# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a366759-6154-5154-a01d-7a4b20472497
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.02.2023 S 2022 134
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-134_2023-02-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 134

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Audétat

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 7. Februar 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti, 

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geb. 1986, ist jenischen Ursprungs und konnte jeweils nur 

während des Winterhalbjahres die Rudolf Steiner-Schule in Chur bis zu 

deren Schliessung besuchen. Ohne weitere Schuldbildung oder berufliche 

Ausbildung fuhr sie im Alter von 14 Jahren – zu Beginn mit ihrer Mutter, 

später alleine – schweizweit zum Hausieren, wobei sie vor allem Textilien 

verkaufte. Im Mai 2007 meldete sie sich erstmals wegen dauernder 

Schmerzen, Ängsten sowie Antriebs- und Kraftlosigkeit bei der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug 

an. Diese tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. Der 

behandelnde Orthopäde Dr. med. B._____ wies mit Bericht vom 2. Juli 

2007 ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom aus. Daneben 

holte die IV-Stelle bei Dr. med. C._____ ein psychiatrisches Gutachten ein. 

In der am 23. Mai 2008 erstatteten Expertise wies dieser eine leichte 

Intelligenzminderung, eine leichte depressive Episode und eine Dysthymie 

ohne funktionelle Auswirkungen aus. Er erachtete sowohl die bisherige 

Tätigkeit als Hausiererin als auch eine adaptierte Tätigkeit für ganztags 

zumutbar. Die IV-Stelle ging in Zusammenschau der orthopädischen und 

der psychiatrisch-gutachterlichen Untersuchung von einer 

uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten aus und 

lehnte mit Verfügung vom 3. Oktober 2008 in Abweisung des 

Leistungsbegehrens einen Anspruch auf eine Invalidenrente ab. Das 

dagegen eingelegte Rechtmittel blieb erfolglos: Das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden wies die Beschwerde mit Urteil S 08 164 vom 

24. März 2009 ab. 

2. Auf das im September 2009 erneut gestellte Leistungsbegehren trat die 

IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Februar 2010 nicht ein.

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3. Im April 2010 wandte sich der behandelnde Psychiater D._____ wiederum 

an die IV-Stelle und zeigte dieser an, dass sich bei A._____ nach einer 

Hallux valgus-Korrektur ein Morbus Sudeck des rechten Fusses entwickelt 

habe. Ihr damaliger Hausarzt Dr. med. E._____ führte mit Bericht vom 27. 

Juli 2010 aus, es habe sich ein chronifiziertes Schmerzsyndrom bei 

massiver Bewegungseinschränkung im Bereich des MP1-Gelenks des 

rechten Fusses gebildet. Die bei der Schulthess Klinik eingeholte 

Zweitmeinung habe ein CRPS Typ I bestätigt. In der Folge holte die IV-

Stelle beim Ärztlichen Begutachtungsinstitut (ABI) ein polydisziplinäres 

Gutachten ein, das am 6. Dezember 2011 erstattet wurde. Die Experten 

wiesen darin chronische Beschwerden im Bereich des rechten Vorfusses 

und ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre 

Symptomatik als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

aus. In der angestammten Tätigkeit als Hausiererin bestehe eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit, während körperlich leichte, überwiegend sitzende, 

adaptierte Tätigkeiten zu 70 % zumutbar seien. Gestützt darauf verneinte 

die IV-Stelle mit Verfügung vom 17. Oktober 2012 einen Anspruch von 

A._____ auf eine Invalidenrente. 

4. Nachdem die IV-Stelle auf ein weiteres Gesuch nicht eingetreten war und 

A._____ einen dreiwöchigen stationären Rehabilitationsaufenthalt in den 

Kliniken U._____ absolviert hatte, meldete sie sich im März 2013 abermals 

zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle veranlasste eine 

Verlaufsbegutachtung beim ABI. In dem am 2. April 2014 erstatteten 

Gutachten diagnostizierten die Experten ein chronisch therapieresistentes 

Complex regional pain syndrome (CRPS) am rechten Fuss, ein 

chronisches leicht ausgeprägtes Schulterimpingement-Syndrom rechts, 

ein chronisch rezidivierendes zervikozephales bis zervikobrachiales 

Schmerzsyndrom beidseits, eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode, sowie eine Zwangsstörung 

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mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aus. Für körperlich leichte, 

überwiegend sitzend durchführbare Tätigkeiten attestierten sie eine 

Arbeitsfähigkeit von 70 %.

5. In der Folge gewährte die IV-Stelle A._____ mit Mitteilung vom 24. Juli 

2014 Berufsberatung und Abklärung der beruflichen 

Eingliederungsmöglichkeiten. Daraufhin absolvierte sie zwei 

Schnuppereinsätze von je zwei Wochen im F._____ im Herbst 2014 und 

im G._____ im Februar 2016. Mit Verfügung vom 3. Mai 2016 wurden die 

beruflichen Massnahmen abgeschlossen, da es trotz Bemühen von 

A._____ nicht möglich gewesen sei, in ein Arbeitstraining einzusteigen. 

6. Die IV-Stelle erachtete weitere medizinische Abklärungen für notwendig 

und beauftragte den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) damit. Am 

13. Dezember 2016 führte der RAD-Arzt H._____ eine psychiatrische 

Abklärung durch. Im entsprechenden Bericht vom 25. August 2017 wies 

er eine gemischte Persönlichkeitsstörung mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit aus und verneinte eine nennenswerte Veränderung des 

Gesundheitszustands aus psychiatrischer Sicht. Daraufhin verneinte die 

IV-Stelle mit Verfügung vom 14. Februar 2018 einen Rentenanspruch in 

Abweisung des Leistungsbegehrens. 

7. Auf die im Februar 2020 eingereichte Anmeldung trat die IV-Stelle mit 

Verfügung vom 10. Juni 2020 nicht ein. 

8. Im Mai 2022 meldete sich A._____ erneut bei der IV-Stelle zum 

Leistungsbezug an und legte einen Bericht ihres Hausarztes Dr. med. 

I._____ vom 20. Juni 2022 ins Recht. 

9. Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD-Arztes dazu stellte die IV-

Stelle A._____ mit Vorbescheid vom 1. Juli 2022 in Aussicht, nicht auf ihr 

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Leistungsbegehren einzutreten. Die Prüfung der Aktenlage habe keine 

Veränderung der Verhältnisse ergeben. Dagegen liess A._____ am 9. 

August 2022 Einwand erheben. Mit Verfügung vom 16. November 2022 

entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden und trat nicht auf das 

Leistungsbegehren ein. Eine erhebliche Sachverhaltsänderung, welche 

sich auf den Rentenanspruch auswirken könnte, sei nicht glaubhaft 

gemacht.

10. Dagegen liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 28. 

Dezember 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erheben und in Aufhebung der Verfügung vom 16. November 

2022 beantragen, es sei auf ihr Leistungsbegehren einzutreten. Zur 

Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, die IV-Stelle habe auf völlig 

veraltete Gutachten abgestellt, weshalb an die Glaubhaftmachung 

praxisgemäss wenig hohe Anforderungen zu stellen seien. Es werde nicht 

bestritten, dass viele ihrer Beschwerdebilder schon seit längerer Zeit 

vorlägen und dementsprechend bereits einmal untersucht worden seien. 

Dies ändere jedoch nichts daran, dass sich selbstredend auch bekannte 

Beschwerden akzentuieren könnten und die gegenseitige 

Wechselwirkung zunehmen könne. Ihrem Hausarzt Dr. med. I._____ sei 

Glauben zu schenken, da seine Ausführungen anhand einer umfassenden 

Einschätzung wohlüberlegt erfolgt seien und sein Bericht durchaus auch 

neue Aspekte enthalte. Er habe nicht bloss eine Anderswürdigung einer 

unveränderten Sachlage vorgenommen.

11. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 9. Januar 2023 auf Abweisung der Beschwerde und 

verwies für deren Begründung primär auf die Verfügung vom 16. 

November 2022. Ergänzend wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin 

habe sich nun zum siebten Mal mit im Grossen und Ganzen denselben 

Beschwerden bei der Beschwerdegegnerin angemeldet. Diese seien 

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dreimal extern gutachterlich untersucht worden. Es liege weiterhin der 

altbekannte Sachverhalt vor. 

12. Die Beschwerdeführerin verzichtete am 12. Januar 2023 auf die 

Einreichung einer Replik, führte aber dennoch an, dass die Begründung 

der Beschwerdegegnerin zur Folge hätte, dass nie mehr auf ein Gesuch 

eingetreten werden müsste.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen 

IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle 

anfechtbar. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 16. November 

2022 stellt eine solche anfechtbare Verfügung der Invalidenversicherung 

und folglich ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als 

Adressatin der strittigen Verfügung ist die Beschwerdeführerin berührt und 

sie weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

Änderung auf (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde 

wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist 

somit einzutreten.

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2. Der Streitgegenstand erschöpft sich in der Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin zu Recht mangels glaubhaft gemachter 

Verschlechterung des Gesundheitszustands durch die 

Beschwerdeführerin nicht auf deren Leistungsbegehren eingetreten ist. 

3. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 1. 

Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) 

und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in 

Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). Weil in zeitlicher Hinsicht – 

vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der 

Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben (vgl. BGE 146 V 364 E.7.1 und BGE 144 V 

210 E.4.3.1), die angefochtene Verfügung nach dem Inkrafttreten der 

Gesetzesänderungen vom 19. Juni 2020 datiert und es vorliegend um eine 

im Mai 2022 erfolgte Neuanmeldung geht, sind die ab dem 1. Januar 2022 

geltenden Normen anwendbar (vgl. Übergangsbestimmungen des IVG zur 

Änderung vom 19. Juni 2020 und Übergangsbestimmungen der IVV zur 

Änderung vom 3. November 2021; siehe ferner Kreisschreiben über 

Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab dem 1. 

Januar 2022, Rz. 9100). 

4.1. Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, 

so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn damit glaubhaft gemacht 

wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch 

erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV; vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_481/2020 vom 15. Dezember 2020 E.2.2.). Eine 

solche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse kann namentlich in einer 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit entsprechend 

verminderter Arbeitsfähigkeit oder in geänderten erwerblichen 

Auswirkungen einer im Wesentlichen gleich gebliebenen Beeinträchtigung 

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der Gesundheit liegen. Dagegen stellt eine bloss abweichende Beurteilung 

eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts keine relevante 

Änderung dar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_514/2019 vom 23. 

Dezember 2019 E.3.1, 8C_606/2019 vom 5. Dezember 2019 E.3.2 

m.w.H.). Es obliegt der versicherten Person, die Voraussetzung des 

veränderten Gesundheitszustandes glaubhaft zu machen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_455/2020 vom 20. Oktober 2020 E.3.1 m.w.H.). Mit 

dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte 

Anforderungen an den Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss 

also nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 144 V 427 E.3.2) erstellt 

sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten 

rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte 

bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, 

bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht 

erstellen lassen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_438/2022 vom 24. 

November 2022 E.2 und 8C_6/2022 vom 24. Mai 2022 E.3.2). Erheblich 

ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der 

Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, 

falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_725/2019 vom 27. Januar 2020 E.2.2 

und 9C_733/2019 vom 2. Dezember 2019 E.2.2).

Der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu sorgen hat, spielt insoweit nicht (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_725/2019 vom 27. Januar 2020 E.2.2). Dieser greift 

rechtsprechungsgemäss erst, wenn die Verwaltung auf ein Gesuch eintritt, 

folglich ein Verfahren eröffnet und verpflichtet ist, den massgeblichen 

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Sachverhalt abzuklären (vgl. BGE 130 V 64 E.5.2.5; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_256/2019 vom 23. August 2019 E.6.5).

4.2. Für die beschwerdeweise Überprüfung einer Nichteintretensverfügung ist 

nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Sachverhalt, wie er sich 

der Verwaltung bot, resp. die Aktenlage bei Erlass dieser Verfügung mass-

geblich (vgl. BGE 130 V 64 E.5.2.5; Urteile des Bundesgerichts 

8C_481/2020 vom 15. Dezember 2020 E.4.1.3, 8C_256/2019 vom 23. 

August 2019 E.6.1, 8C_183/2016 vom 9. Mai 2016 E.2.1). Bei der Frage 

des Eintretens auf die Neuanmeldung kann somit nur auf jene ärztlichen 

Berichte abgestellt werden, die der Verwaltung im Zeitpunkt ihres 

Nichteintretensentscheids auch vorgelegen haben (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_256/2019 vom 23. August 2019 E.6.4). Eine 

Ergänzung der Aktenlage im Rahmen des auf eine 

Nichteintretensverfügung folgenden Beschwerdeverfahrens fällt ausser 

Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_481/2020 vom 15. Dezember 

2020 E.4.1.3). 

4.3. Die zeitliche Vergleichsbasis für die Frage, ob eine rentenrelevante 

Veränderung des Sachverhalts glaubhaft ist, bildet der Zeitpunkt der 

letzten umfassenden materiellen Prüfung (mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs). Der Vergleichszeitraum erstreckt sich 

grundsätzlich bis zur Prüfung und Beurteilung des Gesuchs, d.h. bis zum 

Erlass der Verfügung betreffend die Neuanmeldung (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_735/2019 vom 25. Februar 2020 E.3.2 und 

8C_256/2019 vom 23. August 2019 E.6.1).

5.1. Im hier zu beurteilenden Fall ist somit als Vergleichsbasis auf die 

Verfügung vom 14. Februar 2018 abzustellen, mit welcher das 

Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin nach einlässlichen 

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medizinischen Abklärungen abgewiesen wurde (vgl. 

beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 204). Diesem Entscheid 

zugrunde lag neben den Abschlussbeurteilungen vom 3. Oktober 2017 

und vom 13. Februar 2018 von RAD-Arzt J._____, in welchen dieser auf 

einen im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand schloss (vgl. 

Bg-act. 205 S. 10 f. und S. 17 f.), insbesondere das bidisziplinäre ABI-

Gutachten vom 2. April 2014 und die psychiatrische RAD-Abklärung vom 

13. Dezember 2016.

5.2. Anlässlich Letzterer stellte der RAD-Arzt H._____ im Bericht vom 25. 

August 2017 eine gemischte Persönlichkeitsstörung mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit fest. Keinen funktionellen Einfluss zeitigten die 

anamnestische Dysthymia und die rezidivierende depressive Störung, 

welche aktuell nicht festgestellt werden könnten. Ebenfalls ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei die vorbefundliche 

Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und -handlungen (vgl. Bg-act. 196 

S. 23). Dazu führte er aus, es sei über gesamt acht Jahre ein recht 

ähnlicher Befund festzustellen gewesen. Es gehe um eine anscheinend 

seit Adoleszenz bestehende psychiatrische Problematik, die sich in ihrer 

Ausprägung nahezu nicht verändert habe. Bei der Beschwerdeführerin 

gehe es nicht um eine definitionsgemäss episodisch verlaufende 

Depressivität, sondern um einen über mehr als ein Jahrzehnt bestehenden 

Dauerzustand in auffällig gleichförmiger Ausprägung. Derart wenig oder 

nicht veränderliche Psychopathologien seien üblicherweise tief in der 

Persönlichkeitsstruktur der Betroffenen verankert. Eine 

persönlichkeitsstrukturelle Pathologie sei der Beschwerdeführerin definitiv 

zu attestieren, als deren Folge sie sich ständig als "Opfer", nicht anerkannt 

und nicht wertgeschätzt wahrnehme. Der RAD-Arzt H._____ folgte dabei 

der vorbestehenden diagnostischen Zuordnung, dass die 

Beschwerdeführerin eine tiefgreifende, persönlichkeitsstrukturelle Störung 

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aufweise. Dass sie Fragen zu Kriterien einer depressiven Störung fast 

vollständig bejaht habe, dürfte eben dieser persönlichkeitsstrukturellen 

Störung zuzuordnen sein. Persönlichkeitsstörungen zeichneten sich 

dadurch aus, dass sie relativ uniform und lange Zeit (meistens ab 

Adoleszenz bis in das Senium) anhaltend vorlägen und somit sozusagen 

ein Eigenleben hätten, mehr oder weniger unabhängig von der äusseren 

Lebenssituation und sozialen Konstellation. Da im vorliegenden Fall 

verschiedene persönlichkeitsstrukturelle Pathologien wesentliche 

Auswirkungen hätten, erscheine es gerechtfertigt, von einer gemischten 

Persönlichkeitsstörung zu sprechen. Dies decke sich nicht mit den 

bisherigen diagnostischen Einschätzungen. Da diese veränderte 

Einschätzung begründende Psychopathologie nahezu nicht bis zu gar 

nicht verändert vorhanden sei, liege bezüglich der Diagnose einer 

Persönlichkeitsstörung im Wesentlichen eine andere Beurteilung des 

gleichen Sachverhalts vor. Der RAD-Arzt H._____ schloss letztlich eine 

Veränderung des (psychischen) Gesundheitszustands aus (vgl. Bg-act. 

196 S.18 ff.). Nicht Gegenstand der psychiatrischen Begutachtung seien 

orthopädische oder andere somatische Befunde im engeren Sinne (vgl. 

Bg-act. 196 S. 26). Diesbezüglich möge die Rechtsanwenderin bzw. der 

Rechtsdienst der IV entscheiden, ob eine psychiatrische 

Verlaufsbegutachtung als ausreichend erachtet werde oder aber auch 

eine Verlaufsbegutachtung im rheumatologisch-orthopädisch-

chirurgischen Bereich angezeigt sei (vgl. Bg-act. 196 S. 30). Zur 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nahm der RAD-Arzt keine 

Stellung, da im vorliegenden Verfahren die Beurteilung der Veränderung 

des Gesundheitszustands rechtserheblich sei (vgl. Bg-act. 196 S. 28).

5.3. Im bidisziplinären ABI-Gutachten vom 2. April 2014 diagnostizierten die 

Experten ein chronisch therapieresistentes Complex regional pain 

syndrome (CRPS) am rechten Fuss, ein chronisches leicht ausgeprägtes 

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Schulterimpingement-Syndrom rechts, ein chronisch rezidivierendes 

zervikozephales bis zervikobrachiales Schmerzsyndrom beidseits, eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige 

Episode, sowie eine Zwangsstörung mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss darauf seien eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, eine leichte 

Intelligenzminderung, ein anamnestisch intermittierendes panvertebrales 

Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik sowie eine anamnestisch 

chronische Migräne (vgl. Bg-act. 162 S. 25). Der psychiatrische Gutachter 

führte in seiner Beurteilung dazu aus, bei der Beschwerdeführerin bestehe 

eine leichte bis mittelgradige depressive Episode, gekennzeichnet durch 

eine verminderte Freudempfindungsfähigkeit, eine erhöhte Ermüdbarkeit, 

leichte Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und einen etwas 

verminderten Selbstwert mit negativen Zukunftsperspektiven bezüglich 

ihrer gesundheitlichen und beruflichen Situation. Zudem liege eine 

Zwangsstörung mit Kontrollzwängen neben einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren infolge einer 

Schmerzproblematik vor allem am Fuss vor. Die Beschwerdeführerin sei 

sehr auf die Schmerzen fixiert. Wegen der bestehenden psychosozialen 

Belastungen und der auch bestehenden somatischen Korrelate könne die 

Diagnose einer Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen 

Gründen (Rentenneurose) nicht gestellt werden, obschon eine gewisse 

Entwertung bisheriger Behandlungen und ein andeutungsweises, 

Aufmerksamkeit suchendes Verhalten bestehe. Es bestehe ein 

chronischer Verlauf (vgl. Bg-act. 162 S. 15 f.). In rheumatologischer 

Hinsicht befand der Experte, die Beschwerdeführerin habe nach einer 

Hallux valgus-Operation im August 2009 relativ rasch ein lokales CRPS 

am rechten Vorfuss entwickelt, welches trotz ausgedehnten ambulanten 

und stationären multimodalen therapeutischen Bemühungen bis heute in 

keiner Art und Weise habe positiv beeinflusst werden können. Aktuell 

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bestehe eine rein symptomatische Therapie mit NSAR und Paracetamol 

sowie eine konsequente Stockentlastung des rechten Fusses. Vor ca. 

zwei Jahren habe die Beschwerdeführerin plötzlich akute 

Schulterschmerzen mit weitgehender Einsteifung der rechten Schulter 

beklagt. Offensichtlich sei vom Hausarzt die Diagnose einer frozen 

shoulder postuliert und eine intraartikuläre Steroidinfiltration durchgeführt 

worden. Zwischenzeitlich habe sich die Schulterbeweglichkeit verbessert. 

Es bestünden noch Restschmerzen bei maximaler Elevation und 

Abduktion. Zusätzlich klage die Beschwerdeführerin immer wieder über 

zervikale, zervikozephale und zervikobrachiale Schmerzen, über 

mehrfach wöchentlich auftretende, z.T. akute Migränebeschwerden und 

über intermittierende panvertebrale Rückenbeschwerden. Der 

symptomatische rechte Fuss zeige eine eindeutige lokale 

Vorfussschwellung mit leichter bläulich livider Verfärbung. Die 

selbstständig durchgeführte Bewegungsprüfung habe am rechten Fuss 

eine durchaus gute Bewegungsfähigkeit des oberen und unteren 

Sprunggelenks wie auch der Zehen Dig. II bis V ergeben, während die 

Grosszehe selber kaum mehr aktiv bewegt werden könne und eine 

passive Bewegung ganz klar abgelehnt worden sei. Es bestehe eine 

ausgeprägte lokale Hyperpathie des gesamten rechten Vorfusses. 

Insgesamt müsse ein chronifiziertes bis anhin völlig therapieresistentes 

Complex regional pain syndrome (CRPS) Stadium I mit erheblicher 

Einbusse der Arbeits- und Leistungsfähigkeit festgestellt werden (vgl. Bg-

act. 162 S. 22 f.). Zu den funktionellen Auswirkungen der ausgewiesenen 

Diagnosen führten die Gutachter aus, aus rheumatologischer Sicht 

resultiere eine Arbeitsunfähigkeit für schwere, mittelschwere und nicht 

adaptierte Tätigkeiten. Faktisch komme eine nur überwiegend sitzende 

Tätigkeit in Frage, bei der die Beschwerdeführerin mehrheitlich in 

Schulterneutralstellung fein- bis intermittierend grobmanuell verarbeitende 

Tätigkeiten ausüben könne. Nach einer Rekonditionierung wäre ein 

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derartiges Pensum vollschichtig zumutbar mit deutlich erhöhtem 

Pausenbedarf, dies im Sinne einer Gesamtleistungsfähigkeit für gut 

adaptierte Tätigkeiten von 70 %. Aus psychiatrischer Sicht könne eine 

etwas verminderte Belastbarkeit mit einer Einschränkung von 20 % 

nachvollzogen werden. Diese wirke sich beim somatisch vorgegebenen 

Pausen- und Erholungsbedarf nicht zusätzlich aus (vgl. Bg-act. 162 S. 26).

5.4. Überdies ist vorliegend ein weiteres ABI-Gutachten vom 6. Dezember 

2011 aktenkundig. Darin wiesen die Experten chronische Beschwerden im 

Bereich des rechten Vorfusses und ein chronisches panvertebrales 

Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik als Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus. Ohne Einfluss darauf seien 

eine leichte depressive Episode, eine Schmerzverarbeitungsstörung und 

eine leichte Intelligenzminderung (vgl. Bg-act. 102 S. 25). Dazu führte der 

orthopädische Experte aus, es sei nach einer bei Hallux valgus 

durchgeführten Korrekturosteotomie zum CRPS gekommen, welches 

auch auf wiederholte Infiltration nicht angesprochen habe. Weitere 

Beschwerden bestünden an der lumbalen und zervikalen, zeitweise 

gesamten Wirbelsäule, welche durch die Fussproblematik akzentuiert 

würden. Aktuell seien auf orthopädischer Ebene folgende Befunde 

objektivierbar: Beim ebenen Gang komme es zur Entlastung des medialen 

Vorfusses der rechten Seite, doch könnten die Gangarten ohne Absinken 

vorgenommen werden. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule zeige sich 

eine freie Beweglichkeit sämtlicher Abschnitte, desgleichen an den oberen 

und unteren Extremitäten bei ausgezeichneter Kraftentfaltung mit 

Ausnahme des rechten Fusses, an welchem klare Zeichen einer 

Algodystrophie vorlägen. Auf neurologischer Ebene bestünden keine 

Hinweise für das Vorliegen einer Pathologie im Bereich des peripheren 

Nervensystems. So könnten eine spinale Kompressionsproblematik oder 

die Läsion eines grösseren peripheren Nervs klinisch weitestgehend 

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ausgeschlossen werden. Zusammenfassend könne gesagt werden, dass 

sich die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden im Bereich 

des rechten Vorfusses durch die heutige Untersuchung weitgehend 

begründen liessen, andererseits aber auch deutliche Hinweise für eine 

nicht organische Problematik vorlägen (vgl. Bg-act. 102 S. 22 f.). Der 

psychiatrische Gutachter stellte eine leichte depressive Episode mit 

depressiven Verstimmungen, erhöhter Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, 

einen etwas verminderten Selbstwert bei erhaltener Selbstregulation 

sowie eine Schmerzverarbeitungsstörung mit ausgeweiteten Schmerzen 

im Bewegungsapparat fest, deren Ausmass sich durch die somatischen 

Beschwerden nicht hinreichend objektivieren liessen. Nach den Akten sei 

die depressive Symptomatik jeweils auch leichter ausgeprägt mit der 

Diagnose einer Dysthymie gewesen. Eine schwerer ausgeprägte 

depressive Episode habe hingegen nicht bestanden. Diagnostisch handle 

es sich um eine rezidivierende depressive Störung. Nach den Akten 

bestehe eine leichte Intelligenzminderung, die testpsychologisch im Jahr 

2008 bestätigt worden sei. Auch aufgrund der heutigen Untersuchung 

ergäben sich Hinweise darauf. Die Beschwerdeführerin sei kognitiv 

einfach strukturiert und habe Mühe mit der Angabe von Lebensdaten. Es 

seien leichte Merkfähigkeitsstörungen und Schwierigkeiten mit 

Denkleistungen bei einfachen Unterschiedsfragen (z.B. Unterschied 

zwischen einem Kind und einem Zwerg) aufgefallen (vgl. Bg-act. 102 S. 

17). Aus allgemein-internistischer Sicht fänden sich keine zusätzlichen 

Befunde und Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. Bg-act. 

102 S. 26). In der Gesamtbeurteilung befanden die Gutachter, dass in der 

angestammten wie auch in anderen überwiegend im Stehen und Gehen 

zu verrichtenden sowie körperlich mittelschweren bis schweren 

Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Für körperlich 

leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit 

von 70 % mit um 30 % verminderter Leistungsfähigkeit im Sinne eines 

- 16 -

erhöhten Pausenbedarfs von gut 15 Minuten pro Stunde, vollschichtig 

realisierbar (vgl. Bg-act. 102 S. 25 ff.).

5.5. Ferner liegt ein psychiatrisches Gutachten von Dr. med. C._____ vom 

23. Mai 2008 in den Akten. Dieser diagnostizierte eine leichte 

Intelligenzminderung (seit Geburt), eine leichte depressive Episode (seit 

einigen Monaten) und eine Dysthymie (seit Beginn des 

Erwachsenenalters) ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Dazu 

hielt er fest, zum Zeitpunkt der Untersuchung imponiere die 

Beschwerdeführerin durch eine Minderung der Konzentration und der 

Merkfähigkeit, Gedankenkreisen, eine gewisse Zwanghaftigkeit, eine 

gewisse Gereiztheit, Freudlosigkeit, innere Leere, eine gewisse 

Hoffnungslosigkeit, innere Unruhe, Insuffizienzgefühle sowie eine 

Minderung der Vitalgefühle. Die Beschwerdeführerin wirke etwas 

affektstarr, die Schwingungsfähigkeit sei eingeschränkt. Psychomotorisch 

liege eine leichte Minderung des Antriebs vor und die Beschwerdeführerin 

beschreibe einen sozialen Rückzug, der aber schon lange bestehen 

würde. Des Weiteren beschreibe sie Panikattacken, die in grossen 

Geschäften oder Menschenansammlungen auftreten würden. In 

entsprechenden Situationen sei sie bereits mehrmals ohnmächtig 

geworden. Sie vermeide deshalb grössere Menschenansammlungen und 

gehe nur in kleineren Geschäften einkaufen. Bei einem testpsychologisch 

ermittelten Handlungs-IQ von 49 und unter Einbezug des klinischen 

Eindrucks sei von einer leichten Intelligenzminderung auszugehen, wobei 

mangelnde Förderung in ihrer Kindheit und Jugend als ein 

ausschlaggebender Beeinträchtigungsfaktor zu vermuten sei. Bei dem 

SKID-II-Persönlichkeitsfragebogen würde die Beschwerdeführerin 

gemäss ihren eigenen Angaben genügend Kriterien für das Vorliegen 

einer selbstunsicheren, negativistischen, depressiven, paranoiden, 

schizotypen, schizoiden und Borderline-Persönlichkeitsstörung erfüllen. 

- 17 -

Es sei demnach von einer multiplen Persönlichkeitsstörung auszugehen. 

Das zur Anwendung gebrachte projektive Verfahren (Baumtest) würde 

deutliche Hinweise auf eine äusserst fragile, haltarme, etwas 

orientierungslose, sehr unsichere und schwach strukturierte 

Persönlichkeit geben. Insgesamt liessen die testpsychologischen 

Untersuchungsbefunde ernsthafte Zweifel an der Fähigkeit der 

Beschwerdeführerin zur eigenständigen Sicherung des Lebensunterhalts 

aufkommen. Der Hinweis auf das Vorliegen einer u.a. schizotypen oder 

einer schizoiden Persönlichkeitsstörung sei wegen seiner Unschärfe, der 

fehlenden Nachprüfbarkeit sowie mangels anderer, in diese Richtung 

deutender Hinweise nicht verwertbar. Auch hätten sich keine weiteren 

Anhaltspunkte ergeben, welche für das Vorliegen einer anderen 

Persönlichkeitsstörung sprechen würden. Das Leiden der 

Beschwerdeführerin sei affektiv, wobei phänomenologisch zum Zeitpunkt 

der Untersuchung eine leichte depressive Episode bestehe. Ätiologisch 

sei diese im Rahmen einer Dysthymie zu sehen. Nach Angaben der 

Beschwerdeführerin bestehe eine chronische depressive Verstimmung 

seit sie sich erinnern könne. Die aktuelle leichte depressive Episode sei in 

diesem Zusammenhang als eine Störung der Anpassung auf die 

veränderten Lebensumstände (Trennung der Eltern, Krankheit des 

Grossvaters, Aufgabe des Lebens als Fahrende etc.) zu sehen. Zusätzlich 

beschreibe die Beschwerdeführerin Panikattacken sowie eine gewisse 

sozialphobische Komponente. Nach ICD-10 werde nicht empfohlen, eine 

Panikstörung als Hauptdiagnose erscheinen zu lassen, wenn die Kriterien 

für eine depressive Störung erfüllt seien (vgl. Bg-act. 23 S. 21 ff.). In seiner 

Beurteilung hielt Dr. med. C._____ fest, die Beschwerdeführerin leide an 

einer leichten Intelligenzminderung und an einer chronischen depressiven 

Verstimmung im Sinne einer Dysthymie. Im Moment seien die depressiven 

Symptome so stark ausgeprägt, dass von einer leichten depressiven 

Episode ausgegangen werden müsse. Bei ausreichender schulischer 

- 18 -

Förderung dürfe angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin für 

eine einfache Tätigkeit hätte angelernt werden können. Aufgrund der 

familiären Traditionen habe sie weder regelmässig die Schule besucht 

noch einen Beruf erlernt noch habe sie vor, eine andere als diejenige des 

Hausierens auszuüben. Zusammengenommen sei die Arbeitsfähigkeit als 

Hausiererin nicht eingeschränkt (vgl. Bg-act. 23 S. 28). Auch sei eine 

adaptierte Tätigkeit, welche eher praktische als schulische Fähigkeiten 

voraussetze (z.B. ungelernte oder angelernte Handarbeit), bei 

wohlwollenden Bezugspersonen und einem entspannten Arbeitsklima 

ganztags zumutbar (vgl. Bg-act. 23 S. 27 ff.).

6.1. In der angefochtenen Verfügung vom 16. November 2022 trat die 

Beschwerdegegnerin mangels glaubhaft gemachter Veränderung der 

Verhältnisse nicht auf das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin ein 

(vgl. Bg-act. 247). Dabei stützte sie sich auf die Beurteilung von RAD-Arzt 

J._____ vom 1. Juli 2022 ab. Darin führte dieser aus, der 

Gesundheitszustand mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe sich 

nicht verändert. Dr. med. I._____ bescheinige nur immer das Gleiche, teils 

mit neuen, teils mit alten Worten. In somatischer Hinsicht bestehe 

unbestrittenermassen seit Jahren ein CRPS bzw. ein neuropathisches 

Schmerzsyndrom oder wie auch immer man die Krankheit benennen 

dürfe. Trotz der Fülle an Dokumenten, Abklärungen und Gutachten 

ergäben sich keine Hinweise auf eine definitive bzw. erhebliche 

Verschlechterung des Gesundheitszustands. Vielmehr dränge sich der 

Eindruck auf, dass die optisch erkennbaren Veränderungen des CRPS 

nicht mehr wahrnehmbar seien. Die übrigen somatischen Auffälligkeiten 

seien mehrfach in den Vorbefunden und Gutachten diskutiert worden. 

Bezüglich des psychischen Gesundheitsschadens werde auch nur ein im 

Wesentlichen unveränderter Gesundheitszustand beschrieben. Die mehr 

als dürftige Bescheinigung von Dr. med. K._____ genüge jedenfalls in 

- 19 -

keiner Weise, das umfassende psychiatrische Gutachten von RAD-Arzt 

H._____ oder das polydisziplinäre ABI-Gutachten von 2014 in Frage zu 

stellen, egal wie nun die Diagnosen gerade hiessen. Dr. med. K._____ 

stelle seit Jahren die Diagnose einer chronischen Depression. Im ABI-

Gutachten seien die Diagnosen einer chronischen Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren, einer Zwangsstörung, einer 

rezidivierenden depressiven Störung leichten bis mittleren Grades sowie 

einer leichten Intelligenzminderung ausgewiesen worden. Der RAD-Arzt 

H._____ habe die Diagnosen ausführlichst diskutiert bzw. in Frage gestellt 

und unter dem Aspekt einer Persönlichkeitsstörung zusammengefasst. 

Bezogen auf die Diagnosen bzw. gutachterlichen Einschätzungen könne 

auf das ABI-Gutachten vom 17. März 2014 und die RAD-Abklärung vom 

25. August 2017 verwiesen werden, welche schlussendlich bei durchaus 

unterschiedlichen Diagnosen ein und denselben Gesundheitszustand 

beurteilten (somatischer Gesundheitsschaden bei CRPS sowie Rücken- 

und Wirbelsäulenbeschwerden, Migräne, Depression, 

Persönlichkeitsstörung, Dysthymia, Zwangsstörung und Ängste). 

Bezogen auf die funktionellen Einschränkungen könne ebenfalls keine 

Änderung festgestellt werden. Denn seit mehr als zehn Jahren werde 

seitens der Behandler durchgängig eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt und seitens der Gutachter eine mehr oder minder hohe 

Arbeitsfähigkeit (zuletzt 70 %). Es liege mit Sicherheit ein Rentenbegehren 

vor (vgl. Bg-act. 248 S. 7 f.).

6.2. Demgegenüber ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, dass sie mit dem 

von ihr ins Recht gelegten Bericht von Dr. med. I._____ vom 20. Juni 2022 

eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands seit der letzten 

Begutachtung glaubhaft gemacht hat. Im Einzelnen geht daraus hervor, 

die Beschwerdeführerin habe eine sehr bewegte Lebens- und 

Krankheitsgeschichte. Er betreue sie seit dem Jahr 2021 und habe sie 

- 20 -

durch einen Schmerzspezialisten beurteilen lassen. Die folgenden Punkte 

seien für die aktuelle Krankheitssituation und den damit verbundenen 

Einschränkungen wichtig:

1. Die Beschwerdeführerin leide seit der Jugend unter rezidivierenden depressiven 

Episoden. Anamnestisch ergäben sich in den letzten zwei Jahren deutliche Hinweise 

für eine Verschlechterung der Situation. Aktuell sei die Beschwerdeführerin 

mindestens mittelschwer, phasenweise chronisch schwer depressiv. Dies mache die 

Alltagsbewältigung zu einer dauernden Herausforderung. Die chronische 

Depression sei eine wesentliche Komponente der Krankheitssituation und stehe im 

Zusammenhang mit den nachfolgenden Problemen. Kausal liege eine 

Wechselwirkung zwischen der verschlechterten Depression und den schweren 

chronischen Schmerzen vor. 

2. Die Beschwerdeführerin leide an einem Morbus Sudeck, heute besser bezeichnet 

als neuropathisches Schmerzsyndrom, welches postoperativ im Jahr 2009 

aufgetreten sei und sich zunehmend verschlechtert habe. Neben den ins Bein 

ausstrahlenden Schmerzen bestehe eine ausgesprochene Überempfindlichkeit auf 

Druck und Berührung. Letztere werde als brennender Schmerz empfunden. Schon 

das Tragen eines normalen Schuhs sei – wenn überhaupt – nur kurzzeitig möglich. 

Aktuell trainiere die Beschwerdeführerin das Tragen während ca. dreimal zehn 

Minuten pro Tag. Ansonsten trage die Beschwerdeführerin einen Spezialschuh und 

nachts eine Schiene. Allerdings müsse diese nach zwei Stunden wegen der 

Schmerzen ausgezogen werden. Dadurch sei der Schlaf schwer und chronisch 

gestört. Die Beschwerdeführerin habe eine schmerzbedingte Gangasymmetrie, 

welche sich statisch ungünstig auf die Wirbelsäule auswirke. In den letzten zwei 

Jahren habe sich die chronische Schmerzsituation nochmals verschlechtert.

3. Es bestünden aufgrund der andauernden Fehlhaltung chronische lumbale 

Rückenschmerzen. Weder Sitzen noch Stehen würden über längere Zeit toleriert. 

Ein Lage-wechsel sei zur Schmerzverminderung alle 20 bis 30 Minuten notwendig. 

Das Gehen sei stark eingeschränkt wegen Punkt 2 oben. Sowohl die Therapie des 

Beins als auch des Rückens habe in den letzten zwei Jahren kaum durchgeführt 

werden können. Zum einen, weil die Physiotherapie initial wegen Corona 

geschlossen gewesen sei. Zum anderen, weil die Beschwerdeführerin aus Angst vor 

- 21 -

Corona bis vor wenigen Wochen eine Therapie nicht habe wahrnehmen können. 

Mittlerweile gehe sie einmal pro Woche in die Therapie.

4. Die Beschwerdeführerin leide an rezidivierenden Migräneattacken ca. einmal pro 

Woche mit starker Ausprägung. Neben den Kopfschmerzen seien Übelkeit und 

Erbrechen während zwei bis fünf Stunden häufig.

5. Bei der Beschwerdeführerin bestehe eine mittelschwere Zwangsstörung. Das Haus 

zu verlassen, bedeute für sie z.B. ein erheblicher Stress, da mindestens fünf- bis 

zehnmal eine Kontrolle der Wohnungsschliessung usw. erfolge. Diese 

Zwangsstörung habe in den letzten zwei Jahren stark zugenommen und verbrauche 

viel psychische Kraft und Zeit.

6. Eine zusätzliche psychiatrische Leidenskomponente sei eine erhebliche 

Angststörung, welche sich insbesondere dann manifestiere, wenn die 

Beschwerdeführerin ihre gewohnte Umgebung verlassen und in eine fremde 

Umgebung mit fremden Leuten gehen müsse. Diese Komponente sei auch unter 

dem Blickwinkel der Dekonditionierung und einer Soziophobie zu sehen. Unter 

Corona und den oben genannten Gründen habe sich auch diese Entwicklung 

deutlich verstärkt.

Gestützt darauf kam Dr. med. I._____ zum Schluss, dass sich die 

Krankheitssituation aufgrund der Anamnese, der Untersuchung und der 

Beurteilung des Schmerztherapeuten leider verschlechtert habe, 

besonders die Schmerzsituation bzw. die psychiatrische Erkrankung. Dies 

sei leider bei langjährigen Schmerzerkrankungen neurophysiologisch gut 

dokumentiert (Zusammenhang bzw. Wechselwirkung zwischen Schmerz 

und Depression). Diese Dynamik – ganz abgesehen von der 

Gesamtverschlechterung der Gesundheitssituation – sei neu zu 

beleuchten und zu bewerten (vgl. Bg-act. 238).

6.3. Vorliegend ist der Beschwerdeführerin vorab darin beizupflichten, dass die 

im Recht liegenden Begutachtungen durch Dr. med. C._____ am 23. Mai 

2008, durch das ABI am 6. Dezember 2011 und 2. April 2014 sowie die 

- 22 -

RAD-Abklärung vom 13. Dezember 2016 bereits viele Jahre zurückliegen. 

Insbesondere auf die Ergebnisse der letzteren beiden Expertisen stützte 

sich die Verfügung vom 14. Februar 2018 ab (vgl. Bg-act. 204). Dies hat 

praxisgemäss zur Folge, dass an die Glaubhaftmachung eines 

veränderten Gesundheitszustands infolge Zeitablaufs weniger hohe 

Anforderungen zu stellen sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_351/2020 vom 21. September 2020 E.3.1 und 9C_523/2014 vom 19. 

November 2014 E.2). Vor diesem Hintergrund ist in Würdigung der 

vorgenannten Gutachten und Berichte aus dem Vergleich der im 

Verfügungszeitpunkt am 16. November 2022 gegebenen medizinischen 

Situation und derjenigen, wie sie sich anlässlich der Verfügung vom 14. 

Februar 2018 bot, zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin glaubhaft 

darlegen konnte, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse hinsichtlich ihres 

Gesundheitszustands verändert haben. 

6.4. In somatischer Hinsicht ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, 

dass der Morbus Sudeck bzw. das CRPS am rechten Vorfuss bereits seit 

vielen Jahren bekannt ist, nachdem es sich nach einer Hallux valgus-

Korrekturoperation im August 2009 gebildet hatte, und insbesondere mit 

Ruhe- und belastungsabhängigen Schmerzen, einer massiven 

Bewegungsimmobilität der Grosszehe, einer eingeschränkten 

Gehfähigkeit mit Unterarmgehstöcken, diffusen Schwellungen und 

Hautverfärbungen, einem Fremdkörpergefühl, einer im Verlauf 

aufgetretenen Stressfraktur des Os metatarsale III rechts sowie einer 

ausgeprägten Druck- und Berührungsempfindlichkeit einherging (vgl. 

Berichte der Dres. med. L._____ und M._____ vom 11. Juli 2013 [Bg-act. 

145 S. 8] und vom 15. April 2013 [Bg-act. 145 S. 6 f.], Bericht der Dres. 

med. N._____ und O._____ vom 21. Dezember 2012 [Bg-act. 135 S. 1 ff.], 

Berichte der Schulthess Klinik vom 6. Januar 2011 [Bg-act. 90], vom 25. 

Oktober 2010 [Bg-act. 89 S. 2], vom 13. September 2010 [Bg-act. 89 S. 8 

- 23 -

f.], vom 16. Juli 2010 [Bg-act. 86], vom 7. Juni 2010 [Bg-act. 83 S. 16 f.], 

vom 10. Mai 2010 [Bg-act. 83 S. 14 f.] und vom 9. April 2010 [Bg-act. 73 

S. 2 f.], Bericht von Dr. med. E._____ vom 27. Juli 2010 [Bg-act. 83 S. 2 

ff.], Bericht von D._____ vom 14. April 2010 [Bg-act. 73 S. 1]). Diese von 

der Beschwerdeführerin als im Vordergrund stehend bezeichneten 

rechtsseitigen Fussbeschwerden wurden auch gutachterlich untersucht. 

Im ABI-Gutachten vom 6. Dezember 2011 wurden chronische 

Beschwerden im Bereich des rechten Vorfusses bei u.a. persistierendem 

CRPS mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert und für 

körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit, 

die rechte untere Extremität hochzulagern, eine 70%ige Arbeitsfähigkeit 

infolge erhöhtem Pausenbedarf ausgewiesen (vgl. Bg-act.102 S. 22 f.). Im 

Vergleich dazu stellte der rheumatologische Experte im ABI-Gutachten 

vom 2. April 2014 fest, die Schmerzsymptomatik im rechten Fuss habe 

sich seit der letzten klinischen Evaluation trotz intensiven ambulanten wie 

auch stationären multimodalen Therapiemassnahmen in keiner Art und 

Weise verbessert (vgl. 162 S. 18 und S. 22). Insgesamt müsse ein 

chronifiziertes und bis anhin völlig therapieresistentes CRPS Stadium I 

des rechten Fusses festgestellt werden mit dementsprechend erheblicher 

Einbusse der Arbeits- und Leistungsfähigkeit (vgl. Bg-act. 162 S. 23). 

Faktisch kämen nur überwiegend sitzende Tätigkeiten in Frage, welche 

nach einer Rekonditionierung vollschichtig zumutbar wären mit deutlich 

erhöhtem Pausenbedarf im Sinne einer Gesamtleistungsfähigkeit von 70 

% (vgl. Bg-act. 162 S. 26). In der Folge scheinen sich zwar gewisse optisch 

erkennbare CRPS-Komponenten teilweise zurückgebildet zu haben (vgl. 

Beurteilungen von RAD-Arzt J._____ vom 1. Juli 2022 [Bg-act. 248 S. 8] 

und vom 13. März 2020 [Bg-act. 220 S. 10], Bericht über die 

interdisziplinäre Team-Aufnahme der Schmerzsprechstunde im 

Kantonsspital Graubünden vom 13. November 2018 [Bg-act. 213 S. 29], 

Abklärungsbericht von RAD-Arzt H._____ vom 25. August 2017 [Bg-act. 

- 24 -

196 S. 14], Berichte der Universitätsklinik Balgrist vom 26. und 12. 

September 2017 [Bg-act. 201 S. 5 ff.]), allerdings verblieben neben den 

mechanischen Schmerzen mit Exazerbation bei Belastung insbesondere 

auch die Allodynie sowie die Hyp- und Dysästhesie des rechten Fusses 

bestehen, welche sich akzentuiert präsentierten. Wie auch dem Bericht 

von Dr. med. I._____ vom 20. Juni 2022 entnommen werden kann, leide 

die Beschwerdeführerin an ausgesprochener Überempfindlichkeit auf 

Druck und Berührung, welche sie als brennender Schmerz wahrnehme. 

Schon das Tragen eines normalen Schuhs sei ihr – wenn überhaupt – nur 

kurzzeitig möglich. Aktuell trainiere sie das Tragen ca. dreimal während 

zehn Minuten pro Tag, ansonsten habe sie einen Spezialschuh (vgl. Bg-

act. 238 S. 1). Gleichermassen berichtete auch die vormalige Hausärztin 

Dr. med. P._____ am 4. April 2020 von einer stetig zunehmenden Sudeck-

Problematik, wobei die Schmerzen derart stark geworden seien, dass die 

Beschwerdeführerin keine Socken mehr anziehen könne und einen 

offenen Spezialschuh habe. Sie sei seit letztem Jahr auch im Winter ohne 

Strumpf und Socke mit dieser Sandale in die Praxis gekommen. Auch eine 

Decke in der Nacht vertrage sie nicht (vgl. Bg-act. 217 S. 1). Zwar klagte 

die Beschwerdeführerin bereits anlässlich der RAD-Abklärung vom 13. 

Dezember 2016 darüber, dass sie keine normalen Schuhe mehr tragen 

könne und es für sie ein Graus sei, wenn die Bettdecke auf dem Fuss liege 

(vgl. Bg-act. 196 S. 9 f.; vgl. ferner Bericht der Universitätsklinik Balgrist 

vom 4. Oktober 2017 [Bg-act. 201 S. 9] und Bericht über die 

interdisziplinäre Team-Aufnahme der Schmerzsprechstunde im 

Kantonsspital Graubünden vom 13. November 2018 [Bg-act. 213 S. 26]). 

Insofern merkte auch der RAD-Arzt H._____ im Bericht vom 25. August 

2017 an, es hätten eine schwer ausgeprägte Schmerzsymptomatik und 

eine schwer ausgeprägte Überempfindlichkeit auf jegliche Berührung des 

rechten Fusses persistiert. Allerdings räumte er sogleich ein, dass er sich 

im Bericht mit dem CRPS nur marginal auseinandersetze, da es sich um 

- 25 -

eine psychiatrisch-fachärztliche Begutachtung handle und fachfremde 

Aspekte allenfalls erwähnt, aber definitiv nicht in die Beurteilung 

einbezogen werden dürften (vgl. Bg-act. 196 S. 16). Der RAD-Arzt 

H._____ nahm letztlich auch nicht (in psychiatrischer Hinsicht) zur 

funktionellen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin Stellung (vgl. Bg-

act. 196 S. 28 f.) und überliess es der Rechtsanwenderin bzw. dem 

Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin zu entscheiden, ob neben einer 

psychiatrischen auch eine Verlaufsbegutachtung im rheumatologisch-

orthopädisch-chirurgischen Bereich angezeigt sei (vgl. Bg-act. 196 S. 30). 

Obwohl auch der RAD-Arzt J._____ in seiner anschliessenden Beurteilung 

vom 3. Oktober 2017 darauf hinwies, dass zur Schliessung irgendwelcher 

Lücken ein rheumatologisches, orthopädisches bzw. chirurgisches 

Gutachten diskutiert werden sollte (vgl. Bg-act. 205 S. 11), wurde ein 

solches von der Beschwerdegegnerin letztendlich nicht in Auftrag 

gegeben. Mithin waren die vorgenannte schwer ausgeprägte Allodynie 

sowie die Hyp- und Dysästhesien des rechten Fusses weder Gegenstand 

der RAD-Abklärung noch wurden sie in diesem Rahmen mit Blick auf damit 

einhergehende mögliche Leistungsminderungen beurteilt (vgl. so auch Bg-

act. 196 S. 26). Vielmehr waren die somatischen Befunde letztmals im 

ABI-Gutachten vom 2. April 2014 untersucht worden. Zwar führte der 

dortige rheumatologische Experte im Sinne einer Vorbemerkung zur 

Befunderhebung an, dass bei der Beschwerdeführerin am 

Untersuchungstag am Morgen zu Hause die Schmerzen und die 

Schwellung am rechten Fuss derart stark gewesen seien, dass keine 

Socke über den Fuss habe gestreift werden können und sie mit einem 

Plastikbeutel um den rechten Fuss in einem sehr weiten Stiefel zur 

Untersuchung gekommen sei (vgl. Bg-act. 162 S. 20). In seiner 

Beurteilung fokussierte er sich indes auf die mechanische 

Schmerzkomponente, indem er namentlich ausführte, dass die Grosszehe 

des symptomatischen rechten Fusses mit eindeutiger lokaler 

- 26 -

Vorfussschwellung von der Beschwerdeführerin kaum mehr aktiv bewegt 

werden könne und eine passive Bewegung durch den Examinator ganz 

klar abgelehnt worden sei (vgl. Bg-act. 162 S. 23). Soweit er ferner 

festhielt, es bestehe eine ausgeprägte lokale Hyperpathie des gesamten 

rechten Fusses, ist dies insoweit zu relativieren, als er im neurologischen 

Status vor allem im Lateralbereich eine deutliche Hyperpathie bis Richtung 

Grosszehe festgestellt hatte, bevor die weitere Palpation von der 

Beschwerdeführerin vehement abgewehrt worden sei (vgl. Bg-act. 162 S. 

21; siehe ferner auch ABI-Gutachten vom 6. Dezember 2011 [Bg-act. 102 

S. 21]). Dass dem Gutachter hingegen die erst im weiteren Verlauf 

beschriebene, schwer ausgeprägte Allodynie sowie die Hyp- und 

Dysästhesie des rechten Fusses, welche es der Beschwerdeführerin nicht 

nur am Untersuchungstag, sondern generell im Alltag praktisch 

verunmöglichen würden, normale Schuhe, Socken oder Strümpfe zu 

tragen und eine Decke über den Fuss zu ziehen, bereits bekannt gewesen 

sind, ist nicht ersichtlich. Folglich bestehen gewisse Anhaltspunkte dafür, 

dass es zu einer Verstärkung der Symptomatik des bereits bekannten 

CRPS-Leidens gekommen ist, welche so jedoch noch nicht gutachterlich 

beurteilt und in der funktionellen Folgeabschätzung mitberücksichtigt 

worden wäre. 

Hinzu kommt, dass Dr. med. I._____ in diesem Zusammenhang in seinem 

Bericht vom 20. Juni 2022 auch neue Elemente tatsächlicher Natur 

benennt, welche für eine zunehmende Verschlechterung sprechen. 

Während im ABI-Gutachten vom 2. April 2014 noch eine unauffällige 

Sensibilität der Ober- und Unterschenkel beidseits sowie unauffällige 

Kniegelenke befundet wurden (vgl. Bg-act. 162 S. 20 f. und S. 23), führt 

Dr. med. I._____ nun im besagten Bericht aus, dass bei der 

Beschwerdeführerin aufgrund des neuropathischen Schmerzsyndroms in 

das Bein ausstrahlende Schmerzen bestünden (vgl. Bg-act. 238 S. 1). 

- 27 -

Desgleichen hielt auch Dr. med. P._____ in ihrem Bericht vom 4. April 

2020 fest, dass die Beschwerdeführerin einen massiven 

Berührungsschmerz sowie Gefühlsstörungen (Kribbeldysästhesien, stark 

brennendes Gefühl) bis in das rechte Knie hoch habe. Zudem wies sie 

darauf hin, dass der rechte Fuss inzwischen kleiner sei als der linke und 

nur noch eine Schuhgrösse von 34.5 im Vergleich zu links mit einer 

Schuhgrösse von 36.5 aufweise, was für sie ein neuer Befund bezüglich 

des Morbus Sudeck darstelle (vgl. Bg-act. 217 S. 1 f.). Insofern bestehen 

gewisse Anhaltspunkte für eine veränderte Befundlage. Gleiches gilt mit 

Blick auf den im Bericht von Dr. med. I._____ vom 20. Juni 2022 

ausgewiesenen Umstand, dass die Beschwerdeführerin nachts eine 

Schiene trage, die sie allerdings wegen der Schmerzen nach zwei 

Stunden wieder ausziehen müsse, und dadurch der Schlaf schwer und 

chronisch gestört sei (vgl. Bg-act. 238 S. 1; siehe ferner Bericht über die 

interdisziplinäre Team-Aufnahme der Schmerzsprechstunde im 

Kantonsspital Graubünden vom 13. November 2018 [Bg-act. 213 S. 27]). 

Demgegenüber wurde die bestehende Schlafstörung in den 

aktenkundigen Gutachten nicht schmerzassoziiert, sondern vielmehr im 

Rahmen der depressiven Symptomatik bzw. der gemischten 

Persönlichkeitsstörung eingeordnet (vgl. Bg-act. 162 S. 15 und 196 S. 17).

6.5. Im Bericht von Dr. med. I._____ vom 20. Juni 2022 werden ferner durch 

die andauernde Fehlhaltung verursachte chronische lumbale 

Rückenschmerzen ausgewiesen (vgl. Bg-act. 238 S. 2). In dieser Hinsicht 

wies schon Dr. med. B._____ in seinem Bericht vom 2. Juli 2007 auf ein 

funktionelle Auswirkungen zeitigendes chronisches lumbovertebrales 

Schmerzsyndrom hin und führte dazu aus, dass die Beschwerdeführerin 

unter einem Dauerschmerz in der Kreuzregion beim Sitzen von mehr als 

ein bis zwei Stunden, bei längerem Stehen, beim Bücken und beim Lasten 

tragen leide (vgl. Bg-act. 12 S. 1 f.; vgl. ferner Gutachten von Dr. med. 

- 28 -

C._____ vom 23. Mai 2008 [Bg-act. 23 S. 11]). In ähnlicher Weise wurde 

im ABI-Gutachten vom 6. Dezember 2011 bei beklagten lumbalen und 

zervikalen, zeitweise die gesamte Wirbelsäule betreffenden 

Beschwerden, welche durch die Fussproblematik akzentuiert würden (vgl. 

Bg-act. 102 S. 22), ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne 

radikuläre Symptomatik mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert 

(vgl. Bg-act. 102 S. 25). Auch in der Folge wurden zunehmende Probleme 

im Rücken- und Schulterbereich festgestellt, da die Beschwerdeführerin 

an einem oder zwei Stöcken mit Entlastungshinken gehe (vgl. Bericht der 

Dres. med. N._____ und O._____ vom 21. Dezember 2012 [Bg-act. 135 

S. 2 und S. 4]). Demgegenüber ordnete der rheumatologische Experte 

trotz der weiterhin angegebenen intermittierenden panvertebralen 

Rückenbeschwerden (vgl. Bg-act. 162 S. 22) im ABI-Gutachten vom 2. 

April 2014 bei fehlenden pathologischen Befunden der segmentalen 

Untersuchung der Wirbelsäule die entsprechende Diagnose jenen ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu (vgl. Bg-act. 162 S. 23 und S. 

25). Nunmehr weist Dr. med. I._____ im Bericht vom 20. Juni 2022 darauf 

hin, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der fehlhaltungsbedingten 

chronischen lumbalen Rückenbeschwerden weder Sitzen noch Stehen 

über längere Zeit toleriere und ein Lagewechsel zur 

Schmerzverminderung alle 20 bis 30 Minuten notwendig sei (vgl. Bg-act. 

238 S. 2). Angesichts der uneinheitlichen gutachterlichen Einschätzungen 

sowie der Umstände, dass früher noch ein zeitlich längeres Sitzen und 

Stehen toleriert worden ist und dass auch Dr. med. P._____ in ihrem 

Bericht vom 4. April 2020 eine deutliche Zunahme der Rückenschmerz-

Symptomatik bei Schonhaltung zur Entlastung des rechten medialen 

Fusses auswies (vgl. Bg-act. 217 S. 2), bestehen zumindest gewisse 

Hinweise auf eine verschlechterte Gesundheitssituation, auch wenn sich 

diese zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschliessend beurteilen lässt.

- 29 -

6.6. Hinsichtlich der im Bericht von Dr. med. I._____ vom 20. Juni 2022 

ausgewiesenen stark ausgeprägten, einmal wöchentlich auftretenden 

rezidivierenden Migräneattacken mit Kopfschmerzen, Übelkeit und 

Erbrechen (vgl. Bg-act. 238 S. 2), ist zwar ebenfalls aktenkundig, dass 

diese vorbestehend sind. So gab die Beschwerdeführerin bereits 

anlässlich der Begutachtung durch Dr. med. C._____ an, eigentlich täglich 

an leichten Kopfschmerzen zu leiden, wobei diese manchmal auch sehr 

stark seien und sich fast wie Stiche anfühlten, wobei sie dann erbrechen 

müsse (vgl. Gutachten vom 23. Mai 2008 [Bg-act. 23 S. 11]). Auch 

anlässlich der beiden Arbeitseinsätze beim Q._____ Graubünden im 

T._____ beklagte sie Übelkeit und musste sich in der Werkstatt übergeben 

(vgl. Bg-act. 53; siehe auch Bg-act. 180 S. 2). Obwohl die 

Beschwerdeführerin anlässlich des internistischen Explorationsgesprächs 

im ABI im November 2011 angab, öfters pochende Kopfschmerzen zu 

haben, verbunden mit einer Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Nausea 

und rezidivierendem Erbrechen, welche drei- bis viermal pro Woche 

aufträten (vgl. Bg-act. 102 S. 12), wurde dies gutachterlicherseits weder 

näher untersucht noch eine Diagnose dazu ausgewiesen (vgl. Bg-act. 102 

S. 25). Vielmehr führten die Experten aus allgemein-internistischer Sicht 

aus, es bestünden keine zusätzlichen Befunde und Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. Bg-act. 102 S. 26). Anlässlich 

der ABI-Begutachtung im März 2014 gab die Beschwerdeführerin 

wiederum an, zwei- bis dreimal pro Woche an Migräneattacken mit einem 

ausgeprägten pulsierenden Schmerzcharakter zu leiden, welche oft zu 

Vomitus führten, wobei sie diesbezüglich in einer neurologischen 

Abklärung sei (vgl. Bg-act. 162 S. 19 und S. 13). Abgesehen von der 

Bemerkung in der versicherungsmedizinischen Beurteilung, dass z.T. 

akute Migränebeschwerden aufträten, setzten sich die Gutachter nicht mit 

diesem Beschwerdebild auseinander und zogen auch keine weitere 

sachverständige Person bei, sondern liessen es lediglich bei der Diagnose 

- 30 -

einer anamnestischen chronischen Migräne bewenden, welcher sie keine 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zuschrieben (vgl. Bg-act. 162 S. 

25). Gleiches gilt für die RAD-Abklärung vom 13. Dezember 2016, 

anlässlich welcher die Beschwerdeführerin erbrechen musste (vgl. Bg-act. 

196 S. 10 und S. 14). Der RAD-Arzt H._____ interpretierte dieses 

Erbrechen anlässlich der Begutachtung entweder als willkürlich 

herbeigeführt oder aber als vegetative Mitreaktion im Rahmen erhöhten 

Stresses bzw. einer beginnenden Panikattacke, konnte es letztlich aber 

nicht genau zuordnen (vgl. Bg-act. 196 S. 18). Mithin diskutierte er es 

ebenfalls nicht im Rahmen der beschriebenen Migräne, obwohl Dr. med. 

R._____ bereits mit Bericht vom 4. März 2014 eine langjährige, 

rezidivierende Migräne mit und ohne Aura sowie rezidivierende 

Spannungskopfschmerzen bzw. Spannungskopfdruck diagnostiziert hatte 

(vgl. Bg-act. 170 S. 5). Auch danach fand bei ausgewiesener Migräne (vgl. 

Bericht über die interdisziplinäre Team-Aufnahme der 

Schmerzsprechstunde im Kantonsspital Graubünden vom 13. November 

2018 [Bg-act. 213 S. 25] mit Verdacht auf [zumindest teilweise] 

medikamenteninduziert; siehe ferner Bericht von Dr. med. P._____ vom 4. 

April 2020 [Bg-act. 217]) keine gebührende gutachterliche 

Auseinandersetzung mit diesem Beschwerdekomplex bzw. mit den damit 

einhergehenden Funktionseinschränkungen statt, obwohl dies für die 

vorliegenden Belange bedeutsam ist. 

6.7. In psychischer Hinsicht ist mit der Beschwerdeführerin festzuhalten, dass 

bei ihr bereits seit längerer Zeit eine depressive Symptomatik vorliegt und 

diese auch gutachterlich abgeklärt wurde. Dr. med. C._____ ordnete das 

Leiden der Beschwerdeführerin im Gutachten vom 23. Mai 2008 als 

affektiv ein, wobei phänomenologisch im Zeitpunkt der Untersuchung eine 

leichte depressive Episode bestanden habe. Ätiologisch sei diese im 

Rahmen einer Dysthymie, einer chronischen depressiven Verstimmung, 

- 31 -

zu sehen (vgl. Bg-act. 23 S. 23 f.). Diesen beiden Diagnosen schrieb er 

keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (vgl. Bg-act. 23 S. 27 f.). 

Gleichermassen führten auch die ABI-Experten im Gutachten vom 6. 

Dezember 2011 die von ihnen festgestellte leichte depressive Episode als 

Diagnose ohne funktionelle Auswirkungen an (vgl. Bg-act. 102 S. 25; siehe 

auch Bg-act. 102 S. 17). Sodann befand Dr. med. S._____ im Rahmen 

des stationären Rehabilitationsaufenthalts in den Kliniken U._____, dass 

sich bei der Beschwerdeführerin aufgrund der sehr schwierigen Kindheit 

und Jugend sowie der komplizierten derzeitigen Lebenssituation eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive 

Episode, entwickelt habe, wobei das Ganze auf der Grundlage einer 

sonstigen spezifischen Persönlichkeitsstörung vom unreifen Typ als Folge 

der langjährigen Deprivation zu sehen sei (vgl. psychosomatischer Bericht 

vom 12. Februar 2013 [Bg-act. 135 S. 10]; siehe ferner Austrittsbericht 

vom 21. Dezember 2012 [Bg-act. 135 S. 1] und Bericht von Dr. med. 

E._____ vom 15. Juli 2013 [Bg-act. 145 S. 1]). In der Folge wurde im ABI-

Gutachten vom 2. April 2014 eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode, mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit ausgewiesen, die aus psychiatrischer Sicht um 20 % 

vermindert eingestuft wurde (vgl. Bg-act. 162 S. 15 ff. und S. 25 f.). 

Demgegenüber beurteilte der RAD-Arzt H._____ diesen gleichen 

Sachverhalt anders und diagnostizierte eine gemischte 

Persönlichkeitsstörung, weil seiner Auffassung nach über insgesamt acht 

Jahre ein recht ähnlicher Befund festgestellt worden war und es 

anscheinend um eine seit Adoleszenz bestehende psychiatrische 

Problematik in nahezu unveränderter Ausprägung gehe, welche der 

üblichen Charakteristik einer Depressivität widerspreche (vgl. Bg-act. 196 

S. 18 ff.). Der von ihm ausgewiesenen gemischten Persönlichkeitsstörung 

mass er funktionelle Auswirkungen zu, bezifferte die verbliebene 

Arbeitsfähigkeit letztendlich aber nicht (vgl. Bg-act. 196 S. 23 und S. 28 f.). 

- 32 -

Wenn nun Dr. med. I._____ in seinem Bericht vom 20. Juni 2022 wiederum 

eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mindestens mittelschwere 

Episode, ausweist (vgl. Bg-act. 238 S. 1), so weist er zumindest im 

Vergleich zum ABI-Gutachten vom 2. April 2014 und – aufgrund des bloss 

anders beurteilten, gleichen Sachverhalts – wohl auch zur RAD-Abklärung 

vom 13. Dezember 2016 auf einen verschlechterten psychischen 

Gesundheitszustand hin. Zwar ist ihm entgegenzuhalten, dass er im 

Bericht vom 20. Juni 2022 keinen (überprüfbaren) Psychostatus festhält. 

Allerdings weist er eine gutachterlicherseits unberücksichtigte und damit 

neue Wechselwirkung zwischen der depressiven Störung und der 

chronischen Schmerzsituation aus (vgl. Bg-act. 238 S. 1; siehe auch 

Bericht von D._____ vom 28. November 2019 [Bg-act. 213 S. 35]), für 

welche – wie hiervor aufgezeigt – gewisse Anhaltspunkte für eine 

Verstärkung der Symptomatik des bereits bekannten CRPS-Leidens 

bestehen. Insofern erscheint es nicht geradezu abwegig, wenn sich damit 

einhergehend aufgrund der gesteigerten Belastungssituation zugleich 

auch die depressive Störung verschlechtert haben soll. Soweit der RAD-

Arzt J._____ in seiner Beurteilung vom 1. Juli 2022 anzudeuten scheint, 

dass die dürftigen Bescheinigungen der Behandler die Gutachten von 

RAD-Arzt H._____ und vom ABI nicht in Frage zu stellen vermögen (vgl. 

Bg-act. 248 S. 8), zielt dies an der hier zu beurteilenden Frage der 

Glaubhaftmachung eines veränderten Gesundheitszustands vorbei, wobei 

sich Anhaltspunkte dafür – wie ausgeführt – auch nach der RAD-

Abklärung vom 13. Dezember 2016 ergeben können.

6.8. In seinem Bericht vom 20. Juni 2022 weist Dr. med. I._____ ferner auf eine 

bei der Beschwerdeführerin bestehende, in den letzten zwei Jahren stark 

zugenommene, mittelschwere Zwangsstörung mit mindestens fünf- bis 

zehnfacher Kontrolle der Wohnungsschliessung aus, was viel psychische 

Kraft und Zeit verbrauche (vgl. Bg-act. 238 S. 2). Diesbezüglich ergibt sich 

- 33 -

aus den Akten, dass bereits der behandelnde Psychiater D._____ am 18. 

Dezember 2007 von einem ritualhaften Verschliessen der Wohnung, des 

Autos etc. berichtete, wobei er eine chronische Angststörung mit Zwängen 

diagnostizierte (vgl. Bg-act. 14 S. 1 f.). Desgleichen geht aus dem im 

Gutachten von Dr. med. C._____ vom 23. Mai 2008 erhobenen 

Psychostatus hervor, dass die Beschwerdeführerin dazu neige, mehrfach 

nachkontrollieren zu müssen, ob sie z.B. die Haustüre abgeschlossen 

habe (vgl. Bg-act. 23 S. 15). In seinem psychosomatischen Bericht vom 

12. Februar 2013 zum stattgehabten stationären Aufenthalt in den Klinken 

U._____ wies Dr. med. S._____ sodann nebenbefundlich eine 

Zwangsstörung mit vor allem Zwangshandlungen und Zwangsgedanken 

aus (vgl. Bg-act. 135 S. 10; siehe ferner Austrittsbericht vom 21. Dezember 

2012 [Bg-act. 135 S. 1]). Die Diagnose einer Zwangsstörung wurde in der 

Folge auch im ABI-Gutachten vom 2. April 2014 als solche mit 

funktionellen Auswirkungen aufgegriffen, wobei die um 20 % 

eingeschränkte Arbeitsfähigkeit mitunter dadurch bedingt war (vgl. Bg-act. 

162 S. 15 ff. und S. 25 f.). Sie war auch der Grund, warum die 

Beschwerdeführerin während ihres Schnuppereinsatzes im G._____ 

unpünktlich gewesen ist (vgl. Bg-act. 180 S. 7). Ebenso gab die 

Beschwerdeführerin anlässlich der RAD-Abklärung am 13. Dezember 

2016 an, sie müsse sieben Mal umkehren, wenn sie die Wohnung 

verlasse, um nachzuschauen, ob sie alles verschlossen habe. Sie habe 

immerzu Angst, ob sie in der Wohnung alles abgeschaltet habe. Zum Teil 

müsse sie so oft umkehren, dass sie gar nicht mehr weggehe (vgl. Bg-act. 

196 S. 10). Der RAD-Arzt H._____ beurteilte dies dahingehend, dass in 

Bestätigung der früheren Berichte eine gewisse Zwanghaftigkeit 

vorhanden sei und somit ein im Wesentlichen unveränderter 

Gesundheitszustand vorliege (vgl. Bg-act. 196 S. 20). Da Dr. med. I._____ 

im Bericht vom 20. Juni 2022 weiterhin eine Zwangsstörung ähnlichen 

Ausmasses mit mindestens fünf- bis zehnfacher, Kraft und Zeit raubender 

- 34 -

Kontrolle der Wohnungsschliessung beschreibt, und diese bereits in der 

gutachterlichen Folgeabschätzung mitberücksichtigt worden ist, sind keine 

Hinweise dafür ersichtlich, weshalb die Schlussfolgerung von RAD-Arzt 

H._____ nicht nach wie vor Gültigkeit beanspruchen sollte.

6.9. Demgegenüber drängt sich mit Blick auf die im Bericht von Dr. med. 

I._____ vom 20. Juni 2022 ausgewiesene erhebliche Angststörung, 

welche sich insbesondere dann manifestiere, wenn die 

Beschwerdeführerin ihre gewohnte Umgebung verlasse und in eine 

fremde Umgebung mit fremden Leuten gehen müsse, ein anderer Schluss 

auf. Wie bereits dargelegt, diagnostizierte D._____ mit Bericht vom 18. 

Dezember 2007 eine chronische Angststörung mit Zwängen und führte 

namentlich Ängste vor Begegnungen an (vgl. Bg-act. 14 S. 1 f.). Anlässlich 

der Begutachtung durch Dr. med. C._____ äusserte sich die 

Beschwerdeführerin dahingehend, dass sie in Panik gerate, wenn grosse 

Menschenmengen auf sie zukommen würden, wobei sie schon 

ohnmächtig geworden sei (vgl. Bg-act. 23 S. 11). Sie meide daher grosse 

Geschäfte und Menschenansammlungen (vgl. Bg-act. 23 S. 15). Dr. med. 

C._____ gestand ihr in seiner Beurteilung zwar zu, dass sie Panikattacken 

und eine gewisse sozialphobische Komponente beschreibe. Er sah indes 

von einer entsprechenden Diagnosestellung ab, da nach ICD-10 nicht 

empfohlen werde, eine Panikstörung als Hauptdiagnose erscheinen zu 

lassen, wenn die Kriterien für eine depressive Störung erfüllt seien (vgl. 

Bg-act. 23 S. 24). Ebenso wenig ist ersichtlich, dass er diesem 

Beschwerdebild bei der funktionellen Folgeabschätzung Rechnung 

getragen hätte (vgl. Bg-act. 23 S. 28 ff.). Im Rahmen der beiden 

Arbeitseinsätze beim Q._____ Graubünden im T._____ äusserte die 

Beschwerdeführerin, dass sie im Zug und an anderen Orten mit vielen 

Menschen Unwohlsein und Beklemmung befallen würden (vgl. Bg-act. 

53). Anlässlich der ABI-Begutachtung im November 2011 gab sie erneut 

- 35 -

Ängste, insbesondere vor Leuten und vor dem Hinausgehen, an (vgl. Bg-

act. 102 S. 15 f.). Der psychiatrische Gutachter befand jedoch, aufgrund 

der Untersuchung könne keine eigenständige Angststörung bestätigt 

werden (vgl. Bg-act. 102 S. 18). Auch im Rahmen der 

Verlaufsbegutachtung durch das ABI tat die Beschwerdeführerin kund, die 

Leute nicht mehr ertragen, Platzangst und Ängste an der Haustüre beim 

Hausieren gehabt zu haben (vgl. Bg-act. 162 S. 14). Auf diese 

Äusserungen wurde gutachterlicherseits weder näher eingegangen noch 

wurden sie in funktioneller Hinsicht gewürdigt (vgl. Bg-act. 162 S. 16 ff.). 

Nachdem die Eingliederungsfachperson des G._____ beobachtet hatte, 

dass die Beschwerdeführerin während ihres Schnuppereinsatzes keinerlei 

Kontakt zu den anderen Mitarbeitenden hatte (vgl. Bg-act. 180 S. 6), gab 

die Beschwerdeführerin auch im Rahmen der RAD-Abklärung am 13. 

Dezember 2016 an, Angst vor Leuten zu haben und nicht unter Leute zu 

gehen. Seien viele Menschen um sie herum, werde ihr schlecht oder sie 

falle um. Sie gehe nur einkaufen, wenn nicht viele Leute da seien, und tue 

dies im V._____ oder der W._____ am X._____, wenn sie sogleich etwas 

Anderes erledigen müsse (vgl. Bg-act. 196 S. 10 f.). Der RAD-Arzt 

H._____ schloss gestützt darauf auf einen verbesserten 

Gesundheitszustand im Vergleich zum Jahr 2008, da die 

Beschwerdeführerin nun – sei es aufgrund besserer bzw. kompetenterer 

Selbstüberwindung oder wegen einer reduzierten Symptomatik – in einem 

grossen Geschäft einkaufen könne (vgl. Bg-act. 196 S. 18). Bei näherer 

Betrachtung vermag dies indes nicht zu überzeugen. Abgesehen davon, 

dass V._____ notorisch klein sind, scheint er übersehen zu haben, dass 

die Beschwerdeführerin nach ihren Angaben in der W._____ am X._____ 

nur einkaufen geht, wenn nicht viele Leute da seien, und sie dies mit 

anderen Erledigungen verbinden könne. Insofern kann aufgrund einer 

weiterhin bestehenden soziophobischen Komponente nicht auf eine sich 

verbesserte Angstsymptomatik geschlossen werden. Überdies bleibt 

- 36 -

festzustellen, dass die auch von Dr. med. I._____ im Bericht vom 20. Juni 

2022 beschriebene und mit der Aktenlage übereinstimmende 

Angststörung noch nie gutachterlicherseits sorgfältig untersucht, vertieft 

geprüft und auch mit Blick auf mögliche funktionelle Auswirkungen – auch 

mit Blick auf die Überwindbarkeit des Arbeitsweges zusammen mit den 

somatischen Beschwerden – gewürdigt worden ist.

6.10. Wenn die Beschwerdegegnerin ungeachtet des hiervor Ausgeführten 

annimmt, der Bericht von Dr. med. I._____ vom 20. Juni 2022 enthalte 

keine hinreichenden Hinweise für eine massgebliche Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes, wendet sie im Ergebnis das für die materielle 

Anspruchsprüfung massgebende Beweismass an (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_57/2021 vom 8. Juli 2021 E.4.4). Damit verkennt sie 

jedoch, dass die Beweisanforderungen im Rahmen der Neuanmeldung 

herabgesetzt sind, indem nicht im Sinne eines vollen Beweises die 

Überzeugung der Verwaltung begründet zu werden braucht, dass seit der 

letzten rechtskräftigen Entscheidung tatsächlich eine relevante Änderung 

eingetreten ist. Vielmehr genügt es, dass für die geltend gemachten 

rechtserheblichen Sachumstände wenigstens gewisse Anhaltspunkte 

bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, 

bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht 

erstellen lassen. Bei den vorliegend aufgrund des längeren Zeitablaufs seit 

der letzten materiellen Prüfung herabgesetzten Anforderungen an die 

Glaubhaftmachung veränderter Verhältnisse ist dies – wie dargelegt – mit 

dem Bericht des Hausarztes Dr. med. I._____ vom 20. Juni 2022 als erfüllt 

zu betrachten. Es erübrigt sich somit, auf die weiteren Vorbringen der 

Verfahrensbeteiligten näher einzugehen.

6.11. Insgesamt ist die Beschwerdegegnerin somit aufgrund der glaubhaft 

gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustands der 

Beschwerdeführerin zu Unrecht nicht auf deren Leistungsbegehren 

- 37 -

eingetreten. Der (Renten-)Anspruch der Beschwerdeführerin ist folglich 

rechtsprechungsgemäss in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig 

zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9; Urteile des Bundesgerichts 9C_556/2021 

vom 3. Januar 2022 E.2.1, 8C_280/2020 vom 21. Dezember 2020 E.3.1, 

8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2.2). Die Beschwerdegegnerin hat 

demnach eine umfassende, somatische und psychiatrische medizinische 

Abklärung durch spezialisierte Fachpersonen zu veranlassen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_207/2019 vom 3. Juli 2019 E.5.3), womit es nicht 

bei den Beurteilungen durch den RAD-Arzt sein Bewenden haben kann. 

Gestützt auf die dannzumal vollständigen medizinischen Unterlagen wird 

die Beschwerdegegnerin die Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin 

erneut zu prüfen haben. Dabei wird sie insbesondere auch zu untersuchen 

haben, ob das Valideneinkommen nach den Regeln der Frühinvalidität zu 

bemessen ist, ob eine (allfällige) Restarbeitsfähigkeit auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar und eine entsprechende Stelle 

der Beschwerdeführerin zugänglich ist (Überwindbarkeit des 

Arbeitsweges), sowie ob vom statistisch ermittelten Invalideneinkommen 

ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen ist.

7. Die Beschwerde erweist sich somit als begründet und ist in Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung gutzuheissen. Die Angelegenheit ist im Sinne 

der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

8.1. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

- 38 -

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Gemäss ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache 

zu weiteren Abklärungen und zu neuem Entscheid für die Frage der 

Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als 

vollständiges Obsiegen (vgl. BGE 141 V 281 E.11.1, 137 V 210 E.7.1, 132 

V 215 E.6.1). Infolge des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens sind die 

Gerichtskosten somit der Beschwerdegegnerin zu überbinden (vgl. Art. 73 

Abs. 1 VRG). 

8.2. Die Beschwerdeführerin hat aufgrund des Ausgang des Verfahrens zudem 

Anspruch auf einen aussergerichtlichen Parteikostenersatz (Art. 61 lit. g 

ATSG). Als Bemessungskriterien für dessen Höhe nennt Art. 61 lit. g 

ATSG die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des 

Prozesses. Im Übrigen wird die Bemessung dem kantonalen Recht 

überlassen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_98/2017 vom 27. Oktober 

2017 E.4.1 f., 8C_136/2016 vom 11. August 2016 E.2.1 f.). Art. 78 Abs. 1 

VRG bestimmt, dass im Rechtmittel- und Klageverfahren die 

unterliegende Partei in der Regel verpflichtet wird, der obsiegenden Partei 

die durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. 

Nach Art. 16a des kantonalen Anwaltsgesetzes (Anwaltsgesetz; BR 

310.100) bemisst sich die Parteientschädigung für die Kosten der 

anwaltlichen Vertretung in Verfahren vor Gerichts- und kantonalen 

Verwaltungsbehörden nach dem für eine sachgerechte Prozessführung 

notwendigen Zeitaufwand sowie der Schwierigkeit und der Bedeutung der 

Sache. Gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des 

Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) setzt die urteilende Instanz die 

Parteientschädigung der obsiegenden Partei nach Ermessen fest. 

Ausgangspunkt ist dabei grundsätzlich der Betrag, welcher der 

entschädigungsberechtigten Partei für die (anwaltliche) Vertretung in 

- 39 -

Rechnung gestellt wird (Art. 2 Abs. 2 HV). Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin machte in seiner Eingabe vom 12. Januar 2023 

insgesamt einen Aufwand von 7.6 Stunden à CHF 240.-- (CHF 1'824.--) 

zuzüglich einer Kleinspesenpauschale von 3 % (CHF 54.70) und 7.7 % 

MWST (CHF 144.65) geltend. Da die geltend gemachte Entschädigung 

von insgesamt CHF 2'023.35 angemessen erscheint, hat die 

Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin in diesem Umfang 

aussergerichtlich zu entschädigen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 

16. November 2022 aufgehoben und die Angelegenheit im Sinne der 

Erwägungen zur materiellen Prüfung und zu neuem Entscheid an die IV-

Stelle des Kantons Graubünden zurückgewiesen. 

2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden entschädigt A._____ 

aussergerichtlich mit insgesamt CHF 2'023.35 (inkl. Spesen und MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]