# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32abacf1-11a7-5110-b674-119b431aa991
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.09.2008 D-5983/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5983-2006_2008-09-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5983/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz),
Richterin Jenny De Coulon Scuntaro, Richter Thomas 
Wespi, 
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

X._______, geboren _______,
Bangladesch,
wohnhaft _______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 6. Juni 
2006 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5983/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin verliess Bangladesch eigenen Angaben zufol-
ge am 16. April 2006 auf dem Luftweg und gelangte am 23. April 2006 
von Italien her kommend in die Schweiz, wo sie am 25. April 2006 ein 
Asylgesuch  stellte.  Dazu  wurde  sie  am  3.  Mai  2006  in  _______ 
summarisch  befragt.  Am  1.  Juni  2006  führte  das  BFM  gleichenorts 
eine Anhörung durch. 

Anlässlich  der  Befragungen  machte  die  Beschwerdeführerin  im  We-
sentlichen geltend, aus _______ (Distrikt  _______) zu stammen und 
buddhistischen Glaubens zu sein. Ihr Vater sei  Eigentümer mehrerer 
Ladenlokale gewesen. Nach den Wahlen von 2001 sei  er  durch S. - 
den moslemischen Chairman des örtlichen Bazar-Komitees  - zu unge-
rechtfertigten finanziellen Abgaben genötigt  worden. Aufgrund dieser 
ruinösen  Situation  habe  er  vorerst  erfolglos  versucht,  die  Läden  zu 
verkaufen. Nachdem er die geforderten Abgaben nicht mehr habe er-
bringen  können,  hätten  S.  und  seine  Entourage  Drohungen 
ausgestossen  und  schliesslich  am  30.  Oktober  2005  das  elterliche 
Haus gestürmt. Dabei seien ihre Eltern geschlagen und das Mobiliar 
zerstört  worden. Sie  selbst  habe sich  zu diesem Zeitpunkt  aufgrund 
der gegen sie ergangenen Vergewaltigungsdrohungen von S. bei einer 
Freundin  in  _______  aufgehalten.  Am  folgenden  Tag  sei  sie  aus 
_______ nach _______ zurückgekehrt. S. habe wiederum Drohungen 
ausgestossen. Ihr Vater habe die Behelligungen den lokalen Behörden 
gemeldet und auch den Chairman des Distrikts informiert. Man habe 
ihm indes gesagt, nichts gegen S. unternehmen zu können, und Geld 
verlangt.  Schliesslich  habe  der  Vater  der  Beschwerdeführerin  seine 
Läden  - wenn auch zu einem schlechten Preis - an S., welcher erneut 
bedrohlich aufgetreten sei, verkauft. Mit dem Erlös habe er die Flucht 
seiner Tochter nach Europa finanziert.

B.
Mit Verfügung vom 6. Juni 2006 (eröffnet am selben Datum) lehnte das 
Bundesamt das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und verfügte 
deren Wegweisung aus der Schweiz. Zur Begründung ihres  Entschei-
des führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die Gesuchsvorbringen 
hielten  den  Anforderungen  an  die  Asylrelevanz  gemäss  Art.  3  des 
Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG;  SR 142.31)  offensichtlich 
nicht stand. Eine Prüfung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen erübrige 

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sich.  Die  geltend  gemachten  Drohungen  und  Übergriffe  seien 
kriminelle  Akte  privater  Dritter,  welche  durch  die  bangladeschische 
Strafjustiz  grundsätzlich  geahndet  würden.  Es  bestünden  keine 
Anhaltspunkte  dafür,  dass  die  Behörden  das  Vorgefallene  angeregt, 
gebilligt,  unterstützt  oder  tatenlos  hingenommen  hätten.  Die 
Beschwerdeführerin hätte überdies die Möglichkeit gehabt, persönlich 
eine Anzeige zu deponieren. Im Weiteren habe sie vor der Ausreise 
mit  der  Familie  unbehelligt  in  _______ gelebt. Sie  verfüge demnach 
vor Ort über eine Aufenthaltsalternative. Schliesslich bestünden allein 
aufgrund  der  religiösen  Zugehörigkeit  der  Beschwerdeführerin  keine 
Anhaltspunkte für eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen. 
Den  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Bangladesch  erachtete  das 
Bundesamt für zulässig, zumutbar und möglich. 

C.
Mit Eingabe vom 4. Juli 2006 (Datum der Postaufgabe) an die Schwei-
zerische Asylrekurskommission (ARK) beantragte die Beschwerdefüh-
rerin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Asylgewäh-
rung.  Eventualiter  sei  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  Es  sei  kein 
Kostenvorschuss  zu  erheben  und  die  unentgeltliche  Rechtspflege 
(Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 
1968 [VwVG, SR 172.021]) zu gewähren. Zur Begründung wurde gel-
tend  gemacht,  S.  könne  in  ihrer  Herkunftsregion  auf  die 
stillschweigende Duldung der Polizei und anderer Behörden vertrauen. 
Seine Aktionen und somit auch die Vertreibung der nichtmoslemischen 
Bevölkerung  seien  entsprechend  dem  Staat  anzulasten.  Die 
Inanspruchnahme  des  familiären  Schutzes  am  Herkunftsort  komme 
mithin  nicht  in  Betracht,  und  eine  zumutbare  innerstaatliche 
Fluchtalternative  ausserhalb  des  Familienverbandes  sei  nicht 
gegeben. 

Die Nachreichung von Identitätsdokumenten sowie einer Bestätigung 
für  die  Bedürftigkeit  wurde  in  Aussicht  gestellt.  Letztere  ging  am 
12. Juli 2006 bei der ARK ein. 

D.
Mit Zwischenverfügung vom 12. Juli 2006 verzichtete die ARK auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Bezüglich  des  Entscheids  über 
das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde auf einen späte-
ren Zeitpunkt verwiesen. 

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E.
Mit Vernehmlassung vom 28. Juli 2006 beantragte die Vorinstanz die 
Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin habe persönlich 
keine Anzeige bei der Polizei gemacht. Diejenige ihres Vaters sei ent-
gegengenommen  worden.  Den  bangladeschischen  Behörden  könne 
keine Verletzung der Schutzpflicht angelastet werden. Zudem bestehe 
eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative. 

F.
Mit Replik vom 17. August 2006 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 
bisherigen Darlegungen fest. Im Rahmen der Anzeige sei ihr Vater zu 
einer  Geldzahlung  genötigt  worden.  Die  Polizei  habe  anschliessend 
nichts unternommen. Es könne nicht vom Schutzwillen der einheimi-
schen Behörden ausgegangen werden. Eine Freundin der Beschwer-
deführerin werde die ergangenen Drohungen von S.  bezeugen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  endgültig  über  Be-
schwerden  gegen Verfügungen  des BFM auf  dem Gebiet  des  Asyls 
(Art.  105 AsylG i.V.m. Art.  31 -  34 des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernahm am 1. Januar 2007 die 
Beurteilung der am 31. Dezember 2006 bei der ARK hängig gewese-
nen  Rechtsmittel.  Es  gelangt  das  neue  Verfahrensrecht  zur  Anwen-
dung (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessen-
heit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2.
Die Beschwerdeführerin  ist  legitimiert;  auf  die  frist-  und formgerecht 
eingereichten Beschwerde ist  einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 
Abs. 1 und Art. 50 ff. VwVG).

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3.
Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt,  wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land,  wo sie  zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.1 Die Beschwerdeführerin weist in ihren Eingaben zu Recht auf reli-
giöse  Spannungen  in  ihrem Heimatland  hin.  Zur  Situation  religiöser 
Minderheiten in Bangladesch ist Folgendes festzuhalten: Übereinstim-
menden Berichten zufolge sind deren Mitglieder kaum je unmittelbarer 
staatlicher Verfolgung ausgesetzt. Die Religionsfreiheit  ist  grundsätz-
lich gewährleistet. Festnahmen oder Inhaftierungen allein aufgrund der 
religiösen Zugehörigkeit werden entsprechend nicht angeordnet. Viel-
mehr ist der Staat überwiegend bemüht, den Religionsfrieden zu wa-
ren, und setzt zum Schutz von Minderheiten seine Organe ein. Dieser 
Schutz ist aufgrund der rapportierten Übergriffe namentlich durch ext-
remistische moslemische Gruppierungen und andere  Gewalttäter  of-
fensichtlich  auch  aktuell  noch  erforderlich.  Besagte  Übergriffe 
offenbaren  eine  beträchtliche  Gewaltbereitschaft  im  Rahmen  von 
allerdings  nicht  immer  ausschliesslich  religiös  bedingten  Konflikten 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 27 E. 4.4 und 4.5 S. 299 ff.). 
Der  am  11.  Januar  2007  durch  den  Staatspräsidenten  auf 
unbestimmte  Zeit  verhängte  Ausnahmezustand  hat  im  Bereich  der 
allgemeinen  Sicherheit  indes  eher  zu  einer  Verbesserung  geführt. 
Davon  profitieren  Angehörige  religiöser  Minderheiten,  da  der  Staat 
sowohl gegen zahlreiche lokale Machthaber, welche durch kriminelle 
Machenschaften das Gewaltklima angeheizt hatten, wie auch führende 
Vertreter  einer  gewaltbereiten  moslemischen  Organisation 
vorgegangen ist. An der Tatsache, dass namentlich lokale Behörden in 
ländlichen Gebieten mitunter  nach wie vor nicht  fähig oder allenfalls 
sogar  nicht  willens  sind,  den  erforderlichen  Schutz  gebührend  zu 
gewähren,  hat  sich  zwar  nichts  Grundlegendes  geändert.  Hingegen 
kann  in  Anbetracht  der  offensichtlich  vorhandenen  Schutzwilligkeit 

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zahlreicher  Behörden  und  der  in  vielen  Fällen  auch  unter  Beweis 
gestellten  Schutzfähigkeit  davon  ausgegangen  werden,  dass  Opfer 
lokaler  Gewalt im  allgemeinen  einen  effektiven  und  zumutbaren 
Zugang  zu  einer  funktionierenden  Schutz-Infrastruktur  haben  (zur 
nunmehr  anzuwendenden  Schutztheorie  vgl.  EMARK  2006  Nr.  18). 
Dies beispielsweise auch mit Hilfe von NGOs, welche vor Ort zahlreich 
vertreten  sind  und  sich  für  die  Belange  der  religiösen  Minderheiten 
einsetzen (zum Ganzen vgl. ai-Jahresbericht  2008,  Bangladesh; US-
Department  of  State,  International  Religious  Freedom  Report  2007 
Bangladesh  [Released  on  September  14,  2007];  US-Department  of 
State, Country Reports on Human Rights Practices 2007 Bangladesh 
[Released on March 11, 2008]).

Hinreichend  konkrete  Anhaltspunkte  dafür,  dass  die 
Beschwerdeführerin  keinen  erwähnten  Zugang  zur  Schutz-
Infrastruktur  gehabt  hätte,  sind  aufgrund  der  Aktenlage  nicht 
ersichtlich. So wäre es ihr respektive ihrem Vater zuzumuten gewesen, 
ein allfälliges Fehlverhalten der lokalen Behörde oder die Untätigkeit 
des  Chairman  im  Bedarfsfall  bei  der  zuständigen  respektive 
vorgesetzten  Behörde  geltend  zu  machen. Dies  namentlich  von  der 
Grossstadt  _______  aus,  wo  die  Familie  gemäss  Angaben  der 
Beschwerdeführerin  vor der  Ausreise  unbehelligt  lebte  (A 6/15,  S. 4 
und 11). Die Familie hat es aber offenbar unterlassen, entsprechende 
Schritte einzuleiten. Im Ergebnis kann jedenfalls entgegen den kaum 
stichhaltigen  Beschwerdevorbringen  davon  ausgegangen  werden, 
dass sich die Beschwerdeführerin wegen ihrer religiösen Zugehörigkeit 
beziehungsweise  der  geltend  gemachten  Bedrohung  durch  S.  nicht 
landesweit  mit  einer  Verfolgungssituation,  der  sie  nur  mit  Flucht  ins 
Ausland entgehen konnte, konfrontiert sah. 

3.2 Der Beschwerdeführerin ist es demnach nicht gelungen, nachzu-
weisen oder glaubhaft zu machen, dass sie im Zeitpunkt der Ausreise 
aus Bangladesch ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3  Abs. 2 
AsylG  ausgesetzt  war  oder  dass  sie  begründete  Furcht  hat,  solche 
Nachteile im Falle der Rückkehr in absehbarer Zukunft mit erheblicher 
Wahrscheinlichkeit  erleiden  zu  müssen.  Die  Asylrelevanz  der  Vor-
bringen  ist  mithin  zu  verneinen. Es  erübrigt  sich,  auf  die  weiteren 
Ausführungen in den Eingaben im Einzelnen einzugehen, weil sie am 
Ergebnis nichts ändern können. Das Bundesamt hat ihr Asylgesuch zu 
Recht abgelehnt. 

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4.

4.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch hat sie einen Anspruch auf Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

5.
Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt das  Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die vorläufige  Aufnahme 
von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer 
[AuG, SR 142.20]).

5.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur 
Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben 
oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet 
ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land ge-
zwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 
des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 (BV, SR 
101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Fol-
ter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konven-
tion  vom 4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand in einen Staat ausge-
schafft  werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art  unmenschli-
cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht.

Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 
hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, 
welche  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER,  Das 
Asyl-  und Wegweisungsverfahren,  3. Aufl.,  Bern  1999,  S. 89). Da es 

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der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine flüchtlingsrechtlich er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  nach  Bangladesch ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben 
sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den 
Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall  einer Ausschaffung 
nach Bangladesch dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 
Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-
gesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für 
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 
müsste  die  Beschwerdeführerin  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk") 
nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschie-
bung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl. 
EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen). Aufgrund der Ak-
ten  sowie  der  vorstehenden  Erwägungen  betreffend  die  Frage  der 
Flüchtlingseigenschaft und des Asyls ist indessen nicht davon auszu-
gehen, dass ihr im Falle einer Rückkehr nach Bangladesch eine derar-
tige Gefahr droht, welche den Wegweisungsvollzug als unzulässig er-
scheinen lassen würde. 

5.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  -  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7 AuG - die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

Der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  nach  Bangla-
desch  ist  im  vorliegenden  Fall  als  zumutbar  im  Sinne  von  Art.  83 
Abs. 4 AuG zu erachten, da sie nicht darzutun vermochte, dass sie bei 
einer  Rückkehr  in  ihr  Heimatland  einer  konkreten  Gefährdungs-
situation im Sinne der zu beachtenden Bestimmung ausgesetzt wäre. 
In  den Akten finden sich auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür, 
dass  die  Beschwerdeführerin  aus  individuellen  Gründen 
wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  in  eine 
existenzbedrohende Situation geraten würde. Sollte sie im Sinne ihrer 
Vorbringen  tatsächlich  keinen  Kontakt  zu  ihren  Angehörigen  mehr 

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haben,  wäre  ihr  zuzumuten,  sich  um  deren  aktuelle  Adresse  in 
_______  oder  einem allfälligen  späteren  Aufenthaltsort  zu  bemühen 
(vgl. A 16/15, S. 4). Im Übrigen ist die volljährige, gemäss Aktenlage 
gesunde Beschwerdeführerin offenbar reisegewandt und wohnte auch 
schon bei einer Freundin in _______. Sollte sie vorübergehend nicht 
zu ihren Eltern zurückkehren können, bestünde mithin auch in diesem 
Lichte besehen eine Aufenthaltsalternative. Dies umso mehr, als ihre 
Eltern  offenbar  trotz  des  ungünstigen  Verkaufs  der  Geschäfte  im 
Herkunftsort  noch  materiell  gut  gestellt  waren  und  ihre  Tochter 
mutmasslich  auch  ausserhalb  eines  gemeinsamen  Haushalts  zu 
unterstützen vermöchten (A 6/15, S. 10). 

5.3 Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  in  Zusam-
menarbeit mit der Vorinstanz bei der zuständigen Vertretung ihres Hei-
matlandes die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu be-
schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung 
auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

5.4 Zusammenfassend ergibt  sich,  dass der  von der  Vorinstanz ver-
fügte Wegweisungsvollzug in Übereinstimmung mit den zu beachten-
den Bestimmungen steht  und zu bestätigen ist. Eine Anordnung der 
vorläufigen Aufnahme fällt  damit  ausser Betracht  (Art. 83 Abs. 1 -  4 
AuG).

6.
Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bun-
desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Be-
schwerde ist demnach abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten in der Höhe 
von  Fr. 600.--  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG). Nachdem sie gemäss Aktenlage seit April  2008 erwerbstätig 
ist, kann nicht mehr von ihrer Bedürftigkeit ausgegangen werden. Das 
Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist demnach abzuweisen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- werden 
der Beschwerdeführerin auferlegt. Dieser Betrag ist mittels beiliegen-
dem Einzahlungsschein  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben,  Beilagen:  BFM  Verfügung, 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten N _______ (per Kurier; in Kopie)

- _______

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber 

Versand: 

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