb 
trägt, ist eher nicht erfüllt. 

3. Lagerkosten und -risiken 

124.  Ein echter Agent hält nicht auf eigene Kosten oder eigenes Risiko Lagerbestände der 
Vertragswaren, was die Kosten für die Finanzierung der Lagerbestände und für den Verlust 

108 EU-Vertikalleitlinien, Rz 34. Vgl. RPW 2020/2, 633 Rz 68, AdBlue; RPW 2018/2, 256 Rz 88 f., Mar-
ché du livre écrit en français. 
109  EU-Vertikalleitlinien, Rz 33 lit. a. 
110  EU-Vertikalleitlinien, Rz 33 lit. b. 
111  EU-Vertikalleitlinien,  Rz 33  lit. b.  Vgl.  zu  Transportkosten  EuG,  ECLI:EU:T:2005:322,  Rz 105 f., 
DaimlerChrysler/Kommission. 
112 Davon ausgenommen sind die in Ziff. 8 Abs. 4 und 5 […]AgV geregelten Kostenzuschüsse für Fahr-
zeugwerbung und Messeteilnahmen. 

26 

 
 
 
 
 
 
 
von Lagerbeständen einschliesst.113 Gemäss EU-Vertikalleitlinien sollte es dem Agenten mög-
lich sein, unverkaufte Waren unentgeltlich an den Auftraggeber zurückzugeben, sofern kein 
Verschulden des Agenten vorliegt, weil er es beispielsweise versäumt, zumutbare Anforderun-
gen an Sicherheitsmassnahmen oder Diebstahlsicherungen zu erfüllen, um den Verlust von 
Lagerbeständen zu vermeiden.114 

125.  Die  Mehrheit  der  «Agenten»  gab an,  dass  die  Provision,  die  sie  von  der  [X]  erhalten, 
üblicherweise  die  Kosten  der  «Agenten»  übersteige,  was  darauf  hindeutet,  dass  die vorge-
nannten Kosten von der Provision gedeckt sind (vgl. Rz 50). 

126.  Der […]AgV regelt jedoch die Lagerkosten nicht und sieht nicht vor, dass [X] die «Agen-
ten» für anfallende Lagerkosten entschädigt. Nach Ansicht von [X] sind die «Agenten» nicht 
verpflichtet, Produkte an Lager zu halten. Die Agentenbefragung deutet demgegenüber darauf 
hin, dass die «Agenten» tatsächlich ein Lager haben müssen, um ihre Aufgaben wahrnehmen 
zu können und ihnen dafür Kosten entstehen, für welche [X] sie nicht gesondert entschädigt 
(vgl. Rz 44 ff.).  

127.  Die Voraussetzung, wonach ein echter Agent keine Lagerkosten und -risiken trägt, ist 
eher nicht erfüllt. 

4. Haftung für Vertragserfüllung durch Kunden 

128.  Ein echter Agent übernimmt keine Haftung dafür, dass die Kunden ihre Vertragspflichten 
nicht erfüllen, mit Ausnahme des Verlustes der Provision des Agenten, sofern dieser nicht für 
Verschulden  haftet.115  Gemäss  EU-Vertikalleitlinien  kann  dies  beispielsweise  der  Fall  sein, 
wenn er es versäumt, zumutbare Anforderungen an Sicherheitsmassnahmen oder Diebstahl-
sicherungen zu erfüllen oder weil er keine angemessenen Massnahmen trifft, dem Auftragge-
ber oder der Polizei Diebstähle zu melden oder weil er es unterlässt, dem Auftraggeber alle 
ihm bekannten Informationen hinsichtlich der Zahlungsverlässlichkeit der Kunden zu übermit-
teln.116 

129.  Gemäss Ziff. 4 Abs. 2 […]AgV werden dem «Agenten» bei einem kompletten Debitoren-
verlust lediglich die Verwaltungskosten zurückvergütet und der «Agent» übernimmt bis zu ei-
nem Materialanteil bis zu […] Franken das Delkredererisiko ganz und über diesem Schwellen-
wert zur Hälfte.117 

130.  [X]  hält  dazu  fest,  dass  die  Übernahme  des  Delkredererisikos  gemäss  Ziff. 4  Abs. 1 
[…]AgV in Form eines separaten Entgelts entschädigt werde ([…] %; vgl. Rz 40). [X] fügt weiter 
an, dass der Zahlungsausfall im Bereich von Brandschutzprodukten und den damit im Zusam-
menhang stehenden Dienstleistungen generell sehr tief sei und die Kosten für die Übernahme 
des Delkredererisikos mit der Entschädigung von […] % bereits mehr als abgegolten seien.118  

131.  Die kartellrechtlichen Voraussetzungen der echten Agentur sehen nicht vor, dass das 
Delkredererisiko über die Provision abgegolten werden kann. Der Auftraggeber hat dieses Ri-
siko direkt zu übernehmen, was [X] vorliegend nicht vollständig tut.  

132.  Die Voraussetzung, wonach ein echter Agent nicht für die Vertragserfüllung durch Kun-
dinnen und Kunden haftet, ist nicht erfüllt. 

113  EU-Vertikalleitlinien, Rz 33 lit. c. 
114  EU-Vertikalleitlinien, Rz 33 lit. c. 
115  EU-Vertikalleitlinien, Rz 33 lit. d. 
116  EU-Vertikalleitlinien, Rz 33 lit. d. 
117 Ziff. 4  Abs. 2 […]AgV:  «Bei einem kompletten Debitorenverlust werden dem Agenten die  Verwal-
tungskosten  zurückvergütet.  Bei  einem  Debitorenverlust  des  Agenten  mit  Materialanteil  ab  CHF 
1'250.00 trägt der Auftraggeber zusätzlich das Delkredere Risiko des Agenten zur Hälfte mit.». 
118 Schreiben der [X] vom 27. Februar 2024 betr. Eröffnung Vorabklärung, Rz 19, Beilage 6: Debitoren-
verluste Agenturen.  

27 

 
 
 
 
 
 
 
5. Haftung gegenüber Kunden oder Dritten für Verluste oder Schäden  

133.  Ein echter Agent übernimmt gegenüber Kunden oder anderen Dritten keine Haftung für 
Verluste oder Schäden, die durch die Lieferung bzw. die Erbringung der Vertragswaren oder -
dienstleistungen verursacht wurden, es sei denn, es liegt ein Verschulden des Agenten vor.119 

134.  Der […]AgV regelt nicht ausdrücklich, dass [X] gegenüber der Kundschaft oder anderen 
Dritten für Verluste oder Schäden haftet, die durch die Lieferung der Vertragswaren verursacht 
werden. Nach Angaben von [X] haften die «Agenten», ausser für durch sie verschuldete Schä-
den, nicht für aufgrund der vermittelten Geschäfte verursachte Schäden. Diese Haftung trage 
[X] (Rz 42). 

135.  Die Voraussetzung, wonach ein echter Agent nicht gegenüber Kundinnen und Kunden 
oder Dritten für Verluste oder Schäden haftet, dürfte erfüllt sein.  

6. Investitionen in verkaufsfördernde Massnahmen  

136.  Ein echter Agent ist weder unmittelbar noch mittelbar verpflichtet, in verkaufsfördernde 
Massnahmen zu investieren und sich z. B. an den Werbeaufwendungen des Auftraggebers 
oder an Werbe- oder Verkaufsförderungsmassnahmen, die sich speziell auf die Vertragswaren 
oder -dienstleistungen beziehen, zu beteiligen, es sei denn, diese Kosten werden vom Auf-
traggeber vollständig erstattet.120  

137.  Die Mehrheit  der  «Agenten»  gab an,  dass  die  Provision,  die  sie  von  der  [X]  erhalten, 
üblicherweise  die  Kosten  der  «Agenten»  übersteige,  was  darauf  hindeutet,  dass  die vorge-
nannten Kosten von der Provision gedeckt sind (vgl. Rz 50). 

138.  Ziff. 5 Abs. 1 […]AgV hält jedoch fest, dass [X] keinerlei Spesen vergütet, wie z. B. für 
Fahrzeugkosten, Räumlichkeiten, Essens- oder Kundenauslagen. Der «Agent» hat für sämtli-
che  Auslagen  selbst  aufzukommen.  Davon  ausgenommen  sind  die  in  Ziff.  8  Abs.  4  und  5 
[…]AgV geregelten Kostenzuschüsse für Fahrzeugwerbung und Messeteilnahmen (Rz 30).  

139.  Zudem besagt Ziff. 2 Abs. 4 […]AgV, dass sich ein «Agent» jederzeit als […]agent des 
Auftraggebers bekannt gibt und das vorgegebene Corporate Identity (CI) erfüllt. Der «Agent» 
beschriftet sein Geschäftsfahrzeug in angemessener Grösse, dessen Fahrzeug-Grundfarbe, 
Firmenlogo und Corporate Design (CD) den Richtlinien des Auftraggebers entspricht, wofür 
der «Agent» gemäss Ziff. 8 Abs. 4 […]AgV im Sinne eines Kostenzuschusses anteilmässig 
entschädigt wird. Nach Ziff. 8 Abs. 4 […]AgV übernimmt [X] für die Erstbeschriftung die Ge-
samtkosten der Fahrzeugwerbung, danach jedoch lediglich die Hälfte der Kosten für die Fahr-
zeugwerbung, allerdings maximal […] Franken (Rz 30).  

140.  Die Agentenbefragung ergab zudem, dass die Mehrheit der befragten «Agenten» Wer-
bekosten zu tragen hat, für welche [X] sie nicht gesondert entschädigt (Rz 48 ff.).  

141.  Die Voraussetzung, wonach ein echter Agent keine oder nur unwesentliche Kosten für 
verkaufsfördernde Massnahmen trägt, ist eher nicht erfüllt. 

7. Marktspezifische Investitionen 

142.  Ein echter  Agent  tätigt keine  marktspezifischen Investitionen  in Ausrüstungen,  Räum-
lichkeiten, Mitarbeiterschulungen oder Werbung, beispielsweise in einen Kraftstofftank beim 
Kraftstoffeinzelhandel, spezielle Software für den Verkauf von Policen bei Versicherungsver-
mittlern oder Werbung für Strecken oder Zielorte bei Reisebüros, die Flüge oder Hotelunter-
künfte verkaufen, es sei denn, diese Kosten werden vom Auftraggeber vollständig erstattet.121 

119 EU-Vertikalleitlinien, Rz 33 lit. e. 
120 EU-Vertikalleitlinien, Rz 33 lit. f.  
121 EU-Vertikalleitlinien, Rz 33 lit. g; EuGH, ECLI:EU:C:2006:784, Rz 51, 59, 
CEES/CEPSA/Kommission. 

28 

 
 
 
 
 
 
 
143.  In Bezug auf die marktspezifischen Investitionen (ausgenommen Werbung) liegen dem 
Sekretariat nicht genügend Informationen vor, um einschätzen zu können (i) worin die markt-
spezifischen Investitionen (inkl. CI-Anforderungen) von [X] bestehen und (ii) ob [X] die Kosten 
dafür trägt. Auf jeden Fall enthält der […]AgV keine entsprechende spezifische Vergütungs-
klausel.  Vorliegend  ist  unklar,  ob  die Provision  sämtliche marktspezifische Investitionen  der 
«Agenten» abdeckt. Die Mehrheit der «Agenten» gab allerdings an, dass die Provision ihre 
Kosten üblicherweise überschreite. Dies deutet darauf hin, dass die Provision ihre marktspe-
zifischen Investitionen deckt. 

8. Andere Tätigkeiten auf demselben sachlich relevanten Markt 

144.  Ein echter Agent nimmt keine anderen Tätigkeiten auf Verlangen des Auftraggebers im 
Rahmen des Agenturvertrages auf demselben sachlich relevanten Markt wahr (z. B. die Lie-
ferung der Waren),  es  sei  denn,  diese  Kosten  werden vom  Auftraggeber  vollständig erstat-
tet.122 

145.  Soweit  ersichtlich  verlangt  [X]  im  Rahmen  des  Vertriebs  der  [X]-Brandschutzprodukte 
nicht, dass die «Agenten» andere Tätigkeiten auf demselben sachlich relevanten Markt wahr-
nehmen.  

146.  Die Voraussetzung, wonach ein echter Agent keine anderen, nicht vergüteten Tätigkei-
ten auf Verlangen des Auftraggebers im Rahmen des Agenturvertrages auf demselben sach-
lich relevanten Markt wahrnimmt, dürfte erfüllt sein. 

C.3.2.2  Zwischenfazit  

147.  Das  [X]-Vertriebsmodell  bezüglich  Brandschutzprodukte  erfüllt  in  der  gegenwärtigen 
Form nach Einschätzung des Sekretariats gestützt auf die verfügbaren Informationen die Vo-
raussetzungen der echten Agentur gemäss EU-Vertikalleitlinien (Rz 112 ff.) nicht. Es liegt so-
mit ein bewusstes und gewolltes Zusammenwirken zwischen [X] und den «Agenten» vor. Der 
zwischen  [X]  und  den  «Agenten»  abgeschlossene  […]AgV  stellt  eine  rechtlich  erzwingbare 
Vereinbarung dar.  Bewusstes und gewolltes Zusammenwirken zwischen [X] und den «Agen-
ten»  liegt  auch  vor  hinsichtlich  [X]-Serviceleistungen,  da  der  […]AgV  die  Grundlage  für  die 
vertriebliche Zusammenarbeit zwischen [X] und den «Agenten» darstellt und sich diesbezüg-
lich die Frage der «echten Agentur» nicht stellt. 

C.3.3  Bezwecken oder Bewirken einer Wettbewerbsabrede  

148.  Neben einem bewussten und gewollten Zusammenwirken muss die Abrede nach Art. 4 
Abs. 1 KG «eine Wettbewerbsbeschränkung bezwecken oder bewirken».  

149.  Eine «Wettbewerbsbeschränkung» liegt vor, wenn es bei einem Vergleich der Wettbe-
werbssituation  mit  Abrede  und  der  hypothetischen  Wettbewerbssituation  ohne  Abrede  «ein 
Minus gibt»; wenn also durch eine Verhaltenskoordination «die Handlungsfreiheit der Wettbe-
werbsteilnehmer  hinsichtlich  einzelner  Wettbewerbsparameter  (im  Wesentlichen:  Preis, 
Menge  und  Qualität,  Service,  Beratung,  Werbung,  Geschäftskonditionen,  Marketing,  For-
schung und Entwicklung) so eingeschränkt wird, dass dadurch die zentralen Funktionen des 
Wettbewerbs vermindert bzw. eingeschränkt werden».123 Die Vereinbarung oder abgestimmte 
Verhaltensweise muss sich mithin auf einen Wettbewerbsparameter (wie beispielsweise den 
Preis, die Menge und die Qualität, den Service, die Beratung, die Werbung, die Geschäftskon-
ditionen,  das  Marketing,  die  Forschung  und  Entwicklung  oder  die  Lieferbedingungen) 

122 EU-Vertikalleitlinien, Rz 33 lit. h; Handbuch Kartellrecht-KIRCHHOFF (Fn 106), § 11 N 21 m. w. H. Vgl. 
EuG, ECLI:EU:T:2005:322, Rz 113, DaimlerChrysler/Kommission. 
123  BGE 147 II 72 E. 3.5, Hors-Liste-Medikamente II; BVGer, B-3618/2013 vom 24.11.2016 E. 303, Hal-
lenstadion; BVGer, B-3332/2012 vom 13.11.2015 E. 2.2.3, BMW; BVGer, B-506/2010 vom 19.12.2013 
E. 3.2.3, Gaba; BVGer, B-463/2010 vom 19.12.2013 E. 3.2.6, Gebro.  

29 

 
 
 
 
 
 
 
beziehen.124  Wie  das  Bundesgericht  ausführt,  ist  das  Beschränken  nach  Art. 4  Abs. 1  KG 
«wettbewerbsrechtlich noch neutral»125. Ob die Wettbewerbsbeschränkung zulässig oder un-
zulässig ist, ist Gegenstand der Prüfung nach Art. 5 KG.126  

150.  Art. 4 Abs. 1 KG setzt die Tatbestandsmerkmale «bezwecken» resp. «bewirken» – wie 
bereits das Wort «oder» im Gesetzestext zeigt – alternativ voraus, nicht kumulativ.127 Aufgrund 
der  Alternativität  von  Bezwecken und  Bewirken sind  tatsächliche  Auswirkungen der  Abrede 
nicht notwendig; es genügt, wenn sie eine solche Beschränkung bezwecken.128 

151.  Eine Vereinbarung oder abgestimmte Verhaltensweise bezweckt eine Wettbewerbsbe-
schränkung, wenn die Beteiligten «die Ausschaltung oder Beeinträchtigung eines oder meh-
rerer Wettbewerbsparameter zum Programm erhoben haben», oder m.a.W. wohnt der wett-
bewerbsbeschränkende  Zweck  der  Verhaltenskoordination  inne.129  Um  dieses  Potenzial  zu 
beurteilen, sind eine Reihe von Faktoren relevant: so namentlich der Inhalt der Kooperation, 
die mit ihr verfolgten Ziele, der wirtschaftliche und rechtliche Kontext und in dessen Rahmen 
die Art der betroffenen Waren und Dienstleistungen sowie die Funktionsweise und die Struktur 
der  betreffenden  Märkte.130  Eine  subjektive  Absicht  der  an  der  Abrede  Beteiligten  oder  tat-
sächliche Auswirkungen sind nicht notwendig. Es genügt, wenn der Abredeinhalt objektiv ge-
eignet  ist,  eine  Wettbewerbsbeschränkung  im  Sinne  von  Rz 149  durch  Ausschaltung  eines 
Wettbewerbsparameters zu verursachen.131  

152.  Der zwischen [X] und den «Agenten» abgeschlossene […]AgV, der sowohl den Vertrieb 
der [X]-Brandschutzprodukte als auch die Erbringung von [X]-Serviceleistungen regelt, stellt 
eine  rechtlich  erzwingbare  Vereinbarung  von  Unternehmen  verschiedener  Marktstufen  dar. 
Der […]AgV enthält einerseits eine Klausel, welche den «Agenten» die Erfüllung von Aufträgen 
(und damit den Passivverkauf) in ihnen nicht zugewiesenen Gebieten untersagt (vgl. Rz 59 
ff.). Zudem wird die Preissetzungsfreiheit der «Agenten» von [X] eingeschränkt (vgl. Rz 52 ff.). 
Im Rahmen der Tätigkeit der «Agenten» gab [X] den «Agenten» eine Preisliste ab und kom-
munizierte, dass [X] erwarte, dass sich die «Agenten» an diese halten. Diese Verhaltenswei-
sen sind objektiv geeignet, eine Wettbewerbsbeschränkung durch die Ausschaltung der Wett-
bewerbsparameter  Preis  und  Gebiet  zu  verursachen.  Dies  reduziert  potenziell  den 
Wettbewerbsdruck zwischen den «Agenten», was zu höheren Preisen für [X]-Brandschutzpro-
dukte und -Serviceleistungen führen kann. Damit bestehen Anhaltspunkte, dass der […]AgV 
eine Wettbewerbsbeschränkung in Bezug auf den Absatz von [X]-Brandschutzprodukten und 
die Erbringung von [X]-Serviceleistungen bezweckt oder bewirkt. 

C.3.4  Fazit zum Vorliegen einer Wettbewerbsabrede  

153.  Da das Vertriebsmodell von [X] in Bezug auf Brandschutzprodukte die Voraussetzungen 
für die nach den EU-Vertikalleitlinien vorgesehene echte Agentur nicht vollständig erfüllt und 
die Gebietszuweisung im […]AgV und die Preisvorgabe der [X] eine Wettbewerbsbeschrän-
liegen  Wettbewerbsabreden  zwischen  Unternehmen  verschiedener 
kung  bezwecken, 

124  Statt vieler: RPW 2020/1, 202 Rz 834, KTB-Werke; RPW 2018/4, 790 Rz 370, Hoch- und Tiefbau-
leistungen Engadin III; RPW 2018/2, 240 Rz 32, Gym80. 
125  BGE 147 II 72 E. 3.5, Hors-Liste-Medikamente II. 
126  BGE 147 II 72 E. 3.5, Hors-Liste-Medikamente II. 
127  BGE  147 II  72  E. 3.6,  Hors-Liste-Medikamente II;  vgl.  u.a.  auch  BVGer,  B-3618/2013  vom 
24.11.2016 E. 303, Hallenstadion; BVGer, B-3332/2012 vom 13.11.2015 E. 2.2.3, BMW. 
128  BGE 147 II 72 E. 3.6, Hors-Liste-Medikamente II; BGE 144 II 246 E. 6.4.2, Altimum. 
129  BGE 147 II 72 E. 3.6, Hors-Liste-Medikamente II. 
130  Vgl. auch EuGH, ECLI:EU:C:2023:529, Rz 32 m.w.H., Super Bock; Leitlinien vom 27.4.2004 zur An-
wendung von Artikel 81 Absatz 3 EG-Vertrag, ABl. C 101, S. 97 ff., Rz 22. 
131  BGE  147 II  72  E. 3.6,  Hors-Liste-Medikamente II;  BVGer,  B-506/2010  vom  19.12.2013  E. 3.2.3, 
Gaba; BVGer, B-463/2010 vom 19.12.2013 E. 3.2.6, Gebro. 

30 

 
 
 
 
 
 
 
Marktstufen i. S. v. Art. 4 Abs. 1 KG vor. Auch in Bezug auf [X]-Serviceleistungen liegen Wett-
bewerbsabreden  zwischen  Unternehmen verschiedener Marktstufen  i.S.v.  Art.  4 Abs.  1  KG 
vor. In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, welche Wettbewerbsabreden vorliegen und ob die 
Wettbewerbsabreden unzulässig sind (Art. 5 KG). 

C.4 

Unzulässige Wettbewerbsabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG 

154.  Laut Art. 5 Abs. 1 KG sind Abreden, die den Wettbewerb auf einem Markt für bestimmte 
Waren oder Leistungen erheblich beeinträchtigen und sich nicht durch Gründe der wirtschaft-
lichen Effizienz rechtfertigen lassen, sowie Abreden, die zur Beseitigung wirksamen Wettbe-
werbs führen, unzulässig. Für Abreden, die von Art. 5 Abs. 3 und Abs. 4 KG erfasst werden, 
gilt ausserdem die gesetzliche Vermutung, dass diese den wirksamen Wettbewerb beseitigen. 
Kann  diese  Vermutung  widerlegt  werden,  gelten  Abreden  nach  Art.  5  Abs.  4 KG  bzw. 
Art. 5 Abs. 3 KG gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als grundsätzlich erhebli-
che Wettbewerbsabreden i. S. v. Art. 5 Abs. 1 KG.132 Solche Abreden sind unzulässig, falls sie 
nicht aus Gründen der wirtschaftlichen Effizienz nach Art. 5 Abs. 2 KG gerechtfertigt werden 
können (Art. 5 Abs. 1 KG).133 

155.  Dementsprechend wird im Folgenden geprüft, ob Anhaltspunkte für vertikale Preis- und 
Gebietsabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG bestehen (C.4.1 f.), ob diese zur Beseitigung des wirk-
samen  Wettbewerbs  führen  (C.4.3),  ob  ggf.  eine  erhebliche  Beeinträchtigung  des  Wettbe-
werbs vorliegt (C.4.4) und es ggf. eine Rechtfertigung für die Abreden gibt (C.4.5).   

C.4.1  Vertikale Preisabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG  

156.  Eine vertikale Preisabrede zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass zwischen der Herstel-
lerin und ihren Händlerinnen ein bewusstes und gewolltes Zusammenwirken im Hinblick auf 
die Festsetzung von Mindest- oder Festpreisen besteht (sog. Preisbindung der zweiten Hand; 
Art. 12 Abs. 1 Bst. a VertBek; vgl. auch Rz 4 VertBek-Erläuterungen134). 

157.  Vertikale Preisabreden können durch direkte Mittel, aber auch indirekte Mittel angewen-
det werden (Art. 12 Abs. 2 VertBek). Von einer direkten vertikalen Preisabrede ist z. B. auszu-
gehen, wenn eine Anbieterin eine Preiserhöhung verlangt und die Abnehmerin diesem Ver-
langen nachkommt  (vgl.  Rz  5  VertBek-Erläuterungen).  Beispiele für  eine mögliche  indirekte 
vertikale Preisabrede sind Drohungen, Einschüchterungen, Warnungen, Strafen, Verzögerung 
oder Aussetzen von Lieferungen bzw. Vertragskündigung bei Nichteinhaltung eines bestimm-
ten  Preisniveaus  (vgl.  Rz  6  VertBek-Erläuterungen).  Auch  Preisempfehlungen  können  eine 
vertikale Preisabrede darstellen und sind im Einzelfall zu prüfen (vgl. Rz 8 f. VertBek-Erläute-
rungen). 

158.  Für die Beurteilung der Frage, ob Anhaltspunkte für vertikale Preisabreden zwischen [X] 
und ihren «Agenten» bestehen, ist nach [X]-Brandschutzprodukten und -Serviceleistungen zu 
differenzieren.  

159.  In Bezug auf [X]-Brandschutzprodukte definiert der […]AgV die Provision der «Agenten» 
als Differenz zwischen einem rechnerischen Agentenpreis und einem Listenpreis, wobei we-
der  der  […]AgV  noch  die  Preisliste  einen  Hinweis  zur  Preissetzungsfreiheit  der  «Agenten» 
enthält. [X] erläuterte dazu, dass es sich bei den Listenpreisen um Höchstpreise handle (vgl. 
Rz 56), was gestützt wird durch den Umstand, dass die Mehrheit der «Agenten» angab, dass 
sie  in  der  Festsetzung  ihrer  Verkaufspreise  für  [X]-Brandschutzprodukte  frei  sei.  Von  den 

132 BGE 147 II 72, 101 ff. E. 6.1 und 6.5, Pfizer m. w. H.; BGE 143 II 297, 318 ff. E. 5.2.5, E. 5.6 und 
E. 9.4.6, Gaba; BGE 144 II 246, 262 ff. E. 10, Altimum SA. 
133 BGE 147 II 72, 105 E. 6.5, Pfizer. 
134 Erläuterungen der Wettbewerbskommission vom 22.12.2022 zur Bekanntmachung über die wettbe-
werbsrechtliche Behandlung vertikaler Abreden (VertBek-Erläuterungen). 

31 

 
 
 
 
 
 
 
anderen [43 % der] «Agenten» gaben [67 %] an, deshalb nicht frei zu sein in der Festsetzung 
der Verkaufspreise, weil diese nach oben hin begrenzt seien (Rz 57 f.). Vor diesem Hinter-
grund erscheint es als plausibel, dass es sich bei den Listenpreisen um Höchstpreise handeln 
könnte. Gestützt auf den aktuellen Kenntnisstand liegen in Bezug auf [X]-Brandschutzprodukte 
keine Anhaltspunkte für eine Preisabrede vor. 

160.  In Bezug auf [X]-Serviceleistungen ergeben die derzeit verfügbaren Informationen Hin-
weise, dass [X] von den «Agenten» – mindestens hinsichtlich der Servicepreise – erwartet, 
dass sie sich an den Richtpreisen orientieren. So deutet eine Kommunikation von [X] an die 
«Agenten» darauf hin, dass die Servicekostenpreisliste für die «Agenten» verbindlich ist (Rz 
86 f.). Dies deutet zumindest darauf hin, dass [X] sich mit den «Agenten» über Verkaufs- und 
Servicepreise ausgetauscht hat, was auf eine entsprechende Koordination zwischen [X] und 
den «Agenten» schliessen lässt. Weder der […]AgV noch die Preislisten weisen zudem darauf 
hin, dass die Preise als unverbindliche Empfehlungen oder Höchstpreise zu verstehen sind, 
noch lässt sich die Unverbindlichkeit der Preise anderweitig herleiten. Anders als bei den [X]-
Brandschutzprodukten gab die Mehrheit der «Agenten» an, in der Preissetzung beim Erbrin-
gen von [X]-Serviceleistungen nicht frei zu sein (Rz 90) und die Hälfte der «Agenten» gab an, 
über  die  Höhe  der  Anfahrtskosten  nicht  selbst  entscheiden  zu  dürfen  (Rz  91).  Vor  diesem 
Hintergrund liegen für den Vertrieb von [X]-Serviceleistungen Anhaltspunkte für eine Preisab-
rede vor. 

161.  Zusammenfassend liegen aus Sicht des Sekretariats Anhaltspunkte für vertikale Preis-
abreden nach Art. 5 Abs. 4 KG in Bezug auf den Vertrieb von [X]-Serviceleistungen, nicht aber 
in Bezug auf [X]-Brandschutzprodukte vor. 

C.4.2  Vertikale Gebietsabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG  

162.  Die Beseitigung wirksamen Wettbewerbs wird auch vermutet bei Abreden zwischen Un-
ternehmen verschiedener Marktstufen in Vertriebsverträgen über die Zuweisung von Gebie-
ten, soweit Verkäufe in diese durch gebietsfremde Vertriebspartner ausgeschlossen werden 
(Art. 5 Abs. 4 KG). Es ist zu prüfen, ob Ziff. 1 Abs. 2 lit. a […]AgV zu einem absoluten Gebiets-
schutz i.S.v. Art. 5 Abs. 4 KG führt. 

163.  Nach Ziff. 1 Abs. 2 lit. a […]AgV (vgl. Rz 59) werden den «Agenten» Gebiete zugewiesen 
und  es wird  ihnen  untersagt,  Aufträge  in einem anderen  als  dem  ihnen zugewiesenen Ver-
tragsgebiet zu tätigen. Ziff. 1 Abs. 2 lit. a […]AgV spezifiziert nicht, dass lediglich aktive Ver-
käufe erfasst sein sollen vom Verkaufsverbot, sondern untersagt sie die Erfüllung von (sämtli-
chen)  Aufträgen  in  andere  Gebiete,  als  in  demjenigen,  das  einem  «Agenten»  jeweils 
zugewiesen wurde. Die Angaben der «Agenten» deuten darauf hin, dass sie die Gebietszu-
weisung mit Verkaufsbeschränkung als Gebietsschutz verstehen, was die «Agenten» veran-
lasst, Aufträge in fremden Gebieten zu vermeiden (Rz 75). [X] zufolge beträgt der Anteil ver-
mittelter Aufträge in Fremdgebiete ca. 23 %.  

164.  Nach Ansicht des Sekretariats ist die vertragliche Gebietszuweisung i. V. m. dem aus-
drücklichen Verbot, Aufträge in Fremdgebieten zu tätigen, geeignet, (weitere) gebietsübergrei-
fende Auftragsvermittlungen zu verhindern. Es liegen somit Anhaltspunkte für eine vertikale 
Gebietsabrede i. S. v. Art. 5 Abs. 4 KG.  

165.  Ziff.  2  Abs.  3  […]AgV  verpflichtet  «Agenten»  u.a.  «ausschliesslich  Original-Ersatzteile 
des jeweiligen Herstellers zu verwenden und diese ausschliesslich beim Auftraggeber (Anm. 
des  Sekretariats:  der  Auftraggeber  ist  [X])  zu  beziehen…».  Wie  die  WEKO  im  Fall  Bucher 
Landtechnik  /  Ersatzteilhandel  Traktoren  festgehalten  hat,  können Alleinbezugsverpflichtun-
gen,  mit  denen  Vertriebspartner  vertraglich  verpflichtet  sind,  Produkte  ausschliesslich  beim 
Schweizer  Generalimporteur  zu  beziehen,  zu  einem  indirekten  absoluten  Gebietsschutz 

32 

 
 
 
 
 
 
führen i. S. v. Art. 5 Abs. 4 KG.135 Es ist zu prüfen, ob Ziff. 2 Abs. 3 […]AgV zu einem indirekten 
absoluten Gebietsschutz i.S.v. Art. 5 Abs. 4 KG führt. 

166.   Ziff. 2 Abs. 3 […]AgV könnte so gelesen werden, dass die «Agenten» vertraglich ver-
pflichtet sind, sämtliche Ersatzteile, die sie für Wartungs- und Unterhaltsarbeiten benötigen, 
bei der [Importeurin] [X] zu beziehen. [X] zufolge handle es sich wie bei den übrigen [X]-Brand-
schutzprodukten auch bei den Ersatzteilen um eine Vermittlung durch die «Agenten» und nicht 
um einen Kauf und Weiterverkauf. Der Wartungsvertrag, im Rahmen dessen der Kunde auch 
Ersatzteile beziehe, komme zwischen [X] und dem jeweiligen Endkunden zustande. Die in Ziff. 
2 Abs. 3 […]AgV vorgesehene Pflicht, die Ersatzteile ausschliesslich bei [X] «zu beziehen», 
sei daher lediglich Ausdruck der ausschliesslichen Vermittlungstätigkeit für [X].  

167.  Aufgrund des aktuellen Kenntnisstandes spricht der Umstand, dass der Wartungsvertrag 
zwischen  [X]  und  Endkundinnen  und  Endkunden  abgeschlossen  wird,  gegen  einen  Eigen-
tumserwerb von Ersatzteilen durch «Agenten». Vor diesem Hintergrund ist in Bezug auf eine 
mögliche Alleinbezugsverpflichtung nicht davon auszugehen, dass Anhaltspunkte für vertikale 
Gebietsabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG vorliegen.  

C.4.3  Widerlegung der gesetzlichen Beseitigungsvermutung  

168.  Die Beseitigung wirksamen Wettbewerbs wird insbesondere vermutet bei Abreden zwi-
schen Unternehmen verschiedener Marktstufen über Mindest- oder Festpreise sowie bei Ab-
reden in Vertriebsverträgen über die Zuweisung von Gebieten, soweit Verkäufe in diese durch 
gebietsfremde Vertriebspartner ausgeschlossen werden (Art. 5 Abs. 4 KG).  

169.  Mit Bezug auf Abreden nach Art. 5 Abs. 4 KG ist für die Widerlegung der Vermutung eine 
Gesamtbetrachtung des Marktes unter Berücksichtigung des Intrabrand- und des Interbrand-
Wettbewerbs massgebend. Ausschlaggebend ist, ob genügend Intrabrand- oder Interbrand-
Wettbewerb auf dem relevanten Markt besteht oder die Kombination der beiden zu genügend 
wirksamem Wettbewerb führt (Art. 13 VertBek). Um festzustellen, ob die Vermutung der Be-
seitigung des wirksamen Wettbewerbs widerlegt werden kann, ist vorab der relevante Markt 
abzugrenzen. Es braucht im Rahmen einer Vorabklärung nicht eingehend geprüft zu werden, 
ob die gesetzliche Vermutung der Wettbewerbsbeseitigung umgestossen werden kann.136  

C.4.3.1  Marktabgrenzung  

170.  Der relevante Markt beurteilt sich analog zu Art. 11 Abs. 3 VKU137 nach einer sachlichen 
und räumlichen Komponente.138  

Sachlich relevante Märkte  

171.  Der sachliche Markt umfasst alle Waren oder Leistungen, die von der Marktgegenseite 
hinsichtlich ihrer Eigenschaften und ihres vorgesehenen Verwendungszwecks als substituier-
bar angesehen werden (Art. 11 Abs. 3 lit. a VKU, der hier analog anzuwenden ist).139 Die De-
finition des sachlich relevanten Marktes erfolgt demnach aus Sicht der Marktgegenseite und 
fokussiert somit auf den strittigen Einzelfall. Der Begriff der «Marktgegenseite» bezeichnet die 
Gegenseite derjenigen Unternehmen, welchen die unzulässige Abrede bzw. das unzulässige 
Verhalten  vorgeworfen  wird.140  Massgebend 
ist,  ob  aus  deren  Optik  Waren  oder 

135 Vgl. RPW 2019/4, 1165 Rz 69, Bucher Landtechnik – Ersatzteilhandel Traktoren. 
136 RPW 2020/4a, 1570 Rz 222, SwissZinc AG. 
137  Verordnung  über  die  Kontrolle  von  Unternehmenszusammenschlüssen  vom  17.6.1996  (VKU; 
SR 251.4). 
138 BGE 139 I 72, 92 E. 9.1, Publigroupe SA et al./WEKO. 
139  BGE 139 I 72, 93 E. 9.2.3.1, Publigroupe SA et al./WEKO. 
140 RPW 2010/4, 670 Rz 165, Hors-Liste Medikamente/Pfizer. 

33 

 
 
 
 
 
 
 
Dienstleistungen miteinander im Wettbewerb stehen.141 Auszugehen ist vom Gegenstand der 
konkreten Untersuchung142 bzw. Vorabklärung.  

172.  Die Marktgegenseite von [X] sind die Endkundinnen und Endkunden in der Schweiz. Sie 
fragen [X] Brandschutzprodukte und damit zusammenhängende [X] Dienstleistungen bei [X] 
und den «Agenten» nach.  

173.  Es stellt sich die Frage, ob Brandschutzprodukte und damit zusammenhängende Ser-
viceleistungen  anderer  Anbieterinnen  für  die  Marktgegenseite  Substitute  zu  den  [X]-Brand-
schutzprodukten und -Serviceleistungen darstellen. Für die Zwecke dieser Vorabklärung wird 
davon ausgegangen, dass das unter einer Marke einer Herstellerin verkaufte Brandschutzpro-
dukt einer bestimmten Kategorie mit einem Brandschutzprodukt der gleichen Kategorie einer 
anderen Marke funktionell austauschbar ist (vgl. Rz 182). Unter dieser Annahme sind aus Sicht 
der Endkundschaft ebenfalls mit Brandschutzprodukten zusammenhängende Serviceleistun-
gen von [X] mit denjenigen anderer Anbieterinnen substituierbar.   

174.  Die WEKO und das Sekretariat haben sich im Zusammenhang mit Brandschutzproduk-
ten noch nicht zur Marktabgrenzung geäussert.143 Für die Zwecke dieser Vorabklärung wird 
von sachlich relevanten Märkten für Brandschutzprodukte und für Serviceleistungen für Brand-
schutzprodukte ausgegangen. In Verfahren anderer Wettbewerbsbehörden wurden die Märkte 
ebenso abgegrenzt.144   

Räumlich relevante Märkte 

175.  Der räumlich relevante Markt umfasst das Gebiet, in welchem die Marktgegenseite die 
den  sachlichen  Markt  umfassenden  Waren  oder  Leistungen  nachfragt  oder  anbietet 
(Art. 11 Abs. 3 lit. b VKU, der hier analog anzuwenden ist).145 Für die räumliche Marktabgren-
zung ist relevant,  wo  die  von  einer Wettbewerbsabrede  betroffene Marktgegenseite  die be-
troffenen Produkte nachfragt.  

176.  Vorliegend  liegt  es  nahe,  dass  die  Endkundschaft  die  Brandschutzprodukte  in  der 
Schweiz und ggf. z. T. im umliegenden Ausland nachfragt. In Bezug auf Serviceleistungen an 
Brandschutzprodukten  liegt  es  nahe,  dass  die  Endkundschaft  die  Serviceleistungen  in  der 
Schweiz oder lokal nachfragt, in einem bestimmten Umkreis des Ortes, an welchem die Ser-
viceleistungen zu erbringen ist.146   

177.  Die WEKO und das Sekretariat haben sich im Zusammenhang mit Brandschutzproduk-
ten noch nicht zur Marktabgrenzung geäussert. Für die Zwecke dieser Vorabklärung wird für 
Brandschutzprodukte von einem mindestens nationalen Markt ausgegangen und für Service-
leistungen an Brandschutzprodukten von einem nationalen Markt, wobei nicht ausgeschlossen 
werden kann, dass es sich um lokale Märkte handelt. 

141 BGE 139 I 72, 93 E. 9.2.3.1, Publigroupe SA et al./WEKO; BGer 2C.75/2014 vom 28.1.2015, E. 3.2, 
Hors-Liste Medikamente/Pfizer. 
142 BGE 139 I 72, 93 E. 9.2.3.1, Publigroupe SA et al./WEKO. 
143 RPW 2022/3, 573 ff., Vorabklärung i. S. [Brandschutzsystem]-Elemente; RPW 2011/4, 483 ff., Vor-
abklärung i. S. Gebäudeversicherung Bern (GBV); RPW 2003/4, 741 ff., Vorabklärung i. S. Gebäude-
versicherung in den liberalisierten Kantonen.  
144 Autorité de  la concurrence, décision no  12-D-26  du  20.12.2012 relative à des  pratiques mises en 
œuvre dans le secteur de la production, de la commercialisation, de l’installation et de la maintenance 
des extincteurs, Rz 218 ff.; Conseil de la concurrence, décision no 05-D-23 du 18.5.2005 relative à la 
saisine  de  la  société  France  Incendie,  S.  1-3 ;  Conseil  de  la  concurrence,  décision  no  95-D-50  du 
4.7.1995 relative à des pratiques relevées sur les marchés de l'installation et de la maintenance des 
extincteurs, S. 1-3. 
145 BGE 139 I 72, 92 E. 9.2.1 m. H., Publigroupe SA et al./WEKO. 
146 Vgl. Autorité de la concurrence, décision no 12-D-26 du 20.12.2012 relative à des pratiques mises 
en œuvre dans le secteur de la production, de la commercialisation, de l’installation et de la maintenance 
des extincteurs, Rz 222. 

34 

 
 
 
 
 
 
 
C.4.3.2  Beurteilung der Wettbewerbssituation 

178.  Der Interbrand-Wettbewerb bezieht sich vorliegend insbesondere auf die Frage, ob [X] 
dem Wettbewerb ausgesetzt ist durch andere Anbieter von Brandschutzprodukten, die Kun-
den aufgrund der Eigenschaften, der Preise und des Verwendungszwecks der Produkte als 
austauschbar ansehen.  

179.  Das Marktvolumen wird von [X] wie folgt geschätzt: 

Tabelle 1: Geschätztes Marktvolumen (umsatzbasiert) / Anteil Marke [Y] 2022 

Bereich 

Gesamtmarktumsätze Schweiz  Gesamtumsatz [X] 

Brandschutzpro-
dukte 

[…] Franken 

[…] Franken 

Dienstleistungen147 

[…] Franken 

[…] Franken 

Quelle: Angaben von [X]148 

180.  [X] gab in Bezug auf die realisierten Umsätze an, dass davon ca. [90-100] % auf Direkt-
verkäufe inkl. Vermittlungen der «Agenten» und ca. [0-10] % auf andere Kanäle (Wiederver-
käufer, die Produkte in eigener Regie weiterverkaufen und/oder warten ohne Preisvorgaben) 
entfallen. 

181.  Der Marktanteil von [X] beläuft sich gestützt auf ihre Schätzungen für das Jahr 2022 auf 
rund [0-10] % im Bereich Brandschutzprodukte und auf rund [0-10] % im Bereich Dienstleis-
tungen. 

182.  Auf die Frage nach den zehn umsatzstärksten Mitbewerbern nannte [X] (in absteigender 
Reihenfolge) die folgenden Unternehmen: 

1. 

2. 

3. 

4. 

5. 

6. 

7. 

8. 

9. 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

10. 

[…]. 

Bei diesen zehn genannten Mitbewerberinnen handelt es sich um Anbieterinnen von Brand-
schutzprodukten. Die Produkte sind hinsichtlich ihres Verwendungszwecks als mit [X]-Brand-
schutzprodukten als austauschbar zu betrachten.  

183.  Die Betrachtung der von den vorstehend genannten Wettbewerberinnen am Markt an-
gebotenen Brandschutzprodukte lässt darauf schliessen, dass diese aus Sicht der Endkundin-
nen und Endkunden mit [X]-Brandschutzprodukten als austauschbar angesehen werden kön-
nen. Daher ist aufgrund der Anzahl konkurrierender Anbieter von Brandschutzprodukten von 
ausreichendem Interbrandwettbewerb auszugehen. Gestützt auf den aktuellen Kenntnisstand 

147  Der  Begriff  «Dienstleistungen»  wurde  von  [X]  nicht  definiert,  sodass  derzeit  unklar  ist,  ob  dieser 
Begriff mit «Serviceleistungen» gleichzusetzen ist oder darüber hinaus geht. 
148 Vgl. Stellungnahme [X] vom 20.6.2023, S. 1. 

35 

 
 
 
 
 
 
 
bieten  die  oben  genannten  Mitbewerberinnen  ebenfalls  Service-  und  Unterhaltsarbeiten  für 
Brandschutzprodukte an, die mit denjenigen von [X] austauschbar sein dürften.   

184.  Der Intrabrand-Wettbewerb bezieht sich vorliegend insbesondere auf die Frage, ob End-
kundinnen und Endkunden trotz der «Abrede» Brandschutzprodukte der Marke [Y] über an-
dere  Bezugsquellen  als  die  Agenten  von  [X]  beziehen  können.  Da  namhafte/renom-
mierte/grosse  Schweizer  Online-Händlerinnen  Brandschutzprodukte  der  Marke 
[Y] 
verkaufen149, ist von einem gewissen Mass an Intrabrand-Wettbewerb auszugehen.  

C.4.3.3  Widerlegung der Vermutung der Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs  

185.  Für die vertikalen Preis- und Gebietsabreden ist vor dem Hintergrund der dargelegten 
Marktverhältnisse  von  der  Widerlegung  der  Beseitigungsvermutung  nach  Art.  5  Abs.  4  KG 
auszugehen. Dies namentlich, weil auf den Märkten für Brandschutzprodukte und Serviceleis-
tungen  ein  ausreichendes  Mass  an  Interbrand-Wettbewerb  sowie  zumindest  bzgl.  Brand-
schutzprodukten ein gewisses Mass an Intrabrand-Wettbewerb besteht.  

C.4.4  Erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs  

186.  Kann die Vermutung der Beseitigung wirksamen Wettbewerbs widerlegt werden, gelten 
Abreden nach Art. 5 Abs. 4 bzw. Art. 5 Abs. 3 KG gemäss der Rechtsprechung des Bundes-
gerichts als i.d.R. erhebliche Wettbewerbsabreden i. S. v. Art. 5 Abs. 1 KG.150 Dies gilt unab-
hängig von quantitativen Kriterien wie dem Marktanteil der beteiligten Unternehmen sowie tat-
sächlicher Auswirkungen und der erfolgten Umsetzung der Abrede. 

187.  Hinsichtlich der oben genannten Abrede zwischen [X] und den «Agenten» sind zurzeit 
keine Elemente ersichtlich, welche auf eine Ausnahme von der grundsätzlichen Erheblichkeit 
hinweisen würden. 

C.4.5  Rechtfertigung aus Effizienzgründen 

188.  Erweist sich die durch eine Abrede bewirkte Beeinträchtigung als erheblich, ist zu prüfen, 
ob die Abrede durch Gründe der wirtschaftlichen Effizienz i. S. v. Art. 5 Abs. 2 KG zu rechtfer-
tigen ist. Wettbewerbsabreden sind gemäss Art. 5 Abs. 2 KG durch Gründe der wirtschaftli-
chen Effizienz gerechtfertigt, wenn sie (a) notwendig sind, um die Herstellungs- oder Vertriebs-
kosten zu senken, Produkte oder Produktionsverfahren zu verbessern, die Forschung oder die 
Verbreitung von technischem oder beruflichem Wissen zu fördern oder um Ressourcen ratio-
neller zu nutzen; und (b) den beteiligten Unternehmen in keinem Fall Möglichkeiten eröffnen, 
wirksamen Wettbewerb zu beseitigen. 

189.  Im vorliegenden Fall sind keine Rechtfertigungsgründe ersichtlich. Solche wurden von 
[X] auch nicht geltend gemacht.   

C.5 

Ergebnis  

190.  Gegenstand  der  vorliegenden  Vorabklärung  ist  die  Frage,  ob  das  von  [X]  betriebene 
Vertriebsmodell für [X]-Brandschutzprodukte (inkl. Ersatzteile) sowie diesbezüglicher Service-
leistungen  Beschränkungen  enthält,  die  als  Anhaltspunkte  für  unzulässige  Wettbewerbsbe-
schränkungen i.S.v. Art. 5 KG zu betrachten sind. 

149  Vgl.  https://www.galaxus.ch/en/search?filter=bra%3D4669&q=[Y]%20feuerl%C3%B6scher&so=4 
(22.10.2024). 
150 BGE 147 II 72, 101 ff. E. 6.1 und 6.5, Pfizer m. w. H.; BGE 143 II 297, 318 ff. E. 5.2.5, E. 5.6 und 
E. 9.4.6, Gaba; BGE 144 II 246, 262 ff. E. 10, Altimum SA. 

36 

 
 
 
 
 
 
 
191.  Das [X]-Vertriebsmodell für Brandschutzprodukte erfüllt in der gegenwärtigen Form ge-
stützt  auf  die  verfügbaren  Informationen  die  oben  genannten  Voraussetzungen  der  echten 
Agentur nicht (Rz 153). Gestützt auf den bekannten Sachverhalt bestehen Anhaltspunkte für 
unzulässige  vertikale  Gebietsschutzabreden  beim  Vertrieb  von  Brandschutzprodukten  und 
den damit  verbundenen Serviceleistungen  sowie  für  unzulässige  vertikale  Preisabreden  bei 
den Serviceleistungen (Art. 4 Abs. 1 KG und  Art. 5 Abs. 4 i.V.m. Abs. 1 KG). Im Rahmen der 
Vorabklärung ist es jedoch nicht erforderlich, definitive Schlussfolgerungen über das Vorliegen 
eines Gesetzesverstosses zu ziehen.151 Die Voraussetzungen für die Eröffnung einer Unter-
suchung i. S. v. Art. 27 KG können vorliegend an sich als erfüllt betrachtet werden. 

192.  Auf die Eröffnung einer Untersuchung kann indes verzichtet werden, wenn die Eröffnung 
eines solchen Verfahrens unverhältnismässig wäre. Dabei ist die gesamte Interessenlage des 
Einzelfalls sorgfältig und umfassend zu würdigen. Im vorliegenden Fall weisen sowohl die An-
gaben von [X] als auch diejenigen ihrer «Agenten» zahlreiche Unklarheiten in Bezug auf die 
vertriebliche Zusammenarbeit auf. So besteht das Vertriebsmodell von [X] aus Elementen ver-
schiedener Vertriebstypen. Dieser Umstand ist ausschlaggebend für die vorstehend identifi-
zierten Anhaltspunkte für Wettbewerbsabreden i.S.v. Art. 5 Abs. 4 KG. Der Vertrieb von [X] für 
Brandschutzprodukte und Serviceleistungen ist weder klar geregelt, noch lassen sich die Ele-
mente  der  verschiedenen  Vertriebstypen  kartellrechtskonform  miteinander  kombinieren.  Für 
eine  Nichteröffnung  einer  Untersuchung  sprechen  die Markt-  und  Wettbewerbsverhältnisse, 
denn angesichts der verhältnismässig grossen Anzahl Konkurrentinnen, die allesamt mit [X]-
Brandschutzprodukten substituierbare Produkte anbieten,  verfügt [X]  über  geringe Marktan-
teile im Bereich von rund [0-10] % im Bereich Brandschutzprodukte und rund [0-10] % im Be-
reich  Dienstleistungen.  Schliesslich  bot  [X]  bezüglich  verschiedener  unklarer  Punkte  im 
[…]AgV dem Sekretariat an, Anpassungen vorzunehmen und offen zu sein, Massnahmen um-
zusetzen, die das Sekretariat zur Beseitigung oder Verhinderung von Wettbewerbsbeschrän-
kungen anregen würde i. S. v. Art. 26 Abs. 2 KG. 

193.  Aus diesen Gründen scheint die Eröffnung einer Untersuchung i. S. v. Art. 27 KG nicht 
angemessen zu sein. Stattdessen werden Massnahmen angeregt, um die Anhaltspunkte für 
mögliche Wettbewerbsbeschränkungen zu beseitigen.  

194.  Setzt [X] die Anregungen nicht um, behält sich das Sekretariat vor, einem Mitglied des 
Präsidiums die Eröffnung einer Untersuchung zu beantragen (Art. 27 KG). 

D 

Anregungen nach Art. 26 Abs. 2 KG 

195.  Nach Art. 26 Abs. 2 KG kann das Sekretariat Massnahmen zur Beseitigung oder Verhin-
derung von Wettbewerbsbeschränkungen anregen. Das Sekretariat regt die folgenden Mass-
nahmen an, um die erwähnten Wettbewerbsbeschränkungen zu verhindern. 

1.  [X] stellt sicher, dass die gewählte Vertriebsform die hierfür geltenden kartellrechtlichen 
Voraussetzungen  erfüllt.  Falls  [X]  den Vertrieb  über  unabhängige  Händlerinnen wählen 
sollte, stellt [X] insbesondere sicher, dass ihre Händlerinnen in der Preissetzung vollkom-
men frei sind und es keinen unzulässigen Gebietsschutz gibt. Allfällige Preisempfehlun-
gen sind explizit als unverbindlich zu kennzeichnen.  

2.  Sollte [X] für den Verkauf von Brandschutzprodukten eine echte Agentur betreiben wollen, 

so sind insbesondere die folgenden Anpassungen vorzunehmen: 

a)  Die  Agenten  sind  ausdrücklich  zu  informieren,  dass  sie  die  [X]-Brandschutzpro-
dukte nicht bei [X] kaufen, sondern [X] als Auftraggeber das Eigentum an den Pro-
dukten behält (Rz 119). 

151 RPW 2019/3a, 599 Rz 205, TWINT/Apple. 

37 

 
 
 
 
 
 
 
b)  [X] muss die Lagerkosten für die [X]-Produkte und Ersatzteile vollständig überneh-

men (Rz 127). 

c)  [X] muss das Delkredererisiko vollständig übernehmen (Rz 132). 

d)  Die  Agenten  sind  ausdrücklich  zu  informieren,  dass  [X]  die  Haftung  gegenüber 
Kunden oder Dritten für Verluste oder Schäden vollständig übernimmt (Rz 135). 

e)  [X] muss entweder alle Werbekosten übernehmen oder die Agenten für die ihnen 

entstandenen Werbekosten entschädigen (Rz 141). 

f) 

[X] muss die marktspezifischen Investitionen (inkl. CI-Anforderungen) klar definie-
ren  und  die  Kosten  dafür  entweder  übernehmen  oder  die  Agenten  für  die  ihnen 
entstandenen Kosten entschädigen (Rz 143). 

3.  [X] informiert ihre Vertragspartner (die gegenwärtigen «Agenten») in einer leicht verständ-
lichen Form über die neue Organisation des Vertriebs von [X]-Brandschutzprodukten und 
damit zusammenhängender Serviceleistungen und über die Rechte und Pflichten, welche 
die Vertragspartner in dieser Vertriebsform haben und reicht dem Sekretariat die entspre-
chenden Belege ein. 

E 

Kosten 

196.  Nach Art. 2 Abs. 1 GebV-KG152 ist gebührenpflichtig, wer ein Verwaltungsverfahren ver-
ursacht  hat.  Gemäss  Art.  3  Abs.  2  lit.  b  GebV-KG  haben  Beteiligte,  die  eine  Vorabklärung 
verursacht  haben,  keine  Gebühren  zu  bezahlen,  sofern  diese  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
unzulässige Wettbewerbsbeschränkung ergibt. 

197.  Im  vorliegenden  Fall  sind  die  Voraussetzungen  für  eine  Gebührenfreiheit  gemäss 
Art. 3 Abs.  2  lit.  b  GebV-KG  nicht  erfüllt.  Es  liegen  Anhaltspunkte  für  unzulässige  Wettbe-
werbsbeschränkungen vor. Auf die Eröffnung einer Untersuchung wird insbesondere unter der 
Voraussetzung verzichtet, dass [X] sich den angeregten Massnahmen unterzieht und die An-
regungen nach Art. 26 Abs. 2 KG umsetzt. Damit hat [X] die Verfahrenskosten zu tragen. 

198.  Nach Art. 4 Abs. 2 GebV-KG gilt ein Stundenansatz von 100 bis 400 Franken. Dieser 
richtet sich namentlich nach der Dringlichkeit des Geschäfts und der Funktionsstufe des aus-
führenden Personals. Auslagen für Porti sowie Telefon- und Kopierkosten sind in den Gebüh-
ren eingeschlossen (Art. 4 Abs. 4 GebV-KG). 

199.  Der Zeitaufwand der Vorabklärung beläuft sich auf 305,1 Stunden und wird gestützt auf 
die Funktionsstufe der mit dem Fall betrauten Mitarbeiter nach den folgenden Stundenansät-
zen verrechnet: 

-  11,1 Stunden zu 290 Franken, ergebend 3’219,00 Franken; 

-  146 Stunden zu 200 Franken, ergebend 29’200,00 Franken; 

-  148 Stunden zu 130 Franken, ergebend 19'240,00 Franken. 

200.  Daraus resultieren Verfahrenskosten von insgesamt 51'659,00 Franken. 

201.  Vorliegend ergab die Vorabklärung Anhaltspunkte für unzulässige Wettbewerbsabreden 
nach Art. 4 Abs. 1 KG i. V. m. Art. 5 Abs. 4 KG, sodass die durch [X] zu bezahlende Gebühr 
51'659,00 Franken beträgt. 

152 Verordnung vom 25.2.1998 über die Gebühren zum Kartellgesetz (Gebührenverordnung KG, GebV-
KG; SR 251.2). 

38 

 
 
 
 
 
 
 
F 

Schlussfolgerungen 

202.  Das Sekretariat der Wettbewerbskommission, gestützt auf den bekannten Sachverhalt 
und die vorangehenden Erwägungen, 

stellt fest, dass Anhaltspunkte dafür bestehen, dass unzulässige Wettbewerbsbeschrän-

1. 
kungen vorliegen; 

verzichtet darauf, einem Mitglied des Präsidiums die Eröffnung einer Untersuchung zu 

2. 
beantragen, sofern die [X] AG die Anregungen nach Art. 26 Abs. 2 KG umsetzt; 

3. 

4. 

erhebt Verfahrenskosten von 51'659,00 Franken; 

beschliesst, diesen Schlussbericht zu publizieren. 

39