# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a39d1a35-d0da-5b8a-9d07-a867b616bd55
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-20
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 20.02.2024 S 2022 102
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2022-102_2024-02-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 20. Februar 2024
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA B.________

gegen

Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA), vertreten durch den Rechtsdienst 
der Arbeitslosenkasse des Kantons Zug, Industriestrasse 24, 6301 Zug
Beschwerdegegner 

betreffend

Arbeitslosenversicherung 
(Kurzarbeitsentschädigung)

S 2022 102

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Urteil S 2022 102

A. C.________ ist ein Einzelunternehmen, welches Dienstleistungen in den Berei-
chen Finanz-, Banken-, Vermögensverwaltungs- und Firmenberatung anbietet. Am 
14. August 2020 reichte A.________ als Inhaberin von C.________ beim Amt für Wirt-
schaft und Arbeit (AWA) eine Voranmeldung von Kurzarbeit für die Zeit vom 24. August 
bis 23. November 2020 für einen Arbeitnehmer bei einem Arbeitsausfall von 100 % ein. 
Dies wurde damit begründet, dass für das Jahr 2019 ein neuer Geschäftsbereich – Dienst-
leistungen im Zusammenhang mit der Gründung, Registrierung und der fortlaufenden Ad-
ministration von Alternative Investment Fonds in D.________ – eingeplant, dafür ab dem 
15. Januar 2020 ein Mitarbeiter eingestellt worden sei und sich zwei Projekte, für welche 
der Arbeitseinsatz des Mitarbeiters vorgesehen gewesen sei, aufgrund der Einschränkun-
gen im Zusammenhang mit der Covid-Pandemie verzögern würden (AWA-act. 1). Am 
17. August 2020 verfügte das AWA, dass es gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsent-
schädigung keinen Einspruch erhebe (AWA-act. 2). Am 13. November 2020 wurde eine 
weitere Voranmeldung von Kurzarbeit für die Zeit vom 24. November 2020 bis 24. Februar 
2021 wiederum für einen Mitarbeiter und einen Arbeitsausfall von 100 % eingereicht 
(AWA-act. 3). Auch dagegen erhob das AWA keinen Einspruch (Verfügung vom 19. No-
vember 2020 [AWA-act. 4]). Am 23. Februar 2021 reichte A.________ eine weitere Vor-
anmeldung von Kurzarbeit für die Zeit ab dem 24. Februar 2021 per E-Mail ein (AWA-
act. 5). In diesem Fall erhob das AWA gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädi-
gung teilweise Einspruch, da die 10-tägige Frist für die Meldung nicht eingehalten worden 
sei. Das Gesuch wurde deshalb erst ab dem 5. März 2021 teilweise gutgeheissen (Verfü-
gung vom 24. Februar 2021 [AWA-act. 6]). Die vorerst letzte Voranmeldung von Kurzarbeit 
datiert schliesslich vom 20. Mai 2021 (übermittelt per E-Mail vom 21. Mai 2021; AWA-
act. 7). 

Am 28. Juli 2021 verfügte das AWA betreffend die Voranmeldung von Kurzarbeit vom 
14. August 2020, dass die Verfügung vom 17. August 2020 aufgehoben und gegen die 
Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung Einspruch erhoben werde. Dies wurde im We-
sentlichen damit begründet, dass die C.________ die Unvermeidbarkeit des Arbeitsausfal-
les nicht genügend begründet habe (AWA-act. 11). Gegen diese Verfügung erhob 
A.________ am 25. August 2020 [recte: 2021] Einsprache (AWA-act. 12).

Mit Verfügung vom 10. Juni 2022 hob das AWA die Verfügungen vom 28. Juli 2021, 
17. August 2020, 19. November 2020 und 24. Februar 2021 auf und erhob gegen die Aus-
zahlung von Kurzarbeitsentschädigung Einspruch, wofür sie die gleiche Begründung wie 
mit Verfügung vom 28. Juli 2021 vorbrachte (AWA-act. 13).

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Urteil S 2022 102

Mit Einspracheentscheid vom 23. Juni 2022 wies das AWA die Einsprache vom 25. Au-
gust 2021 ab und bestätigte die Verfügung vom 28. Juli 2021 bzw. 10. Juni 2022 (AWA-
act. 16).

B. Am 25. August 2022 liess A.________ (fortan: Beschwerdeführerin) für die 
C.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde einreichen und beantragen, der Einspra-
cheentscheid vom 23. Juni 2022 und die dem Einspracheentscheid zugrunde liegenden 
Verfügungen vom 28. Juli 2021 und 10. Juni 2022 seien aufzuheben und das Gesuch auf 
Kurzarbeitsentschädigung ab dem 24. August 2020 sei gutzuheissen; alles unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners (zzgl. MWST; act. 1).

C. Mit Vernehmlassung vom 12. September 2022 beantragte das AWA (fortan: Be-
schwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde und verzichtete im Übrigen auf eine wei-
tere Stellungnahme (act. 3).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozia-
lversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide oder Verfü-
gungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben werden. 
Für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen einer kantonalen Amtsstelle ist 
– in Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG – das Versicherungsgericht desselben Kantons 
zuständig (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Ver-
ordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIV; SR 837.02]). Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Im Kan-
ton Zug beurteilt das Verwaltungsgericht als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Gebiet der eidgenössischen Sozialversicherung, für die das Bundesrecht eine kanto-
nale Rechtsmittelinstanz vorsieht (§ 77 Abs. 1 des Gesetzes über den Rechtsschutz in 
Verwaltungssachen [Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; BGS 162.1]). Der angefochte-
ne Einspracheentscheid wurde vom Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zug erlas-
sen, weshalb das Verwaltungsgericht des Kantons Zug zur Beurteilung der vorliegenden 

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Beschwerde örtlich und sachlich zuständig ist. Die Beschwerde vom 25. August 2022 ging 
– unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes (Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG) – rechtzeitig 
ein. Die Beschwerdeführerin ist durch den angefochtenen Entscheid direkt betroffen und 
somit zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerde entspricht schliesslich auch den Form-
vorschriften, weshalb sie zu prüfen ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg 
gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

2. Die Beschwerdeführerin verlangt die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 
23. Juni 2022 und die dem Einspracheentscheid zugrunde liegenden Verfügungen vom 
28. Juli 2021 und 10. Juni 2022. Diesbezüglich gilt es festzuhalten, dass der Einspra-
cheentscheid gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts an die Stelle der 
Verfügung tritt und damit alleiniger Anfechtungsgegenstand des Beschwerdeverfahrens 
bildet. Die Verfügung, soweit angefochten, hat mit Erlass des Einspracheentscheids jede 
rechtliche Bedeutung verloren (BGE 119 V 347 E. 1b; BGer 8C_592/2012 vom 23. No-
vember 2012 E. 3.2). Daher ist, soweit die Aufhebung der Verfügungen vom 28. Juli 2021 
und 10. Juni 2022 beantragt wird, kein Anfechtungsgegenstand gegeben, weshalb darauf 
nicht einzutreten ist.

3. In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung ihres rechtlichen 
Gehörs und begründet dies damit, dass ihr das Einspracherecht gegen die Verfügung vom 
10. Juni 2022 entzogen worden sei (act. 1 Ziff. 33 ff.). 

3.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 42 Satz 1 ATSG haben die Parteien Anspruch 
auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderer-
seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Ent-
scheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesonde-
re deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur 
Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit 
erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Bewei-
se entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn die-
ses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).

Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Be-
schwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Praxis-
gemäss kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen 
Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit er-

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hält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 
Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines – allfälligen Mangels soll aber die 
Ausnahme bleiben (BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Nach der Rechtsprechung kann selbst eine 
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs geheilt werden, wenn und soweit die 
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen 
führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei 
an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären. Voraussetzung 
ist, dass die heilende Instanz selber in Bezug auf die vom Gehörsmangel betroffenen As-
pekte die gleiche Kognition hat wie die untere Instanz (BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2). Unter 
diesen Umständen kann sogar eine Pflicht zur Heilung im Rechtsmittelverfahren bestehen 
(BGer I 706/06 vom 9. Januar 2008 E. 4.2.1 mit Hinweisen).

3.2 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin am 25. August 2021 ge-
gen die Verfügung vom 28. Juli 2021 Einsprache erhoben hat. Aktenkundig ist sodann, 
dass das AWA während des Einspracheverfahrens am 10. Juni 2022 eine weitere Verfü-
gung erlassen hat und dass mit Einspracheentscheid vom 23. Juni 2022 die Einsprache 
vom 25. August 2021 beurteilt und diese dabei gleichermassen als Einsprache gegen die 
Verfügung vom 10. Juni 2022 behandelt wurde. Dadurch schränkte die Vorinstanz das 
Mitwirkungsrecht und damit das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin ein, wurde ihr 
doch das Recht entzogen, gegen die Verfügung vom 10. Juni 2022 ebenfalls Einsprache 
zu erheben (Einspracherecht nach Art. 52 Abs. 1 ATSG). 

Wie der Beschwerdegegner im angefochtenen Einspracheentscheid aber zu Recht festge-
stellt hat (vgl. AWA-act. 16 S. 2 oben), lag der Verfügung vom 10. Juni 2022 derselbe 
Sachverhalt wie der Verfügung vom 28. Juli 2021 zugrunde. Zudem wurden die beiden 
Verfügungen materiell identisch begründet. Dementsprechend darf davon ausgegangen 
werden, dass im Rahmen der Einsprachen ebenfalls die gleichen Gründe vorgebracht 
worden wären. Dies zeigt sich auch daran, dass in der am 11. Juli 2022 (AWA-act. 17) im 
Nachgang zum Einspracheentscheid gegen die Verfügung vom 10. Juni 2022 erhobenen 
Einsprache keine Vorbringen angeführt wurden, die nicht auch mit Beschwerde vom 
25. August 2022 geltend gemacht wurden. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin las-
sen somit darauf schliessen, dass eine Wiederholung des Einspracheverfahrens zu kei-
nem anderen Ergebnis führen würde. Die bereits aus formellen Gründen beantragte 
Rückweisung würde dementsprechend mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einem 
formalistischen Leerlauf und einer unnötigen Verfahrensverzögerung führen. Vor Verwal-
tungsgericht konnte sich die Beschwerdeführerin schliesslich umfassend äussern, sodass 

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die Gehörsverletzung im Verwaltungsverfahren im Beschwerdeverfahren vor dem mit vol-
ler Kognition ausgestatteten Verwaltungsgericht als geheilt zu betrachten ist. 

4.
4.1 Das AWA erhob gegen die Voranmeldungen von Kurzarbeit vorerst keinen, resp. 
lediglich hinsichtlich Nichteinhalten der Meldefrist Einspruch (AWA-act. 2, 4, 6). Nachdem 
am 21. Mai 2021 eine weitere Voranmeldung für Kurzarbeit eingereicht worden war (AWA-
act. 7), kontaktierte das AWA am 25. Mai 2021 per E-Mail A.________ und bat um Er-
klärung, inwiefern die Arbeit derart beeinträchtigt sei, dass ein Arbeitsausfall von 100 % 
nötig werde. A.________ antwortete am 4. Juni 2021 und präzisierte auf weitere Nachfra-
ge am 8. Juli 2021. Dabei führte sie an, dass der von der Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter 
speziell für ein geplantes Projekt, nämlich den Aufbau eines Fonds in D.________, enga-
giert, geschult und ausgebildet worden sei (AWA-act. 8). In den Zuständigkeitsbereich des 
Mitarbeiters falle die Administration im Zusammenhang mit dem fertiggestellten Projekt 
"E.________" (fortan: Bridge Fond) in D.________. Dafür sei er sechs Monate geschult 
worden und die Aufgaben könne er übernehmen, sobald der zu administrierende Fond re-
gistriert werde. Die Registrierung sei aufgrund der Covid-bedingt erschwerten Umständen 
noch nicht vollzogen. Die meisten Kunden seien Ultra High Net Worth, High Net Worth In-
dividuals und Unternehmer aus F.________ und der GUS Region. Diese dürften noch im-
mer nicht in europäische Länder einreisen, seien in Quarantäne, erkrankt oder fürchteten 
sich vor dem Reisen. Darum hätten die Termine nicht eingehalten werden können. Diese 
Situation hätte zu einem fehlenden Wachstum des Unternehmens, welches strategisch 
geplant und langfristig vorgesehen worden sei, geführt. Um den Arbeitsausfall möglichst 
tief zu halten, seien sie im Prozess, ähnliche Projekte mit vermögenden Kunden aus dem 
europäischen Raum zu akquirieren, in der Annahme, dass solche Kunden weniger von 
den Reiseeinschränkungen betroffen seien. Zudem werde der Mitarbeiter auf ein CRM 
Programm geschult (AWA-act. 10).

4.2 Mit Verfügung vom 28. Juli 2021 hob das AWA die Verfügung vom 17. August 
2020 auf und erhob Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung. Dies 
begründete es damit, dass per 15. Januar 2020 ein Assistent eingestellt und dieser ansch-
liessend sechs Monate lang intern geschult worden sei. Ab August 2020 sei für diesen 
Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt und dabei jeweils Arbeitsausfälle zwischen 68 und 100 % 
geltend gemacht worden. Es sei erstaunlich, dass ausgerechnet nach Abschluss der 
sechsmonatigen internen Ausbildung der Antrag auf Kurzarbeit gestellt worden sei. Die 
C.________ habe nicht darlegen können, weshalb ein Arbeitsausfall zwischen 68 und 

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100 % eingetreten sei. Die Frage, welche Vorkehrungen getroffen worden seien, um im 
Rahmen der Schadenminderungspflicht die Kurzarbeit möglichst tief zu halten, sei nicht 
beantwortet worden. Die C.________ habe die Unvermeidbarkeit des Arbeitsausfalles 
nicht plausibel begründen können, weshalb der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung 
ab August 2020 abgelehnt werden müsse (AWA-act. 11). 

4.3 Gegen die Verfügung vom 28. Juli 2021 erhob A.________ mit datierter Eingabe 
vom 25. August 2020 [recte: 2021] Einsprache. Sie führte an, dass der Arbeitsausfall von 
68 bis 100 % nur einen einzelnen Angestellten, jedoch nicht den Gesamtbetrieb betreffe. 
Dieser Formfehler sei zu beheben und der den Gesamtbetrieb betreffende Prozentsatz 
des Arbeitsausfalles solle entsprechend korrigiert werden. Ausserdem sei es falsch, dass 
der Mitarbeiter eine interne Ausbildung bekommen habe. Richtig sei, dass er während der 
Probezeit in der Benutzung der internen Programme geschult worden sei, damit er direkt 
für seine spezifischen Aufgaben im Projekt eingesetzt werden könne. Die internen Pro-
gramme hätten jedoch erst ab einem gewissen Stadium des Projekts, welches für das 
zweite Quartal 2020 eingeplant worden sei, eingesetzt werden können. Trotz ihres vollen 
Einsatzes werde dieses Stadium erst in 4–6 Wochen erreicht, was auf die Einschränkun-
gen und Massnahmen im Zusammenhang mit dem Covid-Virus zurückzuführen sei. Zu-
dem habe sie in den Kurzarbeitsanträgen, den monatlich begleitenden Begründungen der 
Geltendmachung und in verschiedenen E-Mails jeweils dargelegt, warum der Arbeitsaus-
fall eingetreten sei (AWA-act. 12).

4.4 Mit Verfügung vom 10. Juni 2022 teilte das AWA mit, dass die Voranmeldung vom 
14. August 2020 erneut geprüft worden sei. Es entschied, dass die Verfügungen vom 
28. Juli 2021, 17. August 2020, 19. November 2020 und 24. Februar 2021 aufgehoben 
und Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung erhoben werde. Die 
Verfügung wurde identisch begründet wie diejenige vom 28. Juli 2021 (AWA-act. 13). 

5. Strittig und zu prüfen ist somit nachfolgend, ob der Beschwerdegegner zu Recht 
im Rahmen des Voranmeldungsverfahrens gemäss Art. 36 AVIG in Wiedererwägung sei-
ner ursprünglichen Verfügungen vom 28. Juli 2021, 17. August 2020, 19. November 2020 
und 24. Februar 2021 Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung ab 
dem 24. August 2020 erhoben hat.

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6.
6.1 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG (Wiedererwägung) kann die Verwaltung auf eine 
formell rechtskräftige Verfügung zugunsten oder zuungunsten der versicherten Person 
zurückkommen, soweit die Verfügung nicht Gegenstand materieller gerichtlicher Beurtei-
lung geworden ist, sie zweifellos unrichtig ist und ihre Berichtigung als von erheblicher Be-
deutung erscheint (vgl. BGE 133 V 50 E. 4.1). 

6.2 Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsan-
wendung, unter Einschluss unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachver-
halts (BGE 144 I 103 E. 2.2; vgl. auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, 
Art. 53 N 46 mit Hinweis auf BGE 127 V 10 E. 4b). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn 
kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung (gemeint ist hierbei immer 
auch ein allfälliger Einspracheentscheid) unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – 
derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung bzw. des Einspracheentscheids – möglich. 
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzes-
widrige Leistungszusprechung aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlas-
sen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wur-
den. Die Frage nach der zweifellosen Unrichtigkeit beurteilt sich nach der Rechtslage im 
Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung bzw. des Einspracheentscheids, einschliesslich der 
damaligen Rechtspraxis (BGE 140 V 77 E. 3.1).

7.
7.1 Der Beschwerdegegner verneinte einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung 
ab dem 24. August 2020 mit der Begründung, dass die Glaubhaftmachung eines Ausfalls 
infolge der Pandemie nicht gelungen sei. Vielmehr habe die Beschwerdeführerin einen 
selbstbestimmten Unternehmensentscheid getroffen, als sie den Mitarbeiter vor der Pan-
demie eingestellt habe, um diesen zu einem späteren aber ungewissen Zeitpunkt (tatsäch-
lich abgeschlossene Registrierung eines Fonds) tätig werden zu lassen. Komme es bei ei-
ner solchen Sachlage zu einer Verzögerung und könne der Arbeitnehmer deswegen seine 
Arbeit nicht ausführen, so trage hierfür die Arbeitgeberin grundsätzlich das Risiko eines 
Ausfalls als gewöhnliches Betriebsrisiko. Bei der Vornahme und des Abschlusses einer 
Registrierung handle es sich um ein zeitlich nicht genau fixiertes Geschäft. So werde denn 
auch in der Einsprache selber dargelegt, dass das Erreichen des Stadiums regulär für das 
2. Quartal eingeplant gewesen sei. Bei einer solchen Planung könnten sich sachgemäss 
ungeachtet einer Pandemie auch andere unvorhersehbare, aber branchen-, berufs- oder 
betriebsübliche Faktoren ereignen, welche zu einer Verzögerung der Registrierung des 

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Fonds führten. Ein damit begründeter Ausfall falle damit unter ein normales Betriebsrisiko. 
Zudem könne auch bei rechtzeitiger Registrierung und Fehlen der Reisebeschränkungen 
und Quarantänebestimmungen nicht davon ausgegangen werden, dass die potenziellen 
Investoren tatsächlich investiert hätten. Das würde wiederum ein branchen-, berufs- oder 
betriebsübliches Risiko darstellen und der hierbei entstehende Ausfall sei nicht auf die 
Pandemie zurückführbar. Ein ausserordentlicher wirtschaftlicher Grund und ein damit ein-
hergehender unvermeidbarer Arbeitsausfall sei somit nicht plausibel begründet (AWA-
act. 16 E. 9a und 9b).

7.2 Die Beschwerdeführerin legte in ihrer Beschwerde vom 25. August 2022 im We-
sentlichen nochmals dar, wofür der Mitarbeiter angestellt worden war und dass seine Ar-
beit aufgrund der Massnahmen und Restriktionen im Zusammenhang mit der Covid-
Pandemie ausgefallen sei. Sie ergänzte, dass für den Abschluss der Gründung des Bridge 
Fonds eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Investoren und der G.________ AG 
– welche die Beschwerdeführerin für die Strukturierung und die operative Registrierung 
des Fonds beauftragte – hätte unterzeichnet werden müssen, wobei deren Inhalt bereits 
final ausgehandelt gewesen sei. Die Investoren hätten ihre Zustimmung zur Errichtung des 
Bridge Fonds bereits gegeben, weshalb die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags nur 
noch eine Formsache gewesen wäre. Aus kulturellen Gründen bestünden Investoren aus 
osteuropäischen Ländern vor der Vertragsunterzeichnung auf ein physisches Treffen mit 
den Vertragspartnern. Ein solches Treffen diene der Vertrauensbildung und sei nicht durch 
eine Videokonferenz ersetzbar. Die Investoren hätten aufgrund der Reiseeinschränkungen 
nicht in die Schweiz kommen können, weshalb die Kooperationsvereinbarung nicht unter-
zeichnet worden sei. Zudem hätten die Investoren auch für die Eröffnung eines Bankkon-
tos physisch in der Schweiz anwesend sein müssen. Der Mitarbeiter habe deswegen – 
trotz Bemühungen ihrerseits für ihn andere Beschäftigungen wie die Übernahme sämtli-
cher administrativer Arbeiten und das Herumchauffieren der Chefin – einen erheblichen 
Arbeitsausfall hinnehmen müssen (act. 1 S. 5 ff.). Dieser Arbeitsausfall habe folglich wirt-
schaftliche Ursachen, die auf das Auftreten des [Covid-]Virus und den damit verbundenen 
behördlichen Massnahmen zurückzuführen seien. Infolgedessen sei der Arbeitsausfall des 
Mitarbeiters gemäss Art. 31 Abs. 1 lit. b AVIG anrechenbar, weshalb ihrem Antrag auf 
Kurzarbeitsentschädigung stattzugeben sei (act. 1 S. 11). 

Darüber hinaus sei das Argument des Beschwerdegegners, wonach andere Gründe als 
die Pandemie zu einer Verzögerung der Fonds-Registrierung hätten führen können, ge-
genstandslos. Gleiches gelte für das Argument, dass es ohnehin keine Garantie dafür ge-

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ben würde, dass die Investoren nach einer erfolgreichen Registrierung tatsächlich in den 
Bridge Fonds investiert hätten. In Übereinstimmung mit der Praxis des SECO sei lediglich 
zu prüfen, ob die Registrierung des Bridge Fonds aufgrund der Pandemie verzögert wor-
den sei und der Mitarbeiter deswegen einen Arbeitsausfall hinzunehmen gehabt habe. 
Beides sei klar zu bejahen (act. 1 S. 13).

8.
8.1 Ein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht, wenn unter anderem der Ar-
beitsausfall anrechenbar sowie voraussichtlich vorübergehend ist und erwartet werden 
darf, dass durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten werden können (Art. 31 Abs. 1 lit. b 
und lit. d AVIG). Ein Arbeitsausfall ist u.a. anrechenbar, wenn er auf wirtschaftliche Gründe 
zurückzuführen und unvermeidbar ist (Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG). Die Rechtsprechung legt 
den Begriff der wirtschaftlichen Gründe – in Berücksichtigung des präventiven Charakters 
der Kurzarbeitsentschädigung – sehr weit aus und versteht darunter sowohl strukturelle 
als auch konjunkturelle Gründe insgesamt und nicht nur den Rückgang der Nachfrage 
nach den normalerweise von einem Betrieb angebotenen Gütern und Dienstleistungen 
(BGE 128 V 305 E. 3a; BGer 8C_549/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 3.2 und C 279/05 
vom 2. November 2006 E. 1, je mit Hinweisen).

Ein auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführender und an sich grundsätzlich anrechenba-
rer Arbeitsausfall gilt jedoch dann nicht als anrechenbar, wenn er branchen-, berufs- oder 
betriebsüblich ist oder durch saisonale Beschäftigungsschwankungen verursacht wird 
(Art. 33 Abs. 1 lit. b AVIG). Damit will das Gesetz vor allem regelmässig wiederkehrende 
Arbeitsausfälle von der Kurzarbeitsentschädigung ausschliessen (BGE 121 V 371 E. 2a, 
119 V 357 E. 1a, je mit Hinweisen). Ebenfalls nicht anrechenbar ist ein Arbeitsausfall, 
wenn er durch betriebsorganisatorische Massnahmen, andere übliche Betriebsunterbre-
chungen oder durch Umstände bedingt ist, die zum normalen Betriebsrisiko des Arbeitge-
bers gehören (Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG).

8.2 Gemäss Art. 32 Abs. 3 AVIG regelt der Bundesrat für Härtefälle die Anrechenbar-
keit von Arbeitsausfällen, die auf behördliche Massnahmen, auf wetterbedingte Kunden-
ausfälle oder auf andere vom Arbeitgeber nicht zu vertretende Umstände zurückzuführen 
sind. Er kann für diese Fälle von Absatz 2 abweichende längere Karenzfristen vorsehen 
und bestimmen, dass der Arbeitsausfall nur bei vollständiger Einstellung oder erheblicher 
Einschränkung des Betriebes anrechenbar ist.

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Arbeitsausfälle, die auf behördliche Massnahmen oder andere nicht vom Arbeitgeber zu 
vertretende Umstände zurückzuführen sind, sind anrechenbar, wenn der Arbeitgeber sie 
nicht durch geeignete, wirtschaftlich tragbare Massnahmen vermeiden oder keinen Dritten 
für den Schaden haftbar machen kann (Art. 51 Abs. 1 AVIV).

8.3 Ein Arbeitgeber, der für seine Arbeitnehmer Kurzarbeitsentschädigung geltend 
machen will, muss dies mindestens zehn Tage vor Beginn der Kurzarbeit voranmelden. 
Der Bundesrat kann für Ausnahmefälle kürzere Voranmeldefristen vorsehen. Die Voran-
meldung ist zu erneuern, wenn die Kurzarbeit länger als drei Monate dauert (Art. 36 Abs. 1 
AVIG). In der Voranmeldung muss der Arbeitgeber unter anderem das Ausmass und die 
voraussichtliche Dauer der Kurzarbeit angeben (Art. 36 Abs. 2 lit. b AVIG) sowie die Not-
wendigkeit der Kurzarbeit begründen und anhand der durch den Bundesrat bestimmten 
Unterlagen glaubhaft machen, dass die Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 31 Abs. 1 
und Art. 32 Abs. 1 lit. a erfüllt sind. Die kantonale Amtsstelle kann weitere zur Prüfung 
nötige Unterlagen einverlangen (Art. 36 Abs. 3 AVIG). Hält die kantonale Amtsstelle eine 
oder mehrere Anspruchsvoraussetzungen für nicht erfüllt, erhebt sie durch Verfügung Ein-
spruch gegen die Auszahlung der Entschädigung (Art. 36 Abs. 4 Satz 1 AVIG).

8.4 Artikel 17a und 17b (in Kraft gewesen bis 31. Dezember 2022) des Bundesgeset-
zes über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung 
der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Gesetz; SR 818.102) sahen für die Kurzarbeitsentschä-
digung gewisse Abweichungen vom AVIG vor. Zudem wurde der Bundesrat in Art. 17 des 
Covid-19-Gesetzes ermächtigt, in gewissen – näher genannten – Bereichen abweichende 
Bestimmungen zu erlassen. Von dieser Befugnis hat er mit dem Erlass der Verordnung 
über Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang mit dem 
Coronavirus (Covid-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung; SR 837.033) Gebrauch ge-
macht.

8.5 Wie in der Botschaft vom 12. August 2020 zum Covid-19-Gesetz (BBl 2020 2068 
6563 ff.) in Ziff. 2.3.8 ausgeführt wird, besteht der Sinn und Zweck der Kurzarbeitsent-
schädigung nicht in der Existenzsicherung des Betriebs beziehungsweise der Deckung 
von Umsatz- oder Betriebseinbussen, sondern im Erhalt von Arbeitsplätzen durch die Ver-
hinderung von kurzfristig aufgrund des Arbeitsrückgangs ausgesprochenen Kündigungen 
(BGE 147 V 359 E. 4.6.3). Nach den laufend aktualisierten Weisungen des SECO "Son-
derregelungen aufgrund der Pandemie" kann eine Pandemie aufgrund des jähen Auftre-
tens, des Ausmasses und der Schwere nicht als normales, vom Arbeitgeber zu tragendes 

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Betriebsrisiko im Sinn von Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG betrachtet werden, selbst wenn unter 
Umständen jeder Arbeitgeber davon betroffen sein kann. Demnach sind Arbeitsausfälle 
aufgrund rückläufiger Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, die auf die Pandemie 
zurückzuführen sind, in Anwendung von Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG anrechenbar (vgl. BGer 
8C_555/2021 vom 24. November 2021 E. 3.3.1). Der Arbeitgeber muss aber weiterhin 
glaubhaft darlegen können, dass die in seinem Betrieb zu erwartenden Arbeitsausfälle auf 
das Auftreten der Pandemie zurückzuführen sind. Der einfache Hinweis auf die Pandemie 
genügt nicht als Begründung (Ziff. 2.2 der Weisung 2020/12 vom 27. August 2020: Aktua-
lisierung "Sonderregelungen aufgrund der Pandemie").

8.6 Auch sich in der Anlaufphase befindende Unternehmen haben nicht per se An-
spruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Nur Arbeitsausfälle aufgrund rückläufiger Nachfrage 
nach Gütern und Dienstleistungen, welche auf die Pandemie zurückzuführen sind bezie-
hungsweise Arbeitsausfälle aufgrund behördlicher Massnahmen sind in Anwendung von 
Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG anrechenbar. Nicht pandemiebedingte Beschäftigungsschwan-
kungen und eine mangelnde Auslastung bei Neugründungen und Neupositionierungen 
sind hingegen dem normalen Betriebsrisiko zuzuordnen und auch Arbeitsausfälle, die un-
abhängig vom Auftreten der Covid-19-Pandemie entstanden wären, sind nicht anrechen-
bar, andernfalls würde dem Zweck des Instruments der Kurzarbeit entgegengewirkt und 
die missbräuchliche Inanspruchnahme von Kurzarbeitsentschädigung ermöglicht (SVGer 
ZH AL.2022.00037 vom 28. Juni 2022 E. 4.5).

8.7 Nicht anrechenbar ist ein Arbeitsausfall, wenn er durch betriebsorganisatorische 
Massnahmen wie Reinigungs-, Reparatur- oder Unterhaltsarbeiten sowie andere übliche 
und wiederkehrende Betriebsunterbrechungen oder durch Umstände verursacht wird, die 
zum normalen Betriebsrisiko gehören. Unter das normale Betriebsrisiko fallen Arbeitsaus-
fälle, die üblich und vorhersehbar sind, regelmässig und wiederholt auftreten und deshalb 
kalkulatorisch erfassbar sind (AVIG-Praxis KAE Rz. D2). Was noch als "normal" gelten 
soll, darf nach der Rechtsprechung nicht nach einem für alle Unternehmensarten allge-
meingültigen Massstab bemessen werden, sondern ist in jedem Einzelfall aufgrund der mit 
der spezifischen Betriebstätigkeit verbundenen besonderen Verhältnisse zu bestimmen 
(BGE 138 V 333 E. 4.2.2).

8.8 Verwaltungsweisungen, wie etwa Wegleitungen oder Kreisschreiben, richten sich 
an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. 
Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzel-

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Urteil S 2022 102

fall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestim-
mungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungswei-
sungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar-
stellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine 
rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 146 V 
224 E. 4.4.2). Dabei ist grundsätzlich diejenige Fassung mitzuberücksichtigen, die der 
Entscheidbehörde im Verfügungszeitpunkt vorgelegen (und ihr gegenüber Bindungswir-
kung entfaltet) hat. Spätere Ergänzungen können allenfalls in die Entscheidfindung ein-
fliessen, insbesondere, wenn sie Schlüsse zulassen auf eine bereits zuvor gelebte Verwal-
tungspraxis (BGE 147 V 278 E. 2.2).

9.
9.1 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin den Bridges Fonds nicht plan-
gemäss registrierte und der Mitarbeiter seine Tätigkeit nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt 
aufnehmen konnte und damit einen Arbeitsausfall erlitt. Es gilt nachfolgend zu klären, ob 
dieser Arbeitsausfall nach Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG anrechenbar ist. Insbesondere ist strit-
tig, ob der Arbeitsausfall auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar 
war.

9.2 Die Beschwerdeführerin stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass die 
Reisebeschränkungen dazu geführt hätten, dass die Investoren nicht in die Schweiz hät-
ten reisen können, somit das für den Kooperationsvertragsabschluss nötige Vertrauen 
nicht habe aufgebaut werden können, der Fond nicht plangemäss eröffnet worden sei und 
sich der Startzeitpunkt der Arbeitstätigkeit des für administrative Aufgaben eingestellten 
Mitarbeiters verzögert habe. Damit sei der Arbeitsausfall auf die Pandemie zurückzuführen 
und anrechenbar i.S.v. Art. 32 Abs. 1 AVIG. 

9.3 Diese Argumentation vermag nicht zu überzeugen. Die Beschwerdeführerin selbst 
räumt ein, dass der Kooperationsvertrag mit den Investoren lediglich daran gescheitert sei, 
dass sich die Vertragsparteien nie in persona gesehen hätten, über den Vertragsinhalt an-
sonsten jedoch Konsens bestanden haben soll (vgl. act. 1 S. 5). Da aber dieses Treffen 
lediglich einen Wunsch der Investoren aufgrund der kulturellen Gepflogenheiten darstellt 
und nicht etwa auf ein rechtliches Erfordernis o.ä. fusst, ist der Abschluss des Kooperati-
onsvertrags nicht aufgrund der Reiseeinschränkungen, sondern aufgrund der persönlichen 
Entscheidung des Vertragspartners gescheitert, wofür die Kurzarbeitsentschädigung nicht 
einzustehen hat. Solche Arbeitsausfälle können jeden Arbeitgeber treffen und sind somit 

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dem normalen Betriebsrisiko zuzuordnen, weshalb der Arbeitsausfall nicht anrechenbar 
ist. Hierfür spricht auch, wie vom Beschwerdegegner aufgezeigt, dass selbst bei erfolgrei-
cher Registrierung und dem Fehlen der Reisebeschränkungen eine tatsächliche Investition 
in den Bridge Fonds nicht sicher gewesen wäre. Dies gehört zum normalen Betriebsrisiko, 
weshalb der hierbei entstehende Arbeitsausfall nicht auf die Pandemie zurückgeführt wer-
den kann. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, dass alternative Lösungen zur physischen Prä-
senz im Hinblick auf die Eröffnung eines Bankkontos (z.B. moderne Identifizierungslösun-
gen, Korrespondenzbanken, Stellvertretungen/Vollmachten, alternative Banklösungen) 
überhaupt in Erwägung gezogen und geprüft worden wären. Nach dem soeben Ausge-
führten gilt jedenfalls als erstellt, dass der Arbeitsausfall durch Umstände bedingt ist, die 
zum normalen Betriebsrisiko gehören. Damit ist der Arbeitsausfall nicht anrechenbar und 
ein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung ab August 2020 zu verneinen.

10. Zusammenfassend lagen die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Kurzar-
beitsentschädigung ab dem 24. August 2020 offensichtlich nicht vor. Die erteilte Bewilli-
gung von Kurzarbeit war damit zweifellos unrichtig und die Berichtigung dieses Entscheids 
von erheblicher Bedeutung. Die wiedererwägungsweise Aufhebung der fraglichen Verfü-
gungen und der Einspruch des Beschwerdegegners gegen die Auszahlung von Kurzar-
beitsentschädigung ab dem 24. August 2020 erfolgten demnach zu Recht. Nach dem Dar-
gelegten ist der Einspracheentscheid vom 23. Juni 2022 somit zu bestätigen und die da-
gegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

11. Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung 
und/oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein be-
stimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich und weitere Beweismassnahmen 
könnten an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, kann auf die Abnahme 
weiterer Beweise in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 122 V 
157 E. 1d).

Über die eingereichten Belege hinaus wurden die Einvernahmen von H.________ und 
A.________ als Zeugen beantragt. Diesbezüglich wird nicht bezweifelt, dass die angeru-
fenen Zeugen dieselbe Rechtsansicht vertreten wie die Beschwerdeführerin. Dies kann 
das Gericht indes nicht zu einer anderen Sachbeurteilung verleiten. Entsprechend ist den 
Beweisanträgen in rechtmässiger Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung nicht 
stattzugeben. 

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Urteil S 2022 102

12. Mangels einer entsprechenden Bestimmung im AVIG ist das Verfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). Eine Parteientschädi-
gung ist bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG).

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Urteil S 2022 102

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (im Doppel), an den 
Rechtsdienst der Arbeitslosenkasse des Kantons Zug, an das Amt für Wirtschaft 
und Arbeit des Kantons Zug sowie an das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), 
Bern. 

Zug, 20. Februar 2024

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am