# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8617bab2-695e-5209-95b0-b5cd9c2cf630
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.06.2024 E-2380/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2380-2024_2024-06-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2380/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Regina Derrer (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Richter Lorenz Noli, 

Gerichtsschreiberin Eliane Hochreutener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Lara Hoeft, (…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch (sicherer Drittstaat)  

und Wegweisung sowie Datenänderung im Zentralen Migra-

tionsinformationssystem (ZEMIS);  

Verfügung des SEM vom 11. April 2024 / N (…). 

 

 

 

E-2380/2024 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin, eine afghanische Staatsangehörige usbeki-

scher Ethnie, am 5. Dezember 2023 zusammen mit ihrer Schwester  

B._______ ([...]; N […]) in der Schweiz ein Asylgesuch stellte, 

dass die Beschwerdeführerin auf dem gleichentags ausgefüllten Persona-

lienblatt angab, sie sei 1(…) Jahre alt, und dass die Vorinstanz in der Folge 

den 1. Januar (…) als ihr Geburtsdatum erfasste, 

dass ein Abgleich mit der Fingerabdruck-Datenbank Eurodac ergab, dass 

die Beschwerdeführerin am (…) November 2022 in Griechenland Asyl be-

antragte, ihr dort am (…) August 2023 Schutz gewährt wurde und sie am 

(…) August 2023 in Kroatien und am (…) August 2023 in Norwegen um 

Asyl ersuchte, 

dass die Vorinstanz am 11. Dezember 2023 mittels Informationsersuchens 

nach Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rats vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-

VO) die griechischen und norwegischen Behörden um Auskunft zur Person 

der Beschwerdeführerin ersuchte,  

dass die norwegischen Behörden der Vorinstanz am 12. Dezember 2023 

mitteilten, die Beschwerdeführerin habe dort unter den Personalien 

C._______, geboren am (…), ein Asylgesuch gestellt, welches am 

3. Oktober 2023 abgelehnt worden sei,  

dass die norwegischen Behörden der Vorinstanz ferner die Zustimmung 

Griechenlands um ihre Rückübernahme vom 25. Oktober 2023 und eine 

Kopie ihrer Tazkera inklusive einer englischen und norwegischen Überset-

zung übermittelten,  

dass die griechischen Behörden am 18. Dezember 2023 das Informations-

ersuchen der Vorinstanz beantworteten und mitteilten, die Beschwerdefüh-

rerin sei dort unter den Personalien D._______, geboren am (…), bekannt 

und am (…) August 2023 als Flüchtling anerkannt worden,  

dass am 22. Dezember 2023 die Erstbefragung für unbegleitete minder-

jährige Asylsuchende (EB UMA) stattfand und der Beschwerdeführerin in 

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diesem Rahmen das rechtliche Gehör zu ihrem Gesundheitszustand sowie 

zur Zuständigkeit Griechenlands gewährt wurde, 

dass die Beschwerdeführerin zu ihrem Alter im Wesentlichen angab, ge-

mäss ihrer Tazkera laute ihr Geburtsdatum nach dem afghanischen Kalen-

der auf den (…) (Anmerkung der dolmetschenden Person: umgerechnet 

entspreche dies dem […]), was umgerechnet dem (…) entspreche, womit 

sie am (…) 1(…) Jahre alt werde,  

dass die damalige Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin anmerkte, 

das Alter der Beschwerdeführerin sei zweifelhaft, weshalb die Durchfüh-

rung einer medizinischen Altersabklärung beantragt werde,  

dass die Vorinstanz die griechischen Behörden am 27. Dezember 2023 um 

Rückübernahme der Beschwerdeführerin gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom  

16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mit-

gliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger 

(sog. Rückführungsrichtlinie) sowie auf das bilaterale Rückübernahmeab-

kommen zwischen der Schweiz und Griechenland ersuchte, 

dass die griechischen Behörden das Gesuch der Vorinstanz um Rücküber-

nahme der Beschwerdeführerin am 29. Dezember 2023 guthiessen, 

dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 22. Februar 2024 mit-

teilte, in Griechenland sei ein Altersgutachten erstellt worden, anhand 

dessen sie zwischen 1(…) und 1(…) Jahre alt sei, wobei die griechischen 

Behörden ihr das falsche Geburtsdatum genannt hätten und dieses ge-

mäss afghanischem Kalender korrekt auf den (…). Tag des (…). Monats 

(…) laute, was umgerechnet dem (…) entspreche,  

dass sie beantragte, es sei eine medizinische Altersabklärung durchzufüh-

ren, sofern das Altersgutachten aus Griechenland der Vorinstanz nicht vor-

liegen sollte, 

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 28. Februar 

2024 zum rechtlichen Gehör – welches ihr zur Altersanpassung (Geburts-

datum 1. Januar […]) sowie zu einer möglichen Wegweisung nach 

Griechenland gewährt wurde – mitteilte, sie sei sowohl in Griechenland als 

auch in Norwegen als Minderjährige registriert worden, und beantragte, bei 

den griechischen Behörden sei abzuklären, dass die Übersetzung ihrer 

Tazkera nicht in Afghanistan, sondern in Griechenland erstellt worden sei, 

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Seite 4 

wobei vor einer allfälligen Anpassung ihres Geburtsdatums eventualiter 

eine medizinische Altersabklärung durchzuführen sei, 

dass am 4. März 2024 seitens des angeblichen Bruders der Beschwerde-

führerin (E._______, N […]) ein Schreiben vom 29. Februar 2024 beim 

SEM einging, in dem dieser im Wesentlichen geltend machte, bei der 

Beschwerdeführerin und B._______ handle es sich um seine Schwestern,  

dass am 11. März 2024 das Geburtsdatum der Beschwerdeführerin im 

Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf den 1. Januar (…), 

mit Bestreitungsvermerk, angepasst wurde, 

dass sich in den Akten eine deutsche Übersetzung der Tazkera der Be-

schwerdeführerin sowie verschiedene ärztliche Berichte, hauptsächlich be-

treffend die psychischen Probleme der Beschwerdeführerin, vom 

24. Januar 2024, 30. Januar 2024, 7. Februar 2024, 19. Februar 2024, 

21. Februar 2024, 15. März 2024, 3. April 2024 und vom 6. April 2024 

sowie zwei Mitteilungen der Vorinstanz zum medizinischen Sachverhalt 

vom 27. März 2024 und vom 8. April 2024 befinden, 

dass die Vorinstanz der damaligen Rechtsvertreterin am 9. April 2024 den 

Entwurf ihres Entscheids unterbreitete und diese gleichentags dazu Stel-

lung nahm, wobei sie darin unter anderem mitteilte, die Beschwerdeführe-

rin sei mit der Altersanpassung nicht einverstanden und verweise diesbe-

züglich auf die Stellungnahme vom 28. Februar 2024, anlässlich welcher 

sie sich dazu bereit erklärt habe, ein Altersgutachten durchführen zu las-

sen, 

dass die Vorinstanz mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 11. April 

2024 auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eintrat, ihre Weg-

weisung aus der Schweiz nach Griechenland sowie den Vollzug anordnete 

und ihr Geburtsdatum im ZEMIS auf den 1. Januar (…), mit Bestreitungs-

vermerk, festlegte,  

dass die Vorinstanz zur Begründung im Wesentlichen ausführte, die Anga-

ben der Beschwerdeführerin hinsichtlich ihres Alters seien widersprüchlich 

ausgefallen und der Kopie der Tazkera komme nur ein verminderter Be-

weiswert zu, wobei darauf ohnehin kein Geburtsdatum, sondern lediglich 

die Information erfasst worden sei, sie sei im Jahr (…) des afghanischen 

Kalenders 1(…)-jährig gewesen,  

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Seite 5 

dass sich zudem die Frage stelle, auf welcher Grundlage auf der engli-

schen Übersetzung der Tazkera der (…) als Geburtsdatum aufgeführt wor-

den sei, obwohl auf der Tazkera selber kein Geburtsdatum erfasst worden 

sei, 

dass darüber hinaus das nach dem afghanischen Kalender von der Be-

schwerdeführerin angegebene Geburtsdatum (…) umgerechnet nicht dem 

von ihr angegebenen (…), sondern dem (…) entspreche,  

dass die Schwester der Beschwerdeführerin ihrerseits angegeben habe, 

die Beschwerdeführerin sei ein Jahr älter als sie selber, die Beschwerde-

führerin mit dem von ihr nachträglich geltend gemachten Geburtsdatum 

(…) jedoch jünger wäre als ihre Schwester,  

dass sowohl die Beschwerdeführerin als auch ihre Schwester im Rahmen 

der EB UMA geltend gemacht hätten, die Beschwerdeführerin werde im 

Jahr (…) volljährig,  

dass die Beschwerdeführerin in Griechenland zudem nachweislich nicht 

mit dem von ihr genannten Geburtsdatum, sondern mit dem (…) erfasst 

worden sei,  

dass somit unklar sei, welches der von der Beschwerdeführerin genannten 

Geburtsdaten ihr tatsächliches Geburtsdatum sei, wobei die Tatsache, 

dass sie beim Ausfüllen des Personalienblattes keinen Geburtstag habe 

angeben können sowie ihr Aussageverhalten im Rahmen der EB UMA 

zeigten, dass ihr ihr genaues Geburtsdatum offenbar nicht bekannt sei,  

dass die Beschwerdeführerin somit nicht glaubhaft habe darlegen können, 

sie sei aktuell noch minderjährig, weshalb gemäss Amtspraxis der 

1. Januar (…) als Geburtsdatum erfasst worden sei, 

dass die zugewiesene Rechtsvertretung das Mandat am 11. April 2024 

niederlegte,  

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe ihrer rubrizierten Rechtsvertre-

tung vom 18. April 2024 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde er-

hob und beantragte, die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 

11. April 2024 sei vollumfänglich aufzuheben, auf ihr Asylgesuch sei einzu-

treten, eventualiter sei ihr die vorläufige Aufnahme zu gewähren, subeven-

tualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen,  

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Seite 6 

dass sie des Weiteren darum ersuchte, es sei ihre Minderjährigkeit festzu-

stellen und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihr Geburtsdatum im ZEMIS auf 

den (…) zu ändern, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung und zur 

Durchführung eines Altersgutachtens an die Vorinstanz zurückzuweisen,  

dass sie in prozessualer Hinsicht beantragte, die Aussetzung des Wegwei-

sungsvollzuges sei superprovisorisch zu erlassen und der zuständige Kan-

ton (F._______) sei über die Aussetzung der Wegweisung bis zum 

Entscheid über die vorliegende Beschwerde in Kenntnis zu setzen, das 

Verfahren sei mit demjenigen ihrer Schwester (N […]) zu vereinigen, ihr sei 

die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, insbesondere sei auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, und die Rechtsvertre-

terin sei als amtliche Rechtsbeiständin beizuordnen, 

dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom (…) 2024 einen Austritts-

bericht der (…) vom (…) 2024 einreichen liess, welchem zu entnehmen ist, 

dass sie am (…), wobei bei ihr eine (…) diagnostiziert wurde,    

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 

VGG), wobei es im Bereich des Asyls in der Regel – und so auch vorlie-

gend – endgültig entscheidet (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG); 

dass, soweit die ZEMIS-Berichtigung betreffend, gegen den Beschwerde-

entscheid hingegen ein Rechtsmittelweg an das Schweizerische Bundes-

gericht offensteht,  

dass das Verfahren sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),  

dass die Beschwerdeführerin zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG) und die 

Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht wurde (Art. 108 Abs. 3 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit 

darauf einzutreten ist, 

dass das Urteil in der vorliegenden Sache zeitgleich und mit demselben 

Spruchgremium wie dasjenige der Schwester ([…]; N […]) ergeht, die Ver-

fahren koordiniert behandelt werden und der Antrag auf Vereinigung der 

Verfahren abgewiesen wird, 

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Seite 7 

dass die Beschwerde in Verwaltungssachen gemäss Art. 55 Abs. 1 VwVG 

aufschiebende Wirkung hat und die Vorinstanz der Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung nicht entzogen hat (Art. 55 Abs. 2 VwVG), weshalb 

auf den Antrag, die Aussetzung des Wegweisungsvollzuges sei superpro-

visorisch zu erlassen und die kantonalen Behörden seien entsprechend 

anzuweisen, mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten ist, 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts und des Datenschutzes nach Art. 49 VwVG, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, 

die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die 

Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht 

eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1, 2012/4 E. 2.2), und sich die 

Beschwerdeinstanz, falls sie den Nichteintretensentscheid als unrechtmäs-

sig erachtet, demnach einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, die 

angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an 

die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2014/39 E. 3), 

dass die Vorinstanz die Fragen betreffend Wegweisung und Vollzug sowie 

betreffend Datenschutz materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwal-

tungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, 

dass gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch in der Regel 

nicht eingetreten wird, wenn die asylsuchende Person in einen vom Bun-

desrat als sicher bezeichneten Drittstaat (Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG) 

zurückkehren kann, in dem sie sich vorher aufgehalten hat, wobei es sich 

bei Griechenland um einen solchen sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a 

Abs. 2 Bst. b AsylG handelt, 

dass das Bundesverwaltungsgericht im Referenzurteil E-3427/2021;  

E-3431/2021 vom 28. März 2022 mit Blick auf die Legalvermutung, wonach 

die Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat gestützt auf Art. 83 Abs. 5 

AIG (SR 142.20) vermutungsweise zumutbar ist, zum Schluss gelangte, 

der Vollzug von äusserst vulnerablen schutzberechtigten Personen, wie 

unbegleiteten Minderjährigen, nach Griechenland sei grundsätzlich unzu-

mutbar, ausser es bestünden besonders begünstigende Umstände, auf-

grund derer ausnahmsweise von der Zumutbarkeit des Vollzugs der Weg-

weisung ausgegangen werden könne,  

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Seite 8 

dass es daher vorliegend entscheidend auf die Frage ankommt, ob die Be-

schwerdeführerin minderjährig ist oder nicht, 

dass der Vorinstanz in der Beschwerdeschrift im Wesentlichen eine Verlet-

zung des Untersuchungsgrundsatzes im Hinblick auf die Altersprüfung vor-

geworfen wird und diese formelle Rüge vorab zu prüfen ist, da sie geeignet 

sein könnte, eine Kassation der erstinstanzlichen Verfügung zu bewirken 

(vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2), 

dass im Asylverfahren – wie in anderen Verwaltungsverfahren – der Unter-

suchungsgrundsatz (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG) gilt und dieser be-

sagt, dass die entscheidende Behörde den Sachverhalt von sich aus ab-

klärt, was heisst, dass sie verantwortlich für die Beschaffung der für den 

Entscheid notwendigen Unterlagen und das Abklären sämtlicher rechtsre-

levanter Tatsachen ist (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und 

Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 142; KRAUS-

KOPF/EMMENEGGER/BABEY, Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensge-

setz, 2. Aufl. 2016, Rz. 20 ff. zu Art. 12 VwVG), 

dass der Untersuchungsgrundsatz seine Grenze an der Mitwirkungspflicht 

der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG) findet, wozu insbesondere 

gehört, die Identität offenzulegen, vorhandene Identitätspapiere abzuge-

ben und an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken, 

dass angesichts der Angaben der Beschwerdeführerin (in der EB UMA, in 

ihrer Eingabe vom 22. Februar 2024, in ihrer Stellungnahme im Rahmen 

der Gehörsgewährung zur Altersanpassung im ZEMIS sowie in ihrer Stel-

lungnahme zum Entscheidentwurf) und der von ihr vorgelegten Kopie der 

Tazkera nicht von einer Verletzung der Mitwirkungspflicht ausgegangen 

werden kann, 

dass betreffend ihr Alter aufgrund der sich aus den Akten ergebenden ver-

schiedenen Geburtsdaten respektive Altersangaben (Personalienblatt: 

1[…] Jahre; Auskunft der norwegischen Behörden und Angaben an der  

EB UMA: (…); Auskunft der griechischen Behörden: […]; Eingabe vom 

22. Februar 2024 und umgerechnetes Datum gemäss afghanischem 

Kalender: […]) jedoch erhebliche Ungereimtheiten und Unklarheiten beste-

hen, wobei – wie vom SEM selbst vermutet – nicht ausgeschlossen 

werden kann, dass der Beschwerdeführerin ihr genaues Alter gar nicht be-

kannt ist,  

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Seite 9 

dass damit die Minderjährigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund deraktu-

ellen Beweislage nicht mit genügender Sicherheit ausgeschlossen werden 

kann, wobei angesichts der noch möglichen Abklärungsmassnahmen (vgl. 

hierzu nachfolgend) noch keine von der Beschwerdeführerin zu tragende 

Beweislosigkeit eingetreten ist und die Beweisführungslast gestützt auf 

den Untersuchungsgrundsatz bei der entscheidenden Behörde liegt,  

dass daher nicht nachvollziehbar ist, warum die Vorinstanz – trotz wieder-

holten Antrags der Beschwerdeführerin in der EB UMA (SEM-Akte 23/11 

9.01), in ihrer Eingabe vom 22. Februar 2024 (SEM-Akte 33/5 S. 2) und in 

ihren Stellungnahmen vom 28. Februar 2024 (SEM-Akte 34/5 S. 3) und 

vom 9. April 2024 (SEM-Akte 53/4 S. 2) sowie des entsprechenden Hin-

weises im Austrittsbericht der G._______ vom 30. Januar 2024 (SEM-Ak-

ten 38/4 sowie auch 30/3) – kein Altersgutachten eingeholt hat, 

dass sich das SEM vorliegend bezüglich der Annahme der Volljährigkeit 

der Beschwerdeführerin unter anderem auf das Geburtsdatum stützt, wel-

ches bei den griechischen Behörden registriert wurde,  

dass es im Verfahren der Schwester der Beschwerdeführerin (N […]) das 

in Griechenland und Norwegen registrierte Geburtsdatum – wonach diese 

noch minderjährig wäre – im Gegensatz dazu trotz der einheitlichen Ein-

tragung bei beiden Behörden gerade nicht als Indiz für die Richtigkeit des 

Geburtsdatums erachtet, 

dass – wie in der Rechtsmitteleingabe zu Recht darauf hingewiesen – die 

von den ausländischen Behörden registrierten Geburtsdaten damit im Er-

gebnis jeweils zu Ungunsten der beiden Schwestern herangezogen res-

pektive für unglaubhaft erachtet wurden, 

dass die Vorinstanz basierend auf dieser Aktenlage das Alter der Be-

schwerdeführerin nicht rechtsgenüglich abgeklärt hat, weshalb die Erstel-

lung eines medizinischen Altersgutachtens vorliegend angezeigt erscheint, 

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG in der 

Sache selbst entscheidet oder diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurückweist, wobei eine Kassation und Rück-

weisung an die Vorinstanz insbesondere dann angezeigt ist, wenn weitere 

Tatsachen festgestellt werden müssen und ein umfassendes Beweisver-

fahren durchzuführen ist (vgl. BVGE 2012/21 E. 5), 

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Seite 10 

dass vorliegend der Mangel in einer unvollständigen Sachverhaltsfeststel-

lung liegt und sich eine Kassation der angefochtenen Verfügung rechtfer-

tigt,  

dass die Beschwerde daher gutzuheissen ist, soweit die Aufhebung der 

Verfügung und die Rückweisung der Sache zur ergänzenden Sachver-

haltsabklärung und erneuter Beurteilung an die Vorinstanz beantragt wird, 

dass die Vorinstanz aufzufordern ist, zeitnah die zur vollständigen Abklä-

rung des Sachverhalts erforderlichen Massnahmen zu treffen (Durchfüh-

rung eines medizinischen Altersgutachtens) und bei der Beurteilung sämt-

liche wesentlichen Gesichtspunkte zu berücksichtigen, 

dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, auf die übrigen Anträge und Aus-

führungen in der Beschwerdeschrift näher einzugehen, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 63 Abs. 1 und 2 

VwVG keine Kosten aufzuerlegen sind, 

dass der vertretenen Beschwerdeführerin angesichts ihres Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen ist,  

dass keine Kostennote zu den Akten gereicht wurde, weshalb die Höhe der 

Entschädigung aufgrund der Akten zu bestimmen ist (Art. 14 Abs. 2 VGKE) 

und die von der Vorinstanz der Beschwerdeführerin auszurichtende Partei-

entschädigung insgesamt auf Fr. 800.– (inkl. Auslagen) festzusetzen ist.  

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Der Antrag auf Vereinigung der Verfahren E-2380/2024 und (…) wird ab-

gewiesen.  

2.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt und soweit darauf eingetreten wird.  

3.  

Die Verfügung der Vorinstanz vom 11. April 2024 wird aufgehoben und die 

Sache im Sinne der Erwägungen zur vollständigen Sachverhaltsabklärung 

und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

5.  

Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 800.– 

auszurichten. 

6.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM, die zuständige 

kantonale Behörde und das Generalsekretariat des EJPD. 

 

(Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.) 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regina Derrer Eliane Hochreutener 

Versand:  

E-2380/2024 

Seite 12 

Rechtsmittelbelehrung:  

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., Art. 90 ff. und Art. 100 BGG). Die 

Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist 

beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizeri-

schen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist 

in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begrün-

dung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be-

schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).