# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 034b3b8f-56f3-545a-ae00-55edd3f98bdf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.05.2010 E-5964/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5964-2009_2010-05-18.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5964/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiber Rudolf Raemy.

A._______,
Türkei,
vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar, Rechtsberatung, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
11. August 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5964/2009

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  ein  türkischer  Staatsangehöriger  kurdischer 
Ethnie mit  letztem Wohnsitz  vor der  Ausreise in  B._______,  Provinz 
Urfa, verliess sein Heimatland gemäss eigenen Angaben am 1. März 
2009 und erreichte die Schweiz am 29. März 2009, wo er tags darauf 
um Asyl nachsuchte.

B.
Am  16. April  2009 wurde  der  Beschwerdeführer  im  C._______  zu 
seinen  Asylgründen befragt  und  am 3. Juli  2009 erfolgte  die  direkte 
Anhörung durch das BFM.

C.
Das  BFM  lehnte  sein  Asylgesuch  mit  Verfügung  vom  11. August 
2009 – eröffnet  am  19. August  2009 –  ab  und  verfügte  seine  Weg-
weisung sowie deren Vollzug aus der Schweiz. Zur Begründung führte 
es aus, die Schilderungen des Beschwerdeführers  genügten teilweise 
den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit und teilweise jenen an die 
Flüchtlingseigenschaft nicht.

D.
Das BFM gewährte dem Beschwerdeführer am 4. September 2009 auf 
Gesuch seines  Rechtsvertreters  vom 2. September  2009 Einsicht  in 
die Asylakten.

E.
Mit  Eingabe vom 18. September 2009 reichte der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  ge-
gen  die  Verfügung  vom  11. August  2009 ein  und  beantragte  deren 
Aufhebung,  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Ge-
währung von Asyl. Eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der 
Wegweisung  unzulässig,  allenfalls  unzumutbar  sei  und  der  Be-
schwerdeführer  sei  vorläufig  aufzunehmen.  In  verfahrensrechtlicher 
Hinsicht  beantragte  er  den Verzicht  auf  die  Erhebung eines  Kosten-
vorschusses  und  sinngemäss  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege.  Als  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  unter 
anderem  eine  Fürsorgebestätigung,  Internetausdrucke  und  Auszüge 
aus dem türkischen Strafgesetzbuch zu den Akten.

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F.
Das  Bundesverwaltungsgericht  bestätigte  mit  Instruktionsverfügung 
vom 23. September 2009 den Eingang der Beschwerde.

G.
Am  16. Oktober  2009  reichte  der  Beschwerdeführer  zwei  Fotos  als 
weitere Beweismittel zu den Akten.

H.
Das  Bundesverwaltungsgericht  wies  mit  Zwischenverfügung  vom 
19. Oktober  2009  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
ab  und  setzte  dem  Beschwerdeführer  Frist  zur  Bezahlung  eines 
Kostenvorschusses von Fr. 600.–.

I.
Der  Beschwerdeführer  leistete  diesen  fristgerecht  am  30. Oktober 
2009 .

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich 
des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

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1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-
derung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung des 
Schriftenwechsels verzichtet.

4.

4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

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4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.  

5.1 Der  Beschwerdeführer  machte  zur  Begründung  seines  Asylge-
suchs im Wesentlichen geltend, er habe sein Heimatland wegen stän-
diger  Unterdrückungen  und  Misshandlungen  verlassen.  Er  sei  – zu-
sammen  mit  seinem  Vater –  zum  Gendarmerieposten  in  seinem 
Heimatdorf  gebracht  worden,  weil  sich  einer  seiner  Brüder  (...)  den 
Kämpfern der PKK in den Bergen im Nordirak angeschlossen und sich 
ein  anderer  Bruder  (...)  nicht  zum  Militärdienst  gemeldet  habe.  Auf 
dem  Gendarmerieposten  sei  er,  der  Beschwerdeführer,  mehrfach 
misshandelt und nach seinen Brüdern befragt worden. Auf Vorhalt er-
klärte der Beschwerdeführer, sich bereits im April 2008 in der Schweiz 
aufgehalten  zu  haben,  was  er  aus  Angst,  in  die  Türkei  zurück-
geschoben zu werden, verschwiegen habe. Damals sei er wegen der 
Aktivitäten  seines  Bruders  (...),  Problemen  zwischen  Kurden  und 
Türken und weil  er  keinen Militärdienst  habe leisten wollen,  aus der 
Türkei  ausgereist. Nachdem er  am 24. April  2008 in  der  Schweiz  in 
eine  Kontrolle  geraten  sei,  sei  er  am  26. April  2008  in  die  Türkei 
zurückgekehrt, weil seine Mutter krank gewesen sei. Weiter führte der 
Beschwerdeführer aus, er habe die Demokratik Toplum Partisi (DTP) 
unterstützt,  deren  Parteilokal  besucht  sowie  an  Kundgebungen  und 
Versammlungen  teilgenommen.  Probleme  habe  er  deswegen  aber 
nicht gehabt. Zum Beweis seiner Vorbringen reichte der Beschwerde-
führer  die  Kopie  einer  Wohnsitzbestätigung,  eine  Bestätigung  der 
Parteimitgliedschaft  sowie  zwei  Fotos  zu  den  Akten.  Auf  einem der 
Fotos sei sein Bruder (...) als Kämpfer zu sehen, das andere zeige den 
Beschwerdeführer.

5.2 Das BFM führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung un-
ter  anderem  aus,  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  – das  Ver-
schweigen seiner  ersten  Ausreise  aus  der  Türkei  und  seines  ersten 
Aufenthalts in der Schweiz – sei nicht mit dem Verhalten einer Person 

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vereinbar, welche asylrechtlich relevante Nachteile erlitten habe oder 
befürchte, solche zu erleiden. Seine Vorbringen zu den erlittenen Ver-
folgungsmassnahmen  zeichneten  sich  sodann  durch  chronologische 
Ungereimtheiten aus und seien zudem unsubstanziiert und vage aus-
gefallen. Zweifelhaft  sei  überdies,  ob tatsächlich  ein  Bruder  des Be-
schwerdeführers  bei  der  PKK  sei.  So  könne  der  Beschwerdeführer 
diesbezüglich  keine  hinreichend  substanziierten  Angaben  machen 
und die eingereichte Fotografie sei kein Beleg dafür, umso mehr, als 
die abgebildeten Personen nicht  den Eindruck von Guerillakämpfern 
vermittelten.  Die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachte  Verfol-
gungssituation könne daher nicht geglaubt werden. Seine Vorbringen 
zum Militärdienst,  den er  nicht  leisten wolle,  seien schliesslich  asyl-
rechtlich  unbeachtlich  und  hielten  daher  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseingenschaft nicht stand.

5.3 In seiner Beschwerde machte der Beschwerdeführer im Wesent-
lichen geltend, aus einer kurdischen Familie zu stammen, die sich für 
die  kurdische  Sache  engagiert  habe  und  aufgrund  ihres  politischen 
Engagements  immer  wieder  Repressionen  ausgesetzt  gewesen  sei. 
Aus den Aussagen des Beschwerdeführers ergebe sich klar, wie die 
ganze  Familie  wegen  des  Anschlusses  des  Bruders  an die  Guerilla 
von den Sicherheitskräften unter  Druck gesetzt  worden sei. Die Mit-
glieder der Familie würden als potenzielle Terroristen und Unterstützer 
der  PKK  gelten,  so  dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr 
deswegen  angezeigt  werden  könnte,  was  schwere  Folgen  für  ihn 
haben würde. Entgegen den  Ausführungen des BFM zeige das  ein-
gereichte  Foto  sehr  wohl  den  Bruder  des  Beschwerdeführers  als 
Guerillakämpfer. Weitere Beweismittel dazu würden nachgereicht. Bei 
einer  Gesamtwürdigung  der  bestehenden  Akten  müsse  davon  aus-
gegangen werden, dass zumindest eine Reflexverfolgung im Sinne von 
Art. 3 AsylG vorliege.

5.4 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht in 
Übereinstimmung mit dem BFM zur Ansicht, dass die Vorbringen des 
Beschwerdeführers  weder  den Anforderungen an die  Glaubhaftigkeit 
noch  denjenigen  an  die  Flüchtlingseingenschaft  genügen. Das  BFM 
hat  in  der  angefochtenen  Verfügung  ausführlich  und  zutreffend  die 
Gründe genannt,  die  zu  dieser  Erkenntnis  führen. Die  Vorbringen in 
der Beschwerde sind nicht geeignet, zu einer anderen Erkenntnis zu 
führen, vermag doch der Beschwerdeführer den Erwägungen der Vor-
instanz nichts Substanzielles zu entgegnen, sondern begnügt sich im 

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Wesentlichen mit der pauschalen Behauptung, gestützt auf seine fami-
liäre Herkunft einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt zu sein, ohne indes-
sen konkret und substanziiert zu den Vorhalten der Vorinstanz in der 
angefochtenen  Verfügung  Stellung  zu  nehmen. Zur  Vermeidung  von 
Wiederholungen kann daher auf die zu bestätigenden Erwägungen in 
der  angefochtenen  Verfügung  sowie  auf  die  Ausführungen  in  der 
Zwischenverfügung vom 19. Oktober 2009, in welcher die Beschwerde 
als aussichtslos bezeichnet wurde, verwiesen werden. Vor diesem Hin-
tergrund  vermag  der  Beschwerdeführer  aus  den  zwei  auf  Be-
schwerdeebene  eingereichten  Fotografien,  welche  angeblich  seinen 
Bruder (...) in Kampfmontur zeigten, nichts zu seinen Gunsten abzu-
leiten.  Aufgrund  der  Unglaubhaftigkeit  beziehungsweise  fehlenden 
Asylrelevanz  der  Vorbringen  ist  die  in  der  Beschwerde  geltend  ge-
machte Reflexverfolgung des Beschwerdeführers zu verneinen.

Die  zusammen  mit  der  Beschwerde  eingereichten  Internetberichte 
sowie  Auszüge  aus  dem  türkischen  Strafgesetzbuch  vermögen  an 
obiger  Einschätzung  nichts  zu  ändern,  zumal  sich  aus  diesen  kein 
direkter  Bezug  zur  Situation  des  Beschwerdeführers  herleiten  lässt 
und  diese  folglich  nicht  geeignet  sind,  seine  angebliche  Verfolgung 
nicht zu belegen. 

6.

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

7.

7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-

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desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor-
gängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer-
deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 
Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

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Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Ur-
teil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit 
weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 
Heimatstaat  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt 
klarerweise nicht  als  unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist 
der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl-  als auch der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  – unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.5 Weder die allgemeine Lage in der Türkei noch individuelle Gründe 

lassen auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schlies-

sen. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen – und 

soweit aus den Akten ersichtlich – gesunden Mann, der über ein famili-

äres Beziehungsnetz im Heimatstaat  (Eltern,  Schwestern und Onkel 

[vgl.  vorinstanzliche  Akten  A1/12  S. 3])  verfügt.  In  der  Beschwerde-

schrift  werden dazu denn auch keine substanziierten  Einwände gel-

tend gemacht. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Weg-

weisung auch als zumutbar.

7.6 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

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8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind durch den am 30. Oktober 2009 
in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und mit diesem 
zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie sind durch den eingezahlten Kostenvorschuss gedeckt 
und werden mit diesem verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die zuständige kantonale Migrationsbehörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Rudolf Raemy

Versand: 

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