# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 66391fea-9f95-5663-8001-a86434b08be9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 03.10.2023 HG200190
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG200190_2023-10-03.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 
 

Geschäfts-Nr.: HG200190-O U 

 

 

Mitwirkend: Oberrichter Roland Schmid, Vizepräsident, und Oberrichterin Nicole 

Klausner, die Handelsrichter Christian Zuber und Dr. Martin Liebi, 

die Handelsrichterin Ursula Suter sowie die Gerichtsschreiberin 

Susanna Schneider 

 

Beschluss und Urteil vom 3. Oktober 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Beklagte 

 

betreffend Forderung 
 

 

- 2 - 

 

 

Rechtsbegehren gemäss Klage: (act. 1 S. 2) .................................................... 4 
Rechtsbegehren gemäss Replik: (act. 20 S. 2) ................................................. 4 
Sachverhaltsübersicht und Verfahren ............................................................... 5 
A. Sachverhaltsübersicht ................................................................................ 5 

a. Parteien und ihre Stellung ......................................................................... 5 

b. Prozessgegenstand .................................................................................. 5 

B. Prozessverlauf ............................................................................................ 6 
a. Klageeinleitung ......................................................................................... 6 

b. Wesentliche Verfahrensschritte ................................................................ 6 

Erwägungen ......................................................................................................... 7 
1. Formelles ..................................................................................................... 7 

1.1. Zuständigkeit ............................................................................................ 7 

1.2. Klageänderung ......................................................................................... 7 

1.3. Klagehäufung ............................................................................................ 8 

1.4. Stufenklage ............................................................................................... 8 

1.5. Weitere Prozessvoraussetzungen ............................................................ 9 

1.6. Noveneingabe der Klägerin ...................................................................... 9 

2. Vorbemerkungen ....................................................................................... 11 
2.1. Zur Behauptungs-, Substanziierungs- und Bestreitungslast ................... 11 

2.2. Beweislast, Beweismass, Beweiswürdigung ........................................... 14 

3. Aktivlegitimation ....................................................................................... 15 
4. Schadenersatzanspruch der C._____ ...................................................... 16 

4.1. Unbestrittener Sachverhalt / Ausgangslage ............................................ 16 

4.1.1. Unbestrittener Sachverhalt .................................................................... 16 

4.1.2. Ausgangslage ........................................................................................ 22 

4.2. Anwendbares Recht ................................................................................ 23 

4.3. Übernahme der AGB / Rechtsmissbrauch .............................................. 24 

4.3.1. Parteistandpunkte ................................................................................. 24 

4.3.2. Rechtliches ............................................................................................ 25 

- 3 - 

4.3.3. Würdigung ............................................................................................. 25 

4.3.4. Zwischenfazit ......................................................................................... 31 

4.4. Genehmigung ......................................................................................... 31 

4.4.1. Parteistandpunkte ................................................................................. 31 

4.4.2. Rechtliches ............................................................................................ 34 

4.4.3. Würdigung ............................................................................................. 39 

4.4.4. Zwischenfazit ......................................................................................... 55 

4.5. Haftung aus Darlehensvertrag ................................................................ 56 

4.5.1. Parteistandpunkte ................................................................................. 56 

4.5.2. Rechtliches ............................................................................................ 56 

4.5.3. Würdigung ............................................................................................. 57 

4.5.4. Zwischenfazit ......................................................................................... 58 

4.6. Fazit ........................................................................................................ 58 

5. Retrozessionen ......................................................................................... 58 
5.1. Parteistandpunkte ................................................................................... 59 

5.2. Rechtliches ............................................................................................. 59 

5.3. Würdigung .............................................................................................. 60 

5.4. Fazit ........................................................................................................ 64 

6. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen ...................................... 64 
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen ........................................................ 65 

7.1. Streitwert ................................................................................................. 65 

7.2. Verteilungsgrundsätze ............................................................................ 65 

7.3. Gerichtskosten ........................................................................................ 66 

7.4. Parteientschädigung ............................................................................... 66 

Dispositiv ........................................................................................................... 69 
 

 

- 4 - 

Rechtsbegehren gemäss Klage: 
(act. 1 S. 2) 

" 1. Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin EUR 1'063'775.19 zu-
züglich 5% Zins ab 7. März 2016 zu bezahlen. 

 2. Eventualiter sei die Beklagte zu verurteilen, der Klägerin 
EUR 1'114'756.27 zuzüglich 5% Zins ab 7. März 2016 zu bezahlen. 

 3. Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin für die von der Beklag-
ten bzw. deren Mitarbeitern vereinnahmten Retrozessionen, Kick-
backs oder sonstiger Bezeichnung zugeflossenen geldwerten Leis-
tungen für die Jahre 2015 bis 2016 CHF 4'520.00 zuzüglich 5% 
Zins ab dem heutigen Datum zu bezahlen. 

 4. Es sei die Beklagte zu verurteilen, der Klägerin Rechenschaft und 
Abrechnung über die von der Beklagten bzw. deren Mitarbeitern 
vereinnahmten Retrozessionen, Kick-backs oder unter sonstiger 
Bezeichnung zugeflossenen geldwerten Leistungen für die Jahre 
2013 und 2014 zu erteilen. 

 5. Es sei die Beklagte zu verurteilen, der Klägerin den finanziellen 
Gegenwert der gemäss Ziffer 4 hiervor offengelegten Leistungen – 
mindestens jedoch CHF 1'000 – zu erstatten, wobei die genaue 
Bezifferung dieser Ansprüche nach entsprechender Offenlegung 
erfolgt.  

 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten." 

 
Rechtsbegehren gemäss Replik: 

(act. 20 S. 2) 

" 1. Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin EUR 1'063'775.19 zu-
züglich 5% Zins ab 7. März 2016 zu bezahlen. 

 2. Eventualiter sei die Beklagte zu verurteilen, der Klägerin 
EUR 1'114'756.27 zuzüglich 5% Zins ab 7. März 2016 zu bezahlen. 

 3. Eventualiter sei die Beklagte zu verurteilen, der Klägerin 
EUR 951'557.00 zuzüglich 5% Zins ab 7. März 2016 zu bezahlen. 

 4. Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin für die von der Beklag-
ten bzw. deren Mitarbeitern vereinnahmten Retrozessionen, Kick-
backs oder sonstiger Bezeichnung zugeflossenen geldwerten Leis-
tungen für die Jahre 2015 bis 2016 CHF 4'520.00 zuzüglich 5% 
Zins ab dem heutigen Datum zu bezahlen. 

 5. Es sei die Beklagte zu verurteilen, der Klägerin Rechenschaft und 
Abrechnung über die von der Beklagten bzw. deren Mitarbeitern 
vereinnahmten Retrozessionen, Kick-backs oder unter sonstiger 

- 5 - 

Bezeichnung zugeflossenen geldwerten Leistungen für die Jahre 
2013 und 2014 zu erteilen. 

 6. Es sei die Beklagte zu verurteilen, der Klägerin den finanziellen 
Gegenwert der gemäss Ziffer 4 [recte: 5] hiervor offengelegten 
Leistungen – mindestens jedoch CHF 1'000 – zu erstatten, wobei 
die genaue Bezifferung dieser Ansprüche nach entsprechender Of-
fenlegung erfolgt.  

 7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten." 

 

Sachverhaltsübersicht und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die Klägerin klagt vorliegend gestützt auf die Zessionserklärung vom 

16. September 2020 (act. 3/1a) als Zessionarin sämtlicher Ansprüche der 

C._____ Limited, B.V.I. (nachfolgend: C._____) im Zusammenhang mit den auf 

die C._____ lautenden Konten bei der Beklagten (act. 1 Rz. 2 act. 9 Rz. 186).  

Bei der Beklagten handelt es sich um eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich, 

welche im Wesentlichen den Betrieb einer Bank bezweckt (act. 1 Rz. 3; act. 9 

Rz. 186; act. 10/1). 

b. Prozessgegenstand 

Die vorliegende Streitigkeit betrifft die am 8. März 2013 zwischen der C._____ 

und der Beklagten eröffnete Kontobeziehung. Hauptstreitpunkt bilden das im Ver-

laufe des Sommers 2014 in mehreren Tranchen in Schweizerfranken aufgenom-

mene Darlehen in der Höhe von CHF 7 Mio. und die damit getätigten Euro-Käufe. 

Die Klägerin macht in diesem Zusammenhang diverse Pflichtverletzungen der 

Beklagten und einen Schadenersatzanspruch gemäss Rechtsbegehren Ziff. 1 bis 

Ziff. 3 geltend. Weiter verlangt sie die Herausgabe von Retrozessionen für die 

Jahre 2013 bis 2016, wobei sie hinsichtlich der Jahre 2013 und 2014 im Sinne ei-

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ner Stufenklage zunächst ein Begehren um Rechenschaftsablage und Abrech-

nung stellt. Die Beklagte schliesst auf Abweisung der Klage. 

B. Prozessverlauf  

a. Klageeinleitung 

Am 27. Oktober 2020 reichte die Klägerin hierorts die Klage ein. 

b. Wesentliche Verfahrensschritte 

Den ihr mit Verfügung vom 27. Oktober 2020 auferlegten Gerichtskostenvor-

schuss in der Höhe von CHF 33'000.– leistete die Klägerin fristgerecht (act. 4, 6). 

Nach Eingang der Klageantwort vom 28. Januar 2021 und Delegation des vorlie-

genden Verfahrens an Oberrichterin Nicole Klausner als Instruktionsrichterin mit 

Verfügung vom 4. Februar 2021 (act. 11) fand am 14. September 2021 eine Ver-

gleichsverhandlung statt, anlässlich welcher zwischen den Parteien keine Eini-

gung erzielt werden konnte (Prot. S. 6 f.). Mit Verfügung vom 17. September 2021 

wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und der Klägerin Frist zur Leis-

tung eines weiteren Kostenvorschusses von CHF 11'000.– sowie zur Erstattung 

der Replik angesetzt (act. 14). Der Kostenvorschuss ging fristgerecht ein (act. 16). 

Die Replik wurde mit Eingabe vom 25. November 2021 (act. 20) innert der im Ein-

verständnis mit der Beklagten erstreckten Frist erstattet (act. 17 f.). Mit Verfügung 

vom 26. November 2021 wurde der Beklagten Frist zur Erstattung der Duplik an-

gesetzt (act. 22). Mit Datum vom 25. Januar 2022 machte die Klägerin eine No-

veneingabe (act. 24). Diese wurde der Beklagten mit Verfügung vom 27. Januar 

2022 zugestellt (act. 26). Mit Datum vom 15. Februar 2022 erstatte die Beklagte 

ihre Duplik, mit welcher sie auch zur erwähnten Noveneingabe der Klägerin Stel-

lung nahm (act. 28). Die Duplik wurde der Klägerin mit Verfügung vom 

18. Februar 2022 zugestellt (act. 30). Mit Verfügung vom 23. Februar 2022 wurde 

der klägerische Antrag um Fristansetzung zur Stellungnahme zur Duplik abgewie-

sen (act. 32 f.) und das diesbezügliche Wiedererwägungsgesuch vom 2. März 

2022 (act. 36) durch telefonische Kontaktaufnahme durch die Instruktionsrichterin 

mit dem klägerischen Rechtsvertreter erledigt (Prot. S. 16). Mit Eingabe vom 

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25. März 2022 nahm die Klägerin zur Duplik Stellung (act. 37). Die klägerische 

Stellungnahme wurde am 28. März 2022 an die Beklagte gesendet (Prot. S. 17), 

welche mit Eingabe vom 7. April 2022 dazu Stellung nahm (act. 39). Letztere Stel-

lungnahme wurde der Klägerin am 11. April 2022 zugestellt (act. 40). Sie liess 

sich dazu nicht vernehmen. 

Die Hauptverhandlung fand am 3. Oktober 2023 statt (Prot. S. 21). 

Das Verfahren ist spruchreif. Auf die Parteivorbringen wird in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen, soweit sich dies als zur Entscheidfindung notwendig 

erweist. 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

Aufgrund des ausländischen Sitzes der C._____ und des ausländischen Wohnsit-

zes der Klägerin liegt ein internationales Verhältnis vor. Für die internationale 

bzw. örtliche Zuständigkeit beruft sich die Klägerin auf die in Ziff. 25 der "General 

Banking Conditions" der Beklagten vereinbarte Gerichtsstandklausel (act. 1 Rz. 4; 

act. 3/4: Gerichtstand Zürich), was von der Beklagten nicht beanstandet wird 

(act. 9 Rz. 186). Die örtliche Zuständigkeit ergibt sich mithin aus Art. 1 Abs. 2 

IPRG i.V.m. Art. 23 Abs. 1 LugÜ. 

Die sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b 

GOG. 

1.2. Klageänderung 

Mit der Replik fügt die Klägerin ihrer Klage in Rechtsbegehren Ziff. 3 ein Subeven-

tualbegehren hinzu, welches auf einer alternativen Schadensberechnung beruht 

(act. 20 S. 2 und Rz. 5). Eine solche Klageänderung ist zulässig. Das neue (Sub-) 

Eventualbegehren ist nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen und steht in 

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einem sachlichen Zusammenhang mit den bereits mit der Klage anhängig ge-

machten Begehren (vgl. Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO). 

1.3. Klagehäufung 

Die Klägerin kombiniert in ihrer Klage Schadenersatzansprüche mit Ansprüchen 

auf Rechenschaftsablage und Herausgabe. Eine Klagehäufung setzt voraus, dass 

das gleiche Gericht für sämtliche Ansprüche sachlich zuständig und die gleiche 

Verfahrensart anwendbar ist (Art. 90 ZPO). Bei streitwertabhängiger Bestimmung 

der sachlichen Zuständigkeit und der Verfahrensart im Sinne von Art. 90 ZPO ist 

der kumulierte Betrag der Streitwerte der betroffenen Ansprüche massgeblich. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat die in Art. 93 Abs. 1 ZPO vor-

gesehene Zusammenrechnung vorgängig zur Prüfung nach Art. 90 ZPO zu erfol-

gen (BGE 142 III 788 E. 4.2.3; KLAUS, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zi-

vilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N. 20, 22 zu Art. 90 ZPO). Demnach sind die 

Voraussetzungen der objektiven Klagehäufung vorliegend erfüllt. 

1.4. Stufenklage 

Ein Rechtsbegehren muss so bestimmt formuliert sein, dass es bei Gutheissung 

der Klage zum Urteil erhoben werden kann. Bei Klagen auf Geldzahlung ist es 

grundsätzlich zu beziffern (Art. 84 Abs. 2 ZPO). Ist der klagenden Partei die Bezif-

ferung unmöglich oder unzumutbar, kann sie eine unbezifferte Forderungsklage 

erheben, wobei sie einen Mindeststreitwert anzugeben hat (Art. 85 Abs. 1 ZPO). 

Art. 85 Abs. 1 ZPO regelt sowohl die unbezifferte Forderungsklage i.e.S. als auch 

die Stufenklage. Letztere ist dadurch charakterisiert, dass ein materiellrechtlicher 

Hilfsanspruch auf Rechnungslegung mit einer unbezifferten Forderungsklage ver-

bunden wird (BGE 142 III 102 E. 5.3.2; BGE 140 III 409 E. 4.3). Die Forderung ist 

zu beziffern, sobald die klagende Partei nach Abschluss des Beweisverfahrens  

oder nach Auskunftserteilung dazu in der Lage ist (Art. 85 Abs. 2 ZPO).  

Die Unmöglichkeit bzw. Unzumutbarkeit der Forderungsbezifferung muss anfäng-

lich und vorübergehend sowie tatsächlicher Natur sein. Sie muss somit vor Pro-

zessbeginn bestehen, Angaben betreffen, welche mit der anbegehrten Aus-

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kunftserteilung zu Tage gefördert werden, und auf fehlender Kenntnis von Tatsa-

chen beruhen (BAUMANN WEY, Die unbezifferte Forderungsklage nach Art. 85 

ZPO, 2013, N. 438-447). Die eine Stufenklage erhebende Partei hat bereits in der 

Klageschrift aufzuzeigen, dass und inwiefern eine Bezifferung unmöglich oder un-

zumutbar ist (BGE 148 III 322 E. 3.4).  

Wie erwähnt, kombiniert die Klägerin in Bezug auf die Jahre 2013 und 2014 ihr 

Herausgabebegehren betreffend Retrozessionen mit einem Begehren um Re-

chenschaftsablage und Abrechnung, unter Vorbehalt der abschliessenden Bezif-

ferung des Herausgabeanspruchs nach erfolgter Offenlegung und Nennung eines 

Mindeststreitwerts von CHF 1'000.– (vgl. Rechtsbegehren Ziff. 5 und Ziff. 6). Sie 

erhebt mithin eine Stufenklage. Allerdings macht sie keine Angaben zu den Grün-

den der Unzumutbarkeit der Bezifferung. Auch wenn diese vorliegend im Wesent-

lichen auf der Hand liegen mögen, entbindet dies die Klägerin nicht von dahinge-

henden Behauptungen. Ist das Rechtsbegehren bei Klagen auf Geldzahlung nicht 

beziffert und fehlen Ausführungen zur Unzumutbarkeit der Bezifferung, ist auf die 

Klage nicht einzutreten (BGE 148 III 322 E. 3.4).  

Demzufolge ist auf Rechtsbegehren Ziff. 5 und Ziff. 6 nicht einzutreten. 

1.5. Weitere Prozessvoraussetzungen 

Nachdem die Klägerin den Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet hat und in Bezug 

auf die Rechtsbegehren Ziff. 1 bis Ziff. 4 und Ziff. 7 auch die übrigen Prozessvo-

raussetzungen erfüllt sind, ist im entsprechenden Umfang auf die Klage einzutre-

ten (Art. 59 ZPO). 

1.6. Noveneingabe der Klägerin 

Mit Durchführung des zweiten Schriftenwechsels tritt der Aktenschluss ein 

(BGE 140 III 312 E. 6.3.2.3). Dies bedeutet, dass jede Partei das Recht hat, sich 

zweimal unbeschränkt zu äussern. Danach steht den Parteien grundsätzlich nur 

noch das unbedingte Replikrecht zur Verfügung, welches sich aus dem Anspruch 

auf rechtliches Gehör ableitet (Art. 29 Abs. 1 und 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK). 

Neue Tatsachen und Beweismittel können nur noch unter den eingeschränkten 

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Voraussetzungen von Art. 229 Abs. 1 ZPO vorgebracht werden. Es obliegt der 

Partei, welche das Novenrecht beansprucht, die Zulässigkeit der vorgebrachten 

Noven im Einzelnen darzutun. Sie hat insbesondere zu begründen, weshalb das 

Novum erst zu diesem Zeitpunkt vorgetragen wird bzw. trotz zumutbarer Sorgfalt 

nicht früher vorgetragen werden konnte (LEUENBERGER, in: Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung, Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 

[Hrsg.], 3. Aufl. 2016, N. 10 zu Art. 229 ZPO; WILLISEGGER, in: Basler Kommentar, 

Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N. 33 zu Art. 229 ZPO; 

PAHUD, in: Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung ZPO, Brun-

ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], 2. Aufl., 2016, N. 15 zu Art. 229 ZPO; KILLIAS, in: 

Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. II, 2012, N. 17 zu 

Art. 229 ZPO; SCHMID, Das Verfahren vor Handelsgericht: aktuelle prozessuale 

Probleme, in: ZZZ 42/2017, S. 129 ff., 157). Als unzulässig befundene nachträgli-

che Vorbringen sind nicht zu berücksichtigen (PAHUD, a.a.O., N. 24 zu Art. 229 

ZPO). 

Die Klägerin reicht mit Noveneingabe vom 25. Januar 2022, mithin nach Erstat-

tung ihrer zweiten Rechtsschrift vom 25. November 2021, das von der D._____ zu 

den Risiken und Bedingungen im Zusammenhang mit Lombardkrediten verfasste 

Merkblatt vom 31. Dezember 2021 ins Recht und macht gestützt darauf Ausfüh-

rungen zu den von der D._____ darin aufgeführten Risiken und der seitens der 

Beklagten in dieser Hinsicht gegenüber der Klägerin (angeblich) nicht erfolgten 

Aufklärung (act. 24). Im Zeitpunkt der Abfassung der Replik vom 25. November 

2021 war das betreffende Merkblatt der D._____ noch nicht erschienen. Insofern 

ist dessen Publikation als echtes Novum im Sinne von Art. 229 Abs. 1 lit. a ZPO 

und die Noveneingabe in dieser Hinsicht – wie die Klägerin zu Recht ausführt 

(act. 24 Rz. 4) – als rechtzeitig zu qualifizieren. Indessen handelt es sich bei den 

im betreffenden Merkblatt der D._____ angeführten Risiken nicht um neue, seit 

der Abfassung der Replik gewonnene Erkenntnisse. Entsprechendes wird von der 

Klägerin denn auch nicht geltend gemacht. Insofern war es der anwaltlich vertre-

tenen Klägerin zuzumuten, diese Risiken im Rahmen des ordentlichen Schriften-

wechsels vorzutragen, zumal die Frage der ausreichenden Risikoaufklärung der 

Klägerin – sowohl im Zusammenhang mit der von ihr diesbezüglich geltend ge-

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machten Vertragsverletzung der Beklagten wie auch hinsichtlich der Frage der 

Genehmigungsfiktion – in ihren beiden Rechtsschriften (vgl. act. 1 Rz. 58 ff.; 

87 ff.; act. 20 Rz. 114 ff., 148 ff.) wie auch in der Klageantwort (act. 9 Rz. 12 ff., 

89 ff., 147) bereits Thema war. Etwas anderes macht auch die Klägerin nicht gel-

tend und genügt in dieser Hinsicht abermals ihrer Begründungsobliegenheit nicht.  

Zusammenfassend ist daher mit der Beklagten (vgl. dazu act. 28 Rz. 204-206) 

festzuhalten, dass in der Noveneingabe enthaltene zusätzliche bzw. neue Be-

hauptungen der Klägerin betreffend ihr von der Beklagten (angeblich) nicht mitge-

teilten Risiken und daraus abgeleiteten (weiteren) Pflichtverletzungen im Rahmen 

der nachfolgenden Würdigung nicht zu berücksichtigen sind und insofern nicht 

weiter darauf einzugehen sein wird.  

2. Vorbemerkungen 

2.1. Zur Behauptungs-, Substanziierungs- und Bestreitungslast 

Die Behauptungslast folgt der Beweislast, d.h. sie darf nur derjenigen Partei über-

bunden werden, welche für die entsprechende Tatsache beweisbelastet ist (Urtei-

le des Bundesgerichts 4A_709/2011 vom 31. Mai 2012 E. 3.1; 4C.166/2006 vom 

25. August 2006 E. 3). Die Behauptungslast verlangt, dass eine Partei diejenigen 

Tatsachen angibt, auf die sie ihre Begehren stützt (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Aus den 

entsprechenden Behauptungen sollen sich mithin die Tatbestandsmerkmale der 

anwendbaren Rechtsnormen ergeben. Die Tatsachenbehauptungen müssen in 

der Rechtsschrift selbst dargelegt werden. Tatsachen, die sich lediglich aus einer 

Beilage zu einer Rechtsschrift ergeben, sind vom Gericht im Anwendungsbereich 

der Verhandlungsmaxime grundsätzlich nicht zu beachten. Selbst mit einem all-

gemeinen Verweis in der Rechtsschrift auf eine Beilage oder mit der allgemeinen 

Erklärung, dass die eingereichten Akten als integrierender Bestandteil der 

Rechtsschrift gelten, wird der Behauptungslast grundsätzlich nicht Genüge getan 

(Urteil des Bundesgerichts 4C.351/2000 vom 20. Juli 2001 E. 5a; Urteil des Bun-

desgerichts 4C.304/2000 vom 9. Mai 2001 E. 2; WILLISEGGER, in: Basler Kom-

mentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N. 27 zu Art. 221 

ZPO).  

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Die Substanziierungslast verlangt, dass die erforderlichen Tatsachenbehauptun-

gen überdies konkret und bestimmt vorgebracht werden (WILLISEGGER, a.a.O., 

N. 29 zu Art. 221 ZPO). Dabei bestimmt das materielle Bundesrecht, wie weit ein 

Sachverhalt inhaltlich zu substanziieren ist, damit er unter die massgeblichen Be-

stimmungen des materiellen Rechts subsumiert werden kann. Die jeweiligen An-

forderungen an die Konkretisierung der Behauptungen ergeben sich damit einer-

seits aus den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und andererseits 

aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei. Eine Tatsachenbehauptung 

braucht nicht alle Einzelheiten zu enthalten. Es genügt (in einem ersten Schritt), 

wenn die Tatsache in einer den Gewohnheiten des Lebens entsprechenden Wei-

se in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen behauptet worden ist. Tatsachen-

behauptungen müssen immerhin so konkret formuliert sein, dass ein substanziier-

tes Bestreiten möglich ist oder der Gegenbeweis angetreten werden kann. Be-

streitet der Prozessgegner das an sich schlüssige Vorbringen der behauptungs-

belasteten Partei, kann diese – um ihrer Substanziierungslast zu genügen – ge-

zwungen sein, die rechtserheblichen Tatsachen nicht (mehr) nur in den Grundzü-

gen, sondern so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abge-

nommen werden kann (BGE 127 III 365 E. 2.b; Urteil des Bundesgerichts 

4A_410/2011 vom 11. Juli 2012 E. 6.1; zit. Urteil 4A_709/2011 E. 3.1 f.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 4A_438/2010 vom 15. November 2010 E. 3.4.2.1; je 

m.w.H.). Eine Partei kann sich mithin nicht mit allgemeinen Behauptungen be-

gnügen, in der Meinung, die Begründung ihres Prozessstandpunktes werde sich 

aus dem Beweisverfahren ergeben. Die Durchführung eines solchen setzt viel-

mehr entsprechende Behauptungen des Beweisführers voraus (Urteile des Bun-

desgerichts 5P.210/2005 vom 21. Oktober 2005 E. 4.1; 4P.241/2004 vom 

22. März 2005 E. 4; Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivil-

prozessordnung, 3. Aufl. 1997, N. 5 zu § 113 ZPO/ZH). 

Auch Bestreitungen allgemeiner Art sind unbeachtlich. Bestreitungen müssen sich 

auf konkrete Behauptungen des Prozessgegners beziehen. Diese müssen detail-

liert und im Einzelnen, d.h. Punkt für Punkt, bestritten werden. Das ausdrückliche 

Bestreiten der einzelnen Tatsachenbehauptungen ist nur dann nicht notwendig, 

wenn sie durch die eigene Sachdarstellung widerlegt wird. Die nicht behaup-

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tungsbelastete Partei kann sich grundsätzlich auf eine formale Bestreitung be-

schränken, weil es ihr nicht obliegt, die erforderlichen Tatsachen in den Prozess 

einzuführen oder richtigzustellen. Sie hat in ihrem Äusserungsverhalten aber min-

destens zum Ausdruck zu bringen, dass und welche Tatsache sie bestreitet. Ein 

begründetes Bestreiten im Sinne einer Erklärung, weshalb eine Bestreitung er-

folgt, ist hingegen nicht vorausgesetzt. Die Substanziierungslast im Rahmen des 

Bestreitens verlangt, dass die Bestreitung (zumindest) so konkret zu halten ist, 

dass sich daraus bestimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen des (behaup-

tungsbelasteten) Prozessgegners damit bestritten werden sollen (WILLISEGGER, 

a.a.O., N. 20 ff. zu Art. 222 ZPO). Im Übrigen ist für das Ausmass der im Einzelfall 

erforderlichen Substanziierung des Bestreitens auf die Einlässlichkeit der Sach-

darstellung der behauptungsbelasteten Partei abzustellen und überdies zu prüfen, 

inwieweit der bestreitenden Partei eine substanziierte Bestreitung überhaupt zu-

zumuten ist (zit. Urteil 4A_709/2011 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 

4C.231/2006 vom 18. Dezember 2006 E. 3.2). 

Das genügende Behaupten und Bestreiten der rechtserheblichen Tatsachen ist 

eine Obliegenheit, eine prozessuale Last, deren Nichterfüllung prozessuale Nach-

teile für die betreffende Partei zur Folge haben kann, indem das Gericht auf das 

mangelhafte Parteivorbringen abstellen wird. Bezüglich unsubstanziiert vorgetra-

gener Sachverhalte besteht kein Anspruch auf Beweisführung. Der nicht substan-

ziiert vorgetragene Sachverhalt ist somit dem nicht bewiesenen gleichgestellt. 

Liegt demgegenüber keine genügende Bestreitung vor, so gilt eine Tatsache als 

unbestritten (zit. Urteil 4C.231/2006 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 

4C.211/2006 vom 26. Juni 2007 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 5P.210/2005 

vom 21. Oktober 2005 E. 4.1; WILLISEGGER, a.a.O., N. 24 zu Art. 222 ZPO).  

