# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88073686-ce4e-52c3-b27d-6ed27a52b12f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-06-30
**Language:** de
**Title:** Im Wesentlichen beweiskräftige RAD-Aktenbeurteilung; kein weiterer Abklärungsbedarf; Zusprechung einer befristeten ganzen Invalidenrente (Beschwerdeführer arbeitete nach Ablauf des Wartejahres und der sechsmonatigen Karenzfrist einige Wochen voll, war danach jedoch wieder für mehrere Monate zu 100 % arbeitsunfähig); teilweise Gutheissung.
**Docket/Reference:** IV.2024.00574
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2024.00574.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2024.00574
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiber Würsch
Urteil
vom
30. Juni 2025
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Wenger
ROMANG & WENGER Rechtsanwälte
Holbeinstrasse 20, 8008 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Pensionskasse
Y.___
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1970,
hat in Portugal eine Lehre zum Kranführer absolviert und
war ab
dem
3.
Februar 2003 in dieser Funktion bei der
Z.___ AG
, Bauunternehmung, Zürich, angestellt (
Urk.
7/5/7-8, 7/10 f.).
Am 18. August 2021 zog er sich als Motorradfahrer
bei
einer Kollision mit einem Personenwagen eine
3-gradig offene
Tibiafraktur
links
zu
, welche im
S
pital
A.___
mehrfach operativ versorgt wurde (
Urk.
7/
17/
272-275, 7/
17/299-300).
Im April 2022
wurden
zwecks Entfernung des Osteosynthesema
terials und Weichteilrevision weitere operative Eingriffe durchgeführt (
Urk.
7/17/88-89).
Als zuständiger Unfallversicherer erbrachte die Suva die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
7/17/37-38, 7/17/285).
Unter Hinweis auf die erlittene Unfallverletzung meldete sich der Versicherte am
1
5.
September 2022 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/5 f.). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte
einen Arbeitgeberbericht ein (
Urk.
7/11) und zog die Akten der Suva bei (Urk. 7/17
, 7/37
).
Ab
1.
März 2023
ging
der Versicherte seine
r
angestammte
n
Tätigkeit wieder in einem 100%-Pensum
nach
(
Urk.
7/34, 7/36 und 7/
38).
Im Rahmen mehrerer
ab 2
0.
April 2023 geführter
Telefonate
orientierte er die IV-Stelle darüber, dass
erneut operative Eingriffe im
A.___
hätten durchgeführt werden müssen, weshalb ihm wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden sei (
Urk.
7/39-41).
Im weiteren Verlauf setzte er die IV-Stelle darüber in Kenntnis, dass er seine bisherige Tätigkeit am
4.
September 2023 wieder im 100%-Pensum aufgenommen habe. Insbesondere aufgrund
starker
Kopfschmerzen, häufiger Nervosität und Schlafstörungen befinde er sich jedoch in psychiatrischer Behandlung (
Urk.
7/44-46).
Mit Vorbescheid vom
7.
Februar 2024 nahm die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (Urk.
7/48), wogegen der Versicherte unter Beilage eines Arztberichtes Einwand erhob (
Urk.
7/49, 7/54 f.). Nach Rücksprache mit dem regionalen ärztlichen Dienst (RAD; Stellungnahme vom
2.
September 2024,
Urk.
7/56/3-5)
verfügte die IV-Stelle
am 2
6.
September 2024
im angekündigten Sinne (
Urk.
2 =
Urk.
7/57).
2.
Dagegen erhob
X.___
unter Beilage medizinischer Unterlagen (
Urk.
3/3-6, 3/8)
am 1
0.
Oktober 2024 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei z
ur
Durchführung der erforderlichen Abklärungen und hernach neuer Verfügung über die Leistungsansprüche an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
November 2024 schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
2.
November 2024 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Mit Verfügung vom 2
2.
Mai 2025 lud das Sozialversicherungsgericht die
Pensionskasse
Y.___
zum Verfahren bei (Urk.
9
), welche sich innert angesetzter Frist nicht
zur Sache
vernehmen liess.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten. Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 202
2.
Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Renten
anspruch entstanden ist. Steht ein erst nach dem 1. Januar 2022 entstandener Rentenanspruch zur Diskussion, findet darauf das seit diesem Zeitpunkt geltende Recht Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_452/2023 vom 24. Januar
2024 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Auf Grund der
nach Ablauf des Wartejahres (vgl. nachstehende E.
5
)
im
September
2022
anhängig gemachten Anmeldung bei der Invalidenversicherung
(
Urk.
7/5
f.
)
könnten allfällige Leistungen frühestens ab
März
2023
ausgerichtet werden (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
In dieser übergangsrechtlichen Konstellation ist die seit 1. Januar 2022 geltende Rechtslage massgebend, die im Folgenden
soweit nichts anderes vermerkt ist
jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet
wird.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Eine Rente nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Eingliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1
bis
und 1
ter
nicht ausgeschöpft sind (Art. 28 Abs. 1
bis
IVG). Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenan
spruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt.
Bei einem Invaliditätsgrad von 50-69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditäts
grad (Abs. 2). Bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3). Bei einem Invaliditätsgrad unter 50 % gelten die folgenden prozentualen Anteile (Abs. 4):
Invaliditätsgrad
prozentualer Anteil
49 Prozent
47.5
Prozent
48 Prozent
45
Prozent
47 Prozent
42.5
Prozent
46 Prozent
40
Prozent
45 Prozent
37.5
Prozent
44 Prozent
35
Prozent
43 Prozent
32.5
Prozent
42 Prozent
30
Prozent
41 Prozent
27.5
Prozent
40 Prozent
25
Prozent
1.4
Die rückwirkende
Zusprache einer in der Höhe abgestuften und/oder zeitlich befristeten Invalidenrente richtet sich grundsätzlich nach denselben Regeln wie die Revision eines bestehenden Rentenanspruchs nach Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 148 V 321 E. 7.3.1, 145 V 209 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_142/2023 vom 18. September 2023 E. 3.3.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.
5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne
Einholu
ng
eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
6.
September 2024 erwog die Beschwer
degegnerin, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer
ab
dem 1
8.
August 2021 in seiner bisherigen Tätigkeit als Kranführer zu 100
%
arbeits
unfähig
gewesen
sei.
Dies sei auch n
ach Ablauf der Wartefrist am 17. August 2022
der Fall gewesen
(
Urk.
2 S. 1).
Im März 2023
dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
habe eine volle Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit bestanden. Vom 1
8.
April bis 3
1.
August 2023 sei der Beschwerdeführer vorübergehend wiederum zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit September 2023 gehe er seiner Arbeit
wieder
im bisherigen Pensum nach. Mangels
längerfristigen
Vorliegens eines Invaliditätsgrades von mindestens 40
%
bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
Im Rahmen des
Vorbescheidver
fahrens
sei das Dossier dem RAD vorgelegt worden. Dieser sei zum Ergebnis gelangt, dass sich der Gesundheitszustand weitgehend stabilisiert habe. Die noch bestehenden und nach der Arbeitsaufnahme neu aufgetretenen Beschwerden (Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen) würden aktuell abgeklärt, seien jedoch bisher nicht mit einer Arbeitsunfähigkeit verbunden gewesen. Entsprechend werde aus versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht davon ausgegangen, dass diese Beschwerden die Arbeitsfähigkeit nicht relevant beein
trächtig
t
en. Am Entscheid werde daher festgehalten (
Urk.
2 S. 2).
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom 1
0.
Oktober 2024 machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, nach dem schweren Verkehrsunfall vom 1
8.
August 2021 sei es zu einem schwierigen Heilungsverlauf mit Weichteilinfekt gekommen, welcher diverse Revisionsoperationen des Beins und Rehabilitationsaufenthalte notwendig gemacht habe. Daneben habe er u.a. an Kopfschmerzen, Schlafstörun
gen und diversen kognitiven Beeinträchtigungen gelitten, welche jedoch in Anbetracht der schwerwiegenden Beinverletzung eher in den Hintergrund getreten seien (
Urk.
1 S. 2).
Während die Beinverletzung grundsätzlich einen positiven Verlauf genommen habe, hätten sich die kognitiven Beeinträchtigungen leider stetig verschlimmert.
Er befinde sich in regelmässiger psychotherapeuti
scher Behandlung
, wobei ihm die behandelnde Psychiaterin vom 2
7.
September
bis 1
3.
Oktober 2024 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. Zudem seien in schlafmedizinischer Hinsicht Abklärungen pendent. Dennoch habe die Beschwerdegegnerin keine der
im
Einwand beantragten Abklärungen vorgenom
men. Sie habe weder die Suva-Akten beigezogen, noch
Berichte
der behandelnden Ärzte eingeholt. Stattdessen sei das Leistungsbegehren gestützt auf die unvollständige Aktenlage kurzerhand abgewiesen worden, was nicht rechtmässig sei (
Urk.
1 S. 3). Die Sache sei daher zur Vornahme der notwendigen Abklärungen und
zur
Neubeurteilung des Leistungsanspruchs an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 4).
3.
3.1
Anlässlich des Verkehrsunfalls vom 1
8.
August 2021 zog sich der Beschwerde
führer
eine 3-gradig offene
Tibiafraktur
links zu, worauf er bis zum
31. August
2021 im
A.___
hospitalisiert war
(
Urk.
7/17/272)
. In diesem Zeitraum fanden drei operative Eingriffe statt
(
Urk.
7/17/287-289, 7/17/291-293 und 7/17/295-297).
Gemäss Austrittsbericht vom 3
1.
August 2021
war
vorerst bis zum 18. November 2021 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (Urk. 7/17/275).
3.2
Vom 3
1.
August bis 2
1.
September 2021 hielt sich der Beschwerdeführer in der Rehaklinik
B.___
auf
(
Urk.
7/17/248)
. Laut Austrittsbericht vom 2
2.
September
2021 hätten unter physiotherapeutischer Anleitung deutliche Fortschritte bezüglich Mobilität auf der Ebene und auf der Treppe erzielt werden können. Bei Austritt habe sich der Beschwerdeführer noch in der medizinischen Phase befunden
, verbunden
mit
einer
100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/17/250).
3.3
Im Zuge der
postoperativen
Verlaufskontrollen im
A.___
habe sich
gemäss Berichten vom 1.,
2
1.
und 2
7.
Oktober 2021 ein regelrechter Heilungsverlauf mit
regredienten
Schmerzen gezeigt (
Urk.
7/17/224, 7/17/227 und 7/17/237).
Im
weiteren Verlauf habe jedoch im
Bereich
der medialen Narbe eine Wundheilungs
störung persistiert (vgl. unter anderem
Urk.
7/17/114, 7/17/158 und 7/17/212)
, weswegen im April 2022
zwecks Entfernung des Osteosynthesematerials und Weichteilrevision weitere Operationen am
A.___
durchgeführt wurden (
Urk.
7/17/94-99, 7/17/104-106).
Gemäss Austrittsbericht vom 2
2.
April 2022 habe der Beschwerdeführer in subjektivem Wohlbefinden und mit reizlosen Wundverhältnissen in die ambulante Weiterbehandlung
und in das häusliche Umfeld entlassen werden können (
Urk.
7/17/89).
3.4
Im Zuge der anschliessend
regelmässig
ab Mai
2022 im
A.___
vorgenommenen
Verlaufskontrollen habe sich unter antibiotischer Therapie eine progrediente Wundheilung gezeigt (
Urk.
7/17/46,
7/17/54, 7/17/64, 7/17/67 und 7/17/74). Dem Beschwerdeführer wurde
weiterhin
bis 3
1.
Dezember 2022 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (
Urk.
7/17/12, 7/17/24,
7/17/46,
7/17/51 und 7/17/74).
Mit Bericht vom
2.
November 2022 wurde die Wiederaufnahme der Tätigkeit als Kranführer in einem Teilzeitpensum
ab
Januar 2023 in Aussicht genommen (
Urk.
7/17/10).
3.5
Im
späteren
Verlauf wurde dem Beschwerdeführer jedoch
von ärztlicher Seite namentlich aufgrund kälteabhängiger Beschwerden
weiterhin
bis 28. Februar 2023 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
7/37/66).
Vom
8.
bis 24. Februar 2023 hielt sich der Beschwerdeführer erneut in der Rehaklinik
B.___
auf
(
Urk.
7/37/15)
, wobei er gemäss Austrittsbericht vom
9.
März 2023 zuverlässig und hochmotiviert an den Therapien teilgenommen habe. Das
Treppen- und Leitersteigen sei ihm mühelos gelungen (
Urk.
7/37/18). Ab dem
1.
März 2023 sei ihm die berufliche Tätigkeit als Kranführer mit Einsatz auf einem
Hochkran
aus ärztlicher Sicht
wieder voll zumutbar
(
Urk.
7/37/16).
3.6
Nachdem der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Kranführer am
1.
März 2023 wieder aufgenommen hatte (
vgl.
Urk.
7/
37/4
, 7/37/25 und
7/38),
informierte
er d
ie
Beschwerdegegnerin am 2
0.
April 2023 telefonisch über eine notfallmässige
Behandlung
im
A.___
vom 1
8.
April 2023, da sich eine Beule bei der Narbe gebildet habe. Er sei nun wieder zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/39). Im Rahmen eines weiteren Telefonats vom 1
5.
Mai 2023 habe der Beschwerdeführer von einem zweiwöchigen stationären Aufenthalt im
A.___
berichtet, wobei drei Operationen durchgeführt worden seien. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe sicher
lich noch bis am 2
2.
Mai 2023 (
Urk.
7/40).
Anlässlich weiterer Telefongespräche vom 2
3.
Mai und 2
5.
Juli 2023 habe der Beschwerdeführer sodann von einer bis
30.
Juni b
zw.
3
1.
August 2023 attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit berichtet. Zudem habe er mitgeteilt, seit dem Unfall immer wieder Kopfschmerzen zu haben und schlecht zu schlafen (
Urk.
7/41, 7/44).
Ab September 2023 nahm der Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit
wieder
in einem 100%-Pen
sum auf, wobei er die Beschwerdegegnerin telefonisch über eine psychiatrische Behandlung aufgrund von starken Kopfschmerzen, Schwindel, häufig schlechtem Schlaf und häufiger Nervosität in Kenntnis setzte (
Urk.
7/45 f.).
3.
7
Mit Bericht vom 1
8.
März 2024
stellte
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Neurologie,
die Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen Migräne. Der Beschwerdeführer habe angegeben, nach dem Unfall
von Beginn an immer wieder
unter
Kopfschmerzen ge
litten
zu haben. Man habe sich jedoch in den ersten Monaten v.a. auf die
Tibiafraktur
links konzentriert. Die Kopfschmerzen träten mehrmals pro Woche auf, häufig
bifrontal
oder einseitig betont, ohne Übelkeit
,
aber von Lärm- und Lichtempfindlichkeit sowie Rückzugstendenzen begleitet. Seit dem Unfall habe er zusätzlich Mühe mit der Konzentration und dem Gedächtnis. Bei der Arbeit als Kranführer (seit September 2023
in einem
100%
-Pensum
) fühle er sich unsicher und nervös und habe immer wieder Angst vor Fehlern. In der Nacht könne er schlecht durchschlafen
(
Urk.
7/54/1)
.
Die Prüfung des Neurostatus habe aus ärztlicher Sicht
insbesondere keine neuropsychologi
schen Auffälligkeiten im Gespräch und im Verhalten ergeben. Die Hirnnerven seien ebenso unauffällig gewesen wie die
Trophik
, der Tonus, die Kraft und die Koordination der Arme und Beine. Das durchgeführte EEG habe eine normale Grundaktivität ohne epilepsietypische Potentiale gezeigt. Aufgrund der zu
vermutenden posttraumatischen Migräne sei (auch in diagnostischer Hinsicht) eine medikamentöse Akuttherapie begonnen worden. Unklar seien die angegebenen kognitiven Defizite und Durchschlafstörungen geblieben; als weitere Abklärung sei ein MRI des Schädels geplant. Je nach Befund sei eine formale neuropsychologische Untersuchung zu erwägen (
Urk.
7/54/1-2).
3.
8
In ihrer Stellungnahme vom
2.
September 2024 ging die RAD-Ärztin
Dr.
med.
D.___
, Fachärztin für Neurologie, von folgenden Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus (
Urk.
7/56/3):
«
Status nach mehrfragmentärer, offener proximaler Zwei-Etagen
-
Unter
schenkelfraktur links (1
8.
August 2021)
-
Status nach offener Reposition und überbrückender Plattenosteosyn
these (1
8.
August 2021)
-
Status nach Entfernung des Osteosynthesematerial
s
(
5.
April 2022)
-
Status nach Weichteilinfektionen mit mehrfachem
Débridement
,
Lavage
und Vakuumverbänden
-
Status nach Muskelvenenthrombose des Musculus gastrocnemius
medialis
proximal links
-
persistierend: eingeschränkte Flexion Knie links.
»
Ohne dauerhafte Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei demgegenüber der Verdacht auf eine posttraumaische Migräne (
Urk.
7/56/3).
Der Gesundhei
tszu
stand präsentiere sich weitgehend stabilisiert. Die noch persistierenden und nach der Arbeitsaufnahme neu aufgetretenen Beschwerden (Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen) würden aktuell abgeklärt, seien jedoch bisher nicht mit einer Arbeitsunfähigkeit verbunden gewesen. Entsprechend werde aus versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht davon ausgegangen, dass diese Beschwerden die Arbeitsfähigkeit nicht relevant beeinträchtigten. Mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit bestehe seit September 2023 eine volle Arbeitsfähig
keit in der bisherigen Tätigkeit als Kranführer. Zuvor habe
ab dem 1
8.
August
2021
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab Februar 2023 lägen zwar keine orthopädischen Berichte vor; der erneute Infekt mit erneuter Arbeitsunfähigkeit
ab
Mitte
April 2023
sei
vom Beschwerdeführer jedoch nachvollziehbar geschildert worden. Es könne da
her
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass im Zusammenhang mit dem Unfallereignis eine kontinuierliche Arbeitsunfähigkeit zwischen August
2021 und August 2023 bestanden habe
(
Urk.
7/56/4-5).
4.
4.1
In mediz
inischer Hinsicht stützte sich die Beschwerde
gegnerin
in erster Linie auf die
RAD-Stellungnahme vom
2.
September 2024 (
Urk.
7/56/5).
Diese
r
Einschät
zung kommt der Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu, weshalb sich die Frage ihres Beweiswerts danach beurteilt, ob wenigstens geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilungen bestehen (vgl. vorstehende E. 1.
5
). Ergänzend ist überdies festzuhalten,
dass eine reine Akten
beurteilung
wie diejenige des RAD beweiskräftig
ist
,
sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 8C_574/2023 vom
9. Januar
2024
E.
3.2
mit Hinweisen).
4.2
4.2.1
Die RAD-Ärztin
Dr.
D.___
gelangte
unter Berücksichtigung der medizinischen Akten
zum Schluss, der Beschwerdeführer sei ab dem Zeitpunkt des
Motorradu
nfalls (1
8.
August 2021) bis und mit August 2023 durchgehend zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Danach habe mit überwiegender Wahrscheinlich
keit wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Kranführer bestanden (
Urk.
7/56/4-5).
Diese Beurteilung vermag einzig insofern nicht zu überzeugen,
als die Tatsache übergangen wurde, dass
der Beschwerdeführer
seine angestammte Tätigkeit
vom 1.
März bis 17.
April 2023
nachweislich
wieder
in einem Vollpensum
ausgeübt
hat
(
Urk.
7/34, 7/36, 7/37/4, 7/37/25 und 7/38
f.
)
und dementsprechend in diesem Zeitraum offenkundig keine Arbeitsunfähigkeit
vorlag
.
Im Übrigen
steht die Einschätzung des RAD im Einklang mit der Aktenlage.
Erstellt ist zum einen in Anbetracht der
ärztlich dokumentierten Wundheilungsstörung nach erfolgter
operativer
Versorgung der Unfallverletzung am linken Schienbein, dass bis
Ende Februar 2023
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche erwerbliche Tätigkeit bestand (vgl. vorstehende E. 3.1-3.5).
Zum anderen ist mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auch für den Zeitraum vom 1
8.
April bis
3
1.
August 2023 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Grundsätzlich k
ritisch einzustufen ist zwar, dass für diese Periode keine medizinischen Unterlagen, sondern lediglich Notizen über
zwischen dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin geführte
Telefon
gespräche
aktenkundig sind
(
Urk.
7/39-41, 7/44 f.).
Eine
formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche bzw. telefonische Auskunft
stellt
rechtsprechungsgemäss
nur insoweit ein zulässiges und taugliches Beweismittel dar, als damit bloss Nebenpunkte wie namentlich Indizien oder Hilfstatsachen festgestellt würden (BGE 130 II 473 E. 4.2).
Im konkreten Fall hat allerdings die RAD-Ärztin die Angaben des Beschwerdeführers
im Wesentlichen die 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 18. April 2023 infolge eines erneuten Infekts und damit verbundener weiterer Operationen
als nachvollziehbar qualifiziert (
Urk.
7/56/4
f.
).
Dem kann gefolgt werden,
insbesondere da die erschwerte Wund
heilung beim Beschwerdeführer bereits zuvor
eine
längere
Behandlungsbedürftigkeit zur Folge gehabt hatte und keine Hinweise dafür bestehen, dass er seine Erwerbstätigkeit bereits früher wieder hätte verwerten können. So zeigte er sich nicht nur im März 2023 ernsthaft um seine baldige Wiedereingliederung
ins Erwerbsleben
bemüht, sondern war schliesslich
auch
v
om
4.
September 2023 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 26. September 2024 (Urk.
2)
letzteres bildet
in der Regel die zeitliche Grenze der
richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis)
wieder in einem Vollzeitpensum als Kranführer tätig (
Urk.
7/44-46, 7/54/1
).
4.2.2
Beschwerdeweise wird hauptsächlich vorgebracht, die Beschwerdegegnerin habe den medizinischen Sachverhalt unzureichend abgeklärt (
Urk.
1 S.
3 f.)
. In diesem Zusammenhang ist zunächst festzuhalten, dass sowohl das Verwaltungsverfahren als auch der kantonale Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht sind (
Art.
43
Abs.
1 und
Art.
61
lit
. c ATSG). Danach haben Verwal
tung
und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei
chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts 9C_475/2022 vom
4.
Dezember 2023 E. 4.2).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist dies auf der Grundlage der vorliegenden Akten der Fall.
Einerseits ist nicht ersichtlich, welche zusätzlichen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse vom beantrag
ten Beizug der Unfallakten zu erwarten wären.
Die Beschwerdegegnerin hat dies
im Laufe des Verwaltungsverfahrens
bereits zweimal
veranlasst
(
Urk.
7/17, 7/37) und beschwerdeweise
wurde nicht ansatzweise substantiiert,
welche allenfalls noch nicht im Dossier der Beschwerdegegnerin enthaltenen Suva-Akten bei der
Entscheidfindung
bedeutsam sein
sollten
. Dies wäre umso mehr zu erwarten gewesen, da der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers selbst Einsicht in die Unfallakten genommen hatte (vgl.
Urk.
7/34).
Andererseits erschliesst sich nicht, weshalb die Beschwerdegegnerin weitere Berichte der behandelnden Arztpersonen hätten beiziehen müssen.
Wie bereits festgestellt (vorstehende E. 4.2.1), übte
der Beschwerdeführer
seine angestammte Tätigkeit
ab September 2023
wieder in einem Vollzeitpensum aus.
Aus invaliden
versicherungsrechtlicher Sicht ist unerheblich, wenn dabei gesundheitliche Probleme wie die vom Beschwerdeführer geklagten Kopfschmerzen und Schlafstörungen auftraten, da diese auch unter Berücksichtigung der im Beschwerdeverfahren eingereichten ärztliche Berichte (
Urk.
3/3-6, 3/8) bis zum
Zeitpunkt des
Erlass
es
der angefochtenen Verfügung nicht mit einer Arbeitsun
fähigkeit einhergingen.
Dem Beschwerdeführer wurde erst ab dem 2
7.
September
2024 erneut eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Urk. 3/6), mithin ein Tag nach Erlass des angefochtenen Entscheids.
Es ist nochmals zu betonen, dass die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachver
halt gerichtlich beurteilt wird, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsver
fahrens gegeben war.
Die
danach
attestierte Arbeitsunfähigkeit ist daher vorliegend unbeachtlich
;
der Eintritt einer
gesundheitliche
n
Verschlechterung wäre im Rahmen eines neu
en
Leistungsgesuchs
geltend zu machen
.
4.2.3
Im Sinne eines Zwischenfazits
ist festzuhalten, dass
mit Ausnahme des genannten Vorbehalts
für den Zeitraum vom
1.
März bis 1
7.
April 2023
auf die RAD-Aktenbeurteilung vom
2.
September 2024 abgestellt werden kann.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestand
in den Perioden vom 1
8.
August 2021 bis 2
8.
Februar 2023 sowie
vom
1
8.
April bis 3
1.
August 2023 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Vom
1.
März bis 1
7.
April 2023 und
vom
1. September 2023 bis 2
6.
September 2024
ging der Beschwerdeführer seiner angestammten Tätig
keit wieder in einem
Vollzeitpensum nach, womit
in diesen Zeiträumen
keine Arbeitsunfähigkeit bestand.
Von den beantrag
t
en weiteren Abklärungen medizinischer Art
sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon in antizipierter Beweiswürdigung abgesehen werden kann
(BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3, 124 V 90 E. 4b).
5.
Auf der Grundlage der obigen Feststellungen bleibt zu prüfen, ob der Beschwer
deführer
allenfalls für einen befristeten Zeitraum
Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
Das Wartejahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG war in Anbetracht der ab dem Unfalldatum
ausgewiesenen 100%igen Arbeitsunfähigkeit im August 2022
bestanden
. Aufgrund der verspäteten Anmeldung bei der Invalidenversicherung im September 2022 (
Urk.
7/5 f.)
lief
die sechsmonatige
formelle
Karenzfrist im Sinne von
Art.
29
Abs.
1 IVG
jedoch erst
Ende Februar 2023
ab
, weshalb ein Rentenanspruch
frühestens
ab März 2023 in
Betracht fällt
(vgl. auch vorstehende E. 1.1).
Ab
1.
März 2023 nahm der Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als Kranführer
allerdings
wieder in einem Vollzeitpensum auf.
Obschon dies
(zunächst)
nur für einige Wochen
bis 1
7.
April 2023
der Fall war,
hat dies zur Folge, dass mangels einer
fortdauernden,
mindestens 40%igen Invalidität
kein Rentenanspruch begründet werden konnte (
Art.
28
Abs.
1
lit
. c IVG; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_618/2021 vom 1
4.
Dezember 2021 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 121 V 264 E. 6b/cc).
Vom 1
8.
April bis 3
1.
August 2023 kam es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
jedoch
wieder zu einer Phase mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit.
Die Wartezeit musste der Beschwerdeführer
nicht erneut bestehen, da eine versicherte Person, die wegen einer verspäteten Anmeldung erstmals gar keine Rentenleistungen bezogen hat, nicht mit einer (neuen) vollen Wartezeit bestraft werden soll
.
Anwendung findet
daher
auch in diesen Fällen
Art.
29
bis
IVV
, wonach der Rentenanspruch einer versicherten Person, welcher sich zwischenzeitlich um eine
rentenausschliessende Erwerbstätigkeit bemüht hatte, wiederauflebt, wenn sich auf Grund desselben Leidens innert dreier Jahre wieder eine höhere Arbeitsunfä
higkeit ergibt (Urteil des Bundesgerichts 8C_25/2010 vom 2
1.
Mai 2010 E. 4.1.1 mit Hinweis auf BGE 117 V 23).
Keine Anwendung findet im konkreten Fall
demgegenüber
Art.
88a
Abs.
2 Satz 1 IVV, wonach die anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit erst dann zu berück
sichtigen ist, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat. Diese Bestimmung gelangt nämlich nur zur Anwendung, wenn bei Eintritt der anspruchsbeeinflussenden Änderung bereits eine rentenbegründende Invalidität vorgelegen hat, mithin ein Rentenanspruch entstanden war (Urteil des Bundesgerichts 8C_257/2022 vom 21. Februar 2023 E. 6.5.
3
, u.a. mit Hinweis auf BGE 109 V 125).
Der Beschwerdeführer hat folglich ab April 2023 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (vgl.
Art.
29
Abs.
3 IVG), welche
angesichts der Wiederaufnahme der angestamm
t
en Tätigkeit im September 2023
(
Urk.
7/44-46, 7/54/1
)
bis
November
2023 zu befristen ist
(
Art.
88a
Abs.
1 IVV
)
.
6.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Unrecht gänzlich verneint. Es besteht von April bis und mit
November
2023 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
, weshalb d
ie angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben
ist
.
7
.
7
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu beurteilen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind ermessens
weise auf Fr.
600.--
anzusetzen und ausgangsgemäss
der
unterliegenden
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
7
.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Als weitere
Bemessungskriterien nennen die kantonalen Vorschriften das Mass des Obsiegens, den Zeitaufwand und die Barauslagen (§ 34
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
[
GSVGer
]
sowie
§
7
der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädi
gungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]
).
Mangels Vorliegens einer Honorarnote ist die Parteientschädigung unter Berücksichtigung der genannten Kriterien
sowie der
k
urz
gehaltenen
Beschwerdeschrift
ermessensweise auf
Fr.
1’
4
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
6.
September 2024 auf
gehoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer von April bis
November
2023 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteientschä
digung von
Fr.
1'
4
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Daniel Wenger
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Pensionskasse
Y.___
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom
15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
FehrWürsch