# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a84943d9-b141-5bc2-900a-1aebdb15dfa1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.07.2017 SB160203
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160203_2017-07-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB160203-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, Oberrichter lic. iur.  

Ch. Prinz und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie die  

Gerichtsschreiberin MLaw M. Konrad 

 

Urteil vom 14. Juli 2017 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

 

 

gegen 

 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. F. Stadelmann,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

betreffend  

Gefährdung des Lebens, etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung,  
vom 9. November 2015 (DG150033) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 6. Mai 2015 

(Urk. 16) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz 
(Urk. 88 S. 76 ff.) 

Es wird erkannt:  

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, 

− der mehrfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 StGB sowie 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB. 

2. Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen vom Vorwurf  

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB zum Nachteil 
der Privatklägerin 1, 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (gemäss Anklage-
ziffer 2.2). 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

234 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

3 Jahre festgesetzt.  

5. Die mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichtes Bezirksgericht Bülach 

vom 7. August 2015 sowie der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 

21. September 2015 verfügten Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 237 

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Abs. 2 lit. c und lit. g StPO werden mit Rechtskraft dieses Urteils aufgeho-

ben. 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 8. Mai 

2015 beschlagnahmte Küchenmesser Ernesto, Gesamtlänge 33cm, Klingen-

länge 20.5cm wird der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung überlassen. 

7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 5'730.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 11'918.92   Auslagen Vorverfahren (Auslagen, Auslagen Gutachten, Entschädigung Dolmetscher) 

Fr. 14'082.05   amtl. Verteidigungskosten RA lic. iur. X2._____  

Fr. 13'651.40   Kosten unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft 2  

Fr.       amtl. Verteidigungskosten RA lic. iur. X3._____  (ausstehend) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel.  

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, 

einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger-

schaft, werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die 

Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem 

Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen 

werden. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 2'000.– zu bezahlen.  

10. (Mitteilungen) 

11. (Rechtsmittel).  

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Berufungsanträge: 

a) Der erbetenen Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 124 S. 1 f. und Prot. II S. 10 f.) 

1. Disp. Ziff. 1, 3 und 4 des Urteils des Bezirksgerichtes Bülach vom 

9. November 2015 seien aufzuheben und es sei der Appellant vom Vorwurf 

der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, der mehrfachen 

Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, der mehrfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 4 StGB sowie der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

StGB im Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB freizusprechen. 

2. Disp. Ziff. 6 des Urteils des Bezirksgerichtes Bülach vom 9. November 2015 

sei aufzuheben und es sei das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des 

Kantons Zürich vom 8. Mai 2015 beschlagnahmte Küchenmesser "Ernesto", 

Gesamtlänge 33 cm, Klingenlänge 20,5 cm dem Appellanten nach Eintritt 

der Rechtskraft auf erstes Verlangen herauszugeben. 

3. Disp. Ziff. 8 des Urteils des Bezirksgerichtes Bülach vom 9. November 2015 

sei aufzuheben und es seien die Kosten der Untersuchung und des gericht-

lichen Verfahrens, einschliesslich der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerschaft auf die Staatskasse zu nehmen. 

4. Disp. Ziff. 9 des Urteils des Bezirksgerichtes Bülach vom 9. November 2015 

sei aufzuheben. 

5. Es sei dem Appellanten eine Genugtuung und Entschädigung in ange-

messener Höhe zuzusprechen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse. 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(Urk. 98 sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

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c) Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Privatklägerin 2: 

(Urk. 126 S. 2 und Urk. 137 S. 2 sinngemäss; Prot. II S. 11) 

1. Es seien die Berufungsanträge Ziffern 1, 3 (soweit die Kosten der unentgelt-

lichen Vertretung der Privatklägerin 2 betreffend), 4 und 5 abzuweisen unter 

entsprechender Verurteilung des Beschuldigten analog dem erstinstanz-

lichen Urteil vom 9. November 2015. 

2. Das Verhaltend des Beschuldigten sei insbesondere richterlich zu miss-

billigen und der Beschuldigte sei zu verurteilen, der Privatklägerin 2, Frau 

B._____, als Genugtuung den Betrag von CHF 2'000.– zu bezahlen. 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 88 S. 5 f.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 9. November 2015 

wurde der Beschuldigte im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdisposi-

tivs schuldig gesprochen und bestraft (Urk. 76). Gegen dieses Urteil liess der Be-

schuldigte mit Schreiben vom 11. November 2015 innert Frist Berufung anmelden 

(Urk. 78). Das begründete Urteil (Urk. 85 = Urk. 88) wurde dem Beschuldigten in 

der Folge am 19. April 2016 zugestellt (Urk. 87). Sodann reichte die erbetene Ver-

teidigung des Beschuldigten mit Eingabe vom 9. Mai 2016 fristgerecht ihre Beru-

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fungserklärung beim hiesigen Gericht ein und beantragte, es seien Frau C._____ 

sowie die Mitarbeiterin der Privatklägerin 2 als Zeuginnen zu befragen (Urk. 91).  

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 24. Mai 2016 wurde den Parteien daraufhin Frist 

angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen. Zudem wurde den Parteien mit genannter Prä-

sidialverfügung Frist angesetzt, um zu den Beweisanträgen des Beschuldigten 

Stellung zu nehmen (Urk. 93). Daraufhin teilte die Vertreterin der Privatklägerin 2 

mit Eingabe vom 14. Juni 2016 mit, keine Anschlussberufung zu erheben und mit 

den beantragten Beweisanträgen einverstanden zu sein. Gleichzeitig beantragte 

sie, es sei die Privatklägerin 2 anlässlich der Berufungsverhandlung erneut einzu-

vernehmen (Urk. 95). Mit Eingabe vom 29. Juni 2016 beantragte die Anklägerin, 

es seien die Beweisanträge des Beschuldigten abzuweisen, eventualiter, sollte 

den Beweisanträgen entsprochen werden, sei der Privatklägerin 2 das rechtliche 

Gehör zu gewähren (Urk. 98). Daraufhin wurde dem Beschuldigten die letztge-

nannten Eingaben mit Präsidialverfügung vom 4. Juli 2016 zugestellt und ihm eine 

Frist zur freigestellten Vernehmlassung angesetzt wurde (Urk. 100). Mit Eingabe 

vom 12. Juli 2016 liess sich der Beschuldigte innert Frist vernehmen und hielt an 

seinen gestellten Beweisanträgen fest (Urk. 102). Nachdem der Privatklägerin 2 

und der Anklägerin mit Präsidialverfügung vom 14. Juli 2016 wiederum Frist zur 

freigestellten Vernehmlassung angesetzt worden ist (Urk. 104), wurden die Be-

weisanträge des Beschuldigten mit Präsidialverfügung vom 6. September 2016 

gutgeheissen und mitgeteilt, C._____ sowie die ehemalige Mitarbeiterin der Pri-

vatklägerin 2 würden im Rahmen der Berufungsverhandlung als Zeuginnen ein-

vernommen, wobei die D._____ AG vorgängig mit separatem Schreiben aufge-

fordert werde, die Personalien dieser Mitarbeiterin bekannt zu geben. Gleichzeitig 

wurde mit genannter Präsidialverfügung der Antrag der Vertreterin der Privat-

klägerin 2 auf erneute Einvernahme derselben abgewiesen (Urk. 106).  

1.4. In der Folge wurde die D._____ AG mit Schreiben vom 5. September 2016 

um eine schriftliche Auskunft ersucht (Urk. 107), welche die D._____ AG innert 

Frist einreichte (Urk. 109). Daraufhin wurde den Parteien mit Präsidialverfügung 

vom 26. September 2016 mitgeteilt, dass E._____ im Rahmen der Berufungsver-

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handlung einvernommen werde (Urk. 112), worauf die Vertreterin der Privatkläge-

rin 2 mit Eingabe vom 6. Oktober 2016 erneut den Beweisantrag stellte, die Pri-

vatklägerin 2 sei anlässlich der Berufungsverhandlung ebenfalls einzuvernehmen 

(Urk. 114). Mit Präsidialverfügung vom 14. Oktober 2016 wurde der Beweisantrag 

erneut abgewiesen (Urk. 116).  

1.5. Am 6. März 2017 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Be-

schuldigte in Begleitung seines erbetenen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____, sowie die Staatsanwältin lic. iur. F. Stadelmann als Vertreterin der An-

klagebehörde erschienen sind. Weiter wohnten der Berufungsverhandlung die 

Privatklägerin 2 und ihre unentgeltliche Rechtsvertreterin, Fürsprecherin lic. iur. 

Y._____, bei (Prot. II S. 10). Im Rahmen von Beweisergänzungen wurden zu-

nächst die Zeuginnen C._____ sowie E._____ einvernommen, worauf die Befra-

gung des Beschuldigten folgte (Prot. II S. 12). Nach erfolgter Zwischenberatung 

wurde mit Beschluss vom 8. März 2017 das Beweisverfahren wieder eröffnet 

(Prot. II S. 21). In der Folge fand am 12. Juli 2017 die Fortsetzung der Berufungs-

verhandlung mit einer Beweisergänzung – den Einvernahmen der Privatklägerin-

nen 1 und 2 als Auskunftspersonen – und den abschliessenden Stellungnahmen 

der Parteien statt (Prot. II S. 22 ff.). Das vorliegende Urteil erging sodann im An-

schluss an die Urteilsberatung vom 14. Juli 2017 (Prot. II S. 36 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gemäss seiner Berufungs-

erklärung vom 9. Mai 2016 (Urk. 91) gegen die vorinstanzlich ergangenen 

Schuldsprüche (Dispositivziffer 1) und die damit zusammenhängenden Sanktions-

folgen (Strafe und deren Vollzug, Dispositivziffern 3 und 4), gegen die Einziehung 

und Vernichtung des beschlagnahmten Küchenmessers (Dispositivziffer 6), die 

vorinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 8) sowie Zusprechung einer Ge-

nugtuung an die Privatklägerin 2 (Dispositivziffer 9).  

2.2. In Rechtskraft erwachsen sind damit die vorinstanzlichen Freisprüche (Dis-

positivziffer 2), die Aufhebung der angeordneten Ersatzmassnahmen (Dispositiv-

ziffer 5) sowie die vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 7). Vom 

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Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen 

(Art. 404 Abs. 1 StPO). 

3. Strafanträge 

Bei den vorliegend zu prüfenden Straftatbeständen der einfachen Körperver-

letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB sowie der Drohung im Sinne von 

Art. 180 StGB handelt es sich an sich um Antragsdelikte. Die Vorinstanz hält zu 

Recht fest, dass die Privatklägerin 2 und der Beschuldigte zu den jeweiligen Tat-

zeitpunkten verheiratet waren, weshalb die Tatbestände der einfachen Körperver-

letzung zum Nachteil des Ehegatten während der Ehe gemäss Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 3 StGB sowie der Drohung gegen den Ehegatten während der Ehe gemäss 

Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB von Amtes wegen zu prüfen sind.  

4. Verletzung des Anklageprinzips 

Die Verteidigung rügte im Rahmen ihres Plädoyer anlässlich der Berufungsver-

handlung vom 6. März 2017 hinsichtlich der Anklageziffern 1 und 5 die Verletzung 

des Anklageprinzips (Urk. 124 S. 10 f. und S. 29). Der Übersichtlichkeit halber 

wird diese prozessuale Rüge nachfolgend im Rahmen der Erstellung des Sach-

verhalts bei der jeweiligen Anklageziffer abgehandelt.  

5. Beweisantrag 

An der Fortsetzung der Berufungsverhandlung vom 12. Juli 2017 stellte die 

Verteidigung des Beschuldigten sodann den Beweisantrag, es sei der Inhalt des 

alten Handys der Privatklägerin 2 zu edieren (Prot. II S. 27), welcher ebenfalls 

nachfolgend im Rahmen der Erwägungen zum Schuldpunkt behandelt wird.  

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II. Sachverhalt 

1. Ausgangslage / Vorbringen des Beschuldigten 

1.1. Betreffend die dem Beschuldigten zur Last gelegten Anklagevorwürfe kann 

auf die beigeheftete Anklageschrift vom 6. Mai 2015 verwiesen werden (Urk. 16). 

1.2. Der Beschuldigte stellte sämtliche Anklagevorwürfe sowohl im bisherigen 

Verfahren, als auch im Berufungsverfahren in Abrede und beantragt 

dementsprechend, er sei vollumfänglich von Schuld und Strafe freizusprechen. 

Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob sich der Anklagesachverhalt in tatsäch-

licher Hinsicht anhand der verwertbaren Beweismittel mit rechtsgenügender 

Sicherheit erstellen lässt. Die Berufungsinstanz muss sich dabei nicht mit jedem 

einzelnen Vorbringen des Beschuldigten auseinandersetzen. Vielmehr kann sie 

sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen 

wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht 

hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 139 IV 179 E. 2.2; 

BGE 138 IV 81 E. 2.2; je m.w.H.). 

1.3. Betreffend das Vorgehen bei der Sachverhaltserstellung und der 

Beweiswürdigung kann vorab – und um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – 

auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 88 

S. 7 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Vorinstanz hat richtig erwogen, dass zur 

Erstellung des Anklagesachverhalts vorliegend im Wesentlichen die Aussagen 

der Beteiligten zu würdigen sind und hat in der Folge die weiteren objektiven bzw. 

sachlichen Beweismittel aufgeführt (Urk. 88 S. 8 f.). Ebenso erweisen sich die 

ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz zur Aussagewürdigung, insbesondere 

den Grundsätzen der Aussageanalyse bei Vier-Augen-Delikten als zutreffend, 

weshalb auch darauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 88 S. 10 ff.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Vorinstanz hat ferner richtig ausgeführt, dass bei der 

Aussageanalyse nicht auf die Persönlichkeit oder die allgemeine Glaubwürdigkeit 

einer Person abgestellt werden dürfe, sondern auf die Glaubhaftigkeit der 

konkreten Aussagen. Nicht zu beanstanden ist in diesem Zusammenhang, dass 

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sie daraufhin als vorgelagerte Klammerbemerkung gewisse Gemeinsamkeiten im 

Aussageverhalten des Beschuldigten zu den einzelnen Anklagevorwürfen 

herausgeschält und analysiert hat, im Bestreben, die mehrfache Wiederholung 

dieser Aspekte zu vermeiden, ohne die Glaubhaftigkeitsprüfung der einzelnen 

Aussagen vorwegzunehmen (vgl. Urk. 88 S. 12 f.). 

1.4. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz die Aussagen der 

Beteiligten zu den einzelnen Anklagevorwürfen allesamt richtig zusammengefasst 

und sich eingehend damit auseinandergesetzt hat. Ebenso hat die Vorinstanz 

eine umfassende und zutreffende Aussagewürdigung vorgenommen, weshalb auf 

diese Erwägungen vorab verwiesen werden kann (Urk. 88 S. 13 ff.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

2. Beweiswürdigung im konkreten Fall 

2.1. Komplott-Theorie 

2.1.1. Die Verteidigung des Beschuldigten machte bereits im vorinstanzlichen 

Verfahren sinngemäss geltend, es sei vorliegend von einem Komplott gegen den 

Beschuldigten auszugehen, welcher Einwand von der Vorinstanz im ange-

fochtenen Urteil unter dem Titel Komplott-Argument abgehandelt wurde 

(vgl. Urk. 88 S. 50). Auch im Berufungsverfahren hält der Beschuldigte an diesem 

Argument fest und lässt erneut vorbringen, er sei quasi Opfer eines Komplotts der 

Privatklägerinnen 1 und 2 und der Mutter der Privatklägerin 2 geworden und es 

würden sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe auf absichtlichen Falsch-

belastungen beruhen (Urk. 124 S. 31 ff.; Prot. II S. 28 ff.). Folglich rechtfertigt es 

sich, diese These vorab abzuhandeln und danach zu prüfen, ob sich der Sach-

verhalt gemäss den einzelnen Anklageziffern erstellen lässt. 

2.1.2. Die vormalige Verteidigung des Beschuldigten machte an der Hauptver-

handlung zusammengefasst geltend, es sei die Mutter der Privatklägerin 2 bzw. 

die Zeugin F._____ (nachfolgend F._____) gewesen, welche die ganze Sache 

losgetreten und den Nachbarn informiert habe und bei der Polizei und der 

Staatsanwaltschaft aktiv geworden sei. Die Zeugin F._____ habe vor dem 

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Hintergrund der ehelichen Probleme zwischen dem Beschuldigten und der Privat-

klägerin 2 und aufgrund der Unfähigkeit der Privatklägerin 2 zu kommunizieren, 

die Zügel in die Hand genommen und mit allen Mittel versucht, den Beschuldigten 

bzw. den aus ihrer Sicht veritablen Familientyrannen ausser Gefecht zu setzen. 

So sei es gemäss Vorbringen der Verteidigung am Tag der Verhaftung des Be-

schuldigten am 16. Dezember 2014 zu einer offenbar geplanten und nur allzu 

durchschaubaren Kulmination der Ereignisse gekommen, welche im Rahmen 

einer Absprache zwischen der Privatklägerin 2 und ihrer Mutter stattgefunden 

habe (Urk. 68 S. 16 ff.). Wie aus einem Schreiben des Nachbarn der Privatkläge-

rin 2, des Zeugen G._____ (nachfolgend G._____), hervorgehe, habe die Mutter 

der Privatklägerin 2 den Zeugen G._____ am 16. Dezember 2014 nochmals 

kontaktiert und ihm mitgeteilt, dass sie sich um das Leben ihrer Tochter Sorgen 

machen würde und er am Abend nochmals genau hinhören solle. Genau an 

diesen Abend habe dann der Zeuge G._____ einen Schrei gehört, weshalb er 

sich aufgrund der Vorinformationen veranlasst gesehen habe, die Zeugin F._____ 

zu kontaktieren, welche dann die Polizei informiert habe (Urk. 68 S. 20). Weiter 

monierte die Verteidigung, das Küchenfenster sei zufälligerweise just in diesem 

Moment, als die Privatklägerin 2 den Schrei abgegeben habe, offen gestanden, 

sodass der Nachbar G._____ den Schrei auch habe hören können. Dabei habe 

die Privatklägerin 2 gewusst, dass ihre Mutter nur darauf gewartet habe, bis sie 

die Polizei avisieren konnte, worauf der Beschuldigte dann verhaftet worden sei 

(Urk. 68 S. 36 f.).  

2.1.3. An der Berufungsverhandlung vom 6.  März 2017 hat die Verteidigung hier-

zu unter dem Titel "cui bono" ergänzend ausgeführt, man – damit wohl die Privat-

klägerin 2 und ihre Mutter gemeint – habe sich zudem, um noch besser 

dazustehen, offensichtlich noch der Ex-Frau des Beschuldigten, der Privat-

klägerin 1, bedient, welche den Beschuldigten dann ebenfalls belastet habe. Auch 

diese sei durch die Mutter der Privatklägerin 2 rekrutiert und instruiert worden, 

was die Privatklägerin 1 jedoch vor Vorinstanz in Abrede gestellt und damit sinn-

gemäss verheimlicht habe (Urk. 124 S. 31 ff.). 

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2.1.4. Der Verteidigung ist zunächst insofern zuzustimmen, als dass der Fall erst 

durch die Mutter der Privatklägerin 2 ins Rollen kam, welche zu Protokoll gegeben 

hat, dass die Privatklägerin 2 ihr am Samstag 29. November 2014 ihre 

Leidensgeschichte offenbart, es aber abgelehnt habe, den Beschuldigten 

anzuzeigen. Daraufhin habe sie, die Zeugin F._____, zwei Nächte nicht mehr 

geschlafen und dann am Montag 1. Dezember 2014 die Opferhilfe angerufen, 

welche ihr geraten hätte, wenn möglich die Nachbarn anzurufen (Urk. 6/1 S. 5). 

Sodann geht aus dem in den Akten liegenden Schreiben des Nachbarn G._____ 

hervor, dass die Mutter – wie von der Verteidigung behauptet (Urk. 68 S. 36) – in 

der Folge den Nachbarn informiert hat (Urk. 69/1). Den Akten lässt sich auch ent-

nehmen, dass die Zeugin F._____ am Montag 1. Dezember 2014 zudem te-

lefonisch bei der Polizei Anzeige erstattete (vgl. Polizeirapport vom 12. Dezember 

2014, Urk. 1/2 S. 2). Gemäss Polizeirapport hat die Zeugin F._____ sodann am 

11. Dezember 2014 die Ex-Frau des Beschuldigten – die Privatklägerin 1 –  

telefonisch kontaktiert (Urk. 1/2 S. 4) und am darauffolgenden Tag – am 

12. Dezember 2014 – zusammen mit ihrem Ehemann H._____ zwei Emails an die 

Staatsanwaltschaft gesandt, wobei sie in ihrem zweiten Email angaben, dass die 

Ex-Frau des Beschuldigten für Auskünfte zur Verfügung stehen würde (vgl. 

Urk. 2/1). 

2.1.5. Die Privatklägerin 1 hat hierzu anlässlich ihrer Einvernahme als 

Auskunftsperson vom 12. Juli 2017 ausgesagt, sie sei von der Mutter der 

Privatklägerin 2 angerufen und gefragt worden, ob sie die Ex-Frau des 

Beschuldigten sei und für Auskünfte zur Verfügung stehen würde, worauf sie 

zunächst vorschnell mit "ja" geantwortet habe (Urk. 132 S. 4 und S. 8). Dies lässt 

sich ohne Weiteres in Einklang bringen mit den eben erwähnten Emails der Eltern 

F._____H._____ an die Staatsanwaltschaft, wobei die Eltern F._____H._____ der 

Anklagebehörde am Tag nach der Kontaktaufnahme mit der Privatklägerin 1 

mitgeteilt haben, dass die Ex-Frau für weitere Auskünfte betreffend Gewalt in ihrer 

Ehe zur Verfügung stehen würde (Urk. 2/1 S. 2). Weiter gab die Privatklägerin 1 

an, als sie daraufhin von der Polizei kontaktiert worden sei, habe sie gesagt, dass 

sie eigentlich nicht aussagen wolle, wobei sie von der Polizei aufgefordert worden 

sei, auszusagen (Urk. 132 S. 8). Auch diese Aussagen stimmen überein mit den 

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Angaben im Polizeirapport vom 12. Dezember 2014, wonach die Privatklägerin 1 

(zunächst) gegenüber der Polizei angegeben habe, sie habe sich zu ihrem 

eigenen Schutz entschlossen, in keinster Weise weder bei der Polizei, noch bei 

der Staatsanwaltschaft über ihre Erlebnisse während der Ehe mit dem 

Beschuldigten zu berichten (Urk. 1/2 S. 4 f.). 

2.1.6. Was sodann die von der Verteidigung gerügte Aussage der Privatklägerin 1 

anlässlich der Befragung durch die Vorinstanz betreffend den ersten Kontakt mit 

der Familie der Privatklägerin 2 anbelangt (vgl. Prot. I S. 46: "vor der ersten 

Einvernahme nicht"), hat die Privatklägerin 1 an der Fortsetzung der Berufungs-

verhandlung damit konfrontiert ausgesagt, sich mit dieser Aussage wahrscheinlich 

auf die erste Einvernahme in Zürich bezogen zu haben (Urk. 132 S. 8). Folglich ist 

diese Aussage dahingehend zu verstehen, dass die Privatklägerin 1 damit 

ausdrücken wollte, sie hätte im Vorfeld der ersten staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme vom 10. März 2015 keinen Kontakt mit der der Privatklägerin 2 oder 

deren Familie gehabt, was aber entgegen der Verteidigung nicht bedeuten muss, 

dass sie damit generell in Abrede stellen wollte, jemals mit ihnen Kontakt gehabt 

zu haben. Denn wie vorstehend ausgeführt, hat die telefonische Anfrage der Mut-

ter F._____ im Dezember 2014 und damit immerhin drei Monate vor der ersten 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme im März 2015 stattgefunden.  

2.1.7. In diesem Zusammenhang monierte die Verteidigung an der Fortsetzung 

der Berufungsverhandlung vom 12. Juli 2017 weiter, die Privatklägerin 2 habe 

ausgesagt, dass sie nichts vom Email ihrer Eltern an die Staatsanwaltschaft oder 

dem Kontakt ihrer Mutter zu der Privatklägerin 1 gewusst habe, was wider-

sprüchlich sei, da sie ja die einzige Person gewesen sein könne, die hätte 

vermitteln bzw. ihren Eltern die Nummer der Privatklägerin 1 hätte angeben 

können (Prot. II S. 30). Entgegen dem Vorbringen der Verteidigung muss die 

Angabe der Handynummer der Privatklägern 1 im Email der Eltern 

F._____H._____ nicht zwingend bedeuten, dass sie diese Nummer von ihrer 

Tochter erhalten haben. Denn diesbezüglich führte die Privatklägerin 2 im 

Rahmen ihrer Einvernahme als Auskunftsperson vom 12. Juli 2017 glaubhaft aus, 

sie habe gewusst, dass ihre Eltern – nachdem sie ihnen vom ganzen Vorfall 

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erzählt habe – ein Email an das Gericht geschrieben und gefragt hätten, was sie 

tun sollen. Sie habe hingegen nicht gewusst, dass die Privatklägerin 1 in diesem 

Email mit Namen erwähnt worden sei. Sie habe ihren Eltern aber natürlich erzählt, 

dass es eine erste Ehefrau gegeben habe (Urk. 131 S. 5 f.). Gestützt auf diese 

glaubhafte Schilderung wäre genauso plausibel, dass die Zeugin F._____ die 

Nummer der Privatklägerin 1 direkt von ihr selbst anlässlich des Telefonats 

erhältlich machte, nachdem sie diese zunächst auf ihrem Festnetzanschluss 

kontaktiert hatte (so auch die Vertreterin der Privatklägerin 2, vgl. Prot. II S. 33).  

2.1.8. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen steht zweifelsfrei fest, dass 

die Mutter der Privatklägerin 2 – wie von der Verteidigung des Beschuldigten be-

hauptet – den Kontakt zum Nachbarn G._____ und zur Ex-Frau des Beschuldig-

ten gesucht hat, was jedoch – und dies erscheint zentral und wurde auch von der 

Anklagebehörde betont – auch gar nie verschwiegen oder bestritten wurde (vgl. 

Urk. 136 S. 4). Damit geht der von der Verteidigung erhobene Vorwurf einer Ver-

schwörung gegen den Beschuldigten fehl, lassen die zitierten Umstände und 

Aussagen der Beteiligten doch vielmehr einen anderen Schluss zu: Die Mutter  

der Privatklägerin 2 hat offensichtlich – und ohne dies ihrer Tochter mitgeteilt zu 

haben – Kontakt zum Nachbarn G._____, der Privatklägerin 1 und der Polizei 

aufgenommen, womit die Privatklägerin 2 anfänglich – auch dies lässt sich er-

stellen – nicht einverstanden war. So geht aus der polizeilichen Einvernahme vom 

5. Dezember 2014 sowie dem Polizeirapport vom 12. Dezember 2014 hervor, 

dass die Privatklägerin 2 nach Eingang der Strafanzeige ihrer Mutter am 

1. Dezember 2014 von der Polizei kontaktiert und befragt wurde. Dabei gab sie 

an, die Anzeige ihrer Mutter sei gegen ihren Willen gewesen und sie wolle keines-

falls, dass gegen ihren Ehemann eine Strafuntersuchung geführt werde (Urk. 1/2 

S. 2; Urk. 3/1 S. 2 ff.). Damit übereinstimmend gab die Privatklägerin 2 bereits vor 

Vorinstanz an, sie sei am Montag 1. Dezember 2014 von der Polizei angerufen 

worden und habe dann gewusst, dass ihre Mutter Anzeige erstattet habe. Die  

Polizei habe sie kurz befragt und sie gefragt, ob sie zu ihr nach Hause kommen 

könne, was sie nicht gewollt habe (Prot. I S. 20). Glaubhaft gab die Privatklägerin 

2 auch an der Fortsetzung der Berufungsverhandlung an, sie sei damals wütend 

auf ihre Mutter gewesen, welche den Nachbar, die Polizei und die Opferhilfe in-

- 15 - 

formiert und sie gedrängt habe, zur Polizei zu gehen und auszusagen (Urk. 131 

S. 14). Ferner wird auch in dem im Recht liegenden Arztzeugnis eindrücklich fest-

gehalten, dass die Privatklägerin 2 damals keine Strafanzeige gegen ihren Ehe-

mann wünschte (Arztbericht Dr. med. I._____ vom 14. Januar 2015, Urk. 3/4 An-

gang 3). Das Vorgehen der Mutter der Privatklägerin 2 erscheint sodann 

nachvollziehbar, bedenkt man, dass ihre Tochter ihr zuvor gestanden hat, von 

ihrem Ehemann ausgesperrt, bedroht und gefesselt worden zu sein (Urk. 6/1 S. 5; 

Urk. 3/4 S. 7 f.) und spricht denn auch ganz klar gegen die angeblich nicht 

vorhandene mütterliche Wärme (Prot. I S. 94), sondern vielmehr dafür, dass sich 

die Zeugin F._____ verständlicherweise grosse Sorgen um ihre Tochter gemacht 

hat. Aus ihrem Vorgehen lässt sich jedoch – entgegen der Behauptung der Ver-

teidigung – nichts zulasten der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 2 oder der 

allgemeinen Glaubhaftigkeit ihrer Angaben ableiten. 

2.1.9. Was sodann die vorgenannte Rüge betreffend die Umstände der 

Verhaftung des Beschuldigten anbelangt, so ist in der Tat auffällig, dass sich der 

nachfolgend unter Ziffer 2.9 zu beurteilende Vorfall – wie von der Verteidigung 

vorgebracht – gerade an diesem Abend, als die Zeugin F._____ den Nachbarn 

bzw. Zeugen G._____ gebeten hat, am Abend nochmals genau hinzuhören, 

ereignet hat. Auch dies spricht jedoch entgegen den Vorbringen der Verteidigung 

nicht für eine Absprache zwischen der Privatklägerin 2 und deren Mutter, da Ers-

tere – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – äusserst plausible Ausführungen 

dazu gemacht, wieso das Fenster damals an diesem Abend offen gestanden ist 

(vgl. unten Ziffer 2.9). 

2.1.10. An der Fortsetzung der Berufungsverhandlung wurde von der Verteidi-

gung weiter vorgebracht, es hätten bereits vor den Einvernahmen der Privatkläge-

rinnen im vorinstanzlichen Verfahren Kontakte zwischen den beiden stattgefun-

den, wobei man sich abgesprochen habe. Zudem würden sich die Darstellungen 

der im Berufungsverfahren als Auskunftspersonen einvernommenen Privatkläge-

rinnen zum Teil widersprechen, was Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit der 

Privatklägerinnen und die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen hätte (Prot. II S. 29). Als 

Beweis dafür nannte die Verteidigung zwei Beispiele aus den Befragungen der 

- 16 - 

Privatklägerinnen, wobei sich ihre Aussagen zunächst betreffend den Zeitpunkt 

der Übergabe der Bilder widersprechen würden. Die Privatklägerin 1 habe im 

Rahmen der Befragung durch die Vorinstanz ausgesagt, sie habe die Bilder wäh-

rend der Haft von Herrn A._____ erhalten, während die Privatklägerin 2 ihr die 

Bilder gemäss ihren Aussagen an der Berufungsverhandlung erst nach der Ver-

handlung am Bezirksgericht Bülach übergeben habe, – dies also zu einem Zeit-

punkt, so die Verteidigung, als der Beschuldigte aktenkundigerweise nicht mehr in 

Haft gewesen sei (Prot. II S. 29 mit Verweis auf Prot. I S. 46). Die zweite offen-

sichtliche Unstimmigkeit betreffe sodann die Aussage der Privatklägerin 2, wo-

nach sie weder vom Kontakt ihrer Mutter zu der Privatklägerin 1 noch vom Email 

gewusst habe, was bereits vorstehend unter Ziffer 2.1.7. widerlegt wurde. 

2.1.11. In Bezug auf die Übergabe der Bilder hat die Privatklägerin 1 an der Be-

fragung als Auskunftsperson vom 12. Juli 2017 angegeben, sie wisse nicht mehr, 

ob sie diese Bilder vor oder nach der Verhandlung vor Vorinstanz erhalten habe 

(Urk. 132 S. 8). Die Privatklägerin 2 hat anlässlich ihrer Einvernahme als Aus-

kunftsperson ausgeführt, sie habe die Bilder nicht gleich nach der Verhaftung des 

Beschuldigten, sondern etwas später, ca. im Frühling oder Sommer 2015 überge-

ben (Urk. 131 S. 3) und zunächst zwar nicht ausdrücklich, aber auf entsprechen-

de Nachfrage der Verteidigung bestätigt, das Treffen zwecks Übergabe der Bilder 

habe nach der Verhandlung in Bülach stattgefunden (Urk. 131 S. 7 f. und S. 9 f.). 

Allerdings hat sie sich daraufhin – nach entsprechendem Hinweis, die Verhand-

lung vor Vorinstanz habe im September und nicht im März 2015 stattgefunden – 

korrigiert und zu Protokoll gegeben, dann müsse die Übergabe vorher, d.h. vor 

der Gerichtsverhandlung in Bülach stattgefunden haben (Urk. 131 S. 9 f.). Im wei-

teren Verlauf der Einvernahme hat die Privatklägerin 2 sodann ausgeführt, es 

müsse so gewesen sein, dass sie die Privatklägerin 1 bei der Staatsanwaltschaft 

im März 2015 das erste Mal gesehen habe, wobei sie dort Nummern ausge-

tauscht und dann sporadisch SMS Kontakt gehabt hätten. Daraufhin habe sie der 

Privatklägerin 1 im Frühling oder Sommer 2015 die Bilder übergeben und in der 

Folge hätten sie sich nach der Gerichtsverhandlung im September 2015 noch 

einmal zum Essen getroffen (Urk. 131 S. 11). Mit diesen Aussagen hat sie sämtli-

che vermeintlichen Widersprüche aufgelöst und ihre Aussagen stehen damit auch 

- 17 - 

nicht im Widerspruch zu denjenigen der Privatklägerin 1, zumal sich diese offen-

sichtlich nicht mehr an den ersten Kontakt zu erinnern vermag und die Ereignisse 

durcheinanderbringt (vgl. Urk. 132 S. 7-9). Betreffend die Übergabe der Bilder hat 

die Privatklägerin 1 aber wie erwähnt vor Vorinstanz ausgesagt, diese während 

der Haft erhalten zu haben (Prot. I S. 46), was zutreffend ist, nachdem der Be-

schuldigte gemäss Akten vom 14. Dezember 2014 bis am 7. August 2015 in Haft 

war. Wann sich die Privatklägerinnen zum ersten Mal getroffen haben und zu 

welchem Zeitpunkt die Bilder übergeben wurden, erscheint letztlich jedoch ohne-

hin nicht relevant, da für die These der geplanten Falschbelastung des Beschul-

digten einzig die Motivlage einer solchen zentral erscheint. Demnach erübrigt sich 

auch die von der Verteidigung beantragte Edition des sich auf dem alten Handy 

der Privatklägerin 2 befindlichen SMS-Verkehrs zwischen den beiden Privat-

klägerinnen, da diese betreffend die Herausgabe der Bilder bzw. den genauen 

Zeitpunkt der Übergabe hätte Auskunft geben sollen. Somit ist der entsprechende 

Beweisantrag der Verteidigung des Beschuldigten abzuweisen. 

2.1.12. Hinsichtlich der Motivlage für die behauptete Falschbelastung führte die 

Verteidigung im Rahmen der Berufungsverhandlung vom 6. März 2017 aus, die 

Ehe der A._____B._____s sei schon länger nicht mehr gut gelaufen und es sei 

absehbar gewesen, dass eine Trennung oder Scheidung bevorgestanden sei. Die 

Privatklägerin 2 hätte Angst gehabt, dass ihr im Rahmen einer Trennung die Kin-

der weggenommen würden bzw. sie die Obhut für die Kinder nicht bekommen 

würde, weshalb sie – so die Verteidigung auch an der Fortsetzung der Berufungs-

verhandlung – offensichtlich ein Motiv gehabt habe, falsche Aussagen zu machen 

(Urk. 124 S. 31 f.; Prot. II S. 30).  

2.1.13. Vorab ist festzuhalten, dass die von der Verteidigung in ihrem Plädoyer an 

der Berufungsverhandlung zitierten Aussagen der Privatklägerin 2 (Urk. 124 

S. 31 f.) aus dem Kontext gerissen sind, hat die Privatklägerin 2 diese doch auf 

entsprechende Nachfrage der Polizei, ob sie jemals mit dem Gedanken gespielt 

habe, den Beschuldigten zu verlassen (Urk. 3/4 S. 19) bzw. weshalb sie keine 

Strafverfolgung gegen ihren Ehemann gewollt habe (Urk. 3/4 S. 23), deponiert. 

Dass die Privatklägerin 2 Angst hatte, dass der Beschuldigte ihr im Falle einer 

- 18 - 

Trennung die Kinder wegnehmen würde, ist unbestritten und wurde von der Pri-

vatklägerin 2 wiederholt vor Vorinstanz (Prot. I S. 20 und S. 31) und auch an-

lässlich der Befragung als Auskunftsperson am 12. Juli 2017 zu Protokoll gege-

ben (Urk. 131 S. 26). Daraus kann aber entgegen der Verteidigung nicht ge-

schlossen werden, dass sie deshalb sämtliche angeklagten Vorfälle frei erfindet, 

um in einem Trennungsverfahren besser da zu stehen. Vielmehr erhellt aus ihren 

Depositionen, dass die Angst um ihre Kinder für sie gerade der Grund gewesen 

ist, das Verhalten des Beschuldigten über eine lange Zeit zu erdulden und sich 

nicht gegen ihn zur Wehr zu setzen (Urk. 1/2 S. 4; Urk. 3/1 S. 2 und S. 4). Ent-

sprechend hat sie sich anfänglich wie erwähnt klar gegen eine Strafuntersuchung 

ausgesprochen (vgl. Polizeirapport vom 12. Dezember 2014, Urk. 1/2; polizeiliche 

Befragung vom 5. Dezember 2014, Urk. 3/1 S. 2 und S. 5), weil sie – so bereits 

vor Vorinstanz – Angst hatte, dass alle noch schlimmer geworden wäre und der 

Beschuldigte hätte versuchen können, ihr die Kinder wegzunehmen (Prot. I 

S. 20). Sodann ist bereits an dieser Stelle zu betonen, dass die Privatklägerin 2  

– wie nachfolgend dargetan wird – im gesamten Verfahren zögerlich und zurück-

haltend ausgesagt hat. Hätte die Privatklägerin 2 – wie von der Verteidigung in-

sinuiert – aus Angst ihre Kinder zu verlieren den Beschuldigten zu Unrecht belas-

ten wollen, dann wären wohl ganz andere Vorwürfe zu erwarten gewesen. Hinzu 

kommt, dass das von der Verteidigung genannte angebliche Motiv der Privatklä-

gerin 2 für die Falschanschuldigungen, nämlich die Eheprobleme und die bevor-

stehende Trennung bzw. Scheidung, vom Beschuldigten selbst dezidiert bestritten 

wurde und er mehrmals angegeben hat, sie hätten nie Streit gehabt und in einer 

harmonischen Beziehung gelebt, er sei ein liebender und sogar "perfekter" Ehe-

mann gewesen (Urk. 5/3 S. 2 f.).  

2.1.14. Weiter besteht gemäss Auffassung der Verteidigung auch auf Seiten der 

Privatklägerin 1 eine klare Motivation für eine Falschbelastung; man habe der Pri-

vatklägerin 1 in Aussicht gestellt, ihr die Bilder aus der Ehe mit dem Beschuldig-

ten zurückzugeben, wenn sie die gewünschten Aussagen machen würde. Ent-

sprechend sei die Privatklägerin 1 dann auch ohne Geld dafür zu bezahlen und 

gegen den Willen des Beschuldigten in den Besitz der Bilder gekommen (Urk. 124 

S. 32 f.; Prot. II S. 30). 

- 19 - 

2.1.15. Die Privatklägerin 1 hat im Berufungsverfahren – ebenso wie bereits vor 

Vorinstanz (Prot. I S. 46) – unumwunden zugegeben, dass sie die in ihrem Eigen-

tum stehenden Bilder zurückhaben, der Beschuldigte ihr diese aber nicht geben 

wollte. Aus diesem Grund habe sie – so die Privatklägerin 1 ergänzend an der Be-

rufungsverhandlung – die Privatklägerin 2 darum gebeten, ihr diese Bilder zu ge-

ben (Urk. 132 S. 4 f.). Sodann hat die Privatklägerin 1 an der Berufungsverhand-

lung nachvollziehbar geschildert, dass diese Bilder für sie lediglich einen emotio-

nalen Wert hätten, da diese aus einem Nachlass ihrer Familie stammen würden, 

diese jedoch in keinerlei Zusammenhang mit der Strafanzeige gegen den Be-

schuldigten stehen würden (Urk. 132 S. 5). Mit diesen glaubhaften Aussagen be-

stehen entgegen der Ansicht der Verteidigung keinerlei Anhaltspunkte, dass sich 

die Privatklägerin 1 einzig zwecks Erhalt von zwei für sie emotional wertvollen Bil-

dern mit der Privatklägerin 2 oder deren Mutter gegen den Beschuldigten ver-

schworen hätte. Was die weitere Behauptung der Verteidigung anbelangt, die Pri-

vatklägerin 1 hätte gegenüber dem Beschuldigten ohnehin noch eine Ranküne 

von früher gehabt, so muss diesbezüglich festgehalten werden, dass die Privat-

klägerin 1 an der Befragung als Auskunftsperson ein gegenteiliges Bild vermittelt 

hat. Auf entsprechende Nachfrage hat die Privatklägerin 1 glaubhaft ausgesagt, 

sie verspüre weder Hass oder Gram gegen den Beschuldigten und sei ihm in kei-

ner Weise feindlich gesinnt (Urk. 132 S. 6). Ebenso glaubhaft hat sie ausgeführt, 

dass es ihr eigentlich egal sei, dass der Beschuldigte von der Vorinstanz freige-

sprochen worden sei (Urk. 132 S. 6), was auch dadurch untermauert wird, dass 

sie gegen den sie betreffenden Freispruch der Vorinstanz kein Rechtsmittel ergrif-

fen hat und wie erwähnt nur aufgrund der Initiative der Mutter der Privatklägerin 2 

überhaupt in das Strafverfahren einbezogen wurde. Sodann kann auch aus dem 

Umstand, dass sich die Privatklägerin 1 noch im Jahr 2007 vom Beschuldigten 

hat behandeln lassen, entgegen dem Vorbringen der Verteidigung nicht geschlos-

sen werden, dass sich ihre Angaben deshalb nicht korrekt sein könnten bzw. die-

ser gegen ihre Glaubwürdigkeit sprechen würde (Prot. II S. 30 f.). Genauso gut 

könnte diesbezüglich nämlich argumentiert werden, dieses Verhalten zeige 

exemplarisch, dass sie nach der Trennung keine Rachegefühle oder andere 

Ressentiments gegen den Beschuldigten hegte. Wie auch die Anklagebehörde 

- 20 - 

ausführte (Prot. II S. 32), hätte sie sich wohl nicht vom Beschuldigten behandeln 

lassen, wenn sie sich an ihm für irgend etwas hätte rächen wollen. Vielmehr ist 

gestützt auf ihre glaubhaften Depositionen davon auszugehen, dass sie – wie sie 

es selbst formulierte – zu ihm in die Therapie gegangen ist, weil er ein guter 

Therapeut sei (Urk. 132 S. 12).  

2.1.16. Zusammenfassend lässt sich ohne Weiteres erstellen, dass betreffend das 

vorliegende Strafverfahren die Mutter der Privatklägerin 2 die Initiative ergriffen 

und den Nachbarn G._____ und die Polizei informiert hat. Sodann gibt es – wie 

nachfolgend zu zeigen wird – noch weitere Zeugen, die sich offensichtlich mit der 

Privatklägerin 2 solidarisiert und versucht haben, sie im Strafverfahren zu unter-

stützen. Allerdings kann daraus entgegen den genannten Vorbringen der Vertei-

digung nichts zulasten der allgemeinen Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 2 oder 

der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen abgeleitet werden. Weiter bestehen auch kei-

nerlei Anhaltspunkte, dass sich die Privatklägerinnen gegen den Beschuldigten 

verschworen und ihn absichtlich falsch belastet hätten. Die von der Verteidigung 

geltend gemachte These des Komplotts kann damit verworfen werden.  

2.2. Vorbemerkung Aussagewürdigung 

2.2.1. Bevor nachfolgend zu prüfen sein wird, ob sich der Anklagesachverhalt an-

hand der Aussagen der Beteiligten erstellen lässt, drängt sich gestützt auf die 

Vorbringen der Verteidigung eine weitere Vorbemerkung betreffend die Beweis-

würdigung auf. Die Verteidigung äusserte sich zu Beginn ihres Plädoyers an der 

Berufungsverhandlung vom 6. März 2017 in einer Vorbemerkung zur Aussage-

würdigung im vorliegenden Fall (Urk. 124 S. 2 ff.): Gemäss Auffassung der Ver-

teidigung hätten wir es vorliegend mit klassischen "vier Augen-Delikten" zu tun, 

wobei jeweils ein gewisses Ungleichgewicht bestehe, das aus aussagepsycholo-

gischen Gründen relevant sei. Die beschuldigte Person habe viel weniger Gele-

genheit, durch ihre Aussagen an Glaubhaftigkeit zu gewinnen, als diejenige Per-

son, welche die Beschuldigungen vortrage, da diese nämlich "aus dem Vollen 

schöpfen" und die angeblichen Erlebnisse in schillernsten Farben und ausge-

schmückt vortragen könne. Erschwerend würde beim Beschuldigten hinzukom-

men, dass er aus einem völlig anderen Kulturkreis stamme, was sich nicht nur in 

- 21 - 

der Sprache, sondern in der Verhaltensweise, der Kommunikation etc. manifestie-

ren würde und er weder genug Deutsch noch Englisch spreche, um sich genü-

gend gewandt ausdrücken zu können. Zusammengefasst dürften deshalb bei der 

Aussagewürdigung der beiden Hauptbeteiligten die Aussagen des Beschuldigten 

nicht überbewertet werden und der Sachverhalt müsse in erster Linie anhand der 

Aussagen der Privatklägerin 2 erstellt werden. Zudem sei der Beschuldigte  

… Arzt und widme sein Leben der Heilung von kranken Menschen, worin er – so 

die Verteidigung – sehr erfolgreich sei, was nicht möglich wäre, wenn er chole-

risch, tyrannisch etc. wäre. Daher habe er auch nie ein schlechtes Wort über die 

Privatklägerin 2 verloren, sondern habe sie eher noch in Schutz genommen und 

sie als Opfer ihrer Mutter dargestellt.  

2.2.2.  Zwar ist der Verteidigung insofern zuzustimmen, als dass der Beschuldig-

ten bei Bestreitung der Vorwürfe naturgemäss weniger "aus dem Vollen schöp-

fen" kann bzw. seine Aussagen mit weniger Detailreichtum verbunden sind, was 

ihm grundsätzlich nicht zum Nachteil gereichen darf. Allerdings ist der Verteidi-

gung in diesem Punkt entgegenzuhalten, dass sich der Beschuldigte jeweils um-

fassend geäussert hat und das von ihm Vorgebrachte jeweils weit über blosses 

Bestreiten hinausging. Sodann kann auch nicht ernsthaft behauptet werden, der 

Beschuldigte habe nie ein schlechtes Wort über die Privatklägerin 2 verloren. Der 

Beschuldigte hat im Verlaufe des Verfahrens nur wenige Gelegenheiten aus-

gelassen, um die Privatklägerin 2 nicht in ein schlechtes Licht zu rücken. Bei-

spielhaft sei dazu zunächst auf seine Aussagen im Rahmen der Hafteinvernahme 

vom 17. Dezember 2014 verwiesen, wobei er anstatt auf den Anklagevorwurf 

einzugehen, lange Ausführungen zu einem angeblichen Abort seiner Ehefrau und 

ihrer psychischen Angeschlagenheit machte (Urk. 5/1 S. 6 und S. 9 f.). Illustrativ 

für die ungünstige Bewertung der Privatklägerin 2 sind auch seine Aussagen auf 

die Ergänzungsfragen der Vorderrichterin, wobei sich der Beschuldigte erneut 

geradezu auffällig schlecht über die Privatklägerin 2 äusserte, währenddessen er 

sich selbst als mustergültigen Ehemann und Vater präsentierte (Prot. I S. 74 ff.). 

Sodann hat der Beschuldigte auch im Rahmen der Befragung an der Berufungs-

verhandlung vom 6. März 2017 ohne Not angegeben, die Privatklägerin 2 besu-

che Lederpartys und verkehre in Swingerclubs (Urk. 123 S. 8), sie sei psychisch 

- 22 - 

angeschlagen (Urk. 123 S. 10), habe (allenfalls mehrfach) abgetrieben und könne 

ihre Kinder nicht lieben (Urk. 123 S. 13). Dieses Aussageverhalten, welches auch 

in Bezug auf die Mutter der Privatklägerin 2 auffällt (vgl. Urk. 5/1 S. 7 f.; Urk. 5/3 

S. 3 f.), lässt sich auch nicht mit kulturellen Unterschieden oder Sprachproblemen 

rechtfertigen, sondern lässt entgegen den Vorbringen der Verteidigung klar 

erkennen, dass der Beschuldigte mit allen Mitteln versucht, die ihn mit ihren Aus-

sagen belastende Privatklägerin 2 sowie ihre Mutter zu diskreditieren und deren 

Glaubwürdigkeit zu untergraben. Wie dies die Anklagebehörde zutreffend formu-

liert hat, spricht zudem auch der Umstand, dass der Beschuldigte … Arzt ist, nicht 

a priori gegen cholerische oder tyrannische Eigenschaften eines Menschen und 

es lässt sich daraus per se nichts zugunsten der Glaubwürdigkeit des Beschuldig-

ten oder der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen ableiten. Einzig massgebend sind 

seine im Verfahren deponierten Aussagen, welche nachfolgend zu würdigen sind. 

2.3. Zum Vorwurf der Gefährdung des Lebens (Messer an den Hals halten,  

Anklageziffer 1) 

2.3.1. In der Anklageschrift vom 6. Mai 2015 wird dem Beschuldigten in Ziffer 1 

zunächst vorgeworfen, er habe an einem nicht mehr genau eruierbaren Datum, 

vermutlich jedoch am 25. November 2014 anlässlich einer Diskussion ein Messer, 

vermutlich ein Filetiermesser, ergriffen und die Privatklägerin 2 in der Küche in ei-

ne Ecke gedrängt, worauf sich die Privatklägerin 2 in Kauerstellung begeben ha-

be. In der Folge habe der Beschuldigte der Privatklägerin 2 erst die Messerklinge 

gegen den Hals gehalten, sodass ein feiner Schnitt die Folge davon gewesen sei, 

und ihr dann die Messerspitze in den Hals gedrückt, wobei hernach davon keine 

Spuren sichtbar gewesen seien (Urk. 16 S. 2). 

2.3.2. Die Verteidigung rügt im Zusammenhang mit Anklageziffer 1 eine Verlet-

zung des Anklageprinzips, da die Formulierung in der Anklageschrift schwammig 

und unklar sei. Es fehle an sämtlichen relevanten Details, namentlich werde nicht 

festgehalten und es sei auch aus den Akten nicht ersichtlich, was für eine Art 

Messer im Spiel gewesen sein soll, ob das Messer scharf, stumpf, gross oder 

klein gewesen sei. Ebenso wenig werde festgehalten, an welcher Stelle des Hal-

ses das Messer hingehalten worden sei, ob dies eine gefährliche Stelle in der Nä-

- 23 - 

he von Blutgefässen gewesen sein soll oder nicht. Auch werde die Position des 

Messers gegenüber dem Hals nicht beschrieben (Urk. 124 S. 10 f.). 

2.3.3. Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 

und Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO 

festgeschriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegen-

stand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der 

beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise 

zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht 

genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz 

der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch 

auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.; BGer Urteil 

6B_596/2012 vom 25. April 2013 E. 4.3; je mit Hinweisen; vgl. Art. 325 Abs. 1 lit. f 

StPO). Gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bezeichnet die Anklageschrift möglichst 

kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Be-

schreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung. Entscheidend 

ist, dass die beschuldigte Person genau weiss, was ihr konkret vorgeworfen wird, 

damit sie ihre Verteidigungsrechte angemessen ausüben kann (BGer Urteil 

6B_204/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 1.2).    

2.3.4. Aus dem vorliegenden Anklagesachverhalt geht klar hervor, dass die Ge-

fährdung des Lebens durch den Einsatz eines Messers resultiert haben soll. Da-

bei ist entgegen der Auffassung der Verteidigung nicht relevant, welche Art von 

Messer vom Beschuldigten eingesetzt wurde bzw. wie dessen Beschaffenheit 

gewesen sein soll. Zutreffend ist in der Tat, dass die exakte Position des Messers 

nicht detaillierter umschrieben wird. Dennoch war für den Beschuldigten gestützt 

auf die Angaben im Anklagesachverhalt hinreichend verständlich und nachvoll-

ziehbar, welches konkrete Verhalten (Messerklinge gegen den Hals, Messerspitze 

in den Hals drücken) er in objektiver Hinsicht verwirklicht haben soll. Demnach 

war es dem Beschuldigten und seiner Verteidigung auch zweifellos möglich ge-

wesen, sich gegen den Vorwurf zur Wehr zu setzen. Eine Verletzung des Ankla-

gegrundsatzes liegt damit nicht vor.  

- 24 - 

2.4. Die Privatklägerin 2 hat bereits anlässlich der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme vom 19. Januar 2015 und im Rahmen der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung vom 30. September 2015 detaillierte und konstante Aussagen 

zum Anklagevorwurf gemäss Ziffer 1 gemacht (Urk. 3/4 S. 15; Prot. I S. 21). So 

schilderte die Privatklägerin 2 zunächst die dem Messerangriff vorangehende 

Interaktion zwischen ihr und dem Beschuldigten, wobei sie – wie bereits die 

Vorinstanz richtig erkannte – in der Lage war, aussergewöhnliche Details zu 

Protokoll zu geben. Nachdem sie dem Beschuldigten einen mit normaler Butter 

gebackenen Kuchen angeboten habe, – so die Beschuldigte – sei dieser wütend 

geworden und habe gesagt, das wäre, wie wenn man einem Tiger ein Stück 

Fleisch, das mit Benzin versetzt sei, füttern würde. Präzisierend fügte die 

Privatklägerin 2 an, der Beschuldigte habe dies auf Englisch gesagt (vgl. 

Videoaufnahme der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. Januar 2015 

= Urk. 65, Datei M2U0008, 17:10 ff.), was als detailreiche Schilderung einer 

ungewöhnlichen Äusserung des Beschuldigten ausserhalb des Kerngeschehens 

für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht. Nachdem der Beschuldigte sie 

gefragt habe, weshalb sie das gemacht habe, habe sie sich entschuldigt. Sie 

habe gedacht, dass er den Kuchen vielleicht doch essen könne, da er manchmal 

auch Schokolade esse (Urk. 3/4 S. 15; Prot. I S. 21), womit die Privatklägerin 2 

nachvollziehbare und aufeinanderfolgende Handlungen bzw. Aktionen und 

Reaktionen schildert. Wie auch die Verteidigung angibt, weisen die ungewöhn-

lichen Formulierungen bzw. geschilderten Umstände auf ein erlebnisbasierter Hin-

tergrund hin. Allerdings kann der Verteidigung nicht gefolgt werden, wenn sie aus-

führt, es sei vollkommen unnachvollziehbar, weshalb der Beschuldigte nur wegen 

eines Stück Kuchens dermassen austicken und seine Frau in eine derart bedroh-

liche Situation versetzen würde (Urk. 124 S. 8). So kann entgegen diesen Vor-

bringen aus der Ungewöhnlichkeit der Ursache für die nachfolgende Eskalation 

bzw. der doch sehr originellen Schilderung eines Streits wegen einem Kuchen 

nicht geschlossen werden, dass der nachfolgende Messerangriff offensichtlich 

unwahr sei. Vielmehr würde wohl kaum jemand eine derart aussergewöhnliche 

Ursache für einen Streit und die nachfolgende Gefährdung mit einem Messer er-

finden, wenn es sich nicht tatsächlich so abgespielt hätte.  

- 25 - 

2.5. Die Privatklägerin 2 hat zum Anklagevorhalt weiter angegeben, der 

Beschuldigte sei daraufhin in die Küche gekommen, habe ein Filetiermesser aus 

dem Messerblock gezogen, habe sie in eine Ecke gedrängt und ihr das 

Filetiermesser mit der Klinge an den Hals gehalten. Sie sei in der Ecke gekauert 

und der Beschuldigte sei vor ihr gestanden, wobei er ihr das Messer von schräg 

oben an den Hals gehalten und ihr mit der Messerspitze auch in den Hals 

gestochen habe (Urk. 3/4 S. 15; Prot. I S. 21). Im Rahmen des Berufungsverfah-

rens wurde die Privatklägerin 2 erneut danach gefragt, wie und auf welcher Seite 

der Beschuldigte ihr das Messer an den Hals gehalten habe. Die Privatklägerin 2 

hat daraufhin ein paar Sekunden überlegt, sich dann auf ihrem Stuhl umgedreht 

und die Szene nachgestellt, indem sie ihre linke Hand an ihre linke Halsseite ge-

halten und zu Protokoll gegeben hat, sie würde sagen, dass es links gewesen sei. 

Sie sei in der Küche rechts in der Ecke gesessen und der Beschuldigte habe ihr 

das Messer auf der linken Halsseite in der Mitte an den Hals gehalten. Soweit sie 

sich erinnern könne, habe ihr der Beschuldigte die Klinge zuerst mit etwas Dis-

tanz an den Hals gehalten und dann mit der Spitze von oben in den Hals ge-

stochen (Urk. 131 S. 18 f.).  

2.6. Mit den genannten Aussagen schildert die Privatklägerin 2 nicht nur – wie 

von der Verteidigung behauptet wurde (Urk. 124 S. 9 f.) – die Rahmenumstände 

bzw. der vorangehende Auseinandersetzung betreffend Kuchen sehr erlebnisnah, 

sondern mit ihrer Gestik ebenfalls sehr plastisch, wie der darauffolgende Angriff 

mit dem Messer abgelaufen sei. Dabei verknüpft sie das Kerngeschehen auch mit 

örtlichen Gegebenheiten, was die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen stärkt, ebenso 

wie die von ihr an der Fortsetzung der Berufungsverhandlung deponierte Angabe, 

sie sei sich vorgekommen wie in einem "Tatort" oder einem anderen Film 

(Urk. 131 S. 22). Für die Lebensnähe ihrer Aussagen sprechen sodann auch die 

von der Privatklägerin 2 mit dem Kerngeschehen verknüpften und von ihr 

geschilderten Gefühle. So führte die Privatklägerin 2 anlässlich der obgenannten 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme zunächst aus, sie hätte in diesem Moment 

eigentlich keine Angst gehabt. Sie hätte einfach gedacht "okay, es ist wieder so 

weit". Es sei aber das erste Mal gewesen, dass der Beschuldigte ihr das Messer 

an den Hals gehalten habe. Früher sei sie jeweils einfach weggegangen und habe 

- 26 - 

sich eingeschlossen. Sie habe keine Angst gehabt in diesem Moment, sie wisse 

auch nicht wieso. Auf entsprechende Nachfrage gab sie an, es sei ihr schon 

durch den Kopf gegangen, dass der Beschuldigte zustechen könnte, aber in 

diesem Moment sei dies nicht der Fall gewesen, vielleicht habe sie es verdrängt 

(Urk. 3/4 S. 15). Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hat die 

Privatklägerin hingegen bejaht, in dieser Situation Angst gehabt zu haben. Sie 

habe Angst gehabt, sich zu wehren, da sonst das Messer in ihrem Hals stecken 

würde (Prot. I S. 22).  

2.6.1. Bereits die Vorinstanz hat erkannt, dass die zitierten Aussagen der 

Privatklägerin 2 hinsichtlich ihrer Gefühlslage auf den ersten Blick etwas wider-

sprüchlich erscheinen, wobei sie richtig darauf hingewiesen hat, dass der 

Widerspruch nur ein scheinbarer sei. Zutreffend hält die Vorinstanz dazu fest, 

dass die Privatklägerin 2 zwar Angst gehabt habe sich zu wehren, gleichzeitig 

aber gedacht habe, wenn sie keinen Widerstand leiste, würde der Beschuldigte 

auch nicht zustechen (Urk. 88 S. 15 f.). Entgegen den Vorbringen der Ver-

teidigung kann aus diesen Aussagen auch nicht abgeleitet werden, die 

Privatklägerin 2 hätte nie Angst gehabt in dieser Situation bzw. sei in ihrem Leben 

nie mit einer lebensbedrohlichen Situation konfrontiert gewesen (Urk. 68 S. 25 ff.). 

Vielmehr unterstreicht die zitierte und auf den ersten Blick etwas irrationale 

Gefühlsschilderung der Privatklägerin durchaus nachvollziehbar den emotionalen 

Zustand, in welchem sie sich in dieser Bedrohungssituation befunden hat. Die 

Privatklägerin hat diesbezüglich glaubhaft ausgeführt, dass sich solche 

Situationen wiederholt hätten (Urk. 3/4 S. 14) und insofern – wie bereits die 

Vorinstanz ausführte – einem Beziehungsmuster entsprachen. Es ist sehr 

aussagekräftig, wenn die Privatklägerin dem Beschuldigten auf dessen Drohung 

mit dem Messer hin erwidert habe, "[…] okay, dan(n) mach es doch einfach, dann 

töte mich", wobei sie dies auch schon bei anderen Vorfällen gesagt habe (Urk. 3/4 

S. 15). Dass die Privatklägerin dem Beschuldigten so provozierend und 

fatalistisch zu verstehen gegeben hat, er solle seine Drohung doch wahr machen, 

bringt in einer sehr authentischen Art zum Ausdruck, dass solche bedrohlichen 

Vorfälle – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – offenbar immer wieder 

stattgefunden haben und die Privatklägerin 2 dessen überdrüssig war. Dies wird 

- 27 - 

insbesondere auch durch ihre darauffolgende Äusserung "okay jetzt ist es wieder 

soweit" deutlich, wobei auch der Eindruck entsteht, als hätte die Privatklägerin 2 

angesichts der wiederholten Drohungen ein Stück weit resigniert. Diese Haltung 

bzw. die von ihr empfundene Aussichtslosigkeit hat die Privatklägerin 2 sodann an 

der Fortsetzung der Berufungsverhandlung bestätigt und angegeben, sie habe 

durch diese vielen Vorfälle resigniert und sei wie gefangen gewesen (Urk. 131 

S. 26). Hinzu kommt, dass sich Emotionen als irrationale Prozesse oft nicht so-

gleich sachlich einordnen lassen, weshalb es plausibel erscheint, dass die 

Privatklägerin in dieser Situation zunächst keine Angst empfunden hat, ihr aber im 

Nachhinein klar bewusst war, dass sie Angst gehabt hatte. Die von ihr 

beschriebene Angst hat sich denn auch offensichtlich in ihrer Körperhaltung 

manifestiert, wobei sie – so die Privatklägerin 2 – am Boden gekauert sei, um sich 

zu schützen (Urk. 3/4 S. 15 f.).  

2.6.2. Die Verteidigung beanstandet in diesem Zusammenhang weiter, die 

Privatklägerin 2 habe zu Beginn der Untersuchung noch angegeben, der Angriff 

sei "nach ihrer Erinnerung" mit einem Filetiermesser erfolgt und sie habe im wei-

teren Verfahren vor Vorinstanz sodann mit Gewissheit ausgesagt, der Be-

schuldigte habe ein Filetiermesser aus dem Messerblock gezogen, was ein klares 

Lügensignal sei (Urk. 124 S. 7 f.). Diesbezüglich gab die Privatklägerin 2 bei der 

Staatsanwaltschaft zu Protokoll: "Es ist ein Filetiermesser, soweit mir ist" (Urk. 3/4 

S. 15), wobei sie damit lediglich zum Ausdruck bringt, dass das Angriffsmittel 

gemäss ihrer Erinnerung ein Filetiermesser gewesen sei. In der Folge hat sie vor 

Vorinstanz erneut und konstant ausgesagt, der Beschuldigte habe eine Filetier-

messer aus dem Messerblock gezogen, sie in die Ecke gedrängt und ihr dieses 

Messer an den Hals gehalten (Prot. I S. 24). Die detaillierte Beschreibung der Art 

des Messers spricht eher für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussage, wäre sie doch 

dieser Frage bei einer erfundenen Darstellung wohl eher ausgewichen und hätte 

gesagt, dass es irgendein Messer gewesen sei. Weiter ist es zwar zutreffend, das 

von ihr aufgezeichnete Messer – wie die Verteidigung bereits im vorinstanzlichen 

Verfahren vorgebrachte – eine geschwungene Kante aufweist (vgl. Urk. 3/4 S. 15 

Anhang 4), allerdings kann dem weiteren Vorbringen der Verteidigung, wonach 

- 28 - 

Filetiermesser ausnahmslos gerade Kanten aufweisen würden (Urk. 68 S. 23), mit 

der Vorinstanz nicht gefolgt werden.  

2.6.3. Der Beschuldigte hat demgegenüber in sämtlichen Einvernahmen in der 

Untersuchung (Urk. 5/1 S. 9 f.; Urk. 5/3 S. 6; Urk. 5/4 S. 7), als auch vor Vor-

instanz stets bestritten, dass es zu Übergriffen gekommen sei, wobei vorab auf 

die zutreffende Zusammenfassung jener Aussagen im vorinstanzlichen Urteil 

verwiesen werden kann (Urk. 88 S. 16 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Im Rahmen der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung hat er zusammengefasst ausgeführt, am 

25. November 2014 sei er wie immer um 21:45 Uhr nach Hause gekommen. An 

diesem Tag habe er keinen Kuchen gegessen, die Privatklägerin 2 habe am 

Samstagabend/Sonntag einen Kuchen gebacken. Weiter verneinte er die Frage, 

ob er sich aufgeregt habe, weil die Privatklägerin 2 ihm ein Stück Kuchen mit 

Butter angeboten habe, obwohl er eine Laktoseunverträglichkeit habe. Das mit 

dem Kuchen sei an einem Samstagabend gewesen. Sie seien an einem Sonntag 

mit ihrer Tochter zusammen gesessen und die Privatklägerin 2 habe ihn gefragt, 

ob er ein Stück Kuchen wolle. Weiter führte er aus, der Vorfall mit dem Kuchen 

habe an einem Sonntag stattgefunden, er denke am 23. November 2014. Er habe 

nie ein Messer wegen eines Kuchens genommen, seine Tochter sei am Sonntag-

morgen auch mit ihm auf dem Sofa gesessen (Prot. S. 61 f.).  

2.6.4. Zunächst fällt auf, dass sich der Beschuldigte offensichtlich nicht sicher ist, 

ob der Vorfall mit dem Kuchen am Samstagabend oder am Sonntag statt-

gefunden hat (vgl. Prot. I S. 61 f.), was per se nicht gegen die Glaubhaftigkeit 

seiner Aussagen spricht und letztlich auch nicht relevant ist. Sodann stimmen die 

Aussagen des Beschuldigten betreffend die Diskussion mit dem Kuchen zwar mit 

den Depositionen der Privatklägerin 2 überein, mit Blick auf das Kerngeschehen 

beschränkte sich der Beschuldigte jedoch darauf, den Vorwurf pauschal zu 

bestreiten (Urk. 5/1 S. 8; Urk. 5/3 S. 3 ff.) und führte dazu aus, wenn er zu Hause 

sei, dann sei er immer mit den Kindern. Am Sonntag würden sie mit den Kindern 

in die Kirche gehen und wenn er frei habe, sei er immer 100% für die Kinder da 

(Urk. 5/3 S. 6). Gleiches Aussageverhalten lässt sich sodann anlässlich der 

vorinstanzlichen Befragung beobachten, wobei der Beschuldigte zum Vorfall 

- 29 - 

befragt erneut versucht, vom Beweisthema abzulenken und ungefragt angibt, es 

sei an jedem Tag das gleiche, er komme nach Hause, dusche, esse und gehe 

dann ins Bett. In dieser Zeit hätten beide Kinder Ohrenschmerzen vom 

Kindergarten gehabt und er habe nach ihnen geschaut (Prot. I S. 61). Damit 

vermag der Beschuldigte den glaubhaften Ausführungen der Privatklägerin 2 

nichts Überzeugendes entgegenzusetzen und es kann mit der Vorinstanz nicht 

auf seine Angaben abgestellt werden. Hingegen wirken die von der Privatklägerin 

2 beschriebenen Schilderungen insgesamt derart authentisch, dass sich ein nicht 

erlebnisbasierter Hintergrund als nicht vorstellbar erweist.  

2.6.5. An diesem Ergebnis ändert auch der von der Verteidigung vorgebrachte 

Umstand nichts, dass die Privatklägerin 2 den angeklagten Vorfall weder in den 

ersten polizeilichen Einvernahmen, noch im Rahmen der ärztlichen Untersuchung 

erwähnt habe (Urk. 124 S. 8). Denn wie bereits vorstehend erwähnt, hat sich die 

Privatklägerin 2 anfänglich, d.h. nach der gegen ihren Willen erfolgten Anzeige-

erstattung durch ihre Mutter, anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme vom 

5. Dezember 2014 noch klar gegen eine Strafuntersuchung ausgesprochen 

(Urk. 1/2 S. 2; Urk. 3/1 S. 2). Dies brachte sie auch gegenüber Dr. med. I._____ 

im Rahmen einer ärztlichen Konsultation vom 2. Dezember 2014 deutlich zum 

Ausdruck, als sie angab, sie sei einer Anzeige gegen ihren Ehemann abgeneigt 

und wolle eine Einstellung der durch ihre Mutter eingeleiteten Untersuchung. 

Dr. med. I._____ berichtete sie sodann ausschliesslich vom zeitlich nächsten Vor-

fall vom 27. November 2014 (vgl. nachfolgend Anklageziffern 2.1-3; Urk. 3/4 An-

hang 3), was nachvollziehbar erscheint und woraus nichts zulasten der Glaubhaf-

tigkeit ihrer übrigen Aussagen abgeleitet werden kann. Gleiches gilt betreffend ih-

re im Rahmen der zweiten polizeilichen Einvernahme vom 17. Dezember 2014 

deponierten Angaben, da sie nur punktuell bzw. auch damals vorallem zum zeit-

lich nächsten Vorfall vom 16. Dezember 2014 gemäss Anklageziffer 3 befragt 

wurde (vgl. Urk. 3/2).  

2.6.6.  Nach dem Gesagten bestehen gestützt auf die glaubhaften Aussagen der 

Privatklägerin 2 keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte der Privatklägerin 2 

die Klinge eines Filetiermessers zunächst an den Hals gehalten und ihr dann mit 

- 30 - 

der Spitze in den Hals gestochen hat und damit einen feinen Schnitt am Hals der 

Privatklägerin 2 verursacht hat. Anhand der zitierten und glaubhaften Aussagen 

der Privatklägerin 2 lässt sich weiter erstellen, dass sie in dieser Bedrohungs-

situation Angst hatte und sich in Kauerstellung begab. Der im Zusammenhang mit 

dem Vorwurf der Gefährdung des Lebens zur Anklage gebrachte Sachverhalt ist 

damit erstellt.  

2.7. Zum Vorwurf der Nötigung (Ausschliessen, Anklageziffer 2.1) 

2.7.1. Vorab ist im Hinblick auf die Vorbringen der Verteidigung darauf hin-

zuweisen, dass sich die Privatklägerin 2 erstmals im Rahmen der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. Januar 2015 umfassend äusserte, so 

auch zu den Ereignissen vom 27. November 2014, welche sodann im Rahmen 

der Anklagevorwürfe Ziffern 2.1, 2.2 und 2.3 Eingang in die Anklageschrift 

gefunden haben.  

2.7.2. Hinsichtlich des Anklagevorwurfs der Nötigung durch Ausschliessen führte 

die Privatklägerin 2 in der genannten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft 

vom 19. Januar 2015 zunächst aus, es sei ein Donnerstag gewesen, wobei sie 

jeweils Donnerstags arbeite. Der Beschuldigte habe ihr am Vorabend gesagt, sie 

müsse ihn fragen, wenn sie arbeiten gehen möchte. Er habe gesagt, wenn sie ihn 

nicht frage, sei er kein Mann mehr. Am nächsten Tag habe der Beschuldigte sie 

mehrmals angerufen und ihr gesagt, dass sie nach Hause kommen solle. Sie 

habe ihm geantwortet, dass sie sowieso früher nach Hause kommen werde, da 

sie wegen der Tochter noch ein Elterngespräch im Kindergarten hätten. Sie sei 

dann zum vereinbarten Zeitpunkt um 15:45 Uhr nach Hause gekommen und der 

Beschuldigte habe die Tür nicht aufgemacht. Sie habe versucht ihn anzurufen, auf 

das Handy sowie aufs Festnetz, aber es habe niemand geantwortet. Weiter gab 

sie zu Protokoll, sie habe aber gewusst, dass der Beschuldigte oben bei den 

Kindern im Kinderzimmer am spielen gewesen sei. Dann habe sie ein paar Mal 

geklingelt und angerufen und sei dann wieder zurück ins Auto und habe sich 

überlegt, was sie tun solle. Dann sei sie in den Kindergarten gefahren und habe 

den Termin persönlich abgesagt (Urk. 3/4 S. 6). Weiter führte die Privatklägerin 2 

auf entsprechende Nachfrage aus, es sei ihr nicht möglich gewesen, ins Haus zu 

- 31 - 

gelangen, da abgeschlossen gewesen sei und ein Schlüssel im Schloss gesteckt 

habe. Auch über den Keller oder den Balkon sei es ihr nicht möglich gewesen, ins 

Haus zu gelangen. Sie sei dann zu ihren Eltern gegangen, um ihr Mobiltelefon 

aufzuladen. Weinend gab die Privatklägerin 2 sodann zu Protokoll, dass sie bei 

dieser Gelegenheit ihrer Mutter habe sagen müssen, was in den letzten drei 

Jahren vorgefallen sei und dass der Beschuldigte sie erneut ausgeschlossen 

habe. Sie habe ihr zuvor nie etwas erzählt, aber an diesem Tag hätte sie nicht 

anders gekonnt (Urk. 3/4 S. 7). Nach etwa eineinhalb Stunden sei sie nach Hause 

zurückgekehrt. Es sei bereits dunkel gewesen. Sie habe vorne geklingelt und ihre 

Kinder seien zur Tür gekommen und hätten gesagt "Mama, wir können nicht 

aufmachen". Sie sei dann auf den Balkon gegangen, wo ihre Tochter ihr 

schliesslich die Türe geöffnet habe (Urk. 3/4 S. 8).  

2.7.3. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 30. September 

2015 ergänzte die Privatklägerin 2 ihre deponierten Aussagen dahingehend, als 

dass sie zu Protokoll gab, der Beschuldigte habe ihr gesagt, sie müsse ihn fragen, 

ob sie zur Arbeit gehen dürfe. Sie habe ihm gesagt, dass sie nicht erneut bei der 

Arbeit fehlen könne, da sie bereits ein oder zwei Wochen zuvor zuhause 

geblieben sei, als die Kinder krank gewesen seien. Er habe sie schräg angesehen 

und gefragt, ob sie wirklich gehen wolle. Sie habe entgegnet, dass sie gehen 

müsse. Er habe sie dann mehrmals bei der Arbeit angerufen, zuerst auf das 

Geschäftstelefon, später auf ihr Mobiltelefon, um ihr zu sagen, dass sie früher 

nach Hause kommen solle. Am Telefon oder am Abend zuvor habe er gesagt, 

dass sie sehen werde, was passiere, sollte sie nicht nach Hause kommen. Er 

müsse zeigen, dass er der Mann im Haus sei. Sie habe ihm bei einem 

Telefongespräch gesagt, sie könne wegen der Arbeit nicht sofort nach Hause 

kommen, werde aber wegen des Elterngesprächs früher zu Hause sein. Dies sei 

um 15:50 Uhr gewesen. Bei ihrer Ankunft habe sie weder die Haustüre noch die 

Kellertüre öffnen können. Sie habe mehrmals geklingelt und sei ums Haus 

gegangen. Bei der Balkontüre habe sie ins Haus geschaut, aber niemanden 

gesehen. Sie habe aber gewusst, dass die Kinder zuhause gewesen seien, da 

ihre Schuhe draussen gestanden seien. Sie habe vermutet, dass sie im oberen 

Stock gespielt hätten. Sie habe versucht den Beschuldigten sowohl auf dem 

- 32 - 

Mobiltelefon als auch auf dem Festnetztelefon zu erreichen, wobei der 

Beschuldigte das Telefon nicht abgenommen habe (Prot. I S. 23 ff.). Auf 

entsprechende Nachfrage führte sie weiter aus, sie habe es etwa zehn Minuten 

lang versucht. Auch im Auto habe sie noch gewartet und von da aus versucht, 

den Beschuldigten zu erreichen. Er sei wütend gewesen und habe seine Macht 

demonstrieren wollen, weil sie nicht früher nach Hause gekommen sei. Dann sei 

sie alleine in den Kindergarten gefahren und habe der Kindergärtnerin mitgeteilt, 

dass ihr Mann verhindert sei und sie das Gespräch verschieben müssten. Sie sei 

zu ihrem Elternhaus gefahren, da ihr Mobiltelefon-Akku leer gewesen sei und sie 

ihn bei ihren Eltern habe aufladen wollen. Ihre Mutter sei zuhause gewesen. Ihr 

habe sie erzählt, dass sie ein Elterngespräch gehabt hätten, der Beschuldigte sie 

aber nicht ins Haus gelassen habe. Etwa zwischen 17:30 Uhr und 18:00 Uhr sei 

sie nach J._____ [Ortschaft] zurückgekehrt. Über den Balkon habe sie nicht ins 

Haus gelangen können, da es dort keine Leiter gegeben habe. Die Kinder hätten 

durchs Glasfenster der Haustüre geschaut und gesagt, dass sie nicht öffnen 

könnten. Sie habe den Kindern gesagt, dass sie den Beschuldigten holen sollten. 

Der Beschuldigte sei aber nicht gekommen. Sie sei dann ums Haus 

herumgegangen und die Kinder hätten ihr die Terrassentüre geöffnet. Im Haus 

habe sie dem Beschuldigten gesagt, dass es ihr wegen des Kindergartentermins 

peinlich gewesen sei. Er habe nur gesagt, dass sie froh sein könne und sie nur 

wegen der Kinder hereingelassen worden sei. Er hätte sie nicht mehr ins Haus 

gelassen (Prot. I S. 25 ff.). 

2.7.4. Der Beschuldigte machte demgegenüber im vorinstanzlichen Verfahren im 

Wesentlichen geltend, er habe an diesem Tag mit den Kindern im ersten Stock 

gespielt und sein Natel oder das Festnetztelefon nie gehört. Die Türglocke sei so 

laut, dass man diese im ganzen Haus hören würde. Wenn die Privatklägerin 2 

wirklich dort gewesen wäre, so der Beschuldigte, hätte sie einfach rufen können 

und sie (er und die Kinder) hätten die Privatklägerin 2 gehört. Er habe bis 16:00 

Uhr oder 16:30 Uhr auf die Privatklägerin 2 gewartet, welche jedoch nicht nach 

Hause gekommen sei. Dann habe er die Kinder geduscht und für sie gekocht. 

Nach 18:00 Uhr sei dann die Privatklägerin 2 draussen gewesen, wobei er seiner 

Tochter gesagt habe, dass sie ihr die Tür öffnen solle (Prot. I S. 63 f.). 

- 33 - 

2.7.5. Die Verteidigung des Beschuldigten führt zunächst aus, es könne beim vor-

liegend Vorfall durchaus möglich sein, dass ein Teil der von der Privatklägerin 2 

erwähnten Geschichte stimme, nämlich, dass sie effektiv vor der Haustüre ge-

standen sei und das Haus nicht habe betreten können, da der Beschuldigte im 

oberen Stock mit den Kindern am Spielen gewesen sei und er das Telefon nicht 

habe läuten hören. Denn an der Türe habe die Privatklägerin 2 seltsamerweise 

zuerst gar nicht geläutet. Zudem – so die Verteidigung weiter – sei unklar geblie-

ben, woher sie im Übrigen hätte wissen sollen, dass er mit den Kindern im 

1. Stock am Spielen gewesen sei (Urk. 124 S. 12). 

2.7.6. Mit den zitierten Aussagen der Privatklägerin 2 ist widerlegt, dass sie an-

geblich zuerst gar nicht an der Türe gelautet habe. Bei der Staatsanwaltschaft hat 

die Privatklägerin 2 zu Protokoll gegeben, sie sei zur vereinbarten Zeit nach Hau-

se gekommen und der Beschuldigte habe die Tür nicht aufgemacht, was impli-

ziert, dass sie sich an der Türe bemerkbar gemacht hatte. Weiter gab sie in der 

Folge an, sie habe ein paar Mal geklingelt und dann den Beschuldigten angerufen 

(Urk. 3/4 S. 6). Dies bestätigte sie auch im Rahmen der Befragung durch die Vor-

instanz und führte aus, dass sie die Haustür an diesem Tag nicht habe auf-

schliessen können und sie dann mehrmals geklingelt habe. Daraufhin sei sie um 

das Haus gegangen. Bei der Balkontüre habe sie hineingesehen, aber nieman-

dem im Haus gesehen. Sie habe aber gewusst, dass die Kinder zu Hause seien, 

da ihre Schuhe draussen gestanden seien, weshalb sie vermutet habe, dass sie 

im oberen Stock am spielen gewesen seien (Prot. I S. 25). Mit diesen Aussagen 

liefert die Privatklägerin 2 entgegen den Vorbringen der Verteidigung auch eine 

plausible Erklärung für ihre Vermutung, dass die Kinder im 1. Stock am spielen 

gewesen seien.  

2.7.7. Mit der Vorinstanz weisen die Aussagen der Privatklägerin 2 sodann 

verschiedene Realitätskriterien auf, welche vorliegend für deren Glaubhaftigkeit 

sprechen. Die Privatklägerin 2 hat in beiden vorgenannten Einvernahmen 

konstante und detaillierte Aussagen gemacht, welche jedoch nicht in einem 

solchen Masse deckungsgleich sind, als dass sie als erlernt erscheinen würden. 

Sodann enthalten ihre Schilderungen auch nebensächliche Einzelheiten, 

- 34 - 

Komplikationen im Handlungsablauf (Mobiltelefon-Akku sei leer gewesen) sowie 

plausible Angaben zu Interaktionen (mit ihren Kindern), wie dies bereits die 

Vorinstanz richtig erkannt hat. Zudem ist die Privatklägerin 2 im Rahmen der ge-

nannten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme in dem Moment in Tränen aus-

gebrochen, als sie zu Protokoll gegeben hat, sie habe ihrer Mutter einfach alles 

sagen müssen, was in den letzten drei Jahren vorgefallen sei, was sehr 

authentisch wirkt, da ihre Körpersprache den Inhalt ihrer Aussage eindrücklich 

unterstreicht (Urk. 3/4 S. 7; Urk. 65, Datei M2U00006).   

2.7.8. Hinzu kommen folgende Rahmenumstände, die den fraglichen Sachverhalt, 

wie er in der Anklageschrift aufgeführt ist, indizieren: Gemäss Zeugenaussage der 

Mutter der Privatklägerin 2, sei diese am 27. November 2014 um circa 16:30 Uhr 

die Treppe hochgelaufen und habe zu ihr gesagt: "Mami, er lässt mich nicht ins 

Haus rein. Anstatt zwei bis drei Stunden im Auto zu warten, komme ich jetzt zu 

dir." Die Privatklägerin 2 habe zu weinen begonnen und erzählt, dass sie um 

15:30 Uhr einen Termin im Kindergarten gehabt hätten, um über K._____ zu 

sprechen. Die Privatklägerin 2 sei zeitig zu Hause gewesen, aber der Be-

schuldigte habe ihr die Türe nicht aufgemacht. Nachdem die Privatklägerin 2 

zuerst geäussert habe, sie würde bis 21:00 Uhr bleiben und dann mal nach 

drüben gehen, wenn die Kinder im Bett seien, habe die Privatklägerin 2 ihr ge-

genüber nach 45 Minuten erklärt, dass sie über den Balkon ins Haus gelangen 

könne. Die Kinder würden sie jeweils rein lassen. Sie, die Zeugin F._____, habe 

die Privatklägerin 2 circa 15 Minuten später aufs Mobiltelefon angerufen, worauf-

hin ihr diese erzählt habe, dass sie nun bei der Balkontüre stehe und ihr die 

Kinder sogleich öffnen würden (Urk. 6/1 S. 4 f.).  

2.7.9. Weiter decken sich die Angaben der Privatklägerin 2 mit den Aussagen von 

L._____ (nachfolgend L._____), der Kindergärtnerin des gemeinsamen Kindes 

K._____, welche im Rahmen der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 

30. September 2015 als Zeugin einvernommen wurde (Prot. I S. 102 ff.). Die 

Zeugin L._____ deponierte im Rahmen der genannten Zeugeneinvernahme 

zunächst, dass sie sich nicht mehr an das genaue Datum erinnere, wann das 

Elterngespräch hätte stattfinden sollen, es sei aber möglich, dass es Ende 

- 35 - 

November 2014 gewesen sei. Das Elterngespräch hätte am Nachmittag nach 

dem Kindergarten stattfinden sollen. Die Kinder seien bis 15:35 Uhr bei ihr und 

dies heisse, dass sie Elterngespräche circa ab 16:00 Uhr vereinbart habe. Das 

Elterngespräch mit dem Beschuldigten und der Privatklägerin 2 sei, soweit sie 

sich erinnere, einmal verschoben worden. Die Privatklägerin 2 sei circa 10 

Minuten nach dem vereinbarten Zeitpunkt persönlich erschienen und habe 

gesagt, dass an diesem Tag kein guter Zeitpunkt für das Gespräch sei und habe 

für eine Verschiebung angefragt. Ihr sei kein Grund angegeben worden und sie 

wisse nicht, ob die Privatklägerin 2 über den Beschuldigten gesprochen habe. Die 

Privatklägerin 2 habe einfach gesagt, dass das Gespräch an diesem Tag nicht 

stattfinden könne. Es sei schwierig einzuschätzen, wie sie gewirkt habe, vielleicht 

etwas gestresst (Prot. I S. 104 f.).  

2.7.10. Damit lassen sich die Aussagen der Zeuginnen F._____ und L._____ 

ohne Weiteres mit dem von der Privatklägerin 2 geschilderten zeitlichen Ablauf in 

Einklang bringen, wonach sie um circa 15:45 Uhr zu Hause vor dem Haus 

gestanden sei, danach in den Kindergarten gefahren sei, was mit der Angabe der 

Zeugin L._____ korreliert, die Privatklägerin 2 sei circa 10 Minuten nach dem 

vereinbarten Termin, also um circa 16:10 Uhr persönlich erschienen. Diesbezüg-

lich erhob die Verteidigung den Einwand, es könne schon deshalb nicht zutreffen, 

dass die Privatklägerin 2 wie von ihr behauptet um 15:45 Uhr rechtzeitig zu Hause 

geklingelt habe, da sie vor Vorinstanz angegeben habe, sie habe um 15:50 Uhr 

vom Büro aus telefoniert und gesagt, sie könne wegen der Arbeit nicht nach Hau-

se kommen (Urk. 124 S. 13 f.). Bei genauerer Betrachtung der Aussagen der Pri-

vatklägerin 2 geht dieser Einwand fehl: Die Privatklägerin 2 hat an der Hauptver-

handlung vor Vorinstanz auf entsprechende Nachfrage zu Protokoll gegeben, der 

Beschuldigte habe ihr während der Arbeit telefoniert und sie aufgefordert, sofort 

nach Hause zu kommen. Sie habe ihm gesagt, dass sie jetzt noch nicht nach 

Hause kommen könne, jedoch wegen dem Elterngespräch im Kindergaren früher 

nach Hause kommen werde. Das sei um 15:50 Uhr gewesen (Prot. I S. 24). Mit 

dieser Zeitangabe bezieht sie sich offensichtlich auf den ungefähren Zeitpunkt ih-

res Eintreffens zu Hause und nicht auf den Zeitpunkt des mit dem Beschuldigten 

geführten Telefonats. Folglich stimmt diese Angabe auch mit ihrer bei der Staats-

- 36 - 

anwaltschaft deponierten Aussage überein, wonach sie – wie bereits erwähnt – 

um 15:45 Uhr nach Hause gekommen sei (Urk. 3/4 S. 6).  

2.7.11. Gleichzeitig lassen die zitierten Depositionen der Privatklägerin 2 ebenfalls 

plausibel erscheinen, dass die Privatklägerin 2 dann um circa 16:30 Uhr bei ihrer 

Mutter eingetroffen sei. Gemäss Aussagen der Zeugin F._____ sei die Privat-

klägerin 2 sodann nach 45 Minuten, d.h. um circa 17:15 Uhr gegangen, was 

wiederum mit den Aussagen der Privatklägerin 2 übereinstimmt, welche ange-

geben hat, sie sei nach circa 1 ½ oder 2 Stunden, etwa zwischen 17:30 Uhr und 

18:00 Uhr nach Hause zurückgekehrt, als es schon dunkel gewesen sei (Urk. 3/4 

S. 8; Prot. I S. 26). Dabei hat sich die Privatklägerin 2 mit ihrer Angabe von circa 

1 ½ oder 2 Stunden auf ihre Rückkehr nach dem Eintreffen bei ihren Eltern 

bezogen und nicht, wie die Verteidigung im vorinstanzlichen Verfahren behaupte-

te, auf den Zeitpunkt, als sie um 15:45 Uhr vor dem Haus gestanden sei (Urk. 68 

S. 30). Somit ist auch Einwand der Verteidigung widerlegt, wonach das Zeitgefühl 

der Privatklägerin 2 nicht stimmen könne.  

2.7.12. Ebenso unbegründet erweist sich die Kritik der Verteidigung, auch ein 

Blick in den SMS-Verkehr zwischen der Privatklägerin 2 und dem Beschuldigten 

wecke erheblichste Zweifel an der Sachverhaltsdarstellung der Privatklägerin 2. 

So geht aus der SMS-Konversation der Privatklägerin 2 und dem Beschuldigten 

hervor, dass die Privatklägerin 2 dem Beschuldigten um circa 17:00 Uhr ge-

schrieben hat, sie hätten einen Termin die folgende Woche am Dienstag um 

16:00 Uhr (Urk. 69/2). Dabei ist nicht ersichtlich, inwiefern diese um 17:05 Uhr 

versendete Textnachricht gegen die von ihr geschilderte zeitliche Abfolge bzw. 

ihre Darstellung des Sachverhalts sprechen sollte, da sie sich zu diesem 

Zeitpunkt mutmasslich noch bei ihren Eltern aufgehalten hat. Ferner kann auch 

aus der Tatsache, dass die Privatklägerin 2 in ihrer Textnachricht das Aussperren 

nicht erwähnte, nichts zu Gunsten des Beschuldigten abgeleitet werden, sondern 

scheint vielmehr, wie es die Vorinstanz würdigt, ein weiteres Indiz für die 

Resignation der Privatklägerin 2 nach dem Vorfall und den herrschenden Umgang 

zwischen den Parteien zu sein.  

- 37 - 

2.7.13. Auch lassen sich die Depositionen der Privatklägerin 2 nicht mit den von 

der Verteidigung eingereichten Verbindungsnachweisen widerlegen und der Ver-

teidigung kann nicht gefolgt werden wenn sie vorbringt, die Aussagen der Privat-

klägerin 2 würden offensichtlich nicht zutreffen (Urk. 124 S. 14). Anlässlich der 

Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft hat die Privatklägerin 2 dazu nämlich 

– relativ unpräzis – angegeben, der Beschuldigte habe sie "mehrere Male ins Ge-

schäft und auch auf ihr Handy" angerufen (Urk. 3/4 S. 6). Im Rahmen der Befra-

gung durch die Vorinstanz führte die Privatklägerin 2 ebenfalls aus, der Beschul-

digte habe sie mehrmals angerufen, ein- bis zweimal auf ihrem Geschäftstelefon 

und danach auf ihrem Handy (Prot. I S. 24). Dem eingereichten Auszug der Ver-

bindungsnachweise vom Handy des Beschuldigten lässt sich immerhin entneh-

men, dass am 27. November 2014 zwei – und damit mehrere – Anrufe getätigt 

wurden, einmal auf das Handy der Privatklägerin 2 und sodann auf den Festnetz-

anschluss der D._____ AG (vgl. Urk. 125/2 S. 4).  

2.7.14. Sodann kann der Vorinstanz gefolgt werden, wenn sie festhält, der 

Beschuldigte habe das Randgeschehen teilweise detailliert und glaubhaft 

geschildert, wobei insbesondere auf die Aussagen im Rahmen der Befragung 

durch die Vorinstanz zu verweisen ist (Prot. I S. 65). Bezüglich des Kern-

geschehens fällt jedoch auf, dass der Beschuldigte angab, er sei um 15:45 Uhr 

bereit für die Sitzung und mit den Kindern bis 16:00 Uhr unten gewesen (Prot. I 

S. 65), nachdem er zuvor zu Protokoll gegeben hatte, er sei mit den Kindern bis 

16:00 Uhr im ersten Stock gewesen (Prot. I S. 64). Nicht plausibel erscheint wei-

ter, dass die Privatklägerin 2 angeblich am Mittwochabend gesagt habe, dass sie 

am Donnerstagmorgen nicht arbeiten gehe, damit sie den von der Lehrerin 

erhaltenen Fragekatalog hätten beantworten können. Ebenso ist nicht nach-

vollziehbar, dass der Beschuldigte wie erwähnt angeblich um 15:45 Uhr bereit für 

die Sitzung und um 16:00 Uhr mit den Kindern im unteren Stock gewesen sei, die 

Privatklägerin 2 aber – wie von der Verteidigung auch an der Berufungsverhand-

lung vorgebracht (Urk. 124 S. 12 f.) – weder gesehen, noch die Türglocke oder 

das Telefon gehört haben soll (Prot. I S. 63 ff.). Wie bereits die Vorinstanz 

zutreffend erwogen hat, wäre es naheliegend gewesen, dass der Beschuldigte 

versucht hätte, die Privatklägerin 2 auf ihrem Mobiltelefon zu erreichen, zumal er 

- 38 - 

sie ja bereits zuvor kontaktiert hatte. Folglich kann dem vorinstanzlichen Schluss 

vollumfänglich beigepflichtet werden, wonach die zitierten Aussagen des Be-

schuldigten als Schutzbehauptungen zu werten sind (Urk. 88 S. 22).  

2.7.15. Wie vorstehend ausgeführt, lassen sich die Aussagen der Privatklägerin 2 

hingegen ohne Weiteres mit den zur Tatzeit vorhandenen äusseren Umständen 

verflechten und werden insbesondere durch die Angaben der Zeuginnen F._____ 

und L._____ untermauert. Gestützt auf die genannten Indizien, namentlich die 

glaubhafteren Aussagen der Privatklägerin 2 sowie die überwiegend für den 

Anklagesachverhalt sprechenden Rahmenumstände, ist der Anklagesachverhalt 

gemäss Ziffer 2 erstellt.  

2.8. Zum Vorwurf der Drohung und Nötigung (Fesselung und Einflössen eines 

alkoholischen Mischgetränks, Anklageziffern 2.2 und 2.3) 

2.8.1. Mit der Vorinstanz werden die Anklagevorwürfe gemäss Ziffern 2.2 und 2.3 

aufgrund ihrer zeitlichen und inhaltlichen Verknüpfung gemeinsam geprüft. Die 

Anklagevorwürfe stützen sich auch hier auf die Schilderungen der Privatklägerin 2 

betreffend die Geschehnisse, welche sich gleichentags nach dem vorstehend er-

stellten Aussperren aus dem Haus im weiteren Verlauf des Abends zugetragen 

haben sollen. Nicht zu beanstanden ist in diesem Zusammenhang, dass die 

Vorinstanz die Aussagen der Privatklägerin 2 betreffend Vergewaltigung 

ausgeklammert hat, soweit diese keinen direkten Zusammenhang mit der 

Sachverhaltserstellung der eingeklagten Vorwürfe oder der Glaubhaftigkeits-

beurteilung aufweisen würden. 

2.8.2. Die Privatklägerin 2 hat insbesondere im Rahmen der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme vom 19. Januar 2015 sehr detaillierte Angaben zu den 

Anklagevorwürfen gemacht und ausgeführt, es hätte nach dem vorstehend erstell-

ten Vorfall mit dem Aussperren (Anklageziffer 1) keine grossen Diskussionen 

mehr gegeben. Sie hätten dann gegessen und als die Kinder im Bett gewesen 

seien, vielleicht um 21:00 Uhr, sei sie in die Küche abwaschen gegangen. Der 

Beschuldigte habe in die Küche kommen wollen, wobei sie ihm gesagt habe, er 

könne schon kommen, aber er müsse nicht wieder ein Messer nehmen. Daraufhin 

- 39 - 

habe der Beschuldigte gesagt, er wolle nur ein Glas Wasser holen. Der 

Beschuldigte habe Paketschnur in den Händen gehabt und diese um ihren Rumpf 

gewickelt. Sie habe gedacht, dass er sie nun wohl wieder für irgendetwas gefügig 

machen wolle. Danach habe der Beschuldigte immer fester zugebunden und auch 

begonnen, die Handgelenke zuzubinden. Sie habe ihm gesagt, das es weh tue. 

Er habe aber einfach weitergemacht und immer fester zugebunden. Sie habe 

dann die Küche verlassen und sei ins Gästezimmer gegangen. Da keine 

Paketschnur mehr vorhanden gewesen sei, habe der Beschuldigte begonnen, sie 

mit Klebeband zu umwickeln. Sie sei daraufhin lauter geworden und er habe 

gesagt: "Psst, nicht so laut." Daraufhin habe er ihr ein Klebeband über den Mund 

geklebt. Dann habe er den Schal, den sie getragen habe, an sich genommen und 

versucht, diesen um ihre Fesseln zu binden. Sie habe immer wieder gesagt: 

"Nein, nicht so fest." Als er sie unten gefesselt habe, habe sie versucht oben die 

Fesseln zu lockern und umgekehrt, da sie ja nicht gewusst habe, was noch 

kommen würde (Urk. 3/4 S. 8). Obwohl sie schon recht unbeweglich gewesen sei, 

habe er gemerkt, dass die Fesselung nicht richtig funktionierte, weshalb er ihr ein 

Lunghi-Tuch, welches er sich umgebunden gehabt habe, um den Hals gebunden 

habe. Sie habe automatisch begonnen lauter und schneller zu atmen, da sie 

wirklich Angst gehabt habe. Er habe das Tuch so gebunden, dass er am Strang 

habe ziehen können und es sich dadurch immer mehr zugeschnürt habe. Durch 

die Geräusche sei dann der Sohn so halb erwacht und habe zu weinen 

begonnen. Sie habe wirklich etwas Todesangst verspürt und habe gedacht "nein, 

jetzt erwürgt er mich hier unten und die Kinder schlafen oben" (Urk. 3/4 S. 9).  

2.8.3. Weiter hat die Privatklägerin 2 auf entsprechende Nachfrage angegeben, 

der Beschuldigte habe dabei nichts gesagt und sie habe einfach versucht, sich zu 

wehren, weil die Fesselung weh getan habe. Sie habe aber gewusst, dass sie es 

nicht habe verhindern können, da der Beschuldigte ihr am Vorabend ja gesagt 

habe, dass er kein Mann mehr sei und sie bestrafen würden, wenn sie ohne ihn 

zu fragen arbeiten gehen würde. Der Beschuldigte habe sich nach oben in den 

zweiten Stock begeben und dem Kind etwas vorgesungen, bis es wieder 

geschlafen habe. Sie sei während dieser Zeit unten auf dem Sofa gelegen oder 

gesessen (Urk. 3/4 S. 9). Der Beschuldigte sei dann in die Küche gegangen und 

- 40 - 

habe irgendeinen Alkohol, den er jeweils trinke, mit Traubensaft gemischt. Dann 

habe sie das ganze Glas austrinken müssen, wobei es vielleicht 2dl gewesen 

seien. Daraufhin sei er weggegangen und habe fern gesehen, bis er gedacht 

habe, dass das Ganze gewirkt habe und sie etwas "beduselt" gewesen sei. Dann 

habe er Geschlechtsverkehr gewollt. Auf entsprechende Nachfrage präzisierte die 

Privatklägerin 2, sie hätte das Getränk trinken müssen, wobei der Beschuldigte ihr 

die Nase zugehalten habe. Er habe ihr das Glas vor den Mund gehalten, ihr die 

Nase zugehalten und gesagt, sie solle das Mischgetränk trinken. Sie habe schon 

gesagt, dass es "grusig" sei und sie habe nicht das ganze Glas austrinken wollen. 

Bei den letzten Schlucken habe sie fast erbrechen müssen, da sie sonst nicht so 

Alkohol trinke. Sie habe sich gedacht, wenn sie trinke, dann sei Ruhe, dann 

könne er machen, was er wolle und dann sei fertig. Sie habe sich nicht gewehrt, 

da sie den Lunghi noch immer um ihren Hals gehabt habe (Urk. 3/4 S. 10). 

2.8.4. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ergänzte die Privat-

klägerin 2 ihre bis dahin deponierten Aussagen dahingehend, dass der Be-

schuldigte mit einer Paketschnur von hinten auf sie zugekommen sei und ihr 

diese um den Körper und die Handgelenke gewickelt habe. Sie habe zuerst 

gedacht, dass es auf etwas Sexuelles hinauslaufe, ein Spiel oder so. Er habe 

fester zugezogen, wobei sie sich gewehrt und gesagt habe, dass es ihr weh tue. 

Er habe nichts gesagt und immer fester zugezogen. Als er keine Paketschnur 

mehr gehabt habe, habe er ein Klebeband aus dem Schrank genommen und es 

ihr um die Handgelenke gewickelt. Sie glaube sich zu erinnern, dass er ihr die 

Hände mit der Schnur an den Körper gezogen habe. Das Klebeband habe er 

auch über ihren Mund geklebt. Auf entsprechende Nachfrage gab sie an, sie hätte 

sich gar nie ganz befreien können, da er immer wieder "Zeugs" um sie herum 

gewickelt habe (Prot. I S. 28). Ihren Schal hätte er ihr zuerst um die Fussgelenke 

gewickelt. Als sie diesen ein wenig habe lösen können, habe er ihr den Lunghi um 

den Hals gebunden. Je mehr sie sich gewehrt habe, desto mehr habe er am 

andern Ende zugezogen. Einen Moment lang habe sie bereits "Sterne" gesehen. 

Sie sei in einer Art Schockstarre gewesen. Im Nachhinein glaube sie, dass nicht 

viel gefehlt und der Beschuldigte ganz zugezogen hätte, wenn der Sohn sich nicht 

gemeldet und sie sich nicht gewehrt hätte. Sie glaube, die Fesselung sei eine 

- 41 - 

Bestrafung dafür gewesen, dass sie arbeiten gegangen sei und nicht getan habe, 

was er von ihr gewollt habe (Prot. I S. 29).  

2.8.5. Nachdem der Sohn sich beruhigt gehabt habe, so die Privatklägerin 2 

weiter, sei der Beschuldigte in die Küche gegangen und habe ein Glas mit Alkohol 

und einem Traubensaftgemisch geholt. Sie sei auf dem Sofa gesessen und habe 

den Lunghi noch immer um den Hals gehabt. Der Beschuldigte habe ihr gesagt, 

dass sie trinken solle. Sie habe ein bis zwei Schlucke getrunken, woraufhin er ihr 

die Nase zugehalten und gesagt habe, sie solle das ganze Glas austrinken. Da 

ihre Arme gefesselt gewesen seien, habe sie das Glas nicht selber halten können 

und der Beschuldige habe es ihr eingeflösst. Schliesslich gab die Privatklägerin 2 

zu Protokoll, sie denke, dass der Beschuldigte sie im Hinblick auf sexuelle 

Handlungen habe gefügig machen wollen, was bereits früher vorgekommen sei. 

Sie selber habe das Klebeband gelöst und sei, nachdem der Beschuldigte sie 

"vergewaltigt" habe, aufgestanden und habe den Schal von ihren Füssen 

genommen (Prot. I S. 30). 

2.8.6. Mit diesen Angaben hat die Privatklägerin 2 den Ablauf der Ereignisse 

bezüglich der anklagegegenständlichen Fesselung durch den Beschuldigten 

sowie betreffend das erzwungene Einflössen eines alkoholischen Mischgetränks 

in sämtlichen Einvernahmen, wenn nicht wortwörtlich, so doch sinngemäss 

identisch geschildert. Mit der Vorinstanz ist deshalb zu betonen, dass die 

Aussagen der Privatklägerin zunächst durch deren inhaltliche Konstanz 

überzeugen. Auch hier fällt auf, dass die Privatklägerin 2 ihre Aussagen zum Teil 

erweitert hat, wobei diese Erweiterungen bzw. Ergänzungen entgegen den 

Vorbringen der Verteidigung (Urk. 68 S. 31 f.) die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen 

nicht schmälern. So lassen sich die von der Verteidigung monierten 

Abweichungen bzw. Ergänzungen namentlich dadurch erklären, dass die 

Privatklägerin 2 im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme viel 

präziser befragt wurde, als noch bei der Polizei, weshalb es durchaus 

nachvollziehbar ist, dass ihr neue Einzelheiten eingefallen sind. Sodann kann 

entgegen der Verteidigung aus einer Erweiterung der Aussage auch nicht einfach 

geschlossen werden, die aussagende Person habe sich in Widersprüche 

- 42 - 

verwickelt. Denn hinsichtlich der Konstanz von Aussagen ist zu differenzieren. 

Gleich bleiben muss wohl der Kern des Geschehens, währenddessen sich das 

Geschehen am Rande durchaus verändern kann und sollte, da dies gerade dafür 

spricht, dass sich die einvernommene Person bemüht hat, die subjektive Wahrheit 

zu sagen. Zudem gilt zu berücksichtigen, dass niemand in der Lage ist, jederzeit 

sämtliche relevanten Geschehnisse aus der Erinnerung ins Bewusstsein 

zurückzurufen und je nach den Umständen einer Befragung (Zeitpunkt, Ver-

nehmungstaktik etc.) durchaus neue Assoziationen geweckt werden können. 

Demnach kann die Erweiterung bzw. Ergänzung einer Aussage geradezu ein 

Zeichen für deren Zuverlässigkeit sein. Vorsicht scheint etwa dort geboten, wo 

Erweiterungen eine Aggravierungstendenz aufweisen und stets zu Lasten der be-

schuldigten Person ausfallen, was vorliegend gerade nicht der Fall ist. Diesbezüg-

lich ist der Verteidigung insofern beizupflichten, als dass sich bei den Aussagen 

der Privatklägerin 2 betreffend das Würgen zwar leichte Aggravierungstendenzen 

feststellen lassen (vgl. Urk. 3/1 S. 4; Urk. 3/4 S. 11 f.; Prot. I S. 29), allerdings 

lässt sich dies darauf zurückführen, dass die Privatklägerin 2 bei der Polizei wie 

erwähnt noch sehr zurückhaltend ausgesagt hat, dies anfänglich noch im Bestre-

ben, eine Strafverfolgung gegen ihren Ehemann zu verhindern.  

2.8.7. Sodann hat die Privatklägerin 2 die Dynamik der Ereignisse zwischen ihr 

und dem Beschuldigten in tatsächlicher und emotionaler Hinsicht detailliert und 

nachvollziehbar sowie, ohne den Beschwerdeführer unnötig zu belasten oder 

Unsicherheiten bei der Wiedergabe des Geschehenen zu überspielen, 

geschildert. So konnte die Privatklägerin 2 insbesondere zur Fesselung an 

Händen und Füssen äusserst präzise Angaben (Urk. 3/4 S. 23 f.) machen, was 

bereits die Vorinstanz richtig erkannt und als klares Realitätskriterium gewertet 

hat (Urk. 88 S. 28). Aber auch die Schilderungen zum Rahmengeschenen, stehen 

den eben genannten Ausführungen zum Kern in ihrem Detailreichtum nicht nach; 

so beschreibt die Privatklägerin beispielsweise auch die Umstände nach der 

Fesselung und dem Geschlechtsverkehr bzw. wie sie die Fesselung wieder 

entfernt habe (nämlich mit einer Schere, welche sich in einem Kästlein beim 

"Brünneli" befunden habe, vgl. Urk. 3/4 S. 24), sehr differenziert und vermag sich 

auch an Nebensächlichkeiten (die Kleidung des Beschuldigten zum Tatzeitpunkt) 

- 43 - 

zu erinnern (Urk. 3/4 S. 23). Ferner spricht als Indiz für die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen auch der Umstand, dass die Privatklägerin anlässlich ihrer 

Ausführungen die mit ihren Handlungen logisch verknüpften Gedanken beschreibt 

und sehr einfühlbar ihre Empfindungen während der Vorfälle schildert, wobei 

bereits die Vorinstanz die relevanten Äusserungen richtig erkannt hat, worauf zu 

verweisen ist (sie habe geglaubt, dass es auf etwas Sexuelles hinauslaufe; sie 

habe gedacht, er erwürge sie jetzt hier, während die Kinder oben schlafen, vgl. 

Urk. 88 S. 28). Weiter finden sich in ihren Depositionen anschauliche 

Interaktionsschilderungen (z.B. der Beschuldigte habe begonnen, sie mit 

Klebeband zu umwickeln, woraufhin sie lauter geworden sei und er entgegnet 

habe "Psst, nicht so laut" und ihr ein Klebeband über den Mund geklebt habe, 

Urk. 3/4 S. 8), welche ihre Beschreibungen sehr plastisch werden lassen.  

2.8.8. Die Vorinstanz hat weiter dargelegt, auf der Videoeinvernahme sei 

ersichtlich, wie die Privatklägerin 2 das Würgen mit dem Lunghi-Tuch zeige, 

wobei sie gemäss Vorinstanz einen sog. "Double Hacking Knot" schildere (Urk. 88 

S. 29). Diesbezüglich ist präzisierend festzuhalten, dass die Privatklägerin 2 eher 

einen klassischen "Hacking Knot", also einen einfachen Aufhängeknoten 

aufgeführt (wobei der Schal in der Hälfte gefaltet und um den Hals gelegt wird und 

dann die zwei Enden durch die Schlinge gezogen werden) und damit das Würgen 

mit dem Tuch tatsächlich sehr anschaulich beschrieben hat (Urk. 88 S. 29; 

Urk. 65, Datei M2U00006). Demnach erscheint auch der Einwand der 

Verteidigung nicht stichhaltig, wonach man mit einem Lunghituch niemanden 

strangulieren könne (Urk. 124 S. 20), zumal ein solches Tuch ohne Zweifel ge-

eignet ist, jemanden zu würgen. 

2.8.9. Gemäss den weiteren Vorbringen der Verteidigung seien sodann die Fes-

sel- und Würgevorfälle feste Bestandteile im Sexualleben der Eheleute gewesen. 

Zu diesem Ritual habe auch gepasst, dass Alkohol konsumiert worden sei, wohl  

– so die Verteidigung – um sich zu entspannen und allenfalls "anzutörnen" 

(Urk. 124 S. 18). Nachdem bereits die eigenartige Kombination von Alkohol und 

Traubensaft, welche die Verteidigung selbst zuvor als "Graus" bezeichnete 

(Urk. 124 S. 17), Zweifel an der Behauptung der Verteidigung weckt, kann den 

- 44 - 

Vorbringen der Verteidigung mit Blick auf die Aussagen der Privatklägerin 2 nicht 

gefolgt werden. Den Depositionen der Privatklägerin 2 lässt sich nämlich vielmehr 

entnehmen, dass sie die angeklagte Fesselung und das Einflössen des alkoholi-

schen Getränks hat über sich ergehen lassen, da sie sich bewusst war, dass der 

Beschuldigte ohnehin macht, was er will, wenn er sich etwas vorgenommen hatte. 

Hierzu gab sie ausdrücklich zu Protokoll, es sei dann jeweils auf eine sexuelle 

Handlung hinausgelaufen, wobei sie in diesem Moment gar nicht an das Sich-

wehren gedacht habe, da sie aus früheren Vorfällen wusste, dass wenn der Be-

schuldigte sexuell befriedigt war, es dann vorbei gewesen sei bzw. sie ihre Ruhe 

gehabt hätte (vgl. Urk. 3/4 S. 10 ff.). Diese Aussagen erklären auch, weshalb sie 

nicht – wie von der Verteidigung weiter vorgebracht (Urk. 124 S. 17 und S. 19 f.) – 

davongelaufen ist, sich vom Sofa entfernt oder die Flüssigkeit ausgespuckt hat. 

Die von der Verteidigung geltenden gemachten angeblich logischen bzw. nahe-

liegenden Reaktionen würden wohl für eine starke Persönlichkeit zutreffen, nicht 

aber für die Privatklägerin 2, welche – wie die Anklägerin zutreffend ausführte 

(Urk. 136 S. 2) – die Unterlegene, Unsichere bzw. der devote Part in der Ehe war 

und damals – wie sie selbst an der Fortsetzung der Berufungsverhandlung aus-

führte – eigentlich resignierte und die Fassade einer funktionierenden Ehe auf-

rechterhalten wollte (vgl. Urk. 131 S. 26)  

2.8.10. Zudem sprechen auch ihre Schilderungen dazu, wie sie ihre Fesseln zer-

schnitten hat und diese im Keller gelöst hat, nicht gegen die Wahrheit ihrer Aus-

sagen. So lässt sich ein Paketklebeband, auch wenn es einmal verklebt ist, 

durchaus etwas lockern, wozu die Privatklägerin 2 zu Protokoll gegeben hat, sie 

habe es etwas dehnen, aber nicht über das Handgelenk streifen können (Urk. 3/4 

S. 24). Damit war es wie von ihr geschildert auch möglich, im Keller das Schränk-

chen zu öffnen und mit der Schere das Klebeband zu zerschneiden. Was die 

Fesselung an den Füssen anbelangt, hat die Privatklägerin 2 auf Ergänzungsfra-

ge der Verteidigung weiter pla