# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c8d2410-81f4-57f7-9a8a-29ae1bf37971
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.10.2022 D-4233/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4233-2022_2022-10-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4233/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  O k t o b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Susanne Bolz-Reimann (Vorsitz), 

Richterin Barbara Balmelli-Mühlematter,  

Richter Thomas Segessenmann, 

Gerichtsschreiber Jonas Perrin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Fernando Arévalo Menchaca,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 13. September 2022 / N (…). 

 

 

 

D-4233/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerdeführer – ein afghani-

scher Staatsangehöriger paschtunischer Ethnie mit letztem Wohnsitz im 

Distrikt B._______ (Provinz Kabul) – seinen Heimatstaat ungefähr einen 

Monat vor der Machtübernahme der Taliban und suchte am 1. Mai 2022 in 

der Schweiz um Asyl nach. Beim Eintritt in das Bundesasylzentrum (BAZ) 

C._______ gab er auf dem Personalienblatt an, er sei am (…) 2006 gebo-

ren. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) 

vom 3. Mai 2022 ergab, dass er am (…) 2022 in Slowenien ein Asylgesuch 

gestellt hatte. 

C.  

Am 9. Mai 2022 stellte die Vorinstanz ein Informationsersuchen an die slo-

wenischen Behörden betreffend das in Slowenien registrierte Alter des Be-

schwerdeführers und allfällige vorgenommene Altersabklärungen. 

D.  

Am 13. Juni 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Kopie einer Tazkara 

beim SEM ein. 

E.  

Anlässlich der Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsuchende 

(EB UMA) vom 31. Mai 2022 erklärte der Beschwerdeführer, er wisse nicht, 

wann er geboren sei. Seine Mutter habe ihm gesagt, er sei am selben Tag 

auf die Welt gekommen, an dem ein angesehener afghanischer Komman-

dant im Kampf gefallen sei. Er habe im Distrikt B._______ (Provinz Kabul) 

die Schule besucht und die fünfte Klasse abgeschlossen. Nach seinem 

Schulaustritt habe er seiner Mutter in der Landwirtschaft geholfen. 

Anlässlich der EB UMA unterrichtete das SEM den Beschwerdeführer dar-

über, dass aufgrund von Zweifeln an seinem geltend gemachten Alter eine 

forensische Altersdiagnostik zur Abklärung seines Lebensalters am Institut 

für Rechtsmedizin des Kantonsspitals D._______ durchgeführt werde.  

  

D-4233/2022 

Seite 3 

F.  

Im Altersgutachten des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals 

D._______ vom 15. Juni 2022 wurde festgehalten, nach den erhobenen 

Befunden ergebe sich für den Beschwerdeführer ein durchschnittliches Al-

ter von 16 bis 22 Jahren und ein Mindestalter zum Zeitpunkt der Untersu-

chung von 17 Jahren. Das angegebene Alter von 16 Jahren und 5 Monaten 

könne somit gemäss der aktuellen Studienlage nicht zutreffen. 

G.  

Mit Antwort auf das Informationsersuchen vom 16. Juni 2022 teilten die slo-

wenischen Behörden dem SEM mit, das in Slowenien registrierte Geburts-

datum des Beschwerdeführers laute auf den (…) 2002. 

H.  

Mit Schreiben vom 23. Juni 2022 teilte das SEM dem Beschwerdeführer 

mit, er habe seine geltend gemachte Minderjährigkeit und sein Alter nicht 

glaubhaft machen können, weshalb er unter Gesamtwürdigung der Um-

stände für das weitere Verfahren als volljährig erachtet werde. Gleichzeitig 

gewährte ihm das SEM das rechtliche Gehör zur Feststellung seiner Voll-

jährigkeit, zur beabsichtigten Änderung des ihn betreffenden Eintrags im 

Zentralen Migrationsregister (ZEMIS), zur Umquartierung in die Strukturen 

für Erwachsene und zur Möglichkeit einer Überstellung nach Slowenien. 

I.  

In seiner Stellungnahme vom 29. Juni 2022 hielt der Beschwerdeführer an 

seinem geltend gemachten Alter und seiner Minderjährigkeit fest. Betref-

fend eine Umquartierung führte er an, er wolle weiterhin die Schule besu-

chen, was ihm aufgrund seines Alters zustehe. Ferner könne er nicht nach 

Slowenien zurück, er sei dort geschlagen und schlecht behandelt worden. 

Ausserdem habe er mit seinem Cousin, der auch hier sei, nur in der 

Schweiz einen Angehörigen. 

J.  

Am 1. Juli 2022 ersuchte die Vorinstanz die slowenischen Behörden um 

Wiederaufnahme des Beschwerdeführers. 

K.  

Am 11. Juli 2022 stimmten die slowenischen Behörden dem Gesuch um 

Wiederaufnahme zu. 

 

D-4233/2022 

Seite 4 

L.  

Mit Verfügung vom 13. September 2022 – eröffnet am 15. September 

2022 – trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und ord-

nete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug nach Slowenien 

an. Gleichzeitig verfügte es in separater Dispositivziffer, das Geburtsdatum 

des Beschwerdeführers laute auf den (…) 2004. Schliesslich stellte es fest, 

einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

M.  

Mit Eingabe vom 22. September 2022 erhob der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung und 

beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, das SEM sei an-

zuweisen, sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) 2006 zu ändern, auf 

sein Asylgesuch sei einzutreten und ein nationales Asylverfahren sei 

durchzuführen; eventualiter sei die Sache zur vollständigen und richtigen 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur rechtsgenügen-

den Begründung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hin-

sicht beantragte er, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu er-

teilen, im Sinne einer superprovisorischen Massnahme seien die Vollzugs-

behörden anzuweisen, von einer Überstellung nach Slowenien bis zum 

Entscheid über die aufschiebende Wirkung abzusehen, und es sei ihm die 

unentgeltliche Prozessführung samt Verzicht auf Erhebung eines Kosten-

vorschusses zu gewähren. 

N.  

Mit Verfügung vom 23. September 2022 setze die Instruktionsrichterin den 

Vollzug der Überstellung nach Slowenien per sofort einstweilen aus. Glei-

chentags lagen dem Bundesverwaltungsgericht die vorinstanzlichen Akten 

in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

O.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. September 2022 verfügte die Instruktions-

richterin, das vorliegende Asylbeschwerdeverfahren betreffend den Nicht-

eintretensentscheid nach Art. 31a Abs.1 Bst. b AsylG sei getrennt vom Be-

schwerdeverfahren zur Datenbereinigung im ZEMIS (neues Verfahren 

D-4317/2022) zu führen, wobei letzteres bis zum Abschluss des vorliegen-

den Verfahrens zu sistieren sei. Gleichzeitig erkannte sie der Beschwerde 

die aufschiebende Wirkung zu. 

  

D-4233/2022 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das 

SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vor-

instanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 

Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-

tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so 

auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und […] AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

2.3 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

D-4233/2022 

Seite 6 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss der Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). Führt diese 

Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Prüfung 

des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betreffende Mit-

gliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt hat, auf 

das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).  

3.3 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, 

einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-

deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet 

eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe 

der Artikel 23, 24, 25 und 29 wiederaufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO). 

3.4 Im Rahmen eines – wie vorliegend – sogenannten Wiederaufnahme-

verfahrens (engl.: take back) findet grundsätzlich keine (erneute) Zustän-

digkeitsprüfung nach Kapitel III der Dublin-III-VO statt (vgl. zum Gan-

zen BVGE 2019 VI/7 E. 4 bis 6; 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). Die 

zuständigen Behörden sind in den in Art. 23 Abs. 1 und in Art. 24 Abs. 1 

der Dublin-III-VO genannten Fällen nicht verpflichtet, vor der Vorlage eines 

Gesuchs um Wiederaufnahme in einem anderen Mitgliedstaat auf der 

Grundlage der in dieser Verordnung festgelegten Zuständigkeitskriterien 

zu bestimmen, ob dieser letztgenannte Mitgliedstaat für die Prüfung des 

Antrags zuständig ist (vgl. BVGE 2019 VI/7 E. 4 bis 6 m.H. auf das Urteil 

des Europäischen Gerichtshofs [EuGH] vom 2. April 2019, Grosse Kam-

mer, verbundene Rechtssachen C-582/17 und C-583/17 H. und R./Nieder-

lande, veröffentlicht in der digitalen Sammlung [Allgemeine Sammlung] un-

ter <http:curia.europa.eu).  

http://links.weblaw.ch/BVGE-2019%20VI/7
http://links.weblaw.ch/BVGE-2019%20VI/7

D-4233/2022 

Seite 7 

3.5 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer am 12. April 2022 in 

Slowenien ein Asylgesuch gestellt hat; die slowenischen Behörden haben 

dem vom SEM gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO gestellten 

Gesuch vom 1. Juli 2022 um Wiederaufnahme am 11. Juli 2022 stattgege-

ben. Damit ist die grundsätzliche Zuständigkeit Sloweniens zur Durchfüh-

rung eines Asylverfahrens gegeben. 

3.6 Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An-

knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO jedoch der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf 

internationalen Schutz gestellt hat. Als minderjährig gilt ein Drittstaatsan-

gehöriger unter 18 Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV1, SR 142.311]). Unbeglei-

tete Minderjährige sind vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen 

(vgl. FILZWIESER/SPRUNG, Dublin-III-VO, Wien 2014, K16 f. zu Art. 8). Vor-

liegend bestünde deshalb bei Minderjährigkeit des Beschwerdeführers 

eine der grundsätzlichen Wiederaufnahmezuständigkeit Sloweniens vor-

rangige Zuständigkeit der Schweiz (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer 

F-6213/2020 vom 5. Januar 2021 E. 3.4; F-5625/2020 vom 18. November 

2020; F-3255/2020 vom 2. Juli 2020 E. 5.2). 

3.7 Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob es sich beim Beschwerdeführer 

um eine minderjährige Person im Sinne von Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO und 

Art. 1a Bst. d AsylV1 handelt. Dabei ist auf die Beweisregel von Art. 7 AsylG 

abzustützen, wonach die Minderjährigkeit zumindest glaubhaft gemacht 

werden muss (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3 und 4.2.3). 

4.  

4.1 Zur Begründung seiner Verfügung vom 13. September 2022 führte das 

SEM an, es würden verschiedene Ungereimtheiten bezüglich des geltend 

gemachten Geburtsdatums des Beschwerdeführers bestehen. Es sei nicht 

nachvollziehbar, weshalb er anlässlich der EB UMA kein Geburtsdatum 

habe nennen können, obwohl er ein konkretes Geburtsdatum auf dem Per-

sonalienblatt angegeben habe. Zudem gehe aus dem Personalienblatt her-

vor, dass er dieses nicht selbstständig ausgefüllt habe. Es wäre jedoch zu 

erwarten gewesen, dass er auf diesen Umstand anlässlich der Befragung 

aufmerksam gemacht hätte. Ferner habe er vorgebracht, er sei am Todes-

tag eines grossen Kommandanten geboren; dessen Geburtsdatum sei auf 

einem Bild im Terminal von B._______ abgebildet gewesen. Es mute selt-

sam an, dass auf dem angeblichen Bild ein Geburtsdatum nach gregoria-

nischem Kalender angegeben sei.  

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Seite 8 

Auch habe er anlässlich der Befragung angegeben, über keine Tazkara 

und auch keine Kopie derselben zu verfügen. Dennoch habe er am 13. Juni 

2022 die Kopie einer Tazkara zu den Akten gereicht. Dieses widersprüch-

liche Vorgehen sei nicht nachvollziehbar. Zudem sei die Kopie unleserlich, 

weshalb ihr kein Beweiswert zukommen könne. 

Sodann seien seine Angaben betreffend seine Schulbildung widersprüch-

lich ausgefallen. Zuerst habe er angegeben, im Jahr 1391 (gemäss grego-

rianischem Kalender 2012/2013) eingeschult worden zu sein, die Schule 

bis zum Jahr 1397 (gemäss gregorianischem Kalender 2018/2019) be-

sucht zu haben und insgesamt sieben Jahre zur Schule gegangen zu sein. 

An anderer Stelle habe er erklärt, er habe die fünfte Klasse abgeschlossen, 

das sechste Schuljahr jedoch nicht besucht, wonach er nur fünf Jahre zur 

Schule gegangen wäre. Des Weiteren habe er dargelegt, mit ungefähr 

zwölf oder zwölfeinhalb Jahren aus der Schule ausgetreten zu sein und 

anschliessend etwa zwei Jahre in der Landwirtschaft gearbeitet zu haben. 

Dementsprechend wäre der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Ausreise 

vierzehn oder vierzehneinhalb Jahre alt gewesen. Dies stehe im Wider-

spruch zu seiner Angabe an anderer Stelle, er sei bei der Ausreise bereits 

fünfzehneinhalb Jahre alt gewesen. 

Darüber hinaus sei sein Geburtsdatum in Slowenien auf den (…) 2002 re-

gistriert, wonach er bereits 20 Jahre alt wäre. Seine diesbezügliche Be-

gründung, in Slowenien habe ein Junge auf der Polizeistation diese Anga-

ben gemacht, was sich bei der Ausstellung des Dokuments nicht mehr 

habe korrigieren lassen, überzeuge nicht.  

Ferner sei es ihm auch nicht gelungen, die genannten Widersprüche im 

Rahmen der Gehörsgewährung anlässlich der EB UMA zu erklären, zumal 

er dabei bloss angegeben habe, seine Mutter habe ihm damals gesagt, er 

sei fünfzehn oder fünfzehneinhalb Jahre alt. 

Im Übrigen würden die Vorbringen des Beschwerdeführers anlässlich der 

Stellungnahme zur Gehörsgewährung vom 29. Juni 2022 diese Einschät-

zung nicht umzustossen vermögen.  

Betreffend das Gutachten im Rahmen der forensischen Altersdiagnostik 

sei darauf zu verweisen, dass nur die Schlüsselbein- respektive Skelettal-

tersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung zum Beweis der Minder- 

respektive Volljährigkeit einer Person geeignet seien. Anlässlich des 

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Seite 9 

Handröntgens sei ein noch nicht abgeschlossenes Skelettwachstum fest-

gestellt worden, weshalb auf eine Skelettaltersanalyse verzichtet worden 

sei. Das Gutachten stütze sich in der Folge nur auf die Handknochenal-

tersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung. Aus den Befunden er-

gebe sich ein durchschnittliches Lebensalter von 16 bis 22 Jahren bei ei-

nem Mindestalter – in Zusammenschau aller Untersuchungsbefunde – von 

17 Jahren. Demnach könne das von ihm angegebene Alter von 16 Jahren 

und (…) Monaten nicht zutreffen. Da die Befunde der zahnärztlichen Un-

tersuchung als alleiniges Kriterium kein Indiz für die Minderjährigkeit einer 

untersuchten Person darstellen würden, könne das Gutachten nicht als In-

diz für seine geltend gemachte Minderjährigkeit verwendet werden. 

Unter Berücksichtigung seiner widersprüchlichen Angaben sei es dem Be-

schwerdeführer somit nicht gelungen, seine angebliche Minderjährigkeit 

– trotz einiger korrekter Angaben – glaubhaft zu machen, weshalb er als 

volljährig gelte. Da die grundsätzliche Zuständigkeit Sloweniens gegeben 

sei, keine weiteren Zuständigkeitstatbestände der Dublin-III-Verordnung 

erfüllt seien und auch keine Gründe zur Anwendung der Souveränitätsklau-

sel nach Art. 29a Abs. 3 AsylV1 vorlägen, sei auf das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers nicht einzutreten. 

4.2 Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde 

geltend, er habe bereits in seiner Stellungnahme zur Gehörsgewährung 

darauf verwiesen, dass es nicht nachvollziehbar sei, dass die Vorinstanz 

von seiner Volljährigkeit ausgehe, weil er sein exaktes Geburtsdatum nicht 

kenne.  

Die eingereichte Tazkara-Kopie sei diejenige seiner Mutter. Aus dem Feh-

len von eigenen Identitätspapieren dürfe indes nicht auf eine Verletzung 

der Mitwirkungspflicht geschlossen werden. Auch dürfe daraus nicht gefol-

gert werden, dass seine Minderjährigkeit nicht glaubhaft sei. 

Sodann spreche das SEM dem Gutachten der forensischen Altersdiagnos-

tik unzutreffend jeden Beweiswert ab. Auf eine Skelettaltersanalyse sei nur 

deshalb verzichtet worden, weil sich seine Minderjährigkeit bereits aus der 

Handknochenaltersanalyse ergeben habe. Nach dem Gutachten entspre-

che die nicht vollständig verknöcherte Hand einem Mindestalter von 15.6 

Jahren. Die zahnärztliche Untersuchung lasse auf ein durchschnittliches 

Alter von 22 Jahren und auf ein Mindestalter von 17 Jahren schliessen. 

Entgegen der Einschätzung des SEM seien die gutachterlichen Befunde 

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Seite 10 

daher geeignet, seine Minderjährigkeit zu belegen. Zwar habe er angege-

ben, 16 Jahre alt zu sein, doch sei er auch gemäss den Ergebnissen des 

Gutachtens zur forensischen Altersdiagnostik jedenfalls minderjährig. 

5.  

5.1 Bei der Beurteilung der Frage, ob das angegebene Alter einer asylsu-

chenden Person glaubhaft erscheint, ist im Rahmen einer Gesamtwürdi-

gung eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, welche für oder gegen die 

Richtigkeit der betreffenden Altersangaben sprechen, vorzunehmen. Dabei 

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. BVGE 2009/54 E. 4.1; 

Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommis-

sion [EMARK] 2004 Nr. 30 5.3.4 m.w.H.). Die gesuchstellende Person hat 

die geltend gemachte Minderjährigkeit dabei zumindest glaubhaft zu ma-

chen, sie trägt die Beweislast (vgl. BVGE 2021 VI/3 E. 5.2). 

5.1.1 Für die Beurteilung des Alters einer asylsuchenden Person fallen in 

erster Linie von dieser Person selbst abgegebene oder von den Behörden 

auf andere Weise erlangte und für echt befundene Identitätspapiere in Be-

tracht, das heisst Urkunden im Sinne von Art. 12 Bst. a VwVG; ihnen 

kommt – ihre Echtheit vorausgesetzt – ein hoher Beweiswert zu. Reicht die 

asylsuchende Person keine Identitätspapiere ein, welche die Behauptung, 

minderjährig zu sein, stützen könnten, darf jedoch allein daraus noch nicht 

der Schluss gezogen werden, dieser Person sei es nicht gelungen, ihre 

Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, sondern es sind zuvor die angege-

benen Gründe für dieses Versäumnis auf deren Plausibilität zu prüfen 

(vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.1 m.w.H.). 

5.1.2 Liegen keine schlüssigen Identitätsdokumente vor, fallen mit Blick auf 

die Altersfeststellung als Beweismittel sodann wissenschaftliche Abklä-

rungsergebnisse in Betracht (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.1). Gemäss der 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts stellen medizinische Al-

tersabklärungen – je nach Ergebnis – unterschiedlich zu gewichtende Indi-

zien für das Vorliegen der Minder- respektive Volljährigkeit einer Person 

dar. Von den vier für die forensische Altersdiagnostik verwendeten Metho-

den sind nur die Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse und die 

zahnärztliche Untersuchung zum Beweis der Minder- respektive Volljährig-

keit einer Person geeignet. Gestützt auf die Handknochenaltersanalyse 

und die ärztliche körperliche Untersuchung lassen sich demgegenüber 

keine zuverlässigen Angaben zur Frage machen, ob eine Person das 

18. Altersjahr bereits überschritten hat. Die Handknochenaltersanalyse 

wird aber dennoch regelmässig durchgeführt, um zu ermitteln, ob eine 

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Seite 11 

Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse oder eine zahnärztliche Un-

tersuchung überhaupt nötig sind. Sofern sich nämlich bereits aus der 

Handknochenaltersanalyse eine erhebliche Wahrscheinlichkeit eines min-

derjährigen Alters ergibt, weil die Handknochen noch nicht verknöchert 

sind, kann auf die mit einer weitaus höheren Strahlenbelastung verbunde-

nen Untersuchungen der Zähne und des Schlüsselbeins verzichtet werden 

(BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1; vgl. dazu auch Schweizerische Gesellschaft für 

Rechtsmedizin [SGRM], Arbeitsgruppe Qualitätsmanagement in der Fo-

rensischen Medizin, Forensische Altersdiagnostik, Methodendokument 

Version 02, Stand Juni 2022, Ziff. 7, Röntgenuntersuchung der Hand, 

https://sgrm.ch/inhalte/Forensische-Medizin/AG_QM_-FAD_MD_V02_08-

06-2022.pdf, abgerufen am 03.10.2022, im Weiteren SGRM, Forensische 

Altersdiagnostik, 2022).  

5.2 Das Gericht stellt zunächst fest, dass der Beschwerdeführer keine 

Identitätspapiere abgegeben hat, welche seine geltend gemachte Minder-

jährigkeit glaubhaft erscheinen lassen könnten. Auch die Einreichung einer 

unleserlichen Kopie der angeblichen Tazkara seiner Mutter ist offensicht-

lich nicht geeignet, seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen. Allein da-

raus darf jedoch nicht auf die Unglaubhaftigkeit seiner geltend gemachten 

Minderjährigkeit geschlossen werden, zumal im vorliegenden Länderkon-

text fehlendes Wissen betreffend das eigene Alter nicht unüblich ist. 

Betreffend die Befunde der forensischen Altersdiagnostik erinnert das Bun-

desverwaltungsgericht die Vorinstanz daran, dass die Methode der Hand-

knochenaltersdiagnostik zwar nicht geeignet ist, zuverlässige Angaben 

darüber zu machen, ob die betreffende Person volljährig ist, jedoch dar-

über, ob eine untersuchte Person minderjährig ist: Ergibt sich bereits aus 

der Handkonchenaltersanalyse die erhebliche Wahrscheinlichkeit eines 

minderjährigen Alters, kann auf weitergehende Untersuchungen verzichtet 

werden (vgl. BVGE 2018VI/3 E. 4.3.1). Gemäss dem rechtsmedizinischen 

Gutachten entspricht die nicht abgeschlossene Verknöcherung der Hand 

(Wachstumsfugen von Elle und Speiche unvollständig knöchern durch-

baut) nach Thiemann, Nitz und Schmeling (2006) einem durchschnittlichen 

skelettalen Alter von 17 Jahren (16.8 ± 1.1), nach Greulich und Pyle (1950) 

ist dieser Befund einem mittleren skelettalen Alter von 18 Jahren zuzuord-

nen; gemäss den aktuellen Ergebnissen von Tisè aus dem Jahr 2011 ent-

spricht dies einem Mindestalter von 15.6 Jahren. Somit stellt die Handkno-

chenaltersanalyse, welche zum Ergebnis kam, dass die Handknochen 

noch nicht vollständig verknöchert sind, im vorliegenden Fall ein Indiz für 

die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers dar. Aufgrund der Befunde der 

https://sgrm.ch/inhalte/Forensische-Medizin/AG_QM_-FAD_MD_V02_08-06-2022.pdf
https://sgrm.ch/inhalte/Forensische-Medizin/AG_QM_-FAD_MD_V02_08-06-2022.pdf

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Seite 12 

Handknochenaltersanalyse wurde in der Diagnostik in Übereinstimmung 

mit den Leitlinien der Arbeitsgruppe Forensische Altersdiagnostik (AGFAD) 

auf die Durchführung einer computertomographischen Untersuchung der 

Schlüsselbeine verzichtet. Auch die Schweizerische Gesellschaft für 

Rechtsmedizin hält in ihrem Methodendokument fest, dass sich bei nicht 

abgeschlossener Handskelettentwicklung weitere altersdiagnostische Un-

tersuchungen am Skelett erübrigen (vgl. SGRM, Forensische Altersdiag-

nostik, 2022, S. 10). Die zahnärztliche Untersuchung lässt nach Olze 

(2003, 2004) auf ein Durchschnittsalter von 22 Jahren (22.5 ± 1.9, 22.6 ± 

1.9, 22.7 ± 1.9, 22.7 ± 1.9) schliessen; das Mineralisationsstadium H der 

Weisheitszähne entspricht nach Knell et al. (2009) und Olze et al. (2004) 

bei einer männlichen europäischen Population einem Mindestalter von 17 

Jahren.  

5.3 Gemäss den AGFAD-Leitlinien ist im Asylverfahren das Mindestalter-

prinzip anzuwenden, da Berechnungen von Mittelwerten angesichts der 

aktuellen Datenlage die Anforderungen an den geforderten Beweismass-

stab nicht erfüllen können, wobei bei Anwendung mehrerer Säulen das 

höchste Mindestalter anzugeben ist (vgl. SGRM, Forensische Altersdiag-

nostik, 2022, S. 4 ff.). Aufgrund des festgestellten Mindestalters von 17 

Jahren stellt die zahnärztliche Untersuchung somit zusätzlich zur Hand-

knochenaltersanalyse ein weiteres Indiz für die Minderjährigkeit des Be-

schwerdeführers dar. 

5.4  

5.4.1 Zwar ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass sich der Beschwerdefüh-

rer in Bezug auf seine Altersangaben einige Ungereimtheiten vorwerfen 

lassen muss. So ist es etwa zutreffend, dass seine Angaben zur Dauer des 

Schulbesuchs und zum angeblichen Alter zum Zeitpunkt der Ausreise um 

ungefähr ein bis zwei Jahre divergieren (vgl. SEM-eAkte […]-16/14 [nach-

folgend 16/14] Ziff. 1.06; 1.17.04; 1.17.05). Demgegenüber stimmen seine 

Angaben, er sei im Jahr seiner Einschulung (1391, nach gregorianischem 

Kalender 2012/2013) etwa sechs Jahre alt gewesen, mit seinem geltend 

gemachten Alter überein (vgl. 16/14 Ziff. 1.06). Dasselbe gilt für das Vor-

bringen, seine Mutter habe ihm vor acht Jahren mitgeteilt – als er acht 

Jahre alt gewesen sei –, dass er am Todestag eines angesehenen Kom-

mandanten auf die Welt gekommen sei (vgl. 16/14 Ziff. 1.06). Aus Sicht des 

Gerichts halten sich in diesem Punkt – den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers zu seinem Alter – die Übereinstimmungen und die Ungereimtheiten in 

etwa die Waage. Weder kann aus ihnen auf die Unglaubhaftigkeit seiner 

Altersangaben geschlossen werden, noch erscheinen diese in Hinblick auf 

D-4233/2022 

Seite 13 

wichtige Lebensstationen (Schulbesuch, Ausreisezeitpunkt) völlig schlüs-

sig.  

5.4.2 Weiter stellt das Gericht fest, dass es offenkundig ist, dass der Be-

schwerdeführer sein Personalienblatt nicht selbstständig ausgefüllt hat 

(vgl. SEM-eAkte […]-1/2). Entgegen der vorinstanzlichen Einschätzung 

spricht dies aber nicht gegen die Glaubhaftigkeit seines vorgebrachten Al-

ters, da es fraglich erscheint, ob es sich dabei tatsächlich um von ihm selbst 

angegebene Daten handelt. Auch das Argument des SEM, es wäre zu er-

warten gewesen, dass er auf diesen Umstand anlässlich der Befragung 

aufmerksam gemacht hätte, überzeugt das Gericht nicht, zumal nicht er-

sichtlich ist, inwiefern ein solcher Einwand für oder gegen seine Minderjäh-

rigkeit sprechen sollte. 

5.4.3 Ferner überzeugt auch der Einwand des SEM, der Beschwerdeführer 

habe vor den slowenischen Behörden den (…) 2002 als sein Geburtsda-

tum angegeben, nicht. Seine diesbezügliche Erklärung, ein Junge habe 

dies aufgrund der eigenen fehlenden Sprachkenntnisse angegeben, 

spricht zwar nicht für die Glaubhaftigkeit seiner geltend gemachten Minder-

jährigkeit, vermag indes die Indizien für seine Minderjährigkeit – die Be-

funde der forensischen Altersdiagnostik und seine relativ stimmigen Aus-

sagen betreffend sein Alter – nicht umzustossen, zumal er auch in der 

Schweiz beim Eintritt in das BAZ das Personalienblatt offenkundig nicht 

selbstständig ausgefüllt hat. 

5.4.4 Auch geht aus dem Protokoll der EB UMA nicht hervor – wie vom 

SEM dargelegt –, dass der Todestag auf dem Bild des gefallenen Kriegs-

helden im Terminal von B._______ ein gregorianisches Datum angegeben 

wäre. Der Beschwerdeführer äusserst sich hierzu zwar nur vage (16/14 

Ziff. 1.06: «Wie kommt es, dass Sie das europäische Datum notiert haben 

und nicht das afghanische?» «Dort stand das Datum drauf, auf dem Foto. 

Die Taliban haben auch auf das Foto geschossen.»), dies allein vermag 

aber die Elemente, die für seine Minderjährigkeit sprechen, nicht als insge-

samt unglaubhaft erscheinen zu lassen. 

5.5  Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist festzustellen, dass die In-

dizien, welche für die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers sprechen, 

insgesamt überwiegen. Das Gericht kommt daher in gesamthafter Würdi-

gung und entgegen der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwer-

deführer gelungen ist, seine Minderjährigkeit zumindest glaubhaft im Sinn 

von Art. 7 AsylG zu machen.  

D-4233/2022 

Seite 14 

6.  

6.1 Nach dem Gesagten ist von der Minderjährigkeit des Beschwerde- 

führers auszugehen, mit der Folge, dass die Schweiz für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO 

zuständig ist. Die Beschwerde ist infolgedessen gutzuheissen, die ange-

fochtene Verfügung betreffend die Dispositivziffern 1–5 aufzuheben und 

die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

einzutreten. Die Dispositivziffer 6 bildet Gegenstand des Beschwerdever-

fahrens D-4317/2022; Ziffer 7 des Dispositivs ist gegenstandslos gewor-

den. 

6.2 Angesichts dieses Verfahrensausgangs erübrigt sich die weitere Aus-

einandersetzung mit den formellen Rügen sowie den Beschwerdevorbrin-

gen betreffend die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs aus der Schweiz. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).  

7.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung aus-

zurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche 

Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen 

vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. 

auch Art. 111ater AsylG).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4233/2022 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 13. September 2022 wird betreffend die Zif-

fern 1–5 aufgehoben. 

3.  

Ziffer 6 der angefochtenen Verfügung des SEM vom 13. September 2022 

bildet Gegenstand des Beschwerdeverfahrens D-4317/2022. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, sich für das Asylverfahren des Beschwerde-

führers für zuständig zu erklären und das Asylgesuch zu behandeln. 

5.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

6.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

7.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Bolz-Reimann Jonas Perrin 

 

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