# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4880fcdc-23f9-5980-b25c-1e6f644f3d89
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-26
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 26.03.2021 SK 2018 469
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-469_2021-03-26.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 18 469 +470

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 26. März 2021

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), 
Obergerichtssuppleantin Schaer, Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiber Neuenschwander

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1/Berufungsführer 1

C.________
a.v.d. Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter 2/Berufungsführer 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
3013 Bern
v.d. Staatsanwalt K.________, Staatsanwaltschaft für Wirt-
schaftsdelikte, Speichergasse 12, 3011 Bern

Anschlussberufungsführerin 1

und

E.________ AG
v.d. Rechtsanwalt Dr. F.________ und Rechtsanwalt L.________

Straf- und Zivilklägerin/Anschlussberufungsführerin 2

und

G.________GmbH 
v.d. Rechtsanwalt Dr. H.________

beschwerte Dritte 1

2

und

I.________ GmbH
v.d. Rechtsanwalt Dr. H.________

beschwerte Dritte 2

und

J.________ GmbH
v.d. Rechtsanwalt Dr. H.________

beschwerte Dritte 3

Gegenstand qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung

Berufung gegen das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafge-
richts (Kollegialgericht) vom 17. August 2018 (WSG 18 2+3)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 17. August 2018 sprach das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht (Kol-
legialgericht in Dreierbesetzung; nachfolgend Vorinstanz) A.________ (nachfol-
gend Beschuldigter 1) frei von der Anschuldigung der qualifizierten ungetreuen Ge-
schäftsbesorgung, angeblich begangen zwischen dem 6. und 10. Januar 2011 zum 
Nachteil der E.________ AG (nachfolgend E.________ AG oder Privatklägerin; 
Vorwurf gemäss Ziff. 1.5 der Anklageschrift), ohne Ausscheidung von Verfahrens-
kosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung. Es erklärte ihn dagegen der 
mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung zum Nachteil der 
E.________ AG schuldig, begangen: 

(1) am 23. Dezember 2010 in BA.________ im Deliktsbetrag von CHF 600'087.15 (Ziff. 1.2 der An-
klageschrift);

(2) am 06. Januar 2011 in BA.________ im Deliktsbetrag von CHF 10'625.00 (Ziff. 1.3 der Anklage-
schrift);

(3) am 07. Januar 2011 in BA.________ im Deliktsbetrag von CHF 273'142.55 (Ziff. 1.4 der Anklage-
schrift).

Gestützt auf die einschlägigen Artikel verurteilte die Vorinstanz den Beschuldig-
ten 1 dafür zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten. Den Vollzug der Freiheitsstrafe 
schob sie auf und setzte die Probezeit auf 2 Jahre fest. Zudem verurteilte sie ihn 
zur Bezahlung der auf ihn entfallenden Verfahrenskosten in der Höhe von 
CHF 36’985.00, unter solidarischer Haftbarkeit mit C.________ (nachfolgend Be-
schuldigter 2) für die Gesamtverfahrenskosten von CHF 73’970.00. Schliesslich 
verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten 1 zur Zahlung einer Ersatzforderung in 
der Höhe von CHF 650'000.00 an den Kanton Bern, welche in Anrechnung an ihre 
Zivilforderung der E.________ AG herauszugeben sei.

Betreffend den Beschuldigten 2, gegen welchen als Mittäter identische Tatvorwürfe 
zur Diskussion standen, fällte die Vorinstanz den gleichen Freispruch und die glei-
chen Schuldsprüche aus wie beim Beschuldigten 1 (Ziff. III. und IV. des Dispositivs) 
und verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten, unter Fest-
setzung der Probezeit auf 2 Jahre. Auch ihm auferlegte sie die anteilsmässigen 
Verfahrenskosten von CHF 36’985.00, unter solidarischer Haftbarkeit mit dem Be-
schuldigten 1 für die Gesamtverfahrenskosten von CHF 73’970.00. 

Hinsichtlich des Zivilpunkts (Ziff. VI. des Dispositivs) verurteilte die Vorinstanz die 
Beschuldigten unter gegenseitiger solidarischer Haftbarkeit in Anwendung von 
Art. 41 und 50 OR sowie Art. 126 StPO weiter, der Privatklägerin CHF 883'854.70 
zuzüglich Zins zu 5% auf CHF 600'087.15 seit dem 24. Dezember 2010, zuzüglich 
Zins zu 5% auf CHF 273'142.55 seit dem 7. Januar 2011 sowie zuzüglich Zins zu 
5% auf CHF 10'625.00 seit dem 7. Januar 2011 zu zahlen. Soweit weitergehend 
verwies sie die Klage auf den Zivilweg (Art. 126 Abs. 2 Bst. b StPO). Daneben ver-

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pflichtete sie die Beschuldigten unter gegenseitiger solidarischer Haftbarkeit zur 
Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 65'185.20 (250 Std. à CHF 250.00 
zuzüglich Auslagen von CHF 2'685.20) an die Privatklägerin.

Im Übrigen bestimmte die Vorinstanz das Honorar der amtlichen Verteidiger der 
Beschuldigten (Ziff. V. des Dispositivs) und traf die weiteren notwendigen Verfü-
gungen (Ziff. VII. des Dispositivs). Hinsichtlich des Beschuldigten 1 verfügte sie 
insbesondere die Aufrechterhaltung diverser Kontosperren und die Vernichtung je 
zweier Laptops und Festplatten. Bezüglich der vier beim Beschuldigten 2 be-
schlagnahmten ZIP-Datenträger verfügte sie, diese seien dem Beschuldigten 2 
nach Rechtskraft des Urteils auszuhändigen. Sämtliche weiteren beschlagnahmten 
und sich noch bei den Akten befindlichen Unterlagen wurden als Beweismittel bei 
den Akten belassen.

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten die Beschuldigten je fristgerecht (der Beschuldigte 1 
am 23. August 2018, pag. 772; der Beschuldigte 2 am 24. August 2018, pag. 774) 
die Berufung an. 

Die erstinstanzliche Urteilsbegründung datiert vom 5. November 2018 
(pag. 781 ff.). 

In seiner Berufungserklärung vom 26. November 2018 (pag. 926 ff.) beschränkte 
der Beschuldigte 1, nach wie vor amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt 
B.________, seine Berufung auf die ihn betreffenden erstinstanzlichen Schuld-
sprüche inkl. der damit verbundenen Straf- und Kostenfolgen, den Zivilpunkt und 
die Aufrechterhaltung der Kontosperren. Auch der Beschuldigte 2, nach wie vor 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt D.________, focht das erstinstanzliche Urteil 
mit seiner Berufungserklärung vom 26. November 2018 (pag. 932 ff.) nur in Teilen 
an. Konkret wandte auch er sich gegen die ihn betreffenden Schuldsprüche inkl. 
Straf- und Kostenfolgen und den Zivilpunkt.

In seiner Eingabe vom 11. Dezember 2018 (pag. 943 ff.) erklärte Staatsanwalt 
K.________ – der von der Generalstaatsanwaltschaft für das vorliegende Verfah-
ren mit der Wahrung der staatsanwaltschaftlichen Aufgaben beauftragt worden war 
(Verfügung vom 6. November 2018, pag. 919 f.) – Anschlussberufung. Im Einzel-
nen wandte er sich gegen die erstinstanzlich ausgefällten Freisprüche und die 
Höhe der Strafen (pag. 944 f.). 

Mit Eingabe vom 17. Dezember 2018 (pag. 948 ff.) erklärte schliesslich die 
E.________ AG, vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. F.________ und 
L.________, Anschlussberufung und wandte sich darin gegen das von der Vorin-
stanz für den Schadensausgleich gewählte Vorgehen mit der Ersatzforderung, die 
Höhe der ihr zugesprochenen Parteientschädigung und die teilweise Aufhebung 
der verfügten Kontosperren. 

Keine der Parteien machte in der Folge Gründe für ein Nichteintreten auf die Beru-
fungen der Beschuldigten geltend. Auch bezüglich der Anschlussberufungen der 
Generalstaatsanwaltschaft und der Privatklägerin wurden keine solche Gründe gel-
tend gemacht. 

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3. Gang des oberinstanzlichen Verfahrens und (beantragte) Beweisergänzungen

3.1 In seiner Berufungserklärung vom 26. November 2018 stellte der Beschuldigte 1 
die nachfolgenden Beweisanträge (pag. 926 ff.): 

1. Es sei die Revisorin der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, M.________, oder ein neu zu 
bestellender gerichtlicher Sachverständiger mit beruflicher Befähigung zur Wirtschaftsprüfung zu 
beauftragen, folgende Fragen und Sachverhalte abzuklären und zu erläutern: 

1.1 Hat die E.________ AG im Zeitraum vom 24.12.2010 bis zum 31.12.2011 von der 
N.________AG Leistungen bezogen? 

1.2 Wurden der E.________ AG im Zeitraum vom 24.12.2010 bis zum 31.12.2011 von der 
N.________AG Leistungen verrechnet? 

1.3 Wenn der E.________ AG im Zeitraum vom 24.12.2010 bis zum 31.12.2011 von der 
N.________AG Leistungen erbracht bzw. verrechnet wurden, in welchem Gesamtbetrag 
wurden diese verrechnet? 

1.4 Wie wurden diese Rechnungen von der E.________ AG beglichen; sind für diesen Zeit-
raum Zahlungen an die N.________AG ausgewiesen, welche der Rechnungsstellung 
entsprechen? 

1.5 Welche Zahlungen hat die E.________ AG in den Geschäftsjahren 2010 und 2011 an die 
O.________D.O.O. (mit Sitz in BC.________) geleistet? 

1.6 Welche Leistungen wurden mit den Zahlungen gemäss Frage 4.3.5 vergütet? 

1.7 Welche Zahlungen hat die E.________ AG in den Geschäftsjahren 2010 und 2011 an die 
P.________S.A. (mit Sitz in BD.________) geleistet? 

1.8 Welche Leistungen wurden mit den Zahlungen gemäss Frage 4.3.7 vergütet?

Hinweis: Für die Untersuchung der Fragen 4.3.5 bis 4.3.8 kann stellvertretend auf die 

Auszüge der AW.________ des Kontos ________, lautend auf E.________ AG für den 

Zeitraum 01.01.2010 bis 12.06.2012 verwiesen werden (p. 07 111 001).

1.9 Kann die Revisorin beurteilen, ob Zahlungen an O.________D.O.O.. und / oder 
P.________S.A. der E.________ AG finanzielle Nachteile entstanden? 

1.10 Auf welche Unterlagen und Informationen stützt sich die Beurteilung der Revisorin?

2. Es seien die wirtschaftlichen Eigentumsverhältnisse an den Entitäten O.________D.O.O.. mit 
Sitz in BC.________ und P.________S.A. mit Sitz in BD.________ gerichtlich zu erheben. Die 
Eigentumsverhältnisse interessieren während der Jahre 2010 und 2011.

3. Es sei Rechtsanwalt Q.________, als Zeuge zu befragen.

4. Es sei über den Stand der Untersuchungen der Staatsanwaltschaft im Nachgang zur Strafanzei-
ge vom 21.09.2017 zu informieren; insbesondere sei anzugeben, ob und allenfalls gegen wen 
eine Strafuntersuchung eröffnet wurde.

Sowohl die Generalstaatsanwaltschaft (pag. 946) als auch die Privatklägerin 
(pag. 953) beantragten eine Abweisung der vom Beschuldigten 1 gestellten Be-
weisanträge. Mit Beschluss vom 5. Juli 2019 (pag. 976 ff.) hiess die Kammer die 
Beweisanträge des Beschuldigten 1 nur insoweit gut, als sie die Staatsanwaltschaft 
aufforderte, einen Sachstandsbericht hinsichtlich der am 21. September 2017 ge-

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gen unbekannte Täterschaft erhobenen Strafanzeige einzureichen. Soweit weiter-
gehend, wies sie die Beweisanträge ab. Dabei verwies die Kammer zur Begrün-
dung im Wesentlichen auf die Ausführungen der Vorinstanz (pag. 249 ff) und der 
Staatsanwaltschaft im Vorverfahren (pag. 14 002 088), wo der Beschuldigte 1 die 
ersten beiden Beweisanträge bereits einmal gestellt hatte. Die Kammer erwog, an 
der Sachlage habe sich auch im oberinstanzlichen Verfahren nichts geändert. Zur 
Beantwortung der sich im Zusammenhang mit der den Beschuldigten vorgeworfe-
nen Handlungen stellenden Beweisfragen sei die Kammer weder auf einen zusätz-
lichen Fachbericht noch auf Auskünfte zu den wirtschaftlichen Eigentumsverhält-
nissen der beiden genannten Gesellschaften angewiesen. Dass Rechtsanwalt 
Q.________ von R.________ als «Vertrauensperson» bezeichnet worden sei, än-
dere nichts daran, dass er sich vor dem Berufungsgericht erfolgreich auf das An-
waltsgeheimnis werde berufen können. In seiner Stellungnahme vom 1. Juni 2018 
(pag. 259) habe er klargemacht, er sei seinerzeit, insbesondere im Zusammenhang 
mit der Erstellung der Vereinbarung vom 29. Mai / 26. Juni 2010, für R.________ 
als Rechtsanwalt tätig gewesen. Eine andere Funktion sei auch für die Kammer 
kaum denkbar. Auf eine Vorladung könne unter diesen Umständen verzichtet wer-
den.

Mit Eingabe vom 18. Februar 2020 (pag. 988) teilte Staatsanwalt K.________ hin-
sichtlich der am 21. September 2017 wegen ungetreuer Geschäftsführung einge-
reichten Strafanzeige mit, das Verfahren sei nach wie vor bei der Staatsanwalt-
schaft hängig und werde weiter gegen unbekannte Täterschaft, die Verantwortli-
chen der E.________ AG, geführt. Staatsanwalt K.________ informierte sodann 
über Bankeditionen von Oktober 2019 und die – rechtshilfeweise – vorgesehenen 
nächsten Ermittlungshandlungen. 

3.2 Mit Schreiben seines Verteidigers vom 9. April 2020 (pag. 1022 ff.) liess der Be-
schuldigte 1 einerseits beantragen, es seien die Akten der Voruntersuchung W 17 
343 und W 19 468 der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Wirtschaftsdelikte, 
beizuziehen und es sei ihm anschliessend umfassende Akteneinsicht zu gewähren. 
Andererseits beantragte er, die oberinstanzliche Hauptverhandlung sei abzusetzen 
und auf später zu verschieben. Am 14. April 2020 stellte der Beschuldigte 2 unter 
Bezugnahme auf die Eingabe des Beschuldigten 1 die gleichen Anträge. Auch hin-
sichtlich der Begründung schloss er sich im Wesentlichen derjenigen des Beschul-
digten 1 an (pag. 1075 f.). 

Mit Verfügung vom 15. April 2020 (pag. 1081 ff.) setzte die Verfahrensleitung die 
auf den 28./29. März und 5. April 2020 anberaumte Berufungsverhandlung primär 
aus Rücksicht auf die Covid-19-bedingte Quarantänesituation von Rechtsanwalt 
B.________ ab. Gleichzeitig gab sie den übrigen Parteien Gelegenheit, sich innert 
10 Tagen zum Beweisantrag der beiden Beschuldigten zu äussern. 

Nach Eingang der Stellungnahmen der Privatklägerin (Eingabe vom 27. April 2020, 
pag. 1111 ff.) und der Generalstaatsanwaltschaft (Eingabe vom 5. Mai 2020, 
pag. 1115 ff.), wies die Kammer den Beweisantrag der Beschuldigten mit begrün-
detem Beschluss vom 18. Mai 2020 ab (pag. 1120 ff.). Die Kammer stellte fest, der 
Beschuldigte 1 habe in beiden, von ihm angesprochenen Verfahren Akteneinsicht 
gehabt. Im Weiteren seien Vorgänge in der O.________AG im Zusammenhang mit 

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den vorliegend zur Diskussion stehenden Vorwürfen nicht von Belang. Ein Beizug 
der Akten verspreche deshalb keinen Erkenntnisgewinn.

3.3 Mit Eingabe vom 13. November 2020 beantragte der Beschuldigte 1, es sei das 
Expertengutachten der S.________AG zu den Akten zu erkennen. Ferner sei Herr 
T.________, lic. rer. pol., diplomierter Wirtschaftsprüfer c/o S.________AG, als 
sachverständiger Zeuge zu befragen (pag. 1135 ff.).

In ihren Stellungnahmen vom 2. Dezember 2020 beantragten die Generalstaats-
anwaltschaft und die Privatklägerin je die Abweisung der Beweisanträge (pag. 1104 
ff. und pag. 1158 ff.). Der Beschuldigte 2 andererseits unterstützte die Beweisan-
träge des Beschuldigten 1 in seiner am gleichen Tag eingereichten Eingabe voll-
umfänglich (pag. 1162). 

Mit Beschluss vom 4. Dezember 2020 erkannte die Kammer das Expertengutach-
ten der S.________AG vom 3. Juli 2020 (inkl. Beilagenordner/Datenträger) im Sin-
ne eines Parteivorbringens zu den Akten. Den Antrag auf Einvernahme von 
T.________ als sachverständigen Zeugen wies sie ab. Die Kammer erwog, zur 
Beurteilung der den Beschuldigten vorgeworfenen Handlungen könne sie sich be-
reits auf zahlreiche Einvernahmen, ein Revisionsgutachten sowie umfangreiche 
Bank- und Buchhaltungsunterlagen stützen. Das Expertengutachten der 
S.________AG vom 3. Juli 2020 würdige weitgehend bekannte Aktenstücke und 
ziehe daraus eigene Schlüsse. Das Gutachten unterliege der freien Beweiswürdi-
gung durch die Kammer und werde im Sinne eines Parteivorbringens zu den Akten 
erkannt. Demgegenüber verspreche sich die Kammer von einer mündlichen Befra-
gung des Verfassers keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn. Es könne dazu auch 
auf die zutreffenden Ausführungen in der Eingabe der Staatsanwaltschaft vom 
2. Dezember 2020 verwiesen werden (pag. 1168 ff.).

3.4 Am 10. Dezember 2020 reichte der Beschuldigte 1 ein Schreiben von Rechtsanwalt 
U.________ vom 9. Dezember 2020 ein und ersuchte darum, dieses zu den Akten 
zu erkennen (pag. 1212). Nach vorgängiger Gewährung des rechtlichen Gehörs 
gegenüber den anderen Parteien erkannte die Kammer das Schreiben in der 
Hauptverhandlung vom 18. Dezember 2020 zu den Akten. Schliesslich liess der 
Beschuldigte 1 in der Berufungsverhandlung beantragen, es sei die Fortsetzung 
seiner Zinsberechnung zu den Akten zu erkennen, welche er für die beanspruchten 
Überbrückungskredite in Anspruch genommen habe. Die übrigen Parteien stellten 
sich nicht gegen den entsprechenden Antrag und die Kammer nahm die Zinsbe-
rechnung zu den Akten (pag. 1253).

3.5 Bereits im Hinblick auf die im Frühjahr 2020 angesetzte Berufungsverhandlung 
hatte die Kammer je einen Strafregisterauszug und einen Leumundsbericht über 
die beiden Beschuldigten eingeholt (Beschuldigter 1: Leumundsbericht vom 
28. März 2020 [pag. 1008 ff.], Strafregisterauszug vom 6. April 2020 [pag. 1006]; 
Beschuldigter 2: Leumundsbericht vom 13. März 2020 [pag. 993 ff.], Strafregister-
auszug vom 6. April 2020 [pag. 1007]). Ergänzende, aktuelle Strafregisterauszüge 
holte die Kammer am 23. November 2020 ein (Beschuldigter 1: pag. 1152; Be-
schuldigter 2: pag. 1153). 

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3.6 Die oberinstanzliche Hauptverhandlung fand ab dem 18. Dezember 2020 (Partei-
verhandlungen) bis zum 22. Dezember 2020 statt (pag. 1221 ff). Beide Beschuldig-
ten wurden in der Hauptverhandlung zu ihrer persönlichen Situation und zur Sache 
befragt, die Parteivertreter hielten ihre Plädoyers und die Parteiverhandlungen 
wurden am 18. Dezember 2020, 17.20 Uhr, geschlossen (pag. 1224 ff.). 

Im Anschluss daran fand die geheime Urteilsberatung statt. Im Zuge dieser Bera-
tung beschloss die Kammer am 22. Dezember 2020, die von den Kontensperren 
gemäss Ziffer III. 1 der Anklageschrift vom 16. Januar 2018 betroffenen Gesell-
schaften G.________GmbH, I.________ GmbH und J.________ GmbH allesamt 
als beschwerte Dritte ins Verfahren miteinzubeziehen. Sie brachte ihnen das erst-
instanzliche Urteilsdispositiv sowie die oberinstanzlich gestellten Anträge des Be-
schuldigten 1, der Privatklägerin und der Generalstaatsanwaltschaft zur Kenntnis 
und räumte ihnen die Möglichkeit ein, sich zum Schicksal der beschlagnahmten 
Vermögenswerte zu äussern. Hierzu eröffnete die Kammer das Beweisverfahren 
erneut und setzte die für den 23. Dezember 2020 vorgesehene mündliche Urteils-
eröffnung ab (pag. 1343).

3.7 Für die neu ins Verfahren einbezogenen beschwerten Dritten beantragte der Be-
schuldigte 1 am 14. Januar 2021 eine Erstreckung der Frist zur Stellungnahme, 
welche ihm bis zum 26. Januar 2021 gewährt wurde (Verfügung vom 15. Januar 
2021, pag. 1374 ff.). Namens der beschwerten Dritten und der V.________ GmbH 
reichte Rechtsanwalt Dr. H.________ am 26. Januar 2021 eine Stellungnahme ein. 
Im Wesentlichen beantragte er die Aufhebung der bestehenden Kontosperren 
(pag. 1377; zu den Anträgen Ziff. 4 sogleich). 

Mit Verfügung vom 28. Januar 2021 gab die Verfahrensleitung den Parteien Gele-
genheit, sich zur Eingabe von Rechtsanwalt Dr. H.________ zu äussern. Gleichzei-
tig wurde bei der AV.________ AG ein Sachstandsbericht zum Konto der 
V.________ GmbH IBAN ________, welches bis anhin weder Gegenstand der An-
klage noch des erstinstanzlichen Verfahrens gewesen war, eingeholt 
(pag. 1394 ff.). Die Privatklägerin liess sich bereits am 1. Februar 2021 vernehmen 
(pag. 1399 f.). In der Hauptsache hielt sie an ihrem bisherigen Standpunkt, wonach 
die Voraussetzungen für einen Durchgriff hinsichtlich der drei vom Verfahren be-
troffenen Gesellschaften erfüllt seien, fest. Einzig mit Bezug auf die V.________ 
GmbH räumte sie ein, von dieser Gesellschaft habe das Wirtschaftsstrafgericht 
keine Vermögenswerte eingezogen und solches sei auch im Berufungsverfahren 
von keiner Seite beantragt worden. Sofern Vermögenswerte der V.________ 
GmbH mit Beschlag belegt und noch nicht freigegeben worden seien, hätte das 
wohl zu geschehen. Die Auskunft der AV.________ AG zum Konto der 
V.________ GmbH IBAN ________ vom 9. Februar 2021 (pag. 1403) wurde den 
Parteien am 10. Februar 2021 zugestellt (pag. 1408 ff.). 

Während der Beschuldigte 2 auf eine Stellungnahme zur Eingabe von Rechtsan-
walt Dr. H.________ vom 26. Januar 2021 verzichtete (pag. 1411), verwies der Be-
schuldigte 1 in seiner Eingabe vom 22. Februar 2021 auf die Stellungnahme der 
beschwerten Drittpersonen, welche sich inhaltlich mit seiner Auffassung decke 
(pag. 1413). Die Generalstaatsanwaltschaft liess sich am 19. Februar 2021 ver-
nehmen. In Bezug auf die V.________ GmbH schloss sie sich den Ausführungen 

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der Privatklägerin an und erklärte sich für den Fall, dass noch Vermögenswerte 
dieser Gesellschaft mit Beschlag belegt sein sollten, mit einer Freigabe der Gelder 
einverstanden. Bezüglich der Eingaben der beschwerten Dritten hielt sie fest, dar-
aus hätten sich keine neuen Erkenntnisse ergeben. Sie verwies auf ihre eigenen, 
nach wie vor zutreffenden Ausführungen sowie diejenigen der Privatklägerschaft 
und der Vorinstanz (pag. 1415). Schliesslich reichte Rechtsanwalt Dr. H.________ 
mit Eingabe vom 4. März 2021 – unter Wiederholung des Antrages, die Konten der 
V.________ GmbH seinen sofort freizugeben – noch ein vom 20. März 2012 datie-
rendes Schreiben der AV.________ AG nach (pag. 1418 ff.).

3.7 Nachdem sich die Parteien mit dem von der Verfahrensleitung in Aussicht genom-
menen Vorgehen einverstanden erklärt hatten, schloss die Kammer am 8. März 
2021 das Beweisergänzungsverfahren und stellte den Parteien die schriftliche 
Eröffnung des Urteils in Aussicht.

Hinsichtlich des Kontos der V.________ GmbH IBAN ________ bei der 
AV.________ AG beschloss sie den sofortigen Widerruf der am 13. März 2012 ver-
fügten, aber nie formell aufgehobenen, Kontosperre. Sie wies die AV.________ AG 
an, das Konto unverzüglich zu entsperren und den sich darauf befindlichen Saldo 
der V.________GmbH, zur Verfügung zu halten (pag. 1422 ff.). Mit Schreiben vom 
9. März 2021 bestätigte die AV.________ AG die Freigabe des besagten Kontos 
(pag. 1428).

4. Anträge der Parteien

Für den Beschuldigten 1 stellte Rechtsanwalt B.________ anlässlich der oberin-
stanzlichen Parteiverhandlung folgende Anträge (pag. 1287):

1. A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, 
angeblich mehrfach und in Mittäterschaft mit C.________ begangen im Zeitraum von November 
2010 bis Januar 2011 in BA.________ zum Nachteil der E.________ AG durch 

a) Überweisung von CHF 600'087.15 an die J.________ GmbH (Valuta 24.12.2010),

b) Überweisung von CHF 10'625.00 an A.________ (Valuta 07.01.2011),

c) Überweisung von CHF 273'142.55 an die J.________ GmbH (Valuta 07.01.2011).

2. A.________ sei für die durch das gegen ihn geführte Strafverfahren erlittene Unbill eine Genugtu-
ung zuzusprechen; deren Höhe sei nach gerichtlichem Ermessen und in Würdigung aller Umstän-
de festzusetzen. 

3. A.________ sei eine Entschädigung für Zinskosten für die Aufnahme von Fremdmitteln während 
der Dauer der Vermögenssperre im Gesamtbetrag von CHF 89'083.95 (berechnet per 31.12.2020) 
auszurichten. 

4. Die Zivilklage der Privatklägerin vom 31.07.2018, ev. vom 16.08.2018 sei abzuweisen. 

[5.] Die Verfahrenskosten seien dem Staat Bern aufzuerlegen. 

6. A.________ seien seine Verteidigungskosten zuzüglich MWST gemäss eingereichter Kostennote 
zu ersetzen. 

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7. Die Sperre von Vermögenswerten sei aufzuheben. Die Vermögenswerte seien zu Gunsten der je-
weils wirtschaftlich Berechtigten freizugeben. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass allfällige 
Gebühren für die Kontenführung und / oder Negativzinsen vom Staat Bern zu entschädigen seien.

Der Beschuldigte 2 verwies in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung auf die in 
der Berufungserklärung gestellten Anträge (pag. 934 f.; Hervorhebungen im Origi-
nal): 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil vom 17. August 2018 des Kantonalen Wirtschafts-
strafgerichts in Rechtskraft erwachsen ist in Bezug auf den Freispruch von der Anschuldigung der 
qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, angeblich begangen zwischen dem 06.01.2011 
und dem 10.01.2011 im Deliktsbetrag von CHF 14`500.00 in BA.________ zum Nachteil der 
E.________ AG (gemäss Ill. des Urteils); 

2. C.________ sei freizusprechen von den Anschuldigungen wegen qualifizierter ungetreuer Ge-
schäftsbesorgung zum Nachteil der E.________ AG, angeblich mehrfach begangen 

2.1 am 23.12.2010 in BA.________ im Deliktsbetrag von CHF 600`087.15 (gemäss IV. Ziff. 1. 
des Urteils); 

2.2 am 06.01.2011 in BA.________ im Deliktsbetrag von CHF 10`625.00 (gemäss IV. Ziff. 2. des 
Urteils); 

2.3 am 07.01.2011 in BA.________ im Deliktsbetrag von CHF 273`142 55 (gemäss IV. Ziff. 3. 
des Urteils); 

3. Die Zivilklage sei abzuweisen, evtl. sei sie auf den Zivilweg zu verweisen, unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge; 

4. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen und dem 
Berufungsführer sei eine Entschädigung für die erstinstanzlichen Verteidigungskosten sowie für 
die gesamten oberinstanzlichen Verteidigungskosten gemäss noch separat einzureichender Ho-
norarnote und eine Genugtuung in richterlich zu bestimmen[d]er Höhe, zuzüglich 5% Zins ab 23. 
Dezember 2010 auszurichten.

Staatsanwalt K.________ beantragte für die Generalstaatsanwaltschaft was folgt 
(pag. 1309 f.; Hervorhebungen im Original): 

A. A.________

A.________ sei schuldig zu erklären: 

der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, mehrfach vollendet begangen in der Zeit von 
November 2010 bis Februar 2011, in BA.________, zum Nachteil der E.________ AG, im Gesamtde-
liktsbetrag von CHF 898'354.70 (vollendet)

und in Anwendung der entsprechenden Gesetzesbestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten, davon seien 10 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe 
von 24 Monaten sei der Vollzug aufzuschieben und die Probezeit auf 3 Jahre festzusetzen. 

2. zur Bezahlung der anteilsmässigen Verfahrenskosten vor erster Instanz wie auch vor oberer 
Instanz, unter solidarischer Haftung für den ganzen Betrag (Art. 426 Abs. 1 StPO, Art. 418 Abs. 2 
StPO). 

11

B. C.________

C.________ sei schuldig zu erklären: 

der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, mehrfach vollendet begangen in der Zeit von 
November 2010 bis Februar 2011, in BA.________, zum Nachteil der E.________ AG, im Gesamtde-
liktsbetrag von CHF 898'354.70 (vollendet)

und in Anwendung der entsprechenden Gesetzesbestimmungen

zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten, davon seien 6 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe 
von 20 Monaten sei der Vollzug aufzuschieben und die Probezeit auf 3 Jahre festzusetzen. 

2. zur Bezahlung der anteilsmässigen Verfahrenskosten vor erster Instanz wie auch vor oberer 
Instanz, unter solidarischer Haftung für den ganzen Betrag (Art. 426 Abs. 1 StPO, Art. 418 Abs. 2 
StPO). 

C. Verfügungen

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Die beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte (gem. III. Weitere Angaben der Anklage 
vom 16. Januar 2018,) seien — soweit sie durch eine Straftat erlangt worden sind oder dazu be-
stimmt waren, eine Straftat zu veranlassen oder zu belohnen — einzuziehen und der Verwer-
tungserlös — soweit sie den Geschädigten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes 
ausgehändigt werden können — an die Geschädigten zu restituieren. 

2. Es sei eine Ersatzforderung des Kantons Bern gegenüber den Beschuldigten für nicht mehr vor-
handene Vermögenswerte, die der Einziehung unterlagen, festzusetzen (Art. 71 StGB). 

3. Die bestehenden Kontisperren seien im Hinblick auf die Durchsetzung der Ersatzforderung auf-
rechtzuerhalten. 

4. Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

Die Privatklägerin stellte folgende Anträge (Hervorhebungen im Original): 

I.

Erweiterung/Abänderung der Urteilsdispositiv-Ziffern 11. 3. sowie VII. 1.1.1., 1.1.8, 1.1.9. und 1.2. 
(Einziehung/Ersatzforderungen/ Beschlagnahme):  

1. Es seien die folgenden beschlagnahmten Vermögenswerte der Privatklägerin zuzuweisen und es 
seien dazu die nachfolgend genannten Finanzinstitute anzuweisen, die betreffenden Vermögens-
werte auf ein von der Privatklägerin noch zu bezeichnendes Konto zu überweisen: 

a. mindestens CHF 96.55 des Saldos des Kontos Nr. ________ bei der AX.________, lautend 
auf die J.________ GmbH; 

b. mindestens CHF 334.89 des Saldos des Kontos Nr. ________ bei der AW.________ AG, lau-
tend auf die J.________ GmbH; 

c. CHF 10`625.00 vom Konto Nr. ________ bei der AY.________ AG, lautend auf den Beschul-
digten 1; 

Eventualiter seien die genannten Vermögenswerte einzuziehen; 

12

2. Es seien zur Leistung einer Ersatzzahlung an den Staat zu verpflichten: 

a. die J.________ GmbH und der Beschuldigte 1 unter solidarischer Haftung im Umfang von CHF 
873`229.70, abzüglich allfälliger gemäss Anschlussberufungs-Rechtsbegehren Ziffer 1. a) und 
b) direkt zugewiesener oder eingezogener Beträge; 

b. die I.________ GmbH und die G.________GmbH im Umfang von CHF 840`000.00, unter soli-
darischer Haftung mit dem Beschuldigten 1;

c. der Beschuldigte 1 zusätzlich im Umfang von CHF 10'625.00, abzüglich allfälligem gemäss 
Anschlussberufungs-Rechtsbegehren Ziffer 1. c) direkt zugewiesenem oder eingezogenem Be-
trag; 

3. Es seien der Privatklägerin allfällige von den Beschuldigten zu zahlenden Geldstrafen oder Bus-
sen, die eingezogenen Vermögenswerte gemäss Anschlussberufungs-Rechtsbegehren Ziffer 1 
(Eventualbegehren) sowie die verfügten Ersatzforderungen gemäss Anschlussberufungs-
Rechtsbegehren Ziffer 2 bis zur Höhe der von der Privatklägerin geltend gemachten Zivilforderung 
und in Anrechnung an diese zu Eigentum zuzusprechen; 

Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Privatklägerin unter Vorbehalt und im Umfang der Zu-
sprechung von Ersatzforderungen an sie die Abtretung ihrer Forderungen an den Staat erklärt; 

4. Die mit Verfügungen vom 13. März 2013 angeordneten Sperren der Bankkonten seien, soweit die 
Guthaben nicht gemäss Anschlussberufungs-Ziffer 1 der Privatklägerin zuzusprechen oder einzu-
ziehen sind, zur Sicherung der Ersatzforderungen mindestens bis zu deren vollständiger Bezah-
lung bzw. bis in einem allfälligen Zwangsvollstreckungsverfahren über die Anordnung von Siche-
rungsmassnahmen gemäss Art. 98 SchKG entschieden wurde, aufrechtzuerhalten; 

II.

Abänderung von Urteilsdispositiv-Ziffer VI. 2. (Entschädigung der Straf- und Zivilklägerin):

5. Die Beschuldigten seien unter solidarischer Haftbarkeit zur Bezahlung einer Parteientschädigung 
an die Privatklägerin für das Untersuchungs- und das erstinstanzliche Verfahren von CHF 
122`977.10 zu verpflichten. 

III.

Im Übrigen sei das Urteils der Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts (Kollegialgericht) vom 17. August 
2018 (WSG 18 2+3) zu bestätigen. Die Berufungen der Berufungsführers 1 und 2 seien entsprechend 
vollumfänglich abzuweisen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. 7.7 % MwSt. zulasten der Beschuldigten. 

Schliesslich stellte Rechtsanwalt Dr. H.________ für die beschwerten Dritten die 
folgenden Anträge (pag. 1386):

1.  Die Kontensperren bezüglich der J.________GmbH, der G.________GmbH, der I.________ 
GmbH […] sind [recte: seien] unverzüglich aufzuheben.

2. Den vorgenannten Gesellschaften sei ein angemessener Kostenersatz für die mit diesem Verfah-
ren verbundenen Rechtskosten zuzuerkennen.

Die Verfahrenskosten seien vom Staate Bern zu tragen.

13

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Während die Beschuldigten ihre Berufungen auf die erstinstanzlich ausgefällten 
Schuldsprüche, den Zivilpunkt und die damit verbundenen Folgepunkte beschränk-
ten, richtete die Generalstaatsanwaltschaft ihre Anschlussberufung gegen die erst-
instanzlichen Freisprüche und die ausgefällten Strafen. Die Privatklägerin bean-
standete den Umgang mit der Ersatzforderung, deren Höhe und die ihr erstinstanz-
lich zugesprochene Entschädigung. Das erstinstanzliche Urteil ist somit praktisch 
vollumfänglich angefochten. Einzig die Herausgabe der vier beschlagnahmten ZIP-
Datenträger an den Beschuldigten 2 (Ziff. VII.2 des erstinstanzlichen Dispositivs) ist 
unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Ansonsten ist das erstinstanzliche Urteil 
von der Kammer gesamthaft zu überprüfen. Sie verfügt dabei über volle Kognition 
(Art. 398 der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2005; StPO; 
SR 312.0). Angesichts der seitens der Generalstaatsanwaltschaft und der Privat-
klägerschaft erhobenen Anschlussberufungen kann das Urteil auch zu Ungunsten 
der Beschuldigten abgeändert werden. Das in Art. 391 Abs. 2 StPO verankerte 
Verschlechterungsverbot kommt vorliegend nicht zur Anwendung.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Den Beschuldigten wird mit Anklageschrift vom 16. Januar 2018 (pag. 001 ff.) 
mehrfache, in Mittäterschaft begangene qualifizierte ungetreue Geschäftsführung 
vorgeworfen. Dabei sollen der Beschuldigte 1 als einzelzeichnungsberechtigtes 
Verwaltungsratsmitglied, Mitaktionär und CEO der E.________ AG und der Be-
schuldigte 2, als einzelzeichnungsberechtigtes Geschäftsleitungsmitglied und Fi-
nanzchef der E.________ AG, im Zeitraum zwischen November und Januar 2011 
diverse Handlungen vorgenommen haben, die in Verletzung ihrer Sorgfalts- und 
Treuepflichten zu ihrer Bereicherung bzw. zur Schädigung der E.________ AG ge-
führt hätten. 

Gegenstand des Verfahrens sind insbesondere drei – nachfolgend vereinfacht um-
schriebene – Transaktionen:

(1) Am 23. Dezember 2010 sollen die Beschuldigten die Saldierung eines zuvor im 
Namen der E.________ AG eröffneten (und vor den übrigen Verwaltungsräten 
geheim gehaltenen) Kontos (nachfolgend zuweilen als Geheimkonto bezeich-
net) veranlasst und die sich darauf befindlichen CHF 600'087.15 an eine einzig 
vom Beschuldigten 1 beherrschte Gesellschaft überwiesen haben. Da diese 
Überweisung weder auf eine vertragliche noch eine gesetzliche Grundlage 
zurückgegangen sei und auch keine Gegenleistungen erbracht worden seien, 
hätten die Beschuldigten der E.________ AG so einen Vermögensschaden im 
besagten Umfang verursacht (Ziff. II.1.2 der Anklageschrift). 

(2) Im Wissen um seine für den 6. Januar 2011 traktandierte Abwahl als CEO der 
E.________ AG und der Beschränkung seiner Einzelzeichnungsberechtigung 
habe der Beschuldigte 1 der nämlichen Gesellschaft am 2. Januar 2011 sein 
Verwaltungsratshonorar pro 2011 von CHF 10'625.00 in Rechnung gestellt. Der 

14

Beschuldigte 2, der Kenntnis von dieser Situation gehabt habe, habe die Rech-
nung visiert und die Überweisung ab einem Konto der E.________ AG auf ein 
persönliches Konto des Beschuldigten 1 veranlasst. Da der Beschuldigte 1 un-
mittelbar nach der Verwaltungssitzung vom 6. Januar 2011 aus dem Verwal-
tungsrat ausgetreten sei, habe der Zahlung der E.________ AG keine Gegen-
leistung entgegengestanden. Mit ihren Handlungen hätten die Beschuldigten 
der E.________ AG Vermögensschaden in der Höhe des ausbezahlten Verwal-
tungsratshonorars zugefügt (Ziff. II.1.3 der Anklageschrift).

(3) Nach Absprache mit dem Beschuldigten 1 habe der Beschuldigte 2 am 7. Ja-
nuar 2011 – und damit nach dem Entzug seiner Zeichnungsberechtigung – wei-
tere CHF 273'142.55 von einem Konto der E.________ AG auf das Konto einer 
vom Beschuldigten 1 beherrschten Gesellschaft überwiesen, ohne dass es 
dafür eine gesetzliche oder vertragliche Grundlage gegeben habe oder der 
Zahlung eine Gegenleistung gegenübergestanden sei. Deshalb hätten die Be-
schuldigten der E.________ AG wiederum einen Vermögensschaden zugefügt 
(Ziff. II.1.4 der Anklageschrift). 

Schliesslich sollen die Beschuldigten gemäss Ziff. II.1.5 der Anklageschrift die 
E.________ AG im Umfang von weiteren CHF 14'500.00 geschädigt haben, indem 
sie deren Mobiliar und IT-Infrastruktur zunächst zu tief bewertet und anschliessend 
zu einem wesentlich zu tiefen Preis an eine ausschliesslich vom Beschuldigten 1 
beherrschte Gesellschaft übertragen hätten. 

7. Vorbemerkungen

Neben den oben umschriebenen Vorwürfen beleuchtet die Anklageschrift im Rah-
men der Ziffern I. (Vorbemerkung) und II.1.1 (Vorausgehender Sachverhalt) diverse 
Umstände, welche für die strafrechtliche Beurteilung von Relevanz sind. Es sind 
dies einerseits Geschehnisse, welche den vorliegend zu beurteilenden Transaktio-
nen zeitlich vorausgehen. Andererseits ist es die Entwicklung des Verhältnisses der 
Aktionäre der E.________ AG zueinander, wobei insbesondere die zunehmend 
schwierige Beziehung zwischen R.________ und dem Beschuldigten 1 bzw. die 
Ereignisse, die schliesslich zum Bruch zwischen den beiden geführt haben, von 
besonderer Bedeutung sind. 

Die unter strafrechtlichen Gesichtspunkten zu beurteilenden Handlungen der Be-
schuldigten sind sodann nicht ohne den firmengeschichtlichen Hintergrund der 
E.________ AG bzw. denjenigen der diversen anderen Gesellschaften im jeweili-
gen Einflussbereich des Beschuldigten 1 und R.________ zu verstehen.

Diesen Themenbereichen nahm sich die Vorinstanz in einem allgemeinen Teil an 
und würdigte die vorhandenen Beweismittel ein erstes Mal. Sie orientierte sich da-
bei an den Vorbemerkungen (Ziff. I) und dem als «vorausgehender Sachverhalt» 
(Ziff. II.1.1) bezeichneten Teil der Anklageschrift. Auf ihre Zusammenfassung der 
vorhandenen Beweismittel (S. 16-48 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 796-828) sowie die allgemeinen Ausführungen zu den Grundsätzen der Be-
weiswürdigung (S. 48 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 828) ist bereits 
an dieser Stelle zu verweisen. In einem daran anschliessenden besonderen Teil 

15

griff die Vorinstanz die konkreten Tatvorwürfe auf und würdigte die dafür relevanten 
Beweismittel. 

Auch die Kammer schliesst sich im Grundsatz dem Aufbau der Vorinstanz an und 
nimmt die konkreten Vorwürfe erst nach einem einleitenden Teil auf. Da der zeitli-
che Aspekt für die strafrechtliche Beurteilung der Handlungen der Beschuldigten 
vielerorts von entscheidender Bedeutung ist, geht die Kammer chronologisch vor 
und nimmt die Anklagepunkte jeweils im Kontext mit den Entwicklungen innerhalb 
der Gesellschaften bzw. mit den Spannungen auf, die zwischen den Aktionären 
immer wieder auftraten. Die Ausführungen beschränken sich dabei auf jene Teile, 
die für das Verständnis als erforderlich erachtet werden oder seitens der Parteien 
umstritten sind. 

Gegenstand des vorliegenden Strafverfahrens sind einzig die den Beschuldigten 
vorgeworfenen Sachverhalte. Deshalb geht die Kammer auch nicht näher auf die 
diversen abgeschlossenen oder noch hängigen Verfahren («Verfahren Datenklau» 
W 12 61; Schiedsverfahren; Strafverfahren im Zusammenhang mit der 
O.________AG in Liq: W 17 343; W 19 468) ein, in welchen sich die Parteien auch 
noch gegenüberstehen bzw. gegenüberstanden.

8. Gesellschaften

Die Vorinstanz hat vorab eine Übersicht der Gesellschaften erstellt, welche im Ein-
flussbereich des Beschuldigten 1 oder von R.________ standen/stehen und welche 
die relevanten Veränderungen im Bereich der Firmenbezeichnungen, der Gesell-
schaftsverhältnisse und der Zeichnungsberechtigungen nachvollziehbar erklären. 
Auf ihre zutreffenden Erwägungen ist zu verweisen (S. 16-18 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 796-798). Im Interesse einer besseren Übersichtlichkeit 
wird die zusammenfassende tabellarische Aufstellung der Vorinstanz integral über-
nommen (S. 16 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 796 f.):

Heutige Firma Frühere Firmen-
bezeichnung(en)

Relevante Gesellschafts-
verhältnisse

Zeichnungs-
berechtigung

E.________ AG 
(E.________ AG)

W.________AG R.________ (40%), 
A.________ (32.5%), 
X.________ (27.5%)*

A.________*, 

C.________*, 
R.________, 
X.________

J.________GmbH AH.________ Ltd;
N.________AG

A.________*, X.________*
G.________GmbH

A.________, 
C.________

I.________GmbH Y.________Gmb
H

A.________*, 

X.________*, andere*,

G.________GmbH

A.________, 
C.________

G.________GmbH A.________
(neu: Z.________)

A.________

AA.________AG R.________, 
AB.________,
AC.________

O.________AG AD.________AG R.________, 

16

A.________*, 

C.________*

AE.________AG AF.________AG R.________, 
AB.________
AC.________

*frühere Verhältnisse

Was die Funktionen und damit verbunden die Befugnisse der beiden Beschuldigten 
innerhalb der Gesellschaften angeht (wie sie in Ziff. I.a. und I.b. der Anklageschrift 
beschrieben sind), führte die Vorinstanz in Ziff. 2.2.4 (S. 56 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 836 f.) aus:

Unbestritten, bzw. aufgrund der oben zitierten Dokumente erstellt ist, dass A.________ wie in Ziff. I.a. 
der Anklageschrift umschrieben, in der fraglichen Zeitspanne einzelzeichnungsberechtigter Verwal-
tungsrat der E.________ AG, der N.________AG, der I.________ GmbH und der G.________GmbH 
war bzw. teilweise nach wie vor ist. Auch die Übertragung der Aktien bzw. Stammanteile der 
I.________ GmbH bzw. der J.________ GmbH (N.________AG) auf die G.________GmbH bereits 
am 10. September 2010, und damit vor dem endgültigen Bruch mit R.________, ist aufgrund der sich 
in den Nebenakten befindlichen Dokumente erstellt. Auch die in Ziff. I.b. umschriebenen Sachverhalte 
sind unbestritten: C.________ verfügte über die genannten Zeichnungsberechtigungen und sein Ar-
beitsvertrag wurde per 1. April 2010 von der E.________ AG auf die damalige N.________AG über-
tragen (heute J.________ GmbH), wobei er faktisch weiterhin CFO der E.________ AG war.

Diesen Ausführungen schliesst sich die Kammer an, sie sind auch oberinstanzlich 
nicht bestritten. 

9. Firmengeschichte der E.________ AG und Entwicklungen 

9.1 Gründung der E.________ AG

Die Umstände, unter welchen sich die drei späteren Aktionäre der E.________ AG 
(der Beschuldigte 1, R.________ und X.________) kennenlernten, werden von al-
len Parteien unterschiedlich geschildert. Die Vorinstanz hat die verschiedenen 
Standpunkte zutreffend zusammengefasst (S. 48-50 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung, pag. 828-830). Wie sie weiter zutreffend festhält, sind diese Ereignis-
se für die weitere Beurteilung der vorliegenden Vorwürfe von untergeordneter Be-
deutung. Wesentlich und unbestritten bzw. erstellt ist (S. 49 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 829), dass R.________ im Herbst 2005 32,5% der Aktien der 
E.________ AG gratis an A.________ und 27,5% der Aktien ebenso gratis an X.________ abtrat. 
Dieser wurde zum Verwaltungsratspräsidenten, während A.________ zum CEO ernannt wurde und 
R.________ sich die Rolle des Chief Operating Officer (COO) gab. R.________ brachte seine beiden 
Sparten "BE.________" und "BF.________" in die Partnerschaft ein, während A.________ zumindest 
zu Beginn "bloss" seine guten Geschäftskontakte, sein Netzwerk und "seriösen" Kunden und 
X.________ sein juristisches Wissen und seine Verbindungen zur Werbung und zur BG.________ 
einbringen konnten. Dabei gilt es festzuhalten, dass zum damaligen Zeitpunkt der Kundenstamm von 
A.________ noch sehr überschaubar war. Angesichts dessen, dass die E.________ AG zuvor im Al-
leineigentum von R.________ gestanden hatte, er die von Anfang an gewinnbringenden Geschäftstei-
le einbrachte und er auch die meisten Aktien behalten konnte, erachtet das Gericht als erstellt, dass 

17

er damals die treibende Kraft war und A.________ auf dessen Infrastruktur und technisches Know-
How angewiesen war.

9.2 Aktionärbindungsvertrag und anfängliche Zusammenarbeit

Ihre Verbindung innerhalb der E.________ AG regelten die drei Aktionäre und 
neuen Geschäftspartner mit dem Aktionärbindungsvertrag vom 12./14. Dezember 
2005 (pag. 04 002 032 ff.). Der Inhalt wurde von der Vorinstanz in Ziff. 1.3.4. Bst. a 
(S. 21 f. der Urteilsbegründung, pag. 801 f.) zutreffend wiedergegeben. Speziell zu 
erwähnen sind an dieser Stelle einzig das strikte Konkurrenzverbot (Ziff. V.3 des 
Aktionärbindungsvertrags) und die vereinbarte feste Mindestdauer bis Ende 2010 
(Ziff. XI.4 des Aktionärbindungsvertrags: «Die vorliegende Vereinbarung bleibt fest 
in Kraft bis Ende des Jahres 2010 und verlängert sich anschliessend auf unbe-
stimmte Zeitdauer, wobei alle Parteien diesen Vertrag unter Einhaltung einer Kün-
digungsfrist von 6. Monaten auf das Ende eines jeden Kalenderjahres, frühestens 
per 31. Dezember 2011, aufkündigen können.»).

Anfänglich schien die Zusammenarbeit der Aktionäre zu funktionieren; zumindest 
entwickelten sich die Geschäfte der E.________ AG von Anfang an erfreulich, wie 
die Vorinstanz zutreffend erwog (S. 50 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 830): Bereits 2006 konnte in der Jahresrechnung ein Gewinn von CHF 15'480.00 ausgewiesen 
werden, dies trotz der Vornahme von Abschreibungen, 2007 stieg der Reingewinn auf 
CHF 24'487.00. Auch 2008 gab es einen moderaten Anstieg des Reingewinns auf CHF 28'924.00 und 
2009 wurde in der revidierten Jahresrechnung gar ein Reingewinn von CHF 169'597.00 ausgewiesen.

Während der Beschuldigte 1 die Kunden in der Schweiz betreute, war R.________ 
der Mann für das Technische. Er verfügte in diesem Bereich nicht nur über ein be-
trächtliches Know-how (vgl. dazu beispielsweise die Aussagen des Beschuldigten 1 
auf pag. 05 001 002 Z. 28), sondern erbrachte mit den sich in seinem Einflussbe-
reich befindlichen bc.________ (im Ausland angesiedelten) Firmen auch die ent-
sprechenden IT-Leistungen. Dies zu vermutlich besseren Konditionen, als wenn für 
die Leistungserbringung lokale Unternehmen beigezogen worden wären. 

9.3 Einstellung des Beschuldigten 2

Am 29. August 2007 schloss der Beschuldigte mit der E.________ AG einen Ar-
beitsvertrag. Darin steht in Ziff. III: «Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, die ihm 
übertragenen Arbeiten sorgfältig auszuführen und die berechtigten Interessen der 
Arbeitgeberin in guten Treuen zu wahren.» (pag. 3030 037). In der Folge amtete 
der Beschuldigte 2 bei der E.________ AG als CFO und verfügte in dieser Eigen-
schaft über eine Einzelzeichnungsberechtigung. 

Wie bereits von der Vorinstanz zutreffend ausgeführt (S. 56 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 836), gaben beide Beschuldigten übereinstimmend an, sie 
hätten sich beim Vorstellungsgespräch kennengelernt und danach ein ausschliess-
lich geschäftliches Verhältnis gepflegt, so wie es ein CEO zu seinem CFO eben 
habe. Nicht weiter bestritten ist, dass der Beschuldigte 2 dem Beschuldigten 1 «be-
ratend und unterstützend» zur Seite stand und als CFO umfassend über den Ge-
schäftsgang der einzelnen Firmen informiert war. Anders als von X.________ in 
den Raum gestellt, verneinten die beiden Beschuldigten das Vorliegen einer per-
sönlichen Freundschaft. Immerhin arbeitet der Beschuldigte 2 auch heute noch in 

18

geringem Umfang für den Beschuldigten 1, obwohl er nicht mehr bei dessen Fir-
men angestellt ist (pag. 1234 Z. 32-35). Mit der Vorinstanz geht aber auch die 
Kammer insgesamt davon aus, dass das Verhältnis zwischen den eine vertrauens-
volle Zusammenarbeit nicht überstieg.

Aufgrund der hierarchischen Stellung in den jeweiligen Unternehmen ist offensicht-
lich, dass der Beschuldigte 1 gegenüber dem Beschuldigten 2 weisungsbefugt war. 
Dies ändert indessen nichts daran, dass die beiden Beschuldigten die wesentlichen 
Entscheidungen gemeinsam absprachen und sich in verschiedenen Bereichen ko-
ordinierten (so der Beschuldigte 1 explizit anlässlich der erstinstanzlichen Verhand-
lung auf pag. 626 Z. 155-167). Wie bereits in früheren Einvernahmen gab der Be-
schuldigte 2 auch anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung an, sie («wir» 
[gemeint er und der Beschuldigte 1]) hätten mit der Eröffnung des Geheimkontos 
versucht, einem Zugriff von R.________ Einhalt zu gebieten (pag. 1235 Z. 44 f.). Er 
gab des Weiteren unumwunden zu, er habe den Beschuldigten 1 bei den Verhand-
lungen zur Ausgleichung der seitens der bc.________ Firmen bezogenen Mehrbe-
träge unterstützt und auch bei der Ausarbeitung der Vorschläge mitgewirkt, welche 
sie R.________ mit Mail vom 22. November 2010 (vgl. dazu Ziff. 11.2 hiernach) un-
terbreitet hätten. Zur Rechtfertigung dieser Differenzzahlung berief er sich sodann 
auf die Vereinbarung vom 29. Mai/26. Juni 2010 (pag. 1237 Z. 24 f.), welche der 
Beschuldigte 1 mit R.________ abgeschlossen hatte (und worin grundsätzlich strik-
tes Stillschweigen gegenüber Dritten vereinbart worden war [Ziff. 10 der Vereinba-
rung]). Diese Aussagen zeigen beispielhaft, dass der Beschuldigte 2 nicht blosser 
Weisungsempfänger war. Vielmehr wurde er in die wichtigen Geschäftsentscheide 
eingebunden, wo er eigene Reflexionen anstellte und einbrachte, die vom Beschul-
digten 1 auch geschätzt wurden (vgl. dazu auch dessen Aussage auf pag. 05 002 
032 Z. 488-492 oder pag. 626 Z. 155 ff.). 

10. Spannungen innerhalb der E.________ AG 

10.1 Anfängliche Annäherung zwischen R.________ und dem Beschuldigten 1

Während das vornehmlich von R.________ betriebene «BE.________- und 
BF.________-Geschäft» hochrentabel war, nahm sich der Beschuldigte 1 den «se-
riösen» Kunden in der Schweiz an und baute diesen Bereich aus. Dass er dies re-
lativ erfolgreich tat, zeigt sich mitunter an der Akquisition zahlreicher Grosskunden 
wie beispielsweise der AN.________, AO.________, AS.________, AT.________ 
und AU.________. Auch wenn die E.________ AG für die technische Unterstüt-
zung nach wie vor auf die Dienste der im Einflussbereich von R.________ stehen-
den bc.________ Firmen zurückgriff, war es der Beschuldigte 1, welcher den 
Grosskunden in der Schweiz entgegentrat und die E.________ AG so gegen aus-
sen verkörperte. 

Die Privatklägerin machte in ihrer Strafanzeige geltend, der Beschuldigte 1 habe 
sich ab Anfang 2009 distanziert und die übrigen Verwaltungsräte nicht mehr mit 
den nötigen Informationen versorgt. Wie die Vorinstanz diesbezüglich zutreffend 
erwog (S. 50 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 830 f.), machte der 
Beschuldigte 1 bei seinen Einvernahmen kein Geheimnis daraus, dass er sich als 
treibende Kraft bzw. federführende Person bei der E.________ AG sah. In diesem 

19

Sinne gab er zu Protokoll, er sei E.________AG und der mache daher keine Unter-
scheidung zwischen E.________AG und N.________AG (pag. 05 001 003 Z. 86 
f.). Es ist mit der Vorinstanz anzunehmen, dass der Beschuldigte 1 auch 
R.________ und X.________ mit diesem Verständnis gegenübertrat. Weiter schien 
er seinen Beitrag am Erfolg der E.________ AG höher zu gewichten, als das Zutun 
seiner beiden Mitaktionäre. In diesem Sinne führte er zumindest aus, R.________ 
habe zwar 100% Lohn von der E.________ AG bezogen, sich aber nur zu ca. 10% 
seiner Arbeitszeit um sie gekümmert (pag. 05 001 010 Z. 340 f.), während 
X.________ ohnehin nur zwei Mal im Jahr in der Firma aufgetaucht sei (pag. 05 
001 005 Z. 166 f.). 

