# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b12214b9-2d65-5cbc-9aa5-b8e91d92baba
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 11.01.2023 SK 2022 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-63_2023-01-11.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 22 63

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 11. Januar 2023 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Salzmann (Präsidentin i.V.)
Oberrichterin Falkner, Oberrichter Bähler
Gerichtsschreiberin Hebeisen

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________
v.d. Rechtsanwalt C.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

D.________
a.v.d. Rechtsanwalt E.________

Strafkläger

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung, Raufhandel, Sachbeschädi-
gung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 13. August 2021 (PEN 21 16)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 13. August 2021 stellte das Regionalgericht Berner Jura-Seeland 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung, nachfolgend Vorinstanz) das Verfahren gegen 
den Beschuldigten und Berufungsführer A.________ (nachfolgend Beschuldigter) 
wegen Tätlichkeiten sowie wegen geringfügiger Sachbeschädigung, beides angeb-
lich begangen am 24. Februar 2018 in F.________ z.N. von Y.________, infolge 
Eintritts der Verfolgungsverjährung ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und 
ohne Ausrichtung einer Entschädigung ein (pag. 573, Ziff. I. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs).

Demgegenüber erklärte die Vorinstanz den Beschuldigten der versuchten schwe-
ren Körperverletzung und der Sachbeschädigung, beides begangen am 7. April 
2018 in F.________ z.N. des Strafklägers D.________ (nachfolgend Strafkläger), 
sowie des Raufhandels, begangen am 24. Februar 2018 in F.________, schuldig 
(pag. 573, Ziff. II.1.-3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Sie verurteilte ihn in 
Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu einer Freiheitsstrafe von 
32 Monaten, wovon sechs Monate als vollziehbar erklärt und für eine Teilstrafe von 
26 Monaten der Vollzug aufgeschoben sowie die Probezeit auf zwei Jahre festge-
setzt wurde. Die ausgestandene Polizeihaft von einem Tag rechnete die Vorinstanz 
vollumfänglich auf die zu vollziehende Teilstrafe an (pag. 573, Ziff. II.1. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs). Weiter verurteilte sie den Beschuldigten zu einer 
Geldstrafe von 45 Tagessätzen à CHF 90.00, ausmachend CHF 4'050.00, wobei 
der Vollzug aufgeschoben und die Probezeit ebenfalls auf zwei Jahre festgesetzt 
wurde, zu einer Landesverweisung von fünf Jahren sowie zur Bezahlung der erst-
instanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 18'254.00 (pag. 574, Ziff. II.2.-
4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Schliesslich bestimmte die Vorinstanz 
die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung 
des Beschuldigten durch Rechtsanwalt B.________ sowie die unentgeltliche 
Rechtsvertretung des Strafklägers durch Rechtsanwalt E.________ (pag. 574 ff., 
Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Im Zivilpunkt verfügte die Vorinstanz in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. a StPO 
die Verweisung der Genugtuungsforderung von Y.________ auf den Zivilweg. In 
Bezug auf den Strafkläger stellte sie fest, dass der Beschuldigte dessen Forderung 
im Umfang von CHF 6'911.50 (CHF 911.50 Schadenersatz, CHF 6'000.00 Genug-
tuung) zzgl. Zins zu 5% seit dem 7. April 2018 anerkannt hat und schrieb die Zivil-
klage insoweit als gegenstandslos geworden vom Verfahren ab. Soweit weiterge-
hend wurde die Genugtuungsforderung des Strafklägers abgewiesen (pag. 576, 
Ziff. V.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Für die Beurteilung der Zivilkla-
gen schied die Vorinstanz keine Kosten aus (pag. 576, Ziff. IV.3 und Ziff. V.2. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

3

Ferner traf die Vorinstanz die weiteren Verfügungen (pag. 576 f., Ziff. VI. des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ mit Eingabe vom 16. Au-
gust 2021 namens und im Auftrag des Beschuldigten fristgerecht Berufung an 
(pag. 582). Die Berufungserklärung datiert vom 16. Februar 2022 und ging am 
17. Februar 2022 frist- und formgerecht beim Obergericht des Kantons Bern ein 
(pag. 690 f.).

Rechtsanwalt E.________ teilte mit Schreiben vom 24. Februar 2022 namens und 
im Auftrag des Strafklägers mit, weder Anschlussberufung zu erklären noch ein 
Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten zu beantragen (pag. 707). 

Auch die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete in Bezug auf die Berufung des Be-
schuldigten mit Eingabe vom 28. Februar 2022 auf eine Anschlussberufung sowie 
auf die Geltendmachung von Nichteintretensgründen (pag. 709 f.).

Y.________ liess sich innert Frist nicht vernehmen.

3. Sistierung des amtlichen Mandats sowie Entlassung von Y.________ aus dem 
Verfahren

Mit Eingabe vom 17. Februar 2022 teilte Rechtsanwalt C.________ mit, der Be-
schuldigte habe ihn als privaten Verteidiger mit der Wahrung seiner Interessen be-
auftragt und bat darum, das amtliche Mandat von Rechtsanwalt B.________ zu sis-
tieren (pag. 695). Dieses wurde mit Verfügung vom 18. Februar 2022 mit sofortiger 
Wirkung sistiert und Rechtsanwalt B.________ gleichzeitig aufgefordert, seine Ho-
norarnote für die Aufwendungen im oberinstanzlichen Verfahren einzureichen 
(pag. 698 f.). Mit Beschluss vom 18. März 2022 wurde die amtliche Entschädigung 
von Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im 
oberinstanzlichen Verfahren gemäss eingereichter Honorarnote vom 23. Februar 
2022 festgesetzt (pag. 712 ff.). Mit gleichem Beschluss wurde zudem die teilweise 
Rechtskraft des erstinstanzlichen Urteils festgestellt (vgl. dazu Ziff. 6 nachfolgend) 
sowie Y.________ mangels Beschwer aus dem Verfahren entlassen (pag. 713 ff.).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde über den Beschuldigten 
von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 29. Dezember 
2022), ein Leumundsbericht samt Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse 
(datierend vom 23. Dezember 2022) sowie ein ergänzender Bericht betreffend Prü-
fung der strafrechtlichen Landesverweisung (datierend vom 16. Dezember 2022) 
eingeholt (pag. 772, pag. 764 ff. und pag. 762). Weiter wurden bei der regionalen 
Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland die Akten BJS ________ und BJS 
________ ediert (pag. 753).

Für den Beschuldigten reichte Rechtsanwalt C.________ anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung Unterlagen zur aktuellen Situation des Beschuldigten ein. 
Dabei handelte es sich unter anderem um ein Zertifikat über die bestandene Prü-

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fung als H.________ (Beruf) vom 10. November 2022, um eine Anmeldungs-
bestätigung für den Kurs zum I.________ vom 14. November 2022, um eine Ver-
einbarung zwischen dem Beschuldigten und der Mutter der gemeinsamen Tochter 
vom 1. September 2022 betreffend elterliche Sorge und Obhut sowie den persönli-
chen Verkehr und um einen Arbeitsvertrag zwischen dem Beschuldigten und der 
J.________ (AG) vom 10. Oktober 2022 (inkl. Anhang betreffend Entlöhnung). 
Sämtliche Unterlagen wurden von der Kammer zu den Akten erkennt (pag. 819 ff.).

Schliesslich wurde der Beschuldigte an der oberinstanzlichen Verhandlung vom 
10. Januar 2023 erneut zur Person und zur Sache einvernommen (pag. 792 ff.).

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt E.________ beantragte für den Strafkläger mit Eingabe vom 4. Ja-
nuar 2023 Folgendes (pag. 781 f.; Hervorhebungen im Original):

1. A.________ sei schuldig zu sprechen wegen

a) versuchter schwerer Körperverletzung

b) Sachbeschädigung

begangen vom 7. Juli 2018, ca. 02:45 Uhr, in F.________, in der K.________ (Lokal), z.N. von 
D.________

und sei angemessen zu bestrafen.

2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien A.________ aufzuerlegen.

3. Die Entschädigung für die amtliche Rechtsvertretung des Privatklägers D.________ sei gemäss 
eingereichter Kostennote festzusetzen und dem Kanton zur Bezahlung aufzuerlegen, unter Vor-
behalt der in Art. 426 Abs. 4 StPO vorgesehenen Nachzahlungspflicht des Beschuldigten.

4. Das Honorar des amtlichen Rechtsbeistandes des Privatklägers D.________ sei gemäss einge-
reichter Honorarnote zu bestimmen.

Rechtsanwalt C.________ stellte und begründete für den Beschuldigten anlässlich 
der oberinstanzlichen Verhandlung folgende Anträge (pag. 833 f.):

I. A.________ sei frei zu sprechen:

1. vom Vorwurf der Sachbeschädigung, angeblich begangen am 07.04.2018 am K.________ 
in F.________, z.N. von D.________ [Ziff. IL 3. des Urteils vom 13. August 2021];

2. vom Vorwurf des Raufhandels, angeblich begangen am 24.02.2018 an der L.________ in 
F.________ [Ziff. ll 2. des Urteils vom 13. August 2021];

unter Ausrichtung einer Entschädigung für die gebotenen Verteidigungskosten sowie unter 
Auferlegung der anteilmässigen erstinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern.

II. A.________ (vgt.) sei hingegen schuldig zu sprechen wegen einfacher Körperverletzung 
(gemäss Art. 123 Abs. 1 StGB), begangen am 07.04.2018 am K.________ in F.________, z.N. 
von D.________ [Ziff. ll 1. des Urteils vom 13. August 2021].

III. A.________ (vgt.) sei in Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zu verurteilen:

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1. zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, bedingt zu vollziehen mit einer Probezeit von 
2 Jahren und unter Anrechnung der bereits ausgestandenen Polizeihaft von einem Tag; 

2. zur Bezahlung der anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrenskosten.

IV. Die Verfahrenskosten für das oberinstanzliche Verfahren seien dem Kanton Bern aufzuerlegen 
und es sei A.________ (vgt.) eine Entschädigung in der Höhe der eingereichten Honorarnote 
zuzusprechen.

V. Für die Interventionskosten des Strafklägers im oberinstanzlichen Verfahren sei keine Ent-
schädigung zu sprechen.

VI. Auf die Anordnung einer Landesverweisung sei zu verzichten.

VII. Es seien die notwendigen Verfügungen zu erlassen.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte demgegenüber Folgendes 
(pag. 838 ff., Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 7. April 2018 in F.________ z.N. 
von D.________;

2. des Raufhandels, begangen am 24. Februar 2018 in F.________;

3. der Sachbeschädigung, begangen am 7. April 2018 in F.________ z.N. von D.________.

II.

A.________ sei in Anwendung von Art. 22 Abs. 1, 34, 40, 42 Abs. 1, 43, 44, 47,49 Abs. 1, 51, 66a 
Abs. 1 lit. b, 122, 133 Abs. 1, 144 Abs. 1 StGB; Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten, davon 6 Monate unbedingt und 26 Monate bedingt mit 
einer Probezeit von 2 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Polizeihaft von 1 Tag an die 
zu vollziehende Teilstrafe;

2. zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu CHF 70.00, ausmachend total CHF 3'150.00, wobei 
der Vollzug der Geldstrafe mit einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben sei;

3. zu einer Landesverweisung von 5 Jahren;

4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD)

III.

Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-
Nr. ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erhobenen 
biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu erteilen (Art. 17 
Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher 
Daten).

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6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil nur teilweise angefochten 
(pag. 690 f.). Seine Berufung richtet sich gegen die Schuldsprüche wegen versuch-
ter schwerer Körperverletzung, Raufhandels und Sachbeschädigung (Ziffn. II.1.-3. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), gegen die Verurteilung zu einer teilbeding-
ten Freiheitsstrafe von 32 Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen 
à CHF 90.00, ausmachend CHF 4'050.00 (Ziff. II.1. und 2. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs), gegen die Anordnung der Landesverweisung von fünf Jahren 
(Ziff. II.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und gegen die Verurteilung zur 
Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 18'254.00 
(Ziff. II.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Damit sind die Ziff. I. (Einstellung des Verfahrens wegen Tätlichkeiten sowie ge-
ringfügiger Sachbeschädigung) und die Ziffn. IV. und V. (Zivilpunkt) in Rechtskraft 
erwachsen (vgl. auch pag. 713 f., Ziff. 4 des Beschlusses der 2. Strafkammer vom 
18. März 2022).

Durch die Kammer zu überprüfen sind hingegen die angefochtenen Ziffn. II.1.-3. 
(Schuldsprüche wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Raufhandels und 
Sachbeschädigung), Ziff. II.1. und 2. (Verurteilung zu einer teilbedingten Freiheits-
strafe von 32 Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen à 
CHF 90.00, ausmachend CHF 4'050.00), Ziff. II.3. (Verurteilung zu einer Landes-
verweisung von fünf Jahren) sowie Ziff. II.4. (Verurteilung zur Bezahlung der erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten). Neu zu entscheiden ist auch über Ziff. III des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs (Bestimmung der amtlichen Entschädigung und des 
vollen Honorars der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten sowie des unent-
geltlichen Rechtsvertreters des Strafklägers). Nicht der Rechtskraft zugänglich und 
somit durch die Kammer ebenfalls neu zu beurteilen ist schliesslich Ziff. VI.1. (Ver-
fügung betreffend das erstellte DNA-Profil) sowie Ziff. VI.2. (Verfügung betreffend 
die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten).

Hinsichtlich der zu überprüfenden Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Mangels eigenständiger Berufung oder Anschlussberufung 
der Generalstaatsanwaltschaft bzw. des Strafklägers darf das erstinstanzliche Ur-
teil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden, es gilt das Ver-
schlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung hinsichtlich des Vorfalls vom 7. April 2018

7. Sachverhalt

7.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird mit Anklageschrift vom 11. Januar 2021 in Bezug auf den 
Vorfall vom 7. April 2018 Folgendes vorgeworfen (pag. 472 ff.; Hervorhebungen im 
Original):

 

7

1. Versuchte schwere Körperverletzung, evtl. einfache Körperverletzung

begangen am 07.04.2018, um ca. 02:45 Uhr, in F.________, in der K.________ (Lokal), zum 
Nachteil von D.________, 

indem der Beschuldigte dem für ihn wahrnehmbar merklich betrunkenen (rückgerechnete Blutal-
koholkonzentration zum Ereigniszeitpunkt von mindestens 1.88 Promille und maximal 3.03 Pro-
mille) und entsprechend in seinen (Abwehr-)Reaktionen stark eingeschränkten D.________ 
nach einem vorangegangenen (verbalen) Streit zwischen diesem und einem Kollegen des Be-
schuldigten, M.________, am Hals packte und zu Boden führte bzw. diesen zu Boden rang, wo-
bei sie möglicherweise über einen Barhocker stolperten, und der Beschuldigte anschliessend 
dem rücklings regungs- bzw. bewusstlos auf dem Boden liegenden Opfer zwei Mal mit dem 
Fuss heftig gegen das Gesicht trat. Mit einem dritten Tritt verfehlte der Beschuldigte den inzwi-
schen von einem anderen Gast weggezogenen D.________. 

D.________ erlitt durch die Gewalteinwirkung des Beschuldigten nebst zahlreichen Bagatellver-
letzungen am ganzen Körper insbesondere eine ca. 5 cm lange Rissquetschwunde im oberen 
Hinterkopfbereich, eine ca. 3 cm grosse, unregelmässig begrenzte Hautabschürfung am Ober-
kopf vorne-mittig-links, eine strichförmige, in Kopflängsachse ausgerichtete, ca. 1.5 cm lange, 
oberflächliche Hautdurchtrennung an der linken Kopfseite, eine ca. 1 x 0.5 cm grosse, unregel-
mässige Aufwerfung und weissliche Verfärbung der Schleimhaut an der Unterlippe sowie ein 
Schädel-Hirn-Trauma mit Gehirnerschütterung. Zudem musste sich D.________ in bewusstlo-
sem Zustand während des notfallmässigen Transports in das Spital N.________ übergeben und 
hat dabei Erbrochenes eingeatmet (Aspiration), was zu einer Lungenentzündung führte. 

Durch die heftigen Fusstritte gegen den Kopf von D.________ nahm der Beschuldigte zumindest 
in Kauf, dem Opfer arge und bleibende Entstellungen am Gesicht oder eine andere schwere 
Schädigung am Körper zuzufügen.

2. […]

3. […]

4. Sachbeschädigung, mehrfach begangen

so im Einzelnen:

4.1. […]

4.2. Am 07.04.2018, um ca. 02.45 Uhr, in F.________, in der K.________ (Lokal), zum Nachteil 
von D.________,

indem der Beschuldigte im Rahmen der Körperverletzung gemäss Ziff. 1 vorstehend durch 
die Gewalteinwirkung auf D.________ dessen Brille zerstörte.

7.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz hielt zum unbestrittenen sowie bestrittenen Sachverhalt fest was 
folgt (pag. 610 f., S. 22 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Betreffend den unbestrittenen Sachverhalt decken sich die Aussagen des Beschuldigten grösstenteils 
mit den Aussagen der Auskunftspersonen/Zeugen sowie den objektiven Beweismitteln. Es ist daher 
unbestritten, dass sich sowohl der Beschuldigte als auch sein Kollege, M.________, sowie das späte-
re Opfer, D.________, in der Nacht vom 07.04.2018 in der K.________(Lokal) in F.________ aufge-
halten haben. Weiter hat der Beschuldigte eingestanden, dass er D.________ nach einem vorange-

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gangenen Streit zwischen diesem und seinem Kollegen, M.________, am Hals packte und zu Boden 
führte und im Anschluss den am Boden liegenden D.________ gegen den Kopf trat. Sodann ist der 
Beschuldigte geständig erst vom Opfer abgelassen zu haben, als er von M.________ weggezogen 
wurde. Zuletzt gab der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung zu Protokoll, nicht zu bestrei-
ten, dass die Brille von D.________ aufgrund seiner Handgreiflichkeiten kaputtgegangen sei.

Bestritten ist hingegen, dass es sich beim vorangegangenen Streit zwischen D.________ und 
M.________ bloss um eine verbale Streitigkeit gehandelt hat. Nach Auffassung des Beschuldigten 
handelte es sich vielmehr um eine tätliche Auseinandersetzung, da er sich eingemischt habe, nach-
dem D.________ den M.________ am Hals gepackt habe. Der Grund der Streitigkeit zwischen 
D.________ und M.________ kann hingegen offengelassen werden, da der Beschuldigte diesen im 
Zeitpunkt seiner Einmischung nach eigenen Aussagen nicht kannte und erst im Nachhinein von 
O.________ erfuhr, dass es um ein gestohlenes und retourniertes Portemonnaie gegangen sein soll.

Unklar ist weiter, ob der Beschuldigte und D.________, als er diesen zu Boden führte, über einen 
Barhocker stürzten sowie der anschliessende Zustand von D.________. Diesbezüglich bestritt der 
Beschuldigte bis zuletzt, dass D.________ bewusstlos am Boden lag, da dieser nachher wieder auf-
gestanden sei und auf ihn habe losgehen wollen.

Näherer Betrachtung bedürfen sodann die Ausrichtung und Gezieltheit der Tritte, d.h. die Frage, ob 
der Beschuldigte D.________ gegen den Bauch oder Kopf getreten hat und ob er bei seinen Tritten 
gezielt hat.

Weiter zu beurteilen sind die Einzelheiten (Anzahl, Art und Heftigkeit) der Fusstritte des Beschuldig-
ten. Hierzu ist vorab anzumerken, dass der Beschuldigte im Laufe des Verfahrens derart offensichtlich 
die vom Zeugen P.________ geschilderten Abläufe und verwendeten Begrifflichkeiten übernahm, 
dass nicht ohne Weiteres auf den an der Hauptverhandlung eingestandenen Sachverhalt (zweimali-
ges «draufstampfen») abgestellt werden kann. Hinsichtlich der Anzahl Tritte wollte sich der Beschul-
digte bis zur staatsanwaltlichen Einvernahme lediglich an einen Tritt erinnern, wobei er auf Vorhalt der 
Zeugenaussagen jedoch nicht gänzlich ausschloss, dass es tatsächlich drei Tritte gewesen sein könn-
ten. Er machte jeweils geltend, dass er dies aufgrund seines Alkoholkonsums nicht mehr wisse. In 
Bezug auf die Art der Tritte (Kick- oder Stampfbewegungen) hielt der Beschuldigte anfänglich aus-
drücklich fest, dass er «geschuttet» und nicht «gestampft» habe. Erst an der Hauptverhandlung 
sprach er in Übereinstimmung mit dem Zeugen P.________ von einem «Stampfen». Diesbezüglich 
wird der Einfachheit halber bis zur entsprechenden Beweiswürdigung von «Tritten» gesprochen, ohne 
damit die genaue Bewegung qualifizieren zu wollen. Bis zum Schluss bestritten geblieben ist sodann 
die Heftigkeit der Tritte; während der Beschuldigte leichte Tritte geltend macht, spricht der Zeuge auf 
einer Stärkeskala von 1 – 10 von einer 10. 

Schliesslich ist zu entscheiden, ob sich das Opfer die Kopfverletzungen bereits beim Sturz (evtl. wie 
vom Beschuldigten geltend gemacht durch ein Anschlagen an einer erhöhten Fussleiste), oder erst 
durch die nachfolgenden Tritte des Beschuldigten zuzog.

In Bezug auf die beschädigte Brille des Opfers hat der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung 
zu Protokoll gegeben, es sei unbestritten, dass die Brille aufgrund seiner Handgreiflichkeiten zerstört 
worden sei (pag. 536 Z. 28 ff.). Da er im Vorverfahren jedoch erklärte, nichts von der Beschädigung 
der Brille mitbekommen zu haben (pag. 88 Z. 193), wird im Sinne einer Geständnisprüfung dennoch 
kurz auf den entsprechenden Sachverhalt eingegangen.

Auf diese Ausführungen kann grundsätzlich verwiesen werden. Zum bestrittenen 
Sachverhalt ist in Bezug auf die Sachbeschädigung ergänzend bzw. präzisierend 

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festzuhalten, dass der Beschuldigte oberinstanzlich nicht ausschliessen konnte, 
dass die Brille im Rahmen der Auseinandersetzung zerstört wurde. Er führte aus, 
wenn diese kaputtgegangen sei, sei es möglich, dass dies während der Auseinan-
dersetzung passiert sei. Es sei ihm nicht aufgefallen, er schliesse es aber nicht 
aus. Auf konkrete Frage hin gab er an, nicht gesehen zu haben, dass die Brille des 
Strafklägers kaputtgegangen sei. Die Beantwortung der Frage, ob er den Vorwurf 
der Sachbeschädigung anerkenne, überliess der Beschuldigte seinem Anwalt 
(pag. 800 f. Z. 41 ff.), worauf dieser im Rahmen des Parteivortrags ausführte, man 
wisse nicht, wann die Brille kaputtgegangen sei. Es sei möglich, dass diese beim 
Fall über den Barhocker zu Bruch gegangen sei, weshalb die Sachbeschädigung 
nicht einfach dem Beschuldigten angelastet werden könne (pag. 809). 

8. Beweiswürdigung

8.1 Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die 
zutreffenden Ausführungen in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen 
werden (pag. 608 ff., S. 20 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

8.2 Objektive Beweismittel

Als objektive Beweismittel liegen der Kammer der Berichtsrapport vom 7. April 
2018 (pag. 20 f.), der Anzeigerapport vom 2. Juli 2018 (pag. 13 ff.), zwei Fotos des 
Ortes der Auseinandersetzung (vor der Bar/Theke) in der K.________(Lokal) 
(pag. 22 f.), ein KTD-Rapport vom 1. Juli 2018 (pag. 148 ff.) sowie eine Fotodoku-
mentation der Verletzungen des Strafklägers (pag. 155 ff.) vor. Sowohl der Be-
schuldigte (Bericht des Amtsarztes vom 7. April 2018; pag. 94) als auch der Straf-
kläger (Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin [IRM] vom 24. Mai 2018; 
pag. 102 ff.) wurden nach dem Vorfall vom 7. April 2018 körperlich untersucht. Bei 
beiden wurde zudem durch das IRM der Alkoholgehalt bestimmt (pag. 165 f. und 
pag. 167 ff. [Beschuldigter]; pag. 186 ff. und pag. 189 f. [Strafkläger]). Betreffend 
den Strafkläger finden sich ausserdem die medizinischen Akten des Spitals 
N.________ und des Q.________ (Spital) zum Zustand von diesem nach dem Vor-
fall in den Akten (pag. 110 ff.). Schliesslich liegt der Kammer eine ärztliche Bestäti-
gung des Hausarztes des Strafklägers vom 25. Juni 2018 zu dessen gesundheitli-
cher Prädisposition vor dem Vorfall vom 7. April 2018 vor (pag. 147).  

Die Vorinstanz hat die objektiven Beweismittel korrekt zusammengefasst; auf diese 
Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden (pag. 596 ff., S. 8 ff. der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung). Auf die einzelnen objektiven Beweismittel wird di-
rekt im Rahmen der Beweiswürdigung und soweit von Belang eingegangen. 

8.3 Subjektive Beweismittel

Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer die Aussagen des Strafklägers 
(pag. 28 ff., pag. 37 ff. sowie pag. 532 ff.), die Aussagen diverser Zeugen (pag. 43 
ff., pag. 50 ff., pag. 63 ff. sowie pag. 71 ff.) sowie die Aussagen des Beschuldigten 
(pag. 76 ff., pag. 83 ff. und pag. 535 ff.) vor. Die Vorinstanz hat auch sämtliche sub-
jektiven Beweismittel korrekt zusammengefasst; darauf kann ebenfalls integral 
verwiesen werden (pag. 599 ff., S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

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Neu liegen der Kammer auch die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der obe-
rinstanzlichen Verhandlung vor (pag. 792 ff.). Es wird darauf verzichtet, den Inhalt 
dieser Aussagen an dieser Stelle zusammenzufassen; sofern von Relevanz, wird 
darauf direkt im Rahmen der konkreten Beweiswürdigung eingegangen. 

8.4 Beweiswürdigung in concreto

8.4.1 Objektive Beweismittel

Die Vorinstanz würdigte die objektiven Beweismittel wie folgt (pag. 611, S. 23 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Das unter Ziff. II.A.2.3. aufgeführte IRM-Gutachten erscheint in sich schlüssig und stützt sich auf ak-
tuelle, wissenschaftlich anerkannte Methoden. Es bestehen mithin keine triftigen Gründe, davon ab-
zuweichen. Entsprechend kann insbesondere als erstellt gelten, dass D.________ die im angeklagten 
Sachverhalt umschriebenen Verletzungen am Tattag erlitten hat und diese hätten lebensgefährlich 
werden können, wenn keine sofortige ärztliche Intervention stattgefunden hätte.

Ergänzend zu diesen zutreffenden Ausführungen ist festzuhalten, dass die bei der 
körperlichen Untersuchung des Strafklägers festgestellten Verletzungen (vgl. auch 
die Fotodokumentation gemäss pag. 155 ff.) im oberen Hinterkopfbereich (ca. 5 cm 
lange Hautdurchtrennung/Rissquetschwunde als Folge stumpfer Gewalteinwir-
kung), am Oberkopf (vorne-mittig-links ca. 3 cm grosse, unregelmässig begrenzte, 
oberflächliche Hautabschürfung), an der linken Kopfseite in der behaarten Kopfhaut 
(eine strichförmige, in Kopflängsachse ausgerichtete, ca. 1.5 cm lange, oberflächli-
che Hautdurchtrennung), an der Unterlippe innenseitig (eine ca. 1 x 0.5 cm grosse, 
unregelmässige Aufwertung und weissliche Verfärbung der Schleimhaut) und am 
ganzen Körper (zahlreiche, als Bagatellverletzungen zu interpretierende Befunde in 
Form von kleineren, frischen Hautrötungen, Hautabschürfungen sowie Hautein- 
und Unterblutungen an der Rumpfvorderseite sowie den Armen und Beinen) 
gemäss IRM-Gutachten im Rahmen einer körperlichen Auseinandersetzung ent-
standen sein könnten. Zudem könnten die Kopfverletzungen teilweise durch An-
schlagen des Kopfes an stumpfen Strukturen erklärt werden. Ob es sich um ein 
Anschlagen im Rahmen eines oder mehrerer Stürze oder ein aktives Anschlagen 
des Kopfes in Folge des Einwirkens einer dritten Person handle, oder ob ein 
Schlag gegen den Kopf mit einem stumpfen Gegenstand ursächlich für die Verlet-
zungen sei, konnte nicht gesagt werden (pag. 107 f.). Erstellt ist hingegen gestützt 
auf das IRM-Gutachten, dass der Strafkläger am Abend des Vorfalls ein Schädel-
Hirn-Trauma mit Gehirnerschütterung und eine retrograde Amnesie erlitt (pag. 108, 
sowie pag. 116 und pag. 118).

Aus dem Anzeigerapport vom 2. Juli 2018 geht sodann hervor, dass der Strafkläger 
bereits bei Eintreffen der Polizei nicht ansprechbar war, sich mehrmals erbrochen 
hatte und sich sein Zustand verschlechterte, weshalb er ins Q.________ (Spital) 
überführt werden musste (pag. 15). Dies ist auch dem Verlaufsbericht des 
Q.________(Spital) vom 8. April 2018 zu entnehmen, wonach der Strafkläger durch 
die Ambulanz vor der Diskothek sitzend, nach vorne gebeugt und nicht weckbar 
vorgefunden worden sei (pag. 115, «Zusammenfassung/Verlauf»). Der Strafkläger 
habe sich in nicht ansprechbarem/bewusstlosem (spontan atmenden und kreislauf-
stabilem) Zustand auf dem Transport in das Spital N.________ sowie im Spital 

11

N.________ ebenfalls mehrmals erbrochen (pag. 122 ff. [Bericht Spital N.________ 
vom 13. April 2018] sowie pag. 108. [IRM-Gutachten]). 

Aus dem Bericht des Amtsarztes vom 7. April 2018 geht hervor, dass der Beschul-
digte vom Vorfall keine Verletzungen davontrug (pag. 94), was übereinstimmend 
auch aus den Aussagen des Beschuldigten hervorgeht (pag. 79 Z. 130). 

Aus den objektiven Beweismitteln lässt sich weiter erstellen, dass sowohl der Be-
schuldigte als auch der Strafkläger zum Zeitpunkt des Vorfalls alkoholisiert waren. 
Letzterer war mit einer minimalen Blutalkoholkonzentration von 1.88 Gewichtspro-
millen und einer maximalen Blutalkoholkonzentration von 3.03 Gewichtspromillen 
sehr stark alkoholisiert (pag. 188), was auch aus den Aussagen des Beschuldigten 
sowie des Zeugen P.________ hervorgeht (pag. 85 Z. 71 f. und pag. 60 Z. 90). 
Aufgrund der gemessenen Blutalkoholkonzentration sowie der Aussagen von 
P.________, R.________ («extrem alkoholisiert»: pag. 44 Z. 39 f.) sowie des Be-
schuldigten ist für die Kammer erstellt, dass der Strafkläger zum Zeitpunkt der 
Auseinandersetzung sehr stark alkoholisiert war. Von diesem Zustand nahm der 
Beschuldigte – wie oberinstanzlich auch bestätigt – Kenntnis (pag. 795 Z. 10). 

Demgegenüber war der Beschuldigte mit einer minimalen Blutalkoholkonzentration 
von 0.48 Gewichtspromillen und einer maximalen Blutalkoholkonzentration von 
1.55 Gewichtspromillen (pag. 171) weniger stark alkoholisiert als der Strafkläger. 
Der beim Beschuldigten durchgeführte Atemlufttest zeigte ein Resultat von 
0,55 mg/l (pag. 14), was 1,1 Gewichtspromillen entspricht (pag. 94). Damit wird 
klar, dass es sich bei der beim Beschuldigten errechneten maximalen Blutalkohol-
konzentration von 1,55 Gewichtspromillen definitiv um den Maximalwert handelt, 
zumal der Atemlufttest zeitnah, nämlich um 03:35 Uhr morgens, durchgeführt wur-
de (pag. 14). Dass der Beschuldigte deutlich weniger alkoholisiert war als der 
Strafkläger, deckt sich auch mit den Aussagen des Zeugen P.________, welcher 
angab, der Beschuldigte habe fitter gewirkt als der Strafkläger, da Ersterer schnell 
wieder aufgestanden sei (pag. 55 Z. 70 ff.). Auch der Zeuge R.________ empfand 
den Strafkläger als extrem alkoholisiert (pag. 44 Z. 39 f.) und den Beschuldigten 
nur, aber immerhin, als ziemlich alkoholisiert (pag. 45 Z. 76 f.). Für die (den Be-
schuldigten) anhaltenden Polizisten wirkte der Beschuldigte ebenfalls angetrunken, 
jedoch noch klar im Kopf (Berichtsrapport vom 7. April 2018, pag. 21). Der Be-
schuldigte selber gab an, er sei stark alkoholisiert (pag. 79 Z. 106) bzw. angetrun-
ken oder «besoffen» gewesen. An diesem Abend sei er unter Alkoholeinfluss ge-
wesen (pag. 88 Z. 182). Gestützt auf die beim Beschuldigten gemessene tiefere 
Blutalkoholkonzentration und die Aussagen von P.________, R.________ sowie 
die Ausführungen der anhaltenden Polizisten ist für die Kammer erstellt, dass der 
Beschuldigte zwar unter Alkoholeinfluss stand, jedoch deutlich weniger alkoholisiert 
war als der Strafkläger und zudem noch wusste, was er tat. Letzteres lässt sich 
dem Protokoll der Blutentnahme beim Beschuldigten entnehmen, wonach bei ihm 
am 7. April 2018 um 10.15 Uhr keine Beeinträchtigungen aufgefallen seien 
(pag. 164). 

Aus dem KTD-Rapport vom 1. Juli 2018 geht hervor, dass der Beschuldigte an der 
Spitze und am Innenrist seines rechten Schuhs Blutspuren hatte, die vom Strafklä-
ger stammten (pag. 149 f.); der linke Schuh des Beschuldigten hingegen wies kei-

12

ne blutverdächtigen Anhaftungen auf (Material-/Spurenverzeichnis: pag. 152). Am 
linken Hosenbein unten (vorne und hinten) hatte der Beschuldigte ebenfalls kleine, 
einzelne blutverdächtige Anhaftungen, bei denen die Blutvorprobe positiv war, die 
aber nicht weiter untersucht wurden (Material-/Spurenverzeichnis: pag. 151). Der 
Strafkläger hatte mehrere blutverdächtige Anhaftungen an seiner Sweatjacke (im 
Bereich der linken Schulter sowie im Brustbereich links) und an seiner Jeanshose 
(Material-/Spurenverzeichnis: pag. 153 f.). Wie viel Blut konkret am Beschuldigten 
aufgefunden wurde, lässt sich dem KTD-Rapport nicht entnehmen. Ersichtlich wird 
daraus jedoch, dass nur eine visuelle Untersuchung stattgefunden hatte, mithin oh-
ne Mikroskop, und die Blutanhaftungen somit von blossem Auge sichtbar gewesen 
sein müssen. 

Zusammenfassend lässt sich somit aufgrund der objektiven Beweismittel festhal-
ten, dass der Beschuldigte durch den Vorfall vom 7. April 2018 nicht verletzt wurde. 
Demgegenüber wies der Strafkläger diverse Verletzungen im Kopfbereich sowie 
Bagatellverletzungen am ganzen Körper auf, die vom Vorfall vom 7. April 2018 und 
von einer körperlichen Auseinandersetzung stammen können. Nicht gesagt werden 
kann anhand der objektiven Beweismittel, ob insbesondere die Kopfverletzungen 
aufgrund von Stürzen und/oder aufgrund von Schlägen mit oder ohne stumpfen 
Gegenstand durch eine Drittperson entstanden sind. Mit den Verletzungen alleine 
lassen sich die Fragen zum Sturz und dazu, ob, wie, wie oft und wie heftig der Be-
schuldigte den Strafkläger trat, nicht beantworten. Die Verletzungen, der beim 
Strafkläger bei Eintreffen der Ambulanz festgestellte bewusstlose Zustand, das 
mehrmalige Erbrechen nach dem Vorfall, in der Ambulanz und im Spital sowie das 
festgestellte Schädel-Hirn-Trauma mit retrograder Amnesie beantworten für sich al-
leine ebenso wenig die Frage, ob und wenn ja, wann der Strafkläger im Rahmen 
der Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten bewusstlos war. Die Blutanhaftun-
gen am rechten Schuh (sowie das Fehlen von Blutanhaftungen am linken Schuh) 
des Beschuldigten könnten darauf hindeuten, dass seine Einwirkungen auf den 
Körper des Strafklägers mit dem rechten Fuss ausgeführt wurden (vgl. dazu nach-
folgende Ziffn. 8.4.3.3. und 8.4.3.4). Aus den objektiven Beweismitteln kann ferner 
geschlossen werden, dass der Strafkläger aufgrund seiner stärkeren Alkoholisie-
rung in einem deutlich schlechteren Zustand war als der Beschuldigte.

8.4.2 Subjektive Beweismittel

Im Sinne einer Vorbemerkung ist festzuhalten, dass es sich beim hier zu beurtei-
lenden Vorfall um ein Geschehen handelte, zu welchem verschiedene Personen 
befragt wurden. Nach Durchsicht der Einvernahmen sämtlicher Beteiligten gelangt 
die Kammer zur Überzeugung, dass grundsätzlich und nahezu alle Befragten in 
dem Sinn glaubhafte Aussagen machten, als sie das Geschehene so zu schildern 
versuchten, wie sie es beobachten konnten und in Erinnerung hatten. Die Aussa-
gen können damit nicht per se als glaubhaft oder unglaubhaft eingestuft werden. 
Lügensignale sind, wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, bei fast allen Befragten 
keine auszumachen und es gibt – mit Ausnahme von M.________ (vgl. dazu so-
gleich) – auch keinen Grund, warum die Befragten den Beschuldigten hätten 
schützen oder zu Unrecht belasten sollen. 

13

Zu den Aussagen der Zeugen S.________, T.________ und R.________ hielt die 
Vorinstanz grundsätzlich zutreffend fest (pag. 614 f., S. 26 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung), diese hätten lediglich zum Rahmengeschehen Aussagen ma-
chen können. Zum Vorgeschehen bzw. zur körperlichen Auseinandersetzung ver-
mögen die Aussagen der drei Befragten jedoch nichts beizutragen. In Bezug auf 
S.________ ist, wie die Vorinstanz ebenfalls korrekt ausführte, immerhin festzuhal-
ten, dass dieser eine gewisse Aggressivität wahrnehmen konnte und ihm dabei of-
fensichtlich der Beschuldigte und der Strafkläger aufgefallen war. 

Hinsichtlich der Aussagen von M.________, welcher an diesem Abend mit dem 
Beschuldigten in der K.________(Lokal) war, hielt die Vorinstanz zu Recht vorab 
fest, es gelte anzumerken, dass es sich dabei um einen guten Freund des Be-
schuldigten handle. Sie hielt weiter fest, M.________ habe sich konsequent an 
nichts mehr erinnern können, selbst dann, als ihm die Aussage des Beschuldigten, 
wonach er [M.________] angeblich vom Strafkläger am Hals gepackt worden sei. 
Es sei daher offensichtlich, dass M.________ den Beschuldigten nicht habe belas-
ten und nichts Falsches habe sagen wollen (pag. 615, S. 27 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Zusätzlich ist zu bemerken, dass der bei M.________ durchge-
führte Atemlufttest am Morgen um 03:29 Uhr einen Wert von 1,8 Gewichtspromillen 
anzeigte und somit auch er relativ alkoholisiert war. Dennoch erweist sich die Tat-
sache, dass er von allem nichts mitbekommen haben will, als wenig nachvollzieh-
bar und muss – wie von der Vorinstanz korrekt erwogen – als Schutzbehauptung 
abgetan werden. Insofern können die Aussagen von M.________ als Ausnahme zu 
den einleitenden Bemerkungen durchaus als unglaubhaft qualifiziert werden.

Was die Aussagen des Strafklägers betrifft, hielt die Vorinstanz zutreffend fest, was 
folgt (pag. 612, S. 24 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Privatkläger D.________ sagte gleichbleibend aus, in der K.________(Lokal) eine grosse Menge 
Alkohol getrunken zu haben, bis er langsam einen «sturmen Kopf» gehabt habe und nicht mehr so 
gerade habe laufen können. Danach wisse er nichts mehr und sei im Q.________(Spital) wieder auf-
gewacht (pag. 30 Z. 71 ff., pag. 39 Z. 72 ff., pag. 532 Z. 19 ff.). Zum eigentlichen Tatgeschehen — 
insbesondere zur Art und Weise des Zufügens der Verletzungen — sowie zu den beteiligten Perso-
nen konnte der Privatkläger folgerichtig keine Angaben machen, und den Beschuldigten erkannte er 
weder auf Vorhalt der Fotodokumentation noch anlässlich der Hauptverhandlung (pag. 29 Z. 52 ff., 
pag. 532 Z. 25 f.). Während des gesamten Verfahrens liess er sich denn auch nicht dazu hinreissen, 
den Beschuldigten auf irgendeine Art und Weise zu belasten. An der Hauptverhandlung bestätigte der 
Privatkläger sodann, weiterhin unter der Amnesie zu leiden (pag. 532 Z. 15 f.). 

Dass der Privatkläger während einer gewissen Zeitspanne tatsächlich keinerlei Erinnerungen mehr 
hat, erachtet das Gericht als glaubhaft. Zum einen wurde auch seitens des Q.________ die Diagnose 
einer retrograden Amnesie gestellt und zum anderen ist kein Motiv ersichtlich, weshalb der zum Opfer 
gewordene D.________ den ihm nicht bekannten Beschuldigten schützen sollte. Dass der Privatklä-
ger am Abend des 07.04.2018 eine grosse Menge Alkohol getrunken hat, wird sodann durch die fo-
rensisch-toxikologischen Abklärungen des IRM bestätigt. Gemäss diesen betrug die rückgerechnete 
minimale Blutalkoholkonzentration zum Tatzeitpunkt 1.88 Gewichtspromille und die rückgerechnete 
maximale Blutalkoholkonzentration 3.03 Gewichtspromille (pag. 188). Auch die nicht direkt beteiligten 
Auskunftspersonen R.________ und P.________ haben das Opfer als «extrem alkoholisiert» bzw. 
«sehr stark angetrunken» beschrieben (pag. 44 Z. 40, pag. 55 Z. 71 ff., pag. 61 Z. 110, 114f.). 

14

Schliesslich stimmt auch D.________ Aussage, wonach er alleine in der K.________(Lokal) gewesen 
sei, mit den Aussagen der übrigen Auskunftspersonen überein. Abgesehen vom Beschuldigten er-
wähnte niemand einen ebenfalls anwesenden Kollegen von D.________. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass D.________ — soweit er sich überhaupt erinnern kann — 
sachliche und schlüssige Aussagen macht und diese nicht zuletzt aufgrund ihrer Übereinstimmung mit 
den objektiven Beweismitteln sowie den Aussagen der Auskunftspersonen als glaubhaft zu erachten 
sind. 

Auf diese Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen werden. Der Strafkläger 
konnte keine Aussagen zum Kerngeschehen machen und gab an, sich nicht daran 
erinnern zu können, wie es zu seinen Verletzungen kam, was angesichts der bei 
ihm gemessenen minimalen Blutalkoholkonzentration von 1.88 Gewichtspromillen 
bzw. maximalen Blutalkoholkonzentration von 3.03 Gewichtspromillen nicht weiter 
erstaunt.

Die Aussagen des Zeugen P.________ erachtete die Vorinstanz insbesondere 
deshalb als glaubhaft, weil er vom DJ-Pult aus die beste Sicht auf die Geschehnis-
se gehabt habe und in seinen Aussagen zahlreiche Realitätskriterien und Wahr-
heitssignale auszumachen seien. Unklarheiten gebe es lediglich hinsichtlich der 
Frage, wann M.________ zum Geschehen dazugekommen sei und welche Perso-
nen welchen Beteiligten zurückgehalten hätten (pag. 612 ff., S. 24 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Diesen Ausführungen kann sich die Kammer inso-
weit anschliessen, als bei P.________ – wie bereits eingangs erwähnt – keine Lü-
gensignale auszumachen sind und seine Aussagen insofern als glaubhaft bezeich-
net werden können, als auch er versuchte, das von ihm Beobachtete so zu schil-
dern, wie er es in Erinnerung hatte. Den Aussagen von P.________ lässt sich in-
des nicht entnehmen, was er tatsächlich sehen konnte und was von ihm im Nach-
hinein hineininterpretiert wurde. Anlässlich der Einvernahme bei der Polizei gab 
P.________ beispielsweise zu Protokoll, zwischen dem Beschuldigten und dem 
Strafkläger habe es ein Handgemenge gegeben. Sie hätten sich dann so wie um-
armt oder so ähnlich, als wollten sie sich gegenseitig zu Boden werfen. Es sei aber 
zuerst keiner zu Boden gefallen, weil ein Barhocker im Weg gestanden habe. Folg-
lich seien aber beide über den Barhocker zu Boden gefallen. Der im karierten 
Hemd [der Beschuldigte] habe sich oben [gemeint: auf] dem Geschädigten [dem 
Strafkläger] befunden und sei sofort wieder aufgestanden. Der andere habe noch 
am Boden gelegen. Es habe so ausgesehen, als könne er sich nicht mehr bewe-
gen. Er, P.________, habe die Füsse von ihm [dem Strafkläger] gesehen, die sich 
nicht bewegt hätten. Nachdem der mit dem karierten Hemd [der Beschuldigte] auf-
gestanden sei, habe er gleich damit angefangen, dem Geschädigten gegen den 
Kopf zu treten. Er habe von oben herab auf den Kopf des am Boden liegenden ge-
treten. Er habe dreimal auf ihn herabgetreten. Zweimal habe er ihn sicher getroffen, 
beim dritten Anlauf sei er von einer unbekannten Person weggezogen worden. Der 
Geschädigte habe mit dem Rücken zum Boden gelegen, er sei also ins Gesicht ge-
treten worden. Er habe auch eine Brille getragen, die zu Bruch gegangen sei. Der 
Geschädigte habe sich etwa zehn Sekunden nicht mehr bewegt, danach sei ihm 
von einer Person mit einer orangen Jacke aufgeholfen worden. Der Beschuldigte 
habe zweimal Vollgas auf das Gesicht heruntergetreten (pag. 55 Z. 28 ff.). Etwas 

15

später, jedoch in der gleichen Einvernahme, gab P.________ zu Protokoll, er kön-
ne nicht sagen, wann der Strafkläger welche Verletzungen davongetragen habe, er 
habe den Kopf nicht gesehen, als sie über den Barhocker gefallen seien. Der Straf-
kläger habe sich zudem bereits beim Sturz nicht mehr bewegt (pag. 56 Z. 82 ff.). 
Diese Aussagen machen deutlich, dass P.________ zwar Vieles, jedoch nicht alles 
sehen konnte. Das Geschehen spielte sich zwar direkt vor ihm ab. Nachdem der 
Beschuldigte und der Strafkläger jedoch zu Boden fielen, hatte P.________ aber 
offenbar keine direkte Sicht mehr auf die beiden. Dies wird insbesondere durch 
seine Aussagen, wonach er lediglich noch die Füsse gesehen habe, deutlich. Infol-
gedessen ist hinsichtlich der Aussagen von P.________ unter Zuhilfenahme der 
objektiven Beweismittel und (gegebenenfalls) der übrigen Aussagen herauszukris-
tallisieren, welche Beobachtungen er insbesondere mit Blick auf seine örtliche Po-
sition selber machen konnte und bei welchen Aussagen es sich um Interpretatio-
nen seinerseits handelt. Auf seine Aussagen kann somit nicht ohne Weiteres abge-
stellt werden.

Die Aussagen des Beschuldigten erachtete die Vorinstanz hinsichtlich des Kernge-
schehens weder als konstant noch als widerspruchsfrei, so dass darauf nicht ein-
fach abgestellt werden könne (pag. 615 ff., S. 27 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Auch hier gelangt die Kammer zur Auffassung, dass eine Aussagen-
analyse, wie sie für gewöhnlich vorgenommen wird, schwierig ist. Auffällig ist je-
doch, dass der Beschuldigte von Beginn weg einen zentralen Punkt zugegeben 
hat, nämlich, den Strafkläger zu Boden gerungen (vgl. dazu jedoch nachfolgende 
Ziff. 8.4.3.2 betreffend Inkonsistenz in den Aussagen in Bezug auf das zu Boden 
Ringen) und anschliessend getreten zu haben. Diese Aussagen wiederholte der 
Beschuldigte in allen Befragungen, so dass zumindest hinsichtlich des Grobablaufs 
eine gewisse Konstanz in seinen Aussagen auszumachen ist. Die Aussagen des 
Beschuldigten anlässlich der ersten und tatnächsten Einvernahme erweisen sich 
nach Überzeugung der Kammer zudem als sehr ehrlich. So gab der Beschuldigte 
beispielsweise an, für ihn stimme es nicht, dass er angeblich dreimal stark zugetre-
ten habe. Vielleicht habe er es auch vergessen. Er wolle ja ehrlich sein, er habe an-
fänglich gar nicht mehr gewusst, dass er überhaupt «gschuttet» habe. Mit der Zeit 
sei der Alkohol weggegangen und ihm sei das eine Mal Treten in den Sinn ge-
kommen. Vielleicht wisse er es aber einfach nicht mehr (pag. 78 Z. 78 ff.). Die An-
sicht der Vorinstanz, der Beschuldigte habe seine Aussagen in der Folge dem je-
weiligen Verfahrensstand angepasst, teilt die Kammer nicht. Beim Beschuldigten 
handelt es sich offensichtlich um eine beinflussbare Persönlichkeit, was er oberin-
stanzlich auch bestätigte (pag. 802 Z. 36 ff.). Im Rahmen der ersten Einvernahme 
gab er beispielsweise zu Protokoll, soviel er noch wisse, sei es [das Zutreten] ein-
mal gewesen. Das sei das, was er noch wisse. Wenn der andere [P.________] sa-
ge, es sei dreimal gewesen, dann sei es vielleicht so gewesen. Er, der Beschuldig-
te, sei stark alkoholisiert gewesen, er wisse nicht mehr alles so genau, und es sei 
sehr schnell gegangen. Es sei ein Bruchteil einer Sekunde gegangen, «dagg», und 
schon sei es vorbei gewesen (pag. 79 Z. 105 ff.). Auch oberinstanzlich gab der Be-
schuldigte zu Protokoll, das Problem sei, dass wenn er ein bestimmtes Bild im Kopf 
habe, es nicht mit den anderen Sachen übereinstimme, weshalb er nicht wisse, 
was von seinen Erinnerungen stimme und was nicht. Er wolle auch nichts Falsches 

16

sagen. Mit anderen Sachen meine er, dass wenn er versuche, sich daran zu erin-
nern und denke, dass es so gewesen sei, es gemäss anderen Aussagen nicht zu-
treffe (pag. 798 Z. 28 ff.). Mit solchen Aussagen passte sich der Beschuldigte nicht 
dem jeweiligen Verfahrensstand an, sondern liess sich vielmehr durch die ihm vor-
gehaltenen Aussagen bzw. Beobachtungen der Zeugen beeinflussen, so dass er 
seine eigenen Erinnerungen nicht mehr mit Bestimmtheit vertreten konnte. Auf-
grund ebendieser Anpassungen, die der Beschuldigte nach entsprechenden Vor-
halten von Zeugenaussagen jeweils machte, wird auch ersichtlich, dass er den 
Sachverhalt grundsätzlich nicht bzw. nicht generell bestritt bzw. bestreitet. So wur-
de von ihm beispielsweise nicht bestritten, zwei- oder dreimal «gschuttet» zu ha-
ben, auch wenn es gemäss seiner Erinnerung nur einmal gewesen sei (vgl. bspw. 
pag. 79 Z. 105 f.). Von ihm wird einzig bestritten, nicht mit einer vom Zeugen 
P.________ beschriebenen Stärke einer «10» zugetreten zu haben (vgl. pag. 799 
Z. 33 ff.). Hinsichtlich weiterer Details wird, wie bereits erwähnt, deutlich, dass der 
Beschuldigte eigentlich nicht wusste, was er zu Protokoll geben soll. Verständlich 
ist sodann, dass er den genauen Ablauf nicht schildern konnte. Auch wenn der Be-
schuldigte bei Weitem nicht derart betrunken war, wie es der Strafkläger an besag-
tem Abend war, trug der Einfluss von Alkohol beim ohnehin schon aufgebrachten 
Beschuldigten nicht dazu bei, sich besser erinnern zu können. Eine exakte Schilde-
rung von Details würde bei einem derart dynamischen Geschehen denn auch eher 
Fragen aufwerfen. Insgesamt kann in Bezug auf die Aussagen des Beschuldigten 
somit festgehalten werden, dass diese hinsichtlich des Grobablaufs eine gewisse 
Konstanz aufweisen, nicht jedoch in Bezug auf Detailfragen. Zu beachten gilt aller-
dings, dass der Beschuldigte seine Aussagen teilweise denjenigen der befragten 
Zeugen – und zudem zu seinem Nachteil – anpasste, so dass auch darauf nicht 
restlos abgestellt werden kann. Vielmehr gilt es im Rahmen der Würdigung des 
konkreten Geschehens herauszukristallisieren, auf welche Aussagen des Beschul-
digten abgestellt werden kann und auf welche nicht.

8.4.3 Zum Geschehen in concreto

8.4.3.1 Vorangehender Streit zwischen M.________ und dem Strafkläger / Notwehrsituati-
on

Hinsichtlich des vorangehenden Streits zwischen dem Strafkläger und M.________ 
hielt die Vorinstanz fest, dieser habe vor der Auseinandersetzung zwischen dem 
Beschuldigten und dem Strafkläger stattgefunden, wobei es jedoch keine Hinweise 
darauf gebe, dass dieser Streit im Sinne einer Notwehrhandlung oder eines Not-
wehrhilfeexzesses ein Einschreiten seitens des Beschuldigten notwendig gemacht 
hätte (pag. 617, S. 29 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Diese Auffassung 
teilt die Kammer. Anlässlich der ersten Einvernahme gab der Beschuldigte an, der 
Strafkläger habe M.________ am Hals gepackt, worauf er [der Beschuldigte] ihm 
gesagt habe, er solle ihn in Ruhe lassen und ihn anschliessend am Hals gepackt 
und zu Boden geführt habe (pag. 77 Z. 29 f.). Im Rahmen der staatsanwaltschaftli-
chen Einvernahme schilderte der Beschuldigte dasselbe nochmals (pag. 84 Z. 34 
ff.). An der erst- und oberinstanzlichen Verhandlung sprach der Beschuldigte dann 
lediglich noch davon, wonach der Strafkläger und M.________ Streit gehabt hätten 
(pag. 535 Z. 23 ff.). Oberinstanzlich ergänzte er zudem, er habe dazwischen ge-

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musst bzw. gewollt, weil es am Eskalieren gewesen sei und sie sich [der Strafklä-
ger und M.________] angeschrien und «gemüpft» hätten. Man habe gesehen, 
dass es dort eskaliere (pag. 796 Z. 2 ff.). Diesen Aussagen des Beschuldigten lässt 
sich zwar entnehmen, dass zwischen dem Strafkläger und M.________ eine Streit-
situation vorgelegen hatte. Indizien dafür, dass es eines zwingenden Einschreitens 
seitens des Beschuldigten bedurft hatte, sind daraus jedoch nicht zu entnehmen. 
Zu berücksichtigen ist insbesondere auch, dass M.________ selber nie eine Situa-
tion erwähnte, die ein Eingreifen seitens des Beschuldigten aufgedrängt hätte 
(pag. 52 Z. 60 ff. sowie Z. 94 ff.). Mit der Vorinstanz und entgegen der Ansicht des 
Beschuldigten (pag. 806 f.) ist für die Kammer daher erstellt, dass zwischen dem 
Strafkläger und M.________ ein Streit stattfand, welcher den Beschuldigten dazu 
veranlasste, einzugreifen, ohne dass die Intervention seinerseits jedoch erforderlich 
gewesen wäre. Eine Notwehrsituation bestand mit anderen Worten zu keiner Zeit. 
Damit setzte der Strafkläger entgegen der Auffassung des Beschuldigten 
(pag. 806) auch nicht den Grund für die darauffolgende körperliche Auseinander-
setzung.

8.4.3.2 Sturz zu Boden sowie Zustand des Strafklägers und des Beschuldigten danach

Zur Frage, wie der Strafkläger zu Boden stürzte, machte der Beschuldigte nur we-
nig detaillierte Aussagen. An der ersten Einvernahme gab er dazu zu Protokoll, er 
habe den Strafkläger am Hals gepackt und ihn zu Boden geführt (pag. 77 Z. 27 f.). 
Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme sagte der Beschuldigte aus, 
er habe den Strafkläger zu Boden geworfen (pag. 84 Z. 36 f.), während er anläss-
lich der erstinstanzlichen Verhandlung schliesslich ausführte, er habe dem Straf-
kläger «eine gegeben» und dieser sei dann gestürzt. Auf konkrete Nachfrage hin 
präzisierte er, er habe dem Strafkläger eine mit der Faust gegeben (pag. 535 
Z. 37 ff.). Auch oberinstanzlich sprach der Beschuldigte davon, dem Strafkläger ei-
ne Faust gegeben zu haben. Zusätzlich ergänzte er, der Strafkläger habe am Bo-
den gelegen, weil er über einen Barhocker gefallen sei, der nebendran gestanden 
habe (pag. 796 Z. 18 ff.). Der Zeuge P.________ konnte, wie bereits hiervor er-
wähnt, vor allem aufgrund seiner direkten Sicht auf den Beschuldigten und den 
Strafkläger detailliert zu Protokoll geben, wie es zum Fall der Streitenden auf den 
Boden kam, nämlich, dass es zwischen dem Beschuldigten und dem Strafkläger 
ein Handgemenge gegeben habe, sie sich dann wie umarmt hätten, als wollten sie 
sich gegenseitig zu Boden werfen, dann aber zuerst keiner zu Boden gefallen sei, 
weil ein Barhocker im Weg gestanden habe, folglich aber beide über den Barho-
cker zu Boden gefallen seien (pag. 55 Z. 28 ff.). Der von P.________ erwähnte 
Barhocker findet sich auch in den Aussagen des Zeugen R.________ (vgl. pag. 45 
Z. 87 f.). In Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte erst an der erstinstanzlichen 
Verhandlung und damit über drei Jahre nach dem Vorfall davon sprach, er habe 
dem Strafkläger eine Faust gegeben, bestehen für die Kammer Zweifel, ob dem 
tatsächlich so war. Während P.________ zudem zu Protokoll gab, dass beide Be-
teiligten zu Boden gegangen seien (pag. 55 Z. 30 ff.), sprach der Beschuldigte nie 
davon, dass er ebenfalls zu Boden gefallen sei (pag. 77 Z. 28 ff., pag. 84 Z. 36 f., 
pag. 536 Z. 1 f. und pag. 796 Z. 21). Ob der Beschuldigte letztlich auch über den 
Barhocker stolperte und zu Boden ging, wie es der Zeuge P.________ schilderte, 
kann aufgrund der Diskrepanz zu den Aussagen des Beschuldigten nicht restlos 

18

geklärt werden. Für die Beurteilung des konkreten Geschehens spielt dieser Um-
stand letzten Endes aber auch keine Rolle, zumal alle Beteiligten davon sprachen, 
dass zumindest der Strafkläger über den Barhocker gefallen und zu Boden gegan-
gen sei.

Betreffend Zustand des Beschuldigten nach dem Gerangel mit dem Strafkläger ist 
festzuhalten, dass Ersterer angab, er sei durch die Auseinandersetzung nicht ver-
letzt worden (pag. 79 Z. 130). Darauf ist abzustellen, zumal keine gegenteiligen 
Aussagen oder Beweismittel vorliegen. Was den Zustand des Strafklägers nach 
dem Fall zu Boden betrifft, hielt die Vorinstanz Folgendes fest (pag. 617 f., S. 29 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

In Bezug auf den Zustand des Opfers gab P.________ zu Protokoll, dass sich der Beschuldigte nach 
dem Sturz oben befunden habe und sofort wieder aufgestanden sei, während D.________ am Boden 
liegen geblieben sei. Es habe so ausgesehen, als könne er sich nicht mehr bewegen. Zumindest ha-
be er die Füsse gesehen, welche «so auf der Seite gelegen» seien und sich nicht bewegt hätten 
(pag. 55 Z. 30 ff., pag. 60 Z. 73 f.). Nach etwa 10-20 Sekunden sei ihm (D.________) dann von einer 
Person mit einer orangen Jacke (T.________) aufgeholfen worden, wobei er zu sich gekommen und 
wieder «voll da» gewesen sei (pag. 55 Z. 38 ff., pag. 60 Z. 72 ff.). Weiter führte P.________ auf Frage 
aus, dass das Opfer aus seiner Sicht bewusstlos gewesen sei und sich bereits beim Sturz nicht mehr 
bewegt habe (pag. 56 Z. 85). Auch anlässlich seiner zweiten Einvernahme beschrieb P.________ das 
bewusst- bzw. leblos am Boden liegende Opfer, konnte auf Frage aber nicht mehr sagen, ab welchem 
Zeitpunkt das Opfer leblos am Boden gelegen sei (pag. 60 Z. 74 f.). Im Gegensatz dazu war der Be-
schuldigte der Auffassung, dass D.________ nie bewusstlos gewesen sei, da er nach den Tritten auf-
gestanden und auf ihn losgegangen sei (pag. 78 Z. 98 ff., pag. 86 f. Z. 153-177). Zwar merkte der Be-
schuldigte zwischenzeitlich an, dass er es eigentlich nicht genau wisse, da er nicht hingeschaut habe. 
Die Aussagen von P.________, wonach das Opfer 20 Sekunden regungslos am Boden gelegen sein 
soll, erachtete er jedoch gleichbleibend als unglaubhaft (pag. 78 Z. 98 ff., pag. 87f. Z. 154 ff., 167). 
Anlässlich der Hauptverhandlung gab der Beschuldigte schliesslich sogar zu Protokoll, er nehme an, 
dass das Opfer wohl die Arme vor das Gesicht gehalten habe, um sich zu schützen. Diesbezüglich 
wies er allerdings selber darauf hin, dass er nicht wisse, ob es eine Vorstellung sei, weil er annehme, 
dass sich jemand verteidige. In seiner Erinnerung habe er sich geschützt, aber er könne es nicht mehr 
zu 100 % sagen (pag. 536 Z. 8 ff., 41 ff.). 

Nach Ansicht des Gerichts steht in Übereinstimmung mit den glaubhaften Aussagen des Zeugen 
P.________ fest, dass D.________ nach dem Sturz über den Barhocker zumindest regungslos liegen 
blieb und der Beschuldigte folglich auf ein völlig wehrloses Opfer eintrat. Dass D.________ im An-
schluss auf den Beschuldigten losgehen wollte, kann aufgrund der übereinstimmenden Aussagen von 
T.________, S.________ und P.________ zwar ebenfalls als erstellt betrachtet werden, schliesst 
entgegen der Ansicht des Beschuldigten jedoch nicht aus, dass er sich nach dem Sturz während einer 
gewissen Zeit nicht mehr bewegte. Infolge seiner Regungslosigkeit ist hingegen nicht möglich, dass 
sich D.________ mit den Armen gegen die Tritte des Beschuldigten geschützt haben soll. Hierbei 
handelt sich um eine bloss nachgeschobene Schutzbehauptung des Beschuldigten. 

Offenbleiben kann letztlich, ob D.________ nach dem Sturz (im medizinischen Sinne) bewusstlos 
war. Das Gericht beschränkt sich auf die Feststellung, dass er regungslos und damit wehrlos liegen 
blieb.

19

Die Ansicht der Vorinstanz teilt die Kammer im Wesentlichen und geht ebenfalls 
davon aus, dass der Strafkläger nach dem Sturz zumindest zeitweise regungslos 
am Boden liegen blieb und der Beschuldigte demnach auf ein wehrloses Opfer ein-
trat. Wie bereits unter Ziff. 8.4.2 hiervor erwähnt, gilt es hinsichtlich der Aussagen 
von P.________ zu differenzieren, auf welche Aussagen abgestellt werden kann 
und auf welche nicht. Insbesondere für die Frage, ob der Strafkläger bewusstlos 
oder nur regungslos am Boden liegen blieb, kann auf seine Aussagen nicht abge-
stellt werden, zumal er auch zu Protokoll gab, er habe nur die Füsse des Strafklä-
gers sehen können, nicht aber den Kopf. Damit konnte der Zeuge unmöglich beur-
teilen, ob der Strafkläger in einem bewusstlosen oder nur regungslosen Zustand 
am Boden lag. Die Beobachtungsmöglichkeit des Zeugen hierzu bleibt nach wie 
vor unklar, weshalb zu Gunsten des Beschuldigten davon auszugehen ist, dass der 
Strafkläger nach dem Sturz über den Barhocker regungslos, aber nicht bewusstlos 
am Boden lag. Dass sich der Strafkläger – wie vom Beschuldigten erstinstanzlich 
geschildert – mit seinen Armen schützte, ist auch für die Kammer nicht erstellt, zu-
mal der Beschuldigte auch angab, dass es sich lediglich um eine Annahme seiner-
seits handle.

8.4.3.3 Anzahl und Gezieltheit der Tritte durch den Beschuldigten

Unbestritten aufgrund der Aussagen des Beschuldigten ist, dass dieser mindestens 
einmal gegen den Strafkläger trat (zuletzt oberinstanzlich bestätigt, vgl. pag. 796 
Z. 33). In seiner ersten Einvernahme gab er zur Anzahl der Tritte zu Protokoll, dass 
er den Strafkläger einmal getreten habe (pag. 77 Z. 29 f.). Auf Vorhalt der Aussa-
gen des Zeugen P.________, wonach er dreimal getreten habe, gab der Beschul-
digte an, für ihn stimme dies nicht, dass er den Strafkläger dreimal stark getreten 
haben solle, er habe es aber vielleicht auch vergessen. Mit der Zeit sei der Alkohol 
dann wieder weg und es sei ihm das eine Mal Treten in den Sinn gekommen 
(pag. 78 Z. 78 ff.). Auf nochmalige Nachfrage der Anzahl führte der Beschuldigte 
aus, soviel er wisse, sei es einmal gewesen. Das sei das, was er noch wisse, wenn 
der andere jedoch sage, dass es dreimal gewesen sei, dann sei es vielleicht so 
gewesen. Er könne sich nicht mehr so genau an alles erinnern, es sei ein Bruchteil 
einer Sekunde gewesen – «dagg» – und schon sei es vorbei gewesen (pag. 79 
Z. 105 f.). Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme sprach der Be-
schuldigte dann von einem dreimaligen Herabstampfen. Dies wisse er von den 
Aussagen des Zeugen, selber wisse er es nicht mehr. An ein Mal könne er sich er-
innern, an die anderen Male nicht. Er wisse, dass er einmal etwas mit den Füssen 
gemacht habe, ob gestampft oder getreten wisse er nicht. Was er die zwei anderen 
Mal gemacht habe, wisse er nicht (pag. 84 Z. 40 ff.). Auf konkrete Nachfrage hin 
führte der Beschuldigte nochmals aus, er habe den Strafkläger angeblich zwei Mal 
richtig getreten und einmal verfehlt (pag. 86 Z. 117). An der Einvernahme im Rah-
men der erstinstanzlichen und oberinstanzlichen Verhandlung sprach der Beschul-
digte von einem zweimaligen Stampfen, schloss aber – erstinstanzlich – drei Tritte 
nicht aus (pag. 535 Z. 43 ff., pag. 536 Z. 5 ff. und Z. 21 ff., pag. 796 Z. 39 ff.). Ge-
stützt auf diese unterschiedlichen Aussagen sowie die Tatsache, dass der Be-
schuldigte teilweise lediglich zu Protokoll gab, was er von den Aussagen der Zeu-
gen wusste, kann nicht abschliessend geklärt werden, wie oft er den Strafkläger 
getreten hatte. Aufschlussreicher erweisen sich demgegenüber die Aussagen des 

20

Zeugen P.________. Dieser gab sowohl bei der Polizei als auch bei der Staatsan-
waltschaft zu Protokoll, der Beschuldigte habe den Strafkläger zweimal getroffen, 
beim dritten Mal hingegen nur noch halb (pag. 55 Z. 36 ff. und Z. 44, pag. 60 Z. 66 
f. und Z. 78). Der Beschuldigte bestätigte die Aussagen des Zeugen P.________ 
insofern, als er angab, er habe vom Strafkläger abgelassen, weil er von 
M.________ weggezogen worden sei (pag. 79 Z. 121). Dieser habe gesehen, dass 
er, der Beschuldigte, «nicht mehr sich gewesen sei» und «den Faden verloren» 
habe. Vielleicht habe ihn M.________ auch weggezogen, weil er gedacht habe, es 
reiche (pag. 89 Z. 220 ff.). Die Tatsache, dass der Beschuldigte gemäss eigenen 
Aussagen erst vom Strafkläger abliess, als er von M.________ weggezogen wur-
de, spricht mit den Zeugenaussagen von P.________ dafür, dass er mehrmals ge-
gen den Strafkläger trat. In Bezug auf die Anzahl der Tritte kann somit auf die Aus-
sagen von P.________ abgestellt werden. Es gilt demnach als erstellt, dass der 
Beschuldigte innerhalb kurzer Zeit dreimal gegen den Strafkläger trat, wobei der 
dritte Tritt den Strafkläger nur noch «halb» traf, da der Beschuldigte zu diesem 
Zeitpunkt bereits von M.________ weggezogen wurde. 

Hinsichtlich der Gezieltheit der Tritte gab der Beschuldigte an der ersten polizeili-
chen Einvernahme an, er habe nicht gegen den Kopf gezielt, sondern gar nicht ge-
zielt und gegen etwas Weiches getroffen, weshalb er davon ausgehe, dass er den 
Bauch getroffen habe (pag. 77 Z. 30 f., pag. 78 Z. 67 f.). Anlässlich der Einvernah-
me bei der Staatsanwaltschaft gab er an, er habe nicht geschaut, wohin er trete 
und wisse nicht, wie der Strafkläger auf die Tritte reagiert habe (pag. 85 Z. 54, 
pag. 86 Z. 162 f.). Wie und wohin er getreten habe, wisse er nicht mehr (pag. 86 
Z. 113 ff.). Er habe den Strafkläger zwar vor sich gehabt, habe aber zu seinem Kol-
legen M.________ geschaut und wisse nicht mehr, was er beim Treten gespürt ha-
be (pag. 88 Z. 170 ff.). Oberinstanzlich führte der Beschuldigte auf entsprechende 
Fragen hin aus, er wisse nicht, wo er den Strafkläger getroffen habe. Er habe bild-
lich vor sich, wie er [der Strafkläger] vor ihm gewesen sei und er [der Beschuldigte] 
vis-à-vis, mithin vor ihm. Der Strafkläger habe horizontal gelegen und er [der Be-
schuldigte] habe vertikal zu ihm gestanden. Ob er auf Höhe Kopf oder Bauch zu 
ihm stand, konnte der Beschuldigte nicht mehr sagen. Er konnte sich auch nicht 
mehr daran erinnern, den Strafkläger während des Tretens angeschaut zu haben 
(pag. 798 Z. 12 ff.). Der Zeuge P.________ führte demgegenüber aus, dass der 
Beschuldigte vor dem Strafkläger gestanden habe (pag. 59 Z. 40 f., Z. 47 f., 
pag. 60 Z. 66 ff., pag. 60 Z. 78) und sofort zweimal «Vollgas» von oben herab mit 
dem Fuss auf das Gesicht von diesem getreten und beim dritten Mal nur noch halb 
getroffen habe (pag. 55 Z. 33 ff., Z. 44 ff.).

Die Aussagen des Beschuldigten, wonach er den Strafkläger zwar vor sich gehabt 
habe, nicht aber zu diesem geschaut und deshalb nicht wisse, wohin er getreten 
habe, erscheinen mit Blick auf den Ablauf des Geschehens nicht sehr glaubhaft. 
Der Beschuldigte trat, nachdem der Strafkläger zu Boden fiel, gemäss eigenen An-
gaben unmittelbar danach auf diesen ein. Er habe dies aus «menschlichem In-
stinkt», als eine Art «Reaktion» gemacht (pag. 78 Z. 66). Dass er in dieser Situation 
nicht hinschaut, wohin er mit seinem Fuss tritt, ist daher wenig natürlich. Aus der 
Tatsache, dass der Strafkläger keine Verletzungen im Bauchbereich aufwies, lässt 
sich immerhin schliessen, dass der Beschuldigte entgegen seiner Ansicht nicht 

21

diesen Bereich traf. Dass der Beschuldigte demgegenüber und wie von 
P.________ geschildert gezielt gegen den Kopf des Strafklägers trat, kann nach 
Überzeugung der Kammer nicht als erstellt gelten. Gestützt auf die Aussagen des 
Beschuldigten und P.________ lässt sich einzig erstellen, dass es sich beim hier 
zu beurteilenden Vorfall um ein dynamisches Geschehen handelte. Dabei konnte 
es dem Beschuldigten kaum möglich sein, gezielt gegen den Strafkläger zu treten. 
Viel naheliegender scheint, dass es ihm schlicht egal war, wo er den Strafkläger in 
diesem Zeitpunkt mit seinem Fuss traf. 

Auch die Verletzungen des Strafklägers sprechen nicht per se für ein (gezieltes) 
Treten des Beschuldigten in den Kopfbereich des Strafklägers. Die Verletzungen 
im Kopfbereich bluteten teilweise, wohingegen es sich bei den Bagatellverletzun-
gen, die der Strafkläger am übrigen Körper aufwies, um Hautrötungen, Hautab-
schürfungen sowie Hautein- und -unterblutungen an der Rumpfvorderseite und den 
Armen und Beinen handelte (pag. 106 f. und pag. 108). Diese dürften üblicherwei-
se nicht zu Blutungen führen. Am rechten Schuh des Beschuldigten konnten Blut-
spuren festgestellt werden, die vom Strafkläger stammten (pag. 149 f.). Die  Vorin-
stanz führte dazu aus, diese Blutspuren müssten durch die Tritte gegen den Kopf 
des Strafklägers entstanden sein, da es gemäss den Aussagen verschiedener 
Auskunftspersonen bzw. Zeugen nach den Tritten zu keinem direkten Kontakt zwi-
schen dem Beschuldigten und dem Strafkläger mehr gekommen sei (pag. 618, 
S. 30 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Diese Ansicht teilt die Kammer 
nicht. Entgegen der Aussagen von P.________ – der, wie hiervor bereits erwähnt, 
keine direkte Sicht auf das Geschehen am Boden haben konnte, sondern wohl aus 
der Tatsache, dass der Strafkläger nach den Einwirkungen des Beschuldigten blu-
tend wieder aufstand, schloss, Letzterer habe dem Strafkläger ins Gesicht getreten 
– wies der Strafkläger keine Verletzungen im Gesicht, sondern an der linken Kopf-
seite in der behaarten Kopfhaut, im oberen Hinterkopfbereich, am Übergang der 
Hals- zur Brusthaut, am Übergang der Hals- zur Nackenhaut, am linken Oberarm 
sowie am rechten und linken Knie auf (pag. 106 f.). Diese Feststellungen sprechen 
gegen ein (gezieltes) Treten des Beschuldigten in das Gesicht des Strafklägers. 
Auch aus der Tatsache, dass am Schuh des Beschuldigten Blutflecken des Straf-
klägers festgestellt werden konnten, lässt sich nicht ohne Weiteres ableiten, dass 
der Beschuldigte dreimal (gezielt) auf die Kopfregion des Strafklägers einwirkte. 
Denkbar wäre nämlich ebenso, dass sich Blutspuren auf dem Fussboden in der 
Bar befanden, in welche der Beschuldigte getreten war, was an besagtem Abend – 
soweit ersichtlich – jedoch nicht untersucht wurde. Der Beschuldigte konnte oberin-
stanzlich nicht mehr sagen, ob es Blut am Boden hatte, da er sich nicht geachtet 
habe (pag. 803 Z. 3). Hinzu kommt, dass es nebst der Verletzung an der linken 
Kopfseite in erster Linie die Verletzung des Strafklägers am Hinterkopf war, welche 
flüssige Blutanteile aufwies (pag. 106). Da der Strafkläger jedoch auf dem Rücken 
lag, kann diese Verletzung nicht von den Einwirkungen des Beschuldigten stam-
men (vgl. dazu auch Ziff. 8.4.3.5 hiernach).

Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass die weiteren am Kopf des Strafklä-
gers festgestellten Verletzungen (ca. 5 cm lange Hautdurchtrennung/Rissquetsch-
wunde im oberen Hinterkopfbereich, ca. 3 cm grosse, vorne-mittig-links unregel-
mässig begrenzte, oberflächliche Hautabschürfung am Oberkopf, strichförmige, in 

22

Kopflängsachse ausgerichtete, eine ca. 1.5 cm lange, oberflächliche Hautdurch-
trennung an der linken Kopfseite in der behaarten Kopfhaut sowie eine ca. 1 x 
0.5 cm grosse, unregelmässige Aufwertung und weissliche Verfärbung der 
Schleimhaut an der Unterlippe innenseitig, vgl. IRM-Gutachten pag. 105 f.) durch 
einen Sturz über den Barhocker oder auf eine Fussleiste entstanden sind und weil 
das Verletzungsbild am Kopf bei starken Tritten/Stampfen anders aussehen würde, 
wird in dubio pro reo davon ausgegangen, dass diese Verletzungen nicht durch die 
Fusstritte/das Stampfen des Beschuldigten entstanden sind. 

Der Strafkläger wies jedoch auch Verletzungen im Halsbereich auf, welche den 
Tritten des Beschuldigten in den Brust-/Kopfbereich des Strafklägers zugeschrie-
ben werden können; solche sind mit einem Fall zu Boden kaum in Einklang zu 
bringen (vgl. dazu nachfolgende Ziff. 8.4.3.5). Dass der Beschuldigte nicht nur ge-
gen die Beine des Strafklägers trat, wird dadurch untermauert, dass der Zeuge 
P.________ von seinem Standort aus die Füsse des Strafklägers offenbar noch 
sehen konnte, jedoch zu keiner Zeit davon sprach, dass der Beschuldigte in diese 
Region getreten hätte.

Insgesamt kann somit festgehalten werden, dass der Beschuldigte dreimal auf den 
Strafkläger einwirkte, wobei er das dritte Mal nur noch halb traf. Dass der Beschul-
digte gezielt auf den Kopf des Strafklägers eintrat, kann demgegenüber nicht als 
erstellt erachtet werden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte auf 
den Brust-/Kopfbereich einwirkte und es ihm in der Dynamik des Geschehens 
schlicht egal war, wo er den Strafkläger traf.

8.4.3.4 Stärke und Art der Tritte durch den Beschuldigten

Die Vorinstanz erwog zur Stärke der Tritte des Beschuldigten Folgendes (pag. 619, 
S. 31 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Betreffend die Stärke der Tritte liegen dem Gericht die sich wiedersprechenden Aussagen des Be-
schuldigten sowie des Zeugen P.________ vor. Während der Beschuldigte jeweils von einem nicht 
aufgezogenen, «leichten Tritt» bzw. einem «leichten Draufstampfen» sprach, hat er gemäss Aussage 
von P.________ «Vollgas» auf den Kopf des Opfers getreten und sei sehr aggressiv gewesen 
(pag. 55 f. Z. 44, 99, pag. 78 Z. 67 f., pag. 536 Z. 5). Weiter gab P.________ zu Protokoll, es habe 
«sehr stark» ausgesehen, und ordnete die Stärke der Tritte auf einer Skala von 1-10, wobei die 10 am 
stärksten ist, bei einer 10 ein. Der Beschuldigte sei in dieser kurzen Zeit «so in einer Euphorie drin» 
gewesen, das habe man am Gesichtsausdruck sehen können (pag. 60 Z. 81 ff.). Der Beschuldigte 
entgegnete auf Vorhalt dieser Einschätzung, dass es keine 10 gewesen sein könne, da er trainierte 
Beine habe und das Opfer diesfalls gar nicht mehr aufgestanden wäre (pag. 87 Z. 132 f., pag. 537 
Z. 5 f.). Aus der Beschreibung des Zeugen P.________ geht nach Auffassung des Gerichts klar her-
vor, dass ihm das schonungslos harte Vorgehen des Beschuldigten Eindruck machte. Ob es sich auf 
der Skala tatsächlich um eine 10 gehandelt hat, kann letztlich offenbleiben. Fest steht, dass es sich 
entgegen der Darstellung des Beschuldigten um sehr heftige Tritte gehandelt haben muss. Einen 
Hinweis auf die Hemmungslosigkeit des Beschuldigten stellt im Übrigen auch seine eigene Aussage 
dar, wonach ihn M.________ weggezogen habe, weil er gesehen habe, dass er «den Faden verloren 
habe» und «nicht mehr sich selbst gewesen sei», vielleicht auch weil er gedacht habe, dass es reiche 
(pag. 89 Z. 221 f.).

23

Diesen Ausführungen kann sich die Kammer vollumfänglich anschliessen. Dass 
der Beschuldigte dreimal mit dem Fuss gegen den Brust-/Kopfbereich des Strafklä-
gers trat und damit erst aufhörte, als er weggezogen wurde, spricht für die Aussa-
gen des Zeugen P.________, wonach der Beschuldigte mit «Vollgas» getreten ha-
be und während des Tretens aggressiv und in einer Art «Euphorie» gewesen sei. 
Auch die eigenen Aussagen des Beschuldigten, dass er «nicht mehr sich selbst 
gewesen sei», den «Faden verloren habe», M.________ vielleicht gedacht habe, 
«es reiche», weshalb er ihn [den Beschuldigten] weggezogen habe, sprechen für 
die Aussagen von P.________. Die vom Beschuldigten an der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung gemachten Aussagen, wonach er wegen des Adrenalins und 
des Alkohols getreten habe (pag. 536 Z. 18 f.), deuten ebenfalls darauf hin, dass er 
nicht kontrolliert und damit nicht «leicht» zutrat. Oberinstanzlich führte der Beschul-
digte der Kammer vor, wie er den Strafkläger an besagtem Abend getreten hatte. 
Er gab zwar an, er wisse es nicht mehr genau, konnte anschliessend aber dennoch 
in etwa demonstrieren, wie er seine Tritte ausgeführt hatte (pag. 796 f. Z.43 ff.). 
Der Beschuldigte stampfte dabei mit seinem rechten Fuss von oben nach unten auf 
den Boden (pag. 797 Z. 1 f.). Etwas später angesprochen auf die Stärke seiner Trit-
te führte der Beschuldigte aus, er denke, er habe nicht mit voller Wucht zugetreten, 
könne es aber nicht mehr genau sagen. Es sei sicher nicht nur ein Drücken, son-
dern wirklich ein «Abestampfle» gewesen, aber auch nicht, dass er mit vollem Ge-
wicht «voll drufgumpet» wäre. Eine 10 wäre für ihn wirklich mit vollem Gewicht 
«drufgumpet» gewesen, dem sei jedoch sicher nicht so gewesen. Er habe nicht 
noch extra Anlauf geholt oder den Schwerpunkt voll auf seine Beine gesetzt gehabt 
(pag. 799 Z. 12 ff.). Weiter fügte er hinzu, eine 10 könne es unmöglich gewesen 
sein. Er sei körperlich ziemlich stark, wenn das eine 10 auf das Gesicht gewesen 
wäre, so hätte der Strafkläger zumindest aus der Nase bluten oder etwas am Kiefer 
gehabt haben müssen. Eine 10 bei einem Gewicht von 90kg würde massive Schä-
den hinterlassen, wenn er voll durchziehen würde, er habe eine gewisse Stärke in 
den Beinen. Die Verletzungen des Strafklägers seien jedoch mehrheitlich hinten 
am Kopf gewesen, an Verletzungen im Gesicht könne er sich nicht erinnern 
(pag. 799 Z. 33 ff.). Gestützt auf diese Aussagen ist ebenfalls nicht davon auszu-
gehen, dass der Beschuldigte nur leicht auf den Strafkläger einwirkte. Dafür spricht 
nicht zuletzt auch, dass der Beschuldigte mit grösster Wahrscheinlichkeit mit sei-
nem stärkeren Fuss, mithin dem rechten, zugetreten hatte (pag. 797 Z. 1 und 
pag. 799 Z. 28 f.). Für die Kammer ist demnach erstellt, dass der Beschuldigte 
dreimal stark gegen den Brust-/Kopfbereich des Strafklägers trat und diesen zwei-
mal traf. Ob dies mit einer vom Zeugen P.________ beschriebenen Stärke von 10 
geschah, kann indes offenbleiben, zumal das Empfinden der Intensität auf einer 
Stärkenskala unterschiedlich ausfallen kann und es sich klarerweise um eine sub-
jektive Färbung bei der Einreihung der Intensität handelt (vgl. sinngemäss auch die 
Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft an der oberinstanzlichen Verhand-
lung, pag. 813). Auf die vom Zeugen P.________ genannte Stärke einer «10» stellt 
die Kammer demzufolge nicht ab, sondern geht stattdessen von starken Fusstritten 
aus. 

Hinsichtlich der Frage, wie der Beschuldigte die Fusstritte ausführte (Stampfen  
oder Kicken/Treten) gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, der Beschuldigte habe 

24

anfänglich von einem Treten bzw. einem «Drischutte» gesprochen, sei im Verlaufe 
des Verfahrens dann aufgrund der Zeugenaussagen jedoch zu einem Stampfen 
übergegangen. Ein «Stampfen» seitens des Beschuldigten erachtete die Vor-
instanz aufgrund verschiedener Indizien (keine Schuhsohlenabdrücke auf dem Ge-
sicht bzw. Kopf des Strafklägers, keine Knochenbrüche, Blutspuren des Strafklä-
gers am Innenrist bzw. an der Spitze des Schuhs des Beschuldigten) indes als un-
wahrscheinlich (pag. 619 f., S. 31 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Nach Ansicht der Kammer kann vorliegend offenbleiben, ob es sich bei den Einwir-
kungen des Beschuldigten um ein Kicken/Treten oder eher um ein Stampfen han-
delte. Aufgrund der verschiedenen Aussagen lässt sich nicht mit abschliessender 
Sicherheit sagen, mit welcher Art von Fusstritten der Beschuldigte den Strafkläger 
traktierte. Zu berücksichtigen gilt nämlich auch hier, dass P.________ angab, er 
habe den Kopf des Strafklägers nicht sehen können, sondern nur die Füsse, womit 
feststeht, dass er von seinem Standort aus keine Sicht auf das Geschehen am Bo-
den hatte und daher auf seine Aussagen, wonach der Beschuldigte von oben herab 
auf den Kopf des Strafklägers herabgetreten habe, nicht abgestellt werden kann. 
Der Beschuldigte demgegenüber gab, wie von der Vorinstanz zutreffend festgehal-
ten, anfänglich an, er habe den Strafkläger «gschuttet», was eher für ein Kicken 
sprechen würde, wechselte in den nachfolgenden Einvernahmen jedoch auf ein 
«Stampfen». Oberinstanzlich – mithin fünf Jahre nach dem Vorfall – erwähnte und 
demonstrierte er schliesslich ebenfalls ein «Stampfen» (pag. 796 f. Z. 33 ff.). Auf-
grund dieser unterschiedlichen Aussagen muss letztlich offengelassen werden, wie 
der Beschuldigte auf den Strafkläger am fraglichen Abend einwirkte. Dies vermag 
jedoch am Ergebnis und daran, dass der Beschuldigte mit seinem Fuss unbestrit-
tenermassen mit einer gewissen Heftigkeit bzw. stark auf den Strafkläger einwirkte, 
nichts zu ändern.

8.4.3.5 Zur Ursache der Kopfverletzungen – Sturz zu Boden oder Tritte gegen den Kopf

Die Vorinstanz gelangte hinsichtlich der Ursache der Kopfverletzungen des Straf-
klägers zum Ergebnis, es könne nicht bewiesen werden, dass die Rissquetsch-
wunde am Hinterkopf des Opfers sowie das Schädel-Hirn-Trauma mit Gehirner-
schütterung durch die Tritte verursacht worden seien. In Bezug auf die Verletzun-
gen im vorderen Bereich des Kopfes sei jedoch davon auszugehen, dass diese 
durch die Tritte verursacht worden seien, da ein einziger Sturz auf den Hinterkopf 
nicht zu Rundumverletzungen am Kopf führe. In Übereinstimmung mit dem ange-
klagten Sachverhalt sei dennoch als erstellt zu betrachten, dass der Strafkläger 
seine Kopfverletzungen aufgrund der Gewalteinwirkung des Beschuldigten erlitten 
habe, zumal nicht abschliessend beantwortet werden müsse, ob diese durch die 
Tritte gegen den Kopf oder das zu Boden Ringen und den damit einhergehenden 
Sturz entstanden seien, da der Beschuldigte beide Varianten zu verantworten habe 
(pag. 620 f., S. 33 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Aus dem Gutachten des IRM als objektives Beweismittel lässt sich nicht ermitteln, 
wie die Rissquetschwunde am Hinterkopf entstanden ist. Auch der Zeuge 
P.________ konnte nicht sagen, wann der Strafkläger die Rissquetschwunde am 
Hinterkopf erlitten habe. Er gab zwar an, davon auszugehen, dass die Riss-
quetschwunde durch die Tritte und nicht durch den Sturz entstanden sei, weil beide 

25

über den Barhocker auf die Seite gefallen seien (pag. 61 Z. 104 ff.). Dabei handelt 
es sich jedoch lediglich um eine Vermutung seinerseits. Zeuge T.________ sprach 
von einer «leicht aufgeklappten» Wunde wie bei einem Winkel (pag. 74 Z. 137 ff.). 
Eine solche Wunde kann sowohl im Rahmen des Sturzes über den Barhocker als 
auch beim Anschlagen an einer Fussleiste entstanden sein. Die Vorinstanz wies zu 
Recht darauf hin, dass der Strafkläger nach dem Sturz auf dem Rücken am Boden 
lag, was – wie hiervor bereits erwähnt – dafür spricht, dass die Rissquetschwunde 
am Hinterkopf eher durch einen Sturz auf den Hinterkopf als durch die Fusstritte 
des Beschuldigten entstanden ist. Zu Gunsten des Beschuldigten ist somit davon 
auszugehen, dass die Rissquetschwunde am Hinterkopf durch den Sturz auf den 
Barhocker oder auf eine Fussleiste entstanden ist.

Wie bereits ausgeführt, wird in dubio pro reo davon ausgegangen, dass die weite-
ren am Kopf des Strafklägers festgestellten Verletzungen (ca. 5 cm lange Haut-
durchtrennung/Rissquetschwunde im oberen Hinterkopfbereich, ca. 3 cm grosse, 
vorne-mittig-links unregelmässig begrenzte, oberflächliche Hautabschürfung am 
Oberkopf, strichförmige, in Kopflängsachse ausgerichtete, eine ca. 1.5 cm lange, 
oberflächliche Hautdurchtrennung an der linken Kopfseite in der behaarten Kopf-
haut sowie eine ca. 1 x 0.5 cm grosse, unregelmässige Aufwertung und weissliche 
Verfärbung der Schleimhaut an der Unterlippe innenseitig, vgl. IRM-Gutachten 
pag. 105 f.) durch einen Sturz über den Barhocker oder auf eine Fussleiste ent-
standen sind. Die Verletzungen im Hals-/Schulterbereich (vgl. pag. 156) hingegen 
können nicht durch einen Sturz oder ein Fallen über einen Barhocker entstanden 
sein; diese sprechen für Tritte in den Brust-/Kopfbereich des Strafklägers.

Da der Strafkläger nach dem miteinander Ringen und dem Stolpern über den Bar-
hocker auf dem Rücken lag und sich nicht mehr bewegte, ist denkbar, dass das 
durch das IRM festgestellte Schädel-Hirn-Trauma mit Hirnerschütterung bereits 
durch das Stolpern über den Barhocker und den anschliessenden Fall auf den Hin-
terkopf erfolgte. Ebenso denkbar ist jedoch, dass die Einwirkungen des Beschuldig-
ten zum Schädel-Hirn-Trauma mit Hirnerschütterung führten. Da sich diese Frage 
nicht abschliessend klären lässt, ist zu Gunsten des Beschuldigten davon auszu-
gehen, dass der Strafkläger bereits ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt, als er zu Boden 
fiel. Dass der Strafkläger auf dem Weg ins Spital bzw. bereits vor der 
K.________(Lokal) mehrmals erbrechen musste und sich deshalb auch eine Lun-
genentzündung holte, ist – wie von der Verteidigung zu Recht ausgeführt 
(pag. 808) – nicht ohne Weiteres dem Einwirken des Beschuldigten zuzuschreiben, 
zumal der Strafkläger wie bereits mehrfach erwähnt sehr stark alkoholisiert war und 
daher ebenso möglich ist, dass er sich aufgrund dessen mehrfach übergeben 
musste. Die beim Strafkläger festgestellte retrograde Amnesie könnte ebenfalls 
Folge sowohl des Sturzes als auch der Fusstritte des Beschuldigten gewesen sein. 
Am wahrscheinlichsten ist nach Auffassung der Kammer jedoch auch hier, dass die 
Amnesie eigenhändig durch den sehr hohen Konsum von Alkohol des Strafklägers 
verursacht wurde. Zu Gunsten des Beschuldigten ist deshalb davon auszugehen, 
dass die retrograde Amnesie nicht durch das Handgemenge und den darauffolgen-
den Sturz und auch nicht durch die Einwirkungen des Beschuldigten auf den Straf-
kläger verursacht wurde, sondern auf den Alkoholkonsum zurückzuführen ist.

26

8.4.3.6 Beschädigung der Brille des Strafklägers

In Bezug auf die beschädigte Brille des Strafklägers ist schliesslich festzuhalten, 
dass gemäss Aussagen des Strafklägers nebst einem Glas ein Bügel der Brille 
durch die Auseinandersetzung kaputtging (pag. 33 Z. 235 f.). Auch der Zeuge 
P.________ erklärte, dass der Strafkläger eine Brille getragen habe, welche zu 
Bruch gegangen sei und an welcher danach ein Glas gefehlt habe. Diese sei durch 
«V.________» aufs DJ-Pult gelegt worden (pag. 55 f. Z. 38 f., Z. 77 ff.). Der Be-
schuldigte gab im Rahmen der ersten Einvernahme an, er könne sich nicht mehr 
an die Kleidung des Strafklägers erinnern, er wisse nur noch, dass dieser eine Bril-
le getragen und kurze Haare gehabt habe (pag. 77 Z. 26 f.). Anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte an, es sei unbestritten, dass 
die Brille des Strafklägers aufgrund seiner Handgreiflichkeiten zerstört worden sei 
(pag. 536 Z. 28 ff.) und auch oberinstanzlich führte er aus, er schliesse nicht aus, 
dass es so gewesen sei bzw. es sei möglich, dass diese während der Auseinan-
dersetzung kaputtgegangen sei. Es sei ihm nicht aufgefallen, aber er schliesse es 
auch nicht aus (pag. 800 Z. 41 ff.). Die Kammer erachtet es gestützt auf diese Aus-
führungen als erstellt, dass die Brille während der Auseinandersetzung zwischen 
dem Beschuldigten sowie dem Strafkläger zu Bruch ging, was der Beschuldigte 
zwar nicht aktiv wahrnahm, indes aber wusste, dass der Strafkläger eine Brille trug.

8.4.4 Erstellter Sachverhalt

Gestützt auf die vorangehenden Ausführungen geht die Kammer von folgendem 
erstellten Sachverhalt aus:

In der Nacht des 7. April 2018 um ca. 02.45 Uhr packte der Beschuldigte den stark 
alkoholisierten Strafkläger am Hals, da dieser mit M.________ einen Streit hatte. 
Der Beschuldigte war dabei ebenfalls alkoholisiert, jedoch nicht so, dass eine Ein-
schränkung seiner Einsichts- und Steuerungsfähigkeit vorgelegen hätte. Der Be-
schuldigte hatte zudem bereits wahrgenommen, dass der Strafkläger stark betrun-
ken war. Zwischen ihm und dem Strafkläger kam es zu einem Handgemenge, wor-
auf mindestens der Strafkläger über einen Barhocker und anschliessend zu Boden 
fiel. Der Strafkläger blieb daraufhin regungslos auf dem Rücken am Boden liegen. 
Durch den Sturz über den Barhocker und auf den Boden erlitt er eine stark bluten-
de Rissquetschwunde am oberen Hinterkopfbereich, ein Schädel-Hirn-Trauma mit 
Hirnerschütterung, Kopfverletzungen am Oberkopf (vorne-mittig-links ca. 3 cm 
grosse, unregelmässig begrenzte, oberflächliche Hautabschürfung), an der linken 
Kopfseite in der behaarten Kopfhaut (eine strichförmige, in Kopflängsachse ausge-
richtete, ca. 1.5 cm lange, oberflächliche Hautdurchtrennung) und eine innenseiti-
ge, ca. 1x 0.5 cm grosse, unregelmässige Aufwerfung und weissliche Färbung an 
der Unterlippe. In der Folge wirkte der Beschuldigte, als der Strafkläger regungslos 
am Boden lag, mit seinem rechten Fuss zweimal stark auf dessen Brust-/Kopf-
bereich ein, wobei es ihm egal war, wo er den Strafkläger traf. Da er kurz daraufhin 
von M.________ weggezogen wurde, traf er den Strafkläger bei einem dritten An-
lauf nur noch «halb». Durch diese Einwirkungen erlitt der Strafkläger diverse Ver-
letzungen im Hals-/Schulterbereich. 

27

Aufgrund des Handgemenges sowie des Sturzes über den Barhocker zu Boden 
ging auch die Brille des Strafklägers kaputt. Dass der Strafkläger eine Brille trug, 
registrierte der Beschuldigte bereits vorgängig.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung hinsichtlich des Vorfalls vom 24. Februar 
2018

9. Sachverhalt

9.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird mit Anklageschrift vom 11. Januar 2021 folgendes Verhal-
ten vorgeworfen (pag. 473):

Raufhandel

begangen am 24.02.2018, ca. 02:45 Uhr, in F.________ (AA.________ (Lokal)), 

indem der Beschuldigte und die mindestens zwei weiteren beteiligten Personen (W.________ und 
X.________ - je sep. Strafverfahren BJS ________ und BJS ________) sich eine tätliche Auseinan-
dersetzung lieferten mit gegenseitigen Schlägen und gegenseitigem Stossen und Zerren, in deren 
Rahmen X.________ auch gewürgt worden ist, was mindestens bei diesem zu folgenden Verletzun-
gen bzw. körperlichen Beeinträchtigungen führte: aufgeplatzte Lippe, Prellung an der Wange, Atem-
not sowie in der Folge Kopf-und Nackenschmerzen bzw. Schmerzen an der Nase.

In Bezug auf den angeklagten Sachverhalt ist bereits an dieser Stelle darauf hin-
zuweisen, dass Y.________, ein weiterer Anwesender am Abend des 24. Februar 
2018, von der Staatsanwaltschaft offenbar bewusst nicht in Ziff. 2 der Anklage-
schrift vom 11. Januar 2021 miterfasst wurde. Dieser wird in Ziff. 3 mit separatem 
Sachverhalt erwähnt (Tätigkeiten, evtl. einfache Körperverletzung), weshalb seine 
Verletzungen hinsichtlich des Vorwurfs des Raufhandels unberücksichtigt bleiben 
müssen und damit von der Kammer nachfolgend nicht (vertieft) gewürdigt werden.

9.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Unbestritten vom Beschuldigten ist, dass er sich am Abend des 24. Februar 2018 
zusammen mit seinem Bruder Z.________, W.________ und M.________ in der 
AA.________ (Lokal) befand. Weiter wird vom Beschuldigten nicht bestritten, dass 
es im Innern der AA.________(Lokal) mit dem ihm zuvor unbekannten X.________ 
zu einer Streiterei bzw. verbalen Auseinandersetzung kam. Ebenfalls unbestritten 
ist schliesslich, dass es ausserhalb der AA.________(Lokal) erneut zu einer Aus-
einandersetzung kam.

Bestritten wird vom Beschuldigten demgegenüber, sowohl bei der Auseinanderset-
zung innerhalb der AA.________(Lokal) als auch bei derjenigen ausserhalb der 
AA.________(Lokal) tätlich geworden zu sein. Ausserhalb der AA.________(Lokal) 
habe er – gemäss seinen letzten Aussagen – lediglich Y.________ an der Kapuze 
nach hinten gezogen, weil dieser nebst zwei anderen Leuten auf W.________ habe 
losgehen wollen. Der Beschuldigte bestritt im Verlaufe des Verfahrens zudem, 
X.________ an besagtem Abend geschlagen, getreten, anderweitig traktiert oder in 
den Schwitzkasten genommen zu haben (pag. 228 f. Z. 116 ff.; pag. 236 f. Z. 47 ff.; 

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pag. 237 Z. 73 ff.; pag. 538 Z. 21 ff.; pag. 539 Z. 9 ff.). Ferner bestreitet er auch die 
Verletzungen von X.________ bzw. gab an, diese nicht gesehen zu haben 
(pag. 230 Z. 205 ff.).

10. Beweiswürdigung

10.1 Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf Ziff. 8.1. hiervor 
bzw. die erstinstanzliche Urteilsbegründung verwiesen.

10.2 Objektive Beweismittel

Als objektive Beweismittel liegen der Kammer die Strafanzeige von X.________ 
vom 4. Mai 2018 inkl. zweier Fotos seiner inneren Unterlippe (pag. 191 ff.), der 
Nachtrag vom 3. September 2020 (pag. 201 ff.), der Anzeigerapport vom 12. De-
zember 2018 betreffend den Beschuldigten und Y.________ (pag. 271 ff.) sowie in 
Bezug auf Y.________ der Untersuchungsbericht der Notfallpraxis AB.________ 
vom 24. Februar 2018 (pag. 290 f.) und der Krankengeschichte-Auszug der Haus-
arztpraxis vom 26. Februar 2018 (pag. 292) vor. 

Die Vorinstanz gab die objektiven Beweismittel korrekt wieder; darauf kann vollum-
fänglich verwiesen werden (pag. 628 f., S. 40 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

10.3 Subjektive Beweismittel

Die Vorinstanz hat auch die vorhandenen subjektiven Beweismittel, mithin die Aus-
sagen von X.________, Y.________, AC.________, des Beschuldigten, 
W.________, Z.________, AG.________, AE.________ und AF.________ aus-
führlich wiedergegeben; darauf kann ebenfalls verwiesen werden (pag. 630 ff., 
S. 42 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Der Beschuldigte wurde oberin-
stanzlich auch zu diesem Vorfall nochmals befragt (pag. 803 ff.). Es wird darauf 
verzichtet, seine Aussagen dazu an dieser Stelle zusammenzufassen. Vielmehr 
wird im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung und sofern von Relevanz di-
rekt darauf eingegangen.

10.4 Würdigung der Aussagen der Beteiligten

10.4.1 X.________

Die Aussagen von X.________ erweisen sich grundsätzlich als detailliert und kon-
stant. So gab er an, der Beschuldigte sei [im Innern der AA.________(Lokal)] in ihn 
hineingelaufen, so dass er, X.________, das Getränk verschüttet habe. Als er den 
Beschuldigten darauf angesprochen habe, habe dieser geantwortet «ja und wosch 
itz Stress afa wegedem» und habe ihn mit der Hand aus dem Weg gestossen. Er, 
X.________, habe ihn daraufhin zurückgestossen (pag. 208 Z. 42 ff., pag. 216 
Z. 24 ff., pag. 219 Z. 47 ff.). Mit Blick auf die Aussagen anderer befragter Personen 
(Beschuldigter, W.________, AE.________, AF.________ und AG.________) fällt 
indes auf, dass X.________ das, was im Innern der AA.________(Lokal) geschah, 
nicht als Schlägerei bezeichnet, sondern «eher von Reibereien und Provokationen» 
spricht (pag. 217 Z. 49 ff.). X.________ erwähnte im Gegensatz zu verschiedenen 
anderen Personen (W.________, AE.________, AF.________, AG.________ und 

29

Z.________) auch nichts davon, dass alle Beteiligten nach der Schlägerei im In-
nern der AA.________(Lokal) von der Security vor die Tür gestellt werden muss-
ten. Damit erweisen sich die Aussagen von X.________ zum Vorfall im Innern der 
AA.________(Lokal) zwar einerseits detailliert und konstant, enthalten aber auf der 
anderen Seite auch gewisse Abweichungen zu den Aussagen der übrigen Befrag-
ten, weshalb sie nicht per se als glaubhaft bezeichnet werden können. Im Ergebnis 
ist darauf deshalb nur bedingt abzustellen. 

Zum angeblichen Vorfall ausserhalb der AA.________(Lokal) konnte X.________ – 
insbesondere in der ersten Einvernahme vom 23. Oktober 2018 – detaillierte An-
gaben machen. So vermochte er beispielsweise den genauen Ort der Auseinan-
dersetzung zu beschreiben («zwischen den Parkplätzen und dem Innenhof bei den 
Containern, wo man die Gitter herunterlassen könne», pag. 220 Z. 79 f.). Detailliert 
aussagen konnte er auch zum Ablauf, indem er angab, die Gruppe des Beschuldig-
ten sei zu Dritt vor ihn gestanden und habe ihn geschlagen, gleichzeitig habe ihn 
der Beschuldigte mit der einen Hand in den Schwitzkasten genommen und mit der 
anderen Hand bzw. mit der Faust 15-20 Mal ins Gesicht geschlagen. Auch 
W.________ habe ihn gezielt und richtig fest mit den Fäusten ins Gesicht geschla-
gen (pag. 209 Z. 63 ff., pag. 211 Z. 163 ff., pag. 216 Z. 35 ff., pag. 220 Z. 63 ff.). Er, 
X.________, sei vielleicht ca. 15 Sekunden im Schwitzkasten gewesen, so dass 
ihm schwindlig, aber nicht schwarz vor Augen geworden sei (pag. 211 Z. 179 ff.). In 
Zusammenhang mit dem Vorfall vor der AA.________(Lokal) fällt zwar eine gewis-
se Aggravationstendenz in den Aussagen von X.________ in den Folgeeinver-
nahmen auf. Anlässlich der Einvernahme vom 26. Oktober 2020 bei der Staatsan-
waltschaft gab er beispielsweise an, als er diese Herren habe kommen sehen, ha-
be er gewusst, dass es nicht gut kommen würde. Er glaube, dass W.________ 
damals nicht in der AA.________(Lokal) gewesen sei und sie diesen geholt hätten, 
um das Ganze zu regeln. Gleichzeitig erklärte X.________ jedoch, dass er nicht 
mehr alles im Detail wisse, da es schon lange her sei (pag. 220 Z. 57 ff.). Für seine 
Aussagen spricht jedoch, dass er zu schildern vermochte, von wem er angegriffen 
worden sein soll. Diesbezüglich gab er an, er sei vom Beschuldigten, von 
W.________ und einem unbekannten Typen, den er später als «glaublich den Bru-
der des Beschuldigten, Z.________», bezeichnete, angegriffen worden (pag. 210 
Z. 116 f., pag. 212 Z. 219 ff.). Weiter führte er aus, diese Personen vor dem Vorfall 
zwar noch nie gesehen zu haben, konnte jedoch nachvollziehbar erklären, weshalb 
er den Namen des Beschuldigten und von W.________ nennen konnte, nämlich, 
weil er deren Namen auf der Anzeige von Y.________ gelesen und mit 
Y.________ über den Vorfall gesprochen habe (pag. 210 Z. 119 ff.) und weil die 
Beteiligten in der AA.________(Lokal) ein Hausverbot erhalten hätten (pag. 212 
Z. 222 ff.). X.________ gestand auch Erinnerungslücken ein. So erklärte er auf de-
taillierte Nachfrage zu den Schlägen, er wisse nicht, wer wohin geschlagen habe 
(pag. 210 Z. 140 ff.) bzw. ob W.________ oder der Beschuldigte zuerst geschlagen 
habe (pag. 216 Z. 46 f.). Er wisse auch nicht mehr, ob ihn der unbekannte Dritte 
ebenfalls geschlagen habe (pag. 211 Z. 158 ff.). Ob er noch habe atmen können, 
als er im Schwitzkasten gewesen sei, wisse er nicht mehr (pag. 211 Z. 174). Auch 
von wem seine Verletzungen stammten, konnte X.________ nicht sagen (pag. 211 
Z. 192, pag. 212 Z. 215). Eine leichte Aggravation findet sich in der Einvernahme 

30

bei der Staatsanwaltschaft vom 26. Oktober 2020, wo X.________ angab, der Be-
schuldigte habe ihn in den Schwitzkasten genommen und neben dem Beschuldig-
ten hätten ihn die beiden anderen geschlagen (pag. 221 Z. 119 f.). Wie ihm 
Y.________ anschliessend geholfen habe und wie der Security versucht habe, ihm 
zu helfen, sagte X.________ nicht (pag. 209 Z. 68 f.). Er gab lediglich an, 
Y.________ sei «reingesprungen» und habe ihn aus dem Schwitzkasten befreit. 
Danach sei Y.________ selber auch angegriffen worden, bis die Securities zurück-
gekommen seien und die anderen zu trennen versucht hätten (pag. 211 Z. 187 ff.). 
Y.________ bestätigte in seinen Einvernahmen die Aussagen von X.________ in-
sofern, als er angab, er habe gesehen, dass X.________ Probleme mit vier bis fünf 
Männern gehabt habe und habe deshalb schlichtend eingreifen wollen (pag. 277 
Z. 23 ff., pag. 259 Z. 25 ff.). Auch AC.________ gab an, er habe gesehen, dass 
X.________ ausserhalb der AA.________(Lokal) von zwei oder drei Personen ge-
schlagen worden sei (pag. 263 Z. 24 ff.). Schliesslich vermochte X.________ auch 
Empfindungen wiederzugeben (Schmerzen am Hals, in der Lunge und ganz 
schlecht Luft, Mühe beim Atmen, vgl. pag. 209 Z. 77 ff., pag. 216 Z. 40; Panik, als 
er in den Schwitzkasten genommen worden sei; so, wie wenn man um sein Leben 
kämpfe, pag. 211 Z. 179 ff.). Das Panikgefühl sei über längere Zeit immer wieder 
gekommen (pag. 212 Z. 233 f.). Die in der Anzeige erwähnten Kopfschmerzen ha-
be er ca. ein bis zwei Wochen gehabt, so ein Brennen vom Nacken her (pag. 212 
Z. 233 f.). X.________ erklärte auch nachvollziehbar, wie er sich zunächst am Git-
ter festgehalten habe, und dass er danach von AH.________ und AI.________ in 
der AA.________(Lokal) 15 bis 20 Minuten betreut worden sei und Wasser erhal-
ten habe (pag. 209 Z. 75 ff., pag. 220 Z. 68 f., pag. 221 Z. 102 f.). Diese Aussagen, 
mithin betreffend Atemnot und Betreuung durch Mitarbeiterinnen in der 
AA.________(Lokal), wurde auch durch die Leiterin der AA.________(Lokal) inso-
fern bestätigt, als diese angab, X.________ sei durch eine Mitarbeiterin der 
AA.________(Lokal) betreut worden und dieser habe er gesagt, dass er Atemnot 
habe, weil er in den Schwitzkasten genommen worden sei (Nachtrag vom 3. Sep-
tember 2020, pag. 203 f.). 

Die Aussagen von X.________ erweisen sich sodann deshalb als detailliert, weil er 
zahlreiche Nebensächlichkeiten schildern konnte. So erwähnte er unter anderem 
und ohne dass dies mit dem konkreten Geschehen in Zusammenhang gestanden 
hätte, der Nottüralarm sei losgegangen und der Security habe sich darum geküm-
mert (pag. 209 Z. 57 ff., pag. 216 Z. 29 ff., pag. 220 Z. 54). Dass der Nottüralarm 
losging, bestätigt auch Z.________ (pag. 234 Z. 56 f.). Weiter führte X.________ 
aus, dass W.________ «vollkommen durchgedreht» sei und, obwohl es Winter ge-
wesen sei, das T-Shirt ausgezogen sowie herumgeschrien habe (pag. 209 Z. 70 
ff.). W.________ bezeichnete er denn auch als am aggressivsten (pag. 216 Z. 46). 
Dass W.________ das T-Shirt auszog, wird auch vom Beschuldigten (pag. 237 
Z. 60 f., pag. 538 Z. 46 f., pag. 539 Z. 1 f.) und Y.________ (pag. 277 Z. 66 f.; 
pag. 259 Z. 29 f.) bestätigt. Weiter gab X.________ als Nebensächlichkeit an, dass 
der Bruder des Beschuldigten, Z.________, ihn am Schluss gefragt habe, ob der 
Beschuldigte ihn geschlagen habe. Als er dies bejaht habe, habe Z.________ den 
Kopf geschüttelt und gesagt, dass dies nicht wahr sein dürfe. Danach hätten der 
Beschuldigte und Z.________ eine etwas lautere Diskussion zusammen gehabt. 

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Aus diesem Grund sei er sich nicht sicher, ob Z.________ auch zugeschlagen ha-
be (pag. 212 Z. 226 ff.). Schliesslich schilderte X.________ ebenfalls ohne konkre-
ten Zusammenhang zum Vorfall, wie sie nach dem Geschehen auf dem Weg zur 
Unterführung den Beschuldigten, W.________ und den unbekannten Dritten wieder 
getroffen hätten. Der Beschuldigte habe geflucht, als die drei sie überholt hätten, 
sonst sei nichts weiter passiert (pag. 209 Z. 93 ff.). Diese Aussage wird von 
W.________ insofern bestätigt, als dieser angibt, sie hätten sich auf dem Nach-
hauseweg getroffen und X.________ und der Beschuldigte hätten sich gegenseitig 
provoziert (pag. 244 Z. 72 ff.). Als Nebensächlichkeit schilderte X.________ ferner, 
dass er einige Tage danach W.________ am Bahnhof in AJ.________ getroffen 
und diesen nach dem Grund für die Schläge gefragt habe. W.________ habe eine 
Wischbewegung vor dem Gesicht gemacht und gesagt, er sei einfach «weg gewe-
sen». Weiter habe ihm W.________ gesagt, der Beschuldigte habe ihm erzählt, 
dass er, X.________, die Freundin des Beschuldigten belästigt habe. Nachdem er 
W.________ gesagt habe, dass dies nicht stimme, habe sich dieser bei ihm ent-
schuldigt (pag. 210 Z. 126 ff.). W.________ stellte den Gesprächsinhalt zwar an-
ders dar, bestätigte