# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 81e345b7-9945-5486-88cf-c16b7dd70440
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 13.10.2008 ZB 2008 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2008-25_2008-10-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 13. Oktober 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 08 25

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
Richter Hubert und Zinsli 
Aktuarin ad hoc Ankes

——————

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X., Klägerin und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. 
Anita Thanei, Langstrasse 4 / Ecke Badenerstrasse, 8004 Zürich,

gegen

das Kostendekret des Kreispräsidiums A. vom 18. August 2008, mitgeteilt am 19. 
August 2008, in Sachen Y., Beklagter und Beschwerdegegner, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Marco Ettisberger, Postfach 203, Hinterm Bach 40, 7002 Chur, 
gegen die Klägerin und Beschwerdeführerin, 

betreffend ausseramtliche Kosten,

hat sich ergeben:

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A. Am 22. Juni 2006 reichte X., vertreten durch Rechtsanwältin Claudia 
Schawalder, ein Vermittlungsbegehren betreffend Ehescheidung und Nebenfolgen 
beim Kreisamt A. ein.

B. Mit Schreiben vom 29. Juni 2006 bat die Vertreterin der Gesuchstel-
lerin um Sistierung des Verfahrens, da die Parteien nun verhandeln wollten. Auf 
Nachfrage des Kreisamtes bestätigte sie mit Schreiben vom 27. Juli 2007, dass 
diese Verhandlungen fortdauerten.

C. Am 8. April 2008 ersuchte der Vertreter von Y., Rechtsanwalt Dr. iur. 
Marco Ettisberger, den Kreispräsidenten um Ansetzung einer Vermittlungstagfahrt 
und zeigte an, dass sein Mandant seinerseits Widerklage erhebe. Dessen Ehefrau 
werde mittlerweile von Rechtsanwältin Anita Thanei, Zürich, vertreten.

D. Die Sühneverhandlung fand am 21. Mai 2008 unter Teilnahme der 
Parteien und Rechtsanwalt Dr. Ettisberger statt. Nachdem das Protokoll zunächst 
offen gelassen worden war, stellte das Kreisamt A. am 30. Mai 2008 den Leitschein 
aus, welcher in der Folge nicht prosequiert wurde. 

E. Mit Schreiben vom 9. Juli 2008 ersuchte der Vertreter des Ehemannes 
unter Beilage diverser Honorarabrechnungen den Kreispräsidenten, das Verfahren 
gemäss Art. 77 der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden (ZPO; BR 
320.000) abzuschreiben und seinem Mandanten eine ausseramtliche Entschädi-
gung von Fr. 10'088.75 zuzusprechen. In ihrer Vernehmlassung vom 7. August 2008 
liess X. vollumfängliche Abweisung des Entschädigungsersuchens beantragen, 
was sie im Wesentlichen damit begründete, der geltend gemachte Aufwand stehe 
nicht im Zusammenhang mit der Vermittlungsverhandlung; auch sei die anwaltliche 
Begleitung des Gesuchstellers zur Sühneverhandlung unnötig gewesen. Dass sie 
den Leitschein nicht prosequiert habe, um einen Gerichtsstand an ihrem neuen 
Wohnort begründen zu können, sei ihr nicht vorzuwerfen. 

F. Mit Sühnebegehren vom 27. Juni 2008 machte Y., mittlerweile ander-
weitig vertreten, eine Ehescheidungsklage beim Gerichtskreis B., Kanton C., an-
hängig.

G. Mit Kostendekret vom 18. August 2008, mitgeteilt am folgenden Tag, 
verfügte das Kreispräsidium A. wie folgt:

"1. Frau X. hat den Beklagten ausseramtlich total mit CHF 10'088.75 zu 
entschädigen.

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2. Die Verfahrenskosten vor dem Kreisamt A. bis und mit Ausstellung des 
Leitscheins betrugen CHF 300.00 und gehen zulasten der Klägerin. Sie 
werden mit dem Kostenvorschuss von CHF 300.00 verrechnet.

3. Die Kosten für diesen Entscheid bestehend in:

Gerichtsgebühr CHF 100.00
Schreibgebühr, Porto CHF 120.00

CHF 220.00

gehen ebenfalls zulasten der Klägerin und sind innert 30 Tagen an das 
Kreisamt A. zu bezahlen.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung)"

Zur Begründung wird ausgeführt, werde ein Prozess nicht weiterverfolgt, 
komme dies einem Klagerückzug gleich, bei welchem gemäss Art. 114 ZPO der 
Kläger in der Regel die gerichtlichen und aussergerichtlichen Kosten zu vergüten 
habe. Es bestehe kein Grund, im vorliegenden Verfahren hiervon abzuweichen. Die 
geltend gemachten aussergerichtlichen Aufwendungen und Kosten seien durch die 
beim Kreisamt A. instanzierte Klage verursacht, weshalb kein Grund bestehe, eine 
der aufgeführten Positionen zu streichen.

H. Hiergegen liess X. am 4. September 2008 Beschwerde zum Kantons-
gericht Graubünden erheben und beantragen was folgt:

"1. Die Verfügung des Kreisamtes A. sei vollumfänglich aufzuheben und 
dem Beschwerdegegner sei keine ausseramtliche Entschädigung zuzu-
sprechen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdegeg-
ners."

Die Widerklage sei offensichtlich erhoben worden, um einen Rückzug des 
Sühnebegehrens zu verhindern und den Gerichtsstand im Kanton Graubünden bei-
zubehalten. Da die Parteien seit mehreren Jahren erfolglos Konventionsgespräche 
führten, sei ohnehin nicht mit einer Einigung zu rechnen gewesen, weshalb sich die 
anwaltliche Vertretung erübrigt habe. Da während der 20-tägigen Leitscheinfrist der 
Versuch des Abschlusses einer Teilkonvention gescheitert sei, habe sich die Be-
schwerdeführerin entschlossen, den Prozess nicht mehr im Kanton Graubünden 
weiterzuführen, da keine Partei mehr dort Wohnsitz habe. Die vom Beschwerde-
gegner geltend gemachten aussergerichtlichen Kosten seien durch seine anwaltli-
che Beratung und Vertretung mit dem Zweck der Ausarbeitung einer Scheidungs-
konvention entstanden; zudem seien sämtliche Arbeiten und Abklärungen weiterhin 
für das Scheidungsverfahren von Nutzen. Auch hätten freiwillige Anwaltswechsel 
einen Mehraufwand verursacht, welcher nicht der Beschwerdeführerin angelastet 

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werden könne. Hätte der Beschwerdegegner nicht Widerklage erhoben und um An-
setzung einer Vermittlungsverhandlung ersucht, hätte die Beschwerdeführerin ihr 
Vermittlungsbegehren zurückgezogen. Im Übrigen werde der Prozess - entgegen 
der Ansicht des Kreispräsidenten - durchaus weitergeführt, allerdings in einem an-
deren Kanton. Die Aussage, die gegnerischen Aufwendungen seien durch die beim 
Kreisamt A. instanzierte Klage verursacht worden, sei realitätsfern und aktenwidrig. 
Insbesondere sei nicht dargelegt, inwieweit der Aufwand des damaligen gemeinsa-
men Anwalts der Parteien, Rechtsanwalt Schnell (Vinzenz Schnell & Partner), im 
Zeitraum von 14. März 2001 bis 5. Januar 2006 etwas mit dieser zu tun habe. 
Ebenso stehe der Aufwand von Rechtsanwältin Vogt vom 27. November 2006 bis 
23. Mai 2007 mit dieser in keinem Zusammenhang, was auch für die ersten beiden 
Rechnungen von Rechtsanwalt Dr. Ettisberger gelte, die den Zeitraum vom 9. Mai 
2007 bis 18. Oktober 2007 beträfen. Bei seiner letzten Rechnung vom 9. Juli 2008 
erstaune der Umfang; soweit in dieser Honorarnote die Ausarbeitung einer Konven-
tion enthalten sei, könne diese von der jetzigen Anwältin des Beschwerdegegners 
übernommen werden bzw. Rechtsanwalt Ettisberger selbst hätte den Prozess im 
Kanton Bern führen können. Insgesamt seien die Honorarnoten zu wenig detailliert 
und substantiiert. Der Kreispräsident habe mit seinem Kostendekret Art. 77 ZPO 
verletzt und Art. 114 ZPO falsch angewendet, da ein Nichtweiterverfolgen des Pro-
zesses nicht mit einem Klagerückzug gleichgestellt werden könne; im Übrigen sei 
die Entschädigung offensichtlich unverhältnismässig. Sie selbst beantrage für das 
Einspracheverfahren (recte: Beschwerdeverfahren) eine Entschädigung von Fr. 
1'500.─ zuzüglich MWST.

I. Unter Übersendung der Verfahrensakten verzichtete der Kreispräsi-
dent A. mit Schreiben vom 18. September 2008 auf Vernehmlassung und bean-
tragte kostenfällige Beschwerdeabweisung.

J. Der Beschwerdegegner liess sich mit Eingabe vom 6. Oktober 2008 
zur Sache vernehmen und kostenfällige Beschwerdeabweisung beantragen. Die 
von der Beschwerdeführerin eingelegten neuen Urkunden seien gemäss Art. 233 
Abs. 2 ZPO aus den Akten zu weisen. Auch sei sein Recht auf rechtliches Gehör 
verletzt worden, da er keine Gelegenheit gehabt habe, zur Vernehmlassung der Be-
schwerdeführerin vom 7. August 2008 Stellung zu nehmen. Das Advokaturbüro Vin-
zenz Schnell & Partner sei von beiden Eheleuten im Hinblick auf den Abschluss 
einer Ehescheidungskonvention beauftragt worden. In der Folge habe der Ehemann 
Fürsprecherin Vogt beauftragt. Da die Beschwerdeführerin die Ehescheidungsklage 
nicht im Kanton Bern, sondern in Graubünden angehoben habe, sei - da sich nach 
Scheitern der Konventionsgespräche eine streitige Auseinandersetzung abgezeich-

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net habe - Rechtsanwalt Dr. Ettisberger beauftragt worden. Durch die Verschlep-
pungstaktik der Beschwerdeführerin, welche ihren Wohnsitz nach Winterthur verlegt 
und neu Rechtsanwältin Thanei beauftragt habe, seien die getätigten anwaltlichen 
Aufwendungen nunmehr weitgehend nutzlos geworden. Die weiter verwendbaren 
Arbeitsergebnisse machten lediglich einen Anteil von 5-10% des bisherigen Ge-
samtaufwands aus. Die Auffassung, an der Vermittlungsverhandlung sei nicht mit 
einer Einigung zu rechnen gewesen, sei falsch; bezüglich der unbestrittenen Punkte 
hätte dort ohne weiteres eine Einigung im Sinne des Abschlusses einer Teilkonven-
tion erzielt werden können. Da der Prozess nunmehr in Bern geführt werde, bringe 
der erneut notwendige Anwaltswechsel - verschuldet durch die Vertreterin der Be-
schwerdeführerin - weitere Mehrkosten mit sich. Dass die Feststellungen des 
Kreispräsidiums A. willkürlich gewesen seien, werde nicht dargetan und treffe auch 
nicht zu, da sämtliche anwaltlichen Aufwendungen mit der Ehescheidung in Zusam-
menhang stünden. Dass die Beschwerdeführerin den Leitschein habe auslaufen 
lassen, sei geradezu rechtsmissbräuchlich; auch habe ihrerseits nie der Wille be-
standen, ernsthafte Vergleichsgespräche zu führen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften, die Be-
gründung des vorinstanzlichen Entscheids sowie den Inhalt der vorinstanzlichen Ak-
ten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1.a. Wird ein Prozess nach Ausstellung des Leitscheins nicht weiter ver-
folgt, befindet der Kreispräsident auf Antrag der Beklagten und nach Anhörung der 
Gegenpartei über die vermittleramtlichen Kosten sowie über die Parteientschädi-
gung (Art. 77 ZPO).

b. Gegen solche selbständigen Kostenentscheide kann gestützt auf Art. 
232 Ziff. 7 ZPO beim Kantonsgerichtsausschuss Beschwerde eingereicht werden. 
Da X. das Rechtsmittel innert Frist ergriffen hat und ihre Eingabe den gesetzlichen 
Formerfordernissen entspricht (Art. 233 Abs. 1 und 2 ZPO), ist darauf einzutreten.

c. Der Beschwerdegegner lässt rügen, die Beschwerdeführerin lege 
neue Urkunden ein, welche nicht zu berücksichtigen seien. Tatsächlich hat die Be-
schwerdeführerin neben dem angefochtenen Entscheid und zwei ebenfalls bereits 
bei den Vorakten befindlichen anwaltlichen Schreiben neu das Vermittlungsgesuch 
des Beschwerdegegners vom 27. Juli 2008 beim Gerichtskreis B., Kanton C. (act. 

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01/3) sowie ein Schreiben von Rechtsanwalt Dr. Ettisberger vom 1. Juli 2008 ein-
gelegt, in dem dieser sie über diese Litispendenz informiert (act. 01/2). Diese beiden 
neu eingelegten Unterlagen sind für die Beurteilung des Kostenentscheids der Vor-
instanz zwar irrelevant, jedoch gemäss Art. 233 Abs. 2 ZPO ohnehin nicht zu 
berücksichtigen. Das Verbot der Neueinlage von Urkunden gilt indes in gleicher 
Weise für den Beschwerdegegner, weshalb die von ihm eingereichte Detaillierung 
seiner vor der Vorinstanz eingereichten Honorarnoten ebenfalls aus dem Recht zu 
weisen ist. Es wäre angebracht und ihm auch möglich gewesen, bereits der Vorin-
stanz eine detaillierte Honorarnote einzureichen. Für den Kantonsgerichtsaus-
schuss massgebend bleibt damit allein, was bereits gegenüber dem Kreispräsiden-
ten A. vorgebracht wurde (vgl. PKG 2000 Nr.14). 

3. Im zivilrechtlichen Beschwerdeverfahren ist dem Kantonsgerichtsaus-
schuss ein Eingreifen nur bei Rechtsverletzungen und willkürlichen Tatsachenfest-
stellungen erlaubt (Art. 235 Abs. 1 und 2 ZPO). Für jene Bereiche, in welchen dem 
Richter oder der Richterin ein Ermessensspielraum zusteht, bedeutet dies, dass 
eine Rechtsverletzung nur dann vorliegt, wenn sich die Ausübung des Ermessens 
als missbräuchlich erweist oder wenn es überschritten wird, das heisst, wenn sich 
ein Ermessensentscheid nicht auf sachlich vertretbare Gründe abstützen lässt oder 
er in stossender Weise dem Gerechtigkeitsempfinden zuwiderläuft (vgl. PKG 1987 
Nr.17).

4.a. Der in Art. 77 ZPO geregelte Sonderfall - Verzicht auf die Fortsetzung 
des Prozesses nach dem Ausstellen des Leitscheins - ist - besondere Umstände 
vorbehalten - einem Klagerückzug gleichzusetzen (vgl. die Urteile des Kantonsge-
richtsausschusses [KGA] vom 01.05.2001 [ZB 01 7] und vom 24.10.2000 [ZB 00 40]), 
was in aller Regel nach Art. 114 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 122 Abs. 2 ZPO 
bedeutet, dass der Kläger als unterliegende Partei zu behandeln und damit ver-
pflichtet ist, nicht nur die vor dem Kreispräsidenten als Vermittler aufgelaufenen 
Kosten zu tragen, sondern darüber hinaus der obsiegenden Gegenpartei die ihr 
durch den Rechtsstreit erwachsenen notwendigen Kosten zu ersetzen (vgl. PKG 
1987 Nr. 25). Abzugelten ist dabei insbesondere der sich aus der Verpflichtung ei-
nes Anwaltes oder einer Anwältin ergebende Aufwand. 

b. Auszugleichen sind in Fällen wie dem vorliegenden nicht nur jene 
Bemühungen, welche in unmittelbarem Zusammenhang mit der Teilnahme an der 
Sühneverhandlung stehen, sondern auch jene, die sich aus deren Vorbereitung er-
geben. Den übrigen vorprozessualen Aufwand hat die unterliegende Partei hinge-

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gen nicht zu entschädigen. Wo die Grenze zu ziehen ist, entscheidet sich nach den 
konkreten Umständen des Einzelfalles, was immer auch ein gewisses Ermessen 
beinhaltet (vgl. PKG 1977 Nr. 24; KGA Urteil vom 20. Februar 2007, ZB 06 33, E. 4 
S. 7). Keinesfalls besteht jedoch eine Verpflichtung, innerhalb dieses anerkannten 
Bereichs für jede beliebige, noch so zeitintensive Bemühung des gegnerischen An-
walts aufzukommen; zu entschädigen sind nur diejenigen anwaltlichen Tätigkeiten, 
die sich zur Interessenwahrung aufdrängten. Hierbei ist eine individuelle Würdi-
gung, unter Berücksichtigung etwa der Schwierigkeit der sich stellenden Rechtsfra-
gen und der mit dem Fall verbundenen Verantwortung, vorzunehmen (vgl. PKG 
2004 Nr. 11).

c. Bezüglich der umfangreichen zwischen den Parteien erfolgten Ver-
gleichsgespräche ist Folgendes festzuhalten: Sofern die Vergleichsgespräche vor 
dem Sühnebegehren vom 22. Juni 2006 geführt wurden, weisen sie von vorneher-
ein keinen genügenden Bezug zur Sühneverhandlung auf, weshalb die dort ent-
standenen Kosten in diesem Rahmen nicht zu entschädigen sind. Doch auch soweit 
Vergleichsgespräche während des hängigen Sühneverfahrens stattfanden, ist da-
von auszugehen, dass sie im Interesse beider Parteien, welche eine aussergericht-
liche Lösung suchten, lagen. Es erscheint daher unbillig, nach Scheitern der Ge-
spräche die entsprechenden Kosten auf diejenige Partei abzuwälzen, die den Leit-
schein auslaufen lässt. Vielmehr hat angesichts der übereinstimmenden Interessen-
lage jede Partei die durch Vergleichsverhandlungen verursachten Kosten selbst zu 
tragen (vgl. KGA ZB 06 33, E. 5 S. 8). 

5. Der Kreispräsident A. hat dem Beklagten eine ausseramtliche Ent-
schädigung von insgesamt Fr. 10'088.75 zuerkannt. Diese Summe setzt sich zu-
sammen wie folgt:  

1. Rechnung Vinzenz Schnell & Partner vom 5. Januar 2006             Fr.   2'223.20

2. Rechnung Fürsprecherin Vogt vom 23. Mai 2007 Fr.   1'199.20

3. Rechnung Dr. Ettisberger vom 4. Juli 2007 Fr.   2'165.─

4. Rechnung Dr. Ettisberger vom 18. Oktober 2007 Fr.      818.85

5. Rechnung Dr. Ettisberger vom 9. Juli 2008 Fr.   3'682.50

Total Fr. 10'088.75

Im angefochtenen Kostendekret führt der Kreispräsident aus, all diese Kos-
ten seien durch die beim Kreisamt A. instanzierte Klage verursacht worden; es be-
stehe kein Grund, eine der aufgeführten Positionen zu streichen. Dieser Entscheid 
ist jedoch - wie nachfolgend dargelegt wird - sachlich nicht vertretbar und damit 

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unhaltbar; der Kreispräsident hat sein Ermessen klar überschritten, da tatsächlich 
die meisten der geltend gemachten Aufwendungen in keinem Zusammenhang mit 
dem kreisamtlichen Vermittlungsverfahren stehen. Im Einzelnen: 

a. Die Honorarnote von Vinzenz Schnell & Partner (Ziff. 1) betrifft den 
Zeitraum vom 14. März 2001 bis 5. Januar 2005 und damit klarerweise vorprozes-
suale Bemühungen, welche in keinerlei Zusammenhang mit dem Vermittlungsver-
fahren stehen, weshalb sie von vorneherein in diesem nicht zu entschädigen sind. 
Abgesehen davon hat die Ehefrau ohnehin schon die Hälfte der von Rechtsanwalt 
Schnell, der im gemeinsamen Auftrag der Eheleute tätig wurde, in Rechnung ge-
stellten Kosten bezahlt, weshalb es ungerechtfertigt wäre, sie auch noch mit der von 
ihrem Ehemann zu tragenden Hälfte zu belasten. 

b. Die Honorarnote von Fürsprecherin Annette Vogt (Ziff. 2) umfasst de-
ren Bemühungen vom 27. November 2006 bis 23. Mai 2007. In diesen Zeitraum 
fielen die umfangreichen Vergleichsverhandlungen der Parteien nach Sistierung 
des kreisamtlichen Verfahrens (act. Kreisamt 5 - 9); ein Zusammenhang mit diesem 
besteht daher nicht (siehe E. 4.c.). Zudem ist aus der eingereichten, wenig detail-
lierten Honorarnote nicht ersichtlich, welche Tätigkeiten in Zusammenhang mit der 
Ehescheidung die Rechtsvertreterin überhaupt ausführte. 

c. Die Rechnung von Dr. Ettisberger vom 4. Juli 2007 (Ziff. 3) betrifft den 
Zeitraum vom 9. Mai 2007 bis 30. Mai 2007 und damit ebenfalls den Zeitraum der 
Vergleichsverhandlungen; dies geht eindeutig aus dem an das Kreisamt A. gerich-
teten Schreiben von Rechtsanwältin Schawalder vom 27. Juli 2007 hervor, in dem 
sie um weitere Sistierung des Verfahrens aufgrund andauernder Vergleichsver-
handlungen ersucht (act. 9 Kreisamt A.); diese Darlegungen blieben vor der Vorin-
stanz unwidersprochen. Entsprechendes gilt für die Rechnung vom 18. Oktober 
2007 (Ziff. 4). Im Übrigen wird weder in den beiden Rechnungen noch in der nach-
gereichten - und daher grundsätzlich nicht zu berücksichtigenden - Aufstellung vom 
30. September 2008 (act. 5/1 der beklagtischen Beilagen) detailliert aufgeführt, was 
genau Gegenstand der entsprechenden Korrespondenzen, Telefonate, Aktennoti-
zen u.a. war. Klarerweise besteht hier jedoch kein Zusammenhang mit der Vermitt-
lungsverhandlung. Da kein Anhaltspunkt dafür besteht, dass zu diesem frühen Zeit-
punkt bereits die Vermittlungsverhandlung vorbereitet worden wäre, handelt es sich 
ebenfalls um vorprozessuale Bemühungen, die von den Parteien selbst zu bezahlen 
sind. Entgegen der Ansicht des Vertreters des Beschwerdegegners hätte es ihm 

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bereits im Verfahren vor der Vorinstanz oblegen, eine entsprechend detaillierte Auf-
stellung vorzulegen, hätte er belegen wollen, die Aufwendungen stünden im Zusam-
menhang mit der Vermittlung. Trotz formellen Obsiegens konnte er nicht von vorne-
herein davon ausgehen, dass der Kreispräsident ihm die gesamten geltend ge-
machten Kosten - wie dennoch in ermessensüberschreitender Weise geschehen - 
ohne entsprechende Detaillierung zuerkennen würde.

d.aa. Das Schreiben der beschwerdegegnerischen Seite vom 8. April 2008, 
mit dem Y. Widerklage erheben lässt und um Ansetzung einer Vermittlungstagfahrt 
ansucht, legt hingegen den Schluss nahe, dass die Vergleichsverhandlungen zu 
diesem Zeitpunkt gescheitert waren. Dieses Schreiben ist im Übrigen das erste 
Schreiben, das Rechtsanwalt Ettisberger an den Vermittler richtet. Die ab diesem 
Zeitpunkt entstandenen Anwaltskosten können daher grundsätzlich als in Zusam-
menhang mit dem Vermittlungsverfahren stehend berücksichtigt werden. Entgegen 
der Ansicht der Beschwerdeführerin kann die Ansetzung einer Vergleichsverhand-
lung - wozu der Kreispräsident auf Begehren des Klägers gemäss Art. 65 ZPO ver-
pflichtet war - auch nicht als von vorneherein aussichtslos bezeichnet werden. 
Ebenso wenig ist die Anwesenheit des Rechtsanwalts, der die Vergleichsverhand-
lungen begleitet hat, als unnötig zu bezeichnen, soll zumindest eine Chance auf 
Einigung bestehen. Ausser Betracht bleiben kann an dieser Stelle die Tatsache, 
dass es dem Kreispräsidenten, nachdem er den übereinstimmenden Scheidungs-
willen der Parteien gewärtigt hatte, oblegen hätte, das Verfahren gemäss Art. 116 
ZGB, Art. 112 ZGB in Verbindung mit Art. 5 des kantonalen Einführungsgesetzes 
zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) dem zuständigen 
Bezirksgerichtspräsidenten zu überweisen, damit dieser das Verfahren gemäss Art. 
111/112 ZGB hätte weiterführen können (vgl. KGA Urteil vom 21. Mai 2007, ZB 07 
13, E. 4); die anwaltlichen Aufwendungen bis einschliesslich der Vermittlungsver-
handlung wären auch in diesem Falle entstanden.

bb. Die Honorarnote vom 9. Juli 2008 (Ziff. 5) umfasst den Zeitraum vom 
11. Februar bis 9. Juli 2008. Allerdings enthält auch sie keine genaueren Angaben 
darüber, was Gegenstand der zahlreichen Telefonate und Korrespondenzen war. 
Vor allem aber wird in keiner Weise aufgezeigt, inwiefern eine pflichtgemässe Inter-
essenwahrung vor dem Kreispräsidenten als Vermittler tatsächlich einen Aufwand 
von über Fr. 3'400.─, d. h. bei einem üblichen Stundenansatz von Fr. 240.─ einen 
Aufwand von über 14 Stunden, nötig gemacht hätte. Ein solches Honorar fällt regel-
mässig nur in Prozessen an, die deutlich über das Sühneverfahren hinaus gediehen 

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sind. Die Honorarnote des beschwerdegegnerischen Vertreters ist somit angemes-
sen zu kürzen. Da die eingereichte Honorarnote zu wenig detailliert ist, hat das Ge-
richt den tatsächlich im Zusammenhang mit der Vermittlungstagfahrt entstandenen 
Aufwand anhand der vorhandenen Akten ex aequo et bono zu schätzen:

Kleinkorrespondenz mit Vermittleramt 1 h

Vorbereitung Vermittlung, insb. Rechtsbegehren 2.5 h

Teilnahme an Vermittlung inkl. Reiseweg

(Dauer Vermittlung: 20 Minuten; s. act. 17) 2.5 h

Prüfung Leitschein, Geltendmachung Entschädigung 1.5 h

Allgemeines: Besprechungen, Telefonate mit Klient 2.5 h

Total 10 h

Beim üblichen Stundenansatz von Fr. 240.─ ergibt sich ein Honorar von Fr. 
2'400.─, zuzüglich 3% Barauslagen pauschal (Fr. 72.─) und 7.6% MWST auf Fr. 
2472.─ (Fr. 187.90), gesamt somit Fr. 2'659.90. Dieser Aufwand ist unabhängig da-
von entstanden, ob allenfalls gewisse Erkenntnisse aus dem Verfahren in Graubün-
den für das später anhängig gemachte ausserkantonale Scheidungsverfahren ver-
wendet werden können. Das Gericht in B. wird darüber zu befinden haben, inwieweit 
die getätigten Vorarbeiten im Rahmen des Scheidungsverfahrens entschädigt wer-
den können. 

6. Die Beschwerdeführerin rügt überdies zu Recht, dass in dem ange-
fochtenen Kostendekret mit keinem Wort auf ihre in der Stellungnahme vom 3. Au-
gust 2008 vorgebrachten Einwände eingegangen und somit die Begründungspflicht 
verletzt wurde. 

a. Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) haben die an gerichtlichen Verfahren beteiligten 
Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, wovon die Begründungspflicht einen we-
sentlichen Bestandteil bildet. Die Begründung soll verhindern, dass sich die 
Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und dem Betroffenen ermöglichen, 
den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn 
sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids 
ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen zumindest kurz die Überlegungen 
genannt werden, auf welchen der Entscheid beruht. Dies bedeutet indessen nicht, 
dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem recht-

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lichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich im Sinne einer 
Mindestanforderung auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte be-
schränken (BGE 133 I 270 E. 3.1 S. 277). 

b. Vorliegend fehlt eine Begründung praktisch vollständig; die blosse 
Feststellung, sämtliche geltend gemachten aussergerichtlichen Aufwendungen und 
Kosten seien durch die beim Kreisamt A. instanzierte Klage verursacht worden und 
es liege kein Grund vor, eine der aufgeführten Positionen zu streichen, genügt den 
oben genannten Mindestanforderungen nicht; das rechtliche Gehör der Beschwer-
deführerin wurde daher vor der Vorinstanz verletzt. Da jedoch durch den vorliegen-
den begründeten Entscheid der Beschwerdeinstanz dieser Mangel geheilt wurde 
und die Sache überdies spruchreif ist, erübrigt sich eine Rückweisung (Art. 235 
ZPO). 

7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Kreispräsident A. im an-
gefochtenen Kostendekret den ihm zustehenden Ermessensspielraum überschrit-
ten hat, der angefochtene Entscheid rechtswidrig und daher hinsichtlich der ausser-
amtlichen Entschädigung aufzuheben ist. Die Beschwerdeführerin konnte mit ihren 
Anträgen dennoch nicht vollständig durchdringen, weshalb die Beschwerde teil-
weise gutzuheissen und Ziffer 1. des Dispositivs des angefochtenen Kostenent-
scheides entsprechend anzupassen ist.

8.a. Da die Beschwerdeführerin nunmehr statt der vorinstanzlich gespro-
chenen Fr. 10'088.75 den Beschwerdegegner nur noch mit Fr. 2'659.90, d.h. mit 
rund ¼ des ursprünglichen Betrags, zu entschädigen hat, sind auch Kosten und 
Entschädigungen im Verhältnis ¼ zu ¾ aufzuteilen. Die Kosten des Verfahrens vor 
Kantonsgerichtsausschuss in Höhe von Fr. 1'200.─ sind somit zu einem Viertel X. 
und zu drei Vierteln Y. zu überbinden. Entsprechend dem aus den Akten ersichtli-
chen angemessenen anwaltlichen Aufwand von jeweils Fr. 1'200.─ (inklusive 
MWST) und unter Berücksichtigung der jeweiligen Quoten des Unterliegens und 
Obsiegens (Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche) hat der Beschwerdegegner 
überdies seine Ehefrau mit Fr. 600.─ aussergerichtlich zu entschädigen.  

b. Im gleichen Verhältnis sind auch die Kosten des Kreisamtes A. für das 
Kostendekret aufzuteilen. Die Ziffer 3. der angefochtenen Verfügung ist daher auf-
zuheben und die Verfahrenskosten von Fr. 220.─ gehen im Betrage von Fr. 55.─ 
zu Lasten der Klägerin und im Betrage von Fr. 165.─ zu Lasten des Beklagten. Die 

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Kosten des Leitscheins von Fr. 300.─ verbleiben indessen bei der Klägerin, da sie 
diesen nicht prosequierte und damit eine andere Verteilung im Gerichtsverfahren 
ausgeschlossen wurde.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Ziffern 1. und 3. des 
Dispositivs des angefochtenen Kostendekrets werden aufgehoben. 

2. Die Klägerin hat dem Beklagten für das Verfahren vor Kreisamt A. eine aus-
sergerichtliche Entschädigung von Fr. 2'639.90 (inkl. MWST) zu bezahlen.

3. Die Kosten des Kostendekrets des Kreisamtes A. von Fr. 220.─ gehen im 
Betrage von Fr. 55.─ zu Lasten der Klägerin und im Betrage von Fr. 165.─ 
zu Lasten des Beklagten.

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'200.─ (inkl. Schreibgebühr) 
gehen zu ¼ zu Lasten von X. und zu ¾ zu Lasten von Y., welcher überdies 
die Beschwerdeführerin für deren Umtriebe im Verfahren vor Kantonsge-
richtsausschuss mit Fr. 600.─ (inkl. MWST) aussergerichtlich zu entschädi-
gen hat.

5. Gegen diese einen Streitwert von weniger als 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht geführt werden, falls sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-
cher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde 
gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem 
Bundesgericht innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung 
der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise 
schriftlich einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 72 ff. und 90 ff. BGG.

6. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: