# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c625fb5f-df5e-50b0-be4b-91f40efe9d40
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.01.2012 D-6918/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6918-2011_2012-01-10.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6918/2011

U r t e i l   v om   1 0 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima;  
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

Parteien A._______, geboren (…),
dessen Lebenspartnerin B._______,
geboren (…), und deren Kinder
C._______, geboren (…),
D._______, geboren (…),
Serbien, 
(…),
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 21. Dezember 2011 / N _______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Beschwerdeführenden  –  der  Ethnie  der  Roma  zugehörige 
serbische  Staatsangehörige mit  letztem Wohnsitz  in  E._______  –  ihren 
Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 3. Dezember 2011 verliessen 
und am 4. Dezember 2011  legal ohne Visum  in die Schweiz einreisten, 
wo  sie  am  5.  Dezember  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
F._______ um Asyl nachsuchten,

dass  am  15.  Dezember  2011  die  Befragungen  zur  Person  stattfanden 
und  die  Beschwerdeführenden  am  20.  Dezember  2011  zu  ihren 
Asylgründen angehört wurden,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  habe 
seinen  Sohn  in  den  Kindergarten  begleitet,  wobei  er  unterwegs  immer 
wieder Problemen mit den serbischen Nachbarn ausgesetzt gewesen sei, 
von denen er allerdings nur die Vornamen kenne,

dass er von ihnen beschimpft und bedrängt worden sei,

dass er manchmal einen anderen Rückweg genommen habe, um diesen 
Leuten nicht zu begegnen,

dass  er  bei  der  Polizei  Anzeige  erstattet  habe,  worauf  die  Polizei  bei 
seinen  Nachbarn  vorbeigegangen  sei,  mit  ihnen  gesprochen  und  ihm 
mitgeteilt habe, das würde nicht mehr passieren,

dass die Probleme jedoch angehalten hätten,

dass  ausserdem  damit  begonnen  worden  sei,  Wehrpflichtige 
einzuberufen,

dass die serbischen Behörden Wehrpflichtige eingezogen hätten, um sie 
in den Kosovo zu schicken, damit man dort die Serben schütze und die 
Strassensperren räume,

dass er selber keinen Militärdienst geleistet habe,

dass er nicht in den Krieg wolle,

dass  sich  die  Beschwerdeführerin  insbesondere  auf  die  vom 
Beschwerdeführer vorgebrachten Asylgründe berief,

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dass  sie  als  eigenes  Asylvorbringen  angab,  einmal  seien  Leute 
gekommen, welche laut gewesen seien und angeklopft hätten,

dass  sie  den  Beschwerdeführer  verlangt  hätten,  dieser  jedoch  nicht  da 
gewesen sei,

dass sie nicht geöffnet und die Leute deshalb gar nicht gesehen habe,

dass diese daraufhin wieder gegangen seien,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  21.  Dezember  2011  –  gleichentags 
mündlich eröffnet –  in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  die  Asylgesuche  vom  5. 
Dezember 2011 nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie 
den Wegweisungsvollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  anführte,  Serbien  sei  mit 
Bundesratsbeschluss vom 6. März 2009 als verfolgungssicherer Staat im 
Sinne  von
Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet worden, weshalb das Bundesamt 
auf  Asylgesuche  von Personen  aus  diesem Staat  nicht  eintrete,  ausser 
die Anhörung ergäbe Hinweise auf eine asylrelevante Verfolgung,

dass die Furcht des Beschwerdeführers,  in den Militärdienst eingezogen 
zu  werden,  unbegründet  sei,  da  das  serbische  Parlament  Ende 
Dezember 2010 die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft habe,

dass  die  Bestrebungen  Serbiens  im  militärischen  Bereich  in  Richtung 
Berufsarmee gingen,

dass schon seit der Jahrtausendwende die Tendenz zu beobachten sei, 
dass  es  in  Serbien  und  insbesondere  in  Südserbien  zu  keinen 
Masseneinberufungen mehr gekommen sei,

dass  allenfalls  Spezialisten  einberufen  worden  seien,  was  beim 
Beschwerdeführer,  der  keinen  Militärdienst  geleistet  habe, 
naheliegenderweise nicht der Fall sei,

dass hinsichtlich der Vorbringen, wegen der Zugehörigkeit zur Ethnie der 
Roma  schikaniert  worden  zu  sein,  festzuhalten  sei,  die  Lage  der 
ethnischen  Minderheiten  in  Serbien  habe  sich  im  Zuge  des 
demokratischen Wandels entspannt,

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dass  das  Bundesgesetz  zum  Schutz  und  zur  Freiheit  der  nationalen 
Minoritäten am 25. Februar 2002 in Kraft getreten sei,

dass  es  sich  dabei  um  einen  gesetzlichen  Rahmen  handle,  der  die 
Rechte der nationalen Minderheiten und der Angehörigen von ethnischen 
Minderheiten schütze,

dass auch die Roma als nationale Minderheit anerkannt worden seien,

dass  die  Minoritäten  gemäss  dem  Minderheitengesetz  das  Recht  auf 
Schulbildung  in  der  Muttersprache,  das  Recht  auf  den  Gebrauch  der 
Muttersprache  als  Amtssprache  und  das  Recht  auf  Information  in  der 
eigenen Sprache erhielten,

dass zudem die proportionale Vertretung der nationalen Minderheiten  in 
öffentlichen Ämtern vorgesehen sei,

dass  vereinzelte  Benachteiligungen  und  Schikanen  gegenüber  Roma 
zwar  nicht  restlos  ausgeschlossen  werden  könnten,  der  Staat  selbst 
allerdings Übergriffe seitens Drittpersonen weder billige noch unterstütze,

dass  solche  Vorfälle  auch  in  Serbien  Straftatbestände  darstellten,  die 
strafrechtlich verfolgt würden,

dass  sich  die  Polizei  vorliegend  den  Anliegen  des  Beschwerdeführers 
angenommen habe,

dass es ihm offen gestanden wäre, sich erneut und mit Nachdruck an die 
Behörden  zu  wenden,  wenn  die  Intervention  nicht  die  gewünschte 
Wirkung gezeigt hätte,

dass  es  zwar  in  einzelnen  Fällen  vorkommen  könne,  dass 
Behördenvertreter  mit  niederen  Chargen  die  notwendigen 
Untersuchungsmassnahmen  trotz  wiederholten  Intervenierens  nicht 
einleiteten,  jedoch  die Möglichkeit  bestehe,  gegen  fehlbare  Beamte  auf 
dem  Rechtsweg  vorzugehen  und  die  zustehenden  Rechte  bei  höheren 
Instanzen einzufordern,

dass  der  serbische  Staat  bestrebt  sei,  Verfehlungen  von  Beamten  zu 
ahnden,

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dass  im  Übrigen  für  diskriminierende  Vorfälle,  über  welche  staatliche 
Organe nicht  in Kenntnis  gesetzt würden,  dem Staat  nicht  unterlassene 
Hilfeleistung vorgeworfen werden könne,

dass  sich  somit  aus  den  Akten  keine  Hinweise  ergäben,  welche  die 
widerlegbare  Vermutung  des  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  umstossen 
könnten,  weshalb  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  1  AsylG  auf  die 
Asylgesuche nicht einzutreten sei,

dass  das  Bundesamt  den  Vollzug  der  Wegweisung  als  zulässig, 
zumutbar und möglich erachtete,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  23.  Dezember  2011 
gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
erho­ben und dabei sinngemäss beantragten, es sei ihnen in der Schweiz 
Asyl zu gewähren,

dass sie als Flüchtlinge anzuerkennen seien,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
ersucht wurde,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  27.  Dezember  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht per Telefax eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  eine  solche  Ausnahme  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 

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Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten 
ist  (Art. 108  Abs. 2  und  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 52 
Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  folglich  auf  das  Begehren,  den  Beschwerdeführenden  sei  in  der 
Schweiz Asyl zu gewähren, nicht einzutreten ist,

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

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dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten 
nach  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  (sogenannte  Safe­Country­Regelung) 
nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung  (Art. 34 
Abs. 1 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführenden  in  der  Rechtsmitteleingabe  im 
Wesentlichen  geltend  machen,  besonders  in  E._______  würden  seit 
Ende  des  Krieges  Minderheiten  systematisch  vertrieben,  wobei  die 
Vertreibung  einerseits  darin  bestehe,  den  Menschen  ihre 
Lebensgrundlage  (Arbeit,  Wohnung,  Nahrung)  zu  entziehen,  bis  sie 
gingen, und andererseits darin, ihnen ihre Rechte abzusprechen,

dass  darüber  gesprochen  worden  sei,  es  würden  wieder 
"Säuberungsaktionen" gegen Roma durchgeführt,

dass  Roma,  sobald  sie  Anzeige  erstatteten,  von  der  Polizei  verprügelt 
würden,

dass  der  Beschwerdeführer  als  Roma  seines  Lebens  nicht  sicher  sei,  
keinerlei  Rechte  besitze  und  weder  für  seine  Familie  sorgen  noch  sie 
beschützen könne,

dass sie als Roma exponiert seien, da die Serben und Albaner sie nicht 
wollten,

dass  die  Beschwerdeführenden  laut  eigenen  Angaben  serbische 
Staatsangehörige  sind,  der  Bundesrat  Serbien  mit  Beschluss  vom  6. 
März 2009 zum "safe country"  im obgenannten Sinn erklärt hat und auf 
diese Einschätzung  im Rahmen der  periodischen Überprüfung  (vgl.  Art. 
6a Abs. 3 AsylG) bisher nicht zurückgekommen ist,

dass  somit  die  formelle  Voraussetzung  für  den  Erlass  eines 
Nichteintretensentscheides gestützt auf Art. 34 Abs. 1 AsylG gegeben ist,

dass  diesbezüglich  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die 
zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen 
ist,

dass  zu prüfen bleibt,  ob das BFM  im Weiteren  zu Recht  erwogen hat, 
aus den Akten würden sich keine Hinweise ergeben, welche die in Bezug 
auf Serbien bestehende Vermutung der Verfolgungssicherheit widerlegen 
könnten,

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dass  das  BFM  in  ausführlicher  Art  und  Weise  darlegte,  weshalb 
vorliegend  die  Voraussetzungen  für  ein  Nichteintreten  gemäss  Art.  34 
Abs. 1 AsylG erfüllt seien,

dass das Bundesverwaltungsgericht die entsprechenden vorinstanzlichen 
Erwägungen  als  korrekt  erachtet,  so  dass  vollumfänglich  darauf 
verwiesen werden kann,

dass es sich schliesslich erübrigt, auf die  in der Beschwerde gemachten 
Ausführungen  näher  einzugehen,  da  diese  zu  keiner  anderen 
Einschätzung führen können,

dass das BFM angesichts der Umstände in Anwendung von Art. 34 Abs. 
1 AsylG  zu Recht  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht 
eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der 
gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das 
heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und 
andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], 
Ausländerrecht, Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, 2. Auflage, 
Basel 2009, S. 568 Rz. 11.148),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,

dass  darüber  hinaus  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 
1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder 
erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 
Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, 
die den Beschwerde­führenden im Heimatland droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Serbien noch individuelle Gründe auf 
eine  konkrete  Gefährdung  der  Beschwerdeführenden  im  Falle  einer 
Rückkehr schliessen lassen,

dass sowohl der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdeführerin die 
Schule besuchten und über Kenntnisse der serbischen Sprache verfügen 
(vgl. Befragungsprotokolle vom 15. Dezember 2011, A4 und A5, S. 4),

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dass der Beschwerdeführer im Weiteren Gelegenheitsarbeiten verrichtete 
(vgl. A4, S. 4),

dass  die  Beschwerdeführenden  ausserdem  auf  ein  familiäres 
Beziehungsnetz  zurückgreifen  können,  da  mehrere  ihrer  Verwandten 
(Eltern,  ein Onkel  und  zwei  Tanten  des  Beschwerdeführers  sowie  zwei 
Onkel der Beschwerdeführerin) in Serbien leben (vgl. A4 und A5, S. 5),

dass  angesichts  dieser  Sachlage  nicht  zu  erwarten  ist,  die 
Beschwerdeführenden gerieten bei einer Rückkehr nach Serbien  in eine 
existenzbedrohende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung als 
zumutbar zu bezeichnen ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  ihren 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu 
auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug  demnach  zu 
bestätigen  ist  und  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser 
Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1­4 AuG),

dass  es  den  Beschwerdeführenden  somit  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  in Anbetracht des Umstands, wonach sich die Rechtsbegehren als 
aussichtslos  erwiesen  haben,  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG 
unbesehen  einer  allfälligen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

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Seite 11

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand: