# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c58d0b7a-3ed0-5c83-b5c2-f55edfe3a6bd
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 25.04.2024 3-RV.2022.152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2022-152_2024-04-25.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2022.152       
P 65 
 

 

 

 

Urteil vom 25. April 2024 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Fischer  

Richter Senn  

Richter Lämmli  

Gerichtsschreiber Fäs          

 

 
 

   

Rekurrent   A._____  

 

vertreten durch lic. iur. Carlo Häfeli, Rechtsanwalt, 

Scheuchzerstrasse 72, 8006 Zürich    

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 2. November 2022 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2018 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 22. März 2022 wurde A._____ von der Steuerkom-

mission Q._____ für die Kantons- und Gemeindesteuern 2018 zu einem 

steuerbaren Einkommen von CHF 93'800.00 (davon qualifizierter 

Beteiligungsertrag von CHF 26'000.00; satzbestimmendes Einkommen 

CHF 93'900.00) und zu einem steuerbaren Vermögen von CHF 521'000.00 

veranlagt. In Abweichung von der Selbstdeklaration wurden unter anderem 

geldwerte Leistungen von CHF 26'069.00 (CHF 20'123.00 und 

CHF 5'946.00) beim Einkommen sowie Stammanteile an der 

B._____ GmbH von CHF 463'000.00 beim Vermögen aufgerechnet.  

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 22. März 2022 liess A._____ mit Schreiben vom 

20. April 2022 Einsprache erheben und sinngemäss beantragen,   

 

dass auf die Aufrechnung geldwerter Leistungen von CHF 26'069.00 beim Ein-

kommen und der Stammanteile an der B._____ GmbH von CHF 463'000.00 

beim Vermögen zu verzichten sei.  

 

3. 

Mit Entscheid vom 2. November 2022 wies die Steuerkommission Q._____ 

die Einsprache ab.  

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 2. November 2022 (Zustellung am 5. No-

vember 2022) hat A._____ mit rechtzeitigem Rekurs vom 5. Dezember 

2022 (Postaufgabe gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht, Abtei-

lung Steuern, weiterziehen lassen. Er stellt die folgenden Begehren: 

 

"1. 

Die angefochtene Veranlagung die Kantons- und Gemeindesteuern 2018 be-

treffend sei zu berichtigen, insoweit als der qualifizierte Beteiligungsertrag von 

CHF 26'000 gestrichen und mit Null Franken veranlagt wird mit der Folge, dass 

das Einkommen des Rekurrenten mit CHF 67'800 satzbestimmend ist und als 

zweites auch das steuerbare Vermögen mit Null Franken veranlagt wird. 

 

2. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zulasten der 

Gemeinde Q._____ 

 

3. 

Schliesslich seien die Erfolgsrechnungen der B._____ durch das Steueramt 

Q._____ mitsamt den Steuererklärungen dem Unterzeichneten im Sinne von 

 - 3 - 

 

 

Akteneinsicht in Kopie zuzustellen und dem Unterzeichneten Frist anzusetzen, 

um nach Einsicht in diese Akten diesen Rekurs zu ergänzen."  

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen.  

 

5. 

Die Steuerkommission Q._____ und das Kantonale Steueramt beantragen 

die Abweisung des Rekurses. 

 

6. 

A._____ liess eine Replik erstatten.  

 

7. 

7.1. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat vom Kantonalen Steueramt, Sektion 

juristische Personen, die Steuerakten der B._____ GmbH der Jahre 2016, 

2017 und 2018 beigezogen.  

 

7.2. 

Dem Vertreter von A._____ wurden antragsgemäss die Steuererklärungen 

und Erfolgsrechnungen der B._____ GmbH betreffend die Jahre 2016, 

2017 und 2018 in Kopien zugestellt. Zudem wurde dem Vertreter mit 

Schreiben vom 30. November 2023 die Möglichkeit gegeben, sich dazu bis 

am 15. Januar 2024 schriftlich zu äussern.  

 

7.3. 

Der Vertreter hat auf eine Stellungnahme verzichtet.  

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2018. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Der Rekurrent war im Jahr 2018 und ist bis heute einzelzeichnungsberech-

tigter Gesellschafter und Geschäftsführer der B._____ GmbH. Er hält seit 

dem tt.mm.2018 einen Stammanteil von CHF 10'000.00; zuvor hielt er 

einen Stammanteil von CHF 19'000.00 sowie einen Stammanteil von 

CHF 1'000.00 (vgl. Handelsregisterauszug; Stellungnahme des 

Kantonalen Steueramtes, Sektion juristische Personen vom 30. Mai 2022 

zur Einsprache). D._____ (auch D._____ genannt) ist seit dem tt.mm.2018 

ebenfalls Gesellschafter der B._____ GmbH mit einem Stammanteil von 

CHF 10'000.00 (vgl. Handelsregisterauszug).  Der Sohn des Rekurrenten, 

E._____, hat für die B._____ GmbH Einzelzeichnungsberechtigung, ohne 

eine Funktion für diese Gesellschaft auszuüben. Das Stammkapital der 

B._____ GmbH beträgt CHF 20'000.00.  

 

2.1.2. 

Seit der Statutenänderung vom 4. September 2018 / 20. September 2018 

hat die B._____ GmbH folgenden Zweck: 

 

"[...]" 

 

Zuvor lautete der Zweck der B._____ GmbH wie folgt: 

 

"[...]"  

 

2.1.3. 

Die B._____ GmbH hatte ihren Sitz im Jahr 2018 in Q._____; im Januar 

2022 wurde dieser nach R._____ verlegt.  

 

2.2. 

2.2.1. 

Im Veranlagungsverfahren der B._____ GmbH für das Jahr 2018 äusserte 

sich deren Vertreterin zum Geschäftsmodell der B._____ GmbH in einer E-

Mail vom 15. April 2021 wie folgt:  

 

 - 5 - 

 

 

"Die B._____ GmbH kauft zu einem Tagespreis Aktien der F._____ Ltd. und 

verkauft diese an Investoren. Ein Callcenter vereinbart Termine für das Ver-

kaufsgespräch. Der Verkaufspreis richtet sich nach der Menge sowie den finan-

ziellen Möglichkeiten des potentiellen Käufers. Die Verkäufer erhalten eine Pro-

vision für den erfolgreichen Abschluss. D._____ hat zudem auch das Callcenter 

zu bezahlen."    

 

2.2.2. 

Der Vertreter des Rekurrenten (nachfolgend: Vertreter) führt im Rekurs 

aus, dass die B._____ GmbH im Jahr 2018 nicht mehr in der Ver-

sicherungsbranche tätig gewesen sei, sondern internationale Unterneh-

mungen, mithin auch in S._____ beraten habe. Die Organe würden Einsitz 

nehmen im Board und so mit den [...] Aktionären zusammen versuchen, 

das Unternehmen mit potentiellen Investoren zusammenzubringen und 

Investitionen zu vermitteln, aus der Position heraus als Mitaktionär, Board 

Member und Berater.  

 

2.3. 

2.3.1. 

Mit Verfügung vom 8. Oktober 2021 wurde die B._____ GmbH vom 

Kantonalen Steueramt, Sektion juristische Personen, für die Steuerperiode 

2018 zu einer Gewinn- und Kapitalsteuer von CHF 13'426.55 veranlagt. 

Das Kantonale Steueramt ging dabei von einem steuerbaren Reingewinn 

von CHF 144'449.00 aus, indem es zum Verlust von CHF 7'639.00 gemäss 

Erfolgsrechnung 2018 folgende Aufwände als verdeckte Gewinnausschüt-

tungen an die Gesellschafter oder ihnen nahestehende Personen aufrech-

nete:    

 

- D._____, C._____ (Konto 4400 [Aufwand für bezogene 

Dienstleistungen]): CHF 99'950.00; 

- E._____, T._____ (Konto 4400): CHF 40'246.00; 

- G._____ AG, Belegdatum 12.12.2018 (Konto 6200 [Reparaturen, 

Service, Reinigung Fahrzeuge]): CHF 2'472.00; 

- H._____, Belegdatum 20.11.2018 (Konto 6640 [Reisespesen]):  

CHF 4'430.00; 

- I._____, Belegdatum 25.10.2018 (Konto 6640, recte: 6641 

[Kundenbetreuung]): CHF 4'990.00.  

-  

2.3.2. 

Diese Veranlagungsverfügung vom 8. Oktober 2021 ist rechtskräftig. 

 

2.4. 

Am 3. Februar 2022 meldete das Kantonale Steueramt, Sektion juristische 

Personen, der Q._____, dass der Rekurrent von der B._____ GmbH im 

Jahr 2018 geldwerte Leistungen von CHF 20'123.00 (50 % der nicht 

geschäftsmässig begründeten Zahlungen an E._____; E. 2.3.1.) und 

CHF 5'946.00 (50 % der Aufrechnungen von CHF 11'892.00 betreffend 

 - 6 - 

 

 

Aufwandbuchungen G._____ AG / H._____ / I._____; E. 2.3.1.) erhalten 

habe.    

 

2.5. 

Die Vorinstanz hat beim steuerbaren Einkommen des Rekurrenten in der 

Steuerperiode 2018 geldwerte Leistungen von CHF 26'069.00 (E. 2.3.1. 

und E. 2.4.) aufgerechnet und als qualifizierten Beteiligungsertrag besteu-

ert. Der Rekurrent beantragt, dass auf diese Aufrechnung zu verzichten sei. 

Im Weiteren ist der Rekurrent nicht damit einverstanden, dass die Vor-

instanz seine Beteiligung an der B._____ GmbH bei der Vermögenssteuer 

mit einem Steuerwert von CHF 463'000.00 berücksichtigt. Er beantragt, 

dass das steuerbare Vermögen mit CHF 0.00 zu veranlagen sei. 

 

3. 

3.1. 

Der Rekurs muss einen Antrag und eine Begründung enthalten (§ 196 

Abs. 2 Satz 1 StG). Auf einen Rekurs, der diesen Anforderungen nicht ent-

spricht, wird nicht eingetreten (§ 196 Abs. 3 Satz 1 StG). 

 

3.2. 

Der Steuerwert des Stammanteils des Rekurrenten an der B._____ GmbH 

ist nachfolgend unter E. 5. zu prüfen. Da selbst unter Ausklammerung eines 

diesbezüglichen Steuerwerts von CHF 463'000.00 ein Reinvermögen von 

CHF 158'928.00 bzw. nach Abzug des steuerfreien Betrags von 

CHF 100'000.00 (§ 54 Abs. 1 lit. b StG) ein steuerbares Vermögen von 

CHF 58'928.00 resultiert (vgl. Veranlagungsdetails), macht der Rekurrent 

implizit geltend, dass auch weitere Vermögenswerte von mindestens 

CHF 58'928.00 nicht vorhanden seien bzw. nicht der Vermögenssteuer un-

terliegen würden (E. 2.5.). Diesbezüglich enthält der Rekurs keine Ausfüh-

rungen. Insofern fehlt eine Begründung gänzlich, weshalb auf den genann-

ten sinngemässen Antrag nicht einzutreten ist. 

 

4. 

4.1. 

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Aufrechnung von CHF 26'069.00 infolge 

geldwerter Leistungen zu Recht erfolgte. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Gemäss § 29 Abs. 1 lit. c StG sind Dividenden, Gewinnanteile, Liquida-

tionsüberschüsse und geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art (ein-

schliesslich Gratisaktien, Gratisnennwerterhöhungen und dergleichen) als 

Erträge aus beweglichem Vermögen steuerbar.  

 

 

 

 - 7 - 

 

 

4.2.2. 

Zu den geldwerten Vorteilen zählen auch verdeckte Gewinnausschüttun-

gen. Diese bilden das Pendant zu den geldwerten Vorteilen aus Beteiligun-

gen. Von verdeckten Gewinnausschüttungen wird gesprochen, wenn die 

Optik der Gesellschaft zur Diskussion steht. Der Begriff der geldwerten Vor-

teile (oder geldwerten Leistungen) aus Beteiligungen wird dagegen aus der 

Sicht der Beteiligungsinhaberin oder des Beteiligungsinhabers verwendet 

(Bundesgerichtsurteil vom 19. Februar 2021 [2C_1071/2020, 2C_1072/ 

2020] E. 3.2. zu den gleichlautenden Art. 20 Abs. 1 lit. c [§ 29 Abs. 1 lit. c 

StG] und Art. 58 Abs. 1 lit. b [§ 68 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 StG] des Bundes-

gesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG]). 

 

4.2.3. 

Der Tatbestand der geldwerten Leistungen bzw. der verdeckten Gewinn-

ausschüttungen besteht darin, dass: (1) die leistende Kapitalgesellschaft 

oder Genossenschaft für ihre Leistung keine oder keine gleichwertige Ge-

genleistung erhält; (2) die Anteilsinhaberin oder der Anteilsinhaber der Ka-

pitalgesellschaft oder Genossenschaft direkt oder indirekt (zum Beispiel 

über eine nahestehende Person oder Unternehmung) einen Vorteil er-

langt; (3) die Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft diesen Vorteil einer 

nicht nahestehenden, also fernstehenden Person unter gleichen Bedingun-

gen nicht zugestanden hätte, weshalb die Leistung insofern ungewöhnlich 

ist (Kriterium des Drittvergleichs bzw. des "dealing at arm's length"); 

und (4) der Charakter dieser Leistung für die Organe der Kapitalgesell-

schaft oder Genossenschaft erkennbar war (Bundesgerichtsurteil vom 

15. März 2023 [9C_624/2022] E. 5.3.2. m.w.H.; Kommentar zum Aargauer 

Steuergesetz, 5. Auflage, Muri-Bern 2023, § 29 StG N 50).  

 

4.2.4. 

Befindet sich die Beteiligung an einer Gesellschaft im Privatvermögen einer 

natürlichen Person und nimmt die Gesellschaft eine verdeckte Gewinnaus-

schüttung an eine der Beteiligungsinhaberin oder dem Beteiligungsinhaber 

nahestehende Drittperson vor, greift die reine Dreieckstheorie. Ihr zufolge 

fliesst die verdeckte Gewinnausschüttung für eine logische Sekunde von 

der leistenden Gesellschaft zunächst an die Beteiligungsinhaberin oder 

den Beteiligungsinhaber, wo sie als Ertrag aus beweglichem Vermögen er-

fasst wird. Die Beteiligungsinhaberin oder der Beteiligungsinhaber leitet die 

zugeflossene geldwerte Leistung sodann an die ihr oder ihm nahestehende 

Drittperson weiter (Bundesgerichtsurteil vom 19. Februar 2021 [2C_1071/ 

2020, 2C_1072/2020] E. 3.2.1.; BGE 138 II 57 E. 4.2; VGE vom 17. No-

vember 2015 [WBE.2015.72]).   

 

4.2.5. 

Haben die Steuerbehörden im Rahmen der (gewinnsteuerlichen) Veranla-

gung der Gesellschaft festgestellt, dass die Gesellschaft eine verdeckte 

Gewinnausschüttung an eine Beteiligungsinhaberin oder einen Beteili-

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_1071%2F2020&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-II-57%3Ade&number_of_ranks=0#page57

 - 8 - 

 

 

gungsinhaber vorgenommen hat, dürfen sie nach der Rechtsprechung im 

Rahmen der (einkommenssteuerlichen) Veranlagung der Beteiligungsinha-

berin oder des Beteiligungsinhabers zwar vermuten, dass diese geldwerte 

Leistung der Beteiligungsinhaberin, dem Beteiligungsinhaber oder einer 

diesen nahestehenden Drittperson zugeflossen ist und deshalb der Ein-

kommenssteuer untersteht. Jedoch besteht kein Aufrechnungsautomatis-

mus. Die von der Gesellschaft vorgenommene verdeckte Gewinnausschüt-

tung begründet zwar ein gewichtiges Indiz, das bei der Beurteilung der 

geldwerten Leistung im Rahmen der Veranlagung der Beteiligungsinhabe-

rin oder des Beteiligungsinhabers zu berücksichtigen ist. Ein Automatismus 

scheitert aber daran, dass zwar das Dispositiv einer Veranlagung (Steuer-

faktoren) von der Rechtskraft, nicht jedoch die Sachverhaltsfeststellungen 

oder die Erwägungen zur Rechtslage erfasst werden. Eine erneute rechtli-

che Beurteilung auf der Ebene der Beteiligungsinhaberin oder des Beteili-

gungsinhabers ist daher unerlässlich, zumal es sich bei der Gesellschaft 

und der an ihr beteiligten Person – trotz gesellschaftsrechtlicher Verbun-

denheit – um zwei voneinander unabhängige Rechts- und Steuersubjekte 

handelt (Bundesgerichtsurteil vom 19. Februar 2021 [2C_1071/2020, 

2C_1072/2020] E. 3.2.2.; VGE vom 12. Juli 2021 [WBE.2020.419]). Da es 

sich beim Zufluss einer geldwerten Leistung um eine steuerbegründende 

Tatsache handelt, trägt die Steuerbehörde die Beweislast für deren 

Vorliegen (VGE vom 12. Juli 2021 [WBE.2020.419]).  

 

4.2.6. 

In Abweichung von den üblichen Regeln über die Beweisführungs- und die 

Beweislast hat aber ein Gesellschafter, der gleichzeitig Organ und/oder be-

herrschender Anteilsinhaber der Gesellschaft ist, Bestand und Höhe einer 

von der Veranlagungsbehörde behaupteten geldwerten Leistung detailliert 

zu bestreiten. Unterlässt er dies oder beschränkt er sich auf pauschale Aus-

führungen, darf die Veranlagungsbehörde grundsätzlich annehmen, die auf 

Gesellschaftsebene rechtskräftig veranlagte Aufrechnung sei dem Anteils-

inhaber gegenüber ebenso berechtigt (Bundesgerichtsurteil vom 15. März 

2023 [9C_624/2022] E. 5.2.5.; Bundesgerichtsurteil vom 19. Februar 2021 

[2C_1071/2020, 2C_1072/2020] E. 3.2.3.; VGE vom 12. Juli 2021 

[WBE.2020.419]). 

 

4.3. 

Der Rekurrent war im Jahr 2018 und ist auch nach wie vor Geschäftsführer 

und damit Organ der B._____ GmbH. Zudem ist er auch deren Ge-

sellschafter mit einem Stammanteil von CHF 10'000.00. Gemäss Recht-

sprechung hat der Rekurrent daher Bestand und Höhe der von der Veran-

lagungsbehörde auf der einkommenssteuerlichen Ebene aufgerechneten 

geldwerten Leistungen detailliert zu bestreiten (E. 4.2.6.). 

 

 

 

 - 9 - 

 

 

4.4. 

4.4.1. 

Der Vertreter führt im Rekurs aus, dass die Zahlungen der B._____ GmbH 

von CHF 40'246.00 an E._____ keine verdeckten Gewinnausschüttungen 

seien. E._____ habe für die B._____ GmbH gearbeitet und 

Dienstleistungshonorar für die Tätigkeit in S._____ und Provisionen aus 

Aktienverkäufen zugute gehabt.  

 

4.4.2. 

Dabei handelt es sich lediglich um unbelegte Behauptungen. Weder wird 

näher ausgeführt, welche Dienstleistungen E._____ erbrachte, noch wie 

sich dessen Honorar oder Provisionen zusammensetzen. Ebenso wenig 

wurden diesbezüglich Belege eingereicht. Ausserdem stehen die Angaben 

im Rekurs auch teilweise im Widerspruch zu jenen im Einspracheverfahren. 

In Letzterem führte der Vertreter in einer E-Mail vom 19. Juli 2022 aus, dass 

die Zahlungen an E._____ Erfolgsprovisionen und Spesenzahlungen 

gewesen seien. Der Vertreter begnügt sich mit pauschalen Ausführungen, 

weshalb grundsätzlich angenommen werden darf, dass die Aufrechnung 

der an E._____ erfolgten Zahlungen beim Rekurrenten berechtigt ist. Zu 

keinem anderen Ergebnis führt die Würdigung der Beweismittel aus dem 

Veranlagungsverfahren der B._____ GmbH. Einer dort eingereichten 

Honorar-Rechnung von E._____ (Adresse: U-Strasse, T._____) an die 

B._____ GmbH über EUR 7'000.00 lässt sich weder entnehmen, wie sich 

dieses Honorar berechnet noch welche Leistungen dafür erbracht wurden. 

Als das Kantonale Steueramt daraufhin einen detaillierten Arbeitsrapport 

sowie eine Kopie des Arbeitsvertrags mit E._____ verlangte, führte die 

Vertreterin der B._____ GmbH in einer E-Mail vom 4. Juli 2021 aus, dass 

kein Arbeitsrapport existiere. E._____ habe der B._____ GmbH als 

Freelancer Kunden zugeführt. E._____ sei nicht von der B._____ GmbH 

angestellt gewesen, sondern habe als Selbständigerwerbender Rechnung 

gestellt.  

 

4.4.3. 

Entgegen der Ansicht des Vertreters greift vorliegend auch die Dreiecks-

theorie. Ihr zufolge floss die Gewinnausschüttung für eine logische Se-

kunde von der B._____ GmbH zunächst an den Rekurrenten als 

Beteiligungsinhaber, wo sie als Ertrag aus beweglichem Vermögen erfasst 

wird. Der Rekurrent leitete die zugeflossene geldwerte Leistung sodann an 

seinen Sohn als ihm nahestehende Drittperson weiter (vgl. E. 4.2.4.). 

 

4.4.4. 

Aufgrund der gemachten Ausführungen ist davon auszugehen, dass die 

betreffend  Zahlung an E._____  auf Gesellschaftsebene rechtskräftig 

veranlagte (gewinnsteuerrechtliche) Aufrechnung dem Rekurrenten gegen-

über ebenso berechtigt ist. 

 

 - 10 - 

 

 

4.5. 

Der Vertreter äussert sich weder im Rekurs noch in der Replik zu den Auf-

rechnungen betreffend G._____ AG, I._____ und H._____. Insofern fehlt 

es an einer detaillierten Bestreitung, weshalb bereits aus diesem Grund 

eine Aufrechnung als geldwerte Leistungen grundsätzlich berechtigt ist. 

Hinzu kommt, dass im Veranlagungsverfahren der B._____ GmbH im 

Zusammenhang mit den verbuchten Aufwänden bezüglich I._____ und 

H._____ trotz Aufforderung keine Belege eingereicht wurden. Angesichts 

dessen ist davon auszugehen, dass diese Leistungen, wenn nicht dem 

Rekurrenten selbst, zumindest ihm nahestehenden Personen zukamen. 

Bezüglich der G._____ AG liegt zwar eine Rechnung über CHF 2'471.55 

vor. Diese bezieht sich auf die Reparatur eines Fahrzeugs (Opel Vectra 

Caravan mit dem Kontrollschild AG_____) der B._____ GmbH, welches 

hauptsächlich vom Sohn des Rekurrenten, E._____, benutzt wurde (vgl. 

Police Nr. aaa mit der J._____ AG). E._____ war im Jahr 2018 weder Ge-

sellschafter der B._____ GmbH noch stand er in einem Arbeitsverhältnis 

zu dieser. Dienstleistungen oder vermittelte Aktienverkäufe von E._____ 

zugunsten der B._____ GmbH sind ebenfalls keine nachgewiesen (E. 

4.4.2.). Im Sinne der Dreieckstheorie ist daher auch diesbezüglich die 

Aufrechnung beim Rekurrenten als geldwerte Leistung nicht zu 

beanstanden. 

 

4.6. 

Der Rekurs ist somit in diesem Punkt abzuweisen.  

 

5. 

5.1. 

Umstritten ist ferner der Verkehrswert des Stammanteils des Rekurrenten 

an der B._____ GmbH. Gemäss Vorinstanz weist diese Beteiligung des 

Rekurrenten einen Steuerwert von CHF 463'000.00 auf.   

 

5.2. 

5.2.1. 

Der Vermögenssteuer unterliegt das gesamte Reinvermögen (§ 46 Abs. 1 

StG). Das Vermögen wird gemäss § 47 StG zum Verkehrswert bewertet, 

soweit die nachfolgenden Bestimmungen (§§ 48 ff. StG) nichts anderes 

vorsehen. Wertpapiere sind nach dem Verkehrswert zu bewerten. Dieser 

entspricht dem Kurswert oder, wenn kein solcher besteht, in der Regel dem 

inneren Wert (§ 50 Abs. 1 StG). 

 

5.2.2. 

Das Kreisschreiben Nr. 28 vom 28. August 2008 (Wegleitung zur Bewer-

tung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer; nachfol-

gend: KS Nr. 28) wird durch die Schweizerische Steuerkonferenz (SSK), 

welche die kantonalen Steuerverwaltungen und die Eidgenössische Steu-

erverwaltung vereint, herausgegeben. Der zum KS Nr. 28 verfasste Kom-

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mentar (nachfolgend: Kommentar), wird jeweils jährlich aktualisiert, um die 

Praxis und die Rechtsprechung abzubilden. Das KS Nr. 28 inkl. Kommentar 

bezweckt im Interesse der Steuerharmonisierung zwischen den Kantonen 

eine in der Schweiz einheitliche Vermögenssteuerbewertung nicht börsen-

kotierter Wertpapiere. Als Wegleitung stellt das KS Nr. 28 kein Bundes- 

oder interkantonales Recht dar, begründet keine Rechte und Pflichten und 

ist daher für den Richter nicht verbindlich. Das KS Nr. 28 wird jedoch nach 

ständiger Rechtsprechung als angemessene und zuverlässige Bewer-

tungsmethode zur Schätzung des Verkehrswerts von nicht börsenkotierten 

Wertpapieren anerkannt (Bundesgerichtsurteil vom 15. September 2022 

[2C_59/2022] E. 2.4. m.w.H.; VGE vom 28. März 2012 [WBE.2011.328]).  

 

5.2.3. 

Im Kanton Aargau ist die Anwendung des KS Nr. 28 darüber hinaus rechts-

satzmässig vorgesehen. § 33 Abs. 1 StGV bestimmt, dass für Wertpapiere 

ohne regelmässige Kotierung oder Nachweis regelmässiger Verkäufe in 

der Regel auf die Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurs-

wert für die Vermögenssteuer abgestellt wird. 

 

5.2.4. 

Der Unternehmenswert ergibt sich nach dem KS Nr. 28 aus der zweimali-

gen Gewichtung des Ertragswerts und der einmaligen Gewichtung des 

Substanzwerts zu Fortführungswerten, was als Standardmethode oder 

auch als "Praktikermethode" bezeichnet wird (KS Nr. 28 Randziffer [RZ] 

34). Gemäss dem vom Kanton Aargau gewählten Modell 1 ist als Ertrags-

wert der kapitalisierte ausgewiesene Reingewinn der zwei letzten vor dem 

massgebenden Bewertungsstichtag abgeschlossenen Jahresrechnungen 

heranzuziehen, wobei der Reingewinn des letzten Geschäftsjahrs doppelt 

gewichtet wird (KS Nr. 28 RZ 7, 8, 34 und 35; Kommentar 2023 RZ 7). Beim 

Reingewinn aufzurechnen sind die der Erfolgsrechnung belasteten, steuer-

lich nicht anerkannten Aufwendungen (z.B. offene und verdeckte Gewinn-

ausschüttungen; KS Nr. 28 RZ 9). Mit der "Praktikermethode" lässt sich der 

Unternehmenswert objektiv ermitteln, sofern keine massgebliche Handän-

derung unter unabhängigen Dritten stattgefunden hat (Bundesgerichtsurteil 

vom 15. September 2022 [2C_59/2022] E. 2.5.1.).   

 

5.3. 

Das Kantonale Steueramt hat den Unternehmenswert der B._____ GmbH 

bzw. den Steuerwert pro Titel per 31. Dezember 2018 wie folgt berechnet:  

 

[...] 

 

[...] 

 

 

 

 - 12 - 

 

 

5.4. 

5.4.1. 

Der Vertreter beantragt, dass die Beteiligung des Rekurrenten an der 

B._____ GmbH nach dem Substanzwert zu bewerten sei. Die 

B._____ GmbH habe per August 2018 eine neue Tätigkeit aufgenommen, 

nämlich die Unterstützung und Beratung der K._____, einerseits in der 

Suche nach Investoren, andrerseits in Coaching und Beratung des Boards 

dieser Gesellschaft, inkl. Einsitznahme im Board dieser Gesellschaft. 

Sämtliche Erträge der B._____ GmbH ab August 2018 stammten aus 

dieser neuen Tätigkeit, weshalb von einer Start-up-Gesellschaft zu 

sprechen sei. Aus diesem Grund könne nicht die normale Formel mit 

Ertragsrechnung der letzten beiden Jahre angewendet werden. Vielmehr 

sei der Substanzwert, das heisst das Stammkapital von CHF 20'000.00 

erhöht um allfällige stille Reserven für den Vermögenssteuerwert 

beizuziehen (vgl. Rekurs und Replik). 

 

5.4.2. 

Dienstleistungsgesellschaften (auch Gesellschaften mit beschränkter Haf-

tung) sind in der Regel für das Gründungsjahr und die Zeit der Aufbauphase 

nach dem Substanzwert zu bewerten. Sobald repräsentative Geschäftser-

gebnisse vorliegen, sind die Bewertungsregeln gemäss RZ 34 ff. anzuwen-

den (KS Nr. 28 RZ 32 und 49). 

 

Bis zum Vorliegen von repräsentativen Geschäftsergebnissen entspricht 

der Vermögenssteuerwert von Anteilen an Start-up-Gesellschaften, das 

heisst an Kapitalgesellschaften mit einem innovativen (üblicherweise tech-

nologiegetriebenen) und skalierbaren Geschäftsmodell, dem Substanz-

wert. Es kann aufgrund der – im Vergleich zu anderen Unternehmen – sehr 

hohen Bewertungsunsicherheiten nicht auf die von Investoren bei Finan-

zierungsrunden bezahlten Preise abgestellt werden. Investorenpreise sind 

nur massgeblich, wenn sie nach Abschluss der Aufbauphase bezahlt wer-

den. Vorbehalten bleiben Fälle, in welchen das Abstellen auf den Substanz-

wert aufgrund besonderer Umstände zu einem widersprüchlichen Ergebnis 

führen würde (Kommentar 2023 RZ 2 und 32; KS Nr. 28 RZ 2 Abs. 5).  

 

5.4.3. 

Zunächst ist festzuhalten, dass das KS Nr. 28 RZ 32 eine Anleitung für die 

Bewertung von (u.a.) Dienstleistungsgesellschaften im Regelfall ("in der 

Regel") formuliert. Die Möglichkeit einer abweichenden Beurteilung ist mit-

hin bereits in diesem Grundsatz angelegt und nicht nur für den Fall, dass 

aufgrund besserer Erkenntnisse oder mit Rücksicht auf die Besonderheiten 

des Einzelfalls vom Kreisschreiben überhaupt Abstand zu nehmen und 

eine andere Bewertungsmethode heranzuziehen ist (vgl. Entscheid des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 17. Dezember 2019 [VGE 

II 2019 41], Steuerpraxis des Kantons Schwyz [StPS] 2020, S. 61 ff.).   

 

 - 13 - 

 

 

5.4.4. 

Die B._____ GmbH wurde bereits im Jahr 2004 gegründet (vgl. 

Handelsregisterauszug). Im Weiteren vermag auch deren Zweckänderung 

im Jahr 2018 (E. 2.1.2.) keine Aufbauphase zu begründen. Ein gewichtiges 

Indiz für das Fehlen einer Aufbauphase ist im ab August / September 2018 

gewählten Geschäftsmodell zu sehen. Bei Dienstleistungen in diversen Be-

reichen der Unternehmensberatung und Coaching sowie hinsichtlich Inves-

torensuche (E. 5.4.1.) handelt es sich um ein projektabhängiges Geschäft 

mit starken Schwankungen.  Schwankungen beim Umsatz wie beim Erfolg 

gehören mithin implizit zum erklärten Geschäftskonzept. Das diesem Kon-

zept inhärente Geschäftsrisiko wird in Kauf genommen. Angesichts dieser 

Schwankungen kann grundsätzlich keinem Geschäftsergebnis Repräsen-

tativität zugesprochen werden. Eine dauerhafte Bewertung gestützt auf das 

KS Nr. 28 RZ 32 würde indes offensichtlich dem Sinn und Geist dieser Be-

stimmung widersprechen (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Schwyz vom 17. Dezember 2019 [VGE II 2019 41], Steuerpraxis 

des Kantons Schwyz [StPS] 2020, S. 61 ff.). Hinzu kommt, dass sowohl die 

verdeckten Gewinnausschüttungen von über CHF 150'000.00 als auch das 

Fehlen eines erhöhten Kapitalbedarfs – die B._____ GmbH nahm im Jahr 

2018 keine Kapitalerhöhung vor – gegen eine Aufbauphase sprechen.   

 

5.4.5. 

Entgegen der Ansicht des Vertreters handelt es sich bei der B._____ GmbH 

ab August 2018 nicht um eine Start-up-Gesellschaft, da auch deren 

geänderter und weit gefasster Zweck (E. 2.1.2.) sowie deren Dienst-

leistungen im Bereich Investorensuche, Unternehmensberatung und 

Coaching (E. 5.4.1.) nicht auf ein innovatives und skalierbares Geschäfts-

modell schliessen lassen. Nichts anderes ergibt sich aus der zwischen der 

B._____ GmbH und der K._____ am tt.mm.2018 abgeschlossenen 

Vereinbarung. Diese sieht vor, dass Erstere, welche in der Vermarktung 

und dem Vertrieb von Anlageprodukten tätig ist, Letztere bei der 

Vermarktung der Vorverkaufsphase ihres Securtiy Token Offering 

unterstützen wird, um bis zu GBP 6'000'000.00 zu beschaffen. Im Weiteren 

können weniger als 1 % der jährlich in der Schweiz gegründeten 

Unternehmen überhaupt als Start-ups bezeichnet werden (vgl. https://www. 

economiesuisse.ch/de/dossier-politik/1-start-ups-jungunter-nehmen-mit- 

grossem-innovationspotenzial). Sodann kann bei Start-ups nicht auf den 

von Investoren bei Finanzierungsrunden bezahlten Preis abgestellt werden 

(E. 5.4.2.). Vorliegend ist dies kein Thema, da eine solche Finanzierungs-

runde im Zusammenhang mit der Zweckänderung der B._____ GmbH 

ausblieb.    

 

5.4.6. 

Eine Aufbauphase der B._____ GmbH, welche eine Bewertung zum 

Substanzwert zulässt, ist somit zu verneinen.  

 

 - 14 - 

 

 

5.5. 

5.5.1. 

Der Vertreter beantragt im Weiteren, dass beim Ertragswert von einem Ka-

pitalisierungszinssatz von 9.5 % (Rekurs) bzw. 9 % (Replik) und nicht von 

7 % auszugehen sei. Ein Kapitalisierungszinssatz von 7 % sei nicht ge-

rechtfertigt, da es sich bei der B._____ GmbH um ein Start-up handle. Ein 

Kapitalisierungszinssatz von 7 % führe zu einer viel zu hohen Bewertung 

der Gesellschaft, zumal nach Beendigung der Zusammenarbeit mit der 

K._____ kein neues Unternehmen habe gefunden werden können, was die 

Einmaligkeit dieser Beratungstätigkeit zeige.    

 

5.5.2. 

Das KS Nr. 28 schreibt in RZ 10 Abs. 1 bis 4 vor, dass sich der Kapitalisie-

rungszinssatz aus dem Zinssatz für risikolose Anlagen und einer festen Ri-

sikoprämie zusammensetzt. Der massgebende Kapitalisierungszinssatz 

wird jährlich in einer Kursliste der Eidgenössischen Steuerverwaltung 

(ESTV) publiziert. Indem das KS Nr. 28 auf einen allgemeinen Mechanis-

mus zur Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes abstellt, wird gewähr-

leistet, dass für eine überwiegende Mehrzahl von Fällen ein sachgerechtes 

Ergebnis erzielt werden kann. Zwecks Vereinheitlichung wird bewusst in 

Kauf genommen, dass der Risikozuschlag abhängig von Grösse, Branche 

und individuelle Umstände des Unternehmens (wie z.B. Illiquidität) variie-

ren kann. Die im KS Nr. 28 vorgesehene Ermittlung der Höhe des Kapitali-

sierungszinssatzes ist damit nicht beliebig resp. willkürlich. Sie ist vertretbar 

(Bundesgerichtsurteil vom 15. September 2022 [2C_59/2022] E. 4.4.). Der 

Kapitalisierungszinssatz für das vorliegend relevante Jahr 2018 beträgt 7 % 

(https://www.ictax.admin.ch/extern/de.html#/ratelist/ 2018). 

 

5.5.3. 

Das KS Nr. 28 sieht in RZ 10 keine Ausnahmen vom Kapitalisierungszins-

satz gemäss Kursliste der ESTV vor. Auch aus der Rechtsprechung sind 

keine solchen Ausnahmen bekannt (vgl. Kommentar 2023 RZ 10). Wie be-

reits ausgeführt, handelt es sich bei der B._____ GmbH zudem nicht um 

eine Start-up-Gesellschaft und Schwankungen beim Umsatz wie beim 

Erfolg werden aufgrund des gewählten Geschäftsmodells in Kauf ge-

nommen (E. 5.4.4. und 5.4.5.). Entgegen der Ansicht des Vertreters ist da-

her vorliegend ein Kapitalisierungszinssatz von 7 % anwendbar. 

 

5.6. 

5.6.1. 

Der Vertreter bringt sodann vor, dass die B._____ GmbH eine Familien-

GmbH sei, wo Handänderungen an Dritte weder erwünscht noch ohne 

Zustimmung aller Familienmitglieder möglich seien, was ebenfalls zu einem 

Minus im Verkehrswert der Stammanteile führe.  

 

 

 - 15 - 

 

 

5.6.2. 

Im Jahr 2018 waren lediglich der Rekurrent und D._____ an der 

B._____ GmbH beteiligt (E. 2.1.1.). Dass zwischen diesen beiden eine 

familiäre Bande besteht, ist weder ersichtlich noch wird dies vom 

Rekurrenten belegt. Der vom Rekurrenten angeführte Grund ist nicht 

gegeben und kann daher auch nicht zu einem verminderten Verkehrswert 

der Stammanteile führen.  

 

5.7. 

Der vom Kantonalen Steueramt berechnete Unternehmenswert der 

B._____ GmbH von CHF 925'641.00 bzw. der Steuerwert von 

CHF 4'630.00 pro Titel ist somit nicht zu beanstanden.   

 

5.8. 

5.8.1. 

Gemäss § 54 Abs. 3 StG wird zur Milderung der wirtschaftlichen Doppel-

belastung der Steuerwert von Aktien und Anteilscheinen inländischer Kapi-

talgesellschaften und Genossenschaften, die weder an der Börse kotiert 

sind noch einem organisierten ausserbörslichen Handel unterliegen, um 

50 % herabgesetzt. Diese Regelung ist gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung verfassungswidrig (BGE 136 I 49; dieses Urteil bezieht sich auf 

eine nahezu identische Regelung des Berner Steuergesetzes). Trotz bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung wird § 54 Abs. 3 StG von den Aargauer 

Steuerbehörden und Steuergerichten weiterhin angewendet. Es erfolgt 

eine Gleichbehandlung im Unrecht (AGVE 2011 S. 292 ff.; Kommentar zum 

Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 54 StG N 13).  

 

5.8.2. 

Die Vorinstanz bzw. das Kantonale Steueramt (vgl. Wertschriftenverzeich-

nis / Veranlagung 2018 des Kantonalen Steueramts vom 14. Januar 2022 

sowie Veranlagungsdetails und Abweichungsbegründung vom 22. März 

2022) haben die Regelung von § 54 Abs. 3 StG vorliegend denn auch an-

gewendet. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz und den Ausführungen im 

genannten Wertschriftenverzeichnis gehörten dem Rekurrenten am 

31. Dezember 2018 allerdings lediglich die Hälfte der Anteilscheine der 

B._____ GmbH bzw. nur einer der beiden zum Nennwert von je 

CHF 10'000.00 ausgegebenen Stammanteile (E. 2.1.1.). Der Steuerwert 

des Anteilscheins des Rekurrenten an der B._____ GmbH per 31. Dezem-

ber 2018 beträgt demnach nicht CHF 463'000.00, sondern lediglich 

CHF 231'500.00 (50 % von CHF 463'000.00).   

 

5.9. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses ist somit das steuerbare Vermögen 

gemäss Verfügung vom 22. März 2022 von CHF 521'928.00 um 

CHF 231'500.00 auf CHF 290'428.00 herabzusetzen. 

 

 - 16 - 

 

 

6. 

6.1. 

Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt der Rekurrent zu rund 20 %. Er hat 

daher 80 % der Kosten des Rekursverfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). 

Der Rest wird auf die Staatskasse genommen. 

 

6.2. 

Ausserdem hat der Rekurrent Anspruch auf eine Parteikostenentschädi-

gung (§ 189 Abs. 2 StG). Diese ist regelmässig nach dem gleichen Verhält-

nis wie die amtlichen Kosten aufzuteilen (VGE vom 29. Januar 2014 

[WBE.2013.57]; SGE vom 21. Dezember 2023 [3-RV.2022.96]). Die 

Kostennote des Vertreters für die Bemühungen im Rekursverfahren beläuft 

sich auf CHF 1'280.75 (inkl. 7.7 % MWSt). Sie basiert auf einem 

Stundenansatz von CHF 350.00. 

 

6.3. 

Nach der Praxis des Spezialverwaltungsgerichts wird von einem maxima-

len Stundenansatz von CHF 220.00 ausgegangen (SGE vom 21. Dezem-

ber 2023 [3-RV.2022.96]). Daraus ergibt sich aufgrund der eingereichten 

Kostennote eine Parteikostenentschädigung von CHF 813.70 (inkl. 7.7 % 

MWSt). Davon sind dem Rekurrenten 20 %, d.h. CHF 162.75 auszurichten. 

 

 

 

 

  

 - 17 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird das steuerbare Vermögen auf 

CHF 290'000.00 festgesetzt.  

 

2. 

Im Übrigen wird der Rekurs abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.   

 

3. 

Der Rekurrent hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 400.00, der Kanzleigebühr von CHF 240.00 und 

den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 740.00, zu 80 % mit 

CHF 592.00 zu bezahlen. Der Rest wird auf die Staatskasse genommen. 

 

4. 

Es wird eine Parteikostenentschädigung von CHF 162.75 (inkl. 7.7 % 

MWSt) ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Vertreter des Rekurrenten (2) 

das Kantonale Steueramt  

die Abteilung Steuern der Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

  

 - 18 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 25. April 2024 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Fäs