# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1a82ba3-8dd5-576a-b91e-d6cd36523b78
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2000-02-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Verwaltungsgericht 17.02.2000  VB.1999.00212
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Verwaltungsgericht/ZH_VG_001_-VB-1999-00212_2000-02-17.html

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				Geschäftsnummer: 	VB.1999.00212	 
	Entscheidart und -datum: 	Endentscheid vom 17.02.2000
	Spruchkörper: 	1. Abteilung/1. Kammer
	Weiterzug: 	Dieser Entscheid ist rechtskräftig.
	Rechtsgebiet: 	Submissionsrecht
	Betreff: 

	Submission

	

Unvollständigkeit eines Angebots im Vergabeverfahren.

Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (E. 1). Anwendbares Recht (E. 2). Ein unvollständiges Angebot berechtigt zum Ausschluss des Anbietenden (§ 26 Abs. 1 lit. d SubmV). Führt ein Anbieter in der Offerte entgegen den Vorgaben des Leistungsverzeichnisses bloss die Fabrikate der entsprechenden Produkte ohne Typenbezeichnung und Spezifikation an, so ist der Vergabebehörde eine Qualitätsprüfung verunmöglicht, weshalb das Angebot als unvollständig qualifiziert werden muss. Auch wenn ein Anbieter sich auf das Angebot einer Variante beschränkt, ist seine Offerte unvollständig und wird er von der Vergabe ausgeschlossen, sofern die Variante abgelehnt wird (E. 4a). Liegt ein Ausschlussgrund vor, so kommt dem Umstand, dass der betreffende Anbieter das preislich günstigste Angebot einreichte, keine Bedeutung mehr zu (E. 4b-c).

			 	
				Stichworte:
	
						AUSSCHLUSS
AUSSCHLUSSGRUND
SPEZIFIKATION
SUBMISSIONSRECHT
UNVOLLSTÄNDIGKEIT
VARIANTE
ZUSCHLAGSKRITERIEN

					
	
	Rechtsnormen:
	
						§ 26 lit. I d SubmV
Art. 22 lit. II VoeB

					
	
	Publikationen:
	
						- keine -
					
	Gewichtung:

					(1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)
	
						Gewichtung: 3
					

			 

	 	
			

			

 

 

I. Mit Ausschreibung vom 15. April 1999
eröffnete die Schulgemeinde C. im offe­nen Verfahren die Submission für
verschiedene Arbeitsgattungen, unter ande­rem die Mes­sung, Steuerung, Regelung
(MSR; BKP 249) für den Neubau der Schulanlage L. Am Wett­bewerb beteiligten
sich fünf Anbieter. Die niedrigste Offerte reichte die A. AG, in B./AG,
mit netto Fr. 183'565.05 ein; den zweitniedrigsten Preis offerierte die
J. (Schweiz) AG, H. & I., in K./AG, mit netto Fr. 207'156.‑
(je für Wärmeer­zeugung Holz und Gas).

 

Mit Beschluss vom 30. Juni 1999 vergab
die Schulgemeinde C. die Arbeitsgattung Messung, Steuerung, Regelung mit
Wärmeerzeugung Gas für Fr. 164'181.75 (netto inklu­sive Mehrwertsteuer)
der J. (Schweiz) AG mit der Be­gründung "beste Erfüllung der Zu­schlags­kriterien".
Der Vergabeentscheid wurde der A. AG am 5. Juli 1999 eröffnet. Auf
Ersuchen der letzteren teilte ihr die Schul­gemeinde mit Schreiben vom
7. Juli 1999 mit, weshalb ihrem Angebot nicht der Vorzug gegeben wurde. 

 

II. Hiergegen erhob die A. AG, in B./AG,
mit Eingabe vom 12. Juli 1999 Be­schwer­de beim Verwaltungsgericht. Sie
stellte den Antrag, den Vergabeentscheid zu revi­dieren und den Auftrag gemäss
den geltenden Submissionsvorschriften der Be­schwer­de­führerin zu erteilen.

 

Die Schulgemeinde C. beantragte in ihrer
Beschwerdeantwort vom 27. September 1999 Abweisung der Beschwerde, unter Kosten‑
und Entschädigungsfolgen. Die J. (Schweiz) AG reichte am 20. August 1999
eine Stellungnahme ein. In ihrer Replik vom 19. November 1999, welche irrtümlich
das Datum vom 12. Juli 1999 trägt, brachte die Be­schwerdeführerin keine neuen
Einwände vor.

 

Die Ausführungen der Parteien werden, soweit
rechtserheblich, in den nachfolgen­den Erwägungen wiedergegeben. 

 

 

Das
Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

 

 

1. Gegen den Entscheid einer Gemeindebehörde
über die Vergabe eines öffentli­chen Auftrags steht die Beschwerde an das
Verwaltungsgericht zur Verfügung. Für Verga­ben im Anwendungsbereich der
Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Be­schaf­fungswesen vom
25. November 1994 (IVöB) ergibt sich dies aus § 3 des Gesetzes über
den Beitritt des Kantons Zürich zur Interkantonalen Vereinbarung vom
22. September 1996 (IVöB-BeitrittsG) in Verbindung mit Art. 15 IVöB.
Für andere Vergaben hat der Re­gierungsrat mit § 1 Abs. 3 der
Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) ge­stützt auf § 2
Abs. 2 und § 7 Abs. 1 IVöB-BeitrittsG die Bestimmungen des
Beitrittsge­set­zes und der Verordnung auf öffentliche Beschaffungen der
Gemeinden anwendbar er­klärt, soweit es durch das Bundesgesetz vom
6. Oktober 1995 über den Binnenmarkt (BGBM) verlangt wird. Gestützt darauf
gelangt der in § 3 IVöB-BeitrittsG geregelte Rechtsschutz gegenüber allen
nach dem vollständigen Inkrafttreten des Binnenmarktgeset­zes ergangenen Vergabeentscheiden
zur Anwendung (VGr, BEZ 1999 Nr. 13, E. 1; vgl. Alfred
Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des
Kantons Zü­rich, 2. A., Zürich 1999, § 41 N. 22).

 

Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist
daher zulässig. Auf das Beschwer­deverfahren kommen die Bestimmungen der
§§ 3 ff. IVöB-BeitrittsG, ergänzt durch die sinngemäss
heranzuziehenden Vorschriften der Interkantonalen Vereinbarung über das öf­fentliche
Beschaffungswesen, zur Anwendung. 

 

2. Die in Frage stehende Vergabe der
Arbeitsgattung "BKP 249 Messung, Steue­rung, Regelung" wird vom
Geltungsbereich der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche
Beschaffungswesen nicht erfasst (vgl. Art. 7 IVöB). Die Gemeinden wurden
jedoch vom Regierungsrat gestützt auf § 2 Abs. 2 IVöB-BeitrittsG mit
Wirkung ab 1. Ja­nuar 1999 in die kantonale Regelung des
Beschaffungswesens gemäss Beitrittsgesetz und Submissionsverordnung einbezogen
(RRB Nr. 1501 vom 1. Juli 1998; LS 720.111) und unterstehen damit
auch in Bezug auf den Ablauf des Vergabeverfahrens und die mate­rielle
Behandlung der Angebote den Bestimmungen des kantonalen Rechts. Die angefoch­tene
Vergabe ist daher nach diesen Regeln zu beurteilen. 

 

3. a) Nach § 31 Abs. 1 SubmV
erfolgt der Zuschlag ‑ sofern nicht ausnahmsweise das alleinige
Kriterium des niedrigsten Preises (§ 31 Abs. 2 SubmV) zur Anwendung
kommt ‑ auf das wirtschaftlich günstigste Angebot. Bei der Bewertung
der Angebote ist das Preis-Leistungs-Verhältnis zu beachten, wobei neben dem
Preis insbesondere die fol­genden Kriterien berücksichtigt werden können:
Qualität, Termine, Wirtschaftlichkeit, Betriebskosten, Kundendienst, Ökologie,
Zweckmässigkeit, technischer Wert, Ästhetik, Kreativität, Lehrlingsausbildung,
Infrastruktur. 

 

Die für eine Beschaffung massgeblichen
Zuschlagskriterien legt die vergebende Be­hörde im Hinblick auf die
Besonderheiten des jeweiligen Auftrags fest. Um die notwen­dige Transparenz des
Vergabeverfahrens (Art. 1 Abs. 2 lit. c IVöB) zu gewährleisten,
muss die Festlegung der Zuschlagskriterien zu Beginn des Verfahrens erfolgen,
und sie sind den In­teressenten in den Ausschreibungsunterlagen bekannt zu
geben (§ 17 Abs. 1 lit. i SubmV). Die Kriterien sind in der
Reihenfolge ihrer Bedeutung aufzuführen oder es ist zumindest die relative
Bedeutung, die den einzelnen Kriterien zukommt, ersichtlich zu machen (BGE 125
II 86 E. 7c; vgl. VGr, 24. März 1999, BEZ 1999 Nr. 13
E. 3b). 

 

Die Beschwerdegegnerin ist diesen
Anforderungen nachgekommen und hat in den Submissionsunterlagen unter der
Rubrik "Angaben zur öffentlichen Ausschreibung" die Zu­schlagskriterien
wie folgt aufgelistet: 

 

1.       
Vollständigkeit des Angebots 

2.       
Erfahrung in der Ausführung vergleichbarer
Aufträge, Referenzen 

3.       
Organisatorische, technische Leistungsfähigkeit 

4.       
Ausbildungsplätze im eigenen Betrieb 

5.       
Preislich günstigstes Angebot

 

 

b) Der Vergabebehörde steht beim Urteil
darüber, welches Angebot anhand der Zu­schlagskriterien das wirtschaftlich
günstigste sei, ein erheblicher Ermessensspielraum zu (VGr, 7. Juli 1999,
BEZ 1999 Nr. 26 E. 6a, mit Hinweisen). In dieses Ermessen greift das
Verwaltungsgericht, dem keine Überprüfung der Angemessenheit des Entscheids
zusteht (Art. 16 Abs. 2 IVöB; vgl. auch § 50 Abs. 3 des
Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 [VRG]),
nicht ein. Zu prüfen ist dagegen eine allfällige Über­schreitung oder ein
Missbrauch des Ermessens (Art. 16 Abs. 1 lit. a IVöB; vgl.
§ 50 Abs. 2 lit. c VRG). 

 

4. Die Beschwerdegegnerin hat mit Schreiben
vom 7. Juli 1999 an die Beschwerde­führerin die Gründe, weshalb deren
Angebot nicht der Vorzug gegeben worden sei, wie folgt festgehalten: 

 

1.       
In den Vorbedingungen des Architekten gilt als
erstes Zuschlagskriterium die Vollständigkeit des Angebots. Dieser Punkt wird
mit den eingereichten Unter­lagen ‑ im Gegensatz zu den anderen
Anbietern ‑ nicht erfüllt. 

a)  Vermerk auf Seite 5 der
Submissionsunterlagen: "komplett mit kopierfähi­gem Stift
ausgefülltes Leistungsverzeichnis" 

Dieser Punkt wird nicht erfüllt. Es sind dies: 

-   Seite 5: keine Angaben zu den
Bearbeitungszeiten 

-   Seite 31: keine Angaben zu den eingesetzten
Fabrikaten und Typen der Schaltschrankeinbauten 

-   Seiten 32 - 133 fehlen die Typenbezeichnungen und
Spezifikationen 

b)  Diskrepanz betreffend Angaben zum Personal
zwischen Seite 2 und Vorbe­schrieb des Architekten. 

 

2.    Für die Einzelraumregulierung wird eine
Sollwertverstellung von +/- 3K am Raumgerät verlangt. Diese Anforderung
erfüllt das von A. offerierte Produkt nicht (kein direkter Eingriff möglich). 

 

3.    Anforderung an die Stellantriebe für die
Einzelraumregulierung ist die Eignung für einen stetigen Betrieb. Die von A.
offerierten Antriebe erfüllen diese nicht und sind nur für einen 2‑Punkt-Betrieb
geeignet. 

 

4.    Durch die fehlenden Spezifikationen im Angebot
bleibt unklar, welche Geräte eingebaut würden, wobei von möglichen Abweichungen
zu den Spezifikatio­nen auszugehen ist. Jeder Unternehmer hatte die
Möglichkeit, die Abweichun­gen seiner Geräte in den dafür nicht vorgesehenen
Leerzeilen zu deklarieren. Nachdem A. davon keinen Gebrauch gemacht hat,
müssten die Spezifikatio­nen der Planer ohne die geringste Abweichung
eingehalten werden. 

 

 

a) Das von der Beschwerdegegnerin als ‑ erstes ‑
Zuschlagskriterium genannte Er­fordernis der Vollständigkeit des Angebots stellt
nach § 26 Abs. 1 lit. d SubmV als solches auch einen
Ausschlussgrund dar. Ein unvollständiges Angebot berechtigt ‑ ausser
bei un­ter­geordneten Mängeln (vgl. VGr, 16. Juni 1999, BEZ 1999 Nr. 25
E. 6) ‑ zum Ausschluss eines Anbieters von der Teilnahme. 

 

Gemäss den "Besonderen
Bestimmungen" der Submissionsunterlagen (S. 5) war das
Leistungsverzeichnis "komplett" auszufüllen; Mehr‑/Minderpreise
für andere vom Un­ternehmer gewünschte Materialien waren auf der entsprechenden
Zusammenstellung auf­zu­führen resp. als Beilage detailliert zu offerieren.
Varianten waren laut den "Techni­schen Vorschriften Heizung"
(Submissionsunterlagen S. 10) als Variante entsprechend zu be­grün­den.
Die Beschwerdeführerin hat in verschiedener Hinsicht gegen das Erfordernis der
Vollständigkeit des Angebots verstossen. Es ist vorab zu prüfen, wie dies zu
gewichten ist. 

 

aa) Unbestrittenermassen hat die
Beschwerdeführerin die auf S. 5 der Submissions­unterlagen verlangten
Angaben betreffend "Bearbeitungszeit" nicht ausgefüllt. In ihrer Be­schwerdeschrift
führt sie hierzu aus, diese Angaben seien als nebensächlich und für die aus­zuführenden
Arbeiten unwichtig erachtet worden und könnten auf einen Vergabeent­scheid und
die Qualität eines Anbieters keinen relevanten Einfluss haben. 

 

Die Beschwerdeführerin hat weiter auf
S. 31 der Submissionsunterlagen keinerlei Angaben zu den
Schaltschrankeinbauten gemacht. In ihrer Beschwerde begründet sie dies damit,
aufgrund der vom Planer mangelhaft gelieferten Angaben (es hätten Daten, Listen
und Prinzipschemen gefehlt) sei es nicht möglich gewesen, detaillierte Angaben
zu Fabri­kat und Typ von Relais, Schützen, Klemmen usw. zu machen. Diese
Ausführungen werden indessen schon dadurch widerlegt, dass insbesondere die
berücksichtigte Anbieterin und gemäss Ausführungen in der Beschwerdeantwort
auch die übrigen Bewerber die entspre­chenden Angaben zu Fabrikat und Typ
machten. 

 

Die Beschwerdegegnerin rügt weiter, dass die
Beschwerdeführerin in ihrer gesam­ten Offerte (S. 32 - 133 des
Leistungsverzeichnisses) keinerlei Typenbezeichnungen und Spezifikationen
angegeben und auch die Fabrikate nur teilweise festgehalten habe. Nach der
Darlegung der Beschwerdeführerin in ihrer Rechtsmittelschrift stellt dies
keinen Man­gel dar. Ein Fachmann könne ohne weiteres feststellen, dass die vom
Planer erstellte Sub­mission auf der Basis von J.-Produkten erstellt worden
sei. Anstelle dieser J.-Produkte hät­te die Beschwerdeführerin konkurrierende
"A."‑ und "M."-Produkte ein­gesetzt und dies auch
bekanntgegeben. 

 

Diese Unvollständigkeiten des Angebots sind
verschieden zu gewichten. Die ‑ feh­lenden ‑ Angaben zu
den "Bearbeitungszeiten" sind für die Planung der Arbeiten und Aus­arbeitung
des Bauprogramms von Bedeutung. Die fehlenden Angaben hätten indessen ohne
weiteres nachgeliefert werden können und erscheinen nicht als wesentlicher
Mangel. Als bedeutender Mangel des Angebots ist indessen der Umstand zu werten,
dass die Be­schwerdeführerin in ihrer gesamten Offerte nur die Fabrikate der
entsprechenden Produkte angab, ohne jede Typenbezeichnung und ohne jede
Spezifikation. Teilweise (z.B. Leis­tungs­verzeichnis S. 81 ff.)
wurden nicht einmal die Fabrikate angeführt. Die Ausschrei­bung erfolgte
produkteneutral. Der Beschwerdeführerin stand es mithin offen, Produkte der
Fabrikate M. und A. einzusetzen. Indessen hätte auf jeden Fall der Produktetyp
an­gegeben werden müssen samt Abweichungen (auf der hierzu vorgesehenen
Leerzeile) von den als Richt‑ bzw. Gabelwerte eingesetzten
Leistungswerten (technische Daten). Wegen der feh­lenden Angaben war es der
Auftraggeberin bzw. deren Fachingenieuren schlechter­dings verunmöglicht, eine
Qualitätsprüfung vorzunehmen, die Einhaltung der verlangten techni­schen Werte
zu kontrollieren und das Angebot der Beschwerdeführerin mit den An­geboten der
anderen Anbieter qualitativ zu vergleichen. Indem die Beschwerdeführerin auch
nicht die Einheitspreise einsetzte, sondern jeweils nur das Total einzelner
Positions­gruppen, ver­unmöglichte sie auch eine Preiskontrolle bezüglich der
einzelnen Produkte. Zudem sind bei einem solchen Vorgehen Streitigkeiten bei
Abweichungen von den im Leis­tungsver­zeich­nis angegebenen Mengen (Mehr‑
oder Mindermengen) geradezu vorpro­grammiert. Das An­gebot der
Beschwerdeführerin muss aus diesen Gründen als in schwer­wiegender Weise unvollständig
qualifiziert werden. 

 

bb) Gemäss den Submissionsunterlagen
(S. 29) war eine Einzelraumregelung ver­langt mit Sollwertverstellung von
+/- 3K am Raumgerät. Nach den Ausführungen der Be­schwerdegegnerin
erfüllen die von der A. AG offerierten Geräte (Leistungs­verzeichnis
S. 107 - 119) diese Vorgaben nicht, indem kein Korrekturbereich pro Einzel­raum
vorhan­den sei. Die Beschwerdeführerin wendet hierzu ein, beim der Submission
zu­grunde liegen­den J.-System werde im Schulzimmer ein Fühler mit Drehknopf
mon­tiert. An diesem Dreh­knopf könne die Raumtemperatur von jedem Benutzer
verstellt wer­den. Ihre langjäh­rige Erfahrung habe gezeigt, dass sich diese
Lösung für ein Büro, nicht aber für ein Klas­senzimmer eigne. Deshalb habe sie
hier für die Klassenzimmer eine Nach­fordertaste ange­boten, mit der die
Raumtemperatur nur für eine gewisse Zeit und Abwei­chung erhöht wer­den könne.
Die Temperatur und die Zeitdauer könne der für die Raum­tem­peraturen verant­wortliche
Hauswart auf der Leitzentrale individuell und für jedes Klas­senzimmer separat
vorgeben. Damit sei ein grösserer individueller Spielraum gegeben. Die
grösstmögliche Energieeinsparung sei nur mit ihrem System gewährleistet. 

 

Nach dem bei der Vergabe von Bundesaufträgen
massgebenden Art. 22 Abs. 2 der Verordnung vom 11. Dezember 1995
über das öffentliche Beschaffungswesen (VoeB) steht es den Anbietern
ausdrücklich frei, "zusätzlich zum Gesamtangebot Angebote für Varianten
einzureichen", die inhaltlich von der Ausschreibung und damit vom sogenannten
Amtsvorschlag abweichen (Satz 1). Die Auftraggeberin kann diese
Möglichkeit in der Aus­schreibung jedoch beschränken oder ausschliessen
(Satz 2). Eine entsprechende Be­stim­mung fehlt in der zürcherischen
Submissionsverordnung, doch bestimmten hier die Aus­schreibungsunterlagen
(S. 5 und 10), dass die Offerte anderer als vorgeschriebener Mate­ria­lien
als "Variante mit einer entsprechenden Begründung" zu erfolgen habe.
Auch die SIA-Norm 118, welche nach den Ausschreibungsunterlagen
(S. 4) Grundlage für das An­gebot war, sieht in Art. 15 Abs. 3
vor, dass der Unternehmer als Beilage zum Angebot Varianten und Ergänzungen
einreichen könne, jedoch im Leistungsverzeichnis selber we­der Ergänzungen noch
Änderungen vornehmen dürfe. Schliesslich verbieten die Aus­schrei­bungsunterlagen
(S. 5) ausdrücklich die "Änderungen oder Streichungen im Leistungs­ver­zeichnis".
Der Beschwerdeführerin war es daher freigestellt, eine Variante zu den von der
Auftraggeberin verlangten Anforderungen zu unterbreiten (vgl. VGr, 3. November
1999, BEZ 1999 Nr. 36 E. 3a.bb). Indem sie sich aber auf das Angebot
einer Variante beschränk­te, hat sie ein unvollständiges Angebot eingereicht,
welches nach gel­tender Vergabepraxis zum Ausschluss der Anbieterin führt,
sofern die Variante abgelehnt wird. 

 

cc) Unbestrittenermassen verlangten die
Submissionsunterlagen für die Einzelraum­regulierung einen Antrieb für einen
stetigen Betrieb (jede Ventilstellung zwischen 0 und 100 % möglich, d.h.
Durchfluss variabel). Demgegenüber ist der von der Beschwerdefüh­rerin
angebotene Antrieb nur für einen "2‑Punkt-Betrieb" geeignet,
d.h. mit einer Ventil­stellung voll offen oder voll zu und mit 0 % oder
100 % Durchfluss. Die Beschwerdeführe­rin führt in ihrer Beschwerdeschrift
hierzu aus, es sei wieder die Erfahrung, die sie veran­lasst habe, einen
"Auf‑/Zu-Ventilmotor" einzusetzen. Mit diesem System könnten
die vor­gegebene Raumtemperatur auf ca. +/- 0,2 K eingehalten und
damit höchste Komfortan­sprü­che erfüllt werden. Stetige Heizkörperventile
seien sogar nachteilig: Sie seien stö­rungsan­fäl­liger, teurer im Unterhalt
und würden nicht den gewünschten Komfort bieten, da die je­weils benötigte
Durchflussmenge von Heizkörperkonstruktion, Ventilbeschaffen­heit/Prä­zi­sion
und Druckverhältnissen abhänge. Zudem könne mit dem vorgeschlagenen System ei­ne
wesentlich grössere Energieeinsparung erzielt werden. 

 

Es kann auf das vorn unter bb) Gesagte
verwiesen werden. Der Beschwerdeführerin war es unbenommen, auch bezüglich
Stellantrieb für die Einzelraumregulierung eine Vari­ante zu offerieren; es war
ihr indessen verwehrt, diese Variante direkt in dem ‑ andere An­forderungen
verlangenden ‑ Leistungsverzeichnis zu offerieren und auf diese
Weise den Leis­tungsinhalt zu ändern bzw. kein vollständiges Angebot abzugeben.
Das Erfordernis, dass auf jeden Fall ein Angebot einzureichen ist, welches die
in den Submissionsunterlagen verlangten Systemanforderungen erfüllt, gilt
unabhängig davon, ob die vorgeschlagene Variante gegenüber dem mit der
Submission verlangten Angebot Vorteile technischer oder finanzieller Art
aufweist. 

 

dd) Das Angebot der Beschwerdeführerin war in
den aufgezeigten Punkten unvoll­ständig. Diese Mängel sind insgesamt
schwerwiegend. Das völlige Fehlen von Angaben zu den Schaltschrankeinbauten,
die fehlenden Typenbezeichnungen der angebotenen Fabri­kate, die fehlenden
Angaben über Spezifikationsabweichungen sowie die fehlenden Ein­heitspreisangaben
verunmöglichen der Auftraggeberin eine korrekte Qualitätsprüfung und eine
Preiskontrolle. Das Angebot ist auch bezüglich der Einzelraumregulierung in
relevan­ter Weise unvollständig bzw. ändert in unzulässiger Weise den
Leistungsinhalt. Demge­gen­über erfolgte das Angebot der berücksichtigten J.
vollständig und korrekt. 

 

b) Was das Zuschlagskriterium des preislich
günstigsten Angebots betrifft, so hat die Beschwerdeführerin mit
Fr. 142'922.45 (Wärmeerzeugung Gas) das tiefste Angebot eingereicht.
Das Angebot der berücksichtigten J. (Schweiz) AG liegt mit
Fr. 164'181.75 (act. 11/15) 14,87 % höher als das Angebot der
Beschwerdeführerin. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die beiden
Angebote wegen der aufgezeigten Un­voll­ständigkeit des Angebots der
Beschwerdeführerin nur bedingt vergleichbar sind. 

 

c) Wie vorn dargelegt, war das Angebot der
Beschwerdeführerin in wichtigen Punk­ten unvollständig, was gemäss § 26
Abs. 1 lit. d SubmV zum Ausschluss der Be­schwerdeführerin von der
Teilnahme führt. Demgegenüber erfüllt die J. (Schweiz) AG das Kriterium
der Vollständigkeit des Angebots bestens. Unter diesen Umständen kann der
Beschwerdegegnerin auf jeden Fall keine Verletzung des ihr zukommenden Ermes­sens­spielraums
vorgeworfen werden, wenn sie das Angebot der J. (Schweiz) AG als das wirt­schaftlich
günstigste qualifizierte. Mit der Nennung der Vollständigkeit des Ange­bots als
erstrangiges Zuschlagkriteriums hat die Beschwerdegegnerin zum Ausdruck ge­bracht,
dass dieses Erfordernis streng gehandhabt wird. Dass die Beschwerdeführerin das
tiefste ‑ al­ler­dings nur beschränkt vergleichbare ‑
Angebot eingereicht hat, ist infolge des Vorliegens ei­nes Ausschlussgrunds
ohne Bedeutung. Der Zuschlag an die von der Be­schwer­degegnerin ausgewählte
Anbieterin war daher gerechtfertigt. 

 

5. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
Ausgangsgemäss hat die Beschwerde­führerin die Verfahrenskosten zu tragen. Sie
ist überdies zu verpflichten, der Beschwerde­gegnerin eine angemessene
Entschädigung von Fr. 1'500.‑ für ihre Umtriebe im Beschwer­deverfahren
auszurichten (§ 17 Abs. 2 VRG). 

 

 

Demgemäss
entscheidet das Verwaltungsgericht:

 

 

1.       
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

...