# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f4e9e71-5d85-5b0f-a302-6cfdbb032d7d
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 10.11.2022 SK.2022.34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2022-34_2022-11-10.pdf

## Full Text

Urteil vom 10. November 2022 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Maric Demont, Vorsitz 

Sylvia Frei und Stefan Heimgartner,     

Gerichtsschreiberin Elena Inhelder  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staats-

anwältin des Bundes Simone Meyer-Burger 

 

 
gegen 

  A., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Dieter Caliezi 

  

Gegenstand  
Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von Spreng-

stoffen und giftigen Gasen; Widerhandlungen gegen 

das Sprengstoffgesetz; Widerhandlungen gegen das 

Strassenverkehrsgesetz 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2022.34 

- 2 - 

SK.2022.34 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. sei schuldig zu sprechen 

− des Herstellens, Verbergens, Weiterschaffens von Sprengstoffen und giftigen Ga-

sen (Art. 226 Abs. 2 StGB), 

− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz (Art. 37 Ziff. 1 

i.V.m. Art. 3 SprstG sowie Art. 38 Ziff. 1 i.V.m. Art. 17 und Art. 24 Abs. 1 SprstG), 

− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 96 

Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 10 Abs. 1 SVG, Art. 96 Abs. 2 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 SVG 

sowie Art. 97 Abs. 1 lit. f SVG). 

2. A. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten. Die ausgestandene Un-

tersuchungs- und Sicherheitshaft sowie die Zeit im vorzeitigen Strafvollzug sei auf 

den Vollzug der Strafe anzurechnen. 

3. A. sei mit einer Übertretungsbusse von Fr. 600.-- zu bestrafen, ersatzweise mit einer 

Freiheitsstrafe von 6 Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung. 

4. A. sei für die Dauer von 10 Jahren des Landes zu verweisen. 

5. Sicherstellungen 

5.1. Die folgenden, bei der Bundeskriminalpolizei bzw. der Bundesanwaltschaft lagernden 

Gegenstände seien A. nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzugeben: 

 

Ass-ID Gegenstand 

31688 
1 Zahnbürste blau gebraucht 
Ass-ID SH: A000‘239‘407 

31687 
1 Zahnbürste gelb gebraucht 
Ass-ID SH: A000‘239‘418 

31686 
1 Rasierklinge gebraucht 
Ass-ID SH: A000‘239‘429 

31726 
Hygienemaske, Papier  
Ass-ID Kapo SH: A000'241'338 

33355 
Hygienemaske Papier 
Ass-ID Kapo SH: A000'240'891 

31959 
Hygienemaske Papier 
Ass-ID Kapo SH: A000'240'915 

33320 
Plastiktasche himbeerfarben 
Ass-ID Kapo SH: A000'239'758 

33328 
Wörterbuch "Spaans Neserlands" 
Ass-ID Kapo SH: A000'239'736 

33327 
Medikamente "Quetiapine Accord 25mg" 
Ass-ID Kapo SH: A000'239'623 

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SK.2022.34 

33326 
Buch, Klauwen af van miin Iand 
Ass-ID Kapo SH: A000'239'714 

33325 

7 A4-Blätter unbeschriftet  
Ass-ID Kapo SH: A000'239'703 
(davon Spurensicherung Ass-ID Kapo SH: A000'241'452 / A000'241'441 / 
A000'241'305 / A000'241'430 / A000'241'292 / A000'241'270 / A000'241'281 / 
A000'241'258) 

33332 
Kugelschreiber 
Ass-ID Kapo SH: A000'239'305 

33333 
3 Kugelschreiber 
Ass-ID Kapo SH: A000'239'598 

29535 
Div. maschinengeschriebene Dokumente in niederländischer Sprache über Kranken-
kasse und Gemeinde. 
Ass-ID Kapo SH: A000'238'722 

100496 Führerausweis lautend auf A., Nr. 1 

100495 
Identitätskarte NR 2 
Lautend auf A. 

100493 
Bank B. Kaart 
A. 
Kartennummer 3 

100492 

C. Kreditkarte 
4 
A. 
09/24 

100489 Kassenzettel D. vom 03.11.2021, 13:14 Uhr, NL-7102 BD Winterswijk 

30974 
Herrenhose, schwarz 
Ass-ID FOR: A015'550'228 

30973 
Shirt, grau 
Ass-ID FOR: A015'550'217 

30972 
Hellblaues Herrenhemd 
Ass-ID FOR: A015'550'206 

29357 
Dunkelblaue Herrenjacke 
Ass-ID FOR: A015'550'171 

31679 
Rennvelo, Marke Intersens, Modell Superlite Racing RC 660 ultegra, silbern, Rah-
men-Nr. 5, inkl. zwei abmontierte Räder. 
Ass-ID Kapo SH: A000'237'774 

29547 

Rucksack, schwarz, Marke Recaro, mit drei Aussenfächern und zwei offenen 
Seitenfächern. Inhalt: Verschiedene Kleidungsstücke, Toilettenartikel, Medikamente, 
Büroutensilien. 
Ass-ID Kapo SH: A000'239'269 

29533 
Hygienemaske, Papier. 
Ass-ID Kapo SH: A000'238'186 

29532 
Fahrradflasche, Kunststoff, grün/schwarz, 650 ml. 
Ass-ID Kapo SH: A000'237'887 

29530 
Raumspray, Domol, Magic Waterlily, 300 ml, ohne Deckel. 
Ass-ID Kapo SH: A000'237'901 

29529 
Raumspray, Domol, Fresh Lemon, 300 ml, angebraucht, mit Deckel. 
Ass-ID Kap SH: A000'237'898 

- 4 - 

SK.2022.34 

29528 
Fahrradhelm, Marke MET, grün/schwarz 
Ass-ID Kapo SH: A000'237'876 

30129 
Papierakten: Kaufvertrag, Korrespondenz Amtsgericht Lörrach, Kopie öffentliche Ur-
kunde, Versicherungsunterlagen, Zusatzvereinbarungen Mietvertrag, Statuten, nie-
derländisch, Kuvert, weisse Papierzettel 

30128 
Öffentliche Urkunde (Kopie) Seite 1 und 3, mehrere Seiten Mietvertrag Geschäfts-
räume, mehrere Seiten E. Versicherung und Police, Dokumente in Niederländisch, 
Statuten 

27520 
Digitaler Fahrrad-Tachometer, Marke Sigma 1009 inkl. Kabel für Geschwindigkeits-
messung 
Ass-ID Kapo SH: A000'237'547 

 

Mit dem Vollzug sei die lagernde Behörde zu beauftragen. 

 

5.2. Die folgenden, bei der Bundeskriminalpolizei bzw. Bundesanwaltschaft lagernden 

Gegenstände seien einzuziehen und nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu ver-

nichten: 

Ass-ID Gegenstand 

27521 
Notebook, Marke Lenovo, Mod. Nr. 6, inkl. Netzteil und Laptoptasche. In Betrieb 
Ass-ID Kapo SH: A000'237'536 

29534 
Netzteil (Travel Adapter), Samsung, weiss. 
Ass-ID Kapo SH: A000'238'197 

27523 
SAMSUNG Galaxy A01 
Model: SM-A013G 

27522 
SAMSUNG Galaxy A02 
Model: SM A022F  

30130 1 Sim-Karte Lebara 7 

30131 
1 Sim-Karte Lebara 8  
1 Metallstift für iPhone 
1 Simkartenslot Plastik 

30133 1 Mobiltelefon iPhone  

30132 1 Mobiltelefon Samsung 

Mit dem Vollzug sei die lagernde Behörde zu beauftragen. 

6. Die Verfahrenskosten des Vorverfahrens in der Höhe von Fr. 147'786.35, zzgl. der 

erstinstanzlichen Verfahrenskosten in gerichtlich bestimmter Höhe, seien A. aufzuer-

legen. 

7. Fürsprecher Dieter Caliezi sei für die amtliche Verteidigung von A. in gerichtlich zu 

bestimmender Höhe aus der Kasse der Eidgenossenschaft zu entschädigen. 

A. sei zu verpflichten, dem Bund die Entschädigung zurückzubezahlen, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

8. Der Kanton Schaffhausen sei als Vollzugskanton zu bestimmen. 

  

- 5 - 

SK.2022.34 

Anträge der Verteidigung: 

1. Herr A. sei freizusprechen wegen angeblichem Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen 

von Sprengstoffen und giftigen Gasen gemäss Ziff. 1.1 der Anklageschrift vom 18. Au-

gust 2022 unter Ausscheidung der auf diesen Punkt entfallenden Verfahrenskosten 

und unter Auferlegung dieser Kosten an den Staat und unter Ausrichtung einer Ent-

schädigung für die auf die Freisprüche entfallenden Parteikosten. 

2. Herr A. sei eine Genugtuung von Fr. 35'200.-- auszurichten für die zu Unrecht ausge-

standene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 352 (recte: 373) Tagen. 

3. Herr A. sei schuldig zu sprechen wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrs-

gesetz gemäss Ziff. 1.3.1 bis 1.3.3 der Anklageschrift vom 18. August 2022, nament-

lich das Führen eines Motorfahrzeugs ohne Fahrzeugausweis sowie ohne Haftpflicht-

versicherung und den Missbrauch von Ausweisen und Schildern sowie wegen Wider-

handlungen gegen das Sprengstoffgesetz gemäss Ziff. 1.2.1 und 1.2.2. der Anklage-

schrift vom 18. August 2022. 

4. Herr A. sei gestützt auf die Schuldsprüche zu verurteilen: 

− zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 20 Tagen unter Gewährung des bedingten 

Strafvollzugs; 

− zu einer Busse in Höhe von Fr. 1'750.--; 

− zu den auf die Schuldsprüche entfallenden Verfahrenskosten. 

5. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gemäss Kostennote gerichtlich festzuset-

zen. 

6. Herrn A. seien die folgenden beschlagnahmten Gegenstände herauszugeben: 

die Nummern: 33328 (Wörterbuch Spaans Neserlands), 33326 (Buch Klauwen af van 

mijn land), 33325 (7 A4 Blätter, unbeschriftet), 33332 + 33333 (insgesamt 4 Kugel-

schreiber), 29535 (Div. Maschinengeschriebene Dokumente in niederländischer Spra-

che über Krankkasse und Gemeinde), 27521 (Notebook der Marke Lenovo, inkl. Netz-

teil und Laptoptasche) 100496 (Führerausweis), 100495 (Identitätskarte), 

100493 (Bank B. Kaart), 100492 (C. Kreditkarte), 30974 (Herrenhose, schwarz), 

30973 (Shirt, grau), 30972 (Hellblaues Herrenhemd), 29357 (Dunkelblaue Herrenja-

cke), 31679 (Rennfahrrad der Marke Intersens, silber), 29547 (Rucksack der Marke 

Recaro, schwarz), 29534 (Netzteil [Travel Adapter] Samsung, weiss), 29532 (Fahrrad-

flasche grün/schwarz), 29528 (Fahrradhelm der Marke MET, grün/schwarz), 

27523 (Samsung Galaxy A01), 27522 (Samsung Galaxy A02), 27520 (Digitaler Fahr-

rad-Tachometer, Marke Sigma): (Gegenstände beschlagnahmt am 04.11.2021 am 

Domizil von A. in Z.) 30130-30128. 

7. Es sei weiter zu verfügen, was Rechtens ist. 

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SK.2022.34 

Prozessgeschichte: 

A. Am 3. November 2021, 21:50 Uhr, kamen bei der Zollkontrolle des durch den 

niederländischen Staatsangehörigen A. (nachfolgend: Beschuldigter) beim 

Grenzübergang Thayngen von Deutschland her kommend, gelenkten Fahrzeugs 

Audi RS6 mit deutschen Kennzeichen u.a. vier Pakete mit Sprengstoff, Funkaus-

löser, ein Geissfuss, Sturmhauben und diverse Fahrzeug-Kontrollschilder zum 

Vorschein, woraufhin der Beschuldigte festgenommen und an die Schaffhauser 

Polizei überstellt wurde (BA 10.3.12 ff.). 

B. Gestützt auf die Meldung der Kantonspolizei Schaffhausen und des Bundesamts 

für Polizei eröffnete die Bundesanwaltschaft am 4. November 2021 eine Strafun-

tersuchung gegen den Beschuldigten wegen Verdachts der versuchten Gefähr-

dung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 

i.V.m. Art. 22 StGB) und Widerhandlungen gegen das Kriegsmaterialgesetz 

(Art. 33 KMG). Am Folgetag wurde die Strafuntersuchung auf Unbekannt ausge-

dehnt (BA 1.1.1 f.). 

C. Mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Bern vom 6. No-

vember 2021 wurde der Beschuldigte bis 2. Februar 2022 in Untersuchungshaft 

versetzt (BA 6.1.37 ff.). Die Untersuchungshaft wurde dreimal um jeweils drei 

Monate, d.h. bis zum 2. November 2022 verlängert (BA 6.1.97 ff.; -150 ff.; -171 

ff.). 

D. Mit Verfügung vom 19. April 2022 dehnte die Bundesanwaltschaft die Strafunter-

suchung auf Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von Sprengstoffen und gifti-

gen Gasen (Art. 226 StGB), Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz 

(Art. 37 f. SprstG) sowie Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz 

(Art. 96 f. SVG) aus (BA 1.1.3). Gleichentags vereinigte die Bundesanwaltschaft 

gestützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO die Strafverfolgung in der Hand der Bundesbe-

hörden (BA 2.0.1 f.). 

E. Mit Verfügung vom 28. Juli 2022 trennte die BA das Strafverfahren gegen Unbe-

kannt vom Strafverfahren gegen den Beschuldigten ab, mit der Begründung, die 

weitere Täterschaft habe noch nicht ermittelt werden können und das Vorverfah-

ren gegen den Beschuldigten stehe vor dem Abschluss (BA 3.1.1 ff.). 

F. Die Bundesanwaltschaft erhob am 18. August 2022 Anklage bei der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Strafkammer) gegen den Beschuldigten 

wegen Herstellens, Verbergens, Weiterschaffens von Sprengstoffen und giftigen 

Gasen (Art. 226 StGB), Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz 

(Art. 37 f. SprstG) sowie Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz 

(Art. 96 f. SVG [TPF 7.100.001 ff.]). Gleichentags stellte sie Antrag auf Anord-

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nung von Sicherheitshaft, die mit Entscheid vom 29. August 2022 des Zwangs-

massnahmengerichts des Kantons Bern bis zum 17. November 2022 angeordnet 

wurde (TPF 7.231.7.001 ff.). 

G. Mit Verfügung vom 31. August 2022 lud der Vorsitzende die Parteien ein, Be-

weisanträge zu stellen und zu begründen (TPF 7.250.001 f.). Die Parteien ver-

zichteten auf die Stellung von Beweisanträgen (TPF 7.231.7.12; 7.810.004 f.). Im 

Rahmen der Prozessvorbereitung holte der Vorsitzende zudem einen Strafregis-

terauszug aus dem schweizerischen Strafregister sowie einen Führungsbericht 

des Gefängnisses F. über den Beschuldigten ein (TPF 7.250.001 f.; 7.231.7.011; 

-017 f.). 

