# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1c94fa1-aec3-547f-a6c7-5adeed05ba68
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.10.2009 UV 2009/8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-8_2009-10-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/8

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 27.04.2020

Entscheiddatum: 28.10.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 28.10.2009
Art. 6 UVG: Treppensturz mit Kontusionen der LWS und des Steissbeins. 
Späterer Wegfall der Adäquanz von Rückenbeschwerden sowie Verneinung 
unfallkausaler Ursachen von Beschwerden in Oberschenkeln, 
Unterschenkeln und der rechten Fusskante (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Oktober 2009, UV 
2009/8).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 28. Oktober 2009

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.       

A.a   Die 1967 geborene S.___ war über die Arbeitslosenversicherung bei der Suva 

gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 4. März 2008 stürzte sie auf nasser 

Treppe aufs Gesäss (Suva-act. 1 und 2). Der am folgenden Tag konsultierte Hausarzt, 

Dr. med. A.___, Innere Medizin FMH, stellte mit Zeugnis vom 19. März 2008 ein 

Hämatom am lumbosacralen Übergang mit Schwellung bis in die Rima ani fest und 

diagnostizierte eine Sacrumkontusion (Suva-act. 2). Die Suva anerkannte ihre 

Leistungspflicht für das Unfallereignis und erbrachte die gesetzlichen Leistungen 

(Suva-act. 6).

A.b   Am 20. Mai 2008 wurde die Versicherte durch Kreisarzt Dr. med. B.___, Facharzt 

FMH für Chirurgie, untersucht. Dieser hielt im gleichentags erstellten Bericht als 

Diagnose chronische lumbosakrale Schmerzen sowie eine flächige Hyposensibilität am 

lateralen Oberschenkel beidseits fest und ordnete radiologische Abklärungen an (Suva-

act. 7). Nach Durchführung einer konventionellen LWS-Aufnahme und eines MRI im 

Spital Lachen vom 17. Juni 2008 (Suva-act. 11) berichtete Dr. med. C.___, Facharzt 

Neurologie FMH, am 9. Juli 2008 über die gleichentags erfolgte neurologische 

Untersuchung (Suva-act. 12). Dr. B.___ nahm mit Nachtrag zur kreisärztlichen 

Untersuchung vom 20. Mai 2008 zu den Abklärungen Stellung (Suva-act. 14).

A.c   Am 18. September 2008 äusserte Dr. med. D.___, Facharzt FMH für 

Allgemeinmedizin, der neue Hausarzt der Versicherten, den Eindruck einer massiv 

psychosomatischen Überlagerung der vom erlittenen Rückentrauma herrührenden 

Schmerzen (Suva-act. 21). Dr. B.___ hielt am 30. September 2008 fest, dass sich keine 

somatisch-strukturellen Unfallfolgen finden liessen (Suva-act. 23).

A.d   Mit Verfügung vom 1. Oktober 2008 stellte die Suva die Versicherungsleistungen 

per 31. Oktober 2008 auf Grund fehlender Unfallkausalität gestützt auf die Beurteilung 

ihres Kreisarztes ein (Suva-act. 25). Die gegen diese Verfügung durch die Versicherte 

erhobene Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 1. Dezember 2008 

ab (Suva-act. 31).

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B.       

B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtete sich die von der Versicherten am 

8. Januar 2009 eingereichte und mit Eingabe vom 15. Januar 2009 ergänzte 

Beschwerde mit den sinngemässen Anträgen, der Einspracheentscheid vom 

1. Dezember 2008 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien weiterhin die 

gesetzlichen Leistungen aus der Unfallversicherung zu erbringen. Zur Begründung hielt 

sie fest, dass sie seit ihrem Sturz von der Treppe am 4. März 2008 an 

Rückenschmerzen leide, die auch durch Physiotherapie keine Besserung gefunden 

hätten. Dr. E.___ von der Rosenklinik Rapperswil-Jona habe auf Grund der 

Röntgenbilder einen eindeutigen "Black Diskus" diagnostiziert und ihr zu einer 

Operation geraten. Gemäss seiner Aussage könne ein Black Diskus unmöglich durch 

Krankheit, sondern nur durch einen Unfall entstehen.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

angefochtenen Einspracheentscheids. Zur Begründung verwies sie auf die 

Ausführungen im Einspracheentscheid und machte insbesondere geltend, dass für die 

geklagten Beschwerden weder radiologisch noch neurologisch ein entsprechendes 

unfallkausales organisches Substrat habe objektiviert werden können. Ausserdem sei 

ärztlicherseits eine massive psychische Überlagerung festgestellt worden. Da der 

Treppensturz jedoch als leichter Unfall zu qualifizieren sei, müsse die adäquate 

Unfallkausalität dieser psychischen Beschwerden von vorneherein verneint werden.

B.c   Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik.

Erwägungen:

1.        

Die Beschwerdeführerin hat mit Schreiben vom 8. Januar 2009 beim 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen eine "zweite Einsprache" gegen die 

Verfügung der Suva vom 1. Oktober 2008 erhoben (act. G 1). Am 13. Januar 2009 

reichte sie den Einspracheentscheid der Suva vom 1. Dezember 2008 per Telefax nach 

(act. G 3) und mit eingeschriebener Postsendung vom 16. Januar 2009 erfolgte eine 

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nachgebesserte Beschwerdeeingabe mit Rechtsbegehren und Begründung sowie dem 

Einspracheentscheid im Anhang (act. G 4). Damit sind die Prozessvoraussetzungen 

nach Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) erfüllt. Unter Berücksichtigung des 

Fristenstillstands gemäss Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG ist die Beschwerde innerhalb der 

dreissigtägigen Beschwerdefrist erhoben worden (Art. 60 ATSG). Auf die Beschwerde 

ist daher einzutreten.

2.        

Vorliegend ist streitig, ob die von der Beschwerdeführerin ab dem 1. November 2008 

geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden immer noch auf den Unfall vom 

4. März 2008 zurückzuführen sind und die Beschwerdeführerin damit weiterhin einen 

Anspruch auf Versicherungsleistungen der Beschwerdegegnerin hat. Unbestritten ist, 

dass die Beschwerdegegnerin den Unfall vom 4. März 2008 anerkannt und für dessen 

Folgen Taggelder und Heilbehandlungen erbracht hat.

3.        

3.1     Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt gemäss Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) voraus, dass zwischen 

dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein 

natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen dem 

schädigenden Ereignis und dem Gesundheitsschaden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit 

eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht 

(BGE 129 V 177 E. 3.1; 123 V 43 E. 2a, je mit Hinweisen). Wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss auch der Wegfall eines 

ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den bestehenden 

Beschwerden mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Weil es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, 

liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender 

natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim 

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Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso 

BGE 117 V 261 E. 3b). Dabei muss jedoch nicht etwa der Beweis für unfallfremde 

Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, 

ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen 

sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal 

bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob 

unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren 

haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Wird durch einen 

Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt 

die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der (krankhafte) Zustand, 

wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante), oder aber derjenige 

Zustand, der sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustandes auch ohne den Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo 

sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit 

Hinweisen; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b in fine). Im Rahmen der Prüfung des 

Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die 

Bejahung des fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für 

die fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss 

Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die 

Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die 

Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung 

beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein 

Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils 

unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003 i/S S. [U 287/02] E. 4.4).

3.2    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

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Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Erachtet das 

Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen 

bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne 

Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen 

(RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).

4.        

4.1    Die Beschwerdeführerin klagte infolge des Unfalls über persistierende 

Rückenschmerzen. Gemäss Arztzeugnis vom 19. März 2008 erlitt sie beim Ereignis 

vom 4. März 2008 eine Sacrumkontusion. Die röntgendiagnostischen Untersuchungen 

im Spital Lachen am 17. Juni 2008 zeigten keine frischen ossären Frakturen. Die 

konventionelle LWS-Aufnahme machte eine leichte Verschmälerung der Bandscheibe 

L5/S1 bei sonst unauffälligen Wirbelsäulenbildern erkennbar. Eine gleichentags 

durchgeführte Magnetresonanztomographie (MRT) der LWS ergab weiter keine 

Hinweise auf eine relevante Diskushernie, eine Diskusprotrusion oder eine 

Wirbelkörperfraktur. Hingegen zeigten sich eine deutlich degenerativ bedingte 

Entwässerung der Bandscheibe L4/L5 sowie Spondylarthrosen der unteren LWS 

(Suva-act. 11). Bei der Beschwerdeführerin sind damit im Bereich der LWS 

zweifelsohne organische Substrate ausgewiesen, die grundsätzlich als Ursache der 

geklagten Schmerzen im Bereich der LWS in Erwägung zu ziehen sind (vgl. dazu Alfred 

M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 848 ff.). Zu 

prüfen ist daher im Folgenden, inwieweit sie durch den Unfall bzw. die Kontusion vom 

4. März 2008 verursacht wurden oder inwieweit der Unfall bzw. die Kontusion auf sie 

eingewirkt hat. In Frage kommt eine durch den Unfall verursachte organische 

Gesundheitsschädigung, eine richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen 

Vorzustands oder ein durch den Unfall lediglich ausgelöster (nicht verursachter) oder 

vorübergehend verschlimmerter degenerativer Vorzustand. Beim Unfall als 

Auslösefaktor interessiert im Weiteren die Frage, ob der Beschwerdeschub noch 

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andauert bzw. bis zu welchem Zeitpunkt er angedauert hat (vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U 

378 S. 190 und Nr. U 379 S. 192).

4.2     

4.2.1           Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall 

eine strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als 

objektivierbares Korrelat verlangt. Die im Rahmen der röntgendiagnostischen 

Abklärungen im Spital Lachen am 17. Juni 2008 erstellten Bilder lieferten laut Dr. med. 

F.___, Leitender Arzt des Instituts für Radiologie, keine derartigen Anzeichen (vgl. Suva-

act. 11). Dr. B.___ gab daher gestützt auf diese Ergebnisse in seinem Bericht vom 

15. Juli 2007 an, dass die radiologischen Abklärungen keine Hinweise auf eine 

posttraumatische Veränderung ergeben hätten. Im Weiteren verwies er auf den Bericht 

von Dr. C.___ vom 9. Juli 2008, der die Beschwerden noch im Rahmen der Kontusion 

sah. Auch am 30. September 2008 nahm Dr. B.___ zur LWS-Problematik dahingehend 

Stellung, dass sich keine somatisch-strukturellen Unfallfolgen finden liessen. Bei der 

Spondylarthrose handelt es sich sodann um eine häufige degenerative, also nicht 

traumatisch bedingte, Veränderung an der Wirbelsäule, die Folge- oder 

Begleiterscheinung einer Diskushernie bilden kann (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, 

a.a.O., S. 852 ff.; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., S. 1810). Damit steht 

mit dem im Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (vgl. Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. 

Bern 2003, S. 451 f.) fest, dass bei der Beschwerdeführerin eine durch den 

Treppensturz verursachte neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer 

strukturellen Veränderung auszuschliessen ist.

4.2.2           Im Weiteren ist in Bezug auf den Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin ebenfalls eine richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte 

Verschlimmerung ihrer degenerativen Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule 

auszuschliessen. Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass eine 

solche Verschlimmerung nur dann als erwiesen gelten kann, wenn die Radioskopie ein 

plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von 

Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (E. Morscher, in: Baur/Nigst [Hrsg.], 

Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 191). Die medizinischen Akten enthalten 

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keine Hinweise darauf, dass sich der degenerative Zustand der LWS im Zeitpunkt des 

Unfalls vom 4. März 2008 massiv verändert hätte. Das Vorliegen einer 

richtunggebenden Verschlimmerung einer degenerativen Erkrankung wird nirgends 

diskutiert. Vielmehr hielt Dr. F.___ eine unfallbedingte Entwässerung der Bandscheibe 

L4/5 sowie leichtgradige degenerative Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke 

beidseits auf Höhe von L3-S1 fest. Nun kann eine Kontusion der Wirbelsäule zwar ohne 

Weiteres eine bisher stumme, vorbestehende Spondylarthrose oder andere 

Wirbelsäulenerkrankungen symptomatisch machen. Dabei handelt es sich aber 

meistens nur um eine vorübergehende Verschlimmerung (Debrunner/Ramseier, Die 

Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 5). Hinweise dafür, dass vorliegend 

von einem anderen Verlauf auszugehen wäre, finden sich in den Akten keine. Auch die 

Aussage von Dr. C.___, dass er die anhaltenden Schmerzen im Bereich des Übergangs 

der LWS zum Os sacrum mit zum Teil Ausstrahlung pseudoradikulär in beide Beine vier 

Monate nach dem Unfallereignis durchaus noch als nachvollziehbar erachte, ist vor 

diesem Hintergrund zu verstehen und lässt lediglich auf eine vorübergehende 

Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands schliessen. Es ist folglich davon 

auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin nach dem Unfall einzig unveränderte 

degenerative Vorzustände radiologisch ausgewiesen waren.

4.2.3           Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, Dr. E.___ habe anhand 

der Röntgenbilder eine "Black Diskus" diagnostiziert, welche einzig durch Unfall 

entstehen könne. Unter dem Begriff einer "Black Disk" wird eine degenerierte, 

ausgetrocknete und somit nicht mehr funktionstüchtige Bandscheibe verstanden. Da 

solche Bandscheiben auf einem CT/MRT schwarz sind, werden sie Black Disk genannt. 

Eine funktionstüchtige Bandscheibe sieht demgegenüber auf einem CT/MRT gräulich-

schwarz aus, wobei der Bandscheibenkern weißlich dargestellt wird (vgl.: http://

www.diebandscheibe.de/lexikon.php: Fremdwörterlexikon, Abfrage vom 6. Oktober 

2009). Wie bereits aus der Definition hervorgeht, besteht die Ursache einer "Black 

Disk" in einem deutlichen Verschleiss der Bandscheibe mit Abnahme des 

Flüssigkeitsgehalts und keinesfalls - wie behauptet wurde - in einem Unfallereignis. 

Weitere Abklärungen hierzu bzw. das Einholen eines ärztlichen Berichts von Dr. E.___ 

erübrigen sich damit.

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4.2.4           Auf Grund dieser Ausführungen ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit weder 

eine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer 

strukturellen Veränderung noch eine richtunggebende Verschlimmerung des 

degenerativen Vorzustands erlitten hat.

4.3    Wie bereits geschildert, kann ein Vorzustand durch einen Unfall ausserdem 

ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden. In diesem Fall übernimmt die 

Unfallversicherung jedoch lediglich den durch das Unfallereignis ausgelösten 

Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). - Dr. C.___ sah 

die geltend gemachten Beschwerden in seinem Bericht vom 9. Juli 2008 noch im 

Rahmen der Kontusion. Dr. B.___ äusserte am 30. September 2008 bezüglich der 

Dauer solcher Beschwerden, dass Wirbelsäulenkontusionen und Distorsionen 

normalerweise innerhalb von maximal sechs Monaten vollumfänglich abheilen würden. 

Meistens seien die Beschwerden innerhalb von einigen Wochen bzw. zwei bis drei 

Monaten rückläufig. Auch in Fällen, bei denen ursprünglich organische Beschwerden 

vorhanden waren und später nicht mehr nachweisbar sind, ist für die 

Leistungserbringung gegenüber dem Unfallversicherer erforderlich, dass die geklagten 

Beschwerden einer medizinisch noch fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung 

zugeschrieben werden können und diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfall 

steht. Gerade dies muss angesichts der geschilderten Aktenlage jedenfalls ab 1. 

November 2008 verneint werden. Der zwischen dem Unfall und den lumbalen 

Rückenbeschwerden anfänglich gegebene Zusammenhang ist als weggefallen zu 

betrachten. Es sind keine Gründe ersichtlich, welche die Richtigkeit der dargelegten 

Beurteilung in Zweifel ziehen würde, zumal es einer medizinischen Erfahrungstatsache 

entspricht, dass Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne 

strukturelle Läsionen normalerweise innert kurzer Zeit - in der Regel innerhalb von 

sechs Monaten, spätestens innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr (bei 

degenerativen Veränderungen) - folgenlos abheilen und die damit verbundenen 

Beschwerden sich gänzlich zurückbilden. Insofern zeichnet sich eine vorübergehende 

Verschlimmerung eines Vorzustands im Bereich der Wirbelsäule im Regelfall durch eine 

stetige Besserung des unfallkausalen Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, 

Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen der 

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Suva Nr. 67, S. 45). Schliesslich spricht der Umstand, dass seit dem Unfall anhaltende, 

zu Beginn als unfallkausal taxierte Schmerzen sowie eine damit verbundene 

Arbeitsunfähigkeit bestehen, nicht automatisch für das Vorliegen anhaltender 

Unfallrestfolgen bzw. eine andauernde unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit. Die 

Leistungseinstellung des Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. 

volle Arbeitsfähigkeit. Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste 

Beschwerdeschub seine kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 

E. 3b). Diesfalls können anhaltende Beschwerden mit unfallfremden Befunden, 

beispielsweise degenerativer Art, erklärt werden. Soweit die Beschwerdeführerin im 

Übrigen geltend macht, sie sei bis zum besagten Ereignis beschwerdefrei gewesen, ist 

festzuhalten, dass nach der Formel "post hoc ergo propter hoc" eine gesundheitliche 

Schädigung nicht schon deshalb als durch einen Unfall verursacht gilt, weil sie nach 

diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 341 E. 2b/bb). Auf die Ausführungen von Dr. B.___ 

ist vorliegend abzustellen. Sie basieren auf eigenen ärztlichen Untersuchungen sowie 

den relevanten Vorakten und einer umfassenden Würdigung des medizinischen 

Sachverhalts. Zudem hält der Kreisarzt in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise fest, 

weshalb die Rücken- und Beinbeschwerden der Beschwerdeführerin nicht auf das 

Geschehen vom 4. März 2008 zurückzuführen sind. Auf Grund des Gesagten ist nach 

Massgabe der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung, d.h. acht Monate nach dem Unfallereignis, von einem Wegfall der 

Prellungsfolgen als Ursache der Rückenbeschwerden auszugehen.

4.4    Im Weiteren leidet die Beschwerdeführerin seit dem auf das Unfallereignis 

folgenden Tag an einem Taubheitsgefühl an beiden Oberschenkeln (Suva-act. 7) und 

seit ca. Juni 2008 auch an Missempfindungen am ventralen Unterschenkel sowie der 

lateralen Fusskante rechtsseitig, dies insbesondere im Sitzen (Suva-act. 12).

4.4.1           Dr. B.___ hat in der kreisärztlichen Untersuchung vom 20. Mai 2008 eine 

flächige Hyposensibilität am lateralen Oberschenkel beidseits diagnostiziert, welche am 

ehesten dem Nervus cutaneus femoris lateralis zugeordnet werden könne. Zur weiteren 

Abklärung hat er eine Untersuchung in der Praxis für Neurologie angeordnet. Laut Dr. 

C.___ hat die neurologische Untersuchung eine ursächlich ungeklärte 

Sensibilitätsstörung im Ausbreitungsgebiet des Nervus cutaneus femoris lateralis sowie 

klinisch Anzeichen einer Polyneuropathie der Beine ergeben. Auch wenn die sensiblen 

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Störungen am lateralen Oberschenkel beidseits im zeitlichen Zusammenhang zum 

Treppensturz aufgetreten seien, könne er hier anatomisch keine sichere ursächliche 

Beziehung herstellen. Auf Grund des klinischen Befunds zeigten sich zudem deutliche 

und reproduzierbare Störungen der Tiefensensibilität an beiden Beinen und eine 

Sensibilitätsminderung über dem Fussrücken im ventralen Unterschenkel rechts bei 

abgeschwächten Muskeleigenreflexen an den Beinen. Hier bestehe der Verdacht auf 

eine unabhängig zum Unfall vorliegende Polyneuropathie an den Beinen. Die Ursache 

der Störung der Tiefensensibilität an beiden Beinen könne er gegenwärtig nicht 

benennen, es bleibe der weitere Verlauf abzuwarten. Im Fall einer Verschlechterung 

wäre eine laborchemische Abklärung bei Verdacht auf Polyneuropathie vorzunehmen. 

Auch die MRT der LWS liefere laut dem schriftlichen Befund keine Erklärung für die 

Sensibilitätsstörungen am Oberschenkel, an den Unterschenkeln sowie an den Füssen 

beidseits. Letztlich bleibe deren Ursache gegenwärtig offen (Suva-act. 12). Im Nachtrag 

vom 15. Juli 2008 zog Dr. B.___ aus dem Bericht von Dr. C.___ den Schluss, dass kein 

unfallkausaler Zusammenhang zwischen dem Sturz und den Sensibilitätsstörungen 

bestehe. Ausserdem stehe die Verdachtsdiagnose einer Polyneuropathie im Raum, 

welche nicht durch den Unfall ausgelöst worden sei. Diesbezüglich sei der weitere 

Verlauf abzuwarten und der Hausarzt über die Berichte zu informieren.

4.4.2           Auf Grund dieser ärztlichen Ausführungen ergibt sich, dass die 

Sensibilitätsstörungen nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als unfallkausal zu betrachten sind.

4.5    Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, dass die natürliche 

Kausalität zwischen dem Unfall und den geklagten somatischen Beschwerden auf 

Grund der vorliegenden Akten spätestens bis zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung 

überwiegend wahrscheinlich dahingefallen ist.

5.        

Dr. D.___ wies im Bericht vom 18. September 2008 auf die Möglichkeit einer 

psychosomatischen Überlagerung der vom Unfall herrührenden Schmerzen hin, da die 

Beschwerdeführerin seit Frühling 2008 unter starken Stimmungsschwankungen leide. 

Die Beschwerdegegnerin hat es jedoch zu Recht unterlassen, diesem Ursachenhinweis 

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im Rahmen ihrer Abklärungspflicht nachzugehen. Wie sie im Einspracheentscheid 

ausführte, vermögen auch psychische Beeinträchtigungen nach den Grundsätzen der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung vorliegend keinen Anspruch auf Heilbehandlung 

und Geldleistungen zu begründen (vgl. BGE 115 V 133 ff.).

5.1    Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers für psychische Beeinträchtigungen 

würde voraussetzen, dass zwischen dem Unfall und der eingetretenen 

Gesundheitsschädigung sowohl ein natürlicher als auch ein adäquater 

Kausalzusammenhang bestünde (BGE 122 V 416 E. 2a mit Hinweis). Im vorliegenden 

Fall begründete die Beschwerdeführerin ihre "Stimmungsschwankungen" selber jedoch 

durch ein familiäres Unglücksereignis, da ihre beiden Brüder infolge eines Unfalls kurz 

nacheinander verstorben seien (act. G 4). Die Frage nach dem natürlichen 

Kausalzusammenhang kann jedoch offen gelassen werden, wenn - wie im vorliegenden 

Fall - ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Störungen und 

dem Unfallereignis ohnehin verneint werden muss (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67).

5.2    Angesichts des augenfälligen Geschehensablaufes und der Verletzungen, die sich 

die Beschwerdeführerin zugezogen hat, ist das Ereignis vom 4. März 2008 als leichter 

Unfall zu qualifizieren (vgl. dazu EVG-Urteil vom 18. Januar 2000 i/S S. [U 51/99]). Ein 

Sturz auf einer Treppe, der eine Kontusion der LWS und des Steissbeins zur Folge hat, 

ist nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, einen erheblichen 

psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Unter diesem Aspekt ist der 

adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer nachfolgenden 

psychischen Gesundheitsstörung ohne Weiteres zu verneinen (BGE 115 V 139 E. 6a).

6.        

Unter diesen Umständen lässt sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 

1. Dezember 2008, mit welchem eine weitere Leistungsausrichtung ab 1. November 

2008 mangels eines nachweisbaren somatischen oder unfalladäquaten psychischen 

Gesundheitsschadens abgelehnt wurde, nicht beanstanden. Da die 

Beschwerdegegnerin nicht den Nachweis zu erbringen hat, welche unfallfremden 

Ursachen für die anhaltenden Beschwerden gegeben sind, kann von weiteren 

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Abklärungen abgesehen werden. Damit ist die Leistungseinstellung per 31. Oktober 

2008 rechtmässig erfolgt.

7.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 1. Dezember 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.10.2009
	Art. 6 UVG: Treppensturz mit Kontusionen der LWS und des Steissbeins. Späterer Wegfall der Adäquanz von Rückenbeschwerden sowie Verneinung unfallkausaler Ursachen von Beschwerden in Oberschenkeln, Unterschenkeln und der rechten Fusskante (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Oktober 2009, UV 2009/8).

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