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**Case Identifier:** ff4ad4f6-3d23-50dd-bbe1-b0cba5f5b715
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 23.07.2014 LA130044
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LA130044_2014-07-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LA130044-O/U 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. H.A. Müller, Vorsitzender, lic. iur. M. Spahn und 

Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschreiber lic. iur. H. Dubach 

Urteil und Beschluss vom 23. Juli 2014 

 

in Sachen 

 

A._____ AG, 
Beklagte und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ und/oder 

Rechtsanwalt MLaw X2._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Kläger und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 
13. November 2013 (AN120058-L) 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(Urk. 1 S. 2 f.) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger gestützt auf 
Art. 337c Abs. 1 OR Lohn im Umfang von CHF 19'500.00 brutto 
zuzüglich Zins von 5% seit dem 24. Juli 2012 zu bezahlen. 
 Des Weiteren sei sie zu verpflichten, dem Kläger gestützt auf 
Art. 337c Abs. 3 OR eine Entschädigung im Umfang von drei 
Monatslöhnen, d.h. CHF 19'500.00, zuzüglich Zins von 5% seit 
dem 24. Juli 2012 zu bezahlen. 

2. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger die geschuldete 
Provision für das zweite Quartal 2012 (Monate April bis Juni 
2012) im Umfang von CHF 15'170.35 brutto zuzüglich Zins von 
5% seit dem 24. Juli 2012 zu bezahlen. 

3. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger die geschuldete 
Provision für den Monat Juli 2012 im Umfang von CHF 5'088.90 
brutto zuzüglich Zins von 5% seit dem 24. Juli 2012 zu bezahlen. 

4. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger gestützt auf 
Art. 329d OR eine Ferienentschädigung im Umfang von 
CHF 17'683.80 zuzüglich Zins von 5% seit dem 24. Juli 2012 zu 
bezahlen. 

5. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger gestützt auf 
Art. 327a Abs. 1 OR bzw. Ziffer 10 des Arbeitsvertrages vom 
4. Januar 2009 Spesenersatz im Umfang von CHF 480.00 
zuzüglich Zins von 5% seit dem 24. Juli 2012 zu leisten. 

6. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger ein den 
gesetzlichen Anforderungen von Art. 333a OR genügendes 
Arbeitszeugnis auszustellen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 
(zuzüglich MwSt.)." 

Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung: 

"1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, 
dem Kläger Fr. 16'320.20 netto zuzüglich 5 % Zins seit 8. August 
2012 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen. 
 Weiter wird die Beklagte verpflichtet, dem Kläger ¼ der Kosten 
des Schlichtungsverfahrens, d.h. Fr. 145.-- zu ersetzen. 

2. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger ein Arbeitszeugnis aus- 
und zuzustellen. 

3. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 8'110.-- festgesetzt. 

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Die Gerichtskosten werden dem Kläger zu 3/4 und der Beklagten 
zu 1/4 auferlegt. Die Gerichtskosten werden aus dem vom Kläger 
geleisteten Vorschuss bezogen. Die Beklagte wird verpflichtet, 
dem Kläger den Prozesskostenvorschuss im Umfang von 1/4 der 
Gerichtskosten zu ersetzen.  

4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine 
Parteientschädigung von Fr. 5'000.-- zu bezahlen. 

5. … (Mitteilungssatz) 
6. … (Rechtsmittelbelehrung)" 

Berufungsanträge: 

der Beklagten und Berufungsklägerin (Urk. 34 S. 2): 

"1. Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils des Arbeitsgerichts Zürich vom 
13. November 2013 (Geschäfts-Nr. AN120058-L / U) sei 
aufzuheben und es sei die Klage in diesem Punkt vollumfänglich 
abzuweisen; 

2. Die in Dispositiv-Ziffer 3 des Urteils des Arbeitsgerichts Zürich 
vom 13. November 2013 (Geschäfts-Nr. AN120058-L / U) 
festgesetzten Gerichtsgebühren seien von Amtes wegen neu 
festzusetzen und zu verteilen; 

3. Die in Dispositiv-Ziffer 4 des Urteils des Arbeitsgerichts Zürich 
vom 13. November 2013 (Geschäfts-Nr. AN120058-L / U) 
festgesetzte Parteientschädigung sei neu festzusetzen; 

4. Es sei der Beklagten und Berufungsklägerin eine 
Parteientschädigung für das Berufungsverfahren zu Lasten des 
Klägers und Berufungsbeklagten zuzusprechen und es seien dem 
Kläger und Berufungsbeklagten die Kosten des 
Berufungsverfahrens aufzuerlegen; 

5. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung 
und zum Entscheid zurückzuweisen." 

des Klägers und Berufungsbeklagten (Urk. 51 S. 2): 

"a. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. 
b. Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

Berufungsklägerin." 

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Erwägungen: 

I. 

 1. Die Beklagte und Berufungsklägerin (nachfolgend: Beklagte) erbringt 

Dienstleistungen im Bereich der Vermögensbildung, Vermögensanlage und 

Vermögensberatung. Der Kläger und Berufungsbeklagte (nachfolgend: Kläger) 

stand seit dem 4. September 2006 in einem Arbeitsverhältnis zur Beklagten. Der 

Kläger bekleidete den Rang eines Direktors und war als Vermögensverwalter 

tätig. Am 13. Juli 2012 gründete der Kläger die B1._____ AG. Mit Schreiben vom 

20. Juli 2012, dem Kläger zugegangen am 23. Juli 2012, kündigte die Beklagte 

das Arbeitsverhältnis fristlos (Urk. 18/2). 

 2. Mit Eingabe vom 5. November 2012 (Urk. 1) sowie unter Beilage der 

Klagebewilligung des Friedensrichteramtes der Stadt Zürich, Kreise …, vom 

3. Oktober 2012 (Urk. 3) machte der Kläger bei der Vorinstanz die vorliegende 

arbeitsrechtliche Klage über insgesamt Fr. 77'423.05 nebst Zins anhängig. Zudem 

verlangte er die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses. Anlässlich der 

Hauptverhandlung vom 9. Juli 2013 reduzierte der Kläger die eingeklagte 

Ferienentschädigung um Fr. 1'493.25 (Urk. 21 S. 1). Mit Eingabe vom 24. August 

2013 nahm der Kläger Bezug auf die gescheiterten Vergleichsbemühungen und 

teilte der Vorinstanz mit, dass er die fristlose Entlassung nunmehr als 

gerechtfertigt anerkenne. Seine Klage reduzierte er dementsprechend um weitere 

Fr. 32'500.– (Urk. 27). Im Übrigen kann hinsichtlich des Verlaufs des 

erstinstanzlichen Verfahrens auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden. Mit Beschluss und Urteil vom 13. November 2013 hiess die Vorinstanz 

die Klage im Umfang von Fr. 16'320.20 netto nebst Zins gut. Im Mehrbetrag 

wurde die Klage abgewiesen bzw. als durch Rückzug erledigt abgeschrieben 

(Urk. 32 = 35). 

 3. Gegen den Entscheid der Vorinstanz erhob die Beklagte am 16. Dezem-

ber 2013 Berufung. Sie beantragte die Aufhebung von Dispositivziffer 1 des 

erstinstanzlichen Urteils und die vollumfängliche Abweisung der Klage. Einzig den 

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Zeugnisanspruch des Klägers anerkennt die Beklagte (Urk. 34 S. 2). Die Parteien 

wurden in der Folge nach einmaliger Verschiebung auf den 10. April 2014 zu 

einer Vergleichsverhandlung vorgeladen. Anlässlich der Verhandlung konnte 

keine Einigung erzielt werden (Prot. II S. 2). Auch die nachfolgenden 

aussergerichtlichen Gespräche blieben erfolglos. Die Berufungsantwort datiert 

vom 10. Juni 2014. Der Kläger beantragte darin die vollumfängliche Abweisung 

der Berufung (Urk. 51 S. 2). Die Berufungsantwort wurde der Gegenpartei zur 

Kenntnisnahme zugestellt. 

 4. Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheides im 

Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Der Kläger hat mit der 

Berufungsantwort keine Anschlussberufung erhoben (Urk. 51 S. 2). Damit ist 

Dispositivziffer 1 des erstinstanzlichen Urteils insoweit, als die Klage im Fr. 

16'320.20 netto nebst Zins übersteigenden Betrag abgewiesen wurde, am 11. 

Juni 2014 (Eingang der Berufungsantwort) in Rechtskraft erwachsen. 

Dispositivziffer 2 des erstinstanzlichen Urteils blieb ebenfalls unangefochten und 

ist damit in Rechtskraft erwachsen. Beides ist vorzumerken. 

II. 

 1. Die Vorinstanz bezifferte die Ansprüche des Klägers aus Lohn, Provision, 

Ferienentschädigung und Spesenersatz auf insgesamt Fr. 37'086.65 brutto bzw. 

Fr. 33'273.35 netto (Urk. 35 E. III/1-6). Die verrechnungsweise geltend gemachte 

Schadenersatzforderung der Beklagten sah sie in der Höhe von Fr. 16'953.15 als 

ausgewiesen an und brachte diesen Betrag von der Forderung der Klägers in 

Abzug (Urk. 35 E. IV). Der Streit dreht sich im Berufungsverfahren nur noch um 

die Höhe der Verrechnungsforderung. 

 2. a) Unbestritten ist, dass der Kläger bereits im Januar 2012 damit begann, 

die von ihm für die Beklagte betreuten Kunden darüber zu informieren, dass er 

sich in absehbarer Zukunft selbständig machen wolle. Ab Mai 2012 begann er, 

diesen undatierte Widerrufsschreiben zuhanden der C._____ SA bezüglich der 

Verwaltungsvollmacht der Beklagten zu verteilen. Die unterschriebenen 

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Exemplare sammelte er ein, um sie in dem von ihm als geeignet empfundenen 

Zeitpunkt einreichen zu können. In der Folge reichte der Kläger diese 

Widerrufsschreiben noch am selben Tag, an dem er die fristlose Kündigung durch 

die Beklagte erhielt, bei der C._____ SA ein. Zudem hatte der Kläger bereits am 

13. Juli 2012, d.h. noch während des bestehenden Arbeitsverhältnisses seine 

eigene Konkurrenzfirma, die B1._____ AG gegründet, welche den Grossteil der 

von ihm betreuten Kunden der Beklagten übernahm. Die Vorinstanz wertete 

dieses Verhalten als Treuepflichtverletzung. Diese Würdigung wird von den 

Parteien nicht (mehr) in Frage gestellt. 

 b) Zur Ermittlung des Schadens, der eintrat, weil der Kläger die Kunden 

noch während der Dauer des Arbeitsverhältnisses abgeworben hatte, stellte die 

Vorinstanz auf BGE 123 III 257 ab und verglich den tatsächlichen Vermögens-

stand der Beklagten mit jenem, den diese hätte, wenn die Kunden vom Kläger 

erst nach Ablauf von dessen ordentlicher Kündigungsfrist zur Vertragsauflösung 

mit der Beklagten und zum Übertritt in seine neu gegründete Gesellschaft 

B1._____ AG verleitet worden wären. Die Vorinstanz hielt fest, dass die 

Kündigungsfrist drei Monate betrug und der Kläger damit – ausgehend von einer 

ordentlichen Kündigung am 23. Juli 2012 – frühestens ab dem 1. November 2012 

mit dem Abwerben der Kunden hätte beginnen dürfen. Bis hierhin sind sich die 

Parteien einig. 

 3. a) Die Vorinstanz bezog sich nun auf eine Kommentarstelle, wonach vor 

allem in der Finanzbranche Kundenbetreuer und Vermögensverwalter häufig 

einen engen persönlichen Kontakt zu ihren Kunden hielten, der sich nicht selten 

bis in den Privatbereich erstrecke. Das Verhältnis des Vermögensverwalters zu 

seinen Kunden sei in den meisten Fällen von seinen persönlichen Erfahrungen, 

seinem Wissen und seinem Verständnis der Geldmärkte wie auch von seinem 

Gespür bezüglich der vorteilhaftesten Geldanlagen geprägt. Die 

Kundenbeziehung beruhe also auf der besonderen Fachkompetenz der 

Berufsperson, ihrem persönlichen Urteil oder ihrer technischen Einschätzung, 

dem pädagogischen Talent, persönlichem Geschick oder der Art, wie sie eine 

Aufgabe angehe. Wechsle ein solcher Arbeitnehmer die Stelle, sei die Gefahr für 

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den bisherigen Arbeitgeber, dass die Kunden dem Arbeitnehmer zum neuen 

Arbeitgeber folgten, besonders gross. Wegen der starken persönlichen Bindung 

zur Kundschaft werde häufig allein schon die Mitteilung des Stellenwechsels die 

Kunden dazu bewegen, einen Wechsel des Finanzinstituts in Erwägung zu 

ziehen. Dies gelte umso mehr, wenn ihr Betreuer auch gleich noch den Namen 

seines neuen Arbeitgebers bekannt gebe oder gar dessen Produkte anpreise. 

Dabei zeige die Erfahrung, dass diejenigen Kunden, welche sich viel mehr mit 

dem Vermögensverwalter selbst als mit der Unternehmung, für welche Letzterer 

tätig sei, verbunden fühlten, die Entscheidung zum Wechsel mit dem vertrauten 

Vermögensverwalter zu dessen neuen Arbeitgeber relativ schnell treffen würden 

(Streiff/von Kaenel/Rudolph, Arbeitsvertrag, 7. Aufl., Art. 321a OR N 7). 

 b) Weiter hielt die Vorinstanz unter Verweis auf die genannten 

Kommentatoren fest, dass der Kläger die Kunden bereits nach seiner Kündigung 

über sein Ausscheiden hätte informieren dürfen und auf deren Nachfrage hin 

auch hätte mitteilen dürfen, dass er sich selbständig mache. Da in casu die zuvor 

geschilderte Konstellation eines Vermögensverwalters mit starker Kundenbindung 

vorliege, ging die Vorinstanz davon aus, dass der Kläger nach Ablauf seiner 

ordentlichen Kündigungsfrist einen Monat benötigt hätte, um die Kunden 

abzuwerben. Dementsprechend sei der 1. Dezember 2012 das für die 

Schadensberechnung bzw. den hypothetischen Stand des Vermögens der 

Beklagten massgebende Datum. 

 4. a) Die Beklagte kritisiert, dass die angeblich enge persönliche Bindung 

zwischen dem Kläger und ihren Kunden aktenmässig nicht belegt sei. Weiter 

basiere die Auffassung der Vorinstanz, wonach der Kläger nach Ablauf der 

ordentlichen Kündigungsfrist nur einen Monat benötigt hätte, um die Kunden 

abzuwerben, auf einer unzutreffenden Würdigung der im vorliegenden Fall 

vorherrschenden Umstände. Die Ausführungen der Vorinstanz beruhten 

demzufolge auf reinen Vermutungen. Sie – die Beklagte – habe im Verfahren vor 

Vorinstanz dargelegt, dass der Kläger nur mit beharrlicher Bearbeitung und 

teilweise unter Vorspiegelung falscher Tatsachen über mehrere Monate hinweg 

zu seinem Ziel gelangt sei. Sie habe hierzu Beweismittel ins Recht gelegt und 

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weitere Beweismittel offeriert, so insbesondere die Zeugenbefragung der 

entsprechenden Kunden in Bezug auf die sich über mehrere Monate 

erstreckenden Abwerbebemühungen des Klägers. Berücksichtige man – anders 

als die Vorinstanz dies getan habe – die konkreten Umstände des vorliegenden 

Einzelfalls, so werde klar, dass der Kläger nach Ablauf einer (virtuellen) 

ordentlichen Kündigungsfrist mindestens drei Monate benötigt hätte, um ihre 

Kunden abzuwerben und diese für seine eigene 

Vermögensverwaltungsgesellschaft, B1._____ AG, zu gewinnen. 

 b) Auf die Kritik der Beklagten (vgl. Urk. 34 Rz. 19 ff.) ist nachfolgend im 

Einzelnen einzugehen. Sie erweist sich als nicht zielführend. 

 5. a) Die Beklagte erwähnte zunächst, dass der Kläger gemäss eigenen 

Angaben bereits im Januar 2012 damit begonnen habe, die von ihm betreuten 

Kunden darüber zu informieren, dass er sich in absehbarer Zeit selbständig 

machen wolle. Der Kläger bestätige also selber, dass es für ihn keineswegs 

einfach gewesen sei, die Kunden abzuwerben, und er hierfür – unter 

Berücksichtigung der Gründung der B1._____ AG am 13. Juli 2012 – fast sieben 

Monate benötigt habe (Urk. 34 Rz. 23). 

 b) Die Beklagte verkennt, dass nicht entscheidend ist, wie lange der Kläger 

effektiv brauchte, sondern wie lange er gebraucht hätte, wenn er korrekt 

vorgegangen wäre. Offenbar liess sich der Kläger Zeit und bereitete seinen 

Abgang von langer Hand vor. Für ihn bestand kein Grund zur Eile. Dies wäre 

anders gewesen, wenn er erst nach ordentlicher Beendigung des 

Arbeitsverhältnisses mit dem Abwerben der Kunden begonnen hätte. Die 

Argumentation der Beklagten verfängt in diesem Punkt nicht. 

 6. a) Ausführlich legte die Beklagte sodann dar, dass der Kläger den Kunden 

D._____ und E._____ als Kontaktperson für dessen Ehefrau, ebenfalls eine 

Kundin, über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten intensiv 

"bearbeitet" habe. Die Kundenabwerbung habe also intensiver Bemühungen 

seitens des Klägers bedurft. Die Beklagte zitierte dazu aus E-Mails von D._____ 

und E._____ (Urk. 34 Rz. 24 ff.). 

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 b) D._____ und E._____ wechselten schliesslich nicht zur 

Vermögensverwaltungsgesellschaft des Klägers. Es muss davon ausgegangen 

werden, dass es dem Kläger auch nicht gelungen wäre, die beiden zu einem 

Wechsel zu bewegen, wenn er mit seinen Abwerbungsversuchen erst nach 

Beendigung des Arbeitsverhältnisses begonnen hätte, und zwar weder in einem 

noch in drei Monaten. Die Beklagte übersieht, dass ihr in Bezug auf die 

genannten Kunden gar kein Schaden entstanden ist. Es kann daher keine Rolle 

spielen, ob der Kläger bei den Kunden D._____ und E._____ allenfalls etwas 

hartnäckiger vorging, was er ohnehin bestreitet. Die Beklagte vermag nichts zu 

ihren Gunsten abzuleiten, dass es dem Kläger nicht gelang, sämtliche von ihm 

betreuten Kunden abzuwerben. 

 7. a) Die Beklagte bemängelte ferner, dass es ihr aufgrund der geheimen 

Abwerbeaktivitäten des Klägers über Monate hinweg nicht möglich gewesen sei, 

auf diese zu reagieren und z.B. die Falschinformationen des Klägers gegenüber 

den fraglichen Kunden umgehend richtig zu stellen (Urk. 34 Rz. 29). Die Beklagte 

wollte damit wohl sagen, dass diese asymmetrische Informationsverteilung, wie 

sie es nannte, die Abwerbungsbemühungen des Klägers massgeblich erleichtert 

habe und dass dies anders gewesen wäre, wenn der Kläger damit bis zur 

Beendigung des Arbeitsverhältnisses zugewartet hätte. 

 b) Dazu ist Folgendes festzuhalten: Kurz nach der fristlosen Entlassung des 

Klägers gelangte die Beklagte sowohl schriftlich als auch telefonisch an die 

fraglichen Kunden und legte diesen ihre Sicht der Dinge dar. Konkret behauptete 

sie, dass der Kläger keine Gewähr für eine einwandfreie Mandatsführung und 

Compliance leiste und dass er als Mitarbeiter die ethischen und professionellen 

Anforderungen nicht stets erfüllt habe. Zudem warf sie ihm spekulative, 

reglementwidrige und leichtfertige Gefährdung von Kundenvermögen durch 

ungeeignete Finanzinstrumente vor (Urk. 4/13-14). Der Kläger reagierte darauf 

mit einer Strafanzeige wegen übler Nachrede, Verleumdung und unlauteren 

Wettbewerbs. Die Beklagte erstattete im Gegenzug Strafanzeige wegen Drohung, 

Nötigung, Erpressung und zahlreicher weiterer Delikte gegen den Kläger 

(Urk. 42/1-2). Obschon sich die Beklagte also keine Zurückhaltung auferlegte, 

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gelang es ihr nicht, die Kunden zurückzugewinnen. Es muss daher davon 

ausgegangen werden, dass ihr dies auch nicht gelungen wäre, wenn der Kläger 

mit seinen Abwerbeaktivitäten erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 

begonnen hätte und die Beklagte sofort Gegensteuer hätte geben können. 

 8. a) Die Beklagte will zudem berücksichtigt wissen, dass der Kläger auch 

noch alle über die ganze Schweiz verteilten 24 Kunden persönlich hätte treffen, 

von einem Wechsel überzeugen und die entsprechenden Unterschriften einholen 

müssen. Hierfür hätten – so die Beklagte – 21 Arbeitstage nie ausgereicht 

(Urk. 34 Rz. 37).  

 b) Wie sich aus einer Auflistung der Beklagten ergibt (Urk. 34 Rz. 36), haben 

16 der 24 Kunden ihren Wohnsitz im Kanton Zürich, fünf weitere leben weniger 

als 60 km von Zürich entfernt, zwei Kunden wohnen im Kanton Tessin und einer 

in Basel. Zudem wohnen drei Paare jeweils an derselben Adresse. Vor diesem 

Hintergrund erscheint ein Monat als ausreichend, um sämtliche Kunden 

persönlich zu besuchen. 

 9. a) Die Beklagte macht sodann geltend, der Kläger habe vor seinem 

Weggang am 18. Juli 2012 – in grober Verletzung seiner Treuepflicht – sämtliche 

geschäftsrelevanten Daten mitgenommen und auf dem Computer gelöscht. Hätte 

er dies nicht getan, so hätte er nach Ende des Arbeitsverhältnisses bedeutend 

mehr Zeit, mithin mehrere Monate gebraucht, um alle geschäftsrelevanten Daten, 

welche für eine erfolgreiche Abwerbung und für das Verfassen der C._____-

Kündigungsschreiben notwendig gewesen wären, aus dem Gedächtnis heraus zu 

rekonstruieren und die Kunden unter Kenntnisnahme des jeweiligen 

Kundenprofils von einem Wechsel zu überzeugen (Urk. 34 Rz. 38). 

 b) Der Kläger bestritt bereits im Rahmen der erstinstanzlichen Replik, Daten 

gelöscht zu haben. Ebenso wenig habe er Daten oder Unterlagen mitgenommen. 

Zur von der Beklagten beantragten forensischen Untersuchung seines 

Bürocomputers meinte der Kläger, dass eine solche kaum aufschlussreich sei, 

stehe sein ehemaliger Computer doch seit beinahe einem Jahr unbeaufsichtigt in 

den Büroräumlichkeiten der Beklagten (Urk. 21 S. 10). Die Beklagte hat dem nicht 

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widersprochen. Ohnehin wäre es dem Kläger wohl auch ohne Mitnahme von 

Daten möglich gewesen, sich an die Namen der von ihm betreuten Kunden zu 

erinnern und deren Kontaktdaten anhand öffentlich zugänglicher Adress- und 

Telefonverzeichnisse zu rekonstruieren. 

 10. a) Weiter führte die Beklagte im Rahmen der Berufung aus, der Kläger 

habe dem Kunden F._____ vorgetäuscht, dass alles beim Alten bleibe und das 

Portfolio Management weiterhin von ihr betrieben werde. Der Kläger habe den 

Kunden F._____ offenbar nicht einmal darüber informiert, dass durch die 

Unterzeichnung des Widerrufsschreibens ihr Mandat beendet werde. Der Kundin 

G._____ habe der Kläger vorgegaukelt, dass sie – die Beklagte – von seinen 

Abwerbebemühungen wisse und damit einverstanden sei. Diese Beispiele zeigten 

Folgendes: Der Kläger sei kein Vermögensverwalter mit starker Kundenbindung, 

bei welchem davon auszugehen sei, dass eine blosse Mitteilung des 

Stellenwechsels die Kunden dazu bewegt habe, zur B1._____ AG zu wechseln. 

Der Kläger habe sich vielmehr intensiv darum bemühen müssen, dass die 

Kunden zur B1._____ AG gewechselt hätten (Urk. 34 Rz. 34 f.). 

 b) Vor Vorinstanz hatte die Beklagte einzig ausgeführt, dass ein 

Telefongespräch mit dem Kunden F._____ ergeben habe, dass dieser gemeint 

habe, das Portfolio Management würde weiterhin von ihr betrieben werden 

(Urk. 16 Rz. 20.5). In Bezug auf die Kundin G._____ wurde behauptet, dass diese 

sich erstaunt gezeigt habe, dass die Beklagte über den geplanten Abgang des 

Klägers nichts gewusst habe. Intensive Abwerbungsbemühungen des Klägers 

wurden nicht dargetan. Zwar sei die Kundin G._____ – so die Beklagte vor Vorin-

stanz weiter –, nachdem sie sich vom Kläger im Februar oder März 2012 dazu 

habe bewegen lassen, den Mandatsvertrag aufzukündigen, von diesem laufend 

über den Vorbereitungsstand informiert worden (Urk. 16 Rz. 20.9). Ein solches 

Vorgehen ist allerdings nicht erstaunlich und kann als zu einer guten 

Kundenbeziehung gehörend bezeichnet werden. Auch damit ist letztlich nicht 

dargetan, dass der Kläger die Kunden mehr als einmal kontaktieren musste, um 

sie von einem Wechsel zu überzeugen. Neu sind die im Berufungsverfahren 

aufgestellten Behauptungen, wonach der Kläger den Kunden F._____ und 

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G._____ etwas vorgetäuscht bzw. vorgegaukelt habe. Weshalb sie dies vor Vorin-

stanz trotz zumutbarer Sorgfalt nicht hatte vorbringen können, erläuterte die 

Beklagte nicht. Die neuen Behauptungen können daher nicht berücksichtigt 

werden (Art. 317 Abs. 1 ZPO). 

 11. a) Um die Intensität der Abwerbebemühungen und die Hartnäckigkeit 

des Klägers vollständig aufzudecken, fordert die Beklagte schliesslich vor 

Obergericht, dass die 24 tatsächlich abgeworbenen Kunden betreffend Umfang 

und Dauer der Abwerbebemühungen befragt werden. Die Zeugenbefragung 

werde zeigen, dass die Kunden unter grossem Druck des Klägers gestanden 

seien, teilweise unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gewechselt hätten und 

diesem Wechsel eine längere Abwerbephase vorangegangen sei (Urk. 34 Rz. 

36). 

 b) Gemäss Art. 55 Abs. 1 ZPO haben die Parteien dem Gericht die 

Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen. Diese 

Tatsachenbehauptungen sind grundsätzlich in der Rechtsschrift selbst 

aufzuführen (Art. 221 Abs. 1 lit. d ZPO). Pauschale Behauptungen genügen nicht. 

Die jeweiligen Anforderungen an die Substantiierung ergeben sich einerseits aus 

den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und anderseits aus dem 

prozessualen Verhalten der Gegenpartei. Tatsachenbehauptungen müssen dabei 

so konkret formuliert sein, dass ein substantiiertes Bestreiten möglich ist oder der 

Gegenbeweis angetreten werden kann. Bestreitet der Prozessgegner den 

schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten Partei, greift eine über 

die Behauptungslast hinausgehende Substantiierungslast. Die Vorbringen sind 

diesfalls nicht nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen zergliedert so 

umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen oder 

dagegen der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 127 III 368 E. 2b). Das 

Erfordernis hinreichender Substantiierung des Beweisthemas bezweckt nicht 

zuletzt die Verhinderung des unzulässigen Ausforschungsbeweises (BK-

Brönnimann, Art. 152 ZPO N 33). Niedriger anzusetzen sind die Anforderungen 

an die Substantiierung in der Regel, wenn es um Tatsachen geht, die ausserhalb 

der Sphäre der behauptenden Partei liegen. So dürfen bei Behauptungen zu 

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Gesprächen, an welchen die behauptende Partei nicht selbst teilgenommen hat, 

nicht allzu hohe Anforderungen an den Detaillierungsgrad gestellt werden (BK-

Killias, Art. 221 ZPO N 23; ZK-Leuenberger, Art. 221 ZPO N 46). 

 c) Ob die Beklagte ihrer Substantiierungspflicht hinreichend nachkam, ist 

fraglich. Ihre Behauptungen zu den Abwerbebemühungen des Klägers bzw. dazu, 

was die Befragung der zahlreichen Zeugen ergeben solle, blieben entweder 

äusserst vage oder liessen nicht darauf schliessen, dass der Kläger nach Ablauf 

der ordentlichen Kündigungsfrist mindestens drei Monate benötigt hätte, um die 

Kunden abzuwerben. Zu 18 der 24 als Zeugen offerierten Kunden ist in den 

Rechtsschriften der Beklagten überhaupt nichts Konkretes erwähnt. Hinsichtlich 

der Kunden F._____ und G._____ wurden – wie gesehen – keine intensiven 

Abwerbungsbemühungen dargetan. Auch die Ehefrau des Kunden F._____, 

ebenfalls eine Kundin, soll einzig bestätigt haben, dass sie und ihr Mann die 

Kündigungsschreiben beim letzten Besuch des Klägers am 11. April 2012 

unterzeichnet hätten. Bei diesem Treffen sei es inhaltlich vor allem um die 

anstehende Selbständigkeit des Klägers gegangen, worüber dieser ausführlich 

informiert habe (Urk. 16 Rz. 20.6). Bezüglich des Kunden H._____ führte die 

Beklagte aus, dass dieser bestätigt habe, dass der Kläger ihn bereits zu 

Jahresbeginn über seine Pläne der Selbständigkeit informiert habe (Urk. 16 Rz. 

20.7). Ein solches Vorgehen des Klägers wäre, wenn es sich nach Beendigung 

des Arbeitsverhältnisses zugetragen hätte, zulässig gewesen und auch hier lässt 

nichts darauf schliessen, dass mehr als ein Kontakt notwendig war, um den 

Kunden abzuwerben. Die Beklagte kann aus diesen Vorbringen nichts für sich 

ableiten. 

 d) Einzig hinsichtlich der Kundinnen I._____ und J._____ wurden intensivere 

Bemühungen des Klägers angeführt: Die Kundin I._____ habe mitgeteilt, dass sie 

auf die wiederholten Anfragen des Klägers hin eingewilligt habe, mit ihm zu gehen 

(Urk. 16 Rz. 20.8). Die Kundin J._____ habe bestätigt, dass sie auf die 

beständigen Aufforderungen des Klägers mitzugehen eingewilligt habe (Urk. 16 

Rz. 20.10). Doch selbst wenn man diese Vorbringen als genügend substantiiert 

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erachten wollte, wäre der dazu geforderte Zeugenbeweis nicht formgerecht 

angeboten. 

 e) Ein Beweismittel ist nur dann als formgerecht angeboten zu betrachten, 

wenn sich die Beweisofferte eindeutig der damit zu beweisenden 

Tatsachenbehauptung zuordnen lässt und umgekehrt. In der Regel sind die 

einzelnen Beweisofferten unmittelbar im Anschluss an die 

Tatsachenbehauptungen aufzuführen, die damit bewiesen werden sollen. Dies 

ergibt sich aus dem Wortlaut der Bestimmungen von Art. 152 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO (Recht auf Abnahme von Beweismitteln 

bei "Bezeichnung der einzelnen Beweismittel zu den behaupteten Tatsachen"; 

vgl. BGer 4A_56/2013 vom 4. Juni 2013 E. 4.4 m.H.). Erstinstanzliche 

Versäumnisse können aufgrund des eingeschränkten Novenrechts von Art. 317 

Abs. 1 ZPO in der Berufung grundsätzlich nicht mehr korrigiert werden. 

 f) Im Anschluss an die massgeblichen Tatsachenbehauptungen, welche 

seitens des Klägers bestritten wurden, offerierte die Beklagte vor Vorinstanz 

einzig die Zeugen- bzw. Parteibefragung von K._____ sowie von diesem erstellte 

Gesprächsnotizen (Urk. 16 Rz. 20.8 und 20.10). K._____ ist Direktor und Leiter 

Relationship Management bei der Beklagten. Zu den Abwerbungsbemühungen 

des Klägers könnte er nur vom Hörensagen berichten. Die von ihm erstellten 

Gesprächsnotizen haben den Wert von Parteibehauptungen. Dass auf die 

Befragung K._____s verzichtet wurde, kritisiert die Beklagte in der Berufung denn 

auch zu Recht nicht. 

 g) Die Einvernahme der Kunden als Zeugen wurde erstmals in der 

erstinstanzlichen Duplik verlangt. Das Beweisthema wurde dabei wie folgt 

umrissen: Die Beklagte beantrage die Befragung der Kunden "im Hinblick auf die 

Abwerbebemühungen des Klägers ab Jahresbeginn 2012" (Urk. 23 Rz. 27). 

Weiteren Tatsachenbehauptungen lässt sich die Beweisofferte nicht eindeutig 

zuordnen. Die Ausführungen in der Berufung erweisen sich als verspätet im Sinne 

von Art. 317 Abs. 1 ZPO und sind daher unbeachtlich. Der fragliche Antrag 

genügt den Anforderungen des Gesetzes nicht und läuft letztlich auf einen 

- 15 - 

unzulässigen Ausforschungsbeweis hinaus. Auf die Befragung der Kunden als 

Zeugen ist daher zu verzichten. 

 12. Dass Anleger in der Regel ihrem Berater näher verbunden sind als dem 

Finanzinstitut, für das dieser tätig ist, bestreitet selbst die Beklagte nicht. Insofern 

hat die Vorinstanz nicht einfach mit Vermutungen operiert, sondern auf die 

allgemeine Lebenserfahrung abgestellt, was zulässig ist. Auch aus den konkreten 

Umständen des vorliegenden Einzelfalls ergibt sich nichts anderes. Vieles spricht 

dafür, dass der Kläger nicht länger als einen Monat benötigt hätte, um die Kunden 

für seine neue Unternehmung zu gewinnen. Die Kritik der Beklagten ist über weite 

Stecken nicht stichhaltig. Dort wo die Beklagte abweichende 

Tatsachenbehauptungen aufstellte, erwiesen sich diese als nicht genügend 

substantiiert, blieben unbelegt oder es liessen sich ihnen keine tauglichen 

Beweisofferten zuordnen. Das Ergebnis der Vorinstanz, für die 

Schadensberechnung auf den Zeitraum vom 23. Juli 2012 bis zum 30. November 

2012 abzustellen, ist daher nicht zu beanstanden. Die eigentliche 

Schadensberechnung (Höhe der entgangenen Nettoprovisionseinnahmen im 

massgeblichen Zeitraum) wurde nicht beanstandet, weshalb der erstinstanzliche 

Entscheid vollumfänglich zu bestätigen ist. 

III. 

 1. Die Beklagte greift die vorinstanzliche Kostenregelung nur für den Fall an, 

dass sie mit ihrer Berufung obsiegt. Da dies nicht der Fall ist, ist auf die 

erstinstanzlichen Prozesskosten nicht weiter einzugehen, bzw. ist die 

erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositivziffer 1 Abs. 2, 

Ziffern 3 und 4) zu bestätigen.  

 2. Für das Berufungsverfahren wird die Beklagte ausgangsgemäss kosten- 

und entschädigungspflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Der Rechtsmittelstreitwert 

beträgt Fr. 20'133.50 (brutto). Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist 

in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 4 Abs. 1 GebV OG auf 

Fr. 3'160.– festzusetzen. Die Parteientschädigung ist gestützt auf § 13 Abs. 1 

- 16 - 

und 2 in Verbindung mit §§ 4 Abs. 1 und 11 Abs. 2 AnwGebV auf Fr. 2'900.– 

anzusetzen. Ein Mehrwertsteuerzuschlag ist mangels Antrags nicht 

zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird vorgemerkt, dass Dispositivziffer 1 des Urteils des Arbeitsgerichtes 

Zürich, 3. Abteilung, vom 13. November 2013 am 11. Juni 2014 insoweit in 

Rechtskraft erwachsen ist, als die Klage im Fr. 16'320.20 netto nebst Zins zu 

5 % seit 8. August 2012 übersteigenden Betrag abgewiesen wurde. 

2. Es wird vorgemerkt, dass Dispositivziffer 2 des Urteils des Arbeitsgerichtes 

Zürich, 3. Abteilung, vom 13. November 2013 am 11. Juni 2014 in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Schriftliche Mitteilung mit dem nachfolgenden Erkenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 16'320.20 netto zuzüglich 5 % 

Zins seit 8. August 2012 zu bezahlen. 

2. Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositivziffer 1 

Abs. 2, Ziffern 3 und 4) wird bestätigt. 

3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird auf Fr. 3'160.–

festgesetzt. 

4. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden der Beklagten 

auferlegt. 

5. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger für das Berufungsverfahren eine 

Parteientschädigung von Fr. 2'900.– zu bezahlen. 

- 17 - 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Arbeitsgericht Zürich, 

3. Abteilung, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine arbeitsrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 20'133.50. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 23. Juli 2014 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. H.A. Müller 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. H. Dubach 
 
 
versandt am: 
mc 

	Urteil und Beschluss vom 23. Juli 2014
	Rechtsbegehren: (Urk. 1 S. 2 f.)
	Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung:
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird vorgemerkt, dass Dispositivziffer 1 des Urteils des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 13. November 2013 am 11. Juni 2014 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als die Klage im Fr. 16'320.20 netto nebst Zins zu 5 % seit 8. August 2...
	2. Es wird vorgemerkt, dass Dispositivziffer 2 des Urteils des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 13. November 2013 am 11. Juni 2014 in Rechtskraft erwachsen ist.
	3. Schriftliche Mitteilung mit dem nachfolgenden Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 16'320.20 netto zuzüglich 5 % Zins seit 8. August 2012 zu bezahlen.
	2. Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositivziffer 1 Abs. 2, Ziffern 3 und 4) wird bestätigt.
	3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird auf Fr. 3'160.–festgesetzt.
	4. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden der Beklagten auferlegt.
	5. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'900.– zu bezahlen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Arbeitsgericht Zürich, 3. Abteilung, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...