# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2cc7a35-ce7f-599c-aa0a-6b400ddcd9e1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-19
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 19.09.2025 BK 2024 518
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2024-518_2025-09-19.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 24 518

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 19. September 2025

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid, 
Oberrichter Horisberger
Gerichtsschreiberin Lienhard

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigte

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, Post-
fach, 3001 Bern

B.________
v.d. Rechtsanwalt C.________

Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin

Gegenstand Nichtanhandnahme

Strafverfahren wegen Sachbeschädigung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland vom 25. September 2024 (BJS 24 
13047)

2

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsanwalt-
schaft/Vorinstanz) führt gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldigte) ein Strafver-
fahren (BJS 24 13047) wegen grober und einfacher Verletzungen der Verkehrsre-
geln (Nichtwahren eines ausreichenden Abstands zum vorderen Fahrzeug und miss-
bräuchliches Verwenden der Lichthupe als Lenkerin eines Personenwagens), be-
gangen am 26. März 2024 auf der D.________ in Richtung E.________ (Vorgang 
202403010116). Das von B.________ mit Strafantrag vom 10. Mai 2024 in diesem 
Zusammenhang initiierte Verfahren wegen Sachbeschädigung nahm die Staatsan-
waltschaft mit Verfügung vom 25. September 2024 nicht an die Hand. Dagegen er-
hob B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), privat vertreten durch Rechts-
anwalt C.________, am 29. November 2024 Beschwerde bei der Beschwerdekam-
mer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern und beantragte:
1. Die Verfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Berner Jura Seeland, vom 

25. September 2024 (BJS 24 13047) sei aufzuheben. 

2. Der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Berner Jura-Seeland, sei die Weisung zu ertei-
len, das Verfahren an die Hand zu nehmen und das Strafverfahren gegen A.________ wegen Sach-
beschädigung zu eröffnen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Am 6. Dezember 2025 eröffnete die Verfahrensleitung ein Beschwerdeverfahren und 
gab der Generalstaatsanwaltschaft und der Beschuldigten Gelegenheit zur Stellung-
nahme. Mit Verfügung vom 10. Januar 2025 nahm und gab sie von der Eingabe der 
Generalstaatsanwaltschaft vom 27. Dezember 2024, womit diese die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde beantragte, Kenntnis, stellte fest, dass sich die Beschul-
digte nicht hatte vernehmen lassen, und teilte mit, dass auf die Anordnung eines 
zweiten Schriftenwechsels verzichtet werde. Am 17. September 2025 reichte 
Rechtsanwalt C.________ seine Kostennote ein.

2.

2.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei der 
Beschwerdekammer innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde ge-
führt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Strafprozessordnung 
[StPO; SR 3121.0]; Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehör-
den und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Orga-
nisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Zur Beschwerde-
führung gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung ist jede Partei legitimiert, die ein 
rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids 
hat (Art. 382 Abs. 1 StPO).

Die Prozessvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. 

2.2

2.2.1 Partei ist namentlich die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO). Als Privat-
klägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafver-
fahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Der Strafan-

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trag ist dieser Erklärung gleichgestellt (Art. 118 Abs. 2 StPO). Die Erklärung ist ge-
genüber einer Strafverfolgungsbehörde spätestens bis zum Abschluss des Vorver-
fahrens abzugeben (Art. 118 Abs. 3 StPO). Hat sich die geschädigte Person lediglich 
im Zivilpunkt konstituiert, ist sie nicht zur Beschwerde gegen eine Einstellungs- oder 
Nichtanhandnahmeverfügung befugt. Da die Zivilklage bei einer Nichtanhandnahme 
oder Verfahrenseinstellung auf den Zivilweg zu verweisen ist (Art. 126 Abs. 2 Bst. a 
StPO; Art. 320 Abs. 3 [für Nichthandnahmen i.V.m. Art. 310 Abs. 2 StPO]), besteht 
in diesen Fällen von Gesetzes wegen kein rechtlich geschütztes Interesse an einer 
Entscheidung über die Zivilklage (BÄHLER, in: Basler Kommentar Strafprozessord-
nung, 3. Aufl. 2023, N. 10 zu Art. 382 StPO mit Verweis auf den Beschluss des Ober-
gerichts des Kantons Bern BK 21 184 E. 2.5 mit Hinweisen)

Die geschädigte Person kann jederzeit schriftlich oder mündlich zu Protokoll er-
klären, sie verzichte auf die ihr zustehenden Rechte. Der Verzicht ist endgültig (Art. 
120 Abs. 1 StPO). Wird der Verzicht nicht ausdrücklich eingeschränkt, so umfasst er 
die Straf- und die Zivilklage (Art. 120 Abs. 2 StPO). Der Wille, einen Strafantrag oder 
auch eine Straf- bzw. Zivilklage zurückzuziehen, muss nach der Praxis des Bundes-
gerichtes unmissverständlich zum Ausdruck kommen (Urteile des Bundesgerichts 
6B_491/2023 vom 7. August 2023 E. 2.3.3; 6B_858/2022 vom 2. Juni 2023 E. 3.1; 
6B_173/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.3; 1B_323/2019 vom 24. Oktober 2019 E. 2.1; 
je mit Hinweisen). Gegen die Verwendung von entsprechenden Formularen im Straf-
prozess ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Sie erleichtern nicht nur den Behörden 
die Entgegennahme von rechtserheblichen Erklärungen, sondern ermöglichen es 
der betroffenen Person auch, ihr Anliegen klar und unmissverständlich zum Aus-
druck zu bringen. Dies setzt voraus, dass die Formulare verständlich ausgestaltet 
sind, die massgebende Rechtslage korrekt wiedergeben und sich aus der Unter-
zeichnung des Formulars eindeutige Rückschlüsse auf den Willen der betroffenen 
Person ergeben. Die Formulare sollten grundsätzlich auch von einem juristischen 
Laien und ohne Hilfestellung durch Beamte ausgefüllt werden können (vgl. Urteile 
des Bundesgerichts 6B_491/2023 vom 7. August 2023 E. 2.3.3; 6B_858/2022 vom 
2. Juni 2023 E. 3.1; 1B_694/2021 vom 8. August 2022 E. 3.1; 1B_446/2018 vom 
14. November 2018 E. 4.4; 6B_978/2013 vom 19. Mai 2014 E. 2.4 mit Hinweisen).

2.2.2 Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin mit dem Formular 
«Strafantrag-Privatklage» der Kantonspolizei Bern am 10. Mai 2024 Strafantrag ge-
gen die Beschuldigte wegen Sachbeschädigung, begangen am 26. März 2024 um 
17.40 Uhr an der D.________ in E.________, gestellt hat (Akten BJS 24 13047, pag. 
9). Dazu füllte sie das erste Feld unter der Rubrik «I. Strafantrag» aus, kreuzte das 
Kästchen «Ich stelle Strafantrag gegen die oben erwähnte Person bzw. unbekannte 
Täterschaft und verlange die Verfolgung und Bestrafung wegen Sachbeschädigung» 
an und unterzeichnete die Erklärung. Im zweiten Feld unter der Rubrik «II. Privat-
klage» liess sie bei «Strafklage» das Kästchen mit dem Vermerk «Ich will mich am 
Strafverfahren beteiligen und Parteirechte ausüben» leer, während sie bei «Zivil-
klage» das Kästchen mit dem Vermerk «Ich will zivilrechtliche Ansprüche aus der 
Straftat geltend machen. […]» ankreuzte und ihre Erklärung unterzeichnete. Bei 
«Teilnahme» kreuzte sie an, dass sie nicht an Einvernahmen und Beweiserhebun-
gen teilnehmen wolle und unterzeichnete dies. Das Kästchen bei «Verzicht» bzw. 

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mit der Erklärung «Ich will mich nicht als Privatkläger/in am Strafverfahren beteiligen 
und verzichte auf eine Privatklage» liess sie leer und setzte auch keine Unterschrift.

2.2.3 Aus dem vorerwähnten Formular ergibt sich aufgrund der unterzeichneten Rubrik 
«Strafantrag» vorab, dass die Beschwerdeführerin die strafrechtliche Verfolgung und 
Bestrafung der Beschuldigten wegen Sachbeschädigung verlangt (Akten BJS 24 
13047, pag. 9). Wie erwähnt (E. 2.2.1), kommt der Strafantrag der Erklärung gleich, 
sich als Straf- oder Zivilklägerin am Strafverfahren zu beteiligen. Etwas anderes geht 
auch aus den Erläuterungen zum Strafantrag (Akten BJS 24 13047, pag. 10) nicht 
hervor. Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine juristische Laiin, die zum 
Zeitpunkt der Strafantragsstellung noch nicht anwaltlich vertreten war. Dazu, ob sie 
vollumfänglich über die ihr als Privatklägerin im Strafprozess zustehenden Rechte 
und Pflichten informiert worden war, finden sich in den Akten keine Hinweise. Es ist 
unklar, weshalb die Beschwerdeführerin das «Strafklage»-Kästchen leer gelassen 
hat. Auf diese Weise hat die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht unmissverständlich 
auf eine Strafklage verzichtet. Nur der Verzicht ist endgültig. Daraus folgt, dass nicht 
davon ausgegangen werden darf, die Beschwerdeführerin habe endgültig darauf 
verzichtet, sich als Strafklägerin am Verfahren zu beteiligen.

2.3 Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist somit einzutreten.

3.

3.1 Gemäss Anzeigerapport vom 30. Mai 2024 wird der Beschuldigten unter anderem 
vorgeworfen, den Abstand zum vor ihr fahrenden Fahrzeug der Beschwerdeführerin 
nicht ausreichend gewahrt und dadurch einen Auffahrunfall verursacht zu haben. 
Nachdem die beiden Fahrzeuge zum Stillstand gekommen waren, soll es den Aus-
sagen der Beschwerdeführerin zufolge noch einmal zu einer Kollision gekommen 
sein. Da ihr die Beschuldigte vorwarf, abrupt gebremst zu haben, wurde die zunächst 
nur als Auskunftsperson einvernommene Beschwerdeführerin noch einmal polizei-
lich als beschuldigte Person einvernommen (zum Ganzen vgl. Akten BJS 24 13047, 
pag. 1-8).

3.2 Zur Begründung der Nichtanhandnahme des Verfahrens wegen Sachbeschädigung 
führte die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Verfügung zunächst aus, dass 
Sachbeschädigung nur bei vorsätzlicher, also wissentlicher und willentlicher Bege-
hung, nicht aber bei fahrlässiger Begehung durch eine allfällige Sorgfaltspflichtver-
letzung (z.B. Verursachen eines Verkehrsunfalls wegen Nichtwahrens eines ausrei-
chenden Abstands) strafbar sei (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Art. 12 Abs. 1 des Schweize-
rischen Strafgesetzbuchs [StGB; SR 311.0]). In Bezug auf den Auffahrunfall sei der 
Straftatbestand von Art. 144 Abs. 1 StGB somit eindeutig nicht erfüllt. Weitergehend 
sei bestritten, ob die Beschuldigte überhaupt bzw. gegebenenfalls wissentlich und 
willentlich ein weiteres Mal in das Fahrzeug der Beschwerdeführerin gefahren sei. 
Selbst wenn dem so wäre, könne nachträglich nicht mehr beweissicher eruiert wer-
den, welche Schäden bereits durch die erste (ungewollte) und welche durch die 
zweite Kollision entstanden seien. Mit anderen Worten könne der Beweis, dass die 
Beschuldigte durch das zweite Auffahren einen (zusätzlichen) Sachschaden verur-
sacht haben solle, nicht mehr erbracht werden. Demnach werde das Verfahren we-
gen Sachbeschädigung nicht an die Hand genommen.

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4.

4.1 Die Staatsanwaltschaft verzichtet gemäss Art. 309 Abs. 4 StPO auf die Eröffnung 
einer Untersuchung, wenn sie sofort eine Nichtanhandnahmeverfügung oder einen 
Strafbefehl erlässt. Nach Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt sie die Nichtanhandnahme 
der Untersuchung, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports fest-
steht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen ein-
deutig nicht erfüllt sind (Bst. a) oder wenn Verfahrenshindernisse bestehen (Bst. b). 
Die Nichtanhandnahme eines Strafverfahrens kann mithin in sachverhaltsmässig 
und rechtlich klaren Fällen erfolgen, so etwa bei offensichtlicher Straflosigkeit, wenn 
der Sachverhalt mit Sicherheit nicht unter einen Straftatbestand fällt oder bei eindeu-
tig fehlenden Prozessvoraussetzungen. Ein Straftatbestand gilt dann als eindeutig 
nicht erfüllt, wenn kein zureichender Verdacht auf eine strafbare Handlung besteht 
oder der zu Beginn der Strafverfolgung gegebene Anfangsverdacht sich vollständig 
entkräftet hat. Ergibt sich indes aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus 
der Strafanzeige oder aus den eigenen Feststellungen der Staatsanwaltschaft ein 
hinreichender Tatverdacht, so eröffnet sie eine Strafuntersuchung (Art. 309 Abs. 1 
Bst. a StPO). Die Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen allerdings erheblich 
und konkreter Natur sein. Blosse Gerüchte oder Vermutungen genügen nicht. Der 
Anfangsverdacht muss auf einer plausiblen Tatsachengrundlage beruhen, aus wel-
cher sich die konkrete Möglichkeit der Begehung einer Straftat ergibt (BGE 141 IV 
87 E. 1.3.1). Im Zweifelsfall, wenn die Nichtanhandnahmegründe nicht mit absoluter 
Sicherheit gegeben sind, muss das Verfahren eröffnet werden (BGE 143 IV 241 
E. 2.2; 138 IV 86 E. 4.1; 137 IV 219 E. 7 und 285 E. 2.3; vgl. zum Ganzen: Urteil des 
Bundesgerichts 6B_724/2021 vom 10. Januar 2022 E. 3.1).

4.2 Wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungs-
recht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht, wird gemäss Art. 144 
Abs. 1 StGB, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe be-
straft. Als Beschädigen gilt jedes Herbeiführen einer mehr als nur belanglosen Man-
gelhaftigkeit der Sache. Ein solcher Mangel kann durch erhebliches Verletzen der 
Substanz der Sache herbeigeführt werden oder durch körperliche Einwirkung, wel-
che entweder die bestimmungsgemässe Funktionsfähigkeit, die äussere Erschei-
nung oder den Zustand der Sache beeinträchtigt. Auch an einer bereits beschädigten 
Sache kann eine Sachbeschädigung begangen werden (WEISSENBERGER, in: Basler 
Kommentar Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 22 und 67 zu Art. 144 StGB). Subjektiv 
erfordert die Sachbeschädigung Vorsatz resp. Eventualvorsatz. Der Täter muss wis-
sen, dass die Sache fremd ist oder daran ein fremdes Gebrauchs- oder Nutznies-
sungsrecht besteht und er muss um die Einwirkung auf die Sache wissen und diese 
wollen (WEISSENBERGER, a.a.O., N. 81 zu Art. 144 StGB). Eine Sachbeschädigung 
im Strassenverkehr kann auf Eventualvorsatz beruhen, was bei einem Verkehrsun-
fall mit blossem Sachschaden zu einer direkten Anwendung von Art. 144 StGB 
führen kann (vgl. BGE 138 IV 258 E. 3.3.1).

4.3 Eventualvorsatz liegt vor, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise 
die Verwirklichung des Tatbestandes für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er 
den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er 
ihm auch unerwünscht sein (BGE 131 IV 1 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Abgrenzung 

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zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit kann im Einzelfall schwierig 
sein. Sowohl der eventualvorsätzlich als auch der bewusst fahrlässig handelnde 
Täter wissen um die Möglichkeit des Erfolgseintritts beziehungsweise um das Risiko 
der Tatbestandsverwirklichung. Hinsichtlich der Wissensseite stimmen somit beide 
Erscheinungsformen des subjektiven Tatbestands überein. Unterschiede bestehen 
jedoch beim Willensmoment: Der bewusst fahrlässig handelnde Täter vertraut (aus 
pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von ihm als möglich vorausgese-
hene Erfolg nicht eintreten, das Risiko der Tatbestandserfüllung sich mithin nicht ver-
wirklichen wird. Demgegenüber nimmt der eventualvorsätzlich handelnde Täter den 
Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit 
ihm ab. Wer den Erfolg dergestalt in Kauf nimmt, «will» ihn im Sinne von Art. 12 Abs. 
2 StGB. Nicht erforderlich ist, dass der Täter den Erfolg «billigt» (BGE 147 IV 439 E. 
7.3.1; 133 IV 9 E. 4.1, 133 IV 1 E. 4.1;). Eventualvorsatz kann indessen auch vorlie-
gen, wenn der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr 
wahrscheinlich, sondern bloss möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen 
des Täters um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlos-
sen werden. Vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen (BGE 147 IV 439 E. 
7.3.1).

5. Die Beschwerdekammer gelangt zum Schluss, dass sich die Nichtanhandnahme des 
Verfahrens nicht als rechtens erweist.

5.1 Anders als die Staatsanwaltschaft dafürhält, kann bei der vorliegenden Ausgangs-
age zunächst nicht ohne Weiteres darauf geschlossen werden, dass der Straftatbe-
stand von Art. 144 Abs. 1 StGB in Bezug auf den Auffahrunfall eindeutig nicht erfüllt 
ist. Für eine derartige Annahme liegt derzeit kein zureichend liquider Sachverhalt 
vor. 

5.1.1 Zum einen ist zu berücksichtigen, dass die Vorinstanz die Beschuldigte mit Strafbe-
fehl vom 8. Oktober 2024 wegen grober und einfacher Verkehrsregelverletzungen 
(Art. 34 Abs. 4, Art. 40 sowie Art. 90 Abs. 1 und 2 SVG) verurteilte, wogegen diese 
am 18. Oktober 2024 Einsprache erhob (Akten BJS 24 13047, pag. 57-58 und 63-
64). Wie dem angefochtenen Strafbefehl entnommen werden kann, erachtete es die 
Vorinstanz als erstellt, dass die Beschuldigte ihren Personenwagen hinter der eben-
falls angezeigten Beschwerdeführerin gelenkt und dabei einen zu geringen Abstand 
gehalten hatte. Als die Beschwerdeführerin unerwarteterweise gebremst habe, habe 
die Beschuldigte innerhalb der überblickbaren Strecke deshalb nicht mehr anzuhal-
ten vermögen, so dass es zu einer Auffahrkollision gekommen sei (Akten BJS 24 
13047, pag. 57). Weiter wurde als erstellt erachtet, dass die Beschuldigte während 
der Fahrt mehrfach die Lichthupe betätigt hatte, obwohl die Sicherheit des Verkehrs 
dies nicht erfordert habe. 

5.1.2 Zum anderen bringt die Beschwerdeführerin zu Recht vor, dass das Nichteinhalten 
der Mindestabstandvorschriften (Faustregel für Personenwagen: «halber Tacho» 
bzw. ein Abstand von 1.8 s oder die «Zwei-Sekunden»-Regel [BGE 131 IV 
133 E. 3.1 mit Hinweisen]; auf Autobahnen gilt «1/6-Tacho» bzw. ein Abstand von 
0.6 s [BGE 131 IV 133 E. 3.2.2; Urteile des Bundesgerichts 7B_687/2023 vom 
11. April 2025 E. 3.3.2; 6B_1241/2023 vom 13. Januar 2025 E. 1.3.3; 1C_482/2023 

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vom 11. März 2024 E. 2.2; 6B_1037/2020 vom 20. Dezember 2021 E. 1.3.1; je mit 
Hinweisen]) zu einem erheblichen Risiko für einen Auffahrunfall und entsprechend 
auch für eine Sachbeschädigung führt. Ohne der Staatsanwaltschaft oder dem Sach-
gericht vorgreifen zu wollen, muss mitunter aufgrund der Aussagen der Beschuldig-
ten davon ausgegangen werden, dass sie nicht genügend Abstand zu der vor ihr 
fahrenden Beschwerdeführerin gehalten zu haben scheint und sich die Verkehrsre-
gelverletzung nicht mehr bloss im Bereich von Art. 90 Abs. 1 SVG bewegen könnte. 
So gab die Beschuldigte anlässlich der ersten Befragung vom 26. März 2024 unmit-
telbar nach dem Unfall an, sie sei zunächst mit ca. 80 km/h, danach mit ca. 76 km/h 
hinter der Beschwerdeführerin hergefahren (Akten BJS 24 13047, pag. 11). Zwi-
schen den beiden Fahrzeugen habe Platz für einen kleinen Fiat 500 bestanden; der 
Abstand habe ca. 5 m betragen (Akten BJS 24 13047, pag. 12). Anlässlich der zwei-
ten Einvernahme vom 11. Mai 2024 gab sie an, sie habe nach Verlassen der 50er 
Zone im Dorf auf 80 km/h beschleunigen können und habe auf den Mazda (Anmer-
kung der Kammer: das Auto der Beschwerdeführerin), der ca. 75 km/h gefahren sei, 
aufgeschlossen (Akten BJS 24 13047, pag. 22 Z. 43-47). Mit ca. 70 km/h sei sie in 
das Fahrzeug vor ihr gefahren. Bevor es zur angeblichen Vollbremsung der Be-
schwerdeführerin gekommen sei, habe sie ab und zu wieder abgebremst, um die 
Distanz von ca. einem kleinen Fiat zwischen den beiden Fahrzeugen zu belassen 
(Akten BJS 24 13047, pag. 23 Z. 109-112). Darüber hinaus gab die Beschuldigte 
nach dem Unfall spontan zu Protokoll, dass sie zweimal die Lichthupe betätigt habe, 
um der Beschwerdeführerin zu deuten, sie solle sich dem weissen Auto vor ihr etwas 
annähern (Akten BJS 24 13047, pag. 11). Anlässlich der späteren Einvernahme gab 
sie an, sie habe die Lichthupe zweimal betätigt, weil sie gewollt habe, dass das Auto 
vor ihr schneller fahre. Da das Auto Schlangenlinien gefahren sei, habe sie gedacht, 
die Fahrzeuginsassen führten eine Diskussion (Akten BJS 24 13047, pag. 47-49). 
Vor diesem Hintergrund wirkt die Aussage der Beschwerdeführerin, wonach die Be-
schuldigte ihr aufgefahren sei, sich aber immer wieder zurückfallen gelassen und die 
Lichthupe betätigt habe (Akten BJS 24 13047, pag. 13), nicht per se unglaubhaft. 
Kommt hinzu, dass sich ihre Aussagen mit denen ihres Beifahrers F.________ de-
cken (Akten BJS 24 13047, pag. 15) und auch die Auskunftsperson G.________ gab 
an, die Beschuldigte sei auffällig gefahren bzw. habe immer wieder nach links aus-
geschwenkt (Akten BJS 24 13047, pag. 19 und 20). Demnach bestehen konkrete 
Anhaltspunkte dafür, dass die Beschuldigte nicht nur den Mindestabstand nicht ein-
gehalten hat, sondern der Beschwerdeführerin mehrmals aufgefahren ist und die 
Lichthupe betätigt hat. Mit der Beschwerdeführerin kann somit nicht ohne Weiteres 
von einer straflosen fahrlässigen Sachbeschädigung ausgegangen werden. Viel-
mehr gilt es zu untersuchen, ob die Beschuldigte den Auffahrunfall mit ihrem Verhal-
ten in Kauf genommen bzw. eventualvorsätzlich gehandelt hat. 

5.2 Was die von der Beschuldigten bestrittene zweite Kollision anbelangt, gilt es in einem 
ersten Schritt zu berücksichtigen, dass nicht nur die Beschwerdeführerin angegeben 
hat, dass es zu einer weiteren Kollision gekommen sein soll, nachdem die beiden 
Fahrzeuge zum Stillstand gekommen waren (Akten BJS 24 13047, pag. 14; vgl. auch 
pag. 31 Z. 105). Entsprechendes geht mit der Beschwerdeführerin auch aus den 
Aussagen der Auskunftspersonen F.________ und G.________ hervor (Akten BJS 

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24 13047, pag. 17 und 19-20). Ob, weshalb und wie genau es zu dieser zweiten 
Kollusion gekommen ist, wird weiter abzuklären sein.

5.3 Soweit die Vorinstanz und die Generalstaatsanwaltschaft geltend machen, es könne 
nachträglich nicht mehr beweissicher eruiert werden, welche Schäden durch die 
erste und welche durch die zweite Kollision entstanden sein sollen, kann ihnen nicht 
gefolgt werden. Da angesichts des aktuell noch nicht liquiden Sachverhalts sowohl 
die Möglichkeit besteht, dass die Beschuldigte den Sachschaden am Fahrzeug der 
Beschwerdeführerin durch das erste Auffahren eventualvorsätzlich verursacht ha-
ben könnte, aber auch die zweite (bestrittene) Kollision (mit-)ursächlich gewesen 
sein könnte, gilt es zu untersuchen, bei welchen Kollisionsgeschwindigkeiten, welche 
Sachschäden entstehen. Dazu kann beispielsweise (vorerst) die Kantonspolizei 
Bern mit der Erstellung eines unfalltechnischen Berichts beauftragt werden.

5.4 Zusammengefasst liegt kein sachverhaltsmässig und rechtlich klarer Fall vor, der die 
Nichtanhandnahme des Strafverfahrens wegen Sachbeschädigung gegen die Be-
schuldigte rechtfertigt. Entgegen der Vorinstanz kann es derzeit nicht als erstellt gel-
ten, dass die Beschuldigte den Auffahrunfall mit ihrem Verhalten nicht in Kauf ge-
nommen hat. Auch gilt es weiter zu prüfen, ob und wie sich die zweite Kollision er-
eignet hat. Schliesslich gilt es zu untersuchen, bei welchen Kollisionsgeschwindig-
keiten welche Sachschäden entstehen. Der Sachverhalt ist nicht liquid. Die Be-
schwerde ist begründet und gutzuheissen. Die Nichtanhandnahmeverfügung ist auf-
zuheben. Nach dem Grundsatz «in dubio pro duriore» ist ein Strafverfahren gegen 
die Beschuldigte wegen Sachbeschädigung zu eröffnen bzw. ist das bereits gegen 
sie hängige Verfahren darauf auszudehnen. Nach der Vornahme der zusätzlichen 
Beweismassnahmen wird die Staatsanwaltschaft zu entscheiden haben, ob sie das 
Strafverfahren gegen die Beschuldigte wegen Sachbeschädigung gestützt auf die zu 
diesem Zeitpunkt bestehenden Beweissituation einstellt, einen Strafbefehl erlässt 
oder Anklage erhebt. Auf das Erteilen von expliziten Weisungen wird verzichtet (vgl. 
dazu auch den Beschluss BK 24 305 vom 3. März 2025 E. 5).

6.

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1’000.00, vom Kanton Bern zu tragen (Art. 428 Abs. 1 und 4 
StPO).

6.2

6.2.1 Kongruent dazu steht die Entschädigungsregelung von Art. 436 Abs. 3 StPO, wo-
nach die Parteien im Falle einer Kassation Anspruch auf eine angemessene Ent-
schädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren haben. Diese Bestim-
mung verweist zwar einzig auf Art. 409 StPO (Kassation im Berufungsverfahren), 
muss aber nach einhelliger Lehrmeinung auch im Beschwerdeverfahren anwendbar 
sein, wenn eine Rückweisung nach Art. 397 Abs. 2 StPO erfolgt (GRIESSER, in: Kom-
mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 4 zu Art. 436 
StPO; WEHRENBERG/FRANK, in: Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessord-
nung, 2. Aufl. 2014, N. 14 zu Art. 436 StPO mit weiteren Hinweisen sowie GUIDON, 
Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Diss. BE 2011, 
Rz. 580). Anspruch auf eine Entschädigung gestützt auf Art. 436 Abs. 3 StPO hat 

9

nicht nur die beschwerdeführende obsiegende Partei, sondern auch die übrigen Par-
teien des Beschwerdeverfahrens. Entgegen einer früher geltenden Praxis der Be-
schwerdekammer ist damit auch den am Beschwerdeverfahren teilnehmenden Be-
schuldigten eine Entschädigung für ihre notwendigen Aufwendungen im Beschwer-
deverfahren auszurichten, unabhängig von den gestellten Anträgen (vgl. statt vieler 
Beschluss des Obergerichts des Kantons BK 22 307 vom 23. Februar 2023 E. 7.2).

6.2.2 Die Bemessung der Entschädigung liegt im Ermessen der Beschwerdekammer. 
Gemäss Art. 41 Abs. 2 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) besteht 
die Tarifordnung für Strafrechtssachen aus Rahmentarifen. Mit Blick auf Art. 17 
Abs. 1 Bst. f i.V.m. Bst. e (analog für die Nichtanhandnahme) und b der Verordnung 
über die Bemessung des Parteikostenersatzes (PKV; BSG 168.811) reicht der vor-
liegende Tarifrahmen von CHF 12.50 bis CHF 12'500.00. Innerhalb des Rahmenta-
rifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitauf-
wand und der Bedeutung der Streitsache sowie der Schwierigkeit des Prozesses 
(Art. 41 Abs. 3 KAG).

6.2.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt C.________, macht mit 
Honorarnote vom 17. September 2025 eine Entschädigung von CHF 1'240.35 gel-
tend. Die Kostennote gibt zu keinen Bemerkungen Anlass, weshalb der Beschwer-
deführerin eine Entschädigung in dieser Höhe zuzusprechen ist. 

6.2.4 Die nicht anwaltlich vertretene Beschuldigte liess sich im Beschwerdeverfahren nicht 
vernehmen. Ihr sind deshalb von vornherein keine entschädigungswürdigen Aufwen-
dungen entstanden.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft 
Berner Jura-Seeland vom 25. September 2024 (BJS 24 13047) wird aufgehoben. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'000.00, trägt der Kanton 
Bern.

3. Der Beschwerdeführerin wird für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren vom 
Kanton Bern eine Entschädigung von 1'240.35 (inkl. MWST) ausgerichtet.

4. Weitere Entschädigungen werden nicht gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- der Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin, v.d. Rechtsanwalt C.________ 

(per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)
- der Beschuldigten (per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland, Staatsanwältin 

H.________ (mit den Akten – per Einschreiben)

Bern, 19. September 2025 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Lienhard

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes 
(BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.