# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2dfb426c-8824-5f1c-97ff-38ab0ca93203
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-01-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 18.01.2011 S 2010 130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-130_2011-01-18.pdf

## Full Text

S 10 130

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 18. Januar 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. …, geboren am 27. Februar 1964, arbeitete als technischer Direktor bei … 

und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversichert. Er wurde 

am 15. Januar 2005 als Mitfahrer in einem Personenwagen in einen 

Auffahrunfall verwickelt. Die Erstbehandlung erfolgte im Spital …, wo Dr. med. 

… am 18. Januar 2005 eine Distorsion der Halswirbelsäule diagnostizierte. Er 

wies explizit darauf hin, dass kein Tinnitus vorliege. Der behandelnde 

Chiropraktiker, Dr. med. …, stellte jedoch in seinem ärztlichen 

Zwischenbericht vom 30. März 2005 einen störenden und hartnäckigen 

Tinnitus rechts fest. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte 

die gesetzlichen Versicherungsleistungen für die Folgen des Unfalls.

2. Mit Verfügung vom 26. Februar 2008 stellte die SUVA die 

Versicherungsleistungen per 29. Februar 2008 ein. Aufgrund der Abklärungen 

seien die heute noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend 

nachweisbar, weshalb die Adäquanz zu beurteilen sei. Nach Prüfung der 

massgebenden Kriterien sei die Adäquanz zu verneinen. Die dagegen 

erhobene Einsprache hiess die SUVA am 31. März 2009 teilweise gut, indem 

sie die Schädigung des Gehörs und den subjektiv geklagten Tinnitus als 

unfallbedingt anerkannte und die Übernahme der weiteren ärztlichen 

Behandlung anordnete. Dieser Einspracheentscheid bildet nicht Gegenstand 

des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.

3. Prof. Dr. med. … vom Universitätsspital Zürich, Klink für Ohren-, Nasen-, Hals 

und Gesichtschirurgie (ORL-Klinik), hielt in seiner Beurteilung vom 4. März 

2008 fest, dass sich der Versicherte über eine beidseitige Verschlechterung 

des Gehörs und über vermehrte Verständigungsprobleme im 

Umgebungslärm beklage. Nach wie vor sei das Pfeifen in beiden Ohren 

deutlich störend. Prof. Dr. med. … stellte die Diagnose einer 

posttraumatischen Hochtonperzeptionsschwerhörigkeit mit Tinnitus. Am 30. 

April 2009 wies er in einem Schreiben an den Rechtsvertreter des 

Versicherten darauf hin, dass er den Patienten letztmals am 4. März 2008 

untersucht habe. Im Tonaudiogramm habe sich damals eine geringe 

Zunahme der bekannten beidseitigen mittelgradigen 

Hochtonperzeptionsschwerhörigkeit gezeigt, woraus jedoch kein 

gehörsmässiger Integritätsschaden resultiere. Was das Ohrensausen 

betreffe, werde dieses mit einem Integritätsschaden von maximal 10% 

bewertet (sehr schwerer Tinnitus, SUVA-Tabelle 13). Aus rein otologischer 

Sicht könne dem Patienten – allfällige schlechtere Befunde in der 

Sprachaudiometrie vorbehalten – also kumulativ wegen seines Gehörs sowie 

seines Ohrensausens ein Integritätsschaden von maximal 10% bestätigt 

werden.

4. Am 6. August 2009 beantwortete der Versicherte die Fragen, welche ihm von 

der SUVA im Zusammenhang mit dem Tinnitus unterbreitet worden waren. 

Dabei gab er an, dass der Tinnitus dauernd und beidseitig bestehe. Sein 

Hörvermögen scheine sich stetig zu vermindern und er habe zunehmend 

Verständnisschwierigkeiten. Das Ohrgeräusch störe ihn sehr und werde 

subjektiv als sehr laut empfunden. Eigentlich werde der Tinnitus durch 

Umgebungsschall des Alltags gar nicht mehr verdeckt, ausser wenn es sehr 

laut sei. Zudem hindere ihn der Tinnitus am Einschlafen und stelle eine 

ständige, starke Beeinträchtigung beim Lesen und bei anderen Konzentration 

erfordernden Arbeiten dar. Zuhören sei für ihn fast unmöglich.

5. Mit Verfügung vom 28. Dezember 2009 sprach die SUVA dem Versicherten 

eine Integritätsentschädigung (wegen schwerem Tinnitus) auf der Basis einer 

Integritätseinbusse von 5% (Fr. 5'340.--) zu. Die dagegen eingereichte 

Einsprache, mit welcher eine Integritätsentschädigung von 20% beantragt 

wurde, wies die SUVA mit Entscheid vom 10. August 2010 ab.

6. Gegen diesen Einsprachenentscheid erhob der Versicherte am 14. 

September 2010 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Er beantragte, dass der angefochtene Entscheid aufzuheben 

und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, ihm eine 

Integritätsentschädigung ausgehend von einer Integritätseinbusse von 20% 

zu bezahlen. Schon anlässlich der Erstbehandlung im Spital … habe er über 

ein sofortiges Auftreten von rechtsseitigen Ohrenschmerzen geklagt. In der 

Folge wurde das Bestehen eines Tinnitus in verschiedenen ärztlichen 

Beurteilungen bestätigt. Am 13. September 2010 habe sich der 

Beschwerdeführer durch Prof. Dr. med. … an der Hals-Nasen-Ohren-

Universitätsklinik am Landeskrankenhaus Graz noch einmal untersuchen 

lassen. Daraus ergebe sich, dass der mittlere Hörverlust rechts 29 dB und 

links 35 dB betrage. Im Vergleich zum Hörverlust, welcher im 

Reintonaudiogramm vom 4. März 2008 des Universitätsspitals Zürich 

ausgewiesen worden sei, entspreche dies einer Zunahme von mehr als 40% 

auf der rechten Seite und einem praktisch unveränderten Wert auf der linken 

Seite. Die Beschwerdegegnerin verneine zu Unrecht das Bestehen eines sehr 

schweren Tinnitus. Gemäss dem jüngst angefertigten Reintonaudiogramm 

liege auf dem linken Ohr ein Hörverlust von knapp 70 dB bei 2000 Hz vor, 

während im Reintonaudiogramm vom 25. April 2005 ein maximaler Hörverlust 

von 50 dB bei 4000 Hz vorhanden gewesen sei. Die Angaben des 

Beschwerdeführers vom 6. August 2009 im Rahmen der Tinnitusbefragung 

seien deckungsgleich mit den SUVA-Kriterien für die Annahme eines sehr 

schweren Tinnitus. Deshalb sei die Einschätzung von Prof. Dr. med. …, 

Universitätsspital Zürich, vom 30. April 2009 als sehr schwerer Tinnitus 

zutreffend. Was die Beschwerdegegnerin dagegen vorbringe, sei nicht 

überzeugend. Insbesondere vermöge sie nicht darzutun, inwieweit die 

Ergebnisse der Tinnitusbefragung von der Qualifizierung als sehr schwerer 

Tinnitus abzuweichen vermögen. Die Beschwerdegegnerin habe es auch 

unterlassen, den aktuellen Befund abzuklären, was der Beschwerdeführer 

selbst nachgeholt habe. Daraus ergebe sich eine Verschlechterung der 

Symptomatik gegenüber früher. Voraussehbare Verschlimmerungen des 

Integritätsschadens seien bei der Quantifizierung des Integritätsschadens zu 

berücksichtigen. Die Angaben des Beschwerdeführers im Rahmen der 

Tinnitusbefragung würden im Einspracheentscheid falsch wiedergegeben und 

bagatellisiert. Es sei klar von einem sehr schweren Tinnitus auszugehen. Die 

Quantifizierung eines sehr schweren Tinnitus mit 10% gemäss SUVA-Tabelle 

sei massiv zu niedrig. Nicht vergleichbare Beeinträchtigungen wie der Verlust 

der Milz und die habituelle Schulterluxation würden ebenfalls mit 10% 

quantifiziert. Die SUVA habe denn auch eine Überarbeitung der 

entsprechenden Tabelle in Aussicht gestellt. Bis heute seien diese Arbeiten 

offensichtlich nicht fortgeschritten. Betrachte man die mit einem sehr 

schweren Tinnitus einhergehenden Beeinträchtigungen in beruflicher und 

privater Hinsicht, so stelle man fest, dass eine Quantifizierung von 10% viel 

zu niedrig sei. Richtigerweise müsse ein sehr schwerer Tinnitus, wie er hier 

vorliege, zu einer Integritätsentschädigung von 20% führen. 

7. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Oktober 2010 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zwischen den Parteien 

sei unbestritten, dass der Versicherte an einem schweren, beidseitigen 

Tinnitus leide. Die Schwere des Integritätsschadens werde nach dem 

medizinischen Befund beurteilt. Es gehe um die medizinisch-theoretische 

Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität, 

wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen seien. Bei der Bestimmung 

des Schweregrades einer gesundheitlichen Beeinträchtigung handle es sich 

um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf 

fachärztliche Mithilfe angewiesen seien. Prof. Dr. med. … gehe in seiner 

Beurteilung vom 30. April 2009 von einer maximalen Entschädigung von 10% 

aus. Er beziehe sich auf die Untersuchung vom 4. März 2008, wo nicht von 

einer sehr schweren Beeinträchtigung die Rede gewesen sei. Angesichts 

dieser Verhältnisse könne die Beurteilung vom 30. April 2009 nicht schwerer 

ausfallen als jene vom 4. März 2008. Der Bericht von Prof. Dr. med. … vom 

13. September 2010 helfe dem Beschwerdeführer ebenfalls nicht weiter. Er 

halte lediglich fest, es bestehe ein dekompensierter Tinnitus beidseits mit 

Konzentrations- und Einschlafstörungen. Somit könne nicht von einem sehr 

schweren Fall ausgegangen werden. Dem Beschwerdeführer sei 

beizupflichten, dass die SUVA-Tabellen nicht in jedem Fall verbindlich seien. 

Sie würden aber der Gleichbehandlung aller Versicherten dienen. Aus den 

Akten sei nicht ersichtlich, inwiefern der schwere Tinnitus des 

Beschwerdeführers mit jenem anderer Versicherter mit derselben Diagnose 

nicht vergleichbar sein solle. Deshalb sei zu Recht der tabellarische Wert von 

5% angewendet worden.

8. Die Replik des Beschwerdeführers vom 19. November 2010 enthält nichts 

wesentlich Neues. In der Folge hat die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik 

verzichtet.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in den 

Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 10. August 2010. 

Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer an einem 

(unfallkausalen) schweren, beidseitigen Tinnitus leidet, welcher zu einer 

Integritätsentschädigung berechtigt. Prozessthema bildet lediglich die Höhe 

der Integritätsentschädigung, wobei die Beschwerdegegnerin von einem 

schweren, der Beschwerdeführer dagegen von einem sehr schweren Tinnitus 

ausgeht.

2. a) Nach Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 

hat der Versicherte Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung, wenn er durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. 

Gemäss Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) gilt 

ein Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des 

ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang besteht. Erheblich ist er, 

wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der 

Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. 

b) Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach den Richtlinien 

des Anhangs 3 zur UVV (Art. 36 Abs. 2 UVV). Darin hat der Bundesrat in einer 

nicht abschliessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden 

prozentual gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32 mit Hinweisen). Gemäss Ziff. 

1 Abs. 2 der Richtlinien im Anhang 3 wird die Entschädigung für spezielle oder 

nicht aufgeführte Integritätsschäden nach dem Grad der Schwere vom 

Skalenwert abgeleitet. In Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala hat die 

SUVA in diesem Zusammenhang weitere Bemessungsgrundlagen in 

tabellarischer Form erarbeitet. Diese Tabellen stellen keine Rechtssätze dar. 

Soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung 

aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur 

UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32 mit Hinweis).

c) Gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG darf die Integritätsentschädigung den am 

Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht 

übersteigen (vgl. Art. 22 Abs. 1 UVV) und wird entsprechend der Schwere des 

Integritätsschadens abgestuft. Dabei wird die Schwere des 

Integritätsschadens nach dem medizinischen Befund beurteilt. Der 

Integritätsschaden wird abstrakt und egalitär bemessen. Er ist bei identischem 

medizinischem Befund für alle Versicherten gleich. Somit hängt die 

Bemessung des Integritätsschadens nicht von den besonderen Umständen 

des Einzelfalls ab. Es obliegt den ärztlichen Sachverständigen, die einzelnen 

Integritätseinbussen zu beurteilen. Da die Ausschöpfung des in den Tabellen 

offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse 

voraussetzt, ist es dem Gericht nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der 

aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen (BG-Urteil U 121/06 vom 23. 

April 2007, E. 4). Somit handelt es sich bei der Bestimmung des 

Schweregrades einer gesundheitlichen Beeinträchtigung um eine Tatfrage, 

für deren Beantwortung Verwaltung und Gericht auf fachärztliche Mithilfe 

angewiesen sind (vgl. BG-Urteil U 191/00 vom 14. Januar 2002, E. 2c).

3. a) Zur Frage, ob es sich um einen schweren oder sehr schweren Tinnitus 

handelt, liegen uneinheitliche ärztliche Beurteilungen vor. Prof. Dr. med. … 

spricht in seinem Schreiben vom 30. April 2009 von einem Integritätsschaden 

von maximal 10%, wobei er auf einen sehr schweren Tinnitus gemäss SUVA-

Tabelle 13 hinweist. Demgegenüber geht Dr. med. …, Abteilung 

Arbeitsmedizin der SUVA, in seiner Beurteilung vom 19. August 2009 

„lediglich“ von einem schweren Tinnitus aus, welcher einem 

Integritätsschaden von 5% entspreche. An der Einschätzung von Dr. med. … 

ist zu bemängeln, dass er sich in seinem Bericht mit keinem Wort mit der von 

ihm selbst veranlassten Tinnitusbefragung des Beschwerdeführers 

auseinandersetzt. In der ärztlichen Beurteilung vom 1. Juli 2009 hat er noch 

festgehalten, dass aufgrund des überblickbaren Verlaufs und der 

vorliegenden Akten aus ORL-ärztlicher Sicht noch keine Stellung bezogen 

werden könne. Um die Dignität des Tinnitus des Beschwerdeführers besser 

einschätzen zu können, müsse eine Tinnitusbefragung durchgeführt werden. 

Am 6. August 2009 hat der Versicherte die Fragen beantwortet, welche ihm 

von der SUVA im Zusammenhang mit dem Tinnitus unterbreitet worden 

waren. Dabei hat er angegeben, dass der Tinnitus dauernd und beidseitig 

bestehe. Sein Hörvermögen scheine sich stetig zu vermindern und er habe 

zunehmend Verständnisschwierigkeiten. Das Ohrgeräusch störe ihn sehr und 

werde subjektiv als sehr laut empfunden. Eigentlich werde der Tinnitus durch 

Umgebungsschall des Alltags gar nicht mehr verdeckt, ausser wenn es sehr 

laut sei. Zudem hindere ihn der Tinnitus am Einschlafen und stelle eine 

ständige, starke Beeinträchtigung beim Lesen und bei anderen Konzentration 

erfordernden Arbeiten dar. Zuhören sei für ihn fast unmöglich. Der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 10. August 2010 äussert sich 

ebenfalls nicht zur Tinnitusbefragung. Es werden im Gegenteil Aussagen des 

Beschwerdeführers zitiert, welche er gegenüber dem Spital … im Dezember 

2007 und im Januar 2008 gemacht hat und somit viele Monate vor der 

Tinnitusbefragung vom 6. August 2009 erfolgt sind. Gemäss SUVA-Tabelle 

13 handelt es sich um einen sehr schweren Tinnitus, wenn folgende Kriterien 

gegeben sind: 

„Dauernd bestehendes, ein- oder doppelseitiges Ohrgeräusch mit hoher 

und schwer bis sehr schwer erträglicher subjektiver Belästigung, durch 

Umgebungsschall des Alltags nur sehr selten verdeckt, stark störend 

empfunden, regelmässig am Einschlafen und/oder Durchschlafen 

hindernd. Verrichtungen (Lesen, Schreiben, Zuhören usw.) sind 

regelmässig ausgeprägt oder zeitweise sehr stark beeinträchtigt und der 

Tinnitus ist subjektiv vordergründig gegenüber einer vorhandenen 

Schwerhörigkeit oder andern zusätzlichen Beschwerden – also 

dekompensiert und von hohem Persönlichkeitswert (hoher 

Leidensdruck)“.

Aus den Antworten des Beschwerdeführers vom 6. August 2009 ergeben sich 

klare Hinweise auf einen sehr schweren Tinnitus gemäss den SUVA-Kriterien.

b) Der Beschwerdeführer hat mit seiner Beschwerdeschrift einen Bericht von 

Prof. Dr. med. … von der klinischen Abteilung für Neurootologie der Hals-

Nasen-Ohren-Universitätsklinik … als Beilage eingereicht. Gestützt auf eine 

Untersuchung des Beschwerdeführers am 13. September 2010 hält dieser 

Facharzt fest, dass subjektiv ein beidseitiger, dekompensierter Tinnitus mit 

Konzentrations- und Einschlafstörungen vorliege. Es handelt sich bei diesem 

fachärztlichen Bericht um die einzige Einschätzung, welche sich auf eine 

aktuelle Untersuchung stützt und damit einen Schluss auf den jetzigen 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zulässt. Alle anderen 

medizinischen Akten beruhen auf Untersuchungen, welche im März 2008 

oder noch früher erfolgt sind. Gemäss SUVA-Tabelle 13 ist ein 

dekompensierter Tinnitus als sehr schwer einzustufen. Der Bericht von Prof. 

Dr. med. … weist somit darauf hin, dass es sich um einen sehr schweren 

Tinnitus handelt. Gestützt auf diese Einschätzung von Prof. Dr. med. …, die 

Beurteilung von Prof. Dr. med. … vom 30. April 2009 sowie die Ergebnisse 

der Tinnitusbefragung vom 6. August 2009 kommt das Gericht zum Schluss, 

dass im konkreten Fall ein sehr schwerer Tinnitus vorliegt.

c) Nebenbei sei erwähnt, dass die Zunahme des Hörverlusts nicht mit dem 

Tinnitus zusammenhängt. Der Beschwerdeführer beruft sich wiederholt 

darauf, dass sich sein Gehör verschlechtert habe. Er lässt dabei ausser Acht, 

dass es sich bei der Schädigung des Gehörs 

(Hochtonperzeptionsschwerhörigkeit) und beim Tinnitus um zwei voneinander 

unabhängige gesundheitliche Beeinträchtigungen handelt. In der Verfügung 

vom 28. Dezember 2009 ist dem Beschwerdeführer keine 

Integritätsentschädigung für die Schädigung des Gehörs zugesprochen 

worden, weil es sich um keine erhebliche gesundheitliche Einbusse handelt. 

Dies ist aufgrund der medizinischen Aktenlage nicht zu beanstanden (vgl. 

dazu SUVA-Tabelle 12). 

4. Soweit der Beschwerdeführer bezüglich des Tinnitus geltend macht, dass die 

in den Tabellen angegebenen Werte nicht in jedem Fall verbindlich seien, ist 

ihm zuzustimmen. Dies anerkennt auch die Beschwerdegegnerin. Da jedoch 

die Tabellen der Gleichbehandlung aller Versicherten dienen und aus den 

Akten nicht ersichtlich ist, inwiefern der Tinnitus des Beschwerdeführers mit 

jenem anderer Versicherter mit derselben Diagnose nicht vergleichbar sein 

soll, sind im konkreten Fall die tabellarischen Werte massgebend (vgl. BG-

Urteil U 121/06 vom 23. April 2007, E. 5.1). Zudem erfolgt die Ermittlung der 

gesundheitlichen Einbusse ohne Berücksichtigung der subjektiven Faktoren. 

Schliesslich spielt es keine Rolle, ob eine Überarbeitung der entsprechenden 

Tabelle in Aussicht steht. Beim Beschwerdeführer liegt ein sehr schwerer 

Tinnitus vor (vgl. vorstehende Erwägung 3b), was gemäss SUVA-Tabelle 13 

zu einer Integritätsentschädigung von 10% führt. Bei einem am Unfalltag 

geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes von Fr. 106'800.-

- (Art. 22 Abs. 1 UVV [Stand am 15. Januar 2005]) resultiert daraus eine 

Entschädigung von Fr. 10'680.--.

5. Zusammenfassend ergibt sich, dass eine Integritätsentschädigung von 10% 

anstatt von 5% zuzusprechen ist. Die Beschwerde wird damit gutgeheissen. 

Gerichtskosten werden keine erhoben, weil das kantonale 

Beschwerdeverfahren gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) – von hier nicht 

zutreffenden Ausnahmen abgesehen – grundsätzlich kostenlos ist. Die 

Beschwerdegegnerin hat jedoch den anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführer gemäss Art. 61 lit. g ATSG aussergerichtlich für das 

Verfahren vor Versicherungsgericht zu entschädigen. Gemäss Art. 3 der 

kantonalen Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 

310.250) gilt als üblich ein Stundenansatz zwischen Fr. 210.-- und Fr. 270.--. 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat mit Schreiben vom 7. Januar 

2011 eine Honorarnote im Umfang von Fr. 3'634.75 eingereicht. Dieser 

Betrag setzt sich zusammen aus einem Honorar von Fr. 3'125.-- für 12.5 

Arbeitsstunden à Fr. 250.-- zuzüglich Spesen (Fr. 253.--) und Mehrwertsteuer 

(Fr. 256.75). Die 12.5 Arbeitsstunden erscheinen dem Gericht als 

angemessen und der vereinbarte Stundenansatz ist üblich. Deshalb sind dem 

Beschwerdeführer seine aussergerichtlichen Kosten im Umfang von 3'634.75 

inkl. MWST zu ersetzen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen und eine 

Integritätsentschädigung von 10% (Fr. 10'680.--) zugesprochen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die SUVA hat ... aussergerichtlich mit Fr. 3'634.75 (inkl. MWST) zu 

entschädigen.