# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72d6bafa-4c29-5049-9be3-ce1b0e0d1623
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.08.2025 F-378/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-378-2025_2025-08-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-378/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richterin Christa Preisig, 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,    

Gerichtsschreiber Lukas Schmid. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, 

Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA), (…),  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nationales Visum aus humanitären Gründen; 

Verfügung des SEM vom 17. Dezember 2024. 

 

 

 

F-378/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Mit Verfügung vom 29. Februar 2024 anerkannte das SEM die Flücht-

lingseigenschaft des afghanischen Staatsangehörigen B._______ (nach-

folgend: A.) und gewährte ihm Asyl.  

A.b Im August 2021 verliess A. sein Heimaltland Afghanistan. Am 8. April 

2024 reichte er beim SEM ein Gesuch um asylrechtlichen Familiennachzug 

und Bewilligung der Einreise zugunsten seiner Ehefrau, der vier gemein-

samen Kinder und des Beschwerdeführers (geb. 2015) ein. Letzterer 

machte geltend, dass seine leiblichen Eltern am 12. Oktober 2021 von den 

Taliban umgebracht wurden und er seitdem als Pflegekind der Familie von 

A. aufgenommen wurde.  

A.c Am 11. September 2024 bewilligte das SEM der Ehefrau von A. (nach-

folgend: Pflegemutter) und den gemeinsamen Kindern die Einreise in die 

Schweiz. Daneben lehnte das SEM mit separater Verfügung, ebenfalls vom 

11. September 2024, das Gesuch um Familiennachzug in Bezug auf den 

Beschwerdeführer ab und bewilligte seine Einreise in die Schweiz nicht, 

wogegen dieser am 17. Oktober 2024 Beschwerde an das Bundesverwal-

tungsgericht erhob (Verfahren E-6391/2024). 

B.  

B.a Nachdem er bereits am 3. Oktober 2024 von Kabul nach Teheran ge-

reist war, ersuchte der Beschwerdeführer am 14. Oktober 2024 bei der 

Schweizer Botschaft in Teheran um Erteilung eines humanitären Visums. 

Mit Formularverfügung vom 15. Oktober 2025 verweigerte die Botschaft 

die Ausstellung des nachgesuchten Visums, wogegen der Beschwerdefüh-

rer noch am selben Tag Einsprache bei der Vorinstanz erhob.  

B.b Mit Verfügung vom 17. Dezember 2024 wies die Vorinstanz die Ein-

sprache des Beschwerdeführers ab.  

C.  

Am 18. Dezember 2024 reisten die Pflegemutter und deren vier leibliche 

Kinder ohne den Beschwerdeführer in die Schweiz ein.  

D.  

D.a Gegen die Abweisung der Einsprache gelangte der Beschwerdeführer 

mit Beschwerde vom 17. Januar 2025 an das Bundesverwaltungsgericht 

und beantragte, ihm sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung ein 

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humanitäres Visum zu erteilen und die Einreise in die Schweiz zu bewilli-

gen. Zudem beantragte er den Verzicht auf Erhebung eines Kostenvor-

schusses und die Einsetzung des rubrizierten Rechtsvertreters als unent-

geltlichen Rechtsbeistand.  

D.b Mit Zwischenverfügung vom 28. Februar 2025 hiess der Instruktions-

richter das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gut und wies das 

Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab. 

D.c Am 14. April 2025 forderte der Instruktionsrichter den Beschwerdefüh-

rer zur Aktualisierung des Sachverhalts und zur Bekanntgabe seines Auf-

enthaltsorts auf, woraufhin der Beschwerdeführer am 16. April 2025 eine 

Stellungnahme einreichte. 

E.  

Mit Entscheid E-6391/2024 vom 19. Mai 2025 wies die zuständige Asylab-

teilung des Bundesverwaltungsgerichts die gegen die Verfügung des SEM 

vom 11. September 2024 in Sachen Familienzusammenführung betreffend 

den Beschwerdeführer erhobene Beschwerde ab.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM betreffend humanitäre Visa sind mit 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 

AIG [SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG).  

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat, der ein schutzwür-

diges Interesse an der Änderung oder Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung hat, zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auch die 

übrigen Sachurteilsvoraussetzungen (Rechtsmittelfrist [Art. 50 Abs. 1 

VwVG] und Form der Beschwerde [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. Auf 

die Beschwerde ist einzutreten.  

2.  

Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 

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Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-

heblichen Sachverhaltes und – sofern wie vorliegend keine kantonale Be-

hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt 

werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bun-

desrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht 

an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Beschwerde 

auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder 

abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage im Zeitpunkt seines 

Entscheids (BGE 139 II 534 E. 5.4.1; BVGE 2020 VII/4 E. 2.2). 

3.  

3.1 Als Staatsangehöriger Afghanistans unterliegt der Beschwerdeführer 

der Visumspflicht gemäss Art. 9 der Verordnung vom 15. August 2018 über 

die Einreise und die Visumerteilung (VEV, SR 142.204). Mit seinem Ge-

such beabsichtigt er einen längerfristigen Aufenthalt, weshalb dieses nicht 

nach den Regeln zur Erteilung von Schengen-Visa, sondern nach den 

Bestimmungen des nationalen Rechts zu prüfen ist (vgl. BVGE 2018 VII/5 

E. 3.5 und E. 3.6.1). 

3.2 Gemäss Art. 4 Abs. 2 VEV kann in Abweichung von den allgemeinen 

Einreisevoraussetzungen (vgl. Art. 4 Abs. 1 VEV) in begründeten Fällen 

aus humanitären Gründen ein Visum für einen längerfristigen Aufenthalt 

erteilt werden. Ein solcher Fall liegt insbesondere vor, wenn die betreffende 

Person im Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und 

Leben gefährdet ist. Praxisgemäss werden humanitäre Visa nur unter sehr 

restriktiven Bedingungen ausgestellt (vgl. BVGE 2015/5 E. 4.1.3). Diese 

werden dann als erfüllt angesehen, wenn bei einer Person aufgrund der 

konkreten Umstände davon ausgegangen werden muss, dass sie sich im 

Heimat- oder Herkunftsstaat in einer besonderen Notsituation befindet, die 

ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich macht und es rechtfer-

tigt, ihr – im Gegensatz zu anderen Personen in derselben Lage – ein Ein-

reisevisum zu erteilen. Dies kann etwa bei akuten kriegerischen Ereignis-

sen gegeben sein oder aufgrund einer konkreten individuellen Gefährdung, 

die sie mehr als alle anderen Personen betrifft. Befindet sich die betroffene 

Person bereits in einem Drittstaat (BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3) oder ist sie 

nach einem Aufenthalt in einem solchen freiwillig in ihr Heimat- oder Her-

kunftsland zurückgekehrt (vgl. Urteil des BVGer F-4658/2017 vom 7. De-

zember 2018 E. 4.3) und hat sie die Möglichkeit, sich erneut in den Dritt-

staat zu begeben, ist in der Regel davon auszugehen, dass keine Gefähr-

dung mehr besteht. Gleiches gilt, wenn die Person nachweislich die Mög-

lichkeit hat, sich in einen Drittstaat zu begeben, ohne zuvor dort gewesen 

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zu sein (Urteil des BVGer F-840/2024 vom 26. Juni 2024 E. 3.2). Das Vi-

sumgesuch ist unter Berücksichtigung der aktuellen Gefährdung, der per-

sönlichen Umstände der betroffenen Person und der Lage im Heimat- oder 

Herkunftsland sorgfältig zu prüfen (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; Urteil 

des BVGer F-2470/2022 vom 29. November 2023 E. 3.2 m.H.). 

3.3 Im Hinblick auf das Beweismass ist zu betonen, dass für die Erteilung 

eines humanitären Visums eine im Sinne von Art. 4 Abs. 2 VEV relevante 

Gefährdung offensichtlich gegeben sein muss (vgl. BVGE 2024 VII/3 

E. 5.4.2; 2018 VII/5 E. 3.6.3; 2015/5 E. 4.1.3; je m.w.H.) und mithin grund-

sätzlich der volle Beweis zu erbringen ist (vgl. BVGE 2024 VII/3 E. 5.4.1). 

3.4 Festzuhalten bleibt ferner, dass das freiwillige Aufsuchen einer Schwei-

zer Auslandsvertretung zwecks Beantragung eines humanitären Visums 

seitens der Schweiz keine internationale Schutzpflicht begründet. Die ge-

suchstellende Person unterstellt sich damit nicht der Hoheitsgewalt der 

Eidgenossenschaft (siehe Urteil des BVGer F-1077/2022 vom 21. Februar 

2024 E. 4.4 u.a. mit Verweis auf, mutatis mutandis, Urteil des EGMR M.N. 

u.a. gegen Belgien vom 5. Mai 2020, Grosse Kammer 3599/18, §§ 96 ff.). 

4.  

Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer in seinem Heimatstaat 

Afghanistan einer unmittelbaren, ernsthaften und konkreten Gefährdung 

an Leib und Leben im Sinne von Art. 4 Abs. 2 VEV ausgesetzt ist.  

4.1 Vorab ist festzuhalten, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen 

9-jährigen Knaben aus Afghanistan handelt. Einem von ihm eingereichten 

«Guardianship Certificate» nach sind A. und dessen Ehefrau seit dem 

15. Dezember 2021 seine Pflegeltern, weil seine leiblichen Eltern am 

12. Oktober 2021 von den Taliban getötet wurden. Am 3. Oktober 2024 

reiste der Beschwerdeführer zusammen mit seiner Pflegemutter und deren 

vier leiblichen Kindern von Kabul nach Teheran. Am 18. Dezember 2024 

reisten die Pflegemutter und deren leibliche Kinder ohne den Beschwerde-

führer in die Schweiz ein. 

4.2 Der Beschwerdeführer begründet sein Visumsgesuch im Wesentlichen 

damit, dass er, seit seine leiblichen Eltern im Jahr 2021 von den Taliban 

ermordet worden seien, in Afghanistan keine leiblichen Verwandten mehr 

habe, die auf ihn aufpassen könnten. Da seine Pflegemutter und A. sich 

nach dem Tod seiner Eltern um ihn gekümmert und ihn schliesslich adop-

tiert hätten, seien sie nun in rechtlicher Hinsicht seine Familie. Zudem 

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verweist der Beschwerdeführer auf die allgemeine Lage in Afghanistan und 

darauf, dass männlichen afghanischen Asylsuchenden in der Schweiz auf-

grund der Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung nach Afghanistan 

mindestens die vorläufige Aufnahme gewährt werde, ihm – einem 9-jähri-

gen Knaben ohne Familie – mute man es aber zu, allein in Afghanistan zu 

leben.  

4.3 Die Vorinstanz begründet ihre Verfügung hauptsächlich damit, dass 

aufgrund der fehlenden Mitwirkung des Beschwerdeführers der rechtser-

hebliche Sachverhalt nicht habe ermittelt werden können. Der Beschwer-

deführer habe bei den Befragungen auf der Schweizer Botschaft in Tehe-

ran viele Fragen unbeantwortet gelassen und den Eindruck erweckt, als 

wäre er von der Adoptivmutter massiv unter Druck gesetzt und beeinflusst 

worden. Die Vorinstanz habe aber erhebliche Zweifel an der behaupteten 

Gefährdung des Beschwerdeführers und daran, dass er in Afghanistan 

keine Verwandten mehr habe, die auf ihn aufpassen könnten. Dies ent-

spreche nicht den üblichen Begebenheiten in Afghanistan.  

5.  

5.1 Im nationalen humanitären Visumverfahren ist der rechtserhebliche 

Sachverhalt von Amtes wegen sowie unter zugrunde legen eines verhält-

nismässigen Aufwands richtig und vollständig abzuklären (vgl. Art. 12 

VwVG; vgl. bezüglich genannter Norm BGE 143 II 425 E. 5.1; 140 I 285 

E. 6.3.1; BVGE 2022 VII/2 E. 9.6; 2019 I/6 E. 5.1). Relativiert wird der Un-

tersuchungsgrundsatz durch die Mitwirkungspflicht der gesuchstellenden 

Person (Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG; Art. 90 AIG). Diese erstreckt sich ins-

besondere auf Tatsachen, welche die gesuchstellende Person besser 

kennt als die Visabehörden und welche diese ohne Mitwirkung gar nicht 

oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben können (BGE 143 II 425 

E. 5.1; 138 II 465 E. 8.6.4; 132 II 113 E. 3.2). Die gesuchstellende Person 

trifft im nationalen humanitären Visumverfahren somit die Last, sämtliche 

ihr zur Verfügung stehenden begünstigenden oder belastenden Beweismit-

tel beizubringen und offenzulegen. Die Visabehörden sind insoweit nicht 

verpflichtet, den Sachverhalt von sich aus in jede erdenkliche Richtung ab-

zuklären (vgl. Art. 90 Bst. a AIG; vgl. BGE 140 I 285 E. 6.3.1; 128 III 411 

E. 3.2.1; BVGE 2022 VII/2 E. 9.6; RENÉ WIEDERKEHR/CHRISTIAN 

MEYER/ANNA BÖHME, OFK/VwVG, 2022, Art. 13 N. 3 ff.).  

5.2 Im nationalen humanitären Visumverfahren obliegt es der gesuchstel-

lenden Person, ihre Gefährdungssituation nachzuweisen (vgl. BVGE 2024 

VII/3 E. 5.2.1; Urteile des BVGer F-2107/2022 vom 3. Juli 2023 E. 3.3;  

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F-3837/2021 E. 3.3; m.w.H.). Eine unterbliebene Mitwirkung kann der ge-

suchstellenden Person im Rahmen der (freien) Beweiswürdigung zum 

Nachteil gereichen. Bloss behauptete Tatsachen können als nicht bewie-

sen betrachtet werden. Wo es vordringlich oder ausschliesslich an der ge-

suchstellenden Person liegt, die ihr zumutbaren Unterlagen und Informati-

onen zu liefern, darf die zuständige Visabehörde ohne weitere Sachver-

haltsermittlungen auf die bestehende Aktenlage abstellen (vgl. BVGE 2024 

VII/3 E. 5.2.5 unter Bezugnahme auf Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 BZP 

[SR 273] m.w.H.). 

5.3 Bei der Beantragung des Visums am 14. Oktober 2024 beantwortete 

der Beschwerdeführer mehr als die Hälfte der ihm gestellten Fragen nicht. 

Aus den vorinstanzlichen Akten geht hervor, dass aufgrund des unklaren 

Sachverhalts für den 25. November 2024 ein zweites Vorsprechen ange-

setzt wurde, wobei insbesondere hätte abgeklärt werden sollen, ob der Be-

schwerdeführer noch Verwandte in Afghanistan hat und was mit ihm im 

Falle der Verweigerung seiner Einreise in die Schweiz passieren würde. 

Den Akten der Auslandsvertretung in Teheran ist zu entnehmen, dass die 

Pflegemutter des Beschwerdeführers anlässlich des ersten Vorsprechens 

bei der Schweizer Botschaft in Teheran den Eindruck erweckt habe, sie 

könne die Übersetzerin nicht verstehen, obwohl sich herausgestellt habe, 

dass sie Farsi wohl doch verstanden habe. Zum zweiten Vorsprechen am 

25. November 2024 habe die Pflegemutter zwecks Übersetzung ihren 

Nachbarn mitgebracht. Es sei – erneut – der Eindruck entstanden, dass sie 

den Beschwerdeführer stark beeinflusst und unter Druck gesetzt habe. So 

habe der Gesuchsteller zu weinen begonnen, woraufhin das Interview 

habe unterbrochen werden müssen. Beim Versuch, es fortzusetzen, habe 

es danach ausgesehen, als ob die Pflegemutter mehrfach gehustet habe, 

um dem Beschwerdeführer Antworten zuzuflüstern. Als sie nach mehrma-

liger Aufforderung damit aufgehört habe, habe der unsichere Beschwerde-

führer keine Fragen mehr beantwortet und das Interview habe abgebro-

chen werden müssen.  

5.4 In der Vernehmlassung vom 21. März 2025 wies die Vorinstanz darauf 

hin, dass der Beschwerdeführer mehrfach die Gelegenheit erhalten habe, 

den unvollständigen Sachverhalt zu ergänzen und nachzuweisen, dass er 

in Afghanistan keine Verwandten mehr habe, die ihn betreuen könnten, 

oder dass er nicht in einer Einrichtung oder einem Heim leben könnte, das 

seiner persönlichen Situation angepasst sei. Zudem weist die Vorinstanz 

richtigerweise darauf hin, dass der Sachverhalt auch in der Beschwerde-

schrift vom 17. Januar 2025 nicht ergänzt worden sei und somit auch im 

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Seite 8 

Beschwerdeverfahren noch nicht bekannt sei, wie konkret die familiäre Si-

tuation des Beschwerdeführers in Afghanistan genau aussehe.  

5.5 Auch forderte der Instruktionsrichter den Beschwerdeführer am 14. Ap-

ril 2025 aufgrund des in Teilen unklaren Sachverhalts erneut dazu auf, sei-

nen aktuellen Aufenthaltsort und die Betreuungsverhältnisse sowie die Be-

dingungen, unter denen er sich dort aufhält, bekanntzugeben. In der vier-

seitigen Eingabe vom 16. April 2025 kam der Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers dieser instruktionsrichterlichen Aufforderung nicht nach 

und beantwortete erneut keine einzige der im Raum stehenden Fragen. 

Die stattdessen eingereichten Ausführungen zielen viel mehr auf die Gut-

heissung des Gesuchs von A. um Familiennachzug ab und gehen am 

Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens lautend auf die 

Ausstellung eines humanitären Visums vorbei. Auch unterlässt es der 

Rechtsvertreter (und damit der Beschwerdeführer) erneut, eine konkrete 

Gefährdung am aktuellen Aufenthaltsort substantiiert geltend zu machen 

und zu belegen. Stattdessen wirft er der Vorinstanz vor, nicht auf die Frage 

eingegangen zu sein, ob er bei einer Rückkehr an Leib und Leben gefähr-

det wäre. Dabei verkennt er, dass es seine Pflicht wäre, diese drohende 

Gefährdung zu behaupten und zu belegen und es eben gerade nicht der 

Vorinstanz obliegt abzuklären, ob eine solche Gefahr überhaupt besteht 

(siehe E. 5.2 hiervor).  

5.6 Somit bleiben der Aufenthaltsort, die Betreuungs- und die aktuelle Ge-

fährdungssituation des Beschwerdeführers nach wie vor unbekannt. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat es gar im Beschwerdeverfah-

ren unterlassen, seine Mitwirkungspflicht bei der Erstellung des rechtser-

heblichen Sachverhalts zu erfüllen und insbesondere rechtsgenüglich zu 

beweisen, dass der Beschwerdeführer in Afghanistan auf sich allein ge-

stellt wäre. Zudem ist eine aktuelle Bedrohung nicht substanziiert geltend 

gemacht worden. Soweit der Beschwerdeführer auf die schlechte Sicher-

heits- und Menschenrechtslage in Afghanistan hinweist und pauschal gel-

tend macht, ein 9-jähriger Knabe sei in Afghanistan an Leib und Leben be-

droht, ist festzuhalten, dass davon bedauerlicherweise alle Kinder in Af-

ghanistan – und nicht einzig er individuell – betroffen sind (vgl. Urteile des 

BVGer F-2740/2023 vom 19. Januar 2024 E. 5.2; F-949/2023 vom 17. No-

vember 2023 E. 7). 

5.7 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass ein humanitäres Visum recht-

sprechungsgemäss nicht dazu verwendet werden darf, ein ausländer- res-

pektive asylrechtliches Familiennachzugsverfahren zu umgehen (vgl. 

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Urteile des BVGer F-929/2022 vom 7. Februar 2023 E. 4.7; F-2544/2022 

vom 2. Dezember 2022 E. 6.7; F-3837/2021 vom 21. Juli 2022 E. 5.7), 

insbesondere wenn – wie hier – ein Gesuch betreffend den asylrechtlichen 

Familiennachzug bereits rechtskräftig abgelehnt wurde (vgl. Urteil des 

BVGer E-6391/2024 vom 19. Mai 2025 E. 4.5). 

6.  

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Vorausset-

zungen für die Erteilung eines humanitären Visums nach Art. 4 Abs. 2 VEV 

i.V.m. Art. 5 Abs. 3 AIG zwecks Einreise in die Schweiz nicht erfüllt und ihm 

die Vorinstanz das nachgesuchte Visum angesichts seiner mangelhaften 

Mitwirkung zu Recht verweigerte. Die angefochtene Verfügung ist nicht zu 

beanstanden (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das mit der Be-

schwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung wurde jedoch mit Zwischenverfügung vom 28. Februar 2025 gut-

geheissen. Es sind daher keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.  

8.  

Das Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG; vgl. Urteil des BGer 

2C_661/2018 vom 16. August 2018 E. 2). 

 

(Dispositiv: nachfolgende Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Basil Cupa Lukas Schmid 

 

 

 

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