# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af0571dd-3b40-5ef5-9ca1-2b16bb7c301b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 11.02.2025 SV2 2022 107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SV2-2022-107_2025-02-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 11. Februar 2025

Referenz SV2 22 107

Instanz Zweite sozialversicherungsrechtliche Kammer

Besetzung von Salis, Vorsitz
Bäder Federspiel und Pedretti
Christen, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Klägerin
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Evalotta Samuelsson, 

gegen

B._____
Beklagte 1

und

C._____
Beklagte 2

und

D._____ (neu: D.A._____)
Beklagte 3
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Claudia Brun

und

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E._____
Beklagte 4
vertreten durch lic. iur. Corinne Bernegger, 

Gegenstand Versicherungsleistungen nach BVG 

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Sachverhalt

A. A._____, geboren 1981, durchlief ihre Schulzeit wegen Lernschwäche, 

Legasthenie und Dyskalkulie mit Unterstützung der Invalidenversicherung (IV). Ihre 

Erstausbildung in Hauswirtschaft absolvierte sie ebenfalls mit Unterstützung der IV 

von 1998 bis 2000 in der F._____ in G._____. Danach arbeitete sie dort bis Ende 

Januar 2012 in einer Vollzeitstelle, zuerst im Rahmen eines einjährigen 

Berufspraktikums, dann als Miterzieherin in der Kinderabteilung und schliesslich als 

Betreuerin in der Erwachsenenabteilung. 

B. Im November 2011 begab sich A._____ in Behandlung bei Dr. med. H._____, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH. Diese Behandlung dauerte in 

der Folge in wechselnder Intensität über viele Jahre an. Dr. med. H._____ 

diagnostizierte dabei eine rezidivierende depressive Störung, eine ängstlich 

vermeidende Persönlichkeitsstörung, eine Lese- und Rechtschreibstörung und 

somatoforme Störungen.

C. Von Dezember 2012 bis Ende Februar 2013 arbeitete A._____ als 

Pflegehelferin im Altersheim I._____ in einem Arbeitspensum von 80 %. Das 

Arbeitsverhältnis wurde durch den Arbeitgeber auf das Ende der Probezeit 

gekündigt, was zu einer Verschlechterung des psychischen Zustandes von A._____ 

führte. In der Folge war sie von März 2013 bis November 2013 arbeitslos und bezog 

Arbeitslosenentschädigung.

D. Von Dezember 2013 bis Ende März 2014 arbeitete A._____ in einer Vollzeit-

Saisonstelle als Allrounderin im Berghaus J._____ im Skigebiet K._____. 

E. Von Juli 2014 bis Ende Oktober 2015 stand A._____ in einem 

Arbeitsverhältnis als Pflegehelferin im Kinderheim L._____ in M._____. Das 

Pensum lag bei 80 %. Eine Kündigungsandrohung anfangs des Jahres 2015 führte 

zu einer Verschlechterung ihres psychischen Zustandes. Unterstützt durch die IV 

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konnte sie ihre Arbeitstätigkeit dennoch bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses 

aufrechterhalten.

F. Von Mitte November 2015 bis Mitte Mai 2016 fanden zwei IV-Arbeitsversuche 

statt, der erste in einem 100%-Pensum bei der N._____ und der zweite in einem 

80%-Pensum im Hotel O._____ in P._____. Dort konnte A._____ am 23. Mai 2016 

eine unbefristete Stelle als Mitarbeiterin in der Restauration und im Hausdienst 

antreten. Das Pensum lag bei 80 %. Nach anfänglich gutem Verlauf stellten sich 

zunehmend Probleme ein und am 27. Mai 2019 wurde das Arbeitsverhältnis per 

Ende Oktober 2019 gekündigt. Diese Kündigung führte zu einer psychischen 

Dekompensation. A._____ legte ihre Arbeit am 29. Mai 2019 nieder und Dr. med. 

H._____ attestierte ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. 

G. Am 18. Juni 2019 meldete sich A._____ zum Bezug von Leistungen der IV 

an. Mit Vorbescheid vom 29. Juni 2021 stellte ihr die IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) eine Viertelsrente in Aussicht. Dieser 

Vorbescheid wurde auch der C._____ eröffnet, bei welcher A._____ als 

Arbeitnehmerin im Hotel O._____ für berufliche Vorsorge versichert gewesen war. 

Mit Verfügung vom 14. Oktober 2021 bestätigte die IV-Stelle den Vorbescheid und 

sprach A._____ bei einem Invaliditätsgrad von 43 % eine Viertelsrente ab dem 1. 

Juni 2021 zu. Diese Verfügung wurde der C._____ ebenfalls eröffnet. Sie erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft.

H. Mit Schreiben vom 3. November 2021 lehnte die C._____ ihre 

Leistungspflicht für eine Invalidenrente der beruflichen Vorsorge ab. Nach Einwand 

durch A._____ bestätigte die C._____ ihren ablehnenden Entscheid mit Schreiben 

vom 22. Dezember 2021. Zur Begründung machte sie geltend, A._____ habe 

bereits vor der Anstellung im Hotel O._____ an gesundheitlichen Einschränkungen 

gelitten, welche sich wesentlich auf ihre Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hätten. Für die 

wieder aufgetretene Arbeitsunfähigkeit ab dem 29. Mai 2019 und deren Folgen 

bestünde bei ihr keine Versicherungsdeckung. 

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I. Mit Postaufgabe vom 12. Oktober 2022 erhob A._____ (nachfolgend: 

Klägerin) Klage beim damaligen Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Die 

Klage richtete sich gegen die B._____ (Beklagte 1), die C._____ (Beklagte 2), die 

D._____ (Beklagte 3) und die E._____ (Beklagte 4). Die Klägerin beantragte, die 

Beklagte 1 sei zu verpflichten, ihr ab dem 1. Juni 2021 eine Rente im Umfang von 

43 %, berechnet nach Gesetz und Reglement, auszurichten. Eventualiter sei die 

Beklagte 2, subeventualiter die Beklagte 3, subsubeventualiter die Beklagte 4 zur 

Leistung dieser Rente zu verpflichten. In formeller Hinsicht beantragte die Klägerin 

die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens für den Fall, dass ihre 

Einschätzung des gesundheitlichen Verlaufs und der Arbeitsfähigkeit bestritten 

würde. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, in der Gesamtschau 

sei überwiegend wahrscheinlich, dass während des Arbeitsverhältnisses beim 

Kinderheim L._____ erstmalig eine mindestens 20%ige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit aufgrund der psychischen Erkrankungen aufgetreten sei, welche 

später zur Berentung durch die IV geführt hätten. Nach dem Arbeitsverhältnis beim 

Kinderheim L._____ sei sie nie mehr in einem Vollzeitpensum auf dem freien Markt 

tätig gewesen und habe nie mehr eine volle Arbeitsfähigkeit erlangt. 

J. Nachdem die Instruktionsrichterin die vier Beklagten am 17. Oktober 2022 

zur Klageantwort aufgefordert hatte, beantragte die Beklagte 1 mit Schreiben vom 

1. November 2022, es seien die vollständige Krankenakte von Dr. med. H._____ 

und der neurologische Abklärungsbericht vom 7. Dezember 2015 von Dr. med. 

Q._____, Facharzt für Neurologie FMH, einzuholen. Die Instruktionsrichterin gab 

den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme zu diesem Verfahrensantrag und kam 

ihm mit Schreiben vom 25. November 2022 nach. Am 15. Dezember 2022 stellte 

sie den Parteien die edierten Akten zu und legte die Frist für die Klageantwort auf 

den 23. Januar 2023 fest.

K. Mit Klageantwort vom 17. Januar 2023 beantragte die Beklagte 3 (D._____, 

Vorsorgeversicherer für das Arbeitsverhältnis bei der F._____) die vollumfängliche 

Abweisung der gegen sie geführten Klage. Zur Begründung machte sie im 

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Wesentlichen geltend, die Klägerin habe während der gesamten Zeit ihres 

Arbeitsverhältnisses mit der F._____ stets zu 100 % gearbeitet und der Bericht des 

Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 30. Juli 2015 bestätige, dass die 

Klägerin ihrer langjährigen dortigen Tätigkeit gewachsen gewesen sei.

L. Mit Klageantwort vom 18. Januar 2023 beantragte die Beklagte 4 (E._____, 

Vorsorgeversicherer für das Arbeitsverhältnis im Altersheim I._____) die 

vollumfängliche Abweisung der gegen sie geführten Klage. Sie machte zur 

Hauptsache geltend, die zur Invalidität führende Arbeitsunfähigkeit sei nicht 

während des Arbeitsverhältnisses im Altersheim I._____ eingetreten. Im relevanten 

Zeitraum von Dezember 2012 bis Februar 2013 seien die psychischen 

Beschwerden nicht arbeitsrechtlich in Erscheinung getreten.

M. Mit Klageantwort vom 19. Januar 2023 beantragte die Beklagte 2 (C._____, 

Vorsorgeversicherer für das Arbeitsverhältnis beim Hotel O._____) die 

vollumfängliche Abweisung der gegen sie geführten Klage. Sie machte im 

Wesentlichen geltend, die Leiden, welche zur Invalidisierung geführt hätten, hätten 

bereits vor Beginn ihres Vorsorgeverhältnisses vom 23. Mai 2016 bis zum 31. 

Oktober 2019 begonnen. Diese Leiden hätten bereits im Februar 2012 bzw. 

spätestens im April 2015 eine berufsvorsorgerechtlich relevante Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von mehr als 20 % nach sich gezogen. Während des 

Arbeitsverhältnisses im Hotel O._____ sei der zeitliche Konnex zur zuvor 

aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit nicht unterbrochen worden, dazu hätte es 

rechtsprechungsgemäss ein 81%iges Pensum gebraucht. 

N. Die Beklagte 1 (B._____; Vorsorgeversicherer für das Arbeitsverhältnis beim 

Kinderheim L._____) reichte ihre Klageantwort erst am 3. Februar 2023 ein. Sie 

beantragte die Wiederherstellung der Frist und die Entgegennahme der 

Klageantwort. Materiell beantragte sie die vollumfängliche Abweisung der gegen sie 

geführten Klage. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die 

Krankheitsgeschichte zeige, dass die Klägerin aufgrund beruflicher Überforderung 

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immer wieder depressive Erschöpfungszustände erlitten und die Stelle gewechselt 

habe. Die später invalidisierenden Diagnosen seien bereits im November 2011 

gestellt worden und hätten bereits in den Jahren 2012 und 2013 zu einer relevanten 

Arbeitsunfähigkeit geführt. Nach dem Jahr 2013 sei die Klägerin nie mehr als 80 % 

arbeitstätig bzw. arbeitsfähig gewesen. Die IV-Stelle habe sich bis zum Jahr 2015 

nicht für die medizinische Seite des Falles interessiert, sondern sich einseitig auf 

die Eingliederungsmassnahmen konzentriert. Es sei abzustellen auf die 

echtzeitlichen Einschätzungen von Dr. med. H._____. Sollte dennoch auf die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die IV-Stelle abgestellt werden, so wäre der 

zeitliche Konnex zwischen der während der Tätigkeit beim Kinderheim L._____ 

aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität infolge der vollen 

Arbeitsfähigkeit von Mai 2016 bis Mai 2019 unterbrochen.

O. Mit Verfügung vom 8. Februar 2023 wies die Instruktionsrichterin den Antrag 

der Beklagten 1 auf Wiederherstellung der Frist für die Entgegennahme der 

Klageantwort ab und erklärte, die materiellen Ausführungen der Beklagten 1 würden 

im Rahmen der richterlichen Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen zur 

Kenntnis genommen. 

P. Mit Schreiben vom 21. März 2023 verzichtete die Klägerin auf eine Replik. 

Q. Am 9. Januar 2024 stellte die Instruktionsrichterin die verspätete 

Klageantwort der Beklagten 1 den übrigen Parteien zur Kenntnisnahme zu. Mit 

Postaufgabe vom 1. März 2024 nahm die Klägerin dazu Stellung. Dr. med. H._____ 

sei erst vom 7. März 2013 bis zum 30. April 2013 von einer kurzfristigen vollen 

Arbeitsunfähigkeit ausgegangen und danach habe er weitere kurzzeitige 

Einschränkungen festgehalten. Dies vermöge keine andauernde, mindestens 

20%ige berufsvorsorgerechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu 

begründen. Weiter machte die Klägerin geltend, die Arbeitsfähigkeit während der 

Tätigkeit beim Hotel O._____ vermöge den sachlichen und zeitlichen Konnex zum 

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Eintritt der Arbeitsunfähigkeit am 13. Juli 2015 nicht zu unterbrechen. Die Beklagte 4 

verzichtete mit Schreiben vom 14. März 2024 auf eine Stellungnahme.

R. Mit Schreiben vom 22. April 2024 entgegnete die Beklagte 1, Dr. med. 

H._____ habe im November 2011 aus versicherungstechnischen Überlegungen auf 

eine Krankschreibung verzichtet. Die knapp zweimonatige Arbeitsunfähigkeit von 

März/April 2013 erfülle das Kriterium der Dauerhaftigkeit der relevanten 

Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 23 BVG. In der Folgezeit habe Dr. med. H._____ auf 

eine weitere Krankschreibung verzichtet, um nicht den Anspruch auf 

Arbeitslosenentschädigung zu gefährden. In der Krankengeschichte habe er 

wiederholt eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % notiert. Auch die Legasthenie sei eine 

psychiatrische Diagnose und habe stets in Zusammenhang gestanden mit der 

rezidivierenden depressiven Störung und der Persönlichkeitsstörung.

S. Mit Schreiben vom 15. Mai 2024 hielt die Klägerin entgegen, die Beklagte 1 

interpretiere die Einträge von Dr. med. H._____ in der Krankengeschichte falsch. 

Aus dem 80%-Pensum beim Kinderheim L._____ schliesse sie zu Unrecht auf eine 

20%ige Arbeitsunfähigkeit. Dr. med. H._____ berichte in dieser Zeit von einer 

Verbesserung des Gesundheitszustandes. Sodann seien die Ausführungen zur 

Legasthenie unhaltbar. Legasthenie sei keine invaliditätsbegründende 

Einschränkung. Vorsorgerechtlich sei eine gesundheitliche Einschränkung erst 

dann relevant, wenn eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit arbeitsrechtlich in 

Erscheinung trete. Dies sei vorliegend erst im Jahr 2015 erfolgt.

T. Mit Schreiben vom 3. Juni 2024 hielt die Beklagte 1 an ihrem Antrag und 

ihren bisherigen Ausführungen fest.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf die im Recht 

liegenden Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

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Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

1.1. Gemäss Art. 73 Abs. 1 BVG (SR 831.40) bezeichnet jeder Kanton als letzte 

kantonale Instanz ein Gericht, das über Streitigkeiten zwischen 

Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten entscheidet. Im 

Kanton Graubünden ist nach Art. 63 Abs. 2 lit. a VRG (BR 370.100) seit dem 1. 

Januar 2025 das Obergericht des Kantons Graubünden als Versicherungsgericht 

im Klageverfahren für Streitigkeiten im Sinne von Art. 73 BVG zuständig. Zuvor lag 

diese Zuständigkeit beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (aArt. 63 

Abs. 2 lit. a VRG; Übergangsbestimmungen Art. 122 Abs. 5 GOG [BR 173.000]).

1.2. Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der schweizerische Sitz oder 

Wohnsitz des Beklagten oder der Ort des Betriebes, bei dem der Versicherte 

angestellt wurde. Vorliegend war die Klägerin im Zusammenhang mit den 

Versicherungsverhältnissen bei allen vier Beklagten bei Betrieben im Kanton 

Graubünden angestellt. Bei der Beklagten 1 war dies das Kinderheim L._____ in 

M._____, bei der Beklagten 2 das Hotel O._____ in P._____, bei der Beklagten 3 

die F._____ in G._____ und bei der Beklagten 4 das Altersheim in I._____. Das 

Obergericht ist demnach auch örtlich für die Beurteilung der Klage zuständig.

1.3. Die subjektive Klagenhäufung ist nach der Rechtsprechung bei Streitigkeiten, 

die sich auf das BVG stützen, grundsätzlich zulässig (BGE 133 V 488 E. 4.4.9). Es 

bleibt zu prüfen, ob im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für eine solche 

Klagenhäufung erfüllt sind. Das Verfahren der verwaltungsgerichtlichen Klage ist in 

Art. 63 bis Art. 65 VRG geregelt. Diese Bestimmungen geben indessen keine 

Antwort auf die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine subjektive 

Klagenhäufung zulässig ist. Es ist deshalb abzustellen auf die Bestimmungen, auf 

welche Art. 65 VRG als subsidiäres Recht verweist, mithin in erster Linie auf die 

Bestimmungen über das Beschwerdeverfahren vor Obergericht (Art. 65 Abs. 1 

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VRG) und in zweiter Linie sinngemäss auf die für das Zivilverfahren geltenden 

Bestimmungen (Art. 65 Abs. 2 VRG). Weil sich in den Bestimmungen über das 

Beschwerdeverfahren vor Obergericht (Art. 38 bis Art. 56 VRG) keine einschlägige 

Vorschrift findet, ist auf die ZPO abzustellen. Gemäss aArt. 71 Abs. 1 ZPO (in der 

bis 31. Dezember 2024 geltenden Fassung; vgl. Art. 404 Abs. 1 ZPO und Art. 407f 

ZPO e contrario) können mehrere Personen gemeinsam beklagt werden, sofern 

Rechte und Pflichten beurteilt werden sollen, die auf gleichartigen Tatsachen oder 

Rechtsgründen beruhen. Diese Voraussetzung ist vorliegend unbestrittenermassen 

erfüllt.

1.4. Für die weiteren Prozessvoraussetzungen ist gestützt auf den Verweis in Art. 

65 VRG ebenfalls auf die ZPO abzustellen. Ein schutzwürdiges Interesse der 

Klägerin ist angesichts der Ablehnung der Leistungspflicht durch die Beklagte 2 mit 

Schreiben vom 22. Dezember 2021 (act. B.3) gegeben (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO), 

ebenso die Partei- und Prozessfähigkeit aller Beteiligten (Art. 59 Abs. 2 lit. c ZPO). 

Es ist keine anderweitige Rechtshängigkeit gegeben (Art. 59 Abs. 2 lit. d ZPO) und 

schliesslich liegt in der Streitsache kein rechtskräftiger Entscheid vor (Art. 59 Abs. 

2 lit. e ZPO). Damit sind sämtliche prozessualen Voraussetzungen erfüllt und es ist 

auf die Klage einzutreten. 

2. Streitgegenstand

Aufgrund des im Recht der beruflichen Vorsorge auf kantonaler Ebene 

vorgeschriebenen Klageverfahrens ergibt sich der Streitgegenstand einzig aus den 

Rechtsbegehren der Klage und allenfalls der Widerklage. Innerhalb des 

Streitgegenstandes ist das Berufsvorsorgegericht in Durchbrechung der 

Dispositionsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (BGE 135 V 23 

E. 3.1; Urteil des Verwaltungsgerichts S 21 124 vom 6. Juni 2023 E. 4). Vorliegend 

hat die Klägerin auf die grundsätzliche Verpflichtung der zuständigen 

Pensionskasse zur Leistung einer Invalidenrente der beruflichen Vorsorge ab dem 

1. Juni 2021 geklagt und nicht auch auf die Festlegung der Höhe des allfälligen 

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Anspruchs. Dies ist nach der Rechtsprechung zulässig (BGE 129 V 450 E. 3 ff.; 

Urteil des Bundesgerichts 9C_861/2017 vom 14. Mai 2019 E. 3.5). Streitig und zu 

klären ist demnach, gegenüber welcher der vier Beklagten die Klägerin ab dem 1. 

Juni 2021 bei einem von der IV anerkannten Invaliditätsgrad von 43 % (Verfügung 

der IV-Stelle vom 14. Oktober 2021; IV-act. 286) Anspruch auf eine Invalidenrente 

der beruflichen Vorsorge hat. Beklagt sind die

– Beklagte 1 (B._____) als Vorsorgeversicherer für das Arbeitsverhältnis beim 

Kinderheim L._____ vom 1. Juli 2014 bis zum 30. Oktober 2015,

– Beklagte 2 (C._____) als Vorsorgeversicherer für das Arbeitsverhältnis beim 

Hotel O._____ vom 23. Mai 2016 bis zum 31. Oktober 2019,

– Beklagte 3 (D._____) als Vorsorgeversicherer für die letzte Phase des 

Arbeitsverhältnisses bei der F._____ vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Januar 

2012 (act. A.3 S. 3), 

– Beklagte 4 (E._____) als Vorsorgeversicherer für das Arbeitsverhältnis im 

Altersheim I._____ vom 1. Dezember 2012 bis zum 28. Februar 2013. 

3. Rechtliche Grundlagen

3.1. Gemäss Art. 23 lit. a BVG haben diejenigen Personen Anspruch auf 

Invalidenleistungen, die im Sinne der IV zu mindestens 40 % invalid sind und bei 

Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert 

waren. Als Arbeitsunfähigkeit gilt dabei eine Einbusse an funktionellem 

Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich. Für die 

Bestimmung der Leistungszuständigkeit im Sinne von Art. 23 lit. a BVG ist eine 

erhebliche und dauerhafte Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im 

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich massgebend (BGE 144 V 58 E. 4.4 f.; 

Urteile des Bundesgerichts 9C_399/2022 vom 31. Mai 2023 E. 1.2, 9C_191/2023 

vom 3. Mai 2023 E. 3.2.1). Diese erhebliche und dauerhafte Einbusse an 

funktionellem Leistungsvermögen muss mindestens 20 % betragen (BGE 144 V 

58 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_605/2023 vom 22. August 2024 E. 3.1). 

Die Arbeitsunfähigkeit ist relevant, wenn sie sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig 

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ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte 

Person in der bisherigen Tätigkeit an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa 

durch eine Reduktion des Arbeitspensums aus gesundheitlichen Gründen, durch 

einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung des Arbeitgebers oder 

gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende 

gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der 

berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit echtzeitlich nachgewiesen sein (Urteile des Bundesgerichts 

9C_62/2024 vom 11. Juli 2024 E. 3.3, 9C_95/2022 vom 24. Januar 2023 E. 2.1 und 

9C_28/2022 vom 27. Juni 2022 E. 3.2.2). Zu berücksichtigen ist dabei, dass eine 

gesundheitliche Beeinträchtigung nicht notwendigerweise zu einer 

Arbeitsunfähigkeit führen muss. Gesundheitlich angeschlagen zu sein und nicht 

entsprechend den Erwartungen des Arbeitgebers zu arbeiten, ist mit der Annahme 

einer intakten Arbeitsfähigkeit durchaus vereinbar und nicht selten, wie die 

Erfahrung zeigt (Urteil des Bundesgerichts 9C_847/2009 vom 19. März 2010 E. 

4.2).

3.2. Vorausgesetzt ist nach der Rechtsprechung ein enger sachlicher und 

zeitlicher Zusammenhang zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses 

(inklusive der Nachdeckungsfrist gemäss Art. 10 Abs. 3 BVG) eingetretenen 

Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität (BGE 147 

V 322 E. 3.1). Der sachliche Kontext ist gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, 

der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, im Wesentlichen derselbe ist, wie er der 

Erwerbsunfähigkeit zu Grunde liegt (BGE 134 V 20 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 

9C_605/2023 vom 22. August 2024 E. 3.2). Die Annahme eines engen zeitlichen 

Zusammenhangs setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, nicht während längerer 

Zeit in einer adaptierten Tätigkeit wieder arbeitsfähig war. Bei der Prüfung dieser 

Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, 

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namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung 

durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur 

Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (Urteil 

des Bundesgerichts 9C_500/2022 vom 23. Februar 2023 E. 3.2). Zu den für die 

Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen auch die in der 

Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse, wie etwa die 

Tatsache, dass ein Versicherter über längere Zeit hinweg als voll 

vermittlungsfähiger Stellensuchender Taggelder der Arbeitslosenversicherung 

bezieht. Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche Bedeutung beigemessen 

werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit. Mit Bezug auf die Dauer der den 

zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a 

Abs. 1 IVV (SR 831.201) als Richtschnur gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie ohne 

wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin 

andauern wird. Bestand während mindestens drei Monaten wieder volle 

Arbeitsfähigkeit und erschien gestützt darauf eine dauerhafte Wiedererlangung der 

Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich, stellt dies ein gewichtiges Indiz für eine 

Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs dar. Anders verhält es sich, wenn 

die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige Tätigkeit als Eingliederungsversuch 

zu werten ist oder massgeblich auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte 

und eine dauerhafte Wiedereingliederung aber unwahrscheinlich war (BGE 134 V 

20 E. 3.2.1). Der zeitliche Konnex gilt grundsätzlich als unterbrochen bei einer mehr 

als drei Monate gegebenen Arbeitsfähigkeit von über 80 % in einer angepassten 

Erwerbstätigkeit, sofern sich eine dauerhafte Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit 

als objektiv wahrscheinlich darstellt (BGE 144 V 58 E. 4.4; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_605/2023 vom 22. August 2024 E. 3.2). Diese Grundsätze 

gelten auch für Versicherte, die an einem zunächst unauffälligen, aber später zur 

Arbeitsunfähigkeit führenden Grundzustand leiden. Je nach Diagnose und deren 

Auswirkungen auf die konkrete Arbeitstätigkeit kann eine "latente 

Arbeitsunfähigkeit" über Jahre hinweg vorsorgerechtlich irrelevant sein. Weil kein 

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zwingender und direkter Zusammenhang zwischen einer Diagnose und der 

Arbeitsfähigkeit besteht (BGE 140 V 193 E. 3.1), verbietet sich der Rückschluss aus 

einem bestimmten Krankheitsbild auf die erforderliche sinnfällige Einwirkung auf 

das Arbeitsverhältnis. Massgebend ist in solchen Konstellationen, ab wann die 

anfänglich latente Einschränkung in eine manifeste Arbeitsunfähigkeit 

übergegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_62/2024 vom 11. Juli 2024 E. 3.3).

3.3. Den in der vorstehenden Erwägung dargelegten Grundsätzen kommt 

insbesondere die Funktion zu, die Leistungspflicht einer oder mehrerer 

Vorsorgeeinrichtungen sachgerecht abzugrenzen (BGE 130 V 270 E. 4.1; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_62/2024 vom 11. Juli 2024 E. 3.4). Eine Vorsorgeeinrichtung, 

die ihre Leistungspflicht damit bestreitet, die Arbeitsfähigkeit sei bereits zu Beginn 

des Vorsorgeverhältnisses gesundheitlich bedingt eingeschränkt gewesen, trägt 

hierfür die Beweislast (Art. 8 ZGB; Urteil des Bundesgerichts 9C_658/2016 vom 3. 

März 2017 E. 6.1). 

3.4. Im vorliegenden Fall sind sich die Parteien darin einig, dass die 

invalidenversicherungsrechtlich festgestellte Invalidität der Klägerin auf die 

psychischen Probleme zurückzuführen ist, welche 2011 erstmals in Erscheinung 

traten und in der Folge einen wechselnden Verlauf mit wechselndem Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit hatten. Der sachliche Zusammenhang ist somit stets gegeben, 

unabhängig davon, auf welchen Zeitpunkt der berufsvorsorgerechtlich relevante 

Beginn der Arbeitsunfähigkeit festgelegt wird. Streitig und zu prüfen sind hingegen 

der berufsvorsorgerechtlich relevante Beginn der Arbeitsunfähigkeit und der 

zeitliche Zusammenhang. 

4. Massgeblicher Sachverhalt

4.1. Bevor über den berufsvorsorgerechtlich relevanten Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit und den zeitlichen Zusammenhang zur Invalidität entschieden 

werden kann, ist der zwischen den Parteien umstrittene Sachverhalt zu klären, 

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sowohl bezüglich der medizinischen Situation als auch bezüglich der 

Arbeitsverhältnisse und Arbeitsunfähigkeiten. Dabei ist davon auszugehen, dass 

der Richter den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt (Art. 73 Abs. 2 BVG) und 

dass das Gericht sich seine Überzeugung nach freier Würdigung der Beweise bildet 

(Art. 157 ZPO). 

4.2. Die Klägerin wurde 1981 geboren. Dabei erlitt sie gemäss der 

überzeugenden Einschätzung von Dr. med. Q._____, Facharzt für Neurologie FMH, 

einen Geburtsschaden, der eine cerebrale Minderbegabung zur Folge hatte (Bericht 

vom 28. November 2022, ediert act. I.1). Im Kleinkindalter verzögerte sich die 

Sprachentwicklung, so dass logopädische und ohrenärztliche Abklärungen 

erfolgten (IV-act. 1 S. 14 und S. 18 f.). Die obligatorische Schulzeit absolvierte die 

Klägerin in einer Kleinklasse, unterstützt durch IV-Förderungsmassnahmen infolge 

verzögerter Sprachentwicklung, Lese-/Schreibstörung und Problemen beim 

Rechnen (IV-act. 1 S. 3 ff. und 26 S. 5). Im Schuljahr 1997/98 besuchte die Klägerin 

im Rahmen einer IV-Sonderschulmassnahme eine Berufswahlklasse in der F._____ 

in G._____ (Verfügung der IV-Stelle vom 14. April 1998, IV-act. 1 S. 68).

4.3. Für ihre berufliche Ausbildung blieb die Klägerin in der F._____. Im Rahmen 

einer beruflichen Massnahme der IV besuchte sie dort von August 1998 bis Juli 

2000 die Haushaltungsschule (Verfügung vom 25. September 1998, IV-act. 1 S. 85, 

28). Danach absolvierte sie im Rahmen einer weiteren beruflichen Massnahme der 

IV von August 2000 bis Juni 2001 ein Berufspraktikum als Mitbetreuerin im 

Wohnbereich der F._____ (Verfügung vom 3. Jan 2001, IV-act. 1 S. 101). Während 

dieser Zeit absolvierte sie zudem den Kurs Pflegehelferin des Schweizerischen 

Roten Kreuzes SRK (IV-act. 40 f.). In der Folge wurden die beruflichen 

Massnahmen der IV auf Empfehlung des Berufsberaters abgeschlossen (IV-act. 1 

S. 112).

4.4. Vom 20. August 2001 bis zum 31. Januar 2012 arbeitete die Klägerin in einer 

Vollzeitstelle bei der F._____, zuerst als Miterzieherin in der Kinderabteilung, dann 

16 / 33

als Betreuerin in der Erwachsenenabteilung. Sie erzielte dabei ein 

rentenausschliessendes Einkommen (Arbeitsvertrag vom 3. Juli 2001, IV-act. 1 

S. 109). Es traten bei der Arbeit keine wesentlichen Probleme auf und das 

Arbeitsverhältnis wurde durch die Klägerin selber gekündigt (Zwischenzeugnis 

[undatiert], IV-act. 47; Arbeitszeugnis vom 24. Januar 2013, IV-act. 48).

4.5. Am 4. November 2011, mithin noch während ihres Arbeitsverhältnisses bei 

der F._____, konsultierte die Klägerin nach einer Überweisung durch den Hausarzt 

wegen eines "Burnout" erstmals Dr. med. H._____ (Patientendossier, ediert act. I.2 

VG 54-1 f.). Es folgten weitere Konsultationen am 15./21./29. November 2011. Zu 

all diesen Konsultationen hielt Dr. med. H._____ fest, es bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 0 % (Patientendossier, ediert act. I.2 VG 54-1 ff.). Die 

Klägerin konnte entsprechend trotz der psychischen Probleme bis zum Ende des 

Arbeitsverhältnisses in vollem Umfang weiterarbeiten (IV-act. 48, ediert act. I.2 VG 

54-1).

4.6. Vom 1. Dezember 2012 bis zum 28. Februar 2013 arbeitete die Klägerin in 

einem 80 %-Pensum als Pflegehilfe im Altersheim I._____. Dieses Arbeitsverhältnis 

wurde durch die R._____ auf das Ende der Probezeit gekündigt (Arbeitszeugnis, 

IV-act. 49). Als Grund wurde gegenüber der IV-Stelle angegeben, die Klägerin sei 

mit unvorhergesehenen Situationen überfordert gewesen und einige Vorfälle hätten 

die Sicherheit der Patienten betroffen (Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 

15. Juli 2015, IV-act. 138 S. 3). Während der Dauer dieses Arbeitsverhältnisses 

konsultierte die Klägerin Dr. med. H._____ nur am 24. Januar 2013 und am 

16. Februar 2013, wobei keine Arbeitsunfähigkeit festgehalten wurde 

(Patientendossier, ediert act. I.2 VG 54-10 f.). 

4.7. Vom 1. März 2013 bis zum 30. November 2013 war die Klägerin arbeitslos 

und bezog Arbeitslosenentschädigung (IV-act. 179 S. 2). Am 13. Juni 2013 meldete 

sie sich im Rahmen der Früherfassung bei der IV an (IV-act. 10). In dem von der IV-

Stelle eingeholten Bericht vom 22. Juni 2013 gab Dr. med. H._____ an, sie seien 

17 / 33

bemüht gewesen, die Klägerin trotz des noch klar vorhandenen Defizits in den 

Arbeitsprozess zurückzuführen. Sowohl die medikamentöse Optimierung wie auch 

das psychotherapeutische Vorgehen hätten dieses Ziel nicht erreichen können. Die 

Defizite vor allem im Bereich des Schreibens von Texten und die damit verbundene 

Scham und Unsicherheit hätten dazu geführt, dass die Klägerin auch ihre letzte 

Arbeitsstelle im Altersheim verloren habe. Wie die Realität zeige, sei die berufliche 

Massnahme zu früh abgeschlossen worden (IV-act. 11). Mit Schreiben vom 31. Juli 

2013 teilte die IV-Stelle mit, die Klägerin sei voll arbeitsfähig, auf Stellensuche und 

beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angemeldet, so dass sich die 

Durchführung von Eingliederungsmassnamen erübrige (IV-act. 14). Während der 

neunmonatigen Phase der Arbeitslosigkeit konsultierte die Klägerin Dr. med. 

H._____ zehnmal. Einträge zur Arbeitsunfähigkeit finden sich im Patientendossier 

für die Konsultationen vom 7. März 2013 (100 %), 30. April 2013 (100 %), 5. 

September 2013 (50 %), 1. Oktober 2013 (50 %) und 12. November 2013 (50 %; 

ediert act. I.2 VG 54-11 ff.). In dieser Phase wurden der Klägerin auch erneut 

Antidepressiva verordnet (ediert act. I.2 VG 60 ff.). Während der Phase der 

Arbeitslosigkeit konnte die Klägerin die Autofahrprüfung absolvieren (ediert act. I.2 

VG 54-20) und eine Ergänzung zur Ausbildung als Pflegehelferin SRK abschliessen 

(IV-act. 28).

4.8. Vom 1. Dezember 2013 bis zum 31. März 2014 arbeitete die Klägerin für die 

Bergbahnen K._____ als Allrounderin im Berghaus J._____. Zu ihren Aufgaben 

gehörten Reinigungsarbeiten und die Mitarbeit in der kalten Küche, am Buffet und 

bei der Menuausgabe. Im Zusammenhang mit diesem Arbeitsverhältnis sind 

keinerlei Probleme aktenkundig, es endete infolge Saisonschluss (IV-act. 38). 

Während der Arbeit im Berghaus J._____ nahm die Klägerin keine 

Psychopharmaka ein und konsultierte Dr. med. H._____ nur ein einziges Mal am 

14. Februar 2014, wobei eine Arbeitsunfähigkeit von 0 % festgehalten wurde (ediert 

act. I.2 VG 54-24).

18 / 33

4.9. Vom 1. Juli 2014 bis zum 30. Oktober 2015 arbeitete die Klägerin in einem 

80 %-Pensum als Pflegehelferin beim Kinderheim L._____ in M._____. Ihre 

Aufgaben bestanden darin, cerebral gelähmte und mehrfachbehinderte Kinder und 

Jugendliche zu pflegen, zu fördern und zu betreuen und im Haushalt mitzuwirken 

(IV-act. 32 und 128). Anfangs des Jahres 2015 litt die Klägerin unter massiven 

Rückenproblemen (IV-act. 55) und bei der Arbeit traten vermehrt Probleme auf, so 

dass eine Kündigungsandrohung ausgesprochen wurde. Dies führte zu einer 

deutlichen Verschlechterung der psychischen Gesundheit der Klägerin. Bei der 

Konsultation vom 20. Februar 2015 hielt Dr. med. H._____ fest, die Klägerin sei 

psychisch und körperlich angeschlagen, sie sei depressiv, unruhig und verzweifelt. 

Nach mehr als einem Jahr ohne Einnahme von Psychopharmaka verschrieb Dr. 

med. H._____ der Klägerin erneut ein Antidepressivum und die Konsultationen 

erfolgten wieder in einem etwas engeren zwei- bis dreiwöchigen Rhythmus (ediert 

act. I.2 VG 54-27 ff. und VG 62 ff.). Bei einem Standortgespräch am 1. Mai 2015 

stellte die Leiterin des Pflegedienstes fest, die Leistung der Klägerin sei 

schwankend. Zu Beginn der Tätigkeit sei dies gar nicht aufgefallen, mit der Zeit sei 

aber festgestellt worden, dass die Klägerin langsamer sei, z.B. bei der Nachführung 

des Protokolls und beim Vorbereiten der Medikamente. Es hätten sich bei der 

Betreuung der Kinder auch Fehler eingeschlichen (IV-act. 19). In einer schriftlichen 

Standortbestimmung vom 20. Mai 2015 wurde festgehalten, die Klägerin sei 

überfordert, zwar könne sie routinemässige Hausarbeiten erfüllen, bei der 

Pflegearbeit könne sie auch nach zehnmonatiger Einarbeitung und unter 

Unterstützung durch die Vorgesetzten nicht als vollwertige Hilfskraft eingesetzt 

werden (IV-act. 22 S. 2). Hierauf meldete sich die Klägerin am 28. Mai 2015 zum 

Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 26). Am 13. Juli 2015 holte die IV-Stelle einen 

Arztbericht ein, in welchem Dr. med. H._____ als Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode 

(F33.1), eine ängstlich (vermeidende) Persönlichkeitsstörung (F60.6) und eine 

Lese- und Schreibstörung (F81.0) angab. Zurzeit arbeite die Klägerin. Sie habe aber 

schon mehrmals eine Kündigungsandrohung erhalten. Aus seiner Sicht bestehe 

19 / 33

schon seit Jahren eine schwankende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 bis 

100 %, je nach Depressivitätsgrad. Trotzdem versuche die Klägerin zu arbeiten und 

wolle keine Krankschreibung. Sie versuche, die seltenen Chancen, die sie bezüglich 

einer Arbeit habe, zu nutzen. Was aber leider immer wieder zu Dekompensationen 

geführt habe, die man ambulant aufgefangen habe. Durch die 

Persönlichkeitsstörung komme es am Arbeitsplatz zu Konflikten und 

Missverständnissen. Das Fazit sei meist die Kündigung, da der Arbeitgeber 

(verständlicherweise) die Geduld verliere. In der Folge dekompensiere die Klägerin 

depressiv. In einer adaptierten Tätigkeit sei die Klägerin zu 50 % arbeitsfähig (IV-

act. 35 S. 2 ff.). Beim Evaluationsgespräch mit der Eingliederungsberaterin der IV 

am 15. Juli 2015 gab die Klägerin an, sie arbeite nach wie vor in einem 80 %-

Pensum im Kinderheim L._____. Sie sei von den verantwortungsvollen Aufgaben 

entpflichtet worden und werde vom ganzen Team unterstützt (IV-act. 36 S. 2). 

Hierauf teilte die IV-Stelle am 20. Juli 2015 mit, sie gewähre im Rahmen einer 

Frühinterventionsmassnahme Unterstützung beim Erhalt des derzeitigen 

Arbeitsplatzes im Sinne einer Entschädigung an den Arbeitgeber für 

Betreuungsaufwand vom 1. Juli bis 30. Oktober 2015 (IV-act. 57). Am 30. Juli 2015 

teilte die IV-Stelle mit, sie gewähre im Rahmen einer weiteren 

Frühinterventionsmassnahme Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche bis 

Ende 2015 (IV-act. 61). Am 31. Juli 2015 gab der RAD eine Aktenbeurteilung ab, 

wonach bei der Klägerin seit je eine Leseschwäche und Schwierigkeiten mit 

Mengen/Zahlen/Rechnen bestünden. Die Klägerin werde im Auftreten als 

manchmal forsch/dominant umschrieben und es werde von schwachen kognitiven 

Fähigkeiten berichtet. Der Tätigkeit im Hauswirtschaftsbereich und als Miterzieherin 

in der F._____ sei die Klägerin offenbar jahrelang gewachsen gewesen. Bei den 

späteren Tätigkeiten als Pflegehelferin im Altersheim I._____ und im 

Behindertenheim L._____ sei die Klägerin den Anforderungen nicht gewachsen 

gewesen (Lesen, Schreiben, Mengen, Selbständigkeit). Bewältigen können habe 

sie die Tätigkeit als Helferin in der Gastronomie. Adaptiert seien Tätigkeiten mit 

wenig Notwendigkeit zu lesen, zu schreiben, zu rechnen, mit eher hohem Anteil an 

20 / 33

wiederkehrenden Routinetätigkeiten. In einer adaptierten Tätigkeit sollte eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit weiterhin realisierbar sein (IV-act. 138 S. 5). Gestützt auf 

diese Beurteilung wurde in der Folge der Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad 

von 19.20 % abgelehnt (Verfügung vom 22. August 2016, IV-act. 181). Im 

Zwischenzeugnis des Kinderheims L._____ vom 15. September 2015 wurde 

ausgeführt, die Klägerin erbringe in den hauswirtschaftlichen Bereichen eine gute 

Leistung, die Aufgaben im pflegerischen Bereich seien für sie aber zu komplex und 

die diesbezüglichen Anforderungen zu hoch (IV-act. 128). Während die Klägerin mit 

Unterstützung der IV bis Ende Oktober 2015 im bisherigen 80 %-Pensum 

weiterarbeitete, gab Dr. med. H._____ im Zusammenhang mit den Konsultationen 

vom 17. April 2015, vom 1. Mai 2015, vom 23. Juli 2015 und vom 15. Oktober 2015 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % an (ediert act. I.2 VG 54-28 ff.).

4.10. Mit Bericht vom 7. Dezember 2015 hielt Dr. med. Q._____ fest, im 

Kinderheim L._____ sei die Klägerin den Anforderungen nicht mehr gewachsen 

gewesen und zeige nun typische Symptome einer Überforderungs- bzw. 

Belastungsreaktion mit unspezifischen Schwindelbeschwerden, 

Spannungskopfschmerzen und intermittierenden elektrisierenden Sensationen 

sowie Schlafstörungen. Zusätzlich dürften auch verstärkte cervikocephale 

Beschwerden bestehen. Die im MRI nachgewiesenen hyperintensen Läsionen im 

Marklagerbereich seien unspezifisch und dürften eher Ausdruck sein der 

perinatalen Hirnschädigung. Zusammenfassend leide die Klägerin an einem 

Geburtsgebrechen, vermutlich als Folge einer perinatalen Asphyxie, mit residuellen 

neurokognitiven Defiziten und möglicherweise auch neuropsychiatrischen 

Störungen mit seit 4 Jahren bestehender Depression. Er empfehle eine 

neuropsychologische Testung (ediert act. I.1). Auch der Hausarzt Dr. med. S._____, 

Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, sah die Überforderung im Kinderheim 

L._____ als Grund für die verstärkte depressive Symptomatik (ediert act. I.2 VG 30). 

4.11. Vom 16. November 2015 bis zum 4. Dezember 2015 konnte die Klägerin 

einen Schnuppereinsatz bei der N._____ absolvieren (IV-act. 132, 172). Im 

21 / 33

Auswertungsgespräch wurde dazu ausgeführt, die Klägerin mache einen guten Job 

und wäre für eine Stelle in der Lingerie geeignet (IV-act. 163 S. 2). Darauf konnte 

die Klägerin vom 4. Januar 2016 bis zum 19. Februar 2016 im Rahmen eines von 

der IV unterstützten Arbeitsversuchs in einem 100 %-Pensum in der N._____ 

arbeiten (IV-act. 143, 152). Im Arbeitszeugnis wurde festgehalten, die Aufgaben der 

Klägerin hätten das Bügeln, Zusammenfalten und Sortieren von Wäsche umfasst. 

Sie habe sich innert kurzer Zeit hervorragend in ihren Tätigkeitsbereich 

eingearbeitet und habe die ihr übertragenen Arbeiten zur vollen Zufriedenheit 

ausgeführt. Das Praktikum sei frühzeitig beendet worden, weil man der Klägerin 

keine Anstellung habe garantieren können und weil sie in einen Hotelbetrieb 

wechseln könne (IV-act. 172). Die Klägerin hätte in der N._____ eine 100 %-Stelle 

bekommen, wenn eine solche verfügbar gewesen wäre (IV-act. 143, 163 S. 2, 172). 

Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. H._____ weicht von der 

effektiv in einem Vollpensum ausgeübten Arbeitstätigkeit in der N._____ ab. 

Anlässlich der Konsultationen vom 20. Januar 2016, vom 3. Februar 2016 und vom 

17. Feb. 2016 hielt er eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % fest (ediert act. I.2 VG 54-

52 ff.). 

Während der Anstellung in der N._____ erfolgte die von Dr. med. Q._____ 

angeregte neuropsychologische Testung. Mit Bericht vom 5. Februar 2016 hielt lic. 

phil. T._____ dazu fest, der Gesamt-IQ der Klägerin sei mit 72 niedrig. Es liege eine 

Hirnfunktionsschwäche vor, welche in einer beruflichen Tätigkeit Anpassungen 

nötig mache (Diktieren statt Schreiben, Taschenrechner, gute Organisation von 

Arbeitsabläufen, kein Zeitdruck, hoher Anteil von Routinetätigkeiten, klare 

Vorgaben, angepasste Vermittlung von Inhalten, Erinnerungshilfen etc.). Eine 

explizite Angabe zur Arbeitsfähigkeit findet sich in dem Bericht nicht, implizit geht 

lic. phil. T._____ von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

aus (IV-act. 158 S. 5 ff.). 

4.12. Vom 22. Februar 2016 bis zum 22. Mai 2016 absolvierte die Klägerin einen 

von der IV unterstützten Arbeitsversuch als Angestellte in der Hauswirtschaft im 

22 / 33

Hotel O._____ in P._____ in einem 80 %-Pensum (IV-act. 166). Beim 

Standortgespräch vom 22. März 2016 teilte die Geschäftsführerin der 

Eingliederungsberaterin mit, der Verlauf sei sehr gut. Die Klägerin sei im Team 

integriert und mache ihre Arbeit gut. Sie bringe eine volle Leistung für ihr 80 %-

Pensum. Sie sehe die Arbeit, gebe sich Mühe und könne überall eingesetzt werden. 

Sie werde im Anschluss an den Arbeitsversuch eingestellt, sie sei ein Gewinn für 

den Betrieb und das Team (IV-act. 176 S. 5). Beim Abschlussgespräch zum 

Arbeitsversuch vom 19. Mai 2016 informierte die Geschäftsführerin die 

Eingliederungsberaterin, dass die Klägerin bei der Arbeit gute Fortschritte mache 

und motiviert und tüchtig sei. Defizite im Sozialverhalten seien vorhanden. Mit 80 % 

bringe die Klägerin volle Leistung. Bei einem 100 %-Pensum wäre die Klägerin nicht 

voll belastbar und würde an ihre Grenzen stossen (IV-act. 176 S. 6). Während 

dieses Arbeitsversuchs konsultierte die Klägerin Dr. med. H._____ viermal. Bei der 

Konsultation vom 9. März 2016 vermerkte er eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

(ediert act. I.2 VG 54-54 f.).

4.13. Ab dem 23. Mai 2016 war die Klägerin in einem 80 %-Pensum als 

Mitarbeiterin in Restauration und Hausdienst im Hotel O._____ angestellt (IV-act. 

173). Rund ein Jahr später, am 29. Mai 2017, meldete sich die Geschäftsführerin 

bei der IV-Eingliederungsberaterin und teilte mit, sie habe bereits vor einem halben 

Jahr anrufen wollen. Am Anfang habe die Klägerin die volle Leistung erbracht, nun 

erbringe sie die geforderte Leistung nicht mehr. Sie sei langsam, «maule öfters 

zurück», sei angriffig und dominant. Sie müsse auch bei wiederkehrenden Aufgaben 

immer wieder instruiert werden, könne nicht mit allen Mitarbeitern 

zusammenarbeiten, klage über Müdigkeit und Rückenschmerzen und sei in 

Stresssituationen nicht belastbar (IV-act. 184). Am 9. November 2017 teilte die 

Geschäftsführerin auf Nachfrage der Eingliederungsberaterin mit, die Situation am 

Arbeitsplatz habe sich beruhigt, die Klägerin arbeite nach wie vor in einem 80 %-

Pensum in der bisherigen Tätigkeit (IV-act. 187 S. 2). Allem Anschein nach hielt 

dieser gute Zustand in der Folge mehr als ein Jahr lang an, für die Zeit bis 

23 / 33

September 2018 sind keine wesentlichen Probleme dokumentiert. Aus dem 

Patientendossier von Dr. med. H._____ gehen für diese Zeit auch keine 

Arbeitsunfähigkeiten hervor. Für die in dieser Erwägung dargestellte Phase des 

Arbeitsverhältnisses im Hotel O._____ hielt Dr. med. H._____ im Patientendossier 

zu den Konsultationen folgende Arbeitsunfähigkeiten fest: 23. Mai 2016 50 %, 8. 

Juni 2016 0 %, 10. August 2016 100 %, 25. August 2016 0 % ("läuft"), 7. September 

2016 0 % ("Arbeit geht zurzeit"), 12. Oktober 2016 0 % ("? %"), 9. November 2016 

50 %, 30. November 2016 50 %, 7. Dezember 2016 0 % ("Arbeit geht"), 14. 

Dezember 2016 50 %, 31. Januar 2017 0 %, 31. März 2017 0 % ("Konflikte"), 3. Mai 

2017 0 % ("schwankend"), 19. Mai 2017 0 %, 20. September 2017 0 %, 11. Oktober 

2017 0 % ("läuft"), 8. November 2017 0 %, 6. Dezember 2017 0 %, 17. Januar 2018 

0 % ("kann wegen Hallux-OP nicht arbeiten"), 16. Mai 2018 0 %, 13. Juni 2018 0 %, 

25. Juli 2018 0 % (ediert act. I.2 VG 54-55 ff.).

4.14. Ab September 2018 gab es wieder Hinweise auf grössere Probleme im 

Arbeitsverhältnis im Hotel O._____. Zur Konsultation vom 18. September 2018 

notierte Dr. med. H._____ "Schwierigkeiten am Arbeitsplatz" und zu derjenigen vom 

27. November 2018 gab er an "Arbeit mehr schlecht als recht" (ediert act. I.2 VG 

54-69 ff.). Am 22. Mai 2019 meldete sich die Geschäftsführerin des Hotels O._____ 

bei der IV-Stelle und teilte mit, die Klägerin sei überfordert und bringe nicht die 

gewünschte Leistung. Sie sei im Team nicht mehr tragbar (Telefonnotiz, IV-

act. 188). Kurz darauf, am 27. Mai 2019, wurde das Arbeitsverhältnis auf Ende 

Oktober 2019 gekündigt (IV-act. 188). Dies führte bei der Klägerin zu einer 

psychischen Dekompensation (IV-act. 199). Am 29. Mai 2019 legte sie ihre Arbeit 

nieder (IV-act. 195). Dr. med. H._____ attestierte ihr eine krankheitsbedingte 

100%ige Arbeitsunfähigkeit, zunächst bis Ende Juni 2019 (IV-act. 196, 197), danach 

verlängert bis Ende Februar 2020 (ediert act. I.2 VG 126 ff.). In seinem Bericht vom 

10. Juli 2019 führte Dr. med. H._____ aus, seit 2013 durchlebe die Klägerin immer 

wieder leichtere depressive Krisen. Sie sei aus psychiatrischer Sicht nicht voll 

arbeitsfähig, so dass die Arbeitsplatzsituation stets überfordernd gewesen sei. 

24 / 33

Aktuell, nach der Kündigung, liege eine massive Zustandsverschlechterung mit 

einem akut mittelschwer bis schweren depressiven Zustand vor. Die Patientin sei 

nun vollkommen dekompensiert (IV-act. 199). Am 18. Juni 2019 meldete sich die 

Klägerin bei der IV für Berufliche Integration und Rente an (IV-act. 190). Mit Bericht 

vom 3. September 2019 an den Krankenversicherer der Klägerin gab Dr. med. 

H._____ an, die Klägerin habe im Rahmen ihrer rezidivierenden depressiven 

Störung gegenwärtig eine mittelgradige Episode. Es lägen auch somatoforme 

Störungen vor. Es zeige sich seit Jahren das gleiche Bild. Aufgrund ihrer Lese- und 

Schreibschwäche, ihrer Persönlichkeitsstörung und ihrer Depressionen komme es 

zur Kündigung und in der Folge zur Dekompensation. Auch die letzte Kündigung 

habe eine schwere Krise ausgelöst (ediert act. I.2 VG 37). Im Wesentlichen 

dasselbe geht aus dem Arztbericht von Dr. med. H._____ an die IV-Stelle vom 28. 

Oktober 2019 hervor. Die Behandlung seit 2011 sei immer das Gleiche. Man 

bekämpfe depressive Erschöpfungszustände aufgrund massiver psychischer und 

auch körperlicher Überlastung. Es folge dann doch der Abbruch der Arbeit und der 

Neubeginn einer anderen Arbeit. Angesichts der neurokognitiven Einschränkungen 

und der Legasthenie/Dyskalkulie seien die Arbeitsstellen nie adaptiert gewesen. Im 

Arbeitsverhältnis beim Hotel O._____ sei die Klägerin durchgehend überfordert 

gewesen. Sie habe unter ständigem Leistungsdruck gestanden und habe scheinbar 

nie genügend Leistung erbringen können. Die schwere depressive Episode sei 

unterdessen abgeklungen. Eine volle Arbeitsfähigkeit sei trotz stabilisiertem 

Zustand langfristig nicht zu erwarten. Die Klägerin habe einen fast unbändigen 

Arbeitswillen. Damit führe sie sich immer wieder in Überforderungssituationen (IV-

act. 206). Im Nachtrag zu seinem Arztbericht teilte Dr. med. H._____ der IV-Stelle 

am 31. Oktober 2019 mit, die Klägerin werde ab dem 4. November 2019 an 

viereinhalb Tagen pro Woche die Tagesklinik der U._____ besuchen (IV-act. 208). 

Am 19. November 2019 gab der RAD seine Einschätzung ab. Die Klägerin habe 

eine schwache kognitive Leistungsfähigkeit im Grenzbereich zur 

Intelligenzminderung (IQ 72). Ihre Rechtschreibe- und Rechenleistungen seien 

schwach. Sie habe rezidivierende depressive Episoden entwickelt. Nach der 

25 / 33

Remission sei ein Wiedererlangen einer 

(Teil-)Arbeitsfähigkeit zu erwarten (IV-act. 282 S. 14). Mit Bericht vom 24. Februar 

2020 an den Krankenversicherer führte Dr. med. H._____ aus, die Klägerin sei 

wieder in einem einigermassen stabilen psychischen Zustand. Die eingeleitete 

Eingliederungsmassnahme könne durchgeführt werden. Es sei aber nicht damit zu 

rechnen, dass die Klägerin ihre ursprüngliche Leistungsfähigkeit wieder erreiche. Er 

gehe von einer 50%igen Erwerbsfähigkeit aus (ediert act. I.2 VG 45).

4.15. Von März 2020 bis Februar 2021 arbeitete die Klägerin im Rahmen eines IV-

Einsatzprogramms in der V._____. Das Pensum wurde schrittweise von 20 auf 

50 % gesteigert (IV-act. 216 ff.). Von März 2021 bis Mai 2021 arbeitete sie ebenfalls 

im Rahmen eines IV-Einsatzprogramms in einem 50 %-Pensum im Alterszentrum 

W._____ in X._____. Im Anschluss konnte sie diese Tätigkeit im Rahmen eines 

normalen Arbeitsverhältnisses weiterführen (IV-act. 260 ff.).

4.16. Der RAD hielt in seinem Abschlussbericht vom 28. Juni 2021 fest, die 

Klägerin habe eine schwache kognitive Leistungsfähigkeit im Grenzbereich zur 

Intelligenzminderung (IQ 72) und eine verminderte psychische Belastbarkeit bei 

rezidivierenden Depressionen. Mithilfe von Eingliederungsmassnahmen habe 

wieder eine stabile 50%ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden können (IV-act. 282 

S. 15). Gestützt darauf erging dann am 14. Oktober 2021 die IV-Rentenverfügung. 

Bei einer relevanten Arbeitsunfähigkeit ab dem Zeitpunkt der Dekompensation nach 

der Kündigung im Hotel O._____ am 29. Mai 2019 wurde der Klägerin bei einem 

Invaliditätsgrad von 43 % eine Viertelsrente ab dem 1. Juni 2021 zugesprochen (IV-

act. 286, 287).

5. Gerichtsgutachten

Die vorliegenden Akten, wie sie in Erwägung 4 dargestellt wurden, ergeben ein 

klares Bild über den Krankheitsverlauf und über die Auswirkung der Krankheiten auf 

die Arbeitsfähigkeit, sowohl im Hinblick auf die tatsächliche Situation als auch über 

26 / 33

die Einschätzungen durch Dr. med. H._____ und den RAD-Arzt. Der Antrag der 

Klägerin auf Einholung eines Gerichtsgutachtens zum retrospektiven Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit ist deshalb in antizipierter Beweiswürdigung abzulehnen (vgl. BGE 

150 V 263 E. 6.1 und 144 V 361 E. 6.5). 

6. Einordnung der neurokognitiven Defizite

Das von Dr. med. Q._____ festgestellte Geburtsgebrechen (siehe Erwägung 4.2) 

beziehungsweise die vom Neuropsychologen T._____ testpsychologisch erkannte 

Hirnfunktionsschwäche bei einem Gesamt-IQ von 72 (siehe Erwägung 4.11) hatten 

einen grossen Einfluss auf die berufliche Laufbahn der Klägerin. Ihrer 

Leistungsfähigkeit angepasst waren stets nur solche beruflichen Tätigkeiten, 

welche nur geringe kognitive Anforderungen stellten. Solche Tätigkeiten vermochte 

die Klägerin über viele Jahre zur Zufriedenheit des jeweiligen Arbeitgebers vollzeitig 

auszuüben. Dies war der Fall bei der Tätigkeit als Miterzieherin/Betreuerin in der 

F._____ (siehe Erwägung 4.4), als Allrounderin im Berghaus J._____ (siehe 

Erwägung 4.8) und als Mitarbeiterin in der Lingerie in der N._____ (siehe Erwägung 

4.11). Dies deckt sich damit, dass der Neuropsychologe T._____ von einer 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 100 % ausging (siehe Erwägung 

4.11) und dass der RAD vor der Eskalation des Krankheitsgeschehens im Mai 2019 

ebenfalls stets eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit annahm 

(IV-act. 138 S. 5, 183 S. 6). Die Hirnfunktionsschwäche der Klägerin an sich stellt 

deshalb ebenso wie ihre Legasthenie und Dyskalkulie keinen Gesundheitsschaden 

dar, der berufsvorsorgerechtlich relevant wäre. So hat denn auch das 

Bundesgericht bei einem IQ von 70 und mehr einen invalidenversicherungsrechtlich 

- und somit auch berufsvorsorgerechtlich - massgeblichen Gesundheitsschaden in 

der Regel verneint (Urteile des Bundesgerichts 8C_543/2023 vom 20. März 2024 

E. 4.4.2, 9C_413/2022 vom 30. Mai 2023 E. 2.3.2.1, 8C_369/2021 vom 28. Oktober 

2021 E. 5.4, 9C_5/2021 vom 6. Mai 2021 E. 3.3). In diesem Zusammenhang ist 

darauf hinzuweisen, dass Dr. med. H._____ die Hirnfunktionsschwäche und die 

Lese- und Schreibstörung bei seinen Beurteilungen der Arbeitsunfähigkeit oftmals 

27 / 33

mit einbezog, insbesondere im Zusammenhang mit der Kündigung im Altersheim 

I._____ und bei den Problemen im Kinderheim L._____. Weil diese beiden 

Arbeitsverhältnisse nach den gesamten Umständen aber zum Vornherein als 

kognitiv überfordernd und damit als nicht angepasst zu qualifizieren sind, müssen 

Dr. med. H._____ diesbezügliche Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit relativiert 

werden.

7. Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 lit. a BVG 

7.1. Invalidisierend wirkten bei der Klägerin die rezidivierende depressive Störung 

und die ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung. Nachstehend wird geprüft, 

wann diese beiden Krankheiten eine andauernde Arbeitsunfähigkeit von 20 % 

auslösten, welche in ununterbrochenem zeitlichem Zusammenhang zur am 29. Mai 

2019 eingetretenen Invalidität steht. Dabei ist – wie in Erwägung 3 im 

Zusammenhang mit der Rechtsprechung zu Art. 23 lit. a BVG beschrieben – auf die 

Arbeitsunfähigkeit abzustellen, wie sie sich effektiv im Arbeitsleben manifestierte. 

7.2. Eine erste depressive Episode trat während der Anstellung bei der F._____ 

im Herbst 2011 auf. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde damals nicht attestiert und die 

Klägerin vermochte ihre Arbeit als Betreuerin auf der Erwachsenenstation bis zum 

Ende des Arbeitsverhältnisses am 31. Januar 2012 ohne Einschränkungen 

auszuüben (siehe Erwägungen 4.4 und 4.5). Eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von 

Art. 23 lit. a BVG ist somit während des Arbeitsverhältnisses bei der F._____ nicht 

eingetreten. Die Beklagte 3 (D._____) ist deshalb nicht zur Ausrichtung der 

berufsvorsorgerechtlichen Rente zuständig.

7.3. Eine zweite depressive Episode stellte sich ein, als das Arbeitsverhältnis im 

Altersheim I._____ auf das Ende der Probezeit am 28. Februar 2013 gekündigt 

wurde. Für die darauffolgende Zeit der Arbeitslosigkeit von März 2013 bis November 

2013 gab Dr. med. H._____ im Patientendossier zunächst eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100% und dann eine solche von 50 % an, offiziell mit Aussenwirkung attestierte 

28 / 33

er hingegen keine Arbeitsunfähigkeit (siehe Erwägung 4.7; ediert act. I.2 

VG 126 ff.). Es kann aber offenbleiben, ob die Klägerin in der Phase der 

Arbeitslosigkeit tatsächlich über einen längeren Zeitraum zu mindestens 20 % 

arbeitsunfähig war, weil der zeitliche Zusammenhang zu der später eingetretenen 

Invalidität durch das nachfolgende Arbeitsverhältnis im Berghaus J._____ 

unterbrochen wurde. Das Arbeitsverhältnis im Berghaus J._____ dauerte vier 

Monate, umfasste ein 100 %-Pensum und es sind keinerlei Probleme am 

Arbeitsplatz aktenkundig. Hinzu kommt, dass der Klägerin während der Dauer 

dieses Arbeitsverhältnisses keine Antidepressiva verordnet wurden und dass kaum 

Konsultationen bei Dr. med. H._____ stattfanden (siehe Erwägung 4.8).  Die 

Beklagte 4 (E._____) ist deshalb nicht zur Ausrichtung der 

berufsvorsorgerechtlichen Rente zuständig.

7.4. Im Februar 2015 erlitt die Klägerin eine nächste depressive Episode. 

Hintergrund war eine mehrfache Überforderung bei der Arbeit im Kinderheim 

L._____. Die Betreuung der schwerbehinderten Kinder war für die Klägerin in 

kognitiver Hinsicht zu anspruchsvoll und in körperlicher Hinsicht zu belastend. Dr. 

med. H._____ notierte im Patientendossier ab dem 17. April 2015 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Im Widerspruch dazu war die Klägerin aber weiterhin 

im bisherigen Rahmen von 80 % arbeitstätig (siehe vorne Erwägung 4.9). In 

quantitativer Hinsicht lag damit in der gelebten Realität keine Arbeitsunfähigkeit vor. 

Es stellt sich aber die Frage, ob die Anpassung des Pflichtenhefts mit Entpflichtung 

der Klägerin von den verantwortungsvollen Tätigkeiten als qualitative 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % einzustufen ist. Diese Frage kann 

offengelassen werden, da – wie nachstehend aufgezeigt wird – der zeitliche 

Zusammenhang durch die nachfolgenden Vorkommnisse unterbrochen wurde. 

Mit dem Wegfall des überfordernden Arbeitsverhältnisses im Kinderheim L._____ 

Ende Oktober 2015 besserte sich die gesundheitliche Verfassung der Klägerin 

rasch. Sie bewährte sich ab Mitte November 2015 – also nur rund einen Monat 

später – in einem 100 %-Pensum bei der N._____, zuerst in einem dreiwöchigen 

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Testeinsatz und im Anschluss im Rahmen eines siebenwöchigen IV-

Arbeitsversuchs (siehe Erwägung 4.11). Nach dem Wechsel zum Hotel O._____ 

zeigten sich zunächst ebenfalls keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Zu 

betonen ist in diesem Zusammenhang, dass das Arbeitspensum nicht aus 

gesundheitlichen, sondern aus arbeitgeberseitigen Gründen nur bei 80 % lag, und 

dass die IV-Stelle weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter 

Tätigkeit ausging (IV-act. 166 S. 1). Für den dreimonatigen Arbeitsversuch 

bestätigte die Geschäftsführerin, dass die Klägerin eine volle Leistung erbracht 

habe (siehe Erwägung 4.12). Im Anschluss daran verlief auch die Festanstellung im 

Hotel O._____ rund ein halbes Jahr lang ohne aktenkundige Probleme. Dies ergibt 

sich aus dem Protokoll zu einem Telefongespräch der Geschäftsführerin mit der IV-

Stelle am 24. Mai 2017, wonach bis vor rund einem halben Jahr die Leistung 

gepasst habe (siehe Erwägung 4.13, IV-act. 184). Es lässt sich also feststellen, dass 

die Klägerin während ca. zweieinhalb Monaten in der allem Anschein nach optimal 

adaptierten Tätigkeit in der N._____ problemlos eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

realisieren konnte. Es lässt sich weiter feststellen, dass die Klägerin im Anschluss 

daran bis ca. Ende November 2016 – mithin während rund neun Monaten – die 

Arbeit im Hotel O._____ in einem 80 %-Pensum ohne Probleme leisten konnte. 

Dabei ist angesichts der Leistungen der Klägerin in der N._____ und gestützt auf 

die Aussagen der Geschäftsführerin im Hotel O._____ anzunehmen, dass die 

Klägerin auch ein Pensum von mehr als 80 % (aber weniger als 100 %) hätte 

realisieren können, wenn ein solches verfügbar gewesen wäre. Für diese 

Beurteilung spricht, dass die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 22. August 2016 

ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit einen 

Rentenanspruch ablehnte und dass diese Verfügung unangefochten blieb (IV-act. 

181). Durch die knapp einjährige Phase mit einer Arbeitsunfähigkeit von maximal 

19 % wurde der zeitliche Zusammenhang zwischen einer allfälligen qualitativen 

Arbeitsunfähigkeit im Arbeitsverhältnis beim Kinderheim L._____ zu der später 

eingetretenen Invalidität unterbrochen. Dieser Unterbruch wird dadurch bekräftigt, 

dass sich die Situation nach der Eskalation im Arbeitsverhältnis im Hotel O._____ 

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im Mai 2017 wieder besserte und über viele Monate stabil blieb (siehe Erwägung 

4.13, IV-act. 187 S. 2). Entsprechend ist die Beklagte 1 (B._____) entgegen der 

Ansicht der Klägerin nicht zur Ausrichtung der berufsvorsorgerechtlichen Rente 

zuständig.

7.5. Am 27. Mai 2019 wurde das Arbeitsverhältnis im Hotel O._____ gekündigt. 

Darauf dekompensierte die Klägerin psychisch. Am 29. Mai 2019 legte sie ihre 

Arbeit nieder. Dr. med. H._____ attestierte ihr ab diesem Zeitpunkt - nicht nur wie 

bisher «intern» in seinem Patientendossier, sondern mit Arztzeugnissen - eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit (siehe Erwägung 4.14). In der Folge blieb die Klägerin 

in ihrer Arbeitsfähigkeit auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 50 % eingeschränkt. 

Damit steht fest, dass die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache – nämlich die 

rezidivierende depressive Störung und die ängstlich vermeidende 

Persönlichkeitsstörung – im Mai 2019 zur Invalidität geführt hat, erstmals während 

des Arbeitsverhältnisses im Hotel O._____ im Umfang von mehr als 20 % 

eingetreten ist, ohne dass im Nachgang der zeitliche Zusammenhang wieder 

unterbrochen worden wäre. Die Beklagte 2 (C._____) ist deshalb zur Ausrichtung 

der berufsvorsorgerechtlichen Rente zu verpflichten.

8. Rentenhöhe und Rentenbeginn

8.1. Praxisgemäss ist ein Rentenentscheid der IV für eine Einrichtung der 

beruflichen Vorsorge verbindlich, sofern sie in das invalidenversicherungsrechtliche 

Verfahren einbezogen wurde, die konkrete Fragestellung für die Beurteilung des 

Rentenanspruchs gegenüber der Invalidenversicherung entscheidend war und die 

invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise aufgrund einer gesamthaften 

Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint. Die Orientierung an 

der Invalidenversicherung bezieht sich insbesondere auf die sachbezüglichen 

Voraussetzungen des Rentenanspruchs, die Rentenhöhe und den Rentenbeginn. 

Mit der Bejahung der Bindungswirkung wird einerseits eine gewisse 

materiellrechtliche Koordinierung zwischen erster und zweiter Säule angestrebt. 

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Andererseits sollen die Organe der beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen 

Abklärungen freigestellt werden (BGE 133 V 67 E. 4.3.2, 130 V 270 E. 3.1; Urteile 

des Bundesgerichts 9C_449/2023 vom 4. April 2024 E. 4.2, 9C_677/2023 vom 1. 

Februar 2024 E. 3.4, 9C_579/2022 vom 28. November 2023 E. 2.2).  

8.2. Vorliegend wurde die Beklagte 2 (C._____) in das 

invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen. Der Vorbescheid der IV-

Stelle vom 29. Juni 2021 wurde ihr mitgeteilt, so dass sie am 7. Juli 2021 vorsorglich 

Einwand erheben konnte (IV-act. 277, Rückzug am 30. Juli 2021 [IV-act. 279]). Am 

14. Oktober 2021 wurde der Beklagten 2 auch die rentenzusprechende Verfügung 

mitgeteilt (IV-act. 287). Und auch die weiteren Bedingungen für die 

Bindungswirkung sind erfüllt. Thema der IV-Verfügung war die Festlegung des 

Rentenanspruchs, und die Betrachtungsweise der IV-Stelle ist einleuchtend und 

nachvollziehbar.

9. Verfahrenskosten und aussergerichtliche Entschädigung

9.1. Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG sehen die Kantone ein einfaches, rasches und 

in der Regel kostenloses Verfahren vor. Es sind deshalb vorliegend keine Kosten 

zu erheben.

9.2. Die im Klageverfahren unterliegende Partei wird in der Regel verpflichtet, der 

obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten 

zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Im erstinstanzlichen Verfahren obsiegende 

Sozialversicherer haben in allen Zweigen der Bundessozialversicherung keinen 

Anspruch auf Parteientschädigung, ausser bei mutwilliger oder leichtsinniger 

Beschwerdeführung durch die versicherte Person (BGE 126 V 143 Regeste; Urteil 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 21 124 vom 6. Juni 2023 

E. 10).

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9.3. Die Parteien wurden von der Instruktionsrichterin mit Schreiben vom 3. Juli 

2024 aufgefordert, ihre Honorarvereinbarung und die Kostennote einzureichen. Für 

den Fall, dass diese Unterlagen nicht eingereicht würden, wurde eine Festlegung 

der aussergerichtlichen Entschädigung nach Ermessen angekündigt (act. G.41). 

Dieser Aufforderung kam keine Partei nach. 

9.4. Die Klage richtet sich in erster Linie gegen die Beklagte 1 (B._____) und wird 

gegenüber dieser Beklagten abgewiesen. Die Beklagte 1 als diesbezüglich 

obsiegender Sozialversicherer hat indessen keinen Anspruch auf 

aussergerichtliche Entschädigung. 

9.5. Die Klage richtet sich im Eventualantrag gegen die Beklagte 2 (C._____) und 

wird gegenüber dieser Beklagten gutgeheissen. Daraus folgt, dass die Klägerin als 

diesbezüglich obsiegende Partei Anspruch auf eine aussergerichtliche 

Entschädigung hat. Die Klägerin hat wie erwähnt keine Honorarnote eingereicht. 

Die aussergerichtliche Entschädigung wird deshalb nach Ermessen auf 

CHF  3'000.00 festgelegt.

9.6. Die Klage richtet sich in weiteren Eventualanträgen gegen die Beklagte 3 

(D._____) und die Beklagte 4 (E._____) und wird gegenüber diesen Beklagten 

abgewiesen. Die Beklagte 3 und die Beklagte 4 als diesbezüglich obsiegende 

Sozialversicherer haben indessen keinen Anspruch auf aussergerichtliche 

Entschädigung.

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Es wird erkannt:

1. Die Klage gegenüber der C._____ (Beklagte 2) wird gutgeheissen und die 

C._____ wird verpflichtet, A._____ ab dem 1. Juni 2021 eine Rente im 

Umfang von 43 %, berechnet nach Gesetz und Reglement, auszurichten.

2. Gegenüber der B._____ (Beklagte 1), der D._____ (Beklagte 3) und der 

E._____ (Beklagte 4) wird die Klage abgewiesen.

3. Es werden keine Kosten erhoben.

4. Die C._____ entschädigt A._____ aussergerichtlich pauschal mit 

CHF 3'000.00 (inkl. Spesen und MWST).

5. [Rechtsmittelbelehrung]

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