# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33b75250-0947-5099-a5f3-cbf6c95c9a2c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.09.2017 IV 2017/89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-89_2017-09-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/89

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 04.05.2020

Entscheiddatum: 06.09.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 06.09.2017
Art. 17 IVG. Art. 43 Abs. 1 ATSG. Umschulung. Umschulungsspezifische 
Invalidität. Untersuchungspflicht (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 6. September 2017, IV 2017/89).

Entscheid Versicherungsgericht, 06.09.2017

Entscheid vom 6. September 2017

Besetzung                                                                      

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt             

Geschäftsnr.                                                                                                                    

IV 2017/89            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Leo Sigg,

c/o Procap Schweiz, Frohburgstrasse 4, Postfach,

4601 Olten 1 Fächer,

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St.Galler Gerichte

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

berufliche Massnahmen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich im Mai 2010 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 7). Er gab an, er habe eine Berufslehre zum Schlosser 

begonnen, diese aber nicht abgeschlossen. Anschliessend sei er als Metallbaumonteur 

tätig gewesen. In einem Untersuchungsbericht vom 20. Dezember 2010 (IV-act. 32) 

hielt Dr. med. B.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) fest, der 

Versicherte könne nach einem Arbeitsunfall im Januar 2008, bei dem er sich am 

rechten Knie verletzt habe, nur noch körperlich leichte Tätigkeiten, entweder ganz oder 

zumindest überwiegend im Sitzen, verrichten. Auch der orthopädische 

Sachverständige Dr. med. C.___, der den Versicherten im Auftrag der IV-Stelle 

begutachtete, stellte fest, dass nur noch sitzende Tätigkeiten zumutbar seien. Er hielt 

weiter fest, der Versicherte müsse jede halbe Stunde einige Schritte gehen können, um 

Anlaufschmerzen zu vermeiden; zudem dürfe der Arbeitsweg keine Gehstrecke 

enthalten, die länger als 500 Meter sei (IV-act. 81). In einem Gespräch mit einer 

Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle vom 10. Juli 2013 gab der Versicherte 

unter anderem an (IV-act. 117), er habe die Ausbildung zum Schlosser wegen einer 

Legasthenie nicht bestanden. Die Eingliederungsverantwortliche notierte am 5. August 

2013, der Versicherte habe nur einen Anspruch auf eine

Arbeitsvermittlung (IV-act. 120). Im Auftrag der IV-Stelle unterstützte die Stiftung D.___ 

den Versicherten im Zeitraum von September 2013 bis Juni 2014 bei der Suche nach 

einer adaptierten Stelle als Hilfsarbeiter (IV-act. 130). Die Stellensuche blieb erfolglos. 

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Mit einer Verfügung vom 29. April 2015 wies die IV-Stelle das Gesuch des Versicherten 

um weitere berufliche Massnahmen ab (IV-act. 142).

A.b  Mit einem Entscheid vom 13. Mai 2016 (IV 2015/161) hob das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Verfügung vom 29. April 2015 auf. Es 

führte aus, der Versicherte habe seine Berufslehre möglicherweise krankheitsbedingt 

nicht abschliessen können. An sich hätte er deshalb ursprünglich wohl einen Anspruch 

auf eine erstmalige berufliche Ausbildung gehabt. Da er aber jahrelang erwerbstätig 

gewesen sei, komme ein solcher Anspruch jedenfalls zum aktuellen Zeitpunkt nicht 

mehr in Betracht. Stattdessen könnte aber ein Anspruch auf eine Umschulung 

bestehen. Die IV-Stelle habe weitere Abklärungen zum Grund für den Lehrabbruch 

sowie zur Fähigkeit des Beschwerdeführers, eine Umschulung erfolgreich 

abzuschliessen, zu tätigen. Hierfür wies es die Sache an die IV-Stelle zurück. Am 27. 

Juni 2016 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, sämtliche Schulzeugnisse ab der 

Oberstufe, sämtliche Berufsschulzeugnisse, das Schreiben betreffend die Auflösung 

des Lehrvertrages als Schlosser sowie Berichte des Schulpsychologen einzureichen 

und anzugeben, bei wem er in der Legasthenietherapie gewesen sei (IV-act. 163). Am 

7. Juli 2016 teilte der Versicherte der IV-Stelle telefonisch mit (IV-act. 166), er habe eine 

Woche lang versucht, die angeforderten Unterlagen zu besorgen. Man habe ihm überall 

mitgeteilt, dass alle Unterlagen zehn Jahre nach dem Schulabgang vernichtet würden. 

Bis zum Hochwasser im Jahr 1999 in E.___ sei er selbst noch im Besitz der Unterlagen 

gewesen. Durch den Wasserschaden seien diese aber vernichtet worden. Ursprünglich 

habe er eine kaufmännische Ausbildung bei F.___ begonnen. Das sei etwa im Jahr 

1973 (recte wohl: 1983) gewesen. Schon nach kurzer Zeit sei ihm von der Berufsschule 

mitgeteilt worden, dass er die Ausbildung wegen seiner Legasthenie nicht erfolgreich 

werde absolvieren können. Daraufhin sei eine Abstufung auf eine Bürolehre (ebenfalls 

bei F.___) erfolgt. Auch diese Ausbildung habe er aber nicht abschliessen können. Am 

13. Juli 2016 teilte der Versicherte telefonisch mit (IV-act. 167), er habe die 

kaufmännische Berufslehre beziehungsweise die Bürolehre nach einem halben Jahr 

abbrechen müssen, da er im Fach Deutsch nur die Note 3 erreicht habe. Danach habe 

er seine Ausbildung zum Schlosser begonnen. Im Fach Deutsch habe er wieder 

Probleme gehabt. Er habe Nachhilfe erhalten. Trotzdem habe er die Ausbildung 

abbrechen müssen. Der damalige Lehrmeister sei mittlerweile verstorben. Den jetzigen 

Inhaber des Lehrbetriebes kenne er nicht. Unterlagen besitze er keine mehr, da sich 

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diese im Keller befunden hätten und deshalb durch das Hochwasser im Jahr 1999 

zerstört worden seien. Er sei schon in der ersten oder zweiten Klasse von seinem 

Lehrer zur Sprachtherapie angemeldet worden. Diese sei von einem 

Sprachpsychologen durchgeführt worden, der selbst auch unterrichtet habe. Zuständig 

dafür sei das Schulamt G.___ gewesen. Eine Dame, die dort arbeite, habe ihm 

telefonisch bestätigt, dass dies früher das übliche Vorgehen gewesen sei. Die 

Sachbearbeiterin der IV-Stelle forderte den Versicherten auf, Unterlagen bei der 

früheren Arbeitgeberin anzufordern und den ganzen Sachverhalt nochmals schriftlich 

zusammenzufassen. Am 28. Juli 2016 teilte der Versicherte schriftlich mit (IV-act. 170), 

dass er keine weiteren Unterlagen habe erhältlich machen können. Da es um einen 34–

42 Jahre zurückliegenden Zeitraum gehe, existierten die angeforderten Unterlagen 

nicht mehr. Die Archivierungsfrist betrage nämlich nur zehn Jahre.

A.c  Mit einem Vorbescheid vom 31. August 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit (IV-act. 172), dass sie das Leistungsbegehren betreffend eine erstmalige berufliche 

Ausbildung oder eine Umschulung abweisen werde. Zur Begründung führte sie an, aus 

berufsberaterischer Sicht sei eine Legasthenie kein Hindernisgrund für den 

erfolgreichen Abschluss einer handwerklichen Berufslehre. Es lägen keine Unterlagen 

vor, die einen krankheitsbedingten Lehrabbruch belegen könnten. Selbst wenn der 

Versicherte die Ausbildung als Schlosser (heute: Metallbauer EFZ) abgeschlossen 

hätte, hätte er im Jahr 2016 nur einen Jahreslohn von 60'600 Franken erzielen können. 

Als Hilfsarbeiter hätte er kein Einkommen erzielt, das 20 Prozent oder mehr unter 

diesem Einkommen gelegen hätte. Dagegen liess der Versicherte am 3. Oktober 2016 

einwenden (IV-act. 173), auch eine handwerkliche Berufslehre setze sprachliche 

Fähigkeiten voraus. Die Legasthenie könne heute noch nachgewiesen werden. 

