# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06de9e73-c335-5eb2-a065-260650a41d2c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 25.08.2025 WBE.2024.412
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2024-412_2025-08-25.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

1. Kammer 

 

WBE.2024.412 / le / jb 
(DVIRD.24.47)  

Art. 128 

 

Urteil vom 25. August 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichterin Schircks, Vorsitz  

Verwaltungsrichterin Bärtschi  

Verwaltungsrichter Clavadetscher  

Gerichtsschreiberin Lang   

Gerichtsschreiber i.V. Etter 

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Yann Moor, Rechtsanwalt, Postfach 1415, 

8021 Zürich 1 

 

gegen 

 

  Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau, Postfach, 5001 Aarau 

 

  Departement Volkswirtschaft und Inneres, Frey-Herosé-Strasse 12, 

5001 Aarau 

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Entzug des Führerausweises 

 

Entscheid des Departements Volkswirtschaft und Inneres  

vom 9. August 2024 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

A._____, geboren am tt.mm.1992, ist Inhaberin eines Führerausweises der 

Kategorie B (Personenwagen; erworben am tt.mm.2017). Sie verfügt – so-

weit ersichtlich – über einen ungetrübten automobilistischen Leumund. 

 

2. 

Das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau (nachfolgend: Strassenver-

kehrsamt) entzog A._____ mit Verfügung vom 7. März 2024 den Führer-

ausweis für die Dauer von drei Monaten ab dem 3. Mai 2024 bis zum 

2. August 2024. 

 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen Folgendes angeführt: 

 

Schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c des Strassenverkehrsge-
setzes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) 

 

• Fahren in fahrunfähigem Zustand 

• Nichtbeherrschen des Fahrzeugs 

• Verursachen eines Verkehrsunfalls 
 
Begangen am: 24.03.2023 in Wangen b. Dübendorf, Autobahn A15 (ge-
mäss rechtskräftigem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland 
vom 25.05.2023). 

 

B. 

1. 

Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 7. März 2024 liess 

A._____ am 8. April 2024 Beschwerde beim Departement Volkswirtschaft 

und Inneres (nachfolgend: DVI) erheben und folgende Anträge stellen: 

 

1. 
Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. 
 
2. 
Der Beschwerdeführerin sei der Führerausweis wegen einer mittelschwe-
ren Widerhandlung für einen Monat zu entziehen. 
 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegeg-
ners. 

 

2. 

Das DVI fällte am 9. August 2024 den folgenden Entscheid: 

 

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 

 - 3 - 

 

 

2. 
Das Strassenverkehrsamt wird angewiesen, den Beginn der Entzugsdauer 
nach Rechtskraft dieses Beschwerdeentscheids neu festzusetzen. 
 
3. 
Die Beschwerdeführerin hat die Verfahrenskosten, bestehend aus einer 
Staatsgebühr von Fr. 1'000.– sowie den Kanzleikosten und den Auslagen 
von Fr. 196.–, zusammen Fr. 1'196.–, zu drei Vierteln, mithin Fr. 897.–, zu 
bezahlen. 
 
4. 
Der Beschwerdeführerin wird eine reduzierte Parteientschädigung von 
Fr. 500.– ausgerichtet. 

 

C. 

1. 

A._____ liess mit Eingabe vom 25. November 2024 (Poststempel: 26. No-

vember 2024) Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den ihr am 26. Ok-

tober 2024 zugestellten, vollständig begründeten Entscheid des DVI erhe-

ben und folgende Anträge stellen: 

 

1. 
Das angefochtene Urteil sei aufzuheben. 
 
2. 
Der Beschwerdeführerin sei der Führerausweis wegen einer mittelschwe-
ren Widerhandlung für einen Monat zu entziehen. 
 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegeg-
ners. 

 

2. 

Das Strassenverkehrsamt verzichtete mit Eingabe vom 11. Dezember 

2024 auf die Erstattung einer Beschwerdeantwort und beantragte die Ab-

weisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werde. 

 

3. 

Das DVI überwies am 19. Dezember 2024 aufforderungsgemäss die Akten, 

verwies auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid und beantragte 

die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

 

4. 

4.1. 

Mit Verfügung vom 23. Dezember 2024 stellte die Instruktionsrichterin fest, 

dass die 30-tägige Beschwerdefrist am 25. November 2024 geendet habe, 

auf dem – die Beschwerdeschrift vom 25. November 2024 enthaltenden – 

Briefcouvert ein Poststempel vom 26. November 2024 ersichtlich sei und 

auf der Rückseite des Briefcouverts ein Vermerk zum Zeitpunkt des Brief-

kasteneinwurfs sowie zwei unleserliche Anmerkungen (mutmassliche Na-

men) angebracht worden seien. Gleichzeitig forderte die Instruktionsrichte-

 - 4 - 

 

 

rin die Beschwerdeführerin auf, die Rechtzeitigkeit der Beschwerdeerhe-

bung bis zum 15. Januar 2025 zu belegen bzw. gegebenenfalls geeignete 

Beweismittel hierfür zu offerieren. 

 

4.2. 

Mit Eingabe vom 27. Dezember 2024 liess die Beschwerdeführerin um 

"eine Kopie der Rückseite des Briefcouverts mit den Namen der Zeugen 

des Einwurfs in den Briefkasten" bitten. Nachdem die Instruktionsrichterin 

diesem Ersuchen mit Verfügung vom 6. Januar 2025 stattgegeben hatte, 

übermittelte die Beschwerdeführerin am 15. Januar 2025 die vollständigen 

Personalien der auf dem Briefcouvert vermerkten Personen und offerierte 

diese als Zeugen. 

 

4.3. 

Mit Verfügung vom 14. Februar 2025 wurde zu einer Instruktionsverhand-

lung mit Beweisabnahme (Zeugenbefragung) vor der instruierenden Ver-

fahrensleiterin auf den 4. März 2025 vorgeladen. Dem DVI und dem Stras-

senverkehrsamt wurde die Teilnahme freigestellt. 

 

4.4. 

Mit Eingabe vom 18. Februar 2025 teilte das Strassenverkehrsamt den 

Verzicht auf eine Teilnahme an der Instruktionsverhandlung mit. 

 

4.5. 

An der Instruktionsverhandlung vom 4. März 2025 hörte die instruierende 

Verfahrensleiterin in Anwesenheit der Beschwerdeführerin und ihres 

Rechtsvertreters zur Frage der Rechtzeitigkeit der Beschwerdeerhebung 

zwei Zeugen an. 

 

5. 

Am 7. März 2025 gingen die angeforderten Strafakten der Staatsanwalt-

schaft See/Oberland zum Vorfall vom 24. März 2023 in Wangen b. Düben-

dorf beim Verwaltungsgericht ein. 

 

6. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl. 

§ 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; 

SAR 155.200]). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen letztinstanzliche Ent-

scheide der Verwaltungsbehörden (§ 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Ver-

 - 5 - 

 

 

waltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungsrechtspflegege-

setz, VRPG; SAR 271.200]). Der angefochtene Entscheid des DVI ist ver-

waltungsintern letztinstanzlich (§ 50 Abs. 2 VRPG i.V.m. § 9 Abs. 1 und 

§ 10 Abs. 1 lit. d der Verordnung über die Delegation von Kompetenzen 

des Regierungsrats vom 10. April 2013 [Delegationsverordnung, DelV; 

SAR 153.113]). Das Verwaltungsgericht ist folglich zur Beurteilung der vor-

liegenden Beschwerde zuständig. 

 

2. 

2.1. 

Beschwerden sind innert 30 Tagen seit Eröffnung des anzufechtenden Ent-

scheids einzureichen. Vorbehalten bleiben Sonderbestimmungen in ande-

ren Erlassen (§ 44 Abs. 1 VRPG). Auf das vorliegende Verfahren sind 

keine in § 44 Abs. 1 VRPG vorbehaltenen Sonderbestimmungen anwend-

bar, so dass die Beurteilung, ob die Beschwerde der Beschwerdeführerin 

an das Verwaltungsgericht fristgerecht erfolgt ist, nach Massgabe der  

30-tägigen Beschwerdefrist vorzunehmen ist. Für die Berechnung der Fris-

ten gilt gemäss § 28 Abs. 1 VRPG die Schweizerische Zivilprozessordnung 

vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272). Das Einhal-

ten der gesetzlichen Rechtsmittelfrist stellt eine von Amtes wegen zu be-

achtende Sachurteilsvoraussetzung dar, weshalb auf ein Rechtsmittel nicht 

einzutreten ist, wenn die (Rechtsmittel-)Frist verpasst wird. 

 

2.2. 

Der Entscheid des DVI vom 9. August 2024 wurde dem Rechtsanwalt der 

Beschwerdeführerin in vollständiger Ausfertigung am Samstag, dem 

26. Oktober 2024 zugestellt (Akten DVI, act. 41). Die 30-tägige Beschwer-

defrist begann daher am 27. Oktober 2024 zu laufen (§ 28 Abs. 1 VRPG 

i.V.m. Art. 142 Abs. 1 ZPO) und endete unbestrittenermassen am 25. No-

vember 2024 (Art. 142 Abs. 1bis ZPO war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in 

Kraft und findet hier somit keine Anwendung). Damit steht fest, dass die 

Beschwerdefrist von 30 Tagen nur dann eingehalten ist, wenn die Be-

schwerdeführerin ihre Beschwerde am 25. November 2024, dem letzten 

Tag der Beschwerdefrist, bis um 24 Uhr der Post übergeben hat (§ 28 

Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 143 Abs. 1 ZPO; vgl. BGE 142 V 389, Erw. 2.2). 

 

2.3. 

2.3.1.  

Die Beschwerde gegen den Entscheid des DVI ist auf den 25. November 

2024 datiert. Indes erhellt aus den Akten und ist unbestritten, dass das 

Briefcouvert, mit welchem die Beschwerde dem Verwaltungsgericht einge-

reicht wurde, – neben dem Frankaturstempel "A+ 25.11.2024" – den Post-

stempel vom 26. November 2024 trägt und gleichentags um 21.08 Uhr in 

"Zürich Briefzentrum" für die Zustellung sortiert wurde. Zudem enthielt die 

Rückseite des besagten Briefcouverts den handschriftlichen Vermerk 

"BRIEFKASTENEINWURF 25.11.2024 22:15 UHR D-Strasse, ZH". Weiter 

 - 6 - 

 

 

waren zwei unleserliche Anmerkungen, mutmasslich Namen, auf dem Um-

schlag angebracht. Beim Verwaltungsgericht ging die Beschwerde am 

28. November 2024 (im Postfach) ein. Der Rechtsvertreter schickte zudem 

am 25. November 2024 eine gewöhnliche E-Mail an das Verwaltungsge-

richt. 

 

2.3.2. 

Die rechtsuchende Person trägt die Beweislast für die Rechtzeitigkeit der 

Beschwerdeerhebung, die mit Gewissheit feststehen und nicht bloss über-

wiegend wahrscheinlich sein muss. Dabei obliegt dem Absender der Be-

weis, dass er seine Eingabe bis um 24 Uhr des letzten Tages der laufenden 

Frist der Post übergeben hat, wobei vermutet wird, dass das Datum des 

Poststempels mit demjenigen der Übergabe an die Post übereinstimmt. Die 

Aufgabe am Postschalter und der Einwurf in den Postbriefkasten sind ei-

nander gleichgestellt (BGE 142 V 389, Erw. 2.2 mit Hinweisen; vgl. auch 

Urteil des Bundesgerichts 4D_76/2024 vom 13. September 2024, 

Erw. 3.4.1). Ein vor Gericht tätiger Rechtsvertreter muss nach bundesge-

richtlicher Rechtsprechung allerdings um das Risiko wissen, dass seine 

Postsendung bei Einwurf in einen Briefkasten möglicherweise nicht noch 

am gleichen Tag abgestempelt wird, anders als bei Abgabe der Sendung 

am Postschalter. Die durch das Datum des Poststempels bestehende Ver-

mutung bezüglich des Eingabedatums kann die rechtsuchende Person mit-

tels tauglicher Beweismittel widerlegen. Im Vordergrund steht der Vermerk 

auf dem Briefumschlag, wonach die Postsendung vor Fristablauf in Anwe-

senheit von Zeugen in den Briefkasten eingeworfen wurde (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 1C_589/2015 vom 16. März 2016, Erw. 2.2 und 2.3.1 mit 

Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 4D_76/2024 vom 13. Sep-

tember 2024, Erw. 3.4.2). Das Datum der Frankierung oder der rechtzeitige 

Versand der Beschwerde mittels einfacher E-Mail ist dabei kein genügen-

der Beweis für die Einhaltung der Beschwerdefrist (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 1C_458/2015 vom 16. November 2015, Erw. 2.4; Entscheid des 

Verwaltungsgerichts WBE.2024.173 vom 25. Juni 2024, Erw. I/4.4.1 f. mit 

Hinweisen). Elektronisch eingereichte Beschwerden sind nur dann rechts-

gültig, wenn sie den Anforderungen der Verordnung über die elektronische 

Übermittlung in Verfahren vor Verwaltungs- und Verwaltungsjustizbehör-

den vom 9. Mai 2012 (Übermittlungsverordnung, ÜmV; SAR 271.215) ge-

recht werden (vgl. § 7 Abs. 1, 3 und 5 VRPG; vgl. Entscheid des Verwal-

tungsgerichts WBE.2022.473 vom 20. Dezember 2022, Erw. I/3.2.2). 

 

2.3.3. 

Am 25. November 2024, 22.22 Uhr, ging beim Verwaltungsgericht eine 

(einfache) E-Mail des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin ein, wel-

cher die Beschwerde vom 25. November 2024 "zwecks Nachweises der 

Fristwahrung" angehängt war. Die E-Mail wurde ohne anerkannte elektro-

nische Signatur gesendet, weswegen es sich nicht um eine fristwahrende 

elektronische Eingabe i.S.v. § 7 Abs. 1, 3 und 5 VRPG i.V.m. § 3 Abs. 1 

 - 7 - 

 

 

und § 4 ÜmV handelt (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2022.473 vom 20. Dezember 2022, Erw. I/3.2.3). Diese (einfache)  

E-Mail stellt somit keinen Beweis für die Rechtzeitigkeit der Eingabe dar. 

 

2.3.4. 

Mit Verfügung vom 23. Dezember 2024 wurde die Beschwerdeführerin auf-

gefordert, die Rechtzeitigkeit der Beschwerdeerhebung zu belegen bzw. 

gegebenenfalls geeignete Beweismittel zu offerieren. Die auf dem Briefcou-

vert vermerkten mutmasslichen "Namen" waren aufgrund der schwer leser-

lichen Handschrift nicht als solche erkennbar. In der Folge musste die Be-

schwerdeführerin zuerst selbst um Zustellung einer Kopie des Briefcou-

verts bitten, ehe sie die Personalien mit Eingabe vom 15. Januar 2025 

nachreichte und die beiden Personen als Zeugen offerierte. Gleichzeitig 

verwies sie in ihrer Eingabe auf das Urteil des Bundesgerichts 

1C_589/2015 vom 16. März 2016 und stellte sich auf den Standpunkt, dass 

die fristgerechte Postaufgabe damit bewiesen sei. 

 

Mit Eingabe vom 15. Januar 2025 wurden nur die Personalien der angeb-

lich auf dem Briefcouvert unterzeichneten Personen bekannt gegeben, was 

entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin bzw. ihres Rechtsvertre-

ters die Zweifel am rechtzeitigen Briefkasteneinwurf in Anbetracht der ge-

samten Umstände noch nicht restlos beseitigte. Insbesondere leuchtet es 

nicht ein, weshalb es ihr respektive ihrem Rechtsvertreter nicht bereits im 

Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung möglich gewesen sein sollte, vollstän-

dige und leserliche Angaben der Zeugen zu beschaffen und vermerken zu 

lassen. Wie erwähnt (siehe vorne Erw. 2.3.2), muss der rechtzeitige Ein-

wurf der Briefsendung mit Gewissheit feststehen und nicht nur überwie-

gend wahrscheinlich sein. Daran vermag mit Blick auf die (zunächst) unge-

nügenden Angaben, die daraus entstandenen Zweifel an der Rechtzeitig-

keit der Beschwerdeerhebung und das erst zu einem späteren Zeitpunkt 

erfolgte Offerieren von Zeugen auch das in der Eingabe vom 15. Januar 

2025 zitierte Urteil des Bundesgerichts 1C_589/2015 vom 16. März 2016 

nichts zu ändern, zumal sich dieses mit zwei (separaten) schriftlichen Be-

stätigungen von zwei verschiedenen Personen betreffend den Zeitpunkt 

des Briefkasteneinwurfs befasste und diesem damit ein anders gelagerter 

Sachverhalt zugrunde lag. Im Unterschied dazu waren vorliegend zu Be-

ginn nicht einmal Zeugen benannt worden und auch später lagen keine (ei-

genen) schriftlichen Bestätigungen der beiden Zeugen vor. Dass die Anga-

ben zu knapp gewesen seien, räumte der Rechtsvertreter der Beschwer-

deführerin anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 4. März 2025 im Üb-

rigen selbst ein (Protokoll der Verhandlung vom 4. März 2025 [nachfolgend: 

Protokoll], S. 8). Durch sein Vorgehen wurden demnach unnötige Prozess-

unsicherheiten hervorgerufen. Angesichts dessen war es angezeigt, dass 

sich das Verwaltungsgericht die notwendige Gewissheit anhand von Zeu-

geneinvernahmen selbst verschaffte. Diesem muss es überdies unbenom-

 - 8 - 

 

 

men sein, den offerierten Zeugenbeweis auch tatsächlich abzunehmen 

(vgl. § 24 Abs. 1 lit. a VRPG). 

 

2.3.5. 

Anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 4. März 2025 schilderte der 

Zeuge B._____, der Rechtsanwalt der Beschwerdeführerin sei regelmässi-

ger Kunde bei ihm am Kiosk. Er (B._____) arbeite normalerweise bis 

23 Uhr und sei eines Abends vom erwähnten Rechtsanwalt gefragt worden, 

ob er bezeugen könne, dass dieser den Brief jetzt in den Briefkasten werfe. 

Er sei gebeten worden, dies mit einer Unterschrift auf einem relativ dicken 

Umschlag zu bestätigen, auf welchem etwas mit "Verwaltung" und 

"Albisriederplatz/Albisserstrasse" oder etwas Ähnliches gestanden habe. 

Die genaue Uhrzeit wisse er nicht mehr, aber es sei sicher nach 21 Uhr 

gewesen. Sodann habe er von seinem Arbeitsplatz aus beobachten kön-

nen, wie der Brief eingeworfen worden sei. Bis zum Ruf in den Zeugenstand 

habe er diesbezüglich nichts mehr vernommen. An das genaue Datum 

könne er sich nicht erinnern; er habe nicht erwartet, dass es etwas Wichti-

ges sei, sonst hätte er es sich gemerkt. 

 

Die Zeugin C._____ sagte ebenfalls aus, dass sie den Rechtsanwalt der 

Beschwerdeführerin persönlich kenne. Dieser kaufe regelmässig im Le-

bensmittelgeschäft ein, in dem sie bis 23 Uhr arbeite. Der Rechtsanwalt sei 

zu ihr gekommen und habe gesagt, er müsse einen Brief einwerfen und 

brauche zwei Zeugen, weil es spät sei. Sie habe bloss ihren Namen und 

ihre Unterschrift auf dem Couvert vermerkt. Weil ihre Kollegin gerade nicht 

zugegen gewesen sei, habe sich der Anwalt einen Zeugen auf der gegen-

überliegenden Seite gesucht. Daraufhin habe sie gesehen, wie er ein Cou-

vert – vermutlich das unterschriebene – in den Briefkasten geworfen habe. 

Danach habe sich der Anwalt noch bei ihr bedankt und gesagt, es sei nun 

erledigt. Das Ganze habe sich am Abend um ca. 19 oder 20 Uhr zugetra-

gen. Genau könne sie es aber nicht sagen, auch unter dem Datum des 

25. November 2024 könne sie sich nichts vorstellen. In der Nähe seien 

viele Anwälte tätig; sie habe zuvor bereits einmal zusammen mit ihrer Che-

fin einen Brief für jemanden unterschrieben und deshalb im vorliegenden 

Fall gedacht, das Vorgehen sei normal. 

 

2.3.6. 

Als Ergebnis der Zeugeneinvernahme ergab sich Gewissheit darüber, dass 

die sich auf dem Couvert befindlichen Unterschriften von den einvernom-

menen Zeugen stammten. Diese legten über einen in seinen Grundzügen 

übereinstimmenden Sachverhalt Zeugnis ab, konnten sich jedoch nicht an 

das genaue Datum erinnern. Dabei ist dem Rechtsvertreter der Beschwer-

deführerin beizupflichten, dass dies nach einer verstrichenen Zeit von drei 

Monaten zumindest nicht ungewöhnlich erscheint (vgl. Protokoll, S. 9). 

Beide Zeugen erklärten nachvollziehbar, dass sie die Aufforderung zur Be-

zeugung des Einwurfs als normal empfanden und daher als nicht weiter 

 - 9 - 

 

 

bemerkenswert einstuften. Zeitlich ergeben sich zwar gewisse Unstimmig-

keiten: Während C._____ den Vorgang um 19 oder 20 Uhr verortete, 

spielte sich der Sachverhalt laut B._____ nach 21 Uhr ab. Diese Diskre-

panz wird jedoch dadurch relativiert, dass beide Zeugen bis 23 Uhr arbei-

teten und angaben, es sei jedenfalls Abend gewesen. Zudem hob C._____ 

hervor, dass sie sich hinsichtlich der genauen Zeit unsicher sei. B._____ 

äusserte hingegen klar, dass es nach 21 Uhr gewesen sei. Gemäss Sen-

dungsnachweis der Post wurde die Sendung am 26. November 2024 um 

21.08 Uhr in "Zürich Briefzentrum" für die Zustellung sortiert. Da das Cou-

vert also erst nach 21 Uhr unterschrieben und in den Postbriefkasten an 

der D-Strasse eingeworfen wurde, ist davon auszugehen, dass dieses be-

reits am Vortag, also am 25. November 2024, eingeworfen wurde.  

 

In Würdigung der gesamten Umstände und insbesondere der glaubwürdi-

gen Schilderung zum zeitlichen Ablauf seitens des Zeugen B._____ steht 

für das Verwaltungsgericht fest, dass die am Donnerstag, 28. November 

2024 eingegangene Beschwerde am Montag, 25. November 2024 und da-

mit rechtzeitig innerhalb der Beschwerdefrist von 30 Tagen (§ 44 Abs. 1 

VRPG) in einen Briefkasten der Schweizerischen Post eingeworfen wurde. 

 

3. 

Nachdem die Frist eingehalten ist, geben die übrigen Eintretensvorausset-

zungen zu keinen Bemerkungen Anlass, so dass auf die frist- und formge-

recht erhobene Beschwerde einzutreten ist. 

 

4. 

Ist die Erteilung oder der Entzug des Führerausweises umstritten, steht 

dem Verwaltungsgericht – im Rahmen der Beschwerdeanträge – die Be-

fugnis zur vollumfänglichen Überprüfung mit Einschluss der Ermessens-

kontrolle zu (§ 55 Abs. 1 und Abs. 3 lit. c VRPG). 

 

II.  

1. 

1.1. 

Die Vorinstanz ging im Wesentlichen von folgendem Sachverhalt aus (an-

gefochtener Entscheid, Erw. II/2): 

 

Am 24. März 2023 verursachte die Beschwerdeführerin einen Selbstunfall, 
als ihr auf Höhe der Autobahnrampe A15 Reichenburg-St. Gallen/Zürich 
"schwarz vor Augen" wurde und sie von der Fahrbahn abkam. In der Folge 
kollidierte sie zuerst mit dem Verkehrsteiler und im Anschluss mit zwei 
Randleitpfosten, die sich in einem Grünstreifen befanden, in dem sie zwi-
schen zwei Rampen zum Stehen kam. Am Fahrzeug sowie an der Ver-
kehrseinrichtung entstand Sach- beziehungsweise Drittschaden. Zudem 
wurde der Grünstreifen beschädigt und die Fahrbahn verunreinigt. 

 

 - 10 - 

 

 

1.2. 

Als Folge dieses Vorfalls wurde die Beschwerdeführerin mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft See/Oberland des Kantons Zürich vom 25. Mai 2023 

(nachfolgend: Strafbefehl) wegen fahrlässigen Fahrens in fahrunfähigem 

Zustand (Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 

Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 [VRV; 

SR 741.11]) sowie fahrlässiger Verletzung von Verkehrsregeln (Art. 90 

Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG) zu einer bedingten Geldstrafe von 

20 Tagessätzen zu je Fr. 30.00 sowie zu einer Busse von Fr. 300.00 verur-

teilt. Der Strafbefehl ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

In Bezug auf den Sachverhalt führte die Vorinstanz im angefochtenen Ent-

scheid im Wesentlichen aus, die Administrativbehörde sei grundsätzlich an 

den im Rahmen des Strafverfahrens rechtskräftig erstellten Sachverhalt ge-

bunden. Die Beschwerdeführerin sei am 1. Juni 2023 nach Vorliegen des 

pharmakologisch-toxikologischen Gutachtens des Instituts für Rechtsmedi-

zin der Universität Zürich vom 2. Mai 2023 (nachfolgend: pharmakologisch-

toxikologisches Gutachten) darauf aufmerksam gemacht worden, dass zur 

Abklärung der Fahreignung eine zusätzliche verkehrsmedizinische Unter-

suchung notwendig sei. Zu diesem Zeitpunkt sei eine Anfechtung des Straf-

befehls noch möglich gewesen. Die Beschwerdeführerin habe vom bereits 

vorliegenden und noch zu erstellenden Gutachten über ihre Fahrfähigkeit 

im Unfallzeitpunkt gewusst und keine Einsprache gegen den Strafbefehl 

erhoben, womit sie den ihr zur Last gelegten Sachverhalt und die von der 

Staatsanwaltschaft vorgenommene strafrechtliche Bewertung des Vorfalls 

vom 24. März 2023 anerkannt habe. Es widerspreche deshalb Treu und 

Glauben, wenn sie die Berücksichtigung zweier Gutachten im Administra-

tivverfahren fordere, von denen eines bereits vor Erlass des Strafbefehls 

vorgelegen habe und ein weiteres während der laufenden Einsprachefrist 

gegen den Strafbefehl in Auftrag gegeben worden sei. Sie habe gewusst, 

dass ein Führerausweisentzugsverfahren folgen könnte, weswegen sie 

verpflichtet gewesen wäre, ihre Sachverhaltsrügen bereits im Strafverfah-

ren vorzubringen. Deshalb sei trotz der im verkehrsmedizinischen Gutach-

ten des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals Aarau vom 11. Sep-

tember 2023 (nachfolgend: verkehrsmedizinisches Gutachten) gezogenen 

Schlüsse nicht ersichtlich, aus welchen Gründen von den Feststellungen 

der Strafbehörde abgewichen werden solle. 

 

2.1.2. 

Wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren macht die Beschwerdeführerin 

sinngemäss geltend, die Administrativbehörden seien hier nicht an die tat-

sächlichen Feststellungen im Strafentscheid gebunden, weil ihnen mit dem 

verkehrsmedizinischen Gutachten ein zusätzliches, von einem Sachver-

 - 11 - 

 

 

ständigen erstelltes Beweismittel vorliege. Darin werde festgehalten, dass 

den Akten keinerlei Hinweise entnommen werden könnten, wonach beim 

Selbstunfall beweissicher auf eine Fahrunfähigkeit geschlossen werden 

könne. Dieses Beweismittel habe der Strafbehörde nicht vorgelegen. Der 

Inhalt des verkehrsmedizinischen Gutachtens werde von der Vorinstanz 

aufgrund der angeblichen Treuwidrigkeit seitens der Beschwerdeführerin 

zu Unrecht nicht beachtet. Der Vorwurf der Treuwidrigkeit sei jedoch unbe-

rechtigt, da im Schreiben des Strassenverkehrsamts vom 1. Juni 2023 nicht 

auf den Strafbefehl, sondern auf das pharmakologisch-toxikologische Gut-

achten Bezug genommen worden sei. Die Beschwerdeführerin habe als 

alleinerziehende Mutter mit bescheidenem Einkommen resigniert und die 

Busse samt Verfahrenskosten schlicht akzeptiert. Deshalb habe sie sich 

nicht gegen den unzutreffenden und ungerechten Strafbefehl gewehrt. Zu-

dem sei Erw. II/2 des angefochtenen Entscheids nicht ausgewogen abge-

fasst. Dem Polizeirapport lasse sich entgegen den Erwägungen der Vor-

instanz nämlich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin von Anfang an 

geltend gemacht habe, sie habe vor dem Unfallereignis drei- bis viermal 

niesen müssen.  

 

Soweit die Beschwerdeführerin damit die Feststellung des Sachverhalts 

rügt, stellt sich vorweg die Frage, ob die Administrativbehörden an den im 

Strafverfahren erhobenen Sachverhalt gebunden sind. 

 

2.2. 

2.2.1.  

Die Verwaltungsbehörde hat grundsätzlich mit ihrem Entscheid zuzuwar-

ten, bis ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt, soweit der Sachverhalt oder 

die rechtliche Qualifikation des in Frage stehenden Verhaltens für das Ver-

waltungsverfahren von Bedeutung ist (BGE 119 Ib 158, Erw. 2c/bb). Von 

den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil darf die Verwaltungsbe-

hörde gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur in folgenden Fällen 

abweichen: 

- wenn die Verwaltungsbehörde Tatsachen feststellt und ihrem 

Entscheid zugrunde legt, die der Strafbehörde unbekannt waren 

oder die sie nicht beachtet hat; 

- wenn die Verwaltungsbehörde zusätzliche Beweise erhebt, de-

ren Würdigung zu einem anderen Entscheid führt, oder wenn die 

Beweiswürdigung durch die Strafbehörde den feststehenden 

Tatsachen klar widerspricht; hat sie hingegen keine zusätzlichen 

Beweise erhoben, hat sie sich grundsätzlich an die Würdigung 

der Strafbehörde zu halten; 

- wenn die Strafbehörde bei der Rechtsanwendung auf den Sach-

verhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt, insbesondere die 

Verletzung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat. 

 

 - 12 - 

 

 

Die Verwaltungsbehörde hat vor allem dann auf Tatsachen im Strafurteil 

abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren mit öffentlicher Ver-

handlung unter Anhörung von Parteien und Einvernahme von Zeuginnen 

und Zeugen ergangen ist, es sei denn, es bestünden klare Anhaltspunkte 

für die Unrichtigkeit dieser Tatsachenfeststellung; in diesem Fall hat die 

Verwaltungsbehörde nötigenfalls selbstständige Beweiserhebungen 

durchzuführen (BGE 124 II 103, Erw. 1c/aa; Urteil des Bundesgerichts 

1C_156/2020 vom 15. April 2021, Erw. 3.1 mit Hinweisen). 

 

2.2.2.  

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die Person, die weiss 

oder annehmen muss, dass gegen sie ein Führerausweisentzugsverfahren 

durchgeführt wird, ihre Verteidigungsrechte bereits im Strafverfahren gel-

tend zu machen. Die für den Führerausweisentzug zuständige Behörde 

darf in der Regel nicht von den Tatsachenfeststellungen des rechtskräftigen 

Strafentscheids abweichen. Dies gilt auch bei Entscheiden, die im Strafbe-

fehlsverfahren gefällt worden sind, selbst wenn sie auf einem Polizeirapport 

beruhen. Unter diesen Umständen darf die betroffene Person nicht das 

Verwaltungsverfahren abwarten, um allfällige Rügen vorzubringen und Be-

weisanträge zu stellen, sondern sie ist nach Treu und Glauben verpflichtet, 

dies bereits im Rahmen des Strafverfahrens zu tun oder allenfalls die nöti-

gen Rechtsmittel zu ergreifen (BGE 123 II 97, Erw. 3c/aa mit Hinweis; Urteil 

des Bundesgerichts 1C_67/2021 vom 5. August 2021, Erw. 2.3 mit Hinwei-

sen).  

 

Befürchtet die betroffene Person ein Administrativverfahren, hat sie sich 

nötigenfalls im Strafverfahren sozusagen "auf Vorrat" zu verteidigen. Sie 

muss unter Umständen ein Urteil oder einen Strafbefehl allein deswegen 

anfechten, weil sie mit dessen Tatsachenfeststellungen nicht einverstan-

den ist, selbst wenn sie mit dem Resultat an sich, das heisst mit dem Straf-

befehlsdispositiv, einverstanden ist (Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2022.482 vom 29. Juni 2023, Erw. II/3.2 mit Hinweisen). 

 

2.3. 

Das Wissen, dass insbesondere bei schweren Verkehrsregelverletzungen 

neben dem Strafverfahren auch mit der Einleitung eines Administrativver-

fahrens zu rechnen ist, kann regelmässig vorausgesetzt werden. Es kann 

jedoch nicht ohne Weiteres angenommen werden, dass einer fahrzeuglen-

kenden Person, die nicht schon einmal in solche Verfahren verwickelt war, 

die rechtlichen Zusammenhänge zwischen Straf- und Administrativverfah-

ren, insbesondere die Bindungspraxis der Verwaltungsbehörden hinsicht-

lich des Sachverhalts, bekannt sind. Eine Bindung der Verwaltungsbehörde 

an den Strafentscheid darf deshalb nur dann angenommen werden, wenn 

der fahrzeuglenkenden Person bekannt war oder bekannt sein musste, 

welche Auswirkungen die Feststellung des Sachverhalts und allenfalls 

auch die rechtliche Würdigung im Strafverfahren auf das nachfolgende Ad-

 - 13 - 

 

 

ministrativverfahren haben würden. Die Verwaltungsbehörden müssen da-

her sicherstellen, dass die fehlbaren Lenkerinnen und Lenker über die Kon-

sequenzen Bescheid wissen, die ein rechtskräftiger Strafentscheid für ein 

allfälliges Administrativverfahren haben kann (Entscheid des Verwaltungs-

gerichts WBE.2016.472 vom 5. April 2017, Erw. II/3.4). 

 

Im Strafverfahren war die über einen ungetrübten Leumund verfügende, 

rechtsunkundige Beschwerdeführerin nicht anwaltlich vertreten. Weiter 

wurde sie vom Strassenverkehrsamt erst am 1. Dezember 2023 und damit 

nach Eintritt der Rechtskraft des Strafbefehls vom 25. Mai 2023 auf die 

Bindungspraxis aufmerksam gemacht (Akten Strassenverkehrsamt, act. 28 

[Rückseite]). Deswegen musste sie in Bezug auf die Sachverhaltsfeststel-

lung nicht um den Zusammenhang zwischen dem Straf- und dem Adminis-

trativverfahren wissen. Somit sind die Administrativbehörden bereits aus 

diesem Grund nicht an die tatsächlichen Feststellungen der Strafbehörde 

gebunden. Daran vermag auch das Schreiben des Strassenverkehrsamts 

vom 1. Juni 2023 nichts zu ändern. Das besagte Schreiben enthält eine 

Aufforderung des Strassenverkehrsamts an die Beschwerdeführerin, sich 

– aufgrund der im pharmakologisch-toxikologischen Gutachten enthaltenen 

Empfehlung – zwecks Abklärung der Fahreignung einer verkehrsmedizini-

schen Untersuchung zu unterziehen (Akten DVI, act. 15). Die Vorinstanz 

misst diesem Schreiben im Rahmen der Begründung der Treuwidrigkeit ein 

hohes Gewicht bei, übersieht jedoch, dass dieses gerade nicht die Klärung 

der Fahrfähigkeit und eine damit im Zusammenhang stehende erzieheri-

sche Administrativmassnahme beschlägt. Sie vermischt in dieser Hinsicht 

zu Unrecht das Administrativverfahren betreffend die erzieherische Mass-

nahme einerseits (Warnungsentzug als Folge des Vorfalls vom 24. März 

2023) und jenes betreffend die sichernde Massnahme andererseits (Auf-

gebot zur Fahreignungsuntersuchung wegen Zweifeln an der Fahreig-

nung). Daher erhellt nicht, weshalb die damals nicht anwaltlich vertretene 

Beschwerdeführerin durch dieses Schreiben hätte veranlasst sein sollen, 

sich gegen den Strafbefehl zur Wehr zu setzen, um nicht Gefahr zu laufen, 

den dort festgestellten Sachverhalt im Rahmen der erzieherischen Admi-

nistrativmassnahme gegen sich gelten lassen zu müssen. Bezeichnender-

weise befindet sich das besagte Schreiben des Strassenverkehrsamts bis 

dato nicht einmal in den dem Verwaltungsgericht vorliegenden Akten des 

Strassenverkehrsamts. Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, 

inwiefern die Beschwerdeführerin auf die Hinweise im Schreiben vom 

1. Juni 2023 zu behaften wäre und ihr ein treuwidriges Verhalten vorgewor-

fen werden könnte, zumal sie nicht wissen musste, dass die Administrativ-

behörde grundsätzlich auf den im Strafverfahren festgestellten Sachverhalt 

abzustellen hat. Hinzu kommt im vorliegenden Fall, dass ein verkehrsme-

dizinisches Gutachten erstellt wurde, welches erst nach eingetretener 

Rechtskraft des Strafbefehls vorlag. Darin werden neue Tatsachen festge-

stellt, die der Strafbehörde nicht bekannt waren, wie beispielsweise der 

Umstand, dass keine konkreten Hinweise auf eine unfallursächliche Be-

 - 14 - 

 

 

wusstseinsstörung vorlägen. Auch ist mit dem verkehrsmedizinischen Gut-

achten ein Beweis vorhanden, den die Administrativbehörde – wenn auch 

im Hinblick auf die Prüfung der Fahreignung – erhoben hat und dessen 

Würdigung hier zu einem anderen Entscheid führt respektive führen muss, 

nachdem ausgewiesene Sachverständige darin festhalten, dass keine Hin-

weise dafür vorhanden seien, wonach dem Unfall vom 24. März 2023 eine 

Bewusstseinsstörung zugrunde liege (siehe hinten Erw. 3.1.2; vgl. auch Ur-

teil des Bundesgerichts 1C_536/2016 vom 23. Februar 2017, Erw. 3.3.3). 

Die Auffassung der Vorinstanz, wonach eine Bindung an die tatsächlichen 

Feststellungen der Strafbehörde bestehe und der Beschwerdeführerin in 

diesem Zusammenhang Treuwidrigkeit vorzuwerfen sei, ist somit unzutref-

fend. 

 

2.4.  

Nachdem die Administrativbehörde vorliegend nicht an den im Strafverfah-

ren festgestellten Sachverhalt gebunden ist, stellt sich die Frage, von wel-

chem Sachverhalt auszugehen ist. Den Akten lässt sich entnehmen, dass 

die Beschwerdeführerin am 24. März 2023 um ca. 13.45 Uhr mit ihrem 

Fahrzeug auf der Autobahn A15 in Wangen b. Dübendorf, Fahrtrichtung 

Brüttisellen, mit einer Geschwindigkeit von 30–40 km/h im Kolonnenver-

kehr fuhr, als sie auf Höhe der Autobahnrampe A15 Reichenburg–St. Gal-

len/Zürich drei- bis viermal niesen musste und es ihr dabei schwindlig bzw. 

"schwummrig" wurde. In der Folge kam sie von der Fahrbahn ab und kolli-

dierte mit einem Verkehrsteiler sowie zwei Randleitpfosten. Es entstand 

Sachschaden am Fahrzeug, an der Verkehrseinrichtung sowie am Grün-

streifen. Gegenüber der Polizei gab die Beschwerdeführerin an, wegen des 

Beginns des Ramadan seit 04.20 Uhr morgens nach dem Verzehr von Brot 

und Pouletfleisch keine Nahrung mehr zu sich genommen zu haben. Sie 

faste seit der Kindheit und der Ramadan habe sie bisher nie in ihrer kör-

perlichen Leistung eingeschränkt (Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 

2. Mai 2023 [Strafakten, act. 1]; FinZ-Set vom 24. März 2023, insbesondere 

S. 5 f. [Strafakten, act. 4]). 

 

Aus dem am 2. Mai 2023 erstellten pharmakologisch-toxikologischen Gut-

achten ergibt sich, dass keine Fremdsubstanzen festgestellt werden konn-

ten, welche im Ereigniszeitpunkt zu einer Verminderung der Fahrfähigkeit 

hätten führen können. Die im Polizeirapport dokumentierten Auffall- und 

Ausfallerscheinungen liessen sich pharmakologisch-toxikologisch nicht er-

klären. Gemäss den sachverständigen Personen seien medizinische 

Gründe (chronisch niedriger Blutdruck) ursächlich für die Auffall- und Aus-

fallerscheinungen. Der Umstand, wonach sich der – am 24. März 2023 

durch die Einsatzkräfte erhobene Erstbefund – niedrige Blutdruck (Wert: 

97/58 mmHg) im weiteren Verlauf normalisiert hatte (Wert bei Übergabe: 

113/77 mmHg), blieb im pharmakologisch-toxikologischen Gutachten aller-

dings unerwähnt und wurde entsprechend nicht berücksichtigt (siehe Ein-

satzprotokoll des Rettungsdienstes vom 24. März 2023, S. 3 [Strafakten, 

 - 15 - 

 

 

act. 10]; vgl. Pschyrembel – Klinisches Wörterbuch, 264. Auflage, 2013, 

S. 291 f. [Blutdruck, Referenzbereich]). 

 

Dem verkehrsmedizinischen Gutachten vom 11. September 2023 lässt 

sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin auch anlässlich der Begut-

achtung äusserte, sie habe vor dem Unfall drei- bis viermal niesen müssen. 

Sie habe die Kollision mitbekommen und sei auch danach voll orientiert 

gewesen. Vor dem Niesen habe sie keinen Schwindel oder Ähnliches wahr-

genommen. Aufgrund des Niesens sei es ihr aber etwas schwindlig bzw. 

"schwummrig" gewesen. Es sei alles so schnell gegangen. Die Gutachter 

hielten fest, dass in Bezug auf den Selbstunfall vom 24. März 2023 keine 

konkreten Hinweise auf eine unfallursächliche Bewusstseinsstörung vorlä-

gen. Auch bestünden keine Anhaltspunkte für eine verkehrsrelevante Er-

krankung. Damit schlossen die Gutachter aus, dass – wie im pharmakolo-

gisch-toxikologischen Gutachten ohne weitere Erklärungen und ohne Be-

rücksichtigung sämtlicher Umstände festgestellt – medizinische Gründe 

respektive ein chronisch niedriger Blutdruck für die dokumentierten Auffall- 

und Ausfallerscheinungen verantwortlich waren. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Wer wegen Alkohol-, Betäubungsmittel- oder Arzneimitteleinfluss oder aus 

anderen Gründen nicht über die erforderliche körperliche und geistige Leis-

tungsfähigkeit verfügt, gilt während dieser Zeit als fahrunfähig und darf kein 

Fahrzeug führen (Art. 31 Abs. 2 SVG). Die relevante Beeinträchtigung der 

Fahrfähigkeit muss bewiesen werden (ANDREAS ROTH, in: Basler Kommen-

tar, Strassenverkehrsgesetz, 2014 [nachfolgend: BSK SVG], N. 6 zu Art. 31 

SVG; FAHRNI/HEIMGARTNER, in: BSK SVG, N. 27 zu Art. 91 SVG; PHILIPPE 

WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbus-

sengesetz, 2. Aufl. 2015, N. 29 zu Art. 31 SVG sowie N. 15 zu Art. 91 SVG; 

vgl. auch RÜTSCHE/WEBER, in: BSK SVG, N. 24 zu Art. 16c SVG). Grund-

sätzlich lässt sich der Nachweis tatsächlicher Fahrunfähigkeit nur anhand 

einer umfassenden Begutachtung führen. Diese ist immer dann erforder-

lich, wenn sich die Fahrunfähigkeit – wie hier – weder aufgrund von Alkohol 

noch aufgrund einer Substanz nach Art. 2 Abs. 2 VRV nachweisen lässt 

(NIGGLI/FIOLKA, Fahren in fahrunfähigem Zustand: Voraussetzungen, Kon-

sequenzen, Erfahrungen, in: PROBST/WERRO [Hrsg.], Strassenverkehrs-

rechtstagung 10.–11. Juni 2010, S. 92 f.). Von den Folgerungen des Gut-

achtens darf nicht ohne Angabe triftiger Gründe abgewichen werden (vgl. 

BGE 133 II 384, Erw. 4.2.3, mit Hinweisen; NIGGLI/FIOLKA, a.a.O., S. 92). 

 

3.1.2. 

Ob die Beschwerdeführerin fahrunfähig war und damit den Tatbestand von 

Art. 31 Abs. 2 SVG erfüllt hat, ist eine Rechtsfrage (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6A.55/2006 vom 5. Februar 2007, Erw. 3; Entscheid des Verwal-

 - 16 - 

 

 

tungsgerichts WBE.2007.319 vom 23. Januar 2008, Erw. II/3.2.2). Dabei ist 

die Administrativbehörde grundsätzlich nicht an die Erkenntnis der Strafbe-

hörde gebunden (BGE 124 II 103, Erw. 1c/bb; Urteil des Bundesgerichts 

1C_170/2023 vom 3. Juni 2024, Erw. 5.2.2). Dies trifft unbestrittenermas-

sen auch hier zu, zumal im Strafverfahren keine persönliche Einvernahme 

der Beschwerdeführerin stattgefunden hat. Demnach ist die Administrativ-

behörde bei der vorliegenden Beurteilung, ob der Beschwerdeführerin ein 

Fahren in fahrunfähigem Zustand vorzuwerfen ist, nicht an die rechtliche 

Auffassung im Strafbefehl vom 25. Mai 2023 gebunden. 

 

Das pharmakologisch-toxikologische Gutachten wurde angeordnet, um 

dem Verdacht des Fahrens in fahrunfähigem Zustand nachzugehen (Un-

tersuchungsbefehl vom 26. März 2023 [Strafakten, act. 6]). Die Sachver-

ständigen schlussfolgerten darin, wie erwähnt, dass die im Polizeirapport 

dokumentierten Auffall- und Ausfallerscheinungen, welche für eine deutli-

che Verminderung der Fahrfähigkeit sprächen, pharmakologisch-toxikolo-

gisch nicht erklärbar und medizinische Gründe dafür ursächlich seien. Ob 

dieses Gutachten den Nachweis tatsächlicher Fahrunfähigkeit zu erbringen 

vermag, ist angesichts des Umstands, dass es nicht alle wesentlichen As-

pekte berücksichtigte (siehe vorne Erw. 2.4) und das Bestehen einer Fahr-

unfähigkeit nicht klar und unmissverständlich feststellte, durchaus fraglich, 

kann hier jedoch mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen offengelas-

sen werden.  

 

Das verkehrsmedizinische Gutachten wurde zwar zur Abklärung der Fahr-

eignung und nicht der Fahrunfähigkeit in Auftrag gegeben. Es wurde jedoch 

ebenfalls von sachverständigen Personen (von drei Fachärzten für Rechts-

medizin, zwei davon zusätzlich Verkehrsmediziner SGRM) in Kenntnis der 

Akten und nach persönlicher Untersuchung der Beschwerdeführerin ver-

fasst, weswegen den dort getätigten Feststellungen, dass aus gutachterli-

cher Sicht beim Selbstunfall vom 24. März 2023 nicht sicher auf eine Fahr-

unfähigkeit geschlossen werden könne und keine konkreten Hinweise auf 

eine unfallursächliche Bewusstseinsstörung vorlägen, ein hohes Gewicht 

beigemessen werden muss. Aus dem verkehrsmedizinischen Gutachten ist 

somit zu folgern, dass bezogen auf den Zeitpunkt des fraglichen Ereignis-

ses gerade kein Nachweis für eine tatsächliche Fahrunfähigkeit vorliegt. Es 

sind keine triftigen Gründe ersichtlich, um von dieser gutachterlichen Beur-

teilung abzuweichen. Insbesondere vermag der Strafbefehl, auf dessen Be-

urteilung sich die Vorinstanz in Bezug auf das Fahren in fahrunfähigem Zu-

stand abstützt, daran nichts zu ändern, zumal die Strafbehörde, hätte ihr 

das verkehrsmedizinische Gutachten vorgelegen, möglicherweise zu ei-

nem anderen Ergebnis gelangt wäre. 

 

Die Vorinstanz begründete das Nichtberücksichtigen des verkehrsmedizi-

nischen Gutachtens sodann auch nicht aufgrund inhaltlicher Aspekte, son-

dern mit der (nun entfallenen) Bindung an die tatsächlichen Feststellungen 

 - 17 - 

 

 

der Strafbehörde. Sie verkennt dabei allerdings, dass es sich bei der Frage, 

ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Verkehrsereignisses fahrunfä-

hig war, wie dargelegt um eine Rechts- und nicht um eine Tat- bzw. Sach-

verhaltsfrage handelt. Überdies argumentiert die Vorinstanz widersprüch-

lich: Einerseits führt sie unter Hinweis auf die grundsätzliche "Bindungswir-

kung der Verwaltungsbehörden an das Strafurteil" aus, nach Ausgang des 

Strafverfahrens sei die Begehung der Verkehrsregelverletzung erstellt (an-

gefochtener Entscheid, Erw. III/1.2.4), andererseits geht sie davon aus, 

nicht an die rechtliche Würdigung der Strafbehörde gebunden zu sein (an-

gefochtener Entscheid, Erw. III/2.1). Obwohl sich die Vorinstanz an die 

rechtliche Würdigung der Strafbehörde nicht als gebunden erachtet, stellt 

sie dennoch unbesehen und ohne eigene Prüfung auf deren rechtliche Be-

urteilung ab. Im Übrigen geht sie aufgrund der strafrechtlichen Verurteilung 

nach Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG sogar so weit, daraus – trotz fehlender Bin-

dungswirkung – direkt den Schluss auf das Vorliegen einer schweren Wi-

derhandlung gemäss Art. 16c SVG zu ziehen, ohne dabei auch nur ansatz-

weise zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin ein (schweres) Verschulden 

trifft (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_25/2016 vom 4. Juli 2016, Erw. 2.1; 

Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2023.220 vom 2. Februar 2024, 

Erw. II/3.2). Insgesamt ist der angefochtene Entscheid in Bezug auf die 

Frage, inwiefern die Beschwerdeführerin in fahrunfähigem Zustand ein 

Fahrzeug gelenkt hat, jedenfalls nicht überzeugend.  

 

Entgegen der Auffassung der Vorinstanzen und in Abweichung zum Straf-

befehl ist aufgrund des im vorliegenden Verfahren als Beweismittel zu be-

rücksichtigenden verkehrsmedizinischen Gutachtens (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 1C_536/2016 vom 23. Februar 2017, Erw. 3.3.3) eine Fahrun-

fähigkeit und damit das Fahren in fahrunfähigem Zustand gemäss 

Art. 31 Abs. 2 SVG nicht erstellt. Eine diesbezügliche Verkehrsregelverlet-

zung liegt demnach nicht vor. Dementsprechend ist die Bestimmung in 

Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG, die zwar von den Vorinstanzen nicht explizit er-

wähnt wurde, administrativrechtlich als Pendant zu Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG 

jedoch einschlägig wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_536/2016 vom 

23. Februar 2017, Erw. 2.1; RÜTSCHE/WEBER, a.a.O., N. 21 zu Art. 16c 

SVG), nicht anwendbar. Somit kann gestützt darauf kein Führerausweis-

entzug erfolgen. Damit fällt auch eine allfällige Anwendung von Art. 16c 

Abs. 1 lit. a SVG, sofern sich die Vorinstanz in diesem Zusammenhang da-

rauf abstützen sollte (vgl. angefochtener Entscheid, Erw. III/2.2), ausser 

Betracht. 

 

3.2. 

Nach Art. 31 Abs. 1 SVG muss die lenkende Person ihr Fahrzeug ständig 

so beherrschen, dass sie ihren Vorsichtspflichten nachkommen kann. Da-

bei hat sie ihre Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuzuwenden 

(Art. 3 Abs. 1 Satz 1 VRV). Sie muss jederzeit in der Lage sein, auf die 

jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Ge-

 - 18 - 

 

 

fahr ohne Zeitverlust zweckmässig zu reagieren (BGE 127 II 302, Erw. 3c; 

Urteil des Bundesgerichts 1C_341/2017 vom 2. Oktober 2017, Erw. 2.2). 

Insbesondere Selbstunfälle wie das Abkommen von der Fahrbahn und Kol-

lisionen sind als Verletzungen von Art. 31 Abs. 1 SVG zu qualifizieren 

(WEISSENBERGER, a.a.O., N. 14 zu Art. 31 SVG). Indem die Beschwerde-

führerin mehrfach Niesen musste und ihr dabei "schwummrig" wurde, war 

sie für einen kurzen Moment nicht mehr in der Lage, in adäquater Weise 

auf ihr Fahrzeug einzuwirken und ein Abweichen von der Fahrbahn sowie 

die Kollision mit der Verkehrseinrichtung zu verhindern. Für das Verwal-

tungsgericht steht damit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz und den 

Strafbehörden fest, dass sie die genannte Verkehrsregel verletzt hat, was 

sie im Übrigen nicht bestreitet. 

 

4. 

4.1. 

Vorliegend bleibt einzig darüber zu entscheiden, wie das Nichtbeherrschen 

des Fahrzeugs in administrativrechtlicher Hinsicht zu qualifizieren ist. Die 

Vorinstanz äusserte sich dazu nicht explizit und führte lediglich aus, das 

Strassenverkehrsamt werte (auch) das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs 

als schwere Widerhandlung gemäss Art. 16c SVG. Die Beschwerdeführe-

rin vertritt dagegen die Auffassung, es liege eine mittelschwere Widerhand-

lung vor, da zwar die Gefährdung durch den Verlust der Kontrolle über das 

Fahrzeug als erhöht, das Verschulden jedoch als leicht zu betrachten sei.  

 

4.2. 

Im Strassenverkehrsgesetz wird zwischen der leichten, mittelschweren und 

schweren Widerhandlung unterschieden (Art. 16a–c SVG). Gemäss 

Art. 16a SVG begeht eine leichte Widerhandlung, wer durch Verletzung von 

Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft, 

wenn ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a). 

Nach der Rechtsprechung müssen eine geringe Gefahr und ein leichtes 

Verschulden kumulativ gegeben sein (BGE 135 II 138, Erw. 2.2.3 mit Hin-

weisen; Urteil des Bundesgerichts 1C_160/2020 vom 11. September 2020, 

Erw. 4.2). Eine mittelschwere Widerhandlung liegt vor, wenn durch Verlet-

zung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorge-

rufen oder in Kauf genommen wird (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Eine 

schwere Widerhandlung begeht schliesslich, wer durch grobe Verletzung 

von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer her-

vorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). 

 

Die mittelschwere Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG stellt ei-

nen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn nicht alle privilegierenden 

Elemente einer leichten Widerhandlung nach Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG (ge-

ringe Gefahr für die Sicherheit anderer und leichtes Verschulden) und nicht 

alle qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung nach 

Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG (qualifizierte objektive Gefährdung und qualifizier-

 - 19 - 

 

 

tes Verschulden) gegeben sind. Ist die Gefährdung gering, aber das Ver-

schulden hoch, oder umgekehrt die Gefährdung hoch und das Verschulden 

gering, liegt eine mittelschwere Widerhandlung vor (Urteil des Bundesge-

richts 1C_163/2022 vom 9. März 2023, Erw. 2.3 mit Hinweisen). 

 

Die wesentlichen Kriterien zur Unterscheidung von Widerhandlungen sind 

demnach das Mass der Verkehrsgefährdung und die Schwere des Ver-

schuldens. 

 

5. 

5.1. 

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt ein Warnungsentzug bzw. 

eine Verwarnung grundsätzlich – in Abgrenzung zum Ordnungsbussen-

recht – eine erhöhte abstrakte Gefährdung voraus, worunter die "nahelie-

gende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung" verstan-

den wird (BGE 123 II 37, Erw. 1b). Eine für die Anwendbarkeit von Art. 16a 

Abs. 1 lit. a SVG vorausgesetzte geringe abstrakte Gefahr liegt vor, wenn 

die Verkehrsregelverletzung typischerweise – adäquat kausal – geeignet 

ist, eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer Personen hervorzurufen. 

Massgebend ist somit die hypothetische konkrete Gefährdung; diese muss 

gering sein. Dies ist der Fall, wenn die Gefährdung leicht über derjenigen 

Gefahr liegt, die durch die im Ordnungsbussenverfahren geahndeten Wi-

derhandlungen hervorgerufen wird (RÜTSCHE/WEBER, a.a.O., N. 5 f. zu 

Art. 16a SVG). 

 

Eine – die Anwendbarkeit von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG ausschliessende – 

mittelschwere Gefahr liegt definitionsgemäss zwischen der geringen Ge-

fahr im Sinne von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG und der ernstlichen Gefahr im 

Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG. Eine präzise Umschreibung der ver-

schiedenen Gefahrenstufen fällt schwer. Allgemein lässt sich sagen, dass 

sich die Gefahrenstufen nach dem Ausmass einer hypothetisch angenom-

menen konkreten Gefährdungssituation beurteilen. Konnte demzufolge 

nach gewöhnlichem Lauf der Dinge und allgemeiner Lebenserfahrung eine 

Gefährdungssituation mit mittelgrosser Verletzungswahrscheinlichkeit ein-

treten, liegt eine mittelgrosse abstrakte Gefahr vor (RÜTSCHE/WEBER, 

a.a.O., N. 10 zu Art. 16b SVG). 

 

5.2. 

Die Beschwerdeführerin verlor im Kolonnenverkehr – wenn auch bei redu-

zierter Geschwindigkeit von 30–40 km/h – auf Höhe einer Autobahnrampe 

die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Zwar kam es weder zu Personenschäden 

noch wurden weitere Fahrzeuge involviert. Allerdings beschädigte die Be-

schwerdeführerin nicht nur ihr eigenes Fahrzeug, sondern auch Teile der 

Verkehrseinrichtung und der Grünfläche. Insgesamt hat sie durch das 

Nichtbeherrschen ihres Fahrzeugs für die übrigen Verkehrsteilnehmenden 

eine erhöhte abstrakte Gefährdung geschaffen, die sich im Unfall mit Sach-

 - 20 - 

 

 

schaden konkretisiert hat und die nicht mehr als leicht bezeichnet werden 

kann, wobei es wohl eher glücklichen Umständen zuzuschreiben ist, dass 

niemand verletzt wurde. Somit ist von einer mindestens mittelschweren 

Verkehrsgefährdung auszugehen. Ob eine schwere Verkehrsgefährdung 

verursacht wurde, kann angesichts der nachfolgenden Erwägungen offen-

bleiben, zumal sich am Ergebnis nichts ändern würde (siehe hinten 

Erw. 6.2). 

 

6.  

6.1. 

Der Entzug des Führerausweises im Sinne von Art. 16 ff. SVG setzt neben 

einer konkreten oder jedenfalls erhöhten abstrakten Gefährdung anderer 

Rechtsgüter stets kumulativ ein Verschulden der fahrzeugführenden Per-

son voraus. Schuldhaft handelt, wer einen Tatbestand vorsätzlich oder 

fahrlässig erfüllt. Ist die Tat darauf zurückzuführen, dass die straffällige Per-

son die Folgen ihres Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht 

bedacht oder nicht darauf Rücksicht genommen hat, so begeht sie das De-

likt fahrlässig. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn die betroffene Per-

son die Vorsicht nicht beachtet, zu der sie nach den Umständen und nach 

ihren persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 des Schwei-

zerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 [StGB; SR 311.0]).  

 

Ein leichtes Verschulden liegt vor, wenn der fahrzeugführenden Person, die 

sich im Verkehr grundsätzlich richtig verhält, nur eine leichte Unaufmerk-

samkeit vorgeworfen werden kann oder wenn die Verkehrsregelverletzung 

letztlich auf das Zusammenspiel unglücklicher Umstände zurückzuführen 

ist (RÜTSCHE/WEBER, a.a.O., N. 8 zu Art. 16a SVG mit Hinweisen). Hinge-

gen ist ein mittelschweres Verschulden anzunehmen, wenn eine elemen-

tare Verkehrsregel verletzt wird und für die durchschnittliche Lenkerin oder 

den durchschnittlichen Lenker erkennbar sein musste, dass dadurch Dritte 

gefährdet werden können. Ein mittelschweres Verschulden liegt insbeson-

dere dann vor, wenn der fahrzeugführenden Person mehr als nur eine 

leichte Unaufmerksamkeit vorgeworfen werden kann (RÜTSCHE/WEBER, 

a.a.O., N. 12 zu Art. 16b SVG mit Hinweisen). 

 

6.2.  

Die Beschwerdeführerin verlor infolge eines kurz andauernden Niesanfalls 

mit gleichzeitig auftretendem leichtem Schwindel die Kontrolle über ihr 

Fahrzeug und verursachte in der Folge einen Unfall. Trotz Niesens bzw. 

leichtem Schwindel hätte sie in der Lage sein müssen, ihre Aufmerksamkeit 

weiterhin dem Verkehr zuzuwenden und die Herrschaft über das Fahrzeug 

aufrechtzuerhalten. Bei aufmerksamem Fahren und rascher, zweckmässi-

ger Reaktion sollte ein Niesen bzw. ein leichter Schwindel eine unfallfreie 

Fahrt nämlich nicht verhindern. Der Beschwerdeführerin ist somit eine 

Sorgfaltspflichtverletzung vorzuwerfen. Allerdings kam der Niesanfall un-

vermittelt und war für die Beschwerdeführerin dementsprechend nicht vor-

 - 21 - 

 

 

hersehbar. Zudem ist bei der – jedenfalls gemäss eigenen Angaben – seit 

Kindheit an das Fasten gewohnten Beschwerdeführerin nicht von Auswir-

kungen des Fastens auszugehen. Dass ihr bereits zu einem früheren Zeit-

punkt schwindlig gewesen wäre, ist nicht erstellt. Im Gegenteil gab die Be-

schwerdeführerin an, vor dem Niesen keinen Schwindel oder Ähnliches 

wahrgenommen zu haben (siehe verkehrsmedizinisches Gutachten, S. 3). 

Nichts deutet darauf hin, dass die Beschwerdeführerin mehr als nur leicht 

unaufmerksam war. Folglich ist ihr nur eine leichte Unaufmerksamkeit an-

zulasten und ihr Verschulden damit als leicht zu qualifizieren.  

 

7.  

Zusammenfassend ist unter Berücksichtigung der konkreten Umstände 

von einer mindestens mittelschweren Gefährdung der Verkehrssicherheit 

gekoppelt mit einem leichten Verschulden und damit – in Abweichung vom 

vorinstanzlichen Entscheid – von einer mittelschweren Widerhandlung im 

Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG auszugehen. Die Voraussetzungen für 

die Anwendung von Art. 16c SVG sind dagegen nicht erfüllt. Gestützt auf 

Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG ist der Führerausweis der Beschwerdeführerin für 

die Dauer von einem Monat zu entziehen, zumal sie bisher über einen un-

getrübten automobilistischen Leumund verfügt und eine Erhöhung der Ent-

zugsdauer demnach ausser Betracht fällt (vgl. Art. 16 Abs. 3 SVG). Folglich 

ist die Beschwerde vollumfänglich gutzuheissen. 

 

III.  

1.  

1.1. 

Nach § 31 Abs. 2 VRPG werden im Beschwerdeverfahren die Verfahrens-

kosten in der Regel nach Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf 

die Parteien verlegt; den Behörden werden Verfahrenskosten nur auferlegt, 

wenn sie schwerwiegende Verfahrensmängel begangen oder willkürlich 

entschieden haben.  

 

Das erwähnte Prinzip der Kostenverteilung nach dem Unterliegen bzw. Ob-

siegen stellt einen allgemeinen prozessualen Grundsatz dar. Als Aus-

nahme davon sieht § 31 Abs. 4 VRPG vor, dass Zusatzaufwand, der durch 

das Verhalten einer Partei entstanden ist, dieser auferlegt werden kann. 

Dies ist etwa dann der Fall, wenn die (ganz oder teilweise) obsiegende Par-

tei Kosten verursacht hat, indem sie Verfahrensvorschriften verletzt oder 

Tatsachen oder Beweismittel nachträglich vorgebracht hat, die sie bereits 

früher hätte geltend machen können (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI/BUNDI, 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 4. Aufl. 

2025, Rz. 1654 und KASPAR PLÜSS, in: ALAIN GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar 

zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. Aufl. 

2014, N. 55 zu § 13 VRG, vgl. insbesondere die Kasuistik in N. 58 f.). 

 

 - 22 - 

 

 

1.2. 

Wie in Erwägung I/2 dargelegt, ergaben sich aufgrund der Handlungen des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin prozessuale Unklarheiten, was 

Zusatzaufwand verursachte (insbesondere Durchführung einer Instrukti-

onsverhandlung mit Befragung von zwei Zeugen), der ohne Weiteres ver-

meidbar gewesen wäre. Die Beschwerde hätte insbesondere entweder 

rechtzeitig der Schweizerischen Post übergeben oder aber dem Verwal-

tungsgericht in korrekter Weise elektronisch übermittelt werden können 

(vgl. dazu vorne Erw. I/2.3.2). 

 

Gestützt auf § 31 Abs. 4 VRPG könnte der Zusatzaufwand der Beschwer-

deführerin auferlegt werden, zumal ihr die Handlungen ihres Rechtsvertre-

ters rechtsprechungsgemäss in der Regel anzurechnen sind (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 2C_345/2018 vom 11. Oktober 2018, Erw. 3.4 mit Hinwei-

sen). Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände und der gemäss Ak-

tenlage eher beengten finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin 

erscheint dies jedoch unbillig. Zudem ist der Zusatzaufwand im Sinne von 

§ 31 Abs. 4 VRPG nicht zwingend der Partei aufzuerlegen, weshalb es vor-

liegend angezeigt ist, von einer (teilweisen) Kostenauflage an die Be-

schwerdeführerin abzusehen (zur Kostenauflage bei Obsiegen vgl. Ent-

scheid des Verwaltungsgerichts WBE.2015.198 vom 29. Oktober 2015, 

Erw. II/3.2 mit Hinweisen). 

 

1.3. 

Die Beschwerdeführerin obsiegt vollständig. Seitens der Behörden sind 

keine schwerwiegenden Verfahrensmängel oder Willkür erkennbar, wes-

halb die Kosten des vorinstanzlichen und des verwaltungsgerichtlichen 

Verfahrens zu Lasten des Kantons gehen.  

 

2.  

2.1. 

Gemäss § 32 Abs. 2 VRPG werden im Beschwerdeverfahren auch die Par-

teikosten in der Regel nach Massgabe des Unterliegens und Obsiegens 

auf die Parteien verlegt. Die Behörden werden in dieser Hinsicht nicht pri-

vilegiert, sondern den übrigen Parteien gleichgestellt. 

 

Nachdem die Beschwerdeführerin vollständig obsiegt, haben ihr das DVI 

und das Strassenverkehrsamt gemäss § 33 Abs. 1 VRPG aufgrund ihrer 

Parteistellung die im verwaltungsgerichtlichen Verfahren entstandenen 

Parteikosten je zur Hälfte zu ersetzen (Aargauische Gerichts- und Verwal-

tungsentscheide [AGVE] 2016, S. 321 f., Erw. III/1.3.1). Das Strassenver-

kehrsamt hat der Beschwerdeführerin als am vorinstanzlichen Verfahren 

beteiligte Partei zudem die Parteikosten des Verfahrens vor DVI zu erset-

zen. 

 

 - 23 - 

 

 

2.2. 

In Verfahren in Verwaltungssachen, die – wie hier – das Vermögen der 

Parteien weder direkt noch indirekt beeinflussen, gelten für die Bemessung 

der Parteientschädigung nach § 8a Abs. 3 des Dekrets über die Entschä-

digung der Anwälte vom 10. November 1987 (Anwaltstarif; SAR 291.150) 

die §§ 3 Abs. 1 lit. b (Grundentschädigung) und 6 ff. (ordentliche und aus-

serordentliche Zu- und Abschläge) Anwaltstarif sinngemäss. Innerhalb des 

Rahmens von Fr. 1ʹ210.00 bis Fr. 14ʹ740.00 richtet sich die Entschädigung 

nach dem mutmasslichen Aufwand der Anwältin oder des Anwalts sowie 

der Bedeutung und Schwierigkeit des Falls (§ 3 Abs. 1 lit. b Anwaltstarif). 

Erfordert ein Verfahren nur geringe Aufwendungen, vermindert sich die 

Entschädigung um bis zu fünfzig Prozent (§ 7 Abs. 2 Anwaltstarif). Durch 

die Grundentschädigung sind abgegolten: Instruktion, Aktenstudium, recht-

liche Abklärungen, Korrespondenz und Telefongespräche sowie eine 

Rechtsschrift und die Teilnahme an einer behördlichen Verhandlung (§ 6 

Abs. 1 Anwaltstarif). Im Rechtsmittelverfahren beträgt die Entschädigung 

der Anwältin oder des Anwalts je nach Aufwand fünfzig bis hundert Prozent 

des nach den Regeln für das erstinstanzliche bzw. vorinstanzliche Verfah-

ren berechneten Betrags (§ 8 Abs. 1 Anwaltstarif). Die Entschädigung wird 

als Gesamtbetrag festgesetzt. Auslagen und Mehrwertsteuer sind darin 

enthalten (§ 8c Abs. 1 Anwaltstarif). 

 

2.3. 

Im Administrativverfahren fand keine Verhandlung statt. Der mutmassliche 

Aufwand des Rechtsvertreters ist als gering zu bezeichnen, was sich auch 

am Umfang der eigentlichen materiell-rechtlichen Ausführungen in der Be-

schwerdeschrift vor DVI vom 8. April 2024 zeigt. Etwas höher einzustufen 

als der Aufwand sind die Komplexität und die Bedeutung des Falls für die 

Beschwerdeführerin. Es rechtfertigt sich gesamthaft betrachtet, die Partei-

entschädigung im unteren Bereich des Rahmens von § 3 Abs. 1 lit. b An-

waltstarif anzusiedeln. Unter Berücksichtigung aller Faktoren ist die Partei-

entschädigung für die Vertretung der Beschwerdeführerin im vorinstanzli-

chen Verfahren auf Fr. 2'200.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu bemessen.  

 

2.4. 

Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dürfte für die Erstellung der 

Beschwerdeschrift auch vor Verwaltungsgericht kein besonders grosser 

Aufwand entstanden sein. Insgesamt – auch unter Berücksichtigung der 

durch die Handlungen des Rechtsvertreters notwendig gewordenen Ver-

handlung – wird die Parteientschädigung für die Vertretung der Beschwer-

deführerin im verwaltungsgerichtlichen Verfahren gestützt auf § 8 Abs. 1 

Anwaltstarif auf Fr. 2'200.00 (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt. Das 

DVI und das Strassenverkehrsamt sind zu verpflichten, der Beschwerde-

führerin diese Parteikosten je zur Hälfte (je Fr. 1'100.00) zu ersetzen. 

 

 

 - 24 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

1.1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Departements 

Volkswirtschaft und Inneres vom 9. August 2024 aufgehoben. 

 

1.2. 

Der Führerausweis wird der Beschwerdeführerin für die Dauer von einem 

Monat entzogen. Das Strassenverkehrsamt wird angewiesen, den Beginn 

der Entzugsdauer nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils neu festzuset-

zen. 

 

2. 

Die Kosten des Verfahrens vor dem Departement Volkswirtschaft und In-

neres sowie die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten gehen zu Las-

ten des Kantons. 

 

3. 

3.1. 

Das Strassenverkehrsamt wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin die im 

Verfahren vor dem Departement Volkswirtschaft und Inneres entstandenen 

Parteikosten in Höhe von Fr. 2'200.00 zu ersetzen. 

 

3.2. 

Das Departement Volkswirtschaft und Inneres und das Strassenverkehrs-

amt werden verpflichtet, der Beschwerdeführerin die vor Verwaltungsge-

richt entstandenen Parteikosten in Höhe von Fr. 2'200.00 je hälftig mit je 

Fr. 1'100.00 zu ersetzen. 

 

 
   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführerin (Vertreter) 

das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) 

das Strassenverkehrsamt (Akten nach Rechtskraft) 

das Bundesamt für Strassen (ASTRA) 

 

Mitteilung an: 

den Regierungsrat  

 

 

Strafakten (nach Rechtskraft) an: 

die Staatsanwaltschaft See/Oberland 

 

 - 25 - 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor 

bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und 

vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 25. August 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin:  

 

      i.V. 

 

Schircks Lang