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**Case Identifier:** 590e275c-c403-54de-8a3d-c4f31c53014e
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-22
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 22.10.2021 C1 20 95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_C1-20-95_2021-10-22.pdf

## Full Text

C1 20 95 

 

 

URTEIL VOM 22. OKTOBER 2021 

 

Kantonsgericht Wallis 

I. Zivilrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Dr. Lionel Seeberger, Präsident; Jérôme Emonet und Dr. Thierry Schnyder, 

X _________richter; Dr. Milan Kryka, Gerichtsschreiber 

 

in Sachen 

 

X _________, Y _________, Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsan-

walt Christian Perrig, 3900 Brig-Glis 

 

gegen 

 

Z _________ AG, Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Pat-

rick Ruppen, 3900 Brig-Glis  

 

(Gesetzliche Bürgschaft [Art. 839 Abs. 4 ZGB]) 

Berufung gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Visp vom 25. Februar 2020 

 [VIS Z1 17 25] 

  

- 2 - 

Verfahren 

 

A.  In dem von der Z _________ AG beim Bezirksgericht in Visp mit Klage vom 1. März 

2017 gegen X _________ eingeleiteten Verfahren stellten die Prozessparteien nach 

Durchführung eines doppelten Schriftenwechsels sowie des Beweisverfahrens und der 

Hauptverhandlung in ihren schriftlichen Parteivorträgen nachfolgende Schlussbegehren: 

Klägerin am 31. Mai 2019 (S. 440): 

1. Es sei festzustellen, dass sich der Haftungsbetrag, bestehend aus den nicht bezahlten Werklohnforde-

rungen der Z _________ AG gegenüber der A _________, auf mindestens CHF 221'006.40 nebst lau-

fender Zinsen von 8% seit dem 3. Januar 2012 beläuft. 

2. X _________ sei zu verpflichten, der Klägerin aus einfacher Bürgschaft CHF 221'006.40 nebst laufen-

der Zinsen von 8% seit dem 3. Januar 2012 im Rahmen der B _________ gemäss Art. 839 

Abs. 4 ZGB i.V.m. Art. 492 ff. OR zu bezahlen. 

3. Die Kosten von Verfahren und Entscheid seien X _________ aufzuerlegen. 

4. Der X _________ sei zu verpflichten, der Klägerin eine Parteientschädigung gemäss GTar zu entrich-

ten. 

Beklagter am 29. Mai 2019 (S. 420): 

1. Die klägerischen Rechtsbegehren werden abgewiesen. 

2. Die Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten der Klägerin. 

3. Die Klägerin bezahlt dem Beklagten eine Parteientschädigung gemäss GTar. 

B.  Das Bezirksgericht fällte am 25. Februar 2020 folgenden Entscheid (S. 476): 

1. Auf Ziffer 1 der klägerischen Rechtsbegehren wird nicht eingetreten. 

2. X _________ hat der Z _________ AG aus gesetzlicher einfacher Bürgschaft einen Betrag von 

Fr. 211'366.35 nebst Zinsen zu 8 Prozent ab 3. Januar 2012 zu bezahlen. Soweit weitergehend ist Ziff. 2 

der klägerischen Rechtsbegehren abzuweisen. 

3. Die Gerichtskosten des Verfahrens vor Bezirksgericht von Fr. 20'000.-- werden dem X _________ auf-

erlegt und mit den geleisteten Vorschüssen verrechnet. Der Klägerin wird durch die Gerichtskasse 

Fr. 5'600.-- zurückerstattet und der Beklagte hat der Klägerin Fr. 19'900.-- für geleistete Vorschüsse zu 

erstatten. 

4. Die Kosten des Schlichtungsverfahrens von Fr. 250.-- werden X _________ auferlegt. 

5. X _________ schuldet der Z _________ AG eine Parteientschädigung von Fr. 18'000.--. 

- 3 - 

C.  Gegen dieses am 27. Februar 2020 versandte und von beiden Parteien tags darauf 

in Empfang genommene Urteil erklärte X _________ am 22. April 2020 beim Kantsons-

gericht Berufung mit den Begehren (S. 505): 

1. Die Berufung gegen den Entscheid vom 25.02.2020 im Verfahren Z1 17 25 ist gutzuheissen. 

2. Der Entscheid vom 25.02.2020 im Verfahren Z1 17 25 wird aufgehoben und die Klage vollumfänglich 

abgewiesen. 

3. Die Berufungsbeklagte bezahlt die Kosten von Verfahren und Entscheid. 

4. Die Berufungsbeklagte bezahlt dem Berufungskläger eine angemessene Parteientschädigung. 

Die Berufungsbeklagte erstattete ihre Berufungsantwort am 25. Juni 2020. Sie stellte 

folgende Anträge (S. 561): 

1. Die Berufung vom 22. April 2020 ist vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

2. Das Urteil des Bezirksgerichtes Visp vom 25. Februar 2020 (Verfahren Z1 17 25), daselbst namentlich 

Judikatum Ziffern 1 bis und mit 5, ist vollumfänglich zu bestätigen. 

3. Der Berufungsbeklagten ist zu Lasten des Berufungsklägers eine angemessene Parteientschädigung 

gemäss GTar zuzusprechen. 

4. Die Kosten dieses Verfahrens und Entscheides gehen zu Lasten des Berufungsklägers. 

D.  Am 16. Dezember 2020 führten die Parteien unter der Leitung des Präsidenten des 

urteilenden Gerichts Vergleichsverhandlungen durch. Dabei einigten sich die Vertreter 

der Parteien, unter Mitwirkung des Y _________ sowie eines Juristen der C _________, 

auf einen Vergleich, welcher auf Wunsch des erwähnten Chefbeamten als Vorschlag 

des Kantonsgerichts formuliert wurde, weil für dessen Abschluss noch die Zustimmung 

des D _________ eingeholt werden müsse. Während die Berufungsbeklagte sich am 

24. Dezember 2020 mit dem besprochenen und zu Papier gebrachten Vergleichsvor-

schlag einverstanden erklärte (S. 565), teilte die Berufungsklägerin dem Kantonsgericht 

am 3. Februar 2021 unter Beilage des Entscheids des D _________ vom 27. Januar 

2021 mit, dass auf eine vergleichsweise Erledigung verzichtet werde; der D _________ 

stützte sich bei seinem Entscheid auf den gemeinsamen Bericht der Y _________ vom 

20. Januar 2021, welcher nicht aktenkundig ist (S. 567 ff.). Mit Verfügung vom 19. Feb-

ruar 2021 gewährte das Kanntonsgericht den Parteien das rechtliche Gehör zur Frage, 

ob X _________ bei seiner Mitwirkung bei den Vergleichsverhandlungen das Gebot des 

Handelns von Treu und Glauben beachtet habe und inwieweit sein Handeln gegebenen-

falls bei der Kostenauflage zu berücksichtigen sei (S. 570 f.). Die Parteien nahmen dazu 

in der Folge wiederholt Stellung (S. 572 ff., 577 f., 585 ff. und 589 f.). Das 

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Kantonsgericht sah sich in diesem Zusammenhang am 17. März 2021 aufgrund der Dar-

legungen des Berufungsklägers zu einer Richtigstellung veranlasst (S. 583 f.). 

 

Sachverhalt und Erwägungen 

1. 

1.1  Das Kantonsgericht beurteilt als Rechtsmittelinstanz Beschwerden und Berufungen, 

die im neunten Titel des zweiten Teils der Schweizerischen Zivilprozessordnung vorge-

sehen sind (Art. 308 ff. ZPO; Art. 5 Abs. 1 lit. b EGZPO). Gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 

ZPO sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide mit Berufung anfechtbar, in ver-

mögensrechtlichen Angelegenheiten indes nur wenn der Streitwert entsprechend den 

zuletzt aufrechterhalten Rechtsbegehren (vgl. Art. 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO) über 

Fr. 10‘000.-- liegt. Für die Anschlussberufung gilt keine Streitwertgrenze (Reetz/Hilber, 

in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zi-

vilprozessordnung, 3. A., 2016, N. 32 zu Art. 313 ZPO). 

Das angefochtene Urteil bringt das Verfahren vor Bezirksgericht zu Ende, weshalb es 

sich hierbei um einen Endentscheid handelt. Die vorliegend strittige gesetzliche Bürg-

schaft aufgrund einer Werklohnforderung ist vermögensrechtlicher Natur und beläuft 

sich auf Fr. 221'006.40. Die Streitwertgrenze für die Berufung ist damit überschritten. Für 

die Bemessung der Kosten des Berufungsverfahrens stellt das Kantonsgericht praxisge-

mäss auf den effektiv noch strittigen tieferen Betrag von hier Fr. 211'366.35 ab. 

Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Der Berufungskläger hat das 

Urteil des Bezirksgerichtes am 28. Februar 2020 in Empfang genommen. Am 21. März 

2020, mithin nachdem die Berufungsfrist einundzwanzig Tage gelaufen war, trat die Ver-

ordnung über den Stillstand der Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren zur Aufrecht-

erhaltung der Justiz im Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) (AS 2020 849) 

in Kraft, wodurch der Ablauf der Berufungsfrist bis zum 19. April 2020 gehemmt wurde. 

Diese begann mit dem ersten Tag nach Ende des Stillstands – also am 20. April 2020 – 

wiederum zu laufen (vgl. BGE 138 III 610 E. 2.8 zur Urteilseröffnung während der Som-

mergerichtsferien) und endete somit erst am 28. April 2020. Folglich ist die Berufungsfrist 

mit der Eingabe vom 22. April 2020 gewahrt. 

1.2  Gemäss Art. 311 ZPO ist die Berufung schriftlich und begründet einzureichen. Zwar 

nennt dieser Artikel einzig die Begründung der Berufung, die aber auch der Erläuterung 

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der Begehren dient und solche damit voraussetzt. Aus einer Rechtsschrift muss hervor-

gehen, dass und weshalb der Rechtsuchende einen Entscheid anficht und inwieweit die-

ser abgeändert oder aufgehoben werden soll (BGE 137 III 617 E. 4.2.2 und 134 II 244 

E. 2.4.2). In der Berufungseingabe sind somit Rechtsbegehren zu stellen, welchem letz-

teren Erfordernis die Berufungsschrift genügt. 

1.2.1  Die Begründungspflicht in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 311 Abs. 1 

ZPO in fine i.V.m. Art. 310 ZPO) verlangt vom Berufungskläger, dass er jeweils in den 

Schranken von Art. 317 ZPO der Rechtsmittelinstanz im Einzelnen darlegt, aus welchen 

Gründen der angefochtene vorinstanzliche Entscheid falsch ist und abgeändert werden 

soll (Begründungslast). Dieser Anforderung genügt ein Berufungskläger nicht, wenn er 

in seiner Berufungsschrift lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen 

verweist oder diese wiederholt, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zu-

frieden gibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert. Die Be-

gründung muss hinreichend genau und eindeutig sein, um von der Berufungsinstanz 

mühelos verstanden werden zu können. Dies setzt voraus, dass der Berufungskläger im 

Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht und die Aktenstü-

cke nennt, auf denen seine Kritik beruht (BGE 141 III 569 E. 2.3.3, 138 III 374 E. 4.3.1; 

Bundesgerichtsurteile 5D_148/2013 vom 10. Januar 2014 E. 5.2.1 und 5A_438/2012 

vom 27. August 2012 E. 2.2, in: SZZP 2013 S. 29 f.; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Ha-

senböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 

3. A., 2016, N. 36 zu Art. 311 ZPO). 

So ist in der Begründung nicht nur darzutun, weshalb das Verfahren so ausgehen sollte, 

wie der Rechtsmittelkläger dies will. Es ist auch aufzuzeigen, weshalb der Entscheid 

fehlerhaft ist bzw. weshalb Noven oder neue Beweismittel zulässig sind (vgl. dazu nach-

stehende E. 1.2.2) und einen anderen Schluss aufdrängen. Die Rechtsmittelinstanz 

muss nicht nach allen denkbaren, möglichen Fehlern eigenständig forschen (vgl. 

Reetz/Theiler, a.a.O., N. 36 zu Art. 311 ZPO; Hungerbühler/Bucher, in: Brunner/Gas-

ser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, 2. A., 

2016, N. 30 ff. zu Art. 311 ZPO). Vielmehr hat der Berufungskläger diese aufzuzeigen, 

indem er sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinandersetzt. Stützt sich der 

angefochtene Entscheid auf mehrere selbständige Begründungen, muss sich der Beru-

fungskläger in seiner Berufungsschrift mit jeder einzelnen von ihnen auseinandersetzen; 

ansonsten hat der angefochtene Entscheid aufgrund der nicht beanstandeten Begrün-

dung Bestand (Bundesgerichtsurteil 4A_525/2014 vom 5. Mai 2015 E. 3; Hungerbüh-

ler/Bucher, a.a.O., N. 42 f. zu Art. 311 ZPO). Vermag die Berufung den Anforderungen 

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an die Begründung nicht zu genügen, ist auf die Berufung nicht einzutreten (Bundesge-

richtsurteile 4A_290/2014 vom 1. September 2014 E. 3.1 und 4A_97/2014 vom 26. Juni 

2014 E. 3.3; vgl. auch BGE 138 III 374 E. 4.3.2). Ob die Berufungsschrift den gesetzli-

chen Vorgaben genügt, ist nachfolgend bei deren Behandlung zu prüfen. 

1.2.2  Neue Tatsachen und Beweismittel können nach Art. 317 Abs. 1 ZPO im Beru-

fungsverfahren nur noch beschränkt berücksichtigt werden. Echte Noven sind Tatsa-

chen oder Beweismittel, welche (erst) nach dem Zeitpunkt entstanden sind, in welchem 

die jeweilige Partei sich vor der Urteilsfällung letztmals äussern konnte. Sie sind im Be-

rufungsverfahren zulässig, wenn sie ohne Verzug nach ihrer Entdeckung vorgebracht 

werden. Demgegenüber sind unechte Noven Tatsachen und Beweismittel, welche be-

reits im Zeitpunkt der letztmaligen Äusserungsmöglichkeit bestanden, die jedoch aus 

irgendwelchen Gründen damals nicht geltend gemacht worden sind. Die Zulassung un-

echter Noven wird im Berufungsverfahren beschränkt. Sie sind ausgeschlossen, wenn 

sie nicht ohne Verzug vorgebracht werden oder bei zumutbarer Sorgfalt schon vor erster 

Instanz hätten vorgebracht werden können (Art. 317 Abs. 1 lit. a und b ZPO). Dabei hat 

der Berufungskläger und gegebenenfalls der Anschlussberufungskläger darzulegen, 

weshalb er diese erst jetzt und nicht schon früher im Verfahren vorbringt. 

1.2.3  Laut Art. 310 ZPO können mit der Berufung die unrichtige Rechtsanwendung 

(lit. a) und die unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) geltend gemacht werden. 

Die Berufungsinstanz verfügt mithin über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der 

Streitsache ("plein pouvoir d'examen de la cause") und kann das erstinstanzliche Urteil 

sowohl auf rechtliche wie tatsächliche Mängel hin überprüfen (vgl. BGE 138 III 374 

E. 4.3.1). Sie hat denn auch als Vorinstanz des Bundesgerichts gemäss Art. 112 Abs. 1 

BGG den Lebenssachverhalt, welcher der Streitigkeit zugrunde liegt, sowie den Pro-

zesssachverhalt des kantonalen Verfahrens so vollständig und verständlich darzustel-

len, dass den Parteien eine sachbezogene Anfechtung und dem Bundesgericht eine 

Überprüfung im Lichte der nach Art. 95 ff. BGG zulässigen Rügen möglich ist (vgl. dazu 

Art. 105 BGG; BGE 140 III 16 E. 1.3.1). Dies bedeutet aber nicht, dass die Berufungs-

instanz gehalten ist, von sich aus wie eine erstinstanzliche Gerichtsbehörde alle sich 

stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn die Parteien 

diese in oberer Instanz nicht mehr vortragen. Sie darf sich – abgesehen von offensicht-

lichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der in der schriftlichen Begründung 

(Art. 311 Abs. 1 und Art. 312 Abs. 1 ZPO) gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen 

Beanstandungen beschränken (vgl. auch Bundesgerichtsurteile 4A_290/2014 vom 

1. September 2014 E. 5 sowie 4A_651/2012 vom 7. Februar 2013 E. 4.2, wonach das 

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Berufungsgericht nicht von Grund auf eine eigene Prüfung sich stellender Rechts- und 

Tatfragen vornimmt, sondern den erstinstanzlichen Entscheid aufgrund von erhobenen 

Beanstandungen überprüft; zum Ganzen BGE 142 III 413 E. 2.2.4).  

Inhaltlich ist das Berufungsgericht hingegen weder an die Argumente, welche die Par-

teien zur Begründung ihrer Beanstandungen vorbringen, noch an die Erwägungen der 

ersten Instanz gebunden; es wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO) und 

verfügt über freie Kognition in Tatfragen, weshalb es die Berufung auch mit einer ande-

ren Argumentation gutheissen oder diese auch mit einer von der Argumentation der ers-

ten Instanz abweichenden Begründung abweisen kann (Bundesgerichtsurteile 

4A_397/2016 vom 30. November 2016 E. 3.1 und 4A_376/2016 vom 2. Dezember 2016 

E. 3.2.1 und 3.2.2). 

1.2.4   Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefochtenen 

Entscheides im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). 

2.   

2.1  Mit Werkvertrag vom 9. Oktober 2009 übertrugen X _________ sowie die 

E _________ als Bauherren der F _________ AG als Unternehmerin am Projekt 

G _________ die Arbeiten «E _________» als Gesamtprojekt (S. 189 ff.; Deckblatt und 

Art. 1). In Art. 2 des Werkvertrages wurde das Gesamttotal der Vergütung inkl. MWST 

gestützt auf ein Leistungsverzeichnis vom 9. Juli 2009 auf Fr. 3'258'033.60 beziffert, wel-

che «Baukosten H _________» von Fr. 2'976'470.40 sowie «E _________» von 

Fr. 281'563.20 umfasste. In Art. 3 wurden die Bestandteile des Vertrages aufgezählt, 

welche indes nicht aktenkundig sind. Art. 7 sah als Rechnungsadresse sowohl jene der 

E _________ als auch jene X _________ vor. Die betreffenden Grundstücke Nr. xx1 

(E _________) stehen im Eigentum X _________ bzw. der E _________ AG (S. 199). 

Mittels Subunternehmervertrag, welcher bereits vom 17. August 2009 datiert, zog die 

Unternehmerin die Z _________ AG als Subunternehmerin für das Bauobjekt 

G _________» bei. Als Bauherrschaft wurde X _________ und als Vertragsgegenstand 

«NPK: 164 Verankerungen und Nagelwände», laut Devis für Leistungen im Gesamttotal 

von Fr. 591'401.-- exkl. MWST, genannt. Devis bzw. Offerte sowie die im Subunterneh-

mervertrag angeführten Vertragsbestandteile befinden sich nicht in den Akten (S. 19 ff.; 

zur [vorliegend nicht strittigen] Person der Subunternehmerin 

[Z _________ AG und nicht Einzelfirma I _________] s. Replik, TB 76 auf S. 213, aner-

kannt in Duplik ad 76 auf S. 238; vgl. auch S. 20 Ziff. 4/3 Allgemeine Bohr- und Verlege-

bedingungen Z _________ AG sowie S. 23 Ziff. 17 Unterzeichnen des Vertrages durch 

- 8 - 

J _________ für die Z _________ AG). Mit Zahlungsbefehl vom 25. April 2012, zugestellt 

am 26. Mai 2012, betrieb die Subunternehmerin die Unternehmerin über Fr. 221'006.40 

plus 8% Zins seit dem 2. Januar 2012 gestützt auf die Rechnung Nr. 184 vom 2. Dezem-

ber 2012 (S. 27).  

Per Schreiben vom 25. Oktober 2012 wandte sich die Subunternehmerin mit Hinweis auf 

die Zahlungsschwierigkeiten der Unternehmerin an X _________ als Grundeigentümer 

und machte diesem gegenüber gestützt auf Art. 839 Abs. 4 ZGB eine 

B _________ Bürgschaftshaftung im genannten Betrag zuzüglich 8% Zinsen seit dem 

3. Januar 2012 geltend (S. 39 ff.). Am 6. Mai 2013 wurde über die Unternehmerin der 

Konkurs eröffnet (S. 42). 

2.2  Gemäss Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB in der seit dem 1. Januar 2012 gültigen Fassung 

haben Handwerker oder Unternehmer, die auf einem Grundstück zu Bauten oder ande-

ren Werken, zu Abbrucharbeiten, zum Gerüstbau, zur Baugrubensicherung oder derglei-

chen Material und Arbeit oder Arbeit allein geliefert haben, Anspruch auf Errichtung eines 

gesetzlichen Grundpfandrechts an diesem Grundstück für ihre Forderungen, sei es, dass 

sie den Grundeigentümer, einen Handwerker oder Unternehmer, einen Mieter, einen 

Pächter oder eine andere am Grundstück berechtigte Person zum Schuldner haben. Zu 

den anderen Werken zählen Strassen und Brücken (Schumacher, in: Breitschmid/Jungo 

[Hrsg.], Handkommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Sachenrecht, 3. A., 2016 

[zit. Handkommentar], N. 13 zu Art. 837 ZGB). Die Baugrubensicherung umfasst alle 

hierfür zum Einsatz kommenden Techniken, so etwa die Spriessung von Schächten und 

Gräben (Schumacher, Handkommentar, N. 10e zu Art. 837 ZGB; ders., Das Bauhand-

werkerpfandrecht, Ergänzungsband zur 3. A., 2011 [zit. Ergänzungsband], N. 156) oder 

das Setzen von Ankern, Magerbeton- und Plastikabdeckungen sowie Spundwände. 

Selbst wenn sie nicht Teil der zu erstellenden Baute werden, bilden sie notwendige Leis-

tungen, damit diese überhaupt erstellt werden kann, womit sie durch das Bauhandwer-

kerpfandrecht privilegiert sind (Matthias Streiff, Handwerkerpfandrecht: Neuerungen aus 

der Gesetzesrevision, Weka - Wissen.Weiterbildung.Lösungen, 29. Juli 2014, 

www.weka.ch/themen/bau-immobilien/grund-und-wohneigentum/grundpfandrecht/ar-

ticle/handwerkerpfandrecht-neuerungen-aus-der-gesetzesrevision/, besucht am 1. Sep-

tember 2021). Das Bauhandwerkerpfandrecht setzt nicht voraus, dass auf dem belaste-

ten Grundstück ein Mehrwert geschaffen wurde. Es genügt, dass für das Bauvorhaben 

notwendige Arbeiten erbracht wurden, wie das Beispiel der Baugrubensicherung auf-

zeigt (Thurnherr, Basler Kommentar, 6. A., 2019, N. 12 zu Art. 839/840 ZGB; Valentin 

http://www.weka.ch/themen/bau-immobilien/grund-und-wohneigentum

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Spahr, Die prozessualen Aspekte der definitiven Eintragung des Bauhandwerkerpfand-

rechts, 2017, N. 50; Schumacher, Ergänzungsband, N. 14a; Matthias Streiff, Das neue 

Bauhandwerkerpfandrecht, 2011, S. 64 f.). Zu belasten ist jenes Grundstück, zu dessen 

Nutzen eine notwendige Arbeit geleistet wurde bzw. zu dessen Gunsten die konkreten 

Bauarbeiten nachhaltig wirksam geworden sind; so profitiert bei einer Baugrubensiche-

rung durch Ankersetzung im Erdreich der Nachbarsparzelle das Baugrundstück, wes-

halb dieses durch das Bauhandwerkerpfandrecht zu belasten ist und nicht die angren-

zende Parzelle, selbst wenn die Anker dort zu liegen kommen (s. Schumacher, Das Bau-

handwerkerpfandrecht, 3. A., 2008, N. 604, 726, 828 f. und 830 im Zusammenhang mit 

Grunddienstbarkeiten bzw. Überbau- [z.B. auch Keller] und unselbständigen Baurechten 

im Bereich von Nachbarparzellen; Britschgi, Das belastete Grundstück beim Bauhand-

werkerpfandrecht, 2008, S. 131 ff.; Thurnherr, a.a.O., N. 21 zu Art. 839/840 ZGB). 

Art. 839 ZGB enthält Bestimmungen zur Eintragung dieses sogenannten Bauhandwer-

kerpfandrechts. Die hier interessierenden Absätze 4-6 sind am 1. Januar 2012 in Kraft 

getreten. Sie betreffen das Vorgehen bei Grundstücken im Verwaltungsvermögen, die 

nach der Rechtsprechung nicht gepfändet oder verpfändet und daher auch nicht mit ei-

nem Bauhandwerkerpfandrecht belastet werden können (BGE 95 I 97 E. 4a, 124 III 337). 

Laut den neuen Absätzen von Art. 839 ZGB gilt was folgt: Handelt es sich beim Grund-

stück unbestrittenermassen um Verwaltungsvermögen und ergibt sich die Schuldpflicht 

des Eigentümers nicht aus vertraglichen Verpflichtungen, so haftet er den Handwerkern 

oder Unternehmern für die anerkannten oder gerichtlich festgestellten Forderungen nach 

den Bestimmungen über die einfache Bürgschaft, sofern die Forderung ihm gegenüber 

spätestens vier Monate nach Vollendung der Arbeit schriftlich unter Hinweis auf die ge-

setzliche Bürgschaft geltend gemacht worden war (Abs. 4). Ist strittig, ob es sich um ein 

Grundstück im Verwaltungsvermögen handelt, so kann der Handwerker oder Unterneh-

mer bis spätestens vier Monate nach der Vollendung seiner Arbeit eine vorläufige Ein-

tragung des Pfandrechts im Grundbuch verlangen (Abs. 5). Steht aufgrund eines Urteils 

fest, dass das Grundstück zum Verwaltungsvermögen gehört, so ist die vorläufige Ein-

tragung des Pfandrechts zu löschen. An seine Stelle tritt die gesetzliche Bürgschaft, so-

fern die Voraussetzungen nach Absatz 4 erfüllt sind. Die Frist gilt mit der vorläufigen 

Eintragung des Pfandrechts als gewahrt (Abs. 6) (vgl. zum Ganzen Bundesgerichtsurteil 

4A_283/2018 vom 9. Juli 2019 E. 3 mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). 

Die per 1. Januar 2012 in Kraft getretenen gesetzlichen Neuerungen sind vorliegend 

anwendbar, da die Beendigung der Arbeiten laut Klägerin im Sommer 2012 erfolgt sein 

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soll und sie ihre Haftungsansprüche gegenüber dem X _________ am 25. Oktober 2012 

geltend gemacht hat (vgl. Schumacher, Ergänzungsband, N. 497). 

2.3  Die Vorinstanz hat in E. 3 und 5 des angefochtenen Urteils die Rechtsgrundlage und 

die gesetzlichen Voraussetzungen für die gesetzliche Bürgschaft gemäss Art. 839 Abs. 4 

ZGB korrekt dargelegt. In E. 4 gelangte sie zum Schluss, dass es sich bei der Strassen-

parzelle Nr. xx1, im Eigentum X _________, unbestrittenermassen um Verwaltungsver-

mögen im Sinne der genannten Bestimmung handelt, womit sich ein Vorgehen nach den 

Abs. 5 und 6 der nämlichen Gesetzesvorschrift erübrige. In E. 5.1 sowie 5.2 erkannte 

sie, dass die Subunternehmerin, welche in einem Werkvertragsverhältnis zur Unterneh-

merin, nicht aber X _________ als Eigentümer des streitbetroffenen Grundstücks Nr. 

xx1 gestanden habe, grundsätzlich pfandberechtigte Bauarbeiten geleistet habe. In E. 

5.2.1 führte sie aus, welches Grundstück nach Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB als Pfandobjekt 

gilt und wie die Pfandbelastung bei werkvertraglichen Leistungen für mehrere benach-

barte Grundstücke zu verteilen ist. In E. 5.2.2 klärte sie ab, welche Arbeiten die Subun-

ternehmerin auf der Baustelle «G _________» ausgeführt hatte, mit dem Ergebnis, es 

bestünden keine ernsthaften Zweifel daran, dass die Klägerin einerseits auf der ganzen 

Länge des Lehnenviadukts Litzenanker und links von der Wasserüberführung ab der 

Position 246.910 und auf der rechten Seite ein Teilstück an der Unterfangung der 

E _________ Stabanker gesetzt habe. Es sei davon auszugehen, dass die Klägerin die 

Ankerarbeiten an der E _________ wie von ihr behauptet auf dem Abschnitt 246.910 bis 

203.985 ausgeführt und die Unternehmung K _________ auf dem übrigen Streckenan-

teil die Anker gesetzt habe, wobei Letztere ihre Arbeiten am 16. Juli 2012 aufgenommen 

habe (E. 5.2.2.4).  

In E. 5.2.3 prüfte die Vorinstanz, welches Grundstück bzw. welche Grundstücke von dem 

durch die Arbeiten der Klägerin erschaffenen Mehrwert profitiert hat bzw. haben. Dabei 

auferlegte die Vorinstanz der Subunternehmerin als Klägerin den Beweis dafür, dass 

anderweitige durch ihre Bauarbeiten Begünstigte fehlten. Die Beweislastverteilung 

werde bei negativen Tatsachen nicht umgekehrt. Die Klägerin müsse jedoch nicht den 

strikten Beweis erbringen. Es genüge, wenn der Richter die Überzeugung gewinne, dass 

die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Tatsache spreche, d.h. wenn 

für eine Behauptung eine höhere Wahrscheinlichkeit als 51 Prozent existiere (mit Ver-

weis auf Groner, Beweisrecht, 2011, S. 184 und 192). Ausgehend davon, dass die am 

Lehnenviadukt versetzten Anker Bestandteil des im Eigentum des Beklagten stehenden 

Grundstückes Nr. xx1 bilden, während die an der Unterfangung der E _________ ver-

setzten Anker Bestandteil des Grundstücks Nr. xx2 sind, das im Eigentum der 

- 11 - 

L _________ AG steht (E. 5.2.3.1), gelangte das Bezirksgericht im Rahmen seiner Be-

weiswürdigung zum Ergebnis, dass sich bei diesem Gesamtprojekt die einzelnen Leis-

tungen nicht einem konkreten Grundstück zuordnen liessen, da die Arbeiten am Leh-

nenviadukt und an der Unterfangung der E _________ jeweils sowohl dem Grundstück 

Nr. xx2 als auch dem Grundstück der Beklagten dienten, weshalb es sich rechtfertige, 

die Leistungen der Klägerin nach prozentualer Beteiligung an den Gesamtbaukosten 

aufzuteilen. Der Beklagte habe die «Baukosten Lehnenviadukt» im Umfang von 

Fr. 2'976'470.40 und die E _________ die «E _________» im Umfang von 

Fr. 281'563.20 übernommen, was einer Beteiligung der Beklagten an den Gesamterstel-

lungskosten von 91,36 Prozent entspreche (E. 5.2.3.3 in fine mit Hinweis auf Beleg 

27/Werkvertrag zwischen X _________ sowie E _________ mit der F _________ AG, 

S. 190). In E. 5.3 stellte die Vorinstanz für die Berechnung der Bürgschaftssumme auf 

die vom Bezirksgericht im Kollokationsprozess erkannten Fr. 253'251.75 ab, abzüglich 

der darin enthaltenen Verzugszinsen von Fr. 21'896.30, wodurch sie eine Werklohnfor-

derung von Fr. 231'355.45 und nach Abzug von 8,64 Prozent einen Haftungsbetrag von 

Fr. 211'366.35 ermittelte (Beleg 17, S. 45 ff.).  

In E. 5.4 erachtete die Vorinstanz den Beweis als erbracht, dass die Klägerin einerseits 

auf der ganzen Länge des Lehnenviadukts Litzenanker und anderseits bei der Unterfan-

gung der E _________ auf dem Abschnitt 246.910 bis 203.985 Stabanker gesetzt habe, 

wobei sie im letztgenannten Bereich am 21. August 2012 die Ankerarbeiten fertiggestellt 

habe, indem sie namentlich die Anker abgehängt, diese gegen Rost behandelt und die 

Ankerkappe montiert habe. Damit sei mit der klägerischen Anzeige vom 25. Oktober 

2012 an den Beklagten die Viermonatsfrist zur Geltendmachung der gesetzlichen Bürg-

schaft gewahrt worden. Ausserdem laufe bei einer vorzeitigen Auflösung des Werkver-

trages, weil der Besteller dem Unternehmer die Arbeiten entziehe oder Letzterer die 

Weiterarbeit verweigere, die Viermonatsfrist erst ab diesem Zeitpunkt zu laufen. Im vor-

liegenden Fall hätte die Klägerin die Arbeiten bei der E _________ fortsetzen sollen und 

sei hierzu von der Unternehmerin durch deren Bauführer Anfang Juli 2012 noch aufge-

fordert worden; da die Subunternehmerin zum geforderten Zeitpunkt nicht erschienen 

sei, habe die Unternehmerin der Klägerin diese weiteren Aufgaben entzogen und hierfür 

die Einzelunternehmung K _________ beauftragt. Mithin habe der Vertrag im Juli 2012 

noch bestanden, weshalb die Viermonatsfrist auch deshalb gewahrt worden sei.  

In E. 6 hielt das Bezirksgericht einleitend fest, dass der Subunternehmer zunächst sei-

nen Vertragspartner, also den Total- bzw. Generalunternehmer, ins Recht fassen müsse 

- 12 - 

und erst danach bei einem erfolglosen Vorgehen nach den Regeln der einfachen Bürg-

schaft (Art. 495 Abs. 1 OR) auf den Grundeigentümer greifen dürfe. Mit Verweis auf die 

Eingabe der Klägerin im Konkurs der F _________ AG und der von ihr erhobenen Kol-

lokationsklage, welche zur Kollokation der klägerischen Werklohnforderung in der Höhe 

von Fr. 253'251.75 in der 3. Klasse führte sowie gestützt auf die Mitteilung des Kon-

kursamtes vom 1. Dezember 2016, dass die Gläubiger der 3. Klasse vollumfänglich zu 

Verlust kommen würden, erachtete es diese Voraussetzung als gegeben. 

Zusammenfassend hielt das Bezirksgericht in E. 7 fest, dass auf das erste Klagebegeh-

ren mangels Feststellungsinteresses nicht einzutreten sei, während in Bezug auf einen 

Teil der Werklohnforderung sämtliche Voraussetzungen von Art. 839 Abs. 4 ZGB erfüllt 

seien, weshalb es die Klage gegen den Beklagten aus gesetzlicher Bürgschaft im Teil-

betrage von Fr. 211'366.35 nebst Zinsen zu 8% ab 3. Januar 2012 guthiess. 

3.  In seiner Berufung bringt der erstinstanzlich Beklagte formelle Rügen vor, bean-

standet Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellung und bemängelt die Rechtsan-

wendung durch das Bezirksgericht. Weiter verlangt er, dass die von der Berufungsbe-

klagten im Nachgang zu den Vergleichsverhandlungen zu den Akten gegebenen Unter-

lagen – Auszug aus dem Kollokationsplan im Konkurs der Unternehmerin vom 14. Ja-

nuar 2021 sowie diesbezügliche Verrechnungsverfügung vom 19. Januar 2021 – aus 

den Akten gewiesen werden. 

3.1  Vorab sind die vom Berufungskläger aufgeworfenen Fragen formeller Natur zu be-

antworten. Zusätzlich hat das Kantonsgericht die erstinstanzliche Beweislastverteilung 

zu prüfen. 

3.1.1  In ihrer Replik und Triplik kommentierte die erstinstanzliche Klägerin eine Reihe 

von Tatsachenbehauptungen des Beklagten mit «unbekannt», was Letzterer als Bestrei-

tung nicht genügen lassen will. Unter der Geltung der schweizerischen ZPO reichen pau-

schale Bestreitungen nicht aus. Erforderlich ist eine klare Äusserung, dass der Wahr-

heitsgehalt einer bestimmten und konkreten gegnerischen Behauptung infrage gestellt 

wird (BGE 144 III 519 E. 5.2.2, 141 III 433 E. 2.6; Bundesgerichtsurteil 4A_261/2017 

vom 30. Oktober 2017 E. 4.3). Dafür genügt das Bestreiten einer konkreten Tatsachen-

behauptung mit Nichtwissen bzw. mit Unkenntnis (vgl. Bundesgerichtsurteil 

4A_261/2017 vom 30. Oktober 2017 E. 4.4), wie dies der Beklagte selbst so gehandhabt 

hat. Aber auch mit dem blossen Vermerk «unbekannt» stellt eine Partei die Richtigkeit 

der gegnerischen Behauptung zweifellos infrage, weil sie diese damit gerade nicht an-

- 13 - 

erkennt. Dies muss vorliegend umso mehr gelten, als dass die Klägerin in ihrer Entgeg-

nung auf die vom Beklagten aufgestellten Tatsachenbehauptungen in offensichtlicher 

Anlehnung an dessen Rechtsschriften mit «anerkannt», «bestritten» und «unbekannt» 

geantwortet hat, also letztlich die gleiche dreifache Unterscheidung wie der Beklagte 

vornimmt und damit wie dieser im Ergebnis klar zum Ausdruck bringt, welche Tatsachen 

sie als gegeben zugesteht, welche sie als falsch erachtet und welche sie nicht kennt, 

weshalb diese im Beweisverfahren noch zu klären sind. Mithin erweist sich dieser for-

melle Einwand des Berufungsklägers als nicht stichhaltig. Zudem konnte die Subunter-

nehmerin etwa vom Inhalt des Werkvertrages zwischen den beiden Bauherren und dem 

Hauptunternehmer sowie insbesondere auch vom Innenverhältnis sowie von den kon-

kreten Abmachungen zwischen den beiden Bauherren keine Kenntnis haben. Soweit 

diese Punkte für den Verfahrensausgang von Bedeutung sein sollten, kann deshalb aus 

dem Einwand «unbekannt» nach Treu und Glauben (Art. 52 ZPO), gerade auch mit Blick 

auf den von der Klägerin im Schriftenwechsel vertretenen Rechtsstandpunkt, nicht auf 

eine Anerkennung der entsprechenden Tatsachenbehauptungen geschlossen werden. 

Ohne diesbezüglich substantiierte Behauptungen des Beklagten war die Klägerin aus-

serdem nicht gehalten, ihrerseits dazu Behauptungen aufzustellen. Schliesslich wurde 

der vom Beklagten für seine eigene Sachdarstellung primär angerufene M _________ 

einvernommen und zu all diesen Punkten – insbesondere auch anhand der vom Beklag-

ten dazu verfassten Fragen – einlässlich befragt, was bei einer Tatsachenanerkennung 

nicht notwendig gewesen wäre. Mithin ist entgegen der Berufung nicht unbesehen auf 

die Behauptungen des Berufungsklägers bzw. Beklagten im erstinstanzlichen Schriften-

wechsel, namentlich der Klageantwort, abzustellen. Vielmehr ist durch das 

Kantonsgericht eine eigene Beweiswürdigung vorzunehmen bzw. jene der Vorinstanz zu 

überprüfen, da der Berufungskläger diejenige des Bezirksgerichts beanstandet. 

3.1.2  In E. 5.2.2.2 ihres Urteils (dort S. 13 f.) führte die Vorinstanz aus, dass 

X _________ im Falle einer Haftung gestützt auf Art. 839 Abs. 4 ZGB gegenüber der 

Unternehmerin ein Rückgriffsrecht habe (Art. 507 OR). Unter Bezugnahme auf das 

Schreiben des Konkursamtes vom 1. Dezember 2016 (S. 56 f.; vgl. auch jenes vom 

16. März 2018 an das Bezirksgericht, S. 269) bezeichnete sie es als bekannt, dass der 

Beklagte seinen eventuellen Regressanspruch mit einer Forderung der Konkursmasse 

ihm gegenüber verrechnen wolle. Im Nachgang zu den Vergleichsverhandlungen teilte 

die Berufungsbeklagte dem Kantonsgericht am 4. März 2021 mit, dass diese Verrech-

nung mittlerweile geschehen sei. Dazu hinterlegte sie einen Auszug aus dem Kollokati-

onsplan im Konkurs der Unternehmerin vom 14. Januar 2021 sowie die Verrechnungs-

verfügung vom 19. Januar 2021 mit dem Hinweis, ihr seien diese Belege nie formell 

- 14 - 

zugestellt worden, weshalb sie dieselben habe einfordern müssen und nicht früher habe 

beibringen können. X _________ unterstellte sie ein unredliches Verhalten, indem er in 

unglaublicher Weise Forderungen, deren Begleichung er sich bisher widersetzt habe, 

verrechne und dabei weiterhin die Erfüllung verweigere, womit er sich letzten Endes zu 

Lasten der Klägerin bereichere (S. 577 ff.).  

Entgegen dem Berufungskläger wurde die Verrechnung des Regressanspruches aus 

der eventuellen Bezahlung nach den Bestimmungen über die einfache Bürgschaft ge-

mäss Art. 839 Abs. 4 ZGB i.V.m. Art. 507 OR im angefochtenen Urteil thematisiert. Es 

stand der Berufungsbeklagten damit ohne weiteres offen, in diesem Zusammenhang 

neue Tatsachenbehauptungen aufzustellen – im Konkursverfahren inzwischen erfolgte 

Verrechnung – und die dazu erforderlichen neuen Belege einzureichen (s. vorne 

E. 1.2.2). Mit seinem Antrag vom 9. April 2021, das hinterlegten Schreiben sei aus den 

Akten zu weisen, weil es für den zu beurteilenden Sachverhalt irrelevant sei und der 

Bezug zu einer im Verfahren vorgebrachten Sachverhaltstatsachenbehauptung fehle 

(S. 587), stellt der Berufungskläger weder die neu vorgebrachten Tatsachenbehauptun-

gen noch die Rechtzeitigkeit deren Vorbringens bzw. der Einreichung der neuen Belege 

in Frage. Diese verbleiben demzufolge allesamt in den Akten. Ob sich X _________ mit 

dem von ihm gewählten Vorgehen auf Kosten der Berufungsbeklagten bereichert, wird 

zu prüfen sein, sofern dies für den Ausgang des Berufungsverfahrens von Bedeutung 

ist. 

3.1.3  Nach Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das 

Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. 

Aus dieser objektiven Beweislast ergibt sich die Behauptungs-, Substantiierungs- und 

Beweisführungslast im Zivilprozess (Verhandlungsgrundsatz nach Art. 55 Abs. 1 ZPO; 

vgl. Grolimund, in: Staehelin/Staehelin/Grolimund [Hrsg.], Zivilprozessrecht, 3. A., 2019, 

§ 18 N. 45). Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechts-

begründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufheben-

den bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die 

den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbar-

keit bestreitet (BGE 141 III 241 E. 3.1). Die Problematik der Anwendung dieser Regel 

auf die rechtshindernden Sätze liegt in der Abgrenzung, ob ein Sachumstand rechtser-

zeugend oder sein Gegenteil rechtshindernd ist (Jungo, Zürcher Kommentar, 3. A., 2018, 

N. 196 zu Art. 8 ZGB). Dabei gilt der Grundsatz, wonach Negativa nicht zu beweisen 

sind (negativa non sunt probanda), in dieser absoluten Form heute als überholt (Jungo, 

a.a.O., N. 303 zu Art. 8 ZGB; anders Bundesgerichtsurteil 8C_794/2016 vom 28. April 

- 15 - 

2017 E. 4.3.2). Nicht anders sieht es der von der Vorinstanz zitierte Autor (Groner, 

a.a.O., S. 74 und 81), der auf der vom Bezirksgericht angeführten S. 192 nicht allgemein 

von negativen, sondern vielmehr von anspruchsbegründenden negativen Tatsachen 

spricht. 

Inwieweit Tatsachen zu behaupten und zu substantiieren sowie in der Folge gegebenen-

falls zu beweisen sind, ergibt sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der ange-

rufenen Norm und anderseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei (BGE 

127 III 368 E. 2b; Bundesgerichtsurteil 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2; je mit 

Hinweisen). Primär bestimmt also das materielle Recht, ob eine Tatsache, sei es eine 

positive oder eine negative, rechtsbegründend ist. Die aktuelle Lehre propagiert eine 

vertrauensbasierte Beweislastverteilung, wonach im Fall der Beweislosigkeit entschei-

dend sein soll, was Vertrauen verdient, also das Erwartungsgemässe, Redliche, Kor-

rekte und Vernünftige, bzw. das Schützenswertere (Jungo, a.a.O., N. 213 und 253 ff. zu 

Art. 8 ZGB). Keinen Einfluss auf die Beweislastverteilung hat hingegen die Beweisnot. 

Sie führt zu keiner Beweislastumkehr; sie ist vielmehr durch die allgemeine Mitwirkungs-

pflicht der Gegenpartei zu verhindern oder zu mildern (Jungo, a.a.O., N. 295 ff. zu Art. 8 

ZGB). Immerhin darf für die Beweislastverteilung laut bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung auf das Kriterium der Beweisnähe abgestellt werden (Jungo, a.a.O., N. 210 zu 

Art. 8 ZGB mit Hinweis auf BGE 130 III 258 E. 5.3). 

Die anspruchsbegründenden Tatsachen für die Errichtung eines Bauhandwerkerpfand-

rechts bzw. für die Beanspruchung des Gemeinwesens bei Material und Arbeit oder Ar-

beit allein an einem Grundstück im Verwaltungsvermögen werden in Art. 837 Abs. 1 

Ziff. 3 sowie Art. 839 Abs. 4 ZGB umschrieben. Weder im Gesetzeswortlaut noch in E. 3 

des angefochtenen Urteils, in welcher die Vorinstanz die rechtlichen Voraussetzungen 

an sich treffend wiedergibt, findet sich eine Grundlage dafür, um dem Handwerker den 

negativen Beweis dafür aufzuerlegen, dass seine grundpfandberechtigten Leistungen 

ausser dem von ihm belangten Grundeigentümer keinem Dritten zugutegekommen sind. 

Soweit die Vorinstanz der Subunternehmerin den Beweis für das Fehlen anderweitiger 

durch die klägerischen Bauarbeiten Begünstigter auferlegt, verletzt sie demnach die Be-

weislastregeln in offensichtlicher Weise. Die Klägerin hatte behauptet, sie habe aufgrund 

des Vertrages mit der Unternehmerin Bohr- und Betonarbeiten am Bauprojekt 

G _________ mit X _________ als Bauherrin ausgeführt, namentlich im Rahmen der 

Vergrösserung der Strasse nach N _________ die S _________ nach Abtragung der 

Böschung mit Ankern gesichert (s. v.a. S. 2 f. TB 1, 2 und 5). Der Beklagte hatte dies 

- 16 - 

bestritten, TB 1 mit dem Zusatz, dass die Arbeiten Verankerungen und Nagelwände be-

träfen, TB 2 und 5 mit Verweis auf die eigene Sachverhaltsdarstellung in TB 46-48 bzw. 

39-45. Darin wird indes an keiner Stelle behauptet, dass die Sicherung der E _________- 

mittels Anker, welche nach klägerischer Darstellung Folge der zum Strassenausbau er-

folgten Böschungsabtragung war, im Zusammenhang mit dem Projekt der E _________ 

gestanden hätte. In TB 44-48 (S. 178 f.) legt der Beklagte lediglich dar, dass die 

E _________ parallel zu diesem Strassenausbau den «Lückenschluss O_________» 

projektiert habe, dass die Strasse durch den Bau dieser S _________ ca. 1,5 m ihrer 

ursprünglichen Breite von ca. 4 m verliere, so dass die Strassenachse gegen die 

P _________ habe verschoben werden müssen und dass die E _________ in Bezug auf 

ihr eigenes Projekt Bauherrin und Vertragspartei des Werksvertrages mit der Unterneh-

merin gewesen sei. Mithin hat der Beklagte nie behauptet, jedenfalls nicht im ordentli-

chen Schriftenwechsel, dass die Klägerin Ankerarbeiten für die E _________ bzw. deren 

Projekt geleistet habe. Ohne entsprechende Tatsachenbehauptung ist denn auch nicht 

davon auszugehen. Die TB 72-73 (S. 184) der Beklagtenseite, dass die Arbeiten an der 

Unterfangung der E _________ auf Grundeigentum der E _________ und nicht auf ei-

nem Grundstück X _________ ausgeführt worden seien, beinhalten keine solche Be-

hauptung, zumal bei Beanspruchung einer Nachbarsliegenschaft zur Realisierung eines 

Bauprojekts regelmässig die eigentliche Bauparzelle zu belasten ist (s. vorne E. 2.2). 

3.2  Im Wesentlichen macht der Berufungskläger geltend, dass es sich beim Lehnenvi-

adukt und der E _________ um zwei separate Bauwerke handle mit sowohl unterschied-

licher Bauherrschaft als auch verschiedenen Eigentümern der jeweiligen Parzelle, näm-

lich X _________ auf der einen und der E _________ auf der anderen Seite, weshalb er 

für Arbeiten der Berufungsbeklagten an der Unterfangung der E _________ nicht als 

Bürge belangt werden könne; ausserdem bringt er vor, dass die Berufungsbeklagte nach 

Ende 2011 auf der Baustelle G _________ nicht mehr gearbeitet habe, zumindest nicht 

mehr am Lehnenviadukt, so dass sie die Viermonatsfrist in jedem Falle nicht gewahrt 

habe.  

3.2.1  Im Werkvertrag vom 9. Oktober 2009 traten X _________ sowie die 

E _________ gegenüber der Unternehmerin als Bauherren auf und übertrugen ihr Ar-

beiten am Lehnenviadukt und der E _________. Dieses gemeinschaftliche Auftreten, die 

Arbeitsvergabe betreffend Lehnenviadukt und E _________ ohne Differenzierung des 

jeweiligen Bauherrn und die Bezeichnung der zur Ausführung gelangenden Arbeiten als 

Gesamtprojekt sprechen für eine gemeinsame Bauherrschaft, die Aufgliederung der 

- 17 - 

Baukosten in solche betreffend E _________ bzw. H _________ mit separaten Zah-

lungsadressen dagegen. In beiden Fällen ergibt sich aus dem Werkvertrag nicht, wie die 

Vertragsparteien die Kostenverteilung konkret vorgenommen haben bzw. welche kon-

kreten Arbeiten in welchem Betrag enthalten sind. 

3.2.2  In seiner Klageantwort (TB 39 ff.) führte der Berufungskläger dazu im Wesentli-

chen aus, der Ausbau des fraglichen, im Laufe der Zeit in seiner Stützkonstruktion relativ 

stark beeinträchtigten Strassenteilstücks mittels des Lehnenviadukts mit Erweiterung 

von bisher einer auf zwei Fahrspuren habe den Aspekten der Verkehrsbeanspruchung, 

der Sicherheit vor Lawinenniedergängen, dem Hochwasserschutz sowie dem Schutz 

gegen Murgang gedient. Parallel dazu habe die E _________ den «Lückenschluss 

O_________» (E _________) projektiert, durch deren Bau die Strasse ca. 1,5 m ihrer 

ursprünglichen Breite von ca. 4 m verliere, so dass die Strassenachse gegen die 

P _________ habe verschoben werden müssen. Aufgrund der Topographie habe zuerst 

(im Vergleich zur bisherigen Strassenführung auf einem tieferen Niveau) das Lehnenvi-

adukt gebaut werden müssen, damit darauf eine weitere Fahrbahn habe erstellt werden 

können, auf welche talseitige Spur der Verkehr danach verlegt worden sei. Alsdann sei 

die Absenkung des bisherigen Strassenniveaus auf das Niveau des Lehnenviadukts mit 

Ausbildung der bergseitigen Spur in Angriff genommen worden. Anschliessend seien die 

Unterfangung der E _________ bzw. die Arbeiten an der E _________ erfolgt. Das Leh-

nenviadukt befinde sich auf der Parzelle Nr. xx1 im Eigentum des X _________, die 

E _________ auf der Parzelle Nr. xx2 im Eigentum der L _________ AG. Die von der 

Subunternehmerin ausgeführten Verankerungen an den Scheiben des Lehnenviadukts 

seien 2011 beendet gewesen. Die von dieser behaupteten weiteren Arbeiten beträfen 

die Unterfangung der E _________ und damit nicht ein Grundstück im Eigentum 

X _________. 

Der Berufungskläger untermauerte seine Darlegungen mit einer Fotodokumentation, Ka-

tasterauszügen, einem Orthofoto sowie einem Situationsplan und benannte als Zeugen 

den vormaligen M _________. Dieser bestätigte, dass die Stützkonstruktion des Stras-

senabschnitts in einem sehr schlechten baufälligen Zustand war. Weiter erklärte er, der 

E _________ habe noch ein Teilstück der S _________ gefehlt, für dessen Realisierung 

die Strasse Richtung P_________ habe verschoben werden müssen. Aus diesem Grund 

sei die E _________ auch Bauherrin. Es sei eine Gemeinschaftsbauherrschaft gewesen, 

wobei jeder seinen Anteil gemacht habe. Lehnenviadukt sei Sache X _________ und E 

_________ Sache der E _________ gewesen. Ausgeführt habe es dieselbe Unterneh-

mung, weil eine Trennung der Arbeiten unmöglich gewesen wäre (S. 383 F/A 17, S. 386 

- 18 - 

F/A 36). Das Projekt habe der Verbreiterung der Strasse auf zwei Spuren, der Absen-

kung der Strasse für den Hochwasserschutz und der Schaffung des Platzes für den Bau 

einer S _________ gedient (S. 385 F/A 34). Der M _________ bejahte die Frage, ob es 

unterschiedliche Beendigungstermine in den Bereichen E _________ und Lehnenvia-

dukt gegeben habe. Aufgrund der Platzverhältnisse und aus Platzgründen habe zuerst 

das Lehnenviadukt fertiggestellt werden müssen, damit der Verkehr auf die neue Strecke 

habe verlegt werden können. Erst dann habe man mit den Arbeiten an der Unterfangung 

der E _________ anfangen können (S. 382 F/A 11, S. 386 F/A 42). Ohne Sicherungsar-

beiten an der Unterfangung E _________ hätte man die Absenkung der Strasse nicht 

machen können. Beide hätten profitiert. Durch das Bauprojekt seien die Voraussetzun-

gen geschaffen worden, dass die E _________ später ihre S _________ erstellen könne 

und der Kanton habe den Hochwasserschutz und die Strassenverbreiterung machen 

können (S. 385 F/A 31). Beim Lehnenviadukt seien alles Litzenanker und bei der 

E _________ alles Stabanker. Beim Lehnenviadukt seien stärkere Anker verwendet wor-

den, damit später die Möglichkeit bestehe, darauf eine Galerie zu erstellen. Bei der Un-

terfangung sei es nur darum gegangen, diese zu sichern (S. 382 F/A 13). M_________ 

verneinte die Frage, ob es eine Vereinbarung zwischen dem Kanton und der E 

_________ betreffend Anker- und Sicherungsarbeiten gegeben habe. Man habe eine 

gemeinsame Offerte mit einem Teil E _________ und einem Teil X _________ gemacht. 

Man habe die Arbeiten separat ausgemessen und abgerechnet. Es habe untereinander 

keine Querzahlungen gegeben. Es hätten auch beide den Werkvertrag unterzeichnet (S. 

385 F/A 29). Die Unternehmerin habe die Arbeiten an der Unterfangung der S 

_________ fortgesetzt, ohne die Verankerungen zu machen. Dann habe die Bauleitung 

die Unternehmerin mehrmals aufgefordert, die Verankerungen zu machen, «da diese 

unsere Vertragspartnerin war und wir den Unterakkordanten nichts sagen konnten». 

Denn wenn diese Verankerungen nicht vorgenommen worden wären, hätte man die 

Baustelle einstellen müssen (S. 384 F/A 26). Das sei ein normaler Arbeitsablauf, dass 

die Subunternehmerin immer mehrere Einsätze auf der Baustelle habe. So würden zu-

erst Ankerarbeiten vorgenommen, dann mache wieder der Hauptunternehmer einen Teil 

und dann fielen wieder Ankerarbeiten an usw. Es hänge vom jeweiligen Projekt ab, wie 

die Einsätze koordiniert würden (S. 385 F/A 28). Der ebenfalls vom Beklagten als Zeuge 

angerufene Q _________, heute Strassenmeister und vormals Bauleiter bei 

Y _________, ergänzte, dass die Strasse wegen des Hochwasserschutzes um 4 Meter 

abgesenkt worden sei. Dadurch habe es die Sicherungsarbeiten an der Unterfangung 

gebraucht (S. 375 F/A 35 und S. 378 F/A 61). 

- 19 - 

3.2.3  Gemäss den vorstehenden Aussagen des damaligen verantwortlichen 

M_________, auf welchen sich der Berufungskläger beruft, verfolgten X _________ mit 

dem Neubau der Strasse (Ersatz der sicherheitsmässig nicht mehr genügenden Strasse, 

Erweiterung auf zwei Spuren durch ein Viadukt und Herabsetzung der Strasse auf ein 

tieferes Niveau zwecks Hochwasserschutzes) und die E _________ (Vorbereitung für 

die spätere Verlängerung der S _________) zwar unterschiedliche Ziele, schlossen sich 

dafür aber gezwungenermassen zusammen, weil eine Trennung der Arbeiten nicht mög-

lich gewesen wäre. Insbesondere bestätigte der Zeuge, dass eine Absenkung der 

Strasse ohne Hangsicherung nicht möglich gewesen wäre. Mithin waren die Hangsiche-

rungsarbeiten und damit auch das Setzen der Stabanker beim E ________ durch die 

Absenkung der Strasse bedingt. Ohne regelmässige Sicherung des Hanges, über wel-

chem die E _________ – teils noch im offenen Gelände und teils bereits in einer 

S _________ – durchführen, hätten die Arbeiten an R _________ – Absenkung und 

Ausbau der bergseitigen Spur – eingestellt werden müssen. Die Hangsicherung mittels 

Ankersetzung in der E _________ diente damit dem Strassenausbau. Weder ergibt sich 

aus den Akten noch wurde seitens des Berufungsklägers behauptet, dass das Setzen 

dieser Anker auch ohne Strassenabsenkung infolge des S _________ der E _________ 

notwendig gewesen wäre. Bei dieser Beweislage geschah das Setzen der Anker zum 

Nutzen des Strassenprojekts und bildete somit Teil desselben, weshalb bauhandwerker- 

und demzufolge ebenfalls haftungsrechtlich (vgl. Art. 839 Abs. 4 ZGB) die Strassenpar-

zelle bzw. deren Eigentümer in der Pflicht steht. Dies gilt in besonderem Masse für die 

Teilstrecke im Bereich der vorbestehenden O _________, welcher durch das 

E _________ der Lückenschliessung der S _________ nicht betroffen war und auch 

nicht sein konnte, weil in diesem Abschnitt die S _________ bereits zu einem früheren 

Zeitpunkt erstellt worden und bei Ausführung des kantonalen Strassenprojekts schon in 

Betrieb war (s. Beleg 31, S. 199: Orthofoto der Situation; Beleg 32, S. 200: «Situations-

plan der Parzellen Nr. xx1 und Nr. xx2 mit Projekteinzeichnung»); hier erschöpften sich 

die Arbeiten der Unternehmerin auf die Absenkung der Strasse auf das tiefere Niveau, 

wozu der Hang mit Land sowie Fels abgetragen und mitsamt der bereits bestehenden 

S _________ mittels Ankern gesichert werden musste. Diese Sicherungsarbeiten waren 

unbestreitbar ausschliesslich durch den Strassenneubau bedingt, wurden also im allei-

nigen Interesse X _________ bzw. zum Nutzen der R _________ vorgenommen. Dass 

die Anker – hier und im Bereich des offenen T _________ – im Erdreich der Nachbar-

parzelle im Eigentum der E _________ angebracht werden mussten, ändert daran nichts 

(vgl. vorne E. 2.2).  

- 20 - 

Schon aus diesen Gründen war das Strassenprojekt X _________ mit der Erstellung 

und Inbetriebnahme des Lehnenviadukts mit bloss einer Fahrspur, an welchem die Sub-

unternehmerin Litzenanker gesetzt hatte, keineswegs beendet. Vielmehr musste noch 

die zweite Fahrspur gebaut werden, was die Absenkung der bisherigen Strassenfahr-

bahn sowie die regelmässige Sicherung des Hanges mit E _________ bzw. 

S _________ und U _________ erforderte. Der Bau des Lehnenviadukts als Brücken-

konstruktion und die anschliessende Erstellung der zweiten Fahrspur mit Geländeab-

senkung sowie Hangsicherung stellen ganz offensichtlich nicht zwei verschiedene Bau-

ten oder Projekte dar. Die für den Strassenbau erforderliche Hangsicherung lässt sich 

auch nicht einzig aufgrund der Anbringung der Anker im Erdreich der Nachbarparzelle 

dem S _________projekt der E _________ zuweisen. Deshalb und weil die Subunter-

nehmerin laut einlässlicher Darstellung des Zeugen und ehemaligen M _________ für 

die Verankerung des Lehnenviadukts sowie der E _________ in Abhängigkeit zum Ar-

beitsfortschritt des Unternehmers immer wieder auf der Baustelle zum Einsatz kam, ist 

bei der Prüfung der Einhaltung der Viermonatsfrist nach Art. 839 Abs. 4 ZGB nicht zwi-

schen Viadukt und zweiter Fahrbahn zu unterschieden. Ankerarbeiten an der 

E _________- wahren demzufolge diese Frist auch in Bezug auf die Litzenanker am 

Viadukt. Laut Akten war das eigentliche Lehnenviadukt Ende 2011 grundsätzlich fertig 

und befahrbar. Nach dem Gesagten kann indes dem Berufungskläger nicht gefolgt wer-

den, dass mit der Fertigstellung dieser Teilbaute des Strassenprojekts die viermonatige 

Gesetzesfrist zu laufen begonnen hätte. 

3.2.4  Aktenkundig ist, dass die Berufungsbeklagte auf der Baustelle bis gegen Ende 

2011 zuerst Litzenanker am Lehnenviadukt und danach einen Teil der Stabanker an der 

E _________ setzte. Erwiesen ist ebenfalls, dass sie mit der Ankersetzung an der 

E _________ Mitte 2012 hätte fortfahren sollen, dass es zwischen Sub- und Hauptun-

ternehmerin wegen der Nichtbezahlung der 2. Akontozahlung im Juli 2012 zu Diskussi-

onen kam, dass die Berufungsbeklagte die Fortführung der Arbeiten von der Beglei-

chung dieses Ausstandes abhängig machte und dass die Unternehmerin die weiteren 

Ankerarbeiten unter dem E _________ schliesslich ab Mitte Juli 2012 durch die Firma 

K _________ ausführen liess. Sachverhaltsmässig strittig ist, ob die Berufungsbeklagte 

im Juli/August 2012 auf der Baustelle noch Arbeiten ausführte oder lediglich noch die 

auf der Baustelle deponierte Gerätschaft abtransportiere. 

Die Vorinstanz hat die Beweise dazu in ihrer E. 5.4.2.3 ausführlich dargetan und gewür-

digt. Sie gelangte in E. 5.4.2.4 zusammenfassend zum Schluss, dass Angestellte der 

Berufungsbeklagten am 21. August 2012 die Ankerarbeiten an der E _________ auf 

- 21 - 

dem Abschnitt S13 bis 246.910 fertigstellten, indem sie namentlich die Anker abhängten, 

diese gegen Rost behandelten und die Ankerkappen montierten, ohne jedoch wegen der 

finanziellen Differenzen mit der Unternehmerin mit den Bohrungen fortzufahren. Diese 

Aufgabe habe ab dem 16. Juli 2012 schliesslich die Unternehmung K _________ fortge-

führt. Die Vorinstanz verkannte dabei nicht, dass sich die Beweise teils widersprechen. 

So bestätigten die Mitarbeiter der Berufungsbeklagten und deren einziger Verwaltungs-

rat bei ihren Befragungen übereistimmend, im Juli/August 2012 auf der Baustelle noch 

Arbeiten verrichtet zu haben, während der vorgenannte damalige 

M_________ sowie Q _________ das Ende der Arbeiten durch die Berufungsbeklagte 

auf Ende November 2011 terminierten. Weiter fällt auf, dass die Berufungsbeklagte die 

Weiterführung der Arbeiten im Juli 2012 schriftlich sowie mündlich von der Begleichung 

ihrer Rechnung abhängig machte und dass die Protokolle der Subunternehmerin nicht 

durchgehend unterzeichnet sind, vorab nicht durch die Bauherrschaft, und dass darin 

der 21. August 2012 als einziger Arbeitstag 2012 am besagten Strassenbauprojekt ge-

nannt wird. Auch sah V _________ von der gleichnamigen Firma während der Ausfüh-

rungen ihrer Verankerungsarbeiten an der E _________ keine anderen Bohrfirmen vor 

Ort, ohne aber deren gleichzeitige Tätigkeit ausschliessen zu können. All dies mag Zwei-

fel wecken an der Behauptung der Berufungsbeklagten, dass sie im Juli/August 2012 an 

der E _________ tatsächlich noch Arbeiten ausgeführt habe. Diese Darstellung wird in-

des durch den Zeugen W _________, der für die Unternehmerin auf der Baustelle 

«G _________» für die praktische Ausführung verantwortlich war und teilweise die Bau-

führung übernommen hatte, mehrfach bestätigt. 

W _________ gab zu Protokoll, dass die Subunternehmerin im Jahr 2012 wieder da 

gewesen sei (S. 353 F/A 9 und 10). Sie habe ihre Arbeiten Mitte 2012, um die Bauferien, 

fertiggestellt, soweit er sich erinnere (S. 354 F/A 20). Das Spannen der Anker mit an-

schliessenden Feinarbeiten wie Deckel montieren, Schrauben setzen und Putzarbeiten 

sei der letzte Arbeitsschritt (S. 355 F/A 22). Die Subunternehmerin müsse die letzten 

Anker wohl 2012, zuletzt, um die Zeit der Baumeisterferien gespannt und die daran fol-

genden Abschlussarbeiten ausgeführt haben (S. 355 F/A 23 und 24). Dazu sind Arbeits-

rapporte der Berufungsbeklagten für die Zeit vom 20. bis 24. August 2012 aktenkundig, 

welche W _________, wie er bei seiner Befragung ausdrücklich bestätigte, mitunter-

zeichnet hat und welche für den 20. den Transport der Gerätschaft auf die Baustelle 

G _________, für den 21. Arbeiten an Ankern und Ankerkopf an der an der E _________ 

(Wegnahme provisorische Ankerkappen, Nachschneiden, Verzinken, Schweissen und 

Wiedermontage) und für den 22. sowie 23. Diskussionen mit der Unternehmerin mit Ab-

bruch der Arbeiten durch die Subunternehmerin belegen. Diese Arbeitsrapporte decken 

- 22 - 

sich inhaltlich mit der Darstellung sämtlicher Beteiligter, wonach die Subunternehmerin 

zur Fortführung der Arbeiten aufgefordert worden sei und diese schliesslich nach Dis-

kussionen um die Begleichung der Ausstände nicht fortgeführt habe. Weiter weisen sie 

für den 21. August 2012 Beendigungsarbeiten an zu einem früheren Zeitpunkt vorge-

nommenen Verankerungen aus. Solche Beendigungsarbeiten werden vom Zeugen 

W _________ ausdrücklich bestätigt, einerseits mit seiner Unterschrift auf dem Arbeits-

rapport und anderseits anlässlich seiner Befragung. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, 

dass ein persönliches Interesse des Zeugen am Ausgang des Verfahrens nicht ersicht-

lich ist und dass seine Aussagen ingesamt glaubwürdig erscheinen, auch wenn er hin-

sichtlich des Lehnenviadukts etwas unpräzise angab, dass die Berufungsbeklagte in die-

sem Bereich 2012 noch Fixationen weggenommen und noch irgendwelche Arbeiten am 

Ankerknopf gemacht habe, Genaueres wisse er nicht, Kosmetikarbeit auf jeden Fall (zu 

den Belegstellen im Dossier vgl. E. 5.4.2.3 des angefochtenen Urteils). Wie die Vo-

rinstanz (in ihrer E. 5.4.2.3, S. 27 ihres Urteils bzw. S. 470 der Akten) treffend würdigt, 

waren die Aussagen dieses Zeugen konstant, räumte er durchaus Erinnerungslücken 

ein, sagte er nicht einseitig zugunsten der Berufungsbeklagten aus und ist ein Motiv für 

eine Falschaussage nicht erkennbar, weshalb sie als glaubhaft und beweiskräftig einzu-

stufen sind. Überdies führt ebenso der vom Bezirksgericht skizzierte zeitliche Ablauf der 

Arbeiten (vgl. dessen E. 5.4.2.3, S. 27 dessen Urteils bzw. S. 470 f. der Akten) das Kan-

tonsgericht zur Überzeugung, dass die Abschlussarbeiten an den durch die Berufungs-

beklagte gegen Ende 2011 im Bereich der E _________ gesetzten Anker in jenem Jahr 

nicht mehr durchgeführt werden konnten, auf 2012 verschoben werden mussten und auf 

den Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Arbeiten im Folgejahr geplant waren. Nun wurde 

von keiner Seite behauptet und auch von V _________ in seiner Einvernahme nicht 

ausgesagt, dass er von der Berufungsbeklagten begonnene Arbeiten hätte zu Ende füh-

ren müssen. Demzufolge erachtet es das Kantonsgericht als bewiesen, dass die Beru-

fungsbeklagte am besagten 21. August 2012 noch für das Bauwerk wichtige Endarbeiten 

(wie Setzen der Ankerplatte, Verzinkung gegen Rost und Montage von Ankerkappen) 

ausgeführt hat. 

Letztlich entscheidend und beweismässig genügend bleibt indes die Aussage des Zeu-

gen W _________, auf welche sich die Vorinstanz letztlich abgestützt hat, im Zusam-

menspiel mit dem von ihm unterzeichneten Arbeitsrapport für den 21. August 2021. Mit 

dieser zentralen Zeugenaussage setzt sich der Berufungskläger nicht weiter auseinan-

der, wenn er ihr einfach die Aussage des Zeugen AA _________, Bauführer der Unter-

nehmerin, gegenüberstellt. Deshalb erscheint es fraglich, ob die Berufung insoweit über-

haupt gehörig begründet ist (s. dazu E. 1.2.1). Der Berufungskläger zitiert 

- 23 - 

AA _________, wonach die Subunternehmerin an der Brückenplatte des Lehnenvia-

dukts die Anker versetzt, oben bei der Unterfangung aber keine Anker gesetzt habe 

(S. 346 F/A 13), im letzteren Bereich ausschliesslich die Unternehmung K _________ 

tätig gewesen (S. 346 F/A 16). Dies zeichnete er entsprechend auf dem Auszug von 

Beleg 32 (Situationsplan der Parzellen Nr. xx1 und Nr. xx2 mit Projekteinzeichnung) ein 

(S. 350). Diese Darstellung ist indessen nachweislich falsch. So haben sämtliche übrigen 

befragten Personen übereinstimmend ausgesagt, dass die Subunternehmerin einen 

Teilbereich der E _________ verankert hat (so die drei vor Ort eingesetzten Mitarbeiter 

der Berufungsbeklagten M. [S. 318 F/A 18 und S. 323 Situationsplan], K. [S. S. 334 F/A 

17 und S. 337 Situationsplan], E. [S. 339 F/A 17 und S. 344 Situationsplan] sowie deren 

geschäftsführender Verwaltungsrat [S. 326 F/A 14 und S. 331 Situationsplan; 

W _________, S. 353 F/A 8 und 11 und S. 359 Situationsplan; V _________, S. 368 F/A 

8 und S. 370 Situationsplan; die beiden Angestellten der Berufungsklägerin Bauleiter A. 

[S. 372 F/A 13 und S. 380 Situationsplan] und M_________ [S. 382 F/A 10 und S. 390 

Situationsplan]). Soweit man dem Zeugen AA _________ nicht eine bewusste Falsch-

aussage unterstellen will, wozu das Kantonsgericht insgesamt keinen genügenden An-

lass sieht, so muss festgehalten werden, dass er sich insoweit offensichtlich nicht mehr 

an die damaligen Gegebenheiten zu erinnern vermochte, weshalb seine Aussage inso-

weit nicht beweiskräftig ist. Die von der Berufungsklägerin in ihrer Berufung in diesem 

Zusammenhang formulierte Kritik an den Erwägungen der Vorinstanz geht damit fehl. 

Konsultiert man die vorstehend genannten Situationspläne, auf welchen die verschiede-

nen Personen die von der Subunternehmerin ausgeführten Ankerarbeiten an der 

E _________ eingezeichnet haben, so stellt man unschwer fest, dass diese allesamt im 

Bereich der vorbestehenden S _________ ausgeführt worden sind. Hier waren Siche-

rungsarbeiten alleine wegen der Absenkung der Strasse auf ein tieferes Niveau mit Ab-

tragung des Hanges erforderlich (s. vorne E. 3.2.3). 

Selbst geringfügige Arbeiten gelten nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als 

Vollendungsarbeiten, wenn sie unerlässlich und damit funktionell notwendig sind (Schu-

macher, Ergänzungsband, N. 236). Das Bezirksgericht hat in seiner E. 5.4.2.4 die vor-

genannten Arbeiten vom 21. August 2012 zu Recht als zur Werksvollendung notwendige 

Arbeitsschritte qualifiziert. Dies wurde in der Berufung denn auch nicht beanstandet. Da-

mit ist die Viermonatsfrist eingehalten. Wird der Werkvertrag durch den Besteller oder 

den Unternehmer aufgelöst, so läuft die viermonatige Frist grundsätzlich ab dem Zeit-

punkt der formellen oder faktischen Vertragsauflösung (Bundesgerichtsurteil 

5D_116/2014 vom 13. Oktober 2014 E. 5.2.2; BGE 120 II 389 E. 1a und 1c). Vorliegend 

- 24 - 

wurde der Subunternehmervertrag im Sommer 2012 aufgelöst, sei es durch die Weige-

rung der Berufungsbeklagten, ohne Zahlung als Subunternehmerin mit den weiteren 

Verankerungsarbeiten fortzufahren, sei es durch die Beauftragung einer Drittunterneh-

mung durch die Unternehmung zwecks Fortsetzung bzw. Beendigung der entsprechen-

den Arbeitenden. Bis dahin hatte die Berufungsbeklagte die ihr mittels Subunternehmer-

vertrag übertragenen Arbeiten noch nicht beendet; diese waren noch in Ausführung be-

griffen, auch wenn die Berufungsbeklagte über die Wintermonate saisonbedingt pausiert 

und danach erst in Abhängigkeit des Arbeitsfortschritts des Unternehmers im Juli 2012 

wieder auf Platz zu kommen hatte. Die oben zitierte Rechtsprechung zur Auflösung des 

Werkvertrages zwischen Besteller und Unternehmer, welche Letzteren schützt, ist auf-

grund des Schutzgedankens sinngemäss bei einem Subunternehmerverhältnis gemäss 

Art. 839 Abs. 4 ZGB anzuwenden, jedenfalls dann, wenn wie hier, der Beizug von Un-

terakkordanten werkvertraglich zulässig war und der Bauherr darum wusste. Die gesetz-

liche Viermonatsfrist ist somit auch aus diesem zweiten Grunde gewahrt. 

3.2.5  Zusammengefasst hat der Beklagte nie gehörig behauptet, dass die von der Klä-

gerin ausgeführten Ankerarbeiten für das Projekt der E _________ notwendig gewesen 

wären. Stellt man auf die eigenen Tatsachenbehauptungen des Beklagten sowie auf die 

Aussage dessen damaligen M_________ ab, so ist sodann erwiesen, dass im Rahmen 

des X _________ Strassenprojekts, womit die alte, sicherheitsmässig nicht mehr genü-

genden Strasse ersetzt, eine zweite Fahrspur erstellt und Massnahmen gegen Naturge-

fahren umgesetzt werden sollten, auf einem rund 4 mOrthofoto tieferen Niveau ein durch 

Anker gesichertes Viadukt mit einer zusätzlichen Spur gebaut und anschliessend das 

bisherige höher gelegene Strassentrassee für die zweite Fahrspur entsprechend abge-

senkt werden musste, wozu der Hang abgetragen wurde, zu dessen Sicherung Anker-

arbeiten zwingend erforderlich waren. Sämtliche Ankerarbeiten, welche durch die Klä-

gerin als Subunternehmerin erbracht wurden, bildeten damit ausschliesslich Teil des 

Strassenprojekts, wie dies die Klägerin behauptet hatte. Ein Zusammenhang mit dem 

Projekt der E _________ zur Verlängerung der S _________ war offensichtlich insge-

samt nicht gegeben. Was die von der Subunternehmerin oberhalb R _________ zur 

Hangsicherung ausgeführten Ankerarbeiten betrifft, so hat sie diese ohnehin einzig im 

Bereich bzw. unterhalb der vorbestehenden S _________ «O _________» verrichtet. 

Das E _________-Projekt betraf nun aber gerade nicht dieses Teilstück, sondern dessen 

Fortsetzung. Das Strassenprojekt umfasste sodann nicht nur den Bau des Viadukts im 

engeren Sinne mit der talseitigen, sondern auch die Erstellung der bergseitigen Spur auf 

tieferem Niveau. Folglich war das Bauwerk, was für den Fristenlauf bedeutsam ist, mit 

der einspurigen Inbetriebnahme des Lehnenviadukts noch keineswegs beendet. Dies 

- 25 - 

ergibt sich so auch klar aus dem vom Beklagten eingereichten Beleg 32 (S. 200) «Situ-

ationsplan der Parzellen Nr. xx1 und Nr. xx2 mit Projekteinzeichnung», worin das fragli-

che Strassenteilstück G _________ sowie «Lehnenviadukt G _________» als ausge-

führtes Bauwerk genannt und die Verankerungen eingezeichnet sind. Da sämtliche Ar-

beiten der Berufungsbeklagten zum Nutzen der Strassenparzelle erbracht worden sind, 

entfällt eine Aufteilung zwischen den Parzellen Nr. xx1 im Eigentum X _________ und 

Nr. xx2 im Eigentum der E _________. Somit erübrigt es sich, auf die in der Berufung 

erhobene Kritik an der von der Vorinstanz durchgeführten Aufteilung des Werklohnes 

einzugehen. Aus dem gleichen Grunde gereicht es der Berufungsbeklagten nicht zum 

Nachteil, dass sie die von ihr am Lehnenviadukt bzw. an der Unterfangung der beste-

henden E _________ ausgeführten Arbeiten nicht separat beziffert hat. In betragsmäs-

siger Hinsicht wurde der Werklohn in der Berufung nicht beanstandet. Weil aber die Be-

rufungsbeklagte das erstinstanzliche Urteil ihrerseits nicht angefochten hat, bleibt es 

beim erstinstanzlich zuerkannten Betrag von Fr. 211'366.35. 

Das Bezirksgericht hat der Berufungsbeklagten auf diesem Betrag wie eingeklagt einen 

Zins von 8% zugesprochen. Die Rechtsgrundlage für einen derart hohen Zinssatz wurde 

weder seitens der Klägerin in ihren Rechtsschriften noch von der Vorinstanz im ange-

fochtenen Urteil genannt. Klägerische Behauptungen dazu fehlen. Aus dem Antrag des 

Beklagten auf Klageabweisung kann auch nicht auf die Anerkennung eines 8%igen Zins-

satzes geschlossen werden. Vielmehr gelangt der gesetzliche Verzugszinssatz von 5% 

zur Anwendung (Art. 104 Abs. 1 und 2 [e contrario] OR; vgl. Jungo, a.a.O., N. 433 und 

435 zu Art. 8 ZGB). In diesem Punkt ist die Berufung gutzuheissen. 

4.  Das Gericht entscheidet in der Regel im Endentscheid über die Prozesskosten, die 

einerseits die Gerichtskosten, welche mit den von den Parteien geleisteten Kostenvor-

schüssen verrechnet werden (Art. 98 und Art. 111 ZPO), und anderseits die Parteient-

schädigung umfassen (Art. 104 Abs. 1, 105 Abs. 1 und 95 ZPO). Die Höhe der Prozess-

kosten bestimmt sich nach kantonalen Tarifen (Art. 96 und 105 Abs. 2 Satz 1 ZPO), im 

Kanton Wallis nach dem Gesetz betreffend den Tarif der Kosten und Entschädigungen 

vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden (GTar) vom 11. Februar 2009. Die Verteilung 

der Prozesskosten richtet sich grundsätzlich nach dem Ausgang des Verfahrens, indem 

die Prozesskosten im Allgemeinen der unterliegenden Partei auferlegt werden (Art. 106 

Abs. 1 und 2 ZPO). Während die Gerichtskosten von Amtes wegen festgesetzt und ver-

teilt werden (Art. 105 Abs. 1 ZPO), wird eine Parteientschädigung einer Partei nur auf 

Antrag hin zugesprochen; sie kann hierfür eine Kostenliste einreichen (Art. 105 Abs. 2 

Satz 2 ZPO).  

- 26 - 

4.1  Ziff. 1 des erstinstanzlichen Urteils, womit das Bezirksgericht auf Ziff. 1 des klägeri-

schen Rechtsbegehrens nicht eintrat, wurde nicht angefochten. In Bezug auf die Ziff. 2 

wird der Zinssatz von 8% auf 5% herabgesetzt, der zuerkannte Betrag indes bestätigt. 

Der Berufungskläger obsiegt damit an sich bloss in einem Nebenpunkt, wobei eine Zins-

differenz von 3% mit Rücksicht auf die Höhe der Haftungssumme und die Dauer der 

Zinszahlung betragsmässig doch beachtlich ausfällt, selbst wenn Zinsen gemäss Art. 91 

Abs. 1 ZPO nicht zum Streitwert hinzugerechnet werden. 

Erstinstanzlich obsiegt der Kläger hinsichtlich seiner Forderungsklage zu 95,6%. Das 

Feststellungsbegehren betraf die nämliche Haftungssumme, hatte insoweit also keine 

eigenständige Berechtigung, weshalb darauf auch nicht eingetreten wurde. Dessen Be-

handlung war für das Bezirksgericht mit einem minimalen Aufwand verbunden. Infolge 

des Nichteintretens gilt der Kläger insoweit dennoch als unterliegend (Art. 106 

Abs. 

1 ZPO). Ebenso unterliegt der Kläger bei der Höhe des von ihm beanspruchten Zinses. 

Mit Rücksicht auf diesen Ausgang, hat der Kläger 90% und der Beklagte 10% der erst-

instanzlichen Kosten zu tragen. Im Berufungsverfahren erreicht der Berufungskläger ein-

zig eine Reduktion des Zinssatzes und eine Korrektur der erstinstanzlichen Kostenauf-

lage, während er die von ihm angefochtene Haftungssumme wie erstinstanzlich festge-

legt zu bezahlen hat. Es erscheint deshalb angemessen, der Berufungsklägerin 95% und 

dem Berufungsbeklagten 5% der Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen. 

4.2  Die Gerichtskosten setzen sich zusammen aus Pauschalen, insbesondere für den 

Entscheid (Entscheidgebühr), sowie aus bestimmten bei Gericht angefallenen Kosten 

(Art. 95 Abs. 2 ZPO; ‚Auslagen’ nach der Terminologie von Art. 7 ff. GTar). Die Gerichts-

gebühr wird aufgrund des Streitwerts, des Umfangs und der Schwierigkeit des Falls, der 

Art der Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanziellen Situation festgesetzt 

(Art. 13 Abs. 1 GTar). Sie bewegt sich zwischen einem Minimum und einem Maximum 

und wird unter Berücksichtigung des Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzips festge-

setzt (Art. 13 Abs. 2 GTar); besondere Umstände können eine Verdoppelung der An-

sätze oder eine verhältnismässige Kürzung der Gebühr rechtfertigen, Letzteres nament-

lich wenn bloss eine Teilfrage entschieden wird (Art. 13 Abs. 3 und Art. 14 Abs. 1 GTar). 

Das Bezirksgericht hat in korrekter Anwendung der gesetzlichen Vorgaben und unter 

Beachtung des Tarifrahmens die Gerichtsgebühr für sein Urteil auf Fr. 20'000.-- festge-

setzt. Dieser Betrag sowie dessen Bemessung wurden in der Berufung denn auch nicht 

beanstandet. Ausgangsgemäss tragen die Klägerin Fr. 2'000.-- und der Beklagte 

- 27 - 

Fr. 18'000.-- hiervon. Nach Verrechnung mit den von den Parteien geleisteten Kosten-

vorschüssen (Klägerin Fr. 25'500.--; Beklagter Fr. 100.--), hat der Beklagte der Klägerin 

Fr. 17'900.-- zu erstatten. Der Saldo von Fr. 5'600.-- steht der Klägerin zu. Hinzu kom-

men die Kosten des Schlichtungsverfahrens von Fr. 250.--, welche nach dem gleichen 

Verteilschlüssel mit Fr. 25.-- die Klägerin und mit Fr. 225.-- den Beklagten treffen; der 

Beklagte hat der Klägerin Fr. 225.-- zu erstatten. 

Für die Bemessung der Prozesskosten im Berufungsverfahren ist von einem Streitwert 

von Fr. 211'366.35 auszugehen (s. E. 1.1). Bei einem solchen bewegt sich die Gerichts-

gebühr in einem ordentlichen Rahmen von Fr. 9’000.-- bis Fr. 42’000.-- (Art. 16 Abs. 

1 GTar). Für das Berufungsverfahren kann ein Reduktions-Koeffizient von bis zu 60% 

berücksichtigt werden (Art. 19 GTar). Im Berufungsverfahren waren Fragen prozessua-

ler, sachverhaltsmässiger wie auch materiell-rechtlicher Natur mit einem erhöhten 

Schwierigkeitsgrad zu prüfen. Es wurde ein einfacher Schriftenwechsel durchgeführt, 

gefolgt von einer Vergleichsverhandlung sowie mehreren Eingaben der Parteien im Zu-

sammenhang mit derselben. Die Behandlung der Berufung war für die Rechtsmitte-

linstanz mit etlichem Aufwand verbunden. Eine mündliche Berufungsverhandlung wurde 

jedoch nicht durchgeführt. Deshalb ist unter Berücksichtigung der vorstehend angeführ-

ten Kriterien vor Kantonsgericht eine Gerichtsgebühr von Fr. 17’000.-- angemessen, für 

welche der Berufungskläger zu 95% mit Fr. 16'150.-- und die Berufungsbeklagte zu 5% 

mit Fr. 850.-- aufzukommen haben. Nach Verrechnung mit dem vom Berufungskläger 

geleisteten Kostenvorschuss in Höhe der Gerichtsgebühr hat die Berufungsbeklagte die-

sem hierfür Fr. 850.-- zu vergüten. 

4.3  Die Parteientschädigung umfasst den Ersatz notwendiger Auslagen, die Kosten der 

berufsmässigen Vertretung und, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist, in 

begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsentschädigung (Art. 95 Abs. 3 lit. a, b 

und c ZPO). Das Anwaltshonorar bemisst sich im gesetzlich vorgegebenen Rahmentarif 

nach der Natur und Bedeutung des Falls, der Schwierigkeit, dem Umfang, der vom 

Rechtsbeistand nützlich aufgewandten Zeit und der finanziellen Situation der Partei 

(Art. 27 Abs. 1 und 3 GTar). 

Das Bezirksgericht hat die (volle) Parteientschädigung in korrekter Anwendung des GTar 

auf Fr. 18'000.-- festgelegt, was seitens der Parteien nicht beanstandet wurde. Aufgrund 

des Prozessausgangs schuldet die Klägerin dem Beklagten somit eine Parteientschädi-

gung von Fr. 1'800.-- und der Beklagte der Klägerin eine solche von Fr. 16'200.--. 

- 28 - 

Für das Berufungsverfahren vor Kantonsgericht ist ein Reduktions-Koeffizient von 60% 

zu berücksichtigen (Art. 35 Abs. 1 lit. a GTar), womit sich das Honorar ausgehend von 

einem ordentlichen Rahmen von Fr. 14'400.-- bis Fr. 19'700.-- zwischen Fr. 5'764.40 und 

Fr. 7'880.-- bewegt, welcher Höchstansatz bei einem ausserordentlich hohen Aufwand 

überschritten werden darf, wobei sich die Entschädigung nach der effektiven Arbeit der 

Rechtsbeistände bemisst (Art. 27 Abs. 1 und 3 sowie Art. 29 Abs. 1 und 2 GTar). Unter 

Berücksichtigung der hiervor genannten Kriterien, namentlich des mit der Vertretung im 

Berufungsverfahren verbundenen Aufwands mit einfachem Schriftenwechsel und Ver-

gleichsverhandlung, in welchem die Parteien ihre Standpunkte umfassend darlegten, 

wobei weitestgehend bereits erstinstanzlich strittige Punkten Thema bildeten, erachtet 

das Kantonsgericht eine volle Parteientschädigung von Fr. 8'500.--, Auslagen und 

MWST inklusive, für die berufsmässige Vertretung der Berufungsparteien als angemes-

sen. Gemäss Verfahrensausgang schulden der Berufungskläger der Berufungsbeklag-

ten demnach eine solche in der Höhe von Fr. 8'075.-- und umgekehrt Letztere dem Ers-

ten eine solche von Fr. 425.--. 

4.4  Die Kosten der Vergleichsverhandlung vom 16. Dezember 2020 sind in der Ge-

richtsgebühr und den Parteientschädigungen inbegriffen. Mit Rücksicht auf den Ausgang 

des Berufungsverfahrens braucht darüber nicht separat befunden zu werden. Mit Ver-

weis auf die Stellungnahmen des Kantonsgerichts vom 19. Februar 2021 sowie 17. März 

2019 bleibt dennoch festzuhalten, dass das Verhalten X _________ bei den Vergleichs-

verhandlungen befremdet und dem Gebot des Handelns von Art. 52 ZPO widerspricht. 

X _________ erklärte vorbehaltlos seine Bereitschaft zu Vergleichsgesprächen. An den-

selben hat sich dessen Rechtsvertreter wie auch Y _________, begleitet vom zuständi-

gen BB _________, beteiligt und bei der Ausarbeitung eines Vergleiches aktiv mitge-

wirkt. Nach Vorliegen des Vergleichstextes war Letzterer zu dessen Unterzeichnung, 

selbst unter Zustimmungs- bzw. Widerrufsvorbehalt, nicht bereit, weil es dazu eines CC 

_________ bedürfe, er von diesem kein Verhandlungsmandat erhalten habe, er diesem 

den Vergleich zur Genehmigung vorlegen müsse und er dessen Zustimmung nicht ga-

rantieren könne. Aus dem entsprechenden CC _________ vom 27. Januar 2021 ergibt 

sich nun aber, dass der D _________ gestützt auf einen von ihm gleichzeitig genehmig-

ten Bericht u.a. des Y _________, welcher von dem an den Vergleichsgesprächen mit-

wirkenden M _________ geleitet wird, auf die vergleichsweise Erledigung des Rechts-

streites verzichtete. Im gleichen Sinne führte der D _________ am 3. März 2021 aus, 

X _________ habe seine Bereitschaft zur Teilnahme an den Vergleichsverhandlungen 

erklärt, um allenfalls aufgrund neuer Erkenntnisse aus den Ausführungen des Referen-

- 29 - 

ten des Kantonsgerichts eine vergleichsweise Erledigung erst beurteilen und ermögli-

chen zu können. Grundsätzlich ist natürlich keine Partei verpflichtet, einen Vergleich ab-

zuschliessen. Die zitierten Unterlagen belegen nun aber, dass es X _________ bei der 

Teilnahme an den Vergleichsgesprächen einzig darum ging, die Prozesschancen abzu-

wägen. Die Bereitschaft, zu einem Vergleich Hand zu bieten, war nicht wirklich vorhan-

den. Entgegen ihren Äusserungen vor dem Präsidenten der I. Zivilabteilung hing die Zu-

stimmung dazu gerade nicht vom Willen des D _________ ab, sondern von ihrer eigenen 

Einschätzung. Wer nun aber ohne entsprechenden Vorbehalt und mit blossem Hinweis 

auf die formelle Billigung eines übergeordneten Organs, mit Blick auf einen Vergleich 

Diskussionen führt, Vorschläge formuliert und ablehnt, am Vergleichstext (mit)feilt, mit 

der Gegenseite um konkrete Beträge ringt und derart bei einer grundsätzlichen Einigung 

mitwirkt, der übergeordnete Stelle alsdann im Widerspruch dazu die Ablehnung des ge-

meinsam ausgearbeiteten Vergleichs beantragt, der handelt wider Treu und Glauben, 

selbst wenn er nicht Rechtsanwalt ist. Die Kosten der Vergleichsverhandlung waren 

letztlich auch unnötig (Art. 108 ZPO). 

 

*     *     *     *     * 

  

- 30 - 

 

Das Kantonsgericht beschliesst 

 

Die von den Berufungsbeklagten im Nachgang zu den Vergleichsverhandlungen vom 

16. Dezember 2020 hinterlegten Dokumente verbleiben in den Akten. 

Das Kantonsgericht erkennt 

 

Die Berufung des Beklagten wird, soweit auf diese eingetreten wird, grossmehrheitlich, 

d.h. mit Ausnahme der Höhe des Zinssatzes und der Kostenregelung, abgewiesen, 

womit folgendes 

Urteil 

ergeht, dessen Ziffer 1 unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist und nachstehend 

lediglich pro memoria nochmals erwähnt wird: 

1. Auf Ziffer 1 der klägerischen Rechtsbegehren wird nicht eingetreten. 

2. X _________ hat der Z _________ AG aus gesetzlicher einfacher Bürgschaft einen 

Betrag von Fr. 211'366.35 nebst Zinsen zu 5 Prozent ab 3. Januar 2012 zu bezah-

len. Soweit weitergehend ist Ziff. 2 der klägerischen Rechtsbegehren abzuweisen. 

3. Die Gerichtskosten des Verfahrens vor Bezirksgericht von Fr. 20'000.-- werden zu 

90% mit Fr. 18'000.-- X _________ und zu 10% mit Fr. 2'000.-- er 

Z _________ AG auferlegt. Nach Verrechnung mit den geleisteten Vorschüssen 

erstattet der Beklagte der Klägerin Fr. 17'900.-- zurück; der Saldo von Fr. 5'600.-- 

steht der Klägerin zu. 

4. Die Kosten des Schlichtungsverfahrens von Fr. 250.-- werden mit Fr. 225.--  

X _________ und mit Fr. 25.-- der Z _________ AG auferlegt. Soweit durch die 

Klägerin vorgeschossen, hat ihr der Beklagte Fr. 225.-- zu erstatten. 

5. Für das erstinstanzliche Verfahren schuldet X _________ der Z _________ AG eine 

Parteientschädigung von Fr. 16'200.-- und die Z _________ AG  

X _________ eine solche von Fr. 1’800.--. 

- 31 - 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 17'000.-- werden X _________ zu 

95%, ausmachend Fr. 16'150.--, und der Z _________ AG zu 5%, ausmachend 

Fr. 850.--, auferlegt. 

7. Nach Verrechnung der Gerichtskosten mit den vom Berufungskläger im Rechtsmit-

telverfahren geleisteten Kostenvorschuss, hat diesem die Berufungsbeklagte hierfür 

Fr. 850.-- zu vergüten. 

8. Für das Berufungsverfahren bezahlen der Berufungskläger der Berufungsbeklagten 

eine Parteientschädigung von Fr. 8'075.--- und der Berufungsbeklagte dem Beru-

fungskläger eine solche von Fr. 425.--. 

 

Sitten, 22. Oktober 2021