# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca2b50dd-2ac0-5db1-a333-c6665c4b01fd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.12.2018 100 2018 195
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2018-195_2018-12-21.pdf

## Full Text

100.2018.195U
HER/BER/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Dezember 2018

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichterin Steinmann 
Gerichtsschreiberin Bernasconi Zenger

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin 

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Thun
Abteilung Sicherheit, Migrationsdienst, Hofstettenstrasse 14, Postfach 145, 
3602 Thun

betreffend Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung zu Ausbildungs-
zwecken bzw. wegen Härtefalls sowie Wegweisung (Entscheid der Polizei- 
und Militärdirektion des Kantons Bern vom 30. Mai 2018; 2016.POM.213)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.12.2018, Nr. 100.2018.195U, 
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Sachverhalt:

A.

A.________ (geb. ... 1996), Staatsangehörige von Angola, reiste mit einem 
vom 11. März bis 6. September 2014 gültigen Schengenvisum für eine 
maximale Aufenthaltsdauer von 90 Tagen im Mai 2014 über Portugal in die 
Schweiz ein. Nach Ablauf des Visums verblieb sie in der Schweiz und 
ersuchte am 4. September 2015 um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung 
zwecks Ausbildung. Mit Verfügung vom 1. März 2016 verweigerte die 
Einwohnergemeinde (EG) Thun, Abteilung Sicherheit (Migrationsdienst), 
die anbegehrte Bewilligung und wies A.________ unter Ansetzung einer 
Ausreisefrist aus der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 31. März 2016 Beschwerde 
bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Diese wies 
die Beschwerde mit Entscheid vom 30. Mai 2018 ab und legte eine neue 
Ausreisefrist auf den 13. Juli 2018 fest. 

C.

Hiergegen hat A.________ am 2. Juli 2018 Verwaltungsgerichts-
beschwerde erhoben mit folgenden Anträgen in der Sache:

«1. Der Entscheid vom 30.5.2018 sei aufzuheben;

2. Der Beschwerdeführerin sei die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen;

3. Eventuell sei die Ausreisefrist auf den 31.8.2019 anzusetzen; sub-
eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen.» 

Im Weiteren hat sie darum ersucht, dass ihr für das Verfahren vor dem Ver-
waltungsgericht die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihres 
Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt gewährt werde.

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Die EG Thun teilte am 27. Juli 2018 mit, sie unterstütze den Entscheid der 
POM und verzichte auf eine Stellungnahme. Die POM beantragt mit Ver-
nehmlassung vom 30. Juli 2018 die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht einge-
reichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Umstritten sind die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung und die Weg-
weisung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz.

2.1 Wird in der Schweiz ein Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit oder ein 
mehr als dreimonatiger Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit beabsichtigt, so ist 
dafür eine Bewilligung erforderlich (Art. 10 und Art. 11 des Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG; 
SR 142.20]). Die Aufenthaltsbewilligung wird für Aufenthalte mit einer 
Dauer von mehr als einem Jahr erteilt (Art. 33 Abs. 1 AuG). Sie ist befristet 
und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 
Abs. 1 AuG vorliegen (Art. 33 Abs. 3 AuG). Demnach besteht grundsätzlich 

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kein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, die 
um eine Bewilligung ersuchende Person oder ihre in der Schweiz lebenden 
Angehörigen könnten sich auf eine besondere Norm des Bundesrechts 
(einschliesslich Bundesverfassungsrecht) oder eines Staatsvertrags beru-
fen (vgl. BGE 135 II 1 E. 1.1, 133 I 185 E. 2.3). Andernfalls entscheidet die 
zuständige Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Bewilli-
gungserteilung bzw. -verlängerung (vgl. Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 
AuG). Das AuG unterscheidet demnach zwischen Bewilligungen, auf deren 
Erteilung ein Rechtsanspruch besteht (sog. Anspruchsbewilligung), und Be-
willigungen, über welche die Behörde ermessensweise entscheidet (sog. 
Ermessensbewilligung; vgl. BVR 2013 S. 73 E. 2.2).

2.2 Im verwaltungsgerichtlichen Verfahren ist zunächst zu prüfen, ob 
die Vorinstanz einen Rechtsanspruch der Beschwerdeführerin auf Bewilli-
gungserteilung zu Recht verneint hat (hinten E. 4). Gegebenenfalls ist an-
schliessend zu untersuchen, ob sie hinsichtlich der Ermessensbewilligung 
ihr Ermessen pflichtgemäss ausgeübt hat bzw. ob sie hierbei einen Rechts-
fehler begangen hat (hinten E. 5).

3.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

Die heute gut 22-jährige Beschwerdeführerin wurde am … 1996 als un-
eheliche Tochter einer Angolanerin und eines Kubaners in Luanda geboren 
und ist Staatsangehörige von Angola (Beilage 1 zur Eingabe an die POM 
vom 8.7.2016 [act. 4A3]; Akten EG Thun pag. 26). Sie wuchs ohne ihren 
Vater auf. Dieser lebt mit seiner Ehefrau, einer eingebürgerten Angolanerin, 
seit dem 23. April 1996 in der Schweiz (Akten POM pag. 59, 58, 46). Seit 
März 2018 ist er im Besitz einer Niederlassungsbewilligung (Beschwer-
debeilage 5). Die Beschwerdeführerin wuchs bei ihrer Mutter in Angola auf. 
Nach deren Tod im Jahr 2013 lebte sie weiterhin in Angola bei ihrer Tante 
(vgl. Akten EG Thun pag. 35; Akten POM pag. 49; Beschwerde S. 3). Laut 
ihren Angaben reiste die Beschwerdeführerin im Mai 2014, kurz vor 
Erreichen der Volljährigkeit, mit einem Schengenvisum (gültig 11.3.-
6.9.2014) für eine maximale Aufenthaltsdauer von 90 Tagen über Portugal 

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in die Schweiz ein. Nach Ablauf des Visums verblieb sie illegal in der 
Schweiz. Vom 1. August 2014 bis zum 31. Juli 2015 absolvierte sie ein be-
rufsvorbereitendes Schuljahr (Akten EG Thun pag. 21). Am 12. Juni 2015 
unterschrieb sie einen Vorlehrvertrag für eine einjährige Vorlehre als 
Dentalassistentin in einer Zahnarztpraxis (Akten EG Thun pag. 18 ff.). Im 
Vertrag trug sie unter der Rubrik «Status/Ausländerausweis» eigenhändig 
(handschriftlich) «B» ein (Akten EG Thun pag. 20). Am 1. August 2015 be-
gann sie die Vorlehre, erhielt jedoch per 6. November 2015 noch in der 
Probezeit die Kündigung (Beilage 5 zur Eingabe vom 8.7.2016 an die POM 
[act. 4A3]).

Am 4. September 2015 stellte die Beschwerdeführerin (anwaltlich ver-
treten) bei der EG Thun ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbe-
willigung gestützt auf Art. 27 AuG (Akten EG Thun pag. 33 ff.). Sie gab an, 
eine kaufmännische Ausbildung absolvieren zu wollen (Akten EG Thun 
pag. 34). Mit Schreiben vom 20. Januar 2016 teilte die EG Thun formlos 
mit, dass ihr keine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden könne (Akten EG 
Thun pag. 104 f.). Am 11. Februar 2016 bestätigte der damalige Rechtver-
treter das Gesuch und bat um Erlass einer Verfügung (Akten EG Thun 
pag. 106).

Ab dem 2. März 2016 absolvierte die Beschwerdeführerin in einer Zahn-
arztpraxis ein Praktikum als Dentalassistentin (Beilage 3 zur Beschwerde 
an die POM [act. 4A4]) und begann dort im August 2016 die dreijährige Be-
rufslehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ). Gemäss Lehrver-
trag vom 7. Juni 2016 erhält sie im ersten Bildungsjahr monatlich Fr. 550.--, 
im zweiten Bildungsjahr Fr. 900.-- und im dritten Bildungsjahr Fr. 1'300.--
Entschädigung. Im Lehrvertrag ist unter «Ausländerausweis» «B» einge-
tragen (Beilage 11 zur Eingabe vom 8.7.2016 an die POM [act. 4A3]). Seit 
August 2018 befindet sich die Beschwerdeführerin im dritten Lehrjahr (Be-
schwerdebeilage 3). Im dritten Semester erreichte sie – wie bereits im 
zweiten Semester – in der Berufsfachschule in «Allgemeine schulische Bil-
dung» die Erfahrungsnote 3,5, in «Berufskundliche schulische Bildung» die 
Erfahrungsnote 4,0 (Beschwerdebeilage 4; Akten POM pag. 87 f.).

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4.

4.1 Die Beschwerdeführerin hat weder gestützt auf Art. 8 der Euro-
päischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. den inhaltlich 
deckungsgleichen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) um 
Bewilligung ersucht, noch ihre Beschwerde an die POM mit dieser Garantie 
begründet. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kritisiert sie indes die 
vorinstanzliche Feststellung, dass kein Anspruch auf Aufenthalt gestützt auf 
Art. 8 EMRK bestehe. Sie macht geltend, sie sei noch minderjährig ge-
wesen, als ihre Mutter gestorben sei. Mit ihrem Vater habe sie ein enges, 
herzliches Verhältnis. Diese Bindung und die Unterstützung ihres Vaters 
hätten dazu geführt, dass es ihr gelungen sei, eine Lehre in Angriff zu 
nehmen und eine Zukunft aufzubauen. Bis zum Abschluss ihrer Lehre be-
finde sie sich in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis zum Vater. Im 
Weiteren ergebe sich die besondere Abhängigkeit aus dem sehr engen, 
familiären und herzlichen Verhältnis zur Stiefmutter und zu ihren Halbge-
schwistern, mit welchen sie zusammenlebe.

4.2 Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV gewährleisten das Recht auf 
Achtung des Privat- und Familienlebens. Hat eine ausländische Person 
nahe Verwandte in der Schweiz und ist die familiäre Beziehung zu diesen 
intakt und wird sie tatsächlich gelebt, kann es die erwähnten Bestimmun-
gen verletzen, wenn ihr die Anwesenheit in der Schweiz untersagt und da-
mit das Familienleben vereitelt wird (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1, 142 II 35 
E. 6.1). Der Schutz von Art. 8 Ziff. 1 EMRK erfasst nebst der Kernfamilie 
(Beziehungen zwischen Eheleuten und zwischen Eltern und ihren minder-
jährigen Kindern) auch weitere familiäre Verhältnisse, sofern eine ge-
nügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht. Hinweise 
für solche Beziehungen sind das Zusammenleben in einem gemeinsamen 
Haushalt, eine finanzielle Abhängigkeit, speziell enge familiäre Bande, 
regelmässige Kontakte oder die Übernahme von Verantwortung für eine 
andere Person. Bei hinreichender Intensität sind auch Beziehungen zwi-
schen nahen Verwandten wie Geschwistern, Tanten/Onkeln, 
Nichten/Neffen sowie Eltern und volljährigen Kindern, aber auch zwischen 
Grosseltern und Enkelkindern wesentlich. Jedoch muss in diesem Fall zwi-
schen der über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügenden Person und 
der um die Bewilligung nachsuchenden Ausländerin oder dem Ausländer 

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ein über die üblichen familiären Beziehungen bzw. emotionalen Bindungen 
hinausgehendes, besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehen (vgl. 
BGE 144 II 1 E. 6.1 mit Hinweisen; BGer 2C_5/2017 vom 23.6.2017 E. 2). 
Ein solches kann namentlich bei Vorliegen einer Pflege- oder Betreuungs-
bedürftigkeit oder einer schwerwiegenden Krankheit in Betracht kommen 
(vgl. statt vieler BGer 2C_100/2018 vom 7.2.2018 E. 2.2; VGE 2018/39 
vom 24.5.2018 E. 4.1). Sind keine derartigen besonderen Umstände ge-
geben, hängt die Abhängigkeit eines Menschen von einem andern regel-
mässig vom Alter bzw. Entwicklungsstand der betreffenden Person ab (vgl. 
BGE 120 Ib 257 E. 1e).

4.3 Das vorgebrachte emotional enge Verhältnis zum Vater und der 
Umstand, dass dieser die Beschwerdeführerin bei der Ausbildung unter-
stützt, begründen entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kein Ab-
hängigkeitsverhältnis im Sinn der genannten Rechtsprechung. Die Be-
schwerdeführerin ist weder pflege- oder betreuungsbedürftig noch krank 
und altersmässig ohne weiteres in der Lage, für sich selber zu sorgen. Um-
so weniger kann aus dem guten Verhältnis zur Stiefmutter und den Halbge-
schwistern auf ein Abhängigkeitsverhältnis geschlossen werden. Der Be-
weisantrag, diese Personen seien zu ihrem Verhältnis zur Beschwer-
deführerin zu befragen, wird deshalb abgewiesen. 

4.4 Nach dem Gesagten kann sich die Beschwerdeführerin nicht auf ein 
besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Vater und dessen Familie 
und somit nicht auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. 
Art. 13 Abs. 1 BV berufen. Eine andere Anspruchsgrundlage ist weder gel-
tend gemacht noch ersichtlich. Ein Anwesenheitsanspruch ist mit der Vor-
instanz zu verneinen. Die Beschwerdeführerin hätte im Übrigen entgegen 
dem, was sie beiläufig erwähnt (Beschwerde S. 4 Ziff. 10), auch keinen An-
spruch auf eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs 
gehabt, wenn sie darum umgehend nach ihrer Einreise in die Schweiz im 
Jahr 2014 (vor ihrer Volljährigkeit) ersucht hätte. Die massgebende Frist 
gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG wäre nicht eingehalten gewesen. Dass wichtige 
familiäre Gründe im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG vorgelegen hätten, bringt 
sie selber nicht vor. Solche fielen unter den gegebenen Umständen (vgl. 
vorne E. 3) denn auch von vornherein ausser Betracht.

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5.

Zu prüfen bleibt, ob die POM der Beschwerdeführerin zu Recht keine Er-
messensbewilligung erteilt hat.

5.1 Der Bewilligungsbehörde kommt in Ermessensfragen grundsätzlich 
ein grosser Spielraum zu, den sie pflichtgemäss, d.h. im Rahmen von Ver-
fassung und Gesetz nach sachlichen Grundsätzen auszufüllen hat. Na-
mentlich sind die gesetzlichen Vorgaben und die dort angelegten öffent-
lichen Interessen, das Gebot der rechtsgleichen Behandlung, die Verhält-
nismässigkeit und das Willkürverbot zu beachten (BVR 2015 S. 105 E. 2.2, 
2013 S. 73 E. 3.1, 2010 S. 481 E. 6.1). – Das Verwaltungsgericht be-
schränkt sich im Beschwerdefall nebst der Sachverhaltskontrolle auf die bei 
Ermessensentscheiden massgebliche Rechtskontrolle (vgl. vorne E. 1.2): 
Es überprüft die Ermessensausübung und die damit verbundene Inter-
essenabwägung vorab unter methodischen Gesichtspunkten, d.h. es über-
prüft, ob die Vorinstanz die allgemeinen Rechtsprinzipien zur Ermessens-
ausübung missachtet oder gegen materielle oder formelle Rechtsregeln 
verstossen hat. Dabei ist es namentlich aufgrund der grösseren Sachnähe 
in erster Linie an der beschwerdeführenden Person, im Einzelnen darzutun, 
inwiefern der angefochtene Entscheid ihrem konkreten Einzelfall in rechts-
fehlerhafter Weise ungenügend Rechnung trägt (vgl. BVR 2015 S. 105 
E. 2.2, 2013 S. 73 E. 3.3, 2010 S. 481 E. 6.2).

5.2 Die Beschwerdeführerin macht zum einen geltend, die POM hätte 
ihr eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Aus- und Weiterbildung erteilen 
müssen. 

5.2.1 Nach Art. 27 Abs. 1 AuG können Ausländerinnen und Ausländer für 
eine Aus- oder Weiterbildung zugelassen werden, wenn die Schulleitung 
bestätigt, dass die Aus- oder Weiterbildung aufgenommen werden kann 
(Bst. a), eine bedarfsgerechte Unterkunft zur Verfügung steht (Bst. b), die 
notwendigen finanziellen Mittel vorhanden sind (Bst. c) und sie die persön-
lichen und bildungsmässigen Voraussetzungen für die vorgesehene Aus- 
oder Weiterbildung erfüllen (Bst. d). Bei Aufenthalten zur Aus- und Weiter-
bildung handelt es sich um solche ohne Erwerbstätigkeit, für welche die 
Zahl der Bewilligungen anders als bei Aufenthalten mit Erwerbstätigkeit 

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nicht begrenzt ist (vgl. Art. 18 und 20 AuG i.V.m. Art. 20 der Verordnung 
vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 
[VZAE; SR 142.201]). Nach Art. 11 Abs. 2 AuG gilt als Erwerbstätigkeit 
jede üblicherweise gegen Entgelt ausgeübte unselbständige oder selbstän-
dige Tätigkeit, selbst wenn sie unentgeltlich erfolgt. Als unselbständige Er-
werbstätigkeit gilt namentlich auch die Tätigkeit als Lernende oder Lernen-
der (Art. 1a Abs. 2 VZAE). Nichts anderes ergibt sich aus den Weisungen 
des Staatssekretariats für Migration (SEM). Danach wird eine Aufenthalts-
bewilligung zu Aus- oder Weiterbildungszwecken nach Art. 27 AuG nur 
ausländischen Personen ausgestellt, die eine Vollzeitschule mit einem Pro-
gramm von mindestens 20 Wochenstunden besuchen. Unter Vollzeitschu-
len sind Lehranstalten zu verstehen, die ihren Unterricht täglich und die 
ganze Woche über erteilen (vgl. Weisungen und Erläuterungen Ausländer-
bereich vom 25.10.2013 [Stand: 1.7.2018; Weisungen AuG] Ziff. 5.1.2 
S. 82, einsehbar unter: <www.sem.admin.ch>, Rubriken «Publikationen & 
Service/Weisungen und Kreisschreiben/I. Ausländerbereich»).

5.2.2 Die Beschwerdeführerin befindet sich in einer dreijährigen Lehre als 
Dentalassistentin EFZ (vgl. vorne E. 3). Im Durchschnitt arbeitet sie wäh-
rend vier Tagen pro Woche im Lehrbetrieb (Zahnarztpraxis) und geht einen 
Tag zur Schule (vgl. Art. 8 Abs. 1 und 2 der Verordnung des SBFI vom 
20. August 2009 über die berufliche Grundbildung Dentalassis-
tentin/Dentalassistent mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis [EFZ]; 
SR 412.101.221.12). Für ihre Tätigkeit erhält sie vom Lehrbetrieb einen 
Lohn (vgl. vorne E. 3). Sie absolviert somit keine Vollzeitschule, sondern ist 
Lernende und übt folglich eine unselbständige Erwerbstätigkeit im Sinn von 
Art. 11 AuG i.V.m. Art. 1a Abs. 2 VZAE aus (vgl. auch BVGer C-3241/2007 
vom 3.6.2009 E. 4.3 zu den altrechtlichen, ähnlich lautenden Art. 31 und 32 
der Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der 
Ausländer [BVO; AS 1986 S. 1791]; Botschaft des Bundesrats zum Bun-
desgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, in Bundesblatt 2002 
S. 3709 ff., 3785). Entgegen ihrer Auffassung ist ihr persönliches Ziel, 
welches sie mit der Ausbildung verfolgt, für die Qualifikation als Ausbildung 
bzw. Erwerbstätigkeit nicht massgebend.

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5.2.3 Nach dem Erwogenen hat die POM zu Recht erkannt, der Be-
schwerdeführerin könne gestützt auf Art. 27 AuG keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt werden.

5.3 Die Beschwerdeführerin bringt zum anderen vor, ihr hätte eine Här-
tefallbewilligung ausgestellt werden müssen.

5.3.1 Nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG kann ermessensweise eine Aufent-
haltsbewilligung erteilt werden, um schwerwiegenden persönlichen Härte-
fällen oder wichtigen öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen. Bei der 
Beurteilung sind insbesondere die Integration, die Respektierung der 
Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Verhältnisse so-
wie der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bil-
dung, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, der Gesundheitszustand 
und die Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung im Herkunftsstaat zu 
berücksichtigen (Art. 31 Abs. 1 Bst. a-g VZAE). Die Annahme eines 
schwerwiegenden persönlichen Härtefalls setzt voraus, dass sich die be-
treffende ausländische Person in einer persönlichen Notlage befindet bzw. 
ihre Lebens- und Existenzbedingungen, gemessen am durchschnittlichen 
Schicksal von anderen ausländischen Personen in einer vergleichbaren 
Situation, in gesteigertem Mass in Frage gestellt sind und die Verweigerung 
einer Ausnahme für sie schwere Nachteile zur Folge haben würde. Geprüft 
wird, ob es der ausländischen Person in persönlicher, wirtschaftlicher und 
sozialer Hinsicht zuzumuten ist, in ihre Heimat zurückzukehren und sich 
dort aufzuhalten. Zu diesem Zweck ist ihre zukünftige Situation im Ausland 
ihren persönlichen Verhältnissen in der Schweiz gegenüberzustellen (Wei-
sungen AuG Ziff. 5.6.1). Die Ausländerbehörden dürfen diese Voraus-
setzungen zur Anerkennung eines Härtefalls in Anbetracht des öffentlichen 
Interesses an einer restriktiven Einwanderungspolitik streng handhaben 
(vgl. BVR 2016 S. 369 E. 3.3, 2013 S. 73 E. 3.4 mit Hinweis auf 
BGE 137 II 1 E. 4.1, 130 II 39 E. 3 [Pra 93/2004 Nr. 140]). Vorliegend gilt 
nichts anderes, da es sich bei der Ausbildung der Beschwerdeführerin um 
eine Erwerbstätigkeit handelt (vorne E. 5.2.2).

5.3.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei unverhältnismässig, wenn 
sie das letzte Drittel ihrer Lehre nicht absolvieren könne. Sie sei gutgläubig 
in die Schweiz eingereist und habe nicht damit rechnen müssen, dass sie 

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hier nicht verbleiben könne. Dazu ist Folgendes festzuhalten: Es ist nicht 
glaubwürdig, dass sie und ihr seit dem Jahr 1996 als Ausländer in der 
Schweiz lebender Vater (bzw. dessen eingebürgerte Ehefrau), die sich 
überdies bald nach der Einreise von einem Rechtsanwalt beraten liessen, 
nicht um die längst abgelaufene Frist für den Familiennachzug wussten 
(vgl. vorne E. 4.4 und Akten POM pag. 47). Hätte die Beschwerdeführerin 
tatsächlich auf ein nachzugsrechtliches Bleiberecht vertraut, hätte sie um-
gehend nach ihrer Einreise und vor Erreichen der Volljährigkeit (vgl. vorne 
E. 3) um eine Aufenthaltsbewilligung ersucht; stattdessen hat sie ohne Auf-
enthaltstitel ein berufsvorbereitendes Schuljahr in Angriff genommen und 
weit über ein Jahr nach Einreise überhaupt erst ein Bewilligungsgesuch 
eingereicht. Dass sie nicht nur für kurze Zeit in der Schweiz bleiben wollte, 
stand für die Beschwerdeführerin bereits bei ihrer Einreise fest, hatte sie 
doch gemäss eigenen Angaben von Anfang an die Absicht, in der Schweiz 
eine Ausbildung zu machen (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 10). Dies war er-
klärtermassen auch das Ziel ihres Vaters und von dessen Ehefrau (vgl. 
Akten POM pag. 47, 63). Der Umstand, dass sie im Vorlehrvertrag – lange 
vor Einreichung eines Bewilligungsgesuchs – unter der Rubrik «Status/Aus-
länderausweis» eigenhändig «B» eingetragen hatte (vgl. vorne E. 3), zeigt 
zudem, dass sie durchaus um ihren Status und die Erforderlichkeit eines 
Aufenthaltstitels wusste. Dass im Lehrvertrag vom 7. Juni 2016 (vorne E. 3) 
unter der Rubrik «Ausländerausweis» wiederum «B» angekreuzt ist, macht 
deutlich, dass die Beschwerdeführerin selbst nach Erhalt der negativen Be-
willigungsverfügung der EG Thun vom 1. März 2016 (Akten EG Thun 
pag. 107 ff.) falsche Angaben machte, um die Lehrstelle als Dental-
assistentin zu erhalten. Es wirft zwar Fragen auf, weshalb die EG Thun ent-
gegen den klaren gesetzlichen Vorgaben von Art. 17 AuG ihren Aufenthalt 
für die Dauer des Verfahrens offenbar duldete (Erwägung 10 der Verfügung 
vom 1.3.2016, die allerdings im Widerspruch zur angesetzten Ausreisefrist 
steht [Akten EG Thun pag. 108 f.]) und auch die POM sich nicht veranlasst 
sah, Gegenteiliges anzuordnen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die 
Beschwerdeführerin die Berufsausbildung bzw. Vorbereitung dazu in 
vollem Bewusstsein um ihren illegalen Aufenthalt bis September 2016 und 
den Umstand, dass sie in der Folge lediglich geduldet war, in Angriff nahm. 
Folglich ist es nicht unverhältnismässig, wenn sie diese nun, wie sich von 
Anfang an abgezeichnet hat, nicht zu Ende führen kann. Dass sie mit der 

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Berufsausbildung überhaupt so weit gekommen ist, ist unter anderem auf 
die relativ lange Verfahrensdauer vor der Vorinstanz zurückzuführen. Dazu 
haben sie und ihr heutiger Rechtsvertreter massgeblich beigetragen, indem 
sie die (nebst anderem) mit Instruktionsverfügung vom 20. Mai 2016 ein-
verlangte Kopie des Visumsantrags (es stand der Verdacht von Unregel-
mässigkeiten im Raum) trotz mehrmaliger Aufforderung nicht eingereicht 
und zahlreiche Fristerstreckungen beantragt haben (vgl. Akten POM 
pag. 37-40, 42, 52, 72, 75, 76 f.); dreimaliger Fristerstreckung bedurfte es 
auch für das Einreichen von Schlussbemerkungen (Akten POM pag. 84 ff.). 
Es besteht nebst dem allgemeinen öffentlichen Interesse an der Durch-
setzung der im AuG vorgezeichneten Migrationspolitik durchaus auch ein 
gewichtiges öffentliches Interesse daran, unredliches Verhalten, wie es sich 
die Beschwerdeführerin entgegenhalten lassen muss, zu unterbinden und 
nicht noch zu belohnen. Zum Vorbringen, ihre Reintegration in der Heimat 
sei stark gefährdet, wenn sie ihre Lehre nicht abschliessen könne, ist mit 
der POM festzuhalten, dass sie fast bis zu ihrem 18. Geburtstag in Angola 
gelebt hat und zur Schule ging, mit den sprachlichen, kulturellen und 
gesellschaftlichen Gepflogenheiten bestens vertraut ist und dort über 
Familienangehörige verfügt. Zudem ist die Beschwerdeführerin bei guter 
Gesundheit und kann in Angola auch von der hier bisher absolvierten 
Berufsausbildung profitieren, selbst wenn sie diese nicht abschliesst. Sie 
hat daher auch ohne Abschluss in Angola eine Zukunft. Die Wiederein-
gliederung in der Heimat wird ihr aufgrund der Gesamtumstände ohne 
grössere Probleme möglich sein. Andere Gründe, welche die Erteilung 
einer Härtefallbewilligung rechtfertigen könnten, sind weder geltend ge-
macht noch ersichtlich. Insgesamt hat die POM alle massgebenden Um-
stände und Interessen berücksichtigt, diese zutreffend gewichtet und bei 
ihrer Würdigung gegen keine Rechtsprinzipien verstossen. Ihre Interessen-
abwägung hält demnach der Rechtskontrolle stand.

6.

Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet und ist abzu-
weisen. Da die von der POM gesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist pra-
xisgemäss eine neue anzusetzen. Mit Blick auf das Erwogene (E. 5.3.2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.12.2018, Nr. 100.2018.195U, 
Seite 13

hiervor) rechtfertigt es sich nicht, der Beschwerdeführerin eine gegenüber 
der ordentlichen Frist weit längere Ausreisefrist zu gewähren und diese auf 
den 31. August 2019 festzusetzen. Besondere Umstände im Sinn von 
Art. 64d Abs. 1 Satz 2 AuG liegen nicht vor. Dies umso weniger, als auf-
grund der schulischen Leistungen der Beschwerdeführerin (vgl. vorne E. 3) 
unklar ist, ob sie die Lehre im Sommer 2019 erfolgreich abschliessen 
könnte. 

7.

7.1 Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdeführerin an 
sich kostenpflichtig; Anspruch auf Parteikostenersatz hat sie nicht (Art. 108 
Abs. 1 und 3 VPRG). Sie hat aber um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung ihres Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt ersucht.

7.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 
Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den 
gleichen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder 
ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen 
Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht 
aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das 
heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos 
sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren 
anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 
die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel 
verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen 
oder aber davon absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie 
auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb aus-
tragen können, weil er sie nichts kostet (BVR 2016 S. 369 E. 3.1, 2015 
S. 487 E. 7.1; BGE 142 III 138 E. 5.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.12.2018, Nr. 100.2018.195U, 
Seite 14

7.3 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss in der Sache als von 
vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Die POM hat im ange-
fochtenen Entscheid die massgebliche Praxis zutreffend wiedergegeben 
und ausführlich begründet, weshalb der Beschwerdeführerin keine Aufent-
haltsbewilligung erteilt werden kann. Dies darf bei der Beurteilung der un-
entgeltlichen Rechtspflege im oberinstanzlichen Rechtsmittelverfahren be-
rücksichtigt werden (vgl. BVR 2015 S. 487 E. 7.2 mit Hinweisen). Die Be-
schwerdeführerin rügt – wie bereits vor der Vorinstanz – im Wesentlichen 
die Unverhältnismässigkeit der Bewilligungsverweigerung, insbesondere 
wegen angeblicher Gutgläubigkeit und des Umstands, dass sie sich in 
einer Lehre befindet. Die vorinstanzliche Würdigung, bei welcher diese Vor-
bringen berücksichtigt worden sind, wird mit den kaum substantiierten Vor-
bringen im vorliegenden Verfahren nicht ernsthaft in Frage gestellt. Bei 
dieser Sachlage kann nicht gesagt werden, dass sich die Gewinn- und Ver-
lustaussichten im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung im verwaltungsgericht-
lichen Verfahren ungefähr die Waage hielten bzw. jene nur geringfügig 
kleiner waren als diese. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist da-
her abzuweisen, ohne dass die Prozessarmut zu prüfen wäre.

7.4 Da über das Gesuch erst im Endentscheid befunden wird und die 
Beschwerdeführerin deshalb keine Gelegenheit hatte, ihr Rechtsmittel nach 
Abweisung dieses Begehrens zurückzuziehen und damit Kosten zu sparen, 
sind diese praxisgemäss bloss im Rahmen der üblichen Abschreibungsge-
bühren zu erheben (BVR 2014 S. 437 E. 7.9). Für das Gesuchsverfahren 
betreffend unentgeltliche Rechtspflege sind keine Kosten zu erheben 
(Art. 112 Abs. 1 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführerin wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 25. Januar 2019.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.12.2018, Nr. 100.2018.195U, 
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3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden der Beschwerde-
führerin auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern 
- der Einwohnergemeinde Thun
- dem Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt 
werden.