# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9d2a6ad-bc13-5af5-8047-b4d41081c387
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-09
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 09.04.2025 SBK.2025.87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-87_2025-04-09.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2025.87  
(HA.2025.149; STA.2024.12659)  

Art. 108 

 

 

Entscheid vom 9. April 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari 

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiberin Flütsch 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von der Q._____, 

[…] 

z.Zt.: Zentralgefängnis […], […]  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Kenad Melunovic,  

[…]   

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau,  

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

25. März 2025 betreffend Verlängerung der Untersuchungshaft 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führte gegen A._____ (fortan: Be-

schwerdeführer) eine Strafuntersuchung wegen mehrfacher, teilweise ver-

suchter Nötigung, einfacher Körperverletzung, wiederholter Tätlichkeiten 

und mehrfacher Beschimpfung zum Nachteil seiner Ehefrau B._____. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschwerdeführer wurde am 24. Dezember 2024 festgenommen und 

mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

27. Dezember 2024 bis einstweilen am 24. März 2025 in Untersuchungs-

haft versetzt. 

 

2.2. 

Am 7. Februar 2025 stellte der Beschwerdeführer ein Haftentlassungsge-

such. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau leitete dieses mit Eingabe 

vom 7. Februar 2025 und dem Antrag auf Abweisung an das Zwangsmass-

nahmengericht des Kantons Aargau weiter. Dieses wies das Gesuch am 

20. Februar 2025 ab. 

 

2.3. 

Am 14. März 2025 beantragte die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau die 

Verlängerung der Untersuchungshaft um drei Monate, bis am 24. Juni 

2025. 

 

2.4. 

Mit Verfügung vom 25. März 2025 verlängerte das Zwangsmassnahmen-

gericht des Kantons Aargau die Untersuchungshaft des Beschwerdefüh-

rers um drei Monate, bis am 24. Juni 2025. 

 

2.5. 

Am 26. März 2025 beantragte die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau die 

Anordnung von Sicherheitshaft für einstweilen drei Monate, bis am 26. Juni 

2025.  

 

3. 

3.1. 

Der Beschwerdeführer erhob gegen die ihm am 27. März 2025 zugestellte 

Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

25. März 2025 mit Eingabe vom 28. März 2025 Beschwerde bei der Be-

schwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau mit 

folgenden Anträgen: 

  

 - 3 - 

 

 

" 1. 
Der Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 
25. März 2025 sei aufzuheben und der Beschuldigte sei umgehend aus 
der Untersuchungshaft zu entlassen. 
 
2. 
Es sei dem Beschuldigten eine Ersatzmassnahme im Sinne eines Kontakt- 
und Rayonverbots anzuordnen. Eventualiter sei diese Ersatzmassnahme 
mit Electronic Monitoring zu verknüpfen. 
 
3. 
Eventualiter sei der Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kan-
tons Aargau vom 25. März 2025 aufzuheben und die Sache sei zur neuer-
lichen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt zu Lasten des 
Staats." 

 

3.2. 

Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau verzichtete mit Ein-

gabe vom 1. April 2025 unter Hinweis auf die Begründung der angefochte-

nen Verfügung auf eine Vernehmlassung. 

 

3.3. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau beantragte mit Beschwerdeant-

wort vom 2. April 2025 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen, 

soweit darauf einzutreten sei. 

 

3.4. 

Der Beschwerdeführer verzichtete mit Eingabe vom 4. April 2025 auf eine 

weitere Stellungnahme. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschwerdeführer ist als verhaftete Person berechtigt, die Verfügung 

des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau (fortan: Vorinstanz) 

vom 25. März 2025 betreffend die Verlängerung der Untersuchungshaft mit 

Beschwerde anzufechten (Art. 222 StPO i.V.m. 393 Abs. 1 lit. c StPO). 

