# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4cd0614-685c-50c7-a616-71d93c89da5e
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1995-06-28
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 28.06.1995 OG ARGVP 1995 2144
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_OG-ARGVP-1995-2144_1995-06-28.pdf

## Full Text

B. Verwaltungsgerichtsentscheide 2144

Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht kommt eine ver­
gleichsweise noch längere Rechtsmittelfrist von 30 Tagen zur An­
wendung, die es namentlich dem Rechtskundigen in aller Regel er­
laubt, Antrag zu stellen und seine Beschwerde zu begründen. Für das 
Verwaltungsgericht besteht daher kein Grund, im Beschwerdeverfah­
ren von dieser gefestigten, restriktiven Praxis zu Art. 22 Abs. 3 VwVG 
abzuweichen. Mithin gewährt auch das Verwaltungsgericht Anwälten 
und anderen Rechtskundigen nur ausnahmsweise und auf begründe­
tes Gesuch hin eine Nachfrist zur Beschwerdeergänzung oder 
-begründung. Im übrigen wird auf unvollständige Beschwerden 
Rechtskundiger grundsätzlich nicht eingetreten.

VGer 31.5.1995

2144

Strassenverkehr, Führerausweisentzug: Überprüfungsbefugnis des 
Verwaltungsgerichtes (Art. 11 des Gesetzes über die Verwaltungsge­
richtsbarkeit, VwGerG, bGS 143.6).

Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde können beim Verwaltungsgericht 
grundsätzlich Rechtsverletzungen (inklusive Ermessensmissbrauch 
und -Überschreitung) und die unrichtige oder unvollständige Feststel­
lung des Sachverhaltes gerügt werden (Art. 11 Abs. 1 VwGerG). Volle 
Überprüfungsbefugnis, welche auch die Ermessenskontrolle umfasst, 
hat das Verwaltungsgericht nur, soweit sein Entscheid an eine Bun­
desinstanz mit unbeschränkter Überprüfungsbefugnis weitergezogen 
werden kann (Art. 11 Abs. 2 VwGerG; vgl. auch Art. 98a Abs. 3 OG). 
Im Falle eines Führerausweisentzuges kann das Bundesgericht nach 
Art. 104 lit. c Ziff. 3 OG die Angemessenheit der angefochtenen Ver­
fügung nicht überprüfen, da diesbezüglich weder das Bundesgesetz 
über den Strassenverkehr (SVG) noch das übrige Bundesrecht diese 
Rüge vorsehen. Entsprechend eingeschränkt ist daher auch die Ko­
gnition des Verwaltungsgerichtes.

VGer 28.6.1995

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