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**Case Identifier:** e86d1abc-5d66-52a1-820f-73fd1b1bb3dd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.12.2022 A-722/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-722-2022_2022-12-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 03.01.2024 (9C_154/2023) 

 
 
  
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-722/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  D e z e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richter Keita Mutombo, Richterin Iris Widmer,  

Gerichtsschreiber Matthias Gartenmann. 
 

 
 

Parteien 
 K._______ AG,  

vertreten durch  

bcs steuerexperten ag,  

Beschwerdeführerin,   
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer,  

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Steuerperiode 2019 (Vorsteuerabzug). 

 

 

 

A-722/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die K._______ AG (nachfolgend: Steuerpflichtige) mit Sitz in Weinfelden 

bezweckt den Erwerb, das Halten, die Verwaltung und die Veräusserung 

von Beteiligungen und Vermögen aller Art, die damit zusammenhängende 

Erbringung von Dienstleistungen und Beratung sowie den Handel mit Wa-

ren aller Art. Sie ist seit dem 1. April 2019 im Register der Mehrwertsteuer-

pflichtigen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (nachfolgend: 

ESTV) eingetragen und rechnet nach der Methode der vereinnahmten Ent-

gelte ab.  

B.  

Die Steuerpflichtige deklarierte in der Abrechnungsperiode des 2. Quartals 

2019 Vorsteuern in der Höhe von Fr. 71'013.55. 

C.   

Die ESTV forderte die Steuerpflichtige mit dem Schreiben vom 11. Februar 

2020 auf, sämtliche Rechnungskopien in Bezug auf die in der Abrech-

nungsperiode des 2. Quartals 2019 unter der Ziff. 382 deklarierte Bezug-

steuer einzureichen. 

D.  

Mit der E-Mail vom 5. März 2020 kam die Steuerpflichtige dieser Aufforde-

rung nach und reichte Rechnungskopien des 2. Quartals 2019 ein. 

E.  

Die ESTV bat die Steuerpflichtige mit dem Schreiben vom 20. April 2020 

um weitere Unterlagen und stellte fest, dass die Steuerpflichtige die dekla-

rierte Bezugsteuer vollumfänglich als Vorsteuer geltend machte, obschon 

die bezogenen Leistungen mehrwertsteuerlich per Beginn der Steuerpflicht 

am 1. April 2019 teilweise resp. vollumfänglich als verbraucht gelten wür-

den. Die ESTV ersuchte die Steuerpflichtige zudem um eine kurze Stel-

lungnahme, ob sie in den Kalenderjahren 2015 bis 2018 für jeweils mehr 

als Fr. 10'000.- Leistungen bezogen habe, welche der Bezugsteuer unter-

lagen. 

F.  

Die Steuerpflichtige reichte mit der E-Mail vom 4. Mai 2020 die geforderten 

Unterlagen ein und machte geltend, dass die auf den Rechnungen ange-

gebenen Leistungsperioden zwar teilweise auch den Zeitraum vor dem 

1. April 2020 (recte: 1. April 2019) umfassten. Bei den Leistungen, welche 

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Seite 3 

der Bezugsteuer unterlägen, entstehe der Anspruch auf Vorsteuerabzug 

jedoch im Zeitpunkt der Abrechnung. Die Bezugsteuerschuld bei der Ab-

rechnung nach vereinbarten Entgelten entstehe nämlich mit der Rech-

nungsstellung. 

G.  

Mit den Schreiben vom 2. und 3. Juni 2020 hat die ESTV die Abrechnung 

der Steuerpflichtigen über die Abrechnungsperiode des 2. Quartals 2019 

um den Betrag von Fr. 63’537.50 korrigiert, da für die vor dem Eintritt der 

Inlandsteuerpflicht empfangenen Leistungen keine Berechtigung zum Vor-

steuerabzug bestehe. 

H.  

Die Steuerpflichtige teilte der ESTV mit dem Schreiben vom 17. Juni 2020 

mit, dass sie mit den Korrekturen nicht einverstanden sei und ersuchte um 

die Ausstellung einer einsprachefähigen Verfügung. 

I.  

Mit der Verfügung vom 28. Oktober 2020 setzte die ESTV die Steuerforde-

rung gegenüber der Steuerpflichtigen für die Steuerperiode 2019 (für die 

Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019) auf Fr. 61'644.- und die Mehr-

wertsteuernachforderung (unter Berücksichtigung der deklarierten Steuer) 

auf Fr. 63'538.- zzgl. Verzugszins fest. 

J.  

Mit Eingabe vom 9. November 2020 erhob die Steuerpflichtige gegen die 

Verfügung vom 28. Oktober 2020 Einsprache. 

K.  

Mit dem Einspracheentscheid vom 12. Januar 2022 wies die ESTV die Ein-

sprache ab und setzte die Steuerforderung gegenüber der Steuerpflichti-

gen für die Steuerperiode 2019 (für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezem-

ber 2019) auf Fr. 61'644.- und die Mehrwertsteuernachforderung für die 

Steuerperiode 2019 auf Fr. 63'538.- zzgl. Verzugszins fest. Zur Begrün-

dung legte die ESTV im Wesentlichen dar, die Leistungen, welche die Steu-

erpflichtige vor dem Verzicht auf die Befreiung von der subjektiven Steuer-

pflicht per 1. April 2019 bezogen habe, würden nicht zum Vorsteuerabzug 

berechtigen. Die ESTV habe betreffend die während dem Zeitraum zwi-

schen dem 12. Juni 2014 und dem 24. Mai 2019 bezogenen Dienstleistun-

gen jeweils eine Aufteilung pro rata temporis vorgenommen. Nur der nach 

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Seite 4 

dem 1. April 2019 bezogene Anteil der Dienstleistungen berechtige zum 

Vorsteuerabzug. 

L.  

Mit Eingabe vom 14. Februar 2022 erhob die Steuerpflichtige (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin) Beschwerde gegen den Einspracheentscheid 

vom 12. Januar 2022 beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt die 

Aufhebung des Einspracheentscheids der ESTV (nachfolgend: Vorinstanz) 

vom 12. Januar 2022 und die Gewährung des Vorsteuerabzugs auf den in 

der Steuerperiode 2019 deklarierten Leistungsbezügen im Umfang, in dem 

die Leistungserbringung nach dem 1. April 2019 erfolgt sei, sowie die Fest-

setzung der «Vorsteuerkürzung» in Bezug auf die vor dem 1. April 2019 

erbrachten Leistungen auf Fr. 13'069.59.-. Eventualiter sei per Eintritt in die 

Steuerpflicht per 1. April 2019 bezüglich der noch nicht in Gebrauch ge-

nommenen Dienstleistungen eine Einlageentsteuerung auf den Zeitwert zu 

gewähren oder die erzielte Erfolgsprämie für den erfolgreichen Abschluss 

der M&A-Transaktion als ausgenommene Leistung zu qualifizieren unter 

Auferlegung der Gerichtskosten sowie einer Parteientschädigung zulasten 

der Vorinstanz. Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin im Wesent-

lichen vor, mit der Aufteilung der bezogenen Dienstleistungen pro rata tem-

poris unterstelle die Vorinstanz, dass die Leistungserbringung jeweils über 

den gesamten Leistungszeitraum gleichmässig angefallen sei. Dies sei 

aber nicht der Fall. Ein grosser Teil der aus dem Ausland bezogenen Bera-

tungsleistungen sei nach dem 1. April 2019 erbracht worden. 

M.  

Mit der Vernehmlassung vom 24. März 2022 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einsprache- 

entscheids vom 12. Januar 2022 unter Kostenfolge zulasten der Beschwer-

deführerin. 

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten Ak-

ten wird – soweit sie für den Entscheid wesentlich sind – in den nachfol-

genden Erwägungen näher eingegangen. 

 

  

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt nach Art. 31 des Bundesge-

setzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, 

SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge-

setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 

SR 172.021). Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich das 

Verfahren nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG, i.V.m. Art. 81 

des Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer vom 12. Juni 2009 

[MWSTG, SR 641.20]). 

 

1.2 Die Beschwerdeführerin ficht einen Einspracheentscheid der ESTV 

vom 12. Januar 2022 an. Der Einspracheentscheid stellt eine Verfügung im 

Sinne von Art. 5 VwVG dar. Eine Ausnahme in sachlicher Hinsicht nach 

Art. 32 VGG liegt nicht vor und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne 

von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung 

dieser Beschwerde sachlich und funktionell zuständig. Die Beschwerde-

führerin ist zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 48 VwVG), hat die Be-

schwerde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 und 52 VwVG) und 

den Kostenvorschuss rechtzeitig bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG), weshalb 

auf die Beschwerde einzutreten ist. 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann neben der Ver-

letzung von Bundesrecht und der unrichtigen oder unvollständigen Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts auch die Rüge der Unange-

messenheit erheben (Art. 49 VwVG). 

1.4  Die für die Entscheidfindung und Rechtsanwendung vorzunehmende 

Tatsachenfeststellung setzt voraus, dass die Sachlage korrekt und voll-

ständig ermittelt wurde. Das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungs-

rechtspflege werden deshalb grundsätzlich von der Untersuchungsmaxime 

beherrscht (Art. 12 VwVG). Demnach muss die entscheidende Behörde 

den Sachverhalt von sich aus abklären. Sie trägt die Beweisführungslast 

(sog. subjektive oder formelle Beweislast). Der Untersuchungsgrundsatz 

wird im Mehrwertsteuerverfahren indes dadurch relativiert, dass der steu-

erpflichtigen Person spezialgesetzlich statuierte Mitwirkungspflichten auf-

erlegt werden (vgl. Art. 13 VwVG; BVGE 2009/60 E. 2.1.2). Dazu zählt na-

mentlich das im Mehrwertsteuerrecht geltende Selbstveranlagungsprinzip 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/60

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Seite 6 

(BGE 137 II 136 E. 6.2; Urteile des BGer 2C_353/2013 vom 23. Oktober 

2013 E. 3.3, 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.1). 

1.5  

1.5.1  Im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gilt der Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung (BGE 130 II 485 E. 3.2). Die Beweiswürdigung 

endet mit dem richterlichen Entscheid darüber, ob eine rechtserhebliche 

Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder nicht. Der Beweis ist geleistet, 

wenn das Gericht gestützt auf die freie Beweiswürdigung zur Überzeugung 

gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand verwirklicht hat. 

Gelangt das Gericht nicht zu diesem Ergebnis, kommen die Beweislastre-

geln zur Anwendung. Dabei ist im Fall der Beweislosigkeit zuungunsten 

jener Partei zu urteilen, welche die Beweislast trägt. Im Steuerrecht gilt, 

dass die Steuerbehörde die Beweislast für die steuerbegründenden und  

-erhöhenden Tatsachen trägt, während die steuerpflichtige Person für die 

steueraufhebenden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet ist (statt 

vieler: BGE 140 II 248 E. 3.5; Urteil des BGer 2C_353/2013 vom 23. Okto-

ber 2013 E. 3.3; Urteil des BVGer A-4308/2015 vom 18. Februar 2016 

E. 1.4.2 mit Hinweisen). Leitet die steuerpflichtige Person aus einem inter-

nationalen Verhältnis etwas zu ihren Gunsten ab, treffen sie erhöhte Be-

weisanforderungen und Auskunftspflichten (Urteil des BGer 2C_942/2017 

vom 1. Februar 2018 E. 3.3). Nachträglich erstellte Beweismittel weisen im 

Steuerrecht nach konstanter Rechtsprechung nur einen stark einge-

schränkten Beweiswert auf (vgl. dazu die Urteile des BVGer A-4580/2014 

vom 9. Juni 2015 E. 4.4.2.5; A-5166/2011 vom 3. Mai 2012 E. 3.3.2;  

A-2541/2008 vom 9. September 2009 E. 3.3.1 und A-1367/2006 vom 2. 

Juni 2008 E. 4.2.2). 

1.5.2 Im Weiteren verpflichtet das Prinzip der Rechtsanwendung von Am-

tes wegen Verwaltung und Gericht auf den festgestellten Sachverhalt jenen 

Rechtssatz anzuwenden, den sie als den zutreffenden erachten, und ihm 

jene Auslegung zu geben, von der sie überzeugt sind. Von den Verfahrens-

beteiligten nicht aufgeworfene Rechtsfragen werden von der Beschwerde-

instanz nur geprüft, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder an-

derer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass 

besteht (BGE 119 V 347 E. 1a; BVGE 2010/64 E. 1.4.1; Urteil des BVGer 

A-4271/2016 vom 21. Juni 2017 E. 1.4.2). 

http://links.weblaw.ch/2C_353/2013
http://links.weblaw.ch/2C_970/2012
http://links.weblaw.ch/BGE-130-II-482
http://links.weblaw.ch/2C_353/2013
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-4308/2015
http://links.weblaw.ch/2C_942/2017
http://links.weblaw.ch/BGE-119-V-347
http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/64
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-4271/2016

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Seite 7 

2.  

Das MWSTG ist am 1. Januar 2010 in Kraft getreten. Mit dem Inkrafttreten 

dieses Gesetzes wurden die Bestimmungen des bis dahin gültigen Bun-

desgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer 

(aMWSTG; AS 2000 1300 ff.) aufgehoben (vgl. Art. 110 MWSTG). 

In der vorliegend zu beurteilenden Sache ist die Höhe der Bezugsteuer 

betreffend die Steuerperiode 2019 streitig, womit in casu das MWSTG (mit-

samt der zugehörigen Mehrwertsteuerverordnung vom 27. November 

2009 [MWSTV, SR 641.201]) in der im Jahr 2019 gültigen Fassungen  

massgebend ist, worauf nachfolgend – wo nicht anders vermerkt – referen-

ziert wird. 

Soweit im Folgenden auf die Rechtsprechung zum aMWSTG verwiesen 

wird, liegt der Grund darin, dass diese im vorliegenden Fall auch für das 

MWSTG übernommen werden kann. 

2.1 Gemäss Art. 130 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) erhebt der Bund eine 

Mehrwertsteuer. Nach der Belastungskonzeption der Mehrwertsteuer zielt 

diese auf den «nicht unternehmerischen Endverbrauch im Inland» ab 

(Art. 1 Abs. 1 Satz 2 MWSTG sowie Urteil des BGer 2C_1076/2015 vom 

9. Dezember 2016 E. 2.1). 

2.2 Die Erhebungskonzeption der Mehrwertsteuer kommt im System der 

Netto-Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug zum Ausdruck (Art. 1 

Abs. 1 Satz 1 MWSTG). Aus Praktikabilitätsgründen erfolgt der Bezug der 

Mehrwertsteuer auf Stufe der leistungserbringenden Personen, obschon 

nicht diese, sondern die leistungsbeziehenden Personen die Destinatäre 

der Mehrwertsteuer sind (BGE 142 II 488 E. 2.2.2 mit Hinweisen; Urteil des 

BGer 2C_1076/2015 vom 9. Dezember 2016 E. 2.1). 

2.3 Die Steuer wird auf den im Inland von steuerpflichtigen Personen ge-

gen Entgelt erbrachten Leistungen (Inlandsteuer), auf dem Bezug von 

Leistungen von Unternehmen mit Sitz im Ausland durch Empfänger und 

Empfängerinnen im Inland (Bezugsteuer) und auf Einfuhren von Gegen-

ständen (Einfuhrsteuer) erhoben (Art. 1 Abs. 2 MWSTG). Die Erhebung er-

folgt nach den Grundsätzen der Wettbewerbsneutralität, der Entrichtungs- 

und Erhebungswirtschaftlichkeit sowie der Überwälzbarkeit (Art. 1 

Abs. 3 MWSTG). 

http://links.weblaw.ch/AS-2000/1300
http://links.weblaw.ch/2C_1076/2015
http://links.weblaw.ch/2C_1076/2015

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Seite 8 

2.4 Dienstleistungen von Unternehmen, die ihren Sitz im Ausland haben 

und nicht im Register der steuerpflichtigen Personen eingetragen sind, un-

terliegen der Bezugsteuer, sofern sich der Ort der Leistung nach Art. 8 

Abs. 1 MWSTG im Inland befindet (Art. 45 Abs. 1 Bst. a MWSTG). Für die 

Bezugsteuerpflicht wird zudem vorausgesetzt, dass die betreffende Dienst-

leistung eine (objektiv) steuerbare Leistung bildet (Urteil des 

BGer 2C_1076/2015 vom 9. Dezember 2016 E. 4.1; Urteil des BVGer  

A-904/2017 vom 18. Dezember 2017 E. 2.2.1). Nicht der Bezugsteuer un-

terliegen folglich steuerausgenommene Leistungen im Sinne von 

Art. 21 MWSTG und steuerbefreite Leistungen im Sinne von 

Art. 23 MWSTG (vgl. Art. 109 Abs. 1 MWSTV; seit 1.1.2018 explizit in 

Art. 45a MWSTG). 

2.5  Sinn der Bezugsteuer ist die Realisierung des aus der Wettbewerbs-

neutralität fliessenden Bestimmungslandprinzips im internationalen Ver-

hältnis. Wettbewerbsvorteile für ausländische Anbieter sollen damit ver-

mieden werden. Die Bezugsteuer trägt zur lückenlosen Erfassung der Leis-

tungen am Ort des Verbrauchs bei (ALOIS CAMENZIND et al., Handbuch zum 

Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], 3. Aufl. 2012, N. 2092). Mittels der Be-

zugsteuer werden Leistungen, die aus dem Ausland bezogen werden, auf 

die gleiche Weise mit der Steuer belastet, wie wenn sie im Inland (von einer 

steuerpflichtigen Person) bezogen worden wären. Der Unterschied besteht 

insbesondere darin, dass die Steuer direkt beim Leistungsempfänger er-

hoben wird und nicht beim leistungserbringenden Unternehmen, das dann 

die Steuer auf den Leistungsempfänger überwälzt (Urteil des BVGer  

A-904/2017 vom 18. Dezember 2017 E. 2.2.2). 

2.6 (Bezug)steuerpflichtig ist der Empfänger der Leistung im Inland, sofern 

er entweder nach Art. 10 MWSTG steuerpflichtig ist (Art. 45 Abs. 2 

Bst. a MWSTG) oder – bei gegebenen weiteren Voraussetzungen – im Ka-

lenderjahr für mehr als Fr. 10'000.- der Bezugsteuer unterliegende Leistun-

gen bezieht (Art. 45 Abs. 2 Bst. b MWSTG). 

2.7 Als Steuer- und Abrechnungsperiode für nach Art. 45 Abs. 2 

Bst. b MWSTG Bezugsteuerpflichtige (i.e. Bezug von der Bezugsteuer un-

terliegenden Leistungen für mehr als Fr. 10'000.-) gilt das Kalenderjahr 

(Art. 47 Abs. 2 MWSTG). Gemäss Art. 66 Abs. 3 MWSTG hat sich die ein-

zig für die Bezugsteuer steuerpflichtige Person innert 60 Tagen nach Ablauf 

des Kalenderjahres schriftlich bei der ESTV zu melden und gleichzeitig die 

bezogenen Leistungen zu deklarieren. Im Gegensatz zur ordentlichen 

http://links.weblaw.ch/2C_1076/2015
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-904/2017
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-904/2017

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Seite 9 

MWST-Abrechnung gibt es für die Deklaration der Bezugsteuer kein amtli-

ches Formular (Urteil des BVGer A-5789/2018 vom 27. Mai 2020 E. 2.3.7). 

Da die Bezugsteuer nach Art. 45 Abs. 2 Bst. b MWSTG immer nur für ein 

Kalenderjahr geschuldet ist, muss sich die steuerpflichtige Person auch 

nicht bei der ESTV abmelden (NIKLAUS HONAUER, in: Zweifel/Beusch/Glau-

ser/Robinson [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bun-

desgesetz über die Mehrwertsteuer, 2015 [nachfolgend: MWSTG-Kom-

mentar 2015], Art. 47 N. 5 ff.). 

3.  

3.1 Art. 48 MWSTG unterscheidet für die Entstehung der Bezugsteuer-

schuld zwischen den nach Art. 10 MWSTG steuerpflichtigen Bezügern der 

Leistung, die nach vereinbarten Entgelten abrechnen (Art. 48 Abs. 1 Bst. b 

MWSTG) und den übrigen Bezügern (Art. 48 Abs. 1 Bst. a MWSTG). 

Art. 48 Abs. 1 Bst. b MWSTG bestimmt, dass die Bezugsteuerschuld bei 

steuerpflichtigen Personen, die nach vereinbarten Entgelten abrechnen, im 

Zeitpunkt des Empfangs der Rechnung sowie bei Leistungen ohne Rech-

nungsstellung mit der Zahlung des Entgelts entsteht. 

3.2 So wird für die Bestimmung des Entstehungszeitpunkts der Bezugsteu-

erschuld an den Zeitpunkt des Empfangs der Rechnung sowie bei Leistun-

gen ohne Rechnungsstellung mit der Zahlung des Entgelts angeknüpft 

(Art. 48 Abs. 1 Bst. b MWSTG). Für das Bestehen bzw. Nicht-Bestehen der 

Bezugsteuerpflicht (Art. 45 Abs. 2 Bst. b MWSTG) und für die Deklaration 

der Bezugsteuer (Art. 66 Abs. 3 MWSTG) sind dagegen die im Kalender-

jahr bezogenen Leistungen massgebend und zwar unabhängig davon, ob 

diese auch bereits bezahlt worden sind (vgl. Urteil des BVGer  

A-3285/2017 vom 21. Juni 2018 E. 5.3.2.3).  

Dies kann mitunter dazu führen, dass eine Person, die aufgrund ihres 

Leistungsbezugs im vergangenen Kalenderjahr bezugsteuerpflichtig 

geworden ist, Leistungen zu deklarieren hat, für welche die 

Bezugsteuerschuld noch gar nicht entstanden ist, weil die entsprechenden 

Leistungen noch nicht bezahlt worden sind (Urteil des BVGer A-3285/2017 

vom 21. Juni 2018 E. 5.3.2.3). 

 

A-722/2022 

Seite 10 

4.  

4.1 Hinsichtlich des Vorsteuerabzugs regelt Art. 28 Abs. 1 Bst. b MWSTG, 

dass die steuerpflichtige Person im Rahmen ihrer unternehmerischen Tä-

tigkeit, unter Vorbehalt von Art. 29 und Art. 33 MWSTG, auch die von ihr 

deklarierte Bezugsteuer als Vorsteuer abziehen kann.  

Der Anspruch auf Vorsteuerabzug aufgrund der Bezugsteuer entsteht im 

Zeitpunkt der Abrechnung über diese Bezugsteuer (Art. 40 Abs. 3 

MWSTG). 

4.2 Weil der Anspruch auf Vorsteuerabzug aufgrund der Bezugsteuer im 

Zeitpunkt der Abrechnung über diese Bezugsteuer entsteht (Art. 40 Abs. 3 

MWSTG), ist massgebend, wann die betreffende Deklaration zu erfolgen 

hat. War die Bezugsteuer hinsichtlich einer Steuerperiode vor dem Beginn 

der Steuerpflicht nach Art. 10 MWSTG zu deklarieren, kann die betreffende 

Bezugsteuer nicht als Vorsteuer abgezogen werden. Denn der Vorsteuer-

abzug kann nur von steuerpflichtigen Personen geltend gemacht werden, 

die subjektiv steuerpflichtig sind im Sinn von Art. 10 MWSTG (BARBARA 

HENZEN, in: MWSTG-Kommentar 2015, Art. 28 N. 11). 

 

4.3 Treten die Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs nachträglich ein 

(Einlageentsteuerung), so kann der Vorsteuerabzug in der Abrechnungs-

periode vorgenommen werden, in der die Voraussetzungen hierfür einge-

treten sind. Die früher nicht in Abzug gebrachte Vorsteuer, einschliesslich 

ihrer als Eigenverbrauch korrigierten Anteile, kann abgezogen werden 

(Art. 32 Abs. 1 MWSTG). Wurde der Gegenstand oder die Dienstleistung 

in der Zeit zwischen dem Empfang der Leistung und dem Eintritt der Vor-

aussetzungen für den Vorsteuerabzug in Gebrauch genommen, so be-

schränkt sich die abziehbare Vorsteuer auf den Zeitwert des Gegenstan-

des oder der Dienstleistung. Der Vorsteuerabzug kann auf nicht in Ge-

brauch genommenen Gegenständen und Dienstleistungen vollumfänglich 

korrigiert werden (Art. 72 Abs. 1 MWSTV). Der Vorsteuerabzug kann auf 

in Gebrauch genommenen Gegenständen und Dienstleistungen korrigiert 

werden, die im Zeitpunkt des Eintritts der Voraussetzungen des Vorsteuer-

abzugs noch vorhanden sind und einen Zeitwert haben (Art. 72 Abs. 2 

MWSTV). Bei Dienstleistungen in den Bereichen Beratung, Buchführung, 

Personalbeschaffung, Management und Werbung wird vermutet, dass sie 

bereits im Zeitpunkt ihres Bezugs verbraucht und nicht mehr vorhanden 

sind (Art. 72 Abs. 2 MWSTV). 

 

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Seite 11 

5.  

5.1 Unbestritten ist im vorliegenden Fall zu Recht, dass Beratungsleistun-

gen, welche die Beschwerdeführerin von nicht im Mehrwertsteuerregister 

eingetragenen Leistungserbringern aus dem Ausland vor dem Verzicht auf 

die Befreiung von der subjektiven Steuerpflicht bezogen hat, nicht zum Vor-

steuerabzug berechtigen können. Vor dem 1. April 2019 war die Beschwer-

deführerin zwar nach Art. 45 Abs. 2 Bst. b MWSTG bezugsteuerpflichtig, 

jedoch nicht subjektiv steuerpflichtig im Sinn von Art. 10 MWSTG. Sie hatte 

demnach die vor dem 1. April 2019 bezogenen Leistungen gemäss Art. 66 

Abs. 3 MWSTG hinsichtlich der Steuerperioden vor dem Beginn der sub-

jektiven Steuerpflicht zu deklarieren und konnte in der Folge diesbezüglich 

keine Vorsteuern geltend machen. 

Bezogene Leistungen vor dem 2. Quartal 2019 können also im vorliegen-

den Fall nicht als Vorsteuer geltend gemacht werden. Dies liegt nicht weiter 

im Streit. 

5.2 Im Folgenden ist jedoch strittig, in welchem Umfang der Beschwerde-

führerin der Vorsteuerabzug für die von ihr in der Steuerperiode 2019 de-

klarierte Bezugsteuer gewährt werden soll. Während die Vorinstanz davon 

ausgeht, dass das jeweilige Honorar pro rata temporis über den gesamten 

Leistungszeitraum zu berücksichtigen ist und damit nur den Anteil der Be-

zugsteuer als Vorsteuer zum Abzug zuliess, welchem Leistungen ab dem 

1. April 2019 entsprechen, stellt die Beschwerdeführerin diese Zuordnung 

infrage. 

5.2.1  

5.2.1.1 Mit Rechnung vom 28. Mai 2019 der L._______ AG (nachfolgend: 

L. AG) wurde der Beschwerdeführerin ein Erfolgshonorar von 

EUR 540'000.- im Zusammenhang mit dem erfolgreichen Abschluss des 

Projekts G._______, der Veräusserung der Gesellschaftsanteile an der 

K._______ Gruppe, in Rechnung gestellt (Vorinstanz, act. 7a). Ein Leis-

tungszeitraum ist in dieser Rechnung nicht aufgeführt. Auf der Rechnung 

vom 28. Mai 2019 wird auf einen Mandatsvertrag vom 12. Juni 2014 und 

eine Zusatzvereinbarung vom 25. Juli 2018 sowie den Verwendungszweck 

«Projekt 2019/05/14» verwiesen.  

 

Während die Vorinstanz aufgrund des auf der Rechnung angegebenen 

Mandatsvertrag von einem Leistungsbezug pro rata temporis zwischen 

dem 12. Juni 2014 und dem – soweit unbestrittenen – Verkauf der Gesell-

schaftsanteile am 24. Mai 2019 ausgeht, macht die Beschwerdeführerin 

A-722/2022 

Seite 12 

geltend, dass der Betrag von EUR 540'000.- sich aus einem Grundhonorar 

von EUR 50'000.-, wovon EUR 15'000.- von der Beschwerdeführerin ge-

tragen würden, sowie aus einer Erfolgsprämie in Höhe von EUR 525'000.- 

bestehe. 

5.2.1.2 Aus der Ziff. 2 des Mandatsvertrages vom 12. Juni 2014  

(Vorinstanz, act. 7b) mit dem Titel «Dauer/Zeitplan/Auflösung» ergibt sich, 

dass die Dauer des Beratungsmandates sich an der Realisierung der Ziel-

setzung (Veräusserung der Gesellschaftsanteile an der K._______ 

Gruppe) orientiert. Der dazugehörende erste Nachtrag vom 20. Februar 

2019 zum Mandatsvertrag trägt lediglich die Unterschrift der Auftraggebe-

rinnen und der zweite Nachtrag ist gar nicht unterzeichnet. Die L. AG hat 

im Wesentlichen nach Ziff. 1 des Mandatsvertrages vom 12. Juni 2014 die 

folgenden Beratungsleistungen zu erbringen: Organisation und Manage-

ment des gesamten Prozesses, die Durchführung einer Marktanalyse und 

der Identifikation und Ansprache potenzieller Käufer, die Evaluierung der 

Finanzplanung, die Erstellung eines Teasers, eines Verkaufsmemoran-

dums und die Durchführung von Managementpräsentationen, Unterneh-

mensbewertungen und Sensitivitätsanalysen zur Bestimmung eines ange-

messenen Verkaufspreises, die Einholung von Erwerbsangeboten seitens 

potenzieller Interessenten und die Unterstützung bei deren Bewertung, die 

Organisation und die Durchführung der Due Diligence sowie die Unterstüt-

zung und Begleitung von Vertragsverhandlungen mit ausgewählten Inte-

ressenten.  

5.2.1.3 Nach dem Wortlaut des Mandatsvertrages vom 12. Juni 2014 und 

der darin aufgelisteten Beratungsleistungen sowie der in Ziff. 2 geregelten 

Dauer des Beratungsmandates ergibt sich, dass sich die Erbringung der 

Beratungsleistungen gleichmässig über den gesamten Vertragszeitraum 

erstreckte. Die Vereinbarung eines Erfolgshonoraranspruches in Ziff. 3.2 

des Mandatsvertrags bedeutet nicht, dass die Beratungsleistungen der 

L. AG allein im Zeitpunkt der Fälligkeit oder der Rechnungsstellung des 

Erfolgshonorars erbracht bzw. bezogen wurden, insbesondere da der 

Wortlaut der Ziff. 2 des Mandatsvertrages vom 12. Juni 2014 von einem 

eigentlichen Zeitplan und periodischen Leistungen ausgeht. Im Übrigen 

wurde das Erfolgshonorar in den Nachträgen zum Mandatsvertrag ohnehin 

in ein pauschales Honorar abgeändert. Wie es sich damit genau verhält, 

kann indessen vorliegend mangels Relevanz offenbleiben. 

5.2.2 Im Steuerrecht gilt, dass die steuerpflichtige Person für die steuerauf-

hebenden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet ist und sie sich in 

A-722/2022 

Seite 13 

einem internationalen Verhältnis erhöhten Beweisanforderungen verge-

genwärtigen muss (E. 1.5.1). Da die Beschwerdeführerin keine gegenteili-

gen stichhaltigen Beweise zu ihren Gunsten hat vorlegen können, hat sie 

die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (E. 1.5.1). Damit ist die mit dem 

Einspracheentscheid vom 12. Januar 2022 anhand der Zeitperiode vom 

12. Juni 2014 bis zum Verkauf der Anteile am 24. Mai 2019 vorgenommene 

Aufteilung pro rata temporis nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist in 

diesem Punkt unbegründet. 

5.2.3  

5.2.3.1 Mit der Rechnung der H._______ PartGmbB (nachfolgend: H. Part-

GmbB) vom 3. Juni 2019 wurden der Beschwerdeführerin insgesamt 

EUR 54'000.- für den Bezug von Leistungen im Zusammenhang mit dem 

Projekt G._______ in Rechnung gestellt und darin ein Leistungszeitraum 

vom 1. Oktober 2018 bis zum 3. Juni 2019 erwähnt. 

 

Während die Vorinstanz aufgrund des auf der Rechnung angegebenen 

Leistungszeitraums von einem Leistungsbezug pro rata temporis ausgeht, 

möchte die Beschwerdeführerin die Leistungen von EUR 54'000.- nach 

dem Bestätigungsschreiben und der Leistungsaufstellung vom 27. Juli 

2020 unter Berücksichtigung der Zuordnung des Erfolgshonorars zu 

52.8 % auf die Zeit vor dem 1. April 2019 und zu 47.2 % auf die Zeit nach 

dem 1. April 2019 aufgeteilt wissen. Die Beschwerdeführerin macht in der 

Beschwerde ein Erfolgshonorar von EUR 50'000.- geltend, welches nach 

dem 1. April 2019 angefallen sei. Die Beschwerdeführerin verweist auf das 

Bestätigungsschreiben der H. PartGmbB vom 27. Juli 2020 und die Auf-

tragsvereinbarung vom 10. November 2018, welches die von ihr ange-

führte Aufteilung belegen soll.  

 

5.2.3.2 Die Vereinbarung vom 10. November 2018 (Vorinstanz, act. 5c) be-

inhaltet laut den «Vorbemerkungen» im Wesentlichen die Begleitung von 

Verkaufsverhandlungen für den Verkauf von Anteilen von zwei Gesell-

schaften (K._______ GmbH und KA._______ AG) in steuerlicher und wirt-

schaftlicher Sicht. In § 1 der Vereinbarung vom 10. November 2018 wurde 

ein Pauschalhonorar von EUR 180'000.- vereinbart, womit sämtliche Spe-

sen und Auslagen abgegolten seien. In § 2 der Vereinbarung vom 10. No-

vember 2018 wird im Titel von einer «Aufwandserfassung, Aufwandsab-

rechnung» gesprochen. Im entsprechenden Paragraf wird eine Aufteilung 

des Honorars gemäss dem bestehenden Beteiligungsverhältnis an den zu 

verkaufenden Gesellschaften vorgesehen. 

A-722/2022 

Seite 14 

5.2.3.3 Das von der Beschwerdeführerin behauptete Erfolgshonorar von 

EUR 50'000.- kann aus der Vereinbarung vom 10. November 2018 nicht 

herausgelesen werden. Die Vereinbarung vom 10. November 2018 handelt 

in § 1 lediglich ein Pauschalhonorar von EUR 180'000 ab und spricht in § 2 

entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin von einer Aufwand-

erfassung sowie Aufwandsabrechnung. Das von der Beschwerdeführerin 

eingereichte Bestätigungsschreiben vom 27. Juli 2020 der H. PartGmbB 

weist eine Zeiterfassung nach Stunden auf, ohne jedoch die genauen Da-

ten der erbrachten Leistungen aufzuzeigen. Das Bestätigungsschreiben 

vom 27. Juli 2020 der H. PartGmbB beschränkt sich darauf, eine Einteilung 

für die Zeit vor und nach dem 1. April 2019 vorzunehmen. Eine genaue 

Aufstellung mit Datum und der erbrachten Leistung, wie es bei stunden-

weisen erbrachten Leistungen gemeinhin eigentlich üblich ist, und eine ge-

naue Zuordnung während des Leistungszeitraums vom 1. Oktober 2018 

bis zum 3. Juni 2019 erlauben würde, fehlt.  

5.2.3.4 Die von der Vorinstanz anhand des in der Rechnung erwähnten 

Leistungszeitraums vom 1. Oktober 2018 bis zum 3. Juni 2019 vorgenom-

mene Aufteilung des Bezugs der Beratungsleistungen pro rata temporis ist 

nicht zu beanstanden. Es liegen keine stichhaltigen Anhaltspunkte zu 

Gunsten der Beschwerdeführerin dafür vor, dass nach dem 1. April 2019 – 

im Vergleich zu den Zeitperioden vorher – vermehrt Beratungsleistungen 

bezogen worden wären. Die Beschwerdeführerin konnte den entsprechen-

den Nachweis für diese steuermindernde Tatsache, welche ihr obliegt, 

nicht erbringen (E. 1.5.1). Im Übrigen würde es sich beim Schreiben der 

H. PartGmbB vom 27. Juli 2020 um ein nachträglich erstelltes Beweismittel 

handeln, welchem nach konstanter Rechtsprechung ohnehin nur ein ein-

geschränkter Beweiswert beigemessen werden könnte (E. 1.5.1). 

 

5.2.4  

5.2.4.1 Die Rechnung mit der Nr. 2019304601 vom 4. Juni 2019 der 

E._______ mbB, Wirtschaftsprüfer Steuerberater Rechtsanwälte Partner-

schaft mbB (nachfolgend: E. mbB), mit Sitz in Stuttgart (Deutschland), 

weist rechtliche Beratungen aufgrund einer Honorarvereinbarung im Be-

trag von EUR 204'000.- für das Projekt G._______ aus. Der angegebene 

Leistungszeitraum bezieht sich auf die Periode 1. Oktober 2018 bis 4. Juni 

2019. 

 

Während die Vorinstanz aufgrund des auf der Rechnung angegebenen 

Leistungszeitraums wiederum von einem Leistungsbezug pro rata tempo-

ris ausgeht, möchte die Beschwerdeführerin die Leistungen von 

A-722/2022 

Seite 15 

EUR 204'000.- nach dem Schreiben und der Leistungsaufstellung vom 6. 

November 2020 unter Berücksichtigung der Zuordnung des Erfolgshono-

rars zu 49,5 % auf die Zeit vor dem 1. April 2019 und zu 50,5 % auf die Zeit 

nach dem 1. April 2019 aufgeteilt wissen. Die Beschwerdeführerin weist 

zudem in der Beschwerde auf ein angeblich im Mai 2019 vereinbartes Er-

folgshonorar in der Höhe von EUR 67'514.33 hin, welches nach dem 1. Ap-

ril 2019 angefallen sei. Die Beschwerdeführerin verweist auf das Bestäti-

gungsschreiben der E. mbB vom 6. November 2020, welches die von ihr 

angeführte Aufteilung belegen soll.  

 

5.2.4.2 Das Bestätigungsschreiben der E. mbB vom 6. November 2020 ent-

hält keine detaillierte Aufstellung, an welchen Tagen die Stundenaufwände 

erbracht worden sind. Die Vergütungsvereinbarung für eine Rechtsbera-

tung in Einzelfällen vom 17. Oktober 2018, welche am 17./19. Oktober 

2018 unterschrieben wurde, sah unter dem Titel Vergütung eine rein stun-

denbasierte Abrechnung und Vergütung vor. 

Mit dem Nachtrag zur Vergütungsvereinbarung vom 17./19. Oktober 2018, 

welcher am 4./10. Juni 2019 unterschrieben wurde, wechselte die Vergü-

tungsstruktur. Es wurde ein Pauschalhonorar von EUR 680'000.- verein-

bart und sämtliche Rechtsberatungsleistungen bis zum 4. Juni 2019 damit 

abgegolten. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass der nachträgliche 

Wechsel in der Vergütungsstruktur keinen Einfluss auf die Leistungserbrin-

gung an sich hat, die basierend auf der ursprünglichen Rechnung während 

einer Zeitperiode vom 1. Oktober 2018 bis 4. Juni 2019 stattfand und damit 

teilweise vor dem Verzicht auf die Befreiung von der subjektiven Steuer-

pflicht erfolgte, weshalb auch die Vorsteuern nur in diesem Rahmen zum 

Abzug zugelassen werden können. Die mit dem Einspracheentscheid vom 

12. Januar 2022 anhand der Zeitperiode vom 1. Oktober 2018 bis 4. Juni 

2019 vorgenommene Aufteilung pro rata temporis ist unter den sich im vor-

liegenden Fall betreffend E. mbB zeigenden Sachverhaltselementen nicht 

zu beanstanden. Die Beschwerde ist in diesem Punkt unbegründet. 

 

Im Übrigen ist auch hier festzuhalten, dass das Schreiben vom 6. Novem-

ber 2020 der E. mbB ein nachträglich erstelltes Beweismittel darstellt, wel-

chem nach konstanter Rechtsprechung ohnehin nur ein eingeschränkter 

Beweiswert beigemessen werden kann (E. 1.5.1).  

 

5.3  

5.3.1 Mit dem ersten Eventualantrag beantragt die Beschwerdeführerin, 

dass eine vollständige Einlageentsteuerung auf den Leistungen der 

A-722/2022 

Seite 16 

E. mbB, der H. PartGmbB und der L. AG zu gewähren sei. Denn die Leis-

tungen hätten sich auf ein Verkaufsprojekt bezogen, das sich im Mai 2019 

im erfolgreichen Verkauf und der Realisierung des Mittelflusses manifes-

tierte, folglich dann ein immaterieller Wert entstand. Die erbrachten Dienst-

leistungen seien nicht bereits beim Bezug verbraucht worden, sondern sie 

seien erst mit der Realisierung des Verkaufs resp. mit Eintritt des Verkaufs-

erfolgs («Closing») im Mai 2019 in Gebrauch genommen resp. tatsächlich 

«verbraucht» worden. 

 

5.3.2 Nach Art. 72 Abs. 2 MWSTV wird bei Dienstleistungen in den Berei-

chen Beratung, Buchführung, Personalbeschaffung, Management und 

Werbung vermutet, dass sie bereits im Zeitpunkt ihres Bezugs verbraucht 

und nicht mehr vorhanden sind (E. 4.3). Inwieweit durch die Beratungsleis-

tungen der E. mbB, der H. PartGmbB und der L. AG ein immaterieller Wert 

geschaffen worden sein soll, erschliesst sich dem Bundesverwaltungsge-

richt nicht, handelte es sich bei den Leistungen doch um klassische Bera-

tungsleistungen, bei welchen vermutet wird, dass sie bereits im Zeitpunkt 

ihres Bezugs verbraucht und nicht mehr vorhanden sind.  

 

Die eingereichten Unterlagen und Behauptungen der Beschwerdeführerin 

mögen die Vermutung von Art. 72 Abs. 2 MWSTV nicht umzustossen. Denn 

bei Betrachtung der Beratungsleistungen ist erkennbar, dass die Leistun-

gen der H. PartGmbB in der Begleitung der Verkaufsverhandlungen in 

steuerlicher und wirtschaftlicher Hinsicht bestehen, die Leistungen der 

L. AG im Zusammenhang mit dem ganzen Verkaufsprozess angefallen 

sind und die Leistungen der E. mbB rechtliche Beratungen umfassten. 

Diese Art von Beratungsleistungen sind in aller Regel nicht aktivierbar. Der 

erste Eventualantrag ist demnach abzuweisen. 

 

5.4  

5.4.1 Die Beschwerdeführerin beantragt schliesslich mit dem zweiten 

Eventualbegehren, dass die von der L. AG bezogenen Leistungen im Um-

fang des Erfolgshonorars eine von der Steuer ausgenommene Vermitt-

lungsleistung im Sinne von Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 Bst. e MWSTG darstelle, 

da die Vermittlungstätigkeit klar im Vordergrund sei. Infolgedessen sei 

keine Bezugsteuer geschuldet (Art. 45a MWSTG). 

 

5.4.2 Von der Steuer ausgenommen sind im Bereich des Geld- und Kapi-

talverkehrs gemäss Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 Bst. e MWSTG die Umsätze 

A-722/2022 

Seite 17 

(Kassa- und Termingeschäfte), einschliesslich Vermittlung, von Wertpapie-

ren, Wertrechten und Derivaten sowie von Anteilen an Gesellschaften und 

anderen Vereinigungen. 

 

Vermittlung im Sinne von Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 Bst. a-e MWSTG liegt vor, 

wenn eine Person kausal auf den Abschluss eines Vertrages im Bereich 

des Geld- und Kapitalverkehrs zwischen zwei Parteien hinwirkt, ohne sel-

ber Partei des vermittelten Vertrages zu sein und ohne ein Eigeninteresse 

am Inhalt des Vertrages zu haben (BGE 145 II 270 E. 4.5.4 sowie Urteil 

des BGer 2C_562/2020 vom 21. Mai 2021 E. 10.3.2). 

 

5.4.3 Die Behauptungen und die eingereichten Unterlagen der Beschwer-

deführerin vermögen nicht aufzuzeigen, dass die L. AG vorliegend im 

Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine steuerausgenom-

mene Vermittlungsleistung getätigt hat, hat die L. AG doch hauptsächlich 

reine Beratungsleistungen erbracht. Im Mandatsvertrag vom 12. Juni 2014 

sprechen die Vertragsparteien denn auch explizit von «Beratungsmandat». 

Nach der Ziff. 1 des Mandatsvertrages vom 12. Juni 2014 umfassten diese 

Beratungsleistungen insbesondere die Organisation und das Management 

des gesamten Prozesses, die Durchführung einer Marktanalyse und der 

Identifikation und Ansprache potenzieller Käufer, die Evaluierung der Fi-

nanzplanung, die Erstellung eines Teasers, die Erstellung eines Verkaufs-

memorandums, die Erstellung und die Durchführung von Managementprä-

sentationen, die Durchführung von Unternehmensbewertungen und Sensi-

tivitätsanalysen zur Bestimmung eines angemessenen Verkaufspreises, 

die Einholung von Erwerbsangeboten seitens potenzieller Interessenten 

und die Unterstützung bei deren Bewertung, die Organisation und die 

Durchführung der Due Diligence sowie die Unterstützung und Begleitung 

von Vertragsverhandlungen mit ausgewählten Interessenten.  

Die Beschwerdeführerin führte die Verkaufsverhandlungen grundsätzlich 

selber und wurde dabei von der L. AG «beratend unterstützt» (vgl. Ziff. 1.1. 

des Mandatsvertrags vom 12. Juni 2014). Nicht eine Vermittlungstätigkeit, 

im Sinn einer aktiven Vermittlung eines Vertrags zwischen zwei Parteien, 

sondern die Beratungstätigkeit gegenüber der Beschwerdeführerin lag 

demnach klar im Vordergrund. Eine Vermittlungstätigkeit gemäss Art. 21 

Abs. 2 Ziff. 19 Bst. e MWSTG ist demnach aus den eingereichten Unterla-

gen nicht ersichtlich. Aus diesem Grund ist der zweite Eventualantrag 

ebenfalls abzuweisen.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. 

A-722/2022 

Seite 18 

6.  

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die 

auf Fr. 4'000.- festzusetzenden Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG und Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe einbe-

zahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-

wenden. 

6.2 Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist keine Parteientschädigung 

zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE 

e contrario). 

Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite. 

  

A-722/2022 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird für die Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jürg Steiger Matthias Gartenmann 

 

 

  

A-722/2022 

Seite 20 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 

 

  

A-722/2022 

Seite 21 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)