Diesbezüglich hätten weitere Abklärungen getätigt werden müssen. Der Versicherte 

habe sich nun selbständig für eine Untersuchung beim Logopädiezentrum des 

Kantonsspitals St. Gallen angemeldet. Mit der Eröffnung der Verfügung müsse 

zugewartet werden, bis der entsprechende Untersuchungsbericht vorliege. Die 

Berechnung des Einkommens als Metallbauer sei zudem nicht nachvollziehbar. Der 

Mindestlohn betrage nämlich gemäss dem Gesamtarbeitsvertrag 65'000 Franken. Der 

mittlere Lohn liege wohl bei etwa 70'000 Franken. Am 20. Dezember 2016 berichtete 

die Hals-Nasen-Ohrenklinik des Kantonsspitals St. Gallen über eine logopädische 

Sprachabklärung vom 13. Dezember 2016 (IV-act. 180): Die Lese- und 

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Schreibschwächen, die der Versicherte in der Abklärung gezeigt habe, seien eindeutig 

einer Sprach- und Leseerwerbsstörung zuzuordnen. Der Versicherte habe sich zwar im 

Laufe der Jahre sehr gute Kompensationsstrategien angeeignet, aber die Belastbarkeit 

der auditiven Verarbeitungsphase und die Fähigkeit, in angemessenem Tempo zu lesen 

und zu schreiben, seien nicht der Norm entsprechend. Mit einer Verfügung vom 25. 

Januar 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren betreffend eine erstmalige 

berufliche Ausbildung oder eine Umschulung ab (IV-act. 183). Bezugnehmend auf die 

Eingabe des Versicherten und auf den Bericht der Logopädin vom 20. Dezember 2016 

führte sie aus, die Lese- und Schreibschwäche stehe dem erfolgreichen Abschluss 

einer handwerklichen Berufslehre nicht entgegen. Als Hilfsarbeiter könne der 

Versicherte ein Einkommen von 66'453 Franken erzielen. Eine Erwerbseinbusse von 

mindestens 20 Prozent läge also auch dann nicht vor, wenn auf ein Einkommen eines 

Metallbauers von 70'000 Franken abgestellt würde.

B.   

B.a  Am 27. Februar 2017 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 25. Januar 2017 erheben (act. G 1). Sein 

Rechtsvertreter beantragte die Zusprache einer Umschulung und eventualiter die 

Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle (nachfolgend: die 

Beschwerdegegnerin). Zur Begründung führte er aus, die Beschwerdegegnerin habe 

keinerlei Abklärungen zur Frage, wie gravierend die Lese- und Schreibschwäche des 

Beschwerdeführers sei, getätigt. Den Akten lasse sich deshalb nicht entnehmen, ob 

und allenfalls in welchem Schweregrad eine Legasthenie vorliege. Damit sei die 

Beschwerdegegnerin der Aufforderung des Versicherungsgerichtes im Entscheid IV 

2015/161 vom 13. Mai 2016 nicht hinreichend nachgekommen.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 21. April 2017 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie aus, gemäss dem einschlägigen 

Gesamtarbeitsvertrag könnte der Beschwerdeführer als Metallbauer EFZ nur ein 

Einkommen von 60'600 Franken erzielen. Der Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne 

betrage 66'453 Franken. Folglich liege keine Erwerbseinbusse vor, die eine 

Umschulung rechtfertigen könnte. Bezüglich der Frage, ob der Lehrabbruch damals 

wegen einer Legasthenie erfolgt sei, liege eine Beweislosigkeit vor. Deren Folgen habe 

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der Beschwerdeführer zu tragen. Generell sei eine Legasthenie kein Hindernis für einen 

erfolgreichen Abschluss einer handwerklichen Berufslehre.

B.c  Der Beschwerdeführer liess am 24. Mai 2017 an seinen Anträgen festhalten (act. G 

9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 11).

Erwägungen

1.   

In Bezug auf die Verneinung eines Anspruchs auf eine erstmalige berufliche Ausbildung 

ist die Verfügung vom 25. Januar 2017 unangefochten in formelle Rechtskraft 

erwachsen. Den Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildet folglich nur die 

Frage, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Umschulung hat.

2.   

Das Sozialversicherungsverfahren wird vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht: Der 

Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von 

Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Diese 

Untersuchungspflicht wird zwar durch die Mitwirkungspflicht der versicherten Person 

ergänzt (Art. 28 ATSG). Das bedeutet aber nicht, dass die Verwaltung ihre 

Untersuchungspflicht einfach auf die versicherte Person abwälzen könnte. Die 

ergänzende Mitwirkungspflicht wird nämlich nur für jene Tatsachen benötigt, die 

ausschliesslich die versicherte Person belegen kann. Mit anderen Worten kann die 

versicherte Person nur dort in die Pflicht genommen werden, wo ein Beweis ohne ihre 

Mitwirkung nicht erbracht werden kann. Alle Beweise, die die Verwaltung ohne die 

Mithilfe der versicherten Person erheben kann, hat sie in Erfüllung ihrer 

Untersuchungspflicht auch selbst zu erheben (vgl. dazu auch den Entscheid EL 

2016/17 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 31. Januar 2017, E. 2.3).

3.   

3.1  Die Beschwerdegegnerin hat ihre Untersuchungspflicht im Verwaltungsverfahren, 

das mit der Verfügung vom 29. April 2015 abgeschlossen worden ist, verletzt. Der 

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Beschwerdeführer hatte in jenem Verfahren nämlich glaubhaft angegeben, er habe 

seine Berufslehre zum Schlosser wegen einer Legasthenie – und damit 

krankheitsbedingt – abbrechen müssen. Diesem Hinweis war die Beschwerdegegnerin 

nicht nachgegangen; sie hatte keine Abklärungen zu den Gründen des Lehrabbruchs 

getätigt. In seinem Entscheid IV 2015/161 vom 13. Mai 2016 hat das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerdegegnerin deshalb 

angewiesen, ihrer Untersuchungspflicht nachzukommen und Abklärungen einerseits 

zur Ursache des Lehrabbruchs und andererseits zur Fähigkeit des Beschwerdeführers 

zu tätigen, eine Umschulung erfolgreich zu absolvieren. Die Beschwerdegegnerin hat 

sich in der Folge darauf beschränkt, den Beschwerdeführer zur Einreichung diverser 

Unterlagen aufzufordern. Eigene Abklärungen hat sie selbst dann nicht getätigt, als der 

Beschwerdeführer nachgewiesen hatte, dass er nicht in der Lage gewesen war, die 

angeforderten Belege erhältlich zu machen. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen hat 

die Beschwerdegegnerin nicht einmal Abklärungen zur geltend gemachten Legasthenie 

getätigt. Der Beschwerdeführer hat selbst eine logopädische Abklärung in die Wege 

leiten und für die Erstellung eines entsprechenden Berichtes sorgen müssen. Darin ist 

eine – erneute – Verletzung der Untersuchungspflicht zu erblicken, die allerdings im 

Beschwerdeverfahren nicht relevant ist, weil der vom Beschwerdeführer in Auftrag 

gegebene Bericht die Beantwortung der Frage erlaubt, ob die Berufslehre 

krankheitsbedingt hatte abgebrochen werden müssen. Mit Blick auf den Art. 45 Abs. 1 

ATSG versteht sich von selbst, dass die Beschwerdegegnerin die Kosten für diesen 

Bericht zu vergüten hat.

3.2  Aus dem Bericht der Logopädin des Kantonsspitals St. Gallen vom 20. Dezember 

2016 geht hervor, dass der Beschwerdeführer an einer Lese- und Schreibschwäche 

leidet, die eindeutig einer Sprach- und Leseerwerbsstörung zuzuordnen ist. Die 

Logopädin hat überzeugend nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer (wie von ihm 

selbst angegeben) schon in der Schulzeit an einer Lese- und Schreibschwäche gelitten 

haben muss. Unterlagen, die belegen könnten, dass diese Lese- und Schreibschwäche 

ein massgeblicher Grund für den Abbruch der Berufslehre gewesen ist, existieren zwar 

offenbar nicht mehr. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin bedeutet das 

aber nicht, dass damit eine objektive Beweislosigkeit vorläge. Der Beschwerdeführer 

selbst hat nämlich Angaben zu seiner schulischen und beruflichen Ausbildung machen 

können, die es erlauben, die Frage, ob der Lehrabbruch krankheitsbedingt erfolgt war, 

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mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 

beantworten. Seine diesbezüglichen Schilderungen sind angesichts ihrer Detailliertheit, 

der Spontaneität, mit der sie geäussert worden sind, und der Sachlichkeit, mit denen 

sie der Beschwerdeführer vorgetragen hat, als überzeugend und zuverlässig zu 

qualifizieren. Hinweise, die gegen die Wahrheitstreue der Angaben sprechen würden, 

sind nicht ersichtlich. Folglich steht mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer schon während 

der Schulzeit wegen einer Lese- und Schreibschwäche eine Therapie benötigt hatte 

und dass er nach dem Abschluss der ordentlichen Schulzeit nicht eine Berufslehre zum 

Schlosser, sondern (was die Beschwerdegegnerin aus unerklärlichen Gründen 

übersehen zu haben scheint) eine Berufslehre zum kaufmännischen Angestellten bei 

der öffentlichen Hand begonnen hatte, die er aber nach den ersten 

Zwischenzeugnissen hatte abbrechen müssen. Aus den Akten geht nicht eindeutig 

hervor, ob der Beschwerdeführer zuerst eine höher qualifizierte kaufmännische 

Ausbildung und erst nach deren Scheitern eine Bürolehre oder gleich von Beginn weg 

eine Bürolehre begonnen hatte. Anhand der Schilderungen des Beschwerdeführers ist 

eher davon auszugehen, dass er zunächst eine gewöhnliche kaufmännische 

Berufslehre begonnen hatte und dass er erst nach den ersten Zwischenergebnissen in 

eine Anlehre hatte wechseln müssen. Jedenfalls besteht kein ernsthafter Zweifel daran, 

dass der Abbruch jener Ausbildung entscheidend auf die Lese- und Schreibschwäche 

zurückzuführen war, die es dem Beschwerdeführer verunmöglicht hatte, den 

berufstypisch lese- und schreibintensiven schulischen und praktischen Anforderungen 

zu genügen. Dafür spricht auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer 

anschliessend eine weitere praktische beziehungsweise handwerkliche Ausbildung 

hatte abbrechen müssen, obwohl er augenscheinlich über die erforderlichen 

praktischen Fertigkeiten verfügt hatte, ansonsten er ja nicht jahrelang als ungelernter 

Schlosser hätte tätig sein können. Auch wenn eine Schlosserausbildung deutlich 

geringere Anforderungen an die Lese- und Schreibfertigkeiten stellt als eine 

kaufmännische Ausbildung, lässt sich nicht von der Hand weisen, dass der erfolgreiche 

Abschluss des schulischen Teils der Ausbildung durch eine Lese- und 

Schreibschwäche erheblich erschwert wird. Andere Gründe als die Lese- und 

Schreibschwäche, die das Scheitern der Ausbildung zum Schlosser erklären könnten, 

sind jedenfalls nicht ersichtlich. Eine umso gewichtigere Rolle muss die Lese- und 

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Schreibschwäche folglich beim Abbruch der kaufmännischen Ausbildung gespielt 

haben. Zusammenfassend steht also mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer krankheitsbedingt 

nicht in der Lage gewesen ist, eine erstmalige berufliche Ausbildung – weder zum 

Kaufmann noch zum Schlosser – abzuschliessen. Wie bereits im Entscheid IV 

2015/161 vom 13. Mai 2016 (E. 2.1) ausführlich begründet dargelegt worden ist, 

bedeutet das aber nicht, dass der Beschwerdeführer heute einen Anspruch auf eine 

erstmalige berufliche Ausbildung im Sinne des Art. 16 IVG hätte, denn er ist bereits seit 

Jahren erwerbstätig gewesen, weshalb nur eine Umschulung (Art. 17 IVG) in Frage 

kommt.

3.3  Entgegen der sich auf einige Urteile des Bundesgerichts stützenden Auffassung 

der Beschwerdegegnerin bemisst sich die umschulungsspezifische – anders als die 

rentenspezifische – Invalidität nicht anhand eines Einkommensvergleichs gemäss dem 

Art. 16 ATSG. Massgebend für einen Umschulungsanspruch ist nämlich nicht, ob die 

versicherte Person rentenspezifisch invalid ist, sondern vielmehr, ob sie 

gesundheitsbedingt in einem relevanten Ausmass (etwa 20 Prozent) bei der Verrichtung 

des erlernten Berufs eingeschränkt ist. Ansonsten könnten Berufsleute nur dann einen 

Anspruch auf eine Umschulung haben, wenn sie nicht nur im erlernten Beruf, sondern 

auch als Hilfsarbeiter eine Erwerbseinbusse von 20 Prozent erleiden würden. Bei einer 

uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für eine ideal leidensadaptierte Hilfsarbeit wäre das 

nur der Fall, wenn das Erwerbseinkommen im erlernten Beruf 20 Prozent höher als der 

Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne wäre, was verwaltungs- und gerichtsnotorisch für 

eine Vielzahl von Berufen nicht zutrifft. Dadurch würde folglich eine Vielzahl von 

ausgebildeten Versicherten, die ihren Beruf nicht mehr uneingeschränkt ausüben 

können, gezwungen, bis zur ordentlichen Pensionierung eine Hilfsarbeit zu verrichten. 

Das kann der Gesetzgeber offensichtlich nicht beabsichtigt haben. Vorliegend ist also 

nur entscheidend, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer gesundheitsbedingt bei 

der Ausübung seiner langjährig ausgeübten Tätigkeit als Metallbauer oder der 

ursprünglich angezielten Tätigkeit als Kaufmann beeinträchtigt ist. Welcher der beiden 

Berufe massgebend ist, spielt keine Rolle, da der Beschwerdeführer invaliditätsbedingt 

beide Berufe überhaupt nicht (mehr) ausüben kann. Die Voraussetzung einer 

umschulungsspezifischen Invalidität von etwa 20 Prozent ist folglich so oder anders 

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erfüllt. Der Beschwerdeführer hat also grundsätzlich einen Anspruch auf eine 

Umschulung in einen leidensadaptierten Beruf.

3.4  In Missachtung der Aufforderung des Versicherungsgerichtes des Kantons St. 

Gallen im Entscheid IV 2015/161 vom 13. Mai 2016 hat die Beschwerdegegnerin in 

grober Verletzung ihrer Untersuchungspflicht keinerlei Abklärungen bezüglich der 

Fähigkeit des Beschwerdeführers getätigt, im heutigen Zeitpunkt erfolgreich eine 

Umschulung zu absolvieren. Der massgebende Sachverhalt erweist sich diesbezüglich 

immer noch als ungenügend abgeklärt; die angefochtene Verfügung vom 25. Januar 

2017 ist in Verletzung der Untersuchungspflicht ergangen und deshalb als rechtswidrig 

aufzuheben. Dem Versicherungsgericht bleibt nichts anderes übrig, als die Sache 

erneut zur Vervollständigung der Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Diese wird berufsberaterische Abklärungen zur Beantwortung der 

Frage nach der Umschulungsfähigkeit und nach einer geeigneten Berufskarriere tätigen 

und anschliessend umgehend eine geeignete Ausbildung in die Wege leiten, sofern alle 

Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Sie wird darauf bedacht sein, weitere 

Verzögerungen, die eine erfolgreiche Umschulung gefährden könnten, zu vermeiden 

und sie wird ein besonderes Augenmerk darauf legen, den massgebenden Sachverhalt 

umfassend abzuklären, damit ein weiterer verfahrensrechtlicher „Leerlauf“ wie der 

vorliegende vermieden werden kann.

4.   

Die Rückweisung einer Sache gilt rechtsprechungsgemäss hinsichtlich der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen als ein vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden Partei. 

Die Gerichtskosten von 600 Franken sind deshalb der unterliegenden 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Diese hat dem Beschwerdeführer zudem eine 

Parteientschädigung auszurichten. Da seit dem letzten Beschwerdeentscheid nur 

wenig neue Akten angefallen sind, ist von einem deutlich unterdurchschnittlichen 

Vertretungsaufwand auszugehen. Die Parteientschädigung wird deshalb auf 2'000 

Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

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1.   

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 25. 

Januar 2016 hinsichtlich der Verweigerung einer Umschulung aufgehoben und die 

Sache wird zur Fortsetzung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.   

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 2'000.-- zu entschädigen.

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