# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe3e7af1-df4c-541f-932c-7dc98c80177b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 23.09.2015 SB150091
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150091_2015-09-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150091-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic .iur. P. Marti, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

Ch. von Moos und Oberrichter Dr. iur. D. Schwander sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Grieder  

 
Urteil vom 23. September 2015 

 
in Sachen 

 
A._____,  

 

Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  

 
 

gegen 

 
 
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. R. Jäger,  

 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 
 

sowie 
 
B._____,  

 

Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

 
 

betreffend Vergewaltigung etc. 
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung,  

vom 28. Oktober 2014 (DG140060) 

- 2 - 

Anklage 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 25. Juli 

2014 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 17). 

 

Urteil der Vorinstanz: 

Es wird erkannt:   

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

 - der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB 

 - der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB 

- der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB 

 - der mehrfachen Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

 - der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 359 

Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufge-

schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (16 Monate 

abzüglich 359 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe 

vollzogen. 

4. Dem Beschuldigten wird die Weisung erteilt, für die Dauer der Probezeit sich 

einer Alkoholabstinenz zu unterziehen. Der Vollzug dieser Weisung wird 

dem Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich übertragen. 

5. Der Beschuldigte wird dem Grundsatz nach verpflichtet, der Privatklägerin 1 

die aus dem der Anklageziffer 1.1 zugrunde liegenden Ereignis vom  

7. Oktober 2013 entstehenden Kosten für eine allfällige psychotherapeuti-

sche Behandlung der Privatklägerin 1 zu erstatten. 

- 3 - 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von 

Fr. 7'000.–, zuzüglich 5% Zins seit 8. Oktober 2013, zu bezahlen. 

7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2 

aus den der Anklageziffer 1.2 zugrunde liegenden Ereignissen vom  

8. November 2013 dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung von 

Fr. 1'000.–, zuzüglich 5% Zins seit 8. November 2013, zu bezahlen. 

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'500.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 17'584.75   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 1'815.–   Kosten der Kantonspolizei Zürich 

Fr. 5'847.65   Kosten unentgeltliche Rechtsbeiständin Privatklägerin 1,  
  inkl. MwSt. 
 Fr. 6'083.70 
  Kosten unentgeltliche Rechtsbeiständin Privatklägerin 2,  
  inkl. MwSt. 

Fr. 20'000.–   amtl. Verteidigungskosten  
 

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtli-

chen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 

Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. Die Kosten der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden auf die Staats-

kasse genommen. 

11. (Mitteilungen) 

12.-15. (Rechtsmittel) 

 

 

- 4 - 

Berufungsanträge:  

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 
 (Urk. 74 S. 1) 

 1. Es sei der Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen. 
 2. Es seien die Zivilklagen der Privatklägerinnen C._____ und 

B._____ abzuweisen. 

 3. Es seien die Kosten der Untersuchung sowie des erst- und zweit-
instanzlichen Verfahrens, einschliesslich der Kosten der amtli-
chen Verteidigung, auf die Staatskasse zu nehmen und es sei 
dem Beschuldigten daraus eine Genugtuung nach richterlichem 
Ermessen auszurichten.  

b) Der Staatsanwaltschaft 
(Urk. 57) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Privatklägerin B._____ 
(Urk. 61) 

1. Der Beschuldigte / Berufungskläger sei schuldig zu sprechen der 
mehrfachen einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB, der Drohung i.S.v. Art. 180 StGB der versuchten 
Nötigung i.S.v. Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Er sei angemessen zu bestrafen. 

3. Es sei festzustellen, dass der Beschuldigte / Berufungskläger der 
Geschädigten / Privatklägerin / Anschlussberufungsklägerin dem 
Grundsatz nach zur Leistung von Schadenersatz aus dem einge-
klagten Sachverhalt verpflichtet ist.  

4. Der Beschuldigte / Berufungskläger sei zu verpflichten, der Ge-
schädigten / Privatklägerin / Anschlussberufungsklägerin eine 
Genugtuung von Fr. 5'000.--, zuzüglich 5% Zins ab 8.11.2013 zu 
bezahlen. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des erst- und zweitinstanzli-
chen Gerichtsverfahrens, inklusive diejenigen der unentgeltlichen 
Geschädigtenvertretung, seien dem Beschuldigten / Berufungs-
kläger aufzuerlegen.  

d) Der Privatklägerin C._____ 

 (Prot. II S. 10) 
 Betreffend die Vergewaltigung seien die Ausführungen des Verteidi-

gers abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.  

- 5 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang / Prozessuales 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Der Verlauf des Verfahrens bis zum vorinstanzlichen Urteil ergibt sich aus 

dem Entscheid vom 28. Oktober 2014 (Urk. 49 S. 5). 

1.2. Mit dem vorstehend aufgeführten Urteil sprach die Vorinstanz den Beschul-

digten der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB zum Nachteil von 

C._____, ferner der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 

123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 

1 StGB und der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB zum Nachteil von 

B._____ schuldig. Der Beschuldigte wurde mit einer Freiheitsstrafe von 36 Mona-

ten bestraft, unter Anrechnung von 359 Tagen Haft. Der Vollzug der Freiheitsstra-

fe wurde im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Im Übrigen wurde der Vollzug der Freiheitsstrafe angeordnet. Dem 

Beschuldigten wurde die Weisung erteilt, sich für die Dauer der Probezeit einer 

Alkoholabstinenz zu unterziehen. Der Vollzug dieser Weisung wurde dem Amt für 

Justizvollzug des Kantons Zürich übertragen. Der Beschuldigte wurde dem 

Grundsatz nach verpflichtet, der Privatklägerin C._____ (nachfolgend Privatkläge-

rin 1) die aus dem der Anklageziffer 1.1 zugrunde liegenden Ereignis vom 7. Ok-

tober 2013 entstehenden Kosten für eine allfällige psychotherapeutische Behand-

lung der Privatklägerin 1 zu erstatten. Weiter wurde der Beschuldigte verpflichtet, 

der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von Fr. 7'000.--, zuzüglich 5% Zins seit 8. 

Oktober 2013, zu bezahlen. Die Vorinstanz stellte zudem fest, dass der Beschul-

digte gegenüber der Privatklägerin B._____ (nachfolgend Privatklägerin 2) aus 

den der Anklageziffer 1.2 zugrunde liegenden Ereignissen vom 8. November 2013 

dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Der Beschuldigte wurde verpflich-

tet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung von Fr. 1'000.--, zuzüglich 5% Zins seit 

8. November 2013, zu bezahlen. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtli-

- 6 - 

chen Verfahrens, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, wurden 

dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Pri-

vatklägerschaft wurden auf die Staatskasse genommen (Urk. 49 S. 46 ff.). 

1.3. Gegen dieses mündlich eröffnete Urteil liess der Beschuldigte mit Eingabe 

vom 3. November 2014 Berufung anmelden (Urk. 39). Das begründete Urteil 

(Urk. 45) konnte dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten, der Vertreterin der 

Privatklägerin 2 und der Staatsanwaltschaft je am 17. Februar 2015 und der Ver-

treterin der Privatklägerin 1 am 19. Februar 2015 zugestellt werden (Urk. 47). 

1.4. Am 4. März 2015 reichte der Verteidiger des Beschuldigten die Berufungs-

erklärung ein (Urk. 52). Nach Eingang der Berufungsakten an der hiesigen Kam-

mer wurde den Privatklägerinnen und der Staatsanwaltschaft mit Präsidialver-

fügung vom 11. März 2015 die Berufungserklärung des Beschuldigten zugestellt 

und Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf 

die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde den Privatklägerinnen Frist ange-

setzt, um schriftlich zu erklären, ob sie den Antrag stellen, dass dem urteilenden 

Gericht eine Person gleichen Geschlechts angehört, ob sie für den Fall einer Be-

fragung verlangen, von einer Person des gleichen Geschlechts einvernommen zu 

werden oder ob sie für den Fall einer Befragung verlangen, dass für die Über-

setzung ihrer Befragung eine Person gleichen Geschlechts beigezogen wird 

(Urk. 55). Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Eingabe vom 17. März 2015 die 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und verzichtete auf das Stellen von Be-

weisanträgen. Sodann ersuchte sie um Dispensation von der Teilnahme an der 

Berufungsverhandlung (Urk. 57). Mit Schreiben vom 30. März 2015 teilte die Ver-

treterin der Privatklägerin 1 mit, dass sie keine Anschlussberufung erhebe und 

dass ihre Mandantin nicht explizit wünsche, dass dem urteilenden Gericht eine 

Person gleichen Geschlechts angehören müsse, dass aber im Falle einer Be-

fragung diese nur durch eine Person gleichen Geschlechts erfolgen solle. Gleich-

zeitig wies die Vertreterin darauf hin, dass die Privatklägerin 1 Schweizerdeutsch 

verstehe und spreche, sollte dennoch eine Übersetzung stattfinden, für diese eine 

Person gleichen Geschlechts bestellt werden solle (Urk. 59). Mit Eingabe vom 

2. April 2015 erhob die Vertreterin der Privatklägerin 2 Anschlussberufung und 

- 7 - 

stellte verschiedene Anträge. Gleichzeitig verzichtete sie auf das Stellen von for-

mellen Anträgen in Bezug auf die Berufungsverhandlung (Urk. 61). Mit Präsidial-

verfügung vom 8. April 2015 wurden die Eingaben der Parteien je den übrigen 

Parteien zugestellt (Urk. 63).  

1.5. Am 5. Juni 2015 wurde auf den 10. September 2015 zur Berufungsverhand-

lung vorgeladen (Urk. 65).  

1.6. Am 10. September 2015 fand die Berufungsverhandlung statt (Prot. II 

S. 5 ff.).  

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Beschuldigte verlangt einen Freispruch und demnach die Aufhebung 

des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 52 S. 2).  

2.2. Die Anschlussberufung der Privatklägerin 2 richtet sich gegen den Schuld-

punkt in Dispositiv-Ziffer 1 al. 3 und 4. Sie beantragt zudem die Zusprechung ei-

ner höheren Genugtuung und ficht damit Dispositiv-Ziffer 8 an (Urk. 61 S. 2).  

2.3. Mithin ist das ganze vorinstanzliche Urteil angefochten und zu überprüfen. 

3. Strafantrag 

Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB ist ein Antragsdelikt. Die Privatklägerin 2 

hat am 10. November 2013, d.h. zwei Tage nach dem eingeklagten Vorfall vom 

8. November 2013, einen entsprechende Strafantrag gestellt (Urk. ND 1/2).  

4. Befangenheit Dolmetscherin 

4.1. Die Vertreterin der Privatklägerin 2 brachte anlässlich der Berufungsver-

handlung vor, dass die Dolmetscherin befangen sei, da sie bereits bei den In-

struktionsgesprächen der Verteidigung dabei gewesen sei und sich ausserdem 

anlässlich der Berufungsverhandlung ungefragt zu kulturellen Besonderheiten ge-

äussert habe (Prot. II S. 9).  

- 8 - 

4.2. Das Gesetz sieht mehrere Ausstandsgründe vor (Art. 56 lit. a - f StPO). Ge-

mäss Art. 183 Abs. 3 i.V.m. Art. 68 Abs. 5 StPO gelten die Ausstandsvorschriften 

auch für Dolmetscher und Dolmetscherinnen. Aufgrund der Vorbringen der Vertre-

terin der Privatklägerin 2 ist der Ausstandsgrund der Generalklausel von Art. 56 

lit. b StPO zu prüfen. Demgemäss tritt eine in einer Strafbehörde tätige Person in 

den Ausstand, wenn sie in einer anderen Stellung, insbesondere als Mitglied einer 

Behörde, als Rechtsbeistand einer Partei, als Sachverständige oder Sachver-

ständiger, als Zeugin oder Zeuge, in der gleichen Sache tätig war. Befangenheit 

einer Gerichtsperson liegt dann vor, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, 

Misstrauen in ihre Unparteilichkeit zu erwecken. Dabei ist allerdings nicht das 

subjektive Empfinden einer Partei massgebend; vielmehr muss das Misstrauen 

als objektiv begründet erscheinen. Entscheidend ist, wie ein unbefangener und 

vernünftiger Dritter in der Lage der Verfahrensbeteiligten die Situation ein-

schätzen würde (Keller, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur schwei-

zerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage 2014, Art. 56 N 9).   

Befangenheit einer Dolmetscherin ist anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, 

die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Be-

fangenheit handelt es sich – wie erwähnt – um einen inneren Zustand, der nur 

schwer bewiesen werden kann, weshalb es genügt, wenn Umstände vorliegen, 

die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu 

begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und 

der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfin-

den einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver 

Weise als begründet erscheinen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 

9C_846/2007 vom 11. März 2008, E. 3.2.).  

Zwar gelten gestützt auf Art. 68 Abs. 5 StPO für Übersetzerinnen sinngemäss die 

Bestimmungen über Sachverständige. Allerdings ist nicht zu verkennen, dass die 

Aufgaben von Übersetzern und Sachverständigen in wichtigen Teilen unter-

schiedlich sind. Sachverständige sind Personen, die deshalb bestellt werden, um 

das Gericht mit seiner Sachkunde bei der Beurteilung des prozessrelevanten 

Sachverhalts behilflich zu sein. Übersetzer stellen nur (aber immerhin) ihr sprach-

liches Fachwissen zur Verfügung; sie treffen – im Unterschied zu Sachverständi-

- 9 - 

gen – keine eigenen prozessrelevanten Sachverhaltsabklärungen. Vielmehr sind 

Übersetzer dergestalt "Vermittler", dass sie Gesprochenes/Geschriebenes von ei-

ner Sprache in die andere transponieren. Sie haben – dies ebenfalls im Unter-

schied zu Sachverständigen – keine eigenen Wertungen vorzunehmen. Deshalb 

sind an die Befangenheit von Übersetzern geringere Anforderungen zu stellen als 

bei Sachverständigen. 

4.3. Es ist unbestritten geblieben, dass die Dolmetscherin D._____, welche für 

die Berufungsverhandlung vom Berufungsgericht als Dolmetscherin aufgeboten 

worden ist, zuvor – ebenfalls als Dolmetscherin – an Instruktionsgesprächen zwi-

schen Verteidiger und Beschuldigtem mitgewirkt hat.   

Die Dolmetscherin nahm anlässlich der Berufungsverhandlung zu den Vorwürfen 

Stellung und erklärte, sie sei unparteiisch und müsse dies auch sein. In ihrer Aus-

bildung zur Dolmetscherin sei ihr gesagt worden, dass wenn es um eine kulturelle 

Begebenheit gehe und eine Unklarheit vorliege, sie als Dolmetscherinnen Klarheit 

in die Sache bringen sollten. Genau das habe sie getan (Prot. II S. 11). 

4.4. Der bestmöglichen sprachlichen Verständigung zwischen Verteidigung und 

Beschuldigtem ist besonderes Gewicht beizumessen. Es gibt im Dolmetscherver-

zeichnis des Obergerichts Zürich lediglich drei Dolmetscher, die … [afrikanische 

Sprache] sprechen und übersetzen, wobei eine der drei Personen in der Roman-

die wohnhaft ist. Nebst diesem Dolmetscher sind nur noch D._____ und E._____ 

im erwähnten Dolmetscherverzeichnis aufgeführt. Es ist deshalb offensichtlich, 

dass es für den Verteidiger äusserst schwierig gewesen ist, einen Dolmetscher für 

die Instruktionsgespräche zu finden, zumal es mit Dolmetscher E._____, welcher 

vor Vorinstanz und in der Untersuchung übersetzt hat, offenbar Missverständnis-

se gab (Prot. II S. 11 f.). Bei Lichte betrachtet blieb der Verteidigung einzig noch 

die Dolmetscherin D._____ übrig. Die Antworten des Beschuldigten anlässlich der 

Berufungsverhandlung gaben der Dolmetscherin Anlass dazu, nachzufragen, wo-

raus sich keine Befangenheit ableiten lässt. Hinsichtlich der Kulturerklärung ist 

festzuhalten, dass die Dolmetscherin diese spontan geäussert hat und nicht der 

Eindruck entstanden ist, dass diese Äusserung mit der Verteidigung abgespro-

chen gewesen wäre. Dafür spricht auch, dass der Verteidiger auf die erwähnte 

- 10 - 

Äusserung der Dolmetscherin lediglich ad hoc Bezug nahm, ohne dass dies be-

reits in seinen Plädoyernotizen vorbereitet gewesen wäre. Zwar wäre es durchaus 

angezeigt gewesen, dass die Verteidigung bzw. die Übersetzerin vor der Be-

rufungsverhandlung offen gelegt hätten, dass die Übersetzerin bei Instruktions-

gesprächen zwischen dem Verteidiger und dem Beschuldigten als Sprachenver-

mittlerin mitgewirkt hatte. Allerdings ist nicht ersichtlich, dass daraus zwingend ein 

Anschein von Befangenheit hätte abgeleitet werden müssen, dies im Unterschied 

zu anderen Konstellationen von Vorbefasstheit, wie dies in Literatur und Recht-

sprechung thematisiert werden. So hatte die Übersetzerin D._____ – dies im Un-

terschied zu Richtern und Staatsanwälten – weder bei den Instruktionsgesprä-

chen noch anlässlich der Berufungsverhandlung irgendwelche Entscheidkompe-

tenzen. Im Übrigen hatte der Spruchkörper anlässlich der Berufungsverhandlung 

– soweit dies überhaupt beurteilt werden konnte – nicht den Eindruck, die Über-

setzerin D._____ sei nicht neutral. Es ist demnach nicht von einer Befangenheit 

oder auch nur dem Anschein der Befangenheit der Dolmetscherin auszugehen.  

II. Schuldpunkt 

1. Allgemeines zur Beweiswürdigung 

Gemäss der aus Art. 8 und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK 

sowie Art. 10 Abs. 3 StPO verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum ge-

setzlichen Nachweis ihrer Schuld zu vermuten, dass die einer strafbaren Hand-

lung beschuldigte Person unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts 6B_46/2014 vom 9.10.2014, E. 2.2). Der Grundsatz "in dubio pro 

reo" besagt, dass sich das Strafgericht nicht von einem für den Beschuldigten un-

günstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung 

Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat 

bestehen. Das Gericht darf sich nicht nach Gutdünken und rein subjektivem Emp-

finden von der Schuld der angeklagten Person überzeugt zeigen. Bloss abstrakte 

und theoretische Zweifel sind aber ohne Bedeutung. Es müssen vielmehr er-

hebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel vorliegen. Relevant sind mithin nur 

unüberwindliche Zweifel, d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage auf-

- 11 - 

drängen (BGE 138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a; 124 IV 86 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2b 

S. 35 f.; BSK-StPO, Esther Tophinke, 2. Auflage 2014, Art. 10 N 83). Die Ent-

scheidregel besagt indes nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln 

unbesehen auf den für den Beschuldigten günstigeren Beweis abzustellen ist. Der 

Grundsatz "in dubio pro reo" kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Be-

weiswürdigung als Ganzem relevante Zweifel verbleiben. Soweit das Urteil auf 

der Grundlage von Indizien ergeht, ist nicht die isolierte Betrachtung jedes einzel-

nen Beweises massgeblich, sondern es ist auf deren gesamthafte Würdigung ab-

zustellen. Es ist zulässig, aus der Gesamtheit verschiedener Indizien, welche je 

für sich allein betrachtet nur eine gewisse Wahrscheinlichkeit begründen und in-

sofern Zweifel offen bleiben, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat 

und Täterschaft zu schliessen (Niklaus Oberholzer, Grundzüge des Strafprozess-

rechts, 3. Aufl. 2012, N 693; Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Straf-

prozessrecht, 6. Aufl. Basel 2005, § 59 N 15; Niklaus Schmid, Handbuch des 

schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2013, N 235; Wolfgang Wohlers, in: 

Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, hrsg. von Donatsch et al., 

2. Aufl. 2014, Art. 10 N 12). 

Im Übrigen kann auf die Ausführungen der Vorinstanz zu den allgemeinen 

Grundsätzen der Beweiswürdigung verwiesen werden (Urk. 49 S. 6 f.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

A. Anklageziffer 1.1 : Vorfall vom 7. Oktober 2013 (Vergewaltigung) 

a) Sachverhalt 

1. Tatvorwurf 

Dem Beschuldigten wird in Ziffer. 1.1 der Anklageschrift vorgeworfen, die Privat-

klägerin 1 am 7. Oktober 2013 zwischen ca. 01.30 Uhr und 02.00 Uhr in der 

Wohnung von F._____, an der H._____-Strasse ... in ... G._____, vergewaltigt zu 

haben. Zum detaillierten Ablauf wird auf die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft 

Winterthur / Unterland vom 25. Juli 2014 verwiesen (Urk. 17 S. 2). 

- 12 - 

2. Anerkannter Sachverhalt 

2.1. Zum Randgeschehen vor und nach dem eingeklagten Sachverhalt führte die 

Vorinstanz zutreffend aus (Urk. 49 S. 8 Ziff. 1.2.), es sei unbestritten, dass die 

Privatklägerin 1 nach einem Streit mit ihrer Mutter, der Privatklägerin 2, in der 

Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 2013 die Wohnung verlassen habe, um in die 

Wohnung des Zeugen F._____ an der H._____-Strasse ... in ... G._____ zu ge-

hen. Unbestritten ist zudem, dass die Privatklägerin 1 anschliessend bis am Mor-

gen nach der eingeklagten Tat am 7. Oktober 2013 in der Wohnung von F._____ 

blieb.  

2.2. Unbestritten ist sodann, dass sich F._____ und der Beschuldigte am Nach-

mittag des 6. Oktobers 2013 zunächst beim "Avec" in G._____ trafen und an-

schliessend ungefähr um 15.00 Uhr gemeinsam in die Wohnung des Beschuldig-

ten gingen (Urk. 4/4 S. 4; Urk 4/3 S. 2; Urk. 2/2 S. 4). Weiter ist unbestritten, dass 

F._____ dem Beschuldigten am Abend des 6. Oktobers 2013 die Schlüssel für 

seine Wohnung gab und ihn gleichzeitig bat, dass dieser ihm gestatten würde, in 

dessen Wohnung an der I._____-Gasse ... in ... G._____ übernachten zu können, 

da er selbst zu betrunken gewesen war, um noch an diesem Abend zurück in sei-

ne eigene Wohnung zu gehen (Urk. 4/4 S. 5).  

2.3. Ebenfalls unbestritten ist, dass der Beschuldigte die Wohnung von F._____ 

an der H._____-Strasse ... in ... G._____ am Abend des 6. Oktobers 2013 betrat, 

um sie anschliessend wieder zu verlassen und etwa 30 Minuten später mit Le-

bensmittel und Getränken dorthin zurückzukehren (Urk. 3/1 S. 3, Urk 2/2 S. 5).  

2.4. Unbestritten ist sodann, dass es zwischen der Privatklägerin 1 und dem Be-

schuldigten in der fraglichen in der Wohnung von F._____ zu ungeschütztem Ge-

schlechtsverkehr kam (Prot. I S. 20). 

2.5. Unbestritten ist letztlich auch, dass die Privatklägerin 2 am Morgen des 

7. Oktober 2013 an der Haustüre der Wohnung von F._____ klingelte und der Be-

schuldigte daraufhin die Wohnungstüre öffnete. In der Folge kam es zu einem 

heftigen Streit zwischen der Privatklägerin 2 und dem Beschuldigten, worauf die-

ser die Wohnung verliess. Die Privatklägerin 2 alarmierte die Polizei.  

- 13 - 

3. Bestrittener Sachverhalt 

3.1. Der Beschuldigte bestreitet zusammenfassend, dass es gegen den Willen 

der Privatklägerin 1 zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. Somit ist im Folgen-

den zu prüfen, ob der eingeklagte Sachverhalt aufgrund der Akten rechtsgenü-

gend nachgewiesen werden kann. 

3.2. Als Beweismittel liegen die Aussagen der Privatklägerin 1 (Urk. 3/1-3), der 

Privatklägerin 2 (Urk. 4/2-3) und diejenigen des Beschuldigten (Urk. 2/1-3, Prot. I 

S. 12-23) vor. Es liegen weiter die Aussagen des als Zeuge befragten F._____ 

(Urk. 4/4) bei den Akten. Ebenfalls liegt ein Gutachten der körperlichen Untersu-

chung der Privatklägerin 1 (Urk. 6/6) vor. Die Teilnahmerechte des Beschuldigten 

bei den Beweiserhebungen wurden gewahrt und die genannten Beweismittel sind 

uneingeschränkt verwertbar. 

4. Aussagen des Beschuldigten  

4.1. Polizeiliche Einvernahme 

4.1.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 8. Oktober 2013 (Urk. 

2/1) erklärte der Beschuldigte, er kenne die Mutter der Privatklägerin 1, die Privat-

klägerin 2, schon lange, ungefähr seit 2003 oder 2004 von einem Kollegen her. 

Sie hätten eine sexuelle Beziehung miteinander gehabt. Die Privatklägerin 1 ken-

ne er dagegen noch nicht lang, ungefähr zwei Monate. Die Privatklägerin 1 lüge, 

wenn sie sage, sie habe ihn beim Vorfall erst zum zweiten Mal gesehen. Mit ihr 

habe er nur eine sexuelle Beziehung gehabt. Er habe mit ihr vor dem Vorfall 

schon ungefähr zweimal sexuellen Kontakt gehabt. Er wisse nicht mehr, wann 

das gewesen sei. Er habe mit der Privatklägerin 2 jeweils in seiner Wohnung se-

xuellen Kontakt gehabt. Mit der Privatklägerin 1 habe er auch einmal an der 

I._____-Gasse sexuellen Kontakt gehabt und einmal in der Wohnung von 

F._____. Die Privatklägerin 1 habe gerne mit ihm geschlafen.  

4.1.2. Er sei am 6. Oktober 2013 mit dem Schlüssel von F._____ in die Woh-

nung gekommen. F._____ sei ein Kollege von ihm, er kenne ihn schon lange. 

Dieser sei in der Nacht des Vorfalls in der Wohnung des Beschuldigten an der 

- 14 - 

I._____-Gasse gewesen. Er wisse auch nicht wieso. Am Nachmittag vor dem Vor-

fall sei er mit einem Kollegen unterwegs gewesen, sie hätten Bier getrunken. Er 

habe 3 Dosen Bier getrunken. Danach habe er an der I._____-Gasse mit F._____ 

und der Privatklägerin 2 gegessen. Die Privatklägerin 1 sei nicht dabei gewesen, 

er wisse nicht, wo diese gewesen sei. Er habe dann den Schlüssel geholt und sei 

nach oben an die H._____-Strasse gegangen, bis zum Morgen. Er sei um ca. 22 - 

23 Uhr dort eingetroffen. Dort habe er dann wie die Privatklägerin 1 geschlafen. 

Nur er und die Privatklägerin 1 seien dort gewesen. Er wisse nicht, ob die Privat-

klägerin 1 freiwillig dort gewesen sei. Sie hätten dann ferngesehen und Musik ge-

hört. Um 23 Uhr seien sie bis am Morgen schlafen gegangen. Es stimme, dass er 

Wein und Bier gekauft habe. Die Privatklägerin 1 selber habe Wein getrunken. Sie 

sei erwachsen. Er habe nicht gesagt, dass sie trinken müsse. Es stimme nicht, 

dass er sich mit ihr habe unterhalten wollen. Es stimme auch nicht, dass er den 

Fernseher ausgesteckt habe, damit sie nicht mehr fernsehen könne. Vielmehr ha-

be sie ein Kabel ausgesteckt. Er habe die Privatklägerin 1 nicht gedrängt, zu ihm 

ins Bett zu kommen. Es stimme nicht, dass er sie an den Handgelenken gehabt 

und mit Gewalt aufs Bett gezogen habe. Sie habe sich ausgezogen und sie hätten 

sich umarmt. Sie hätten gekuschelt und sich geküsst. Sie habe ihn auch geküsst. 

Die Privatklägerin 1 habe sich selber die Unterhosen zerrissen und sie habe sich 

auch selber ausgezogen. Er habe sie nicht vergewaltigt. Die Privatklägerin 1 habe 

mit ihm geschlafen. Er wisse nicht, wieso sie das sage. Er wisse nicht, ob die Pri-

vatklägerin 1 von seinem sexuellen Verhältnis mit der Privatklägerin 2 gewusst 

habe. Er wisse auch nicht, ob die Privatklägerin 2 von seinem sexuellen Verhält-

nis zur Privatklägerin 1 gewusst habe, er habe ihr nichts gesagt. Es sei richtig, 

dass er in der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 2013 mit der Privatklägerin 1 se-

xuellen Kontakt gehabt habe. Sie hätten danach beide im Bett geschlafen, die 

Privatklägerin 1 am Fenster und er am anderen Ende des Bettes. Er habe nicht 

verhütet.  

4.1.3. Am Morgen sei dann die Privatklägerin 2 gekommen. Sie habe mit ihm 

und der Privatklägerin 1 gestritten. Dann habe sie ein grosses Messer aus der 

Küche genommen und ihn abstechen wollen. Er sei dann raus gerannt und in sei-

ne Wohnung gegangen. Ein Kollege aus Zürich, "J._____", habe ihn angerufen 

- 15 - 

und ihm gesagt, dass die Polizei ihn suche, weshalb er dann zur Polizei gegan-

gen sei (Urk. 2/1 S. 1 ff.). 

4.2. Hafteinvernahme 

4.2.1. Anlässlich der Hafteinvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 9. Ok-

tober 2013 (Urk. 2/2) erklärte der Beschuldigte zum Tatvorwurf, dieser treffe nicht 

zu. Er habe in der fraglichen Nacht normal mit der Privatklägerin 1 geschlafen, er 

habe normal Sex mit ihr gehabt. Die Mutter der Privatklägerin 1, die Privatklägerin 

2, habe er zufällig in G._____ auf der Strasse kennengelernt. Er habe schon oft 

Sex mit der Privatklägerin 2 gehabt, vor allem im Monat vor der Hafteinvernahme. 

Er habe zum letzten Mal im September Sex mit der Privatklägerin 2 gehabt. Er 

habe eine gute Beziehung zu dieser, sie seien befreundet. Sie würden zusammen 

essen und trinken und ab und zu auch zusammen in die Disco gehen.  

4.2.2. Die Privatklägerin 1 kenne er seit etwa zwei Monaten. Er habe sie das 

erste Mal in der Wohnung der Privatklägerin 2 gesehen. Die Privatklägerin 1 sei 

auch schon einmal bei ihm zu Hause gewesen. Sie hätten dann gegessen und 

getrunken. Er wisse nicht mehr, wann das gewesen sei. Er habe die Privatkläge-

rin 1 bis jetzt etwa drei bis vier Mal gesehen. Man könne sagen, dass sie Freunde 

seien. Er glaube, dass die Privatklägerin 2 eifersüchtig sei, da er mit ihrer Tochter, 

der Privatklägerin 1, Sex gehabt habe. Er habe bereits vor dem 6./7. Oktober 

2013 einmal Sex mit der Privatklägerin 1 gehabt, nämlich in seiner Wohnung an 

der I._____-Gasse. In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 2013 habe er zweimal 

Sex mit ihr gehabt. Sie sei mit allen drei Malen Sex einverstanden gewesen. Das 

erste Mal Sex mit der Privatklägerin 1 sei ungefähr am Freitag in seiner Wohnung 

gewesen.  

4.2.3. Am 6. Oktober 2013 sei er aufgestanden, habe geduscht und sich an-

gezogen. Er sei dann einen Kollegen besuchen gegangen. Dann sei er nach Win-

terthur spazieren und anschliessend zurück nach G._____ in seine Wohnung ge-

gangen. Die Privatklägerin 2 sei dann mit einem Mann namens F._____ in seine 

Wohnung gekommen. Sie hätten zusammen gegessen und getrunken. F._____ 

stamme ebenfalls aus K._____ [afrikanischer Staat]. Er kenne ihn. Sie hätten 

- 16 - 

schon früher zusammen gegessen und getrunken. Die Privatklägerin 2 kenne ihn 

aber besser. Er sei ab 15, 16 Uhr bis in die Nacht mit der Privatklägerin 2 und 

F._____ in seiner Wohnung gewesen. F._____ habe dann gesagt, er könne nicht 

mehr weggehen und wolle in der Wohnung des Beschuldigten schlafen. F._____ 

habe ihm (dem Beschuldigten) dann seinen Wohnungsschlüssel gegeben, damit 

er (der Beschuldigte) in F._____' Wohnung habe schlafen können. Die Privatklä-

gerin 2 sei mit F._____ in seiner (des Beschuldigten) Wohnung geblieben. Er sei 

dann in die Wohnung von F._____ gegangen und dann ca. zwischen 22 und 23 

Uhr dort angekommen. Die Privatklägerin 1 sei in der Wohnung von F._____ ge-

wesen. Er habe das erst gemerkt, als er die unverschlossene Tür von F._____' 

Wohnung geöffnet habe. Das habe ihm vorher niemand gesagt. Er wisse nicht, 

wieso die Privatklägerin 1 in der Wohnung von F._____ gewesen sei. Die Privat-

klägerin sei in der Küche gewesen, als er die Tür geöffnet habe. Sie habe Freude 

gehabt. Sie hätten miteinander gesprochen und Zigaretten geraucht. Die Privat-

klägerin 1 habe gesagt, sie habe kein Geld und er solle etwas zu trinken holen. 

Sie habe von Wein und zwei Dosen Bier gesprochen. Er sei dann allein zur Tank-

stelle gegangen und habe zwei Dosen Bier und eine Flasche Wein gekauft. Diese 

Getränke hätten sie dann zusammen getrunken. Sie hätten sich dann geküsst. 

Zuerst seien sei auf dem Sofa im Wohnzimmer gewesen und dann im Bett. Die 

Privatklägerin 1 habe auch küssen wollen. Sie habe begonnen, ihre Kleider aus-

zuziehen und er habe sich dann ebenfalls ausgezogen. Sie habe sich am Schluss 

noch die Unterhosen weggerissen. Sie habe das selber gemacht, er wisse nicht, 

wieso sie sich diese nicht einfach ausgezogen habe. Er habe sich bis auf die Un-

terhosen alle Kleider ausgezogen. Dann hätten sie Sex gehabt und sich geküsst. 

Die Privatklägerin 1 habe sich nicht dagegen gewehrt. Es stimme nicht, dass er 

sie an den Handgelenken gepackt und mit Gewalt aufs Bett gezogen habe. Sie 

habe sich die Kleider selber ausgezogen. Es stimme auch nicht, dass er ihre Un-

terhosen zerrissen habe, sie habe dies selber gemacht. Es stimme nicht, dass die 

Privatklägerin 1 versucht habe, sich gegen den Sex zu wehren und das Bett habe 

verlassen wollen. Sie sei bis am Morgen im Bett geblieben. Sie habe während 

dem Sex nicht geweint. Sie habe gelacht, es sei friedlich gewesen. Sie habe nicht 

nach Hilfe geschrien. Sie hätten in dieser Nacht zweimal Sex gehabt. Es seien 

- 17 - 

zwei Stunden dazwischen gewesen. Sie hätten geschlafen und dann wieder Sex 

gehabt. Er habe nicht verhütet, sei aber beide Male nicht zum Orgasmus gekom-

men. 

4.2.4. Am Morgen sei die Privatklägerin 2 gekommen und habe geklingelt. 

Sie habe dann gesehen, dass er mit der Privatklägerin 1 im Bett gelegen habe. 

Sie habe mit ihm zu streiten begonnen und gefragt, wieso er das mit ihrer Tochter 

gemacht habe. Die Privatklägerin 2 sei dann in die Küche gegangen und habe ein 

Fleischmesser genommen, welches insgesamt ca. 30 cm lang gewesen sei. Sie 

sei auf ihn zugekommen und habe gedroht, ihn zu töten. Er habe dann gesagt 

"nein, nicht mit Messer". Er sei dann aus der Wohnung gerannt, sie sei ihm bis 

zur Treppe gefolgt. Er sei dann nach Hause gerannt. Als sie gestritten hätten, ha-

be er die Kleider angezogen. Die Privatklägerin 2 habe dann offenbar der Polizei 

angerufen. Er sei dann selber zur Polizei gegangen, weil die Privatklägerin 2 mit 

dem Messer auf ihn losgegangen sei. Er glaube, das habe mit Eifersucht zwi-

schen den Privatklägerinnen 1 und 2 zu tun. Er wisse nicht, wieso die Privatkläge-

rin 1 behaupte, sie sei mit dem Sex nicht einverstanden gewesen. Vielleicht habe 

sie mit ihrer Mutter gesprochen.  

4.2.5. Auf Ergänzungsfrage des Verteidigers erklärte der Beschuldigte zu 

glauben, dass es sich bei den Unterhosen der Privatklägerin 1 um schwarze, eher 

schmale Unterhosen gehandelt habe. Als sie einige Tage vorher in seiner Woh-

nung Sex gehabt hätten, hätten sie ein Kondom verwendet, wobei er zum Orgas-

mus gekommen sei (Urk. 2/2 S. 3 ff.).  

4.3. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme 

Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. März 2014 (Urk. 

2/3) sagte der Beschuldigte auf Vorhalt aus, er habe im Zusammenhang mit dem 

Geschlechtsverkehr mit der Privatklägerin 1 keine Gewalt angewendet. Es sei 

nicht richtig, dass die Privatklägerin 1 ihm gegenüber mehrfach gesagt habe, dass 

sie diesen Geschlechtsverkehr nicht wolle. Vielmehr habe sie gesagt, dass sie 

zusammen Sex haben und die Kleider ausziehen sollten. Er wisse nicht, wieso die 

Privatklägerin 1 falsche Angaben mache. Sie hätten das zusammen gemacht, sie 

- 18 - 

hätten zusammen getrunken und sich dann gehalten. Sie hätten alles zusammen 

gemacht. Sie hätten vom Morgen bis am Abend dreimal Liebe gemacht (Urk. 2/3 

S. 3, S. 6).  

4.4. Hauptverhandlung 

4.4.1. In der Hauptverhandlung vom 28. Oktober 2014 (Prot. I) sagte der Be-

schuldigte aus, es stimme, dass er die Privatklägerin 1 bereits zwei Monate vor 

dem Vorfall gekannt und auch zweimal mit ihr Geschlechtsverkehr gehabt habe. 

Er habe die Privatklägerin 1 zum ersten Mal auf der Strasse in G._____ gesehen. 

Das zweite Mal seien sie einen Kaffee oder so trinken gegangen. Er wisse es 

nicht mehr genau. Dann sei sie in seine Wohnung gekommen. Das zweite oder 

dritte Mal sei er zu einem Kollegen namens F._____ gegangen. Auf Nachfrage 

des Vorsitzenden, wie sich die Beziehung des Beschuldigten zur Privatklägerin 1 

entwickelt habe, erklärte dieser, er habe sie im Haus der Privatklägerin 2 kennen-

gelernt. Die Tage seien vergangen und er habe sie Ende Monat in G._____ gese-

hen. Sie hätten zusammen Kaffee getrunken. Dann sei die Privatklägerin 1 nach 

Hause gegangen. Am dritten Tag hätten sie sich auf dem Weg getroffen. Sie hät-

ten gesprochen. Dann sei sie wieder gegangen. Das zweite Mal sei sie zu ihm 

gekommen. Er habe sie gefragt, was sie trinken wolle und sie habe gesagt, sie 

wolle nichts trinken. Er habe gekocht. Danach sei sie wieder gegangen, er wisse 

jedoch nicht, ob sie zu sich nach Hause gegangen sei. Am Ende des Monats ha-

be er sie nochmals gesehen und gegrüsst. Sie sei dann wieder gegangen. Seit 

damals habe er sie einen Monat lang nicht mehr gesehen.  

4.4.2. Er habe vor dem 7. Oktober einmal bei sich zu Hause Sex mit der Pri-

vatklägerin 1 gehabt. Es habe sich um eine Liebesbeziehung gehandelt. Beim 

ersten Mal Sex sei es so gewesen, dass die Privatklägerin 1 an der Tür geklingelt 

habe. Er habe die Tür geöffnet und sie willkommen geheissen. Sie habe sich hin 

gesetzt und getrunken. Es sei richtig, dass er die Privatklägerin 1 davor etwa zwei 

oder dreimal gesehen habe. Er habe insgesamt dreimal Sex mit der Privatklägerin 

1 gehabt. Er habe auch mit der Privatklägerin 2 eine sexuelle Beziehung gehabt. 

Diese kenne er schon seit 2004 oder 2005 durch ihren damaligen Freund, der aus 

K._____ stamme. Eines Tages sei dieser Freund für immer nach K._____ zurück 

- 19 - 

gekehrt. Er sei dann nach G._____ gezogen und habe die Privatklägerin 2 ange-

rufen. Sie hätten sich dann getroffen und miteinander geredet. Sie seien mehr-

mals zusammen ausgegangen. Eines Tages sei sie zu ihm nach Hause gekom-

men. Sie hätten zusammen gekocht und geredet. Eines Tages sei sie dann mit 

F._____ gekommen. Dieser sei nach Hause gegangen. Ein anderes Mal habe er 

sie abends um 20 Uhr beim Bahnhof getroffen. Sie habe gesagt, er solle zu ihr 

kommen. Sie sei zu ihm gekommen. Sie hätten zusammen getrunken und das 

erste Mal Sex gehabt. Er wisse nicht mehr, wann das gewesen sei. Sie habe bis 

am Morgen bei ihm geschlafen. Nach drei bis vier Tagen habe er sie wieder ge-

troffen und sie hätten wieder bei ihm zu Hause Sex gehabt. Er habe über mehrere 

Jahre Sex mit der Privatklägerin 2 gehabt. Er denke nicht, dass F._____ von sei-

nen Beziehungen zur Privatklägerin 1 und 2 gewusst habe. 

4.4.3. Es sei richtig, dass er am Abend des 6. Oktobers 2013 zunächst mit 

F._____ und der Privatklägerin 2 in seiner Wohnung gewesen sei und dort ge-

gessen und getrunken habe. Es sei auch richtig, dass er von F._____ den 

Schlüssel für dessen Wohnung bekommen habe. F._____ habe ihm nicht gesagt, 

dass die Privatklägerin 1 in seiner Wohnung sei. Er sei dorthin gegangen, weil 

F._____ betrunken gewesen sei und nicht mehr in seine Wohnung habe gehen 

können. Auch die Privatklägerin 2 habe zu viel getrunken. F._____ habe ihm in 

der Folge seinen Schlüssel gegeben und gesagt, er (der Beschuldigte) solle in 

seiner (F._____') Wohnung schlafen. Es wäre zu eng für alle in seiner Wohnung 

gewesen. Er wisse nicht, was zwischen der Privatklägerin 2 und F._____ gelaufen 

sei.  

4.4.4. Er sei dann zur Wohnung von F._____ gegangen und habe dort die 

Privatklägerin 1 angetroffen. Sie hätten zusammen gesprochen und Zigaretten 

geraucht. Sie habe dann gesagt, er solle etwas zu trinken kaufen gehen, was er 

dann gemacht habe. Die Privatklägerin 1 sei weder erstaunt noch erschrocken 

gewesen, als er gekommen sei. Nach dem Einkauf sei er zurückgekommen und 

sie hätten getrunken. Gegessen hätten sie nicht viel. Danach hätten sie Sex ge-

habt, einmal, zweimal, dreimal. Es habe keine Probleme gegeben. Er wisse nicht, 

- 20 - 

wieso der Slip der Privatklägerin 1 zerrissen gewesen sei. Er habe nicht verhütet. 

Beim früheren Geschlechtsverkehr habe er ein Kondom benutzt.  

4.4.5. Es sei richtig, dass am Morgen danach die Privatklägerin 2 ein Messer 

gehalten habe und ihm damit bis zur Lifttür gefolgt sei. Er sei davon gerannt. Sie 

habe gesagt, dass sie ihn umbringen wolle. Er kenne den Grund dafür nicht. Er 

denke, sie habe das gemacht, weil sie gesehen habe, dass sie Sex gehabt hät-

ten. Die Privatklägerin 2 habe ihn gefragt, wieso er mit ihrer Tochter Sex gehabt 

habe (Prot. I S. 12 ff.).  

4.5. Berufungsverhandlung 

4.5.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 10. September 2015 gab 

der Beschuldigte zu Protokoll (Urk. 73), die Vorwürfe gegen ihn stimmten nicht, er 

habe es nicht getan. Es treffe zu, dass er mit der Privatklägerin 2 eine Liebes-

beziehung geführt habe. Er habe diese ca. 2004 am Hauptbahnhof in Zürich ken-

nengelernt. Sie hätten sich ungefähr dreimal monatlich getroffen. Die Beziehung 

sei bis 2011 gegangen. Er habe sie dann 2013 noch einmal getroffen. Sie hätten 

ungefähr dreimal pro Jahr Geschlechtsverkehr gehabt. Nach dem 7. Oktober 

2013 habe er mit der Privatklägerin 2 keinen Geschlechtsverkehr mehr gehabt. 

Ungefähr einen Monat vorher habe er zum letzten Mal mit ihr geschlafen. Nur sie 

beide hätten von dieser Beziehung gewusst. Dass die Privatklägerin 2 diese Be-

ziehung bestreite, habe vielleicht damit zu tun, dass sie sich schäme oder eifer-

süchtig auf die Privatklägerin 1 gewesen sei.  

4.5.2. Die Privatklägerin 1 habe er ungefähr 2012 kennengelernt. Sie hätten 

sich auf der Strasse beim Bahnhof G._____ getroffen. Sie hätten sich unterhalten 

und sie habe ihm ihre Telefonnummer gegeben. Er habe die Privatklägerin vorher 

nie bei der Privatklägerin 2 zu Hause gesehen. Er habe nicht gewusst, dass die 

zwei verwandt seien. Das habe er erst bemerkt, als er danach einmal zur Privat-

klägerin 2 gegangen sei und die Privatklägerin 1 dort gewesen sei. Auf Nachfrage 

des Vorsitzenden korrigierte der Beschuldigte seine vorherige Aussage und er-

klärte, er habe die Privatklägerin 1 2013 kennengelernt. Vor dem 6. Oktober 2013 

habe er sie nur einmal, bei sich zu Hause getroffen. Sie habe ihn damals angeru-

- 21 - 

fen und ihn gefragt, wo er sei. Er habe gesagt, er sei zu Hause am fernsehen. Sie 

habe dann gesagt, dass sie gerne vorbeikommen würde. Er habe gesagt, dass 

sie doch kommen solle. Sie sei dann gekommen und er habe für sie gekocht. 

Dann sei es zum Geschlechtsverkehr gekommen. Sie sei dann eingeschlafen und 

sei dann bis 23 Uhr dort gelegen. Dann sei sie aufgestanden und nach Hause ge-

gangen. Er sei verliebt gewesen. Er wisse nicht mehr, wann das gewesen sei. Ein 

zweites Mal habe er sie lediglich gesehen und das dritte Mal sei dann am 6. Ok-

tober 2013 gewesen. Sie hätten bereits einmal zuvor Geschlechtsverkehr gehabt. 

Dieser habe bei ihm zu Hause im Jahr 2013 stattgefunden. Wann genau das ge-

wesen sei, wisse er nicht mehr. Zu der Zeit habe er keine sexuelle Beziehung mit 

der Privatklägerin 2 gehabt. Von der Liebesbeziehung zur Privatklägerin 1 habe 

niemand gewusst.  

4.5.3. Es stimme nicht, dass er am 7. Oktober 2013 mit Gewalt den Ge-

schlechtsverkehr an der Privatklägerin 1 vollzogen habe. Die Privatklägerin 1 ha-

be freiwillig mitgemacht. Sie hätten beide den Geschlechtsverkehr gewollt und die 

Privatklägerin 1 habe freudig mitgemacht. Er habe das gesehen und sie habe ihn 

umarmt und gestöhnt. Die Privatklägerin 1 habe weder geschrien noch geweint. 

Sie habe auch mit ihm schlafen wollen, da sie Freude gehabt habe. Er denke, sie 

schäme sich ihrer Mutter gegenüber, weshalb sie etwas Falsches ausgesagt habe 

(Urk. 73 S. 5 ff.).  

4.6. Würdigung der Aussagen des Beschuldigten 

4.6.1. Es gibt einige Widersprüche in den Aussagen des Beschuldigten. In 

der Hafteinvernahme sagte er beispielswiese aus, die Privatklägerin 1 das erste 

Mal bei der Privatklägerin 2 gesehen zu haben (Urk. 2/2 S. 3), wogegen er in der 

Hauptverhandlung zuerst zu Protokoll gab, die Privatklägerin 1 das erste Mal auf 

der Strasse gesehen zu haben, um nur ein paar Fragen später wieder auszu-

sagen, er habe sie im Hause der Privatklägerin 2 kennengelernt (Prot. I S. 13), 

wobei er in der Berufungsverhandlung wiederum erklärte, die Privatklägerin 1 das 

erste Mal auf der Strasse gesehen zu haben (Prot. I S. 13) und erst zu einem spä-

teren Zeitpunkt bei der Privatklägerin 2 zu Hause (Urk. 73 S. 16 f.). Weiter erklärte 

der Beschuldigte in der Untersuchung, die Privatklägerin 1 erst zwei Monate vor 

- 22 - 

dem Vorfall kennengelernt zu haben (Urk. 2/1 S. 3, Urk. 2/2 S. 3), wogegen er an-

lässlich der Berufungsverhandlung aussagte, dies sei 2012 gewesen (Urk. 73 

S. 10). Auf diese Diskrepanz angesprochen, korrigierte er seine vorherige Aus-

sage und erklärte, die Privatklägerin 1 2013 kennengelernt zu haben. Aus diesen 

Aussagen wird nicht klar, wann und wo der Beschuldigte die Privatklägerin 1 

erstmals getroffen bzw. kennengelernt haben will.  

4.6.2. In der Hafteinvernahme erklärte der Beschuldigte, die Privatklägerin 1 

insgesamt drei bis vier Mal getroffen zu haben (Urk. 2/2 S. 3) und in der Haupt-

verhandlung sprach er von zwei bis drei Treffen (Prot. I S. 13). In der Berufungs-

verhandlung gab er zu Protokoll, die Privatklägerin 1 vor dem Vorfall vom 6./7. 

Oktober 2013 nur einmal getroffen zu haben. Auf diese unterschiedlichen Aus-

sagen angesprochen, präzisierte er, die Privatklägerin 1 sei einmal bei ihm ge-

wesen, das zweite Mal hätten sie sich nur gesehen und das dritte Mal sei dann 

am 6. Oktober 2013 gewesen (Urk. 73 S. 11). Folglich ist nicht klar, wie oft der 

Beschuldigte die Privatklägerin 1 vor dem Vorfall getroffen haben will.  

4.6.3. Weiter widerspricht der Beschuldigte mit seiner Aussage, er sei am 

6. Oktober 2013 zwischen 22 und 23 Uhr bei F._____' Wohnung angekommen, 

den Aussagen der Privatklägerin 1 und des Zeugen F._____, wonach der Be-

schuldigte zwischen 20 und 21 Uhr bei der Wohnung von F._____ angekommen 

sei (Urk. 3/1 S. 2) bzw. um 20.30 Uhr oder 21 Uhr seine Wohnung verlassen habe 

(Urk. 4/4 S. 5).  

4.6.4. Weiter lässt aufhorchen, dass die Privatklägerin 1 gemäss den Aus-

sagen des Beschuldigten in den ersten beiden Einvernahmen ihre Unterhosen 

selber zerrissen haben soll (Urk. 2/1 S. 6, Urk. 2/2 S. 5), wobei er anlässlich der 

Hauptverhandlung schliesslich aussagte, nicht zu wissen, wieso der Slip der Pri-

vatklägerin 1 zerrissen gewesen sei (Prot. I S. 20). Es ist schwer vorstellbar, dass 

die Privatklägerin 1 sich die Unterhose vom eigenen Leib riss, zumal es sich bei 

dieser gemäss den Aussagen der Privatklägerin 1 um einen normalen Slip aus 

dehnbarem Material gehandelt hat (Urk. 3/2 S. 14) und das Zerreissen eines sol-

chen mit einem nicht unerheblichen Kraftaufwand verbunden ist. Eine derartige 

- 23 - 

Leidenschaft wurde jedoch vom Beschuldigten nicht geschildert. Es ist viel wahr-

scheinlicher, dass der Beschuldigte der Privatklägerin 1 den Slip weggerissen hat.  

4.6.5. Irritierend ist denn auch, dass der Beschuldigte anlässlich der Haft-

einvernahme zu Protokoll gab, mit der Privatklägerin 1 in der fraglichen Nacht 

zweimal geschlafen zu haben, wobei eine Pause von zwei Stunden dazwischen 

gelegen habe (Urk. 2/2 S. 4, S. 6), wogegen er in der Schlusseinvernahme und 

vor Vorinstanz erklärte, in der fraglichen Nacht dreimal mit der Privatklägerin 1 

geschlafen zu haben (Urk. 2/3 S. 6, Prot. I S. 20). In der Berufungsverhandlung 

sagte er dann aus, er habe insgesamt dreimal mit der Privatklägerin 1 geschlafen 

(Urk. 73 S. 12).  

4.6.6. Dann behauptete der Beschuldigte, von 2004 bis 2011 eine sexuelle 

Beziehung zur Privatklägerin 2 gehabt zu haben, von welcher niemand ausser 

ihnen beiden gewusst haben soll (Urk. 73 S. 7), was angesichts der langen Dauer 

der Beziehung fraglich ist. Die Privatklägerin 2 bestreitet vehement, mit dem Be-

schuldigten eine sexuelle Beziehung gehabt zu haben, räumte jedoch ein, mit ihm 

gegessen und getrunken zu haben (Urk. 4/2 S. 3, Urk. 4/3 S. 2). Auch die Privat-

klägerin 1 wusste nichts von einer Beziehung zwischen den beiden (Urk. 3/2 

S. 16). In diesem Zusammenhang ist auch auffallend, dass der Beschuldigte die 

Tochter der Privatklägerin 2, die Privatklägerin 1, erst 2013 kennengelernt habe 

soll (Urk. 73 S. 10 unten), also 2 Jahre nach Beendigung der langjährigen Bezie-

hung zu deren Mutter. Dass sich der Beschuldigte und die Privatklägerin 1 noch 

nicht lange vor dem Vorfall vom 6./7. Oktober 2013 kennengelernt haben, deckt 

sich auch mit den Aussagen der Privatklägerin 1, gemäss welcher sie den Be-

schuldigten nicht kannte bzw. höchstens einmal begegnet sei (Urk. 3/2 S. 8). Wie 

intensiv die Beziehung des Beschuldigten zur Privatklägerin 2 war und wie lange 

sie dauerte, ist unklar. Es ist jedoch kaum denkbar, dass der Beschuldigte kogni-

tiv in der Lage war, die sexuelle Beziehung zur Privatklägerin 2 einzig deshalb zu 

erfinden und schon in der ersten polizeilichen Einvernahme dementsprechend 

auszusagen (Urk. 2/1 S. 3), um dann in der Hafteinvernahme das Eifersuchts-

motiv begründen zu können (Urk. 2/2 S. 7). Es kann demnach jedenfalls nicht 

- 24 - 

ausgeschlossen werden, dass zwischen dem Beschuldigten und der Privatkläge-

rin 2 eine Beziehung sexueller Art bestanden hat. 

4.7. Fazit  

Gestützt auf die obigen Ausführungen bestehen zuviele Ungereimtheiten und Wi-

dersprüche, was erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Be-

schuldigten weckt, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. 

5. Aussagen der Privatklägerin  

5.1. Grundsätzliches zur Aussagenanalyse 

5.1.1. Mit der Würdigung der Sachdarstellung der Privatklägerin 1 "als in den 

wesentlichsten Zügen konstant und stimmig" nahm die Vorinstanz inhaltlich auf 

die kriterienorientierte Aussageanalyse bzw. die inhaltsorientierte Glaubwürdig-

keitsbeurteilung und im Besonderen auf das Realkennzeichen "Logische Konsis-

tenz/Widerspruchsfreiheit" bzw. das Homogenitäts- sowie das Konstanzkriterium 

Bezug (vgl. Köhnken, Die Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Kinderaussagen, in: 

Marianne Heer/Renate Pfister-Liechti [Hrsg.], Das Kind im Zivil- und Strafprozess, 

Bern 2002, S. 15 f.; Bender/Nack, Tatsachenfeststellung vor Gericht, Bd. I., 

Glaubwürdigkeits- und Beweislehre, 2. A., München 1995, N 283 und 288). 

5.1.2. Das Homogenitätskriterium ist gegeben, wenn eine Aussage in sich 

schlüssig und folgerichtig sowie frei von inneren Widersprüchen ist. Es beruht auf 

der Überlegung, dass sich ein realer Geschehensablauf in einer ganz unver-

wechselbaren Individualität als homogener Ausschnitt aus der Wirklichkeit dar-

stellt. Da nur ein Bruchteil all dieser Umstände, die jene Homogenität ausmachen, 

aufgenommen werden und auch davon im Laufe der Zeit der grössere Teil ver-

gessen wird, spricht es für einen realen Erlebnishintergrund, wenn die wenigen 

Versatzstücke, die schliesslich im Bericht auftauchen, den Eindruck eines in sich 

stimmigen homogenen Geschehensablaufs erwecken (Bender/Nack, a.a.O., 

N 283; vgl. dazu auch Urteil des Kassationsgerichts des Kantons Zürich Nr. 

AC040129 vom 31.8.2005). 

- 25 - 

5.1.3. Das Realkennzeichen der Konstanz liegt vor, wenn der von der Aus-

kunftsperson als zentral erlebte Handlungskern bei wiederholter Aussage (dem 

Sinne, nicht der Wortwahl nach) gleich geschildert wird. Da niemand alle im Ge-

dächtnis gespeicherten Informationen zu jedem beliebigen Zeitpunkt vollständig 

abrufen kann, ist es allerdings nur natürlich, dass in der Wiederholungsaussage 

zusätzliche Details auftauchen, die in der Erstaussage gefehlt haben, während ei-

nige Details aus der Erstaussage im Bericht der Zweitaussage fehlen und erst im 

Verhör auf Vorhalt wieder in Erinnerung gebracht werden können. Gewisse Ver-

änderungen einzelner Aussageteile – soweit das nach den Erkenntnissen der Irr-

tumslehre zu erwarten ist – sprechen daher ebenfalls für ein realitätsbegründetes 

Ereignis (Bender/Nack, a.a.O., N 288). Hinsichtlich des von der Auskunftsperson 

zentral erlebten Handlungskerns sind derartige Variationen jedoch nicht zu erwar-

ten. Er hat so tiefe Spuren im Gedächtnis hinterlassen, dass er jederzeit abrufbar 

ist. Ergeben sich hier wesentliche Veränderungen oder Widersprüche, die keine 

nachträglichen Verbesserungen oder spontane Präzisierungen sind, dann ist eher 

zu vermuten, dass die Auskunftsperson nicht mehr sicher im Gedächtnis hat, was 

sie früher zusammengelogen hat (sie kann sich dabei ja nicht auf ein wirkliches 

Erlebnis stützen) oder dass die Auskunftsperson ihre Lügengeschichte der inzwi-

schen veränderten Prozesssituation anpasst (Bender/Nack, a.a.O., N 289; vgl. 

dazu auch Bender/Nack, a.a.O. N 293). Gleich bleiben soll daher alles aus dem 

Geschehensablauf, was offensichtlich für die Auskunftsperson subjektiv von zent-

raler Bedeutung war. Dies gilt nicht nur für den zentralen Handlungskern, sondern 

auch die mit diesem eng verflochtenen Umstände, wobei deren Kreis relativ weit 

gezogen werden kann, sofern die Auskunftsperson am Geschehen selbst – aktiv 

oder passiv – beteiligt war (Bender/Nack, a.a.O., N 290). 

5.1.4. Es ist – gerade bei Delikten gegen die sexuelle Integrität – nicht an-

gezeigt, die Aussagenüberprüfung einzig auf das eigentliche Kerngeschehen zu 

beschränken, weil dies dazu führen würde, dass sich das Gericht auf einen über-

mässig stark reduzierten Sachverhalt beschränken würde. Zwar bringt jede Über-

prüfung der Aussagen im Rahmen einer inhaltsorientierten Glaubhaftigkeits-

beurteilung mit sich, dass die Schilderung der Auskunftspersonen gedanklich von 

unwesentlichen Details und Begleitumständen befreit und bis zu einem gewissen 

- 26 - 

Grad auch abstrahiert werden muss, um den eigentlichen Handlungskern heraus-

zuschälen. Vorliegend ging die Vorinstanz jedoch darüber hinaus, indem sie bei 

den Aussagen der Privatklägerin 1 Umstände wegliess, die zum zentralen Hand-

lungskern zu zählen sind. Dazu gehören – um hier nur wenige Beispiele zu nen-

nen –, dass die Aussagen der Privatklägerin 1 betreffend möglicher Drohungen 

oder der konkreten Gewaltanwendung (Beine auseinanderdrücken) recht un-

terschiedlich ausgefallen sind. Auf welche Weise ein Opfer zur Duldung einer se-

xuellen Handlung genötigt wird, ist nicht nur kriminalistisch, sondern auch für das 

Opfer selbst von zentraler Bedeutung. Es ist bekannt, dass sich nicht wenige Op-

fer von sexuellen Gewaltdelikten nach der Tat Vorwürfe machen und sich immer 

wieder fragen, ob sie dem Täter genügend Widerstand entgegengesetzt haben, 

d.h. ob sie die Tat, wenn sie mehr Widerstand geleistet hätten, hätten verhindern 

können. Ebenfalls ist bekannt, dass viele Gewaltopfer von den Bildern der Tat 

verfolgt werden bzw. dass das eigentliche Tatgeschehen oder zumindest Aus-

schnitte davon immer wieder wie ein Film vor ihrem inneren Auge abläuft. Dies 

betrifft bekanntermassen auch die konkrete Bedrohungssituation. Die Art des 

durch den Täter ausgeübten Zwangs gehört daher ebenfalls zum eigentlichen, für 

die Auskunftsperson bedeutsamen Kerngeschehen, von welchem erwartet wer-

den darf, dass es zuverlässig erinnert wird. Inkonsistenz und Widersprüche im 

zentralen Tatgeschehen deuten oft darauf hin, dass die Schilderung in diesem 

Punkt nicht auf Selbsterlebtem beruht. Anderseits ist es nicht ausgeschlossen, 

dass die Darstellung der Privatklägerin 1 gleichwohl einen realen Erlebnis-

hintergrund hat und die erwähnten Widersprüche und Ungereimtheiten auf ande-

ren Ursachen beruhen. Denkbar wären beispielsweise sprachliche Gründe (Miss-

verständnisse, Protokoll- oder Übersetzungsfehler), aber auch Wahrnehmungs-, 

Erinnerungs- oder Wiedergabefehler der Privatklägerin 1. Eine solche Erklärung 

darf indessen nicht leichthin im Sinne von blossen Mutmassungen in die Begrün-

dung eines Schuldspruchs fliessen, sondern bedarf klarer Hinweise. 

5.1.5. Es gilt auch vorliegend bei der Aussageanalyse – unter Einbezug der 

übrigen Beweislage – im Wesentlichen zu prüfen, ob die Aussagen der Privatklä-

gerin 1 einen realen Hintergrund haben (d.h. erlebnisbasiert) oder aber nicht (d.h. 

bewusste oder unbewusste Falschaussagen darstellen). Im Einzelnen ist damit 

- 27 - 

folgende Hypothese zu prüfen: Konnte die Privatklägerin 1 – mit ihren gegebenen 

individuellen Voraussetzungen (Aussagekompetenz), unter den konkreten Befra-

gungsumständen sowie unter Berücksichtigung potenzieller Dritteinflüsse (insbe-

sondere Fremd- oder Autosuggestionen) – diese spezifischen Aussagen machen, 

ohne die beschriebenen Erlebnisse selber erlebt zu haben? Im Auge zu behalten 

gilt es jeweils potenzielle Alternativhypothesen wie namentlich bewusste Falsch-

aussagen (einschliesslich die dazugehörige Motivlage) sowie unbewusste 

Falschaussagen (Irrtum, Auto- sowie Fremdsuggestionen). Von besonderer Be-

deutung ist jeweils die Entstehung der Aussage, insbesondere die jeweilige Erst-

aussage. 

5.2. Polizeiliche Einvernahme 

5.2.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 7. Oktober 2013 (Urk. 

3/1) gab die Privatklägerin 1 zu Protokoll, sie habe am 5. Oktober 2013 noch zu 

Hause geschlafen. Am 6. Oktober 2013, ca. um 2.00 Uhr, habe sie Streit mit ihrer 

Mutter, der Privatklägerin 2 gehabt. Es sei dabei um die Kürzung der Sozialgelder 

gegangen, solange sie bei der Privatklägerin 2 wohne. Der Berater der Privat-

klägerin 2 habe dieser gesagt, sie solle die Privatklägerin 1 raus schmeissen. Sie 

habe deshalb ihre Sachen gepackt und ihren Kollegen, F._____, angerufen und 

ihm gesagt, dass sie zu ihm komme. Er sei damit einverstanden gewesen. Sie sei 

dann zu ihm gegangen. Sie habe ihm erklärt, dass ihre Mutter sie aus der Woh-

nung geworfen habe und sie gerne bei ihm bleiben würde. Sie habe bei ihm auf 

dessen Sofa übernachtet. Er habe im gleichen Zimmer in seinem Bett geschlafen, 

es handle sich bei der Wohnung von F._____ um eine Einzimmerwohnung.  

5.2.2. Am 6. Oktober 2013 habe sie dann bis ca. 16 Uhr ausgeschlafen.  

F._____ habe die Wohnung bereits am Morgen verlassen. Als sie aufgewacht sei, 

sei sie allein in der Wohnung gewesen. Sie habe etwas gekocht und ihre Kleider 

bei ihm gewaschen. Sie habe ferngesehen und dann sei der unbekannte Mann 

aufgetaucht. Die sei gegen 20 bis 21 Uhr gewesen. Er habe geklingelt und dann 

die Wohnung betreten. Dies habe er gekonnt, da die Tür nicht abgeschlossen 

gewesen sei. Sie sei zu dieser Zeit in der Küche gewesen. Sie habe dann die Kü-

chentür geöffnet und gesagt, dass F._____ nicht hier sei. Er wiederum habe ge-

- 28 - 

sagt, dass F._____ seine Wohnungsschlüssel habe und er diese benötige, um in 

seine Wohnung zu kommen. Sie habe ihm gesagt, dass er ja einmal im AVEC-

Shop beim Bahnhof G._____ nachschauen könne oder eventuell beim L._____. 

Er habe daraufhin die Wohnung verlassen und ihr gesagt, dass er wieder zurück-

komme. Nach ca. 30 Minuten sei er zurückgekommen. Er habe Wein, Mehl, Salat 

und Bier mitgebracht. Er habe gesagt, dass er den Wein für sie gekauft habe. Sie 

habe ihm erklärt, dass sie keinen Alkohol trinke. Sie habe dann ferngesehen und 

habe auf dem Sofa gesessen. Er habe sich immer mit ihr unterhalten wollen. Es 

sei ein einseitiger Dialog gewesen. Er habe zuerst neben ihr gestanden und sich 

dann auf das Bett gesetzt und Zigaretten geraucht. Er habe sie dazu drängen wol-

len, Wein zu trinken. Sie habe immer wieder abgewunken. Er habe weiter von ihr 

verlangt, den Fernseher auszuschalten. Sie habe dies nicht gewollt. Angeblich 

habe er schlafen wollen, habe dies aber wegen des laufenden Fernsehers nicht 

gekonnt. Sie habe sich geweigert, ihn auszuschalten. Sie habe vom einen Sofa 

aufs andere gewechselt und den Fernseher neu ausgerichtet. In dieser Zeit habe 

er das Kabel des Fernsehers ausgesteckt. Sie seit wütend geworden und habe 

ihm gesagt, dass dies nicht seine Wohnung sei. Sie habe das Zimmer verlassen 

und sei in die Küche rauchen gegangen. Danach sei sie ins Zimmer zurückge-

gangen und habe auf dem Sofa schlafen wollen. Dies sei so gegen 23 bis 24 Uhr 

gewesen. Er habe ihr gesagt, sie solle doch zu ihm ins Bett kommen. Sie habe 

dies jedoch nicht gewollt. Sie habe ihm gesagt, dass es genug Platz habe und sie 

auf dem Sofa und er im Bett schlafen könne. Sie habe auf dem Sofa sitzend noch 

eine Zigarette geraucht, als er sie an den Handgelenken habe aufs Bett ziehen 

wollen. Er habe sie dann mit Gewalt aufs Bett gezogen und gesagt, sie solle hier 

bleiben. Sie habe immer wieder nein gesagt und dass sie nicht auf dem Bett blei-

ben wolle. Er habe angefangen, sie anzufassen. Sie habe seine Hand weg-

geschlagen und gesagt, er solle sie nicht anfassen. Er habe gesagt, dass dies 

doch nichts sei. Er habe gewollt, dass sie ihre Kleider ausziehe. Da sie dies we-

der gewollt noch gemacht habe, habe er ihr die Kleider ausgezogen. Dann sei es 

einfach passiert. Sie habe angefangen zu weinen und ihn gefragt, wieso er das 

mache und was sie oder ihre Mutter ihm angetan hätten, dass er das mache. Es 

habe ihn nicht interessiert. Ihre Unterhosen habe er zerrissen. Dann sei es pas-

- 29 - 

siert. Er sei in sie eingedrungen. Sie habe versucht, sich zu wehren und habe das 

Bett verlassen wollen. Sie habe keine Chance gehabt, sein Gewicht habe auf ihr 

gelegen. Das Ganze habe ca. 20 Minuten gedauert. Sie habe nach Hilfe ge-

schrien und die ganze Zeit geweint. Als er dann aufgehört habe, sei er aufs WC 

gegangen, während dem sie immer noch weinend auf dem Bett gelegen habe. 

Dies sei gegen 2 Uhr morgens am 7. Oktober 2013 gewesen. Da sie nicht ge-

wusst habe, wohin sie hätte gehen sollen, sei sie zum Sofa gegangen und habe 

gehofft, dass er sie nicht noch einmal vergewaltige. Nach ca. drei Stunden sei er 

aufgewacht und habe Licht gemacht. Er habe im Zimmer eine Zigarette geraucht. 

Sie habe ihm gesagt, dass es stinke. Er habe darauf geantwortet, dass er mache, 

was er wolle. Sie habe das Zimmer verlassen und sei in die Küche gegangen. Sie 

habe ebenfalls eine Zigarette geraucht und habe sich zur Beruhigung einen Tee 

gemacht. Danach sei sie noch ein wenig schlafen gegangen. Der Beschuldigte 

habe bereits wieder geschlafen. Um ca. 8 Uhr sei dann ihre Mutter, die Privat-

klägerin 2, gekommen, welche sie (die Privatklägerin 1) gesucht habe. Ihre Mutter 

habe sie geweckt, da sie mit ihr aufs Einwohner- und Sozialamt habe gehen wol-

len. Sie habe ihr dann schreiend bzw. weinend gesagt, dass der unbekannte 

Mann im Bett sie vergewaltigt habe. Ihre Mutter habe dann Beschuldigten mit ih-

rer Aussage konfrontiert. Dieser wiederum habe alles abgestritten und habe sie 

der Lüge bezichtigt. Daraufhin habe ihre Mutter der Polizei angerufen und der Be-

schuldigte sei abgehauen.  

5.2.3. Auf Frage, ob sie den Beschuldigten vorher schon einmal gesehen ha-

be, gab die Privatklägerin 1 zur Antwort, dass sie ihn bei einer Kollegin namens 

M._____, welche im selben Gebäude wie F._____ wohne, ca. ein bis zwei Wo-

chen davor schon einmal gesehen habe, damals aber nicht mit ihm geredet habe. 

Ihre Mutter kenne den Beschuldigten, sie wisse aber nicht, wie gut. Sie denke 

nicht, dass die beiden eine Beziehung geführt hätten.  

5.2.4. Es sei ihr komisch vorgekommen, als der Beschuldigte die Wohnung 

von F._____ betreten habe, wobei sie keine Angst gehabt habe. Als er die Woh-

nung verlassen habe, habe sie sagen wollen, dass er nicht mehr kommen solle, 

habe dies dann aber nicht gemacht. Dann sei er mit den Ess- und Trinkwaren zu-

- 30 - 

rückgekommen. Er habe zu diesem Zeitpunkt keine Anstalten gemacht, dass er 

Sex mit ihr habe machen wollen. 

5.2.5. Er habe gewollt, dass sie mit ihm im Bett schlafe, wobei sie mehrfach 

"nei, nei, nei, ich will auf dem Sofa schlafen" gesagt habe. Dann sei er vor sie 

hingestanden und habe sie an den Handgelenken gepackt. Er sei ihr kräftemässig 

überlegen gewesen. Er habe sie deshalb mit Gewalt aufs Bett ziehen können. Er 

habe gewollt, dass sie die Zigarette auslösche. Sie habe diese aber fertig ge-

raucht. Danach habe er sie an den Handgelenken und Oberarmen gepackt. Sie 

habe sich gewehrt, er sei ihr jedoch überlegen gewesen. Sie habe laut heraus-

geschrien "Hört mich öpper, Hilfe". Sie habe gehofft, dass die Balkontür offen sei. 

Da sie geschrien habe, habe der Beschuldigte dann die Balkontür geschlossen. 

Sie habe ein paar Unterhosen, einen schwarzen Wickelrock, eine rote Bluse und 

ein braunes Jäckli angehabt. Der Beschuldigte habe sie auf der Bettseite der 

Wand auf den Rücken gedrückt. Er habe daneben gelegen. Sie habe also auf 

dem Rücken gelegen und er habe ihr den Wickelrock weggezogen. Sie habe sich 

gewehrt, indem sie den Rock habe anbehalten wollen. Sie habe keine Chance 

gehabt. Der Beschuldigte habe den Wickelrock auf den Boden geworfen. Er habe 

dann an den Unterhosen gerissen. Sie habe versucht, diese mit beiden Händen 

oben zu halten. Er habe dann die Unterhose zerrissen und ebenfalls auf den Bo-

den geworfen. Er habe dann auf ihr gelegen und sie habe fast keine Luft mehr 

bekommen. Er sei dann vaginal in sie eingedrungen.  

5.2.6. Er habe einen steifen Penis gehabt. Er sei immer wieder in sie ein-

gedrungen. Er habe jeweils die Stellung gewechselt, indem er ihre Beine hoch-

genommen habe und so weiter. Sie habe geweint und immer wieder gesagt, 

"wieso, wieso?!" Sie habe sich nicht mehr gross wehren können. Sie habe keine 

Kraft mehr gehabt.  

5.2.7. Zu Beginn habe das Ganze vielleicht zehn Minuten gedauert. Danach 

habe er gewollt, dass sie die Bluse ausziehe. Sie sei dieser Aufforderung unfrei-

willig nachgekommen. Danach sei er erneut in sie eingedrungen. Sie habe keine 

Ahnung, wie lange dies noch gedauert habe.  

- 31 - 

5.2.8. Sie habe Schmerzen verspürt. Sie habe schon lange keinen Ge-

schlechtsverkehr gehabt und vermutlich auch deshalb Schmerzen gehabt. Der 

Beschuldigte habe kein Kondom benützt und sie verhüte nicht.  

5.2.9. Er habe immer wieder versucht, sie zu küssen, aber sie habe immer ih-

ren Kopf weggedreht. Er habe jedoch ihre Brustwarzen geküsst. Sonst am Körper 

aber nirgendwo. Es sei nicht zum oralen Verkehr gekommen. Er habe sie auf-

gefordert, seinen Penis in ihre Scheide einzuführen. Dieser Aufforderung sei sie 

nachgekommen. Sie habe keine andere Wahl gehabt, da er schon auf ihr gelegen 

habe.  

Sie wisse nicht, ob er einen Samenerguss gehabt habe. Er habe gestöhnt und 

immer gesagt, er liebe sie und ob es ihr gefalle. Er habe noch mehr gesagt, aber 

man verstehe ihn so schlecht. Auf Frage, ob sie darauf geantwortet habe, erklärte 

die Privatklägerin 1, wieso ihr so etwas gefallen sollte. Als er aufgehört habe, ha-

be sie immer noch geweint. Er habe gesagt, dass er weiter mache, wenn sie da-

mit nicht aufhöre. Sie habe jedoch nicht mit Weinen aufhören können. Er habe sie 

noch gefragt, ob er weitermachen oder aufhören solle. Sie habe ihm gesagt, er 

solle endlich aufhören. Dann habe er noch gesagt, dass er den Vorfall weder ihrer 

Mutter noch dem Wohnungsinhaber erzählen werde.  

5.2.10. Er sei dann ins Bad gegangen, sei wieder retour gekommen und habe 

gewollt, dass sie mit ihm einschlafe. Sie habe erneut nein gesagt und sei dann 

duschen gegangen. Danach sei sie auf das Sofa schlafen gegangen.  

5.2.11. Sie habe der Polizei anrufen wollen, habe aber keinen Kredit mehr auf 

dem Handy gehabt. Sie wisse auch nicht, wieso sie nicht die Wohnung verlassen 

und im Treppenhaus um Hilfe gerufen habe. Sie habe Angst gehabt. Er habe sie 

an dem Abend unter Kontrolle haben wollen.  

5.2.12. Auf Frage, ob sie an diesem Abend Alkohol konsumiert habe, erklärte 

die Privatklägerin 1, sie hätten 5dl Bier geteilt, welches er mitgebracht habe. Sie 

wisse nicht, was er danach noch getrunken habe. Aber er sei bereits betrunken 

gewesen, als er in die Wohnung gekommen sei. Sie wisse nicht, ob er Drogen 

konsumiert habe.  

- 32 - 

5.2.13. Sie habe zuerst in der Küche schlafen wollen, da diese abschliessbar 

gewesen sei. Sie habe es sich dann anders überlegt und sei aufs Sofa gegangen. 

Sie habe gehofft, dass er die Tat nicht noch einmal wiederhole.  

5.2.14. Ihre Mutter habe geklingelt und A._____ habe die Tür geöffnet. Ihre 

Mutter habe ihr gesagt, dass sie aufstehen solle, um aufs Sozialamt zu gehen. 

Dann habe sie ihrer Mutter gesagt, dass A._____ sie vergewaltigt habe. Ihre Mut-

ter habe ihn angeschrien und ihm gesagt, dass sie ihn umbringen werde. Dann 

sei ihre Mutter in die Küche gegangen und habe ein Messer geholt, welches sie 

dann in der Hand gehalten habe. Zu dieser Zeit sei sie (die Privatklägerin 1) im 

Bad am Umziehen gewesen. Als sie sich wieder ins Wohnzimmer begeben habe, 

habe sie gesehen, wie ihre Mutter den Beschuldigten mit dem Messer bedroht 

habe. Sie (die Privatklägerin 1) habe ihn angeschrien, dass er nicht lügen solle. Er 

habe einen Stuhl in der Hand gehabt und diesen gegen ihre Mutter gedrückt. Ihre 

Mutter habe dann den Stiefvater der Privatklägerin 1 angerufen und ihm die Ge-

schichte erzählt. Danach habe ihre Mutter die Polizei angerufen. A._____ sei 

dann abgehauen und habe die Wohnung verlassen. Wohin ihre Mutter das Mes-

ser gelegt habe, wisse sie nicht. Eventuell habe sie es wieder zurück in die Küche 

gelegt.  

5.2.15. Ja, sie würde den Täter sofort wieder erkennen. Ihre Mutter kenne ihn 

ja auch. Er habe ein kariertes Hemd, Bluejeans und Converse Schuhe in der Far-

be babyblue getragen. Er habe angegeben, 29 Jahre alt zu sein und aus K._____ 

zu stammen. Sie gehe davon aus, dass er die Vorwürfe abstreiten und nicht zu-

geben werde, sie vergewaltigt zu haben. Er habe dies schon ihrer Mutter gegen-

über abgestritten. Aber sie sage 100% die Wahrheit. Warum sollte sie eine solche 

Geschichte erfinden.  

5.2.16. Ihre Mutter habe ihr den Namen des Beschuldigten im Nachhinein ge-

sagt.  

Sie habe nach der Vergewaltigung geduscht, weil sie sich dreckig gefühlt habe.  

Er habe sie mit Worten bedroht, welche ihr aber nicht mehr einfielen. Am Anfang 

habe er ihr gesagt, dass sie die Wohnung verlassen müsse, wenn sie nicht zu ihm 

ins Bett komme. Sie habe die Wohnung nicht verlassen, weil sie gedacht habe, 

- 33 - 

dass er so etwas gar nicht bestimmen dürfe. Es sei ja nicht seine Wohnung ge-

wesen. Sie habe ja nicht gedacht, dass er sie danach vergewaltige.  

5.2.17. Sie habe ihn nicht verletzt. Sie habe immer noch Unterleibsschmerzen 

(Urk. 3/1 S. 2 ff.).  

5.3. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme 

5.3.1. Bei der Staatsanwaltschaft gab die Privatklägerin am 19. November 

2013 auf Vorhalt einer Foto des Beschuldigten zu Protokoll (Urk. 3/2), diesen zu 

kennen, er heisse Herr A._____. Auf Frage erklärte sie, ihn A._____ genannt zu 

haben, aber in keiner Beziehung zu ihm zu stehen.   

Sie habe Streit mit ihrer Mutter und ihre Sachen gepackt gehabt. Sie habe sich in 

die Wohnung von Herrn F._____ begeben. Sie habe ihm vom Streit erzählt und 

dass sie nicht bei ihrer Mutter bleiben wolle. Auf ihre Frage sei er einverstanden 

gewesen, dass sie bei ihm wohnen könne, bis sie eine neue Wohnung habe.  

5.3.2. Am Abend sei Herr F._____ weggegangen und sie sei allein in der 

Wohnung gewesen. Sie habe sich in der Küche befunden und sei am Rauchen 

gewesen, als es an der Tür geklingelt habe. Sie habe sich gewundert, wer das 

sein könne, sei aufgestanden und habe sich zur Tür begeben. Herr A._____ habe 

vor der Tür gestanden. Sie habe ihn gefragt, was er hier mache, worauf er erklärt 

habe, dass er F._____ suche, denn dieser habe seine Wohnungsschlüssel. Er sei 

dann auch in die Wohnung hineingekommen und sie hätten sich beide in die Kü-

che begeben, wo sie weiter geraucht habe. Er habe sie gefragt, was sie denn da 

rauche. Als sie gesagt habe, dass es Menthol-Tabak sei, habe er erwidert, dass 

das "Scheisse" sei. Sei habe das bestritten. Er habe ihr die Zigarette aus der 

Hand genommen und habe sie im Aschenbecher ausgedrückt. Er habe ihr eine 

seiner Zigaretten gegeben, die sie dann auch geraucht habe. Derweil habe er ihr 

von seiner Familie erzählt, die sich hier in der Schweiz befinde, zu der er aber 

keinen Kontakt habe. Als sie die Zigarette fertig geraucht habe, habe sie ihm 

empfohlen, im "Avec" oder auf dem L._____ nach F._____ zu suchen. A._____ 

sei dann weggegangen. Nach ca. 30 bis 40 Minuten sei er allein wieder zurück-

gekommen und habe an der Tür geklingelt. Sie habe geöffnet und gefragt, ob er 

- 34 - 

seinen Schlüssel bekommen habe, was er verneint habe. Er habe zu ihr gesagt, 

dass F._____ jetzt in seiner (des Beschuldigten) Wohnung sei. Er habe eine Tüte 

mit gekauften Sachen bei sich gehabt: Salat, Wein und Weizenmehl. Sie seien ins 

Wohnzimmer gegangen, wo er ihr den Salat übergeben und sie aufgefordert ha-

be, diesen zu essen. Sie habe aber nicht gewollt, da sie schon gegessen gehabt 

habe. Er habe aber darauf bestanden, da er den Salat extra für sie gekauft habe. 

Es habe ein kleines Hin und Her gegeben, bis er ihr schliesslich gesagt habe, sie 

solle den Salat in den Kühlschrank legen. Sie habe das getan, sei zurück ins 

Wohnzimmer gekommen und habe ferngesehen. Dort habe A._____ ihr Wein an-

geboten. Sie habe dies abgelehnt, weil sie keinen Alkohol trinke. Er sei wütend 

geworden, weil sie nicht davon habe trinken wollen, habe die Flasche genommen 

und sie in die Küche getragen.  

5.3.3. Er sei dann ins Wohnzimmer zurückgekommen. Dort habe er wieder 

von seinen Problemen gesprochen: Von seiner Familie und dem Leben in der 

Schweiz. Er habe gesagt, dass ihr niemand helfe würde und es nicht einfach sein 

werde. Er habe noch gesagt, dass er auch einmal zwei Monate lang obdachlos 

gewesen sei und er ihr nachfühlen könne. Er sei auch allein gewesen wie sie. Er 

habe noch gesagt "C._____, mach Deine Augen auf". Sie hätten ca. 20 bis 25 Mi-

nuten zusammen geredet. Während dieser Zeit sei der Fernseher immer noch ge-

laufen. Sie habe dann wieder ferngesehen. A._____ habe sich aufs Bett gesetzt 

und seine Kleider und Schuhe ausgezogen. Er habe nur noch Boxershorts und 

ein Leibchen getragen. Daraufhin habe er sie aufgefordert, zu ihm aufs Bett zu 

kommen. Er habe gesagt: "Komm schlafen". Sie habe abgelehnt. Sie habe ihm 

gesagt, das sie sicher nicht zu ihm ins Bett komme, um zu schlafen. Sie habe ihm 

gesagt, dass sie auf dem Bettsofa schlafen könne. Er habe widersprochen und 

gesagt, dass sie sonst die Wohnung verlassen müsse. Er habe ja gesehen, dass 

sie ihre Sachen in der Wohnung habe. Sie habe gesagt, wie er dazu käme, dass 

er ihr das nicht befehlen könne, da er in der Wohnung nur zu Besuch sei, wie sie 

auch. A._____ sei zu diesem Zeitpunkt betrunken gewesen. Das sei er schon ge-

wesen, als er gekommen sei, aber sein Zustand sei schlimmer geworden. Als sie 

dann weiter ferngesehen habe, habe er ausgerufen, dass es jetzt reiche und sie 

aufhören müsse, da er schlafen wolle. Sie habe erwidert, dass sie fernsehen kön-

- 35 - 

ne, wann sie wolle und er trotzdem schlafen könne. Er habe gesagt, dass es ihm 

nicht möglich sei, bei laufendem Fernseher zu schlafen. Er sei aufgestanden und 

habe das Kabel des Fernsehers ausgezogen, was sie wütend gemacht habe. Er 

sei dann zu ihr gekommen, während dem sie auf dem Sofa gesessen habe, und 

habe sie an den Unterarmen festgehalten. Mit den Worten "komm aufs Bett", ha-

be er sie hoch gezogen. Sie habe gesagt, "nein, nein, ich will nicht"; er habe sie 

dann mit Gewalt aufs Bett gezerrt. Er habe dann da gelegen und sie neben ihm. 

Er habe sie dann angefasst. Er habe gefunden, dass es nicht so schlimm sei, 

wenn er sie berühre, worauf sie ihm gesagt habe, es sei sehr wohl schlimm und 

sie wolle das nicht. Dann habe er ihr gesagt, sie solle das Jäckchen ausziehen. 

Sie habe dies nicht gewollt und es ihm auch gesagt. Damals habe sie ein Tuch 

als Wickelrock getragen. Dann habe er sich auf sie gelegt. Er sei mega schwer 

gewesen. Sie habe fast keine Luft mehr bekommen. Er habe den Knoten des Wi-

ckelrocks aufgemacht bzw. dies versucht. Sie habe wieder gesagt, dass sie dies 

nicht wolle und habe den Rock festgehalten. Sie habe den Rock fest an sich her-

angezogen, aber es sei ihm gelungen, diesen wegzuzerren und dann sei sie nur 

noch mit den Unterhosen bekleidet gewesen. Das Jäckchen habe sie zu dem 

Zeitpunkt schon nicht mehr getragen. A._____ habe dann versucht, ihr auch die 

Unterhosen auszuziehen. Sie habe sie fest an sich gedrückt und gesagt, er solle 

ihr dies nicht antun. Sie habe ihn gefragt, was sie getan habe, dass er ihr das an-

tun wolle oder was ihre Familie ihm angetan habe. Er habe nicht geantwortet, 

sondern ihre Unterhose zerrissen und weggeworfen. Dann sei er in sie… Sie ha-

be zu weinen begonnen und habe laut "Hilfe, Hilfe" gerufen, in der Hoffnung, dass 

jemand sie höre, denn die Balkontür habe offen gestanden. Es habe aber nie-

mand gehört. Er habe dann mehrfach gesagt, sie solle damit aufhören. Er selbst 

habe nicht aufgehört, sondern einfach weiter gemacht. Als sie immer noch ge-

weint habe, habe er gesagt, sie solle damit aufhören. Das sei während dem Sex 

gewesen. Er habe dann eine Pause gemacht und gesagt, dass es nun genug sei, 

dass es ok sei. Sie habe "ja" gesagt, worauf er gesagt habe, es sei doch noch 

nicht fertig, es sei noch nicht genug. Dann sei er wieder in sie eingedrungen. Das 

habe sicher eine halbe Stunde gedauert.  

- 36 - 

5.3.4. Nachdem er aufgehört hätte, habe sie auf dem Bett gelegen und er sei 

eingeschlafen. Sie habe sich so schmutzig gefühlt. Sie habe nicht gewusst, was 

sie hätte tun sollen. Als er geschlafen habe, sei sie ins Bad gegangen und habe 

eine Dusche genommen. Sie habe geduscht, bis sie das Gefühl gehabt habe, sie 

sei wieder einigermassen sauber. Dann sei sie ins Wohnzimmer zurückgegangen. 

Auf dem Fensterbrett über der Heizung habe eine Bierdose gestanden. Sie habe 

diese genommen. Sie habe sich schlecht gefühlt. Sie habe nicht gewusst, ob sie 

hätte bleiben oder gehen sollen, immerhin seien ihre Sachen noch in der Woh-

nung gewesen. Sie habe sich gefragt, ob er wiederhole, was er gemacht habe. 

Sie habe voll Angst gehabt. Um sich ein wenig zu beruhigen, habe sie einen 

Schluck Bier getrunken. Sie habe gedacht, dass sie in der Küche bleiben könnte, 

da es dort einen Schlüssel an der Tür gehabt habe. Dann habe sie sich doch da-

zu entschieden, zurück ins Wohnzimmer zu gehen und habe auf dem Sofa ge-

schlafen.  

5.3.5. Früh am Morgen habe es an der Tür geklingelt. A._____ habe nach-

geschaut. Es sei ihre Mutter gewesen. Sie (die Privatklägerin 1) sei noch am 

Schlafen gewesen. Ihre Mutter habe sie aufgefordert, aufzustehen und mit ihr 

zum Stadthaus zu gehen. Sie habe auf englisch zu ihr gesagt, dass er sie verge-

waltigt habe. Ihre Mutter habe A._____ gleich zur Rede gestellt und ihm gesagt, 

er habe den grössten Fehler seines Lebens gemacht. Er habe den Vorwurf be-

stritten und gesagt, es stimme nicht und habe begonnen, sich anzukleiden. Dabei 

habe er wiederholt, dass das nicht stimme. Sie habe dann zu ihm gesagt, er solle 

ihre Mutter nicht anlügen, sondern die Wahrheit sagen. Ihre Mutter habe sich in 

die Küche begeben und ein Messer geholt. Mit den Worten "ich bringe dich um" 

sei ihre Mutter auf ihn losgegangen. Ihre Mutter habe mit ihm gestritten und ge-

sagt, sie rufe die Polizei. Daraufhin sei er aus der Wohnung geflüchtet. Ihre Mutter 

habe die Polizei gerufen, welche vor Ort gekommen sei.  

5.3.6. Sie könne nicht sagen, wieso sie sich entschlossen habe, sich nicht in 

der Küche einzuschliessen, sondern ins Wohnzimmer zurückzukehren. Er habe 

danach nicht mehr versucht, sich ihr zu nähern, er sei am Schlafen gewesen, bis 

ihre Mutter gekommen sei. F._____ sei ein guter Kollege von ihr.  

- 37 - 

5.3.7. Auf die Frage, weshalb der Beschuldigte ihren Namen gekannt habe, 

erklärte die Privatklägerin 1, dass er dies vermutlich von seinen Kollegen gewusst 

habe. Sie habe sich ihm nicht vorgestellt, aber er habe schon zu ihr gesagt, dass 

er sie von früher her kenne. Sie habe nicht den Eindruck gehabt, ihn zu kennen. 

Höchstens, dass sie ihm einmal begegnet wäre, aber sie könne sich nicht an so 

etwas erinnern.  

5.3.8. Sie wisse auch nicht, woher der Beschuldigte gewusst habe, dass sie 

allein sei. Sie habe mit ihm nicht über ihre Probleme gesprochen. Die Wohnung 

sei verschlossen gewesen, als er geklingelt habe. Sie wisse, dass der Beschuldig-

te an der I._____-Gasse, vermutlich Nr. …, in G._____ wohne. Er habe ihr diese 

selbst gesagt und ausserdem hätten seine Kollegen ihr vor dem Vorfall gesagt, 

dass er bei den Sozialwohnungen wohne.   

Der Beschuldigte habe in der Wohnung die ganze Zeit Bier getrunken.  

Das Jäckchen habe sie selber ausgezogen und zwar, bevor er ihr den Wickelrock 

weggezogen habe.  

5.3.9. Er habe fest zugepackt, als er sie an den Handgelenken gepackt habe. 

Danach habe er sie einen oder zwei Meter vom Sofa aufs Bett gezogen. Sie habe 

das schlimm gefunden und sich gefragt, was das soll. Sie habe versucht, sich 

diesem Griff zu entziehen. Sie habe versucht, seine Hände von ihren Unterarmen 

wegzustossen, aber dies sei ihr nicht gelungen.   

Als er sie auf das Bett gezogen habe, habe sie da gesessen. Sie habe ihm ja ge-

sagt, dass sie nicht zu ihm aufs Bett wolle. Er habe sie dann aber aufgefordert, 

sich hinzulegen. Als sie dies nicht getan habe, habe er sie rücklings aufs Bett ge-

stossen. Dann habe er sie im Schoss angefasst. Genauer könne sie diese Be-

rührung nicht beschreiben.   

Sie habe sich mit dem Beschuldigten auf Hochdeutsch unterhalten.   

Sie habe ihm ausdrücklich gesagt, dass er sie nicht anfassen solle.   

Sie hätten nicht über Verhütung gesprochen.   

Als der Beschuldigte sie rücklings aufs Bett gestossen habe, habe er sie nicht 

mehr festgehalten.   

 

- 38 - 

Als sie um Hilfe gerufen habe, habe der Beschuldigte den Finger über die Lippen 

gehalten und sie aufgefordert, nicht zu schreien.   

Als er in sie eingedrungen sei, habe sie auf dem Rücken gelegen. Sie denke, 

dass er dabei gekniet sei, sie wisse es aber nicht. Sie habe versucht, ihren Körper 

zurückzuziehen, dies sei ihr aber nicht gelungen. Ihr sei es schlecht gegangen, 

als er in sie eingedrungen sei.   

Etwa zweimal habe er die Stellung gewechselt, einmal, als er aus ihr heraus-

gegangen sei und einmal habe er ihre Beine auf seine Schultern gelegt.   

Sie habe versucht, ihn wegzustossen. Sie habe die ganze Zeit versucht, sich zu 

wehren, vielleicht fünf, acht, zehn Minuten. Sie habe dann damit aufgehört, weil 

sie gesehen habe, dass es nichts nütze.   

Sie habe während des Geschlechtsverkehrs geweint, weil es ihr weh getan habe. 

Es habe ihr schon weh getan, als er in sie eingedrungen sei. Sie habe Bauch-

krämpfe gehabt. Zudem habe sie wie Nadelstiche im Bauch gehabt. Dies habe sie 

die ganze Zeit und auch noch in den Folgetagen gehabt.   

Weiter sei er mit dem Mund zur Brust hin und habe sie gebissen.   

Sie sei durch den Übergriff nicht verletzt worden.   

Sie habe nach dem Übergriff an Flucht gedacht, wisse aber nicht, was sie daran 

gehindert habe. Sie habe sich nach dem Übergriff nicht gut gefühlt, sie habe sich 

schmutzig und benützt gefühlt.   

Der Schlüssel habe in der Wohnungstür gesteckt.   

Der von der Ärztin des IRM festgestellte rote Fleck am Oberarm rühre daher, dass 

der Beschuldigte sie dort festgehalten habe, als er sie vom Sofa aufs Bett gezo-

gen habe.   

Sie könne sich nicht daran erinnern, dass der Beschuldigte gesagt haben soll, er 

werde weder dem Wohnungsmieter noch ihrer Mutter etwas erzählen.   

Sie habe den Eindruck gehabt, er sei nicht hundertprozentig im Kopf. Für ihn sei 

das nämlich normal gewesen, was da abgelaufen sei und er habe offenbar auch 

gedacht, dass es für sie normal gewesen sei. Sie habe diesen Eindruck von sei-

nem Verhalten her.   

Es sei richtig, dass sie seinen Penis in ihre Scheide eingeführt habe. Er habe ihr 

das so befohlen.   

- 39 - 

Es treffe zu, dass er während des Übergriffs gesagt habe, er liebe sie und ob es 

ihr gefalle. Sie habe darauf nicht geantwortet.  

Sie sei überrascht gewesen, als A._____ nach 30 bis 40 Minuten wieder zurück-

gekommen sei. Es sei keine Rede davon gewesen, dass sie nach seiner Rück-

kehr Sex hätten. Sie habe gar nicht gewusst, dass er in die Wohnung komme, um 

hier zu übernachten.   

Sie sei in jener Nacht zu keinem Zeitpunkt mit einem intimen Kontakt mit dem Be-

schuldigten einverstanden gewesen. Er habe verstanden, dass sie dies nicht ge-

wollt habe, aber nicht akzeptiert.   

Sie habe den Beschuldigten zuvor einmal in einer Wohnung im Haus von F._____ 

gesehen, in welchem Afrikaner zu Hause sind. Es habe eine Art Party stattgefun-

den. Ihre Mutter sei damals auch in der Wohnung gewesen.   

Auf Frage gab die Privatklägerin 1 zu Protokoll, der Beschuldigte habe sie an bei-

den Oberarmen aufs Bett gezerrt, er habe sie an beiden Oberarmen gleichzeitig 

gepackt.  

Auf Vorhalt, dass der Beschuldigte ja gemäss ihren Aussagen mit dem Mund zu 

ihrer Brust gegangen sei, und auf die Frage, wann das gewesen sei, erklärte die 

Privatklägerin 1, das sei während des Geschlechtsverkehrs gewesen (Urk. 3/2 

S. 14).  

5.3.10. Sie habe das Jäckchen selbst ausgezogen, weil er sie dazu aufgefor-

dert habe. Sie wisse nicht mehr, ob sie einen Büstenhalter getragen habe.  

Die Unterhosen seien braun gewesen, wie Badehosen. Auf der Seite seien sie 

nicht hoch gewesen, aber kein Tanga. Sie seien aus dem selben Material wie 

Leggins gewesen. Es habe keine Spitzen dran gehabt.   

Der Beschuldigte habe während des Geschlechtsverkehrs keine Kleider getragen. 

Bevor er in sie eingedrungen sei, habe er die restlichen Kleider selbst aus-

gezogen. Er habe dabei im Wohnzimmer gestanden und sie sei auf dem Bett ge-

wesen.  

Sie glaube schon, dass der Beschuldigte zum Samenerguss gekommen sei, da 

sie nachher so Schleim innerhalb und ausserhalb des Körpers gehabt habe.   

Nach dem Duschen habe sie eine Bluse und Leggins getragen.   

 

- 40 - 

Ihre Mutter und F._____ seien schon lange befreundet. Sie hätten auch schon 

gegenseitig beieinander übernachtet.   

Sie wisse nicht, ob Ihre Mutter und A._____ eine Liebesbeziehung geführt hätten. 

  

Es stimme, dass sie unter dem Jäckchen noch eine Bluse getragen habe.   

Als A._____ aufgestanden sei, um sich der restlichen Kleider zu entledigen, habe 

sie erwogen, vom Bett wegzugehen. Sie wisse nicht, wieso sie das nicht gemacht 

habe (Urk. 3/2 S. 3 ff.).  

5.4. Hauptverhandlung 

5.4.1. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 28. Oktober 2014 (Prot. I) er-

klärte die Privatklägerin 1, es sei richtig, dass sie vor dem Vorfall drei Monate bei 

ihrer Mutter gelebt habe, da sie keine eigene Wohnung gehabt habe. Zuvor habe 

sie bei einem Kollegen gewohnt. Mit diesem sei es aber nicht mehr gegangen, 

weshalb sie zur Mutter gezogen sei.  

5.4.2. Am fraglichen Abend habe sie ihre Sachen gepackt und sei von sich 

aus zu F._____ gegangen. Diesen kenne sie einfach so als Kollegen. Sie wisse 

nicht, welchen Kontakt ihre Mutter zu F._____ habe. Sie wisse nicht, ob ihre Mut-

ter schon bei F._____ übernachtet habe und umgekehrt. Sie sei vor dem besag-

ten Abend auch schon bei F._____ gewesen und habe auch schon dort über-

nachtet. Es sei schon lange her, sie wisse nicht mehr, ob sie einmal oder mehrere 

Male bei ihm übernachtet habe. Dies sei kein Problem gewesen. Sie habe auf 

dem Bettsofa übernachtet. Es sei richtig, dass F._____ ihr angeboten habe, in 

dessen Wohnung bleiben zu können, bis sie etwas gefunden habe.   

Das Mobiltelefon, das sie an diesem Abend dabei gehabt habe, habe funktioniert. 

Es habe in der Wohnung von F._____ keinen Festnetzanschluss gegeben.   

Sie spreche kein ... [afrikanische Sprache].   

Es sei richtig, dass sie den Beschuldigten bereits vorher einmal gesehen habe, 

und zwar bei ihrer Kollegin M._____ im selben Haus. Damals habe sie aber nicht 

mit dem Beschuldigten geredet.   

Der Beschuldigte habe keinen Schlüssel bei sich gehabt.   

Der Beschuldigte habe ihr nicht gesagt, dass er Essen und Trinken kaufen gehen 

- 41 - 

werde. Sie habe ihm gesagt, dass er F._____ suchen gehen könne. Der Beschul-

digte habe ihr nicht gesagt, dass er wieder komme. Er habe nicht gesagt, wieso er 

mit ihr habe essen und trinken wollen.   

Es treffe zu, dass der Beschuldigte sich bis auf Boxershorts und Leibchen aus-

gezogen habe, wobei er die Privatklägerin 1 aufgefordert habe, zu ihm ins oder 

aufs Bett zu kommen und sie sich geweigert und gesagt habe, sie bleibe auf dem 

Sofa.  

Der Beschuldigte habe gesagt, dass F._____ in seiner (des Beschuldigten) Woh-

nung sei, weshalb er nicht dort sein könne und deshalb bei F._____ übernachte.  

Der Beschuldigte habe nichts von der Mutter der Privatklägerin 1 erwähnt.  

Sie wisse nicht, wieso sie trotz des Streites wegen des Fernsehers und trotz des 

betrunkenen Zustands des Beschuldigten dort geblieben sei. Sie habe keine 

Angst gehabt.   

Es sei richtig, dass sie ihr Telefon nicht benutzt habe an diesem Abend, auch 

nach der Vergewaltigung nicht. Sie wisse nicht, wieso sie dies nicht getan habe.  

Es sei richtig, dass sie um Hilfe gerufen habe. Sie habe laut gerufen. Der Be-

schuldigte habe gesagt, sie solle die Schnauze halten und nicht schreien. Sie sol-

le einfach ihre Schnauze halten.   

Er habe gesagt, sie solle vom Sofa zum Bett kommen. Sie habe aber gesagt, 

dass sie dies nicht wolle. Er habe sie dann am Arm gepackt und sie in Richtung 

des Bettes gezogen. Wahrscheinlich habe er dafür beide Hände benutzt.   

Er habe ihre Kleider weggerissen. Es habe einen Kampf gegeben, als er in sie 

eingedrungen sei.   

Sie habe seinen Penis eingeführt, weil sie Angst gehabt habe, da er sie bedroht 

habe.  

Er habe nicht ihre Beine auseinandergepresst. Sie habe Angst gehabt. Er habe 

sie bedroht. Sie wisse den Inhalt der Drohungen nicht mehr.   

Sie haben einen Schlüssel zur Wohnung von F._____ gehabt und dieser habe 

dann in der Tür gesteckt.   

Auf die Frage, wieso sie nach der Vergewaltigung im Zimmer geblieben sei und 

dort geschlafen habe, obschon der Beschuldigte auch dort geblieben sei, erklärte 

die Privatklägerin 1, sie habe keinen anderen Ort gehabt und hätte auch nicht 

- 42 - 

gewusst, wohin sie hätte gehen können. Sie habe Streit mit ihrer Mutter gehabt.  

Es habe Verständigungsprobleme zwischen ihr und dem Beschuldigten gegeben. 

Sie wisse nicht, wieso sie den Eindruck gehabt habe, dass es für den Beschuldig-

ten normal gewesen sei, sie zu vergewaltigen.   

Sie wisse nichts von einem Verhältnis zwischen ihrer Mutter und dem Beschuldig-

ten.  

Sie habe erst einmal eine sexuelle Beziehung zu einem Mann gehabt. Be-

ziehungen rein sexueller Natur habe sie nie gehabt (Prot. I S. 29 ff.).  

5.5. Würdigung der Aussagen der Privatklägerin 1 

5.5.1. Die Aussagen der Privatklägerin 1 sind bezüglich des Kerngeschehens 

zu einem grossen Teil nachvollziehbar und glaubhaft. Insbesondere hat sie stets 

gleichbleibend ausgesagt, der Beschuldigte habe den Geschlechtsverkehr gegen 

ihren klar geäusserten Willen vollzogen. Es gibt dennoch verschiedene Auffällig-

keiten in ihren Aussagen, worauf in der Folge einzugehen ist.  

5.5.2. Hinsichtlich des Zeitpunkts, wann F._____ seine Wohnung am 

6. Oktober 2013 verlassen haben soll, erklärte die Privatklägerin einmal, dies sei 

am Morgen gewesen (Urk. 3/1 S. 2; wobei fraglich ist, wie sie dies wissen konnte, 

hat sie doch gemäss eigenen Aussagen bis 16 Uhr geschlafen), um dann bei der 

Staatsanwaltschaft auszusagen, F._____ sei am Abend weggegangen (Urk. 3/2 

S. 5). Dieser Widerspruch ist jedoch für das Kerngeschehen nur am Rande rele-

vant.  

5.5.3. Wesentlicher ist dagegen die Diskrepanz in der Umschreibung ihrer 

Beziehung zum Täter: Zu Beginn der Einvernahme sprach die Privatklägerin 1 

noch vom "unbekannten Mann", wenn sie vom Beschuldigten sprach (Urk. 3/1 

S. 2 Antwort auf Frage 1, S. 3, Antwort auf Frage 17). Offenbar wurde auch die 

Strafuntersuchung gegen Unbekannt eröffnet (Urk. 3/1 S. 1 Frage 4). Nur zwei 

Fragen nach der letzten Bezeichnung des Beschuldigten als unbekannt gab die 

Privatklägerin 1 dann jedoch zu Protokoll, sie habe den Beschuldigten einmal vor 

ein bis zwei Wochen bei ihrer Kollegin M._____ gesehen, welche im selben Haus 

wie F._____ gewohnt habe (Urk. 3/1 S. 3, Antwort auf Frage 19), welche Aussage 

- 43 - 

sie anlässlich der Hauptverhandlung bestätigte (Prot. I S. 33). Später in derselben 

Einvernahme nannte sie den Beschuldigten dann explizit A._____ (Urk. 3/1 S. 7, 

Antwort auf Frage 55). Auf Frage erklärte die Privatklägerin 1, ihre Mutter habe ihr 

den Namen des Beschuldigten im Nachhinein gesagt (Urk. 3/1 S. 7, Antwort auf 

Frage 59). Es fällt auf, dass die Privatklägerin 1 den Beschuldigten zu Beginn der 

Einvernahme als unbekannt bezeichnet hat, obschon sei ihn nur gerade ein bis 

zwei Wochen davor einmal in einer Wohnung gesehen hat und sie ihn folglich 

mindestens vom Sehen her kannte. Ausserdem kannte die Privatklägerin 1 den 

Namen des Beschuldigten bereits im Zeitpunkt der fraglichen Einvernahme. Umso 

mehr stellt sich die Frage, wieso sie den Beschuldigten zu Beginn noch als unbe-

kannten Mann bezeichnet hat.   

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. November 2013, also nur 

gut einen Monat nach der polizeilichen Einvernahme, erklärte die Privatklägerin 1 

auf Vorhalt eines Fotos des Beschuldigten, diesen zu kennen und dass es sich 

hierbei um Herrn A._____ handle, sie jedoch in gar keiner Beziehung zu ihm ste-

he (Urk. 3/2 S. 3). Später in derselben Einvernahme sagte sie dann genau das 

Gegenteil aus, nämlich, dass sie den Beschuldigten nicht kenne, ihm höchstens 

einmal begegnet sei, sich aber nicht an eine Begegnung erinnern könne (Urk. 3/2 

S. 8). Gegen Ende der Einvernahme konnte sie sich dann aber erstaunlicher-

weise doch wieder an eine Begegnung mit ihm erinnern und gab in Erweiterung 

ihrer Aussagen bei der Polizei zu Protokoll, den Beschuldigten einmal in einer 

Wohnung im Haus von F._____ gesehen zu haben, in welcher Afrikaner zu Hau-

se seien. Ihre Mutter sei auch dort gewesen, es habe sich um eine Art Party ge-

handelt (Urk. 3/2 S. 13).   

Weiter konnte die Privatklägerin 1 auf Frage die genaue Adresse des Beschuldig-

ten nennen, welche sie von ihm selber erfahren habe. Ausserdem hätten ihre Kol-

legen ihr bereits vor dem Vorfall gesagt, der Beschuldigte wohne bei den Sozial-

wohnungen (Urk. 3/2 S. 9). Es ist bemerkenswert, dass die (ungefähre) Adresse 

des Beschuldigten zwischen der Privatklägerin 1 und deren Kollegen bereits vor 

dem Vorfall überhaupt ein Thema war, will die Privatklägerin 1 den Beschuldigten 

doch allerhöchstens von einer einmaligen Begegnung gekannt haben. Hatte der 

Beschuldigte gegen den Willen der Privatklägerin 1 mit dieser Geschlechtsverkehr 

- 44 - 

und kam es deswegen zu einer polizeilichen Befragung, bei der es auch darum 

ging herauszufinden, wer der Täter ist, ist nicht nachvollziehbar, dass die Pri-

vatklägerin 1 gegenüber der Polizei nicht wenigstens offen legte, zumindest eine 

Ahnung der ungefähren Wohnadresse des Täters zu haben.   

Die Aussagen der Privatklägerin 1 zu ihrer Beziehung zum Beschuldigten va-

riieren. Sie scheint teilweise bemüht zu sein, darzulegen, dass sie den Be-

schuldigten vor dem Vorfall gar nicht gekannt hat, indem sie ihn beispielsweise zu 

Beginn der polizeilichen Einvernahme als unbekannten Mann bezeichnete, ihn 

danach aber sowohl namentlich nannte wie auch einräumte, ihn bereits einmal 

gesehen zu haben und in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme sogar angab, 

seine (ungefähre) Adresse bereits vor dem Vorfall gekannt zu haben. Ein solches 

Aussageverhalten lässt jedenfalls aufhorchen. 

5.5.4. Zu Beginn der polizeilichen Einvernahme erklärte die Privatklägerin 1 

noch, sie habe dem Beschuldigten gesagt, dass sie keinen Alkohol trinke und 

dass der Beschuldigte sie zum Wein trinken habe drängen wollen, wobei sie sich 

immer wieder dagegen gestellt habe (Urk. 3/1 S. 2 f., Antworten auf Frage 14 u. 

15). Erstaunlicherweise gab sie aber in derselben Einvernahme zu Protokoll, mit 

dem Beschuldigten 5dl Bier geteilt zu haben (Urk. 3/1 S. 6, Antwort auf Frage 52). 

Bei der Staatsanwaltschaft erklärte sie dann wiederum, dass sie den vom Be-

schuldigten angebotenen Wein abgelehnt habe, da sie keinen Alkohol trinke (Urk. 

3/2 S. 5 unten), trank dann jedoch gemäss eigenen Angaben nach dem Vorfall ei-

nen Schluck Bier (Urk. 3/2 S. 7). Die Privatklägerin 1 widerspricht sich in Bezug 

auf ihre angebliche Alkoholabstinenz gleich zweimal.  

5.5.5. Bei der Polizei gab die Privatklägerin 1 weiter zu Protokoll, sie habe 

laut um Hilfe geschrien und gehofft, das sie wegen der offenen Balkontür jemand 

hören würde, worauf der Beschuldigte diese dann geschlossen habe (Urk. 3/1 

S. 5, Antwort auf Frage 32). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, welche 

knapp eineinhalb Monate später stattfand, sagte die Privatklägerin 1aus, sie habe 

zu weinen begonnen, nachdem er in sie eingedrungen sei und habe "Hilfe, Hilfe" 

gesagt, in der Hoffnung, dass sie jemand höre, denn die Balkontüre habe ein we-

nig offen gestanden. Es habe sie aber niemand gehört. Sie habe laut gerufen. Der 

- 45 - 

Beschuldigte habe mehrfach gesagt, sie solle damit aufhören. Er selbst habe 

beim Geschlechtsverkehr nicht aufgehört, sondern einfach weitergemacht und ihr 

gesagt, sie solle mit dem Weinen aufhören (Urk. 3/2 S. 7), bzw. habe die Finger 

über die Lippen gehalten und sie aufgefordert, nicht zu schreien (Urk. 3/2 S. 10). 

In der Hauptverhandlung sagte die Privatklägerin 1 in sinngemässer Überein-

stimmung mit den Aussagen bei der Staatsanwaltschaft aus, der Beschuldigte 

habe auf ihre lauten Rufe gesagt, sie solle die Schnauze halten und nicht schrei-

en. Auf Frage, ob er noch etwas Konkretes gemacht habe, erklärte die Privatklä-

gerin 1, er habe sie einfach gezogen (Prot. I S. 35 f.). Es fällt auf, dass die Privat-

klägerin 1 bei der Polizei klar aussagte, der Beschuldigte habe wegen ihrer Hilfe-

rufe die Balkontür geschlossen, wogegen sie dann bei der Staatsanwaltschaft er-

klärte, der Beschuldigte habe einfach weitergemacht bzw. anlässlich der Haupt-

verhandlung sogar auf Frage nach der Reaktion des Beschuldigten auf ihre Hilfe-

rufe nichts vom Schliessen der Balkontür erwähnte.   

Wenn ihre ersten Aussagen zutreffen würden, wonach der Beschuldigte die Bal-

kontüre wegen ihrer Hilferufe geschlossen hat, stellt sich die Frage, wieso die Pri-

vatklägerin 1 diese Gelegenheit nicht für einen Fluchtversuch genutzt hat und 

stattdessen einfach auf dem Bett blieb, bis der Beschuldigte zurückkam. Offenbar 

hat sie auch eine weitere Gelegenheit zur Flucht aus dem Bett nicht genutzt, näm-

lich als der Beschuldigte aufstand, um sich seiner restlichen Kleider – den Boxer-

shorts und einem Leibchen – zu entledigen (Urk. 3/2 S.15 oben). Dies, obschon 

der Privatklägerin 1 spätestens in diesem Zeitpunkt hätte klar werden müssen und 

auch klar war, worauf der Beschuldigte abzielte. Auf diese Fluchtmöglichkeit an-

gesprochen erklärte die Privatklägerin 1, sie habe dies erwogen, wisse aber nicht, 

wieso sie nicht weggegangen sei (Urk. 3/2 S. 16).  

5.5.6. Weiter sagte die Privatklägerin 1 bei der Polizei aus, der Aufforderung 

des Beschuldigten nachgekommen zu sein und seinen Penis in ihre Scheide ein-

geführt zu haben. Sie äusserte sich dahingehend, dass sie keine andere Wahl 

gehabt habe, da er schon auf ihr gelegen habe (Urk. 3/1 S. 6, Antwort 44). Bei der 

Staatsanwaltschaft bestätigte sie, den Penis des Beschuldigten in ihre Scheide 

eingeführt zu haben und hielt fest, dass sie das getan habe, weil er ihr es befoh-

len habe (Urk. 3/2 S. 12 unten). In der Hauptverhandlung erklärte sie dann erst-

- 46 - 

mals, dass sie seinen Penis eingeführt habe, weil sie Angst gehabt habe, da er 

sie bedroht habe, wobei sie nichts über den Inhalt dieser Drohung aussagen 

konnte (Prot. I S. 37). Es ist diesbezüglich eine deutliche Aggravierungstendenz 

feststellbar. Ausserdem stellt sich di