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**Case Identifier:** 542416f6-48e8-51f7-8cd3-8af430fb7a57
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.05.2016 200 2016 74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-74_2016-05-13.pdf

## Full Text

200 16 74 IV
SCI/BRM/WIL/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Mai 2016

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Braune

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Dezember 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2016, IV/16/74, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 4. Oktober 2013 unter Hinweis auf starke Migräne, Er-
schöpfungsdepression, Burnout und Blasenprobleme bei der IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB 
act. II 1). Die IVB holte medizinische und erwerbliche Unterlagen sowie 
eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein. Dar-
aufhin liess sie die Versicherte auf Empfehlung des RAD (act. II 33 S. 6) 
bidisziplinär (psychiatrisch und neurologisch) begutachten (act. II 43.1, 
44.1). Gestützt auf diese Unterlagen stellte die IVB der Versicherten mit 
Vorbescheid vom 29. Oktober 2015 (act. II 45) mangels Vorliegens eines 
invalidisierenden Gesundheitsschadens die Abweisung des Rentenbegeh-
rens in Aussicht. Nach dagegen erhobenem Einwand vom 20. November 
2015 (act. II 48 S. 1) verfügte die IVB am 10. Dezember 2015 (act. II 50) 
wie im Vorbescheid angekündigt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte am 6. Januar 2016 Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern und beantragte sinngemäss, die an-
gefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr sei eine Invalidenrente zuzu-
sprechen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. Februar 2016 schloss die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2016, IV/16/74, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. 
Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 10. Dezember 2015 
(act. II 50). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2016, IV/16/74, Seite 4

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, die ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her-
stellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsren-
te.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-

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rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbe-
reich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zuge-
mutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird für die 
Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig 
sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifi-
sche Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Metho-
de; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 150). 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgende entneh-
men:

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3.1.1 Die Hausärztin Dr. med. B.________, praktische Ärztin FMH, dia-
gnostizierte im Bericht vom 21. Oktober 2013 (act. II 5) ein seit einem Jahr 
bestehendes Burnout, eine ebenfalls seit einem Jahr bestehende Anpas-
sungsstörung sowie eine seit 1997 bestehende Migräne. Sie beurteilte die 
Prognose als gut, führte bezüglich der bisherigen Tätigkeit jedoch aus, 
dass aufgrund der bestehenden Depression, der herabgesetzten Entschei-
dungskraft sowie der gehäuften Migräneanfälle Einschränkungen bestün-
den, welche sich in Form einer Verlangsamung der Arbeitsgeschwindigkeit 
sowie einer geringen Toleranz für schwierige Kunden zeigten. Bezüglich 
der Zumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit äusserte sich Dr. med. 
B.________ nicht, sondern hielt fest, dies werde in der C.________ erar-
beitet.

3.1.2 Gemäss dem Austrittsbericht vom 9. Dezember 2013 (act. II 8 
S. 9 ff.) befand sich die Versicherte vom 29. August bis 22. November 2013 
in der Klinik C.________ in stationärer Behandlung (act. II 8 S. 9). Im ge-
nannten Bericht wurden als Diagnosen eine mittelgradige depressive Epi-
sode mit somatischem Syndrom bei rezidivierender depressiver Störung 
(ICD-10: F33.11) bei lang andauernder psychosozialer Belastungssituation 
(ICD-10: Z73.3), eine Migräne (bekannt seit dem 26. Lebensjahr; ICD-10: 
G43.9), eine Reizblasen-Symptomatik unklarer Genese sowie der Verdacht 
auf labilen Hypertonus genannt. Der Beschwerdeführerin wurde eine vom 
29. August bis 22. Dezember 2013 bestehende Arbeitsunfähigkeit von 
100 % attestiert unter dem Hinweis, bei klinischem Wohlbefinden könne 
anschliessend mit der Wiedereingliederung der Versicherten begonnen und 
das Arbeitspensum in den folgenden Wochen sukzessiv von 30 % auf 
70 %, berechnet vom bisherigen Pensum von 70 %, erhöht werden.

Im Bericht der Klinik C.________ vom 16. Dezember 2013 (act. II 8 S. 2 ff.) 
an die Beschwerdegegnerin wurden die Diagnosen einer seit mindestens 
2011 bestehenden mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem 
Syndrom bei rezidivierender depressiver Störung (ICD-10: F33.11) sowie 
einer seit dem 26. Lebensjahr vorliegenden Migräne ICD-10: G43.9 
bestätigt. Im Rahmen der depressiven Störung könnten sich bei der Versi-
cherten Einschränkungen im Bereich der Konzentration, der Auffassung, 
der allgemeinen Stresstoleranz und der Regenerationsfähigkeit ergeben. 

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Zudem würde der langjährig bestehenden und in den letzten Jahren stark 
zugenommenen Migräne bei der Beschwerdesymptomatik eine massgebli-
che Rolle zukommen. Aufgrund der genannten Einschränkungen sei das 
Risiko erhöht, dass die Versicherte in Entscheidungs- und Stresssituatio-
nen am Arbeitsplatz unter Druck gerate, was zu einer erneuten psychi-
schen Dekompensation führen könne. Bezüglich der Einschränkungen auf-
grund der chronischen Migräne-Symptomatik wurde festgehalten, diese 
seien durch Fachärzte der Neurologie zu beurteilen.

3.1.3 Im Bericht von Dr. med. D.________, Fachärztin FMH für Psychia-
trie und Psychotherapie, vom Psychiatrischen Dienst der Klinik E.________ 
vom 26. Juni 2014 (act. II 20) wurden die im Bericht der C.________ vom 
16. Dezember 2013 gestellten Diagnosen bestätigt. Der Versicherten wur-
de eine bis auf weiteres bestehende Arbeitsunfähigkeit von 70 % attestiert 
unter dem Hinweis, dass im Rahmen der beruflichen Eingliederung bereits 
ein schrittweiser Aufbau erfolge und eine Erhöhung von derzeit 30 % auf 
50 % bis Ende Juli 2014 geplant sei. Zur Prognose wurde ausgeführt, es 
sei angesichts des sehr langwierigen und schweren Krankheitsverlaufs 
sowie der nur langsamen Rückläufigkeit der Beschwerden mittel- bis lang-
fristig lediglich von einer Teilbesserung auszugehen, eine vollständige Re-
mission sei nicht zu erwarten. Bezüglich der bisherigen Tätigkeit wurde 
festgehalten, dass die Versicherte aufgrund der Schmerzsymptomatik (Mi-
gräne) körperlich eingeschränkt sei und in Phasen schwerer Depression 
und der anamnestisch häufig auftretenden Phasen mit Somatisierungsten-
denzen auch die Konzentrationsfähigkeit sowie das Aufmerksamkeitsver-
mögen deutlich herabgesetzt seien und Schwierigkeiten beim Organisieren 
und Planen von Tätigkeiten bestünden.

Im Verlaufsbericht der Klinik E.________ vom 20. November 2014 (act. II 
26) wurde bei gleichbleibender Diagnose und einem leicht verschlechterten 
Gesundheitszustand eine bis auf weiteres bestehende Arbeitsunfähigkeit 
von 50 %, berechnet von einem Pensum von 100 %, bei angepasster 
Tätigkeit attestiert. Es wurde ausgeführt, dass die derzeit im Rahmen der 
Wiedereingliederungsmassnahmen ausgeübte Tätigkeit als … bei der 
F.________ dank des fehlenden Drucks in Bezug auf die …tätigkeit mit 

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einem Pensum von 50 % bewältigt werden könne. Aus psychiatrischer 
Sicht sei mittelfristig ein Arbeitspensum von 40 % bis 50 % zumutbar.

3.1.4 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt FMH für Psychiatrie 
und Psychotherapie, hielt in seiner Beurteilung vom 12. Februar 2015 (act. 
II 33) fest, es würde in den vorliegenden medizinischen Unterlagen nicht 
hinreichend plausibel dargelegt, weshalb die Versicherte bei der Hauptdia-
gnose einer Depression nach ICD-10: F33.11 lediglich zu 50 % arbeitsfähig 
sei. Er führte aus, es sei möglich, dass eine relevante Persönlichkeitsak-
zentuierung vorliege, welche eventuell zusammen mit den geschilderten 
Kopfschmerzen das Leistungsbild rechtfertigen könne. Da eine solche je-
doch bisher nicht beschrieben worden sei, sei der Kausalzusammenhang 
zwischen Erkrankung und Leistungseinschränkung nicht hinreichend deut-
lich. Zudem sei auch die Kennzeichnung der Kopfschmerzensymptomatik 
als Migräne neurologisch nicht belegt und es sei unklar, ob diesbezüglich 
die Therapie optimierbar sei. Er empfahl eine bidisziplinäre neurologisch-
psychiatrische Begutachtung.

3.1.5 Dr. med. H.________, Facharzt FMH für Neurologie, diagnostizierte 
in seinem Bericht vom 3. Juli 2015 (act. II 44.2 S. 1 ff.) eine Migräne ohne 
Aura, eine foraminale Diskushernie HWK 5/6 rechts mit möglicher Affektion 
C6 rechts sowie intermittierende Zuckungen des rechten, seltener des lin-
ken Beines. Bezüglich der Migräne hielt er eine Rückläufigkeit der Atta-
ckenfrequenz bei monatlich zwei bis drei Migräneanfällen fest.

3.1.6 Im psychiatrischen Gutachten vom 15. Oktober 2015 (act. II 43.1) 
diagnostizierte Dr. med. I.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und 
Psychotherapie, eine mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehende 
Migräne (bekannt seit dem 26. Lebensjahr; ICD-10: G43.9). Das Vorliegen 
einer primären psychischen Störung wurde ausdrücklich ausgeschlossen. 
Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein 
vordiagnostiziertes, zum Untersuchungszeitpunkt nicht mehr feststellbares 
Burnout (ICD-10: Z73), eine vordiagnostizierte, aus versicherungspsychia-
trischer Sicht zum Untersuchungszeitpunkt remittierte Anpassungsstörung 
(ICD-10: F43) sowie eine vordiagnostizierte, aus versicherungspsychiatri-
scher Sicht nicht nachvollziehbare mittelgradige depressive Episode mit 
somatischem Syndrom bei rezidivierender depressiver Störung (ICD-10: 

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F33.11) bei länger andauernder psychosozialer und familiärer Belastungs-
situation (ICD-10: Z73.3; act. II 43.1 S. 10). Dr. med. I.________ hielt in 
seinem Gutachten fest, dass nebst der geklagten Migräne, welche im ver-
sicherungspsychiatrischen Gutachten nicht zu beurteilen sei, kein andau-
ernder Gesundheitsschaden vorliege. Dementsprechend attestierte er - 
ohne Berücksichtigung der Migräne - für jegliche Art von Tätigkeit eine un-
eingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit (act. II 43.1 S. 12 f.).

3.1.7 Dr. med. J.________, Facharzt FMH für Neurologie, diagnostizierte 
im neurologischen Gutachten vom 19. Oktober 2015 (act. II 44.1) eine mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seit Jahrzehnten bestehende Migräne 
ohne Aura (ICD-10: G43.0) sowie ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-
keit einen Verdacht auf ein Restless-legs-Syndrom (ICD-10: G25.81) und 
eine Diskushernie C5/6 rechts (ICD-10: M51.3), ohne klinisches Korrelat 
(act. II 44.1 S. 12). Bezüglich der Arbeitsfähigkeit führte er aus, diese wür-
de durch die Migräne insofern beeinträchtigt, als dass die intermittierenden 
Kopfschmerzen unerwartet auftreten und die Arbeits- und Leistungsfähig-
keit am entsprechenden Tag einschränken könnten. Weitere körperliche 
oder geistige Einschränkungen bestünden nicht (act. II 44.1 S. 18). Er at-
testierte eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % mit dem Hinweis, dass eine we-
sentliche Verbesserung der Situation für die Zukunft aus neurologischer 
Sicht unwahrscheinlich sei. Von weitergehenden Einschränkungen sei bei 
einem Pensum von 80 % nicht auszugehen. Die angestammte Tätigkeit als 
… beurteilte er mit einem Pensum von 80 % als zumutbar (act. II 44.1 S. 
19).

3.1.8 In einem Schreiben vom 9. November 2015 (act. II 48 S. 4) gab Dr. 
med. D.________ einen Rückgang der depressiven Symptome an. An der 
attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50 % im Verlaufsbericht vom 20. No-
vember 2014 (act. II 26) hielt sie fest mit der Begründung, es sei bei einer 
Erhöhung des Beschäftigungsgrades von einer Zunahme der Migräneatta-
cken auszugehen.

3.1.9 Dr. med. H.________ berichtete in einem Schreiben vom 20. No-
vember 2015 (act. II 48 S. 3) von einer Zunahme der Migräneanfälle seit 
Sommer 2015. Er führte aus, dass diese Entwicklung möglicherweise durch 

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einen Medikamentenüberkonsum bedingt sei, weshalb die Medikation nun 
versuchsweise geändert worden sei.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der hier angefochtenen Verfügung 
vom 10. Dezember 2015 mit Verweis auf die Ergebnisse der bidisziplinären 
Begutachtung das Vorliegen einer rentenrelevanten Einschränkung der 
Erwerbsfähigkeit verneint und die angestammte Tätigkeit als … mit dem 
früheren Pensum von 70 % als zumutbar erachtet. Die Beschwerdeführerin 
bringt dagegen vor, eine Erhöhung des derzeitigen Arbeitspensums von 
50 % sei ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar. Sinngemäss 
führt sie zudem aus, die im Jahr 2010 erfolgte Pensenerhöhung auf 70 % 
sei allein aus finanziellen Gründen erfolgt und wäre ihr bereits damals aus 
gesundheitlicher Sicht nicht zumutbar gewesen.

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3.3.1 Das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. I.________ (act. II 43.1) 
und Dr. med. J.________ (act. II 44.1) erfüllt die Anforderungen der Recht-
sprechung an Expertisen und erbringt vollen Beweis (vgl. E. 3.2 hiervor). 
Es ist in Kenntnis der Vorakten sowie nach umfassender Anamneseerhe-
bung und Untersuchung der geklagten Beschwerden erstellt worden. Die 
Experten haben sich sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen 
der Versicherten auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen in über-
zeugender und nachvollziehbarer Weise begründet. Die Beurteilung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit erfolgte nach interdisziplinärem Austausch 
der beiden Gutachter (act. II 43.1 S. 13, 44.1 S. 22). 

Entsprechend den schlüssigen Ausführungen von Dr. med. I.________ 
liegt keine psychiatrische Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
vor, weshalb aus versicherungspsychiatrischer Sicht von einer uneinge-
schränkten Arbeits- und Leistungsfähigkeit ausgegangen werden kann. Der 
neurologische Experte Dr. med. J.________ legt in schlüssiger Weise dar, 
dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten durch die neurologische Diagno-
se in Form einer langjährigen Migräne ohne Aura zu 20 % eingeschränkt 
ist. Bei einer zeitlichen Präsenz von 80 % besteht keine Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit. Diese Einschätzungen überzeugen, weshalb auf das 
voll beweiskräftige bidisziplinäre Gutachten abzustellen ist.

3.3.2 Hieran vermag die im Einwandverfahren eingereichte Stellungnah-
me von Dr. med. D.________ vom 9. November 2015 (act. II 48 S. 4 f.) 
nichts zu ändern, zumal die gutachterliche Beurteilung - abgesehen von der 
Festlegung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit - darin auch gar nicht in 
Frage gestellt wird. Vielmehr geht die behandelnde Psychiaterin ebenso 
von einer Remission der depressiven Symptomatik aus, weshalb auch aus 
ihrer Sicht die depressive Störung für den Gesundheitszustand derzeit nicht 
von Bedeutung ist. Dass Dr. med. D.________ die Arbeits- und Leistungs-
unfähigkeit höher einschätzt, hat auf die Massgeblichkeit des Gutachtens 
von Dr. med. I.________ keinen Einfluss. 

Für das Ergebnis ebenso ohne Bedeutung ist die im Einwandverfahren 
eingereichte Stellungnahme des Neurologen Dr. med. H.________ vom 
20. November 2015 (act. II48 S. 3). Darin wurde lediglich festgehalten, 
dass aufgrund eines möglichen Medikamentenüberkonsums als Mitursache 

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für die Migräne eine Umstellung der Medikation erfolgt sei. Eine medika-
mentöse Neueinstellung führt jedoch nicht zur Annahme einer höheren 
Arbeitsunfähigkeit.

Die abweichende Selbsteinschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Be-
schwerdeführerin sowie ihre subjektive Schmerzangabe sind für die vorlie-
gende Beurteilung unbeachtlich. Sie sind wie dargelegt nicht durch 
fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde erklärbar (vgl. BGE 136 V 279 
E. 3.2.1 S. 281). Auf das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie sei heute 
wie früher nicht zu mehr als 50 % arbeitsfähig, kann zudem auch deshalb 
nicht abgestellt werden, weil die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit 
tatsächlich mit einem Pensum von 70 % gearbeitet hat und damit eine Ar-
beitsfähigkeit im Sinne des Tatbeweises zu mindestens diesem Pensum 
bestätigt hat. Der gutachterlichen Beurteilung folgend war und ist dieses 
Pensum zumutbar.

3.3.3 Unter Würdigung der gesamten Umstände ist auf die im bidiszi-
plinären Gutachten mit überzeugender Begründung attestierte 80 %ige 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit abzustellen. Zu prüfen bliebt, wie sich diese 
medizinische Ausgangslage in erwerblicher Hinsicht auswirkt und wie es 
sich mit der Einschränkung im Haushalt verhält.

4.

4.1 Unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG stellt sich die Frage nach 
der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie 
Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder 
zeitweilig Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je 
zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Ein-
kommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, er-
gibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umstän-
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 
V 15 E. 3.1 S. 20, 125 V 146 E. 2c S. 150). Entscheidend ist nicht, welches 
Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall 
zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch 
erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508). 

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Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung (vgl. BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) entwickelt haben, wobei für die hy-
pothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs-
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20, 125 
V 146 E. 2c S. 150).

4.2 Den Status betreffend macht die Beschwerdegegnerin in der ange-
fochtenen Verfügung keine Ausführungen. Die Beschwerdeführerin legt 
diesbezüglich in der Beschwerde in nachvollziehbarer Weise dar, dass sie 
ihr Arbeitspensum im Jahr 2010 aus finanziellen Gründen von 50 % auf 
70 % erhöht habe, da sie ab diesem Zeitpunkt allein noch für ihren jüngsten 
Sohn Alimente erhalten habe. Bezüglich des Aufgabenbereichs lässt sich 
den Akten entnehmen, dass sich die Versicherte neben der Familienarbeit 
um ihre Eltern gekümmert hat (act. II 8 S. 10). Da eine weitere hypotheti-
sche Erhöhung des Arbeitspensums nicht geltend gemacht wird und keine 
Hinweise auf besondere Hobbies oder sportliche Betätigungen vorliegen, 
muss auf einen Status von 70 % Erwerbstätigkeit und 30 % Haushalt ge-
schlossen werden (vgl. BGE 141 V 15 E. 4.4 S. 22). Anhaltspunkte dafür, 
dass die Beschwerdeführerin ein erwerbliches Pensum von weniger als 
70 % ausüben würde, ergeben sich aus den Akten nicht. 

4.3 Folglich hat die Invaliditätsbemessung anhand der gemischten Me-
thode (vgl. E. 2.3 hiervor) zu erfolgen.

5.

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2016, IV/16/74, Seite 14

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-
kret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 
E. 7.1).

5.2 Hinsichtlich des erwerblichen Bereichs lässt sich den Akten ent-
nehmen, dass die Beschwerdeführerin seit 1999 bei der F.________ AG 
angestellt ist und dort von 2010 bis 2013 mit einem Pensum von 70 % ar-
beitete (act. II 6 S. 1 f.). Nach einem dreimonatigen Klinikaufenthalt im 
Sommer 2013 wurde sie schrittweise wieder in den Arbeitsprozess einge-
gliedert (act. II 43.1 S. 8, 44.1 S. 13 f.). Seit November 2014 ist sie bei der 
F.________ zu 50 % als … tätig (act. II 31). Wie sich aus dem Bericht des 
Arbeitgebers vom 28. Oktober 2013 (act. II 6) ergibt, war die Versicherte 
bis 2013 als … tätig. Nicht abzustellen ist hingegen auf die Angaben der 
Beschwerdeführerin, sie sei als … tätig gewesen (act. II 1 S. 4, 14 S. 2, 
44.1 S. 8). Aus dem detailliert erhobenen Belastungsprofil der Arbeitgebe-
rin ergibt sich, dass sie weder eine hohe Sach- oder Personenverantwor-
tung noch eine hohe Führungsverantwortung inne hatte (act. II 6 S. 11). Die 
Beschwerdegegnerin ist deshalb zur Recht davon ausgegangen, dass die 
angestammte Tätigkeit der Versicherten mit dem früheren Pensum von 
70 % vollumfänglich zumutbar ist. Insoweit resultiert im erwerblichen Be-
reich offensichtlich keine Invalidität. 

Nichts daran ändern würde sich im Übrigen, würde davon ausgegangen, 
dass die angestammte Tätigkeit der Versicherten nicht mehr zumutbar sei 
und anhand des in der neuen Anstellung als … vereinbarten Lohnes eine 
Invaliditätsberechnung vorgenommen würde. Gemäss Auszug aus dem 
individuellen Konto (IK) betrug das höchste bisher erzielte Einkommen der 
Versicherten bei einem Pensum von 70 % im Jahre 2011 Fr. 57'983.-- (act. 
II 7 S. 3). Indexiert auf das Jahr 2014 (Bundesamt für Statistik, T.1.2.10 
Nominallohnindex 2011-2014, Frauen, Bst. J Information und Kommunika-
tion) ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 59'306.-- (Fr. 57'983.-- / 
100.8 x 103.1). Für das Invalideneinkommen ergibt sich bei einem Pensum 
von 70 % ein jährliches Einkommen von Fr. 55'566.70 (70 % von 
Fr. 79'381.-- act. II 31 S. 3). Aus der Gegenüberstellung der Vergleichs-
einkommen resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 3'739.30, was 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2016, IV/16/74, Seite 15

einem Invaliditätsgrad von gerundet 6 % entspricht ([Fr. 59'306.-- ./. 
Fr. 55'566.70 / Fr. 59'306.-- x 100; zur Rundung vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 
und 3.3 S. 123).

5.3 Für den Aufgabenbereich hat die Beschwerdegegnerin keine Ab-
klärungen vorgenommen und sich in der angefochtenen Verfügung auch 
nicht zum Vorliegen allfälliger Einschränkungen im Aufgabenbereich 
geäussert. Die Beschwerdeführerin hat ihrerseits auch nie eine invaliditäts-
bedingte Einschränkung im Haushalt geltend gemacht. Selbst wenn jedoch 
von einer vollständigen Einschränkung im Bereich Haushalt auszugehen 
wäre - was vorliegend zweifellos nicht zutrifft -, ergäbe sich bei einem Sta-
tus von 70 % Erwerbstätigkeit und 30 % Haushalt, unter Annahme der 
bestmöglichen Voraussetzungen zugunsten der Beschwerdeführerin, ein 
nicht rentenrelevanter Invaliditätsgrad von gewichtet 34.4 % (0.7 x 6.31 % 
+ 0.3 x 100 %).

5.4 Nichts anderes ergibt sich, wenn entsprechend dem (noch nicht 
endgültigen) Urteil der zweiten Kammer der Europäischen Gerichtshofs für 
Menschenrechte (EGMR) vom 2. Februar 2016, Requête no 7186/09, Di 
Trizio c. Suisse, davon ausgegangen würde, die Invaliditätsbemessung 
nach der sog. gemischten Methode verstosse in der derzeit noch massge-
blichen Ausgestaltung gegen die Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101). 
Dabei kann an dieser Stelle offen bleiben, welche Auswirkungen dieser 
Entscheid auf die Rechtsprechung allenfalls haben wird (vgl. auch Ent-
scheide des Bundesgerichts BGer vom 18. April 2016, 8C_912/2015, E. 
2.2, vom 29. März 2016, 8C_116/2016, E. 4 und vom 12. Februar 2016, 
8C_633/2015, E. 4.3). Würde unter Ausserachtlassung der gemischten 
Methode die Beschwerdeführerin als voll erwerbstätig betrachtet, so würde 
der Invaliditätsgrad - wiederum unter Annahme aller bestmöglichen Vor-
aussetzungen zugunsten der Beschwerdeführerin - entsprechend dem gut-
achterlichen Attest, welches die angestammte Tätigkeit für weiterhin zu-
mutbar erachtet, höchstens 20 % betragen. Daran würde sich auch bei 
Annahme der Unzumutbarkeit der früheren Tätigkeit nichts ändern. Es er-
gäbe sich ausgehend von einem auf 100 % aufgerechneten Validenein-
kommen von Fr. 84'722.85 (Fr. 59'306.-- / 70 x 100) und einem Invaliden-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2016, IV/16/74, Seite 16

einkommen von Fr. 63'504.80, berechnet von einem 80 %igen Pensum bei 
der aktuellen Tätigkeit (80 % von Fr. 79'381.--), eine Erwerbseinbusse von 
Fr. 21'218.05. Dies entspricht einem nicht rentenrelevanten Invaliditätsgrad 
von gerundet 25 % (Fr. 84'722.85 ./. Fr. 63'504.80 / Fr. 84'722.85 x 100; 
zur Rundung vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Eine Vergleichs-
berechnung rein für den Bereich Haushalt ist bei einem Status von zweifel-
los (mindestens) 70 % Erwerbstätigkeit nicht geboten.

5.5 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin mit Verfügung 
vom 10. Dezember 2015 zu Recht einen Rentenanspruch der Versicherten 
verneint. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet 
und ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men.

6.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen 
Anspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG 
i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG Umkehrschluss).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2016, IV/16/74, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.