Eine richterliche Fragepflicht besteht nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

primär bei nicht anwaltlich vertretenen Personen. Im Allgemeinen sind gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung der richterlichen Fragepflicht im Anwen-

dungsbereich der Verhandlungsmaxime enge Grenzen gesetzt. Gerade bei an-

waltlich vertretenen Parteien ist, wie das Bundesgericht mehrfach betont hat, Zu-

rückhaltung geboten. Etwas anderes würde auch gegen den Grundsatz der 

- 14 - 

Gleichbehandlung der Parteien sowie gegen die Überlegung, dass angesichts des 

Grundsatzes der Verhandlungs- und Dispositionsmaxime den Parteien selbst die 

Verantwortung für korrektes, sorgfältiges und substanziiertes Vorbringen nicht 

abgenommen werden kann, verstossen. Das Bundesgericht hat wiederholt fest-

gehalten, dass es jedenfalls nicht Sache des Richters ist, gerade auch bei anwalt-

lich vertretenen Parteien nicht, prozessuale Fehler bzw. Nachlässigkeiten auszu-

gleichen (Urteile des Bundesgerichts 4A_73/2014 vom 19. Juni 2014 E. 6.3.1.2; 

4A_57/2014 vom 8. Mai 2014 E. 1.3.2; 4D_57/2013 vom 2. Dezember 2013 

E. 3.2; 5A_115/2012 vom 20. April 2012 E. 4.5.2; 4A_169/2011 vom 19. Juli 2011 

E. 5.4 und 5.5; 4A_330/2010 vom 9. August 2010 E. 2.2). Sollten sich die Vor-

bringen der (vorliegend anwaltlich vertretenen) Parteien als nicht genügend sub-

stanziiert erweisen, wäre somit alleine auf das mangelhafte Parteivorbringen ab-

zustellen und anzunehmen, die betreffende Partei sei zur genügenden Substanzi-

ierung nicht imstande. Ob und inwieweit dies vorliegend der Fall ist, ergibt sich 

aus der nachfolgenden Würdigung. 

2.2. Beweislast, Beweismass, Beweiswürdigung 

Gemäss Art. 8 ZGB hat, wo das Gesetz nichts anders bestimmt, derjenige das 

Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ab-

leitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechts-

begründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsauf-

hebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der 

Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung 

beziehungsweise Durchsetzbarkeit bestreitet (statt vieler: BGE 130 III 321 E. 3.1). 

Die Beweislast bestimmt, wer die Folgen der Beweislosigkeit einer behaupteten 

Tatsache zu tragen hat (Urteil des Bundesgerichts 4C.222/2004 vom 

14. September 2004 E. 2, nicht publ. in: BGE 131 III 12.). Der Hauptbeweis ist der 

Beweis, mit welchem die beweisbelastete Partei das Gericht von der Wahrheit ih-

rer Sachbehauptung zu überzeugen sucht. Der Gegenbeweis ist der Beweis des 

Beweisgegners, mit dem er Zweifel des Gerichts an der Wahrheit der tatsächli-

chen Behauptungen der beweisbelasteten Partei wecken und damit den Haupt-

- 15 - 

beweis erschüttern will (WALTER, in: Berner Kommentar, Art. 1-9 ZGB, 2012, 

N. 65 f. zu Art. 8 ZGB m.w.H.). 

Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt ein (Haupt-)Beweis als 

erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit 

einer Sachbehauptung überzeugt ist. Absolute Gewissheit kann dabei nicht ver-

langt werden. Es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsa-

che keine ersthaften Zweifel mehr hat oder allfällige verbleibende Zweifel als 

leicht erscheinen (sog. Regelbeweismass: BGE 130 III 321 E. 3.2). Der Gegen-

beweis gelingt bereits, wenn er den Hauptbeweis erschüttert, nicht erst, wenn das 

Gericht die Gegendarstellung für wahr hält (WALTER, in: Berner Kommentar, 

Art. 1-9 ZGB, 2012, N. 65 f. zu Art. 8 ZGB m.w.H.). 

Gemäss Art. 157 ZPO gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

3. Aktivlegitimation 

Die Aktiv- und Passivlegitimation werden durch das materielle Grundrecht be-

stimmt. Sie gehören zur Begründetheit des Klagebegehrens. Ihr Fehlen führt zur 

Abweisung der Klage. Sie sind von Amtes wegen frei zu prüfen (BGE 126 III 59 

E. 1a = Pra 89 (2000) Nr. 117), im (vorliegenden) Anwendungsbereich der Ver-

handlungsmaxime (Art. 55 Abs. 1 ZPO) nach Massgabe des behaupteten und 

festgestellten Sachverhalts (BGE 118 Ia 129 E. 1). 

Die Klägerin macht vorliegend vertragliche Schadenersatz-, Rechenschaftsabla-

ge- und Herausgabeansprüche aus einem zwischen der C._____ und der Beklag-

ten geschlossenen Vertrag geltend. Die Passivlegitimation der Beklagten liegt 

damit auf der Hand. 

Für ihre Aktivlegitimation stützt sich die Klägerin auf die von E._____ als "Direc-

tor" der C._____ unterzeichnete Zessionserklärung vom 16. September 2020, 

womit Letztere ihre sämtlichen Ansprüche gegenüber der Beklagten im Zusam-

menhang mit den auf sie lautenden Konten an die Klägerin abgetreten habe 

(act. 1 Rz. 2), was von der Beklagten unbestritten blieb (act. 9 Rz. 186). 

- 16 - 

Aufgrund des ausländischen Sitzes der C._____ und des ausländischen Wohnsit-

zes der Klägerin liegt, wie gesehen, ein internationales Verhältnis vor. Demzufol-

ge bestimmt sich das vorliegend anwendbare Recht nach IPRG (Art. 1 Abs. 1 lit. b 

IPRG). Gemäss Art. 145 Abs. 1 IPRG untersteht die Abtretung einer Forderung 

durch Vertrag dem von den Parteien gewählten Recht oder, wenn ein solches 

fehlt, dem auf die Forderung anzuwendenden Recht. 

Die Zessionserklärung vom 16. September 2020 enthält in Ziff. 2.1 eine Rechts-

wahl zu Gunsten Schweizer Rechts. Auch die streitgegenständlichen Ansprüche 

unterliegen zufolge Rechtwahl schweizerischem Recht (vgl. hernach Ziff. 4.2). 

Somit ist die vorliegende Abtretung nach Schweizer Recht zu prüfen.  

Gemäss Art. 164 Abs. 1 OR kann der Gläubiger eine ihm zustehende Forderung 

ohne Einwilligung des Schuldners an einen anderen abtreten, soweit nicht Ge-

setz, Vereinbarung oder Natur des Rechtsverhältnisses entgegenstehen. Die Ab-

tretung bedarf zu ihrer Gültigkeit der schriftlichen Form (Art. 165 Abs. 1 OR). 

Nachdem ein schriftlicher Zessionsvertrag vorliegt und keine Hinderungsgründe 

bestehen, ist von einer gültigen Abtretung auszugehen und auch die Aktivlegiti-

mation der Klägerin zu bejahen. 

4. Schadenersatzanspruch der C._____ 

4.1. Unbestrittener Sachverhalt / Ausgangslage 

4.1.1. Unbestrittener Sachverhalt 

Am 8. März 2013 wurde von der Beklagten für die C._____ ein Konto eröffnet 

(act. 1 Rz. 24; act. 9 Rz. 22; act. 3/13). Die Klägerin ist Alleinaktionärin der 

C._____ und wirtschaftlich Berechtigte. Sie verfügte auf dem Konto der C._____ 

über Einzelzeichnungsberechtigung (act. 1 Rz. 2, 24; act. 9 Rz. 186, 198; 

act. 3/16). Die Klägerin hat einen Bruder, F._____, welcher ebenfalls über eine 

Einzelzeichnungsberechtigung in Bezug auf die streitgegenständliche Bankbezie-

hung verfügte (act. 9 Rz. 20; act. 20 Rz. 76, 214). F._____ war damals auch Kun-

de der Beklagten (act. 1 Rz. 15; act. 9 Rz. 193). 

- 17 - 

Das von der Klägerin bei der Beklagten via C._____ investierte und im Wesentli-

chen aus einer Erbschaft ihres verstorbenen Vaters stammende Kapital betrug 

(nach Abzug der Bezüge) insgesamt EUR 1'554'581.39. Bei Beendigung der Ver-

tragsbeziehung im Jahre 2016 waren davon noch EUR 558'147.– übrig (act. 1 

Rz. 9 f., 27, 40, 46; act. 9 Rz. 24, 189 f., 216, 222). 

Schon im Vorfeld der Kontoeröffnung wie auch danach fanden zwischen der Klä-

gerin, F._____ und dem damaligen Kundenberater der Beklagten, G._____, di-

verse Treffen und ein E-Mailverkehr (auf die hier relevanten Kontakte wird nach-

folgend weiter eingegangen) statt. Auf dem Konto der C._____ wurden diverse, 

unbestrittene und hier grösstenteils nicht weiter streitrelevante (Wertschriften-

)Transaktionen (vgl. zu den Wertschriftentransaktionen act. 1 Rz. 44 ff.; act. 9 

Rz. 44 ff.) vorgenommen. Mit den getätigten Wertschriftentransaktionen erlitt die 

C._____ bzw. die Klägerin nämlich keinen Verlust. Auch die Klägerin bringt vor, 

dass der hier relevante Verlust im Zusammenhang mit dem im Juli 2014 aufge-

nommenen Kredit in Schweizer Franken und den damit getätigten Euro-Käufen 

(vgl. dazu sogleich nachfolgend) resultierte (act. 9 Rz. 79 f.; act. 20 Rz. 262). In-

sofern ist auf die übrigen Transaktionen grundsätzlich nicht mehr weiter einzuge-

hen. Sie bilden vorliegend nur insofern Streitpunkt, als sich die Parteien über die 

Vertragsqualifikation und in diesem Zusammenhang über die Frage der jeweiligen 

Auftragserteilung durch die Klägerin oder ihren Bruder uneins sind.  

Im Juli 2014 erfolgte zu Lasten des Kontos der C._____ bei der Beklagten in meh-

reren Tranchen eine Kreditaufnahme über insgesamt CHF 7 Mio. Damit wurde am 

18. Juli 2014 ein Betrag von EUR 2'467'876.47 und am 5. August 2014 ein Betrag 

von EUR 3'284'072.25  jeweils zum damaligen Kurs von 1.21 erworben und das 

erworbene Euro-Guthaben in der Folge auf dem Euro-Konto der C._____ depo-

niert und dort als Cash-Bestand belassen. Der Euro notierte zu jenem Zeitpunkt 

nur knapp über der damaligen Euro-Untergrenze der Schweizerischen National-

bank (SNB) von 1.2 (act. 1 Rz. 42; act. 9 Rz. 81 f., 86; act. 20 Rz. 263, 265; 

act. 3/30 S. 2). Die Kredite hatten eine fixe Laufzeit und mussten in regelmässi-

gen Abständen verlängert werden, so beispielweise am 11. August 2014 um zwei 

weitere Monate sowie am 17. Oktober 2014, am 17. November 2014 und am 

- 18 - 

17. Dezember 2014 um jeweils einen weiteren Monat (act. 9 Rz. 85; act. 20 Rz. 

265).  

Die Kreditaufnahme erfolgte unter dem zwischen der Beklagten und der C._____ 

abgeschlossenen "Credit Agreement" vom 8. März 2013 (nachfolgend: Kreditver-

trag; act. 3/17; act. 9 Rz. 81, act. 20 Rz. 263; act. 28 Rz. 39; act. 37 Rz. 25 ff.). 

Die Kreditunterlagen wurden der Klägerin – gleich wie die "General Banking Con-

ditions" (vgl. dazu auch Ziff. 4.3.3) – mit E-Mail vom 28. März 2013 zugesendet 

(act. 28 Rz. 157, 213 f.; act. 37; act. 29/55). 

Die Klägerin hat sich regelmässig Vermögensausweise per E-Mail zustellen las-

sen, um den Stand und die Entwicklung des Portfolios zu verfolgen. Aus den 

Vermögensausweisen waren der Stand des Depots und die getätigten Anlagen 

vollumfänglich ersichtlich und der Klägerin bekannt. Gleiches gilt für die aufge-

nommenen Kredite sowie den damit getätigten Euro-Kauf, welche unter dem Titel 

"Loans" bzw. "Cash & Short-Term Investments" aufgeführt waren und insbeson-

dere aus den der Klägerin damals vorliegenden Auszügen vom 25. September 

2014 (act. 10/17 S. 5, 7 des Auszugs) und 31. Dezember 2014 (act. 10/23 S. 5, 7 

des Auszugs) hervorgingen (act. 9 Rz. 68-70, 74, 84; act. 20 Rz. 256, 264; act. 28 

Rz. 159, 181; act. 37). Die aufgenommenen Kredite wurden alsdann mit der Klä-

gerin und F._____ mehrfach besprochen (act. 9 Rz. 84; act. 20 Rz. 264). Die Klä-

gerin und ihr Bruder haben die Beklagte zudem regelmässig in Zürich besucht 

und die Kontodokumente und banklagernde Korrespondenz eingesehen, wobei 

sie deren Empfang unterschriftlich bestätigten und nach erfolgter Einsicht und 

Prüfung der Richtigkeit der Unterlagen den Auftrag zur Vernichtung erteilten. An-

lässlich der Besuche wurden das Portfolio sowie die Kontoauszüge und Vermö-

gensausweise mit der Klägerin und F._____ jeweils im Detail durchgegangen 

(act. 9 Rz. 71 f.; act. 20 Rz. 257). 

Nach Ausscheiden des Kundenberaters G._____ im September 2014 wurde die 

Kundenbeziehung durch Kundenberater H._____ übernommen und bis zur Sal-

dierung im Jahr 2016 betreut. Ein erstes Treffen mit ihm fand am 7. Oktober 2014 

mit der Klägerin und deren Bruder in Zürich statt (act. 9 Rz. 107; act. 20 Rz. 284). 

Anlässlich jenes Treffens ging Kundenberater H._____ anhand der Transaktions-

- 19 - 

liste nochmals sämtliche Transaktionen seit Anfang des Jahres 2014 durch. Die 

Klägerin und ihr Bruder waren über sämtliche Transaktionen im Bilde und bestä-

tigten ausdrücklich deren Richtigkeit (act. 9 Rz. 108; act. 20 Rz. 284). Anlässlich 

dieses Treffens wurden sodann die (damals) aktuellen Chancen und Risiken des 

Portfolios, die Kreditsituation sowie die von der Klägerin gehaltene Euro-Position 

ausführlich besprochen und eine Reduktion des Leverage wurde mit der Klägerin 

und ihrem Bruder ausdrücklich thematisiert (act. 9 Rz. 110 f.; act. 20 Rz. 22, 

285 f.). Zudem wurde anlässlich dieses Treffens vereinbart, den am 13. Oktober 

2014 fälligen Kredit um einen Monat zu verlängern und die Situation genau zu 

beobachten (act. 9 Rz. 112; act. 20 Rz. 22, 286). Im Zeitpunkt dieses Treffens no-

tierte der Euro-Kurs nur leicht unter dem Einstiegskurs und es bestand lediglich 

ein geringfügiger Währungsverlust von einigen wenigen tausend Franken. Insge-

samt befand sich das Portfolio der Klägerin deutlich im Plus. Die streitgegen-

ständliche Anlage hätte schadlos glattgestellt werden können (act. 28 Rz. 105; 

act. 37 Rz. 43 ff.). 

Am 12. November 2014 kontaktierte Kundenberater H._____ die Klägerin per E-

Mail. Er schrieb Folgendes (act. 1 Rz. 39; act. 3/27 S. 2): 

 

Die Klägerin antwortete Kundenberater H._____ gleichentags mit folgendem 

Wortlaut (act. 28 Rz. 65, 107 f.; act. 3/27 bzw. act. 21/3 S. 1): 

- 20 - 

 

Am 13. November 2014 schrieb Kundenberater H._____ wiederum Folgendes 

(act. 28 Rz. 109-111; act. 3/27 bzw. act. 21/3 bzw. act. 29/53 S. 1): 

 

Die Kalkulation sah folgendermassen aus (act. 29/53 S. 2): 

 

Am 14. November 2014 kommentierte die Klägerin die Berechnungen von Kun-

denberater H._____ wie folgt und erteilte den Auftrag zur Verlängerung um einen 

weiteren Monat (act. 28 Rz. 112; act. 29/54): 

- 21 - 

 

Am 12. und 13. Januar 2015 fand sodann folgender E-Mailaustausch zwischen 

der Klägerin und Kundenberater H._____ statt (act. 20 Rz. 39-41; act. 21/4): 

 

 

 

- 22 - 

 

Am 15. Januar 2015 hob die SNB den bis dahin geltenden Euro-Mindestkurs auf 

(act. 1 Rz. 45; act. 9 Rz. 116). Der Euro-Kurs brach relativ zum Schweizer Fran-

ken stark ein, was bei der C._____ bzw. der Klägerin zu einem erheblichen Wäh-

rungsverlust führte. Die Klägerin war, wie erwähnt, beim Kurs von 1.21 eingestie-

gen. Beim Verkauf des Euro-Guthabens am 15. Januar 2015 bzw. Kauf des ent-

sprechenden Schweizer Franken-Betrags zur Ablösung des aufgenommenen 

Kredits notierte der Euro bei 1.02. (act. 9 Rz. 117; act. 20 Rz. 288 f.). Am 

11. Februar 2016 hat die Klägerin die Bankbeziehung zwischen der C._____ und 

der Beklagten beendet (act. 1 Rz. 46; act. 9 Rz. 222). 

4.1.2. Ausgangslage  

Eine am 8. März 2013 eingegangene Vertragsbeziehung zwischen der C._____ 

und der Beklagten ist, wie gesehen, unbestritten. Die Klägerin qualifiziert diese im 

Wesentlichen unter Hinweis auf die von ihr geltend gemachte selbständige Aus-

wahl und Ausführung sämtlicher Anlageentscheidungen bzw. Transaktionen 

durch den jeweiligen Kundenberater der Beklagten ohne entsprechende Aufträge 

ihrerseits, die Häufigkeit der persönlichen Treffen zwischen ihr und dem jeweili-

gen Kundenberater, den Inhalt verschiedener Telefonate und E-Mails sowie das 

Ausfüllen eines Anlageprofils (act. 1 Rz. 29, 44, 80-82; act. 20 Rz. 16-70) als 

Vermögensverwaltungsvertrag (eventualiter Anlageberatungsvertrag) und macht 

geltend, ein solcher sei mündlich vereinbart worden (act. 20 Rz. 61, 217, 325). Ein 

schriftlicher Vermögensverwaltungsvertrag liegt unbestrittenermassen nicht vor. 

Die Klägerin wirft der Beklagten im Zusammenhang mit der im Juli 2014 erfolgen 

Kreditaufnahme und den darauf folgenden Investitionen in Euro verschiedene 

Sorgfalts- und Treuepflichtverletzungen vor (Verletzung der Aufklärungspflicht; 

Verletzung der Warnpflicht; pflichtwidrige Vermögensverwaltungsstrategie; Über-

nahmeverschulden; Verletzung der "Know your Customer-Rule"; Verletzung von 

Art. 12 der Richtlinien der Bankiervereinigung; Verletzung der Kontroll- und Über-

wachungspflichten; mangelnde Diversifikation; act. 1 Rz. 83-116; act. 20 Rz. 104-

139) und macht gestützt darauf einen Schadenersatzanspruch gegenüber der 

- 23 - 

Beklagten geltend. Weiter behauptet sie eine Haftung der Beklagten aus Darle-

hensvertrag (act. 1 Rz. 117-119). 

Die Beklagte qualifiziert demgegenüber ihre Vertragsbeziehung mit der C._____ 

als Execution-only-Beziehung, weil sämtliche Transaktionen auf dem Konto der 

C._____ von der Klägerin und/oder ihrem Bruder veranlasst worden seien. Weiter 

verneint sie (selbst für den Fall einer Qualifikation der streitgegenständlichen Ver-

tragsbeziehung als Vermögensverwaltungs- bzw. Anlageberatungsvertrag) die 

von der Klägerin geltend gemachten Vertragsverletzungen und beruft sich für den 

Fall, dass von einem Vermögensverwaltungs- oder Anlageberatungsvertrag aus-

zugehen wäre, auf eine Genehmigung der hier in Frage stehenden Kreditaufnah-

me und Euro-Käufe (act. 9 Rz. 132 ff.), wobei sie sich einerseits auf die Geneh-

migungsfiktion gemäss Ziff. 8 ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen (act. 9 

Rz. 147; act. 28 Rz. 149 ff.) und andererseits auf eine konkludente Genehmigung 

durch die fehlende Beanstandung der der Klägerin bekannten Kredite (act. 28 

Rz. 182 ff.) sowie eine ausdrückliche Genehmigung durch Entscheid der Klägerin 

zur Weiterführung der Anlage nach Übernahme der Kundenbeziehung durch 

Kundenberater H._____ beruft (act. 28 Rz. 186). 

Wäre mit der Beklagten von der Genehmigung der streitgegenständlichen Kredite 

und Euro-Käufe durch die C._____ auszugehen, wären dahingehende Schaden-

ersatzansprüche der C._____ und damit der Klägerin zu verneinen (vgl. zu den 

diesbezüglichen rechtlichen Grundlagen nachfolgend Ziff. 4.4.2). Insofern erweist 

es sich vorliegend als zweckmässig, in einem ersten Schritt die von der Beklagten 

geltende gemachte Genehmigung(sfiktion) zu prüfen, wobei vorab auf die von der 

Klägerin bestrittene Übernahme der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Be-

klagten einzugehen ist. 

4.2. Anwendbares Recht 

Aufgrund des ausländischen Sitzes der C._____ und des ausländischen Wohnsit-

zes der Klägerin liegt, wie mehrfach erwähnt, ein internationales Verhältnis vor. 

Demzufolge bestimmt sich das anwendbare Recht nach IPRG (Art. 1 Abs. 1 lit. b 

IPRG).  

- 24 - 

Vorliegend geht es um einen Schadenersatzanspruch aus Vertrag. Beide Parteien 

berufen sich auf eine in Ziff. 25 der "General Banking Conditions" der Beklagten 

(act. 3/4) getroffene Rechtswahl zu Gunsten Schweizer Rechts (act. 1 Rz. 6; 

act. 9 Rz. 122). Dementsprechend gelangt schweizerisches Recht zur Anwen-

dung (Art. 116 Abs. 1 IPRG). 

4.3. Übernahme der AGB / Rechtsmissbrauch 

4.3.1. Parteistandpunkte 

Die Klägerin bestreitet, wie erwähnt, die Übernahme der "General Banking Condi-

tions". Sie habe diese nie erhalten, weil die Kontoeröffnungsdokumente von 

E._____ unterzeichnet worden seien. Die Klägerin bestreitet mit Nichtwissen, 

dass die "General Banking Conditions" Herrn E._____ zugestellt worden sind 

(act. 20 Rz. 140 ff.). Für den Fall, dass der Beklagten der Nachweis der Zustel-

lung und Genehmigung der "General Banking Conditions" durch Herrn E._____ 

gelingen sollte, macht die Klägerin geltend, dass es rechtsmissbräuchlich er-

scheine, wenn die Beklagte sich zu ihren eigenen Gunsten darauf berufe. Die 

Klägerin sei durch Kundenberater G._____ aus unlauteren Beweggründen zum 

Kauf einer Offshoregesellschaft gedrängt worden, um ihr damit den Heimatge-

richtsstand und die ansonsten gegebene Möglichkeit, sich auf die gemäss MIFID 

anwendbaren Anlegerschutzvorschriften zu berufen, zu entziehen. Sie habe kei-

nerlei Bedarf für eine (bereits im Jahre 2013 in Verruf geratene) Offshoregesell-

schaft gehabt (act. 20 Rz. 143; act. 1 Rz. 17-23). 

Die Beklagte macht geltend, die Genehmigungsfiktion sei gültig vereinbart wor-

den. Sie führt an, die "General Banking Conditions" seien der Kontoinhaberin 

bzw. den für die Kontoinhaberin handelnden Organen bei Eröffnung der Kontobe-

ziehung vorgelegt und damit gültig Vertragsbestandteil geworden. Herr E._____ 

habe bei der Unterzeichnung der Kontoeröffnungsdokumente ausdrücklich bestä-

tigt, die General Banking Conditions erhalten und von deren Inhalt Kenntnis ge-

nommen zu haben (act. 28 Rz. 151 ff.). Sodann seien die "General Banking Con-

ditions" auch der Klägerin vorgelegen, weil sie ihr mit E-Mail vom 28. März 2013 

im Rahmen der Zustellung sämtlicher Vertragsunterlagen übermittelt worden sei-

- 25 - 

en (act. 28 Rz. 157). Sie bringt weiter vor, die Verwendung einer Domizilgesell-

schaft sei der bewusste Entscheid der Klägerin und ihres Bruders gewesen. Die 

Beklagte bestreitet denn auch, diese zu Umgehungszwecken hinsichtlich MIFID-

Bestimmungen und Verbrauchergerichtsstand empfohlen zu haben. Die Klägerin 

habe sich aus steuerlichen Gründen für die gewählte Struktur entschieden, was 

denn auch aus der Grundangabe für die Nutzung einer Domizilgesellschaft in den 

Kontounterlagen hervorgehe (act. 9 Rz. 26 f.). Das betreffende Formular sei auch 

von der Klägerin unterzeichnet worden (act. 9 Rz. 29; act. 10/6). Der bewusste 

Entscheid der Klägerin für die Nutzung einer Domizilgesellschaft werde auch 

dadurch belegt, dass sie diese für weitere Kontobeziehungen bei andern Banken 

verwendet oder zu verwenden beabsichtigt habe (act. 9 Rz. 35 f., 195 f.; act. 10/7, 

8). 

4.3.2. Rechtliches  

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) sind Vertragsbestimmungen, welche im 

Hinblick auf den künftigen Abschluss einer Vielzahl von Verträgen generell vor-

formuliert wurden. Sie haben von sich heraus keine Geltung zwischen den Partei-

en. Sie gelten nur und soweit, als die Parteien sie für ihren Vertrag ausdrücklich 

oder konkludent übernommen haben. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen 

können nur dann vom Konsens erfasst sein, wenn die zustimmende Partei bei 

Vertragsschluss zumindest die Möglichkeit hatte, von ihrem Inhalt in einer zumut-

baren Weise Kenntnis zu nehmen (BGE 148 III 57 E. 2). 

4.3.3. Würdigung 

Zunächst ist nochmals festzuhalten, dass die Klägerin vorliegend keinen eigenen 

Anspruch geltend macht, sondern erwähntermassen als Zessionarin sämtlicher 

Ansprüche der C._____ im Zusammenhang mit den auf sie lautenden Konten bei 

der Beklagten im Sinne von Art. 164 ff. OR klagt (act. 1 Rz. 2; act. 9 Rz. 186; 

act. 28 Rz. 156). Die Bankbeziehung wurde zwischen der C._____ und der Be-

klagten geschlossen. E._____ war vertretungsberechtigtes Organ ("Director") der 

C._____ und hat die Kontoeröffnungsunterlagen unterzeichnet (act. 1 Rz. 2, 24; 

act. 28 Rz. 153, 156). Dabei hat er ausdrücklich bestätigt, die "General Banking 

- 26 - 

Conditions" der Beklagten erhalten und von deren Inhalt Kenntnis genommen zu 

haben (act. 28 Rz. 153; act. 37; act. 3/14 S. 4; act. 29/55 S. 7): 

 

Damit wurden sie von der C._____ rechtsgültig übernommen und gelangen vor-

liegend (grundsätzlich) zur Anwendung.  

Dabei ist zusätzlich zu beachten, dass der Klägerin sämtliche Vertragsunterlagen 

einschliesslich der "General Banking Conditions" von der Beklagten mit E-Mail 

vom 28. März 2013 zugestellt wurden (act. 28 Rz. 157, 326; act. 37; act. 29/55). 

Zwar machte die Klägerin replicando geltend, die "General Banking Conditions" 

nie bzw. erst im Vorfeld dieses Prozesses erhalten zu haben (act. 20 Rz. 141, 

220), liess indessen die (belegte; act. 29/55) Behauptung der Beklagten in der 

Duplik, dass ihr (der Klägerin) die Kontounterlagen einschliesslich "General Ban-

king Conditions" am besagten Datum per E-Mail übermittelt worden seien, un-

kommentiert. Mangels (substanziierter) Bestreitung hat dies im Folgenden als er-

stellt zu gelten. Auf dem Vollmachtsformular für Herrn F._____ vom 13. Mai 2013 

hat die Klägerin – handelnd für die C._____ – ausserdem Folgendes bestätigt 

(act. 28 Rz. 158; act. 37; act. 10/4 S. 2) und sich damit ausdrücklich mit der Gel-

tung der "General Banking Conditions" einverstanden erklärt: 

- 27 - 

"By signing this power of attorney, the account holder(s) and the attorney accept that the 
General Banking Conditions and the Terms and Conditions applicable to Custody Ac-
counts are binding." 

Insofern kann sich die Klägerin nicht darauf berufen, von den "General Banking 

Conditions" keine Kenntnis bzw. keine Möglichkeit zur Kenntnisnahme erhalten zu 

haben, sodass die Rechtserheblichkeit dieses Einwandes nicht weiter zu prüfen 

ist. Sodann bringt die Klägerin die "General Banking Conditions" selbst zur An-

wendung, indem sie sich für die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts und das vor-

liegend anwendbare Recht auf die dort in Ziff. 25 verankerte Gerichtsstandklausel 

und Rechtswahl beruft (act. 1 Rz. 4, 6; act. 3/4; act. 29/55 S. 24 ff.).  

Es bleibt somit der klägerische Einwand der Rechtsmissbräuchlichkeit zu prüfen. 

Dieser gründet, wie gesehen, auf dem – von der Beklagten bestrittenen – Vorwurf 

der Klägerin, die Beklagte bzw. der damalige Kundenberater G._____ habe sie 

(die Klägerin) aus unlauteren Beweggründen zum Kauf einer Offshoregesellschaft 

gedrängt, während sie keinerlei Bedarf dafür gehabt habe. Wer Rechtsmiss-

brauch behauptet, trägt die Beweislast für das Vorliegen der besonderen Um-

stände, welche den Rechtsmissbrauch begründen (LEHMANN/HONSELL, in: Basler 

Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl. 2022, N. 34 zu Art. 2 ZGB). Demzufolge 

trägt die Klägerin vorliegend die dahingehende Behauptungs- und Beweislast. 

Schon aus der zeitlich ersten im Recht liegenden und von der Klägerin zu ihrer In-

teressenlage bzw. ihrem Bedarf hinsichtlich der Verwendung einer Offshorege-

sellschaft zum Beweis angerufenen (act. 1 Rz. 23) E-Mailkorrespondenz zwi-

schen der Klägerin und der Beklagten vom 4. März 2013 geht hervor, dass die 

Klägerin (zumindest) erwog, die von ihr ausgewählte Offshoregesellschaft 

C._____ auch für Bankbeziehungen mit anderen Banken zu verwenden 

(act. 3/12; übersetzt in act. 1 Rz. 23; "[…] Bitte informieren Sie mich auch, wenn 

die Papiere für die andere Bank bereit sind. […]"). Dies geht ebenso klar aus der 

von der Beklagten in diesem Zusammenhang zum Beweis angerufenen (act. 9 

Rz. 35 f.) E-Mail von F._____ vom 15. Mai 2013 an den Kundenberater G._____ 

wie auch aus jener von der Klägerin am 28. März 2013 an den Kundenberater 

G._____ gesendeten E-Mailnachricht hervor. In der erstgenannten E-Mail erkun-

- 28 - 

digt sich Herr F._____ im Zusammenhang mit der Eröffnung eines Bankkontos 

bei der I._____ nach den Kontaktangaben der Treuhandgesellschaft der C._____, 

weil die betreffende Bank die Unterzeichnung bestimmter Dokumente verlange 

(act. 10/7). In der erwähnten Korrespondenz der Klägerin fragt sie – gemäss un-

bestrittener Übersetzung (act. 9 Rz. 36; act. 20 Rz. 225) – nach, ob die vom Kun-

denberater erwähnten Gesellschaftsdokumente ("company documents") auch zur 

Eröffnung zusätzlicher Konten bei einer anderen Bank verwendet werden könnten 

oder ob diese separat vorbereitet werden müssten. Diese Absicht wird alsdann 

replicando von der Klägerin bestätigt (act. 20 Rz. 225). Weiter haben sowohl die 

C._____ mit Formular vom 17. März 2015 wie auch die Klägerin mit Formular vom 

3. Februar 2015 unterschriftlich bestätigt, dass – wie die Beklagte geltend macht 

(act. 9 Rz. 27, 29) – die Verwendung der Offshoregesellschaft aus Gründen der 

Steueroptimierung erfolgte (act. 3/15; act. 10/6; "The accountholder(s) herewith 

confirm(s) the legitimacy of the purpose of the structure/contract. In particular, the 

purpose of the structure/contract includes one or more of the following potential 

benefits: […] Holding of assets for legal and legitimate tax optimization purposes 

[…]"). Auch wenn die Klägerin den steuerlichen Hintergrund der Verwendung der 

Offshoregesellschaft replicando bestreitet (act. 20 Rz. 219), muss sie diese (un-

bestrittene; act. 20 Rz. 221) unterschriftliche Bestätigung vorliegend gegen sich 

gelten lassen, zumal sie in einem Zeitpunkt erfolgte, in welchem Kundenberater 

G._____ längst ausgeschieden war. Auch gibt die Klägerin keine weitere Erklä-

rung ab, weshalb sie in jenem Zeitpunkt ein Formular mit nach ihrer (heutigen) 

Auffassung unwahrem Inhalt unterzeichnete. Zusammengefasst ist somit festzu-

halten, dass sich aus den obgenannten Urkunden nicht, wie von der Klägerin be-

hauptet, ergibt, dass die Klägerin von der Beklagten ohne jeglichen dahingehen-

den Bedarf in die Verwendung der Offshore-Struktur gedrängt wurde. Vielmehr 

lässt sich daraus klar ableiten, dass die Klägerin (zumindest anfänglich) erwog, 

diese Struktur auch für andere Bankbeziehungen zu verwenden und sie aus 

Gründen der Steueroptimierung gewählt wurde. Vor diesem Hintergrund verfängt 

auch die klägerische Behauptung, wonach bei ihr der Eindruck erweckt worden 

sei, sie müsse eine solche Gesellschaft erwerben, um bei der Beklagten ein Kon-

to zu eröffnen (act. 20 Rz. 221), nicht. An diesem Ergebnis ändert auch der von 

- 29 - 

der Klägerin angerufene Umstand (act. 1 Rz. 18), dass der Kundenberater – ge-

mäss unbestrittener Übersetzung – am 4. März 2013 folgenden Satz schrieb: 

"Jetzt musst Du eine BVI-Firma auswählen.", nichts (act. 3/11). Dem Verb "müs-

sen" kommen in dieser Verwendungsform insbesondere folgende Bedeutungen 

zu: a) einem von aussen kommenden Zwang unterliegen; gezwungen sein, etwas 

zu tun; b) aufgrund gesellschaftlicher Normen, einer inneren Verpflichtung nicht 

umhinkönnen, etwas zu tun oder c) aufgrund bestimmter vorangegangener Ereig-

nisse, aus logischer Konsequenz notwendig sein, dass etwas Bestimmtes ge-

schieht (vgl. www.duden.de zu Bedeutungen "müssen", zuletzt besucht am 

3. April 2023). Im Gesamtkontext ist der Aussage des Kundenberaters G._____ 

letztere Bedeutung zuzumessen, nämlich dass als nächster (logischer) Schritt für 

die Verwendung einer Offshoregesellschaft eine solche auszuwählen war. Dass 

damit nicht ein eigentlicher Zwang zum Ausdruck gebracht werden sollte, wird 

auch dadurch deutlich, dass der abschliessende Satz der betreffenden E-

Mailnachricht lediglich mit der Bitte verbunden war, einen Namen aus der beige-

fügten Liste auszuwählen ("Bitte wähle einen Namen und lasse es mich wissen 

[…]."). Schliesslich ist auch nicht ausschlaggebend, ob die Klägerin im Namen der 

C._____ tatsächlich Bankbeziehungen zu anderen Banken eingegangen ist, was 

die Klägerin verneint (act. 20 Rz. 225). Eine dahingehende (zumindest anfängli-

che) im Zeitpunkt der Kontoeröffnung bestehende Absicht ist in den erwähnten E-

Mails klar dokumentiert und letztlich für die vorliegende Würdigung entscheidend. 

Ob der Verkauf von Offshoregesellschaften im Jahre 2013 nicht mehr der gelten-

den Usanz entsprach und/oder ob dieses Vorgehen der Beklagten im Jahre 2013 

gegen ihre internen Richtlinien und Compliancevorschriften verstiess (act. 1 

Rz. 21 f.), ist für die Frage der Interessenlage bzw. des Bedarfs der Klägerin hin-

sichtlich der Verwendung einer Offshoregesellschaft nicht entscheidend, weshalb 

nicht weiter darauf einzugehen ist. 

Nebst den vorstehend gewürdigten Urkunden, offeriert die Klägerin unter diesem 

Punkt ihre Parteibefragung (act. 1 Rz. 17; act. 20 Rz. 66, 221) sowie die Zeugen-

befragung von F._____ (act. 20 Rz. 221) zum Beweis. Der Beweisführungsan-

spruch nach Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 8 ZGB bzw. Art. 152 ZPO verschafft der be-

weispflichtigen Partei in allen bundesrechtlichen Zivilrechtsstreitigkeiten einen An-

- 30 - 

spruch darauf, für rechtserhebliche Vorbringen zum Beweis bzw. Gegenbeweis 

zugelassen zu werden, soweit entsprechende Anträge im kantonalen Verfahren 

form- und fristgerecht gestellt worden sind (vgl. BGE 133 III 295, E. 7.1 mit Hin-

weisen; BGer 4A_36/2016 vom 14. April 2016, E. 5.1.2). Das Recht auf Beweis 

schliesst indessen die antizipierte Beweiswürdigung nicht aus. Das Gericht darf 

auf die Abnahme beantragter Beweise verzichten, wenn es sie von vornherein 

nicht für geeignet hält, die behaupteten Tatsachen zu beweisen oder es aufgrund 

bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und davon aus-

geht, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert 

würde (BGE 143 III 297 E. 9.3.2; BGE 136 I 229, E. 5.3; BGE 134 I 140, E. 5.3; 

BGE 131 I 153, E. 3; Urteil des Bundesgerichts 4A_71/2009 vom 25. März 2009 

E. 3.4 f. m.w.H.). Das Bundesgericht greift in eine antizipierte Beweiswürdigung 

nur ein, wenn sie willkürlich und damit offensichtlich unhaltbar ist (BGE 136 I 229, 

E. 5.3; BGE 134 I 140, E. 5.3; BGE 131 I 153, E. 3). 

Die vorangegangene Beweiswürdigung gelangt aufgrund der zum Beweis und 

Gegenbeweis angebotenen Urkunden zum klaren Beweisergebnis, dass der Klä-

gerin der Beweis, dass sie für die verwendete Offshore-Struktur keinen Bedarf 

hatte und vom Kundenberater G._____ dazu gedrängt wurde, nicht gelingt. Viel-

mehr ist auf das Gegenteil zu schliessen. Die betreffenden Urkunden wurden 

echtzeitlich und ohne Bezug zum vorliegenden Prozess erstellt, weshalb nicht da-

von auszugehen ist, dass allfällige den eigenen Standpunkt stützende Aussagen 

der Klägerin und/oder von Herr F._____ geeignet wären, etwas an der aufgrund 

der genannten Urkunden gebildeten Überzeugung zu ändern. Dies umso mehr als 

die Klägerin ein erhebliches Eigeninteresse am Verfahrensausgang hat, was ihre 

Glaubwürdigkeit und damit den Beweiswert ihrer Aussagen von Vorneherein 

schmälert (vgl. zur Berücksichtigung von Eigeninteresse bei antizipierter Beweis-

würdigung: Urteil des Bundesgerichts 4A_141/2021 vom 23. Juni 2021 E. 4.3). 

Herr F._____ ist der Bruder der Klägerin, sodass es sich auch bei ihm nicht um 

einen neutralen Zeugen handelt. 

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass im Folgenden nicht davon auszu-

gehen ist, die Klägerin sei von der Beklagten ohne eigenen dahingehenden Be-

- 31 - 

darf bzw. ohne eigenes Interesse zum Erwerb einer Offshoregesellschaft ge-

drängt worden. Insofern ist auch der Vorwurf der Rechtsmissbräuchlichkeit im Fal-

le der Berufung der Beklagten auf ihre "General Banking Conditions" nicht weiter 

zu prüfen bzw. ist ein solcher unzutreffend. 

4.3.4. Zwischenfazit 

Die "General Banking Conditions" wurden von der C._____ rechtsgültig über-

nommen und gelangen vorliegend (uneingeschränkt) zur Anwendung. 

4.4. Genehmigung 

4.4.1. Parteistandpunkte 

Die Klägerin macht unter diesem Punkt zunächst geltend, Ziff. 8 der "General 

Banking Conditions" betreffe lediglich die Genehmigung der Kontoauszüge, aber 

nicht die nachträgliche Genehmigung der Vermögensverwaltungsstrategie 

(act. 20 Rz. 144 f.). Sodann erweise sich die Berufung auf die Genehmigungsfikti-

on als rechtsmissbräuchlich, da Kundenberater G._____ die streitgegenständli-

chen Kredite aufgenommen habe, um vermutlich seine eigene Performance zu 

steigern, da Kredite als Neugelder gelten und damit zur Erreichung der individuel-

len Neugelder-Ziele eines Bankmitarbeiters beitragen würden (act. 20 Rz. 146 f.). 

Die Klägerin führt weiter an, dass die Genehmigungsfiktion gemäss herrschender 

Lehre und bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine Anwendung finde, wenn der 

Bankkunde nicht über die Risiken informiert worden sei. Durch die Zusendung 

von Konto- und /oder Depotauszügen erfolge grundsätzlich keine rechtsgenügen-

de Aufklärung, weshalb mit Ablauf der Beanstandungsfrist keine Genehmigung 

eintrete. Weil sie nicht über die Risiken von Fremdwährungsspekulationen mit 

Krediten aufgeklärt worden sei, habe sie auch nicht rechtsgültig in die Anlagestra-

tegie einwilligen können (act. 20 Rz. 148-153, 233, 309). 

Die Klägerin macht weiter geltend, in ihrem Leben noch nie einen Kredit aufge-

nommen und keine Ahnung von allfälligen Risiken, welche die Fremdwährungs-

transaktionen mit Krediten in Millionenhöhe mit sich bringen könnten, gehabt zu 

haben (act. 1 Rz. 58, 61). Sie verfüge über geringe Erfahrungen und geringes 

- 32 - 

Wissen im Bereich der Finanzanlagen oder Märkte und auch über keinerlei Le-

verage-Erfahrung (act. 1 Rz. 48-50). Die auf Seite drei des sie betreffenden Anla-

geprofils vom 9. Juli 2014 ("Client Investment Profil"; act. 3/26) ausgefüllten An-

gaben über ihr Wissen und ihre Erfahrung im Bereich Finanzanlagen würden nicht 

ihrem tatsächlichen Wissen und ihrer tatsächlichen Erfahrung entsprechen (act. 1 

Rz. 49). Sie seien von Kundenberater G._____ ausgefüllt worden. Gleiches gelte 

für die darin enthaltenen Angaben zur Risikofähigkeit und -bereitschaft (act. 20 

Rz. 57). Zwar habe sie an der Universität in Zagreb Marketing studiert. Der Ab-

schluss eines Wirtschaftsstudiums bedeute indessen nicht, dass man sich in Fi-

nanzfragen hinlänglich auskenne (act. 20 Rz. 198 ff., 211). Das Währungsrisiko 

sei ihr zwar bekannt gewesen, nicht jedoch der Umstand, dass gehebelte Wäh-

rungstransaktionen mit erheblichem Risiko verbunden seien (act. 20 Rz. 269). Sie 

habe die von ihrem Vater geerbte rund 1 Mio. Euro bei der Beklagten sicher anle-

gen wollen (act. 1 Rz. 27). Sie habe stets betont, dass sie bei der Anlage ihres 

Vermögens keinerlei Risiko eingehen könne und wolle. Das Vermögen hätte le-

diglich erhalten bzw. sanft vermehrt werden sollen. Sicherheit und Vermögenser-

haltung seien das oberste Gebot bei jedem Investment gewesen (act. 1 Rz. 35; 

act. 20 Rz. 78). Sie habe das Vermögen riskoarm anlegen wollen und sich ge-

wünscht, dass die Gelder werterhaltend und damit konservativ bewirtschaftet 

würden (act. Rz. 47, 51, 90). 

Die Beklagte beruft sich, wie gesehen, auf die in Ziff. 8 der "General Banking 

Conditions" vereinbarte Genehmigungsfiktion, wonach die in den Konto- und De-

potauszügen aufgeführten Positionen als genehmigt gelten, sofern innert Monats-

frist keine Beanstandung erfolge. Sie macht dazu zusammengefasst geltend, 

dass die streitgegenständlichen Kredite und die damit erworbene Euro-Position 

aus den der Klägerin zugestellten und von ihr eingesehenen Konto- und Depot-

auszügen ersichtlich und ihr damit bekannt gewesen seien. Nichtsdestotrotz habe 

die Klägerin diese nie beanstandet, obwohl ihr dies möglich und zumutbar gewe-

sen wäre, weshalb von einer Genehmigung auszugehen sei (act. 9 Rz. 147; 

act. 28 Rz. 161-167). Die vereinbarte Genehmigungsfiktion beziehe sich gemäss 

Wortlaut klarerweise nicht nur auf die Genehmigung der Kontoauszüge, sondern 

ausdrücklich auf die Genehmigung sämtlicher darin aufgeführter Positionen 

- 33 - 

(act. 28 Rz. 165 f.). Ausserdem sei spätestens im Zeitpunkt der Übernahme der 

Geschäftsbeziehungen durch den Kundenberater H._____ eine ausdrückliche 

Genehmigung durch die Klägerin vorgelegen. Die Klägerin habe sich damals 

nämlich in Kenntnis der Risiken selbst für die Weiterführung der Anlage entschie-

den, obwohl sie diese ohne Weiteres hätte glattstellen können (act. 28 Rz. 186).  

Zur Frage der Risikoaufklärung macht die Beklagte geltend, die mit dem Kauf von 

Euro und dem eingesetzten Leverage verbundenen Risiken seien der Klägerin 

(und ihrem Bruder) bei der Aufnahme der Kredite vollumfänglich bekannt gewe-

sen. Sie sei diese aus Renditeüberlegungen bewusst eingegangen. Im Oktober 

2014 habe die Klägerin die Anlage nochmals ausdrücklich bestätigt und sich ent-

gegen den damaligen Empfehlungen der Beklagten, eine Reduktion des Leverage 

in Betracht zu ziehen, dazu entschlossen, an der Anlage festzuhalten (act. 9 

Rz. 10 f., 89). Bei der Klägerin handle es sich nicht um eine unerfahrene Anlege-

rin. Sie verfüge gemäss Anlageprofil über gute Kenntnisse sowie langjährige und 

regelmässige Erfahrung im Umgang mit Finanzierungsinstrumenten. Dies gelte 

vor allem im festverzinslichen Bereich und für Fremdwährungen. Die Beklagte be-

streitet, dass diese Angaben nicht von der Klägerin stammen würden (act. 9 

Rz. 12, 102). Sodann ergebe sich – ungeachtet der Angaben im Risikoprofil – be-

reits aufgrund des beruflichen Hintergrundes und der Ausbildung der Klägerin, 

dass es sich nicht um eine unerfahrene Anlegerin handle. Selbst wenn davon 

auszugehen sei, dass der Klägerin die Risiken der streitgegenständlichen Anlage 

nicht von Anfang an bekannt gewesen seien, so sei dies aufgrund des Inhalts des 

gemeinsamen Treffens vom 7. Oktober 2014 spätestens bei Übernahme der 

Kundenbeziehung durch Kundenberater H._____ nachweislich der Fall gewesen, 

was insbesondere auch aus der E-Mailkorrespondenz zwischen der Klägerin und 

Kundenberater H._____ vom 12., 13. und 14. November 2014 deutlich werde. Für 

die Klägerin sei die angeblich pflichtwidrige Anlage sodann ohne weiteres er-

kennbar gewesen, zumal die Klägerin geltend mache, dass die Kreditaufnahme 

dem eigenen Risikoprofil komplett widersprochen haben soll (act. 28 Rz. 65, 

92 ff., 179-181). Sodann sei in dieser Hinsicht zu beachten, dass die Klägerin bei 

sämtlichen Treffen von ihrem Bruder begleitet worden sei, welcher ebenfalls Wirt-

schaftswissenschaften an der Universität in Zagreb studiert habe. Auch bei ihm 

- 34 - 

handle es sich angesichts seiner Ausbildung und seines beruflichen Hintergrun-

des als Eigentümer und CEO des in Zagreb ansässigen und der …-Industrie zu-

gehörigen Unternehmens J._____ D.O.O. um einen erfahrenen (und risikoaffinen) 

Anleger. Er habe über Einzelzeichnungsbefugnis auf dem Konto der C._____ ver-

fügt und selber Instruktionen erteilt. Die Klägerin und Herr F._____ hätten in Be-

zug auf die streitgegenständliche Anlagen genau gewusst, was sie getan hätten, 

und seien sich der getätigten Anlagen und der damit verbundenen Risiken vollum-

fänglich bewusst gewesen (act. 9 Rz. 21; act. 28 Rz. 95). Nichtsdestotrotz habe 

Kundenberater H._____ anlässlich des Treffens vom 7. Oktober 2014 nochmals 

auf die Anlage hingewiesen und habe dabei ausdrücklich zu bedenken gegeben, 

dass die Euro-Untergrenze durchaus wieder aufgehoben werden könne. Entspre-

chend habe er der Klägerin empfohlen, über eine Reduzierung des Leverage 

nachzudenken. Sie habe sich indessen bewusst für die Weiterführung der Anlage 

entschieden, weil der Euro-Kurs zum damaligen Zeitpunkt leicht unter dem Ein-

stiegskurs notiert habe und die Klägerin mindestens diesen wieder habe erreichen 

wollen (act. 28 Rz. 96, 98). 

4.4.2. Rechtliches 

Nach der Praxis des Bundesgerichts kommen für die Abwicklung von Börsenge-

schäften bzw. die Anlagetätigkeit grundsätzlich drei verschiedene Vertragsbezie-

hungen in Betracht: die blosse Konto-/Depotbeziehung ("Execution-Only-

Verhältnis"), die Anlageberatung und die eigentliche Vermögensverwaltung. Mit 

dem Vermögensverwaltungsvertrag beauftragt der Kunde die Bank, die Verwal-

tung eines bestimmten Vermögens gegen Honorar selbständig im Rahmen der 

vereinbarten Anlagestrategie und zwecks Erreichens des persönlichen Anlage-

ziels des Kunden zu besorgen. Von der Vermögensverwaltung, bei welcher die 

Bank die auszuführenden Transaktionen im Rahmen der Sorgfalts- und Treue-

pflicht sowie der vereinbarten Anlagestrategie selbst bestimmt, unterscheidet sich 

die Anlageberatung durch die Zuständigkeit des Kunden für den Anlageentscheid. 

Der Anlageberatungsvertrag zeichnet sich in Abgrenzung von der reinen Konto-

/Depotbeziehung dadurch aus, dass der Kunde die Anlageentscheide zwar selber 

trifft, die Bank ihm jedoch dabei beratend zur Seite steht (BGE 144 III 155 E. 2.1; 

- 35 - 

Urteil des Bundesgerichts 4A_519/2020 vom 15. Februar 2021 E. 4.1, je m.w.H.). 

Die Qualifikation des zwischen der Bank und dem Kunden bestehenden Vertrags-

verhältnisses beeinflusst Bestand und Umfang der vertraglichen Aufklärungs-, Be-

ratungs- und Warnpflichten. Am umfassendsten ist die Aufklärungs- und Bera-

tungspflicht bei der Vermögensverwaltung (Urteil des Bundesgerichts 

4A_436/2016; 4A_466/2016 vom 7. Februar 2017 E. 3.1). 

Mit der in Bankverträgen regelmässig enthaltenen Genehmigungsfiktion vereinba-

ren die Parteien, dass ein passives Verhalten des Bankkunden als Annahme des 

Kontoauszuges im Sinne von Art. 6 OR zu werten ist. Gemäss der Rechtspre-

chung ist eine dahingehende Vereinbarung zulässig bzw. gültig. Sie hat zur Folge, 

dass der Kunde eine Reklamation bezüglich einer Transaktion innerhalb einer be-

stimmten Frist nach Erhalt der Mitteilung über die Ausführung des Auftrags oder 

des Konto- oder Depotauszugs anzubringen hat, ansonsten die Transaktion oder 

der Auszug als von ihm genehmigt gilt (Urteile des Bundesgerichts 4A_556/2019 

vom 29. September 2020 E. 5.2; 4A_471/2017 vom 3. September 2018 E. 4.2.2; 

4A_42/2015 vom 9. November 2015 E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 127 III 147 

E. 2d). Wenn die Parteien in diesem Sinne vereinbaren, dass Stillschweigen eine 

Erklärung durch Schweigen ist, wird aus dem Schweigen nicht auf Annahme ge-

schlossen, sondern das Schweigen drückt selbst die Annahme aus und gilt auf-

grund der getroffenen Vereinbarung als ausdrückliche Willenserklärung (MÜLLER, 

in: Berner Kommentar, Allgemeine Einleitung in das schweizerische Obligationen-

recht und Kommentar zu Art. 1-18 OR, 2018, N. 28-30 zu Art. 6 OR; KRA-

MER/SCHMIDLIN, in: Berner Kommentar, Allgemeine Einleitung in das schweizeri-

sche Obligationenrecht und Kommentar zu Art. 1-18 OR, 1986, N. 44 f. zu Art. 6 

OR). Sind die Voraussetzungen einer vereinbarten Genehmigungsfiktion erfüllt, ist 

deren Rechtsfolge, dass eine (allfällige) Sorgfaltspflicht- bzw. Vertragsverletzung 

nachträglich geheilt wird und kein Raum für dahingehende Schadenersatzansprü-

che bleibt (Urteile des Bundesgerichts 4A_106/2018 vom 10. September 2018 

E. 7, 4C.342/2003 vom 8. April 2005 E. 2.4; Urteil und Beschluss des Handelsge-

richts Zürich HG170093 vom 16. März 2020 E. 6.5 S. 61 und HG150211 vom 

20 Juni 2018 E. 6.2 S. 31; FELLMANN, in: Berner Kommentar, Der einfache Auf-

trag, Art. 394-406 OR, 1992, N. 171 zu Art. 397 OR; ABEGGLEN/SCHOTT, Einsatz 

- 36 - 

alternativer Anlagen in der Vermögensverwaltung, in: GesKR 2010, S. 476 ff., 

488). 

Bei vereinbarter banklagernder Zustellung kann das Gericht unter dem Aspekt 

des Rechtsmissbrauchsverbots im Sinne von Art. 2 Abs. 2 ZGB auf Unverbind-

lichkeit der Genehmigungsfiktion erkennen, wenn diese nach dem Umständen 

des Einzelfalls zu einem unbilligen, das Rechtsempfinden verletzenden Ergebnis 

führt. Namentlich kann sich die Bank nicht auf die Genehmigungsfiktion berufen, 

wenn sie diese zur absichtlichen Schädigung des Kunden benutzt oder sie nach 

den Umständen wusste oder wissen musste, dass dem Kunden der Genehmi-

gungswille fehlt (Urteil des Bundesgerichts 4A_118/2019 vom 9. August 2019 

E. 3.2.2 und zit. Urteil 4A_42/2015 E. 5.2). Diese für den Sonderfall der bankla-

gernden Korrespondenz entwickelte bundesgerichtliche Rechtsprechung gelangt 

indessen im Falle der ordentlichen Zustellung der Kontoauszüge an den Kunden 

oder seinen Vertreter nicht zur Anwendung, sofern die Unregelmässigkeiten aus 

den zugestellten Dokumenten ersichtlich sind (Urteil des Bundesgerichts 

4A_161/2020 vom 6. Juli 2020 E. 5.4.5; in diese Richtung auch schon zit. Urteil 

4A_42/2015). Folglich greift die Genehmigungsfiktion im Falle der Zustellung der 

Kontoauszüge selbst dann, wenn die Bank in Bezug auf die Ausführung der vo-

rangegangen Transaktionen grobfahrlässig gehandelt hat. Die unterlassene Prü-

fung der zugestellten Unterlagen stellt hierbei ein dem Kunden nach Treu und 

Glauben anzulastendes Versäumnis dar, das den Kausalzusammenhang zwi-

schen dem groben Verschulden der Bank und dem eingetretenen Schaden unter-

bricht (zit. Urteil 4A_161/2020 E. 5.2.2). Dabei betont das Bundesgericht, dass die 

Zustellung des Kontoauszugs nicht nur der Information des Kunden dient, son-

dern auch der rechtzeitigen Aufdeckung und Korrektur von Fehlbuchungen oder 

unautorisierten Transaktionen in einem Zeitpunkt, in welchem finanzielle Schäden 

möglicherweise noch abwendbar sind (zit. Urteil 4A_161/2020 E. 5.2.1; so auch 

zit. Urteil des Bundesgerichts 4A_471/2017 E. 4.2.2; vgl. zum Ganzen auch BER-

NET/VON DER CRONE, Haftungsrechtliche Stellung der Bank bei Vollmachtsverhält-

nissen, in: Schweizerische Zeitschrift für Wirtschafts- und Finanzmarktrecht 

(SZW), 2020 S. 489 ff., S. 497 f.).  

- 37 - 

Der Kunde ist nach Treu und Glauben verpflichtet, die von der Bank erhaltenen 

Mitteilungen sorgfältig in Bezug auf allfällige Unregelmässigkeiten hin zu prüfen 

und Buchungen anzufechten, welche ihm irregulär oder unbegründet erscheinen. 

Mangels Beanstandung muss sich der Kunde, auch wenn er die Geschäfte durch 

sein Verhalten nicht bewusst genehmigen wollte, die (in den allgemeinen Ge-

schäftsbedingungen enthaltene) Genehmigungsfiktion entgegenhalten lassen, 

selbst wenn sich der Kundenbetreuer der Bank nicht an seine Weisungen gehal-

ten hat (zit. Urteile 4A_556/2019 E. 5.2; 4A_161/2020 E. 5.2.1; Urteil des Bun-

desgerichts 4A_119/2018 vom 7. Januar 2019 E. 6.1.2; zit. Urteile 4A_471/2017 

E. 4.2.2, E. 4.3.2 und 4A_42/2015 E. 5.5). 

Liegt ein Execution-only-Verhältnis vor, stellt das Bundesgericht aufgrund der ein-

geschränkten und nur in Ausnahmefällen bestehenden Aufklärungspflicht der 

Bank (vgl. dazu BGE 133 III 97 E. 7.1.1) in dieser Hinsicht grundsätzlich keine er-

höhten Anforderungen an die Genehmigungsfiktion (vgl. zit. Urteile 4A_161/2020; 

4A_42/2015). Ist (potentiell) von einem Vermögensverwaltungsvertrag auszuge-

hen, setzt das Bundesgericht in Bezug auf die Aufklärungspflicht Folgendes vo-

raus: Unabhängig davon, ob ein Vermögensverwaltungsvertrag, ein Anlagebera-

tungsvertrag oder ein Execution-only-Verhältnis vorliegt, greift die Genehmigungs-

fiktion dann, wenn dem Kunden Bankdokumente ausgehändigt werden, aus wel-

chen die – entgegen seinen Weisungen bzw. der vereinbarten Anlagestrategie – 

getätigten Transaktionen hervorgehen und er in der Lage ist bzw. über ausrei-

chende Kenntnisse verfügt, um die Bedeutung der Dokumente zu erfassen (zit. 

Urteil 4A_471/2017 E. 4.1.1, E. 4.3.2). Eine Genehmigung infolge vereinbarter 

Genehmigungsfiktion setzt voraus, dass der Kunde angemessen darüber infor-

miert ist, dass der Beauftragte seine Anweisungen nicht befolgt hat. Ein in Anla-

gegeschäften unerfahrener Bankkunde ist nicht gehalten, Investitionen des Ver-

mögensverwalters selber auf ihr Risiko hin zu analysieren, da er – mangels ande-

rer Information – darauf vertrauen darf, dass der Vermögensverwalter sich an die 

vereinbarte Anlagestrategie hält und Anlagen mit einem entsprechenden Risiko-

potential tätigt (Urteile des Bundesgerichts 4A_106/2018 vom 10. September 

2018 E. 7; 4A_41/2016 vom 20. Juni 2016 E. 4.3; zit. Urteil 4C.342/2003 E. 2.3; 

Urteil des Bundesgerichts 4C.18/2004 vom 3. Dezember 2004 E. 1.8). Der Bank-

- 38 - 

kunde, welcher eine ihm mitgeteilte Investition nicht beanstandet, weil er beim 

blossen Lesen der Dokumente die Vertragsverletzung des Vermögensverwalters 

nicht erkannte bzw. erkennen konnte, kann daher einwenden, die (stillschweigen-

de) Genehmigung habe auf einem Irrtum bzw. Willensmangel beruht und geltend 

machen, die Genehmigung sei in der irrtümlichen Annahme erfolgt, dass die je-

weilige Transaktion bzw. Anlage gemäss der vereinbarten Anlagestrategie vorge-

nommen worden sei (zit. Urteile des Bundesgerichts 4A_556/2019 E. 5.2; 

4C.342/2003 E. 2.3). In seinem Urteil 4A_449/2018 vom 25. März 2019 hält das 

Bundesgericht demgegenüber relativ apodiktisch und ohne nähere Begründung 

fest, dass im Falle eines Vermögensverwaltungsvertrages die Genehmigungsfikti-

on nichts an einer mangelhaften Aufklärung des Kunden ändere (E. 5.3). In sei-

nem Urteil 4C.18/2004 vom 3. Dezember 2004 erwog das Bundesgericht ferner, 

dass von einer stillschweigenden Genehmigung der Handlungsweise des Beauf-

tragten nur dann ausgegangen werden könne, wenn der Auftraggeber die Leis-

tung des Beauftragten in Kenntnis ihrer Weisungswidrigkeit vorbehaltlos anneh-

me, wozu es auch die Abweichung der getätigten Anlage vom vereinbarten Risi-

kopotential zählte (E. 1.8). 

Die Aufklärungspflicht wird inhaltlich durch den Wissensstand des Kunden einer-

seits und durch die Art der in Frage stehenden Anlage andererseits bestimmt. Sie 

hat keinen Selbstzweck, sondern dient dazu, Informationsdefizite auszugleichen. 

Kennt der Kunde die Risiken der Spekulationstätigkeit, braucht er keine Aufklä-

rung (BGE 133 III 97 E. 7.1.1; Urteil des Bundesgerichts 4A_436/2016 vom 

7. Februar 2017 E. 4.3). Je fachkundiger und je geschäftserfahrener ein Kunde 

ist, desto geringer sind die Anforderungen an den Umfang der Aufklärung. Die Art 

des Anlagegeschäfts wirkt sich teils wesentlich auf die Erkennbarkeit der Risiken 

aus. Sind die mit einer bestimmten Anlagestrategie verbundenen Risiken leicht 

erkennbar, ist darüber nicht aufzuklären (JENTSCH/VON DER CRONE, Informations-

pflichten der Bank bei der Vermögensverwaltung: Kundenprofil und Risikoaufklä-

rung, in: Schweizerische Zeitschrift für Wirtschafts- und Finanzmarktrecht (SZW), 

2011, S. 639 ff, 639 f.). Die Anforderungen an die Aufklärungspflicht sind höher, 

wenn der Kunde nicht nur mit seinem Vermögen, sondern auch mit von der Bank 

gewährten Krediten spekuliert (BGE 133 III 97 E. 7.1.1). Bei wirtschaftlich gebilde-

- 39 - 

ten Personen kann vorausgesetzt werden, dass sich diese der Risiken der Kredit-

finanzierung von Vermögensanlagen bewusst sind (JENTSCH/VON DER CRONE, 

a.a.O., S. 641 unter Verweisung auf Urteil des Obergerichts LB090114 vom 

19. Januar 2011). 

Was die Beweislast betrifft, so obliegt es beim Vermögensverwaltungsvertrag 

dem Kunden, die Tatsachen zu beweisen, aus denen sich ergibt, dass die Vo-

raussetzungen für die Haftung der Bank erfüllt sind, d.h. dass ein Vertrag ge-

schlossen wurde, dass die Bank ihn schlecht erfüllt hat, dass ein Schaden ent-

standen ist und dass ein Kausalzusammenhang zwischen der schlechten Erfül-

lung und dem Schaden besteht. Der Bank ihrerseits steht der Exkulpationsbeweis 

offen. Überdies hat sie den Nachweis allfälliger entlastender Tatsachen zu erbrin-

gen, namentlich dass der Kunde neue Anweisungen gegeben oder die getätigten 

Transaktionen nachträglich genehmigt hat (Urteil des Bundesgerichts 4A_90/2011 

vom 22. Juni 2011 E. 2.2.2 mit Verweisung auf zit Urteil 4C.18/2004; zit. Urteil 

4A_41/2006 E. 3.5). 

4.4.3. Würdigung 

Vorab ist festzuhalten, dass auf die Frage der Vertragsqualifikation vorliegend 

nicht weiter einzugehen ist. Denn selbst wenn – der Argumentationslinie der Klä-

gerin folgend – von einem Vermögensverwaltungsvertrag mit konservativer Anla-

gestrategie und nicht bloss von dem von der Beklagten behaupteten Execution-

only-Verhältnis auszugehen wäre, ist – wie nachfolgend aufgezeigt wird – eine 

Genehmigung(sfiktion) zu bejahen. Ziff. 8 der General Banking Conditions lautet 

wie folgt: 

- 40 - 

 

Der Wortlaut dieser Klausel ist insofern klar, als dass Beanstandungen hinsicht-

lich Konto- und/oder Depotauszügen innert vier Wochen ab Versanddatum ange-

bracht werden müssen, andernfalls sie als genehmigt gelten, wobei die Genehmi-

gung sich auf alle darin aufgeführten Positionen bezieht. Das in Schweizer Fran-

ken aufgenommene Darlehen (samt Zinsen) und die damit erworbene Euro-

Position waren vorliegend ohne Weiteres aus den jeweiligen der Klägerin übermit-

telten Auszügen ersichtlich (vgl. act. 10/17 und act. 10/23, jeweils S. 5, 7 des 

Auszugs) und sind daher eindeutig von dieser Klausel erfasst. Insofern ist der 

Einwand der Klägerin, wonach Ziff. 8 der "General Banking Conditions" lediglich 

die Genehmigung der Kontoauszüge, aber nicht die nachträgliche Genehmigung 

der Vermögensverwaltungsstrategie betreffe (act. 20 Rz. 144 f.), unbehelflich. 

Ausserdem umfasst die Genehmigung von Transaktionsbelegen gemäss bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung auch die damit verfolgte Strategie, sofern die darin 

aufgeführten Transaktionen für diese repräsentativ sind (zit. Urteil 4A_449/2018 

E. 5.2.2). Letzteres ist vorliegend ebenfalls zu bejahen. Somit ist festzuhalten, 

dass Ziff. 8 der "General Banking Conditions" hinsichtlich der streitgegenständli-

chen Transaktionen auch unter diesem Aspekt greift. 

- 41 - 

Vorliegend ist unbestritten, dass die Klägerin durch Übermittlung von Konto- bzw. 

Depotauszügen sowie persönliche Treffen mit dem Kundenberater der Beklagten 

in Zürich regelmässig über die streitgegenständlichen Kredite und die damit getä-

tigte Euro-Anlage informiert worden war, ohne diese jemals beanstandet zu ha-

ben. Demzufolge steht vorliegend für die von der Beklagten behauptete Geneh-

migung(sfiktion) die Frage der Risikoaufklärung im Zentrum. Dabei ist zunächst 

noch einmal in Erinnerung zu rufen, dass die Klägerin nicht Vertragspartei der 

streitgegenständlichen Vertragsbeziehung, sondern lediglich wirtschaftlich Be-

rechtigte derselben war. Der Vertrag wurde zwischen der C._____ und der Be-

klagten geschlossen. Insofern bestand – das Bestehen eines Vermögensverwal-

tungsvertrages vorausgesetzt – auch die streitgegenständliche Risikoaufklä-

rungspflicht gegenüber der C._____, sodass sich deren Umfang in erster Linie 

nach dem Wissenstand der C._____ und damit von E._____ als deren vertre-

tungsberechtigtes Organ richtet. Die Sach- und Fachkunde der Klägerin als in Be-

zug auf das Konto der C._____ einzelzeichnungsberechtigte wirtschaftlich Be-

rechtigte ist der C._____ subsidiär ebenfalls anzurechnen. Es ist insofern mass-

geblich, als nicht davon auszugehen ist, dass gegenüber der C._____ direkt eine 

ausreichende Aufklärung seitens der Beklagten stattgefunden hat oder eine sol-

che aufgrund deren Wissensstands gar nicht notwendig war (in diesem Sinne 

auch zit. Urteil 4A_436/2016; 4A_466/2016 E. 4.3 f.; ZELLWEGER-GUTKNECHT, Zivi-

le Rechtsfolgen wirtschaftlicher Berechtigung, Urteilshinweise und dogmatische 

Überlegungen, in: Bankvertragsrecht, Susan Emmenegger [Hrsg.], 2017, S. 1 ff, 

S. 11f.). Da sich die Beklagte im Sinne einer rechtsvernichtenden bzw. entlasten-

den Tatsache auf die Genehmigung(sfiktion) beruft, ist sie (erwähntermassen) 

hinsichtlich sämtlicher diesbezüglichen Tatbestandselemente behauptungs- und 

beweisbelastet (vgl. Ziff. 4.4.2 a.E.). Dazu gehört insbesondere auch die Beweis-

last für eine angemessene Information und den Erfahrungsgrad der Kundin in Fi-

nanzfragen (zit. Urteile 4A_41/2016 E. 4.3; 4C.18/2004 E. 1.8). 

Die vorliegend streitgegenständliche Investition zeichnet sich dadurch aus, dass 

Fremdkapital im Umfang von CHF 7 Mio. aufgenommen, damit Euro zum Kurs 

von 1.21 erworben und im Sinne einer Anlage auf dem Konto der C._____ belas-

sen wurde. Die Anlage birgt mithin im Wesentlichen zwei Risikokomponenten. Ei-

- 42 - 

nerseits besteht beim Fremdwährungskauf ein Währungsrisiko, d.h. das Risiko 

dass die erworbene Währung im Verhältnis zur investierten Währung an Wert ver-

liert bzw. der Kurs entsprechend sinkt, was der Klägerin hinlänglich bekannt war 

(act. 9 Rz. 90; act. 20 Rz. 269) und im Übrigen als leicht erkennbares Risiko kei-

ner weiteren Aufklärung bedurfte (JENTSCH/VON DER CRONE, a.a.O., S. 651 und 

FN 109). Andererseits besteht bei der Aufnahme von Fremdkapital – unabhängig 

von der Werthaltigkeit der damit getätigten Anlage – die Verpflichtung, dieses zu 

einem bestimmten Zeitpunkt zurückzubezahlen und einen Darlehenszins zu leis-

ten. Da es sich um Fremdkapital handelt, tritt zur Verlustgefahr die Verschul-

dungsgefahr hinzu. Steigt der Kurs der gehaltenen Währung (hier Euro) im Ver-

hältnis zur Währung des aufgenommenen Fremdkapitals, resultiert ein (potentiel-

ler) Gewinn aus der Differenz zwischen dem Fremdkapitalbetrag und dem – mit 

dem höheren Kurs – in die Währung des Fremdkapitals umgerechneten Euro-

Betrag abzüglich geleisteter Darlehenszinsen. Sinkt hingegen der Kurs der gehal-

tenen Währung im Verhältnis zur Währung des aufgenommen Fremdkapitals, 

deckt die gehaltene Währung – umgerechnet mit dem tieferen Kurs – das Fremd-

kapital nicht mehr und es resultiert ein Verlust in der entsprechenden Differenz 

zuzüglich Darlehenszinsen. Je höher die Kursschwankung, desto höher ist der 

Gewinn bzw. der Verlust. Je mehr Fremdkapital aufgenommen wird bzw. je grös-

ser der Betrag der damit erworbenen Währung ist, desto mehr wirkt sich eine 

Kursschwankung und damit das Währungsrisiko aus und umso höher ist das Ver-

lustrisiko. Das Risiko der Anlage bemisst sich – abgesehen von der Stabilität der 

Währung – mithin primär nach rein mathematischen Grundsätzen. 

In dem im Rahmen der Kontoeröffnung zwischen der C._____ und der Beklagten 

abgeschlossenen Kreditvertrag wird in Ziff. 5 unter dem Titel "Risk Disclosure" 

Folgendes festgehalten (act. 28 Rz. 59, 219; act. 3/17 S. 2; act. 29/55 S. 14): 

- 43 - 

 

Im Kreditvertrag wurde mithin – zwar in standardisierter Form, aber dennoch un-

missverständlich – darauf hingewiesen, dass ein hohes Mass an Leverage sich 

sowohl zu Gunsten als auch zu Ungunsten des Investors auswirken und zum To-

talverlust der Anlage führen könne, weshalb kein Geld investiert werden solle, in 

Bezug auf welches der Investor es sich nicht leisten könnte, dieses zu verlieren. 

Sodann enthält die betreffende Klausel die Bestätigung, dass der Kunde (d.h. die 

C._____) von der Bank (d.h. der Beklagten) über sämtliche Risiken im Zusam-

menhang mit gehebelten Transaktionen aufgeklärt worden sei. Aufgrund des kla-

ren Hinweises auf einen möglichen Totalverlust und der ausdrücklichen Bestäti-

gung der erfolgten Risikoaufklärung durch die C._____ ist – ungeachtet der tat-

sächlichen Kenntnis der Klägerin – davon auszugehen, dass die C._____ hin-

sichtlich der aufgenommenen Kredite in Schweizer Franken und der damit erwor-

benen Euro-Position über die damit verbundenen Risiken aufgeklärt worden war, 

zumal das Währungsrisiko als leicht erkennbares Risiko keiner Aufklärung bedurf-

te und dieses der Klägerin im Übrigen erwähntermassen bekannt war. Vorliegend 

wurden der C._____ bzw. der Klägerin die den streitgegenständlichen Kredit und 

die damit erworbene Euro-Position klar ausweisenden Bankbelege – trotz Hold-

mail-Vereinbarung (act. 3/9) – effektiv zugestellt und diese Positionen ausdrück-

lich mit ihr besprochen, weshalb gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

keine Rechtsmissbrauchsprüfung vorzunehmen ist (vgl. zit. Urteil 4A_161/2020 E. 

5.4.5). Im Übrigen würde die von der Klägerin als dahingehend behauptungs- und 

beweisbelastete Partei (vgl. Ziff. 4.3.2 hiervor) geäusserte blosse Vermutung 

(act. 20 Rz. 147) für die Begründung der Rechtsmissbräuchlichkeit ohnehin nicht 

- 44 - 

genügen. Die C._____ bzw. die Klägerin hat die streitgegenständlichen Transak-

tionen nie beanstandet. Es ist demzufolge in Anwendung von Ziff. 8 "General 

Banking Conditions" eine Genehmigung derselben zu bejahen. 

Selbst wenn für die Frage der genügenden Risikoaufklärung nicht auf den "Risk 

Disclosure" im Kreditvertrag, sondern – mangels weiterer von der Beklagten be-

haupteten Aufklärungshandlungen gegenüber der C._____ – auf die diesbezügli-

chen Kenntnisse der Klägerin als einzelzeichnungsberechtigte wirtschaftlich Be-

rechtigte abgestellt würde, würde dies am vorliegenden Ergebnis nichts ändern, 

wie nachfolgende Ausführungen zeigen: 

Eine Aufklärungspflicht der Beklagten bestand gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung bekanntlich nur insoweit, als die Klägerin über die mit der Anlage 

verbundenen Risiken nicht schon im Bilde war. Die Klägerin hat unbestrittener-

massen an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zagreb stu-

diert und ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen (act. 1 Rz. 13; act. 9 Rz. 13; 

act. 20 Rz. 211; act. 28 Rz. 125; act. 3/25). Sie ist demzufolge als wirtschaftlich 

gebildete Person einzustufen, ungeachtet dessen, dass die Klägerin betont, an 

der entsprechenden Fakultät (lediglich) Marketing studiert zu haben (act. 1 

Rz. 13), was von der Beklagten im Übrigen bestritten wird (act. 28 Rz. 125). Auch 

wenn daraus – wie die Klägerin richtigerweise anführt (act. 1 Rz. 48; act. 20 

Rz. 53, 201) – nicht unmittelbar auf Fachwissen im Finanzbereich geschlossen 

werden kann, ist aufgrund der klägerischen Ausbildung zumindest davon auszu-

gehen, dass sie die Bedeutung der Aufnahme von Fremdkapital und somit die 

damit verbundene Rückzahlungs- und Zinszahlungsverpflichtung sowie das Ver-

schuldungsrisiko kannte. Ganz allgemein ist davon auszugehen, dass dies einer 

durchschnittlich gebildeten Person bekannt ist, zumal Konsumkredite bzw. Kredit-

karten schon damals zum gängigen Zahlungsmittel gehörten, auch wenn oder ge-

rade weil vorliegend von einer ganz anderen Grössenordnung der Kreditgewäh-

rung auszugehen ist. Aufgrund ihres Bildungsstandes ist ebenfalls zu schliessen, 

dass die Klägerin in der Lage war, die vorstehend dargelegte Funktionsweise und 

Wechselwirkung der streitgegenständlichen Anlage zu verstehen, zumal es sich – 

gerade für eine Person mit höherer Schul- und wirtschaftswissenschaftlicher Aus-

- 45 - 

bildung – nicht um einen sonderlich komplexen Mechanismus handelt (so auch 

die Beklagte act. 9 Rz. 82, 143, 192), auch wenn für die Gewinn- bzw. Verluster-

mittlung zwei Grössen zusammenspielen. 

Beachtlich erscheint in dieser Hinsicht weiter, dass sich die Klägerin kurz nach 

Eröffnung der Kontobeziehung zwischen der C._____ und der Beklagten mit E-

Mail vom 28. März 2013 an Kundenberater G._____ wandte, gemäss unbestritte-

ner Übersetzung (act. 10/8 S. 3) gegenüber Kundenberater G._____ bestätigte, 

dass sie "die restlichen Vermögenswerte" im Gesamtumfang von EUR 500'000.– 

schicken werde und sodann schrieb: "Wenn das Geld angekommen ist, kannst du 

alles investieren nach dem System 1:2 (ähnlich wie bei meinem Bruder) und wenn 

wir uns sehen, können wir das gemeinsam anschauen." (act. 9 Rz. 46; act. 20 

Rz. 235). Unbestrittenermassen bezog sich die Instruktion, nach Eingang der 

Vermögenswerte nach dem "System 1:2" vorzugehen, auf den einzusetzenden 

Leverage (act. 28 Rz. 30; act. 37 Rz. 23 f.; act. 39 Rz. 17). Am 16. bzw. 17. April 

2013 wurde ein Kredit von insgesamt USD 1'050'000.– zu Lasten des Kontos der 

C._____ aufgenommen. Am 29. April 2013 wurden damit die in Rz. 44 der Klage-

schrift unter jenem Datum aufgeführten Anlagen getätigt (act. 9 Rz. 48 f.; act. 20 

Rz. 238 f.). Am 23. September 2013 bat die Klägerin um Zusendung des aktuellen 

Vermögensausweises, um den Status und die Entwicklung des Vermögens zu 

sehen. Kundenberater G._____ übermittelte ihr am Folgetag einen solchen mit 

einer kurzen Erklärung (act. 9 Rz. 68 f.; act. 20 Rz. 256; act. 10/15, 16). Der Wort-

laut dieser E-Mailnachricht der Klägerin vom 23. September 2013 lässt nicht auf 

eine unbedarfte Person schliessen, sondern auf jemanden, der durchaus in der 

Lage ist, einen Vermögensausweis bzw. die darin enthaltenen Informationen zu 

verstehen. Der USD-Kredit und die bis dahin neu aufgelaufenen Zinsen waren im 

Vermögensausweis per 23. September 2013 aufgeführt (act. 10/16 S. 7 des Aus-

zugs). Anlässlich eines Besuches vom 16. Oktober 2013 wurde sodann das Port-

folio mit der Klägerin einzeln durchgegangen und die getätigten Transaktionen 

von ihr geprüft. Sie nahm sodann Einsicht in den Depotauszug per 15. Oktober 

2013 und gab (zumindest) den Auftrag, die banklagernde Korrespondenz zu ver-

nichten (act. 9 Rz. 53 f.; act. 20 Rz. 243 f.; act. 28 Rz. 343; act. 10/11 S. 1). Die 

USD-Kredite und die bis dahin neu aufgelaufenen Zinsen waren daraus abermals 

- 46 - 

ersichtlich (act. 10/11 S. 8). Der Kredit in USD wurde am 29. September 2014 

schliesslich zurückbezahlt (act. 1 Rz. 41; act. 9 Rz. 217; act. 20; act. 10/27 S. 2). 

Ihre Anweisung, nach dem System 1:2 zu investieren bzw. in entsprechendem 

Ausmass Leverage aufzubauen, ist als weiteres Indiz zu werten, dass die Kläge-

rin schon damals verstanden hat, wie diese Art von Anlage funktioniert, andern-

falls die Wortwahl anders ausgefallen wäre (so auch die Beklagte act. 28 Rz. 33). 

Dies wird auch durch die Bezugnahme auf die Anlagestrategie ihres Bruders klar. 

Für die von der Beklagten bestrittene klägerische Behauptung, wonach es Kun-

denberater G._____ war, der den Begriff "1:2" beim Treffen vom 8. März 2013 im 

Rahmen der Präsentation der Anlagestrategie verwendet habe (act. 37 Rz. 24; 

act. 39 Rz. 17), offeriert die Klägerin keine Beweismittel, weshalb der diesbezügli-

che Beweis von vorneherein misslingt und in der Folge nicht von einer entspre-

chenden Begriffsverwendung durch Kundenberater G._____ auszugehen ist. In-

sofern kann offenbleiben, ob die dahingehenden im Rahmen der Stellungnahme 

zur Duplik getätigten Vorbringen der Klägerin rechtzeitig erfolgten. Sodann waren 

die Höhe der Kreditsumme als Negativsaldo sowie die aufgelaufenen Zinse für die 

Klägerin sowohl aus dem ihr am 24. September 2013 zugestellten als auch aus 

dem mit ihr am 16. Oktober 2013 besprochenen Depotauszug per 15. Oktober 

2013 klar ersichtlich und damit die Funktionsweise eines Kredites bereits vor der 

Aufnahme der streitgegenständlichen Kredite für die Klägerin ersichtlich doku-

mentiert. 

Nach erfolgter CHF-Kreditaufnahme im Juli 2014 und den damit getätigten Euro-

Käufen im Juli und August 2014 wurden anlässlich des Treffens vom 7. Oktober 

2014 sodann mit Kundenberater H._____ unbestrittenermassen die (damals) ak-

tuellen Chancen und Risiken des Portfolios sowie die Kreditsituation und die von 

der C._____ gehaltene Euro-Position ausführlich besprochen. Weiter wurde auch 

die Reduktion des Leverage mit der Klägerin und ihrem Bruder ausdrücklich the-

matisiert. Während die Beklagte geltend macht, dass Kundenberater H._____ bei 

dieser Gelegenheit nochmals ausdrücklich auf die bestehenden Risiken, nament-

lich auf die jederzeitige Möglichkeit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses, hin-

gewiesen und empfohlen habe, eine Reduktion des Leverage in Erwägung zu 

ziehen (act. 9 Rz. 110-112), bestreitet die Klägerin, von H._____ auf die beste-

- 47 - 

henden Risiken hingewiesen und angehalten worden zu sein, eine Reduktion des 

Leverage in Betracht zu ziehen (act. 20 Rz. 285 f.). In der Folge wurde – gemäss 

Klägerin auf Empfehlung von Kundenberater H._____ – vereinbart, den am 

13. Oktober 2014 fälligen Kredit um einen Monat zu verlängern und die Situation 

genau zu beobachten. Hintergrund dieses Vorgehens bildete – gemäss unbestrit-

ten gebliebener Behauptung der Beklagten (act. 9 Rz. 112, 119; act. 20 

Rz. 285 f., 290; act. 28 Rz. 98 f., 107; act. 37 Rz. 43-46) – der Wunsch der Kläge-

rin, vor Reduktion des Leverage mindestens den Einstiegskurs wieder zu errei-

chen. Der Klägerin war aufgrund des unbestrittenen Inhalts dieses Treffens spä-

testens ab jenem Zeitpunkt bewusst, dass ein Kredit über CHF 7 Mio. aufgenom-

men und damit die streitgegenständliche Euro-Position erworben worden war. 

Angesichts ihres Bildungsgrades, der eingeräumten Kenntnis des Währungsrisi-

kos und der Höhe des aufgenommenen Kredites bzw. der damit erworbenen Eu-

ro-Position war für die Klägerin – entgegen ihren Behauptungen – unschwer zu 

erkennen, dass mit diesem Vorgehen ein erhebliches Risiko verbunden war, wel-

ches zweifelsohne nicht mit dem von ihr behaupteten konservativen Anlageprofil 

im Einklang stand. Auch war für die Klägerin das Verhältnis dieser Anlage zu den 

von ihr eingebrachten Mitteln und damit den übrigen von ihr getätigten Anlagen 

ohne weiteres erkennbar. Der Fakt, dass unbestrittenermassen die Kreditsituation 

sowie die von der C._____ gehaltene Euro-Position ausführlich besprochen wur-

den und über eine Reduktion des Leverage unbestrittenermassen zumindest ge-

sprochen und eine solche verworfen wurde, spricht klar dafür, dass eine Themati-

sierung der Risiken zumindest im Sinne einer Vor- und Nachteilsabwägung erfolg-

te. Was sonst hätte man in diesem Zusammenhang besprechen sollen, räumt 

doch auch die Klägerin, nachdem sie eine Risikoaufklärung pauschal bestreitet, 

selbst ein, dass über die Chancen und Risiken des Portfolios gesprochen worden 

war (vgl. act. 20 Rz. 285 f.). Dass die Klägerin anstrebte, den Einstiegskurs wie-

der zu erreichen, spricht wiederum dafür, dass sie sich schon damals der Funkti-

onsweise der Anlage bewusst war. Aufgrund des Umstandes, dass die Klägerin, 

ihr Bruder und Kundenberater H._____ alsdann vereinbarten, die