# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a352201b-2a0f-57cd-990f-9ebd3de096a9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.01.2024 200 2022 567
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-567_2024-01-18.pdf

## Full Text

200 22 567 UV
MAK/IMD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Januar 2024

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________, substituiert durch 
Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

AXA Versicherungen AG
Generaldirektion, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 
8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 6. September 2022 (UVG ...)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2024, UV/22/567, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist 
bei der D.________ AG angestellt und dadurch bei der AXA Versicherun-
gen AG (AXA bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen 
von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Gemäss Bagatellunfall-
Meldung UVG vom 20. Juli 2021 bzw. Schadenmeldung UVG vom 30. No-
vember 2021 sei sie am 22. Juni 2021 gestolpert, auf Knie und Ellenbogen 
gefallen und habe sich dabei am linken Knie und am linken Ellenbogen 
eine Prellung zugezogen (Akten der AXA, Antwortbeilage [AB] A1, A5). Die 
AXA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggeld und Heilkosten; vgl. 
AB A2) und tätigte Abklärungen in medizinischer Hinsicht (AB M1 ff.). Am 
14. Februar 2022 unterzog sich die Versicherte bei diagnostizierter subtota-
ler bursaseitiger Infraspinatussehnenruptur (80 %) und SLAP-Läsion Typ II 
links einem operativen Eingriff (AB M8). Gestützt auf den versicherungs-
medizinischen Bericht ihres beratenden Arztes Dr. med. E.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, vom 5. März 2022 (AB M10) verneinte die AXA mit Verfügung 
vom 16. März 2022 (AB A22) einen Kausalzusammenhang zwischen dem 
Ereignis vom 22. Juni 2021 und den über den 31. August 2021 noch ge-
klagten Beschwerden und stellte die vorübergehenden Leistungen auf je-
nen Zeitpunkt hin ein; auf die Rückforderung der darüber hinaus ausgerich-
teten Leistungen verzichtete sie. Die dagegen erhobene Einsprache 
(AB A38) wies sie nach Einholen einer Stellungnahme des beratenden Arz-
tes Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau-
matologie des Bewegungsapparates, vom 26. Juni 2022 (AB M14) mit Ein-
spracheentscheid vom 6. September 2022 (AB A43) ab.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, substituiert durch Rechtsanwalt C.________, mit Eingabe 
vom 21. September 2022 Beschwerde mit den folgenden Rechtsbegehren:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Jan. 2024, UV/22/567, Seite 3

1. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 6. September 2022 
sei aufzuheben und es seien der Beschwerdeführerin die gesetzli-
chen Leistungen nach UVG zu gewähren.

Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 18. November 2021 
(richtig: 6. September 2022) aufzuheben und nach Durchführung 
einer externen medizinischen Beurteilung, unter Wahrung der Mit-
wirkungsrechte der Parteien, neu über den Leistungsanspruch der 
Beschwerdeführerin zu befinden.

2. Die Beschwerdegegnerin sei darüberhinausgehend zu verpflichten, 
die Kosten des radiologischen Kurzgutachtens von PD Dr. med. 
G.________ über CHF 1'200.00 zu übernehmen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwer-
degegnerin -

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 25. Novem-
ber 2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 15. Dezember 2022 bzw. mit Duplik vom 23. Januar 2023 
hielten die Parteien an den bisher gestellten Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 

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kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 6. Sep-
tember 2022 (AB A43). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistun-
gen der obligatorischen Unfallversicherung im Zusammenhang mit dem 
Ereignis vom 22. Juni 2021 über den 31. August 2021 hinaus.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch 
bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnüt-
zung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a), Verren-
kungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), 
Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), Trommel-
fellverletzungen (lit. h).

2.2 Nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG 
hat der Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die 
Listenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzu-
führen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall 

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nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheits-
schaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 
beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach 
Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung 
nach Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den 
Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung 
oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 51 E. 9.1 S. 70).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 12. Juli 2022, 8C_596/2021 [zur Publikati-
on vorgesehen], E. 3).

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn 
der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache 
darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 
UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

2.3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf-
ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 

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entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 147 V 161 E. 3.3 S. 163).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
(vgl. BGE 142 V 435 E. 1 S. 438) muss das Dahinfallen jeder kausalen 
Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 
dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Mög-
lichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfal-
les genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfra-
ge handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leis-
tungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht 
bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 
51 E. 5.1 S. 56). Praxisgemäss muss der Beweis des Wegfalls des natürli-
chen Kausalzusammenhangs nicht durch den Nachweis unfallfremder 
Gründe erbracht werden. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursa-
chen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, 
also dahingefallen sind (Entscheid des BGer vom 3. März 2022, 
8C_600/2021, E. 3.2). 

2.3.3 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2020 UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2).

2.4 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsan-
sprüche bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen 
(Entscheid des BGer vom 26. März 2019, 8C_824/2018, E. 3.2). Insbeson-
dere ist der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen 
Wegfallens in erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu 
führen (Entscheid des BGer vom 28. Februar 2019, 8C_167/2018, E. 4.2).

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3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass die Be-
schwerdeführerin am 22. Juni 2021 (vgl. AB A1, A5) einen Unfall im 
Rechtssinne erlitten hat (vgl. E. 2.1 hiervor) und danach unfallkausale Be-
schwerden aufgetreten sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch ent-
sprechende Versicherungsleistungen erbracht (vgl. AB A2 f.). Umstritten ist 
hingegen, ob die über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. August 
2021 [AB A22]) hinaus geklagten Beschwerden in einem anspruchsbe-
gründenden Kausalzusammenhang mit diesem Unfall stehen. Den medizi-
nischen Akten lässt sich hierzu im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.1.1 Am 14. Juli 2021 (AB M2) notierte der erstbehandelnde Dr. med. 
H.________, Praktischer Arzt, die Patientin sei am 22. Juni 2021 einem ... 
hinterhergerannt, dabei sei sie gestürzt und habe sich mit beiden Ellbogen 
abgestützt. Seither habe sie Schmerzen in der linken Schulter. Es bestün-
den keine Schwellung und keine Druckdolenzen an der Oberfläche. Die 
aktive Elevation sei möglich, jedoch sehr schmerzhaft im Bereich des An-
satzes der Supraspinatussehne. Es bestehe der Verdacht auf eine partielle 
Supraspinatusläsion. Am 4. August 2021 berichtete der Arzt, bezüglich 
Schulter gehe es viel besser, die Patientin habe noch wenig Schmerzen bei 
Belastung. Das Liegen auf der linken Schulter schmerze noch. Im Eintrag 
vom 24. August 2021 hielt er fest, betreffend die Schulter gehe es nicht 
besser. Es werde ein MRI durchgeführt.

3.1.2 Ein am 9. September 2021 durchgeführtes MRI der linken Schulter 
beurteilte med. pract. I.________, Fachärztin für Radiologie, wie folgt: "An-
satztendinopathie an der Supraspinatussehne und möglicherweise Teilrup-
tur an der Infraspinatussehne bei Z.n. Unfall. Diskrete SLAP-Läsion, ventral 
an der Kapsel, sonst keine vollständige Ruptur der Rotatorenmanschette. 
AC-Gelenksarthrose. Kein Impingement" (AB M3).

3.1.3 Im Bericht des Spitals J.________ vom 29. November 2021 (AB 
M1) wurde ein subacromiales Impingement mit Bursitis subacromialis so-
wie eine PASTA-Läsion Infraspinatusmuskel bei Status nach Unfall im Juni 
2021 diagnostiziert. Die schmerzhafte Bursitis subacromialis störe die Pati-
entin bei spezifischen Bewegungen im Alltag. Sie verspüre dabei einen 

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stechenden Schmerz. Es sei eine subacromiale Infiltration durchgeführt 
worden; unmittelbar im Anschluss habe die Patientin über eine deutliche 
Verbesserung der Beschwerden berichtet.

3.1.4 In der Aktenbeurteilung UVG vom 4. Januar 2022 (AB M5) führte 
Dr. med. E.________ aus, die beklagten Beschwerden stünden mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang 
zum gemeldeten Ereignis. Die Gesundheit der versicherten Person sei 
schon vor dem Ereignis beeinträchtigt gewesen (ACG-Arthrose, Tendino-
pathie der Infraspinatussehne mit Faserrissen). Das Ereignis habe nur zu 
einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt, der Status quo sine vel 
ante sei am 4. August 2021 erreicht gewesen.

3.1.5 Am 14. Februar 2022 erfolgte im Spital J.________ bei diagnosti-
zierter subtotaler bursaseitiger Infraspinatussehnenruptur (80 %) und 
SLAP-Läsion Typ II links eine arthroskopische Rotatorenmanschettenre-
konstruktion und eine Tenotomie der langen Bizepssehne (AB M8). Der 
perioperative (AB M8) wie der postoperative Verlauf (AB M12 f.) waren 
komplikationslos.

