# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 484a1e1c-dd47-5d30-8649-98a68d6e0b63
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 30.08.2017 SK1 2016 47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2016-47_2017-08-30.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 30. August 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 16 47 [nicht mündlich eröffnet] 21. November 2017

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
RichterInnen Michael Dürst und Pritzi
Aktuar ad hoc Knupfer

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Manfred Däh-
ler, Poststrasse 12, 9000 St. Gallen, 

gegen

Urteil des Bezirksgerichts Moesa vom 11. Mai 2016, mitgeteilt am 9. November 
2016, in Sachen S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 
17, 7001 Chur,

betreffend grobe Verletzung von Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____ 1963 in O.1_____ geboren und ist in O.2_____ 
aufgewachsen. Nach der Primar- und Sekundarschule absolvierte er eine Lehre 
als A._____. Darauf liess sich X._____ zunächst zum OberA._____ weiterbilden, 
1990 legte er die Meisterprüfung ab. Seit 1994 arbeitet X._____ als 
A._____meister im Aussendienst der Firma B._____ in O.3_____. Laut eigenen 
Angaben legt er geschäftlich mit seinem Personenwagen zwischen 55'000 und 
60'000 Kilometer im Jahr zurück. X._____ ist zusammen mit seiner Ehefrau 
C._____ Eigentümer eines Einfamilienhauses, welches einen Verkehrswert von 
rund CHF 450'000.00 hat. Die Hypothekarschulden belaufen sich auf 
CHF 250'000.00. Gemäss Veranlagung für die Steuerperiode 2014 weist das 
Ehepaar ein jährliches Reineinkommen von rund CHF 93'300.00 auf. Das steuer-
bare Vermögen beläuft sich auf CHF 201'000.00. Seine finanziellen Verhältnisse 
bewegen sich eigener Aussage zufolge nach wie vor in derselben Grössenord-
nung. X._____ ist Vater zweier erwachsenen Kinder.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X._____ nicht verzeichnet. Gemäss 
dem Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) wurde er am 10. Oktober 
2012 wegen einer Geschwindigkeitsübertretung verwarnt.

B. Mit Strafbefehl vom 25. November 2014, mitgeteilt am 27. November 2014, 
wurde X._____ der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 35 
Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen. Dafür 
wurde er mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 230.00, bedingt auf-
geschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von 
CHF 1'300.00 bestraft. Der Strafbefehl weist folgenden Wortlaut auf:

"Il _____ 2014, verso le ore 15.25, l'imputato guidava il veicolo Ford C-Max 
2.0 TDCi, targato SO _____, sulla semiautostrada A13 in direzione nord. A 
sud della località di O.4_____, presso il ponte Cascella, l'imputato iniziava il 
sorpasso di due autoarticolati che lo precedevano. Dopo essere uscito sulla 
corsia di sinistra si accorgeva dell'autovettura condotta da D._____, targata 
SIG_____ (D), che giungeva correttamente di contromano, il quale, a 
causa del sorpasso dell'imputato, doveva frenare fortemente e sterzare il 
suo veicolo a destra. L'imputato terminava la manovra di sorpasso e 
rientrava nella corsia di destra con al massimo 15 metri di distanza dall'au-
tovettura condotta da D._____."

C. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._____ am 2. Dezember 2014 Einspra-
che. In der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: 
Staatsanwaltschaft) am 11. Dezember 2014 eine Strafuntersuchung wegen grober 
Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG. Am 25. März 

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2015 wurde X._____ von der Staatsanwaltschaft als beschuldigte Person einver-
nommen. Im Zusammenhang mit der Einvernahme des in Deutschland wohnhaf-
ten Zeugen D._____ wurde X._____ am 23. Juli 2015 von der Staatsanwaltschaft 
aufgefordert, bis Ende Monat Fragen zur Weiterleitung an die zuständige deutsche 
Behörde einzureichen. Am 4. August 2015 richtete die Staatsanwaltschaft ein in-
ternationales Rechtshilfeersuchen in Strafsachen an die zuständigen deutschen 
Behörden mit dem Vermerk, "den Beschuldigten und seinen Verteidiger vom Be-
fragungstermin in Kenntnis zu setzen und ihnen die Möglichkeit zu geben, daran 
teilzunehmen und Ergänzungsfragen zu stellen" (Hervorhebung im Original). Mit 
Schreiben vom 17. August 2015 erkundigte sich der Rechtsvertreter von X._____ 
nach der Adresse der zuständigen Behörde in Deutschland und dem von der 
Staatsanwaltschaft eingereichten Fragenkatalog. Zwei Tage später wurde 
X._____ von der Staatsanwaltschaft eine Kopie des internationalen Rechtshilfeer-
suchens zugestellt. Am 26. August 2015 fand die Zeugeneinvernahme von 
D._____ an dessen Wohnsitz in Deutschland statt. Mit Schreiben datiert vom 
4. September 2015 schickten die Behörden in Deutschland das Einvernahmepro-
tokoll zurück an die Staatsanwaltschaft. Am 25. September 2015 fand die Einver-
nahme der Kantonspolizisten E._____ und F._____ statt, welche das Überhol-
manöver beobachten konnten und dieses rapportierten. Der Antrag von X._____, 
den Zeugen D._____ unter Wahrung des Rechts auf Teilnahme und Konfrontation 
durch die Staatsanwaltschaft erneut einzuvernehmen, wurde am 26. November 
2015 abgelehnt.

D. Am 18. Dezember 2015 teilte die Staatsanwaltschaft X._____ mit, dass die 
Strafuntersuchung abgeschlossen sei. Gleichzeitig wurde die Überweisung des 
Strafbefehls ans Gericht in Aussicht gestellt.

E. Mit Verfügung vom 12. Januar 2016, mitgeteilt am 18. Januar 2016, wurde 
der Strafbefehl gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO an das 
Bezirksgericht (seit 1. Januar 2017 Regionalgericht) Moesa überwiesen. Zudem 
teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie am Strafbefehl festhalte und die Akten 
dem erstinstanzlichen Gericht zur Durchführung des Hauptverfahrens überweise.

F. Mit Schreiben vom 29. März 2016 wurden die Parteien zur Hauptverhand-
lung vorgeladen. Das Regionalgericht Moesa legte dem Schreiben überdies eine 
von Amtes wegen in Auftrag gegebene Fotodokumentation des fraglichen Stras-
senabschnitts bei. Darauf ersichtlich sind von der Kantonspolizei durchgeführte 
Vermessungen, wonach die Strasse zwischen den Randlinien 7.5 Meter breit ist 

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und sich dem oberen Strassenrand der Südspur ein geteerter Streifen von 0.9 Me-
ter Breite anschliesst, der eine Regenrinne aufweist. 

G. Am 11. Mai 2016 fand vor dem Regionalgericht Moesa die mündliche 
Hauptverhandlung statt, zu welcher X._____ persönlich in Begleitung seines Ver-
teidigers erschien. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Teilnahme. Die 
Schlussanträge von X._____ lauteten wie folgt (Hervorhebung im Original):

"Anträge beschuldigte Person

1. Der Beschuldigte sei von der Anklage der Verkehrsgefährdung von 
Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates."

H. Gegen das am 11. Mai 2016 gefällte, den Parteien am 13. Mai 2016 ohne 
schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Regionalgerichts Moesa meldete 
X._____ am 18. Mai 2016 Berufung an, woraufhin das Regionalgericht Moesa das 
begründete Urteil am 9. November 2016 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:

"1. X._____, 1963, O.2_____, è autore colpevole di infrazione grave alle 
norme sulla circolazione stradale giusta l'art. 35 cpv. 2 LCStr in unione 
all'art. 90 cpv. 2 LCStr. Di conseguenza è condannato ad una 
pecuniaria di 20 (venti) aliquote giornaliere di CHF 160.- 
(centosessanta) cadauna per complessivi CHF 3'200.- 
(tremiladuecento), pena sospesa condizionalmente per un periodo di 
prova di 2 (due) anni, e una multa di CHF 640.- (seicentoquaranta). La 
pena detentiva sostitutiva in caso di mancato pagamento per colpa 
della multa corrisponde a 4 (quattro) giorni.

2. Le spese e tasse processuali, consistenti in spese e tasse d'istruttoria 
della Procura pubblica dei Grigioni di CHF 2'103.- (duemilacentotre) e 
nella tassa di giudizio del Tribunale distrettuale Moesa di CHF 800.- 
(ottocento) per complessivi CHF 2'903.- (duemilanovecentotre), sono 
poste a carico del condannato e vanno versate, unitamente alla multa 
di CHF 640.- (seicentoquaranta) al Tribunale distrettuale Moesa entro 
30 giorni dalla crescita in giudicato della sentenza.

3. (Rechtsmittelbelehrung)

4. (Mitteilung)."

I. Mit Berufungserklärung vom 30. November 2016 stellte der Rechtsvertreter 
von X._____ (nachfolgend: Berufungskläger oder Beschuldigter) beim Kantonsge-
richt von Graubünden (nachfolgend: Kantonsgericht) folgende Rechtsbegehren 
(Hervorhebung im Original):

"1. Das Urteil des Kreisgerichts Moesa vom 11. Mai 2016 sei aufzuheben 
und der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen von Untersuchungs-, erstin-
stanzlichem Haupt- und Berufungsverfahren zu Lasten des Staates.

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Als Beweisanträge bringe ich ein:

3. Es sei ein Augenschein des fraglichen Strassenabschnittes auf dem 
der Überholvorgang stattgefunden hat, durchzuführen.

4. Es sei ein verkehrstechnisches Gutachten zum gesamten Überholvor-
gang einzuholen.

5. Es sei der Zeuge D._____ unter Befragungsrecht des Verteidigers ein-
zuvernehmen.

6. Es seien die Polizisten E._____ und F._____ unter Einräumung des 
Befragungsrechts durch den Verteidiger und den Beschuldigten ge-
richtlich einzuvernehmen."

Betreffend den Augenschein bemerkte der Rechtsvertreter des Berufungsklägers, 
dass die Vorinstanz aufgrund von Widersprüchen in den Akten nochmals eine 
Messung der Strassenbreite habe durchführen lassen, worüber der Berufungsklä-
ger aber weder informiert worden sei, noch die Möglichkeit zur Teilnahme an der 
Beweiserhebung erhalten habe.

J. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 14. Dezember 2016 
auf die Einreichung einer Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO. Die Be-
weisanträge des Berufungsklägers erachtete die Staatsanwaltschaft als nicht ent-
scheiderheblich, soweit sie diese nicht explizit ablehnte. In Bezug auf den verlang-
ten Augenschein bemerkte die Staatsanwaltschaft, dass die vom Berufungskläger 
eingereichte (verfahrensfremde) Unfallskizze innerhalb der Randlinien eine Stras-
senbreite von 7.8 Metern ausweise. Selbst wenn nicht von den polizeilich festge-
stellten 7.5 Metern ausgegangen werde, sei ein gleichzeitiges Kreuzen und Über-
holen nicht gefahrlos möglich. Mit Schreiben vom 10. Januar 2017 opponierte der 
Berufungskläger und machte geltend, dass die eingereichte Skizze zwischen den 
Führungslinien einen Abstand von rund neun Metern und eine tatsächliche Stras-
senbreite von über zehn Metern dokumentiere. Die Staatsanwaltschaft insistierte 
in ihrem Schreiben vom 17. Januar 2017 auf einer durch die Skizze ausgewiese-
nen Strassenbreite von 7.8 Metern, bzw. einer Gesamtstrassenbreite von 9.6 Me-
tern, was aber ohnehin nicht massgebend sein könne, zumal ausserhalb der 
Randlinie eine Regenrinne entlangführe. Am 13. Februar 2017 teilte die Verfah-
rensleitung mit, in Nachachtung des Teilnahmerechts bei Beweiserhebungen 
gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO eine erneute Beweiserhebung durchzuführen, so-
fern der Berufungskläger die vom Regionalgericht Moesa in Auftrag gegebene 
Fotodokumentation nicht ausdrücklich anerkenne. Der Berufungskläger gab am 
2. März 2017 bekannt, die "Verwertung der Fotodokumentation bezüglich der 
Messungen, welche von der Polizei vorgenommen wurden" anzuerkennen. Da im 
bisherigen Verfahren keine Feststellungen zu einer Regenrinne, bzw. dem damit 

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suggerierten Umstand eines nicht ohne Gefahr befahrbaren Strassenteils gemacht 
wurden, gehe der Berufungskläger indessen davon aus, dass die bauliche Be-
schaffenheit des Abschnitts zwischen dem effektiven, geteerten Strassenrand und 
der Randlinie sowohl einem Sattelmotorfahrzeug, als auch einem Personenwagen 
ein gefahrloses Befahren erlauben würde. Somit stehe kreuzenden Fahrzeugen 
eine effektive Strassenbreite von mindestens 9.1 Metern zur Verfügung. Sofern 
dieser Punkt von der Staatsanwaltschaft weiterhin bestritten werde, müsse ein 
Augenschein durchgeführt werden.

K. An der mündlichen Hauptverhandlung vom 30. August 2017 vor der 
I. Strafkammer des Kantonsgericht waren der Berufungskläger, sein privater Ver-
teidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Manfred Dähler, sowie Staatsanwalt lic. iur. G._____ 
anwesend. Der Vorsitzende eröffnete die Verhandlung um 09.05 Uhr. Einwände 
gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine 
erhoben, woraufhin der Vorsitzende das Gericht für legitimiert erklärte. Im Rahmen 
des Beweisverfahrens wurden die Anträge des Berufungsklägers um Durch-
führung eines Augenscheins, Einholung eines verkehrstechnischen Gutachtens 
sowie die erneute Einvernahme des Zeugen D._____ und der beiden Kantonspoli-
zisten F._____ und E._____ von der I. Strafkammer nach eingehender Beratung 
abgewiesen. Das Gericht behielt sich indessen ausdrücklich vor, im Rahmen der 
Urteilsberatung nochmals auf die Beweisanträge zurückzukommen. Anschlies-
send folgte die Einvernahme des Berufungsklägers als beschuldigte Person. In 
der Folge nahm der Verteidiger in seinem Plädoyer zur Berufung Stellung. Dabei 
hielt er an den Anträgen gemäss Berufungserklärung fest. Abschliessend plädierte 
die Staatsanwaltschaft auf Abweisung der Berufung, unter Kosten- und Entschä-
digungsfolgen zu Lasten des Beschuldigten. Nachdem der Berufungskläger sein 
Recht auf Vortragung des letzten Wortes wahrgenommen hatte, wurde die münd-
liche Berufungsverhandlung geschlossen. Der Beschuldigte und sein Verteidiger 
verzichteten ausdrücklich auf eine mündliche Urteilsverkündung, weshalb ihm das 
Urteilsdispositiv am Tag nach der Verhandlung zugesandt wurde.

L. Auf die Ergebnisse der persönlichen Befragung des Berufungsklägers 
durch den Vorsitzenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts, auf die weitere 
Begründung der Anträge anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung, sowie 
auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

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II. Erwägungen

1. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 
StPO). Die Berufung bezieht sich somit auf Entscheide, in denen über Straf- und 
Zivilfragen materiell befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in erster Linie 
auf Urteile, die auf Verurteilung oder Freispruch lauten und den Fall vor der ersten 
Instanz damit abschliessen (vgl. Luzius Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 
2014, N 2 zu Art. 398 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem 
erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich 
oder mündlich zu Protokoll anzumelden, worauf das erstinstanzliche Gericht die 
Anmeldung nach Ausfertigung des begründeten Urteils zusammen mit den Akten 
dem Kantonsgericht als Berufungsinstanz übermittelt (vgl. Art. 399 Abs. 2 StPO; 
Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
[EGzStPO; BR 350.100]). Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Beru-
fung angemeldet hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des 
begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben 
hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche 
Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Be-
weisanträge sie stellt (lit. c).

1.1. Gegen das am 11. Mai 2016 gefällte, den Parteien am 13. Mai 2016 ohne 
schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Regionalgerichts Moesa meldete der 
Berufungskläger am 18. Mai 2016 Berufung an (act. 8). Nach Mitteilung des be-
gründeten Urteils am 9. November 2016 reichte der Berufungskläger alsdann frist-
gerecht mit Poststempel vom 30. November 2016 seine Berufungserklärung ein 
(KG act. A.2). Der Berufungskläger ist als beschuldigte Person im Sinne von 
Art. 104 Abs. 1 lit. a StPO Partei und durch den vorinstanzlichen Schuldspruch 
offensichtlich beschwert, weswegen er zur Berufungserhebung legitimiert ist. Die 
übrigen Prozessvoraussetzungen geben vorliegend zu keinen weiteren Bemer-
kungen Anlass, weshalb auf die eingereichte Berufung einzutreten ist.

1.2. Als Berufungsinstanz kann das Kantonsgericht das erstinstanzliche Urteil in 
allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (vgl. Art. 398 Abs. 2 StPO). 
Die Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit welchem erstinstanzli-
che Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hinsicht mit freier Ko-
gnition überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 1 zu Art. 398 

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StPO; Markus Hug/Alexandra Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., 
Zürich 2014, N 14 zu Art. 398 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung 
ein, so fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (Art. 408 
StPO). Weist das erstinstanzliche Verfahren aber Mängel auf, die im Berufungs-
verfahren nicht geheilt werden können, so hebt das Berufungsgericht das ange-
fochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptver-
handlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht 
zurück (Art. 409 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall kann das Berufungsgericht – 
wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt – selber ein Urteil fällen, in-
folgedessen eine Rückweisung nicht erforderlich ist.

2. Die Vorinstanz ist der Sachverhaltsdarstellung in der Anklageschrift gefolgt 
und hat den Berufungskläger der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne 
von Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gespro-
chen. In ihrer Begründung weist sie zunächst darauf hin, dass bei der Einvernah-
me des Zeugen D._____ weder Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK noch Art. 146 StPO ver-
letzt worden sei. Dem Berufungskläger sei – wenn auch recht kurzfristig – eine 
Frist eingeräumt worden, der Staatsanwaltschaft schriftliche Fragen an den Zeu-
gen zu übermitteln. Solche seien indessen nie bei der Staatsanwaltschaft einge-
gangen. Darüber hinaus halte Art. 10 Abs. 1 des Europäischen Übereinkommens 
über die Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) fest, dass ein persönli-
ches Erscheinen eines Zeugen vor den Justizbehörden des ersuchenden Staates 
nur angebracht sei, wenn dies als "besonders notwendig" erachtet werde. Wes-
halb vorliegend solche Umstände gegeben sein sollen, werde vom Berufungsklä-
ger nicht erläutert. Darüber hinaus sei die in Art. 146 Abs. 2 StPO vorgesehene 
Gegenüberstellung fakultativ. Betreffend das Überholmanöver stelle die Vorin-
stanz auf die vom Bundesgericht entwickelte und in konstanter Rechtsprechung 
bestätigte Formel zur Berechnung eines sicheren Überholwegs ab. Die hierfür 
vom Gericht verwendeten Parameter gründeten alle auf Angaben des Berufungs-
klägers selber und seien daher unabhängig von den Aussagen des Zeugen 
D._____ und der beiden Kantonspolizisten E._____ und F._____ gewonnen wor-
den. Im konkreten Fall ergebe sich ein effektiver Überholweg von 268.67 Metern, 
der sich in etwa mit den Berechnungen des Berufungsklägers decken würde. Für 
einen sicheren Überholvorgang gelte es jedoch nicht auf den blossen Überholweg 
abzustellen. Vielmehr sei neben dem zeitlichen Abstand zum entgegenkommen-
den Fahrzeug von D._____ auch eine Sicherheitsmarge von zwei Sekunden ein-
zuberechnen. Dies verlängere den Weg, der ein Überholen ohne Gefährdung der 

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anderen Verkehrsteilnehmer ermögliche, auf 547.94 Meter. Eine solche Gefähr-
dung habe der Berufungskläger im vorliegenden Fall aber in Kauf genommen, in-
dem er das Überholmanöver nicht nur begonnen, sondern auch bei ersichtlichem 
Gegenverkehr abzuschliessen versuchte. Die Tatsache, dass der entgegenkom-
mende D._____ stark abbremsen und an den rechten Strassenrand ausweichen 
musste, beweise, dass der Berufungskläger nicht nur eine bloss abstrakte Gefahr 
geschaffen habe.

Während es unbestritten ist, dass der Berufungskläger zwei Sattelmotorfahrzeuge 
überholt hat, gilt es im Folgenden ausgehend von den Rügen des Berufungsklä-
gers zu prüfen, ob hinreichende und rechtsgenügliche Beweise respektive Indizien 
dafür vorliegen, dass ein Überholmanöver unter den gegebenen Umständen ge-
fahrlos möglich war. Dies ist gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG namentlich der Fall, 
wenn der für das Manöver nötige Raum übersichtlich und frei ist und der Gegen-
verkehr nicht behindert wird. 

3. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die 
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-
lich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. BGE 136 I 229 
E. 5.2; BGE 124 I 241 E. 2, je mit Hinweisen). Daraus folgt die Verpflichtung der 
Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie 
sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne 
Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 138 IV 81 E. 2.2 = Pra 2012 Nr. 105). 
Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschrän-
ken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die 
Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sa-
che an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigs-
tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat lei-
ten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2; BGE 
134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen). Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht 
gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des 
angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz verweisen.

4. Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Beim Vorliegen 
verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
eine Rangordnung (vgl. Niklaus Schmid, a.a.O., N 5 zu Art. 10 StPO). Vielmehr 
schliesst der strafprozessuale Grundsatz der Ermittlung der materiellen Wahrheit 
eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der Parteien aus. Insbesondere sind 

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Aussagen von Zeugen, Auskunftspersonen und Angeklagten vollgültige Beweis-
mittel mit derselben Beweiseignung. Auch wenn der Angeklagte am Verfahren 
direkt beteiligt ist, stellt seine Aussage gleichwohl ein Beweismittel dar und sind 
seine Aussagen richterlich auf ihre materielle Richtigkeit hin zu würdigen. Bei der 
Beweiswürdigung ist nicht die Form, sondern der Gesamteindruck, das heisst die 
Art und Weise der Bekundung sowie die Überzeugungskraft der Beweismittel im 
Einzelfall entscheidend (vgl. Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, 
Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 54, N 5), wobei nicht in 
erster Linie die Glaubwürdigkeit des Aussagenden, sondern vielmehr die Glaub-
haftigkeit seiner konkreten Aussage im Vordergrund steht. Als Kennzeichen wahr-
heitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtig-
keit in der Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und anschauliche 
Wiedergabe des Erlebten zu werten (vgl. im Detail Friedrich Arntzen/Else Michae-
lis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerk-
male, 3. Aufl., München 1993). Die Schilderung des Vorfalles in so charakteristi-
scher Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst 
erlebt hat, ist ein weiteres Kennzeichen für die Richtigkeit der Deposition. Die 
Konstanz in der Aussage bei verschiedenen Befragungen sowie die unvorteilhafte 
Darstellung der eigenen Rolle sprechen ebenfalls für die Korrektheit einer Aussa-
ge. Bei wahrheitswidrigen Depositionen fehlen diese Kennzeichen regelmässig. 
Als Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Bekundungen gelten Unstimmig-
keiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen, Zurücknahme, erhebli-
che Abschwächungen oder Übersteigerungen im Verlaufe mehrerer Einvernah-
men, unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten und gleichförmige, 
eingeübt wirkende Aussagen. Mehrere Indizien, die, einzeln betrachtet, immer nur 
mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen, 
können zusammen vollen Beweis und volle Überzeugung bringen und jeden ver-
nünftigen Zweifel ausschliessen. In diesem Fall sind sie nicht einzeln, sondern in 
ihrer Gesamtheit zu würdigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1P.87/2002 vom 
17. Juni 2002 E. 3.4).

4.1. Lehre und Rechtsprechung anerkennen, dass die Strafverfolgungsbehör-
den nicht alle möglichen Beweise zusammenzutragen haben. Vielmehr kann auf 
die Erhebung weiterer Beweise dann verzichtet werden, wenn die für die Beurtei-
lung der Sache erforderlichen Tatsachen bereits aufgrund der vorhandenen Be-
weismittel feststehen und nicht zu erwarten ist, dass neue Beweismittel das Er-
gebnis der freien Würdigung der vorhandenen Beweismittel zu erschüttern vermö-
gen (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3; Thomas Hofer, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 

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[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 
2014, N 67 ff. zu Art. 10 StPO). Das Gericht hat nur solchen Beweisanträgen zu 
folgen, die nach seiner Würdigung rechts- und entscheiderheblich sind (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.2).

4.2. Anzumerken bleibt schliesslich, dass der "Aussage der ersten Stunde" der 
Parteien und allfälliger Zeugen vor der Polizei besondere Aufmerksamkeit gebührt, 
erfolgt sie doch zeitnah zum Geschehen und ist sie weniger mit Erinnerungslücken 
und allfälligen Absprachen behaftet als eine Aussage, welche Wochen oder Mona-
te später erfolgt (vgl. dazu auch PKG 1991 Nr. 39 sowie im Bereich des Sozialver-
sicherungsrechts BGE 121 V 47 E. 2a, wonach die spontanen "Aussagen der ers-
ten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als die späteren 
Darstellungen).

5. In seiner Berufungserklärung vom 30. November 2016 stellte der Beru-
fungskläger vier Beweisanträge, an welchen er auch an der mündlichen Verhand-
lung im Wesentlichen festhielt. Zum einen sei ein Augenschein des fraglichen 
Strassenabschnitts durchzuführen. Dieser dränge sich auf, da die Vorinstanz nicht 
vorgängig über die Beweisanordnung informiert habe und der Berufungskläger 
deswegen sein Teilnahmerecht nicht habe wahrnehmen können. Die Sichtverhält-
nisse auf den Fotografien würden sich zudem nicht mit jenen des menschlichen 
Auges decken. Ausserdem müsse geklärt werden, weshalb die Kantonspolizei 
Graubünden in einem anderen Verfahren abweichende Angaben zur Breite des 
fraglichen Strassenabschnitts mache. Der Antrag auf Durchführung eines Augen-
scheins soll im Ergebnis die Behauptung des Berufungsklägers stützen, dass auf 
dem fraglichen Strassenabschnitt drei Fahrzeuge sicher kreuzen können und da-
mit nach Art. 35 SVG ein gleichzeitiges Überhol- und Kreuzungsmanöver möglich 
war (vgl. act. 6.5 [S. 14]; KG act. A.6 [S. 2]; KG act. D.19 [S. 12-13]; Stefan Ma-
eder, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar, Strassenverkehrs-
gesetzt, Basel 2014, N 36 zu Art. 35 SVG; Hans Giger, Kommentar SVG, 8. Aufl., 
Zürich 2014, N 16 zu Art. 35 SVG). Des Weiteren beantragte der Berufungskläger 
ein verkehrstechnisches Gutachten zum Überholvorgang einzuholen. Von diesem 
erhofft sich der Berufungskläger Klarheit zum Überholweg, da seine Berechnun-
gen von jenen der Vorinstanz abweichen. Zudem seien sowohl die Polizisten 
E._____ und F._____, als auch D._____ unter Einräumung des Befragungsrechts 
durch den Berufungskläger erneut einzuvernehmen. Die Einvernahme des Zeugen 
D._____ sei zur Wahrung des bislang nicht eingeräumten Befragungsrechts anzu-
ordnen. Darüber hinaus seien die beiden Polizisten nicht zum Sicherheitsabstand 

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von zwei Sekunden befragt worden, weshalb auch ihre Einvernahme wiederholt 
werden müsse. 

5.1. Nach Art. 193 Abs. 1 StPO besichtigt das Gericht Gegenstände, Örtlichkei-
ten und Vorgänge, die für die Beurteilung eines Sachverhalts bedeutsam sind, 
aber nicht unmittelbar als Beweisgegenstände vorliegen, in einem Augenschein an 
Ort und Stelle. Bedeutsam für die Beurteilung des Sachverhalts ist ein Augen-
schein, wenn sich damit ein für das Verfahren erheblicher Umstand aufklären 
lässt. Dies bedeutet, dass für die Frage der Durchführung eines Augenscheins 
immer eine antizipierte Beweiswürdigung vorgenommen werden muss. Auf einen 
Augenschein ist nach Art. 193 Abs. 1 StPO zu verzichten, wenn nach pflicht-
gemässem Ermessen davon auszugehen ist, dass seine Durchführung an der be-
reits bewiesenen Sachlage nichts zu ändern vermag. Dies ist insbesondere der 
Fall, wenn der wahrzunehmende Umstand mit Blick auf den fraglichen Tatbestand 
generell nicht von Bedeutung sein kann oder das Wahrzunehmende gerichtsnoto-
risch ist. Des Weiteren ist die Durchführung eines Augenscheins dann nicht be-
deutsam, wenn der fragliche Umstand bereits auf andere Weise als durch den Au-
genschein bewiesen ist (Andreas Donatsch, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., 
Zürich 2014, N 18 zu Art. 193 mit Hinweisen).

Vorliegend hat der Berufungskläger mit Schreiben vom 2. März 2017 die Verwer-
tung der vom Regionalgericht Moesa in Auftrag gegebenen Fotodokumentation 
anerkannt. Indessen brachte der Berufungskläger vor, dass im bisherigen Verfah-
ren keine Feststellungen zu einer Regenrinne, bzw. dem damit suggerierten Um-
stand eines nicht ohne Gefahr befahrbaren Strassenteils gemacht wurden. Er ge-
he davon aus, dass die bauliche Beschaffenheit des Abschnitts zwischen dem 
effektiven, geteerten Strassenrand und der Randlinie für die überholten Sattelmo-
torfahrzeuge, bzw. den entgegenkommenden Fahrzeuglenker D._____, ein ge-
fahrloses Befahren erlaube. Somit stehe den kreuzenden Fahrzeugen eine effekti-
ve Strassenbreite von mindestens 9.1 Metern zur Verfügung. Sofern dieser Punkt 
von der Staatsanwaltschaft weiterhin bestritten werde, müsse ein Augenschein 
durchgeführt werden (KG act. A.6 [S. 1]). Zunächst ist festzuhalten, dass die Re-
genrinne am rechten Strassenrand in Fahrtrichtung Süd sowohl auf der Fotodo-
kumentation (act. 5.1 [S. 2-3]), als auch auf den Unterlagen der Staatsanwalt-
schaft (StA act. 3.3 [S. 3]) gut erkennbar ist. Dass weder im Strafbefehl noch im 
bisherigen Beweisverfahren von einer Regenrinne die Rede war, hindert diese 
Feststellung nicht. Im Übrigen sind die potentiell negativen Auswirkungen des Ni-
veauunterschiedes auf das Fahrverhalten von Fahrzeugen sämtlicher Typen als 

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gerichtsnotorische Tatsache zu betrachten, weshalb bereits deswegen von einem 
Augenschein abgesehen werden kann. Zudem ist für die Frage des gefahrlosen 
Kreuzens nicht der bautechnische Begriff der effektiven Strassenbreite, sondern 
der Rechtsbegriff der Fahrbahn massgebend (vgl. Stefan Maeder, a.a.O., N 4 zu 
Art. 34 SVG, N 50 zu Art. 35 SVG; BGE 101 IV 77 E. 3). Auf dem fraglichen Stras-
senabschnitt wird die Fahrbahn durch weisse, durchgezogene Randlinien ange-
zeigt (vgl. Art. 76 Abs. 1 SSV). Dass die Regenrinne nicht zur klar gekennzeichne-
ten Fahrbahn gehört, ist ebenfalls aus den Akten deutlich erkennbar (act. 5.1 
[S. 2-3]; StA act. 3.3 [S. 3]). Somit ist die an die Fahrbahn angrenzende Fläche für 
die Frage des gefahrlosen Überholens bzw. Kreuzens auch aus diesem Grund 
nicht wesentlich und ein Augenschein verzichtbar. Irgendwelche entscheidrelevan-
te neue Tatsachen, die sich aus dem Augenschein ergeben könnten, sind nicht 
erkennbar. Nachdem der Berufungskläger die von der Kantonspolizei vorgenom-
mene Vermessungen und Fotoaufnahme anerkannt hat, kann auf eine erneute 
Abnahme durch das Gericht verzichtet werden. Es besteht damit keine Veranlas-
sung, darauf nochmals zurückzukommen. Der Tatbestand ist, was die vor Ort 
möglichen Abklärungen betrifft, abschliessend geklärt.

5.2. Gleiches hat für die Einholung eines Sachverständigengutachtens zur Beur-
teilung des Überholvorgangs und den räumlichen Verhältnissen zu gelten. Wie 
aufzuzeigen sein wird, lässt sich der Sachverhalt bezüglich den räumlichen Ver-
hältnissen aufgrund der Aussagen des Berufungsklägers und der Aktenlage hin-
reichend ermitteln. Wie noch zu zeigen sein wird, gilt dasselbe betreffend den 
Überholvorgang als solches. Von einem Sachverständigengutachten sind damit 
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb der entsprechende Beweisantrag 
abgelehnt wird.

5.3. Der Berufungskläger rügt, dass die Einvernahme des Zeugen D._____ in 
Deutschland unter Missachtung seines Teilnahme- und Konfrontationsrechts er-
folgte (KG act. A.2 [S. 2-3]; KG act. D.19 [S. 3-4]). Unbestritten ist, dass der Beru-
fungskläger am 23. Juli 2015 von der Staatsanwaltschaft aufgefordert wurde, bis 
Ende Juli Fragen zur Weiterleitung an die zuständige deutsche Behörde einzurei-
chen, dieser aber der Aufforderung nicht nachgekommen ist. Der Berufungskläger 
begründet dies mit der Ferienabwesenheit seines Verteidigers und der angebli-
chen mit der Staatsanwaltschaft getroffenen Abmachung, im Nachhinein gestützt 
auf den Fragekatalog der Staatsanwaltschaft Zusatzfragen an die deutschen 
Behörden übermitteln zu können (StA act. 1.25). Das am 4. August 2015 versand-
te internationale Rechtshilfeersuchen in Strafsachen enthielt den Vermerk, den 
Berufungskläger über den Befragungstermin in Kenntnis zu setzen und eine Teil-

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nahme zur Stellung von Ergänzungsfragen zu ermöglichen (StA act. 1.23 [S. 4]). 
Soweit ersichtlich sind die zuständigen Behörden in Deutschland dieser Aufforde-
rung nicht nachgekommen (vgl. StA act. 3.8; StA act. 1.30), während der Beru-
fungskläger es seinerseits unterlassen hat, an die ihm bekannten Behörden von 
sich aus schriftlich Ergänzungsfragen zu richten (vgl. StA act. 1.31 [S. 1]). Eine 
erneute Einvernahme des Zeugen D._____ unter Wahrung des Teilnahme- und 
Konfrontationsrechts wurde sowohl von der Staatsanwaltschaft, als auch der Vor-
instanz verweigert (StA act. 1.31 [S. 2]; KG act. E.1 [S. 3-4]). Folglich ist zu prüfen, 
ob das Teilnahme- und Konfrontationsrecht gemäss Art. 147 f. StPO und Art. 6 
Ziff. 3 lit. d EMRK verletzt wurde und gestützt auf Art. 343 Abs. 2 StPO eine erneu-
te Einvernahme unter Beachtung der Teilnahmerechte des Berufungsklägers 
stattzufinden hätte.

5.3.1. Die Parteien haben das Recht, bei Beweiserhebungen durch die Staatsan-
waltschaft und Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fra-
gen zu stellen (Art. 147 Abs. 1 StPO). Nach Art. 54 StPO richtet sich die Ge-
währung der internationalen Rechtshilfe und das Rechtshilfeverfahren indessen 
nur so weit nach der StPO, als andere Gesetze des Bundes und völkerrechtliche 
Verträge dafür keine Bestimmungen enthalten (vgl. BGE 141 IV 108 E. 5.13). 
Gemäss dem vorliegend anwendbaren Art. 3 Ziff. 1 EUeR ergehen rechtshilfewei-
se durchgeführte Beweisabnahmen grundsätzlich nach dem Recht des ersuchten 
Staates. Diese Grundsatzbestimmung erfährt insofern eine Einschränkung, als 
nach Art. 4 EUeR in Verbindung mit Art. III des Vertrags zwischen der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die Ergän-
zung des Europäischen Übereinkommens über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 
20. April 1959 und die Erleichterung seiner Anwendung (ZV-D/EUeR; SR 
0.351.913.61) den Prozessbeteiligten ein Anwesenheitsrecht gewährt wird, sofern 
dies im ersuchenden Staat vorgesehen ist. Selbstverständlich muss die betreffen-
de Partei über den Termin der Beweiserhebung informiert werden, damit sie ihr 
Teilnahmerecht im Ausland auch tatsächlich wahrnehmen kann (vgl. Niklaus 
Schmid, a.a.O., N 2 zu Art. 148 StPO; Dorrit Schleiminger Mettler, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-
nung, 2. Aufl., Basel 2014, N 9 zu Art. 147 StPO).

5.3.2. Vorliegend hat die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. III ZV-D/EUeR die 
deutschen Behörden explizit aufgefordert, den Beschuldigten und seinen Verteidi-
ger vom Befragungstermin in Kenntnis zu setzen und ihnen die Möglichkeit zu ge-
ben, an der Einvernahme teilzunehmen und Ergänzungsfragen zu stellen (StA 
act. 1.23 [S. 4]). Da dem Berufungskläger der Termin der Einvernahme entgegen 

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der expliziten Aufforderung durch die Staatsanwaltschaft, auf welche er sich ver-
lassen durfte, nicht mitgeteilt wurde, konnte er die ihm zustehenden und ausdrück-
lich zugesagten Teilnahmerechte nicht wahrnehmen. Dieses Vorgehen steht im 
Widerspruch zu Art. III ZV-D/EUeR, Art. 3 Abs. 2 lit. a und c StPO, Art. 147 f. StPO 
sowie Art. 9 BV. Ob das Vorgehen der deutschen Behörden auch gegen Art. 6 
Ziff. 3 lit. d EMRK verstossen hat, muss bei diesem Ergebnis nicht näher geprüft 
werden. Folglich ist der Berufungskläger in seinem berechtigten Vertrauen, an der 
Einvernahme des Zeugen D._____ teilnehmen und Ergänzungsfragen stellen zu 
können, zu schützen. Nach Art. 147 Abs. 4 StPO dürfen Beweise, die in Verlet-
zung des Teilnahmerechts erhoben worden sind, nicht zulasten der Partei verwer-
tet werden, die nicht anwesend war. Die anlässlich der Einvernahme in Deutsch-
land gemachten Aussagen von D._____ können daher nicht gegen den Beru-
fungskläger verwendet werden. Der Beschuldigte muss wenigstens einmal 
während des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit haben, das 
Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 6B_1178/2016 vom 21. April 2017 E. 4.3; BGE 131 I 
476 E. 2.2). Da dies dem Berufungskläger verwehrt blieb, sind auch D._____s 
Aussagen vom 25. September 2014 nicht zulasten des Berufungsklägers verwert-
bar. Grundsätzlich entsteht aus einer Beschränkung des Teilnahmerechts ein An-
spruch auf Wiederholung der Einvernahme (vgl. Dorrit Schleiminger Mettler, 
a.a.O., N 16 zu Art. 147 StPO). Vorliegend ist indessen wegen fehlender Ent-
scheidrelevanz von einer Wiederholung abzusehen, da der zu beurteilende Über-
holvorgang, wie im Folgenden aufzuzeigen sein wird, bereits aufgrund der Aussa-
gen des Berufungsklägers in allen wesentlichen Punkten feststeht.

5.4. Der Berufungskläger rügt ferner, dass die Aussagen der beiden Kantonspo-
lizisten E._____ und F._____ zu ungenau seien, als dass daraus ein belastbarer 
Beweis gegen den Beschuldigten abgeleitet werden könne. Die beiden Zeugen 
würden bei allen relevanten Punkten auf den Polizeirapport verweisen, da sie we-
gen des Zeitablaufs keine Aussage mehr machen könnten (KG act. D.19 [S. 5]; 
act. 6.5 [S. 5-8]). Zudem seien die Polizisten nicht zum Sicherheitsabstand von 
zwei Sekunden befragt worden. Dementsprechend sei eine erneute Einvernahme 
durchzuführen.

Das Gericht ergänzt ordnungsgemäss, aber unvollständig erhobene Beweise 
(Art. 343 Abs. 1 StPO). Ordnungsgemäss und vollständig erhobene Beweise wer-
den nur dann nochmals erhoben, wenn die unmittelbare Kenntnis des Beweismit-
tels für die Urteilsfällung notwendig erscheint (Art. 343 Abs. 3 StPO; Max Hauri/
Petra Venetz, a.a.O., N 18 f. zu Art. 343 StPO). Dabei geht es vorab um Fälle, bei 

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denen die Kraft des Beweismittels wesentlich vom Eindruck abhängt, der bei sei-
ner Präsentation entsteht. So bspw. wenn das Urteil nicht vom Inhalt einer Aussa-
ge, sondern in entscheidender Weise vom Aussageverhalten der Person abhängt 
(Niklaus Schmid, a.a.O., N 7 zu Art. 343 StPO; Max Hauri/Petra Venetz, a.a.O., 
N 21 zu Art. 343 StPO). Ob unmittelbare Kenntnis des Beweismittels durch das 
Gericht erforderlich ist, entscheidet dieses nach freiem Ermessen (Niklaus 
Schmid, a.a.O., N 8 zu Art. 344 StPO). Art. 343 StPO verlangt nicht die Abnahme 
aller Beweise durch das Gericht. Im Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung 
kann das Gericht Beweisanträge ablehnen, bspw. wenn die behauptete Tatsache 
unerheblich oder als bereits rechtsgenügend erwiesen erscheint (Beat Gut/Thoma 
Fingerhuth, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 12 f. zu Art. 343 
StPO). Zu prüfen ist in erster Linie, ob die Beweisabnahme im Vorverfahren un-
vollständig war oder die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfäl-
lung notwendig erscheint. Die Kantonspolizisten wurden unbestrittenermassen 
nicht explizit zum Sicherheitsabstand von zwei Sekunden befragt (vgl. StA 
act. 3.10; StA act. 3.12). Es wurden aber mehrere Fragen zu Abstand und Ge-
schwindigkeit der involvierten Fahrzeuge und damit zu Faktoren gestellt, die für 
die Beurteilung des Sicherheitsabstands relevant sind. In diesem Sinne darf nicht 
leichtfertig eine unvollständige Beweisabnahme angenommen werden. Es ist zwar 
dem Berufungskläger insofern zuzustimmen, als sich die Kantonspolizisten bereits 
zum Zeitpunkt der Einvernahmen am 25. September 2015 nicht mehr im Detail an 
das Überholmanöver erinnern konnten (act. 6.5 [S. 7-9]). Verwertbare Einvernah-
men von Personen, die im Vorverfahren gewisse Fragen nicht beantworten konn-
ten oder unvollständig aussagten, sind indessen keine unvollständigen Beweise 
(Max Hauri/Petra Venetz, a.a.O., N 17 zu Art. 343 StPO). Wie die Staatsanwalt-
schaft ausserdem berechtigterweise festhält, handelt es sich im vorliegenden Fall 
um kein sogenanntes "Vier-Augen-Delikt", bei welchem die Beweiskraft der Zeu-
genaussagen in entscheidender Weise vom persönlichen Eindruck des Zeugen 
abhängt, womit Art. 343 Abs. 3 StPO ebenfalls nicht zur Anwendung gelangt (vgl. 
KG act. D.18 [S. 7]; Max Hauri/Petra Venetz, a.a.O., N 21 zu Art. 343 StPO). Oh-
nehin erscheint gestützt auf eine antizipierte Beweiswürdigung eine erneute Ein-
vernahme der Kantonspolizisten als nicht erforderlich, zumal der nicht eingehalte-
ne Sicherheitsabstand bereits aufgrund der Aussagen des Berufungsklägers als 
rechtsgenügend erwiesen erscheint. Zudem ist davon auszugehen, dass eine er-
neute Einvernahme, wohlbemerkt über drei Jahre nach dem fraglichen Überhol-
manöver, zu keinen neuen Erkenntnissen führen würde. Nach dem Gesagten ist 
der Beweisantrag abzulehnen. 

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6. In einem nächsten Schritt sind anhand der Akten und Rügen des Beru-
fungsklägers die für die Beurteilung des Überholmanövers relevanten Sachver-
haltselemente zu ermitteln. Zunächst steht unbestrittenermassen fest, dass der 
Berufungskläger am 25. September 2014 auf der Autostrasse A13 in Richtung 
Norden gefahren ist und auf der Cascella-Brücke bei O.4_____ zwei Sattelmotor-
fahrzeuge überholt hat. Gemäss eigenen Angaben hat der Berufungskläger das 
Manöver unmittelbar vor der Brücke begonnen, wo die Sicherheitslinie endet (StA 
act. 3.6 [S. 2]; StA act. 3.7; KG act. B.1). Bei Beginn des Manövers sei er mit einer 
Geschwindigkeit von rund 50 km/h gefahren (StA act. 3.5 [S. 1]; StA act. 3.6 
[S. 4]). Abgeschlossen habe er das Überholmanöver mit einer Geschwindigkeit 
von ca. 90-100 km/h (StA act. 3.5 [S. 2]; StA act. 3.6 [S. 4]). Die beiden Sattelmo-
torfahrzeuge seien mit einer konstanten Geschwindigkeit von 40-50 km/h unter-
wegs gewesen und hätten untereinander einen Abstand von der Länge eines Sat-
telmotorfahrzeugs bzw. ungefähr 25 Meter eingehalten (StA act. 3.5 [S. 2]; StA 
act. 3.6 [S. 3]). Die Länge eines Sattelmotorfahrzeugs ist auf 16.5 Meter be-
schränkt (Art. 65 Abs. 1 VRV). Anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung 
schätzte der Berufungskläger die Länge der Sattelmotorfahrzeuge denn auch auf 
16-20 Meter (act. 6.1 [S. 2]). Zu Gunsten des Berufungsklägers ist damit von ei-
nem Abstand zwischen den beiden Sattelmotorfahrzeugen von rund 16 Meter 
auszugehen. In der gleichen Verhandlung bestätigte der Berufungskläger zudem 
die Richtigkeit eines Ausdrucks von Wikipedia, wonach die Länge seines Fahr-
zeuges Ford C-MAX 4.335 Meter betrage (act. 6.1 [S. 3]). Während der Beru-
fungskläger bei der ersten Einvernahme vom 25. September 2014 aussagte, be-
reits beim Ausschwenken Gegenverkehr wahrgenommen zu haben (StA act. 3.5 
[S. 2]; vgl. aber auch StA act. 3.5 [S. 1, 2 am Ende]), negierte er seine Aussage 
ein halbes Jahr später (StA act. 3.6 [S. 3]). Klar ist, dass der entgegenkommende 
Fahrzeuglenker die Lichthupe betätigte und nach rechts auswich, als sich der Be-
rufungskläger neben den beiden Sattelmotorfahrzeugen befand (StA act. 3.5 [S. 1-
2]; StA act. 3.6 [S. 3]). Dabei sei der entgegenkommende Lenker nicht schneller 
als 80 km/h (StA act. 3.6 [S. 5]), bzw. mit durchschnittlich maximal 60 km/h gefah-
ren (act. 6.5 [S. 17]). Nach Aussagen des Berufungsklägers wäre ein Kreuzen von 
drei Fahrzeugen am fraglichen Ort möglich gewesen, zumal die Sattelmotorfahr-
zeuge beinahe auf dem Randstreifen gefahren seien (StA act. 3.6 [S. 3-4, 6]) und 
das entgegenkommende Fahrzeug ebenfalls ganz nach rechts bis unmittelbar an 
die Grasfläche ausgewichen sei (StA act. 3.6 [S. 5]). Demgegenüber habe es auf 
der Brücke selber zu wenig Platz für ein gleichzeitiges Überhol- und Kreuzungs-
manöver (StA act. 3.6 [S. 5]). Beim Wiedereinbiegen habe der Abstand zum ent-
gegenkommenden Fahrzeug rund 15-20 Meter betragen (StA act. 3.5 [S. 2]). An 

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den Abstand zum vorderen Sattelmotorfahrzeug konnte sich der Berufungskläger 
nicht mehr erinnern (StA act. 3.6 [S. 4]).

7. Nach dem Gesagten steht fest, dass sich sämtliche für die Beurteilung des 
Überholvorgangs erforderlichen Sachverhaltselemente aus den Ausführungen des 
Berufungsklägers selbst ermitteln lassen. Gestützt darauf ist im Folgenden festzu-
stellen, ob der Berufungskläger die erforderlichen Abstände eingehalten hat.

7.1. Das Überholen und Vorbeifahren an Hindernissen ist gemäss Art. 35 Abs. 2 
SVG nur gestattet, wenn der nötige Raum übersichtlich und frei ist und der Ge-
genverkehr nicht behindert wird. Frei ist der nötige Raum, wenn er frei von Hin-
dernissen ist und mit dem Auftauchen von solchen auch nicht gerechnet werden 
muss (vgl. René Schaffhauser, Grundriss des Schweizerischen Strassenverkehrs-
rechts, Band I, 2. Aufl., Bern 2002, N 722). Gemäss konstanter Rechtsprechung 
muss nicht nur die für den Überholvorgang benötigte Strecke übersichtlich und frei 
sein, sondern zusätzlich jene, die ein entgegenkommendes Fahrzeug bis zu je-
nem Punkt zurücklegt, wo der Überholende die linke Strassenseite freigegeben 
haben wird. Ein während des Überholens auf der Gegenfahrbahn auftauchendes 
Fahrzeug muss seinen Weg unter Einhaltung einer angemessenen Geschwindig-
keit fortsetzen können, ohne gefährdet zu werden. Erkennt der Überholende 
während des Überholvorgangs, dass er es nicht gefahrlos zu Ende fahren kann, 
so ist er verpflichtet, das Manöver abzubrechen und sich hinter dem zu Überho-
lenden in den Verkehr einzuordnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1209/2013 
vom 26. Juni 2014 E. 1.3.1; 6B_508/2012 vom 3. Mai 2013 E. 1.2). Der Überhoh-
lende muss sich vergewissern, dass die gesetzlichen Voraussetzungen in dem 
Zeitpunkt erfüllt sind, wo er zum Überholen ansetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_1209/2013 vom 26. Juni 2014 E. 1.3.1). Wer keine Gewissheit hat, bevor er 
das Überholmanöver einleitet, gefahrlos vor dem Ende des für ihn sichtbaren 
Raums wieder einbiegen zu können, verletzt somit Art. 35 Abs. 2 SVG (vgl. BGE 
129 IV 155 E. 3.2.1; PKG 1997 Nr. 24 mit weiteren Hinweisen; Philippe Weissen-
berger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsgesetz, 2. Aufl., Zürich/
St. Gallen 2015, N 17 zu Art. 35 SVG). Weiter ist beim Beenden des Überholvor-
gangs ein Sicherheitsabstand sowohl gegenüber dem überholten Fahrzeug als 
auch gegenüber dem allenfalls entgegenkommenden Fahrzeug einzuhalten. Was 
den Abstand zum entgegenkommenden Fahrzeug betrifft, hat das Kantonsgericht 
in Anlehnung an Jürg Boll wiederholt ausgeführt, dass ein Sicherheitsabstand von 
mindestens zwei Sekunden einzuhalten ist (letztmals bestätigt mit Urteil des Kan-
tonsgerichts von Graubünden SK1 17 13 vom 18. September 2017 E. 10.2; vgl. 
auch Jürg Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 84). Diese Praxis 

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ist vom Bundesgericht in seinem Urteil 6B_104/2015 vom 20. August 2015 aner-
kannt worden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_755/2016 vom 15. Sep-
tember 2016 E. 2). Demnach ist die Einrechnung der Sicherheitszeit von zwei Se-
kunden für beide Fahrzeuge (das überholende Fahrzeug sowie das überholte bzw. 
entgegenkommende Fahrzeug) zu berücksichtigen. Würde die Sicherheitszeit nur 
dem ersten (überholenden) Fahrzeug zugerechnet, käme es zum Aufeinandertref-
fen beider Fahrzeuge, ohne dass jenes erste Fahrzeug diese Strecke tatsächlich 
zurücklegen konnte. Das ist darin begründet, dass das zweite Fahrzeug ohne Si-
cherheitszeit fahren würde und auf das erste Fahrzeug trifft, bevor dieses die für 
die Zwei-Sekunden-Sicherheitszeit benötigte Strecke befahren kann. Wird beiden 
Fahrzeugen die individuelle Sicherheitszeit zu ihren ordentlichen Fahrstrecken 
hinzugerechnet, kreuzen sie sich genau in dem Zeitpunkt, in dem jedes der beiden 
Fahrzeuge die für die individuelle Sicherheitszeit benötigte Strecke zurückgelegt 
hat – und damit (relativ) ungefährlich im Zeitpunkt, in welchem das überholende 
Fahrzeug bereits zwei Sekunden wieder auf seinem rechten Fahrstreifen fährt. Die 
Berechnungsmethode führt erstens zu einem Einbiegen, ohne das überholte 
Fahrzeug zu gefährden (insbesondere muss es nicht verlangsamen, um das 
Überholen zu ermöglichen), und zweitens dazu, dass dem vortrittsberechtigten 
herannahenden Fahrzeug die Fahrbahn (lediglich) zwei Sekunden vor dem Kreu-
zen freigegeben wird, wodurch dessen Insassen nicht erschreckt werden und sein 
Lenker nicht bremsen muss, um eine gefährliche Situation zu vermeiden (vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_104/2015 vom 20. August 2015 E. 2.10).

7.2. Es ist nun unter Berücksichtigung der Zwei-Sekunden-Sicherheitszeit in 
einem nächsten Schritt festzustellen, welchen Sicherheitsabstand der Berufungs-
kläger gestützt auf seine Angaben mindestens einhalten musste, um Art. 35 
Abs. 2 SVG nicht zu verletzen. Dies bedeutet, dass zur Ermittlung des zulässigen 
Abstands beim Kreuzen die von beiden Fahrzeugen in zwei Sekunden zurückge-
legte Strecke massgeblich ist. Bei Beginn des Überholmanövers ist der Beru-
fungskläger nach eigenen Angaben mit einer Geschwindigkeit von rund 50 km/h 
gefahren (StA act. 3.5 [S. 1]; StA act. 3.6 [S. 4]), während er im Verlaufe des 
Manövers weiter beschleunigt und dieses mit einer Geschwindigkeit von ca. 90-
100 km/h (StA act. 3.5 [S. 2]; StA act. 3.6 [S. 4]) abgeschlossen habe. Zu Gunsten 
des Berufungsklägers ist von einer massgeblichen Geschwindigkeit im Zwei-
Sekunden-Zeitraum von rund 80 km/h auszugehen. Der ihm entgegenkommende 
D._____ sei aufgrund des Kurvenverlaufs mit maximal 60 km/h gefahren (act. 6.5 
[S. 17]). Bei Wiedereinbiegen auf die Nordspur habe der Abstand zum entgegen-
kommenden Fahrzeug von D._____ rund 15-20 Meter betragen (StA act. 3.5 

Seite  20 — 30

[S. 2]). Bei den oben beschriebenen Geschwindigkeiten und eingehaltenem Si-
cherheitsabstand müssten die beiden Fahrzeuge beim vollständigen Einbiegen 
rund 77 Meter voneinander entfernt gewesen sein ([80'000 m / 3'600 sec] x 2 sec 
= 44.44 m; [60'000 m / 3'600 sec] x 2 sec = 33.33 m; 44.44 m + 33.33 m = 
77.77 m). Dass die maximal 20 Meter im vorliegenden Fall bei weitem nicht aus-
reichten, steht somit ausser Frage. Die Distanz zwischen den Fahrzeugen von 20 
Meter hätte bei den gefahrenen Geschwindigkeiten allein eines der Fahrzeuge in 
rund einer Sekunde zurückgelegt, was eine angemessene Reaktion klarerweise 
verunmöglicht. Bei diesem Ergebnis erübrigen sich weitere Ausführungen zum 
zurückgelegten Überholweg. Zusammenfassend lässt sich damit feststellen, dass 
allein gestützt auf die Aussagen des Berufungsklägers und selbst unter Einbezug 
der für ihn günstigsten Annahmen der beim Wiedereinbiegen eingehaltene Ab-
stand zum entgegenkommenden Fahrzeug bei weitem nicht ausreichend war, um 
ein Überholmanöver durchzuführen, ohne den Gegenverkehr zu gefährden. Damit 
liegt eine Verletzung von Art. 35 Abs. 2 SVG vor.

7.3. Nichts Anderes ergibt sich im Ergebnis gestützt auf die Aussage des Beru-
fungsklägers, wonach ein gefahrloses Kreuzen der involvierten Fahrzeuge möglich 
gewesen wäre. Selbst unter Annahme der vom Berufungskläger behaupteten be-
fahrbaren Fläche von mindestens 9.1 Metern (Breite der Fahrbahn + Breite der 
Regenrinne bis zum effektiven, geteerten Strassenrand; KG act. A.6 [S. 2]) wäre 
ein gefahrloses Überholen bzw. Kreuzen von zwei Personenwagen und einem 
Sattelmotorfahrzeug ausgeschlossen. Ein Überholmanöver darf nur durchgeführt 
werden, wenn der dafür nötige Raum übersichtlich und frei ist und der Gegenver-
kehr nicht behindert wird (Art. 35 Abs. 2 SVG). Der nötige Raum betrifft neben 
dem eigentlichen Überholweg (vgl. hierzu unten E. 7.2.) auch die Breite der Über-
holstrecke (Stefan Maeder, a.a.O., N 35 zu Art. 35 SVG). Wie beim Kreuzen hängt 
der erforderliche seitliche Abstand von den konkreten Umständen ab. Zu berück-
sichtigen sind neben der Strassenbreite insbesondere auch die Art und Ge-
schwindigkeit der Fahrzeuge (Stefan Maeder, a.a.O., N 73, 79 zu Art. 34 SVG). 
Gemäss nachvollziehbarer Rechtsprechung des Bundesgerichts ist es mit zuneh-
mender Geschwindigkeit schwieriger den Abstand genau einzuschätzen und einer 
im Verlaufe des Kreuzens eintretenden Gefahr wirksam begegnen zu können 
(BGE 97 II 362 E. 2). Im vorliegenden Fall hat der Berufungskläger nach eigener 
Aussage das Überholmanöver mit einer Geschwindigkeit von rund 90-100 km/h 
abgeschlossen (StA act. 3.5 [S. 2]; StA act. 3.6 [S. 4-6]). Der ihm entgegenkom-
mende D._____ sei aufgrund des Kurvenverlaufs mit maximal 60 km/h gefahren 
(act. 6.5 [S. 17]), die überholten Sattelmotorfahrzeuge mit rund 50 km/h (StA 

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act. 3.6 [S. 4, 6]). Zu Gunsten des Berufungsklägers ist anzunehmen, dass sich 
die Geschwindigkeiten der beteiligten Fahrzeuge im Verlauf des Kreuzungsmanö-
vers nicht erhöht hätten. Gemäss dem Bundesgericht haben ein sich kreuzendes 
Motorfahrrad und ein Auto bei einer Geschwindigkeit von rund 80 km/h einen Min-
destabstand von 50 cm einzuhalten (BGE 107 IV 44 E. 2c). Da sich vorliegenden 
und im Unterschied zum vom Bundesgericht beurteilten Fall zwei Autos und ein 
Sattelmotorfahrzeug gekreuzt hätten, sind die minimalen Abstände noch grosszü-
giger zu bemessen. Konkret hätten sich D._____ und der Berufungskläger mit Ge-
schwindigkeiten von rund 60 bzw. 80 km/h gekreuzt, was einen minimalen seitli-
chen Abstand von mindestens 1 Meter erfordert hätte (vgl. auch BGE 101 IV 77 
E. 3). Gleichzeit hätte der Berufungskläger unter Berücksichtigung der schlechten 
Manövrierbarkeit zumindest einen Abstand von 0.5 Meter zu den Sattelmotorfahr-
zeugen einhalten müssen. Wird von einer Breite inkl. Aussenspiegel der beiden 
Fahrzeuge von je rund 2 Metern (vgl. act. 6.6 [S. 1] in Verbindung mit Art. 38 
Abs. 1bis lit. g VTS) bzw. einer Lastwagenbreite inkl. Aussenspiegel von rund 3 
Metern (vgl. Art. 9 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 VRV und Art. 38 
Abs. 1bis lit. g VTS) ausgegangen, bleibt von der behaupteten befahrbaren Breite 
von 9.1 Metern lediglich ein freier Streifen von 0.6 Meter übrig. Im vorliegenden 
Fall ist entgegen der wiederholten Behauptung des Berufungsklägers aber in kei-
ner Weise erstellt, dass D._____ oder die überholten Sattelmotorfahrzeuge unmit-
telbar dem Strassenrand entlang gefahren sind bzw. der freie Streifen nicht we-
sentlich kleiner war. Jedenfalls konnte der Berufungskläger bei solch engen Ab-
standsverhältnissen nicht von Anfang an die Gewissheit haben, sein Überhol-
manöver sicher und ohne Gefährdung Dritter abschliessen zu können (vgl. hierzu 
Urteil des Bundesgerichts 6B_1209/2013 vom 26. Juni 2014 E. 1.3.1). Insbeson-
dere auch, da in einer solchen Situation eine Fehlreaktion eines der involvierten 
Fahrzeuglenker nicht ausgeschlossen werden kann. Unbesehen davon liegt unter 
anderem eine Behinderung des Gegenverkehrs vor, wenn dieser gezwungen wird, 
angesichts der gefahrenen Geschwindigkeit unzumutbar weit an den rechten 
Strassenrand auszuweichen (Stefan Maeder, a.a.O., N 50 zu Art. 35 SVG; BGE 
101 IV 77 E. 2). Der Berufungskläger leitete eine befahrbare Fläche von 9.1 Me-
tern aus dem Umstand ab, dass neben der Fahrbahn auch der Abschnitt zwischen 
Randlinie und effektivem, geteertem Strassenrand befahrbar gewesen wäre (KG 
act. A.6 [S. 2]). Selbst wenn unter dem Begriff "Strassenrand" nicht der Fahrbahn-
rand verstanden wird, wäre es in Anbetracht der gefahrenen Geschwindigkeiten 
weder D._____, noch den Sattelmotorfahrzeugen zumutbar gewesen, bis auf 
durchschnittlich je 0.3 Meter an die Böschung zu fahren, um ein gefahrloses Kreu-
zen aller Beteiligten zu ermöglichen. Nach dem Gesagten ist auch offensichtlich, 

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dass bei Berücksichtigung der massgeblichen, von der Kantonspolizei gemesse-
nen und vom Berufungskläger anerkannten Fahrbahnbreite von 7.5 Metern ein 
gleichzeitiges Überhol- und Kreuzungsmanöver ausgeschlossen war (vgl. act. 5.1 
[S. 2-3]; KG act. A.6 [S. 1]). 

8. Ist somit erstellt, dass der Berufungskläger gegen Art. 35 Abs. 2 SVG vers-
tiess, ist nun die Frage zu prüfen, ob der Berufungskläger den Tatbestand von 
Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllte. Gemäss dieser Bestimmung wird, wer durch grobe 
Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer 
hervorruft oder in Kauf nimmt, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit 
Geldstrafe bestraft. Der qualifizierte Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ist objektiv 
erfüllt, wenn der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise 
missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Eine ernstliche Gefähr-
dung für die Sicherheit anderer ist nicht erst bei einer konkreten, sondern bereits 
bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben (vgl. BGE 130 IV 32 E. 5.1; 
123 IV 88 E. 3a, je mit weiteren Hinweisen). Objektiv grob ist ein Verstoss gegen 
die Verkehrsregeln immer dann, wenn eine wichtige Verkehrsvorschrift in gravier-
ender Weise betroffen ist, das heisst, wenn der Verstoss nach den konkreten Um-
ständen als schwerwiegend bezeichnet werden muss (vgl. PKG 1989 Nr. 39 mit 
Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Ob eine konkrete, eine 
erhöhte abstrakte oder nur eine abstrakte Gefahr geschaffen wird, hängt von der 
Situation ab, in welcher die Verkehrsregelverletzung begangen wird. Wesentliches 
Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Ver-
wirklichung (vgl. BGE 131 IV 133 E. 3.2). Die allgemeine Möglichkeit der Verwirkli-
chung einer Gefahr genügt demnach nur zur Erfüllung des Tatbestands von 
Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbetracht der Umstände des Einzelfalles – Tages-
zeit, Verkehrsdichte, Sichtverhältnisse – der Eintritt einer konkreten Gefährdung 
oder gar eine Verletzung nahe liegt (vgl. BGE 123 IV 88 E. 3a; BGE 118 IV 285 
E. 3a). 

Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nach der Rechtspre-
chung ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, 
das heisst ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe 
Fahrlässigkeit (vgl. BGE 130 IV 32 E. 5.1; 126 IV 192 E. 3; 123 IV 88 E. 4a). Diese 
ist zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner ver-
kehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch vorlie-
gen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar 
nicht in Betracht gezogen, also unbewusst fahrlässig gehandelt hat (vgl. BGE 130 
IV 32 E. 5.1 mit Hinweis; BGE 126 IV 192 E. 3; 106 IV 49 E. 2b). In solchen Fällen 

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ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung an-
derer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht (vgl. BGE 118 IV 285 E. 4 
mit Hinweisen). Rücksichtslosigkeit ist unter anderem ein bedenkenloses Verhal-
ten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (mo-
mentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (vgl. 
BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_616/2010 vom 19. Oktober 
2010 E. 3.1 sowie 6S.11/2002 vom 20. März 2002 E. 3a). 

8.1. Das Überholen gehört – insbesondere auf Strassen mit Gegenverkehr – zu 
den gefährlichsten Fahrmanövern überhaupt und ist deshalb nur gestattet, wenn 
keine anderen Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet werden. Die Regeln 
über das Überholen bezwecken, die damit verbundenen Risiken zu minimieren. 
Wer sich über diese Normen hinwegsetzt, handelt den Verkehrsvorschriften 
grundsätzlich in grober Weise zuwider. Der vom Berufungskläger missachtete 
Art. 35 Abs. 2 SVG ist deshalb eine für die Gewährleistung der Sicherheit im 
Strassenverkehr wichtige Bestimmung (vgl. BGE 129 IV 155 E. 3.2.1; 121 IV 235 
E. 1c; Urteil des Bundesgerichts 6B_616/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 3.2.2). 
Der Berufungskläger hat diese wichtige Verkehrsregel offensichtlich in objektiv 
schwerwiegender Weise missachtet. Wie bereits festgestellt, hätte für ein ver-
kehrsregelkonformes Überholen beim Wiedereinbiegen ein Sicherheitsabstand 
zum entgegenkommenden Fahrzeug von mindestens 77 Metern eingehalten wer-
den müssen. Der vorliegend vom Berufungskläger eingehaltene Abstand von 20 
Metern genügte offensichtlich nicht, um ein für andere Verkehrsteilnehmer gefahr-
loses Überholen zu garantieren (vgl. BGE 99 IV 279 E. 2). Wie bereits dargelegt, 
war im konkreten Fall zudem ein gefahrloses Kreuzen mit dem entgegenkommen-
den D._____ nicht möglich. Der Abstand von rund 16 Metern zwischen den hinter-
einander fahrenden Sattelmotorfahrzeugen hätte auch ein gefahrloses Wiederein-
biegen zwischen den Fahrzeugen verunmöglicht, nur schon weil nach der Faust-
regel des halben Tachos nach dem Wiedereinbiegen ein Abstand zum vorderen 
Sattelmotorfahrzeug von rund 25 Metern einzuhalten gewesen wäre (Stefan Ma-
eder, a.a.O., N 37 zu Art. 35 SVG). Der Berufungskläger setzte damit eine konkre-
te Gefahr für die Sicherheit anderer, da die Nichteinhaltung des erforderlichen Si-
cherheitsabstands typischerweise besonders geeignet ist, geschützte Rechtsgüter 
anderer Verkehrsteilnehmer zu verletzen (vgl. Gerhard Fiolka, in: Niggli/Probst/
Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetzt, Basel 2014, 
N 46 zu Art. 90 SVG; BGE 99 IV 279 E. 2a). Der objektive Tatbestand von Art. 90 
Abs. 2 SVG ist mithin erfüllt.

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8.2. Auch in subjektiver Hinsicht ist der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG er-
füllt. Aufgrund der konkreten Umstände – insbesondere auch aufgrund der ausge-
schlossenen Kreuzungsmöglichkeit – konnte der Berufungskläger nicht die Ge-
wissheit haben, das Manöver ohne erhebliche Behinderung des Gegenverkehrs 
abschliessen zu können. Im Gegenteil musste er damit rechnen, dass ein entge-
genkommendes Fahrzeug so weit als möglich ausweichen und allenfalls gar brüsk 
abbremsen muss. Der Berufungskläger handelte damit rücksichtslos, indem er die 
allgemeine Gefährlichkeit seines verkehrsregelwidrigen Überholmanövers, die un-
ter den gegebenen Umständen offensichtlich erkennbar war, nicht bedachte bzw. 
sich bedenkenlos über die Interessen der anderen Verkehrsteilnehmer hinweg-
setzte. Mit anderen Worten hat der Berufungskläger mit dem Überholen an besag-
ter Stelle eventualvorsätzlich, zumindest aber grobfahrlässig, gehandelt und eine 
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer bedenkenlos in Kauf genommen.

9. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Berufungskläger eine wichtige 
Verkehrsbestimmung (Art. 35 Abs. 2 SVG) in objektiv und subjektiv schwerer Wei-
se missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet hat (Art. 90 Abs. 2 
SVG). Er handelte rücksichtslos, indem er die allgemeine Gefährlichkeit seines 
verkehrsregelwidrigen Manövers nicht bedachte bzw. bedenkenlos in Kauf nahm. 
Das Überholmanöver des Berufungsklägers ist mit der Vorinstanz objektiv und 
subjektiv als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu 
würdigen. Der vorinstanzliche Schuldspruch ist deshalb im Ergebnis nicht zu be-
anstanden, was zur Abweisung der Berufung führt.

10. Mit Blick darauf, dass seitens der Verteidigung ein vollumfänglicher Frei-
spruch beantragt wurde, ist auch nicht zu beanstanden, dass sie von Ausführun-
gen zur Strafzumessung abgesehen hat (vgl. Urteil des Kantonsgerichts von 
Graubünden SK1 15 42 vom 18. April 2016 E. 14 mit weiteren Hinweisen). Die 
Vorinstanz bestrafte den Berufungskläger mit einer Geldstrafe von 20 Tagessät-
zen zu je CHF 160.00. Der Vollzug der Geldstrafe wurde unter Ansetzung einer 
Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben. Zudem wurde er mit einer Busse von 
CHF 640.00 bestraft. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse wurde auf vier Tage 
festgesetzt und tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht be-
zahlt wird.

10.1. Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu und berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das 
Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betrof-

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fenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 
Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren 
und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 
vermeiden (vgl. Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von 
ihm übertretene Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung 
gegen sie und damit seine Schuld (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2a).

10.2. Für die Bemessung der Höhe der Strafe hat das Gericht das Vorliegen von 
Strafmilderungs-, Strafschärfungs-, Strafminderungs- und Straferhöhungsgründen 
zu prüfen. Strafmilderungsgründe im Sinne von Art. 48 StGB und der Strafschär-
fungsgrund der Konkurrenz gemäss Art. 49 StGB können zu einer Erweiterung 
des Strafrahmens nach unten bzw. oben führen. Strafminderungs- und Strafer-
höhungsgründe sind hingegen Kriterien, die innerhalb des ordentlichen Strafrah-
mens im Rahmen der Strafzumessung nach Art. 47 StGB zu berücksichtigen sind 
(vgl. Christian Schwarzenegger/Markus Hug/Daniel Jositsch, Strafrecht II, 8. Aufl., 
Zürich 2007, S. 58). Das Gericht muss die wesentlichen in der Strafzumessung 
berücksichtigten Kriterien darlegen, damit sein Entscheid nachvollziehbar ist, bzw. 
auf die Vollständigkeit und die korrekte Würdigung hin überprüft werden kann. Es 
kann über Elemente stillschweigend hinweggehen, die ihm nicht entscheidend 
scheinen, bzw. von geringer Bedeutung sind (vgl. BGE 134 IV 17 E. 2.1; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_764/2009 vom 17. Dezember 2009 E. 1.2.1).

10.3. Der Berufungskläger wird wegen Verletzung von Art. 35 Abs. 2 SVG in Ver-
bindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG für schuldig befunden. Die vom Täter beabsichtig-
te Handlung, das Überholen der Sattelmotorfahrzeuge, bildet eine faktische und 
willentliche Einheit. Art. 35 Abs. 2 SVG soll – angewandt auf den vorliegenden Fall 
– die Gefährdung entgegenkommender Fahrzeuge, bzw. deren Insassen, aussch-
liessen. Sowohl das geschützte Rechtsgut wie auch der Unrechtsgehalt der inkri-
minierten Handlung ist derselbe, und im Rahmen der Verbotsnorm von Art. 90 
Abs. 2 SVG als einheitlicher Tatvorgang zu werten. Wie bereits erwähnt, sieht 
Art. 90 Abs. 2 SVG als Sanktion Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe 
vor. Ist im konkreten Fall eine Strafe von unter sechs Monaten in Betracht zu zie-
hen, scheidet gemäss Art. 40 StGB eine Freiheitsstrafe grundsätzlich aus (vgl. 
Christian Schwarzenegger/Markus Hug/Daniel Jositsch, a.a.O., S. 120). Im Um-
kehrschluss darf eine Geldstrafe gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB höchstens 360 Ta-
gessätze betragen. Die Höhe der Tagessätze wiederum beträgt maximal 
CHF 3'000.00 (Art. 34 Abs. 2 StGB). Die Bemessung der Geldstrafe erfolgt in zwei 
selbständigen Schritten, die strikte auseinander zu halten sind. Zunächst hat das 
Gericht die Anzahl der Tagessätze nach dem Verschulden des Täters zu bestim-

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men (vgl. Art. 34 Abs. 1 StGB). Im Anschluss daran hat es die Höhe des einzelnen 
Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters 
festzusetzen (vgl. Art. 34 Abs. 2 StGB). Der Gesamtbetrag der Geldstrafe, die 
dem Verurteilten auferlegt wird, ergibt sich erst aus der Multiplikation von Zahl und 
Höhe der Tagessätze. Beide Faktoren sind im Urteil getrennt festzuhalten (vgl. 
Art. 34 Abs. 4 StGB).

10.4. Mit seinem sehr riskanten Überholmanöver, das ohne weiteres hätte unter-
lassen werden können, hat der Berufungskläger elementare Verkehrsregeln ver-
letzt und Dritte nicht nur einer abstrakten, sondern vielmehr einer konkreten Ge-
fährdung ausgesetzt. Insofern kann nicht bloss von einem leichten Verschulden 
des Berufungsklägers gesprochen werden. Unter Berücksichtigung sämtlicher Ta-
tumstände ist von einem mittleren Verschulden auszugehen. Straferhöhungs- oder 
Strafschärfungsgründe liegen keine vor. Strafmilderungsgründe gemäss Art. 48 
StGB und Strafminderungsgründe sind ebenso wenig ersichtlich. Insbesondere 
wirkt sich die Vorstrafenlosigkeit des Berufungsklägers bei der Strafzumessung 
grundsätzlich neutral aus und ist deshalb nicht strafmindernd zu berücksichtigen 
(vgl. BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Weiter liegen weder ein Geständnis, noch Einsicht 
und Reue vor, die sich strafmindernd auswirken könnten. Grundsätzlich würde es 
die I. Strafkammer des Kantonsgerichts als angemessen erachten, die Strafe für 
die Verletzung von Art. 35 Abs. 2 SVG auf 40 Tagesätze festzulegen. Das Gericht 
ist jedoch an das Verschlechterungsverbot von Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO ge-
bunden. Wird das Rechtsmittel nur zu Gunsten der beschuldigten Person ergriffen, 
darf die Verurteilung nicht durch einen Tatbestand mit höherer Strafandrohung 
bzw. eine härtere rechtliche Qualifikation im Sinne einer höheren Strafdrohung 
ersetzt werden (Martin Ziegler/Stefan Keller, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, 
N 3 zu Art. 391 StPO). Demnach ist die Strafe auf 20 Tagessätze festzusetzen 
(vgl. act. E.1 [S. 8]).

10.5. Ausgangspunkt für die Bemessung der Tagessatzhöhe bildet das Einkom-
men, das dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst, und zwar unabhängig 
davon, aus welcher Quelle die Einkünfte stammen; massgeblich ist die tatsächli-
che wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (vgl. BGE 134 IV 60 E. 6). Nach dem Netto-
einkommensprinzip ist bei den ermittelten Einkünften nur der Überschuss der Ein-
nahmen über die damit verbundenen Aufwendungen zu berücksichtigen. Vermö-
gen ist unter Art. 34 Abs. 2 StGB insofern als Bemessungsgrundlage zu berück-
sichtigen, als für den Alltag an dessen Substanz gezehrt wird. Schliesslich ist bei 
der Bemessung des Tagessatzes das Existenzminimum zu berücksichtigen (vgl. 

Seite  27 — 30

zum Ganzen BGE 134 IV 60 E. 5 f. sowie das Urteil des Bundesgerichts 
6B_476/2007 vom 29. März 2008 E. 3). Ausgehend von einem Einkommen von 
CHF 100'000.00 und Abzügen in der Höhe von CHF 40'000.00 bestrafte die Vor-
instanz den Berufungskläger mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 
CHF 160.00 (act. 6.4; KG act. E.1 [S. 8]). Vorliegend ist in Übereinstimmung mit 
der Staatsanwaltschaft von einem Jahreseinkommen des Berufungsklägers von 
CHF 108'000.00 netto auszugehen (act. 2.3; act. 2.5; vgl. auch act. 6.3 [S. 1]; Pro-
tokoll der mündlichen Berufungsverhandlung S. 2 mit weiterem Verweis). In der 
Regel hat ein Abzug zwischen 20-30% für laufende Steuern und Krankenkassen-
prämien zu erfolgen (vgl. dazu auch Jürg Sollberger, Die neuen Strafen des Straf-
gesetzbuches in der Übersicht, in: Bänziger/Hubschmid/Sollberger [Hrsg.], Zur 
Revision des Allgemeinen Teils des Schweizerischen Strafrechts und zum neuen 
materiellen Jugendstrafrecht, 2. Aufl., Bern 2006, S. 43). Vom Jahreseinkommen 
des Berufungsklägers von CHF 108'000.00 sind somit 20% für Steuern und Kran-
kenkassenprämien abzuziehen, sodass nunmehr von einem für die Bemessung 
der Tagessatzhöhe massgeblichen Einkommen von CHF 86'400.00 auszugehen 
ist. Im Ergebnis resultiert daraus ein Tagessatz von abgerundet CHF 230.00 
(CHF 86'400.00 : 365). In Nachachtung des Verschlechterungsverbot von Art. 391 
Abs. 2 Satz 1 StPO ist die Höhe des Tagessatzes indessen auf CHF 160.00 fest-
zusetzen (vgl. act. E.1 [S. 8]).

10.6. Die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges 
gemäss Art. 42 StGB sind in objektiver Hinsicht gegeben. In subjektiver Hinsicht 
sieht Art. 42 Abs. 1 StGB vor, dass der Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf-
geschoben wird, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Damit 
genügt das Fehlen einer ungünstigen Prognose, damit der bedingte Vollzug ge-
währt werden kann. Bei der Prognosestellung sind die Tatumstände, das Vorle-
ben, der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den 
Charakter des Täters und die Aussichten auf Bewährung zulassen, zu berücksich-
tigen. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisations-
biographie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen usw. (vgl. zum 
Ganzen Markus Hug, in: Andreas Donatsch [Hrsg.], StGB Kommentar, 19. Aufl., 
Zürich 2013, N 7 ff. zu Art. 42 StGB). Der Berufungskläger weist keine Einträge im 
Strafregister auf. Es kann davon ausgegangen werden, dass er seine Lehren aus 
diesem Verfahren ziehen wird, weswegen eine ungünstige Prognose nicht gestellt 
werden kann. Die Strafe ist daher in Übereinstimmung mit der Vorinstanz einstwei-

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len nicht zu vollziehen. Die Probezeit ist auf zwei Jahre anzusetzen (vgl. Art. 44 
Abs. 1 StGB).

10.7. Die Vorinstanz hat den Berufungskläger nebst der bedingten Geldstrafe für 
die von ihm begangenen Vergehen überdies mit einer Busse von CHF 640.00 be-
straft. Eine bedingte Geldstrafe kann mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbun-
den werden (Verbindungsstrafe, Art. 42 Abs. 4 StGB). Um dem akzessorischen 
Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu werden, hat das Bundesgericht ent-
schieden, die Obergrenze grundsätzlich auf einen Fünftel beziehungsweise 20% 
festzulegen (vgl. BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). Bei 20 Tagessätzen zu je CHF 160.00 
beträgt die Verbindungsbusse CHF 640.00 (20% von CHF 3'200.00; vgl. act. E.1 
[S. 8]). Eine Verbindungsbusse in dieser Höhe reicht aus, um dem Berufungsklä-
ger die Ernsthaftigkeit der bedingten Geldstrafe vor Augen zu führen. Für den Fall 
der schuldhaften Nichtbezahlung der unbedingten Busse hat das Gericht gemäss 
Art. 106 Abs. 2 StGB eine Ersatzfreiheitsstrafe auszusprechen, wobei dem Gericht 
ein weiter Ermessensspielraum zusteht. Da das Gericht bei einer Verbindungs-
busse – wie im vorliegenden Fall – die wirtschaftliche Leistungspflicht des Täters 
bereits ermittelt hat, kann es die Tagessatzhöhe als Umrechnungsschlüssel ver-
wenden (vgl. BGE 134 IV 60 E. 7.3.3). Im vorliegenden Fall ist mit der Vorinstanz 
die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse 
demnach auf vier Tage (Busse von CHF 640.00 dividiert durch die Tagessatzhöhe 
von CHF 160.00) festzusetzen.

11. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Berufung abzuweisen 
ist. Der Berufungskläger ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln 
gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG. Dafür ist er mit 
einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 160.00 zu bestrafen. Der Vollzug 
der bedingten Geldstrafe ist unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren auf-
zuschieben. Der Berufungskläger ist zur Zahlung einer Busse von CHF 640.00 zu 
verpflichten. Die Ersatzfreiheitsstrafe ist für den Fall der schuldhaften Nichtbezah-
lung auf vier Tage festzulegen.

12. Da die Berufung abgewiesen wird, bleibt es bei der vorinstanzlichen Kos-
tenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO e contrario). Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tra-
gen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Ob-
siegens oder Unterliegens. Vorliegend dringt der Berufungskläger mit seinen An-
trägen nicht durch und die Berufung wird vollumfänglich abgewiesen. Demnach 
gehen die Kosten des Berufungsverfahrens zu Lasten des Berufungsklägers. Für 
Entscheide im Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr von CHF 1'500.00 bis 

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CHF 20'000.00 erhoben (vgl. Art. 7 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in 
Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). Die Kosten des Berufungsverfahrens werden 
vorliegend auf CHF 4'000.00 festgesetzt.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. X._____ ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne 
von Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG.

3.a) Dafür wird X._____ mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 
CHF 160.00 bestraft.

   b) Der Vollzug der bedingten Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit 
von zwei Jahren aufgeschoben.

   c) Zusätzlich zur Geldstrafe wird X._____ mit einer Busse von CHF 640.00 
bestraft. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse wird auf 4 Tage festgesetzt. 
Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt 
wird.

4. Die Kosten des Untersuchungsverfahrens von CHF 2'103.00 und des Be-
zirksgerichts Moesa von CHF 800.00 gehen zu Lasten von X._____.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von CHF 4'000.00 werden 
X._____ auferlegt

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG

7. Mitteilung an: