# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a1abf0b-2968-5c6a-843e-c233071369cf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.04.2010 E-2298/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2298-2010_2010-04-19.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2298/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

A._______,
Staatsangehörigkeit unbekannt,
vertreten durch lic. iur. Susanne Sadri, Asylhilfe Bern,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 5. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2298/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  Eritrea  eigenen  Angaben  zufolge  (...) 
verliess und am (...) von (...) her kommend in die Schweiz gelangte, 
wo er gleichentags im B._______ um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  8.  Mai  2008  und  der 
direkten  Anhörung  vom 28.  Mai  2008  zur  Begründung  seines  Asyl-
gesuchs  geltend  machte, er  sei  eritreischer  Staatsangehöriger  und 
habe  in  C._______  (Äthiopien)  gelebt,  wo  er  geboren  und  auf-
gewachsen sei,

dass  er  und  sein  Vater  –  seine  Mutter  und  seine  (...)  Geschwister 
hätten  in  Äthiopien  bleiben  dürfen  –  am  (...)  von  den  äthiopischen 
Behörden  nach  Eritrea  deportiert  worden  seien,  wo  er  sich  in 
D._______ niedergelassen habe und als (...) in (...) tätig gewesen sei,

dass er deshalb in Konflikt mit den eritreischen Behörden geraten, im 
(...)  festgenommen  und  unter  harten  Bedingungen  im  Gefängnis 
festgehalten worden sei,

dass er (...) nach einer schriftlichen Verwarnung mit der Auflage, seine 
religiösen  Aktivitäten  einzustellen,  aus  dem  Gefängnis  entlassen 
worden sei,

dass  bezüglich  der  Vorbringen  im  Einzelnen  auf  die  Akten  zu  ver-
weisen ist,

dass  die  Schweizer  Botschaft  in  Äthiopien  am  18. November  2009 
dem BFM ihren  Abklärungsbericht  zu  den  in  der  Anfrage  des  Bun-
desamtes vom 8. Oktober 2009 aufgeworfenen Fragen überwies,

dass das Bundesamt dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 3.  Fe-
bruar  2010  den  wesentlichen  Inhalt  der  Abklärungsergebnisse  zur 
Kenntnis brachte und ihn zur Stellungnahme innert Frist einlud,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 12. Februar 2010 Stel-
lung zum Ergebnis der Abklärungen nahm,

dass der Beschwerdeführer im erstinstanzlichen Verfahren keine Rei-
se-  oder  Identitätsdokumente,  sondern lediglich Dokumente,  die sei-

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nen Angaben zufolge  (Akten  BFM A15/18  S. 3)  einem äthiopischen 
Freund in (...) gehörten, zu den Akten reichte,

dass das BFM mit Verfügung vom 5. März 2010 - eröffnet am 8. März 
2010  -  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flücht-
lings-eigenschaft nicht, sein Asylgesuch ablehnte und die Wegweisung 
aus der Schweiz und den Vollzug anordnete,

dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  anführte,  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  vermöchten  den  Anforderungen  an  die  Glaub-
haftigkeit nicht zu genügen, weshalb sein Asylgesuch abzulehnen sei,

dass insbesondere die Abklärungen der Schweizer Botschaft ergeben 
hätten,  dass  die  eine  vom  Beschwerdeführer  angegebene  Wohn-
adresse in C._______ (...) zwar existiere, er aber nie dort gelebt habe 
und dort auch nicht bekannt sei,

dass das Haus vielmehr seit (...) Jahren von einem Mann namens (...), 
der  Tigrinya spreche und (...)  arbeite,  bewohnt  werde,  und es  keine 
Hinweise dafür gebe, dieser sei mit dem Beschwerdeführer verwandt,

dass  zudem  die  zweite  vom  Beschwerdeführer  angegebene  Wohn-
adresse (...) nicht existiere,

dass es dem Beschwerdeführer mit den Ausführungen in seiner Stel-
lungnahme vom 12.  Februar  2010  nicht  gelungen  sei,  diese  Abklä-
rungsergebnisse zu entkräften,

dass er sich damit  zufrieden gegeben habe, zu behaupten,  er  habe 
tatsächlich in (...) gelebt und könne sich an die (...) nicht erinnern,

dass sein Vorbringen zur zweiten Adresse, sein Vater habe dort  ge-
wohnt,  er  könne  sich  nicht  an  die  genaue  Adresse  erinnern,  von 
seinen diesbezüglichen Aussagen bei den Anhörungen abweiche und 
der  allgemeinen Lebenserfahrung widerspreche,  wonach  davon aus-
gegangen werden könne, dass er seine Adresse und diejenige seines 
Vaters kenne,

dass  der  Beschwerdeführer  des  Weiteren  weder  Beweismittel  noch 
Identitätspapiere  eingereicht  habe,  die  seine  Vorbringen  und  die 
geltend gemachte Staatsangehörigkeit belegen könnten,

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dass er sich hinsichtlich seiner Identitätspapiere widersprochen habe, 
indem er bei der Kurzbefragung ausgesagt habe, diese seien ihm (...)  
in D._______ abhanden gekommen, und im Unterschied dazu anläss-
lich  der  Anhörung  angeführt  habe,  diese  seien  ihm  im  Jahr  (...)  in 
Djibouti gestohlen worden,

dass  nach  dem  Gesagten  feststehe,  dass  der  Beschwerdeführer 
falsche  Angaben  zu  seinen  Wohnadressen  in  C._______  gemacht 
habe, und seine Deportation und diejenige seines Vaters nach Eritrea 
durch die Botschaftsabklärungen nicht bestätigt worden seien,

dass der  Beschwerdeführer  zudem weder  Belege  für  seine  Identität 
noch für seine gesuchsbegründenden Vorbringen eingereicht habe,

dass  auch  seine  Sprachkenntnisse  (seine  Muttersprache  sei  [...], 
Tigrinya  verstehe  er  nur  schlecht)  keine  Rückschlüsse  auf  eine  eri-
treische Herkunft respektive Staatsangehörigkeit zuliessen,

dass  ausserdem die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  zur  an-
geblichen Deportation nach Eritrea rudimentär und allgemein gehalten 
ausgefallen  seien  und  keine  subjektiv  geprägte  Wahrnehmung  ent-
hielten,

dass in diesem Zusammenhang zumindest auch befremdend sei, dass 
lediglich  der  Beschwerdeführer  und sein Vater  und nicht  auch seine 
Mutter und seine (...) Geschwister deportiert worden seien,

dass  er  des  Weiteren  unterschiedliche  Aussagen  zur  Verhaftung  in 
Eritrea  gemacht  habe,  indem  er  bei  der  Kurzbefragung  ausgesagt 
habe, er sei  (...) zu Hause in D._______ festgenommen worden, da-
gegen  bei  der  Anhörung  angeführt  habe,  er  sei  festgenommen 
worden, als er (...),

dass somit die hier nicht abschliessend aufgezählten Ungereimtheiten 
in  zentralen  Punkten  (A1/12,  A15/18,  A22/3,  A23/1)  zum  Schluss 
führten,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  insgesamt  un-
glaubhaft seien,

dass  die  Wegweisung  die  Regelfolge  der  Ablehnung  eines  Asylge-
suchs und der Vollzug der Wegweisung nach Äthiopien zulässig, zu-
mutbar und möglich sei,

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dass der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin mit Rechts-
mitteleingabe vom 7. April 2010 in materieller Hinsicht die Aufhebung 
der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Gewährung  von  Asyl, 
eventualiter  unter  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  die  Fest-
stellung  der  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungs-
vollzugs  sowie  in  prozessualer  Hinsicht  unter  Verzicht  auf  die  Er-
hebung eines Kostenvorschusses die Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege beantragt,

dass er zur Stützung seiner Vorbringen ein Schreiben der (...) vom (...)  
betreffend  seine  Teilnahme an  den  Anlässen  der  (...)  seit  (...),  eine 
Bestätigung der (...)  vom (...)  betreffend seine Behandlung seit  dem 
(...) und eine Unterstützungsbestätigung der (...) vom (...) einreichte,

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren und die eingereichten 
Dokumente,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den  nach-
folgenden Erwägungen eingegangen wird,

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]  i.V.m.  Art. 31-33  des  Ver-
waltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhe-
bung beziehungsweise Änderung hat  und daher zur Einreichung der 
Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 52 VwVG),

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dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird  (Art. 111 Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nach-
folgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerde-
entscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben hält, 

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  ge- 
fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, die Vorbringen des Be-
schwerdeführers vermöchten den Anforderungen an die Glaubhaftig-
keit nicht standzuhalten,

dass  die  Identität  des  Beschwerdeführers  mangels  Einreichens  von 
Identitäts-  oder  Reisepapieren  bis  heute  nicht  feststeht,  womit  auch 
seine persönliche Glaubwürdigkeit in Frage gestellt ist,

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dass  das  Bundesverwaltungsgericht  feststellt,  dass  sich  die  Aus-
führungen  in  der  Beschwerde  darauf  beschränken,  die  Authentizität 
der Aussagen zur Begründung des Asylgesuchs zu bekräftigen, ohne 
indessen in vollständiger und stichhaltiger Weise zu den von der Vor-
instanz zu Recht aufgezeigten Unstimmigkeiten Stellung zu nehmen,

dass es insbesondere dem Beschwerdeführer mit seinem Erklärungs-
versuch  in  der  Rechtsmitteleingabe,  die  Stadtverwaltung  von 
C._______ habe im (...)  die  Stadtaufteilung in  verschiedene Bezirke 
und  Gemeinden  „Kebele“  geändert  und  vereinfacht,  woraus  erhelle, 
dass seine alte Wohnadresse und diejenige seines Vaters heute nicht 
mehr stimmten, nicht gelingt,  Zweifel am Ergebnis der Botschaftsab-
klärungen aufkommen zu lassen,

dass nämlich gemäss diesen Abklärungen das Haus (...) deshalb nicht 
existiere, weil es (...) nie gegeben habe,

dass  sich  das  weitere  Vorbringen,  der  Beschwerdeführer  beharre 
darauf, vor seiner Deportation nach Eritrea in (...) gewohnt zu haben,  
nicht  mit  seinen  Aussagen  bei  der  Anhörung,  er  sei  vor  seiner 
Deportation  zuletzt  (...)  wohnhaft  gewesen  (A15/18  S.  6),  und  der 
Behauptung bei der Kurzbefragung, er habe immer an dieser Adresse 
gewohnt (A1/12 S. 2), vereinbaren lässt,

dass hinsichtlich der Wohnadresse des Vaters des Beschwerdeführers 
mit  dem  Bundesamt  festzustellen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer 
erstmals  in  seiner  Stellungnahme  vom 12.  Februar  2010  im  Wider-
spruch zu seinen früheren Aussagen behauptet hat,  sein Vater habe 
im (...) gewohnt,

dass  es sich  bei  dieser  Sachlage auch in  Berücksichtigung des zu-
treffenden  Hinweises  in  der  Rechtsmitteleingabe,  der  Beschwerde-
führer  habe  vor  seiner  Deportation  nach  Eritrea  entgegen  der  Dar-
stellung der  Vorinstanz nicht  zusammen mit  seiner  Familie,  sondern 
alleine gelebt, erübrigt, auf die weiteren Ausführungen in der Rechts-
mitteleingabe  und  die  zu  deren  Stützung  eingereichten  Dokumente 
einzugehen,  weil  diese nicht  geeignet  sind,  eine andere Beurteilung 
herbeizuführen,

dass vor diesem Hintergrund auch darauf verzichtet werden kann, den 
allfälligen Eingang der in der Beschwerde in Aussicht gestellten Kopie 
eines Schreibens, mit dem sich der Beschwerdeführer gegenüber den 

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eritreischen  Behörden  verpflichtet  habe,  (...)  nicht  mehr  auszuüben, 
abzuwarten,

dass an dieser Stelle mangels Entgegnungen zu den weiteren, von der 
Vorinstanz  zu  Recht  aufgezeigten  Unstimmigkeiten  in  zentralen 
Punkten  der  Aussagen  des  Beschwerdeführers  zur  Vermeidung  von 
Wiederholungen auf die zutreffenden und überzeugenden Erwägungen 
in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

dass  es  dem Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings-
eigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21),  weshalb  die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zuläs-
sig erscheint,  da es dem Beschwerdeführer – wie vorstehend darge-
legt  –  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung 
nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art.  5 AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  und auch keine An-
haltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von 
Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die ihm in Äthiopien drohen könnte,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  nach  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  in 
Äthiopien  (...)  nicht  von  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  von  einer  Situation 
allgemeiner  Gewalt  gesprochen  werden  kann  (vgl. beispielsweise 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-1505/2010  vom  17.  März 
2010),

dass auch keine individuellen Gründe ersichtlich sind, die dem Vollzug 
der Wegweisung entgegenstehen könnten,

dass die Behörden grundsätzlich von Amtes wegen verpflichtet sind, 
den Sachverhalt  hinsichtlich  des Bestehens allfälliger  Wegweisungs-
vollzugshindernisse abzuklären,

dass solche Abklärungen im vorliegenden Fall indessen nicht möglich 
sind, da die Identität des Beschwerdeführers nicht feststeht und seine 
Vorbringen im Asylpunkt unglaubhaft sind (vgl. die vorstehenden Erwä-
gungen),

dass es bei dieser Sachlage nicht Sache der Asylbehörden sein kann, 
nach allfälligen Wegweisungsvollzugshindernissen zu forschen, zumal 
die  Untersuchungspflicht  der  Behörden  nach Treu und Glauben  ihre 
Grenzen  an  der  Mitwirkungspflicht  der  asylsuchenden  Person  findet 
(vgl. Art. 8 AsylG), welche im Übrigen auch die Substanziierungslast 
trägt (vgl. Art. 7 AsylG),

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dass es dem Beschwerdeführer ohne weiteres zumutbar und möglich 
gewesen wäre, bei der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhal-
tes mitzuwirken,

dass er angesichts dieser  Sachlage die Folgen seiner  mangelhaften 
Mitwirkung respektive Verheimlichung seiner wahren persönlichen Ver-
hältnisse  zu  tragen  hat,  indem vermutungsweise  davon  auszugehen 
ist,  er  habe bei  einer  Rückkehr  nach Äthiopien keine individuell  be-
gründete, konkrete Gefährdung zu gewärtigen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 
E. 3.2.2 S. 4 f.),

dass  zudem  festzustellen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  eigenen 
Angaben  zufolge  in  Äthiopien  mit  (...)  (A1/12  S.  4)  über  ein  ver-
wandtschaftliches Beziehungsnetz verfügt,

dass die erstmals in der Beschwerde geltend gemachten gesundheit-
lichen  Probleme  des  Beschwerdeführers  nicht  weiter  spezifiziert 
werden  und  auch  im  Bestätigungsschreiben  der  (...)  vom  (...)  be-
treffend  Behandlung  seit  dem  (...)  keine  diesbezüglichen  Angaben 
gemacht werden, weshalb in freier richterlicher Beweiswürdigung (Art. 
40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1957 über den Zivilprozess 
[BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG) davon auszugehen ist, dass auch 
keine medizinischen Gründe gegen eine Rückführung nach Äthiopien 
sprechen,  zumal  der  Beschwerdeführer,  der  seit  (...)  Jahren  (...),  
diesbezüglich keine Schwierigkeiten vorbrachte,

dass allenfalls dennoch bestehenden gesundheitlichen Problemen im 
Rahmen des Wegweisungsvollzugs Rechnung zu tragen wäre,

dass sich  aufgrund vorstehender  Erwägungen der  Wegweisungsvoll -
zug als zumutbar erweist,

dass der Vollzug der Wegweisung nach Äthiopien schliesslich möglich 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), da keine praktischen Hindernisse erkennbar 
sind,  die  einer  Rückkehr  entgegenstehen  könnten,  und  der  Be-
schwerdeführer  verpflichtet  ist,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung 
seines  Heimatlandes  die  für  die  Reise  nach  Äthiopien  benötigten 
Reisepapiere zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass mit dem Entscheid in der Hauptsache ohne vorgängige Instrukti-
on der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
hinfällig geworden ist,

dass  sich  die  gestellten  Rechtsbegehren  aufgrund  vorstehender  Er-
wägungen als  aussichtslos  erweisen,  weshalb  unbesehen  der  nach-
gewiesenen  Bedürftigkeit  der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgelt-
lichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen und bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.− (Art. 1-3 des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor  dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.− werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers, 
das BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

Versand:

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