# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4db0fd6e-89ec-5e8f-95c8-6690c4a90287
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung O3V-17-6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_O3V-17-6_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A___ 

 
vertreten durch: RA B___  
 

 
 
Vorinstanz IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden , Neue Steig 15, Postfach, 

9102 Herisau 
 

 
 
Gegenstand IV-Rente 
 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
3. Abteilung 
 

Urteil vom 13. Februar 2018  
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichter Dr. S. Graf, H.P. Fischer, 
Ch. Wild, Dr. F. Windisch 
Obergerichtsschreiber J. Kürsteiner 
 
 
 

Verfahren Nr. O3V 17 6 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers: 

 Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 10. Februar 2017 sei aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer eine ganze Rente zuzusprechen; 

 unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Das Obergericht war bereits zweimal mit dem am 15. Januar 1961 geborenen Versicherten 

befasst: 

  

 Mit Urteil vom 18. Februar 2009 (Verfahren I 08 42) schützte das damalige 

Verwaltungsgericht den Einspracheentscheid der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) vom 16. Mai 2008, mit dem diese wiederum ihre 

Verfügung vom 30. November 2005, derzufolge dem Versicherten nach einem Unfall von 

Anfang Dezember 2001 rückwirkend ab Februar 2005 eine Rente von 28% oder Fr. 1'362.--

/Monat und eine 15%ige Integritätsentschädigung von Fr. 16'020.-- zuzusprechen seien, 

bestätigt hatte. 

 

 Mit Urteil vom 11. November 2010 (Verfahren I 10 17) wies es die Beschwerde gegen zwei 

Verfügungen der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden vom 4. und 22. Februar 2010, womit 

ihm nach seiner Anmeldung zum Leistungsbezug vom 30. September 2004 ab September 

2008 eine Viertelrente zugesprochen worden war, ab. Auf den Sachverhalt in den beiden 

erwähnten Verfahren kann verwiesen werden. 

 

B. Mit Verfügung vom 10. Februar 2017 (IV-act. 257), betreffend die monatliche 

Rentenzahlung ab März 2017, und vom 21. März 2017 (IV-act. 260), betreffend die 

monatliche Rentenzahlung von April 2013 bis Februar 2017 sowie Nachzahlungs- und 

Rückforderungsbeträge, erhöhte die IV-Stelle zufolge Verschlechterung des 

Gesundheitszustands die bisherige Viertelrente mit Wirkung ab Anfang April 2013 auf eine 

halbe Rente. 

 

Seite 3 

C. Dagegen liess der Versicherte mit Schreiben vom 13. und vom 23. März 2017 Beschwerde 

mit den eingangs erwähnten Anträgen erheben. 

 

D. Mit Vernehmlassung vom 20. April 2017 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 

Beschwerde. 

 

E. Mit Replik vom 26. Juni 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Auf die 

einzelnen Vorbringen in den erwähnten Rechtsschriften wird - soweit erforderlich - in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

 

F. Nach Ergehen des Urteils am 13. Februar 2018 ersuchte der Beschwerdeführer mit 

Schreiben vom 20. Februar 2018 um dessen Begründung, mit Schreiben vom 26. Februar 

2018 auch noch die IV-Stelle. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Gegen die erste Verfügung vom 10. Februar 2017 wurde mit Schreiben vom 13. März 2017 

und damit fristgerecht Beschwerde erhoben, ebenso gegen die zweite Verfügung vom 

21. März 2017 mit Schreiben vom 23. März 2017. Da auch die übrigen Formerfordernisse 

erfüllt sind, ist auf die Beschwerden einzutreten. Diese betreffen die gleichen Parteien und 

die gleiche Fragestellung, weshalb sie vereinigt werden. 

 

2. Als Invalidität gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 

19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20) in Verbindung mit Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) 

die durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben versicherte 

Personen Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu siebzig Prozent, auf 

eine Dreiviertelrente, wenn sie mindestens zu sechzig Prozent, auf eine halbe Rente, wenn 

sie mindestens zu fünfzig Prozent und auf eine Viertelrente, wenn sie mindestens zu vierzig 

Prozent invalid sind. 

 

3. 3.1 

 Im Hinblick auf die Bemessung der Invalidität ist die Arbeitsunfähigkeit von der 

Erwerbsunfähigkeit zu unterscheiden. Unter letzterer ist der durch Beeinträchtigung der 

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körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 

verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG), wobei für die Beurteilung, ob eine Erwerbsunfähigkeit 

vorliegt, nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen sind. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird 

bei Versicherten, die wie der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens 

vollzeitlich erwerbstätig gewesen sind, im Rahmen eines Einkommensvergleiches das 

Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung sowie allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnten, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das erzielbar wäre, wenn sie nicht invalid geworden 

wären (Art. 16 ATSG). 

 

 3.2 

 Bei der Ermittlung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren 

Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation 

auszugehen, in welcher die versicherte Person steht. Ist - wie vorliegend - kein solches 

tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 

aufgenommen wurde, können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne, beispielsweise die 

vom Bundesamt für Statistik in zweijährlichem Abstand herausgegebene 

Lohnstrukturerhebung (LSE), herangezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b/bb). 

 

 Beim Einkommensvergleich unter Verwendung statistischer Tabellenlöhne ist zu 

berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Versicherte, die selbst bei leichten 

Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen sowie 

entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in 

der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann ist dem 

Umstand Rechnung zu tragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer 

versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität, 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 

können. Das Bundesgericht hat die bisherige Praxis dahingehend präzisiert, dass die 

Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen 

persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles (leidensbedingte 

Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 

Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei 

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der Abzug höchstens 25% betragen darf (Urteil des Bundesgerichts 8C_358/2017 vom 

4. August 2017 E. 2.2). 

 

 3.3 

 Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Person erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG, Art. 28a Abs. 1 IVG). Für die 

Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die 

versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte 

(BGE 131 V 51 E. 5.1.2). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der 

Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da 

erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden 

wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 

9C_802/2016 vom 30. März 2017 E. 3.1). 

 

 3.4 

 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (frühestmöglichen) 

Beginns eines allfälligen Rentenanspruches massgebend, wobei die beiden 

Vergleichseinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu ermitteln und allfällige 

rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu 

berücksichtigen sind (BGE 129 V 233 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_228/2017 vom 

14. Juni 2017 E. 4.1.3). 

 

4. Die IV-Stelle berechnete den Invaliditätsgrad in der ersten der beiden vorliegend 

angefochtenen Verfügungen, also jener vom 10. Februar 2017. Ausgehend von einer 

unbestrittenen 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit bezifferte sie 

das Invalideneinkommen mit Fr. 33'558.-- (Lohnstrukturerhebung [LSE] 2014, Liste T17, 

Wirtschaftszweig 9 Hilfsarbeitskräfte, Total Männer, 41.7 Wochenstunden; kein 

Leidensabzug, da lohnmindernde Faktoren bereits berücksichtigt seien) und das 

Valideneinkommen mit Fr. 75'175.--, entsprechend dem vom Versicherten vor Eintritt der 

gesundheitlichen Einschränkung bei der C___ AG letztmals erzielten und an die 

Nominallohnentwicklung bis 2014 angepassten Einkommen, woraus sich ein 

Invaliditätsgrad von 55% errechnete. 

 

5. 5.1 

 Betreffend Valideneinkommen machte der Versicherte in der Beschwerde geltend, bei der 

erwähnten Firma habe er letztmals im Jahr 2004 ein Einkommen in Höhe von Fr. 72‘150.-- 

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(13 x Fr. 5‘550.--) erzielt. Eine Hochrechnung mittels Nominallohnindex, der nur bei Fehlen 

besserer Alternativen anzuwenden sei, ergebe einen höheren Wert als den von der IV-

Stelle verwendeten, zumal massgebend sei, welcher Lohn dort hätte erzielt werden 

können. Im Jahr 2010 seien dies nach Angaben der C___ AG bereits Fr. 79'950.-- (13 x 

Fr. 6'150.--) gewesen, welchen Wert auch das damalige Verwaltungsgericht im Urteil vom 

11. November 2010 verwendet habe. Nach aktueller Auskunft der Firma hätte der Lohn 

2013 Fr. 85'150.-- betragen, wovon auch die SUVA in ihrer neuen Verfügung ausgegangen 

sei. 

 Dem hielt die Vorinstanz in der Beschwerdeantwort entgegen, nach dem gewöhnlichen 

Lauf der Dinge sei es unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer jemals ein 

Valideneinkommen von Fr. 85‘150.-- erreicht hätte. 

 

 5.2 

 Bei der Zusprache der Viertelrente ab September 2008 war die IV-Stelle gestützt auf die 

Angaben der C___ AG vom 5. Mai 2009 (IV-act. 143) für das Jahr 2009 von einem 

Valideneinkommen von Fr. 79'950.-- (13 x Fr. 6'150.--) ausgegangen (IV-act. 162, 8/10), 

was das damalige Verwaltungsgericht im Urteil vom 11. November 2010 als angemessen 

bezeichnete. 

 

 Die Suva ihrerseits erhöhte die seit Februar 2005 ausgerichtete Rente von 28% mit 

Verfügung vom 30. Mai 2014 (IV-act. 254, 3/8) wegen eines (weiteren) Unfalls vom 

15. Februar 2012 mit Wirkung ab November 2013 auf 41%. Dabei ging sie, gestützt auf die 

Angaben der C___ AG vom 27. Februar 2014 (IV-act. 254, 7/8), wonach der Lohn 2013 

Fr. 85'150.-- (13 x Fr. 6'550.--) und 2014 Fr. 86'450.-- (13 x Fr. 6'650.--) betragen hätte, von 

ersterem Wert aus.  

 

 5.3 

 Nach dem Gesagten erscheint es auch vorliegend als angezeigt, bei der Bemessung des 

Invalideneinkommens auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin und damit auf das 

hypothetische Invalideneinkommen 2013, dem Jahr des Beginns der von einer Viertel- auf 

eine halbe erhöhten Rente von Fr. 85'150.-- abzustellen. Nur am Rande sei noch darauf 

hingewiesen, dass die Nominallohnindexierung des Invalideneinkommens 2009 von 

Fr. 79'950.-- auf das erwähnte Jahr mit Fr. 82'495.20 ebenfalls einen höheren als den von 

der IV-Stelle verwendeten Wert von Fr. 75'175.-- ergäbe. 

 

6. 6.1 

 Betreffend Invalideneinkommen machte der Beschwerdeführer geltend, auszugehen sei 

von einem Tabellenwert im Jahr 2013 von Fr. 65‘654.--. Die Suva, die nur unfallbedingte 

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Einschränkungen berücksichtigt habe, habe einen Leidensabzug von 20% vorgenommen. 

In Anbetracht der zahlreichen Einschränkungen des ehemaligen Schwerarbeiters, der 

gesundheitsbedingt nur noch leichte Tätigkeiten ausführen könne, sei vorliegend der 

maximal mögliche Abzug von 25% gerechtfertigt, zumal im Tabellenlohn entgegen der IV-

Stelle lohnmindernde Faktoren noch nicht berücksichtigt seien. Damit resultiere ein 

Invalideneinkommen von Fr. 24‘620.--. 

 
 6.2 

 Bei der Zusprache der Viertelrente ab September 2008 war die IV-Stelle von einem 

Invalideneinkommen von Fr. 46'761.-- ausgegangen (LSE 2006, TA1, Totalwert von auf 

Anforderungsniveau 4 tätigen Männern, Arbeitsfähigkeit von 80%, Abzug von 5% wegen 

Zumutbarkeit nur noch leichter Tätigkeiten [IV-act. 162, 9/10]). Auf Beschwerde hin 

verwendete das damalige Verwaltungsgericht im Urteil vom 11. November 2010 die LSE 

2008, berücksichtigte zusätzlich noch die im fraglichen Zeitpunkt durchschnittlich 

betriebsübliche Arbeitszeit und nahm einen angemesseneren Leidensabzug von 10% vor, 

sodass sich ein Invalideneinkommen von Fr. 44'344.-- errechnete. 

 

 Die Suva ging in der Verfügung vom 30. Mai 2014 - u.a. nach Vornahme eines 

Leidensabzuges von 20% von einem Invalideneinkommen von Fr. 50'286.-- gemäss LSE 

2010 aus. 

 

 6.3 

 In Anbetracht des frühestmöglichen Beginns der von einer Viertel- auf eine halbe erhöhten 

Rente im April 2013 ist auch das Invalideneinkommen auf dieses Jahr hin zu berechnen. 

Anzuwenden ist deshalb die LSE 2012, TA 1, Totalwert von auf dem niedrigsten 

Kompetenzniveau 1 tätigen Männern. Nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung bis 

2013 und an die in diesem Jahr durchschnittlich betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7h/Wo 

sowie nach Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 50% resultiert ein 

Invalideneinkommen von Fr. 32'826.85. Es fragt sich nun noch, wie hoch der Leidensabzug 

sein soll. Zu berücksichtigen sind dabei zunächst die medizinischen Einschränkungen 

gemäss Gutachten vom 23. März 2014 (IV-act. 218), wonach der Beschwerdeführer nur 

noch Gewichte bis 5 kg heben und tragen könne, allerdings nicht über der Horizontalen, 

und dass er in gut temperierten Räumen arbeiten, längere Mittagspausen und 

betriebsunübliche Pausen sowie ohne Zeitdruck arbeiten können sollte. Wenn ein 

Hilfsarbeiter nur noch leichte Tätigkeiten ausführen kann, ist dies im Tabellenwert mit dem 

tiefsten Anforderungsprofil, der eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten 

umfasst, bereits enthalten (Urteil des Bundesgerichts 8C_97/2014 vom 16. Juli 2014 E. 

4.2). Da Hilfsarbeiten auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig 

Seite 8 

nachgefragt werden, spielt auch das Alter des 1961 geborenen Beschwerdeführers 

vorliegend keine Rolle (Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 

E. 3.4.2), zumal dieses bezüglich einer beruflichen Wiedereingliederung nicht als 

fortgeschritten bezeichnet werden kann.  

 

 Auch der Umstand, dass er die um etwa 50% verminderte Arbeitsleistung über einen 

ganzen Arbeitstag verteilt und nicht beispielsweise vormittags oder nachmittags erbringen 

sollte (s. das Gutachten vom 23. März 2014 S. 56f. [IV-act. 218] und die Beurteilung des 

regionalärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung vom 16. April 2014 [IV-act. 219]) ist 

nicht mittels eines Abzuges zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichts 9C_582/2011 

vom 3. November 2011 E. 3.1, 8C_939/2011 vom 13. Februar 2012 E. 5.2.3; vgl. 

demgegenüber noch Urteil des Bundesgerichts 9C_603/07 vom 8. Januar 2008 E. 4.2.3, 

wonach dies aus betriebswirtschaftlicher Sicht mit Blick auf die Auslastung des 

Arbeitsplatzes als lohnmässig relevante Erschwernis für die erwerbliche Verwertung der 

verbliebenen Arbeitsfähigkeit anzuerkennen sei). Hingegen erscheint für den Umstand, 

dass der Beschwerdeführer nur noch teilzeitlich arbeiten kann, ein Abzug von 10% als 

angemessen (BGE 126 V 75; Urteil des Bundesgerichts 8C_482/2016 vom 15. September 

2016 E. 5.4.3), wenngleich auch diesbezüglich ein gewisses Umdenken stattgefunden hat 

und neuerdings die Ansicht vertreten wird, dass ein solcher Abzug nicht mehr automatisch 

vorzunehmen sei (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2, 

8C_255/2017 vom 18. Dezember 2017 E. 5.2). Wenn zugunsten des Beschwerdeführers 

noch die bisherige Praxis angewendet wird, resultiert nach Vornahme des Abzugs von 10% 

ein Invalideneinkommen von Fr. 29'544.15. 

 

 6.4 

 Aus diesem Wert und dem Valideneinkommen von Fr. 85'150.-- errechnet sich ein 

Invaliditätsgrad von gerundet (BGE 130 V 121 E. 3.2, 142 V 178 E. 2.5.8.2) 65%, der zum 

Bezug einer Dreiviertelrente ab April 2013 berechtigt. In Aufhebung der angefochtenen 

Verfügungen vom 10. Februar und 21. März 2017 und in Anbetracht des Antrags auf eine 

ganze Rente ist die Beschwerde mithin zur Hälfte gutzuheissen. 

 

7. 7.1 

 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Dem zur 

Hälfte obsiegenden Beschwerdeführer ist eine Entscheidgebühr von Fr. 400.-- 

aufzuerlegen, sodass ihm vom einbezahlten Kostenvorschuss Fr. 400.-- zurückzuerstatten 

sind. 

 

Seite 9 

 7.2 

 Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten, die vom 

Versicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache sowie nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen ist (Art. 61 lit. g 

ATSG). Im Übrigen ist die Bemessung der Parteientschädigung dem kantonalen Recht 

überlassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_11/2016 vom 22. Februar 2016 E. 3.1).  

 

 Im Verfahren vor Obergericht in Sozialversicherungssachen wird die Entschädigung 

pauschal bemessen (Art. 13 Abs. 1 lit. c der Verordnung über den Anwaltstarif vom 14. 

März 1995 [bGS 145.53]). In Fällen wie dem vorliegenden mit wenig bis durchschnittlich 

aufwendigem Aktenstudium und ohne schwierige Sachverhalts- und Rechtsfragen ist bei 

vollständigem Obsiegen ein Honorar von Fr. 2‘000.-- üblich, zuzüglich Barauslagen von 4% 

und die bis Ende 2017 geltende Mehrwertsteuer von 8%, total also eine 

Parteientschädigung von Fr. 2'246.40. Dem teilweise obsiegenden Beschwerdeführer ist 

zulasten der Vorinstanz mithin eine Parteientschädigung von Fr. 1'123.20 zuzusprechen. 

 
 
 
  

Seite 10 

Demnach erkennt das Obergericht: 
 
 
1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerden von A___ werden die angefochtenen 

Verfügungen der IV-Stelle vom 10. Februar 2017 und vom 21. März 2017 aufgehoben und 
es wird dem Beschwerdeführer ab Anfang April 2013 eine Dreiviertel-Invalidenrente 
zugesprochen. 

 
 
2. Dem Beschwerdeführer wird eine Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- auferlegt, sodass ihm vom 

einbezahlten Kostenvorschuss Fr. 400.-- zurückzuerstatten sind. 
 
 
3. Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von  
 Fr. 1'123.20 zugesprochen. 
 
 
4. Rechtsmittel: 
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Zustellung an den Beschwerdeführer über dessen Anwalt, die Vorinstanz und an das 

Bundesamt für Sozialversicherungen. 
 
 
Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident: 

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Der Obergerichtsschreiber: 

 

 

lic. iur. Joachim Kürsteiner 

 
 
 
versandt am: 13.06.18