# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39fb1349-6eeb-54fd-bc1b-9a02a8e0e9af
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 16.06.2017 SK 2016 387
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-387_2017-06-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 16 387

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. Juni 2017 

Besetzung Oberrichter Kiener (Präsident i.V.), Oberrichter Aebi, Oberrichterin 
Bratschi
Gerichtsschreiberin Eggli

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand Drohung, Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 17. August 2016 (PEN 16 120)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten/Berufungsführer (nachfolgend: Be-
schuldigter) wegen Drohung und wegen einfacher Verkehrsregelverletzung zu ei-
ner Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 190.00, ausmachend total 
CHF 3‘800.00 (pag. 126 ff.). Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben und 
die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. Ausserdem wurde der Beschuldigten zu 
einer Verbindungsbusse von CHF 950.00, zu einer Übertretungsbusse von 
CHF 500.00 sowie zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten verurteilt. 
Der dem Beschuldigten mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Ob-
walden vom 21. November 2014 für eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 
CHF 120.00 gewährte bedingte Vollzug widerrief die Vorinstanz nicht. Sie verwarn-
te ihn aber und verlängerte die Probezeit um 1 Jahr. Die Kosten für das Widerrufs-
verfahren wurden ebenfalls dem Beschuldigten auferlegt. Im Zivilpunkt verurteilte 
die Vorinstanz den Beschuldigten schliesslich zur Bezahlung von CHF 300.00 an 
den Straf- und Zivilkläger (nachfolgend: Privatkläger). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens des Beschuldigten 
am 18. August 2016 fristgerecht Berufung an (pag. 133). Die schriftliche Urteilsbe-
gründung der Vorinstanz datiert vom 27. Oktober 2016 (pag. 137 ff.). Gleichentags 
wurde sie den Parteien zugestellt (pag. 177).

Am 21. November 2016 reichte der Beschuldigte form- und fristgerecht die Beru-
fungserklärung ein (pag. 182 ff.). Darin beschränkte er die Berufung auf Ziffer I., 
Ziffer II. 2 und 3 sowie Ziffer III. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs. Gegen Zif-
fer II. 1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (Grundsatzentscheid über Nicht-
Widerruf) wurde hingegen keine Berufung erhoben. Mit Schreiben vom 5. Dezem-
ber 2016 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass sie auf die Teilnahme am 
oberinstanzlichen Verfahren verzichte (pag. 189 f.). Der Privatkläger liess sich obe-
rinstanzlich nicht mehr vernehmen. 

Der Beschuldigte und der Privatkläger wurden zur oberinstanzlichen Verhandlung 
am 16. Juni 2017 vorgeladen (pag. 194 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweismassnahmen

Oberinstanzlich wurden von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug sowie 
ein aktueller Leumundsbericht (inkl. Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse) 
des Beschuldigten eingeholt (pag. 198 ff.). 

Weiter wurden der Beschuldigte und der Privatkläger anlässlich der oberinstanzli-
chen Verhandlung erneut einvernommen (pag. 209 ff.). 

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4. Anträge der Parteien

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung stellte und begründete Rechtsanwalt 
B.________ für den Beschuldigten folgende Anträge:

1. Der Berufungsführer sei von den Vorwürfen der einfachen Verkehrsregelverletzung (angeblich 
mehrfach begangen) und der Drohung freizusprechen.

2. Der dem Berufungsführer mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Obwalden vom 
21. November 2014 gewährte bedingte Vollzug sei nicht zu widerrufen; der Berufungsführer sei 
nicht zu verwarnen und die Probezeit sei nicht zu verlängern.

3. Die Zivilforderungen des Privatklägers seien abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu ver-
weisen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Kantons Bern (inklusive erstinstanz-
liches Verfahren).

Der Privatkläger seinerseits verzichtete auf das Stellen von Anträgen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das angefochtene Urteil ist von der Kammer vollumfänglich zu überprüfen. Sie hat 
dabei volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Da einzig der Beschuldigte ein 
Rechtsmittel ergriffen hat, darf die Kammer das angefochtene Urteil nicht zu sei-
nem Nachteil abändern (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Anklageschrift

Als Anklageschrift gilt im vorliegenden Fall gemäss Art. 356 Abs. 1 StPO der Straf-
befehl vom 16. März 2016 (pag. 21). Dort wird der Sachverhalt wie folgt beschrie-
ben: 

«A.________ behinderte beim Wiedereinbiegen nach dem Überholen den hinter ihm fahrenden LKW-
Fahrer C.________, danach bremste A.________ ohne ersichtlichen Grund stark ab (Schikane-
Stopp).

Zudem drohte A.________ dem Geschädigten C.________ er werde ihm vor allen Leuten‚ ‹die Fres-
se polieren›, wenn er nicht sofort wieder einsteige.»

Die Gerichtspräsidentin der Vorinstanz behielt sich vor, diesen Sachverhalt auch 
unter dem Gesichtspunkt der Nötigung, evtl. der versuchten Nötigung, zu würdigen 
(pag. 104). 

7. Ausführungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete es gestützt auf die als glaubhaft erachteten Aussagen des 
Privatklägers als erstellt, dass der Beschuldigte den Privatkläger kurz vor dem 
Bahnübergang in Weissenbach auf der Strecke Zweisimmen-Spiez überholt und 
sich danach derart knapp vor dem Privatkläger wieder in die Fahrbahn eingefügt 
habe, dass dieser mit seinem LKW behindert worden sei und stark habe bremsen 
müssen. Der Privatkläger habe akustisch und mit Licht gehupt, worauf der Be-

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schuldigte ein zweites mittelstarkes Bremsmanöver ausgeführt habe, worauf der 
Privatkläger erneut habe abbremsen müssen. Diese zweite Bremsung sei mittel-
stark gewesen und habe ausschliesslich der Schikane des Privatklägers gedient. 

Infolgedessen sprach die Vorinstanz den Beschuldigten der mehrfachen einfachen 
Verkehrsregelverletzung für schuldig, begangen einerseits durch Behinderung des 
Privatklägers beim Wiedereinbiegen nach dem Überholen und anderseits durch 
Abbremsen ohne ersichtlichen Grund und bestrafte ihn dafür mit einer Übertre-
tungsbusse von CHF 500.00. 

Weiter erachtete die Vorinstanz als erstellt, dass der Privatkläger den Beschuldig-
ten vor dem geschlossenen Bahnübergang zur Rede stellte. Nachdem der Privat-
kläger den Beschuldigten auf die von ihm gefahrene Geschwindigkeit angespro-
chen habe, habe dieser gesagt: «Wenn dä nid sofort wieder istigsch, polier i dir 
d’Fresse vor au dene Lüt!», worauf dem Privatkläger unwohl geworden sei und er 
es mit der Angst zu tun bekommen habe. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten 
hierfür der Drohung schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 
20 Tagessätzen zu CHF 190.00 sowie zu einer Verbindungsbusse von CHF 950.00 
(Ersatzfreiheitsstrafe 5 Tage).

8. Vorbringen des Beschuldigten

Rechtsanwalt B.________ rügte für den Beschuldigten insbesondere die von der 
Vorinstanz vorgenommene Aussagenwürdigung der beiden Beteiligten: Es falle 
auf, dass die Aussagen des Beschuldigten und jene des Privatklägers jeweils sehr 
einseitig und unterschiedlich gewürdigt worden seien. Hierfür gebe es zahlreiche 
Beispiele. So sei der Privatkläger stets für seine konstanten und detaillierten Aus-
sagen gelobt worden. Dass dem aber nicht so sei, zeige sich beispielweise anhand 
seiner Äusserungen zur vom Beschuldigten gefahrenen Geschwindigkeit. Nach-
dem er diese in seiner ersten Einvernahme zunächst als «stark übersetzt» be-
zeichnet habe, habe er sie später nur mit 80-100 km/h beziffert. Heute habe der 
Privatkläger die gefahrene Geschwindigkeit auf 120-130 km/h geschätzt, eine Kon-
stanz sei folglich mitnichten erkennbar. Dasselbe gelte für den Abstand beim Wie-
dereinbiegen. Während der Privatkläger in seiner ersten Einvernahme dazu nichts 
gesagt habe, habe er in der zweiten Befragung angegeben, der Abstand habe 20-
30 m betragen. Heute nun habe er von 30-40 m gesprochen. Zwar sei nachvoll-
ziehbar, dass solche Schätzungen sehr schwierig vorzunehmen seien. Eine angeb-
liche Konstanz in den Aussagen des Privatklägers als Glaubwürdigkeitsfaktor zu 
erkennen, sei jedoch schlicht falsch. Die Vorinstanz habe zudem diese nicht wirk-
lich konstanten Aussagen des Privatklägers schöngeredet und, damit es aufgehe, 
dazu viele Mutmassungen angestellt. 

Es gebe denn auch zahlreiche Widersprüche in den Aussagen des Privatklägers. 
So falle beispielsweise auf, dass er von «Schikanestopp» spreche und den Ab-
stand zum Beschuldigten auf sehr knappe 20-30 m schätze. Gleichzeitig gebe er 
aber an, genügend Zeit zum Abbremsen gehabt zu haben, was den vorangehen-
den Angaben widerspreche und vermuten lasse, dass es eben doch mehr als 20-
30 m Abstand gewesen sein müssen. Dieser Umstand belege zudem auch eine 

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Aggravationstendenz des Privatklägers, was von der Vorinstanz indes mit keinem 
Wort erwähnt worden sei. 

Ähnlich verhalte es sich mit den Aussagen des Privatklägers zur Frage der Sicher-
heitslinien. Bei der Polizei habe der Privatkläger angegeben, es habe keine ausge-
zogenen Sicherheitslinien gehabt. Später habe er dann ausgeführt, das Überfahren 
der Sicherheitslinie sei mitunter ein Grund für die Anzeigeerstattung gewesen. Da-
bei handle es sich um eine unnötige, unwahre Aussage und um eine klare Aggra-
vationstendenz. Die Vorinstanz habe dies zwar auch gesehen, jedoch als irrelevant 
bezeichnet. Überall, wo es in den Aussagen des Privatklägers Widersprüche und 
Aggravationstendenzen gebe, relativiere die Vorinstanz dies und schiebe es auf 
das fehlende Erinnerungsvermögen. Im Gegensatz dazu spiele bei den Aussagen 
des Beschuldigten das fehlende Erinnerungsvermögen nie eine Rolle, ihm würde 
jede Unstimmigkeit um die Ohren gehauen. 

Zu Unrecht erachte die Vorinstanz die Konstanz des Privatklägers in den Kernvor-
würfen als Glaubhaftigkeitssignal, es handle sich schliesslich um einen sehr über-
schaubaren Sachverhalt. Im Übrigen habe der Beschuldigte genau so konstant 
ausgesagt, seine Schilderungen habe man jedoch dem irrelevanten Rahmensach-
verhalt zugeordnet. 

Weiter habe die Vorinstanz den Privatkläger auch deshalb als glaubwürdig erach-
tet, weil er den Beschuldigten entlastet haben soll. Diesbezüglich sei jedoch zu 
berücksichtigen, dass er einen offenbar sehr harmlosen Vorfall ausdrücklich als 
Schikane bzw. Nötigung bezeichnet und zur Anzeige gebracht habe. Er habe dar-
aus also einen strafrechtlichen Vorwurf gemacht, was ihn nicht glaubhafter mache, 
eher im Gegenteil. 

Das einzige Mal, wo die Vorinstanz die Aussagen des Privatklägers in Frage stelle, 
sei sein ruhiges Verhalten bei der Konfrontation mit dem Beschuldigten am Bahnü-
bergang. Auch diese Aussagen würden vom Gericht jedoch nicht weiter kommen-
tiert. Dabei seien aber diese Äusserungen des Privatklägers zur eigenen Rolle be-
sonders wichtig, und wenn dieser seine Beteiligung runter spiele, sei das relevant. 
Es sei auch nicht am Beschuldigten, ein Motiv des Privatklägers für eine Falschan-
schuldigung zu beweisen. Eine solche könne immer und überall vorkommen. Es 
gebe viele Möglichkeiten für ein Motiv, der Beschuldigte habe in seiner Einvernah-
me auch etwas dazu gesagt. 

Betreffend die Würdigung der Aussagen des Beschuldigten sei es generell un-
glaublich, in welchem Detail auf praktisch jedem theoretisch nur möglichen Wider-
spruch herumgeritten und Lügenkriterien konstruiert worden seien. So seien bei-
spielsweise bei Distanzangaben Widersprüche ausgeführt worden, obwohl die Ab-
weichungen geringer ausgefallen seien als beim Privatkläger. Ungleich und spitz-
findig sei zudem, dass der Beschuldigte auf seinen Erstaussagen behaftet werde, 
beim Privatkläger hingegen Unterschiede mit dem fehlenden Erinnerungsvermögen 
erklärt würden. Fast eine ganze Seite lang werde zudem auf dem Thema «Rück-
spiegel» herumgeritten. Die Aussagen des Beschuldigten würden zerpflückt und es 
werde dargelegt, dass er das Lichthupen gar nicht habe sehen können. Dabei habe 
die Vorinstanz in viele Richtungen gemutmasst. Das dynamische Geschehen wer-

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de in allen Details analysiert und es werde versucht, den Beschuldigten als un-
glaubhaft darzustellen. Dabei sei das Einzige, was er ausgesagt habe, dass er das 
Lichthupen im Rückspiegel gesehen habe, was völlig logisch und lebensnah sei. 

Den Gipfel würden jedoch die abenteuerlichen Berechnungen der Vorinstanz ab 
S. 17 des Motivs darstellen. Sie stützte sich hierfür auf irgendwelche Prämissen, 
die gerade so gut anders sein könnten. So könne man doch beispielsweise nicht 
einfach davon ausgehen, dass der Beschuldigte nicht schneller als die erlaubte 
Geschwindigkeit gefahren sei. Insgesamt seien diese Berechnungen willkürlich, ak-
tenwidrig, würden gegen den Grundsatz «in dubio pro reo» verstossen und seien 
spitzfindig, weil der Beschuldigte immer nur von ungefähren Angaben gesprochen 
habe. 

Die Vorinstanz habe die Aussagen des Beschuldigten zum Vorfall der Drohung als 
karg bezeichnet, obwohl er und der Privatkläger in etwa gleichviel gesagt hätten, 
was sich aus dem Vergleich der Zeilenanzahl ergebe. Jeder habe geschildert, was 
aus seiner Sicht passiert sei. Für den Beschuldigten habe es einfach nicht mehr zu 
sagen gegeben. 

Aus all diesen Ausführungen gehe hervor, dass die Aussagen beider Beteiligter 
letztlich etwa gleich glaubwürdig oder unglaubwürdig seien. Diesfalls gelte aber der 
in dubio-Grundsatz und es sei zugunsten des Beschuldigten auf seine Aussagen 
abzustellen. Er sei deshalb von sämtlichen Vorwürfen freizusprechen. 

9. Beurteilung durch die Kammer

Die Kritik der Verteidigung am erstinstanzlichen Motiv ist teilweise nachvollziehbar. 
So erhielt auch die Kammer den Eindruck, dass die Vorinstanz das Aufkommen 
von Zweifeln an der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers bzw. an der 
Unglaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten unbedingt vermeiden wollte. 
Dies führte dazu, dass die Aussagen der beiden Beteiligten teilweise tatsächlich 
nicht mit gleichem Massstab gewürdigt worden sind. So entkräftete sie mögliche 
Unstimmigkeiten in den Aussagen des Privatklägers sofort, begründete unter-
schiedliche Angaben mit nachlassendem Erinnerungsvermögen und suchte Er-
klärungen für allfällige Widersprüche. Im Gegensatz dazu zerpflückte sie die Aus-
sagen des Beschuldigten regelrecht, fand in jeder Abweichung ein relevanter Wi-
derspruch und behaftete ihn auf Zahlen, die naturgemäss nur Schätzungen sein 
können. Fand sie in seinen Aussagen Realitätskriterien, sprach sie ihnen die Rele-
vanz sofort wieder ab. So führte sie beispielsweise aus, der Detailreichtum bezüg-
lich der gefahrenen Strecke sei unbeachtlich, weil er diese Strecke gut kenne. Oder 
glaubhafte Aussagen beträfen nur das Rahmengeschehen. Nicht abgestellt werden 
kann zudem auf die von der Vorinstanz vorgenommenen Berechnungen auf pag. 
154, welche grossmehrheitlich auf Annahmen basieren (so beispielsweise, das der 
Beschuldigten beim Überholmanöver nicht mehr als die erlaubten 80 km/h gefah-
ren sei). 

Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, kommt die Kammer jedoch, nach ei-
gener Würdigung der Aussagen des Beschuldigten und des Privatklägers, zum im 
Ergebnis gleichen Resultat wie die Vorinstanz. 

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9.1 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz erachtete die äusseren Rahmenbedingungen der Vorfälle aufgrund 
übereinstimmender Aussagen beider Parteien als erstellt. Sie führte als unbestrit-
tenen Sachverhaltsteil zutreffend Folgendes aus (pag. 145):

«So wird von den beiden Beteiligten übereinstimmend ausgesagt und ist damit unbestritten, dass der 
Beschuldigte und der Privatkläger hintereinander in einer Autokolonne von Zweisimmen her talaus-
wärts gefahren sind und dass die Fahrzeuge in der relativ engen Rechtskurve eingangs Weissenbach 
[recte: Garstatt] mit einer Geschwindigkeit von ca. 50-60km/h unterwegs waren. Es ist des Weiteren 
unbestritten, dass der Beschuldigte den Privatkläger kurz danach in der leichten Linkskurve überholt 
hat, dass der Privatkläger darauf mit akustischem und Lichthupen reagierte und dass der Beschuldig-
te daraufhin weitere Fahrzeuge überholt hat.

Auch unbestritten ist, dass die Fahrzeuge in der Autokolonne wegen geschlossenen Schranken vor 
dem Bahnübergang warten mussten und dass der Privatkläger bei dieser Gelegenheit zum Beschul-
digten ging, um ihn auf sein angebliches Fahrverhalten anzusprechen. Der Beschuldigte öffnete für 
die Unterhaltung das Seitenfenster auf der Fahrerseite. Es folgte eine Auseinandersetzung über die 
Geschwindigkeit, mit welcher der Beschuldigte das Überholmanöver ausführte. Der Privatkläger 
schrieb sich danach die Autonummer des Beschuldigten auf und ging zum Lastwagen zurück.

Weiter unbestritten ist bzw. kann gestützt auf die glaubhaften Aussagen der beiden Beteiligten so an-
genommen werden, dass der Beschuldigte zum Zeitpunkt des Vorfalls von seiner Arbeitsstelle unter-
wegs nach Hause und ins Wochenende war. Der Privatkläger hingegen hatte beruflich bedingt mit 
seinem Lastwagen eine Fahrt von Rothenburg in die Lenk und retour auszuführen.»

Weiter ist unbestritten, dass sich der Beschuldigte am Steuer eines Mercedes-Benz 
E350 CGI befand, während der Privatkläger einen Lastwagen der Marke IVECO 
steuerte (pag. 2). Auch der Ort des Überholmanövers ist unbestritten (pag. 112 Z. 5 
ff. und pag. 8). Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigten bzw. 
präzisierten die Parteien auf Vorhalt einer Landkarte den Ort des Überholmanövers 
noch (pag. 210 Z: 57 ff. und pag. 214 Z. 248 ff. und pag. 223). Die im unbestritte-
nen Sachverhalt erwähnten, weiteren Überholmanöver des Beschuldigten sind 
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, hatten jedoch zur Folge, dass sich 
der Privatkläger am Bahnübergang nicht direkt hinter dem Beschuldigten befand. 
Die beiden fuhren nach dem Überholmanöver in einem Konvoi von mehreren Fahr-
zeugen, bis sie durch die geschlossene Kolonne des Bahnübergangs bei Weissen-
bach zum Anhalten gezwungen wurden. 

Bestritten ist demgegenüber, ob der Beschuldigte nach dem Überholen derart 
knapp vor dem Privatkläger in die fahrende Kolonne wiedereinbog, dass dieser da-
durch behindert wurde und stark bremsen musste. Weiter ist bestritten, ob der Be-
schuldigte anschliessend nach akustischer Hupe und Lichthupe durch den Privat-
kläger ohne sachlichen Grund brüsk mittelstark bremste, womit der Privatkläger ein 
zweites Mal zum Abbremsen gezwungen wurde. Ebenfalls bestritten ist, ob der Be-
schuldigte dem Privatkläger, nachdem dieser ihn am offenen Fahrzeugfenster zur 
Rede gestellt hatte, sagte: «Wenn dä nid sofort wieder istigsch, polier i dir d’Fresse 
vor au dene Lüt!».

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9.2 Allgemeine theoretische Grundlagen zur Beweiswürdigung und insbesondere 
zur Aussagenanalyse

Zur Abklärung des bestrittenen Sachverhalts sind ausschliesslich die divergieren-
den Aussagen der beiden Parteien vorhanden. In einer solchen Situation sind die 
beiden Aussagen auf ihre Glaubhaftigkeit zu überprüfen. 

Für die allgemeinen theoretischen Grundalgen zur Beweiswürdigung und zur Aus-
sagenanalyse wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
(pag. 141 ff.). 

9.3 Aussagen des Privatklägers

Der Privatkläger brachte die Geschehnisse vom 4. September 2015 unmittelbar 
danach auf dem Stützpunkt Gesigen zur Anzeige (vgl. Anzeigerapport pag. 1 f.). Er 
gab in seinen Erstaussagen zum hier relevanten Geschehen zusammengefasst zu 
Protokoll, er sei heute Nachmittag mit dem LKW von Zweisimmen Richtung Spiez 
gefahren (pag. 6 Z. 20 ff.). Da er bei einer Lichtsignalanlage habe warten müssen, 
sei er im Konvoi gefahren. Nach einer Rechtskurve eingangs Weissenbach habe 
ihn ein PW mit stark überhöhter Geschwindigkeit überholt. Der PW habe sich vor 
ihn gedrängt und stark abgebremst. Dadurch sei er ebenfalls zu einer starken 
Bremsung genötigt worden. Um den Fahrer auf sein Fehlverhalten aufmerksam zu 
machen, habe er akustisch und mit der Lichthupe gehupt, wobei der Fahrer mit ei-
nem weitern Bremsmanöver geantwortet habe. Diese zweite Bremsung sei unnötig 
gewesen und nur zu seiner Schikane erfolgt. Er müsse hier aber sagen, dass diese 
Bremsung etwa mittelstark erfolgte sei, er habe genügend Zeit gehabt, sein Fahr-
zeug abzubremsen. Die Gefahr einer Auffahrkollision habe nicht bestanden. 

Diese Schilderung erfolgt nicht übertreibend und «schont» den Beschuldigten, in-
dem er die «Schikane-Bremsung» (nicht «Schikane-Stopp», wie fälschlicherweise 
im Anzeigerapport und auch im Strafbefehl steht, pag. 1 und pag. 21) als nicht 
dramatisch schildert. Zudem gab er auch an, es habe keinen Gegenverkehr ge-
habt, da ja die Bahnschranke weiter Richtung Weissenbach bereits geschlossen 
gewesen sei (pag. 6 Z. 48); auch damit «schont» er den Beschuldigten, indem er 
dessen Handlungsweise nicht als unnötig schlimm darstellt. Dies lässt die Aussa-
gen des Privatklägers – entgegen der Auffassung der Verteidigung – als glaubhaft 
erscheinen; wer einen andern fälschlicherweise beschuldigen will, lässt keine Ge-
legenheit aus, dessen Verhalten so drastisch wie möglich zu schildern. Auf die 
Möglichkeit, den Beschuldigten weiter zu belasten, ging der Privatkläger zudem 
nicht ein. Er erklärte, nicht sagen zu können, ob der Beschuldigte nach dem 
Bahnübergang weiterhin so schnell und massiv überholt habe, da er mit seinem 
LKW langsamer gefahren sei als die vor ihm fahrenden Fahrzeuge (pag. 6 Z. 41 
ff.). Auch glaubte er nicht, dass es beim Überholort eine Sicherheitslinie gebe, war 
sich bei diesem Umstand jedoch nicht sicher (pag. 6 Z. 49). Auch diese differen-
zierten Aussagen sprechen gegen eine erfundene Belastung des Beschuldigten.

Der Ablauf der geschilderten Ereignisse erscheint zudem logisch-konsistent: 
Zunächst seien sie nach dem Baustellenlichtsignal im Konvoi gefahren, nach einer 
Rechtskurve eingangs Weissenbach habe ihn der Beschuldigte mit stark überhöh-
ter Geschwindigkeit überholt und sich vor ihn reingedrängt und stark abgebremst, 

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so dass auch er habe stark bremsen müssen, er habe gehupt und die Lichthupe 
betätigt, worauf der Beschuldigte ohne jeden sachlichen Grund nochmals auf die 
Bremse gestanden sei. Der so geschilderte Vorgang ist nachvollziehbar und wird 
auch vom Beschuldigten später – abgesehen vom Reindrängen und Schikane-
Bremsen – sehr ähnlich geschildert. 

Weiter gab der Privatkläger zu Protokoll, dass er beim geschlossenen Bahnüberg-
ang ausgestiegen und zum Beschuldigten gegangen sei, um ihn zur Rede zu stel-
len (pag. 6 Z. 33 ff.). Er habe in wörtlich gefragt: «Was söu das?» Der Beschuldigte 
habe die Seitenscheibe fahrerseitig herunter gelassen und ihm geantwortet: «Wenn 
dä nid sofort wieder istigsch, polier i dir d Fresse vor au dene Lüt!» Ob er eine 
Drohgeste gemacht habe, könne er nicht sagen. Des Weiteren habe er noch ge-
sagt, dass er, dort wo 80 km/h erlaubt seien, auch 80 km/h fahre. Diese Schilde-
rung des Ereignisses erfolgte unter Wiedergabe von direkter Rede, was tendenziell 
für die subjektive Wahrheit spricht. Hier kommt dazu, dass die Äusserung originell 
und zur Situation passend erscheint («vor au dene Lüt», womit die vor der Schran-
ke wartenden Automobilisten gemeint waren).

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 17. August 2016 wurde der Privatkläger we-
sentlich detaillierter einvernommen als bei seiner Erstbefragung (pag. 105 ff.). Er 
bestätige dabei seine bisherigen Aussagen. Auf Frage, wie es dazu gekommen sei, 
dass er eine Anzeige bei der Polizei deponiert habe, führte der Privatkläger aus, 
erstens einmal sei es die Fahrweise des Beschuldigten gewesen, welche er nicht 
habe akzeptieren können. Dann die Ausbremserei von ihm und anderen Fahrzeu-
gen, das Überfahren von ausgezogenen Linien, das schnellere Fahren als die er-
laubten 80 km/h und dann der Vorfall, als er ausgestiegen sei beim Bahnübergang. 
Als er den Beschuldigten auf diese Fahrweise angesprochen habe, habe dieser 
ihm gesagt: «wet nid grad sofort wieder istigsch, de pollieri dir vor allne Lüt d Fres-
se». Da habe er sich bedroht gefühlt. Als er zurückgegangen sei, habe er von den 
anderen Fahrzeugführern her Applaus bekommen. Er sei dann in den Lastwagen 
eingestiegen, zum Autobahnpolizeiposten Spiez gefahren und habe dort die Anzei-
ge aufgegeben (pag. 105 Z. 24 ff.). Er schilderte weiter ausführlich, an welcher 
Stelle er wie schnell gefahren sei (pag. 106 Z. 6 ff.). In der Autokolonne habe es 
keine grossen Lücken gegeben, weil sie alle vom Baustellen-Lichtsignal her ge-
kommen seien. Es habe den normalen Abstand gegeben, wie man ihn gemäss Ta-
choanzeige haben solle. Der Beschuldigte sei direkt hinter ihm gefahren. Der Ab-
stand zwischen ihm und dem vor ihm fahrenden Auto habe, unmittelbar bevor der 
Beschuldigte mit seinem Überholmanöver begonnen habe, ca. 20 bis 30 m betra-
gen (pag. 106 Z. 28 ff.). Auf Frage, wie schnell der Beschuldigte während des 
Überholmanövers gefahren sei, gab der Privatkläger an, er würde sagen zwischen 
80 und 100 km/h. Er selber sei zwischen 70 und 80 km/h gefahren nach der 
Rechtskurve, während des Überholmanövers (pag. 106 Z. 41 ff.). Der Beschuldigte 
sei viel zu schnell gewesen und habe auf die anderen aufgeschlossen. Er (der Pri-
vatkläger) habe dann abbremsen müssen und habe ihm ein Lichthupen gegeben, 
worauf der Beschuldigte wieder auf die Bremse gestanden sei. Später präzisiert 
der Privatkläger, als der Beschuldigte vor ihm gewesen sei, habe er sowohl akus-
tisch wie auch mittels Licht gehupt (pag. 108 Z. 1 f.). 

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Auch diese Schilderungen sind insgesamt logisch-konsistent; insbesondere macht 
Sinn, dass der Privatkläger die Hupe und Lichthupe erst als Reaktion auf das Ver-
halten des Beschuldigten betätigte bzw. als er feststellte, dass er wegen des zu 
knapp gewordenen eigenen Abstands zum Beschuldigten stark abbremsen muss-
te. Dies deutet darauf hin, dass der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt vor den Pri-
vatkläger fuhr oder zumindest bereits sein geplantes Wiedereinspuren anzeigte. 

Auch in dieser Befragung belastete der Privatkläger den Beschuldigten nicht über-
mässig. So habe er an, dass sein Lastwagen im Leerzustand zwar extrem schnell 
beschleunigen könne, dass dies aber nicht heisse, dass der Beschuldigte beim 
Überholmanöver zu wenig Zeit zum Beschleunigen gehabt habe (pag. 107 Z. 37 
ff.). Auf die Frage, um wieviel er nach der Schikane-Bremsung habe herunterbrem-
sen müssen, führte der Privatkläger aus, um ca. 10 km/h, weil es ja genug Platz 
gehabt habe. 

Detailliert beschrieb der Privatkläger dann nochmals, wie er den Beschuldigten an-
gesprochen habe. Dieser sei «irgendetwas am lesen» gewesen und habe dann zu 
ihm hochgeschaut (pag. 108 Z. 41 f.). Wiederum in direkter Rede schilderte er, wie 
der Beschuldigte dann gesagt habe: «wet iz nid sofort istigsch, polieri dir vor au 
dene Lüt da d Frässe« und «wo 80 isch fahri o 80». Er habe dies als Bedrohung 
aufgefasst, als Gewaltandrohung. Er habe so reagiert, dass er einen Schritt retour 
gemacht habe, hinters Auto gegangen sei und dort die Nummer aufgeschrieben 
habe (pag. 108 Z. 41 ff.). Der Privatkläger bestritt weiter, den Beschuldigte selber 
angeschrien zu haben und wütend gewesen zu sein (pag. 109 Z. 14 ff.).

Im Rahmen der Berufungsverhandlung vom 16. Juni 2017 wurde der Privatkläger 
erneut befragt (pag. 209 ff.). Dabei bestätigte er wiederum die bereits gemachten 
Aussagen (pag. 209 Z. 39 ff.). Auf Vorhalt der Aussage des Beschuldigten, wonach 
es vor dem Lastwagen eine Lücke von 60 bis 80 m gegeben habe, führte der Pri-
vatkläger aus, dies glaube er nicht. Und wenn, dann sei der Beschuldigte massiv 
zu schnell gekommen, dass er ihn noch habe runter bremsen müssen. So mit 
120/130 km/h. Der Beschuldigte habe ja mal gesagt, er habe das Pedal voll durch-
gedrückt. Er bleibe bei seinen Aussagen von 30-40 m (pag. 211 Z. 98 ff.). Auf Vor-
halt des Widerspruchs in seinen Aussagen betreffend das Vorhandensein einer Si-
cherheitslinie und auf die Frage, ob er diese Aussagen erklären könne, führte der 
Privatkläger aus, das könne er nicht mehr sagen. Er fahre mindestens einmal in der 
Woche dort durch. Es sei zum Teil eine gezogene Linie, dann sei sie wieder offen. 
Es gehe ihm aber nicht um das. Er habe glaublich auch gesagt, dass es für ihn in 
diesem Fall nicht relevant sei (pag. 211 Z. 107 ff.).

Zusammenfassend ist zu den Aussagen des Privatklägers festzuhalten, dass 

- sie logisch-konsistent sind und keine unauflöslichen Widersprüche aufwei-
sen; 

- sich daraus keinerlei Motiv für eine Falschbeschuldigung ergibt. Insbesonde-
re ein pekuniäres Motiv ist nicht vorhanden, im Gegenteil: der Privatkläger 
verlor noch viel Zeit mit der Meldung bei der Polizei. Weiter gibt keinen Hin-
weis auf eine messianische Verfolgung von Strassenverkehrssündern beim 
Privatkläger;

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- der Privatkläger den Beschuldigten mit seinen differenzierten Äusserungen, 
insbesondere diejenigen der (buchstäblich!) ersten Stunde, nicht unnötig be-
lastet hat;

- ihre Entstehungsgeschichte sowie ihre weitere Entwicklung keine Hinweise 
auf Suggestion oder Irrtum ergeben.

Für die Untersuchung der Strukturgleichheit liegen zu wenig Aussagen vor. Immer-
hin fallen die Schilderungen beim Kerngeschehen im Vergleich mit den Aussagen 
zum Rahmengeschehen gerade nicht durch Kargheit auf. 

Der Verteidigung ist zuzustimmen, soweit sie geltend macht, es liege in den Aus-
sagen des Privatklägers bezüglich der vom Beschuldigten gefahrenen Geschwin-
digkeit sowie den Abständen zwischen den beiden Fahrzeugen keine besondere 
Konstanz vor. Entsprechend kann dies – entgegen den Ausführungen der Vorin-
stanz – nicht als Glaubhaftigkeitskriterium bezeichnet werden. Die vorhandene Ab-
weichung in den Angaben lässt die Aussagen des Privatklägers aber auch nicht als 
unglaubhaft erscheinen; so liegt es in der Natur der Sache, dass Geschwindigkei-
ten und Distanzangaben äusserst schwierig zu schätzen sind. Die Abweichung der 
vom Privatkläger geschätzten Distanz zum voranfahrenden Fahrzeug vor dem 
Überholmanöver des Beschuldigten von einmal 20-30 m (pag. 206 Z. 28 ff.) und 
einmal 30-40 m (pag. 211 Z. 98 ff.) weist daher nicht auf eine unglaubhafte Aussa-
ge hin.

Die unterschiedlichen Angaben des Privatklägers betreffend die Sicherheitslinie, 
anhand welcher die Verteidigung eine Aggravationstendenz ausmacht, sind etwas 
zu relativieren. So gab dieser in seiner ersten Befragung an, soviel er wisse, sei 
dort keine Sicherheitslinie gewesen. Er fügte dann sogleich an, dass er sich aber 
nicht sicher sei. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nannte der Pri-
vatkläger das Überfahren von ausgezogenen Linien dann als einer der Gründe, 
weshalb er eine Anzeige bei der Polizei deponiert hat. Diese Angabe bildet zwar 
einen Widerspruch zu seiner Erstaussage und die Kammer geht davon aus, dass 
das Überfahren der Sicherheitslinie kein Grund für die Anzeigeerstattung war. Die 
Glaubhaftigkeit seiner übrigen Aussagen, insbesondere der bereits bei der Polizei 
genannten Gründe für die Anzeigeerstattung, beeinträchtigt dies jedoch nicht. Im 
Rahmen der oberinstanzlichen Befragung erklärt sich der Privatkläger dann dahin-
gehend, dass die Linie zum Teil gezogen und zum Teil offen ist. Er stellt gleichzei-
tig klar, dass es ihm aber nicht um dieses allfällige Überfahren gegangen sei. Eine 
Aggravationstendenz lässt sich mithin nicht wirklich ausmachen.

Die Kammer kommt deshalb im Ergebnis wie bereits die Vorinstanz zum Schluss, 
dass die Aussagen des Privatklägers glaubhaft erscheinen. 

9.4 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte schilderte den Vorfall anlässlich seiner ersten Einvernahme bei 
der Polizei am 18. September 2015 zusammengefasst wie folgt (pag. 9 Z. 16 ff.): Er 
sei von Zweisimmen her talauswärts in einer Kolonne von zirka 10 Fahrzeugen mit 
zirka 50 bis 60 km/h gefahren. Als kurz vor Weissenbach die Geschwindigkeitsbe-
grenzung aufgelöst worden sei, habe er zweimal überholt. Das erste Mal sei zirka 
500 m vor dem Bahnübergang gewesen. Als er dann gesehen habe, dass die Stre-

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cke immer noch frei gewesen sei, habe er nochmals überholt. Er habe die Fahr-
zeuge mit zirka 80 bis 85 km/h überholt. Auf Vorhalt, er habe den Privatkläger beim 
Wiedereinbiegen behindert, führte der Beschuldigte aus, dies sei absoluter Blöd-
sinn (pag. 10 Z. 33 ff.). Der Abstand vom LKW-Fahrer zu den anderen Fahrzeugen 
sei gross genug gewesen, denn dieser habe aus der Kurve hinaus nicht beschleu-
nigen können. Schon während des Überholmanövers habe der Privatkläger akus-
tisch und mittels Licht gehupt. Er wisse nicht, wie er ihn bei seinem Manöver hätte 
behindern sollen. Der Beschuldigte verneinte weiter, einen Schikane-Stopp vorge-
nommen zu haben (pag. 10 Z. 40 ff.). Er sei nach dem Überholen normal eingebo-
gen. Auch danach habe er nicht brüsk oder aus Schikane gebremst. Als er dann 
vor dem Bahnübergang gewartet habe, habe er den Privatkläger im Rückspiegel 
gesehen. Dieser sei zu ihm gekommen und habe an das Seitenfenster geklopft. Er 
(der Privatkläger) habe nur geschrien und sei sehr wütend gewesen. Er habe ihn 
beschwichtigt und ihm gesagt, dass er normal gefahren sei. Als der Privatkläger 
dann immer noch nicht habe gehen wollen, habe er zu ihm gesagt «hau ab!». Da-
nach habe er ihn ignoriert. Der Privatkläger habe dann noch die Nummer seines 
Kontrollschildes geschrien und dass die Sache noch nicht fertig sei. Auf Vorhalt der 
angeblichen Äusserung gegenüber dem Privatkläger verneinte der Beschuldigte, 
den Privatkläger je bedroht zu haben. 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 17. August 2016 bestätigte 
der Beschuldigte seine bei der Polizei gemachten Aussagen (pag. 111 ff.). Er fahre 
die fragliche Strecke zweimal die Woche. Am Tag des Vorfalls sei er auf dem 
Heimweg gewesen (pag. 112 Z. 1 ff.). Sie seien bei der Ampel gestanden, da sei er 
auf die Kolonne aufgefahren. In der Rechtskurve könne man nicht schneller als 50 
oder 60 km/h fahren, auch wenn die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h wäre. Nach 
der Rechtskurve sei er noch ein Stück geradeaus gefahren, er habe ca. 300 m weit 
gesehen und gesehen, dass niemand entgegengekommen sei. Ca. 40 m nach der 
Rechtskurve habe er angefangen zu beschleunigen, dies gehe mit seinem Auto 
ziemlich schnell. Er habe voll auf das Gas gedrückt, um zu beschleunigen, da 
komme er auf ca. 80 km/h. In der Kurve habe er gesehen, dass zwischen Camion 
und Fahrzeuge genügend Abstand gewesen sei. Die Fahrzeuge in der Kolonne 
seien immer ein bisschen gefahren, dann wieder gebremst und wieder gefahren. 
Die Lücke vom dem LKW sei 60 bis 80 m gewesen. Bei dieser Lücke vor dem Ca-
mion habe er ohne Stress überholen können. Es sei weit und breit kein Fahrzeug 
entgegengekommen. Als er ihn am Überholen gewesen sei, habe der Privatkläger 
bereits akustisch und lichtgehupt. Er habe das im Rückspiegel gesehen und gehört, 
als er auf der Höhe des Privatklägers gewesen sei. In den Rückspiegel habe er ge-
schaut, weil wenn er ja wieder einspuren wolle, müsse er ja schauen, ob dies rei-
che, um einbiegen zu können (pag. 112 Z. 13 ff.). 

Der Abstand zum LKW beim Wiedereinbiegen habe sicher 40 bis 50 m betragen. 
Die Lücke zwischen ihm und dem vor ihm fahrenden Fahrzeug sei am Anfang vom 
Wiedereinbiegen vielleicht 60 m gewesen, dann nach dem Einbiegen noch ca. 30 
m. Er habe dann auf die Geschwindigkeit runter gebremst, in welcher die Kolonne 
gefahren sei. Es seien nie 80 km/h gewesen (pag. 113 Z. 23 ff.). Auf Frage 
bestätigte der Beschuldigte, er habe abbremsen und seine Geschwindigkeit an je-
ne der Kolonne anpassen müssen. Schätzungsweise seien dies ca. 60 km/h gewe-

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sen. Die angebliche Behinderung des Privatklägers sei dessen Erfindung (pag. 113 
Z. 45). Er habe auch kein zweites Bremsmanöver gemacht, die S-Kurve und so sei 
alles relativ kurz (pag. 114 Z. 16). 

Beim geschlossenen Bahnübergang habe er in seinen Golfregeln gelesen, als er 
im Rückspiegel eine Person gesehen habe, da habe er den Privatkläger noch nicht 
erkannt. Dieser habe dann an die Scheibe geklopft und ihn angeschrien, er sei viel 
zu schnell gefahren und irgendetwas. Er (der Beschuldigte) habe dann die Scheibe 
heruntergelassen und ihm gesagt, dass er 80 km/h gefahren sei. Der Privatkläger 
habe dann weitergemacht, worauf er ihm nur gesagt habe, er solle abhauen. Er 
habe ihm zuerst probiert zu erklären, dass er nur 80 km/h gefahren sei. Der Privat-
kläger habe dann weiter gewettert und dann habe er (der Beschuldigte) ihm ge-
sagt, er solle abhauen. Er (der Beschuldigte) habe dann die Scheibe geschlossen 
und demonstrativ weitergelesen (pag. 114 Z. 32 ff.). Auf Vorhalt seiner Aussagen, 
wonach er nach dem Wiedereinbiegen nach dem Überholmanöver auf ca. 60 km/h 
abgebremst habe und ob der Privatkläger deswegen auch habe bremsen müssen, 
führte der Beschuldigte aus, er habe keine Ahnung. Wenn der Privatkläger den Si-
cherheitsabstand eingehalten habe, dann nicht (pag. 115 Z. 33 ff.).

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung bestätigte der Beschuldigte seine 
bisherigen Ausführungen. Er präzisierte auf einem Kartenausdruck den Ort des 
Überholmanövers und gab an, dort, wo er angefangen habe zu überholen, überbli-
cke man die weitere Strecke auf rund 200 m (pag. 214 Z. 233 ff.). Auf die Frage, 
wie es möglich sei, dass er den Privatkläger bzw. sein Lichthupen im Rückspiegel 
gesehen habe, wenn er mit ihm auf gleicher Höhe gewesen sei, führte der Be-
schuldigte aus, dass man beim Einbiegen die Lichter im Rückspiegel sehe. Schon 
beim Überholen habe der Privatkläger gehupt. Als er dann wieder eingebogen sei, 
habe er im Rückspiegel gesehen, dass er lichtgehupt habe. Beim Verlesen ergänz-
te der Beschuldigte seine Aussage dahingehend, dass er natürlich den Aussen-
spiegel und nicht den (Innen-)Rückspiegel meine (pag. 214 Z. 255 ff.). Er sei nicht 
überrascht gewesen, als er nach dem Überholen beim Wiedereinbiegen auf die 
Geschwindigkeit der Kolonne habe runter bremsen müssen. Dies sei der normale 
Vorgang beim Überholen. Er wisse, dass der Camion dort nicht schnell fahren kön-
ne. Er habe also überholt und sei dann wieder ganz normal eingebogen. Er habe 
seine Geschwindigkeit vom Überholmanöver wieder an jene der Kolonne ange-
passt und dafür gebremst (pag. 215 Z. 267 ff.).

Das äussere Rahmengeschehen wird vom Beschuldigten im Wesentlichen gleich 
beschrieben wie vom Privatkläger. Auch seine diesbezüglichen Aussagen enthal-
ten zahlreiche Details (beispielsweise Lichtsignalanlage vor der Baustelle, Kolon-
nenverkehr, Lesen beim Bahnübergang etc.). Kein relevanter Widerspruch ist in 
den Aussagen des Beschuldigten zu den Distanzen und Geschwindigkeiten zu er-
blicken. Wie in diesem Zusammenhang bereits zu den Aussagen des Privatklägers 
ausgeführt wurde, liegen solche Abweichungen in der Natur der Sache und lassen 
keine Rückschlüsse auf die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu. 

Betreffend die angebliche Behinderung des Privatklägers beim Wiedereinbiegen 
fällt auf, dass der Beschuldigte es etwas übertrieben als «absoluten Blödsinn» be-
zeichnet, den Privatkläger beim Wiedereinbiegen zum Bremsen gezwungen zu ha-

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ben, zumal er selber angibt, nach dem Wiedereinbiegen auf die langsamere Ge-
schwindigkeit der Kolonne heruntergebremst zu haben. Damit räumt der Beschul-
digte nämlich ein, dass er vor dem LKW durchaus bremste, womit die Möglichkeit 
einer Behinderung – insbesondre beim Überholen im Kolonnenverkehr – ohne wei-
teres gegeben ist. Hier kommt nun dazu, dass der Beschuldigte einschränkend der 
Auffassung ist, der Privatkläger habe bei seinem Einbiegen dann nicht bremsen 
müssen, wenn er den Sicherheitsabstand eingehalten habe. Offensichtlich ist, dass 
sich der Sicherheitsabstand durch das Einbiegen eines zusätzlichen Fahrzeuges 
vor den LKW des Privatklägers massiv verringert, so dass eine Bremsung nötig 
wird – und das ist eben eine Behinderung. Diese Möglichkeit – die sich übrigens 
häufig ergibt, wenn im Kolonnenverkehr wie hier überholt wird, weshalb das SVG in 
Art. 35 Abs. 2 eine Sondernorm für das Überholen im Kolonnenverkehr enthält - als 
«absoluten Blödsinn» zu bezeichnen, deutete auf Gegenangriff und damit auf ein 
Lügensignal hin.

Nicht negativ ausgelegt werden können dem Beschuldigten seine Schilderungen 
betreffend Hupen und Lichthupen (anders die Vorinstanz auf pag. 153). Zum einen 
stellte der Beschuldigte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung richtig, dass 
er mit Rückspiegel eigentlich seinen Seitenspiegel gemeint habe (welche gemäss 
Art. 112 Abs. 1 der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassen-
fahrzeuge [VTS; SR 741.41] technisch ebenfalls Rückspielgel sind). Zum anderen 
liegt zwischen den Aussagen des Privatklägers, er habe zuerst gebremst und dann 
gehupt und jenen des Beschuldigten, der Privatkläger habe bereits gehupt, als er 
noch am überholen gewesen sei, kein unlösbarer Widerspruch: Beim Vorgefallenen 
handelte es sich um ein sehr schnelles und dynamisches Geschehen. So ist es gut 
möglich, dass der Privatkläger noch während des Überholmanövers des Beschul-
digten – weil er genau sah, was kommen würde und deshalb bereits Platz machte 
– abbremste und anschliessend hupte. 

Was die beiden anderen strittigen Szenen betrifft (Schikane-Bremsen und Dro-
hung) belässt es der Beschuldigte bei einer Bestreitung. 

9.5 Würdigung der einzelnen Vorwürfe und rechtserheblicher Sachverhalt

Sowohl die Aussagen des Privatklägers als auch jene des Beschuldigten zum 
Rahmengeschehen vom 4. September 2015 sind als grundsätzlich glaubhaft zu 
bezeichnen. Hinsichtlich der strittigen drei Punkte (Behinderung beim Wiederein-
biegen, Schikane-Bremsung sowie Drohung) gelangt die Kammer jedoch zu der 
Überzeugung, dass es sich jeweils wie vom Privatkläger geschildert zugetragen 
hat. 

Bezüglich der Behinderung des Privatklägers beim Wiedereinbiegen des Beschul-
digten sind grundsätzlich die Aussagen beider Parteien nachvollziehbar. Insbeson-
dere schildern beide Beteiligten, dass der Beschuldigte beim Wiedereinspuren 
deutlich abbremsen musste, um sein Tempo jenem der Kolonne anzupassen. So 
will der Beschuldigte mit 80-85 km/h überholt haben (pag. 10 Z. 24), um anschlies-
send nach dem Wiedereinbiegen auf das Kolonnentempo von ca. 60 km/h abzu-
bremsen (pag. 113 Z. 39). Aufgrund der unbestrittenermassen erfolgten Reaktion 
des Privatklägers – hupen und lichthupen – ist die Kammer davon überzeugt, dass 

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es dabei zu seiner Behinderung gekommen sein muss. Es muss für den erfahrenen 
Berufschauffeur, der es sich gewohnt ist, im LKW von schnelleren Fahrzeugen 
über holt zu werden, einen Anlass gegeben haben, dass er akustisch und mit Licht 
reagierte. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschuldigte es 
nicht einmal bemerkte, dass der Privatkläger wegen ihm abbremsen musste; die 
Kolonne war gemäss seinen eigenen Aussagen deutlich langsamer unterwegs als 
er selber, weshalb er sich im Moment des Wiedereinbiegens wohl auf seinen Vor-
dermann bzw. auf sein eigenes Abbremsen und nicht auf den Camion hinter sich 
konzentrierte. 

Bezüglich der Schikane-Bremsung stellt die Kammer vollumfänglich auf die Aussa-
gen des Privatklägers ab. Sie erklärt sich einerseits gerade durch das allfällige 
Nichtrealisieren der Behinderung durch den Beschuldigten, dem das Hupen des 
Privatklägers grundlos erscheinen mochte. Es ist zudem kein Grund ersichtlich, 
weshalb der Privatkläger einen solchen Vorfall erfinden sollte. Eine Falschbeschul-
digung kann aufgrund der sehr sachlichen, relativierenden Darstellung des Privat-
klägers ausgeschlossen werden. Von Anfang an betonte dieser, dass er nur mittel-
stark bremsen musste, dass er genügend Zeit dafür hatte und dass zu keinem 
Zeitpunkt die Gefahr einer Auffahrkollision bestand. Es ist unvorstellbar, dass der 
Privatkläger den Vorfall, würde er dem Beschuldigten etwas Erfundenes anhängen 
wollen, so abschwächen würde.

Hinsichtlich des Vorwurfs der Drohung ist festzuhalten, dass auch hier die Schilde-
rungen der beiden Beteiligten zum Geschehenen grundsätzlich identisch sind. Ein-
zige Ausnahme ist der umstrittene Satz, mit welchem der Beschuldigte den Privat-
kläger bedroht haben soll. Die diesbezüglichen Aussagen des Privatklägers sind 
äusserst glaubhaft. So gibt er den gesamten Gesprächsinhalt zwischen ihm und 
dem Beschuldigten wieder. Zudem wirkt der Hinweis «vor au dene Lüt» äusserst 
originell und passt zur Situation. Der Beschuldigte hingegen schildert kaum Ge-
sprächsinhalte, sondern führte einfach aus, der Privatkläger habe herumgeschrien 
und sei wütend gewesen. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Kammer als erstellt erachtet, dass der 
Beschuldigte den Privatkläger beim Wiedereinbiegen behindert hat, so dass dieser 
abbremsen musste. Nach dem der Privatkläger hupte und lichthupte, führte der 
Beschuldigte eine weitere Bremsung aus, die einzig der Schikane des Privatklägers 
diente. Es handelte sich dabei lediglich um eine mittelstarke Bremsung und es be-
stand zu keinem Zeitpunkt die Gefahr einer Auffahrkollision. Weiter geht die Kam-
mer davon aus, dass der Beschuldigte den Privatkläger, als dieser ihn an der ge-
schlossenen Bahnschranke zur Rede stellte, mit den Worten «Wenn dä nid sofort 
wieder istigsch, polier i dir d Fresse vor au dene Lüt!» bedrohte.

Offen bleibt, wie gross die genauen Abstände zwischen den Fahrzeugen zum Zeit-
punkt des Wiedereinbiegens bzw. der Schikane-Bremsung waren. Weder gestützt 
auf die Aussagen des Privatklägers, noch auf jene des Beschuldigten können dies-
bezüglich klare Feststellungen getroffen werden. In dieser Situation und angesichts 
der Unzuverlässigkeit derartiger Angaben erscheint es richtig, in dubio pro reo da-
von auszugehen, dass der Beschuldigte den Abstand vor dem Überholmanöver für 
hinreichend hielt, er dann den Privatkläger überholte und einbiegend seine Ge-

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schwindigkeit derart abbremsen musste, dass auch der nachfolgende Privatkläger 
zum Abbremsen gezwungen wurde. Diese Betrachtung lässt offen, ob sich der Be-
schuldigte bei der Beurteilung des Abstandes täuschte oder ob der Abstand sich 
vom Entschluss zu überholen bis zum Wiedereinbiegen aus verschiedenen mögli-
chen Gründen (Verlangsamen der Kolonne vorne oder Beschleunigen des LKWs 
des Privatklägers) verringert hatte. 

III. Rechtliche Würdigung

10. Zum Tatbestand der Drohung

Gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer jemanden durch schwere 
Drohung in Schrecken oder Angst versetzt. Die Vorinstanz fasste die Vorausset-
zungen des objektiven und subjektiven Tatbestand richtig zusammen, sodass an 
dieser Stelle darauf verwiesen wird (pag. 159 f.).

Weiter subsumierte die Vorinstanz den zu beurteilenden Vorfall wie folgt 
(pag. 160):

«Indem der Beschuldigte sagte, dass er dem Privatkläger „d‘Fresse poliere“, hat er mit einer Hand-
greiflichkeit gedroht. Der Tatbestand der schweren Drohung ist erfüllt, wenn der Privatkläger dadurch 
in Angst und Schrecken versetzt wurde. Durch die Aussage wurde es dem Privatkläger unwohl und er 
bekam es mit der Angst zu tun, worauf er einen Schritt zurücktrat. Auch wenn durch die plötzliche Er-
kenntnis der Gefahr kein grosser Schrecken vorlag, wurde der Privatkläger doch in Angst und Schre-
cken versetzt. Da der Beschuldigte ca. 10 cm grösser und knapp 20kg schwerer war als der Privat-
kläger, ist es objektiv nachvollziehbar, dass der Privatkläger die Aussage ernst nahm und deren Ver-
wirklichung befürchtete. Der objektive Tatbestand ist folglich erfüllt. 

Der Beschuldigte wusste, dass seine Worte Angst und Schrecken auslösen können und er nahm 
mindestens in Kauf, dass der Privatkläger einen Schrecken erleidet und er eingeschüchtert wird. Der 
Eventualvorsatz ist demnach erfüllt.»

Diesen korrekten Ausführungen schliesst sich die Kammer an. Ergänzend ist fest-
zuhalten, dass es sich bei den gesprochenen Worten um eine schwere Drohung 
handelt. Der Beschuldigte drohte dem Privatkläger mit einem tätlichen Angriff auf 
seine körperliche Integrität, insbesondere das Gesicht.

11. Zum Tatbestand der einfachen Verkehrsregelverletzung, mehrfach begangen

Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer die Verkehrsregeln des 
Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) oder Vollziehungsvorschriften des 
Bundesrates verletzt. Art. 90 Abs. 1 SVG setzt als objektiven Tatbestand die Ver-
letzung einer beliebigen Verkehrsregel voraus, die im SVG selbst – gemeint ist der 
gesamte 3. Titel des Gesetzes – oder in den vom Bundesrat erlassenen Vollzie-
hungsvorschriften, statuiert werden.

11.1 Einfache Verkehrsregelverletzung durch Behinderung beim Wiedereinbiegen 
nach Überholen

Unter der Marginale «Rechtsfahren» bestimmt Art. 34 Abs. 3 SVG, dass der Füh-
rer, der seine Fahrtrichtung ändern will, wie z.B. zum Abbiegen, Überholen, Einspu-

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ren und Wechseln des Fahrstreifens auf den Gegenverkehr und auf die ihm nach-
folgenden Fahrzeuge Rücksicht zu nehmen hat. Nach Art. 35 Abs. 2 SVG darf im 
Kolonnenverkehr nur überholen, wer die Gewissheit hat, rechtzeitig und ohne Be-
hinderung anderer Fahrzeuge wieder einbiegen zu können. Zudem muss beim 
Überholen auf die übrigen Strassenbenützer, namentlich auf jene, die überholt 
werden, besonders Rücksicht genommen werden (Art. 35 Abs. 3 SVG). Zur Rück-
sichtnahme auf die übrigen, namentlich auf die überholten Strassenbenützer, 
gehört die Pflicht mit dem Wiedereinbiegen zuzuwarten, bis für den überholten 
Verkehrsteilnehmer keine Gefahr mehr besteht (Art. 10 Abs. 2 Verkehrsregelver-
ordnung [VRV; SR 741.11). 

Muss der Überholte abbremsen, um den minimalen Sicherheitsabstand wiederher-
zustellen, dann ist der Überholende in unzureichendem Abstand wieder einge-
schwenkt und der Überholte wurde im Sinne von Art. 35 Abs. 3 SVG behindert 
(BGE 101 IV 225 E. 2b; BSK SVG-MAEDER, N. 37 zu Art. 35 SVG). 

Gemäss Art. 100 Ziff. 1 SVG genügt für Art. 90 Abs. 1 SVG leichte Fahrlässigkeit.

Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz, soweit diese vorrechnet, der Beschuldig-
te habe beim Einbiegen noch einen Abstand von 15 m zum nachfolgenden LKW 
gehabt, mithin klar zu wenig, um den Sicherheitsabstand «halber Tacho» plus Zu-
satz (da bei einem LKW höhere Abstände gelten), zu gewährleisten. Wie bereits in 
Ziff. II. hiervor festgehalten wurde, kann auf die Distanzangaben der Parteien nicht 
abgestellt werden. Die Berechnungen der Vorinstanz entbehren mithin jeder 
Grundlage. Gestützt auf das Ergebnis des Beweisverfahrens steht indes fest, dass 
der Privatkläger durch das Einbiegen des Beschuldigten behindert wurde, weil ers-
ter den Sicherheitsabstand zum zweiten nicht mehr einhalten konnte und deshalb 
zu einem Abbremsen gezwungen wurde. Damit ist der objektive Tatbestand erfüllt.

Für den subjektiven Tatbestand kann auf die zutreffende Erwägung der Vorinstanz 
verwiesen werden (pag. 163): «Der Beschuldigte hat dabei vorsätzlich das Überholmanöver 
durchgeführt und vorsätzlich nach dem Wiedereinbiegen gebremst. Er nahm durch sein knappes 
Wiedereinbiegen vor den Lastwagen und durch das nachfolgende Bremsen in Kauf, dass der Privat-
kläger auch würde abbremsen müssen und dadurch behindert wird. Durch die Handlung des Be-
schuldigten kam es aber zu keiner ernstlichen konkreten oder abstrakten Gefährdung anderer Ver-
kehrsteilnehmer, da der Privatkläger trotz der verzögerten Reaktionszeit des Lastwagens genügend 
Zeit hatte um abzubremsen und da zu dem Zeitpunkt kein Gegenverkehr herrschte.»

Unerheblich ist, ob der Beschuldigte sich bei der Beurteilung des Abstandes 
täuschte oder ob der Abstand sich vom Entschluss zu überholen bis zum Wieder-
einbiegen aus verschiedenen möglichen Gründen (Verlangsamen der Kolonne vor-
ne oder Beschleunigen des LKWs des Privatklägers) verringert hatte. 

11.2 Einfache Verkehrsregelverletzung durch brüskes Bremsen ohne sachlichen 
Grund

Nach Art. 37 Abs. 1 SVG hat ein Führer, der anhalten will, auf die nachfolgenden 
Fahrzeuge Rücksicht zu nehmen. Gemäss Art. 12 Abs. 2 VRV ist beim Hinterein-
anderfahren brüskes Bremsen nur gestattet, wenn kein Fahrzeug folgt und im Not-
fall.

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Unzulässiges brüskes Bremsen im Sinne von Art. 12 Abs. 2 VRV ist zunächst eine 
scharfe, plötzliche Verzögerung des eigenen Fahrzeugs. Dient ein solches Verhal-
ten dazu, den Nachfahrenden zu erschrecken, zu nötigen oder gar zur Her-
beiführung einer Kollision, wird es etwa auch als «Schikanestopp» bezeichnet. Das 
Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechung den Anwendungsbereich von Art. 12 
Abs. 2 VRV und damit auch von Art. 37 Abs. 1 SVG auf Fallgestaltungen ausge-
dehnt, in denen etwa auf der Autobahn nur geringfügig verzögert wurde (BGE 117 
IV 504 E. 1b): «je höher die gefahrene Geschwindigkeit und je knapper der zwischen dem brem-
senden und dem nachfolgenden Fahrzeug bestehende Abstand, um so gefährlicher kann auch ein 
geringfügiges Bremsen für die Verkehrsteilnehmer sein. Aufgrund dieses Gefahrenpotentials ist […] 
davon auszugehen, dass i.S.v. Art. 12 Abs. 2 VRV brüsk bremst, wer – wenn ein anderes Fahrzeug 
folgt – auf Autobahnen sein Fahrzeug durch Bremsen mehr als nur unwesentlich verzögert.». 

Ein Schikanestopp, d.h. ein brüskes Anhalten oder Bremsen ohne einen Notfall mit 
dem Zweck der Schikane, wie dem Erteilen einer Lektion oder des Erziehens eines 
anderen Verkehrsteilnehmers, ist nicht zulässig ist (BGE 137 IV 326 E. 3.3.3).

Die Vorinstanz subsumierte das Geschehene zutreffend wie folgt (pag. 164): 

«Vorliegend hat der Beschuldigte ohne äusseren Grund eine mittelstarke Bremsung ausgeführt, was 
dazu führte, dass der Privatkläger ebenfalls abbremsen musste. Der objektive Tatbestand ist damit 
bereits erfüllt. 

Der Beschuldigte führte diese Bremsung als Reaktion auf das vorangehende Licht- und akustische 
Hupen des Privatklägers aus, welcher ihm damit zu verstehen gegeben hatte, dass er mit dessen 
Überholmanöver (bzw. mit dem knappen Wiedereinbiegen danach) nicht einverstanden sei. Der Be-
schuldigte handelte damit in Bezug auf die „Schikane-Bremsung“ direktvorsätzlich. Eine ernstliche 
(konkrete oder abstrakte) Gefährdung des Privatklägers oder anderer Teilnehmer wurde aber durch 
die Handlung des Beschuldigten nicht herbeigeführt, da der Privatkläger genügend Zeit hatte abzu-
bremsen. Zudem hatte der Beschuldigte auch nicht die Absicht, eine ernstliche Gefahr für andere 
Verkehrsteilnehmer herbeizuführen. 

Folglich hat der Beschuldigte Art. 37 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 2 VRV verletzt.»

Diesen zutreffenden Ausführungen schliesst sich die Kammer vollumfänglich an. 

12. Fazit

Der Beschuldigte ist wegen Drohung gemäss Art. 180 StGB zu verurteilen. Durch 
die Verletzung von Art. 34 Abs. 3 und Art. 35 Abs. 3 SVG i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VRV 
beging der Beschuldigte zudem eine erste und durch die Verletzung von Art. 37 
Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 2 VRV eine zweite einfache Verkehrsregelverlet-
zung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG.

Zwischen den Tatbeständen der Drohung und den Verkehrsregelverletzungen be-
steht keine Konkurrenz. Verstösst ein Täter gegen mehrere Verkehrsregeln gleich-
zeitig, so besteht zwischen den Tatbeständen echte Konkurrenz (BSK SVG-
FIOLKA, N. 168 zu Art. 90 SVG). 

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IV. Strafzumessung

13. Allgemeines zur Strafzumessung und Strafrahmen

Für die allgemeinen theoretischen Ausführungen zur Strafzumessung und zu den 
Strafarten wird auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 
(pag. 165 f.).

Gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB beträgt der Strafrahmen bei einer Drohung Frei-
heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Art. 90 Abs. 1 SVG sieht als Sankti-
on eine Busse vor. Für die mehrfachen Widerhandlungen gegen das SVG ist eine 
Gesamtbusse zu bilden, welche gesondert und zusätzlich zur Strafe wegen Dro-
hung auszusprechen ist. 

14. Zur Drohung

Art. 180 StGB schützt ein Mass an innerer Freiheit, dass jede Person die freie Ent-
faltung ihrer Psyche garantieren soll. Der Tatbestand trägt dem Grundbedürfnis je-
des Menschen Rechnung, in (innerem) Frieden zu leben und sich in der Gemein-
schaft sicher zu fühlen. Der Tatbestand schützt das Sicherheitsgefühl einer Person 
vor massiver Erschütterung durch einen anderen (vgl. dazu BSK StPO II-
DELNON/RÜDY, N. 5 zu Art. 180 StGB). 

Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbandes Bernischer Richterinnen und 
Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten (VBRS-Richtlinien) sehen für den 
Referenzsachverhalt einer kriselnden Beziehung, in welcher der Täter der getrennt 
lebenden Partnerin mündlich und/oder per Telefon mit dem Tod droht, wobei die 
Partnerin Angst wegen dem zur Gewalt neigenden Täter hat und sich kaum mehr 
auf die Strasse traut, eine Referenzstrafe von 60 Strafeinheiten vor (vgl. VRBS- 
Richtlinien, S. 49).

Ausgehend von diesem Referenzsachverhalt sind nun anhand der Tat- und Täter-
komponenten die für den vorliegend konkreten Fall massgebenden straferhöhen-
den und strafmindernden Umstände zu gewichten und letztlich eine verschulden-
sangemessene Strafe festzusetzen. Zur objektiven und subjektiven Tatschwere 
hielt die Vorinstanz zutreffend Folgendes fest (pag. 167 f.):

«Der Beschuldigte hat vorliegend gedroht, dem Beschuldigten [recte: Privatkläger] „d‘Fresse 
z’poliere“. Damit hat er mit einer Körperverletzung gedroht. Diese Drohung wurde nicht nachweislich 
durch Gesten untermauert und wurde nach einer mündlichen Auseinandersetzung ausgesprochen. 
Die Drohung war nur einmalig und mit dem Weggang des Privatklägers abgeschlossen. Der Privat-
kläger wurde dadurch gemäss seinen Aussagen in „Stress“ versetzt, aber die Drohung hatte für ihn 
keine weitergehenden Folgen. Insgesamt ist von einer leichten objektiven Tatschwere auszugehen.

[…]

Der Beschuldigte handelte in Bezug auf die Drohung eventualvorsätzlich. Mit der Androhung 
„d’Fresse z’poliere“ wollte er den Beschuldigten einschüchtern, da dieser sich bei ihm über die voran-
gegangenen Verkehrsregelverletzungen beschwerte. Insgesamt ist das Verhalten des Beschuldigten 
aber noch als neutral zu werten und die vorliegende subjektive Tatschwere führt zu keiner Strafer-
höhung.»

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Die Vorinstanz erachtete die objektive Tatschwere des vorliegenden Falles als 
deutlich unter derjenigen des in den VBRS-Richtlinien geschilderten Referenzsach-
verhaltes. Aus diesem Grund setzte sie hierfür eine Strafe von 25 Strafeinheiten 
fest. Die subjektive Tatschwere erachtete sie als neutral. Die Täterkomponenten 
bewertete sie ebenfalls als neutral (pag. 168), sodass eine Strafe von 25 Strafein-
heiten resultierte. 

Diese Strafe ist richtig und nachvollziehbar begründet worden, sodass sich die 
Kammer diesen Ausführungen vollumfänglich anschliesst. Ebenfalls richtig ist – 
insbesondere unter Berücksichtigung von Art. 41 StGB – die angeordnete Strafart 
der Geldstrafe.

Die Höhe des Tagessatzes wurde von der Vorinstanz, basierend auf einem Netto-
einkommen des Beschuldigten von CHF 6‘800 (plus 13. Monatslohn) sowie einem 
Nettoeinkommen der Ehefrau des Beschuldigten von CHF 13‘400.00, auf 
CHF 190.00 festgesetzt (pag. 169). Dabei liess die Vorinstanz die nicht unerhebli-
chen Vermögenswerte bzw. Liegenschaften und Liegenschaftserträge des Be-
schuldigten (vgl. dazu pag. 199 f. und pag. 84) ausser Acht. Diese hätten bei der 
Festsetzung der Tagessatzhöhe ebenfalls mitberücksichtigt werden müssen. Auf-
grund des vorliegend geltenden Verschlechterungsverbots bleibt indes für eine Er-
höhung des Tagessatzes kein Raum.

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine un-
bedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weite-
rer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Die Vorinstanz 
stellte dem Beschuldigten zu Recht eine günstige Prognose aus und verzichtete 
auf eine Verlängerung der Probezeit (pag. 170). Die Geldstrafe von 25 Tagessät-
zen zu je CHF 190.00 ist somit mit einer Probezeit von zwei Jahren bedingt auszu-
fällen.

Weiter fällte die Vorinstanz eine Verbindungsbusse im Umfang von 20 % der 
Geldstrafe aus (pag. 170 f.), sodass eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen 
zu CHF 190.00 sowie eine Verbindungsbusse von CHF 950.00 (Ersatzfreiheitsstra-
fe 5 Tage) resultierte. Auch diesen Ausführungen sind korrekt und werden von der 
Kammer übernommen.

15. Zu den Widerhandlungen gegen das SVG

Nach Art. 106 Abs. 3 StGB bemisst das Gericht die Busse und die entsprechende 
Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Verhältnissen des Täters so, dass dieser die Stra-
fe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist. Der Höchstbetrag der Busse 
ist CHF 10‘000.00 und für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, ist 
eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten 
auszusprechen (Art. 160 Abs. 2 StGB). Hat der Täter mehrere Strassenverkehrs-
vorschriften verletzt, welche mit Busse bedroht sind, ist die Busse für die schwerste 
dieser Straftaten gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen.

Gemäss den VBRS-Richtlinien ist sowohl die Nichtwahrung eines ausreichenden 
Abstandes wie auch das brüske Abstoppen ohne Not bei nachfolgenden Fahrzeu-
gen mit CHF 300.00 zu büssen (VBRS-Richtlinien S. 21). Wie bereits die Vorin-

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stanz erachtet auch die Kammer die Nichtwahrung des ausreichenden Abstandes 
als das schwerere Delikt, sodass hierfür die Einsatzstrafe festzusetzen ist. Diese 
wird entsprechend den VBRS-Richtlinien auf CHF 300.00 festgesetzt. Für das 
brüske Abbremsen ohne Not ist die Einsatzstrafe angemessen zu erhöhen. Die 
Kammer erachtet eine Gesamtbusse in der Höhe von CHF 500.00 als den Um-
ständen angemessen. Die Ersatzfreiheitsstrafe wird auf 5 Tage festgesetzt. 

16. Fazit

Der Beschuldigte wird verurteilt zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 
CHF 190.00, ausmachend total CHF 3‘800.00. Der Vollzug der Geldstrafe wird auf-
geschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Weiter wird der Beschuldigte 
verurteilt zu einer Verbindungsbusse von CHF 950.00 (Ersatzfreiheitsstrafe 5 Tage) 
sowie zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00 (Ersatzfreiheitsstrafe 5 Tage).

V. Widerruf

Die theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zum Widerruf sind korrekt, es wird 
an dieser Stelle darauf verwiesen (pag. 172). 

Der Beschuldigte wird vorliegend der Drohung schuldig erklärt. Damit beging er ein 
Vergehen in der ihm mit Urteil vom 21. November 2014 angesetzten Probezeit von 
zwei Jahren. Damit wäre zu prüfen, ob der bedingte Vollzug der damals ausge-
sprochenen Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 120.00 zu widerrufen ist. 
Ein Widerruf kann vorliegend jedoch aufgrund des Verschlechterungsverbots oh-
nehin nicht verfügt werden. Dagegen besteht im Fall des Nichtwiderrufs in der An-
ordnung einer Verwarnung und der Verlängerung der Probezeit ein Ermessen für 
die Kammer (Art. 46 Abs. 2 StGB). 

Die Vorinstanz hat den Nichtwiderruf und die Verlängerung der Probezeit damit be-
gründet, dass sich der Beschuldigte in der laufenden Probezeit lediglich habe ein-
fache Verkehrsregelverletzungen zu schulden kommen lassen. Dabei handelt es 
sich indessen um blosse Übertretungen, welche einen Widerruf nicht zu begründen 
vermögen würden. Nur die Drohung könnte hier einen Widerruf oder allfällige «Er-
satzmassnahmen» im Sinne von Art. 46 Abs. 2 StGB auslösen. Hier ist zu erwar-
ten, dass der Beschuldigte keine weiteren Straftaten begeht, zumal das Probezeit-
delikt nicht einschlägig ist, weshalb auf den Widerruf zu verzichten ist. Dagegen 
rechtfertigt es sich, den Beschuldigten zu verwarnen und die Probezeit um ein Jahr 
zu verlängern; zwischen dem Erlass des Strafbefehls für das erste Delikt bis zum 
Probezeitdelikt war noch nicht einmal ein Jahr vergangen. 

Die staatsanwaltschaftlichen und erstinstanzlichen Verfahrenskosten für das Wider-
rufsverfahren betragen CHF 450.00 und werden dem Beschuldigten auferlegt. 
Oberinstanzlichen werden hierfür keine Kosten ausgeschieden.

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VI. Zivilklage

In Ziff. III des erstinstanzlichen Motivs wird unter dem Titel «Im Zivilpunkt wird wei-
ter verfügt:» festgehalten, dass der Beschuldigte zur Bezahlung von CHF 300.00 
an den Privatkläger verurteilt werde, das Ganze unter Hinweis auf Art. 433 StPO. 
Dabei ist aufgrund des Verweises auf die Bestimmung Art. 433 StPO offensichtlich, 
dass die Vorinstanz die CHF 300.00 nicht unter dem Titel Zivilklage, sondern als 
Entschädigung ausfällte. Dies geht auch aus dem Motiv hervor, wo sie die 
CHF 300.00 ausdrücklich als Entschädigung im Rahmen von Art. 433 betitelt und 
ausführt, der Privatkläger habe anlässlich der Verhandlung auf eine Genugtuung 
verzichtet (pag. 174).

Für den Fall, dass der Privatkläger zivilrechtliche Ansprüche geltend machen will, 
wird seine Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen. Hierfür werden keine Kosten 
ausgeschieden.

VII. Kosten und Entschädigung

17. Verfahrenskosten

Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, 
wenn sie verurteilt wird. Der Beschuldigte wird vorliegend wegen Drohung und ein-
facher Verkehrsregelverletzung, mehrfach begangen, verurteilt. Es sind ihm folglich 
die erstinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF  1‘900.00, vollumfäng-
lich aufzuerlegen.

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte ist mit sei-
nen Anträgen nicht durchgedrungen, sodass er auch die gesamten oberinstanzli-
chen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 3‘000.00, zu tragen hat.

18. Entschädigungen

Gemäss Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO hat die Privatklägerschaft gegenüber der be-
schuldigten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwenige Auf-
wendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt. 

Der Privatkläger obsiegte vorliegend sowohl erst- als auch oberinstanzlich. Der Be-
schuldigte wird deshalb verurteilt zur Bezahlung einer Entschädigung an den Pri-
vatkläger für dessen notwendigen Aufwendungen im erst- und oberinstanzlichen 
Verfahren im Umfang von total CHF 600.00. Damit ist der zeitliche Aufwand der 
Teilnahme an zwei mehrstündigen Gerichtsverhandlungen inklusive stündigen Rei-
sespesen ausgeglichen.

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VIII. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht) vom 
17. August 2016 in Rechtskraft erwachsen ist, soweit mit Ziffer II. 1. der A.________ mit 
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Obwalden vom 21. November 2014 für 
eine Geldstrafe gewährte bedingte Vollzug nicht widerrufen wurde.

II.

A.________ wird schuldig erklärt: 

1. der Drohung, begangen am 4. September 2015 in Boltigen, Weissenbach;

2. der einfachen Verkehrsregelverletzung, mehrfach begangen am 4. September 2015 
in Boltigen, Weissenbach

und in Anwendung der Artikel 
30, 34, Art. 42, Art. 44, Art. 47, Art. 49, Art. 106, Art. 180 Abs. 1 StGB;, 
34 Abs. 3, Art. 35 Abs. 3, Art. 37 Abs. 1, Art. 90 Abs. 1 SVG;
10 Abs. 2, Art. 12 Abs. 2 VRV;
426 Abs. 1 und 428 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 190.00, ausmachend total 
CHF 3‘800.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-
setzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 950.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaf-
ter Nichtbezahlung wird auf 5 Tage festgesetzt.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuld-
hafter Nichtbezahlung wird auf 5 Tage festgesetzt.

4. Zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf 
CHF 1‘900.00. 

5. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf 
CHF 3‘000.00.

6. Zur Bezahlung einer Entschädigung an C.________ für dessen notwendigen Auf-
wendungen im erst- und oberinstanzlichen Verfahren im Umfang von total 
CHF 600.00.

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III.

1. In Bezug auf den bereits rechtskräftig nicht widerrufenen, mit Strafbefehl der Staats-
anwaltschaft des Kantons Obwalden vom 21. November 2014 für eine Geldstrafe von 
60 Tagessätzen à CHF 120.00 gewährten bedingten Vollzug wird A.________ ver-
warnt und die Probezeit von 2 Jahren um 1 Jahr verlängert.  

2. Die staatsanwaltschaftlichen und erstinstanzlichen Verfahrenskosten für das Wider-
rufsverfahren betragen CHF 450.00 und werden A.________ auferlegt. Oberinstanzli-
chen werden diesbezüglich keine Kosten ausgeschieden. 

IV.

Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen. Auch in diesem Punkt werden keine Kosten 
ausgeschieden. 

Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, v.d. Rechtsanwalt B.________
- dem Straf- und Zivilkläger 
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv)

Bern, 16. Juni 2017
(Ausfertigung: 30. August 2017)

Im Namen der 2. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Kiener

Die Gerichtsschreiberin:

Eggli

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.