# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b03381e-85f6-5ef4-a271-6ba07570b059
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.02.2012 E-952/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-952-2012_2012-02-27.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­952/2012

U r t e i l   v om   2 7 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi,
mit Zustimmung von Richter Walter Lang;  
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

Parteien A._______,
seine Ehefrau
B._______,
und deren Kinder
C._______,
D._______,
E._______,
Serbien,
vertreten durch Annelise Gerber, 
(…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Vollzug der Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 19. Januar 2012 / N (…).

E­952/2012

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführenden  –  der  Ethnie  der  Roma  zugehörige 
serbische  Staatsangehörige  –  ihren  Heimatstaat  eigenen  Angaben 
zufolge am 1. November 2011 verliessen und am 2. November 2011 via 
Ungarn und  ihnen unbekannte Länder  in die Schweiz einreisten, wo sie 
gleichentags um Asyl nachsuchten,

dass  am  15.  November  2011  die  Befragungen  zur  Person  stattfanden 
und die Beschwerdeführenden am 17. Januar 2012 zu ihren Asylgründen 
angehört wurden,

dass  die  Beschwerdeführenden  im  Wesentlichen  ausführten,  sie  seien 
seit  zirka  zwei  Jahren  von  unbekannten  Männern  zeitweise  unter 
Gewaltanwendung  monatlich  zu  Geldzahlungen  gezwungen  worden, 
wobei  die  Männer  sie  gewarnt  hätten,  die  Polizei  zu  verständigen, 
ansonsten sie dem ältesten Sohn ernsthaften Schaden zufügen würden,

dass sie aufgrund dieser Drohungen die Vorfälle der Polizei nie gemeldet 
hätten,

dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  dieser  Vorfälle  an  psychischen 
Stress­Symptomen leiden würde,

dass,  nachdem  der  Beschwerdeführer  seine  Arbeit  verloren  habe,  sie 
keine  Geldzahlungen  mehr  hätten  leisten  können  und  sich  gezwungen 
gesehen hätten, ihr Heimatland zu verlassen,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  19.  Januar  2012  –  eröffnet  am  20. 
Januar  2012  –  feststellte,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die 
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998  (AsylG,  SR 142.31)  nicht,  die  Asylgesuche  abwies  und  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug 
anordnete,

dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  ausführte,  Übergriffe  durch  Dritte 
seien  nur  dann  asylrelevant,  wenn  der  Staat  seiner  Schutzpflicht  nicht 
nachkomme oder nicht in der Lage sei, Schutz zu gewähren,

dass sich die Situation der ethnischen Minderheiten  in Serbien  im Zuge 
des demokratischen Wandels entspannt habe,

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dass  das  Bundesgesetz  zum  Schutz  und  zur  Freiheit  der  nationalen 
Minoritäten am 25. Februar 2002 in Kraft getreten sei,

dass  es  sich  dabei  um  einen  gesetzlichen  Rahmen  handle,  der  die 
Rechte der nationalen Minderheiten und der Angehörigen von ethnischen 
Minderheiten schütze,

dass auch die Roma als nationale Minderheit anerkannt worden seien,

dass  die  Minoritäten  gemäss  dem  Minderheitengesetz  das  Recht  auf 
Schulbildung  in  der  Muttersprache,  das  Recht  auf  den  Gebrauch  der 
Muttersprache  als Amtssprache  sowie  das Recht  auf  Information  in  der 
eigenen Sprache erhielten,

dass zudem die proportionale Vertretung der nationalen Minderheiten  in 
öffentlichen Ämtern vorgesehen sei,

dass  vereinzelte  Übergriffe  durch  Drittpersonen  auf  Roma  zwar  nicht 
restlos  ausgeschlossen  werden  könnten,  der  Staat  selbst  allerdings 
Übergriffe seitens Drittpersonen weder billige noch unterstütze,

dass  solche  Vorfälle  auch  in  Serbien  Straftatbestände  darstellten,  die 
strafrechtlich verfolgt würden,

dass  es  zwar  in  einzelnen  Fällen  vorkommen  könne,  dass 
Behördenvertreter  mit  niederen  Chargen  die  notwendigen 
Untersuchungsmassnahmen  trotz  wiederholten  Intervenierens  nicht 
einleiteten, dass jedoch die Möglichkeit bestehe, gegen fehlbare Beamte 
auf  dem  Rechtsweg  vorzugehen  und  die  zustehenden  Rechte  bei 
höheren Instanzen einzufordern,

dass  der  serbische  Staat  bestrebt  sei,  Verfehlungen  von  Beamten  zu 
ahnden,

dass  die  Inanspruchnahme  des  Schutzsystems  vorliegend  individuell 
zumutbar gewesen sei,

dass  die  Beschwerdeführenden  gemäss  ihren  Angaben  die 
Behelligungen  aufgrund  der  Drohungen  der  Täter  der  Polizei  nicht 
gemeldet hätten,  jedoch vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes 
durch den Heimatstaat auszugehen sei, weshalb die geltend gemachten 
Übergriffe nicht asylrelevant seien,

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dass die Beschwerdeführenden demnach die Flüchtlingseigenschaft nicht 
erfüllen würden und das Asylgesuch abzulehnen sei,

dass  die  Folge  der  Ablehnung  eines  Asylgesuches  in  der  Regel  die 
Wegweisung aus der Schweiz sei,

dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllten, 
weshalb  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  gemäss  Art.  5  AsylG 
keine Anwendung finde und sich aufgrund der Akten keine Anhaltspunkte 
ergäben,  dass  ihnen  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung 
drohe,

dass  weder  die  im  Heimatland  der  Beschwerdeführenden  herrschende 
politische  Situation  noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  der 
Rückführung in den Heimatstaat sprechen würden,

dass  insbesondere  keine  individuellen  Gründe  gegen  eine  Rückkehr 
sprechen würden,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  trotz  der  schwierigen 
Arbeitsmarktsituation  in  Serbien  zuzumuten  sei,  erneut  einer 
Erwerbstätigkeit nachzugehen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten,

dass  die  gesundheitlichen  Probleme  der  Beschwerdeführerin  gemäss 
ihren  Angaben  in  Serbien  behandelt  worden  seien  und  davon 
ausgegangen  werden  könne,  dass  die  medizinische  Behandlung  im 
Herkunftsort  oder  in  den  umliegenden  Zentren  möglich  und  zugänglich 
seien,

dass  gesundheitliche  Probleme  nur  dann  zur  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges  führen  würden,  wenn  sich  aufgrund  eines 
Mangels  an  angemessenen  Behandlungsmöglichkeiten  im  Heimatland 
eine Gefahr für das Leben ergeben würde, was vorliegend nicht der Fall 
sei,

dass  ausserdem  der  Vollzug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und 
praktisch durchführbar sei,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Telefaxeingabe  vom  20.  Februar 
2012  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht 

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Beschwerde erhoben und beantragen, der Asylentscheid vom 19. Januar 
2012  sei  aufzuheben  und  die  Unzulässigkeit,  eventuell  die 
Unzumutbarkeit  des  Vollzuges  der  Wegweisung  festzustellen  und  als 
Folge davon für sie und ihre Kinder die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
ersucht wird,

dass  die  Beschwerde  am  22.  Februar  2012  im  Original  beim  Gericht 
einging,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  eine  solche  Ausnahme  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass  die  Verfügung  des  BFM  vom  19.  Januar  2012  bezüglich  der 
Feststellung,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  der  Abweisung  der  Asylgesuche  und  der 
Wegweisung  an  sich  nicht  angefochten  wird  und  demnach  insoweit  in 
Rechtskraft erwachsen ist,

dass demgegenüber gerügt wird, der Vollzug der Wegweisung sei nicht 
zulässig und nicht zumutbar,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Peter  Uebersax/Beat 
Rudin/Thomas  Hugi  Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 
Handbücher  für die Anwaltspraxis, Band VIII,  2. Auflage, Basel 2009, S. 
568 Rz. 11.148),

dass  aufgrund  der  Verneinung  einer  asylrechtlich  erheblichen 
Gefährdung  der  Beschwerdeführenden  im  Heimatland  das  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements keine Anwendung findet,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 

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Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  entgegen  der  entsprechenden  sinngemässen  Vorbringen  in  der 
Rechtsmitteleingabe  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 
1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder 
erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 
Art. 3  EMRK  ersichtlich  sind,  die  den  Beschwerdeführenden  im 
Heimatland droht,

dass  auf  Beschwerdeebene  unter  Hinweis  auf  verschiedene  Berichte, 
Artikel  und  eine  TV­Reportage  insbesondere  geltend  gemacht  wird,  im 
völligen  Gegensatz  zur  Einschätzung  des  BFM  wiesen  viele 
Organisationen seit langem auf die Diskriminierung der Roma im ganzen 
Balkan hin,

dass die Roma in den Balkanländern Willkür und massiver Korruption auf 
Behördenebene ausgesetzt seien,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  grösster  Wahrscheinlichkeit  wegen 
ihrer  ethnischen  Zugehörigkeit  individuell  an  Leib  und  Leben  bedroht 
seien  und  es  verständlich  sei,  dass  sie  aufgrund  der  erpresserischen 
Drohungen der Täter keine Anzeige bei der Polizei gemacht hätten,

dass  auch  davon  auszugehen  sei,  Roma  könnten  ihre  Rechte  nie  bei 
höheren Instanzen einfordern und der serbische Staat könne sie aufgrund 
ihrer  ethnischen  Zugehörigkeit  gegen  Übergriffe  nicht  schützen 
beziehungsweise wolle sie wohl auch nicht effektiv schützen,

dass das Gericht diese Einschätzung nicht teilt,

dass  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Serbien  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig 
erscheinen lässt,

dass  der Bundesrat Serbien mit Beschluss  vom 19. März  2009 ab  dem 
1. April 2009 als "Safe Country" definiert, womit er  insbesondere dessen 
Einhaltung  der  Menschenrechte  sowie  die  Anwendung  internationaler 
Konventionen im Menschenrechtsbereich bestätigte,

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dass  mit  dem  in  Serbien  am  26. März  2009  verabschiedeten  Anti­
Diskriminierungsgesetz,  welches  am  1. Januar  2010  in  Kraft  trat,  und 
dem  am  31. August  2009  ergangenen  Gesetz  über  nationale 
Minderheiten  weitere  Verbesserungen  der  menschenrechtlichen  Lage 
folgten, 

dass vereinzelte, gegen Roma gerichtete Übergriffe und Schikanen durch 
Drittpersonen  zwar  weiterhin  nicht  ausgeschlossen  werden  können, 
gemäss der Einschätzung internationaler Beobachter der serbische Staat 
diese jedoch nicht duldet, sich als schutzwillig und schutzfähig zeigt und 
solche Fälle strafrechtlich verfolgt werden, 

dass  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  zu  stützen  sind,  wonach  es  den 
Beschwerdeführenden  zuzumuten  gewesen  wäre,  die  ihnen 
widerfahrenen Übergriffe bei den Behörden zu melden und bei diesen um 
Schutz nachzusuchen,

dass  in  Anbetracht  des  zur  Begründung  des  Asylgesuches  geltend 
gemachten  Sachverhaltes  sowie  der  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts (vgl. statt vieler die Urteile E­7635/2007 vom 
29. Dezember  2011  E. 4.2.2,  E­3317/2009  vom  30. November  2011 
E. 6.2  und  6.3,  E­1098/2011  vom  30. August  2011  E. 5.4)  mit  den 
Einwänden  in  der  Rechtsmitteleingabe  nicht  ansatzweise  dargetan  ist, 
inwiefern die Erwägungen des BFM unzutreffend sein sollen,

dass der Vollzug der Wegweisung demnach zulässig ist,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  aufgrund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  die  allgemeine  Lage  in  Serbien  weder  von  Bürgerkrieg  noch  von 
allgemeiner  Gewalt  gekennzeichnet  ist,  so  dass  der  Vollzug  der 
Wegweisung dorthin grundsätzlich zumutbar ist,

dass auch keine  individuellen Gründe auf eine konkrete Gefährdung der 
Beschwerdeführenden im Falle einer Rückkehr schliessen lassen,

dass  zwar  die  Roma  in  Serbien  noch  immer  mit  erschwerten 
Lebensbedingungen  zu  kämpfen  haben,  blosse  soziale  und 
wirtschaftliche  Erschwernisse  jedoch  für  sich  alleine  noch  keine 
existenzbedrohende  Situation  darstellen,  welche  den 

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Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar  erscheinen  liesse,  weshalb – 
entgegen  der  Auffassung  der  Beschwerdeführenden  –  aufgrund  der 
Zugehörigkeit  zu  den  Roma  keine  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges angenommen wird,

dass unter Hinweis auf die in entscheidwesentlicher Hinsicht zutreffenden 
Erwägungen  in der angefochtenen Verfügung  festzustellen  ist, dass das 
BFM den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zumutbar beurteilt hat,

dass das BFM zu Recht hervorhob,  es  sei  dem Beschwerdeführer  trotz 
der schwierigen Arbeitsmarktsituation in Serbien zuzumuten, erneut einer 
Erwerbstätigkeit nachzugehen, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu 
bestreiten,

dass  mit  dem  BFM  davon  auszugehen  ist,  dass  die 
Beschwerdeführenden  entgegen  ihrer  Beteuerung  in  Serbien  über  ein 
Beziehungsnetz  verfügen  und  es  andernfalls  an  ihnen  liegen  würde, 
entsprechende Kontakte aufzunehmen und pflegen,

dass  die  Frage,  ob  die  Beschwerdeführenden  von  Verwandten  in 
Dänemark  und  Deutschland  eine  gewisse  finanzielle  Hilfe  erwarten 
können, nicht entscheidend ins Gewicht fällt,

dass  im  Weiteren  mit  dem  BFM  einig  zu  gehen  ist,  dass  die 
gesundheitlichen  Probleme  der  Beschwerdeführerin  gemäss  ihren 
Angaben  in  Serbien  behandelt  worden  seien  und  davon  ausgegangen 
werden kann, dass die medizinische Behandlung im Herkunftsort oder in 
den umliegenden Zentren möglich und zugänglich sind, was selbstredend 
für die ganze Familie der Beschwerdeführenden gilt,

dass  in  Serbien  die  medizinische  Grundversorgung  für  die  gesamte 
Bevölkerung gewährleistet ist,

dass  das  Krankenversicherungsgesetz  Serbiens  allen  benachteiligten 
Bevölkerungsgruppen, also auch den Roma, das Recht auf medizinische 
Behandlung garantiert,

dass  angesichts  dieser  Umstände  nicht  zu  erwarten  ist,  die 
Beschwerdeführenden gerieten bei einer Rückkehr nach Serbien  in eine 
existenzbedrohende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung – in 
Übereinstimmung mit dem BFM – als zumutbar zu bezeichnen ist,

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dass der in der Rechtsmitteleingabe in Aussicht gestellte ärztliche Bericht 
betreffend  die  Beschwerdeführerin  nicht  abgewartet  werden  muss,  da 
auch  in Serbien  psychiatrische Behandlungen mit  einem ausreichenden 
medizinischen  Angebot  an  Fachkräften  umfassend  abgedeckt  werden 
können,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  ihren 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG,  dazu  auch 
BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug  demnach  zu 
bestätigen  ist  und  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser 
Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1­4 AuG),

dass die Beschwerdeführenden somit nicht darzutun vermögen, inwiefern 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist 
(Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,

dass  in Anbetracht des Umstands, wonach sich die Rechtsbegehren als 
aussichtslos  erwiesen  haben,  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG 
unbesehen  einer  allfälligen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden 
ebenfalls abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3. 
Die Verfahrenskosten von Fr. 600. – werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils 
zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: