# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b6c8741-c201-5484-922c-413a7df69422
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 28.06.2021 B 2021/9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2021-9_2021-06-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2021/9

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 29.12.2021

Entscheiddatum: 28.06.2021

Entscheid Verwaltungsgericht, 28.06.2021
Steuerrecht, Art. 31 Abs. 2 StG. Die Besteuerung des Gewinnes aus der 
Veräusserung einer Liegenschaft mit der Einkommenssteuer wirkt sich 
zugunsten des im massgebenden Zeitpunkt ausserkantonal wohnhaft 
gewesenen Beschwerdeführers aus. Die entsprechende Veranlagung ohne 
den Grundstückgewinn wurde nicht rechtskräftig (Verwaltungsgericht, 
B 2021/9). Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde ans Bundesgericht 
wurde mit Urteil vom 24. August 2021 abgewiesen (Verfahren 2C_599/2021).

Entscheid vom 28. Juni 2021

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Scherrer

Verfahrensbeteiligte

A.__ und B.__,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Internaz AG, Axensteinstrasse 8, Postfach 321, 9004 St. Gallen,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

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und

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

Gegenstand

Kantons- und Gemeindesteuern (Einkommen und Vermögen 2007)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

A.__ war im Jahr 2007 Eigentümer unter anderem je eines Grundstücks in X.__/SG und 

in Y.__/SG. Das Grundstück in X.__/SG veräusserte er am 8. Mai 2007. Sein Ersuchen 

vom 11. Juli 2007, den Gewinn mit der Grundstückgewinnsteuer abzurechnen, weil es 

sich um eine Liegenschaft des Privatvermögens gehandelt habe, beantwortete das 

Kantonale Steueramt angesichts seines Wohnsitzes im Kanton St. Gallen und seiner 

Besteuerung als Liegenschaftenhändler am 27. Juli 2007 abschlägig.

Am 13. Dezember 2007 verlegten die Eheleute A.__ und B.__ ihren Wohnsitz von Y.__/

SG nach Q.__/AR. Der Wohnsitzkanton berücksichtigte den Gewinn aus der 

Veräusserung der Liegenschaft in X.__/SG bei der Veranlagung der direkten Steuern 

2007 am 3. Juli 2013 als Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit. Die Einsprache, 

die sich unter anderem gegen die steuerliche Behandlung dieses Gewinns richtete, 

wurde am 27. April 2016 abgewiesen. Die Veranlagung wurde mit der Abweisung einer 

Beschwerde, mit welcher diese Betrachtung nicht mehr gerügt worden war, durch das 

Bundesgericht rechtskräftig (BGer 2C_489 und 490/2018 vom 13. Juli 2018).

B.

A.__ und B.__ wurden aufgrund des Liegenschaftsbesitzes im Kanton St. Gallen am 

16. Juni 2016 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2007 mit einem steuerbaren 

Einkommen von CHF … – darin enthalten ein Gewinn aus der Veräusserung des 

Grundstücks in X.__/SG von CHF 274'147 – zum Satz von CHF … und einem 

steuerbaren Vermögen von CHF … zum Satz von CHF … veranlagt. Gegen diese 

Veranlagung erhoben die Steuerpflichtigen am 11. Juli 2016 Einsprache. A.__ machte 

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geltend, als ausserkantonaler Liegenschaftenhändler unterliege er im Kanton St. Gallen 

nicht der Einkommens-, sondern der Grundstückgewinnsteuer. In der Folge leitete das 

Kantonale Steueramt am 30. März 2017 vorsorglich ein Nachsteuerverfahren betreffend 

Grundstückgewinnsteuer 2007 ein (act. 9/3, Dauerakten Nachsteuer GGSt 2007/2008, 

15).

Nachdem die Veranlagung mit den direkten Steuern für 2007 am Hauptsteuerdomizil 

rechtskräftig geworden war, teilte das Kantonale Steueramt den Steuerpflichtigen am 

25. September 2018 mit, der Verkauf werde gestützt auf das 2007 gültige gewesene 

Recht mit der Grundstückgewinnsteuer besteuert. Für die Einkommens- und 

Vermögenssteuern 2007 schlug es die Erledigung der Einsprache mit einem 

steuerbaren Einkommen von CHF 5'500 zum Satz von CHF 210'600 und einer 

unveränderten Veranlagung für das Vermögen vor (act. 9/1.11 und 1.18). Nach erneuter 

Zustellung des Vorschlags am 27. November 2018 (act. 9/1.17) erkundigten sich die 

Steuerpflichtigen am 4. Dezember 2018 nach der gesetzlichen Grundlage der 

Vermögensbesteuerung der Liegenschaft in X.__/SG pro rata. Das Kantonale 

Steueramt nahm dazu am 11. Dezember 2018 Stellung (act. 9/1.15 und 16).

Das Kantonale Steueramt erliess am 6. Mai 2019 eine Nachsteuerverfügung für die 

Grundstückgewinnsteuer für das Jahr 2007 und wies am 21. Januar 2020 die dagegen 

erhobene Einsprache ab (act. 9/3, Dauerakten Nachsteuer GGSt 2007, 1). Am 31. März 

2020 kam das Kantonale Steueramt auf seine Beurteilung zurück. Weil die 

entsprechende Gesetzesbestimmung doch nicht zur Anwendung gelange, könne 

"keine rechtskräftige Veranlagung der Grundstückgewinnsteuer erfolgen". Es widerrief 

den im Nachsteuerverfahren für die Grundstückgewinnsteuer ergangenen 

Einspracheentscheid und teilte mit, der Gewinn sei über die Einkommenssteuer 

abzurechnen. Am 1. April 2020 wurde eine Erledigung der Einsprache entsprechend 

der Veranlagung vom 16. Juni 2016 in Aussicht gestellt.

In der Folge stimmten die Steuerpflichtigen mit Unterschrift ihres Rechtsvertreters vom 

2. April 2020 der Erledigung der Einsprache betreffend Staats- und Gemeindesteuern 

2007 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 5'500 zum Satz von CHF 210'600 

und einem steuerbaren Vermögen von CHF 449'000 (Y.__) und CHF 249'000 (X.__) zum 

Satz von CHF … zu (act. 9/1.11). Der Rechtsvertreter vertrat am 17. April 2020 die 

Auffassung, die Veranlagung 2007 sei rechtskräftig entsprechend dem Vorschlag vom 

25. September 2018 anerkannt. Die Einleitung einer Veranlagung des Gewinns über die 

Einkommenssteuer sei verjährt und neue Tatsachen für eine Nachbesteuerung seien 

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weder bei der Grundstückgewinnsteuer noch bei der Einkommenssteuer ersichtlich. 

Das Kantonale Steueramt wies die Einsprache am 13. Mai 2020 ab.

C.

Die Verwaltungsrekurskommission wies den gegen den Einspracheentscheid vom 

13. Mai 2020 erhobenen Rekurs am 14. Dezember 2020 ab. Zur Begründung führte sie 

im Wesentlichen aus, der Einwand der Steuerpflichtigen, mit der Unterzeichnung des 

Vorschlags für die Erledigung der Einsprache gegen die Kantons- und 

Gemeindesteuern 2007 am 2. April 2020 sei das Veranlagungsverfahren erledigt 

gewesen, sei unbegründet. Die Besteuerung von Gewinnen aus dem Handel mit 

Grundstücken natürlicher Personen mit der Grundstückgewinnsteuer verletze das 

Schlechterstellungsverbot und den Grundsatz der Besteuerung nach der 

wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, wenn im Kanton lediglich eine Steuerpflicht aus 

Grundeigentum bestehe. Die entsprechende Bestimmung sei deshalb per 1. Januar 

2013 aufgehoben worden und auch auf Sachverhalte, die sich vor diesem Zeitpunkt 

ereignet hätten, nicht mehr anwendbar gewesen. Die Grundstückgewinnsteuer hätte 

CHF 97'000 (ohne Zinsen) betragen, während die Einkommenssteuer lediglich mit rund 

CHF 62'000 zu Buche schlage.

D.

A.__ und B.__ (Beschwerdeführer) erhoben gegen den am 15. Dezember 2020 

versandten Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe ihrer 

Vertreterin vom 13. Januar 2021 und Ergänzung vom 9. Februar 2021 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei 

der angefochtene Entscheid aufzuheben, die – nur im Nachsteuerverfahren mögliche – 

Besteuerung mit der Grundstückgewinnsteuer beizubehalten und die Veranlagung 

2007 betreffend die Einkommenssteuer durch den Einspracherückzug vom 23. Januar 

2020 und die Gegenzeichnung des Erledigungsvorschlages als rechtskräftig zu 

bestätigen, so dass der Veräusserungsgewinn nur nach den Regeln der Nachsteuer mit 

der Einkommenssteuer besteuert werden könne.

Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 12. Februar 2021 auf die Erwägungen 

im angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das 

Kantonale Steueramt (Beschwerdegegner) verzichtete am 22. Februar 2021 auf eine 

Vernehmlassung und beantragte, die Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerdeführer 

äusserten sich abschliessend am 9. März 2021.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen der 

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Beschwerdeführer zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Eintreten

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 196 Abs. 1 des 

Steuergesetzes; sGS 811.1, StG). Die Beschwerdeführer, die im Rekursverfahren mit 

ihren Begehren unterlagen, sind zur Erhebung der Beschwerde befugt. Die 

Beschwerde gegen den am 15. Dezember 2020 versandten Rekursentscheid wurde mit 

Eingabe vom 13. Januar 2021 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der 

Ergänzung vom 9. Februar 2021 – die Praxis, welche in steuerrechtlichen Rekurs- und 

Beschwerdeverfahren die Ansetzung einer solchen Nachfrist grundsätzlich 

ausschliesst, gilt erst seit 1. März 2021 – in formeller und inhaltlicher Hinsicht die 

gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG; Art. 161 StG in Verbindung mit 

Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 

951.1, VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. Streitgegenstand

Die Verfahrensbeteiligten gehen übereinstimmend davon aus, dass die 

Beschwerdeführer am Ende der Steuerperiode 2007 steuerrechtlichen Wohnsitz im 

Kanton Appenzell-Ausserrhoden hatten. Sie stimmen darin überein, dass der 

Beschwerdeführer aus der Veräusserung einer Liegenschaft in X.__/SG einen Gewinn in 

der Höhe von CHF 274'147 erzielte. Die Veranlagungsbehörde des Wohnsitzkantons 

hat den Gewinn aus der Veräusserung bei der direkten Bundessteuer bei den 

Einkünften aus selbständiger Erwerbstätigkeit gemäss Art. 18 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, DBG) erfasst (vgl. act. 9/4, 

Ziff. 2.3 des Einspracheentscheides vom 27. April 2016). Diese Beurteilung wurde mit 

der Abweisung der gegen die Veranlagung für die Steuerperiode 2007 erhobenen 

Beschwerden durch das Obergericht am 6. Februar 2018 und das Bundesgericht am 

13. Juli 2018 rechtskräftig (vgl. act. 9/4, BGer 2C_489 und 490/2018). Der 

Beschwerdeführer macht deshalb zu Recht nicht mehr geltend, die Liegenschaft sei 

seinem Privatvermögen zuzurechnen gewesen.

Die Beschwerdeführer sind der Auffassung, der im Jahr 2007 erzielte 

Veräusserungsgewinn sei – wie der Beschwerdegegner dies in einem 

Nachsteuerverfahren getan habe – gemäss damaliger gesetzlicher Grundlage mit der 

Grundstückgewinnsteuer zu erfassen. Der Beschwerdegegner habe die 

Nachsteuerveranlagung am 31. März 2020 aufgehoben, weil er die Aussichtslosigkeit 

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des Nachsteuerverfahrens – es lägen keine neuen Tatsachen vor – eingesehen habe. 

Der Beschwerdegegner habe sich dann daran erinnert, dass "solche Fälle" gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung allenfalls mit der Einkommenssteuer zu 

veranlagen seien. In diesem Zeitpunkt sei aber die Veranlagung der Einkommenssteuer 

2007 aufgrund des Rückzugs der Einsprache am 23. Januar 2020 beziehungsweise der 

Anerkennung der Steuerfaktoren ohne den Veräusserungsgewinn am 2. April 2020 

bereits rechtskräftig und unveränderbar gewesen (dazu nachfolgend Erwägung 3). Für 

den Fall, dass diese Auffassung nicht geteilt wird, berufen sich die Beschwerdeführer 

auf den Schutz des Vertrauens in eine – mangels neuer Tatsachen allerdings nicht 

mehr zulässige – Besteuerung des Gewinns aus der Veräusserung mit der 

Grundstückgewinnsteuer (dazu nachfolgend Erwägung 4).

3. Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern 2007

Rechtsgrundlage

Gemäss dem per 1. Januar 2013 aufgehobenen Art. 130 Abs. 1 Ingress und lit. b StG 

(vgl. nGS 44-121) unterlagen Gewinne aus dem Handel mit Grundstücken natürlicher 

Personen der Grundstückgewinnsteuer, wenn im Kanton lediglich eine Steuerpflicht 

aus Grundeigentum bestand. Da im dualistischen System Kapitalgewinne aus der 

Veräusserung von Grundstücken des Geschäftsvermögens gemäss Art. 31 Abs. 2 StG 

als Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit steuerbar sind, konnte diese Lösung 

zu einer erheblichen Mehrbelastung im Liegenschaftenhandel selbständig 

Erwerbstätiger mit ausserkantonalem Hauptsteuerdomizil und damit zu einer 

Missachtung des Gebots der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit 

und des Schlechterstellungsverbots (Art. 127 Abs. 2 und 3 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV; vgl. BGE 137 I 145 E. 4.3) führen.

Die Vorinstanz hat die steuerliche Entlastung bei einer Besteuerung mit der 

Einkommenssteuer im Vergleich zur Besteuerung mit der Grundstückgewinnsteuer auf 

rund CHF 35'000 geschätzt (E. 3d des angefochtenen Entscheides). Die 

Grundstückgewinnsteuer würde gemäss provisorischer Berechnung vom 3. Oktober 

2018 CHF 97'154 (ohne Zinsen; act. 9/3, Dauerakten Nachsteuer GGSt 2007/2008, 12), 

die Einkommenssteuer für die in der Gemeinde X.__/SG erzielten Einkünfte gemäss 

Veranlagungsverfügung und Schlussrechnung vom 29. Juni 2016 CHF 56'317 (ohne 

Zinsen; act. 9/1.3; einfache Steuer CHF 24'274.62, Steuerfuss 232%, ohne Zinsen) 

betragen, was eine Entlastung von über CHF 40'000 ergibt. Die Beschwerdeführer 

bestreiten diese Grössenordnung der Steuerersparnis nicht. Zwar war Art. 130 Abs. 1 

Ingress und lit. b StG im Zeitpunkt der Gewinnrealisation im Jahr 2007 noch in Kraft. 

3.1. 

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Indessen hätte – worauf die Vorinstanz zu Recht hinweist – die Anwendung der 

Bestimmung bereits in jenem Zeitpunkt zu einer verfassungswidrigen Mehrbelastung 

des Beschwerdeführers geführt.

Die Besteuerung des Veräusserungsgewinnes mit der Einkommenssteuer wirkt sich 

zugunsten des Beschwerdeführers aus. Es besteht deshalb grundsätzlich kein Anlass, 

den im Jahr 2007 erzielten Gewinn aus der Veräusserung des Grundstücks in X.__/SG 

nicht über die Einkommenssteuer abzurechnen.

Schreiben vom 23. Januar 2020

Die Beschwerdeführer machen geltend, die Veranlagung der Einkommenssteuer 2007 

ohne den Gewinn aus der Veräusserung des Grundstückes in X.__/SG entsprechend 

dem Veranlagungsvorschlag vom 25. September 2018 sei mit dem Rückzug der 

Einsprache am 23. Januar 2020 rechtskräftig geworden. Diesen Rückzug (act. 9/1.12) 

hat der Beschwerdegegner als inhaltlich im Ergebnis offen aufgefasst und die 

Beschwerdeführer deshalb mit eingeschriebenem Brief vom 14. Februar 2020 deren 

Vertreter (act. 9/1.11) um ausdrückliche Bestätigung der Steuerfaktoren ersucht. Dieses 

Vorgehen ist nachvollziehbar, zumal mit dem Rückzug der Einsprache grundsätzlich die 

Steuerfaktoren der angefochtenen Veranlagung gelten. Abgesehen davon ist aber 

ausschlaggebend, dass der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner am 

26. Februar 2020 per Mail mitteilte, die Einsprache werde im Moment nicht 

zurückgenommen (act. 9/1.10). Im Gegenteil, der Beschwerdeführer verlangte in dieser 

Mail auch noch den Veranlagungsvorschlag (Einsprache), den er dann auch am 

27. Februar 2020 erhalten hat. Daraufhin haben die Beschwerdeführer nicht mehr 

reagiert beziehungsweise die verlangte Erklärung erst am 2. April 2020 übergeben. 

Indem die Beschwerdeführer diese Erklärung noch am 2. April 2020 abgaben, 

widersprechen sie ihrer Behauptung, sie seien davon ausgegangen, dass die 

Veranlagung vom 25. September 2018 am 23. Januar 2020 rechtskräftig geworden sei, 

selber. Aus dem Schreiben vom 23. Januar 2020 können die Beschwerdeführer 

deshalb nicht schliessen, das Veranlagungsverfahren für die direkten Steuern 2007 sei 

mit den Steuerfaktoren gemäss dem Veranlagungsvorschlag der Beschwerdegegner 

vom 25. September 2018 abgeschlossen worden.

3.2. 

Bestätigung der Steuerfaktoren vom 2. April 2020

Der Beschwerdegegner hat im Schreiben vom 14. Februar 2020 den 

Beschwerdeführern für die Rücksendung der unterzeichneten Erklärung zur Erledigung 

der Einsprache betreffend die Einkommens- und Vermögenssteuern 2007 ohne den 

Gewinn aus der Veräusserung der Liegenschaft eine Frist bis 28. Februar 2020 

3.3. 

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4. Vertrauensschutz

Die Beschwerdeführer berufen sich auf den Schutz ihres berechtigten Vertrauens 

darauf, dass der Gewinn aus der Veräusserung über die Grundstückgewinnsteuer 

abgerechnet werde.

Der Anspruch auf Schutz objektiv berechtigten Vertrauens bedingt praxisgemäss 

behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes 

Verhalten der Behörden. Vorauszusetzen ist, dass die Person, die sich auf den 

Vertrauensschutz beruft, berechtigterweise auf diese Grundlage vertrauen durfte und 

gestützt darauf nachteilige Dispositionen getroffen hat, die sich ohne Nachteil nicht 

mehr rückgängig machen lassen (vgl. BGer 2C_95/2013 vom 21. August 2013 mit 

Hinweis auf BGE 137 I 69 E. 2.5.1 und weitere Rechtsprechung).

Inwieweit das Verhalten des Beschwerdegegners objektiv geeignet war, berechtigtes 

Vertrauen in eine Besteuerung des Veräusserungsgewinns mit der 

Grundstückgewinnsteuer zu wecken, kann offenbleiben. In diesem Zusammenhang ist 

anzumerken, dass auch das Verhalten der Beschwerdeführer, die gemäss Art. 5 Abs. 2 

BV ebenfalls auf das Handeln nach Treu und Glauben verpflichtet sind, widersprüchlich 

angesetzt (act. 9/1.11). Auf eine Säumnisfolge wurde nicht hingewiesen. Die Frist 

verstrich unbestrittenermassen ungenutzt. Der Vertreter der Beschwerdeführer 

unterzeichnete die Erklärung erst am 2. April 2020, nachdem der Beschwerdegegner 

mit Schreiben vom 31. März 2020 und 1. April 2020 mitgeteilt hatte, den Gewinn aus 

der Veräusserung der Liegenschaft entgegen seiner bisherigen Absicht nicht mit der 

Grundstückgewinnsteuer, sondern mit der Einkommenssteuer zu erfassen. Nachdem 

die vom Beschwerdegegner zur Retournierung der unterzeichneten Bestätigung der 

Steuerfaktoren für die Einkommens- und Vermögenssteuern 2007 am 28. Februar 2020 

ungenutzt verstrichen war, war der Beschwerdegegner an seinen 

Veranlagungsvorschlag nicht mehr gebunden. Dies gilt umso mehr, als die 

Beschwerdeführer ihrerseits während mehr als eines Jahres dem Vorschlag nicht 

zugestimmt hatten, obwohl sie gleichzeitig der Auffassung waren, der Gewinn sei über 

die Grundstückgewinnsteuer abzurechnen.

Ergebnis

Die Abweisung des Rekurses gegen den Einspracheentscheid des Beschwerdegegners 

vom 21. Januar 2020, mit welcher die – zahlenmässig von den Beschwerdeführern 

nicht in Frage gestellte – Veranlagung für die Kantons- und Gemeindesteuern 2007 

(Einkommen und Vermögen) vom 16. Juni 2016 bestätigt wurde, ist deshalb – soweit 

das Ergebnis nicht vertrauenswidrig ist – nicht zu beanstanden.

3.4. 

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erscheint. Sie haben zwar die Abrechnung über die Grundstückgewinnsteuer 

angestrebt, gleichzeitig der Veranlagung des steuerbaren Einkommens ohne 

Berücksichtigung des Veräusserungsgewinns aber erst ausdrücklich zugestimmt, als 

der Beschwerdegegner von der Abrechnung mit der Grundstückgewinnsteuer 

abgekommen war und die entsprechende Nachsteuerverfügung widerrufen hatte.

Dass die Beschwerdeführer aufgrund der von ihnen behaupteten Erwartung 

Dispositionen getroffen hätten, die sie nicht wieder rückgängig machen könnten, ist 

nicht ersichtlich. Insbesondere hing das steuerlich relevante Verhalten des 

Beschwerdeführers – nämlich die Veräusserung der Liegenschaft in X.__/SG – nicht 

von der Auskunft des Beschwerdegegners ab, wie ein allfälliger Gewinn steuerlich 

abgerechnet würde. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdegegner 

mit seiner Einsprache vom 11. Juli 2016 gegen die für ihn günstigere Besteuerung mit 

der Einkommenssteuer selbst eine neue Tatsache schuf, welche die Einleitung eines 

Nachsteuerverfahrens für die Grundstückgewinnsteuer gerechtfertigt hätte.

5. Zusammenfassung

Zusammenfassend ergibt sich, dass der Gewinn aus der Veräusserung der 

Liegenschaft in X.__/SG am 8. Mai 2007 der materiell günstigeren Besteuerung mit der 

Einkommenssteuer unterliegt. Da das Einspracheverfahren weder durch Rückzug der 

Beschwerde noch durch – rechtzeitige – Anerkennung der Steuerfaktoren gemäss 

Veranlagungsvorschlag vom 15. September 2018 und Bestätigungsformular vom 

14. Februar 2020 erledigt worden war, war die Abweisung der Einsprache durch den 

Beschwerdegegner am 13. Mai 2020 und in der Folge auch die Abweisung des 

dagegen erhobenen Rekurses durch die Vorinstanz am 14. Dezember 2020 

rechtmässig. Die Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen.

6. Kosten

(…).

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführer bezahlen die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 2'500 unter Verrechnung mit dem von ihnen in der gleichen Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss.

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3.

Ausseramtliche Kosten werden für das Beschwerdeverfahren nicht entschädigt.

 

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