# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a782ad72-c9c1-5522-bec5-c62eb456f874
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 25.10.2016 S 2015 160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2015-160_2016-10-25.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 160

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Stecher
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuar Gross

URTEIL

vom 25. Oktober 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch MLaw Linard Guetg,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____ ist gelernter Elektromonteur und arbeitete viele Jahre in diesem 

Beruf, zuletzt als Projektleiter, ehe ihm im Jahr 2014 gekündigt wurde. 

Seit 2009 litt A._____ an gesundheitlichen Problemen, namentlich an 

Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden. Im Jahr 2011 erlitt er 

einen gesundheitlichen Zusammenbruch und musste ambulant in einer 

Klinik therapiert werden. Vom 22. Mai 2014 bis 26. November 2014 war 

A._____ als Energieberater tätig. Diese Stelle kündigte er auf den 31. De-

zember 2014. Ab dem 23. Dezember 2014 bezog A._____ Leistungen 

von der Erwerbsausfallversicherung der B._____, wobei er von Dr. med. 

C._____ krankgeschrieben wurde.

2. Am 28. Februar 2015 meldete sich A._____ bei der Sozialversicherungs-

anstalt des Kantons Graubünden (IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen 

an, wobei er diesbezüglich verschiedene Abklärungsberichte von Dr. 

med. C._____ einreichte.

3. In der Folge wurde ein psychiatrisches Gutachten des Regionalen Ärztli-

chen Dienstes (RAD) vom 4. Juni 2015 durch Dr. med. D._____ über 

A._____ erstellt. Auf Veranlassung der B._____ Erwerbsausfallversiche-

rung wurde A._____ noch von deren Vertrauensarzt Dr. med. E._____ 

gemäss Bericht vom 2. Juli 2015 beurteilt. Der Case Report der IV-Stelle 

über dessen Krankengeschichte datiert vom 28. Oktober 2015. 

4. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2015 bestätigte die IV-Stelle ihren Vorbe-

scheid, wonach kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

bestehe. Zur Begründung brachte sie vor, dass die medizinischen Ab-

klärungen in der bisherigen Tätigkeit als Elektromonteur eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit ab dem 23. Dezember 2014 ergeben hätten. Die IV-

Stelle stellte dabei auf das RAD-Gutachten vom 4. Juni 2015 ab. In den 

zuletzt ausgeführten Tätigkeiten als Energieberater sei A._____ jedoch 

spätestens seit dem 1. September 2015 wieder voll arbeitsfähig, ausser 

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beim langjährigen Arbeitgeber. Davor sei A._____ ab dem 21. Mai 2015 

zu    40 % und danach vom 4. Juni 2015 bis 31. August 2015 zu 70 % ar-

beitsfähig gewesen. Damit sei erstellt, dass dieser nicht während eines 

Jahres durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sei und 

deshalb eben auch keinen gesetzlichen Anspruch auf eine IV-Rente ha-

be.

5. Dagegen erhob A._____ (hiernach Beschwerdeführer) am 25. November 

2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

den Begehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rück-

weisung der Angelegenheit an die IV-Stelle für weitere medizinische Ab-

klärungen. Zur Begründung wurde geltend gemacht, es könne nicht auf 

das RAD-Gutachten vom 4. Juni 2015 abgestellt werden, da dieses nicht 

umfassend, allseitig widerspruchsfrei und einleuchtend sei. Dr. med. 

D._____ habe ihn bloss 1 ½ Stunden untersucht und er sei unter grossem 

Arbeitsdruck gestanden, weshalb er die komplexe Problematik nicht habe 

erfassen können. Der RAD-Arzt setze sich - ohne näher darauf einzuge-

hen - über die Beurteilungen der übrigen drei Ärzte hinweg. Selbst der 

Vertrauensarzt der B._____ Taggeldversicherung bescheinige eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Gesundheitszustand des Beschwerde-

führers sei aufgrund der Hamilton-Skala erhoben worden. In dieser Zeit 

sei er aber kurzzeitig stabil gewesen. Der IV-Stelle sei auch das Gutach-

ten von Dr. med. E._____ vorgelegen, welches zu einem völlig anderen, 

plausiblen Ergebnis (100%ige Arbeitsunfähigkeit) gelangt sei. Es werde 

auch nicht auf den Umstand eingegangen, dass der Beschwerdeführer 

zeitweise Antidepressiva in hoher Dosis einnehmen müsse und beim 

Psychiater Dr. med. F._____ in Behandlung sei. Aufgrund der sich wider-

sprechenden Gutachten wäre eine weitergehende Abklärung geradezu 

geboten gewesen. Die IV-Stelle habe sich daher bei ihrer Verfügung auf 

einen falschen und unvollständigen Sachverhalt abgestützt.

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6. In ihrer Vernehmlassung vom 27. Januar 2016 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Laut 

Dr. med. C._____ habe ab dem 23. Dezember 2014 eine Arbeitsunfähig-

keit vorgelegen. Zum Zeitpunkt der Verfügung vom 28. Oktober 2015 ha-

be damit aber das gesetzliche Wartejahr noch gar nicht erfüllt sein kön-

nen. Bereits aus diesem Grunde sei die angefochtene Verfügung zumin-

dest im Ergebnis rechtens und zu schützen. Zum Zeitpunkt der RAD-

Abklärung vom 4. Juni 2015 habe sodann nur mehr eine 30%ige Ein-

schränkung bestanden. Dr. med. E._____ habe zwar am 2. Juli 2015 eine 

schwere depressive Episode diagnostiziert, er folgere jedoch, dass inner-

halb eines halben Jahres wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit zu er-

warten sei. Selbst wenn man Dr. med. E._____ folgen wollte, fehle es hier 

an der erforderlichen Schwere, Ausprägung und Dauer, um eine IV-Rente 

zu begründen. Der vom RAD-Arzt festgehaltene Tagesablauf (Schwim-

men morgens, Mittagessen bei Grosseltern der Pflegetochter, ausge-

dehnte Spaziergänge mit Hund usw.) des Beschwerdeführers sei nicht mit 

einer schweren depressiven Episode (mit 'innerer Leere') vereinbar. Das 

RAD-Gutachten sei schlüssig und vollständig, wohingegen Dr. med. 

E._____ sich sehr knapp halte. Denkbar sei, dass bei der Untersuchung 

von Dr. med. E._____ eine Verschlechterung vorgelegen habe, diese 

werde nun aber leitliniengerecht behandelt. Es sei deshalb – auch im Ein-

klang mit der Prognose von Dr. med. E._____ – davon auszugehen, dass 

innerhalb eines halben Jahres die vollständige Arbeitsfähigkeit erreicht 

werde. 

7. In seiner Replik vom 15. März 2016 hielt der Beschwerdeführer noch fest, 

dass er vom Psychiater Dr. med. F._____ nach wie vor als zu 100 % ar-

beitsunfähig eingeschätzt werde. Die Rückweisung der Angelegenheit zur 

Neubeurteilung dränge sich hier vor allem auch deswegen auf, weil die 

Beschwerdegegnerin künftig alle Entscheide betreffend IV-Leistungen auf 

das fehlerhafte RAD-Gutachten stützen werde. Es würden derzeit zudem 

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weitere Abklärungen getätigt, weshalb das Verfahren einstweilen zu sis-

tieren sei. Das RAD-Gutachten könne nicht schlüssig und korrekt sein, da 

drei andere Fachärzte gegenteiliger Meinung seien.

8. In ihrer Duplik vom 22. März 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin, 

das hängige Verfahren sei nicht zu sistieren. Sollte sich der Gesundheits-

zustand des Beschwerdeführers tatsächlich dauernd und erheblich ver-

schlechtern – oder seit Erlass der angefochtenen Verfügung vom 28. Ok-

tober 2015 verschlechtert haben –, so könne er sich erneut zum Leis-

tungsbezug anmelden und sein Gesuch würde von neuem geprüft. 

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der kantonalen Amtsstelle anfecht-

bar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 28. Okto-

ber 2015 stellt somit ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren 

vor dem Versicherungsgericht dar. Die sachliche Zuständigkeit des Ver-

waltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in 

Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat der angefochtenen Verfü-

gung ist der Beschwerdeführer überdies berührt und weist ein schutzwür-

diges Interesse an deren Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. 

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b) Strittig und zu prüfen ist der erstmalige Anspruch des Beschwerdeführers 

auf Gewährung einer Invalidenrente. Diese Beurteilung hängt hier zur 

Hauptsache von der Würdigung der bei den Akten liegenden Arztberichte 

und Gutachten ab. Beschwerdethema bildet dabei im Kern die Frage, ob 

die Beschwerdegegnerin (IV-Stelle) zu Recht auf das Gutachten des Re-

gionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 4. Juni 2015 abstellte und ge-

stützt darauf eine fehlende einjährige mindestens 40%ige Arbeitsunfähig-

keit annahm, oder andernfalls die übrigen Arzt- bzw. Facharztberichte be-

rechtigte Zweifel daran hätten aufkommen lassen und somit weitere Ab-

klärungen unerlässlich gewesen wären. Trifft ersteres zu, so erfolgte auch 

die angefochtene Verfügung vom 28. Oktober 2015 nicht verfrüht; trifft 

das Zweitgenannte zu, hätte mit dem Erlass der Verfügung - wie vom Be-

schwerdeführer beantragt - noch zugewartet werden müssen.

2. a) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid 

ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG). Ein rentenbegründender Invali-

ditätsgrad liegt vor, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, er-

halten oder verbessern kann, während mindestens eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % im bisherigen 

Beruf oder Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Sind 

diese Voraussetzungen erfüllt, so steht der versicherten Person bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente, bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 50 % eine halbe Rente, bei einem Invaliditäts-

grad von mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente und bei einem Invali-

ditätsgrad von 70 % eine ganze Rente zu (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

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b) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben 

Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, 

d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, 

dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-

fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts-

anspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen-

den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge-

samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 

auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hin-

sichtlich des Beweiswerts eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten. Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug 

auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien 

für die Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungs-

verfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf 

Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle 

Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-

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verlässigkeit der Expertise sprechen. In Bezug auf Berichte von Hausärz-

ten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, 

dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau-

ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen 

(vgl. BGE 125 V 351 E.3a mit Hinweisen). Auch den Berichten und Gut-

achten versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, so-

fern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit be-

stehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungs-

verhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangeln-

de Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr be-

sonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der 

Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die 

erhebliche Bedeutung, die den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht 

zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein stren-

ger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 E.1c mit Hin-

weisen). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E.4.4). 

c) Im konkreten Fall sind folgende ärztlichen Gutachten und Abklärungsbe-

richte - auszugsweise im Wesentlichen wiedergegeben – aktenkundig und 

für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und eine allfällige Bezugsberechti-

gung auf Leistungen der Invalidenversicherung von Bedeutung: 

➢ Im Arztzeugnis vom 23. Dezember 2014 attestierte Dr. med. C._____, 
Facharzt Innere Medizin FMH, Psychosoziale und Psychosomatische 
Medizin, dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab sofort bis 
31. Januar 2015 wegen Krankheit (vgl. Beilage 6 des Beschwerdeführers 
[Bf-act.6] sowie Beilage 6 der IV-Stelle [IV-act.6).

➢ Im Arztbericht vom 5. März 2015 stellte derselbe die Diagnose F43.2 und 
Z.56. Die psychosomatischen Symptome (Cephalea, Insomnie) seien 
zurückgegangen und der Patient habe nun wieder eine regelmässige kör-
perliche Aktivität begonnen (Schwimmen, mit dem Hund laufen), was ihm 
gut tue. Die Stimmungsschwankungen seien noch ausgeprägt, vor allem 

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reaktiv auf die rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem früheren Ar-
beitgeber wegen der Lohnzahlungen in den Monaten Januar bis März 
2015. Seine Prognose sei vorsichtig optimistisch. Ein bleibender Nachteil 
sei nicht zu erwarten. Ein Stellenantritt per 1. September 2015 sei noch 
pendent (Bf-act. 8; IV-act. 16).

➢ Im Arztbericht vom 21. Mai 2015 hielt Dr. med. C._____ zudem noch fest, 
dass beim Patienten eine ausgeprägte narzisstische Kränkbarkeit im Vor-
dergrund stehe. Ab dem 15. Juni 2015 erachte er den Patienten wieder-
um zu 40 % arbeitsfähig (Bf-act. 10; IV-act. 32)

➢ Im RAD-Gutachten vom 4. Juni, mitgeteilt am 16. Juni 2016, hielt Dr. 
med. D._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, unter 
Berücksichtigung der gesamten bisherigen Krankengeschichte (Anamne-
se) fest, dass er dem Versicherten die Diagnose [mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit] F33.1 stelle: Rezidivierend depressive Störung, gegen-
wärtig mittelgradige Episode in Teilremission, aktuell noch leicht depres-
sives Zustandsbild (Ziff. 6.1). Die Diagnose [ohne Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit] F45.0 laute auf Somatisierungsstörung (Ziff. 6.2). Zur Ar-
beitsfähigkeit hielt der RAD-Arzt fest, dass keine andauernden Funktions-
defizite bestünden und dem Versicherten die Ausübung der bisherigen 
Tätigkeit zu 8 ½ Stunden pro Tag zumutbar sei. Eine verminderte Leis-
tungsfähigkeit bestehe nicht. Die Arbeitsfähigkeit des Versicherten werde 
auf 100 % spätestens ab dem 1. September 2015 geschätzt. Der Grad 
der Arbeitsfähigkeit sei zeitlich wie folgt festzusetzen: 40 % ab 21. Mai 
2015, 70 % ab jetzigem Bericht, 100 % ab 1. September 2015. Die ge-
schätzte Gesamt-Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit liege aus medi-
zinischer Sicht bei 100 % (vgl. Ziff. 8.1.1-8.2.5) - (Bf-act. 3; IV-act. 36).

➢ Im Abklärungsbericht vom 2. Juli 2015 hielt Dr. med. E._____, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, fest, dass der Versicherte nicht 
an einem aktuell leicht depressiven Zustandsbild mit Somatisierungs-
störung leide, sondern an einer schweren depressiven Episode F32.31 
mit somatischem Syndrom, die sich über die letzten 5 Jahre langsam 
entwickelt habe, aber nie diagnostiziert und auch nie behandelt worden 
sei. Die Diagnose basiere in erster Linie auf den Schlafstörungen am An-
fang, auf dem Auftreten der Darmproblematik als erster erheblicher kör-
perlicher Reaktion und auf den schweren Ängsten, dem Druck auf der 
Brust, dem „Spannungs“-Kopfweh und vor allem dem nächtlichen Schwit-
zen, sowie auch auf dem Kollaps nach der ersten psychiatrischen Konsul-
tation und der Tatsache, dass der Versicherte überhaupt nicht belas-
tungsfähig und schnell gestresst sei. Die jetzige Behandlung sei weder 
nützlich noch leitliniengerecht und der Versicherte daher unverändert 
schwer krank und arbeitsunfähig. Wenn ab sofort aber eine korrekte und 
intensive Behandlung durchgeführt werde, sollte der Versicherte ab dem 
1. Januar 2016 wieder zu 100 % arbeitsfähig sein (Bf-act. 18; IV-act. 41).

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➢ Laut Eintrag im Kranken-Kontrollblatt (B._____) vom 21. Juli 2015 
bestätigte Dr. med. F._____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, dem 
Versicherten hand- und unterschriftlich ab sofort eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit, ohne Erläuterungen dazu. Die letzte Bescheinigung datierte 
vom 17. November 2015 (Bf-act. 16; IV-act. 42 S. 2).

d) In Würdigung der aufgeführten ärztlichen Beurteilungen gilt es vorliegend 

zu entscheiden, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das verwal-

tungsinterne RAD-Gutachten von Dr. med. D._____ abstellte und dieses 

somit im Ergebnis höher gewichtete als die verwaltungsexternen Ab-

klärungen, Zeugnisse und Bestätigungen der übrigen Fachärzte (Dres. 

med. C._____, E._____ und F._____). Zu beurteilen ist dabei insbeson-

dere, ob die drei letzteren Fachärzte tatsächlich erhebliche Zweifel am 

Gutachten und den Schlussfolgerungen des RAD-Arztes Dr. med. 

D._____ zu wecken vermochten, was weitere Abklärungen unerlässlich 

gemacht hätte und damit den Erlass der angefochtenen Verfügung vom 

28. Oktober 2015 als verfrüht erscheinen liesse. Entgegen den Aus-

führungen des Beschwerdeführers ist dies hier nicht der Fall, weil das 

RAD-Gutachten vom 4. Juni 2015 umfassend, einleuchtend, in sich wi-

derspruchsfrei und schlüssig erscheint und keine Indizien bestehen, um 

an dessen Zuverlässigkeit oder Aussagekraft zu zweifeln, weshalb dieser 

verwaltungsinternen Expertise auch voller Beweiswert zuzubilligen ist. Die 

dazu geäusserte Kritik des Beschwerdeführers – wonach der RAD-Arzt 

nur 1 ½ Stunden für die Untersuchung aufgewendet, unter hohem Zeit- 

und Arbeitsdruck gestanden, keine fachspezifischen Tests durchgeführt 

und aus diesen Gründen die komplexe Problematik nicht richtig erfasst 

habe –  ist jedenfalls nicht stichhaltig und kann auch nicht nachvollzogen 

werden. In seiner Herleitung (inkl. Anamnese), seinem Aufbau, den Dia-

gnosen und den daraus arbeitsmedizinisch stringent gezogenen Schluss-

folgerungen ist das RAD-Gutachten vielmehr klar und inhaltlich überzeu-

gend. Im Vergleich dazu muss der Abklärungsbericht vom 2. Juli 2015 

von Dr. med. E._____ als knapp und inhaltlich weniger aussagekräftig 

und schlüssig bezeichnet werden. Sowohl die Befunde wie auch die Her-

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leitung der von ihm gestellten Diagnosen (schwere depressive Episode 

F32.31 mit somatischem Syndrom; unerkannt in seiner Entwicklung seit 

rund 5 Jahren) sind kaum fundiert erläutert worden und können daher in-

haltlich auch nicht genügend nachvollzogen werden. Im Besonderen die 

Begründung für die Diagnose einer „schweren Depression" - aufgrund an-

fänglicher Schlafstörungen, wegen Verdauungsproblemen, Angst-

/Panikattacken, Brustschmerzen, Spannungskopfweh und Schweissaus-

brüchen nachts sowie eines gesundheitlichen Zusammenbruchs infolge 

fehlender Belastbarkeit bzw. Stressresistenz - überzeugt nicht. Der Rück-

schluss von den erwähnten Symptomen auf eine „schwere Depression“ 

erscheint dem Gericht zu wenig nachvollziehbar, zumal sich eine solche 

Diagnose in den Befunden des konsultierten Facharztes widerspiegeln 

müsste. Im Gegensatz zu dieser Beurteilung erkannte der RAD-Arzt ledig-

lich kurze Zeit davor auf die Diagnose F33.1: Rezidivierend depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode in Teilremission, aktuell noch 

leicht depressives Zustandsbild (IV-act. 36, Ziff. 6.1) und er untermauerte 

diese Feststellung mit dem Hinweis, dass der aktuelle Tagesablauf des 

Beschwerdeführers (Morgens Schwimmen im Hallenbad oder Freibad; 

seit zwei Wochen wieder Kontaktaufnahme mit Freundeskreis; Mittages-

sen bei Grosseltern der Pflegetochter; Nachmittags ausgedehnte Spa-

ziergänge mit Hund [zweimal pro Woche gar zusammen mit Freundin]; 

sowie Büroarbeiten, Internetsurfen oder Buchlesen; Abendessen nur Jo-

ghurt oder Käse, da Gewichtsreduktion unter 130 kg anvisiert; Samstags 

manchmal auswärts essen; Sonntagnachmittag Jassen mit Grossvater 

der Pflegetochter [IV-act. 36, Ziff. 3.2.6]) mit einer schweren Depression 

nicht vereinbar sei. Zudem hielt bereits Dr. med. C._____ im Arztbericht 

vom 5. März 2015 fest, dass die psychosomatischen Symptome (Cepha-

lea, Insomnie) beim Patienten zurückgegangen seien und dieser nun wie-

der eine regelmässige körperliche Aktivität (Schwimmen, mit dem Hund 

laufen) begonnen habe (IV-act. 16). Hinzu kommt, dass der Psychiater 

Dr. med. E._____ auf die gegenteilige Beurteilung des RAD-Arztes nur 

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einen Monat zuvor nicht näher eingeht, sondern bloss deren Existenz er-

wähnt. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdegegnerin zu dieser Dis-

krepanz in der angefochtenen Verfügung vom 28. Oktober 2015 selbst 

ebenfalls nicht Stellung nahm, da sie dieses „Versäumnis“ in ihrer Ver-

nehmlassung vom 27. Januar 2016 gebührend nachholte (vgl. im Sach-

verhalt Ziff. 6, hiervor). Selbst wenn man aber noch anderer Meinung wä-

re und der Beurteilung vom 2. Juli 2015 von Dr. med. E._____ folgen woll-

te, hätte der Beschwerdeführer aufgrund einer „korrekten und intensiven 

Behandlung“ ab dem 1. Januar 2016 wieder zu 100 % arbeitsfähig sein 

können (IV-act. 41). Der Umstand, dass selbst Dr. med. E._____ innert 

sechs Monaten wieder mit einer vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-

führers rechnete, beweist gerade, dass hier nicht von einem langdauern-

den invalidisierenden Effekt des Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 

1 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG ausgegangen werden kann. Zum selben Ergeb-

nis ist im Übrigen auch bereits Dr. med. C._____ gelangt, als er im Arzt-

bericht vom 5. März 2015 festhielt, dass von einer vorsichtig optimisti-

schen Prognose auszugehen sei und ein bleibender Gesundheitsnachteil 

nicht zu erwarten sei, weshalb auch schon ein Stellenantritt per 1. Sep-

tember 2015 ins Auge gefasst worden sei, wobei das Zustandekommen 

dieser Anstellung jedoch derzeit noch pendent sei (IV-act. 16). Was 

schliesslich noch die Bestätigungen in den Krankenkontroll-Blättern (der 

B._____) ab dem 21. Juli 2015 durch den Facharzt Dr. med. F._____ be-

trifft, so sind dessen Kontrolleinträge (100%ige Arbeitsunfähigkeit attes-

tiert) jeweils ohne Erläuterung oder plausible Begründung erfolgt, obwohl 

die bescheinigte (volle) Arbeitsunfähigkeit gleich sieben Mal im Zeitraum 

vom 21. Juli 2015 bis 17. November 2015 verlängert wurde (Bf-act. 16). 

Eine solch kommentar- und vorbehaltlos erfolgte Eintragungs- und 

Bestätigungskontrolle der (vermeintlichen) Arbeitsunfähigkeit des Be-

schwerdeführers vermag für sich allein betrachtet aber noch keine be-

gründeten Zweifel am RAD-Gutachten vom 4. Juni 2015 zu wecken, wo-

mit allein deswegen auch keine zusätzlichen Abklärungen nötig waren. 

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Die erhöhte Medikation mit Antidepressiva spricht zwar für das Vorliegen 

einer Depression (Bf-act. 19), sie vermag alleine aber weder die Ausprä-

gung noch die Dauer der Störung beim Beschwerdeführer zuverlässig 

und insbesondere nachhaltig aufzuzeigen. Im Übrigen sind alle anderen 

Fachärzte (Dres. med C._____

/D._____/E._____) einhellig von einer baldigen (bis 1. September 2015) 

bzw. zumindest innert sechs Monaten absehbaren (bis spätestens 1. Ja-

nuar 2016) Verbesserung der Symptomatik bei suffizienter Therapie – 

wozu der Beschwerdeführer aufgrund der Schadenminderungspflicht (Art. 

21 Abs. 4 ATSG) verpflichtet ist – ausgegangen, was ebenfalls dafür 

spricht, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Leistungsanspruch 

verneinte. Die angefochtene Verfügung vom 28. Oktober 2015 erging 

nach dem Gesagten somit aber auch nicht zu früh, weil sich gezeigt hat, 

dass auf die RAD-Beurteilung von Dr. med. D._____ abgestellt werden 

konnte. Sollte nach Erlass der angefochtenen Verfügung allerdings 

tatsächlich eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten 

sein oder dereinst noch eintreten, steht es dem Beschwerdeführer selbst-

verständlich immer noch frei, ein neues Gesuch um Versicherungsleis-

tungen zu stellen. 

3. a) Die angefochtene Verfügung vom 28. Oktober 2015 ist demzufolge rech-

tens und schützenswert, was zu ihrer Bestätigung und zur Abweisung der 

dagegen erhobenen Beschwerde vom 25. November 2015 führt.

b) Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Ver-

weigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver-

fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.--

bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens recht-

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fertigt es sich im konkreten Fall, dem unterliegenden Beschwerdeführer 

Gerichtskosten von Fr. 700.-- zu überbinden. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]