# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5bd3f437-8b96-5d22-a4ef-3065e2ec4e16
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 14.12.2012 R 2012 95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2012-95_2012-12-14.pdf

## Full Text

R 12 95

5. Kammer 

URTEIL
vom 14. Dezember 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Am 14. Juni 2012 reichten die Beschwerdegegner 2 bei der Baubehörde 

… ein Baugesuch für die Erstellung eines Einfamilienhauses auf Parzelle 

Nr. 19, Plan 1, ein. Vom 18. Juni - 8. Juli 2012 wurde das Bauprojekt am 

Anschlagsbrett der Gemeinde … publiziert.

2. Die dagegen unter anderem vom Beschwerdeführer erhobene Einsprache 

vom 6. Juli 2012 wies der Gemeindevorstand (Beschwerdegegner 1)mit 

Einspracheentscheid vom 13. August 2012 ab, nachdem die 

Bauherrschaft am 16. Juli 2012 dazu Stellung genommen hatte. 

Gleichentags erteilt die Gemeinde der Bauherrschaft die Baubewilligung. 

In der Baubewilligung wurde festgehalten, dass die Bauherrschaft dem 

Gemeindevorstand am 16. Juli 2012 eine Projektänderung unterbreitet 

habe. Der geplante Haupteingang werde von der Nord- an die Westseite 

verlegt. Dadurch ändere sich der Gebäudeabstand zur Strasse im 

positiven Sinne. Dieser Projektänderung werde zugestimmt. Im 

Einspracheentscheid führte die Gemeinde aus, sie habe bei der Erteilung 

der Baubewilligung Art. 3, 14 und 43 BG Rechnung getragen und einen 

Bauberater beigezogen. Übereinstimmend mit diesem werde 

festgehalten, dass eine zeitgemässe, moderne Architektur auch in … 

Platz haben müsse. Zudem seien Art. 15, 21, 31 und 47 BG 

berücksichtigt worden. Sämtliche Masse des Bauvorhabens und die 

Grenzabstände seien durch den Geometer überprüft worden und 

entsprächen dem Gesetz. Der Bauplatz sei vor circa 90 Jahren bereits 

einmal mit einem übergrossen Stall überbaut gewesen, weshalb von einer 

Rückführung des Dorfbildes gesprochen werden könne. Mit der 

Realisierung des Bauvorhabens nehme eine Familie in … Wohnsitz und 

das Haus werde nicht nur für Ferien genutzt. 

3. Dagegen erhob der Beschwerdeführer für sich und … am 13. September 

2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte die Ablehnung des Baugesuchs und die Gutheissung der 

Einsprache der Beschwerdeführer. Der Beschwerde sei die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen. Diese wurde vom Instruktionsrichter 

am 10. Oktober 2012 gewährt. Das an exponierter Lage geplante 

Gebäude werde anderthalbmal bis doppelt so hoch wie die umliegenden 

Gebäude am Dorfrand und wirke wie ein Turm. Dies liege an der so 

genannten split-level Bauweise (Anm.: versetzte Stockwerke, s. 

Querschnitt A-A in den Baugesuchsakten). … besitze im … das beste 

Dorfbild und figuriere im Inventar der schützenswerten Ortsbilder von 

nationaler Bedeutung (nachfolgend: ISOS). Die Dorfsilhouette sei sehr 

homogen. Die Dächer bildeten nahezu eine Linie einheitlicher Höhen, von 

Westen nach Osten leicht ansteigend. Die Bauparzelle liege in der 

Dorfzone (Art. 31 BG), welche die Erhaltung und Ergänzung der 

gewachsenen Siedlungsstruktur bezwecke. Der "Turm" füge sich nicht in 

die gewachsene Siedlungsstruktur ein. Neubauten müssten sich nach den 

umliegenden Bauten und der überlieferten Bauweise richten. Der 

Baustandort liege im Erhaltungsbereich gemäss Art. 43 BG. Neubauten 

seien dort nur innerhalb eines vorgegebenen Bauvolumens gestattet. Die 

vorgegebenen Verhältnisse seien unter anderem die Gebäudehöhen der 

Umgebung. Das Bauprojekt richte sich nicht danach, es überrage in den 

Proportionen und dem Volumen die umliegenden Bauten bei weitem. Die 

östlichen Traufhöhen der Häuser am bergseitigen Dorfrand (bei Haus 17 

die westliche Traufhöhe) lägen alle zwischen 2.3 und 3.4 m, 

durchschnittlich 2.9 m, beim geplanten Neubau aber bei 6.85 m. Die 

Firsthöhen der Umgebung würden zwischen 5.2 und 5.8 m betragen, 

diejenige des Bauprojekts auf der Bergseite 7.9 m. Die split-level 

Bauweise sei nicht ortsüblich. Würde darauf verzichtet, könnte man ein 

ganzes Stockwerk sparen und erhalte ein normales zweistöckiges Haus 

mit einem tiefliegenden Keller. Zur übermässigen Höhe trage auch bei, 

dass das Haus zu weit nördlich (zu nahe an der Strasse) stehe und ganz 

nach Osten gerückt sei. Im Westen der Parzelle wäre viel Platz 

vorhanden. Zudem gehöre die Nachbarparzelle Nr. 17 im Westen 

ebenfalls den Gesuchstellern. Das Haus könnte somit problemlos talwärts 

gerückt und in die Richtung der geplanten Terrasse verbreitert werden. 

Die turmartige Bauweise sei unnötig. Hier verlangten die umliegenden 

Bauten Abweichungen im Sinne von Art. 31 Abs. 3 BG, weil sie nur halb 

so hoch seien wie das Projekt. Deshalb seien hier die in Metern 

bestimmten Maximalmasse nicht unmittelbar anwendbar. Gemäss Art. 14 

Abs. 1 BG hätten Bauten und Anlagen auf ihre Umgebung Bezug zu 

nehmen. Dies tue das Projekt nicht, weil es zu hoch sei. Die Gemeinde 

habe der Bauherrschaft gegenüber der Strasse oberhalb des Dorfes ein 

Näherbaurecht eingeräumt. Das Gebäude käme circa 1 m von der 

Strasse entfernt zu stehen. Die störe den Verkehr auf der nur 3 m breiten 

Strasse wegen des Kreuzens und sei unästhetisch. Die Einhaltung der 

Bauvorschriften bedeute hier keine unverhältnismässige Härte. Das 

nordwestliche Eckprofil entspreche offenbar nicht dem aufgelegten Plan. 

Gemäss Plan stehe die nordwestliche Ecke des Projekts circa 2.7 m von 

der Strasse weg, das Profil aber nur ca. 90 cm. Die Gemeinde hätte den 

Näherbau nicht gestatten dürfen, da er unnötig sei. Anscheinend sei das 

Näherbaurecht nicht mehr oder weniger weit gehend ausgeübt worden. 

Dies könnten die Beschwerdeführer nicht beurteilen, weil sie keine 

Einsicht in die geänderten Pläne gehabt hätten. Gemäss 

Einsprachebegründung habe die Gemeinde die qualitative 

Massbestimmung von Art. 31 Abs. 3 BG übersehen oder nicht 

angewandt. Auf die Argumente der Einsprecher sei die Gemeinde nicht 

eingegangen, was das rechtliche Gehör verletze. Wenn, was bestritten 

werde, vor mehr als 100 Jahren dort ein Stall gestanden haben sollte, 

hätte dies auf das vorliegende Bauvorhaben keinen Einfluss. Damals 

habe es noch kein Baugesetz gegeben und anderseits wäre ein solches 

Gebäude schon seit mindestens 80 Jahren verschwunden, weshalb von 

einem Hofstattrecht nicht die Rede sein könne. Die Beschwerdeführer 

seien Eigentümer der Nachbarparzellen Nr. 20 und Nr. 22. ihm gehörten 

zudem weitere Grundstücke. Das geplante Haus würde dem Haus der 

Beschwerdeführerin Licht und Aussicht wegnehmen, ebenso einem vom 

Beschwerdeführer allenfalls einmal zu errichtenden Haus auf Parzelle Nr. 

20. 

4. Am 9. Oktober 2012 beantragte die Gemeinde die Abweisung der 

Beschwerde. Das zur Diskussion stehende Projekt betreffe ein 

Einfamilienhaus mit Holzfassade, respektiere die Bauhöhen und sei in 

Volumen und Umrissen der Umgebung angepasst. Der Beschwerdeführer 

habe in seiner Einsprache die wegen der Bauhöhe angeblich schlechte 

Einführung des geplanten Hauses in die gewachsene Dorfstruktur gerügt, 

also eine Verletzung der allgemeinen Gestaltungsvorschriften geltend 

gemacht. Dem habe die Gemeinde im Einspracheentscheid entgegnet, 

sie habe einen Bauberater beigezogen und zusammen mit diesem 

befunden, die Gestaltungsvorschriften seien nicht verletzt. Damit sei sie 

den Anforderungen an das rechtliche Gehör gerecht geworden, weshalb 

dieses nicht verletzt sei. Bei der Auslegung von Ästhetikfragen bzw. der 

Prüfung der Frage der Eingliederung hätte die Gemeinde einen 

geschützten Beurteilungs- und Ermessensspielraum, in den das Gericht 

nur eingreife, wenn die Gemeinde diesen missbraucht oder überschritten 

habe (VGU R 11 62). Daran ändere nichts, dass der Dorfkern von … im 

ISOS inventarisiert sei. Der Schutzauftrag sei in Art. 43 BG umgesetzt 

und damit in die Hände der Gemeinde gelegt worden. Das Bauvorhaben 

befinde sich des Weiteren nicht an einer besonders heiklen Stelle. 

Parzelle Nr. 19 liege am Dorfrand und sei von unten her sowie von der 

Dorfmitte aus nicht sichtbar. Die charakteristische Dorfansicht sei 

diejenige von unten bzw. von Osten mit dem alten Turm. Die 

Fassadengestaltung aus Holz mit einem kleineren, verputzten Teil lehne 

sich an die überlieferte Bauweise an. Dasselbe gelte für die Dachform 

und die Firstrichtung. Einzig umstritten bleibe somit die Höhe des Hauses. 

Auf die Vorbringen der Beschwerdeführer betreffend split-level sei nicht 

einzugehen. Diese würden die Gestaltung des Gebäudeinnern betreffen, 

auf welche die Beschwerdeführer keinen Einfluss nehmen könnten. 

Ebenso wenig sei auf die Vorbringen betreffend Positionierung des 

geplanten Hauses auf Parzelle Nr. 19 einzugehen. Die Bauparzelle sei 

ohnehin nur knapp gross genug für den Bau eines Einfamilienhauses. Zur 

Beanspruchung der Parzelle Nr. 17 könne die Bauherrschaft nicht 

verpflichtet werden. Die Relevanz der vom Beschwerdeführer angefügten 

Fotos werde bestritten. Diese Fotos würden nicht zeigen, dass die darauf 

verglichenen Häuser auf unterschiedlich hohem Terrain gebaut seien, 

weshalb auch kein Höhenvergleich angestellt werden könne. Das Haus 

sei relativ schmal und hoch. Solche eher schmale und hohe Wohnhäuser 

aus Holz seien in … geradezu typisch. Die Gebäudehöhe des geplanten 

Hauses sie mit den Nachbarhäusern absolut vergleichbar. Von einem 

turmartigen Fremdkörper könne keine Rede sein. Die übrigen 

Proportionen des Hauses seien unproblematisch. In der Tat komme das 

geplante Haus an der nordöstlichen Ecke etwas näher an die Strasse zu 

stehen als dies Art. 21 BG zulasse. Deshalb hätte die Bauherrschaft um 

ein entsprechendes Näherbaurecht ersucht. Es handle sich nicht um eine 

gravierende Abstandsverletzung, zumal fraglich sei, ob die 

Abstandsvorschrift gemäss Art. 21 BG vorliegend überhaupt gelte. Die 

Gemeinde habe ohne Willkür von der Möglichkeit einer 

Ausnahmebewilligung Gebrauch machen können. 

5. Die Bauherrschaft beantragte am 10. Oktober 2012 die Abweisung der 

Beschwerde. Das Haus nehme in seinem Grundriss die ortstypischen 

Formen auf, schmal, tief, und entspreche der früheren Bauweise in ... 

Weil kinderreich, hätten die Walserfamilien gross gebaut, was bei 

geringen ortstypischen Grundflächen nur mit hohen Häusern möglich 

gewesen sei. Entsprechend weise … heute sehr hohe First- und 

Gebäudehöhen auf, im Extremfall bis zu 11.5 m bzw. 10.1 m, deutlich 

mehr als das Projekt. Ein Stall in der unmittelbaren Nachbarschaft sei mit 

10.46 m mit dem Projekt vergleichbar. An der Stelle des Bauplatzes sei 

anfangs des 20. Jahrhunderts ein sehr grosser Stallbau gestanden. 

Entzug von Licht und Aussicht seien keine Gründe, zonenkonforme 

Bauprojekte zu verhindern. Die Aussage betreffend Entzug von Licht und 

Sonne stimme zudem nicht. Das Haus … liege südlich des Bauprojekts, 

weshalb die Sonneneinstrahlung nicht beeinträchtigt werde. Ebenso 

werde ein allenfalls zu erstellendes Haus auf Parzelle Nr. 20 nicht 

beeinträchtigt. Weiter sei das Haus nicht anderthalb mal bis doppelt so 

hoch wie die umliegenden Gebäude. Die Messungen zeigten vielmehr ein 

einheitliches Bild. Sodann stimme es nicht, dass das Bauprojekt gewisse 

andere Gebäude um rund drei Meter überrage. Die Beschwerdeführer 

erwähnten nicht, dass sich die Höhe des Baugrundes gleichermassen 

unterscheide. Zudem stimme nicht, dass mit der split-level-Bauweise 

unnötig viel Höhe gebraucht werde. Bei gleichen Geschosshöhen fiele 

vielmehr ein Halbgeschoss weg, weil es aus Lichtgründen nicht mehr als 

Wohnfläche genutzt werden könnte. Ein zweiteiliges Haus, wie es die 

Beschwerdeführer fordern, stehe nicht in Übereinstimmung mit den 

Vorgaben der Gemeinde. Die oberhalb des Hauses durchführende 

Strasse sei eine Meliorationsstrasse. Es gelte wenige 100 m oberhalb der 

Bauparzelle Nr. 19 ein allgemeines Fahrverbot, das im Dorfeingang 

bereits angekündigt werde. Die Strasse weise wiederholt 

Kreuzungsstellen auf, eine wenige Meter oberhalb des Bauplatzes. Die 

Verkehrssicherheit sei deshalb nicht beeinträchtigt. Deswegen habe die 

Gemeinde auch ein Näherbaurecht gewährt.

6. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren 

Standpunkten fest und ergänzten ihre Argumente.

7. Am 14. Dezember 2012 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen 

Augenschein an Ort und Stelle durch, an welchem die Beschwerdeführer 

zugegen waren. Die Gemeinde war durch ihren Präsidenten, den 

Gemeindekanzlisten, ihren Bauberater und ihre Rechtsanwältin vor Ort 

vertreten. Präsent war auch die Bauherrschaft mitsamt dem Architekten. 

Im Weiteren wohnten dem Augenschein der Beschwerdeführer des 

Verfahrens R 12 87 in Begleitung seines Rechtsanwaltes bei. Allen 

Anwesenden wurde an zwei verschiedenen Standorten (1. Oberhalb der 

Bauparzelle Nr. 19 [bergseits] mit Blick auf die Hausdächer des Dorfkerns 

sowie auf die Bauparzelle, 2. Unterhalb der Bauparzelle Nr. 19 [talseits] 

mit Blick auf die Bauparzelle) sowie auf einem Rundgang durch den 

historischen Dorfkern von … die Möglichkeit geboten, sich auch noch 

mündlich vor Ort zur Streitsache zu äussern. Im Zuge der Begehung 

wurden seitens des Gerichts noch drei Farbfotos erstellt und zu den Akten 

genommen (vgl. Augenscheinprotokoll).

Auf das Ergebnis des Augenscheins sowie die weiteren Ausführungen der 

Parteien in den Rechtsschriften und im angefochtenen Entscheid wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 13. August 2012 der Beschwerdegegnerin 1, 

mit welchem die Einsprachen von … und Beschwerdeführerin gegen das 

von den Beschwerdegegnern 2 eingereichte Baugesuch betreffend 

Neubau eines Einfamilienhauses auf der Parzelle Nr. 19 abgewiesen 

worden ist sowie die am 13. August 2012 erteilte Baubewilligung. Streitig 

und zu prüfen ist, ob die Einsprachen zu Recht abgewiesen worden sind 

und die Baubewilligung folglich zu Recht erteilt worden ist. 

b) Das Verwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) 

Beschwerden gegen Entscheide von u.a. Gemeinden, soweit diese nicht 

bei einer anderen Instanz angefochten werden können oder nach 

kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Mit dieser 

Bestimmung wird materiell das Erfordernis des Durchlaufens des 

Instanzenzuges sichergestellt. Vorliegend ist den Akten nicht zu 

entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bei der Gemeinde Einsprache 

gegen das Bauprojekt erhoben hätte. Es liegt nur die Einsprache vom 

Beschwerdeführer bei den Akten. Indessen kann offen gelassen werden, 

ob auf die Beschwerde von … mangels Ausschöpfung des 

Instanzenzuges überhaupt einzutreten ist, weil auf diejenige von … 

ohnehin einzutreten ist. 

2. a) Zum Einwand der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör gilt es 

festzuhalten, dass dieses Recht formeller Natur ist. Die Verletzung des 

Gehörsanspruchs führt, ungeachtet der Erfolgsaussichten der 

Beschwerde in der Sache selbst, zur Aufhebung des angefochtenen 

Entscheides (BGE 132 V 390 E. 5.1). Nach der Rechtsprechung kann ein 

Verfahrensmangel, insbesondere eine Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör, zwar geheilt werden, wenn die Kognition der 

urteilenden Instanz nicht eingeschränkt ist und den Beschwerdeführern 

daraus kein Nachteil erwächst. Eine Heilung ist demgegenüber aber 

immer dann ausgeschlossen, wenn es sich um eine besonders 

schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt; zudem soll sie die 

Ausnahme bleiben (BGE 134 I 335 E. 3.1, 126 I 72 E. 2 m.w.H.; PVG 

2011 Nr. 31, 2008 Nr. 1). Verfügungen oder Entscheide, die unter 

Missachtung des rechtlichen Gehörs ergangen sind, sind daher 

grundsätzlich aufzuheben und zur Durchführung eines 

ordnungsgemässen Verwaltungsverfahrens an die Verwaltungsbehörden 

zurückzuweisen (statt vieler: VGU R 08 76 m.w.H.). Nur wenn es sich aus 

verfahrensökonomischen Gründen aufdrängt, ist die Heilung einer 

allfälligen Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren nach der zitierten 

Praxis - ausnahmsweise - zuzulassen.

b) Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) gewährleistete Anspruch auf rechtliches 

Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert andererseits ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren, 

soweit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die 

Gehörsgarantie ist somit ein verfassungsmässig geschütztes 

Individualrecht, hat also den Charakter eines selbständigen Grundrechtes 

(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, 

Zürich 2010, Rz. 1673 ff.). Neben den sich aus Art. 29 Abs. 2 BV und der 

langjährigen Bundesgerichtspraxis ergebenden Mindestgarantien finden 

für die kantonalen Behörden die im kantonalen Recht vorgesehenen 

Verfahrensvorschriften Anwendung (BGE 131 I 185 E. 2.1). Der Anspruch 

auf rechtliches Gehör für das Verwaltungsverfahren wird auf kantonaler 

Ebene durch Art. 16 VRG gewährleistet. Daraus ergibt sich jedoch weder 

ein Anspruch auf eine Einspracheverhandlung noch auf einen 

Augenschein noch auf den Beizug eines Experten oder auf 

verwaltungsinterne Auskünfte. Hingegen ergibt sich gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein aus Art. 6 Ziff. 1 der Konvention 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 

0.101) fliessender Anspruch der Parteien, sich zu jedem neu 

eingereichten Aktenstück äussern zu können (BGE 133 I 100 E. 4.3). 

Dies gilt auch im Bauverwaltungsverfahren (vgl. Markus Müller, Bernische 

Verwaltungsrechtspflege, Bern 2008, S. 61).

c) Die Beschwerdeführer rügen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil 

sich die Baubehörde mit ihren Einwendungen nicht auseinandergesetzt 

habe. Dieser Einwand zielt, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, ins 

Leere. Die Beschwerdeführer haben in ihrer Einsprache die wegen der 

Bauhöhe angeblich schlechte Einfügung des geplanten Hauses in die 

gewachsene Dorfstruktur gerügt, mithin eine Verletzung der allgemeinen 

Gestaltungsvorschriften geltend gemacht. Dem hat die Gemeinde im 

angefochtenen Einspracheentscheid entgegnet, sie habe einen 

Bauberater beigezogen und zusammen mit diesem befunden, die 

Gestaltungsvorschriften seien nicht verletzt. Zudem müsse hier eine 

zeitgemässe, moderne Architektur Platz haben. Zu früheren Zeiten sei der 

Platz mit einem voluminösen Stall bebaut gewesen, weshalb gar von 

einer Rückführung des Dorfbildes gesprochen werden könne. Aus dem 

angefochtenen Einspracheentscheid gehe demnach ohne Weiteres 

hervor, was die Beschwerdeführer zur sachgerechten Anfechtung haben 

wissen müssen, nämlich einmal, dass die Einhaltung der 

Gestaltungsvorschriften unter Beizug eines Bauberaters geprüft worden 

sei, dass trotz gestalterischer Vorschriften ein Neubau möglich sein 

müsse und dass drittens von einer Übernutzung gerade mit Berufung auf 

das historische Dorfbild nicht die Rede sein könne, weil die Parzelle 

schon zu historischen Zeiten mit einem grossen Baukörper überbaut 

gewesen sei. Damit ist die Gemeinde aber dem Anspruch des 

Beschwerdeführers auf Wahrung des rechtlichen Gehörs gerecht 

geworden, weshalb dieses auch nicht verletzt ist. 

3. Die Beschwerdeführer beanstanden sodann, durch das projektierte 

Einfamilienhaus werde ihnen Licht und Aussicht entzogen. Es fragt sich, 

inwieweit diese Rüge überhaupt Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens sein kann. Gemäss BGE 126 III 452 ff. werden auch die 

negativen Immissionen eines Grundstücks wie Schattenwurf von Art. 684 

des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) erfasst. Hier 

entschied das Bundesgericht, dass auch bei negativen Immissionen, die 

von Pflanzen ausgehen, die Anwendbarkeit der Art. 679/684 ZGB nicht 

generell ausgeschlossen sei. Der bundesrechtliche Immissionsschutz 

habe die Bedeutung einer Mindestgarantie, wenn der kantonalrechtliche 

Immissionsschutz trotz Nichteinhaltung der Abstandsvorschriften versage. 

Das Bundesgericht hielt fest, dass die Erwägungen, die sich auf das 

Verhältnis zwischen dem kantonalen Pflanzenrecht und dem 

bundesrechtlichen Immissionsschutz bezögen, nicht ohne weiteres auf 

von Bauten verursachte negative Immissionen übertragen werden könne. 

Im Unterschied zum kantonalen Pflanzenrecht stelle heute das kantonale 

Baurecht in der Regel ein umfassendes Regelwerk dar, so dass für die 

Anwendung der Art. 679/684 ZGB kaum mehr Raum bestehen dürfte. 

Dem berechtigten Immissionsschutz der Nachbarn werde im 

Baubewilligungsverfahren Rechnung getragen und es sei kaum denkbar, 

dass bei einer rechtmässig erstellten Baute Immissionen, die durch deren 

blosses Vorhandensein verursacht würden, derart schwer wögen, dass 

sich ein bundesrechtlicher Beseitigungsanspruch rechtfertigen würde. 

Das luzernische Verwaltungsgericht entschied in LGVE 2004 II 231 f., 

dass eine nach baupolizeilichen Vorschriften errichtete Baute für sich 

nicht eine unzulässige Immission darstelle. Etwas anderes könne 

allenfalls gelten, wenn die gesetzlichen Grenz- und Gebäudeabstände mit 

einer Ausnahmebewilligung verkürzt werden sollten. Dann sei u.a. auch 

der Wahrung der Gesundheit Rechnung zu tragen. Die Gewährleistung 

von Licht und Sonne für Nachbarbauten wird somit durch die 

baupolizeilichen Bestimmungen, namentlich die Grenz- und 

Gebäudeabstände, geregelt (E. Zimmerlin, Baugesetz des Kantons 

Aargau, 2. Aufl., Aarau 1985, N 4 zu §§ 160 f.). Weder das kantonale 

noch das kommunale öffentliche Baurecht enthalten nun Bestimmungen, 

die explizit eine minimale Besonnung und Belichtung garantieren. 

Vielmehr wird diese Frage nur implizit durch die Grenz- und 

Gebäudeabstände und die zulässigen Bauvolumina geregelt. Daraus 

folgt, dass allfällige weitergehende Ansprüche der Nachbarn im 

öffentlichen Recht nicht durchsetzbar sind. Vielmehr müssen solche 

Ansprüche, die sich auf Art. 684 ZGB stützen, vor dem Zivilrichter geltend 

gemacht werden (vgl. VGU R 08 105 sowie Bundesgerichtsurteil 

1C_364/2009 vom 13. April 2010 E. 5). Die betreffenden Rügen der 

Beschwerdeführer erweisen sich vor diesem Hintergrund als unbehelflich. 

4. Ebenfalls unbehelflich erweist sich die Rüge der Beschwerdeführer, 

wonach die Anwendung einer anderen Bauweise als der split-level 

Bauweise zu einer geringeren Gebäudehöhe führen würde. Denn 

einerseits können die Beschwerdeführer auf die Gestaltung des 

Gebäudeinnern keinen Einfluss nehmen und andererseits hat sowohl die 

kommunale Baubehörde als auch die Gemeinde im Einspracheverfahren 

wie auch das Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren einzig zu 

prüfen, ob das entsprechende Bauprojekt die einschlägigen öffentlich-

rechtlichen, insbesondere baupolizeilichen und raumplanerischen, 

Vorgaben einhält. 

5. Die Beschwerdeführer rügen weiter die Nichteinhaltung des 

Minimalabstandes des geplanten Hauses zur nördlich der Bauparzelle Nr. 

19 verlaufenden Strasse. Nach Ansicht der Beschwerdeführer störe der 

der geringe Abstand zwischen dem geplanten Einfamilienhaus und der 

Strasse den Verkehr auf der nur 3 m breiten Strasse und sei überdies 

unästhetisch. Das von der Gemeinde eingeräumte Näherbaurecht sei 

zudem nicht nötig, da für das geplante Gebäude weiter südlich und 

westlich auf der Parzelle Nr. 19 genügend Platz zur Verfügung stehe. 

Demgegenüber ist nach Ansicht der Gemeinde vorliegend bereits die 

Geltung der Abstandsvorschrift gemäss Art. 21 des 

Gemeindebaugesetzes (BG) fraglich, weil es sich bei der entsprechenden 

Strasse um eine Meliorationsstrasse handelt, welche nicht als 

Erschliessungsstrasse für Bauzonen gedacht sei. Unweit der Bauparzelle 

gelte ohnehin ein Fahrverbot, auf das bereits weiter unten hingewiesen 

werde. Von Verkehr, welcher durch den geringeren Grenzabstand gestört 

werden könnte, könne keine Rede sein. Ausserdem sei der Bau eines 

kleinen Einfamilienhauses auf Parzelle Nr. 19 ohne Ausnahmebewilligung 

betreffend Strassenabstand kaum möglich. Diesen Ausführungen der 

Gemeinde kann sich das Gericht anschliessen. Art. 21 BG sieht zwar in 

der Tat vor, dass gegenüber Gemeindestrassen ein Abstand von 

mindestens 2.5 m einzuhalten ist. Dieser wird vorliegend an der 

nordöstlichen Ecke des geplanten Einfamilienhauses nicht eingehalten. 

Allerdings sieht bereits Art. 21 BG die Möglichkeit zur Gewährung von 

Ausnahmen vor, hält doch die Norm explizit fest, dass der 

Gemeindevorstand im engeren Dorfbereich Ausnahmen gewähren oder 

ein höheres Mass anordnen kann, wenn die bestehenden Baufluchten 

oder die Verkehrssicherheit es gestatten oder erfordern. Beim 

angefochtenen Einfamilienhaus auf Parzelle Nr. 19 handelt es sich 

unstreitig um ein Bauprojekt im engeren Dorfkreis. Dementsprechend ist 

der Gemeindevorstand befugt, Ausnahmen zu gewähren, wenn es 

entweder die bestehenden Baufluchten oder die Verkehrssicherheit 

gestatten. Wie das Verwaltungsgericht anlässlich des Augenscheins vor 

Ort festgestellt hat, handelt es sich bei der betreffenden Strasse nördlich 

der Bauparzelle um eine kaum befahrene Strasse, auf welcher überdies 

bereits wenige Meter nach der Bauparzelle ein Fahrverbot gilt. Demnach 

gestattet aber die Verkehrssicherheit die Gewährung einer 

Ausnahmebewilligung ohne Weiteres, zumal rund 10 Meter oberhalb der 

Bauparzelle ein Ausweichplatz liegt, bei dem das Kreuzen von zwei 

Fahrzeugen problemlos möglich ist. Dementsprechend konnte die 

Gemeinde ohne in Willkür zu verfallen eine Ausnahmebewilligung 

betreffend Strassenabstand gewähren. Vor diesem Hintergrund kann 

denn auch offen gelassen werden, ob es sich bei der fraglichen Strasse 

nördlich der Bauparzelle Nr. 19 überhaupt um eine Gemeindestrasse 

i.S.v. Art. 21 BG handelt. Denn selbst wenn dies bejaht werden müsste, 

war die Gemeinde gestützt auf Art. 21 BG befugt, die entsprechende 

Ausnahmebewilligung zu gewähren. 

6. a) Es bleibt somit noch die Frage nach der Bauästhetik im Sinne von Art. 73 

Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; 

BR 801.100) zu klären. Diesbezüglich weisen die Beschwerdeführer 

darauf hin, dass … Teil des ISOS sei und die Gemeinde 

dementsprechend im Generellen Gestaltungsplan die Dorfzone mit einem 

Erhaltungsbereich überlagert habe. Die Dorfsilhouette von … sei sehr 

homogen, wobei die Dächer nahezu eine Linie einheitlicher Höhen 

bildeten. Das geplante Gebäude wirke dagegen wie ein Turm und füge 

sich nicht in die Umgebung ein. Zudem richte sich das Bauprojekt auch 

nicht nach den Gebäudehöhen der Umgebung. Vielmehr überrage es in 

den Proportionen und dem Volumen die umliegenden Bauten bei weitem. 

b) Dagegen wendet die Gemeinde ein, es sei nicht zutreffend, dass sich das 

Bauvorhaben an einer besonders heiklen Stelle befinde. Vielmehr liege 

Parzelle Nr. 19 am Dorfrand und sei von unten her sowie von der 

Dorfmitte aus gar nicht sichtbar. Die Fassadengestaltung aus Holz mit 

einem kleineren, verputzten Teil lehne sich an die überlieferte Bauweise 

an. Dasselbe gelte für die Dachform, welche im Rahmen der Bauberatung 

angepasst worden sei und die Firstrichtung. Das Haus sei relativ schmal 

und schöpfe die zulässige Gebäudehöhe von 8 m vollumfänglich aus. Die 

Firsthöhe dürfte mit 11.5 m noch rund 1 m höher sein als beim 

projektierten Gebäude. Solche eher schmale und hohe Wohnhäuser aus 

Holz seien in … geradezu typisch. Von einem turmartigen Fremdkörper 

könne demnach keine Rede sein. Die übrigen Proportionen des Hauses 

seien unproblematisch. 

c) Gemäss Art. 73 Abs. 1 KRG sind Siedlungen, Bauten und Anlagen nach 

den Regeln der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen, dass mit der 

Umgebung und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. Dabei 

ist unbestritten, dass aufgrund der umschriebenen Regelung aus 

ästhetischer Sicht relativ hohe Anforderungen an ein Bauvorhaben 

gestellt werden, genügt es doch mithin nicht mehr, dass ein solches nicht 

störend wirkt (negative Ästhetikklausel). Doch dürfen die Anforderungen 

trotz der positiven Ausgestaltung nicht derart hoch angesetzt werden, wie 

dies etwa der Fall wäre, wenn eine optimale Gesamtwirkung verlangt 

würde (Botschaft der Regierung zum neuen KRG an den Grossen Rat, 

Heft Nr. 3/2004-2005, S. 343). Die Gemeinwesen haben das durch Art. 73 

Abs. 1 KRG eingeräumte Ermessen pflichtgemäss auszuüben. Nach 

konstanter Rechtsprechung kommt den Gemeinden bei der Auslegung 

von Ästhetikfragen beziehungsweise bei der Prüfung der Frage der 

Eingliederung von Bauten in eine bestehende Umgebung jedoch ein 

geschützter Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das 

Gericht nur eingreift, wenn die Gemeinde diesen Ermessensspielraum 

missbraucht oder überschritten hat (VGU R 11 62, R 06 37, R 05 95/102; 

so bereits: PVG 1995 Nr. 25, 1994 Nr. 19 und 20, 1991 Nr. 16).

d) Ergänzend zur kantonalen Ästhetikvorschrift gemäss Art. 73 Abs. 1 KRG 

sind vorliegend auch noch die kommunalen Bauvorschriften gemäss Art. 

14 (Architektur), Art. 31 (Dorfzone) und Art. 43 (Erhaltungsbereich) BG zu 

beachten: 

Art. 14 BG Architektur
1 Bauten und Anlagen sind architektonisch gut zu gestalten und haben auf ihre 

Umgebung Bezug zu nehmen. 
2 Bauvorhaben, welche den Anforderungen an eine gute Gestaltung, insbesondere 

bezüglich Proportionen des Gebäudes, Gliederung der Fassaden, Dachgestaltung 
oder Farbgebung nicht genügen, sind unter Beizug des Bauberaters zu überarbeiten; 
analog Art. 3 Abs. 5.

Art. 31 BG Dorfzone
1 Die Dorfzone bezweckt die Erhaltung, die Erneuerung, die Ergänzung und die 

Erweiterung der gewachsenen Siedlungsstruktur. Sie ist für Wohnbauten, 
Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe sowie Landwirtschaftsbetriebe bestimmt. Es 
sind mässig störende Betriebe gestattet gemäss Art. 26 Abs. 3b; sie haben die 
Bedingungen der Lärmempfindlichkeitsstufe III zu erfüllen. 

2 Wo Baugestaltungslinien fehlen, sind bei Neubauten und Umbauten die 
strassenseitigen Baufluchten beizubehalten. In diesen Fällen kann vom gesetzlichen 
Strassenstand abgewichen werden. Gebäude- und Firsthöhe sowie Dachform, 
Firstrichtung, Proportionen, Volumen, Material, Farbe und Gestaltung der Fassaden 
richten sich nach den umliegenden Bauten und insbesondere nach der überlieferten 
Bauweise. 

3 Soweit die umliegenden Bauten keine Abweichungen zulassen oder verlangen, sind 
folgende Maximalmasse gestattet:
a) Mindestabstand:
- gross: 5.00 m mit Reduktion bis auf 2.50 m gegenüber öffentlichen Strassen
- klein: 2.50 m.
Vorbehalten bleiben die Vorschriften der kantonalen Strassengesetzgebung. 
b) Maximale Gebäudehöhe: 8.00 m; maximale Firsthöhe: 11.50 m
c) Maximale Gebäudelänge: 13.00 m

4 Bauten, die zerstört oder abgebrochen werden, dürfen binnen 6 Jahren im bisherigen 
Umfang und ohne Beachtung der Maximalgrösse gemäss Abs. 3 wieder aufgebaut 
werden. Vorbehalten bleiben die feuerpolizeilichen Vorschriften. Die Gebäudemasse 

sind vor dem Abbruch in einem von der Baubehörde zu genehmigenden Plan 
festzuhalten. 

5 Zweckänderungen im Rahmen der Zonenzweckbestimmung sind innerhalb der 
Bauzone gestattet.

6 In allen Bauten mit Wohnungen sind den Wohnungen zugehörige Abstellräume 
vorzusehen im Ausmass von mindestens 20 % aller Nettowohnflächen. 

Art. 43 BG Erhaltungsbereich
1 Als Erhaltungsbereich bezeichnet der Generelle Gestaltungsplan Ortsteile mit 

Baugruppen, Bauten und Anlagen sowie Freiräumen, die auf Grund ihrer Gesamtform, 
Stellung und äussern Erscheinung von erheblicher räumlicher, architektonischer oder 
ortsbaulicher Bedeutung sind. 

2 Im Erhaltungsbereich gelegene Bauten und Anlagen sowie wertvolle Bauteile und 
Konstruktionsformen sind zu erhalten und dürfen nicht abgebrochen werden. Vom 
Abbruchverbot ausgenommen sind Bauten und Anlagen, die zweifellos langfristig 
nicht mehr ihrer ursprünglichen Bestimmung gemäss genutzt werden können, sofern 
sie durch Wohnbauten, die zu wenigstens 50 % als Hauptwohnungen dienen, oder 
durch Bauten mit öffentlicher Zweckbestimmung ersetzt werden. Erneuerungen und 
Umbauten sind im Rahmen der Zonenbestimmung unter Wahrung der äussern 
Erscheinung möglich. Neubauten sind an bezeichneten Baustandorten innerhalb 
eines vorgegebenen Bauvolumen mit Auflagen gestattet. 

3 Bauvorhaben im Erhaltungsbereich sind vor der Ausarbeitung des Bauprojekts der 
Baubehörde mitzuteilen. Diese zieht den Bauberater bei. 

e) Unbestrittenermassen lehnt sich die Fassadengestaltung aus Holz mit 

einem kleineren, verputzten Teil an die überlieferte Bauweise in … an. 

Dasselbe gilt auch für die im Rahmen der Bauberatung angepasste 

Dachform und die Firstrichtung. Gegenteiliges wird von den 

Beschwerdeführern denn auch nicht geltend gemacht. Streitig sind 

demgegenüber die Proportionen und das Volumen des 

Einfamilienhauses. Diesbezüglich ist Art. 31 Abs. 3 BG zu beachten, 

wonach eine maximale Gebäudehöhe von 8 m sowie eine maximale 

Firsthöhe von 11.5 m gestattet sind, soweit die umliegenden Bauten keine 

Abweichungen zulassen oder verlangen. Dabei sind aufgrund des 

Gesetzeswortlauts von Art. 31 Abs. 3 BG entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführer sowohl Abweichungen gegen unten als auch solche 

gegen oben möglich, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass dies die 

umliegenden Bauten und Anlagen zulassen. Die etwas unklar formulierte 

Norm bedeutet schliesslich wohl einfach, dass sich ein Neubau an die 

bestehenden Volumina bzw. Gebäudehöhen der Umgebung anzulehnen 

hat. Das Gleiche verlangt im Übrigen auch Art. 43 Abs. 2 BG, wenn er 

Bauvorhaben nur an bezeichneten Standorten innerhalb eines 

vorgegebenen Bauvolumens mit Auflagen gestattet. Wie den von den 

Beschwerdegegnern 2 ins Recht gelegten Höhenmessungen der 

umliegenden Gebäude zu entnehmen ist, ist vorliegend sowohl die 

Gebäude- als auch die Firsthöhe des geplanten Einfamilienhauses 

durchaus mit den umliegenden Gebäuden vergleichbar. Direkt unterhalb 

(südlich) der Bauparzelle Nr. 19, auf Parzelle Nr. 18, liegt beispielsweise 

ein Haus mit einer Gebäudehöhe von 8.4 m und einer Firsthöhe von 

10.46 m, während ebenfalls in unmittelbarer Umgebung der Bauparzelle 

Nr. 19 auf Parzelle Nr. 24 ein Haus mit Höhen von 8.94 m bzw. 10.55 m 

liegt. Vor diesem Hintergrund kann aber keine Rede davon sein, dass das 

geplante Einfamilienhaus mit einer traufseitigen Gebäudehöhe (Südseite) 

von 8.9 m bzw. 9.69 m und einer Firsthöhe von 10.57 m als turmartiger 

Fremdkörper unter den bestehenden Gebäudekörpern auffalle. 

f) Vor dem Hintergrund der letztlich doch relativ unklaren kommunalen 

Vorschriften sowie der Tatsache, dass Art. 14 Abs. 1 BG in seinen 

Wirkungen nicht weiter geht als Art. 73 Abs. 1 KRG, hat die Prüfung der 

Ästhetikfragen vorliegend basierend auf Art. 73 Abs. 1 KRG, wonach 

Siedlungen, Bauten und Anlagen nach den Regeln der Baukunst so zu 

gestalten und einzuordnen sind, dass mit der Umgebung und der 

Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht, zu erfolgen. Dabei ist das 

Gericht entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers zum Ergebnis 

gelangt, dass das Bauvorhaben nicht gegen Art. 73 Abs. 1 KRG 

verstösst. Wie der gerichtliche Augenschein eindrücklich gezeigt hat, ist 

das historische Dorfzentrum von … in der näheren Umgebung der 

Bauparzelle Nr. 19 von grossvolumigen Bauten mit hohen Gebäude- und 

Firsthöhen geradezu geprägt. Obwohl das Haus die zulässige 

Gebäudehöhe von 8 m vollumfänglich ausschöpft, kann nicht gesagt 

werden, das Haus bilde als turmartige Gestaltung einen Fremdkörper. 

Vielmehr sind solche hohen Wohnhäuser aus Holz geradewegs typisch 

für den Dorfkern von ... Das geplante Einfamilienhaus ordnet sich - wie 

von Art. 73 Abs. 1 KRG gefordert - denn auch gut in die das historische 

Dorfzentrum von … ein, sodass eine gute Gesamtwirkung mit der 

Umgebung und der Landschaft entsteht. Eine optimale Gesamtwirkung ist 

bekanntlich - wie vorstehen erläutert - nicht notwendig. Der gerichtliche 

Augenschein hat des Weiteren gezeigt, dass die bereits bestehenden 

Häuser ähnliche Stilelemente und auch dieselben Dachformen und 

Firstrichtungen wie das geplante Projekt aufweisen. Zudem ist auch die 

Materialisierung ähnlich. Die Tatsache, dass die zu bebauende Parzelle 

Nr. 19 an exponierterer Lage als die umliegenden Parzellen bzw. 

gegenüber diesen leicht erhöht liegt, kann dabei nicht zum Nachteil der 

Bauherrschafft gereichen, zumal das angefochtene Bauprojekt 

vollumfänglich auf dem gewachsenen Terrain erstellt werden soll. Nur am 

Rande sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die im Rahmen der 

Melioration in den Jahren 1985 bis 1990 auf der Bauparzelle Nr. 19 

erstellte Stützmauer vor dem Hintergrund der verwaltungsgerichtlichen 

Rechtsprechung, wonach mehr als 10 Jahre zurückliegende 

Terrainveränderungen als gewachsener Boden gelten (so bereits PVG 

1992 Nr. 23; VGU R 09 4, R 10 15), ebenfalls als gewachsenes Terrain 

zu betrachten ist. In einer Gesamtbetrachtung ist das Gericht daher zur 

Überzeugung gelangt, dass das geplante Neubauprojekt auf Parzelle Nr. 

19 sowohl mit Art. 73 Abs. 1 KRG als auch mit Art. 14, Art. 31 und Art. 43 

BG vereinbar ist. In Anwendung ihres weiten Ermessenspielraums in 

Ästhetikfragen durfte die Gemeinde daher das ortstypische 

Neubauprojekt gutheissen.

g) An diesem Ergebnis vermag auch der Einwand der Beschwerdeführer, 

wonach das Dorf … Teil des gestützt auf das Bundesgesetz über den 

Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) erlassenen Bundesinventars 

schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS) sei und die Gemeinde 

dementsprechend im Generellen Gestaltungsplan die Dorfzone mit einem 

Erhaltungsbereich überlagert habe, nichts zu ändern. Wie die Gemeinde 

zu Recht ausführte, wurde der Schutzauftrag in Art. 43 BG umgesetzt und 

damit in die Hände der Gemeinde gelegt. Primär geht es bei Art. 43 BG 

darum, im Erhaltungsbereich gelegene Bauten zu erhalten und deren 

Abbruch zu vermeiden. Neubauten sind für die Erhaltung der alten 

Bausubstanz demgegenüber nur insofern von Relevanz, als diese das 

Gesamtbild nicht stören dürfen. Wie vorstehend erläutert wird das 

Gesamtbild durch das Neubauprojekt jedoch in keiner Weise gestört. 

Vielmehr ordnet sich das Einfamilienhaus gut in das Dorfzentrum von … 

ein, sodass eine gute Gesamtwirkung mit der Umgebung und der 

Landschaft entsteht. 

7. a) Demnach erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. 

August 2012 der Beschwerdegegnerin 1 sowie die gleichentags 

ausgestellte Baubewilligung insgesamt als rechtens, was zur Abweisung 

der Beschwerde führt.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Verfahrenskosten unter 

solidarischer Haftung je zur Hälfte zulasten der Beschwerdeführer (Art. 73 

Abs. 1 VRG). Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei 

im Rechtsmittel- oder Klageverfahren in der Regel verpflichtet, der 

obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen 

Kosten zu ersetzen. Im vorliegenden Verfahren sind die 

Beschwerdegegner 2 nicht anwaltlich vertreten worden, weshalb ihnen 

keine Parteientschädigung zukommt. Bund, Kanton und Gemeinden 

sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird 

gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschädigung 

zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. 

Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass und der 

Beschwerdegegnerin 1 wird folglich keine aussergerichtliche 

Entschädigung zugesprochen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 466.--

zusammen Fr. 2‘466.--

gehen je zur Hälfte und unter solidarischer Haftung zulasten vom 

Beschwerdeführer und der Beschwerdeführerin und sind innert 30 Tagen 

seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.