# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac614f23-7d3e-5e6a-9fbd-9c0e178d8a3e
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2026-01-14
**Language:** de
**Title:** 5A_491/2025 14.01.2026
**Docket/Reference:** 5A_491/2025
**URL:** https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F14-01-2026-5A_491-2025&print=yes&zoom=

## Full Text

Bundesgericht
Tribunal fdral
Tribunale federale
Tribunal federal
5A_491/2025
Urteil vom 14. Januar 2026
II. zivilrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Bovey, Prsident,
Bundesrichter Hartmann, Bundesrichterin De Rossa,
Gerichtsschreiber Buss.
Verfahrensbeteiligte
1. A.________,
2. B.________,
beide vertreten durch Rechtsanwalt Tobias Kazik,
Beschwerdefhrer,
gegen
Betreibungsamt Opfikon,
Oberhauserstrasse 25, 8152 Opfikon.
Gegenstand
Steigerungszuschlge,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zrich, II. Zivilkammer als obere kantonale Aufsichtsbehrde ber Schuldbetreibung und Konkurs, vom 5. Juni 2025 (PS250064-O/U).
Sachverhalt:
A.
Mit Verfgungen vom 25. Oktober 2024 teilte das Betreibungsamt Opfikon den Beschwerdefhrern 1 und 2 die Steigerungszuschlge in den Zwangsversteigerungen der im Miteigentum der Beschwerdefhrer stehenden Grundstcke an der C.________strasse xxx sowie der D.________strasse yyy in U.________ mit.
B.
Dagegen gelangten die Beschwerdefhrer mit Eingabe vom 6. November 2024 an das Bezirksgericht Blach als untere kantonale Aufsichtsbehrde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen und verlangten die Aufhebung der genannten Steigerungszuschlge. Mit Beschluss vom 4. Februar 2025 wies das Bezirksgericht die Beschwerde ab. Die Beschwerdefhrer erhoben dagegen am 3. Mrz 2025 Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zrich als oberer kantonaler Aufsichtsbehrde ber Schuldbetreibung und Konkurs. Das Obergericht wies den Beschwerdeweiterzug mit Urteil vom 5. Juni 2025 ab.
C.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 20. Juni 2025 sind die Beschwerdefhrer an das Bundesgericht gelangt. Sie stellen den Antrag, es seien das obergerichtliche Urteil sowie die beiden Steigerungszuschlge vom 25. Oktober 2024 aufzuheben.
Das Bundesgericht hat die kantonalen Akten beigezogen, hingegen keine Vernehmlassungen eingeholt.
Erwgungen:
1.
1.1. Angefochten ist der Entscheid eines oberen kantonalen Gerichts, das als (obere) kantonale Aufsichtsbehrde ber die Zwangsversteigerung von Grundstcken, mithin in einer Schuldbetreibungs- und Konkurssache, entschieden hat. Die Beschwerde in Zivilsachen ist gegeben (Art. 19 SchKG i.V.m. Art. 72 Abs. 2 lit. a, Art. 74 Abs. 2 lit. c und Art. 75 BGG ).
1.2. Die Beschwerdefhrer haben am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und sind vom angefochtenen Entscheid besonders berhrt. Sie haben ein schutzwrdiges Interesse an der Aufhebung oder nderung des angefochtenen Entscheides und sind daher zur Beschwerde berechtigt (Art. 76 Abs. 1 BGG).
1.3. Mit der vorliegenden Beschwerde kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht gergt werden (Art. 95 lit. a BGG). In der Beschwerde ist in gedrngter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 143 I 377 E. 1.2). Die Verletzung verfassungsmssiger Rechte ist ebenfalls zu begrnden, wobei hier das Rgeprinzip gilt (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 142 III 364 E. 2.4).
2.
2.1. Hinsichtlich der Versteigerung des Grundstcks an der D.________strasse yyy, welches an die E.________ AG zugeschlagen wurde, machen die Beschwerdefhrer geltend, das hchste Gebot sei von einem nicht gehrig ausgewiesenen Vertreter abgegeben worden. Das Betreibungsamt habe die Vorschrift in Ziff. A.3 lit. a der einschlgigen Steigerungsbedingungen missachtet, wonach bei Handelsgesellschaften ein beglaubigter Handelsregisterauszug und eine beglaubigte Vollmacht erforderlich seien.
2.2. Das Angebot an einer Steigerung stellt eine Willenserklrung dar. Im Namen eines andern kann daher der Bieter nur dann gltig auftreten, wenn er dessen gesetzlicher oder rechtsgeschftlicher Vetreter ist, sei es infolge ausdrcklicher Bevollmchtigung, auf Grund eines die entsprechende Ermchtigung in sich schliessenden Rechtsverhltnisses oder, bei juristischen Personen, kraft einer mit solcher Handlungsbefugnis verbundenen Organstellung (BGE 82 III 55 S. 58; ROTH, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz ber Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 16 zu Art. 126 SchKG). Art. 58 Abs. 2 der Verordnung des Bundesgerichts vom 23. April 1920 ber die Zwangsverwertung von Grundstcken (VZG; SR 281.42) bestimmt, dass wenn eine vertretene Partei den Zuschlag erhlt, deren Vollmacht zu den Akten zu nehmen ist. Daraus ergibt sich auch, dass whrend des Bietprozesses der Nachweis der Vertretungsbefugnis verlangt werden kann, er aber sptestens beim Zuschlag vorgelegt werden muss (GTLIN/KUHN, in: Die betreibungsrechtliche Zwangsverwertung von Grundstcken, Schlegel/Zopfl [Hrsg.], 2019, Rz. 584). Der fr eine Drittpartei handelnde Bieter muss daher in der Lage sein, vor der Zuschlagserteilung eine Vollmacht vorzulegen, deren Wortlaut keinen Raum fr Zweifel lsst (BGE 82 III 55 S. 58 f.). Ist er dazu nicht in der Lage, kann sein Angebot von der Steigerungsleitung als unzulssig erklrt werden (Urteil 5A_445/2023 vom 2 Oktober 2023 E. 4.1.2 mit Hinweisen).
2.3. Im vorliegenden Fall steht fest und ist unbestritten, dass das Angebot fr die E.________ AG von F.________ abgegeben wurde. Dieser wurde von G.________, gemss Handelsregister Mitglied des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift, dazu bevollmchtigt, im Namen der Gesellschaft an der Steigerung teilzunehmen und fr diese Gebote abzugeben. Die entsprechende schriftliche Vollmacht ist aktenkundig. Unstrittig ist sodann, dass sowohl G.________ als auch F.________ an der Versteigerung teilgenommen und ihre Identitt durch offizielle Dokumente nachgewiesen haben.
2.4. Dass die Steigerungsleitung das fr die E.________ AG abgegebene Angebot bercksichtigt hat, obschon kein beglaubigter Handelsregisterauszug vorgelegt wurde, stellt entgegen der Auffassung der Beschwerdefhrer weder eine Verletzung von Art. 58 Abs. 2 VZG noch eine Verletzung der Steigerungsbedingungen dar. Ziff. A.3 lit. c der Steigerungsbedingungen sieht zwar vor, dass die Steigerungsleitung bei Fehlen der erforderlichen Ausweise das Angebot dahinfallen lassen und die Steigerung durch dreimaliges Aufrufen des nchst tieferen Angebots fortsetzen kann. Es handelt sich jedoch, wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, um eine Kann-Bestimmung, also eine Bestimmung, nach der im Einzelfall verfahren werden kann, aber nicht verfahren werden muss. Eine rechtswidrige Ermessensausbung vermgen die Beschwerdefhrer in diesem Zusammenhang nicht darzutun. Aus dem Umstand, dass sich die Steigerungsleitung im konkreten Fall mit einer Abfrage des Online-Handelsregisterauszugs und einer berprfung der Identittsdokumente begngt hat, vermgen die Beschwerdefhrer somit nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.
3.
3.1. Mit Bezug auf die Versteigerung des Grundstcks an der C.________strasse xxx monieren die Beschwerdefhrer Unklarheiten im Protokoll und machen geltend, dass (mangels Willens) weder ein alleiniger Eigentumserwerb durch H.H.________ noch (mangels Unterschrift von dessen Ehefrau auf dem ursprnglichen Steigerungsprotokoll bzw. mangels Vorlage einer beglaubigten Vollmacht) ein Eigentumserwerb zusammen mit dessen Ehefrau habe stattfinden knnen.
3.2. Das Obergericht hat dazu erwogen, bereits aus dem von den Beschwerdefhrern eingereichten ursprnglichen Steigerungsprotokoll gehe hervor, dass das Grundstck zu hlftigem Miteigentum der Eheleute H.H.________ und I.H.________ habe ersteigert werden sollen. Dies htten die Eheleute im Verfahren vor der unteren Aufsichtsbehrde noch einmal besttigt, wobei als erstellt gelten knne, dass beide Eheleute an der Versteigerung anwesend gewesen seien. Entgegen der Auffassung der Beschwerdefhrer stelle sich die Frage der Vollmacht bzw. der Bevollmchtigung von H.H.________ vorliegend nicht. Unbestrittenermassen sei das Protokoll nachtrglich um die Unterschrift der Ehefrau von H.H.________ ergnzt worden. Es sei anerkannt, dass das Steigerungsprotokoll nachtrglich ergnzt werden knne, wobei darauf zu achten sei, dass nachtrgliche Ergnzungen als solche erkennbar seien. Dies sei vorliegend grundstzlich der Fall. Was die Unterzeichnung des Protokolls durch den bzw. die Ersteigerer anbelange, sei zudem davon auszugehen, dass es sich lediglich um eine Ordnungsvorschrift zu Beweiszwecken handle, wobei der Mangel der fehlenden Unterschrift von I.H.________ mittlerweile ohnehin behoben worden sei.
3.3. Die Beschwerdefhrer kritisieren die Annahme der Vorinstanz, es ergebe sich bereits aus dem Protokoll der Versteigerung, dass das Grundstck zu hlftigem Miteigentum habe ersteigert werden wollen. In Tat und Wahrheit sei das Protokoll mit Bezug auf die Frage, an wen der Zuschlag erteilt worden sei, vllig unklar. Nur beim ersten Gebot von H.H.________ sei auch noch dessen Ehefrau aufgefhrt worden und von Miteigentum die Rede gewesen. Ein Zuschlag an das Ehepaar scheitere demnach an formellen Voraussetzungen. Der Annahme eines Zuschlags an das Ehepaar stehe vorliegend sowohl Art. 58 Abs. 2 VZG in Verbindung mit den Steigerungsbedingungen als auch Art. 61 Abs. 2 VZG entgegen. Die Unterschrift des bzw. der Ersteigerer sei derart wesentlich, dass sie nicht nachtrglich ergnzt werden knne.
3.4. Die Vorbringen erweisen sich als unbegrndet. An einer Zwangsversteigerung kann ein Gebot auch von mehreren Personen gemeinsam abgegeben werden (Art. 59 VZG). Vorliegend geht aus dem Steigerungsprotokoll unstrittig hervor, dass H.H.________ beim ersten Gebot mitgeteilt hat, das Grundstck gemeinsam mit seiner Ehefrau zu je hlftigem Miteigentum erwerben zu wollen. Aus dem Umstand, dass bei den weiteren Geboten und an einer weiteren Stelle im Protokoll lediglich der Name von H.H.________ alleine aufgefhrt wurde, lsst sich nicht ableiten, dass das Grundstck nicht dem Ehepaar gemeinsam zugeschlagen worden wre. In der Bestandteil des Steigerungsprotokolls bildenden Bescheinigung ber den Steigerungszuschlag wurde denn auch unmissverstndlich festgehalten, dass der Zuschlag an H.H.________ und seine Ehefrau zu je hlftigem Miteigentum erteilt werde. Wenn die Vorinstanz das Protokoll mit Bezug auf die Frage, wem der Zuschlag erteilt wurde, als hinreichend klar erachtet hat, ist dies daher nicht zu beanstanden. Soweit die Beschwerdefhrer in diesem Zusammenhang eine Verletzung der einschlgigen Steigerungsbedingungen monieren, ist darauf hinzuweisen, dass sich die Vorschrift in Ziff. A.3 lit. b der Steigerungs-bedingungen, wonach sich Ehegatten mit beglaubigter Vollmacht zu vertreten haben, nach deren Sinn und Zweck auf den Fall bezieht, in welchem ein Ehegatte selbst nicht anwesend ist. Vorliegend ist jedoch unbestritten, dass auch die Ehefrau an der Steigerung teilgenommen hat. Unbehelflich ist schliesslich auch die Berufung der Beschwerdefhrer auf Art. 61 Abs. 2 VZG. Diese Bestimmung sieht vor, dass im Anschluss an die Steigerungsbedingungen ein Protokoll zu fhren ist, das vom Steigerungsbeamten sowie vom Ersteigerer zu unterzeichnen ist. Wie das Obergericht zutreffend errtert hat, handelt es sich dabei jedoch nicht um eine Gltigkeitsvorschrift, sondern um eine blosse Ordnungsvorschrift zu Beweiszwecken (HUPTLI, in: Verordnung ber die Geschftsfhrung der Konkursmter [KOV], Kommentar, 2016, N. 5 zu Art. 73 KOV). Da in einer ffentlichen Versteigerung das Grundeigentum bereits mit dem Zuschlag konstitutiv auf den bzw. die Erwerber bergeht (vgl. Art. 656 Abs. 2 ZGB; Art. 66 Abs. 1 VZG; BGE 117 III 39 E. 4b; POSSA/GASSER/STCKLI, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz ber Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 8 zu Art. 137 SchKG), ist eine fehlende Unterschrift auf dem Steigerungsprotokoll nicht geeignet, einen Eigentmerwechsel zu verhindern. Dem Fehlen der Unterschrift der Ehefrau von H.H.________ auf dem (ursprnglichen) Steigerungsprotokoll hat die Vorinstanz daher zu Recht keine entscheidende Bedeutung beigemessen. Damit ist eine Grundlage fr eine Aufhebung des Steigerungszuschlags fr das Grundstck an der C.________strasse xxx ebenfalls nicht ersichtlich.
4.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Beschwerdefhrer als unterliegende Parteien fr die Gerichtskosten aufzukommen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).
Demnach erkennt das Bundesgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden den Beschwerdefhrern auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdefhrern, dem Betreibungsamt Opfikon und dem Obergericht des Kantons Zrich, II. Zivilkammer als oberer kantonaler Aufsichtsbehrde ber Schuldbetreibung und Konkurs, mitgeteilt.
Lausanne, 14. Januar 2026
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Prsident: Bovey
Der Gerichtsschreiber: Buss