H. Auf Gesuch des Beschuldigten bewilligte die Strafkammer am 16. Septem-

ber 2022 per sofort den vorzeitigen Strafvollzug (TPF 7.231.7.12; 

7.912.3.001 ff.). 

I. Die Hauptverhandlung fand am 9. November 2022 in Anwesenheit der Bundes-

anwaltschaft, des Beschuldigten und seines Verteidigers am Sitz des Bun-

desstrafgerichts statt. Das Urteil wurde am 10. November 2022 in Anwesenheit 

der Parteien mündlich eröffnet und begründet. 

J. Die Parteien haben keine Berufung angemeldet. Die schriftliche Begründung er-

folgt von Gesetzes wegen (Art. 82 Abs. 1 StPO). 

  

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Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Das Gericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen. Die Anklage lautet auf 

Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von Sprengstoffen und giftigen Gasen 

(Art. 226 Abs. 2 StGB), Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz 

(Art. 37 f. SprstG) und Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz 

(Art. 96 f. SVG). Gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. d StPO unterstehen die Verbrechen 

und Vergehen der Artikel 224-226ter StGB der Bundesgerichtsbarkeit – für die 

übrigen Anklagepunkte sieht das Gesetz keine Ausnahme vor, weshalb diesbe-

züglich grundsätzlich kantonale Gerichtsbarkeit gegeben ist. Die Bundesanwalt-

schaft vereinigte die Strafverfolgung und Beurteilung der Taten gestützt auf 

Art. 26 Abs. 2 StPO in der Hand der Bundesbehörden (siehe dazu Prozessge-

schichte lit. D). Demnach ist für die angeklagten Taten Bundesgerichtsbarkeit 

gegeben. 

1.2 Die Kompetenz des Kollegialgerichts der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 36 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 

19. März 2010 (StBOG; SR 173.71). 

1.3 Weitere prozessuale Fragen stellen sich in casu nicht und wurden auch nicht von 

den Parteien vorgebracht. 

2. Anklagevorwurf 

2.1 Anklageziffer 1.1: Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von Sprengstoffen 

und giftigen Gasen (Art. 226 Abs. 2 StGB) 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, am 

3. November 2021 um ca. 21:50 Uhr mit vier, in einer Tasche deponierten, Pa-

keten à total ca. 2 Kilogramm Sprengstoff «PEP 500» (plastischer Sprengstoff 

auf Basis von Nitropenta / PETN) von den Niederlanden über Deutschland her-

kommend mit dem Personenwagen Audi RS6, beim Grenzübergang Thayn-

gen (SH) in die Schweiz eingereist zu sein. Nebst dem Sprengstoff habe der Be-

schuldigte zudem Funkauslöser, einen Kunststoffschlauch und Schlauchstücke, 

U-Profile aus Metall, Metallbleche sowie Metallstangen, einen Geissfuss, einen 

Hammer, einen Vorschlaghammer sowie zwei Bolzenscheider, vier (wovon zwei 

zu ¾ gefüllt) Kunststoff-Kanister mit Benzin à 25 l, Sturmhauben und vier ge-

fälschte Kontrollschilderpaare (CH/DE) mit sich geführt. Der Beschuldigte habe 

dabei insbesondere die Tasche mit dem Sprengstoff sowie die gefälschten Kon-

trollschilderpaare eigenhändig in den Personenwagen gelegt. Er sei mit dem Ziel 

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in die Schweiz eingereist, den Sprengstoff und die weiteren vorgenannten Ge-

genstände noch am selben Tag nach Y. (VD) zu verbringen und dort drei unbe-

kannten Personen zu übergeben. Der Beschuldigte habe mindestens eventual-

vorsätzlich und in verbrecherischer Absicht gehandelt, wobei er zumindest habe 

annehmen müssen, dass dieser Sprengstoff zu verbrecherischem Gebrauch, 

mutmasslich zur Sprengung von Bankomaten bestimmt, gewesen sei. 

2.2 Anklageziffer 1.2: Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz 

2.2.1 Anklageziffer 1.2.1: Unbefugter Verkehr (Art. 37 Ziff. 1 SprstG) 

Die Bundesanwaltshaft wirft dem Beschuldigten weiter vor, am 3. Novem-

ber 2021 nebst den erwähnten vier Paketen à total ca. 2 Kilogramm Sprengstoff 

eine Handlichtfackel «Albatros» in die Schweiz eingeführt zu haben. Beim 

Sprengstoff «PEP 500» handle es sich um einen plastischen Sprengstoff auf Ba-

sis von Nitropenta, der für die Einfuhr in die Schweiz nicht zugelassen sei bzw. 

nur mit behördlicher Bewilligung eingeführt werden dürfe, und bei der Handlicht-

fackel «Albatros» um einen pyrotechnischen Gegenstand der Kategorie P1, der 

ebenfalls nur mit behördlicher Bewilligung in die Schweiz eingeführt werden 

dürfe, wobei der Beschuldigte über keine behördliche Bewilligung verfügt habe. 

Der Beschuldigte habe mindestens eventualvorsätzlich gehandelt. 

2.2.2 Anklageziffer 1.2.2: Missachtung von Schutz- oder Sicherheitsvorschriften bei 

Beförderung (Art. 38 Abs. 1 i.V.m. Art. 17 und Art. 24 Abs. 1 SprstG) 

Der Beschuldigte soll der Anklage zufolge alsdann, bei der Beförderung des 

Sprengstoffs jegliche Schutz- und Sicherheitsvorschriften missachtet haben, in-

dem er den Sprengstoff mitgeführt habe, ohne sich innerhalb eines Fabrikations-

betriebs, auf einer Baustelle oder auf dem Weg nach und von den Verwen-

dungsorten bewegt zu haben und ohne im Umgang mit Sprengstoffen unterrich-

tet zu sein. Der Beschuldigte habe mindestens eventualvorsätzlich gehandelt.  

2.3 Anklageziffer 1.3: Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz 

2.3.1 Anklageziffer 1.3.1: Führen eines Motorfahrzeugs ohne Fahrzeugausweis 

(Art. 96 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 10 Abs. 1 SVG) 

Dem Beschuldigten wird weiter vorgeworfen, den Personenwagen Audi RS6 am 

3. November 2021 in Thayngen gelenkt zu haben, ohne den erforderlichen Fahr-

zeugausweis mitgeführt zu haben. Der Beschuldigte habe mindestens eventual-

vorsätzlich gehandelt. 

  

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2.3.2 Anklageziffer 1.3.2: Führen eines Motorfahrzeugs ohne Haftpflichtversicherung 

(Art. 96 Abs. 2 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 SVG) 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zudem vor, am 3. Novem-

ber 2021 in Thayngen den Personenwagen Audi RS6, für den kein Versiche-

rungsschutz bestanden habe, geführt zu haben, wobei er mindestens mit Even-

tualvorsatz gehandelt habe. 

2.3.3 Anklageziffer 1.3.3: Missbrauch von Ausweisen und Schildern (Art. 97 Abs. 1 lit. f 

SVG)  

Schliesslich legt die Anklage dem Beschuldigten zur Last, den Personenwagen 

Audi RS6 am 3. November 2021 in Thayngen mit gefälschten Kontrollschildern 

(DE 9) geführt zu haben. Der Beschuldigte habe dabei mindestens eventualvor-

sätzlich gehandelt. 

3. Beweismittel und Beweiswürdigung 

3.1  

3.1.1 Nach Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus 

dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung (BGE 144 IV 345 

E. 2.2.3.1). Das Gebot soll sicherstellen, dass der Richter nicht verpflichtet ist, 

etwas als erwiesen zu erachten, wenn es dies nach seiner Überzeugung nicht 

ist, oder umgekehrt etwas als nicht erwiesen anzusehen, worüber für ihn kein 

Zweifel besteht (HOFER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 10 StPO N. 58). 

Überzeugt zeigen darf sich das Gericht nur, wenn es jeden vernünftigen Zweifel 

ausschliessen kann. Die Überzeugung muss durch gewissenhaft festgestellte 

Tatsachen und logische Schlussfolgerungen begründet werden; dadurch wird die 

Herleitung des Beweisergebnisses objektiv nachvollziehbar (HOFER, a.a.O., 

Art. 10 StPO N. 61). Eine tatbestandsmässige, zum Schuldspruch beitragende 

Tatsache ist rechtserheblich festgestellt, sobald das Gericht erkennt, dass die 

Zuverlässigkeit des Beweisergebnisses nicht ernsthaft zu bezweifeln ist 

(BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.3). Der Grundsatz in «dubio pro reo» gemäss Art. 10 

Abs. 3 StPO kommt erst bei der Beurteilung des Resultats der Beweisauswertung 

zu tragen, das heisst beim auf die freie Würdigung der Beweismittel folgenden 

Schritt vom Beweisergebnis zur Feststellung derjenigen Tatsachen, aus denen 

sich das Tatsachenfundament eines Schuldspruchs zusammensetzt (BGE 144 

IV 345 E. 2.2.3.2, WOHLERS, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 10 StPO 

N. 12 ff.). Diesem zu folge geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 

günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass 

die tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Art. 10 

Abs. 3 StPO verbietet es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands 

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von einem belastenden Sachverhalt auszugehen, wenn nach objektiver Würdi-

gung der gesamten Beweise ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachver-

halt tatsächlich so verwirklicht hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person 

günstigere Tatversion vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Auf 

der anderen Seite kann keine absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte 

und theoretische Zweifel sind kaum je ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 

E. 2.2.1).  

3.1.2 Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein indi-

rekter Beweis zulässig. Indizien (Anzeichen) sind Hilfstatsachen, die, wenn sel-

ber bewiesen, auf eine andere, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache schliessen 

lassen. Es gilt, die Indizien daraufhin zu überprüfen, ob sie ausschliesslich für 

eine Hypothese sprechen oder ob sie ambivalent sind, weil sie je nach Kontext 

unterschiedlich verstanden werden können. Der erfolgreiche Indizienbeweis be-

gründet eine der Lebenserfahrung entsprechende Vermutung, dass die nicht be-

wiesene Tatsache gegeben ist. Für sich allein betrachtet deuten Indizien jeweils 

nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache hin. Ge-

meinsam – einander ergänzend und verstärkend – können Indizien aber zum 

Schluss führen, dass die rechtserhebliche Tatsache nach der allgemeinen Le-

benserfahrung gegeben sein muss. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis 

gleichgestellt (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4, 2.2.3.6; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1427/2016 vom 27. April 2017 E. 3). 

3.2 Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von Sprengstoffen und giftigen Ga-

sen (Anklageziffer 1.1) 

3.2.1  

3.2.1.1 In objektiver Hinsicht ist erstellt und im Übrigen auch unbestritten, dass der Be-

schuldigte am 3. November 2021, um ca. 21.50 Uhr als Lenker des Personen-

wagens Audi RS6 mit den Kontrollschildern DE 9 anlässlich der Einreise in die 

Schweiz am Zollamt Thayngen durch die Grenzwachtbeamten angehalten und 

kontrolliert wurde, wobei in einer auf dem Rücksitz deponierten schwarzen Ta-

sche, zwischen diversen Kleidungsstücken verstaut, vier in schwarzes Klebe-

band eingefasste Blöcke mit je 500 Gramm Sprengstoff mit dem Aufdruck «PEP 

500» sichergestellt wurden (BA 11.1.2 ff.; 10.3.5 ff.). Dass es sich dabei um 

Sprengstoff handelt, ist gestützt auf den Spurenbericht des Forensischen Institut 

Zürich vom 15. März 2022 erwiesen. Diesem zufolge bestehen die vier Blöcke 

«PEP 500» aus einem plastischen Sprengstoff auf Basis von Nitropenta (PETN), 

hergestellt vom Unternehmen G. (BA 11.1.43). Nitropenta (PETN) ist ein Spreng-

stoff, welcher in verschiedenen Sprengmitteln, wie namentlich zivilen und militä-

rischen Sprengvorrichtungen, verwendet wird (BA 11.1.43). Die Dichte deklariert 

die H., das Nachfolgeunternehmen der G., mit min. 1,50 g/cm3 und einer Deto-

nationsgeschwindigkeit von min. 7400 m/s. In der Literatur wird die Detonations-

geschwindigkeit von Nitropenta bei einer Dichte von 1.77 g/cm3 mit 8'400 m/s 

- 12 - 

SK.2022.34 

angegeben. Aufgrund dieser Eigenschaften wird vorliegender Sprengstoff vom 

Anwendungsbereich des Sprengstoffgesetzes, nicht aber vom Kriegsmaterialge-

setz erfasst (BA 11.1.54 f.). Aus dem Bericht ergibt sich sodann, dass auch auf 

der Kunststoffabdeckung vorne links und rechts, der hinteren Sitzreihe, im Kof-

ferraum und an den Innenscheiben des Fahrzeugs Nitropenta festgestellt wurde 

(BA 11.1.42 f.).  

Aus den Akten geht weiter hervor, dass im Fahrzeug zudem drei Funk-Auslöse-

vorrichtungen, bestehend aus je einer Sende- und Empfangseinheit, ein Kunst-

stoffschlauch sowie Schlauchstücke, zwei U-Metallprofile, zwei Stahlbleche, 

sechs Vierkantstangen, ein Geissfuss, ein Hammer, ein Vorschlaghammer sowie 

zwei Bolzenschneider sichergestellt wurden (BA 10.1.284 ff.; 10.3.8 ff.; 

11.1.1 ff.). Neben Sturmhauben befanden sich im Fahrzeug vier Kunststoff- 

Kanister mit Benzin (zwei zu ¾ gefüllt) sowie vier gefälschte Kontrollschildpaare, 

mitunter die am Fahrzeug angebrachten Schilder (BA 10.1.119 ff.; -284 ff.; 

10.3.10 ff.). Zündmittel, um den Sprengstoff auszulösen, wurden keine vorgefun-

den. 

3.2.1.2 Nach dem Gesagten ist der Anklagesachverhalt in objektiver Hinsicht aktenmäs-

sig erstellt, wurde der Beschuldigte doch in flagranti beim Weiterschaffen von 

Sprengstoff im Rahmen seiner Einreise in die Schweiz erwischt. Er bestritt jedoch 

von dem im Fahrzeug mitgeführten Sprengstoff und damit implizit auch, von der 

verbrecherischen Zweckbestimmung desselben gewusst zu haben (pag. 13.1.5; 

-15; -34 f.; -113; -115; TPF 7.731. 5 ff.). Insofern ist nachfolgend anhand der 

Personal- und Sachbeweise sowie der Tatumstände zu prüfen, ob der Beschul-

digte Kenntnis hatte vom im Fahrzeug befindlichen, sichergestellten Sprengstoff 

und dessen verbrecherischer Zweckbestimmung respektive eine solche mindes-

tens für möglich hielt und in Kauf nahm.  

3.2.2  

3.2.2.1 Hinsichtlich des vom Beschuldigten gelenkten Personenwagens Audi RS6 ist 

aufgrund der eidesstattlichen Erklärung der Polizei Z. vom 29. Dezember 2021 

zunächst erstellt, dass dieser Audi RS6 am 11. Mai 2021, um ca. 00:25 Uhr in 

den Niederlanden gestohlen wurde (BA 18.1.195 ff.; -209 ff.; 10.1.5). Zum Zeit-

punkt des Diebstahls war das Fahrzeug, welches sich im Eigentum des nieder-

ländischen Unternehmens I. befand, vermietet (BA 18.1.219; 12.3.7 ff.). Erstellt 

ist weiter, dass der ursprünglich graue Audi RS6 nach dem Diebstahl schwarz 

foliert (BA 10.1.5) und nachträglich ein Start-Knopf eingebaut wurde, mit wel-

chem sich der Motor selbst − und nicht bloss die Zündung − starten lässt 

(BA 10.3.26 ff.). 

Aus dem rechtshilfeweise beigezogenen Mietvertrag der Garagenbox, in welcher 

der Beschuldigte den Audi RS6 vor seiner Einreise in die Schweiz abholte, ergibt 

- 13 - 

SK.2022.34 

sich alsdann, dass dieser ab dem 11. Mai 2021, d.h. am Tag des Diebstahls, zu 

laufen begann (BA 18.1.105 ff.; -122 ff.; -136 ff.). 

3.2.2.2 Beweismässig erstellt und im Übrigen auch unbestritten ist, dass das vom Be-

schuldigten am 3. November 2021 anvisierte Ferienhaus in Y., von diesem am 

1. November 2021 für 4 Gäste und 7 Nächte, ab 3. November 2021, gebucht 

wurde (BA 10.3.23; 9.1.2; -5; 13.1.29). Zuvor hatte er am 7. September 2021 eine 

Unterkunft in X., Deutschland, für ebenfalls 4 Personen und 13 Nächte, ab dem 

11. September 2021, welche er dann vorzeitig am 22. September 2021 verliess 

(BA 10.1.10; -83 f.) und am 17. August 2021 eine Unterkunft ab dem 22. Au-

gust 2021 für sieben Nächte für 5 Personen in W. (ZH) (BA 10.1.10), wobei der 

Beschuldigte diesfalls die Mietdauer bis am 4. September 2021 verlängerte, ge-

bucht (BA 10.1.112). Gemäss den vorhandenen Überwachungsbildern und Aus-

sagen der Vermieterschaft des Ferienhauses reiste der Beschuldigte in X. eben-

falls mit dem Audi RS6 mit deutschem Kontrollschild DE 9 an (BA 10.1.78; -84; -

85). Aus den Akten geht alsdann hervor, dass es während seiner dortigen Miet-

dauer zu Sprengungen von Bankomaten in der Schweiz kam. Bei zwei Banko-

matensprengungen wurde ein Audi RS6 schwarz gesichtet, bei zwei Bankoma-

tensprengungen ein Audi RS6 grau (vgl. BA 13.1.106).  

Dem Nachtragsbericht zum Auswertungsbericht des Mobiltelefons Samsung Ga-

laxy A02 der BKP zufolge, wurde auf dem vorgenannten Mobiltelefon zudem eine 

Reservationsbestätigung für zwei Übernachtungen vom 28. bis zum 30. Okto-

ber 2021 in V., Frankreich für zwei Personen gefunden. Am 28./29. Oktober 2021 

kam es im nur 20 Minuten entfernten S. (BL) zu der bereits erwähnten Bankoma-

tensprengung (BA 8.1.65 ff.). 

Gestützt auf die Aktenlage steht damit fest, dass sich der Beschuldigte in der 

Vergangenheit mehrfach im Tatzeitpunkt von Bankomatensprengungen in der 

Schweiz oder in unmittelbarer Grenznähe zur Schweiz aufgehalten hat. Diese 

Tatortnähe kann, zumal sie mehrfach vorkommt, nicht als blosse Koinzidenz ge-

wertet werden. 

3.2.2.3 Zu beachten ist ferner die ab dem sichergestellten Laptop, Lenovo IdeaPad, ge-

sicherte E-Mail vom 20. September 2021 an J. mit dem Betreff «Nachbuchung 

Ferienhaus und Vorgehen für die nahe Zukunft». Darin führte der Beschuldigte 

Folgendes aus: «Ich habe noch kurz über die nächste Zeit mit unseren Freund-

chen nachgedacht. Wie du wahrscheinlich schon von ihnen gehört hast, müssen 

sie zuerst noch den grossen «Chlapf» (niederländisch: klapper) machen. Und 

dann gibt es ein Fest für uns alle. [...] Eventuell, wenn die Freundchen das erlau-

ben, kaufe ich ein günstiges Bike in einem holländischen K.-Geschäft? Dieses 

könnte ich als «Deckmantel» (=Tarnung) mitnehmen.» (BA 8.1.19 ff.; -50; 

13.1.81). 

- 14 - 

SK.2022.34 

3.2.2.4 Dem Spurenbericht des Kommissariats Kriminaltechnik der Kantonspolizei 

Schaffhausen vom 28. Dezember 2021 zufolge konnten alsdann die an drei, in 

der gleichen Tasche wie der Sprengstoff deponierten, Kleidungsstücke sicherge-

stellten DNA-Spuren dem DNA-Profil des Beschuldigten (BA 10.1.284 ff.; -141 ff.; 

-601 f.) zugeordnet werden (A000'238'835 Pullover blau [BA 10.1.315; 10.1.686]; 

A000'238'915 Herrenhose blau [BA 10.1.317; -686]; A000'239'021 Shirt schwarz 

[BA 10.1.316; -688]). Anhand der DNA-Spuren an drei weiteren Kleidungsstü-

cken aus besagter Ledertasche konnten Mischprofile, die im Hauptprofil dem Be-

schuldigten zugeordnet werden konnten, erstellt werden (A000'238'891 Shorts 

grau [BA 10.1.318; -686]; A000’238'879 Hosengurt schwarz [BA 10.1.317; -686]; 

A000'238'982 T-Shirt weiss [BA 10.1.316; -688]).  

3.2.2.5 In Bezug auf die verbrecherische Bestimmung des Sprengstoffes zur Sprengung 

von Bankomaten ergibt sich aus den Akten, neben den diversen sichergestellten 

Gegenständen, die auf eine solche hindeuten (dazu E. 3.2.1.1), Folgendes: 

Aus dem Spurenbericht des Forensischen Institut Zürich vom 15. März 2022 geht 

hervor, dass zwischen den vorliegenden sichergestellten Gegenständen kon-

krete Hinweise auf materialtechnische Zusammenhänge zu den Komponenten 

der sichergestellten Sprengvorrichtung (sog. Pizza-Slide-USBV) bestehen, wel-

che im Rahmen der Bankomatensprengung vom 29. Oktober 2021 in S. (BL) in 

intaktem Zustand geborgen wurde und/oder zum Spurenmaterial der zur Umset-

zung gebrachten Sprengvorrichtung in S. (BL), nämlich Sprengstoff auf Basis von 

Nitropenta (PETN), U-Profile/Metallbleche, Sender-/Empfängereinheiten mit Auf-

schrift «Wireless Remote» und Abbildung «Einhorn» sowie Kunststoffschläuche. 

Makroskopische Untersuchungen ergaben als dann, übereinstimmende Schar-

tenmerkmale und Schnittspuren auf den vorliegend sichergestellten Schläuchen 

und dem im Fall S./BL sichergestellten Schlauch, aufgrund deren anzunehmen 

ist, dass das gleiche Schneidewerkzeug eingesetzt wurde (BA 11.1.47). 

Gestützt auf den Kurzbericht des Forensischen Institut Zürich vom 28. Ja-

nuar 2022, demzufolge die im Fahrzeug sichergestellten Gegenstände mit vor-

handenem Bildmaterial aus dem Verfahren betreffend die Bankomatenspren-

gung in S. verglichen wurden, ist als dann erstellt, dass sowohl das sicherge-

stellte Brecheisen (Geissfuss) als auch der sichergestellte Hammer 

«LUXTOOLS» mit den bei der Bankomatensprengung in S./BL verwendeten 

identisch sind (BA 11.1.58 ff.; -69 f.; -72 ff.; -79 ff.). 

3.2.2.6 Zu seiner Einreise befragt, führte der Beschuldigte zusammengefasst aus, er sei 

von einer Gruppe junger Männer beauftragt worden, in Y. ein Ferienhaus zu su-

chen (BA 13.1.29) und das Fahrzeug dann dahin zu fahren (BA 13.1.6; -92). Der-

selbe Audi RS6 habe sich im Juni oder Juli 2021 in einem Lastwagen befunden, 

welchen er – ebenfalls im Auftrag von einer Person – in die Schweiz, nach U. 

(Anmerkung: bei W.) gefahren habe, wo er ein Ferienhaus für 4 bis 5 Personen 

gebucht habe (BA 13.1.6 f.; -37 f.). Den Audi RS6 habe er dann im Sommer von 

- 15 - 

SK.2022.34 

der Schweiz nach Holland gefahren und ihn dort bei einer Garage abgeliefert 

(BA 13.1.7; -26). Die Schlüssel habe er noch gehabt, als er am 3. Novem-

ber 2021, um ca. 12 Uhr den Audi aus der besagten Garage in der Nähe von T. 

abgeholt habe, um über Deutschland in die Schweiz nach Y. zu fahren 

(BA 13.1.7; -26 f.). In Y. hätte er sich im Ferienhaus mit anderen Personen ge-

troffen (BA 13.1.15). Neben ihm, hätten auch andere Personen Sachen in das 

Fahrzeug geladen. Er, so der Beschuldigte, habe sein Fahrrad und alles, was 

nicht im Kofferraum gewesen sei, ins Fahrzeug geladen, insbesondere die 

schwarze Sporttasche und ein ca. 1 Meter langes Paket mit Kontrollschildern (BA 

13.1.27). Im Rahmen der Schlusseinvernahme ergänzte er seine bisherigen Aus-

sagen dahingehend, dass er die anderen Gegenstände im Fahrzeug positioniert 

und deshalb angefasst habe (BA 13.1.114). Auf Frage, wer den Sprengstoff in 

seine Tasche gelegt habe, gab er zu Protokoll: «Das weiss ich nicht mehr. Kann 

sein, dass ich das war.» (BA 13.1.34). Jemand habe ihm den Sprengstoff gege-

ben und ihm versichert, dass alles «safe» sei (BA 13.1.15; -33 f.). Angesprochen 

auf seine unterschiedlichen Aussagen betreffend die Verbringung des Spreng-

stoffes in die Sporttasche, gab der Beschuldigte zu Protokoll, er oder jemand 

anderes habe etwas in seine Tasche getan, wobei er nicht gewusst habe und 

auch nicht wissen wollte, was das war (BA 13.1.90). Anlässlich der Schlussein-

vernahme vom 27. Juli 2022 führte der Beschuldigte schliesslich aus, er glaube, 

der Sprengstoff sei in einer Tüte gewesen, die ihm so gegeben wurde, wobei er 

nicht in die Tüte geschaut (BA 13.1.114) und diese in seine Tasche gesteckt 

habe (BA 13.1.125; vgl. auch TPF 7.731.9 f.).  

Auf seine Hilfeleistung und den Zweck seiner Reise angesprochen, führte der 

Beschuldigte aus, dass dies für ihn eine Gelegenheit gewesen sei, um ein gutes 

Auto fahren, in einem Ferienhaus übernachten, Rennrad fahren, Wein trinken 

und das Leben geniessen zu können (BA 13.1.6; -17; -31; TPF 7.731.8). Manch-

mal werde ihm dafür alles bezahlt, teilweise erhalte er dafür auch etwas Geld 

(BA 13.1.9; vgl. auch 13.1.7; TPF 7.731.8). Er, so der Beschuldigte, habe ge-

dacht, diese Leute, die ihm das Auto gegeben hätten, hätten «nur etwas mit Dro-

gen» zu tun, es «vielleicht einen Zusammenhang mit Drogenhandel, anderen 

Güter [...] aber nicht mit Sprengstoff» habe (BA 13.1.16; -17; -34; -92). Namen 

wollte respektive konnte er keine nennen (BA 13.1.7; -36; 90). 

3.2.3 Die vorgenannten Beweismittel und Indizien sowie die gesamten Umstände, an-

gefangen bei der mysteriösen Auftragserteilung und Fahrzeugerlangung über die 

bereits in der Vergangenheit von ihm im angeblichen Auftrag ausgeführten Fahr-

ten mit dem hier fraglichen Personenwagen bis hin zu den weiteren transportier-

ten Gegenständen, namentlich den Sturmhauben, dem Geissfuss und Funkaus-

löser, lassen keine ernsthaften Zweifel übrig, dass der Beschuldigte genau 

wusste, was er transportierte, nämlich Sprengstoff und weiteres Material, wel-

ches für die Sprengung von Bankomaten verwendet wird. Seine Aussagen, er 

habe nicht gewusst, dass er Sprengstoff transportiere sind unglaubhaft und als 

blosse Schutzbehauptungen zu qualifizieren. Schliesslich hat der Beschuldigte, 

- 16 - 

SK.2022.34 

wie schon zuvor bei den in W. und X., persönlich und kurz vor seiner Abreise ein 

Ferienhaus für vier Personen und mehrere Nächte gebucht. Damit geht eine ge-

wisse Planung einher, was eine Involvierung des Beschuldigten in die geplante 

Bankomatensprengung nahelegt. Dies gilt umso mehr, als dem Beschuldigten 

die verschiedenen Kontrollschilder − die für sich genommen schon die Annahme 

eines illegalen Reisezwecks aufdrängen − sowie der Sprengstoff zum Verstauen 

im Fahrzeug übergeben wurden. Beides wäre ihm in dieser Form nicht ausge-

händigt worden, wenn er nicht in das weitere Vorgehen involviert gewesen wäre, 

zumal es für die unbekannte Täterschaft, welche über das Fahrzeug verfügte, 

ein leichtes gewesen wäre, insbesondere den Sprengstoff, anderweitig und ver-

borgen im Fahrzeug zu deponieren. Die Tatsachen, dass es während seines Auf-

enthalts im Ferienhaus in X. in der grenznahen Schweiz zu mehreren Bankoma-

tensprengungen und während der Mietdauer des Ferienhauses in V. im nur 

20 Auto-Minuten entfernten S. (BL) ebenfalls zu einer Bankomatensprengung 

gekommen ist, können nicht als blosse Koinzidenzen betrachtet werden. Anzu-

nehmen, dass der Beschuldigte vom Sprengstoff und dessen Bestimmung zur 

Bankomatensprengung keine Kenntnis hatte, wäre vor diesem Hintergrund 

schlichtweg lebensfremd.  

Im Ergebnis bestehen für das Gericht keine ernsthaften Zweifel, dass der Be-

schuldigte den angeklagten Vorhalt mit Wissen und Willen um die Zweckbestim-

mung der Bankomatensprengung begangen hat. Der in Anklageziffer 1.1 (Her-

stellen, Verbergen, Weiterschaffen von Sprengstoffen und giftigen Gasen) um-

schriebene Sachverhalt ist demnach gestützt auf die erwähnten Sach- und Per-

sonalbeweise sowie Indizien in objektiver und subjektiver Hinsicht als erwiesen 

zu erachten. 

3.3 Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz (Anklageziffer 1.2.) 

3.3.1 Der angeklagte Sachverhalt gemäss Ziff. 1.2 ist in objektiver Hinsicht aktenmäs-

sig erstellt und unbestritten, wurde im vom Beschuldigten bei seiner Einreise in 

die Schweiz gelenkten Fahrzeug neben den bereits erwähnten ca. 2 Kilogramm 

Sprengstoff «PEP 500» (dazu vorne E. 3.2.1) auch eine Signalfackel der Marke 

«Albatros» sichergestellt (BA 10.3.12 ff.). Gemäss dem Spurenbericht des Fo-

rensischen Institut Zürich vom 15. März 2022 handelt es sich bei der Fackel um 

einen pyrotechnischen Gegenstand der Kategorie P1. Dieser enthält einen pyro-

technischen Satz, welcher bei Abbrand sehr helles Licht (15'000 Candela) entwi-

ckelt (BA 11.1.43; -49). 

Erstellt und im Übrigen auch unbestritten ist, dass der Beschuldigte nicht über 

eine Bewilligung für die Einfuhr von Sprengmitteln oder für einen pyrotechnischen 

Gegenstand verfügte. 

3.3.2 In subjektiver Hinsicht, ist aufgrund der Aussagen des Beschuldigten zunächst 

erstellt, dass der Beschuldigte nicht im Umgang mit Sprengstoffen unterrichtet  

- 17 - 

SK.2022.34 

ist (BA 13.1.115). Erstellt ist ferner auch, dass er die Bewilligungspflicht zur Ein-

fuhr von Sprengstoff und pyrotechnischen Gegenständen zumindest für möglich 

hielt (BA 13.1.35). 

Wie bei Anklageziffer 1.1. bestreitet der Beschuldigte indes, den Sprengstoff und 

den pyrotechnischen Gegenstand vorsätzlich transportiert zu haben. Im Rahmen 

der Hauptverhandlung räumte er indes die fahrlässige Begehung ein 

(TPF 7.721.1 ff.). Hinsichtlich des Sprengstoffes, um den er wusste, ist auf die 

Ausführungen in E. 3.2 zu verweisen. Die Handlichtfackel befand sich im offenen 

Ablagefach bei der Beifahrertüre und war mithin − insbesondere unter Berück-

sichtigung der vom Beschuldigten mit dem Fahrzeug zurückgelegten Strecke und 

der von ihm auf der Beifahrerseite deponierten Lebensmittel − nicht zu überse-

hen. Dies lässt nur den Schluss zu, dass der Beschuldigte die Signalfackel be-

wusst mit sich führte. Gegenteilige Aussagen des Beschuldigten, wonach er die 

Handlichtfackel nicht gesehen haben will (BA 13.1.115), sind nach dem Gesag-

ten als blosse Schutzbehauptungen zu werten. Insofern führte der Beschuldigte 

den Sprengstoff sowie die Handlichtfackel willentlich und wissentlich in die 

Schweiz ein. 

Somit ist der Anklagesachverhalt gemäss Anklageziffer 1.2 (Widerhandlungen 

gegen das Sprengstoffgesetz) gestützt auf die Aktenlage in objektiver und sub-

jektiver Hinsicht erstellt. 

3.4 Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz (Anklageziffer 1.3.) 

3.4.1 Aufgrund der Versicherungspolice lautend auf den Audi RS6 vom 28. März 2021 

ist aktenmässig zunächst erstellt und im Übrigen auch unbestritten, dass der hier 

fragliche Personenwagen im Deliktszeitpunkt über keinen Versicherungsschutz 

verfügte (BA 8.1.73 ff.) und der Beschuldigte den Fahrzeugausweis beim Fahren 

desselben nicht mich sich führte (BA 10.3.14). Insofern ist der Sachverhalt ge-

mäss Anklageziffer 1.3.1 und 1.3.2 in objektiver Hinsicht zweifellos erstellt. Dies 

gilt angesichts des Geständnisses des Beschuldigten im Rahmen der Hauptver-

handlung in Bezug auf das Fahren ohne Fahrzeugausweis und das Fahren ohne 

Haftpflichtversicherung (TPF 7.731.6) auch in subjektiver Hinsicht, wobei auf-

grund der gesamten Umstände von einem wissentlichen und willentlichen Han-

deln auszugehen ist.  

3.4.2 Hinsichtlich des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern ergibt sich aus den 

Akten Folgendes: 

Der Anklagesachverhalt ist in objektiver Hinsicht erstellt, fuhr der Beschuldigte 

bei seiner Einreise in die Schweiz doch den Personenwagen mit dem hier fragli-

chen gefälschten Kontrollschildpaar. Dass es sich beim am Fahrzeug angebrach-

ten sowie im Übrigen auch bei den drei im Kofferraum sichergestellten Kontroll-

schildern um (Total-)Fälschungen handelt, ergibt sich aus dem Prüfbericht des 

- 18 - 

SK.2022.34 

Forensischen Institut Zürich, datiert vom 23. bis 25. November 2021 

(BA 10.1.119; -121; -124; -127 f.). Die Originale dieser Kontrollschilder sind res-

pektive waren in Tat und Wahrheit jeweils für einen Audi RS6, schwarz eingelöst 

und wurden weder als gestohlen noch verloren gemeldet (BA 10.1.4 ff.). 

In subjektiver Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass der Beschuldigte von den 

verschiedenen Kontrollschildern nach eigenen Angaben Kenntnis hatte 

(BA 13.1.115), wobei er davon ausgegangen sei, dass diese zum «wechseln» da 

seien (BA 13.1.9). Dass es sich dabei um Fälschungen handelte, will er hingegen 

nicht gewusst haben (BA 13.1.123; TPF 7.731.6). Er räumte im Vorverfahren und 

an der Hauptverhandlung zudem ein, die − nicht anders als «obskur» zu qualifi-

zierende − Vorgeschichte des hier fraglichen Fahrzeugs, nämlich die Verbrin-

gung desselben in die Schweiz auf der Ladefläche eines Lastwagens, gekannt 

zu haben (vorne E. 3.2.2.6; BA 13.1.6; TPF 7.731.11).  

3.4.3 Bei einer Gesamtwürdigung der Umstände und Beweismittel ist auch bezüglich 

der dem Beschuldigten zur Last gelegten Widerhandlungen gegen das Strassen-

verkehrsgesetz auf direkten Vorsatz zu schliessen. Aus der dubiosen Vorge-

schichte des hier fraglichen Fahrzeugs, um die der Beschuldigte wusste (BA 

13.1.6; TPF 7.731.11), musste er schliessen, dass der Audi RS6 nicht rechtmäs-

sig im Besitz des angeblichen Fahrzeughalters, mithin gestohlen war. Dies gilt 

umso mehr, als er nicht nur um die verschiedenen Kontrollschildpaare wusste 

und diese selber im Fahrzeug deponierte, sondern auch um die Möglichkeit, das 

am Fahrzeug angebrachte Kontrollschildpaar, je nach Aufenthaltsort, dem jewei-

ligen Land anzupassen. Dies sind offensichtlich Umstände, die dem Vorhanden-

sein eines gültigen Fahrzeugausweises und eines gültigen Versicherungsschut-

zes des Fahrzeugs entgegenstehen, weshalb diesbezüglich von direktem Vor-

satz auszugehen ist. Angesicht der erwähnten Sach- und Personenbeweise so-

wie Indizien kann nicht ernsthaft bezweifelt werden, dass der Beschuldigte nicht 

nur um den fehlenden Versicherungsschutz und den nicht mitgeführten Fahr-

zeugausweis, sondern auch um die gefälschten Kontrollschilder wusste. 

Im Lichte dieser Fakten ist der Anklagesachverhalt gemäss Anklageziffer 1.3 (Wi-

derhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz) in objektiver und subjektiver 

Hinsicht erstellt.  

4. Rechtliche Würdigung 

4.1 Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von Sprengstoffen und giftigen Ga-

sen (Art. 226 Abs. 2 StGB) 

4.1.1 Nach Art. 226 Abs. 2 StGB macht sich strafbar, wer Sprengstoffe, giftige Gase 

oder Stoffe, die zu deren Herstellung geeignet sind, sich verschafft, einem andern 

übergibt, von einem andern übernimmt, aufbewahrt, verbirgt oder weiterschafft, 

- 19 - 

SK.2022.34 

wenn er weiss oder annehmen muss, dass sie zu verbrecherischem Gebrauche 

bestimmt sind. 

Art. 226 StGB trägt der Bedeutung und Gefährlichkeit von Sprengstoffdelikten 

Rechnung, indem er bestimmte Vorbereitungs- und Beihilfehandlungen zu 

Art. 224 StGB, nämlich das Verschaffen, Übergeben, Übernehmen, Aufbewah-

ren, Verbergen oder Weiterschaffen, selbständig mit Strafe bedroht und damit 

den Schutz gegen die Gefährdung mit Sprengstoff und giftigen Gasen weiter aus-

dehnt. Im Gegensatz zu den konkreten Gefährdungsdelikten gemäss Art. 224 

und 225 StGB handelt es sich bei Art. 226 StGB um ein abstraktes Gefährdungs-

delikt, weshalb der Nachweis einer konkret herbeigeführten Tat nicht erforderlich 

ist (ROELLI, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 226 StGB N. 2 und 5 m.w.H.). 

Der objektive Tatbestand erfordert zunächst das Vorhandensein von Sprengstoff 

oder giftigen Gasen im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB. Der Sprengstoffbegriff 

gemäss Art. 224 bis 226 StGB deckt sich im Wesentlichen mit dem Begriff im 

Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe vom 25. März 1977 (Spreng-

stoffgesetz [SprstG; SR 941.41]; Urteile des Bundesgerichts 6B_1248/2017 vom 

21. Februar 2019 E. 4.2.5; 6B_299/2012 vom 20. September 2012 E. 2.2). Da-

nach gelten als Sprengstoffe «einheitliche chemische Verbindungen oder Gemi-

sche solcher Verbindungen, die durch Zündung, mechanische Einwirkung oder 

auf andere Weise zur Explosion gebracht werden können und die wegen ihrer 

zerstörenden Kraft, sei es in freier oder verdämmter Ladung, schon in verhältnis-

mässig geringer Menge gefährlich sind» (Art. 5 Abs. 1 SprstG). Darunter fallen 

Stoffe gemäss Art. 2 der Verordnung über explosionsgefährliche Stoffe vom 

27. November 2000 (Sprengstoffverordnung, SprstV; SR 941.411).  

Für die strafrechtliche Qualifikation als Sprengstoff i.S. der Art. 224 ff. StGB ist 

hinsichtlich der Definition in Art. 5 Abs. 1 SprstG das Merkmal der zerstöreri-

schen Kraft entscheidend, d.h. ob die Stoffe oder Erzeugnisse besonders grosse 

Zerstörung bewirken oder zum Zwecke der Zerstörung eingesetzt werden (vgl. 

für pyrotechnische Gegenstände BGE 104 IV 232 E. Ia; 103 IV 241 E. I.1; Urteile 

des Bundesgerichts 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5; 

6B_299/2012 vom 20. September 2012 E. 2.2; Entscheid des Bundesstrafge-

richts SK.2015.28 vom 7. April 2016 E. 4.1; Trechsel/Coninx, Schweizerisches 

Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 224 StGB N. 2; ROELLI, 

Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 224 StGB N. 4).  

In subjektiver Hinsicht ist erforderlich, dass der Täter weiss oder für möglich hält, 

dass der Sprengstoff oder das giftige Gas zu verbrecherischem Gebrauch be-

stimmt ist, weshalb Art. 226 StGB nur Vorbereitungs- und Beihilfehandlungen zu 

Art. 224 StGB erfasst. Nicht erforderlich ist, dass der Täter eine genaue Vorstel-

lung davon hat (BGE 103 IV 244), ebenso wenig, dass er den Sprengstoff oder 

das giftige Gas selber zu verbrecherischem Gebrauch, verwenden will (Urteil des 

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SK.2022.34 

Bundesgerichts 6B_719/2011 E. 5.2.1). Eventualdolus genügt, blosse Fahrläs-

sigkeit hingegen nicht (ROELLI, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 226 StGB 

N. 7 m.w.N.). Insofern ist der subjektive Tatbestand dann erfüllt, wenn der Täter 

weiss oder in Kauf nimmt, dass der Sprengstoff zu verbrecherischem Gebrauch 

bestimmt ist, also – von wem auch immer – zur Verübung eines Verbrechens 

verwendet werden soll (Urteil des Bundesgerichts 6B_719/2011 E. 5.2.1).  

Der Terminus «zum verbrecherischen Gebrauch» ist, analog der verbrecheri-

schen Absicht bei Art. 224 StGB, untechnisch zu verstehen: die geplante Tat 

muss aber von einer gewissen Schwere sein (TRECHSEL/CONINX, Praxiskommen-

tar, Art. 236 N 4; ROELLI, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 224 StGB N. 7; 

STRATENWERTH/BOMMER, Strafrecht BT II, § 29 N 32; a.M. DONATSCH/THOM-

MEN/WOHLERS, Strafrecht VI, S. 53).  

4.1.2 Subsumtion 

4.1.2.1 In objektiver Hinsicht ist vorab zu prüfen, ob die beim Beschuldigten im Fahrzeug 

sichergestellten Pakete mit «PEP 500» als Sprengstoff im Sinne von 

Art. 226 StGB qualifiziert werden können. Wie vorgehend ausgeführt (E. 3.2.1.1), 

handelt es sich bei den im Fahrzeug sichergestellten vier Paketen «PEP 500» 

um einen plastischen Sprengstoff auf Basis von Nitropenta ([PETN]; 

BA 11.1.42 f.). Nitropenta ist gemäss Art. 2 lit. a SprstV i.V.m. Art. 5 SprstG 

Sprengstoff, welchem mit Blick auf die erhebliche Detonationsgeschwindigkeit 

fraglos zerstörerische Kraft zukommt, womit er folglich vom Anwendungsbereich 

des Art. 226 Abs. 2 StGB erfasst wird. 