3.1.6 Dr. med. E.________ führte im versicherungsmedizinischen Be-
richt vom 5. März 2022 (AB M10) aus, die in den Berichten der behandeln-
den Ärzte festgehaltene These einer stattgehabten Schulterluxation mit 
Spontanreposition sei unwahrscheinlich. Die lange Bizepssehne habe sich 
intraoperativ als stark degenerativ verändert erwiesen, was auch die SLAP-
Läsion erkläre. Ein unfallbedingter Anriss sei im Rahmen der bekannten 
Chronologie nicht wahrscheinlich. Eine subacromiale Bursitis sei ausge-
prägt vorhanden gewesen und wahrscheinlich auch für die bursaseitige 
Teilruptur der Infraspinatussehne mitverantwortlich nebst den degenerati-
ven Veränderungen in der Sehne selbst. Dieser degenerative Vorzustand 
habe anscheinend nicht zu einem Arztbesuch geführt und sei im Rahmen 
des Sturzes vom 22. Juni 2021 erstmals symptomatisch geworden. Der 
Schub sei bis zum 4. August 2021 abgeklungen. Nachher sei eine Reakti-
vierung auf degenerativer Grundlage (6. Lebensdekade) erfolgt.

3.1.7 In der Stellungnahme vom 8. April 2022 (AB A38) hielt Dr. med. 
K.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

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Bewegungsapparates, fest, aus seiner Sicht sei durch den Sturz nach vor-
ne auf die Ellbogen eine axiale Krafteinwirkung nach posterosuperior ent-
standen, die zu einem mechanischen Kontakt zwischen posteriosuperiorer 
Rotatorenmanschette und posteriosuperiorem Acromioneck geführt habe. 
Dies habe zur Verletzung der Infraspinatussehne mit (in der retrospektiven 
Betrachtung der MRI-Bilder vom 9. September 2021) klar transmuraler 
Ruptur der Infraspinatussehne mit Kontrastmittelaustritt in die Bursa ge-
führt. Dies sei keine typische degenerative Läsion. Es fänden sich keine 
typisch degenerativen Rupturzeichen wie zum Beispiel die üblichen poste-
rosuperioren Zysten im Bereich des Humeruskopfes oder auch degenerati-
ve Veränderungen wie zum Beispiel Abrundung des Sehnenstumpfes. Die 
traumatische Genese sei damit überwiegend wahrscheinlich.

3.1.8 Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 26. Juni 2022 (AB 
M14) aus, in der zeitnahen Dokumentation sei keine Schultermanifestation 
festgehalten, jedoch sei drei Wochen nach dem Ereignis bezüglich der lin-
ken Schulter eine schmerzhafte Elevation dokumentiert, die sechs Wochen 
nach dem Ereignis nicht mehr erkennbar gewesen sei. Die letztlich als Un-
fallfolge aufgefassten Veränderungen an der Infraspinatussehne und am 
Labrum supraglenoidale (SLAP-Läsion) seien klinisch nicht reproduziert 
worden. Als nicht physiologisch und potenziell symptomatisch müsse das 
Vorliegen einer Verknöcherungsstörung am Acromion (Os acromiale) an-
gesehen werden. Schmerzauslösende Aktivierungen seien auch ohne 
Traumatisierung denkbar. Da radiologisch die Diagnose nicht gestellt wor-
den sei und die klinisch fachärztlichen Untersuchungen sich nicht auf diese 
seltene Veränderung fokussiert hätten, sei die Mitwirkung dieser Verände-
rung nicht in die diagnostischen und therapeutischen Überlegungen mitein-
bezogen worden. Eine Schultertraumatisierung am 22. Juni 2021 sei in den 
vorgelegten Akten weder im Schadensmechanismus noch im Schadensbild 
gesichert. Mit dem Krankengeschichte-Eintrag von Dr. med. H.________ 
am 14. Juli 2021 seien die Folgen einer allfälligen indirekten Belastung der 
linken Schulter dokumentiert und am 4. August 2021 als abgeklungen zu 
betrachten. Der 4. August 2021 entspreche somit einem Status quo sine für 
den Fall, dass eine gewisse Schultertraumatisierung abgelaufen sein könn-
te. Die nachfolgenden Symptome seien nicht mehr mit Unfallfolgen verein-
bar. Sie seien auch nicht charakteristisch Ausdruck der vorliegenden Infra-

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spinatussehnen-Schädigung. Das Ereignis vom 22. Juni 2021 sei nicht ge-
eignet gewesen, die Schulterverletzung auszulösen bzw. zu verursachen. 
Die Veränderungen am Acromion und an der Infraspinatussehne seien mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit vorbestehend und nicht Folge des Er-
eignisses.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Zudem kann insbeson-
dere (auch) die Kausalität im Rahmen eines Aktengutachtens erörtert wer-
den (Entscheid des BGer vom 9. November 2011, 8C_383/2011, E. 4.2). 

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3.2.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte – zu 
welchen auch beratende Ärzte eines Versicherungsträgers zählen 
(SVR 2021 UV Nr. 34 S. 154 E. 2.3) – kommt Beweiswert zu, sofern sie als 
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 S. 8 E. 3.2).

Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versi-
cherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe 
Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 
ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger 
Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 
V 58 E. 5.1 S. 65; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 154 E. 2.3).

3.2.4 Nach der Rechtsprechung gilt es bei der Beurteilung der Unfall-
kausalität einer Rotatorenmanschettenläsion, die einzelnen Kriterien, die 
für oder gegen eine traumatische Genese der Verletzung sprechen, aus 
medizinischer Sicht gegeneinander abzuwägen und den Sachverhalt zu 
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit 
zu entsprechen. Dabei sind etwa die bildgebenden Befunde, die Vorge-
schichte, der Unfallhergang, der Primärbefund und der Verlauf zu berück-
sichtigen. Dabei kommt dem Unfallmechanismus keine übergeordnete Be-
deutung zu (vgl. SVR 2021 UV Nr. 34 S. 154 E. 4.1.3; Entscheid des BGer 
vom 16. Dezember 2021, 8C_167/2021, E. 4.1). Im Übrigen liegt es nicht 
an den Gerichten, den Expertenstreit hinsichtlich des Nachweises der Un-
fallkausalität von Rotatorenmanschettenrupturen zu entscheiden, sondern 
es ist stets der Einzelfall zu beurteilen (vgl. Entscheid des BGer vom 
16. August 2023, 8C_62/2023, E. 5.2.2).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte den angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 6. September 2022 (AB A43) auf die Berichte von Dr. 
med. E.________ vom 5. März 2022 (AB M10) und von Dr. med. 
F.________ vom 26. Juni 2022 (AB M14). Diese erfüllen die Vorausset-

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zungen der Rechtsprechung an medizinische Berichte (vgl. E. 3.2.2 hier-
vor) und erbringen vollen Beweis. Dabei schadet es nicht, dass es sich um 
Aktenberichte handelt, konnten die Dres. med. E.________ und 
F.________ ihre Stellungnahmen doch auf einen bildgebend (AB M3) so-
wie intraoperativ (AB M8) und damit lückenlos erhobenen Befund abstellen 
(vgl. E. 3.2.2 hiervor). Weiter berücksichtigte insbesondere Dr. med. 
F.________ sämtliche Aspekte, welche bei der Beurteilung der Unfallkau-
salität einer Rotatorenmanschettenläsion rechtsprechungsgemäss einzu-
beziehen sind (vgl. E. 3.2.4 hiervor). Auch setzte sich dieser überzeugend 
mit der anderslautenden Auffassung des Dr. med. K.________ (AB A38) 
sowie der übrigen vorliegend involvierten Ärzte auseinander. Die Schluss-
folgerung der Dres. med. E.________ und F.________, wonach das Ereig-
nis vom 22. Juni 2021 nicht zu einer dauerhaften, strukturellen Schädigung 
in der linken Schulter geführt hat und der Status quo sine per 4. August 
2021 eingetreten ist, leuchtet ein und ist mit Blick auf das dargelegte Argu-
mentarium ohne weiteres nachvollziehbar.

3.4 Die Beschwerdeführerin stellt sich unter Bezugnahme auf das von 
ihr in Auftrag gegebene radiologische Kurzgutachten von PD Dr. med. 
G.________, Facharzt für Radiologie, vom 4. August 2022 (Akten der Be-
schwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 7) zusammenfassend auf den 
Standpunkt, der Sturz vom 22. Juni 2021 habe die am 14. Februar 2022 
operativ versorgte Infraspinatussehnenruptur verursacht. Es gebe keine 
medizinischen Anhaltspunkte, die eine krankhafte bzw. degenerative Ursa-
che der Ruptur als überwiegend wahrscheinlich erscheinen liessen (Be-
schwerde, S. 7 Ziff. 8.4).

