# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 216209cb-daac-5a9d-99e3-ad5f32ec4688
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.08.2021 SB200434
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200434_2021-08-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB200434-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Wasser-

Keller und Oberrichter lic. iur. Wenker sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Baechler 

 

Urteil vom 25. August 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. Baumgartner  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____, 
Privatkläger 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et lic. oec publ. Y._____ 

 

betreffend schwere Körperverletzung 
 
Revision gegen ein Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Straf-

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kammer, vom 10. April 2018 (SB170161), gestützt auf den Beschluss des 
Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom 6. Oktober 2020 
(SR200012) 
 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 24. Juni 

2017 (Urk. 72) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  

1. Der Beschuldigte C._____ ist schuldig der schweren Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB.  

2. Der Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der schweren Körperverletzung 

im Sinne von Art. 122 StGB und vom Eventualvorwurf des Angriffs im Sinne 

von Art. 134 StGB freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte D._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB. 

4. Der Beschuldigte E._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB. 

5. Der Beschuldigte F._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB. 

6. Der Beschuldigte C._____ wird bestraft mit 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wo-

von 366 Tage durch Haft erstanden sind. 

7. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte C._____ seit 

21. Juli 2016 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

8. Der Beschuldigte D._____ wird bestraft mit 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wo-

von bis und mit heute 540 Tage durch Haft erstanden sind.  

9. Der Beschuldigte E._____ wird bestraft mit 3 Jahren und 2 Monaten Frei-

heitsstrafe, wovon 467 Tage durch Haft erstanden sind.  

10. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte E._____ seit 

5. Dezember 2016 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

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11. Der Beschuldigte F._____ wird bestraft mit 2 Jahren und 4 Monaten Frei-

heitsstrafe, wovon bis und mit heute 444 Tage durch Haft erstanden sind.  

12. Die Freiheitsstrafe des Beschuldigten C._____ wird vollzogen.  

13. Die Freiheitsstrafe des Beschuldigten D._____ wird vollzogen.  

14. Die Freiheitsstrafe des Beschuldigten E._____ wird vollzogen.  

15. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten F._____ wird im Umfang 

von 14 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im 

Übrigen (14 Monate, welche durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Straf-

antritt vollständig erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.  

16. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau vom 9. März 2015 gegen den Beschuldigten D._____ aus-

gefällten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30 wird widerrufen.  

17. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte C._____ gegenüber dem Privat-

kläger B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach scha-

denersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Scha-

denersatzanspruches wird der Privatkläger B._____ auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen. 

18. Die Schadenersatzforderungen des Privatklägers B._____ gegen die Be-

schuldigten D._____, A._____, E._____ und F._____ werden abgewiesen. 

19. Der Beschuldigte C._____ wird in solidarischer Haftung mit allfälligen ande-

ren Mittätern verpflichtet, dem Privatkläger B._____ CHF 40'000, zuzüglich 

5 % Zins ab 16. Mai 2015, als Genugtuung zu bezahlen.  

20. Die Beschuldigten C._____, D._____, E._____ und F._____ werden in soli-

darischer Haftung mit allfälligen anderen Mittätern verpflichtet, dem Privat-

kläger B._____ CHF 10'000, zuzüglich 5 % Zins ab 16. Mai 2015, als Ge-

nugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

gegenüber D._____, E._____ und F._____ abgewiesen.  

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21. Das Genugtuungsbegehren gegenüber A._____ wird abgewiesen. 

22. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

22. Juli 2015 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse lagernde 

Mobiltelefon des Beschuldigten C._____ wird dem Beschuldigten C._____ 

nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Ver-

langen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist wird es 

der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

23. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

23. Juli 2015 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse lagernde 

Mobiltelefon des Beschuldigten A._____ wird dem Beschuldigten A._____ 

nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Ver-

langen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist wird es 

der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

24. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

23. Juli 2015 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse lagernde 

Mobiltelefon des Beschuldigten D._____ wird dem Beschuldigten D._____ 

nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Ver-

langen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist wird es 

der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

25. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

2. September 2015 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse la-

gernde Mobiltelefon des Beschuldigten E._____ sowie das dazugehörige 

Netzteil mit USB-Kabel werden dem Beschuldigten E._____ nach Eintritt der 

Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin her-

ausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden sie der Lager-

behörde zur Vernichtung überlassen. 

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26. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:  

Fr. 10'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 9'000.00   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 1'350.00   Kosten Kantonspolizei Zürich 
Fr. 213'958.60   amtliche Verteidigung 
Fr.  400.00   Gutachten / Expertisen etc. 
Fr. 160.00   Zeugenentschädigung  
Fr. 700.00   Auslagen Untersuchung 
Fr. 21'403.35   Entschädigung Privatklägervertreter 
Fr. 2'600.00   Beschwerden OGZ A._____ 
Fr. 1'000.00   Beschwerde OGZ C._____ 
Fr. 1'200.00   Beschwerde OGZ D._____ 
Fr. 1'000.00   Beschwerde OGZ E._____ 
Fr. 1'000.00    Beschwerde OGZ F._____ 
 

 Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

27. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der nachfolgend in 

Ziff. 30, 31, 32, 33 und 34 aufgeführten Kosten für diverse Beschwerdever-

fahren, werden zu 1/5 auf die Gerichtskasse genommen. Die verbleibenden 

4/5 werden den Beschuldigten (ohne A._____) in folgendem Umfang aufer-

legt: 

− Beschuldigter C._____:   5/16 
− Beschuldigter D._____:   4/16 
− Beschuldigter E._____:   4/16 
− Beschuldigter F._____:   3/16. 

28. Das Schadenersatzbegehren des Beschuldigten A._____ wird abgewiesen.  

29. Dem Beschuldigten A._____ werden CHF 61'760 zuzüglich 5 % Zins ab 

29. Januar 2016 als Genugtuung aus der Gerichtskasse zugesprochen. Die 

weitergehenden Genugtuungsansprüche werden abgewiesen. 

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30. Die Kosten für die Beschwerdeverfahren von A._____ betreffend Haftentlas-

sung, Geschäfts-Nr. UB150155 (erledigt mit Beschluss des Obergerichts 

vom 22. Dezember 2015) sowie Geschäfts-Nr. UB160008 (erledigt mit Be-

schluss des Obergerichts vom 16. Februar 2016) in der Höhe von insgesamt 

CHF 2'600 werden auf die Gerichtskasse genommen.  

31. Die Kosten für die das Beschwerdeverfahren betreffend Verlängerung der 

Untersuchungshaft, Geschäfts-Nr. UB160056 (erledigt mit Beschluss des 

Obergerichts vom 10. Mai 2016) in der Höhe von CHF 1'000 werden dem 

Beschuldigten C._____ vollumfänglich auferlegt.  

32. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren betreffend Entlassung aus der Si-

cherheitshaft, Geschäfts-Nr. UB160114 (erledigt mit Beschluss des Oberge-

richts vom 29. September 2016) in der Höhe von CHF 1'200 werden dem 

Beschuldigten D._____ vollumfänglich auferlegt. 

33. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren betreffend Entlassung aus der Si-

cherheitshaft, Geschäfts-Nr. UB160118 (erledigt mit Beschluss des Oberge-

richts vom 28. September 2016) in der Höhe von CHF 1'000 werden dem 

Beschuldigten E._____ vollumfänglich auferlegt. 

34. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren betreffend Gesuch um Entlassung 

aus dem vorzeitigen Strafvollzug, Geschäfts-Nr. UB1601178 (erledigt mit 

Beschluss des Obergerichts vom 29. September 2016) in der Höhe von 

CHF 1'000 werden dem Beschuldigten F._____ vollumfänglich auferlegt. 

35. Die Kosten der amtlichen Verteidiger Z1._____, Z2._____und Z3._____ 

werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachfor-

derung für die einzelnen Beschuldigten hinsichtlich der Kosten ihrer eigenen 

amtlichen Verteidigung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

36. Die Kosten der amtlichen Verteidigerin Z4._____ werden auf die Gerichts-

kasse genommen; für die CHF 41'460.60 bleibt eine Nachforderung beim 

Beschuldigten E._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.  

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37. Die Kosten des amtlichen Verteidigers X._____ in der Höhe von 

CHF 39'972.65 werden auf die Gerichtskasse genommen. 

38. Die Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistands des Privatklägers B._____ 

werden auf die Gerichtskasse genommen.  

39. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltli-

cher Rechtsbeistand des Privatklägers B._____ mit CHF 21'403.35 (inkl. 

MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

40. Rechtsanwalt lic. iur. Z1._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten C._____ mit CHF 28'626.80 (inkl. MWST) aus 

der Gerichtskasse entschädigt.  

41. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten A._____ mit CHF 39'972.65 (inkl. MWST) aus 

der Gerichtskasse entschädigt.  

42. Über die Entschädigung von Rechtsanwalt lic. iur. Z2._____ wird mit separa-

tem Beschluss entschieden.  

43. Rechtsanwältin lic. iur. C. Z4._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche 

Verteidigerin des Beschuldigten E._____ mit CHF 45'167.50 (inkl. MWST) 

aus der Gerichtskasse entschädigt.  

44. Rechtsanwalt Dr. iur. Z3._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten F._____ CHF 38'031.80 (inkl. MWST) aus der 

Gerichtskasse entschädigt.  

Berufungsanträge im ersten Berufungsverfahren: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 351 S. 1) 

" 1.  Die Berufung der Staatsanwaltschaft IV betreffend A._____ sei 
abzuweisen und der Freispruch gemäss Urteil vom 19. Januar 2017 zu 
bestätigen. 

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 2.  Neben der zugesprochenen Genugtuung in der Höhe von 
CHF 61'760.00 zzgl. 5 % Zins ab 29. Januar 2016 gemäss Urteil vom 
19. Januar 2017 sei A._____ Schadenersatz in der Höhe von CHF 
8'607.60 zzgl. 5 % Zins ab 29. Januar 2016 zuzusprechen. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen plus MWST zulasten 
des Staates." 

b)  Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 350 S. 2) 

" 1. Der Beschuldigte A._____ sei der schweren Körperverletzung im 
Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und mit ei-
ner Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahre zu bestrafen.  

  Eventualiter sei der Beschuldigte A._____ des Angriffs im Sinne 
von Art. 134 StGB schuldig zu sprechen und zu bestrafen.  

 2. […]" 

Beschluss und Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 10. April 
2018: 

Es wird beschlossen: 

1. Vom Rückzug der Berufung seitens des Beschuldigten F._____ wird Vor-

merk genommen. Damit ist die Anschlussberufung bezüglich dieses Be-

schuldigten dahingefallen.  

2. Im Nachgang zu den rechtskräftigen Teilerledigungsentscheiden der hiesi-

gen Berufungskammer vom 11. Mai 2017 und 8. September 2017 (hinsicht-

lich der Dispositivziffern 1, 4, 6, 7, 9, 10, 12, 14, 17, 18 teilweise [Abweisung 

Schadenersatz in Bezug auf Beschuldigten E._____], 19, 20 teilweise [Ge-

nugtuung durch die Beschuldigten C._____ und E._____], 22, 25, je teilwei-

se 26, 27 und 35 [Kosten zulasten Beschuldigte C._____ und E._____], 31, 

33, 36, 40 und 43 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 

19. Januar 2017)  

 wird nun ausserdem festgestellt, dass das Urteil bezüglich der Dispositivzif-

fern 5, 11 und 15 (Schuldspruch, Strafe und Vollzug betreffend den Be-

schuldigten F._____), 18 (Abweisung Schadenersatz in Bezug auf die Be-

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schuldigten A._____, D._____ und F._____), 20 teilweise [Genugtuung 

durch den Beschuldigten F._____], 23 und 24 (Herausgabe Mobiltelefon an 

Beschuldigte A._____ und D._____), 26 (Kostenfestsetzung), 27 teilweise 

(Kosten zulasten des Beschuldigten F._____), 34 (Kosten Beschwerdever-

fahren F._____), 35 teilweise (Kostenauflage amtliche Verteidigung zulasten 

F._____), 39 (Entschädigung unentgeltlicher Rechtsbeistand des Privatklä-

gers) sowie 41, 42 und 44 (Entschädigung amtliche Verteidigungen 

A._____, D._____ und F._____) in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

4. Gegen Ziffer 1 dieses Beschlusses kann bundesrechtliche Beschwerde in 
Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der schweren Körperverletzung im 

Sinne von aArt. 122 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte D._____ ist schuldig der schweren Körperverletzung im 

Sinne von aArt. 122 Abs. 1 StGB. 

3. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 3 ¾ Jahren Freiheitsstrafe, wo-

von 388 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen 

Strafvollzug erstanden sind. 

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4. Der Beschuldigte D._____ wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 

988 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen 

Strafvollzug erstanden sind. 

5. Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-

Aarau vom 9. März 2015 gegen den Beschuldigten D._____ ausgefällten 

Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen. 

6. Der Beschuldigte D._____ wird (unter Hinweis auf die gleichlautende Ver-

pflichtung der Beschuldigten C._____, F._____ und E._____ im Urteil des 

Bezirksgerichts Zürich vom 19. Januar 2017 [Dispositivziffer 20] und mit 

ihnen zusammen) zu gleichen Teilen verpflichtet, dem Privatkläger B._____ 

Fr. 10'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 16. Mai 2015 als Genugtuung zu bezah-

len, unter solidarischer Haftung für den ganzen Betrag. Im Mehrbetrag wird 

das Genugtuungsbegehren gegenüber D._____ abgewiesen. 

7. Vier Sechzehntel der Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen 

Gerichtsverfahrens bestehend aus: 

Fr. 10'000.–   Gerichtsgebühr erste Instanz 

Fr. 9'000.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 1'350.–   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 400.–   Gutachten / Expertisen etc. 

Fr. 160.–   Zeugenentschädigung 

Fr. 700.–   Auslagen Untersuchung 

werden (in Ergänzung zur bereits rechtskräftigen Kostenauflage im Umfang 

von 5/16 zulasten des Beschuldigten C._____, im Umfang von 4/16 zulasten 

des Beschuldigten E._____ und im Umfang von 3/16 zulasten des Beschul-

digten F._____ [Dispositivziffer 27 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich 

vom 19. Januar 2017]) den Beschuldigten A._____ und D._____ zu je zur 

Hälfte auferlegt. 

8. Die Kosten für die unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers von 

Rechtsanwalt lic. iur. et lic. oec. publ. Y._____ im Betrage von Fr. 21'403.35 

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(inkl. MwSt.) werden auf die Gerichtskasse genommen, unter dem Vorbehalt 

der Rückforderung im Umfang von je einem Fünftel von den Beschuldigten 

A._____ und D._____. 

9. Dem Beschuldigten A._____ werden überdies auferlegt 

- die Kosten von gesamthaft Fr. 2'600.– für die Beschwerdeverfahren vor 

dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, mit den Ge-

schäftsnummern UB150155 und UB160008 und  

- die Kosten von Fr. 35'814.65 für die amtliche Verteidigung für das erst-

instanzliche Verfahren,  

wobei die Kosten der amtlichen Verteidigung vorerst auf die Gerichtskasse 

genommen werden, unter dem Vorbehalt der Rückzahlungspflicht des Be-

schuldigten. 

10. Die Kosten von Fr. 4'158.– für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

A._____ für das Beschwerdeverfahren UB160088 vor dem Obergericht des 

Kantons Zürich, III. Strafkammer, werden definitiv auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

11. Die erstinstanzliche Kostenauflage betreffend das Beschwerdeverfahren des 

Beschuldigten D._____ (Dispositivziffern 32) und betreffend die Kosten sei-

ner amtlichen Verteidigung (Dispositivziffer 35) wird bestätigt. 

12. Die Abweisung des Schadenersatzbegehrens des Beschuldigten A._____ 

(Dispositivziffer 28) wird bestätigt. 

13. Dem Beschuldigten A._____ wird keine Genugtuung zugesprochen. 

14. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

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Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'500.–   amtl. Verteidigung RA Dr. iur. X._____ 

Fr. 13'100.–   amtl. Verteidigung RA lic. iur. Z2._____ 

Fr. 2'284.–   amtl. Verteidigung RA Dr. iur. Z3._____. 

15. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigungen und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privat-

klägers, werden zu je zwei Fünfteln den Beschuldigten A._____ und 

D._____ und zu einem Fünftel dem Beschuldigten F._____ auferlegt.  

16. Die Kosten für die amtlichen Verteidigungen der Beschuldigten A._____, 

D._____ und F._____ im Berufungsverfahren werden auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten für die Kosten ihrer 

eigenen amtlichen Verteidigung bleibt vorbehalten. 

17. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtlichen Verteidiger der Beschuldigten A._____ und D._____ im 
Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten (übergeben) 

− den amtlichen Verteidiger des Beschuldigten F._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− den unentgeltlichen Rechtsvertreter des Privatklägers im Doppel, für 

sich und den Privatkläger B._____ 
(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird dem Privatkläger nur 
zugestellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangt.) 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste betreffend den Beschuldigten D._____  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtlichen Verteidiger im Doppel für sich und zuhanden der Be-
schuldigten A._____, D._____ und F._____ 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
− den unentgeltlichen Rechtsvertreter des Privatklägers im Doppel und 

für den Privatkläger B._____, falls verlangt 

- 14 - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau in die Akten Nr. ST.2015.1101 

(Strafbefehl vom 9. März 2015 gegen D._____) 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und (betreffend den 
Beschuldigten D._____) Formular B.  

18. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom 6. Ok-
tober 2020: 

1. Das Revisionsbegehren des Gesuchstellers wird gutgeheissen. 

2. Das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 

10. April 2018 wird hinsichtlich des Gesuchstellers in den Dispositivziffern 1, 

3, 7, 8, 9, 12, 13, 15 und 16 aufgehoben. Der Beschluss gleichen Datums 

bleibt bestehen. 

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3. Die Akten werden der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich 

übermittelt. 

4. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'885.80   amtliche Verteidigung. 

5. Die Kosten des Revisionsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genom-

men. 

Berufungsanträge im zweiten Berufungsverfahren: 

a) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich: 

(Urk. 19 S. 1) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei der schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und der Beschuldigte 

sei mit einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren zu bestrafen, unter Aufer-

legung der Verfahrenskosten. 

Eventualiter sei der Beschuldigte des Angriffs im Sinne von Art. 134 

StGB schuldig zu sprechen und zu bestrafen, unter Auferlegung der 

Untersuchungskosten. 

b) Der amtlichen Verteidigung: 

(Urk. 20 S. 1 f.) 

1. Die Dispositivziffern 1, 3, 7, 8, 9, 12, 13, 15 und 16 des Urteils des 

Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 10. April 2018 

seien hinsichtlich des Beschuldigten aufzuheben. Der Beschuldigte sei 

vollumfänglich freizusprechen und ihm neben der zugesprochenen Ge-

nugtuung in der Höhe von CHF 61'760.00 zzgl. 5 % Zins ab 29. Januar 

2016 gemäss Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 19. Januar 2017 

Schadenersatz in der Höhe von CHF 8'607.60 zzgl. 5 % Zins ab 

29. Januar 2016 zuzusprechen. 

- 16 - 

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

_________________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Berufungsverfahren (SB170161) 

1. Das Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, sprach mit Urteil vom 19. Januar 

2017 C._____ der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB 

sowie D._____, E._____ und F._____ der versuchten schweren Körperverletzung 

im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB schuldig, begangen 

am 16. Mai 2015, ca. 03:15 Uhr, auf dem G._____-Platz in Zürich zum Nachteil 

des B._____. Dieser erlitt durch die ihm von den Beschuldigten zugefügten 

Faustschläge und Fusstritte namentlich auch gegen den Kopf ein Schädel-

Hirntrauma am linken Hinterkopf, wobei sich unter der Quetschrisswunde ein 

Schädelbruch mit einem in den Schädel verlagerten Bruchanteil sowie einer Ein-

blutung zwischen Schädelknochen und harter Hirnhaut und einzelnen Einblutun-

gen in das Hirngewebe befanden. Durch das Schädel-Hirntrauma bestand eine 

konkrete Lebensgefahr sowie durch die initiale Bewusstlosigkeit die Gefahr des 

Erstickungstodes durch mögliches Einatmen von in den Rachenraum zurückge-

flossenem erbrochenem Mageninhalt. Das Opfer leidet infolge dieser Verletzun-

gen an fortbestehenden Beeinträchtigungen und an Epilepsie. Die Beschuldigten 

wurden je mit einer Freiheitsstrafe bestraft, C._____ und D._____ mit je 3 ½ Jah-

ren, E._____ mit 3 Jahren und 2 Monaten sowie F._____ mit 2 Jahren und 4 Mo-

naten. A._____ dagegen wurde vom Vorwurf der schweren Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 StGB und vom Eventualvorwurf des Angriffs im Sinne von 

Art. 134 StGB freigesprochen (Urk. 3/283).  

- 17 - 

Der damals noch unter das Jugendstrafrecht fallende Mittäter, der Beschuldigte 

H._____, geboren am tt. November 1999 in Addis Abeba, wurde vom Jugendge-

richt Basel-Landschaft mit Urteil vom 1. November 2018 in Bezug auf die am 16. 

Mai 2015 zum Nachteil des B._____ mit den Vorgenannten begangene Tat der 

versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen. Er wurde – unter Einbezug 

einer Strafe wegen Drohung – mit 10 Monaten Freiheitsentzug nach Jugendstraf-

gesetzbuch bestraft, womit eine ambulante Behandlung Jugendlicher verbunden 

wurde (Urk. 11). 

2. Gegen das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 19. Januar 

2017 erhoben einerseits die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (nachfol-

gend: Staatsanwaltschaft) in Bezug auf den Beschuldigten A._____ und anderer-

seits die Beschuldigten D._____, E._____ und F._____ sowie der Privatkläger 

Berufung. A._____ und die Staatsanwaltschaft erhoben ausserdem Anschlussbe-

rufung. Der Beschuldigte C._____ focht das Urteil der Vorinstanz nicht an. Nach-

dem der Privatkläger sowie die Beschuldigten E._____ und F._____ ihre Beru-

fungen zurückgezogen hatten, wurde das erstinstanzliche Urteil sie betreffend 

rechtskräftig. Es verblieben einzig die Berufungen des Beschuldigten D._____ 

sowie die diesbezügliche Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft und deren 

Berufung gegen den Beschuldigten A._____ sowie seine Anschlussberufung als 

Gegenstand des zweitinstanzlichen Verfahrens. Mit Urteil vom 10. April 2018 

sprach die II. Strafkammer des hiesigen Obergerichts die Beschuldigten A._____ 

und D._____ der schweren Körperverletzung im Sinne von aArt. 122 Abs. 1 StGB 

schuldig, mittäterschaftlich begangen zum Nachteil des Privatklägers. Es bestrafte 

A._____ mit 3 ¾ Jahren Freiheitsstrafe und D._____ mit 4 Jahren Freiheitsstrafe 

und verpflichtete sie unter solidarischer Haftung zu gleichen Teilen zu 

Fr. 10'000.– Schadenersatz an den Privatkläger (Urk. 3/360). 

3. Gegen dieses Berufungsurteil führte A._____ strafrechtliche Beschwerde 

beim Bundesgericht, welche mit Urteil 6B_658/2018 vom 19. Dezember 2019 ab-

gewiesen wurde (Urk. 3/373). Das Urteil der hiesigen II. Strafkammer (fortan: Be-

rufungsinstanz) vom 10. April 2018 wurde damit rechtskräftig und vollstreckbar 

(vgl. BGE 144 IV 35 E. 2.3.2; Urteile des Bundesgerichts 1B_58/2014 vom 15. 

- 18 - 

April 2014 E. 3.1; 6B_440/2012 vom 14. Dezember 2012 E. 2.3.2; 

SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 

3. Aufl. 2018 [kurz: Praxiskommentar], N 7 zu Art. 437 StPO; SPRENGER in: Nig-

gli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-

ordnung, 2. A. Basel 2014 [kurz: BSK StPO], N 8 zu Art. 437 StPO). 

2. Revisionsverfahren (SR200012) 

1. Mit Eingabe vom 16. Juli 2020 stellte A._____ ein Revisionsgesuch gegen 

das obergerichtliche Urteil vom 10. April 2018 mit dem Antrag, dieses sei in Be-

zug auf seine Person aufzuheben und er sei freizusprechen (Urk. 6/1). Das Revi-

sionsverfahren wurde der I. Strafkammer des hiesigen Obergerichts zugeteilt, 

welche A._____ (im Rahmen des Revisionsverfahrens kurz: Gesuchsteller) einen 

amtlichen Verteidiger bestellte, den Vollzug bzw. den Strafantritt des Gesuchstel-

lers aufschob und der Staatsanwaltschaft sowie dem Privatkläger und der hiesi-

gen Strafkammer Frist zur Stellungnahme zum Revisionsgesuch ansetzte 

(Urk. 3/3). Der Gesuchsteller machte im Revisionsverfahren geltend, es lägen 

neue Tatsachen bzw. Beweismittel im Sinne von Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO vor, 

welche geeignet seien, einen Freispruch herbeizuführen. Der Mitbeteiligte an der 

Schlägerei vom 16. Mai 2015, H._____, habe in einem undatierten Schreiben an 

seinen eigenen Rechtsvertreter erklärt, er habe vor 5 Jahren im Strafverfahren 

gegen den Gesuchsteller und die Mitbeschuldigten in Bezug auf die Teilnahme 

des Gesuchstellers gelogen. Ausserdem habe er seinen Rechtsvertreter gebeten, 

dieses Schreiben im Sinne einer Selbstanzeige an die zuständigen Behörden wei-

terzuleiten, was am 7. Juli 2020 geschehen sei (Urk. 6/1 S. 3). H._____ habe sei-

ne den Gesuchsteller belastenden Aussagen zurückgenommen und sie klar als 

falsch bezeichnet. Die obergerichtliche Würdigung der Aussagen H._____s, wo-

nach kein Grund ersichtlich sei, nicht auf die von H._____ als wahrheitsgemäss 

deklarierten Belastungen abzustellen, erweise sich aufgrund der Selbstanzeige 

als falsch (Urk. 6/1 S. 7 f.). 

2. Nach Verzicht auf Vernehmlassung durch die hiesige Strafkammer und die 

übrigen Parteien hiess die I. Strafkammer des hiesigen Obergerichts mit Be-

- 19 - 

schluss vom 6. Oktober 2020 das Revisionsbegehren des Gesuchstellers gut, hob 

das Urteil der Berufungsinstanz vom 10. April 2018 hinsichtlich des Gesuchstel-

lers auf und übermittelte dieser die Akten (Urk. 3/13).  

3. Die Revisionsinstanz erwog im Beschluss vom 6. Oktober 2020 im Wesent-

lichen, die Berufungsinstanz habe die Aussage H._____s, er habe gelogen, als er 

den Gesuchsteller falsch beschuldigt habe ebenfalls getreten und geschlagen zu 

haben, nicht in ihre Beweis- respektive Aussagewürdigung einbeziehen können. 

Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass sich dieser Umstand schlecht-

hin nicht auf das angefochtene Urteil auswirke, zumal schon das Bezirksgericht 

Zürich ohne jene Aussage H._____s auf einen Freispruch des Gesuchstellers er-

kannt habe. Es sei Aufgabe des Sachgerichts – und nicht der Revisionsinstanz – 

diese neuen Depositionen H._____s im Kontext des restlichen Beweisergebnis-

ses zu würdigen (Urk. 1 S. 8). Es erwog unter Hinweis auf BGE 117 IV 40, dass 

es betreffend die Frage nach dem erforderlichen Grad der Wahrscheinlichkeit der 

Veränderung der tatsächlichen Urteilsgrundlagen genüge, wenn ein milderes Ur-

teil möglich erscheine. Insbesondere angesichts des erstinstanzlich ergangenen 

Freispruchs und des "erst" zweitinstanzlich erfolgten Schuldspruchs erscheine ein 

günstigeres Urteil angesichts der Tatsache, dass H._____ gelogen habe, als 

wahrscheinlich. Infolgedessen bejahte die Revisionsinstanz das Vorliegen neuer 

Tatsachen im Sinne von Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO (Urk. 1 S. 8 f.). Da eine Rück-

weisung an das erstinstanzliche Gericht aufgrund dessen Freisprechung des Ge-

suchstellers nicht angezeigt sei, sei das dem Revisionsverfahren zugrundeliegen-

de Verfahren gestützt auf Art. 413 Abs. 2 StPO ausnahmsweise an die Beru-

fungsinstanz zurückzuweisen (Urk. 1 S. 9). Bezüglich Anfechtbarkeit ihres Be-

schlusses erwog die Revisionsinstanz, es handle sich um einen Zwischenbe-

schluss, der gemäss Art. 93 BGG nicht anfechtbar sei (Urk. 1 S. 10). 

3. Berufungsverfahren infolge Gutheissung der Revision (SB200434)  

1. Der Revisionsbeschluss der I. Strafkammer des hiesigen Obergerichts ging 

am 20. Oktober 2020 bei der Berufungsinstanz ein (Urk. 1). Nach Beizug der Be-

rufungsakten SB170161 (Urk. 3) und der Akten des Revisionsverfahrens (Urk. 6) 

- 20 - 

gab die Verfahrensleitung den Parteien mit Verfügung vom 18. November 2020 

die Gelegenheit, um sich zu einem allfälligen Endentscheid ohne erneute Durch-

führung einer Hauptverhandlung bzw. ohne Abnahme von Beweisergänzungen 

schriftlich zu äussern (Urk. 7). Davon machte nur der Gesuchsteller mit Eingabe 

vom 3. Dezember 2020 Gebrauch (Urk. 9).  

2.  

2.1. Die Prozessvoraussetzungen sind von den mit dem Fall befassten Strafbe-

hörden in allen Verfahrensstadien vorweg und laufend sowie von Amtes wegen zu 

prüfen (vgl. etwa StPO 329 I lit. b; Art. 403 Abs. 1 lit. c StPO) und zu berücksichti-

gen (BGE 141 IV 20 E.1.5.3 ; 139 IV 161 E. 2.7; SCHMID/JOSITSCH, Handbuch des 

Schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017 [kurz: Handbuch], S. 114 

N 321).  

2.2. Die Revisionsinstanz hat in casu ein rechtskräftiges Berufungsurteil, das der 

Anfechtung mittels strafrechtlicher Beschwerde beim Bundesgericht standgehal-

ten hatte, aufgehoben, und zwar in Bezug auf die Würdigung von Aussagen des 

Mitbeteiligten H._____s hinsichtlich der Tatbeteiligung des Gesuchstellers.  

Tatsächlich handelte es sich bei der Würdigung dieser Aussage hinsichtlich deren 

Wahrheitsgehalts um einen Kernpunkt des Berufungsurteils – wie das Bundesge-

richt zutreffend erwog. Dies insbesondere deshalb, weil die Berufungsinstanz zu 

einem von der Erstinstanz abweichenden Beweisergebnis gelangte und der Be-

weiswürdigung damit entscheidende Bedeutung für den Ausgang des Verfahrens 

zukam (Urk. 3/273 S. 6 E. 3.2). Gerade diese Beweiswürdigung war nun aber 

ebenfalls Gegenstand des Beschwerdeverfahrens vor Bundesgericht, hatte doch 

der Beschuldigte zur Hauptsache gerügt, die Berufungsinstanz habe den Grund-

satz "in dubio pro reo" verletzt, indem sie die Aussagen des Mitbeschuldigten 

C._____ nicht berücksichtigt und die entlastenden Einlassungen des Mitbeschul-

digten H._____ nach dessen Einvernahme vom 13. August 2015 ignoriert habe. 

Das Bezirksgericht habe den Beschuldigten freigesprochen, da der Mitbeschuldig-

te H._____ seine anfänglichen, ohnehin pauschalen, Belastungen zurückgenom-

men habe (Urk. 3/273 S. 3 E. 1.1). Mit ausführlicher und einlässlicher Begründung 

legte das Bundesgericht dar, dass die Rüge des Beschuldigten unbegründet war 

- 21 - 

(Urk. 3/273 S. 6 ff. E. 3.2 und 3.3). So erwog es insbesondere, die Berufungs-

instanz habe die Aussagen des Mitbeschuldigten H._____, in denen er angege-

ben habe, sich hinsichtlich einer Beteiligung des Beschuldigten bei der Auseinan-

dersetzung nicht mehr sicher zu sein, da dieser ihm gesagt habe, er (H._____) 

solle aufhören, explizit berücksichtigt. Dass die Berufungsinstanz den Aussagen 

eine andere Bedeutung und ein anderes Gewicht zumesse als die erste Instanz 

und als vom Beschuldigten gewünscht, beschlage deren inhaltliche Würdigung. 

Der Beschuldigte setze sich in seiner Eingabe mit den im bundesgerichtlichen Ur-

teil dargelegten Erwägungen der Berufungsinstanz zur Aussagewürdigung der 

Mitbeschuldigten nicht auseinander und zeige insbesondere nicht auf, dass die 

Berufungsinstanz bei ihrer Würdigung erhebliche Umstände übersehen oder sol-

che willkürlich ausser Acht gelassen oder unhaltbare Schlüsse gezogen hätte, die 

insbesondere in Bezug auf den Mitbeschuldigten C._____ nicht zuträfen 

(Urk. 3/273 S. 6 f. E. 3.2). In Bezug auf die Diskrepanz hinsichtlich des erstin-

stanzlichen, den Beschuldigten freisprechenden, Urteils stellte das Bundesgericht 

klar, dass die Berufungsinstanz nach der gesetzgeberischen Konzeption eine 

zweite Tatsacheninstanz mit umfassender Kognition in tatsächlicher und rechtli-

cher Hinsicht sei. Deshalb habe sie den ihr zur Beurteilung unterbreiteten Ankla-

gesachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht selbst umfassend neu zu 

verhandeln, d.h. festzustellen und zu würdigen und nicht (lediglich) das erstin-

stanzliche Urteil in tätlicher und rechtlicher Hinsicht einer Kontrolle zu unterzie-

hen. Dass die Beweiswürdigung der Erstinstanz aus der Sicht des Beschuldigten 

– verständlicherweise – überzeugender und auch vertretbar sei, genüge nach 

konstanter Rechtsprechung nicht, um eine offensichtlich unrichtige Beweiswürdi-

gung zu belegen (Urk. 3/273 S. 7 f. E. 3.3).  

2.3. Revision kann nur verlangt werden, wenn neue, vor dem Entscheid eingetre-

tene Tatsachen oder neue Beweismittel vorliegen, die geeignet sind, einen Frei-

spruch, eine wesentlich mildere oder wesentlich strengere Bestrafung der verur-

teilten Person oder eine Verurteilung der freigesprochenen Person herbeizuführen 

(Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO).  

- 22 - 

Die Revision eröffnet nicht die Möglichkeit, das Revisionsgesuch wegen Tatsa-

chen zu verlangen, die die gesuchstellende Partei bereits im ordentlichen Verfah-

ren hätte vorbringen können. Derartige Vorbringen stellen nach der Rechtspre-

chung des Bundesgerichts sowohl bei Strafbefehlen wie auch bei Urteilen oder 

anderen verfahrensabschliessenden Entscheiden gerade keinen Revisionsgrund 

dar (Urteile des Bundesgerichts 6B_808/2019 vom 19. August 2019 E. 3.2.2; 

6B_517/2018 vom 24. April 2019 E. 1.1). Dass eine Änderung des früheren Ur-

teils nicht geradezu als unmöglich oder als ausgeschlossen erscheint, genügt 

nicht. Die Änderung muss vielmehr sicher, höchstwahrscheinlich oder jedenfalls 

wahrscheinlich sein (BGE 120 IV 246 E. 2.b; 116 IV 353 E. 4.e und E. 5.a; je mit 

Hinweisen), denn die Revision dient nicht dazu, rechtskräftige Entscheide jeder-

zeit infrage zu stellen oder frühere prozessuale Versäumnisse zu beheben. Ein 

Revisionsgesuch (gegen einen Strafbefehl) ist als rechtsmissbräuchlich zu qualifi-

zieren, wenn es sich auf Tatsachen stützt, die der Verurteilte von Anfang an kann-

te, ohne berechtigten Grund verschwieg und in einem ordentlichen Einsprache-

verfahren hätte vorbringen können. Rechtsmissbrauch ist jedoch nur mit Zurück-

haltung anzunehmen. Es ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob unter den gegebe-

nen Umständen das Revisionsgesuch dazu dient, den ordentlichen Rechtsweg zu 

umgehen (BGE 145 IV 197 E.1.1; 130 IV 72 E. 2.2 und 2.3; Urteil des Bundesge-

richts 6B_399/2018 vom 16. Mai 2018 E. 3.1; GASS in: Niggli/Wiprächtiger, 

[Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019 [kurz: BSK StGB II], N 42 

zu Art. 410 StPO; OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, 

S. 714 Fn 393). 

Nach der Rechtsprechung sind vorbestehende Tatsachen und Beweismittel neu, 

wenn das Gericht zum Zeitpunkt der Urteilsfällung keine Kenntnis von ihnen hatte, 

sie ihm also nicht bereits in anderer Form unterbreitet worden sind (BGE 137 IV 

59 E. 5.1.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1451/2019 vom 11. Juni 2020 E. 2.3; 

6B_892/2018 vom 28. Januar 2019 E. 5). Nicht als neu gelten dagegen Beweis-

mittel, wenn sie vom Gericht in ihrer Tragweite falsch gewürdigt worden sind und 

ebenfalls nicht als neu gilt eine Tatsache, die vom urteilenden Gericht bereits als 

Hypothese in Betracht gezogen wurde (BGE 80 IV 40 S. 42), resp. die vom Rich-

ter geprüft wurde, welcher daraus aber nicht die richtigen Schlüsse gezogen hat 

- 23 - 

(Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, 
BBl 2006 1319). Entsprechend muss das Gegenteil einer im angefochtenen Urteil 

festgestellten Tatsache zumeist implizit als mitgedacht und damit vom Gericht be-

rücksichtigt gelten. Es kann nicht erfolgreich als neue Tatsache angeführt werden 

(HEER, BSK StPO, N 36 zu Art. 410 StPO; SCHMID/JOSITSCH, Handbuch, N 1594 

und Fn 392; GASS, BSK StGB II, N 101 zu Art. 385 StGB). Das trifft auch auf den 

Fall zu, in welchem ein Zeuge im Gegensatz zum früheren Verfahren anders aus-

sagen will, denn die Tatsache stand schon im früheren Prozess zur Diskussion 

(GASS, BSK StGB II, N 97 und 105 zu Art. 385 StGB). Nach dem Urteil eingetre-

tene Umstände oder eine nachträgliche Entwicklung sind nicht neu und daher 

nicht geeignet, eine Revision zu begründen (Urteile des Bundesgerichts 

6B_562/2020 vom 23. Juni 2020 E. 2.4; 6B_836/2016 vom 7. März 2017 E. 1.3.2 

mit Hinweis; statt vieler SCHMID/ JOSITSCH, Handbuch, N 1594). 

3. Vor diesem rechtlichen Hintergrund und dem Umstand, dass gerade die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen des Mitbeschuldigten H._____ bereits ausführlich 

Thema des (ersten) Berufungsverfahrens war und es sich beim geltend gemach-

ten Revisionsgrund nicht um eine neue Tatsache handelt, erscheint es zumindest 

sehr fraglich, ob die Revision zu Recht gutgeheissen wurde; zumal ein solches 

Vorgehen weitreichende Konsequenzen für alle gleichgelagerten Fälle in Bezug 

auf die Rechtssicherheit zur Folge hätte, da bei der Behauptung, ein Beteiligter 

habe gelogen, Tür und Tor für Revisionsverfahren offen stünden. Die Nichtigkeit 

eines Entscheides ist jederzeit und von sämtlichen rechtsanwendenden Behörden 

von Amtes wegen zu beachten (BGE 145 IV 197 E. 1.3.2; 144 IV 362 E. 1.4.3; 

BGE 138 II 501 E. 3.1 S. 503; 137 I 273 E. 3.1; je mit Hinweisen). Da jedoch ge-

rade im Bereich des Strafrechts der Rechtssicherheit eine besondere Bedeutung 

zukommt (Urteile des Bundesgerichts 1B_92/2021 vom 31. Mai 2021 E. 2; 

6B_667/2017 vom 15. Dezember 2017 E. 3.2, 6B_968/2014 vom 24. Dezember 

2014 E. 1.4; je mit Hinweis), ist die Berufungsinstanz am 15. Februar 2021 trotz 

der genannten Bedenken und entgegen dem Antrag der Minderheit auf Feststel-

lung der Nichtigkeit des Revisionsbeschlusses vom 6. Oktober 2020 definitiv auf 

die Berufung eingetreten und hat die Frage offen gelassen, ob der Mangel als 

schwerwiegend bezeichnet werden muss, offensichtlich ist und die Rechtssicher-

- 24 - 

heit durch die Annahme der Nichtigkeit gefährdet wird und hat entsprechend zur 

Berufungsverhandlung vorgeladen (Prot. III S. 4).  

4. Der besseren Verständlichkeit halber wird nach wie vor das Protokoll des 

erstinstanzlichen Verfahrens DG160191 als "Prot. I" und dasjenige des Beru-

fungsverfahrens SB170161 als "Prot. II" bezeichnet, so dass die Verweisungen 

übereinstimmen. Das Protokoll des vorliegenden Verfahrens wird als "Prot. III" 

bezeichnet, damit die Protokolle der beiden Berufungsverfahren besser unter-

schieden werden können. 

5. Das mit der neuen Beurteilung befasste Gericht muss gemäss bisheriger 

Praxis nicht anders besetzt sein als beim aufgehobenen Entscheid (SCHMID/JO-

SITSCH, Praxiskommentar, N 6 zu Art. 414 StPO; HEER, BSK StPO, N 9 zu 

Art. 414 StPO; FINGERHUTH, SK Kommentar, N 6b zu Art. 414). Es ist in den auf-

gehobenen Punkten ein neues Urteil zu fällen und es kann auch bei gleichblei-

bendem neuem Urteil infolge der Aufhebung des früheren Urteils nicht einfach ei-

ne Bestätigung desselben erfolgen (FINGERHUTH, SK Kommentar, N 4 zu 

Art. 414).  

6. Zur Berufungsverhandlung vom 25. August 2021 wurde auch der als Zeuge 

zu befragende (BGE 144 IV 97) ehemalige Mitbeschuldigte H._____ vorgeladen 

(Urk. 14/7a-e). Die Berufung wurde angesichts des zugrunde liegenden über-

durchschnittlich grossen Falles mit sechs Mitbeschuldigten (wovon einer 

[H._____] im Jugendstrafverfahren abgeurteilt worden war) in der gleichen Beset-

zung wie im früheren Berufungsverfahren verhandelt. Zur mündlichen Verhand-

lung erschienen der Beschuldigte mit seinem amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt 

Dr. iur. X._____ und Staatsanwältin lic. iur. Baumgartner für die Anklagebehörde 

(Prot. III S. 5). Der Fall erweist sich als spruchreif. 

- 25 - 

II. Gegenstand der Berufung 

1. Anklage 

Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich im Detail aus der Anklageschrift vom 

24. Juni 2016 (Urk. 72 S. 3 ff.).  

Danach sprach – zusammengefasst – der Beschuldigte D._____, welcher sich in 

Begleitung der übrigen Beschuldigten sowie von H._____ befand, den Privatklä-

ger am Samstag, 16. Mai 2015, ca. 03.15 Uhr, auf dem G._____-Platz in Zürich 

an, worauf sich zwischen den beiden ein verbaler Disput ergab, in dessen Folge 

sich die Begleiter von D._____ näherten und den Privatkläger umkreisten. Einer 

der Beschuldigten schlug dem Privatkläger dabei ohne Vorwarnung von hinten mit 

der Faust gegen den Hinterkopf und ein anderer von vorne ins Gesicht, worauf 

die Beschuldigten alsdann von allen Seiten mit der Faust auf den Privatkläger 

einschlugen. Dieser versuchte durch Wegstossen der Beschuldigten den Schlä-

gen zu entkommen. Im Weiteren warf der Beschuldigte C._____ dem Privatkläger 

eine Glasflasche nach, welcher jedoch ausweichen konnte, so dass die Flasche 

am Boden in Scherben zerbrach. Nachdem der Beschuldigte F._____ mit Anlauf 

von hinten gegen die Beine des Privatklägers gekickt hatte, aufgrund dessen 

Letzterer zu Boden ging, versuchten die Beschuldigten den auf dem Boden 

knienden Privatkläger mit Füssen zu treten, jedoch konnte er durch schnelles 

Aufstehen zunächst entfliehen, wurde aber wieder eingeholt. In der Folge schlu-

gen die Beschuldigten den Privatkläger erneut von allen Seiten mit den Fäusten, 

der Beschuldigte E._____ auch mit den Füssen gegen die Beine, so dass der Pri-

vatkläger erneut zu Boden fiel. Die Beschuldigten traten oder stampften in der 

Folge, um den Kopf resp. Oberkörper des Privatklägers herumstehend, mit gros-

ser Wucht mit den Füssen gegen den Oberkörper sowie gegen den Kopf des Pri-

vatklägers, wobei der erste Tritt gegen den Kopf diesen unmittelbar seitlich links 

traf und die weiteren folgenden Fusstritte gegen den Kopf auch die Arme des Pri-

vatklägers trafen, mit welchen er, in Embryo-Stellung auf dem Boden liegend, sei-

nen Kopf zu schützen versuchte. Die Beschuldigten liessen erst vom Privatkläger 

ab, als die Polizei vor Ort eintraf.  

- 26 - 

Der Privatkläger erlitt durch die Faustschläge und Fusstritte diverse Verletzungen, 

die im Detail in der Anklageschrift aufgezählt sind und worunter insbesondere die 

ca. 4 cm x 1 cm grosse klaffende Hautdurchtrennung ca. 4 cm oberhalb der Ohr-

muschel am Hinterkopf links, scheitelnah mit darunter liegendem Schädelbruch, 

mit schmaler Einblutung an jener Stelle und mehreren kleinen Einblutungen im 

Hirngewebe, zu erwähnen ist. Überdies erlitt der Privatkläger nebst oberflächli-

chen Hautabschürfungen am linken Ellenbogen, beiden Knien und am linken 

Schienbein eine mehrfach wiederkehrende Ohnmacht, eine Gehirnerschütterung, 

anhaltende Migräne, Kopfschmerzen sowie Schlafstörungen und ausserdem 

beidseits geschwollene Augenober- und unterlider. Bei dem zugefügten Schädel-

Hirntrauma und der erlittenen initialen Bewusstlosigkeit handelte es sich um eine 

Verletzung mit konkreter Lebensgefahr. Auch besteht bei der Bewusstlosigkeit, 

wie sie der Privatkläger erlebte, die nahe Möglichkeit, durch ein Einatmen von in 

den Rachenraum zurückfliessendem Mageninhalt durch Ersticken zu sterben. Der 

Privatkläger leidet noch immer an Migräne, unter Kopfschmerzen, Panikattacken 

und Angstzuständen, welche eine psychiatrische Behandlung erforderlich ma-

chen, sowie an epileptischen Anfällen, die bleibender Natur sind und lebenslang 

mit Antileptika behandelt werden müssen (Urk. 72 S. 4 f.). 

Die Anklage wirft den Beschuldigten vor, dass sie dem Privatkläger erhebliche 

Schmerzen zufügten und ihm auch diejenigen Verletzungen zufügen wollten, die 

er schliesslich erlitt, als sie ihn mit vereinten Kräften durch Faustschläge und 

Fusstritte malträtierten. Überdies hätten sie billigend in Kauf genommen, dass die 

Faustschläge und Fusstritte zu lebensgefährlichen Verletzungen führen können, 

wie es schliesslich auch eingetreten sei (Urk. 72 S. 5). 

2. Standpunkte im Berufungsverfahren SB170161 

1. Die Staatsanwaltschaft hatte die Verurteilung des Beschuldigten A._____ 

zusammengefasst mit der Begründung beantragt, der einzig umfassend geständi-

ge Mittäter H._____ habe – entgegen der Erstinstanz – seine belastenden Aussa-

gen später gerade nicht zurückgezogen und habe den Beschuldigten A._____ 

ausdrücklich als aktiv an der Auseinandersetzung Beteiligten benannt (Urk. 3/294 

- 27 - 

S. 2 f.; Urk. 3/350 S. 4-6). Ausserdem sei der Beschuldigte A._____ entgegen der 

Würdigung durch die Erstinstanz bis zum letzten Ende am Tatort gewesen und 

seine Beteiligung ergebe sich auch aus den Aussagen des Beschuldigten 

E._____ (Urk. 3/294 S. 3 f.; Urk. 3/350 S. 6-8). Mithin sei das Verhalten des Be-

schuldigten A._____ als Mittäterschaft zu betrachten, eventualiter als Gehilfen-

schaft zur schweren Körperverletzung zum Nachteil des Geschädigten durch die 

anderen Beteiligten und subeventualiter als Beteiligung an einem Angriff im Sinne 

von Art. 134 StGB, da er im Täterkreis am Tatort mit objektiver Hilfeleistung zu-

gunsten des Mitbeschuldigten D._____ anlässlich der tätlichen Auseinanderset-

zung verblieben sei und die Angreifer resp. Mittäter habe gewähren lassen 

(Urk. 3/294 S. 4 Urk. 3/350 S. 8-11). 

2. Der Beschuldigte A._____ verlangte die Bestätigung des ihn betreffenden 

erstinstanzlichen Freispruchs. Die Erstinstanz sei zu Recht zum Schluss gekom-

men, dass der Tatverdacht gegen ihn einzig aufgrund der pauschalen anfängli-

chen Aussagen des 15-jährigen H._____ entstanden sei, sich aber nach später 

erfolgter Rücknahme dieser Belastungen wieder enthärtet habe (Urk. 3/351 S. 2 

ff.).  

3. Standpunkte im vorliegenden Verfahren 

1. Die Staatsanwaltschaft beantragt, den Beschuldigten A._____ der schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und 

ihn mit einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren zu bestrafen, unter Auferlegung der 

Verfahrenskosten. Eventualiter verlangt sie Schuldspruch und Strafe wegen An-

griffs im Sinne von Art. 134 StGB, ebenfalls unter Auferlegung der Untersu-

chungskosten (Urk. 19 S. 1 f.). Zur Begründung verweist die Staatsanwaltschaft 

auf die rechtskräftigen Verurteilungen der Mittäter C._____, F._____, E._____, 

D._____ und H._____ (Urk. 19 S. 2). "Kronzeuge" bezüglich des zur Anklage ge-

brachten Sachverhaltes sei tatsächlich der Mittäter H._____, dessen bisherige 

Aussagen sämtliche Mitbeschuldigten betreffend auch von der höchstrichterlichen 

Instanz mehrfach und fundiert gewürdigt worden seien (Urk. 19 S. 3). Im Wesent-

lichen macht die Staatsanwaltschaft geltend, H._____ habe konstant und wider-

- 28 - 

spruchsfrei ausgesagt, auch bezüglich der involvierten Personen, habe sein Mittä-

ter zweifelsfrei auf Fotos und anlässlich Live-Begegnungen bei Einvernahmen er-

kannt und habe sie als an der Auseinandersetzung am G._____-Platz aktiv Betei-

ligte bezeichnet. Er habe eine Unsicherheit im Zusammenhang mit der Tatbeteili-

gung von A._____ eingeräumt, denn er könne sich erinnern, dass ihm dieser ge-

sagt habe, dass er aufhören soll. H._____ habe aber weder belastende Aussagen 

zurückgenommen, noch habe er gemachte Belastungen widerrufen. Er habe ab 

Oktober 2015 lediglich gesagt, er sei sich nicht zu 100% sicher, ob A._____ auch 

geschlagen und/oder getreten habe, da er sich nunmehr nicht mehr daran erin-

nern könne. Dass das Erinnerungsvermögen gegenüber der Befragung im August 

2015 nachgelassen habe, sei nachvollziehbar und gebe zu keiner Minderung der 

Glaubhaftigkeit der früheren Aussagen Anlass. Im Gegenteil zeuge der Hinweis 

auf das mangelnde Erinnerungsvermögen vom Bestreben, ehrlich und wahrheits-

gemäss auszusagen (Urk. 19 S. 4). Die Staatsanwaltschaft bezeichnet das frühe-

re Aussageverhalten des Beschuldigten H._____ als sorgfältig und bedacht, ins-

besondere was die Belastungen seiner Mittäter betreffe. Er habe explizit und kon-

kret angegeben, gesehen zu haben, dass diejenigen Personen, welche er na-

mentlich genannt habe, aktiv an der Auseinandersetzung teilgenommen und ge-

gen den Somalier Fusstritte ausgeteilt hätten. Der Name von A._____ sei vom 

Beschuldigten selbst gekommen – nicht auf Nachfrage hin oder gar Vorhalt des 

Namens. Dieser sei den Untersuchungsbehörden zu dem Zeitpunkt gänzlich un-

bekannt gewesen (Urk. 19 S. 5). Grundsätzlich sei augenfällig, dass sämtliche 

Beschuldigte nachweislich am Tatort gewesen seien, aber nichts mit der Sache 

hätten zu tun haben wollen. Für deren Tatbeteiligung an der Auseinandersetzung 

spreche aber, dass sich die Gruppenzugehörigkeit und deren Tatbeitrag deutlich 

aus den diversen Einvernahmen herauskristallisiert habe und die einzelnen Grup-

penmitglieder – ausser H._____ – gar nichts über die Vorgehensweise der Kolle-

gen hätten sagen wollen. Hätte A._____ mit der Auseinandersetzung wie behaup-

tet tatsächlich nichts zu tun, hätte es für ihn keinen Grund gegeben, sich aus dem 

Staub zu machen und sich um Tatbeteiligte und deren Wegkommen vom Tatort 

zu kümmern (Urk. 19 S. 7). H._____ habe den Sachverhalt als erster und einziger 

von allen eingestanden und sei infolge seiner belastenden Aussagen auch nicht 

- 29 - 

aus der Haft gekommen, sondern in einer Erziehungsanstalt mit Haftregime ver-

blieben. Eine Besserstellung durch seine, andere Personen belastende Aussagen 

sei nie erfolgt und im Übrigen auch gar nicht möglich und nie Thema gewesen 

(Urk. 19 S. 8). E._____s Aussage, wonach er schon über die anderen Aussagen 

machen könne, aber Repressalien befürchte, beweise das Denken und Reagieren 

der Beschuldigten auf sie belastende Aussagen. Davon habe E._____ auch 

A._____ nicht ausgenommen (Urk. 19 S. 8).  

Es sei den Erläuterungen des Obergerichts des Kantons Zürich in dessen Urteil 

vom 10. April 2018 auch nach der Anhörung des Mittäters H._____ als Zeuge zu 

folgen. Sie behielten uneingeschränkt Gültigkeit. Der Gesamtkontext und die 

Chronologie der Geschehnisse lägen den begründeten Verdacht nahe, dass von 

der Beschuldigtenseite Einfluss auf den jüngsten, ihn konkret belastenden Mitbe-

schuldigten H._____ genommen und dieser zur Einreichung eines Schreibens 

veranlasst worden sei, um das vermeintliche Fehlurteil vom 10. April 2018, in wel-

chem der Beschuldigte A._____ schuldig gesprochen worden sei, auf Biegen und 

Brechen wegzubekommen (Urk. 19 S. 11). Das Selbstanzeige-Schreiben von 

H._____ komme in einem Sprach-Terminus daher, der niemals H._____ zuteil 

kommen könne. An "besagten Abend", meine "damaligen Mittäter", "richtiger-

weise", "bezichtigen", "moralische Schuld" als Beispiele, seien sicherlich nicht 

dem Vokabular von H._____ entsprungen (Urk. 19 S. 12). Diese Einschätzung 

habe H._____ als Zeuge bestätigt, habe er doch bei der Dolmetscherin nachfra-

gen müssen, was die Worte bedeuten. H._____ habe als Zeuge ausweichend 

gewirkt und habe den Inhalt seines Schreibens nicht verstanden. So unsicher wie 

bei der Zeugeneinvernahme durch die Berufungskammer habe die Staatsanwältin 

ihn nie zuvor bei einer Einvernahme erlebt (Prot. III S. 57). Dass sowohl der Be-

schuldigte A._____ wie auch der Zeuge H._____ vor Schranken von "wegzerren" 

gesprochen hätten und dass H._____ anfangs falsch ausgesagt habe, spreche 

dafür, dass sie sich jetzt abgesprochen hätten (Prot. III S. 58). Der Inhalt des 

Selbstanzeige-Schreibens sei als nicht glaubhaft zu taxieren. Dem Schreiben sei 

zu entnehmen, dass sich H._____ bezüglich A._____ immer schlechter gefühlt 

habe, weil er gewusst habe, dass Letzterer für 3 ¾ Jahre ins Gefängnis gemusst 

habe und nicht etwa, weil er gegen ihn ausgesagt habe. Dass H._____ vom 

- 30 - 

Obergericht als Vorgeladener nicht erreichbar gewesen sei, obschon ihm seine 

angebliche falsche Aussage zum Nachteil von A._____ gemäss Schreiben ein 

derart grosses Anliegen gewesen sein soll, und ihm die Vorladung gar polizeilich 

habe zugestellt werden müssen, und dies gar zweimal, wie sich aus den Akten 

ergebe, zeuge nicht für das im Schreiben geltend gemachte Klärungsbedürfnis 

von H._____ zuhanden der Strafuntersuchungsbehörden (Urk. 19 S. 13). Die 

konkreten Umstände wiesen viel mehr und konkret auf ein Gefälligkeitsschreiben 

hin. Gegen den Verfasser bestehe der konkrete Verdacht der (versuchten) Be-

günstigung zugunsten von A._____ (Urk. 19 S. 14). Unter Hinweis auf die einzel-

nen im Verfahren gemachten Aussagen der Beteiligten verweist die Staatsanwalt-

schaft darauf, dass das Aussageverhalten von H._____ anlässlich der Vielzahl 

von Einvernahmen bei der Staatsanwaltschaft davon zeuge, dass er stets um 

wahrheitsgetreue Aussagen bemüht gewesen sei. Dass er sich irgendwann nicht 

mehr habe erinnern können, ob A._____ auch geschlagen bzw. getreten habe 

oder nicht, habe nicht im Geringsten mit einer falschen Anschuldigung zu tun. Er-

klärte Unsicherheit sei auch nicht nur bei A._____s Tatbeteiligung aufgetreten, 

sondern auch bei anderen Mittätern wie F._____. Und am 14. Januar 2016 habe 

H._____ einmal mehr gesagt, bei der Staatsanwaltschaft stets die Wahrheit ge-

sagt zu haben. Es gebe in den Einvernahmen denn auch keinen Grund, daran zu 

zweifeln (Urk. 19 S. 19). H._____ habe sich anlässlich der Befragung vom 6. Ok-

tober 2016 auch selbst belastet, indem er zugegeben habe, den Geschädigten 

auf den Kopf geschlagen zu haben und diesbezüglich nicht die Wahrheit gesagt 

zu haben. H._____ habe es also nicht lange damit ausgehalten, nicht die ganze 

Wahrheit gesagt zu haben, und dies, obschon es die eigene Belastung betroffen 

habe. Auch diese Tatsache mache deutlich, dass H._____ niemals 5 Jahre ver-

streichen lassen würde, um eine falsche Aussage zu berichtigen. Es ergebe aber 

keinen Sinn, aus Angst einen Mittäter fälschlicherweise zu belasten. Aus Angst 

würde er den Mittäter wenn schon fälschlicherweise entlasten (Urk. 19 S. 20). Die 

Beweiswürdigung aller Aussagen, auch derjenigen von H._____ als Zeuge heute, 

die ausweichend und vage gewesen seien, führe wiederum zu einem Schuld-

spruch für A._____, da der realitätsfremde, nicht nachvollziehbare und nicht 

- 31 - 

glaubhafte Inhalt des Schreibens die glaubhaften Aussagen von H._____ nicht 

umzukippen vermöchten (Urk. 19 S. 21).  

Die Beschuldigten hätten bei der vorliegenden Tat gemeinsam in Mittäterschaft 

gehandelt. Sie seien mit vereinten Kräften gegen den Geschädigten zusammen 

arbeitsteilig vorgegangen, bis der Geschädigte mit schweren Verletzungen am 

Boden liegen geblieben sei. Es sei in diesem Zusammenhang nicht von Belang, 

welcher Mittäter wie und wie oft und wohin zugeschlagen habe (Urk. 19 S. 10). Es 

könne daher nur geschlossen werden, dass alle Beschuldigten als Mittäter für die 

dem Geschädigten anlässlich der gemeinsam gegen ihn ausgeübten Gewalt erlit-

tenen schweren Körperverletzung verantwortlich seien, darunter auch A._____ 

(Urk. 19 S. 10 und 23). 

2. Der Beschuldigte A._____ verlangt einen vollumfänglichen Freispruch und 

die entsprechende Aufhebung der Dispositivziffern 1, 3, 7-9, 12-13 und 15-16 des 

Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich vom 10. April 2018 hinsichtlich sei-

ner Person. Es sei ihm neben der zugesprochenen Genugtuung in der Höhe von 

Fr. 61'760.– zuzüglich 5% Zins ab 29. Januar 2016 gemäss Urteil des Bezirksge-

richts Zürich vom 19. Januar 2017 Schadenersatz in der Höhe von Fr. 8'607.60 

zuzüglich 5% Zins ab 29. Januar 2019 zuzusprechen; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates (Urk. 20 S. 1 f.). Der Beschuldigte 

A._____ verweist im Wesentlichen darauf, dass sich der damalige Schuldspruch 

mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 10. April 2018 nicht mehr mit 

der heutigen Beweislage vereinbaren lasse. H._____ habe mit seiner bei der Ju-

gendanwaltschaft Basel-Landschaft eingereichten Selbstanzeige klargestellt, dass 

sich A._____ nicht aktiv am Vorfall vom 16. Mai 2015 beteiligt und auch nicht aktiv 

auf den Geschädigten eingewirkt habe (Urk. 20 S. 5 f.). Mit den Aussagen in sei-

nem Schreiben habe H._____ seine belastenden Aussagen in Bezug auf den Be-

schuldigten A._____ klar und deutlich zurückgenommen (Urk. 20 S. 6). Die 

Selbstanzeige von H._____ zeuge von Grösse. Er sei zwischenzeitlich kein 15-

jähriges Kind mehr, sondern ein junger Mann, welcher offenbar Verantwortung 

übernehmen wolle, unter Inkaufnahme von harten Konsequenzen für ihn in Form 

einer weiteren Strafe (Urk. 20 S. 8). In seiner Selbstanzeige erkläre H._____ deut-

- 32 - 

lich, dass er ursprünglich in Bezug auf die Beteiligung des Beschuldigten A._____ 

gelogen habe (Urk. 20 S. 9 und 10). Der Beschuldigte verweist darauf, ihn hätten 

auch weitere Beweise entlastet (Urk. 20 S. 10 f.). Zusammenfassend könne fest-

gehalten werden, dass sich der Beschuldigte A._____ an der Schlägerei nicht be-

teiligt habe, sondern vielmehr geschlichtet habe, indem er versucht habe, 

H._____ davon abzuhalten, sich zur Schlägerei zu begeben. Der Beschuldigte sei 

daher vollumfänglich freizusprechen (Urk. 20 S. 11 ff.).  

4. Neu zu beurteilende Punkte gemäss Revision 

1. Gemäss Art. 413 Abs. 3 StPO bestimmt die Revisionsinstanz im Falle einer 

Rückweisung gestützt auf Art. 413 Abs. 2 lit. b StPO, in welchem Umfang die 

festgestellten Revisionsgründe die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit des ange-

fochtenen Entscheides beseitigen und in welchem Stadium das Verfahren wieder 

aufzunehmen ist. Ausserdem nimmt es die notwendigen Beweisergänzungen vor 

und fällt nach einer Hauptverhandlung ein neues Urteil (Art. 414 Abs. 2 StPO). 

Die Vorinstanz, an welche der Fall zurückgewiesen wird, ist an den vom Revisi-

onsgericht gemäss Art. 413 Abs. 3 StPO vorgegebenen Rahmen gebunden. An-

dere Urteilspunkte als jene, für die die Revision bewilligt wurde, sind – abgesehen 

von jenen, die als Folge der Revision ebenfalls zu korrigieren sind – nicht neu zu 

untersuchen bzw. zu beurteilen. Innerhalb der gemäss Rückweisung neu zu beur-

teilenden Punkte kann die Vorinstanz jedoch weitere Beweise abnehmen und 

auch Umstände berücksichtigen, die nach seinem aufgehobenen Vorentscheid 

sowie dem Revisionsentscheid eingetreten sind, d.h. im neuen Verfahren sind un-

ter Beachtung der Unschuldsvermutung und der mit der Revision neu zu beurtei-

lenden Urteilspunkte alle alten und neuen Beweise und Vorbringen zu berücksich-

tigen und frei zu würdigen (SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar, N 16 zu Art. 413; 

HEER, BSK StPO, N 11 zu Art. 414; FINGERHUTH in: Donatsch/Lieber/Summers/ 

Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung StPO, 

3. Aufl. 2020 [kurz: SK Kommentar], N 4 zu Art. 413 und N 3 zu Art. 414).  

2. Das Bundesgericht hat die Beschwerde in Strafsachen des Beschuldigten 

A._____ abgewiesen und infolge Nichtanfechtung der übrigen Schuldsprüche 

- 33 - 

bzw. Rückzugs der entsprechenden Berufungen bleiben die Verurteilungen aller 

anderen Beschuldigten gestützt auf die vorliegende Anklage rechtskräftig 

(Urk. 3/360 S. 69 f.), insbesondere auch diejenige des Beschuldigten D._____ 

wegen schwerer Körperverletzung im Sinne von aArt. 122 Abs. 1 StGB 

(SB170161, Urteil vom 10. April 2018, Dispositivziffer 2; Urk. 3/360 S. 71).  

3. Nicht mehr Gegenstand einer Überprüfung ist des Weiteren die rechtliche 

Frage, ob das Verhalten der Tatbeteiligten als Mittäterschaft zu würdigen sei. Die-

se Frage wurde dem Bundesgericht im Beschwerdeverfahren 6B_658/2018 des 

Beschuldigten A._____ nicht zur Prüfung unterbreitet (Urk. 3/373), so dass sie 

nicht erneut erhoben werden kann. Folglich ist auch für das vorliegende Verfahren 

grundsätzlich von mittäterschaftlichem Handeln der Tatbeteiligten gegen den Pri-

vatkläger auszugehen, wonach jeder nebst den eigenen Schlägen und Tritten mit 

den wiederholten Gewalteinwirkungen der anderen Beschuldigten einverstanden 

war, zumal seine eigenen Handlungen und die seiner Mittäter in engem räumli-

chen und zeitlichen Zusammenhang standen. Das Vorgehen entspricht einer ei-

gentlichen konzertierten Aktion, bei welcher jeder Beteiligte mit den Handlungen 

der anderen einverstanden ist und sie sich, insbesondere durch die Bildung eines 

Kreises um das Opfer und das pausenlose Einprügeln, welches dessen Flucht 

verhinderte, gegenseitig unterstützten und stärkten und die zahlenmässige Über-

macht ausnutzten (Urk. 3/360 E. III.B.2.4.3.e, S. 43). 

4. Mit Beschluss vom 6. Oktober 2020 hiess die I. Strafkammer des hiesigen 

Obergerichts das Revisionsbegehren (siehe vorstehende Erwägung I.2.1.) ge-

stützt auf Art. 413 Abs. 2 lit. b StPO gut (Urk. 3/13 S. 9) und hob hinsichtlich des 

Beschuldigten das Urteil der Berufungsinstanz vom 10. April 2018 bezüglich der 

Dispositivziffern 1, 3, 7, 8, 9, 12, 13, 15 und 16 auf (Urk. 3/13 S. 11). Die Revisi-

onsinstanz erwog, es sei Aufgabe des Sachgerichts aufgrund der neuen Aussa-

gen H._____s die Beweismittel bzw. dessen (neue) Aussagen im Kontext der üb-

rigen Beweismittel zu würdigen (Urk. 3/13 S. 9). 

Es ist vorliegend zu prüfen, ob sich der Anklagesachverhalt bezüglich der Beteili-

gung des Beschuldigten A._____ an der Schlägerei gegen den Privatkläger auch 

unter Einbezug dieser schriftlichen Erklärung des Mitbeschuldigten H._____ so-

- 34 - 

wie seiner neusten Aussagen anlässlich der Berufungsverhandlung und im Kon-

text mit den bereits vorhandenen Beweismitteln erstellen lässt, wobei die Um-

stände, wie die Aussagen und Beweismittel zustande gekommen sind, frei zu 

würdigen sind. 

III. Beweiswürdigung 

1. Beweismittel 

1. Als Beweismittel liegen die Aussagen der Beschuldigten A._____, D._____, 

F._____, C._____, E._____ und H._____ (Urk. 2/24-29, Urk. 2/227-231 sowie 

Prot. II S. 25 ff.), die Aussagen des Privatklägers (Urk. 2/30/1-3) und namentlich 

diejenigen der Auskunftspersonen resp. Zeugen I._____ [Taxifahrer], J._____ 

[Barbesitzer], K._____ und L._____ [Security-Mitarbeiter], sowie M._____ und 

N._____ [Polizeibeamte] vor (Urk. 2/31/1-18). Als Sachbeweise, resp. Gutachten, 

dienen die Akten betreffend die Verletzungen des Privatklägers (Urk. 2/32/1-14 

und Urk. 174-175), darunter insbesondere das vorläufige Gutachten des Instituts 

für Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM) vom 18. Mai 2015 (Urk. 2/32/6), 

das Gutachten des IRM vom 15. Juni 2015 samt Bildmappe (Urk. 2/32/7-8) sowie 

die ärztlichen Befunde (Urk. 2/32/12-14; Urk. 174-175), dann auch die Akten des 

Forensischen Instituts der Kantonspolizei Zürich (FOR) betreffend die Spurensi-

cherung (Urk. 2/33), aufgenommene Tatortfotos und Fotos der Verletzungen des 

Privatklägers. Gestützt auf die Bewilligung des Obergerichts des Kantons Zürich, 

III. Strafkammer, liegt der Bericht der Kantonspolizei Zürich zur rückwirkenden 

Überwachung des Telefons des Beschuldigten F._____ vor (Urk. 2/39, insb. 

Urk. 2/39/7). Schliesslich zog die Erstinstanz die Akten des Jugendstrafverfahrens 

gegen H._____ bei (Urk. 2/187-A). Diese Akten wurden im vorliegenden Verfah-

ren erneut von der Jugendanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft beigezo-

gen (Urk. 15/1-3). Auf diese Beweismittel ist im Folgenden – soweit für die Urteils-

findung relevant – einzugehen. 

2. Des Weiteren liegen neu die im Revisionsverfahren eingereichten Beweis-

mittel vor, darunter namentlich das undatierte von Hand geschriebene Schreiben 

- 35 - 

von H._____ zur Beteiligung des Beschuldigten A._____ (nachfolgend kurz: 

Selbstanzeige-Schreiben; Urk. 6/2/5), die Selbstanzeigen von H._____, verfasst 

von seinem Rechtsvertreter Advokat Z4._____ vom 7. Juli 2020 (Urk. 6/2/6-7), die 

Verfügung der Bewährungs- und Vollzugsdienste der Justizdirektion des Kantons 

Zürich (kurz JUV) vom 10. März 2020 betreffend Strafaufschub zugunsten des 

Beschuldigten A._____ (Urk. 6/2/8), die Nichtanhandnahme-Verfügung der Ju-

gendanwaltschaft Basel-Landschaft vom 24. Juli 2020 betreffend falsche An-

schuldigung / Irreführung der Rechtspflege begangen durch H._____ (Urk. 6/5) 

und der Strafregisterauszug über H._____ (Urk. 11). Schliesslich sind die Aussa-

gen der Beschuldigten A._____ und H._____ anlässlich der Berufungsverhand-

lung vom 25. August 2021 zu würdigen (Prot. III S. 8 ff. und S. 42 ff.). 

2. Beweiswürdigung 

1. Vorbemerkungen 

Zur freien Würdigung der Beweismittel und zur Unschuldsvermutung kann auf die 

Erwägungen des bezüglich des Beschuldigten A._____ aufgehobenen Urteils 

vom 10. April 2018 (Urk. 3/360 S. 20 ff.) und die einschlägige Rechtsprechung 

des Bundesgerichts verwiesen werden (BGE 146 IV 88 E. 1.3.1; 145 IV 154 E. 

1.1; 144 IV 345 E. 2.2.3.2; 138 V 74 E. 3; 124 IV 86 E. 2a; je mit Hinweisen).  

Die Aussagen der Befragten wurden im erstinstanzlichen Urteil soweit nötig und 

im Übrigen korrekt wiedergegeben (Urk. 3/283 namentlich S. 26-29, 30-33, 34-44, 

45-48, 50, 52-56, 59-60, 63-67, 75-80, 81-82, 85-87, 92-94), weshalb – um unnö-

tige Wiederholungen zu vermeiden – darauf verwiesen werden kann (Art. 82 

Abs. 4 StPO). Bezüglich der allgemeinen Ausführungen zur Glaubwürdigkeit der 

Beteiligten kann vorab ebenfalls auf die diesbezüglichen zutreffenden Erwägun-

gen der Erstinstanz verwiesen werden (Urk. 3/283 S. 25 f.). Des Weiteren kann 

grundsätzlich auf die Vorbemerkungen zur Beweiswürdigung im Berufungsurteil 

vom 10. April 2018 verwiesen werden, an welchen sich keine Änderungen auf-

drängen (Urk. 3/360 E. III.B.2.1. S. 24 f.). 

- 36 - 

2. Selbstanzeige-Schreiben 

2.1. Das Selbstanzeige-Schreiben ist handschriftlich verfasst, trägt den Titel 

"Meine Aussagen zum Beteiligten A._____, Selbstanzeige" und ist mit 'H._____' 

unterzeichnet (Urk. 6/2/5). Dieses Schreiben ist nicht datiert. Aus dem Text ergibt 

sich, dass es möglicherweise um Mitte Mai 2020 verfasst wurde, lautet der Beginn 

doch "Vor rund fünf Jahren, am 16. Mai 2015, fand der Vorfall auf dem G._____-

Platz in Zürich statt (…)". Zusammen mit der von Advokat Z4._____ am 7. Juli 

2020 den Behörden eingereichten Selbstanzeige und dem Vollzugsbefehl vom 

21. Februar 2020 betreffend Verbüssung der Freiheitsstrafe durch den Beschul-

digten A._____ ab dem 25. Mai 2020 (Urk. 6/2/8 S. 1) muss das Datum der Er-

stellung dazwischen liegen, was H._____ anlässlich der Berufungsverhandlung 

denn auch bestätigte, indem er ausgesagt hat, er habe das Schreiben während 

seines Strafvollzugs im Gefängnis geschrieben (Prot. III S. 12 ff., 31 f., 36). Beim 

Adressaten des Schreibens handelt es sich aufgrund der abschliessenden Bitte 

im Text, er möge ihn wieder verteidigen (Urk. 6/2/5 S. 4) und der anschliessenden 

Einreichung des Schreibens bei den Strafbehörden offensichtlich um Advokat 

Z4._____, welcher den ehemals Beschuldigten H._____ im Strafverfahren zum 

Nachteil des Privatklägers amtlich verteidigt hatte. 

2.2. Auffällig ist an diesem Schreiben, dass Begriffe und Bezeichnungen ver-

wendet werden, die weder alltäglich noch zum Sprachgebrauch des Zeugen 

H._____ zu gehören scheinen, wie zum Beispiel "Selbstanzeige", "bezichtigen", 

"vorbringen", "wohlwollend" (S. 1), "Belastung", "sich zu etwas entschliessen", 

"ohnehin" (S. 2), "entlasten", Konjunktiv "müsse" (S. 3), "Strafuntersuchung aus-

lösen" (S. 4). Das lässt den Schluss zu, dass der Zeuge H._____ dieses Schrei-

ben nicht originär selbst und in eigenen Worten verfasste, sondern ab einer Vor-

lage abschrieb. Dies ergibt sich auch aus der Stelle auf Seite 2, wo der Text aus 

den Zeilen 13/14 "aussagen, was von mir erwartet wurde, Ich g" eine Zeile weiter 

unten wortwörtlich wiederholt und anschliessend durchgestrichen wurde. Dieser 

Schluss wird letztlich auch noch dadurch verstärkt, dass klar aus dem Text her-

vorgeht, dass der Adressat des Schreibens den Verfasser zu dieser Selbstanzei-

ge ermutigt bzw. ihm dazu geraten hatte: "Als sie mir dann den Rat gaben, zur 

- 37 - 

falschen Aussage zu stehen und mir überdies mitteilten, dass A._____ nun für 3 

¾ Jahre ins Gefängnis müsse, wurde mir immer klarer, dass ich wegen A._____ 

schlecht fühlte" (Urk. 6/2/5 S. 3). Nachdem der Zeuge H._____ zu Beginn der 

Einvernahme vor der Berufungskammer noch ausgesagt hatte, er habe den Brief 

im Gefängnis mit Hilfe seines Zimmergenossen geschrieben, der ihm geholfen 

habe, die Sätze richtig zu formulieren und der auch "ein paar Buchstaben korri-

giert" habe (Prot. III S. 12), sagte er aus, die Idee sei von ihm gekommen, er habe 

es diktiert, aber geschrieben worden sei es von jemand anderem, formuliert wor-

den sei es von seinem Zimmergenossen, der aus Albanien stamme (Prot. III 

S. 14). Schliesslich räumte denn der Zeuge H._____ ein, dass er auch seinen 

Anwalt gefragt habe, was er schreiben solle (Prot. III S. 31) und gab aber wiede-

rum an, er habe es selber aufgeschrieben, seinem Zimmergenossen gezeigt, da-

mit er die Sätze korrigieren könne, was dieser auch getan habe (Prot. III S. 32 f., 

36). Er blieb jedoch dabei, die Idee resp. der Gedanke sei von ihm gewesen (Prot. 

III S. 31 f., 37). Vor dem Hintergrund seines Aussageverhaltens, insbesondere 

des Wechsels seiner ersten Aussage, wonach er den Brief, auch wenn mit Hilfe, 

selbst geschrieben habe, bis zur Aussage, er habe ihn lediglich abgeschrieben 

und nur der Gedanke sei von ihm, ist davon auszugehen, dass der Zeuge über 

das Zustandekommen des Selbstanzeige-Schreibens nicht die volle Wahrheit 

sagt und seine Aussagen mit grösstem Vorbehalt zu würdigen sind. Es verbleibt 

angesichts der Umstände, seiner eigenen Angaben und namentlich seiner man-

gelhaften Deutschkenntnisse kein Zweifel, dass der Zeuge H._____ dieses 

Schreiben nicht selbst verfasste, sondern ab einer Vorlage abschrieb und auch 

den Text nicht vollumfänglich verstand und versteht, erkannte er doch auf Vorhalt 

Teile des Inhalts nicht wieder (Prot. III S. 13) bzw. verwendete er Worte, die er 

nicht versteht, wie zum Beispiel "wohlwollend" (Prot. III S. 30). Bei der Prüfung 

der Authentizität des Inhalts und der gesamten Motivation zu diesem Schreiben 

fallen diese Umstände wesentlich ins Gewicht und müssen entsprechend berück-

sichtigt werden.  

2.3. Der Verfasser räumt ein, dass er nicht wolle, dass A._____ wegen seiner 

falschen Aussagen ins Gefängnis müsse, weshalb er sich entschlossen habe, mit 

diesem Schreiben eine Selbstanzeige zu schreiben. Er habe gelogen, als er aus-

- 38 - 

gesagt habe, er hätte A._____ am 16. Mai 2015 schlagen und treten gesehen 

(S. 3). Aufgrund der vorgenannten Umstände erscheint offensichtlich, dass die 

Motivation zu diesem Schreiben durch den drohenden Strafvollzug von A._____ 

entstanden und nicht einer "plötzlichen" Einsicht in eine Ungerechtigkeit bezüglich 

der Freiheitsstrafe gegen A._____ geschuldet ist, zumal sämtliche anderen Tatbe-

teiligten ihre Strafen bereits verbüsst hatten. Hätte H._____ tatsächlich ein Prob-

lem mit der Gerechtigkeit in Bezug auf die Höhe der Freiheitsstrafe gehabt, ist 

nicht einzusehen, weshalb er mit seinem Eingeständnis gerade so lange zuwartet, 

bis eine allfällige Bestrafung seiner selbst wegen falscher Anschuldigung im Jahre 

2015 strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden kann (siehe Einstellungsverfügung 

der Jugendanwaltschaft Winterthur [Pikett] und von der Jugendanwaltschaft des 

Kantons Basel-Landschaft [JUGA BL]; Urk. 6/5). Daran vermag auch nichts zu 

ändern, dass der Zeuge H._____ aussagte, er habe mit dem Schreiben so lange 

zugewartet, weil er gehofft habe, dass die Behörden selbst die Wahrheit heraus-

finden und ihn (A._____) freilassen würden, bzw. dass Letzterer nach seiner Ent-

lassung immer wieder diesbezüglich mit den Behörden in Kontakt sei, was er 

(H._____) sehr unfair gefunden habe (Prot. III S. 33). Am Schluss der Befragung 

sagte der Zeuge sodann, er hätte das Schreiben nicht geschrieben, wenn sie ihn 

(A._____) freigelassen hätten. Er habe gehofft, dass er (A._____) freikommen 

würde, weil er nichts damit zu tun gehabt habe. Aber er hätte den Brief wahr-

scheinlich so oder so geschrieben (Prot. III S. 41). Diese inkonsistenten Aussagen 

sprechen nicht für die Glaubhaftigkeit der Deposition des Zeugen. Tatsächlich 

wurde der Beschuldigte A._____ im Zusammenhang mit dem vorliegenden Ver-

fahren am 21. Juli 2015 verhaftet (Urk. 2/47/1) und am 11. August 2016 

(Urk. 2/141) aus der Haft wieder entlassen. Er war daher weder zum Zeitpunkt 

des ersten Berufungsverfahrens noch nachher im Zusammenhang mit dem vor-

liegenden Verfahren in Haft, weshalb das sinngemässe Argument des Zeugen 

H._____, er habe mit dem Schreiben zur "Freilassung" von A._____ beitragen 

wollen, von vornherein nicht verfängt. Dass der Beschuldigte A._____ anderer-

seits immer wieder wegen des vorliegenden Verfahrens mit den Behörden in Kon-

takt kam, ist auf seine eigenen Interventionen wie das Ergreifen von Rechtsmitteln 

und die Einleitung des Revisionsverfahrens zurückzuführen und gerade nicht auf 

- 39 - 

die Initiative von "Behörden". Vielmehr lassen die zeitlichen Umstände (insb. der 

Zusammenhang mit der Aufforderung zum Strafvollzug an A._____), die Formu-

lierung im Schreiben, wonach ihm sein Anwalt, mithin wohl Advokat Z4._____, zur 

Selbstanzeige geraten hatte, und die einem jungen Erwachsenen kaum geläufi-

gen Verjährungsfristen und möglichen Straffolgen einzig den Schluss zu, dass 

H._____ mit diesem Schreiben den Beschuldigten A._____ vom drohenden Straf-

vollzug der rechtskräftig ausgefällten Freiheitsstrafe bewahren wollte, wozu auf 

ihn entsprechend Einfluss genommen worden war.  

2.4. H._____ behauptet in dem Schreiben, er sei von der Jugendanwaltschaft 

korrekt und sehr wohlwollend behandelt worden, sei aber in Zürich bei der 

Staatsanwältin alleine mit dem Dolmetscher gewesen, wobei die übrigen Mitbetei-

ligten in seinem Rücken gesessen seien (S. 1 f). Das trifft nicht zu. Nachdem 

H._____ von der Kantonspolizei Zürich, der Jugendanwaltschaft Winterthur (Pi-

kett) und von der Jugendanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft (kurz: JUGA 

BL) insgesamt schon 5 Mal einvernommen worden war, wurde er anlässlich der 

ersten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme in Zürich vom 13. August 2015 so-

wohl von der Jugendanwältin der JUGA BL als auch von seinem amtlichen Ver-

teidiger, Advokat Z4._____, begleitet (Urk. 2/29/1/6, S. 1). Anlässlich der weiteren 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 30. Oktober 2015 wurde er ebenfalls 

von seinem amtlichen Verteidiger begleitet (Urk. 2/29/1/8 S. 1) und auf die Teil-

nahme an der Einvernahme vom 14. Januar 2016 verzichtete sein amtlicher Ver-

teidiger freiwillig (Urk. 2/29/1/9 S. 2).  

2.5. H._____ hält in seinem Schreiben fest, dass er an der "ersten Einvernahme" 

A._____ der Teilnahme an der Auseinandersetzung bezichtigt habe. An den spä-

teren Einvernahmen im Oktober 2015 und im Januar 2016 habe er vorgebracht, 

dass er nicht mehr sicher sei, ob A._____ an der Auseinandersetzung aktiv betei-

ligt gewesen sei (S. 1). Auch diese Behauptung trifft so nicht zu. Er hat den Be-

schuldigten A._____ nicht nur quasi "einmal" an der "ersten" Einvernahme belas-

tet und nachher zweimal "entlastet". Wie erwähnt und worauf im Urteil vom 10. 

April 2018 ausführlich eingegangen worden war (siehe dazu im Einzelnen 

Urk. 3/360 S. 34 ff.), wurde H._____ bereits 5 Mal befragt, bevor er von der 

- 40 - 

Staatsanwaltschaft Zürich einvernommen wurde, nämlich am 16. Mai 2015 durch 

die Kantonspolizei Zürich (Urk. 2/29/1/1) und am 16. Mai 2015 durch die Jugend-

anwaltschaft Winterthur, Pikett (Urk. 2/29/1/2; Hafteinvernahme) sowie am 20. 

Mai 2015, 30. Juni 2015 und 14. Juli 2015 je durch die JUGA BL (Urk. 2/29/1/3-5). 

Zudem hatte er seine Belastungen mehrfach wiederholt und bekräftigt, nicht nur, 

aber auch gegenüber der Staatsanwaltschaft Zürich (Urk. 2/29/1/6). Nachdem 

H._____ von seiner ganz anfänglichen Bestreitung einmal abgewichen war 

(Urk. 2/29/1/4 S. 10 ff.), sagte er immer gleich aus. Er bekräftigte auf ver-

schiedentliche Nachfragen wiederholt, dass der Beschuldigte A._____ auch mit-

gemacht und wie alle geschlagen und mit den Füssen getreten habe 

(Urk. 2/29/1/4 S. 12; 2/29/1/5 S. 3; 2/29/1/6 S. 3, 4, 6, 7, 10/11, 12, 13 ,14 und 16; 

Urk. 168/2 S. 4). 

2.6. Weiter behauptet H._____ in dem Schreiben, es habe dort (bei der Staats-

anwaltschaft Zürich) eine feindselige Stimmung geherrscht und er habe sich stark 

unter Druck und eingeschüchtert gefühlt, und dass von ihm erwartet werde, er sol-

le alle anderen klar belasten (S. 2). Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 25. 

August 2021 konnte sich der Zeuge dagegen nicht einmal mehr an die ihn damals 

einvernehmende Staatsanwältin erinnern, die die Anklage vor Schranken vertritt 

(Prot. III S. 40). Auf konkrete Nachfrage, worin die angebliche Einschüchterung 

bei der Befragung durch die Staatsanwältin bestanden habe, wich der Zeuge aus, 

indem er antwortete, es gehe heute nicht darum, deswegen möchte er solche 

Fragen nicht beantworten, er sage nichts mehr, sie (sc. die Staatsanwältin) habe 

sehr viele Fragen gestellt (Prot. III S. 40 f.). Bereits aufgrund dieser Aussagen ist 

der Vorwurf der seinerzeitigen Einschüchterung als unglaubhaft zu beurteilen. 

Abgesehen davon, dass es keinerlei objektive Anhaltspunkte für das Vorliegen ei-

ner solchen Situation anlässlich der Einvernahmen bei der Staatsanwaltschaft gibt 

(Urk. 2/29/1/6, 2/29/1/8-9) und H._____ bereits zuvor gegenüber der JUGA BL die 

Tatbeteiligten von sich aus genannt hatte (Urk. 2/29/1/4), ist im Gegenteil festzu-

halten, dass es der Tatbeteiligte A._____ war, welcher den damals Mitbeschuldig-

ten H._____ unter Druck setzte (bzw. setzen liess), indem er folgende Ergän-

zungsfragen stellte (bzw. stellen liess): "Hast Du gesehen, ob A._____ geschla-

gen hat oder nicht?", "Entweder Du hast es gesehen oder nicht, was sagst Du?", 

- 41 - 

"Hast Du Angst wegen einem Verfahren wegen 'falscher Anschuldigung', weil Du 

ihn einmal belastet hast?", "Ich möchte Klarheit: 'Habe ich geschlagen oder nicht 

?' ", "Als der Somalier am Boden gelegen ist. Hast Du mich gesehen oder nicht", 

"Nachdem ich Dir gesagt habe, wir sollten gehen, hast Du mich danach noch 

einmal gesehen oder nicht?" (Urk. 2/29/1/8 S. 12). Die Interventionen des Be-

schuldigten A._____ führten bereits am Schluss der ersten staatsanwaltschaftli-

chen Einvernahme vom 13. August 2015 dazu, dass H._____ seine von Anfang 

an und von sich angegebene sowie später mehrfach wiederholte und in dieser 

Einvernahme anfänglich ausdrücklich bestätigte Tatbeteiligung von A._____ auf 

einen einzigen Moment des Geschehens relativierte, auswich und angab, "in dem 

Moment wo A._____ sagte, 'komm, gehen wir', da kann ich nicht bestätigen, ob 

A._____ geschlagen hat oder nicht (Urk. 2/29/1/6 S. 18). In der Einvernahme vom 

30. Oktober 2015 relativierte H._____ dann weiter und sagte aus, er sei sich nicht 

sicher, er könne sich nicht mehr erinnern (Urk. 2/29/1/8 S. 7 und S. 10 f.). Diese 

Abschwächung wurde alsdann gar dem Mitbeschuldigten E._____ zu viel, der 

H._____ daraufhin aufforderte, er solle einfach die Wahrheit sagen, er würde ihn 

auch dabei unterstützen und darauf gar erklärte, alles, was H._____ gesagt habe, 

sei nicht wahr (Urk. 2/29/1/8 S. 13). Es zeigt sich somit deutlich, dass nicht von 

Seiten der Staatsanwaltschaft, sondern einzig von Seiten des Beschuldigten 

A._____ auf den damaligen Mitbeschuldigten bezüglich des Inhalts seiner Aussa-

gen aktiv eingewirkt wurde. Die im Selbstanzeige-Schreiben angeführte feindseli-

ge Situation ging ganz offensichtlich vom Beschuldigten A._____ aus. Im weiteren 

wird zum Inhalt der Aussagen auf die nachfolgende inhaltliche Aussagenwürdi-

gung verwiesen.  

2.7. Abschliessend bleibt festzustellen, dass weder Form und Inhalt des Selbst-

anzeige-Schreibens noch die Motivation dazu für die Glaubhaftigkeit der Depositi-

on spricht, wonach H._____ damals in "der" ersten Einvernahme den Mitbeschul-

digten A._____ fälschlicherweise der Tatbeteiligung an der Attacke gegen den 

Privatkläger bezichtigte. Dieses Schreiben ist vielmehr als Gefälligkeit zugunsten 

des Beschuldigten A._____ zu qualifizieren, womit dessen bevorstehender Straf-

vollzug verhindert werden soll. Dass H._____ in den Einvernahmen bis zum Ok-

- 42 - 

tober 2015 gelogen haben soll, ist aufgrund des vorstehend Ausgeführten nicht 

glaubhaft. 

3. Aussagen anlässlich Berufungsverhandlung vom 25. August 2021 

3.1. Aussagen des Zeugen H._____ 

3.1.1. Der Zeuge H._____ gab zunächst an, er kenne den Beschuldigten 

A._____ seit ungefähr 2014, weil sie Landsleute seien. Sie hätten sich meistens 

im Ausgang getroffen. "Zufälligerweise" träfen sie sich momentan nicht allzu oft. 

Wenn sie sich zufällig träfen, begrüssten sie sich und unternähmen etwas zu-

sammen. Wann zum letzten Mal wisse er nicht mehr, er könne sich nicht daran 

erinnern (Prot. III S. 9). Auf die Frage, was er mit dem Schreiben habe erreichen 

wollen, antwortete der Zeuge, er (sc. A._____) habe es nicht verdient. Er habe es 

nicht gemacht, sie hätten es gemacht. Aber er fände es nicht richtig, dass er (sc. 

A._____) dafür bestraft worden sei (Prot. III S. 16). Auf Frage, weshalb er es 

falsch finde, wenn A._____ seine Strafe antreten müsse, nachdem er verurteilt 

worden sei, sagte der Zeuge, diese Sache habe ihn über Jahre nie in Ruhe ge-

lassen. Es habe ihn sehr belastet, dass er ihn damals fälschlich beschuldigt habe 

und dass er gelogen habe. Deshalb sei er (sc. A._____) am meisten von ihnen al-

len bestraft worden. Er habe das, was er damals falsch gesagt und gemacht ha-

be, korrigieren und die Wahrheit sagen wollen (Prot. III S. 18). Auf die spätere 

Nachfrage, ob der Zeuge mit dem anwesenden Beschuldigten A._____ befreun-

det sei, antwortete er, dass sie das gewesen seien, heute aber nicht mehr, und 

zwar "seit diese Sache passiert" sei (Prot. III S. 25). Auf den Vorhalt, er kenne 

A._____ gemäss eigenen Angaben auch von der Kirche in Basel her und er habe 

in der Strafuntersuchung ausgesagt, A._____ sei für ihn sehr hilfsbereit und ma-

che gute Sachen, räumte der Zeuge ein, sie träfen sich natürlich heute auch, aber 

es sei nicht so häufig und sie machten auch nicht so häufig irgendetwas mitei-

nander. Aber wenn sie sich sähen, würden sie einander begrüssen oder sie 

machten manchmal auch ab (Prot. III S. 27). Gegen Ende der Befragung bestätig-

te der Zeuge auf die Frage, ob er mit A._____ Kontakt gehabt habe, nachdem er 

erfahren habe, dass dieser seine Freiheitsstrafe antreten müsse, und ob er dar-

über mit ihm gesprochen habe, dass er ihn getroffen und ihn gefragt habe, wie es 

- 43 - 

ihm gehe und wie er sich mit der Sache auseinandersetze, und dass er am An-

fang sehr wütend gewesen sei; es sei halt vieles passiert (Prot. III S. 38 f.). 

3.1.2. Auf Vorhalt, dass der Zeuge H._____ im früheren Verfahren sehr deutlich 

gesagt gehabt habe, dass der Beschuldigte A._____ (sc. beim Vorfall auf dem 

G._____-Platz) auch dabei gewesen sei, nun aber in seinem Schreiben angebe, 

das sei nicht so gewesen, antwortete der Zeuge, er habe von Anfang an ausge-

sagt, dass er (sc. A._____) zwar dort gewesen sei, sich aber nicht beteiligt habe 

(Prot. III S. 11). Auf die Frage, wie es dazu gekommen sei, dass er eines Tages 

hingesessen sei und den Behörden einen solchen Brief geschickt habe, sagte der 

Zeuge, am Anfang habe er nicht gewusst. Er habe die Wahrheit gesagt, aber er 

habe nicht gewusst, was er machen solle. Die ganze Zeit sei es zu diesen Einver-

nahmen gekommen. Er habe Angst gehabt, vor den Behörden. Am Anfang habe 

er auch die Wahrheit gesagt. Weil er zum ersten Mal mit den Strafverfolgungsbe-

hörden in Kontakt gekommen sei, das habe ihn sehr beeinflusst. Er sei sehr ein-

geschüchtert und ängstlich gewesen. Er habe nicht gewusst, was er sagen solle. 

Deswegen habe er das gesagt, was er damals für richtig empfunden habe (Prot. 

III S. 11/12). Auf die Frage, was es ihm gebracht habe, den Beschuldigten 

A._____ falsch anzuschuldigen, da er selbst ja geständig gewesen sei, antwortete 

der Zeuge, es habe ihm eigentlich überhaupt nichts gebracht. Aber dadurch habe 

man ihn glaubwürdig gefunden und ihn in Ruhe gelassen. Er sei danach nicht 

mehr oft über die Sache oder das Strafverfahren befragt worden (Prot. III S. 20). 

Auf den Vorhalt, er habe mehrmals gegenüber der Jugendanwaltschaft Basel-

Land und auch gegenüber der Staatsanwaltschaft in Zürich angegeben, dass alle 

aus seiner Gruppe den Somalier geschlagen und getreten hätten und dass er 

auch von sich aus die Namen, darunter auch A._____, genannt habe, erstmals 

am 14. Juli 2015, sagte der Zeuge aus, als er ganz am Anfang befragt worden 

sei, habe er ausdrücklich gesagt, dass er ihn (sc. A._____) zwar gesehen habe, 

dass er dabei gewesen sei. Aber er habe nicht gesagt, dass er zugeschlagen ha-

be (Prot. III S. 20). Warum er dann die Aussage geändert habe, begründete der 

Zeuge damit, er sei sehr intensiv diesbezüglich befragt worden. Vor allem, was 

ihn (sc. A._____) anbelangt, hätten die Behörden viel mehr wissen wollen. Damit 

er nicht immer wieder habe darüber sprechen müssen, habe er ihnen gesagt, was 

- 44 - 

sie hätten hören wollen (Prot. III S. 21). Daran, ob er bedroht worden sei, man 

mache eine Anzeige wegen falscher Anschuldigung gegen ihn, konnte sich der 

Zeuge nicht erinnern. Die erneute Nachfrage, ob ihm eine Drittperson mit Konse-

quenzen gedroht habe wegen einer falschen Anschuldigung, verneinte er dann 

jedoch (Prot. III S. 22). Er habe falsch ausgesagt, dass er (sc. A._____) auch zu-

geschlagen habe. Richtig wäre, dass er auch dort gewesen sei, aber nur versucht 

habe, die Situation zu beruhigen und ihn von diesem Streit wegzuzerren. Mehr 

habe er (sc. A._____) nicht gemacht (Prot. III S. 26).  

3.1.3. Die Aussagen des Zeugen H._____ betreffend seine Beziehung zum Be-

schuldigten A._____ zeugen nicht von Konstanz. Zuerst will er sich nicht mehr da-

ran erinnern können, wann sie sich zuletzt gesehen haben, dann gibt er an, sie 

seien seit dem Vorfall 2015 keine Freunde mehr und schliesslich hat er dann doch 

mit dem Beschuldigten A._____ über dessen Vollzugsbefehl zum Strafantritt ge-

sprochen. In Bezug auf die Motivation zum Selbstanzeige-Schreiben ist den Aus-

sagen zu entnehmen, dass der Zeuge veranlassen wollte, dass die Behörden den 

Beschuldigten A._____ freilassen sollten (siehe oben III.2.3. und Prot. III S. 33 

und 41). Insgesamt ergibt sich aus dem Dargelegten, dass der Zeuge H._____ of-

fensichtlich daran interessiert ist, positiv und zugunsten des Beschuldigten 

A._____ auszusagen. Entsprechend sind darauf Rücksicht nehmend seine Aus-

sagen mit besonderer Vorsicht zu würdigen. Auf die Widersprüche in den Aussa-

gen bezüglich der Tatbeteiligten und deren Tatbeitrag ist in der nachfolgenden 

Beweiswürdigung zurückzukommen. 

3.2. Aussagendes Beschuldigten A._____ 

3.2.1. Der Beschuldigte A._____ sagte zu seiner Person aus, er habe die Aus-

bildung nicht abschliessen können, weil er die Zeit (sc. im Gefängnis) erst habe 

verarbeiten müssen. Das habe lange Zeit gebraucht und er habe auch Probleme 

mit den Migrationsbehörden. Das habe ihm sehr viel Energie genommen und 

deswegen habe er die Ausbildung nicht abschliessen können (Prot. III S. 43). Auf 

Nachfragen sagte er weiter, er habe vor einem Jahr mit der Ausbildung aufhören 

müssen, aber er müsse arbeiten gehen, weil er mittlerweile Vater geworden sei, 

resp. er habe glaublich seit August 2020 die Ausbildung abgebrochen (Prot. III 

- 45 - 

S. 44). Auf weitere Nachfrage bestätigt er dann, dass er bei den Lehrabschluss-

prüfungen durchgefallen sei, weshalb man ihn entlassen habe (Prot. III S. 45). 

Der Beschuldigte sagte weiter aus, er sei nicht mehr befreundet mit dem Zeugen 

H._____, aber wenn sie sich zufällig auf der Strasse sähen, würden sie sich be-

grüssen. Das letzte Mal habe er den Zeugen vor ungefähr zwei oder drei Monaten 

zufällig gesehen. Gemeinsame Freunde hätten sie nicht (Prot. III S. 47). Auf ent-

sprechende Frage sagte er aus, der Strafantrittsbefehl sei für ihn sehr schwer zu 

akzeptieren gewesen, zumal er mit dieser Sache überhaupt nichts zu tun gehabt 

habe. Er sei sehr traurig und deprimiert gewesen. Wenn er hier in der Schweiz 

keine Chance habe, einen Freispruch zu bekommen, dann werde er beim Euro-

päischen Gerichtshof eine Beschwerde einreichen wollen, weil er sich ungerecht 

behandelt gefühlt habe hier (Prot. III S. 49). Auf die Frage, warum er nach Eintritt 

der Rechtskraft des ersten Berufungsurteils keine Strafanzeige gegen H._____ 

wegen falscher Anschuldigung gemacht habe, sagte der Beschuldigte, er habe 

dieses Verfahren heute nicht begonnen und auch nichts damit zu tun. Er sei nur 

darüber informiert worden. Sein Fall sei bis zum Bundesgericht gegangen, aber 

dieses sei nicht auf seine Beschwerde eingetreten. In der Schweiz habe er also 

sowieso keine Chance mehr. Er hätte seinen Fall gerne an den Europäischen Ge-

richtshof weitergezogen, habe aber die Ressourcen dazu nicht. Er sei zuerst auch 

sehr wütend gewesen, dass er (sc. H._____) falsche Aussagen gemacht habe, 

weil er genau gewusst habe, dass er nicht beteiligt gewesen sei. Jedenfalls habe 

er später auch seine Aussagen zurückgezogen, vielleicht nicht direkt, dass er ge-

sagt habe, dass er gelogen habe, aber er habe immer wieder in seinen Befragun-

gen angedeutet, dass er (sc. A._____) zwar dort gewesen sei, dass er den Typ 

nicht mit ihnen zusammengeschlagen habe. Er habe es auf jeden Fall eingese-

hen, dass er (sc. H._____) es bereut habe und dass er seine Aussagen habe kor-

rigieren wollen (Prot. III S. 55). 

3.2.2. Er bleibe dabei, dass er an der Schlägerei gegen den Somalier nicht teil-

genommen habe. Er habe zwar den Streit beobachten können und D._____ (sc. 

D._____) sei am Boden gelegen. Er habe aber nicht genau hören können, was 

gesprochen worden sei. Er bejaht aber, mitbekommen zu haben, dass der Soma-

lier zusammengeschlagen wurde (Prot. III S. 51). Er werde aber sicher nicht einer 

- 46 - 

von seinen Kollegen sein und eine Person zu sechst oder siebt schlagen. Das 

mache er nicht, das sei nicht sein Charakter. Das habe er aber auch schon das 

letzte Mal gesagt (Prot. III S. 52). Auf Vorhalt, dass H._____ von sich aus die 

Namen der Täter, darunter auch denjenigen von A._____, genannt habe, sagte 

der Beschuldigte, er wisse nicht, weshalb H._____ diese Angaben gemacht habe. 

Er habe lediglich versucht, ihn (sc. H._____) von den anderen zu trennen. Er ha-

be ihn von dieser Schlägerei wegzerren wollen, was ihm aber nicht gelungen sei. 

Er wisse nur, dass er (sc. H._____) es im Nachhinein bereut habe und sich bei 

ihm entschuldigt habe und er diese Entschuldigung akzeptiert habe (Prot. III S. 52 

f.). Wieso er gerade H._____ habe von der Schlägerei wegzerren wollen, beant-

wortete der Beschuldigte so: "Zuerst habe ich gesehen, wie D._____ geschlagen 

am Boden lag und ich habe mich um ihn gekümmert. Die Schlägerei ging aber 

weiter, die Leute sind weitergezogen und haben den Typ zusammengeschlagen. 

Dann bin ich wieder dorthin gegangen und habe versucht, zumindest einen von 

ihnen wegzuzerren und vom Streit zu trennen" (Prot. III S. 53). Er habe erlebt, wie 

H._____ vor ihm Richtung Streit gelaufen sei und in dem Moment habe er ihn 

versucht, festzuhalten, aber es sei ihm nicht gelungen, weil er sich weggerissen 

habe und zu ihnen gegangen sei (Prot. III S. 53). Der Beschuldigte verneint, ir-

gendetwas darüber zu wissen, dass dem Zeugen H._____ mit einer Anzeige we-

gen falscher Anschuldigung gedroht worden sei. Dabei bleibt er auch nach Vor-

halt der diesbezüglichen Ergänzungsfrage seines Verteidigers im früheren Verfah-

ren (Prot. III S. 54). 

3.2.3. Die Aussagen des Beschuldigten A._____ bezüglich der Frage, weshalb 

er trotz entsprechendem Thema bereits im Vorverfahren nach Eintritt der Rechts-

kraft des ersten Berufungsurteils keine Anzeige wegen falscher Anschuldigung 

erhoben habe, überzeugen nicht. Zum einen stritt er zunächst gänzlich ab, etwas 

darüber gewusst zu haben, um sich anschliessend, nach Vorhalt der entspre-

chenden Einvernahme auf Nichtmehrwissen zu berufen. Zum anderen macht er 

geltend, dieses (vorliegende) Verfahren nicht begonnen zu haben, was so nicht 

zutrifft, nachdem es der Initiative des Beschuldigten zuzuschreiben ist, dass das 

Revisionsbegehren bei der I. Strafkammer des hiesigen Gerichts eingereicht wur-

de. Auch was den Lehrabbruch betrifft, macht der Beschuldigte keine überzeu-

- 47 - 

genden Angaben. Er variiert mit dem Grund für den Lehrabbruch bis klar wird, 

dass er die Prüfungen nicht bestanden hat, wobei offen gelassen werden kann, 

ob dazu angetreten ist oder nicht. Dass der Beschuldigte A._____ ein eminentes 

Interesse am Ausgang dieses Verfahrens hat, zumal bereits das Revisionsverfah-

ren wohl hauptsächlich zur Vermeidung des Strafantritts eingeleitet wurde, bedarf 

keiner weiteren Erläuterung. Entsprechend sind auch seine Aussagen zur Sache 

mit allergrösster Vorsicht zu würdigen. Darauf ist in der nachfolgenden Beweis-

würdigung zurückzukommen. 

4. Tatbeteiligung des Beschuldigten A._____ 

4.1. Beziehung zueinander 

In Bezug auf die Aussagewürdigung ist aufgrund der freundschaftlichen, kollegia-

len Beziehungen unter den Beschuldigten (Urk. 2/27/1 S. 2 und Urk. 2/27/3 S. 5 f. 

[E._____ betr. ihn und F._____] sowie Urk. 2/28/1 S. 2 [F._____ zu E._____], 

Urk. 2/27/1 S. 5 und Urk. 2/24/6 S. 27 f. [E._____ betr. sich und C._____ sowie 

C._____ und A._____]; Urk. 2/26/1 S. 5 [D._____ zu sich und C._____ sowie zu 

E._____ und H._____]; Urk. 2/26/2 S. 4 [D._____ zu sich und A._____ und 

C._____ sowie H._____]; Urk. 2/25/1 S. 4 ff. und Prot. III S. 47 [A._____ betr. 

sich, C._____, E._____, H._____ und D._____]; Urk. 2/24/1 S. 4 und 6 [C._____ 

zu sich und H._____]) davon auszugehen, dass sie – mit Ausnahme von 

H._____, der als einziger schliesslich umfassend und detailliert aussagte – darum 

bemüht waren, nebst sich selbst keinen anderen mehr als nötig zu belasten. So 

wichen sie auf genaueres Nachfragen mehrheitlich und immer wieder auf "nicht 

mehr wissen", "sich nicht erinnern zu können" oder "nicht genau gesehen zu ha-

ben" aus, besonders auch, wenn sie mit früheren anderslautenden Aussagen 

konfrontiert wurden (Urk. 2/24/4 S. 4 [C._____]; Urk. 2/25/1 S. 7 [A._____]; 

Urk. 2/26/1 S. 2 und Urk. 2/26/2 S. 3 f. [D._____]; Urk. 2/27/1 S. 5 f. und 

Urk. 2/24/4 S. 10 f. und Urk. 2/27/2 S. 5 f. [E._____]). Im Übrigen zeigt sich dieses 

Vermeidenwollen andere zu belasten beispielsweise an der Antwort C._____s, er 

wolle sich nicht schaden, weil er andere Leute beschützen wolle; über schlagen 

oder nicht schlagen wolle er seine Aussagen nicht ändern (Urk. 2/24/1 S. 8) oder 

auch, er sei betrunken gewesen an dem Tag, es sei alles so durcheinander ge-

- 48 - 

wesen, er wolle keine falschen Aussagen machen und schweige daher besser 

(Urk. 2/24/4 S. 5). Auch F._____ blieb dabei, über die Schlägerei wolle er nichts 

sagen, das sei nicht gut für ihn (Urk. 2/27/3 S. 3) und D._____ flüchtete sich in die 

Aussage, er sage ja, er sei selber "gar nicht so richtig dabei" gewesen, er wisse 

gar nicht, was passiert sei und könne es auch "nicht richtig" sagen (Urk. 2/26/1 S. 

8). Ebenso sagte E._____, die anderen hätten alle Familie, er sei allein in der 

Schweiz und wolle sich schützen, er habe keine Lust zu sagen, der sei es gewe-

sen und der sei es gewesen, er wolle nicht darüber reden (Urk. 22/4/4 S. 11), 

resp. er wolle sich "nachträglich nicht einmischen" (Urk. 2/27/2 S. 10). Ausser 

H._____, der seinen Tatbeitrag zugab, haben daher alle anderen Beschuldigten 

sowohl ein Interesse, ihre eigene Tatbeteiligung zu bestreiten und soweit möglich 

mindestens zu bagatellisieren, als auch ein Interesse, nicht gegen ihre Freunde 

und Kollegen auszusagen. Vor diesem Hintergrund sind namentlich die Aussagen 

der Mitbeschuldigten C._____, A._____, D._____, E._____ und F._____ mit be-

sonderer Vorsicht zu würdigen und es ist vorab und in erster Linie auf objektive 

Anhaltspunkte und unabhängige Zeugenaussagen sowie auf die durchaus glaub-

haften Aussagen des Privatklägers abzustellen, da sich erwies, dass sie – was 

den gesamten Ablauf der Schlägerei betrifft – durch unabhängige Zeugenaussa-

gen und diejenigen H._____s bestätigt werden, weshalb ihnen eine hohe Glaub-

haftigkeit zukommt. 

4.2. Zeitliche Aspekte 

Bei der Würdigung der Aussagen der Mitbeschuldigten ist überdies hinsichtlich 

möglicher Absprachen den zeitlichen Umständen Rechnung zu tragen: 

4.2.1. Die Polizei konnte am