# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 289bc310-a2dc-5f7a-b022-522f539cd552
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.05.2007 B-2160/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2160-2006_2007-05-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2160/2006

{ T  0 / 2 }

Urteil vom 24. Mai 2007

Mitwirkung: Richterin Maria Amgwerd (vorsitzende Richterin), Richter 
Bernard Maitre (Abteilungspräsident), Richterin Vera 
Marantelli; Gerichtsschreiberin Barbara Aebi

T._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), Effingerstrasse 27, 
3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend

Anerkennung eines Diploms.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. T._______,  schweizerischer  Staatsangehöriger,  stellte  am 11. April 2005 
beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (Bundesamt) das Ge-
such, sein Meistertitel im Augenoptikerhandwerk, (ausgestellt am 24. Juni 
2003 von der Handwerkskammer Karlsruhe)  sei  als mit  dem eidgenössi-
schen Diplom als Augenoptiker gleichwertig anzuerkennen. Den Gesuchs-
beilagen  ist  zu  entnehmen,  dass  T._______  vom  4. März 2002  bis  14. 
März 2003 den Meisterlehrgang in den Teilen eins und zwei am Institut für 
Berufsbildung (IfB) in Karlsruhe, einer staatlich anerkannten privaten Fach-
schule für Augenoptik und Optometrie, absolviert hatte. Im Jahr 2001 hatte 
er den Meisterlehrgang in den Teilen drei und Teil vier vor dem Prüfungs-
ausschuss  der  Handwerkskammer  Kassel  abgelegt.  Im  Weiteren  hatte 
T._______  von  1997  bis  1999  den  zweijährigen  Lehrgang  der  Höheren 
Fachschule für Augenoptik in Olten besucht und zuvor (1996/97) am Vor-
kurs teilgenommen.

Mit Schreiben vom 18. August 2005 teilte das Bundesamt T._______ mit, 
dass am 1. Juni 2002 die bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und 
der  EU in Kraft  getreten seien.  Gemäss der  anwendbaren europäischen 
Richtlinien  könne  der  Aufnahmestaat  Ausgleichsmassnahmen verlangen, 
sollte die ausländische Ausbildung von der inländischen abweichen.  Das 
Bundesamt  forderte  T._______  auf,  einen  detaillierten  Ausbildungsplan 
der  besuchten  Schulen  (inhaltliche  Angaben  pro  Fach  mit  Stundenzahl) 
und ein detailliertes Prüfungsprogramm der Handwerkskammer (detaillier-
ter Inhalt der geprüften Fächer) einzureichen.

Am 19. September 2005 reichte T._______ beim Bundesamt die verlang-
ten Unterlagen sowie ein Schreiben des Institutes für Berufsbildung (IfB) 
ein. Zudem hielt er fest, er sei erstaunt über die Vorgehensweise des Bun-
desamtes, zumal in einem Gespräch zwischen dem Schulleiter des IfB und 
dem Bundesamt bestätigt worden sei, dass es bezüglich der Anerkennung 
zu  keinen  Änderungen  kommen  werde.  Er  hoffe  nicht,  dass  er  weitere 
sechs Monate auf die Anerkennung warten müsse.

Mit Verfügung vom 9. Dezember 2005 entschied das Bundesamt, die Meis-
terprüfung werde der Höheren Fachprüfung gleichgestellt unter der Bedin-
gung,  dass  T._______  als  Ausgleichsmassnahme entweder  a.  eine  Eig-
nungsprüfung in den Fächern Pathologie sowie Allgemeine Optik & Instru-
mente  ablege  oder  b.  einen  einjährigen  Anpassungslehrgang  in  der 
Schweiz unter der Anleitung eines diplomierten Augenoptikers absolviere 
und die Fächer Pathologie sowie Allgemeine Optik & Instrumente an der 
Höheren  Fachschule  für  Augenoptik  in  Olten  besuche.  Zur  Begründung 
hielt  das  Bundesamt  fest,  die  Schweiz  habe  mit  dem  Freizügigkeitsab- 
kommen das System der Europäischen Union (EU) zur gegenseitigen An-
erkennung von Diplomen in ihren Mitgliedstaaten angenommen und wende 
zur Beurteilung der Gleichwertigkeit bei reglementierten Berufen die euro-
päischen Richtlinien an. Diese Richtlinien sähen vor, dass der Aufnahme-
staat  einem EU/EFTA-Bürger  den  Zugang  zu  seinem Arbeitsmarkt  nicht 
verweigern könne,  wenn der Gesuchsteller  in seinem Heimatland für die 

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Ausübung seines Berufes qualifiziert sei. Bestünden indessen Unterschie-
de bezüglich der Dauer und dem Inhalt der Ausbildung, könne der Aufnah-
mestaat vom Gesuchsteller Ausgleichsmassnahmen verlangen. Die Tätig-
keit als Augenoptiker sei in der Schweiz reglementiert. Die Ausbildung zur 
Vorbereitung auf die Höhere Fachprüfung (HFP) zum diplomierten Augen-
optiker daure zwei Jahre. In den wichtigsten Fächern Augenoptik (Patholo-
gie,  Anatomie,  Physiologie,  Pharmakologie),  Optik  und  Kontaktlinsenan-
passung vermittle  die Schule über 1500 Lektionen.  Gesamthaft  umfasse 
der Lehrplan der Schule 2750 Lektionen. Bei der HFP mit den Fallfächern 
Pathologie,  Refraktionsbestimmung,  Kontaktlinsen  und  Allgemeine  Optik 
dienten optometrische/physikalische Grundlagen als Qualifikationsbasis. In 
den handwerklichen Meisterprüfungen in Deutschland liege das Schwerge-
wicht bei  der Meisterprüfungsarbeit  und der Arbeitsprobe, die auch Teile 
der Refraktion und Kontaktlinsen-Abgabe beinhalte.  Das im Rahmen der 
HFP geprüfte Fallfach Pathologie werde bei der Meisterprüfung "nur" als 
Teilbereich im Fach Augenoptik geprüft.  Im Vergleich zu den schweizeri-
schen  Fallfächern  Kontaktlinsen  und  Refraktionsbestimmung  fehlten  in 
Deutschland wichtige Teilbereiche wie die äussere und innere Inspektion 
des Auges, die ihrerseits fundierte Kenntnisse in Pathologie voraussetzten. 
Die Pathologie und die Inspektion des Auges erlangten in der Schweiz vor 
allem  vor  dem  Hintergrund  der  kantonalen  Berufsausübungsvorschriften 
elementare Bedeutung, sei doch der diplomierte Augenoptiker verpflichtet, 
bei  Erkennen  oder  Verdacht  auf  Augenkrankheiten  einen  Kunden  dem 
Facharzt zuzuweisen. Das schweizerische Fallfach Allgemeine Optik & In-
strumente werde in Deutschland nur sehr rudimentär geprüft. Das schwei-
zerische Reglement betrachte dieses Fach als unabdingbares Grundlagen-
fach  zum Verständnis  der  Berufsausübung  und  zur  Lehrlingsinstruktion. 
Aus diesen Gründen seien die Höhere  Fachprüfung und die Meisterprü-
fung  in  Deutschland  inhaltlich  nicht  vergleichbar  und  somit  nicht 
gleichwertig.

B. Gegen diese Verfügung erhob T._______ (Beschwerdeführer) am 23. De-
zember  2005 Beschwerde bei  der Rekurskommission EVD. Er  beantragt 
sinngemäss, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und sein Meis-
tertitel im Augenoptikerhandwerk sei anzuerkennen. Zunächst weist er dar-
auf  hin,  dass er  vorgängig  an der Höheren Fachschule  in  Olten (SHFA) 
von  1996  bis  1997  den  Vorkurs  und  von  1997  bis  1999  den  Lehrgang 
"Schweizerische Höhere Fachschule  für  Augenoptik"  absolviert  habe.  Im 
Weiteren  macht  er  -  gestützt  auf  den  beigelegten  Gleichwertigkeitsent-
scheid des Bundesamtes in Sachen S._______ vom 7. Juni 2004 - rechts-
ungleiche Behandlung geltend. Dazu führt er aus, dass Kollegen, die mit 
ihm zusammen im Jahr 2003 das Meisterprüfungszeugnis in Deutschland 
erworben  haben,  vom  Bundesamt  die  Gleichstellung  mit  der  Höheren 
Fachprüfung erhalten haben. 

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Am 10. Januar 2006 reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben der Hö-
heren Fachschule für Augenoptik in Olten ein, in welchem diese bestätigte, 
dass der Beschwerdeführer von Oktober 1997 bis Ende September 1999 
am Vollzeitstudium teilgenommen und von 1996 bis 1997 den Vorkurs an 
der Schule besucht  habe.  Der Beschwerdeführer hält  dazu fest,  er habe 
die Fächer, für welche in der angefochtenen Verfügung Ausgleichsmass-
nahmen vorgesehen seien, bereits besucht.

C. Mit Vernehmlassung vom 13. März 2006 beantragt das Bundesamt die Ab-
weisung der Beschwerde.  Es hält fest,  am 1. Dezember 1937 hätten die 
Regierungen der Schweiz und Deutschland ein Abkommen zur Gleichstel-
lung deutscher und schweizerischer handwerklicher Prüfungen unterzeich-
net. Wahrscheinlich sei dieses Abkommen von den deutschen und schwei-
zerischen Behörden gelegentlich angewandt worden. Es sei jedoch weder 
ratifiziert  noch in der systematischen Sammlung des Bundesrechts publi-
ziert  und  daher  in  keiner  Weise  rechtskräftig.  Mit  dem  Inkrafttreten  des 
Freizügigkeitsabkommens (FZA) am 1. Juni 2002 habe sich die Anerken-
nung  ausländischer  Diplome  in  der  Schweiz  grundlegend  geändert.  Die 
Umsetzung der bilateralen Abkommen habe eine gewisse Zeit  gedauert. 
Bei  der  Anerkennung  von  Ausbildungen  deutscher  Optiker  würden  die 
Schweizer  Behörden  nun  Anhang  III  des  Freizügigkeitsabkommens  an-
wenden. Aufgrund der wortgetreuen Auslegung des Abkommens von 1937 
seien Ausbildungen  anerkannt  worden,  die  nicht  den Anforderungen  der 
Schweizer Ausbildungen entsprächen. Dies widerspreche ganz offensicht-
lich den in Anhang III FZA aufgenommenen Richtlinien. Die Ausübung des 
Berufs falle in den Zuständigkeitsbereich der Kantone; das Bundesamt sei 
nur für die Ausbildung zuständig. Daher komme es vor, dass die Bedingun-
gen zur Berufsausübung in den verschiedenen Kantonen variieren könn-
ten. Diese Frage sei aber nicht Gegenstand der vorliegenden Beschwerde.

Zur  geltend gemachten  Praxisänderung  sei  festzuhalten,  dass  eine Ver-
waltungspraxis  keine  rechtliche  Regelung  darstelle  und  Privatpersonen 
keine  Rechte  daraus  ableiten  könnten.  Der  Rechtsgleichheitsgrundsatz 
könne nicht zur Folge haben, dass die Verwaltung immer an ihrer Praxis 
festhalten müsse. Dies gelte vor allem dann, wenn eine Änderung der Pra-
xis  wie im vorliegenden Fall  auf  eine Gesetzesänderung zurückzuführen 
sei. Eine Praxisänderung müsse sofort für alle Fälle gelten und nur vorgän-
gig angekündigt werden, wenn sie die Rechte der Bürgerinnen und Bürger 
auf unwiderrufliche Weise beeinträchtige. Das sei hier nicht der Fall, da ein 
Diplom nach einer nicht einmal einen halben Tag dauernden Prüfung aner-
kannt werden könne.

Gemäss den europäischen Richtlinien zur Anerkennung von Diplomen sei-
en die  wichtigsten Kriterien  für  die Prüfung eines  Anerkennungsgesuchs 
Dauer und Inhalt der Ausbildungen. Der Entscheid des Bundesamtes, der 
auf  einem Vergleich  der  Ausbildungen beruhe,  entspreche somit  dem in 
den europäischen Richtlinien vorgesehenen System. In der Schweiz werde 
ein Grossteil der Berufsausbildungen in Form von Prüfungen mit fakultati-
ver  Ausbildung  durchgeführt.  Die  erlangten  Titel  (Fachausweise  und 
Diplome) ermöglichten den Zugang zu Berufen mit grosser Verantwortung 
und hohem Wissensstand.  Trotzdem würden diese in der EU nicht aner-

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kannt, weil ihre Inhaber sich nicht auf eine Ausbildungsdauer im Sinne der 
Richtlinien  berufen könnten.  In  Anbetracht  dessen sei  die  Schweiz  nicht 
bereit,  über die Anforderungen der europäischen Richtlinien hinauszuge-
hen. Im vorliegenden Fall sei nicht die Ausbildungsdauer das massgebli-
che Kriterium,  sondern  es  gehe  hauptsächlich  um den  Unterrichtsinhalt. 
Da die europäischen Richtlinien aber auf den Kriterien Ausbildungsdauer 
und -inhalt aufbauten, müsse man sich auf einen Ausbildungsweg bezie-
hen,  um  die  Ausbildung  des  Beschwerdeführers  mit  derjenigen  in  der 
Schweiz zu vergleichen. Die Ausbildung an der Schule in Olten erlaube ei-
nen gültigen Vergleich, weil sie den Erwerb der durch die Prüfungsordnung 
der höheren Fachprüfung vom 12.  Juni  1991 geforderten Kenntnisse er-
mögliche.

Der Beschwerdeführer habe zwar die Ausbildung an der Schule in Olten 
besucht, aber die Prüfungen nicht bestanden. Wie aus dem Schreiben der 
Europäischen Kommission hervorgehe, sei das BBT nicht verpflichtet, eine 
nicht  bestandene  Ausbildung  zu  berücksichtigen.  Der  Beschwerdeführer 
könne sich daher nicht darauf berufen, bereits eine der Schweizer Ausbil-
dung entsprechende Ausbildung absolviert zu haben.

Die Ausbildung des Beschwerdeführers sei  vom Schweizer Optikverband 
geprüft worden. Aus diesem Gutachten gehe hervor, dass die beiden Fä-
cher, für die Ausgleichsmassnahmen gefordert werden, in Deutschland zu 
oberflächlich behandelt würden. Entgegen dem Standpunkt des Beschwer-
deführers sei es nicht möglich, sich bei einer derart unterschiedlichen Aus-
bildungsdauer  den gleichen Stoff  anzueignen.  Im Rahmen dieser  beiden 
Fächer würden Inhalte vermittelt, die zur Berufsausübung unerlässlich sei-
en. Eine zuwandernde Person könne nach Belieben eine Eignungsprüfung 
oder einen Anpassungslehrgang absolvieren. Das Bundesamt habe darauf 
verzichtet, im Fach Rechtskunde Ausgleichsmassnahmen zu fordern, denn 
es gehe davon aus, dass es sich dabei nicht um Kenntnisse handle, die für 
die Berufsausbildung unerlässlich seien.

D. Mit  Schreiben  vom 28.  April  2006  ersuchte  die  Rekurskommission  EVD 
das Bundesamt um Einreichung diverser Unterlagen und um Erläuterung 
darüber, was die vom Bundesamt alternativ verfügte Ausgleichsmassnah-
me – der einjährige Anpassungslehrgang – beinhalte.

Am 10. Mai 2006 reichte das Bundesamt die angeforderten Unterlagen ein 
und  liess  sich  zum  einjährigen  Anpassungslehrgang  und  nochmals  zur 
Praxisänderung vernehmen.

E. Am 29. Mai 2006 reichte der Beschwerdeführer hiezu eine Stellungnahme 
sowie weitere Unterlagen ein. Er hält fest, im Gegensatz zu anderen Be-
rufskollegen habe er die Höhere Fachschule in Olten inklusive Vorkurs ab-
solviert  und alle Anforderungen zur Teilnahme an der Höheren Fachprü-
fung erfüllt.  Hätte er zum Zeitpunkt seiner Prüfung am 24. Juni 2003 be-
reits gewusst, dass beim Bundesamt eine Gleichstellung beantragt werden 
müsse, hätte er eine solche beantragt und diese auch erhalten. Das Bun-
desamt habe die viermonatige Frist zur Bearbeitung seines Gesuches um 
vier weitere Monate überschritten. 

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Er vermute,  dass das Bundesamt die Frist  absichtlich  habe verstreichen 
lassen, um das Inkrafttreten der Gesetzesänderung abzuwarten.

F. Am 28. August 2006 fand am Sitz der Rekurskommission EVD in Frauen-
kappelen  eine öffentliche  Verhandlung im Sinne  der  Europäischen Men-
schenrechtskonvention statt. Dabei hatten der Beschwerdeführer und das 
Bundesamt  Gelegenheit,  ihren Standpunkt  nochmals  einlässlich  darzule-
gen.

Am  31.  August  2006  äusserte  sich  das  Bundesamt  zur  Bewertung  des 
Lehrgangs und reichte unter anderem die an der Verhandlung erwähnten 
Weisungen betreffend die Durchführung der Eignungsprüfung ein.

Am 7. September 2006 gab die Rekurskommission EVD dem Beschwerde-
führer Gelegenheit, sich zu diesen und weiteren Eingaben des Bundesam-
tes zu äussern. Der Beschwerdeführer liess sich dazu mit Schreiben vom 
18.  September  2006 vernehmen.  Diese Stellungnahme wurde dem Bun-
desamt am 27. September 2006 zur Kenntnis gebracht.

G. Am 6.  September  2006  reichte  der  Beschwerdeführer  auf  Ersuchen  der 
Rekurskommission EVD hin Kopien seiner Semesterzeugnisse 1998/1999 
der Höheren Fachschule in Olten sowie seiner Notenblätter der Höheren 
Fachprüfung  im Augenoptikerberuf  vom September  1999  und vom Sep-
tember 2000 ein. Aus dem Notenblatt der Höheren Fachprüfung vom Sep-
tember 2000 geht hervor, dass der Beschwerdeführer im Fach "Pathologie 
des Sehorgans" die Note 4.0 erreicht hatte.

H. Per 1. Januar 2007 überwies die Rekurskommission EVD die Verfahrens-
akten  an  das  neu  geschaffene  Bundesverwaltungsgericht.  Dieses  über-
nahm das Verfahren mit Verfügung vom 18. Januar 2007.

I. Am 23. Februar 2007 stellte das Bundesverwaltungsgericht dem Schwei-
zer Optikverband (SOV) mehrere Fragen im Zusammenhang mit dem vom 
Bundesamt alternativ verfügten Anpassungslehrgang.

Der Schweizer Optikverband beantwortete am 5. März 2007 die an ihn ge-
richteten Fragen.

Am 19. März 2007 reichte der Beschwerdeführer unaufgefordert eine wei-
tere Stellungnahme ein.

Auf  die  vorstehend  genannten  und weiteren  Vorbringen  wird,  soweit  sie 
rechtserheblich sind, in den Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde 
einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und 
mit  freier  Kognition  (vgl.  BGE 130 II  65 E.  1;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, 
Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  Zürich 
1998, Rz. 410). 

Der Entscheid des Bundesamtes vom 9. Dezember 2005 stellt eine Verfü-
gung  im Sinne  des  Bundesgesetzes  vom 20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren dar (VwVG, SR 172.021; Art. 5 Abs. 1 Bst. c). Diese 
Verfügung  war  bisher  bei  der  Rekurskommission  EVD  angefochten, 
welche  vor  dem  Inkrafttreten  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) am 1. Januar 2007 (vgl. AS 2006 1069) 
zur Beurteilung der Streitsache sachlich und funktionell zuständig war (vgl. 
Art. 61 Abs. 1 Bst. c Ziff. 1 BBG œ[zitiert in E. 2], AS 2003 4557; aufgeho-
ben gemäss Anhang Ziff. 35 zum VGG, AS 2006 2248).

Das  Bundesverwaltungsgericht,  welches  gemäss  Art.  31  VGG  als  Be-
schwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG be-
urteilt,  ist nach Art. 53 Absatz 2 VGG (i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG) für die 
Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig, zumal keine Ausnah-
me nach Art. 32 VGG greift. 

Soweit  vorliegend  das Abkommen über  die Personenfreizügigkeit  (zit.  in 
E. 3)  zur  Anwendung gelangt,  hat  dieses keine Änderungen auf  die hier 
dargestellte (innerstaatliche) Ordnung des Rechtsschutzes zur Folge (vgl. 
STEPHAN BREITENMOSER/MICHAEL ISLER, Der Rechtsschutz im Personenfreizügig-
keitsabkommen zwischen der Schweiz und der EG sowie den EU-Mitglied-
staaten,  Aktuelle  Juristische  Praxis  [AJP]  2002  S. 1003  ff.,  insbes. 
S. 1018).

Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bundesamt teilgenom-
men und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Er hat 
zudem ein als schutzwürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhe-
bung  oder  Änderung,  weshalb  er  zur  Beschwerdeführung  legitimiert  ist 
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Die  Eingabefrist  sowie  die  Anforderungen  an  Form  und  Inhalt  der  Be-
schwerdeschrift  sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kosten-
vorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übri-
gen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). 

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2. Nach Art. 2 des Berufsbildungsgesetzes  vom 13.  Dezember  2002 (BBG, 
SR 412.10) regelt dieses Gesetz sämtliche Berufsbereiche ausserhalb der 
Hochschulen, so unter anderem die berufliche Grundbildung, einschliess-
lich  der  Berufsmaturität;  die  höhere  Berufsbildung;  die  berufsorientierte 
Weiterbildung und die Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art.  2 
Abs. 1 Bst. a - d BBG). 

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Art. 68 Abs. 1 BBG überträgt dem Bundesrat die Regelung der Anerken-
nung ausländischer Diplome und Ausweise der Berufsbildung im Geltungs-
bereich  des  Berufsbildungsgesetzes.  Zur  Förderung  der  internationalen 
Zusammenarbeit und Mobilität in der Berufsbildung kann der Bundesrat in 
eigener Zuständigkeit internationale Vereinbarungen abschliessen (Art. 68 
Abs.  2  BBG).  Der  Bundesrat  erlässt  die  Ausführungsbestimmungen,  wo 
das Gesetz die Zuständigkeit nicht anders regelt (Art. 65 Abs. 1 BBG). Mit 
dem Erlass der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 2003 (BBV, 
SR 412.101) hat der Bundesrat diesen Auftrag erfüllt und in Art. 69 folgen-
des bestimmt:
1 Das Bundesamt anerkennt ausländische Diplome und Ausweise, wenn diese: 

a. im Herkunftsland staatlich ausgestellt oder staatlich anerkannt sind; und

b. einem schweizerischen Ausweis oder Titel gleichwertig sind.
2 Einem schweizerischen Diplom oder Ausweis gleichwertig ist ein ausländisches 
Diplom oder ein ausländischer Ausweis dann, wenn:

a. die gleiche Bildungsstufe gegeben ist;

b. die Bildungsdauer äquivalent ist;

c. die Inhalte vergleichbar sind; und 

d. der Bildungsgang neben theoretischen auch praktische Qualifikationen  
umfasst. 

3 Antragsberechtigt ist, wer in der Schweiz Wohnsitz hat oder als Grenzgängerin 
oder Grenzgänger tätig ist. 
4 Völkerrechtliche Verträge bleiben vorbehalten. 

Wird die Ausübung einer Berufstätigkeit  durch Rechtsvorschriften an den 
Besitz  eines bestimmten Diploms oder Ausweises gebunden und verfügt 
die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller über ein ausländisches Diplom 
oder einen ausländischen Ausweis, der in der Schweiz nicht als gleichwer-
tig anerkannt ist, so sorgt das Bundesamt in Zusammenarbeit mit den Kan-
tonen oder mit Organisationen der Arbeitswelt für Ausgleichsmassnahmen, 
mit  denen  die  verlangten  Qualifikationen  erreicht  werden  können.  Aus-
gleichsmassnahmen  bestehen  in  ergänzenden  Eignungsprüfungen,  An-
passungslehrgängen  oder  anderen  Qualifikationsverfahren  (vgl.  Art. 70 
Abs. 1 und 3 BBV).

3. Am  1.  Juni  2002  trat  das  Abkommen  vom  21. Juni 1999  zwischen  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Ge-
meinschaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit 
(Freizügigkeitsabkommen,  FZA,  SR 0.142.112.681)  in  Kraft.  Nach Art.  1 
Bst. a Freizügigkeitsabkommen hat dieses zum Ziel, den Staatsangehöri-
gen der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft und der Schweiz 
ein Recht auf Einreise, Aufenthalt, Zugang zu einer unselbstständigen Er-
werbstätigkeit und Niederlassung als Selbstständiger sowie das Recht auf 
Verbleib im Hoheitsgebiet der Vertragsparteien einzuräumen. Der Grund-
satz der Nichtdiskriminierung (vgl. Art. 2 FZA) gewährleistet den Staatsan-
gehörigen der Schweiz und der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemein-
schaft das Recht, in der Anwendung des Abkommens nicht schlechter ge-
stellt  zu  werden  als  die  Angehörigen  des  Staates,  der  das  Abkommen 
handhabt (YVO HANGARTNER, Der Grundsatz der Nichtdiskriminierung wegen 

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der Staatsangehörigkeit  im Freizügigkeitsabkommen der Schweiz mit  der 
Europäischen Gemeinschaft, AJP 2003 S. 257 ff., dort S. 260). In diesem 
Zusammenhang bestimmt  Art.  9  Freizügigkeitsabkommen,  dass  die Ver-
tragsparteien gemäss Anhang III  die  erforderlichen Massnahmen treffen, 
um den Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemein-
schaft und der Schweiz den Zugang zu unselbstständigen und selbststän-
digen Erwerbstätigkeiten und deren Ausübung sowie die Erbringung von 
Dienstleistungen zu erleichtern.

Anhang III  trägt  die Bezeichnung "Gegenseitige Anerkennung beruflicher 
Qualifikationen (Diplome,  Prüfungszeugnisse und sonstiger  Befähigungs-
nachweise)". Nach dessen Bestimmungen wenden die Vertragsparteien im 
Bereich der gegenseitigen Anerkennung beruflicher Befähigungsnachwei-
se  untereinander  die  gemeinschaftlichen  Rechtsakte,  auf  die  Bezug  ge-
nommen wird, in der zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Abkommens 
geltenden Fassung einschliesslich der in Abschnitt A dieses Anhangs ge-
nannten Änderungen oder  gleichwertige  Vorschriften  an (vgl.  hierzu  und 
zum Ganzen: Botschaft vom 23. Juni 1999 zur Genehmigung der sektoriel-
len  Abkommen zwischen der  Schweiz  und der  EG,  Botschaft,  BBl  1999 
6128,  insbesondere  S.  6155  und S.  6347  ff.;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.331/2002 vom 24. Januar 2003 E. 6.1 mit Hinweis auf:  RUDOLF NATSCH, 
Gegenseitige  Anerkennung beruflicher  Qualifikationen,  in:  Bilaterale  Ver-
träge Schweiz - EG, Zürich 2002, S. 195 ff., insbes. S. 204; MAX WILD, Die 
Anerkennung von Diplomen im Rahmen des Abkommens über die Freizü-
gigkeit  der Personen, in: Bilaterale Abkommen Schweiz - EU, Basel etc. 
2001, S. 383 ff., insbes. S. 403; Bundesamt für Berufsbildung und Techno-
logie, Bericht über die Anerkennung ausländischer Diplome in der Schweiz 
und die Anerkennung schweizerischer Diplome im Ausland:  Regelungen, 
bestehende Praktiken und Handlungsbedarf, Bern 2001, S. 4 f.; im Folgen-
den: Bericht 2001).

Hinsichtlich  der  Anerkennung  der  beruflichen Qualifikationen erfasst  das 
bilaterale Personenfreizügigkeitsabkommen nur die im Aufnahmestaat reg-
lementierten beruflichen Tätigkeiten. Alle nicht reglementierten Berufe ste-
hen der freien Ausübung offen. Für sie ist die Anerkennung nach dem Per-
sonenfreizügigkeitsabkommen ohne Bedeutung.  Ist  ein Beruf  im Aufnah-
mestaat nicht reglementiert, bedarf es somit keiner Prüfung der Gleichwer-
tigkeit des Diploms und eine Arbeitsbewilligung genügt (vgl. NATSCH, a.a.O., 
S. 205;  WILD, a.a.O., S. 386 f.;  HILDEGARD SCHNEIDER, Die Anerkennung von 
Diplomen in der Europäischen Gemeinschaft, Antwerpen-Apeldoorn 1995, 
S. 177).

Als reglementierte berufliche Tätigkeit gilt eine berufliche Tätigkeit, bei der 
die Aufnahme oder Ausübung oder eine der Arten ihrer Ausübung in einem 
Mitgliedstaat direkt oder indirekt durch Rechts- oder Verwaltungsvorschrif-
ten an den Besitz eines Ausbildungs- oder Befähigungsnachweises (bzw. 
Diploms) gebunden ist. Dazu gehört insbesondere die Ausübung einer be-
ruflichen Tätigkeit in Verbindung mit der Führung eines Titels, der nur von 
Personen geführt werden darf, die einen Ausbildungs- oder Befähigungs-
nachweis  (bzw.  ein  Diplom)  besitzen,  die  in  einschlägigen  Rechts-  und 
Verwaltungsvorschriften  festgelegt  sind;  sowie  die  Ausübung  einer 

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beruflichen  Tätigkeit  im  Gesundheitswesen,  wenn  die  Vergütung  dieser 
Tätigkeit und/oder eine diesbezügliche Erstattung durch das einzelstaatli-
che System der sozialen Sicherheit an den Besitz eines Ausbildungs- oder 
Befähigungsnachweises  (bzw.  Diploms)  gebunden  ist  (Art.  1  Bst.  f  der 
Richtlinie 92/51/EWG bzw. Art. 1 Bst. d der Richtlinie 89/48/EWG, beide zi-
tiert  in  E.  3.2).  Berufsverbände  oder  -organisationen,  die  ihren Mitglied-
staaten derartige  Titel  ausstellen  und von den Behörden anerkannt  wer-
den, können sich nicht auf ihre private Natur berufen, um sich der Anwen-
dung der mit dieser Richtlinie vorgesehenen Regelung zu entziehen (Vor-
spann der Richtlinie 89/48/EWG). 

Das Bundesamt hat eine Liste der reglementierten Berufe in der Schweiz 
herausgegeben (abrufbar unter www.bbt.admin.ch [Themen/Internationale 
Diplomanerkennung/EU-Diplomanerkennung/Liste der reglementierten Be-
rufe]). Der Beruf des Augenoptikers ist in dieser Liste erfasst (N. 1.04).

Somit  ist  das  Freizügigkeitsabkommen  zur  Prüfung  der  Gleichwertigkeit 
des Meistertitels im Augenoptikerhandwerk grundsätzlich anwendbar.

3.1 Der  Beschwerdeführer  arbeitet  momentan  als  Augenoptiker  im  Kanton 
Luzern.

Der  Kanton  Luzern  regelt  die  Tätigkeit  zur  selbstständigen  Berufsaus-
übung als Augenoptiker in der Verordnung vom 17. Dezember 1985 über 
die Berufe der Gesundheitspflege (SRL 806). Zur selbstständigen und ge-
werbsmässigen Berufsausübung ist eine  Berufsausübungsbewilligung des 
Gesundheits- und Sozialdepartementes  erforderlich (vgl. § 1 und § 4 der 
Verordnung). Der Augenoptiker hat unter anderem über die nach ärztlicher 
Verordnung oder eigener Brillenglasbestimmung angefertigten Brillen und 
Kontaktlinsen Aufzeichnungen zu machen und diese während zehn Jahren 
aufzubewahren, in einem separaten Raum Brillengläser zu bestimmen und 
Kontaktlinsen anzupassen,  bei  Vermutung krankhafter  Augenveränderun-
gen eine augenärztliche Untersuchung zu empfehlen, sich an ärztliche Re-
zepte zu halten, Heilbehandlungen von Augen und die Abgabe von Arznei-
mitteln zu unterlassen (§ 13 der Verordnung). Für das Bestimmen von Bril-
lengläser  und das Anpassen von Kontaktlinsen ist  der Ausweis über die 
höhere eidgenössische Fachprüfung als Augenoptiker oder ein gleichwerti-
ges ausländisches Diplom nötig (§ 12 Abs. 2 der Verordnung).

Damit steht fest,  dass die selbstständige Ausübung des Augenoptikerbe-
rufs im Kanton Luzern im Sinne der Richtlinie 92/51/EWG reglementiert ist.

3.2 Das europäische Recht unterscheidet  spezielle und allgemeine Anerken-
nungsrichtlinien. Erstere beruhen auf dem Prinzip der vorgängigen Harmo-
nisierung der Ausbildung, letztere auf dem Prinzip des gegenseitigen Ver-
trauens  in  die  Ausbildung  der  anderen  Mitgliedstaaten  (vgl.  Botschaft, 
a.a.O., S. 6347 f.). Sieben sektorale Richtlinien wurden nach dem System 
der Harmonisierung gestaltet und ermöglichen damit sechs medizinischen 
und paramedizinischen Berufen (Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Apotheker, Pfle-
gepersonal in allgemeiner Pflege, Hebamme) sowie Architekten die auto-
matische  Anerkennung  (vgl.  WILD,  a.a.O.,  S.  396  f.;  SCHNEIDER,  a.a.O., 
S. 167). 

11

Die allgemeine Anerkennungsregelung, welche nicht für bestimmte berufli-
che Tätigkeiten  gilt,  setzt  sich  aus  der  Richtlinie  89/48/EWG des  Rates 
vom 21. Dezember 1988 über eine allgemeine Regelung zur Anerkennung 
der  Hochschuldiplome,  die  eine  mindestens  dreijährige  Berufausbildung 
abschliessen (ABl. 1989 L 019 S. 16; im Folgenden: Richtlinie 89/48/EWG) 
sowie aus der  Richtlinie  92/51/EWG des Rates vom 18. Juni  1992 über 
eine  zweite  allgemeine  Regelung  zur  Anerkennung  beruflicher  Befähi-
gungsnachweise in Ergänzung zur Richtlinie 89/48/EWG (ABl. L 209 S. 25; 
im Folgenden: Richtlinie 92/51/EWG) zusammen.

3.3 Die  beiden  allgemeinen  Richtlinien  89/48/EWG  und  92/51/EWG  stützen 
sich auf die Art. 49, Art. 57 Abs. 1 und Art. 66 des Vertrages zur Gründung 
der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und bezwecken, dass Angehö-
rige der Mitgliedstaaten als Selbstständige oder abhängig Beschäftigte ih-
ren  Beruf  auch  in  einem  anderen  Mitgliedstaat  ausüben  können  als  in 
demjenigen,  in  dem sie ihre  beruflichen  Qualifikationen  erworben haben 
(vgl. einleitende Bemerkungen der Richtlinien 89/48/EWG und 92/51/EWG, 
1. Abs.). 

Von der Richtlinie 89/48/EWG erfasst werden Studienabschlüsse nach ei-
nem Studium von mindestens drei Jahren (vgl. Art. 1 Bst. a 2. Gedanken-
strich der Richtlinie 89/48/EWG; SCHNEIDER, a.a.O., S. 239; WILD, a.a.O., S. 
399). Die Richtlinie 92/51/EWG bezieht sich auf die Sekundarschulbildung 
sowie  die  kurzen  postsekundären  Studiengänge  von  mindestens  einem 
Jahr und alle im Anhang C der Richtlinie aufgeführten Studiengänge (vgl. 
Erwägung 9 der Richtlinie 92/51/EWG und Art. 1 der Richtlinie 92/51/EWG; 
SCHNEIDER, a.a.O.,  S. 239; Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, 
Bericht 2001, a.a.O., S. 28 f.).

Der Beschwerdeführer hat 1995 in der Schweiz das Fähigkeitszeugnis als 
Augenoptiker erworben. Er hat in Deutschland (Herkunftsstaat) eine Aus-
bildung zum Meister im Augenoptikerhandwerk absolviert. 

Sowohl  der  Meistertitel  im  Augenoptikerhandwerk  in  Deutschland  (Her-
kunftsstaat) wie auch das Diplom des Augenoptikers in der Schweiz (Auf-
nahmestaat)  sind  Berufsabschlüsse  im  postsekundären  Bereich,  deren 
Ausbildungen weniger als drei Jahre dauern (vgl. § 49 des Gesetzes der 
Bundesrepublik  Deutschland  vom 17.  September  1953 zur Ordnung des 
Handwerks  [konsolidierte  Fassung;  BGBI  I  1953,  1411];  im  Folgenden: 
HwO  und  §  2  der  Verordnung  der  Bundesrepublik  Deutschland  vom 
4. März 1997 über die Berufsausbildung zum Augenoptiker/zur Augenopti-
kerin; im Folgenden: AugOptAusbV 1997 sowie Art. 23 und Art. 10 des Re-
glements vom 12. Juni 1991 über die Durchführung der Höheren Fachprü-
fung  im Augenoptikerberuf  [Prüfungsreglement]).  Die  berufliche  Tätigkeit 
des Augenoptikers wird zudem weder von einer sektoriellen Richtlinie noch 
von einer in Anhang A der Richtlinie 92/51/EWG aufgeführten Richtlinie er-
fasst (vgl. Art. 2 Abs. 2 der Richtlinie 92/51/EWG). Daher ist für den Beruf 
des Augenoptikers die Richtlinie 92/51/EWG anwendbar.

12

3.4 Der Beschwerdeführer ist Schweizer Bürger und hat in Deutschland eine 
postsekundäre Ausbildung absolviert,  welche er in der Schweiz anerken-
nen lassen will. 

Nach  Art.  2  Abs.  1  der  Richtlinie  92/51/EWG erstreckt  sich  der  Anwen-
dungsbereich dieser Richtlinie auf alle Angehörigen eines Mitgliedstaates, 
die als  Selbstständige oder abhängig  Beschäftigte einen reglementierten 
Beruf  in  einem Aufnahmestaat  ausüben  wollen.  Nach dem Wortlaut  von 
Art. 2 Abs. 1 ist nicht klar, ob sich die Richtlinie auch auf Inländer bezieht, 
welche eine im Ausland getätigte Ausbildung anerkennen lassen wollen. 
Für die Auslegung der Begriffe des Gemeinschaftsrechts ist die Rechtspre-
chung  des  Gerichtshofes  der  Europäischen  Gemeinschaften  (EuGH)  bis 
zum Zeitpunkt vor der Unterzeichnung des Abkommens zu berücksichtigen 
(Art.  16  Abs.  2  FZA  "acquis  communautaire"  auf  dem  Stand  vom 
21. Juni 1999;  BREITENMOSER/ISLER,  a.a.O.,  S. 1011). Der EuGH hat in Vor-
abentscheidungen  erkannt,  dass  die  Freizügigkeit  der  Arbeitnehmer  und 
das Niederlassungsrecht im System der Gemeinschaft grundlegende Frei-
heiten darstellten, "die nicht voll verwirklicht wären, wenn die Mitgliedstaa-
ten die Anwendung des Gemeinschaftsrechts denjenigen ihrer Staatsange-
hörigen versagen dürften, die von den im Gemeinschaftsrecht vorgesehe-
nen Erleichterungen Gebrauch gemacht und dank dieser Erleichterung be-
rufliche Qualifikationen in einem anderen Mitgliedstaat als demjenigen er-
worben haben, dessen Staatsangehörigkeit  sie besitzen"  (vgl.  Urteil  vom 
31. März 1993 in der Rechtssache C-19/92, Kraus, Sammlung der Recht-
sprechung [Slg.], I-1663, Randnr. 16 sowie Urteil vom 6. Oktober 1981 in 
der  Rechtssache  246/80,  Broekmeulen,  Slg.,  2311,  Randnrn.  18 ff.;  vgl. 
SCHNEIDER, a.a.O., S. 260; JACQUES PERTEK, Une dynamique de la reconnais-
sance des diplômes à des fins professionelles et à des fins académiques: 
réalisations  et  nouvelles  réflexions,  in:  La  reconnaissance  des  qualifica-
tions dans un espace européen des formations et des professions, Bruxel-
les 1998, S. 189 f.; e contrario hat das Bundesgericht festgehalten, dass 
das  Freizügigkeitsabkommen  Schweizer  Bürgern  ohne  grenzüberschrei-
tenden  Anknüpfungspunkt  keine  Rechte  einräumt  und deren  Rechtsstel-
lung sich grundsätzlich nach dem Landesrecht richtet, vgl. BGE 130 I 26 E. 
1.2.3 und BGE 129 II 249 E. 4.3 und 5.1).

3.5 Wird der Zugang zu einem reglementierten Beruf oder dessen Ausübung 
im Aufnahmestaat von dem Besitz eines Diploms im Sinne der Richtlinie 
92/51/EWG oder  der  Richtlinie  89/48/EWG abhängig  gemacht,  kann der 
Aufnahmestaat einem Angehörigen eines Mitgliedstaates, der im Besitz ei-
nes Diploms im Sinne dieser  Richtlinien  ist,  grundsätzlich  nicht  den Zu-
gang oder die Ausübung eines reglementierten Berufes wegen mangelnder 
Qualifikation verweigern, wenn dieses Diplom Zugangs- oder Ausübungs-
voraussetzung für den entsprechenden Beruf im Herkunftsstaat ist (Art. 3 
Bst. a der Richtlinie 92/51/EWG).

Als Diplome im Sinne der Richtlinie 92/51/EWG gelten Ausbildungsnach-
weise, die in einem Mitgliedstaat von einer nach dessen Rechts- und Ver-
waltungsvorschriften  bestimmten  zuständigen  Stelle  ausgestellt  werden, 
und aus denen hervorgeht, dass der Diplominhaber erfolgreich einen nicht 
in Art. 1 Bst. a der Richtlinie 89/48/EWG genannten postsekundären Aus-

13

bildungsgang von mindestens einem Jahr oder eine Teilzeitausbildung von 
entsprechender Dauer oder einen der in Anhang C ausgeführten Ausbil-
dungsgänge absolviert hat (Art. 1 Bst. a 1. Gedankenstrich und 2. Gedan-
kenstrich Ziff. i der Richtlinie 92/51/EWG).

Die Schweizerischen Höheren Fachprüfungen für Augenoptiker fallen unter 
Anhang C der Richtlinie  92/51/EWG (vgl.  dazu Bundesamt für  Berufsbil-
dung und Technologie, Bericht 2001, a.a.O., S. 28 f.). 

Der  Meistertitel  des  Beschwerdeführers  ist  von  der  Handwerkskammer 
Karlsruhe  ausgestellt  worden.  Hierbei  handelt  es  sich  um  eine  Körper-
schaft  des öffentlichen Rechts, welche zur Vertretung der Interessen des 
Handwerks  errichtet  worden ist  (vgl.  §  90 Abs.  1 HwO).  Der  Meistertitel 
des Beschwerdeführers ist daher von einer zuständigen Stelle ausgestellt 
worden.  Der  deutsche  Augenoptikermeister  ist  in  Anhang  C  Nummer  2 
(Bildungs-  und  Ausbildungsgänge  zum  "Meister"  für  die  nicht  unter  die 
Richtlinien  des  Anhangs  A  fallenden  handwerklichen  Tätigkeiten)  der 
Richtlinie  92/51/EWG  aufgeführt.  Beim  Meistertitel  in  Deutschland  (Her-
kunftsstaat)  handelt  es sich somit  ebenfalls  um ein Diplom im Sinne der 
Richtlinie 92/51/EWG.

Das Augenoptikerhandwerk in Deutschland stellt ein zulassungspflichtiges 
Handwerk  dar.  Die  Ausbildungsbezeichnung  Meister/Meisterin  in  Verbin-
dung mit  einem zulassungspflichtigen Handwerk darf  nur führen,  wer für 
dieses  zulassungspflichtige  Handwerk  die  Meisterprüfung  bestanden  hat 
(vgl. § 1 i.V.m. Anlage A Nr. 33 HwO sowie § 51 HwO). Insofern ist dieser 
Beruf auch in Deutschland reglementiert  (vgl.  auch den Leitfaden für die 
allgemeine Regelung zur Anerkennung der beruflichen Befähigungsnach-
weise der Europäischen Kommission, Anhang 1). Der Meistertitel berech-
tigt zur selbstständigen Berufsausübung und zur Lehrlingsausbildung (vgl. 
§ 45 Abs. 2 HwO). 

Grundsätzlich kann die Schweiz daher dem Beschwerdeführer den Zugang 
oder die Ausübung des reglementierten Berufes nicht wegen mangelnder 
Qualifikation verweigern.

3.6 Hingegen hat der Aufnahmestaat das Recht, Ausbildung und Berufserfah-
rung mit seinen Anforderungen zu vergleichen und eine Anerkennung der 
Diplome als gleichwertig abzulehnen, wenn die Ausbildung des Antragstel-
lers sich in Bezug auf Dauer, Inhalt oder die Tätigkeitsbereiche wesentlich 
unterscheidet.  Die  Kompensation  unterschiedlicher  Ausbildungsdauer 
kann  durch  den  Nachweis  von  Berufserfahrung  erbracht  werden  (Art.  4 
Abs.  1 Bst.  a der Richtlinie  92/51/EWG).  Im Falle  von unterschiedlichen 
Ausbildungsinhalten darf der Aufnahmestaat vom Antragsteller verlangen, 
dass er einen Anpassungslehrgang absolviert oder eine Eignungsprüfung 
ablegt  (Art.  4  Abs.  1  Bst.  b  der  Richtlinie  92/51/EWG;  NATSCH,  a.a.O., 
S. 206 f., WILD, a.a.O., S. 400). Macht der Aufnahmestaat bei unterschiedli-
chem Ausbildungsinhalt von der Möglichkeit eines Anpassungsinstrumen-
tes Gebrauch, so muss er dem Antragsteller die Wahl zwischen dem An-
passungslehrgang und der Eignungsprüfung lassen (Art.  4  Bst.  b Unter-
abs. 3 der Richtlinie 92/51 EWG; SCHNEIDER, a.a.O., S. 257; JACQUES PERTEK, 
L'Europe des diplômes et des professions, Bruxelles 1994, S. 81). Der Auf-

14

nahmestaat darf die Anpassungsinstrumente des Art. 4 Abs. 1 Bst. a und b 
nicht  kumulativ  anwenden  (Art.  4  Abs.  2  der  Richtlinie  92/51/EWG; 
SCHNEIDER, a.a.O., S. 198;  PERTEK, L'Europe des diplômes et des professi-
ons, a.a.O., S. 80).

3.7 Das Bundesamt hat im vorliegenden Verfahren zu Recht erkannt, dass der 
Beschwerdeführer die Anforderungen an die Ausbildungsdauer (diese be-
trägt in der Schweiz mindestens 8 Jahre, vgl. Art. 10 Prüfungsreglement) 
erfüllt.

Hingegen  stellte  das  Bundesamt  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom 
9. Dezember  2005  fest,  dass  die  Meisterprüfung  in  Deutschland  mit  der 
Höheren Fachprüfung inhaltlich nicht vergleichbar und somit nicht gleich-
wertig sei. Die Meisterprüfung werde der Höheren Fachprüfung gleichge-
stellt  unter  der  Bedingung,  dass  der  Beschwerdeführer  als  Ausgleichs-
massnahme entweder a. eine Eignungsprüfung in den Fächern Pathologie 
sowie  Allgemeine  Optik  &  Instrumente  ablege  oder  b.  einen  einjährigen 
Anpassungslehrgang in der Schweiz unter der Anleitung eines diplomier-
ten Augenoptikers absolviere und die Fächer Pathologie sowie Allgemeine 
Optik & Instrumente an der Höheren Fachschule für Augenoptik in Olten 
besuche. 

Insofern macht das Bundesamt in der angefochtenen Verfügung von Art. 4 
Abs. 1 Bst. b der Richtlinie 92/51/EWG Gebrauch, wonach der Aufnahme-
staat im Falle von unterschiedlichem Inhalt der Ausbildung als Kompensa-
tion vom Gesuchsteller einen Anpassungslehrgang oder eine Eignungsprü-
fung verlangen kann. 

Die Frage, ob sich die Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk inhaltlich 
wesentlich vom Schweizerischen Diplom des Augenoptikers unterscheidet 
und  das  Bundesamt  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom  9. Dezem-
ber 2005 als Voraussetzung für die Anerkennung der Gleichwertigkeit  zu 
Recht eine Ausgleichsmassnahme verlangt, kann hier offen gelassen wer-
den, da die Beschwerde aus nachfolgenden Gründen gutzuheissen ist.

4. Im angefochtenen Entscheid hat das Bundesamt sowohl im Fach Patholo-
gie als auch im Fach Allgemeine Optik & Instrumente Ausgleichsmassnah-
men verlangt. 

Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass er im September 1999 und 
im September 2000 die Höhere Fachprüfung im Augenoptikerberuf abge-
legt hat. Aus den vom Beschwerdeführer eingereichten Notenblättern geht 
hervor,  dass der Beschwerdeführer  im September  2000 an der Höheren 
Fachprüfung  im  Augenoptikerberuf  im  Fach  "Pathologie  des  Auges"  die 
Note 4.0 erlangt hat.

Wie den Akten zu entnehmen ist, hat die Europäische Kommission (Mar-
ché  Intérieur,  Professions  réglementées  [Unité  D3])  mit  Schreiben  vom 
6. Februar 2006 auf eine Anfrage des Bundesamtes vom 17. Januar 2006 
hin  erklärt,  dass  erfolgreich  absolvierte  Teilprüfungen  im Aufnahmestaat 
bei der Beurteilung der Gleichwertigkeit von Diplomen berücksichtigt wer-
den könnten. In gleichgelagerten Beschwerdeverfahren, in welchen die Be-
schwerdeführer im Rahmen der Höheren Fachprüfung im Augenoptikerbe-
ruf  das Fach Allgemeine Optik  & Instrumente  oder  das Fach Pathologie 

15

bestanden hatten,  trug das Bundesamt dieser Antwort  der  Europäischen 
Kommission  Rechnung,  indem  es  in  diesen  Verfahren  jeweils  verfügte, 
dass sich die Ausgleichsmassnahmen nur noch auf das an der Höheren 
Fachprüfung  nicht  bestandene  Fach  zu  beziehen  hätten  (vgl.  die 
Beschwerdeverfahren  B-2164/2006,  B-2165/2006,  B-2174/2006,  B -2176
/2006). 

Da der Beschwerdeführer an der Höheren Fachprüfung im Fach "Patholo-
gie des Auges" eine genügende Note (die Note 4.0) erlangt und insofern 
diese Teilprüfung erfolgreich absolviert hat, hätte das Bundeamt in diesem 
Fach von vornherein keine Ausgleichsmassnahmen verfügen dürfen. 

Die alternativ verfügten Ausgleichsmassnahmen im Fach Pathologie erwei-
sen sich somit als nicht gerechtfertigt. 

Im  Folgenden  ist  daher  nur  noch  zu  prüfen,  ob die  alternativ  verfügten 
Ausgleichsmassnahmen im Fach "Allgemeine  Optik  und Instrumente"  zu 
Recht erfolgt sind.

4.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe an der Höheren Fachschule in 
Olten (SHFA) von 1996 bis 1997 den Vorkurs und von 1997 bis 1999 be-
reits  den Lehrgang  "Schweizerische  Höhere  Fachschule  für  Augenoptik" 
absolviert. Damit macht er sinngemäss geltend, der vom Bundesamt ver-
langte Anpassungslehrgang sei nicht verhältnismässig.

4.2 Nach der Richtlinie 92/51/EWG erkennt der einen Beruf reglementierende 
Mitgliedstaat die in einem anderen Mitgliedstaat erworbenen Befähigungs-
nachweise an und gestattet  deren Inhabern in  seinem Hoheitsgebiet  die 
Ausübung  ihrer  Tätigkeit  unter  den für  Inländer  geltenden Bedingungen. 
Es gilt der in Art. 3 der Richtlinie 92/51/EWG niedergelegte Grundsatz des 
gegenseitigen  Vertrauens in  die  Qualität  der  in  einem anderen  Mitglied-
staat absolvierten Ausbildung und der gegenseitigen Anerkennung von Di-
plomen. Hierzu bilden die Anpassungsinstrumente des Art. 4 die Ausnah-
me und  sind  dementsprechend  restriktiv  anzuwenden  (SCHNEIDER,  a.a.O., 
S. 200). Führt jedoch ein Vergleich mit den im innerstaatlichen Recht vor-
geschriebenen Kenntnissen und Fähigkeiten zur Feststellung, dass erheb-
liche  Unterschiede  zwischen  der  vorgeschriebenen  und  der  erworbenen 
Ausbildung bestehen und deren Kenntnis eine wesentliche Voraussetzung 
für eine Ausübung des Berufs im Aufnahmestaat ist, so bietet der Aufnah-
memitgliedstaat dem Antragsteller die Möglichkeit nachzuweisen, dass er 
die fehlenden Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hat. Er muss dem An-
tragsteller  die  Wahl  zwischen  dem  Anpassungslehrgang  und  der  Eig-
nungsprüfung  lassen  (vgl.  einleitende  Bemerkungen  der  Richtlinie 
92/51/EWG). Als "Anpassungslehrgang" gilt die Ausübung eines reglemen-
tierten Berufs,  die in dem Aufnahmestaat  unter  der Verantwortung eines 
qualifizierten Berufsangehörigen erfolgt und gegebenenfalls mit einer Zu-
satzausbildung einhergeht. Der Lehrgang ist Gegenstand einer Bewertung. 
Die Einzelheiten des Anpassungslehrgangs und seine Bewertung werden 
von  den  zuständigen  Behörden  des  Aufnahmestaates  festgelegt  (Art.  1 
Bst.  i  der  Richtlinie  92/51/EWG).  Als  "Eignungsprüfung"  gilt  eine  aus-
schliesslich die beruflichen Kenntnisse des Antragstellers betreffende und 
von den zuständigen Stellen des Aufnahmestaats durchgeführte Prüfung, 

16

mit der die Fähigkeit des Antragstellers, in diesem Mitgliedstaat einen reg-
lementierten Beruf  auszuüben, beurteilt  werden soll.  Die Modalitäten der 
Eignungsprüfung werden von den zuständigen Behörden des Aufnahme-
staates festgelegt (Art. 1 Bst. j der Richtlinie 92/51/EWG). 

Nach dem Wortlaut von Art. 4 Abs. 1 Bst. b der Richtlinie 92/51/EWG ("Ar-
tikel 3 hindert den Aufnahmestaat nicht daran, vom Antragsteller ebenfalls 
zu verlangen,  dass er einen höchstens dreijährigen Anpassungslehrgang 
absolviert  oder  eine Eignungsprüfung ablegt....")  kommt der  zuständigen 
Behörde,  dem Bundesamt,  beim Entscheid,  ob eine Ausgleichsmassnah-
me verlangt werden soll,  ein Entschliessungsermessen zu. Dem Bundes-
amt wird durch das Ermessen ein Spielraum für den Entscheid im Einzel-
fall eingeräumt. Dies bedeutet aber nicht, dass es in seiner Entscheidung 
völlig frei ist. Es hat innerhalb seines Entscheidungsspielraums unter Be-
rücksichtigung der Rechtsgrundsätze der Ermessensausübung, die zweck-
mässigste Lösung zu treffen. Das Bundesamt ist dabei an die Verfassung 
gebunden und hat insbesondere das Verhältnismässigkeitsprinzip zu befol-
gen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 441; VPB 66.22 E. 3.5.2 mit Hin-
weisen). 

4.3 Der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  stellt  kein  verfassungsmässiges 
Recht, sondern bloss einen verfassungsmässigen Grundsatz dar. Das ver-
fassungsmässige Gebot der Verhältnismässigkeit umfasst nach Praxis und 
Lehre drei Elemente, die kumulativ beachtet werden müssen. Es verlangt, 
dass staatliche Hoheitsakte für das Erreichen eines im übergeordneten öf-
fentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet,  notwendig und für den Be-
troffenen zumutbar sind (BGE 131 I 91 E. 3.3, BGE 128 I 92 E.2b, BGE 
128 II  292 E. 5.1, BGE 126 I  112 E. 5b, je mit  Hinweisen;  RENÉ RHINOW, 
Grundzüge  des  Schweizerischen  Verfassungsrechts,  Basel  etc.  2003, 
Rz.1135  f.; JEAN-FRANCOIS AUBERT/PASCAL MAHON,  Petit  commentaire  de  la 
Constitution  fédérale  de  la  Confédération  suisse  du  18  avril  1999, 
Zurich/Bâle/Genève  2003,  Art.  5  Rz.  12  f.  und  Art.  36  Rz.  15  f.; 
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 581). 

Ungeeignet  ist  eine  Massnahme dann,  wenn sie am Ziel  vorbeischiesst, 
d.h. keinerlei Wirkungen im Hinblick auf den angestrebten Zweck entfaltet. 
Zu  prüfen  ist  also  die  Zwecktauglichkeit  einer  Massnahme  (HÄFELIN/ 
MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  587,  mit  Hinweisen;  RHINOW/  KRÄHENMANN, 
a.a.O., Nr. 58 IVa, S. 180; BGE 130 I 140 E. 5.3.6).

Das staatliche Handeln muss ferner erforderlich sein, das heisst es muss 
grundsätzlich notwendig sein. Als erforderlich erweist sich eine staatliche 
Handlung,  wenn kein weniger  einschneidendes  Mittel  zur  Verwirklichung 
des öffentlichen Interesses zur Wahl steht (zweckkonformer mildester Ein-
griff). Verboten ist ein das unabdingbar Notwendige übertreffendes Vorge-
hen. Die Massname darf in sachlicher, räumlicher, zeitlicher und personel-
ler Hinsicht nicht über das Notwendige hinausgehen (RENÉ RHINOW, a.a.O., 
Rz.  1136;  AUBERT/MAHON,  a.a.O.,  Art.  36  Rz.  16;  YVO HANGARTNER in:  Die 
Schweizerische  Bundesverfassung:  Kommentar/  hrsg.  von  BERNHARD 
EHRENZELLLER ... [et al.], Zürich etc. 2002, hiernach: Kommentar, Art. 5 Rz. 
33 f.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 591).

17

Schliesslich muss die Verwaltungsmassnahme auch zumutbar sein. Sie ist 
nur gerechtfertigt, wenn sie ein vernünftiges Verhältnis zwischen dem an-
gestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie für den betroffenen Privaten be-
wirkt, wahrt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 614; YVO HANGARTNER, Kom-
mentar, a.a.O., Art. 36 Rz. 24; AUBERT/MAHON, a.a.O., Art. 36 Rz. 16).

4.4 Im angefochtenen Entscheid hat das Bundesamt in zwei Fächern (Patholo-
gie  sowie  Allgemeine  Optik  &  Instrumente)  Ausgleichsmassnahmen ver-
langt. Wie dargelegt, ist nur noch zu prüfen, ob die verfügten Ausgleichsa-
massnahmen im Fach "Allgemeine Optik & Instrumente" zu Recht erfolgt 
sind.

Mit  den  alternativ  verfügten  Ausgleichsmassnahmen  (einjähriger  Anpas-
sungslehrgang  oder Eignungsprüfung)  bezweckt  das  Bundesamt,  dass 
sich  der  Beschwerdeführer  die  ihm -  nach  Meinung  des  Bundesamtes  - 
fehlenden Kenntnisse im Fach Allgemeine Optik & Instrumente aneignen 
beziehungsweise direkt den Nachweis genügender Kenntnisse in diesem 
Fach durch Ablegen einer Prüfung erbringen kann. 

In den Berufen des Gesundheitswesens - wie Augenoptiker - besteht in der 
Tat ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass nur fähige Leute tä-
tig sind, handelt es sich doch gerade bei der Gesundheit um ein Rechts-
gut, das des gewerbepolizeilichen Schutzes in hohem Masse bedarf (vgl. 
BGE 125 I 322 E. 3d; BGE 125 I 335 E. 3b; BGE 112 IA 322 E. 4c mit Hin-
weisen).  Ausser  Frage  steht,  dass  die  vorliegend  verfügten  Ausgleichs-
massnahmen geeignet  sind,  nachzuweisen,  dass der Inhaber  eines aus-
ländischen Diploms über die nötigen Kenntnisse verfügt,  die zur  Berufs-
ausübung  als  Augenoptiker  unerlässlich  sind.  In  diesem Sinne kann die 
Zwecktauglichkeit der verlangten Ausgleichsmassnahmen bejaht werden.

Der  vom  Bundesamt  alternativ  verfügte  einjährige  Anpassungslehrgang 
besteht  einerseits  aus  einer  obligatorischen  Ausbildung  an  der  Höheren 
Fachschule für Augenoptik in Olten im Fach Allgemeine Optik & Instrumen-
te und andererseits aus einem Praktikum unter Anleitung eines diplomier-
ten Augenoptikers.

Der Schweizerische Optikverband (SOV) führt die Höheren Fachprüfungen 
für Augenoptiker durch und bietet mit der Höheren Fachschule für Augen-
optik einen zweijährigen (fakultativen) Ausbildungsgang an. Das Bundes-
amt hat in der angefochtenen Verfügung den Schweizer Optikverband mit 
der  Durchführung  der  angeordneten  Ausgleichsmassnahmen  beauftragt. 
Auf  Grund  der  Stellungnahme  des  Schweizer  Optikverbandes  vom 
5. März 2007 ergibt sich bezüglich der Ausgestaltung des Anpassungslehr-
ganges Folgendes: 

Die Absolventen des einjährigen Anpassungslehrgangs besuchen den or-
dentlichen Unterricht an dem auch die Absolventen des (2-jährigen) Voll-
zeitstudiums  der  Höheren  Fachschule  für  Augenoptik  teilnehmen.  Der 
Lehrgang  beinhaltet  den  Besuch  des  3. und  4.  Semesters  der  Höheren 
Fachschule in Olten. Es gelten inhaltlich die gleichen Anforderungen wie 
bei den Absolventen der schweizerischen Ausbildung, identisch sind auch 
die Lehrmittel und die Dozenten. Die Bewertung des Ausbildungslehrgan-
ges  erfolgt  im  Rahmen  der  ordentlichen  Semesterprüfungen  (vgl.  auch 

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"Merkblatt  Ausgleichsmassnahmen im Bereich Optik"  des BBT vom Sep-
tember 2006). Die Semesterprüfungen bestehen jeweils aus zwei schriftli-
chen Einzelprüfungen, und die erforderliche Schlussbewertung pro Ausbil-
dungsfach  bildet  der  Durchschnitt  aller  vier  Einzelprüfungen.  Einzig  der 
Bewertungsraster  weicht  von  demjenigen  der  normalen  Prüfungen  der 
Schule ab. Bei der Bewertung werden die vom BBT verfügten Bewertungs-
kriterien der Eignungsprüfung auch für den Anpassungslehrgang übernom-
men,  indem die  Anforderungen  für  ein  "genügend"  50 % der  möglichen 
Punktzahl (gegenüber 60 % bei den regulären Kursteilnehmern) betragen. 
Im weiteren weist der Schweizer Optikverband darauf hin, dass der Lehr-
gang vom Arbeitgeber in Form eines Arbeitszeugnisses als erfüllt bestätigt 
werden müsse. Diese Forderung betreffe den Schweizer Optikverband als 
Kursanbieter nicht und sei durch den Arbeitgeber vorzunehmen.

4.5 Der Beschwerdeführer  nahm von Oktober  1997 bis  September  1999 am 
Vollzeitstudium der Schweizerischen Höheren Fachschule für Augenoptik 
in Olten teil  (vgl.  Semesterzeugnisse 1998/1999).  Das Fach "Allgemeine 
Optik  & Instrumente",  für  welches das  Bundesamt in  der  angefochtenen 
Verfügung  Ausgleichsmassnahmen verlangt,  wurde  in  allen  vier  Semes-
tern unterrichtet und geprüft. In diesem Fach erreichte der Beschwerdefüh-
rer im 1. Semester die Note 4.0, im 2. Semester die Note 4.5, im 3. Se-
mester die Note 4.5 und im 4. Semester die Note 4.0. 

Damit  hat  der  Beschwerdeführer  in  diesem Fach  (nach  dem strengeren 
Bewertungsmasstab der regulären Kursteilnehmer) genügende Noten (die 
Noten 4.5 und 4.0) erzielt.

Nach Auskunft des Schweizer Optikverbandes endet der letzte ordentliche 
Lehrgang  der  Schweizerischen  Höheren  Fachschule  für  Augenoptik  im 
September 2007. Das Reglement für Höhere Fachprüfungen im Augenopti-
kerberuf  von  1991  werde  voraussichtlich  im  Jahr  2011  aufgehoben.  Ab 
2010 würden durch die Fachhochschule Nordwestschweiz die ersten Ba-
chelor-Ausweise  in  Optometrie  abgegeben  (vgl.  Stellungnahme  des 
Schweizer Optikverbandes vom 5. März 2007 S. 2). 

Solange  das  aktuelle  Reglement  der  Höheren  Fachprüfung  in  Kraft  sei, 
seien auch die entsprechenden Ausgleichsmassnahmen sichergestellt.

Da nach Angaben des SOV beim Anpassungslehrgang inhaltlich die glei-
chen Anforderungen wie an die Absolventen der Höheren Fachschule ge-
stellt  werden und feststeht,  dass  sich die Anforderungen seit  1991 nicht 
geändert haben, Dozenten und Lehrmittel die gleichen sind wie im ordentli-
chen Unterricht,  ist daraus zu schliessen, dass der Beschwerdeführer ei-
nen identischen Lehrgang an der Schule in Olten bereits 1999 mit genü-
genden Noten im Fach "Allgemeine Optik  & Instrumente"  abgeschlossen 
und er  damit  den Nachweis  der  nötigen  Kenntnisse  in  diesem Fach  er-
bracht hat. Daher erweist sich im konkreten Fall die vom Bundesamt ver-
langte  einjährige  Ausbildung  (gleichen  Inhaltes)  an  der  Höheren 
Fachschule für Augenoptik als nicht erforderlich und damit unzulässig.

19

4.6 Im weiteren ordnete das Bundesamt an, dass der einjährige Anpassungs-
lehrgang in der Schweiz unter der Anleitung eines diplomierten Augenopti-
kers zu erfolgen habe und mit  Bestätigung des Begleiters nachgewiesen 
werden müsse.  Im Merkblatt  des BBT wird  hiezu festgehalten,  dass  der 
Lehrgang vom Arbeitgeber in Form eines Arbeitszeugnisses als erfüllt be-
stätigt  werden müsse.  Das BBT empfehle,  die Absolventen eines Prakti-
kums wie ausgebildete Personen anzusehen, die ihre Ausbildung gemäss 
Verfügung vervollständigen.  Die Bezahlung solle  sich grundsätzlich nach 
den Ansätzen eines Augenoptikers richten (vgl. Merkblatt S. 3). 

Der  Beschwerdeführer  verfügt  seit  Abschluss  der  Lehre  1995  über  eine 
langjährige  Berufserfahrung  als  Augenoptiker,  was  die  Arbeitszeugnisse 
bestätigen.  Dem Arbeitszeugnis  der  "B._______"  in  X._______  vom Mai 
2001 geht hervor, dass der Beschwerdeführer von November 1999 bis Juli 
2001 in diesem Betrieb als Augenoptiker angestellt  war und die Funktion 
des stellvertretenden Geschäftsführers ausführte. Er verrichtete demnach 
folgende  Arbeiten:  Einkauf,  Verkauf,  Beratung,  Brillenglasbestimmung, 
Kontaktlinsenanpassung, Werkstatt, Lehrlingsausbildung und Administrati-
on. Der Vorgesetzte, ein diplomierten Optikermeister, führte in seinem Ar-
beitszeugnis  aus,  unter  seiner  fachlichen  Oberaufsicht  habe  der  Be-
schwerdeführer Brillenglasbestimmungen auf Grund der guten schulischen 
Vorbildung  sehr  sorgfältig  und  erfolgreich  durchgeführt.  Ebenso  habe er 
fast alle Kontaktlinsenanpassungen erledigt. Er sei in der Lage gewesen, 
auch komplizierte Fälle erfolgreich abzuschliessen. 

Mit dem Anpassen von Kontaktlinsen und der Brillenglasbestimmung übte 
der  Beschwerdeführer  Tätigkeiten  aus,  die  den  höheren  Anforderungen 
der Augenoptik entsprechen und nach kantonalem Recht diplomierten Au-
genoptikern vorbehalten sind und bezüglich welchen das Bundesamt fest-
gehalten hat, dass in Deutschland wichtige Bereiche dieser Themen in den 
Prüfungsanforderungen fehlen und diese Lücken zu schliessen seien. 

Aus dem Arbeitszeugnis der "I._______" in Y._______ (SO) vom 26. Feb-
ruar 2002 geht hervor, dass der Beschwerdeführer von Dezember 2001 bis 
Februar 2002 in diesem Unternehmen angestellt war. Auch in diesem Be-
trieb umfasste sein Aufgabenbereich unter anderem die Refraktion (Brillen-
glasbestimmungen).  Die Vorgesetzte,  eine eidgenössisch diplomierte Au-
genoptikerin,  führte  in  ihrem  Arbeitszeugnis  aus,  der  Beschwerdeführer 
habe  seine  Aufgaben  ausserordentlich  zuverlässig  und  zu  ihrer  vollsten 
Zufriedenheit erfüllt.

Das  vom  Bundesamt  im  Rahmen  des  Anpassungslehrgangs  verlangte 
Praktikum unter  Anleitung  eines  diplomierten  Augenoptikers  muss  damit 
als erfüllt betrachtet werden.

Auf Grund der Qualifikation durch die verschiedenen Arbeitgeber ist daher 
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in seiner beruflichen Tä-
tigkeit über die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse eines Augenopti-
kers verfügt und sich auch über die erforderlichen Kenntnisse im Fach "All-
gemeine Optik und Instrumente" ausgewiesen hat. 

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5. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer auf Grund sei-
ner (höheren) Ausbildung in der Schweiz, der genügenden Note im Fach 
"Pathologie des Auges" an der Höheren Fachprüfung im Augenoptikerbe-
ruf 2000 und der beruflichen Tätigkeit über genügende Kenntnisse in den 
Fächern  "Pathologie"  und  "Allgemeine  Optik  &  Instrumente"  verfügt  und 
die Anforderungen an den vom Bundesamt angeordneten einjährigen An-
passungslehrgang (Schulbesuch und Praktikum) bereits im Zeitpunkt des 
angefochtenen Entscheides erfüllt waren. Das Bundesamt hat zu Unrecht 
die vom Beschwerdeführer - nebst der Ausbildung in Deutschland - an der 
Höheren Fachprüfung im Augenoptikerberuf  2000 erlangte Note im Fach 
Pathologie und die erworbenen Kenntnisse in seinem Entscheid nicht be-
rücksichtigt.  Da  Ausgleichsmassnahmen  (Anpassungslehrgang  oder  Eig-
nungsprüfung) alternativ zu verfügen sind und der Beschwerdeführer die 
Anforderungen  an  den  einjährigen  Anpassungslehrgang  erfüllt,  erweist 
sich die Anordnung von Ausgleichsmassnahmen als nicht nötig und damit 
unverhältnismässig. Die Voraussetzungen für die Anerkennung der Gleich-
wertigkeit  des  Meistertitels  sind  im  konkreten  Fall  gegeben.  Dies  führt 
dazu, dass die angefochtenen Ausgleichsmassnahmen ersatzlos aufzuhe-
ben sind. 

6. Die  Beschwerde  ist  gutzuheissen  und  die  Verfügung  des  Bundesamtes 
vom  9.  Dezember  2005  aufzuheben.  Es  wird  festgestellt,  dass  der  am 
24. Juni 2003 in Deutschland verliehene Meistertitel im Augenoptikerhand-
werk mit  dem eidgenössischen Diplom als  Augenoptiker  gleichwertig  ist. 
Das Bundesamt wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Gleichwer-
tigkeitsbestätigung auszustellen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführer obsiegende 
Partei.  Die  Verfahrenskosten  sind  in  der  Regel  von  der  unterliegenden 
Partei zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Keine Verfahrenskosten wer-
den Vorinstanzen auferlegt (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der vom Beschwer-
deführer am 5. Januar 2006 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 900.-- ist 
ihm zurückzuerstatten.

8. Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei 
von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach-
sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art.  64 
Abs. 1 VwVG) Der Beschwerdeführer war im vorliegenden Verfahren nicht 
vertreten, und auch sonst sind ihm keine anrechenbaren Kosten in diesem 
Sinn entstanden. Daher ist keine Parteientschädigung zuzusprechen.

9. Gegen diesen Beschwerdeentscheid kann innert 30 Tagen beim Eidgenös-
sischen Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten  eingereicht  werden  (Art.  82  Bst.  a  und  Art.  86  Abs.  1  Bst.  a  i.V.m. 
Art. 100  Abs.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110, in Kraft seit 1. Januar 2007, AS 2006 1205]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des Bundesamtes 
für Berufsbildung und Technologie vom 9. Dezember 2005 aufgehoben. 

2. Es wird festgestellt, dass der am 24. Juni 2003 in Deutschland verliehene 
Meistertitel im Augenoptikerhandwerk mit dem eidgenössischen Diplom als 
Augenoptiker gleichwertig ist. Das Bundesamt wird angewiesen, dem Be-
schwerdeführer eine Gleichwertigkeitsbestätigung auszustellen.

3. Es  werden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt.  Der  Kostenvorschuss  von 
Fr. 900.-- wird dem Beschwerdeführer aus der Gerichtskasse zurückerstat-
tet, sobald dieses Urteil in Rechtskraft erwachsen ist.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- dem Beschwerdeführer (mit Gerichtsurkunde)

- der Vorinstanz (Ref-Nr. 353/han/6293) (mit Gerichtsurkunde)

- dem Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement 
(mit Gerichtsurkunde)

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Bernard Maitre Barbara Aebi

Rechtsmittelbelehrung
Dieses  Urteil  kann  innert  dreissig  Tagen  seit  Eröffnung  beim  Schweizerischen 
Bundesgericht in Lausanne angefochten werden. 

Versand am: 30. Mai 2007