Dass mit der Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau 

vom 26. März 2025 die Untersuchungshaft förmlich beendet wurde 

(Art. 220 Abs. 1 StPO) und die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau unter-

dessen bei der Vorinstanz die Fortdauer der strafprozessualen Haft in Form 

von Sicherheitshaft beantragt hat (Art. 229 Abs. 1 StPO), lässt das aktuelle 

praktische Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers an der Haftprü-

fung nicht dahinfallen (Urteil des Bundesgerichts 1B_181/2023 vom 27. Ap-

ril 2023 E. 2 mit weiteren Hinweisen). Auf die frist- und formgerecht 

 - 4 - 

 

 

(Art. 396 Abs. 1 StPO und Art. 385 Abs. 1 StPO) erhobene Beschwerde ist 

folglich einzutreten. 

 

2. 

Grundsätzlich bleibt eine beschuldigte Person in Freiheit. Sie darf nur im 

Rahmen der Bestimmungen der StPO freiheitsentziehenden Zwangsmass-

nahmen unterworfen werden (Art. 212 Abs. 1 StPO). Die Untersuchungs-

haft – als eine der vom Gesetz vorgesehenen freiheitsentziehenden 

Zwangsmassnahmen (Art. 197 Abs. 1 lit. a StPO) – ist gemäss Art. 221 

Abs. 1 StPO nur zulässig und darf lediglich dann angeordnet oder aufrecht-

erhalten werden, wenn die beschuldigte Person eines Verbrechens oder 

Vergehens dringend verdächtigt wird (allgemeiner Haftgrund des dringen-

den Tatverdachts) und zusätzlich ein besonderer Haftgrund vorliegt, also 

beispielsweise ernsthaft zu befürchten ist, dass die beschuldigte Person 

sich durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion 

entzieht (sog. Fluchtgefahr; lit. a). Gemäss Art. 221 Abs. 1bis StPO ist Un-

tersuchungshaft überdies ausnahmsweise zulässig (sog. "qualifizierte" 

Wiederholungsgefahr), wenn die beschuldigte Person dringend verdächtig 

ist, durch ein Verbrechen oder ein schweres Vergehen die physische, psy-

chische oder sexuelle Integrität einer Person schwer beeinträchtigt zu ha-

ben (lit. a), und die ernsthafte und unmittelbare Gefahr besteht, die beschul-

digte Person werde ein gleichartiges, schweres Verbrechen verüben (lit. b). 

 

Das zuständige Gericht ordnet gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO anstelle der 

(Untersuchungs-)Haft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn 

diese den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen. Die (Untersuchungs-)Haft 

darf ausserdem nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe 

(Art. 212 Abs. 3 StPO). 

 

3. 

Die Vorinstanz bejahte das Vorliegen des dringenden Tatverdachts, dass 

sich der Beschwerdeführer im Zeitraum vom 11. bis 24. Dezember 2024 

anlässlich verschiedener Vorfälle häuslicher Gewalt der mehrfachen Dro-

hung, der mehrfachen (teilweise versuchten) Nötigung, der einfachen Kör-

perverletzung, wiederholter Tätlichkeiten und mehrfachen Beschimpfung 

zum Nachteil seiner Ehefrau B._____ schuldig gemacht haben könnte. 

Dies stellte sie erstmals mit Verfügung vom 27. Dezember 2024 betreffend 

die Anordnung von Untersuchungshaft (HA. 2024.650) fest und bestätigte 

sie mit Verfügung vom 20. Februar 2025 betreffend Abweisung des Haft-

entlassungsgesuchs (HA.2025.80) sowie mit Verfügung vom 25. März 

2025 betreffend Verlängerung der Untersuchungshaft (angefochtene Ver-

fügung, E. 3.2). Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat zudem betref-

fend die erwähnten Delikte im zugrundeliegenden Strafverfahren 

(ST.2024.12659) inzwischen Anklage gegen den Beschwerdeführer erho-

ben (Anklageschrift ohne Teilnahme an der Verhandlung vom 26. März 

2025). Während der Beschwerdeführer die Vorwürfe in seinen polizeilichen 

 - 5 - 

 

 

Einvernahmen zunächst teilweise von sich wies, stritt er das Vorliegen des 

dringenden Tatverdachts sowohl vor Vorinstanz als auch im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren nicht mehr ab. Der dringende Tatverdacht ist daher 

unter Verweis auf die Ausführungen der Vorinstanz und jene der Staatsan-

waltschaft Lenzburg-Aarau in der Anklageschrift vom 26. März 2025 zu be-

jahen. 

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz bejahte den besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr. Die 

theoretischen Grundlagen betreffend die Fluchtgefahr legte sie zutreffend 

dar (angefochtene Verfügung, E. 3.3), weshalb darauf verwiesen wird 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

4.2. 

4.2.1. 

Die Vorinstanz führte zum besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr aus, es 

habe sich an der Fluchtgefahr seit der Inhaftierung des Beschwerdeführers 

nichts geändert. Nach wie vor habe der sich erst seit dem 17. November 

2023 in der Schweiz befindende Beschwerdeführer bis auf seine Ehefrau 

keine soziale Bindung zur Schweiz. Er sei arbeitslos und wirtschaftlich von 

seiner Ehefrau abhängig. Der Beschwerdeführer habe anlässlich seiner 

Festnahme angegeben, seine ganze Verwandtschaft lebe in Y._____ in der 

Q._____. Die bereits in der Stellungnahme zum Antrag auf Abweisung des 

Haftentlassungsgesuchs vom 12. Februar 2025 als "in Z._____ lebender 

Onkel" des Beschwerdeführers umschriebene Person sei auch in der Stel-

lungnahme vom 21. März 2025 zum Haftverlängerungsgesuch nicht näher 

bezeichnet worden. Offenbar habe die Ehefrau des Beschwerdeführers zu-

dem sämtliche seiner Effekten in die Kanzlei seines amtlichen Verteidigers 

gebracht, was ihm eine Ausreise erleichtern würde. Die Fluchtgefahr sei 

auch unter Verweis auf die Ausführungen in den Verfügungen vom 27. De-

zember 2024 (HA.2024.650) und vom 18. März 2025 (HA.2025.149) zu be-

jahen (angefochtene Verfügung, E. 3.3). 

 

4.2.2. 

Der Beschwerdeführer brachte zum von ihm bestrittenen besonderen Haft-

grund der Fluchtgefahr vor, es handle sich bei seinem Onkel um einen dau-

erhaft Ansässigen, der in der Region Genf lebe und bei dem er unterkom-

men könnte. Der Beschwerdeführer habe keinerlei Interesse daran, in die 

Q._____ zurückzukehren, sodass für ihn kein Fluchtanreiz bestehe (Be-

schwerde, Rz. 7). Es sei zu berücksichtigen, dass selbst im Falle einer Ver-

urteilung keine unbedingte Strafe drohe und entsprechend weder ein 

Fluchtanreiz noch Fluchtgefahr gegeben sei. Die Frage, ob eine bedingte 

oder unbedingte Strafe drohe, sei für die Beurteilung der Fluchtgefahr rele-

vant (Beschwerde, Rz. 8). Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz 

handle es sich bei der schwersten Straftat um eine Drohung, falls diese 

 - 6 - 

 

 

denn wirklich als Drohung gemeint gewesen sei. Dem Beschwerdeführer 

drohe selbst bei einer Verurteilung keine zu vollziehende Freiheitsstrafe. 

Da ihm keine "tatsächliche" Sanktion drohe, habe er auch keinerlei Grund, 

sich der Strafverfolgung zu entziehen. Der besondere Haftgrund der Flucht-

gefahr sei deshalb zu verneinen (Beschwerde, Rz. 9). 

 

4.2.3. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau verwies mit Beschwerdeantwort 

betreffend den besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr auf ihre Ausführun-

gen im Antrag auf Anordnung der Untersuchungshaft (HA.2024.650) so-

wie in jenem auf Verlängerung der Untersuchungshaft (HA.2025.149). Dort 

führte sie im Wesentlichen aus, beim Beschwerdeführer handle es sich um 

einen […] Staatsangehörigen, welcher sich erst seit dem 17. November 

2023 in der Schweiz befinde. Er habe keine Arbeitsstelle und beherrsche 

die deutsche Sprache nicht. Er sei wirtschaftlich vollkommen von seiner 

Ehefrau abhängig, zumal er keine Ausbildung bzw. nur das Gymnasium in 

der Q._____ abgeschlossen habe. Seine Familie lebe in der Q._____ und 

in der Schweiz habe er keinerlei Verwandte, Bekannte oder ein sonstiges 

soziales Netzwerk. Ein Anknüpfungspunkt zur Schweiz liege mit Ausnahme 

seiner Ehefrau, welche sich von ihm scheiden lassen wolle, nicht vor. Aus 

dem Strafregister ergebe sich, dass der Beschwerdeführer unter anderem 

wegen Widerhandlungen gegen das AIG vorbestraft sei, wobei eine der 

Verurteilungen aus dem Kanton Genf und zwei weitere Verurteilungen aus 

dem Kanton Basel-Stadt stammten. Dem Gesagten zufolge scheine der 

Beschwerdeführer mobil zu sein, sodass davon auszugehen sei, dass er 

sich durch Flucht dem weiteren Strafverfahren entziehen könnte (Antrag 

auf Anordnung von Untersuchungshaft vom 24. Dezember 2024, E. 2.1 

[HA.2024.650]). An diesen Ausführungen hielt die Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau fest, indem sie in ihrem Antrag auf Verlängerung der Un-

tersuchungshaft ausführte, die Fluchtgefahr bestehe nach wie vor (Haftver-

längerungsgesuch vom 14. März 2025, S. 2). 

 

4.3. 

Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen […] Staatsangehörigen, 

der in der Q._____ geboren und aufgewachsen ist. Nach eigenen Angaben 

reiste er am 17. November 2023 der Ehe mit B._____ wegen in die Schweiz 

ein. Er verfügt über eine Aufenthaltsbewilligung der Kategorie "B" (Eröff-

nung Festnahme vom 24. Dezember 2024, Fragen 48 –51). Der Beschwer-

deführer gab an, nur durch seine Ehefrau B._____ eine Verbindung zur 

Schweiz zu haben. Seine Familie lebe in Y._____ in der Q._____. Be-

kannte habe er in der Schweiz in […] Geschäften bzw. Imbissen kennen-

gelernt. Kinder habe er keine. Seine Ehefrau komme für ihn auf, da er auf-

grund fehlender Deutschkenntnisse keine Arbeit gefunden habe. Er habe 

in der Q._____ das Gymnasium besucht und danach zwei Studiengänge 

begonnen, welche er abgebrochen habe (Eröffnung Festnahme vom 

24. Dezember 2024, Fragen 50, 53 – 58). Angesichts der kurzen 

 - 7 - 

 

 

Aufenthaltsdauer und der nicht bestehenden sozialen und wirtschaftlichen 

Integration des Beschwerdeführers muss seine Verbindung zur Schweiz 

als praktisch inexistent bezeichnet werden. Nachdem der Beschwerdefüh-

rer keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, trotz seines 

bald anderthalbjährigen Aufenthalts in der Schweiz offenbar kein Deutsch 

spricht und über keine konkreten Aussichten auf eine Arbeitsstelle verfügt, 

erweisen sich seine Zukunftsperspektiven in der Schweiz als äusserst un-

gewiss. Es kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass der Be-

schwerdeführer inskünftig in gefestigteren Verhältnissen leben wird, zumal 

er sowohl finanziell als auch sozial vollends von seiner (im zugrundeliegen-

den Strafverfahren als Geschädigte geltenden) Ehefrau B._____ abhängig 

ist, diese aber bereits die Entscheidung getroffen hat, sich von ihm schei-

den zu lassen und den Wunsch geäussert hat, dass der Beschwerdeführer 

die Schweiz verlasse (Protokoll der Einvernahme von B._____ vom 24. De-

zember 2024, Fragen 49 und 52). Dem Beschwerdeführer kann auch nicht 

gefolgt werden, wenn er sich zur Bestreitung der Fluchtgefahr darauf beruft, 

bei einem Onkel in der Region Genf unterkommen zu können. Anlässlich 

seiner polizeilichen Einvernahme gab er an, mit Ausnahme seiner Ehefrau 

keine Familie in der Schweiz zu haben. Ausserdem unterliess er es auch 

im Beschwerdeverfahren – trotz entsprechendem Hinweis der Vorinstanz 

in der angefochtenen Verfügung (E. 3.3) – Angaben zu dessen Identität zu 

machen (Beschwerde, Rz. 7). Entsprechend ist davon auszugehen, dass 

der arbeits- und vermögenslose Beschwerdeführer bei Entlassung aus der 

Untersuchungshaft mangels weiterer Bezugspersonen wirtschaftlich und 

sozial auf sich allein gestellt wäre. Nach dem Dargelegten besteht für den 

Beschwerdeführer mangels realistischer Perspektiven auf eine Integration 

in die Schweiz bereits ein erheblicher Fluchtanreiz insbesondere in Bezug 

auf die Q._____, wo der Beschwerdeführer geboren und aufgewachsen ist, 

wo seine gesamte Familie lebt und wo er auch mit Blick auf die Sprache 

und die zumindest begonnenen Ausbildungen sozial verwurzelt ist.  

 

Dieser bereits erhebliche Fluchtanreiz verstärkt sich weiter durch die dem 

Beschwerdeführer im Falle einer Verurteilung drohende Sanktion, wobei 

entgegen seiner Auffassung im Haftprüfungsverfahren nicht zu berücksich-

tigen ist, ob diese bedingt oder unbedingt auszusprechen wäre. Es liegt 

nicht am Haftgericht, eine solche Prognose zu stellen (BGE 145 IV 179 

E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts 1B_566/2018 vom 21. Januar 2019 

E. 4.2). Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer in 

der Schweiz mehrfach vorbestraft ist – unter anderem einschlägig wegen 

Drohung und versuchter Nötigung sowie wegen verschiedener Verstösse 

gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über 

die Integration (AIG) – und in diesem Zusammenhang bereits unbedingt 

vollziehbare Sanktionen gegen ihn verhängt wurden (Beilagen zum Antrag 

auf Anordnung von Untersuchungshaft vom 24. Dezember 2024). Zusam-

menfassend ist das Vorliegen des besonderen Haftgrunds der Fluchtgefahr 

deshalb nach wie vor klar zu bejahen. 

 - 8 - 

 

 

 

4.4. 

Nachdem bereits die Fluchtgefahr vorliegt, erübrigt sich die Prüfung des 

Haftgrunds der (qualifizierten) Wiederholungsgefahr (Urteil des Bundesge-

richts 1B_142/2021 vom 15.  April 2021 E. 4.4).  

 

5. 

5.1. 

Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit der von der Vorinstanz einstwei-

len bis am 24. Juni 2025 angeordneten Untersuchungshaft. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Untersuchungshaft muss verhältnismässig sein (Art. 197 Abs. 1 lit. c und d 

StPO) und darf nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe 

(Art. 212 Abs. 3 StPO). Das zuständige Gericht ordnet anstelle der Unter-

suchungshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den 

gleichen Zweck wie die Haft erfüllen (Art. 237 Abs. 1 StPO; vgl. zum Gan-

zen etwa Urteil des Bundesgerichts 7B_915/2024 vom 1. Oktober 2024 

E. 2). Zu beachten ist darüber hinaus auch das Beschleunigungsgebot in 

Haftsachen (Art. 5 Abs. 2 StPO). 

 

5.2.2. 

Mildere Ersatzmassnahmen für Haft, wie beispielsweise eine Pass- und 

Schriftensperre bzw. eine Meldepflicht sowie ein elektronisch überwachter 

Hausarrest, können geeignet sein, einer gewissen (niederschwelligen) 

Fluchtneigung ausreichend Rechnung zu tragen. Besteht dagegen eine 

ausgeprägte Fluchtgefahr, erweisen sich Ersatzmassnahmen nach der ein-

schlägigen Praxis des Bundesgerichts regelmässig als nicht ausreichend 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_369/2020 vom 5. August 2020 E. 2.3). 

 

5.3. 

5.3.1. 

Der Beschwerdeführer bestreitet die Verhältnismässigkeit der einstweilen 

bis am 24. Juni 2025 angeordneten Untersuchungshaft und beantragt zu-

nächst die Anordnung eines Kontakt- und Rayonverbots, allenfalls zu ver-

binden mit einem Electronic Monitoring (Beschwerde, Rz. 15 f.). Ein Kon-

takt- und Rayonverbot ist grundsätzlich nicht geeignet, der dem Beschwer-

deführer zu attestierenden erheblichen Fluchtgefahr wirksam entgegenzu-

treten. Daran änderte auch eine zusätzliche Anordnung von Electronic  

Monitoring nichts, da eine Überwachung in Echtzeit derzeit nicht gewähr-

leistet und eine Flucht nur im Nachhinein festgestellt werden kann 

(BGE 145 IV 503 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 1B_142/2021 vom 

15. April 2021 E. 5). Eine Sperre oder ein Rückbehalt der schweizerischen 

Ausweis- bzw. Reisepapiere des Beschwerdeführers würde zwar dessen 

Flucht ins Ausland bis zu einem gewissen Grad erschweren. Sie vermöchte 

 - 9 - 

 

 

indes eine Ausreise (zunächst) in den Schengen-Raum aufgrund der bloss 

lückenhaften Personenkontrollen nicht zu verhindern (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 1B_419/2015 vom 21. Dezember 2015 E. 4.2 mit Hinweisen). 

Zu berücksichtigen ist auch, dass sich der Beschwerdeführer nach einer 

Hinterlegung der […] Ausweispapiere jederzeit wieder neue […] Ausweis-

dokumente beschaffen könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1B_142/2021 vom 15. April 2021 E. 5). Im Übrigen hat sich der Beschwer-

deführer bereits in der Vergangenheit nicht an behördliche Anweisungen 

gehalten (konkret eine Wegweisung der Polizei aus der ehelichen Woh-

nung), sodass nicht ohne Weiteres von einem inskünftig kooperativen Ver-

halten seinerseits ausgegangen werden kann. Daran ändert nichts, dass 

der Beschwerdeführer die damalige Wegweisung angeblich zwecks einer 

Versöhnung mit seiner Ehefrau B._____ missachtete (Beschwerde, 

Rz. 15). 

 

5.3.2. 

Damit sind keine milderen Ersatzmassnahmen ersichtlich. Andere Gründe, 

welche die angeordnete Haft als unverhältnismässig erscheinen liessen, 

liegen nicht vor. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers werden 

ihm nicht lediglich Delikte mit geringer Tatschwere vorgeworfen (Be-

schwerde, Rz. 17), sondern wird er dringend verdächtigt, seiner Ehefrau 

B._____ mehrfach gedroht und diese mehrfach (teilweise versucht) genö-

tigt zu haben. Ausserdem steht neben den Vorwürfen der wiederholten Tät-

lichkeiten und der mehrfachen Beschimpfung auch der Vorwurf der einfa-

chen Körperverletzung, unter anderem im Zusammenhang mit angeblichen 

Schlägen gegen den Kopf und einem angeblichen Würgen von B._____, 

im Raum. Die Verlängerung der im Zeitpunkt der Verfügung der Vorinstanz 

vom 25. März 2025 drei Monate andauernden Untersuchungshaft um einst-

weilen drei Monate ist daher auch in zeitlicher Hinsicht angesichts der im 

Falle einer Verurteilung zu erwartenden Strafe nicht unverhältnismässig. 

Dies gilt umso mehr, als die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hinsicht-

lich der genannten Delikte inzwischen Anklage gegen den Beschwerdefüh-

rer erhoben hat, wobei sie unter anderem eine unbedingte Freiheitsstrafe 

von 12 Monaten fordert (Anklageschrift ohne Teilnahme an der Verhand-

lung sowie Antrag auf Anordnung von Sicherheitshaft, je vom 26. März 

2025).  

 

6. 

6.1. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss dem mit sei-

ner Beschwerde unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 

Abs. 1 StPO). 

 

6.2. 

Eine mit diesem Beschwerdeverfahren zusammenhängende Entschädi-

gung des amtlichen Verteidigers des Beschwerdeführers ist am Ende des 

 - 10 - 

 

 

Strafverfahrens von der dannzumal zuständigen Instanz festzulegen 

(Art. 135 Abs. 2 StPO). 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 67.00, zusammen 

Fr. 1'067.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

 - 11 - 

 

 

Aarau, 9. April 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Flütsch