# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1446e6c5-1ae4-5336-8a3d-4470a56794a7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.10.2017 200 2016 606
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-606_2017-10-02.pdf

## Full Text

200 16 606 IV
SCP/ABE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. Oktober 2017

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch die B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 30. Mai 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2017 , IV/16/606, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1960 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Juli 2008 unter Hinweis auf Mehrfachverletzungen nach 
einem Verkehrsunfall vom 22. September 2007 bei der IV-Stelle Bern (IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage [AB] 
1). Die IVB tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, u.a. holte sie 
die Akten der Schweizerischen Unfallversicherung (Suva) ein (AB 9, 40 f.). 
Nachdem in der Folge zunächst weitere medizinische Massnahmen durch-
geführt werden mussten (vgl. AB 36, 38), veranlasste die IVB im April/Mai 
2010 eine berufliche Abklärung in der Abklärungsstelle C.________ (AB 
48; vgl. Abklärungsbericht vom 1. Juli 2010 [AB 58]). Sodann übernahm sie 
die Kosten für ein Arbeitstraining in der Abklärungsstelle D.________ vom 
2. Mai bis zum 24. Juli 2011 (AB 82). Dieses wurde bis zum 4. September 
2011 zur Referenzerarbeitung für die anschliessende Arbeitsvermittlung 
verlängert (AB 90; vgl. Bericht vom 14. September 2011 [AB 95]). Nach-
dem die Suva dem Versicherten auf der Basis einer 65%-igen Erwerbsein-
busse eine Invalidenrente ab dem 1. Oktober 2012 zugesprochen hatte (AB 
121), liess die IVB ihn auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD; AB 119/4) psychiatrisch untersuchen (Gutachten vom 14. Mai 2013 
[AB 125.1]; Ergänzungen vom 21. Juni 2013 [AB 128] und vom 28. Juni 
2014 [AB 150]). Nach einer neuropsychologischen Abklärung (Untersu-
chungsbericht vom 12. Februar 2014 [AB 142]) veranlasste die IVB ein 
psychiatrisches Zweitgutachten (Expertise vom 26. Januar 2015 [AB 
163.1]).

Mit Verfügung vom 30. Mai 2016 (AB 187) verneinte die IVB nach durchge-
führten Vorbescheidverfahren (AB 168 ff., 180 ff.) einen Rentenanspruch 
(Invaliditätsgrad: 35%).

B.

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Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch die B.________, am 27. 
Juni 2016 Beschwerde. Beantragt wird die Ausrichtung der gesetzlichen 
Leistungen der Invalidenversicherung, sinngemäss unter Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung. Eventualiter seien weitere Abklärungen vorzu-
nehmen. Der Beschwerdeführer macht geltend, zumindest bis zur Einstel-
lung der beruflichen Massnahmen im März 2012 habe aufgrund der 
vielfältigen medizinischen Massnahmen eine vollständige Erwerbsunfähig-
keit vorgelegen, womit ihm mindestens bis zu jenem Zeitpunkt eine ganze 
Rente zustehe. Beanstandet wird zudem die Höhe der Vergleichseinkom-
men.

Mit Beschwerdeantwort vom 29. Juli 2016 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 8. Juni 2017 räumte der Instruktions-
richter der Beschwerdegegnerin Gelegenheit ein, die Beschwerdeantwort 
zu ergänzen. Davon machte sie am 25. Juli 2017 Gebrauch.

Auf das Einreichen einer Replik verzichtete der Beschwerdeführer (vgl. 
prozessleitende Verfügung vom 29. August 2017).

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 30. Mai 2016 (AB 187), 
mit welcher der Anspruch auf eine Invalidenrente verneint wurde. Streitig 
und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

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2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
des Beschwerdeführers lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes 
entnehmen:

3.1.1 Im Bericht über die kreisärztliche Untersuchung vom 9. November 
2011 (AB 97.2) nannte der Suva-Kreisarzt Dr. med. E.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
folgende Diagnosen:

• Posttraumatische Gonarthrose rechts nach zweitgradig offener Tibiafraktur am 
22.09.2007 mit nachfolgendem Enterobacter Infekt

• Restbeschwerden Unterschenkel links nach Tibiapseudarthrosen-Revision im 
April 2009 nach 2-Etagen-Fraktur am 22.09.2007, zweitgradig offene extraarti-
kuläre Femurfraktur links am 22.09.2007, konsekutive Beinverkürzung um 3 cm

• Posttraumatische Handgelenksarthrose rechts dominant nach perilunärer Luxa-
tionsfraktur am 22.09.2007

Im Vergleich zur letzten Untersuchung (2009) lägen isoliert auf die einzel-
nen Verletzungen bezogen unveränderte Befunde vor; allgemein bestehe 
jedoch eine zunehmende Dekonditionierung mit Gewichtszunahme um 
10 kg, eine vermehrte Vergesslichkeit sowie Konzentrationsproblematik 
und eine zunehmende Schwäche der nicht betroffenen linken oberen Ex-
tremität im Rahmen der Inaktivität. Nach wie vor beständen muskuläre Ver-
kürzungsproblematiken im Sinne von Streckapparatverkürzungen an 
beiden Oberschenkeln sowie eine beidseitige Plantarfasciitis. Aktuell neh-
me der Patient eine deutlich abwartende Haltung ein, dies auch im Kontext 

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der erwarteten Versicherungsleistungen. Das Zumutbarkeitsprofil habe er, 
Dr. med. E.________, bereits nach der letzten Untersuchung (vom 18. No-
vember 2009) definiert (in der bisherigen Tätigkeit als ... bestehe eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit; von Seiten der Kniegelenke seien Tätigkeiten 
auf Leitern und Gerüsten, schlag- oder vibrationsbelastete sowie kniende 
Tätigkeiten und repetitives Treppengehen zu vermeiden, die Gewichtslimite 
betrage 15 kg, die maximale Geh- und Stehdauer am Stück betrage 30 
Minuten, insgesamt wäre eine wechselbelastende Tätigkeit sinnvoll, wobei 
die gehend-stehenden Elemente nicht mehr als 1/3 des Gesamtpensums 
umfassen sollten und ein ganztägiger Einsatz zumutbar sei; von Seiten des 
rechten Handgelenks seien Schlag- und Vibrationsbelastungen sowie 
chronisch-repetitive Tätigkeiten zu vermeiden, die Gewichtbelastung ein-
händig betrage rechts maximal 2 kg [vgl. AB 41/8]). Ein ganztägiger Einsatz 
sei dringend anzustreben.

3.1.2 In der Stellungnahme vom 6. Januar 2012 (AB 100/3) legte der 
RAD-Arzt Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, dar, ein ganztägiges Pensum sei 
zumutbar; dabei bestehe eine Leistungsminderung von maximal 15-20% 
wegen vermehrter Pausen und aufgrund der Verlangsamung im Zusam-
menhang mit dem Wechsel von Positionen resp. bei rechtshändigen Tätig-
keiten. Bezüglich der gesundheitsbedingten Einschränkungen könne 
ebenfalls auf das Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes verwiesen werden.

3.1.3 Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, nannte im Gutachten vom 14. Mai 2013 (AB 125.1) als psychiatrische 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine organische Persön-
lichkeitsstörung (ICD-10 F07.0). Bei der Untersuchung hätten sich leichte 
Störungen der Auffassungsgabe, der Aufmerksamkeit und der Konzentrati-
onsfähigkeit gezeigt, wobei die Leistungsbereitschaft gut gewesen sei. 
Hinweise für eine depressive Störung oder eine Angststörung lägen nicht 
vor. Der Explorand sei nicht klagsam gewesen; die Schmerzen seien loka-
lisiert und die Beschreibung habe zu den Vorabklärungen gepasst. 
Während dem zweistündigen Sitzen anlässlich der Untersuchung sei es zu 
einer Schmerzzunahme gekommen. Nachdem sie, die Gutachterin die 
Ehefrau des Exploranden bezüglich dessen Amnesie befragt habe, habe er 

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seine Affekt- und Impulskontrolle verloren. Er sei in einen Erregungszu-
stand geraten und sein Verhalten sei dabei deutlich vom beschriebenen 
Charakter seiner Persönlichkeit vor dem Unfallereignis abgewichen. Der 
Explorand habe in diesem Zustand keine Informationen mehr aufnehmen 
können, seine Äusserungen seien ungehemmt gewesen und hätten sich 
nicht bremsen lassen. Er habe sich weder durch seine Frau noch durch 
den Dolmetscher oder durch die Gutachterin beruhigen lassen, habe unun-
terbrochen weitergeschimpft und ein grosses Misstrauen gezeigt. Diese Art 
Verhaltensstörung passe in den Kriterienkatalog einer organischen Persön-
lichkeitsstörung. Über die Ursache könnten keine klaren Angaben gemacht 
werden, da die Akten keine Hinweise zum Blutverlust, zum Blutdruck und 
zum Bewusstseinszustand nach dem Unfall enthalten würden (S. 22). Ein 
hirntraumatischer Prozess komme eher nicht in Frage. Aufgrund eines 
Blutverlustes beim Unfall könnte es zu einem hypovolämischen Schock mit 
einem Blutdruckabfall gekommen sein, der als Ursache einer Hypoxie in 
Frage kommen könne. Als Ressourcen seien eine gute Anpassungsfähig-
keit, die Kollegialität und die Zuverlässigkeit zu nennen. Mit diesen Fähig-
keiten könne er einen Teil der psychoorganischen Störung auffangen. 
Anamnestisch berichte der Explorand auch von einer erhöhten Reizbarkeit 
und Neigung zu aggressiven Durchbrüchen im häuslichen Umfeld. Eine 
organisch bedingte Persönlichkeitsstörung lasse sich nicht behandeln; 
vielmehr gehe es darum, die Belastung so zu halten, dass diese für den 
Betroffenen vertretbar sei. Aus diesem Grund habe sie die maximal zumut-
bare Arbeitszeit pro Tag auf vier Stunden verkürzt. Die Leistungsfähigkeit 
sei bei einem halbtägigen Einsatz nicht höher. Diese sei bedingt durch die 
vielen Pausen, die der Versicherte zur Entlastung machen müsse. Die psy-
chische Störung wirke sich in jeder beruflichen Tätigkeit aus (S. 23). Das 
orthopädische Zumutbarkeitsprofil behalte seine Gültigkeit. Aus psychiatri-
scher Sicht seien einfach strukturierte Arbeitsabläufe wichtig, die kein
logisch abstraktes Denken voraussetzen und stetige Positionswechsel er-
möglichen würden. Aufgrund der hirnorganischen Persönlichkeitsstörung 
sei der Explorand in der freien Wirtschaft aber nicht fähig, regelmässig über 
vier Stunden pro Tag zu arbeiten. Dabei bestehe eine Leistungsminderung 
von 50% (S. 24 f.). 

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3.1.4 Im neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom 12. Februar 
2014 (AB 142) legte Dr. phil. H.________, Fachpsychologe für Neuropsy-
chologie, RAD, dar, die produzierten Befunde seien aufgrund ihrer Wider-
sprüchlichkeit und Inkonsistenz nicht verwertbar. Die Leistungsdefizite sei-
en nicht erklärbar mit einer Erkrankung oder Verletzung des Gehirns und 
könnten nicht als neuropsychologische Dysfunktionen interpretiert werden. 
Die Testergebnisse belegten, dass der Explorand die Tests nicht entspre-
chend seinen wahren Möglichkeiten und Fähigkeiten ausgeführt habe; er 
habe versucht, sich kognitiv beeinträchtigter, schwächer und unfähiger dar-
zustellen, als er sei und als es bei zerebralen Affektionen überhaupt mög-
lich wäre. Die Diagnose einer organischen Persönlichkeitsstörung, 
basierend auf der Vermutung einer hypoxischen Hirnschädigung könne aus 
neuropsychologischer Perspektive nicht bestätigt werden. Abgesehen da-
von, dass der Explorand nach dem Unfall zwar benommen, aber nicht be-
wusstlos gewesen sei, hätten Symptome von Anspannung, Reizbarkeit und 
Nervosität nicht den Charakter zerebral bedingter Wesens- und Affektver-
änderungen. Auch der von der Gutachterin beschriebene Affektausbruch 
bzw. Impulsdurchbruch wäre als Ausdruck einer zerebralen Ätiologie unty-
pisch und es fänden sich keine weiteren Symptome, die bei organisch be-
dingen Persönlichkeits- und Affektalterationen zu erwarten wären. Es 
beständen keine Anhaltspunkte für einen authentischen neuropsychologi-
schen Gesundheitsschaden.

3.1.5 Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie 
und Psychotherapie, hielt im Gutachten vom 26. Januar 2015 (AB 163.1) 
fest, aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit. Keine entsprechende Auswirkung habe eine Angst und 
Depression gemischt (ICD-10 F41.2), welche seit dem Jahr 2009 bestehe 
(S. 15). Vorher wäre sehr wahrscheinlich von einer Anpassungsstörung 
auszugehen gewesen, welche die ICD-10 als „Reaktion auf aussergewöhn-
liche psychische oder physische Belastung“ beschreibe. Differentialdia-
gnostisch wäre auch nach möglichen Symptomen einer posttraumatischen 
Belastungsstörung (PTBS) zu suchen gewesen; eine solche sei indessen 
nie diagnostiziert worden. Weder bei der Vorbegutachtung (2013) noch bei 
der aktuellen Exploration seien Symptome einer PTBS zu objektivieren 
(gewesen). Hätte eine PTBS nach dem Unfallereignis bestanden, so wäre 

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von einer weitgehenden Heilung auszugehen. Ein Übergang in eine „anhal-
tende Persönlichkeitsänderung“ sei mit Sicherheit auszuschliessen (S. 16). 
Infolge der multiplen und anhaltenden Belastungsfaktoren (langwieriger 
und komplikationsreicher Verlauf mit zahlreichen Operationen) habe der 
Explorand wiederholt seine gesamten Abwehrmechanismen und Co-
pingstrategien mobilisieren müssen; in Anbetracht der Schwere und Persis-
tenz der Belastungen seien seine Ressourcen schliesslich irgendwann 
erschöpft gewesen und es sei zur beklagten anxiodepressiven Symptoma-
tik gekommen (S. 17). Diese habe sich – bei Chronifizierung der körperli-
chen Beschwerden und glaubhaft fortbestehenden Schmerzen – 
mittlerweile chronifiziert und eine gewisse Resignation und Hoffnungslosig-
keit habe sich eingestellt, was in Anbetracht der aktuellen Lebenssituation 
durchaus nachvollziehbar sei. Diese residuale, reaktive anxiodepressive 
Symptomatik sei, nicht zuletzt dank der intakten Primärpersönlichkeit des 
Exploranden mit gut ausgebildeten Abwehrmechanismen, leicht bis allen-
falls intermittierend mittelgradig ausgeprägt. Sie habe aber bisher nie zu 
einer psychiatrischen Behandlung geführt; der Hausarzt habe offensichtlich 
auch nie die Notwendigkeit einer psychopharmakologi-
schen/antidepressiven Behandlung gesehen. Die leichte anxiodepressive 
Symptomatik begründe keine Minderung der Arbeitsfähigkeit. Die Diagnose 
einer organischen Persönlichkeitsstörung sei bei kritischer Hinterfragung 
absolut nicht haltbar (S. 18). Aus rein psychiatrischer Sicht sei dem Explo-
randen jede dem Alter, Ausbildungsstand sowie den körperlichen Beein-
trächtigungen angepasste Tätigkeit vollzeitig sowie ohne 
Leistungsminderung zumutbar (S. 20 ff.).

3.1.6 In der Stellungnahme des RAD vom 18. Juli 2017 (in den Gerichts-
akten) legte med. pract. J.________, Fachärztin für Physikalische Medizin 
und Rehabilitation, dar, in einer angepassten Tätigkeit hätten im Jahr 2008 
wegen der Knie-Punktion/-Infiltration vom 17. September 2008 (vgl. AB 
31/6) ein Tag sowie im Zusammenhang mit der Knieoperation vom 11. De-
zember 2008 (vgl. AB 40/23) drei Wochen eine 100%-ige Arbeits- bzw. 
Erwerbsunfähigkeit bestanden. Danach sei eine angepasste sitzende 
Tätigkeit mindestens 6 Stunden täglich zumutbar gewesen. Sechs Wochen 
postoperativ habe erneut eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit für das vom Spital 
L.________ festgelegte Zumutbarkeitsprofil bestanden. Die am 17. April 

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2009 durchgeführte Operation (vgl. AB 40/15) habe für 15 Tage zu einer 
vollen Erwerbsunfähigkeit geführt. Der Eingriff vom 9. November 2010 (vgl. 
AB 72/3) habe sodann zu einer Erwerbsunfähigkeit von 14 Tagen geführt. 
Dass es sich beim von der Suva formulierten Zumutbarkeitsprofil für das 
rechte Handgelenk um ein provisorisches handle, spiele invalidenversiche-
rungsrechtlich bzw. aus versicherungsmedizinischer Sicht keine Rolle. Es 
seien die jeweils aktuellen Möglichkeiten relevant; Veränderungen (z.B. 
zufolge einer Arthrodese) würden zu gegebenen Zeitpunkt berücksichtigt.

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.3 Bei Erlass der Verfügung vom 30. Mai 2016 (AB 187) ging die Be-
schwerdegegnerin davon aus, dass dem Beschwerdeführer seine ange-
stammte Tätigkeit als ... nicht mehr zumutbar sei; in einer angepassten 
(vorwiegend sitzenden und leichten) Tätigkeit bestehe jedoch eine vollzeit-
liche Arbeitsfähigkeit. Dabei berücksichtigte sie eine Leistungsminderung 

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von 12.5% wegen zusätzlicher Pausen sowie langsamerer Arbeit mit der 
abdominanten Hand.

3.3.1 Was die somatischen Gesundheitsschäden und die entsprechenden 
Einschränkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit anbelangt, kann 
ohne weiteres auf die kreisärztliche Einschätzung abgestellt werden. Diese 
erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an entsprechende Beurtei-
lungen (vgl. E. 3.2 hiervor). Aufgrund der Akten ist erstellt und unbestritten, 
dass der Beschwerdeführer seine frühere Tätigkeit als ... nicht mehr ausü-
ben kann. Hingegen ist ihm mit Bezug auf eine körperlich leichte Tätigkeit 
eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden (AB 41/8, 97.2/6; vgl. auch AB 
22/2).

Wenn in der Beschwerde (S. 2) geltend gemacht wird, mindestens bis zur 
Einstellung der beruflichen Massnahmen sei wegen der zahlreichen medi-
zinischen Massnahmen durchgehend eine vollständige Erwerbsunfähigkeit 
anzunehmen, kann dem nicht gefolgt werden. In der Stellungnahme vom 
18. Juli 2017 (in den Gerichtsakten) legte die RAD-Ärztin mit aufgrund der 
Akten nachvollziehbarer Begründung dar, dass die entsprechenden opera-
tiven Eingriffe nicht zu einer wesentlichen, d.h. länger als drei Monate dau-
ernden (dazu vgl. Art. 88a Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) Verschlechterung der 
Arbeitsfähigkeit geführt haben. Das vom Suva-Kreisarzt anlässlich der Un-
tersuchung vom 18. November 2009 formulierte Zumutbarkeitsprofil, wo-
nach dem Beschwerdeführer leichte bis mittelschwere wechselbelastende 
Tätigkeiten unter Einhaltung der weiter formulierten Bedingungen ganztags 
zumutbar sind (AB 41/8), wurde vom Kreisarzt nach der Untersuchung vom 
9. November 2011 im Grundsatz bestätigt (AB 97.2/6). Es erweist sich da-
mit für die gesamte Beurteilungsperiode als überzeugend, weshalb darauf 
abzustellen ist.

Soweit der Beschwerdeführer weiter postuliert, der Kreisarzt habe das Zu-
mutbarkeitsprofil mit Bezug auf eine halbtägliche Belastung erstellt (Be-
schwerde, S. 3 oben), erweist sich diese Behauptung als unzutreffend, geht 
doch aus dem Kontext der kreisärztlichen Beurteilung unmissverständlich 
hervor, dass ein ganztägiger Einsatz aus medizinischer Sicht zumutbar 
resp. „dringend anzustreben“ ist (AB 97.2/6). Die formelle Limitierung der 

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attestierten Arbeitsfähigkeit auf bloss einen halben Tag erfolgte dagegen 
ausschliesslich auf Verlangen des betreuenden Case Managers in Zu-
sammenhang mit der anstehenden Wiedereingliederung des dekonditio-
nierten und sich in Erwartung von Versicherungsleistungen deutlich 
„abwartend“ verhaltenden Beschwerdeführers (AB 97.2/6 f.). Das vom Or-
thopäden des RAD im Rahmen der Aktenbeurteilung vom 6. Januar 2012 
(AB 100/3) formulierte Zumutbarkeitsprofil mit einer attestierten Leistungs-
minderung von durchschnittlich 17.5% (15-20%) wegen zusätzlicher Pau-
sen erweist sich demnach sogar als zurückhaltend und wohlwollend.

3.3.2 Aus psychiatrischer Sicht hat die Beschwerdegegnerin keine Ein-
schränkung berücksichtigt, was der Beschwerdeführer – zu Recht – nicht 
beanstandet. Er befand sich nie in psychiatrischer oder psychologischer 
Behandlung und sieht selber auch aktuell keine entsprechende Notwendig-
keit (vgl. AB 163.1/12). Erstmals erwähnt wurde eine psychische Belastung 
– aufgrund der fortbestehenden körperlichen Beschwerden – Ende 2012 
(AB 110/3; vgl. auch AB 118/3), worauf die RAD-Psychiaterin eine psychi-
sche Miterkrankung als „nicht ausgeschlossen“ erachtete (AB 119/4). Die in 
der Folge von der Erstgutachterin Dr. med. G.________ zunächst ange-
nommene Persönlichkeitsstörung (AB 125.1/18) konnte jedoch nicht 
bestätigt werden. Einerseits wurde im Rahmen des neuropsychologischen 
Untersuchungsberichts (AB 142) und anderseits in der in allen Teilen über-
zeugenden Beurteilung des Zweitgutachters Dr. med. I.________ (AB 
163.1) dargelegt, dass und weshalb sich diese Diagnose hier verbietet. Dr. 
med. G.________ begründete ihre Annahme hauptsächlich mit der von ihr 
wahrgenommenen Verbitterung des Beschwerdeführers sowie mit der un-
angemessenen Reaktion auf die Frage nach einer allfälligen Bewusstlosig-
keit anlässlich des Unfallereignisses vom 22. September 2007 (AB 
125.1/16 f.). In ihrer Stellungnahme zum neuropsychologischen Untersu-
chungsbericht räumte sie denn auch ein, dass es sich dabei um eine Ver-
mutungsdiagnose gehandelt habe und dass sie mit der Reduktion der 
Arbeitszeit beabsichtigt habe, den Beschwerdeführer zu entlasten, um bei 
ihm „das Gewicht auf positive Erfahrungen bei der Arbeit zu verlagern“ (AB 
150). Die Erstgutachterin liess sich damit bei ihrer Einschätzung von der 
nicht mehr anwendbaren Rentenneurosenpraxis leiten; auf dieses Gutach-
ten kann von vornherein nicht abgestellt werden. Mit dem Zweitgutachter ist 

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davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht 
weder in seiner Arbeits- noch in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist 
(AB 163.1/21).

3.3.3 Bei den gegebenen Umständen wären von einer interdisziplinären, 
neuen Beurteilung keine neuen Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte Be-
weiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). Damit bestand im Zeitpunkt 
des frühestmöglichen Rentenbeginns in einer angepassten Tätigkeit ein um 
17.5% (vgl. AB 100/3 [15-20%]) reduziertes Rendement bzw. eine Arbeits-
und Leistungsfähigkeit von insgesamt 82.5%.

Soweit die Beschwerdegegnerin von einer 87.5%-igen Leistungsfähigkeit 
ausgeht (AB 168/4, 180/2, 187/2), stützt sie sich auf die RAD-
Stellungnahme vom 24. März 2015 (AB 165/4), wonach „mittlerweile nur 
noch“ eine 12.5%-ige Leistungsreduktion (10-15%) zu berücksichtigen sei. 
Es kann offen bleiben, ob eine zweistufige Rentenberechnung zu erfolgen 
hat bzw. ob diese vom RAD angenommene, jedoch nur sehr rudimentär 
begründete („Ressourcen“) Verbesserung zu berücksichtigen ist. Denn 
bereits eine Leistungsfähigkeit von 82.5% führt nicht zu einem Rentenan-
spruch (vgl. sogleich).

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2017 , IV/16/606, Seite 14

passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder 
jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenom-
men, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom 
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 
herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 S. 188, 139 V 592 E. 2.3 
S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

4.2

4.2.1 Der Beschwerdeführer hat seit dem 1. März 2001 bis zum Unfall 
vom 22. September 2007 bei der K.________ AG als ... gearbeitet (AB 18); 
die Kündigung erfolgte per 31. August 2009 (AB 40/7). Die Beschwerde-
gegnerin hat das Valideneinkommen auf der Basis des entsprechenden 
Lohns ermittelt resp. auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin abge-
stellt. Demnach hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2008 (dem Zeitpunkt 
des frühestmöglichen Rentenbeginns [vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b und 29 Abs. 
1 IVG]) ein Jahreseinkommen von Fr. 68‘900.-- verdient (AB 18/2). Was die 
von ihm proklamierte Berufskarriere (vgl. Beschwerde, S. 3) anbelangt, ist 
darauf hinzuweisen, dass für die Berücksichtigung einer beruflichen Weite-
rentwicklung praxisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen müs-
sen, dass die versicherte Person einen beruflichen Aufstieg und ein 
entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert hätte, wenn sie 
nicht invalid geworden wäre (SVR 2010 UV Nr. 13 S. 52 E. 4.1). Zwar galt 
der Beschwerdeführer gemäss Zwischenzeugnis vom 8. Juni 2006 (AB 23) 
bereits nach kurzer Anstellungszeit als vielseitig einsetzbarer und selbst-
ständig arbeitender Mitarbeiter. Gemäss dem Auszug aus dem Individuel-
len Konto (IK) schlug sich diese polyvalente Einsetzbarkeit und die 
langjährige Berufserfahrung jedoch nicht in Gehaltsaufstiegen nieder (vgl. 
AB 12/4), weshalb sich die vom Beschwerdeführer geltend gemachte und 
vom ehemaligen Arbeitgeber halbwegs bestätigte (vgl. AB 172/3, 179)
hypothetische Lohnkarriere als nicht überwiegend wahrscheinlich erweist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2017, IV/16/606, Seite 15

Aus dem Umstand, dass ein ... mit 10-jähriger Berufserfahrung ein Jahres-
gehalt von Fr. 91‘000.-- „verlangt“ (AB 179), kann nicht abgeleitet werden, 
dass die K.________ AG dem Beschwerdeführer, der per September 2008 
mit seiner 7-jährigen Berufs- und Betriebserfahrung ein Jahreseinkommen 
von Fr. 68‘900.-- erzielte, ein solches Salär gezahlt hätte oder zahlen wür-
de. Dass die Suva in Anwendung von Art. 24 Abs. 2 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) einen 
Validenlohn von Fr. 80‘600.-- veranschlagt hat (AB 114/2, 121/2), ändert 
daran nichts. Auszugehen ist in der Folge von einem Valideneinkommen 
pro 2008 von Fr. 68‘900.-- (vgl. AB 18/2).

4.2.2 Da der Beschwerdeführer seine zumutbare medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit (E. 3.3.3 hiervor) nicht (mehr [vgl. AB 116/2]) 
verwertet, ist das Invalideneinkommen anhand der LSE zu bestimmen. Bei 
Zumutbarkeitsprofilen wie dem vorliegenden (AB 41/8, 97.2/6, 100/3, 
165/3) ist dabei vom Totalwert im niedrigsten (und am schlechtesten be-
zahlten) Anforderungsniveau auszugehen (vgl. Entscheid des BGer vom 
23. Oktober 2013, 9C_633/2013, E. 4.2). Sodann ist auch beim Invaliden-
einkommen auf die Zahlen abzustellen, die im Zeitpunkt des frühestmögli-
chen Rentenbeginns Gültigkeit hatten (hier: September 2008 [vgl. E. 4.2.1 
hiervor]).

Gemäss LSE 2008, TA1, Männer, Anforderungsniveau 4, beträgt der To-
talwert monatlich Fr. 4‘806.--. Aufgerechnet auf die allgemeine wöchentli-
che Arbeitszeit im Jahr 2008 von 41.6 Stunden (abrufbar auf 
www.bfs.admin.ch) resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 59‘978.90. 
Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer, wenn er einen Tabellen-
lohnabzug (vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327) von 25% geltend macht. Die 
gesundheitlichen Einschränkungen resp. die zusätzlichen Pausen sind in 
der 82.5%-igen Leistungsfähigkeit bereits (wohlwollend [E. 3.3.1 hiervor]) 
berücksichtigt. Ausserdem war der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des 
frühestmöglichen Rentenbeginns erst 48-jährig und sein beruflicher
Werdegang (vgl. AB 44) lässt ohne weiteres den Schluss zu, dass ihm ein 
weiter Arbeitsmarkt offen steht, in welchem er seine Restarbeitsfähigkeit 
verwerten könnte (vgl. auch AB 36/1 unten). Damit fällt ein Tabellenlohnab-
zug ausser Betracht. Folglich resultiert angepasst an die 82.5%-ige Leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2017 , IV/16/606, Seite 16

tungsfähigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 49‘482.50 (Fr. 59‘978.90 x 
82.5%).

4.2.3 Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen 
resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 19‘417.50 (Fr. 68‘900.-- ./. 
Fr. 49‘482.50), was einem rentenausschliessenden (vgl. E. 2.2 hiervor) 
Invaliditätsgrad von 28% entspricht.

4.3 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin einen Renten-
anspruch des Beschwerdeführers im Ergebnis zu Recht verneint. Die Be-
schwerde gegen die Verfügung vom 30. Mai 2016 (AB 187) ist somit 
abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, festgesetzt auf Fr. 800.--, hat bei diesem Ausgang 
des Verfahrens der unterliegende Beschwerdeführer zu tragen (Art. 108 
Abs. 1 VRPG). Sie werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher 
Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]). Ebenso hat die Beschwerdegegnerin – trotz 
ihres Obsiegens – keinen Anspruch auf einen Parteikostenersatz (Art. 104 
Abs. 3 VRPG; vgl. auch BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2017, IV/16/606, Seite 17

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________  z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.