# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53850a99-2a59-591e-a609-eb608baee037
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 29.06.2017 110 2017 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-29_2017-06-29.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/29 Bern, 29. Juni 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

und

Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern, Bauinspektorat, Bundesgasse 38, Postfach, 
3001 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern vom 8. Februar 2017 
(Baukontroll-Nr.: 2012-9124-B; Ersetzen einer Kiesschüttung mit Verbundsteinen zur 
Stabilisierung eines Fahrzeugstandplatzes; Autounterstand)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführenden sind Eigentümer der Liegenschaft E.________ 7 in Bern 

(Parzelle Bern, Kreis 2, Grundbuchblatt Nr. C.________). Die Parzelle liegt in der 

Wohnzone. Mit nachträglichem Baugesuch vom 21. September 2012 ersuchten sie um die 

Bewilligung für einen Parkplatz mit Überdachung auf ihrem Grundstück. Gegen das 

Bauvorhaben erhob der Eigentümer der Nachbarliegenschaft Einsprache (Parzelle Bern, 

Kreis 2, Grundbuchblatt Nr. D.________).

RA Nr. 110/2017/29 2

2. Mit Bauentscheid vom 8. Februar 2017 erteilte die Stadt Bern den Bauabschlag und 

ordnete für die Überdachung des bereits errichteten Autoabstellplatzes die 

Wiederherstellung an. Auf die Anordnung des Rückbaus des Parkplatzes selbst verzichtete 

die Stadt Bern jedoch. 

3. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 1. März 2017 eine vom 27. Februar 

2017 datierende Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons 

Bern (BVE) ein. Sinngemäss beantragen sie die teilweise Aufhebung des Bauentscheids 

mit Wiederherstellung vom 8. Februar 2017 oder zumindest den Aufschub der 

Wiederherstellung.

4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Zudem stellte es dem Einsprecher 

eine Kopie der Beschwerde zu und gab ihm Gelegenheit für eine Beteiligung als Partei am 

Beschwerdeverfahren. Es wies darauf hin, dass Stillschweigen als Verzicht auf die 

Beteiligung am weiteren Verfahren gilt. Der Einsprecher liess sich nicht vernehmen. 

Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden; das Gleiche gilt für 

Wiederherstellungsverfügungen (Art. 49 BauG). Die BVE ist somit für die Beurteilung der 

Beschwerde zuständig. 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

RA Nr. 110/2017/29 3

b) Die Beschwerdeführenden sind als Baugesuchsteller, Adressaten des angefochtenen 

Bauabschlags mit Wiederherstellung sowie als Grundeigentümer in ihren schutzwürdigen 

Interessen betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Weil die ursprüngliche Beschwerde 

nur vom Beschwerdeführer 1 handschriftlich unterzeichnet war, gab das Rechtsamt der 

Beschwerdeführerin 2 Gelegenheit zur Verbesserung. Die Beschwerdeführenden reichten 

daraufhin fristgemäss eine von beiden ordnungsgemäss unterzeichnete Beschwerde ein. 

Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

2. Anfechtungsobjekt und Streitgegenstand

a) Anfechtungsobjekt in einem Beschwerdeverfahren ist die Verfügung der Vorinstanz. 

Der Streitgegenstand bezeichnet denjenigen Teil des Anfechtungsobjektes, den die 

beschwerdeführende Partei von der Rechtsmittelinstanz überprüfen lassen will. Der 

Streitgegenstand braucht sich nicht mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber nicht 

über dieses hinausgehen. Er wird mit dem Antrag und der Begründung in der Beschwerde 

festgelegt.3 Der Entscheid in der Sache ist ebenso wie das Verfahren grundsätzlich auf den 

Streitgegenstand begrenzt. 

b) Die Beschwerdeführenden reichten im Jahr 2012 ein nachträgliches Baugesuch ein 

für einen bereits erstellten Autoabstellplatz mit Überdachung. Die Stadt Bern erteilte 

sowohl dem Parkplatz als auch der Überdachung den Bauabschlag. Die Wiederherstellung 

ordnete sie dagegen nur für die Überdachung an; beim Parkplatz selbst verzichtete sie 

darauf. Die Beschwerdeführenden gehen in ihrer Beschwerdebegründung auf den 

Parkplatz nicht mehr ein und bringen insbesondere nicht vor, dieser hätte bewilligt werden 

müssen. Entsprechend betiteln die Beschwerdeführenden ihre Beschwerde mit 

"Baubeschwerde zur Wiederherstellungsverfügung". Der Parkplatz an sich gehört demnach 

nicht mehr zum Streitgegenstand und der diesbezügliche Bauabschlag sowie der Verzicht 

auf Wiederherstellung sind in Rechtskraft erwachsen. Betreffend Überdachung kann der 

Beschwerde dagegen sinngemäss entnommen werden, dass die Beschwerdeführenden 

sowohl den Bauabschlag als auch die Wiederherstellung anfechten. Der Streitgegenstand 

beschränkt sich folglich auf die Verfügungen zur Überdachung.

