# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 813c58ba-5248-51d5-9471-e6c531089d78
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.07.2010 E-8463/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8463-2007_2010-07-27.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-8463/2007/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Markus König (Vorsitz), Richter Blaise Pagan, 
Richter Bruno Huber, 
Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay.

A._______,
Irak,
vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 8. November 2007 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Gegenstand

Parteien

E-8463/2007

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  –  ein  Kurde  aus  B._______  in  der  Provinz 
C._______ – verliess den Heimatstaat gemäss eigenen Angaben am 
_______ und gelangte über Kirkuk und die Grenzstadt H._______ in 
die  Türkei,  wo er  sich  etwa drei  Wochen lang aufhielt,  bevor  er  am 
13. Februar 2007 in die Schweiz gelangte und gleichentags ein Asyl-
gesuch stellte. Am 1. März 2007 wurde er im Empfangs- und Verfah-
renszentrum  D._______  erstmals  kurz  befragt.  Für  die  Dauer  des 
Verfahrens  wurde  er  dem  Kanton  E._______  zugewiesen.  Die 
Befragung zu den Asylgründen durch die kantonale Behörde fand am 
23. Oktober 2007 statt.

Zur Begründung seines Asylbegehrens machte der Beschwerdeführer 
im Wesentlichen geltend, er sei Inhaber einer Firma, deren Produkte 
vom  irakischen  Staat  und  von  den  Amerikanern  verwendet  worden 
seien. Zweimal hätten Terroristen versucht, ihn zu töten; einmal hätten 
sie auf ihn geschossen, ein anderes Mal sei in der Nacht eine Granate 
in  den  Hof  seines  Hauses  geworfen  worden.  Diesen  letzten  Vorfall  
habe er der Polizei  gemeldet. Zudem hätten Terroristen einen seiner 
Lastwagentransporte angegriffen und seien so in den Besitz von Fir-
menunterlagen gekommen. Über den Fahrer des Lastwagens sei dem 
Beschwerdeführer ausgerichtet worden, er solle seine Arbeit beenden, 
sonst werde er sterben. Vor diesem Hintergrund habe er den Heimat-
staat verlassen.

B.
Mit  Verfügung  vom 8. November  2007  –  eröffnet  am 13. November 
2007 – stellte  das BFM fest,  die Vorbringen des Beschwerdeführers 
genügten den Anforderungen an das Glaubhaftmachen eines asylre-
levanten Sachverhaltes nicht, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte 
seine Wegweisung aus der Schweiz. Gleichzeitig nahm das Bundes-
amt  den  Beschwerdeführer  zufolge  Unzumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs vorläufig auf.

C.
Gegen  die  vorinstanzliche  Verfügung  reichte  der  Beschwerdeführer 
durch  seinen Rechtsvertreter  am 13. Dezember  2007 beim Bundes-
verwaltungsgericht Beschwerde ein. Er beantragte die Aufhebung der 
vorinstanzlichen  Verfügung,  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigen-
schaft und die Gewährung von Asyl. In prozessualer Hinsicht ersuchte 

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der  Beschwerdeführer  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechts-
pflege unter Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung. 

D.
Der  Instruktionsrichter  wies  in  der  Zwischenverfügung  vom  18. De-
zember 2007 das Gesuch um amtliche Rechtsvertretung ab; der Ent-
scheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege wurde für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht gestellt. 

Mit  gleicher  Verfügung  wurde  das  Bundesamt  zum Einreichen  einer 
Stellungnahme eingeladen.

E.
Mit Vernehmlassung vom 20. Dezember 2007 nahm die Vorinstanz zu 
den Beschwerdevorbringen Stellung,  hielt  an  ihren Erwägungen fest 
und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

Die vorinstanzliche Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am 
7. Januar 2008 zur Kenntnis gebracht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet im Asylbereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer  ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt  und hat  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 

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legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG, Art. 108 Abs. 1 AsylG, 
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken.

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.  
4.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers im We-
sentlichen  mit  der  Begründung  ab,  die  angegebenen  Fluchtgründe 
hielten  den  Anforderungen  an  das  Glaubhaftmachen  eines  asyl-
relevanten Sachverhaltes nicht stand. 

4.2 In der Beschwerdeschrift  hält  der Beschwerdeführer diesen Aus-
führungen  entgegen,  er  sei  Sohn  eines  kurdisch-stämmigen  Unter-
nehmers,  der  schon unter  der  Herrschaft  von Saddam Hussein eine 
eigene  Firma  für  die  Produktion  von  F._______ betrieben  habe. 
Damals sei  es unmöglich gewesen,  ohne Parteimitgliedschaft  in  der 
Baath-Partei eine solche Stellung zu erringen. Zudem habe der Vater 
des Beschwerdeführers einem einflussreichen Clan angehört; gerade 

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auf  solche  Clans  habe  sich  das  Regime  von  Saddam  gegen  Ende 
seiner Herrschaft abgestützt. Der Beschwerdeführer habe insofern an 
dieser  Günstlingswirtschaft  teilgehabt,  als  er  der  Baath-Partei 
beigetreten sei, um auch studieren zu können. Vor diesem Hintergrund 
werde deutlich,  dass er  als  Verantwortlicher  seiner  Firma nach dem 
Zusammenbruch des alten Regimes für verschiedenste politische und 
private Kräfte zu  einer  idealen Zielperson geworden sei; mit  seinem 
Clan rivalisierende Stämme hätten auf diese Weise alte Rechnungen 
begleichen können.

Hinsichtlich der Frage der  Glaubhaftigkeit  der Vorbringen sei  vorweg 
festzuhalten, dass das kantonale Protokoll den Eindruck erwecke, dem 
Beschwerdeführer seien kaum weiterführende Fragen gestellt worden. 
So seien die von ihm erwähnten Stammesbeziehungen, die "gewissen 
Tätigkeiten",  die ihm von unbekannter  Seite verboten worden seien, 
sowie die konkreten Umstände des bewaffneten Überfalls auf das Auto 
des Cousins im Herbst _______ nicht eingehend erfragt worden. Dass 
die diesbezüglichen Aussagen wenig ergiebig  wirken würden, könne 
folglich nicht allein dem Beschwerdeführer angelastet werden.

Entgegen  der  vorinstanzlichen  Schlussfolgerungen  würden  die  Vor-
bringen des Beschwerdeführers bei näherer Betrachtung und objekti -
ver Würdigung den Anforderungen durchaus gerecht werden.

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht kommt in Würdigung der gesamten 
vorliegenden Akten zum Schluss, dass die Vorinstanz die Vorbringen 
des Beschwerdeführers in ihrer Gesamtheit zu Recht als unglaubhaft 
beurteilt hat:

4.3.1 Der  Beschwerdeführer  hat  anlässlich  der  Erstbefragung  dar-
gelegt, Anfang _______ – das genaue Datum wisse er nicht – sei er 
im Auto unterwegs gewesen, als von Terroristen auf ihn geschossen 
worden sei; die  Terroristen seien in  einem Auto gesessen,  aus  dem 
heraus sie das Feuer eröffnet hätten. Diesen Vorfall habe er noch am 
selben  Tag bei  der  Polizei  in  G._______  zur  Anzeige  gebracht  (vgl. 
Protokoll Empfangszentrum S. 5).

Bei  der  kantonalen  Befragung  nannte  er  dann  ein  genaues  Datum 
dieses Vorfalls und führte aus, am _______ sei er im Auto unterwegs 
gewesen und von Unbekannten beschossen worden. Er vermute, dass 
er das Ziel gewesen sei. Er wisse nicht,  ob die Täter auch in einem 
Auto gefahren seien, vermute dies aber. Er habe wegen dieses Vorfalls 

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nicht Anzeige erstattet. Die Polizei  am Kontrollposten bei G._______ 
habe die  Einschusslöcher  gesehen,  sei  jedoch nicht  aktiv  geworden 
(vgl. kantonales Protokoll S. 10 und 12). 

Entgegen der in der Beschwerde geäusserten Auffassung (vgl. S. 6) 
sind diese Aussagen als klar widersprüchlich zu beurteilen. Ungeach-
tet dieser Widersprüche sind übrigens auch keine konkreten Anhalts-
punkte  dafür  ersichtlich,  dass  der  Beschwerdeführer  gezielt  an-
gegriffen worden wäre, zumal er selber bei der kantonalen Befragung 
festhalten liess, er vermute nur, die Schüsse hätten ihm gegolten (vgl.  
vgl. kantonales Protokoll S. 10).

4.3.2 Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  Ende  _______  sei  eine 
Handgranate  in  den  Hof  seines  Hauses  geworfen  worden,  was 
Sachbeschädigungen zur  Folge gehabt  habe. Er habe diesen Vorfall 
am folgenden Tag bei der Polizei zur Anzeige gebracht (vgl. Protokoll 
Empfangszentrum S. 4, kantonales Protokoll  S. 11). Davon, dass die 
Polizei die Anzeige nicht entgegengenommen habe ("sie interessierten 
sich  nicht  dafür",  vgl.  kantonales  Protokoll  S.  11),  hatte  der  Be-
schwerdeführer in der Erstbefragung nichts erwähnt.

4.3.3 Sodann hat er auch die weiteren Asylgründe unsubstanziiert und 
teilweise  ungereimt  dargestellt.  So  erklärte  der  Beschwerdeführer, 
zwischen  _______  und  dem  _______  sei  nichts  mehr  passiert.  An 
diesem  _______tag  seien  zwei  Lastwagen,  beladen  mit  F._______ 
seiner  Firma,  unterwegs  gewesen.  Einer  der  Lastwagen  sei  von 
Terroristen  angegriffen  worden.  Die  Angreifer  hätten  dann  Papiere 
seiner  Firma  entdeckt,  erst  nachher  sei  er  bedroht  worden  (vgl. 
Protokoll Empfangszentrum S. 5). Gemäss diesen Schilderungen liegt 
die Annahme nahe, der terroristische Angriff auf einen Lastwagen des 
Beschwerdeführers sei zufällig erfolgt. Gemäss einer anderen Version 
sollen diesem Vorfall hingegen verschiedene telefonische und sonstige 
Bedrohungen  mit  dem  Ziel  vorausgegangen  sein,  den 
Beschwerdeführer  zur  Einstellung  seiner  Geschäftsstätigkeiten  – 
konkret  den  geschäftlichen  Beziehungen  zu  staatlichen  und 
amerikanischen Einrichtungen – zu bewegen (vgl. kantonales Protokoll 
S. 9). Die telefonischen Drohanrufe hatte er bei der Erstbefragung be-
zeichnenderweise nicht erwähnt.

Weiter führte er einmal aus, die Familie habe wegen der früheren Mit-
gliedschaft bei der Baath-Partei mit den Behörden insofern Probleme 
gehabt,  als sie sich nicht frei  hätten bewegen können (vgl. Protokoll  

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Empfangsstelle S. 6); dann wiederum verneinte er die Frage nach all -
fälligen Problemen mit den Behörden (vgl. kantonales Protokoll S. 12). 
Im Übrigen wäre, würden die Angaben des Beschwerdeführers zutref-
fen, auch kaum nachvollziehbar, wieso er, der offenbar nach dem Tod 
des Vaters im _______ die Firma übernommen hatte, erst drei Jahre 
später  im  Zusammenhang  mit  seinen  Geschäften  konkrete  Ver-
folgungsmassnahmen erlitten hätte.

4.3.4 Ausserdem fällt  auf,  dass der Beschwerdeführer aussagte, der 
Vater sei nach dem Zufügen von Schlägen verstorben, während er bei 
der  zweiten  Anhörung  erzählte,  der  Vater  sei  an  den  Folgen  von 
Schussverletzungen gestorben (vgl. Protokoll Empfangszentrum S. 3, 
kantonales Protokoll S. 8). 

Schliesslich  hat  der  Beschwerdeführer  zuerst  angegeben,  im  Jahr 
_______ einen Passantrag gestellt zu haben (vgl. Protokoll Empfangs-
zentrum S. 3),  dann will  er  dies im Jahr _______ getan haben (vgl. 
kantonales Protokoll S. 5). 

4.3.5 An  diesen  Feststellungen  vermögen  die  Einwände  in  der 
Rechtsmitteleingabe nichts zu ändern. So ist der Einwand der zu we-
nig  vertieften  Sachverhaltsabklärung  vorliegend  schon deshalb  nicht 
stichhaltig,  weil  das  Argument  einer  angeblich  zu  wenig  intensiven 
Befragung des Beschwerdeführers kaum geeignet erscheint, die vielen 
von  ihm  produzierten  Aussagewidersprüche  plausibel  zu  erklären. 
Zudem ist  zu  einem  in  der  Beschwerde  erwähnten  Beispiel  festzu-
halten,  dass  mit  den  "gewissen  Tätigkeiten"  gemäss  kantonalem 
Protokoll (vgl. S. 10) unmissverständlich die Geschäftstätigkeit mit der 
Regierung und den Amerikanern angesprochen wurde. 

Der  Beschwerdeführer  hat  die  Vollständigkeit  und  Korrektheit  beider 
Befragungsprotokolle  am  Ende  jeweils  unterschriftlich  bestätigt  und 
auch die bei der zweiten Anhörung anwesende Hilfswerkvertretung hat 
keinerlei  Einwände zu Protokoll gegeben. Für eine allenfalls mangel-
hafte  Übersetzung  oder  unvollständige  Protokollierung  (vgl.  Be-
schwerde S. 7) ergeben sich keinerlei Hinweise. Der rechtserhebliche 
Sachverhalt  war und ist  hinreichend erstellt,  weshalb der Antrag auf 
weitere Beweiserhebungen (ergänzende Anhörung) abzuweisen ist.

4.4 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er habe der Baath-
Partei  beitreten müssen, um im Irak Saddam Husseins studieren zu 

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können, deckt sich diese Feststellung mit den Erkenntnissen des Bun-
desverwaltungsgerichts (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2).

Nach dem Verbot der Partei am 16. Mai 2003 wurden die Baathisten 
zwar vorübergehend fast vollständig aus dem öffentlichen Dienst ver -
drängt,  bevor  später  eine  Wiedereinbindung  ehemaliger  Baath-An-
gehöriger in die Wege geleitet wurde. Von einer Kollektiv- oder Grup-
penverfolgung aller ehemaligen Angehörigen der Baath – namentlich 
auch  der  einfachen  Parteimitglieder  ohne  besondere  Funktionen  – 
durch staatliche oder nicht-staatliche Akteure ist jedoch nicht auszu-
gehen (vgl. a.a.O. E. 7.2.2).

Der Beschwerdeführer  macht geltend,  er  sei  der Baath-Partei  einzig 
beigetreten, um in den Genuss einer höheren Ausbildung zu kommen 
und sich  eine berufliche Grundlage und Zukunft  zu schaffen. Er  will  
sich als Partei-Mitglied nicht für  die Baath aktiv engagiert  haben; ab 
dem  Zeitpunkt  des  Studiums  in  Bagdad  (zwischen  _______  und 
_______) habe er nichts mehr mit  der Partei  zu tun gehabt und seit  
dem Sturz von Saddam Hussein sei er gemäss eigenen Angaben auch 
nicht  mehr  Partei-Mitglied  (vgl.  Protokoll  Empfangszentrum  S.  6, 
kantonales Protokoll S. 8).

Diesem Element des geltend gemachten Sachverhalts ist demnach die 
asylrechtliche  Relevanz  abzusprechen,  womit  die  Frage  der  Glaub-
haftigkeit dieses Vorbringens offen bleiben kann.

4.5 Zusammenfassend  kann  der  Beschwerdeführer  nach  dem  Ge-
sagten keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdungslage respektive 
Gründe  nach  Art.  3  AsylG  nachweisen  oder  glaubhaft  machen. Die 
Verneinung der  Flüchtlingseigenschaft  und die  Abweisung des Asyl-
gesuchs durch das BFM sind somit zu bestätigen.

5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

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(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung vom 8. November 2007 den 
Beschwerdeführer  zufolge Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
vorläufig  in  der  Schweiz  aufgenommen.  Damit  erübrigen  sich  zum 
heutigen  Zeitpunkt  praxisgemäss  Erwägungen  zur  Wegweisung 
respektive zur Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs. 

6.3 Bei diesem Verfahrensausgang erwächst die vorläufige Aufnahme 
des Beschwerdeführers in  Rechtskraft  (vgl. Dispositivziffern  4  und 5 
der vorinstanzlichen Verfügung).

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinn 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, nachdem der alleinstehende 
Beschwerdeführer  gemäss  den  dem  Bundesverwaltungsgericht  vor-
liegenden Unterlagen offenbar seit  Frühling 2008 einer Erwerbstätig-
keit  nachgeht  und  damit  über  ein  entsprechendes  geregeltes  Ein-
kommen  verfügt,  weshalb  seine  prozessuale  Bedürftigkeit  zu  ver-
neinen ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf 
insgesamt  Fr. 600.-  festzusetzen  (Art.  1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils 
zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Eveline Chastonay

Versand:

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