# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89ace55c-ea28-5bf5-9882-bf1f7c6f6989
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-26
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Strafabteilung 26.10.2022 S 2022 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_002_S-2022-23_2022-10-26.pdf

## Full Text

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Strafabteilung S 2022 23

Oberrichter Dr.iur. A. Sidler, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. St. Dalcher
Oberrichter Dr.iur. A. Staub
Gerichtsschreiber MLaw O. Fosco

Urteil vom 26. Oktober 2022

in Sachen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug, 
vertreten durch Staatsanwalt lic.iur. A.________, 
Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin,

gegen

B.________, geb. tt.mm.1991 in C.________, von D.________, 
wohnhaft in F.________,  
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic.iur. E.________,
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter,

betreffend

Tätlichkeiten, Beschimpfung, Drohung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

(Berufung des Beschuldigten und Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des 
Einzelrichters am Strafgericht des Kantons Zug vom 17. Mai 2022; SE 2020 47)

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Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) warf B.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter) gemäss Strafbefehl vom 5. Juni 2020 (welcher mit Verfügung 
vom 7. Juli 2020 gemäss Art. 356 Abs. 1 StPO an das zuständige Gericht überwiesen wurde) 
vor, er habe am 30. Juni 2019 und am 21. Juli 2019 G.________ in der gemeinsamen 
Wohnung beschimpft und mit Gewalt bedroht. Bei der Auseinandersetzung am 30. Juni 2019 
habe der Beschuldigte G.________ zudem in den Schwitzkasten genommen und mit einer 
Wolldecke mehrfach geschlagen. Ferner habe der Beschuldigte ohne Berechtigung einen 
sog. Morgenstern (d.h. eine mittelalterliche Schlagwaffe) und eine Schachtel mit Munition 
besessen, was am 22. Juli 2019 festgestellt worden sei. Ebenfalls habe der Beschuldigte im 
April 2019 0,53 Gramm Methamphetamin aus den Niederlanden bestellt sich in die Schweiz 
schicken lassen und am 22. Juli 2019 unbefugt ein Drogengemisch von 46.5 Gramm zum 
eigenen Konsum besessen (GD SE 1/2).

2. Der Einzelrichter am Strafgericht des Kantons Zug (nachfolgend: Vorinstanz) stellte mit 
Verfügung vom 6. August 2020 u.a. fest, dass die vom Beschuldigten am 8. Juni 2020 gegen 
den Strafbefehl vom 5. Juni 2020 erhobene Einsprache gültig ist (GD SE 3). Der 
Beschuldigte wurde am 25. Februar 2021 zur Hauptverhandlung am 12. Mai 2021 
vorgeladen, wobei der Termin abgenommen wurde (GD SE 17). Aufgrund einer länger 
andauernden Verhandlungsunfähigkeit des Beschuldigten konnte dieser erst auf den 17. Mai 
2022 erneut zur Hauptverhandlung vorgeladen werden (GD SE 32, 38). Am 17. Mai 2022 
erschien der Beschuldigte zusammen mit seinem amtlichen Verteidiger und dem 
fallzuständigen Staatsanwalt vor der Vorinstanz. Das Urteil der Vorinstanz wurde den 
Parteien gleichentags im Dispositiv eröffnet und mündlich begründet, wobei die 
Staatsanwaltschaft unter Vorbehalt der Anschlussberufung erklärte, auf eine Berufung zu 
verzichten (SE GD 42 S. 6, 8). Am 27. Mai 2022 meldete der amtliche Verteidiger Berufung 
gegen das Urteil vom 17. Mai 2022 an (SE GD 44). 

3. Im Übrigen wird betreffend die detaillierte Zusammenfassung des Gangs des Vorverfahrens 
und des erstinstanzlichen Verfahrens auf die Darlegungen der Vorinstanz verwiesen (SE GD 
S. 2 ff.). 

4. Das schriftlich begründete, 34-seitige Urteil der Vorinstanz wurde am 14. Juni 2022 versandt 
und den Parteien am 15. Juni 2022 zugestellt (SE GD 45 ff.). Der Urteilsspruch der 
Vorinstanz lautete wie folgt: 

"1. Das Strafverfahren gegen den Beschuldigten B.________ wird mit Bezug auf den Tatvorwurf der 

Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG 

eingestellt.

2. Der Beschuldigte wird von folgenden Tatvorwürfen freigesprochen:

2.1 der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 i.V.m. 

Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG;

2.2 der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. 

Art. 4 Abs. 1 lit. d WG.

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3. Der Beschuldigte wird schuldig gesprochen

3.1 der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB;

3.2 der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB;

3.3 der versuchten Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (betreffend den Vorfall vom 

30.06.2019);

3.4 der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB (betreffend den Vorfall vom 21.07.2019);

3.5 der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1. lit. a i.V.m. 

Art. 15 Abs. 1 und Art. 6 WG und Art. 26 Abs. 1 lit. f WV.

4. Er wird dafür bestraft mit 

4.1 einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu CHF 30.00, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft 

sowie der Freiheitsbeschränkung durch Ersatzmassnahmen von insgesamt 60 Tagen; 

4.2 einer Busse von CHF 50.00, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 

einem Tag. 

5. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 25. Juni 2015 und Urteil des 

Gerichtspräsidiums Bremgarten vom 28. März 2018 gewährte bedingte Vollzug für die Geldstrafen von 20 

Tagessätzen zu CHF 110.00 und 60 Tagessätzen zu CHF 30.00 wird nicht widerrufen. Stattdessen wird der 

Beschuldigte verwarnt und es wird die Probezeit bezüglich des Urteils vom 28. März 2018 um ein Jahr 

verlängert. 

6.1 Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände (Zuger Polizei; Lagernummer 147174-2019) werden nach 

Rechtskraft des Urteils der Zuger Polizei zwecks Prüfung allfälliger Massnahmen nach Art. 31 WG 

überlassen: ein Morgenstern und 31 Stück Munition.  

6.2 Die beschlagnahmte grobkörnige Substanz von 46.5 Gramm (Zuger Polizei; Lagernummer 187-2019) wird 

eingezogen.  

6.3 Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände (Zuger Polizei; Lagernummer 147174-2019) werden dem 

Beschuldigten nach Rechtskraft dieses Urteils ausgehändigt: eine Machete, ein Tomahawk, drei 

Klappmesser, ein Messer in Kreditkartenformat, zwei Fleischermesser sowie ein selbstgemachtes Messer. 

Fordert der Beschuldigte die Herausgabe nicht innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils, kann die 

Polizei über diese verfügen.

7. Die Verfahrenskosten betragen 

CHF 14'092.82 Untersuchungskosten

CHF 2'000.00 Entscheidgebühr 

CHF 1'110.18 Auslagen (inkl. Gutachten zur Verhandlungsfähigkeit)

CHF 17'203.00 Total

und werden im Umfang von drei Vierteln (CHF 12'902.25) dem Beschuldigten auferlegt. Im restlichen 

Umfang (CHF 4'300.75) werden sie auf die Staatskasse genommen.

8.1 Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic.iur. E.________, wird für seine Bemühungen mit insgesamt 

CHF 27'696.38 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt. 

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8.2 Der Beschuldigte hat dem Staat drei Viertel der Kosten der amtlichen Verteidigung zurückzuzahlen, sobald 

es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. Im restlichen Umfang werden sie auf die Staatskasse 

genommen. 

9. [Rechtsmittel]"

5. Mit Eingabe vom 28. Juni 2022 an das Obergericht des Kantons Zug (nachfolgend: Gericht) 
reichte die amtliche Verteidigung die Berufungserklärung ein und stellte folgende Anträge 
(OG GD 2): 

"1. Dispositivziffer 3 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben. 

2. Dispositivziffer 4 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben. Eventualiter sei die Strafe herabzusetzen.

3. Dispositivziffer 5 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben. 

4. Dispositivziffer 6.1 und 6.2 seien aufzuheben und die Gegenstände seien auszuhändigen. 

5. Dispositivziffer 7 sei aufzuheben. 

6. Dispositivziffer 8.2 sei aufzuheben. 

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staats"

6. Mit Präsidialverfügung vom 30. Juni 2022 stellte die Verfahrensleitung des Gerichts fest, 
dass der Beschuldigte eine Berufungserklärung eingereicht hatte und setzte der 
Staatsanwaltschaft Frist für einen Antrag auf Nichteintreten und zur Erhebung der 
Anschlussberufung (OG GD 3). 

7. Mit Eingabe vom 5. Juli 20222 erhob die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung und stellte 
folgende Anträge (OG GD 4): 

"1. Die Berufung von B.________ sei abzuweisen. 

2. Ziff. 5 des gegen B.________ ergangenen Urteilsspruchs sei aufzuheben. Der mit Strafbefehl vom 

25.06.2015 der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten gewährte bedingte Vollzug der Geldstrafe von 20 

Tagessätzen zu CHF 110.00 sei nicht zu widerrufen, hingegen sei B.________ zu verwarnen. Der mit Urteil 

vom 28.03.2018 des Gerichtspräsidiums Bremgarten gewährte bedingte Vollzug der Geldstrafe von 60 

Tagessätzen zu CHF 30.00 sei zu widerrufen. 

3. Ziff. 4 des gegen B.________ ergangenen Urteilsspruchs sei aufzuheben. B.________ sei unter Einbezug 

der widerrufenen Vorstrafe als Gesamtstrafe zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 

CHF 30.00 unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft sowie Freiheitsbeschränkung durch 

Ersatzmassnahmen von insgesamt 60 Tagen; bei Nichtbezahlen der Geldstrafe betrage die 

Ersatzfreiheitsstrafe 40 Tage. B.________ sei mit einer Busse von CHF 100.00 zu bestrafen; bei 

Nichtbezahlen betrage die Ersatzfreiheitsstrafe einen Tag.

4. Im Übrigen sei das Urteil des Einzelrichters am Strafgericht des Kantons Zug vom 17.05.2022 zu 

bestätigen, soweit dieses nicht bereits in Rechtskraft erwachsen ist. 

5. Sämtliche Kosten des Berufungsverfahrens seien B.________ aufzuerlegen." 

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8. Mit Präsidialverfügung vom 28. Juli 2022 stellte die Verfahrensleitung des Gerichts die 
Anschlussberufung dem amtlichen Verteidiger zu und setzte Frist zu etwaigen 
Nichteintretensanträgen. Sodann wurde festgestellt, dass die Parteien keine 
Beweisergänzungen beantragt hatten (OG GD 5). Mit Präsidialverfügung vom 23. August 
2022 wurde festgestellt, dass die amtliche Verteidigung keinen Antrag auf Nichteintreten 
gestellt hatte (OG GD 6). 

9. Nach Bekanntgabe der Besetzung des Spruchkörpers des Gerichts wurde der Beschuldigte 
zur Berufungsverhandlung am 26. Oktober 2022 vorgeladen. Der Beschuldigte erschien 
zusammen mit dem amtlichen Verteidiger und dem fallzuständigen Staatsanwalt zur 
Berufungsverhandlung. Der Beschuldigte wurde zur Person und zur Sache befragt. 
Vorfragen 
oder Beweisanträge stellten die Parteien nicht. Die Parteien erklärten sich ferner damit 
einverstanden, dass das Urteil schriftlich eröffnet wird (OG GD 10/1). 

Erwägungen

I. Prozessuales und Formelles 

1. Die Verteidigung hat fristgerecht zuerst bei der Vorinstanz Berufung angemeldet und 
anschliessend ebenfalls innert Frist beim Gericht Berufung erklärt. Die Staatsanwaltschaft 
hat sodann innert Frist Anschlussberufung erhoben. Es wurden keine Nichteintretensanträge 
gestellt. Auf die Berufung des Beschuldigten und die Anschlussberufung der 
Staatsanwaltschaft ist folglich einzutreten. 

2. Im Berufungsverfahren gilt die Dispositionsmaxime. Der Berufungskläger muss in seiner 
Berufungserklärung angeben, ob er das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (Art. 
399 Abs. 3 lit. a StPO). Ficht er nur Teile des Urteils an, hat er in der Berufungserklärung 
verbindlich anzugeben, auf welche Teile (Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne 
Handlungen, Bemessung der Strafe, etc.) sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 
StPO). Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 
Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Es kann zugunsten der beschuldigten Person auch nicht 
angefochtene Punkte überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu 
verhindern (Art. 404 Abs. 2 StPO). Soweit die Einschränkung der Berufung auf einzelne 
Punkte eindeutig und der Grundsatz der Untrennbarkeit oder inneren Einheit nicht verletzt ist, 
muss die Einschränkung durch das Berufungsgericht respektiert werden. Die nicht 
angefochtenen Urteilspunkte werden - unter dem Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO - 
rechtskräftig. Eine spätere Ausdehnung der Berufung ist ausgeschlossen, nicht aber eine 
weitere Beschränkung (vgl. dazu um fassend Urteil des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 
10. Juni 2020 E. 1.3 m.H.).

3. Die Berufung der Verteidigung ist darauf ausgerichtet, sämtliche Schuldsprüche, die Sanktion 
und die Kostenfolge aufzuheben. Darüber hinaus zielt die Berufung auf Aufhebung von Ziff. 5 
des Urteilsdispositivs ab, worin der Beschuldigte hinsichtlich der bedingt ausgefällten 
Vorstrafen verwarnt und die Probezeit um ein Jahr verlängert wurde. Sodann beantragte die 

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Verteidigung berufungsweise die Aufhebung der Einziehung, womit sie auf die Rückgabe der 
sichergestellten Gegenstände (Waffen, grobkörnige Substanz) abzielt. Sodann wurde um 
Aufhebung der für den Beschuldigten belastenden Kostenfolgen des Urteils ersucht. 

4. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft ist einzig darauf ausgerichtet, den bedingten 
Vollzug der Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00 gemäss Urteil vom 28. März 2018 
des Bezirksgerichts Bremgarten zu widerrufen und gestützt auf den Widerruf eine neue 
Gesamtstrafe von 100 Tagessätzen zu CHF 30.00 unter Anrechnung der erstandenen Haft 
und Ersatzmassnahmen anzuordnen. Die Staatsanwaltschaft ficht damit neben dem Widerruf 
einer bedingt ausgesprochenen Strafe auch den Sanktionspunkt explizit an. Beim 
Sanktionspunkt greift mithin das Verschlechterungsverbot zu Lasten des Beschuldigten nicht, 
wobei das Gericht an die Anträge der Staatsanwaltschaft gemäss Art. 391 Abs. 1 lit. b StPO 
bei der erneuten Sanktionsfestsetzung nicht gebunden ist. 

