# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 801f3cc1-b567-526d-9964-ea8f42d60631
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 24.10.2023 FO.2022.22-K2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_FO-2022-22-K2_2023-10-24.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/52

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FO.2022.22-K2

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 17.01.2024

Entscheiddatum: 24.10.2023

Entscheid Kantonsgericht, 24.10.2023
Art. 273 Abs. 1 und Art. 276 ZGB: Anspruch auf angemessenen persönlichen 
Verkehr. Der persönliche Verkehr soll es dem Kind ermöglichen, zu beiden 
Eltern eine persönliche Beziehung zu pflegen. Besonderheiten der 
Besuchsregelung bei Kleinkindern: Bei einem Kampf um die 
Betreuungsaufteilung kann die emotionale Sicherheit eines Kleinkindes 
stark strapaziert werden, was zu Stress führt. Die Schwelle, wann eine 
stressinduzierende Situation für ein Kind schädlich wird, ist von Kind zu Kind 
unterschiedlich. Den Bedürfnissen von kleinen Kindern entsprechen in der 
Regel kurze Kontakte ohne Übernachtungen und in kleinen Abständen. Mit 
Blick auf die vorliegend besonderen Umstände liegt die Notwendigkeit einer 
detaillierten Phasenbildung mit schrittweiser (jedoch beschleunigter) 
Ausdehnung des Besuchsrechts vor (E. III./3.). Bei nicht verheirateten Eltern 
besteht kein Anspruch des anderen Elternteils auf Ehegattenunterhalt oder 
nachehelichen Unterhalt. Demzufolge ist dem anderen Elternteil kein 
Überschussanteil zuzuordnen, weshalb das gemeinsame Kind mit einem 
Drittel am Überschuss (vorliegend des Vaters) zu beteiligen ist (E. III./7.). 
(Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 24. Oktober 2023, FO.2022.22-K2).

Entscheid siehe PDF

Kanton St.Gallen 

Gerichte 

 
 

 

 
Kantonsgericht St. Gallen 

II. Zivilkammer 

 

 

 
 
 

 Entscheid vom 24. Oktober 2023 

   

   

Geschäftsnr.   FO.2022.22-K2; ZV.2022.134-K2, ZV.2023.98-K2 
(VV.2022.5-[…] / SF.2022.6-[…]) 
 

   

Verfahrens-
beteiligte 

 A.__,  
 

Berufungskläger,  
 
vertreten von Rechtsanwältin D.,  
 

  und 
 

  B.__,  
 

Berufungsbeklagte,  
 
vertreten von Rechtsanwalt E., 
 
 

Gegenstand  Kinderbelange und Unterhalt 
 
 

 

  

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 2/51 

  

Erwägungen 

 

I. 

 

1. C., geb. DD.MM.2021, ist das Kind der nicht miteinander verheirateten Eltern B. 

geb. 1998 (nachfolgend Mutter), und A., geb. 1988 (nachfolgend Vater). Die Eltern waren 

nie in einer gemeinsamen Beziehung. Mit Klage vom 21. Januar 2022 verlangte die Mut-

ter bei der Vorinstanz unter anderem die Feststellung der Vaterschaft von A. und die An-

ordnung der Korrektur des Eintrags im Zivilstandsregister (vi-act. 1). Mit Gutachten vom 

7. März 2022 stellte das Institut für Rechtsmedizin St. Gallen die biologische Vaterschaft 

von A. für C. fest (vi-act. 9), was auch von ihm anerkannt wurde (vgl. z.B. vi-act. 23, S. 4). 

Die Mutter verlangte in den hier interessierenden Ziffern mit ihrer Klage vom 21. Januar 

2022 Folgendes: 

 

3. Der Beklagte sei zu verpflichten, rückwirkend ab Geburt an den Unterhalt von C. einen nach erfolg-

tem Beweisverfahren festzusetzenden, monatlichen, je auf den Ersten des Monats vorauszahlbaren 

und gerichtsüblich indexierten Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'424.00 (Barunterhalt mind. Fr. 692.00 und 

Betreuungsunterhalt mind. Fr. 2'732.00) zzgl. allfälliger Kinder-/Ausbildungszulagen zu bezahlen. 

4. Die Kinderunterhaltsbeiträge seien bis zur Volljährigkeit des Kindes bzw. darüber hinaus bis zum 

ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung zu leisten. 

5. Der Beklagte sei ausserdem zu verpflichten, sich mindestens zur Hälfte an den ausserordentlichen 

Bedürfnissen des Kindes zu beteiligen. 

6. Der Klägerin und Kindesmutter sei die alleinige elterliche Sorge zuzuteilen. 

7. Der Beklage habe der Klägerin die notwendigen Ausgaben zur Erstausstattung in der Höhe von mind. 

Fr. 1'807.90 zu ersetzen. 

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten des Beklagten 

 

Der damals nicht vertretene Vater stellte an Schranken der Vorinstanz folgende (sinnge-

mässe) Anträge (vgl. vi-act. 23): 

 

1. Ich bin der Vater von C. 

2. Ich möchte die Verantwortung für C. mittragen und ihn regelmässig sehen können. 

3. Ich bin bereit, für den Unterhalt meines Sohnes aufzukommen, insbesondere auch für die Kosten der 

Erstausstattung im geltend gemachten Umfang. 

4. Es sei mir ein Besuchsrecht von einem Tag pro Woche zu gewähren. 

 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 3/51 

  

2. Am 30. Juni 2022 erliess die Familienrichterin des Kreisgerichts L. folgenden 

Entscheid (VV.2022.5-[…] / SF.2022.6-[…]): 

 

1. Es wird festgestellt, dass A., geb. DD.MM.1988, der Vater des Kindes C., geb. DD.MM.2021, ist.  

2. B. und A. üben die elterliche Sorge über C., geb. DD.MM.2021, gemeinsam aus.  

C. wohnt bei der Mutter und wird durch diese hauptsächlich betreut. Dementsprechend steht ihr die 

Obhut zu.  

Die Eltern orientieren sich rechtzeitig, wenn sie ihren Wohnsitz wechseln wollen.  

Will die Mutter den Aufenthaltsort des Kindes wechseln, so bedarf dies der Zustimmung des Vaters, 

wenn der neue Aufenthaltsort im Ausland liegt oder wenn der Wechsel erhebliche Auswirkungen auf 

die Ausübung der elterlichen Sorge und den persönlichen Verkehr durch den Vater hat. 

3. Der Vater betreut C. wie folgt: 

Phase I: 

Der Vater und C. haben das Recht, sich jeden zweiten Samstag oder Sonntag während zwei Stunden 

im Rahmen von begleiteten Besuchstagen zu sehen.  

Diese Begleitung kann durch die Beistandsperson aufgehoben werden (Wechsel in Phase II), sobald 

der Vater das Besuchsrecht wenigstens zehn Mal erfolgreich ausgeübt hat.  

Phase II: 

Der Vater und C. haben das Recht, sich jeden zweiten Samstag oder Sonntag während zwei Stunden 

in der Begleitung der Mutter oder einer von dieser bestimmten Drittperson zu sehen.  

Diese Besuchsregelung kann durch die Beistandsperson aufgehoben werden (Wechsel in Phase III), 

sobald der Vater das Besuchsrecht wenigstens drei Mal erfolgreich ausgeübt hat.  

Phase III: 

Danach haben der Vater und C. das Recht, sich jeden Samstag oder Sonntag während zwei Stunden 

unbegleitet zu sehen.  

Die Beistandsperson kann den Wechsel in Phase IV anordnen, sobald der Vater das Besuchsrecht 

gemäss Phase III wenigstens fünfzehn Mal erfolgreich ausgeübt hat.  

Phase IV: 

Danach haben der Vater und C. das Recht, sich jeden zweiten Samstag oder Sonntag von 10:00 Uhr 

bis 15:00 Uhr zu sehen. 

Die Beistandsperson kann den Wechsel in Phase V anordnen, sobald der Vater das Besuchsrecht 

gemäss Phase IV wenigstens zehn Mal erfolgreich ausgeübt hat.  

Phase V: 

Danach haben der Vater und C. das Recht, sich jeden zweiten Samstag oder Sonntag von 10:00 Uhr 

bis 19:00 Uhr zu sehen. 

Die Beistandsperson kann den Wechsel in Phase VI frühestens anordnen, wenn C. das vollendete 

4. Altersjahr erreicht hat.  

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 4/51 

  

Phase VI (frühestens ab dem 4. Geburtstag von C.):  

Der Vater und C. haben das Recht, sich jedes zweite Wochenende von Samstag, 17:00 Uhr, bis 

Sonntag, 17:00 Uhr, zu sehen.  

Ab Phase VI gilt die folgende Feiertagsregelung:  

- Weihnachten: Am 24. Dezember ist C. jeweils bei der Mutter, am 25. und 26. Dezember beim 

Vater. In den ungeraden Jahren gilt diese Regelung umgekehrt. 

- Silvester/Neujahr: In den geraden Jahren (massgebend ist Silvester) ist C. bei der Mutter, in den 

ungeraden beim Vater. 

- Ostern/Pfingsten/Auffahrt: Karfreitag und Ostersamstag sowie Pfingsten verbringt C. in den ge-

raden Jahren bei der Mutter; Ostersonntag und Ostermontag sowie Auffahrt ist C. dann beim Va-

ter. In den ungeraden Jahren gilt diese Regelung umgekehrt. 

Die Beistandsperson kann den Wechsel in Phase VII frühestens anordnen, wenn C. das vollendete 

5. Altersjahr erreicht hat.  

Phase VII (frühestens ab dem 5. Geburtstag von C.): 

Danach haben der Vater und C. das Recht, sich jedes zweite Wochenende von Freitag, 19:00 Uhr, 

bis Sonntag, 18:00 Uhr, zu sehen.  

Ab Phase VII haben der Vater und C. das Recht, zwei Wochen Ferien miteinander zu verbringen, 

welche der Vater der Mutter drei Monate im Voraus schriftlich ankündigt. Die Feiertagsregelung ge-

mäss Phase VI gilt fort. 

Die Beistandsperson hat die Kompetenz, wenn eine Phase nicht funktioniert, in eine vorangehende 

Phase zu wechseln.  

4. Die bestehende Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für C. wird weitergeführt. Die KESB 

Region (Ort) wird angewiesen, die Beistandschaft zu vollziehen. 

Die Beistandsperson erhält zusätzlich zu ihren bestehenden Aufgaben die nachfolgenden Kompeten-

zen:  

- die Eltern bei der Erziehung sowie in ihrer Sorge um C. mit Rat und Tat zu unterstützen,   

- die vorstehende Betreuungsregelung zu begleiten und zu überwachen, die Eltern dabei zu bera-

ten, zu unterstützen sowie zwischen ihnen bei Uneinigkeit zu vermitteln,  

- die begleiteten Besuchstage zu organisieren, 

- den Wechsel in die nächste Phase anzuordnen, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind, 

- den Aufbau der Vater-Kind-Beziehung zu fördern, 

- bei Uneinigkeiten der Eltern und wenn es im Sinne des Kindeswohls notwendig ist, die Modalitä-

ten des gerichtlich festgelegten Besuchsrechts abschliessend festzulegen, 

- bei der Kindesschutzbehörde Antrag zu stellen, falls weitergehende Kindesschutzmassnahmen 

notwendig sein sollten. 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 5/51 

  

5. a) Der Vater bezahlt rückwirkend im Zeitraum vom 1. August 2021 bis 30. Juni 2022 an den gebüh-

renden Unterhalt von C. den Gesamtbetrag von Fr. 11'860.00, jeweils zuzüglich allfälliger Kinder-  

oder Ausbildungszulagen, die tatsächlich bezogen werden bzw. bezogen werden können, gemäss 

nachfolgender Unterhaltsregelung: 

- Fr. 1'350.00: Monate August und Dezember 2021 (davon Betreuungsunterhalt Fr. 650.00; Unter-

deckung Betreuungsunterhalt Fr. 1'590.00) 

- Fr. 700.00: Monate September, Oktober, November 2021 (kein Betreuungsunterhalt, keine Un-

terdeckung) 

- Fr. 700.00: 1. Januar 2022 bis 28. Februar 2022 (davon Betreuungsunterhalt Fr. 30.00; Unterde-

ckung Betreuungsunterhalt Fr. 2'210.00) 

- Fr. 1'540.00: 1. März 2022 bis 31. Mai 2022 (davon Betreuungsunterhalt Fr. 870.00; Unterde-

ckung Betreuungsunterhalt Fr. 1'370.00) 

- Fr. 1'040.00: 1. Juni bis 30. Juni 2022 (davon Betreuungsunterhalt Fr. 420.00; Unterdeckung Be-

treuungsunterhalt von Fr. 1'820.00). 

b) Eine Nachforderung der Unterdeckungen des (Betreuungs)Unterhaltes nach Art. 286a ZGB bleibt 

vorbehalten. 

6. a) Der Vater bezahlt ab 1. Juli 2022 an den gebührenden Unterhalt von C. monatlich im Voraus fol-

gende Beiträge, jeweils zuzüglich allfälliger Kinder- oder Ausbildungszulagen, die tatsächlich bezogen 

werden bzw. bezogen werden können: 

- Fr. 1'540.00: bis 30. September 2022 (davon Betreuungsunterhalt Fr. 870.00; Unterdeckung Be-

treuungsunterhalt Fr. 1'370.00) 

- Fr. 1'790.00: anschliessend bis 31. Juli 2026 (davon Betreuungsunterhalt von Fr. 1'170.00; Un-

terdeckung Betreuungsunterhalt Fr. 1'070.00) 

- Fr. 1'770.00: anschliessend bis 31. August 2031 (davon Betreuungsunterhalt Fr. 900.00; keine 

Unterdeckung) 

- Fr. 1'790.00: anschliessend bis 31. Juli 2034 (davon Betreuungsunterhalt Fr. 770.00; Unterde-

ckung Betreuungsunterhalt Fr. 130.00) 

- Fr. 1'390.00: anschliessend bis 31. August 2037 (davon Betreuungsunterhalt Fr. 290.00; keine 

Unterdeckung) 

- Fr. 1'200.00: anschliessend bis zur Volljährigkeit bzw. über diese hinaus bis zum ordentlichen 

Abschluss einer angemessenen Ausbildung (kein Betreuungsunterhalt). 

b) Eine Nachforderung der Unterdeckungen des (Betreuungs)Unterhaltes nach Art. 286a ZGB bleibt 

vorbehalten. 

c) Der Vater beteiligt sich zur Hälfte an Auslagen für ausserordentliche Bedürfnisse von C. (z.B. nicht 

gedeckte Kosten für Zahnkorrekturen, schulische Fördermassnahmen), sofern die Auslagen notwen-

dig sind oder im Voraus abgesprochen wurden (Art. 286 Abs. 3 ZGB). 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 6/51 

  

d) B. informiert A. unaufgefordert, sobald sie Einkünfte (z.B. Erwerbseinkommen, [Kinder-]Rente) er-

zielt.  

e) Eine Anpassung des Kinderunterhaltes an veränderte Verhältnisse (z.B. erhebliche Erhöhung oder 

Verminderung des Einkommens des Vaters; eigenes Einkommen des Kindes) bleibt vorbehalten.   

7. Die Ziffern 3, 4 und 6a des Dispositivs werden vorsorglich angeordnet.  

8. Es wird von folgenden finanziellen Verhältnissen ausgegangen: 

- A.: monatliches Nettoeinkommen von derzeit Fr. 3'350.00 (RAV-Taggelder, nach Steuern), ab 

1. Oktober 2022 hypothetisch von Fr. 4'900.00 (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Kinder- oder 

Ausbildungszulagen).  

- B.: derzeit kein monatliches Nettoeinkommen, hypothetisch ab 1. August 2026 von Fr. 1'600.00 

(50%) bis 31. Juli 2034, anschliessend bis 31. August 2037 von Fr. 2'560.00 (80%), anschlies-

send von Fr. 3'200.00 (100%; inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Kinder- oder Ausbildungszula-

gen). 

- C.: monatliches Einkommen von Fr. 230.00, ab vollendetem 16. Altersjahr von Fr. 280.00.  

9. Die Unterhaltsbeiträge und Einkommensgrenzen gemäss Ziff. 6 und 8 beruhen auf dem Stand des 

Landesindexes der Konsumentenpreise von 104.0 Punkten (Stand Mai 2022; Basis Dezember 2020 

= 100 Punkte). Sie erfahren eine Anpassung um 5% der ursprünglichen Beträge, sobald sich der In-

dexstand um fünf Punkte geändert hat. 

(Der Stand des Schweizerischen Landesindexes der Konsumentenpreise kann unter 

www.bfs.admin.ch abgerufen werden.) 

10. A. erstattet B. die notwendigen Auslagen für die Erstausstattung von C. in der Höhe von Fr. 1'407.90.   

11. Die Erziehungsgutschriften aus AHV/IV werden ab Geburt des Kindes im ganzen Umfang der Mutter 

angerechnet.  

12. Die Gerichtskosten von Fr. 2'722.00, bestehend aus der Entscheidgebühr für den begründeten Ent-

scheid von Fr. 1'500.00 und den Kosten des Vaterschaftsgutachtens von Fr. 1'222.00, bezahlen die 

Parteien je zur Hälfte. Die Kostenanteile der Parteien werden zufolge unentgeltlicher Rechtspflege 

vorläufig vom Staat bevorschusst.  

13. Jede Partei trägt ihre Parteikosten selber. 

14. Der Staat entschädigt Rechtsanwalt E. mit Fr. 3‘799.55 (inkl. MWSt.). 

 

3. Gegen diesen Entscheid erhob der Vater am 29. August 2022 rechtzeitig Beru-

fung (FO/1). Seine Rechtsbegehren lauteten wie folgt: 

 
1. Ziffer 3, 5, 6, 7 und 8 des Entscheids des Kreisgerichts L. vom 30. Juni 2022 seien aufzuheben.  

2. a) Der Vater sei zu berechtigen, C. ab sofort jede Woche an einem Tag während mindestens 

8 Stunden unbegleitet zu betreuen. 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 7/51 

  

 b) Die Ausdehnung des Kontakt- und Betreuungsrechts auf zwei Tage pro Woche (Mon-

tag/Dienstag) mit Übernachtung sei in das Ermessen der Beistandsperson zu stellen. 

 c) Die Feiertagsregelung "Phase IV" sei umzusetzen: 

- Weinachten: Am 24. Dezember ist C. jeweils bei der Mutter, am 25. und 26. Dezember beim 

Vater. In den ungeraden Jahren gilt diese Regelung umgekehrt. 

- Silvester/Neujahr: In den geraden Jahren (massgebend ist Silvester) ist C. bei der der Mutter, 

in den ungeraden beim Vater. 

- Ostern/Pfingsten/Auffahrt: Karfreitag und Ostersamstag sowie Pfingsten verbringt C. in den 

geraden Jahren bei der Mutter; Ostersonntag und Ostermontag sowie Auffahrt ist C. dann 

beim Vater. In den ungeraden Jahren gilt diese Regelung umgekehrt. 

3. Der Vater sei zu verpflichten, ab August 2021 an den Barunterhalt von C. monatlich und vorauszahl-

bar einen Beitrag von Fr. 700.00 zu bezahlen. Allfällige Verbilligungen der Krankenkasse und Kinder-

renten oder -taggelder der IV seien von diesem Betrag abzuziehen. 

4. Es sei kein Betreuungsunterhalt zuzusprechen. 

5. Dem Berufungskläger sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die 

unentgeltliche Rechtsvertretung durch die unterzeichnende Rechtsanwältin zu gewähren. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich MWST. 

 

4. Mit Berufungsantwort vom 28. Oktober 2022 beantragte die Mutter die kostenfäl-

lige Abweisung der Berufung, soweit darauf einzutreten sei (FO/10).  

 

5. Der Vater reichte daraufhin am 15. November 2022 eine Stellungnahme samt 

Beilagen ein (FO/12), was zu einer weiteren Eingabe der Mutter führte (FO/14). Auf den 

26. April 2023 wurden die Eltern und die Beiständin zu einer Instruktionsverhandlung ein-

geladen. Eine Einigung in Bezug auf eine Neuregelung des Besuchsrechts kam nicht zu 

Stande (vgl. FO/21 ff.). In der Folge wurden die IV-Akten der Mutter sowie ein Bericht der 

Beiständin eingeholt (vgl. FO/23, 28 und 33), was wiederum Eingaben der Parteien zur 

Folge hatte (FO/29 ff.). Mit Eingabe vom 31. Mai 2023 liess der Vater sodann ein Gesuch 

um vorsorgliche Massnahmen stellen (FO/29). Auf die Eingaben der Parteien wird – so-

weit erforderlich – in den Erwägungen eingegangen. Dem Gericht ebenfalls bekannt sind 

die Akten aus dem Verfahren FS.2022.23-EZE2. In diesem Verfahren ergeht der Ent-

scheid gleichzeitig mit dem Vorliegenden. 

  

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 8/51 

  

 

II. 

 

1. Die Prozess- bzw. Rechtsmittelvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prü-

fen (vgl. Art. 60 ZPO). Dem Vater wurde der begründete Entscheid der Vorinstanz am 

18. August 2022 zugestellt (FO/2, Beilage 2). Seine Berufung vom 29. August 2022 er-

folgte innert Frist. Für die Beurteilung von Berufungen aus dem Bereich des Familien-

rechts ist die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts St. Gallen sachlich und funktionell zu-

ständig (Art. 16 Abs. 1 EG ZPO i.V.m. Art. 14 Abs. 1 lit. c GO). 

 

2. Vorliegend geht es um Kinderbelange. Für Kinderbelange gelten der Offizial- und 

der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz. Das Gericht ist demnach nicht an die 

Anträge der Parteien gebunden und stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest bzw. 

nimmt Beweiserhebungen auch ohne entsprechenden Parteiantrag vor (Art. 296 Abs. 1 

und 3 ZPO). Praxisgemäss kommen diese Grundsätze im Rechtsmittelverfahren ebenfalls 

zur Anwendung, mit der Konsequenz, dass die in Art. 317 ZPO vorgesehene Novenbe-

schränkung nicht zu beachten ist und das Gericht alle bis zur Urteilsberatung bekannten 

Tatsachen und Beweismittel berücksichtigt (analog Art. 229 Abs. 3 ZPO; BGE 147 III 301 

E. 2.2; 144 III 349 E. 4.2.1 = Pra 2019 Nr. 88). Auch bei Geltung des umfassenden Unter-

suchungsgrundsatzes haben die Parteien indes rechtsgenügliche Behauptungen vorzu-

bringen und sind nicht von ihrer prozessualen Mitwirkungspflicht entbunden. Faktisch be-

grenzt wird die Untersuchungsmaxime überdies durch die Pflicht der Parteien, ihre Einga-

ben zu begründen (BGer 5A_1037/2019 E. 2.5; 5A_141/2014 E. 3.4). Aufgrund der Offi-

zialmaxime kann im Übrigen eine Abweichung vom angefochtenen Entscheid – im Rah-

men des Streitgegenstandes – auch zu Ungunsten der rechtsmittelführenden Partei erfol-

gen (vgl. BGer 5A_420/2016 E. 2.2). 

 

 

III. 

 

Besuchsrecht 

1. Die Vorinstanz ordnete die gemeinsame elterliche Sorge an und sprach die Ob-

hut der Mutter zu (vgl. vi-Entscheid Dispositivziffer 1 und 2). Dies blieb seitens der Partei-

en unangefochten. Der Vater wendet sich hingegen – wie erwähnt – zunächst gegen die 

vorinstanzliche Regelung des Besuchsrechts (vgl. die eingangs erwähnten Anträge). 

 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 9/51 

  

2. a) Die Vorinstanz führte in ihrem Entscheid aus, Baby C. lebe seit der Geburt bei 

der Klägerin. Sie sei die Hauptbetreuungs- und Hauptbezugsperson von C., wobei sie von 

der Beiständin in ihrer Mutterrolle unterstützt werde. Seitdem feststehe, dass der Beklagte 

der biologische Vater des Kindes sei, zeige dieser Interesse am Kind, und es hätten auch 

bereits einige Kontakte zwischen Vater und Kind stattgefunden. Dennoch sei die Bezie-

hung zwischen Vater und Kind noch nicht gefestigt. Ersterer sei für das Kind noch fremd. 

Die persönliche und berufliche Situation des Vaters zeichne sich weiter durch eine grosse 

Instabilität und Unsicherheit auf. Die letzten Monate seien geprägt von diversen Stellen- 

und Wohnortwechseln, womit Fähigkeit und Möglichkeit des Vaters zur persönlichen und 

dauerhaften Betreuung des Kindes im Rahmen einer alternierenden Obhut aktuell mehr 

als fraglich sei. Vor diesem Hintergrund sei es angezeigt, der Klägerin die alleinige Obhut 

über das Kind zuzuteilen, mit der Feststellung, dass dessen Wohnsitz bei der Klägerin sei 

(Art. 25 Abs. 1 ZGB).  

 

b) Weiter wies die Vorinstanz darauf hin, dass es im Interesse von C. und für seine 

weitere Entwicklung unerlässlich sei, dass die Beziehung zu seinem Vater aufgebaut wer-

de und regelmässige Kontakte zwischen Vater und Kind stattfinden könnten. Dies brau-

che indessen Zeit. Die Mutter befürworte solche, wie sie anlässlich der mündlichen 

Hauptverhandlung ausgeführt habe. Sie hege allerdings grosse Zweifel an der Zuverläs-

sigkeit und Fähigkeit des Vaters (fehlende Impulskontrolle, Suchtproblematik, psychische 

Stabilität), die Betreuung von C. zu dessen Wohl zu gewährleisten, weshalb sie sich der-

zeit für ein monatliches begleitetes Besuchsrecht ausgesprochen habe (vi-act. 23). Die 

Parteien seien sich uneinig über die Häufigkeit der Kontakte zwischen Vater und Sohn. 

Bei gewissen Treffen sei es zu Auseinandersetzungen zwischen den Eltern gekommen, 

was zeige, dass das Verhältnis der Eltern belastet sei. Dies sei auch anlässlich der münd-

lichen Hauptverhandlung zum Ausdruck gekommen. Tatsache sei, dass der Vater für das 

Kind noch fremd sei. Gewisse Vorbehalte der Mutter gegenüber der Zuverlässigkeit des 

Vaters seien nicht ganz von der Hand zu weisen, habe sich sein Leben der letzten Mona-

te durch eine erhebliche Instabilität (Wohnort- und Stellenwechsel) ausgezeichnet. Dem 

Umstand des langsamen und stabilen Beziehungsaufbaus sowie dem Alter und der Be-

findlichkeit des Kindes, aber auch den Ängsten der Mutter, sei bei der Betreuungsrege-

lung daher Rechnung zu tragen. Ziel sei es, eine Vater-Kind-Beziehung aufzubauen, in 

welcher der Vater mehr und mehr Verantwortung übernehmen könne, sowie auf ein ge-

richtsübliches Besuchsrecht hinzuwirken. Dazu würden verschiedene Phasen des persön-

lichen Verkehrs definiert. So solle in einer ersten Phase ein von einer neutralen Person 

begleitetes Besuchsrecht installiert werden. Dieses solle Vater und Sohn die Möglichkeit 

geben, den Aufbau einer Beziehung in ungestörtem Rahmen und an einem neutralen Ort 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 10/51 

  

zu beginnen. Dabei soll dem Vater ermöglicht werden, bei Unsicherheiten im Umgang mit 

seinem Kind den nötigen Support von einer Fachperson zu erhalten, Vertrauen zu schaf-

fen und unter Beweis zu stellen, dass er seine Verantwortung ernst nimmt. Der Wechsel 

in die nächste Phase erfolge, wenn dieses Besuchsrecht wenigstens zehn Mal erfolgreich 

ausgeübt worden sei. In der zweiten Phase sollen dann die Kontakte noch wenigsten drei 

Mal in Begleitung der Mutter stattfinden und anschliessend ohne Anwesenheit von Dritt-

personen stattfinden. Im weiteren Verlauf werde auch die Dauer der Besuche laufend 

ausgedehnt, wobei frühestens ab dem 4. Geburtstag Übernachtungen und frühestens ab 

dem 5. Geburtstag von C. ein Ferienrecht vorgesehen sei. Der Wechsel in die nächste 

Phase werde jeweils erst vollzogen, wenn die vorangegangenen Besuche erfolgreich ge-

wesen seien. Begleitet und überwacht werde das Ganze von der Beistandsperson (vi-

Entscheid, S. 11 f.).  

 

c) Der Vater macht geltend, es sei unverständlich, in welcher Form die Kontakt-

rechte von Vater und Sohn beschnitten würden, obschon es keine Vorfälle gegeben habe, 

welche dies rechtfertigten. Die Vorinstanz sehe sieben verschiedene Phasen vor, welche 

der Vater zu durchlaufen habe, bis er C. nur jedes zweite Wochenende sehen und mit ihm 

zwei Wochen Ferien im Jahr verbringen dürfe. Es würden rigide Regeln aufgestellt, bis ein 

Wechsel in die nächste Phase durch die Beistandsperson angeordnet werden dürfe. Im 

Entscheid werde einerseits festgehalten, ein begleitetes Besuchsrecht stelle lediglich eine 

Übergangslösung dar und sei daher nur für eine begrenzte Dauer anzuordnen. Dennoch 

werde im vorliegenden Fall eine Begleitung für mindestens 13-mal zwei Stunden jede 

zweite Woche (also mindestens ein halbes Jahr) angeordnet. Anschliessend dürfte der 

Vater C. mindestens 15-mal nur während zwei Stunden pro Woche sehen, dann für sie-

ben Stunden jede zweite Woche, bis C. vier Jahre alt sei. Frühestens dann sollte die erste 

Übernachtung von C. beim Vater stattfinden. Der Vater sei zuverlässig und halte sich an 

die Abmachungen. Die Ausweitung des Besuchsrechts sei deshalb dem Ermessen der 

Beistandsperson von C. zu überlassen, die das am besten beurteilen könne. Der Vater 

wünsche sich eine alternierende Betreuung. Er sei im Gastgewerbe tätig und müsse meist 

am Wochenende arbeiten, könne dafür jedoch Montag und Dienstag frei machen. Er wür-

de gerne C. an diesen Tagen betreuen. Dies ermögliche es der Mutter, einer Arbeitstätig-

keit bzw. einer beruflichen Massnahme nachzugehen (Berufung, S. 4). Im späteren Ver-

lauf des Verfahrens liess der Vater unter Verweis auf die beigezogenen IV-Akten geltend 

machen, dass es aufgrund der problematischen Persönlichkeit der Mutter wünschenswert 

sei, dass der Vater an der Betreuung teilnehme (FO/30, S. 7). So sei die IV-Anmeldung 

der Mutter im Jahr 2017 aus psychischen Gründen (emotionale instabile Persönlichkeits-

störung, Borderline-Typ, hyperkinetische Störung, Alkohol- und Medikamentenmiss-

 

 

 

 

 

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brauch) erfolgt. Es sei mehrfach die Rede von ungeschütztem Geschlechtsverkehr und 

mehreren vermuteten Schwangerschaften. Im Jahr 2019 habe eine Beistandschaft mit 

Einkommens- und Vermögensverwaltung errichtet werden müssen. Wie sich den IV-Akten 

entnehmen lasse, hätten sodann unter anderem Probleme in der Wohngruppe, Unstim-

migkeiten mit Mitarbeitenden und Lehrpersonen der Berufsfachschulen bei der Mutter 

bestanden. Im betreuten Wohnen sei im Jahr 2020 bei ihr Instabilität, zunehmender Alko-

holkonsum und Distanzprobleme sowie im Jahr 2021 psychische und gesundheitliche 

Instabilität festgestellt worden (FO/29, S. 2 ff.).  

 

d) Die Mutter lässt unter anderem ausführen, die Vorinstanz habe die Tatsache, 

dass der Vater für C. eine völlig fremde Person sei, zu Recht berücksichtigt und in Anbe-

tracht der Umstände korrekterweise einen behutsamen Aufbau des Kennenlernens ange-

ordnet. Wie die Vorinstanz zu Recht festhalte, sei die persönliche und berufliche Situation 

des Vaters durch grosse Instabilitäten und Unsicherheiten geprägt (was durch den Ab-

bruch der Arbeitsstelle in [Angabe Ort] und der Neuanstellung in F. nochmals untermauert 

werde). Hinzu komme die fehlende Impulskontrolle, die Suchtproblematik und psychische 

Instabilität des Vaters sowie die Tatsache, dass das Verhältnis zwischen den Kindseltern 

erheblich belastet sei. Der Vater habe sich mit begleiteten Besuchen einverstanden er-

klärt. Er wohne in einer Wohngemeinschaft mit gerade einem Schlafzimmer oder in einem 

Gastzimmer im Gasthof. Er sei nicht kindsgerecht eingerichtet. Dem einjährigen C. seien 

keine Übernachtungen in einer Wohngemeinschaft oder Gasthof bei einer ihm fremden 

Person ohne Kindsmutter zuzumuten (Berufungsantwort, S. 6). Die seitens des Vaters 

gewünschte alternierende Betreuung sei angesichts der instabilen und wechselhaften 

Verhältnisse abzulehnen, ausserdem erfordere dies ein gutes Verhältnis der Eltern unter-

einander, wie auch nahe gelegene Wohnsitze, was beides nicht vorliege (Berufungsant-

wort, S. 9). Er habe sodann zugegeben, dass er Marihuana rauche (FO/14, S. 3). Bei den 

Ausführungen des Vaters in Bezug auf die IV-Akten der Mutter handle es sich um dessen 

eigene, subjektive Zusammenfassung welche bestritten werde. Die Kindsmutter arbeite 

inzwischen als Tagesmutter und C. gehe es überaus gut. An der Erziehungsfähigkeit der 

Mutter sei auch gemäss weiteren fachlichen Einschätzungen nicht zu zweifeln (FO/31, 

S. 3).  

 

e) In Bezug auf die durch den Vater sinngemäss bezweifelte Erziehungsfähigkeit 

der Mutter ist auf die ärztlichen Berichte zu verweisen, gemäss welchen C. gesund und 

altersgerecht entwickelt sei (Beilage 1 zu FO/31). Was den Umgang der Mutter mit C. 

betrifft, könne nur sehr positiv berichtet werden. Dieser sei äusserst vorbildlich und aus 

ärztlicher Sicht bestünden keinerlei Zweifel an der vollen Erziehungsfähigkeit der Mutter 

 

 

 

 

 

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(Beilage 2 zu FO/31). Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die Mutter nun seit ge-

raumer Zeit als Kleinkindbetreuerin bzw. Tagesmutter arbeitet und dafür die diesbezügli-

chen Eignungsvoraussetzungen erfüllt (Beilage 3 zu FO/31). Aus den übrigen Verfahren-

sakten gehen keine ernst zu nehmenden Anhaltspunkte für eine fehlende Erziehungsfä-

higkeit der Mutter hervor. Die Obhut ist demzufolge nach wie vor bei der Mutter zu belas-

sen. 

 

3. a) Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das minderjähri-

ge Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr (Art. 273 

Abs. 1 ZGB). Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht (BGer 5A_306/2019 

E. 4.4 mit Hinweis). Der persönliche Verkehr soll es dem Kind ermöglichen, zu beiden 

Eltern eine persönliche Beziehung zu pflegen. In erster Linie dient er dem Interesse des 

Kindes und seine Ausgestaltung hat sich damit am Kindeswohl als oberster Richtschnur 

auszurichten (BGE 130 III 585 E. 2.1; 127 III 295 E. 4; 123 III 445 E. 3b; 

BGer 5A_306/2019 E. 4.4; je mit Hinweisen). Es gibt kein festes Besuchskonzept, aber 

immerhin eine Vorstellung darüber, was sich im Allgemeinen bewährt. So sind je nach 

Alter des Kindes und der konkreten Umstände dessen Bedürfnisse unterschiedlich 

(BGer 5A_968/2016 E. 5.1 mit Hinweisen). Nachdem C. aktuell ungefähr zweijährig ist, ist 

auf die Besonderheiten der Besuchsrechtsgestaltung im konkreten Fall einzugehen. Bei 

der Ausgestaltung des Besuchsrechts sind insbesondere zwei Aspekte von Bedeutung: 

 

Als Erstes ist auf die aktuelle Qualität der Vater-Kind-Beziehung einzugehen. Dabei ist zu 

berücksichtigen, dass der Vater zu keinem Zeitpunkt mit C. zusammenlebte (so auch Be-

rufung, S. 3). Wenn die Vorinstanz in ihrem Entscheid davon ausging, dass bisher erst 

verhältnismässig wenige Kontakte zwischen Vater und Sohn stattgefunden hätten, wobei 

sich die Eltern uneinig über deren Anzahl seien (vi-Entscheid E. 5.c, S. 11), widerspricht 

der Vater dieser Feststellung in seiner Berufung nicht grundsätzlich. Deshalb ist mit der 

Vorinstanz von der Tatsache auszugehen, dass der Vater für das Kind noch fremd ist  

(vi-Entscheid E. 5.c, S. 11). Angesichts dieser Tatsache ist mit SCHREINER festzuhalten, 

dass bei derart kleinen Kindern die Kontaktregelung aus psychologischer Sicht in beson-

derem Mass auf die Bedürfnisse und Erfordernisse des Kindes ausgerichtet werden 

muss: Sicherheit, Schutz, Pflege, Regelmässigkeit (Rhythmisierung der Lebensbereiche), 

angemessene Ernährung, Etablierung des Wach- und Schlafrhythmus, Beziehungs- und 

Bindungsaufbau, ausgewogene Balance zwischen Anregung und Ruhezeiten sind einige 

der zentralen Bestandteile, die es dabei zu berücksichtigen gilt. Stress und Aufregung 

beim Kind aktivieren Bindungsverhalten, das den Zugang zu einer vertrauten Bindungs-

person notwendig macht. Das Stressniveau bestimmt auch, wen das Kind zur Beruhigung 

 

 

 

 

 

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benötigt. SCHREINER erklärt weiter, dass gerade für den getrennt lebenden Elternteil die 

weitgehende Ausrichtung der Kontaktregulation an den Bedürfnissen des Kleinkindes 

dazu führen kann, dass er/sie die eigenen Wünsche und Erwartungen an sich und das 

Kind (Kontakt immer zu einer für ihn/sie passenden Zeit für eine bestimmte Dauer) in die-

ser Zeit noch stärker zurückstellen muss, als er/sie sich das ursprünglich einmal erhofft 

hat und auch bei einem Zusammenleben möglich wäre (FamKomm Scheidung-

SCHREINER, Band II: 4. A., Anhang Ausgewählte psychologische Aspekte im Zusammen-

hang mit Trennung und Scheidung N 193 f.). Wenn der Vater mit Berufung geltend macht, 

ihm sei unverständlich, dass sein Kontaktrecht "beschnitten" werde, obschon es "keine 

Vorfälle" gegeben habe, welche dies rechtfertigten (Berufung, S. 4), geht sein Argument 

an der Sache vorbei. Ausschlaggebend sind die Bedürfnisse des kleinen C. und nicht die 

"vorfallsfreie" Ausübung des Kontaktrechts.  

 

Als Zweites ist auf den Zusammenhang mit der Schwere des Elternkonflikts hinzuweisen. 

Dessen Eskalationsniveau ist ebenfalls eines der wichtigsten Kriterien für die Regelung 

des Kontaktrechts des Vaters (z.B. FamKomm Scheidung-SCHREINER, 4. A., a.a.O., N 202 

und 212a). Betrachtet man die Situation des Kleinkinds in der Wechselbetreuung seiner 

getrennten Eltern durch die Brille der bindungstheoretischen Grundsätze, lässt sich nicht 

bestreiten, dass jeglicher Betreuungswechsel mit einer Trennung einhergeht, welche das 

Kind, abhängig von seiner Bindung an den einen oder anderen Elternteil und abhängig 

von den elterlichen Spannungen, in seiner emotionalen Sicherheit tangieren. Bei einem 

Kampf um die Betreuungsaufteilung vor den Behörden kann ein Konfliktniveau ange-

nommen werden, das die emotionale Sicherheit des Kleinkindes stark strapaziert. Das 

Kind nimmt vor, während und nach den Kontakten eine Anspannung bei seinen Bezugs-

personen wahr. Das Kleinkind ist irritiert und sieht die Kontinuität seiner Versorgung ge-

fährdet. Es reagiert zunächst körperlich, indem seine physiologischen Stressreaktionen 

hochgefahren werden. Da der Stress in diesem Alter aber nur von der primären Bin-

dungsperson (hier: der Mutter) aufgelöst werden kann, bleibt das Kleinkind nach der 

Übergabe an den anderen Elternteil für längere Zeit in diesem Zustand. Seine Angstreak-

tion kann nicht hinuntergefahren werden und es kann zu chronischem und für das Kind 

schädlichen Stress kommen (alles gemäss STAUB, Das Wohl des Kindes bei Trennung 

und Scheidung, 2018, S. 120 ff.). Dies bedeutet, dass die Eskalation eines Besuchs-

rechtsstreits zu einer Einschränkung des Besuchsrechts führen kann. Hier ist zu sehen, 

dass der Elternkonflikt in beträchtlichem Ausmass eskaliert ist. Davon zeugt beispielswei-

se der Bericht der Beiständin vom 22. August 2023 (Beilage 16 zu FO/39). Dies bedeutet, 

dass herauszufinden ist, wieviel an Stressbelastung C. zugemutet werden kann. Es ist 

gemäss SCHREINER deshalb unbedingt zu unterscheiden zwischen stresserhöhenden und 

 

 

 

 

 

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schädlichen Konstellationen. Die Schwelle, wann eine stressinduzierende Situation für ein 

Kind schädlich wird, ist aber von Kind zu Kind unterschiedlich (FamKomm Scheidung-

SCHREINER, 4.  A., a.a.O., N 192b), weshalb es als unvermeidlich erscheint, dem Beistand 

das Kontaktrecht konkretisierende Befugnisse zu erteilen. 

 

b) Den Bedürfnissen von kleinen Kindern entsprechen somit in der Regel kurze 

Kontakte, ohne Übernachtungen, in kleinen Abständen (gleich: BGE 142 III 481 E. 2.8 mit 

Hinweis). Aufgrund des kindlichen Zeitempfindens sollten in diesem Lebensalter einer-

seits die Trennungszeiten von der Hauptbezugsperson nicht allzu lang sein und anderer-

seits die Besuche nicht länger als vierzehn Tage auseinanderliegen (BGer 5A_968/2016 

E. 5.1 mit Hinweisen).  

 

c) Bei älteren Kindern geht die gerichtliche Praxis von einem üblichen Besuchs-

recht an jedem zweiten Wochenende, einem Ferienrecht von bis zu sechs Wochen pro 

Jahr sowie einem Besuchsanteil an Doppelfeiertagen aus, sofern die Eltern in Bezug auf 

das Besuchsrecht eine einvernehmliche Regelung finden. Liegt hingegen keine solche 

vor, sind bei Kindern im Grundschulalter in der Praxis zwei Wochenenden pro Monat 

(Samstag bis Sonntag), im Vorschulalter jedoch nur ein Tag oder zwei Halbtage pro Mo-

nat üblich (FamKomm Scheidung/BÜCHLER, Art. 273 ZGB N 23). Ein Kind, das dem Klein-

kindalter entwachsen ist, sollte zwei Wochenenden im Monat und mehrere Wochen Feri-

en im Jahr bei dem Elternteil verbringen, mit dem es nicht zusammenwohnt. Dahinter 

steht der Gedanke, dass ein Kind zwar im Alltag einen Lebensmittelpunkt braucht, aber 

seine Freizeit mit den beiden gleichwertigen und gleich wichtigen Eltern teilen können soll. 

Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des Besuchsrechts gilt immer das Kindes-

wohl, das nach den Umständen des konkreten Einzelfalls zu beurteilen ist; allfällige Inte-

ressen der Eltern haben zurückzustehen (BGE 131 III 209, E. 5; 130 III 585, E. 2.1; 127 III 

295, E. 4; 123 III 445, E. 3). 

 

d) Eine Möglichkeit, das Besuchsrecht besonders auszugestalten, besteht in der 

Anordnung, die Besuche in Anwesenheit einer Drittperson durchzuführen. Dies setzt al-

lerdings konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls voraus. Dabei ist 

zu berücksichtigen, dass ein Besuch unter Aufsicht einer Begleitperson für die Beteiligten 

nicht denselben Wert hat wie ein unbegleiteter. Entsprechend darf die Eingriffsschwelle 

beim begleiteten Besuchsrecht nicht tiefer angesetzt werden als wenn es um die Verwei-

gerung oder den Entzug des Rechts auf persönlichen Verkehr überhaupt ginge (BGE 122 

III 404 E. 3c). Auch für das begleitete Besuchsrecht gilt, dass diese Massnahme zur Er-

reichung ihres Ziels erforderlich sein muss und immer nur die mildeste erfolgversprechen-

 

 

 

 

 

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de Massnahme angeordnet werden darf (Verhältnismässigkeitsprinzip; 

BGer 5A_968/2016 E. 4.1 am Ende mit Hinweis). Dem Sachrichter kommt bei der Rege-

lung und der Ausgestaltung der Besuchsmodalitäten ein weites Ermessen zu 

(BGer 5A_962/2018 E. 2.3 mit Hinweisen). 

 

e) Wie dem Bericht der Beiständin vom 16. Juni 2023 zu entnehmen ist, gestalteten 

sich die persönlichen Kontakte zwischen C. und seinem Vater grundsätzlich erfreulich. 

Der Umgang der Eltern sei entspannter geworden. Eine Schwierigkeit zeige sich zwi-

schendurch jedoch in der Kommunikation, welche sich immer wieder als herausfordernd 

gestalte. Nach Ansicht der Beiständin sei dies in einer fehlenden Basis des Vertrauens 

begründet. Die Mutter habe gelegentlich von impulsivem Verhalten des Vaters berichtet, 

welches Unsicherheiten ausgelöst habe. Dies könne jedoch im Rahmen von Mediations-

gesprächen bei einer Fachperson bearbeitet werden, mit dem Ziel, gegenseitiges Ver-

trauen zwischen den Eltern aufzubauen und die Kommunikation zu verbessern. Erfreulich 

sei, dass C. gesund sei und sich gut entwickelt habe. Die Mutter sorge sehr gut für ihn. 

Der Vater hole C. jede Woche für zwei Stunden bei der Mutter ab und bringe ihn danach 

gut gelaunt und pünktlich zurück. Der Phasenplan sei mit wenigen Ausnahmen und im 

Einvernehmen beider Eltern eingehalten worden. Positiv sei weiter zu erwähnen, dass die 

Mutter nun seit längerer Zeit als Tagesmutter arbeite. Sie erwirtschafte ihren Lebensun-

terhalt nun selbständig. Ebenso erfreulich sei auch die Nachricht des Vaters, wonach er 

seine Arbeitsstelle in G./SZ aufgegeben habe und nun in einem Restaurant in H./SG ar-

beite, wodurch sich die Wege für die persönlichen Kontakte mit C. verkürzten und verein-

fachten. Er werde seinen Wohnsitz nach wie vor in I. behalten. Insgesamt zeige sich die 

Situation zwischen den Eltern ruhiger als vor einigen Monaten. Beide Eltern nähmen ihre 

Aufsichts- und Betreuungspflichten wahr. Von einer stabilen und konfliktfreien Erwachse-

nenbeziehung könne jedoch nicht gesprochen werden (vgl. FO/33).  

 

f) Auf Nachfrage der Mutter verfasste die Beiständin am 22. August 2023 einen 

Kurzbericht (Beilage 16 zu FO/39). Darin wies sie erneut auf den seitens der Mutter vor-

gebrachten Verdacht hin, wonach der Vater bei den Besuchen von C. Alkohol konsumiere 

und ihr Ehemann eine "Fahne" beim Vater gerochen haben will. Der Vater habe allerdings 

ausgeführt, er trinke bestimmt keinen Alkohol, wenn er mit C. unterwegs sei. Zu erwähnen 

sei, dass der Vater seine Zustimmung zu den Ferienabwesenheiten der Mutter im De-

zember 2023 nicht gegeben habe, woraufhin sich die Elternbeziehung destabilisiert habe. 

Die Mutter habe ihr (Beiständin) glaubhaft versichert, "kein gutes Wochenende" gehabt zu 

haben, C. sei nicht gut beieinander und weinerlich gewesen. Sie könne C. dem Vater 

"nicht mit einem guten Gefühl" übergeben. Die Beiständin wies sodann darauf hin, dass 

 

 

 

 

 

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der Vater ihr demgegenüber glaubhaft versichert habe, dass ihm die Situation mit den 

Vorwürfen nicht gut täte, er habe derzeit gesundheitliche Probleme. Er wolle gerne ein-

fach seinen Sohn, wie im Urteil festgelegt, sehen können. Gemäss Angaben der Mutter 

soll ihr der Vater sodann gedroht haben. Dies habe der Vater in Abrede gestellt. Die Bei-

ständin wies sodann darauf hin, dass es ungleiche Wahrnehmungen der Eltern zum Be-

finden von C. bei der Übergabe gebe. So habe die Mutter erklärt, dass C. jeweils nicht mit 

seinem Vater mitgehen wolle. Der Vater habe sich indessen dahingehend geäussert, dass 

dies nicht stimme, C. würde ihn anstrahlen und gerne mit ihm weggehen. Da nach Ansicht 

der Beiständin die Grundlage des Vertrauens nicht vorläge, unbegleitete Besuche durch-

zuführen, seien wieder begleitete Besuche aufgegleist worden. Der entsprechende Antrag 

auf Kostengutsprache sei bei den Sozialen Diensten schriftlich eingereicht worden 

(vgl. FO/40).  

 

g) Die Mutter macht geltend, dass der Vater ein Alkohol- und Drogenproblem auf-

weise (vi-act. 23 S. 2 und vi-act. 24) bzw. der "begründete Verdacht auf Betäubungsmit-

telmissbrauch" bestehe (FO/10, S. 8) und verweist dabei unter anderem auf einen Chat-

auszug, gemäss welchem der Vater der Mutter mitteilt, sein Gras bei ihr vergessen zu 

haben (vi-act. 24). Die Mutter wie auch ihr jetziger Ehemann wiesen sodann auf ihren 

Verdacht hin, dass der Vater vor oder während der Besuchszeit Alkohol konsumiere 

(vgl. z.B. FO/37; Beilage 16 zu FO/40; Beilage 8 zu FO/20). Der Vater macht in Bezug auf 

die Vorwürfe geltend, dass er zwar grundsätzlich Alkohol und Zigaretten konsumiere, dies 

aber nur in üblichem Mass. Er rauche auch nur gelegentlich einen Joint und habe dies 

früher auch zusammen mit der Mutter getan. In Anwesenheit von C. bzw. im Zusammen-

hang mit dem Besuchsrecht, konsumiere er nichts (vgl. z.B. FO/12, S. 3; FO/43).  

 

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass eine Ausübung des Besuchsrechts bzw. die alleinige 

Beaufsichtigung von kleinen Kindern unter Alkohol- und Betäubungsmitteleinfluss nicht 

denkbar ist. Auf die seitens der Beiständin angeregte Einholung eines forensischen Gut-

achtens bzw. von Haaranalysen, um die Bedenken der Mutter aus dem Weg zu räumen, 

ist allerdings zu verzichten. Eine derart einschneidende Massnahme erscheint erst dann 

gerechtfertigt, wenn hinreichend konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Vater 

während der Ausübung des Besuchsrechts unter Betäubungsmitteleinfluss steht. Vorlie-

gend stehen sich die Darlegungen der Mutter sowie ihres Ehemannes und jene des Va-

ters gegenüber. Auch wenn aufgrund der Vorbringen der Mutter und ihres Ehemannes in 

Bezug auf den geltend gemachten Alkoholeinfluss während des Besuchsrechts nicht zu-

verlässig darauf geschlossen werden kann, dass diese zutreffen, steht auf jeden Fall die 

Besorgnis der Mutter im Raum, welche sich ohnehin schädlich auf das Zusammenwirken 

 

 

 

 

 

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der Eltern in Bezug auf die Ausübung des Besuchsrechts auswirkt (vgl. E. III.3.a hiervor). 

Diese Angst wirkt sich wiederum direkt auf C. aus und steht einem erfolgreich durchführ-

baren Besuchsrecht im Weg. Um der geltend gemachten Besorgnis der Mutter zu begeg-

nen, wird dem Vater die Weisung nach Art. 307 ZGB erteilt, im Rahmen der Besuchsrech-

te auf Alkohol- und Betäubungsmittel zu verzichten. Der Beiständin wird dabei die Kompe-

tenz eingeräumt, während der kommenden vier Monate ab Eröffnung dieses Entscheids 

Stichkontrollen durch Atemalkoholproben durchzuführen bzw. durchführen zu lassen, wo-

bei der Wert von 0.1 Gewichtspromillen Alkohol im Blut nicht überschritten werden darf. 

Der durch den Vater deswegen in Kauf zu nehmende Nachteil erscheint als sehr klein im 

Vergleich zum Gewinn für C. und ihn, wenn das Besuchsrecht sorgenfrei durchgeführt 

werden kann. Sollte sich nach fünf solchen unangekündigten Kontrollen während der 

kommenden vier Monate zeigen, dass sich der Verdacht betreffend Alkoholkonsum vor 

den oder während der Besuchszeiten nicht bewahrheitet, ist auf diese Massnahme wieder 

zu verzichten.  

 

Es ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass Kinder beide Eltern brauchen und beide 

gernhaben wollen. Fortwährende nachpartnerschaftliche Konflikte sind aber etwas vom 

Schädlichsten, was man den gemeinsamen Kindern in einer Trennungssituation antun 

kann (BODENMANN, Folgen der Scheidung für die Kinder aus psychologischer Sicht, in: 

Rumo-Jungo/Pichonnaz, Kind und Scheidung, 2006, S. 73, 90, 95; STAUB/FELDER, Schei-

dung und Kindeswohl, 2004, S. 119; VETTERLI, Das Recht des Kindes auf Kontakt zu sei-

nen Eltern, in: Fam-Pra.ch 2009, S. 23, 28). Sie gefährden die Entwicklung der Kinder in 

gesundheitlicher, sozialer und schulischer Hinsicht. Insbesondere besteht ein erhöhtes 

Risiko für psychische Erkrankungen oder Drogenmissbrauch (GABAGLIO/RÖSLI/LORETAN/ 

BLASER/SCHAFFER /FELDER, Neue Wege für Hochkonfliktfamilien in Trennung und Schei-

dung, in: ZBJV 2011, S. 923, 924). 

 

h) Dem Umstand des langsamen und stabilen Beziehungsaufbaus, dem Grad der 

Eskalation des Konflikts zwischen den Eltern sowie dem Alter und der Befindlichkeit des 

Kindes ist bei der Festsetzung der Betreuungsregelung Rechnung zu tragen. Ziel des 

Besuchsrechts ist es, eine Vater-Kind-Beziehung aufzubauen, in welcher der Vater mehr 

und mehr Verantwortung übernehmen kann, sowie auf eine tragfähige Vater-Kind-

Beziehung hinzuwirken (vgl. dazu auch zutreffend vi-Entscheid, S. 11 f.). Gemäss neues-

tem Bericht der Beiständin, hat sie erneut begleitete Besuche angeordnet. Diesbezüglich 

gilt es darauf hinzuweisen, dass für die Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts kon-

krete Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls vorausgesetzt werden. Wie die 

Beiständin erwähnt, liegen vorliegend jedoch lediglich unterschiedliche Wahrnehmungen 

 

 

 

 

 

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der Eltern im Befinden von C. vor. Anhaltspunkte für eine konkrete Kindswohlgefährdung 

liegen indessen nicht vor. 

 

Um der derzeit hohen Konflikteskalation Rechnung zu tragen, sind aber wenigstens die 

Übergaben von C. vom einen auf den anderen Elternteil zu begleiten. Die Begleitung soll 

insbesondere sicherstellen, dass während der Übergaben keine elterlichen Konflikte aus-

getragen werden. Gleichzeitig soll mit der Begleitung sichergestellt werden, dass die Be-

suche auch wirklich stattfinden. Die Beistandsperson erhält entsprechend die Kompetenz, 

die Begleitung der Übergaben von C. vom einen an den anderen Elternteil zu organisie-

ren, für deren Finanzierung besorgt zu sein und die Begleitung wieder wegzulassen, wenn 

sie nicht mehr notwendig erscheint. 

 

Der Antrag des Vaters, wonach ihm ab sofort jede Woche an einem Tag während mindes-

tens acht Stunden ein (unbegleitetes) Besuchsrecht einzuräumen und eine Ausdehnung 

des Kontakt- und Betreuungsrechts auf zwei Tage pro Woche (Montag/Dienstag) mit 

Übernachtung ins Ermessen der Beiständin zu stellen sei (vgl. eingangs erwähnte Anträ-

ge), kann vorliegend nach dem Dargelegten nicht gutgeheissen werden. Vielmehr ist in 

der vorliegenden Situation nach wie vor eine schrittweise Ausdehnung des Besuchsrechts 

angezeigt (so zutreffend auch die Vorinstanz). Eine Übernachtung empfiehlt sich – wie 

dargelegt – frühestens ab einem Alter von drei Jahren. Dies hat insbesondere auch vor-

liegend zu gelten, zumal C. bis anhin – abgesehen von den kurzen Besuchen des Vaters, 

ausschliesslich durch die Mutter betreut wurde und aufgrund des sehr eingeschränkten 

Besuchsrechts noch keine gefestigte Beziehung zwischen Vater und Sohn aufgebaut 

werden konnte. Dafür, dass eine für die geforderte Ausdehnung des Besuchsrechts vo-

rausgesetzte stabile Bindung von C. zum Vater bereits jetzt besteht, gibt es keine An-

haltspunkte und belegt im Übrigen auch der Vater nicht.  

 

Indessen kann auch der Forderung der Mutter, die Regelung der Vorinstanz zu überneh-

men, nicht komplett gefolgt werden. Zwar ist die vorinstanzliche Phasenbildung vorliegend 

grundsätzlich als sinnvoll zu erachten. Im August 2023 wurde C. zwei Jahre alt. Ab die-

sem Zeitpunkt ist die schrittweise Ausdehnung aber grosszügiger auszugestalten, zumal 

die Besuchszeit des Vaters bisher lediglich zwei Stunden dauerte und diese teilweise 

auch noch begleitet stattgefunden hat bzw. wieder stattfindet, was zu einer weiteren Ein-

schränkung führte bzw. führt. Unter solch erschwerenden Umständen eine tragfähige Be-

ziehung zu seinem Sohn aufzubauen, scheint nur sehr langsam möglich. Genau dies liegt 

jedoch – wie dargelegt – im langfristigen Interesse des Kindes. Um die Beziehung zwi-

schen Vater und Kind vermehrt zu stärken und fördern, erscheint es vorliegend angezeigt, 

 

 

 

 

 

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die Ausdehnung des Besuchsrechts zu beschleunigen. Wie bereits erwähnt, finden der-

zeit die Besuche wieder begleitet statt. Dies ist per sofort aufzuheben und den Bedenken 

der Mutter ist anderweitig Rechnung zu tragen (vgl. die Weisungen gemäss E. III.3.g hier-

vor). Es soll wieder Phase III zur Anwendung kommen, wonach der Vater und C. das 

Recht haben, sich an einem Tag pro Woche während zwei Stunden unbegleitet zu sehen. 

Sobald dieses Besuchsrecht erneut viermal ausgeübt worden ist, hat ein Wechsel in die 

Stufe IV zu erfolgen. Danach haben der Vater und C. das Recht, sich jede zweite Woche 

an einem Tag von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr zu sehen. Wiederum ist diese Regelung vier-

mal wahrzunehmen. Danach kommt Phase V zur Anwendung, wonach der Vater und C. 

das Recht haben, sich alle zwei Wochen an einem Tag von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr zu 

sehen. Diese Phase gilt bis C. drei Jahre alt wird. In der Phase VI (ab dem 3. Geburtstag 

von C.) haben der Vater und C. das Recht sich alle zwei Wochen an zwei aufeinanderfol-

genden Tagen von 17:00 Uhr des ersten Tages bis am nächsten Tag, 17:00 Uhr, zu se-

hen. Ab dieser Phase gilt die unter E. III. 3.i genannte Feiertagsregelung. Ab Januar 2026 

gilt Phase VII. In diesem Jahr wird C. kindergartenpflichtig. Dann haben der Vater und C. 

das Recht, sich jedes zweite Wochenende von Freitagabend 18:00 Uhr bis Sonntag-

abend, 18:00 Uhr zu sehen. Mit dieser Besuchsregelung ist die Hoffnung verbunden, dass 

den Bemessungskriterien des Alters von C. und seiner Entwicklung, dem grossen Interes-

se von C. an einer tragfähigen Beziehung zum Vater und auch dem vermutungsweise 

wieder abnehmenden Grad der Konflikteskalation Rechnung getragen ist.  

 

i) Unverändert bleibt die von der Vorinstanz angeordnete Feiertagsregelung 

(Weihnachten: Am 24. Dezember ist C. jeweils bei der Mutter, am 25. und 26. Dezember 

beim Vater. In den ungeraden Jahren gilt diese Regelung umgekehrt. / Silvester/Neujahr: 

In den geraden Jahren (massgebend ist Silvester) ist C. bei der Mutter, in den ungeraden 

beim Vater. / Ostern/Pfingsten/Auffahrt: Karfreitag und Ostersamstag sowie Pfingsten 

verbringt C. in den geraden Jahren bei der Mutter; Ostersonntag und Ostermontag sowie 

Auffahrt ist C. dann beim Vater. In den ungeraden Jahren gilt diese Regelung umge-

kehrt.).  

 

Ab dem Jahr 2026 (sind zusätzlich zur soeben genannten Regelung) zwei, jeweils einzeln 

zu beziehende Ferienwochen einzuräumen. Ab August 2028 sind die Ferien weiter auf 

drei Wochen auszudehnen, wovon zwei Wochen zusammenhängend vom Vater bezogen 

werden können. Der Vater und die Mutter haben sich die gewünschten Ferienzeiten je-

weils drei Monate im Voraus schriftlich anzukündigen, wobei im Fall einer Kollision der 

Ferienwünsche in den Jahren mit gerader Jahreszahl der Vater und in den Jahren mit 

ungerader Jahreszahl die Mutter das Vorrecht haben soll.  

 

 

 

 

 

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Nach wie vor ist der Beistandsperson die Kompetenz einzuräumen, den Wechsel in die 

vorangehende Phase zu veranlassen, sofern das Kindeswohl gefährdet ist. Können sich 

die Eltern sodann nicht auf einen Wochentag einigen, kann die Beiständin den Tag festle-

gen. 

 

j) Es wird sodann davon ausgegangen, dass der Vater ab dem Zeitpunkt, in wel-

chem C. bei ihm übernachten wird, über eine kindeswohlgerechte Wohnung verfügt. Die 

entsprechende Überprüfung hat durch die Beistandsperson zu erfolgen. Verfügt der Vater 

nicht über eine eigene Wohnung mit geeigneter Schlafmöglichkeit für C., beträgt die Kon-

taktzeit nur einen Tag pro zwei Wochen.  

 

Unterhalt 

4. a) Gemäss Art. 276 ZGB wird der Unterhalt des Kindes durch Pflege, Erziehung 

und Geldzahlung geleistet (Abs. 1). Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil 

nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere 

die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen 

(Abs. 2). Der Unterhaltsbeitrag dient ebenfalls der Gewährleistung der Betreuung des 

Kindes durch die Eltern oder Dritte (Art. 285 Abs. 2 ZGB). Er umfasst mithin neben dem 

geldwerten Barunterhalt auch den Betreuungsunterhalt. 

 

b) Für die Bemessung der Kinderunterhaltsbeiträge ist nach der zweistufig-

konkreten Methode vorzugehen. Dabei sind zunächst die den einzelnen Familienmitglie-

dern zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sowie ihr Bedarf zu ermitteln, Letzterer 

auf der Basis des betreibungsrechtlichen Existenzminimums. Anschliessend wird vorab 

der Barunterhalt und dann der Betreuungsunterhalt des Kindes gedeckt, wobei der unter-

haltsverpflichteten Person das betreibungsrechtliche Existenzminimum stets zu belassen 

ist. Erst wenn das betreibungsrechtliche Existenzminimum aller Beteiligten gedeckt ist, 

kann es darum gehen, verbleibende Ressourcen in einer erweiterten Bedarfsrechnung auf 

das familienrechtliche Existenzminimum aufzustocken, das je nach den finanziellen Ver-

hältnissen enger oder weiter bemessen werden kann (vgl. BGE 144 III 488 E. 4.3 und v.a. 

auch BGE 147 III 265 E. 7.3).  

 

c) Der Betreuungsunterhalt wird nach der Lebenshaltungskostenmethode bemes-

sen (BGE 144 III 377 E. 7.1.2.2; 144 III 481 E. 4.1, 4.4). Demnach hat das Kind grund-

sätzlich nur dann Anspruch auf Betreuungsunterhalt, wenn der betreuende Elternteil we-

gen der Kinderbetreuung nicht selbst für seine Lebenshaltungskosten aufkommen kann.  

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 21/51 

  

 

d) Ausgangspunkt für die Ermittlung der Unterhaltsbeiträge ist die Einteilung der 

relevanten Zeiträume in einzelne Phasen. Dazu gilt anzumerken, dass eine neue Phase 

jeweils dann angesetzt wird, wenn eine bedeutende Änderung eintritt und/oder mehrere 

Änderungen zeitlich ungefähr zusammentreffen. Der Praktikabilität halber – eine grosse 

Anzahl sich nur geringfügig unterscheidender Phasen soll vermieden werden – werden 

einzelne Änderungen zum Teil leicht zeitversetzt berücksichtigt. In zeitlicher Hinsicht ist 

festzuhalten, dass Unterhaltsbeiträge für die Zukunft sowie für das Jahr vor Einreichung 

des Begehrens gefordert werden können (BGE 115 II 201 ff.). Das vorliegende Gesuch 

wurde am 21. Januar 2022 eingereicht. Die Mutter macht Unterhaltsbeiträge rückwirkend 

ab der Geburt von C. (DD. August 2021) geltend. Nach dem Gesagten sind die Unter-

haltsbeiträge ab August 2021 festzulegen. Der Beklagte ist zur Leistung eines Unterhalts-

beitrages an C. rückwirkend ab Geburt verpflichtet (Art. 279 ZGB). Die Vorinstanz nahm 

eine sorgfältige Phaseneinteilung vor, die grundsätzlich mit einigen Anpassungen (dies 

auch aufgrund nachträglicher Ereignisse) übernommen und fortgeführt werden kann. Ge-

stützt auf die nachfolgenden Erwägungen werden die einzelnen Phasen gemäss folgen-

der Übersicht eingeteilt (vgl. im Einzelnen E. III. 5 f.): 

 
  

Tatsache, die den Beginn einer neuen Phase erfordert 

A. August 2021  

Dezember 2021 

-  Geburt C., Start Unterhaltspflicht Vater 

-  Unveränderte Unterhaltspflicht wie Zeitpkt. Geburt C. 

B. September, Oktober, November 2021 -  Mutterschaftsentschädigung  

C. 1. Januar 2022 bis 28. Februar 2022  -  Arbeitslosigkeit des Vaters ab 1.1.2022, RAV-Taggelder 

D. 1. März bis 31. Mai 2022 

 

-  Abklärung der Mutter im (Institution), Erhalt IV-Taggelder 

-  Einzug des Vaters in Wohngemeinschaft ab 1.3.2022 

E. 1. Juni bis 30. Juni 2022  -  vorübergehende Erwerbstätigkeit des Vaters im Monat Juni 
2022 

F. 1. Juli bis 30. September 2022 -  Arbeitslosigkeit des Vaters 

G. 1. Oktober 2022 bis 28. Februar 2023  -  Anrechnung hypothetisches Einkommen des Vaters ab 
1.10.2022 

H. 1. März 2023 bis 30. Juni 2023 -  Erwerbstätigkeit der Mutter 

I. 1. Juli 2023 bis 31. Juli 2026 -  Heirat der Mutter (Juli 2023) 

-  Änderung im Bedarf des Vaters 

J.  1. August 2026 bis 31. August 2031 -  Eintritt C. in den Kindergarten 

-   zumutbares Arbeitspensum der Mutter (50%) 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 22/51 

  

K. 1. September 2031 bis 31. Juli 2034  -  vollendetes 10. Altersjahr von C.   

L. 1. August 2034 bis 31. August 2037 - Eintritt von C. in die Oberstufe 

-  Arbeitspensum der Mutter 80%  

M. 1. September 2037 bis Abschluss Ausbildung - vollendetes 16. Altersjahr von C. 

-  Arbeitspensum der Mutter 100%  

 

Nach dem Ausgeführten sind in einem ersten Schritt die Einkommen der Eltern und des 

Kindes festzusetzen. 

 

Einkommen der Beteiligten 

5. a) Bestritten und zu prüfen ist zunächst die Einkommenssituation des Vaters. Mit 

der Vorinstanz ist darauf hinzuweisen, dass grundsätzlich vom Nettoeinkommen auszu-

gehen ist, das der Unterhaltsschuldner tatsächlich erzielt (z.B. BGer 5A_399/2016 E. 4.2). 

Soweit sein Einkommen nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf des Kindes zu 

decken, kann ihm ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern es ihm 

möglich und zumutbar ist, dieses zu erzielen (BGer 5A_90/2017 E. 5.1). Hierbei müssen 

beide Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein (BGer 5A_297/2016 E. 3.2). Im Verhältnis 

zu minderjährigen Kindern sind besonders hohe Anforderungen an die Ausnützung der 

Erwerbskraft zu stellen, insbesondere in engen wirtschaftlichen Verhältnissen 

(vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.7; BGE 137 III 118 E. 3.1; BGer 5A_946/2018 E. 3.1; 

BGer 5A_98/2016 E. 3.4; BGer 5A_47/2017 E. 8.2; BGer 5A_90/2017 E. 5.3.1; 

BGer 5A_806/2016 E. 4.2; BGer 5A_764/2017 E. 3.2). 

 

Die Vorinstanz hielt fest, dass der Vater ab April bis 31. Dezember 2021 als Restaurantlei-

ter mit einem Nettoeinkommen von rund Fr. 4’400.00 (exkl. Kinderzulage, inkl. Anteil 

13. Monatslohn, nach Quellensteuer; 100%) beschäftigt gewesen sei (vgl. vi-act. 19). Vom 

1. Januar bis 31. Mai 2022 sei er arbeitslos gewesen und habe monatliche RAV-Taggelder 

von durchschnittlich rund Fr. 3’350.00 bezogen (exkl. Kinderzulage, nach Quellensteuer), 

dies basierend auf seinem zuletzt erzielten Lohn als Restaurantleiter. Im Juni 2022 habe er 

eine neue Stelle in der Gastronomie angetreten, welche er allerdings gegen Ende des Mo-

nats wieder verloren habe (vi-act. 31). Gemäss eingereichtem Arbeitsvertrag habe sein Net-

toeinkommen in dieser Zeit rund Fr. 3’400.00 (exkl. Kinderzulage, vor Quellensteuer) betra-

gen (vi-act. 25). Spätestens ab 1. Oktober 2022, so die Vorinstanz, sei bei ihm von einem 

erzielbaren Nettoeinkommen von Fr. 4’900.00 (exkl. Kinderzulage, inkl. Anteil 13. Monats-

lohn, vor Quellensteuer) auszugehen, wie er dieses als Restaurantleiter im Jahr 2021 erzielt 

habe. Dieses Einkommen dürfte ihm zumutbar sein, zumal er bewiesen habe, dass er in 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 23/51 

  

der Vergangenheit in der Lage gewesen sei, ein solches zu erzielen. Zudem dürfte des-

sen Erzielung angesichts des aktuell bestehenden Fachkräftemangels in der Gastronomie 

gut möglich sein (vi-Entscheid, S. 15 f.). 

 

Der Vater macht unter Beilage des Arbeitsvertrags geltend, er habe ab Oktober 2022 aus 

seiner Anstellung in der Gastronomie in G./SZ lediglich ein monatliches Bruttoeinkommen 

von Fr. 4’875.00 (inkl. 13. Monatslohn) bzw. ein Nettoeinkommen von Fr. 3’191.90 erzielt 

(vgl. Berufung, S. 5; Beilage 3 zur Berufung). Ab 8. Mai 2023 arbeite er im Restaurant "K" 

in H., um näher bei seinem Sohn sein zu können. Dort erzielt er gemäss eingereichtem 

Arbeitsvertrag einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 4’733.00 bzw. Nettolohn von 

Fr. 3’960.00 (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Verpflegung, vor Quellensteuer; vgl. FO/29, S. 7; 

Beilage 8 zu FO/29). Die Mutter beruft sich mit der Vorinstanz darauf, dass dem Vater 

zugemutet werden könne, das hypothetische Einkommen zu erzielen. Es sei nicht ersicht-

lich, dass er sich um bessere Anstellungsbedingungen bemüht hätte. Im Weiteren sei zu 

beachten, dass in der Gastronomie üblicherweise 10% Trinkgelder hinzuzurechnen seien 

(vgl. z.B. FO/31, S. 2).  

 

Vorliegend verfügt der Vater über eine Ausbildung als Hotelfachmann (vgl. Beilage 1 zu 

FO/7). Selbst ohne höhere Berufsausbildung müsste er gemäss Salarium (Faktoren: Re-

gion Ostschweiz, Branche 51 [Gastronomie], Berufsgruppe 51 [Berufe im Bereich perso-

nenbezogene Dienstleistungen], ohne Kaderfunktion, ohne abgeschlossene Berufsausbil-

dung, 5 Dienstjahre, Unternehmensgrösse weniger als 20 Beschäftigte, 12 Monatslöhne) 

in der Gastronomie mindestens ein Einkommen von Fr. 4’552.00 erzielen können. Mit 

einer höheren Berufsausbildung wird von brutto Fr. 5’511.00 ausgegangen. Das von der 

Vorinstanz angenommene Nettoeinkommen von Fr. 4’900.00 ist somit insgesamt nicht zu 

beanstanden. Der Vater zeigte denn auch nicht auf, weshalb er mit seiner Ausbildung 

nicht in der Lage ist, ein solches Einkommen zu erzielen. Wie die Vorinstanz zu Recht 

darauf hinwies, dürfte die Erzielung des hypothetischen Einkommens auch angesichts 

des nach wie vor bestehenden Fachkräftemangels in der Gastronomie sowie im Hotelbe-

reich durchaus möglich sein. Es kann dem Vater somit insgesamt zugemutet werden, eine 

leitende Stelle anzunehmen bzw. zumindest ein Nettoeinkommen von Fr. 4’900.00 

(exkl. Kinderzulage, inkl. Anteil 13. Monatslohn, vor Quellensteuer) zu erzielen. 

 

Spätestens mit Zustellung des vorinstanzlichen Entscheids am 18. August 2022 (vgl. Beila-

ge 2 zu FO/2), musste es dem anwaltlich vertretenen Vater sodann bewusst geworden sein, 

dass im Verhältnis zum unmündigen Kind besonders hohe Anforderungen an die Ausnüt-

zung seiner Erwerbskraft gestellt werden, dies insbesondere auch aufgrund der vorliegen-

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 24/51 

  

den engen wirtschaftlichen Verhältnisse. Mit anderen Worten war die Anrechnung eines 

hypothetischen Einkommens ab Oktober 2022 bzw. die geforderte Umstellung und das Er-

fordernis eines vermehrten beruflichen Einsatzes für ihn klar vorhersehbar gewesen 

(vgl. BGer 5A_549/2017, E. 4; 5A_184/2015, E. 3.2; 5P.388/2003, E. 1.2; 5P.79/2004, 

E. 4.3; OGer ZH LE180016, E. 2.4b; vgl. zum Ganzen OGer ZH, LE180048-O/U E. 3.7). 

Der Vater nahm indessen unbeirrt der Ausführungen der Vorinstanz eine Erwerbstätigkeit 

auf, mit welcher er nicht das ihm zugemutete Einkommen erwirtschaftete. Wie bereits er-

wähnt, unterblieben substantiierte Ausführungen, weshalb es ihm nicht zumutbar oder mög-

lich gewesen sein sollte, das von ihm erwartete Einkommen zu erzielen (vgl. FO/1 ff.). Ge-

rade mit seiner Ausbildung wie auch wegen der hohen Nachfrage von Arbeitskräften im 

Hotel- und Gastronomiebereich, kann es vorliegend nicht nachvollzogen werden, weshalb 

der Vater seine Arbeitskraft nicht optimal ausnützt. In dieser Situation hätte der Vater die 

Pflicht, zu erklären, warum es ihm nicht möglich wäre, den von der Vorinstanz angenom-

menen Betrag zu verdienen, und dies zu belegen, was er aber nicht getan hat. Nach dem 

Dargelegten rechtfertigt es sich sodann nicht, das hypothetische Einkommen erst ab dem 

Zeitpunkt des Berufungsentscheids anzurechnen (vgl. dazu auch BGer 5A_112/2020 E. 5.5 

sowie 5A_848/2010 E. 2.1, 2.2 und 2.5). Damit ist dem Vater ab Oktober 2022 das genann-

te hypothetische Einkommen anzurechnen und der vorinstanzliche Entscheid in diesem 

Punkt zu bestätigen. 

 

b) Die Mutter stand bis kurz vor der Geburt von C. in einer beruflichen Eingliede-

rungsmassnahme der IV und absolvierte nach abgebrochener Lehre zur Textilpraktikerin 

bei (Institution) eine Ausbildung zur Textilfachfrau bei (Institution), wofür ihr IV-Taggelder 

in der Höhe von Fr. 122.10 pro Tag zugesprochen wurden. Das Taggeld wurde seitens 

der IV bis 31. Juli 2022 verfügt (vgl. IV-act. 123). Ihre Ausbildung brach sie kurz vor der 

Geburt von C. ab. In den Monaten September, Oktober und November 2021 erhielt sie 

eine Mutterschaftsentschädigung in der Höhe von durchschnittlich Fr. 3’160.00 pro Monat 

(kläg. act. 14). Ab 1. Januar 2022 wurde sie vom Sozialamt L. mit monatlich Fr. 2’415.00 

unterstützt (kläg. act. 16, 17). Für den Zeitraum von Januar bis anfangs April 2022 sah die 

IV weitere Abklärungen zur Erlangung einer Erstausbildung durch (Institution) vor. Zwi-

schen März und Juni 2022 absolvierte die Mutter in (Institution) eine Abklärung zur Absol-

vierung einer Erstausbildung, wofür sie ein IV-Taggeld von Fr. 122.10 pro Tag bzw. 

Fr. 2'442.00 pro Monat erhielt, welches direkt an das Sozialamt L. ausbezahlt wurde (Bei-

lage 2 zu FO/10). Gemäss Bericht (Institution) sei es jedoch zu vielen Krankmeldungen 

seitens der Mutter gekommen. Dem Schlussbericht der Berufsberatung zufolge habe eine 

Mehrfachbelastung als Mutter bestanden. Die Mutter habe sich entschieden, sich in den 

kommenden Monaten vollumfänglich ihrem Sohn zu widmen (IV-act. 170). Am 25. Mai 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 25/51 

  

2022 erging seitens der IV die Mitteilung in Bezug auf den Abschluss der beruflichen 

Massnahmen. Im Juli 2022 erhielt die Berufsberatung der IV den erneuten Auftrag der 

SVA M., zusammen mit der Mutter berufliche Massnahmen zu besprechen und anzuge-

hen. Mit Schlussbericht vom 11. April 2023 wurde darauf hingewiesen, dass die Mutter 

nichts mehr von einer Unterstützung durch die IV habe wissen wollen und sich selbstän-

dig eine mögliche Ausbildung im Bereich der Kinderbetreuung gesucht habe. Die kriti-

schen Ausführungen der Berufsberatung hätten am Vorhaben der Mutter nichts geändert 

(IV-act. 190). Ab März 2023 arbeitet sie nun als Tagesmutter und erzielt ein Nettoein-

kommen von rund Fr. 745.00 pro Monat (Beilage 12 zu FO/20), welches ihr erlaubte, sich 

von der Sozialhilfe zu lösen (IV-act. 194). In Bezug auf die Anstellung als Tagesmutter 

wies die SVA N. darauf hin, dass es sich dabei um keine anerkannte Ausbildung handle 

und die Mutter nach wie vor einen IV-rechtlichen Anspruch auf eine erstmalige berufliche 

Ausbildung hätte. Eine solche dränge sich derzeit nicht auf, da sie gut integriert sei und 

die Arbeit als Tagesmutter auf ihre momentane Lebenssituation optimal passe (IV-

act. 190).  

 

Der Einwand des Vaters, wonach die Mutter die Wiederaufnahme ihrer Erstausbildung 

abgelehnt habe, obwohl sie einen Anspruch auf die Weiterführung der beruflichen Mass-

nahme der IV gehabt hätte und demzufolge auf Einkommen verzichtet habe, kann in ge-

wisser Weise nachvollzogen werden. Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass der Mutter bis 

zum Eintritt von C. in den Kindergarten kein hypothetisches Einkommen angerechnet 

werden kann (vgl. BGE 144 III 481). Wie bereits erwähnt, absolvierte sie zwischen 

März und Juni 2022 in der (Institution) eine Abklärung, wofür IV-Taggelder (direkt an die 

Sozialhilfe) ausbezahlt wurden (vgl. Beilage 2 zu FO/10). Für die Zeit von März bis Ju-

ni 2022 ist ihr demzufolge ein Einkommen von rund Fr. 2’200.00 anzurechnen. Ab August 

2022 verweigerte die Mutter weitere Unterstützungsangebote der IV und wies darauf hin, 

sie sei selber mit Bewerbungen auf Praktikumsplätze beschäftigt. Bis März 2023 war sie 

in der Folge erwerbslos. Ab März 2023 ist bei der Mutter sodann ein Nettoeinkommen von 

Fr. 746.90 aus der Tätigkeit als Tagesmutter einzusetzen. Die Mutter ist im Weiteren da-

rauf hinzuweisen, dass auch sie (wie der Vater) mit Blick auf das Kindswohl dazu ver-

pflichtet ist, ihre Erwerbskraft entsprechend ihren Möglichkeiten auszuschöpfen. Mit der 

Vorinstanz kann von ihr erwartet werden, dass sie in Zukunft zumindest ein Nettoein-

kommen im Niedriglohnbereich mit Vollerwerb von Fr. 3’200.00 (inkl. Anteil 13. Monats-

lohn, exkl. Kinderzulagen, 100%) zu erzielen vermag. In Übereinstimmung mit dem 

Schulstufenmodell ist der Mutter ab 1. August 2026 (Eintritt von C. in den Kindergarten) 

ein Beschäftigungsgrad von 50% (Fr. 1’600.00), ab 1. August 2034 (Übertritt von C. in die 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 26/51 

  

Oberstufe) ein solcher von 80% (Fr. 2’560.00) und ab 1. August 2037 ein solcher von 

100 % (Fr. 3'200.00) zumutbar.  

 

c) Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt, besteht das Einkommen von C. 

aus den Kinderzulagen von Fr. 230.00 bis zum vollendeten 16. Altersjahr und anschlies-

send von Fr. 280.00. 

 

Bedarf 

6. a) Nachdem die Einkommen der Beteiligten ermittelt wurden, sind in einem nächs-

ten Schritt die Bedarfspositionen derselben festzulegen. Dabei können die im Berufungs-

verfahren unbestritten gebliebenen Bedarfspositionen insoweit übernommen werden, als 

sich aus den eingereichten Unterlagen keine abweichenden Beträge ergeben, ist doch 

aufgrund der beim Kindesunterhalt anwendbaren Verfahrensgrundsätze alles zu berück-

sichtigen, was aus den Unterlagen ersichtlich ist (BGer 5A_242/2019 E. 3.2.2).  

 

Grundbetrag / Wohnkosten 

b/aa) Die Vorinstanz ging beim Vater von einem Grundbetrag von Fr. 1’200.00 aus für 

die Zeit, während welcher er nicht in einer Wohngemeinschaft lebte. Aufgrund seines vo-

rübergehenden Einzugs bei seiner ehemaligen Freundin in O. setzte die Vorinstanz vom 

1. März bis 1. Oktober 2022 einen um Fr. 150.00 reduzierten Grundbetrag von 

Fr. 1’050.00 ein (vi-Entscheid, S. 16). Analog zu diesen Überlegungen rechnete die Vo-

rinstanz für die Zeit in der Wohnung in P. Mietkosten von Fr. 1’090.00, während der 

Wohnsitznahme bei der Ex-Freundin bzw. seiner Mitbewohnerin solche von Fr. 400.00 an 

(vi-Entscheid, S. 16).  

 

Mit Eingabe vom 31. Mai 2023 macht der Vater geltend, den Mietvertrag in O. alleine zu 

übernehmen und für die Wohnung Fr. 870.00 zu bezahlen (FO/29, S. 7). Gemäss der von 

der Mutter eingereichten WhatsApp-Kommunikation vom Juni 2023 lebt die Mitbewohne-

rin jedoch nach wie vor mit dem Vater zusammen (Beilage 14 zu FO/35). Aufgrund der 

unterbliebenen Substantiierung des Vorbringens durch den Vater und mit Blick darauf, 

dass offenbar seine Mitbewohnerin noch immer mit ihm zusammenwohnt, kann nicht da-

von ausgegangen werden, dass er alleine in O. wohnhaft ist und die kompletten Mietkos-

ten selber trägt. Damit bleibt es bei den von der Vorinstanz eingesetzten Wohnkosten von 

Fr. 400.00 (vgl. dazu vi-act. 23, S. 7). Der sinngemässen Forderung der Mutter, wonach 

dem Vater noch geringere Wohnkosten als die Fr. 400.00 anzurechnen sein sollen, da er 

auf dem Formular betreffend unentgeltliche Rechtspflege einen Mietzins von 1 x 

Fr. 1’500.00 und 1 x Fr. 800.00 geltend machte, ist sodann nicht nachzukommen. Zum 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 27/51 

  

einen sind die eingesetzten Fr. 400.00 bereits als sehr tief zu bezeichnen. Dies gerade 

auch mit Blick darauf, dass der Mutter, welche teilweise sozialhilfeabhängig war, vorlie-

gend Fr. 1’130.00 zugebilligt werden. Zum anderen kann nicht auf Dauer davon ausge-

gangen werden, dass die Ex-Freundin des Vaters bzw. seine Mitbewohnerin ihn nahezu 

kostenlos dort wohnen gelassen hat bzw. lässt. Dem Vater auf längere Frist Mietkosten 

von lediglich Fr. 150.00 zuzubilligen, wäre im Ergebnis stossend.  

 

Zusammenfassend ist beim Vater bis und mit Februar 2022 ein Grundbetrag von 

Fr. 1’200.00 sowie von März bis Oktober 2022 ein solcher in der Höhe von Fr. 1’050.00 

(vgl. dazu die übereinstimmende Berechnung des Vaters; Berufung, S. 6) zu berücksichti-

gen (zu den Grundbeträgen vgl. Ziffer 1 der Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- 

und Konkursbeamten der Schweiz vom 1. Juli 2009; zuletzt veröffentlicht in: BlSchK 2009, 

S. 193 ff.). Da beim Vater ab Oktober 2022 (Arbeitsaufnahme in G./SZ) für eine zusätzli-

che Unterkunft sowie Verpflegung ein Betrag von Fr. 800.00 im Bedarf berücksichtigt wird, 

ist bei ihm ein um Fr. 400.00 verminderter Grundbetrag von Fr. 650.00 einzusetzen. Mit 

der Arbeitsaufnahme im Mai 2023 in H./SG sind Fr. 300.00 für die Verpflegung ausgewie-

sen. Zur Vermeidung zu vieler Phasen wird ab Juli 2023 ein verminderter Grundbetrag 

von Fr. 850.00 eingesetzt (vgl. dazu sogleich).  

 

Die Wohnkosten des Vaters belaufen sich bis und mit Februar 2022 auf Fr. 1’090.00, da-

nach auf Fr. 400.00. Zusätzlich wies der Vater für den Zeitraum seiner Erwerbstätigkeit in 

G./SZ für Unterkunft/Verpflegung Fr. 800.00 aus (vgl. Beilage 3 zu FO/2). Wie noch auf-

gezeigt wird, werden dem Vater lediglich Kosten des öffentlichen Verkehrs im Bedarf an-

gerechnet. Da der Arbeitgeber des Vaters (Angabe Arbeitsstelle) bis um 24.00 Uhr 

abends geöffnet hat (https://www.[...]), schien er auch auf die Unterkunft angewiesen ge-

wesen zu sein. Mit Blick darauf, dass gemäss Art. 29 des Gesamtarbeitsvertrags im 

Schweizer Gastgewerbe i.V.m. dem Merkblatt N 2 / 2001 ein Betrag von bis zu Fr. 900.00 

für Verpflegung und Unterkunft Fr. 900.00 vorgesehen ist, erscheint der geltend gemachte 

Betrag von Fr. 800.00 angemessen. Da er damit als mehrheitlich verpflegt erachtet wer-

den kann, ist vom Grundbetrag Fr. 400.00 in Abzug zu bringen. Ab Mai 2023 wird ihm 

Fr. 300.00 für seine Verpflegung in Rechnung gestellt (Beilage 8 zu FO/29), was sich 

ebenfalls in seinem Bedarf auszuwirken hat. Zur Vermeidung zu vieler Phasen sind die 

Fr. 300.00 ab Juli 2023 zu berücksichtigen. Der Grundbetrag ist aus denselben Überle-

gungen entsprechend um Fr. 200.00 auf Fr. 850.00 zu reduzieren. 

 

bb) Bei der Mutter ändert sich bis zur Heirat sowohl am Grundbetrag wie auch den 

Wohnkosten nichts. Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwä-

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 28/51 

  

gungen verwiesen werden (vgl. vi-Entscheid, S. 17 f.). Ab Juli 2023 ist zufolge Heirat bei 

der Mutter indessen von einem Grundbetrag von Fr. 850.00 sowie von reduzierten Wohn-

kosten in der Höhe von Fr. 565.00 auszugehen. Gemäss kantonaler Gerichtspraxis wer-

den ca. 25% der gesamten Wohnkosten dem Kind zugerechnet, wenn ein Kind im Haus-

halt eines Elternteils wohnt, bei zwei Kindern je ca. 20% der gesamten Wohnkosten (Ent-

scheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 7. April 2021 i.S. FS.2019.14, 

www.publikationen.sg.ch). Demzufolge sind der Mutter Fr. 425.00 und C. Fr. 140.00 an 

Wohnkosten anzurechnen. 

 

Auswärtige Verpflegung / Arbeitswegkosten 

c/aa) Zum Grundbetrag sind die üblichen betreibungsrechtlichen Zuschläge hinzuzu-

zählen, wozu auch die unumgänglichen Berufsauslagen zählen (BGE 144 III 502 E. 6.5). 

Für die Fahrten zum Arbeitsort sind grundsätzlich die öffentlichen Verkehrsmittel zu be-

nutzen. Die mit der Benützung eines Autos anfallenden Kosten können nur berücksichtigt 

werden, wenn dem für den Arbeitsweg benutzten Privatfahrzeug Kompetenzcharakter 

zukommt. Können für den Arbeitsweg öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden, ist ein 

Auto weder unentbehrlich noch notwendig. Die blosse Zeitersparnis führt noch nicht dazu, 

dass einem Auto Kompetenzcharakter zukommt. Die Benützung der öffentlichen Ver-

kehrsmittel muss vielmehr unmöglich oder unzumutbar sein (MAIER, Die konkrete Berech-

nung von Kinderunterhaltsbeiträgen, FamPra.ch 2020, S. 314 ff., 366). Bei Nachweis von 

Mehrauslagen für auswärtige Verpflegung können Fr. 9.00 bis Fr. 11.00 für jede Haupt-

mahlzeit berücksichtigt werden (vgl. in Bezug auf Tätigkeiten im Gastronomie- bzw. Ho-

telbereich oben). Isst ein Ehegatte hingegen zuhause oder nimmt er etwas von zuhause 

mit, so sind die damit verbundenen Kosten bereits durch den Grundbetrag abgedeckt, 

wobei pro Tag ca. Fr. 10.00 für ein Mittagessen aus dem Grundbetrag zur Verfügung ste-

hen (SIX, a.a.O., N 2.113 f.; MAIER, a.a.O., 366; vgl. auch Richtlinien für die Berechnung 

des betreibungsrechtlichen Existenzminiums [Notbedarf] nach Art. 93 SchKG vom 1. Juli 

2009). Die Berufskosten müssen in einem vernünftigen Verhältnis zur Einkommenssitua-

tion und zum Gesamtbedarf der Ehegatten bzw. der Eltern und Kinder stehen (vgl. SIX, 

a.a.O., Rz 2.120). 

 

bb) In Bezug auf die auswärtigen Verpflegungskosten des Vaters ist auf E. III. 6.b/aa 

zu verweisen. 

 

cc) Die Mutter arbeitet derzeit zu Hause, weshalb sie ihre Kosten aus dem Grundbe-

trag zu bestreiten hat. Wie bereits erwähnt wird von der Mutter ab August 2026 erwartet, 

dass sie ein Einkommen von mindestens Fr. 1’600.00 bei einem 50 %-Pensum erzielt. Ob 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 29/51 

  

dies im Rahmen ihrer derzeitigen Beschäftigung als Tagesmutter möglich sein wird, muss 

offengelassen werden. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass die Mutter für die Erzie-

lung des geforderten Einkommens einer Erwerbstätigkeit ausser Haus nachgehen muss, 

weshalb sie ab diesem Zeitpunkt ebenfalls Anspruch auf Anrechnung von Verpflegungs- 

wie auch Fahrkosten hat. Demzufolge sind ihr ab August 2026 anteilsmässig die obge-

nannten Beträge (Fr. 11.00 pro Tag), vorliegend folglich Fr. 110.00 (50 %), ab Au-

gust 2034 Fr. 175.00 (80 %) sowie ab August 2037 Fr. 220.00 (100 %) zuzugestehen.  

 

d/aa) Umstritten sind weiter die Arbeitswegkosten des Vaters ab Oktober 2022. Die 

Vorinstanz rechnete dem Vater diesbezüglich Fr. 180.00 (Ostwind 5 Zonen) an (vi-

Entscheid, S. 16 f.). Der Vater macht für den Zeitraum ab Oktober 2022 monatliche Fahr-

kosten mit dem Auto von Fr. 470.00 (Fr. 0.60 km x 200 km) für seinen Arbeitsweg von O. 

nach G./SZ geltend. Dabei begründet er indessen nicht, weshalb dem Auto Kompetenz-

charakter zukommen sollte und weshalb nicht die Kosten für die öffentlichen Verkehrsmit-

tel anzurechnen seien. Zusätzliche Auslagen sind damit nicht glaubhaft gemacht. Über-

dies steht der verlangte Betrag von Fr. 470.00 auch angesichts des nach wie vor eher 

bescheidenen Einkommens nicht in einem vernünftigen Verhältnis. Für die Zeit seiner 

Arbeitstätigkeit in G./SZ sind dem Vater deshalb die Kosten des öffentlichen Verkehrs 

anzurechnen. Dabei reichen allerdings 5 Zonen im Ostwind-Verbund nicht aus, zumal von 

ihm auch verlangt wird, dass er zur Erzielung des ihm angerechneten hypothetischen 

Einkommens einer leitenden Stellung nachgeht, welche erfahrungsgemäss eher längere 

Arbeitszeiten bzw. spätere Arbeitsenden mit sich bringt. Gemäss Zonenplan benötigt er 

alle Zonen, womit in seinem Bedarf Fr. 255.00 aufzuführen ist 

(vgl. https://www.ostwind.ch).     

 

Die vom Vater neu geltend gemachten "Kosten Kontaktrecht" (vgl. Berufung, S. 6) von 

Fr. 200.00 (Fahrweg […] retour, 32 km x 52/12 x Fr. 0.60) stellen keine Berufsauslagen 

dar, sondern sind unter dem Titel Kosten zur Ausübung des Besuchsrechts zu prüfen, 

welche gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht zum betreibungsrechtlichen, 

wohl aber zum familienrechtlichen Existenzminimum der Eltern gehören (BGE 147 III 265 

E. 7.2). Dem Vater werden vorliegend die Kosten für den Erwerb eines Ostwind Jahres-

abonnements für alle Zonen zugesprochen. Damit ist es ihm möglich, den (kurzen) Weg 

von O. nach L. und retour ohne für ihn zusätzlich anfallende Kosten bestreiten zu können.  

 

bb) Die von der Vorinstanz im Bedarf der Mutter eingesetzten Arbeitswegkosten von 

Fr. 150.00 ab August 2026 erscheinen angemessen. Infolge Pensumserhöhung ist ihr ab 

August 2034 Fr. 180.00 und ab August 2037 Fr. 200.00 zuzugestehen.  

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 30/51 

  

 

Fremdbetreuungskosten C. 

e) In Bezug auf den Bedarf von C. macht die Mutter neu Fremdbetreuungskosten 

der Kita P. von Fr. 410.00 geltend und reicht hierzu einen Beleg vom September 2022 ein 

(Beilage 5 zu FO/10). Im damaligen Zeitpunkt war sie erwerbslos. Zwar führt die Mutter 

aus, sie habe sich während dieser Zeit beworben. Dafür eine Kita in Anspruch zu neh-

men, erscheint jedenfalls nicht notwendig. Hingegen sind die für den Zeitraum von Januar 

2022 bis Ende März 2022 ausgewiesenen durchschnittlichen Fremdbetreuungskosten für 

C. von monatlich Fr. 50.00 (kläg. act. 13) zu berücksichtigen (so zutreffend vi-Entscheid, 

S. 15), zumal sie sich dort in einer von der IV unterstützten Ausbildung bzw. Abklärung 

befand. Diese werden bis und mit Juni 2022 (Ende der IV Abklärung) berücksichtigt. Mit 

der Vorinstanz ergeben sich ab Eintritt von C. in den Kindergarten und mit der damit ein-

hergehenden Aufnahme einer Erwerbstätigkeit der Mutter von 50%, d.h. ab 1. August 

2026, geschätzte Kosten für Mittagstisch/Fremdbetreuung von Fr. 200.00 (vgl. vi-

Entscheid, S. 15). Dies wurde von den Parteien zu Recht nicht substantiiert in Frage ge-

stellt. Die Fr. 200.00 sind sodann weiterhin ab August 2037 zuzugestehen (Kosten im 

Zusammenhang mit einer Berufslehre oder weiterführenden Schule). 

 
Krankenkassenprämien  

f/aa) Die Kosten für die obligatorische Krankenkassenversicherung betragen beim 

Vater nach wie vor rund Fr. 260.00 (SF.2022.6-RO1F-MLU: act. 3; Beilage 5 zu FO/7; 

vgl. auch Berufung, S. 6). Im Rahmen des betreibungsrechtlichen Existenzminimums dür-

fen nur die Prämien der Grundversicherung berücksichtigt werden. Soweit die finanziellen 

Verhältnisse eine Erweiterung auf das familienrechtliche Existenzminimum (BGE 147 III 

265 E. 2.7) erlauben, sind auch die vom Vater geltend gemachten Kosten der Zusatzver-

sicherung von rund Fr. 20.00 (vgl. dazu Berufung, S. 6 sowie Beilage 5 zu FO/7) im fami-

lienrechtlichen Existenzminimum zu berücksichtigen. Dasselbe gilt bei C., weshalb entge-

gen der vorinstanzlichen Berechnungen in der ersten Phase keine VVG-Prämien berück-

sichtigt werden können. 

 

bb) Der Vater macht sodann "bes. Gesundheitskosten" von monatlich Fr. 50.00 gel-

tend (vgl. Berufung, S. 6). Dass Gesundheitskosten angefallen sind, ist nicht ausgewie-

sen. Diese Kosten können somit nicht im Bedarf aufgeführt werden. 

 

cc) Die Auslagen für die obligatorische Krankenversicherung der Mutter belaufen 

sich nach wie vor auf gerundet Fr. 290.00 (kläg. act. 12; FO/1 ff.). Wie die Vorinstanz zu 

Recht festhielt, haben sowohl die Mutter wie auch C. bei den vorliegenden knappen finan-

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 31/51 

  

ziellen Verhältnissen Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung. Die Vorinstanz geht 

nachvollziehbar von einem Anspruch von Fr. 155.00 bei der Mutter (vgl. kläg. act. 9, 15 

sowie vi-Entscheid, S. 17 f.) bzw. Fr. 75.00 bei C. aus (vgl. kläg. act. 9 sowie vi-Entscheid, 

S. 15).  

 

Der Vater wendet vorliegend ein, dass das Sozialamt die Krankenkassenprämien der Mut-

ter sowie jene von C. direkt ohne Prämienverbilligung bezahlt habe (Beilage 3 zu FO/10). 

Dabei handle es sich um nicht rückforderbare Unterstützungen, weshalb im Bedarf der 

Mutter und C. keine Krankenkassenprämien und Krankheitskosten zu berücksichtigen 

seien (FO/12, S. 4 f.). Dazu gilt anzumerken, dass Sozialhilfe subsidiär ist. Deshalb ist 

das betreibungsrechtliche bzw. das familienrechtliche Existenzminimum ohne Berücksich-

tigung der subsidiären Sozialhilfe zu berechnen. Die Krankenkassenprämien sind somit 

auch während der Zeit, in welcher das Sozialamt für die Kosten aufkam, im Bedarf der 

Mutter und C. aufzuführen. Zu Recht wendet der Vater allerdings ein, dass beide ange-

sichts der engen finanziellen Verhältnisse ein Anspruch auf individuelle Prämienverbilli-

gung gehabt hätten. Bei Geburt des Kindes wird das massgebliche Einkommen in Bezug 

auf die individuelle Prämienverbilligung ab dem Geburtsmonat neu festgelegt, wobei die 

Neuberechnung bis am 31. März des Folgejahres nach der Geburt rückwirkend geltend 

gemacht werden kann (vgl. Art. 13 b der Verordnung zum Einführungsgesetz zur Bundes-

gesetzgebung über die Krankenversicherung, sGS 331.111). Demzufolge sind im Bedarf 

der Mutter und C. die Krankenkassenprämien abzüglich der individuellen Prämienverbilli-

gung ab August 2021 aufzuführen. Die von der Vorinstanz berechneten Beträge der indi-

viduellen Prämienverbilligung von Fr. 155.00 bei der Mutter und Fr. 75.00 bei C., erschei-

nen angemessen und wurden denn auch seitens der Parteien nicht substantiiert in Frage 

gestellt.  

 

Steuern 

g/aa) Mit der Vorinstanz ist sodann festzuhalten, dass Steuern in Mankosituationen 

praxisgemäss zwar nicht berücksichtigt werden (BGE 140 III 337 E. 4.4; 

BGer 5A_779/2015 E. 5.2; BGer 5A_876/2014 E. 3.3), dies jedoch nicht gelten kann, 

wenn der Unterhaltspflichtige an der Quelle besteuert wird, da der Betrag dieser Steuer 

von seinem Lohn abgezogen wird, ohne dass er sich dagegen wehren kann 

(BGer 5A_352/2010 E. 5.3). Da der Vater quellenbesteuert ist, sind seine Steuern in sei-

nem Bedarf zu berücksichtigen. Die durch die Vorinstanz berechneten Beträge (Ju-

ni 2022: Fr. 250.00/Monat; während der Arbeitslosigkeit bereits im Nettolohn/RAV-

Taggeld (netto) berücksichtigt und ab 1. Oktober 2022: Fr. 350.00/Monat, was ein Ein-

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 32/51 

  

kommen von Fr. 4'550.00 netto pro Monat nach Quellensteuern ergibt) sind nicht zu be-

anstanden und entsprechend zu übernehmen.  

 

bb) Wie bereits erwähnt, ist die Mutter neu seit März 2023 erwerbstätig. Dabei erzielt 

sie ein Einkommen von rund Fr. 746.90, worauf keine Steuern anfallen dürften. Mit der 

Vorinstanz ist indessen von einer Steuerlast von Fr. 100.00 ab August 2034 bzw. dem 

angerechneten Einkommen von Fr. 2'560.00 auszugehen. Ab August 2037 ist zufolge der 

vollen Erwerbstätigkeit (Fr. 3'200.00) von einem leicht erhöhten Steuerbetrag von 

Fr. 120.00 auszugehen.  

 

Kommunikation/Versicherung 

h) Gemäss BGE 147 III 265 E. 7.2 gehört zum familienrechtlichen Grundbedarf 

neben einer Versicherungs- auch eine Kommunikationspauschale. In Entsprechung die-

ser Vorgabe wird im Kanton St. Gallen somit neben der bisher bereits üblichen Versiche-

rungspauschale von Fr. 50.00 zusätzlich eine Kommunikationspauschale in Höhe von 

Fr. 130.00 berücksichtigt (Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 14. Dezember 

2021 i.S. FO.2019.24, www.publikationen.sg.ch; vgl. auch zutreffend vi-Entscheid, S. 23). 

Die Ausgaben für die Kommunikation und Versicherungen von den genannten Fr. 180.00 

werden für beide Parteien insoweit berücksichtigt, als in den einzelnen Phasen kein Man-

ko resultiert.  

 

Übersicht 

7.  Als Vorbemerkung ist festzuhalten, dass ein Unterhaltsbeitrag nie das Ergebnis 

einer reinen Rechenoperation ist, sondern Ermessenssache bleibt. Nach dem Gesagten 

ergibt sich folgende Einkommens- und Bedarfssituation: 

 

A. August 2021 und Dezember 2021  

Aug. und Dez. 2021 Vater Mutter C. 

        

Einkommen (V: nach Quellen-
steuer) 

4400.00 0.00   

Kinderzulage     230.00 

Total 4400.00 0.00 230.00 

        

Bedarf       

Grundbetrag 1200.00 1350.00 400.00 

Wohnen 1090.00 755.00 375.00 

Krankenkasse 260.00 290.00 105.00 

IPV   -155.00 -75.00 

Fahrkosten 280.00     

Ausw. Verpflegung 220.00     

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 33/51 

  

Steuern       

Vers. / Komm.        

Krankenkasse VVG       

    

Total Bedarf 3050.00 2240.00 805.00 

Überschuss/Manko 1350.00 -2240.00 -575.00 

 

Im August 2021 wurde C. geboren, womit die Unterhaltspflicht des Vaters beginnt. Der 

Vater macht geltend, dass ein Betreuungsunterhalt nur geschuldet sei, wenn die Mutter 

wegen ihrer Kinderbetreuungspflichten nicht in der Lage sei, ihr eigenes Existenzminimum 

zu decken. Dies treffe im vorliegenden Fall nicht zu. Die Mutter sei offensichtlich berech-

tigt, IV-Leistungen zu beziehen, allenfalls auch Ergänzungsleistungen, welche ihr Exis-

tenzminimum decken (Berufung, S. 5). Dazu ist festzuhalten, dass die Mutter keine Rente 

der IV bezieht. Es ist darauf hinzuweisen, dass nur in klaren Fällen der Invalidität bzw. 

Arbeitsunfähigkeit kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist (vgl. dazu BGer 5A_503/2020 

E. 6). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Zwar erhielt die Mutter kurzzeitig IV-Taggelder für 

Abklärungen bezüglich Erstausbildung (vgl. Phase D.). Während dieser Zeit erhält sie 

denn auch keinen Betreuungsunterhalt. Ansonsten ist weder ihre Arbeitsunfähigkeit noch 

eine Invalidität belegt. Auch ist nicht ersichtlich, dass sie eine IV-Rente bezog oder hinrei-

chend klar, dass sie dazu berechtigt gewesen wäre. Vielmehr arbeitet sie nun regulär auf 

dem ersten Arbeitsmarkt. Nach dem Dargelegten ist somit grundsätzlich ein Betreuungs-

unterhalt geschuldet. 

 

Die Mutter erhielt nach der Geburt von C. für drei Monate Mutterschaftsentschädigung 

(siehe Phase B.). Im Dezember 2021 wurde diese nicht mehr ausbezahlt, weshalb sich 

die Situation gleich gestaltete wie im August 2021. Dem Vater verbleibt ein Einkommens-

überschuss von Fr. 1’350.00 zur Deckung des Barunterhalts von C. von Fr. 575.00 und 

des Betreuungsunterhalts von Fr. 775.00. Der nicht gedeckte Betreuungsunterhalt beträgt 

Fr. 1’465.00. Dieser Betrag wird im Vergleich zum vorinstanzlichen Entscheid deshalb 

korrigiert, da sich ein allfälliger Fehlbetrag im Sinn von Art. 287a lit. c ZGB und Art. 301a 

lit. c ZPO als Differenz zwischen dem bezahlten Unterhalt und dem betreibungsrechtli-

chen Existenzminimum für den Bar- und/oder Betreuungsunterhalt errechnet (BGE 147 III 

265 E. 7.2). Der Vater ist nach dem Dargelegten zu verpflichten, monatlich im Voraus 

einen Unterhaltsbetrag von Fr. 1’350.00, zzgl. Kinderzulagen zu bezahlen. 

  

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 34/51 

  

 

B. 1. September bis 30. November 2021 (Mutterschaftsentschädigung) 

Sept. – Nov. 2021 Vater Mutter C. 

        

Einkommen (V: nach Quellensteu-
er) 

4400.00     

Mutterschaftsentschädigung   3160.00   

Kinderzulage     230.00 

Total 4400.00 3160.00 230.00 

        

        

Bedarf       

Grundbetrag 1200.00 1350.00 400.00 

Wohnen 1090.00 755.00 375.00 

Krankenkasse 260.00 290.00 105.00 

IPV   -155.00 -75.00 

Fahrkosten 280.00     

Ausw. Verpflegung 220.00     

Steuern       

Vers. / Komm. 180.00 180.00   

Krankenkasse VVG 20.00   45.00 

    

Total Bedarf 3250.00 2420.00 850.00 

Überschuss/Manko 1150.00 740.00 -620.00 

 

In dieser Phase erhielt die Mutter für drei Monate Mutterschaftsentschädigung in der Höhe 

von Fr. 3’160.00. Die nun vorliegenden finanziellen Verhältnisse erlauben eine Erweite-

rung auf das familienrechtliche Existenzminimum (BGE 147 III 265 E. 2.7), weshalb auch 

die Kosten der Zusatzversicherung sowie Versicherungs- und Kommunikationspauschale 

bei beiden Parteien berücksichtigt werden können. Vorliegend beträgt der Überschuss 

des Vaters Fr. 1’150.00 und der Mutter Fr. 740.00.  

 

Wenn die Mittel der Familie das familienrechtliche erweiterte Existenzminimum decken, 

muss ein allfälliger Überschuss nach Billigkeit unter den Berechtigten aufgeteilt werden 

(Methode des Existenzminimums mit Überschussverteilung; BGE 147 III 265 E. 7.2-7.3).  

Sind die Eltern verheiratet, ist der zu berücksichtigende Überschuss der der gesamten 

Familie, d. h. der kumulierte Überschuss beider Elternteile (BGE 147 III 265 E. 8.3; STOU-

DAMNN, Entretien de l’enfant et de l’[ex-] époux – Aspects pratiques, in Symposium en 

droit de la famille – Famille et argent, 2022, S. 56). Diese Aufteilung erfolgt in der Regel 

nach "grossen und kleinen Köpfen", d.h. jeder Elternteil erhält für jedes Kind das Doppel-

te; diese Regel ist jedoch nicht absolut, sondern kann je nach den Umständen des Einzel-

falls relativiert werden (BGE 147 III 265 E. 7.3; vgl. zum Ganzen 5A_597/2022 E. 6.2).  

 

Bei nicht verheirateten Eltern besteht kein Anspruch des anderen Elternteils auf Ehegat-

tenunterhalt oder nachehelichen Unterhalt. Demzufolge ist dem anderen Elternteil kein 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 35/51 

  

Überschussanteil zuzuordnen, weshalb C. mit einem Drittel am Überschuss seines Vaters 

zu beteiligen ist (BGer 5A_668/2021, zur Publikation bestimmt, E. 2.2. m.w.H.). 

 

Damit ist vom Überschuss des Vaters (Fr. 530.00) ein Drittel (Fr. 1'150.00 minus 

Fr. 620.00 = 530.00; dieser Betrag geteilt durch 3 = Fr. 175.00) C. zuzusprechen. Der 

Unterhalt beträgt somit 795.00 (Fr. 620.00 + 175.00 = Fr. 795.00) zzgl. allfällig bezogener 

Kinderzulagen. Ein Betreuungsunterhalt ist in diesem Zeitraum nicht geschuldet. 

 

C. 1. Januar bis 28. Februar 2022  

Jan. – Feb. 2022 Vater Mutter C. 

        

Einkommen (V: nach Quellen-
steuer) 

3350.00  0.00   

Kinderzulage     230.00 

Total 3350.00 0.00 230.00 

        

Bedarf       

Grundbetrag 1200.00 1350.00 400.00 

Wohnen 1090.00 755.00 375.00 

Krankenkasse 260.00 290.00 105.00 

IPV   -155.00 -75.00 

Fahrkosten 100.00     

Fremdbetreuung     50.00 

    

Total Bedarf 2650.00 2240.00 855.00 

Überschuss/Manko 700.00 -2240.00 -625.00 

 

Diese Phase ist geprägt von der Arbeitslosigkeit des Vaters ab 1. Januar 2022 sowie dem 

Erhalt von Arbeitslosengeldern. Es liegt eine Mankosituation vor. Mit seinem Überschuss 

vermag er knapp den Barunterhalt von C. in der Höhe von Fr. 625.00 zu bestreiten. Die 

restlichen Fr. 75.00 sind für den Betreuungsunterhalt zu verwenden. Insgesamt hat der 

Vater einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 700.00, zzgl. allfällig bezogener Kinderzulagen zu 

bezahlen. Der nicht gedeckte Betreuungsunterhalt beträgt Fr. 2'165.00. 

  

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 36/51 

  

 

D. 1. März bis 31. Mai 2022  

März - Mai 2022 Vater Mutter C. 

        

Einkommen (V: nach Quellensteu-
er) 

3350.00 
 

  

IV-Taggelder   2442.00   

Kinderzulage     230.00 

Total 3350.00 2442.00 230.00 

        

Bedarf       

Grundbetrag 1050.00 1350.00 400.00 

Wohnen 400.00 755.00 375.00 

Krankenkasse 260.00 290.00 105.00 

IPV   -155.00 -75.00 

Fahrkosten 100.00     

Ausw. Verpflegung       

Steuern       

Vers. / Komm. 180.00 180.00    

Krankenkasse VVG 20.00   45.00 

Fremdbetreuung     50.00 

    

Total Bedarf 2010.00 2420.00 900.00 

Überschuss/Manko 1340.00 22.00 -670.00 

 

Von März bis Mai 2022 wurden IV-Taggelder wie auch Arbeitslosentaggelder ausbezahlt. 

Vom Überschuss des Vaters ist ein Drittel bzw. Fr. 223.00 C. zuzusprechen (Fr. 1'340.00 

– Fr. 670.00 = Fr. 670.00 / 3 = Fr. 223.00). Damit beträgt der Unterhaltsanspruch 

Fr. 893.00, zzgl. allfällig bezogener Kinderzulagen. 

 
E. Juni 2022 

Juni 22 Vater Mutter C. 

        

Einkommen (V: nach Quellensteu-
er) 

3400.00  0.00   

Kinderzulage     230.00 

Total 3400.00 0.00 230.00 

        

Bedarf       

Grundbetrag 1050.00 1350.00 400.00 

Wohnen 400.00 755.00 375.00 

Krankenkasse 260.00 290.00 105.00 

IPV   -155.00 -75.00 

Fahrkosten 180.00     

Ausw. Verpflegung 220.00     

Fremdbetreuung     50.00 

    

Total Bedarf 2110.00 2240.00 855.00 

Überschuss/Manko 1290.00 -2240.00 -625.00 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 37/51 

  

 

In dieser Phase resultiert erneut ein Manko. Die auf 1. Juni 2022 angetretene Stelle mit 

einem Erwerbseinkommen von Fr. 3’400.00 verlor der Vater bereits Ende Juni 2022 wie-

der. Die IV-Taggelder wurden eingestellt und die Mutter war in der Folge erwerbslos. 

Auch in dieser Phase resultiert ein Manko. Der Vater ist nach dem Dargelegten zu ver-

pflichten, monatlich im Voraus einen Unterhaltsbetrag von Fr. 1’290.00 (Fr. 625.00 Barun-

terhalt und Fr. 665.00 Betreuungsunterhalt) zzgl. allfällig bezogener Kinderzulagen zu 

bezahlen. Der nicht gedeckte Betreuungsunterhalt beträgt Fr. 1’575.00. 

 

F. 1. Juli bis 30. September 2022 

Juli – Sept. 22 Vater Mutter C. 

        

Einkommen (Vater: nach Quellen-
steuer) 

3350.00  0.00   

Kinderzulage     230.00 

Total 3350.00 0.00 230.00 

        

Bedarf       

Grundbetrag 1050.00 1350.00 400.00 

Wohnen 400.00 755.00 375.00 

Krankenkasse 260.00 290.00 105.00 

IPV   -155.00 -75.00 

Fahrkosten 100.00     

        

Total Bedarf 1810.00 2240.00 805.00 

Überschuss/Manko 1540.00 -2240.00 -575.00 

 

Dem Vater wurden erneut Arbeitslosentaggelder ausbezahlt. Es liegt eine Mankosituation 

vor, was einen ungedeckten Betreuungsunterhalt von Fr. 1’275.00 zur Folge hat. Der Va-

ter ist nach dem Dargelegten zu verpflichten, monatlich im Voraus einen Unterhaltsbetrag 

von Fr. 1’540.00 (Barunterhalt von Fr. 575.00 und Betreuungsunterhalt von Fr. 965.00) 

zzgl. allfällig bezogener Kinderzulagen zu bezahlen. Der nicht gedeckte Betreuungsunter-

halt beträgt Fr. 1'275.00. 

  

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 38/51 

  

 

G. 1. Oktober 2022 bis 28. Februar 2023 

Okt. 22 – Feb. 23 Vater Mutter C. 

        

Einkommen (Vater: nach Quellen-
steuer) 

4550.00  0.00   

Kinderzulage     230.00 

Total 4550.00 0.00 230.00 

        

Bedarf       

Grundbetrag 650.00 1350.00 400.00 

Wohnen 400.00 755.00 375.00 

Krankenkasse 260.00 290.00 105.00 

IPV   -155.00 -75.00 

Fahrkosten 255.00     

Ausw. Verpflegung/Zimmer 800.00     

    

Total Bedarf 2365.00 2240.00 805.00 

Überschuss/Manko 2185.00 -2240.00 -575.00 

 

In dieser Phase wird beim Vater von einem hypothetischen Einkommen ausgegangen. 

Zusätzlich ergaben sich auch in seinem Bedarf Veränderungen. Nach wie vor besteht 

eine Mankosituation. Der Vater ist somit zu verpflichten, monatlich im Voraus einen Un-

terhaltsbetrag von Fr. 2'185.00 (Barunterhalt von C. Fr. 575.00, Betreuungsunterhalt 

Fr. 1'610.00) zzgl. allfällig bezogener Kinderzulagen zu bezahlen. Der nicht gedeckte Be-

treuungsunterhalt beträgt Fr. 630.00. 

 
H. 1. März bis 30. Juni 2023 

März - Juni 23 Vater Mutter C. 

        

Einkommen (Vater: nach Quellen-
steuer) 

4550.00 745.00   

Kinderzulage     230.00 

Total 4550.00 745.00 230.00 

        

        

Bedarf       

Grundbetrag 650.00 1350.00 400.00 

Wohnen 400.00 755.00 375.00 

Krankenkasse 260.00 290.00 105.00 

IPV   -155.00 -75.00 

Fahrkosten 255.00     

Ausw. Verpflegung 800.00     

Vers. / Komm.     - 

Krankenkasse VVG 20.00   45.00 

Total Bedarf 2385.00 2240.00 850.00 

Überschuss/Manko 2165.00 -1495.00 -620.00 

 

 

 

 

 

 

FO.2022.22-K2 39/51 

  

Zufolge der Erwerbstätigkeit der Mutter liegt in dieser Phase keine Mankosituation mehr 

vor. Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums können die VVG-Prämien, 

nicht aber die Kosten bezüglich Versicherung und Kommunikation berücksichtigt werden. 

Der Vater kann so den Barunterhalt von Fr. 620.00 sowie Betreuungsunterhalt von 

Fr. 1'495.00 decken. Die Unterhaltspflicht (zzgl. allfällig bezogener Kinderzulagen) beträgt 

insgesamt Fr. 2'115.00.  

 

I. 1. Juli 2023 bis 31. Juli 2026 

Juli 23 - Juli 26 Vater Mutter C. 

        

Einkommen (Vater: nach Quellen-
steuer) 

4550.00 745.00   

Kinderzulage     230.00 

Total 4550.00 745.00 230.00 

        

        

Bedarf       

Grundbetrag 850.00 850.00 400.00 

Wohnen 400.00 425.00 140.00 

Krankenkasse 260.00 290.00 105.00 

IPV   -155.00 -75.00 

Fahrkosten 255.00     

Ausw. Verpflegung 300.00     

Vers. / Komm. 180.00 180.00   

Krankenkasse VVG 20.00   45.00 

        

Total Bedarf 2265.00 1590.00 615.00 

Überschuss/Manko 2285.00 -845.00 -385.00 

Total  1055.00     

 

Aufgrund der Heirat ergeben sich in dieser Phase Änderungen im Bedarf der Mutter und 

von C. Der Barunterhalt von C. beträgt Fr. 385.00, de