Die Beschwerdegegnerin legte das Kurzgutachten ihrem beratenden Arzt 
Dr. med. F.________ zur Beurteilung vor. Dieser nahm dazu am 19. No-
vember 2022 ausführlich Stellung (AB M19): 

3.4.1 Er hielt bezüglich der einzig auf der MR-Arthrographie des linken 
Schultergelenks vom 9. September 2021 fokussierenden Beurteilung von 
PD Dr. med. G.________ (vgl. BB 7 S. 1) fest, zweieinhalb Monate nach 
dem Ereignis liessen sich in der Regel in einem MRI die Zeichen einer fri-
schen Ruptur (Ödem, Fransungen) nicht mehr mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit nachweisen. Die knochennahe periphere Schädigung (Prädi-

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lektionsstelle) spreche klar für eine Vorabnützung. Allerdings sei die Lokali-
sation an der Infraspinatussehne ohne Beteiligung der Supraspinatussehne 
eher aussergewöhnlich. Die fehlende Sehnenretraktion spreche für eine 
kleinere Läsion und somit für eine solche fragwürdiger klinischer Relevanz. 
Schmerzhafte Behinderungen mit subacromialem Impingementcharakter 
seien klar Ausdruck einer Behinderung im vorderen coracoacromialen Bo-
gen. Der distale Sehnenstumpf sei sehr diskret und entspreche nicht einem 
erfüllten Kriterium, dass die Ruptur traumatisch intratendinös erfolgt sei. 
Zudem lägen Veränderungen in der ganzen Infraspinatussehne vor. Es sei 
klar der Eindruck einer vorbestehenden Texturstörung der Infraspinatus-
sehne entstanden. PD Dr. med. G.________ beschreibe die Veränderung 
an der Infraspinatussehne als ein Ödem, das bis zum myotendinösen 
Übergang reiche. Der Muskel selbst zeige keine ödematösen Veränderun-
gen. Damit bestätige PD Dr. med. G.________ zumindest, dass in der gan-
zen Infraspinatussehne klar erkennbare Texturstörungen vorlägen, die 
biomechanisch nicht im Sinne einer traumatischen Entstehung aufgefasst 
werden könnten. Mit den Texturstörungen in der Infraspinatussehne lägen 
klare Hinweise auf eine Sehnenpathologie vor. Auch die minimalen Verän-
derungen am Bicepsanker seien auf degenerative Veränderungen zurück-
zuführen. Die Aussage von PD Dr. med. G.________, wonach im Spalt des 
Os acromiale Flüssigkeit und kein Gewebe abgebildet worden sei, sei zwar 
richtig. Damit sei aber bei weitem noch nicht gesagt, dass diese Verände-
rung frisch traumatisch bzw. zehn Wochen vor der Bildgebung entstanden 
sei. Die sehr schöne Begrenzung mit einer gewissen Verdichtung der rand-
ständigen Struktur spreche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit viel eher 
für eine vorbestehende instabile Separation, die aber durchaus auch trau-
matisiert worden sein könne. Die Folgerung von PD Dr. med. G.________ 
sei somit nicht nachvollziehbar.

3.4.2 Überzeugend wies Dr. med. F.________ des Weiteren auch dar-
auf hin, dass die von PD Dr. med. G.________ getroffene Annahme, wahr-
scheinlich sei unfallbedingt durch eine axiale posterosuperiore Krafteinwir-
kung eine isolierte transmurale Ruptur der Infraspinatussehne mit gleichzei-
tiger Traumatisierung der Synchondrosis in der direkten Nachbarschaft 
erfolgt, auf einem nicht begründeten Schadenmechanismus beruhe. Es 
erscheine glaubwürdig, dass die Versicherte nach vorn auf den Boden ge-

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prallt sei und sich dabei linksdominant beide Ellbogen und Knie am Boden 
aufgeschlagen habe. Dabei seien keine Angaben einer Schultertraumatisie-
rung oder einer primären Schultersymptomatik protokolliert worden (vgl. 
dazu auch Schadenmeldung UVG vom 30. November 2021 [AB A5 Ziff. 9]). 
Durch den beidseitigen Aufprall von Körperregionen der oberen und unte-
ren Extremität sei von einer Lastverteilung auszugehen, welche die isolierte 
Schultertraumatisierung links relativiere. Nicht nachvollziehbar sei die An-
gabe, dass es sich um ein axiales Stauchungstrauma gehandelt habe, 
wenn man gleichzeitig von einer posterosuperioren Krafteinwirkung ausge-
he. Dieser Mechanismus wäre eher einem indirekten distorsionellen Me-
chanismus zuzuordnen. Dabei stelle sich die Frage, auf welche Art die als 
posttraumatisch gewertete Infraspinatussehnen-Schädigung hätte zustande 
kommen können. Eine Sehnenquetschung durch Druck oder eine Sehnen-
ruptur durch Zerrung bzw. Zug müssten Verletzungsmechanismen entspre-
chen, die in der gängigen versicherungsmedizinischen Standardliteratur 
anerkannt seien. Weder die Sehnenquetschung noch die Ruptur unter nicht 
eindeutig vorgespannter und gleichzeitig auch ruckartiger exzentrisch wir-
kender Zugbelastung seien beim geschilderten Schadensmechanismus 
nachvollziehbar. Ausserdem sei zu berücksichtigen, dass auch im (funktio-
nellen) Skapulothorakalgelenk beim vermuteten Schadensmechanismus 
einer indirekten Schultertraumatisierung viele Kräfte gepuffert und aufge-
fangen werden könnten. Gegen eine axiale Stauchung spreche auch klar 
der Umstand, dass beim frontalen Aufprall mit beidseitiger Traumatisierung 
der linke Arm nicht in der entsprechenden erforderlichen Abduktionsstel-
lung gewesen sein könne, um eine axiale Stauchung zu bewirken. Der ge-
schilderte Schadensmechanismus könne also nicht als charakteristisch für 
das vorgefundene Schadensbild an der Infraspinatussehne bezeichnet 
werden.

3.4.3 Mit dem Bericht vom 19. November 2022 (AB M19) widerlegte Dr. 
med. F.________ die Ausführungen des Privatgutachters PD Dr. med. 
G.________ überzeugend. Dabei ist der Tatsache besonderes Gewicht 
beizumessen, dass sich seine Darlegungen – anders als diejenigen des 
Privatgutachters – nicht einzig an den MRI-Bildern orientieren, sondern auf 
allseitigen Überlegungen beruhen (vgl. bereits E. 3.3 hiervor). Das Kurz-
gutachten von PD Dr. med. G.________ vom 4. August 2022 (BB 7) ver-

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mag dementsprechend keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverläs-
sigkeit und der Schlüssigkeit der Berichte von Dr. med. E.________ vom 5. 
März 2022 (AB M10) und von Dr. med. F.________ vom 26. Juni 2022 (AB 
M14) zu wecken, so dass es der in der Beschwerde eventualiter beantrag-
ten Durchführung einer externen medizinischen Beurteilung (Beschwerde, 
S. 2 Ziff. I./1.) nicht bedarf.

3.5 Ist die Schädigung nach dem hiervor Gesagten vorwiegend auf 
den Vorzustand zurückzuführen (vgl. E. 3.3 hiervor), entfällt auch eine Leis-
tungspflicht nach Massgabe von Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG ohne weiteres (vgl. 
E. 2.1 f. hiervor).

4.

Nach dem Dargelegten verneinte die Beschwerdegegnerin einen über den 
31. August 2021 hinausgehenden Anspruch auf Leistungen der obligatori-
schen Unfallversicherung zu Recht. Damit ist der angefochtene Einspra-
cheentscheid vom 6. September 2022 (AB A43) nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben. 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

5.3 Der Versicherungsträger übernimmt die Kosten der Abklärung, 
soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen an-
geordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen 
für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil 
nachträglich zugesprochener Leistungen bilden (Art. 45 Abs. 1 ATSG). Die 

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Kosten eines von der versicherten Person selbst veranlassten Gutachtens 
sind vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sich der medizi-
nische Sachverhalt erst aufgrund des neu beigebrachten Untersuchungs-
ergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Versicherer insoweit eine 
Verletzung der ihm im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes obliegen-
den Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist 
(SVR 2018 IV Nr. 77 S. 257 E. 8).

Das von der Beschwerdeführerin eingereichte Kurzgutachten von PD Dr. 
med. G.________ vom 4. August 2022 (BB 7) war im vorliegenden Verfah-
ren für die Beurteilung nicht massgebend und der Beschwerdegegnerin ist 
denn auch keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vorzuwerfen, 
womit die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die diesbezügli-
chen Kosten (vgl. BB 8) nicht zu ersetzen hat.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- AXA Versicherungen AG, Generaldirektion  
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.