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**Case Identifier:** 53397e9f-413a-540b-b224-b2a2e8575e60
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.07.2021 200 2021 293
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-293_2021-07-23.pdf

## Full Text

200 21 293 IV
KOJ/BOC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Juli 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 24. März 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 24. November 2005 erstmals bei der Invali-
denversicherung unter Hinweis auf eine seit dem 23. August 2005 
bestehende krankheitsbedingte Behinderung zum Leistungsbezug an (Ak-
ten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 
1). Nach einer interdisziplinären Begutachtung im Jahr 2006 (act. II 21 f., 
24) und der Durchführung des Vorbscheidverfahrens verneinte die IVB mit 
Verfügung vom 31. Januar 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 33 % den 
Anspruch auf eine Rente (act. II 25 - 27). Die dagegen erhobene Be-
schwerde (act. II 30) wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit 
Urteil vom 13. November 2007 (act. II 35) ab. Dieses Urteil blieb unange-
fochten. 

Auf eine am 29. April 2008 erfolgte Neuanmeldung trat die IVB mit Verfü-
gung vom 8. Oktober 2008 nicht ein (act. II 37, 49). Diese Verfügung blieb 
unangefochten.

B.

Am 13. November 2018 meldete sich die Versicherte ein weiteres Mal bei 
der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an, dies unter Hinweis auf 
Schmerzen im Rücken, in beiden Schultern und Füssen sowie an einer 
Hand (act. II 55). Die IVB nahm in der Folge erwerbliche sowie medizini-
sche Abklärungen vor und holte einen Bericht des zuständigen Sozialdiens-
tes ein (act. II 63, 69, 73, 79 f.). Am 4. Juni 2019 teilte die IVB der 
Versicherten mit, gemäss den getätigten Abklärungen könnten keine Ein-
gliederungsmassnahmen mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden (act. 
II 82). Im weiteren Verlauf liess die IVB die Versicherte durch das 
B.________ (MEDAS) polydisziplinär begutachten (Expertise vom 21. Ok-
tober 2019 [act. II 94.1]; Allgemeininternistisches Teilgutachten vom 7. Au-
gust 2019 [act. II 94.2]; Psychiatrisches Teilgutachten, undatiert [act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 3

94.3]; Pneumologisches Teilgutachten vom 18./26. September 2019 [act. II 
94.4]; Neurologisches Teilgutachten vom 21. September 2019 [act. II 94.5]; 
Rheumatologisches Teilgutachten vom 12. September 2019 [act. II 94.6]). 
Weiter liess die IVB durch ihren Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb erstellen (Bericht vom 24. Januar 2020 [act. II 98]). Darin 
wurde ausgehend von einem Status 20 % Erwerb und 80 % Haushalt im 
erwerblichen Bereich eine Einschränkung von 10 % und im Haushalt eine 
solche von 0.3 % ermittelt, was gewichtet einen Invaliditätsgrad von 2 % 
ergab. 

In der Folge stellte die IVB mit Vorbescheid vom 20. Februar 2020 (act. II 
99) die Verneinung des Rentenanspruchs in Aussicht. Im Rahmen des 
Einwandverfahrens wurden verschiedene medizinische Berichte einge-
reicht, woraufhin die IVB die MEDAS-Gutachter zur ergänzenden Stellung-
nahme aufforderte (act. II 102 - 104, 109 f., 113 - 115), welche am 
28. September 2020 erstattet wurde (act. II 116.1). Nachdem die IVB eine 
Stellungnahme des RAD eingeholt hatte (act. II 119), stellte sie am 27. Ok-
tober 2020 (act. II 120) mit einem weiteren Vorbescheid die Verneinung 
des Rentenanspruchs in Aussicht. Nach durchgeführtem Vorbescheidver-
fahren und der Einholung von Stellungnahmen des RAD und des Ab-
klärungsdienstes (act. II 122 - 124, 131 - 134, 138 - 142) verneinte die IVB 
mit Verfügung vom 24. März 2021 (act. II 143) bei einem Invaliditätsgrad 
von 2 % den Anspruch auf eine Invalidenrente. 

C.

Dagegen erhob die Versicherte am 23. April 2021 (Postaufgabe am 
24. April 2021) Beschwerde. Sie beantragt sinngemäss die Aufhebung des 
angefochtenen Entscheides und die Zusprache einer Invalidenrente. Zu-
dem stellte die Beschwerdeführerin am 7. Mai 2021 ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege und reichte zwei Arztberichte ein, welche mit 
prozessleitender Verfügung vom 10. Mai 2021 der Beschwerdegegnerin 
zugestellt wurden.

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Juni 2021 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde. 

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Mit Verfügung vom 11. Juni 2021 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege gut.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 24. März 2021 (act. II 143). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 E. 
5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110). 