Der objektive Tatbestand erfordert gemäss angeklagter Variante sodann das 

Weiterschaffen respektive Aufbewahren von Sprengstoff. Im vorliegenden Fall 

wurde Sprengstoff mittels eines Fahrzeugs weitergeschafft, indem der Beschul-

digte diesen in seiner sich auf dem Rücksitz befindlichen Tasche transportierte 

und aus den Niederlanden in die Schweiz überführte. Mit dem Weiterschaffen 

bewahrte der Beschuldigte den Sprengstoff naturgemäss auch auf. 

Nach dem Gesagten ist das Aufbewahren und Weiterschaffen von Sprengstoffen 

im Sinne von Art. 226 Abs. 2 StGB in objektiver Hinsicht zu bejahen. 

4.1.2.2 Es steht ausser Frage, dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz handelte, 

wusste er doch, dass er Sprengstoff und weiteres Material, welches für die 

Sprengung von Bankomaten verwendet wird, weiterschafft und wollte dies auch 

(siehe dazu E. 3.2.3). Entsprechend wusste er auch um die Bestimmung des 

Sprengstoffes zu verbrecherischem Gebrauch. 

4.1.2.3 Demzufolge ist der Tatbestand des Herstellens, Verbergens und Weiterschaffens 

von Sprengstoff gemäss Art. 226 Abs. 2 StGB objektiv und subjektiv erfüllt. 

Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. 

- 21 - 

SK.2022.34 

4.2 Unbefugter Verkehr (Art. 37 Ziff. 1 SprstG) 

4.2.1 Wegen unbefugten Verkehrs im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 SprstG (i.V.m. Art. 333 

Abs. 2 lit. b und Abs. 5 StGB) wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit 

Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich ohne Bewilligung oder entgegen Verboten 

des Sprengstoffgesetzes mit Sprengmitteln oder pyrotechnischen Gegenständen 

verkehrt, insbesondere solche herstellt, lagert, besitzt, einführt, abgibt, bezieht, 

verwendet oder vernichtet, wer unrichtige oder unvollständige Angaben macht, 

die für die Erteilung einer Bewilligung gemäss dem Sprengstoffgesetz von Be-

deutung sind, oder wer eine mit solchen Angaben erwirkte Bewilligung verwen-

det. Auch fahrlässige Begehung ist strafbar (Art. 37 Ziff. 1 letzter Satz SprstG). 

Das Sprengstoffgesetz regelt den Verkehr mit Sprengmitteln, pyrotechnischen 

Gegenständen und Schiesspulver (Art. 1 Abs. 1 SprstG). Die Bundesgesetzge-

bung über das Kriegsmaterial und den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Zu-

bereitungen bleibt vorbehalten, soweit dieses Gesetz oder eine Ausführungsver-

ordnung keine besonderen Vorschriften aufstellt (Art. 1 Abs. 4 SprstG).  

Als Verkehr gilt jeder Umgang mit Sprengmitteln und pyrotechnischen Gegen-

ständen, insbesondere das Herstellen, Lagern, Besitzen, Einführen, Abgeben, 

Beziehen, Verwenden und Vernichten (Art. 3 Abs. 1 SprstG). Sprengmittel und 

pyrotechnische Gegenstände dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie 

bei bestimmungsgemässer und sorgfältiger Verwendung das Leben und die Ge-

sundheit der Benützer und Dritter nicht gefährden (Art. 8a Satz 1 SprstG). Unbe-

ständige oder gegen äussere Einwirkungen besonders empfindliche Sprengmit-

tel und pyrotechnische Gegenstände dürfen weder hergestellt noch eingeführt 

werden. Im Zweifel ist der Zentralstelle für Sprengstoff und Pyrotechnik des Bun-

desamtes für Polizei vorher ein Muster zu unterbreiten (Art. 15 Abs. 1 SprstG).  

Gemäss Art. 7 SprstG sind pyrotechnische Gegenstände gebrauchsfertige Er-

zeugnisse mit einem Explosiv- oder Zündsatz, die nicht zum Sprengen, sondern 

zu andern industriellen, technischen oder landwirtschaftlichen Zwecken bestimmt 

sind (lit. a), oder bloss dem Vergnügen dienen, wie die Feuerwerkskörper (lit. b). 

Die Sprengstoffverordnung definiert in Art. 5 die pyrotechnischen Gegenstände, 

in Art. 6 die pyrotechnischen Gegenstände zu gewerblichen Zwecken und in 

Art. 7 die Feuerwerkskörper. Die pyrotechnischen Gegenstände zu gewerblichen 

Zwecken werden in die Kategorien T1, T2, P1, P2 und P3 eingeteilt (Art. 6 Abs. 1 

SprstV). In die Kategorie T1 fallen pyrotechnische Gegenstände, die auf Bühnen 

im Innen- und Aussenbereich, einschliesslich Film- und Fernsehproduktionen, 

verwendet werden (Anhang 1 Ziff. 1.1 SprstV). Pyrotechnische Gegenstände der 

Kategorie P1 sind solche, die auf Bühnen verwendet werden und eine geringe 

Gefahr darstellen (Anhang 1 Ziff. 1.3 SprstV). Pyrotechnische Gegenstände der 

Kategorien T1 und P1 dürfen nicht an Personen unter 18 Jahren abgegeben wer-

den (Art. 6 Abs. 2 SprstV). 

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SK.2022.34 

Bewilligungen zur Einfuhr von (u.a.) Sprengmitteln und pyrotechnischen Gegen-

ständen werden von der Zentralstelle für Sprengstoff und Pyrotechnik (ZSP) beim 

Bundesamt für Polizei erteilt (Art. 31 Abs. 1 SprstV). Ohne Bewilligung dürfen im 

Reiseverkehr Feuerwerkskörper der Kategorien F1–F3 eingeführt werden, aus-

genommen am Boden knallende Feuerwerkskörper, mit einem Bruttogesamtge-

wicht von höchstens 2,5 kg (Art. 31 Abs. 2 SprstV). Bewilligungen für die Einfuhr 

von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F4, T1, T2, P1 und P2 durften 

bis zum 31. Juli 2017 erteilt werden, wenn bereits vor Inkrafttreten der Änderung 

vom 12. Mai 2010 eine Herstellungs- oder Einfuhrbewilligung erteilt wurde und 

noch keine Konformitätserklärung vorlag (Art. 119d SprstV). 

4.2.2 Subsumtion hinsichtlich der Einfuhr des Sprengstoffs «PEP 500» 

Indem der Beschuldigte bei seiner Einreise in die Schweiz ca. 2 Kilogramm Nit-

ropenta («PEP 500») und damit Sprengstoff im Sinne des Sprengstoffgesetzes 

mit sich führte, ohne über eine entsprechende behördliche Bewilligung zu verfü-

gen, hat er den objektiven Tatbestand von Art. 37 Ziff. 1 SprstG erfüllt. Dass er 

dabei vorsätzlich handelte, ist nicht zu bezweifeln, wusste er doch sowohl um 

den mitgeführten Sprengstoff als auch darum, dass dieser nicht respektive nur 

mit einer Bewilligung eingeführt werden darf (siehe dazu E. 3.3.2). 

4.2.3 Subsumtion hinsichtlich der Einfuhr der Handlichtfackel «Albatros» 

Der Beschuldigte führte die als pyrotechnischer Gegenstand der Kategorie P1 zu 

klassifizierende Handlichtfackel «Albatros» bei seiner Einreise in die Schweiz im 

Fahrzeug mit, ohne über eine entsprechende Bewilligung zur Einfuhr zu verfü-

gen. Der objektive Tatbestand ist nach dem Gesagten erfüllt. Auch der subjektive 

Tatbestand ist zu bejahen, wusste der Beschuldigte doch nicht nur um die mitge-

führte Handlichtfackel, sondern auch, dass deren Einfuhr bewilligungspflichtig ist 

(E. 3.3.2).  

4.2.4 Im Ergebnis hat der Beschuldigte den Tatbestand des unbefugten Verkehrs mit 

Sprengmitteln gemäss Art. 37 Ziff. 1 SprstG mehrfach erfüllt. Rechtfertigungs- 

und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. 

4.3 Missachtung von Schutz- oder Sicherheitsvorschriften bei Beförderung 

(Art. 38 Abs. 1 i.V.m. Art. 17 und Art. 24 Abs. 1 SprstG) 

4.3.1 Wer vorsätzlich Schutz- und Sicherheitsvorschriften des Sprengstoffgesetzes 

(Art. 17 bis 26 SprstG) missachtet, wird mit Haft oder Busse bestraft (Art. 38 

Ziff. 1 SprstG i.V.m. Art. 333 Abs. 3 und 106 StGB). Bei Fahrlässigkeit ist die 

Strafe Busse (Art. 38 Ziff. 2 SprstG).  

Wer mit Sprengmitteln oder pyrotechnischen Gegenständen umgeht, ist ver-

pflichtet, zu ihrer Sicherung sowie zum Schutze von Leben und Gut alle nach den 

Umständen gebotenen und zumutbaren Massnahmen zu treffen (Art. 17 SprstG). 

https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20002454/index.html#fn-#a31-1
https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20002454/index.html#fn-#a31-1

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SK.2022.34 

Sprengmittel dürfen innerhalb von Fabrikationsbetrieben, auf Baustellen sowie 

auf dem Weg nach und von den Verwendungsorten nur von Personen befördert 

werden, die darin unterrichtet sind (Art. 24 Abs. 1 SprstG). Die im konkreten Fall 

gebotenen und zumutbaren Sicherungsmassnahmen stehen unter anderem in 

Relation zum jeweiligen Gefahrenpotenzial eines bestimmten Sprengmittels oder 

pyrotechnischen Gegenstandes. 

4.3.2 Subsumtion 

Indem der Beschuldigte im Umgang mit Sprengstoffen nicht unterrichtet war und 

während des Transports des Sprengstoffes keinerlei Schutz- oder Sicherheits-

vorschriften beachtete, hat er den objektiven Tatbestand von Art. 38 Abs. 1 

SprstG erfüllt. Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz, kann eine derar-

tige Verletzung von elementarsten Schutz- und Sicherheitsvorschriften denn 

nicht anders als vorsätzlich vorgenommen werden. 

4.3.3 Folglich ist der Tatbestand der Missachtung von Schutz- und Sicherheitsvor-

schriften bei Beförderung von Sprengstoffen gemäss Art. 38 SprstG in objektiver 

und subjektiver Hinsicht erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe 

sind keine ersichtlich. 

4.4 Missbrauch von Ausweisen und Schildern (Art. 97 Abs. 1 lit. f SVG) 

4.4.1 Rechtliches 

Gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. f SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe bestraft, wer falsche oder verfälschte Kontrollschilder verwendet. Ori-

ginalgetreue Kopien echter Kontrollschilder sind gemäss der Rechtsprechung 

falsch im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. f SVG (BGE 143 IV 515 E. 1.2.2).  

Zunächst bedarf es in objektiver Hinsicht eines gefälschten Kontrollschildes. 

Keine Rolle für die Qualifizierung als Fälschung spielt, ob diese täuschend echt 

oder von weitem als Fälschung erkennbar ist (WEISSENBERGER, Kommentar 

Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, Art. 97 SVG 

N 33). Ausschlaggebend ist einzig, dass ein Duplikat eines echten Schildes und 

damit ein neues falsches Kontrollschild im öffentlichen Verkehr verwendet wurde. 

Die Tathandlung liegt in der Verwendung der gefälschten oder falschen Schilder. 

Als verwendet im Sinne des Gesetzes gelten die Schilder, wenn sie an einem 

Fahrzeug angebracht und im Fahr- oder ruhenden Verkehr auf öffentlichen Stras-

sen eingesetzt werden, dürfen Motorfahrzeuge gemäss Art. 10 Abs. 1 SVG doch 

nur mit Fahrzeugausweis und Kontrollschildern in Verkehr gebracht werden. In-

sofern erfüllt die Verwendung des Fahrzeugs, d.h. das Lenken des Fahrzeugs im 

öffentlichen Verkehr, den objektiven Tatbestand. Nicht erforderlich für die Erfül-

lung des objektiven Tatbestandes ist die eigenhändige Montage der gefälschten 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Art.+96+Abs.+1+lit.+a+SVG%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-515%3Ade&number_of_ranks=0#page515

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SK.2022.34 

Kontrollschilder am Fahrzeug, bevor dieses im Sinne des Gesetzes verwendet 

wird (BGE 143 IV 515 E. 1.3.1).  

In subjektiver Hinsicht kann die Tat sowohl vorsätzlich als auch fahrlässig began-

gen werden. 

4.4.2 Subsumtion 

Die am vom Beschuldigten am 3. November 2021 gelenkten Personenfahrzeug 

Audi RS6 angebrachten Kontrollschilder (DE 9), stammen nicht vom vorgegebe-

nen Aussteller, sondern stellen originalgetreue Reproduktionen von echten Kon-

trollschildern dar. Die Kontrollschilder sind damit klar als Fälschungen i.S.v. 

Art. 97 Abs. 1 lit. f SVG zu qualifizieren. Indem der Beschuldigte das mit den 

gefälschten Kontrollschildern versehene Fahrzeug bei seiner Einreise in die 

Schweiz am Grenzübergang Thayngen und damit im Verkehr führte, hat er diese 

verwendet. Damit ist der objektive Tatbestand von Art. 97 Abs. 1 lit. f SVG erfüllt. 

Dass er vorsätzlich handelte, ist nicht zu bezweifeln, zumal er weitere gefälschte 

Kontrollschilder eigenhändig in den Kofferraum legte, im Wissen darum, dass ein 

Fahrzeug jeweils nur über ein Kontrollschild verfügen kann. Diesbezüglich kann 

auf die Ausführungen in E. 3.4.2 f. verwiesen werden. 

Nach dem Gesagten ist der Tatbestand des Missbrauchs von Ausweisen und 

Schildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. f SVG objektiv und subjektiv erfüllt. Rechtfer-

tigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich.  

4.5 Fahren ohne Fahrzeugausweis Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG 

4.5.1 Gemäss Art. 10 Abs. 1 SVG dürfen Motorfahrzeuge nur mit Fahrzeugausweis 

und Kontrollschildern in Verkehr gebracht werden. Nach Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG 

wird mit Busse bestraft, wer ohne den erforderlichen Fahrzeugausweis oder die 

Kontrollschilder ein Motorfahrzeug führt oder einen Anhänger mitführt. Die Tat-

handlung besteht darin, ein Fahrzeug ohne Fahrzeugausweis oder ohne die not-

wendigen Kontrollschilder im öffentlichen Verkehr zu führen (WEISSENBERGER, 

a.a.O., N. 6 zu Art. 96 SVG). 

4.5.2 Subsumtion 

Durch das Führen des Fahrzeugs Audi RS6 im Rahmen seiner Einreise in die 

Schweiz beim Grenzübergang Thayngen und damit im öffentlichen Verkehr, 

ohne den erforderlichen Fahrzeugausweis mitzuführen, hat der Beschuldigte den 

objektiven Tatbestand von Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG erfüllt. 

Der Beschuldigte, der Lenker nicht aber Halter des Fahrzeugs war, ist geständig. 

Mit Blick auf die Ausführungen in E. 3.4.1 und 3.4.3 handelte der Beschuldigte 

direkt vorsätzlich, womit auch der subjektive Tatbestand erfüllt ist. 

- 25 - 

SK.2022.34 

4.5.3 Nach dem Gesagten ist der Tatbestand des Fahrens ohne Fahrzeugausweis ge-

mäss Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG objektiv und subjektiv erfüllt. Rechtfertigungs- und 

Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich.  

4.6 Fahren ohne Haftpflichtversicherung Art. 96 Abs. 2 SVG 

4.6.1 Nach Art. 63 SVG darf kein Motorfahrzeug in den öffentlichen Verkehr gebracht 

werden, bevor eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen ist. Mit Freiheitsstrafe 

bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird gemäss Art. 96 Abs. 2 SVG bestraft, wer 

ein Motorfahrzeug führt, obwohl er weiss oder bei pflichtgemässer Aufmerksam-

keit wissen kann, dass die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung nicht be-

steht. Mit der Freiheitsstrafe ist eine Geldstrafe zu verbinden. In leichten Fällen 

ist die Strafe Geldstrafe. Als leichte Fälle im Sinne des Gesetzes gelten zum Bei-

spiel: Kurze Probefahrten auf abgelegenen Strässchen, Fahrten auf bloss kurzer 

Strecke oder auf verkehrslosen Strassen (BÜHLMANN, Basler Kommentar, 4. Aufl. 

2019, Art. 96 N 127). Sowohl die vorsätzliche als auch die fahrlässige Tatbege-

hung sind strafbar (Art. 100 Ziff. 1 SVG).  

Im Ausland immatrikulierte Motorfahrzeuge bedürfen bei Einfahrt in die Schweiz 

einer Grenzversicherung gemäss Art. 44 der Verkehrsversicherungsverordnung 

vom 20. November 1959 (VVV; SR 741.31), es sei denn, die Schadendeckung 

ist i.S.v. Art. 45 VVV in der Schweiz aufgrund einer Vereinbarung des schweize-

rischen mit dem ausländischen nationalen Versicherungsbüro (sog. Kennzei-

chen-Abkommen) für alle Motorfahrzeuge gewährleistet.  

4.6.2 Subsumtion 

Vorab ist festzuhalten, dass die Niederlande das Kennzeichen-Abkommen ratifi-

ziert hat (eine Übersicht über die Staaten, welche das Kennzeichen-Abkommen 

ratifiziert haben, findet sich unter https://www.nbi-ngf.ch/de/nvb/rechtliche-grund-

lagen/internationale-abkommen/internal-regulations), womit − abgesehen von ei-

ner Haftpflichtversicherung i.S.v. Art. 44 VVV − keine besondere Grenzversiche-

rung erforderlich war. 

Der Beschuldigte gibt zu, den Personenwagen Audi RS6 bei seiner Einreise in 

der Schweiz am Grenzübergang Thayngen gelenkt zu haben, obwohl − wie er 

wusste (vgl. E. 3.4.1 und 3.4.3) − für das Fahrzeug kein Versicherungsschutz 

bestand, womit er den objektiven und subjektiven Tatbestand des Fahrens ohne 

Haftpflichtversicherung erfüllt hat. 

Nach dem Gesagten ist der Tatbestand des Fahrens ohne Haftpflichtversiche-

rung gemäss Art. 96 Abs. 2 SVG objektiv und subjektiv erfüllt. Rechtfertigungs- 

und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich.  

  

- 26 - 

SK.2022.34 

4.7 Konkurrenz 

4.7.1 Zwischen den in Art. 226 Abs. 2 StGB erwähnten Verhaltensweisen besteht keine 

echte Konkurrenz, doch kann dieser Umstand bei der Strafzumessung von Be-

deutung sein (ROELLI/FLEISCHANDERL Basler Kommentar, Art. 226 StGB N. 9 f. 

mit Hinweisen).  

Gemäss Art. 40 Abs. 1 SprstG schliessen die Art. 224 bis 226 StGB Strafen nach 

dem Sprengstoffgesetz nur aus, wenn damit die Tat nach dem Unrechtsgehalt 

und dem Verschulden allseitig abgegolten wird. Obschon das durch das Spreng-

stoffgesetz geschützte Rechtsgut mit demjenigen von Art. 224 ff. StGB korres-

pondiert (Schutz der Allgemeinheit vor Gefährdung durch Sprengstoff), bean-

spruchen die Strafbestimmungen des Sprengstoffgesetzes nach dem Willen des 

Gesetzgebers somit grundsätzlich zusätzlich Geltung. Anders verhält es sich nur, 

wenn die Bestrafung durch die kernstrafrechtlichen Bestimmungen die neben-

strafrechtlichen Gefährdungsaspekte mitabgilt. Dies ist etwa der Fall, wenn die 

inkriminierte Handlung im Zusammenhang mit Sprengstoff sowohl in Bezug auf 

Art. 224 ff. StGB als auch in Bezug auf Art. 37 ff. SprstG dieselbe natürliche 

Handlung beinhaltet (Idealkonkurrenz). Gleich verhält es sich, wenn inkriminierte 

Handlungen gemäss Art. 224 ff. StGB zwangsläufig respektive naturgemäss mit 

einer Verletzung des SprstG einhergehen. Es ist mithin im Einzelfall zu entschei-

den, ob die Verurteilung gemäss Art. 224 ff. StGB die Gefährdung der Allgemein-

heit in objektiver und subjektiver Hinsicht integral abgilt, sodass die Strafbestim-

mungen des SprstG konsumiert werden (anders in Bezug auf Art. 224 StGB RO-

ELLI, Basler Kommentar, 4. Aufl., Art. 224 StGB N. 12 [Subsidiarität]),  

4.7.2 Vorliegend stellt sich die Frage des Verhältnisses zwischen den Tathandlungen 

des Aufbewahrens und Weiterschaffens von Sprengstoffen und giftigen Gasen 

(Art. 226 Abs. 2 StGB) und dem unbefugten Verkehr (Einfuhr) mit Sprengstoffen 

(Art. 37 Ziff. 1 SprstG) einerseits sowie der Missachtung von Schutz- und Sicher-

heitsvorschriften bei Beförderung von Sprengstoff (Art. 38 Abs. 1 i.V.m. Art. 17 

und 24 Abs. 1 SprstG) andererseits. 

4.7.2.1 Durch das Weiterschaffen des Sprengstoffes i.S.v. Art. 226 Abs. 2 StGB hat der 

Beschuldigte Sprengstoff in die Schweiz i.S.v. Art. 37 Ziff. 1 SprstG eingeführt, 

ohne über eine entsprechende Bewilligung zu verfügen. In casu besteht das Wei-

terschaffen von Sprengstoffen und deren Einfuhr aber in ein und derselben Hand-

lung, nämlich der Einreise in die Schweiz über den Grenzübergang in Thayngen. 

Es liegt mithin ein Fall von Idealkonkurrenz vor. Die Einfuhr des weitergeschaff-

ten Sprengstoffes in die Schweiz erfolgte dabei − der verbrecherischen Zweck-

bestimmung entsprechend − zwangsläufig ohne entsprechende Bewilligung, 

ohne dass vorliegend darin selbst ein weitergehendes Unrecht zu erblicken ist. 

Insofern ist der Unrechtsgehalt des unbefugten Verkehrs, genauer der unbefug-

ten Einfuhr von Sprengstoffen i.S.v. Art. 37 Ziff. 1 SprstG in casu als vom  

Weiterschaffen des Sprengstoffes gemäss Art. 226 Abs. 2 StGB mitumfasst und 

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SK.2022.34 

allseitig abgegolten; es ist daher von unechter Konkurrenz (Konsumtion) auszu-

gehen, sodass diesbezüglich eine Verurteilung wegen Art. 37 Ziff. 1 SprstG aus-

ser Betracht fällt. 

Vorgenanntes betrifft indes nicht die vom Beschuldigten ebenfalls eingeführte 

Handlichtfackel, da diesbezüglich kein kernstrafrechtlicher Tatbestand erfüllt ist; 

in Bezug auf die Einfuhr der Fackel hat demgemäss eine Verurteilung wegen 

Art. 37 Ziff. 1 SprstG zu erfolgen. 

4.7.2.2 Schliesslich ist in casu noch das Verhältnis zwischen dem Weiterschaffen von 

Sprengstoffen gemäss Art. 226 Abs. 2 StGB und der Missachtung von Schutz- 

und Sicherheitsvorschriften bei der Beförderung von Sprengstoffen i.S.v. Art. 38 

Abs. 1 i.V.m. 17 und 24 Abs. 1 SprstG zu prüfen. Der hier relevante Sprengstoff 

wurde zum Zwecke der Bankomatensprengung weitergeschafft. Dass dabei 

zwangsläufig Schutz- und Sicherheitsvorschriften verletzt respektive nicht einge-

halten werden und der Beschuldigte im Umgang mit Sprengstoff nicht unterrichtet 

war, führt – angesichts der verbrecherischen Bestimmung des Sprengstoffes zur 

Bankomatensprengung – nicht zu einem über den Unrechtsgehalt von Art. 226 

Abs. 2 StGB hinausgehenden Unrecht. Folglich ist auch hier von unechter Kon-

kurrenz (Konsumtion) auszugehen. 

4.7.3 Im Ergebnis haben Schuldsprüche wegen Art. 226 Abs. 2 StGB und Art. 37 Ziff. 1 

SprstG (in Bezug auf die Handlichtfackel) sowie Art. 96 Abs. 1 lit. a, Art. 96 

Abs. 2 und Art. 97 Abs. 1 lit. f SVG zu erfolgen. 

5. Strafzumessung 

5.1 Rechtliches 

5.1.1 Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berück-

sichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der 

Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden be-

stimmt sich nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 

Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zie-

len des Täters sowie danach, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren 

Umständen in der Lage war, die Verletzung oder Gefährdung zu vermeiden 

(Art. 47 Abs. 2 StGB). Somit kommt dem (subjektiven) Tatverschulden eine ent-

scheidende Rolle zu (BGE 136 IV 55 E. 5.4). Ausgehend von der objektiven Tat-

schwere hat das Gericht dieses Verschulden zu bewerten. Es hat im Urteil dar-

zutun, welche verschuldensmindernden und -erhöhenden Gründe im konkreten 

Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu 

gelangen (BGE 136 IV 55 E. 5.5). Der Gesetzgeber hat einzelne Kriterien aufge-

führt, die für die Verschuldenseinschätzung von wesentlicher Bedeutung sind 

und das Tatverschulden vermindern bzw. erhöhen (BGE 136 IV 55 E. 5.5, 5.6). 

- 28 - 

SK.2022.34 

Das Gesetz führt indes weder alle in Betracht zu ziehenden Elemente detailliert 

und abschliessend auf, noch regelt es deren exakte Auswirkungen bei der Be-

messung der Strafe. Es liegt im Ermessen des Gerichts, in welchem Umfang es 

die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Dabei ist es nicht 

gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzu-

messungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.6 S. 61; 134 IV 17 E. 2.1; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_650/2007 vom 2. Mai 2008 E. 10.1). 

5.1.2 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 

mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 

schwersten Straftat – derjenigen Tat, die mit der schwersten Strafe bedroht ist – 

und erhöht sie angemessen (Asperationsprinzip). Es darf jedoch das Höchst-

mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es 

an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB).  

Bei der Bildung der Gesamtstrafe gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB ist nach der 

Rechtsprechung vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen 

und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Strafrah-

mens festzusetzen. Schliesslich ist die Einsatzstrafe unter Einbezug der anderen 

Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen. Das 

Gericht hat mithin in einem ersten Schritt, unter Einbezug aller straferhöhenden 

und strafmindernden Umstände, gedanklich die Einsatzstrafe für das schwerste 

Delikt festzulegen. In einem zweiten Schritt hat es diese Einsatzstrafe unter Ein-

bezug der anderen Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei es eben-

falls den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat (Urteile des Bundesge-

richts 6B_405/2011 und 6B_406/2011 vom 24. Januar 2012 E. 5.4; 

6B_1048/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.1; 6B_218/2010 vom 8. Juni 2010 E. 2.1; 

6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.2.2; 6B_297/2009 vom 14. August 2009 

E. 3.3.1; 6B_579/2008 vom 27. Dezember 2008 E. 4.2.2, je m.w.H.). Die tat- und 

täterangemessene Strafe ist dabei grundsätzlich innerhalb des ordentlichen 

Strafrahmens der (schwersten) anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. 

Der ordentliche Strafrahmen wird bei Vorliegen von Strafschärfungs- bzw. Straf-

milderungsgründen nicht automatisch erweitert; er ist nur zu verlassen, wenn 

aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat ange-

drohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 

E. 5.8). 

Die Strafschärfungsregel von Art. 49 Abs. 1 StGB greift nur, wenn mehrere 

gleichartige Strafen, also z.B. mehrere Geldstrafen oder zeitige oder lebenslange 

Freiheitsstrafen ausgesprochen würden (BGE 137 IV 249 E. 3.4.2; 137 IV 57 

E. 4.3.1; 138 IV 120 E. 5.2). Mehrere gleichartige Strafen liegen vor, wenn das 

Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen 

ausfällt (konkrete Methode).  

- 29 - 

SK.2022.34 

Für den Fall, dass die konkurrierenden Tatbestände alternativ unterschiedliche 

Strafarten androhen (z.B. Freiheitsstrafe oder Geldstrafe), kann das Gericht in 

den Grenzen des gesetzlichen Höchstmasses der Strafart eine (einzige) Ge-

samtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB aussprechen, sofern es der Ansicht ist, es 

würde für jedes dieser Delikte im Einzelfall diese gleichartige Strafe ausfällen. 

Hält es hingegen in einem Fall eine Freiheitsstrafe, im andern eine Geldstrafe für 

angemessen, müssen die Strafen kumulativ ausgefällt werden (ACKERMANN, 

a.a.O., Art. 49 StGB N. 92). Dabei soll nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit 

bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt 

werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift 

bzw. die ihn am wenigsten hart trifft (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; 134 IV 97 

E. 4.2.2; 134 IV 82 E. 4.1). 

5.1.3 Die Täterkomponenten (Art. 47 Abs. 1 Satz 2 StGB) – die mit der konkreten Straf-

tat nicht im unmittelbaren Tatzusammenhang stehen – sind dabei erst (und nur 

einmal) nach der Festlegung der (hypothetischen) Gesamtstrafe für sämtliche 

Delikte zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichts 6B_105/2015 vom 13. Ja-

nuar 2016 E. 1.4.2; 6B_375/2014 vom 28. August 2014 E. 2.6). Die persönlichen 

Verhältnisse umfassen sämtliche Lebensumstände des Täters im Zeitpunkt der 

Strafzumessung, etwa Familienstand und Beruf, Gesundheit, soziale Herkunft, 

Lebenserfahrung, Bildungsstand, mehr oder weniger günstige Lebensverhält-

nisse. Dabei können sich fast alle Umstände mit anderen Strafzumessungstat-

sachen überschneiden, z.B. dann, wenn sie zum Entschluss des Täters, das De-

likt zu begehen, beigetragen haben (WIPRÄCHTIGER/KELLER, Basler Kommentar, 

4. Aufl. 2019, Art. 47 StGB N. 146).  

5.2 Der Beschuldigte hat vorliegend mehrere Straftatbestände verwirklicht. Abstrakt 

schwerste Tat ist das Herstellen, Verbergen und Weiterschaffen von Sprengstof-

fen gemäss Art. 226 Abs. 2 StGB; die Strafandrohung für dieses Delikt lautet 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe nicht unter 30 Tagessätzen. 

Der vorsätzliche unbefugte Verkehr mit Sprengstoffen wird gemäss Art. 37 Ziff. 1 

i.V.m. Art. 333 Abs. 2 lit. b StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, Geldstrafe 

oder Busse, bestraft. Widerhandlungen gegen Art. 38 SprstG werden mit Busse 

bestraft (Art. 38 SprstG i.V.m. Art. 333 Abs. 3 StGB); gleiches gilt für das Fahren 

ohne Fahrzeugausweis i.S.v. Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG. Für das Fahren ohne Haft-

pflichtversicherung ist Art. 96 Abs. 2 SVG Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe vorgesehen, wobei mit der Freiheitsstrafe eine Geldstrafe zu verbin-

den ist; in leichten Fällen ist die Strafe Geldstrafe. Die Strafdrohung bei Miss-

brauch von Ausweisen und Schildern gemäss Art. 97 SVG lautet Freiheitsstrafe 

bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. 

Ausgangspunkt der Strafzumessung bildet demnach das Verbergen und Weiter-

schaffen von Sprengstoffen gemäss Art. 226 Abs. 2 StGB. Wie zu zeigen sein 

wird, kann dem vom Beschuldigten in Bezug auf vorgenanntes Delikt begange-

- 30 - 

SK.2022.34 

nen Unrecht nur mit einer Freiheitsstrafe begegnet werden (vgl. E. 5.4.1). Glei-

ches gilt für den Missbrauch von Ausweisen und Schildern gemäss Art. 97 Abs. 1 

lit. f SVG; dies ergibt sich zum einen aus dem sachlichen Konnex, wurde das 

gefälschte Kontrollschildpaar doch zur Tarnung an das gestohlene Fahrzeug an-

gebracht, mit welchem der Sprengstoff in die Schweiz transportiert wurde; ande-

rerseits aus der Art und Weise der Fälschung (E. 5.4.2.3).  

Wie zu zeigen sein wird, hält die Strafkammer für das Führen eines Motorfahr-

zeugs ohne Haftpflichtversicherung (Art. 96 Abs. 2 SVG) eine Geldstrafe für adä-

quat (E. 5.5.1). Für den unbefugten Verkehr (Einfuhr) der Handlichtfackel (Art. 37 

Ziff. 1 SprstG) sowie das Fahren ohne Fahrzeugausweis (Art. 96 Abs. 1 lit. a) er-

achtet die Strafkammer eine Busse angemessen (E. 5.6).  

Es liegen somit teilweise gleichartige Strafen vor, die zu asperieren sind. Die un-

gleichartigen Strafen sind dann letztlich zu kumulieren. 

5.3 Der erweiterte Strafrahmen gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB beträgt somit Freiheits-

strafe von siebeneinhalb Jahren. Gemäss Art. 34 StGB beträgt die Geldstrafe 

höchstens 180 Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 Satz 1 StGB). Ein Tagessatz beträgt 

in der Regel mindestens 30 und höchstens 3000 Franken. Bestimmt es das Ge-

setz nicht anders, so ist der Höchstbetrag der Busse 10'000 Franken (Art. 106 

StGB). 

5.4  

5.4.1 Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von Sprengstoffen und giftigen Gasen 

(Art. 226 Abs. 2 StGB) 

5.4.1.1 Objektive Tatkomponenten 

Der Beschuldigte sass am Steuer des Personenfahrzeugs, in welchem er den 

Sprengstoff weitergeschafft hat. Den Sprengstoff hat er zwischen persönlicher 

Kleidung in seiner auf dem Rücksitz deponierten Tasche aufbewahrt, um die 

Chancen eines erfolgreichen Transports zu erhöhen. Wie ausgeführt (E. 4.7.1) 

besteht zwischen den in Art. 226 Abs. 2 StGB erwähnten Verhaltensweisen zwar 

keine echte Konkurrenz, doch kann der Umstand, dass mehrere Verhaltenswei-

sen erfüllt sind, bei der Strafzumessung berücksichtigt werden. Da Sprengstoff, 

der weitergeschafft wird, zwangsläufig immer aufbewahrt wird, ist die Aufbewah-

rung per se nicht straferhöhend zu berücksichtigen. Dies gilt auch vorliegend un-

ter Berücksichtigung der konkreten Umstände der Aufbewahrung (in schwarzes 

Klebeband eingewickelte und in einer Plastiktüte verstaute Sprengstoffblöcke, 

die in einer Reisetasche mit Kleidung deponiert wurden).  

Ins Gewicht fällt zunächst, die vom Beschuldigten transportierte Menge von 2 Ki-

logramm Nitropenta («PEP 500»), die als beträchtlich zu qualifizieren ist. Die vier 

Pakete à ca. 500 Gramm waren dabei zur Sprengung von mindestens einem 

- 31 - 

SK.2022.34 

Bankomaten und somit für die Begehung eines schweren Verbrechens bestimmt, 

was strafschärfend zu berücksichtigen ist. Zwar richten sich Bankomatenspren-

gungen, mit denen regelmässig erhebliche Sachschäden einhergehen, nicht ge-

zielt gegen Leib und Leben, schaffen indes ein erhebliches Gefährdungspotential 

für Personen. Alsdann ist in Bezug auf das Tatvorgehen erschwerend zu berück-

sichtigen, dass der Beschuldigte als Teil einer Gruppierung, gehandelt hat. Das 

Material wurde von dieser Gruppierung organisiert und ihm zur Weiterschaffung 

in die Schweiz übergeben, ebenso das dem Beschuldigten zur Weiterschaffung 

des Sprengstoffes zur Verfügung gestellte Fahrzeug, wobei er sich in der 

Schweiz wiederum mit Teilen der Gruppierung zu Treffen verabredet hatte. Er-

fahrungsgemäss geht von solchen Gruppen denn auch eine erhöhte kriminelle 

Energie aus. Das Tatvorgehen zeugt von einer gewissen Professionalität und 

Raffinesse, wenn auch nicht im Transport selbst, so bei der Ausführung als Gan-

zes.  

Nach dem Gesagten ist das objektive Tatverschulden als erheblich zu gewichten. 

5.4.1.2 Subjektive Tatkomponenten 

Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz. Sein Handeln war egoistisch 

und primär monetär motiviert. Mithin war er auf seinen persönlichen Vorteil be-

dacht, erhielt er – nach seinen eigenen Angaben – als Gegenleistung für das 

Weiterschaffen des Sprengstoffes namentlich freie Kost und Logis während sei-

nes Aufenthalts in der Schweiz und nutzte die mit der Tat verbundene freie Zeit 

zudem für private (Vergnügungs-)Zwecke, wie insbesondere Fahrradfahren. 

Sein Handeln zeugt mit Blick auf die möglichen und beabsichtigten Verletzungen 

von Rechtsgütern, die mit der verbrecherischen Zweckbestimmung des Spreng-

stoffes zur Sprengung von Bankomaten einhergehen, von einer gewissen Skru-

pellosigkeit, was erschwerend zu berücksichtigen ist. 

Der Beschuldigte befand sich zwar in engen finanziellen Verhältnissen, aber in 

keiner eigentlichen finanziellen Notlage. Er hätte sein deliktisches Tun und deren 

Folge ohne Weiteres vermeiden können, was zu seinen Lasten zu werten ist. 

Daran vermögen die vom Beschuldigten vorgebrachten Umstände, insbesondere 

die finanzielle Abhängigkeit vom Staat und das Leben in der unteren Gesell-

schaftsschicht, nichts zu ändern. 

Das subjektive Tatverschulden ist nach dem Gesagten als erheblich zu werten. 

5.4.1.3 Das Gesamtverschulden ist erheblich. Bei dieser Tatschwere ist die gedankliche 

Einsatzstrafe in Abwägung und Würdigung sämtlicher Strafzumessungsfaktoren 

auf 26 Monate festzulegen. 

  

- 32 - 

SK.2022.34 

5.4.2 Missbrauch von Ausweisen und Schildern (Art. 97 Abs. 1 lit. f SVG) 

5.4.2.1 Objektive Tatkomponenten 

In objektiver Hinsicht ist vorab zu berücksichtigen, dass es sich vorliegend um 

eine einzelne Tat handelt, nämlich die Verwendung des am vom Beschuldigten 

gelenkten Fahrzeug angebrachten Kontrollschildpaares im Rahmen seiner Ein-

reise in die Schweiz am 3. November 2021. Die damit in der Schweiz zurück 

gelegte Strecke am Grenzübergang Thayngen ist minimal, wobei indes die 

Durchquerung der Schweiz bis Y. beabsichtigt war. Die hier zu berücksichtigende 

kurze Strecke, wirkt sich leicht verschuldensmindernd aus. Das Tatvorgehen 

zeugt von einer gewissen Professionalität und Raffinesse, denn zum einen ist 

das Kontrollschildpaar auf den ersten Blick nur schwer von echten Kontrollschil-

dern zu unterscheiden, zum andern ist die bei der Fälschung verwendete Kon-

trollschildnummer auf ein Fahrzeug des gleichen Modells eingelöst. Damit wurde 

die Identifikation des Fahrzeugs zusätzlich erschwert und das geschützte 

Rechtsgut, die Gewährleistung der Verfolgbarkeit von Fahrzeughaltern und -len-

kern, intensiver tangiert. Ins Gewicht fällt zudem, dass der Beschuldigte als Teil 

einer Gruppierung handelte, wobei das Führen des Fahrzeugs mit gefälschten 

Kontrollschildern zum Gesamtplan gehörte und mithin als Tarnung diente, um 

den Sprengstoff unerkannt in die Schweiz zu schaffen. Nach dem Gesagten ist 

das objektive Tatverschulden als erheblich zu gewichten. 

5.4.2.2 Subjektive Tatkomponenten 

In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit direktem Vor-

satz handelte, war es doch sein Ziel, mit dem mit gefälschten Kontrollschildern 

ausgestatteten Fahrzeug in die Schweiz einzureisen. Sein Handeln war egois-

tisch motiviert. Dass die Tat und deren Folgen ohne weiteres vermeidbar waren, 

ist offensichtlich und entsprechend erschwerend zu werten. Auch das subjektive 

Tatverschulden ist als erheblich zu werten.  

5.4.2.3 Nach dem Gesagten, insbesondere den als professionell gefälscht zu bezeich-

nenden Kontrollschildern und unter Berücksichtigung, dass der Missbrauch der 

Kontrollschilder in einem engen Zusammenhang zum Herstellen, Verbergen und 

Weiterschaffen von Sprengstoffen und giftigen Gasen i.S.v. Art. 226 Abs. 2 StGB 

steht, kann dem dadurch begangenen Unrecht nur mit einer Freiheitsstrafe be-

gegnet werden. 

5.4.2.4 Das Gesamtverschulden ist als erheblich zu qualifizieren. Im Rahmen der Aspe-

ration erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe (E. 5.4.1.3) um 4 Monate als 

angemessen. 

5.4.3 Die hypothetische Gesamtstrafe beträgt somit 30 Monate Freiheitsstrafe. 

  

- 33 - 

SK.2022.34 

5.4.4 Täterkomponenten 

5.4.4.1 Aus den Akten ist zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten und zu 

seinem Vorleben Folgendes zu entnehmen: 

Der heute 52-jährige Beschuldigte ist niederländischer Staatsangehöriger und in 

den Niederlanden aufgewachsen. Gemäss eigenen Angaben wohnt er seit mehr 

als 15 Jahren in Z./NL (TPF 7.731.3). In den Niederlanden hat er die Schule bis 

zur Universität besucht (TPF 7.731.2). Seiner letzten bezahlten Arbeit ging er 

ca. 2011 als Projektmanager in einem global tätigen IT-Unternehmen nach. Aus 

gesundheitlichen Gründen (Midlife-Crisis und Depressionen) wurde er 2016 ob-

dachlos. Seither ging er keiner bezahlten Arbeit nach, war indes als ehrenamtli-

cher Sozialarbeiter in den Bereichen Obdachlosigkeit und «Mental Health» tätig. 

2017 wohnte er in einer Projektgruppe, vor seiner Verhaftung schliesslich in einer 

Sozialwohnung (TPF 7.731.2). Er bezog bis zu seiner Verhaftung Sozialhilfe in 

Höhe von Euro 1'000.-- pro Monat (TPF 7.731.3; BA 13.1.126). Vermögen hat er 

keines, Schulden in der Höhe von ca. Fr. 35'000.-- bis 50'000.-- (TPF 7.731.3; 

BA 13.1.127). Der Beschuldigte ist ledig und hat keine Kinder. Er ist nicht unter-

halts- oder unterstützungspflichtig (TPF 7.731.3). 

Der Beschuldigte ist im schweizerischen Strafregister nicht verzeichnet 

(TPF 7.231.1.006). Aus den Akten ergeben sich Hinweise darauf, dass er in den 

Niederlanden wegen Ladendiebstahls (BA 13.1.127) vorbestraft ist. Nach Anga-

ben des Beschuldigten handelt es sich dabei um einen Diebstahl von Getränken 

und Lebensmitteln im Jahr 2018 oder 2019 (TPF 7.731.3 f.). Die Vorstrafe ist 

nicht einschlägig, liegt ein paar Jahre zurück und ist daher nicht straferhöhend 

zu berücksichtigen. 

Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse wirken sich neutral auf die Straf-

zumessung aus. 

5.4.4.2 Der Beschuldigte zeigte sich im Strafverfahren zwar grundsätzlich kooperativ, al-

lerdings nicht in einem Masse, das strafmindernd zu berücksichtigen wäre. Ein 

Geständnis legte der Beschuldigte nicht ab. Das Nachtatverhalten ist folglich 

neutral zu werten. 

5.4.5 In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsfaktoren ist für die vorgenannten De-

likte eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten verschuldens- und täterangemessen. 

5.5 Fahren ohne Haftpflichtversicherung (Art. 96 Abs. 2 SVG) 

5.5.1 In Bezug auf das Fahren ohne Haftpflichtversicherung (Art. 96 Abs. 2 SVG) ist 

die objektive und subjektive Tatschwere nicht derart, dass zwingend eine Frei-

heitsstrafe auszusprechen ist. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit ist 

für diese Tat eine separate Geldstrafe auszufällen. 

- 34 - 

SK.2022.34 

5.5.2 In objektiver Hinsicht ist zu beachten, dass die Haftpflichtversicherung bereits 

sechs Monate vor der Grenzkontrolle abgelaufen war, was erschwerend zu be-

rücksichtigen ist. Zu beurteilen ist vorliegend einzig die Fahrt vom 3. Novem-

ber 2021 am Grenzübergang Thayngen und somit nur eine kurze zurückgelegte 

Strecke, wenn auch der Beschuldigte beabsichtigte, das Fahrzeug nach Y. und 

damit einmal quer durch die Schweiz zu fahren. Die effektiv zurückgelegte kurze 

Strecke wirkt sich unter dem Aspekt der Rechtgüterbeeinträchtigung leicht straf-

mindernd aus. 

5.5.3 Beim subjektiven Tatverschulden ist das direktvorsätzliche Handeln des Beschul-

digten zu berücksichtigen. Sein Motiv war egoistisch, zum einen wollte er durch 

die inkriminierte Fahrt sein «abenteuerliches» Unterfangen in der Schweiz durch-

führen und zum anderen in den Genuss des Fahrens des Audi RS6 des leis-

tungsstärksten Modells des besagten Automobilherstellers kommen, obwohl er 

um den fehlenden Versicherungsschutz wusste. Die Tat wäre alsdann fraglos 

vermeidbar gewesen. 

5.5.4 In Bezug auf das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse kann auf das in 

E. 5.4.4 Ausgeführte verwiesen werden. Der Beschuldigte räumte die Tat anläss-

lich der Hauptverhandlung zwar ein, sein Geständnis trug angesichts der klaren 

Beweislage indes weder zur Vereinfachung und Verkürzung des Verfahrens 

noch zur Wahrheitsfindung bei und ist entsprechend bei der Strafzumessung 

nicht zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_282/2018 vom 24. Au-

gust 2018 E. 2.6 mit Hinweis). Die Täterkomponenten wirken sich insgesamt 

neutral aus. 

5.5.5 Das Tatverschulden wiegt nicht mehr leicht. Im Ergebnis ist eine Geldstrafe von 

60 Tagen auszusprechen. 

5.5.6 Höhe des Tagessatzes 

5.5.6.1 Ausgangspunkt für die Tagessatzberechnung ist das Einkommen, das dem Täter 

durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Abzuziehen ist, was gesetzlich geschul-

det ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, so etwa die laufenden Steuern 

und die obligatorischen Versicherungsbeiträge. Ausserdem ist das Nettoeinkom-

men um die Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge zu reduzieren, soweit der 

Verurteilte ihnen tatsächlich nachkommt. Nicht zu berücksichtigen sind Schulden 

und in der Regel auch nicht die Wohnkosten (BGE 134 IV 60 E. 6.). 

5.5.6.2 Der Beschuldigte ist aktuell ohne Arbeit und ist auch vor seiner Festnahme am 

3. November 2021 keiner bezahlten, indes aber einer ehrenamtlichen Arbeit 

nachgegangen. Er hat kein Vermögen und mehrere zehntausend Euro Schulden 

(vgl. E. 5.4.4.1). Zurzeit befindet er sich im Gefängnis F. In Anbetracht der dar-

gelegten persönlichen und finanziellen Verhältnisse – insbesondere den bis zu 

- 35 - 

SK.2022.34 

seiner Verhaftung monatlichen Einkünften aus Sozialhilfe der Stadt Z. von um-

gerechnet ca. Fr. 1'000.-- und unter Berücksichtigung eines ermessensweise 

festgelegten Pauschalabzugs von 20 % für Krankenkasse und Steuern etc. – ist 

der Tagessatz auf Fr. 20.-- festzusetzen. 

5.6 Unbefugter Verkehr (Art. 37 Ziff. 1 SprstG) und Fahren ohne Fahrzeugaus-

weis (Art. 96 Abs. 1 it. a SVG) 

5.6.1 In Bezug auf den unbefugten Verkehr (Einfuhr) der Handlichtfackel (Art. 37 Ziff. 1 

SprstG) ist die objektive und subjektive Tatschwere nicht derart, dass zwingend 

eine Freiheitsstrafe oder Geldstrafe auszusprechen ist. Nach dem Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit ist für diese Tat eine Busse auszufällen.  

5.6.1.1 Hinsichtlich des objektiven Tatverschuldens ist insbesondere zu beachten, dass 

es sich um einen einzelnen pyrotechnischen Gegenstand der Kategorie P1 han-

delt, der definitionsgemäss eine geringe Gefahr darstellt. Das Gefährdungspo-

tential war zwar nicht bedeutungslos, aber doch gering. Die Vorgehensweise – 

das Mitführen einer Handlichtfackel offen im Ablagefach bei der Beifahrerseite – 

ist nicht sehr raffiniert. In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte vorsätzlich handelte. Im Lichte der genannten Faktoren wiegt das 

Tatverschulden des Beschuldigten insgesamt sehr leicht. 

5.6.1.2 Für die Berechnung der Höhe der Busse sind neben dem Verschulden die per-

sönlichen Verhältnisse (Einkommen und Vermögen des Beschuldigten, Beruf 

und Erwerb, Alter und Gesundheit) zu berücksichtigen (Art. 106 Abs. 3 StGB). 

Es soll vermieden werden, dass die Busse den wirtschaftlichen Schwächeren 

härter trifft als den wirtschaftlichen Starken (BGE 119 IV 10 E. 4b; 116 IV 4 E. 2a). 

Unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten und 

des sehr leichten Verschuldens ist die (gedankliche) Einzelstrafe für den unbe-

fugten Verkehr mit Sprengmitteln oder pyrotechnischen Gegenständen auf eine 

Busse von Fr. 120.-- festzusetzen. 

5.6.2 Diese Strafe ist in Anwendung des Asperationsprinzips mit Bezug auf das mit 

Bussen geahndete Fahren ohne Fahrzeugausweis angemessen zu erhöhen.  

5.6.2.1 In objektiver Hinsicht ist vorab zu berücksichtigen, dass es sich um eine einzelne 

Fahrt handelt, wobei die in der Schweiz tatsächlich zurückgelegte Strecke mini-

mal ist. Der Beschuldigte war auch hier von egoistischen Gründen geleitet, wollte 

er doch in den Genuss des Fahrens des besagten Audi RS6 kommen. Das Tat-

verschulden ist insgesamt als leicht einzustufen.  

5.6.2.2 Für dieses Delikt erscheint, unter Berücksichtigung der persönlichen Verhält-

nisse des Beschuldigten und seines leichten Verschuldens, eine Busse von 

Fr. 30.-- angemessen. Im Rahmen der Asperation ist mithin eine (reduzierte) Er-

höhung der Einsatzstrafe von Fr. 120.-- um Fr. 20.-- angebracht. 

- 36 - 

SK.2022.34 

5.6.3 Hinsichtlich der neutral zu wertenden Täterkomponente kann auf die Ausführun-

gen in E. 5.4.4.1 verwiesen werden. Sein Geständnis hinsichtlich des Fahrens 

ohne Fahrzeugausweis anlässlich der Hauptverhandlung und damit zu einem 

Zeitpunkt, indem er weder zur Erleichterung des Strafverfahrens noch zur Wahr-

heitsfindung etwas beigetragen hat, ändert daran nichts. 

5.6.4 Die Gesamtbusse beträgt somit Fr. 140.--. Sie ist aufgrund der gesetzlichen Ord-

nung zusätzlich zur Freiheitsstrafe und zur Geldstrafe zu verhängen. 

5.6.5 Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse (Art. 106 Abs. 2 StGB) in Höhe von 

Fr. 140.--, beträgt die Ersatzfreiheitsstrafe angesichts der ermittelten Tagessatz-

höhe von Fr. 20.-- (vgl. E. 5.5.6.2) 7 Tage (vgl. BGE 134 IV 77). 

5.7 Vollzug 

5.7.1 Das Gericht kann den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr 

und höchstens drei Jahren teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um 

dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 

StGB). Der unbedingt vollziehbare Teil darf die Hälfte der Strafe nicht übersteigen 

(Art. 43 Abs. 2 StGB). Sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende 

Teil der Strafe muss mindestens sechs Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 StGB).  

Grundvoraussetzung für die teilbedingte Strafe im Sinne von Art. 43 StGB ist, 

dass eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Zwar fehlt ein entspre-

chender Verweis auf Art. 42 StGB, doch ergibt sich dies aus Sinn und Zweck von 

Art. 43 StGB. Wenn und soweit die Legalprognose des Täters nicht schlecht aus-

fällt, verlangt die Bestimmung, dass zumindest ein Teil der Strafe auf Bewährung 

ausgesetzt wird. Umgekehrt gilt, dass bei einer Schlechtprognose auch ein bloss 

teilweiser Aufschub der Strafe nicht gerechtfertigt ist (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1; 

134 IV 1 E. 5.3.1). Innerhalb des gesetzlichen Rahmens liegt die Festsetzung 

des bedingten und unbedingten Teils im pflichtgemässen Ermessen des Ge-

richts. AIs Bemessungsregel ist das «Verschulden» zu beachten, dem in genü-

gender Weise Rechnung zu tragen ist (Art. 43 Abs. 1 StGB). Gemäss Bundes-

gericht ist unter dem Begriff des Verschuldens nach Art. 43 StGB das Mass der 

Vorwerfbarkeit des Rechtsbruchs zu verstehen; er umfasst den gesamten Un-

rechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat (BGE 129 IV 6 E. 6.1). Der Be-

griffsinhalt richtet sich nach der Legaldefinition von Art. 47 Abs. 2 StGB. Gemeint 

ist die Strafzumessungsschuld. Das Verschulden ist daher zunächst und vor al-

lem ein Bemessungskriterium bei der Strafzumessung. Für die Beurteilung, ob 

eine teilbedingte Strafe wegen des Verschuldens des Täters und unter Berück-

sichtigung seiner Bewährungsaussichten als notwendig erscheint, kann es ge-

mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht mehr in gleicher Weise auf die 

Strafzumessungsschuld ankommen. Denn im Zeitpunkt, in dem das Gericht über 

die Gewährung des Strafaufschubs befindet, muss die Strafhöhe bereits festste-

- 37 - 

SK.2022.34 

hen und es geht nur noch um die angemessene Vollzugsform. Allerdings ver-

knüpft das Gesetz die Frage nach der schuldangemessenen Strafe und jene 

nach deren Aufschub insoweit, als es den bedingten Strafvollzug für Strafen aus-

schliesst, die zwei Jahre übersteigen. Die Notwendigkeit einer teilbedingten Frei-

heitsstrafe ergibt sich dann als Folge der Schwere des Verschuldens, das sich in 

einer Strafhöhe zwischen zwei und drei Jahren niederschlägt. Darin liegt ein An-

haltspunkt für die Bedeutung der Verschuldensklausel (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 6B_328/2007 vom 6. Februar 2008 E. 6). Der Zweck der Spezialprävention 

findet seine Schranke am gesetzlichen Erfordernis, dass angesichts der Schwere 

des Verschuldens wenigstens ein Teil der Strafe zu vollziehen ist. Hierin liegt die 

«hauptsächliche Bedeutung» bzw. der «Hauptanwendungsbereich» von Art. 43 

StGB (BGE 134 IV 1 E. 5.5.1). Das Verhältnis der Strafteile ist so festzusetzen, 

dass darin die Wahrscheinlichkeit der LegaIbewährung des Täters einerseits und 

dessen Einzeltatschuld anderseits hinreichend zum Ausdruck kommen. Je güns-

tiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat, desto grösser muss 

der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der unbedingte Strafteil darf dabei 

das unter Verschuldensgesichtspunkten (Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht un-

terschreiten (BGE 134 IV 1 E. 5.6) 

5.7.1.1 Aus objektiven Gründen kann vorliegend nur ein teilweiser Strafaufschub in Be-

tracht fallen. Das Gericht geht davon aus, dass die erstmalige Bestrafung zu ei-

ner (längeren) Freiheitsstrafe den Beschuldigten zur Achtung der Rechtsordnung 

anhalten wird und die drohende Freiheitsstrafe in der Schweiz eine ausreichende 

Abschreckwirkung erzielen wird. Dies gilt auch für die drohende Geldstrafe 

(nachfolgend E. 5.7.2). Bei einer Gesamtbetrachtung, die insbesondere die Wir-

kung des drohenden Strafvollzugs und die entstandene Untersuchungs- und  

Sicherheitshaft miteinbezieht, kann dem Beschuldigten keine ungünstige Prog-

nose gestellt werden, die einen teilbedingten Strafvollzug ausschliessen würde. 

Demzufolge kann dem Beschuldigten der teilbedingte Strafvollzug für die Frei-

heitsstrafe gewährt werden. Insgesamt legt es das erhebliche Tatverschulden 

des Beschuldigten nahe, den unbedingt zu vollziehenden Teil auf 14 Monate fest-

zusetzten. Der Strafaufschub ist für die restlichen 16 Monate zu gewähren, wobei 

dem Beschuldigten diesbezüglich eine minimale Probezeit von zwei Jahren auf-

zuerlegen ist (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

5.7.1.2 Der Beschuldigte befand sich seit dem 3. November 2021 bis zum Urteilsdatum 

in Haft (BA 6.1.1 ff.). Die ausgestandene Haft von 373 Tagen (3. November 2021 

bis 10. November 2022) ist auf den Vollzug der Freiheitsstrafe anzurechnen 

(Art. 51 StGB). 

5.7.2 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von 

mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn 

eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Bege-

hung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). 

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SK.2022.34 

Die Voraussetzungen für eine bedingt ausgesprochene Geldstrafe sind vorlie-

gend ohne Weiteres erfüllt, da dem Beschuldigten, wie zuvor erwähnt, keine 

schlechte Prognose gestellt werden kann (E. 5.7.1.1). Die auf 60 Tagessätze à 

Fr. 20.-- festgesetzte Geldstrafe ist bedingt auszusprechen, unter Auferlegung 

der minimalen Probezeit von zwei Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

5.8 Als Vollzugskanton ist der Kanton Schaffhausen zu bestimmen (Art. 74 Abs. 2 

StBOG i.V.m. Art. 31 StPO). 

6. Landesverweisung 

6.1 Der Beschuldigte ist niederländischer Staatsangehöriger und verfügt nicht über 

eine schweizerische Staatsbürgschaft. Es ist folglich die Anordnung einer Lan-

desverweisung gemäss Art. 66a ff. StGB zu prüfen. 

6.2