# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c10c8c2-7127-5159-a14b-bef5b30041be
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-18
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 18.05.2018 BK 2017 483
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2017-483_2018-05-18.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 17 483

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 18. Mai 2018

Besetzung Oberrichterin Bratschi (Präsidentin i.V.), Oberrichterin Schnell, 
Oberrichter J. Bähler
Gerichtsschreiberin Kurt

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Verlängerung einer stationären therapeutischen Massnahme 
(Art. 59 Abs. 4 StGB)

Beschwerde gegen den Entscheid des Regionalgerichts Ober-
land, Kollegialgericht Fünferbesetzung, vom 26. September 2017 
(PEN 17 183)

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Regeste:

Art. 59 Abs. 4 StGB; Beginn der Fünfjahresfrist (Bestätigung der bisherigen Rechtspre-
chung der Beschwerdekammer)

Im Fall des vorzeitigen Massnahmevollzugs beginnt die Höchstfrist nach Art. 59 Abs. 4 
StGB mit dem vorzeitigen Eintritt in die Vollzugsanstalt gemäss Art. 236 Abs. 4 StPO und 
nicht im Zeitpunkt des Sachurteils zu laufen (E. 8 ff.).

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte / Formelles

1. Das Regionalgericht Oberland verurteilte A.________ am 28. Juni 2013 wegen 
mehrfacher sexueller Nötigung, teilweise versucht; mehrfachen sexuellen Handlun-
gen mit Kind, teilweise versucht; mehrfacher Erpressung, mehrfacher Nötigung, 
teilweise versucht sowie mehrfacher Pornographie zu einer Freiheitsstrafe von 
8 Jahren, abzüglich 425 Tage Polizei- und Untersuchungshaft und ordnete eine 
stationäre therapeutische Massnahme an. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass sich 
A.________ seit dem 24. Oktober 2012 im vorzeitigen Massnahmeantritt befindet 
(Vollzugsakten Band 1, pag. 183 ff.). Am 9. Juni 2017 beantragten die Be-
währungs- und Vollzugsdienste des Kantons Bern (nachfolgend: BVD) dem Regio-
nalgericht Oberland (nachfolgend: Regionalgericht) die Verlängerung der therapeu-
tischen Massnahme um fünf weitere Jahre sowie bei Erreichen der Höchstdauer 
der Massnahme am 23. Oktober 2017 die Anordnung von Sicherheitshaft bzw. Er-
satzmassnahmen, wobei deren Ausgestaltung zwecks Aufrechterhaltung des bis-
herigen Settings den BVD zu übertragen sei (Akten Regionalgericht PEN 17 183, 
pag. 01). 

2. Das Regionalgericht verlängerte am 26. September 2017 die mit Urteil vom 28. Ju-
ni 2013 angeordnete bis 27. Juni 2018 andauernde stationäre therapeutische 
Massnahme gemäss Art. 59 StGB um vier Jahre, im Sinne des Gutachtens von 
C.________ vom 24.03.2017 (Akten Beschwerdeverfahren, pag. 38). Gegen die-
sen Entscheid reichte A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer), amtlich ver-
treten durch Rechtsanwalt B.________, am 24. November 2017 Beschwerde ein. 
Er stellte folgende Anträge:

1. Der Beschluss der Vorinstanz sei aufzuheben.

2. Die mit Urteil vom 28. Juni 2013 angeordnete stationäre therapeutische Massnahme gemäss 

Art. 59 StGB sei um 15 Monate zu verlängern.

3. Es sei festzustellen, dass der Freiheitsentzug des Beschwerdeführer seit 24. Oktober 2017 

Art. 31 Abs. 1 BV und Art. 5 Ziff. 1 EMRK verletzt.

4. Der Kanton Bern sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für den unrechtmässigen Frei-

heitsentzug eine Genugtuung CHF 200.-- pro Tag seit dem 24. Oktober 2017 bis zur Rechts-

kraft des vorliegenden Verfahrens zuzusprechen.

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5. Es seien aktuelle Führungs- und Psychotherapieberichte über den Beschwerdeführer einzu-

holen und das Gutachten vom 24. März 2017 sei durch eine sachverständige Person zu er-

gänzen.

6. Eventualiter (zu Ziff. 2-5) sei festzustellen, dass die stationäre therapeutische Massnahme 

bis 27. Juni 2018 dauert.

7. Es sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren ein dem Berufungsverfahren angenähertes 

Beschwerdeverfahren mit mündlicher, öffentlicher Verhandlung im Sinne der bundesgericht-

lichen Rechtsprechung durchzuführen, wobei der zuständige sachverständige Psychiater 

hierbei anzuhören sei und der Verteidigung nach Durchführung der Verhandlung Gelegenheit 

zu einem Plädoyer geboten werde.

Alles unter Entschädigungs- und Kostenfolge für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren (zzgl. 

MWST) zulasten der Staatskasse.

3. Am 1. Dezember 2017 eröffnete die Verfahrensleiterin ein Beschwerdeverfahren. 
Die Generalstaatsanwaltschaft erhielt Gelegenheit, innert 10 Tagen eine Stellung-
nahme zum Antrag auf Aufhebung des Beschlusses der Vorinstanz und zu den ge-
stellten Beweisanträgen einzureichen. Der Beschwerdeführer wurde darauf hinge-
wiesen, dass zu gegebener Zeit eine mündliche Verhandlung unter Wahrung der 
Parteireichte und mit Einvernahme von C.________ durchgeführt werde. Die Gene-
ralstaatsanwaltschaft liess sich innert Frist am 7. und 12. Dezember 2017 verneh-
men. Sie beantragte sinngemäss die Abweisung des Antrages auf Aufhebung des 
Beschlusses sowie die Gutheissung des Beweisantrages auf Einholung aktueller 
Führungs- und Psychotherapieberichte. Dem Antrag auf Ergänzung des Gutach-
tens vom 24. März 2017 sei durch die Einvernahme des Sachverständigen an der 
Hauptverhandlung bereits entsprochen. 

Am 20. Dezember 2017 wies die Verfahrensleiterin die Stellungnahme des Be-
schwerdeführers vom 15. Dezember 2017 aus den Akten. Weiter wurde verfügt, 
dass über den Zeitpunkt des Ablaufs der Massnahme sowie die in diesem Zusam-
menhang erfolgten Feststellungsbegehren im Endentscheid befunden, ein ergän-
zender Psychotherapieverlaufsbericht eingeholt und über den Beweisantrag auf 
Ergänzung des Gutachtens von C.________ vom 24. März 2017 nach Vorliegen 
des ergänzenden Psychotherapieverlaufsberichtes entschieden werde. Von Amtes 
wegen wurde zudem der Psychotherapieverlaufsbericht vom 21. Dezember 2017 
ediert. Dieser sowie der ergänzende Psychotherapieverlaufsbericht vom 30. Januar 
2018 wurden den Parteien und C.________ zugestellt. Im Hinblick auf die oberin-
stanzliche Hauptverhandlung wurden am 5. März 2018 bei der Justizvollzugsanstalt 
D.________ (nachfolgend: JVA) ein aktueller Führungsbericht sowie bei den 
Psychiatrischen Diensten ein bis zum 4. Mai 2018 aktualisierter Psychotherapiever-
laufsbericht eingeholt. Weiter wurde verfügt, dass der Antrag auf Ergänzung des 
Gutachtens insofern gutgeheissen werde, als C.________ anlässlich des oberin-
stanzlichen Hauptverhandlungstermins als Sachverständiger einvernommen wer-
de. Mit Begleitbrief vom 4. April 2018 reichte die JVA den Führungsbericht vom 
12. Januar 2018 ein. Dieser wurde samt Beilagen ebenfalls den Parteien und 
C.________ zugestellt. Ebenso der von Amtes wegen edierte Vollzugsplan des 
Amtes für Justizvollzug D.________ vom 20. Februar 2018 samt Begleitschreiben. 

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Mit Verfügung vom 3. Mai 2018 erhielten die Parteien zudem Kenntnis vom Psy-
chotherapieverlaufsbericht vom 26. April 2018, der Orientierungskopie der Be-
währungs- und Vollzugsdienste vom 21. März 2018 betreffend Bewilligung Antrag 
auf selbständige Ausgänge sowie des Besprechungsprotokolls VKS vom 19. März 
2018.

Die oberinstanzliche Hauptverhandlung fand am 18. Mai 2018 statt. Rechtsanwalt 
B.________ bestätigte die Begehren gemäss schriftlicher Beschwerde mit folgen-
der Änderung: Die Massnahme sei um zwei Jahre bis Ende Oktober 2019 zu ver-
längern. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte, die Beschwerde sei abzuwei-
sen, die mit Urteil vom 28. Juni 2013 angeordnete bis 27. Juni 2018 andauernde 
stationäre therapeutische Massnahme gemäss Art. 59 StGB sei um vier Jahre zu 
verlängern, der Beschwerdeführer sei zur Bezahlung der erst- und oberinstanzli-
chen Verfahrenskosten zu verurteilen, er sei im Massnahmevollzug in der JVA 
D.________ zu belassen und das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gericht-
lich zu bestimmen. 

4. Der angefochtene Entscheid vom 26. September 2017 erging im Verfahren der 
selbstständigen nachträglichen Entscheide gemäss Art. 363 ff. der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0). Das Rechtsmittel gegen derartige 
Entscheide ist die Beschwerde (BGE 141 IV 396 E. 4.7). Zur Beurteilung der Be-
schwerde ist die Beschwerdekammer in Strafsachen zuständig (Art. 35 des Geset-
zes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des 
Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die Verlän-
gerung der stationären therapeutischen Massnahme um vier Jahre unmittelbar in 
seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und damit zur Beschwerde legi-
timiert (Art. 382 Abs. 1 StPO).

II. Unrechtmässiger Freiheitsentzug / Feststellungs- und Entschädigungsbegeh-
ren

1. Der Beschwerdeführer macht geltend, das Regionalgericht habe die Massnahme 
mit Urteil vom 28. Juni 2013 angeordnet und mit Entscheid vom 26. September 
2017 erst ab dem 27. Juni 2018 um weitere vier Jahre verlängert. Da die angeord-
nete Massnahme aber bereits am 23. Oktober 2017 geendet habe, werde dem Be-
schwerdeführer seit dem 24. Oktober 2017 ohne Rechtstitel die Freiheit entzogen. 
Aus diesem Grund sei dem Beschwerdeführer für den unrechtmässigen Freiheits-
entzug eine Genugtuung von CHF 200.00 pro Tag seit dem 24. Oktober 2017 bis 
zur Rechtskraft des vorliegenden Verfahrens zuzusprechen. 

2. Das Regionalgericht entschied am 26. September 2017, dass die mit Urteil vom 
28. Juni 2013 angeordnete bis 27. Juni 2018 andauernde stationäre therapeutische 
Massnahme um vier Jahre verlängert werde und der Beschwerdeführer zurück in 
den Massnahmevollzug gehe. Unabhängig davon, ob die Massnahme bis am 
23. Oktober 2017 dauerte oder gemäss Vorinstanz noch bis am 27. Juni 2018 dau-
ert, ist der Entscheid der Vorinstanz vor Ablauf der Fünfjahresfrist nach Art. 59 Abs. 

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4 StGB und damit auf jeden Fall rechtzeitig ergangen (vgl. zum Beginn der Mass-
nahme Ziffer III). Der Massnahmevollzug wurde folglich ununterbrochen weiterge-
führt. Für den damit verbundenen Freiheitsentzug liegt durchgehend ein gültiger 
Rechtstitel vor. 

III. Beginn der Überprüfungsfrist nach Art. 59 Abs. 4 StGB

1. Gemäss Art. 59 Abs. 4 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) 
beträgt der mit der stationären Behandlung verbundene Freiheitsentzug in der Re-
gel höchstens fünf Jahre. Das Regionalgericht kommt im angefochtenen Entscheid 
zum Schluss, dass nach neuester bundesgerichtlicher Rechtsprechung (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1213/2016 vom 8. März 2017, E. 2.2) der vorzeitige Massnah-
mevollzug nicht in die Berechnung der fünfjährigen Dauer der Massnahme mitein-
zubeziehen sei. Ebenso wie die Untersuchungshaft und der vorzeitige Strafvollzug 
sei er als strafprozessualer Freiheitsentzug zu qualifizieren, d.h. der Beginn der 
fünfjährigen Frist laufe erst ab Rechtskraft der Anordnung der Massnahme. Der 
vorherige Straf- und Massnahmevollzug sei lediglich an die Strafe anzurechnen. 
Die mit Urteil vom 28. Juni 2013 angeordnete stationäre therapeutische Massnah-
me erreiche damit erst am 27. Juni 2018 ihre Höchstdauer. Aus diesem Grund sei 
eine Entscheidung über die Anordnung von Sicherheitshaft oder allfälliger Ersatz-
massnahmen obsolet (pag. 37). 

2. Diese Auffassung vertritt auch die Generalstaatsanwaltschaft. Das Bundesgericht 
stelle in seinem Urteil 6B_1213/2016 vom 8. März 2017 für sämtliche Verlänge-
rungsfälle nach Art. 59 Abs. 4 StGB – nicht nur für Fälle, wo es zu Unterbrüchen im 
Massnahmevollzug komme – klar, dass der Zeitpunkt des Sachurteils als Beginn 
der fünfjährigen Frist gelte. Der vor dem Sachurteil erlittene Freiheitsentzug, selbst 
in der Form einer vorzeitig angetretenen Massnahme nach Art. 263 StPO werde 
bei der Berechnung der maximalen Massnahmedauer nicht berücksichtigt. Auch 
mit Blick auf Sinn und Zweck von Art. 59 Abs. 4 StGB werde klar, dass sich das Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_1213/2016 vom 8. März 2017 auf sämtliche Verlänge-
rungsfälle beziehe. Die zeitliche Begrenzung in Art. 59 Abs. 4 StGB soll einzig si-
cherstellen, dass ein Gericht regelmässig überprüfe, ob die Massnahme und damit 
letztlich der mit ihr verbundene Freiheitsentzug noch verhältnismässig sei (BGE 
142 IV 105 E. 5.6). Das Sachurteil könne als gerichtliche Überprüfung betrachtet 
werden. Somit beginne im Zeitpunkt des Sachurteils eine neue fünfjährige Frist zu 
laufen. Auch im Sachurteil werde die Verhältnismässigkeit geprüft und der bisheri-
ge Massnahmeverlauf berücksichtigt. Von einer Schlechterstellung könne daher 
nicht ausgegangen werden. Allfällig erzielte Fortschritte im vorzeitigen Massnah-
mevollzug, führten zu einer kürzeren Massnahmedauer. Aus Art. 59 Abs. 4 StGB 
gehe auch nicht hervor, dass die Überprüfung nur in einem nachträglichen Verfah-
ren stattfinden könne. Der Fristbeginn ab vorzeitigem Antritt der Massnahme würde 
im Falle einer Person, die sich im Zeitpunkt des Sachurteils seit vier Jahren und 11 
Monaten im vorzeitigen Massnahmevollzug befinde, dazu führen, dass innerhalb 
kurzer Zeit zwei gleiche Verfahren geführt werden müssten. Auch Art. 236 Abs. 4 
StPO stehe einer solchen Auffassung nicht entgegen. Wie der zweite Teilsatz die-

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ser Bestimmung zeige, handle es sich lediglich um die Regelung des Vollzugsre-
gimes. Eine Auswirkung dieser Bestimmung auf die gerichtliche Überprüfungsfrist 
von fünf Jahren sei nicht ersichtlich, wenn man sich den Sinn und Zweck von 
Art. 59 Abs. 4 StGB – eine regelmässige gerichtliche Beurteilung – vor Augen füh-
re. Art. 236 StPO und Art. 59 Abs. 4 StGB wiesen eine andere ratio legis auf und 
liessen sich nicht in Einklang bringen. Auch das neue Urteil des Bundesgerichts 
6B_1203/2017 vom 1. November 2017 ändere daran nichts. Es betreffe eine 
Massnahme nach Art. 60 StGB. Das Bundesgericht habe sich nicht zur Frage, in 
welchen Abständen eine gerichtliche Überprüfung stattzufinden habe, geäussert, 
sondern nur zur Höchstdauer einer Massnahme. Art. 59 Abs. 4 StGB habe anders 
als Art. 60 StGB gerade keine absolute Höchstdauer. Es bleibe dabei, dass für die 
Berechnung der Fünfjahresfrist von Art. 59 Abs. 4 StGB auf das gerichtliche Sa-
churteil abzustellen sei. 

3.

3.1 Die Beschwerdekammer hatte sich erst kürzlich mit der neusten bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung sowie den gegenteiligen Lehrmeinungen auseinanderzuset-
zen (Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 18 116 vom 12. April 2018 
E. 8 bis 15). Sie hielt an ihrer Praxis, wonach für die Berechnung der Fünfjahresfrist 
nach Art. 59 Abs. 4 StGB im Fall des vorzeitigen Massnahmevollzugs der Eintritt in 
die Vollzugsanstalt massgebend sei, fest (vgl. Beschlüsse des Obergerichts des 
Kantons Bern BK 14 295 vom 23. Juli 2015 E. 7 und BK 16 342 vom 9. Dezember 
2016 E. 3.5). Darauf kann verwiesen werden.

3.2 Das Bundesgericht kam in BGE 142 IV 105 E. 5.9 zum Schluss, die in Art. 59 Abs. 
4 Satz 1 StGB festgesetzte Dauer einer stationären therapeutischen Massnahme 
beginne mit dem rechtskräftigen und vollstreckbaren Entscheid, in dem die Mass-
nahme angeordnet werde, sofern dem Betroffenen nach der Massnahmeanord-
nung bis zum effektiven Behandlungsbeginn die Freiheit entzogen sei (vgl. auch 
Urteil des Bundesgerichts 6B_1213/2016 vom 8. März 2017 E. 2.2). Es argumen-
tierte allerdings zu Gunsten Inhaftierter, welche nach einer gerichtlichen Anordnung 
einer Massnahme auf einen Platz in einer geeigneten Massnahmeinstitution warten 
müssen. Diese Wartezeit soll (auch aus Gründen der Praktikabilität und des 
Gleichheitsgebots) unbesehen davon angerechnet werden, ob während dieser Zeit 
bereits eine gewisse therapeutische Begleitung stattgefunden hat oder nicht (vgl. E. 
5.6). Wie zu entscheiden wäre, wenn der Beschwerdeführer die Massnahme vor-
zeitig angetreten hätte, beurteilte das Bundesgericht explizit nicht (E. 4.1). Das 
Bundesgericht bezieht damit Stellung für eine möglichst schnelle gerichtliche Über-
prüfung der Massnahme (vgl. auch HEER, Beendigung therapeutischer Massnah-
men: Zuständigkeiten und Verfahren in: AJP 2017, S. 598). Der Beginn der Frist 
nach Art. 59 Abs. 4 StPO wurde auf den Zeitpunkt des rechtskräftigen und voll-
streckbaren Gerichtsurteils, in dem die Massnahme angeordnet wurde, vorverlegt, 
damit der mit der Massnahme verbundene Freiheitsentzug nicht verlängert wird. In 
erster Linie ist daher nach Ansicht der Kammer nicht die regelmässige gerichtliche 
Überprüfung entscheidend, sondern die Dauer des mit der Massnahme verbunde-
nen Freiheitsentzuges. So geht auch aus Art. 59 Abs. 4 StGB hervor, dass der mit 
der stationären Behandlung verbundene Freiheitsentzug in der Regel höchstens 

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fünf Jahre betrage. Dass es bei einer Person, die sich im Zeitpunkt des Sachurteils 
seit vier Jahren und 11 Monaten im vorzeitigen Massnahmevollzug befindet, inner-
halb kurzer Zeit zu zwei Verfahren mit den gleichen Rechtsfragen kommt, ist hin-
zunehmen, zumal solche Fälle hoffentlich sehr selten sein dürften. 

3.3 Nach Art. 236 Abs. 4 StPO wird mit dem Eintritt in die Vollzugsanstalt die Mass-
nahme angetreten. Ab diesem Zeitpunkt handelt es sich daher um einen mit der 
Massnahme verbundenen Freiheitsentzug. Soll garantiert werden, dass ein solcher 
nicht länger als fünf Jahre dauert, muss im Fall des vorzeitigen Massnahmevoll-
zugs der vorzeitige Eintritt in die Vollzugsanstalt als Beginn für die Berechnung der 
Höchstfrist nach Art. 59 Abs. 4 StGB gelten. Der vorzeitige Massnahmeantritt be-
zweckt, die Zeit vor dem Sachurteil bereits für eine stationäre Behandlung zu nut-
zen und die Aussichten auf eine Legalbewährung mit der Behandlung des Be-
schwerdeführers erheblich verbessern zu lassen. Entsprechend bezeichnet auch 
das Bundesgericht den vorzeitigen Massnahmeantritt als Beginn der Massnahme 
(vgl. BGE 136 IV 70 E. 2.4). Mit dem vorzeitigen Straf- oder Massnahmenantritt 
verlässt der Beschuldigte das Regime der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft und 
tritt in jenes des Straf- oder Massnahmenvollzugs über (HÄRRI, in: Basler Kommen-
tar Schweizerische Strafprozessordnung, N. 25 zu Art. 236 StPO). Die mit dem Ein-
tritt in die Vollzugsanstalt einhergehende Änderung des Vollzugsregimes ist daher 
gleichbedeutend mit dem Beginn der Massnahme. Andernfalls würde der vorzeitige 
Massnahmevollzug sinnentleert (Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 
18 116 vom 12. April 2018 E. 11). Abgesehen davon stand auch in BGE 142 IV 105 
ausser Frage, dass die Frist gemäss Art. 59 Abs. 4 Satz 1 StGB mit dem Eintritt in 
die Einrichtung beginnt, sofern die Behandlung aus der Freiheit angetreten wird (E. 
4.2). Im Fall des vorzeitigen Massnahmevollzugs muss daher der Eintritt in die 
Vollzugsanstalt massgebend für die Berechnung der Frist nach Art. 59 Abs. 4 StGB 
sein, zumal der Gesetzgeber diesen Zeitpunkt explizit als Massnahmeantritt be-
zeichnet. Dass er dabei allenfalls Art. 59 Abs. 4 StGB nicht vor Augen hatte, spielt 
keine Rolle. 

3.4 In seinem Urteil 6B_1213/2016 vom 8. März 2017 hatte das Bundesgericht ein 
Schadenersatzbegehren wegen nicht rechtmässiger Haft zu beurteilen. Der Betrof-
fene befand sich während insgesamt vier Monaten im vorzeitigen Massnahmevoll-
zug. Zuvor war er in Untersuchungshaft, danach bis zum Sachurteil im vorzeitigen 
Strafvollzug. Entscheidend für das Bundesgericht war, dass ab dem Sachurteil vom 
14. April 2010 bis zum 13. April 2015 ein Vollzugstitel von fünf Jahren bestand (5 
Jahre Strafe und angeordnete Massnahme von 5 Jahren). Im Vordergrund stand 
die Frage, ob der Freiheitsentzug der vor oder nach diesem Zeitraum ergangen ist, 
die tatsächlich ausgefällte Sanktion (5 Jahre) übersteige, weil der Freiheitsentzug 
in diesem Fall als Überhaft zu entschädigen wäre. Der Beginn der Massnahme 
bzw. Ablauf der Höchstfrist war insofern nicht entscheidend, sondern nur das Be-
stehen eines Vollzugstitels im Umfang von fünf Jahren, wobei das Bundesgericht 
nicht zwischen Straf- oder Massnahmevollzug unterschied. Mit Blick darauf kann 
entgegen der Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft und des Regionalgerichts 
nicht von einer blossen Anrechnung des vorzeitigen Massnahmevollzugs an die 
Strafe i.S.v. Art. 57 Abs. 3 StGB ausgegangen werden. Dies wird durch das Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1203/2017 vom 1. November 2017 bestätigt. In diesem 

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Fall folgerte die Beschwerdeführerin aus BGE 141 IV 236 sowie dem vorerwähnten 
Urteil 6B_1213/2016 vom 8. März 2017, die Berücksichtigung der Untersuchungs- 
und Sicherheitshaft wirke sich lediglich auf die Haftentschädigung, nicht aber auf 
die Höchstdauer der Massnahme aus, verkürze diese also nicht. Das Bundesge-
richt kam zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin diese beiden bundesgerichtli-
chen Urteile verkenne. Die effektive Behandlungsdauer werde in der Tat um die 
Dauer der Untersuchungs- und Sicherheitshaft «verkürzt», und entsprechend wer-
de die Resozialisierung durch eine geeignete Behandlung «unterlaufen». Dabei 
handle es sich um eine unter Umständen nicht leicht zu lösende Problematik des 
Vollzugsmanagements. Diese Problematik ändere nichts daran, dass einer Person 
die Freiheit nur in den vom Gesetz selbst vorgesehenen Fällen und nur auf die im 
Gesetz vorgeschriebene Weise entzogen werden dürfe (Art. 31 Abs. 1 BV). Des-
halb und entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin werde die Massnahmen-
dauer durch die anrechenbare Untersuchungs- oder Sicherheitshaft verkürzt (E. 
4.1.4). Aufgrund des Verweises im Urteil 6B_1203/2017 vom 1. November 2017 
auf das Urteil 6B_1213/2016 vom 8. März 2017 kann es auch keine Rolle spielen, 
ob es sich um eine Massnahme nach Art. 59 oder Art. 60 StGB handelt, zumal so-
wohl Art. 60 Abs. 4 StGB als auch Art. 59 Abs. 4 StGB eine Höchstfrist für den mit 
der stationären Behandlung verbundenen Freiheitsentzug festlegen.

3.5 Dass im Urteil 6B_1213/2016 vom 8. März 2017 nicht der vorübergehende vorzeiti-
ge Massnahmevollzug Ausgangspunkt für die Berechnung der Fünfjahresfrist bilde-
te, dürfte mit Blick auf die zu beurteilende Frage der Haftentschädigung (vgl. oben) 
im Übrigen ergebnisorientiert erfolgt sein. Für die Frage, was bezüglich der Be-
rechnung der Frist nach Art. 59 Abs. 4 StGB gilt, falls sich ein Betroffener bis zum 
rechtskräftigen und vollstreckbaren Urteil, mit welchem eine Massnahme angeord-
net wird, im vorzeitigen Massnahmevollzug befindet, kann dem unpublizierten Ent-
scheid jedenfalls nichts entnommen werden. Dass das Bundesgericht auf BGE 142 
IV 105 verweist, der die Auswirkungen eines vorzeitigen Antritts der Massnahme 
auf die Berechnung der Massnahmedauer explizit offen lässt, bestätigt diese An-
nahme (vgl. auch PFENNINGER, Der Beginn der Überprüfungsfrist nach Art. 59 Abs. 
4 StGB bei vorzeitigen Massnahmenantritt, in Schweizerische Zeitschrift für Krimi-
nologie SZK 2/2017, S. 36, Fussnote 7). Vor dem Hintergrund, dass der vorzeitige 
Massnahmevollzug bei der Berechnung der Massnahmedauer berücksichtigt wird, 
ist es am sachgerechtesten, die Frist nach Art. 59 Abs. 4 StGB im Zeitpunkt des 
vorzeitigen Antritts der Massnahme beginnen zu lassen. Nach wie vor nicht zu be-
urteilen ist, wie mit Blick auf das Urteil des Bundesgerichts 6B_1203/2017 vom 
1. November 2017 allenfalls Untersuchungs- und Sicherheitshaft vor der Anord-
nung der Massnahme zu berücksichtigen sind. Da in diesen Fällen nicht von einem 
Massnahmevollzug ausgegangen werden kann, können sie jedenfalls nicht rele-
vant für den Beginn der Frist nach Art. 59 Abs. 4 StGB sein. 

4. Der Beschwerdeführer trat am 24. Oktober 2012 im Rahmen des vorzeitigen 
Massnahmevollzugs in die Therapieabteilung (TAT) der damaligen Anstalten Thor-
berg und heutigen Justizvollzugsanstalt Thorberg ein (vgl. Verfügung der Abteilung 
Straf- und Massnahmenvollzug vom 22. Oktober 2012, Vollzugsakten, Band I, pag. 
134). Demzufolge begann die Fünfjahresfrist gemäss Art. 59 Abs. 4 StGB am 

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24. Oktober 2012 und lief am 23. Oktober 2017 ab. Somit ist über eine Verlänge-
rung der stationären Massnahme ab dem 24. Oktober 2017 zu entscheiden. 

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IV. Voraussetzungen nach Art. 59 Abs. 4 StGB 

1. Nach Art. 59 Abs. 4 StGB beträgt der mit der stationären Behandlung verbundene 
Freiheitsentzug in der Regel höchstens fünf Jahre. Sind die Voraussetzungen für 
die bedingte Entlassung nach fünf Jahren noch nicht gegeben und ist zu erwarten, 
durch die Fortführung der Massnahme lasse sich der Gefahr weiterer mit der psy-
chischen Störung des Täters in Zusammenhang stehender Verbrechen und Verge-
hen begegnen, so kann das Gericht auf Antrag der Vollzugsbehörde die Verlänge-
rung der Massnahme um jeweils höchstens fünf Jahre anordnen. Die gesetzlich 
geschaffene Möglichkeit der Massnahmenverlängerung knüpft mithin an zwei Be-
dingungen an. Sie erfordert zunächst, dass die Voraussetzungen für eine bedingte 
Entlassung nach Art. 62 StGB noch nicht gegeben sind, dem Täter prospektiv also 
noch keine günstige Prognose gestellt werden kann (BGE 135 IV 139 E. 2.2.1). 
Sodann muss - im Sinne von Art. 59 Abs. 4 StGB - erwartet werden können, dass 
sich durch die Fortführung der Massnahme der Gefahr weiterer mit der psychi-
schen Störung des Täters in Zusammenhang stehender Verbrechen und Vergehen 
begegnen lasse (BGE 135 IV 139 E. 2.3.1). Gemeint ist damit eine therapeutische 
dynamische Einflussnahme, die zu einer Verbesserung der Legalprognose führt 
(BGE 134 IV 315 E. 3.6). 

2. Gemäss Gutachten von E.________ vom 15. August 2012 lag beim 
Beschwerdeführer eine (lebensgeschichtlich überdauernde) pädosexuelle 
Verhaltensdisposition im Sinne einer Störung der Sexualpräferenz, 
gleichgeschlechtliche Pädophilie vom nicht ausschliesslichen Typ (ICD-10 F65.4) 
vor. 
C.________ stellte in seinem Gutachten vom 24. März 2017 sowohl tatzeitnah als 
auch aktuell die Diagnose einer strafrechtlich relevanten homosexuellen 
(pädophilen) hebephilen Ansprechbarkeit (keine psychische Störung im 
psychiatrischen Sinn) sowie die Diagnose akzentuierter bzw. aktuell im 
beschützenden Rahmen leichtgradig akzentuierter, unreifer, unsicher-
vermeidenden und dissozialen Persönlichkeitsanteile (ICD-10: Z73.1). Anlässlich 
der Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht wurde C.________ eingehend zu 
seiner Diagnose befragt. Das Regionalgericht setzte sich in der Folge ausführlich 
mit den unterschiedlichen Diagnosen auseinander (Akten Beschwerdeverfahren, 
pag. 22 f.). Darauf kann verwiesen werden. Im Gutachten von C.________ rückte 
zwar die Hebephilie gegenüber der (in den internationalen Klassifikationssystemen 
vorhandenen) Diagnose der Pädophilie mehr in den Fokus. Betreffend Ausmass 
der Störung des Beschwerdeführers ergab sich deswegen aber keine grosse 
Änderung. Sowohl tatzeitnah als auch aktuell muss von einer schweren 
psychischen Störung im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB ausgegangen werden. 
Deren Zusammenhang mit den verübten Taten ist offenkundig gegeben. Dies wird 
vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten. 

3.

3.1 Gemäss Art. 62 Abs. 1 StGB wird der Täter aus dem stationären Vollzug der 
Massnahme bedingt entlassen, sobald sein Zustand es rechtfertigt, dass ihm 
Gelegenheit gegeben wird, sich in der Freiheit zu bewähren. Damit wird zum 

11

Ausdruck gebracht, dass die bedingte Entlassung nur bei einer günstigen Prognose 
für das weitere Verhalten des Täters möglich ist. Mit Blick auf die 
Aufhebungsgründe in Art. 62c StGB ist davon auszugehen, dass die bedingte 
Entlassung dann zu erfolgen hat, wenn die mit der schweren psychischen Störung 
zusammenhängende Rückfallgefahr ausreichend vermindert werden konnte. Bei 
der Beurteilung des Rückfallrisikos sind die Modalitäten einer allfälligen bedingten 
Entlassung, d.h. die spezialpräventiven Wirkungen der Bewährungshilfe, der 
Weisungen bzw. der Verpflichtung zu einer ambulanten Behandlung usw. zu 
berücksichtigen. Prognoserelevante Veränderungen sind einerseits durch das mit 
der Behandlung betraute Fachpersonal festzustellen und im Bericht der 
Vollzugseinrichtung festzuhalten. Andererseits lassen sich entsprechende 
Erkenntnisse durch zuvor gewährte, positiv verlaufene Vollzugslockerungen 
gewinnen. Bei Anlasstaten, die zum Straftatenkatalog von Art. 64 Abs. 1 StGB 
gehören, was im Fall des Beschwerdeführers zutrifft, ist der kriminalprognostischen 
Beurteilung durch Sachverständige besondere Beachtung zu schenken 
(SCHWARZENEGGER, HUG, JOSITSCH, Strafrecht II Strafen und Massnahmen, 8. Aufl. 
2007, § 9 Ziff. 1.22).

3.2 Gestützt auf die Ausführungen in den Gutachten vom 15. August 2012 und 
24. März 2017, den aktuellsten Führungs- und Psychotherapieberichten sowie den 
Aussagen von C.________ an der Hauptverhandlung hielt das Regionalgericht zu 
Recht fest, dass die Voraussetzungen einer bedingten Entlassung aktuell nicht 
vorlägen. Darauf kann verwiesen werden (vgl. Akten Beschwerdeverfahren, pag. 
23 ff.). C.________ führt in seinem Gutachten aus, trotz Nachreifung liessen sich 
auch 2017 noch unbehandelte Problembereiche erkennen. Ob die bisher erreichten 
geringen Therapieerfolge ausreichten, um eine deutliche Verbesserung der 
Legalprognose zu erreichen, sei derzeit fraglich. Erst im Rahmen realitätsnäherer 
Lockerungsschritte wäre eine realistische Einschätzung möglich. Ohne weitere 
Behandlungserfolge müsse aktuell (2017) mittel- und langfristig von einer 
mittelgradig bis stark erhöhten Rückfallgefahr von Sexualdelikten gegenüber 
pubertierenden/adoleszenten Jugendlichen ausgegangen werden. Manipulatives, 
betrügerisches und nötigendes Verhalten sei mit Nötigung und erzwungenem 
Oralverkehr weiterhin zu erwarten (Vollzugsakten Band II, pag. 535 und 539, S. 77 
und S. 85 des Gutachtens). Eine bedingte Entlassung erscheine nicht vertretbar. 
Derzeit stünden noch zu viele Themen aus, die bearbeitet werden müssten, um 
eine verbesserte Legalprognose annehmen zu können. Eine Liste der anstehenden 
Themen finde sich weiter oben im Gutachten (Vollzugsakten Band II, pag. 539, S. 
85 des Gutachtens). 

3.3 Seit dieser Begutachtung sind knapp 14 Monate und seit dem Entscheid des 
Regionalgerichts acht Monate vergangen. Die Frage, ob ein früheres Gutachten 
hinreichend aktuell ist, entscheidet sich nach der Rechtsprechung nicht primär 
nach dem formellen Kriterium seines Alters. Massgebend ist vielmehr, ob Gewähr 
dafür besteht, dass sich die Ausgangslage seit der Erstellung des Gutachtens nicht 
gewandelt hat. Neue Abklärungen sind lediglich unabdingbar, soweit ein früheres 
Gutachten mit Ablauf der Zeit und zufolge veränderter Verhältnisse an Aktualität 
eingebüsst hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_147/2017 vom 18. Mai 2017 E. 
5.1 mit Verweis auf BGE 134 IV 246 E. 4.3). Mit Blick auf die Aussagen von 

12

C.________ an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hängt die Prognose stark 
von der weiteren Entwicklung bzw. der Bearbeitung der von ihm entworfenen To 
Do Liste ab. Es handelt sich dabei um die folgenden Themenbereiche: 

- Detaillierte Deliktrekonstruktion;
- Stärke der pädophilen/hebephilen Ansprechbarkeit (Teilansprechbarkeit oder eine 

Kernhebephilie);
- Wie entwickelte sich aus der starken sexuellen Triebhaftigkeit/hohen Promiskuität 

über 15 Jahre eine aktuell gering ausgeprägte Sexualität?
- Wie sieht die Alltagssexualität aus? Welche und wie viele Fantasien treten wann 

auf? Im Rahmen der Delikthypothese wurde bisher ein Zusammenhang zwischen 
sexuellen Bedürfnissen und Stress angenommen. Bestätigt sich ein solcher?

- Ist eine triebdämpfende Medikation nötig (Beurteilung anhand der Fantasie- und 
Stressparameter sowie dem Handlungsdruck)?

- Deutlich gewordene kognitive Verzerrungen (Was ist homosexuell?) und deren In-
tegration in die Lebensgeschichte;

- Dissoziale Einstellungen und das Doppelleben sowie deren Integration in die Le-
bensgeschichte;

- Verurteilungen im Strassenverkehr;
- Weg, wie der Beschwerdeführer weiterhin mit seinen Kindern und der Exfrau um-

gehen kann, ohne erneut Lügen zu erfinden;
- Initiierung von Lockerungsschritten, um das bisher erreichte in einem weniger be-

schützenden Umfeld etablieren zu können mit Fokus auf Sexualität und in dieser 
Hinsicht umfangreicher Fantasiearbeit 

3.4 Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte C.________, er 
habe die Psychotherapieverlaufs- und Führungsberichte über den 
Beschwerdeführer erhalten. Er führte aus, diese mit Blick auf die To Do Liste 
durchgearbeitet zu haben. Er habe festgestellt, dass einige der erwähnten Themen 
detailliert angegangen worden seien. Es gebe aber immer noch Bereiche, die nicht 
oder kaum behandelt worden seien (vgl. Akten Beschwerdeverfahren, pag. 309). 
Befragt nach der Rückfallgefahr sagte C.________ aus, an seiner Einschätzung im 
Gutachten und seinen Aussagen am 26. September 2017 habe sich nicht viel 
verändert. Das kurzfristige Rückfallrisiko sei im Vollzug unter Kontrolle. Die grosse 
Frage sei, ob sich die Therapieerfolge auf den Alltag transferieren liessen. Von 
einer automatischen Übertragung könne nicht ausgegangen wird. Die 
problematische Vergangenheit müsse im Risikomanagement berücksichtigt werden 
(Akten Beschwerdeverfahren, pag. 311). Mit Blick darauf, ist eine Rückfallgefahr 
nach wie vor zu bejahen. Dies wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht 
bestritten. Im Übrigen kann auch auf die Ausführungen unter Ziffer V., E. 5 und 6 
dieses Beschlusses verwiesen werden.

4.

4.1 Zu prüfen bleibt, ob sich durch die Fortführung der Massnahme der Gefahr weiterer 
mit der psychischen Störung des Täters in Zusammenhang stehender Verbrechen 
und Vergehen begegnen lasse (BGE 135 IV 139 E. 2.3.1). Gemeint ist damit eine 

13

therapeutische dynamische Einflussnahme, die zu einer Verbesserung der Legal-
prognose führt (BGE 134 IV 315 E. 3.6). 

4.2 Der Beschwerdeführer sagte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung aus, je 
früher er von der JVA D.________ fortkomme, desto besser. Er werde dort 
gebremst (Akten Beschwerdeverfahren, pag. 303). Bereits in seinem Gutachten 
vom 24. März 2017 führte C.________ aus, eine weiterhin geschlossene Unter-
bringung sei nicht mehr nötig. Da in der JVA D.________ die therapeutischen Vor-
aussetzungen zur Bearbeitung der ausstehenden Themenbereiche vorhanden sei-
en, müsse aber eine Versetzung nicht dringlich angegangen werden. Es dränge 
sich eine Güterabwägung auf, wo die anstehenden Themen bearbeitet werden soll-
ten. In der JVA D.________ bestehe eine gute therapeutische Beziehung. Ande-
rerseits sei das Setting geschlossen. Bei einer Versetzung in ein offenes Setting 
müsse erneut eine therapeutische Beziehung erarbeitet werden. Auf Grund des 
problematischen Verlaufs sei unklar, wie lange dies dauern würde. Lockerungen 
drängten sich zudem erst dann auf, wenn die oben genannte Liste der Therapie-
themen zu einem Grossteil hätten abgearbeitet werden können (Vollzugsakten, 
Band II, pag. 539/2, S. 86 des Gutachtens). Anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung führte C.________ aus, es brauche Übungsfelder bzw. die Therapeu-
ten Bewährungsfelder (Akten PEN 17 183, pag. 95, Z. 33 ff.). 

4.3 Wie aus dem Psychotherapieverlaufsbericht vom 21. Dezember 2017 hervorgeht, 
fanden nach vier begleiteten und gesicherten Ausgängen auch vier begleitete Aus-
gänge statt. Zudem bewilligten die BVD am 21. März 2018 selbständige Ausgänge 
von max. fünf Stunden, max. viermal monatlich. Aus der Einvernahme des Be-
schwerdeführers anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung geht hervor, 
dass seit Juli 2017 insgesamt 16 Ausgänge stattgefunden haben. Davon vier be-
gleitete und gesicherte, sechs begleitete und sechs unbegleitete (Akten Beschwer-
deverfahren, pag. 295). Damit bestanden bzw. bestehen die vom Gutachter gefor-
derten Übungs- und Bewährungsfelder. 

4.4 C.________ führte in seiner oberinstanzlichen Einvernahme aus, er habe im 
Rahmen der Befragung des Beschwerdeführers das Gefühl gehabt, dass die JVA 
D.________ hinsichtlich der Entwicklungsschritte nicht der ganz ideale 
Arbeitspartner sein könne. Der offene Vollzug sei seiner Meinung nach möglich. 
Dass was man in der JVA D.________ habe therapieren können, sei man 
angegangen. Lockerungsschritte seien nötig. Er wünsche sich, dass der 
Beschwerdeführer in den nächsten Vollzugsetappen mehr Verantwortung 
übernehmen könne/müsse, er sich konkret mit dem Thema Sexualität 
auseinandersetze, sich mit Homosexuellen treffen könne, Strategien entwickle, wie 
er sie treffen könne (Akten Beschwerdeverfahren, pag. 309 f.). Diese Einschätzung 
steht derjenigen im Führungsbericht vom 12. Januar 2018 entgegen. Daraus geht 
hervor, dass eine zu rasche Versetzung in ein offenes Massnahmesetting nach wie 
vor kontraindiziert erscheint. Die vertraute psychotherapeutische Begleitung und 
der eng kontrollierte Lebens- und Arbeitsraum scheinen aktuell für den Beschwer-
deführer gute Bedingungen zu schaffen, deliktpräventiv an sich arbeiten zu können 
(Akten Beschwerdeverfahren, pag. 213). Immerhin ist auch nach C.________ die 
Bearbeitung der frustrierten Sexualität ganz zentral, was durch das Vollzugssetting 

14

in der JVA D.________ bearbeitet werden könne (Akten Beschwerdeverfahren, 
pag. 311). Zudem konnte C.________ anlässlich der oberinstanzlichen 
Verhandlung keine Einrichtung nennen, welche die von ihm gewünschten 
Voraussetzungen besser erfüllen würde. So sagte er lediglich aus, mit etwas 
Kreativität würde man vielleicht eine passende Vollzugseinrichtung finden (Akten 
Beschwerdeverfahren, pag. 309). Mit Blick darauf sowie dem Umstand, dass 
Lockerungsschritte stattfinden und eine gute therapeutische Beziehung besteht, 
kann momentan noch von der Geeignetheit der Massnahme im aktuellen Setting 
ausgegangen werden. Abgesehen davon soll gemäss den Aussagen des 
Beschwerdeführers anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung eine 
kurzfristige Versetzung veranlasst werden (Akten Beschwerdeverfahren, pag. 303). 

5. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Eingangsindikation für die Mass-
nahme, das Vorliegen einer psychischen Störung bzw. deren Zusammenhang mit 
den verübten Taten gegeben ist. Zudem kann dem Beschwerdeführer aktuell noch 
keine derart günstige Prognose gestellt werden, dass eine umgehende bedingte 
Entlassung anzuordnen wäre. Das aktuelle Behandlungssetting ist erforderlich und 
auch (noch) geeignet, um die Legalprognose zu verbessern. Es ist allerdings in 
Übereinstimmung mit C.________ zu fordern, dass es ein gemeinsames Gefäss für 
die Vollzugsplanung gibt. So ist es nicht nachvollziehbar, dass im Vollzugsplan vom 
20. Februar 2018 das Gutachten von C.________ vom 24. März 2017 keinen 
Eingang gefunden hat. Weiter ist es dringend angezeigt, einen zeitlichen Horizont 
festzulegen. Insofern ist teilweise auch den Ausführungen des Beschwerdeführers 
zuzustimmen.

V. Verhältnismässigkeit i.e.S., insbesondere angemessene Dauer der Massnah-
me

1. Sind wie hier die gesetzlichen Voraussetzungen gegeben, so kann das zuständige 
Gericht die Massnahme nach dem Gesetzeswortlaut um jeweils höchstens fünf 
Jahre verlängern. Aus dieser Formulierung ergibt sich zunächst, dass eine Mass-
nahmenverlängerung selbst bei Vorliegen der in Art. 59 Abs. 4 StGB genannten 
Voraussetzungen nicht zwingend erfolgen muss ("Kann-Vorschrift", BGE 135 IV 
139 E. 2.4). Der Verhältnismässigkeitsgrundsatz verlangt, dass die Sicherheitsbe-
lange der Allgemeinheit und der Freiheitsanspruch des Betroffenen als wechselsei-
tiges Korrektiv gesehen und im Einzelfall gegeneinander abgewogen werden. Der 
Staat soll dem Betroffenen die Freiheit nur so lange entziehen können, als die von 
ihm ausgehende Gefahr dies zu rechtfertigen vermag (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 6B_513/2017 vom 24. August 2017 E. 2.1 mit Hinweisen). Das Verhältnis-
mässigkeitsprinzip verlangt jedoch nicht nur in Bezug auf die Anordnung der Mass-
nahmenverlängerung als solche Beachtung, sondern auch hinsichtlich ihrer Dauer 
(Art. 56 Abs. 2 StGB). Nach dem Gesetzeswortlaut darf die Massnahme, wie er-
wähnt, um höchstens fünf Jahre verlängert werden. Daraus folgt unmissverständ-
lich, dass im Einzelfall auch eine Verlängerungsdauer von weniger als fünf Jahren 
in Frage kommen kann (BGE 135 IV 139 E. 2.4). 

15

2. Die Dauer der Massnahme hängt vom Behandlungsbedürfnis des Betroffenen und 
der Erfolgsaussicht der Massnahme, letztlich also von den Auswirkungen der 
Massnahme auf die Gefahr weiterer Straftaten ab. Das Ende der Massnahme wird 
damit im Unterschied zum Ende der Strafe nicht durch Zeitablauf bestimmt. Sie 
dauert vielmehr grundsätzlich so lange an, bis ihr Zweck erreicht ist oder sich eine 
Zweckerreichung als aussichtslos erweist (Urteil des Bundesgerichts 6B_513/2017 
vom 24. August 2017 E. 2.1 mit Hinweisen). Es gibt keine abstrakte, mathematisch 
zu bestimmende zeitliche Obergrenze (vgl. TRECHSEL/PAUEN BORER, in: Schweize-
risches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 2013, N. 6 f. zu Art. 56 StGB, HEER, 
a.a.O., N. 128 zu Art. 59 StGB mit Verweis auf BGE 135 IV 139 sowie HEER, 
a.a.O., N. 36 zu Art. 56 StGB). Bei der Prüfung des Verhältnismässigkeitsgrundsat-
zes sind die Sicherheitsbelange der Allgemeinheit und der Freiheitsanspruch des 
Betroffenen gegeneinander abzuwägen. Es kommt insbesondere darauf an, ob und 
welche Straftaten vom Massnahmeunterworfenen drohen, wie ausgeprägt das 
Mass der Gefährdung ist und welches Gewicht den bedrohten Rechtsgütern zu-
kommt (Urteil des Bundesgericht 6B_513/2017 vom 24. August 2017 E. 2.4 mit 
Verweis auf BGE 142 IV 105 E. 5.4 sowie Urteil 6B_109/2013 vom 19. Juli 2013 E. 
4.4.3 mit Hinweisen).

3. Betreffend Abwägung der betroffenen Rechtsgüter kann vorab auf die Ausführun-
gen des Regionalgerichts verwiesen werden (Akten Beschwerdeverfahren, pag. 31 
f.). Der Beschwerdeführer hat Jugendliche mit nötigendem und manipulativem Ver-
halten zu Oralverkehr gezwungen. Auch wenn es sich nicht um Schwerstkrimina-
lität handelt, geht es um schwere Straftaten zum Nachteil von besonders schutz-
würdigen Menschen. Angesichts des Schadenpotentials für die weitere psychisch-
emotionale Entwicklung betroffener Jugendlicher geht es in der Sache um den 
Schutz zentraler Grundrechte Dritter und damit um ein gewichtiges Rechtsgut auch 
der Allgemeinheit. Das öffentliche Sicherheitsinteresse muss deshalb als hoch ein-
gestuft werden. 

4. Der Beschwerdeführer befindet sich seit bald sieben Jahren in Haft bzw. seit fün-
feinhalb Jahren im Massnahmevollzug. Auch wenn die Fortführung der Therapie 
ohnehin an den Stand des jeweiligen Therapiefortschritts anknüpft und nicht an die 
bereits verstrichene Zeit (vgl. dazu auch BGE 137 IV 201 E. 3.2 in Pra 101 (2012) 
Nr. 22), kann festgehalten werden, dass die schuldangemessene Strafe von acht 
Jahren noch nicht überschritten ist. Die Rückfallgefahr ist nach wie vor mittelgradig 
bis stark erhöht. Das öffentliche Sicherheitsinteresse überwiegt die Rechtsschutzin-
teressen des Beschwerdeführers (persönliche Freiheit). Eine Verlängerung der 
Massnahme ist damit zumutbar. 

5.

5.1 Zu prüfen bleibt die konkrete Massnahmedauer. Entscheidend in diesem 
Zusammenhang ist, welche Fortschritte in welchem Zeitrahmen vom 
Beschwerdeführer erwartet werden können. Die Beantwortung dieser Frage hängt 
auch vom bisherigen Therapieverlauf ab. 

16

5.2 Der Beschwerdeführer befand sich ab dem 24. Oktober 2012 in der 
Therapieabteilung der JVA Thorberg. Nach deren Schliessung wurde er am 
22. Juni 2016 zum weiteren Massnahmevollzug in die JVA D.________ verlegt. 
C.________ hält in seinem Gutachten zum Vollzug in der JVA Thorberg fest, dass 
der Beschwerdeführer im Rahmen der Behandlung lange Zeit blockiert gewesen 
sei, indem er mit grossem Aufwand versucht habe, seine heterosexuelle Identität 
als Familienvater aufrechtzuerhalten. Er habe jede abweichende Rückmeldung 
bekämpft und sei damit bis Ende 2015 therapeutisch nicht vom Fleck gekommen. 
Mit Beendigung der Beziehung zu seiner Ehefrau sei es nun möglich gewesen, an 
einem realistischen Selbstbild eines bekennenden Homosexuellen zu arbeiten. In 
der Folge sei es ihm gelungen, sein Doppelleben zu hinterfragen, auf einer 
Metaebene Mechanismen zu erkennen und nach und nach einzelne 
Problembereiche zuzugeben (Dominanz-/Machtstreben). Bei der Versetzung in die 
JVA D.________ seien diese Erfolge als bislang nicht gefestigt beschrieben 
worden. Er habe seine früheren Verurteilungen im Jahr 1988 bislang verschwiegen. 
Die deliktorientierte Behandlung sei also am Anfang gestanden. Auch in der JVA 
Thorberg habe sich das bereits aus der Zeit vor der Inhaftierung bekannte fassadär 
gute Funktionsniveau mit guter Arbeitsleitung und der grundsätzlichen Fähigkeit, 
sich anzupassen, gezeigt (Vollzugsakten Band II, pag. 530, S. 67 f. des 
Gutachtens). Zum bisherigen Vollzug in den JVA D.________ führt C.________ 
aus, es sei zu einer weiteren Auseinandersetzung mit der eigenen Homosexualität 
gekommen. Mit dem Outing stelle sich die Frage nach der bevorzugten 
Alterskategorie. Hier stehe er noch am Anfang der Bearbeitung. Auch im Hinblick 
auf die Triebhaftigkeit, die sexuellen Fantasien und die Stressbewältigung mit 
Sexualität seien noch keine überzeugenden Erfolge erreicht (Vollzugsakten Band 
II, pag. 531/2, S. 70 des Gutachtens). Es bestehe die Gefahr, dass der 
Beschwerdeführer erneut versuche, den Eindruck zu erwecken, er sei nur ein 
normaler Homosexueller. Noch könne das Coming-Out nicht als legalprognostisch 
günstiger Effekt gewertet werden. Erst wenn es dem Beschwerdeführer gelingen 
sollte, seine neu entdeckten Bedürfnisse tatsächlich auch mit erwachsenen 
Männern erfüllen zu können, könne sich dieser Effekt entfalten. Für die Umsetzung 
bedürfe es einem Lernfeld mit einem kontrollierenden Rahmen und eine 
selbstkritische Auseinandersetzung mit der präferierten Altersgruppe. Daneben sei 
unklar, ob der Beschwerdeführer selbst dann deliktfrei leben könnte, wenn seine 
adulten homosexuellen Bedürfnisse überwiegen sollten. Sollte er in der 
homosexuellen Szene frustrierende Erfahrungen machen, so wäre das Ausweichen 
auf Jugendliche erneut möglich. Weiter hätten die hohe Triebhaftigkeit sowie seine 
deliktfördernden Einstellungen bezüglich Sexualität mit Kindern/Jugendlichen noch 
nicht bearbeitet werden können (Vollzugsakten Band II pag. 532, S. 71 des 
Gutachtens). C.________ ging im Zeitpunkt seines Gutachtens vom 24. März 2017 
davon aus, dass mit Blick auf den bisherigen Verlauf eine Verlängerung der 
Massnahme um ca. weitere fünf Jahre empfehlenswert sei. Er benannte in seinem 
Gutachten die Themen, an denen gearbeitet werden sollte (Vollzugsakten Band II 
pag. 535/2, S. 78 des Gutachtens sowie Ziffer IV., E. 3.3 dieses Beschlusses). 

5.3 Anlässlich der Hauptverhandlung beim Regionalgericht führte C.________ aus, er 
sei auf dem Stand März 2017 und kenne die Entwicklung der letzten sechs Monate 

17

nicht. Er wisse nur, wie sich der Beschwerdeführer im Rahmen des Gutachtens 
präsentiert habe. Es wäre genauso möglich, dass sich der Beschwerdeführer auf 
eine vermeintlich leichte Lösung stütze, im Sinne ich bin jetzt schwul und brauche 
mich nicht mehr mit der Therapie auseinanderzusetzen. Aus forensischer Sicht 
brauche es mehr als ein Outing. Was es mehr brauche habe er in der To do Liste 
für die Therapeuten aufgelistet. Diese Liste soll als Checkliste dienen, um 
abschätzen zu können, ob das Outing eine Änderung bewirkt habe. Man müsse 
kontrollieren, ob diese Liste abgearbeitet worden sei, was der Beschwerdeführer 
dazu sage und was seine Therapeuten. Sei nichts von der Liste ausreichend 
bearbeitet worden, würde er bei seiner Empfehlung von fünf Jahren bleiben. Wenn 
alle Punkte bearbeitet worden seien, könne man eine deutlich verkürzte 
Empfehlung, z. Bsp. zwei Jahre, abgeben. Die Liste könne man auch in 6-12 
Monaten abarbeiten, wenn man hochspeditiv sei. Er persönlich traue dies dem 
Beschwerdeführer nicht zu, aber es komme darauf an, wie wesentlich das Outing 
im Gesamtkontext gewesen sei (Akten PEN 17 183, pag. 94, S. 11 des HV-
Protokolls). Weiter führte er aus, der Beschwerdeführer sei nicht der typische Kli-
ent. Ein solcher werde nicht zweimal rückfällig, wie der Beschwerdeführer. Dies 
mache ihn automatisch zu einem Hochrisikotäter. Er [C.________] habe versucht, 
die früheren Therapieversuche zu rekonstruieren. Er finde dort eine gute Anpas-
sungsleistung und gleichzeitig ein Delinquieren während der Therapie. Solche Sa-
chen seien sehr kritisch. An einen solchen Klienten müsse man höhere Anforde-
rungen stellen, als an einen Eingewiesenen, der nicht in eine Hochrisikogruppe 
gehöre. Der Beschwerdeführer brauche in seinen Lockerungen viel länger. Er müs-
se stärker kontrolliert werden. Aufgrund seiner Intransparenz gehöre er wahr-
scheinlich in die Gruppe, welche einen längeren Lockerungsvollzug brauche. Er 
denke, es sei erforderlich, zwei oder drei Jahre im offenen Vollzug zu machen, 
dass das Behandlungsteam die Gewissheit habe, dass der Beschwerdeführer dies 
schaffe (Akten PEN 17 183, pag. 92 f. ,S. 9, Z. 42 ff., S. 10, Z. 27 ff.).

5.4 Der Psychotherapieverlaufsbericht vom 21. Dezember 2017 bestätigt, dass erste 
Empfehlungen aus dem Gutachten aufgenommen und umgesetzt werden konnten. 
Die bereits gute therapeutische Beziehung habe gefestigt werden können. 
Aufbauend auf dieser Sicherheit habe der Beschwerdeführer seine Abwehr weiter 
abbauen und belastende oder auch bis anhin verdeckte Inhalte zulassen können. 
Insbesondere im Bereich der Sexualität/Homosexualität und der Deliktarbeit habe 
er in den letzten Monaten wesentliche Fortschritte erzielen können. Unter Einbezug 
der Ausgänge, des Fantasietagebuchs und der Deliktarbeit seien Risikofaktoren 
herausgearbeitet, anhand konkreter Situationen besprochen und Alternativen 
beleuchtet worden. Nicht immer sei es ihm gelungen, die Alternativen umzusetzen. 
Nach wie vor falle es ihm schwer, sein Handeln zu überlegen und 
vorzubesprechen. Er habe ansehnliche Fortschritte erzielt. Er habe eine Stabilität 
erreichen können, die es ihm ermögliche, Schwieriges und Unvorhergesehenes 
auszuhalten. Aktuell liege der Fokus auf der Auseinandersetzung mit der 
Deliktdynamik, den Risikofaktoren und dem Erarbeiten einer adäquaten 
Opferempathie. Parallel würden weiterhin Themen der Sexualität und die Eindrücke 
und das Verhalten während den Ausgangssituationen besprochen. Um Erreichtes 
zu festigen und weitere Schritte, insbesondere in der Auseinandersetzung mit der 

18

Deliktdynamik und der Sexualität zu unterstützen, erachten die Psychiatrischen 
Dienste D.________ die therapeutische Begleitung aber weiterhin als angezeigt. 

5.5 Am 20. Dezember 2017 ersuchte die Verfahrensleitung die Psychiatrischen Dienste 
um einen Bericht, welche der vom Gutachter aufgeworfenen Themenbereiche 
bisher bearbeitet werden konnten und in welchem Ausmass dies der Fall war. 
Dieser Bericht erfolgte am 30. Januar 2018 ergänzend zum 
Psychotherapieverlaufsbericht vom 21. Dezember 2017. Daraus ergibt sich, dass 
die detaillierte Deliktkonstruktion seit einigen Wochen im Vordergrund stehe. Der 
Fokus habe auf der Auseinandersetzung mit einem Delikt und dem Herausarbeiten 
der damit verbundenen Risikofaktoren bestanden. Weitere Delikte seien weniger 
detailliert bearbeitet und mit den vorgängig herausgearbeiteten Bereichen 
verglichen und ergänzt worden. Eine ausführliche Sexualanamnese habe 
stattgefunden und die Entwicklung der homosexuellen Identität werde begleitet. Zur 
Stärke der Ansprechbarkeit könne zurzeit noch keine abschliessende Aussage 
getroffen werden. Erste Schritte seien durch die Bearbeitung der Urlaube 
(Begegnungen mit Männern während dem Urlaub) gemacht worden. Aufgrund der 
daraus gewonnenen Erkenntnisse könne momentan von einer Teilansprechbarkeit 
ausgegangen werden. Die homosexuelle Identität des Beschwerdeführers sei noch 
nicht ausreichend gefestigt. Aufgrund der Tagebucheinträge und Rückmeldungen 
könne momentan kein Zusammenhang zwischen Stress und sexuellen 
Bedürfnissen festgestellt werden. Hingegen sei mit dem Beschwerdeführer sein 
Handlungsdruck in Bezug auf ihn zu klärende Situationen besprochen worden. In 
dieser Auseinandersetzung hätten sich Parallelen zu deliktnahem Verhalten 
gezeigt. Hypothese: eine sich aufbauende Ungeduld löse Stress aus und bedürfe 
einer Klärung und dadurch Entspannung. Deliktzeitnah habe der Beschwerdeführer 
diese Entspannung möglicherweise durch Delikte herbeigeführt. Betreffend 
kognitive Verzerrungen (was ist homosexuell) wird auf den 
Psychotherapieverlaufsbericht vom 21. Dezember 2017 verwiesen. Daraus geht 
hervor, dass es offen bleibe, ob die fehlenden hebephilen Fantasien der Realität 
entsprächen (tatsächlich nicht auftauchten), oder ob sich der Beschwerdeführer 
diesbezüglich eine, aus anderen Situationen bekannte, Abwehrstrategie aufrecht 
erhalte. Dies gelte es in der weiteren Therapiephase zu klären. Die Bereiche 
dissoziale Einstellungen/Doppelleben würden im Rahmen der Deliktarbeit und der 
Auseinandersetzung mit aktuellen Themen immer wieder diskutiert. Eine 
Integration habe noch nicht abschliessend stattfinden können. Weitere 
Lockerungsschritte im Rahmen einer engen therapeutischen Vor- und 
Nachbearbeitung würden unterstützt. 

5.6 Aus dem neusten Psychotherapieverlaufsbericht vom 26. April 2018 geht hervor, 
dass der Beschwerdeführer Ende Januar seinen Arbeitsplatz wechselte und als 
Officer auf der Wohngruppe arbeitet. Er sei verantwortlich für die Sauberkeit in den 
allgemeinen Räumen, das Bereitstellen der Mahlzeiten, die aus der Betriebsküche 
geliefert würden, und das anschliessende Aufräumen des Essbereiches. Seine 
Sonderstellung nutze er nicht aus. Mehrheitlich gelinge es ihm gut, die anderen 
Insassen adäquat auf ihre Aufgabe hinzuweisen. Im therapeutischen Fokus hätten 
die Deliktarbeit und die Besprechung der Ausgänge gestanden. Die Deliktarbeit 
stehe am Anfang. Zugunsten der selbständigen Ausgänge habe die konkrete 

19

Deliktarbeit in den letzten Monaten nicht weitergeführt werden können. Im Rahmen 
der Ausgänge und des damit verbundenen Tagebuchs werde ein 
Risikomanagement erarbeitet. Seit April gehe er einmal wöchentlich in den 
unbegleiteten Ausgang. Mit der Bezugsperson würden die Ausgänge vorbereitet 
und von der Therapeutin erhalte er einen konkreten Auftrag. Dieser werde in der 
anschliessenden Therapiestunde ausführlich nachbesprochen. Der 
Beschwerdeführer habe die Therapie weiterhin zuverlässig und motiviert besucht. 
Er sei gewillt, sich seinen Themen zu stellen und Veränderungen herbeizuführen, 
die ihm eine deliktfreie Zukunft ermöglichten. In der kommenden Therapiephase 
soll der Therapiefokus etwas weg von den Ausgängen hin zur konkreten 
Deliktarbeit gelegt werden. Die Erkenntnisse aus der Deliktarbeit und den 
Ausgängen sollen in die Erarbeitung eines fundierten Risikomanagements 
einfliessen. 

5.7 Im Führungsbericht vom 12. Januar 2018 der JVA D.________ wird empfohlen, die 
stationäre therapeutische Massnahme weiterzuführen. Aus dem Bericht geht 
hervor, dass sich der Beschwerdeführer anhand weiterer Progressionsschritte 
(insbesondere auch selbständige Ausgänge) weiter bewähren soll, so dass 
mittelfristig auf ein Arbeitsexternat von der JVA D.________ aus oder alternativ auf 
eine Versetzung in den offenen Massnahmevollzug, der angezeigte 
Progressionsschritte zulasse, hingearbeitet werden könne. Aus dem 
Begleitschreiben vom 4. April 2018 geht ergänzend hervor, dass er sich weiterhin 
gut im milieutherapeutischen Umfeld in der Wohngruppe beteilige und sich in der 
Bezugspersonenarbeit aktiv und motiviert mit kritischem Verhalten 
auseinandersetze. Er habe zwischenzeitlich weitere Progressionsschritte 
erfolgreich bestanden. In Kürze werde er selbständige Ausgänge in Anspruch 
nehmen. 

5.8 Im Vollzugsplan vom 20. Februar 2018 wird hinsichtlich Zeitplan und Progression 
festgehalten, dass insbesondere die fehlende Steuerungsfähigkeit und 
Transparenz im Verhalten die rasche Integration (in der Regel 3/4 Jahr) über ein 
AEX von der JVA D.________ nicht zuliessen. Vielmehr scheine eine langfristige 
Begleitung in einer vorerst halboffenen, später offenen Institution eine längerfristige 
Kontrolle zu. Bis zum Zeitpunkt einer Versetzung scheine die Weiterführung der 
bewährten Progression bis Urlaube mit Übernachtung eine Möglichkeit im eng 
begleiteten Rahmen den Beschwerdeführer in seinem Therapieprozess weiterhin 
zu fördern und zu fordern (Akten Beschwerdeverfahren, pag. 251). 

6.

6.1 Diese Berichte zeigen, dass an den von C.________ aufgeworfenen 
Themenbereiche gemäss To-Do-Liste weiter gearbeitet wurde und auch weitere 
Erfolge erzielt werden konnten. So fand eine ausführliche Sexualanamnese statt. 
Die seit 2016 erfolgten Therapieerfolge sind positiv zu werten. Nach wie vor steht 
aber die (Weiter)Bearbeitung zentraler Themen an. Dies wird auch von 
C.________, der die neuen Führungs- und Psychotherapieverlaufsberichte mit 
Blick auf die To Do Liste durcharbeitete, anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung bestätigt. Er habe festgestellt, dass einige der erwähnten 

20

Themen detailliert angegangen worden seien. Die Dranghaftigkeit, mit der der 
Beschwerdeführer noch heute versuche, seine Sexualität zu leben, habe er nicht 
gefunden. Ansatzweise gebe es Hinweise auf die Bearbeitung Doppelleben / 
Transparenz. Nichts gefunden habe er, ob sich die Therapeuten mit einer 
triebsenkenden Medikation auseinander gesetzt hätten. Diese anderen 
Themenbereiche seien gezielt angegangen worden (Akten Beschwerdeverfahren, 
pag. 309). Die Frage, ob es in Bezug auf die durch die Kammer zu entscheidende 
Frage der Dauer der Verlängerung der stationären Massnahme aufgrund der 
Berichte und der heutigen Befragung des Beschwerdeführers für ihn neue 
Erkenntnisse in Bezug auf seine Einschätzung im Gutachten gebe, verneinte er 
(Akten Beschwerdeverfahren, pag. 311).

6.2 Wie aus dem Gutachten vom 24. März 2017 hervorgeht, zeigt die Analyse der 
Anlasstaten eine mehrjähriger Deliktserie (2005 bis 2011), wobei sich der 
Beschwerdeführer anfangs sogar in einer ambulanten deliktorientierten Therapie 
befand, während er weiter delinquierte. Rund fünfzehn Jahre führte er ein 
ausgeprägtes Doppelleben mit einer fassadär gut angepassten und einer 
dissozialen Seite. Trotz laufender Behandlung, laufender Verfahren und weiteren 
Verurteilungen während der Deliktserie war er vollkommen sanktionenresistent. Im 
Gegenteil zeigt die Serie einen progredienten Verlauf mit Kinderpornografie, Chats 
mit Minderjährigen bis hin zu mehrfachen sexuellen Handlungen und (sexueller) 
Nötigung. Der Beschwerdeführer war stark triebgesteuert und entwickelte eine 
parallele Welt im Internet, wo er täglich ein bis mehrere Stunden verbrachte. In 
dieser Welt wirkte er deutlich dissozial, manipulativ, strategisch und stark Ich-
bezogen. Soziale und gesetzliche Regeln ignorierte er notorisch und versuchte, 
seine sexuellen Bedürfnisse auch mit psychischem Druck durchzusetzen. 
Insgesamt hatte er zu ca. 500 Jugendlichen Kontakt und gegenüber 40 
Jugendlichen kam es zu Straftaten. Das Verhalten muss als hochgradig promisk 
bezeichnet werden. Neben bekannten Jugendlichen nahm er mit unbekannten 
Jugendlichen Kontakt auf, womit die Opferverfügbarkeit hoch war. Als Dynamik 
werden mehrere Faktoren angenommen, wie Stressbewältigung mit sexueller 
Triebabfuhr/hohe Triebhaftigkeit, Erfüllen des Bedürfnisses nach Nähe und 
Sexualität (pädophile/hebephile Präferenz). Die bisherige Kriminalitätsentwicklung 
zeigt einen problematischen schwergradig chronifizierten Verlauf. 1988 findet sich 
eine Serie von z.T. nicht unerheblichen Strassenverkehrsdelikten. Mittlerweile ist er 
fünfmal wegen Strassenverkehrsdelikten verurteilt. Er ist ausserdem dreimal 
einschlägig wegen Sexualdelikten vorbestraft (vgl. Vollzugsakten Band II, pag. 533 
f.). 

6.3 Diese Vorgeschichte sprach C.________ sowohl anlässlich der erst- als auch 
oberinstanzlichen Verhandlung an. Vor Obergericht sagte er aus, als forensischer 
Psychiater müsse man diese Vorgeschichte berücksichtigen, auch wenn der 
Beschwerdeführer glaube, diese hinter sich zu haben. Die Vorgeschichte bleibe 
Bestandteil der Person. Es finde sich darin ein fünfzehnjähriges Doppelleben sowie 
die Fähigkeit, einen ambulanten Therapeuten, eklatant zu täuschen. Die ambulante 
Therapie sei noch unter dem Motto, ich bin nicht homosexuell, gelaufen. Es sei 
dem Beschwerdeführer gelungen, den Therapeuten von einer günstigen Therapie 
zu überzeugen und gleichzeitig wieder Jugendliche zu kontaktieren. Genau das sei 

21

der Punkt, wo die JVA D.________ die mangelnde Transparenz ins Feld führe und 
darauf verweise, dass es ein starkes Thema sei. Falls der Beschwerdeführer ein 
Ersttäter sei, würde er ihm sofort bestätigen, dass zwei Jahre reichten, aber 
aufgrund der Vorgeschichte habe er als Forensiker erhebliche Zweifel (Akten 
Beschwerdeverfahren, pag. 311). Im Zeitpunkt des Outings 2016 habe die 
Therapie begonnen. Der Beschwerdeführer habe sich jahrelang selber im Weg 
gestanden. Das Outing sei noch nicht lange her. Gewöhnlich brauchten solche 
stationären Massnahmen doch länger als zwei Jahre um eine relevant verbesserte 
Legalprognose zu bewirken (Akten Beschwerdeverfarhen, pag. 309 f.).

6.4 Auf Frage, ob bei einem Wechsel ins offene Setting zwei bis drei Jahre reichten 
oder es vier brauche, gab C.________ vor Obergericht an, er wünsche sich zwei 
Jahre im strenger kontrollierten offenen Setting. Ideal wäre ein Wohnheim 
oder eine Vollzugseinrichtung, wo der Beschwerdeführer draussen arbeiten könne. 
Dann noch eine Beobachtungszeit auch in einer Massnahme, in Form eines Wohn- 
und Arbeitsexternats. Dann eine flexible bedingte Entlassung mit der Möglichkeit 
der Rückversetzung falls es nicht klappe (Akten Beschwerdeverfahren, pag. 313).

7. Mit Blick auf den bisherigen Therapieverlauf, die problematische Vorgeschichte 
sowie die Aussagen von C.________ kann nicht davon ausgegangen werden, dass 
eine Verlängerung der Massnahme um zwei Jahre ausreicht, um die 
Rückfallprognose ausreichend zu verbessern. C.________ hält an seiner 
Einschätzung im Gutachten sowie seinen Aussagen vor dem Regionalgericht fest. 
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers geht aus den Aussagen von 
C.________ nicht hervor, dass zwei Jahre im Massnahmevollzug insgesamt 
ausreichten und danach eine bedingte Entlassung erfolgen könne. Vielmehr 
erachtet C.________ zwei Jahre im strenger kontrollierten offenen Setting als 
erforderlich und danach [Hervorhebung durch die Kammer] eine Beobachtungszeit 
auch in einer Massnahme, in Form eines Wohn- und Arbeitsexternats. Es handelt 
sich dabei nicht um eine pauschale, sondern eine konkrete Äusserung bezogen auf 
den Beschwerdeführer. Gemäss Aussage von C.________, würden zwei Jahre für 
den Fall, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen Ersttäter handeln würde, 
reichen (Akten Beschwerdeverfahren, pag. 311). Der Beschwerdeführer ist aber ein 
Hochrisikotäter. In seinem Fall ist eine langfristige Kontrolle unabdingbar, weshalb 
gerade auch die letzte Vollzugsstufe mehrere Jahre dauern kann bzw. muss. Wie 
sich aus den vorangehenden Erwägungen ergibt, besteht das Risiko eines 
Doppellebens nach wie vor. Der Beschwerdeführer sagte selber aus, er wisse 
nicht, ob er die Sache mit den Jungen habe abschliessen können (Akten 
Beschwerdeverfahren, pag. 295). Ob er die gewünschte Befriedigung durch das 
Ausleben Homosexualität erhält, ist zudem ungewiss. Ebenso wie er mit allfälligen 
Enttäuschungen in diesem Zusammenhang umgehen kann. Diesbezüglich steht 
noch viel Arbeit an. In den vergangenen Jahren wurde erst einer von drei 
Deliktkreisen bearbeitet (Akten Beschwerdeverfahren, pag. 297). Die Kammer 
erachtet daher ebenfalls eine erneute Massnahmedauer von vier Jahren als 
angemessen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Frist bereits am 24. Oktober 
2017 zu laufen begann.

22

Sofern der Beschwerdeführer geltend macht, eine kürzere Massnahmedauer führe 
zu einer wirksameren Kontrolle, ist ihm zu entgegnen, dass für die Festlegung der 
Dauer der Massnahme sein Behandlungsbedürfnis entscheidend ist. So knüpft die 
Notwendigkeit der Fortführung der Therapie an den Stand des jeweiligen Therapie-
fortschritts an (vgl. dazu auch BGE 137 IV 201 E. 3.2 in Pra 101 (2012) Nr. 22). 
Weiter ist festzuhalten, dass es in der Verantwortung des Beschwerdeführers liegt, 
dass seine Therapie faktisch erst 2016 begonnen hatte. Verzögerungen können 
daher nicht einzig der Vollzugsbehörde angelastet werden. Es ist aber offenkundig, 
dass sich allfällige Verzögerungen im Hinblick auf weitere Lockerungsschritte bzw. 
die Vorbereitung der bedingten Entlassung nicht mit allgemeinen Vollzugs- und 
Administrativabläufen begründen lassen und die Empfehlungen von C.________ 
umzusetzen sind.

Aus den genannten Gründen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Gemäss Berechnung der Beschwerdekammer dauerte die Massnahme bis zum 
23. Oktober 2017. Da im Dispositiv des Regionalgerichts festgehalten wird, die 
stationäre therapeutische Massnahme dauere noch bis 27. Juni 2018 an, ist die 
Abweisung der Beschwerde mit der Feststellung zu verbinden, dass die Vierjahres-
frist am 24.Oktober 2017 zu laufen begann. Das den Parteien bereits zugestellte 
Dispositiv vom 18. Mai 2018 war insofern unvollständig und ist daher gemäss 
Art. 83 Abs. 1 StPO von Amtes wegen mit vorliegendem Beschluss zu berichtigen.

VI. Kosten und Entschädigung

1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). 

2. Mit Verfügung vom 23. Mai 2018 teilte die Verfahrensleitung Rechtsanwalt 
B.________ mit, dass sie in Erwägung ziehe die anlässlich der Hauptverhandlung 
vom 18. Mai 2018 geltend gemachte Entschädigung für die amtliche Vertretung im 
Verfahren BK 17 483 zu kürzen und gab ihm Gelegenheit, zur beabsichtigten Kür-
zung innert 20 Tagen ab Erhalt dieser Verfügung Stellung zu nehmen. Am 5. Juni 
2018 teilte Rechtsanwalt B.________ mit, dass er auf eine Stellungnahme verzich-
te.

3. Nach Art. 42 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) bemisst sich 
die Entschädigung für amtlich bestellte Anwältinnen und Anwälte nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand und entspricht höchstens dem Honorar gemäss Tarifordnung für 
den Parteikostenersatz (vgl. Art. 41 KAG und Art. 17 Verordnung über die Bemes-
sung des Parteikostenersatzes [PKV; BSG 168.811]). 

Rechtsanwalt B.________ macht in seinem Leistungsnachweis insgesamt 292 Mi-
nuten für eine Besprechung mit seinem Klienten sowie die Teilnahme an der Voll-
zugskoordinationssitzung in der JVA D.________ (inkl. Besprechungsvorbereitung, 
12 min., Weg 130 min., kurze Wartezeit) geltend. Dieser Aufwand betrifft Fragen 
des Massnahmevollzugs und nicht das vorliegende Beschwerdeverfahren. Ent-
sprechend ist dieser Aufwand nicht zu entschädigen. Gleiches gilt für die in diesem 
Zusammenhang geltend gemachten Fahrspesen von CHF 126.00 (190 km x 70 

23

Rp.). Im überarbeiteten Kreisschreiben Nr. 15 des Obergerichts des Kantons Bern 
vom 25. November 2016 (in Kraft seit dem 1. Januar 2017) wird unter Ziff. 2 zum 
Reisezuschlag nach Art. 10 PKV Folgendes ausgeführt: 
«Die Reisezeit eines Anwalts oder einer Anwältin ist nicht als Arbeitszeit, sondern mit einem Honorar-
zuschlag gemäss Art. 10 PKV zu entschädigen. Je nach Dauer der Reise bzw. der unproduktiven 
Reisezeit ist ein Reisezuschlag bis zu CHF 300.00 zu gewähren. Folgende Abstufungen sind für die 
Hin- und Rückreise gesamthaft vorzunehmen, wobei die Reisezeiten zusammen zu zählen sind:
- Grundsätzlich ist für eine Reisezeit unter einer Stunde kein Zuschlag nach Art. 10 PKV zu 

gewähren. Dem Aufwand für die Hin- und Rückreise ist diesfalls im Rahmen des Zeitauf-
wands für die Verhandlung oder Einvernahme Rechnung zu tragen;

- CHF 75.00 für eine Reisezeit ab einer Stunde;
- CHF 150.00 für eine Reisezeit ab zwei Stunden;
- CHF 225.00 für eine Reisezeit ab drei Stunden;
- CHF 300.00 für eine Reisezeit ab vier Stunden.»

Entsprechend wird die von Rechtsanwalt B.________ geltend gemachte Wegzeit vom 
18. Mai 2018 nicht nach Minuten entschädigt, sondern mit einer Pauschale von CHF 
150.00. Das ergibt für das Jahr 2018 einen Aufwand von 11.85 Stunden. Die Spesen 
werden um CHF 126.00 gekürzt. Dafür wird neu die Wegzeitpauschale von 
CHF 150.00 dazugerechnet. Unter Berücksichtigung dieser Änderungen wird die Ent-
schädigung für die amtliche Verteidigung des Beschwerdeführers im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren wird wie folgt bestimmt. 

Leistungen ab 1.1.2011 bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 13.70 200.00 CHF 2'740.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 111.80
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2'851.80 CHF 228.15

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 3'079.95

volles Honorar 13.7 250.00 CHF 3'425.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 111.80
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3'536.80 CHF 282.95

CHF 0.00
Total CHF 3'819.75

nachforderbarer Betrag CHF 739.80

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

24

Leistungen ab 1.1.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 11.85 200.00 CHF 2'370.00
Reisezuschlag CHF 150.00

CHF 82.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 2'602.00 CHF 200.35

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2'802.35

volles Honorar 11.85 250.00 CHF 2'962.50
Reisezuschlag CHF 150.00

CHF 82.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 3'194.50 CHF 246.00

CHF 0.00
Total CHF 3'440.50

nachforderbarer Betrag CHF 638.15

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren 
ausgerichtete Entschädigung von insgesamt CHF 5‘882.30 zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar, ausmachend insgesamt CHF 1‘377.95, zu erstatten, sobald es 
seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

25

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, verbunden mit der Feststellung, dass die Vierjah-
resfrist am 24. Oktober 2017 zu laufen begann. 

2. Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 3‘000.00 Ge-
bühren zuzüglich CHF 3‘060.00 Auslagen, insgesamt CHF 6‘060.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt.

3. Die Entschädigung für die amtliche Vertretung des Beschwerdeführers im Beschwer-
deverfahren wird auf CHF 5‘882.30 (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt. Der Be-
schwerdeführer hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung 
zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 1‘377.95 zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es 
seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

4. Zu eröffnen:
- dem Verurteilten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- den Bewährungs- und Vollzugsdiensten des Kantons Bern
- der JVA D.________
- dem Regionalgericht Oberland

Bern, 18. Mai 2018
(Ausfertigung: 14.06.2018 KUA)

Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin i.V.:

Oberrichterin Bratschi

Die Gerichtsschreiberin:

Kurt

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung folgt auf der nächsten Seite!

26

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen seit Eröffnung des Ur-
teilsdispositivs bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Adresse: Pretorio, Viale Stefano Fransci-
ni 3, 6500 Bellinzona) schriftlich und begründet Beschwerde führen (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO, Art. 396 
Abs. 1 StPO).