2.3 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-

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tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen 
sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollzie-
hen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten 
sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-
mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und 
andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich 
namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten 
Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht, 
intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch 
vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch ge-
nommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständi-
gen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im Alltag 
behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. 
Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin. 
Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärztlicher Beur-
teilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig überwiegen und 
die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten 
sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine verselbständigte, 
krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) 
zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschädigung ausser 
Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst wenn die 
klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben sein soll-
ten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden Anzei-
chen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheitsschädi-

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gung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswirkungen 
derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.2 
und 2.2.1 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindi-
katoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat 
die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte 
Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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2.5

2.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente 
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue 
Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 
87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.5.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere 
Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 
4b S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 

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S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). Erfolgte nach einer 
ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend 
gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Ein-
kommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerbli-
chen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig 
verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – 
vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen 
Revision – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegen halten lassen (BGE 
130 V 71 E. 3.2.3 S. 77).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 13. No-
vember 2018 (act. II 55) eingetreten und hat den Leistungsanspruch mate-
riell geprüft, womit die Eintretensfrage nicht richterlich zu beurteilen ist 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Hingegen ist zu prüfen, ob im Zeitraum zwi-
schen der ursprünglichen leistungsverweigernden Verfügung vom 31. Ja-
nuar 2007 (act. II 27) und der hier angefochtenen Verfügung vom 24. März 
2021 (act. II 143) eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhält-
nissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit einen 
allfälligen Leistungsanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.5.2 hiervor). Die 
Nichteintretensverfügung vom 8. Oktober 2008 (act. II 49) bildet neuanmel-
dungsrechtlich keinen Vergleichszeitpunkt, weil im Rahmen dieser Verfü-
gung keine materielle Prüfung des Leistungsanspruchs stattgefunden hat 
(vgl. E. 2.5.3 hiervor). 

Seit der Verfügung vom 31. Januar 2007 (act. II 27) ist dahingehend eine 
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten, als 
die Beschwerdeführerin am 13. Februar 2008 Mutter von Zwillingen gewor-
den ist (act. II 37/2), was vorliegend zur Anwendung einer anderen Art der 
Bemessung der Invalidität führt (vgl. E. 2.5.2 hiervor; gemischte Methode 
[act. II 98/4 ff.] anstatt Einkommensvergleichsmethode [act. II 27]). Folglich 
ist ein Neuanmeldungsgrund gegeben, weshalb der Rentenanspruch allsei-
tig frei zu prüfen ist (vgl. E. 2.5.2 hiervor). 

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3.2 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht – soweit entscheidwesent-
lich – das Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 21. Oktober 2019 (act. 
II 94.1) mit Untersuchungen und Beurteilungen in den Fachgebieten Allge-
meine Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie, Pneumologie und 
Psychiatrie (act. II 94.2 - 94.6) wurden die folgenden Diagnosen mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. II 94.1/9): 

1. Multilokuläres Schmerzsyndrom
 Panvertebrales Schmerzsyndrom
 Degenerative HWS-Veränderungen C4 - C6, mit Neuroforaminalstenosen 

C4/5 links und C5/6 beidseits, bildmorphologisch mögliche Irritation C6 
rechts

 Zervikobrachialgie rechts
 Klinisch und elektromyografisch kein Nachweis eines radikulären Reiz- und 

Ausfallssyndroms
 St. n. Operation eines Carpaltunnelsyndroms rechts vor zirka fünf Jahren

 Elektroneurografisch aktuell leichte bis mässige Medianus-Neuropathie 
rechts im Handgelenk

 bildmorphologisch kein Nachweis eines erneuten Entrapments im Sin-
ne eines Karpaltunnelsyndroms

2. Rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradig (ICD-10 F33.0)
3. Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)

Die Gutachter gaben an (act. II 94.1/11 ff.), die Beschwerdeführerin sei in 
der Lage, auf ihre Fähigkeiten und Ressourcen zurückzugreifen, es könne 
allenfalls ein erhöhter Pausenbedarf begründet werden. Psychosoziale 
Umstände seien sicher zum Grossteil mitverantwortlich für den Zustand. 
Die Beschwerdeführerin fühle sich alleine gelassen, pflege keine Bezie-
hung mehr und habe dadurch wenig Unterstützung. Es bestünden finanziel-
le Unklarheiten und dadurch eine schwierige Zukunftsperspektive. Es 
bestünden sicher auch Schuldgefühle den Kindern gegenüber. Wie im 
rheumatologischen Fachgutachten umfangreich ausgeführt, bestünden 
erhebliche lnkonsistenzen, insbesondere beim Beobachten der Spontan-
bewegungen verglichen mit der Untersuchungssituation (rechte Schulter). 
Auch die symmetrische Armmuskulatur bei der Umfangmessung sei als 
Zeichen einer lnkonsistenz zu werten unter dem klinischen Bild, dass der 
rechte Arm praktisch nur noch passiv am Oberkörper gehalten werde. Es 

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bestünden auch aus neurologischer Sicht deutliche Inkonsistenzen; das 
präsentierte deutliche sensomotorische Hemisyndrom rechts korreliere 
nicht mit entsprechenden Muskelatrophien und auch nicht mit einer ent-
sprechenden Beeinträchtigung der Gehfähigkeit. Aufgrund der Angaben 
der Beschwerdeführerin und der aktuellen Untersuchungsbefunde könne 
keine schwergradige depressive Störung bestätigt werden, weswegen eine 
deutliche lnkonsistenz zu den Angaben in den Unterlagen bestehe. Auch 
könne eine schwergradige Beeinträchtigung des psychischen Zustandes 
ebenfalls nicht bestätigt werden. Der Tagesablauf zeige deutlich auf, dass 
die Beschwerdeführerin im Alltag durch den psychischen Zustand nicht 
wesentlich beeinträchtigt sei.

Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hielten die Gutachter fest 
(act. II 94.1/13 f.), die zuletzt ausgeübte Tätigkeit habe gemäss Schilderun-
gen nicht die Limiten aus rheumatologischer Sicht überstiegen, weshalb 
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit habe attestiert werden müssen. 
Dies gelte aktuell und retrospektiv. Aus Sicht des neurologischen Gutach-
ters sei eine partielle Leistungseinschränkung in der angestammten Tätig-
keit zu attestieren, einerseits aufgrund der reduzierten Belastbarkeit des 
Achsenskeletts, welche bei den selten anfallenden körperlich schweren 
Verrichtungen zu einer leichten Beeinträchtigung führe und zum anderen 
sei auch in Anbetracht des leichten bis mässigen Carpaltunnelsyndroms 
eine leichte Einschränkung für schwerere manuelle Verrichtungen zu attes-
tieren. Unter Berücksichtigung der gesamten Datenlage sei in der ange-
stammten Tätigkeit als … eine partielle Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit im Bereich von 25 % zu attestieren, arbiträr ab Zeitpunkt 
der aktuellen Begutachtung. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung der Sar-
koidose 2016 habe die Spiroergometrie keine pulmonale Limitierung ge-
zeigt. In der Folge bis dato habe lungenfunktionell keine signifikante 
Verschlechterung stattgefunden, so dass pulmonal keine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit bestehe, sowohl angestammt als auch angepasst. Auf-
grund der depressiven Störung respektive des labilen psychischen Zustan-
des könne angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin vermehrt 
Erholungszeit benötige. Aufgrund der körperlichen Schmerzproblematik sei 
die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, körperlich belastende Tätigkeiten 
durchzuführen. Es sei deshalb anzunehmen, dass für eine ähnliche Tätig-

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keit wie bisher eine 30 %-ige Leistungseinschränkung, bezogen auf eine 
ganztätige Arbeit, bestehe. Dadurch hätte die Beschwerdeführerin genü-
gend Zeit, um sich zu erholen. Aufgrund der Angaben in den Unterlagen sei 
anzunehmen, dass diese Beeinträchtigung dauerhaft seit Juli 2017 beste-
he. Eine volle Arbeitsunfähigkeit könne aus versicherungsmedizinischer 
Sicht nicht nachvollzogen werden, wie bereits im Beurteilungsteil des 
psychiatrischen Fachgutachtens dargestellt worden sei. In der Haushalt-
tätigkeit könne aufgrund des psychischen Zustandes grundsätzlich keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden, dort sollte ihr jede 
Tätigkeit möglich sein. Nach eingehender Konsensbesprechung sei der 
Schluss zu ziehen, dass der Beschwerdeführerin in angestammter Tätigkeit 
seit Juli 2017 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % bezogen 
auf ein vollschichtiges Arbeitsvolumen attestiert werden könne. 

Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit hielten die Gutachter 
fest (act. II 94.1/15), in einer adaptierten Tätigkeit könnten aus rheumatolo-
gischer Sicht keine Gründe für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
genannt werden. Eine angepasste Tätigkeit sollte körperlich wechselbelas-
tend ausgeführt werden können; sie sollte nicht mit körperlich schweren 
und häufig mittelschweren Belastungen einhergehen und repetitive Über-
kopfarbeiten (Kopfreklination) vermeiden. In einer diesen Kriterien ange-
passten Tätigkeit lasse sich aus neurologischer Sicht bei vollschichtig 
zumutbarer Arbeitsfähigkeit eine Leistungseinschränkung von 10 % be-
gründen. Diese Leistungseinschränkung sei mit dem organischen Be-
schwerdekern begründet, der einen etwas erhöhten Pausenbedarf und eine 
leicht reduzierte Belastbarkeit plausibilisiere. Die Störung wirke sich aus 
psychiatrischer Sicht bei jeder Tätigkeit aus, weswegen nicht anzunehmen 
sei, dass bei einer angepassten Tätigkeit eine höhere Arbeitsfähigkeit re-
sultieren würde. Die aus neurologischer Sicht gemachte Einschränkung sei 
nicht additiv zur psychiatrischen Einschränkung zu sehen. Die neurologi-
sche höhere Einschränkung sei dadurch begründet, dass im neurologi-
schen Teil auch die Foraminalstenosen mitberücksichtigt würden.

3.2.2 Im Einwandschreiben vom 16. März 2020 (act. II 102/1) hielt Dr. 
med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie 
Praktischer Arzt, fest, die Beschwerdeführerin sei Rechtshänderin. Sie ha-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 13

be ihre Arbeit als … wegen progredienten Schmerzen im rechten Handge-
lenk und in der Wirbelsäule schon vor einigen Monaten aufgeben müssen. 
Sie sei zu keiner Tätigkeit in der Lage, bei der sie die rechte Hand brauche. 
Bereits das Schreiben sei deutlich eingeschränkt. Weitere Tätigkeiten, wel-
che die rechte Hand beanspruchten, seien nur unter starken Schmerzen 
und sehr langsam möglich. Arbeit im Haushalt, besonders die Reinigung, 
sei nur eingeschränkt und langsam möglich. Sie sei täglich auf die Hilfe 
ihrer Kinder angewiesen. Der behandelnde Handchirurg Dr. med. 
D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates sowie Handchirurgie, werde die Diagnose und die 
Befunde im Detail mitteilen. Die schwere depressive Episode bestehe seit 
Beginn der Therapie im Juli 2017. Trotz Behandlung mit mehreren Antide-
pressiva sei der Verlauf wellenförmig und eher progredient. Aktuell bestün-
den Stimmungstief, Freudlosigkeit, deutlich verminderter Selbstwert, 
Schlafstörungen, Morgentief, Interesseverlust, passiver Todeswunsch, ver-
ringerte Energie, Ausdauer und Antrieb. Die Beschwerdeführerin beschrei-
be ihren psychischen Zustand mit den Worten: "Ohne die Kinder hätte ich 
schon lange Schluss gemacht." In dem oben beschriebenen Zustand habe 
die Beschwerdeführerin keine Chance auf eine Anstellung im ersten Ar-
beitsmarkt und benötige eine IV-Rente.

3.2.3 In der ergänzenden MEDAS-Stellungnahme vom 28. September 
2020 (act. II 116.1) wurde zum Einwandschreiben von Dr. med. 
C.________ vom 16. März 2020 (act. II 102/1) aus psychiatrischer Sicht 
festgehalten, bezüglich einer schweren depressiven Episode werde 
gemäss ICD-10 gefordert, dass betroffene Personen nicht mehr in der Lage 
seien, soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten fortzuführen, allenfalls 
sehr begrenzt. Es sei nun so, dass die Beschwerdeführerin angebe, ihre 
häuslichen Pflichten vollumfänglich zu erfüllen, sie sei sogar in der Lage, 
Interessen nachzugehen und soziale Kontakte zu pflegen, was eindeutig 
gegen eine schwere depressive Episode spreche. Einzig mit den Worten, 
dass sie ohne die Kinder schon lange Schluss gemacht hätte, könne nicht 
automatisch die Schlussfolgerung gezogen werden, es liege eine schwere 
depressive Episode vor. In schwer depressiven Zuständen müssten Betrof-
fene in der Regel hospitalisiert werden, da sie für die Umgebung nicht mehr 
tragbar seien. Bereits im psychiatrischen Gutachten sei auf diese Diskre-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 14

panz hingewiesen worden, die sich in der Untersuchungssituation ergeben 
habe, weswegen diese Diagnose nicht habe nachvollzogen werden kön-
nen. In diesem Sinn könne auch heute diese Stellungnahme nicht nach-
vollzogen werden. Die Schlussfolgerung, dass die Beschwerdeführerin im 
oben beschriebenen Zustand keine Chance auf eine Anstellung im ersten 
Arbeitsmarkt habe und deswegen eine IV-Rente „benötige", könne eben-
falls nicht als Grund angenommen werden, dass eine derart behinderungs-
relevante Einschränkung bestehe, um deshalb begründen zu können, dass 
sie keine Anstellung finde. Offensichtlich orientiere sich der behandelnde 
Psychiater auch an der psychosozialen Situation, weswegen er diese 
Schlussfolgerung ziehe. Insgesamt werde daher an der Beurteilung festge-
halten.

Aus rheumatologischer Sicht wurde ausgeführt, zur Beurteilung seien Arzt-
berichte von Dr. med. D.________ mit Daten vom 18. August 2020 (act. II 
114), 16. Juli 2020 (act. II 110/2), 22. Juni 2020 (act. II 110/6) und 25. Mai 
2020 (act. II 110/7) sowie der Operationsbericht vom 3. Juli 2020 (act. II 
110/4 f.) und ein Radiologiebericht vom 4. März 2020 (act. II 110/8) zuge-
stellt worden. In den beiden präoperativen Berichten würden keine klini-
schen Angaben gemacht. Es werde festgehalten, dass eine Infiltration im 
Bereich des rechten Handgelenkes die Beschwerden nur vorübergehend 
gelindert habe, wobei der anteilmässige Schmerzrückgang nicht geschätzt 
werde. Bezüglich der Operationsindikation werde auf die Sprechstundenbe-
richte verwiesen, in denen das Schmerzsyndrom aufgeführt werde. Ob die 
morphologischen Veränderungen gemäss MR-Untersuchung des rechten 
Handgelenkes vom 4. März 2020 wesentlich mit diesen Schmerzen in Zu-
sammenhang stünden, werde der weitere Verlauf zeigen. Bei Persistenz 
relevanter lokaler Beschwerden sei davon auszugehen, dass diese im 
Rahmen der Schmerzfehlverarbeitung zu verstehen seien. Auch bezüglich 
der aufgeführten klinischen Befunde in den postoperativen Berichten sei 
festzuhalten, dass gemäss den Angaben im Bericht vom 18. August 2020 
(act. II 114) von Dr. med. D.________ eine Flexion/Extension des rechten 
Handgelenkes von 30-0-30 angegeben werde. In der gutachterlichen Un-
tersuchung am 3. September 2019 sei bei ausgeprägter Gegeninnervation 
unter Schmerzangabe eine praktisch vollständige Bewegungseinschrän-
kung der Flexion/Extension vorhanden gewesen. Im Gegensatz dazu seien 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 15

die Pro- und Supination anlässlich der gutachterlichen Untersuchung am 3. 
September 2019 frei, d.h. 90-0-90, jedoch gemäss dem postoperativen 
Bericht von Dr. med. D.________ am 18. August 2020 (act. II 114) nur 
noch 70-0-50 gewesen. Diesbezüglich bestehe im Vergleich eine Ver-
schlechterung, jedoch lägen keine Angaben zum unmittelbaren präoperati-
vem Befund vor. Die aktuelle Arbeitsunfähigkeit werde 
handchirurgischerseits bestätigt, dies vorerst bis Mitte Oktober 2020. Sie 
betrage gemäss Aktenangabe 100 %. Aufgrund des in den Berichten bisher 
beschriebenen weiteren Verlaufes bestünden keine Gründe, an der Beur-
teilung rheumatologischen Teilgutachten vom 12. September 2019 Ände-
rungen vorzunehmen. 

3.2.4 Im Bericht der Schmerzsprechstunde des Spitals E.________ vom 
16. November 2020 (act. II 134/8 f.) wurde die folgende Hauptdiagnose 
angegeben: 

Rechtsseitige dorsale Handgelenksschmerzen m/b
 Status nach Handgelenksarthroskopie, Ulnaverkürzungsosteotomie bei ulnaka-

rpalem Impactionssyndrom rechts

Es wurde festgehalten, leider habe die Operation im Bereich des rechtssei-
tigen Handgelenks keine wesentliche Beschwerdelinderung herbeigeführt. 
Die Beschwerdeführerin sei nach wie vor aufgrund der Schmerzen zu 
100 % invalid, so dass sie die Hand weder zum Heben einer Tasse noch 
zum Schälen von Gemüse einsetzen könne. Daneben bestehe sicherlich 
auch eine chronische schwere Depression und ein ausgeweitetes 
Schmerzsyndrom bei Dekonditionierung. Da die rechte Hand im Vergleich 
zur linken etwas geschwollen und ganz leicht livide verfärbt sei, könnte es 
sich ebenfalls um ein beginnendes Sudeck-Syndrom handeln. Es sei in 
einem ersten Schritt eine rein diagnostische Anästhesie des Nervus radialis 
durchgeführt worden, um zu prüfen, ob nicht ein Entrapment des Nervs 
vorliegen könnte.

3.2.5 Dr. med. D.________ führte im Bericht vom 16. Dezember 2020 
(act. II 134/4 f.) die folgenden Diagnosen auf:

 Chronische Brachialgien rechtsbetont

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 16

 Fünf Monate nach Handgelenks-Arthroskopie sowie Ulnaverkürzungsosteoto-
mie und Exzision eines dorsalen Handgelenks-Ganglion rechts mit partieller 
Denervation des Handgelenkes

 Fünfeinhalb Jahre nach KT-Release rechts

Dr. med. D.________ hielt fest, die Beschwerdeführerin klage nach wie vor 
über erhebliche Brachialgien. Infiltrationen sowie Schmerztherapie hätten 
nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Die Beschwerdeführerin gehe re-
gelmässig in die Handtherapie. Sie klage vor allem über Schmerzen dorsal 
am Handgelenk mit Ausstrahlung bis in den Vorderarm und Gefühlsstörun-
gen im Bereich der gesamten Hand. Zu den Befunden gab Dr. med. 
D.________ an, im Bereich des distalen Vorderarmes bestehe im Vergleich 
zur Gegenseite eine Schwellungstendenz. Sämtliche Narben seien reizlos. 
Distal des Handgelenkes bestehe keine Schwellung. Der Faustschluss sei 
komplett. Gute Langfingerextension. Dorsal am Handrücken bestehe eine 
Hypästhesie. Konventionell radiologisch sei die Ulnaverkürzungsosteoto-
mie vollständig in einer guten Stellung konsolidiert. Die Beschwerden seien 
unklar.

3.2.6 Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie 
Praktischer Arzt, hielt im Bericht vom 23. Dezember 2020 (act. II 133) fest, 
er habe bereits im Januar 2019 (act. II 69) deutlich dargelegt, dass es sich 
bei der Beschwerdeführerin um eine schwerkranke multimorbide Patientin 
handle mit einer andauernden hochprozentigen Arbeitsunfähigkeit. Seit 
seinem letzten Bericht habe sich die gesamte Situation verschlechtert. Die 
chronische Depressivität habe sich vertieft und weiter chronifiziert. Es be-
stehe eine permanente latente Suizidalität. Antrieb, Lebensfreude und 
Schwingungsfähigkeit seien drastisch eingeschränkt. Die Situation an der 
rechten Hand sei komplex. Die Beschwerdeführerin könne die Hand rechts 
gar nicht mehr einsetzen und es sei nicht realistisch, dass sich die Situation 
diesbezüglich mittelfristig ändere. Sie sei auch weiterhin vom chronisch 
generalisierten panvertebralen Schmerzsyndrom enorm beeinträchtigt, sie 
sei massiv dekonditioniert, die körperliche Belastbarkeit sei insgesamt kei-
nesfalls gegeben. 

3.2.7 Dr. med. D.________ führte im Bericht vom 4. Februar 2021 (act. II 
137) die folgende Diagnose auf:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 17

 Sechs Monate nach Ulnaverkürzungsosteotomie und Exzision eines dorsalen 
Handgelenks-Ganglions rechts mit partieller Denervation des Handgelenkes

 Knapp sechs Jahre nach KT-Release rechts

Dr. med. D.________ führte aus, zwischenzeitlich sei eine elektrophysiolo-
gische Untersuchung durchgeführt worden. Dies zeige keine Hinweise für 
eine Kompressionsneuropathie des N. medianus auf Höhe des Karpalka-
nals. Die Befunde im Bereich des N. radialis seien offenbar symmetrisch. 
Im MRI zeigten sich nach wie vor die bekannten intraossären Ganglien im 
Bereich der Handwurzelknochen. Ein Gelenksganglion bestehe jedoch 
nicht mehr. Die Gelenkskapsel dorsal sei noch etwas verdickt. Zudem habe 
es noch vermehrt Flüssigkeit im DRUG. Ansonsten unauffällige Befunde. 
Er empfehle unbedingt die Handtherapie weiterzuführen. Aktuell bestehe 
eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit.

3.2.8 In der internen Zuweisung vom 9. Februar 2021 (act. II 138) hielt 
der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Psychosomatik und Psy-
chotherapie (D; im Medizinalberuferegister ohne Facharzttitel geführt; vgl. 
www.medregom.admin.ch) als provisorische medizinische Beurteilung un-
ter Bezugnahme auf den Bericht von Dr. med. F.________ vom 23. De-
zember 2020 (act. II 133), die Berichte von Dr. med. D.________ vom 18. 
August 2020 (act. II 114) und 16. Dezember 2020 (act. II 134/4 f.), die er-
gänzende MEDAS-Stellungnahme vom 28. September 2020 (act. II 116.1), 
den Bericht der Schmerzsprechstunde des Spitals E.________ vom 
16. November 2020 (act. II 134/8 f.) und das MRI des rechten Handgelenks 
vom 31. Dezember 2020 (act. II 134/13 f.) fest, in den Ausführungen des 
Rechtsvertreters vom 30. Januar 2021 verweise dieser darauf, dass sich im 
Jahr 2020 der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert 
habe. Durch die ergänzende Stellungnahme der psychiatrischen und 
rheumatologischen Gutachter vom 28. September 2020 habe zumindest 
bis zu diesem Zeitpunkt aufgrund der bis dato vorliegenden Befundberichte 
keine relevante Zustandsverschlechterung von Seiten der Gutachter nach-
vollzogen werden können. Es würden im weiteren Verlauf vom Oktober 
2020 bis Januar 2021 keine darüberhinausgehenden medizinischen An-
knüpfungstatsachen deutlich, die für diesen Zeitraum eine nachhaltige psy-
chische und somatische Zustandsverschlechterung begründeten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 18

3.2.9 In der RAD-Stellungnahme vom 10. Februar 2021 (act. II 140) hielt 
Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, fest, die Aktenlage sei im obigen Zuwei-
sungsschreiben detailliert und übersichtlich zusammengefasst worden. 
Seither sei datierend auf den 4. Februar 2021 ein weiterer handchirurgi-
scher Bericht ins Dossier aufgenommen worden. Berichtet werde von Dr. 
med. D.________, dass die erfolgte elektrophysiologische Untersuchung 
keine Hinweise für eine Kompressionsneuropathie des N. medianus zeige. 
Im MRI fänden sich im Handwurzelbereich bekannte intraossäre Ganglien, 
jedoch kein Gelenksganglion mehr. Das rheumatologische Gutachten vom 
21. Oktober 2019 sei voll beweiskräftig. Gleiches gelte auch für die Beurtei-
lung des weiteren Verlaufes durch die Gutachter mit Schreiben vom 
28. September 2020. Der jüngste Sprechstundenbericht des Handchirurgen 
Dr. med. D.________ vom 4. Februar 2021 lasse "Verbesserung eher als 
Verschlechterung" erkennen. Aus orthopädischer Sicht seien gegenwärtig 
weitere Untersuchungen nicht notwendig.

3.2.10 Im Bericht vom 8. April 2021 (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 
7) führte Dr. med. D.________ die folgenden Diagnosen auf:

 Chronische Brachialgien rechts
 St. n. Ulnaverkürzungsosteotomie sowie Handgelenksarthroskopie rechts

Zum Verlauf hielt Dr. med. D.________ fest, die Beschwerdeführerin klage 
trotz Therapie nach wie vor über erhebliche Schmerzen vor allem dorsal 
am Handgelenk bis in den Ellenbogen. Bis anhin habe eine 100 %-ige Ar-
beitsunfähigkeit bestanden. Gelegentlich bestehe eine massive Schwellung 
dorsal am Vorderarm mit zuweilen einer Rötung, ulnar bestünden weniger 
Schmerzen. Elektrophysiologisch habe im Februar keine KTS nachgewie-
sen werden können. Zur Beurteilung und zum Procedere wurde angege-
ben, es bestünden chronische Brachialgien, wahrscheinlich multifaktorieller 
Ätiologie. Er empfehle unbedingt die Therapie weiterzuführen. Es bestehe 
eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit, falls die Hand eingesetzt werden müsse. 

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 19

4.1

4.1.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

4.1.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2 Die Beschwerdeführerin wurde ausführlich polydisziplinär begutach-
tet. Das MEDAS-Gutachten vom 21. Oktober 2019 (act. II 94.1; 94.2 - 94.6) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 20

samt Ergänzung vom 28. September 2020 (act. II 116.1) erfüllt die an den 
Beweiswert einer medizinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 4.1.2 hiervor). Es ist voll beweiskräftig, da es – beruhend auf allseitigen 
Untersuchungen und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – 
die streitigen Punkte umfassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten 
abgegeben wurde. Weiter leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein 
und die darin gezogenen Schlussfolgerungen werden eingehend begrün-
det. Folglich ist auf die Expertise abzustellen; namentlich wird darin die 
erhebliche psychosoziale Problematik zutreffend berücksichtigt (act. II 
94.1/11 Ziff. 4.5). Nachdem gemäss den Gutachtern die neurologisch be-
dingte Einschränkung (von 10 %) nicht additiv zur psychiatrischen Ein-
schränkung (von 30 %) zu sehen ist (vgl. E. 3.2.1 hiervor), ergibt sich eine 
30 %-ige Einschränkung in einer angepassten Tätigkeit und keine wesentli-
che Einschränkung für Haushaltarbeiten (act. II 94.1/14 f.). 

Die Angaben der behandelnden Ärzte ändern nichts, zumal in denselben 
wesentlich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin selber 
abgestellt wird. Namentlich vermögen die insbesondere von Dr. med. 
D.________ beschriebenen Handgelenksbeschwerden rechts (vgl. act. II 
134/4 f., 137; act. I 7) gestützt auf die gutachterlichen Angaben keine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Soweit der Psychiater Dr. 
med. C.________ (act. II 102) diese Schmerzproblematik erwähnt, betrifft 
dies nicht sein Fachgebiet und soweit er eine IV-Berentung befürwortet, 
argumentiert er advokatorisch. Dr. med. F.________ wiederum weist auf 
die massive Dekonditionierung der Beschwerdeführerin hin (act. II 133), 
ebenso die behandelnden Ärzte der Schmerzsprechstunde des Spitals 
E.________ (act. II 134/8 f.); die Dekonditionierung war bereits früher in 
den Jahren 2014 und 2019 von Dr. med. I.________, Fachärztin für Allge-
meine Innere Medizin sowie Pneumologie, erwähnt worden (act. II 94.7/8 
und 71). Ausserdem haben die MEDAS-Gutachter in der ergänzenden Stel-
lungnahme vom 28. September 2020 (act. II 116.1) unter Bezugnahme auf 
die seit der Begutachtung im Jahr 2019 erstellten Arztberichte überzeugend 
und schlüssig dargelegt, dass weder an der psychiatrischen noch an der 
rheumatologischen Beurteilung eine Änderung vorzunehmen sei. Sodann 
haben die RAD-Ärzte Dres. med. G.________ und H.________ den weite-
ren medizinischen Verlauf gewürdigt und überzeugend und schlüssig fest-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 21

gehalten, dass von Oktober 2020 bis Januar 2021 keine medizinischen 
Anknüpfungstatsachen deutlich würden, die für diesen Zeitraum eine nach-
haltige psychische und somatische Zustandsverschlechterung begründeten 
(act. II 138) bzw. der jüngste Sprechstundenbericht des Handchirurgen Dr. 
med. D.________ vom 4. Februar 2021 (act. II 137) lasse eher eine Ver-
besserung als eine Verschlechterung erkennen (act. II 140). Der Bericht 
von Dr. med. D.________ vom 8. April 2021 (act. I 7) wurde nach dem für 
das Gericht massgebenden Überprüfungszeitpunkt des Verfügungserlas-
ses am 24. März 2021 (act. II 143) erstellt und bringt keine wesentlichen 
Erkenntnisse zur Situation vor Verfügungserlass, womit er vorliegend nicht 
in die Beurteilung einzufliessen hat (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 
V 138 E. 2.1 S. 140; SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4).

4.3 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob 
ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität 
zu bewirken vermag, anhand eines strukturierten normativen Prüfungsras-
ters (vgl. E. 2.3 hiervor). 

Zwar haben die MEDAS-Gutachter auf gewisse Selbstlimitierungen und 
Inkonsistenzen hingewiesen (act. II 94.1/10 ff.), diese genügen vorliegend 
jedoch nicht, um auf der ersten Ebene unter dem Titel der Ausschlussgrün-
de einen Leistungsanspruch zu verneinen (vgl. E. 2.3 hiervor). 

Hinsichtlich der zweiten Ebene kann vorliegend auf eine Indikatorenprüfung 
(vgl. E. 2.3 hiervor) verzichtet werden, da selbst bei Berücksichtigung der 
gutachterlich festgestellten psychischen Einschränkung von 30 % in einer 
angepassten Tätigkeit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert, 
was nachstehend (vgl. E. 5 hiernach) aufzuzeigen ist.

5.

Es ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

5.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 22

Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 
IVG). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstäti-
ge oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Besonderen ent-
scheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbstätig war 
oder nicht. Vielmehr sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb-
lichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsauf-
gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die 
Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berück-
sichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versi-
cherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu 
würdigen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2019 IV 
Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

5.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in 
Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie un-
fähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spe-
zifische Methode [Betätigungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 23

5.3 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

5.4 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditäts-
grads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invali-
ditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 
27bis Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die 
Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und 
Invalideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätig-
keit zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird 
schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV). Für die 
Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufga-
benbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

5.5 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 24

BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 
S. 64 E. 4.4.2).

5.5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

5.5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

5.5.3 Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Ta-
bellenlohn zu berechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Ar-
beitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom 
Tabellenlohn (SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2).

5.6 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 25

schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

5.7 Rechtsprechungsgemäss können Familienangehörigen im Rahmen 
der familienrechtlichen Beistandspflicht im Einzelfall umfangreiche Hilfestel-
lungen zugemutet werden. Diese Mithilfe geht zwar weiter als die ohne 
Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung, jedoch 
darf den Familienangehörigen keine unverhältnismässige Belastung ent-
stehen. Vielmehr ist bei der Mitarbeit von Familienangehörigen stets da-
nach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten 
würde, sofern keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 
V 504 E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5).

5.8 Der von der Beschwerdegegnerin angenommene Status 20 % Er-
werb und 80 % Haushalt ist gestützt auf die Angaben in Ziff. 3.4 des Ab-
klärungsberichtes vom 24. Januar 2020 (act. II 98/4) sowie die 
Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 12./17. März 2021 (act. II 
142/5) zutreffend. So gab die Beschwerdeführerin im Rahmen des Ab-
klärungsgespräches an (act. II 98/4), sie hätte nicht vorgehabt, etwas zu 
verändern. Bei guter Gesundheit hätte sie weiterhin bei J.________ im 
gleichen Pensum gearbeitet. Sie habe jeweils von Montag bis Freitag von 
07.00 - 09.00 Uhr gearbeitet, was für sie gut gewesen sei. Sie sei jeweils 
um 05.00 Uhr aufgestanden. Die Tochter habe sie unterstützt. Der Ab-
klärungsdienst verwies zudem in der Stellungnahme vom 12./17. März 
2021 (act. II 142/5) schlüssig und überzeugend darauf, die Beschwerdefüh-
rerin habe trotz der jahrelangen finanziellen Notlage (Sozialhilfeabhängig-
keit seit Februar 2016) das Erwerbspensum vor dem Auftreten der 
gesundheitlichen Einschränkungen nicht gesteigert, auch nicht per Schul-
eintritt ihrer beiden Söhne. Es gebe somit keinen Grund zur Annahme, 
dass die Beschwerdeführerin das Pensum später gesteigert hätte. Zudem 
gehe aus dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK; act. II 63) hervor, 
dass die Beschwerdeführerin noch nie einer kontinuierlichen Erwerbstätig-
keit mit einem hohen Arbeitspensum nachgegangen sei. Die Söhne schie-
nen nicht so selbstständig, als dass die Beschwerdeführerin bei guter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 26

Gesundheit nun einer Erwerbstätigkeit im Vollzeitpensum nachgehen wür-
de. 

Der Abklärungsbericht vom 24. Januar 2020 (act. II 98) ist voll beweiskräf-
tig, da er von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtlichen und räum-
lichen Verhältnisse sowie der medizinischen Situation verfasst wurde. 
Sodann wurden die Angaben der versicherten Person berücksichtigt und 
der Bericht ist bezüglich der einzelnen Einschränkungen angemessen de-
tailliert und plausibel begründet (vgl. E. 5.6 hiervor). Zudem liegen keine 
Anhaltspunkte für Fehleinschätzungen der Abklärungsfachperson vor, ins-
besondere wurde die Mithilfe von Familienmitgliedern (vgl. E. 5.7 hiervor) in 
vom Gericht nicht zu beanstandender Weise berücksichtigt. Folglich liegt 
im Haushalt eine Einschränkung von 0.3 % vor, was eine gewichtete Ein-
schränkung von 0.24 % ergibt (80 % x 0.003). 

Dass die Beschwerdegegnerin den Einkommensvergleich (act. II 98/5) auf 
der Grundlage desselben Tabellenlohnes je für Validen- und Invaliden-
einkommen vorgenommen hat, ist korrekt. Wird die in einer angepassten 
Tätigkeit gutachterlich festgestellte Leistungsminderung von 30 % (vgl. 
E. 4.2 hiervor) berücksichtigt, resultiert eine behinderungsbedingte Er-
werbseinbusse von 30 %, was erwerblich eine gewichtete Einschränkung 
von 6 % ergibt (30 % x 0.2).

5.9 Nach dem Dargelegten ergibt die Invaliditätsbemessung einen nicht 
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von gerundet 6 % (0.24 % [Haushalt] 
+ 6 % [Erwerb] = 6.24 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 
E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1). Die Beschwerde 
ist folglich abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 27

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltli-
chen Rechtspflege (vgl. Verfügung vom 11. Juni 2021) ist die 
Beschwerdeführerin jedoch – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. De-
zember 2008 (ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht zu befreien (Art. 
113 VRPG). 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2021, IV/21/293, Seite 28

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.