# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a5519a4-2ceb-5ea7-b68a-4c785fab81b1
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-02
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 02.08.2018 715 18 73/206
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-18-73-206_2018-08-02.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 2. August 2018 (715 18 73 / 206) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Die Unzufriedenheit des Arbeitgebers mit der Leistung des Versicherten trat zu wenig 
klar zu Tage, als dass auf ein eventualvorsätzliches Verhalten des Versicherten im Hin-
blick auf die Kündigung durch den Arbeitgeber zu schliessen ist. Von der Einstellung in 
der Anspruchsberechtigung ist deshalb abzusehen.  
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantonsrich-

ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advoka-
tin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
 
 
 
A. Der 1978 geborene A.____ arbeitete seit 1. Oktober 2006 als Teamleiter bei der B.____ 
AG. Diese Stelle wurde ihm am 31. Mai 2017 per Ende August 2017 gekündigt. Aufgrund einer 
Verzögerung bei der Kündigungsübergabe verlängerte sich das Arbeitsverhältnis schliesslich 
bis Ende September 2017. Am 19. Juni 2016 meldete sich der Versicherte zur Arbeitsvermitt-

 

 
 
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lung an und ersuchte gleichentags um Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung mit Wirkung 
ab 1. September 2017.  
 
B. Mit Verfügung vom 17. November 2017 stellte die Öffentliche Arbeitslosenkasse Basel-
land (Kasse) den Versicherten für die Dauer von 36 Tagen wegen selbstverschuldeter Arbeits-
losigkeit in der Anspruchsberechtigung ein. Zur Begründung machte sie geltend, dass die ehe-
malige Arbeitgeberin die Stelle wegen mangelnder Kooperationsfähigkeit verbunden mit fehlen-
der Akzeptanz und Wertschätzung gegenüber Entscheidungen von Vorgesetzten gekündigt 
habe. Eine hiergegen erhobene Einsprache des Versicherten wies die Kasse mit Einsprache-
entscheid vom 15. Februar 2018 mit der Begründung ab, dass der Versicherte mit der Umstruk-
turierung seitens der Arbeitgeberin nicht einverstanden gewesen sei. Durch die nicht entschuld-
baren Absagen zweier Gesprächstermine habe er gezeigt, dass er nicht an einer Lösung der 
bestehenden Schwierigkeiten interessiert gewesen sei. Darüber hinaus habe er die Arbeiten 
behindert und habe ungefragt frei genommen. Dies sei ein nicht akzeptables Verhalten. Wer 
kurzfristig ohne wirkliche Entschuldigung Gesprächstermine mit Vorgesetzen absage, müsse 
mit einer Kündigung rechnen.  
 
C. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch die Protekta Rechtsschutz-
Versicherung AG, am 28. Februar 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Nachdem diese Beschwerde 
wegen unzulässiger Rechtsvertretung aus dem Recht gewiesen worden war und der Be-
schwerdeführer, nunmehr vertreten durch Advokatin Raffaella Biaggi, mit Beschwerde vom 
11. März 2018 beantragt hatte, es sei in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids 
auf die Einstellung der Anspruchsberechtigung zu verzichten, eventualiter sei die Angelegenheit 
zur ergänzenden Abklärung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen, schloss die 
Kasse mit Vernehmlassung vom 23. Mai 2018 auf Abweisung der Beschwerde. 
 
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun-
gen einzugehen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den 
Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeits-
losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich 
zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 
Abs. 1  lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen 
Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht er-
füllt. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als 

 

 
 
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einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versi-
cherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht 
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 
 
2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, 
um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht 
nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versi-
cherung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als 
Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschul-
densprinzip beherrscht (THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Kol-
ler/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 
2. Aufl., Basel 2007, Rz. 822 ff.). 
 
2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberech-
tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Dieser Tatbe-
stand erfasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die kausal für den Eintritt der Arbeits-
losigkeit sind und eine Verletzung der Pflicht, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, bedeuten. 
Art. 44 Abs. 1 AVIV zählt in den lit. a-d beispielhaft Tatbestände auf, die unter den Begriff der 
selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit fallen. So liegt selbstverschuldete Arbeitslosigkeit unter 
anderem dann vor, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Ver-
letzung arbeitsvertraglicher Pflichten, der Arbeitgeberin Anlass zur Auflösung des Arbeitsver-
hältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). Die Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt keine fristlose Auflösung des Arbeitsverhält-
nisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obliga-
tionenrechts (OR) vom 30. März 1911 voraus. Das unkorrekte Verhalten muss auch nicht unbe-
dingt eine eigentliche Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, 
dass die versicherte Person durch ihr sonstiges Verhalten innerhalb und ausserhalb des Be-
triebs berechtigten Anlass zur Kündigung gab (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungs-
gerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 
8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; ARV 1987 Nr. 7; 1982 Nr. 18). Dabei müssen nicht zwingend 
Beanstandungen in beruflicher Hinsicht vorgelegen haben. Es genügt beispielsweise, dass cha-
rakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Arbeitnehmer für den Betrieb als untrag-
bar erscheinen lassen, zur Entlassung geführt haben (BGE 112 V 244, E. 1). Selbstverschulde-
te Arbeitslosigkeit im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt also immer dann vor, wenn und 
soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in 
einem nach den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person 
liegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hinweisen, 
publ. in: ARV 2009 S. 264). 
 
2.3 Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens der Internationalen Arbeitsorganisation 
über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Über-
einkommen Nr. 168 der IAO), das für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft getreten ist, 
kann eine Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder 

 

 
 
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Verdienstausfall infolge einer vorübergehenden Arbeitseinstellung ohne Unterbrechung des 
Beschäftigungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, nur gekürzt werden, wenn die zuständige 
Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vorsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen 
hat. Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IAO ist hinreichend bestimmt und klar, um 
als Grundlage eines Entscheids im Einzelfall dienen zu können, und ist daher direkt anwendbar 
(BGE 122 V 54 ff.; Urteil des EVG vom 17. Oktober 2000, C 53/00). Aufgrund des grundsätzli-
chen Primats des Völkerrechts geht Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IAO Art. 44 
Abs. 1 lit. a AVIV vor. Demzufolge führt nicht jedes schuldhafte Verhalten der versicherten Per-
son, das dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat, zu einer 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG. Das vorwerfbare 
Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IAO vielmehr vorsätzlich 
erfolgt sein, wobei auch Eventualvorsatz genügt (Urteil des EVG vom 4. Juni 2002, C 371/01, 
E. 2b).  
 
2.4 Eventualvorsatz ist im Zusammenhang mit Art. 44 lit. a AVIV dann anzunehmen, wenn 
die versicherte Person vorhersehen kann oder damit rechnen muss, dass ihr Verhalten zu einer 
Kündigung durch den Arbeitgeber führt (THOMAS NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 831). Im Rahmen 
von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIG darf somit bei blosser Fahrlässigkeit keine Einstellung in der An-
spruchsberechtigung erfolgen (JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberech-
tigung, Zürich 1998, S. 76 f.). Im Entscheid vom 6. Juni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f. hat das 
Bundesgericht – unter Hinweis auf den im Strafrecht geltenden Massstab – festgestellt, dass 
Eventualvorsatz und bewusste Fahrlässigkeit auf der Wissensseite übereinstimmen, indem der 
betroffenen Person die Möglichkeit des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bewusst ist. Wer 
die Möglichkeit der Tatbestandsverwirklichung erkennt, kann sich, selbst leichtfertig, über sie 
hinwegsetzen, d.h. darauf vertrauen bzw. mit der Einstellung handeln, dass schon nichts pas-
sieren werde (bewusste Fahrlässigkeit). Demgegenüber erfordert der Eventualvorsatz, dass der 
Täter sich für die Tatbestandsverwirklichung entscheidet, sie mithin in Kauf nimmt. Weitestge-
hend ausser Frage stehen dürfte das Willenselement nur, wenn der Betroffene die Tatbe-
standsverwirklichung für so naheliegend hält, dass die Bereitschaft, sie als Folge seines Verhal-
tens hinzunehmen, vernünftigerweise nicht mehr bezweifelt werden kann; oder wenn sie ihm, 
im eigentlichen Sinn des Wortes, erwünscht oder recht war, wie wohl auch noch im Falle schie-
rer Gleichgültigkeit. Als Faustregel gilt: Dass die betroffene Person die Tatbestandsverwirkli-
chung in Kauf genommen hat, liegt grundsätzlich näher, je wahrscheinlicher es ihr erschien, 
dass sie eintreten könnte, und je weniger sie diese innerlich ablehnte, bzw. umgekehrt 
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2008, 8C_504/2007, E. 5.4 mit Hinweis). Zu 
den Umständen, die allenfalls auf eventualvorsätzliches Verhalten schliessen lassen, gehören 
dabei die Grösse des Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflicht-
verletzung, die Beweggründe und die Art der Tathandlung. Das Gericht darf vom Wissen der 
Betroffenen auf deren Willen schliessen, wenn sich ihm der Eintritt des Erfolgs als so wahr-
scheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur 
als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Was die betroffene Person wusste, wollte 
und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen und ist somit eine Tatfrage. Rechtsfrage ist hinge-
gen, ob im Lichte der festgestellten Tatsachen der Schluss auf Eventualvorsatz berechtigt er-

 

 
 
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scheint (BGE 138 V 74 E. 8.4.1 mit Hinweisen; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts vom 
6. Juni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f.). 
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerde-
verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhaltes zu sorgen (BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug 
auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund 
der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender 
Anlass besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren 
Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 
Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 
17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). Die Mitwirkungspflicht kommt als allgemeiner Verfahrens-
grundsatz auch im kantonalen Beschwerdeverfahren zur Anwendung und bedeutet das aktive 
Mitwirken der Parteien bei der Feststellung des Sachverhalts (vgl. THOMAS LOCHER, Grundriss 
des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 446 f., 489 f.; FRITZ  GYGI, Bundesver-
waltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 284 f.). 
 
3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 
Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 
sind (vgl. MAX KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1978, S. 135). Im Sozi-
alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. HANS-ULRICH STAUFFER, Rechtsprechung des Bundesge-
richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und Insolvenzentschädigung, Zürich 1998, S. 77). Die blosse Möglichkeit eines be-
stimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sach-
verhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a,  121 V 208 
E. 6b). Eine Ausnahme hierzu bildet die Anwendung von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV (vgl. dazu 
Urteil des EVG vom 17. Oktober 2000, C 53/00, E. 3a). Praxisgemäss muss das der versicher-
ten Person im Rahmen dieser Bestimmung zur Last gelegte Verhalten in beweismässiger Hin-
sicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellung ausser Betracht fällt (Urteile des EVG vom 
7. November 2002, C 365/01, E. 2 und vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; siehe im Weite-
ren auch BGE 112 V 245 E. 1; SVR 1996 ALV Nr. 72 S. 220 E. 3b/bb; NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 
829). 
 
3.3 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässig insbesondere auf die Aussagen 
der Arbeitgeber angewiesen. Dabei ist davon auszugehen, dass diese eine Sachverhaltsdar-
stellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens interessiert zu sein und ohne ein Interesse 
daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünstigen Licht erscheinen zu lassen. So-
lange kein Grund besteht, an den Aussagen der Arbeitgeberin zu zweifeln, ist deshalb auf diese 
abzustellen. Es darf hingegen insbesondere dann nicht einzig auf deren Aussagen zu den Um-
ständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses abgestellt werden, wenn diese be-
stritten und durch keine weiteren Indizien gestützt werden (BGE 112 V 245 E. 1; ARV 1999 

 

 
 
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Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des EVG vom 8. März 2001, C 102/00, E. 1a). Denn eine Einstellung in 
der Anspruchsberechtigung kann, wie eben dargestellt, nur verfügt werden, wenn das der versi-
cherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht und von dieser vorsätzlich ausgeübt 
wurde. Ein derartiges Verhalten muss demnach als solches auch bewiesen werden und nicht 
bloss mit dem ansonsten im Bereich des Sozialversicherungsrechts erforderlichen Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 112 V 245 E. 1; SRV 1996 ALV Nr. 72 
S. 220). Bei Differenzen zwischen der Arbeitgeberin und dem Arbeitnehmer darf somit nicht 
ohne weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbeitnehmers geschlossen werden, wenn die 
Arbeitgeberin nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für welche sie keine Bewei-
se anführen kann (Urteil des EVG vom 26. April 2001, C 380/00, E. 2b; BGE 112 V 245 mit 
Hinweisen; NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 831). 
 
4. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zur Kündigung Anlass gegeben und deshalb 
die Folgen seiner selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in 
Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV selbst zu tragen hat. Dabei ist insbesondere zu prüfen, 
ob ihm zu Recht ein vorsätzliches Verhalten zur Last gelegt worden ist. Wie bereits dargelegt, 
muss das dem Beschwerdeführer zur Last gelegte Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar 
feststehen, andernfalls eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung ausser Betracht fällt 
(oben, Erwägung 3.3 hiervor).  
 
4.1 Im Kündigungsschreiben vom 31. Mai 2017 bezieht sich die ehemalige Arbeitgeberin 
auf ein Gespräch gleichen Tages zwischen dem Versicherten und dessen Vorgesetzten, in wel-
chem man ihm mitgeteilt habe, dass sein Arbeitsverhältnis gekündet werde. Die Beweggründe, 
die die Arbeitgeberin zu diesem Schritt veranlasst hätten, seien mit dem Versicherten ausführ-
lich besprochen worden. Konkrete Angaben zu den Kündigungsgründen sind diesem Schreiben 
keine zu entnehmen (Kassen-Dok 4). 
 

4.2 Der Arbeitgeberbescheinigung vom 26. September 2017 ist zu entnehmen, dass dem 
Versicherten am 31. Mai 2017 per Ende September 2017 gekündigt worden sei. Als Grund für 
die Kündigung finden sich keine Angaben; angegeben wird lediglich der Kontakt der zuständi-
gen HR-Verantwortlichen der ehemaligen Arbeitgeberin (Kassen-Dok 14).  
 
4.3 Auf Nachfrage der Kasse vom 20. Oktober 2017 erfolgte am 3. November 2017 eine 
Rückmeldung der ehemaligen Arbeitgeberin zu den Kündigungsgründen. Demnach habe eine 
mangelnde Kooperationsfähigkeit verbundenen mit fehlender Akzeptanz und Wertschätzung 
gegenüber getroffenen Entscheidungen von Vorgesetzen und des Hauptabteilungsleiters zur 
Kündigung geführt. Trotz mehrmaliger Gesprächsrunden zwischen dem Mitarbeiter, dem Abtei-
lungsleiter, dem Hauptabteilungsleiter und dem HR hätten sich im vergangenen Jahr keine be-
merkbaren Verbesserungen eingestellt. Der Führungsaufwand für den Abteilungsleiter und den 
Hauptabteilungsleiter seien im Verhältnis zu den erbrachten Leistungen nicht mehr akzeptabel 
gewesen und hätten den normalen Rahmen bei Weitem überstiegen. Der Mitarbeiter habe eine 
verzerrte Eigenwahrnehmung der erbrachten Arbeitsleistung und der Arbeitsqualität aufgewie-
sen. Seine Arbeitsleistung und die Arbeitsqualität seien ungenügend gewesen. Diese Themen 
seien im Kündigungsgespräch angesprochen worden. Im Weiteren habe der Versicherte wie-

 

 
 
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derholt Gesprächstermine kurzfristig abgesagt, weil aus seiner Sicht das Meeting keinen Sinn 
gemacht habe oder weil ihm sein Hobby Gleitschirmfliegen wichtiger gewesen sei. Er sei mit 
der Reorganisation der Abteilung nicht einverstanden gewesen und habe die Abstimmung zu-
sammen mit dem Hauptabteilungsleiter betreffend sein Aufgabengebiet verweigert (Kassen-
Dok 57).  
 
Beigelegt sind dieser Stellungnahme zwei elektronische Protokolle. Daraus geht hervor, dass 
der Versicherte am 17. Februar 2017 eine Besprechungseinladung mit der Begründung abge-
lehnt habe, dass das entsprechende Gespräch keinen Sinn mache. Er habe nicht das Gefühl, 
dass es etwas ändern würde und dass es überhaupt jemanden interessiere, was vorgehe. Zu-
dem müsse er sich nicht einreden lassen, dass die Dinge nicht so seien, wie er sie spüre und 
es empfinde. Ebenso wenig müssten alle seinen Aussagen von jemandem ins Negative gezo-
gen werden, so wie es am letzten Meeting geschehen sei. Einem weiteren Protokoll vom 
10. Mai 2017 ist zu entnehmen, dass der Versicherte ein auf den frühen Nachmittag seit rund 
einer Woche geplantes Meeting mit seiner Vorgesetzten zur Aufgaben-Vorabstimmung wenige 
Stunden zuvor mit der Begründung abgesagt habe, dass er am Nachmittag Gleitschirm fliegen 
gehe, weil dies der einzige Tag seit langem sei, an welchem dies möglich sei. Er werde für die 
geplante Demonstration eine erneute Einladung versenden (Kassen-Dok 55 und 56). 
 
4.4 Gemäss Schreiben des Versicherten an die Kasse vom 8. November 2017 entspreche 
der von seiner ehemaligen Arbeitgeberin angegebene Kündigungsgrund in keiner Weise der 
Wahrheit. Er habe in seiner ganzen Laufbahn bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin weder je 
eine schlechte Mitarbeiterbewertung noch eine schriftliche Verwarnung oder ein negatives 
Feedback jeglicher Art erhalten. Seine Beurteilungen seien im Gegenteil stets gut bis sehr gut 
gewesen. Er sei immer sehr motiviert gewesen und habe stets im Interesse der Firma gehan-
delt. Leider habe er aufgrund seines überaus hohen Arbeitseinsatzes in den Jahren 2015 und 
2016 ein Burnout erlitten, in dessen Folge er mehrere Monate arbeitsunfähig gewesen sei. 
Nach seiner stetigen Wiedereingliederung anfangs 2016 habe er aber seinen gesamten Ar-
beitsbereich wieder übernehmen können und habe sich sehr motiviert und engagiert seinen 
Aufgaben gewidmet. Die jährlichen Mitarbeitergespräche seien jeweils im Mitarbeiterentwick-
lungstool archiviert worden. Die nicht wahrheitsgetreue Begründung für seine Entlassung könne 
sicherlich durch die Einsicht in sein Personaldossier widerlegt werden (Kassen-Dok 73 und 74).  
 
4.5 Auf ergänzende Nachfrage der Kasse hin nahm die ehemalige Arbeitgeberin am 
31. Januar 2018 erneut Stellung. Es hätten mehrere Gesprächsrunden mit dem Versicherten 
stattgefunden. Inhalt der Gespräche seien die Aufgabenabstimmung und die Ausrichtung des 
Bauteilemanagements gewesen. Der Versicherte habe seine neue Vorgesetzte nicht akzeptiert, 
weshalb auch vermehrt Gesprächsbedarf vorhanden gewesen sei und zusätzliche Abstim-
mungstermine hätten stattfinden müssen, in welche sich auch der übergeordnete Vorgesetzte 
haben involvieren müssen. Der Versicherte habe Prozesse einführen wollen, ohne diese mit 
den Schnittstellen vernünftig abgeklärt zu haben. Es habe sodann eine kurzfristige Absage ei-
nes Meetings wegen schönen Wetters gegeben. An diesem Meeting hätte der Versicherte sei-
ner Vorgesetzten ein Arbeitstool zeigen sollen, habe es aber vorgezogen, seiner Freizeitaktivität 
nachzugehen. Er habe nicht akzeptiert, dass er bedingt durch die Unternehmensstrategie in 

 

 
 
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den Arbeitsabläufen eine andere Rolle bzw. andere Aufgaben hätte übernehmen sollen. Bei 
den Abstimmungsmeetings sei es nicht um die künftigen Aufgaben gegangen, sondern darum, 
wie die eigene Vorstellung des Versicherten betreffend seine Aufgaben in der Firma hätten um-
gesetzt werden sollen. Der Versicherte habe dem Vorgesetzten vorgeworfen, keine Ahnung 
vom Änderungswesen und von den Abläufen zu haben. Zudem sei sein Umgangston gegen-
über Vorgesetzten scharf gewesen. Es gebe diesbezüglich aber nur wenig dokumentierte Auf-
zeichnungen (Kassen-Dok 193).  
 
4.6 Mit Schreiben vom 1. Februar 2018 stellte die ehemalige Arbeitgeberin der Kasse Ko-
pien von Mitarbeiterbeurteilungen, Gesprächsnotizen sowie eine Chronologie der diversen Ab-
stimmungsmeetings zu (Kassen-Dok 203-232). Darauf wird sogleich zurückzukommen sein.  
 
5.1 Ausser zwei kurzfristig abgesagten Gesprächsterminen sind keine Anhaltspunkte in 
den Akten, die ein Fehlverhalten oder eine mangelhafte Leistung des Beschwerdeführers nahe-
legen würden. Bis 2014 hat der Versicherte im Gegenteil stets gute bis sehr gute Leistungsbe-
wertungen erhalten (Kassen-Dok 206-222). Diese zeichnen ein äusserst zuverlässiges und en-
gagiert-konstruktives Bild, welches zwanglos mit den eigenen Angaben des Versicherten über-
einstimmt (Kassen-Dok 73). Nachdem im Juli 2014 ein interner Abteilungswechsel stattgefun-
den und die Arbeitgeberin diesbezüglich von einer weiterhin angenehmen Zusammenarbeit 
gesprochen hatte (Kassen-Dok 1), existieren sodann auch für die Folgezeit keine Indizien, wel-
che ein dem Versicherten vorwerfbares Verhalten nahe legen würden. Daran vermag nichts zu 
ändern, dass im Zusammenhang mit der Umstrukturierung ab Juli 2014 ein „Abstimmungsprob-
lem“ bestanden haben mag (Vernehmlassung der Kasse, S. 5, ad. Ziffer 6e). Den entsprechen-
den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin kann in diesem Zusammenhang einzig entnommen 
werden, dass die fachlichen Ansichten des Versicherten einerseits und jene seiner Vorgesetz-
ten andererseits betreffend die Arbeitsabläufe nicht deckungsgleich waren. Dieser Umstand 
alleine kann gerade mit Blick auf die langjährige Erfahrung des Beschwerdeführers in der Firma 
und dessen in fachlicher Hinsicht zuvor stets positiv dokumentierten Kompetenzen keinen Vor-
wurf in arbeitslosenversicherungsrechtlicher Hinsicht begründen. Es trifft zwar zu, dass von ei-
nem Arbeitnehmer bei neuen Herausforderungen ebenfalls ein korrektes Verhalten zu erwarten 
ist. Andererseits ist einer Umstrukturierung stets auch ein Prozess inhärent, bei welchem unter-
schiedliche Ansichten über Arbeitsabläufe naturgemäss zunächst austariert und neu definiert 
werden müssen. Ein gelegentlich scharfer Umgangston, wie ihn der Beschwerdeführer teilweise 
gepflegt haben mag, stellt bei einer solchen Prozessfindung so lange kein vorwerfbares Verhal-
ten dar, als dem betreffenden Arbeitnehmer nicht der berechtigte Vorwurf gemacht wird, er 
würde sich ungebührlich oder gar frech verhalten. Derartige Vorwürfe sind der Stellungnahme 
der ehemaligen Arbeitgeberin aber nicht zu entnehmen. In Anbetracht ihrer nachträglich vorge-
brachten Einwendungen erscheint es im Gegenteil nur bedingt nachvollziehbar, dass die Ar-
beitgeberin erst Monate nach der Kündigung sowie auf wiederholte Aufforderung der Kasse hin 
die nun fraglichen Vorwürfe zu konkretisieren in der Lage war. In diesem Zusammenhang ist 
denn auch festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht nur die ihm zur Last gelegten Kündi-
gungsgründe, sondern auch den Umstand bestritten hat, dass ihm anlässlich des Gesprächs 
vom 31. Mai 2017 die nunmehr vorgehaltenen Kündigungsgründe überhaupt dargelegt worden 
sind (Kassen-Dok 4 und 73). Mit Blick auf das ihm von der Beschwerdegegnerin vorgeworfene 

 

 
 
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Fehlverhalten steht damit in Bezug auf den Vorwurf mangelnder Kooperationsfähigkeit und feh-
lender Akzeptanz gegenüber getroffenen Entscheidungen der Vorgesetzten letztlich Aussage 
gegen Aussage. Unterlagen, welche die in diesem Zusammenhang von der Arbeitgeberin erst 
spät konkretisierten Fehlleistungen protokollieren würden, bestehen wie erwähnt ausserdem 
keine. Es ist daher auch nicht nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer trotz Wissen um eine 
Missbilligung sein Verhalten nicht geändert hat und damit seiner Arbeitgeberin mindestens 
eventualvorsätzlich Anlass zur Kündigung gegeben bzw. eine Kündigung in Kauf genommen 
hätte. Zumal die Arbeitgeberin auch nicht behauptet hat, je eine Verwarnung ausgesprochen zu 
haben, vermag daran insbesondere auch nichts zu ändern, dass sie gegenüber der Kasse an-
gegeben hat, im letzten Jahr der Anstellung des Versicherten hätten sich keine bemerkbaren 
Verbesserungen eingestellt und der Versicherte habe eine verzerrte Eigenwahrnehmung auf-
gewiesen (Kassen-Dok 57). Derartige Aussagen alleine genügen nicht, ein allfälliges Fehlver-
halten des Arbeitnehmers in arbeitslosenversicherungsrechtlicher Hinsicht klar genug zu bele-
gen (oben, Erwägung 3.3 hiervor). Ausserdem handelt es sich bei den von der ehemaligen Ar-
beitgeberin geltend gemachten Divergenzen betreffend die Abstimmung von Umstrukturie-
rungsprozessen wie zuvor erwähnt ohnehin nicht um derart gravierende Vorkommnisse, bei 
welchen ohne eine Verwarnung sogleich mit einer Entlassung zu rechnen gewesen wäre (Ur-
teil des Bundesgerichts vom 10. Januar 2007, C 354/05, E. 4.4). 
 
5.2 Es ist zwar unbestritten, dass offenbar diverse Unstimmigkeiten zwischen dem Versi-
cherten und seinen direkten Vorgesetzten bestanden haben. Diese genügen dem zitierten Urteil 
des Bundesgerichts zufolge alleine aber nicht, dass der Versicherte ohne vorgängige Verwar-
nung mit einer Entlassung hätte rechnen müssen. Selbst wenn solche Spannungen zu grösse-
ren Differenzen geführt hätten, können sie bei der vorliegenden Aktenlage beweismässig jeden-
falls nicht eindeutig und klar genug auf das Verhalten des Versicherten zurückgeführt werden. 
Es ist in Erinnerung zu rufen, dass nicht leichthin auf ein fehlerhaftes Verhalten eines Arbeit-
nehmers geschlossen werden darf, wenn die Arbeitgeberin nur unbestimmte Gründe geltend zu 
machen vermag, für welche sie keine Beweise anführen kann. So verhält es sich auch hier: 
Nebst dem Umstand, dass keinerlei schriftliche Protokolle oder echtzeitliche Gesprächsnotizen 
in Bezug auf die von ihr geltend gemachten Abstimmungsprobleme vorliegen, bleiben die Vor-
würfe mit Ausnahme zweier kurzfristig abgesagter Gesprächstermine wenig konkret. Dass der 
Versicherte mit seinem Verhalten das Vertrauensverhältnis gegenüber seiner Arbeitgeberin 
letztlich derart strapaziert hat, dass er damit rechnen musste, seine Stelle zu verlieren, ist unter 
den dargelegten Umständen deshalb nicht dargetan.  
 

5.3 Wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, war die Mitarbeiterbeurteilung des Versi-
cherten, soweit dokumentiert, in der Vergangenheit stets sehr positiv ausgefallen. Ebenso we-
nig liegen in der jüngsten Vergangenheit seines Arbeitsverhältnisse allfällige Beanstandungen 
vor, wonach dem Versicherten zum Vorwurf gemacht werden könnte, dass er hätte wissen 
müssen, seine Leistung und die im Nachgang von seiner ehemaligen Arbeitgeberin nunmehr 
bemängelte Kooperation könnten eine Kündigung zur Folge haben. Damit aber kann nicht ge-
sagt werden, der Beschwerdeführer habe eine solche zumindest eventualvorsätzlich in Kauf 
genommen. Daran ändern auch die ihm von der Kasse konkret vorgeworfenen Absagen zweier 
Besprechungstermine nichts. Weder geht aus den Akten hervor noch wird seitens der Parteien 

 

 
 
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behauptet, dass dem Versicherten nach der abgesagten Besprechung am 2. Februar 2017 
konkrete Erwartungen an eine verbesserte Kooperation nahe gelegt worden wären. Den Akten 
lässt sich vielmehr entnehmen, dass im Nachgang zwischen Februar und April 2017 diverse 
weitere Abstimmungsmeetings stattgefunden haben, anlässlich welcher der Versicherte trotz 
seiner offenbar kritischen Haltung gegenüber Neuerungen und trotz eines in diesem Zusam-
menhang allenfalls auch forschen Auftritts offenbar nie konkret verwarnt oder gerügt worden ist. 
Die Akten zeichnen in diesem Zusammenhang vielmehr das Bild einer allenfalls schwierigen 
Zusammenarbeit, die aber letztlich während mehrerer Monate ohne aktenkundige Beanstan-
dungen weiter geführt worden ist. Bei dieser Ausgangslage musste der Beschwerdeführer aber 
nicht damit rechnen, dass sein Arbeitsverhältnis gekündigt würde. Dasselbe gilt letztlich für die 
Absage des auf den 10. Mai 2017 geplanten Abstimmungsmeetings. Diese zweite kurzfristige 
Absage ist zwar ebenfalls aktenkundig und wird vom Beschwerdeführer denn auch zu Recht 
nicht bestritten. Indessen stellt auch sie keine derart grobe Verletzung von arbeitsrechtlichen 
Pflichten dar, dass der Versicherte deshalb mit einer Kündigung hätte rechnen müssen. Hinter-
grund bildet der Umstand, dass aus den entsprechenden Akten gerade nicht hervorgeht, dass 
sich der Versicherte weiteren Gesprächen verweigert hätte. Es ist zwar nicht von der Hand zu 
weisen, dass eine kurzfristige Absage eines Termins, zu welchem bereits rund eine Woche zu-
vor eingeladen worden war, nicht einfach hingenommen werden kann. Eine eigentliche Arbeits-
verweigerung kann darin aber nicht erkannt werden, weil der Versicherte zusammen mit seiner 
Absage zugleich angekündigt hat, für die beabsichtigte Demonstration der Prozesse seinerseits 
neu einzuladen. In arbeitslosenversicherungsrechtlicher Hinsicht stellt diese zweite Absage da-
her ebenfalls keine derart gravierende Verfehlung dar, bei welcher ohne Weiteres eine Kündi-
gung zu erwarten gewesen wäre (Kasse-Dok 55).  
 
5.4 Zusammenfassend trat die Unzufriedenheit der Arbeitgeberin mit der Leistung des Be-
schwerdegegners zu wenig klar zu Tage, dass auf ein eventualvorsätzliches Verhalten des Ver-
sicherten zu schliessen ist. Damit erübrigen sich weitere Abklärungen zu einem allfälligen Fehl-
verhalten. Kann dem Beschwerdeführer kein eventualvorsätzliches oder gar vorsätzliches Fehl-
verhalten zur Last gelegt werden, ist von einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung abzu-
sehen. Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und zur Gutheis-
sung der Beschwerde.  
 
6.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Partei-
en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. 
 
6.2 Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hält fest, dass die obsiegende Beschwerde führende Person 
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Be-
schwerdeführer eine Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz zuzusprechen. Der gemäss 
Honorarnote vom 4. Juni 2018 für das vorliegende Beschwerdeverfahren geltend gemachte 
Aufwand von 12 Stunden und fünf Minuten ist hoch, indessen noch knapp als angemessen zu 
taxieren und zu dem praxisgemäss vor dem Kantonsgericht üblichen Stundenansatz von 
Fr. 250.— (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 
2003) zu entgelten. Die ausgewiesenen Auslagen in der Höhe von Fr. 188.30 sind ebenfalls 

 

 
 
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angemessen. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parteientschädigung im Umfang von 
Fr. 3‘456.25 (12 Stunden und fünf Minuten à Fr. 250.— zuzüglich Auslagen von Fr. 188.30 und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Vorinstanz zuzusprechen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der 
Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland vom 15. Februar 2018 auf-
gehoben. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland hat dem Beschwerdefüh-
rer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘456.25 (inkl. Ausla-
gen und 7,7% Mehrwertsteuer) auszurichten.  

 

 
Vermerk eines allfälligen Weiterzugs 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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