Umgekehrt hatten auch die beiden anderen Verwaltungsräte ihre Vorbehalte be-
züglich der Entwicklung der Zusammenarbeit. Aus der vorhandenen E-Mail Korre-
spondenz ergibt sich beispielsweise, dass R.________ – der offensichtlich einen 
grossen Teil seiner Zeit in BC.________ verbrachte – immer wieder sein Unver-
ständnis darüber ausdrückte, weshalb die E.________ AG nicht mehr Gewinn ab-
werfe. X.________ – der von seinen Mitaktionären als Mann im Hintergrund ohne 
technisches/fachliches Know-how verstanden wurde – monierte auf der einen Seite 
seine mangelnde Involvierung und den mangelnden Informationsfluss bezüglich 
der vom Beschuldigten 1 betreuten Projekte, warf R.________ auf der anderen 
Seite aber verschiedentlich Verletzungen des Aktionärbindungsvertrags vor (vgl. 
dazu z.B. die E-Mail Korrespondenz und Protokoll der Verwaltungsratssitzung vom 
26. Juni 2009 [pag. 04 002 055-04 002 059] und die E-Mails von X.________ von 
Anfang 2010).

Diese Reibereien mögen dazu geführt haben, dass mit dem Beschuldigten 1 und 
R.________ die beiden aktiveren Gesellschafter Anfang 2010 das Ziel ins Auge 
fassten, X.________ auszukaufen und klare Regeln für eine gemeinsame geschäft-
liche Zukunft zu definieren. Sie begannen darum unter Beizug von Rechtsanwalt 
Q.________ eine entsprechende Vereinbarung auszuarbeiten (vgl. Mail von 
R.________ vom 9. März 2010; pag. 07 300 157 ff.).

10.2 Absichtserklärung vom 26. März 2010

Die Verhandlungen führten in einem ersten Schritt zur Absichtserklärung vom 
26. März 2010 zwischen dem Beschuldigten 1 und R.________ (pag. 05 001 046 
ff.). Diese wurde von der Vorinstanz zutreffend zusammengefasst (S. 22 f. und 51 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 802 f. und 831):

R.________ und A.________ vereinbarten darin, die Aktien von X.________ zu einem Preis von rund 
CHF 500'000.00 abzukaufen und sie so unter sich zu verteilen, dass danach beide je 50% halten 
würden. Sie beschlossen weiter, für die E.________ AG neue Strukturen zu schaffen, die insbesonde-
re beinhalteten, dass die aktuellen Angestellten der E.________ AG zu einer Gesellschaft von 
A.________ oder R.________ wechseln sollten und dass sowohl die Leistungen, welche das von 
A.________ übernommene Personal für die E.________ AG erbringen werde, als auch die Leistun-
gen, die aus BC.________ für die E.________ AG erbracht würden, bis Ende 2010 je mit einer mo-
natlichen Pauschalzahlung von CHF 120'000.00 entschädigt werden sollten. Weiter vereinbarten sie, 
dass neue Verträge nur noch im Einverständnis beider Parteien abgeschlossen werden dürften und 
dass das Zeichnungsrecht auf kollektiv zu zweien geändert werden sollte. 

20

Wie von der Privatklägerin vorgebracht und auch von der Vorinstanz festgehalten, 
entfaltet diese Absichtserklärung für die E.________ AG keine Wirkung und kann 
insbesondere nicht als Begründung dafür herhalten, ein für sie potentiell schädli-
ches Rechtsgeschäft abzuschliessen (S. 51 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 831). Mit anderen Worten entband diese Vereinbarung den Beschuldig-
ten 1 nicht von seinen Pflichten als Verwaltungsrat der E.________ AG gemäss 
Art. 717 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivil-
gesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht; OR; SR 220).

Obwohl es sich erst um eine Absichtserklärung handelte, die in verschiedenen 
Punkten noch konkretisiert werden sollte und vom (zu diesem Zeitpunkt noch nicht 
konkretisierten) Kauf der Aktien von X.________ abhängig war, schickte sich der 
Beschuldigte 1 umgehend an, das Vereinbarte umzusetzen. Im Einzelnen firmierte 
er die mittlerweile ihm allein gehörende AH.________ Ltd. in N.________AG um, 
übertrug per 1. April 2010 sämtliche Anstellungsverhältnisse der Mitarbeitenden der 
E.________ AG – darunter jenes des Beschuldigten 2 – auf die N.________AG 
und liess dieser ab den Bankkonten der E.________ AG monatlich 
CHF 120'000.00 überweisen. Wie den Bank-/Buchhaltungsunterlagen zu entneh-
men ist, erfolgte die Überweisung dabei jeweils am 20. des Monats (pag. 05 002 
089). Dass er mit «N.________AG» für sein neues Unternehmen einen Namen 
wählte, der gegenüber der E.________ AG hochgradig verwechselbar war, ist of-
fensichtlich und wurde von R.________ mit E-Mail vom 10. Mai 2010 (pag. 04 003 
012) oder auch von dessen Anwalt mit E-Mail vom 12. Mai 2010 (pag. 04 003 133) 
beanstandet. Auch Logo, Briefpapier und sonstiger Auftritt der N.________AG ge-
gen aussen waren demjenigen der E.________ AG zum Verwechseln ähnlich. So-
gar die Mitarbeiter hatten gemäss der Aussage von AI.________ teilweise Mühe zu 
verstehen, für wen sie gerade Arbeiten erledigt hatten (pag. 07 300 063). Indem 
R.________ und der Beschuldigte 1 diese Vorgänge vor X.________ geheim hiel-
ten, wandten sie sich vom Vorgehen ab, welches im Aktionärbindungsvertrag für 
entsprechende Vorgänge vorgesehen war. 

10.3 Vereinbarung vom 29. Mai/26. Juni 2010

Weil die Absichtserklärung die künftige Zusammenarbeit von R.________ und dem 
Beschuldigten 1 nur in der Form eines Entwurfs regelte, verhandelten die beiden in 
der Folge – wiederum unter Einbezug von Rechtsanwalt Q.________ – über eine 
Geheimvereinbarung (pag. 04 002 060 ff.). 

Inhaltlich entspricht die von der Vorinstanz ebenfalls korrekt zusammengefasste 
Vereinbarung (S. 23 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 803 f) in wei-
ten Teilen der zuvor abgeschlossenen Absichtserklärung. Weshalb die Vertrags-
partner nun plötzlich davon ausgingen, X.________ die Aktien zum Nominalwert 
(von CHF 27‘500.00) abkaufen zu können, ist vor dem Hintergrund der früher dis-
kutierten Verkaufspreise (z.B. im Mail von R.________ vom 9. März 2010; pag. 07 
300 157 ff.) nicht nachvollziehbar und sollte sich in den nächsten Monaten denn 
auch als unmöglich herausstellen. 

Trotz des Abschlusses der «Geheimvereinbarung» und der Auslagerung des Per-
sonals auf die N.________AG kehrte unter den Aktionären keine Ruhe ein. Wie 

21

auch die Vorinstanz zutreffend ausführt (S. 53 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 833), könnte dies einerseits daran gelegen haben, dass sich der Kauf 
der Aktien von X.________ schwieriger gestaltete, als R.________ und der Be-
schuldigte 1 antizipiert hatten (vgl. dazu z.B. das Mail von Rechtsanwalt 
Q.________ an den Beschuldigten 1 vom 28. Oktober 2010 [Kopie an R.________] 
mit den Gegenvorschlägen von X.________ zum Verkauf der Aktien für 
CHF 440'000.00; pag. 3044 088 f.). Andererseits offenbarten sich in dieser Zeit die 
teilweise stark divergierenden Ansichten des Beschuldigten 1 und von R.________ 
bezüglich der Regeln der künftigen Zusammenarbeit und der Abgeltung der Leis-
tungen der sich in ihrem jeweiligen Machtbereich befindlichen Unternehmen durch 
die E.________ AG.

Beispielhaft wird im Mailwechsel zwischen R.________ und dem Beschuldigten 1 
vom 25./26. Oktober 2010 (pag. 3044 016 ff.) über ein Missverständnis in der 
Handhabung der Pauschalleistungen gesprochen, welches bereinigt werden müs-
se. Beide schienen dabei aber nach wie vor vom Vorgehen überzeugt, welches mit 
der Absichtserklärung in Angriff genommen und mit der Geheimvereinbarung fort-
gesetzt worden war. Daraufhin deutet zumindest, dass beide Parteien betonten, 
der Fokus müsse auf einer fairen Lösung für das Jahr 2011 liegen. Nur wenige Ta-
ge später sprach dann aber der Beschuldigte 1 in einer Mail vom 3. November 
2010 an Rechtsanwalt Q.________ (mit Kopie an X.________) von einer Trennung 
und bot R.________ seine Aktien zum Kauf an. Begründend führte er aus, er sei 
verwirrt vom stetigen Hin und Her von R.________ und es werde nicht mit offenen 
Karten gespielt (pag. 3044 087 ff.).

11. Weitere Geschehnisse/Entwicklungen, die schliesslich zur Trennung der Ak-
tionäre und zur Einleitung des Strafverfahrens führten

11.1 Eröffnung des Geheimkontos

11.1.1 Ausgangslage und Standpunkte der Parteien

Kurz nach dem erwähnten Mail vom 3. November 2010 und damit mitten in einer 
Phase, in welcher die Klärung einer künftigen Zusammenarbeit anstand bzw. die 
Bedingungen einer solchen geklärt werden sollten, eröffnete der Beschuldigte 2 bei 
der AX.________ am 9. November 2010 ein neues Konto (Konto Nr. IBAN 
________) lautend auf die E.________ AG. Auf der Ebene des Sachverhalts nicht 
(mehr) bestritten ist, dass sowohl die Eröffnung, als auch die Speisung des Kontos 
mit CHF 600'000.00 von einem Konto der E.________ AG bei der AW.________ 
AG, welche der Beschuldigte 2 am Folgetag (dem 10. November 2010) veranlass-
te, nach Absprache mit dem Beschuldigten 1 erfolgte. Die Beschuldigten bestreiten 
weiter nicht, die Existenz dieses Kontos vor den beiden anderen Verwaltungsräten 
der E.________ AG geheim gehalten zu haben. Dies ergibt sich sodann eindeutig 
aus der «falschen» E-Mail, welche der Beschuldigte 2 am 16. Dezember 2010 an 
R.________ sandte und über die er den Beschuldigten 1 umgehend informierte 
(pag. 3044 071). Eine Vollmacht für dieses Konto erteilten die Beschuldigten nur 
sich selber. 

Während sowohl die Generalstaatsanwaltschaft als auch die Vorinstanz die Eröff-
nung des Kontos mit den späteren strafrechtlich zu beurteilenden Transaktionen in 

22

Verbindung brachten, stellten sich die Beschuldigten auch im oberinstanzlichen 
Verfahren auf den Standpunkt, damit im besten Interesse der E.________ AG ge-
handelt zu haben. Als Begründung hierfür brachten sie vor, R.________ habe ge-
genüber dem Beschuldigten 1 durchblicken lassen, CHF 500'000.00 von der 
E.________ AG abziehen zu wollen. Da er über eine Einzelzeichnungsberechti-
gung verfügt habe, wäre dies für ihn auch einfach zu bewerkstelligen gewesen. Um 
die E.________ AG vor einem entsprechenden Zugriff zu schützen, habe man das 
Geld – welches für den Kauf der Aktien von X.________ vorgesehen gewesen sei 
– in einem ersten Schritt versteckt und es anschliessend für die Begleichung von 
offenen Verbindlichkeiten verwendet. 

11.1.2 Erwägungen der Kammer

Wie von der Vorinstanz – auf deren Ausführungen ergänzend zu verweisen ist 
(S. 66 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 846 f.) – dargelegt, sind 
auch für die Kammer keine plausiblen Gründe für das Vorgehen der Beschuldigten 
auszumachen. Zunächst gibt es in den Akten weder Hinweise darauf, dass 
R.________ jemals einen entsprechenden Willen gegenüber dem Beschuldigten 1 
geäussert hätte, noch sind Versuche eines tatsächlichen Zugriffs dokumentiert; 
dies obwohl der Beschuldigte 1 in dieser Zeit gegenüber R.________ auf eine ent-
sprechende Anfrage hin (fälschlicherweise) ein Konto mit mehr als CHF 700'000.00 
an flüssigen Mitteln offengelegt hatte (E-Mail vom 16. Dezember 2010, pag. 3044 
071). Das von den Beschuldigten gewählte Vorgehen erscheint des Weiteren äus-
serst unüblich, um einen Zugriff, wie sie ihn angeblich befürchteten, zu verhindern. 
Viel einfacher und transparenter wäre es gewesen, die Befürchtung in den Verwal-
tungsrat zu tragen, um dort geeignete Vorkehrungen zu treffen. Indem die beiden 
Beschuldigten dies nicht taten, sondern das neu erstellte Konto für sich behielten 
und bei einer konkreten Anfrage zu den bestehenden Konten bzw. den aktuellen 
Kontoständen gar aktiv verheimlichten (besagte E-Mail vom Beschuldigten 2 an 
den Beschuldigten 1 vom 16. Dezember 2010, pag. 3044 071), entsteht der Ein-
druck, dass es ihnen nicht in erster Linie darum ging, die E.________ AG vor 
R.________ zu schützen, sondern dass sie sich die flüssigen Mittel für allfällige 
spätere Transaktionen erhalten wollten. Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn man 
sich die weiteren Entwicklungen vor Augen führt und sich vergegenwärtigt, wie die 
Gelder schliesslich verwendet wurden.

Auch das diesbezüglich ausweichende Aussageverhalten bzw. die sich nachträg-
lich als teilweise falsch herausstellenden Aussagen des Beschuldigten 1 deuten 
darauf hin, dass er sich über die problematischen Zusammenhänge durchaus im 
Klaren war. So gab er bei seiner ersten Befragung beispielsweise noch an, er kön-
ne nichts zu der Überweisung der CHF 600'000.00 sagen (pag. 05 001 011 
Z. 378). Vielleicht habe der Beschuldigte 2 die Zahlung veranlasst (pag. 05 001 011 
Z. 381). Er könne auch nichts dazu sagen, weshalb der Beschuldigte 2 das Konto 
gegenüber R.________ nicht genannt habe (pag. 05 001 012 Z. 402 f.). Nachdem 
er bei seiner zweiten Einvernahme weitgehend die Aussagen verweigert hatte 
(pag. 05 001 063 ff.), las er zu Beginn der dritten Befragung eine Stellungnahme 
vor (pag. 05 001 127 Z. 20 ff.) und äusserte sich danach wiederum ausweichend: 
Er könne weder sagen, warum gerade CHF 600'000.00 transferiert worden seien, 

23

noch wo der Betrag heute sei bzw. was der Grund für die Saldierung gewesen sei 
(pag. 05 001 138 Z. 446 ff.). 

11.2 Weitere Entwicklungen: Unklarheit bezüglich der Zusammenarbeit im Jahr 2011 
und Streit über Pauschalleistungen

Mitte November drängten die neuen Geschäftsführer der bc.________ Partnerun-
ternehmen, AC.________ und AB.________, darauf, endlich eine verbindliche 
schriftliche Regelung für die Abgeltung ihrer Leistungen für die E.________ AG im 
Jahr 2011 zu treffen. Ansonsten werde man die bisher für die E.________ AG ein-
gesetzten Ressourcen verschieben (Mail vom 11. November 2010; pag. 3044 006 
f.). Nachdem sich der Beschuldigte 1 bei AC.________ über R.________ und seine 
Spielchen beschwert hatte, wurde für den 16. November 2010 ein gemeinsames 
Treffen (ohne R.________) in BA.________ vereinbart (pag. 3044 06). Dieses Tref-
fen fand offenbar statt und wurde von AC.________ in der Email vom 19. Novem-
ber 2010 zusammengefasst (pag. 3044 004 f.). Sie hielt fest, im Jahr 2010 habe 
man auf einer mündlichen Zusicherung von R.________ basiert, wonach 
E.________ AG für die erbrachten Leistungen bezahlen werde. Weil bis dahin noch 
kein Vertrag für das Jahr 2011 in Sicht sei, werde die O.________AG, ab 1. Januar 
2011 keine weiteren Leistungen für E.________ AG erbringen. Das Interesse für 
eine weitere Zusammenarbeit sei aber nach wie vor vorhanden, wenn sich die Si-
tuation innerhalb der E.________ AG stabilisiert habe und vor allem R.________ 
ein «smooth payment» von E.________ AG an ihr Unternehmen für zukünftige 
Leistungen garantiere. Mit R.________ arbeite man seit Jahren ohne Vertrag und 
nur auf Vertrauensbasis zusammen. Er sei eine Vertrauensperson und man wolle 
ihn neben dem Beschuldigten 1 in einer vertraglichen Regelung involviert sehen.

Im Anschluss daran brach der Konflikt zwischen dem Beschuldigten 1 und 
R.________ erneut auf. Dabei ging es einerseits um die Abgeltung der Leistungen 
der bc.________ Firmen, vergangene und künftige Pauschalzahlungen, aber auch 
um den Kauf der Aktien von X.________. Verschiedentlich wurden unliebsame 
Punkte aufgegriffen und in die Diskussion einbezogen. Es wurden Lösungsansätze 
diskutiert aber auch verschiedentlich offen erwogen, ob man das Ganze nicht ein-
fach sein lassen solle. Zum besseren Verständnis werden relevante Nachrichten 
aus dieser Zeit zusammengefasst wiedergegeben: 

- Mail vom 22. November 2010, 08:05 Uhr vom Beschuldigten 1 an R.________, 
Rechtsanwalt Q.________ und AC.________ (pag. 3044 003 f.). Mit dieser 
Mail reagiert der Beschuldigte 1 auf die soeben erwähnte Mail von 
AC.________ und führt aus, auch er sei an einer Vereinbarung mit den 
bc.________ Partnerfirmen interessiert, die ihm das Planen für das Jahr 2011 
ermögliche. Da er hinter den Kulissen aber eine wichtige Rolle spiele bzw. weil 
er in verschiedener Hinsicht und mit verschiedensten Firmen involviert sei, 
müsse auch R.________ mithelfen. Gemäss Rechtsanwalt Q.________ sollte 
er (der Beschuldigte 1) demnächst einen Vertragsvorschlag für die Ablösung 
von X.________ erhalten. Für das Jahr 2011 solle R.________ – als Partner 
der E.________ AG und «trustet person» der bc.________ Firmen einen Vor-
schlag (a) zu den Konditionen 2011 und (b) zu den Kosten des Datacenters 
machen. 

24

In einem zweiten Punkt greift der Beschuldigte 1 in der besagten Mail die 
«Pauschalen-Problematik» auf und rekapituliert die mit Vereinbarung vom 29. 
Mai/26. Juni 2010 geregelten Punkte («Grundsatz: 50:50, alles wird gemein-
sam entschieden und Gewinn wird geteilt»; Pauschalen von je CHF 120'000.00 
für seine und die sich im ehemaligen Besitz von R.________ befindlichen 
bc.________ Firmen). Er wundert sich darüber, dass [seitens der bc.________ 
Firmen] (1) jeweils Akontorechnungen über CHF 150‘000.00 gestellt worden 
seien und dass (2), wie nun aus den Abrechnungen ersichtlich gewesen sei, 
nicht eine Pauschale abgerechnet, sondern der Sockelbetrag von 
CHF 110‘000.00 auf CHF 120‘000.00 angehoben worden sei.

Der Beschuldigte 1 geht in der Folge dazu über, drei Varianten aufzuzeigen, 
aus welchen die Gegenseite wählen könne. Bei allen Varianten geht es um ei-
nen Ausgleich der Mittel, welche die E.________ AG an die im Einflussbereich 
von R.________ stehenden bc.________ Firmen zu viel bezahlt habe. Diese 
sollen bei zukünftigen Leistungen (ganz oder teilweise) zur Verrechnung ge-
bracht werden können bzw. soll der Beschuldigte 1 für seine Firma analoge 
Beträge in Rechnung stellen bzw. Differenzen ausgleichen dürfen. 

- Mit Email vom 22. November 2010, 11:38 Uhr sendet Rechtsanwalt 
Q.________ den Aktionären der E.________ AG den Entwurf des Aktienkauf-
vertrags für die Aktien von X.________, welche zu je 13.75% an die 
AJ.________ und die G.________GmbH gehen sollten (13 003 306 ff.). 

- Den Entwurf für den Aktienkaufvertrag zwischen dem Beschuldigten 1 und 
R.________ lässt Rechtsanwalt Q.________ den Vorgenannten kurz darauf, 
genauer um 11:41 Uhr, zukommen. Demnach würde R.________ dem Be-
schuldigten 1 3.75 % seiner Aktien verkaufen, so dass schlussendlich sie bei-
de mit je 36.25 % und ihre beiden Gesellschaften mit je 13.75 % an der 
E.________ AG beteiligt wären (13 003 312 ff.).

- R.________ meldet sich daraufhin mit Email vom 22. November 2010, 15:12 
Uhr beim Beschuldigten 1 und Rechtsanwalt Q.________. Er bringt vor, er fin-
de es schade, dass der Beschuldigte 1 wiederum versuche, Sachen zu vermi-
schen, statt AC.________ eine Antwort zu geben. Er überlege sich, im Jahr 
2011 eine Pause zu machen und sich bis 2012 nur um ausländische Geschäf-
te zu kümmern. Es bleibe ihm nichts Anderes übrig, weil man mit ihm (dem 
Beschuldigten 1) keine Einigung erzielen könne.

Weiter legt er dem Beschuldigten 1 und Rechtsanwalt Q.________ seine Sicht 
der Dinge dar und stellt in Aussicht, danach ganz offen auch X.________ zu 
involvieren. Im Einzelnen wirft er dem Beschuldigten 1 vor, er habe gegen sei-
nen Willen allen E.________ AG-Leuten gekündigt; ihm (R.________) sei 
nichts Anderes übriggeblieben, als sich bei AF.________AG anzustellen, um 
sich Lohn und Pensionskasse zu sichern. Als Angestellter der AF.________AG 
trete er aber nirgends auf dem Markt auf und verletzte darum den Aktionärbin-
dungsvertrag nicht. Auf der anderen Seite habe der Beschuldigte 1 mehrfach 
gegen den Aktionärbindungsvertrag verstossen, Einzelheiten bräuchten nicht 
aufgelistet zu werden, sie wüssten beide Bescheid. Weiter wisse er (der Be-

25

schuldigte 1) nicht, was er wolle. So sei es seine Idee gewesen, X.________ 
auszukaufen. Nun, wo dieser einverstanden sei, laufe er einfach davon. 
R.________ erinnert den Beschuldigten 1 daran, er habe seinerzeit gratis 60% 
der E.________ AG-Aktien bekommen und über Nacht einen Lohn von 
CHF 15‘000.00 gehabt. Während er (R.________) mit seinem Teil des Busi-
ness viel Geld generiere, sei er (der Beschuldigte 1) mit seinem Business im-
mer noch nicht profitabel. Er (der Beschuldigte 1) habe erreicht, dass er 
(R.________) und X.________ nicht mehr miteinander sprächen und so die 
E.________ AG in den letzten Jahren ganz allein beherrsche. Weiter drängt 
R.________ darauf, den Vertrag mit X.________ ohne irgendwelche Konditio-
nen abzuschliessen, andernfalls breche man heute die Verhandlungen sofort 
ab und bleibe beim Aktionärbindungsvertrag bis Ende 2011. Weiter solle der 
Beschuldigte 1 E.________ AG-interne Sachen von BC.________ trennen. 
BC.________ habe mit E.________ AG keinen Vertrag und wenn der Be-
schuldigte 1 nicht zur Vernunft komme, wolle BC.________ ab dem 1. Januar 
2011 nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Wenn die Verhandlungen scheiter-
ten sei dies einzig und allein die Schuld des Beschuldigten 1 und er 
(R.________) müsse sich von jeder Verantwortung bei E.________ AG distan-
zieren. Falls der Beschuldigte 1 noch zur Vernunft komme, sei er 
(R.________) bis Ende nächster Woche oder dem 6. Dezember 2010 bereit, 
einen Vertrag zu unterschreiben. Danach wolle er nichts mehr unterschreiben 
und habe auch absolut kein Interesse mehr an einer Auflösung des Aktionär-
bindungsvertrags (05 001 041 f).

- Mit Nachricht vom 22. November 2010, 17:25 Uhr gelangen AC.________ und 
AB.________ an den Beschuldigten 1 (mit Kopie an R.________ und Rechts-
anwalt Q.________) und bringen vor, sie würden den Punkt im Mail des Be-
schuldigten 1 nicht sehen. Wie beim Meeting in der Vorwoche erwähnt, wolle 
man nicht in E.________ AG-interne Angelegenheiten zwischen R.________ 
und dem Beschuldigten 1 involviert werden. Soweit diesbezüglich eine Verein-
barung gefunden werde, sei man weiterhin bereit, mit der E.________ AG zu 
arbeiten. Nur eine Gesellschaft mit einem stabilen Management garantiere für 
sie eine stabile und längerfristige Geschäftsbeziehung. Was Punkt zwei (die 
«Pauschalen-Problematik») angehe, müsse der Beschuldigte 1 dies mit 
R.________, mit welchem er einen Vertrag abgeschlossen habe, klären. Von 
bc.________ Seite habe man Leistungen erbracht, welche bezahlt werden 
müssten. Wie er (der Beschuldigte 1) wisse, sei der Aufwand in den letzten 
Monaten höher geworden – genauso wie ihre Kosten aber auch die Marge der 
E.________ AG. Wenn der Beschuldigte 1 mit der derzeitigen Kostenkalkulati-
on nicht einverstanden sei, mache es für sie wirtschaftlich keinen Sinn, diese 
Dienstleistungen weiterhin zu erbringen (pag. 05 001 040).

- Mit Nachricht vom 23. November 2010 wendet sich Rechtsanwalt Q.________ 
an den Beschuldigten 1 und hält einleitend fest, die Situation werde scheinbar 
immer verworrener. R.________ wolle den abzuschliessenden Aktienkaufver-
trag mit X.________ nicht an weitere Konditionen, insbesondere nicht an Ver-
träge zwischen E.________ AG und BC.________ knüpfen. X.________ wolle 
seinen Vertrag ebenfalls nicht mit anderweitigen Aspekten verknüpfen, son-

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dern lediglich seine E.________ AG-Aktien verkaufen und dies möglichst zeit-
nah. X.________ habe weiter verschiedene Optionen angedeutet, welche er 
sich für den Fall offenhalte, dass der Aktienkauf nicht zustande komme. Na-
mentlich behalte er sich aufgrund der begangenen Verletzungen des Aktionär-
bindungsvertrags vor, gegen den Beschuldigten 1 und auch gegen 
R.________ zu klagen oder sich mit R.________ zusammenzutun, die Akti-
enmehrheit zu bilden und das Heft bei der E.________ AG selber in die Hand 
zu nehmen. Echt interessiert sei X.________ aber ausschliesslich am Verkauf 
seiner E.________ AG-Aktien. X.________ schlage daher nochmals ein offe-
nes Gespräch zwischen allen dreien vor, falls der Vertrag nun nicht innert Ta-
gen abgeschlossen werden könne (pag. 3043 053).

- Am 29. November 2010 wendet sich der Beschuldigte 1 an Rechtsanwalt 
Q.________ und bestätigt ihm (erneut – vgl. dazu Mail vom 26. November 
2010, pag. 3043 046) mit den Vertragsentwürfen einverstanden zu sein. 
Gleichzeitig wendet er ein, es sei ihm wichtig, zumindest für das Jahr 2011 
Planungssicherheit zu haben, da R.________ den nach der Auflösung des Ak-
tionärbindungsvertrag gültigen Vertrag auch schon wieder umgehe. Er (der 
Beschuldigte 1) verlange, dass die Konditionen für Zusammenarbeit mit 
BC.________ vor Vertragsunterschrift bekannt seien. Zudem wolle er Transpa-
renz über die Datacenter-Kosten. Seit man den geltenden Kostenschlüssel 
(50:50 zwischen AA.________ AG und E.________ AG) abgemacht habe, hät-
ten sich die Verhältnisse geändert und es stünden jetzt sicherlich schon 100 
zusätzliche Server im Datacenter. Auch dies könne nicht so schwer sein, aus-
ser es gebe etwas zu verbergen (pag. 3043 041).

- Mit Nachricht vom 30. November 2010 unterstreicht X.________ gegenüber 
dem Beschuldigten 1 seinen Wunsch, dass der Vertrag betreffend sein Aus-
scheiden aus der E.________ AG endlich zustande komme. Er sei der Auffas-
sung, dass diese Vereinbarung nicht mit Fragen behaftet sein dürfe, welche al-
lein ihn (den Beschuldigten 1) und R.________ beträfen (pag. 3043 042).

- Mit Nachricht vom 1. Dezember 2010 antwortet der Beschuldigte 1 auf die vor-
herige Mail von X.________ und bittet ihn, sich zu erinnern, dass ihre Proble-
me mit den ABV-Verletzungen von R.________ begonnen hätten und dieser 
zudem immer gesagt habe, er wolle ihn (X.________) nicht. Man könne es ja 
so drehen, dass nur er (der Beschuldigte 1) der Böse sei und nur er profitiere. 
Sein Ansatz sei gewesen, endlich dieses Problem zu lösen, denn er sei der 
Einzige, der operativ betroffen sei. Sowohl er (X.________) als auch 
R.________ hätten je ihre Existenz. Wieso sollte er (der Beschuldigte 1) 
R.________ in Freiheit entlassen, wenn dieser der E.________ AG morgen 
den Boden unter den Füssen wegziehe? X.________ solle die Mail an Rechts-
anwalt Q.________ lesen und sagen, ob seine Forderungen unverschämt sei-
en. Er lasse sich nicht erpressen, es gehe auch um einige Arbeitsplätze in 
BA.________ (Anmerkung: An dieser Stelle ist Email an Rechtsanwalt 
Q.________ vom 29. November 2010 ist in die Nachricht hineinkopiert). Weiter 
schreibt der Beschuldigte 1, er verstehe die Situation von X.________, dieser 
solle aber auch seine verstehen. Wie er (X.________) habe auch er (der Be-

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schuldigte 1) keine Lust auf einen Rechtsfall, sehe einem Verfahren aber ge-
lassen entgegen. Wer sich wirklich fürchten müsse sei R.________. Das Geld 
sei reserviert. Er bitte ihn (X.________) auch seine Seite zu verstehen und ihn 
zu unterstützen (pag. 3043 041).

- Mit Nachricht vom 3. Dezember 2010 wendet sich R.________ an den Be-
schuldigten 1 (mit Kopie an Rechtsanwalt Q.________ und X.________) und 
hält einleitend fest, Zeit für Verhandlungen gebe es eigentlich keine mehr. Zu-
dem werde er X.________ immer in alles involvieren. Er (R.________) setzt 
die «Deadline» für die Vertragsunterzeichnung auf den 6. Dezember 2010 und 
unterbreitet dem Beschuldigten 1 drei Varianten für das weitere Vorgehen.

Variante A: Wenn der Vertrag mit X.________ nicht unterzeichnet werde, 
übernehme er (R.________) die operative Führung der E.________ AG. Er 
werde X.________ ausbezahlen und innerhalb der E.________ AG überneh-
me jeder für seinen Bereich die volle Verantwortung. Es gebe keine Quersub-
ventionierungen mehr und Verhandlungen mit BC.________ müsse jeder für 
seinen Bereich selber führen. 

Variante B: Wenn der Vertrag mit X.________ unterschrieben werde, hätten er 
(R.________) und der Beschuldigte 1 je 50% der Aktien und sie würden Ent-
scheidungen zusammen (und das Zusammen sei ihm wichtig) unterschreiben. 
Diesfalls müsse die Auszahlung von X.________ sofort klar geregelt werden. 
Auch hier übernehme jeder für seinen Bereich die volle Verantwortung. Quer-
subventionierung bleibe möglich, aber nur mit einem Vertrag, der die Rückzah-
lung an die subventionierende Firma regle. In diesem Fall sei er (R.________) 
daran interessiert, eine starke E.________ AG zu bauen, ohne sie in Zukunft 
verkaufen zu wollen. Auch bei dieser Variante führe jeder Partner seine Ver-
handlungen mit BC.________ separat für seinen Businessbereich. 

Variante C: Er (R.________) siehe sich aus dem Schweizer Geschäft zurück 
und der Aktionärbindungsvertrag bleibe für alle bis Ende 2011 in Kraft. Alle 
könnten vor Gericht gehen und gegenseitig klagen. Auch bei dieser Variante 
werde er (R.________) als Aktionär der E.________ AG mit allen legalen Mit-
teln versuchen, zu retten, was zu retten sei (pag. 3043 039 f.).

- Mit Nachricht vom 6. Dezember 2010 wendet sich der Beschuldigte 1 an 
R.________, Rechtsanwalt Q.________ und X.________. Er schreibt, auch 
dieses Mal habe die Zermürbungstaktik von R.________ und Rechtsanwalt 
Q.________ wieder Erfolg. Er möge nicht mehr. «Lieber Herr R.________, lie-
ber Herr Q.________, bei solchen Geschichten bleibt immer was hängen.» 
Man solle ihm die Verträge schicken oder bringen und ihn dann mit den Spiel-
chen in Ruhe lassen. Der Beschuldigte 2 solle sich bitte um die Abwicklung 
kümmern. Betreffend Datacenter sei er als E.________ AG nicht bereit, mehr 
als 50% zu bezahlen. Das Angebot solle von R.________ kommen, nicht um-
gekehrt (pag. 3043 039).

11.3 Rechnung Differenzzahlungen / Mandatsvertrag 

Der 6. Dezember 2010 ist insofern von Bedeutung, als dem Beschuldigten zu die-
sem Zeitpunkt dem Beschuldigten 1 klar gewesen sein musste, dass R.________ 

28

mit der von ihm im Mail vom 22. November 2010 vorgeschlagenen Ausgleichszah-
lung alles andere als einverstanden war. Im Gegenteil: Die wiedergegebene Korre-
spondenz zeigt, dass sich die Fronten stetig verhärteten und eine Einigung – sogar 
hinsichtlich der Konditionen der zukünftigen Zusammenarbeit – zunehmend un-
wahrscheinlich erschien. Trotz (oder gerade wegen) dieser sich zuspitzenden Si-
tuation liessen die Beschuldigten die N.________AG der E.________ AG am Fol-
getag (dem 7. Dezember 2010) eine Rechnung über CHF 387‘229.70 für die «Ab-
rechnung der Differenz gemäss Vertrag vom 26. Juni 2010» ausstellen (pag. 04 
003 035) und unternahmen so einen ersten konkreten Schritt in die Richtung der 
vom Beschuldigten 1 anvisierten Lösung. Diese Lösung zementierten sie am Tag 
darauf weiter mit dem Abschluss eines Mandatsvertrags (pag. 04 003 041 ff.). Die-
ser hatte zum Ziel, die Pauschalzahlungen der E.________ AG an die 
N.________AG über den 31. Dezember 2010 hinaus auch für die Zukunft zu fixie-
ren. Darin sicherte die N.________AG (für sie unterzeichnete der Beschuldigte 2) 
der E.________ AG gewisse Dienstleistungen zu. Die E.________ AG (für sie un-
terschrieb der Beschuldigte 1) verpflichtete sich im Gegenzug (rückwirkend für die 
Zeit ab dem 1. April 2010) zur Leistung einer Mindestpauschale von 
CHF 120'000.00, zuzüglich «Zusatzleistungen analog der Rechnungen von 
BC.________ und BD.________».

Wenn sich die Beschuldigten für die Rechtfertigung der umstrittenen Zahlungen 
von der E.________ AG an die N.________AG zu einem späteren Zeitpunkt auf 
diese Dokumente stützen, sind die Umstände ihrer Entstehung im Hinterkopf zu 
behalten: Ins Auge sticht zunächst, dass die Beschuldigten damit genau jene Re-
gelung realisierten, die der Beschuldigte 1 zwar angestrebt hatte, aber von 
R.________ explizit abgelehnt worden war und mutmasslich auch von X.________ 
nicht akzeptiert worden wäre. Letzterer hatte ja genau in diesem Zeitraum unmiss-
verständlich zu verstehen gegeben, er wolle seine Aktien so rasch und so gewinn-
bringend wie möglich verkaufen; er konnte somit kein Interesse an einem Mittelab-
fluss bei der E.________ AG haben. Es erstaunt vor diesem Hintergrund nicht, 
dass die Beschuldigten die beiden anderen Aktionäre nicht in ihr Vorhaben invol-
vierten, sondern die Regelung hinter deren Rücken abschlossen und so ein (zivil-
rechtlich problematisches) In-sich-Geschäft realisierten. Der Umstand, dass sie 
sich dazu veranlasst sahen, eine explizite Grundlage für die Differenzzahlungen 
und die Erhöhung der Pauschale zu schaffen, deutet weiter daraufhin, dass sie 
selber nicht davon ausgingen, dass derartige Zahlungen unter den geltenden Ver-
einbarungen zulässig gewesen wären. So nahmen sie mit dem Mandatsvertrag 
denn auch konkret Bezug auf die Regelung der Pauschalleistungen in der Geheim-
vereinbarung – und damit auf einen Vertrag, der zwischen dem Beschuldigten 1 
und R.________ abgeschlossen worden war – und ersetzten diese durch die ihnen 
vorschwebende Neuregelung. Auch den Beschuldigten musste die mit ihrem Vor-
gehen verbundene Problematik bewusst gewesen sein; anders ist es nach Ansicht 
der Kammer nicht zu erklären, dass sie vorerst mit der Umsetzung zuwarteten. So 
liessen sie die E.________ AG zu diesem Zeitpunkt weder die (fällige) Rechnung 
bezahlen (vgl. dazu die Frist auf pag. 04 003 035), noch erhöhten sie die von der 
E.________ AG an die N.________AG zu entrichtende Pauschale. Dies taten sie 
erst, nachdem die Vertragsverhandlungen definitiv gescheitert waren und sie nicht 

29

mehr damit rechnen konnten, zu einem späteren Zeitpunkt auf die entsprechenden 
Mittel zugreifen zu können, weil ihnen eine Beschränkung ihrer Zeichnungsberech-
tigung in Aussicht gestellt worden war (So der Beschuldigte 2 explizit auf pag. 05 
002 037 Z.665-669; vgl. dazu auch Ziff. 11.5 hiernach). Es scheint, als hätten die 
Beschuldigten zu diesem Zeitpunkt zwar nach wie vor auf eine einvernehmliche 
Lösung gehofft, sich aber gleichzeitig umfassend für die Möglichkeit gewappnet, 
dass diese nicht zustande käme.

11.4 Weitere fruchtlose Vertragsverhandlungen und endgültiger Bruch am 16. Dezem-
ber 2010

Auch wenn Mitte Dezember 2010 eine Einigung zwischenzeitlich wieder möglich 
schien und auch die Verhandlungen über den Aktienkauf von X.________ nach wie 
vor im Gange waren, blieb die Situation – wie die nachfolgend zusammengefasst 
wiedergegebene E-Mail-Korrespondenz zeigt – zerfahren. 

- Mit Nachricht vom 13. Dezember 2010 wendet sich der Beschuldigte 1 an 
R.________ und zeigt diesem an, er habe die Verträge letzten Freitag erhalten 
und unterzeichnet zurück an Rechtsanwalt Q.________ geschickt (vgl. Verträ-
ge pag. 13 003 307 ff., pag. 13 003 313 f. und pag. 18 001 053 ff.). Da er bud-
getieren müsse und die Zeit dränge, schlage er bezüglich des Entgeltens der 
Leistungen vor, als Übergangslösung wie bisher weiterzumachen (pag. 3043 
038).

- Mit Nachricht vom 14. Dezember 2010 wendet sich R.________ an den Be-
schuldigten 1 und führt einleitend aus, ihre Zusammenarbeit befinde sich in ei-
ner Sackgasse, er glaube nicht, dass es in Zukunft besser werde. Weiter will er 
vom Beschuldigten 1 wissen, was eine Aufteilung 50:50 bedeute, bevor er un-
terzeichne. Er macht in der Folge Vorschläge, legt Ideen dar und stellt alles 
wieder in Frage. Zudem stellt er auch diverse Fragen, insbesondere zu den 
Konten der E.________ AG (ob es deren zwei oder drei gebe; und ob es sol-
che gebe, auf die er keinen Zugriff habe). Statt weiter zu schreiben, spreche 
man lieber um 07:30 Uhr (pag. 05 003 135).

- In der Nachricht vom 15. Dezember 2010 an den Beschuldigten 1 (Kopie an 
Rechtsanwalt Q.________) nimmt R.________ Bezug auf ein Gespräch vom 
Vortag. Er (R.________) gehe davon aus, dass man wie besprochen «einen 
kleinen einfachen Vertrag über weiteres Vorgehen bei E.________ AG» ma-
che, nachdem die Aktien von X.________ gekauft seien. Er habe Rechtsan-
walt Q.________ die Punkte für den kleinen Vertrag mitgeteilt und den Entwurf 
sollten sie bald bekommen. Er erwarte, dass man noch diese Woche alle Un-
terschriften habe. Auch X.________ erwarte, bis Ende Woche alles zu erledi-
gen (pag. 13 003 335).

Nachrichten vom 16. Dezember 2010

08:06 Uhr R.________ wendet sich mit dieser Nachricht (Betreff: «Kleiner Vertrag 
ab 1.1.2011») an den Beschuldigten 1 und sendet diesem eine von 
Rechtsanwalt Q.________ ausgearbeitete Rohfassung für den (bereits 
am Vortag angesprochenen) «kleinen Vertrag». Er fügt an, sie sollten 
dies beide studieren und hoffentlich morgen unterzeichnen. Weiter bit-

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tet er den Beschuldigten 1 um Rückruf, egal ob er 100 Kunden habe. Er 
betrachte dies als einen der wichtigsten Momente ihrer Zusammenar-
beit. Falls sie jetzt keine Zeit fänden lohne sich eine Zusammenarbeit 
nicht (pag. 13 003 334). 

08:31 Uhr R.________ gelangt an den Beschuldigten 1 und führt aus, er habe ge-
rade ein Mail an alle senden wollen, worin er mitteilt, dass in letzter Mi-
nute alles geplatzt sei, weil sie (R.________ und der Beschuldigte 1) 
nicht in der Lage gewesen seien, letzte kleine Punkte zu bereinigen und 
nun alles beim Alten bleibe. – «Da kam Dein SMS, das ich nicht verste-
he. Falls wir diesen Dummen letzte Shit unterschreiben OK, falls nicht 
eigentlich ist für mich noch besser!» etc. R.________ gibt dem Be-
schuldigten 1 noch eine Möglichkeit, wenn sich dieser heute noch mel-
de. Er sei aber froh, wenn er nichts mache und damit negativ entschei-
de (Betreff: «Leider gibt es kein Vertrag»; pag. 13 003 338). 

10:29 Uhr Bezugnehmend auf die Nachricht von R.________ (von 8:31 Uhr) wen-
det sich der Beschuldigte 1 an Rechtsanwalt Q.________ und schreibt: 
«Nach dem Problem ist vor dem Problem?»; er könne das Papier heute 
nicht unterschreiben. Er müsse es mit seinem Anwalt besprechen und 
es habe noch nicht definierte Stellen. Er bittet um Rückruf (pag. 3043 
019 f.).

11:31 Uhr Der Beschuldigte 2 gibt R.________ die Konti der E.________ AG be-
kannt (2 Konti bei der AW.________ AG; ein Konto bei der 
AZ.________ AG). Er verschweigt dabei das Konto bei der 
AX.________ (pag. 3044 071).

12:02 Uhr Der Beschuldigte 1 wendet sich an X.________ und leitet ihm seine 
Nachricht von 10:29 Uhr an Rechtsanwalt Q.________ weiter. Dazu 
schreibt er, er versuche mit Rechtsanwalt Q.________ zu sprechen. Er 
finde es gut und logisch, dass es mit R.________ eine neue Regelung 
gebe, aber nicht so. Dieser solle jetzt den Vertrag unterschreiben und 
nicht wieder Bedingungen stellen (pag. 3043 019).

13:11 Uhr X.________ antwortet dem Beschuldigten 1 auf seine Email von 
12:02 Uhr und führt aus, er sehe sein Problem nicht ganz. Er solle mit 
Rechtsanwalt Q.________ sprechen. Er selber wolle sich nicht in seine 
Dinge (jene des Beschuldigten 1) einmischen, sondern lediglich definitiv 
aus der E.________ AG ausscheiden. X.________ erwähnt erneut, 
dass er sich vorstellen könne, seine Aktien treuhänderisch bei Rechts-
anwalt Q.________ zuhanden von R.________ zu deponieren oder mit 
R.________ zu stimmen. Denn nochmals: die Geschichte müsse nun 
ein Ende haben (pag. 3043 018).

13:34 Uhr Der Beschuldigte 1 antwortet X.________, wenn wie vereinbart unter-
schreiben werde, habe er das Geld bis Ende Jahr. Er (der Beschuldig-
te 1) habe unterschrieben und die Papiere seien bei Rechtsanwalt 
Q.________, wie abgemacht. Nun wolle R.________ seit heute nicht 
unterschreiben. Wenn R.________ wieder neue Papiere schreiben wol-

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le, brauche das Zeit und er (X.________) bekomme das Geld nicht. Er 
(der Beschuldigte 1) denke, es helfe speziell ihm (X.________), wenn 
sie diesen Teil schliessen könnten. Danach sei selbstverständlich, dass 
er (der Beschuldigte 1) mit R.________ ein weiteres Papier machen 
müsse (pag. 3043 018).

13:43 Uhr X.________ gelangt zurück an den Beschuldigten 1 und merkt an, 
R.________ wolle die Sache dieses Jahr erledigen; und er auch. 
R.________ sei mit anderen Worten nicht mehr bereit, wenn der sepa-
rate Vertrag mit ihm (dem Beschuldigten 1) nicht auch dieses Jahr ge-
schlossen werden könne. Damit komme es zum geschilderten Szenario 
und R.________ evtl. zur treuhänderischen Mehrheit an E.________ 
AG. «Ich weiss nicht, ob das ist was du willst» (pag. 3043 018).

13:55 Uhr Daraufhin antwortet der Beschuldigte 1 X.________: «Dann macht 
das». Es sei nicht fair, ihn einen Vertrag unterschreiben zu lassen mit 
der Aussage «6. Dezember» und nun ändere man das Spiel wieder. 
Aber egal, er belästige ihn (X.________) nicht mehr, wenn er lieber mit 
R.________ arbeite (pag. 3043 018).

14:11 Uhr Der Beschuldigte 2 leitet dem Beschuldigten 1 das Auskunftsmail, wel-
ches er um 11:31 Uhr an R.________ gesendet hat mit dem Kommen-
tar weiter: «Hi A.________ Hier noch meine ‚falsche‘ Mail an 
R.________.» (pag. 3044 071).

20:57 Uhr R.________ wendet sich an den Beschuldigten 1 und Rechtsanwalt 
Q.________. Die Zeit für Verhandlungen sei definitiv abgelaufen. Er 
habe erwartet, dass man heute noch zur Vernunft kommen wolle. Lei-
der seien die Bemühungen in letzter Minute geplatzt. Er und der Be-
schuldigte 1 seien nicht in der Lage gewesen, kleine Punkte zu bereini-
gen. Damit behalte jeder Aktionär seine Anteile und der ABV bleibe in 
Kraft (Betreff: «Es bleibt alles wie es war, alte ABV gilt, es bleiben wei-
ter 3 Aktionäre bei E.________ AG»: pag. 13 003 344).

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, musste dem Beschuldigten 1 mit Erhalt 
der Mail von R.________ vom 16. Dezember 2010 klar gewesen sein, dass ihr 
Verhältnis nicht mehr zu kitten war. Was das Verhältnis zu X.________ angeht, 
musste der Beschuldigte 1 an diesem Tag wohl noch nicht definitiv damit rechnen, 
dass sich dieser auf die Seite von R.________ schlagen würde. Dies wurde ihm 
erst mit Erhalt der E-Mail vom 21. Dezember 2010 definitiv klar, als X.________ zur 
Verwaltungsratssitzung vom 6. Januar 2011 einlud und die Traktanden mitteilte. 
Traktandiert waren neben der Absetzung des Beschuldigten 1 als CEO auch die 
Beschränkung von dessen Einzelzeichnungsberechtigung und die Abberufung des 
Beschuldigten 2 (pag. 05 001 120 oder pag. 3043 008 f.). Letzterer erfuhr gemäss 
eigenen Angaben umgehend von dieser Entwicklung (als der Beschuldigte 1 das 
Schreiben vom Fax genommen habe pag. 627 Z. 221). In dem Moment wussten 
die Beschuldigten somit einerseits, dass der Beschuldigte 1 nur noch wenige Tage 
als CEO der E.________ AG würde handeln und insbesondere über deren Mittel 
würde verfügen können; andererseits war mit der Abwahl des Beschuldigten 2 ein 

32

weiterer Schritt geplant, der tiefgreifende Auswirkungen auf die Zusammenarbeit 
befürchten liess. 

Im wiedergegebenen Nachrichtenverlauf speziell zu erwähnen sind zwei Nachrich-
ten des Beschuldigten 2 vom 16. Dezember 2010. In der ersten beantwortete er die 
Frage von R.________ nach den Konten der E.________ AG absichtlich falsch und 
verheimlichte das im November geschaffene Geheimkonto (Nachricht vom 16. De-
zember 2010 um 11:31 Uhr). In der zweiten leitete er die entsprechende Nachricht 
an den Beschuldigten weiter und informierte diesen über die «falsche» Mail an 
R.________ (Nachricht vom 16. Dezember 2010 um 14:11 Uhr). Daraus ergibt sich 
einerseits, dass die Beschuldigten die Falschinformation von R.________ gemein-
sam geplant bzw. abgesprochen hatten. Anderseits bestätigt das Verhalten der Be-
schuldigten die – bereits in Ziff. 11.3 hiervor geäusserte – Vermutung, dass sie mit 
den «gesicherten» Geldern einen Zweck verfolgten, den sie den anderen Aktio-
nären nicht offenlegen wollten. 

11.5 Saldierung des Geheimkontos und Übertragung der Gelder auf die N.________AG 

Am 23. Dezember 2010 – und damit nur zwei Tage nachdem die Beschuldigten 
Kenntnis von der für den 6. Januar 2011 geplanten Abwahl des Beschuldigten 1 als 
CEO und dem Entzug seiner Einzelzeichnungsberechtigung erfahren hatten –
schrieb der Beschuldigte 2 die AX.________ an, liess das Geheimkonto der 
E.________ AG saldieren und den ganzen Betrag auf ein neu zu eröffnendes Kon-
to der N.________AG überweisen (pag. 04 003 030). Dieser Auftrag wurde am 
24. Dezember 2010 ausgeführt und der gesamte, zuvor auf dem Geheimkonto lie-
gende Betrag von CHF 600‘087.15 wurde dem Zugriffsbereich der E.________ AG 
definitiv entzogen und jenem der N.________AG zugeführt. Dies wird von den Be-
schuldigten ebenso wenig bestritten, wie der Umstand, dass die Überführung die-
ses Betrags nach gegenseitiger Absprache/Planung passierte. Sie bringen aber 
vor, mit der Überweisung lediglich ausstehende Verbindlichkeiten der E.________ 
AG beglichen zu haben. 

Einerseits wurde mit der Überweisung die Rechnung vom 7. Dezember 2010 aus 
der angeblich entstandenen Differenz zu den an die bc.________ Firmen überwie-
senen Beträgen im Zeitraum April bis Dezember 2010, welche die Beschuldigten 
im Namen der N.________AG ausgestellt hatten, bezahlt (pag. 04 003 035). Ande-
rerseits wurde ein Teil der (Akonto-)Rechnung der N.________AG über 
CHF 486‘000.00 für Supportleistungen im 1. Quartal 2011, die auf den Mandatsver-
trag vom 8. Dezember 2010 zurückgeht und welche der Beschuldigte 2 am Tag, als 
er auch die Saldierung des Geheimkontos in Auftrag gab, im Namen der 
N.________AG erstellte, beglichen (Rechnung vom 23. Dezember 2010 über 3 x 
CHF 150‘000.00 + MWST; pag. 09 001 182). 

In Ziff. 11.3 hiervor wurde bereits erörtert, unter welchen Umständen die Rechnung 
vom 7. Dezember 2010 (Differenz aus den die Pauschale von CHF 120'000.00 
übersteigenden Zahlungen an die bc.________ Unternehmungen von R.________) 
generiert und der Mandatsvertrag vom 8. Dezember 2010 abgeschlossen wurde. 
Mit der Rechnung vom 23. Dezember 2010 erschufen die Beschuldigten ein weite-
res Dokument, welches vor dem Hintergrund der damals zwischen den Aktionären 

33

geführten Verhandlungen erstaunt. Ähnlich wie zuvor bei den der E.________ AG 
in Rechnung gestellten Differenzbeträgen, die von R.________ zurückgewiesen 
worden waren, kreierten die Beschuldigten mit der Akontorechnung pro 2011 eine 
Verbindlichkeit, welche von den beiden anderen Verwaltungsräten in der damaligen 
Situation kaum gutgeheissen worden wäre (das musste der Beschuldigte 2 anläss-
lich der oberinstanzlichen Verhandlung auch selbst einräumen, pag. 1242 Z. 34 ff.). 
Die langen Verhandlungen zu den Modalitäten einer künftigen Zusammenarbeit 
waren gerade erst eingestellt worden und es war insbesondere mit Blick auf die mit 
der Einladung zur Verwaltungsratssitzung angezeigten Veränderungen höchst un-
gewiss, wie sich eine Zusammenarbeit gestalten würde. Was sich aber abzeichne-
te war, dass der Beschuldigte 1 an Einfluss im Gesamtgefüge verlieren würde, da 
die von ihm angestrebte 50:50-Regelung gescheitert war und der nun als Aktionär 
in der Gesellschaft verbleibende X.________ sich mit R.________ verbündet hatte 
(so auch der Beschuldigte 2, pag. 1243 Z. 3). Die Beschuldigten konnten somit kei-
neswegs davon ausgehen, dass die N.________AG für ihre Leistungen künftig 
entsprechend der Vereinbarung vom 29. Mai / 26. Juni 2010 entschädigt würde. 
Wie erwähnt handelte es sich dabei um ein Dokument, welches der Beschuldigte 1 
und R.________ im Hinblick auf die hälftige Aufteilung der E.________ AG ge-
schaffen hatten und welches für letztere (sicherlich in der mittlerweile zugespitzten 
Situation) nicht (mehr) verbindlich war. 

Dennoch sahen sich die Beschuldigten dazu veranlasst, der E.________ AG eine 
Rechnung zu stellen, die sie allerdings erstmals nicht auf den Betrag von monatlich 
pauschal CHF 120'000.00 beschränkten, sondern auf CHF 150'000.00 erhöhten. 
Entgegen der bisherigen Praxis, gemäss welcher die Pauschale jeweils um den 20. 
des jeweiligen Monats gestellt worden war (pag. 05 002 089), stellten die Beschul-
digten der E.________ AG dieses Mal eine Akontorechnung für das ganze 1. Quar-
tal 2011.

Anders als noch anfangs Dezember 2010 (vgl. dazu Ziff. 11.3 hiervor), liessen es 
die Beschuldigten nun aber nicht mehr beim blossen Erstellen von Rechnungen 
und Vereinbarungen bewenden. Sie schritten nunmehr zur Tat und beglichen mit 
dem Betrag, den sie mit der Saldierung des Geheimkontos «zur Verfügung» hatten, 
nicht nur die bereits am 7. Dezember 2010 gestellte Rechnung, sondern zu weiten 
Teilen auch die (erst am gleichen Tag kreierte) Rechnung vom 23. Dezember 
2010. Dies führte dazu, dass die Mittel auf dem Geheimkonto nach der Saldierung 
integral an die N.________AG – und damit an eine Gesellschaft, die sich im alleini-
gen Machtbereich des Beschuldigten 1 befand – flossen. 

Entgegen ihrer Darstellung verwendeten die Beschuldigten die Mittel auf dem zuvor 
geschaffenen Geheimkonto somit nicht zur Bezahlung von beliebigen Verbindlich-
keiten der E.________ AG. Vielmehr beglichen sie damit ausschliesslich Rechnun-
gen, welche sie dieser im Namen der N.________AG (teilweise praktisch gleichzei-
tig mit der Saldierung) gestellt hatten und die zudem Leistungen zum Gegenstand 
hatten, die unter den Aktionären umstritten waren bzw. zumindest von R.________ 
zuvor teilweise explizit bereits zurückgewiesen worden waren. Neben der finanziel-
len Besserstellung der sich ausschliesslich im Machtbereich des Beschuldigten 1 
befindlichen N.________AG, spricht auch das zeitliche Element dafür, dass es den 

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Beschuldigten mit der Transaktion nicht in erster Linie um das wirtschaftliche Fort-
kommen der E.________ AG, sondern um ihre eigenen finanziellen Interessen 
ging. 

So transferierten sie das sich auf dem Geheimkonto befindliche Geld genau zu je-
nem Zeitpunkt auf die vom Beschuldigten 1 beherrschte N.________AG, als sie mit 
der Einladung zur Verwaltungsratssitzung von der für sie geplanten Macht- und 
Handlungsbeschränkung erfuhren. Wenn sie davon ausgegangen wären, dass die 
in Rechnung gestellten Leistungen im Interesse der E.________ AG gelegen hät-
ten, hätte es für ein derartig überstürztes Vorgehen keinen Grund gegeben. Indem 
die Beschuldigten aber die letzten Tage ihrer Einzelzeichnungsberechtigung bei 
der E.________ AG noch dazu benutzten, um die zuvor heimlich erstellten (und 
wie zuvor aufgezeigt inhaltlich sicher höchst umstrittenen) Rechnungen der 
N.________AG von einem zuvor heimlich erstellen Konto der E.________ AG zu 
bezahlen, zeigten sie vielmehr, dass es ihnen darum ging, noch möglichst viele Mit-
tel der E.________ AG in ihren Machtbereich (bzw. jenen des Beschuldigten 1) zu 
verschieben. 

11.6 Rechnung vom 2. Januar 2011

Am 2. Januar 2011 stellte der Beschuldigte 1 der E.________ AG auf seinem per-
sönlichen Briefpapier das Verwaltungsratshonorar 2011 über CHF 10‘625.00 in 
Rechnun