3 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, Bern 1997, Art. 32 N 13 und Art. 72 N 6 
bis 8; Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 2011, S. 148 ff.

RA Nr. 110/2017/29 4

3. Bewilligungsfähigkeit der Überdachung

a) Der Parkplatz mit Überdachung befindet sich im Vorland der Parzelle der 

Beschwerdeführenden und grenzt einerseits an die Strasse und andererseits an das 

Grundstück des im vorinstanzlichen Verfahren beteiligten Einsprechers an. Zur 

Begründung des Bauabschlags führte die Vorinstanz aus, der überdachte Parkplatz halte 

den erforderlichen Grenzabstand zur Nachbarparzelle (Art. 35 BO4) sowie den 

Strassenabstand (Art. 39 BO) nicht ein. Ausserdem seien die Gestaltungsvorschriften für 

Vorgärten in Wohn- und Dienstleistungszonen verletzt (Art. 11 BO).

Dem halten die Beschwerdeführenden entgegen, der überdachte Parkplatz genüge den 

Gestaltungsvorschriften. Weiter würden sich drei der sieben Stützpfosten der Überdachung 

3.40 m vom Nachbargrundstück entfernt befinden und den Grenzabstand zum 

Nachbargrundstück damit einhalten. Zudem sei nicht nachvollziehbar, weshalb ihnen zwar 

ein Parkplatz, nicht aber dessen Überdachung zugestanden werde. Der Unterstand diene 

einerseits als Sichtschutz zum Nachbargrundstück und andererseits als Schutz für das 

Fahrzeug, weil vom Nachbargrundstück eine Tanne auf das Grundstück bzw. den 

Parkplatz der Beschwerdeführenden rage. Diese Tanne verursache wegen Harz, Nadeln, 

Zapfen und Ästen Schäden am Fahrzeug. Werde dieser Zustand behoben, hätten die 

Beschwerdeführenden nichts gegen einen Abriss der Überdachung einzuwenden. 

b) Ein Bauvorhaben ist zu bewilligen, wenn es den bau- und planungsrechtlichen 

Vorschriften entspricht, die öffentliche Ordnung nicht gefährdet und ihm keine Hindernisse 

der Planung entgegenstehen (Art. 2 BauG). Für die einzuhaltenden Grenz- und 

Gebäudeabstände gegenüber Nachbargrundstücken und gegenüber anderen Bauten und 

Anlagen sind die Vorschriften der Gemeinde massgebend (Art. 12 Abs. 2 BauG). Die Stadt 

Bern bestimmt in Art. 35 Abs. 1 Bst. a BO, dass der Grenz- und Gebäudeabstand für 

unbewohnte An- und Nebenbauten in der offenen Bauweise im Grenzabstandsbereich 

wenigstens 2 m betragen muss. Mit schriftlicher Zustimmung der Nachbarin oder des 

Nachbarn dürfen Bauten jedoch näher an die Grenze gebaut oder an die Grenze gestellt 

werden, sofern der vorgeschriebene Gebäudeabstand eingehalten bleibt 

(Art. 36 Abs. 1 BO). 

4 Bauordnung der Stadt Bern vom 24. September 2006 (BO, SSSB 721.1)

RA Nr. 110/2017/29 5

Für Strassenabstände zu Gemeindestrassen können Gemeinden ebenfalls eigene 

Regelungen vorsehen (Art. 80 Abs. 1 Bst. b SG5). Die Stadt Bern sieht in Art. 38 und Art. 

39 BO vor, dass die Strassenabstandsfläche durch Baulinien festgelegt werden kann. 

Fehlen Baulinien, gilt der Strassenabstand nach kantonalem Strassengesetz. Entlang des 

E.________ bestehen genehmigte Baulinien, die den Strassenabstand festlegen. 

c) Beim Parkplatz mit Überdachung handelt es sich um eine unbewohnte An- und 

Nebenbaute in offener Bauweise. Das Bauprojekt befindet sich direkt an der 

Grundstücksgrenze und ist weniger als die gesetzlich vorgeschriebenen 2 m von der 

Nachbarparzelle entfernt. Nicht von Bedeutung ist, ob die hinteren Pfosten der 

Überdachung 3.40 m von der Parzellengrenze entfernt sind. Die Überdachung ist ein 

einheitliches Bauwerk und steht als solches innerhalb des gesetzlich vorgeschriebenen 

Minimalabstands von 2 m. Weil kein Näherbaurecht des Eigentümers der Nachbarparzelle 

vorliegt, sind die Regeln von Art. 35 Abs. 1 Bst. a BO zum Grenzabstand verletzt. Überdies 

überschreitet der an die Strasse angrenzende Autounterstand die Baulinie am E.________ 

und befindet sich deshalb innerhalb der Strassenabstandsfläche. Wie die Vorinstanz 

zutreffend feststellte und von den Beschwerdeführenden nicht bestritten wird, hält die 

Überdachung damit auch die Strassenabstandsvorschriften nicht ein. Die Vorinstanz 

verweigerte daher zu Recht eine ordentliche Bewilligung für die Überdachung. Weitere 

Ausführungen zur Gestaltung (Art. 11 BO) erübrigen sich. 

d) Gestützt auf ein Ausnahmegesuch der Beschwerdeführenden prüfte die Vorinstanz 

allfällige Ausnahmen nach Art. 26 BauG. Vorliegend einschlägig ist allerdings die 

Ausnahmeregelung von Art. 28 BauG: Demnach kann die Baubewilligungsbehörde die 

Erstellung kleiner und leicht entfernbarer Bauten und Anlagen in Abweichung von 

Bauvorschriften, namentlich auch von Baulinien, auf Zusehen hin bewilligen, wenn der 

Bauherr ein genügendes Interesse nachweist, wenn weder öffentliche noch nachbarliche 

Interessen beeinträchtigt werden und wenn bei Bauten an Gewässern oder Wald die dafür 

zuständige Behörde zugestimmt hat. Die entgegenstehenden Interessen brauchen dabei 

nicht besonders gewichtig zu sein. Kleine und leicht entfernbare Bauten sind solche, deren 

Entfernung ohne grösseren Aufwand und ohne erhebliche Nachteile möglich ist. Als klein 

gelten insbesondere Bauten, welche die Dimensionen gemäss Art. 12 Abs. 3 NBRD6 nicht 

5 Strassengesetz vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11)
6 Dekret vom 10. Februar 1970 über das Normalbaureglement (NBRD; BSG 723.13)

RA Nr. 110/2017/29 6

wesentlich überschreiten, d.h. eine Grundfläche von höchstens 60 m² und eine 

Gebäudehöhe von maximal 4 m aufweisen. Darunter fallen beispielsweise 

Gartenhäuschen, Kioske und Einzelgaragen.7 Sind Strassenabstände betroffen, gilt für 

Kleinbauten Artikel 28 BauG sinngemäss (Art. 81 Abs. 1 und 2 SG).

Die Fläche des errichteten Parkplatzes beträgt rund 12.5 m2. Dessen strittige Überdachung 

misst ca. 3.96 x 2.70 m, ist rund 2.21 m hoch und weist insgesamt sieben Stützen aus Holz 

auf. Der offene Autounterstand erfüllt damit die Anforderungen an eine Kleinbaute im Sinn 

von Art. 28 BauG. Zudem ist er leicht entfernbar und die Beschwerdeführenden haben ein 

genügendes Interesse an einer schutzbietenden Überdachung für ihr Fahrzeug. Einer 

Ausnahmebewilligung nach Art. 28 BauG stehen aber nachbarliche Interessen entgegen: 

Die Überdachung befindet sich an der Grundstücksgrenze des im vorinstanzlichen 

Verfahren noch als Einsprecher beteiligten Nachbarn. Der Nachbar billigt das Bauprojekt 

nicht und hat entsprechend nach wie vor kein Näherbaurecht eingeräumt. Eine 

Ausnahmebewilligung gestützt auf Art. 28 BauG kann daher nicht erteilt werden. Dies gilt 

umso mehr, als es den Beschwerdeführenden möglich und unbenommen ist, den Parkplatz 

auch ohne Überdachung weiterhin zu benützen.

e) Wie erwähnt, prüfte die Vorinstanz zudem eine Ausnahme gestützt auf Art. 26 BauG. 

Sie kam zu Recht zum Schluss, dass die diesbezüglichen Voraussetzungen nicht gegeben 

sind. Die Anforderungen an die Erteilung der Ausnahmebewilligung nach Art. 26 BauG sind 

strenger als bei Art. 28 BauG und setzen unter anderem das Vorliegen besonderer 

Verhältnisse voraus.8 Die Beschwerdeführenden können den Parkplatz auch ohne 

Überdachung benützen, darin ist weder eine ausgesprochene Härte noch eine Unbilligkeit 

zu sehen. Es liegen keine besonderen Verhältnisse im Sinne von Art. 26 BauG vor, welche 

ein Abweichen von den geltenden Vorschriften rechtfertigen.

4. Weitere Vorbringen der Beschwerdeführenden

a) Die Beschwerdeführenden machen geltend, sie hätten vom Eigentümer der 

Nachbarparzelle ein Näherbaurecht zu erwirken versucht, was dieser aber abgelehnt habe. 

7 Vgl. zum Ganzen Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, 
Bern 2013, Art. 28 N 2 und N 4
8 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 26–27 N 4 sowie Art. 28 N 3

RA Nr. 110/2017/29 7

Es gelte nun, den Nachbarn entweder zur Beseitigung der Tanne zu bewegen oder die 

Erhaltung des Unterstands zu bewilligen. Die Beschwerde habe den Sinn, den Nachbarn 

zum vernünftigen Einlenken zu bewegen und ein Näherbaurecht zu erwirken. Falls die 

Überdachung entfernt werden müsse, seien die Beschwerdeführenden gezwungen, eine 

Klage gegen den Nachbarn einzureichen, weil seine Tanne auf das Grundstück der 

Beschwerdeführenden rage. Die Unterstellung des Nachbarn, sie hätten einen Markstein 

an der Grundstücksgrenze entfernt, sei zudem unzutreffend. 

b) Soweit die Beschwerdeführenden eine Schädigung ihres Autos durch die 

grundstücksüberragende Tanne befürchten und Klage gegen den Nachbarn einzureichen 

gedenken, sind sie auf den Zivilweg zu verweisen. Dasselbe gilt für die Frage des 

angeblich entfernten Marksteins. Im vorliegenden Baubewilligungsverfahren geht es einzig 

um die Frage, ob die Überdachung den öffentlich-rechtlichen Vorschriften zu genügen 

vermag. Dies ist, wie dargelegt, nicht der Fall. Schliesslich ist es alleinige Sache des 

Eigentümers der Nachbarparzelle, ob er ein Näherbaurecht für den Unterstand einräumen 

will. Die eingereichte Beschwerde und das damit angehobene Beschwerdeverfahren 

vermögen daran nichts zu ändern.

5. Wiederherstellung

a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung ausgeführt, so setzt die 

Baupolizeibehörde eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Die 

Wiederherstellungsverfügung muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sein 

und darf den Vertrauensgrundsatz (guter Glaube) nicht verletzen (Art. 47 Abs. 6 BewD9). 

Verhältnismässig ist eine Anordnung dann, wenn sie zur Erreichung des angestrebten Ziels 

geeignet und erforderlich und für die Betroffenen zumutbar ist.10 Nach Ablauf von fünf 

Jahren, seitdem die Rechtswidrigkeit erkennbar war, kann die Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands nur verlangt werden, wenn zwingende öffentliche Interessen es 

erfordern (Art. 46 Abs. 3 BauG). Diese Frist soll verhindern, dass Behörden und 

Nachbarschaft einen erkennbaren gesetzwidrigen Zustand während Jahren ausdrücklich 

9 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
10 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N 9

RA Nr. 110/2017/29 8

oder stillschweigend billigen, um dann plötzlich einzugreifen, wenn die betroffene Person 

nicht mehr damit rechnen musste (Verbot des widersprüchlichen Verhaltens).11 

b) Die Beschwerdeführenden ersetzten im Jahr 2009 den ursprünglich in Form einer 

Kiesschüttung errichteten Parkplatz durch einen Parkplatz mit Verbundsteinen. Zudem 

erstellten sie eine Sichtschutzwand an der Parzellengrenze, setzten Holzpfosten und 

montierten eine Plane als Abdeckung für den Parkplatz. Die Stadt Bern informierte die 

Beschwerdeführenden daraufhin im Jahr 2009 telefonisch, dass der Autounterstand 

rechtswidrig sei, trieb das Verfahren anschliessend allerdings nicht voran. Im 2012 

entfernten die Beschwerdeführenden die mittlerweile beschädigte, alte Überdachung und 

ersetzten sie durch eine neue aus Kunststoff.12 Zudem setzten sie einen zusätzlichen 

Holzpfosten als Stütze. Aufgrund einer erneuten Aufforderung der Stadt Bern reichten die 

Beschwerdeführenden im September 2012 ein nachträgliches Baugesuch ein. Obwohl die 

Vorinstanz den Bauabschlag mit Wiederherstellung erst im Februar 2017 erliess, 

informierte sie die Beschwerdeführenden somit frühzeitig über die Rechtswidrigkeit des 

2009 erstellten und 2012 erneuerten Unterstandes und erwirkte bereits im Jahr 2012 ein 

nachträgliches Baugesuch. Die Fünfjahresfrist ist damit eingehalten und die strengeren 

Voraussetzungen für die Anordnung der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 

nach Art. 46 Abs. 3 BauG müssen nicht erfüllt sein.13 

c) Ein öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ist 

im Allgemeinen gegeben, da das Interesse an der Einhaltung der baurechtlichen 

Bestimmungen und an der konsequenten Verhinderung von Bauten, die der baurechtlichen 

Ordnung widersprechen, generell gross ist. Die Überdachung hält den im öffentlichen 

Interesse liegenden Strassenabstand und den im nachbarlichen Interesse liegenden 

Grenzabstand nicht ein. Die Wiederherstellung der Überdachung ist geeignet und 

erforderlich, diese Abstandsverletzungen rückgängig zu machen. Es ist nicht ersichtlich, 

wie dies mit einer milderen Massnahme möglich wäre; namentlich bleibt für einen bloss 

teilweisen Rückbau kein Raum. 

Die Wiederherstellung ist auch zumutbar. Es ist zwar nachvollziehbar, dass die 

Beschwerdeführenden ihr Fahrzeug schützen wollen, zumal sich der Parkplatz direkt unter 

11 BVR 2001 S. 125 E. 4a; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N 9
12 Vorakten, pag. 22 und 35
13 Vgl. auch BVR 2004 S. 498 E. 4d

RA Nr. 110/2017/29 9

einer Tanne befindet. Allerdings sind Beeinträchtigungen durch Witterung, Bäume etc. bei 

Aussenparkplätzen in Kauf zu nehmen. Parkplätze ohne Überdachung sind zudem nicht 

unüblich und es ist ohne weiteres zumutbar, den Abstellplatz auch ohne die strittige 

Überdachung zu benützen. Die Überdachung steigert lediglich die Annehmlichkeiten eines 

vorliegend ohnehin nicht baubewilligten Parkplatzes. Der zu erwartende 

Wiederherstellungsaufwand dürfte zudem gering ausfallen. Damit vermögen die privaten 

Interessen am Unterstand die entgegenstehenden öffentlichen Interessen nicht zu 

überwiegen. 

d) Zusammenfassend ist die Wiederherstellungsverfügung der Stadt im öffentlichen 

Interesse und verhältnismässig. Indem die Stadt zudem trotz langer Verfahrensdauer die 

Beschwerdeführenden wiederholt zum Einreichen eines nachträglichen Baugesuchs 

aufforderte, hat sie auch nicht den Eindruck erweckt, sie sei mit dem Bauprojekt 

einverstanden. Damit erweist sich die Wiederherstellung als rechtens. Die 

Beschwerdeführenden verlangen einen zeitlichen Aufschub der Wiederherstellung, bis das 

Problem mit der Tanne gelöst sei. Mit der erhobenen Beschwerde haben die 

Beschwerdeführenden allerdings bereits einen solchen zeitlichen Aufschub erwirkt und sie 

hatten Gelegenheit, eine Lösung mit dem Eigentümer der Nachbarparzelle zu suchen. Für 

einen Verzicht der Wiederherstellung auf Zusehen hin, wie es die Beschwerdeführenden 

verlangen, bietet das Gesetz dagegen keine Grundlage. Die vorinstanzlich angesetzte 

Wiederherstellungsfrist von drei Monaten ab Rechtskraft des Entscheids ist angesichts des 

geringen Rückbauaufwands angemessen.

6. Kosten

a) Die Beschwerde vom 27. Februar 2017 ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang des 

Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie haben die Verfahrenskosten zu 

tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG14). Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von 

Fr. 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV15). Die 

Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten Betrag.

14 Gesetz vom 23 Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
15 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

RA Nr. 110/2017/29 10

b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

RA Nr. 110/2017/29 11

III. Entscheid

1. Die Beschwerde vom 27. Februar 2017 wird abgewiesen. Der Bauentscheid mit 

Wiederherstellungsverfügung der Stadt Bern vom 8. Februar 2017 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Sie haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine separate 

Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Frau B.________ und Herrn A.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern, Bauinspektorat, eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin