# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9043fec0-d426-5c72-910a-f8db367c0bbc
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.04.2021 IV 2019/186
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-186_2021-04-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/186

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.11.2021

Entscheiddatum: 07.04.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 07.04.2021
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG Gemäss als beweistauglich beurteiltem 
Gutachten ist die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 
% arbeitsfähig. Es besteht kein Rentenanspruch. Für berufliche 
Massnahmen kann sich die Beschwerdeführerin jederzeit erneut anmelden 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. April 
2021, IV 2019/186).

Entscheid vom 7. April 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz) und Corinne 

Schambeck, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2019/186

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

IV-Leistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 29. Juni 2017 zum zweiten Mal 

bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 29). Ein vorgängiges 

Gesuch vom 23. Februar 2012 um berufliche Massnahmen (erstmalige berufliche 

Ausbildung; IV-act. 5) war nach Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens 

mit Verfügung vom 17. August 2012 abgewiesen worden (IV-act. 26).

A.a. 

Der die Versicherte behandelnde med. pract. B.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, berichtete am 8. August 2017, sie stehe bei ihm seit 17. Februar 

2011 in ambulanter Behandlung. Therapiegespräche fänden ca. ein- bis zweimal pro 

Monat statt. Er diagnostiziere eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom 

Borderline-Typus (ICD-10: F60.31), eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1) und eine 

hypochondrische Störung (ICD-10: F45.2). Seit den Berichten im Rahmen des früheren 

Verfahrens habe die Versicherte häufig unter auch stärker ausgeprägten depressiven 

Symptomen gelitten. Ab ca. anfangs 2017 habe sich der Gesundheitszustand formal 

gesehen aus psychiatrischer Sicht wesentlich verschlechtert. Die emotionale Instabilität 

führe dazu, dass die Versicherte nicht regelmässig und während einer längeren Zeit 

eine Arbeit durchführen könne und vor allem mit den Belastungen umgehen könne, die 

heute im ersten Arbeitsmarkt normalerweise vorkämen. Wenn sie depressiv würde, 

würde sie wie während der Schnupperpraktika im Alter von 16 Jahren, möglicherweise 

von einer Arbeitsstelle weglaufen. Daher sei sie trotz dem weiterhin vorhandenen 

Interesse, eine berufliche Tätigkeit aufzunehmen oder zu erlernen, für alle Arbeiten zu 

100 % eingeschränkt (IV-act. 35).

A.b. 

Infolgedessen sah die IV-Stelle am 10. August 2017 von der Prüfung beruflicher 

Massnahmen ab und leitete die Rentenprüfung ein; sie qualifizierte die Versicherte als 

Hausfrau (IV-act. 36-3 f.).

A.c. 

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Im "Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt" gab 

die Versicherte am 31. August 2017 unter anderem an, sie wäre ohne Behinderung seit 

zwei bis drei Jahren im Ausmass von ca. 80 % erwerbstätig. Ihre zwei Söhne (geboren 

20__ und 20__) seien nicht mehr ganz klein und könnten die schulfreie Zeit in einer 

Kindertagesstätte verbringen. Sie habe Angst, die Kinder nicht mehr gut erziehen zu 

können und keine gute Mutter zu sein, wenn sie arbeiten ginge. Im Haushalt bestünden 

keine Einschränkungen (IV-act. 38-1, 6 f.).

A.d. 

Die IV-Stelle beauftragte Prof.Dr.med. C.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie sowie Neurologie FMH, mit der psychiatrischen Begutachtung der 

Versicherten (Gutachten vom 26. Februar 2018, Untersuchung 26. Februar 2018, IV-

act. 55). Der Gutachter diagnostizierte eine sonstige andere spezifische 

Persönlichkeitsstörung (unreife Persönlichkeitsstörung; ICD-10: F60.88) und eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4; IV-act. 55-45, 

48), wovon Erstere die Arbeitsfähigkeit einschränke (IV-act. 55-39). Innerhalb von sechs 

Monaten sei bei kognitiv-verhaltenstherapeutischem Setting eine adäquate 

Verbesserung zu erreichen, welche die Beschwerdeführerin befähigen sollte, ihr 

Vermeidungsverhalten aufzugeben. Die Beschwerdeführerin gebe an, dass im Haushalt 

und in der Kinderbetreuung keine Probleme bestünden. Daher sei von einer 100%igen 

Leistungsfähigkeit im Haushalt auszugehen (IV-act. 55-46, 49). Durch das 

Vermeidungsverhalten mit ängstlichen Rückzugstendenzen seien vor allem qualitative 

Einschränkungen begründet. Auf Hilfsarbeiterniveau sei die Versicherte zu 100 % 

einsatzfähig, sofern ihr der Einstieg in eine einfache Tätigkeit ohne hohen Zeitdruck, 

ohne emotionalen Stress, ohne hohe Verantwortung und ohne hierarchische Hürden 

gelänge, z.B. als Aufsicht in einem Museum. Der Umgang durch Vorgesetze und 

Kollegen müsste nachsichtig und aggressionsfrei sein. Ob ein solcher Arbeitsplatz in 

der freien Wirtschaft letztendlich zur Verfügung stehe, obliege der juristischen 

Beurteilung. Alternativ wäre ein beruflicher Einstieg im geschützten Bereich ideal (IV-

act. 55-47, 49).

A.e. 

RAD-Ärztin Dr. med. D.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm 

am 26. März 2018 Stellung, das Gutachten sei ausführlich, in sich schlüssig und 

nachvollziehbar. Es könne darauf abgestellt werden (IV-act. 56). Da sich die Versicherte 

subjektiv nicht arbeitsfähig fühle, hielt die IV-Stelle die Prüfung von beruflichen 

A.f. 

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B.  

Massnahmen weiterhin für nicht angezeigt und setzte die Rentenprüfung fort (interne 

Anfrage, Antwort 4. Juni 2018, IV-act. 60).

Med. pract. B.___ nahm am 8. Juni 2018 (IV-act. 62) Stellung zum Gutachten und 

verfasste am 29. November 2018 einen Verlaufsbericht (IV-act. 65). Darin hielt er an 

seinen Diagnosen und seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit fest. RAD-Ärztin 

Dr. D.___ nahm am 18. Februar 2019 abschliessend Stellung, auf das Gutachten könne 

auch bezüglich der Einschätzung, dass eine adäquate Therapie dazu führen könne, 

dass es durch Besserung des Gesundheitszustandes zu einer Befähigung komme, 

Vermeidungsverhalten aufzugeben, abgestellt werden. Eine solche werde von 

med. pract. B.___ jedoch nicht durchgeführt. Dass die Versicherte erst dann beruflich 

tätig werden wolle, wenn die bereits schulpflichtigen Kinder noch grösser seien, könne 

als behinderungsbedingt im Rahmen von Vermeidungsverhalten bei der 

diagnostizierten sonstigen anderen (unreifen) Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.88) 

angesehen werden (IV-act. 66).

A.g. 

Mit Vorbescheid vom 24. April 2019 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das 

rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 69). 

Mit Verfügung vom 14. Juni 2019 wies sie das Leistungsbegehren ab. Aus 

medizinischer Sicht sei der Versicherten eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % 

zumutbar. Durch ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Setting könne die 

Arbeitsfähigkeit noch weiter verbessert werden. Dazu sei die Versicherte jedoch nicht 

bereit, weil sie sich um ihre Kinder kümmern müsse. Im Haushalt und in der 

Kinderbetreuung sei sie nicht eingeschränkt. Mit einer Qualifikation als 80 % im Erwerb 

und 20 % im Haushalt Tätige resultiere bei Durchführung eines Prozentvergleichs unter 

Gewährung eines Tabellenlohnabzuges beim Invalideneinkommen von 25 % ein 

Invaliditätsgrad von 20 % (IV-act. 70).

A.h. 

Gegen die Verfügung vom 14. Juni 2019 erhebt A.___ (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 15. Juli 2019 (Eingang beim Versicherungsgericht) 

Beschwerde. Sie macht im Wesentlichen geltend, dass sie auch weiterhin aus 

gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten könne, da sie dafür psychisch zu wenig 

belastbar sei. Seit mehreren Jahren sei sie durch med. pract. B.___ zu 100 % krank 

B.a. 

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geschrieben. Sie legt dessen Bericht vom 8. Juli 2019 bei, worin er sich zur 

gesundheitlichen Situation äussert und erklärt, den "Rekurs" der Versicherten zu 

unterstützen. Weiter ersucht die Beschwerdeführerin um Erlass des 

Kostenvorschusses, da sie seit mehreren Jahren vom Sozialamt abhängig sei (act. G 1; 

act. G. 1.2).

Mit Beschwerdeantwort vom 20. August 2019 beantragt die Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerde sei abzuweisen. Der Gutachter habe sich mit der Diagnosestellung des 

behandelnden Psychiaters auseinandergesetzt und plausibel erklärt, weshalb er sich 

dieser nicht anschliessen könne. Weiter sei die Herleitung der von ihm gestellten 

Diagnose nachvollziehbar, weshalb auch darauf abgestellt werden könne. Die 

abweichende Diagnosestellung führe unter anderem dazu, dass der Gutachter eine 

andere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen und sich nicht im gleichen 

Ausmass dazu geäussert habe, wie es bei einer Übereinstimmung der 

Diagnosestellung üblich wäre. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien 

verschiedene Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit möglich, zulässig und zu 

respektieren, solange der Experte lege artis vorgegangen sei. Aufgrund der 

unterschiedlichen Ansatzpunkte von Gutachtern und behandelnden Ärzten 

überraschten voneinander abweichende Ergebnisse nicht. Da die Beschwerdeführerin 

gegenüber dem Gutachter klar zu verstehen gegeben habe, dass sie sich in keiner Art 

und Weise arbeitsfähig sehe, seien berufliche Massnahmen auch weiterhin nicht 

angezeigt (act. G 3).

B.b. 

Mit Replik vom 18. September 2019 reicht die Beschwerdeführerin einen Bericht 

von med. pract. B.___ vom 16. September 2019 ein, worin dieser zur 

Beschwerdeantwort Stellung nimmt (act. G 6; act. G 6.1).

B.c. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin stillschweigend keine Duplik eingereicht hat, 

schliesst die vorsitzende Richterin am 4. November 2019 den Schriftenwechsel ab und 

bewilligt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den 

Gerichtskosten; act. G 8).

B.d. 

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Erwägungen

1.  

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 289 E. 3.2; 

BGE 130 V 396 E. 5.3 und E. 6; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016, 

8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden 

objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken 

(BGE 143 V 427 E. 6; Urteil des Bundesgerichts vom 27. März 2015, 8C_673/2014, 

E. 5.1.1). Für somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und 

gleichgestellte Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich 

Depressionen ist der Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu 

führen (vgl. dazu BGE 141 V 281 und BGE 143 V 428, E. 7.1). Der Beweis für eine lang 

andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als 

geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im 

Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer 

Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer 

Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 V 427, E. 6 a. E.).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

1.3. 

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Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden 

Instanzen haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 141 V 14 E. 6.3.1; BGE 

125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -

ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (Urteile des 

Bundesgerichts vom 15. Juli 2020, 8C_335/2020, E. 4.1, und vom 13. Februar 2019, 

8C_801/2018, E. 4.3; BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb). Es ist eine 

Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte nicht nur in ihrer Funktion als Hausärzte, 

sondern auch als spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten 

aussagen. Dies ist bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. September 2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2 mit Hinweisen).

1.4. 

Die Rechtsanwender prüfen insbesondere, ob die Ärzte ausschliesslich funktionelle 

Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folge der gesundheitlichen Beeinträchtigung 

sind (Art. 7 Abs. 1 erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische 

Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektiver Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz 

ATSG). Recht und Medizin tragen je nach ihren fachlichen und funktionellen 

Zuständigkeiten zur Festlegung ein und derselben Arbeitsunfähigkeit bei. Es soll keine 

1.5. 

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2.

Die Beschwerdegegnerin ist auf das neue Gesuch der Beschwerdeführerin nach Erhalt 

eines Berichtes von med. pract. B.___ vom 8. August 2017 (IV-act. 35) eingetreten, 

weshalb auf die entsprechenden Voraussetzungen gemäss Art. 87 Abs. 2 und 3 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) nicht mehr einzugehen 

ist. Das vorgängige Gesuch wurde mit rechtskräftig gewordener Verfügung vom 

17. August 2012 (vgl. Aktenentscheid nach Mahn- und Bedenkzeitverfahren, IV-act. 26) 

abgewiesen. Ein allfälliger Rentenanspruch besteht somit erst nach Ablauf des 

Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG und frühestens nach Ablauf der Frist 

gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG am 1. Dezember 2017 (Anmeldung am 29. Juni 2017, 

IV-act. 29).

losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten 

Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft 

werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren 

widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung 

tragen (BGE 141 V 307, E. 5.2.2 f., BGE 144 V 54, E. 4.3). Berücksichtigen die Experten 

die in BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend, hat ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzung auch aus Sicht des Rechtsanwenders Bestand. Andernfalls 

liegt ein triftiger Grund vor, der rechtlich ein Abweichen davon gebietet (BGE 145 V 

368 f., E. 4.3).

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).

1.6. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.7. 

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3.

Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das psychiatrische 

Gutachten von Prof. C.___ vom 26. Februar 2018 (IV-act. 55). Es ist damit dessen 

Beweistauglichkeit zu prüfen.

Die Beschwerdeführerin erlebte gemäss ihren eigenen Angaben gegenüber dem 

Gutachter bereits seit früher Kindheit die als prekär beschriebenen Auswirkungen der 

Alkoholkrankheit ihrer Mutter und wurde von dieser emotional und körperlich 

vernachlässigt. Sie habe sich vor ihren unwürdigen Zuständen geekelt und begonnen, 

sich zurückzuziehen. Im Alter von 14 Jahren sei sie aus einer Überforderungssituation 

weggelaufen. Schnupperlehrstellen und verschiedene kurze Arbeitseinsätze habe sie 

jeweils aufgegeben, wenn sie kritisiert worden sei. Nach der Schulzeit sei sie mit ihrem 

Freund, dem späteren Vater ihrer 20__ und 20__ geborenen Söhne, 

zusammengezogen. Sie habe in dieser Beziehung Gewalterfahrungen gemacht, sich 

nicht durchsetzen können und sich daher im zwanzigsten Lebensjahr von ihm getrennt. 

Danach habe sie für sieben Jahre in einer neuen Beziehung gelebt, die ebenfalls 

gescheitert sei. Sie lebe zusammen mit den Kindern in einer 

Dreieinhalbzimmerwohnung und werde vom Sozialamt unterstützt. Es bestünden 

Privatschulden in der Höhe von rund Fr. 3'000.-- und Betreibungen. Sie sei schnell 

überfordert und nur wenig belastbar und habe diesbezüglich schlechte Erfahrungen in 

ihren Schnupperlehren gemacht. Werde sie kritisiert oder wenn ihr "alles zuviel" werde, 

verlasse sie den Arbeitsplatz. Sie ziehe sich auch im privaten Kontext zurück und 

vermeide konflikthafte Begegnungen. In der Folge komme es oft zu einer emotionalen 

Niedergestimmtheit. Weiter habe sie Ängste, sich anzustecken und krank zu werden. 

Sie sei in Bezug auf Krankheiten, nicht aber in anderen Bereichen, überängstlich. In der 

Haushaltsführung und Erziehung ihrer Kinder bestünden keine Probleme (IV-

act. 55-30 ff., 41). Der Tagesablauf bestehe im Kochen und Einnehmen von 

gemeinsamen Mahlzeiten mit den Söhnen, Haushaltarbeiten, Einkaufen, Erledigung der 

Hausaufgaben mit den Kindern und Lesen von Zeitschriften, während diese beim Sport 

seien. Am Nachmittag treffe sie manchmal Kolleginnen oder besuche ihre Mutter (IV-

act. 55-36). Mit dem Haushalt, den Kindern und einer Arbeit wäre sie überfordert (IV-

act. 55-37).

3.1. 

Im Befund erhob Prof. C.___ das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit, die 

Konzentration sowie das formale und inhaltliche Denken als unauffällig. Hinsichtlich 

des Affekts habe keine Affektinkontinenz bestanden. Die Schwingungsfähigkeit, 

Freudfähigkeit und Interessen seien nicht reduziert. Der Antrieb sei regelrecht, die 

3.2. 

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Psychomotorik minim verlangsamt. Es bestünden leichte hypochondrische 

Befürchtungen, keine allgemeinen Ängste. Klinisch fänden sich Hinweise auf eine 

Persönlichkeitsstörung, wobei in der Kindheit erworbene Verhaltensmuster mit 

vermeidendem Verhalten in Konfliktsituationen im Vordergrund stünden. Generalisierte 

Ängste seien nicht vorhanden, aktuell bestehe keine Störung der Affektsteuerung. Eine 

Störung der Impulssteuerung sei nicht erhebbar (IV-act. 55-39 f.). Während der Zeit 

ihrer Persönlichkeitsbildung habe die Beschwerdeführerin zahlreiche 

Traumatisierungen hinnehmen müssen. Sie habe eindrücklich prekäre Verhältnisse im 

Haushalt der Mutter beschrieben. Zudem habe eine adäquate emotionale elterliche 

Betreuung gefehlt, so dass sie häufig überfordert gewesen sei. Sie habe zudem eine 

Ohnmacht vor schwierigen Aufgaben mit rascher Kapitulation vor Schwierigkeiten 

erlernt, so habe sie sich bereits als Kind ein Vermeidungs- und Rückzugsverhalten 

eingeübt. Dieses tradierte Muster habe sie in ihre Persönlichkeitsstruktur übernommen 

und es im beruflichen und privaten Kontext eingesetzt. Lediglich in der Betreuung der 

Kinder sei ihr durch eine ausreichende Übungssituation inzwischen ein 

Reifungsprozess geglückt, während sie insbesondere im beruflichen Kontext keine 

ausreichenden Reifungsmöglichkeiten erhalten habe und das Vermeidungsverhalten 

mit Ängsten vor Überforderung weiterhin bestehe (IV-act. 55-43 ff.). Diagnostisch 

bestehe eine sonstige andere spezifische Persönlichkeitsstörung (unreife 

Persönlichkeitsstörung, ICD-10: F60.88; IV-act. 55-45, 48). Da davon auszugehen sei, 

dass zwischenzeitlich depressive Episoden bestanden hätten, sei die Diagnose einer 

rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remittiert, zu stellen (ICD-10: F33.4; 

IV-act. 55-45, 48).

Med. pract. B.___ begründete im Bericht vom 8. August 2017 seine Diagnose 

damit, dass die entsprechenden Kriterien erfüllt seien und dass bei der 

Beschwerdeführerin Beziehungsprobleme bestünden, die zur emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung von Borderline-Typus gehörten (IV-act. 35). Der Gutachter 

stellte demgegenüber im Befund keine Hinweise auf emotional-instabile Anteile vom 

Borderline-Typus fest, obschon die Kindheit mit geringer Verlässlichkeit der Eltern 

sowie fehlender Zuneigung und Liebe geeignet wäre, eine derartige Störung 

hervorzubringen. Es bestünden keine Auflösungen der ICH-Grenzen, keine Störung der 

ICH-Identität, der Nähe-Distanz-Regulation, kein On-/Off-Beziehungsverhalten, keine 

Störung des Selbstbildnisses, keine inneren Spannungszustände und kein 

selbstverletzendes Verhalten. Die ICH-Strukturen seien weitgehend intakt (IV-

act. 55-39). Es seien keine Störungen der Selbstwahrnehmung mit abwertendem ICH 

eruierbar. Die Fremdwahrnehmung und die Realitätsprüfung seien ungestört (IV-

act. 55-40). Die Diagnose einer Borderline-Störung sei mit den Ausführungen von 

3.3. 

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med. pract. B.___ nicht begründet und stehe im Widerspruch zu seinen früheren 

Berichten. Es fehlten eine neurosebiographische Anamnese und eine Darstellung 

borderline-typischer Symptome (IV-act. 55-42 ff.). Für die von med. pract. B.___ weiter 

diagnostizierte hypochondrische Störung liege das Hauptsymptom - die beharrliche 

Beschäftigung mit der Möglichkeit, an einer oder mehreren schweren und 

fortschreitenden Erkrankungen zu leiden - nicht vor. Ebenso bestehe keine ständige 

Beschäftigung mit der eigenen körperlichen Erscheinung. Die Beschwerdeführerin 

äussere zwar derartige Befürchtungen, die jedoch nicht als pathologisch anzusehen 

seien (IV-act. 55-45). Damit begründet Prof. C.___ seine diagnostische Einschätzung 

nachvollziehbar mit den von ihm erhobenen Befunden und den zu den von 

med. pract. B.___ gestellten Diagnosen gehörenden Diagnosekriterien. Im Übrigen 

nahm med. pract. B.___ am 8. Juni 2018 zum Gutachten zwar Stellung, wie der 

Gutachter habe auch er ein Rückzugs- und Vermeidungsverhalten festgestellt, dieses 

jedoch im Rahmen der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-

Typus gesehen (IV-act. 62). Somit stimmen jedoch der Gutachter und der behandelnde 

Psychiater überein, dass bei der Beschwerdeführerin eine Persönlichkeitsstörung 

besteht, die dazu führt, dass sie in ihrer Belastbarkeit eingeschränkt ist. Ob es sich um 

eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus oder um eine 

unreife Persönlichkeitsstörung handelt, ist nicht von gewichtiger Relevanz, denn nach 

der Rechtsprechung ist nicht die Diagnose massgebend, sondern unter welchen 

Beschwerden die versicherte Person leidet, ob diese objektiviert werden können und 

welche Tätigkeiten der versicherten Person trotz ihrer gesundheitlichen 

Einschränkungen noch zumutbar sind (BGE 136 V 281 E. 3.2.1; Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2020, 9C_524/2020, E. 5.1 mit weiteren 

Verweisen).

Die Beschwerdeführerin gab anlässlich der Begutachtung auch keine 

Beeinträchtigung kognitiver Funktionen an (vgl. IV-act. 55-34 f.), und Prof. C.___ konnte 

solche innerhalb seiner ca. zweistündigen Exploration nicht beobachten (IV-act. 55-39). 

Erst nach der Begutachtung berichtete med. pract. B.___ von einer Reizüberflutung 

bzw. das beklagte "Chaos und Durcheinander im Kopf" (Berichte med. pract. B.___ 

vom 29. November 2018, IV-act. 65, vom 8. Juli 2019, act. G 1.2, und vom 

16. September 2019, act. G 6.1). Die geltend gemachten Beschwerden konnten nicht 

einer Erkrankung zugeordnet und insoweit objektiviert werden. Einzig gemäss 

Verlaufsbericht vom 29. November 2018 erhob er eine eingeschränkte und im Verlauf 

des Gesprächs abnehmende Konzentration und Aufmerksamkeit (IV-act. 65). Am 8. Juli 

2019 hielt med. pract. B.___ fest, unter geänderter Medikation seien diese 

Beschwerden etwas zurückgegangen (act. G 1.2).

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

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4.  

Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass Prof. C.___ die wesentlichen 

Befunde vollständig erhoben hat. Seine gestützt auf die erhobenen Befunde abgeleitete 

Diagnostik einschliesslich der Auseinandersetzung mit den von med. pract. B.___ 

gestellten Diagnosen sind nachvollziehbar.

3.5. 

Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter zusammengefasst aus, im Haushalt sei 

von einer 100%igen Leistungsfähigkeit auszugehen. Die Beschwerdeführerin gab denn 

auch sowohl im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Haushalt als auch 

während des gutachterlichen Untersuchs an, alle Haushaltstätigkeiten selbständig 

erledigen zu können. Die bestehende Vermeidungshaltung im beruflichen Bereich sei 

durch adäquate Therapie innerhalb von sechs Monaten überwindbar. Danach bestehe 

auf Hilfsarbeiterniveau in Tätigkeiten ohne hohen Zeitdruck, emotionalen Stress, hohe 

Verantwortung und hierarchische Hürden, in einem aggressionsfreien und 

nachsichtigem Umfeld, z.B. als Aufsicht in einem Museum, oder nach einem 

beruflichen Einstieg im geschützten Umfeld, ebenfalls eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

(IV-act. 55-46 f., 49).

4.1. 

Med. pract. B.___ führte zu den Beeinträchtigungen und zur Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, bei auch nur kleinen psychischen 

Belastungen, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich, würde die 

Beschwerdeführerin wieder (stärker) depressiv, würde sich zurückziehen und wäre 

nicht mehr in der Lage, irgendetwas zu machen und würde möglicherweise, wie im 

Alter von 16 Jahren, von der Arbeitsstelle weglaufen. Sie wäre wahrscheinlich fähig, 

während einer gewissen Zeit zu arbeiten, die emotionale Instabilität führe aber dazu, 

dass sie nicht regelmässig und während einer längeren Zeit eine Arbeit durchführen 

könne und vor allem mit den Belastungen umgehen könne, die heute im ersten 

Arbeitsmarkt normalerweise vorkämen (Bericht vom 8. August 2017, IV-act. 35; vgl. 

auch Stellungnahme vom 8. Juni 2018, IV-act. 62). In den Berichten vom 8. Juli 2019 

(act. G 1.2) und vom 16. September 2019 (act. G 6.1) führte med. pract. B.___ aus, bei 

Zunahme der Reizüberflutung oder zwischenmenschlicher Probleme könnten die 

depressiven Symptome sich verstärken. Vor allem an einem Arbeitsplatz mit viel Lärm 

oder vielen Personen, wenn der Zeitdruck oder die Flexibilität gross sei, wenn sie 

gleichzeitig mehrere Sachen denken oder durchführen müsse oder wenn es immer 

wieder zwischenmenschliche Probleme gebe, komme es zu einer Reizüberflutung und 

Zunahme der depressiven Symptome. Die Symptome bestünden eher während und 

nach Belastungen, welche zur Zeit der Begutachtung nicht bestanden hätten. Aufgrund 

der Reizüberflutung und der eingeschränkten psychischen Belastbarkeit sei die 

4.2. 

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Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten weiterhin zu 100 % eingeschränkt (IV-act. 65; 

act. G 1.2; act. G 6.1). Soweit die Belastbarkeit aufgrund der Persönlichkeitsstörung 

eingeschränkt ist, wurde dies auch vom Gutachter berücksichtigt, indem er 

Anforderungen an einen zumutbaren Arbeitsplatz formulierte oder den Einstieg im 

geschützten Rahmen befürwortete. Weitere Einschränkungen der Belastbarkeit 

ergeben sich aus den Ausführungen von med. pract. B.___ nicht. Aktuelle 

Auswirkungen der depressiven Störung beschrieb med. pract. B.___ nicht, schätzte 

jedoch, dass es bei zusätzlichen Belastungen, wie sie infolge einer Arbeitsaufnahme 

aufträten, zu solchen kommen würde.

Der Gutachter führte aus, das Störungsbild sei vor allem durch ein kognitiv-

verhaltenstherapeutisches Setting positiv zu beeinflussen. Bei intensivem Training sei 

innerhalb von sechs Monaten eine adäquate Besserung zu erreichen, die die 

Beschwerdeführerin befähigen sollte, ihr Vermeidungsverhalten aufzugeben. Die 

Beschwerdeführerin verfüge über die dafür erforderliche Intelligenz und 

Introspektionsfähigkeit (IV-act. 55-46). Die ambulante Therapie bei med. pract. B.___ 

erfolgt in zweiwöchentlichem Rhythmus. Sie umfasst unter anderem eine 

verhaltenstherapeutische Behandlung und die Medikation mit Mirtazapin als 

Antidepressivum und zum Einschlafen und mit Olanzapin zur Stabilisierung der 

Stimmung (IV-act. 55-37; Bericht vom 8. Juni 2018, IV-act. 62-4; vgl. auch Bericht vom 

8. Juli 2019, act. G 1.2).

4.3. 

Die Beschwerdeführerin und med. pract. B.___ betonen auch, dass der 

Arbeitsaufnahme bzw. einer stationären oder teilstationären Therapie die Betreuung der 

Kinder, denen die Beschwerdeführerin eine gute Mutter sein wolle, entgegenstehe 

(Bericht vom 8. Juni 2018, IV-act. 65, Stellungnahme vom 8. Juni 2018, IV-act. 62; 

Verlaufsbericht vom 29. November 2018, IV-act. 65). Diesbezüglich führte RAD-Ärztin 

Dr. E.___ in ihrer Stellungnahme vom 18. Februar 2019 aus, dass die Versicherte erst 

dann beruflich tätig werden wolle, wenn die bereits schulpflichtigen Kinder noch 

grösser seien, könne als behinderungsbedingt im Rahmen von Vermeidungsverhalten 

bei der diagnostizierten sonstigen anderen (unreifen) Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 

F60.88) angesehen werden. Gleichzeitig hielt sie jedoch auch fest, dass weder eine 

entsprechende, vom Gutachter empfohlene Therapie in einem kognitiv-

verhaltenstherapeutischen Setting noch die von med. pract. B.___ selbst empfohlene 

Therapie effektiv durchgeführt werde (IV-act. 66).

4.4. 

Laut dem Gutachter ergäben sich keine Diskrepanzen zwischen dem Auftreten der 

Beschwerdeführerin im Untersuch und den Berichten im IV-Dossier. Es lägen keine 

Verdeutlichungen, keine Aggravation oder gar Simulation vor, die Beschwerdeführerin 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

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5.  

sei im Untersuch als offen und authentisch erlebt worden. Es bestehe eine erhebliche 

Diskrepanz zwischen dem privaten Aktivitätsniveau und den geltend gemachten 

beruflichen Einschränkungen. Es fänden sich keine Hinweise auf einen sekundären 

Krankheitsgewinn oder eine Selbstlimitierung (IV-act. 55-43).

Die Beurteilung des Gutachters erscheint auch hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit 

plausibel. Auffallend ist, dass med. pract. B.___ erwähnt, dass es ihm nicht leicht falle, 

der Beschwerdeführerin mitzuteilen, dass er sie für alle Arbeiten zu 100 % 

arbeitsunfähig halte, was im Kontext darauf schliessen lässt, dass sich die 

Beschwerdeführerin selbst lediglich durch die Kindebetreuung in ihrer Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt fühlt (Bericht vom 8. August 2017, IV-act. 35-5). Aus den Berichten von 

med. pract. B.___ gehen keine medizinischen Gründe dafür hervor, dass die 

Beschwerdeführerin nicht einmal in einem reduzierten Pensum arbeiten können sollte, 

während die Kinder in der Schule sind. Das Vermeidungsverhalten ist gemäss 

Prof. C.___ durch adäquate Behandlung überwindbar. Auffällig ist auch, dass das 

private Aktivitätsniveau völlig intakt ist, während die Arbeitsfähigkeit komplett 

aufgehoben sein soll. Zudem wohnt die Beschwerdegegnerin im Stadtgebiet F.___, wo 

die Kinderbetreuung sehr gut organisiert ist und sehr nahe am Wohnort ein Standort 

der Tagesbetreuung liegt (vgl. Homepage der Städtischen Schulen). Auch stützt sich 

die Einschätzung von med. pract. B.___ auf die subjektiven Angaben der 

Beschwerdeführerin. Med. pract. B.___ schreibt die noch junge Beschwerdeführerin 

bereits seit Jahren zu 100 % arbeitsunfähig und sie fühlt sich dementsprechend sowie 

offenbar auch aus psychosozialen Gründen arbeitsunfähig. Jedoch ist entscheidend, 

dass die subjektiv und teilweise auch objektiv vorhandene Einschränkung relativ 

schnell und gezielt überwunden werden kann. Zur adäquaten Behandlung ist die 

Beschwerdeführerin zudem aufgrund der allgemein gültigen Schadenminderungs- und 

Selbsteingliederungspflicht verpflichtet (siehe Art. 21 Abs. 1 ATSG und Art. 7 IVG). Auf 

das Gutachten ist somit abzustellen und davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin bei ausreichender Behandlung in einer angepassten Tätigkeit zu 

100 % arbeitsfähig ist.

4.6. 

Nicht bestritten und zu beanstanden ist Qualifikation der Beschwerdeführerin als 

zu 80 % als im Erwerb und zu 20 % im Haushalt tätig. Da die Beschwerdeführerin 

bislang nie erwerbstätig war, ist ein Prozentvergleich vorzunehmen (vgl. zum Ganzen 

BGE 104 V 137, E. 2b, Urteile des Bundesgerichts vom Urteil vom 25. September 2018, 

8C_367/2018, E. 5.3, vom 10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2, vom 24. August 2016, 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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6.

Betreffend berufliche Massnahmen ist keine separate Mitteilung oder Verfügung 

ergangen, indes wurde auf die Prüfung der beruflichen Massnahmen verzichtet und der 

Fall am 4. Juni 2018 zur Rentenprüfung überwiesen, weil sich die Beschwerdeführerin 

subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 60). Implizit beinhaltet die Abweisung des 

Leistungsbegehrens mit angefochtener Verfügung somit auch die Abweisung des 

Gesuchs hinsichtlich beruflicher Massnahmen. Die Beschwerdegegnerin weist in der 

Beschwerdeantwort in Ziff. 3 nochmals abschliessend darauf hin, dass berufliche 

Massnahmen mangels subjektiver Eingliederungsfähigkeit nicht angezeigt gewesen 

seien. Die (implizite) Abweisung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen im 

Verfügungszeitpunkt erweist sich ebenfalls als rechtens (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts vom 26. Februar 2021, 9C_743/2020, E. 5.1). Auch in der Beschwerde 

betonte die Beschwerdeführerin, vollständig arbeitsunfähig zu sein. Nachdem 

med. pract. B.___ im Bericht vom 16. September 2019 (act. G 6.1) festhielt, die 

Beschwerdeführerin werde durch Vermittlung des Sozialamtes einen Einsatz bei der 

G.___ absolvieren und demnach offenbar inzwischen eine Veränderung stattgefunden 

hat und eventuell die Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft werden, hat die 

9C_237/2016, E. 2.2, vom 14. Juli 2016, 9C_225/2016, E. 6.2.2 und vom 12. Juli 2017, 

9C_648/2016, E. 6.2.1).

Als adaptiert umschreibt der Gutachter eine einfache Tätigkeit ohne hohen 

Zeitdruck, ohne emotionalen Stress, ohne hohe Verantwortung, ohne hierarchische 

Hürden und in einer nachsichtigen und aggressionsfreien Arbeitsumgebung (IV-

act. 55-47). Aus rechtlicher Sicht ist hier festzuhalten, dass das Angebot im 

hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch Nischenarbeitsplätze umfasst, wo auf 

die gesundheitlichen Einschränkung Rücksicht genommen wird (Urteil des 

Bundesgerichts vom 4. Mai 2018, 9C_294/2017, E. 5.4.2 mit weiteren Hinweisen). Die 

Beschwerdegegnerin gewährte der Beschwerdeführerin beim Invalideneinkommen 

aufgrund des im Gutachten beschriebenen Tätigkeitsprofils bereits den gemäss 

Rechtsprechung zugelassenen Maximalabzug vom Tabellenlohn von 25 % und 

errechnete bei 100%iger Arbeitsfähigkeit und einer Gewichtung der Erwerbstätigkeit 

von 80 % einen Teilinvaliditätsgrad von 20 % (80 % x 25 %). Im Aufgabenbereich 

besteht bei fehlender Einschränkung keine Teilinvalidität (angefochtene Verfügung, IV-

act. 70). Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Berechnung ist nicht zu 

beanstanden und wird von der Beschwerdeführerin im Übrigen auch nicht bestritten. 

Demnach erweisen sich der errechnete Gesamtinvaliditätsgrad von 20 % und die 

Abweisung des Rentenanspruchs als korrekt.

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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Beschwerdeführerin jederzeit die Möglichkeit, sich im Bedarfsfall neu anzumelden, 

worauf die Beschwerdegegnerin berufliche Massnahmen einschliesslich denjenigen auf 

erstmalige berufliche Ausbildung im Sinne von Art. 16 IVG umfassend zu prüfen haben 

wird.

7.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.7.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der 

unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten vollumfänglich 

aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu 

befreien.

7.2. 

bis

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

7.3. 

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 07.04.2021
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG Gemäss als beweistauglich beurteiltem Gutachten ist die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Es besteht kein Rentenanspruch. Für berufliche Massnahmen kann sich die Beschwerdeführerin jederzeit erneut anmelden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. April 2021, IV 2019/186).

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