# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be77495e-8486-57d9-97b1-eefb4623868a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-06-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.06.2016 A-5923/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5923-2015_2016-06-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-5923/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  J u n i  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,  

Richter Christoph Bandli,    

Gerichtsschreiberin Laura Bucher. 
 

 
 

Parteien 
 Flughafen Zürich AG,  

Rechtsdienst, Postfach, 8058 Zürich,   

vertreten durch Dr. iur. Roland Gfeller, Rechtsanwalt,  

Gfeller Budliger Kunz Rechtsanwälte, Florastrasse 44,  

Postfach 1709, 8032 Zürich,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

A._______,  

vertreten durch Prof. Dr. iur. Isabelle Häner, Rechtsanwältin, 

Bratschi Wiederkehr & Buob, Bahnhofstrasse 70,  

Postfach 1130, 8021 Zürich,  

Beschwerdegegner,  

 

Eidgenössische Schätzungskommission Kreis 10,   

Administration Flughafenfälle,  

Postfach 1813,  

8032 Zürich,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Zwischenbeschluss betreffend Enteignungsentschädigung. 

 

 

 

A-5923/2015 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ war von 1995 bis 2010 Eigentümer des Grundstücks Kat.-Nr. 

(…) in Nürensdorf. Das Grundstück liegt rund 7 km östlich des Flughafens 

Zürich. Dieses Grundstück hatte von 1949 bis 1981 X._______ gehört, der 

es mit Vertrag vom 21. Mai 1981 als Erbvorbezug an seine Tochter 

B._______, die damals noch mit A._______ verheiratet war, abtrat.   

B.  

Am 19. Dezember 1995 wurde die Ehe zwischen A._______ und 

B._______ geschieden. Mit Scheidungsurteil vom 19. Dezember 1995 ent-

schied das Gericht über die Zuteilung der elterlichen Sorge sowie über Un-

terhaltsbeiträge für die Söhne und genehmigte im Übrigen die Vereinba-

rung der Parteien über die ehe- und güterrechtlichen Nebenfolgen der 

Scheidung. Demzufolge hielt das Gericht im Dispositiv in Ziff. 5 fest, die im 

Eigentum der Ehefrau stehende Liegenschaft Kat. Nr. (…) in Nürensdorf 

gehe zu den unter den Parteien in der Scheidungskonvention vereinbarten 

Bedingungen ins Alleineigentum des Ehemanns über und das Grundbuch-

amt Bassersdorf werde angewiesen, den Ehemann als Eigentümer im 

Grundbuch einzutragen.  

C.  

Am 30. Januar 2006 meldete A._______ bei der Flughafen Zürich AG ent-

eignungsrechtliche Forderungen an. Der Lärm der 2001 eingeführten Ost-

anflüge habe den Wert ihres Grundstücks vermindert. Am 17. Dezember 

2007 wies die Schätzungskommission die Entschädigungsforderung man-

gels Unvorhersehbarkeit der Fluglärmimmissionen ab. Weiter stellte sie 

fest, dass auf dem Gebiet der Gemeinde Nürensdorf keine Überflüge 

stricto sensu stattfinden. Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess das 

Bundesverwaltungsgericht am 26. Mai 2009 gut. Dieser Entscheid wiede-

rum wurde am 8. Juni 2010 vom Bundesgericht aufgehoben, welches die 

Sache an die Schätzungskommission zurückwies.  

D.  

Mit Zwischenbeschluss vom 26. August 2015 stellte die Eidgenössische 

Schätzungskommission Kreis 10 (nachfolgend: Vorinstanz) fest, dass das 

Entschädigungskriterium der Unvorhersehbarkeit erfüllt sei (Dispositiv 

Ziff. 1). 

E.  

Gegen diesen Beschluss erhebt die Flughafen Zürich AG (nachfolgend: 

A-5923/2015 

Seite 4 

Beschwerdeführerin) am 22. September 2015 Beschwerde vor Bundesver-

waltungsgericht. Sie beantragt, Dispositiv Ziff. 1 des angefochtenen Zwi-

schenbeschlusses sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass das Kri-

terium der Unvorhersehbarkeit nicht erfüllt sei.  

F.  

Mit Stellungnahme vom 26. Oktober 2015 beantragt A._______ (nachfol-

gend: Beschwerdegegner), die Beschwerde sei vollumfänglich abzuwei-

sen. Zudem macht er geltend, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. 

Die Vorinstanz verzichtet auf eine Stellungnahme. 

G.  

Auf die weiteren Ausführungen und die sich bei den Akten befindenden Un-

terlagen wird – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegan-

gen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Nach Art. 77 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über die 

Enteignung (EntG, SR 711) können Entscheide der Schätzungskommis-

sion beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. Das Bundes-

verwaltungsgericht ist somit grundsätzlich zuständig für die Beurteilung da-

mit zusammenhängender Beschwerden. Das Verfahren richtet sich nach 

dem Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32), so-

weit das EntG nichts anderes bestimmt (Art. 77 Abs. 2 EntG). Das VGG 

verweist in seinem Art. 37 ergänzend auf das Verwaltungsverfahrensge-

setz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). 

1.2 Zur Beschwerdeerhebung sind nach Art. 78 Abs. 1 EntG zunächst die 

Hauptparteien (d.h. die Inhaber der enteigneten Rechte bzw. der Enteig-

ner) legitimiert. Als Nebenparteien werden die Grundpfandgläubiger, 

Grundlastberechtigten und Nutzniesser erwähnt; sie sind zur Beschwerde 

berechtigt, soweit sie infolge des Entscheids der Schätzungskommission 

zu Verlust gekommen sind. Im Übrigen gelten die allgemeinen Vorausset-

zungen gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG, wonach zur Beschwerde berechtigt 

ist, wer am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat, durch den ange-

fochtenen Entscheid besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Inte-

resse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (vgl. statt vieler Urteil des 

A-5923/2015 

Seite 5 

Bundesverwaltungsgerichts A-2163/2012 vom 1. April 2014 E. 1.2 mit Hin-

weis). 

1.3 Die Flughafen Zürich AG ist seit dem 1. Juni 2001 Inhaberin der Be-

triebskonzession für den Flughafen Zürich, womit ihr gemäss Art. 36a 

Abs. 4 des Luftfahrtgesetzes vom 21. Dezember 1948 (LFG, SR 748.0) 

das Enteignungsrecht zusteht. Hinsichtlich der Ostanflüge, die erst nach 

Erteilung der Konzession eingeführt wurden, ist daher die Flughafen Zürich 

AG, und nicht etwa der Kanton Zürich, zur Leistung allfälliger enteignungs-

rechtlicher Entschädigungen verpflichtet. Die Flughafen Zürich AG ist damit 

ohne Weiteres zur Beschwerde berechtigt. 

2.  

2.1 Die angefochtene Verfügung stellt unbestrittenermassen eine selbstän-

dig eröffnete Zwischenverfügung dar, denn sie betrifft einzig die Frage, ob 

das enteignungsrechtliche Kriterium der Unvorhersehbarkeit erfüllt ist, 

nicht aber die Hauptstreitfrage betreffend die Entschädigung aufgrund der 

Lärmimmissionen ausgehend vom Betrieb des Landesflughafens Zürich-

Kloten (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_248/2009 vom 8. Juni 

2010 E. 2.1). Eine Beschwerde gegen solche Verfügungen ist nicht in je-

dem Fall zulässig. Stets möglich ist einzig die Anfechtung von Zwischen-

verfügungen über die Zuständigkeit und den Ausstand (vgl. Art. 45 Abs. 1 

VwVG). Gegen andere Zwischenverfügungen kommt eine Beschwerde 

nach Art. 46 Abs. 1 VwVG dagegen nur in Frage, wenn diese entweder 

einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Bst. a)      

oder die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbei-

führen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein 

weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Bst. b). 

2.2 Mit dem Erfordernis des nicht wiedergutzumachenden Nachteils Ge-

mäss Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG wird die Voraussetzung eines schutzwür-

digen Interesses an der sofortigen Aufhebung oder Änderung der ange-

fochtenen Zwischenverfügung umschrieben. Demnach liegt das Rechts-

schutzinteresse im Schaden, der entstünde, wenn der Nachteil auch durch 

einen an sich günstigen Endentscheid nicht oder nur teilweise behoben 

werden könnte (vgl. BGE 131 V 362 E. 3.1; Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts C-6184/2010 vom 23. Februar 2012 E. 4.2; ALFRED KÖLZ/ISABELLE 

HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 910; FELIX UHLMANN/SIMONE WÄLLE-

A-5923/2015 

Seite 6 

BÄR, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskom-

mentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 46 Rz. 4). Der nicht wiedergutzuma-

chende Nachteil muss nicht rechtlicher, sondern kann auch tatsächlicher 

Natur sein; die Beeinträchtigung schutzwürdiger tatsächlicher, insbeson-

dere auch wirtschaftlicher Interessen genügt, sofern der Betroffene nicht 

nur versucht, eine Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens zu ver-

hindern (vgl. statt vieler Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-

5465/2014 vom 27. November 2014 E. 1.1.1 mit Hinweisen, A-2082/2014 

vom 9. Juli 2014 E. 21 mit Hinweisen und A-1081/2014 vom 23. April 2014 

E. 1.3 mit Hinweis; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.42 ff.; JÉRÔME CANDRIAN, 

Introduction à la procédure administrative fédérale, 2013, Nr. 108-109, S. 

71 f.). Er muss nicht geradezu irreparabel, jedoch von einigem Gewicht 

sein (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 

15. März 2012 E. 1.2.3; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 910; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.47). Nicht erforderlich ist, dass er 

tatsächlich entsteht; es reicht aus, dass er entstehen bzw. nicht von vorn-

herein ausgeschlossen werden kann (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts B-860/2011 vom 8. September 2011 E. 2.2; KÖLZ/HÄNER/BERT-

SCHI, a.a.O., Rz. 909; MARTIN KAYSER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

Kommentar VwVG, 2008, Art. 46 N. 10). Die Beweislast für das Vorliegen 

eines entsprechenden Nachteils trägt die beschwerdeführende Partei (vgl. 

BGE 125 II 620 E. 2a; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-5436/2011 

vom 5. März 2012 E. 3.4; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 909). Bewirkt 

eine Zwischenverfügung dagegen keinen nicht wieder gutzumachenden 

Nachteil, so kann sie erst mit Beschwerde gegen die Endverfügung ange-

fochten werden (Art. 46 Abs. 2 VwVG). 

2.3 Geht es einzig darum, eine Verlängerung oder Verteuerung des Haupt-

verfahrens zu verhindern, indem eine materiellrechtliche Vorfrage mittels 

Zwischenverfügung beantwortet wird, liegt in der Regel kein nicht wieder-

gutzumachender Nachteil vor (vgl. BGE 136 II 165 E. 1.2.1 mit Hinweisen). 

In diesem Fall sind die Voraussetzungen von Art. 46 Abs. 1 Bst. b VwVG 

zu prüfen, der als Auffangtatbestand heranzuziehen ist, wenn die Voraus-

setzungen von Bst. a nicht erfüllt sind und dem prozessökonomischen An-

liegen Rechnung getragen werden soll (KAYSER, in: Kommentar VwVG, 

a.a.O., Art. 46 Rz. 13 und 16; UHLMANN/WALLE-BÄR, in: Praxiskommentar 

VwVG, a.a.O., Art. 46 Rz. 22 mit Hinweisen). Nach Art. 46 Abs. 1 Bst. b 

VwVG ist die Beschwerde gegen eine Zwischenverfügung zulässig, wenn 

die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen 

A-5923/2015 

Seite 7 

und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu-

figes Beweisverfahren ersparen würde. Die beiden Voraussetzungen müs-

sen folglich kumulativ erfüllt sein und sind aufgrund des Ausnahmecharak-

ters restriktiv auszulegen (KAYSER, in: Kommentar VwVG, a.a.O., Art. 46 

Rz. 17). Die Rechtsmittelinstanz muss selbst materiell entscheiden kön-

nen, was bei einer Rückweisung an die Vorinstanz nicht gegeben ist (UHL-

MANN/WALLE-BÄR, in: Praxiskommentar VwVG, a.a.O., Art. 46 Rz. 23 mit 

Hinweisen). Bei der Beurteilung, ob eine bedeutende Zeit- und Kostener-

sparnis möglich ist, kommt der Rechtsmittelinstanz ein grosser Beurtei-

lungsspielraum zu (BGE 133 III 629 E. 2.4.2 in Pra 2008 Nr. 66 S. 443). 

Wenn bereits aus dem angefochtenen Entscheid oder aus der Natur der 

Sache offensichtlich hervorgeht, dass eine Weiterführung des Verfahrens 

viel Zeit in Anspruch nehmen und beträchtliche Kosten verursachen wird, 

gilt eine Ausnahme vom Grundsatz der detaillierten Begründungspflicht der 

Parteien (KAYSER, in: Kommentar VwVG, a.a.O., Art. 46 Rz. 21). 

2.4 Im vorliegenden Fall sind die Voraussetzungen von Art. 46 Abs. 1 Bst. b 

VwVG erfüllt. Falls das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss kommt, die 

Unvorhersehbarkeit sei im vorliegenden Fall zu verneinen, wäre die Ent-

schädigungsforderung des Beschwerdegegners unbestrittenermassen ab-

zulehnen. Dies insbesondere, weil die Frage der Entschädigung unter dem 

Titel des direkten Überflugs für den Beschwerdegegner bereits rechtskräf-

tig entschieden ist (Urteil BVGer A-1923/2008 vom 26. Mai 2009 E. 2.2.3 

i.V.m. E. 9.5 und Urteil BGer Urteil 1C_284/2009 vom 8. Juni 2010; vgl. 

Urteil BVGer A-941/2015 vom 21. Januar 2015 E. 3.6) und im vorliegenden 

Fall einzig die Anspruchsgrundlage der Enteignung nachbarrechtlicher Ab-

wehrbefugnisse gegen übermässige Lärmimmissionen in Frage steht (vgl. 

allgemein zu den Anspruchsgrundlagen E. 4; vgl. zum Ganzen Urteil BGer 

1C_232/2014 vom 18. März 2016 E. 1.1 und 1.2 und BGE 136 II 165 

E. 1.1). Der Beschwerdegegner macht im vorliegenden Verfahren wie vor 

der Vorinstanz keine Ansprüche aus direktem Überflug geltend. Somit 

könnte bei Gutheissung der Beschwerde ein sofortiger Endentscheid ge-

fällt und damit bedeutender Aufwand an Zeit und Kosten für die Durchfüh-

rung eines Schätzungsverfahrens mit entsprechenden Beweisabnahmen 

erspart werden. Dass ein Schätzungsverfahren einen erheblichen Aufwand 

mit sich bringen würde, ergibt sich offensichtlich sowohl aus dem ange-

fochtenen Entscheid als auch aus der Natur der Sache (vgl. Urteil BGer 

1C_248/2009 vom 8. Juni 2010 E. 2.3). 

2.5 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist folglich ge-

stützt auf Art. 46 Abs. 1 Bst. b VwVG einzutreten. 

A-5923/2015 

Seite 8 

3.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-

übung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (vgl. Art. 49 

VwVG). Jedoch ist es nicht Sache des Bundesverwaltungsgerichts, über 

die tatsächlichen Vorbringen der Parteien hinaus den Sachverhalt vollkom-

men neu zu erforschen und nach allen möglichen Rechtsfehlern zu suchen. 

Für entsprechende Fehler müssen sich mindestens Anhaltspunkte aus den 

Parteivorbringen oder den Akten ergeben (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜH-

LER, a.a.O., Rz. 1.52 und 1.55 mit Hinweisen; vgl. auch BVGE 2007/27 

E. 3.3; zum Ganzen zudem Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 

A-2163/2012 vom 1. April 2014 E. 3 und A-287/2013 vom 28. Mai 2013 E. 2 

je mit weiteren Hinweisen). 

4.   

4.1 Im Zusammenhang mit den Immissionen, die durch den Betrieb der 

Landesflughäfen verursacht werden, ist zwischen Grundstücken, die in ge-

ringer Höhe von Flugzeugen überflogen werden (sog. direkter Überflug, 

auch "Überflug stricto sensu" oder "eigentlicher Überflug"), und Grundstü-

cken, die sich ebenfalls in der Nachbarschaft des Flughafens befinden, 

aber nicht unmittelbar in der An- oder Abflugschneise liegen und somit nicht 

direkt überflogen werden, zu unterscheiden. Einerseits muss es ein Grund-

eigentümer – aus privatrechtlicher Sicht – nicht dulden, dass durch direkte 

Überflüge in den Luftraum über seinem Grundstück und damit sein Grund-

eigentum eingegriffen wird (Art. 641 Abs. 2 i.V.m. Art. 667 Abs. 1 des Zivil-

gesetzbuches [ZGB, SR 210]). Andererseits stehen ihm unabhängig von 

einem direkten Überflug nachbarrechtliche Abwehrrechte gegen übermäs-

sige Immissionen zu (Art. 679 Abs. 1 i.V.m. Art. 684 ZGB). Die Abwehr-

rechte des Privatrechts sowohl gegen direkte Überflüge als auch gegen 

übermässige Immissionen kommen indessen nicht mehr zum Tragen, 

wenn die Einwirkungen vom bestimmungsgemässen Gebrauch eines öf-

fentlichen Werkes, wie es der Flughafen Zürich ist, herrühren. An die Stelle 

der privatrechtlichen Ansprüche tritt in diesem Fall der Anspruch auf eine 

Enteignungsentschädigung (vgl. zum Ganzen BGE 134 III 248 E. 5.1 f.; 

129 II 72 E. 2.2-2.4; Urteile BVGer A-2163/2012 vom 1. April 2014 E. 5.1 

und A-4836/2012 vom 13. März 2014 E. 5). 

A-5923/2015 

Seite 9 

4.2 Führt der Flugverkehr zu übermässigen, duldungspflichtigen Immissio-

nen, so kann ein Entschädigungsanspruch aufgrund einer immissionsbe-

dingten formellen Enteignung infolge Unterdrückung der nachbarrechtli-

chen Abwehrrechte gemäss Art. 679 i.V.m. Art. 684 ZGB bestehen; der Ent-

schädigungsanspruch wird aus Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Enteignung vom 20. Juni 1930 (SR 711, EntG) abgeleitet. Ein Anspruch auf 

eine Entschädigung wegen der Unterdrückung nachbarrechtlicher Abwehr-

rechte besteht indes nur, wenn kumulativ die drei Bedingungen der Unvor-

hersehbarkeit der Lärmimmissionen, der Spezialität der Immissionen so-

wie der Schwere des immissionsbedingten Schadens gegeben sind (vgl. 

dazu BGE 130 II 394 E. 12 mit Hinweisen; vgl. statt vieler Urteil BVGer 

A-4836/2012 vom 13. März 2014 E. 7 m.w.H.). Geht es hingegen um di-

rekte Überflüge, so spielen die Voraussetzungen der Unvorhersehbarkeit, 

der Spezialität und der Schwere keine Rolle (ADRIAN WALPEN, Bau und Be-

trieb von zivilen Flughäfen, 2005, S. 390 f. mit Hinweisen; vgl. BGE 134 II 

49 E. 5, 129 II 72 E. 2.5 mit Hinweisen; Urteile BVGer A-2163/2012 vom 

1. April 2014 E. 5.1 und A-4546/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 6.1). 

4.3 Das Bundesgericht hat den Stichtag für die Vorhersehbarkeit der Flug-

lärmimmissionen im Einzugsbereich der schweizerischen Landesflughäfen 

auf den 1. Januar 1961 festgesetzt (BGE 121 II 317 E. 6b-c = Pra 85 

Nr. 165). Es hat betont, dass es sich dabei um eine allgemein und streng 

zu berücksichtigende Regel gilt, die in allen Verfahren, in welchen es um 

die Enteignung nachbarrechtlicher Abwehransprüche wegen des Betriebs 

eines Landesflughafens geht, zur Anwendung kommt, und von welcher im 

Einzelfall nicht abgewichen bzw. die nicht angepasst werden soll (BGE 131 

II 137 E. 2.3; 130 II 394 E. 12.1). Diese Rechtsprechung wurde auch im 

Zusammenhang mit den Ostanflügen auf den Flughafen Zürich bestätigt 

(vgl. statt vieler BGE 136 II 263 E. 7). 

4.4 Aus der durch das Bundesgericht erfolgten Festlegung des Stichtags 

folgt, dass jedem, der nach dem Stichtag Grundeigentum erworben hat, 

vorgehalten werden kann, er habe mit der Möglichkeit von vermehrtem      

oder neuem Fluglärm rechnen müssen (ROLAND GFELLER, Immissions- und 

Überflugsenteignungen am Beispiel des Flughafens Zürich, 2006, S. 54 f.). 

Folglich ist die Voraussetzung der Unvorhersehbarkeit erfüllt, wenn eine 

Liegenschaft vor dem 1. Januar 1961 käuflich erworben wurde. Dasselbe 

gilt für die Erben von Grundeigentümern, welche die Liegenschaft vor 1961 

gekauft haben. Das Bundesgericht begründet diese Praxis mit dem Um-

stand, dass die Erben in der gleichen Lage wie der Erblasser seien. Anders 

als ein Käufer, der die im Kaufzeitpunkt bekannten bzw. vorhersehbaren 

A-5923/2015 

Seite 10 

Immissionen beim Kaufpreis berücksichtigen könne, hätten die Erben 

keine andere Möglichkeit zur Schadensverhütung (BGE 111 Ib 233 E. 2a = 

Pra 75 Nr. 76; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1E.10/1998 vom 28. Sep-

tember 1998 E. 3a/bb = Pra 88 Nr. 20). Hat der Eigentumsübertrag auf-

grund eines Erbvorbezugs stattgefunden, ist der Empfänger ebenfalls dem 

Grundeigentümer gleichzustellen, der die Liegenschaft vor 1961 erworben 

hat (BGE 128 II 231 E. 2.3 = Pra 91 Nr. 184; 121 II 317 E. 6c = Pra 85 

Nr. 165; 111 Ib 233 E. 2a = Pra 75 Nr. 76). Grundsätzlich kann auch eine 

gemischte Schenkung unter den Tatbestand des Erbvorbezugs fallen 

(GFELLER, a.a.O., S. 59, mit Verweis auf BGE 128 II 231 E. 2.4.2.1 = Pra 

91 Nr. 184, vgl. Urteil BGer 1E.10/1998 vom 28. September 1998 E. 3b/bb 

= Pra 88 Nr. 20).   

5.   

5.1 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz in ihrem Zwischenbeschluss 

festgestellt, dass das Kriterium der Unvorhersehbarkeit der Fluglärmimmis-

sionen für den Beschwerdegegner, dem das vom Fluglärm betroffene 

Grundstück im Zuge der Scheidung zu Eigentum übertragen wurde, erfüllt 

ist. Der Umstand, dass den Scheidungsparteien bei der Güterzuteilung ein 

relativ grosser Gestaltungsspielraum zustehe, bedeute nicht, dass die Par-

teien diesen vollumfänglich nutzen könnten, um lärmbedingte Schäden zu 

verhindern. Denn die Parteien hätten das Grundstück nicht an Dritte ver-

kaufen oder öffentlich versteigern können, weil sich der vorhersehbare 

Fluglärm 1995 bereits im Preis niedergeschlagen habe, das enteignungs-

rechtlich relevante Ereignis jedoch erst 2001 eingetreten sei. Es erscheine 

unbillig, den bereits stark reduzierten Entscheidungsspielraum der Schei-

denden noch weiter einzuschränken und von einem nicht ausgleichungs-

pflichtigen Wertverlust auszugehen. Es könne den Parteien kein selbstver-

schuldeter Wertverlust vorgeworfen werden, wenn sie eine neue Zuteilung 

des Eigentums als geeignetere Lösung erachten würden und deshalb 

rechtfertige es sich, den Scheidenden die Wahl zu lassen, wem das Grund-

eigentum zugeteilt werden solle. Der so gewährte Gestaltungsspielraum 

sei immer noch derart klein, dass er näher jenem von Erben und Erbvor-

bezügern liege als bei jenem von Käufern.   

5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, entgegen den Ausführungen 

der Vorinstanz habe das Bundesgericht bereits explizit festgehalten, dass 

alle anderen als durch Erbgang erworbenen Grundstücke nicht unter die 

Ausnahmekonstellation zu subsumieren seien. Der Erbe habe keinerlei 

A-5923/2015 

Seite 11 

Möglichkeit zur Schadensverhütung, weil er automatisch in die Rechtsstel-

lung des Erblassers eintrete, was bei einer Eigentumsübertragung zufolge 

des Vollzugs einer Scheidungskonvention, die nur mit Einverständnis des 

Empfängers möglich sei, nicht der Fall sei. Der neue Eigentümer sei wie 

ein Investor zu behandeln, der allfällige spätere Wertveränderungen selber 

tragen wolle und müsse. Wer sich nach dem 1. Januar 1961, also wenn die 

Immissionen bereits vorhersehbar sind, entscheide, im Rahmen der güter-

rechtlichen Auseinandersetzung ein Grundstück anzunehmen, nehme die 

Gefahr einer Wertverminderung bewusst in Kauf. Andernfalls könne er auf 

die Zuweisung im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung ver-

zichten. Deshalb seien Kauf und Eigentumsübertragung zufolge Vollzugs 

einer freiwillig eingegangenen Scheidungskonvention gleich zu behandeln. 

Auf die Schadensverhütung komme es überdies nicht an, da im vorliegen-

den Fall beim Erwerb durch Scheidung ein enteignungsrechtlich relevanter 

Immissionsschaden noch gar nicht entstanden sei. Es könne nicht sein, 

dass der Ex-Ehegatte privilegiert behandelt werde, obwohl er wertmässig 

das gleiche Grundstück wie ein (auch familieninterner) Käufer erhalte.         

5.3 Der Beschwerdegegner bringt vor, das Bundesgericht habe die Frage 

der Privilegierung einer Eigentumsübertragung mittels Scheidungsurteil 

bisher nicht geprüft bzw. entschieden. Die Ausnahmekonstellationen seien 

nicht abschliessend. Das Kriterium der Unvorhersehbarkeit verfolge den 

Zweck, nur unverschuldet erlittene Vermögensverluste auszugleichen und 

nicht solche, die der Enteignete hätte vermeiden können. Bei der Zuteilung 

einer Liegenschaft in einem Scheidungsverfahren müsse eine Partei die 

Liegenschaft übernehmen und ihr komme keine Entscheidungsfreiheit zu. 

Oft werde das Objekt derjenigen Person zugewiesen, welche dafür besser 

geeignet sei und/oder für die es wirtschaftlich besser tragbar sei. Die gü-

terrechtliche Zuteilung sei den erbrechtlichen Erwerbsarten gleichzustel-

len, weil die Scheidungsparteien nicht über diejenigen Möglichkeiten der 

Schadensverhinderung verfügen würden, welche gewöhnlichen Käufern 

zukommen würden. Die Vereinbarung über die Scheidungsfolgen in einer 

Konvention sei kein Vergleich im üblichen Sinne, wo Entscheidungs- und 

Verhandlungsfreiheit bestehe. Beim Genehmigungsentscheid prüfe das 

Gericht sowohl Vollständigkeit und Klarheit als auch rechtliche Zulässigkeit 

und sachliche Angemessenheit der Konvention, folglich bestehe keine mit 

einem freihändigen Kauf vergleichbare Vertrags- und Entscheidungsfrei-

heit. Weil der Beschwerdegegner nicht frei über den Verkaufszeitpunkt und 

somit auch über den Preis hätte bestimmen können, wäre er auch bei einer 

Versteigerung der Liegenschaft oder einem Verkauf an Dritte nicht in einer 

zu einem freihändigen Käufer vergleichbaren Position gewesen. Entgegen 

A-5923/2015 

Seite 12 

der Ansicht der Beschwerdeführerin sei der Schaden bereits entstanden, 

da die Liegenschaft ab dem 1. Januar 1961 eine Wertminderung erlitten 

habe.  

6.  

Vorliegend stellt sich die Frage, ob die im Zuge einer Scheidung bzw. gü-

terrechtlichen Auseinandersetzung erfolgte Eigentumsübertragung eines 

Grundstücks für die Frage der Unvorhersehbarkeit von Lärmimmissionen 

wie ein Kauf oder wie eine Erbschaft bzw. ein Erbvorbezug zu behandeln 

ist. Im Falle einer Gleichbehandlung mit dem Kauf wäre das Vorliegen der 

Unvorhersehbarkeit zu verneinen. 

6.1 Das Bundesgericht hat sich zwar – wie sogleich zu zeigen sein wird – 

im Zusammenhang mit dem Kriterium der Unvorhersehbarkeit ver-

schiedentlich mit den verschiedenen Übertragungsarten, die für eine Privi-

legierung bzw. Gleichstellung des neuen Eigentümers mit dem bisherigen 

Eigentümer in Frage kommen, befasst. Es hat jedoch nie ausdrücklich fest-

gestellt, die bisher geprüften Fälle seien abschliessend.  

Die Beendigung der Unvorhersehbarkeit durch einen Verkauf der Liegen-

schaft nach dem 1. Januar 1961 begründet das Bundesgericht damit, dass 

es Sache des Käufers ist, das Risiko künftiger Beeinträchtigungen bei sei-

ner Offerte mit in Betracht zu ziehen. In dieser Hinsicht befindet sich der 

Erwerber in einer anderen Lage als sein Rechtsvorgänger (BGE 110 Ib 43 

E. 4). Im Sinne dieser Rechtsprechung entschied das Bundesgericht, dass 

dem Empfänger einer Zuwendung aus Erbvorempfang gleich wie dem Er-

ben und im Gegensatz zum Käufer keine anderen Möglichkeiten zur Scha-

densverhütung zustehen als dem früheren Eigentümer. Deshalb ist der Zu-

wendungsempfänger wie ein Erbe und nicht wie ein Käufer zu behandeln 

(BGE 111 Ib 233 E. 2a; bestätigt in BGE 121 II 317 E. 6c = Pra 85 Nr. 165). 

In der Folge hält das Bundesgericht in mehreren Entscheiden fest, dass 

wenn ein Anwohner sein Grundstück erst nach dem 1. Januar 1961 „anders 

als durch Erbgang erworben hat“, die Einwirkungen als vorhersehbar gel-

ten und kein Entschädigungsanspruch entstehen kann (BGE 134 II 49 E. 7; 

134 II 145 E. 6). Im Zusammenhang mit einer behaupteten gemischten 

Schenkung als Wiederausgleich der Erbschaft eines gemeinsamen Vorfah-

ren hält das Bundesgericht fest, dass der Erbe „im Gegensatz zum Käufer 

des Grundstücks (oder dem allfällig damit Beschenkten) keine andere 

Möglichkeit zur Schadensverhütung“ hat (Urteil BGer 1E.10/1998 vom 

28. September 1998 E. 3a/bb = Pra 88 Nr. 20). Und weiter, dass „die von 

A-5923/2015 

Seite 13 

der Rechtsprechung vorgesehene Lösung für Zuwendungen, die als Erb-

vorbezug gemacht wurden, […] nicht auf jede Eigentumsübertragung eines 

Grundstücks – durch Verkauf, Schenkung, gemischte Schenkung etc. – 

zwischen den Mitgliedern einer gleichen Familie «im weiten Sinne» («au 

sens large») anwendbar“ ist (Urteil BGer 1E.10/1998 vom 28. September 

1998 E. 3b/bb = Pra 88 Nr. 20). 

Aus dieser Rechtsprechung könnte folglich – bei reiner Abstützung auf den 

Wortlaut – geschlossen werden, dass das Bundesgericht die sich im vor-

liegenden Fall stellende Frage bereits entschieden hat, indem es aus-

schliesslich und ausdrücklich  nur die Übertragung durch Erbschaft oder 

Erbvorbezug privilegieren wollte. Damit bliebe kein Raum für die Erweite-

rung der Anwendung der erläuterten Rechtsprechung um weitere Übertra-

gungsarten wie der güterrechtlichen Auseinandersetzung bei einer Schei-

dung. Dieser Schluss würde jedoch zu kurz greifen, da in den erwähnten 

Fällen nie die mit dem vorliegenden Fall identische Konstellation einer Ei-

gentumsübertragung zufolge Scheidung bzw. güterrechtlicher Auseinan-

dersetzung vorgelegen hatte, die durch das Bundesgericht zu beurteilen 

gewesen wäre.   

6.2  

6.2.1 Nach dem seit 2000 geltenden Scheidungsrecht erfolgt eine Schei-

dung auf gemeinsames Begehren oder auf Klage eines Ehegatten 

(Art. 111 ff. ZGB). Für eine Scheidung auf gemeinsames Begehren ist er-

forderlich, dass die Ehegatten eine vollständige (Art. 111 ZGB) oder teil-

weise (Art. 112 ZGB) Vereinbarung über die Scheidungsfolgen  getroffen 

haben und sich diesbezüglich (teilweise) einig sind. Ist das gemeinsame 

Begehren eingereicht, überzeugt sich das Gericht anschliessend, ob die 

(Teil-)Vereinbarung auf freiem Willen und reiflicher Überlegung beruht und 

ob sie mit den Anträgen hinsichtlich der Kinder bzw. mit den Punkten, über 

die sich die Parteien geeinigt haben, genehmigt werden kann (Art. 111 

Abs. 2, Art. 112 Abs. 2 ZGB). In allen Fällen richtet sich die Genehmigung 

einer Vereinbarung über die Scheidungsfolgen durch das Gericht nach 

Art. 279 der Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO, SR 272). 

Vor Inkrafttreten der ZPO war die Genehmigung der Vereinbarung über die 

Scheidungsfolgen in Art. 140 aZGB (AS 1999 1118, 1133) geregelt. Die 

Bestimmungen sind materiell identisch (vgl. THOMAS SUTTER-SOMM/NICO-

LAS GUT, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar 

ZPO, Art. 279 Rz. 2). Auch unter dem alten Scheidungsrecht bedurften Ver-

einbarungen über die Nebenfolgen der Scheidung oder Trennung zur 

A-5923/2015 

Seite 14 

Rechtsgültigkeit der Genehmigung durch den Richter (Art. 158 Abs. 5 

aZGB [AS 24 233]). Die bereits unter dem alten Recht geltenden und durch 

die Bundesgerichtspraxis entwickelten Kriterien für die Genehmigung von 

Vereinbarungen wurden mit der Revision ins Gesetz übernommen (Bot-

schaft über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Perso-

nenstand, Eheschliessung, Scheidung, Kindesrecht, Verwandtenunterstüt-

zungspflicht, Heimstätten, Vormundschaft und Ehevermittlung] vom 

15. November 1995 [nachfolgend: Botschaft Scheidungsrecht], BBl 1996 I 

1 ff., 141; INGEBORG SCHWENZER, Ehegattenunterhalt nach Scheidung 

nach der Revision des Scheidungsrechts, in: AJP/PJA 2/99 S. 167 ff., 176). 

Demnach darf das Gericht eine Vereinbarung nur dann genehmigen, wenn 

es sich davon überzeugt hat, dass sie auf freiem Willen und freier Wil-

lensäusserung beider Ehegatten sowie auf reiflicher Überlegung beruht. 

Die Genehmigung soll verhindern, dass eine Partei zu Zugeständnissen 

gezwungen werden kann, die als unangemessen oder unbillig erscheinen 

(BGE 119 II 197 E. 3b). Die Ehegatten müssen sich der Tragweite des Ver-

einbarten bewusst sein und nicht leichtsinnig und überstürzt Verpflichtun-

gen eingehen oder auf Rechte verzichten (SUTTER-SOMM/GUT, a.a.O., in: 

Kommentar ZPO, Art. 279 Rz. 11 f. mit Hinweisen). Darüber hinaus muss 

die Vereinbarung klar und vollständig sowie nicht offensichtlich unange-

messen sein. Bezüglich der offensichtlichen Unangemessenheit hat das 

Gericht eine wirtschaftliche Gesamtbeurteilung vorzunehmen und sowohl 

das Ergebnis der güterrechtlichen Auseinandersetzung wie auch des Vor-

sorgeausgleichs mit zu berücksichtigen (SUTTER-SOMM/GUT, a.a.O., in: 

Kommentar ZPO, Art. 279 Rz. 18; vgl. zum Ganzen BGE 119 II 297 E. 3).     

Die Scheidungsparteien können den Inhalt der Vereinbarung über die Ne-

benfolgen der Scheidung frei bestimmen, sofern die betreffenden Neben-

folgen der freien Verfügung der Ehegatten unterliegen (SUTTER-

SOMM/GUT, a.a.O., in Kommentar ZPO, Art. 279 Rz. 7; dies galt bereits 

unter altem Recht, vgl. Botschaft Scheidungsrecht, BBl 1996 I 1 f., 141). 

Bei einer Scheidung auf Klage hin sind die Parteien sowohl nach altem als 

auch nach neuem Scheidungsrecht bereits vor der gerichtlichen Genehmi-

gung mit dem Vertragsschluss an die Scheidungskonvention gebunden. 

Allerdings besteht die Möglichkeit, dem Gericht die Nichtgenehmigung zu 

beantragen (Botschaft Scheidungsrecht, BBl 1996 I 1 f., 141 mit Hinweisen; 

CARMEN LADINA WIDMER, Gestaltungsmöglichkeiten von Eheverträgen und 

Scheidungskonventionen, in: ZBJV 145/2009 S. 419 ff., 424 mit zahlrei-

chen Hinweisen auch zum alten Recht; SUTTER-SOMM/GUT, a.a.O., in: 

Kommentar ZPO, Art. 279 Rz. 25 mit Hinweisen). Insofern kommt der 

Scheidungskonvention eine privatrechtliche Vertragsnatur zu (DANIEL 

A-5923/2015 

Seite 15 

STECK, Gedanken zur Rechtsnatur und Bindungswirkung der Scheidungs-

vereinbarungen, in: Büchler/Müller-Chen [Hrsg.], Festschrift für Ingeborg 

Schwenzer, 2011, 1623 ff., 1626 mit Hinweisen). Mit der gerichtlichen Ge-

nehmigung verliert die Vereinbarung jedoch ihren vertraglichen Charakter 

und wird Bestandteil des Entscheids (BGE 119 II 297 E. 3; BGE 138 III 532 

E. 1.3; SUTTER-SOMM/GUT, a.a.O., in Kommentar ZPO, Art. 279 Rz. 21 und 

26 mit Hinweisen). 

6.2.2 Im vorliegenden Fall wurde die Ehe des Beschwerdegegners mit Ur-

teil vom 19. Dezember 1995 geschieden. Das Scheidungsurteil des Be-

zirksgerichts Bülach befindet sich auszugsweise (Rubrum, Teil der Kon-

vention und Dispositiv) bei den Akten. Im Dispositiv wird über den Schei-

dungspunkt und die Kinderbelange (elterliche Sorge und Unterhaltsbei-

träge) entschieden. Im Übrigen wird die Vereinbarung der Parteien über die 

ehe- und güterrechtlichen Nebenfolgen der Scheidung genehmigt (Disp. 

Ziff. 5.a) und demzufolge festgehalten, dass die im Eigentum der Beklagten 

(= der Ehefrau) stehende Liegenschaft Kat. Nr. 1419 zu den unter den Par-

teien in der Scheidungskonvention vereinbarten Bedingungen ins Alleinei-

gentum des Klägers (= des Ehemanns) übergeht und das Grundbuchamt 

Bassersdorf angewiesen wird, den Kläger als Eigentümer des erwähnten 

Grundstücks einzutragen (Disp. Ziff. 5.b).   

Obwohl im vorliegenden Fall die Gründe für die von den Parteien gewählte 

Lösung und die Umstände des Zustandekommens der Vereinbarung nicht 

bekannt sind, ist festzuhalten, dass der Beschwerdegegner und seine da-

malige Frau eine vertragliche Abmachung getroffen haben, nach der die 

Liegenschaft ins Eigentum des Ehemanns zu übertragen ist. Mit Abschluss 

der Vereinbarung waren die Parteien auch vor ihrer Einreichung oder der 

Genehmigung durch das Gericht daran gebunden. Folglich sind die Par-

teien den Vertrag freiwillig eingegangen und haben damit die Eigentums-

übertragung aus freiem Willen vereinbart. Nachdem wie bereits gesagt 

nicht die gesamte Vereinbarung im Wortlaut vorliegt, ist nicht ersichtlich, 

worauf sich die (freiwillige) Zuteilung der Liegenschaft an den Beschwer-

degegner stützt. Weil die Parteien gemäss Ziff. 9 der Vereinbarung festge-

stellt haben, dass sie „mit Erfüllung der Vereinbarung in ehe- und güter-

rechtlicher Hinsicht […] vollständig auseinandergesetzt“ sind, kann jedoch 

davon ausgegangen werden, dass das Eigentum an der Liegenschaft in 

Anrechnung oder zur Verrechnung güterrechtlicher Ansprüche übertragen 

wurde. Folglich kam die Vereinbarung nach (Vertrags-)Verhandlungen zwi-

schen den Parteien zu Stande, bei denen sich die Parteien unter anderem 

auch über den Wert der Liegenschaft zu einigen hatten. Damit sind die 

A-5923/2015 

Seite 16 

Verhandlungen über güterrechtliche Ansprüche mit Kaufverhandlungen 

und folglich die Scheidungskonvention mit einem Kaufvertrag vergleichbar. 

6.2.3 Im Gegensatz dazu finden bei einer Erbschaft – diese Übertragungs-

art wird ja vom Bundesgericht für die Bestimmung des Zeitpunkts der Un-

vorhersehbarkeit privilegiert behandelt – keine Verhandlungen oder Ge-

spräche statt, die den Abschluss einer einvernehmlichen Vereinbarung 

zum Ziel haben. Die Erben erwerben eine Erbschaft als Ganzes mit dem 

Tode des Erblassers kraft Gesetzes (Universalsukzession und eo ipso-Er-

werb, Art. 560 Abs. 1 ZGB). Anfall und Erwerb der Erbschaft fallen somit 

zusammen, die gesetzlichen und eingesetzten Erben erwerben den Nach-

lass sofort und unmittelbar aufgrund des Gesetzes mit dem Tod des Erb-

lassers. Es bedarf weder einer Annahmeerklärung noch einer Anerken-

nung durch die Erben (IVO SCHWANDER, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], 

Basler Kommentar ZGB II, 5. Aufl. 2015, Art. 560 Rz. 5). Daran ändert auch 

die Möglichkeit der Ausschlagung nichts. Denn wenn die Erbschaft innert 

der Ausschlagungsfrist von drei Monaten nicht ausdrücklich ausgeschla-

gen wird, gilt die Erbschaft als angenommen (Art. 571 Abs. 1 ZGB; 

SCHWANDER, a.a.O., in: BSK ZGB II, Art. 560 Rz. 7).  

Anders als bei einer Erbschaft ging die Liegenschaft im vorliegenden Fall 

nicht automatisch auf den Beschwerdegegner über, sondern das Gericht 

hat die Eigentumsübertragung gestützt auf die Vereinbarung, welche die 

Eheleute geschlossen haben und die das Gericht anschliessend nach den 

gesetzlichen Kriterien (vgl. E. 6.2.1) geprüft und genehmigt hat, via Grund-

buchamt angeordnet. Damit die Eigentumsübertragung erfolgen konnte, 

mussten beide Scheidungsparteien mit der Zuweisung der Liegenschaft an 

den Beschwerdegegner einverstanden sein, sonst hätte das Gericht die 

Vereinbarung nicht genehmigt. Mit seinem Einverständnis zur Konvention 

hat der Beschwerdegegner folglich auch die Annahme der Liegenschaft er-

klärt. Eine solche Annahme wird vom Erben gerade nicht verlangt, er er-

wirbt die Erbschaft eo ipso. Diesbezüglich unterscheidet sich die Übertra-

gung einer Liegenschaft im Zuge der güterrechtlichen Auseinandersetzung 

bei einer Scheidung klar von der Erbschaft und ist mit einem Kaufgeschäft 

vergleichbar. Denn wie beim Abschluss einer Scheidungskonvention be-

darf es beim Kauf einer gegenseitigen übereinstimmenden Willenserklä-

rung und die Einigung über wesentliche Punkte wie Gegenstand und Preis. 

Dies spricht folglich im vorliegenden Fall dafür, die Übertragung einer Lie-

genschaft im Zuge einer Scheidung mit Scheidungskonvention für die 

Frage der Unvorhersehbarkeit einem Kauf gleichzusetzen.  

A-5923/2015 

Seite 17 

6.3 Dieses Ergebnis steht auch im Einklang mit der hinter der Privilegie-

rung von Erbschaft und Erbvorbezug stehenden Idee der fehlenden Mög-

lichkeit zur Schadensverhütung durch den Empfänger der Zuwendung (vgl. 

E. 4.4). Der Beschwerdegegner war zum Zeitpunkt der Zustimmung zur 

Scheidungskonvention in einer Lage, die von der eines anderen Kaufinte-

ressenten nicht wirklich verschieden war. Er war eindeutig nicht in der Lage 

eines Erben, der keine Möglichkeit zur Vermeidung des Schadens hat, weil 

er im Zuge der Verhandlungen, welche zur schliesslich genehmigten Kon-

vention führten, ohne weiteres darauf verzichten konnte, sich die Liegen-

schaft übertragen zu lassen bzw. diese bewusst angenommen hat. Beim 

Entscheid über die Zustimmung zur Scheidungskonvention und damit zur 

Übertragung der Liegenschaft auf ihn konnte er die bekannten und vorher-

sehbaren Immissionen des benachbarten Flughafens angemessen be-

rücksichtigen (vgl. Urteil BGer 1E.10/1998 vom 28. September 1998 

E. 3b/cc= Pra 88 Nr. 20). 

7.  

Zusammenfassend ergibt sich aus dem Gesagten, dass der Beschwerde-

gegner im vorliegenden Fall für die Frage der Unvorhersehbarkeit der Flug-

lärmimmissionen wie ein Käufer zu behandeln ist. Folglich ist eine Eigen-

tumsübertragung im Zuge einer Scheidung mit Scheidungskonvention 

nicht wie ein Erbvorbezug oder eine Erbschaft, sondern wie ein Kauf zu 

behandeln. Bei diesem Ergebnis ist die Beschwerde gutzuheissen und der 

Entscheid der Vorinstanz aufzuheben. Damit steht fest, dass das Entschä-

digungskriterium der Unvorhersehbarkeit für den Beschwerdegegner nicht 

erfüllt ist. Folglich ist sein Begehren um Entschädigung für aus dem Betrieb 

des Flughafens Zürich resultierende übermässige Lärmeinwirkung vom 

30. Januar 2006 abzuweisen.  

8.  

8.1 Die Kosten des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht, ein-

schliesslich einer Parteientschädigung an den Enteigneten, hat der Enteig-

ner zu tragen (Art. 116 Abs. 1 Satz 1 EntG). Werden die Begehren des 

Enteigneten ganz oder zum grösseren Teil abgewiesen, so können die 

Kosten auch anders verteilt werden. Unnötige Kosten trägt in jedem Fall, 

wer sie verursacht hat (Art. 116 Abs. 1 Satz 2 und 3 EntG).  

8.2 Für ein Abweichen vom Grundsatz, wonach der Enteigner die aus der 

Geltendmachung des Enteignungsrechts entstehenden Kosten trägt, sind 

A-5923/2015 

Seite 18 

vorliegend keine Gründe ersichtlich. Die Flughafen Zürich AG als Enteig-

nerin hat sowohl die Verfahrenskosten zu tragen als auch eine Parteient-

schädigung an den Enteigneten zu leisten. 

8.3 Die auf Fr. 2'000.– festzusetzenden Verfahrenskosten sind daher der 

Flughafen Zürich AG aufzuerlegen (vgl. zur Bemessung der Verfahrens-

kosten in enteignungsrechtlichen Verfahren Urteile des Bundesverwal-

tungsgerichts A-2163/2012 vom 1. April 2014 E. 26 und A-4836/2012 vom 

13. März 2014 E. 11.2) und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-

cher Höhe zu verrechnen.  

8.4 Die Höhe der Parteientschädigung ist aufgrund der Akten zu bestim-

men. In Anbetracht des mutmasslichen Arbeits- und Zeitaufwandes für das 

vorliegende Verfahren hält das Bundesverwaltungsgericht eine Parteient-

schädigung von gesamthaft Fr. 3'500.– (inkl. Auslagen und Mehrwert-

steuer) für angemessen, welche dem Beschwerdegegner durch die Be-

schwerdeführerin zu entrichten ist. 

8.5 Über die Verteilung der Kosten im vorinstanzlichen Verfahren hat die 

Vorinstanz zu befinden. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid der Vorinstanz vom 

26. August 2015 wird aufgehoben.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2‘000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Sie werden mit dem Kostenvorschuss von Fr. 2‘000.– verrechnet.  

3.  

Dem Beschwerdegegner wird eine Parteientschädigung von Fr. 3‘500.– zu-

gesprochen, welche ihm von der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils zu vergüten ist. 

4.  

Die Vorinstanz hat über die Verteilung der Kosten im vorinstanzlichen Ver-

fahren zu befinden. 

A-5923/2015 

Seite 19 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– den Beschwerdegegner (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jürg Steiger Laura Bucher 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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