# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 435f72da-7ebd-55ea-9790-00dc423ec2c9
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1980-12-22
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 22.12.1980 OG ARGVP 1988 3061
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_OG-ARGVP-1988-3061_1980-12-22.pdf

## Full Text

C. Gerichtsentscheide 3061

3. Verfahren

3.1 Zivilprozess 

3061

Verm ittlungsverfahren. Bei Aberkennungsprozessen mit einem Streit­
wert unter Fr. 5000 -  findet keine Vermittlung statt (Art. 6 Ziff.2, Art. 8 
Ziff. 2 ZPO).

Der Wortlaut von Art. 6 ZPO (Verfahren ohne Vermittlung) ist eindeutig. 
Ein Vermittlungsverfahren findet nicht statt:

«2. bei Zuständigkeit des Einzelrichters, ausgenommen die Fälle von 
Art. 7 Ziff. 2 und Art. 8 Ziff. 2 ZPO.»

Es handelt sich hier um eine abschliessende Aufzählung der Ausnah­
men. Hätte der Gesetzgeber etwas anderes gewollt, so hätte er hier auch 
die Aberkennungsklage bis Fr. 5000 -  aufführen müssen. Sollte es sich tat­
sächlich um eine «Lücke» handeln, so könnte diese nur durch den Gesetz­
geber geschlossen werden. Für eine richterliche Interpretation im Sinne 
von Art. 1 Abs. 2 ZGB ist hier kein Raum.

Dass das Gesetz für Aberkennungsklagen unter Fr. 5000 -  keine Ver­
mittlung vorsieht, ist auch sachlich begründet. Die Vermittlung in Forde­
rungsprozessen vor dem Einzelrichter (Art. 7 Ziff. 2 und Art. 8 Ziff. 2 ZPO) 
wurde im endgültigen Gesetzestext festgelegt, weil die Vermittler nach­
weisbar einen erheblichen Prozentsatz der Forderungsstreitigkeiten ver­
mitteln können, was für die relativ seltenen Aberkennungsklagen nicht zu­
trifft. Hat eine Streitsache schon vor dem Rechtsöffnungsrichter (ohne 
Vermittler) nicht beigelegt werden können, so ist umso weniger einzuse­
hen, wie dies im nachfolgenden Aberkennungsprozess der Fall sein sollte.

OGP22.12.1980 (RBer 1980/81, S. 48)

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