# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0cf98ddd-9c1e-52fe-9509-1da6a78d71d4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.05.2016 200 2015 744
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-744_2016-05-17.pdf

## Full Text

200 15 744 IV
KNB/SHE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Mai 2016

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. Juni 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/744, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1970 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 7. April 2009 mit Hinweis auf diverse bereits 
seit Jahren bestehende Beschwerden sowie eine seit Januar 2009 beste-
hende Arbeitsunfähigkeit bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB [act. II] 2). Die-
se tätigte in der Folge Abklärungen medizinscher und erwerblicher Art. Ins-
besondere gewährte sie Eingliederungsmassnahmen (act. II 27), berufliche 
Massnahmen (Arbeitstrainings; act. II 39, 46, 55) und Taggeld (act. II 42, 
47, 56). Weiter liess sie die Versicherte durch die Medizinische Ab-
klärungsstation des Spitals B.________ (nachfolgend MEDAS) polydiszi-
plinär begutachten. Gestützt auf das entsprechende Gutachten vom 4. Mai 
2011 (act. II 72.1/2) schloss die IVB mit Mitteilung vom 22. Juni 2011 (act. II 
77) die beruflichen Eingliederungsmassnahmen ab und stellte der Versi-
cherten mit Vorbescheid vom 18. Juli 2011 (act. II 78) eine von Januar 
2010 bis Juni 2011 befristete halbe Invalidenrente in Aussicht. Hiergegen 
erhob die Versicherte (act. II 79) bzw. die von dieser beauftragte 
C.________ (act. II 81 und 83) Einwände. In der Folge gewährte die IVB 
erneut berufliche Massnahmen (Arbeitsversuche; act. II 120, Akten der IVB 
[act. IIA] 136), Arbeitsvermittlung (act. IIA 155) und Taggeld (act. IIA 121, 
139).

B.

Am 30. April 2013 (act. IIA 163) teilte die IVB der Versicherten mit, zur ab-
schliessenden Klärung der Leistungsansprüche erachte sie eine medizini-
sche Folgeuntersuchung in der Fachdisziplin Psychiatrie als notwendig, 
weshalb sie gedenke, den bereits 2011 begutachtenden Psychiater mit ei-
ner Verlaufsbegutachtung zu beauftragen. Damit zeigte sich die Versicher-
te nicht einverstanden (act. IIA 165/2). Mit Verfügung vom 1. Juli 2013 
(act. IIA 169) hielt die IVB an der vorgesehenen Begutachtung fest. Hierge-
gen erhob die Versicherte am 2. September 2013 (act. IIA 180/3) beim 

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Verwaltungsgericht Beschwerde mit den Anträgen, die besagte Verfügung 
sei aufzuheben und es sei eine polydisziplinäre MEDAS-Begutachtung an-
zuordnen. Dieses hiess, soweit es darauf eintrat, die Beschwerde mit Urteil 
vom 12. Mai 2014 (IV/2014/725; act IIA 192) in dem Sinne gut, als es die 
angefochtene Verfügung aufhob und feststellte, das sich weder eine psych-
iatrische Verlaufsbegutachtung noch eine polydisziplinäre Begutachtung als 
notwendig erweise. 

C.

Mit Vorbescheid vom 26. Juni 2014 (act. IIA 197) stellte die IVB der Versi-
cherten in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen, da aufgrund feh-
lender Invalidität kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung 
bestehe. Nach hiergegen erhobenen Einwänden seitens der Versicherten 
(einschliesslich eines Berichts des behandelnden Psychiaters; act. IIA 199) 
hielt Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine Verschlechterung auf psych-
iatrischem Fachgebiet für eingetreten (act. IIA 203). Daraufhin beauftragte 
die IVB Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
mit der Untersuchung der Versicherten. Gestützt auf dessen psychiatri-
sches Gutachten vom 31. März 2015 (act. IIA 216.1) erliess die IVB am 16. 
April 2015 (act. IIA 217) einen neuen Vorbescheid, in welchem sie die Ab-
weisung des Leistungsbegehrens, d.h. keinen Anspruch auf berufliche 
Massnahmen und Rentenleistungen, in Aussicht stellte. Nach hiergegen 
von der Versicherten erhobenen Einwänden und nach Vorlage des Gutach-
tens an RAD-Arzt Dr. med. D.________ (act. IIA 224), entschied die IVB 
mit Verfügung vom 26. Juni 2015 (act. IIA 225) wie im Vorbescheid an-
gekündigt. 

D.

Mit Eingabe vom 26. August 2015 erhob die Versicherte hiergegen Be-
schwerde. Sie beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, 
vollumfängliche Abklärung betreffend die neue Sachlage sowie die Zuspre-

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chung einer Viertelsrente und beruflicher Massnahmen. Zudem sei sie von 
den Verfahrenskosten zu befreien.

Mit prozessleitender Verfügung vom 16. September 2015 verzichtete der 
Instruktionsrichter vorläufig auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, 
forderte jedoch die Beschwerdeführerin auf, ein aktuelles Sozialbudget 
einzureichen. Dieses ging am 30. September 2015 beim Verwaltungsge-
richt ein.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 
2015 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 26. Mai 2015 
(act. IIA 225). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 

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2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung 
nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 
ATSG ist die medizinische Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungs-
fähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge 
einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei dia-
gnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.1.1 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 4. Mai 2011 (act. II 
72.1) wurden mit Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit eine 

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rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode 
(ICD-10 F33.0), sowie ein femoro-acetabuläres Hüftimpingement beidseits, 
Status nach Hüftarthroskopie rechts mit Offset-Korrektur ohne nachhaltige 
Besserung, diagnostiziert (act. II 72.1/25 Ziff. 4.1). Es bestehe eine psychi-
sche Minderbelastbarkeit mit depressiv geprägter Antriebsarmut, geringem 
Selbstwertgefühl sowie leicht beeinträchtigter Interaktionsfähigkeit. In kör-
perlicher Hinsicht bestehe eine Minderbelastbarkeit bei Coxarthrose und 
Wirbelsäulenfehlhaltung (act. II 72.1/27 C. Ziff. 1). Die zuletzt von der Be-
schwerdeführerin ausgeübte Tätigkeit als … sei leidensadäquat (Ziff. 2). 
Aus polydisziplinärer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit um 20% eingeschränkt. 
Die Beschwerdeführerin könne sieben Stunden arbeitstäglich leichten und 
mittelschweren körperlichen Arbeiten durchschnittlicher geistiger Natur mit 
durchschnittlichen Verantwortungsbereichen ohne weitere Minderung der 
Leistungsfähigkeit nachgehen. Wesentlich limitierend sei derzeit die psy-
chische Situation mit einer leichten depressiven Episode bei rezidivierender 
depressiver Störung. Des Weiteren wirke die Beschwerdeführerin derzeit 
noch dekompensationsbereit, so dass bei unzureichender Stabilität auf der 
Strukturebene vorzeitige Überlastung vermieden werden müsse (act. II 
72.1/26). Sie sollte überwiegend sitzend oder mit der Möglichkeit eines 
Wechsels der Körperposition tätig sein (act. II 72.1/28 Ziff. 3). 

3.1.2 Der behandelnde Psychiater Dr. med. F.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, führte in 
seiner Stellungnahme vom 27. August 2001 (richtig: 2011; act. II 81/8) zum 
MEDAS-Gutachten aus, er halte grundsätzlich an seiner früheren diagnos-
tischen Einschätzung fest, wonach eine eingeschränkte psychische Trag-
fähigkeit aufgrund einer akzentuierten Persönlichkeitsstruktur (ICD-10 Z73), 
evtl. kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61), welche im Zuge 
biografischer Belastungen zu einer rezidivierenden Depression, gegenwär-
tig wieder mittlerer bis phasenweise schwerer Ausprägung führe, vorliege 
(act. II 81/13). Dass die Diagnose akzentuierte Persönlichkeit für sich allein 
ohne Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit sei, möge in etli-
chen Fällen wohl zutreffen, vorliegend sei jedoch eindeutig das Gegenteil 
der Fall. Zudem zeige die Beschwerdeführerin gewisse Aspekte einer an-
dauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62) 
auf dem Hintergrund der schwierigen Frühkindheit, ohne allerdings sämtli-

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che Diagnosekriterien zu erfüllen (act. II 81/14). Zudem habe sich seit der 
letzten Sprechstunde im Mai 2011 die affektive Verfassung der Beschwer-
deführerin eindeutig in Richtung mittlerer bis streckenweise schwerer De-
pressivität verschoben (act. II 81/11). 

3.1.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, führte im Bericht vom 
28. Oktober 2011 (act. II 89) aus, die Indikation für den prothetischen Er-
satz des rechten Hüftgelenkes sei bei der Beschwerdeführerin eindeutig 
gegeben. Die Ausführungen im MEDAS-Gutachten hierzu würden dem 
heutigen Wissen eklatant widersprechen und könnten nicht nachvollzogen 
werden. Es könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegan-
gen werden, dass sich durch den Eingriff der Gesundheitszustand relevant 
und andauernd verbessern lasse, dies auch mit entsprechendem Einfluss 
auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit. Bei komplikationslosem postoperati-
vem Verlauf könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausge-
gangen werden, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe-
rin aus rein orthopädischer Sicht und in Bezug auf die Hüftgelenksproble-
matik derart und andauernd verbessern werde, dass ihr in der bisherigen 
wie auch in jeder anderen körperlich leichten bis gelegentlich mittelschwe-
ren, angepassten Tätigkeit ein ganztägiges Pensum ohne Leistungsminde-
rung zugemutet werden könne (S. 3).

Wie Dr. med. G.________ in seiner Stellungnahme vom 15. Oktober 2013 
(act. IIA 185) darlegte, könne aufgrund der Tatsache, dass seit den Beurtei-
lungen der H.________ aus dem Jahre 2011 (act. II 83/2-10) keine weite-
ren Abklärungen oder Therapien erfolgt seien, geschlossen werden, dass 
sich der medizinische Sachverhalt seit seiner Stellungnahme vom 28. Ok-
tober 2011 nicht relevant verändert habe. In dieser sei nur die Operations-
indikation kommentiert worden, nicht aber der medizinische Sachverhalt. 
Entsprechend könne weiterhin davon ausgegangen werden, dass der Be-
schwerdeführerin - rein aus somatischen Gründen - eine angepasste Tätig-
keit in einem ganztägigen Pensum zugemutet werden könne (S. 2). 

3.1.4  Der behandelnde Psychiater Dr. med. F.________ diagnostizierte 
im Bericht vom 14. Januar 2014 (act. IIA 199/5) eine rezidivierende De-
pression wechselnden Ausmasses, seit längerer Zeit meistens mittlerer bis 

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zeitweise schwerer Ausprägung, mit Somatisierung und Beeinträchtigung 
des Sozialverhaltens (sozialer Rückzug, abwechselnd mit kämpferischen 
Phasen), mit wechselnd ausgeprägter Suizidalität (ICD-10 F33.11-2) auf 
dem Hintergrund einer emotional-instabilen Persönlichkeit (ICD-10 F60.3), 
einer jahrzehntelangen Migräne, aktuell wieder stärker im Vordergrund, 
sowie einer orthopädischen Problematik (act. II 199/5-6).

Im Bericht vom 30. Juni 2014 (act. IIA 199/3) führte Dr. med. F.________ 
aus, die Krankheit habe sich im Verlauf des „Rechtsverfahrens“ weiter ver-
schlimmert (act. IIA 199/3). Die von der Beschwerdeführerin geklagten Be-
schwerden entsprächen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegen-
wärtig schwerer Ausprägung mit somatischem Syndrom, ohne psychoti-
sche Symptome (ICD-10 F33.2). Nicht ausser Acht zu lassen sei die lange 
vorbestehende Komorbidität auf der Persönlichkeitsebene, indem bei der 
Beschwerdeführerin Persönlichkeitszüge vorlägen, welche für sich alleine 
bereits eigenen Krankheitswert hätten, indem sie massgeblich zur sozialen 
Desintegration und zum Ausbruch der Depression beigetragen hätten und 
aktuell deren Besserung im Sinne einer dauernden Interferenz entspre-
chend behindern würden, zusammen mit der krankheitsfördernden versi-
cherungsmedizinischen Fallabwicklung. Der Bericht vom 14. Januar 2014 
solle dies zusätzlich illustrieren unter gleichzeitigem Hinweis darauf, dass 
sich im zwischenliegenden Halbjahr die Situation noch weiter verschlech-
tert habe (act. IIA 199/4). 

3.1.5 Im RAD-Bericht vom 13. August 2014 (act. IIA 203) kam Dr. med. 
D.________ zum Schluss, aus den Berichten von Dr. med. F.________ 
vom 14. Januar und 30. Juni 2014 liessen sich keine eindeutige und un-
zweifelhafte „schwere“ depressive Episode ableiten. Andererseits sei auf-
grund der von Dr. med. F.________ dargestellten Symptomatik doch von 
einer relevanten Verschlechterung auf psychiatrischem Gebiet auszuge-
hen, weshalb er eine Verlaufsbegutachtung befürworte (S. 2). 

3.1.6 Dr. med. E.________ führte im Gutachten vom 25. Februar 2015 
(act. IIA 216.1) aus, es bestünden keine geistigen und psychischen Beein-
trächtigungen (S. 44 Ziff. 1). Bei allen komplizierten Faktoren des Verlaufes 
der vergangenen Jahre seit 2004 habe bei der Beschwerdeführerin nie eine 
derartige primär psychische Störung vorgelegen, die auch in international 

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anerkannter psychiatrischer Terminologie und Klassifikation bezeichnet 
werden könnte, die sie nun in ihrer zumutbaren medizinisch-theoretischen 
Arbeitsfähigkeit andauernd einschränken würde. Es handle sich vielmehr 
um eine Aneinander-Kettung und Verknüpfung auch krankheitsfremder 
Faktoren wie eine Unterforderung am damaligen Arbeitsplatz, dann auftre-
tende Arbeitsplatzkonflikte, ärztliche Krankschreibung wegen somatischer 
und psychischer Belastungsfaktoren und womöglich auch vorübergehender 
Symptomatik, die nicht notwendigermassen zu einer lang andauernden 
Ausgrenzung aus dem von der Beschwerdeführerin ja unbedingt geschätz-
ten und wieder zu erlangenden Arbeitsprozess hätte führen müssen. Aktu-
ell weise sie jedenfalls keine Symptomatik einer gravierenden psychischen 
Störung auf (S. 44). Es sei von normalem psychischem Funktionieren aus-
zugehen und sie sei auch psychisch normal belastbar, da keine derartige 
psychiatrische Erkrankung nachvollzogen werden könne, dass sie dadurch 
zum Beispiel um 20 oder gar 50% in ihrer medizinisch-theoretischen Ar-
beitsfähigkeit eingeschränkt wäre (S. 45 Ziff. 3). Aus versicherungspsychia-
trischer Sicht wäre sie zu achteinhalb Stunden pro Arbeitstag an fünf Tagen 
in der Woche arbeitsfähig (Ziff. 4) und es bestünde keine Verminderung der 
Leistungsfähigkeit (Ziff. 5). Sie sei als arbeitsfähig in jeglicher Tätigkeit ein-
zuschätzen (Ziff. 10).

3.1.7 RAD-Dr. med. D.________ kam in seiner Beurteilung vom 4. Juni 
2015 (act. IIA 224) zum Schluss, aus versicherungspsychiatrischer Sicht 
sei das Gutachten von Dr. med. E.________ nicht zu beanstanden. Die 
jeweiligen Kriterien, die für eine versicherungspsychiatrische Erkrankung 
gefordert würden, lege er zwar sehr eng aus, bleibe aber bei der kritischen 
Beurteilung im fachlichen Rahmen. Insofern sei das Gutachten schlüssig 
und nachvollziehbar (S. 3). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

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ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3). Eine von 
anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beur-
teilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es 
gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem 
Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung 
abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist 
eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage 
der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.3 Aus psychiatrischer Sicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in 
der Verfügung vom 26. Juni 2015 (act. IIA 225) im Wesentlichen auf das 
psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.________ vom 31. März 2015 
(act. IIA 21.6.1) ab. Dieses erfüllt die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten 
Anforderungen (vgl. E. 3.2. hiervor), weshalb ihm uneingeschränkte Be-
weiskraft zukommt. Dr. med. E.________ setzt sich ausführlich mit den seit 
2004 dokumentierten medizinischen (insbesondere psychiatrischen) Dia-

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gnosen auseinander (vgl. S. 28-44), bevor er zusammenfassend festhält, 
dass seit 2004 nie eine primär psychische Störung mit dauerhafter Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit vorgelegen hat, die auch nach international 
psychiatrischer Terminologie und Klassifikation als solche bezeichnet wer-
den könnte. Diese fachärztlich psychiatrische Beurteilung überzeugt, zumal 
sich Dr. med. E.________ in seiner Beurteilung sorgfältig mit den gesund-
heitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt sowie seine Schlussfolge-
rungen und Einschätzungen gestützt auf seine Untersuchung sowie die 
Akten in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dargelegt hat. Er hatte 
Kenntnis von allen Vorakten und würdigte in seiner Beurteilung sämtliche 
ihm zur Verfügung stehenden Informationen. Auch legt er nachvollziehbar 
und überzeugend dar, warum auf die von den involvierten Ärzten seit 2004 
gestellten psychiatrischen Diagnosen nicht abzustellen ist. Die Ausführun-
gen in den Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge sind ein-
leuchtend sowie die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand überzeugend begründet. Damit ist erstellt, dass weder geistige noch 
psychische Beeinträchtigungen vorliegen und die Beschwerdeführerin aus 
psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht einge-
schränkt ist. Die Schlussfolgerungen von Dr. med. E.________ werden 
zudem von RAD-Arzt Dr. med. D.________ als schlüssig und nachvollzieh-
bar beurteilt (vgl. act. IIA 224). Es liegen auch weder ärztliche Berichte 
noch von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Umstände vor, die die 
Schlüssigkeit des Gutachtens von Dr. med. E.________ schmälern wür-
den. Einzig weist sie darauf hin, dass mit BGE 141 V 281 seit dem 5. Juni 
2015 das Bundesgericht nicht erklärbare körperliche Beschwerden nicht 
mehr per se als überwindbar erachtet. Jedoch ist die neue Rechtspre-
chung, insbesondere die darin postulierte Indikatorenprüfung, vorliegend 
nicht massgebend, da weder geistige noch psychische Beeinträchtigungen 
bestehen. 

3.4 Aus somatischer (orthopädischer und neurologischer Sicht ist auf 
das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten (act. II 72.1/1) und hierbei insbe-
sondere auf dessen neurologisches (act. II 72.2) und orthopädisches (act. II 
72.4) Zusatzgutachten abzustellen. Sie erfüllen die nach der höchstrichter-
lichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutach-
tens gestellten Anforderungen vollumfänglich und es kommt ihnen unein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/744, Seite 13

geschränkte Beweiskraft zu. Danach sind der Beschwerdeführerin aus or-
thopädischer Sicht alle Tätigkeiten einer altersgleichen gesunden Frau zu-
zumuten mit der Einschränkung, dass eine arbeitsplatzverursachte stati-
sche Hüftbelastung vermieden werden kann. Hierzu zählen auch Tätigkei-
ten die langfristig/ausschliesslich sitzend zu verrichten sind. Ein Limit einer 
ausschliesslich sitzenden Tätigkeit kann objektiv nicht beschrieben werden. 
Die Beschwerdeführerin sollte in einem freien Ermessen in der Lage sein, 
ihre Arbeitsposition jeweils wechseln zu können bzw. Bewegungspausen 
einzulegen. Die zu Fuss zumutbare Gehstrecke wird nicht beeinträchtigt. 
Somit besteht Arbeitsfähigkeit rein orthopädisch somatisch in der Grössen-
ordnung von 100% sowohl in der bisherigen Tätigkeit als … als auch in 
einer Verweistätigkeit (act. II 72.4/6 Ziff. 3). Aus rein neurologischer Sicht 
kann keine Einschränkung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit begründet 
werden. Die Migräne selbst als episodische oder anfallsartig auftretende 
Erkrankung bedingt keine andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit; 
während einer Attacke muss von einer vorübergehenden Minderung der 
Leistungsfähigkeit ausgegangen werden. An diesen Schlussfolgerungen 
vermögen die übrigen ärztlichen Berichte nichts zu ändern. 

Insbesondere hat der Umstand, dass Dr. med. F.________ die seit Jahr-
zehnten bestehende Migräne aktuell wieder stärker im Vordergrund sieht 
(vgl. Bericht vom 14. Januar 2014 [act. IIA 199/6 Ziff. 1]), keine andere Be-
urteilung zur Folge, zumal er selbst ausführt, die Intensität der Schmerzen 
sei wechselnd und sollte in psychophysiologischer Hinsicht mit der Besse-
rung der anderen Probleme eher wieder in den Hintergrund treten (act. IIA 
199/7 Ziff. 11). Weiter vermag der Bericht von RAD-Arzt G.________ vom 
28. Oktober 2011 (act. II 89), wonach die Aussage des orthopädischen 
MEDAS-Gutachtes dem heutigen Wissen bezüglich Hüftprothetik eklatant 
widerspreche (S. 3), den Beweiswert des orthopädischen Teils des ME-
DAS-Gutachtens nicht in Frage zu stellen. So hat denn Dr. med. 
G.________ in seiner späteren Stellungnahme vom 15. Oktober 2013 (act. 
IIA 185) ausgeführt, in seiner früheren Stellungnahme habe er nur die Ope-
rationsindikation kommentiert, nicht aber den medizinischen Sachverhalt. 
Weiter führte er überzeugend aus, dass der Beschwerdeführerin rein aus 
somatischen Gründen weiterhin ein ganztägiges Arbeitspensum zugemutet 
werden kann. Was die genannte langjährige Dekonditionierung (Beschwer-

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de S. 1) anbetrifft, ist festzustellen, dass eine solche gemäss höchstrichter-
lichen Rechtsprechung grundsätzlich kein invalidisierendes Leiden darstellt 
(vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 7. Januar 2016, 
9C_780/2015, E. 3.3.2). 

3.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin mit 
Ausnahme von durch den Arbeitsplatz verursachten Hüftbelastungen, die 
durch ihren angestammten Beruf nicht entstehen und sie daher darin auch 
nicht einschränken, vollständig arbeitsfähig ist. Daher hat die Beschwerde-
gegnerin zu Recht mit Verfügung vom 26. Juni 2015 (act. IIA 225) ent-
schieden, dass aufgrund fehlender Invalidität weder Anspruch auf berufli-
che Massnahmen noch auf Rentenleistungen besteht. Dass die Beschwer-
deführerin in ihrer Beschwerde vorbringt, sie hätte bereits seit 2006 wegen 
Absenzen und Nichtauslastung ein kleineres Pensum als 100% innegehabt 
und seit 2009 nur 15 Monate zu ca. 50% gearbeitet (vgl. Beschwerde S. 3), 
ist mit Blick auf die Tatsache, dass keine Invalidität vorliegt und somit auch 
kein Einkommensvergleich zu erfolgen hat, nicht relevant. Die Beschwerde 
erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

4.

4.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin, welche sich nach der gesamten 
wirtschaftlichen Situation im Zeitpunkt der Entscheidung über das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege beurteilt (vgl. Entscheid des BGer vom 
2. Dezember 2010, 8C_772/2010, E. 2.2.1), ist aktenmässig erstellt (vgl. 
insbesondere Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 4.). Im Weiteren ist die 
Beschwerde nicht als von vornherein aussichtslos zu qualifizieren, weshalb 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/744, Seite 15

die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche 
Rechtspflege vorliegend erfüllt sind. Das entsprechende Gesuch der Be-
schwerdeführerin ist somit gutzuheissen.

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Unter Berücksichtigung des gutgeheissenen Ge-
suchs um unentgeltliche Rechtspflege (vgl. E. 4.1 hiervor) wird sie – unter 
Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig 
von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.