# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08028ede-556f-597b-8532-394cdea67b5e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-06-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.06.2014 C-6278/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6278-2012_2014-06-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-6278/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  11 .  J u n i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 

Richter Blaise Vuille, Richterin Marianne Teuscher, 

Gerichtsschreiber Lorenz Noli. 

 

 
 

Parteien 

 
X._______, 

Beschwerdeführer, 

 
 

 
gegen 

 

 
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

und Wegweisung. 

 

 

C-6278/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein 1988 geborener gambischer Staatsangehöri-

ger, gelangte im März 2005 illegal in die Schweiz und ersuchte hier – unter 

Verwendung einer falschen Identität – um Asyl. Sein Gesuch wurde mit 

Verfügung der Vorinstanz vom 31. August 2005 abgewiesen und er selbst 

aus der Schweiz weggewiesen. Die Verfügung blieb unangefochten und 

erwuchs in Rechtskraft. Dennoch kam der Beschwerdeführer seiner Aus-

reiseverpflichtung nicht nach und verblieb illegal in der Schweiz. Nach ei-

nem ersten erfolglosen Versuch wurde er am 6. August 2009 ein zweites 

Mal in Ausschaffungshaft genommen und neun Tage später in sein Heimat-

land ausgeschafft. 

B.   

Noch während seines Aufenthaltes in der Schweiz war der Beschwerde-

führer eine Beziehung mit der Schweizer Bürgerin Y._______ eingegan-

gen, und am 28. Mai 2009 kam die gemeinsame Tochter Z._______ zur 

Welt. 

C.  

Am 8. Februar 2010 heiratete der Beschwerdeführer in seinem Heimatland 

die Kindsmutter. Gestützt auf diese Eheschliessung kam er im Rahmen 

des Familiennachzugs am 7. April 2011 erneut in die Schweiz und erhielt 

im Kanton Bern eine Aufenthaltsbewilligung. 

D.  

Im Dezember 2011 gaben die Beteiligten die eheliche Gemeinschaft auf 

und am 3. Februar 2012 schlossen sie vor dem Regionalgericht Oberland 

in Thun eine Trennungsvereinbarung. Vor gleicher Instanz anerkannte der 

Beschwerdeführer am 28. März 2012 seine Vaterschaft und Unterhalts-

pflicht der Tochter Z._______ gegenüber. 

E.  

Am 3. Juli 2012 übersteuerte der Migrationsdienst der Stadt Thun die Be-

willigungsangelegenheit mit einem Antrag auf Zustimmung zur weiteren 

Regelung des Aufenthalts an die Vorinstanz. Dabei machte der Migrations-

dienst allerdings seine Bereitschaft zur weiteren Verlängerung der Aufent-

haltsbewilligung von der Erfüllung einer Reihe von Bedingungen abhängig, 

die zum einen Gegenstand einer 13. April 2011 eingegangenen Integrati-

onsvereinbarung bildeten und zum anderen das Verhältnis zur Tochter 

Z._______ betrafen. 

C-6278/2012 

Seite 3 

F.  

In einem Schreiben vom 27. Juli 2012 informierte die Vorinstanz den Be-

schwerdeführer über ihre Absicht, die Zustimmung zur Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung zu verweigern und gewährte ihm die Möglichkeit zur 

Stellungnahme. Davon liess er durch einen mandatierten Rechtsvertreter 

mit einer schriftlichen Eingabe vom 28. September 2012 Gebrauch ma-

chen. 

G.  

Mit Verfügung vom 31. Oktober 2012 verweigerte die Vorinstanz die Zu-

stimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerde-

führers und wies ihn aus der Schweiz weg. 

H.  

Dagegen gelangte der Beschwerdeführer über seinen Vertreter mit einer 

Rechtsmitteleingabe vom 4. Dezember 2012 an das Bundesverwaltungs-

gericht. 

I.  

Mit einer Zwischenverfügung vom 11. Januar 2013 lehnte es das Bundes-

verwaltungsgericht ab, dem Beschwerdeführer die von ihm beantragte un-

entgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Dies wurde damit begründet, dass 

einerseits der Beschwerde reelle Aussichten auf Erfolg abgesprochen wer-

den müssten und andererseits die geltend gemachte Prozessarmut nicht 

ausgewiesen worden sei. Eine dagegen erhobene Beschwerde in öffent-

lich-rechtlichen Angelegenheiten wies das Bundesgericht mit Urteil vom 

30. Mai 2013 ab (2C_155/2013).  

J.  

Mit Schreiben vom 15. Juli 2013 informierte der Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers das Bundesverwaltungsgericht über seine sofortige Man-

datsniederlegung.  

K.  

Zur Vernehmlassung eingeladen, hielt die Vorinstanz in einem Schreiben 

vom 7. Oktober 2013 an ihrer Verfügung fest und beantragte die Abweisung 

der Beschwerde. Der Beschwerdeführer machte von dem ihm anschlies-

send gewährten Recht auf Replik keinen Gebrauch. 

L.  

In einem offenbar vom Beschwerdeführer in Auftrag gegebenen Schreiben 

vom 14. Oktober 2013 wandte sich eine Ärztin für innere Medizin aus 

C-6278/2012 

Seite 4 

H._______ an die Vorinstanz und ersuchte um eine "Aufenthaltsverlänge-

rung" für ihren Patienten. Er leide an einer "behandlungsbedürftigen Er-

krankung" und eine Operation sei geplant. Für weitere Auskünfte wolle man 

sich an den Beschwerdeführer oder dessen Partnerin Q._______ wenden. 

Die Vorinstanz leitete besagtes Schreiben kommentarlos an das Bundes-

verwaltungsgericht weiter. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des BFM unterliegen der Beschwerde an das Bundesver-

waltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d VGG). Das Bundes-

verwaltungsgericht entscheidet endgültig, soweit nicht die Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht offen steht 

(vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und 4 BGG).  

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVG), soweit das Verwaltungsge-

richtsgesetz nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).  

2.  

Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde legiti-

miert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 40 des Ausländergesetzes (AuG, SR 142.20) sind die 

Kantone zuständig für die Erteilung und Verlängerung von Bewilligungen. 

Vorbehalten bleibt die Zuständigkeit des Bundes im Zustimmungsverfah-

ren, zu dessen Ausgestaltung der Bundesrat in Art. 99 AuG ermächtigt 

wird, sowie die Zuständigkeit des Bundes zum Entscheid über Abweichun-

gen von den Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 30 AuG.  

3.2 Die Notwendigkeit der Zustimmung durch das BFM ergibt sich im Falle 

des Beschwerdeführers aus Art. 85 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 

24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, 

SR 142.201) in Verbindung mit Ziffer 1.3.1.4 Bst. e der Weisungen des 

BFM im Ausländerbereich in der Fassung vom 25. Oktober 2013 (online 

abrufbar unter: www.bfm.admin.ch > Dokumentation > Rechtliche Grund-

C-6278/2012 

Seite 5 

lagen > Weisungen und Kreisschreiben > I. Ausländerbereich > 1 Verfah-

ren und Zuständigkeiten). Danach ist die Verlängerung der Aufenthaltsbe-

willigung einer Ausländerin oder eines Ausländers nach Auflösung der ehe-

lichen Gemeinschaft mit dem schweizerischen oder ausländischen Ehe-

gatten oder nach dessen Tod, falls die Ausländerin oder der Ausländer nicht 

aus einem Mitgliedstaat der EG oder der EFTA stammt, dem BFM zur Zu-

stimmung zu unterbreiten.  

3.3 Das BFM kann die Zustimmung verweigern, den kantonalen Entscheid 

einschränken oder mit Bedingungen verbinden (Art. 99 AuG, Art. 86 Abs. 1 

VZAE). Es verweigert seine Zustimmung unter anderem dann, wenn die 

Zulassungsvoraussetzungen nicht oder nicht mehr erfüllt sind (Art. 86 Abs. 

2 Bst. a und Bst. c Ziff. 2 VZAE). 

4.  

4.1 Ausländische Ehegatten von Schweizer Bürgern haben unter Vorbehalt 

von Art. 51 Abs. 1 AuG einen Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 42 

Abs. 1 AuG).  

4.2 Vom Erfordernis des ehelichen Zusammenlebens wird gemäss Art. 49 

AuG abgesehen, wenn die Familiengemeinschaft weiter besteht und für die 

getrennten Wohnorte wichtige Gründe vorliegen. Diese können sich na-

mentlich aus beruflichen Verpflichtungen ergeben oder bei vorübergehen-

der Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme (Art. 76 VZAE). Zu 

beachten ist, dass Art. 49 AuG nicht darauf abzielt, den Ehegatten ein län-

gerfristiges oder gar dauerhaftes Getrenntleben in der Schweiz zu ermög-

lichen (Urteil des Bundesgerichts 2C_488/2010 vom 2. November 2010 E. 

3.2). Art. 49 AuG trägt den Charakter einer Ausnahmebestimmung, die in 

besonderen, nicht leichthin anzunehmenden Konstellationen von der 

grundsätzlichen Notwendigkeit des ehelichen Zusammenlebens befreit 

(Urteil des Bundesgerichts 2C_635/2009 vom 26. Februar 2010 E. 4.4). 

Allgemein lässt sich sagen, dass wichtige Gründe objektivierbar sein und 

eine gewisse Erheblichkeit aufweisen müssen. Sie werden umso eher an-

zunehmen sein, je weniger die Ehegatten auf die Situation des Getrenntle-

bens Einfluss nehmen können, ohne schwere Nachteile in Kauf nehmen 

zu müssen (Urteil des Bundegerichts 2C_544/2010 vom 23. Dezember 

2010 E. 2.3.1). 

C-6278/2012 

Seite 6 

4.3 Nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von 

fünf Jahren erwerben ausländische Ehegatten von Schweizer Bürgern ei-

nen Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 42 Abs. 3 

AuG), der vom weitern Schicksal der Ehe unabängig ist (Art. 34 Abs. 1 

AuG, Urteil des Bundesgerichts 2C_241/2009 vom 23. September 2009 E. 

3). A fortiori verfügen sie über einen Anspruch auf Verlängerung der Auf-

enthaltsbewilligung. Wird die eheliche Haushaltgemeinschaft vor Ablauf 

dieser fünfjährigen Frist aufgegeben, besteht ein Anspruch auf Verlänge-

rung der Aufenthaltsbewilligung weiter, wenn die Ehegatten mindestens 

drei Jahre in der Schweiz zusammengewohnt haben (BGE 136 II 113 E. 

3.2 und E. 3.3 S. 117 ff.) und eine erfolgreiche Integration besteht (Art. 50 

Abs. 1 Bst. a AuG) oder wenn wichtige persönliche Gründe vorliegen, die 

einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 

1 Bst. b AuG). Dies kann namentlich der Fall sein, wenn der ausländische 

Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde und die soziale Wiedereingliede-

rung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz vertritt in der angefochtenen Verfügung die Auffassung, 

dass die eheliche Gemeinschaft im Dezember 2011 aufgegeben worden 

sei und keine wichtigen Gründe für getrennte Wohnsitze im Sinne von Art. 

49 AuG vorlägen, weshalb der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Ver-

längerung seiner Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 42 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 49 AuG geltend machen könne. Ansprüche könne er aber auch nicht 

aus Art. 50 Abs. 1 Bst. a oder b AuG ableiten. Die eheliche Gemeinschaft 

habe weniger als drei Jahre Bestand gehabt, weshalb seine Integration un-

ter dieser gesetzlichen Norm gar nicht weiter zu beurteilen sei. Wichtige 

persönliche Gründe für eine Verlängerung im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AuG 

seien nicht gegeben; weder sei er selbst Opfer ehelicher Gewalt noch er-

scheine seine soziale Wiedereingliederung in Gambia als stark gefährdet. 

Er erfülle auch nicht die sonstigen Kriterien zur Annahme eines persönli-

chen Härtefalles. Seine berufliche Integration sei nicht überdurchschnittlich 

und seinen finanziellen Verpflichtungen sei er in der Vergangenheit nicht 

immer nachgekommen, er habe vielmehr sogar Sozialhilfe in Anspruch ge-

nommen. Darüber hinaus sei er immer wieder straffällig geworden. Ansprü-

che könne er auch nicht aus der Beziehung zu seinem in der Schweiz le-

benden Kind ableiten. Es sei ihm nicht gelungen, wesentliche Betreuungs-

aufgaben zu übernehmen und ein kontinuierlich gepflegtes Verhältnis zu 

seiner Tochter aufzubauen. Zudem sei er nicht in der Lage, namhafte Un-

terstützungsbeiträge zum Unterhalt der Tochter zu leisten.  

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Seite 7 

5.2 Der Beschwerdeführer wendet in seiner Rechtsmitteieingabe vom 

4. Dezember 2012 im Wesentlichen Folgendes ein: 

5.2.1 Er habe entgegen der Meinung der Vorinstanz nach wie vor einen 

Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung gestützt auf 

Art. 42 Abs. 1 i.V.m. Art. 49 AuG. Eheschutzmassnahmen im Sinne von Art. 

171 ff. ZGB seien darauf ausgelegt, eine Ehe zu retten und zu erhalten. 

Um dieses Ziel zu erreichen, sehe das ZGB die vorübergehende Trennung 

vor. Komme hinzu, dass er und seine Ehefrau eine Trennungsvereinbarung 

auf freiwilliger Basis eingegangen seien. Seine Ehe bestehe weiterhin und 

es sei nicht ausgeschlossen (vielmehr mit den getroffenen Eheschutz-

massnahmen sogar gesetzlich vorgesehen), dass das Zusammenleben in 

Zukunft wieder aufgenommen werde. In dieser Situation sei ein wichtiger 

Grund im Sinne von Art. 76 VZAE anzunehmen, der vom Erfordernis des 

Zusammenwohnens dispensiere. 

5.2.2 Doch selbst wenn entgegen seiner Ansicht davon ausgegangen 

würde, dass die eheliche Gemeinschaft definitiv aufgelöst sei, könne er 

Ansprüche auf eine Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung geltend 

machen; dies gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Buchstabe b bzw. Abs. 2 AuG. Bei 

Beurteilung seiner sozialen und beruflichen Integration sei zu berücksich-

tigen, dass er bei seiner Einreise des Lesens und Schreibens unkundig 

gewesen sei. Er habe zwischen Sommer 2011 und Sommer 2012 zuerst 

einen Deutsch- und dann einen Alphabetisierungskurs besucht. Zudem 

habe er im Sommer 2011 während fünf Monaten in einem Gastronomiebe-

trieb gearbeitet und werde aktuell bei der Fachstelle Arbeitsintegration 

Thun beschäftigt. Die Arbeitssuche gestalte sich aufgrund seines Bildungs-

mangels als schwierig. Er sei aber bei acht verschiedenen Arbeitsvermitt-

lungsagenturen angemeldet. Die im Gesamtbetrag von mehr als 

Fr. 30'000.- bezogene Sozialhilfe gelte es vor dem Hintergrund seines ge-

ringen Bildungsniveaus und der Tatsache, dass mit dem erhaltenen Geld 

nicht nur er selbst, sondern auch seine Ehefrau und das Kind unterstützt 

worden seien, zu relativieren. 

5.2.3 Weiter lässt der Beschwerdeführer geltend machen, den von ihm er-

wirkten strafrechtlichen Sanktionen lägen vergleichsweise belanglose De-

likte zugrunde. Das zeige sich am jeweils verhängten geringen Strafmass 

und daran, dass seine Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz ledig-

lich in Übertretungen wegen Konsums von Marihuana bestanden hätten. 

Komme hinzu, dass sich die Vorinstanz bei ihrer Beurteilung auch auf An-

zeigen gestützt habe, die definitiv nicht zu einer Verurteilung geführt hätten.  

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Seite 8 

5.2.4 Als unrichtig rügt der Beschwerdeführer auch die Einschätzung der 

Vorinstanz, wonach er keine enge affektive und wirtschaftliche Beziehung 

zu seiner Tochter habe. Er verbringe aktuell drei bis vier Nachmittag pro 

Woche bei seiner Ehefrau und der Tochter. Er betreue das Kind, spiele mit 

ihm und gebe sich intensiv mit ihm ab. Selbst seine Ehefrau sei der Auffas-

sung, dass es für seine Tochter von Vorteil wäre, wenn er in der Schweiz 

bleiben könnte. Auch wenn er seine Tochter nicht im wünschbaren Masse 

finanziell unterstützen könne, so tue er doch sein Möglichstes.  

5.2.5 Schliesslich und endlich müsse nach Auffassung des Beschwerde-

führers entgegen der Meinung der Vorinstanz davon ausgegangen werden, 

dass seine Wiedereingliederung in Gambia stark gefährdet wäre. Die all-

gemeine Lage in diesem Land sei von Gewalt und staatlicher Willkür ge-

prägt. Die Lebensbedingungen seien prekär und er könnte bei einer defini-

tiven Rückkehr dort nicht auf Unterstützung zählen.  

6.  

6.1 Soweit sich der Beschwerdeführer nach dem bereits Gesagten auf den 

Standpunkt stellt, dass er nach wie vor einen Anspruch auf Aufenthaltsre-

gelung gestützt auf Art. 42 Abs. 1 i.V.m. Art. 49 AuG habe, kann auf das 

Urteil des Bundesgerichts 2C_155/2013 vom 30. Mai 2013 (E. 4.2 f.) ver-

wiesen werden. Das Bundesgericht hat dort – zum identischen Einwand 

des Beschwerdeführers – festgehalten, dass seine Sichtweise in deutli-

chem Widerspruch zur bisherigen Rechtsprechung stehe, wonach eine Fa-

miliengemeinschaft auch bei zeitweilig getrennten Wohnorten fortbestehen 

müsse.  

6.2 Im Falle des Beschwerdeführers konnte schon im Zeitpunkt des Erlas-

ses der angefochtenen Verfügung nicht mehr in guten Treuen davon aus-

gegangen werden, die wegen ehelicher Probleme erfolgte Trennung sei 

nur vorübergehender Natur. Die Trennung bestand damals schon seit gut 

10 Monaten. Tritt hinzu, dass die Ehefrau im Zeitpunkt der Trennung gegen 

den Beschwerdeführer eine vorübergehende polizeiliche Fernhalteverfü-

gung von ihrem Wohn- und Arbeitsort erwirkt hatte und auf Anfrage hin in 

einem Schreiben vom 16. April 2012 an die Adresse der Migrationsbehörde 

der Stadt Thun klar äusserte, dass ein erneutes Zusammengehen für sie 

unter keinen Umständen mehr in Frage komme. Dass die Ehegatten zu 

irgend einer Zeit Bemühungen unternommen hätten, um die eheliche Ge-

meinschaft wieder herzustellen, ist nicht aktenkundig. Inzwischen sind seit 

der Trennung mehr als zwei Jahre vergangen, ohne dass wesentliche Ver-

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Seite 9 

änderungen in den persönlichen Verhältnissen erkennbar wären. Im Ge-

genteil: Das an die Vorinstanz gerichtete Schreiben einer Ärztin vom 14. 

Oktober 2013 lässt vermuten, dass der Beschwerdeführer inzwischen eine 

neue Partnerin hat. 

6.3 Gesamthaft betrachtet war somit offenkundig zu keinem Zeitpunkt von 

einer bloss vorübergehenden Trennung auszugehen, wie dies Art. 76 

VZAE i.V.m. Art. 49 AuG voraussetzt. Die Vorinstanz durfte gestützt auf die 

äusseren Umstände annehmen, die eheliche Gemeinschaft in der Schweiz 

sei im Dezember 2011 nach etwas mehr als acht Monaten definitiv aufge-

geben worden. Dieser Schluss kann auch mit dem besonderen Hinweis 

des Beschwerdeführers auf die zivilrechtliche Tragweite von Eheschutz-

massnahmen nicht in Frage gestellt werden. Hat aber schon nach so kur-

zer Zeit keine eheliche Gemeinschaft im Sinne von Art. 43 Abs. 1 AuG mehr 

bestanden, so kann der Beschwerdeführer auch nicht einen Anspruch auf 

Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG 

geltend machen.  

7.  

7.1 Doch selbst wenn die eheliche Gemeinschaft drei Jahre oder länger 

gedauert hätte, könnte der Beschwerdeführer daraus nichts für sich ablei-

ten, weil es – wie im Folgenden noch zu zeigen sein wird – am kumulativ 

zu erfüllenden Kriterium der erfolgreichen Integration fehlen würde (Art. 50 

Abs. 1 Bst. a zweiter Halbsatz AuG). 

7.2 Die Integration bezweckt, längerfristig und rechtmässig anwesenden 

Ausländerinnen und Ausländern die Teilhabe am wirtschaftlichen, sozialen 

und kulturellen Leben zu ermöglichen (Art. 4 Abs. 2 AuG; BGE 134 II 1 E. 

4.1 S. 4). Nach Art. 77 Abs. 4 VZAE liegt eine erfolgreiche Integration im 

Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG vor, wenn die ausländische Person 

namentlich die rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfas-

sung respektiert (Bst. a) und den Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben 

sowie zum Erwerb der am Wohnort gesprochenen Landessprache bekun-

det (Bst. b). Nach Art. 4 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die 

Integration von Ausländerinnen und Ausländern (VIntA, SR 142.205) zeigt 

sich der Beitrag einer ausländischen Person zur Integration namentlich in 

der Respektierung der rechtsstaatlichen Ordnung und der Werte der Bun-

desverfassung (Bst. a), im Erlernen der am Wohnort gesprochenen Lan-

dessprache (Bst. b), in der Auseinandersetzung mit den Lebensbedingun-

gen in der Schweiz (Bst. c) und im Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsle-

ben und zum Erwerb von Bildung (Bst. d). Die Verwendung des Adverbs 

C-6278/2012 

Seite 10 

"namentlich" bringt den nicht abschliessenden Charakter der Auflistungen 

in Art. 77 Abs. 4 VZAE und Art. 4 VIntA zum Ausdruck und zeigt zugleich, 

dass die Beurteilung der erfolgreichen Integration eine gesamthafte Wür-

digung der Umstände des konkreten Einzelfalles verlangt (Urteil des Bun-

desgerichts 2C_426/2011 vom 20. November 2011 E. 3.2 mit Hinweisen). 

Dabei schliessen Defizite auf einzelnen Integrationsfeldern nicht notwendi-

gerweise aus, dass gesamthaft betrachtet eine erfolgreiche Integration zu 

bejahen ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_426/2011 vom 20. November 

2011 E. 3.5 in Bezug auf die soziale Integration). 

7.3  

7.3.1 Beim inzwischen seit mehr als acht Jahren in der Schweiz anwesen-

den Beschwerdeführer kann unter keinem Aspekt auf eine erfolgreiche In-

tegration geschlossen werden. In beruflicher Hinsicht ist einzig eine Tätig-

keit in einem Gastgewerbebetrieb im Sommer 2011 während fünf Monaten 

und eine Beschäftigung unbekannter Dauer im Rahmen eines Integrations-

programmes im Jahre 2012 aktenkundig. Sonstige Bemühungen um Erhalt 

eines Arbeitsplatzes wurden zwar behauptet, sind aber (bis auf die Bestä-

tigung eines Arbeitsvermittlungsbüros vom 15. August 2012 über die Re-

gistrierung) nicht ausgewiesen. Ihr vollständiges Fehlen lässt sich mit dem 

Hinweis des Beschwerdeführers auf seine Bildungslosigkeit nicht entschul-

digen. Der Beschwerdeführer hatte bisher reichlich Zeit, sich aktiv um die 

Verbesserung seiner Grundlagen für eine wirtschaftliche Selbständigkeit 

zu bemühen und allfälligen Hindernissen in Form fehlender Bildung und 

fehlender Sprachkenntnisse zu begegnen. In letzterer Hinsicht wurden 

zwar im vorinstanzlichen Verfahren zwei Bestätigungen der "HEKS Integ-

rationsprogramme HIP" ediert, wonach der Beschwerdeführer dort zwi-

schen August 2011 und Januar 2012 wöchentlich eine Stunde Deutschun-

terricht genommen und zwischen Februar und Juni 2012 von total 62 Lek-

tionen eines Alphabetisierungskurses insgesamt 36 Stunden besucht 

habe. Diese Bemühungen zeugen für sich alleine aber nicht von besonde-

rer Ernsthaftigkeit in der Bestrebung, beruflich und wirtschaftlich in der 

Schweiz Fuss zu fassen. 

7.3.2 Der Beschwerdeführer muss offenbar nach wie vor finanziell mit Mit-

teln der öffentlichen Sozialhilfe unterstützt werden. Gemäss einer Bestäti-

gung der zuständigen Sozialdienste vom 3. April 2012 schlug die geleistete 

Unterstützung bis zu diesem Zeitpunkt mit rund 31'500 Franken zu Buche.  

C-6278/2012 

Seite 11 

7.4 Zur sozialen Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz ist 

nichts aktenkundig. So ist beispielsweise nicht bekannt, welchen Freizeit-

beschäftigungen er nachgeht, wie sich sein persönliches Umfeld zusam-

mensetzt und ob er sich in Vereinen, kulturellen oder sonstigen Einrichtun-

gen engagiert.  

7.5 Von einer erfolgreichen Integration kann beim Beschwerdeführer auch 

unter dem Aspekt der Beachtung der Rechtsordnung nicht ausgegangen 

werden, hat er doch im Laufe der Zeit folgende strafrechtlichen Sanktionen 

erwirkt:  

 Strafmandat der Staatsanwaltschaft Zürich Limmat vom 27. August 

2006. Verurteilung zu einer Freiheitstrafe von 30 Tagen wegen Wi-

derhandlungen gegen das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über 

Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121). 

 Strafmandat der Staatsanwaltschaft Zürich Limmat vom 23. Okto-

ber 2007. Verurteilung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

je Fr. 30.- wegen  Widerhandlungen gegen das ANAG. Ergangen 

als Gesamtstrafe zum Strafmandat vom 27. August 2006. 

 Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 29. November 2007. Verur-

teilung zu einer Freiheitsstrafe von 5 Monaten wegen Missachtung 

einer Massnahme und Hinderung einer Amtshandlung. Ausgespro-

chen als Gesamtstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Zürich 

Limmat vom 23. Oktober 2007. 

 Strafmandat der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 23. Januar 

2009. Verurteilung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 

30.- wegen mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungs-

mittelgesetz.  

 Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Bern-

Mittelland vom 23. November 2011. Verurteilung zu einer Busse 

von Fr. 100.- wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes. 

 Urteil des Regionalgerichts Berner Oberland, Thun, vom 5. Dezem-

ber 2011. Verurteilung zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

je Fr. 30.- und einer Busse von Fr. 400.- wegen der Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes, der Fälschung von Ausweisen und we-

gen rechtswidrigen Aufenthaltes. 

C-6278/2012 

Seite 12 

 Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region 

Oberland vom 10. April 2012. Verurteilung zu einer Busse von 

Fr. 100.- wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes. 

 Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region 

Oberland vom 19. September 2012. Verurteilung zu einer Busse 

von Fr. 100.- wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes.  

 Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region 

Oberland vom 19. Juli 2013. Verurteilung zu einer Busse von 

Fr. 100.- wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes.  

Entgegen den Darlegungen des Beschwerdeführers können seine straf-

rechtlichen Verfehlungen in ihrer Bedeutsamkeit nicht damit relativiert wer-

den, dass ihnen mehrheitlich nur Bagatellcharakter zukomme. Immerhin 

mussten gegen den Beschwerdeführer nebst einer fünfmonatigen Frei-

heitsstrafe auch mehrfach Geldstrafen von 90 und mehr Tagessätzen ver-

hängt werden. Entscheidend ist aber, dass der Beschwerdeführer über den 

ganzen Zeitraum seiner Anwesenheit hinweg immer wieder delinquiert hat; 

dies auch trotz der von ihm am 13. April 2011 eingegangenen Integrations-

vereinbarung, in der er sich u.a. zur strikten Einhaltung der Schweizeri-

schen Rechtsordnung verpflichtet hatte und trotz des hängigen Aufent-

haltsbewilligungsverfahrens.  

7.6 Mit dem Bezug von wirtschaftlicher Sozialhilfe hat der Beschwerdefüh-

rer weitere Umstände gesetzt, die gegen eine erfolgreiche Integration spre-

chen. Aus der Tatsache, dass diese Hilfe nicht nur ihm selbst, sondern auch 

seiner Familie zugutegekommen sein soll, kann der Beschwerdeführer 

nichts besonderes für sich ableiten. Seine von ihm getrennte Ehefrau war 

und ist gemäss seiner eigenen Darstellung in einem Teilpensum erwerbs-

tätig und betreut das gemeinsame Kind. Unter diesen Umständen ist nicht 

erstellt, dass sie die Sozialhilfeabhängigkeit auch nur mit verschuldet hat. 

Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie das ihr Mögliche getan hat, um 

eine solche Sozialhilfeabhängigkeit zu vermeiden. 

7.7 Muss dem Beschwerdeführer eine erfolgreiche Integration solchermas-

sen abgesprochen werden, so ist ein Anspruch auf Verlängerung der Auf-

enthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG auch aus diesem 

Grund zu verneinen. 

8.  

C-6278/2012 

Seite 13 

8.1 Es bleibt somit zu prüfen, ob "wichtige persönliche Gründe" im Sinne 

von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG gegeben sind, die einen weiteren Aufenthalt 

des Beschwerdeführers in der Schweiz "erforderlich" machen und ihm des-

halb einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung vermit-

teln können. Solche Gründe können gemäss Art. 50 Abs. 2 AuG namentlich 

vorliegen, wenn der ausländische Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde, 

die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wieder-

eingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (vgl. dazu BGE 

136 II 1 E. 5.3 S. 4). Mit der offenen Umschreibung des Tatbestands durch 

die unbestimmten Rechtsbegriffe des "wichtigen persönlichen Grundes" 

und der "Erforderlichkeit" des weiteren Aufenthalts öffnete der Gesetzge-

ber den rechtsanwendenden Behörden Gestaltungsspielräume, die im 

Rahmen seiner Vorgaben zwecks Realisierung einer individualisierenden 

Fallgerechtigkeit zu konkretisieren sind (MARTINA CARONI, in: AuG-Hand-

kommentar, Art. 50 N. 23 mit Hinweisen). 

8.2 Die Regelung in Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG bezweckt, schwerwiegende 

Härtefälle zu vermeiden, die sich aus dem Verlust des Aufenthaltsrechts 

nach Auflösung einer Ehegemeinschaft ergeben können (vgl. Botschaft 

zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 

2002, BBl 2002 3753 Ziff. 1.3.7.5). Massgebend sind die konkreten Um-

stände des Einzelfalles. Entscheidend ist, ob diese Umstände eine Le-

benslage konstituieren, die einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erfor-

derlich macht. Davon kann nicht schon dann ausgegangen werden, wenn 

ein Leben in der Schweiz einfacher wäre und bevorzugt würde. Dem Be-

troffenen müssen vielmehr Konsequenzen von erheblicher Intensität dro-

hen, wäre er gezwungen, den Aufenthalt in der Schweiz abzubrechen und 

in sein Herkunftsland zurückzukehren (Urteil des Bundesgerichts 

2C_781/2010 vom 16. Februar 2011 E. 2.2). Die Rückkehr in das Her-

kunftsland ist daher zumutbar und ein wichtiger persönlicher Grund im 

Sinne des Gesetzes nicht gegeben, wenn der Aufenthalt in der Schweiz 

nur kürzere Zeit gedauert hat, keine engen Beziehungen zur Schweiz ge-

knüpft wurden und die erneute Integration im Herkunftsland keine beson-

deren Probleme stellt (BBl 2002 3754 Ziff. 1.3.7.6). 

8.3 Nach dem Gesetz und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann 

sich ein wichtiger persönlicher Grund namentlich bei ehelicher Gewalter-

fahrung und/oder stark gefährdeter Wiedereingliederung im Herkunftsland 

ergeben (BGE 136 II 1 E. 5 S. 3 ff.). Als weitere mögliche Anwendungsfälle 

nennt die Botschaft beispielhaft den Tod des Ehepartners (vgl. hierzu 

C-6278/2012 

Seite 14 

grundlegend BGE 137 II 1 E. 3.1 S. 3 ff. mit Hinweisen), die Existenz ge-

meinsamer Kinder, zu denen eine enge Beziehung besteht und die in der 

Schweiz gut integriert sind, sowie die Umstände, die zur Auflösung der Ehe 

geführt haben (BBl 2002 3754 Ziff. 1.3.7.6). Die in Art. 31 Abs. 1 VZAE 

beispielhaft aufgeführten Kriterien, die der Rechtsprechung zum schwer-

wiegenden persönlichen Härtefall nach Art. 13 Bst. f der Verordnung vom 

6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (BVO, AS 

1986 1791) entstammen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 

2C_216/2009 vom 20. August 2009 E. 2.2), können bei der Beurteilung 

ebenfalls eine wesentliche Rolle spielen. Es handelt sich hierbei um den 

Grad der Integration, die Respektierung der Rechtsordnung, die familiären 

und wirtschaftlichen Verhältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der 

Schweiz und den Gesundheitszustand (BGE 137 II 1 E. 4.1 S. 7 f.). 

8.4 Im Zusammenhang mit dem Verlauf der Ehe resp. der Auflösung der 

ehelichen Gemeinschaft sind – mit Ausnahme der (nachfolgend noch unter 

E. 9 zu behandelnden) Tatsache, dass der Ehe ein gemeinsames Kind ent-

sprungen ist – beim Beschwerdeführer keine Besonderheiten zu erkennen, 

die es unter dem Begriff des wichtigen persönlichen Grundes speziell zu 

berücksichtigen gälte. Die eheliche Gemeinschaft wurde nur während re-

lativ kurzer Zeit gelebt und der Beschwerdeführer behauptet zu Recht 

nicht, Opfer ehelicher Gewalt geworden zu sein. 

8.5 Der Beschwerdeführer macht indes geltend, dass im Falle einer er-

zwungenen Rückkehr nach Gambia seine Wiedereingliederung stark ge-

fährdet wäre. Dies, weil er dort nicht auf ein bestehendes Beziehungsnetz 

zurückgreifen könne. Dass der heute 26-jährige Beschwerdeführer, wel-

cher sein Heimatland im Jahre 2011 im Alter von 23 Jahren gestützt auf die 

Eheschliessung mit einer Schweizer Bürgerin aus freien Stücken und ohne 

Not verlassen hat, nunmehr dort über kein soziales Beziehungsnetz mehr 

verfügen soll, kann nicht ohne weiteres geglaubt werden. Dagegen spricht 

nicht zuletzt der Umstand, dass er sich gemäss einer Mitteilung der zustän-

digen Migrationsbehörde erst vor kurzem um Ausstellung eines Rückreise-

visums bemühte, um eine Heimatreise unternehmen zu können. Dessen 

unbesehen stellt sich ohnehin die Frage, inwieweit der Beschwerdeführer 

für eine erfolgreiche Reintegration in seinem Heimatland überhaupt auf ein 

soziales Beziehungsnetz angewiesen wäre. Er ist in Gambia geboren, auf-

gewachsen und hat dort bis zu seiner erstmaligen Ausreise im Jahre 2005 

und später auch noch zwischen Mai 2009 und April 2011 gelebt.  

C-6278/2012 

Seite 15 

8.6 In gesundheitlicher Hinsicht hat der Beschwerdeführer im Rechtsmit-

telverfahren keine Hindernisse für die Wiedereingliederung im Heimatland 

geltend gemacht. Die während des Beschwerdeverfahrens am 14. Oktober 

2013 von seiner Hausärztin an die Vorinstanz gerichtete Information über 

eine anstehende Operation und Bitte um befristete Verlängerung der An-

wesenheitserlaubnis kann nicht schon als Indiz für die Existenz solcher 

Hindernisse betrachtet werden. 

8.7 Gesamthaft gesehen sind in den Akten keine Hinweis erkennbar, wel-

che auf eine erhebliche Gefährdung der Wiedereingliederung des Be-

schwerdeführers in seinem Herkunftsland schliessen lassen könnten. 

9.  

9.1 Wichtige persönliche Gründe, die einen weiteren Aufenthalt in der 

Schweiz erforderlich machen, können aber nach dem bereits Gesagten 

auch in einer schützenswerten Beziehung zu einem in der Schweiz anwe-

senheitsberechtigten Kind bestehen (Urteil des Bundesgerichts 

2C_327/2010 vom 19. Mai 2011 E. 2.2 in fine, nicht publiziert in BGE 137 I 

247). 

9.2 Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte ausländische Elternteil kann 

die familiäre Beziehung mit seinem Kind von vornherein nur in beschränk-

tem Rahmen pflegen, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten Be-

suchsrechts. Um dieses wahrnehmen zu können, ist in der Regel nicht er-

forderlich, dass der ausländische Elternteil dauerhaft im selben Land wie 

das Kind lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Ge-

sichtspunkt des Anspruchs auf Familienleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie 

Art. 13 Abs. 1 BV) ist es grundsätzlich ausreichend, wenn das Besuchs-

recht im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden 

kann, wobei allenfalls die Modalitäten des Besuchsrechts entsprechend 

auszugestalten sind (BGE 139 I 315, S.319 E. 2.1 und 2.2). Nach der zi-

tierten neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts setzen weiterge-

hende Ansprüche in einer Konstellation wie der vorliegenden voraus, dass 

der persönliche Kontakt im Rahmen eines nach heutigem Massstab übli-

chen Besuchsrechts tatsächlich wahrgenommen, d.h. kontinuierlich und 

reibungslos ausgeübt wird. Zusätzlich ist immer noch erforderlich, dass 

auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine besonders intensive Beziehung zwi-

schen dem Kind und dem nicht sorgeberechtigten Elternteil besteht und 

dass Letzterer sich tadellos verhalten hat (BGE 139 I 315 S. 321 f. E. 2.5). 

C-6278/2012 

Seite 16 

9.3 Zur emotionalen Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und sei-

ner Tochter Yasira ergibt sich aus den Akten folgendes:  

9.3.1 Z._______ wurde Ende Mai 2009 ausserehelich geboren, zweiein-

halb Monate bevor der Beschwerdeführer – der sich nach Abschluss eines 

unter falscher Identität geführten Asylverfahrens noch während Jahren ille-

gal in der Schweiz aufgehalten hatte – in sein Heimatland ausgeschafft 

wurde. Gestützt auf seine spätere Heirat mit der Kindsmutter gelangte der 

Beschwerdeführer anfangs April 2011 wieder in die Schweiz. Aufgrund ei-

ner Anzeige seiner Ehefrau wegen häuslicher Gewalt (Verdacht auf Dro-

hung, evtl. Nötigung) wurde der Beschwerdeführer im Dezember 2011 mit 

einer zeitlich begrenzten polizeilichen Fernhalteverfügung – das eheliche 

Domizil und den Arbeitsplatz seiner Ehefrau betreffend – belegt. Danach 

hielt er sich offenbar während längerer Zeit in einer Einrichtung der Heils-

armee auf. Am 12. Dezember 2011 wurde Z._______ ein Beistand zur 

Seite gestellt und damit beauftragt, das Kindsverhältnis zum Vater feststel-

len zu lassen und den Unterhaltsanspruch des Kindes zu regeln. Am 3. 

Februar 2012 schlossen die Parteien vor dem Regionalgericht Oberland in 

Thun eine Trennungsvereinbarung. In einer weiteren Vereinbarung vom 

28. März 2012 wurde vor dem gleichen Gericht festgehalten, dass der Be-

schwerdeführer das Kind Z._______ als das seinige anerkenne.  

9.3.2 In einer Stellungnahme vom 16. April 2012 hielt die Ehefrau und 

Kindsmutter zuhanden der Migrationsbehörde u.a. fest, dass der Be-

schwerdeführer seine Tochter sporadisch, sicher alle zwei Wochen einmal 

sehe, allerdings nur, wenn sie sich bei ihm melde. Von ihm komme über-

haupt nichts; er habe kein Interesse, seine Tochter zu sehen und sei in der 

Vergangenheit auch nicht bereit gewesen, auf allergiebedingte Besonder-

heiten in der Ernährung und medizinischen Betreuung des Kindes Rück-

sicht zu nehmen. Die Besuche fänden jeweils in ihrer Begleitung oder der-

jenigen ihrer Mutter an einem öffentlichen Ort statt und dauerten zwischen 

zwei und drei Stunden. Der Beschwerdeführer teilte auf eine gleichartige 

Fragestellung in einem Schreiben vom 21. Mai 2012 mit, er unterhalte sich 

zwei- bis dreimal wöchentlich telefonisch mit seiner Tochter; manchmal sei 

er es, der anrufe, manchmal sei es die Kindsmutter, die den Kontakt her-

stelle. Im März 2012 habe er seine Tochter dreimal gesehen, im April vier-

mal und im Mai fünfmal. Normalerweise treffe er das Kind in der Wohnung 

der Kindsmutter und sie gingen dann gemeinsam auf den Spielplatz oder 

in den benachbarten Wald. Die Termine würden spontan vereinbart, sei es 

durch die Kindsmutter oder durch ihn. In einer weiteren Stellungnahme 

vom 19. Juni 2012 liess der Beschwerdeführer festhalten, er sehe seine 

C-6278/2012 

Seite 17 

Tochter im Moment einmal pro Woche. Er liebe sie und habe grosses Inte-

resse an ihr. In der Rechtsschrift vom 4. Dezember 2012 schliesslich wird 

geltend gemacht, der Beschwerdeführer verbringe ca. drei bis vier Nach-

mittage pro Woche bei seiner von ihm getrennten Ehefrau und dem ge-

meinsamen Kind.  

9.3.3 Der Amtsbeistand hielt in einer schriftlichen Stellungnahme vom 

16. Januar 2012 an die Adresse des Regionalgerichts fest, dass die Vater-

schaftsanerkennung bis dato wegen fehlender Unterlagen nicht habe erfol-

gen können. Der Beschwerdeführer eigne sich nicht zuletzt aufgrund sei-

ner aktuellen Wohnsituation nicht als Inhaber der elterlichen Obhut. Ge-

mäss Auskunft der Kindsmutter habe er sich schon während der Zeit des 

gemeinsamen Haushalts "eher wenig" mit dem Kind befasst und es bei-

spielsweise während ihren arbeitsbedingten Abwesenheiten nicht selbst 

betreut. Er (der Amtsbeistand) habe den Beschwerdeführer zu einer Stel-

lungnahme eingeladen und werde nach deren Eingang wahrscheinlich mit 

einer Vaterschaftsklage an das Gericht gelangen.  

9.3.4 Der Beschwerdeführer hat seine Tochter offensichtlich erst mit gros-

ser zeitlicher Verzögerung und vor dem Hintergrund einer drohenden Va-

terschaftsklage anerkannt. Überhaupt erwecken die vorhandenen Akten 

den Eindruck, dass er lange Zeit nicht ernsthaft bemüht war, eine emotio-

nale Bindung zu ihr aufzubauen. Die Bestrebungen, regelmässige Kon-

takte herzustellen, scheinen zumindest in der Vergangenheit eher von der 

Kindsmutter als vom Beschwerdeführer ausgegangen zu sein. Die Schil-

derungen der Beteiligten zur Qualität der emotionalen Beziehung zwischen 

dem Beschwerdeführer und seinem Kind sind nicht in allen Punkten de-

ckungsgleich und lassen beim Beschwerdeführer eindeutig den Versuch 

einer Auf-, bzw. Überbewertung erkennen, was angesichts der Bedeutung 

für seine weitere Anwesenheit nicht erstaunlich sein kann. So wurde jeden-

falls die Behauptung des Beschwerdeführers in seiner Rechtsmittelein-

gabe, wonach er wöchentlich drei bis vier Nachmittage bei seiner Familie 

verbringe, von der Ehefrau in deren Stellungnahme vom 29. November 

2012 nicht bestätigt. Sie äusserte sich darin überhaupt nicht zur Häufigkeit 

gegenseitiger Kontakte. Von einer besonders tiefen emotionalen Bezie-

hung kann unter den gegebenen Umständen nicht ausgegangen werden.  

9.4 In wirtschaftlicher Hinsicht scheint der Beschwerdeführer bisher über-

haupt keine Beziehung zu seinem Kind aufgebaut zu haben. In der von den 

Parteien am 3. Februar 2012 vor dem Regionalgericht Oberland in Thun 

C-6278/2012 

Seite 18 

geschlossenen Trennungsvereinbarung wurde unter anderem festgehal-

ten, dass sie zurzeit nicht in der Lage seien, gegenseitig Unterhaltsbeiträge 

zu leisten. In der weiteren Vereinbarung vom 28. März 2012 wurde vor dem 

gleichen Gericht festgehalten, dass der Beschwerdeführer "zurzeit prak-

tisch nicht leistungsfähig" sei und er wurde verpflichtet, von der ihm ausge-

richteten Integrationszulage bis auf weiteres Fr. 50.- monatlich an den Un-

terhalt seiner Tochter zu leisten. Irgendwelche Belege über geleistete Un-

terhaltszahlungen finden sich in den Akten nicht. Dass der Beschwerdefüh-

rer sich nicht ohne weiteres auf eine unverschuldete Arbeitslosigkeit beru-

fen kann, wurde bereits unter dem Aspekt der beruflichen Integration an 

anderer Stelle festgestellt. Im Übrigen kann er die Ernsthaftigkeit entspre-

chender Bemühungen auch nicht damit belegen, dass er bei seinen Besu-

chen gelegentlich Nahrungsmittel mitbringe.  

9.5 Ebenfalls schon dargelegt wurde, dass das bisherige Verhalten des Be-

schwerdeführers nicht als tadellos betrachtet werden kann. Er ist ursprüng-

lich illegal in die Schweiz gelangt, hat hier unter falscher Identität ein Asyl-

gesuch gestellt und durch Verheimlichung seiner wahren Identität auch 

während langer Zeit den Vollzug seiner Wegweisung verhindert. Tritt hinzu, 

dass er seit Jahren Drogen (Marihuana) konsumiert und in diesem, aber 

auch in anderem Zusammenhang immer wieder straffällig wurde. 

9.6 Nach dem bisher Gesagten kann der Beschwerdeführer somit weder 

gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG oder Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG noch 

gestützt auf Völkerrecht einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthalts-

bewilligung geltend machen.  

9.7 Der Beschwerdeführer kann auch nicht dartun, dass die Vorinstanz im 

Rahmen der ermessensgesteuerten Bewilligungserteilung nach Art. 30 

Abs. 1 Bst. b AuG (vgl. dazu BGE 137 II 345 E. 3.2.1 S. 348) rechtsfehler-

haft entschieden hätte. Die Wertungsgesichtspunkte, die gemäss Art. 31 

Abs. 1 VZAE bei Beurteilung einer möglichen Härtefallsituation heranzu-

ziehen sind, wurden im Wesentlichen schon im Zusammenhang mit den 

Anspruchstatbeständen geprüft und als nicht entscheidend taxiert.  

10.  

Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die Verweigerung der Zustim-

mung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung durch die Vorinstanz 

nicht zu beanstanden ist.  

C-6278/2012 

Seite 19 

11.  

Aus der Rechtmässigkeit der Zustimmungsverweigerung folgt ohne Weite-

res die Rechtmässigkeit der Wegweisung aus der Schweiz (vgl. Art. 64 

Abs. 1 Bst. c AuG in der Fassung gemäss Art. 2 Zif. 1 des Bundesbeschlus-

ses vom 18. Juni 2010 betreffend die Übernahme der EG-Rückführungs-

richtlinie [Richtlinie 2008/115/EG], in Kraft seit 1. Januar 2011, der dem 

zeitgleich aufgehobenen Art. 66 Abs. 1 AuG in der Fassung vom 16. De-

zember 2005 [AS 2007 5437] entspricht). Als gesetzliche Folge der nicht 

mehr verlängerten Aufenthaltsbewilligung hat der Beschwerdeführer die 

Schweiz zu verlassen (Art. 64 Abs. 1 Bst. c AuG). Es bleibt zu prüfen, ob 

Hinderungsgründe für den Vollzug der Wegweisung anzunehmen sind (Art. 

83 Abs. 2 – 4 AuG) und die Vorinstanz gestützt hierauf die vorläufige Auf-

nahme hätte verfügen müssen. 

11.1  

11.1.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

11.1.2 Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass der 

Beschwerdeführer, für den Fall einer Rückkehr nach Gambia, dort mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 

0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Pra-

xis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie 

jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine 

konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 

im Fall einer Rückkehr Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. 

Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hin-

weisen). Solches lässt sich im vorliegenden Fall mit den lediglich pauschal 

gehaltenen allgemeinen Ausführungen zum "Regime des in Gambia herr-

schenden gewalttätigen Präsidenten" nicht belegen. 

11.2  

11.2.1 Der Wegweisungsvollzug kann für die betroffene Person unzumut-

bar sein, wenn sie in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat Situationen wie 

Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt oder einer medizinischen Notlage 

C-6278/2012 

Seite 20 

ausgesetzt wäre. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, von welchen die ansäs-

sige Bevölkerung regelmässig betroffen ist, wie Wohnungsnot oder ein 

schwieriger Arbeitsmarkt, vermögen jedoch keine konkrete Gefährdung zu 

begründen. Dagegen ist der Vollzug der Wegweisung nicht zumutbar, wenn 

dieser für die ausländische Person höchstwahrscheinlich zu einer existen-

ziellen Bedrohung führen würde, beispielsweise dann, wenn sie sich nach 

ihrer Rückkehr mit völliger Armut, Hunger, Invalidität oder Tod konfrontiert 

sähe (vgl. BVGE 2011/24 E. 11). 

11.2.2 Bezüglich der Zumutbarkeit der Wegweisung des Beschwerdefüh-

rers nach Gambia ist zunächst festzustellen, dass unter Berücksichtigung 

der dort herrschenden allgemeinen Situation keine Gründe ersichtlich sind, 

die den Vollzug der Wegweisung dorthin als unzumutbar erscheinen las-

sen. Es herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt. Auch ist die politische 

Lage nicht dermassen angespannt, als dass eine Rückführung dorthin als 

generell unzumutbar betrachtet werden müsste, beziehungsweise Anlass 

zur Annahme einer konkreten Gefährdung bestünde (vgl. statt vieler: Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts E-1167/2014 vom 19. März 2014, E. 

8.2.2).  

11.2.3 Aus den Akten und den Angaben des Beschwerdeführers ergeben 

sich ferner auch keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, der 

Beschwerdeführer gerate im Falle der Rückkehr nach Gambia, wo er bis 

zu seiner Ausreise im Jahre 2005 gelebt hat, aus individuellen Gründen 

wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedro-

hende Situation. Hierzu ist darauf hinzuweisen, dass allein wirtschaftliche 

Schwierigkeiten, von welchen die vor Ort ansässige Bevölkerung generell 

betroffen ist, wie beispielsweise Wohnungsnot oder ein ausgetrockneter 

Arbeitsmarkt, für sich allein keine konkrete Gefährdung zu begründen ver-

mögen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-4339/2009 vom 8. De-

zember 2011, E. 7.4 [mit Hinweisen]). 

12.  

In prozessualer Hinsicht rügt der Beschwerdeführer schliesslich noch, ihm 

sei im vorinstanzlichen Verfahren zu Unrecht die unentgeltliche Verbeistän-

dung verweigert worden. Das Verfahren vor erster Instanz sei nicht aus-

sichtslos und seine Prozessarmut hinlänglich bewiesen gewesen. Darüber 

hinaus habe er auch die Voraussetzungen für eine unentgeltliche Rechts-

verbeiständung erfüllt: Das Bewilligungsverfahren sei für ihn von grosser 

persönlicher Tragweite und habe schon vor erster Instanz eine hohe Kom-

C-6278/2012 

Seite 21 

plexität aufgewiesen. Komme hinzu, dass er in rechtlichen Belangen abso-

lut unkundig und des Lesens und Schreibens nicht mächtig sei. Nur wer 

die Rechtsgrundlagen kenne, könne abschätzen, welche Umstände in den 

persönlichen Verhältnissen relevant und deshalb bei Gewährung des 

rechtlichen Gehörs vorzubringen seien. 

12.1 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung ein Gesuch des 

Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung ab 

und begründete dies damit, dass eine anwaltschaftliche Rechtsvertretung 

nicht notwendig gewesen sei. Im nichtstreitigen Verfahren vor dem BFM – 

das nicht durch besondere Formvorschriften belastet sei und in dem dem 

Betroffenen der Untersuchungsgrundsatz zugutekomme – gehe es primär 

um Erfassung der persönlichen Verhältnisse.  

12.2 Die Frage, ob der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren 

tatsächlich auf die Unterstützung durch einen Rechtsanwalt angewiesen 

war, kann offen gelassen werden, da die primären Voraussetzungen für die 

Gewährung unentgeltlicher Rechtspflege, insbesondere diejenige intakter 

Erfolgsaussichten, nicht gegeben waren. Schon bei summarischer Prüfung 

der Aktenlage musste dem Beschwerdeführer bzw. dessen Rechtsvertreter 

bewusst sein, dass die bisherigen Integrationsbemühungen, aber auch das 

Legalverhalten und die wirtschaftliche Eigenständigkeit für eine Bewilli-

gungsverlängerung absolut ungenügend waren. Die Abweisung des ent-

sprechenden Gesuchs durch die Vorinstanz ist daher im Resultat nicht zu 

beanstanden. 

13.  

Aus vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü-

gung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt 

richtig und vollständig feststellt; sie ist auch angemessen (Art. 49 VwVG). 

Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

14.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Be-

schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 Bst. b 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

C-6278/2012 

Seite 22 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.- werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Sie sind mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ge-

deckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Beilage: Dossier ZEMIS Ref-Nr. [...]) 

– den Migrationsdienst der Stadt Thun (Beilage: Akten ad ZEMIS [...]) 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Andreas Trommer Lorenz Noli 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichts-

gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerde-

führer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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