5. Von den Parteien nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen sind insbesondere die 
nachfolgenden Dispositivziffern des Urteils der Vorinstanz: 

5.1 Dispositiv Vorinstanz, Ziff. 1: Einstellung des Strafverfahrens betreffend den Tatvorwurf der 
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. b 
BetmG ("Methamphetaminbestellung"). 

5.2 Dispositiv Vorinstanz, Ziff. 2.1 und Ziff. 2.2: Freisprüche betreffend die Tatvorwürfe 
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes ("grobkörniges Gemisch") und des 
Waffengesetzes ("Morgenstern"). 

5.3 Dispositiv Vorinstanz, Ziff. 6.3: Aushändigung der nachfolgenden beschlagnahmten 
Asservate an den Beschuldigten: Eine Machete, ein Tomahawk, drei Klappmesser, ein 
Messer in Kreditkartenformat, zwei Fleischermesser, ein selbstgemachtes Messer. 

5.4 Dispositiv Vorinstanz, Ziff. 8.1: Festlegung der Entschädigung des amtlichen Verteidigers auf 
CHF 27'696.39 (inkl. MWST). 

5.5 Die Rechtskraft der genannten Dispositivziffern ist im Urteilsdispositiv des Gerichts zu 
vermerken. 

6. Das Rechtsmittelverfahren beruht gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO auf den Beweisen, die im 
Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Von Amtes 
wegen oder auf Antrag einer Partei kann die Rechtsmittelinstanz die erforderlichen 
zusätzlichen Beweise erheben (Art. 389 Abs. 3 StPO). Notwendig ist dies aber nur dann, 
wenn die zusätzlich erhobenen Beweise den Ausgang des Verfahrens beeinflussen können 
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_288/2015 vom 12. Oktober 2015 E. 1.3.1 m.H.). 
Eine unmittelbare Beweisabnahme im Rechtsmittelverfahren hat gemäss Art. 343 Abs. 3 
i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO auch zu erfolgen, wenn eine solche im erstinstanzlichen 
Verfahren unterblieb oder unvollständig war und die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels 
für die Urteilsfällung notwendig erscheint. Weiter kann eine unmittelbare Beweisabnahme 
durch das Berufungsgericht in den Fällen von Art. 343 Abs. 3 StPO erforderlich sein, wenn 
dieses von den erstinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen abweichen will (BGE 140 IV 196 

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E. 4.4.1). Die Parteien stellten dabei keine Beweisanträge und das Gericht erachtete es nicht 
als notwendig, weitere Beweise abzunehmen oder Beweisabnahmen zu wiederholen. Das 
Gericht stellte bei der Prüfung der Beweislage in tatsächlicher Hinsicht fest, dass angesichts 
der Umstände eine unmittelbare Kenntnis aller erhobenen Beweise nicht notwendig ist. 

7. Die Verteidigung führte hinsichtlich der Verwertbarkeit der erhobenen Beweise einzig aus, 
dass die polizeilichen Einvernahmen des Beschuldigten vom 23. und 24. Juli 2019 
durchgeführt worden seien, obwohl der Beschuldigte wegen Opiatentzugs damals nicht 
vernehmungsfähig gewesen sei. Sie macht damit sinngemäss eine Unverwertbarkeit der 
entsprechenden Beweismittel geltend. 

7.1 Auch wenn die beiden Einvernahmen vom 23. und 24. Juli 2019 für die nachfolgende 
Beweiswürdigung durch das Gericht nicht relevant sind und nicht zu Lasten des 
Beschuldigten verwendet werden, muss diesbezüglich mit der Vorinstanz vermerkt werden, 
dass keine ausreichenden Anzeichen für eine Vernehmungsunfähigkeit des Beschuldigten 
am 23. und 24. Juli 2019 vorliegen. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschuldigte am 22. 
Juli 2019 um ca. 16:29 Uhr am Bahnhof Zug verhaftet wurde und er bei der Hafteröffnung 
einwendete, er leide an Klaustrophobie, Epilepsie und einem Hirnschaden. Als Medikamente 
brauche er MSD und Dormicum (act. 4/2 S. 2). Die erste Einvernahme bei der Polizei fand 
anschliessend am 23. Juli 2019, ca. 09:09 Uhr und damit ca. 16 Stunden nach der 
Verhaftung statt. Der Beschuldigte konnte seine Begehren (bspw. nach einem bestimmten 
Anwalt) zu Protokoll geben und war auch in der Lage, die Schuld im Zusammenhang mit den 
Vorfällen in der gemeinsamen Wohnung auf seinen Mitbewohner G.________ zu schieben 
(act. 2/2 Ziff. 2, Ziff. 8). Auf ein öffentliches Internet-Video angesprochen, wo der 
Beschuldigte behaupten soll, "dass der Zugersee genug tief sei, um Jugos darin zu 
versenken", konnte er sich substantiiert argumentativ wehren und die getätigte mündliche 
Aussage dann anschliessend noch handschriftlich ergänzen ("Holen sie sich das Original. Mir 
wurde 2-mal gesagt, das Video werde nicht geschnitten. Ausserdem habe ich mehrere Ex-
Jugoslawen als Kollegen und als 1/4 Ungarer garantiert auch Balkanblut", vgl. act. 2/2 Ziff. 
15). Der Beschuldigte war ferner in der Lage, Beweisanträge zu stellen ("Machen sie einen 
Blut Drogen Test", act. 2/2 Ziff. 22) und bestätigte mit seiner Unterschrift, dass er das 
Protokoll gelesen hatte (act. 2/2 Ziff. 32). Insgesamt ist es schon möglich, dass der von 
Benzodiazepinen und Opioiden abhängige Beschuldigte mehr als 16 Stunden ohne 
Betäubungsmittel bereits erste Entzugserscheinungen erlitt, welche er spürte. Diese waren 
indessen nicht geeignet, eine eigentliche Vernehmungsunfähigkeit am 23. Juli 2019 
herbeizuführen. 

7.2 Bei der Hafteinvernahme durch die Staatsanwaltschaft am 24. Juli 2019 gab der 
Beschuldigte dann zu Protokoll, dass es ihm besser gehe als gestern, da er die Medikamente 
erhalten habe (act. 4/6 Ziff. 1). Aus den zahlreichen handschriftlichen Ergänzungen des 
Beschuldigten auf dem Protokoll ergibt sich erneut, dass er das Protokoll durchlesen und 
auch sachgerecht abändern bzw. ergänzen konnte (act. 4/6). Insgesamt ist damit am 24. Juli 
2019 aufgrund der Medikamentenabgabe von einem besseren medizinischen Zustand beim 
Beschuldigten auszugehen, woraus zu schliessen ist, dass auch an diesem Tag keine 
Vernehmungsunfähigkeit vorlag. 

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7.3 Am 26. Juli 2019 fand schliesslich eine ärztliche Untersuchung des Beschuldigten im 
Rahmen der Hafterstehungsprüfung statt. Der zuständige Amtsarzt vermerkte keine 
Entzugserscheinungen und vermerkte stattdessen, dass sich der Beschuldigte die geltend 
gemachten Leiden wie Klaustrophobie oder Epilepsie wahrscheinlich mehrheitlich selber 
einbilde und der Beschuldigte versucht habe, ihn "vollzutexten", um sein Begehren nach der 
Testierung einer fehlenden Hafterstehungsfähigkeit durchzusetzen (act. 4/14). Folglich ergibt 
sich auch aus dem Verhalten gegenüber dem Amtsarzt am 26. Juli 2019, dass der 
Beschuldigte in der Lage war, zu artikulieren und strategisch-manipulativ vorzugehen. Der 
Argumentation der Verteidigung, welche es im Übrigen unterlässt, rechtsrelevante Folgen 
und Auswirkungen aus ihren Behauptungen zur Vernehmungsunfähigkeit auf das 
Beweisergebnis abzuleiten, kann damit zusammenfassend nicht gefolgt werden. 

8. Der Richter würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen 
Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Er hat weder Beweisregeln noch einen numerus clausus 
der Beweismittel zu beachten, sondern soll einzig nach seiner persönlichen Überzeugung 
aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber entscheiden, ob er eine Tatsache für bewiesen 
hält. Er ist dabei an den in der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalt gebunden, nicht 
aber an dessen rechtliche Würdigung (Art. 9 Abs. 1; Art. 350 StPO), und auch nicht an die 
Anträge der Parteien. Die Organe der Strafrechtspflege sollen frei von Beweisregeln und nur 
nach ihrer persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden 
Beweise darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für bewiesen halten. Dabei sind sie 
freilich nicht nur der eigenen Intuition verpflichtet, sondern auch an (objektivierende) Denk-, 
Natur- und Erfahrungssätze sowie wissenschaftliche Erkenntnisse gebunden (BGE 144 IV 
345 E. 2.2.3.1).

9. Nach Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren 
Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass die tatsächlichen Vor-
aussetzungen der "angeklagten Tat" erfüllt sind. Diese Bestimmung operationalisiert den 
verfassungsmässigen Grundsatz der Unschuldsvermutung ("in dubio pro reo"). Sie verbietet 
es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von einem belastenden Sachverhalt 
auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der gesamten Beweise ernsthafte Zweifel 
bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht hat, oder wenn eine für die 
beschuldigte Person günstigere Tatversion vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden 
kann. Eine einfache Wahrscheinlichkeit genügt somit nicht. Auf der anderen Seite kann auch 
keine absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und theoretische Zweifel sind kaum je 
ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1).

10. Der vorerwähnte "In-dubio-Grundsatz" wird indessen erst anwendbar, nachdem alle aus 
Sicht des Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind. Insoweit 
stellt er gerade keine Beweiswürdigungsregel dar. Im Falle einer uneinheitlichen, 
widersprüchlichen Beweislage muss das Gericht die einzelnen Gesichtspunkte 
gegeneinander abwägen und als Resultat dieses Vorgangs das Beweisergebnis feststellen. 
Eine tatbestandsmässige, zum Schuldspruch beitragende Tatsache ist rechtserheblich 
festgestellt, sobald das Gericht erkennt, dass die Zuverlässigkeit des Beweisergebnisses 
nicht ernsthaft zu bezweifeln ist. Die "In-dubio-Regel" ist mithin eine Anforderung "zum 
Beweismass". Für die richterliche Überzeugung ist ein jeden vernünftigen Zweifel 
ausschliessendes Urteil eines besonnenen und lebenserfahrenen Beobachters erforderlich. 

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Ein im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO relevanter Zweifel kann sich nicht nur aus dem 
Ergebnis der Beweiswürdigung bezüglich des Vorhandenseins oder Nichtvorhandenseins 
eines Lebenssachverhalts ergeben. Das Beweisergebnis kann auch darum zweifelhaft sein, 
weil es im Kontext der feststehenden Tatsachen verschiedene Deutungen zulässt und damit 
verschiedene Sachverhaltsalternativen in den Raum stellt (BGE 144 IV 345 E 2.2.3.2-4).

11. Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann das Gericht für die tatsächliche und die rechtliche 
Würdigung des Anklagesachverhalts aus Gründen der Prozessökonomie auf die Begründung 
der Vorinstanz verweisen, wenn es dieser beipflichtet. Ein Verweis erscheint bei nicht 
streitigen Sachverhalten und abstrakten Rechtsausführungen sinnvoll, kommt hingegen bei 
strittigen Sachverhalten und Beweiswürdigungen sowie der rechtlichen Subsumtion des 
konkreten Falls nur dann in Frage, wenn den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) 
beigepflichtet wird (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3). Falls das Gericht in diesem Sinne von der 
Verweisungsmöglichkeit Gebrauch macht, wird Art. 82 Abs. 4 StPO jeweils nicht mehr 
separat aufgeführt.

II. Vorwurf von Tätlichkeiten, Beschimpfungen und Drohungen zum Nachteil von 
G.________ 

1. Recht 

1.1 Die Vorinstanz legt die rechtlichen Vorgaben zu den Tatbeständen der Tätlichkeit, der 
Beschimpfung und der Drohung sowie die Grundlagen der Aussagewürdigung und der 
Unschuldsvermutung umfassend und korrekt dar, so dass darauf verwiesen werden kann 
(SE GD 45 S. S. 8 ff.).

1.2 Sofern notwendig, erfolgt eine ergänzende Darlegung der vorliegend anwendbaren 
Rechtsbestimmungen in der Subsumption des festgestellten Sachverhalts. 

2. Standpunkte der Parteien 

2.1 Die Vorinstanz stellte nach einer umfassenden Aussagewürdigung auf die Aussagen von 
G.________ ab und erachtete es aufgrund dessen als erstellt, dass der Beschuldigte beim 
ersten Vorfall am 30. Juni 2019 um ca. 12:30 Uhr G.________ erst mit Worten bedrohte und 
beleidigte und diesen anschliessend kurze Zeit in den Schwitzkasten nahm, aufs Sofa oder 
auf den Boden warf und wenige Male mit einer Wolldecke schlug. Sodann sah es die 
Vorinstanz als erstellt an, dass der Beschuldigte bei einem zweiten Vorfall am 21. Juli 2019, 
ca. 11:00 Uhr, G.________ erneut beleidigte und bedrohte (SE GD 49 S. 12 f., 18). Die 
Vorinstanz bewertete die entsprechenden physischen Handlungen des Beschuldigten vom 
30. Juni 2019 als Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB. Die Kraftausdrücke, welche 
der Beschuldigte gegenüber G.________ verwendete ("Wixxer", "Arschloch") wertete die 
Vorinstanz als Beschimpfungen im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB. Sodann qualifizierte die 
Vorinstanz die vom Beschuldigten gegenüber G.________ am 30. Juni 2019 und am 21. Juli 
2019 im Streit geäusserten Worte "ich riese dier de Grind ab", "ich schlah dier de Grind ih" 

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(zweifach), "Ich mache jetzt fertig mit dir" und "Jetzt isch fertig, Pörschtli" als Drohung im 
Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sowie als versuchte Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 
StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2.2 Die Verteidigung argumentierte, dass der freundschaftliche, anerkennende Schlag auf den 
Rücken, der harmlos-aufschreckende Stoss oder Box in die Rippen oder das harmlose 
Schubsen noch nicht als Tätlichkeiten gelten, auch wenn diese recht heftig ausfallen würden. 
Die für eine Tätlichkeit notwendige Intensität sei durch die Tathandlungen des Beschuldigten 
nicht erreicht worden. So habe der Beschuldigte G.________ nicht in den Schwitzkasten 
genommen, seine Aussagen seien diesbezüglich widersprüchlich. Ausserdem habe 
G.________ den Beschuldigten provoziert, indem er diesen ausgelacht habe. So könne 
vorliegend nach Art. 177 Abs. 3 StGB von einer Strafe Umgang genommen werden, da 
G.________ den Beschuldigten provoziert habe. Betreffend die Drohungen und 
Beschimpfungen stützte die Vorinstanz einzig auf die Aussagen des vermeintlichen Opfers 
ab. Es seien keine Entlastungszeugen ermittelt worden, obwohl dies möglich gewesen sei, 
zumal der Beschuldigte gesagt habe, dass "H.________" nach Knonau umgezogen sei. Die 
Befragung von "H.________" und Mitarbeitenden der Hirsgarten-Badi sei geboten gewesen. 
Ansonsten sei die Würdigung der Aussagen des Beschuldigten durch die Vorinstanz 
willkürlich erfolgt. Die Aussagen von G.________ seien ferner unglaubwürdig. Er habe 
ausgesagt, dass der Beschuldigte ihn an beiden Vorfällen mit den genau gleichen 
Ausdrücken beschimpft haben soll. Es sei ferner unerklärlich, inwiefern der Beschuldigte 
G.________ in Angst und Schrecken versetzt habe und es stelle sich die Frage, warum er 
immer wieder in die Wohnung zurück gekehrt sei. Gesamthaft sei das ehemals 
freundschaftliche Verhältnis des Beschuldigten zu G.________ angespannt gewesen. 
Offensichtlich sei der gemeinsame Haushalt von Drogen und Alkohol geprägt gewesen. 
G.________ sei dabei ein Alkoholiker gewesen. So sei es nicht unüblich, dass es gegenseitig 
zu Beschimpfungen kommt. Drohungen in einem solchem Umfeld mit einem rauen 
Umgangston seien sogenannte leere Drohungen ("Bluffs") und dementsprechend straflose 
Drohungen (OG GD 10/2). 

2.3 Die Staatsanwaltschaft führte aus, dass das Urteil der Vorinstanz schlüssig sei und dass 
dieses zu bestätigen sei. 

3. Feststellung des Sachverhalts 

3.1 Aussagen von G.________

3.1.1 G.________ sagte am 22. Juli 2019 im Rahmen der Anzeigeerstattung bei der Zuger Polizei 
als Auskunftsperson zum Kerngeschehen aus, dass es bereits gegen Ende Mai 2019 
Spannungen in der gemeinsamen Wohnung mit dem Beschuldigten gegeben habe. So habe 
er am 20. Mai 2019 seinen eigenen Fernseher zu Boden geschmissen, weil der Beschuldigte 
trotz seinen Bitten den Ton nicht habe leiser stellen wollen und er so nicht habe schlafen 
können. Daraufhin habe sich das Verhältnis verschlechtert. Es sei zu drei bis vier Drohungen 
gekommen, die er mittlerweile sehr ernst nehme. Die erste Drohung sei am 30. Juni 2019 um 
ca. 12:30 Uhr geäussert worden. Er sei mit einem Kater im Bett gelegen und habe den 
Beschuldigten schreien gehört. Dieser habe ihn beschimpft, bedroht ("Es langet mit dier du 

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wixxer", "jetzt esch fertig, Pörschtli", "ich risse dier de Grind ab") und eine Pfanne gegen 
seine Zimmertür geworfen. Zur zweiten Drohung sei es am 21. Juli 2019 gekommen, der 
Beschuldigte habe wieder geflucht, ihn beschimpft ("Arschloch", "Wixxer") und ihn bedroht 
("Jetzt esch fertig, Pörschtli", "ich schlah der de Grind ih"). Der Ton sei brutal aggressiv 
gewesen. Es könne sein, dass der Beschuldigte sich so verhalten habe, weil er am Freitag 
über einen Frisbee gestolpert sei. Sodann habe ihm der Beschuldigte noch einmal gesagt, er 
werde ihn aufschlitzen, er könne aber nicht mehr genau sagen, wann das war. Insgesamt 
traue er heute dem Beschuldigten alles zu. Er sei heute (22. Juli 2019) in seinem Zimmer 
gewesen und habe nicht schlafen können, er sei wegen des Vorfalls am Vortag auch nicht 
zur Arbeit. Er habe in seinem Zimmer gewartet, bis der Beschuldigte in dessen Zimmer 
gewesen sei und dann die Wohnung zügig verlassen, wobei er das Gefühl gehabt habe, dass 
der Beschuldigte ihm auflauere. Er habe Angst vor dem Beschuldigten. Der Beschuldigte 
besitze mehrere Waffen (Morgenstern, Machete, mehrere Messer, wobei er drei immer auf 
sich trage) und würde Drogen konsumieren. Er sei extrem laut, lebe in einer anderen Welt 
und sehe rot, wenn er aggressiv werde. Er würde sich zuhause einschliessen, da er dem 
Beschuldigten zutraue, dass er in der Nacht mit dem Morgenstern zu ihm ins Zimmer komme 
und auf ihn einschlage oder ihm Drogen spritze. Es sei sodann am 30. Juni 2019 noch zu 
einem tätlichen Übergriff gekommen. Der Beschuldigte habe ihn angegriffen, in den 
Schwitzkasten genommen, aufs Sofa gedrückt und mit der Wolldecke auf ihn eingeschlagen. 
Er habe damals aber noch keine Angst vor dem Beschuldigten gehabt. Er habe Angst, denn 
wenn der Beschuldigte von dieser Anzeige erfahre, könnte er durchdrehen. Er werde 
schauen, dass er nachher nicht nach Hause müsse und werde versuchen, sich im Motel in 
Sins ein Zimmer zu organisieren (act. 2/1).  

3.1.2 Am 22. Juli 2019 stellte G.________ einen Strafantrag wegen Drohung, Tätlichkeit und 
Beschimpfung gegen den Beschuldigten (act. 1/1/2). Ebenfalls am 22. Juli 2019 verzichtete 
G.________ darauf, sich als Privatkläger im Zivil- oder Strafpunkt am Strafverfahren zu 
beteiligen (act. 8/1). 

3.1.3 Bei seiner zweiten Einvernahme am 2. August 2019 schilderte G.________ nach Belehrung 
über die Wahrheits- und Aussagepflicht als Zeuge bei der Polizei unter Anwesenheit des 
amtlichen Verteidigers detailliert seine Probleme im Rahmen des Zusammenlebens mit dem 
Beschuldigten. Zum Kerngeschehen führte G.________ aus, der Beschuldigte habe am 30. 
Juni 2019 wegen Unordnung in der gemeinsamen Küche erst herumgeschrien ("Wixxer", 
"Arschloch", "es isch jetzt fertig mit dir", "das esch jetzt s'letzti mal gsi, jetzt esch fertig", "ich 
mach jetzt fertig mit dir") und anschliessend mit der Pfanne gegen die Zimmertüre 
geschlagen. Der Beschuldigte habe ihn dann später in den Schwitzkasten genommen und zu 
Boden geworfen. Danach habe er mit der Stubendecke auf ihn eingeschlagen. Das Verhalten 
des Beschuldigten sei ihm eher als ein "täubelen" vorgekommen, es sei ein "zwängelen" 
gewesen ohne die Absicht, zu verletzen. Es sei damals auch nicht bedrohlich gewesen, bzw. 
das Verhalten des Beschuldigten habe er nicht ernst genommen. Er habe sich nachher 
einfach Gedanken über das Verhalten des Beschuldigten gemacht, insb. angesichts dessen 
Drogenkonsums. Betreffend den Vorfall vom 21. Juli 2019 sagte G.________ aus, dass er 
nach Hause gekommen und auf einen Frisbee gestanden sei, so dass dieser in die Brüche 
gegangen sei. Der Beschuldigte sei dann ausgerastet, habe ihn mehrfach als "Arschloch" 
und "Wixxer" bezeichnet und ihm gesagt, er werde ihm den Kopf abreissen oder abschlagen 
("ich risse dir de Grind ab" oder "ich schlah dir de Grind ab"). Er habe daraufhin den 

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Beschuldigten alleine in der Wohnung zurück gelassen. Die Drohung habe in ihm Nervosität 
und Adrenalin ausgelöst. Die Ungewissheit, wie es weitergehe, habe in ihm Angst ausgelöst 
und er sei nicht mehr gerne nach Hause gegangen (act. 2/4). 

3.3 Aussagen des Beschuldigten

3.3.1 Der Beschuldigte führte an der Einvernahme vom 23. Juli 2019 zum Kerngeschehen aus, 
dass G.________ einmal einer seiner besten Kollegen gewesen sei und dieser sich ihm 
gegenüber total daneben benehme. Er spreche seit zwei Monaten nicht mehr mit ihm. Er sei 
am 21. Juli 2019 erinnerlich alleine zuhause bzw. (nach erneutem Nachdenken) vom Morgen 
an in der Badi Hirsgarten gewesen. Als er abends nach Hause gekommen sei, sei 
G.________ sofort verschwunden. Er sei kein aggressiver Mensch und höchstens ein 
bisschen gereizt wegen der Situation. Er sammle Waffen und die Machete habe er griffbereit, 
falls die Albaner kommen würden (act. 2/2). 

3.3.2 Bei der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft am 24. Juli 2019 führte der Beschuldigte 
nach dem Vorhalt der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen aus, dass "Aufschlitzen" und 
"Kopfabreissen" typische Wörter von G.________ seien. Er habe dies nie gesagt. Dieser sei 
jähzornig (wie schon sein Vater), schreie grundlos umher und würde seine Sachen aus dem 
Kühlschrank nehmen. Er sei einmal laut gegenüber G.________ geworden. Er habe ihm 
gesagt, dass er sich wie ein Arschloch verhalte und er habe ihn auch mit einer Wolldecke auf 
den Körper geschlagen, aber es habe sich um eine feine Wolldecke aus Plüsch gehandelt 
und der Vorgang sei eigentlich eher symbolisch gewesen. Er habe ihn auch nicht in den 
Schwitzkasten genommen, sondern lediglich auf das Sofa gedrückt und mit der Wolldecke 
geschlagen, wobei der Beschuldigte handschriftlich ergänzte, dass dies zwei- bis dreimal 
gewesen sei und auch nicht fest. Betreffend den Vorwurf der Beschimpfung und Drohung 
vom 21. Juli 2019 sagte der Beschuldigte aus, dass er am Sonntag in der Hirsgarten-Badi 
gewesen sei. Er habe G.________ nie bedroht (act. 2/3). 

3.3.3 Die Zuger Polizei berichtete am 29. Juli 2019 über Ermittlungshandlungen in der 
Angelegenheit betreffend einen Entlastungszeugen namens I.________. Dieser soll gemäss 
dem Beschuldigten bestätigen können, dass er zur Tatzeit (21. Juli 2019, ca. 11:00 Uhr) nicht 
am Tatort gewesen sei und würde ihn entlasten. Die Abklärungen der Polizei ergaben, dass 
I.________ ein Mithäftling des Beschuldigten war und zum Tatzeitpunkt bereits in der 
Strafanstalt Zug einsass (act. 1/1/3). 

3.3.4 Im Rahmen der psychiatrischen Explorationen des Beschuldigten durch K.________ 
zwischen dem 30. Juli 2019 und dem 30. August 2019 soll der Beschuldigte ausgeführt 
haben, dass der Streit vom 30. Juni 2019 (nach Angaben des Beschuldigten am 21. oder 22. 
Juni 2019) entstanden sei, weil Kollegen von G.________ sich an den Vorräten des 
Beschuldigten bedient hätten. Dieser habe dann G.________ mitgeteilt, dass ihm nur noch 
CHF 20.00 bis zum Monatsende zur Verfügung stehen würden, worauf er von G.________ 
ausgelacht worden sei. Der Beschuldigte habe daraufhin G.________ auf das Sofa 
geschubst und anschliessend mit einem Badetuch zweimal geschlagen. Erst später habe 
G.________, der sich über den Lärm des Beschuldigten beim Fernsehen beschwerte, den 
Fernseher gepackt und zu Boden geschmissen (act. 3/1/27 S. 43). Zum zweiten Vorfall am 

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21. Juli 2019 habe der Beschuldigte gesagt, dass er sich morgens in der Badeanstalt mit 
einer Frau, die er erst vor kurzem kennengelernt habe, getroffen habe. Er habe den Tag mit 
ihr verbracht, sei einkaufen gewesen und habe später eine Blume in eine Vase gestellt. Er 
sei wieder ins Schwimmbad gegangen und dann um ca. 21.30 Uhr nach Hause gekommen. 
Dort habe er G.________ angetroffen, der aus der Badewanne gekommen sei. G.________ 
habe eine abwertende Geste gegenüber dem Beschuldigten gemacht und der Beschuldigte 
habe gerade noch zusehen können, wie G.________ mit einer Büchse in der Hand die 
Wohnung verlassen habe. Am nächsten Morgen habe der Beschuldigte bemerkt, wie 
G.________ den Frisbee eines dem Tode nahen Kollegen zerschnitten habe. Er habe sich 
dann zum Bahnhof begeben, wo er verhaftet worden sei (act. 3/1/27 S. 44). 

3.3.5 An der Schlusseinvernahme am 14. Mai 2020 führte der Beschuldigte zu den Vorwürfen aus, 
dass G.________ sich an seinen Lebensmitteln bedient habe. Dabei habe er ihn gestossen, 
so dass er sich auf das Sofa habe setzten müssen. Dies sei aber nicht mit Gewalt gewesen. 
Weil er ihn dann ausgelacht habe, habe er ihm dreimal mit einer Wolldecke leicht über das 
Gesicht gewischt. Ansonsten habe es keine weiteren Konfrontationen gegeben (act. 2/7 
S. 7). 

3.3.6 An der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz sagte der Beschuldigte aus, dass er am 30. 
Juni 2019 am morgen früh aus dem Haus sei und in die Badi Hirsgarten gegangen sei. An 
diesem Tag sei das Grümpi in Cham gewesen und am Vorabend habe G.________ eine 
Frau abgeschleppt, bei der er zuerst gedacht habe, dass es ein Typ sei. Er habe 
G.________ den Tag durch nie gesehen, weil er gar nicht zu Hause war. Er habe 
G.________ nicht in den Schwitzkasten genommen und auch nicht bedroht. Der Vorfall mit 
der Wolldecke sei vorher gewesen. Ausdrücke wie "ich reisse dir den Grind ab" sage er nicht. 
(SE GD 42/1 S. 5). Sodann ergänzte der Beschuldigte, dass G.________ immer von seinen 
Esswaren genommen habe. Er habe ihn dann quasi ausgelacht. Er habe G.________ dann 
die Plüschwolldecke ins Gesicht geworfen (SE GD 41/1 S. 9). Betreffend den Vorfall vom 21. 
Juli 2019 sagte der Beschuldigte aus, dass er ebenfalls in der Badi und dann am Bahnhof 
gewesen sei und G.________ am 21. Juli gar nicht gesehen habe. Er sei dann abends um 
neun Uhr nach Hause gekommen, dort habe er G.________ mit Kopfhörern angetroffen, 
dieser sei dabei rausgelaufen, ohne etwas zu sagen (SE GD 41/1 S. 6). 

3.3.7 An der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte erneut detailliert zum Sachverhalt 
befragt. Der Beschuldigte führte aus, dass der Vorfall vom 30. Juni 2019 effektiv vor dem 
18. Juni 2019 stattgefunden sich habe. Er habe G.________ nicht direkt beleidigt, sondern 
ihm nur gesagt, er verhalte sich wie ein Arschloch, da er sich von seinen Lebensmitteln 
bedient habe. Er habe ihm dann die Pfanne vor die Tür gestellt, weil G.________ immer viele 
Pfannen voll mit Tomatensauce stehen liess. G.________ habe ihn dann so dreckig 
belächelt. Er habe ihm dann die ganz flauschige Wolldecke zwei bis dreimal leicht um den 
Kopf geschlagen. Nachdem der Beschuldigte aufgefordert wurde, nochmals darzulegen, was 
vor den Schlägen mit der ganz flauschigen Wolldecke gegen den Kopf von G.________ 
geschah, gab dieser zu Protokoll, dass er G.________ erst darauf hingewiesen habe, dass 
er nicht Sachen aus dem Kühlschrank stehlen solle, worauf ihn dieser belächelt habe. Dann 
habe er ihn mit der Plüschdecke leicht an den Kopf geschlagen. Er habe ihn nicht angefasst, 
bzw. nur kurz an die Brust getippt und gesagt, er solle sich setzen. Aber er habe ihn nicht 
geschubst. Er habe ihm dann gesagt, dass er das Verhalten eines Arschlochs an den Tag 

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lege. Er habe dann die Pfanne vor die Türe gestellt. Es seien eine Bratpfanne, Geschirr, 
noch eine Pfanne und ein paar Kellen und Teller gewesen und es könne schon sein, dass 
diese die Tür berührt haben, er habe die Pfanne aber nicht geworfen. Am 21. oder 20. Juli 
2019 (wobei er sich nicht mehr sicher sei, ob der Vorfall am Vortrag oder Vorvortag seiner 
Verhaftung stattfand), habe er ins Bad gehen wollen. Aber G.________ habe ihn geschnitten 
und sei vor ihm ins Bad gegangen. Er selber sei dann in sein Zimmer gegangen. Sie hätten 
kein Wort gewechselt und er habe die Kopfhörer drin und zwei Bierdosen unter dem Arm 
bzw. in der Hand gehabt. Sie hätten sich dann nicht mehr gesehen. Der Beschuldigte führte 
weiter aus, dass G.________ ihn falsch beschuldigt habe, weil er den Albanern, von denen 
er Angst habe, CHF 20'000.00 gegeben und ihnen versprochen habe, er würde ihn ins 
Gefängnis bringen. Die Albaner hätten ihn dort fertig machen wollen; es gebe keinen 
besseren Ort, jemanden umzubringen, als im Gefängnis, denn dort sage niemand aus. Dies 
habe er von einem Portugiesen erfahren, als er aus dem Gefängnis gekommen sei (OG GD 
10/1).

3.4 Beweiswürdigung 

3.4.1 Wie bereits die Vorinstanz detailliert darlegte, sind die Aussagen des Zeugen G.________ 
betreffend den Kernsachverhalt grundsätzlich konstant. Die geschilderten Kraftausdrücke 
des Beschuldigten ("Wixxer", "Arschloch") wiederholte G.________ in den Einvernahmen. 
Beim genauen Wortlaut der Drohungen ergeben sich folgende Unterschiede zwischen den 
Aussagen von G.________ an den beiden Einvernahmedaten: 

Aktenstelle Datum Vorfall Aussage
act. 2/1 Ziff. 8 30.06.2019 "Es langet mit dier du Wixxer", "Jetzt esch fertig Pörschtli"

"ich risse dier de Grind ab"
act. 2/4 Ziff. 24 30.06.2019 "es isch fertig mit dir", "das esch jetzt s'letzt mal gsi, jetzt 

esch fertig", ich mach jetzt fertig mit dier"

act. 2/1 Ziff. 8 21.07.2019 "jetzt esch fertig Pörschtli", "ich schlah der de Grind ih"
act. 2/4 Ziff. 28 21.07.2019 "ich risse dir de Grind ab" oder "ich schlah dir de Grind ab"

Betreffend die Rangelei besteht sodann ein kleinerer Widerspruch darin, dass G.________ in 
der ersten Einvernahme schilderte, er sei durch den Beschuldigten arretiert ("Schwitzkasten") 
und aufs Sofa gedrückt worden, während er in der zweiten Einvernahme zu Protokoll gab, 
dass er vom Beschuldigten arretiert ("Schwitzkasten") und auf den Boden geworfen worden 
sei (act. 2/1 Ziff. 8+16; act. 2/4 Ziff. 25 + 28). Insgesamt handelte es sich sowohl bei den 
Vorfällen am 30. Juni 2019 und am 21. Juli 2019 um ein dynamisches Geschehen im 
Rahmen einer angespannten und aggressiven Stimmung. Kleinere Abweichungen in den 
Aussagen von G.________ betreffend den genauen Ablauf und den Wortlaut sind 
insbesondere betreffend die Ereignisse vom 30. Juni 2019 plausibel, da diese zeitlich etwas 
länger zurück lagen und er die Aussagen nicht als bedrohlich wahrnahm. Keine der 
festgestellten Abweichungen in den Aussagen ist erheblich (zumal der Beschuldigte u.a. 
auch aussagte, er habe G.________ auf das Sofa gestossen) und lässt auf eine bewusste 
oder unbewusste Falschaussage schliessen. Ferner ist es entgegen der Verteidigung nicht 
als unüblich einzustufen, wenn der gleiche Täter an zwei unterschiedlichen Tagen 
vergleichbare Drohungen, die sich um eine Enthauptung drehen, ausspricht. 

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3.4.2 Wie die Vorinstanz ebenfalls erkannte, sind die Aussagen des Zeugen G.________ 
ansonsten qualitativ detailreich und schildern das Zusammenleben mit dem Beschuldigten 
plastisch anhand zahlreicher Beispiele. Seine Aussagen wirken authentisch, zumal er 
teilweise den Beschuldigten in Schutz nimmt und seine Handlungen am 30. Juni 2019 noch 
als nicht bedrohlich bzw. als kindisches "täubelen" und "zwängelen" abtut bzw. sich erst nach 
diesem Vorfall Gedanken betreffend das Zusammenleben mit dem Beschuldigten und seine 
eigene Sicherheit macht. Auch beschrieb G.________ den Beschuldigten (auf positive 
Weise) als tierfreundlich und verneinte, dass dieser je Tiere verletzt oder getötet habe. 
Gleichfalls verneint er auch Wahrnehmungen über den Einsatz von Waffen durch den 
Beschuldigten. 

Die detailliert zu Protokoll gegebene innere Erlebniswelt von G.________ ab dem 30. Juni 
2019 bzw. die zunehmende Unsicherheit über das zukünftige Verhalten des Beschuldigten 
ist nachvollziehbar, zumal die fortgesetzten Streitereien mit dem Beschuldigten vor dem 
Hintergrund von dessen chronischen Medikamenten- und Betäubungsmittelmissbrauch in 
Kombination mit zahlreichen griffbereiten Schlag-, Hieb- und Stichwaffen ("falls die Albaner 
kommen würden") durchaus ein gewisses Unsicherheitsgefühl bei einem Mitbewohner 
auslösen können. Die von G.________ zu Protokoll gegebenen Reaktionen auf die 
Drohungen des Beschuldigten (bspw. Schlaflosigkeit; Angst; im Zimmer warten; dem 
Beschuldigten ausweichen; die Suche nach Rat bei Arbeitgeber und Sozialamt; ausserhalb 
der Wohnung duschen/übernachten, etc.) erscheinen als adäquat und indizieren eine 
Reaktion auf tatsächlich erlebte Ereignisse. Insbesondere die von G.________ detailliert zu 
Protokoll gegebene Episode, wie er am 22. Juli 2019 beim Verlassen der Wohnung 
befürchtete, der Beschuldigte würde ihm auflauern, weil er seine Zimmertüre nicht wie üblich 
abgeschlossen hatte (act. 2/4 Ziff. 44; act. 2/1 Ziff. 9), deutet auf eine starke innere 
Unsicherheit von G.________ hinsichtlich des Gefahrenpotentials des Beschuldigten hin. 
Auch die Aussagen betreffend den plötzlich verschwundenen Badezimmerschlüssel gehen in 
die gleiche Richtung (vgl. act. 2/4 Ziff. 9). Solche inneren Details über Ängste - egal, ob diese 
Ängste berechtigt waren oder nicht - sprechen als sog. Realkennzeichen deutlich für den 
Wahrheitsgehalt der von G.________ vorgetragenen Version, insb. einer Drohung und einem 
darauffolgenden Unsicherheitsgefühl betreffend die Umsetzung der Drohung (vgl. Vorinstanz, 
SE GD S. 8 Ziff. 7.3). 

Ferner scheint G.________ auch nicht bestrebt zu sein, seinen eigenen Anteil an den 
Streitereien mit dem Beschuldigten zu verharmlosen, zumal er ohne weiteres zugibt, dass er 
den Anlass für den Streit am 30. Juni 2019 gesetzt habe, indem er die Küche ungereinigt 
zurück gelassen habe. Auch übernimmt er die Verantwortung für den Auslöser für das 
Ausrasten des Beschuldigten am 21. Juli 2019, da er den Frisbee kaputt gemacht habe, 
indem er drauf getreten sei. Ebenfalls schilderte G.________ auch zu Beginn der ersten 
Einvernahme spontan, dass er seinen eigenen Fernseher zerstört habe, weil der 
Beschuldigte zu laut in der Nacht fern gesehen habe, womit sich G.________ selber in ein 
eher schlechtes Licht rückt. Ferner hatte G.________ auch keine Probleme damit, zu 
Protokoll zu geben, dass er am Feierabend nach der Arbeit auf der Baustelle mit jeweils 
durchschnittlich drei Liter Bier mehr Alkohol trinke als der Beschuldigte (act. 2/4 Ziff. 47). 

Mit der Vorinstanz sind die Aussagen von G.________ insgesamt als glaubhaft einzustufen.  

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3.4.3 Was das persönliche Verhältnis zwischen dem Beschuldigten und G.________ zum 
Zeitpunkt der Anzeigeerstattung anbelangt, besteht Einigkeit, dass diese zerstritten waren 
und die Hausgemeinschaft faktisch gescheitert war. Entsprechend kann isoliert betrachtet 
nicht ganz ausgeschlossen werden, dass die Anzeige erfolgte, um den Beschuldigten wegen 
der schlechten zwischenmenschlichen Stimmung in der Wohngemeinschaft loszuwerden. 
Allerdings war die Entfernung des Beschuldigten aus der Wohnung letztlich keine Option für 
G.________, da er sich die Wohnung alleine nicht leisten konnte und als Folge ebenfalls 
ausziehen musste (act. 2/4 Ziff. 11). Eine Auflösung der gemeinsamen Wohnung hätte 
G.________ sodann auch mittels Kündigung erreichen können, dafür wäre keine Anzeige 
gegen den Beschuldigten notwendig gewesen. Aufgrund der genannten Umstände, 
insbesondere dem Medikamenten- und Betäubungsmittelkonsum des Beschuldigten in 
Kombination mit dessen umfangreichen Waffenbesitz, erscheint es insgesamt nicht als eine 
Retorsionshandlung, dass sich G.________ gegen seinen Mitbewohner an die Polizei 
wandte. Die Anzeigeerstattung war vor diesem Hintergrund nachvollziehbar und kann nicht 
als Racheakt interpretiert werden. So gab G.________ auch ausdrücklich zu Protokoll, dass 
er dem Beschuldigten nicht schaden wollte (act. 2/4 Ziff. 60). Gleichzeitig ist zu erwägen, 
dass sich G.________ nie am Verfahren beteiligte und auch keine Ansprüche aus den 
Handlungen des Beschuldigten geltend machte. Zusätzlich werden die Aussagen vom 
G.________ dadurch gestützt, dass er am 2. August 2019 seine Aussagen als Zeuge unter 
Wahrheitspflicht und Strafandrohung bei falscher Aussage gemäss Art. 307 StGB in 
Anwesenheit der amtlichen Verteidigung wiederholte und sich den Ergänzungsfragen des 
Verteidigers stellte. Dass G.________ zur Einvernahme vom 2. August 2019 im Nachgang 
zum Nationalfeiertag leicht alkoholisiert erschien (0.15 mg/l, vgl. act. 1/1/4), ist für seine 
Glaubwürdigkeit ohne wesentliche Bedeutung. Insgesamt hat damit das Gericht keine 
wesentlichen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen G.________. 

3.4.4 Demgegenüber sind die Aussagen des Beschuldigten im Vorverfahren wie auch vor erster 
Instanz in zeitlicher Hinsicht eher wirr und inhaltlich widersprüchlich. 

Betreffend den Vorfall vom 30. Juni 2019 schildert der Beschuldigte fortgesetzt über die 
Einvernahmen hinweg unterschiedliche Abläufe. So sagte der Beschuldigte aus, dass er 
G.________ mit einem Badetuch geschlagen habe, während er gemäss seiner Darstellung in 
der Schlusseinvernahme G.________ nur mit einem Wolltuch übers Gesicht wischte. Vor der 
Vorinstanz führte der Beschuldigte aus, dass der Vorfall gar nicht stattgefunden habe und er 
an diesem Tag - an den er sich wegen des Grümpelturniers in Cham genau erinnere - in der 
Badi Hirsgarten gewesen sei, während die Episode mit der Wolldecke, die leichter als ein 
Plüschtier sei und welche er G.________ nur ins Gesicht geworfen habe, vorher 
stattgefunden habe. An der ersten Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft gab der 
Beschuldigte ferner an, er habe G.________ aufs Sofa gedrückt, an Schlusseinvernahme 
schilderte der Beschuldigte, dass er G.________ nur gestossen habe und an der 
Berufungsverhandlung sprach der Beschuldigte davon, dass er G.________ nicht berührt 
habe, bzw. nur auf die Brust getippt und ihm gesagt habe, er solle sich setzen. Erstmalig an 
der Berufungsverhandlung erwähnte der Beschuldigte die Pfanne, welche er bei seiner 
ersten Sachverhaltsdarstellung an die Türe von G.________ gestellt habe, bevor dieser ihn 
dreckig angelächelt habe, wobei der Beschuldigte dann bei seiner zweiten 
Sachverhaltsdarstellung die Pfanne zusammen mit weiteren Pfannen, Kellen und Tellern erst 

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vor die Türe von G.________ gestellt habe, nachdem er diesem die ganz flauschige 
Plüschdecke zwei bis dreimal leicht an den Kopf geschlagen habe. Auch betreffend den 
Anlass für den Vorfall weichen die Darlegungen des Beschuldigten voneinander ab und es ist 
nicht klar, ob es zu diesem Vorfall kam, weil G.________ nicht abgewaschen hatte oder weil 
G.________ ihn wegen seinem finanziellen Engpass ausgelacht (oder dreckig angelächelt) 
hatte. 

Gleichfalls widersprüchlich fallen die Aussagen des Beschuldigten im Zusammenhang mit 
dem Vorfall vom 21. Juli 2019 aus. So sagte der Beschuldigte aus, dass er den Tag mit einer 
unbekannten Frau verbracht und er G.________ abends um ca. 21.30 Uhr gesehen habe, 
als dieser aus der Badewanne gekommen sei. Dieser habe dann eine abwertende Geste ihm 
gegenüber gemacht und dann mit einer Büchse in der Hand die Wohnung verlassen. Vor 
Schranken der Vorinstanz legte der Beschuldigte dann dar, dass er den ganzen Tag in der 
Badi gewesen sei und G.________ an diesem Tag nicht gesehen habe. Wenig später 
ergänzte der Beschuldigte, dass er G.________ doch um neun Uhr abends kurz gesehen 
habe, als dieser mit Kopfhörern und ohne ein Wort zu sagen die Wohnung verlassen habe. 
Vor dem Gericht schilderte der Beschuldigte dann den Ablauf so, dass er ins Bad habe 
gehen wollen, G.________ aber vor ihm ins Bad und anschliessend auf sein Zimmer 
gegangen sei. Sie hätten kein Wort gewechselt und G.________ habe Kopfhörer drin und 
zwei Bierdosen unter dem Arm bzw. in der Hand gehabt. Nachher habe er ihn nicht mehr 
gesehen. 

Zum möglichen Motiv für G.________ betreffend eine bewusste falsche Anschuldigung sagte 
der Beschuldigten erstmalig an der Schlusseinvernahme aus, dass er sich sicher sei, dass 
G.________ von den Personen, die sie damals zusammengeschlagen hätten, beeinflusst 
worden sei. An der Berufungsverhandlung weitete der Beschuldigte dann diese Theorie aus, 
indem er ausführte, er habe von einem Portugiesen gehört, G.________ habe den Albanern 
CHF 20'000.00 gegeben und ihnen versprochen, ihn hinter Gitter zu bringen, damit sie ihn 
fertig machen können. G.________ habe dies gemacht, weil er grosse Angst vor den 
Albanern gehabt habe. 

Insgesamt erscheinen die Aussagen des Beschuldigten vom Ablauf her als nicht konstant 
und widersprüchlich. Die Aussagen des Beschuldigten scheinen ferner ungewöhnlich starken 
Änderungstendenzen (d.h. zunehmende Bagatellisierung der Auseinandersetzung; starke 
Ausweitungen des möglichen Motivs von G.________ etc.) zu unterliegen und erscheinen 
hinsichtlich des Geschehensablaufs allenfalls als zusammengesetzte Fragmente und damit 
gesamthaft als nicht verlässlich.

3.4.5 Wie bereits die Vorinstanz feststellte, ist es im Lichte der genannten Widersprüche auch 
auffällig, wie der Beschuldigte versucht, ein Motiv von G.________ betreffend eine 
Falschbeschuldigung aufzuzeigen, indem er ihn als Person gezielt schlecht macht. So sei 
dieser gemäss den Aussagen des Beschuldigten jähzornig (wie schon sein Vater) und 
paranoid, würde ihn beklauen, sei ein Alkoholiker, würde den Frisbee eines im Sterben 
liegenden Kollegen zerschneiden, würde schlechtes Kokain und Fitnesskapseln mit 
Steroiden konsumieren, sei ein Messerstecher und laufe mit einer Motorsäge herum. Ferner 
sei G.________ ein Lügner (der seine Lügen selber glaube), würde Wimperntusche 
auftragen, habe sexuelle Kontakte mit zahlreichen Frauen (darunter einer Frau, bei welcher 

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der Beschuldigte zuerst dachte, "dass es ein Typ" sei), würde "Nazi-Zeugs" und "Hitler-
Fahnen" besitzen und "illegale Nazimusik" hören, etc. Dabei habe der Beschuldigte gemäss 
seinen Ausführungen G.________ wegen seines unvernünftigen Verhaltens auch bereits 
mehrmals das Leben retten müssen. 

3.4.6 Neben den konstanten Herabwürdigungen von G.________ führte der Beschuldigte sodann 
an der Schlusseinvernahme erstmalig aus, er sei "zu 100% sicher", dass G.________ von 
denjenigen Personen, welche sie beide damals (im April 2018) am "Goldenen Kiosk" in Zug 
angegriffen hätten, beeinflusst worden sei, um ihn falsch zu beschuldigen (act. 2/7 Ziff. 4). 
Dass G.________ bei diesem Vorfall ebenfalls zusammengeschlagen wurde, verschweigt 
der Beschuldigte dabei. Vor Gericht weitete der Beschuldigte dann im Berufungsverfahren 
diese Theorie weiter aus, indem er hinzufügte, dass G.________ gemäss den Schilderungen 
eines Portugiesen CHF 20'000.00 an "die Albaner" übergegeben und versprochen habe, ihn 
ins Gefängnis zu bringen, falls sie ihm nichts tun würden. Im Gefängnis hätten ihn dann "die 
Albaner" umbringen sollen. Deutlich gegen diese Theorie des Beschuldigten spricht 
indessen, dass der Prozess gegen die damaligen Täter im Juli 2019 noch am Obergericht 
des Kantons Zug hängig war und es keine Anzeichen gab, dass G.________ zu deren 
Gunsten Verfahrenshandlungen vornahm (bspw. Desinteresseerklärung, Widerruf Aussagen, 
etc.); vielmehr beantragte er damals zusammen mit dem Beschuldigten die Verurteilung der 
Täter (Verfahren S 2019 22-24). Überzeugende Motive, warum G.________ als ordentlich 
eingeschworener Zeuge den Beschuldigten wider besseres Wissen falsch belasten sollte, 
kann der Beschuldigte insgesamt nicht schildern und sind für das Gericht auch nicht 
ersichtlich (Verweis auf SE GD 45 S. 18 Ziff. 1.7). 

3.4.7 Ins gleiche Licht wie das Aussageverhalten fällt auch der (untaugliche) Versuch des 
Beschuldigten, sich unmittelbar nach der Inhaftierung bei einem Mithäftling ein falsches Alibi 
zu verschaffen (act. 1/1/3) oder der Versuch, den Amtsarzt "vollzutexten", um seine 
Hafterstehungsfähigkeit in Frage zu stellen (act. 4/14). Diese Versuche sind nicht geeignet, 
die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten zu fördern. 

3.4.8 Auch die körperliche und geistige Verfassung des Beschuldigten deutet tendenziell auf 
dessen eingeschränkte Glaubwürdigkeit hin. Der Gutachter J.________ diagnostizierte beim 
Beschuldigten neben nicht krankheitsrelevanten narzisstischen Wesenszügen auch eine (1.) 
schwerste Benzodiazepin-Abhängigkeit, (2.) Opioidabhängigkeit und (3.) drogenbedingte 
seelische Depravation im Tatzeitraum. Wie der Gutachter K.________ feststellte, wurde dem 
Beschuldigten durch seine behandelnden Psychiater zum Tatzeitpunkt eine "absurd hohe 
Dosis" von bis zu 100mg Valium (Diazepam) pro Tag (plus weitere Morphinpräparate) 
verschrieben, um diesen vom noch schädlicheren Konsum von Dormicum abzuhalten. Diese 
medizinisch nicht zu begründende Dosierung werde nicht nur zukünftig irreversible 
Auswirkungen auf die Kognition und Motorik des Beschuldigten haben, sondern beeinflusse 
als Psychopharmaka u.a. auch dessen Bewusstseinstätigkeit und habe eine enthemmende 
Wirkung (act. 3/1/27 S. 54, 57). Ferner berief sich der Beschuldigte im Tatzeitraum auch 
selber auf seine eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten ("lästige Gedächtnisschwäche"; 
"Konzentrationsstörungen") im Zusammenhang mit einer früheren Hirnverletzung (act. 13/8; 
act. 3/1/27 S. 41). Aufgrund der schwerwiegenden medizinischen Situation, in welcher sich 
Beschuldigte zum Tatzeitpunkt und nach der Verhaftung befand, kann in casu offen gelassen 
werden, ob er seine Aussagen absichtlich verfälschte, um einer Sanktion zu entgehen. 

Seite 19/38

3.4.9 Auf jeden Fall steht für das Gericht zweifellos fest, dass auf die Aussagen des wegen 
Drohung einschlägig vorbestraften Beschuldigten mangels eingeschränkter Glaubwürdigkeit 
seiner Person und wegen der fehlenden Glaubhaftigkeit seiner Aussagen nicht abgestellt 
werden kann.  

3.5 Entgegen der Darstellung des Beschuldigten suchten die Strafverfolgungsbehörden effektiv 
nach möglichen Entlastungszeugen. Es ergab sich dabei, dass ein genannter 
Entlastungszeuge offensichtlich untauglich war, da er zum Tatzeitpunkt am 21. Juli 2019 
bereits inhaftiert war (und deswegen gar keine Feststellungen zum Vorfall vom 21. Juli 2019 
machen konnte), während hinsichtlich des anderen Entlastungszeugen mit dem Namen 
"H.________" offensichtlich ungenügende Personalien vorlagen, um diesen zu identifizieren 
(vgl. act. 1/1/1/ S. 6). 

3.6 Der Anklagesachverhalt ist damit in objektiver Hinsicht für das Gericht aufgrund der 
glaubhaften Aussagen des Zeugen G.________ ohne unüberwindliche Zweifel gemäss Art. 
10 Abs. 3 StPO erstellt. Vom objektiven festgestellten Tathergang und den erstellten, ab Mai 
2019 zunehmenden Ressentiments des Beschuldigten gegenüber gewissen Handlungen von 
G.________ (u.a. "nicht abgewaschener Teller"; "zerstörter Frisbee des Freundes, der im 
Sterben lag"), lässt sich sodann ableiten, dass der Beschuldigte sich bewusst war, dass er 
am 30. Juni 2019 und am 21. Juli 2019 Beschimpfungen und Drohungen aussprach. 
Ebenfalls ist erstellt, dass der Beschuldigte G.________ am 30. Juni 2019 in den 
Schwitzkasten nahm, auf das Sofa bzw. den Boden drückte und anschliessend mit der 
Stubendecke auf ihn einschlug. Ferner handelte der Beschuldigte gemäss den 
gutachterlichen Feststellungen auch mehrheitlich willentlich, zumal seine Steuerungsfähigkeit 
aufgrund des übermässigen Valium- und Opioidkonsums nur mittelgradig beeinträchtigt war 
und er folglich nicht gänzlich unkontrolliert und willenslos die ihm vorgeworfenen Handlungen 
ausführte (act. 1/3/27 S. 5). 

4. Subsumption 

4.1 Am 22. Juli 2019 stellte G.________ Strafantrag gegen den Beschuldigten wegen Drohung, 
Tätlichkeit, Beschimpfung hinsichtlich der Vorfälle zwischen dem 20. Mai 2019 und dem 21. 
Juli 2019 in der Wohnung an der L.________ (act. 1/1/12). Ein gültiger Strafantrag liegt damit 
vor. 

4.2 Wie die Vorinstanz korrekt darlegte, sind ein kurzes Arretieren im Sinne eines 
Schwitzkastens mitsamt dem darauf folgenden runterzwingen auf das Sofa oder den Boden 
sowie anschliessende Schläge mit einer Wolldecke ein physisches Einwirken auf 
G.________, welches über das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass der 
Einwirkung hinausgeht. Diese Handlungen sind zwar nicht direkt schmerzhaft, erfolgten aber 
gemäss den glaubhaften Aussagen von G.________ aus einer aggressiven Einstellung des 
Beschuldigten heraus, waren folglich unangenehm und erreichen die für eine Tätlichkeit 
notwendige Intensität (bspw. Urteil des Bundesgerichts 6B_253/2017 vom 1. November 2017 
E. 2.5, betr. einen "Schwitzkasten", wobei bei einer längerdauernden und kraftvollen 
Arretierung sogar eine einfache Körperverletzung vorliegen kann). So können auch im 

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Wesentlichen gewaltfreie Handlungen wie das Anspucken einer Gesichtshälfte bereits eine 
Tätlichkeit darstellen (Urteil des Bundesgerichts 6B_883/2018 vom 18. Dezember 2018 E. 
1.3). Der Beschuldigte handelte ferner gemäss den Feststellungen des Gerichts mit Wissen 
und Willen, womit die Handlungen als vorsätzlich begangen qualifiziert werden können. Der 
Beschuldigte erfüllte damit durch seine Handlungen den Tatbestand der Tätlichkeiten 
gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB. 

4.3 Wie aufgrund der glaubhaften Aussagen von G.________ festgestellt, bezeichnete der 
Beschuldigte ihn am 30. Juni 2019 und am 21. Juli 2019 mehrfach als "Wixxer" und 
"Arschloch". Bei diesen Kraftausdrücken, mit welchen die Missachtung gegenüber einer 
bestimmten Person deutlich ausgedrückt wird, handelt es sich um klassische Formalinjurien 
(vgl. bspw. Urteil des Bundesgerichts 6B_1232/2019 vom 17. Dezember 2019 E. 3.1). Das 
Aussprechen solcher Formalinjurien unter vier Augen gegenüber einer anderen Person ist 
als Beschimpfung strafbar. Der Beschuldigte handelte dabei mit der Absicht, G.________ 
wegen dessen vermeintlichen Verfehlungen herabzuwürdigen und damit vorsätzlich. Der 
Beschuldigte erfüllte damit den Tatbestand der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB 
in objektiver wie in subjektiver Hinsicht. 

4.4 Eine Retorsion des Beschuldigten auf eine vorherige Tätlichkeit oder Beschimpfung gemäss 
Art. 177 Abs. 3 StGB liegt dabei nicht vor. Selbst nach der Sachdarstellung des 
Beschuldigten reagierte dieser nicht unmittelbar auf eine Beschimpfung oder Tätlichkeit von 
G.________. So schilderte der Beschuldigte (zumindest teilweise), dass er vorher von 
G.________ ausgelacht worden sei, weil er bis zur nächsten Zahlung durch das Sozialamt 
nur noch über Vermögenswerte mit einem Wert von CHF 20.00 verfügen konnte. Eine 
Person auszulachen erfüllt dabei noch kein Ehrverletzungstatbestand und ist auch nicht als 
ehrenrührige Geste zu verstehen, weswegen eine Tätlichkeit oder Beschimpfung dadurch 
nicht gerechtfertigt werden kann. 

4.5 Ferner wurde erstellt, dass der Beschuldigte am 30. Juni 2019 im Rahmen eines 
Wutausbruches G.________ anschrie, er werde ihm den Kopf abreissen und es sei fertig mit 
ihm, wobei er nachher noch mit der Pfanne gegen die Tür schlug oder diese gegen die Tür 
warf. Wie bereits die Vorinstanz überzeugend darlegte, handelt es sich dabei um eine 
sinngemässe Todesdrohung, die stets als schwer qualifiziert werden muss (BGE 131 IV 167 
E. 2 und 3.3). Eine durch wütendes Herumschreien ausgestossene Androhung der Gewalt 
gegen den Kopf eines Menschen ist dabei ohne weiteres in objektiver Hinsicht geeignet, eine 
durchschnittlich besonnene Person in ihrem Sicherheitsgefühl zu beeinträchtigen. Es ist 
dabei entgegen der Verteidigung für die Qualifikation der Schwere einer Drohung nicht 
wesentlich, ob G.________ subjektiv effektiv davon ausging, dass der Beschuldigte ihn 
demnächst tatsächlich enthaupten wird; relevant ist einzig, dass die Worte ein Übel in 
Aussicht stellen und objektiv geeignet waren, bei einer Durchschnittsperson das 
Sicherheitsgefühl zu beeinträchtigen. 

4.6 Betreffend den Drohungserfolg ist sodann aufgrund der entlastenden Aussagen von 
G.________ erstellt, dass es beim Vorfall vom 30. Juni 2019 wegen des ansonsten noch 
intakten freundschaftlichen Verhältnisses nur bei einem Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 
StGB blieb, der effektiv keine wesentliche Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls bei 
G.________ hinterliess. Der Drohungserfolg ist damit nicht eingetreten, was indessen wie 

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bereits erwähnt nicht automatisch bedeutet, dass das angedrohte Übel des Kopfabreissens 
objektiv nicht geeignet war, das Sicherheitsgefühl zu beeinträchtigen. Bezüglich den Vorfall 
vom 21. Juli 2019 ist die mündliche Ankündigung des Abschlagens/Abreissens des Kopfes 
von G.________ ohne weiteres als schwere Drohung zu dessen Nachteil zu interpretieren. 
Zu diesem Zeitpunkt war das zwischenmenschliche Verhältnis bereits so angespannt, dass 
(1.) sich G.________ gemäss seinen glaubhaften Ausführungen Gedanken über das 
Gefahrenpotential des Beschuldigten machte, (2.) die Drohung vor diesem Hintergrund 
"Nervosität und Adrenalin" auslöste, (3.) er nicht mehr schlafen konnte und (4.) er 
schliesslich die Polizei aufsuchte. Eine erhebliche Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls 
von G.________ liegt damit bezüglich der Drohung vom 21. Juli 2019 vor. Wie dargelegt 
handelte der Beschuldigte dabei wissentlich und willentlich und damit vorsätzlich. Der 
objektive und subjektive Tatbestand der Drohung ist damit hinsichtlich des Vorfalls vom 21. 
Juli 2019 erstellt. 

4.7 Der Beschuldigte ist mithin der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB, der mehrfachen 
Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB, der versuchten Drohung gemäss Art. 180 
Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie der vollendeten Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 
StGB schuldig zu sprechen. 

III. Vorwurf der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz 

1. Recht

1.1 Die Vorinstanz legt die rechtlichen Vorgaben zum Tatbestand der Widerhandlung gegen das 
Waffengesetz sowie zum Sachverhalts- und Verbotsirrtum umfassend und korrekt dar, so 
dass darauf verwiesen werden kann (SE GD 45 S. S. 10 f.).

1.2 Sofern notwendig, erfolgt eine ergänzende Darlegung der vorliegend anwendbaren 
Rechtsbestimmungen in der Subsumption des festgestellten Sachverhalts. 

2. Standpunkte der Parteien

2.1 Die Vorinstanz erachtete es aufgrund der Sicherstellungen im Zusammenhang mit der beim 
Beschuldigten durchgeführten Hausdurchsuchung als erstellt, dass dieser am 22. Juli 2019 in 
seinem Zimmer mehrere Patronen für Schusswaffen aufbewahrte, die entweder 
grundsätzlich verboten waren oder die nur von Personen erworben werden durften, welche 
zum Erwerb der entsprechenden Waffen berechtigt seien. Der Beschuldigte habe diese 
Patronen zumindest eventualvorsätzlich besessen. 

2.2 Die Verteidigung anerkennt den Besitz der Patronen durch den Beschuldigten, weist aber 
darauf hin, dass gemäss den Aussagen des Beschuldigten ihm der Besitz am 22. Juli 2019 
nicht mehr bewusst gewesen sei. Es sei dabei angesichts der Fotodokumentation des 
Zimmers des Beschuldigten absolut nachvollziehbar, dass dem Beschuldigten die Übersicht 
über seine Sachen fehlten und er keinesfalls wissentlich oder willentlich die 
Waffengegenstände aufbewahrte. Er habe ferner auch nicht fahrlässig gehandelt. Sodann sei 

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ihm im Strafbefehl nur ein illegaler Besitz vorgeworfen worden, nicht aber der illegale Erwerb 
der Munition. 

3. Feststellung des Sachverhalts 

3.1 Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte am 22. Juli 2019 neben zahlreichen anderen 
Waffen die nachfolgenden Patronen in seinem Zimmer an der L.________ in einer 
Kartonschachtel aufbewahrte (act. 1/2/3): 

- 7 Teilmantelgeschosse, GECO, .357 Magnum
- 2 Bleigeschosse, GECO, .357 Magnum
- 1 Teilmantelgeschoss/Hohlspitz, IMI, .357 Magnum
- 1 Teilmantelgeschoss/Hohlspitz, .38SPL
- 20 Randfeuerpatronen, Bleigeschoss/Hohlspitz 

Lagerungsort der Kartonschachtel mit den Patronen war gemäss dem Polizeirapport das 
Zimmer des Beschuldigten im Bereich neben dem Fernseher (act. 1/2/1 S. 2). Das Zimmer 
des Beschuldigten war gemäss den Feststellungen der für die Hausdurchsuchung 
eingesetzten Polizisten "übersäht mit gebrauchten Spritzen, Müll und PET-Flaschen gefüllt 
mit Urin" (act. 1/2/1 S. 6). Aus den im Rahmen der Hausdurchsuchung erstellten Fotos des 
Zimmers des Beschuldigten ergibt sich, dass dieses rund um seine Schlafmatratze herum an 
den Seitenwänden bis zur Hüfthöhe mit Müll, Kisten, Flaschen und unbekannten 
Gegenständen überfüllt war (act. 5/1/1/4). 

3.2 Der Beschuldigte führte an der Einvernahme vom 14. Mai 2020 zum Tatvorwurf aus, dass er 
ca. vor sechs bis acht Jahren in einer Wohngemeinschaft gewohnt habe, wo ein Bekannter 
eines WG-Kollegen diese Patronen gebracht habe. Er habe diese ohne etwas Böses zu 
denken an sich genommen, da er daraus eine Kette habe machen wollen. Vor ca. sechs 
Jahren habe er die Patronen in eine Kiste geworfen. Er sei dann selber überrascht gewesen, 
als diese Patronen an der HD gefunden worden seien. Ihm würden diese verschiedenen 
Typenbezeichnungen der Patronen nichts sagen, er kenne diese nicht (act. 2/7 Ziff. 12 S. 7). 
An der Hauptverhandlung vor Strafgericht am 17. Mai 2022 wiederholte der Beschuldigte, 
dass er die Patronen von einem Gast eines Mitbewohners in der Wohngemeinschaft im 
Aargau erhalten habe. Er habe sie vor ca. sechs Jahren zu sich genommen. Er habe aus den 
Patronen eine Halskette machen wollen. Er habe gar nicht gewusst, dass die Patronen noch 
vorhanden gewesen seien (GD SE 42/1 S. 7). An der Berufungsverhandlung wiederholte der 
Beschuldigte seine Sachdarstellung (OG GD 10/1).

3.3 Aufgrund der genannten Beweismittel ist erstellt, dass der Beschuldigte in seinem Zimmer 31 
Stück Munition (fünf verschiedene Typen) in einer Kartonschachtel lagerte. Während bei 
einer Durchschnittsperson klarerweise nicht zu erwarten wäre, dass ein Besitz von Munition 
einfach so vergessen wird, bestehen aufgrund der besonderen Lage beim Beschuldigten 
erhebliche Restzweifel beim Gericht, ob er am 22. Juli 2019 tatsächlich noch wusste, dass er 
die Patronen besass. Aufgrund des bildlich festgehaltenen Zustands des Zimmers, welches 
auch bei wohlwollender Einschätzung nur als "Messie-Zimmer" bezeichnet werden kann (so 
auch die Verteidigung, SE GD 42/3 S. 9), ist die Aussage des Beschuldigten nachvollziehbar, 

Seite 23/38

dass er sich seit längerer Zeit gar nicht mehr bewusst war, dass er unter den unordentlich 
gelagerten Sachen noch Munition besass, zumal keine besondere Funktion der Munition für 
den Beschuldigten erkennbar ist, nachdem er offenbar sein ursprüngliches Ansinnen, aus 
den Patronen eine Kette herzustellen, aufgab. Da der Fundort der Patronen durch die Polizei 
nicht detaillierter beschrieben wurde und es keine Anhaltspunkte gibt, dass die Patronen im 
Sichtbereich des Beschuldigten gelagert waren oder in letzter Zeit verwendet wurden, kann 
dem Beschuldigten die Kenntnis des Besitzes der Patronen nicht nachgewiesen werden. Die 
behauptete Vergesslichkeit des Beschuldigten ist ferner aufgrund seinen ärztlichen 
Diagnosen betreffend (1.) schwerste Benzodiazepin-Abhängigkeit, (2.) Opioidabhängigkeit 
und (3.) drogenbedingte seelische Depravation plausibel und entspricht auch den 
Einschätzungen des Gutachters aufgrund des Explorationsgesprächs (act. 3/1/27 S. 49) 
sowie dem Befund seiner Hausärztin (act. 13/8). Entsprechend geht das Gericht im Rahmen 
der Würdigung sämtlicher Beweismittel zu Gunsten des Beschuldigten davon aus, dass er 
am 22. Juli 2019 nicht (mehr) wusste und auch nicht mit der Möglichkeit rechnete, dass 
irgendwo unter den hüfthohen Lagerungsstätten in seinem Zimmer rund um seine Matratze 
herum seit Jahren scharfe Munition in einer Kartonschachtel gelagert war.  

4. Subsumption 

4.1 Wie die Vorinstanz aufzeigte und von der Verteidigung auch nicht in Abrede gestellt wird, war 
der Besitz von Teilmantelgeschossen, Bleigeschossen und Randfeuerpatronen dem 
Beschuldigten nicht erlaubt (Verweis auf GD SE 45 S. 21 Ziff. 2.2.1 und Ziff. 2.2.2). Ebenfalls 
unbestritten ist der Umstand, dass der Beschuldigte in objektiver Hinsicht tatsächliche 
Gewalt über diese in seinem Zimmer gelagerten Patronen hatte und er keine 
entsprechenden Bewilligungen besass (Verweis auf GD SE 45 S. 22 Ziff. 2.2.3). 

4.2 Gemäss Strafbefehl vom 5. Juni 2020 wurde dem Beschuldigten nur der Besitz der 
unbewilligten 31 Patronen am 22. Juli 2019 vorgeworfen (GD SE 1/2). Der 
Anklagesachverhalt ist damit in zeitlicher Hinsicht klar eingegrenzt. Art. 9 StPO verbietet es, 
den Beschuldigten in zeitlicher Hinsicht für den Besitz vor dem 22. Juli 2019 zu verurteilen. 
Es kann damit offen bleiben, ob der Beschuldigte allenfalls zu einem früheren Zeitpunkt ab 
dem mutmasslichen Erwerbsdatum in den Jahren 2011/2013 noch wusste, dass er 
unbewilligte Patronen in seinem Zimmer lagerte. 

4.3 Erklärt das Gesetz den vorsätzlichen Besitz eines Gegenstands als strafbar, muss der Besitz 
des verbotenen Gegenstands grundsätzlich wissentlich und willentlich erfolgen. In subjektiver 
Hinsicht braucht es insbesondere einen Herrschaftswillen, d.h. man muss die strafbaren 
Gegenstände auch besitzen wollen (BGE 137 IV 2087 E. 4.1 betreffend Besitz illegaler 
Pornographie). 

4.4 Wie die Vorinstanz zurecht ausführte, hatte der Beschuldigte vor mehreren Jahren 
elementarste Vorsichtsmassnahmen im Umgang mit Munition ausser Acht gelassen und mit 
der Zeit vergessen, dass die Patronen sich in seinem Zimmer befanden. Dieser Umstand ist 
indessen nicht alleine ausschlaggebend, um auf Eventualvorsatz beim Beschuldigten zum 
Tatzeitpunkt am 22. Juli 2019 zu schliessen. 

Seite 24/38

Nach Art. 12 Abs. 2 StGB begeht derjenige ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich, der 
die Tat mit Wissen und Willen ausführt; vorsätzlich handelt dabei bereits, wer die 
Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt. Der Vorsatz bezieht sich nicht nur 
auf Tatumstände, deren Vorhandensein oder Eintreten der Täter für sicher hält. Er kann sich 
auch auf solche erstrecken, deren Vorhandensein oder Eintreten er nur für möglich hält (BGE 
130 IV 61). 

Das Gesetz unterscheidet damit beim Vorsatz zwischen einer Wissenskomponente und einer 
Willenskomponente. Wissen bedeutet dabei die zumindest ungefähre Kenntnis bestimmter 
tatrelevanter Umstände (inkl. Tatumstände, deren Vorhandensein der Täter für möglich hält), 
während der Wille umschreibt, was der Täter seinen Vorstellungen nach aufgrund der ihm 
bekannten Umstände herbeiführen wollte. Direktvorsatz und Eventualvorsatz unterschieden 
sich dabei betreffend die Willenskomponente. So darf das Gericht im Sinne eines 
Eventualvorsatzes "vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich diesem die 
Verwirklichung der Gefahr als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als 
Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden 
kann" (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3). 

Wenn der Täter indessen zum Tatzeitpunkt wie vorliegend am 22. Juli 2019 vom illegalen 
Besitz gar nichts (mehr) weiss und ihm auch die Möglichkeit eines Besitzes nicht (mehr) 
bewusst ist, kann er auf der Willensseite die Verwirklichung der Tat auch nicht billigend in 
Kauf nehmen. Eine Verwirklichung der Tat liegt aufgrund des fehlenden Wissenselements 
nicht im Bereich dessen, was der Beschuldigte hinsichtlich des Willenselements billigen oder 
nicht billigen kann. Entsprechend stellt sich die Problematik der Abgrenzung von 
Fahrlässigkeit zu Eventualvorsatz primär bei bewusster Fahrlässigkeit (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_870/2018 vom 29. April 2019 E. 3.7.1). Bei unbewusster Fahrlässigkeit 
wie in casu besteht regelmässig aufgrund des fehlenden Wissens um die Tatumstände keine 
Möglichkeit, einen Taterfolg innerlich überhaupt zu wollen oder zu billigen.   

4.5 Es mag damit zusammenfassend sein, dass der Beschuldigte die illegalen Patronen vor ca. 
sechs Jahren bis zum unbekannten Zeitpunkt des Vergessens vorsätzlich besass und - weil 
er sich nicht bei der zuständigen Behörde um eine Bewilligung kümmerte - eine 
Gesetzesverletzung damit zumindest billigend in Kauf nahm. Ab dem Zeitpunkt des 
Vergessens besteht indessen kein Wissen (oder mögliches Wissen) über den illegalen Besitz 
mehr. Die fehlende Wissensseite kann nicht durch die Annahme eines Eventualvorsatzes 
kompensiert werden. Der Beschuldigte handelte mithin entgegen der Vorinstanz am 22. Juli 
2019 hinsichtlich des angeklagten Besitzes unbewusst fahrlässig, was im Waffenrecht nach 
Art. 33 Abs. 2 WG als Übertretung verfolgt und bestraft wird. 

4.6 Es ist folglich zu prüfen, ob eine Verurteilung des Beschuldigten wegen fahrlässiger 
Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 2 WG erfolgen kann. 

4.6.1 Wie dargelegt, ist der Besitz der Patronen durch den Beschuldigten am 22. Juli 2019 als 
unbewusst fahrlässig begangene Widerhandlungen gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 
Abs. 2 WG und Art. 12 Abs. 3 StGB zu qualifizieren. Wer vergisst, dass er zahlreiche 
waffentaugliche Patronen in seinem Zimmer bewilligungslos besitzt, der misst dem Umgang 
mit der Bewilligungspflicht nicht die gesetzlich nach Art. 8 Abs. 1 des Waffengesetzes 

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gebotene, notwendige Sorgfalt zu. Der so verursachte rechtswidrige Zustand war aus der 
Perspektive des Beschuldigten ohne weiteres vorhersehbar wie auch vermeidbar. Die 
Pflichtwidrigkeit dauerte dabei bis und mit 22. Juli 2019 an, auch wenn sich der Beschuldigte 
des rechtswidrigen Zustands nicht mehr bewusst war, denn er wäre fortlaufend verpflichtet 
gewesen, der Angelegenheit die notwendige Sorgfalt zukommen zu lassen. Er hat damit 
hinsichtlich des illegalen Besitzes der Patronen fahrlässig gegen das Waffengesetz 
verstossen.  

4.6.2 Gemäss Art. 9 StPO kann eine Straftat nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die 
Staatsanwaltschaft gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen 
Sachverhalts beim zuständigen Gericht Anklage erhoben hat. Eine rechtsgenügliche 
Sachverhaltsumschreibung in der Anklageschrift hat dabei grundsätzlich sowohl die 
objektiven wie auch die subjektiven Tatbestandselemente zu enthalten, so dass der 
Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht unter die subjektiven wie auch objektiven Elemente einer 
gesetzlichen Bestimmung subsumiert werden kann. Der Strafbefehl vom 5. Juni 2020, 
welcher vorliegend die Anklage ersetzt, wirft dem Beschuldigten den illegalen Besitz der 
Patronen vor. Er habe den bewilligungslosen Besitz "bewusst in Kauf" genommen. (GD SE 1 
S. 2). Mit dem "bewussten in Kauf nehmen" formuliert die Staatsanwaltschaft im Strafbefehl 
einen Vorwurf betreffend Eventualvorsatz und bestraft den Beschuldigten aufgrund eines 
vorsätzlichen Verstosses gegen das Waffengesetz. Eine explizit als vorsätzlich 
umschriebene Tathandlung kann dabei vom Gericht auch mit einem Würdigungsvorbehalt 
nach Art. 344 StPO nicht in einen Fahrlässigkeitsvorwurf umgewandelt werden. Nach dem 
Bundesgericht würde ein solches Vorgehen auf einer Umdeutung des Anklagesachverhalts 
hinauslaufen und den Anklagegrundsatz verletzen (Urteil des Bundesgerichts 6B_115/2016 
vom 25. Mai 2016 E. 2.4 und E. 2.5). Es ist dabei irrelevant, dass zumindest die 
Informationsfunktion des Anklagegrundsatzes in casu durch einen Schuldspruch wegen 
fahrlässiger Tatbegehung nicht verletzt wäre, da es vorliegend um einen weitgehend 
erstellten fahrlässigen Besitz geht, den der Beschuldigte nicht bestreitet. Trotzdem verwehrt 
der explizite Verweis auf eine Vorsatztat im Anklagesachverhalt des Strafbefehls eine 
Beurteilung als Fahrlässigkeitstat, denn das Gericht ist auch ohne Verletzung der 
Informationsfunktion des Anklagegrundsatzes nach dem Immutabilitätsprinzip gemäss Art. 
350 Abs. 1 StPO an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden. Dies im 
Gegensatz zu den Konstellationen im Strassenverkehrsrecht, wo der subjektive Tatbestand 
im Anklagesachverhalt häufig gar nicht umschrieben wird und die Tat damit aufgrund Art. 100 
Abs. 1 SVG entweder als vorsätzlich oder im Sinne einer Alternativanklage als fahrlässig 
begangen qualifiziert werden kann (vgl. bspw. Urteil des Bundesgerichts 6B_1235 vom 23. 
Mai 2022 E. 1.5.2). 

4.7 Entsprechend ist der Beschuldigte vom Vorwurf der vorsätzlichen Widerhandlung gegen das 
Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG freizusprechen. 

IV. Sanktion 

1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten unter Einbezug der gutachterlich attestierten 
mittelgradig verminderten Steuerungsfähigkeit mit einer asperierten Gesamtstrafe von 60 
Strafeinheiten bestraft, welche sie aufgrund der drei Vorstrafen des Beschuldigten auf 70 

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Strafeinheiten erhöhte. Die Vorinstanz erachtete eine Geldstrafe als Strafart sachgerecht und 
setzte den Tagessatz auf CHF 30.00 fest. Davon durch Haft und Ersatzmassnahmen 
erstanden erachtete die Vorinstanz insgesamt 60 Tage. Die Geldstrafe sprach die Vorinstanz 
unbedingt aus, verzichtete hingegen auf einen Widerruf der bedingt ausgesprochenen 
Vorstrafen. 

2. Die Verteidigung beantragte einen vollumfänglichen Freispruch und nahm zur Sanktion nicht 
Stellung. 

3. Die Staatsanwaltschaft beantragte berufungsweise den Widerruf der Vorstrafe gemäss dem 
Urteil des Gerichtspräsidiums Bremgarten vom 28. März 2018 und die Bildung einer 
Gesamtstrafe unter Einbezug der widerrufenen Strafe. Die Staatsanwaltschaft führte aus, 
dass der Beschuldigte bereits ca. 15 Monate nach dem Urteil des Bezirksgerichts 
Bremgarten erneut straffällig geworden sei. Die neue Straftat sei dabei vergleichbar mit den 
Straftaten, welche den Gegenstand des Urteils des Bezirksgerichts Bremgarten bildeten. 
Zumal die Vorinstanz ebenfalls von einer ungünstigen Prognose ausging, würden die 
Voraussetzungen für einen Widerruf vorliegen. Ferner sei beim Beschuldigten ein 
Lernprozess oder dergleichen nicht ersichtlich. Sodann würde die noch nicht ersessene 
Restgeldstrafe von CHF 300.00 beim Beschuldigten keine Warnwirkung erzeugen (OG GD 
10/3).

4. Die Vorinstanz legt die rechtlichen Grundlagen bzw. die rechtlich gebotene Vorgehensweise 
zur Sanktionsbemessung bei mehreren Straftaten sowie den Einbezug einer verminderten 
Schuldfähigkeit sorgfältig und zutreffend dar, so dass darauf verwiesen werden kann (GD SE 
45 S. 24 f.). Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, kann gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB die Sanktion 
für jeden der nachgenannten Gesetzesverstösse noch in der Form einer Geldstrafe 
ausgesprochen werden (wobei sodann bei Beschimpfungen nach Art. 177 Abs. 1 StGB die 
Freiheitsstrafe als Strafart nicht vorgesehen ist). Aufgrund der geringfügigen Natur der 
Delinquenz des Beschuldigten erscheint das Ansetzen von kurzen Freiheitsstrafen nach Art. 
40 Abs. 1 StGB als unverhältnismässig. Die nachfolgend auszufällenden Geldstrafen sind 
mithin gleichartig und sind nach Art. 49 Abs. 2 StGB zu asperieren. 

4.1 Die konkret schwerste Straftat war die Drohung vom 21. Juli 2019 als vollendetes Delikt. Eine 
Drohung kann gemäss Gesetz nach Art. 180 Abs. 1 StGB mit einer Geldstrafe oder einer 
Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden. Die vom Beschuldigten geäusserte, 
rein verbale Drohung, welche gegen das Leben von G.________ zielte, wiegt dabei isoliert 
betrachtet bereits erheblich. Da die sinngemässe Todesdrohung im häuslichen Rahmen vom 
Mitbewohner ausgesprochen wurde, standen G.________ keine einfach umsetzbaren 
Möglichkeiten offen, um dem Beschuldigten in Zukunft auszuweichen und diesen auf 
Abstand zu halten. Deswegen wiegt entgegen der Auffassung der Vorinstanz eine 
Todesdrohung zum Nachteil eines Hausgenossen regelmässig schwerer als eine 
Todesdrohung gegenüber einer Drittperson. Die erhebliche Tatschwere wird zusätzlich durch 
(1.) die aggressive Stimmungslage des Beschuldigten während der Drohung und (2.) seine 
körperliche Überlegenheit gegenüber G.________ weiter unterstrichen. Ferner ist die Angst 
von G.________, welche über eine einfache Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls 
hinausgeht, als Tatfolge der Drohung des Beschuldigten belegt. In subjektiver Hinsicht ist 
indessen aufgrund der mittelschwer beeinträchtigten Steuerungs- und damit Schuldfähigkeit 

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des Beschuldigten die Straftat deutlich milder einzustufen. So war der Beschuldigte aufgrund 
seiner unangemessenen Medikation mit Benzodiazepinen und Opioiden enthemmt und hatte 
folglich erhebliche Mühe, sich zu kontrollieren bzw. reagierte vor dem Hintergrund bereits 
bestehender Ressentiments gegenüber G.________ sozial unangemessen. Insgesamt 
rechtfertigt insbesondere die verminderte Schuldfähigkeit, das Gesamtverschulden als sehr 
leicht zu taxieren, was eine Ansetzung im untersten Bereich des ordentlichen Strafrahmens 
des Tatbestands der Drohung ermöglicht. 50 Tagessätze sind tatangemessen. 

4.2 Der Beschuldigte wurde sodann einer versuchten Drohung zum Nachteil von G.________ im 
Zusammenhang mit dem Vorfall vom 30. Juni 2019 schuldig gesprochen. Betreffend den 
ordentlichen Strafrahmen wird diesbezüglich auf die vorstehende Ziffer verwiesen. Die 
Drohung ist von der objektiven Tatschwere her deutlich leichter einzustufen als die Drohung 
vom 21. Juli 2019, da es bei einem Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB geblieben ist und 
G.________ erst in den nachfolgenden Tagen realisierte, dass es der Beschuldigte 
tatsächlich ernst meinen könnte. Die objektive Tatschwere kann damit als leicht taxiert 
werden. Beim subjektiven Tatverschulden ist erneut relevant, dass der Beschuldigte gemäss 
den gutachterlichen Feststellungen enthemmt war und sich aus medizinischen Gründen nur 
ungenügend kontrollieren konnte. Deswegen kann das Verschulden gesamthaft als sehr 
leicht taxiert werden. Die tatangemessene Sanktion kann mithin deutlich im untersten Drittel 
des ordentlichen Strafrahmens angesetzt werden. 30 Tagessätze sind tatangemessen. Unter 
Berücksichtigung des engen zeitlichen, örtlichen und sachlichen Zusammenhangs kommt der 
Asperationsgrundsatz ausgeprägt zur Anwendung (d.h. Schärfung um ein Drittel), was eine 
Schärfung der Erststrafe um 10 Tagessätze zur Zweitstrafe gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB 
indiziert. 

4.3 Der Beschuldigte wurde sodann der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 
StGB schuldig gesprochen. Der ordentliche Strafrahmen für eine Beschimpfung beträgt bis 
zu 90 Tagessätze Geldstrafe. Beide Vorfälle wiegen angesichts der begrenzten Tatschwere 
(generische Beschimpfungswörter ohne spezifischen persönlichen Bezug) wie auch 
angesichts der mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit des Beschuldigten sehr leicht. Die 
Beschimpfungen grenzen sich auch qualitativ vor dem Hintergrund des Gesamtgeschehens 
deutlich von den Drohungen ab. Tatangemessen sind jeweils 15 Strafeinheiten pro Vorfall. 
Obwohl Drohungen und Beschimpfungen unterschiedliche Delikte darstellen, kommt 
angesichts des unmittelbaren zeitlichen und örtlichen Zusammenhangs zu den geäusserten 
Drohungen der Asperationsgrundsatz ausgeprägt zur Anwendung (d.h. Schärfung um ein 
Drittel). Dies führt zu einer Schärfung der Strafe von 10 Tagessätzen. 

4.4 Hinsichtlich die Täterkomponente wird auf die unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz 
verwiesen (GD SE 45 S. 26 Ziff. 3.5.1 und Ziff. 3.5.2). Diesbezüglich gab der Beschuldigte im 
Rahmen der Berufungsverhandlung zu Protokoll, dass er weiterhin alleine wohne und bei der 
IV angemeldet sei, weil er einen Staubsauger über den Kopf geschlagen bekommen habe; 
arbeiten sei nicht mehr möglich. Miete und Krankenkasse würden weiterhin von vom 
Sozialamt bezahlt und er erhalte monatlich erinnerlich CHF 1'006.00 ausbezahlt. Er leide 
weiterhin an Klaustrophobie. Er sei drei Monate lang clean gewesen und habe dann eine 
Operation gemacht. Dort hätten sie ihm Opiate gespritzt und er habe Opiate-Medikamente 
erhalten. Er habe sich dann weiter bei der Drogenabgabestelle anmelden müssen, obwohl er 
dies nicht mehr gewollt habe. Er habe jeweils Methadon erhalten und sei dann ins 

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Heroinprogramm gewechselt und habe Heroin verschrieben erhalten. Dies zur Sicherheit, 
damit er nicht wieder auf der Gasse lande. Er konsumiere in diesem Rahmen zurzeit Heroin. 
Benzodiazepine konsumiere er nur noch in reduziertem Ausmass, u.a. im öffentlichen 
Verkehr wegen seiner Klaustrophobie. Alkohol konsumiere er sehr selten. In diesem Jahr 
oder im letzten Jahr habe er keine negativen Vorkommnisse mit den Behörden erlebt. Er 
fahre sodann weder Auto, noch Motorfahrrad und werde dies in nächster Zukunft auch nicht 
mehr tun. Ihm sei die Bedeutung einer bedingten Strafe bewusst gewesen (OG GD 10/1). 

Insgesamt sieht das Gericht mit der Vorinstanz keine erhöhte Strafempfindlichkeit beim 
Beschuldigten. Die von der Vorinstanz noch als straferhöhend gewertete Vorstrafe (Urteil des 
Bezirksgerichts Bremgarten vom 28. März 2018) wird vorliegend – wie noch aufzuzeigen ist – 
in eine Gesamtstrafenbildung miteinbezogen, so dass diese nicht mehr straferhöhend 
gewertet werden kann. Wie die Vorinstanz sodann zurecht annahm, sind die weiteren beiden 
Vorstrafen des Beschuldigten (Strafbefehle der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten 
betreffend Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kontrollschildern, Übertretung des 
Betäubungsmittelgesetzes, diverse SVG-Delikte) nicht einschlägig, sodass diesbezüglich von 
einer weiteren Erhöhung der Sanktion abzusehen ist. 

5. Sodann ist gemäss der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft der Widerruf der bedingt 
ausgesprochenen Strafe des Bezirksgerichts Bremgarten zu prüfen. 

5.1 Hinsichtlich der rechtlichen Vorgaben wird auf die erneut trefflichen Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen (GD SE 45 S. 28 Ziff. 7.1). 

5.2 In tatsächlicher Hinsicht ist dem aktenkundigen Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten zu 
entnehmen, dass es das Gericht als erstellt ansah, dass der Beschuldigte am 5. Februar 
2017 in eine tätliche Auseinandersetzung mit M.________ involviert war. Beide hätten sich 
gegenseitig provoziert. Der Beschuldigte habe M.________ als Hurensohn beschimpft und 
ihm gedroht, dass er die Hells Angels kenne und Schwarze organisiere; er ihn dann 
zusammenschlagen und von den Schwarzen ficken lassen werde. M.________ sei durch 
diese Drohung in Angst und Schrecken versetzt worden. Ferner habe der Beschuldigte 
M.________ als Hurensohn ("figlio di putana") beschimpft. Im Rahmen der folgenden 
Auseinandersetzung habe der Beschuldigte M.________ mehrfach mit den Fäusten ins 
Gesicht geschlagen, während M.________ den Beschuldigten mit dem Staubsaugerrohr auf 
den Kopf geschlagen und ins Gesicht gebissen habe. Bereits diese Straftaten zum Nachteil 
von M.________ habe der Beschuldigte während der Probezeit zu einem anderen 
Strafbefehl begangen. Da eine ungünstige Prognose fehle, sei auf den Widerruf zu 
verzichten. Der Beschuldigten sei allerdings zu verwarnen und die Probezeit zu verlängern 
(act. 13/6 S. 25, 38 [bzw. S. 11 und 23 des Urteils des Bezirksgerichts Bremgarten]). Der 
Beschuldigte wurde entsprechend zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 
CHF 30.00 verurteilt, wobei die Probezeit auf zwei Jahre festgelegt wurde. 

5.3 Der Beschuldigte galt bereits im Zusammenhang mit dem Urteil des Bezirksgerichts 
Bremgarten vom 28. März 2018 als Bewährungsversager hinsichtlich eines früheren 
Strafbefehls. Das Bezirksgericht Bremgarten hat mit Urteil vom 28. März 2018 im Glauben 
auf die Besserung des Beschuldigten auf einen Widerruf der bedingt ausgesprochenen 
Vorstrafe verzichtet und ihn stattdessen explizit verwarnt. Ebenfalls enthält das Urteil des 

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Bezirksgerichts Bremgarten den Hinweis gemäss Art. 44 Abs. 3 StGB, d.h. die Möglichkeit, 
dass die bedingte ausgesprochene Strafe bei erneuter Delinquenz widerrufen werden kann, 
wurde dem Beschuldigten explizit dargelegt. So bejahte der Beschuldigte auch an der 
Berufungsverhandlung, dass er wisse, was eine bedingte Strafe bedeute. Das Urteil des 
Bezirksgerichts Bremgarten ist am 28. März 2018 mit der mündlichen Urteilsbegründung in 
Rechtskraft erwachsen und die Probezeit dauerte bis am 28. März 2020 (GD SE 14 S. 2). 
Mithin beging der Beschuldigte innert der Probezeit erneut Vergehen in der Form von 
mehrfachen Drohungen (teilweise versucht) und mehrfachen Beschimpfungen mit 
Tatzeitpunkten am 30. Juni 2019 und am 21. Juli 2019. Betreffend den Sachgegenstand ist 
festzuhalten, dass die Vorfälle vom 30. Juni 2019 bzw. 21. Juli 2019 und vom 5. Februar 
2017 grundsätzlich vergleichbar sind. Bei beiden Vorfällen handelte der Beschuldigte 
drohend und körperlich aggressiv in seiner Wohnungsumgebung, wobei mit der tätlichen 
Auseinandersetzung die Androhung von Gewalt und Beschimpfungen einhergingen. Ferner 
ist zu erwägen, dass der Beschuldigte zwar zumindest zeitweise von der langjährigen 
Heroinsucht weggekommen ist (act. 3/1/27 S. 39 f.), aber weiterhin übermässigen 
Medikamenten- und Betäubungsmittelkonsum betreibt und in dieser Hinsicht nicht 
behandlungsbereit oder -einsichtig ist (act. 3/1/27 S. 57). So erachtet der Gutachter zwar 
aufgrund der überwiegend pazifistischen Einstellung des Beschuldigten die 
Ausführungsgefahr hinsichtlich eines schweren Gewaltdelikts als klein, nicht aber die Gefahr 
von anderen Delikten u.a. im Zusammenhang von impulsiven Handlungen vor dem 
Hintergrund von chronischer Verwahrlosung, Geldnot und Betäubungsmittelabhängigkeit 
(act. 3/1/27 S. 59).  

5.4 Aufgrund des Umstandes, dass der Beschuldigte erneut gleichartige Delikte in der Probezeit 
beging und bereits schon im Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten vom 28. Oktober 2018 als 
Bewährungsversager eingestuft werden musste, kann er nicht nochmals in den Genuss der 
Rechtswohltat der Verwarnung (anstatt eines Widerrufs der bedingten Strafe) kommen. Zwar 
bedeutet erneute gleichgelagerte Delinquenz in der Probezeit trotz ausdrücklicher vorheriger 
Verwarnung nicht in jedem Fall zwingend den Widerruf einer bedingten Strafe. Vorliegend 
bestehen aber die genannten kriminogenen Risikofaktoren (insb. der enthemmende 
Betäubungsmittelmissbrauch und die soziale Verwahrlosung) beim Beschuldigten 
unverändert weiter und dieser legt auch wenig Wert darauf, die gutachterlich genannten 
Risikofaktoren für deliktisches Verhalten zu ändern. Es kann damit – trotz dem teils isolierten 
Lebensstil und der pazifistischen Grundeinstellung des Beschuldigten – nicht 
ausgeschlossen werden, dass er erneut zwischenmenschlich in eine Situation gerät, wo sein 
enthemmter Zustand zur erneuten Delinquenz führen könnte (vgl. bspw. auch act. 5/2/3/2). 
Vor diesem Hintergrund besteht eine ungünstige Prognose (bzw. eine "Schlechtprognose") 
hinsichtlich der Begehung weiterer Straftaten in Zukunft. Im Gegensatz zur Vorinstanz ist das 
Gericht dabei nicht der Ansicht, dass die für die vorliegend zu beurteilenden Straftaten zu 
verhängende Strafe, die sodann schon vor längerer Zeit weitgehend durch 
Untersuchungshaft und Ersatzmassnahmen ersessen wurde, für sich allein geeignet ist, beim 
Beschuldigten eine ausreichende deliktspräventive Wirkung zu erzielen. 

5.5 Die bedingt ausgesprochene Strafe des Bezirksgerichts Bremgarten ist mithin zu widerrufen. 
Wie erwähnt, ist das damalige Geschehen vom 5. Februar 2017 in bestimmten Punkten 
(insb. primär die Androhung von körperlicher Gewalt und sexueller Nötigung, sekundär die 
Beschimpfung von M.________) vergleichbar mit dem Vorfall vom 30. Juni 2019 und auch 

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mit dem Vorfall vom 21. Juli 2019, so dass trotz des längeren Zeitabstands von knapp 
zweieinhalb Jahren ein relativ enger sachlicher Zusammenhang zu den aktuell beurteilten 
Drohungen wie auch zu den Beschimpfungen besteht. Der Asperationsgrundsatz kommt 
somit im Rahmen der gesetzlich gebotenen Gesamtstrafenbildung (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_932/2018 vom 24. Januar 2019 E. 2.3.5 und E. 2.4.2) mittelgradig 
ausgeprägt zur Anwendung. Die widerrufene Geldstrafe von 60 Tagessätzen ist folglich im 
Umfang von 30 Strafeinheiten in die auszufällende Gesamtstrafe miteinzubeziehen. 

5.6 Dies ergibt eine tat- und täterangemessene Gesamtstrafe von 100 Tagessätzen Geldstrafe. 

5.7 Beim Tagessatz gelten die aktuellen finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten, wie sie im 
Berufungsverfahren festgestellt wurden. Der Tagessatz der Geldstrafe ist angesichts der 
unveränderten vollumfänglichen Sozialhilfeabhängigkeit des Beschuldigten mit einem 
ausbezahlten Betrag von CHF 1'006.00 pro Monat auf CHF 30.00 festzulegen (vom 
Sozialamt O.________ ausbezahlter Betrag, geteilt durch 30 Tage, abgerundet). 

5.8 Es ist zu prüfen, ob die neu festgesetzte Gesamtstrafe bedingt ausgesprochen werden kann. 
Ein bedingter Aufschub der Strafe gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB ist nicht möglich, wenn dem 
Beschuldigten eine ungünstige Prognose hinsichtlich zukünftiger Delinquenz gestellt werden 
muss (BGE 134 IV E. 4.2.2). Eine solche ungünstige Prognose liegt vor. Wie bereits erwähnt, 
hat der Beschuldigte sowohl hinsichtlich des Urteils des Bezirksgerichts Bremgarten wie 
auch hinsichtlich des vorliegenden Verfahrens innerhalb der Probezeit erneut ein Vergehen 
begangen. Diese Ausgangslage ist naturgemäss als ein Indiz für eine ungünstige Prognose 
zu werten. Weiter getrübt wird die Prognose durch den Umstand, dass der Beschuldigte 
seine problematische Einstellung zu Betäubungsmitteln bzw. deren Substitutionsstoffen und 
damit zu einem kriminogenen Risikofaktor nicht einsieht und nicht in der Lage ist, 
diesbezüglich eine Veränderung herbeizuführen. Angesichts der festgestellten Auswirkungen 
der aktuellen Lebenslage des Beschuldigten, welche zu einem enthemmten Verhalten führt 
und gemäss dem Gutachter K.________ sporadische Delinquenz vor dem Hintergrund von 
chronischer Verwahrlosung, Geldnot und Betäubungsmittelabhängigkeit als wahrscheinlich 
erscheinen lässt (act. 3/1/27 S. 59), kann keine gute Prognose gestellt werden. 

5.9 Der Beschuldigte wurde ferner der Tätlichkeiten nach Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig 
gesprochen. Der Strafrahmen einer Tätlichkeit beträgt gemäss Art. 106 Abs. 1 StGB Busse 
bis zu CHF 10'000.00. Die Tatschwere der Handlungen des Beschuldigten ist dabei als leicht 
zu taxieren. Es handelte sich um eine kurzzeitige Verarretierung, gefolgt von ein paar 
Schlägen mit einer Wolldecke, welche keine Schmerzen verursacht haben und das 
Wohlbefinden von G.________ nicht wesentlich beeinflussten. Angesichts des Zustands des 
Beschuldigten bzw. seiner mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit kann das 
Gesamtverschulden als sehr leicht taxiert werden. Unter wesentlicher Berücksichtigung der 
Sozialhilfeabhängigkeit des Beschuldigten sowie dessen nicht vorhandenen 
Vermögensreserven kann die Busse mit der Vorinstanz auf CHF 50.00 angesetzt werden. 
Die Ersatzfreiheitsstrafe gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB ist diesbezüglich auf das gesetzliche 
Minimum von einem Tag festzusetzen. 

5.10 Gemäss den unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz befand sich der 
Beschuldigte während 46 Tagen in Untersuchungshaft. Hinsichtlich des Kontaktverbots zu 

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G.________ hat die Vorinstanz den damit verbundenen Freiheitsentzug als nicht unerheblich 
eingestuft, u.a. weil der Beschuldigte aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen musste, um 
dieses einhalten zu können. Diese Argumente sind stichhaltig. Mit der Vorinstanz liegt damit 
ein nicht unerheblicher Freiheitsentzug vor. Eine Kompensation des Kontaktverbots mit einer 
Anrechnung im Umfang von vierzehn Tagen erscheint als sachgerecht. Insgesamt sind 
mithin 60 Tage an die Geldstrafe als durch Haft und Ersatzmassnahmen er