# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33260fa7-cf95-54fe-b9ae-94cb0bc4091b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.03.2022 200 2021 748
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-748_2022-03-01.pdf

## Full Text

200 21 748 EL publiziert in BVR 2022 S. 299
JAP/BRO/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 1. März 2022

Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Brunner

Erbengemeinschaft der A.________ sel. 
bestehend aus: 
1. B.________
2. C.________
vertreten durch D.________
Beschwerdeführende 

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern
Abteilung Ergänzungsleistungen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. März 2022, EL/21/748, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1987 geborene A.________ sel. (Versicherte) bezog ab August 2005 
Ergänzungsleistungen (EL) zur Rente der Invalidenversicherung (IV; Akten 
der Ausgleichskasse des Kantons Bern [AKB bzw. Beschwerdegegnerin; 
act. II, act. IIA] act. II 1 ff., 8, 12 f., 16, 21, 33 S. 3 ff., 34, 37, 41, 44, 47, 52, 
70; act. IIA 1, 8 f., 15 f., 24, 28 ff., 39, 50 ff., 55, 57, 60, 72, 74, 77, 90 ff., 
98, 108, 112). Nachdem die Versicherte am … 2021 verstorben war (act. 
IIA 110 S. 2), forderte die AKB mit einer an die ehemalige Beiständin der 
Versicherten, D.________ (act. IIA 115 S. 17), adressierten Verfügung vom 
13. August 2021 (act. IIA 118), die im Jahr 2021 bezogenen EL in der Höhe 
von Fr. 7'513.95 (jährliche EL von Fr. 1'049.-- sowie Krankheits- und Be-
hinderungskosten von Fr. 6'464.95) zurück. Hiergegen erhob die ehemalige 
Beiständin im Namen der Erben der Versicherten (Beschwerdeführende) 
Einsprache (act. IIA 119). Mit Entscheid vom 4. Oktober 2021 (act. IIA 120) 
wies die AKB die Einsprache ab. 

B.

Hiergegen erhoben die Erben der Versicherten, vertreten durch die ehema-
lige Beiständin der Versicherten (act. IIA 115 S. 17), am 28. Oktober 2021 
Beschwerde und beantragten sinngemäss, der angefochtene Einspra-
cheentscheid sei dahingehend abzuändern, als der Rückerstattungsbetrag 
von Fr. 7'513.95 um Fr. 6'464.95 auf Fr. 1'049.-- zu reduzieren sei. 

Aufforderungsgemäss (vgl. prozessleitende Verfügung vom 29. Oktober 
2021) teilten die Beschwerdeführenden dem Gericht mit Schreiben vom 
21. November 2021 sämtliche Namen der Erben der Versicherten mit und 
reichten eine Prozessvollmacht sowie ein Auszug aus dem Siegelungspro-
tokoll zu den Akten. 

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Januar 2022 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. März 2022, EL/21/748, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführenden sind durch den angefochtenen Entscheid 
berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb sie zur Beschwerde befugt sind (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zu-
ständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2021 
(act. IIA 120). Streitig und zu prüfen ist die Rückerstattung von rechtmässig 
vergüteten Krankheits- und Behinderungskosten im Umfang von 
Fr. 6'464.95. Die angeordnete Rückerstattung der jährlichen EL im Umfang 
von Fr. 1'049.-- (Fr. 478.-- Direktauszahlung an den Krankenversicherer 
und Fr. 571.-- Restanspruch [act. IIA 113 S. 1]) wird nicht bestritten, wes-
halb sich Weiterungen dazu erübrigen.

1.3 Umstritten ist die Rückerstattung von rechtmässig vergüteten 
Krankheits- und Behinderungskosten in der Höhe von Fr. 6'464.95. Der 
Streitwert liegt daher unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Be-
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. März 2022, EL/21/748, Seite 4

2.

Vorab ist fraglich, wer die materiellen Adressaten des angefochtenen Ein-
spracheentscheides sind bzw. ob dieser korrekt eröffnet wurde. 

Weder die Rückerstattungsverfügung vom 13. August 2021 (act. IIA 118) 
noch der Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2021 (act. IIA 120) nennen 
die Personalien der rückerstattungspflichtigen Erben und wurden einzig der 
ehemaligen Beiständin der Versicherten zugestellt. In den Verwaltungsak-
ten wird jedoch erwogen, dass die zu Recht bezogenen EL aus dem Nach-
lass zurückzuzahlen sind. Demnach ergibt sich mit hinreichender Klarheit, 
dass sich die Forderung gegen die einzelnen solidarisch haftenden 
(Art. 603 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) 
Mitglieder der Erbengemeinschaft richtet. Zudem wurde die Vermutung der 
Beschwerdegegnerin, wonach die ehemalige Beiständin (vgl. Art. 399 
Abs. 1 ZGB) der Versicherten die Erbengemeinschaft vertrete (act. IIA 114 
S. 1), spätestens dadurch bestätigt, dass diese im Namen der Erben der 
Versicherten Einsprache erhob (act. IIA 119); eine Vollmacht war im Ver-
waltungsverfahren nicht zwingend vorzulegen (vgl. Art. 37 Abs. 2 ATSG).

3.

3.1 Mit Inkrafttreten der Änderung vom 22. März 2019 des Bundesge-
setzes vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinter-
lassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) am 1. Januar 2021 
(AS 2020 585) wurde eine Rückerstattungspflicht für bezogene EL zulasten 
der Erben der versicherten Personen eingeführt. 

3.1.1 Gemäss Art. 16a Abs. 1 ELG sind rechtmässig bezogene Leistun-
gen nach Art. 3 Abs. 1 ELG nach dem Tod der Bezügerin oder des Bezü-
gers aus dem Nachlass zurückzuerstatten. Die Rückerstattung ist nur von 
demjenigen Teil des Nachlasses zu leisten, der den Betrag von 
Fr. 40‘000.-- übersteigt. Der Rückforderungsanspruch erlischt nach Ablauf 
eines Jahres, nachdem die Stelle nach Art. 21 Abs. 2 ELG davon Kenntnis 
erhalten hat, spätestens aber nach Ablauf von zehn Jahren nach der Ent-
richtung der einzelnen Leistung (Art. 16b ELG).

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3.1.2 Die Art. 16a und 16b ELG gelten nur für Ergänzungsleistungen, die 
nach Inkrafttreten dieser Änderung ausbezahlt werden (Abs. 2 der Überg-
angsbestimmungen zur Änderung vom 22. März 2019 [EL-Reform; 
ÜbBst.]).

Gemäss Rz. 5002 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversi-
cherungen (BSV) zum Übergangsrecht der EL-Reform (KS-R EL) unterlie-
gen EL, die für einen Zeitraum vor dem 1. Januar 2021 ausgerichtet wer-
den, nicht der Rückerstattungspflicht. Dies gilt auch, wenn die EL erst nach 
dem 1. Januar 2021 verfügt und ausbezahlt werden, sofern der Beginn des 
EL-Anspruchs vor diesem Datum liegt.

3.2 Beim erwähnten Kreisschreiben (vgl. E. 3.1.2 hiervor) handelt es 
sich um eine Verwaltungsweisung. Verwaltungsweisungen richten sich an 
die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht 
verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, 
sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Ausle-
gung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht 
weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn 
diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar-
stellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Wei-
sungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rech-
nung getragen (BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). 
Das Gericht weicht jedoch insoweit von Weisungen ab, als sie nicht ge-
setzmässig sind bzw. in Ermangelung gesetzlicher Vorschriften mit den 
allgemeinen Grundsätzen des Bundesrechts nicht im Einklang stehen 
(BGE 132 V 121 E. 4.4 S. 125).

3.3 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze 
massgebend, die bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden 
Sachverhaltes galten; später eingetretene Änderungen müssen unberück-
sichtigt bleiben. Knüpft ein Erlass dennoch an Sachverhalte bzw. Ereignis-
se an, die in der Vergangenheit liegen und vor Erlass der Norm abge-
schlossen wurden, liegt eine echte Rückwirkung vor, die grundsätzlich un-
zulässig ist. Ein Abweichen von diesem Grundsatz ist verfassungsrechtlich 
nur ganz ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen zulässig 
(SVR 2006 BVG Nr. 16 S. 59 E. 2.3). Dies ist der Fall, wenn die Rückwir-

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kung ausdrücklich in einem Gesetz vorgesehen ist oder sich daraus klar 
ergibt, in einem vernünftigen Rahmen zeitlich limitiert ist, nicht zu stossen-
den Ungleichheiten führt, einem schutzwürdigen öffentlichen Interesse 
dient und wohlerworbene Rechte respektiert (BGE 147 V 156 E. 7.2.1 
S. 159, 146 V 364 E. 7.1 S. 371).

4.

4.1 Die Rückerstattungspflicht rechtmässig bezogener Leistungen 
gemäss Art. 16a Abs. 1 ELG (vgl. E. 3.1.1 hiervor) bezieht sich entspre-
chend dem klaren Wortlaut auf Leistungen nach Art. 3 Abs. 1 ELG und 
demnach sowohl auf die jährliche EL (lit. a) als auch auf die Vergütung von 
Krankheits- und Behinderungskosten (lit. b), was zwischen den Parteien 
unbestritten ist. In diesem Sinne hält denn auch Rz. 4710.02 der Weglei-
tung des BSV über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL) fest, 
die Rückerstattungspflicht der Erben umfasse sowohl die jährlichen EL wie 
auch die vergüteten Krankheits- und Behinderungskosten. Bei einem Nach-
lassvermögen von Fr. 85'366.-- (act. IIA 118 S. 1) besteht ein maximaler 
Rückforderungsbetrag von Fr. 45'366.-- (Fr. 85'366.-- ./. Fr. 40'000.-- [Frei-
betrag: vgl. E. 3.1.1 hiervor]). Demnach übersteigt der maximal mögliche 
Rückforderungsbetrag den tatsächlich zurückgeforderten Betrag von insge-
samt Fr. 7'513.95 (inkl. der unangefochtenen Rückerstattung der jährlichen 
EL in der Höhe von Fr. 1'049.--; act. IIA 118 S. 1). Sodann ist der Rückfor-
derungsanspruch der Beschwerdegegnerin noch nicht verwirkt (vgl. E. 
3.1.1 hiervor), was ebenfalls zu Recht nicht umstritten ist.

Streitig ist jedoch, ob für die hier interessierenden Krankheits- und Behin-
derungskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 6'464.95, welche unbestritte-
nermassen im Jahr 2020 angefallen und teilweise von den Leistungserbrin-
gern auch im Jahr 2020 in Rechnung gestellt (Fr. 1'429.45 [Rechnungen 
vom 31. Dezember 2020, vom 9. Januar, vom 6., 9., 17., und 20. Februar 
2021; act. II 41], Fr. 300.-- [Rechnung vom 25. März 2020; act. II 44], 
Fr. 930.15 [Rechnungen vom 8. April und vom 28. Dezember 2020; 
act. II 47], Fr. 1'794.85 [Rechnungen vom 30. Juni und vom 10. Juli 2020; 
act. II 52] und Fr. 2'010.50 [Rechnungen vom 30. November, vom 11. so-

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wie 31. Dezember 2020 und vom 13. Januar 2021; act. II 70]), jedoch erst 
im Jahr 2021 durch Einreichen von Belegen bei der Beschwerdegegnerin 
eingefordert und von dieser ausbezahlt worden sind (act. II 41, 44, 47, 52, 
70; Beschwerde; Beschwerdeantwort S. 3 E. 2.3), eine Rückerstattungs-
pflicht der Beschwerdeführenden besteht. Demnach ist nachfolgend zu 
prüfen, ob rechtmässig bezogene Krankheits- und Behinderungskosten, 
welche im Jahr 2020 angefallen, jedoch erst im Jahr 2021 durch Einreichen 
von Belegen eingefordert und ausbezahlt worden sind, nach dem Tod der 
versicherten Person von den Erben zurückzuerstatten sind. 

4.2 Gemäss Abs. 2 ÜbBst. gilt Art. 16a Abs. 1 ELG intertemporalrecht-
lich nur für EL, die nach Inkrafttreten dieser Änderung ausbezahlt wurden 
(vgl. E. 3.1.2 hiervor). Mangels anderer Regelung ist die Übergangsbe-
stimmung sowohl auf die jährlichen EL (Art. 3 Abs. 1 lit. a ELG) als auch 
auf die vergüteten Krankheits- und Behinderungskosten (lit. b) anwendbar. 
Das BSV präzisiert Abs. 2 ÜbBst. dahingehend, dass EL, die für einen Zeit-
raum vor dem 1. Januar 2021 ausgerichtet werden, nicht der Rückerstat-
tungspflicht unterliegen. Dies gelte auch dann, wenn die EL erst nach dem 
1. Januar 2021 verfügt und ausbezahlt würden, sofern der Beginn des EL-
Anspruchs vor diesem Datum liege (Rz. 5002 KS-R EL; vgl. E. 3.1.2 hier-
vor). Gemäss BSV stellt demnach die in Abs. 2 ÜbBst. erwähnte Auszah-
lung nach dem Inkrafttreten der Änderung zwar eine notwendige, aber nicht 
hinreichende Voraussetzung für die Rückerstattung der jährlichen EL dar, 
ist nach Auffassung des BSV doch zusätzlich erforderlich, dass der Leis-
tungsanspruch, welcher der Auszahlung zu Grunde liegt, ebenfalls nach 
dem Inkrafttreten der EL-Reform entstanden ist. Ob diese Präzisierung 
gesetzeskonform ist (zur Anwendung von Verwaltungsweisungen durch 
das Gericht: vgl. E. 3.2 hiervor), respektive ob sie – aufgrund der unter-
schiedlichen Natur der beiden Leistungen (die jährlichen EL sind Geldleis-
tungen [Art. 3 Abs. 2 ELG i.V.m. Art. 15 ATSG], die Vergütung von Krank-
heits- und Behinderungskosten ist eine Sachleistung [Art. 3 Abs. 2 ELG 
i.V.m. Art. 14 ATSG]; vgl. hierzu Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 2.3) – nur auf 
die jährlichen EL und nicht auf vergütete Krankheits- und Behinderungskos-
ten anwendbar ist, kann hier offen bleiben, denn der Anspruch auf die strei-
tigen Krankheits- und Behinderungskosten entstand nach dem 1. Januar 
2021. Hierzu ist festzuhalten was folgt: 

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4.2.1 Die Frage des Beginns des Anspruchs wird bei den Krankheits- und 
Behinderungskosten – im Gegensatz zu den jährlichen EL (vgl. Art. 12 
ELG; vgl. auch Rz. 2121.01 ff. WEL) – gesetzlich nicht explizit geregelt. 
Allerdings ist Art. 15 ELG zu beachten (vgl. URS MÜLLER, Rechtsprechung 
des Bundesgerichts zum ELG, 3. Aufl. 2015, Art. 12 N. 730). Gemäss 
Art. 15 lit. a ELG werden Krankheits- und Behinderungskosten nur vergütet, 
wenn die Vergütung innert 15 Monaten nach der Rechnungsstellung gel-
tend gemacht wird. Demnach gilt bei den Krankheits- und Behinderungs-
kosten nicht das Naturalleistungs-, sondern das Kostenvergütungsprinzip. 
Infolgedessen ist die versicherte Person Schuldnerin der Leistungserbrin-
ger. Sie hat jedoch einen Anspruch darauf, dass der Versicherungsträger 
ihr die Kosten ersetzt (vgl. zum Naturalleistungs- und Kostenvergütungs-
prinzip UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 14 N. 14 ff.). 
Da die versicherten Personen erst durch die Fakturierung mit zusätzlichen 
Kosten ihrer Krankheit oder Invalidität konfrontiert werden, beginnt die Frist 
i.S.v. Art. 15 lit. a ELG zur Geltendmachung der Vergütung ab diesem Zeit-
punkt (MÜLLER, a.a.O., Art. 15 N. 858). Es entspricht dem Wesen des Kos-
tenvergütungsprinzips, dass die Vergütungsforderung der versicherten 
Person nicht vor dem Zeitpunkt des Kostenanfalls durch die Rechnungs-
stellung entstehen kann, weshalb bei der Frage des Beginns des Leis-
tungsanspruchs jedenfalls nicht auf den Zeitpunkt der Leistungserbringung 
abzustellen ist. Demnach ist nicht entscheidend, in welchem Jahr die Be-
handlungen bzw. Transporte tatsächlich stattfanden. Dies findet im Übrigen 
auch Rückhalt in Art. 12 der kantonalen Einführungsverordnung vom 
16. September 2009 zum Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur 
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (EV ELG; BSG 
841.311), wonach Krankheits- und Behinderungskosten für jenes Kalender-
jahr vergütet werden, in dem die Rechnungsstellung (und nicht die Leis-
tung) erfolgt ist. Allerdings fällt der Anspruchsbeginn auch nicht mit dem 
Zeitpunkt der Rechnungsstellung zusammen, denn in diesem Zeitpunkt ist 
unklar, ob und wann die Vergütung der Krankheits- und Behinderungskos-
ten überhaupt beantragt wird. Solange unklar ist, ob die Vergütung der 
Krankheits- und Behinderungskosten beantragt wird, kann sachlogisch 
auch kein Anspruch auf Vergütung entstehen. Die Forderung wird mit der 
Fälligkeit zum (durchsetzbaren) Anspruch, also sobald die versicherte Per-
son innerhalb der 15-monatigen Frist (Art. 15 lit. a ELG) die Vergütung ge-

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genüber der Ausgleichskasse geltend macht. Erst – und nur dann – ist die-
se zur Leistung verpflichtet. 

4.2.2 Da die Vergütung der gesamten hier streitigen Krankheits- und Be-
hinderungskosten unbestrittenermassen (vgl. E. 4.1 hiervor) erst im Jahr 
2021 bei der Beschwerdegegnerin beantragt wurde, liegt nicht nur der Aus-
zahlungszeitpunkt, sondern auch der Anspruchsbeginn im Jahr 2021, wes-
halb die Rückforderung selbst unter Beachtung von Rz. 5002 KS-R EL zu 
Recht erfolgte. 

4.3 Nach dem Dargelegten ist die Rüge der Beschwerdeführenden (Be-
schwerde S. 2 unten), die Rückforderung der hier streitigen Krankheits- und 
Behinderungskosten verletzte das Rückwirkungsverbot (vgl. hierzu E. 3.3 
hiervor), nicht stichhaltig. Sowohl der Anspruchsbeginn auf Vergütung der 
Krankheits- und Behinderungskosten als auch der Auszahlungszeitpunkt 
liegen im Jahr 2021. Der relevante Sachverhalt verwirklichte sich demnach 
nach Inkrafttreten der EL-Reform (vgl. E. 3.1 hiervor), weshalb von vorn-
herein keine (grundsätzlich unzulässige) echte Rückwirkung vorliegt. Vor 
diesem Hintergrund ist ebenfalls nicht ersichtlich, inwiefern das Vorgehen 
der Beschwerdegegnerin willkürlich (Art. 9 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]) sein soll (zur diesbezüglichen Rüge: Beschwerde S. 2 unten). 

4.4 Nach dem Dargelegten erfolgte die angeordnete Rückerstattung der 
Krankheits- und Behinderungskosten in der Höhe von insgesamt 
Fr. 6'464.95 zu Recht. Demnach ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 4. Oktober 2021 (act. IIA 120) nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 ELG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

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5.2 Bei diesem Verfahrensausgang haben die Beschwerdeführenden 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 ELG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen. 

3. Zu eröffnen (R):
- D.________ z.H. der Beschwerdeführenden
- Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Ergänzungsleistungen 

(samt Eingabe vom 8. Februar 2022)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.