# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a93ba948-55cf-5243-8bc9-5d0f967b717e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.07.2021 200 2021 213
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-213_2021-07-21.pdf

## Full Text

200 21 213 IV
JAP/SCC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Juli 2021

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Februar 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Dezember 2005 wegen einer Zwangserkrankung bei der 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(Akten der Invalidenversicherung [act. II] 2/5). Mit Verfügung vom 22. Okto-
ber 2007 verneinte die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 14 % einen Ren-
tenanspruch (act. II 35).

Im September 2014 meldete sich die Versicherte aufgrund einer inkomplet-
ten Paraplegie erneut bei der IVB an (act. II 50). Die IVB gewährte ver-
schiedene Hilfsmittel (vgl. act. II 84, 108, 127, 130, 141, 172; Akten der IVB 
[act. IIA] 203 f., 275) sowie eine Umschulung samt Praktikum (act. II 159; 
act. IIA 215) und sprach ab 1. August 2015 eine Hilflosenentschädigung für 
Hilflosigkeit leichten Grades zu (act. II 157, 193). Sie veranlasste ferner 
eine polydisziplinäre Begutachtung durch die C.________ (MEDAS-
Gutachten vom 30. September 2019 [act. IIA 251.1]; allgemein internisti-
sches Gutachten [act. IIA 251.2]; psychiatrisches Gutachten [act. IIA 
251.3]; orthopädisches Gutachten [act. IIA 251.4]; neurologisches Gutach-
ten [act. IIA 251.5]) und einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 
7. November 2019 (act. IIA 257). Gegen den Vorbescheid vom 27. Novem-
ber 2019 (act. IIA 258) erhob die Versicherte Einwände (act. IIA 263, 270). 
Nach einer Ergänzung durch die MEDAS-Gutachter vom 5. Mai 2020 
(act. IIA 278), einer Stellungnahme des Bereichs Abklärungen (act. IIA 280) 
und erneuter Durchführung des Vorbescheidverfahrens (act. IIA 281, 284, 
286) sprach die IVB mit Verfügung vom 12. Februar 2021 befristet vom 
1. März 2015 bis 31. Juli 2018 eine ganze Rente zu (act. IIA 290/2 ff.).

B.

Am 15. März 2021 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. Sie 
beantragte, die Verfügung vom 12. Februar 2021 sei aufzuheben, soweit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 3

sie ein Ende der Rente per 31. Juli 2018 vorsehe. Es sei ab dem 1. März 
2015 eine unbefristete Rente in gesetzlich geschuldeter Höhe auszurich-
ten. In der Beschwerdeergänzung vom 17. März 2021 bestätigte sie die 
Rechtsbegehren.

Mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2021 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.   

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. Februar 2021 
(act. IIA 290/2 ff.), mit welcher der Beschwerdeführerin befristet vom 
1. März 2015 bis 31. Juli 2018 eine ganze Rente zugesprochen wurde. 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und dabei insbesondere, ob 
die Beschwerdegegnerin die ab März 2015 zugesprochene ganze Rente 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 4

zulässigerweise bis Ende Juli 2018 befristete. Die richterliche Überprü-
fungsbefugnis umfasst auch die unbestritten gebliebene Rentenbezugszeit 
(Beschwerde S. 2 Ziff. I Ziff. 1 f. und S. 5 Ziff. III lit. B Ziff. 3; vgl. BGE 125 V 
413; AHI 2001 S. 278 E. 1a; SVR 2019 IV Nr. 33 S. 100 E. 3.2).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

2.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.1.2 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 5

2.1.3 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält (BGE 141 V 281 E. 2.2 und 2.2.1 S. 287; SVR 
2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6). Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Aus-
schlussgründe eine versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt 
schliesslich auf der zweiten Ebene anhand eines normativen Prüfungsras-
ters mit einem Katalog von Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische 
Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer 
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) 
anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 
E. 3.6 S. 294). Es gilt im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften sys-
tematisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich 
in die Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsis-
tenz“ einteilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher 
Natur (E. 5 S. 304). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invali-
ditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der me-
dizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es 
daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete 
versicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 6

wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei Erwerbstätigen wird 
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Metho-
de; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis Abs. 2 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201; geltend ab 1. Januar 2018]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 7

Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit 
richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und Invalideneinkom-
men auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit zu ermitteln 
(BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich an-
hand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht inva-
lid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV [geltend ab 1. Januar 
2018]).

Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV [geltend ab 
1. Januar 2018]).

2.4

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 8

dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.4.5 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 9

3.

3.1 Auf die Neuanmeldung vom September 2014 (act. II 50) ist die Be-
schwerdegegnerin eingetreten, weshalb die Eintretensfrage durch das an-
gerufene Gericht praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Es ist aufgrund der Akten erstellt und zwischen den Parteien 
unbestritten, dass ein am 19. August 2014 akut aufgetretenes inkomplettes 
sensomotorisches Querschnittssyndrom sub Th12 seit der Verfügung vom 
22. Oktober 2007 (act. II 35), welche den Referenzzeitpunkt markiert (vgl. 
E. 2.4.5 hiervor), zu einer wesentlichen gesundheitlichen Verschlechterung 
führte (vgl. auch act. IIA 251.1/9 f. Ziff. 4.11). Damit ist der Rentenanspruch 
frei zu prüfen (E. 2.4.4 hiervor). 

3.2 Die MEDAS-Gutachter diagnostizierten mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit das Folgende (act. IIA 251.1/5 f. Ziff. 4.2.1):

• Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (ICD- 10 F 42.1)

• Inkomplettes sensomotorisches Querschnittssyndrom sub Th12 (AIS D) mit/bei 
- akut aufgetreten am 19. August 2014 
- bei Raumforderung auf Höhe BWK10, am ehesten vereinbar mit einem einge-

bluteten Kavernom (MRI 22. Dezember 2014) 
- erneute Einblutung ins Kavernom 25. August 2015 (Notfallzuweisung Neurolo-

gie Spital D.________) 
- Hemilaminektomie, Entlastung und Dekompression unter intraoperativem elek-

trophysiologischen Monitoring, ultraschallgestützt am 15. September 2019 
(Spital D.________) 

- Rechtsbetonter Paraspastik, ASR-Klonus, Spitzfuss 
o Status nach Botulinumtoxin-Behandlung in den M. soleus rechts 2x50 

Einheiten, M. gastrocnemius rechts 4x25 Einheiten am 11. April 2016
o Status nach Botulinumtoxin-Behandlung in den M. soleus 4x25 Ein-

heiten am 28. Januar 2015 
- Autonome Dysregulation mit Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsstörungen 

o Status nach Botulinumtoxin-Behandlung in den M. Detrusor Vesicae 
am 16. Dezember 2015 

o intermittierende Selbstkatheterisierung (ISK) 4-stündlich

In der Beurteilung hielten die Experten fest, es bestehe seit dem 19. August 
2014 ein inkomplettes Querschnittssyndrom sub Th12 (AIS D), am ehesten 
auf dem Boden eines eingebluteten Kavernoms auf Höhe BWK10. Nach 
initialer Abklärung und Behandlung am Spital D.________ und nachfolgen-
der stationärer Rehabilitation im Zentrum E.________ vom 12. September 
2014 bis 27. März 2015 habe die Beschwerdeführerin mit Hilfe von zwei 
Gehstöcken ein paar Schritte zurücklegen können. Am 25. August 2015 sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 10

es zu einer akuten Verschlechterung der Klinik gekommen bei neuerlicher 
Einblutung und konsekutiv notwendiger Operation (Hemilaminektomie, Ent-
lastung der Blutung, Exstirpation des Kavernoms auf Höhe BWK10 am 15. 
September 2015). Trotz erneuter stationärer Rehabilitation habe der Vor-
zustand nicht wieder erreicht werden können, die Beschwerdeführerin leide 
weiterhin an einem inkompletten Querschnittssyndrom sub TH12 mit 
rechtsbetonter spastischer Paraparese und dadurch bedingter Rollstuhlab-
hängigkeit, sensiblem Querschnitt sowie einer autonomen Dysregulation 
mit Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsstörungen mit notwendigem inter-
mittierendem Selbstkatheterismus und medikamentöser, manueller Dar-
mausräumung. Nebenbefundlich sei bei der Explorandin bildgebend eine 
Diskusprotrusion auf Höhe HWK5/6 diagnostiziert worden, die sich jedoch 
bis jetzt klinisch nicht manifestiert habe. Weiterhin bestehe eine rechts-
mediolaterale Diskushernie auf Höhe BWK8/9, die der Beschwerdeführerin 
ebenfalls keine Beschwerden bereite. Aus psychiatrischer Sicht könne die 
seit Jahren bestehende Zwangsstörung mit vorwiegenden Zwangshand-
lungen bestätigt werden. In der Anamnese fänden sich Zwangshandlungen, 
welche unter anderem die Reinlichkeit beträfen und welche fremdanamnes-
tisch bestätigt werden könnten. Beispiele dafür seien das exzessive 
Schuhritual beim Eintreten in die Wohnung oder die Fertigung von E-Mails, 
welche immer wieder wiederholt werden müssten, um einen möglichst ho-
hen Grad der Perfektion zu erreichen. Die Medikation mit dem SSRI funk-
tioniere ausgezeichnet. Die Beschwerdeführerin sei seit 2010 nicht mehr in 
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Aus rein psychiatrischer 
Sicht habe sich das Leben mit der Zwangsstörung seit Beginn der Erkran-
kung nicht verändert. Aus allgemein-internistischer Sicht hätten sich keine 
Erkrankungen von Relevanz und mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ge-
funden (act. IIA 251.1/5 Ziff. 4.1). Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit führten die Gutachter aus, die bis August 2014 ausgeübte Tätig-
keit in der …/… (körperlich anspruchsvoll, vorliegend im Stehen ausgeübt, 
verbunden mit Heben und Tragen schwerer Lasten) sei aus polydisziplinä-
rer Sicht nicht mehr zumutbar (act. IIA 251.1/8 Ziff. 4.7). Nach dem Ereignis 
von August 2014 sei eine berufliche Neuorientierung erfolgt, die Beschwer-
deführerin habe das … erworben und arbeite seit Juli 2018 im Unterneh-
men ihres Ehemannes in einem Pensum von 60 %. Diese Tätigkeit sei als 
angepasst anzusehen. Die leidensangepasste Tätigkeit müsse folgende 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 11

Bedingungen erfüllen: Sitzende Tätigkeit (im Rollstuhl), körperlich sehr 
leicht, kein Absolvieren längerer Gehstrecken und kein Überwinden von 
Höhendifferenzen. Wegen der Dysfunktion der Blase und des Darmes sei 
die Nähe einer Toilette unerlässlich. In diesem Sinne sei die aktuell aus-
geübte Tätigkeit als adaptierte Tätigkeit anzusehen, sodass von einer Ar-
beitsfähigkeit von 70 % ausgegangen werden könne (act. IIA 251.1/8 Ziff. 
4.8).

In der Ergänzung vom 5. Mai 2020 führten die Gutachter aus, aus rein 
neurologischer Sicht ergebe sich keine Veränderung in der Einschätzung 
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 % in einer angepassten Tätig-
keit. Aus psychiatrischer Sicht hielten sie fest, die Symptomatik rund um die 
Zwangserkrankung werde bereits seit Jahrzehnten beschrieben und habe 
in unterschiedlichem Ausmass zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ge-
führt. Im September 2006 habe die Beschwerdeführerin in einem 80 % 
Pensum eine Anstellung im F.________ in der … finden und aufnehmen 
können. Nach kurzfristiger Verschlechterung sei die Zwangserkrankung 
2014 durch den Facharzt für Innere Medizin mit vorwiegend Zwangshand-
lungen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beschrieben worden. 2015 
sei die Zwangsstörung durch die Ärzte des Zentrums E.________ als gut 
behandelt beschrieben, dennoch mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ge-
nannt worden. Der Aussage der Beschwerdeführerin nach nehme sie seit 
geraumer Zeit keine psychiatrisch/psychotherapeutische Hilfe bezüglich 
ihrer Zwangsstörung in Anspruch, diesbezüglich werde der Leidensdruck 
insgesamt als gering eingeschätzt; Die Zwangssymptomatik habe sich mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit im Vergleich zur Situation vor dem 
Querschnittssyndrom leicht verschlechtert. Dieser Zustand zeige sich stati-
onär. Die erhebliche Einschränkung der Anpassung an Regeln und Routi-
nen spiegle die subjektive Einschätzung der Beschwerdeführerin wieder 
und sei diesbezüglich so formuliert worden. Zwar werde das Ausmass der 
Zwangsstörung durch den Partner und die Beschwerdeführerin eindrücklich 
geschildert, die Störung habe aber nicht zu einer Inanspruchnahme 
fachärztlicher Hilfe geführt. Gemäss dem interdisziplinären Gutachten seien 
die im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 29. November 2018 aufge-
führten Einschränkungen im Bereich Haushalt aus polydisziplinärer Sicht 
nachvollziehbar (act. IIA 278).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 12

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; 
SVR 2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2). 

3.4 Das MEDAS-Gutachten (act. IIA 251.1) und die Ergänzung vom 
5. Mai 2020 (act. IIA 278) erfüllen die Voraussetzungen der Rechtspre-
chung an medizinische Berichte und erbringen mithin vollen Beweis (vgl. 
E. 3.3.2 f. hiervor). Die Gutachter legten die medizinischen Befunde in den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 13

einzelnen Teilgutachten (act. IIA 251.2/4, 251.3/4, 251.4/6, 251.5/6) sowie 
basierend darauf die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen in der inte-
grativen medizinischen Beurteilung überzeugend dar (act. IIA 251.1/5 
Ziff. 4.1). Die Diagnosen (act. IIA 251.1/5 Ziff. 4.2.1) und die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit sowie das Zumutbarkeitsprofil (act. IIA 251.1/8 Ziff. 4.7 
und 4.8) stellten sie schlüssig und einleuchtend dar. Die Experten diskutier-
ten eingehend die Belastungsfaktoren und Ressourcen der Beschwerde-
führerin (act. IIA 251.1/6 ff. Ziff. 4.5), weshalb darauf abgestellt werden 
kann. Dass die Beschwerdeführerin nunmehr eine körperliche leichte, sit-
zende Tätigkeit (Rollstuhl) mit einem Pensum von 70 % ausüben kann, ist 
nachvollziehbar und überzeugt (act. IIA 251.1/8 f. Ziff. 4.8).

Die Beschwerdeführerin moniert zwar, aufgrund der gesundheitlichen Be-
schwerden bestehe ein Mehraufwand für die Selbstpflege (Unterbruch des 
Schlafs wegen Katheterwechsel bzw. -leerung sowie tagsüber Toilettenbe-
suche mit Mehraufwand) von mindestens 5 ½ Stunden pro Tag, welcher 
sich auf die Arbeit und die Haushaltstätigkeit auswirke (Leistungsminde-
rung wegen Müdigkeit und benötigten Pausen) und ungenügend berück-
sichtigt worden sei (Beschwerdeergänzung vom 17. März 2021, S. 3). Laut 
Gutachten setzten sich die Experten in der Diskussion der Belastungsfakto-
ren jedoch mit der Blasen- und Darmdysfunktion sowie dem Zeitaufwand – 
gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin – eingehend auseinan-
der; damit steht fest, dass die Experten den Mehraufwand kannten (ca. 
eine halbe Stunde für eine Katheterrisierung und ca. zwei bis drei Stunden 
am Morgen für die persönliche Toilette [act. IIA 251.1/6 Ziff. 4.5]) und die-
sen somit in ihre Beurteilung der Zumutbarkeit einbezogen. Weiter bean-
standet die Beschwerdeführerin die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im 
orthopädischen Teilgutachten (Beschwerdeergänzung vom 17. März 2021, 
S. 3). Auch wenn der Experte die von der Beschwerdeführerin subjektiv 
angegebene Leistung von 40 % im Unternehmen des Ehemannes erwähn-
te (act. IIA 251.4/10 f. Ziff. 8.1), ging der Orthopäde von einer Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 70 % aus, woraus sich kein Zweifel an der Schlüs-
sigkeit des Gutachtens ableiten lässt, erfolgte doch die Einschätzung der 
Zumutbarkeit gestützt auf eine objektive Beurteilung der anlässlich einer 
persönlichen Untersuchung erhobenen Befunde und in Kenntnis des von 
der Beschwerdeführerin subjektiv empfundenen Leistungsvermögens. Das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 14

aus medizinisch-theoretischer Sicht bestehende Leistungsvermögen wird 
damit den auch überzeugend begründet. Obschon die Beschwerdeführerin 
sodann das psychiatrische Teilgutachten kritisiert (Beschwerdeergänzung 
vom 17. März 2021, S. 3), ist ein inhaltlicher Widerspruch bezüglich der 
Zwangshandlungen zwischen anamnestischen Angaben der Beschwerde-
führerin und der objektiven Sachlage nicht ersichtlich. Vielmehr bestätigte 
der Gutachter nach Durchsicht der Akten sowie aufgrund des Gesprächs 
die seit Jahren vorliegende Zwangsstörung mit Zwangshandlungen und 
nahm zur Kenntnis, dass eine Medikation erfolgt, wobei er insgesamt die 
Behandlung als genügend erachtete und die psychiatrisch-psychothera-
peutischen Interventionen als lege artis sowie die erlernten Copingstrategi-
en als ausreichend bezeichnete (act. IIA 251.3/7 Ziff. 7.2). Es lässt sich der 
Beurteilung nicht entnehmen, dass der Experte den Leidensdruck der Be-
schwerdeführerin verkannt hätte. Auch die weiteren Argumente der Be-
schwerdeführerin, sie übe eine „geschützte“ Stelle beim Ehemann aus, sie 
habe die Stelle beim … verloren, weil sie wegen der Zwangsstörung nicht 
„vom Fleck gekommen“ sei und sie fühle sich wegen der (Heilmittel-
)Nebenwirkungen weniger leistungsfähig, weshalb die Leistungseinbusse 
aus psychiatrischer Sicht von 30 % viel zu tief sei (Beschwerdeergänzung 
vom 17. März 2021, S. 4 f.), vermag die gutachterliche Beurteilung nicht in 
Zweifel zu ziehen, denn sie beruhen auf den subjektiven Einschätzungen 
der Beschwerdeführerin und nicht auf den aus den objektiven Befunden 
abgeleiteten Einschätzungen des Gutachters, insbesondere auch bezüglich 
der Ressourcen und Belastungen (act. IIA 251.3/5/7 ff.). Die Beschwerde-
führerin beanstandet weiter, die Gutachter hätten die Frage der Mobilität 
widersprüchlich formuliert (wegen des Rollstuhls seien ihre Fortbewe-
gungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt [act. IIA 251.1/6 Ziff. 4.5]; keine 
Beeinträchtigung der Mobilität und Verkehrsfähigkeit [act. IIA 251.1/8 Ziff. 
4.5]). Entgegen ihrer Meinung handelt es sich nicht um Inkonsistenzen, 
denn die Angaben des Gutachters, die Beschwerdeführerin könne u.a. üb-
liche Transportmittel benützen, verneint die Rollstuhlbedürftigkeit nicht, 
sondern bezieht sich auf die Belastungen und Ressourcen im Zusammen-
hang mit der psychiatrischen Diagnose der Zwangsstörung. Weitere Sach-
verhaltserhebungen, insbesondere die Einholung eines Obergutachtens im 
Sinne des gestellten Eventualbeweisantrags (Beschwerde S. 6; Beschwer-
deergänzung vom 17. März 2021, S. 6), erübrigt sich in antizipierter Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 15

weiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 
157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

3.5 Von einer lege artis, normorientierten, d.h. nach Massgabe von 
BGE 141 V 281 erfolgten medizinischen Schätzung ist nur aus triftigen 
Gründen abzuweichen. Solche liegen vor, wenn die medizinisch-
psychiatrische Annahme einer Arbeitsunfähigkeit unter dem entscheiden-
den Gesichtswinkel von Konsistenz und materieller Beweislast der versi-
cherten, rentenansprechenden Person zu wenig gesichert ist und insofern 
nicht überzeugt (BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 367). Hier liegen keine solche 
Gründe vor; die Prüfung der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome ergibt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1), dass seit Jahren 
eine Zwangsstörung mit Zwangshandlungen besteht, welche sich mit Ein-
haltung von absoluter Ordnung (act. IIA 251.3/2 Ziff. 3.2.1) und Reinlichkeit 
(act. IIA 251.3/4 Ziff. 3.2.10) äussert. Eine Aggravation liegt nicht vor, be-
schrieb der Experte doch eine authentische Beschwerdeschilderung (act. 
IIA 251.3/7 Ziff. 7.3). Eine Behandlungsresistenz ist nicht gegeben, da die 
Behandlung im Rahmen der Zwangsstörung lege artis, die Medikation nütz-
lich und das Zustandsbild stationär sind sowie eine weitere Behandlungs-
bedürftigkeit nicht vorliegt, vielmehr zeigten sich die Copingstrategien als 
ausreichend (vgl. act. IIA 251.3/7 Ziff. 7.2). Aufgrund der somatischen Be-
einträchtigungen erfolgte eine Ausbildung im …; die Beschwerdeführerin 
arbeitet im Unternehmen des Ehemannes, weshalb die Eingliederungs-
massnahmen als erfolgreich zu bezeichnen sind, auch wenn sich die 
Zwangsstörung auf die Arbeit leicht auszuwirken vermag (act. IIA 251.3/5 
Ziff. 5). Der Gutachter ging von einer unauffälligen psychosozialen Entwick-
lung aus; die Beschwerdeführerin sei aber schon immer sehr 
ordentlich gewesen. Sie absolvierte eine Ausbildung als … und arbeitete 
auf einem … sowie weiter in einer …/…, aufgrund der Zwänge jedoch zu 
einem Pensum von 70 % (act. IIA 251.3/3 Ziff. 3.2.4 und 3.2.6). Es liegen 
keine Hinweise vor, dass der soziale Kontext ihre Ressourcen einschränkt, 
die Beschwerdeführerin ist verheiratet und arbeitet im Unternehmen des 
Ehemannes. Daran ändert nichts, dass der Freundeskreis gering sein mag 
(act. IIA 251.3/3 Ziff. 3.2.8). Dem Gutachten ist zur Konsistenz zu entneh-
men, dass die Angaben plausibel sind (act. IIA 251.3/7 Ziff. 7.3). Mit Blick 
auf die eingehenden Ausführungen zu den Ressourcen und Belastungen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 16

u.a. die leicht ausgeprägten Einschränkungen des Planens und Strukturie-
rens von Aufgaben, der Selbstbehauptungsfähigkeit, der Konversations- 
und Kontakt- sowie Gruppenfähigkeit, die mässig ausgeprägte Beeinträch-
tigung der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie der Widerstands- und 
Durchhaltefähigkeit, gibt es keine Hinweise darauf, dass eine ungleiche 
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in den vergleichbaren Lebensberei-
chen vorliegen würde. Einzig die Pro- und Spontanaktivität ist erheblich 
ausgeprägt beeinträchtigt, jedoch liegen in einigen zu beurteilenden Fähig-
keiten auch keine Beeinträchtigungen vor (act. IIA 251.3/8 f. Ziff. 7.4). Zu-
sammenfassend ist der Experte seiner Aufgabe unter Berücksichtigung der 
durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend nachge-
kommen, weshalb der Einschätzung des Gutachters auch aus rechtlichen 
Gründen zu folgen ist. Damit ist aufgrund einer objektivierten Beurteilungs-
grundlage der Beweis einer rechtlich relevanten Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von 30 % in einer angepassten Tätigkeit auch unter Einbezug der 
psychiatrischen Befunde erbracht (act. IIA 251.3/9; vgl. Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 3. März 2021, 8C_407/2020, E. 6.5).

4.

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). Ob 
eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder 
als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer ande-
ren Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betäti-
gungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, 
was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine ge-
sundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). Ent-
scheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten 
Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem 
Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; 
SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=keine+Parallel%FCberpr%FCfung%2C+Indikatioren&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-281%3Ade&number_of_ranks=0#page281

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 17

4.2 Im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 7. November 2019 ging 
die Beschwerdegegnerin – gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführe-
rin – von einem Status von 80 % im Erwerb und 20 % im Haushalt aus (act. 
IIA 257/5 Ziff. 4). Dies überzeugt und wird von der Beschwerdeführerin zu 
Recht denn auch nicht bestritten (Beschwerde S. 4, Ziff. III lit. C Ziff. 2).

5.

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische 
Werte wie die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik her-
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf 
jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichti-
gung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten per-
sönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 
5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 18

schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

5.3 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der War-
tezeit (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; act. IIA 257/16 [durchschnittliche Arbeitsun-
fähigkeit von 39.59 % am 7. September 2014; vgl. dazu auch Kreisschrei-
ben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung {KSIH}, 
Rz. 2017 ff. und Anhang II]) und der Karenzfrist von sechs Monaten 
gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (Neuanmeldung im September 2014 [act. II 50]) 
der 1. März 2015. Den echtzeitlichen Akten ist zu entnehmen, dass die 
Beschwerdeführerin in diesem Zeitpunkt (bzw. ab 19. August 2014) in jegli-
cher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig war (vgl. act. IIA 257/6). Bei einer 
vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit erübrigt sich die Vornahme eines Ein-
kommensvergleichs im Erwerb und die Berücksichtigung der Einschrän-
kungen im Haushalt, da bereits im Erwerb ein Invaliditätsgrad von 100 % 
resultiert. Der Beschwerdeführerin wurden im Zusammenhang mit den Ein-
gliederungsmassnahmen (Aufbautraining in der G.________ GmbH und 
Coaching [act. II 143]) ab 1. März 2016 Taggelder gewährt (act. II 145, 
195), was gemäss Art. 29 Abs. 2 IVG (vgl. Kreisschreiben über die Taggel-
der der Invalidenversicherung [KSTI], gültig ab 1. Januar 2021, Rz. 1054) 
beim Anspruch, den die Beschwerdeführerin ab 1. März 2015 auf eine gan-
ze Rente hat, zwar nicht zu einem Rentenaufschub führt, jedoch während 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 19

des Bezugs der Taggelder ab 1. März 2016 zu berücksichtigen ist (vgl. 
act. IIA 290/2).

5.4 Per Juli 2018 schloss die Beschwerdeführerin die Umschulung mit 
… ab (act. IIA 215), was einen materiellen Revisionsgrund darstellt (vgl. 
KSIH Rz. 5005 mit Hinweis auf den Entscheid des BGer vom 1. Juni 2016, 
9C_231/2016, E. 2.1), weshalb für diesen Zeitpunkt anhand der per 1. Ja-
nuar 2018 neu gefassten gemischten Methode ein Einkommensvergleich 
durchzuführen ist (vgl. E. 2.3 hiervor).

5.5 Nach einer Umschulung ist für die Ermittlung des Valideneinkom-
mens in einem späteren Zeitpunkt der davor erzielte Verdienst heranzuzie-
hen (vgl. MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 
[IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 28a N. 53). Hier war die Beschwerdeführerin aller-
dings bereits vor dem Eintritt der Invalidität nicht mehr auf ihrem erlernten 
Beruf als … (act. II 2/11), sondern mehrheitlich in … tätig (act. II 25/7, 
89/2). Sodann lässt die erfolgreiche Umschulung zur … keine Rückschlüs-
se darauf zu, dass die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesund-
heitsfall in eine höher dotierte Berufsgruppe aufgestiegen wäre (vgl. dazu 
SVR 2018 IV Nr. 48 S. 153 E. 4.2, 2017 BVG Nr. 9 S. 38 E. 2.2.2, IV Nr. 4 
S. 9 E. 4.4.3, 2010 UV Nr. 13 S. 52 E. 4.1). Vor diesem Hintergrund stellte 
die Beschwerdegegnerin für das Valideneinkommen korrekterweise auf die 
LSE ab und berücksichtigte zu Recht die ISCO-Berufsgruppe Ziff. 42 
(Bürokräfte mit Kundenkontakt) der Tabelle T17. Dieser Wert wirkt sich 
letztlich zu Gunsten der Beschwerdeführerin aus, denn mit Blick darauf, 
dass sie auch Hilfsarbeiten in einer …/… ausübte, rechtfertigte sich allen-
falls auch ein Abstellen auf den tieferen Totalwert der Tabelle TA1 (Kompe-
tenzniveau 1). So oder anders ist jedoch die LSE 2018 (nicht LSE 2016 
[act. IIA 257/9 Ziff. 5.2]) massgebend, da diese im Verfügungszeitpunkt 
bereits publiziert war (vgl. BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des 
BGer vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1). Ob auf den alters-
spezifischen Wert der Tabelle T17 von Fr. 5'301.-- (Lebensalter 30-49) oder 
entsprechend dem Hinweis im KSIH (Anhang VII) auf den Totalwert von 
Fr. 5'155.-- abgestellt wird, kann mangels Auswirkung auf den Rentenan-
spruch offenbleiben. Bei Fr. 5'301.--, aufgerechnet auf ein Jahr und ange-
passt an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 20

Woche, resultiert ein Valideneinkommen von maximal Fr. 66'316.-- 
(Fr. 5'301.-- / 40 x 41.7 x 12).

5.6 Für das Invalideneinkommen ist ebenso auf den obgenannten Ta-
bellenlohn abzustellen, könnte die Beschwerdeführerin doch eine … zu 
einem Pensum von 70 % ausüben. Sind Validen- und Invalideneinkommen 
ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, entspricht der Invali-
ditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des 
Abzuges vom Tabellenlohn gemäss BGE 126 V 75 (vgl. Entscheid des 
BGer vom 18. April 2017, 9C_675/2016, E. 3.2.1). Die Beschwerdeführerin 
nahm keinen zusätzlichen Abzug vom Tabellenlohn vor, es liegt kein trifti-
ger Grund vor, in ihr Ermessen einzugreifen. Damit liegt im Erwerb eine 
ungewichtete Einschränkung von 30 % vor, was eine gewichtete Ein-
schränkung von 24 % ergibt (30 % x 0.8).

6.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 7. November 2019 (act. IIA 
257) basiert auf der früheren Erhebung vom 29. November 2018 (auf 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Validen-+und+Invalideneinkommen%2C+gleicher+Tabellenlohn%2C+entspricht+Arbeitsunf%E4higkeit%2C+Invalidit%E4tsgrad&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-V-75%3Ade&number_of_ranks=0#page75

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 21

Wunsch der Beschwerdeführerin) am Arbeitsplatz (act. IIA 224). Es liegen 
keine klar feststellbaren Fehleinschätzungen vor (vgl. auch act. IIA 280), 
womit sich ein Eingreifen des Gerichts ins Ermessen der fachlich kompe-
tenten Abklärungsfachperson verbietet. Den Einwendungen der Beschwer-
deführerin kann nicht gefolgt werden. Sie macht zwar geltend, die schwere-
ren körperlichen Arbeiten (Staubsaugen, Aufnehmen der Böden oder Bü-
geln) würden komplett von ihrer Mutter, welche nicht im selben Haushalt 
wohne, übernommen (Beschwerde S. 5). Dies hat die Beschwerdegegnerin 
berücksichtigt und demzufolge diese Arbeiten im Haushaltsbericht (Boden 
aufnehmen, Staubsaugen, gründliche Reinigung, Bügeln) mit einer 
100 %igen Einschränkung berücksichtigt. Geht es um die Mitarbeit von 
Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Fami-
liengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu 
erwarten wären (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509 f. mit diversen Hinwei-
sen), weshalb auch die vom Ehemann übernommenen leichteren (Reini-
gungs-)Arbeiten einbezogen wurde, da die Beschwerdeführerin in üblichem 
Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch zu nehmen hat 
(act. IIA 257/12 f.). Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei auch im 
Haushalt ein Teil der Selbstpflege zeitlich anzurechnen (Beschwerdeer-
gänzung vom 17. März 2021, S. 6). Mit der Bemessung der Invalidität im 
Erwerbs- und Aufgabenbereich, je bezogen auf ein Vollzeitpensum, und 
der anschliessenden Gewichtung entsprechend dem zeitlichen Anteil, wird 
den Wechselwirkungen zwischen Erwerbstätigkeit und Haushalt Rechnung 
getragen (vgl. Entscheid des BGer vom 27. Oktober 2020, 9C_82/2020, 
E. 5.2 [zur Publikation vorgesehen]). Damit sind die Wechselwirkungen 
zwischen Erwerb und Haushalt bei der gemischten Methode nicht mehr zu 
berücksichtigen (vgl. E. 2.3 hiervor). Schliesslich kann der Beschwerdefüh-
rerin nicht gefolgt werden, wenn sie aus dem Anspruch auf Hilflosenent-
schädigung ableitet, die Einschränkung im Haushalt müsse höher ausfallen 
(Beschwerde S. 4). Denn gemäss Abklärungsbericht Hilflosenentschädi-
gung (act. II 148) ist eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe beim Auf-
stehen/Absitzen/Abliegen, bei der Verrichtung der Notdurft sowie bei der 
Fortbewegung erforderlich, woraus nicht auf spezifische Einschränkungen 
in den üblichen Tätigkeiten des Haushalts (vgl. Art. 27 Abs. 1 IVV; Rz. 3087 
KSIH) geschlossen werden kann. Die Einschränkung im Aufgabenbereich 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Schadenminderungspflicht%2C+Haushalt%2C+Familienangeh%F6rige&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-V-504%3Ade&number_of_ranks=0#page504

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 22

bzw. Haushalt beträgt ungewichtet 32.9 % (act. IIA 257/14) bzw. gewichtet 
6.58 % (32.9 % x 0.2). 

6.2 Insgesamt resultiert ab Juli 2018 im Erwerb und im Haushalt ein 
Invaliditätsgrad von gerundet 31 % (24 % + 6.58%), womit die ganze Rente 
in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV bis 31. Juli 2018 zu befristen 
ist. 

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdeführerin befristet vom 1. März 
2015 bis 31. Juli 2018 Anspruch auf eine ganze Rente. Damit ist die ange-
fochtene Verfügung vom 12. Februar 2021 (act. IIA 290/2 ff.) nicht zu be-
anstanden und die Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

7.2 Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG 
[Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2021, IV/21/213, Seite 23

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.