# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b1dfa82-fd83-578b-bcd5-feaad55057ea
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-09-14
**Language:** de
**Title:** Bewilligungspflicht eines Jagdhochsitzes
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0154/2022
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_brge_iii_nr._154_2022_vom_14._september_2022_hochsitz.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

3. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE III Nr. 

R3.2022.00082 
0154/2022        

Entscheid vom 14. September 2022        

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Felix Müller, Baurichterin Marlen Patt, Baurichterin Sa-
bine Ziegler, Gerichtsschreiberin Sara Zermatten     

in Sachen 

Rekurrent 

WR, […]  

gegen 

Rekursgegner 

1.  Bauausschuss X, […] 

Mitbeteiligte 

2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

3.  Jagdgesellschaft Y, […] 

betreffend 

Beschluss des Bauausschusses vom 29. März 2022; Feststellung Baube-
willigungspflicht betreffend Hochsitz, […]  
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  29.  März  2022 hielt  der Bauauschuss  X fest, dass  der 

bestehende  Hochsitz  Z  der  Jagdgesellschaft  Y  auf  dem  Grundstück  Kat.-

Nr. 1 nicht der Bewilligungspflicht unterliege.  

B. 

Hiergegen erhob WR mit Eingabe vom 27. April 2022 Rekurs und beantragte, 

dass die bereits im Sommer 2020 errichtete Hochkanzel Z der Jagdgesell-

schaft Y für bewilligungspflichtig zu erklären sei, unter Kostenfolgen zulasten 

der Rekursgegnerschaft. 

C. 

Mit Verfügung vom 28. April 2022 wurde der Rekurseingang vorgemerkt und 

das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Mit Eingabe vom 23. Mai 2022 reichte die Vorinstanz ihre Vernehmlassung 

ein und schloss darin auf Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutre-

ten sei, unter Kostenfolgen zulasten des Rekurrenten. Eventualiter seien die 

Kosten den Mitbeteiligten aufzuerlegen. 

Mit Eingabe vom 20. Mai 2022 ersuchte die Jagdgesellschaft Y als Mitbetei-

ligte um Entlassung aus dem Rekursverfahren. Allfällige Kosten seien dem 

Rekurrenten zu überbinden. 

Mit Eingabe vom 25. Mai 2022 reichte die Baudirektion Kanton Zürich (BD) 

als  Mitbeteiligte  ihre  Vernehmlassung  ein  und  beantragte,  die  Abweisung 

des Rekurses. 

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E. 

Mit Repliken jeweils vom 13. Juni 2022 hielt der Rekurrent an den gestellten 

Anträgen fest. Die Vorinstanz verzichtete mit Eingabe vom 13. Juli 2022 auf 

die Einreichung einer Duplik.  

Die Mitbeteiligte hielt mit Dupliken vom 28. Juni 2022 und 5. Juli 2022 eben-

falls an den gestellten Anträgen fest.  

Es kommt in Betracht: 

1. 

Der Rekurrent ist Grundeigentümer der Parzelle Kat.-Nr. 2, an dessen süd-

östlichen Spickel die streitgegenständliche Jagdeinrichtung der benachbar-

ten Parzelle Kat.-Nr. 1 grenzt. Aufgrund dieser engen räumlichen Beziehung 

und der vorgebrachten Rügen (Grenzabstandsunterschreitung) ist er zur Re-

kurserhebung im Sinne von § 338a des Planungs- und Baugesetzes (PBG) 

legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf 

den Rekurs einzutreten. 

2.1. 

Dem Rekurs liegt folgende Vorgeschichte zugrunde:  

Mit Schreiben vom 12. April 2021 ersuchte der Rekurrent die Vorinstanz um 

einen  anfechtbaren  Entscheid  betreffend  die  Bewilligungspflicht  der  Hoch-

kanzel Z. Die Vorinstanz wandte sich diesbezüglich an das ihrer Auffassung 

nach zuständige kantonale Amt für Landschaft und Natur (ALN) und ersuchte 

mit Schreiben vom 12. Juli 2021 um deren Einschätzung. Daraufhin erfolgte 

eine kantonsinterne Überweisung an das für Bewilligungen ausserhalb der 

Bauzone zuständige Amt für Raumentwicklung (ARE), zumal das ALN, Ab-

teilung Wald, zum Schluss gekommen sei, dass der Hochsitz nicht innerhalb 

des Waldareals stehe. Mit Schreiben vom 20. Januar 2022 nahm das ARE 

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als kantonal zuständige Behörde zur Bewilligungspflicht des Hochsitzes Stel-

lung und verneinte diese. Der Rekurrent erklärte mit Schreiben vom 21. Ja-

nuar 2022, in Kenntnis dieser Einschätzung an seinem Begehren festzuhal-

ten.  Gegen  den  in  der  Folge  erlassenen  Beschluss  der  Vorinstanz  vom 

29. März 2022 richtet sich der vorliegende Rekurs. 

2.2. 

Die  kantonale  Behörde,  ARE,  nahm  zur  Bewilligungsfrage  am  20. Ja-

nuar 2022 zuhanden der Vorinstanz wie folgt Stellung:  

Zu prüfen sei, ob die fragliche Einrichtung aufgrund ihrer Konstruktionsweise 

und Funktion sowie der festgestellten und zu erwartenden Dauer und Regel-

mässigkeit ihrer Benützung geeignet sei, mit den Anliegen der Raumplanung 

sowie  des  Baupolizei-  und  Umweltschutzes  in  Konflikt  zu  geraten.  Bei der 

Frage, ob ein Baubewilligungsverfahren einzuleiten sei, stehe der zuständi-

gen Behörde ein erheblicher Ermessenspielraum zu. Im Zweifelsfall sei die 

Bewilligungspflicht zu bejahen.  

Gemäss Kreisschreiben Nr. 4 der Fischerei- und Jagdverwaltung des Kan-

tons Zürich von April 2007 (Kreisschreiben) seien an Bäume angelehnte oder 

freistehende  Hochsitze  und  Hochsitzkanzeln  im  Wald  und  ausserhalb  der 

Bauzone nicht bewilligungspflichtig im Sinne von § 309 PBG, wenn sie von 
herkömmlicher Art, die Grundflächen nicht grösser als 2,00 m2 und für die 
Errichtung keine Fundamente oder Grabungen nötig seien. Diese seit 2007 

im ARE und ALN geltende Praxis komme vorliegend zur Anwendung. Soweit 

ersichtlich erfülle die fragliche Hochsitzkanzel die vorstehenden Kriterien von 

der Art und Grösse, da für die Errichtung ihrem Kenntnisstand nach keine 

Fundamente  erstellt  oder  Grabungen  erfolgt  seien.  Unüblich  sei  sicherlich 

die Höhe der Hochsitzkanzel über dem Boden; diese könnte jedoch aus jagd-
technischen  Gründen  (Einsicht  in  die  Geländekammern)  nötig  sein.  Ab-

schliessend hält das ARE fest, dass wenn vorliegend das Einverständnis des 

Grundeigentümers eingeholt worden sei, der fragliche Hochsitz nicht der Be-

willigungspflicht unterliege. Die örtliche Baubehörde habe darüber in einem 

selbständig anfechtbaren Zwischenentscheid zu befinden.  

2.3. 

Die Vorinstanz begründet den angefochtenen Beschluss vom 29. März 2022 

zuhanden des Rekurrenten wie folgt:  

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Gemäss  §  309  Abs.  3  PBG  seien  Massnahmen  geringfügiger  Bedeutung 

durch  Verordnung  von  der  Bewilligungspflicht  befreit.  Aufgrund  des  vorlie-

genden  Standorts  ausserhalb  der  Bauzone  seien  die  befreienden  Tatbe-

stände in § 1 der Bauverfahrensverordnung (BVV) jedoch nicht anwendbar. 

Bei  allen  Bauvorhaben  ausserhalb  der  Bauzone  entscheide  die  kantonale 

Behörde, ob sie zonenkonform seien oder ob für sie eine Ausnahmebewilli-

gung erteilt werden könne (Art. 25 Abs. 3 RPG). Deshalb sei zur Frage der 

Bewilligungspflicht das ARE als für die Landwirtschaftszone zuständige kan-

tonale Behörde konsultiert worden (vgl. Anhang zur BVV Ziff. 1.2.1).  

Aufgrund der Ausführungen des ARE sowie nach Prüfung der Konstruktions- 

und  Fundationsart  des  strittigen  Hochsitzes  kam  die  Vorinstanz  zum 

Schluss, dass die Bewilligungspflicht zu verneinen sei. Nach den Feststel-

lungen des Leiters Hochbau der Gemeinde X seien die Stützen des strittigen 

Hochsitzes lediglich ins Erdreich gerammt und würden somit über kein Fun-

dament verfügen. Grabungen seien ebenfalls nicht vorgenommen worden. 
Auch sei die Grundfläche der Plattform kleiner als 2,00 m2 (1,70 m x 1,10 m) 
und die Grundeigentümerschaft habe ihr Einverständnis erteilt.  

3.1. 

Dem Rekurrenten zufolge hat die Vorinstanz  zwei Augenscheine durchge-

führt;  einen  durch  die  Präsidentin  des  Bauausschusses  X  in  Anwesenheit 

des Rekurrenten sowie einen weiteren alleine durch den Leiter Hochbau der 

Gemeinde X (act. 2 S. 2). Das ARE habe keinen Augenschein durchgeführt. 

Das ALN, Abteilung Wald, habe vor Ort eine Beurteilung des Standortes der 

Kanzel Z vorgenommen und sei zum Schluss gekommen, dass diese aus-

serhalb des Waldes liege (act. 5.11).  

3.2. 

Die genaue Lage der Hochsitzkanzel erweist sich dennoch als unklar. Der 

Rekurrent gibt nämlich zu bedenken, dass sich der Hochsitz zumindest teil-

weise innerhalb der Naturschutzzone I befinde (act. 5.15). Das ARE soll in 

einer E-Mail vom 25. August 2021 an den Rekurrenten festgehalten haben, 

dass der strittige Hochsitz teilweise in der Landwirtschafszone und teilweise 

in der Naturschutzzone I liege (act. 5.17). Die Vorinstanz ging im angefoch-

tenen Beschluss hingegen davon aus, dass sich der Hochsitz (gänzlich) in 

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der Landwirtschaftszone Lk befinde (act. 3). Grund dafür war die Stellung-

nahme vom 20. Januar 2022 des ARE, worin festgehalten wurde, dass der 

Hochsitz nicht innerhalb des Waldareals und somit in der Landwirtschafts-

zone stehe (act. 4).  

Vernehmlassungsweise  ergänzte  die  BD  zum  genauen  Standort  bzw.  zur 

Zonenzugehörigkeit der strittigen Jagdeinrichtung Folgendes:  

Gemäss Mitbericht des ALN sei die Fachstelle Naturschutz vom ARE im Sep-

tember  2020  über  einen  neu  erstellten  Hochsitz  im  oder  in  unmittelbarer 

Nähe  zum  Schutzgebiet  Z  informiert  worden.  Aufgrund  der  unklaren  Plan-

grundlagen sei nicht eindeutig gewesen, ob sich die Baute im Wald – und 

somit ausserhalb des Schutzgebietes – oder ausserhalb des Waldes – und 

somit  innerhalb  des  Schutzgebietes  befinde.  Erst  die  noch  nicht  erfolgte 

Feststellung  des  statischen Waldrandes  könne  hier eine definitive  Klärung 

bringen (act. 14). Gemäss Mitbericht des ARE befindet sich der Hochsitz auf 

einem kleinen Geländerücken an einem Waldrand und im schützenswerten 

A […].  

Einig sind sich die Parteien somit lediglich dahingehend, dass sich die streit-

gegenständliche Jagdeinrichtung im Nichtbaugebiet der Gemeinde X befin-

det. Unklar bleibt hingegen dessen genauer Standort bzw. Zonenzugehörig-

keit. 

3.3. 

Das Baurekursgericht hat unbesehen von Parteianträgen einen Augenschein 

durchzuführen, wenn die Verhältnisse vor Ort entscheidrelevant, auf Grund 

der Akten aber noch unklar sind (vgl. § 7 des Verwaltungsrechtspflegegeset-

zes  [VRG]).  Diese  Voraussetzung  ist  vorliegend  nicht  erfüllt,  so  dass  kein 
Augenschein  von  seiten  des  Baurekursgerichts  durchzuführen  war.  Insbe-

sondere würde eine Besichtigung der örtlichen Verhältnisse nicht Gewissheit 

über die Zonenzugehörigkeit des Hochsitzes bringen. Für die nachstehende 

Beurteilung, ob der strittige Hochsitz bewilligungspflichtig gewesen wäre, ist 

von einem Standort ausserhalb des Waldes zwischen der Landwirtschafts-

zone Lk und der Naturschutzzone I auszugehen (vgl. GIS-Browser, Karte zu 

Schutzanordnungen Natur und Landschaft). Zudem steht fest, dass der strit-

tige Hochsitz im A liegt (vgl. GIS-Browser, Karte zu BNL-Gebiete). 

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4.1. 

Der Rekurrent macht geltend, dass es sich beim strittigen Hochsitz um eine 

bewilligungspflichtige Baute  ausserhalb  der Bauzone  handle,  welche  einer 

Ausnahmebewilligung  gemäss  Art.  24  des  Raumplanungsgesetzes  (RPG) 

bedürfe. Zudem seien die baurechtlichen Abstandsvorschriften verletzt, da 

die strittige Baute lediglich in einen Grenzabstand von 0,30 m zu seiner Par-

zelle Kat.-Nr. 1 errichtet worden sei. 

Beim strittigen Hochsitz handle es sich um eine 7,20 m hohe Baute, welche 

mittels Verschraubung der Holzkonstruktion an im Felsen eingelassene Ei-

sen  fest  verankert  sei.  Diese  Baute  sei  aussergewöhnlich  hoch,  was  aus 

jagdtechnischen Gründen nicht nötig sei. Zudem sei der strittige Hochsitz auf 

dauernden  Fortbestand  ausgerichtet,  worauf  nicht  zuletzt  die  Massivbau-

weise mit imprägniertem Holz hinweise. Es handle sich somit nicht um eine 

einfache jagdliche Kleineinrichtung, welche nur für begrenzte Zeit an einem 

Standort stehe.  

Der  Rekurrent  hält  das  Kreisschreiben,  welches  vom  ARE  zur  kantonalen 

Praxis der BD bezüglich Hochsitze angeführt wurde, im vorliegenden Fall für 

nicht  einschlägig.  Dieses  Kreisschreiben  beziehe  sich  auf  Hochsitze  und 

Kanzeln im Wald sowie am Waldrand. Zudem bestreitet der Rekurrent des-

sen  Rechtsverbindlichkeit.  Der  Rekurrent  weist  sodann  darauf  hin,  dass 

selbst wenn das Kreisschreiben vorliegend anwendbar sein sollte, der strit-

tige Hochsitz bewilligungspflichtig sei. Denn das Kreisschreiben schreibe bei 

ʺgrösseren, festen Einrichtungenʺ – insbesondere ausserhalb der Bauzone 

– das Baubewilligungsverfahren vor. Allerdings werde die Grösse darin nicht 

näher definiert. Angaben zur Höhe würden gänzlich fehlen. Hinzu komme, 

dass das Betonieren von Fundamenten im Kreisschreiben explizit als nicht 

gestattetes  bzw.  bewilligungspflichtiges  Element  von  Bauwerken  geführt 
werde.  Der  strittige  Hochsitz  verfüge  über  ein  solches  Fundament,  da  die 

Stützen  des  Hochsitzes  nicht  lediglich  ins  Erdreich  gerammt  seien.  Her-

kömmliche  Hochsitze  und  Kanzeln  stünden  direkt  auf  dem  Erdreich  oder 

seien häufig mit Betonplatten unterlegt. Vorliegend werde die Bodenveran-

kerung nicht mittels Betonieren erreicht, sondern mittels einer anderen Tech-

nik  (Verschraubung  an  im  Felsen  eingelassene  Eisen),  welche  dieselbe 

Standfestigkeit und Dauerhaftigkeit bezwecke. 

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Weiter rügt der Rekurrent Aspekte des Natur- und Landschaftsschutzes. Die 

sich im BNL-Gebiet, A, befindliche Hochkanzel verändere das Landschafts-

bild  erheblich.  Neben der  Höhe und der  massiven  Konstruktion  trete  auch 

das  helle  Blechdach  störend  in  Erscheinung.  Hinzu  komme,  dass  sich  die 

strittige Baute in der Naturschutzzone I befinde. Diese Tatsache sei jedoch 

ausgeblendet worden, obschon die Belange des Naturschutzes für die Be-

willigungspflicht massgeblich seien. Das ARE habe keine Koordination mit 

der Fachstelle Naturschutz durchgeführt bzw. die Aspekte des Naturschut-

zes in dessen Stellungnahme zuhanden der Vor-instanz ausser Acht gelas-

sen. 

4.2. 

Die Vorinstanz stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass der strit-

tige Hochsitz keine bewilligungspflichtige Baute im Sinne von § 22 RPG sei, 

zumal das Kreisschreiben zur Anwendung gelange und die streitgegenständ-

liche Jagdeinrichtung von der Bewilligungspflicht befreit sei. 

Vernehmlassungsweise erklärt sie, der strittige Hochsitz stehe in der kanto-

nalen Landwirtschaftszone Lk, weshalb der Gemeinde X in diesem Verfah-

ren lediglich die Funktion zugekommen sei, die kantonale Beurteilung in ei-

ner Verfügung zu eröffnen. Ihr sei vorliegend somit kein Auslegungs- oder 

Ermessensspielraum zugestanden. 

4.3. 

Die  kantonale  Behörde  hält  als  Mitbeteiligte  vernehmlassungsweise  dafür, 

dass der Rekurs abzuweisen sei. Zur Begründung verweist sie auf die Mit-

berichte der zuständigen Ämter: 

Das ALN führt aus, dass das Kreisschreiben die Vollzugspraxis der BD hin-
sichtlich  der  Bewilligungspflicht  für  jagdliche  Einrichtungen  ausserhalb  der 

Bauzone konkretisiere, weshalb es auf die streitgegenständliche Kanzel an-

gewendet  werden  könne. Bei der  gerügten Befestigung der Kanzel  mit  Ei-

senankern handle es sich um eine übliche Befestigungsart, die relativ schnell 

wieder entfernt werden könne. Ob die Anker zusätzlich mit Schrauben gesi-

chert seien, um die Stabilität und Sicherheit zu erhöhen, sei für die Frage der 

Bewilligungspflicht unerheblich. Die Kriterien des Kreisschreibens würden si-

cherstellen, dass die jagdliche Einrichtung ohne grösseren Aufwand wieder 

demontiert werden könne und nicht zu anderen Zwecken, z.B. als Jagdhütte, 

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genutzt werde. Es bestehe ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass 

die Jagdgesellschaften ihre Kanzeln sowie Hochsitze den jagdlichen Gege-

benheiten im Revier entsprechend zeitnah und unbürokratisch erstellen bzw. 

verschieben könnten. Zudem würden solche Einrichtungen der Sicherheit bei 

der Schussabgabe dienen, da aufgrund der Höhe die Gefahr von Abprallern 

und Durchschüssen minimiert werde. Dies bedinge, dass Kanzeln und Hoch-

sitze je nach Standort unterschiedliche Höhen aufweisen müssten.  

Das ARE merkt zum Kreisschreiben an, dass dieses zwar keine verbindliche 

Rechtsquelle darstelle, jedoch die langjährige Praxis der BD in Bezug auf die 

Bewilligungspflicht aufzeige. Es obliege den örtlichen Baubehörden darüber 

zu befinden, ob die Kriterien gemäss Kreisschreiben erfüllt seien (vgl. § 318 

PBG). Mit der Errichtung von Hochsitzen gehe stets eine gewisse  Befesti-

gung einher. Für die Frage der Bewilligungspflicht sei die damit verbundene 

Bodenbeanspruchung  relevant,  wobei  eingelassene  Eisenspitzen  nicht  mit 

einer  (Beton-)Fundierung  vergleichbar  seien.  Gespiesste  Holzkonstruktio-

nen seien hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Boden minimalinvasiv, zu-

mal der Bodenaufbau erhalten sowie Grabungen vermieden würden.  

5.1. 

Gemäss Art. 22 Abs. 1 RPG dürfen Bauten und Anlagen nur mit behördlicher 

Bewilligung  errichtet  oder  geändert  werden.  Ausnahmen  von  der  Bewilli-

gungspflicht  innerhalb  der  Bauzone  sind  im  kantonalen  Recht  normiert 

(vgl. Art. 23 RPG i.V.m. § 309 Abs. 3 PBG i.V.m. § 1 BVV). Ausserhalb der 

Bauzone werden Ausnahmebewilligungen für die Errichtung bzw. Änderung 

von Bauten und Anlagen erteilt, wenn die Voraussetzungen von Art. 24 lit. a 

(Standortgebundenheit)  und  lit.  b  (Interessenabwägung)  RPG  erfüllt  sind. 

Letztere Rechtsgrundlage regelt die Voraussetzungen für die Bewilligungs-
fähigkeit und nicht die Bewilligungspflicht. Folglich ist Art. 24 RPG lediglich 

anwendbar, wenn es sich um eine bewilligungspflichtige Baute oder Anlage 

im Sinne von Art. 22 RPG handelt.  

Bauten  und  Anlagen  im  Sinne  von Art.  22  Abs.  1  RPG sind  jene  künstlich 

geschaffenen und auf Dauer angelegten Einrichtungen, die in fester Bezie-

hung zum Erdboden stehen und geeignet sind, die Vorstellung über die Nut-

zungsordnung zu beeinflussen, sei es, dass sie den Raum äusserlich erheb-

lich verändern, die Erschliessung belasten oder die Umwelt beeinträchtigen 

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Seite 9 

 
 
(BGE 120 Ib 379, E. 3c mit Hinweisen). Dazu gehören gemäss bundesge-

richtlicher Praxis auch Fahrnisbauten, welche über nicht unerhebliche Zeit-

räume  ortsfest  verwendet  werden  (BGE  119  Ib  222, E.  3a; BGE  118  Ib 

1, E. 2c je mit weiterführenden Hinweisen). 

Die Baubewilligungspflicht soll der Behörde ermöglichen, das Bauprojekt – 

in Bezug auf seine räumlichen Folgen – vor seiner Ausführung auf die Über-

einstimmung  mit  der  raumplanerischen  Nutzungsordnung  und  der  übrigen 

einschlägigen Gesetzgebung zu überprüfen (BGE 119 Ib 222, E. 3a). Mass-

stab  dafür,  ob  eine  bauliche  Massnahme  erheblich  genug  ist,  um sie  dem 

Baubewilligungsverfahren zu unterwerfen, ist die Frage, ob mit der Realisie-

rung der Baute oder Anlage im Allgemeinen, nach dem gewöhnlichen Lauf 

der Dinge, so wichtige räumliche Folgen verbunden sind, dass ein Interesse 

der Öffentlichkeit oder der Nachbarn an einer vorgängigen Kontrolle besteht 

(BGE 139 II 134, E. 5.2). 

5.2.1. 

Zum  Kreisschreiben  ist  festzuhalten,  dass  es  sich  als  Verwaltungsverord-

nung  –  ähnlich  wie  Merkblätter  –  vorab  an  die  Vollzugsorgane  richtet  und 

somit  für  die  Rekurs-  bzw.  Beschwerdeinstanz  nicht  rechtsverbindlich  ist. 

Gerichte  berücksichtigen  jedoch  Kreisschreiben  bei  ihren  Entscheidungen, 

sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung 

der  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmungen  zulassen.  Ohne  triftigen 

Grund weicht das Gericht nicht von solchen Verwaltungsverordnungen ab, 

sofern deren generell-abstrakter Gehalt eine dem individuell-konkreten Fall 

angemessene Auslegung  der  massgebenden  Rechtssätze  zulässt,  welche 

diese  überzeugend  konkretisiert  (BGer  2C_404/202  vom  16.  Dezember 

2020, E. 2.2.1; BGE 142 II 182, E. 2.3.3).  

5.2.2. 

Die BD verfolgt mit dem fraglichen Kreisschreiben die kantonale Praxis, wo-

nach ʺnormale Hochsitze und einfache, offene oder geschlossene Hochsitz-

kanzelnʺ keiner Baubewilligung bedürfen, sofern sie gewisse (Konstruktions-

)Kriterien erfüllen. Gemäss Kreisschreiben dürfen derartige jagdliche Einrich-

tungen mit dem Einverständnis des Waldeigentümers errichtet werden. Zu-

dem ist der Förster zu informieren, da er bevorstehende Holzschläge kennt 

und bei der Standortwahl (im Wald) hilfreich sein kann. Begründet wird diese 

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Seite 10 

 
 
Praxis damit, dass Hochsitze und Hochsitzkanzeln wertvolle und unabding-

bare  Hilfsmittel  für  eine  erfolgreiche  Jagd  sind  und  überall  dort  eingesetzt 

werden sollen, wo sie für die Jagd benötigt werden. Bleiben Hochsitze und 

Kanzeln grundsätzlich mobil, ermöglicht dies auch einen flexiblen Einsatz der 

jagdlichen  Infrastruktur  und  damit  auch  eine  erhöhte  jagdliche  Effektivität. 

Werden  gewisse  (Konstruktions-)Kriterien  eingehalten,  sind  auch  feste 

Hochsitze und Kanzeln bewilligungsfrei erlaubt. Sie sollten jedoch in der Re-

gel so konstruiert sein, dass sie sich – im Vergleich zu anderen Bauwerken 

– noch relativ einfach verschieben lassen. Dem Kreisschreiben ist schliess-

lich auch zu entnehmen, dass bei ʺgrösseren, festen Einrichtungen, Terrain-

veränderungen oder Betonfundamentenʺ ein Bewilligungsverfahren gemäss 

Waldgesetz und Baurecht – insbesondere ausserhalb der Bauzone – vorge-

schrieben ist. 

5.2.3. 

Die im Kreisschreiben verankerte Praxis ist nachvollziehbar und trägt dem 

übergeordneten Ziel, eine flexible sowie effiziente Jagd im Einklang mit den 

umwelt-  und  baurechtlichen  Vorschriften  zu  ermöglichen,  bedarfsgerecht 

Rechnung.  Die  praxisgemässe  Bewilligungsbefreiung  betrifft  den  Regelfall 

(kleinere  Jagdeinrichtungen  /  im  Wald)  und  dient  damit  einem  rechtsglei-

chen, einheitlichen und sachgemässen Vollzug der massgebenden Rechts-

sätze.  Gleichzeitig  behält  das  Kreisschreiben  explizit  Abweichungen  vom 

Regelfall vor (grössere Jagdeinrichtungen / nicht im Wald), wenn anderwei-

tige  öffentliche  Interessen  tangiert  werden  und  schliesst  damit  individuell-

konkrete Lösungen in begründeten Spezialfällen nicht von vornherein aus. 

Damit  erweist  sich  die  Praxis  der  BD  als  vorliegend  zu  berücksichtigende 

Verwaltungsverordnung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

(vgl. BGr 1C_121/2019 vom 23. Juli 2019, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 

5.3. 

Für die Frage der Bewilligungspflicht einer jagdlichen Einrichtung sind in An-

wendung des Kreisschreibens der gewählte Standort (Zonenzugehörigkeit) 

sowie die Art des Vorhabens (Konstruktion) zentral.  

Der  vorliegende  Standort  ausserhalb  der  Bauzone  (Landwirtschaftszone 

und/oder Naturschutzzone I) ist ungewöhnlich, aber nicht grundsätzlich un-

zulässig. Insbesondere ist auch die Vereinbarkeit mit der konkreten Natur-

schutzzone abzuklären.  

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Seite 11 

 
 
Bei der Art des Vorhabens gilt es zwischen Hochsitzen und Hochsitzkanzeln 

zu unterscheiden. Erstere bieten jeweils nur eine Sitzgelegenheit und Letz-

tere  können  –  je  nach  Grundfläche  –  von  mehreren  Personen  gleichzeitig 

genutzt werden. Das Kreisschreiben erlaubt die bewilligungsfreie Errichtung 

beider Arten, wenn gewisse (Konstruktions-)Kriterien erfüllt sind (vgl. Tabelle 

und visuelle Illustrierung im Kreisschreiben, S. 14): 

-  Mobile Hochsitze, wenn sie an Bäume angelehnt werden (Bild 1); 

-  Feste Hochsitze, wenn sie herkömmlicher, einfacher Art sind (Bild 2); 

-  Offene oder geschlossene Kanzeln, wenn die Grundfläche nicht grösser 

als etwa 2 m2 ist (Bild 3). 

Zudem werden Kriterien genannt, welche Bauwerke als problematisch, mit-

hin bewilligungspflichtig, erscheinen lassen:  

-  Hochsitzkanzeln mit Grundflächen deutlich über 2 m2; 

-  Jegliches Betonieren von Fundamenten; 

-  Grabungen aller Art. 

Bei der streitgegenständlichen Einrichtung handelt es sich um eine mehrheit-
lich geschlossene Hochsitzkanzel mit einer Grundfläche von 1,87 m2. Unüb-
lich ist die Höhe der Hochsitzkanzel (ca. 7,00 m). Die Konstruktion ist mehr-

heitlich aus Holz, wobei die relativ kleine Plattform grösstenteils eingewandet 

und mit einem Blech überdacht ist. Diese ist über eine Holzleiter erreichbar 

und steht auf vier Holzstämmen, welche untereinander verstrebt sind. Hin-

gegen  weist  die  Hochsitzkanzel  keine  seitlichen  Abspannungen  auf.  Fest 

steht, dass aufgrund der beachtlichen Höhe eine solide Bodenverankerung 

zwingend  ist,  welche  nicht  mehr  aus  den  üblichen,  lediglich  in  den  Boden 
gerammten Stützen bestehen kann (vgl. Kreisschreiben, S. 14 Bild 2 und Bild 

3). Denn die hohe und schmale Tragkonstruktion muss insbesondere auch 

die aus der Windlast entstehenden Zugkräfte ableiten können, ansonsten die 

anerkannten Regeln der Baukunde missachtet würden (vgl. § 239 PBG). Ak-

tenkundig ist, dass kein betoniertes Fundament erstellt wurde. Unklar ist hin-

gegen in welchem Ausmass Grabungen für die Verankerung der Tragkon-

struktion mit dem Boden erforderlich waren  (vgl. act. 5.5). Terrainverände-

rungen  ausserhalb  der  Bauzone  sind  raumplanungsrechtlich  bewilligungs-

pflichtig, wenn sie erheblich sind, denn es gilt den Bodenaufbau zu erhalten 

(vgl. VB.2017.00242 vom 28. November 2019, E. 3.1). Gemäss dem Merk-

blatt der BD, ALN, zu Terrainveränderungen in der Landwirtschaftszone darf 

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das Auf- oder Abtragen von Material ohne Baugesuch realisiert werden, so-

fern – auch im Falle von mehreren Teilflächen – weder ein Meter Höhe noch 
500  m2  Gesamtfläche  überschritten  wird  (vgl.  https://www.zh.ch/  content/ 
dam/ zhweb/ bilder-dokumente/ themen/ planen-bauen/ bauvorschriften/ bo-

denschutz/  bodenaufwertung/  merkblatt_terrain-veraenderungen.pdf).  Sinn 

und Zweck dieses Kriteriums ist es, Grabungen zu vermeiden, welche den 

zu erhaltenden Bodenaufbau massgeblich verändern. Die Vorinstanz ging zu 

Unrecht davon aus, dass für die Errichtung der streitgegenständlichen Jag-

deinrichtung (gar) keine Grabungen vorgenommen worden seien.  

5.4. 

Zusammengefasst ist zur Konstruktion der strittigen Jagdeinrichtung festzu-

halten, dass die Bodenverankerung (anstelle der seitlichen Abspannungen) 

sowie die Höhe für eine gewisse Dauerhaftigkeit der jagdlichen Einrichtung 
sprechen. Auch wenn die max. Grundfläche von 2,00 m2 nicht überschritten 
wird, lässt sich die streitgegenständliche Hochsitzkanzel mit einer Höhe von 

7,00 m – auch im Vergleich zu anderen Bauwerken – nicht mehr relativ ein-

fach verschieben. Sie kann somit nicht mehr als von herkömmlicher Art gel-

ten.  Es  liegt  vielmehr  eine  festere  sowie  grössere  Einrichtung  vor,  welche 

gemäss Kreisschreiben bewilligungspflichtig ist. Vorliegend wäre bereits auf-

grund des ungewöhnlichen Standortes ausserhalb des Waldes sowie der un-

klaren Zonenzugehörigkeit mit allfälliger Betroffenheit der Naturschutzzone 

eine Bewilligungspflicht anzunehmen gewesen. Für die strittige Jagdeinrich-

tung drängen sich somit weitere Abklärungen in Bezug auf die genaue Be-

schaffenheit des Hochsitzes, der Zonenzugehörigkeit seines Standortes und 

seine  Auswirkungen  auf  die  Umgebung  auf.  Auf  die  im  zweiten  Schriften-

wechsel  vorgebrachten  materiellen  Äusserungen  zur  Bewilligungsfähigkeit 

ist entsprechend in diesem Verfahren nicht weiter einzugehen. 

6. 

Der angefochtene Beschluss ist daher aufzuheben und die Sache ist der Vo-

rinstanz  zur  Durchführung  eines  koordinierten  Bewilligungsverfahrens  zu-

rückzuweisen. Der Rekurs ist somit gutzuheissen.  

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7.1. 

Gemäss § 13 Abs. 2 VRG tragen mehrere am Verfahren Beteiligte die Kosten 

in  der  Regel  entsprechend  ihrem  Unterliegen.  Kosten,  die  ein  Beteiligter 

durch Verletzung von Verfahrensvorschriften oder durch nachträgliches Vor-

bringen von Tatsachen oder Beweismitteln verursacht, die er schon früher 

hätte  geltend  machen  können,  sind  ihm  ohne  Rücksicht  auf  den  Ausgang 

des Verfahrens zu überbinden. 

Folglich  verlangt das Gesetz in erster Linie, die Kosten des Rekursverfah-

rens  den  Verfahrensbeteiligten  gemäss  ihrem  Unterliegen  zu  überbinden. 

Das Obsiegen (als Gegenstück zum Unterliegen) wird grundsätzlich daran 

gemessen,  ob und  in welchem  Umfange  die  anfechtende Partei mit  ihrem 

Rechtsmittel zum Nachteil der Gegenpartei eine Änderung der angefochte-

nen  Anordnung  bewirkt.  Massgebend  sind  die  gestellten  Anträge.  Auf  die 

Begründetheit einzelner Rügen kommt es nicht an (Kaspar Plüss, in: Kom-

mentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 50 f.).  

Nebst  dem  Unterliegerprinzip  sind  die  Verfahrenskosten  ausnahmsweise 

(auch) gemäss dem Verursacherprinzip zu verlegen. Dies einerseits in den 

im Gesetz explizit genannten Fällen; andererseits aber auch in Fällen, in de-

nen ein Beteiligter Verfahrenskosten durch anderes schuldhaftes oder ord-

nungswidriges Verhalten verursacht hat. Nach dem Verursacherprinzip kön-

nen sowohl Vorinstanzen wie auch private Parteien kostenpflichtig werden 

(zur Kasuistik vgl. Plüss, § 13 Rz. 58 ff.). Der Umfang der Kostenauflage ist 

regelmässig auf die durch das Verhalten des Beteiligten verursachten Kos-

ten beschränkt, was ohne weiteres auch zu einer vollumfänglichen Kosten-

belastung des Verursachers führen kann. 

Da die Kostenverlegung nach dem Unterlieger- bzw. Verursacherprinzip mit 
einer gewissen Starrheit behaftet ist und im Einzelfall zu unbilligen Ergebnis-

sen führen kann, verbleibt der anordnenden Behörde ein Spielraum, um bei 

besonderen Umständen die Kosten nach Gesichtspunkten der Billigkeit auf-

zuerlegen  (zur  Kasuistik  vgl.  Plüss,  §  13  Rz.  64.).  Vorliegend  erfolgt  die 

Rückweisung einerseits aufgrund der unzutreffenden Würdigung der Bewilli-

gungsfrage  durch  den  Bauauschuss  X  (ausserordentliche  Umstände)  und 

andererseits  wegen  der  unvollständigen  Einschätzung  der  kantonalen  Be-

hörde  (Zonenzugehörigkeit)  zuhanden  der  Vorinstanz  vor  Erlass  des  bau-

rechtlichen  Entscheides.  Die  Verfahrenskosten  sind  deshalb  im  Sinne  des 

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Verursacherprinzips  nicht  wie  üblich  der  Rekursgegnerschaft  zu  gleichen 

Teilen, sondern dem Bauausschuss X sowie der Baudirektion Kanton Zürich 

jeweils zur Hälfte aufzuerlegen (§ 13 VRG). 

7.2. 

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren  Streitwert  oder dem  tatsächlichen  Streitinteresse fest.  Liegt  wie  hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Rekursinstanz  ein 

grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  VRG, 

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.).  

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 4’000.-- festzusetzen. 

7.3. 

Es liegt ein Rückweisungsentscheid vor, der als Zwischenentscheid im Sinn 

von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zu qualifizieren ist. Dessen 

Anfechtbarkeit richtet sich nach § 19a Abs. 2 VRG. 

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