# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 36bfa43f-3229-5197-ba76-a02101c9a029
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.05.2018 200 2018 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-112_2018-05-17.pdf

## Full Text

200 18 112 IV
FUE/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Mai 2018

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Januar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/2018/112, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1978 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter ..., von 1. März 2006 bis 30. April 2018 (Akten der Invalidenversi-
cherung [IV], Antwortbeilage [AB] 7 S. 1 Ziff. 2; 93) als Mitarbeiter ... er-
werbstätig gewesen (zunächst mit einem 100%-Pensum, ab 1. Februar 
2016 zu 50%; AB 7 S. 2 Ziff. 2.3), meldete sich am 1. Juni 2016 unter Hin-
weis auf eine Zwangsstörung, eine rezidivierende depressive Störung und 
eine Dysthymie bei der IV zum Leistungsbezug an (AB 1). Daraufhin führte 
die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medizinische und er-
werbliche Erhebungen durch und gewährte Frühinterventionsmassnahmen 
in Form von Arbeitsplatzerhalt (Mitteilung vom 26. August 2016; AB 19) und 
wirtschaftsnaher Integration mit Support am Arbeitsplatz (Mitteilung vom 
26. Januar 2017; AB 44), wobei letztere Massnahme abgebrochen wurde 
(Mitteilung vom 20. Februar 2017; AB 51; vgl. auch AB 55 S. 3). Ferner 
liess sie den Versicherte durch Dr. med. B.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie sowie für Neurologie, begutachten (Expertise vom 
20. April 2017; AB 56.1). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(AB 84) und Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; 
AB 87) verneinte die IVB mit Verfügung vom 8. Januar 2018 (AB 89) den 
Anspruch auf Fortsetzung von beruflichen Massnahmen, da zurzeit keine 
Erwerbstätigkeit und somit keine Eingliederungsmassnahme zumutbar sei. 

Im weiteren Verlauf stellte die IVB dem Versicherten mit Vorbescheid vom 
26. Februar 2018 (AB 92) die Zusprache einer halben Invalidenrente ab 
dem 1. Februar 2017 und ab dem 1. Mai 2017 die Zusprache einer ganzen 
Invalidenrente in Aussicht. 

B.

Am 4. Februar 2018 erhob der Versicherte gegen die Verfügung vom 
8. Januar 2018 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung 

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der angefochtenen Verfügung sowie die Gewährung von beruflichen Mass-
nahmen.

Mit Beschwerdeantwort vom 16. März 2018 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 8. Januar 2018 (AB 89). Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch auf berufliche Massnahmen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht ge-
sagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). 

Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen 
beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). Dazu gehören die Berufsberatung 
(Art. 15 IVG), die erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), die Um-

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schulung (Art. 17 IVG), die Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG), der Arbeitsver-
such (Art. 18a IVG), der Einarbeitungszuschuss (Art. 18b IVG), die Ent-
schädigung für Beitragserhöhungen (Art. 18c IVG) und die Kapitalhilfe 
(Art. 18d IVG).

2.3 Anders als im Rentenrecht (Art. 28 Abs. 1 IVG) nennt das Gesetz 
keinen Mindestgrad der Invalidität, damit Eingliederungsmassnahmen ge-
währt werden können (BGE 116 V 80 E. 6a S. 81). Eingliederungsmass-
nahmen unterliegen jedoch den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen 
des Art. 8 Abs. 1 IVG. Eine Eingliederungsmassnahme hat somit neben 
den dort ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Not-
wendigkeit auch demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im 
engeren Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrund-
satzes zu genügen (BGE 142 V 523 E. 2.3 S. 526).

2.4 Der Anspruch auf Massnahmen beruflicher Art setzt voraus, dass 
die objektive und subjektive Eingliederungsfähigkeit mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist (Entscheid des Bundesgerichts vom 
1. Februar 2012, 9C_726/2011, E. 5.1; vgl. auch SILVIA BUCHER, Eingliede-
rungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, S. 75 N. 124 und S. 278 
N. 539, ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invali-
denversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 113).

3.

3.1 Nachfolgend ist zu prüfen, welche gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen beim Beschwerdeführer bestehen und wie sich diese auf die Ar-
beits- und Eingliederungsfähigkeit auswirken. Den medizinischen Akten ist 
dazu im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im zuhanden des Arbeitsgebers des Beschwerdeführers 
erstellten Bericht vom 7. April 2014 (AB 9) eine Zwangsstörung mit vorwie-
gend Zwangshandlungen (ICD-10 F42.1), eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4) mit zwischenzeitlichen 
Symptomen einer Dysthymia (ICD-10 F34.1) im Sinne einer sogenannten 

http://www.admin.ch/ch/d/sr/831_20/a18c.html
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Double Depression, sowie eine Akzentuierung der Persönlichkeit mit 
selbstunsicheren Zügen (ICD-10 Z73.1; S. 3). Das Verhalten des Be-
schwerdeführers werde sehr stark durch seine Zwangsstörung beeinflusst. 
Die Zwangsrituale vor allem morgens erschwerten es ihm deutlich, pünkt-
lich zur Arbeit zu erscheinen. Momentan stehe der Ausbau der medika-
mentösen antidepressiven Therapie und Beibehaltung der bereits etablier-
ten psychotherapeutischen Behandlung im Vordergrund. Eine komplette 
willentliche Überwindung der durch die Zwangssymptomatik resultierenden 
dysfunktionalen Verhaltensweisen sei nicht zumutbar (S. 4). 

3.1.2 Dr. med. D.________, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie 
und -psychotherapie, gab im Bericht vom 28. Juli 2016 (AB 18 S. 8) die von 
Dr. med. C.________ im Bericht vom 7. April 2014 erhobenen Diagnosen 
wieder. Es handle sich um ein komplexes psychiatrisches Leiden mit be-
reits langer Behandlung. Es sei versucht worden, die durch die Zwangs-
handlungen und die depressive Müdigkeit entstandenen Schwierigkeiten 
langsam rückgängig zu machen. Der Beschwerdeführer habe seine Ar-
beitszeit zunehmend auf die Nachmittags- und Nachtstunden verlegt. Es 
sei trotz mehreren intensiven und hartnäckigen Interventionen bisher nicht 
gelungen, eine substantielle Veränderung herbeizuführen und die Arbeits-
zeit vorzuschieben. Seit dem 1. Februar 2016 attestierte der behandelnde 
Psychiater eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit. 

3.1.3 Dr. med. B.________ diagnostizierte im Gutachten vom 20. April 
2017 (AB 56.1) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivieren-
de depressive Störung, zurzeit allenfalls leichte Episode (ICD-10 F33.0), 
und eine Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und -handlungen gemischt 
(ICD-10 F42.1) auf dem Boden einer emotional instabilen Persönlichkeitss-
törung vom Boderline-Typ (ICD-10 F60.31; S. 13). Der Beschwerdeführer 
befinde sich bereits seit seiner Jugend und trotz der seit über zehn Jahren 
regelmässigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung in einem 
psychisch sehr fragilen Zustand. Es hätten immer neue Dekompensationen 
stattgefunden. Die mittlerweile chronifizierte Symptomatik imponiere durch-
gehend als recht schwer ausgeprägt (S. 19 Ziff. 1). Aufgrund der komple-
xen und seit langem bestehenden psychischen Symptomatik, vor allem 
aufgrund der Zwangssymptomatik, sei die Leistungsfähigkeit des Be-

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schwerdeführers stark gemindert. Die Leistungsminderung erkläre sich vor 
allem durch eine infolge der Zwangssymptomatik auftretende, offenbar er-
hebliche Verlangsamung des Arbeitstempos. Darüber hinaus bestünden 
aber auch eine mangelnde Sozialkompetenz mit geringer Kommunikations- 
und Teamfähigkeit und Probleme bei der Pünktlichkeit und Absprache-
fähigkeit. Die verwertbare Restarbeitsfähigkeit liege bei einer optimal ange-
passten Tätigkeit (mit grösstmöglicher Flexibilität bei den Arbeitszeiten, der 
Arbeitsorganisation und im Kontakt mit Kollegen) bei höchstens 30% 
(S. 18). Weitere Eingliederungsmassnahmen würden in Anbetracht des 
fragilen Zustandsbildes mit einer relativ schwer ausgeprägten psychischen 
Symptomatik nicht zumutbar erscheinen. Bei Wegfall des aktuellen Ar-
beitsplatzes wäre ein massiver Einbruch mit Zunahme der psychischen 
Symptomatik auf vielen Ebenen (Zwänge, Stimmungsschwankungen, 
Angstsymptome, Leeregefühle etc.) zu befürchten. Daher wäre die Einglie-
derung in eine entsprechende Werkstätte oder im Idealfall ein Arrangement 
mit dem jetzigen Arbeitgeber zur Weiterbeschäftigung unter therapeuti-
schen Aspekten zu empfehlen und wünschenswert. Der Beschwerdeführer 
selber betone immer wieder, dass er auf keinen Fall eine IV-Rente wün-
sche, sondern weiterhin arbeiten wolle (S. 24 f. Ziff. 7).

3.1.4 Dr. med. D.________ und Dr. phil. E.________, Fachpsychologe für 
Psychotherapie FSP, nahmen am 31. Juli 2017 zum Gutachten von 
Dr. med. B.________ vom 20. April 2017 Stellung (AB 67). Die vom Gut-
achter erhobene Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitss-
törung vom Typus Borderline könnten sie nicht unterstützen. Sie hätten das 
Beziehungsverhalten des Beschwerdeführers als konstant zuverlässig, sein 
Ausdrucksverhalten als stereotyp freundlich und sein Handeln als über-
durchschnittlich normorientiert erlebt. Er neige zu übermässiger Kontrol-
liertheit, Rigidität und Perfektionismus bei tief sitzenden Zweifeln und Vor-
sicht. Stimmungsschwankungen seien nicht auf eine ungenügende Affekt-
regulierung, sondern auf eine tief sitzende Gefühlsambivalenz zurückzu-
führen, welche eine eklatante Entscheidungsnot zur Folge habe. Insofern 
seien viel eher die Kriterien einer anankastischen Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10 F60.5) erfüllt (S. 1 Ziff. 3). Betreffend die Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit erachteten sich Dr. med. D.________ und Dr. phil. E.________ 
als zu wenig kompetent für eine entsprechende Einschätzung. Der Be-

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schwerdeführer sei aber fest überzeugt, dass seine Arbeitsfähigkeit weit 
über 30% liege (S. 2 Ziff. 5). 

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, führte im Bericht vom 14. November 2017 (AB 87) aus, 
gestützt auf die Akten sei nicht nachvollziehbar, dass Dr. med. B.________ 
die bestehende Zwangsstörung, welche eindeutig die Hauptdiagnose sei, 
als Anteil der Persönlichkeitsstörung und nicht als eigenständige Erkran-
kung beurteilt habe. Bezüglich der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
sei allerdings die Diagnose hier nicht massgeblich. Sowohl die Persönlich-
keitsstörung wie auch die Zwangsstörung seien schwer beeinflussbar und 
hätten erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 4). Auf die im 
Gutachten definierte Leistungsfähigkeit könne abgestellt werden (S. 5). Da 
der Gutachter die Arbeitsfähigkeit auf höchstens 30% festgelegt habe, liege 
die Einschätzung des Arbeitgebers, dass der Beschwerdeführer 20% ar-
beitsfähig sei, im Ermessensbereich der Beurteilung des Gutachters. Bei 
Vorhandensein einer derart schweren Zwangssymptomatik und unter 
Berücksichtigung der Lebensgeschichte sei aber strikt davon abzuraten, 
eine externe Abklärung der Leistungsfähigkeit vorzunehmen. Wie aus den 
Akten hervor gehe, befinde sich der Beschwerdeführer bereits jetzt in einer 
emotionalen „Klemme“, aus der er aufgrund seiner Störung nicht heraus-
komme, und es bestehe eine erhebliche Gefahr eines Suizids aufgrund der 
von ihm krankheitsbedingt befürchteten Massnahmen der IV (S. 4).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

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Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Aus den vorliegenden medizinischen Akten geht einhellig hervor, 
dass der Beschwerdeführer seit Jahren unter verschiedenen psychischen 
Störungen leidet, wobei über deren genaue diagnostische Zuordnung keine 
Einigkeit unter den involvierten Fachärzten herrscht. Der Vertrauensarzt 
Dr. med. C.________ diagnostiziert im Bericht vom 7. April 2014 (AB 9) 
– neben einer Zwangsstörung und einer rezidivierenden depressiven 
Störung – eine Akzentuierung der Persönlichkeit, während Dr. med. 
B.________ im Gutachten vom 20. April 2017 (AB 56.1) von einer emotio-
nal instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ und die behan-
delnden Dr. med. D.________ und Dr. phil. E.________ im Bericht vom 
31. Juli 2017 (AB 67) von einer anankastischen Persönlichkeitsstörung 
ausgehen. Die genaue Diagnosestellung ist jedoch – entsprechend den 
zutreffenden Ausführungen des RAD-Psychiaters (AB 87 S. 4) – hier nicht 
entscheidend, sondern die aus den – erstelltermassen bestehenden – psy-
chischen Beschwerden resultierenden Einschränkungen der Arbeitsfähig-
keit. Diesbezüglich hat der Gutachter Dr. med. B.________ einlässlich und 
nachvollziehbar dargelegt, dass der Beschwerdeführer insbesondere auf-
grund der bestehenden Zwangssymptomatik in seiner Leistungsfähigkeit 
stark eingeschränkt sei, wobei eine erhebliche Verlangsamung des Arbeits-
tempos und Probleme bei der Pünktlichkeit und Absprachefähigkeit 
bestünden (AB 56.1 S. 18). Dies steht im Einklang mit den fachärztlichen 
Einschätzungen der Dres. med. C.________ und D.________ (AB 9 S. 4, 
18 S. 8). Ferner hat Dr. med. B.________ schlüssig begründet, dass in 
einer optimal angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von „höchstens 
30%“ (AB 56.1 S. 18) bestehe. Dies wurde vom RAD-Psychiater Dr. med. 
F.________ im Bericht vom 14. November 2017 bestätigt (AB 87 S. 5), 
wobei dieser davon ausging, die Arbeitsfähigkeit könnte – unter Verweis 

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auf die Einschätzung des Arbeitgebers (AB 39 S. 2) – auch auf lediglich 
20% veranschlagt werden (AB 87 S. 4). An der Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit durch Dr. med. B.________ ändert nichts, dass der Beschwerde-
führer diese als „unwahr“ und „viel zu tief“ bezeichnet (Beschwerde S. 1). 
Denn eine medizinische Einschätzung, die diese Beurteilung in Zweifel 
ziehen könnte, findet sich in den Akten nicht. Die behandelnden Dr. med. 
D.________ und Dr. phil. E.________ äusserten sich im Bericht vom 
31. Juli 2017 explizit nicht zur Arbeitsfähigkeit (AB 67 S. 2 Ziff. 5). Unter 
diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
in der angefochtenen Verfügung von einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
von 20% bis 30% ausgegangen ist (AB 89 S. 1). 

Darüber hinaus hat Dr. med. B.________ nachvollziehbar begründet, dass 
dem Beschwerdeführer (weitere) Eingliederungsmassnahmen in Anbe-
tracht des fragilen Zustandsbildes mit einer relativ schwer ausgeprägten 
psychischen Symptomatik nicht zumutbar seien (AB 56.1 S. 24 f. Ziff. 7). 
Dies wurde vom RAD-Psychiater ebenfalls bestätigt (AB 87 S. 5). Zudem 
wies er im Zusammenhang mit der von der Beschwerdegegnerin angebo-
tene Abklärung der Leistungsfähigkeit (AB 87 S. 1) auf die emotionale 
„Klemme" hin, in der sich der Beschwerdeführer befinde und aus der er 
aufgrund seiner Störung nicht herauskomme (AB 87 S. 4).

3.4 Aus dem Dargelegten folgt, dass im vorliegend zu beurteilenden 
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung die objektive Eingliederungsfähig-
keit des Beschwerdeführers angesichts der tiefen Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit sowie des fragilen psychischen Zustandsbildes nicht überwiegend 
wahrscheinlich gegeben ist. Dagegen sind gestützt auf die vorliegenden 
Akten der subjektive Eingliederungswille, d.h. der Wille, eine Erwerbstätig-
keit auszuüben, sowie die diesbezüglichen grossen Anstrengungen des 
Beschwerdeführers ohne Weiteres erstellt. Da jedoch die objektive und 
subjektive Eingliederungsfähigkeit kumulativ gegeben sein müssen – was 
hier nicht der Fall ist – ist eine der Anspruchsvoraussetzungen für die 
Durchführung von Massnahmen beruflicher Art zurzeit nicht erfüllt (vgl. 
E. 2.4 hiervor). Die Verneinung des Anspruchs auf weitere Eingliede-
rungsmassnahmen durch die Beschwerdegegnerin – verbunden mit der 

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Prüfung des Anspruchs auf andere Leistungen – ist folglich nicht zu bean-
standen und die Beschwerde ist abzuweisen. 

Abschliessend bleibt zu bemerken, dass der Beschwerdeführer, sobald 
sich sein Gesundheitszustand aus fachärztlicher Sicht stabilisiert bzw. ver-
bessert hat, jederzeit wieder Eingliederungsmassnahmen beantragen kann. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Angesichts seines Unterliegens hat der Beschwerdeführer keinen 
Anspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG 
i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.