# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc949abf-6782-556f-9a28-fa2ee6f9344f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.05.2008 D-2408/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2408-2008_2008-05-28.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2408/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  M a i  2 0 0 8

Einzelrichter Thomas Wespi, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid, 
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren X._______,
Eritrea,
vertreten durch lic. iur. Daniel Habte, B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
12. März 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2408/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  aus  C._______  stammender 
eritreischer Staatsangehöriger tigrinischer Volkszugehörigkeit, eigenen 
Angaben  zufolge  am 10.  Juli  2006  seine  Heimat  auf  dem Landweg 
verliess  und über  den  D._______,  E._______  und  F._______  am 8. 
Dezember 2006 in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl 
nachsuchte,

dass er am 20. Dezember 2006 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
G._______ befragt sowie am 26. März 2007 von der zuständigen kan-
tonalen Fremdenpolizeibehörde zu seinen Asylgründen angehört wur-
de,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Asylgesuch  im  Wesentlichen 
geltend machte, er sei im Jahre 2004 im Rahmen von Rekrutierungen 
während einiger Tage festgehalten und wieder freigelassen worden,

dass Soldaten ihm und weiteren Schülern am Y._______ in der Schule 
mitgeteilt  hätten,  sie  müssten  in  den  Militärdienst  einrücken,  wobei 
ihnen  gleichzeitig  der  Vorwurf  gemacht  worden  sei,  sie  würden  nur 
deshalb noch die Schule besuchen, um den Wehrdienst zu vermeiden,

dass daraufhin sehr viele Schüler von den Soldaten mitgenommen und 
nach  H._______  gebracht  worden  seien,  er  sich  aber  hinter  einem 
Baum  versteckt  dem  Zugriff  der  militärischen  Behörden  habe 
entziehen können und schliesslich, nachdem er sich bis zur Ausreise 
bei  seiner  Tante in  I._______ aufgehalten und dort  auch die Schule 
besucht habe, aus seiner Heimat ausgereist sei,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  12.  März  2008  (Ausgang  BFM: 
13. März  2008)  -  frühestens  eröffnet  am  14.  März  2008  -  den  Be-
schwerdeführer als Flüchtling anerkannte, sein Asylgesuch vom 8. De-
zember 2006 ablehnte und die Wegweisung anordnete, ihn jedoch we-
gen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz 
aufnahm,

dass die Vorinstanz zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides 
anführte, die Angaben des Beschwerdeführers würden Unstimmigkei-
ten und Widersprüche enthalten,

Seite 2

D-2408/2008

dass insbesondere Widersprüche hinsichtlich des Vorbringens, der Be-
schwerdeführer  habe  sich  im  gleichen  Zeitraum  versteckt  und  die 
Schule  besucht,  der  Vorfälle  vom  Y._______,  des  Ortes  seines 
Versteckes von Februar bis Juli 2006, des genauen Ausreisezeitpunk-
tes sowie des Verlustes seiner Identitätskarte bestünden,

dass die Schilderungen des Beschwerdeführers über seine angebliche 
Flucht vor der Rekrutierung überdies allgemein und vage ausgefallen 
seien und er nicht in der Lage gewesen sei, dazu substanziierte, stim-
mige und über  das allgemein Bekannte  hinausgehende Angaben zu 
machen,

dass auch die stereotype Art und Weise der Schilderung der angebli-
chen  Flucht  aus  dem  Lande  und  die  Schilderungen  allgemein  eine 
subjektiv  geprägte  Wahrnehmung,  eine  vertiefende  Substanz  sowie 
eine authentische und erlebnisgeprägte Nacherzählung, somit jegliche 
Realitätsmerkmale vermissen liessen,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers demnach den Anforderun-
gen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  standhielten,  weshalb  ihre 
Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse,

dass der Beschwerdeführer jedoch begründete Furcht habe, bei einer 
Rückkehr  nach  Eritrea  ernsthaften  Nachteilen  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG ausgesetzt zu werden und er die Flüchtlingseigenschaft erfülle, 
da er Eritrea im Juli 2006 illegal verlassen habe und im militärdienstfä-
higen  Alter  sei,  zumal  die  eritreischen  Behörden  solchen  Personen 
grundsätzlich eine regierungsfeindliche Haltung unterstellten und diese 
bei einer Rückkehr streng und brutal bestraft würden,

dass er jedoch von der Asylgewährung infolge Vorliegens subjektiver 
Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG auszuschliessen sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. April 2008 gegen die-
sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
beantragte, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und  ihm 
Asyl zu gewähren, sowie in prozessualer Hinsicht um Gewährung der 
unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses ersuchte,

Seite 3

D-2408/2008

dass der Beschwerdeführer am 14. April  2008 eine Fürsorgebestäti-
gung der J._______ vom 3. April 2008 einreichen liess,

dass der  zuständige Instruktionsrichter  die Gesuche um Gewährung 
der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 
und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses mit Zwi-
schenverfügung vom 28. April 2008 abwies und den Beschwerdeführer 
aufforderte, bis zum 13. Mai 2008 einen Kostenvorschuss einzuzahlen, 
andernfalls auf die Beschwerde nicht eingetreten werde,

dass  mit  Schreiben  des  Instruktionsrichters  vom  7.  Mai  2008  dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das Schreiben der J._______ 
vom 6. Mai 2008 in Kopie zur Kenntnisnahme zugestellt wurde,

dass der Kostenvorschuss am 9. Mai 2008 einbezahlt wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  im Nachgang zur  Beschwerdeschrift  mit 
Eingabe vom 14. Mai  2008 weitere  Beweismittel  (Kopien des  Schul-
zeugnisses  und der  Militär-ID  [Fortbewegung]  eines  Mitschülers  des 
Beschwerdeführers) ins Recht legen liess und beantragte, es sei auf-
grund dieser Dokumente eine Vernehmlassung der Vorinstanz einzu-
holen,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

Seite 4

D-2408/2008

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält (Art. 7 Abs. 2 AsylG), 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7  Abs.  3 
AsylG),

dass  Flüchtlingen  kein  Asyl  gewährt  wird,  wenn  sie  erst  durch  ihre 
Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Ver-
haltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Artikel 3 wurden 
(Art. 54 AsylG),

dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Beschwerdeschrift zu ver-
weisen ist,

dass die Auffassung des BFM, wonach die vom Beschwerdeführer gel-
tend gemachten Vorfluchtgründe unglaubhaft seien, zu bestätigen ist,

Seite 5

D-2408/2008

dass in der Beschwerdeschrift  keine Argumente vorgebracht werden, 
welche an dieser Erkenntnis Zweifel aufkommen lassen,

dass in diesem Zusammenhang auf die in der Zwischenverfügung vom 
28. April 2008 enthaltene und nach wie vor zutreffende Argumentation 
des Bundesverwaltungsgerichts zu verweisen ist,

dass somit der in der Rechtsmitteleingabe gemachte Hinweis, die Vor-
instanz habe in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes keine Ab-
wägung  der  für  und  gegen  ihn  sprechenden  Sachverhaltselemente 
vorgenommen, zumal  etwa der ins Recht  gelegte Studentenausweis, 
welcher ein Indiz für  seine Glaubwürdigkeit  darstelle,  gänzlich unge-
würdigt geblieben sei, nicht stichhaltig ist,

dass die Vorinstanz nämlich im Rahmen ihrer Feststellungen auf Seite 
2 des angefochtenen Entscheides anführte, dass der Beschwerdefüh-
rer einen Studentenausweis, aber keine Identitätspapiere zu den Akten 
gegeben habe,

dass sich dieser Studentenausweis auf das Schuljahr 2004/2005 be-
zieht, die von der Vorinstanz gewürdigten Sachverhaltselemente indes-
sen erst das Jahr 2006 betreffen und vom BFM der bis zum Jahr 2006 
absolvierte Schulbesuch auch nicht bezweifelt wurde, somit die Vorins-
tanz auch nicht gehalten war, das fragliche Beweismittel aufgrund sei-
ner fehlenden Entscheidrelevanz einer Würdigung zu unterziehen,

dass der Beschwerdeführer recht in der Annahme geht, dass dem Pro-
tokoll  des Empfangszentrums angesichts des summarischen Charak-
ters nur ein beschränkter Beweiswert zukommt, 

dass  indessen  Widersprüche  für  die  Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit 
dann  herangezogen  werden  dürfen,  wenn  klare  Aussagen  im  Emp-
fangszentrum in  wesentlichen Punkten  der  Asylbegründung von den 
späteren  Aussagen  in  weiteren  Befragungen  diametral  abweichen, 
oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen,  welche später 
als zentrale Asylgründe genannt werden,  nicht bereits im Empfangs-
zentrum zumindest ansatzweise erwähnt wurden (vgl. Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
1993 Nr. 3),

dass das BFM dem Protokoll des Empfangszentrums in der angefoch-
tenen  Verfügung  jedoch  keine  unrechtmässige  Bedeutung  beimass, 

Seite 6

D-2408/2008

zumal  die  Vorinstanz  aus  den als  zentral  zu  erachtenden  Aussagen 
hinsichtlich  der  Kenntnisnahme des Militärdienstaufgebotes,  der  Ört-
lichkeiten  des Versteckes sowie der  Tätigkeiten des  Beschwerdefüh-
rers während der  letzten Monate vor seiner Ausreise diverse Wider-
sprüche gegenüber der direkten Bundesbefragung ableitete, weshalb 
keine tatsachenwidrige Würdigung des Sachverhalts vorliegt,

dass ferner der Einwand des Beschwerdeführers, er habe anlässlich 
der Befragung im Empfangszentrum öfters Korrekturen anbringen wol-
len, was jedoch verweigert worden sei (vgl. Protokoll direkte Anhörung, 
S. 10 unten), keine Stütze im entsprechenden Protokoll findet und die-
ser  am Schluss  der  Befragung  im  Empfangszentrum  vielmehr  nach 
Rückübersetzung die Korrektheit und Wahrheit seiner Angaben unter-
schriftlich bestätigte,

dass die diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerdeführers ohne-
hin ungereimt sind, ist er doch bei der direkten Anhörung auf einen Wi-
derspruch  bezüglich  des  Ortes  seines  Versteckes  hingewiesen  wor-
den, worauf er antwortete, man habe sich bei der Befragung im Emp-
fangszentrum oft geirrt (vgl. Protokoll direkte Anhörung, S. 10), er hin-
gegen zur zu Beginn der direkten Anhörung gestellten Frage, ob er mit 
dem im Empfangszentrum erstellten Protokoll einverstanden sei, aus-
führte, er sei  damit einverstanden, lediglich bei der Strassennummer 
und beim Datum der Schulbeendigung habe man sich geirrt (vgl. Pro-
tokoll direkte Anhörung, S. 4),

dass  ferner  der  in  der  Beschwerdeschrift  gemachte  Verweis  auf  die 
Vorgänge in der Schule lediglich eine Wiederholung des bereits durch 
den  Beschwerdeführer  angeführten  Sachverhalts  darstellt  und  nicht 
geeignet  ist,  den in  diesem Punkt  aus  den Protokollen  erkennbaren 
Widerspruch in einem anderen, plausibleren Licht erscheinen zu las-
sen,

dass der Einwand, wonach der Beschwerdeführer nicht im Detail habe 
wissen können, von wem genau die Soldaten den Rekrutierungsbefehl 
erhalten hätten, weshalb kein Widerspruch zu den Angaben anlässlich 
der direkten Anhörung bestünden, nicht überzeugt, da gemäss Proto-
koll des Empfangszentrums die direkte Überbringung des mündlichen 
Rekrutierungsbefehls  durch andere Organe -  und überdies auch auf 
andere Weise - geschehen sein soll, als bei der Anhörung geschildert 
wurde  (vgl.  Protokoll  Empfangszentrum,  S.  5;  Protokoll  direkte  An-
hörung, S. 8 f.),

Seite 7

D-2408/2008

dass ferner entgegen der in der Rechtsmitteleingabe geäusserten An-
sicht aus dem Protokoll des Empfangszentrums durchaus hervorgeht, 
dass  sich  der  Beschwerdeführer  von  (...)  im  Quartier  K._______ 
versteckt haben will,  zumal sich der auf Seite 5 oben des fraglichen 
Protokolls  festgehaltene  2.  Juli  2006  ("2.7.2006")  im  Kontext  als 
offensichtlicher Verschrieb darstellt,

dass der Beschwerdeführer zudem angab, er  habe sich fünf Monate 
lang versteckt, und in diesem Zusammenhang nicht erwähnte, er sei 
während  dieser  Zeit  bei  seiner  Tante  gewesen  (vgl.  Protokoll  Emp-
fangszentrum, S. 5),

dass  ferner  angesichts  der  eindeutigen  Protokollwortlaute  auch  die 
weiteren Einwände in der Beschwerdeschrift  zu festgestellten Wider-
sprüchen nicht zu einer anderen Einschätzung führen,

dass  der  Beschwerdeführer  weiter  angab,  er  habe  Familien  seiner 
ehemaligen  Mitschüler  gebeten,  ihm  deren  Studentenausweise  und 
Militärurkunden zu schicken, mit deren Hilfe er den Beweis erbringen 
wolle, dass sich diese derzeit im Militärdienst befinden würden, da ih-
nen die Flucht damals nicht gelungen sei,

dass jedoch die Einreichung dieser Unterlagen, welche gemäss Aus-
führungen des Beschwerdeführers nur  sehr  schwierig  zu beschaffen 
seien,  aufgrund  obiger  Erwägungen  nicht  abgewartet  zu  werden 
brauchte, da mit diesen Unterlagen eine Zwangsrekrutierung des Be-
schwerdeführers sowie deren Umstände nicht belegt werden können,

dass nämlich - sofern die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklä-
rungen die Verwaltung oder das Gericht bei  pflichtgemässer Beweis-
würdigung  zur  Überzeugung  führen,  ein  bestimmter  Sachverhalt  sei 
als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere 
Beweismassnahmen an  diesem feststehenden  Ergebnis  nichts  mehr 
ändern - auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten ist (antizi-
pierte  Beweiswürdigung;  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege, 
2. Aufl., Bern 1983, S. 274),

dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene mittlerweile die in 
Aussicht gestellten Unterlagen (Studentenausweis und Militärurkunde 
eines ehemaligen Mitschülers)  mit  Eingabe vom 14. Mai  2008 nach-
reichte,

Seite 8

D-2408/2008

dass der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang anführte, dem 
Schulzeugnis  könne  entnommen  werden,  dass  der  betreffende  Mit-
schüler in der gleichen Klasse wie er gewesen sei,

dass die Militär-ID (Fortbewegung) einem Soldaten beim Verlassen der 
Kaserne als eine Art "Laissez-passer" diene und er sich mit dieser im 
Bedarfsfall ausweisen könne,

dass durch diese Urkunden die natürliche Vermutung verstärkt werde, 
wonach  er  -  wie  seine  Mitschüler  -  in  Übereinstimmung  mit  seinen 
Schilderungen  in  den  Militärdienst  hätte  eingezogen  werden  sollen, 
sich diesem aber durch Flucht habe entziehen können,

dass diese Argumente des Beschwerdeführers jedoch nicht zu über-
zeugen vermögen, zumal aus der eingereichten Schulausweiskopie le-
diglich ersichtlich wird, dass der betreffende (Mit-)Schüler die gleiche 
Schule wie der Beschwerdeführer besuchte, jedoch - wie auch die Mili-
tär-ID - den vom Beschwerdeführer angeführten Vorfall im Zusammen-
hang mit der Zwangsrekrutierung und die Umstände derselben in kei-
ner Art und Weise zu belegen oder auch nur Indizien für die fraglichen 
Sachverhaltselemente zu geben vermag,

dass den erwähnten Beweismitteln daher keine rechtserhebliche Be-
weiskraft beigemessen werden kann, weshalb es sich erübrigt, die Vor-
instanz zu einer Vernehmlassung einzuladen,

dass es dem Beschwerdeführer nach dem Gesagten nicht gelingt, sei-
ne  Vorfluchtgründe  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  somit 
dem  Beschwerdeführer  ausschliesslich  aufgrund  subjektiver  Nach-
fluchtgründe  die  Flüchtlingseigenschaft  zuerkannt  wurde  und  dieser 
von einer Asylgewährung auszuschliessen ist,

dass an dieser Einschätzung auch die weiteren Vorbringen in der Be-
schwerde nichts zu ändern vermögen, weshalb es sich erübrigt, darauf 
an dieser Stelle noch näher einzugehen,

dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers somit zu 
Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-

Seite 9

D-2408/2008

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu be-
stätigen ist,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Beschwerdeführer wegen Unzulässigkeit des Wegweisungs-
vollzugs vom BFM als Flüchtling vorläufig in der Schweiz aufgenom-
men wurde und diese Anordnung der Vorinstanz zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3  des  Reglements  vom 11. Dezember  2006  über  die  Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG) und mit dem am 9. Mai 2008 in gleicher Höhe geleisteten Kos-
tenvorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

D-2408/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- L._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

Seite 11