# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** caae3871-a00b-5111-87ab-cd443d5dc5ad
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.03.2025 E-1798/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1798-2025_2025-03-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1798/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer;   

Gerichtsschreiber Janic Lombriser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Katrin Henzi,  

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat – Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG);  

Verfügung des SEM vom 8. März 2025. 

 

 

 

E-1798/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 20. September 2024 in der Schweiz 

um Asyl nach (SEM-Akten […][A]1). Das SEM nahm gleichentags und am 

23. September 2024 eine Kopie eines afghanischen Tazkira, eine griechi-

sche Gesundheitskarte, ausgestellt am (…) 2024, ein griechisches Steuer-

registrierungsformular, ausgestellt am (…) 2024, eine griechische elektro-

nische Zahlungsmöglichkeit des Reisepasses vom (…) 2024, einen Boar-

dingpass der Aegean Airlines S.A. von B._______ nach C._______ vom 

(…) 2024, eine griechische Aufenthaltsbewilligung für Flüchtlinge, ausge-

stellt am (…) 2024, einen griechischen Reiseausweis für Flüchtlinge, aus-

gestellt am (…) 2024, sowie die Akten des griechischen Asylverfahrens zu 

den Akten (A7). 

A.b Ein am 25. September 2024 durchgeführter Abgleich mit der Eurodac-

Datenbank ergab, dass er am 11. April 2024 ein Asylgesuch in Griechen-

land eingereicht hatte (A10). 

A.c Am 3. Oktober 2024 fand die Personalienaufnahme (PA) des Be-

schwerdeführers statt (A14). 

A.d Am 4. Oktober 2024 ersuchte das SEM die griechischen Behörden um 

Rückübernahme des Beschwerdeführers gestützt auf die Richtlinie 

2008/11/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (sog. 

Rückführungsrichtlinie) sowie das Abkommen zwischen der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft und der Italienischen Republik über die Rück-

übernahme von Personen mit unbefugtem Aufenthalt vom 10. September 

1998 (Rückübernahmeabkommen; SR 0.142.114.549; A15). 

A.e Die griechischen Behörden stimmten mit E-Mail vom 9. Oktober 2024 

dem Rückübernahmeersuchen des SEM vom 4. Oktober 2024 zu (A17). 

A.f Am 10. Dezember 2024 wurde dem Beschwerdeführer im Rahmen ei-

nes persönlichen Gesprächs das rechtliche Gehör zu einem allfälligen 

Nichteintretensentscheid und zur Möglichkeit der Überstellung in einen si-

cheren Drittstaat (Griechenland) gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG (SR 

142.31) gewährt (A20). Dabei führte der Beschwerdeführer unter Beilage 

der Schweizer Aufenthaltsbewilligung und Scheidungsurkunde seiner Part-

nerin (A7) im Wesentlichen aus, seine Partnerin und ihre Kinder wohnten 

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in der Schweiz und benötigten seine Hilfe. In Griechenland gebe es keine 

Schule für die Kinder und für die Erwachsenen keine Sprachkurse. Zudem 

habe er dort lange aufgrund von Sprachschwierigkeiten vergeblich nach 

Arbeit gesucht und schliesslich im Bereich der Landwirtschaft mehrere Mo-

nate für EUR 25.– pro Tag schwarzgearbeitet. Auch gebe es beim Arztbe-

such keine Dolmetscher. Daher habe er sich nicht verständigen können 

und sei nicht behandelt worden, sondern habe gegen seine Zahnschmer-

zen lediglich Medikamente erhalten. Überdies habe er vergeblich nach ei-

ner Wohnung gesucht und keine Krankenversicherung abgeschlossen, da 

er sich beides nicht habe leisten können. Er habe nach dem positiven Asyl-

entscheid in Griechenland seine Aufenthaltsbewilligung verloren, weshalb 

er in der Flüchtlingsunterkunft bleiben musste. Nach Wiedererlangung der 

Aufenthaltsbewilligung sei er zwei oder drei Tage später ausgereist. Auf-

grund der Zukunft der Kinder seien sie in die Schweiz gereist. 

A.g Mit Verfügung vom 17. Dezember 2024 trat das SEM in Anwendung 

von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Vollzug an (A27).  

A.h Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 23. Dezem-

ber 2024 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (E-8090/2024; 

A32). Im Rahmen seiner Vernehmlassung vom 17. Januar 2025 hob das 

SEM die Verfügung vom 17. Dezember 2024 auf und nahm das erstin-

stanzliche Verfahren wieder auf (A33), woraufhin das Bundesverwaltungs-

gericht am 22. Januar 2025 das Beschwerdefahren E-8090/2024 als ge-

genstandslos geworden abschrieb (A35). 

B.  

B.a Am 26. Februar 2025 führte das SEM ein ergänzendes persönliches 

Gespräch zur Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Partnerin durch 

(A42). Der Beschwerdeführer reichte eine Heiratsbestätigung eines Mul-

lahs ein, welcher die Trauung durchgeführt habe und führte im Wesentli-

chen aus, er habe seine Partnerin auf dem Fluchtweg von Afghanistan in 

den Iran kennengelernt. Anschliessend seien sie Anfang 2023 in die Türkei 

eingereist, wo sie im 11. Monat 2023 geheiratet hätten. Bei der Trauung 

seien zwar keine Verwandte anwesend gewesen, jedoch hätten die Kinder 

seiner Partnerin der Trauung beigewohnt. Er habe keinen Eheschein, wes-

halb das genaue Trauungsdatum unbekannt sei. Nachdem sie ihre Bezie-

hung offiziell gemacht hätten, seien sie noch etwa vier bis fünf Monate in 

der Türkei geblieben. In Griechenland hätten sie zusammengewohnt, seien 

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aber mangels Ehescheins als Verlobte registriert worden. Er sei nach sei-

ner Partnerin aus Griechenland ausgereist, weil er seine Identitätskarte 

verloren habe und auf die Ausstellung einer neuen Identitätskarte habe 

warten müssen. Zwar habe er verbale Auseinandersetzungen mit seiner 

Partnerin gehabt, sie jedoch nie geschlagen. Er habe ihr nach ihrer Aus-

reise lediglich vorgehalten, sie müsse vorsichtiger mit ihrer Tochter sein, da 

ein anderer Asylsuchender in Griechenland Fotos der Tochter auf seinem 

Mobiltelefon gehabt habe. Die Beziehung zu seiner Partnerin sei normal 

und diejenige zu ihren Kindern sehr gut. 

B.b Das SEM nahm am 28. Februar 2025 das (interne) Verlaufsblatt der 

medizinischen Betreuung Medic-Help (A45), die Stellungnahme der Part-

nerin des Beschwerdeführers vom 6. August 2024 (A46) und das Protokoll 

Erstbefragung des Sohnes der Partnerin vom 21. März 2024 (A47) zu den 

Akten. 

B.c Am 3. März 2025 reichte der Beschwerdeführer gemeinsam mit seiner 

Partnerin eine Stellungnahme zu ihrer Beziehung und zur Beziehung zu 

den Kindern ein (A48). 

B.d Das SEM stellte dem Beschwerdeführer am 4. März 2025 den Entwurf 

zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid zu und gewährte ihm hierzu 

sowie zur beabsichtigten Wegweisung nach Griechenland das rechtliche 

Gehör (A49). 

B.e Mit Eingabe vom 5. März 2025 reichte der Beschwerdeführer eine Stel-

lungnahme ein (A50). 

B.f Mit Verfügung vom 6. März 2025 – eröffnet am folgenden Tag – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG erneut auf das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus 

der Schweiz sowie den Vollzug an. 

B.g Mit Eingabe vom 14. März 2025 erhob der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung und bean-

tragt, die angefochtene Verfügung sei vollständig aufzuheben und das 

SEM sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer wegen Unzulässigkeit und 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme in der 

Schweiz zu gewähren. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung voll-

ständig aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Subeventualiter sei die angefochtene Verfügung vollständig aufzu-

heben und die Sache zur Einholung konkreter, individueller schriftlicher 

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Zusicherungen der griechischen Behörden betreffend adäquate Unter-

kunft, Ernährung sowie den Zugang zur medizinischen Grundversorgung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht er-

suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Zwar wird in der Beschwerde die vollständige Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt, es fehlen in der Beschwerdebegründung aber 

jegliche Ausführungen dazu, inwiefern das Nichteintreten auf das Asylge-

such (Dispositivziffer 1) oder die verfügte Wegweisung (Dispositivziffer 2) 

nicht rechtmässig sei. Diese Dispositivziffern sind daher mangels Anfech-

tung in Rechtskraft erwachsen und bilden nicht Gegenstand des Verfah-

rens. 

Ebenfalls nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist mangels Ge-

suchstellung und mangels in der Schweiz festgestellter Flüchtlingseigen-

schaft bei der Partnerin des Beschwerdeführers die Frage, ob der Be-

schwerdeführer in die Flüchtlingseigenschaft seiner Partnerin im Sinne von 

Art. 51 Abs. 1 AsylG einzubeziehen ist. Die entsprechenden Ausführungen 

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der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung sind daher nicht zu beach-

ten. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer stellt eventualiter ein Rückweisungsbegehren 

und begründet es im Wesentlichen damit, dass die Vorinstanz den Unter-

suchungsgrundsatz und den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe. 

Sie sei von einer neun- statt zwölfmonatigen Beziehungsdauer ausgegan-

gen und habe die Beziehung zwischen ihm und seiner Partnerin nicht im 

Fluchtkontext bewertet. Zudem könne aufgrund des mangelhaft festgestell-

ten Sachverhalts entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht beurteilt wer-

den, inwiefern ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihnen bestehe. Zu-

dem habe sie zwecks Feststellung einer ausreichenden Beziehung die 

Partnerin des Beschwerdeführers und die Kinder nicht angehört. Diese for-

mellen Rügen sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet sind, eine 

Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 

E. 4.2). 

5.2 Im Verwaltungsverfahren gelten der Untersuchungsgrundsatz und die 

Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen 

Sachverhalts (Art. 12 VwVG; vgl. auch Art. 49 Bst. b VwVG; für das Asyl-

verfahren ausserdem Art. 6 AsylG). Mithin ist die zuständige Behörde ver-

pflichtet, den für die Beurteilung eines Asylgesuchs relevanten Sachverhalt 

von Amtes wegen festzustellen (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1). Unrichtig ist 

die Sachverhaltsdarstellung, wenn der Verfügung ein falscher und akten-

widriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt 

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worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechts-

wesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. Kölz/ Häner/ Bert-

schi, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

3. Aufl., 2013, Rz. 1043). Ferner sind die Behörden gemäss Art. 35 Abs. 1 

VwVG verpflichtet, schriftliche Verfügungen zu begründen. Diese Begrün-

dungspflicht stellt eine Konkretisierung des Grundsatzes des rechtlichen 

Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) dar. 

5.3 Der Rüge, die Vorinstanz habe aufgrund der fehlenden Befragung der 

Partnerin des Beschwerdeführers und der Kinder die familiäre Beziehung 

nicht genügend abgeklärt und damit den Untersuchungsgrundsatz verletzt, 

kann nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz hat den rechtserheblichen Sach-

verhalt ausführlich erstellt und sich mit den zu den Akten gelegten Aussa-

gen des Beschwerdeführers und seiner Partnerin sowie Kinder rechts-

genüglich auseinandergesetzt. So hat sie den Beschwerdeführer ergän-

zend zu seiner Beziehung angehört (A42), die Stellungnahme der Partne-

rin in ihrem Asylverfahren vom 6. August 2024 (A46) und die Personalien-

aufnahme des Sohnes der Partnerin vom 21. März 2024 (A47) beigezogen 

sowie entsprechend in ihren Erwägungen in der angefochtenen Verfügung 

ausreichend gewürdigt. Insbesondere hat sie – wie nachfolgend aufgezeigt 

(E. 7.2.5) – die Dauer der Beziehung aufgrund der unterschiedlichen An-

gaben des Beschwerdeführers nicht exakt festlegen können, weshalb er 

hieraus und mangels asylrechtlicher Relevanz nichts zu seinen Gunsten 

ableiten kann. 

5.4 Vor diesem Hintergrund sowie aufgrund der nachfolgenden Erwägun-

gen (vgl. insb. E. 7.2) gibt es auch keinen Anlass, bei den griechischen 

Behörden individuelle Zusicherungen einzuholen. 

5.5 Nach dem Gesagten erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-

det und eine Rückweisung an die Vorinstanz ist dementsprechend nicht 

angezeigt. Die entsprechenden Rechtsbegehren sind daher abzuweisen.  

6.  

6.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung ihrer Verfügung im Wesentlichen 

aus, dass beim Beschwerdeführer besondere, die Gewährung von Fami-

lienasyl ausschliessende Gründe vorliegen würden, da er in einem siche-

ren Drittstaat über internationalen Schutz verfüge. Die Anwendung von 

Art. 8 EMRK würde im vorliegenden Fall die nationalen Bestimmungen zur 

Familienvereinigung umgehen. Zudem sei der Partnerin des Beschwerde-

führers die vorläufige Aufnahme gewährt worden, bevor er in der Schweiz 

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ein Asylgesuch eingereicht habe. Auch sei aus der Stellungnahme der 

Partnerin vom 6. August 2024 zu entnehmen, dass der Wille zur Fortfüh-

rung der Beziehung in der Schweiz im Zeitpunkt der Gewährung der vor-

läufigen Aufnahme nicht gegeben gewesen sei. Ausserdem sei nicht er-

sichtlich, inwieweit in Griechenland der Wille zur Fortführung der Bezie-

hung noch vorhanden gewesen sei, da er nicht zusammen mit seiner Part-

nerin und den Kindern ausgereist sei. Ebenfalls seien die Kinder nicht die 

leiblichen Kinder des Beschwerdeführers und es seien keine gewichtigen 

öffentliche Interessen ersichtlich, die einer Rückkehr nach Griechenland 

entgegenstehen würden, weshalb auch die Wegweisung unter dem Ge-

sichtspunkt des Kindeswohls zulässig sei. Überdies habe der Beschwer-

deführer trotz zumutbarer Möglichkeiten keine ausreichenden Schritte un-

ternommen, um in Griechenland eine Lebensgrundlage aufzubauen. Er sei 

in der Lage gewesen, einen griechischen Reiseausweis und erneut eine 

griechische Aufenthaltsbewilligung zu beantragen sowie eine Arbeitstätig-

keit aufzunehmen. Daher sei es ihm nach einer Rückkehr nach Griechen-

land zumutbar, sich um die dort vorhandenen Unterstützungsangebote zu 

bemühen, einen Sprachkurs zu besuchen und eine Arbeitsstelle zu su-

chen. Ausserdem habe er keine schwerwiegenden gesundheitlichen Be-

schwerden, die im Sinne der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtspre-

chung einer Rückkehr nach Griechenland entgegenstehen würden. 

Schliesslich könne er sich als anerkannter Flüchtling auf die Garantien in 

der Richtlinie 2011/95/EU (Qualifikationsrichtlinie) berufen. 

6.2 Der Beschwerdeführer wendet in seiner Beschwerde im Wesentlichen 

ein, dass aufgrund der sehr schlechten Lebenssituation in Griechenland 

der Wegweisungsvollzug dorthin unzumutbar sei. Es gebe dort täglich 

Schlägereien und Messerstechereien. Er habe den Eindruck, dass die grie-

chische Polizei die Situation nicht unter Kontrolle habe und der Kriminalität 

machtlos gegenüberstehen würden. Deshalb und zum Wohl der Kinder 

habe er zusammen mit seiner Partnerin beschlossen, in die Schweiz wei-

terzureisen. Da er seine Identitätskarte verloren habe und es länger ge-

dauert habe, bis der griechische Staat ihm eine neue ausgestellt habe, hät-

ten sie beschlossen, dass die Partnerin zusammen mit den Kindern zuerst 

weiterreisen solle und er so schnell wie möglich nachkommen würde. Auch 

gebe es in Griechenland keine Sprachkurse, weshalb er keine legale Arbeit 

gefunden habe. Ohne Arbeit habe er keine Wohnung gefunden. Mit EUR 

25.– pro Tag könne er eine Wohnung, Nahrungsmittel, eine Familie und 

eine Krankenversicherung nicht finanzieren. Auch sei die medizinische 

Versorgung sehr schlecht, zumal es keine Dolmetscher gebe und die Pati-

enten trotz langer Wartezeiten nicht behandelt würden. In der Schweiz 

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besuche er seine Partnerin und ihre Kinder jedes Wochenende, soweit es 

ihm seine finanzielle Lage erlaube. Zurzeit würden sie sich im Ehevorbe-

reitungsverfahren befinden, damit ihre Ehe offiziell anerkannt werde. Die 

Vorinstanz verkenne, dass in der islamischen Kultur die Ehegatten erst 

nach der Trauung zusammenlebten und die Trauung durch einen Mullah 

aus ihrer Sicht gültig sei. Auch könne die kurze Dauer der Ehe und die 

getrennte Einreise nicht eine unzureichende familiäre Bindung nachwei-

sen. Vielmehr sei durch die gemeinsame Flucht innert kürzester Zeit eine 

starke Bindung entstanden. 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-

vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 

der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-

schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich 

ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 

E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

7.2.2 Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantiert den Schutz des Familienlebens. Dieses 

umfasst in erster Linie die Kernfamilie, das heisst die Gemeinschaft der 

Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1; 135 

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I 143 E. 1.3.2). Andere familiäre Verbindungen können ebenfalls in den 

Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK fallen, sofern eine genügend nahe, 

echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht oder ein besonderes Ab-

hängigkeitsverhältnis vorliegt, welches über die normalen affektiven Bin-

dungen hinausgeht (vgl. dazu BGE 135 I 143 E. 3.1 m.w.H.; BGE 137 I 154 

E. 3.4.2). Wesentliche Faktoren zur Beurteilung des gelebten Familienle-

bens bilden das gemeinsame Wohnen respektive der gemeinsame Haus-

halt, die finanzielle Verflochtenheit, die Länge und Stabilität der Beziehung 

sowie das Interesse und die Bindung der Partner aneinander (Urteil des 

BVGer E-7613/2016 vom 11. Januar 2017 E. 4.4). Weiter muss es sich 

beim in der Schweiz lebenden Familienmitglied um eine hier gefestigt an-

wesenheitsberechtigte Person handeln (vgl. BGE 139 I 330 E. 2.1). Von 

einem gefestigten Anwesenheitsrecht ist ohne weiteres bei schweizeri-

scher Staatsangehörigkeit auszugehen, ebenso bei einer Niederlassungs- 

oder Aufenthaltsbewilligung, auf deren Verlängerung ein Anspruch besteht 

(vgl. BGE 135 I 143; 130 II 281 m.w.H.). Nach der Rechtsprechung des 

Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte können sich in Ausnah-

mesituationen auch Personen auf den Schutz des Privat- und Familienle-

bens berufen, deren Anwesenheit rechtlich nicht geregelt ist beziehungs-

weise die allenfalls über kein (gefestigtes) Anwesenheitsrecht verfügen, 

deren Anwesenheit aber faktisch als Realität hingenommen wird bezie-

hungsweise aus objektiven Gründen hingenommen werden muss (vgl. 

BGE 138 I 246 E. 3.3.1 m.w.H.). 

7.2.3 Bei Griechenland handelt es sich um einen sicheren Drittstaat, in wel-

chem der Beschwerdeführer Schutz vor Rückschiebung im Sinne von 

Art. 5 Abs. 1 AsylG findet (vgl. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG). Das Land ist 

sodann Signatarstaat der EMRK, der FoK und der FK sowie des FK-Zu-

satzprotokolls vom 31. Januar 1967 und kommt seinen diesbezüglichen 

völkerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach. Zwar anerkennt das 

Bundesverwaltungsgericht, dass die Lebensbedingungen in Griechenland 

für dort anerkannte Schutzberechtigte in fast allen Bereichen des täglichen 

Lebens sehr schwierig sind und sich die Alltagsbewältigung beschwerlich 

gestaltet. Gemäss koordinierter Praxis ist aber nicht von einer Situation 

auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine unangemessene 

und erniedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK 

drohen würde, weshalb das Bundesverwaltungsgericht – wie die Vo-

rinstanz zutreffend festhält – festgestellt hat, dass der Vollzug der Wegwei-

sung nach Griechenland für Personen, die dort einen Schutzstatus erhal-

ten haben, grundsätzlich zulässig ist (vgl. das Referenzurteil des BVGer E-

3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.2 und 11.4). 

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Seite 11 

7.2.4 Der Beschwerdeführer wurde in Griechenland als Flüchtling aner-

kannt. Er kann sich dort somit – wie die Vorinstanz in ihrer Verfügung zu 

Recht aufgezeigt hat – auf die Garantien der Qualifikationsrichtlinie berufen 

(insbesondere die Regeln betreffend den Zugang zu Beschäftigung [Art. 

26], zu Bildung [Art. 27], zu Sozialhilfeleistungen [Art. 29], zu medizinischer 

Versorgung [Art. 30] und zu Wohnraum [Art. 32]), auf die sich Griechenland 

als EU-Mitgliedstaat behaften lassen muss. Auch unter Berücksichtigung 

der schwierigen Lebensbedingungen in Griechenland ist nicht von einem 

"real risk" auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr 

nach Griechenland einer menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt 

sein wird. Es obliegt ihm, bei den zuständigen Behörden seine Rechte gel-

tend zu machen, nötigenfalls mithilfe einer der in Griechenland zahlreich 

vorhandenen Hilfsorganisationen. Es liegen nach dem Gesagten keine 

stichhaltigen Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer bei einer 

Rückkehr nach Griechenland einer menschenunwürdigen oder erniedri-

genden Behandlung ausgesetzt wäre. 

7.2.5 Weiter verfügt die Partnerin des Beschwerdeführers lediglich über die 

vorläufige Aufnahme und damit gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung (vgl. E. 7.2.2) nicht über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der 

Schweiz. Ob es sich bei der vorliegenden Konstellation um eine Ausnah-

mesituation im vorerwähnten Sinn handelt, kann offengelassen werden, da 

der Beschwerdeführer in Ermangelung eines gelebten Familienlebens aus 

Art. 8 EMRK nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Zunächst ist festzu-

halten, dass sein Vorbringen in klarem Widerspruch dazu steht, dass er bei 

seiner Einreise in die Schweiz sowohl auf dem Personalienblatt als auch 

bei seiner Personalienaufnahme angab, ledig zu sein und seine Partnerin 

nicht aufführte (vgl. A1 Ziff. 15, 16, A14 Ziff. 1.14). Sodann ist unklar, wann 

genau die Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Partnerin (und ih-

ren Kindern) begann. So gab er zwar an, die Beziehung habe mit der Aus-

reise aus Afghanistan begonnen (A20 F4), jedoch sind aus den Akten un-

terschiedliche Daten zur entsprechenden Ausreise ersichtlich ([…] Novem-

ber 2023 [A7], […] Dezember 2023 [A14 Ziff. 5.01], […] 2023 [A42 F3]). 

Unabhängig davon ist bei jeder Variante die Beziehungsdauer zu kurz, um 

ein gelebtes Familienleben im massgeblichen Sinne zu begründen, zumal 

sie jedenfalls seit der am (…) 2024 erfolgten getrennten Ausreise der Part-

nerin aus Griechenland in unterschiedlichen Haushalten leben. Auch die 

undatierte und in Kopie eingereichte Heiratsbestätigung eines Mullahs än-

dert mangels rechtsbindender Wirkung nichts an dieser Einschätzung. 

Überdies erklärte die Partnerin in ihrer Stellungnahme vom 6. August 2024, 

dass der Beschwerdeführer in Griechenland ihr gegenüber gewalttätig 

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Seite 12 

geworden sei und sie bedroht habe. Zudem habe er dort illegale Substan-

zen konsumiert, weshalb sie stets wachsam gewesen sei und ihre Töchter 

nie habe unbeobachtet lassen können. Da der Beschwerdeführer nicht im 

Besitz von Reisedokumenten gewesen sei, habe sie die Gelegenheit ge-

nutzt und Griechenland verlassen, um ihren minderjährigen Sohn zu fin-

den. Auch habe er sie nach der Einreise in die Schweiz mit SMS unter 

Druck gesetzt, indem er sie gezwungen habe, Geld nach Griechenland zu 

schicken und verlangt habe, dass sie ohne die Kinder nach Griechenland 

zurückkommen solle. Sie fürchte ernsthafte Vergeltungsmassnahmen sei-

tens des Beschwerdeführers und möchte sich um jeden Preis von ihm fern-

halten (A46). Vor diesem Hintergrund erweist sich die Behauptung, die ge-

trennte Ausreise sei alleine aufgrund der fehlenden griechischen Aufent-

haltsbewilligung des Beschwerdeführers erfolgt, als aktenwidrig, zumal die 

Partnerin in der von der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers verfass-

ten Stellungnahme vom 3. März 2025 zwar ihre Ausführungen vom 6. Au-

gust 2024 revidierte, jedoch weiterhin angab, dass sie Schwierigkeiten mit 

ihm gehabt habe und sie sich gestritten hätten (A48). Angesichts der ge-

schilderten Umstände kann entgegen den Ausführungen auf Beschwerde-

stufe von einem gelebten Familienleben im massgeblichen Sinne zwischen 

dem Beschwerdeführer und seiner Partnerin nicht die Rede sein. Ebenso 

ist nicht davon auszugehen, dass während der kurzen Anwesenheit des 

Beschwerdeführers in der Schweiz ein nach Art. 8 EMRK geschütztes Fa-

milienleben aufgebaut werden konnte, zumal – abgesehen von bisher we-

nigen Wochenenden (A42 F32) – auch kein Zusammenleben stattfindet. 

Zudem ist anzumerken, dass mit dem Vollzug der Wegweisung des Be-

schwerdeführers in einen europäischen Staat (Griechenland) angesichts 

der geltenden Visumvorschriften und trotz beschränkter finanzieller Mittel 

ein persönlicher Kontakt zu seiner Partnerin und ihren Kindern nicht gänz-

lich verunmöglicht wird. Eine Vollzugshindernis wegen Verletzung von 

Art. 8 EMRK liegt nach dem Gesagten nicht vor. 

7.2.6 Somit erweist sich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 

der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland in Beachtung der vorste-

hend genannten völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig. 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

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Seite 13 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG i.V.m. Anhang 2 zu Art. 18 der Verordnung 

vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg- und Ausweisung sowie 

der Landesverweisung von ausländischen Personen (VVWAL; SR 

142.281) besteht ferner die Vermutung, dass eine Wegweisung nach Grie-

chenland in der Regel zumutbar ist. Es obliegt der betroffenen Person, 

diese Vermutung umzustossen. Dazu hat sie ernsthafte Anhaltspunkte da-

für vorzubringen, dass die Behörden im konkreten Fall das Völkerrecht ver-

letzten, ihr nicht den notwendigen Schutz gewährten oder sie menschen-

unwürdigen Lebensumständen aussetzten respektive dass sie im Fall ei-

ner Rückkehr nach Griechenland dort aufgrund von individuellen Umstän-

den sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle 

Notlage geraten würde (vgl. BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 

28. März 2022 E. 11.4). Die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs 

der Wegweisung gilt bezüglich Griechenlands grundsätzlich auch für vul-

nerable Personen, wie zum Beispiel Personen, die an gesundheitlichen 

Problemen leiden, welche nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustu-

fen sind (vgl. a.a.O. E. 11.5.1).  

7.3.2 Der Beschwerdeführer vermag die oben umschriebene Legalvermu-

tung nicht umzustossen und ernsthafte Anhaltspunkte dafür glaubhaft zu 

machen, dass er aufgrund von individuellen Umständen sozialer oder wirt-

schaftlicher Art bei einer Rückkehr nach Griechenland in eine existenzielle 

Notlage geraten würde. Zwar dürfte er bei einer Rückkehr nach Griechen-

land mit gewissen Herausforderungen im Alltag konfrontiert sein; diese er-

scheinen bei zumutbarer Eigeninitiative jedoch nicht unüberwindbar. Es ist 

erneut darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer sich als anerkann-

ter Flüchtling in Griechenland auf die Qualifikationsrichtlinie berufen kann 

und es ihm obliegt, seine Rechte vor Ort bei den zuständigen Behörden 

geltend zu machen und nötigenfalls auf dem Rechtsweg durchzusetzen. 

Das Gericht verkennt nicht, dass die Lebensumstände für anerkannte 

Flüchtlinge in Griechenland schwierig sind; alleine damit ist die Legalver-

mutung aber nicht umgestossen. Auch ist festzuhalten, dass die Nichtre-

gierungsorganisationen in Griechenland von verschiedenen Akteuren (wie 

etwa der Europäischen Union) gerade finanziert werden, um staatliche An-

gebote zu ergänzen (vgl. a.a.O. E. 9). 

7.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

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Seite 14 

7.4 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Griechen-

land ist schliesslich möglich, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Be-

schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

9.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, da die Begehren – wie sich 

aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeich-

nen waren. 

9.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)   

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Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Esther Marti Janic Lombriser 

 

 

Versand: