# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ade52c4d-6a87-52bd-884e-23d27d0f02a3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-07-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.07.2020 E-3096/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3096-2020_2020-07-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3096/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  J u l i  2 0 2 0   

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Luterbacher, 

mit Zustimmung von Richter Gérald Bovier,   

Gerichtsschreiberin Susanne Bolz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

(…), 

Eritrea   

Beschwerdeführender,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl) zu Gunsten von 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

Verfügung des SEM vom 13. Mai 2020 / N (…). 

 

 

 

E-3096/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger von Eritrea; er wurde am 

7. Juli 2014 als Flüchtling in der Schweiz anerkannt und es wurde ihm Asyl 

gewährt. Er lebt mit einer Aufenthaltsbewilligung im Kanton E._______.  

B.  

Am 17. Oktober 2019 reichte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz ein 

Gesuch um Familiennachzug für seine drei minderjährigen Kinder ein. Er 

erklärte, diese befänden sich aktuell mit seinem Vater in Äthiopien. Die 

Mutter der Kinder – seine Noch-Ehefrau – habe einen neuen Partner, des-

halb könnten die Kinder nicht länger bei ihr leben. Zum Beleg reichte er die 

Taufscheine der Kinder im Original ein, die Kopie der UNHCR-Registrie-

rung in Äthiopien sowie die Kopie einer Bestätigung des eritreischen Ge-

richts «F._______» betreffend "Genehmigung des Sorgerechts" (Übertra-

gung des Sorgerechts von der Mutter auf den Beschwerdeführer; beschlos-

sen von einem Verwandtenkomitee und vom Gericht genehmigt), datierend 

vom 8. Oktober 2019, mit beglaubigter Übersetzung. 

C.  

Am 15. November 2019 forderte das SEM den Beschwerdeführer auf, in-

nert Frist weitere Fragen im Zusammenhang mit dem Gesuch um Famili-

ennachzug zu beantworten. Dieses Schreiben wurde am 25. November 

2019 von der Schweizerischen Post mit dem Vermerk «nicht abgeholt» an 

die Vorinstanz retourniert. 

D.  

Am 5. Dezember 2019 wiederholte das SEM seine Aufforderung an den 

Beschwerdeführer zur Beantwortung von Fragen und setzte eine neue Frist 

an.  

E.  

Am 3. Januar 2020 ersuchte der Beschwerdeführer um Fristerstreckung. 

Es sei ihm über die Feiertage nicht gelungen, einen Dolmetscher zu finden, 

zudem sei das Original des Gerichtsdokuments betreffend "Genehmigung 

des Sorgerechts" noch nicht eingetroffen.  

F.  

Am 9. Januar 2020 erstreckte das SEM die Frist bis zum 31. Januar 2020. 

Auch dieses Schreiben wurde 20. Januar 2020 von der Schweizerischen 

Post mit dem Vermerk «nicht abgeholt» an das SEM retourniert. 

E-3096/2020 

Seite 3 

G.  

Mit Eingabe vom 23. Januar 2020 beantwortete der Beschwerdeführer die 

Fragen des SEM. Er reichte das Original des Dokuments betreffend "Ge-

nehmigung des Sorgerechts" ein sowie die Kopie der Bestätigung einer 

vorübergehenden Aufenthaltsbewilligung der Kinder in Äthiopien mit Über-

setzung. Ausserdem legte er Passfotos der Kinder sowie Fotos vor, auf 

denen er mit den Kindern zu sehen ist; diese seien anlässlich seines Be-

suchs in Addis Abeba im April 2019 aufgenommen worden. 

H.  

Am 31. März 2020 stellte das SEM im Rahmen einer internen länderspezi-

fischen Abklärung fest, dass es sich bei dem vom Beschwerdeführer vor-

gelegten Dokument des «F._______», welches die Übertragung des Sor-

gerechts von der Mutter der Kinder auf den Beschwerdeführer genehmigen 

soll, um eine Totalfälschung handle (vgl. N […]-12/3).  

I.  

Mit Schreiben vom 3. April 2020 gewährte das SEM dem Beschwerdefüh-

rer das rechtliche Gehör zum Ergebnis der Dokumentenanalyse. Am 

16. April 2020 wurde das Schreiben von der Schweizerischen Post mit dem 

Vermerk «nicht abgeholt» an das SEM retourniert. 

J.  

Am 13. Mai 2020 lehnte das SEM das Gesuch um Familiennachzug und 

Einreisebewilligung mit der Begründung ab, es stünden besondere Um-

stände einer Familienvereinigung in der Schweiz entgegen. Es sei dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen, nachzuweisen beziehungsweise glaub-

haft zu machen, dass ihm das alleinige Sorgerecht für die drei minderjäh-

rigen Kinder übertragen worden und er tatsächlich der (alleinige) erzie-

hungsberechtigte Elternteil sei. Das vom SEM als Fälschung erkannte Be-

weismittel (Bestätigung des «F._______», vgl. Bst. H) wurde eingezogen. 

K.  

Am 22. Mai 2020 richtete der Beschwerdeführer mit Hilfe einer Rechtsver-

treterin (Vollmacht vom 20. Mai 2020) ein «Gesuch um rückwirkende Mög-

lichkeit des rechtlichen Gehörs» an das SEM, betreffend das Abklärungs-

ergebnis bezüglich der Fälschung des Sorgerechtsdokuments. Er erklärte, 

er wohne als Dauermieter im Restaurant / Motel «G._______» in 

H._______. Aufgrund des Corona-Lockdowns sei das Restaurant ge-

schlossen worden und die zuständige Geschäftsführerin habe die Briefkäs-

ten, welche sich mehrere Bewohner teilten und welche sie normalerweise 

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Seite 4 

für die Mieter leere, über einen längeren Zeitraum nicht mehr geleert. Ihn 

treffe am Fristversäumnis keine Schuld. Diesen Umstand versuchte der 

Beschwerdeführer durch Fotos der Briefkästen und eine Erklärung der Ge-

schäftsführerin des Motels zu belegen.  

L.  

Mit Schreiben vom 2. Juni 2020 teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, 

das Schreiben vom 3. April 2020 sei an seine aktuell gültige Adresse und 

somit rechtsgenüglich zugestellt worden. Es sei nicht erkennbar, dass es 

ihm nicht zumutbar und möglich gewesen sein sollte, Massnahmen zu tref-

fen, um weiterhin die Post zu erhalten. Eine Aufhebung der Verfügung vom  

13. Mai 2020 sei nicht angemessen, zumal er zum Vorhalt der Dokumen-

tenfälschung inhaltlich nicht Stellung bezogen und auch nicht dargelegt 

habe, wie seine Stellungnahme zu einem anderen Ergebnis hätte führen 

können. Der Beschwerdeführer wurde auf den ordentlichen Beschwerde-

weg verwiesen. 

M.   

Am 14. Juni 2020 reichte der Beschwerdeführer eine Beschwerde gegen 

die Ablehnung des Gesuchs um Familiennachzug und Einreisebewilligung 

vom 13. Mai 2020 ein. Er beantragte die Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids; dem Gesuch um Familiennachzug sei zu entsprechen. Even-

tualiter sei die Frist zur Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs zum Fäl-

schungsvorwurf hinsichtlich des eritreischen Dokuments wiederherzustel-

len. In prozessualer Hinsicht beantragte er die unentgeltliche Rechtspflege 

einhergehend mit dem Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses. Zum Beleg der Vorbringen reichte er alle bereits dem SEM vorgeleg-

ten Beweismitteln nochmals ein, wobei er für das Dokument betreffend 

"Genehmigung des Sorgerechts" des «F._______» eine korrigierte Über-

setzung vorlegte. 

N.  

Am 23. Juni 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde. 

O.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

17. Juni 2020 teils in elektronischer Form, teils als Papierdossier vor (vgl. 

Art. 109 Abs. 6 AsylG). 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung 

legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie 

Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.  

 

3.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-

fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters oder einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weite-

rungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 

und 2 AsylG).  

 

4.   

4.1 Minderjährige Kinder von asylberechtigten Flüchtlingen werden ge-

mäss Art. 51 Abs. 1 AsylG ihrerseits als Flüchtlinge anerkannt und erhalten 

Asyl, sofern keine besonderen Umstände dagegen sprechen. Anspruchs-

berechtigte Personen nach Art. 51 Abs. 1 AsylG haben gemäss Art. 51 

Abs. 4 AsylG einen Anspruch auf Erteilung einer Einreisebewilligung, so-

fern sie sich noch im Heimatstaat oder im Ausland aufhalten und durch die 

Flucht des in der Schweiz asylberechtigten Flüchtlings getrennt wurden 

(vgl. BVGE 2012/32 E. 5.1).  

 

4.2 Das SEM kam in seiner Verfügung vom 13. Mai 2020 zum Schluss, 

dass der Familienzusammenführung besondere Umstände im Wege stün-

den. Zwar mache der Beschwerdeführer geltend, das alleinige Sorgerecht 

für seine Kinder innezuhaben. Zum Beleg habe er die Verfügung eines erit-

reischen Gerichts vom 8. Oktober 2019 über das Sorgerecht im Original 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2012/32

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Seite 6 

vorgelegt, aus der hervorgeht, dass die Kindsmutter (seine Ex-Frau) einen 

Antrag auf Feststellung des Verzichts auf das Sorgerecht und die Übertra-

gung auf den Beschwerdeführer gestellt habe. Eine amtsinterne Dokumen-

tenprüfung habe jedoch ergeben, dass dieses Gerichtsdokument inhaltli-

che Fälschungsmerkmale aufweise: Einer der im Dokument angebrachten 

Stempel weise inhaltliche Fehler auf und es finde sich im Text ein höchst 

unüblicher und unerwarteter Satz. Der Beschwerdeführer habe sich im Ver-

lauf des Verfahrens zum Vorhalt der Fälschung nicht geäussert, obwohl 

ihm dazu Gelegenheit im Rahmen des rechtlichen Gehörs gegeben wor-

den sei.  

Bei dieser Ausgangslage könne nicht davon ausgegangen werden, dass er 

zumindest habe glaubhaft machen können, dass ihm das alleinige Sorge-

recht für die Kinder übertragen worden und er tatsächlich der (alleinige) 

erziehungsberechtigte Elternteil sei. Unter diesen Umständen wäre zumin-

dest eine Einwilligung der Kindsmutter oder allfällig anderer sorgerechts-

berechtigter Personen vorzulegen gewesen, ansonsten nicht sichergestellt 

sei, dass ein Familiennachzug nicht entgegen den Interessen der sorgebe-

rechtigten Person verlaufe. Mit seiner Praxis, Einwilligungserklärungen 

sorgerechtsberechtigter Personen einzuholen, beabsichtige das SEM, all-

fälligen Kindsentführungen entgegen zu wirken. Entsprechende Vorsichts-

massnahmen seien auch zum Wohle der Kinder vorzunehmen. Alle übri-

gen vorgelegten Beweismittel seien nicht geeignet, diese Einschätzung zu 

erschüttern, da sie die Frage nach dem Sorgerecht beziehungsweise der 

Erziehungsberechtigung nicht zu klären vermöchten. 

4.3 In der Beschwerde legt der Beschwerdeführer zunächst nochmals die 

Gründe dar, weshalb er seine Post nicht habe entgegennehmen können 

und der Aufforderung zur Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs nicht habe 

folgen können. Dieser Umstand sei der ausserordentlichen Lage im Rah-

mend er Corona-Pandemie geschuldet.  

Den Fälschungsvorwurf im Zusammenhang mit der Verfügung des Ge-

richts F._______ bestreitet er. Seine Ex-Ehefrau habe ihm das Dokument 

aus Eritrea übermittelt und er habe es unverändert an das SEM weiterge-

leitet. Betreffend die Übersetzung halte er fest, dass der Übersetzer zu-

nächst fälschlich davon gesprochen habe, die Kinder seien unehelich ge-

boren worden, was nicht stimme. In der Übersetzung vom 20. Mai 2020 sei 

der Fehler korrigiert worden und der Übersetzer habe die Korrektur mit sei-

ner Unterschrift bestätigt. Seine Ex-Ehefrau sei einverstanden, dass die 

Kinder bei ihm in der Schweiz leben sollten. Er könne ohne weiteres eine 

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Seite 7 

entsprechende Bestätigung vorlegen; es stünde ihm – im Fall der Ableh-

nung der Beschwerde – frei, ein weiteres Gesuch mit der entsprechenden 

Dokumentation vorzulegen, weshalb er es aus prozessökonomischen 

Gründen für angezeigt erachte, die Frist zur Wahrung des rechtlichen Ge-

hörs wiederherzustellen. Damit seien seine Beschwerdebegehren nicht 

aussichtslos und er sei auch bedürftig; zum Beleg stellte er die Nachrei-

chung einer Bestätigung der Arbeitsstelle in Aussicht, wo er als Lagerar-

beiter im Stundenlohn beschäftigt sei. 

5.  

Der Eventualantrag auf Wiederherstellung der Frist zur Wahrnehmung des 

rechtlichen Gehörs ist formeller Art und daher vorab zu behandeln, da eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs allenfalls zur Kassation der angefoch-

tenen Verfügung führen könnte. 

Das Gericht weist diesen Antrag ab. Der Beschwerdeführer vermag auch 

in der Beschwerde keine von der Vorinstanz verursachte Verletzung seines 

Anspruchs auf das rechtliche Gehör aufzuzeigen. Das SEM hatte ihm in 

seiner Aufforderung zur Stellungnahme zum Ergebnis der Dokumentenprü-

fung nicht nur genügend inhaltliche Anhaltspunkte im Sinne der Artikel 27 

und 28 VwVG geliefert, um ihn in die Lage zu versetzen, seinen Anspruch 

auf rechtliches Gehör wahrzunehmen (vgl. act. N […]-13/2), sondern es 

hatte seine Aufforderung auch korrekt übermittelt, indem es das Schreiben 

an die Wohnadresse des Beschwerdeführers verschickte. Das SEM hat 

auch zu Recht das sinngenmässe Gesuch um Wiederherstellung der ent-

sprechenden Frist abschlägig beantwortet (vgl. oben Bst. K und L). Der 

Beschwerdeführer muss sich dagegen den Vorwurf gefallen lassen, dass 

seine Rechtfertigung, warum er vom Schreiben des SEM vom 3. April 2020 

bedingt durch die Massnahmen während der Corona-Krise nicht fristge-

recht habe Kenntnis erhalten können, nicht überzeugen. Den zutreffenden 

Ausführungen im Antwortschreiben des SEM (vgl. N […]-17/1) ist hinzuzu-

fügen, dass der Beschwerdeführer auch schon vor Erlass der Massnah-

men betreffend die «ausserordentliche Lage» im Zusammenhang mit Co-

vid-19 die Schreiben der Vorinstanz nicht zuverlässig in Empfang genom-

men hat (so im November 2019 und im Januar 2020, vgl. oben Bst. C, F), 

obwohl er wusste, dass sein Gesuch um Familienzusammenführung beim 

SEM in Bearbeitung war und allenfalls weiterer Korrespondenz bedurfte. 

Darüber hinaus ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer bereits in sei-

nem Schreiben vom 22. Mai 2020 an das SEM die Gelegenheit nicht 

nutzte, zum Fälschungs-Vorwurf der Vorinstanz Stellung zu beziehen, um 

so die verspätete Verfahrenshandlung nachzuholen (im Sinne des Art. 24 

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Seite 8 

Abs. 1 VwVG). Die Behauptung, das gefälschte Dokument sei dem Be-

schwerdeführer von seiner Frau zugestellt worden (Beschwerde S. 4), 

bleibt unbelegt; insbesondere fehlt ein Zustellcouvert. Die erneute Vorlage 

der Fotos, welche die Briefkästen zeigen, sowie der Erklärung der Zimmer-

wirtin sind in diesem Zusammenhang unbehelflich.  

6.  

6.1 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass das SEM vorliegend zu Recht die 

Voraussetzungen für eine Familienzusammenführung beziehungsweise 

die Erteilung einer Einreisebewilligung als nicht erfüllt erachtet hat. Die 

Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe vom 1. Juni 2018 führen zu kei-

ner anderen Beurteilung. 

6.2 Wie schon die Vorinstanz hält auch das Bundesverwaltungsgericht es 

nicht für glaubhaft gemacht, dass der Beschwerdeführer – wie von ihm be-

hauptet – das alleinige Sorgerecht für seine Kinder innehat.  

Das SEM legte in seinem Entscheid dar, weshalb es die vorgelegte Ur-

kunde, welche den Verzicht der Mutter auf das Sorgerecht der drei Kinder 

belegen sollte, als Fälschung erachtete. Die internen Abklärungen des 

SEM zu diesem Dokument überzeugen auch das Gericht. Da die weiteren 

vom Beschwerdeführer vorgelegten Beweismittel (Taufurkunden, Aufent-

haltsbewilligungen und Registrierungen in Äthiopien, sowie die Familienfo-

tos) keinen Aufschluss über die Sorgerechtsregelung geben, ist dieser we-

sentliche Aspekt bisher nicht belegt worden. Daher ist aktuell nicht glaub-

haft gemacht, dass die Mutter der Kinder tatsächlich auf ihr Sorgerecht ver-

zichten will. Diesbezüglich ist auf die zutreffenden Ausführungen des SEM 

zum Schutze der Kinder vor Entführungen aus dem Fürsorgebereich der 

Mutter sowie das Kindeswohl zu verweisen.  

6.3 Darüber hinaus ist ausdrücklich festzustellen, dass eine alleinige Ab-

sprache zwischen den Eltern betreffend den Verzicht auf das Sorgerecht 

oder die Übertragung an den andern Elternteil für sich allein ohnehin nicht 

ausreichend sein dürfte. Angesichts des Alters der Kinder von inzwischen 

17, 14 und fast zwölf Jahren müsste jedenfalls zumindest betreffend die 

beiden älteren Kinder B._______ und C._______ in geeigneter Form, al-

lenfalls durch eine Anhörung durch die Schweizer Vertretung in Äthiopien, 

geklärt werden, ob es ihrem Willen entspricht, ihr Heimatland zu verlassen, 

um zu einem Vater zu ziehen, der Eritrea im Februar 2009 verlassen hat 

(vgl. Akten N […] B4/10 S. 6, B14/18 F 54 und 142) und sich seit April 2012 

in der Schweiz befindet, und den sie erst im April 2019 anlässlich dessen 

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Seite 9 

Ferienaufenthalts in Addis Abeba wiedergetroffen haben (vgl. N […]-11/17 

F6). Auch betreffend das jüngste Kind D._______, das die Präsenz des 

Vaters in Eritrea kaum erlebt hat und ihn nur aus seinen Ferien kannte (vgl. 

N […]-11/17 F5), wäre eine Abklärung auf kindgerechte Weise nötig, ob es 

wirklich ohne seine Mutter in der Schweiz leben will.  

Es soll nicht in Abrede gestellt werden, dass sich Familienverhältnisse im 

Lauf der Jahre verändern können, dennoch ist an dieser Stelle auch fest-

zuhalten, dass der Beschwerdeführer das Gesuch um Familienvereinigung 

und Einreise seiner Kinder sehr spät stellte, nachdem er bereits seit dem 

7. Juli 2014 als anerkannter Flüchtling in der Schweiz lebt. Das Kindeswohl 

der Minderjährigen dürfte hier ein Vorgehen gebieten, das über eine stan-

dardmässige Abklärung der Zuständigkeit für die elterliche Sorge- und Er-

ziehungspflicht in Hinblick auf die Mutter hinausgeht, damit die Kinder nicht 

allenfalls gegen ihren Willen aus ihrem angestammten und vertrauten Um-

feld entwurzelt werden.  

Vor diesem Hintergrund ist daher nochmals darauf hinzuweisen, dass kein 

Raum besteht für ein «prozessökonomisches Vorgehen» (vgl. Beschwerde 

S. 4), im Sinne der Gewährung des rechtlichen Gehörs im Rahmen einer 

Fristwiderherstellung, wie es in der Beschwerde vorgeschlagen wird. Nach 

Meinung des Gerichts bleibt es daher unbehelflich, wenn der Beschwerde-

führer erklärt, er könne ohne Weiteres sein alleiniges Sorgerecht glaubhaft 

machen und ein erneutes Gesuch nach Art. 51 AsylG stellen.  

6.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz das Gesuch um Familienzusam-

menführung gestützt auf Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG zur Recht abgewiesen 

und die Einreise der Kinder verweigert. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Antrag auf Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung, ungeachtet der finanziellen Situation des 

Beschwerdeführers, angesichts der Aussichtslosigkeit der Beschwerdevor-

bringen abzuweisen. Die Kosten des Verfahrens sind dem Beschwerdefüh-

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Seite 10 

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses wird mit dem heutigen Urteil gegenstandslos. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Susanne Bolz 

 

 

Versand: