# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40adcf8e-e282-51b7-9930-49cf5156cb3c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 29.07.2020 LY200020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY200020_2020-07-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LY200020-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. C. Bühler, Vorsitzende i.V., Oberrichter Dr. M. Sar-

bach und Ersatzrichter lic. iur. T. Engler sowie Gerichtsschreiber 

MLaw B. Lakic 

Urteil vom 29. Juli 2020 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Klägerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagter und Berufungsbeklagter 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen / Kontaktrecht) 
 
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes 
Horgen vom 15. April 2020; Proz. FE190166

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

des Berufungsbeklagten (act. 8/16 S. 2 und Prot. VI S. 6, sinngemäss) 

Es seien zum Schutz des Kindeswohls im Rahmen der Offizialmaxime 
die notwendigen Massnahmen zu treffen, um die Besuchsrechtsrege-
lung gemäss dem Eheschutzurteil vom 3. Januar 2018 (EE170062-F) 
umzusetzen. 

der Berufungsklägerin (act. 8/26 S. 2) 

" 1. [...]  
 2. Der Antrag der Gegenpartei, es seien hinsichtlich des Be-

suchsrechts vorsorgliche Massnahmen zu erlassen, sei abzu-
weisen. Das Besuchsrecht des Beklagten sei auszusetzen für 
mindestens sechs Monate, resp. bis zum Vorliegen eines kin-
derpsychiatrischen Gutachtens. 

 3. [...] 
 4. [...] 
 5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu-

lasten des Beklagten." 

Weitere Anträge der Berufungsklägerin (act. 8/26 Rechtsbegehren Nr. 2, sinnge-
mäss, und act. 8/26 Ziff. 50, sinngemäss) 

Es seien ein kinderpsychologisches Gutachten über C._____ sowie ein 
Erziehungsfähigkeitsgutachten über den Beklagten einzuholen. 

Verfügung des Einzelgerichts: 
(act. 7) 

" 1. Der Antrag der Klägerin auf Sistierung des mit Eheschutzurteil 
vom 3. Januar 2018 (Geschäfts-Nr. EE170062-F) geregelten 
Besuchsrechts wird abgewiesen. 

 2. Die Anträge der Klägerin auf Einholung eines kinderpsychiatri-
schen Gutachtens über C._____ und eines Erziehungsfähig-
keitsgutachtens über den Beklagten werden abgewiesen. 

 3. In Abänderung von Dispositivziffer 4 des Eheschutzurteils des 
Bezirksgerichts Horgen vom 3. Januar 2018 (Geschäfts-

- 3 - 

Nr. EE170062-F) wird der Beklagte berechtigt und verpflichtet, 
den gemeinsamen Sohn C._____, geboren am tt.mm.2014, auf 
eigene Kosten wie folgt zu betreuen: 

 a) während einer „Wiederaufbauphase“ (erste vier Besuchs-

samstage ab Eröffnung dieses Entscheides) an jedem zweiten 

Samstag für die Dauer von jeweils vier Stunden, nämlich am 

 - Samstag, 25. April 2020, von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr; 

- Samstag, 9. Mai 2020, von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr; 

- Samstag, 23. Mai 2020, von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr; 

- Samstag, 6. Juni 2020, von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr; 

 b) ab Samstag, 20. Juni 2020, bis zum Beginn der Herbstferien 

des Schuljahres 2020/2021 an jedem zweiten Samstag (erst-

mals am Samstag, 20. Juni 2020) von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr. 

 c) ab Beginn der Herbstferien des Schuljahres 2020/2021 und für 

die weitere Dauer des Getrenntlebens bzw. des Scheidungs-

verfahrens 

 - an jedem zweiten Wochenende von Samstag, 10:00 Uhr, bis 
Sonntag, 18:00 Uhr, 

 - jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten 
und Neujahr, 

 - sowie in geraden Jahren über die ganzen Osterfeiertage, 
von Karfreitag, 10:00 Uhr, bis Ostermontag, 18:00 Uhr, und 
in ungeraden Jahren über die ganzen Pfingstfeiertage, von 
Pfingstsamstag 10:00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18:00 Uhr. 

 - während den Schulferien für die Dauer von 2 Wochen pro 
Jahr. 
Der Beklagte wird verpflichtet, die Ferienbetreuung mindes-
tens drei Monate vor dem geplanten Ferienbeginn anzumel-
den und mit der Klägerin abzusprechen. Können sich die 
Parteien nicht einigen, so kommt dem Beklagten das Ent-
scheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien in Jah-
ren mit gerader Jahreszahl zu; in Jahren mit ungerader Jah-
reszahl der Klägerin. 
Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- 

- 4 - 

oder Ferienkontakte nach gegenseitiger Absprache bleiben 
vorbehalten. 

 4. Die Klägerin wird verpflichtet, C._____ für die Besuche beim 
Vater jeweils an den Wohnort des Beklagten zu bringen, und 
der Beklagte wird verpflichtet, C._____ nach den Besuchen je-
weils an den Wohnort der Klägerin zurückzubringen oder – so-
fern die Klägerin ihre neue Wohnadresse gegenüber dem Be-
klagten weiterhin geheim halten will – an einen anderen von 
der Klägerin bekannt zu gebenden Übergabeort im Bezirk Hor-
gen. Gibt die Klägerin dem Beklagten bis spätestens am ersten 
Besuchssamstag (25. April 2020) keinen entsprechenden 
Übergabeort an, gilt als solcher bis auf Weiteres der Bahnhof 
H._____. 

 5. Die Klägerin wird angewiesen, die Besuchs- und Ferienkontak-
te sowie die Modalitäten der Übergabe des Kindes gemäss 
vorstehenden Dispositivziffern 3 und 4 einzuhalten und alles zu 
unterlassen, was ein ungestörtes Besuchs-/Ferienrecht beein-
trächtigt oder verhindert. 
Für den Fall, dass sich die Klägerin nicht an diese Anordnung 
hält, wird ihr eine Bestrafung gestützt auf Art. 292 StGB ange-
droht. Art. 292 StGB lautet wie folgt: 

Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen 
Beamten unter Hinweis auf die Strafandrohung dieses Artikels 
an ihn erlassene Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse 
bestraft.  

 6. Den Parteien wird die Weisung erteilt, sich innerhalb von acht 
Wochen seit der Eröffnung dieses Entscheids unter je hälftiger 
Übernahme der Kosten in eine Mediation zu begeben, um eine 
der Umsetzung des Besuchsrechts zum Wohl ihres Sohnes 
gedeihliche gegenseitige Kommunikation zu erreichen. Die 
Mediation hat sich über wenigstens sechs Sitzungen zu erstre-
cken. 
Die Wahl der Mediatorin bzw. des Mediators wird den Parteien 
überlassen. Sie ist der Beiständin schriftlich mitzuteilen. Teilen 
die Parteien ihre Wahl nicht innert vier Wochen seit der  
Eröffnung dieses Entscheids der Beiständin mit, bestimmt die-
se die Mediatorin bzw. den Mediator. 

- 5 - 

Für den Fall, dass sich die Parteien nicht an diese Anordnun-
gen halten, wird ihnen eine Bestrafung gestützt auf Art. 292 
StGB angedroht. Art. 292 StGB lautet wie folgt:  

Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen 
Beamten unter Hinweis auf die Strafandrohung dieses Artikels 
an ihn erlassene Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse 
bestraft.  

 7. In Abänderung von Dispositivziffer 5 des Eheschutzurteils vom 
3. Januar 2018 sowie in Ergänzung der bereits bestehenden 
Aufgaben, die ihr im Rahmen der Beistandschaft für C._____ 
übertragen wurden, wird die Beiständin beauftragt,  

 - das Besuchs- und Ferienrecht gemäss Dispositivziffer 3 zu 
überwachen; 

 - einen Mediator bzw. eine Mediatorin zu bestimmen, wenn die 
Parteien ihr innert Frist keinen gemeinsamen Vorschlag gemäss 
vorstehender Dispositivziffer 6 unterbreiten; 

 - die Einhaltung der Weisungen gemäss den vorstehenden Dis-
positivziffern 5 und 6 zu überwachen und bei deren Missachtung 
dem Gericht (bzw. nach Abschluss des Scheidungsverfahrens 
der dannzumal zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde) unverzüglich Bericht zu erstatten. 

 8 – 10. Kosten / Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung" 

Berufungsanträge: 

der Berufungsklägerin (act. 2 S. 2 f.): 
 

" 1. Die Verfügung des Bezirksgerichts Horgen vom 15. April 2020 
sei aufzuheben und: 

  Es seien ein kinderpsychiatrisches Gutachten sowie ein Erzie-
hungsfähigkeitsgutachten über den Kindsvater einzuholen. In 
Abänderung des Eheschutzentscheides des Bezirksgerichts 
Horgen vom 3. Januar 2018 Ziff. 3 und Ziff. 4 sei bis zum Vor-
liegen eines kinderpsychiatrischen Gutachtens betreffend 
C._____ sowie des Erziehungsfähigkeitsgutachtens über den 
Kindsvater das Besuchsrecht des Kindsvaters auszusetzen (zu 
sistieren). 

  Eventualiter sei die Verfügung des Bezirksgerichts Horgen vom 
15. April 2020 aufzuheben und das Verfahren mit der Weisung 

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an das Bezirksgericht Horgen zurückzuweisen, dass in Abän-
derung des Eheschutzentscheides des Bezirksgerichts Horgen 
vom 3. Januar 2018 Ziff. 3 und 4 das Besuchsrecht bis zum 
Vorliegen eines kinderpsychiatrischen Gutachtens betreffend 
C._____ sowie eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens über den 
Kindsvater zu sistieren ist und die Gutachten einzuholen sind. 

  Subeventualiter seien in Abänderung des Eheschutzentschei-
des des Bezirksgerichts Horgen vom 3. Januar 2018 Ziff. 3 und 
Ziff. 4 Kontakte zwischen C._____ und dem Kindsvater alle 
zwei Wochen für eine Stunde im Beisein einer hierfür ausgebil-
deten unabhängigen Kindespsychiaterin/Kinderpsychologin zu 
installieren, zwecks Berichterstattung über den Verlauf der 
Kontakte. 

  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des 
Berufungsbeklagten. 

 
Im Weiteren sei superprovisorisch das Kontaktrecht zwischen Kindsvater 
und C._____ bis zum Vorliegen eines Berufungsentscheides zu sistieren. " 

 
des Berufungsbeklagten (act. 9 S. 2): 
 

" 1. Die Berufung sei abzuweisen. 
 2. Die Eventualanträge seien abzuweisen. 
 3. Die Subeventualanträge seien abzuweisen. 
 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beru-

fungsklägerin. 
 [Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbei-

ständung]" 
 

Erwägungen: 

I. 

1.1. Die Parteien sind seit dem tt. September 2013 verheiratet und Eltern des 

gemeinsamen Sohnes C._____, geboren am tt.mm.2014 (act. 8/3). Seit Juli 2017 

leben sie getrennt. Mit Eheschutzentscheid des Bezirksgerichts Horgen vom 

3. Januar 2018 wurde C._____ für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut 

der Berufungsklägerin gestellt. Der Berufungsbeklagte wurde gleichzeitig berech-

tigt erklärt, C._____ in einer ersten Phase an jedem zweiten Samstag und in einer 

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zweiten – durch die Beiständin zu bestimmenden – Phase jedes zweite Wochen-

ende zu betreuen. Zudem wurde eine Besuchsbeistandschaft errichtet 

(act. 8/4/48). 

1.2. Mit Eingabe vom 30. August 2019 liess die Berufungsklägerin die Schei-

dungsklage vor Vorinstanz einreichen, woraufhin die Parteien zur Einigungsver-

handlung auf den 12. Dezember 2019 vorgeladen wurden (act. 8/1 und 8/6). Mit 

Eingabe vom 27. November 2019 stellte der Berufungsbeklagte seinerseits das 

vorstehende Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen zur Umsetzung des 

Besuchsrechts gemäss Eheschutzentscheid, worüber anlässlich der Verhandlung 

vom 12. Dezember 2019 ebenfalls verhandelt wurde (act. 8/16 und 8/19/1-3; 

Prot. VI S. 5 ff.). Anlässlich der Verhandlung beantragte die Berufungsklägerin die 

Abweisung des Antrages des Berufungsbeklagten; zudem beantragte sie im Sin-

ne vorsorglicher Massnahmen, das Besuchsrecht des Berufungsbeklagten sei für 

mindestens sechs Monate resp. bis zum Vorliegen eines kinderpsychiatrischen 

Gutachtens auszusetzen (act. 8/26). Die Parteien schlossen schliesslich unter 

Mitwirkung der Vorinstanz eine Vereinbarung über das Besuchsrecht des Beru-

fungsbeklagten und C._____, beginnend mit einem ersten Besuch am 15. De-

zember 2019 (act. 8/30). 

1.3. Am 15. Dezember 2019 fand der vereinbarte Besuch im BBT D._____ 

statt; die weiteren abgemachten Treffen konnten nicht durchgeführt werden, da 

die Berufungsklägerin weitere Treffen zwischen dem Berufungsbeklagten und 

C._____ ablehnte (act. 8/34 und 8/41). Zwischenzeitlich wurde vom Kinderarzt 

von C._____, Dr. med. E._____, eine erläuternde schriftliche Auskunft zu seinen 

Berichten eingeholt, die mit Schreiben vom 12. Januar 2020 erfolgte (act. 8/35/1 

und 8/45). Den Parteien wurde daraufhin mit Verfügung vom 16. Februar 2020 

das Schreiben des Kinderarztes zugestellt und Frist zur Stellungnahme angesetzt 

(act. 8/46). Ihre Stellungnahmen erstatteten die Parteien mit Eingaben vom 

22. und 29. Januar 2020 (act. 8/49 und 8/53). Mit Verfügung vom 15. April 2020 

erliess die Vorinstanz schliesslich ihren Entscheid betreffend Besuchsrecht im 

Sinne vorsorglicher Massnahmen (act. 8/68 = act. 7).  

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1.4. Für die ausführliche Darstellung der vorinstanzlichen Prozessgeschichte 

ist im Übrigen auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen 

(act. 7 S. 2 ff.).  

2.1. Mit Eingabe vom 4. Mai 2020 erhob die Berufungsklägerin Berufung ge-

gen die vorinstanzliche Verfügung mit den vorstehend zitierten Rechtsbegehren 

(act. 2). Zugleich beantragte sie im Sinne einer superprovisorischen Massnahme, 

das Kontaktrecht zwischen dem Berufungsbeklagten und C._____ sei bis zum 

Vorliegen des Berufungsentscheids zu sistieren. Mit Verfügung vom 6. Mai 2020 

wurde das Begehren der Berufungsklägerin um vorsorgliche Sistierung des Be-

suchsrechts für die Dauer des Berufungsverfahrens abgewiesen (act. 5). Dem Be-

rufungsbeklagten wurde zudem Frist angesetzt, um die Berufung zu beantworten. 

2.2. Der Berufungsbeklagte erstattete mit Eingabe vom 20. Mai 2020 fristge-

recht seine Berufungsantwort (act. 9). Mit Verfügung vom 4. Juni 2020 wurde so-

dann sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gutgeheissen 

und ihm in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Y.______ ein unentgeltlicher 

Rechtsbeistand bestellt (act. 11). Mit Vorladung vom 10. Juni 2020 wurden die 

Parteien schliesslich zur Instruktionsverhandlung auf den 7. Juli 2020 vorgeladen, 

anlässlich welcher zu Noven in der Berufungsantwort resp. zu allfälligen Äusse-

rungen der Gegenseite an der Verhandlung Stellung genommen werden konnte. 

Zudem wurde vorgesehen, Vergleichsgespräche zu führen (act. 13/1-2). 

2.3. Anlässlich der Verhandlung vom 7. Juli 2020 nahmen die Parteivertreter 

abschliessend Stellung zu allfälligen Noven; zudem fand eine kurze Befragung 

der Parteien zu einem neu eingegangenen Bericht der Beiständin (act. 15) statt. 

Eine Einigung konnte anlässlich der Vergleichsgespräche nicht erzielt werden 

(Prot. S. 6 ff.). 

3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 8/1-76). Das Verfah-

ren erweist sich als spruchreif. Auf die Ausführungen der Berufungsklägerin ist 

nur insoweit einzugehen, als sie für den Berufungsentscheid relevant sind. 

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II. 

1. Bei der Anordnung resp. Abänderung vorsorglicher Massnahmen wäh-

rend des Scheidungsverfahrens sind die (materiell- sowie verfahrensrechtlichen) 

Bestimmungen über die Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft 

sinngemäss anwendbar (Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 271 ff. ZPO und Art. 172 

ff. ZGB; ANNETTE DOLGE, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, 

Art. 276 N 15). Es gelangt das summarische Verfahren zur Anwendung mit ent-

sprechender Beweismittel- und Beweismassbeschränkung, und es gilt soweit wie 

hier Kinderbelange betroffen sind, die Offizial- und Untersuchungsmaxime 

(Art. 296 ZPO). Eine Abänderung vorsorglicher Massnahmen im Scheidungsver-

fahren setzt eine Veränderung der Verhältnisse voraus (Art. 276 Abs. 1 ZPO 

i.V.m. Art. 179 Abs. 1 ZGB). Verlangt ist dabei eine wesentliche und dauernde 

Veränderung. Eine Abänderung ist ferner angebracht, wenn die tatsächlichen 

Umstände, die dem Massnahmeentscheid zu Grunde lagen, sich nachträglich als 

unrichtig erwiesen haben oder wenn sich der Entscheid nachträglich im Ergebnis 

als nicht gerechtfertigt herausstellt, weil dem Massnahmegericht die Tatsachen 

nicht zuverlässig bekannt waren (BGE 141 III 376 E. 3.3.1). Das hat die Vor-

instanz bereits zutreffend und ausführlich dargestellt, weshalb darauf verwiesen 

werden kann (vgl. act. 7 S. 8 ff.). 

2.1. Gegen erstinstanzliche Entscheide betreffend vorsorgliche Massnahmen 

ist die Berufung zulässig (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Mit ihr kann die unrichtige 

Rechtsanwendung und die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend 

gemacht werden (Art. 310 ZPO). Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Beru-

fungsverfahren grundsätzlich nur zuzulassen, wenn sie (a) ohne Verzug vorge-

bracht werden und (b) trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz 

vorgebracht werden konnten (Art. 317 ZPO). Erforscht das Gericht den Sachver-

halt wie vorliegend von Amtes wegen, können die Parteien im Berufungsverfahren 

Noven jedoch auch dann vorbringen, wenn die Voraussetzungen von Art. 317 

Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1.; vgl. auch Urteil 

5A_1032/2019 vom 9. Juni 2020 E. 4.2). 

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2.2. Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert der Rechtsmittelfrist 

schriftlich und begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Aus der Begrün-

dungspflicht ergibt sich, dass die Berufung zudem (zu begründende) Rechtsmit-

telanträge zu enthalten hat. In der Begründung hat eine Berufung führende Partei 

der Rechtsmittelinstanz daher im Einzelnen darzulegen, aus welchen Gründen 

der angefochtene Entscheid falsch ist und abgeändert werden soll. Es genügt 

nicht, in einer Berufungsschrift einen blossen Verweis auf die Vorakten anzubrin-

gen und/oder pauschale Kritik am vorinstanzlichen Entscheid zu üben (wie z.B. es 

sei falsch oder willkürlich), oder bloss das zu wiederholen, was bereits vor Vor-

instanz vorgebracht wurde (sog. Begründungslast; vgl. OGer ZH, LB110049 vom 

5. März 2012 E. 1.1 m.w.H.; OGer ZH, PF120022 vom 1. Juni 2012 E. 4.1). Zwar 

besteht keine eigentliche Rügepflicht (sondern nur eine Rügeobliegenheit), aber 

die Berufung führende Partei muss sich sachbezogen mit den Entscheidgründen 

des erstinstanzlichen Entscheides auseinandersetzen. Sie muss darlegen, inwie-

fern die Vorinstanz das Recht falsch angewendet hat bzw. welcher Sachverhalt 

unrichtig festgestellt worden sein soll. Danach muss sie den vorinstanzlichen Er-

wägungen die aus ihrer Sicht korrekte Rechtsanwendung resp. den korrekten 

Sachverhalt gegenüberstellen und darlegen, zu welchem abweichenden Ergebnis 

dies führen soll. Dies gilt selbst im Bereich der Untersuchungsmaxime (vgl. zum 

Ganzen etwa IVO W. HUNGERBÜHLER, DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 30 ff. und 

N 36 ff.; ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016, Art. 311 N 36 f.; vgl. OGer ZH 

LB110049 vom 5. März 2012 E. 1.1 f., jeweils mit zahlreichen Verweisen). Ist die 

Begründung nicht geradezu ungenügend, aber in der Substanz mangelhaft, lässt 

dies das Eintreten auf die Berufung zwar unberührt, kann sich aber in der materi-

ellen Beurteilung zum Nachteil auswirken. 

2.3. Die vorliegende Berufung vom 4. Mai 2020 wurde innert Rechtsmittelfrist 

(vgl. act. 8/69/1) schriftlich, mit Anträgen versehen und begründet bei der Kammer 

als der zuständigen Rechtsmittelinstanz eingereicht. Die Berufungsklägerin ist 

durch den angefochtenen Entscheid beschwert und zur Berufung legitimiert. Es ist 

daher auf die Berufung einzutreten. Die anlässlich des Berufungsverfahrens neu 

eingereichten Urkunden sind aufgrund vorstehender Erwägungen – entgegen den 

Anmerkungen des Berufungsbeklagten (vgl. act. 9 S. 15) – zu beachten.  

- 11 - 

3. Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheides zusammenge-

fasst aus, dass eine Kindeswohlgefährdung durch Besuche von C._____ beim 

Berufungsbeklagten nicht ersichtlich sei. Zwar erscheine es insgesamt glaubhaft, 

dass C._____ im Zusammenhang mit der Ausübung des Besuchsrechts unter er-

heblichem psychischem Stress gestanden habe bzw. stehe, was auch der Beru-

fungsbeklagte nicht grundsätzlich in Abrede stelle. Indes wäre es zu kurz gegrif-

fen, diesen Stress auf den Kontakt zum Berufungsbeklagten an sich zurückzufüh-

ren, wie dies die Berufungsklägerin aus ihrer subjektiven Warte heraus tue. 

Nachdem es im vorliegenden Fall keinerlei objektive Anhaltspunkte dafür gebe, 

dass der Berufungsbeklagte seinen Sohn während den Besuchszeiten nicht adä-

quat, respektvoll und liebevoll behandeln würde und er zudem fähig und willig 

scheine, seine Vaterrolle und die damit verbundene Verantwortung wahrzuneh-

men, gebe es keinen Grund, an der Erziehungsfähigkeit des Beklagten zu zwei-

feln. Vielmehr erscheine es sehr wahrscheinlich, dass C._____ in einen belasten-

den Loyalitätskonflikt geraten sei. Die Sistierung oder Einschränkung des Be-

suchsrechts könne jedoch keine Abhilfe gegen den Konflikt schaffen; im Gegenteil 

erscheine es für das Wohl und insbesondere für die persönliche Entwicklung von 

C._____ unbedingt notwendig, möglichst umgehend wieder einen regelmässigen 

Kontakt zum Vater aufzubauen. Entsprechend sei der Antrag auf Sistierung des 

mit Eheschutzurteil vom 3. Januar 2018 geregelten Besuchsrechts abzuweisen 

(act. 7 S. 21 f.). 

 Ebenfalls seien die Anträge der Berufungsklägerin auf Einholung eines 

kinderpsychiatrischen Gutachtens über C._____ bzw. eines Erziehungsfähig-

keitsgutachtens über den Berufungsbeklagten abzuweisen. Ein Gutachten sei nur 

dann erforderlich, wenn das Gericht nicht über das nötige Sach- und Fachwissen 

zur Beantwortung der sich stellenden Rechtsfragen verfüge. Da das Gericht kei-

nerlei Anlass habe, an der Erziehungsfähigkeit des Berufungsbeklagten zu zwei-

feln, müsse über diese Frage auch kein Gutachten eingeholt werden. Ebenfalls 

weder notwendig noch zielführend für den Entscheid über das Besuchsrecht sei 

die Einholung eines kinderpsychiatrischen Gutachtens, da von den Besuchen 

bzw. dem Kontakt mit dem Berufungsbeklagten keine Gefährdung des Wohles 

von C._____ ausgehe (act. 7 S. 23). 

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4.1. Dagegen bringt die Berufungsklägerin im Wesentlichen vor, dass die psy-

chische Gesundheit von C._____ offensichtlich durch die Kontakte zum Beru-

fungsbeklagten leide (act. 2 S. 9). Dies hätten wiederholt Arztzeugnisse des Kin-

derarztes bestätigt, sei aber auch von der Beiständin von C._____, Frau F._____, 

so gesehen worden. Die Kita-Mitarbeiterinnen, die Kindergärtnerinnen und vor al-

lem die C._____ behandelnde Kinderpsychiaterin (recte: Kinderpsychologin) wür-

den dies ebenfalls bestätigen (act. 2 S. 9). Zudem könne auch die Grossmutter 

mütterlicherseits, die C._____ auch regelmässig betreue und ihn sehr gut kenne, 

Auskunft dazu geben, wie es C._____ jeweils nach Besuchen beim Berufungsbe-

klagten gegangen sei (act. 2 S. 10 unten). Es müsse zwingend ein kinderpsychiat-

risches Gutachten eingeholt werden und bis zu seinem Vorliegen von Besuchs-

kontakten zwischen C._____ und dem Berufungsbeklagten abgesehen werden, 

um die Kindswohlgefährdung durch die Kontakte zu vermeiden (act. 2 S. 13). Ma-

ximal, wie subeventualiter beantragt, sei das Kontaktrecht im Beisein einer Fach-

person (Psychologe/Psychiater) auszuüben, damit beurteilt werden könne, warum 

C._____ so auf den Berufungsbeklagten reagiere und wie dem entgegengewirkt 

werden könne. Dabei sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, mit C._____ 

Deutsch zu sprechen, damit die Fachperson dem Gespräch folgen könne (act. 2 

S. 13 f.). 

4.2. Der Berufungsbeklagte macht in seiner Berufungsantwort zusammenge-

fasst geltend, die Vorinstanz komme (richtigerweise) zum Schluss, dass es kei-

nerlei objektive Anhaltspunkte dafür gebe, dass der Berufungsbeklagte seinen 

Sohn nicht adäquat, respektvoll und liebevoll behandle; eine Kindswohlgefähr-

dung durch Besuche von C._____ beim Berufungsbeklagten sei somit nicht er-

sichtlich (act. 9 S. 7). Der Berufungsbeklagte fährt fort, dass die Aussagen der 

Beiständin und des Kinderarztes gerade nicht auf deren Wahrnehmungen beru-

hen würden, sondern auf den Aussagen der Berufungsklägerin selber. Dass 

C._____ nach dem Besuch psychische Auffälligkeiten gezeigt habe, sei eine reine 

Parteibehauptung und müsse bestritten werden. Falls dies tatsächlich der Fall 

gewesen sein sollte, sei dies auf den Loyalitätskonflikt zurückzuführen, in wel-

chem sich C._____ befinde (act. 9 S. 9). Betreffend Berichte der Kita-

Mitarbeiterinnen müsse darauf hingewiesen werden, dass die Berufungsklägerin 

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Vorgesetzte dieser Personen sei und auch hier offensichtlich sei, dass diese Per-

sonen einseitig über den aktuellen Stand informiert würden. Dies gelte sinnge-

mäss auch für die Mutter der Berufungsklägerin. Entsprechend seien den Berich-

ten und Aussagen jegliche Aussagekraft abzusprechen (act. 9 S. 11). Der von der 

Berufungsklägerin wiederholt behauptete Zusammenhang zwischen Besuchskon-

takten und übermässiger psychischer Belastung sei nicht ansatzweise erstellt 

(act. 9 S. 10). 

5.1. Die Vorinstanz hatte in materieller Hinsicht zu prüfen, ob die Vorausset-

zung für den Entzug resp. die Sistierung des Besuchsrechts des Berufungsbe-

klagten im Sinne von Art. 274 Abs. 2 ZGB gegeben waren. Die rechtlichen Erwä-

gungen hierzu hat sie korrekt wiedergegeben (act. 7 S. 13 f.). 

5.2. Zusammengefasst rügt die Berufungsklägerin hauptsächlich die Würdi-

gung der Beweismittel durch die Vorinstanz sowie eine Verletzung des Untersu-

chungsgrundsatzes. Dem kann – wie nachstehend zu zeigen sein wird – nicht ge-

folgt werden. 

6.1.1. Die Berufungsklägerin behauptete im vorinstanzlichen Verfahren, dass 

C._____ jeweils nach den Kontakten mit dem Berufungsbeklagten physische und 

psychische Reaktionen gezeigt habe, weshalb die Besuche auszusetzen seien. 

Die Vorinstanz hielt dazu fest, dass sich die Berufungsklägerin in ihrem Schluss 

durch die Berichte des Kinderarztes vom 15. Mai 2019 und 15. November 2019 

bestätigt fühlen würde, in welchen der Kinderarzt die Verdachtsdiagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung gestellt hatte (act. 7 S. 15). Daraufhin hat 

die Vor-instanz die Berichte zusammengefasst, gewürdigt und zunächst festge-

halten, dass der Kinderarzt – der gemäss eigenen Angaben über keine Ausbil-

dung in den Fachbereichen Kinder-/Jugendpsychiatrie resp. -psychologie verfüge 

– zumindest seinen zweiten Bericht vom 15. November 2019 verfasst habe, ohne 

dass er C._____ zeitnah persönlich untersucht gehabt habe (act. 7 S. 16). Weiter 

habe der Kinderarzt in seinem Schreiben vom 12. Januar 2020 an die Vorinstanz 

erklärt, C._____ jeweils nur körperlich untersucht und eine Beurteilung des Allge-

meinzustandes vorgenommen zu haben; insbesondere eine psychische Untersu-

chung habe er nicht durchgeführt. Auch aufgrund dieser Aussage erscheine die 

- 14 - 

vom Kinderarzt in den Berichten vom 15. Mai 2019 und 15. November 2019 ge-

stellte (psychiatrische) Diagnose einer "posttraumatischen Belastungsstörung" 

fraglich. Der Kinderarzt habe zudem schriftlich erklärt, dass er die bei C._____ 

gemäss den zwei Berichten bestehenden Auffälligkeiten (schwere sprachliche 

Regression, aggressives Verhalten und Schlafstörungen) und deren Auftreten im 

Zusammenhang mit den Besuchen beim Vater nur anamnestisch, d.h. nur anhand 

von Aussagen der Berufungsklägerin, habe feststellen können; C._____ selbst 

habe damals in den Untersuchungen nicht gesprochen. Ebenfalls allein gestützt 

auf die Angaben der Berufungsklägerin sei die Kinderarzt offenbar davon ausge-

gangen, dass C._____ in den ersten drei Jahren zuhause Gewalt miterlebt habe, 

worauf er bei seiner Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung wesent-

lich abgestellt habe. Nachdem die Berichte des Kinderarztes vom 15. Mai 2019 

und vom 15. November 2019 zum Gesundheitszustand von C._____ massgeblich 

auf Angaben der Berufungsklägerin und nicht etwa auf eigenen Wahrnehmungen 

basieren würden, komme ihnen lediglich der Wert einer Parteibehauptung – und 

nicht einer neutralen ärztlichen Einschätzung – zu. Damit würden als Hinweise auf 

das Vorhandensein physischer und psychischer Auffälligkeiten bei C._____ einzig 

die Aussagen der Berufungsklägerin verbleiben (act. 7 S. 16 f.). 

6.1.2. Die Berufungsklägerin hält diesen Erwägungen entgegen, die Vorinstanz 

verkenne, dass der Kinderarzt mit Dr. G._____, die C._____ am 1. Oktober 2019 

gesehen habe, in Praxisgemeinschaft sei und diese C._____ am besagten Tag 

behandelt habe. Der Kinderarzt sei somit sehr wohl informiert gewesen, wie es 

C._____ anlässlich der Konsultation am 1. Oktober 2019 gegangen sei, zumal 

man sich in einer Praxisgemeinschaft über gemeinsame Patienten austausche, 

insbesondere wenn ein Arztzeugnis zu erstellen sei und die Ärzte verpflichtet sei-

en, eine ausführliche Krankengeschichte zu führen, die über jeden Arztbesuch 

dokumentiere (act. 2 S. 12). 

6.1.3. Zunächst ist festzuhalten, dass die Vorinstanz ausdrücklich erwogen hat, 

der Kinderarzt habe anlässlich seines Berichts vom 15. November 2019 C._____ 

persönlich nicht zeitnah untersucht, wobei sein Bericht auch keinerlei Hinweis auf 

eine (von der Berufungsklägerin behauptete) Konsultation bei Dr. G._____ vom 1. 

- 15 - 

Oktober 2019 enthält (act. 8/27/23) Dass Frau Dr. G._____ eine (kinder-

)psychiatrische Ausbildung hätte, wird sodann von der Berufungsklägerin nicht 

geltend gemacht. Zudem steht fest, dass der Kinderarzt selber C._____ jeweils 

lediglich körperlich untersucht und er keine psychische Untersuchung vorgenom-

men hat. Die Berufungsklägerin lässt unberücksichtigt, dass der Kinderarzt ge-

genüber der Vorinstanz ausdrücklich erklärte, dass er sich bei seinen Feststellun-

gen betreffend psychische Auffälligkeiten lediglich auf die Aussagen der Beru-

fungsklägerin stützte (vgl. act. 8/45 F/A 7, 9a, 12 und 13). Dass er für seine Fest-

stellungen Rücksprache mit anderen Ärzten genommen haben soll, erwähnte er 

nicht. In dieser Hinsicht verweist der Kinderarzt in seinen zwei Berichten von 2019 

konsequenterweise denn auch nicht auf Inhalte oder Ergebnisse der Konsultatio-

nen mit den anderen Ärzten. Nicht aktenkundig ist überdies, was Gegenstand der 

behaupteten Behandlung durch Dr. G._____ vom 1. Oktober 2019 gewesen sein 

soll; die Berufungsklägerin behauptet in ihrer Berufungsschrift gar nicht erst, dass 

dort Auffälligkeiten im Zusammenhang mit den Besuchen des Berufungsbeklag-

ten thematisiert worden wären. Dies wäre im Übrigen auch insofern unwahr-

scheinlich, als ab April 2019 – und damit zum fraglichen Behandlungszeitpunkt 

seit über fünf Monaten – unbestritten keine Kontakte zwischen dem Berufungsbe-

klagten und C._____ stattgefunden hatten. Zusammenfassend kann aufgrund des 

Dargelegten damit davon ausgegangen werden, dass bei der behaupteten Kon-

sultation bei Dr. G._____ vom 1. Oktober 2019 keine Auffälligkeiten von C._____ 

im Zusammenhang mit dem Besuchsrecht des Berufungsbeklagten im Zentrum 

standen, zumal dies der Kinderarzt ansonsten wohl spätestens in seinem Schrei-

ben an die Vorinstanz vom 12. Januar 2020 offengelegt hätte. Entsprechend geht 

diese Rüge der Berufungsklägerin an der Sache vorbei.  

6.2.1. Weiter bringt die Berufungsklägerin vor, der Kinderarzt kenne C._____ 

schon seit 2016 und verfüge über einen Fähigkeitsausweis für delegierte Psycho-

therapie (FMPP). Er interessiere sich bereits seit Absolvieren des Grundstudiums 

der Psychologie an der Universität Zürich neben den somatischen Problemen in 

der Kinder- und Jugendmedizin auch für die verschiedenen Formen und Möglich-

keiten der Psychotherapie. Weiter arbeite er mit einer Gemeinschaftspraxis für 

Psychotherapie und Beratung zusammen. Aus diesen Gründen sei er in jedem 

- 16 - 

Fall qualifiziert, die eingereichten Beurteilungen abzugeben und den Verdacht ei-

ner posttraumatischen Belastungsstörung zu diagnostizieren sowie die gemach-

ten Empfehlungen abzugeben (act. 2 S. 12). 

6.2.2. Die Berufungsklägerin legt in ihrer Berufung nicht dar, inwiefern diese 

Umstände hinsichtlich des von der Vorinstanz festgestellten Sachverhaltes rele-

vant sein sollten, und dies ist auch nicht ersichtlich. Der Kinderarzt hat C._____ 

aktenkundig nicht auf seinen psychischen Zustand untersucht und seine Diagno-

se (Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung) lediglich auf einen Sach-

verhalt gestützt, den ihm die Berufungsklägerin dargelegt hatte. So basiert der in 

den Berichten festgehaltene Zusammenhang zwischen den Symptomen und den 

Kontakten zum Berufungsbeklagten lediglich auf Aussagen der Berufungsklägerin 

und nicht auf eigener Erkenntnisgewinnung des Kinderarztes (act. 8/45 F/A 9a). 

Damit kann offen bleiben, ob der Kinderarzt (im Allgemeinen) qualifiziert ist, die 

eingereichten Berichte, gemachten Empfehlungen sowie die gestellten Diagnosen 

abzugeben. Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz nicht (ausdrücklich) seine 

Qualifikation angezweifelt, sondern die Tatsache, wie resp. auf welchen Grundla-

gen er zu seiner Diagnose gelangt ist. Entgegen der Ansicht der Berufungskläge-

rin ändern die neu eingereichten Berichte nichts an diesen Überlegungen (s. dazu 

nachstehend E. II.8.). Die Berufungsklägerin setzt sich mit den restlichen Erwä-

gungen der Vorinstanz in dieser Hinsicht nicht auseinander. Entsprechend hat es 

mit den Erörterungen der Vorinstanz damit sein Bewenden. 

6.3. Zusammengefasst konnte die Berufungsklägerin nicht darlegen, dass die 

Vorinstanz von einem unrichtigen Sachverhalt ausgegangen wäre, indem sie die 

Berichte des Kinderarztes von C._____ als Parteibehauptungen qualifizierte und 

die darin geltend gemachten Feststellungen im Zusammenhang mit dem Beru-

fungsbeklagten für unglaubhaft hielt.  

Nachdem sich der damalige Antrag der Beiständin vom 14. Juni 2019, mit wel-

chem sie bei der damals zuständigen Kindesschutzbehörde die Anordnung be-

gleiteter Besuche beantragte, hauptsächlich auf den Arztbericht vom 15. Mai 2019 

und die Aussagen der Berufungsklägerin stützte, ist diesem ebenfalls keine über 

- 17 - 

die Behauptung der Berufungsklägerin hinausgehende Beweiskraft zuzusprechen 

(act. 8/15/35).  

7.1. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid weiter damit, dass die Beru-

fungsklägerin die geltend gemachten Beschwerden anlässlich der Verhandlung 

vom 12. Dezember 2019 glaubhaft geschildert habe und auch der Berufungsbe-

klagte die von der Berufungsklägerin bei C._____ beobachteten und beschriebe-

nen physischen und psychischen Probleme nicht grundsätzlich in Abrede gestellt 

habe. Die Vorinstanz beurteilte die fraglichen Symptome sodann unter Hinweis 

auf die Fachliteratur als typische psychosomatische Beschwerden, die bei Tren-

nungs-/Scheidungsstress ausgesetzten Kindern im Kindergartenalter festgestellt 

werden könnten. Sie erwog, die Berufungsklägerin verkenne die wahre Ursache 

der Beschwerden des Kindes, wenn sie diese auf eine inadäquate, unterdrücken-

de oder ungeduldige Behandlung durch den Berufungsbeklagten während dessen 

Besuchszeiten zurückführe. Es gebe keinerlei objektive Anhaltspunkte dafür, dass 

der Berufungsbeklagte seinen Sohn während den Besuchszeiten nicht adäquat, 

respektvoll und liebevoll behandle. Ebenso wenig lägen der Vorinstanz objektive 

Anhaltspunkte vor, die auf eine mangelnde Erziehungsfähigkeit des Beklagten 

hindeuten würden. Beim Gericht habe der Berufungsbeklagte anlässlich der Ver-

handlung vom 12. Dezember 2019 den Eindruck eines „normalen“ Vaters hinter-

lassen, dem sein Sohn sehr am Herzen liege, der unter der Trennung von ihm lei-

de und sich darum bemühe, den Bedürfnissen seines Sohnes trotz der nun be-

stehenden räumlichen Trennung gerecht zu werden. Dieser Eindruck werde auch 

durch eine von der Beiständin vorgenommene Interaktionsbeobachtung anlässlich 

eines Hausbesuches beim Berufungsbeklagten im November 2018 gestützt, an-

lässlich welcher bei C._____ keinerlei Unsicherheit oder Angst gegenüber dem 

Berufungsbeklagten habe festgestellt werden können (act. 7 S. 17 f.). Dies werde 

auch durch den Bericht des begleiteten Besuchstreffs (BBT) des Bezirks Horgen 

über den Verlauf des Treffens vom 15. Dezember 2019 zwischen dem Beru-

fungsbeklagten und C._____ gestützt. Das Wiedersehen zwischen den beiden 

nach dannzumal acht Monaten des totalen Kontaktunterbruchs sei erstaunlich po-

sitiv verlaufen. Hätte C._____ den Berufungsbeklagten tatsächlich nicht sehen 

wollen bzw. hätte er sich von ihm unter Druck gesetzt und eingeschüchtert ge-

- 18 - 

fühlt, wie dies die Berufungsklägerin behaupte, so hätte sich C._____ anlässlich 

des Besuchs ganz anders verhalten (act. 7 S. 20). Auf die Frage, weshalb sie so 

sicher sei, dass die Ursache von C._____s Beschwerden beim Berufungsbeklag-

ten lägen, habe die Berufungsklägerin einzig unsubstantiiert die angeblich sehr 

tiefe Frustrationstoleranz des Berufungsbeklagten genannt und dass er ihr ge-

genüber im Beisein von C._____ mehrere Male Gewalt ausgeübt habe. Da der 

Berufungsbeklagte vom Vorwurf der Gewaltausübung rechtskräftig freigesprochen 

worden sei, gelte es, diesen Freispruch zu berücksichtigen, weshalb dieser Vor-

wurf als haltlos erscheine (act. 7 S. 17 f.). Aufgrund dessen habe die Vorinstanz 

keinerlei Anlass, an der Erziehungsfähigkeit des Berufungsbeklagten zu zweifeln, 

weshalb kein Gutachten darüber eingeholt werden müsse. Für den Entscheid 

über die Ausgestaltung resp. Sistierung des Besuchsrechts sei die Einholung ei-

nes kinderpsychiatrischen Gutachtens ebenso weder notwendig noch zielführend, 

da von den Kontakten mit dem Berufungsbeklagten keine Gefährdung des Woh-

les von C._____ ausgehe. Die Anträge der Berufungsklägerin auf Einholung eines 

kinderpsychiatrischen Gutachtens über C._____ resp. eines Erziehungsfähig-

keitsgutachtens über den Berufungsbeklagten seien folglich abzuweisen (act. 7 

S. 23). 

7.2. Die Berufungsklägerin macht in diesem Zusammenhang zusammenge-

fasst geltend, es sei willkürlich von der Vorinstanz, wenn sie vom Kanzleitisch aus 

die Beschwerden von C._____ (einzig) damit erkläre, dass es sich um ein hoch-

strittiges Scheidungsverfahren mit einem schwelenden Elternkonflikt handle. Dem 

sei entgegenzuhalten, dass die Vorinstanz keine medizinische/psychologische 

oder auch pädagogische Ausbildung irgendwelcher Art habe, C._____ nicht ken-

ne und ihn nie gesehen habe (act. 2 S. 13; vgl. auch act. 2 S. 7, 8 f. und 17). 

Vielmehr hätte die Vorinstanz von der Kinderpsychologin, den Kindergärtnerinnen 

und Kita-Betreuerinnen von C._____ zwingend weitere Abklärungen vornehmen 

und Berichte einholen müssen, nachdem die Berufungsklägerin mitgeteilt gehabt 

habe, dass sich C._____ in psychiatrischer (recte: psychologischer) Behandlung 

befinde und auch in der Kita und im Kindergarten Auffälligkeiten gezeigt habe 

(act. 2 S. 8 f.).  

- 19 - 

 Der mit der Berufung eingereichte Bericht der Kinderpsychologin würde 

denn auch bestätigen, dass die psychische Gesundheit von C._____ offensicht-

lich durch die Kontakte zum Berufungsbeklagten leide. Weiter hätten die Kita-

/Kindergartenmitarbeiterinnen ohne Instruktion, mit eigenen Worten in der kurzen 

Berufungsfrist ihren Eindruck über die psychische Verfassung von C._____ und 

der Zeitnähe der Auffälligkeiten zu den Kontakten zum Berufungsbeklagten 

schriftlich dargelegt (act. 2 S. 9).  

 Schliesslich wäre aufgrund der Aussagen der involvierten Personen zwin-

gend ein kinderpsychiatrisches Gutachten einzuholen gewesen (act. 2 S. 12 f.; 

vgl. auch act. 2 S. 7, 8 f. und 17 f.). Daran ändere auch nichts, dass der Beru-

fungsbeklagte sich während ein paar Stunden vor Gericht offenbar positiv habe 

darstellen können; es sei allgemein bekannt, dass dies nichts damit zu tun habe, 

wie sich Personen in den eigenen vier Wänden gegenüber ihren Partnern und 

Kindern verhalten würden (act. 2 S. 13). Ein Gutachten müsse selbst dann zwin-

gend eingeholt werden, wenn C._____ in einem gewissen Loyalitätskonflikt stün-

de, zumal ein solcher in keiner Art und Weise die extremen Verhaltensauffälligkei-

ten erklären würde, wie sie bei C._____ auftreten würden. Weiter habe der Beru-

fungsbeklagte anlässlich des Treffens vom 15. Dezember 2019 massenweise 

Spielsachen angeschleppt, um C._____ für sich zu gewinnen und damit C._____ 

sich auf diese konzentriere und nicht auf ihn. C._____ sei ängstlich gewesen. Um 

für Dritte den Eindruck zu erwecken, dass sie vertraut seien, habe der Berufungs-

beklagte C._____ auf Albanisch angewiesen, ihn auf Auge und Backe zu küssen. 

Er sei mit C._____ vom einen in das andere Zimmer gegangen, um sich den Au-

gen der Aufsicht der Grossmutter mütterlicherseits zu entziehen. Auf Albanisch 

habe der Berufungsbeklagte C._____ immer wieder befohlen, was dieser zu tun 

habe, und wiederholt schlecht über die Berufungsklägerin gesprochen. Bezeich-

nend sei die massive Reaktion von C._____ nach dem Treffen gewesen. Dies 

inskünftig zu vermeiden und der Ursache auf den Grund zu gehen, sei Aufgabe 

einer kinderpsychiatrischen Begutachtung (act. 2 S. 15 f.). 

Da C._____ auf die Kontakte mit dem Berufungsbeklagten derart reagiere, sei die 

Erziehungsfähigkeit des Berufungsbeklagten ebenfalls abzuklären, liege doch na-

- 20 - 

he, dass C._____ auf das (aggressive) Verhalten des Berufungsbeklagten reagie-

re (act. 2 S. 14). Weiter spreche es gegen die Erziehungsfähigkeit des Beru-

fungsbeklagten, wenn er es – wie bspw. anlässlich des Besuches am 

15. Dezember 2019, als die Grossmutter von C._____ ebenfalls anwesend gewe-

sen sei – nicht einmal für eine kurze Zeit und unter Beobachtung unterlassen 

könne, die Berufungsklägerin gegenüber C._____ schlecht zu machen (act. 2 

S. 14 f.). 

7.3. In Bezug auf die Rüge, die Vorinstanz hätte bei den entsprechenden An-

zeichen weitere Beweismittel bei der Kinderpsychologin und den Kita-

/Kindergartenmitarbeiterinnen beschaffen müssen, ist daran zu erinnern, dass im 

Bereich der Kinderbelange wohl der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz 

gilt, sich dadurch indes nichts an der (bereits geschilderten) summarischen Natur 

des Verfahrens um Erlass vorsorglicher Massnahmen während des Scheidungs-

verfahrens ändert. Zudem sind die Parteien bei der Sammlung des Prozessstoffs 

nach dem Grundsatz von Treu und Glauben zur Mitwirkung verpflichtet, da sie 

den Prozessstoff am besten kennen (FamKomm– SCHWEIGHAUSER, 3. Aufl. 2017, 

Anh. ZPO, Art. 296 N 11). Das bedeutet insbesondere, dass auch bei Kinderbe-

langen die Parteien grundsätzlich dem Gericht den wesentlichen Sachverhalt 

substantiiert darlegen und glaubhaft machen müssen. Trotz des Untersuchungs-

grundsatzes ist im Übrigen eine vorweggenommene Würdigung von Beweisaner-

bieten jedoch nicht ausgeschlossen. Verfügt das Gericht über genügende Grund-

lagen für eine sachgerechte Entscheidung, kann es auf weitere Beweiserhebun-

gen im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung verzichten (Urteil 

BGer 5A_468/2017 vom 18. Dezember 2017 E. 6.1. m.w.H.). Die Weigerung, zu-

sätzlich beantragte Beweismittel, wie bspw. Gutachten, abzunehmen, verletzt in 

einem solchen Fall weder den verfassungsmässigen Beweisanspruch noch den 

Untersuchungsgrundsatz (vgl. Urteil BGer 5A_813/2013 vom 12. Mai 2014 E. 4.3. 

m.w.H.). Das Gericht hat dabei ein Ermessen, in welches die Berufungsinstanz 

nur mit Zurückhaltung eingreift.  

7.4. Unter diesen Umständen erscheint es zunächst zumindest fraglich, wes-

halb die anwaltlich vertretene Berufungsklägerin – aufgrund ihrer Mitwirkungs-

- 21 - 

pflicht – im vorinstanzlichen Verfahren die Einholung der Berichte nicht beantragt 

hat resp. nicht selbst aktuelle Berichte der Kinderpsychologin und der Kita-

/Kindergartenmitarbeiterinnen als Urkunden eingereicht hat. Die Berufungskläge-

rin hätte solche ohne Weiteres beschaffen und einreichen können – wie sie es im 

Berufungsverfahren getan hat, in welchem sie die Erklärungen gar nur während 

der zehntägigen Berufungsfrist besorgen konnte (vgl. act. 16 S. 7). Dass die Vor- 

instanz im Rahmen des Verfahrens um vorsorgliche Massnahmen nicht von sich 

aus solche eingeholt hat, zumal sie aufgrund der Vorbringen und bereits in den 

Akten liegenden Berichte zum Schluss gekommen ist, dass eine Kindswohlge-

fährdung durch Kontakte zum Berufungsbeklagten nicht glaubhaft gemacht wor-

den sei, ist auch unter der Geltung des Untersuchungsgrundsatzes nicht zu bean-

standen. Lediglich die bestrittenen Behauptungen, dass der Berufungsbeklagte 

eine sehr tiefe Frustrationstoleranz habe und C._____ deswegen Auffälligkeiten 

zeige oder der Berufungsbeklagte nie Interesse an einer Beziehung gezeigt habe, 

sind zu wenig detailliert und zu pauschal gehalten, als dass aufgrund dieser von 

Amtes wegen Beweise zu sammeln wären. Betreffend das Strafverfahren und den 

Freispruch ist den vorinstanzlichen Erwägungen zu folgen. Der Berufungsbeklag-

te wurde rechtskräftig unter anderem vom Vorwurf der mehrfachen Tätlichkeit, der 

mehrfachen Drohung und der Nötigung freigesprochen resp. wurden die Verfah-

ren teilweise eingestellt, nachdem das Strafgericht die Aussagen beider Parteien 

auf über sechs Seiten gewürdigt hatte und zum Schluss gekommen war, dass die 

Aussagen der Berufungsklägerin wenig glaubhaft erscheinen (act. 8/20B/48 

S. 16–22). Aufgrund dieses Ergebnisses des Strafverfahrens durfte die Vorinstanz 

die Gewaltvorwürfe der Berufungsklägerin für unbegründet resp. unbelegt erach-

ten. Ohnehin ist festzuhalten, dass ein anderes Ergebnis des Strafverfahrens vor-

liegend nur aber immerhin etwas über das Verhältnis zwischen den Parteien aus-

gesagt hätte und sich aus diesem jedenfalls keine direkten Rückschlüsse auf die 

Beziehung zwischen dem Berufungsbeklagten und C._____ hätten ziehen lassen.  

7.5.1. Mit den Erwägungen der Vorinstanz betreffend den Interaktionsbericht 

aus dem Jahr 2018 und den Bericht des BBT D._____ setzt sich die Berufungs-

klägerin nicht auseinander (act. 7 S. 20 i.V.m. act. 8/34). Sie hält in dieser Hin-

sicht lediglich fest, dass der von C._____ im Vorfeld des Besuchs im Dezember 

- 22 - 

2019 geäusserte und im Bericht festgehaltene Widerstand "von allen Beteiligten 

ignoriert und negiert" worden sei (act. 2 S. 15 mit Verweis auf act. 34 1. Absatz). 

Die Vorinstanz hat diese "Ablehnung" allerdings weder ignoriert noch negiert, hält 

sie doch fest, dass sich C._____ im Voraus gegenüber einem Treffen zunächst 

ablehnend geäussert haben soll, er und der Berufungsbeklagte aber in der Folge 

freudig aufeinander zugegangen seien (act. 7 S. 20). Diese Sachverhaltsdarstel-

lung ergibt sich ohne Weiteres aus dem Bericht des BBT H._____/I._____, des-

sen Inhalt von keiner der Parteien angezweifelt wird. Entsprechend ist davon aus-

zugehen, dass C._____ – nach anfänglich zögerndem Verhalten – Freude am 

Treffen hatte und sich wohl fühlte sowie dass sich der Berufungsbeklagte gut um 

C._____ gekümmert hat und seine Bedürfnisse wahr und ernst nahm (act. 8/34). 

Hervorzuheben ist sodann, dass es keineswegs selbstverständlich ist, wenn ein 

Fünfjähriger nach 8-monatigen völligen Kontaktunterbruch freudig auf den Vater 

zugeht (act. 8/34; vgl. dazu auch unten, Ziff. 7.5.7). Daraus kann viel mehr ge-

schlossen werden, dass eine Beziehung bestand, an welche (noch) angeknüpft 

werden kann, wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat (act. 7 S. 21). 

7.5.2. Die von der Berufungsklägerin berufungsweise eingereichten Schreiben 

der Kita-/Kindergartenmitarbeiterinnen und ihrer Mutter im Zusammenhang mit 

dem Besuch vom 15. Dezember 2019 vermögen die Erwägungen der Vorinstanz 

nicht zu erschüttern. Vorab ist nicht ersichtlich, weshalb die Berichte der Kita- und 

Kindergartenmitarbeiterinnen und der Mutter der Berufungsklägerin erst mit der 

Berufung eingereicht und gar erst dann erstellt wurden. Es hätte auch im Interes-

se der – vertretenen – Berufungsklägerin gelegen, diese bereits im vorinstanzli-

chen Verfahren (spätestens nach der Zustellung des Berichts des BBT im Januar 

2020) einzureichen, zumal sie mit diesen ihren (damaligen) Standpunkt und ihren 

Antrag auf Sistierung der Besuche hätte untermauern können. Die Berufungsklä-

gerin erklärt denn auch nicht stichhaltig, weshalb die Berichte erst im Hinblick auf 

ihre Berufung erstellt wurden. Sie hat dazu lediglich ausführen lassen, sie habe 

die neuen Belege damals nicht eingereicht, weil es ihr nicht um Prozesstaktik, 

sondern um das Wohl von C._____ gegangen sei (act. 16 S. 6). Es ist aber gera-

de im Interesse des Kindeswohls und damit aller Prozessbeteiligten, dass das er-

kennende Gericht einen umfassenden Überblick über den prozessrelevanten 

- 23 - 

Sachverhalt hat, damit dieses einen sachgerechten Entscheid fällen kann. Dies 

müsste der vertretenen Berufungsklägerin bekannt sein. Umso befremdlicher ist 

es nun, wenn sie dem Gericht eine – ihrer Meinung nach – wichtige Tatsache 

vorenthält mit der Begründung, ihr sei es um das Wohl von C._____ gegangen. 

Statt der Vorinstanz ihre neuen Erkenntnisse vom Treffen zwischen dem Beru-

fungsbeklagten und C._____ darzulegen, damit das Gericht allfällige Schritte ein-

leiten kann, lässt die Berufungsklägerin vielmehr eigenmächtig die weiteren ver-

einbarten Kontakte nicht stattfinden und verhindert seit Frühling 2019 entgegen 

den geltenden gerichtlichen Anordnungen so gut wie jeden Kontakt zwischen 

C._____ und seinem Vater. Dies lässt die Erziehungsfähigkeit der Berufungsklä-

gerin nicht im guten Licht erscheinen, worauf bereits die Vorinstanz zu Recht hin-

gewiesen hat (act. 7 S. 22). Schliesslich ist dem Berufungsgericht nicht bekannt, 

unter welchen Umständen die Schreiben entstanden sind. 

7.5.3. Betreffend die Schreiben von J._____, K._____ und L._____ ist weiter 

anzumerken, dass sie Angestellte der Berufungsklägerin sind resp. im Zeitpunkt 

der Berichtsverfassung waren (act. 4/1-3). Entsprechend ist eine Nähe und Ab-

hängigkeit dieser Personen zur Berufungsklägerin – entgegen ihrer Ansicht 

(act. 16 S. 4 f.) – notorischerweise nicht von der Hand zu weisen; die Sachver-

haltsdarstellungen der Mitarbeiterinnen sind damit mit einer gewissen Zurückhal-

tung zu würdigen. Viel wichtiger als die Glaubwürdigkeit der Personen ist aller-

dings der Inhalt ihrer Schreiben. Dabei ist festzuhalten, dass daraus kein Verhal-

ten des Berufungsbeklagten anlässlich von Kontakten mit C._____ abgeleitet 

werden könnte, das nicht im Kindswohl läge – selbst wenn die geschilderten Vor-

fälle der Wahrheit entsprechen würden. Das Schreiben von J._____ ist undatiert 

und hält zu Beginn fest, dass C._____ in der Woche nach dem fraglichen Treffen 

gesagt habe, der Berufungsbeklagte sei böse (act. 4/1). Selbst wenn C._____ 

dies ausgesagt hätte, ist diese Aussage alleine resp. die von J._____ in ihrem 

Schreiben festgehaltene Feststellung zu unsubstantiiert, als dass damit eine 

Kindswohlgefährdung durch Kontakte mit dem Berufungsbeklagten glaubhaft ge-

macht ist. So ist unklar, an welchem Tag C._____ dies genau gesagt haben soll 

und wie die Umstände gewesen sein sollen, als er dies aussagte. Es erscheint 

weiter unwahrscheinlich, dass ein Kind von sich aus und ohne Zusammenhang 

- 24 - 

seiner Kindergärtnerin gegenüber eine solche Aussage macht. Ein Zusammen-

hang zwischen den restlichen Vorbringen im Schreiben und der geltend gemach-

ten Gefährdung aufgrund des Besuchsrechts ist nicht erkennbar; einerseits sind 

diese teilweise vage und geben nicht eine eigene Wahrnehmung wieder, anderer-

seits ist unklar, woher C._____s Aussage, Angst vor einer Entführung zu haben, 

herrühren soll. Eine solche Angst ist bislang nicht aktenkundig, weswegen auch 

diese behauptete Aussage mit einer gewissen Vorsicht zu würdigen ist. Dies gilt 

insbesondere, zumal die Berufungsklägerin – soweit ersichtlich – erst anlässlich 

der Verhandlung vom 7. Juli 2020 das erste Mal im Scheidungsverfahren auf eine 

Entführungsgefahr anspielt und dabei lediglich auf das Eheschutzverfahren aus 

dem Jahr 2017 verweist (act. 16 S. 6). Nachdem unbestritten anfangs 2019 meh-

rere unbegleitete Besuche stattgefunden haben und die Berufungsklägerin offen-

bar damals und bis zur obergerichtlichen Verhandlung keine Entführungsgefahr 

sah, ist nicht erkennbar, weshalb eine solche nun gegeben sein soll. Ihre Aussage 

ist damit lediglich als durch nichts belegte Parteibehauptung zu qualifizieren.  

7.5.4. Betreffend das Schreiben von K._____ ist zunächst festzuhalten, dass 

dieses nicht in der Amtssprache verfasst ist (act. 4/2). Da das Gericht der engli-

schen Sprache – jedenfalls im Umfang des verwendeten Wortschatzes im Schrei-

ben – ausreichend mächtig ist, erübrigt sich die Ansetzung einer Nachfrist, um ei-

ne Übersetzung nachzuliefern. Inhaltlich kann das Schreiben eine Kindswohlge-

fährdung aufgrund von Kontakten zwischen C._____ und dem Berufungsbeklag-

ten nicht glaubhaft machen. Dem Berufungsbeklagten ist insofern recht zu geben, 

als dass K._____ das Fachwissen fehlt, eine psychologische Diagnose zu stellen. 

Entsprechend ist ihre abschliessende "Würdigung", es beginne, C._____s persön-

liche und unpersönliche Erfahrungen und die Angst sowie das Unbehagen ge-

genüber seinem Vater zu beeinflussen, nicht gehaltvoll und im Übrigen auch nicht 

nachvollziehbar. Neben dem fehlenden Fachwissen spricht aber auch der Um-

stand, dass die Berufungsklägerin sie darüber informiert habe, was mit dem Beru-

fungsbeklagten vor sich ginge und vor sich gehe, gegen die Aussagekraft des 

Schreibens.  

- 25 - 

7.5.5. Das Schreiben von L._____ hält wiederum ebenfalls nur fest, dass 

C._____ einen Tag nach dem Kontakt mit dem Berufungsbeklagten ein aggressi-

ves Verhalten in der Kita gezeigt habe (act. 4/3). Auch damit kann jedoch keine 

Kindeswohlgefährdung glaubhaft gemacht werden, die auf ein inadäquates Ver-

halten des Berufungsbeklagten anlässlich des Besuches zurückzuführen ist.  

7.5.6. Beim Schreiben von M._____ ist festzuhalten, dass sie zwar nicht mehr 

bei der Kita der Berufungsklägerin arbeitet. Dennoch ist auch hier eine gewisse 

Nähe anzunehmen, zumal sie C._____ offenbar auch in ihrer Freizeit getroffen 

und privat betreut hat (act. 4/4). In ihrem Schreiben beschreibt sie C._____ in all-

gemeiner Weise, ohne jedoch einen zeitlichen Konnex anzugeben – immerhin hat 

sie gemäss eigenen Angaben drei Jahre für die Berufungsklägerin gearbeitet. 

Damit ist unklar, wann C._____ die von ihr beschriebenen Verhaltensauffälligkei-

ten an den Tag gelegt haben soll. Weiter wird lediglich im unteren Teil ihres 

Schreibens ein Zusammenhang zwischen den Kontakten und einem darauffol-

genden verängstigten und aggressiven Verhalten von C._____ dargelegt. Wiede-

rum fehlt an dieser Stelle eine Zeitangabe – so kann es sich dabei um eine Zeit-

periode handeln, die vor einigen Jahren stattgefunden hat. Weiter beginnt 

M._____ die fragliche Textstelle mit "Nach Gesprächen mit [der Berufungskläge-

rin]", weswegen unklar ist, welchen Einfluss die Berufungsklägerin auf die nach-

folgende Feststellung der Kinderbetreuerin hat. Zudem ist anzumerken, dass die 

fragliche Textpassage als einzige in einer anderen Schriftart geschrieben wurde 

(vgl. beispielhaft den Buchstaben "…"). Dies lässt die Vermutung zu, dass die 

Stelle nicht zeitgleich mit dem Rest des Textes geschrieben wurde, was wiederum 

dessen Glaubhaftigkeit anzweifeln lässt. Zusammenfassend lässt das Schreiben 

von M._____ keinen Zusammenhang zwischen dem Treffen vom 15. Dezember 

2019 und den Auffälligkeiten bei C._____ glaubhaft erscheinen.  

7.5.7. Zwischen der Berufungsklägerin und ihrer Mutter ist die persönliche Nähe 

evident. Unter diesem Aspekt erscheint die Glaubwürdigkeit der Mutter als gering, 

zumal das Verwandtschaftsverhältnis geeignet ist, die Aussage der Mutter zu-

gunsten der Berufungsklägerin zu beeinflussen. Inhaltlich erscheint ihr Schreiben 

allerdings ohnehin wenig aussagekräftig. So ist aus den ersten drei Abschnitten 

- 26 - 

des Schreibens nichts abzuleiten, das für die geltend gemachte Kindswohlgefähr-

dung spricht (vgl. act. 4/5/2, oben). Im darauffolgenden Abschnitt hält sie lediglich 

fest, was sie den Familienbegleiterinnen gesagt hat; immerhin wird daraus er-

sichtlich, dass die Berufungsklägerin und ihre Mutter die gleichen Worte verwen-

den, wenn es um die Beschreibung des Berufungsbeklagten geht (gut im Manipu-

lieren: vgl. Prot. VI S. 14; kein Interesse an C._____: Prot. VI S. 16). Zudem deu-

tet die Wortwahl darauf hin, dass die Mutter der Berufungsklägerin – bis zu einem 

gewissen Punkt menschlich und nachvollziehbar – mit einer voreingenommenen 

Haltung zu diesem Treffen gegangen ist. Auch im Übrigen ist keine kindeswohlge-

fährdende Handlung des Berufungsbeklagten erkennbar. Inwiefern bspw. der 

Kauf von Spielsachen nicht kindsgerecht sein soll, ist unklar; dass dies manipula-

tiv sein soll, deutet lediglich auf die bereits erwähnte subjektive Wahrnehmung der 

Mutter der Berufungsklägerin hin. Die Behauptung, dass der Berufungsbeklagte in 

Anwesenheit von C._____ schlecht über die Berufungsklägerin geredet habe, ist 

genauso unsubstantiiert wie diejenige, dass er C._____ bearbeitet habe, indem er 

ihm gesagte habe, dass er machen solle, was er ihm sage. Zum wiederholten Ma-

le wirft die Mutter der Berufungsklägerin dem Berufungsbeklagten denn auch ein 

manipulatives Verhalten vor. Schliesslich ist davon auszugehen, dass die Koordi-

natorin des BBT – auch wenn sie der albanischen Sprache nicht mächtig ist – ei-

nen "Streit" zwischen der Mutter der Berufungsklägerin und dem Berufungsbe-

klagten wahrgenommen hätte. Ohnehin widerspricht diese Aussage derjenigen 

der Koordinatorin des BBT, wenn diese ausführt, dass sich die Mutter der Beru-

fungsklägerin während dem Besuch dezent im Hintergrund aufgehalten habe 

(act. 8/34 1. Absatz). In einem unerklärlichen Widerspruch zur Rückmeldung der 

Koordinatorin des BBT steht sodann die Aussage der Mutter der Beschwerdefüh-

rerin, C._____ sei ängstlich gewesen und habe nicht gewusst, wie er sich verhal-

ten solle, worauf der Beschwerdegegner C._____ angewiesen habe, ihn auf das 

Auge und die Backe zu küssen (act. 4/5/2, fünfter Abschnitt): Gemäss der Koordi-

natorin des BBT gingen der Berufungsbeklagte und C._____ demgegenüber freu-

dig aufeinander zu (act. 8/34). Auch wenn die anwesenden Mitarbeiterinnen des 

BBT kein Albanisch verstanden, müsste ihnen aufgefallen sein, wenn der fünfjäh-

rige C._____ entsprechend angewiesen worden wäre. Gemäss ihren Beobach-

- 27 - 

tungen gingen die beiden indes nicht nur freudig aufeinander zu, sondern sie hal-

ten überdies fest, C._____ habe weder körperlich noch psychisch wahrnehmbare 

Stress-Symptome gezeigt, vielmehr sei sein Blick immer direkt und offen, die 

Stimme klar und bestimmt gewesen, und es seien keine irritierenden Situationen 

während des Besuches festzustellen gewesen (act. 8/34). Damit kann auch das 

Schreiben der Mutter der Berufungsklägerin den positiven Bericht des BBT nicht 

erschüttern.  

7.5.8. Zusammenfassend erscheinen auch diese neu eingereichten Berichte 

ungeeignet und/oder unglaubhaft, um eine Kindswohlgefährdung zu belegen, die 

auf ein Verhalten des Berufungsbeklagten anlässlich der Kontakte zu C._____ zu-

rückzuführen wären.  

7.6.1. Die Vorinstanz weist wie gesehen darauf hin, dass für C._____ nicht 

die Besuche beim Vater an sich, sondern vielmehr der zwischen den Eltern 

schwelende Konflikt belastend sei. Sie verweist zur Illustration der für C._____ 

belastenden Situation auf Folgendes: Bis November 2019 seien gemäss Schilde-

rung der Berufungsklägerin vier oder fünf Mal Spielzeuge oder Süssigkeiten (bei-

spielsweise ein Teddybär oder Kinderschokolade) vor ihre Haustüre gelegt wor-

den. Sie habe den Berufungsbeklagten, der damals zu ihr (nicht aber zu C._____) 

ein Kontaktverbot hatte, jeweils mit dem Auto vor dem Haus vorbeifahren sehen, 

weshalb sie davon ausgehe, dass dieser die Geschenke für C._____ von der 

Wohnungstüre deponiert habe. Sie habe im Übrigen zu keinem ihrer Nachbarn 

eine Beziehung. Sie und C._____ ("wir") hätten diese Geschenke jeweils genom-

men und weggeschmissen. Damit sei, so die Vorinstanz weiter, C._____ gegen-

über suggeriert worden, was von seinem Vater komme, sei schlecht und gehöre 

in den Müll. Derartige Kundgaben der Abneigung würden bei einem Kind im Alter 

von C._____ nach heutigem Kenntnisstand zu einem heftigen Loyalitätskonflikt 

führen, da Gefühle und Einstellungen jenes Elternteils, bei dem sich ein Kind die-

ses Alters aufhalte, weitgehend ungefiltert übernommen würden. Dieser Loyali-

tätskonflikt verstärke sich nach einem Besuch beim Vater, werde doch das Kind 

jeweils mit der ablehnenden Haltung seinen einen Elternteils gegenüber dem an-

deren unmittelbar konfrontiert (act. 7 S. 19 f.). 

- 28 - 

 Die Berufungsklägerin bringt dagegen in der Berufung vor, C._____ sei (nur) 

zweimal dabei gewesen, als die Sachen vor der Türe gefunden worden seien. Da 

man nicht gewusst habe, wer es vor die Türe gelegt habe, habe man beschlos-

sen, dass man es nicht nehmen/essen dürfe und man habe es deshalb wegge-

worfen (von Fremden nichts nehmen). Die als Kleinkinderzieherin pädagogisch 

geschulte Kindsmutter spreche gegenüber C._____ nie schlecht über den Vater 

und sei in der Lage, ihre Gefühle so zu filtern, dass er – gemeint C._____ – es 

nicht mitbekomme (act. 2 S. 14). 

7.6.2. Die Berufungsklägerin war im vorinstanzlichen Verfahren gefragt worden, 

ob sich der Berufungsbeklagte an das bis November 2019 geltende Rayon- und 

Kontaktverbot gehalten habe, worauf sie mit nein antwortete. Sie verwies zur Be-

gründung darauf, dass sie vier- oder fünf Mal Spielzeuge oder Süssigkeiten vor 

der Tür gehabt hätten und sie gesehen habe, wie der Berufungsbeklagte mit dem 

Auto bei ihnen durchgefahren sei, so dass sie – was von der Vorinstanz nicht 

ganz korrekt wiedergegeben wurde – "stark" davon ausgehe, dass dieser die Ge-

schenke dort deponiert habe, zumal sie zu keinem der Nachbarn im Haus eine 

Beziehung habe (Prot. VI S. 19). Wenn sie nunmehr in der Berufung vorbringt, 

man (also auch sie selbst) habe nicht gewusst, von wem die Sachen seien, wes-

halb sie – pädagogisch wertvoll ("von Fremden nichts nehmen") – beschlossen 

hätten, die Sachen gemeinsam in den Müll zu werfen, so widerspricht sie sich 

selber, und zwar deutlich. Im Übrigen macht sie nur geltend, gegenüber C._____ 

nie schlecht über dessen Vater geredet zu haben, doch liesse sich Abneigung 

auch anders als in Worten überdeutlich ausdrücken, etwa, indem gemeinsam ein 

für das Kind bestimmter Teddybär in den Müll geworfen würde, weil der Teddybär 

vom Vater stammt. Ein solches Verhalten wäre dem Kindeswohl jedenfalls nicht 

zuträglich. 

8. Die Berufungsklägerin reichte anlässlich des Berufungsverfahrens 

schliesslich neue Berichte des Kinderarztes und der Kinderpsychologin von 

C._____ ein (act. 4/6 und 17/3-4).  

8.1. Die Berichte des Kinderarztes vom 6. Mai 2020 und 30. Juni 2020 beste-

hen aus je einem resp. zwei Sätzen (act. 17/3-4). In seinem Bericht vom 6. Mai 

- 29 - 

2020 erklärt er, dass aufgrund der "bereits bekannten Diagnose einer posttrauma-

tischen Belastungsstörung" und den für C._____ möglichen Folgen aus medizini-

scher und psychologischer Sicht dringend ein Gutachten einzuholen sei und bis 

zu diesem Gutachten und dem abschliessenden Gerichtsverfahren von weiteren 

Besuchen beim Berufungsbeklagten abzuraten sei (act. 17/3). Der Kinderarzt 

stützt sich somit auf seine gestellte Diagnose, die – wie die Vorinstanz bereits kor-

rekt erwogen hat (s. dazu vorstehend E. II.6.) – hauptsächlich auf den Aussagen 

der Berufungsklägerin beruht und damit als fraglich eingestuft wurde. Es handelt 

sich beim neuen Arztbericht damit um einen Zirkelschluss, indem der Kinderarzt 

die – erst noch – zu beweisende Kindswohlgefährdung als Voraussetzung für sei-

ne erneute Empfehlung zum Gutachten und zur Sistierung der Kontakte nennt. 

Entsprechend hat der Bericht keine Aussagekraft. Ähnliches gilt für seinen Bericht 

betreffend Einschulung von C._____ (act. 17/4).  

8.2. Den Bericht vom 30. April 2020 haben sowohl der Kinderarzt als auch die 

in dessen Praxis tätige Kinderpsychologin von C._____ unterzeichnet (act. 4/6). 

Darin wird – erneut – festgehalten, dass als Diagnose ihrer Ansicht nach eine 

posttraumatische Belastungsstörung im Vordergrund stehe. Es ist davon auszu-

gehen, dass die im Anschluss aufgelisteten Symptome einzig auf der Sachver-

haltsdarstellung der Berufungsklägerin beruhen. Einerseits erklärt die Kinderpsy-

chologin selbst, dass sie C._____ erst im Laufe dieses Jahres persönlich getrof-

fen habe. Andererseits wurde gar nicht erst behauptet, dass die Berufungskläge-

rin mit C._____ nach dem Treffen im Dezember 2019 den Kinderarzt aufgesucht 

hat. Damit kann ausgeschlossen werden, dass die Feststellung, C._____ habe 

erneut die erwähnten Symptome nach dem fraglichen Treffen gezeigt, aufgrund 

eines medizinischen Befundes gemacht wurden. Weiter erklärt die Kinderpsycho-

login im Bericht, die Familie nicht lange zu kennen und zunächst mit der Beru-

fungsklägerin vor und während der Sommerferien 2019 alleine drei Gespräche 

geführt zu haben. Anlässlich dieser Gespräche habe die Berufungsklägerin der 

Kinderpsychologin von der Entwicklungsgeschichte C._____s, aber auch viel von 

den konflikthaften Auseinandersetzungen zwischen den Parteien sowie Momen-

ten der Eskalation und der häuslichen Gewalt erzählt. Daraufhin hält die Kinder-

psychologin fest, es müsse davon ausgegangen werden, dass C._____ seit sei-

- 30 - 

nem Säuglingsalter immer wieder auch Zeuge dieser Auseinandersetzungen ge-

wesen sei. C._____ sei dabei in einem traumatischen Ausmass überwältigt von 

Gefühlen der Angst und Ohnmacht. Die Kinderpsychologin gehe davon aus, dass 

die wiederholten Versuche, die Kontakte zum Berufungsbeklagten durchzusetzen, 

auch wenn C._____ Angst gezeigt habe, dazu geführt hätten, dass er jetzt gar 

keinen Kontakt mehr zum Berufungsbeklagten haben wolle. Folglich mache es 

keinen Sinn, mit Besuchskontakten fortzufahren oder diese gegen den Willen des 

Kindes zu erweitern; vielmehr bräuchte es eine kinderpsychiatrische Begutach-

tung, um basierend darauf abzuleiten, welche Schritte in Zukunft sinnvollerweise 

umgesetzt werden könnten (act. 4/6 S. 1 f.). Aus dem Dargelegten ergibt sich, 

dass die angeblichen Vorkommnisse zwischen den Parteien während des Zu-

sammenlebens und die angeblich ablehnende Haltung von C._____ gegenüber 

Kontakten mit dem Berufungsbeklagten auf Aussagen der Berufungsklägerin be-

ruhen. Entsprechend basieren die Empfehlungen lediglich auf dieser Sachver-

haltsdarstellung, die – wie bereits vorstehend dargelegt (s. E. II.7.4.) – nicht be-

legt ist und sogar teilweise direkt den unmittelbaren Beobachtungen des BBT-

Teams widerspricht, und sind entsprechend wenig aussagekräftig. In dieser Hin-

sicht bezeichnend scheint auch, dass die Kinderpsychologin von ihren persönli-

chen Treffen mit C._____ ein Bild eines altersgemäss entwickelten Jungen abgibt, 

der im Grundsatz keine Auffälligkeiten zeige (act. 4/6 S. 2). Dass ein 6-jähriges 

Kind, das – davon ist auszugehen – zumindest mit seinem Vater und der Gross-

mutter mütterlicherseits Albanisch redet, Mühe mit der deutschen Sprache hat, ist 

nicht weiter verwunderlich. So hat auch der Kinderarzt in seinem Schreiben an die 

Vorinstanz erwähnt, dass für C._____s Sprachprobleme auch die Zweisprachig-

keit eine Rolle spielen könnte (act. 8/45 F/A 8a). Sonstige Auffälligkeiten hat die 

Kinderpsychologin bei C._____ anlässlich der persönlichen Konsultationen nicht 

festgestellt, weswegen ausgeschlossen werden kann, dass die Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung gestützt auf die persönlichen Gespräche 

gestellt wurde. Da ein persönlich erhobenes Untersuchungsresultat grundsätzlich 

glaubhafter erscheint als eine rein anamnestische Diagnose, die sich einzig auf 

Aussagen einer Partei stützt, kommt Ersterem mehr Gewicht zu. Anzumerken ist 

- 31 - 

immerhin, dass bei den persönlichen Treffen zwischen C._____ und der Kinder-

psychologin Besuche des Berufungsbeklagten offenbar nicht thematisiert wurden.  

8.3. Zusammenfassend können auch die neu eingereichten Berichte des Kin-

derarztes und der Kinderpsychologin nicht glaubhaft machen, dass eine Kindes-

wohlgefährdung von den Kontakten zwischen C._____ und dem Berufungsbe-

klagten ausgeht.  

9.1. Vor Vorinstanz war der Berufungsbeklagte einer Abklärung der Erzie-

hungsfähigkeit mittels Gutachten zwar nicht abgeneigt (vgl. Prot. VI S. 7 unten). 

Die Behauptung der Berufungsklägerin, der Berufungsbeklagte wolle damit im 

Wesentlichen nichts anderes als auch die Berufungsklägerin (act. 2 S. 7), läuft 

aber insofern ins Leere, als dass es ihr in der Hauptsache um die Sistierung der 

Kontakte zwischen C._____ und dem Berufungsbeklagten ging resp. geht, wie 

der Berufungsbeklagte zu Recht einwendet (act. 9 S. 9 f.). Die Einholung von Er-

ziehungsfähigkeitsgutachten zu diesem Zweck im vorliegenden Massnahmever-

fahren, wo es um das Kontaktrecht zwischen C._____ und dem Berufungsbeklag-

ten während der Dauer des Scheidungsverfahrens geht, erscheint nicht notwen-

dig. Die Vorinstanz kam überdies zurecht zum Schluss, es sei aufgrund sämtli-

cher Umstände nicht glaubhaft gemacht worden, dass C._____ aufgrund der Be-

suche resp. Kontakte zum Berufungsbeklagten psychosomatische Symptome 

aufweise. Entsprechend hat sie die Einholung eines kinderpsychiatrischen Gut-

achtens über C._____ zurecht für nicht notwendig erachtet, zumal auch nicht 

ausser Acht zu lassen ist, dass die Erstellung eines Gutachtens bei einem sehr 

jungen Kind eine erhebliche Belastung und einen Eingriff in seine Persönlichkeit 

darstellt, was im Rahmen der Verhältnismässigkeit zu prüfen ist. Ähnliches gilt be-

treffend das Erziehungsfähigkeitsgutachten über den Berufungsbeklagten, zumal 

aufgrund der Aktenlage glaubhaft erscheint, dass er erziehungsfähig ist und er 

anlässlich der Kontakte kein Verhalten an den Tag legt, welches kindeswohlge-

fährdend ist und eine Sistierung des Besuchsrechts rechtfertigen würde.  

9.2. Wenn die Vorinstanz schliesslich – nachdem sie eine Kindeswohlgefähr-

dung anlässlich der Besuche verneinte – erwog, dass die geltend gemachten Auf-

fälligkeiten auf den Trennungs-/Scheidungsstress und einen Loyalitätskonflikt zu-

- 32 - 

rückzuführen seien, ist dies nicht zu kritisieren. Es ist gerichtsnotorisch und ent-

spricht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass Kinder durch einen Elternkonflikt 

belastet werden. Ein solcher Konflikt besteht hier offensichtlich, und es kann mit 

Fug behauptet werden, dass C._____ von diesem Elternkonflikt tangiert wird. Ei-

ne Einflussnahme durch den hauptbetreuenden Elternteil ist unter diesen Um-

ständen denn auch gar nicht notwendig. Vielmehr reicht schon alleine die Tatsa-

che aus, dass die Berufungsklägerin seit Geburt von C._____ seine Hauptbe-

zugsperson ist, was sich in den letzten Monaten – seit Abbruch der regelmässi-

gen Kontakte mit dem Berufungsbeklagten durch die Berufungsklägerin – ver-

stärkt haben müsste. Dadurch hat C._____ eine starke innere Verpflichtung ge-

genüber der Berufungsklägerin, die er erfüllen will. Nachdem nun aufgrund des 

entsprechenden Berichts davon auszugehen ist, dass C._____ auf den Besuch 

am 15. Dezember 2019 – trotz langem Kontaktabbruch – grundsätzlich positiv re-

agiert hat, ist anzunehmen, dass seine Beziehung zum Berufungsbeklagten auch 

vor dem Kontaktabbruch gut war und er somit bereits seit Längerem in einem ge-

wissen Loyalitätskonflikt steht. Entsprechend spielt es eine untergeordnete Rolle, 

ob C._____ bspw. wusste, dass der Berufungsbeklagte die fraglichen Gegen-

stände vor die Tür gestellt haben soll, die danach entsorgt wurden.  

Durch die erwähnte Belastung können sich Verhaltensauffälligkeiten wie Aggres-

sivität, Konzentrationsprobleme, depressive Symptome und Schlafprobleme ent-

wickeln (vgl. WEIZENEGGER/CONTIN/FONTANA, Wiederaufbau des Kontakts zum ge-

trennt lebenden Elternteil in einer Hochkonfliktfamilie – eine Einzelfallstudie, 

FamPra.ch 2019, S. 882, S. 885). Auch wenn unangenehm, sind solche Loyali-

tätskonflikte bis zu einem gewissen Grad als dem Besuchsrecht inhärente Er-

scheinung hinzunehmen, wenn das Verhältnis zwischen Kind und besuchsbe-

rechtigten Elternteil gut ist (FamKomm–BÜCHLER, Band I: ZGB, Art. 274 N 9 

m.w.H.). Es gilt dabei abzuwägen, ob die Belastung durch die Besuchstage und 

damit die Konfrontation mit seinem Loyalitätskonflikt oder der Verlust der Bezie-

hung zu einem Elternteil für das Kind schwerer wiegt. Wie erwähnt ist davon aus-

zugehen, dass das Verhältnis zwischen C._____ und dem Berufungsbeklagten im 

Grundsatz gut ist. Entsprechend ist der (vollständige) Verlust der Beziehung 

selbstredend nicht leichthin hinzunehmen. Der Belastung, welcher C._____ aus-

- 33 - 

gesetzt wird, ist vielmehr durch eine mildere Kindesschutzmassnahme als den 

Entzug des Besuchsrechts entgegenzuwirken (s. dazu nachstehend E. II.11.).  

9.3. Unter den gegebenen Umständen kann davon abgesehen werden, von 

Amtes wegen Berichte oder Gutachten einzuholen oder Personen zu befragen, 

nachdem selbst aufgrund der neuen Vorbringen und Belege nach wie vor nicht 

glaubhaft erscheint, dass C._____ aufgrund der Kontakte mit dem Berufungsbe-

klagten Auffälligkeiten zeigen und damit eine Kindswohlgefährdung einhergehen 

würde. Ob ein Erziehungsfähigkeitsgutachten resp. ein kinderpsychiatrisches 

Gutachten in der Hauptsache einzuholen ist, wird die Vorinstanz zu entscheiden 

haben. Im vorliegenden Verfahren um Erlass resp. Abänderung vorsorglicher 

Massnahmen, wo es um das Kontaktrecht zwischen C._____ und dem Beru-

fungsbeklagten während der Dauer des Scheidungsverfahrens geht, ist die Einho-

lung von Gutachten nicht angezeigt.  

10. Zusammengefasst kann der Vorinstanz keine unrichtige – und erst recht 

keine willkürliche – Feststellung des Sachverhaltes vorgeworfen werden, wenn sie 

es aufgrund der Aktenlage für glaubhaft hielt, dass C._____ im Zusammenhang 

mit der Ausübung des Besuchsrechts zwar unter erheblichem psychischem 

Stress gestanden sei resp. stehe, diesen Stress jedoch nicht auf den Kontakt zum 

Berufungsbeklagten an sich zurückführte. Gestützt auf diesen Sachverhalt hat die 

Vorinstanz denn auch korrekt erwogen, dass keine Kindswohlgefährdung durch 

Kontakte zwischen dem Berufungsbeklagten und C._____ auszumachen sei. Ent-

sprechend ist der Entscheid nicht zu beanstanden, das Besuchsrecht des Beru-

fungsbeklagten nicht zu sistieren und keine Gutachten einzuholen. 

11.1. Gestützt auf den vorinstanzlichen Entscheid ist der Berufungsbeklagte ak-

tuell und bis zum Beginn der Herbstferien des Schuljahres 2020/2021 berechtigt 

und verpflichtet, C._____ an jedem zweiten Samstag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr 

zu betreuen. Ab dann und für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens dehnt 

sich das Besuchsrecht auf jedes zweite Wochenende von Samstag, 10.00 Uhr, 

bis Sonntag, 18.00 Uhr, inkl. eines Ferienbesuchsrechts, aus (act. 7 Dispositivzif-

fer 3b und 3c).  

- 34 - 

11.2. Aufgrund der nunmehr vorliegenden Verhältnisse erscheint das durch die 

Vorinstanz angeordnete, unbegleitete Besuchsrecht nicht mehr sachgerecht. Im-

merhin hat C._____ den Berufungsbeklagten seit 15 Monaten nicht mehr unbe-

gleitet und in diesem Zeitraum überhaupt erst einmal für einige Stunden in Beglei-

tung gesehen. In der Zwischenzeit sind seit dem letzten Treffen zwischen 

C._____ und dem Berufungsbeklagten über sieben Monate vergangen; damit ist 

etwa gleich viel Zeit wie in der letzten Phase des längeren Kontaktabbruchs zwi-

schen April 2019 und Dezember 2019 vergangen. Es hat sich gezeigt, dass 

C._____ zumindest vor dem Besuch im Dezember 2019 doch gewisse Ängste 

und Bedenken zeigte. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich C._____ 

wieder so verhalten wird. Weiter ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Ver-

hältnis zwischen den Parteien als hochproblematisch bezeichnet werden muss, 

was nicht spurlos an C._____ vorbeigeht (s. dazu vorstehend E. II. 9). Für ein 

Kind in diesem Alter wäre ein unbegleitetes Besuchsrecht unter diesen Umstän-

den mit Überforderungen und möglicherweise gewissen Ängsten verbunden. Dies 

liegt nicht im Kindswohl; es ist mit entsprechenden Kindesschutzmassnahmen 

entgegenzuwirken.  

11.3. Vorliegend erscheint die Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts 

sachgerecht. Nachdem C._____ und der Berufungsbeklagte faktisch seit 15 Mo-

naten keine feste Beziehung aufbauen konnten, ist es in einer ersten Phase wich-

tig, dass sich eine solche mithilfe regelmässiger Kontakte zunächst (wieder) ent-

wickelt. Den von der Berufungsklägerin befürchteten negativen Auswirkungen für 

das Kind kann durch die Anwesenheit einer Drittperson – wie bereits anlässlich 

des Besuches im Dezember 2019 – entgegengewirkt werden. Auch die Anwe-

senheit anderer Kinder kann zu einer gewissen Entspannung beitragen.  

Ein begleitetes Besuchsrecht stellt dabei regelmässig lediglich eine Übergangslö-

sung dar und ist zeitlich zu begrenzen. Nachdem C._____ gemäss dem Bericht 

des BTT bereits innert kürzester Zeit einen vertrauensvollen Umgang mit dem Be-

rufungsbeklagten an den Tag legte, ist davon auszugehen, dass die begleiteten 

Besuche verhältnismässig schnell in unbegleitete Kontakte gemäss dem Ehe-

schutzurteil vom 3. Januar 2018 überführt werden können. Das damals angeord-

- 35 - 

nete Besuchsrecht scheint nach wie vor im Kindeswohl. Danach sollen Besuche 

mit Übernachtung stattfinden. Entsprechend ist das Besuchsrecht wie folgt anzu-

ordnen: 

- längstens bis Ende Oktober 2020 ein begleitetes Besuchsrecht an jedem 

zweiten Samstag- oder Sonntagnachmittag nach Massgabe der Beistän-

din, jedoch mindestens vier Stunden; 

- spätestens ab November 2020 ein unbegleitetes Besuchsrecht an jedem 

zweiten Samstag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr; 

- spätestens ab März 2021 ein unbegleitetes Besuchsrecht an jedem zwei-

ten Wochenende von Samstag, 10.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr. Fällt 

das Betreuungswochenende auf Ostern, ist der der Berufungsbeklagte 

zusätzlich berechtigt und verpflichtet, C._____ bereits ab Karfreitag, 10.00 

Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr, zu betreuen. Fällt das Betreuungswo-

chenende auf Pfingsten, verlängert sich die Betreuungsverantwortung des 

Berufungsbeklagten bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr. 

Von einem Ferienbesuchsrecht ist einstweilen abzusehen, da zunächst regelmäs-

sige unbegleitete Besuche inkl. Übernachtungen stattzufinden haben und sich ei-

ne stabile Beziehung zwischen C._____ und dem Berufungsbeklagten aufbauen 

muss.  

11.4. Die vorinstanzlichen Modalitäten der Kinderübergaben sind zu übernehmen, 

nachdem keine der Parteien Einwände dagegen erhoben hat (vgl. act. 2 S. 19 

und act. 9 S. 14). Ebenso ist der Berufungsklägerin die Weisung zu erteilen, die 

Besuchskontakte zwischen C._____ und dem Berufungsbeklagten einzuhalten 

und alles zu unterlassen, was ein ungestörtes Besuchsrecht beeinträchtigt oder 

verhindert. Die Berufungsklägerin bringt in ihrer Berufung in dieser Hinsicht keine 

stichhaltigen Argumente gegen eine solche Weisung vor, sondern lediglich Wie-

derholungen (act. 2 S. 19). Zudem ist diese Weisung wie bereits vorinstanzlich mit 

der Androhung einer Strafe wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen 

gemäss Art. 292 StGB für den Fall der Missachtung zu verbinden. Zu erwähnen 

- 36 - 

sei an dieser Stelle, dass eine Weigerung oder Missachtung der vorstehenden 

Weisung nicht nur vollstreckungsrechtliche Konsequenzen hätte, sondern sich 

auch auf die Beurteilung der Erziehungsfähigkeit der Berufungsklägerin im Schei-

dungsverfahren auswirken könnte.  

11.5. Der Beiständin ist es freizustellen, die vorstehenden Fristen zu verkürzen, 

nicht jedoch zu verlängern. Von einer Verpflichtung des Berufungsbeklagten, bei 

den Besuchen Deutsch zu sprechen (vgl. act. 2 S. 14), ist abzusehen. Einerseits 

wurde nicht glaubhaft gemacht, dass der Berufungsbeklagte schlecht über die Be-

rufungsklägerin redet. Zudem ist Deutsch für den Berufungsbeklagten eine 

Fremdsprache, weshalb es ihm nicht zumutbar ist, mit seinem Kind in einer für ihn 

fremden Sprache zu reden, ohne dass dafür objektive Gründe vorlägen. Genauso 

erscheint es nicht notwendig, eine Kinderpsychiaterin resp. -psychologin als Be-

gleitperson einzusetzen, wie es die Berufungsklägerin subeventualiter beantragt, 

da anlässlich der Besuche von keinen kindswohlgefährdenden Handlungen sei-

tens des Berufungsbeklagten auszugehen ist.  

11.6. Nachdem C._____ den Berufungsbeklagten seit nun mehr über sieben 

Monaten nicht mehr gesehen hat, erscheint die Installierung eines begleiteten Be-

suchsrechts dringend. Die Beiständin von C._____ wird entsprechend ersucht, ein 

begleitetes Besuchsrecht für C._____ in die Wege zu leiten, mit dem besonderen 

Hinweis, ein solches – aufgrund des langen Kontaktabbruchs – möglichst rasch 

zu installieren. 

12.1. Die Vorinstanz erteilte den Parteien die Weisung, sich in eine Mediation 

zu begeben, um eine der Umsetzung des Besuchsrechts zum Wohl von C._____ 

gedeihliche gegenseitige Kommunikation zu erreichen (act. 7 Dispositivziffer 6). 

Sie begründete die Weisung zusammengefasst damit, dass seit der Trennung 

zwischen den Parteien keinerlei Kommunikation betreffend C._____ stattgefun-

den habe. Im Interesse des Kindes könne das allerdings nicht einfach hingenom-

men werden, gerade wenn die Eltern wie hier die gemeinsame elterliche Sorge für 

das Kind trügen und sich deswegen über Wesentliches austauschen müssten. 

Die Vorinstanz sei davon überzeugt, dass beiden Parteien das Wohl von C._____ 

am Herzen liege, auch wenn sie ob ihren gegenseitigen persönlichen Vorbehalten 

- 37 - 

zeitweise zu verkennen schienen, dass zu diesem Wohl auch der ungehinderte, 

wohlwollend begleitete persönliche Kontakt zum anderen Elternteil gehöre, bei 

dem das Kind nicht wohne. Es sei ihnen daher die Möglichkeit zu geben, im Inte-

resse ihres gemeinsamen Sohnes C._____ eine Verbesserung in ihrem Umgang 

zu erzielen (act. 7 S. 26 f.).  

12.2. Die Mediation betreffend macht die Berufungsklägerin geltend, dass eine 

unter Zwang und erst noch mit Strafandrohungen im Unterlassungsfall sanktio-

nierte Mediation per se zum Scheitern verurteilt und als Massnahme nicht geeig-

net sei. Sofern aber in einer Gesamtbeurteilung das (gemeint wohl: kinderpsychi-

atrische) Gutachten tatsächlich zum Schluss gelange, dass eine Mediation ziel-

führend sei, werde sich die Berufungsklägerin in derselben einbringen. Sie be-

gründet ihren Standpunkt zusammengefasst damit, dass 2018 zwei durch die 

Beiständin begleitete Gespräche zwischen den Parteien stattgefunden hätten, 

diese jedoch gescheitert seien. Die Parteien hätten von Anfang an nie miteinan-

der kommunizieren können, und die Ehe sei von Anfang an durch Gewalt des Be-

rufungsbeklagten geprägt gewesen. Die Berufungsklägerin spreche gegenüber 

C._____ nicht schlecht über den Berufungsbeklagten – wohl aber er über die Be-

rufungsklägerin. Die Berufungsklägerin sei den Kontakten von C._____ zum Beru-

fungsbeklagten positiv gegenübergestanden, solange C._____ nach den Besu-

chen nicht derart massiv reagiert hätte. Sie wisse nicht, was anlässlich der Besu-

che vorgefallen sei, dass C._____ nun solche Auffälligkeiten an den Tag lege. 

Dies gelte es mittels Gutachten professionell zu ergründen. Die Schuld dafür, 

dass die Kontakte nicht stattfinden könnten, ohne dass C._____ massiv reagiere, 

sei nicht bei der Berufungsklägerin zu sehen, sondern im Verhältnis von C._____ 

und dem Berufungsbeklagten (act. 2 S. 19 f.).  

12.3. Der Berufungsbeklagte begrüsst eine Mediation zwischen den Parteien 

und hält diese für angezeigt, auch wenn er anmerkt, dass diese sicherlich heraus-

fordernd erscheine (act. 9 S. 14). 

12.4. Die rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz über die angeordnete Media-

tion sind nicht zu beanstanden, weshalb darauf verwiesen wird (act. 7 S. 27). Wie 

die Vorinstanz korrekt erwog, braucht es für die angeordnete Mediation keine Zu-

- 38 - 

stimmung der Eltern. Allerdings muss eine minimale Bereitschaft vorhanden sein, 

sich auf einen Mediationsprozess an sich einzulassen.  

12.5.1. Die Berufungsklägerin wiederholt grösstenteils ihre Vorbringen betreffend 

die Besuche zwischen C._____ und dem Berufungsbeklagten, verkennt dabei 

aber, dass es bei der angeordneten Mediation nicht um das Verhältnis resp. die 

Kontakte zwischen dem Berufungsbeklagten und C._____ geht. Vielmehr geht es 

– wie die Vorinstanz korrekt darlegte – darum, die Kommunikation und den Um-

gang zwischen den Parteien C._____ betreffend zu verbessern. Immerhin sind 

und bleiben sie beide Eltern von C._____ und sind beide nach wie vor Inhaber der 

elterlichen Sorge. Als solche haben sie eine Verantwortung zu tragen. Dass 2018 

erfolglose Gespräche zwischen den Parteien in Begleitung der Beiständin stattge-

funden haben, ist nicht aktenkundig, indes auch nicht von entscheidender Bedeu-

tung, konnte doch die Beiständin aus ihrer Rolle hinaus nicht die Funktion einer 

Mediatorin übernehmen. 

12.5.2. Es ist nicht erkennbar, weshalb die Berufungsklägerin den Besuch einer 

Mediation von einem Gutachten abhängig macht, zumal zwischen den Parteien 

kein Austausch C._____ betreffend besteht. Dabei handelt es sich um eine unbe-

strittene Tatsache, die nicht mittels eines Gutachtens zu überprüfen wäre. Mit die-

ser Haltung zeigt die Berufungsklägerin allerdings auf, dass sie einer Mediation – 

im Grundsatz – nicht a priori abgeneigt ist. Auch aus der persönlichen Befragung 

anlässlich des Berufungsverfahrens geht nicht hervor, dass die Berufungsklägerin 

gegenüber einer Mediation grundsätzlich abweisend wäre (Prot. S. 11 f.). Da eine 

Mediation zwischen den Eltern die Kindessphäre auch nicht tangiert, ist nicht er-

sichtlich, dass das Wohl von C._____ aufgrund einer Anordnung in irgendeiner 

Weise gefährdet wäre.  

12.6. Entsprechend ist die Weisung betreffend angeordneter Mediation nicht zu 

beanstanden. Mit Verfügung vom 15. April 2020 setzte die Vorinstanz den 

Parteien eine Frist von acht Wochen, innert welcher sie sich in eine Mediation hät-

ten begeben müssen (act. 7 Dispositivziffer 6). Gemäss unbestrittenen Vorbringen 

hat die Mediation nicht stattgefunden (Prot. S. 11 ff.). Entsprechend ist den Par-

teien erneut die Weisung zu erteilen, sich innerhalb von acht Wochen in eine Me-

- 39 - 

diation zu begeben. Gegen die übrigen von der Vorinstanz festgelegten Modalitä-

ten betreffend Inhalt, zeitlichen Rahmen und Anzahl der Besuche ist nichts einzu-

legen (act. 7 S. 27 und Dispositivziffer 6). Die Vorinstanz hat die Anordnung der 

Mediation zusätzlich mit der Strafandrohung im Unterlassungsfall nach Art. 292 

StGB unter Strafe gestellt. Auch dagegen ist nichts einzuwenden. Es ist darauf 

hinzuweisen, dass – neben der möglichen Bestrafung nach Art. 292 StGB – eine 

Verweigerung der Teilnahme bei der Beurteilung der Erziehungsfähigkeit berück-

sichtigt werden kann, aber auch zu weiteren Kindesschutzmassnahmen führen 

kann, wie bspw. zur Anordnung einer Einzeltherapie des verweigernden Eltern-

teils.  

III. 

1. Im Rechtsmittelverfahren bemisst sich die Gebühr nach Massgabe des-

sen, was vor der Rechtsmittelinstanz noch im Streit liegt (§ 12 Abs. 2 GebV OG). 

Grundlage der Gebührenfestsetzung im vorliegenden Zivilprozess bilden das tat-

sächliche Streitinteresse, der Zeitaufwand des Gerichts und die Schwierigkeit des 

Falls, wobei die Gebühr bei nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten – wie der 

vorliegenden – in der Regel CHF 300.– bis CHF 13'000.– beträgt (§ 6 Abs. 1 und 

§ 5 Abs. 1 GebV OG). Zu beachten ist, dass im vorliegenden Berufungsverfahren 

ein Zwischenentscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen gefällt und eine 

knapp fünfstündige Verhandlung durchgeführt wurde (act. 5 und Prot. S. 6 ff.). Un-

ter Berücksichtigung der Reduktion aufgrund des summarischen Verfahrens 

(vgl. § 8 Abs. 1 GebV OG) ist die zweitinstanzliche Entscheidgebühr entspre-

chend auf CHF 2'000.– festzusetzen.  

2.1. Die Kosten werden in der Regel nach Obsiegen und Unterliegen verteilt 

(vgl. Art. 106 ZPO). Davon kann in familienrechtlichen Verfahren abgewichen 

werden (vgl. Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Geht es um Kinderbelange (bspw. elterli-

che Sorge, Obhut, Besuchsrecht), werden die Kosten nach der Praxis der Kam-

mer im Regelfall den Eltern hälftig auferlegt und die Parteientschädigungen wett-

geschlagen, wenn die Parteien unter dem Gesichtspunkt der Interessen des Kin-

des gute Gründe zur Antragsstellung hatten (vgl. etwa OGer ZH LY150043 vom 

- 40 - 

31. August 2015, E. 11). In Verfahren betreffend Kinderbelange ist davon auszu-

gehen, dass die Standpunkte der Parteien in der Regel im Rahmen des gerichtli-

chen Ermessensspielraums berechtigt sind (vgl. OGer ZH LC160038 vom 25. Ok-

tober 2016, E. III.).  

2.2. Die Berufungsklägerin dringt mit ihren Anträgen nicht durch. Dennoch 

kann ihr nicht vorgeworfen werden, ihre Anträge nicht unter Berücksichtigung des 

Interesses von C._____ gestellt zu haben. Entsprechend liegt kein Grund vor, von 

der vorstehend dargelegten Praxis abzuweichen, zumal hauptsächlich das Kon-

taktrecht zwischen dem Berufungsbeklagten und C._____ zu beurteilen war. Es 

rechtfertigt sich daher, den Parteien die Kosten je hälftig aufzuerlegen, den Anteil 

des Berufungsbeklagten jedoch einstweilen in Folge Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Nachzahlungspflicht 

nach Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. Parteientschädigungen sind nicht zuzu-

sprechen.  

Es wird erkannt: 

1. In teilweiser Gutheissung der Berufung werden die Dispositiv-Ziffern 3–7 der 

Verfügung des Bezirksgerichtes Horgen vom 15. April 2020 aufgehoben und 

durch folgende Fassung ersetzt: 

" 3. Der Berufungsbeklagte wird im Sinne einer vorsorglichen Massnahme 

für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens für berechtigt und 

verpflichtet erklärt, den gemeinsamen Sohn C._____, geboren am 

tt.mm.2014, auf eigene Kosten wie folgt zu besuchen resp. ab der 

zweiten Phase zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen: 

1. Phase: Ab Erlass dieses Urteils bis längstens Ende Oktober 2020 

begleitet an jedem zweiten Samstag oder Sonntag nach 

Massgabe der Beiständin, jedoch mindestens vier Stun-

den; 

2. Phase: Spätestens ab November 2020 unbegleitet an jedem zwei-

ten Samstag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr; 

- 41 - 

3. Phase: Spätestens ab März 2021 unbegleitet an jedem zweiten 

Wochenende von Samstag, 10.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 

Uhr. Fällt das Betreuungswochenende auf Ostern, ist der 

Berufungsbeklagte zusätzlich berechtigt und verpflichtet, 

C._____ bereits ab Karfreitag, 10.00 Uhr, bis Ostermontag, 

18.00 Uhr, zu betreuen. Fällt das Betreuungswochenende 

auf Pfingsten, verlängert sich die Betreuungsverantwortung 

des Berufungsbeklagten bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr. 

 Die Beiständin wird ermächtigt, die vorstehenden Fristen zu verkürzen, 

nicht jedoch zu verlängern. Von einem Ferienbesuchsrecht wird einst-

weilen abgesehen. 

 4. Die Berufungsklägerin wird verpflichtet, C._____ für die Besuche beim 

Berufungsbeklagten ab der 2. Phase jeweils an den Wohnort des Beru-

fungsbeklagten zu bringen, und der Berufungsbeklagte wird verpflich-

tet, C._____ nach den Besuchen jeweils an den Wohnort der Beru-

fungsklägerin zurückzubringen oder – sofern die Berufungsklägerin ihre 

neue Wohnadresse gegenüber dem Berufungsbeklagten weiterhin ge-

heim halten will – an einen anderen von der Berufungsklägerin bekannt 

zu gebenden Übergabeort im Bezirk Horgen. Gibt die Berufungskläge-

rin dem Berufungsbeklagten bis spätestens am ersten Besuchs-

samstag des unbegleiteten Besuchsrechts keinen entsprechenden 

Übergabeort an, gilt als solcher bis auf Weiteres der Bahnhof H._____. 

 5. Die Berufungsklägerin wird angewiesen, die Besuchskontakte sowie 

die Modalitäten der Übergabe des Kindes gemäss vorstehenden Dis-

positivziffern 3 und 4 einzuhalten und alles zu unterlassen, was ein un-

gestörtes Besuchsrecht beeinträchtigt oder verhindert. 

Für den Fall, dass sich die Berufungsklägerin nicht an diese Anordnung 

hält, wird ihr eine Bestrafung gestützt auf Art. 292 StGB angedroht.  

Art. 292 StGB lautet wie folgt: 

- 42 - 

Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter 
Hinweis auf die Strafandrohung dieses Artikels an ihn erlassene Verfügung nicht 
Folge leistet, wird mit Busse bestraft.  

 6. Den Parteien wird die Weisung erteilt, sich innerhalb von acht Wochen 

seit der Eröffnung dieses Entscheids unter je hälftiger Übernahme der 

Kosten in eine Mediation zu begeben, um eine der Umsetzung des Be-

suchsrechts zum Wohl ihres Sohnes gedeihliche gegenseitige Kom-

munikation zu erreichen. Die Mediation hat sich über wenigstens sechs 

Sitzungen zu erstrecken. 

Die Wahl der Mediatorin bzw. des Mediators wird den Parteien über-

lassen. Sie ist der Beiständin schriftlich mitzuteilen. Teilen die Parteien 

ihre Wahl nicht innert vier Wochen seit der Eröffnung dieses Ent-

scheids der Beiständin mit, bestimmt diese die Mediatorin bzw. den 

Mediator. 

Für den Fall, dass sich die Parteien nicht an diese Anordnungen hal-

ten, wird ihnen eine Bestrafung gestützt auf Art. 292 StGB angedroht.  

Art. 292 StGB lautet wie folgt: 

Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter 
Hinweis auf die Strafandrohung dieses Artikels an ihn erlassene Verfügung nicht 
Folge leistet, wird mit Busse bestraft.  

 7. In Abänderung von Dispositivziffer 5 des Eheschutzurteils vom 3. Ja-

nuar 2018 sowie in Ergänzung der bereits bestehenden Aufgaben, die 

ihr im Rahmen der Beistandschaft für C._____, geboren am 

tt.mm.2014, übertragen wurden, wird die Beiständin beauftragt,  

- das begleitete Besuchsrecht gemäss Dispositivziffer 3 in Bezug 

auf die geeigneten Besuchstreffs und einer Begleitperson zu or-

ganisieren und zu überwachen; 

- das unbegleitete Besuchsrecht gemäss Dispositivziffer 3 zu initiie-

ren und zu überwachen; 

- einen Mediator bzw. eine Mediatorin zu bestimmen, wenn die 

Parteien ihr innert Frist keinen gemeinsamen Vorschlag gemäss 

vorstehender Dispositivziffer 6 unterbreiten; 

- 43 - 

- die Einhaltung der Weisungen gemäss den vorstehenden Dispo-

sitivziffern 5 und 6 zu überwachen und bei deren Missachtung 

dem Gericht (bzw. nach Abschluss des Scheidungsverfahrens der 

dannzumal zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehör-

de) unverzüglich Bericht zu erstatten. 

  Die Beiständin wird ersucht, die Installation der begleiteten Besuche 

sofort anhand zu nehmen." 

2. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. 

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 2'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 502.50  Dolmetscherkosten 

 CHF 2'502.50 Total 

4. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, der Anteil 

des Berufungsbeklagten jedoch infolge der ihm gewährten unentgeltlichen 

Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 

Der Berufungsbeklagte wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 

ZPO hingewiesen. 

5. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

6. Schriftliche Mitteilung an  

- die Parteien,  

- an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des Bezirkes 

Horgen, … [Adresse] 

- an die Beiständin F._____, … [Adresse], 

- an das Bezirksgericht Horgen,  

je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

- 44 - 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

MLaw B. Lakic 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 29. Juli 2020
	Rechtsbegehren:
	des Berufungsbeklagten (act. 8/16 S. 2 und Prot. VI S. 6, sinngemäss)
	der Berufungsklägerin (act. 8/26 S. 2)
	Weitere Anträge der Berufungsklägerin (act. 8/26 Rechtsbegehren Nr. 2, sinngemäss, und act. 8/26 Ziff. 50, sinngemäss)
	Verfügung des Einzelgerichts: (act. 7)
	a) während einer „Wiederaufbauphase“ (erste vier Besuchssamstage ab Eröffnung dieses Entscheides) an jedem zweiten Samstag für die Dauer von jeweils vier Stunden, nämlich am
	- Samstag, 25. April 2020, von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr; - Samstag, 9. Mai 2020, von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr; - Samstag, 23. Mai 2020, von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr; - Samstag, 6. Juni 2020, von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr;
	b) ab Samstag, 20. Juni 2020, bis zum Beginn der Herbstferien des Schuljahres 2020/2021 an jedem zweiten Samstag (erstmals am Samstag, 20. Juni 2020) von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr.
	c) ab Beginn der Herbstferien des Schuljahres 2020/2021 und für die weitere Dauer des Getrenntlebens bzw. des Scheidungsverfahrens
	- an jedem zweiten Wochenende von Samstag, 10:00 Uhr, bis Sonntag, 18:00 Uhr,
	- jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr,
	- sowie in geraden Jahren über die ganzen Osterfeiertage, von Karfreitag, 10:00 Uhr, bis Ostermontag, 18:00 Uhr, und in ungeraden Jahren über die ganzen Pfingstfeiertage, von Pfingstsamstag 10:00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18:00 Uhr.
	- während den Schulferien für die Dauer von 2 Wochen pro Jahr. Der Beklagte wird verpflichtet, die Ferienbetreuung mindestens drei Monate vor dem geplanten Ferienbeginn anzumelden und mit der Klägerin abzusprechen. Können sich die Parteien nicht eini...
	- das Besuchs- und Ferienrecht gemäss Dispositivziffer 3 zu überwachen;
	- einen Mediator bzw. eine Mediatorin zu bestimmen, wenn die Parteien ihr innert Frist keinen gemeinsamen Vorschlag gemäss vorstehender Dispositivziffer 6 unterbreiten;
	- die Einhaltung der Weisungen gemäss den vorstehenden Dispositivziffern 5 und 6 zu überwachen und bei deren Missachtung dem Gericht (bzw. nach Abschluss des Scheidungsverfahrens der dannzumal zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde) unverzü...
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	Es wird erkannt:
	1. In teilweiser Gutheissung der Berufung werden die Dispositiv-Ziffern 3–7 der Verfügung des Bezirksgerichtes Horgen vom 15. April 2020 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt:
	" 3. Der Berufungsbeklagte wird im Sinne einer vorsorglichen Massnahme für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens für berechtigt und verpflichtet erklärt, den gemeinsamen Sohn C._____, geboren am tt.mm.2014, auf eigene Kosten wie folgt zu besuchen...
	1. Phase: Ab Erlass dieses Urteils bis längstens Ende Oktober 2020 begleitet an jedem zweiten Samstag oder Sonntag nach Massgabe der Beiständin, jedoch mindestens vier Stunden;
	2. Phase: Spätestens ab November 2020 unbegleitet an jedem zweiten Samstag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr;
	3. Phase: Spätestens ab März 2021 unbegleitet an jedem zweiten Wochenende von Samstag, 10.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr. Fällt das Betreuungswochenende auf Ostern, ist der Berufungsbeklagte zusätzlich berechtigt und verpflichtet, C._____ bereits ab K...
	Die Beiständin wird ermächtigt, die vorstehenden Fristen zu verkürzen, nicht jedoch zu verlängern. Von einem Ferienbesuchsrecht wird einstweilen abgesehen.
	4. Die Berufungsklägerin wird verpflichtet, C._____ für die Besuche beim Berufungsbeklagten ab der 2. Phase jeweils an den Wohnort des Berufungsbeklagten zu bringen, und der Berufungsbeklagte wird verpflichtet, C._____ nach den Besuchen jeweils an de...
	5. Die Berufungsklägerin wird angewiesen, die Besuchskontakte sowie die Modalitäten der Übergabe des Kindes gemäss vorstehenden Dispositi