# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50d00020-8dfb-59ac-ad83-c62fd70494e2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-09
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 09.02.2023 SK 2021 561
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-561_2023-02-09.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 561

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 9. Februar 2023 

Besetzung Oberrichterin Bratschi (Präsidentin), Oberrichterin Friederich Hörr, 
Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiber Lüthi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

 

und

C.________
v.d. Rechtsanwalt Dr. D.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung, Erpressung, Nötigung, Wi-
derhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, Widerhand-
lung gegen das Waffengesetz etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 29.04.2021 (PEN 20 478)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht in Dreierbesetzung; nachfol-
gend Vorinstanz) fällte am 29. April 2020 gegen den Beschuldigten und Berufungs-
führer A.________ (nachfolgend Beschuldigter) die folgenden Frei- und Schuld-
sprüche aus (Ziff. I. und II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 1708 ff.; Her-
vorhebungen im Original):

I.

A.________ wird freigesprochen von den Anschuldigungen:

1. der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz

1.1 angeblich begangen am 20. September 2019 in Bäriswil durch Fahren eines PW trotz 
entzogenem Führerausweis;

1.2 angeblich begangen am 13. Oktober 2019 in Belp durch Fahren eines Motorrads ohne 
Berechtigung; 

2. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen am 15. Juli 2019 
durch Besitz von 11 Concerta Tabletten ohne medizinisches Rezept;

3. der Widerhandlung gegen das kantonale Strafgesetzbuch

3.1 angeblich begangen am 23. März 2019 auf der Polizeiwache in Bern (urinieren);

3.2 angeblich begangen am 21. Juni 2019 in Bern, E.________ (Adresse) (auf den Boden spu-
cken);

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (2.5 %), ausmachend CHF 1'113.30, an 
den Kanton Bern.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 21. Juni 2019 in Bern zum Nachteil 
von C.________;

2. der Erpressung, mehrfach begangen in Bern zum Nachteil von C.________

2.1. im Sommer 2017 im Deliktsbetrag von CHF 6'100.00;

2.2. Mitte April 2019 im Deliktsbetrag von CHF 1'900.00; 

2.3. im Mai 2019 im Deliktsbetrag von CHF 2'000.00;

3. der Nötigung, mehrfach begangen in Bern zum Nachteil von C.________

3.1 am 6. Mai 2019 und am 11. Juni 2019;

3.2. am 21. Juni 2019;

3

4. der Drohung, mehrfach begangen in der Zeitspanne vom 23. März 2019 bis 21. Juni 2019 in 
Bern zum Nachteil von C.________;

5. der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen 

5.1 durch Fahren trotz entzogenem Führerausweis, mehrfach begangen bzw. festgestellt

5.1.1 am 22. März 2019 auf der Strecke Bern-Burgdorf;

5.1.2 am 23. März 2019 auf der Strecke Thun-Bern;

5.1.3 am 21. Juni 2019 auf der Strecke Bern-Burgdorf und Burgdorf-Bern;

5.1.4 am 21. Juni 2019 in Bern, Quartier ________;

5.1.5 am 21. Juni 2019 in Bern auf der Strecke E.________ (Adresse)-Salem Spital; 

5.1.6 am 9. Januar 2020 in Bern, ________ (Adresse);

5.2 durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs, begangen am 23. März 2019 in Bern;

5.3 durch Fahren in fahrunfähigem Zustand, mehrfach begangen bzw. festgestellt in Bern

5.3.1 am 23. März 2019 (mit Atemalkohol von 0.65 mg/l); 

5.3.2 am 21. Juni 2019 (mit den ASTRA-Grenzwert überschreitender Menge an THC); 

5.3.3 am 9. Januar 2020 (mit den ASTRA-Grenzwert überschreitender Menge an 
THC); 

5.4 durch Nichtbeachten des Vortritts bei erschwertem Kreuzen als Lenker eines Perso-
nenwagens, begangen am 21. Juni 2019 in Bern;

5.5 durch Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrfähigkeit, begangen am 
26. November 2019 in Burgdorf;

6. der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen bzw. festgestellt in Bern 

6.1 am 15. Juli 2019 durch Besitz eines Schlagstocks und Erwerb/Besitz einer Paintballwaffe 
(als Staatsangehöriger von Sri Lanka) (Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG);

6.2 am 15. Juli 2019 durch unsachgemässes Aufbewahren des Schlagstocks, der Paintball-
waffe, des Magazins der Paintballwaffe und des Druckbehälters für die Paintballwaffe (Art. 
34 Abs. 1 Bst. e WG); 

6.3 am 1. August 2019 durch Besitz einer schwarz angefärbten Spielzeugwaffe (Imitations-
waffe) (Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG);

7. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen bzw. festgestellt 
in Bern 

7.1 am 15. Juli 2019 durch Besitz und Aufbewahren von brutto insgesamt ca. 1'138 Gramm 
Marihuanablüten, Marihuana-/Tabakgemisch und Haschisch (Art. 19 Abs. 1 Bst. d BetmG);

7.2 am 15. Juli 2019 durch Besitz von Marihuanablüten, Tabak/Marihuana-Gemisch und An-
bau von Marihuana-Pflanzen zum Eigenkonsum (Art. 19a Ziff. 1 BetmG);

7.3 am 1. August 2019 durch Besitz von Marihuana und Marihuana-/Tabakgemisch zum Ei-
genkonsum (Art. 19a Ziff. 1 BetmG);

4

7.4 am 21. Juni 2019, 1. Januar 2020, 9. Januar 2020, 4. Mai 2020, 11. Mai 2020 und am 25. 
Mai 2020 durch Konsum von Kokain und Marihuana (Art. 19a Ziff. 1 BetmG); 

8. der Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz, mehrfach begangen resp. festgestellt am 
15. Juli 2019 in Bern durch Besitz von 13 Packungen in der Schweiz verbotener Feuerwerkskör-
per;

9. der Widerhandlung gegen das kantonale Strafgesetzbuch, begangen am 1. Januar 2019 in 
Bern (auf den Boden spucken, Nuttensöhne rufen);

10. des Wegwerfens von Kleinabfällen ausserhalb von Abfallanlagen oder Sammelstellen, be-
gangen am 21. Juni 2019 in Bern;»

Gestützt darauf verurteilte es den Beschuldigten in Anwendung der einschlägigen 
Gesetzesbestimmungen zu einer Freiheitsstrafe von 57 Monaten, unter Anrechnung 
der ausgestandenen Polizei- und Untersuchungshaft von 67 Tagen sowie der Er-
satzmassnahme (Electronic Monitoring) im Umfang von 110 Tagen (Ziff. 1. des 
Sanktionenpunktes, pag. 1710), zu einer Übertretungsbusse von CHF 1'300.00 
(Ziff. 2. des Sanktionenpunktes, pag. 1711), zu einer Landesverweisung von 8 Jah-
ren (Ziff. 3. des Sanktionenpunktes, pag. 1711) sowie zu den anteilsmässigen Ver-
fahrenskosten, ausmachend CHF 43'418.15 (Ziff. 4 des Sanktionenpunktes, 
pag. 1711). 

Weiter bestimmte die Vorinstanz die amtliche Entschädigung und das volle Honorar 
für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten durch Rechtsanwalt B.________ 
und für die unentgeltliche Rechtsvertretung von C.________ (nachfolgend Straf- und 
Zivilkläger) durch Rechtsanwalt Dr. D.________ (Ziff. III. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs, pag. 1711 f.).

Im Zivilpunkt verurteilte sie den Beschuldigten in Anwendung der einschlägigen Ge-
setzesbestimmungen zur Bezahlung von Schadenersatz im Umfang von 
CHF 6'100.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 1. März 2018, CHF 2'500.00 zuzüglich 5% 
Zins seit dem 8. Mai 2019 sowie von CHF 1'900.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 
24. April 2019, ferner zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 5'000.00 zuzüglich 
5% seit dem 21. Juni 2019 an den Straf- und Zivilkläger (Ziff. IV. der erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs, pag. 1712).

Schliesslich beschloss die Vorinstanz insbesondere die Einziehung der beschlag-
nahmten Drogen und Drogenutensilien zur Vernichtung sowie der beschlagnahmten 
Waffen zur Verwertung durch die Kantonspolizei Bern und ordnete die Ausschrei-
bung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem an (Ziff. V. des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 1713).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens und auftrags des 
Beschuldigten mit Eingabe vom 10. Mai 2021 fristgerecht Berufung an (pag. 1720). 
Die Urteilsbegründung datiert vom 22. November 2021 und wurde den Parteien mit 
Verfügung vom 22. November 2021 zugestellt (pag. 1837 f.). Die Berufungserklärung 
des Beschuldigten vom 15. Dezember 2021 ging am 16. Dezember 2021 und somit 
innert Frist beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 1844 ff.). 

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Rechtsanwalt Dr. D.________ teilte mit Eingabe vom 6. Januar 2022 namens und 
im Auftrag des Straf- und Zivilklägers fristgerecht mit, dass auf eine Anschlussberu-
fung verzichtet werde und aus seiner Sicht auf die Berufung eingetreten werden 
könne (pag. 1857).

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte ihrerseits mit Eingabe vom 30. Dezember 2021 
ebenfalls fristgerecht mit, sie verzichte auf die Erklärung der Anschlussberufung und 
es bestehe aus ihrer Sicht keinen Grund für ein Nichteintreten auf die Berufung (pag. 
1855 f.).

3. Oberinstanzliche Hauptverhandlung

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden von Amtes wegen über den 
Beschuldigten ein Strafregisterauszug, datierend vom 19. Oktober 2022 (pag. 1895 
f.), sowie ein Leumundsbericht, datierend vom 20. Oktober 2022 (pag. 1899 ff.), in-
klusive Betreibungsregisterauszug vom 4. Oktober 2022 (pag. 1905 f.) und Erhe-
bungsformular wirtschaftliche Verhältnisse vom 12. Oktober 2022 (pag. 1899 ff.), ein-
geholt. Zudem wurden bei der Staatsanwaltschaft Baden die Akten des Urteils vom 
5. Juli 2022 (Aktenzeichen ST.2022.3051) sowie beim Regionalgericht Bern-Mittel-
land, Strafabteilung, die Akten der Strafuntersuchung mit dem Aktenzeichen PEN 22 
259 ediert (pag. 1897 f.).

Mit Eingabe vom 8. November 2022 reichte Rechtsanwalt B.________ im Hinblick 
auf die Prüfung der Landesverweisung einerseits Kopien von medizinischen Unter-
lagen betreffend die Eltern des Beschuldigten und andererseits im Original einen 
First Information Report vom 15. Mai 2010 betreffend den Beschuldigten zu den Ak-
ten (1924 ff.).

Die oberinstanzliche Verhandlung fand am 10. November 2022 statt. Am Morgen der 
Hauptverhandlung wurde die Vorsitzende von der Polizei telefonisch darüber in 
Kenntnis gesetzt, dass sich der Beschuldigte wegen eines Velounfalls auf dem Weg 
ins Spital befinde und der oberinstanzlichen Hauptverhandlung nicht beiwohnen 
könne. Im Einverständnis mit den Parteien und unter Vorbehalt eines späteren Fra-
gerechts des Beschuldigten wurde die Einvernahme des Straf- und Zivilklägers 
durchgeführt und im Anschluss daran die Verhandlung abgebrochen (pag. 1936 ff.). 

Im Hinblick auf die Fortsetzungsverhandlung vom 7. Februar 2023 wurde erneut von 
Amtes wegen über den Beschuldigten ein Strafregisterauszug, datierend vom 
27. Januar 2023, eingeholt (pag. 1988 ff.). Zudem wurden bei der regionalen Staats-
anwaltschaft Bern-Mittelland die Akten des Strafverfahrens BM 22 45499 ediert 
(pag. 1993). Mit Eingabe vom 2. Februar 2023 reichte Rechtsanwalt B.________ 
wiederum im Hinblick auf die Prüfung der Landesverweisung diverse Unterlagen be-
treffend Arbeitsbemühungen des Beschuldigten im Zeitraum vom 8. Juli 2022 bis 1. 
Februar 2023 zu den Akten (pag. 1998 ff.).

Die Fortsetzungsverhandlung fand am 7. Februar 2023 statt, in deren Rahmen der 
Beschuldigte erneut zur Person und zur Sache befragt wurde (pag. 2048 ff.). 

6

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Fortsetzungsverhandlung vom 7. Februar 2023 namens und im Auftrag des Beschul-
digten die folgenden Anträge (pag. 2091 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.
Es sei festzustellen,

dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 29. April 2021 insoweit in Rechtskraft erwach-
sen ist, als der Berufungsführer freigesprochen wurde von den Anschuldigungen 

1. der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz 

1.1 angeblich begangen am 20. September 2019 in Bäriswil durch Fahren eines PW trotz ent-
zogenem Führerausweis; 

1.2 angeblich begangen am 13. Oktober 2019 in Belp durch Fahren eines Motorrads ohne Be-
rechtigung; 

2. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen am 15. Juli 2019 
durch Besitz von 11 Concerta Tabletten ohne medizinisches Rezept; 

3. der Widerhandlung gegen das kantonale Strafgesetzbuch 

3.1 angeblich begangen am 23. März 2019 auf der Polizeiwache in Bern (urinieren); 

3.2 angeblich begangen am 21. Juni 2019 in Bern, E.________(Adresse) (auf den Boden spu-
cken);

insoweit der Berufungsführer schuldig erklärt wurde 

4. der versuchten schweren Körperverletzung (Ziff. 1. des Urteils); 

5. der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz 

5.1 durch Fahren trotz entzogenem Führerausweis gemäss 
- Ziff. 5.1.1., 
- Ziff. 5.1.3., 
- Ziff. 5.1.6. des Urteils (Ziff. 5.1.8. der Anklageschrift vom 6. Juli 2020); 

5.2 durch Fahren in fahrunfähigem Zustand gemäss 
- Ziff. 5.3.2., 
- Ziff. 5.3.3.; 

5.3 durch Nichtbeachten des Vortritts bei erschwertem Kreuzen, als Lenker eines Personenwa-
gens gemäss Ziff. 5.4.; 

6. durch Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrfähigkeit (Ziff. 5.5. des Urteils); 

7. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (gemäss Ziff. 6.1. - 6.7. der AKS bzw. Ziff. 6.1. - 
6.3. des Urteils) 

7.1 am 15. Juli 2019 durch Besitz eines Schlagstocks und Erwerb/Besitz einer Paintballwaffe 
(als Staatsangehöriger von Sri Lanka) (Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG); 

7.2 am 15. Juli 2019 durch unsachgemässes Aufbewahren des Schlagstocks, der Paintball-
waffe, des Magazins der Paintballwaffe und des Druckbehälters für die Paintballwaffe 
(Art. 34 Abs. 1 Bst. e WG); 

7

7.3 am 1. August 2019 durch Besitz einer schwarz angefärbten Spielzeugwaffe (Imitations-
waffe), (Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG); 

8. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Ziff. 7.1. -7.4. des Urteils (Ankla-
geschrift Ziff. 7.1. -7.3. und 7.5. -7.12.) 

9. der Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz gemäss Ziff. 8.; 

10. der Widerhandlung gegen das kantonale Strafgesetzbuch gemäss Ziff. 9. des Urteils und Ziff. 9.1. 
der Anklageschrift; 

11. des Wegwerfens von Kleinabfällen ausserhalb von Abfallanlagen oder Sammelstellen gemäss 
Ziff. 10.; 

insoweit der Berufungsführer verurteilt wurde 

12. zur Bezahlung von CHF 5000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit 21. Juni 2019 an den Pri-
vatkläger C.________,

unter Ausscheidung der darauf entfallenden Verfahrenskosten für das erstinstanzliche Verfahren und 
teilweiser Auferlegung an den Kanton Bern, sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung für die ent-
standenen Verteidigungskosten (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO).

II.

A.________ sei 
freizusprechen:

1. von der Anschuldigung der Erpressung gemäss 
- Ziff. 2.1. des Urteils; 
- Ziff. 2.2. des Urteils (Ziff. 3.2. der Anklageschrift); 
- Ziff. 2.3. des Urteils; 

2. von der Anschuldigung der Nötigung, angeblich mehrfach begangen, gemäss 
- Ziff. 3.1. des Urteils; 
- Ziff. 3.2. des Urteils (Ziff. 3.3. der Anklageschrift); 

3. von der Anschuldigung der Drohung gemäss Ziff. 4.; 

4. von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz 

4.1. durch Fahren trotz entzogenem Führerausweis bzw. ohne Berechtigung gemäss 
- Ziff. 5.1.2., 
- Ziff. 5.1.4., 
- Ziff. 5.1.5., 

4.2. durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs, angeblich begangen am 23. März 2019 in Bern, 
gemäss Ziff. 5.2. des Urteils; 

4.3. durch Fahren in fahrunfähigem Zustand gemäss Ziff. 5.3.1.; 

unter Ausscheidung der erst- sowie der oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern, sowie 
unter Ausrichtung einer Entschädigung der Verteidigungskosten gemäss separat eingereichter Hono-
rarnote (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO).

III.

8

A.________ sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, unter Anrechnung der Polizei- und Untersuchungshaft 
von 67 Tagen (23. März 2019 = 1 Tag, 15. Juli 2019 = 1 Tag, 9. Januar - 13. März 2020 = 65 
Tage) sowie unter Anrechnung des ausgestandenen Hausarrestes mit Electronic monitoring vom 
3. Juni 2020 bis 29. April 2021 (331 Tage), anzurechnen im Umfang von 1/3 bzw. 110 Tagen 
Freiheitsentzug, unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei Ansetzung einer Probezeit von 
3 Jahren; 

2. zu einer Geldstrafe von 153 Tagessätzen à CHF 30.00; 

3. sowie zu einer Übertretungsbusse von CHF 1'300.00; 

4. zu den darauf entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten. 

IV.

Die Zivilklage des Herrn C.________ sei - soweit betreffend Schadenersatz gemäss IV. Ziff. 1. - 3. des 
Urteils - abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Weiter sei zu verfügen: 

1. Auf eine Landesverweisung sei zu verzichten. 

2. Über die beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte sei von Amtes wegen zu verfügen. 

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gestützt auf die eingereichte Honorarnote gerichtlich 
zu bestimmen. 

4. Allfällige weitere Verfügungen (insbes. Löschung DNA-Profil, Mitteilungen und dergleichen) seien 
von Amtes wegen zu treffen.

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt H.________ beantragte und begründete 
seinerseits für die Generalstaatsanwaltschaft Folgendes (pag. 2095 ff.; Hervorhe-
bungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 29.04.2021 insofern in 
Rechtskraft erwachsen ist, als 

1. A.________ freigesprochen wurde von den Anschuldigungen 

1.1. der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich begangen 

1.1.1 am 20.09.2019 in Bäriswil durch Fahren eines PW trotz entzogenem Führerausweis 
(AKS 5.1.6); 

1.1.2 am 13.10.2019 in Belp durch Fahren eines Motorrads ohne Berechtigung (AKS 
5.1.7); 

1.2. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen am 
15.07.2019 durch Besitz von 11 Concerta Tabletten ohne medizinisches Rezept (AKS 7.4); 

1.3. der Widerhandlung gegen das kantonale Strafgesetzbuch, 

9

1.3.1 angeblich begangen 1.3.1 am 23.03.2019 auf der Polizeiwache in Bern (urinieren; 
AKS 9.3); 

1.3.2 angeblich begangen am 21.06.2019 in Bern, E.________(Adresse) (auf den Boden 
spucken; AKS 9.2); 

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (2.5 %), ausmachend CHF 1113.30, an den 
Kanton Bern. 

2. A.________ schuldig gesprochen wurde: 

2.1 der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 21.06.2019 in Bern zum Nach-
teil von C.________ (AKS 1); 

2.2 der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen

2.2.1 durch Fahren trotz entzogenem Führerausweis, mehrfach begangen bzw. festge-
stellt 

2.2.1.1 am 22.03.2019 auf der Strecke Bern-Burgdorf (AKS 5.1.1); 

2.2.1.2 am 21.06.2019 auf der Strecke Bern-Burgdorf und Burgdorf-Bern (AKS 
5.1.3); 

2.2.1.3 am 9. Januar 2020 in Bern, ________  (Adresse) (AKS 5.1.8); 

2.2.2 durch Fahren in fahrunfähigem Zustand, mehrfach begangen bzw. festgestellt in 
Bern 

2.2.2.1 am 21.06.2019 (mit den ASTRA-Grenzwert überschreitender Menge an 
THC; AKS 5.3.2); 

2.2.2.2 am 09.01.2020 (mit den ASTRA-Grenzwert überschreitender Menge an 
THC; AKS 5.3.3); 

2.2.3 durch Nichtbeachten des Vortritts bei erschwertem Kreuzen als Lenker eines Per-
sonenwagens, begangen am 21.06.2019 in Bern (AKS 5.4); 

2.2.4 durch Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrfähigkeit, begangen 
am 26. November 2019 in Burgdorf (AKS 5.5); 

2.3 der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen bzw. festgestellt in Bern 

2.3.1 am 15.07.2019 durch Besitz eines Schlagstocks und Erwerb/Besitz einer Paintball-
waffe (als Staatsangehöriger von Sri Lanka) (Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG; AKS 6.1 - 
6.2); 

2.3.2 am 15.07.2019 durch unsachgemässes Aufbewahren des Schlagstocks, der Paint-
ballwaffe, des Magazins der Paintballwaffe und des Druckbehälters für die Paint-
ballwaffe (Art. 34 Abs. 1 Bst. e WG; AKS 6.3 - 6.6); 

2.3.3 am 01.08.2019 durch Besitz einer schwarz angefärbten Spielzeugwaffe (lmitations-
waffe) (Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG; AKS 6.7); 

2.4 der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen bzw. festge-
stellt in Bern 

2.4.1 am 15.07.2019 durch Besitz und Aufbewahren von brutto insgesamt ca. 1138 
Gramm Marihuanablüten, Marihuana-/Tabakgemisch und Haschisch (Art. 19 Abs. 1 
Bst. d BetmG; AKS 7.1); 

10

2.4.2 am 15.07.2019 durch Besitz von Marihuanablüten, Tabak/Marihuana-Gemisch und 
Anbau von Marihuana-Pflanzen zum Eigenkonsum (Art. 19a Ziff. 1 BetmG; AKS 7.2 
- 7.3, 7.5); 

2.4.3 am 01.08.2019 durch Besitz von Marihuana und Marihuana-/Tabakgemisch zum 
Eigenkonsum (Art. 19a Ziff. 1 BetmG; AKS 7.6 - 7.8); 

2.4.4 am 21. Juni 2019, 1. Januar 2020, 9. Januar 2020, 4. Mai 2020, 11. Mai 2020 und 
am 25. Mai 2020 durch Konsum von Kokain und Marihuana (Art. 19a Ziff. 1 BetmG; 
AKS 7.9 - 7.12); 

2.5 der Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz, mehrfach begangen resp. festgestellt 
am 15.07.2019 in Bern durch Besitz von 13 Packungen in der Schweiz verbotener Feuer-
werkskörper (AKS 8);

2.6 der Widerhandlung gegen das kantonale Strafgesetzbuch, begangen am 01.01.2019 in 
Bern (auf den Boden spucken, Nuttensöhne rufen; AKS 9.1); 

2.7 des Wegwerfens von Kleinabfällen ausserhalb von Abfallanlagen oder Sammelstellen, be-
gangen am 21.06.2019 in Bern (AKS 10); 

3. A.________ verurteilt wurde zur Bezahlung von CHF 5000.00 Genugtuung zzgl. 5% Zins seit 
21.06.2019 an den Privatkläger C.________; 

4. Verfügungen getroffen wurden gemäss Ziff. V/1 - 3 

II.

A.________ sei schuldig zu sprechen: 

1. der Erpressung, mehrfach begangen in Bern zum Nachteil von C.________ 

1.1 im Sommer 2017 im Deliktsbetrag von CHF 6100.00 (AKS 2.1); 

1.2 Mitte April 2019 im Deliktsbetrag von CHF 1900.00 (AKS 3.2); 

1.3 im Mai 2019 im Deliktsbetrag von CHF 2000.00 (AKS 2.2); 

2. der Nötigung, mehrfach begangen in Bern zum Nachteil von C.________ 

2.1 am 06.05.2019 und am 11.06.2019 (AKS 3.1); 

2.2 am 21.06.2019 (AKS 3.3); 

3. der Drohung, mehrfach begangen in der Zeitspanne vom 23.03.2019 bis 21.06.2019 in Bern zum 
Nachteil von C.________ (AKS 4); 

4. der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen 

4.1 durch Fahren trotz entzogenem Führerausweis, mehrfach begangen bzw. festgestellt am 

4.1.1 23.03.2019 auf der Strecke Thun-Bern (AKS 5.1.2); 

4.1.2 21.06.2019 in Bern, Quartier ________ (AKS 5.1.4) 

4.1.3 21.06.2019 in Bern auf der Strecke E.________ (Adresse)-Salem Spital (AKS 
5.1.5); 

4.2 durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs, begangen am 23.03.2019 in Bern (AKS 5.2); 

11

4.3 durch Fahren in fahrunfähigem Zustand, begangen bzw. festgestellt in Bern am 23.03.2019 
(mit Atemalkohol von 0.65 mg/I; AKS 5.3.1); 

und in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen 

zu verurteilen: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 57 Monaten, unter Anrechnung der Polizei- und Untersuchungshaft 
sowie des Hausarrests (Electronic Monitoring) zu 1/3.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 1300.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung sei auf 13 Tage festgesetzt; 

3. zu einer Landesverweisung von 8 Jahren mit Anordnung der Ausschreibung im Schengener In-
formationssystem SIS; 

4. zur Bezahlung der anteilmässigen erst- sowie der gesamten oberinstanzlichen Verfahrenskosten 
(zzgl. Gebühr gemäss Art. 21 VKD von Fr. 600.00). 

III.

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (amtl. Entschädigung etc.).

Rechtsanwalt Dr. D.________ beantragte und begründete schliesslich namens und 
auftrags des Straf- und Zivilklägers das Folgende (pag. 2099 f.; Hervorhebungen im 
Original): 

I. Feststellung Rechtskraft

Soweit den Straf- und Zivilkläger betreffend sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts 
Bern-Mittelland vom 29. April 2021 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als 

1. der Beschuldigte der versuchten schweren Körperverletzung schuldig gesprochen wurde (Dispo-
sitiv, Ziff. 11.1), 

2. der Beschuldigte zur Bezahlung von CHF 5000.00 Genugtuung zuzüglich Zins verurteilt wurde 
(Dispositiv, Ziff. IV.4) 

3. der Beschuldigte zur Bezahlung der Differenz zwischen amtlicher Entschädigung für die unent-
geltliche Rechtspflege und dem vollen Honorar von Fr. 4119.50 verpflichtet wurde (Dispositiv, Ziff. 
111.2) 

Il. Schuldspruch und Sanktion

Soweit den Straf- und Zivilkläger betreffend sei der Beschuldigte in Bestätigung des vorinstanzlichen 
Urteils 

1. der mehrfachen Erpressung (Dispositiv, Ziff. 11.2.1-2.3) 

2. der mehrfachen Nötigung (Dispositiv, Ziff. 11.3.1-3.2) sowie 

3. der mehrfachen Drohung (Dispositiv, Ziff. 11.4) 

begangen zum Nachteil des Privatklägers, C.________, schuldig zu sprechen und zu einer angemes-
senen Strafe zu verurteilen. 

12

Ill. Zivilpunkt

Soweit den Straf- und Zivilkläger betreffend sei der Beschuldigte in Bestätigung des vorinstanzlichen 
Urteils zur Bezahlung 

1. von CHF 6100.00 Schadenersatz zuzüglich Zins zu 5% seit dem 01.03.2018 (mittlerer Verfall) 
(Dispositiv-Ziff. IV.1),

2. von CHF 2500.00 Schadenersatz zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 08.05.2019 (Dispositiv-Ziff. IV.2),

3. von CHF 1900.00 Schadenersatz zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 24.04.2019 (Dispositiv-Ziff. IV.3) 

an den Straf- und Zivilkläger. 

IV. Weitere Verfügungen

1. Die Kosten des oberinstanzlichen Verfahrens seien vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerle-
gen. 

2. Für die Beurteilung der Zivilklage seien (erneut) keine Kosten auszuscheiden. 

3. Das amtliche Honorar des Rechtsbeistands des Straf- und Zivilklägers sei gestützt auf die einge-
reichte Kostennote gerichtlich zu bestimmen. 

4. Dem Straf- und Zivilkläger sei zulasten des Beschuldigten eine Parteientschädigung gemäss ein-
gereichter Kostennote zuzusprechen, wobei das gemäss Ziff. VI.3 hiervor festgesetzte amtliche 
Honorar in Anwendung von Art. 138 Abs. 2 StPO dem Kanton Bern und der Differenzbetrag zum 
vollen Honorar dem Privatkläger auszurichten sei.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil vom 29. April 2021 teilweise ange-
fochten (Art. 399 Abs. 3 Bst. a StPO); seine Berufung richtet sich gemäss Berufungs-
erklärung vom 15. Dezember 2021 (pag. 1844) gegen die Schuldsprüche wegen 
mehrfacher Erpressung (Ziff. II./2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 
pag. 1708), mehrfacher Nötigung (Ziff. II./3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 
pag. 1708), Drohung (Ziff. II./4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 1709) 
sowie wegen diverser Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, na-
mentlich durch mehrfaches Fahren trotz entzogenem Führerausweis bzw. ohne Be-
rechtigung (Ziff. II./5.1.2., 5.1.4. und 5.1.5. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 
pag. 1709), durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs (Ziff. II./5.2. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs, pag. 1709) sowie Fahren in fahrunfähigem Zustand 
(Ziff. II./5.3.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 1709). Weiter ficht der 
Beschuldigte die damit zusammenhängende Sanktion (Ziff. 1. und 2. des Sanktio-
nenpunktes, pag. 1711), die ausgesprochene Landesverweisung (Ziff. 3. des Sank-
tionenpunktes, pag. 1711), die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. 4. des Sank-
tionenpunktes und Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 1711 f.) so-
wie im Zivilpunkt sämtliche Schadenersatzansprüche des Straf- und Zivilklägers (Ziff. 
IV./1.-3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 1712) an. Schliesslich wendet 
sich der Beschuldigte gegen die Ausschreibung der Landesverweisung im Schenge-
ner Informationssystem (Ziff. V./6. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 

13

pag. 1713). In Bezug auf diese Punkte ist das erstinstanzliche Urteil somit durch die 
Kammer neu zu beurteilen. Dasselbe gilt in Bezug auf die Ziff. V./4. (DNA) und 
Ziff. V./5. (biometrische erkennungsdienstliche Daten) des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs, welche nicht der Rechtskraft zugänglich sind.

Hingegen sind sämtliche Freisprüche (Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 
pag. 1708), die übrigen Schuldsprüche (im Einzelnen Ziff. II./1., 5.1.1, 5.1.3, 5.1.6, 
5.3.2, 5.3.3, 5.4, 5.5 sowie 6-10 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 1708 
ff.), die zugesprochene Genugtuung von CHF 5'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 
dem 21. Juni 2019 an den Straf- und Zivilkläger (Ziff. IV./4. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs, pag. 1712) sowie die Einziehung der beschlagnahmten Drogen, 
Drogenutensilien und der beschlagnahmten Waffen (Ziff. V./2. Und 3. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 1713) rechtskräftig.

In Bezug auf die angefochtenen Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Mangels Anschlussberufung oder eigenständiger Berufung 
der Generalstaatsanwaltschaft und des Straf- und Zivilklägers darf das erstinstanzli-
che Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden (sog. Ver-
schlechterungsverbot, Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorbemerkungen

Die Verteidigung warf zu Beginn ihres oberinstanzlichen Parteivortrags der Anklage-
behörde vor, einseitig ermittelt zu haben. So seien weder die Mutter des Straf- und 
Zivilklägers noch andere Personen aus dem Umfeld des Beschuldigten befragt wor-
den. Der Vater des Beschuldigten sei zwar befragt worden, nicht jedoch darüber, ob 
er den Straf- und Zivilkläger vor der Fahrt ins Spital verarztet habe. Diese Kritik an 
den Strafverfolgungsbehörden ist unberechtigt: Eine einseitige Ermittlung wird weder 
substantiiert dargelegt noch ist eine solche erkennbar. Die Strafverfolgungsbehörden 
haben umfassende Ermittlungen getätigt, zahlreiche Einvernahmen durchgeführt 
und – soweit vorhanden – objektive Beweise gesichert. Es ist nicht ersichtlich, dass 
die Staatsanwaltschaft respektive die Polizei es unterlassen hätte, (Entlastungs-
)Zeugen zu befragen. Dem Beschuldigten wäre denn auch das Recht zugestanden, 
im Rahmen von Beweisanträgen die seiner Meinung nach angezeigten Befragungen 
selber zu beantragen (Art. 107 Abs. 1 Bst. e StPO). In diesem Zusammenhang ist 
explizit darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte es auch unterlassen hat, den an-
geblichen Fahrer vom 21. Juni 2019, welcher als Entlastungszeuge zu seinen Guns-
ten hätte aussagen können, zu nennen. An der polizeilichen Befragung des Vaters 
des Beschuldigten waren sodann sowohl der Beschuldigte wie auch dessen Vertei-
digung persönlich anwesend (pag. 594). Ihnen wäre es ohne weiteres freigestanden, 
entsprechende Ergänzungsfragen zu stellen, was sie indes ebenfalls unterlassen ha-
ben (pag. 601 Z. 321 f.). Der Vater des Beschuldigten hätte, selbst wenn er geholfen 
hätte, den Straf- und Zivilkläger zu verarzten, weder sachdienliche Angaben zur (auf 
Video festgehaltenen) Körperverletzung, noch über die Fahrt ins Spital machen kön-
nen. Die oberinstanzlich geübte pauschale Kritik an der Strafverfolgungsbehörde er-
weist sich somit als unbegründet. Die Verteidigung führt schliesslich ins Feld, die 

14

Vorinstanz habe den Beschuldigten als unglaubwürdig taxiert, obwohl die wenigen 
objektiven Beweismittel gegen die Vorwürfe sprechen würden. Man habe den Be-
schuldigten einzig gestützt auf die Aussagen des Straf- und Zivilklägers schuldig ge-
sprochen, obwohl sich dieser ständig widersprochen und seine Ansichten ständig 
abgeändert habe. Diese Argumentation geht, wie nachfolgend aufgezeigt wird, fehl: 

Zunächst fällt ganz allgemein auf, dass der Beschuldigte nur diejenigen Verfehlun-
gen zugibt, die durch objektive Beweismittel belegt sind. Hingegen bestreitet er sämt-
liche Vorwürfe, welche sich auf die Aussagen des Straf- und Zivilklägers stützen. 
Den Aussagen des Straf- und Zivilklägers kommt folglich a priori eine grosse Bedeu-
tung zu. Nebst diesen Aussagen liegen als subjektive Beweismittel insbesondere die 
Aussagen des Beschuldigten sowie in Bezug auf vereinzelte Sachverhalte diejeni-
gen von I.________ und J.________ vor. Es gilt unter den gegebenen Umständen, 
bereits vorab Ausführungen zur generellen Glaubwürdigkeit der genannten Perso-
nen respektive zur generellen Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu machen.

6.1 Straf- und Zivilkläger

Der Beschuldigte charakterisierte den Straf- und Zivilkläger im Laufe des Verfahrens 
mehrfach als Lügner (z.B. pag. 904 Z. 38) und unter anderem als einen «hinterhälti-
gen, linken, falschen Siech», eine tickende Zeitbombe (pag. 1578 Z. 33), der gross-
spurig erzähle wer er sei (pag. 893 Z. 371 f.), zu viel Unnötiges rede (pag. 904 Z. 39) 
und «gross schnurre» (pag. 1578 Z. 14), sowie ein «Arschloch» und ein «falscher 
Hund» sei, welcher keine Freunde mehr habe (pag. 893 Z. 370 und 389). Oberin-
stanzlich bezeichnete er den Straf- und Zivilkläger wiederum als hinterhältig und ego-
istisch (pag. 2063 Z. 32 f.). 

Die Kammer konnte sich im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung ein 
eigenes Bild vom Straf- und Zivilkläger machen. Dieses Bild entspricht nicht ansatz-
weise der Beschreibung durch den Beschuldigten. Die Kammer hat den Straf- und 
Zivilkläger als introvertiert, unsicher und fast schon verschüchtert sowie in seinen 
Aussagen reflektiert wahrgenommen. Dass ihn der Vorfall noch beschäftigte, wie er 
gleich zu Beginn der Einvernahme zu Protokoll gab (pag. 1939 Z. 17 ff.), war spürbar. 
Er verhielt sich ruhig und beantwortete die Fragen mit Bedacht. Seine Schilderungen 
enthielten viele Gedankengänge und Emotionen, welche vereinzelt auch körperlich 
zum Ausdruck kamen. Als er über die Beziehung zum Beschuldigten sprach und 
über seine Angst vor ihm, fing er beispielsweise an zu weinen (pag. 1945 Z. 26 ff.), 
ebenso, als er über die Hilfsbereitschaft seiner Familie nach dem Vorfall sprach 
(pag. 1947 Z. 39 ff.). 

Die Verteidigung sprach den Aussagen des Straf- und Zivilklägers wiederholt die 
Glaubhaftigkeit ab. Als Hauptargument brachte sie vor, dessen Aussagen vor und 
nach dem 21. Juni 2019 würden sich diametral widersprechen. Die Feststellung der 
Verteidigung ist zwar zutreffend, entstammt aber auch einem offensichtlichen und 
nachvollziehbaren Grund: Der Übergriff am 21. Juni 2019, welcher zum Schuld-
spruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung führte, stellte für den Straf- und 
Zivilkläger einen Wendepunkt dar. Wie er selber wiederholt zu Protokoll gab, war er 
vor diesem Tag sowohl emotional als auch finanziell an den Beschuldigten gebunden 

15

(pag. 1947 6 ff.). Entsprechend war er nach dem Vorfall auch nicht zu einer Gegenü-
berstellung mit dem Beschuldigten bereit, versuchte dieser ihn doch immer zu mani-
pulieren (pag. 314 Z. 28). Nach dem Vorfall vom 21. Juni 2019 habe er dann den 
Tod vor seinen Augen gesehen und Angst um seine Familie gehabt. Da habe er 
gewusst, dass er die Reissleine ziehen musste (pag. 1947 Z. 20 ff.). Diese Schilde-
rung spiegelt sich eindrücklich in den Aussagen des Straf- und Zivilklägers wieder. 
Seine Aussagen vor dem 21. Juni 2019 sind karg, widersprüchlich und darauf be-
dacht, den Beschuldigten zu entlasten. Seine Aussagen nach dem Vorfall sind aus-
führlich, detailliert und konstant. Soweit vorhanden, decken sie sich – im Gegensatz 
zu den Aussagen des Beschuldigten, J.________ und I.________ – zudem mit den 
objektiven Beweismitteln. Es kann hierfür beispielhaft auf die zutreffende Beweis-
würdigung der Vorinstanz zur versuchten schweren Körperverletzung verwiesen 
werden (S. 14 ff. der Urteilsbegründung, pag. 1744 ff.). Diese eindrückliche Zäsur im 
Aussageverhalten des Straf- und Zivilklägers lässt sich damit nachvollziehbar er-
klären. Es ist evident, wie die Widersprüche zustande gekommen sind und dass sie 
der Glaubhaftigkeit der nach dem 21. Juni 2019 erfolgten privatklägerischen Aussa-
gen keinen Abbruch tun. Vor diesem Hintergrund kann der Beschuldigte aus den 
früheren Aussagen sowie aus den Widersprüchen zu den späteren Aussagen des 
Straf- und Zivilklägers nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im Gegenteil bestätigen 
sie eindrücklich den Einfluss, den der Beschuldigte auf den Straf- und Zivilkläger in 
der Zeit vor der Haupttat gehabt haben muss. Der Straf- und Zivilkläger nahm zum 
Schutz des Beschuldigten ein Strafverfahren wegen Begünstigung in Kauf, welches 
letztlich auch eröffnet wurde. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass der Straf- und Zi-
vilkläger bereits vier Tage nach dem Vorfall vom 21. Juni 2019 im Sinne einer Pro-
tokollergänzung von sich aus diverse Vorfälle angesprochen hat, welche nunmehr 
gestützt auf seine späteren Aussagen sowie gestützt auf weitere Beweise und Indi-
zien Teil des vorliegenden Strafverfahrens bilden (pag. 317 Z. 173 ff.). Der Straf- und 
Zivilkläger hätte somit den ganzen «Komplott» gegen den Beschuldigten, welchen 
dieser geltend macht, bereits vor oder zumindest unmittelbar nach dem Vorfall vom 
21. Juni 2019 ausführlich planen müssen. Dem Straf- und Zivilkläger kommt nach 
dem Gesagten eine hohe Glaubwürdigkeit zu.

6.2 Beschuldigter sowie die Beziehung zum Straf- und Zivilkläger

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten in Bezug auf die einzelnen De-
likte sorgfältig gewürdigt und grossmehrheitlich als unglaubhaft taxiert. Anlässlich 
der oberinstanzlichen Hauptverhandlung liess der Beschuldigte bereits bei den Fra-
gen zu seiner Person Einblicke in seine generelle Glaubwürdigkeit gewähren. So 
führte er beispielsweise auf Frage nach seiner Arbeitstätigkeit aus, er führe gemein-
sam mit einem Freund (I.________) eine Einzelfirma im Bereich Internetmarketing 
namens K.________ (Firma) (pag. 2051 Z. 29). Ein Teil davon betreffe das Event-
management. Neben diversen Geschäftspartnern wie L.________ (Restaurant) und 
M.________ (Restaurant) sei soeben mit grosser Sicherheit auch das chinesische 
Restaurant N.________ (Restaurant) dazugekommen (pag. 2051 Z. 37 ff.). Darauf 
angesprochen, dass dies eine japanische P.________ und nicht ein chinesisches 
Restaurant sei, antwortete er mit «Ah ja stimmt, sorry» (pag. 2059 Z. 11). Abgesehen 
davon, dass seine angebliche Einzelfirma firmentechnisch (Firmenbezeichnung) als 

16

solche gar nicht den Anforderungen an eine Einzelfirma entspricht, lässt sie sich we-
der im Zentralen Firmenindex noch im Internet finden. In Bezug auf seine aktuelle 
berufliche Situation gab er zudem an, am morgigen Tag ein Vorstellungsgespräch 
bei der Firma Q.________ in Langnau zu haben (pag. 2053 Z. 4 f.). Ein solches Un-
ternehmen erscheint ebenfalls weder im Zentralen Firmenindex noch bei einer 
Google-Suche. Ferner gab er an, in seiner Freizeit Firmenfussball zu spielen. Er 
wechsle aber im Sommer zum FC ________(Fussballverein), sein Cousin namens 
R.________ spiele dort und habe ihn gefragt. Der FC ________(Fussballverein), 
welcher ja gerade aus der Super League abgestiegen sei, wolle ihn haben (pag. 
2061 Z. 44 ff.). Dass der Beschuldigte nicht von einer professionellen Fussballmann-
schaft umworben wird, dürfte geradezu offensichtlich sein. Der genannte Cousin 
steht sodann gemäss Homepage des FC ________(Fussballverein) weder im Kader 
der 1. Mannschaft noch in demjenigen der Amateurmannschaft. Letztere spielt im 
Übrigen nicht, wie man aus seinen Aussagen allenfalls noch meinen könnte, in der 
4., sondern in der 5. Liga. Nebenbei will der Beschuldigte als Assistenztrainer bei 
den Junioren des T.________ (Fussballverein) tätig sein. Der offizielle Trainer heisse 
«S.________ oder so» (pag. 2060 Z. 41 f.). Diese Aussage widerspricht ebenfalls 
der Homepage des T.________(Fussballverein). Schliesslich bestritt er auf Vorhalt 
des rechtskräftigen Strafbefehls vom 6. Dezember 2022, mit welchem er im Nach-
gang an den Velounfall am Tag der ersten oberinstanzlichen Hauptverhandlung und 
gestützt auf die laborchemischen Befunde u.a. des Kokainkonsums schuldig gespro-
chen wurde, Kokain konsumiert zu haben. Das sei nicht möglich (pag. 2056 Z. 36 ff. 
sowie pag. 2057 Z. 11 ff.).

Der Beschuldigte hat keine einzige seiner Behauptungen belegt; ebenso wenig las-
sen sie sich mittels Internet-Recherche verifizieren. Der Beschuldigte ist offensicht-
lich darauf bedacht, sich selbst durch Unwahrheiten als erfolgreichen Menschen dar-
zustellen und sich in ein besseres Licht zu rücken. Entsprechend beschrieb er sich 
anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung als einen netten, sympathischen 
Typen, den alle gerne hätten, auf dem Spielplatz würden ihn die Kinder lieben, auch 
ältere Leute, alle hätten ihn gern (pag. 1579. Z. 9 ff.). Dieses überhebliche Verhal-
tensmuster lässt sich auch in seinen zur Sache gemachten Aussagen erkennen: Der 
Beschuldigte machte bis zuletzt andere Leute für sein Verhalten verantwortlich und 
versuchte sein eigenes Verhalten zu beschönigen. Wie die Vorinstanz zu Recht gel-
tend machte, wird stark der Anschein erweckt, «dass der Beschuldigte bemüht war, 
mit seiner abwertenden Kritik an der Person des Privatklägers dessen generelle 
Glaubwürdigkeit zu untergraben, diesen als Lügner darzustellen» (S. 16 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1746 f.). Dies betrifft indes nicht nur den Straf- 
und Zivilkläger, sondern ebenso J.________ und I.________, welche er mehrfach 
für seine Verfehlungen verantwortlich gemacht hat. Er habe nur aufgrund ihres Ver-
haltens fahren müssen und sei wegen ihnen dabei erwischt worden. Auf I.________ 
könne er sich beispielsweise nicht verlassen, das sei ein «Laueri» (pag. 893 Z. 365 
f.). Zur Körperverletzung am 21. Juni 2019 sei es gekommen, weil er J.________ 
und den Straf- und Zivilkläger wegen ihrer «louereie, zytverluschte und stress», wel-
che letztlich zur Anhaltung durch die Polizei geführt hätten, «zämägschisse» habe. 
Er habe sie beide gefragt, wie sie eigentlich erzogen worden seien (pag. 400 Z. 109 
ff.). Der von der Kammer vom Beschuldigten gewonnene Eindruck widerspiegelt sich 

17

in den Aussagen des Straf- und Zivilklägers, welcher den Beschuldigten anfänglich 
als einen gescheiten Menschen, der immer ehrlich zu ihm sei und sich gut mit ge-
schäftlichen Sachen auskenne (pag. 1143 Z. 56 ff.) bezeichnete und anlässlich der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung zu Protokoll gab, dass er den Beschuldigten, 
als er ihn kennengelernt habe, als guten und erfolgreichen Typen eingeschätzt habe, 
der seine Sachen erledige im Leben, der vorwärtskomme und ihm versprochen 
habe, er würde ihm eine gut bezahlte Lehrstelle besorgen (pag. 1940 Z. 27 ff.). Dass 
der Verteidigung nicht gefolgt werden kann, wenn sie von gegenseitigen Provokati-
onen spricht und die Beziehung zwischen dem Beschuldigten und dem Straf- und 
Zivilkläger als «nicht so schlimm» bezeichnet, zeigt sich auch auf den Videoaufnah-
men aus dem Tankstellenshop (pag. 494) sowie denjenigen zum Vorfall vom 21. Juni 
2019 (pag. 445), aber auch auf denjenigen nach der Autofahrt Thun-Bern, als der 
Beschuldigte dem vor ihm flüchtenden Straf- und Zivilkläger mit einem Stock hinter-
herrannte (pag. 494). Die auf diesen Aufnahmen ersichtliche Mimik und Gestik der 
beiden Parteien sind bezeichnend. Das Machtgefälle sowie die Dominanz des Be-
schuldigten gegenüber dem Straf- und Zivilkläger sind evident.

Die teilweise nachweislich falschen Aussagen des Beschuldigten sind aktenkundig. 
Sie widersprechen mitunter objektiven Beweismitteln. Beispielhaft zu nennen ist der 
Vorfall vom 21. Juni 2019, welchen er sogar im Wissen um die Videoaufnahmen 
wahrheitswidrig schilderte (pag. 400 Z. 116 ff.). Der Beschuldigte bestreitet schliess-
lich selber nicht, teilweise falsche Aussagen gemacht zu haben. Auf Vorhalt seiner 
eigenen Aussage, wonach I.________ der anständigste Mensch sei, den er kenne, 
führte der Beschuldigte lachend aus, das sei «Blödsinn», was er da erzählt habe, 
dieser sei nicht besser als er (pag. 2063 Z. 1 ff.). Die Anschlussfrage, was er denn 
sonst noch für Blödsinn erzählt habe im Verfahren, beantwortete er mit «ich müsste 
es durchlesen» (pag. 2063 Z. 7 f.).

6.3 J.________ und I.________

Bei J.________ und I.________ handelt es sich um gute bzw. um die besten 
Freunde des Beschuldigten. I.________ bezeichnete der Beschuldigte anlässlich der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung sogar als seinen besten Freund, dieser sei wie 
ein Familienmitglied (pag. 1579 Z. 11 und 14). Der Einfluss des Beschuldigten auf 
die beiden spiegelt sich anschaulich in deren Aussagen wider. Ihre Aussagen waren 
– wie diejenigen des Straf- und Zivilklägers vor dem 21. Juni 2019 – stets darauf 
bedacht, den Beschuldigten zu schützen. So hat beispielsweise J.________ nach-
weislich falsche und der Videoaufzeichnung widersprechende Aussagen betreffend 
die versuchte schwere Körperverletzung gemacht. Gemäss den Aussagen des Straf- 
und Zivilklägers habe diese in der Vergangenheit auch bereits Geschwindigkeits-
übertretungen auf sich genommen, obwohl der Beschuldigte gefahren sei (pag. 317 
Z. 179 f.). Bei I.________ ging der Einfluss des Beschuldigten sogar so weit, dass 
dieser – wie sich nachfolgend zeigen wird – für den Beschuldigten Untersuchungs-
haft sowie letztlich einen Schuldspruch wegen Strassenverkehrsdelikten inkl. 
Strafregistereintrag auf sich nahm, obwohl nachweislich der Beschuldigte die Delikte 
begangen hatte. Ferner leistete er der Vorladung zur erstinstanzlichen Hauptver-
handlung auf Aufforderung des Beschuldigten hin keine Folge. Über den Straf- und 

18

Zivilkläger äusserte er sich sodann anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung (ungefragt) ähnlich abschätzig wie der Beschuldigte (pag. 1547, Z. 32 ff., dieser 
sei grosskotzig und könne «fast unmenschlich» werden). Auch diese Beschreibung 
des Straf- und Zivilklägers widerspricht diametral dem Eindruck der Kammer.

Die Aussagen von J.________ und I.________ können vor diesem Hintergrund nicht 
zu Gunsten des Beschuldigten ausgelegt werden. Hingegen demonstrieren sie ein-
drücklich die Dynamik und die Machtverhältnisse einer Freundschaft mit dem Be-
schuldigten sowie dessen Einfluss auf ihm nahestehende Personen.

7. Erpressungen gemäss Ziff. 2.1., 2.2. und 3.2. der Anklageschrift

7.1 Die drei angeklagten Sachverhalte werden nachfolgend, zumal es sich stets um den-
selben «modus operandi» handelte, gemeinsam abgehandelt. Bezüglich Ziff. 3.2. 
der Anklageschrift hat die Vorinstanz einen Würdigungsvorbehalt angebracht und 
den Sachverhalt, entgegen der Anklageschrift, ebenfalls unter den Tatbestand der 
Erpressung subsumiert (pag. 1540).

7.2 Für die Zusammenfassung der Beweismittel wird auf die korrekten Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen (für Ziff. 2.1. der Anklageschrift vgl. S. 18 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung, pag. 1748 ff.; für Ziff. 2.2. S. 27 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 1757 ff. sowie für Ziff. 3.2. S. 32 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 1762 ff.). Der Beschuldigte hat anlässlich seiner oberin-
stanzlichen Einvernahme pauschal bestritten, dem Straf- und Zivilkläger so viel Geld 
zu schulden. Das sei «Schissdräck». Er habe ihn nicht erpresst, es sei ein gegen-
seitiger Streit gewesen (pag. 2061 Z. 26 ff.).

7.3 Die Vorinstanz hat betreffend den Vorwurf gemäss Ziff. 2.1. (Abzahlungsvertrag) das 
Folgende erwogen (S. 24 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1754 ff.):

Der Beschuldigte hat den Sachverhalt gleichbleibend bestritten. Der Vorwurf stützt sich im Wesentli-
chen auf die Aussagen des Privatklägers. 

Der Privatkläger hat Kontoauszüge eingereicht, um den jeweiligen Geldbezug zu Handen des Beschul-
digten zu belegen. Die bezogenen Geldbeträge stimmen nicht exakt mit den einzelnen Ratenzahlungen 
überein, da nur ein Teil der Abhebungen an den Beschuldigten gegangen sein soll. Der Privatkläger 
hat die einzelnen Geldbezüge gemäss Kontoauszug selber markiert und in einer handschriftlichen Notiz 
vermerkt, welcher anteilsmässige Betrag an den Beschuldigten geflossen sein soll. Der Kontoauszug 
ist als objektives Beweismittel deshalb nicht besonders aussagekräftig. Er kann aber grundsätzlich zur 
Ergänzung der Aussagen des Privatklägers im Rahmen der subjektiven Beweismittel herangezogen 
werden. 

Der Privatkläger wurde mehrmals und einlässlich zu diesem Vorwurf einvernommen. Den Kernablauf 
schilderte er konstant gleich, zuletzt anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Bern-
Mittelland. Auch ergänzende Fragen konnte er problemlos beantworten. Er hat die Ereignisse eingangs 
der jeweiligen Befragungen im freien Bericht ausführlich und mit einem quantitativen Detailreichtum 
geschildert, auch im Nebengeschehen. Seine Aussagen enthalten zahlreiche Realitätskriterien, auf die 
nur beispielhaft hinzuweisen ist. Weitergehend wird auf die ausführlichen Protokolle verwiesen. 

Es erfolgte eine raum-zeitliche Verknüpfung im Zusammenhang mit dem Abschluss des Vertrags und 
der Dauer der Ratenzahlungen. So sollen sich die Ereignisse rund um den Vertragsschluss ein bis zwei 

19

Monate nach dem Kennenlernen zugetragen haben, die letzte Ratenzahlung sei kurz vor dem Geburts-
tag des Privatklägers im Dezember 2018 entrichtet worden. Es finden sich Interaktionsschilderungen. 
Namentlich legte der Privatkläger dar, wie er im Auftrag des Beschuldigten versucht habe, mit 
I.________ in Kontakt zu treten, wie der Beschuldigte unvermittelt verärgert reagiert habe, als ihm dies 
nicht gelungen sei, und kurz darauf die Unterzeichnung des Vertrags durch den Privatkläger verlangt 
habe. Er schilderte, wie der Beschuldigte zwecks Abgleichung der Unterschrift etwas später am fragli-
chen Tag noch die Vorlage eines Ausweises verlangt habe. Der Privatkläger legte offen, dass er 
zunächst noch gezögert habe, den Vertrag zu unterzeichnen, dann aber vom Beschuldigten einen 
«Chlapf» erhalten habe und sich in der Folge durch Unterschrift auf dem Vertrag zur Bezahlung von 
CHF 6'100.00 verpflichtet habe. Der Privatkläger gab mehrmals direkte Gespräche wieder und schil-
derte damit zusammenhängend komplexe und ungewöhnliche Abläufe. So habe der Beschuldigte mit 
der Intervention von Mitarbeitern einer Kreditfirma gedroht, habe gesagt, dass die Leute seinen Wohnort 
kennen würden, es seien «schlimmi Sieche», mit denen nicht zu spassen sei. Der Beschuldigte habe 
ihm gesagt, dass es eigentlich um eine Schuld von I.________ gehe, die er, C.________ übernehmen 
müsse, weil er den I.________ nicht gefunden habe, dass er aber mit der Zahlung aufhören könnte, 
wenn es ihm gelingen würde, I.________ anzutreffen. 

Der Privatkläger räumte Unsicherheiten ein und beschrieb eigenen Gefühle. Er habe Angst gehabt, 
nicht nur seinetwegen, er habe sich auch um seine Eltern gesorgt. Er habe nicht gewagt, sich jemanden 
anzuvertrauen. Er habe aber online anonym mit jemandem gesprochen. Er habe einfach bezahlt und 
gehofft, auf diese Weise die Probleme beenden zu können.

Die Schilderungen des Privatklägers zeigen Originalität und zeugen von Selbsterlebtem. Eine erfun-
dene Geschichte wäre logischer und strukturierter erzählt worden und wäre kaum so komplex ausge-
fallen. Der Privatkläger hätte auch kaum den besten Freund des Beschuldigten, I.________, in die Ge-
schichte miteinbezogen, diesen sogar als Entlastungszeugen für die Geldübergaben genannt, wenn er 
den Beschuldigten ungerechtfertigt hätte belasten wollen. Er hätte voraussehen können, dass 
I.________ sich eher hinter den Beschuldigten stellen würde.

Auch der Umstand, dass der Privatkläger bereits verhältnismässig rasch nach dem Kennenlernen den 
Forderungen des Beschuldigten nachgegeben hat, wurde nachvollziehbar dargelegt und ergibt sich aus 
der im Verfahren erkennbaren Abhängigkeit des Privatklägers vom Beschuldigten. Dass es dem Be-
schuldigten möglich war, den Privatkläger nach Belieben einzuschüchtern, hängt offensichtlich mit den 
gegensätzlichen Charakteren zusammen. Das Gericht hat den Privatkläger als unsichere, scheue Per-
son mit wenig Selbstvertrauen wahrgenommen. Nach einer anfänglichen Bewunderung geriet er rasch 
in eine Form der Hörigkeit. Diese Charakterzüge kamen dem extrovertierten und überaus selbstbe-
wussten Beschuldigten gelegen. Es gelang ihm, den Privatkläger zu vereinnahmen und zu dominieren. 
In dieser folgenreichen Konstellation erscheint das Verhalten des Privatklägers, der sich innerhalb kur-
zer Zeit vom Beschuldigten beeindrucken, beeinflussen und dann auch ausnutzen liess, als nachvoll-
ziehbar. Der Beschuldigte hat dieses Machtgefälle zu seinen Gunsten ausgenutzt. Bei Bedarf wurde 
der Privatkläger mit weitergehenden Drohungen, auch gegen Familienangehörige, und auch mit kör-
perlichen Übergriffen, gefügig gemacht. 

Die Aussagen des Privatklägers werden als nachvollziehbar und absolut glaubhaft eingestuft. Die nach 
der Vertragsunterzeichnung getätigten ratenweisen Bargeldübergaben sind durch den eingereichten 
Kontoauszug nicht eindeutig nachgewiesen. Dieser ist aber geeignet, die Aussagen des Privatklägers 
zu plausibilisieren. 

Demgegenüber konnte der Beschuldigte mit seinen Aussagen nicht überzeugen. Er bezeichnete die 
Belastungen des Privatklägers ohne weitere Erklärungen als falsch, als «Bullshit». Es ist einzuräumen, 

20

dass es aus seiner Perspektive nicht viel zu sagen gäbe, wenn der Vorwurf effektiv nicht zutreffen 
würde. Allerdings äusserte er sich selbst in seinen knappen Stellungnahmen zum erhobenen Vorwurf 
widersprüchlich. Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 29. Mai 2020 führte er aus, dass der Pri-
vatkläger dem I.________ Geld gegeben habe und «jeweils noch CHF 100 darauf verlangt habe» (pag. 
1004, Z. 33/34), laut seiner Erklärung anlässlich der Hauptverhandlung soll der Privatkläger dem 
I.________ Geld geschuldet haben. Er drehte auch hier wieder den Vorwurf um, Einzelheiten wurden 
aber nicht ausgeführt. Der Beschuldigte versuchte abzulenken, Verwirrung zu stiften und beschränkte 
seine Argumentation vornehmlich darauf, den Privatkläger zu verunglimpfen und als Person zu disqua-
lifizieren. Er gab weiter an, dass der Privatkläger explodiert wäre, wenn er einen solchen Vertrag zur 
Unterschrift erhalten hätte. Das Gericht hat den Privatkläger im Rahmen der mehrtägigen Hauptver-
handlung nicht als Person erlebt, die zu unberechenbaren Gewaltausbrüchen neigt. Es kommt zusam-
menfassend zum Schluss, dass die Aussagen des Beschuldigten nicht geeignet sind, die Schilderun-
gen des Privatklägers in Frage zu stellen oder zu widerlegen. 

Dasselbe gilt auch für die Aussagen von I.________, der erstmals anlässlich der Hauptverhandlung zu 
diesem Sachverhalt befragt wurde. Wie bereits bei J.________ wurde auch bei I.________ ein nicht 
geringer Einfluss des Beschuldigten erkennbar. Dies ergab sich vorab aus der Tatsache, dass 
I.________ auf Aufforderung des Beschuldigten der Vorladung des Gerichts keine Folge geleistet hat. 
Zu berücksichtigen ist zudem die Vorbesprechung der Einvernahme mit dem Beschuldigten. Auf die 
Aussagen von I.________ ist nur mit grösster Zurückhaltung abzustellen, dürften sie doch weitgehend 
mit dem Beschuldigten abgesprochen worden sein. Seine offensichtliche Abhängigkeit vom Beschul-
digten wird auch für weitere im Verfahren zu behandelnde Anklagepunkte von Interesse sein (Ziff. 5.1.2, 
5.2 und 5.3.1 AKS). 

Das Gericht erachtet zusammenfassend den Sachverhalt gemäss Ziff. 2.1 der Anklageschrift als er-
stellt. 

Die Kammer schliesst sich den korrekten Ausführungen der Vorinstanz an. Den ein-
gereichten Kontoauszügen kann für sich kein grosser Beweiswert beigemessen wer-
den. Sie lassen sich aber reibungslos in die Geschichte einfügen und dienen insoweit 
als weiteres Indiz für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Straf- und Zivilklägers. 
Der Beschuldigte konnte anlässlich der oberinstanzlichen Einvernahme wiederum 
keine nachvollziehbare Erklärung liefern, welche die Vorwürfe entkräften würden. Er 
gab oberflächlich und konfus an, I.________ schulde dem Straf- und Zivilkläger 
Geld, aber der Straf- und Zivilkläger schulde auch I.________ Geld, das sei ein hin 
und her (pag. 2064 Z. 22 ff.). Inwiefern dies für den konkreten Sachverhalt von Be-
deutung sein sollte und er dadurch etwas zu seinen Gunsten ableiten will, ist nicht 
ersichtlich. Der Straf- und Zivilkläger hat den Vorfall hingegen oberinstanzlich erneut 
gleichbleibend und glaubhaft geschildert (pag. 1940 Z. 35 ff.). Er hat die Anfänge 
beschrieben, als der Beschuldigte ihn gefragt habe, ob er wisse, wo sich I.________ 
herumtreibe und dass er ihn habe finden sollen. Der Beschuldigte habe ihm gesagt, 
I.________ schulde ihm Geld und habe ihn angeschrien, weil er ihn nicht habe finden 
können. Der Beschuldigte habe ihm gesagt, er verschwende seine Zeit und er müsse 
nun den Kopf für I.________ hinhalten und dessen Schulden abzahlen, bis dieser 
wieder auffindbar sei. So sei der Beschuldigte dann mit dem Vertrag gekommen. Der 
Straf- und Zivilkläger hat den Vorfall folglich wiederum widerspruchsfrei und detail-
liert beschrieben. Die ausgefallenen Details, wie auch die beschriebenen Abzah-
lungsmodalitäten (pag. 1946 Z. 20 ff.), stimmen mit den früheren Aussagen überein.

21

7.4 Bezüglich des Sachverhalts gemäss Ziff. 2.2. der Anklageschrift (Muttertagsge-
schenk) hat die Vorinstanz Folgendes erwogen (S. 30 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung, pag. 1760 f.):
Bei den eingereichten Sachbeweisen handelt es sich um Eingaben des Privatklägers. Die Angaben zu 
Preisen und Kosten werden durch die eingereichte Kaufquittung nicht dokumentiert, weder hinsichtlich 
des von ihm genannten Kaufpreises, noch hinsichtlich des Kaufdatums. Der Vertreter des Privatklägers 
hat ausdrücklich auf entsprechende Divergenzen hingewiesen. Es handelt sich um ein Dokument mit 
zweifelhaftem Beweiswert.

Von etwas grösserem Gewicht ist der Bankauszug, der einen Geldbezug von CHF 2'500.00 (am 8. Mai 
2019) dokumentiert, dies im Zusammenhang mit der Information, wonach der portugiesische Muttertag, 
zu dessen Anlass der Privatkläger seiner Mutter einen Ring geschenkt haben will, am 5. Mai 2019 
stattgefunden hat. Der Ring dürfte in Übereinstimmung mit den Aussagen des Privatklägers im Zeit-
punkt des Geldbezugs also bereits übergeben worden sein. Auch diese Chronologie dokumentiert die 
vom Privatkläger beschriebene Geldforderung nicht schlüssig, dient aber zur Untermauerung seiner 
Aussagen.

Bei der Würdigung der subjektiven Beweismittel geht das Gericht von folgenden Überlegungen aus: 

Der Privatkläger hat sich wiederholt und im Kerngeschehen gleichbleibend zum Kauf eines Fingerrings 
mit Vermittlung des Beschuldigten und zur geltend gemachten Nachzahlung geäussert, auch wenn er 
Zahlen und Preise ganz offenbar durcheinandergebracht hat. Der Privatkläger konnte nachvollziehbar 
darlegen, wie der Beschuldigte das Geld gefordert habe, verbunden mit der Drohung, andernfalls den 
Ring bei der Mutter zurückzuholen, wie er sich in der Not dazu entschlossen habe, den Geldbetrag 
abzuheben und die Zahlung zu leisten. Durch die Klärung anlässlich der Hauptverhandlung, dass der 
portugiesische Muttertag bereits am 5. Mai 2019 gefeiert wurde, ergab die Abhebung von CHF 2'500.00 
am 8. Mai 2019, mithin unmittelbar nach der Übergabe des Geschenks, durchaus Sinn. Anlässlich der 
Hauptverhandlung konnte der Privatkläger soweit nachvollziehbar darlegen, dass er eine zusätzliche 
Summe von CHF 2'500.00 habe bezahlen müssen und nicht wie angeklagt CHF 2'000.00. Das Gericht 
orientierte sich aber letztlich an der angeklagten Summe von CHF 2'000.00.

Das Gericht erachtet die Aussagen des Privatklägers trotz gewisser Ungereimtheiten bei den Geldbe-
trägen als nachvollziehbar.

Der Beschuldigte bestätigte eine Vermittlung zwischen dem befreundeten Juwelier und dem Privatklä-
ger, so dass letzterer einen Ring zu günstigen Konditionen habe erwerben können. In der Untersuchung 
brachte er noch I.________ ins Spiel, der die Angelegenheit habe klären müssen, weil der Privatkläger 
«dumm getan» habe. Anlässlich der Hauptverhandlung wollte er sich nicht zu I.________ und Herrn 
U.________ äussern, um diesen nicht «in den Dreck» zu ziehen (pag. 1575, Z. 3; Z. 5/6). Der Beschul-
digte versuchte Verwirrung zu stiften und abzulenken, indem er den Privatkläger belastete. Er liess 
durchblicken, dass der Kauf nicht ohne gewisse Nebengeräusche abgelaufen ist, ansonsten müssten 
keine Drittpersonen davor geschützt werden, durch den Dreck gezogen zu werden. Die Aussagen des 
Privatklägers über gewisse Parallelgeschäfte erscheinen nicht unplausibel. Die widersprüchlichen und 
ausweichenden Aussagen des Beschuldigten vermögen allerdings nicht zu überzeugen. Sie sind ins-
besondere nicht geeignet, die im Kern gleichlautenden Schilderungen des Privatklägers in Zweifel zu 
ziehen.

Das Gericht erachtet zusammenfassend den angeklagten Sachverhalt als erstellt. 

Die Kammer schliesst sich auch diesen Ausführungen der Vorinstanz an. Oberin-
stanzlich hat der Straf- und Zivilkläger wiederum detailliert angegeben, wie und wes-
halb er den Beschuldigten für das Muttertagsgeschenk um Hilfe gebeten habe, wie 

22

ihn dieser zu einem tamilischen Juwelier in V.________ (Ort) geführt habe und wie 
der Kauf abgelaufen sei (pag. 1942 Z. 17 ff.). Der Straf- und Zivilkläger gab Ge-
sprächsinhalte wieder und erzählte das Kerngeschehen zum Kauf wie auch zur an-
schliessenden Nachzahlung gleichbleibend. Die Kammer hegt keine Zweifel daran, 
dass sich der Sachverhalt wie vom Straf- und Zivilkläger beschrieben und wie von 
der Staatsanwaltschaft angeklagt zugetragen hat.

7.5 Zum Sachverhalt gemäss Ziff. 3.2. der Anklageschrift hat die Vorinstanz schliesslich 
ausgeführt was folgt (S. 34 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1764 f.):
Die eingereichten Bankauszüge sind im Beweisverfahren nicht von wesentlicher Relevanz. Sie belegen 
Barabhebungen am 5. April 2019 und am 24. April 2019, in der Summe ergeben sie einen Betrag von 
CHF 2'750.00 und nicht von CHF 1'900.00. Es ist auch nicht klar, ob die abgehobenen Geldsummen 
für die Bezahlung der Reparaturrechnung verwendet wurde. Das spielt allerdings im Beweisverfahren 
keine Rolle. Die Zahlung ist nicht umstritten. Zu klären ist einzig, ob der Beschuldigte freiwillig bezahlt 
hat oder unter dem Eindruck eines Zwangs.  

Für die Würdigung der Aussagen des Privatklägers ist grundsätzlich auf die bereits gemachten Aus-
führungen im Zusammenhang mit weiteren Geldforderungen des Beschuldigten hinzuweisen. Seine 
Schilderungen sind auch in diesem Zusammenhang nachvollziehbar und wirken authentisch. Er vertrat 
klar die Ansicht, dass er den Schaden, den er nicht verschuldet hat, nicht begleichen musste. Auch 
seine Angaben, wonach er bei I.________ keine Schulden gehabt habe, sind plausibel. Seine Darstel-
lung, wonach er nicht freiwillig, sondern auf Druck des Beschuldigten bezahlt habe, ist vor dem Hinter-
grund des bekannten Rahmengeschehens und des sich aus den Akten ergebenden Machtgefälles 
nachvollziehbar. 

Hinweise hierfür ergeben sich auch aus den Aussagen des Beschuldigten. Er sprach zwar von Freiwil-
ligkeit, erwähnte aber, dass der Privatkläger eine Übernahme der Zahlung zunächst verweigert habe, 
und es dann auch «lauter» geworden sei (pag. 1575, Z. 38). Auch seine Erklärung, wonach der Privat-
kläger mit der Zahlung gleich auch eine Geldschuld gegenüber I.________ habe begleichen können, 
geht insofern nicht auf, als das Gericht beweismässig davon ausgeht, dass der Beschuldigte den Scha-
den zu verantworten hatte (vgl. unten zu Ziff. 5.2 AKS). Zudem hat der Privatkläger glaubhaft dargelegt, 
dass er dem I.________ kein Geld geschuldet habe.

Die Aussagen von I.________ sind nicht geeignet, die Darstellung des Beschuldigten zu stützen. 
I.________ hat sich anlässlich der Hauptverhandlung ähnlich abfällig über den Privatkläger geäussert, 
wie der Beschuldigte (pag. 1547, Z. 32 ff.). Er sei grosskotzig, sei «fast unmenschlich» und behaupte 
überall, dass andere Leute ihm Geld schulden würden. Er ist wenig wahrscheinlich, dass er auf der 
Basis solcher Feindseligkeiten dem Privatkläger eine grössere Geldsumme (angeblich CHF 3'000.00) 
ausgeliehen haben soll. Entsprechende Nachfragen konnte er denn auch nicht beantworten. Weiter gilt 
zu berücksichtigen, dass I.________ und der Beschuldigten vor der Verhandlung zusammen gespro-
chen haben und eine Einflussnahme durch den Beschuldigten auf der Hand liegen dürfte. 

Das Gericht stellt zusammenfassend auf die Aussagen des Privatklägers ab, wonach die Zahlung nicht 
auf freiwilliger Basis erfolgte. 

Zu prüfen ist, im Hinblick auf die rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhalts, ob das Zwangs-
element im Sinne einer nötigenden Handlung beweismässig als gegeben angesehen werden kann. In 
der Anklageschrift wird eine «indirekte Androhung von Gewalt» umschrieben. Davon geht auch das 
Gericht aus. Dem Beschuldigten ist es gelungen, eine allgemeine Atmosphäre der Angst aufzubauen 
und die Widerstandskraft des Privatklägers bereits in einem frühen Zeitpunkt zu brechen. Er schaffte 
es, das Leben des Privatklägers in bitterer Weise zu beeinflussen und eine bedenkliche Abhängigkeit 

23

zu erzeugen. Die erneut ausgesprochenen Drohungen standen nicht in direktem Zusammenhang mit 
der Zahlung, waren aber geeignet, den Privatkläger so einzuschüchtern, dass er sich der Aufforderung 
des Beschuldigten, die Geldschuld zu begleichen, nicht mehr widersetzen konnte.

Die Ausführungen der Vorinstanz sind korrekt. Der Straf- und Zivilkläger hat oberin-
stanzlich ein weiteres Mal konstant und ausführlich geschildert, wie es zur Zahlung 
des Fahrzeugschadens gekommen ist und dass er für den Schaden nicht verant-
wortlich gewesen ist, weshalb er ihn zunächst nicht habe bezahlen wollen. Dies habe 
er letztlich erst getan, nachdem ihn der Beschuldigte bedroht und geschlagen habe 
(pag. 1943 Z. 12 ff.). Der Beschuldigte hat hingegen oberinstanzlich auf die Frage, 
weshalb der Straf- und Zivilkläger die Kosten hätte bezahlen sollen, wiederum er-
klärt, der Straf- und Zivilkläger schulde I.________ Geld. Er habe Ersterem vorge-
schlagen, er solle die Rechnung für I.________ bezahlen, damit die Anzeige zurück-
gezogen werde und dieser aus dem Gefängnis komme (pag. 2064 Z. 32 ff.). Weshalb 
jemand aus dem Gefängnis kommen sollte, wenn jemand anderes eine Rechnung 
bezahle, konnte er nicht nachvollziehbar erklären und führte aus, er habe nicht so 
weit überlegt (pag. 2065 Z. 3). Es handelt sich dabei offensichtlich um eine Schutz-
behauptung, die im Übrigen seiner früheren Aussage widerspricht, wonach ihm Herr 
W.________ explizit gesagt habe, dass er «auf jeden Fall keine Anzeige» erstatten 
werde (pag. 1575 Z. 34 f.). Es ist nach dem Gesagten wiederum auf die glaubhaften 
Aussagen des Straf- und Zivilklägers abzustellen.

7.6 Betreffend alle drei Sachverhalte ist ergänzend zu erwähnen, dass kein Grund er-
sichtlich ist, weshalb der Straf- und Zivilkläger den Beschuldigten fälschlich belasten 
sollte. Der Beschuldigte will den Grund im Hass des Straf- und Zivilklägers seit dem 
Vorfall vom 21. Juni 2019 sehen. Seither wolle er ihn so richtig «in die Scheisse 
ziehen». Sie seien schon vorher nicht gut ausgekommen, er habe den Straf- und 
Zivilkläger bereits vor dem Vorfall immer wieder kleingemacht und dieser sei frech 
zu ihm gewesen (pag. 2061 Z. 33 ff. und 2062 Z. 25 ff.). Im Übrigen erschöpfen sich 
seine weiteren Erklärungsversuche darin, den Straf- und Zivilkläger schlechtzure-
den. Niemand komme mit ihm aus, was charakterliche Gründe habe (pag. 2063 Z. 25 
f.). Die Erklärungsversuche des Beschuldigten überzeugen nicht. Einerseits ist ak-
tenkundig, dass man vor dem Vorfall vom 21. Juni 2019 gute Freunde gewesen ist, 
andererseits wäre es kaum denkbar, dass der Straf- und Zivilkläger diesfalls solch 
ausgefallene, komplexe und detailreiche Geschichten erfinden würde. Dies wäre im 
Übrigen auch gar nicht nötig gewesen, wäre es doch ohnehin bereits aufgrund der 
Videoaufnahmen betreffend Körperverletzung zu einer Verurteilung gekommen. 
Weshalb er darüber hinaus noch grundlos drei Erpressungen anzeigen sollte, ist 
nicht logisch, zumal dem Straf- und Zivilkläger durchaus bewusst war, dass der Be-
schuldigte nicht über nennenswerte finanzielle Mittel verfügt. Es ist schliesslich kaum 
denkbar, dass der Straf- und Zivilkläger wahrheitswidrig solche Vorwürfe gegen den 
Beschuldigten erhoben hätte, nachdem er am eigenen Leib erfahren hatte, wozu 
dieser fähig ist. Die Kammer hegt keine Zweifel, dass sich die drei angeklagten Sach-
verhalte so zugetragen haben. Diese sind damit erstellt.

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8. Nötigung gemäss Ziff. 3.1 der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in Ziff. 3.1 der Anklageschrift der folgende Sachverhalt vor-
geworfen (pag. 1346):

Nötigung, begangen «am 06.05.2019 und 11.06.2019 in Bern, E.________(Adresse), z.N. 
C.________ indem der Beschuldigte dem Privatkläger androhte, dass er ihm, dessen Mutter oder des-
sen Familie etwas antue, z.B. dass er ihm den Finger abschneiden werde und der Mutter das Rückgrat 
brechen werde, falls er bei den Einvernahmen bei der Staatsanwaltschaft im Verfahren gegen 
I.________ (BM 19 8324) und schlussendlich im eigenen Verfahren (BM 19 21257) nicht dem Beschul-
digten genehme Aussagen mache, nämlich dass dieser zu den fraglichen Zeitpunkten jeweils nicht der 
Lenker der Autos gewesen sei. Durch diese Äusserungen in Kombination auch mit den Handlungen 
des Beschuldigten (vgl. nachfolgend) versetzte der Beschuldigte den Privatkläger derart in Angst, dass 
dieser gegenüber den Strafverfolgungsbehörden zunächst tatsächlich vorbrachte, dass der Beschul-
digte nicht der jeweilige Lenker gewesen sei».

Für die Zusammenfassung der relevanten Beweismittel und die konkrete Beweis-
würdigung wird vorab auf die vorinstanzliche Urteilsbegründung verwiesen 
(pag. 1766 ff.). Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung gab der Beschul-
digte zu Protokoll, klar habe er ihm Hurensohn gesagt, der Straf- und Zivilkläger sei 
auch frech zu ihm gewesen. Er habe diesem sogar gesagt, er würde zu ihm nach 
Hause gehen und die Sache mit seinen Eltern klären. Er habe aber nicht gesagt, er 
würde seine Familie zusammenschlagen oder so einen «Schissdräck» (pag. 2061 
Z. 41 ff.). Die Verteidigung brachte im Rahmen ihres Parteivortrags vor, die Aus-
drucksweise sei unbestrittenermassen hart gewesen, der Beschuldigte habe dem 
Straf- und Zivilkläger aber keine ernstlichen Nachteile angedroht. 

Für die Kammer ist erstellt, dass der Beschuldigte die angeklagten Drohungen aus-
gesprochen hat. Es ist darauf hinzuweisen, dass solche Äusserungen u.a. Teil des 
mittlerweile rechtskräftigen Strafverfahrens BM 21 29840 waren (vgl. die edierten 
Akten PEN 22 559). Gemäss Strafbefehl vom 11. Februar 2022 sagte er gegenüber 
einem Polizisten: «Ich bringe dich um, wenn ich dich einmal draussen ohne Uniform 
sehe. Ich steche dich ab, deine Frau, deine Kinder einfach alle. Wir Tamilen regeln 
das mit Messer, glaub mir. Ich mache dich kaputt!». Einem anderen Polizisten drohte 
der Beschuldigte wie folgt: «Wenn ich di und dini Frou u dini Ching im H&M gseh, 
nimi ke Rücksicht uf di. Ig bi Tamil, ich mache öich fertig» (pag. 192 der edierten 
Akten PEN 22 559). Drohungen gegen Familienangehörige gehören unbestrittener-
massen zum Repertoire des Beschuldigten. Der aggressive und drohende Umgang 
mit dem Straf- und Zivilkläger ist bereits in anderen Situationen erstellt (vgl. die Aus-
führungen hiervor zu den Erpressungen oder der gesamte Vorfall betreffend Körper-
verletzung). 

Die Falschaussagen des Straf- und Zivilklägers vor dem 21. Juni 2019 sind ferner 
aktenkundig und nachvollziehbar. Wie eingangs ausgeführt, geht die Kammer davon 
aus, dass der Vorfall vom 21. Juni 2019 den Wendepunkt für den Straf- und Zivilklä-
ger sowie dessen Aussagen darstellte, und dass er vor diesem Datum aus Angst vor 
dem Beschuldigten und aufgrund des von diesem mittels Drohungen ausgeübten 
Drucks falsche Aussagen tätigte. Entsprechend hegt die Kammer keine Zweifel, 
dass sich der Sachverhalt wie angeklagt zugetragen hat.

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9. Nötigung gemäss Ziff. 3.3 der Anklageschrift

Die Staatsanwaltschaft legte diesem Vorwurf den folgenden Sachverhalt zugrunde 
(pag. 1347):

Nötigung, begangen «am 21.06.2019 in Bern, E.________(Adresse) z.N. C.________, indem der Be-
schuldigte dem Privatkläger, nachdem er ihn verprügelt hatte (vgl. Ziff. 1) sagte, dass er ihn nur ins 
Spital bringen werde, wenn er dort nicht erzähle, was tatsächlich passiert sei. Der Privatkläger war zu 
diesem Zeitpunkt verletzt, seine Nase blutete stark, er dachte, er müsse sterben und er bedurfte medi-
zinischer Hilfe».

Die Vorinstanz hat den Vorwurf der Nötigung gemeinsam mit der versuchten schwe-
ren Körperverletzung beurteilt, zumal sich die Nötigung im Nachgang des Übergriffs 
ereignet haben soll. Sie hat die Beweismittel ausführlich und korrekt zusammenge-
fasst; darauf kann verwiesen werden (S. 6 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 1736 ff.). Wie die Vorinstanz stützt sich auch die Kammer auf die kon-
stanten Aussagen des Straf- und Zivilklägers. Diese sind, wie bereits mehrfach aus-
geführt, im Gegensatz zu den Aussagen des Beschuldigten und von J.________ 
glaubhaft. Der Straf- und Zivilkläger hat den Sachverhalt oberinstanzlich bestätigt. 
Er hat ausgeführt, dass sie auf dem Weg ins Spital eine Pause eingelegt hätten, 
wobei der Beschuldigte und J.________ besprochen hätten, ob sie ihn wirklich ins 
Spital fahren oder eben nicht, dass man sagen werde, der Straf- und Zivilkläger sei 
die Treppe runtergefallen und dass es nicht der Beschuldigte gewesen sei, ansons-
ten werde er, der Beschuldigte, das nicht machen – den Straf- und Zivilkläger ins 
Spital fahren – (pag. 1941 Z. 32 ff.). Am Empfang habe der Beschuldigte angegeben, 
der Straf- und Zivilkläger sei die Treppe runtergefallen, was der Straf- und Zivilkläger 
auf Frage des Spitalpersonals bestätigt habe, weil der Beschuldigte noch in seiner 
Nähe gewesen sei (pag. 1942 Z. 2 ff.). Der Beschuldigte gab hingegen oberinstanz-
lich zu Protokoll, er habe den Straf- und Zivilkläger mit J.________ und seinem Vater 
zusammen in der Wohnung verarztet. Als er das Blut gesehen habe, habe er Angst 
gehabt, dass etwas Schlimmes passiert sein könnte. Er habe dem Straf- und Zivil-
kläger gesagt, dass er froh wäre, wenn er es im Spital nicht so erzählen würde, wie 
es wirklich passiert sei, aber er könne auch die Wahrheit sagen. Bedroht habe er ihn 
nicht, er habe ihn nur darum gebeten (pag. 2065 Z. 24 ff.). Bei der Polizei gab der 
Beschuldigte am 15. Juli 2019 noch zu Protokoll, dass es die Idee des Straf- und 
Zivilklägers gewesen sei, zu erzählen, dass die Verletzungen von einem Unfall stam-
men würden. Sie hätten dies besprochen und er habe dem Straf- und Zivilkläger 
beim Notfall gesagt, dass sie zwei Möglichkeiten hätten. Entweder er rufe jetzt die 
Polizei und sie würden das Ganze rechtlich regeln, oder aber sie würden sagen, dass 
es ein Unfall gewesen sei. Er könne aber nicht sagen, dass sie sich geprügelt hätten. 
Er solle sagen, was genau er erzählen wolle (pag. 412 Z. 715 ff.). Anlässlich der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. Februar 2020 hat er sodann ausge-
führt, er habe dem Straf- und Zivilkläger im Auto gesagt, dass es zwei Optionen 
gebe. Entweder übernehme er alle Kosten oder sie würden die Polizei rufen. Sie 
könnten aber nicht reingehen und sagen, dass sie eine Schlägerei gehabt hätten 
(pag. 427 Z. 144 ff.). Die Aussagen des Beschuldigten sind widersprüchlich. So will 
er dem Straf- und Zivilkläger die Wahl gelassen haben, gleichzeitig ist aber das Er-

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zählen von der Schlägerei keine Option gewesen. Einmal will er dem Straf- und Zi-
vilkläger zudem die Optionen im Auto, einmal im Notfall und einmal in der Wohnung 
eröffnet haben. Die Option mit der Polizei brachte er oberinstanzlich nicht mehr vor. 
Es ist von vornherein lebensfremd, dass der Straf- und Zivilkläger, nachdem er vom 
Beschuldigten verprügelt wurde, selber vorgeschlagen hätte, er könnte den Übergriff 
als Unfall verschleiern. Ebenfalls unglaubhaft und mit dem eingangs beschriebenen 
und aktenkundigen Charakter des Beschuldigten kaum zu vereinbaren ist, dass er 
in einer für ihn äusserst delikaten Angelegenheit dem Straf- und Zivilkläger bezüglich 
weiteres Vorgehen freie Hand gelassen hätte. Dies steht nicht zuletzt in krassem 
Widerspruch zur bereits thematisierten Dynamik und dem Machtgefälle in der Bezie-
hung zwischen dem Beschuldigten und dem Straf- und Zivilkläger. Aus der Tatsache, 
dass J.________ Ähnliches geschildert hat, kann der Beschuldigte nichts zu seinen 
Gunsten ableiten, zumal aktenkundig ist, dass sich der Beschuldigte nach dem Vor-
fall mit J.________ über das weitere Vorgehen abgesprochen hat (pag. 364 Z. 46 f.; 
pag. 375 Z. 351 f.). Im Übrigen ist erstellt, dass der Beschuldigte im Spital zunächst 
selber angegeben hat, es sei ein Unfall passiert. Damit hat er dem Straf- und Zivil-
kläger von vornherein die von ihm geltend gemachte Wahl genommen, wahrheits-
gemässe Angaben zu machen. Im Ergebnis ist auf die glaubhaften Aussagen des 
Straf- und Zivilklägers abzustellen. Daran ändert auch der von der Verteidigung gel-
tend gemachte zeitliche Widerspruch der angeblichen Äusserung nichts. Es ist zwar 
zutreffend, dass der Straf- und Zivilkläger teilweise angegeben hat, ihm sei vor dem 
Spital erst gesagt worden, er müsse ein Unfallgeschehen schildern (pag. 315 Z. 83 
f.). Fakt ist, dass die angeklagte Einflussnahme durch den Beschuldigten im Vorfeld 
des Spitalbesuchs stattgefunden hat und der Straf- und Zivilkläger aus Angst 
tatsächlich zunächst bestätigt hat, es sei ein Unfall passiert. Weshalb der Straf- und 
Zivilkläger nach einer solchen (strafbaren) Körperverletzung noch zusätzlich eine 
Nötigung hinzudichten sollte, ist wiederum nicht ersichtlich. Der Sachverhalt ist er-
stellt.

10. Drohung gemäss Ziff. 4 der Anklageschrift

Für die Zusammenfassung der Beweismittel wird wiederum auf die vorinstanzliche 
Urteilsbegründung verwiesen (S. 38 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 1768 ff.). Die Beweiswürdigung nahm die Vorinstanz wie folgt vor (S. 43 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1773 f.):

Als Sachbeweis liegt die fotografisch dokumentierte Beschädigung der Hose des Privatklägers vor. Die 
Aufnahme ist als objektives Beweismittel nicht sehr aussagekräftig. Die Beschädigung kann grundsätz-
lich auch eine andere Ursache haben.

Zu würdigen sind in der Hauptsache die subjektiven Beweismittel. Die Schilderungen des Privatklägers 
weisen auch zu diesem Sachverhalt zahlreiche Realitätskriterien auf. Er beschrieb einerseits verbal 
geäusserte Drohungen des Beschuldigten, Sätzen und Ausdrücke mit verstörendem Inhalt, gerade in 
Bezug auf Drohungen gegenüber der Mutter, dem Vater und der Schwester, die so nicht erfunden wer-
den. Der Privatkläger gab auch detailliert Auskunft zu Drohszenarien mit Waffen. Er verknüpfte diese 
Szenen mit speziellen Ereignissen. Er schilderte, wie sie rund drei Wochen zuvor in die Stadt gegangen 
seien, er jeweils vor Messer- und Waffengeschäften habe warten müssen, wie der Beschuldigte sich 
anschliessend einen Spass daraus gemacht habe, ihn, C.________, einzuschüchtern. Der Besitz der 

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vom Privatkläger beschriebenen Waffen wurde durch die Sicherstellungen anlässlich der Hausdurch-
suchung untermauert. Der Privatkläger beschrieb Interaktionen, gab direkte Dialoge wieder und schil-
derte seine Ängste und Gefühle. Besonders anschaulich auch die von ihm beschriebene Szene, als der 
Beschuldigte unmittelbar damit gedroht habe, die Paintballwaffe gegen ihn abzufeuern, worauf der Pri-
vatkläger sich in Erwartung des Schusses abgedreht habe um wenigstens das Gesicht zu schützen. Es 
finden sich weitere lebendige und detaillierte Schilderungen in den umfangreichen Protokollen, welche 
seine Aussagen als glaubhaft und erlebnisbasiert erscheinen lassen. Bei der Wiedergabe seiner Erleb-
nisse wurde der Privatkläger anlässlich der Befragung auch von Gefühlen übermannt. Diese Emotionen 
waren nicht inszeniert. 

Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Privatkläger auch Drohungen gegenüber J.________ beschrie-
ben hat, sie ebenfalls als Zeugin für Drohungen ihm gegenüber bezeichnet hat. Er konnte davon aus-
gehen, dass sich J.________ als gute Bekannte des Beschuldigten diesen nicht unbedingt belasten 
würde. Bei einer erfundenen Geschichte hätte der Privatkläger kaum J.________ in seine Schilderun-
gen miteinbezogen. 

Das Gericht erachtet die Aussagen des Privatklägers und die von ihm beschriebenen massiven Ängste 
als absolut glaubhaft. 

Der Beschuldigte machte zu seiner Entlastung in der Hauptsache geltend, dass man sich gegenseitig 
gestichelt, beschimpft und bedroht habe. Diese Version wird auch von J.________ unterstützt. Das 
Gericht kommt nach Würdigung der umfangreichen Befragungen des Privatklägers und des Beschul-
digten und nicht zuletzt gestützt auf den persönlichen Eindruck der Männer anlässlich der Hauptver-
handlung zu einem anderen Schluss. Das Machtgefälle zwischen dem Beschuldigten und dem Privat-
kläger war evident. Eine allenfalls etwas hilflos anmutende Ankündigung des Privatklägers, er kenne 
auch Leute, welche ihm, dem Beschuldigten auf den «Gring» geben könnten, hatte nicht dasselbe Ge-
wicht und nicht dieselben Auswirkungen, wie die Drohungen des Beschuldigten. 

Er kannte die Schwächen und Ängste des Privatklägers. Besonders effektiv waren dabei Drohungen 
gegen Familienangehörige, welchen dieser machtlos gegenüberstand. Der Beschuldigte konnte mit sei-
ner Verteidigungsstrategie, den Versuchen, erhobenen Vorwürfe zu bagatellisieren und im Gegenzug 
den Privatkläger anzugreifen, nicht überzeugen. J.________ wollte offensichtlich keine Aussagen ma-
chen, die den Beschuldigten belasten könnten und äusserte sich vage und zurückhaltend. Auch ihre 
Erklärungen sind nicht geeignet, die Aussagen des Privatklägers in Zweifel zu ziehen.

Das Gericht erachtet den angeklagten Sachverhalt gestützt auf die glaubhaften Ausführungen des Pri-
vatklägers als erstellt.

Die Kammer schliesst sich den Ausführungen der Vorinstanz mit einer Ausnahme 
an: Die von der Vorinstanz als «allenfalls etwas hilflos anmutende Ankündigung» 
bezeichnete Gegendrohung des Straf- und Zivilklägers passt nicht ins Bild, welches 
sich die Kammer vom Straf- und Zivilkläger gemacht hat und welches sich aus den 
Akten ergibt. Der Beschuldigte hat die Drohungen weitgehend verharmlost, indem er 
dem Straf- und Zivilkläger dasselbe Verhalten angelastet hat. Die Kammer ist davon 
überzeugt, dass diese pauschalen Gegenangriffe reine Schutzbehauptungen dar-
stellen und nicht der Wahrheit entsprechen. Der Straf- und Zivilkläger wurde vom 
Beschuldigten manipuliert und dominiert, was eindrücklich die diversen aktenkundi-
gen Videoaufnahmen zeigen. Das auf den Videoaufnahmen erkennbare, fast schon 
unterwürfige Verhalten des Straf- und Zivilklägers dem Beschuldigten gegenüber so-
wie das dominante Auftreten des Beschuldigten dem Straf- und Zivilkläger, aber 
auch Dritten gegenüber (vgl. insbesondere die Aufnahmen im Tankstellenshop auf 

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pag. 494), lassen es als höchst unwahrscheinlich erscheinen, dass solche (Gegen-
)Drohungen durch den Straf- und Zivilkläger einerseits ausgesprochen wurden, an-
dererseits aber auch vom Beschuldigten tatenlos zugelassen worden wären. 

Im Übrigen hegt die Kammer keine Zweifel am angeklagten Sachverhalt. Die Aussa-
gen des Straf- und Zivilklägers werden durch die am Domizil des Beschuldigten si-
chergestellten Gegenstände gestützt. Es ist auch nicht ersichtlich, weshalb der Straf- 
und Zivilkläger den Beschuldigten mit solchen Drohungen belasten sollte, wenn sie 
nicht der Wahrheit entsprechen würden. Immerhin behauptet er nicht einmal, dass 
er verletzt wurde. Es wären trivialere und gleichzeitig schwerwiegendere Drohversi-
onen denkbar gewesen, hätte er den Beschuldigten böswillig falsch belasten wollen. 

11. Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz am 23. März 2019 gemäss 
Ziff. 5.1.2, 5.2 sowie 5.3 der Anklageschrift

Dem Beschuldigten werden drei Widerhandlungen gegen das Strasenverkehrsge-
setz vorgeworfen, welche er im Rahmen einer Fahrt von Thun nach Bern am 
23. März 2019 begangen haben soll. Bestritten ist einzig, ob der Beschuldigte das 
fragliche Fahrzeug an besagtem Abend geführt hat oder nicht. Kommt die Kammer 
zum Ergebnis, dass der Beschuldigte tatsächlich als Fahrer fungiert hat, sind sämt-
liche drei angeklagten Sachverhalte erstellt. Die Anklage sowie die vorinstanzlichen 
Schuldsprüche stützen sich wiederum auf die Aussagen des Straf- und Zivilklägers. 
Die Vorinstanz hat die auf S. 45 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung 
(pag. 1775 ff.) zusammengefassten Beweismittel wie folgt gewürdigt (S. 50 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1780 f.):

Die Sachbeweise geben keine schlüssigen Hinweise auf die umstrittene Frage, wer auf der Strecke von 
Thun nach Bern und im Wylerfeldquartier den X.________ (Automodell) gelenkt hat. Das gilt auch für 
die am Lenkrad, am Schaltstock und an der Handbremse des fraglichen Fahrzeugs gesicherten DNA-
Spuren des Beschuldigten. Sie lassen sich grundsätzlich mit seiner erwiesenen Fahrt am 22. März 2019 
nach Burgdorf erklären. 

Für das Ausmass der Alkoholisierung des Beschuldigten wird auf die Untersuchungsberichte verwie-
sen. 

Die Aufzeichnung vom Hauseingang dokumentiert, dass I.________ offenbar zuerst ausgestiegen und 
das Wohnhaus betreten hat. Dies deckt sich mit der Darstellung des Privatklägers, wonach er das Auto 
wegen der Kindersicherung zuerst nicht habe verlassen können und deshalb noch mit dem Beschul-
digten am Steuer im Quartier herumgefahren sei.

Zu würdigen ist in einem weiteren Punkt das rechtskräftige Urteil i.S. I.________ vom 24. Juli 2020, 
welches den Beschuldigten vordergründig zu entlasten scheint. Zu berücksichtigen sind dabei folgende 
Umstände:

Die Aussagen von C.________, mit denen er den Beschuldigten – in Korrektur früherer Aussagen – 
nunmehr für die Fahrt vom 23. März 2019 verantwortlich gemacht hat, waren dem urteilenden Gericht 
im Urteilszeitpunkt des abgekürzten Verfahrens nicht bekannt. Das Urteil wäre in Kenntnis der Aussa-
gen des Privatklägers, der I.________ klar entlastet hat, wohl anders ausgefallen. Es ist insbesondere 
auch festzuhalten, dass das Gericht im abgekürzten Verfahren keine eigentliche Beweiswürdigung vor-
genommen hat. Das Urteil vom 24. Juli 2020 hat unter Berücksichtigung der gesamten Umstände im 
Beweisverfahren daher nicht das Gewicht, welches in der Regel einem rechtkräftigen Urteil beigemes-
sen wird.

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Der Vorwurf stützt sich wiederum im Wesentlichen auf Aussagen des Privatklägers, wobei nicht ver-
kannt wird, dass dieser den Beschuldigten in einer ersten Phase ebenfalls entlastet hat. Das Gericht 
hat sich mit den Hintergründen seiner Kehrtwende und der Plausibilität der nunmehr geänderten Aus-
sagen ausführlich auseinandergesetzt. Es wurde festgestellt, dass die Gründe für die Korrektur der 
Aussagen glaubhaft und nachvollziehbar darlegt werden konnten. Von Bedeutung ist auch die Qualität 
der Schilderungen in der nunmehr korrigierten Fassung. Der Privatkläger machte detaillierte Schilde-
rungen der Ereignisse, er räumte Unsicherheiten ein und verzichtete auf unnötigen Belastungen des 
Beschuldigten. Wiederholt hielt er fest, dass er nicht mehr sicher sei, ob der Beschuldigte auch auf der 
Fahrt von Bern nach Thun am Steuer gesessen habe. Hinsichtlich der Rückfahrt bestanden keine Un-
sicherheiten. Es ist nachvollziehbar, dass ihm die Rückfahrt aufgrund der von ihm beschriebenen ra-
santen Fahrt und der zusätzlichen Ereignisse im Quartier mit Beschädigungen von Fahrzeugen beson-
ders in Erinnerung geblieben ist. Seine Aussagen lassen sich zudem zumindest am Rande auch durch 
objektive Beweismittel untermauern: Die Überwachungskamera zeigt, dass zuerst I.________, und erst 
einige Minuten später der Beschuldigte und der Privatkläger die Liegenschaft betreten haben. Der Hin-
weis, dass er in Bern zunächst wegen der Kindersicherung nicht aussteigen konnte, wirkt erlebnisba-
siert und originell. Solche Episoden werden nicht einfach erfunden.

Auch I.________ gab zur fraglichen Fahrt zwei verschiedene Versionen. Anders als beim Privatkläger, 
konnte seine zweite Version allerdings nicht überzeugen. Sie blieb oberflächlich und karg. Er konnte 
keine ergänzenden Fragen beantworten, die es erlaubt hätten, sein Geständnis zu überprüfen. Auch 
die Fahrt durch das Quartier und vor allem die Kollisionen mit parkierten Fahrzeugen sind ihm erstaun-
licherweise nicht in Erinnerung geblieben. Er machte pauschal Erinnerungslücken geltend und be-
schränkte sich darauf, die Verantwortung für die Fahrt zu übernehmen. Sein Zugeständnis überzeugt 
nicht und ist nicht geeignet, die glaubhaften Schilderungen von C.________ in Zweifel zu ziehen. Das 
Gericht geht davon aus, dass er die Verantwortung für die Fahrt auf sich genommen hat, um den Be-
schuldigten zu entlasten, zumal ihm mitgeteilt wurde, dass es im Strafmass keine grosse Rolle spielen 
würde und der Fahrzeugschaden bereits von C.________ bezahlt worden ist. 

Der Beschuldigte hat die Vorwürfe im Zusammenhang mit der Fahrt vom 23. März 2019 gleichbleibend 
bestritten. Er hatte ein vordringliches Interesse daran, den Führerausweis zurückzuerlangen. Fahrten, 
die ihm nicht mit objektiven Beweismitteln nachweisen werden konnten, hat er konsequent bestritten. 
Weiter ist zu berücksichtigen, dass er erwiesenermassen wiederholt ohne Führerausweis gefahren ist, 
zuletzt am Vortag. Seine Hemmschwelle war offensichtlich nicht besonders hoch. 

Das Gericht erachtet es zusammengefasst als erstellt, dass der Beschuldigte für die Fahrt vom 
23. März 2019 von Thun nach Bern verantwortlich gemacht werden muss. Entsprechend gilt der Vor-
wurf des Nichtbeherrschens des Fahrzeugs und dadurch Verursachen von Sachschaden an parkierten 
Fahrzeugen und des Fahrens in fahrunfähigem Zustand bei qualifiziert angetrunkenem Zustand (0.65 
mg/l) als erstellt. 

Die Kammer schliesst sich diesen Ausführungen an. I.________ wollte anlässlich 
seiner Einvernahme nur noch wissen, dass er gefahren sei. An die nachfolgenden 
Ereignisse wollte er sich hingegen nicht mehr erinnern. Dies ist einerseits unglaub-
haft, zumal es am Ende der Fahrt zu einem Parkschaden gekommen ist, anderer-
seits lässt sich die Erinnerungslücke auch passend damit erklären, dass er im Zeit-
punkt des Parkschadens eben gerade nicht mehr im Auto sass. Dies steht im Ein-
klang mit den Videoaufnahmen, welche zeigen, wie zuerst I.________ das Haus be-
trat, bevor der Beschuldigte in entsprechendem Abstand zum Straf- und Zivilkläger 
vor dem Haus durchlief und Letzterer vor dem Beschuldigten flüchten musste, weil 

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dieser mit einem Stock hinter ihm herrannte (pag. 494). Die Videoaufnahmen spre-
chen klarerweise gegen die Version von I.________ und stützen die Aussagen des 
Straf- und Zivilklägers, welcher nachvollziehbar schilderte, dass er wegen der Kin-
dersicherung nicht aus dem Auto habe aussteigen können. Abgesehen davon, dass 
ein solches Detail an sich äusserst glaubhaft ist, vermag es zugleich zu erklären, 
weshalb auf den Videoaufnahmen zunächst I.________ zu sehen ist. Schliesslich ist 
darauf hinzuweisen, dass der Straf- und Zivilkläger bereits vier Tage nach dem Über-
griff am 21. Juni 2019 gegenüber der Polizei angab, dass I.________ in Untersu-
chungshaft sitze, obwohl nicht er, sondern der Beschuldigte gefahren sei und er den 
Fahrzeugschaden bezahlt habe, welchen der Beschuldigte verursacht habe. Der 
Straf- und Zivilkläger nannte folglich bereits unmittelbar nach dem Vorfall vom 21. 
Juni 2019 spontan den Beschuldigten als Fahrer. Von einem später geplanten Kom-
plott gegen den Beschuldigten kann, wie bereits eingangs erwähnt, keine Rede sein. 
Als Fahrer kommt nach dem Gesagten nur der Beschuldigte in Betracht, womit die 
angeklagten Sachverhalte erstellt sind.

12. Fahren trotz entzogenem Führerausweis vom 21. Juni 2019 gemäss Ziff. 5.1.4 der 
Anklageschrift

Die Vorinstanz hat bezüglich dieses Vorwurfs gestützt auf die von ihr korrekt zusam-
mengefassten Beweismittel das Folgende erwogen (S. 54 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 1784 f.):
Der Beschuldigte wird für die Autofahrt vom frühen Abend des 21. Juni 2019 durch den Privatkläger 
belastet. Es liegen detaillierte Aussagen zur fraglichen Fahrt vor. Der Privatkläger erinnerte sich an 
spezielle Einzelheiten, namentlich an das Telefongespräch des Beschuldigten mit J.________. Er be-
schrieb, wie der Beschuldigte angehalten und ausgestiegen sei, wie dieser sich während des Telefonats 
mit J.________ aufgeregt habe. Er räumte aber auch ein, dass er nicht mitbekommen habe, was im 
Detail gesprochen worden sei. Der Privatkläger hat im Auto auf die Rückkehr des Beschuldigten ge-
wartet. Es ist nachvollziehbar, dass er vom Wageninneren aus akustisch nicht alles mitbekommen hat. 
Auch den weiteren Ablauf konnte der Privatkläger nachvollziehbar wiedergeben. Seine Schilderungen 
zur Fahrt um ca. 19:00 Uhr wirken authentisch und erlebnisbasiert. Es ist nicht einzusehen, weshalb er 
diese Ereignisse hätte erfinden sollen. 

Der Beschuldigte betonte gleichbleibend, dass er nicht noch einmal gefahren sei, dass er den Privat-
kläger nicht bei der Tankstelle abgeholt habe. Allerdings konnte er nicht erklären, wie das Auto von der 
Kontrollstelle am Nachmittag vor sein Domizil gekommen sei. Die Erklärung des Beschuldigten, wonach 
er nach einer Polizeikontrolle sicher nicht noch einmal ein Auto lenken würde, leuchtet grundsätzlich 
ein. Die Hemmschwelle, trotz entzogenem Führerausweis Auto zu fahren, war beim Beschuldigten al-
lerdings offensichtlich tief. Trotz seines dringenden Bedürfnisses, seinen Führerausweis wiederzuer-
langen, fuhr er unnötigerweise nach Burgdorf und wieder zurück. Aktenkundig und erstellt sind auch 
weitere Autofahrten im fraglichen Zeitraum. Die Erklärung des Beschuldigten, wonach er sich nach 
einer Kontrolle nicht erneut in ein Auto setzen würde, vermag ihn daher nicht zu entlasten. Das Gericht 
stellt auf die glaubhaften Aussagen des Privatklägers ab. Es erachtet den angeklagten Sachverhalt als 
erstellt. 

Die Ausführungen der Vorinstanz sind korrekt. Die Aussagen des Straf- und Zivilklä-
gers sind detailreich und beschränken sich nicht auf die pauschale Behauptung, der 
Beschuldigte habe das Fahrzeug geführt. Sie sind in die Erzählung vom 21. Juni 

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2019 eingebettet und erscheinen nachvollziehbar und glaubhaft. Es ist wiederum 
nicht ersichtlich, weshalb der Straf- und Zivilkläger den Beschuldigten, welcher nach-
weislich fortlaufend ohne Berechtigung gefahren ist, falsch belasten sollte, zumal die-
ser Vorwurf im Verhältnis zu den restlichen Delikten eher leicht wiegt und der Straf- 
und Zivilkläger keinen persönlichen Vorteil daraus ableiten kann. Für die Kammer ist 
der angeklagte Sachverhalt erstellt.

13. Fahren trotz entzogenem Führerausweis vom 21. Juni 2019 gemäss Ziff. 5.1.5 der 
Anklageschrift

Dieser Vorwurf betrifft die bereits angesprochene Fahrt vom Domizil des Beschul-
digten ins Salem-Spital im Nachgang an den Vorfall vom 21. Juni 2019. Der Beschul-
digte bestreitet wiederum, das Fahrzeug geführt zu haben. Die Vorinstanz hat die 
Beweismittel korrekt zusammengefasst und würdigend festgehalten was folgt (S. 57 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1787 f.):
Der Beschuldigte wird auch für die dritte und letzte angeklagte Autofahrt vom 21. Juni 2019 durch Aus-
sagen des Privatklägers belastet. Dieser gab an, dass die Fahrt ohne Zwischenfälle abgelaufen sei. Sie 
seien zu dritt ins Spital gefahren. Der Beschuldigte sei am Steuer gewesen. Es seien keine Plätze 
getauscht worden, es seien keine weiteren Personen dazugestiegen. Wenn man vorübergehend zu 
viert im Auto gewesen wäre, hätte eine Person zwingend auf dem Rücksitz Platz nehmen müssen, was 
dem Privatkläger mit Sicherheit aufgefallen wäre. 

Der Beschuldigte machte demgegenüber geltend, dass in einer ersten Phase J.________, in einer zwei-
ten Phase eine Drittperson am Steuer des Autos gewesen sei. Diesen kurzen, grundsätzlich wenig 
komplexen Sachverhalt, schilderte er in verschiedenen und sich relevant widersprechenden Versionen, 
namentlich will er die unbekannte Drittperson zufällig im Quartier getroffen haben, zum eigentlichen 
Fahrerwechsel sei es aber erst 10 Sekunden vor der Ankunft im Spital gekommen. Die Erklärungen 
des Beschuldigten zur Fahrt ins Salemspital sind wirr und widersprüchlich. Sein Hinweis auf die «1000» 
Kameras, die es vor dem Salemspital gebe, erlaubt die Annahme, dass er eine Aufzeichnung der An-
reise befürchtet hat. Mit der Erwähnung eines Fahrerwechsels unmittelbar vor der Ankunft, wobei es 
sich beim Fahrer um einen Landsmann gehandelt haben soll, dürfte er sich erhofft haben, eine Ver-
wechslung mit seiner Person geltend machen zu können. 

Die Aussagen des Beschuldigten vermögen ihn nicht zu entlasten, auch wenn J.________ eine ähnli-
che Version zu Protokoll gab. Ihre Aussagen konnten bisher nicht überzeugen und auch im vorliegen-
den Punkt liegt die Vermutung nahe, dass sie den Beschuldigten schützen wollte. Anlässlich der staats-
anwaltschaftlichen Befragung war sie denn auch nach der ausdrücklichen Belehrung über mögliche 
Folgen einer Begünstigung zu keinen weiteren Aussagen bereit.  

Das Gericht stellt auf die Aussagen des Privatklägers ab und erachtet die dritte Fahrt vom 21. Juni 2019 
gemäss Ziff. 5.1.5 der Anklageschrift ebenfalls als erstellt. 

Oberinstanzlich gab der Beschuldigte wiederum an, die Person, welche als Fahrer 
fungiert habe, zufällig gesehen zu haben. Es sei ein guter Kollege von ihm gewesen. 
Er habe eigentlich keine Auskunft über ihn geben wollen, aber es sei Herr 
Y.________ gewesen. Dieser wohne vis-à-vis vom Salem-Spital (pag. 2064 Z. 1 ff.). 
Die von der Vorinstanz angesprochenen Widersprüche in den Aussagen des Be-
schuldigten sind evident. So soll er zunächst den Kollegen für die Fahrt organisiert 
haben müssen, wohingegen er ihn gemäss späteren Aussagen zufällig gesehen ha-
ben will. Die Aussagen des Beschuldigten überzeugen nicht. Selbst J.________ gab 

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anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme an, sie sei so gestresst gewesen und 
habe den Weg nicht gekannt, «weshalb wir getauscht haben» (pag. 363 Z. 51 f.). 
Danach sei jemand anderes gefahren, dazu wolle sie sich nicht äussern. Es ist un-
bestritten, dass sie (zumindest anfänglich) zu Dritt ins Spital gefahren sind und der 
Straf- und Zivilkläger aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes zu keinem 
Zeitpunkt am Steuer sass. Ein «Tauschen» des Fahrers konnte demnach nur mit 
dem Beschuldigten erfolgen. Etwas anderes, insbesondere eine zufällige Begeg-
nung mit einem Kollegen des Beschuldigten, machte J.________ nicht geltend. Es 
bleibt anzufügen, dass der Beschuldigte den Kollegen, welcher ihn hätte entlasten 
können, nicht erst an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung hätte nennen können. 
Dass er dies unterlassen hat, widerspricht dem generellen Verhalten des Beschul-
digten, welches stets darauf ausgerichtet war, seine Unschuld zu beweisen.

III. Rechtliche Würdigung

14. Da sämtliche Sachverhalte gemäss Anklageschrift erstellt sind, ergeben sich in 
rechtlicher Hinsicht keine Probleme. Es kann folglich – soweit die oberinstanzlich 
relevanten Delikte betreffend – vollumfänglich auf die korrekten Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (S. 72 – 79 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 1802 – 1809).

15. Die Verteidigung hat in rechtlicher Hinsicht einzig bezüglich Drohung gemäss Ziff. 3 
der Anklageschrift geltend gemacht, es fehle abgesehen davon, dass der angeklagte 
Sachverhalt nicht erstellt sei, ohnehin an der schweren Drohung, welche den Straf- 
und Zivilkläger in Angst und Schrecken versetzt haben könnte. Diese Hürde sei 
gemäss Rechtsprechung hoch anzusetzen (vgl. pag. 2072). In diesem Zusammen-
hang kann im Besonderen auf die vorinstanzliche Erwägung auf S. 77 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung (pag. 1807) verwiesen werden. Es ist erstellt, dass 
der Beschuldigte den Straf- und Zivilkläger mit einer Paintballwaffe, einer Machete 
und einem Japanmesser sowie auch verbal bedrohte. Diese Handlungen erfüllen die 
schwere Drohung, für deren Massstab gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
auf das Empfinden eines vernünftigen