# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91d4638a-3eaf-54fb-8110-b0bcc6978c6c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-12
**Language:** de
**Title:** 
**Docket/Reference:** IV.2014.00946
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00946.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00946
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil
vom
12. März 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Christine Fleisch
Meier
Fingerhuth
Fleisch
Häberli
, Rechtsanwälte
Lutherstrasse 36, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1971 geborene
X.___
meldet sich am 10. Juni 2013
unter Hinweis auf ein Herzleiden
zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration, Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 11/2). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin berufliche, erwerbli
che
und medizinische Abklärungen. Am 16. Juli 2013 teilte sie dem Versicher
ten mit, dass sich berufliche Eingliederungsmassnahmen derzeit als unmöglich erwiesen (Urk. 11/10).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 11/19) verfügte die IV
Stelle – un
ter Hinweis auf eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer
behinderungs
an
gepassten
Tätigkeit beziehungsweise einen
Invaliditäts
grad
von 0 % - am 6. August 2014 die Abweisung des
Rentenbe
gehrens
(Urk. 2).
Gleichzeitig wies sie darauf hin,
dass er
im Hinblick auf ein späteres erneutes
Leistungsgesuch
im Rahmen seiner
Schad
enminderungs
pflicht
gehal
ten sei, sich einer nachhaltigen ambulanten Herzrehabilitat
ion zu unterziehen (Urk. 11/41).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess der Versicherte am 15. September 2014 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Es sei
die Verfügung vom 6. August 2014 aufzuheben und es sei Herrn
X.___
mit Wirkung ab 11.06.2013 eine halbe IV-Rente zuzusprechen.
2.
Eventualiter sei die Verfügung der IV-Stelle
vom 06.08.2014 aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ergänzende medizinische Berichte beim
Y.___
, Kardiologie, einzu
holen. Nach Einholung dieser Akten sei über den Anspruch auf eine IV
Rente
er
neu
t
zu verfügen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gegenpartei.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu bewilli
gen und in der Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche
Rechtsbei
ständin
beizugeben.“
Die IV-Stelle schloss am 17. Oktober 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort, Urk. 10), was dem Beschwerdeführer am 25. November 2014 zur Kenntnis gebracht wurde. Mit Eingabe vom 16. Dezember 2014 (Urk. 14)
reichte der Beschwerdeführer
Akten betreffend eine
Mitte Oktober 2014 begonnene
ambulante Herzrehabilitation im
Z.___
ein (Urk. 15
/1-2
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
tels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau
ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die
Leistungsverw
eigerung damit, dass
der Beschwer
deführer in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig und damit in der Lage sei, ein
rentenausschliessendes E
inkommen zu erzielen (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber
– unter Hinweis auf die Beur
teilung der Kardiologen des
Y.___
-
auf den Standpunkt,
er sei in einer leidensangepassten Tätigkeit lediglich noch zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 1 S. 4)
.
Korrekterweise sei b
ei der Ermittlung sowohl des Validen- als auch des Invalideneinkommens auf d
en
Tabellenl
ohn
für Hilfsarbeiten gemäss Tabelle TA1 Ziffer 2 bis 96 der LSE abzustellen, weshalb
er vorderhand
Anspruch auf eine halbe Rente
habe
(Urk. 1 S. 5).
Ob und gegebenenfalls ab wann aufgrund rehabilitativer Massnahmen eine (von den Ärzten prognostisch erwartete)
höhergradige
Arbeitsfähigkeit
bestehe
, habe die IV-Stelle – ebenso wie das Anforderungsprofil einer leidensangepassten Tätigkeit - ungenügend abgeklärt. Eventualiter sei die Sache daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese entsprechende Abklärungen tätige und hernach über den Renten
anspruch neu befinde (Urk. 1 S. 5 f.).
3.
3.1
Die Ärzte des
Y.___
, Herzkreislaufzentrum, Klinik für Kardio
logie, stellten am 6. Mai 2013 fo
lgende Diagnosen (Urk. 11/1 S. 1
):
-
Valvuläre
, postrheumatische
Kardiomyopathie
mit zuletzt normaler LV-Funktion
-
am 27. Juli 2006
Aortenklappenersatz
mittels SJM 25 mm bei Degene
ration des 1992 implantierten
Homografts
(schwere AI), Reduktionsplastik der Aorta
ascendens
,
Mitralklappenrekonstruktion
bei mittelschwerer
Mitralinsuffizienz
(
Annuloplasty
Ring, 32 mm)
-
Kammerflimmern
mit elektromechanischer Reanimation am 15. und 20. Januar 2007
-
Koronarangiographie vom 18. Januar 2007:
stenosefreie
Koronarien
-
CRT-D-Implantation (SJM) am 22. Januar 2007, Explantation und Neuimplantation (Medtronic) bei Batterieerschöpfung und Austausch SJM
Riata
-Sonde RV am 4. Juli 2012
-
TTE vom 6. Mai 2013: normal grosser linker Ventrikel mit e
r
haltener systolischer Funktion (EF
biplan
= 59 %), SJM-Prothese in
aortaler
Position: mittlerer systolischer Druckgradient 7
mmHg
, rekonstruierte
Mitralklappe (Ring 32 mm), verdickte
Mitralsegel
: mittlerer diastoli
scher Druckgradient 2
mmHg
-
Spiroergometrie vom 10. November 2011: VO2 max. 16,70 ml/min/kg, ME
T
s 4,8 (61,5 % des Soll)
-
cvRF
: Nikotin (20-30
py
), Adipositas
-
Vitamin D-Mangel
D
ie Ärzte führten aus, d
er Beschwerdeführer gebe eine gegenüber der letzten Kontrolle vor sechs Monaten subjektiv unveränderte, eventuell
geringgradig
schlechtere Leistungsfähigkeit an. Nach zwei bis drei Stockwerken Treppenstei
gen beziehungsweise nach 30 Minuten Gehen in der Ebene komme es zu einer generellen Ermüdung in den Beinen und zu Atemnot (S. 2).
Anlässlich der regulären Verlaufskontrolle habe sich beim kardiopulmonal kompensierten
Pati
enten
ein stabiler Verlauf gezeigt. Problematisch seien indes die weitere Gewichtszunahme (aktueller BMI von 38,13 kg/m
2
)
und der persistierende
Nikotinabusus
. Die CRT-Kontrolle habe eine einwandfreie Funktion ohne Auf
zeichnung
höhergradiger
Rhythmusstörungen
ergeben
. Echokardiographisch habe zudem ein stabiler Verlauf dokumentiert werden können. Der Beschwer
deführer gehe, nachdem er das selbständig geführte Gastronomieunternehmen Anfang Jahr aufgrund körperlicher Limitationen aufgegeben habe, derzeit kei
ner Arbeit nach. Er sei daher angehalten worden, sich bei der IV anzumelden und eine Umschulung anzustreben (S. 3).
3.2
Dr. med.
A.___
, Praktischer Arzt FMH, stellte am 24. August 2013 nachste
hende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 11/12 S. 1):
-
Valvuläre
, postrheumatische
Kardiomyopathie
-
Aortenklappenersatz
2006
-
Kammerflimmern mit Reanimation zweimal, 2001 und 2007
-
CRT-Implantation am 22. Januar 2007
-
Adipositas Grad II
Der Beschwerdeführer leide seit Jahren an einer
valvulären
Herzkrankheit. In der letzten Zeit habe sich eine
Kardiomyopathie
mit Leistungseinbusse ent
wickelt.
Die Prognose sei ungünstig.
In t
herapeutisch
er Hinsicht
seien eine Fortführung der medikamentösen Behandlung und eine Gewichtsreduktion
indi
ziert
.
Betreffend die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seien keine sicheren Angaben möglich. Eine sehr leichte Tätigkeit sei ihm
– seit zirka An
fang 2013, als es zu einer starken Zunahme der Beschwerden gekommen sei
-
noch im Pensum von maximal 20 % zumutbar (S. 2
ff.
).
3.3
Am 24. Juli 2013 gaben die Ärzte des
Y.___
,
B.___
, an, aufgrund der vom Beschwerdeführer geklagten gering
gradigen Leistungsverminderung seit der letzten Kontrolle sei vorgesehen, bei der nächsten Konsultation zur Beurteilung
des Leistungsvermögens eine Spiro
ergometrie durchzuführen. Die Arbeitsunfähigkeit sei dem Beschwerdeführer bis anhin nicht von ihnen attestiert worden
. Eine genaue Beurteilung der Arbeits
fähigkeit könne – nach Durchführung der
spirometrischen
Untersuchung – in etwa einem halben Jahr erfolgen. Schwere
körperliche Tätigkeiten sollte der Beschwerdeführer meiden; er sei aber sicher in der Lage, einer sitzenden Bürotätigkeit nachzugehen.
Die Einschränkungen liessen sich durch medizini
sche Massnahmen noch vermindern. Es seien eine deutliche Gewichtsreduktion und ein umgehender Nikotinstopp angezeigt. Des Weiteren lasse sich auch durch eine kardiale rehabilitative Physiotherapie noch eine Verbesserung erzie
len (Urk. 11/13 S. 2).
3.4
In seiner gestützt auf die Akten verfassten Stellungnahme vom 9. Oktober 2013 (Urk. 11/17 S. 3) gelangte
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin, zer
tifizierter Gutachter SIM, Arzt des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) der IV, zum Schluss, dass aufgrund der
valvulären
Herzkrankheit mit Zustand nach Klappenersatz und Defibrillator-Implantation eine stark verminderte körperliche Leistungsfähigkeit bestehe. Während in der angestammten Tätigkeit – wohl seit Jahren – eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, sei dem Beschwerdeführer eine körperlich sehr leichte, sitzende Tätigkeit noch uneingeschränkt zumutbar. Insofern stünden aus rein medizinischer Sicht berufliche Massnahmen im Vor
dergrund.
3.5
Die Kardiologen des
Y.___
hielten am
2. April 2014 fest,
die gesundheitliche Situation sei stabil. Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit sei eine ambulante kardiale Rehabilitation angezeigt. Es seien ein Nikotinstopp und eine Gewichtsreduktion zu empfehlen. Die Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers, der zuletzt als Kellner tätig gewesen sei, sei aktuell aufgrund einer
Dekonditionierung
eingeschränkt (Urk. 11/31 S. 2). Die angestammte Tätigkeit sei ihm nicht mehr beziehungsweise – gemäss dem
Ergebnis der im März 2014 durchgeführten Spiroergometrie -
nur noch zu 50 % zumutbar
(S. 2 f.). Es sei die Ausübung einer sitzenden Tätigkeit zu empfehlen. Nach erfolgter Rehabili
tation sei die Leistungsfähigkeit neu zu beurteilen; allenfalls könne der Beschwer
deführer dann auch wieder einer Tätigkeit im Gastgewerbe nachgehen. Nach Abschluss der rehabilitativen Massnahmen se
i
mit einer 75 bis 100%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen (S. 3).
3.6
Am 6. Mai 2014 hielt der RAD-Arzt Dr.
C.___
fest, aus dem aktuellen Bericht der Kardiologen des
Y.___
gehe hervor, dass der Gesundheits
zustand sich nicht verändert habe und – aufgrund der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt – eine vollständige
Dekonditionierung
vorliege.
Im Hinblick auf
deren Überwindung sei der Beschwerdeführer – unter Hinweis auf seine
Scha
denminderungspflicht
– zu einer ambulanten kardialen Rehabilitation aufzufor
dern. In einer optimal leidensangepassten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 11/40 S. 2).
3.7
Den
vom Beschwerdeführer am 16. Dezember 2014 eingereichten Unterlagen
ist zu entnehmen
, dass
dieser
sich seit 14. Oktober 2014 einer ambulanten Herzre
hab
ilitation unterzieht (Urk. 14 f.
).
4.
4.1
Aus den zitierten medizinischen Berichten geht übereinstimmend hervor, dass
der Beschwerdeführer an kardialen Beschwerden leidet und deswegen in seiner physischen
Belastbarkeit eingeschränkt ist.
Körperlich schwere Tätigkeiten sind ihm daher nicht mehr zumutbar (vgl.
hiezu
insbesondere
Bericht
Y.___
vom 24. Juli 2013, Urk. 11/13 S. 2).
Fest steht zudem, dass sich die körperliche Leistungsfähigkeit mittels einer ambulanten kardialen Rehabilitation
(Physiotherapie)
noch steigern lässt
(Urk. 11/13 S. 2, Urk. 11/31 S. 2, Urk. 11/40 S. 2)
.
Zudem ist aus den Akten zu schliessen, dass sich auch ein Rauchstopp
(betreffend welchen de
r
Beschwerdeführer die von den Ärzten des
Y.___
angebotene Unterstützung abgelehnt hat [vgl. Urk. 11/1 S. 3])
sowie eine - dem adipösen Beschwerdeführer (ebenfalls) wiederholt dringend empfoh
lene – Gewichtsreduktion positiv auf dessen Leistungsvermögen auswirken würden
(Urk. 11/1 S. 3, Urk. 11/12 S. 2, Urk. 11/13 S. 2, Urk. 11/31 S. 2)
.
4.2
4.2.1
In der
zuletzt
(
bis zum Eintritt der Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes Anfang 2013 [
vgl. Urk. 11/1 S. 3, Urk. 11/12 S. 2
])
ausgeübten Tätigkeit als Kellner besteht gemäss den Kardiologen des
Y.___
, jeden
falls bis zum Abschluss der rehabilitativen Massnahmen (Urk. 11/31 S. 2 f.), eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
4.2.2
Eine
leidens
angepasste Tätigkeit
ist dem Beschwerde
führer nach Lage der Akten
nach wie v
or vollzeitlich zumutbar. So
legten die Kardiologen des
Y.___
dem Beschwerdeführer
(nach Kenntnisnahme seiner Arbeitslosigkeit)
am 6. Mai 2013
die Anmeldung bei der IV
nur deshalb nahe, weil sie eine Umschulung auf eine behinderungsgerechtere Tätigkeit
als die bisherige
Arbeit
im Gastronomiebereich
für sinnvoll erachteten, und
nicht etwa
, weil sie Grund für
eine Berentung
sahen
(Urk. 11/1 S. 3).
In ihrem Bericht vom
24. Juli 2013
hiel
ten sie in der Folge fest,
dass der Beschwerdeführer ohne
Weiteres
in der Lage sei, einer sitz
enden Bürotätigkeit nachzugehen.
Eine Verminderung der Leis
tungsfähigkeit in quantitativer
Hinsicht
attestierten sie dabei nicht
, und auch
die
von den genannten Ärzten
erhobenen Befunde
lassen
nicht auf eine Unzu
mutbarkeit der vollzeitlichen Ausübung einer
Verweistätigkeit
schliessen
(Urk. 11/13 S. 2).
Die im März 2014 durchgeführte Spirometrie ergab
betreffend die
körperlich belastende - Tätigkeit als Kellner eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit, die sich mittels rehabilitativer Massnahmen, mithin
durch ein geeignetes Konditions
training
, wieder auf 75 bis gar 100 % steigern lasse. Dass
auch
in einer
von den Ärzten des
Y.___
erneut ausdrücklich empfohlenen
-
sitzenden Tätigkeit
bis zu
m Abschluss der Physiotherapie
noch eine
Leistungs
einbusse
bestehe
(Urk. 11/31 S. 2 f.)
, ist aufgrund der Natur der Beschwerden und angesichts des Anforderungsprofils der Verweistätigkeit nicht anzunehmen.
Der Beschwerdeführer
gab hinsichtlich seiner
Leistungseinschränkung
denn auch
lediglich an, beim Treppensteigen nach zwei bis drei Stockwerken und beim Gehen auf ebenem Grund nach 30 Minuten
(mithin bei gerade ausge
schlossenen körperlichen Belastungen
in einer Verweistätigkeit
)
eine generelle Ermüdung der Beine sowie Atemnot zu verspüren (Urk. 11/1 S. 3
und Urk. 11/13 S. 1
)
. Funktionelle
Einschränkungen
, die darauf schliessen liessen, dass er
(in einer Verweistätigkeit) nur
noch
ein 50%-
Pensum
zu bewältigen
imstande
sei
(Urk. 1), beschrieb er nicht und sind auch den medizinischen Akten nicht zu entnehmen.
Eine
allfällige
Arbeitsunfähigkeit
auch in angepasster Tätigkeit ist nicht erkenn
bar und
wäre
ohnehin
ausschliesslich
mit der
Dekonditionierung
zu erklären, welche sich
mittels einer
ambulanten kardialen
Physiotherapie
innert kurzer Zeit
verbessern liesse und bei der Beurteilung der Invalidität
rechtsprechungs
gemäss
ausser Acht zu lassen ist (Urteil des damaligen Eidgenössischen
Versi
cherungsgerichts
I 884/05 vom 15. März 2006 E. 2.2).
Die IV-Stelle ging demnach zu Recht von einer uneingeschränkten Arbeits
fähig
keit in einer
leidensangepassten
Tätigkeit aus (Urk. 2
S. 2
). Dass weitere medizinische Abklärungen (Urk. 1 S. 2) zu einem anderen Ergebnis führen wür
den, ist nicht anzunehmen, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
Angesichts der konkreten Umschreibung des Anforderungsprofils der Verweistätigkeit (körper
lich sehr leicht und sitzend; vgl. Urk. 2 S. 2) bestehen – entgegen den einschlä
gigen Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 5) – auch keine Unklar
heiten betreffend die ihm im Rahmen einer behinderungsgerechten Tätigkeit noch zumutbaren
physischen
Belastungen.
4.3
Ob bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads das
Valideneinkommen
basierend auf dem
Tabellenlohn für Hilfsarbeiten in der Gastronomie (Urk. 2 S. 2) oder
wie auch bei der Festsetzung des Invalideneinkommens
auf de
m
Tabel
len
lohn
für Hilfsarbeiten (Zentralwert)
zu bemessen
ist (Urk. 1 S. 5), kann vor
liegend offen bleiben. Angesichts der 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
Ver
weistätig
keit
resultierte nämlich
,
selbst
wenn man dem
Valideneinkommen
zugunsten des
Beschwerdeführers den Zentralwert für Hilfsarbeitertätigkeiten zugrunde legte und überdies den
maximal möglichen leidensbedingten Abzug
von 25 %
vom
Invalideneinkommen vornähme, ein lediglich 25%iger und damit
renten
ausschliessender
Invaliditätsgrad.
4.
4
Da sich die Rentenverweigerung
nach dem Gesagten
als rechtens erweist, ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
5.1
Da die Voraussetzungen erfüllt sind, ist dem Beschwerdeführer antragsgemäss
die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
zu bewilligen und
ist ihm
in der Person von Rechtsanwältin Christine Fleisch, Zürich, eine unent
geltliche Rechtsvertreterin zu bestellen.
5.2
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 700.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.3
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers machte mit
Hono
rarnote
vom
4.
März 2015 (Urk. 16) einen Aufwand von
8
Stunden
und 25 Minuten sowie
Barauslagen im Betrag von Fr.
51.10
geltend. Der verrechnete Zeitaufwand er
scheint angemessen. Unter Berücksichtigung eines
praxisgemäs
sen
Stundenansatzes von Fr. 200.
-- (für den Zeitaufwand bis 31. Dezember 2014) beziehungsweise von Fr. 220.-- (für den Zeitaufwand ab 1. Januar 2015)
sowie der Barauslagen von Fr.
51.10
(je zuzüglich Mehr
wertsteuer) ist die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit einem Betrag von Fr.
1‘894.70
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom 15. September 2014 wird dem Beschwerdeführer die unent
geltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwältin Christine Fleisch als unentgeltliche
Rechtsbeiständin
für das
vorliegende Verfahren bestellt,
und erkennt sodann
:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Christine Fleisch, Zürich,
wird mit
Fr.
1‘894.70
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Christine Fleisch
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage je einer Kopie von Urk. 14 und Urk. 15
/1-2
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer