# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe4191b8-9a0f-583e-921d-82e8076e13ad
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-05-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.05.2023 BB.2023.10
**Docket/Reference:** BB.2023.10
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2023-10_2023-05-16

## Full Text

Zulassung der Privatklägerschaft (Art. 118 ff. i.V.m. Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO);;Zulassung der Privatklägerschaft (Art. 118 ff. i.V.m. Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO);;Zulassung der Privatklägerschaft (Art. 118 ff. i.V.m. Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO);;Zulassung der Privatklägerschaft (Art. 118 ff. i.V.m. Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO)

Beschluss vom 16. Mai 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Daniel Kipfer Fasciati und Felix Ulrich, 
Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja 

   
 
Parteien 

  
Michel François PLATINI, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dominic Nellen, 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT,  
c/o A., a.o. Staatsanwalt des Bundes, 

Beschwerdegegnerin 
 
 

Gegenstand  Zulassung der Privatklägerschaft (Art. 118 ff. i.V.m. 
Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2023.10 
 
 
 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 
 

A. Am 18. November 2014 erstattete die Fédération Internationale de Football 
Association (nachfolgend «FIFA») bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige 
gegen Unbekannt wegen des Verdachts, dass Einzelpersonen inkriminierte 
Vermögenswerte via Schweiz verschoben hätten. Am 10. März 2015 eröff-
nete der damalige Leitende Staatsanwalt des Bundes, B., unter der Verfah-
rensnummer SV.15.0088 (Verfahrenskomplex «Weltfussball») gegen Unbe-
kannt eine Strafuntersuchung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung 
(Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB) und Geldwäscherei (Art. 305bis StGB; Urteil des 
Bundesstrafgerichts SK.2021.48 vom 8. Juli 2022 lit. A und B = act. 1.3). 

 
 
B. Am 27. Mai 2015 führte B. gestützt auf eine tags zuvor von ihm erlassene 

Verfügung betreffend Edition und Beweismittelbeschlagnahme am Sitz der 
FIFA in Zürich eine begleitete Edition durch und stellte verschiedene Akten 
sicher (vgl. act. 1.3 lit. C). 

 
 
C. Mit Verfügung vom 24. September 2015 eröffnete B. unter der Verfahrens-

nummer SV.15.1013 gegen Joseph S. Blatter (nachfolgend «Blatter») eine 
Strafuntersuchung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB), 
eventualiter Veruntreuung (Art. 138 StGB). In der Eröffnungsverfügung 
wurde unter anderem festgehalten, es bestehe der Verdacht, Blatter habe 
als Präsident der FIFA unter Verletzung seiner Treuepflichten bewirkt oder 
zugelassen, dass die FIFA am Vermögen geschädigt werde, indem diese am 
1. Februar 2011 eine Zahlung von CHF 2 Mio. an Michel François Platini 
(nachfolgend «Platini») getätigt habe (vgl. act. 1.3 lit. I).  

 
 
D. Mit Verfügung vom 29. Mai 2020 dehnte der zwischenzeitlich neu einge-

setzte Verfahrensleiter (Staatsanwalt des Bundes C.) die ursprünglich im Zu-
sammenhang mit der Zahlung vom 1. Februar 2011 in Höhe von CHF 2 Mio. 
gegen Blatter geführte Strafuntersuchung auf Platini aus (vgl. act. 1.3 lit. M). 

 
 
E. Am 29. Oktober 2021 erhob die Bundesanwaltschaft bei der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts Anklage gegen Blatter wegen Betrugs, eventualiter 
Veruntreuung, subeventualiter ungetreuer Geschäftsbesorgung, sowie 
Urkundenfälschung und gegen Platini wegen Betrugs, eventualiter Ge-
hilfenschaft zu Veruntreuung, subeventualiter Gehilfenschaft zu ungetreuer 
Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung (vgl. act. 1.3 lit. R). Das Ver-

- 3 - 

 

 

fahren vor der Strafkammer wurde unter der Verfahrensnummer SK.2021.48 
geführt.  

 
 
F. Im Rahmen der Hauptverhandlung im Verfahren SK.2021.48 wurde B. am 

9. Juni 2022 als Zeuge einvernommen. Gegenstand der Einvernahme war 
die von Platini aufgeworfene Vorfrage, inwiefern es einen genügenden An-
fangstatverdacht für die Bundesanwaltschaft gegeben habe, um das Verfah-
ren SV.15.1013 am 24. September 2015 gegen Blatter zu eröffnen (act. 10.3 
S. 2). B. sagte dabei unter anderem aus, dass ihm der ehemalige Finanzchef 
der FIFA, D., anlässlich der Edition vom 27. Mai 2015 eine Liste ausgehän-
digt und gesagt habe, er (D.) müsse ihm (B.) bezüglich einer Zahlung noch 
Zusatzinformationen liefern. Die Zusatzinformation habe die Zahlung von 
CHF 2 Mio. an Platini betroffen (act. 10.3 S. 9 ff.). 

 
 
G. Am 14. Juni 2022 vernahm die Strafkammer im Verfahren SK.2021.48 auch 

D. als Zeuge. Anlässlich dieser Einvernahme sagte D. aus, die Bundesan-
waltschaft anlässlich der Edition vom 27. Mai 2025 nicht spezifisch auf die 
Zahlung von CHF 2 Mio. an Platini aufmerksam gemacht zu haben (act. 10.5 
S. 8 ff.).  

 
 
H. Daraufhin liess Platini am 14. Juni 2022 in der Hauptverhandlung des Ver-

fahrens SK.2021.48 zu Handen des Protokolls Strafanzeige gegen B. erhe-
ben. Am 15. Juni 2022 reichte Platini der Bundesanwaltschaft eine schriftli-
che Strafanzeige gegen B. ein (deren Wortlaut in der vorliegenden Be-
schwerde Platinis wiedergegeben wird; vgl. act. 1 Rz. 7) und konstituierte 
sich als Straf- und Privatkläger. Platini wirft B. vor, als Zeuge in der Haupt-
verhandlung des Verfahrens SK.2021.48 vor der Strafkammer wahrheitswid-
rig ausgesagt zu haben. Aussagen von B., dass ihm D. anlässlich der Edition 
vom 27. Mai 2015 ein Factsheet übergeben und auf die Zahlung von 
CHF 2 Mio. an Platini hingewiesen habe, fänden in den Akten keine Stütze. 
Die Äusserung von D. sei weder protokolliert noch vermerkt worden. D. habe 
denn auch anlässlich seiner Einvernahme vom 14. Juni 2022 ausgesagt, 
dass er keinen Grund gehabt habe, auf die spezifische Zahlung von 
CHF 2 Mio. hinzuweisen, da er diese nicht als ungewöhnlich oder für das 
Strafverfahren relevant erachtet habe (act. 1 S. 3 ff.; act. 5 S. 2 ff.). Platini 
wirft B. ferner vor, dieser habe durch «freies Plaudern mit Journalisten unter 
Verwendung/Bekanntgabe von durch das Amtsgeheimnis geschützten Infor-
mationen während über einer Stunde nach seiner Zeugeneinvernahme im 
Gang vor dem Gerichtssaal» das Amtsgeheimnis verletzt (act. 1 S. 3).  

  

- 4 - 

 

 

I. In der Folge eröffnete der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes, A. 
(nachfolgend «a.o. Staatsanwalt des Bundes A.»), unter der Verfahrensnum-
mer SV.2022.0770 eine Strafuntersuchung gegen B. wegen Verdachts des 
falschen Zeugnisses nach Art. 307 StGB und Verletzung des Amtsgeheim-
nisses gemäss Art. 320 StGB (act. 5 S. 4). 

 
 
J. Mit Urteil SK.2021.48 vom 8. Juli 2022 stellte die Strafkammer die Verfahren 

gegen Blatter wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und gegen Platini we-
gen Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung ein. Im Übrigen 
sprach sie Blatter und Platini frei (vgl. act. 1.3; Urteilsdispositiv I Ziff. 1 und 2 
sowie II Ziff. 1 und 2).  

 
  
K. Gegen das Urteil SK.2021.48 meldeten die Bundesanwaltschaft und die 

FIFA am 15. bzw. 18. Juli 2022 Berufung an, und am 17. Oktober 2022, nach 
Erhalt des schriftlich begründeten Urteils, erklärte die Bundesanwaltschaft 
(vollumfängliche) Berufung bei der Berufungskammer des Bundesstrafge-
richts (vgl. act. 1.4 lit. E).  

.  
 
L. Am 3. Januar 2023 verfügte a.o. Staatsanwalt des Bundes A., dass Platini 

im Strafverfahren SV 22.0770 nicht als Privatkläger zugelassen werde und 
ihm keine Akteneinsicht bzw. entsprechende Teilnahmerechte an Verfah-
renshandlungen, insbesondere bei Beweiserhebungen gewährt würden 
(act. 1.1). 

 
 
M. Dagegen gelangte Platini mit Beschwerde vom 16. Januar 2023 an die Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Er beantragt Folgendes (act. 1 
S. 2): 

 
 «1. Die Verfügung der Bundesanwaltschaft vom 03. Januar 2023 sei aufzuheben 

und der Beschwerdeführer sei bezüglich des Delikts des falschen Zeugnisses 
als Privatkläger im Strafverfahren SV.22.0770 zuzulassen. 

 
  2. Eventualiter zu Ziff. 1 sei die Verfügung der Bundesanwaltschaft vom 03. Ja-

nuar 2023 aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen». 

 
 

- 5 - 

 

 

N. Mit Beschwerdeantwort vom 6. Februar 2023 beantragt die Bundesanwalt-
schaft die Abweisung der Beschwerde (act. 5 S. 2). 

 
 
O. Die von der Bundesanwaltschaft eingereichten Verfahrensakten (2 Ordner) 

retournierte die Beschwerdekammer am 9. Februar 2023, da davon auszu-
gehen sei, dass sich in den zugestellten Verfahrensakten auch Aktenstücke 
befänden, die dem Beschwerdeführer nicht offengelegt werden sollten. Die 
Retournierung der Akten erfolgte unter dem Vorbehalt, dass später einzelne 
Aktenstücke falls nötig eingefordert würden (act. 6).  

 
 
P. Mit Eingabe vom 10. Februar 2023 ersuchte Platini die Beschwerdekammer 

um Einsicht in die Verfahrensakten der Bundesanwaltschaft bzw. in zwei von 
ihm konkret bezeichnete Einvernahmeprotokolle (act. 8). Der Referent teilte 
mit Schreiben vom 14. Februar 2023 unter Hinweis auf das Schreiben der 
Beschwerdekammer vom 9. Februar 2023 – welches Platini in Kopie zuge-
stellt worden war – mit, dass dem Akteneinsichtsgesuch keine Folge geleis-
tet werden könne, da die Akten der Bundesanwaltschaft retourniert worden 
seien. Der Referent wies darauf hin, dass, sollte das Gericht zu einem spä-
teren Zeitpunkt einzelne Aktenstücke vom a.o. Staatsanwalt des Bundes an-
fordern, diese Platini zur Einsicht zugestellt werden würden (act. 9).   

 
 
Q. In seiner Replik vom 10. Februar 2023 hält Platini an den in der Beschwerde 

vom 16. Januar 2023 gestellten Anträgen fest (act. 10), was der Bundesan-
waltschaft am 21. Februar 2023 zur Kenntnis gebracht wird (act. 11).  
 
Auf die Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.  
 
 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1. 
1.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft 

kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-
hoben werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 lit. b StPO und 
Art. 37 Abs. 1 StBOG). Zur Beschwerde berechtigt ist jede Partei oder jeder 
andere Verfahrensbeteiligte, welche oder welcher ein rechtlich geschütztes 
Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides 

- 6 - 

 

 

hat (Art. 382 Abs. 1 StPO; BGE 146 IV 76 E. 2.2.2). Die Beschwerde gegen 
schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist innert zehn Tagen schrift-
lich und begründet einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Mit ihr gerügt wer-
den können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, einschliess-
lich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung 
und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststel-
lung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c).  

 
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung vom 3. Januar 2023 wurde das Gesuch 

des Beschwerdeführers um Zulassung als Privatkläger in der oben erwähn-
ten Strafsache abgewiesen. Es handelt sich hierbei um ein zulässiges An-
fechtungsobjekt, an deren Aufhebung oder Änderung der Beschwerdeführer 
grundsätzlich ein rechtlich geschütztes Interesse im Sinne von Art. 382 
Abs. 1 StPO hat (Urteile des Bundesgerichts 1B_250/2020 vom 6. Okto-
ber 2020 E. 1; 1B_29/2018 vom 24. August 2018 E. 1; 1B_438/2016 vom 
14. März 2017 E. 2.2). Auf seine frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten.  

 
 
2. 
2.1 Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, 

sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen (Art. 118 
Abs. 1 StPO). Privatklägerschaft setzt Geschädigteneigenschaft gemäss 
Art. 115 StPO voraus. Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die 
Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 
StPO). Nach der Rechtsprechung geht die Umschreibung der unmittelbaren 
Verletzung in eigenen Rechten vom Begriff des Rechtsguts aus. Unmittelbar 
verletzt und damit Geschädigter im Sinne von Art. 115 StPO ist, wer Träger 
des durch die verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest mitgeschütz-
ten Rechtsguts ist (BGE 143 IV 77 E. 2.2 mit Hinweisen). Damit werden vom 
Geschädigtenkreis Personen, die ein blosses Interesse am Ausgang des 
Strafverfahrens haben, die Rechtsnachfolger geschädigter Personen und 
sonstige Dritte, deren Rechte durch die Straftat nur reflexartig verletzt wer-
den, ausgeschlossen (MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, Basler Kommentar, 2. Aufl. 
2014, N. 21 ff. zu Art. 115 StPO). 

 
2.2 Wer sich als Privatklägerschaft konstituieren will, hat die entsprechenden 

Voraussetzungen, namentlich die Verletzung in seinen Rechten und den 
Kausalzusammenhang mit der infrage stehenden Straftat glaubhaft zu ma-
chen. Ob tatsächlich eine tatbestandsmässige, rechtswidrige und schuld-
hafte Straftat vorliegt, wird erst im Endentscheid festgestellt. Bis dahin bleibt 
sie eine blosse Hypothese (vgl. MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, a.a.O., N. 20 zu 

- 7 - 

 

 

Art. 115 StPO). Dementsprechend ist für den prozessrechtlichen Geschädig-
tenbegriff dessen hypothetische Natur charakteristisch. Die verfahrensrecht-
liche Stellung der geschädigten Person beruht auf einer vorläufigen An-
nahme, basierend zumeist auf der Sachverhaltsdarstellung der betreffenden 
Person (LIEBER, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, N. 2c zu Art. 115 StPO). 
Für die Glaubhaftmachung der Geschädigtenstellung sind somit neben Aus-
führungen zur Verletzung in ihren Rechten und zum Kausalzusammenhang 
selbstverständlich – im Sinne einer Hypothese – auch Angaben der ver-
meintlich geschädigten Person darüber erforderlich, welche konkreten Straf-
tatbestände sich verwirklicht haben könnten. Nur so ist es überhaupt mög-
lich, die (hypothetische) Geschädigtenstellung einer Person zu prüfen.  

 
2.3 Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, dass er sich im vorliegenden Be-

schwerdeverfahren einzig gegen die Nichtzulassung als Privatkläger betref-
fend das angezeigte falsche Zeugnis (Art. 307 StGB) von B. wende, nicht 
jedoch betreffend die ebenfalls beanzeigte Verletzung des Amtsgeheimnis-
ses. Dabei habe die Beschwerdegegnerin verkannt, dass es zur Begründung 
der Privatklägereigenschaft genüge, wenn das angeblich falsche Zeugnis 
den Ausgang des Verfahrens, in dessen Verlauf es abgelegt worden sei, be-
einflusst habe oder zu beeinflussen geeignet sei. B. sei von 2011 bis 2018 
Leitender Staatsanwalt bei der Bundesanwaltschaft gewesen. In dieser 
Funktion habe B. bei der Bundesanwaltschaft sämtliche FIFA-Verfahren ge-
führt bzw. sei auch der Verfahrensleiter des vorliegenden Strafverfahrens 
gewesen. Schon aus diesem Grund sei es im gegen den Beschwerdeführer 
geführten Strafverfahren absolut zentral, wenn der ehemalige Verfahrenslei-
ter zu den Verfahrensanfängen vor Gericht (mutmasslich) falsche Aussagen 
tätige. Ein nicht zu unterschätzender Teil des Hauptverfahrens im Strafver-
fahren gegen den Beschwerdeführer habe sich den Anfängen des Strafver-
fahrens unter der Leitung von B. als Leitenden Staatsanwalt gewidmet, was 
sich auch im angefochtenen Urteil SK.2021.48 zeige. Dies werde auch im 
Berufungsverfahren wieder Thema sein. Auch dort werde es wieder darum 
gehen, die Anfangsphase des Strafverfahrens zu würdigen und den An-
fangsverdacht zu untersuchen. Die (falschen) Aussagen von B. seien nach 
wie vor geeignet, den Ausgang des Strafverfahrens gegen den Beschwerde-
führer zu beeinflussen. Die privaten Interessen des Beschwerdeführers 
seien durch das angezeigte falsche Zeugnis von B. verletzt bzw. würden 
nach wie vor verletzt, weshalb der Beschwerdeführer im zu führenden Straf-
verfahren gegen B. als Privatkläger zuzulassen sei (act. 1 S. 10 ff.; act. 10). 

 
2.4 Der Tatbestand des falschen Zeugnisses gemäss Art. 307 StGB schützt in 

erster Linie die Korrektheit von Beweisverfahren und somit die Ermittlung der 
Wahrheit in einem gerichtlichen Verfahren und nur mittelbar die allfällig 

- 8 - 

 

 

davon betroffenen Prozessparteien mit ihren immateriellen oder materiellen 
Interessen. Privatpersonen gelten dann als Geschädigte eines falschen 
Zeugnisses im Sinne des Strafprozessrechts, wenn ihre privaten Interessen 
als unmittelbare Folge der tatbestandsmässigen Handlung effektiv im Sinne 
eines Schadens verletzt worden sind (BGE 123 IV 184 E. 1c; 120 Ia 220 E. 
3b; Urteile des Bundesgerichts 6B_87/2018 vom 30. Mai 2018 E. 4; 
6B_798/2015 vom 20. Mai 2015 E. 4.3.2; DELNON/RÜDY, Basler Kommentar, 
4. Aufl. 2019, N. 5 zu Art. 307 StGB). Eine solche effektive Schädigung bzw. 
drohende Schädigung kann angenommen werden, wenn das angeblich fal-
sche Zeugnis den Ausgang des Verfahrens, in dessen Verlauf es abgelegt 
worden ist, beeinflusst hat oder zu beeinflussen geeignet ist. Insofern kann 
von einer unmittelbaren Beeinträchtigung gesprochen werden (Urteil des 
Bundesgerichts 1P.580/2001 vom 22. Januar 2002 E. 2.3).  

 
2.5  
2.5.1 Im vorliegenden Fall nahm der Beschwerdeführer als Beschuldigter und so-

mit als Partei am Verfahren SK.2021.48 teil. Der Beschwerdeführer macht 
nicht geltend, inwiefern das (angeblich) falsche Zeugnis von B. anlässlich 
der Hauptverhandlung im Verfahren SK.2021.48 den Ausgang ebendieses 
Verfahrens beeinflusst hat oder zu beeinflussen geeignet war, und er äussert 
sich auch nicht zur angeblich erlittenen Schädigung. Eine direkte nachteilige 
Folge der geltend gemachten Falschaussage auf das ergangene Urteil ist 
denn auch nicht ersichtlich. Darauf hat bereits der Beschwerdegegner zu 
Recht verwiesen. Es ist im Gegenteil offensichtlich, dass die mutmassliche 
Falschaussage keinen Einfluss auf das ergangene Urteil der Strafkammer 
hatte bzw. haben konnte. Die Strafkammer erwog diesbezüglich unter ande-
rem, es lasse sich nicht eindeutig ableiten, zu welchem genauen Zeitpunkt 
und aufgrund welcher Ursache die Bundesanwaltschaft konkret von der in-
kriminierten Zahlung erfahren habe. Namentlich bleibe unklar, ob die Trans-
aktion bereits am Tag der begleiteten Edition vom 27. Mai 2015 aufgrund 
eines Hinweises von D. oder aufgrund eines Hinweises anlässlich des von 
den Vertretern der Bundesanwaltschaft nicht protokollierten Treffen vom 
8. Juli 2015 oder schliesslich ganz allgemein aufgrund der im Zeitraum vom 
27. Mai bis 9. September 2015 erfolgten Ermittlungstätigkeit der Bundesan-
waltschaft bekannt geworden sei. Ohne die Szenarien eines allfälligen Hin-
weisgebers eindeutig ausschliessen zu können oder wollen, sei jedoch fest-
zuhalten, dass die Chronologie eher dafür spreche, dass die Bundesanwalt-
schaft ohne entsprechenden Hinweis auf die inkriminierte Zahlung aufmerk-
sam geworden sei. Im Ergebnis könne diese Frage aber ohnehin offengelas-
sen werden. Für das Gericht bestehe nämlich im Sinne eines hypothetischen 
Ermittlungsverlaufs eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass die Bundesanwalt-
schaft – unabhängig von einem allfälligen, aufgrund mangelnder 

- 9 - 

 

 

Protokollierung allenfalls nicht verwertbaren Hinweis – aufgrund der am 
27. Mai 2015 im Rahmen der Untersuchung SV.15.0088 sichergestellten, 
nicht versiegelten und demnach verwertbaren Unterlagen, namentlich auf-
grund von vier spezifischen Dokumenten betreffend Platini, auf die inkrimi-
nierte Zahlung gestossen wäre (E. 1.4.3.1). Zusammenfassend sei festzu-
halten, dass für die Eröffnung der Strafuntersuchung gegen Blatter und Pla-
tini wegen des vorliegend zu beurteilenden Sachverhalts ein hinreichender 
Tatverdacht bestanden habe, welcher sich auf verwertbare Unterlagen ge-
stützt habe. Es könne daher im vorliegenden Verfahren offengelassen wer-
den, ob die Bundesanwaltschaft allenfalls durch einen allfälligen Hinweisge-
ber auf die inkriminierte Zahlung vom 1. Februar 2011 in Höhe von 
CHF 2 Mio. aufmerksam gemacht worden sei (E. 1.4.5). Aus diesen Erwä-
gungen der Strafkammer ist, wie bereits ausgeführt, ersichtlich, dass die 
mutmassliche Falschaussage auf das Urteil keinen Einfluss hatte bzw. ha-
ben konnte.  

 
2.5.2 Der Beschwerdeführer legt ferner auch nicht dar, inwiefern die angebliche 

Falschaussage von B. ihn in seinen Rechten im Rahmen des hängigen Be-
rufungsverfahrens schädigt bzw. schädigen könnte. Der Beschwerdeführer 
hat eigenen Angaben zufolge mit Schreiben vom 14. November 2022 an die 
Berufungskammer den Beizug der Verfahrensakten im Strafverfahren 
SV.2022.0770 sowie die erneuten Einvernahmen von B. und D. beantragt 
(act. 1 S. 11 f.). Ob und inwieweit die Berufungskammer die Aussagen von 
B. in der Einvernahme vom 9. Juni 2022 in ihrem Verfahren berücksichtigen 
bzw. den Beweisanträgen des Beschwerdeführers Folge leisten wird, ist zum 
gegenwärtigen Zeitpunkt noch ungewiss, sodass auch ein allfällig in diesem 
Zusammenhang geltend gemachter Schaden rein hypothetischer Natur wäre 
und somit zur Geltendmachung der Privatklägereigenschaft nicht geeignet 
ist. 
 
 

3. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde gegen die 
Verfügung der BA vom 3. Januar 2023, mit welcher der Beschwerdeführer 
nicht als Privatkläger zugelassen wurde, abzuweisen. Über den prozessua-
len Antrag des Beschwerdeführers auf Aktenbeizug ist bereits mit Schreiben 
vom 14. Februar 2023 (vgl. supra lit. P) entschieden worden. 

 
 
4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Gerichts-

kosten zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist auf 
Fr. 2’000.– festzusetzen (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 des 
Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, 

- 10 - 

 

 

Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 
SR 173.713.162]) und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss zu verrechnen. 

- 11 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt, un-

ter Anrechnung des in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschusses.  
 
 

Bellinzona, 16. Mai 2023 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Dominic Nellen 
- A., a.o. Staatsanwalt des Bundes 
 
 
 
Kopie an 
 
- Rechtsanwalt André Clerc (als Vertreter von B.) 
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.