# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed61d3d2-52b6-5a28-8fe7-05e2ddc72c83
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.02.2025 E-563/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-563-2024_2025-02-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

  

 

 Abteilung V 

E-563/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Mathias Lanz, 

mit Zustimmung von Richter William Waeber;    

Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Burundi,   

vertreten durch lic. iur. Sibylle Alberti,  

HEKS RBS AG - Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 22. Dezember 2023 / N (…). 

 

 

 

E-563/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin suchte am 18. Oktober 2022 in der Schweiz 

um Asyl nach. Sie wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region 

B._______ zugewiesen. Am 27. April 2023 fand die Erstbefragung der da-

mals noch minderjährigen Beschwerdeführerin (UMA [EB]; Protokoll in den 

SEM-Akten {…} [nachfolgend: A] 18) statt. Ebenfalls am 27. April 2023 er-

folgte die erste Anhörung der Beschwerdeführerin zu ihren Asylgründen 

(Protokoll der Anhörung, A19).  

A.b Die Zuteilung in das erweiterte Verfahren sowie die Zuweisung in den 

Kanton (…) erfolgten am 5. Mai 2023. 

A.c Am 12. Dezember 2023 wurde die Beschwerdeführerin ergänzend zu 

ihren Asylgründen angehört (Protokoll der ergänzenden Anhörung, A51). 

B.  

B.a Zur Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin 

im Wesentlichen Folgendes geltend:  

Sie habe Burundi verlassen, weil sie sich vor den Imbonerakure, das heisst 

vor Mitgliedern einer Jugendorganisation von Burundis Regierungspartei 

Conseil national pour la défense de la démocratie – Forces de défense de 

la démocratie (CNDD-FDD), gefürchtet habe. Diese hätten ihren Vater we-

gen seiner politischen Aktivitäten als (…)chef der UPRONA (Union pour le 

Progrès national)-Partei – die UPRONA-Partei agiere gegen die Regie-

rungspartei CNDD-FDD – am (…) 2022 in der Nähe ihres Hauses so heftig 

geschlagen, dass er später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen 

sei. Danach hätten die Imbonerakure ihre Mutter eingeschüchtert. Die Dro-

hungen hätten sich jedoch vornehmlich gegen sie, die Beschwerdeführe-

rin, gerichtet. Um ihr keine Angst einzujagen, habe ihre Mutter nicht viel 

über die Einschüchterungen erzählt; sie habe ihr nur berichtet, dass die 

Imbonerakure die Fensterscheiben ihres Elternhauses eingeschlagen und 

einen Drohbrief vor die Türe gelegt hätten. Sie (die Beschwerdeführerin) 

persönlich sei nicht eingeschüchtert worden; sie habe ab der (…) Klasse, 

respektive zum damaligen Zeitpunkt ein Internat besucht. Nach dem Tod 

ihres Vaters hätten sie keine Zeit gehabt zu trauern. Sie hätten damals ih-

ren Wohnort in C._______ (im Stadtteil D._______) verlassen und sich 

eine Woche bei ihrer Tante E._______ in F._______ versteckt. Danach 

seien sie zurückgekehrt, um ihren Vater beerdigen zu können. Nach dem 

Begräbnis sei sie bis (…) 2022 respektive bis zum Beginn der (…)ferien 

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Seite 3 

ins Internat zurückgekehrt. Die letzten beiden Monate vor ihrer Ausreise 

habe sie mit ihrer Familie (d.h. mit ihrer Mutter, ihrem älteren Bruder und 

ihren drei jüngeren Schwestern) bei «Tante» G._______, einer Cousine ih-

rer Mutter, in H._______ verbracht. Sie habe letztmals im (…) 2023 telefo-

nisch Kontakt mit ihrer Familie in Burundi gehabt. Da sie seither nichts 

mehr von ihrer Familie gehört habe, habe sie auf Anregung einer Lehrper-

son im Herbst 2023 eine Vermisstenmeldung beim Schweizerischen Roten 

Kreuz (SRK) aufgegeben. 

B.b Die Beschwerdeführerin reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Ver-

fahrens folgende Unterlagen in Kopie ein: 

- Einen burundischen Identitätsauswis (ID-001), 

- eine Geburtsurkunde, ausgestellt am (…) 2023, wonach ihr Vater (…) Jahre 

alt und (…) ist (ID-002), 

- eine Geburtsurkunde, ebenfalls am (…) 2023 ausgestellt, wonach ihr Vater 

(…) Jahre alt und (…) ist (ID-003), 

- eine Todesbescheinigung ihres Vaters, ausgestellt am (…) 2022, wonach er 

(…) Jahre alt geworden ist (ID-005), 

- den Parteiausweis ihres Vaters der «Union für den nationalen Fortschritt»  

(UPRONA) (ID-006), 

- den Screenshot eines Twitterbeitrags betreffend ein Massaker vom 12. De-

zember 2015 mit einem Foto ihres dabei getöteten Onkels (ID-007), 

- eine Todesbescheinigung ihres Onkels, ausgestellt am (…) 2020, (ID-008), 

- eine ihre Mutter und ihre Geschwister betreffende Suchanfrage beim SRK 

(A50), 

- einen ärztlichen Bericht der Augenklinik des (…)spitals I._______ vom 

5. März 2023, wonach die Beschwerdeführerin notfallmässig die Augenklinik 

aufgesucht hat, nachdem sie zwei Tage unter Schmerzen und Epiphora (Aus-

laufen von Tränenflüssigkeit über die Lidränder) auf dem rechten Auge gelitten 

habe (A53), 

- einen augenärztlichen Bericht der (…)kliniken vom 28. Juli 2023, wonach am 

linken Auge der Beschwerdeführerin Myopie (Kurzsichtigkeit) sowie an beiden 

Augen (…) und (…) diagnostiziert, Augentropfen verschrieben und festgestellt 

wurde, dass sie (…) auf dem rechten Auge operiert worden sei ([…] (A54), 

- ein ärztliches Rezept der (…)kliniken vom 28. Juli 2023 (A55) für die Augen-

tropfen (…) und (…) (A55).  

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Seite 4 

C.  

Mit am 27. Dezember 2023 eröffneter Verfügung vom 22. Dezember 2023 

stellte das SEM fest, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigen-

schaft nicht erfülle, lehnte deren Asylgesuch ab und ordnete die Wegwei-

sung aus der Schweiz und dem Schengen-Raum sowie den Vollzug an. 

D.  

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

26. Januar 2024 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-

tragt, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz an-

zuweisen, ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihr Asyl zu gewäh-

ren. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die vor-

läufige Aufnahme der Beschwerdeführerin wegen der Unzulässigkeit und 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs anzuordnen. Subeventualiter 

sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeur-

teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht sie um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses sowie die Einsetzung der unterzeichnenden Rechtsvertreterin 

als amtliche Rechtsbeiständin. 

Der Eingabe lagen neben mehreren bereits bei der Vorinstanz eingereich-

ten Unterlagen, das Originalzustellkuvert mit der Sendungsnummer (…), 

diverse Länderberichte der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) zu Bu-

rundi sowie die Kopien der angefochtenen Verfügung, der Vollmacht vom 

28. Juni 2023 sowie einer Fürsorgebestätigung vom 22. Januar 2024 bei. 

E.  

Am 31. Januar 2024 bestätigte die damalige Instruktionsrichterin den Ein-

gang der Beschwerde und hielt fest, die Beschwerdeführerin könne den 

Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. 

F.  

Am 26. Februar 2024 nannte die Rechtsvertretung den Link für ein im Feb-

ruar 2024 von FOCODE (Forum pour la Conscience et la Développement) 

produziertes Video, welches die aktuelle Lage, die Nichteinhaltung der 

Menschenrechte und die fehlende Rechtsstaatlichkeit in Burundi aufzeige. 

G.  

Mit Eingabe vom 19. August 2024 liess die Beschwerdeführerin durch ihre 

Rechtsvertreterin einen sie betreffenden psychologischen Bericht einer 

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Seite 5 

Fachpsychologin für Psychotherapie vom 6. Augst 2024 einreichen, dem-

zufolge bei ihr eine mittelgradige depressive Episode sowie eine posttrau-

matische Belastungsstörung diagnostiziert wurde. 

H.  

Aus organisatorischen Gründen wurde im Januar 2025 für die bisherige 

Instruktionsrichterin der rubrizierte Einzelrichter im Spruchkörper aufge-

nommen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden und die 

Beschwerdeführerin ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

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Seite 6 

4.  

4.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben. Sie sind vorab zu 

beurteilen, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der vo-

rinstanzlichen Verfügung zu bewirken.  

4.2  

4.2.1 Die Beschwerdeführerin moniert zum einen, dass das SEM ihre Asyl-

gründe nicht rechtsgenüglich geprüft und damit den Untersuchungsgrund-

satz (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG) verletzt habe. Das SEM habe 

weder ihr erhöhtes Risikoprofil als alleinstehende Frau und Rückkehrerin 

in der angefochtenen Verfügung erwähnt noch vertieft abgeklärt, was eine 

Rückkehr nach Burundi in individueller Hinsicht für sie bedeute. Ebenso 

wenig habe es Abklärungen bezüglich des Verbleibs ihrer Familie oder zu 

den Imbonerakure beziehungsweise deren Gewaltpotential und Willkür ge-

troffen. Ferner habe es nicht abgeklärt, wie sich eine fehlende medizinische 

Versorgung in Burundi auf die Gesundheit ihrer Augen auswirken könnte.  

4.2.2 Zum andern rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung ihres An-

spruches auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 29 f. VwVG und Art. 29 Abs. 2 

BV), weil sie weder anlässlich der Anhörung vom 12. Dezember 2023 noch 

zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit erhalten habe, sich zu den in 

der angefochtenen Verfügung geltend gemachten Widersprüchen in den 

eingereichten Geburts- und Todesurkunden zu äussern.  

4.3 Anlässlich der UMA (EB) wurde die Beschwerdeführerin ausdrücklich 

auf die Unstimmigkeiten in der einen, am (…) 2023 ausgestellten und nicht 

gut leserlichen Geburtsurkunde (ID-002) hingewiesen und aufgefordert, 

möglichst rasch die Originale der eingereichten Dokumente oder andere 

Dokumente nachzureichen, die ihre Identität belegen könnten (A18 

Ziff. 9.02). In der ergänzenden Anhörung vom 12. Dezember 2023 kam die 

Vorinstanz dann erneut auf die eingereichten Beweismittel zu sprechen 

und räumte der Beschwerdeführerin Gelegenheit ein, sich dazu zu äussern 

(vgl. A51 F28 ff.). Die vertretene Beschwerdeführerin hatte somit ausrei-

chend Gelegenheit, sich zum Inhalt und allfälligen Widersprüchlichkeiten 

bezüglich der von ihr eingereichten Beweismittel zu äussern. Der diesbe-

züglich in der Beschwerde erhobene Einwand stösst deshalb ins Leere. Mit 

ihrem Erklärungsversuch, wonach sie die Ausstellung einer (weiteren) Ge-

burtsurkunde nur deshalb beantragt habe, weil sie bemerkt habe, dass die 

Berufsbezeichnung ihres Vaters nicht korrekt gewesen sei, räumt sie zu-

dem implizit ein, die Unstimmigkeiten gekannt zu haben. Eine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. 

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4.4 Aus den Akten geht sodann hervor, dass die Beschwerdeführerin beim 

SEM zwei medizinische Berichte bezüglich ihrer Augenerkrankung einrei-

chen liess (vgl. oben Bst. B bzw. A53 und A54). Diese Berichte hat das 

SEM in der angefochtenen Verfügung ausdrücklich erwähnt (vgl. Ab-

schnitt I Ziff. 2 am Ende) und den medizinischen Sachverhalt – wenn auch 

knapp – unter Abschnitt III Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung zusammen-

gefasst und anschliessend in seine Würdigung einbezogen. Zwar hat es 

sich zum Inhalt der eingereichten medizinischen Berichte nicht explizit ge-

äussert, doch hat es in diesem Zusammenhang auf den UMA-Austrittsbe-

richt vom 11. Juni 2023 verwiesen, wonach keine medizinischen Auffällig-

keiten bei der Beschwerdeführerin festgestellt worden seien (A37 S. 4). 

Damit hat die Vorinstanz den Anforderungen an die Begründungspflicht 

(vgl. Art. 35 VwVG und Art. 29 Abs. 2 BV) Genüge getan (vgl. BGE 137 II 

266 E. 3.2 m.H.; BVGE 2012/24 E. 3.2). Hinzu kommt, dass laut dem von 

einer Fachärztin verfassten augenärztlichen Bericht der (…) Kliniken vom 

28. Juli 2023 der Beschwerdeführerin zur Linderung ihrer Beschwerden le-

diglich Augentropfen verschrieben und von weiteren Behandlungsmass-

nahmen abgesehen wurde (A54). Das SEM ist entsprechend zu Recht da-

von ausgegangen, dass der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt 

entscheidreif sei. Hinweise auf eine gravierende Augenerkrankung, die im 

Sinne eines völkerrechtlichen Hindernisses einer Wegweisung nach Bu-

rundi entgegenstehen könnten, liegen keine vor (vgl. unten E. 9.2.2 und E. 

9.3.3).    

4.5 Das SEM hat ferner die individuelle Situation der Beschwerdeführerin 

geprüft und gestützt auf ihre Vorbringen sowie die eingereichten Beweis-

mittel hinreichend nachvollziehbar aufgezeigt, von welchen Überlegungen 

es sich leiten liess (vgl. angefochtene Verfügung, Abschnitt III Ziff. 2 [S. 6 

unten sowie S. 7]). Insbesondere hat sie sich in der angefochtenen Verfü-

gung mit der sozialen und wirtschaftlichen Reintegration der Beschwerde-

führerin in Burundi auseinandergesetzt und dargelegt, weshalb sie nach 

ihrer Rückkehr nicht in eine existenzielle Notlage geraten wird. Wie nach-

folgend zu zeigen sein wird, sind weitere Abklärungen zur individuellen Ri-

sikosituation der Beschwerdeführerin als alleinstehende Frau, zum Ver-

bleib der Familie sowie zu den Imbonerakure und deren Gewaltpotenzial 

nicht erforderlich (vgl. unten E. 7.4, E. 9.2.2 und E. 9.3.2). Somit ist der 

rechtserhebliche Sachverhalt vorliegend hinreichend und richtig erstellt 

und eine Verletzung der Begründungspflicht ist nicht auszumachen. Dem-

entsprechend erweisen sich die formellen Rügen als unbegründet. Eine 

Rückweisung des Verfahrens kommt demzufolge nicht in Betracht. Der ent-

sprechende Subeventualantrag ist abzuweisen. 

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Seite 8 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent-

scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

6.  

6.1 Das SEM begründet die ablehnende Verfügung mit der fehlenden Asyl-

relevanz der Vorbringen der Beschwerdeführerin. Es sei nicht davon aus-

zugehen, dass die Imbonerakure ein konkretes Verfolgungs- oder Re-

flexverfolgungsinteresse an der Beschwerdeführerin hätten, zumal es ihren 

vagen Aussagen an jeglicher Konkretisierung mangle, welche für die An-

nahme einer Verfolgung gegeben sein müssten. Die zur Begründung der 

Flüchtlingseigenschaft notwendige objektive Furcht in Bezug auf eine in 

der Zukunft liegende flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung sei nach dem 

Gesagten nicht begründet.  

Die Beschwerdeführerin habe persönlich keine Einschüchterungsversuche 

erlebt und wisse nur von Einschüchterungsversuchen gegenüber der Mut-

ter. Diese habe jedoch nie gesagt, wie sie konkret eingeschüchtert worden 

sei. Diesbezüglich habe sie bei der Anhörung erklärt, ihre Mutter habe ihr 

erzählt, dass die Imbonerakure «es ihr (der Beschwerdeführerin) zeigen 

wollten» und diese sie als älteste Tochter suchen würden. Bei der ergän-

zenden Anhörung habe sie hingegen erklärt, sie gehe davon aus, dass die 

ganze Familie gesucht werde, nicht nur sie. 

Über den Drohbrief, den sie bei der Anhörung nicht erwähnt habe, habe sie 

ebenfalls nichts Genaueres gewusst. Ebenso wenig habe sie erklären kön-

nen, woher die Imbonerakure ihren Namen gekannt hätten. Auch bezüglich 

des Entschlusses ihrer Mutter, sie ins Ausland zu schicken, habe sie keine 

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Details genannt. Bei sämtlichen Informationen, die sie bezüglich einer 

möglichen Gefährdung oder einem tatsächlichen Interesse der Imbonera-

kure an ihrer Person erhalten habe, handle es sich um Informationen aus 

zweiter Hand. Somit lägen keine konkreten Anhaltspunkte für eine tatsäch-

liche Gefährdung vor und es fehle an jeglicher Konkretisierung der vorge-

brachten Gefährdung.  

Zudem sei ihr nie etwas passiert, obwohl sie ein Internat in der Nähe ihres 

Familienwohnsitzes besucht und sie häufig zu Hause gegessen oder über-

nachtet habe. Folglich sei es wenig wahrscheinlich, dass die Imbonerakure 

nicht gewusst hätten, wo sie sich aufhalte und es sei auch nicht davon 

auszugehen, dass ihr nur deshalb nichts passiert sei, weil die Imbonerak-

ure sie nicht hätten ausfindig machen können.  

Die Beschwerdeführerin habe ferner nicht geltend gemacht, dass sie zu-

letzt in ihrem Alltag eingeschränkt gewesen wäre. Zwar habe sie sich nach 

dem Tod ihres Vaters eine Woche bei ihrer Tante (E._______) versteckt. 

Danach habe sie jedoch noch bis zu den (…)ferien die Schule besucht. 

Gemäss den Ausführungen der Beschwerdeführerin sei sowohl in 

F._______ als auch in H._______ alles normal gewesen. Weder sei wäh-

rend des Aufenthalts bei ihrer «Tante» G._______ etwas passiert, noch sei 

es nach ihrer Ausreise zu weiteren Einschüchterungen ihrer Familie ge-

kommen. Zwar habe die Beschwerdeführerin erwähnt, dass ihr ihre Mutter 

telefonisch mitgeteilt habe, es gebe keine Stabilität und es gehe ihrer Fa-

milie nicht gut, doch habe sie keine konkreten Vorfälle erwähnt. Somit habe 

die Beschwerdeführerin keine schwerwiegenden Nachteile erlitten. Die Tat-

sache, dass ihre Mutter und ihre Geschwister nicht mitausgereist seien, 

spreche ebenfalls dafür, dass ihre Familie nicht in einem ernsthaften asyl-

beachtlichen Fokus gestanden habe. Dass sie letztlich legal habe ausrei-

sen können, spreche ebenfalls nicht für eine relevante Verfolgungssituation 

in ihrer Heimat. Zudem sei sie gemäss ihren Angaben nie politisch aktiv 

gewesen. 

Zwar könne bei offensichtlich fehlender flüchtlingsrechtlicher Relevanz da-

rauf verzichtet werden, auf allfällige Unglaubhaftigkeitselemente in den 

Vorbringen der Beschwerdeführerin einzugehen. Doch sei der Vollständig-

keit halber festzuhalten, dass erhebliche Zweifel daran bestünden, ob sich 

das Geschilderte tatsächlich so zugetragen habe, wie es die Beschwerde-

führerin dargestellt habe. So habe sie bei der UMA (EB) als Geburtsort das 

Dorf J._______, Kommune K._______, Provinz L._______ genannt, wäh-

renddem gemäss der eingereichten Geburtsurkunde M._______ in der 

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Seite 10 

Provinz N._______ ihr Geburtsort sei. Die Geburtsurkunde habe sie zudem 

in zweifacher Ausführung eingereicht; beide seien am gleichen Tag ausge-

stellt worden, würden sich aber im Layout sowie im Schriftbild komplett un-

terscheiden. Zudem wiesen sie inhaltliche Diskrepanzen auf, die Zweifel 

an der Echtheit der eingereichten Dokumente und somit an den gesamten 

Vorbringen der Beschwerdeführerin aufkommen liessen. 

6.2 Demgegenüber erklärt die Beschwerdeführerin, in ihrer Beschwerde-

eingabe ihre Asylvorbringen glaubhaft dargelegt zu haben. Sie bekräftigt 

insbesondere erneut, dass die Imbonerakure sie namentlich gekannt und 

immer wieder ihrer Mutter gegenüber Drohungen gegen sie ausgestossen 

hätten. Nur weil sie damals zu ihrem Schutz im Internat gewesen sei, hät-

ten diese sie nicht finden können. Ausserdem sei ihre problemlose Aus-

reise nicht ungewöhnlich. Sie sei nämlich mit einer erwachsenen Freundin 

ihrer Mutter ausgereist, welche eine Ausreiseerlaubnis ihrer Mutter bei sich 

gehabt habe. Zudem seien die Imbonerakure nicht am Flughafen, sondern 

vor allem auf der Strasse und bei Hausdurchsuchungen anzutreffen. Ge-

mäss einer Länderanalyse der SFH gehöre es zur burundischen Kultur, 

dass Eltern gegenüber ihren Kindern gewalttätige Ereignisse verschwie-

gen. Schon vor dem Tod ihres Vaters sei das Thema Politik und die stän-

dige Bedrohung der Familie als Angehörige eines Upronisten von ihr und 

ihren Geschwistern ferngehalten worden. Erst in der (…) Klasse respektive 

bei ihrem Eintritt ins Internat und nach dem gewaltsamen Tod ihres Onkels 

anlässlich des Massakers vom 12. Dezember 2015 habe sie erfahren, dass 

gewisse Leute aufgrund der politischen Situation in ihrer Heimat gegen ih-

ren Vater gewesen seien. Aus diesem Grund habe sie auch keine näheren 

Angaben über die Drohungen respektive die politische Tätigkeit ihres Va-

ters machen können. Zudem habe ihre Mutter sie, als das empfindlichste 

ihrer Kinder, am meisten schützen wollen, weshalb sie ihr wenig Angaben 

über den Drohbrief gemacht habe. Im Übrigen sollte das SEM zwischen 

der Zeit vor dem Tod ihres Vaters und der Zeit danach unterscheiden. Be-

reits vor dem Tod ihres Vaters habe sie das Internat nur einmal im Monat 

verlassen können. Nach der Beerdigung ihres Vaters sei sie ins Internat 

zurückgekehrt und habe es – zu ihrem Schutz – bis (…) 2023 respektive 

bis zum letzten Schultag vor den (…)ferien nicht mehr verlassen. Danach 

habe sie sich bis zu ihrer Ausreise bei einer Cousine ihrer Mutter (in 

H._______) verstecken müssen. Sie habe ausserdem auch nie angege-

ben, dass sie während ihres Aufenthalts in F._______ und H._______ ein 

normales Leben ohne Einschränkungen im Alltag geführt habe. Nachdem 

sie festgestellt habe, dass in ihrer Geburtsurkunde der Beruf ihres Vaters 

(…) falsch eingetragen worden sei, habe sie eine neue mit der richtigen 

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Seite 11 

Berufsbezeichnung (…) ausstellen lassen. Bei der Altersangabe von (…) 

Jahren auf der Geburtsurkunde handle es sich um das Alter des Vaters bei 

der Geburt der Beschwerdeführerin im Jahr (…). Zudem sei bei den Orts-

angaben kein Widerspruch zu erkennen. Vielmehr sei sie in M._______ 

geboren, aber in J._______ aufgewachsen und sie habe bei der UMA (EB) 

lediglich angegeben, aus J._______ zu stammen. 

6.3 In ihrer Eingabe vom 19. August 2024 bringt die Beschwerdeführerin 

unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

sinngemäss vor, dass ihre gesundheitlichen Probleme bei der Beurteilung 

ihrer Ausführungen zu berücksichtigen seien.  

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass das SEM die geltend gemachten Asylvorbringen der Be-

schwerdeführerin mit zutreffender Begründung zu Recht als nicht asylrele-

vant erachtet. Das Gericht teilt ausserdem die Vorbehalte des SEM zur 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen. Auf die diesbezüglichen Ausführungen in 

der angefochtenen Verfügung (vgl. ebd., Abschnitt II) kann mit den nach-

folgenden Ergänzungen verwiesen werden. Die Ausführungen auf Be-

schwerdeebene führen insgesamt zu keiner anderen Betrachtungsweise. 

Auf die Entgegnungen in der Beschwerde und die neu eingereichten Be-

weismittel ist im Folgenden näher einzugehen: 

7.2  

7.2.1 Hinsichtlich der Aussagekraft der vom (…) 2023 datierten Geburtsur-

kunden der Beschwerdeführerin ist zunächst festzuhalten, dass es zwar 

durchaus zutreffen kann, dass sich das darin aufgeführte Alter ihres Vaters 

(d.h. […] Jahre) auf den Zeitpunkt der Geburt der Beschwerdeführerin am 

(…) bezieht. Auch das in der Todesurkunde des Vaters vom (…) angege-

bene Alter von (…) Jahren lässt nämlich auf dessen Jahrgang (…) schlies-

sen. Nicht nachvollziehbar ist hingegen, weshalb der Vater in der Geburts-

urkunde als «(…)» bezeichnet wird, zumal er im Zeitpunkt der Ausstellung 

der Geburtsurkunde bereits verstorben war und mit (…) Jahren noch nicht 

im (…)alter sein konnte. Im Weiteren erstaunt, dass die Beschwerdeführe-

rin die ihrer Auffassung nach «korrekte» Geburtsurkunde am 30. Juni 2023 

kommentarlos zu den Akten nachreichte (vgl. ID-004 sowie Beschwerde-

beilage 13). 

7.2.2 Gemäss den beiden Geburtsurkunden (vgl. ID-002 und ID-003) 

wurde die Beschwerdeführerin in M._______ geboren. In der UMA (EB) 

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gab die Beschwerdeführerin demgegenüber auf mehrfaches Nachfragen 

hin ausdrücklich zu Protokoll, sie sei im Dorf J._______, Kommune 

K._______, Provinz L._______, geboren (A18 F 1.07). Es ist daher un-

behelflich, wenn sie vorbringt, sie habe in der Erstbefragung lediglich an-

gegeben, aus J._______ zu stammen und dort aufgewachsen zu sein. 

7.2.3 Alsdann ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in der ergän-

zenden Anhörung vom 12. Dezember 2023 ausführte, in F._______ und 

H._______ sei es «ganz normal» gewesen (vgl. A19 F121 f.). Diese von 

ihr beteuerte Normalität während ihres Aufenthalts an diesen beiden Orten 

lässt einen Schluss auf eine flüchtlingsrelevante Verfolgung nicht zu. Somit 

bleibt es bei erheblichen Zweifeln an der Glaubhaftigkeit der asylbezoge-

nen Vorbringen der Beschwerdeführerin. 

7.3 Die Beschwerdeführerin vermag ihre kaum Substanz aufweisenden 

Ausführungen zur geltend gemachten Flüchtlingseigenschaft sodann nicht 

mit kulturellen Gepflogenheiten und ihrem noch jungen Alter zu erklären. 

Vielmehr darf von ihr erwartet werden, dass sie zu zentralen Ereignissen, 

die sie veranlassen, fernab der Heimat um Schutz zu suchen, ausführliche, 

detaillierte und in sich schlüssige Angaben machen kann (vgl. Art. 7 AsylG; 

BVGE 2013/11 E. 5.1). Dies gilt insbesondere dann, wenn sie wiederholt 

dazu aufgefordert wird, ausführlich/-er respektive mehr (davon) zu erzäh-

len (vgl. bspw. A19 F16 und F21; A 51 F60, F65, F69, F87, F113 und F120). 

Ausserdem handelt es sich bei allen Informationen, die sie bezüglich einer 

möglichen Gefährdung oder einem tatsächlichen Interesse der Imbonera-

kure an ihrer Person erhalten haben will, um Informationen, die ihr von an-

deren Personen zugetragen wurden. Dies spricht ebenfalls dagegen, dass 

der Beschwerdeführerin aufgrund der politischen Aktivitäten ihres Vaters 

und ihres Onkels ernsthafte Nachteile seitens der Imbonerakure drohen.  

7.4 Entscheidend ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin persönlich 

nie Einschüchterungsversuche erlebt hat (A19 F32). Dies wird in der Be-

schwerde insofern eingeräumt, als die Beschwerdeführerin erklärt, die Im-

bonerakure hätten keinen direkten Kontakt zu ihr aufnehmen können; die 

sie betreffenden Drohungen seien gegenüber ihrer Mutter ausgestossen 

worden (vgl. Beschwerdeschrift S. 8 Ziff. 25). In Übereinstimmung mit dem 

SEM ist somit auszuschliessen, dass aufgrund der politischen Tätigkeiten 

ihres Vaters ein ausgeprägtes und ungebrochenes Interesse der Imboner-

akure an ihrer Ergreifung und Festnahme besteht. Hinzu kommt, dass die 

Beschwerdeführerin angibt, sie sei nie politisch tätig gewesen (A19 F27). 

Entsprechend ist nicht davon auszugehen, dass sie durch oppositionelle 

E-563/2024 

Seite 13 

Aktivitäten in den Fokus der Imbonerakure geraten ist. Es war denn auch 

die Mutter, die beschlossen hat, die Beschwerdeführerin solle ausreisen 

(vgl. A51 F112).  

7.5 Inwiefern die bei ihr diagnostizierte posttraumatische Belastungsstö-

rung (PTBS) beziehungsweise ein Selbstschutz- und Verdrängungsme-

chanismus ihre lediglich pauschalen und kaum detailbehafteten Ausführun-

gen zu den Einschüchterungen gegenüber ihrer Mutter, zu den behaupte-

ten Sachbeschädigungen sowie dem Drohbrief erklären sollen, ist weder 

ersichtlich noch wird dies von der Beschwerdeführerin aufgezeigt (vgl. 

auch Urteil des BVGer D-4328/2024 vom 19. Dezember 2024 E. 7.1).  

7.6 Somit gelingt es der Beschwerdeführerin nicht, eine asylrechtlich er-

hebliche Gefährdung glaubhaft darzutun. Eine flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgung in Burundi und mithin eine objektiv begründete Furcht der 

Beschwerdeführerin vor den Imbonerakure ist vorliegend nicht auszu-

machen. Zu Recht hat das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwer-

deführerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

E-563/2024 

Seite 14 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.1 Da die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

– wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – das flüchtlingsrechtliche 

Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 

AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung be-

urteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtli-

chen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

9.2.2 Sodann ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass 

die Beschwerdeführerin für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat 

dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 

FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis 

des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 

des UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine kon-

krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im 

Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse 

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies gelingt ihr vor dem Hinter-

grund der vorstehenden Erwägungen nicht, was ebenso für ihre gesund-

heitliche Situation gilt. Die in der Beschwerde geäusserte, rein hypotheti-

sche Befürchtung, als alleinstehende Rückkehrerin schikaniert und miss-

handelt zu werden, stellt kein «real risk» im oben beschriebenen Sinn dar. 

Die allgemeine Menschenrechtssituation in Burundi muss zwar als proble-

matisch bezeichnet werden, lässt aber den Wegweisungsvollzug im heuti-

gen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil des BVGer  

D-6696/2024 vom 2. Dezember 2024 E. 7.2.2 m.w.H.). Bei Rückkehrenden 

ohne politisches Profil – was auf die Beschwerdeführerin zutrifft – bestehen 

keine hinreichenden Indizien, dass sie bei einer Rückkehr in ihr Heimatland 

der konkreten Gefahr von Misshandlungen durch die Imbonerakure ausge-

setzt sein könnten (vgl. Urteile des BVGer D-3865/2024 vom 14. November 

2024 E. 7.7.1; E-6074/2024 vom 1. November 2024 E. 6.2.3).  

9.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

E-563/2024 

Seite 15 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.1 In Burundi herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Das Bundesverwaltungsgericht geht denn in 

seiner Praxis auch nicht von einer generellen Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs nach Burundi aus, auch wenn die allgemeine Lage in 

einigen Provinzen insbesondere in sicherheitspolitischer und wirtschaftli-

cher Hinsicht heikel ist (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer E-6339/2024 

vom 12. Dezember 2024 E. 8.4.2; E-3219/2024 vom 29. November 2024 

E. 8.2; D-3735/2024 vom 21. Juni 2024 E. 9.3.1, m.w.H.). An dieser Ein-

schätzung vermögen die Ausführungen in der Eingabe vom 26. Februar 

2024 sowie der dort zitierte Link nichts zu ändern.  

9.3.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, eine Wegweisung sei unzumut-

bar. Sie habe ihre Heimat noch als Minderjährige verlassen und könne 

mangels einer Ausbildung in Burundi ihren Lebensunterhalt nicht bestrei-

ten. Sie wisse nicht, wo ihre Familie in Burundi sei und habe wegen der 

Behelligungen durch die Imbonerakure keinen Kontakt mehr zu weiteren 

Verwandten oder Freunden. Mit Blick auf die ihrer Beschwerde beigelegten 

SFH-Länderanalysen hebt sie insbesondere die schwierigen Lebensbedin-

gungen hervor, die Rückkehrerinnen respektive alleinstehende Frauen in 

Burundi erwarten. 

Dem ist zu entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin gemäss der 

Vermisstenmeldung, die sie im Übrigen erst auf einen entsprechenden Vor-

schlag einer Lehrperson hin aufgegeben hat, Kontakt mit einer Freundin 

der Mutter und Tante E._______ hat. Letztere gewährte ihrer Familie in 

F._______ Unterschlupf und unterstützte die Beschwerdeführerin bei der 

Ausreise finanziell (A51 F42-F46). Es ist demnach nicht auszuschliessen, 

dass ihre Tante E._______ sie im Hinblick auf die Rückkehr erneut unter-

stützen könnte. Die Beschwerdeführerin hat ausserdem ihre «Tante» 

G._______ (Cousine ihrer Mutter) erwähnt, die in H._______ lebt und bei 

der sie ebenfalls eine Weile unterkommen konnte (ebd. F76-F79). Da es 

der Beschwerdeführerin nicht gelingt, eine flüchtlingsrelevante Verfolgung 

glaubhaft darzutun, zielt ihr Vorbringen, wonach in Burundi niemand mit 

Personen zu tun haben möchte, die Probleme mit den Imbonerakure 

E-563/2024 

Seite 16 

hätten, ins Leere. Mit der Vorinstanz ist alsdann festzuhalten, dass die An-

gaben der Beschwerdeführerin zum Verschwinden ihrer Familie bezie-

hungsweise zum Kontaktverlust seit Mai 2023 wenig glaubhaft sind. Folg-

lich ist nicht davon auszugehen, die schulisch gut gebildete Beschwerde-

führerin würde bei einer Rückkehr nach Burundi aus wirtschaftlichen oder 

sozialen Gründen in eine existenzielle Notlage geraten.  

9.3.3 Bereits bei der UMA EB brachte die Beschwerdeführerin vor, an Au-

genbeschwerden zu leiden (A18 S. 2 Bst. b). Auf Beschwerdeebene bringt 

sie ihre psychischen Beschwerden (PTBS und eine mittelgradige depres-

sive Episode) mangels adäquater Weiterbehandlung in Burundi als Weg-

weisungshindernisse vor (vgl. Eingabe vom 19. August 2024). 

Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts kann nur dann aus medi-

zinischen Gründen auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ge-

schlossen werden, wenn eine notwendige Behandlung im Heimatland nicht 

zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefähr-

denden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Per-

son führt. Dabei wird diejenige allgemeine und dringende medizinische Be-

handlung als relevant erachtet, die zur Gewährleistung einer menschen-

würdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls 

nicht bereits dann vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat nicht eine dem 

hohen schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behand-

lung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2).  

Aus dem UMA-Austrittsbericht vom 11. Juni 2023 (A37) geht klar hervor, 

dass bei der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer Augenerkrankung keine 

medizinischen Auffälligkeiten festgestellt wurden (vgl. oben E. 4.4). Was 

die erstmals auf Beschwerdeebene geltend gemachten psychischen Er-

krankungen betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass in Burundi eine psychiat-

risch-psychologische Behandlung möglich ist (vgl. Urteile D-4328/2024 

E. 9.3.2; E-3219/2024 E. 8.3.3). In C._______, wo die Beschwerdeführerin 

mehrheitlich im Stadtteil D._______ gelebt hat, befinden sich beispiels-

weise das öffentliche (…) oder das private (…). Entsprechend ist nicht auf 

das Vorliegen einer medizinischen Notlage zu schliessen und eine hinrei-

chende medizinische und psychiatrische Versorgung ist in Burundi gewähr-

leistet (vgl. Urteil BVGer E-4051/2024 vom 17. Oktober 2024 E. 8.3.3). Die 

Beschwerdeführerin ist ferner auf die Möglichkeit hinzuweisen, beim SEM 

einen Antrag auf Gewährung medizinischer Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. 

Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG). Im Zeitpunkt der Überstellung wird zudem ihre 

Reisefähigkeit überprüft werden. Medizinische Gründe, die gegen die 

E-563/2024 

Seite 17 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen könnten, liegen dem-

nach nicht vor. Somit erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Rechtsbe-

gehren schon bei Einreichung der Beschwerde als aussichtslos zu be-

zeichnen waren, weshalb die mit Rechtsmitteleingabe vom 26. Januar 

2024 gestellten Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und amtlichen Rechtsverbeiständung abzuweisen sind (vgl. Art. 65 

Abs. 1 VwVG und Art. 102m Abs. 1 AsylG). Das Gesuch um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit dem vorliegenden Ent-

scheid gegenstandslos geworden. 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

E-563/2024 

Seite 18 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Mathias Lanz Ulrike Raemy 

 

 

Versand: