# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5cf91b40-f6a3-5d9e-8efa-3e301683ab70
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.02.2025 E-6150/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6150-2024_2025-02-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6150/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Regina Derrer (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Richter Markus König,    

Gerichtsschreiberin Eliane Hochreutener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl) zu Gunsten von  

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

alle Syrien; 

Verfügung des SEM vom 27. August 2024 / N (…). 

 

E-6150/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 26. März 2019 in der Schweiz um 

Asyl. Mit Verfügung vom (…) 2019 anerkannte das SEM sie als Flüchtling 

und gewährte ihr in der Schweiz Asyl.  

Zu ihrer familiären Situation führte sie im Rahmen ihres Asylverfahrens 

aus, sie habe vier Kinder und sei seit ungefähr dem (…) von deren Vater 

geschieden. Nach der Scheidung sei sie in ihr Elternhaus zurückgekehrt. 

Obschon das Sorgerecht für die beiden jüngeren Kinder ihr zugesprochen 

worden sei, habe der Kindsvater ihr jeglichen Kontakt zu den Kindern ver-

boten, weshalb sie diese heimlich getroffen habe. Am (…) 2018 habe sie 

erneut geheiratet (SEM-Akten […] A22/20 F60 ff.). Ihr Heimatland habe sie 

am (…) März 2019 verlassen (SEM-Akten […] A12/5 Ziff. 5.01). 

B.  

Am 18. Dezember 2023 ersuchte die Beschwerdeführerin – nunmehr ver-

treten durch den rubrizierten Rechtsvertreter – das SEM um Familienzu-

sammenführung zugunsten ihrer mittlerweile E._______ lebenden minder-

jährigen Kinder C._______ und D._______. Gleichzeitig stellte sie ein Ge-

such um nachträgliche Familienzusammenführung für die beiden ebenfalls 

E._______ lebenden volljährigen Kinder B._______ und F._______ (gebo-

ren am […]). Das Gesuch betreffend die beiden volljährigen Kinder begrün-

dete sie damit, dass sie zum Zeitpunkt ihrer Einreise in die Schweiz insbe-

sondere aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen sei, für 

alle vier damals noch minderjährigen Kinder ein Gesuch um Familienzu-

sammenführung zu stellen. Die vier Kinder hätten zunächst beim Kindsva-

ter gelebt. Nachdem es zur Scheidung gekommen sei, habe der Kindsvater 

ihr nicht mehr erlaubt, ihre Kinder zu sehen. Ihr zweiter Ehemann sei (…) 

gewesen sei. Aufgrund ihrer politischen Aktivitäten habe sie schwere Kon-

flikte mit dem Kindsvater und dem zweiten Ehemann gehabt; sie sei von 

beiden misshandelt und bedroht worden. Die vier Kinder hätten in der 

Folge nicht mehr beim Kindsvater und (…) der Beschwerdeführerin auch 

nicht bei [den Eltern] leben können. Wegen der prekären politischen Situ-

ation in Syrien, seien die vier Kinder vor kurzer Zeit E._______ geflüchtet 

und würden sich dort aufhalten. 

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte sie nebst ihrer B-Bewilligung die sy-

rischen Zivilregisterauszüge ihrer vier Kinder sowie ihre Scheidungsunter-

lagen vom (…) 2014 (alle in Kopie; inkl. Übersetzungen) zu den Akten. 

E-6150/2024 

Seite 3 

C.  

C.a Mit Schreiben vom 22. April 2024 forderte das SEM die Beschwerde-

führerin auf, amtliche Dokumente zum gemeinsamen Sorgerecht betref-

fend die beiden jüngeren Kinder, eine Einverständniserklärung des Kinds-

vaters zum Nachzug der Kinder in die Schweiz, Nachweise (z.B. Fotos) 

über den Kontakt und die gelebte Beziehung der Beschwerdeführerin zu 

ihren Kindern (insbesondere zu den beiden jüngeren Kindern) ab dem Zeit-

punkt der Scheidung im (…) bis heute, Kopien der Reisepässe beziehungs-

weise Identitätskarten ihrer Kinder und Passfotos der beiden jüngeren Kin-

der einzureichen. Im Übrigen wurden ihr Fragen zum Kontakt zu ihren Kin-

dern (insbesondere zu den beiden jüngeren Kindern) seit ihrer Scheidung 

im (…) beziehungsweise seit ihrer Ausreise aus Syrien im Jahr 2019 bis 

heute, zur Verhinderung der Ausübung des ihr zugesprochenen Sorge-

rechts betreffend die beiden jüngeren Kinder durch den Kindsvater, zu all-

fälligen Bemühungen betreffend die (rechtliche) Durchsetzung des ihr zu-

gesprochenen Sorgerechts für die beiden jüngeren Kinder, zu den Grün-

den der späten Einreichung des Gesuchs um Familiennachzug (mehr als 

vier Jahre nach der Asylgewährung am […] 2019), zu den Geburtsdaten 

der beiden jüngeren Kinder sowie zur Finanzierung des Lebensunterhalts 

der Kinder während des Aufenthalts E._______ gestellt.  

C.b Die Beschwerdeführerin beantwortete mit Stellungnahme vom 26. Juni 

2024 (nachfolgend: Stellungnahme) die ihr gestellten Fragen dahingehend, 

dass die Kinder nach der Scheidung im (…) bei ihr gelebt hätten. Seit dem 

(…) würden sie und der Kindsvater sich die elterliche Sorge teilen. Die Kin-

der würden «hälftig» beim Vater und von Donnerstag bis Sonntag im El-

ternhaus der Beschwerdeführerin wohnen. Seit ihrer Ausreise im Jahr 2019 

pflege sie über die sozialen Medien und per Telefon täglichen Kontakt zu 

ihren Kindern und die Kinder hätten die Eltern der Beschwerdeführerin wö-

chentlich besucht. Der Kindsvater, der in der Zwischenzeit wieder geheira-

tet habe, habe die Kinder schlecht behandelt und sie im (…) ins Elternhaus 

der Beschwerdeführerin zurückgeschickt. Er habe den Kontakt zu den Kin-

dern abgebrochen und verweigere auch die finanzielle Unterstützung. Die 

Kinder würden sich zurzeit E._______ aufhalten und sich dort in einer 

schwierigen Situation befinden. Sie seien auf sich alleine gestellt; die äl-

teste Tochter betreue als alleinstehende beziehungsweise ledige Frau die 

jüngeren Kinder, was die Situation nicht leichter mache. Die Beschwerde-

führerin unterstütze ihre Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit regel-

mässigen Geldüberweisungen. Der älteste Sohn sei noch vor seiner Aus-

reise E._______ in (…) und könne derzeit nicht aus Syrien ausreisen. 

E-6150/2024 

Seite 4 

Dem Scheiben lagen Passkopien und Passfotos der beiden jüngeren Kin-

der und der ältesten Tochter, drei Kopien von Zahlungsbelegen der (…) 

(Absender: […]; Empfänger: […] E._______, vom […] April 2024 und 

[…] Mai 2024 und […] E._______, vom […] April 2024) sowie eine Kopie 

eines Auszugs aus dem Familienregister (nicht übersetzt) bei. 

D.  

Mit Verfügung vom 27. August 2024 (eröffnet am 28. August 2024) verwei-

gerte die Vorinstanz den vier Kindern der Beschwerdeführerin die Einreise 

in die Schweiz und lehnte das Gesuch um Familiennachzug ab. 

E.  

Mit Eingabe des rubrizierten Rechtsvertreters vom 27. September 2024 

(Poststempel) erhob die Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung vom 

27. August 2024 sei vollumfänglich aufzuheben, das SEM sei anzuweisen, 

den Begünstigten 1-3 (älteste Tochter und die beiden jüngeren Kinder) ge-

stützt auf Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG die Einreise in die Schweiz zwecks 

Familienzusammenführung zu bewilligen und ihnen Asyl zu gewähren, 

eventualiter sei die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung 

sowie zur neuen Entscheidung an das SEM zurückzuweisen. In prozessu-

aler Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Der Beschwerde-

führerin sei in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher 

Rechtsbeistand zu bestellen.  

Der Beschwerde lagen ein Schreiben einer Freundin der Beschwerdefüh-

rerin vom 4. September 2024, ein Dokument mit der Überschrift «Beschei-

nigung über eine vorläufige Erziehungsberechtigung» ausgestellt auf die 

Beschwerdeführerin betreffend C._______ vom (…) 2024 (in Kopie, inkl. 

Übersetzung), eine Übersetzung eines Dokuments mit dem Titel «Beschei-

nigung über eine vorläufige Erziehungsberechtigung», ausgestellt auf die 

älteste Tochter betreffend D._______ vom (…) 2024, ein Bestätigungs-

scheiben von G._______ vom 1. September 2024 betreffend eine psycho-

soziale Gesprächstherapie, welche die Beschwerdeführerin besucht habe, 

sowie Dokumente zum Beleg ihrer finanziellen Situation (Rechnung der 

[…] vom 18. Juni 2024, Prämienrechnung der […] vom 25. Juli 2024, Miet-

zins-Rechnung der […] vom 6. Dezember 2023, zwei Lohnabrechnungen 

vom 24. Mai 2024 und 26. August 2024) bei. 

E-6150/2024 

Seite 5 

F.  

Mit Verfügung vom 18. Oktober 2024 hiess die Instruktionsrichterin die Ge-

suche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Bei-

ordnung von lic. iur. LL.M. Tarig Hassan als unentgeltlicher Rechtsbeistand 

– unter der Voraussetzung des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung 

sowie unter Vorbehalt einer Veränderung der finanziellen Verhältnisse der 

Beschwerdeführerin – gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und lud das SEM zur Vernehmlassung ein. Gleichzeitig forderte 

sie die Beschwerdeführerin auf, innert Frist eine Fürsorgebestätigung 

nachzureichen. 

G.  

In der Vernehmlassung vom 30. Oktober 2024 führte das SEM aus, wes-

halb es vollumfänglich an seinen Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung festhalte.  

H.  

Mit Eingabe vom 4. November 2024 gab die Beschwerdeführerin an, dass 

sie erwerbstätig sei, und reichte eine Lohnabrechnung vom 25. Oktober 

2024 ein.  

I.  

Die Beschwerdeführerin nahm in ihrer Replik vom 15. November 2024 zur 

Vernehmlassung Stellung. Mit der Replik wurden Familienfotos (teilweise 

mit nicht übersetzten Daten, teilweise undatiert), WhatsApp Chatverläufe 

vom 18. Februar 2022 bis 13. November 2024 sowie ein Dokument mit 

dem Titel «Urkunde über provisorisches rechtliches Fürsorgerecht» der äl-

testen Tochter betreffend C._______ und D._______ vom (…) 2024 (in Ko-

pie; inkl. Übersetzung) eingereicht. 

J.  

Mit Verfügung vom 20. Januar 2025 forderte die Instruktionsrichterin die 

Beschwerdeführerin auf, das ausgefüllte Formular „Gesuch um unentgelt-

liche Rechtspflege“ beim Gericht einzureichen, andernfalls gestützt auf die 

Akten entschieden werde. Mit Eingabe vom 4. Februar 2025 kam die Be-

schwerdeführerin dieser Aufforderung nach und reichte das ausgefüllte 

Formular, einschliesslich Beilagen, beim Gericht ein. 

 

E-6150/2024 

Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die Be-

schwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

3.1 Die in der Beschwerde erhobenen formellen Rügen der Verletzung des 

rechtlichen Gehörs und des Untersuchungsgrundsatzes sind vorab zu prü-

fen, da sie unter Umständen geeignet sein könnten, eine Kassation der 

vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Ver-

waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 

2013, Rz. 1156 m.w.H.).  

3.2 Die Beschwerdeführerin rügt, das SEM hätte die festgestellten schein-

baren Widersprüche in Bezug auf ihre familiären Verhältnisse (Bestehen 

einer tatsächlich gelebten Beziehung zwischen ihr und ihren Kindern zum 

Zeitpunkt ihrer Flucht) beseitigen können, wenn ihr das rechtliche Gehör 

zu den wahrgenommenen Unstimmigkeiten gewährt worden wäre.  

Hierzu ist festzustellen, dass das SEM der Beschwerdeführerin im Rahmen 

des Instruktionsschreibens vom 22. April 2024 mitgeteilt hat, dass hinsicht-

lich ihres Gesuchs um Familiennachzug noch nicht alle Fragen geklärt 

seien. Mit dem Schreiben wurde sie unter anderem ausdrücklich aufgefor-

dert, sich zum Kontakt zu ihren Kindern seit ihrer Scheidung im (…) aus-

führlich zu äussern (A2/2). Nach Einreichen ihrer Stellungnahme (A6/11) 

– nach wiederholt gewährter Fristerstreckung (A3/3-A5/3) – hat sich das 

SEM in der angefochtenen Verfügung mit ihren Vorbringen betreffend die 

Beziehung und die Kontaktpflege zu ihren Kindern seit der Scheidung im 

(…) angemessen auseinandergesetzt, wobei es in Würdigung derselben 

zum Schluss kam, dass angesichts ihrer unklaren Angaben zu ihren fami-

liären Verhältnissen nicht glaubhaft sei, dass zwischen ihr und ihren Kin-

dern zum Zeitpunkt ihrer Flucht aus Syrien im Jahr 2019 eine tatsächlich 

E-6150/2024 

Seite 7 

gelebte Beziehung bestanden habe. Damit wurde dem Anspruch auf recht-

liches Gehör gebührend Rechnung getragen. Der blosse Umstand, dass 

das SEM in seiner Würdigung zu einer anderen Auffassung kommt als die 

Beschwerdeführerin, stellt keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör, sondern eine Frage der materiellen Beurteilung dar. 

3.3 Soweit die Beschwerdeführerin eventualiter beantragte, die Sache sei 

zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung sowie zur neuen Entschei-

dung an das SEM zurückzuweisen, gelangt das Gericht zum Schluss, dass 

dieser Rückweisungsantrag in der Beschwerde nicht weiter begründet 

wurde. Im Übrigen ergeben sich auch aus den Akten keine Hinweise auf 

eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes.  

3.4 Die formellen Rügen erweisen sich demnach als unbegründet, weshalb 

keine Veranlassung besteht, die angefochtene Verfügung aus diesen 

Gründen aufzuheben und die Sache an das SEM zurückzuweisen. Das 

diesbezügliche Eventualbegehren ist abzuweisen.  

4.  

4.1 Das SEM gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die 

Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG seien nicht erfüllt.  

Die Beschwerdeführerin habe weder klare Angaben zu ihren familiären 

Verhältnissen, noch glaubhaft machen können, dass zwischen ihr und den 

Kindern zum Zeitpunkt ihrer Flucht aus Syrien eine tatsächlich gelebte Be-

ziehung bestanden habe. Die Fragen im Instruktionsschreiben vom 22. Ap-

ril 2024 zur Beziehung und Kontaktpflege zu ihren Kindern habe sie gar 

nicht oder nur äusserst vage beziehungsweise in grobem Widerspruch zu 

ihren Ausführungen im Rahmen des Asylverfahrens beantwortet. Gemäss 

Urteilen des Bundesgerichts BGE 137 I 284 E. 2.3.1 und 136 II 78 E. 4.8 

sei für eine Familienzusammenführung von Kindern erforderlich, dass der 

nachziehende Elternteil zumindest über ein geteiltes Sorgerecht verfüge 

und der andere Elternteil mit dem Nachzug des Kindes einverstanden sei. 

Die Angaben der Beschwerdeführerin betreffend die konkrete Sorgerechts-

vereinbarung seien allerdings widersprüchlich ausgefallen und sie habe 

weder Dokumente zum Nachweis der Sorgerechtsvereinbarung noch eine 

Einverständniserklärung des Kindsvaters zur Einreise ihrer Kinder in die 

Schweiz eingereicht. Entsprechend habe sie die konkrete Regelung zwi-

schen ihr und dem Kindsvater betreffend das Sorgerecht für die Kinder 

nicht eindeutig nachzuweisen vermocht.  

E-6150/2024 

Seite 8 

Im Weiteren sei es ihr nicht gelungen, detaillierte und konkrete Angaben 

zur Gestaltung des Kontakts zu ihren Kindern seit ihrer Ausreise aus Syrien 

im Jahr 2019 zu machen. So habe sie sich widersprüchlich zum Aufent-

haltsort der Kinder geäussert und keine Nachweise zur gepflegten Bezie-

hung zu ihren Kindern eingereicht. In den Akten würden lediglich drei Be-

lege der (…) betreffend Zahlungen aus der Schweiz E._______ vom April 

und Mai 2024 liegen, denen weder der Name der Beschwerdeführerin noch 

die Namen ihrer Kinder zu entnehmen seien. 

Schliesslich sei – trotz des Vorbringens der Überforderung im Jahr 2019 

aufgrund ihrer traumatisierenden Erfahrungen in Syrien – nicht nachvoll-

ziehbar, weshalb die rechtlich vertretene Beschwerdeführerin nach der 

Asylgewährung am (…) 2019 viereinhalb Jahre zugewartet habe, bis sie 

am 18. Dezember 2023 um Familiennachzug ihrer Kinder ersucht habe. 

Das lange Zuwarten erstaune insbesondere aufgrund der schwierigen Si-

tuation, in welcher sich die teils noch minderjährigen Kinder gemäss ihren 

Angaben befunden hätten sowie aufgrund der in der Zwischenzeit erreich-

ten Volljährigkeit ihrer beiden älteren Kinder. Die beiden älteren Kinder wür-

den angesichts ihrer zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs um Fa-

milienzusammenführung vom 18. Dezember 2023 bereits erreichten Voll-

jährigkeit nicht mehr unter die Bestimmungen gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG 

fallen, so dass das Gesuch um Familienzusammenführung für die beiden 

älteren Kinder ohnehin abzuweisen wäre.  

Zusammenfassend sei es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, glaub-

hafte Angaben zu ihren familiären Umständen, ihrer Sorgerechtsvereinba-

rung sowie zur gepflegten Beziehung zu ihren Kindern zu machen, weshalb 

das Gesuch um Familiennachzug abzulehnen und ihren Kindern die Ein-

reise in die Schweiz nicht zu bewilligen sei.  

4.2  

4.2.1 In der Rechtsmitteleingabe bringt die Beschwerdeführerin zunächst 

vor, es handle es sich um einen offensichtlichen Fehler, dass ihre Kinder 

nach der Scheidung zunächst bei ihr gelebt hätten. Richtigerweise hätte es 

heissen sollen, dass sich die Kinder nach der Scheidung beim Kindsvater 

aufgehalten hätten. Mit den Ausführungen in ihrer Stellungnahme habe die 

formelle Sorgerechtsverteilung dargelegt werden sollen, um zu verdeutli-

chen, dass ihr nach syrischem Recht ein Anrecht auf Kontakt und ein Fa-

milienleben mit ihren Kindern zustehe. Diese formelle Sorgerechtsvertei-

lung habe grundsätzlich vorgesehen, dass der Beschwerdeführerin das 

Sorgerecht für die beiden jüngeren Kinder, dem Vater demgegenüber das 

E-6150/2024 

Seite 9 

Sorgerecht für die beiden älteren Kinder zukomme. Darüber hinaus sei ge-

mäss dem «Hadana»-Recht der Mutter und dem Besuchsrecht des Vaters 

in einer zusätzlichen Vereinbarung geregelt worden, dass alle vier Kinder 

ab dem (…) die Hälfte der Woche bei ihr (in ihrem Elternhaus) und die 

andere Hälfte beim Kindsvater verbringen würden. Die scheinbar wider-

sprüchlichen Darstellungen würden verschiedene Aspekte der Sorge-

rechtsregelung beleuchten, einerseits die formelle Sorgerechtsverteilung 

und andererseits die tatsächliche Praxis. Im ordentlichen Asylverfahren wie 

auch in ihrem Gesuch um Familiennachzug habe sie dargelegt, dass der 

Kindsvater ihr den Kontakt zu ihren Kindern nach der Scheidung jedoch 

verwehrt respektive diesen beschränkt habe. Dieser Umstand dürfe ihr 

nicht zum Nachteil ausgelegt werden. So sei sie trotzdem stets bestrebt 

gewesen, durch heimliche Treffen die Beziehung zu ihren Kindern aufrecht-

zuerhalten. Gemäss der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs 

für Menschenrechte (EGMR) bestehe das Vorliegen des Familienlebens 

zwischen minderjährigen Kindern und ihren Eltern selbst dann fort, wenn 

eine Partei über längere Zeiträume daran gehindert werde, ihre elterlichen 

Rechte auszuüben.  

Ihre Flucht aus Syrien im Jahr 2019 habe zu einer Trennung von den Kin-

dern geführt, die durch äussere Umstände bedingt gewesen sei. Der 

EGMR habe in solchen Fällen betont, die Flucht aus einem gewaltsamen 

Umfeld könne nicht dazu führen, dass das Familienleben als beendet be-

trachtet werde, solange der Wille und das Interesse an einer Wiederauf-

nahme des Kontakts erkennbar blieben. Dies sei vorliegend der Fall, denn 

sie habe bereits im ordentlichen Asylverfahren stets zum Ausdruck ge-

bracht, dass ihr grösster Wunsch die Vereinigung mit ihren Kindern sei. 

Seit ihrer Ausreise aus Syrien pflege sie zu ihren Kindern einen regelmäs-

sigen Kontakt über die sozialen Medien und das Telefon. Sie unterstütze 

ihre Kinder E._______ darüber hinaus im Rahmen ihrer begrenzten finan-

ziellen Möglichkeiten. Dies gelinge ihr dank einer in der Schweiz lebenden 

(…) Freundin, die Geld an (…) E._______ überweise, welche es dann an 

die Kinder verteile.  

Hinsichtlich des Vorwurfs, die Beschwerdeführerin habe das Gesuch um 

Familiennachzug verzögert eingereicht, verkenne das SEM, dass der Hei-

lungsprozess nach erlebten schwerwiegenden Traumata (Folter, massive 

häusliche Gewalt einschliesslich mehrerer Femizidversuche, politische 

Verfolgung) individuell verlaufe. Sie habe sich nach ihrer Ankunft in der 

Schweiz im Jahr 2019 in einem psychischen Ausnahmezustand befunden 

und sei nicht in der Lage gewesen, sich unmittelbar nach der 

E-6150/2024 

Seite 10 

Asylgewährung um den Familiennachzug zu kümmern. Von psychologi-

schem Fachpersonal sei ihr damals auch nahegelegt worden, sich zu-

nächst gesundheitlich zu stabilisieren, bevor sie die notwendigen Schritte 

für den Familiennachzug einleite. Die Annahme des SEM, sie habe ihr Fa-

milienleben und den Willen, ihre Kinder nachzuziehen, aufgegeben, weil 

sie von ihrem Anspruch auf Rehabilitation Gebrauch gemacht habe, stehe 

im Widerspruch zu Art. 14 des Ausschusses der Vereinten Nationen gegen 

Folter (Committee Against Torture, CAT) und der Allgemeinen Bemerkung 

Nr. 3. Auch dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Kinder bis 

zur (…) des Kindsvaters bei diesem gelebt hätten und dieser die Ausübung 

der elterlichen Rechte durch die Beschwerdeführerin unterbunden habe. 

Ein unmittelbarer Nachzug der Kinder sei daher faktisch nicht möglich ge-

wesen. Der verzögerte Familiennachzug lasse sich somit auch auf die pat-

riarchale Gesellschaft in Syrien zurückführen. Es handle sich daher um 

eine Form der Diskriminierung der Frau im Sinne der Convention on the 

Elimination of all Forms of Discrimination against Women (CEDAW; SR 

0.108), wenn ihr das Verhalten des Kindsvaters (Verhindern des Kontakts 

zwischen der Beschwerdeführerin und den Kindern) negativ ausgelegt und 

ihr vorgeworfen werde, sie habe ihr Familienleben seit der Scheidung so-

wie durch den verzögerten Familiennachzug aufgegeben.  

Zusammenfassend sei das Familienleben im Sinne der Rechtsprechung 

des EGMR zu keinem Zeitpunkt erloschen, weshalb den beiden minder-

jährigen Kindern die Einreise in die Schweiz zu bewilligen sei. 

4.2.2 Ferner sei zu beachten, dass zwischen den beiden jüngeren Ge-

schwistern und der ältesten Tochter ein durch Art. 8 EMRK geschütztes 

Familienleben bestehe. Dies insofern, als dass der Kindsvater nach (…) 

seiner elterlichen Sorge nicht mehr nachgekommen und der ältesten Toch-

ter die vorläufige Erziehungsberechtigung für die beiden jüngeren Kinder 

übertragen worden sei. Auch während des Aufenthalts der Geschwister bei 

den Eltern der Beschwerdeführerin hätten die beiden älteren Kinder für die 

jüngeren Kinder die hauptsächlichen Bezugspersonen dargestellt. Auf-

grund (…) halte sich die älteste Tochter mit den jüngeren Kindern alleine 

E._______ auf. Die alleinige Verantwortung für die beiden Geschwister un-

terstreiche die besondere Beziehung und Abhängigkeit zwischen ihnen 

und der ältesten Tochter. Gleichzeitig sei die Unterstützung der ältesten 

Tochter für die Beschwerdeführerin im Alltag unerlässlich, da sie aufgrund 

ihrer psychischen Belastung dringend auf deren Hilfe bei der Erziehung 

und Pflege der jüngeren Kinder angewiesen sei. Dabei liege es auch im 

Sinne von Art. 9 und Art. 3 des Übereinkommens vom 20. November 1989 

E-6150/2024 

Seite 11 

über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107), dass die bestehende Bin-

dung der minderjährigen Kinder zur ältesten Tochter als eine zentrale Be-

zugsperson aufrecht erhalten bleibe. Das Abhängigkeitsverhältnis zwi-

schen den Geschwistern rechtfertige es, dass auch die Einreise der ältes-

ten Tochter in die Schweiz bewilligt werde.   

4.3 In der Vernehmlassung führte das SEM im Wesentlichen aus, zum Auf-

enthalt der Kinder nach der Scheidung würden mehrfache erhebliche Wi-

dersprüche und Unklarheiten bestehen, welche sich auch anhand der Aus-

führungen in der Beschwerdeschrift nicht auflösen liessen. Aufgrund der 

unterschiedlichen Angaben erschliesse sich nicht, weshalb die Beschwer-

deführerin ihre Kinder nach der Scheidung heimlich habe treffen müssen, 

wenn sie diese doch entsprechend ihren Angaben in der Stellungnahme 

regelmässig in ihrem Elternhaus getroffen habe. Entsprechend könne die 

vorbestandene, gelebte Beziehung zwischen ihr und ihren Kindern nach 

wie vor nicht als geklärt erachtet werden. Auch auf das Einreichen von Be-

weismitteln wie Familienfotos sei trotz Aufforderung und mehrfacher Frist-

verlängerung ohne Angabe einer Begründung verzichtet worden.  

Unklar bleibe ebenfalls die konkrete Sorgerechtsregelung zwischen ihr und 

dem Kindsvater. Auch hier sei sie der Aufforderung, amtliche Dokumente 

betreffend die Sorgerechtsvereinbarung sowie eine Einverständniserklä-

rung des Kindsvaters über den Nachzug der Kinder in die Schweiz einzu-

reichen, nicht nachgekommen. Dem auf Beschwerdeebene eingereichten 

Dokument mit der Bezeichnung «Bescheinigung Erziehungsberechtigung» 

sei weder eine Erlaubnis zu entnehmen, dass sie ihre Kinder zu sich holen 

könne, noch erschliesse sich daraus, dass ihr das alleinige Sorgerecht 

über die Kinder übergeben worden wäre. Den Dokumenten lasse sich ein-

zig entnehmen, dass ihr für C._______ eine vorläufige, auf (…) Monate 

befristete «Erziehungsberechtigung» bescheinigt werde mit dem Zweck ei-

nen Reisepass und ein Ausreisevisum für sie zu erhalten, beziehungs-

weise dass ihrer ältesten Tochter eine solche «Erziehungsberechtigung» 

für D._______ bescheinigt werde. 

Im Übrigen verwies das SEM auf die Erwägungen in der angefochtenen 

Verfügung, an welchen es vollumfänglich festhalte. 

4.4 In der Replik wurde hinsichtlich des konkreten Kontakts der Beschwer-

deführerin zu ihren Kindern nach der Scheidung darauf hingewiesen, dass 

der Kindsvater es ihr untersagt habe, den Wohnort zu betreten oder sich 

ihren Kindern zu nähern. Dennoch habe der Kontakt zwar im Verborgenen, 

E-6150/2024 

Seite 12 

aber zumindest wöchentlich stattfinden können. Die mit der Replik einge-

reichten WhatsApp Chatverläufe ab dem Jahr 2021 und Familienfotos wür-

den belegen, dass sie trotz schwieriger äusserer Umstände stets in Kon-

takt mit ihren Kindern gewesen sei und ein Familienleben gepflegt habe. 

Obwohl die Kontaktmöglichkeiten durch das Verhalten des Kindsvaters 

und ihre Flucht eingeschränkt worden seien, habe sie ihre Beziehung zu 

ihren Kindern nie aufgegeben.  

Hinsichtlich der konkreten Sorgerechtsvereinbarung hielt sie den Ausfüh-

rungen des SEM entgegen, dass ein Gesuch um Familiennachzug für min-

derjährige Kinder üblicherweise von beiden Elternteilen unterzeichnet 

werde, die Unterschrift eines Elternteils jedoch genüge, wenn dieser alleine 

sorgeberechtigt sei, die Unterschrift des anderen Elternteils im Ausland 

nicht eingeholt werden könne oder der andere Elternteil verstorben sei. 

Diese Ausnahmen müssten vom allein unterzeichnenden Elternteil gemäss 

Art. 7 AsylG nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden. 

Vorliegend würden zwar keine amtlichen Dokumente zum Nachweis des 

alleinigen Sorgerechts der Beschwerdeführerin vorliegen. Allerdings habe 

sie im Asylverfahren sowie im Verfahren betreffend den Familiennachzug 

konsistent und damit glaubhaft darlegen können, dass ihr das alleinige Sor-

gerecht für die minderjährigen Kinder zugesprochen worden sei. Der Um-

stand, dass in ihrer Abwesenheit der ältesten Tochter eine vorübergehende 

Erziehungsberechtigung für die jüngeren Kinder eingeräumt worden sei, 

unterstreiche das Bestehen des alleinigen Sorgerechts der Beschwerde-

führerin. Die vorübergehende Erziehungsberechtigung sei zudem verlän-

gert worden. Sie erlaube es der ältesten Tochter Ausreisegenehmigungen 

und Reisepässe für die minderjährigen Kinder zu erhalten. Zudem habe sie 

es ihr ermöglicht, mit den minderjährigen Kindern E._______ zu reisen, 

wobei die Kinder (…) mittlerweile nach Syrien zurückgekehrt seien. Ange-

sichts der bisherigen Versuche des Kindsvaters, die Beschwerdeführerin 

daran zu hindern, Kontakt zu ihren Kindern zu unterhalten, sei nicht anzu-

nehmen, dass er den Familiennachzug aktiv unterstütze. Es sei ihr somit 

nicht möglich, eine Einverständniserklärung des Kindsvaters über den 

Nachzug der Kinder in die Schweiz erhältlich zu machen.  

In Syrien würden die Kinder unter prekären Bedingungen ohne elterliche 

Unterstützung leben und sich sowohl physisch als auch psychisch in einer 

äusserst belastenden Situation befinden. Eine Zusammenführung der Kin-

der mit der Beschwerdeführerin in der Schweiz sei sowohl angesichts des 

Grundsatzes des Kindeswohls gemäss Art. 3 KRK als auch aufgrund von 

Art. 8 EMRK unabdingbar, damit die Kinder die dringend benötigte Nähe, 

E-6150/2024 

Seite 13 

Stabilität und Fürsorge ihrer Mutter erhalten und ihr Familienleben fortfüh-

ren könnten. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden – unter dem Titel Familienasyl – 

namentlich Ehegatten und minderjährige Kinder von Flüchtlingen ihrerseits 

als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl in der Schweiz, wenn keine 

besonderen Umstände dagegensprechen. Wurden die anspruchsberech-

tigten Personen nach Abs. 1 durch die Flucht getrennt und befinden sie 

sich im Ausland, so ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen (Art. 51 

Abs. 4 AsylG).  

5.2 Zentrale Bedingung für den Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft ist, 

dass bereits vor der Flucht aus dem Verfolgerstaat eine Familiengemein-

schaft zwischen der gesuchstellenden und der anspruchsberechtigten Per-

son bestanden hat (vgl. dazu die Botschaft zur Totalrevision des AsylG so-

wie zur Änderung des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung 

der Ausländer vom 4. Dezember 1995, BBl 1996 II 1 ff., insb. S. 68). Von 

einer vorbestandenen Familiengemeinschaft in diesem Sinne ist praxisge-

mäss dann auszugehen, wenn die Familie im Zeitpunkt der Trennung im 

gleichen Haushalt gelebt hat. Eine Trennung liegt vor, wenn die Familien-

gemeinschaft durch die Flucht des asylberechtigen Mitglieds ins Ausland 

getrennt wurde oder wenn in der Heimat ein weiteres Zusammenleben im 

gemeinsamen Haushalt infolge zwingender Gründe nicht möglich war (vgl. 

BVGE 2018 VI/6). Zweck der Bestimmung von Art. 51 Abs. 4 AsylG ist die 

Wiedervereinigung von vorbestandenen Familiengemeinschaften, sofern 

die Gemeinschaft alleine aufgrund der Fluchtumstände und somit unfrei-

willig getrennt wurde. Das Familienasyl dient weder der Aufnahme von 

neuen respektive von zuvor noch gar nicht gelebten familiären Beziehun-

gen noch der Wiederaufnahme von zuvor abgebrochenen Beziehungen 

(vgl. BVGE 2012/32 E. 5.4.2 m.w.H.). 

5.3 Dem Einbezug in das Familienasyl nach Art. 51 Abs. 4 AsylG können 

dem Wortlaut von Art. 51 Abs. 1 AsylG nach, auf welchen Abs. 4 verweist, 

"besondere Umstände" entgegenstehen. Bei diesen handelt es sich um ei-

nen unbestimmten, durch die Praxis konkretisierten Rechtsbegriff, dessen 

Zweck darin besteht, Missbrauchstatbestände zu unterbinden und den Be-

hörden die Möglichkeit einzuräumen, Personen kein Asyl zu gewähren, die 

in objektiver Hinsicht des spezifischen Schutzes des Asyls nicht bedürfen 

(vgl. Botschaft zur Totalrevision des Asylgesetzes sowie zur Änderung des 

Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer vom 

E-6150/2024 

Seite 14 

4. Dezember 1995, BBl 1996 II S. 69 f.; vgl. auch BVGE 2015/40 

E. 3.4.4.3). "Besondere Umstände" sind beispielsweise anzunehmen, 

wenn das Familienmitglied Bürger eines anderen Staats als der Flüchtling 

ist und die Familie in diesem Land nicht gefährdet ist, wenn der Flüchtling 

seinen Status derivativ erworben hat oder wenn das Familienleben wäh-

rend einer längeren Zeit nicht gelebt wurde und erkennbar ist, dass die 

Familienmitglieder nicht den Willen haben, als Familie zusammenzuleben 

(vgl. zum Ganzen BVGE 2012/32 E. 5.1). 

6.  

6.1 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die vorinstanzliche Schlussfolgerung, wonach die Voraus-

setzungen für die asylrechtliche Familienzusammenführung gemäss 

Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG vorliegend nicht erfüllt sind, zu bestätigen ist.  

6.2 Zunächst wird das Familienzusammenführungsgesuch hinsichtlich der 

beiden jüngeren Kinder C._______ und D._______ geprüft. Die Beschwer-

deführerin ist seit dem (…) in der Schweiz als Flüchtling anerkannt und 

erhielt hierzulande Asyl. Die beiden jüngeren Kinder sind nach wie vor min-

derjährig, womit sie grundsätzlich in den Anwendungsbereich der Famili-

enzusammenführung nach Art. 51 AsylG fallen (vgl. BVGE 2015/29). 

6.2.1 Wie vorstehend dargelegt, knüpft der Anspruch auf Familienasyl an 

den Bestand der Familiengemeinschaft beziehungsweise den gemeinsa-

men Haushalt vor der Flucht an. Eine tatsächlich gelebte Familiengemein-

schaft von einer gewissen Dauer, Stabilität und Intensität zwischen der Be-

schwerdeführerin und ihren beiden minderjährigen Kindern konnte von ihr 

indes nicht glaubhaft gemacht werden. Im ordentlichen Asylverfahren so-

wie im Gesuch um Familiennachzug gab die Beschwerdeführerin an, nach 

der Scheidung im (…) sei ihr das Sorgerecht für die beiden jüngeren Kinder 

zugesprochen worden, der Kindsvater habe es aber nicht zugelassen, 

dass sie die Kinder treffe; sie habe diese deshalb heimlich getroffen (SEM-

Akten […] A22/20 F65 f.; A1/31 S. 3). In der Stellungnahme erklärte sie im 

Gegensatz dazu, nach der Scheidung im (…) hätten die Kinder (ab dem 

[…]) hälftig beim Kindsvater und von Donnerstag bis Sonntag in ihrem El-

ternhaus gewohnt. Sie und der Kindsvater hätten sich die elterliche Sorge 

geteilt, getroffen hätten sich die Kinder jeweils in ihrem Elternhaus (A6/11 

S. 2). Entgegen dem Vorbringen in der Beschwerde kann der Wortlaut der 

Ausführungen in der Stellungnahme jedoch nicht dahingehend interpretiert 

werden, dass damit nur die rechtlich vorgesehene Sorgerechtsverteilung 

(und nicht die gelebte Praxis) dargelegt worden sei (vgl. Beschwerdeschrift 

E-6150/2024 

Seite 15 

S. 4). Darauf deutet auch der Umstand hin, dass in der Stellungnahme in 

keiner Weise erklärt wird, die Regelung, die Kinder hätten nach der Schei-

dung auch bei ihr gewohnt, sei nicht so gelebt worden, ihr sei der Kontakt 

zu ihren Kindern verwehrt worden oder sie habe ihre Kinder nur heimlich 

sehen können. Somit bestehen erhebliche Widersprüche in ihren Angaben 

zur vorbestandenen, gelebten Beziehung zwischen ihr und den minderjäh-

rigen Kindern seit der Scheidung vom Kindsvater. Die erst mit der Replik 

– ohne Erläuterungen zu den abgebildeten Personen, zum Zeitpunkt der 

Aufnahmen, zur Örtlichkeit oder zum Anlass – eingereichten Fotos, welche 

die Beschwerdeführerin (unter anderem) mit ihren Kindern zeigen dürfte, 

vermögen die Zweifel an der vorbestandenen, gelebten Beziehung nicht 

auszuräumen, da sie nur einige wenige Begegnungen dokumentieren. 

Darüber hinaus verzichtet die Beschwerdeführerin auf detaillierte Angaben 

zum Familienleben und zum Kontakt zu ihren Kindern. So gibt sie diesbe-

züglich zur Variante, ihr sei der Kontakt zu ihren Kindern verwehrt worden, 

pauschal an, sie habe die Kinder manchmal bei deren Kollegen (SEM-Ak-

ten […] A22/20 F65) und zumindest wöchentlich beispielsweise bei Freun-

den oder in der Schule gesehen (vgl. Replik S. 2). Zuletzt bestehen auch 

Ungereimtheiten hinsichtlich des Zeitpunkts der Scheidung. Gemäss dem 

im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Scheidungsdokument erfolgte 

die Scheidung «endgültig und vollstreckbar» per (…) 2014 (A1/31 Bei-

lage 3), gemäss ihren Angaben erfolgte die Scheidung hingegen im (…) 

(SEM-Akten […] A22/20 F60; A6/11 S. 2). Insgesamt gelingt es der Be-

schwerdeführerin damit nicht, eine seit der Scheidung und vor der Flucht 

bestehende Familiengemeinschaft, welche im Sinne von Art. 51 Abs. 4 

AsylG durch die Flucht getrennt wurde, glaubhaft zu machen.   

6.2.2 Ohnehin gelingt es der Beschwerdeführerin aber auch nicht, einen 

fortdauernden Kontakt zu ihren Kindern nach ihrer Ausreise aus Syrien im 

Jahr 2019 glaubhaft zu machen. In Übereinstimmung mit dem SEM fällt 

vorab auf, dass ihre Angaben zum Aufenthaltsort der Kinder seit ihrer 

Flucht widersprüchlich und vage ausgefallen sind. Dies trifft insbesondere 

für deren Aufenthalt E._______ zu. So führte sie im Gesuch um Familien-

nachzug aus, alle «vier» Kinder seien aufgrund der gefährlichen Situation 

in Syrien E._______ geflüchtet, ohne genaue Angaben zum Aufenthaltsort 

und den dort vorherrschenden Umständen zu machen (A1/31 S. 6). In der 

Stellungnahme erklärte sie hingegen, der älteste Sohn sei noch vor der 

Ausreise (gemeint ist wohl der Zeitpunkt der Ausreise der anderen drei Kin-

der E._______ [Anmerkung des Gerichts]) (…) und dürfe deshalb gar nicht 

aus Syrien ausreisen (A6/11 S. 2). Weiter ist augenfällig, dass die Be-

schwerdeführerin auf Beschwerdeebene zwar angibt, die Kinder seien 

E-6150/2024 

Seite 16 

zwischenzeitlich nach Syrien zurückgekehrt, es aber auch an dieser Stelle 

wieder gänzlich unterlässt anzugeben, wo und allenfalls bei wem sie sich 

aufhalten (vgl. Replik S. 3). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 

vermögen sodann die auf Beschwerdeebene eingereichten Fotos sowie 

die ins Recht gelegte Liste von WhatsApp Chatverläufen (vgl. Replik Bei-

lagen 2 und 3) nicht zu belegen, dass sie seit ihrer Ausreise stets in engem 

Kontakt mit ihren Kindern gestanden sei (vgl. Replik S. 2). So betrifft höchs-

tens eines der eingereichten Fotos die Zeit nach ihrer Ausreise im Jahr 

2019, da sie auf sämtlichen anderen Fotos zusammen mit ihren Kindern 

abgebildet ist, wobei es sich aufgrund des zwischenzeitlich erreichten Al-

ters der Kinder bei jenem einen Foto nicht um ein aktuelles Bild handeln 

dürfte. Dass die rechtlich vertretene Beschwerdeführerin keine weiteren 

und auch keine aktuellen Fotos ihrer Kinder eingereicht hat, lässt sich mit 

der Behauptung in der Stellungnahme, wonach sie täglich mit ihren Kindern 

über die Sozialen Medien in Kontakt stehe (A1/31 S. 2), nur schwer verein-

baren. Der mittels WhatsApp Chatverläufen dokumentierte Austausch zwi-

schen ihr und ihren Kindern in der Zeit seit dem 18. Februar 2022 (und 

nicht wie in der Beschwerde behauptet seit dem Jahr 2021) bis 13. Novem-

ber 2024, welcher ausgehend von den Daten an insgesamt etwas mehr als 

50 Tagen stattgefunden hat, vermag den behaupteten intensiven Kontakt 

zu ihren Kindern seit ihrer Ausreise ebenfalls nicht glaubhaft zu machen 

(vgl. Replik Beilage 3). Ihre Erklärung in der Replik, wegen des Wechsels 

ihres Handys könnten keine Kontaktnachweise von vor dem Jahr 2021 

(recte: 2022) erbracht werden (vgl. Replik S. 2), vermag nicht zu überzeu-

gen und reicht jedenfalls nicht aus, um von einem engen Kontakt zwischen 

ihr und ihren Kindern seit ihrer Ausreise bis Ende 2021 auszugehen. Die 

(…) Zahlungsbelege von (…) betreffend Überweisungen E._______ (A6/11 

Beilage 4) sind sodann auch nicht geeignet, eine in finanzieller Hinsicht 

hinreichend enge Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ihren 

Kindern, die angeblich (…) nicht mehr finanziell unterstützt würden (A6/11 

S. 2), glaubhaft zu machen. Nicht überzeugend ist ferner die Erklärung der 

Beschwerdeführerin zu den aufgeführten Sende- und Empfängernamen 

auf den (…) Zahlungsbelegen. Auf einem der (…) Zahlungsbelege ist ein 

anderer Empfängernamen eingetragen als auf den anderen (Empfänger-

name Zahlungsbeleg vom […] April 2024 […]; Empfängername Zahlungs-

belege vom […] April 2024 und […] Mai 2024 […]; A6/11 Beilage 4), wes-

halb es nicht zutreffen kann, dass die Überweisungen, wie von ihr angege-

ben, jeweils an die gleiche Person ([…] einer in der Schweiz lebenden […] 

Freundin, welche sich E._______ befinde) erfolgt ist (vgl. Beschwerde-

schrift S. 5). Aufgrund der zahlreichen Unstimmigkeiten und Unklarheiten 

gelingt es der Beschwerdeführerin insgesamt nicht zu belegen respektive 

E-6150/2024 

Seite 17 

glaubhaft zu machen, dass sie den Kontakt zu ihren minderjährigen Kin-

dern im Sinne einer effektiven Familiengemeinschaft während der zwi-

schenzeitlich beinahe (…) Jahre dauernden Trennung aufrechterhalten 

hat.  

6.2.3 Zu Recht hält das SEM der Beschwerdeführerin überdies die lange 

Dauer von der Asylgewährung am (…) 2019 bis zur Stellung des Gesuchs 

um Familiennachzug am 18. Dezember 2023 vor. Die Wartezeit von mehr 

als viereinhalb Jahren erstaunt insbesondere aufgrund der zwischenzeit-

lich erfolgten Volljährigkeit ihrer beiden älteren Kinder sowie auch des be-

reits fortgeschrittenen Alters ihrer beiden jüngeren Kinder (C._______ 

wurde am […] 2025 […] Jahre und D._______ am […] 2024 […] Jahre alt) 

und spricht gegen den erkennbaren Willen zur Wiedervereinigung der Fa-

milie (vgl. dazu BVGE 2020 VI/1 E. 9.4.2, m.w.H.). Zur Begründung gibt die 

Beschwerdeführerin an, sie sei zum Zeitpunkt ihrer Einreise in die Schweiz 

im Jahr 2019 aufgrund ihrer traumatisierenden Erfahrungen überfordert ge-

wesen, weshalb es ihr nicht möglich gewesen sei, direkt nach der Asylge-

währung im (…) 2019 ein Familiennachzugsgesuch einzureichen. Gemäss 

der ins Recht gelegten Bestätigung ihrer behandelnden Gesprächsthera-

peutin vom 1. September 2024 war sie vom (…) Mai bis zum (…) Oktober 

2021 in therapeutischer Behandlung (vgl. Beschwerde Beilage 7). Ange-

sichts der langen Zeit, die bisher verstrichen ist, erschliesst sich dem Ge-

richt – insbesondere vor dem Hintergrund der schwierigen Situation, in wel-

cher sich die teils minderjährigen Kinder angeblich befunden hätten, und 

angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin zum damaligen 

Zeitpunkt bereits eine Rechtsvertretung hatte – nicht, weshalb es ihr nicht 

möglich gewesen sein soll, bereits zu einem früheren Zeitpunkt ein Nach-

zugsgesuch für ihre Kinder zu stellen. Die Behandlung ihrer psychischen 

Probleme vermag deshalb entgegen ihrer Vorbringen eine derart lange 

Dauer zwischen der Asylgewährung und der Einreichung ihres Gesuchs 

um Familiennachzug nicht zu rechtfertigen.  

6.2.4 Darüber hinaus muss gemäss Lehre und Praxis der nachziehende 

Elternteil aus familienrechtlichen Gründen über das Sorge- beziehungs-

weise Obhutsrecht über das nachzuziehende minderjährige Kind verfügen; 

ist der nachziehende Elternteil nicht alleiniger Inhaber der elterlichen 

Sorge, ist seitens des anderen Elternteils eine Einwilligungserklärung ein-

zuholen, die belegt, dass diese mit dem Nachzug einverstanden ist. Dies 

wird unter anderem mit der Überlegung begründet, dass ein minderjähriges 

Kind der sorgeberechtigten Person nicht gegen deren Willen entzogen 

werden können soll (vgl. Art. 220 StGB sowie die internationalen 

E-6150/2024 

Seite 18 

Verpflichtungen der Schweiz auf Basis des Übereinkommens über die zi-

vilrechtlichen Aspekte internationaler Kindsentführung vom 25. Oktober 

1980, SR 0.211. 230.02). Diese im Ausländerrecht entwickelte Praxis (vgl. 

BGE 137 I 284 E. 2.3.1, 136 II 78 E. 4.8; Urteil des BVGer F-2860/2018 

vom 5. Dezember 2019 E. 6.1) ist ohne Weiteres auf asylrechtliche Fami-

liennachzüge zu übertragen (vgl. z.B. das Urteil des BVGer E-3961/2023 

vom 30. August 2023 E. 5.1 m.w.H.). 

Wie vom SEM zutreffend festgestellt und bereits in E. 6.2.1 hiervor darge-

legt wurde, ist die konkrete Regelung zwischen der Beschwerdeführerin 

und dem Kindsvater über das Sorgerecht der minderjährigen Kinder unklar 

geblieben. Die Angaben der Beschwerdeführerin hierzu sind widersprüch-

lich, erklärte sie im ordentlichen Asylverfahren noch, das Sorgerecht be-

treffend die minderjährigen Kinder sei ihr übergeben worden (SEM-Akten 

[…] A22/20 F66), während sie in der Stellungnahme demgegenüber angab, 

der Kindsvater und sie hätten sich die elterliche Sorge geteilt (A6/11 S. 2). 

Der Versuch auf Beschwerdeebene, diese Unstimmigkeiten zu beheben, 

gelingt ihr nicht. Wie das SEM in der Vernehmlassung zutreffend festge-

stellt hat, geben die eingereichten Beweismittel (zwei Dokumente mit der 

Bezeichnung «Bescheinigung Erziehungsberechtigung»; vgl. Beschwerde 

Beilage 5 und 6) ebenso wenig Aufschluss über die konkrete Sorgerechts-

regelung. Auch dem mit der Replik eingereichten Dokument mit der Be-

zeichnung «Urkunde über provisorisches rechtliches Fürsorgerecht» (vgl. 

Replik Beilage 4) ist weder eine Erlaubnis zu entnehmen, die Beschwerde-

führerin dürfe ihre Kinder zu sich holen, noch erschliesst sich daraus, dass 

ihr das alleinige Sorgerecht über die Kinder übertragen worden wäre. Dem 

Dokument lässt sich einzig entnehmen, dass der ältesten Tochter für die 

beiden minderjährigen Kinder eine vorläufige, auf (…) befristete Erzie-

hungsberechtigung bescheinigt wird mit dem Zweck einen Reisepass und 

ein Ausreisevisum für diese zu erhalten. Nach dem Gesagten wurde nicht 

belegt oder zumindest glaubhaft gemacht, dass die Beschwerdeführerin 

über das alleinige Sorgerecht verfügt. Eine Einverständniserklärung sei-

tens des Kindsvaters über den Nachzug der Kinder in die Schweiz sei, wie 

sie selbst ausführt, nicht zu erlangen (vgl. Replik S. 3). Angesichts der vo-

rangehenden Ausführungen (vgl. E. 6.2.1 – E. 6.2.3) kann letztlich offen-

blieben, ob sie über das alleinige Sorge- beziehungsweise Obhutsrecht 

verfügt respektive ob eine Einwilligungserklärung des Kindsvaters vorliegt. 

6.3 Auch hinsichtlich der ältesten Tochter der Beschwerdeführerin sind die 

Erwägungen des SEM nicht zu beanstanden. In der angefochtenen Verfü-

gung wird zwar eher knapp, aber im Ergebnis korrekt und gestützt auf die 

E-6150/2024 

Seite 19 

geltende Praxis dargelegt, weshalb sie die Voraussetzung für den Famili-

ennachzug nicht erfüllt sind. Die Angaben auf Beschwerdeebene führen zu 

keiner anderen Betrachtungsweise. Die älteste Tochter der Beschwerde-

führerin war zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung am 18. Dezember 

2023 unbestrittenermassen volljährig und erfüllt somit das zwingende Er-

fordernis der Minderjährigkeit nach Art. 51 Abs. 1 AsylG nicht. Vorliegend 

fehlt es somit an der gesetzlichen Grundlage für den Einbezug in die 

Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin.  

6.4 Entgegen der in der Beschwerde geäusserten Ansicht, können weder 

Art. 8 EMRK noch andere Bestimmungen ergänzend angewendet werden, 

wenn die Voraussetzungen des Familienasyls gemäss Art. 51 AsylG nicht 

erfüllt sind (vgl. etwa Urteile des BVGer D-6862/2023 vom 14. Februar 

2024 E. 6.3 und D-2039/2020 vom 20. November 2020 E. 5.4). Ferner ver-

mag auch die Anwendung der KRK nichts an obiger Einschätzung zu än-

dern, da diese weder dem Kind noch seinen Eltern ein Recht zur Einreise 

und zum Aufenthalt in der Schweiz im Sinne einer Familienzusammenfüh-

rung gewährt (vgl. Botschaft des Bundesrats betreffend den Beitritt der 

Schweiz zum Übereinkommen von 1989 über die Rechte des Kindes vom 

29. Juni 1994 BBl 1994 V 1 ff., bezüglich Art. 10 KRK S. 33 ff. und 73 f.; 

BGE 126 II 377 E. 5d S. 392; 124 II 361 E. 3b S. 367). 

6.5 Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, 

dass die Voraussetzungen für die asylrechtliche Familienzusammenfüh-

rung gemäss Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG nicht erfüllt sind, und das SEM den 

Kindern der Beschwerdeführerin im Ergebnis zu Recht die Einreise in die 

Schweiz nicht bewilligt hat. 

7.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachver-

halt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Mit Zwischenverfügung vom 18. Oktober 2024 wurde der Beschwerde-

führerin – unter der Voraussetzung des Nachreichens einer Fürsorgebe-

stätigung sowie unter Vorbehalt einer nachträglichen Veränderung der fi-

nanziellen Verhältnisse – die unentgeltliche Prozessführung gewährt und 

ihr wurde – unter denselben Voraussetzungen – lic. iur. LL.M. Tarig Hassan 

als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet. Die Beschwerdeführerin 

E-6150/2024 

Seite 20 

bestätigte mit Eingabe vom 4. November 2024, dass sie erwerbstätig sei. 

Mit Zwischenverfügung vom 20. Januar 2025 wurde sie aufgefordert, dem 

Gericht das ausgefüllte Formular „Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege“ 

einzureichen, andernfalls gestützt auf die Akten entschieden werde. Mit 

Eingabe vom 4. Februar 2025 reichte sie das ausgefüllte Formular ein und 

stellt dabei dem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 4’090.– Auslagen 

von Fr. 2'452.– gegenüber und belegt die einzelnen Posten grösstenteils. 

Dem eingereichten Lohnausweis für das Jahr 2024 ist indes ein durch-

schnittlich monatliches Nettoeinkommen von Fr. 4'689.25 (inkl. 13. Mo-

natslohn; vgl. Eingabe vom 4. Februar 2025 [act. 9]) zu entnehmen. Für die 

Kosten für die Miete von Fr. 1'597.– und Telefon/TV von Fr. 159.55 reicht 

sie Belege ein. Die Kosten für die Krankenkasse sind hingegen nur im Um-

fang von Fr. 460.25 (vgl. Beschwerde Beilage 8) belegt, allerdings sind 

dem Lohnausweis vom Jahr 2024 Quellensteuern im Umfang von Fr. 354.– 

zu entnehmen. Die Kosten für den öffentlichen Verkehr von Fr. 97.– sind 

nicht belegt, werden aber anerkannt. 

Zur Berechnung der monatlichen Auslagen steht der Beschwerdeführerin 

als alleinstehende Person ein monatlicher Grundbetrag von Fr. 1’200.– zu, 

welchem ein Zuschlag von 20%, mithin Fr. 240.–, zuzurechnen ist. Dazu 

kommen die nachgewiesenen beziehungsweise plausiblen Ausgaben von 

Fr. 2'667.80. Der monatliche Notbedarf der Beschwerdeführerin liegt somit 

bei Fr. 4'107.80. Dieser ist dem Nettoeinkommen von Fr. 4'689.25 gegen-

überzustellen. Daraus resultiert ein monatlicher Überschuss von 

Fr. 581.45. Dies ergibt einen jährlichen Überschuss von Fr. 6’977.40. Die 

unentgeltliche Prozessführung wird dann nicht zugesprochen, wenn der 

Überschuss ausreicht, um die Verfahrens- und Rechtsvertretungskosten 

innerhalb eines Jahres zu tilgen (vgl. Abschreibungsentscheid des BVGer  

C-328/2018 vom 21. November 2018 E. 3.5; BGE 141 III 369 E. 4.1 S. 372 

mit Hinweis). Damit ist nicht von der Prozessbedürftigkeit der Beschwerde-

führerin auszugehen, weshalb eine der Voraussetzungen für die Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG nicht gegeben ist. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung 

ist abzuweisen. 

Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens sind die Kosten daher der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen und auf Fr. 750.– festzusetzen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], 

SR 173.320.2). 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-III-369%3Ade&number_of_ranks=0#page369

E-6150/2024 

Seite 21 

8.2 Angesichts ihres Unterliegens steht der Beschwerdeführerin auch 

keine Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE 

e contrario).  

Das Gesuch um Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als unent-

geltlicher Rechtsbeistand ist mangels Erfüllens der Voraussetzungen von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen, zumal beim ausgewiesenen 

Überschuss auch unter Berücksichtigung der mutmasslichen Anwaltskos-

ten nicht von der Prozessbedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszuge-

hen ist. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6150/2024 

Seite 22 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als unentgeltlicher Rechts-

beistand werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regina Derrer Eliane Hochreutener 

 

 

Versand: