# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd4cf0e2-22b5-518b-aaa8-e36cf7aa6d5b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 09.10.2023 SB230137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230137_2023-10-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB230137-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, die Ersatzoberrich-

ter lic. iur. Kessler und Dr. iur. Bezgovsek sowie die Gerichtsschrei-

berin MLaw Gitz 

 

Urteil vom 9. Oktober 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____,  
Privatklägerin 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend Raufhandel 
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, Strafsachen, vom 
16. Mai 2022 (GG210045) 

-   2   - 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 11. Novem-

ber 2021 (Urk. 37) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der schweren Körperverletzung 

im Sinne von Art. 122 StGB freigesprochen. 

2. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 

133 StGB.  

3. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu 

Fr. 70.–, entsprechend Fr. 7'700.–, wovon bis und mit heute ein Tagessatz 

durch einen Tag Haft erstanden ist.  

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probe-

zeit von zwei Jahren. 

5. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte zusammen mit der Beschuldigten 

C._____ (separates Verfahren mit der Geschäftsnummer GB210036-D) ge-

genüber der Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze 

nach solidarisch schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

6. Die Beschuldigte wird mit der Beschuldigten C._____ (separates Verfahren 

mit der Geschäftsnummer GB210036-D) solidarisch verpflichtet, der Privat-

klägerin eine Genugtuung in Höhe von Fr. 5'000.– nebst Zins zu 5% seit 

16. September 2018 zu bezahlen. Im Mehrumfang wird das Genugtuungs-

begehren abgewiesen. 

7. Die gemäss Spurenbericht des FOR vom 19. September 2018 sowie Kurz-

bericht des FOR vom 30. Juli 2019 aufgelisteten Sicherstellungen, Asserva-

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te, Spuren und Spurenträger (K180916-008 / 73680894) werden nach 

rechtskräftiger Erledigung dieses Verfahrens vernichtet.  

8. Die Entschädigung von Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ für die unentgeltliche 

Vertretung der Privatklägerin wird auf Fr. 3'606.90 festgesetzt (inkl. Baraus-

lagen und Mehrwertsteuer). 

9. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Entschädigung für 

die unentgeltliche Rechtsvertretung im Umfang von gerundet Fr. 1'803.45 

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'200.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'500.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 5'529.95   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 50.–    Auslagen 

Fr. 109.–   Entschädigung Zeuge 

Fr.  3'606.90   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 

Fr. 14'995.85   Total 
  

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-

sigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel auf Fr. 800.–. 

11. Die Kosten und Gebühren des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfah-

rens werden der Beschuldigten zur Hälfte auferlegt und im übrigen Umfang 

auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der unentgeltlichen Vertre-

tung der Privatklägerin werden zur Hälfte einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen und im restlichen Umfang definitiv abgeschrieben. Vorbehalten 

bleibt die Verpflichtung der Beschuldigten, dem Kanton diese Entschädigun-

gen im Umfang der Hälfte zurückzuzahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 426 Abs. 4 StPO). 

12. Der Beschuldigten wird eine (um die Hälfte) reduzierte Entschädigung von 

Fr. 9'644.54 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) für die Aufwendungen 

-   4   - 

ihrer erbetenen Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen. Das Ver-

rechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten. 

Berufungsanträge:  

a) Der Verteidigung der Beschuldigten: 

(Urk. 85 S. 1) 

1. Die Ziffern 2 - 6 sowie Ziff. 9, 11 und 12 des vorinstanzlichen Urteils 

des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 16. Mai 2022 seien aufzuheben. 

2. Namentlich sei die Beschuldigte auch von Schuld und Strafe bezüglich 

des Vorwurfs des Raufhandels i.S.v. Art. 133 StGB freizusprechen und 

es sei von der Auferlegung von Genugtuung und Schadenersatz abzu-

sehen. 

3. Die Verfahrenskosten und die Entschädigung für die Aufwendungen 

der erbetenen Verteidigung seien von der Staatskasse zu tragen und 

der Beschuldigten sei eine Entschädigung im Ermessen des Gerichts 

zuzusprechen. 

4. Das Verfahrensprotokoll sei in vollem Umfang zu den Verfahrensakten 

zu nehmen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:  

(Urk. 72, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

_____________________________________ 

 

-   5   - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

Die Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 16. Mai 2022 

gemäss dem eingangs erwähnten Urteilsdispositiv des Raufhandels schuldig ge-

sprochen. Vom Vorwurf der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

StGB wurde sie freigesprochen (Urk. 67). Das Urteil wurde gleichentags mündlich 

eröffnet und im Dispositiv übergeben (Prot. I S. 18-22). Die Beschuldigte meldete 

innert Frist Berufung an (Urk. 63). Die Berufungserklärung liess sie mit Eingabe 

vom 1. Februar 2023 ebenfalls innert Frist einreichen (Urk. 68). Die Staatsanwalt-

schaft beantragt mit Eingabe vom 6. März 2023 die Bestätigung des vorinstanzli-

chen Urteils und ersucht um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungs-

verhandlung (Urk. 72). Die Privatklägerin verzichtet auf Anschlussberufung 

(Urk. 73). Die Parteien wurden am 20. April 2023 zur Berufungsverhandlung auf 

den 4. Oktober 2023 vorgeladen (Urk. 75), zu welcher die Beschuldigte in Beglei-

tung ihres Verteidigers erschienen ist (Prot. II S. 3). 

II. Prozessuales 

Auch wenn das Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt 

es am Ende ein insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzuge-

ben hat, welche Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 

244 E. 1.3.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_533/2016 vom 29. November 2016 

E. 4.2 mit Hinweisen). Die Beschuldigte beantragt im Berufungsverfahren einen 

vollumfänglichen Freispruch. Nicht angefochten ist der Freispruch vom Vorwurf 

der schweren Körperverletzung (Dispositivziffer 1), die Anordnung der Vernich-

tung von Asservaten etc. (Dispositivziffer 7), die Entschädigungsregelung in Be-

zug auf die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin (Dispositivziffer 8) 

sowie die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 10). Insoweit ist das vorinstanzliche 

Urteil in Rechtskraft erwachsen (Art. 402 StPO), was vorab mit Beschluss festzu-

stellen ist. 

-   6   - 

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

A. Anklagevorwurf  

Zum Anklagevorwurf ist auf die dem Urteil angeheftete Anklageschrift  zu verwei-

sen (Urk. 37). Zu beachten ist, dass der Freispruch vom Vorwurf der schweren 

Körperverletzung unangefochten blieb. Es ist daher nicht mehr zu prüfen, ob die 

Beschuldigte der Privatklägerin mit der Faust bzw. dem Absatz eines Schuhs die 

schwere Augenverletzung zufügte. Der Sachverhalt ist demnach einzig noch im 

Hinblick auf den Vorwurf des Raufhandels relevant. Im Wesentlichen geht es da-

rum, dass sich zwischen der Beschuldigten und der Privatklägerin am 16. Sep-

tember 2018 bei einem Konzert beim Tanzen vor der Bühne eine Auseinander-

setzung entwickelt habe. Die Beschuldigte habe mit ihrem linken Oberarm gegen 

die Schulter der Privatklägerin gestossen. Die Beschuldigte habe sich mit einer 

Geste entschuldigt und ihre Handgelenke auf die Schultern der Privatklägerin ge-

legt und sie mit dem linken Handgelenk nach unten gedrückt. Die Privatklägerin 

meinte, die Beschuldigte solle aufpassen und habe dieser eine oder zwei Ohrfei-

gen verpasst und sie im Gesicht gekratzt. Die Beschuldigte habe ihr daraufhin ein 

Getränk ins Gesicht geleert. Gemäss Anklage habe die Beschuldigte dann der 

Privatklägerin mit der Faust aufs rechte Auge geschlagen, was indessen gemäss 

Vorinstanz nicht erstellt ist. Die Privatklägerin habe die Beschuldigte erneut ge-

ohrfeigt und gekratzt, woraufhin die Beschuldigte diese an den Haaren gepackt 

habe. Daraufhin hätten sich weitere Kolleginnen eingemischt und die beiden nach 

hinten auseinandergezogen. Schliesslich seien C._____, D._____, die Privatklä-

gerin und die Beschuldigte – weil sie die Privatklägerin nach wie vor an den Haa-

ren festgehalten habe – zu Boden gestürzt. Am Boden habe die Beschuldigte die 

Privatklägerin auf den Boden gedrückt und geboxt, während die Privatklägerin die 

Beschuldigte weiter gekratzt und nach ihr getreten habe. In der Folge habe die 

Beschuldigte die Privatklägerin mit einem Schuhabsatz aufs Auge geschlagen, 

was indessen gemäss Vorinstanz als nicht erstellt gilt. Dann seien weitere Perso-

nen hinzugekommen (E._____, F._____ und G._____ sowie ein unbekannter 

Mann), um die am Boden liegenden Frauen zu trennen. Derweil hätten G._____ 

und C._____ sich gegenseitig an der Hand bzw. am Handgelenk und den Haaren 

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gepackt und sie seien durch das gegenseitige Zerren an den Haaren erneut ge-

meinsam zu Boden gegangen. Die Privatklägerin habe eine bleibende Augenver-

letzung erlitten, die Beschuldigte mehrere Kratzwunden. Die Beschuldigte habe 

sich dadurch des Raufhandels schuldig gemacht (vgl. im Einzelnen Urk. 37 S. 3-

4).  

B. Standpunkt Beschuldigte 

Die Beschuldigte erklärte in der Schlusseinvernahme auf den Vorhalt des Ankla-

gesachverhaltes, dass es keine Benützung eines Schuhes und kein Boxen gege-

ben habe (Urk. 11/8 S. 12). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab die Be-

schuldigte wiederum an, ihre beiden Schuhe die ganze Zeit angehabt zu haben 

(Prot. II S. 11). Weiter führte sie aus, sie habe die Privatklägerin – nachdem sie 

dieser den Whisky ins Gesicht gegossen und diese ihr eine Ohrfeige gegeben 

habe – an den Haaren gepackt und an den Haaren gezogen (Prot. II S. 12). Die 

Verteidigung macht hinsichtlich dem vorgeworfenen Raufhandel geltend, die Be-

schuldigte habe sich lediglich reflexartig verteidigt. Sie habe sich namentlich an 

den Haaren der Privatklägerin "gehalten". Dann seien weitere Personen hinzuge-

kommen, welche die Beschuldigte und die Privatklägerin an den Haaren gezogen 

hätten und es sei namentlich die Privatklägerin gewesen, welche die Beschuldigte 

auf den Boden mitgerissen habe. Die Beschuldigte habe in dieser Konstellation 

nur auf der Privatklägerin landen können (Urk. 58 S. 8f., Urk. 85 S. 5). 

C. Ausgangslage 

1. Die Vorinstanz hat die Beschuldigte des Raufhandels im Sinne von Art. 133 

StGB schuldig gesprochen. Sie erwog im Wesentlichen, die Beschuldigte habe 

sich bezüglich des eingeklagten Sachverhalts insoweit mehrheitlich geständig ge-

zeigt. Die Beschuldigte habe sich nicht nur reflexartig verteidigt, sondern aktiv an 

der Auseinandersetzung beteiligt. Dafür spreche (auch) der Umstand, dass sich 

die Beschuldigte nach dem Sturz auf der Privatklägerin befunden hat und damit 

Oberhand über das Geschehen hatte, was von der (polizeilichen) Auskunftsper-

son E._____ und der Zeugin F._____ bestätigt worden sei. Weiter sei in der Vide-

oaufnahme ersichtlich, dass die Beschuldigte von der Privatklägerin durch min-

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destens zwei Personen habe getrennt werden müssen. Diese hätten die Beschul-

digte weggezogen bzw. weggestossen und anschliessend zurückgehalten, weil 

die Beschuldigte den Anschein machte, auf die Privatklägerin losgehen zu wollen. 

Dieser Versuch der aktiven Einbringung in das Geschehen spreche gegen ein 

reines Abwehrverhalten und gehe sichtlich über eine reine Abwehr hinaus. Es sei 

daher erstellt, dass es sich um eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung 

von mindestens drei Personen gehandelt habe (Urk. 67 S. 36-39).  

Anzufügen ist, dass die Mitbeschuldigte C._____ ebenfalls mit Urteil vom 16. Mai 

2022 des Raufhandels schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe 

verurteilt wurde. Weiter wurde sie solidarisch mit der Beschuldigten verpflichtet, 

der Privatklägerin eine Genugtuung zu bezahlen. Die von ihr erhobene Berufung 

gegen dieses Urteil hat sie mit Eingabe vom 6. Februar 2023 zurückgezogen (vgl. 

Prozessnummer SB230138). G._____ wurde mit Strafbefehl vom 11. November 

2021 ebenfalls des Raufhandels schuldig gesprochen (Urk. 40). Weiter liegt eine 

Anklage gegen die Privatklägerin wegen Raufhandels bei den Akten (Urk. 35). 

Von diesem Vorwurf wurde sie offenbar freigesprochen (Urk. 85 S. 2). 

2. Die Verteidigung führte im Rahmen der Berufungsverhandlung aus, es sei 

nicht nachvollziehbar bzw. stossend, dass die Privatklägerin vom Vorwurf des 

Raufhandels freigesprochen wurde, während ein Schuldspruch der Beschuldigten 

betreffend Raufhandel erfolgte (Urk. 85 S. 6). Diesbezüglich ist darauf hinzuwei-

sen, dass sich das vorliegende Urteil unabhängig vom Entscheid betreffend die 

Privatklägerin mit dem Tatvorwurf gegenüber der Beschuldigten zu befassen hat 

und der Vorwurf gegen die Privatklägerin nicht Gegenstand dieses Verfahrens 

bildet. 

D. Beweismittel und Beweisgrundsätze 

1. Die Vorinstanz hat die im vorliegenden Verfahren relevanten Aussagen, so 

insbesondere die Aussagen der Beschuldigten, der Mitbeschuldigten C._____, 

der Mitbeschuldigten G._____, der Privatklägerin und der Zeugin F._____, sorg-

fältig und korrekt zusammengefasst (Urk. 67 S. 21-29). Weiter hat sie die Sach-

beweismittel (Videoaufnahmen, Fotoaufnahmen, Chatnachrichten, DNA-

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Gutachten sowie die medizinischen Unterlagen) verständlich und korrekt darge-

legt und erläutert sowie deren Beweisaussage zutreffend dargelegt (Urk. 67 

S. 13-20). Darauf ist in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO zur Vermeidung un-

nötiger Wiederholungen zu verweisen.  

2. Zu den allgemeinen Beweiswürdigungsregeln kann auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 67 S. 8-12) und die einschlägige Rechtspre-

chung des Bundesgerichts (BGE 146 IV 88 E. 1.3.1; 145 IV 154 E. 1.1; 144 IV 

345 E. 2.2.3.2; 124 IV 86 E. 2a; je mit Hinweisen) verwiesen werden. Schliesslich 

hat sich die Vorinstanz zutreffend zur allgemeinen Glaubwürdigkeit der befragten 

Personen geäussert (Urk. 67 S. 29 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO), wobei relativierend 

festzuhalten ist, dass der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer einvernommenen 

Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft gegenüber der 

Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage für die Wahrheitsfindung nur untergeord-

nete Bedeutung zukommt (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3; 147 IV 409 E. 5.4.3; 133 I 33 

E. 4.3 mit Hinweisen). Entscheidend ist letztlich die Glaubhaftigkeit der Aussage 

zum Tathergang bzw. die Überzeugung des Gerichts betreffend deren Wahrheits-

gehalt (BGE 147 IV 409 E. 5.4.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_1029/2021 vom 

24. August 2022 E. 2.1.2; je mit Hinweisen).  

E. Würdigung 

1. Rechtliche Grundlagen Raufhandel 

Wer sich an einem Raufhandel beteiligt, der den Tod oder die Körperverletzung 

eines Menschen zur Folge hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe bestraft (Art. 133 Abs. 1 StGB). Nicht strafbar ist, wer ausschliesslich 

abwehrt oder die Streitenden scheidet (Art. 133 Abs. 2 StGB). Raufhandel ist die 

tätliche, wechselseitige Auseinandersetzung zwischen mindestens drei Personen. 

Liegt ein Raufhandel im beschriebenen Sinne vor, gilt jegliche aktive Teilnahme – 

und sei es nur ein einziger Schlag zur Abwehr oder Streitschlichtung – als Beteili-

gung (Urteile des Bundesgerichts 6B_415/2021 vom 11. Oktober 2021 E. 4.3.1 

und 6B_1163/2020 vom 25. Februar 2021 E. 3.1.1; BGE 137 IV 1 E. 4.2.2; STE-

FAN MAEDER, Basler Kommentar Strafrecht, Strafgesetzbuch und Jugendstrafge-

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setzbuch, 4. Auflage, Basel 2019 (nachfolgend BSK StGB- MAEDER), Art. 133 

N 13 mit Hinweisen). Wer aber tätlich ausschliesslich abwehrt oder die Streiten-

den scheidet, beteiligt sich an einem Raufhandel, weil er tätlich ist, doch ist er 

gemäss Art. 133 Abs. 2 StGB nicht strafbar, da er ausschliesslich abwehrt oder 

die Streitenden scheidet. Keine straflose Beteiligung liegt etwa vor, wenn eine 

Person sich weitergehend in das Geschehen einmischt: Eine Ehefrau, die nicht 

bloss ihren Mann von dem am Boden liegenden Opfer wegzerren will, sondern 

sich ausserdem mit dem Gesäss auf den Kopf des Opfers setzt, wehrt nicht bloss 

ab und versucht auch nicht nur, die Streitenden zu trennen. Nicht auf die Straflo-

sigkeit berufen kann sich überdies die Partei, die den Streit bewusst provoziert 

oder angeheizt hat, danach aber nur abwehrt. Dies wird damit begründet, dass 

nur derjenige straflos bleibe, der "ausschliesslich" abwehrt oder die streitenden 

scheidet (BSK-StGB-MAEDER, Art. 133 N 18-19). Beteiligt sind diejenigen Perso-

nen, welche sich wechselseitig bekämpfen. Zu diesen gehören die Personen, 

welche Schläge etc. austeilen, die mindestens einer Tätlichkeit entsprechen (AN-

DREAS DONATSCH in: StGB Kommentar, 21. Auflage, Zürich 2022 (nachfolgend 

OFK StGB-DONATSCH), Art. 133 N 2). Nicht erfasst ist ein rein verbaler Schlagab-

tausch, da eine tätliche Auseinandersetzung gefordert ist (BSK StGB- MAEDER, 

Art. 133 N 12). Im Sinne einer objektiven Strafbarkeitsbedingung ist weiter vo-

rausgesetzt, dass der Raufhandel zum Tod oder zur körperlichen Schädigung im 

Mindestumfang von Art.  123 StGB eines Teilnehmers oder eines Dritten führt 

(BGE 141 IV 454 E. 2.3.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1163/2020 vom 25. 

Februar 2021 E.3.1.1 und 6B_889/2019 vom 6. November 2019 E. 1.6). Auch 

derjenige, der vor der Erfüllung der objektiven Strafbarkeitsbedingung vom Rauf-

handel ausscheidet, ist Beteiligter, da seine bisherige Mitwirkung die Streitfreu-

digkeit der Beteiligten gesteigert hat, sodass die dadurch erhöhte Gefährlichkeit 

der Schlägerei regelmässig auch über die Dauer der Beteiligung einzelner Perso-

nen hinaus fortwirkt (BGE 137 IV 1 E. 4.2.2). In subjektiver Hinsicht verlangt 

Raufhandel, dass der Täter mit der Beteiligung von mehr als zwei Personen an 

der tätlichen Auseinandersetzung einverstanden ist. Die objektive Strafbarkeits-

bedingung muss vom Vorsatz nicht erfasst sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.2; 

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6B_415/2021 vom 11. Oktober 2021 E. 4.3.; OFK StGB-DONATSCH, Art. 133 N 5-

6). 

2. Tätliche Auseinandersetzung / aktive Teilnahme Beschuldigte 

2.1. Vorab hat die Beschuldigte selber ausgesagt, der Privatklägerin den Inhalt 

eines Bechers Whisky-Cola ins Gesicht geschüttet zu haben (Urk. 11/3 Frage 51; 

Urk. 11/1 S. 17; Prot. II S. 9 f., 12), was eine Tätlichkeit darstellt. Dies war gemäss 

eigener Darstellung der Beschuldigten eine Reaktion auf eine Ohrfeige der Privat-

klägerin und Kratzer in ihrem Gesicht (Urk. 11/3 Fragen 46-49, Urk. 11/1 S. 17; 

Prot. II S. 10), welche wiederum als Tätlichkeiten zu qualifizieren sind. Entgegen 

den Erwägungen der Vorinstanz ist die Beschuldigte auf dieser Schilderung zu 

behaften. Es wurden denn auch DNA-Spuren der Beschuldigten unter den Fin-

gernägeln der Privatklägerin festgestellt (Urk. 13/13 S. 2). Würde man verneinen, 

dass die Privatklägerin die Beschuldigte vorgängig ohrfeigte und kratzte, müsste 

ohnehin davon ausgegangen werden, dass die Beschuldigte mit dem Schütten 

des Drinks in das Gesicht der Privatklägerin den Streit bewusst provoziert oder 

zumindest angeheizt hat. Sodann hat die Beschuldigte wiederum selber ange-

führt, sie sei dann erneut von der Privatklägerin auf die Nase geschlagen worden 

und sie habe dann von vorne die Haare der Privatklägerin gepackt und daran ge-

zogen (Urk. 11/3 Fragen 63 und 71; Urk. 11/1 S. 17; Prot. II S. 12). In der Unter-

suchung sagte sie dazu: "Zuerst hat Frau B._____ [die Privatklägerin] mich ge-

schlagen, auf die Nase, dann hat es mir weh getan. Dann habe ich das Getränk 

aus meinem Becher ausgeschüttet, habe sie an ihren Haaren gepackt und daran 

gezogen und dann hat sie mich gekratzt." (Urk. 11/1, S. 23). Anlässlich der 

Hauptverhandlung gab sie dazu an, mit ihren Händen fest an die Haare der Pri-

vatklägerin gefasst und sie an den Haaren "gezerrt" zu haben (Urk. 53 S. 7). In 

der Berufungsverhandlung führte die Beschuldigte diesbezüglich aus, sie habe 

die Privatklägerin an den Haaren gepackt und gezogen. Als sie zu Boden gefallen 

seien, habe sie die Haare immer noch in der Hand gehabt. Sie habe die Haare 

nicht loslassen können, es sei wie ein Krampf gewesen. Es könne sein, dass sie 

aufgrund der Aufregung oder der Wut nicht habe loslassen können (Prot. II S. 12). 

Entgegen der Beschönigung der Verteidigung hat die Beschuldigte die Privatklä-

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gerin nicht an den Haaren "gehalten", sondern die Haare gepackt und daran "ge-

zogen" bzw. "gezerrt", wie sie mehrfach ausführte. Abgesehen davon, dass auch 

dieses Verhalten eine Tätlichkeit darstellt, muss hier von einem festen Zupacken 

und Zerren an den Haaren der Privatklägerin gesprochen werden, führte der Fall 

der Privatklägerin dann wegen dem Haarehalten nach eigenen Angaben der Be-

schuldigten doch zu ihrem Hinfallen (Prot. II S. 11 f.). C._____ hat denn auch 

ausgesagt, gesehen zu haben, dass die beiden körperlichen Kontakt hatten und 

sie dazwischen gegangen sei. Sie habe mit der rechten Hand nach der Privatklä-

gerin gegriffen und diese zurückgezogen. Auch D._____ habe versucht, die bei-

den zu trennen und es seien eigentlich alle vier zusammen gestürzt (Urk. 11/1 

S. 15 f.). Auch die Beschuldigte führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, 

D._____ habe sie und die Privatklägerin trennen wollen. Durch die Bewegung 

seien sie alle zu Boden gegangen (Prot. II S. 12). Es besteht kein Anlass, nicht 

auf diese Zugaben abzustellen. Weiter hat C._____ durchaus glaubhaft ausge-

sagt, am Boden von der anderen Frau (G._____) an den Haaren gezogen worden 

zu sein. Sie hätten sich dann gegenseitig an den Haaren gezogen und zu Fall ge-

bracht. Sie habe versucht, sich mit Händen und Füssen zu befreien (Urk. 11/1 

S. 18-19; Urk. 11/2 Frage 32). Ob sie dieser anderen Frau wie von ihr beschrie-

ben am Boden auch noch einen Fusstritt versetzte, kann offen gelassen werden. 

Das gegenseitige Zerren an den Haaren dieser beiden wird auch durch die Zeu-

gin F._____ bestätigt (Urk. 12/4 Fragen 46 und 52). Die Beschuldigte selber hat in 

einer Chatnachricht an C._____ am 17. September 2018 um 19.01 Uhr und 19.02 

Uhr geschrieben, dass C._____ "G._____" (G._____) an den Haaren gezogen 

und ins Gesicht geschlagen habe. Weiter schreibt sie dort: "Wohin man C._____ 

gezogen hat, kam die G._____ auch mit, da die Haaren von G._____ in den Hän-

den von C._____ waren" (Urk. 15/8; Urk. 53 S. 8). Die Beschuldigte spricht darin 

klar auch von einem Schlagen durch die Mitbeschuldigte C._____ gegenüber 

G._____. In der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz schilderte sie, gesehen zu 

haben, dass C._____ mit der Faust Richtung G._____ zeigte (Urk. 53 S. 8). Wei-

ter ist anzuführen, dass die Privatklägerin durchaus glaubhaft und in Überein-

stimmung mit der Beschuldigten ausgesagt hat, dass sie von hinten – also einer 

Drittperson – am Hals gepackt worden und zu Boden gefallen sei (Urk. 11/1 S. 17; 

-   13   - 

Urk. 54 S. 6). Dies passt denn auch zu der unbestrittenen Tatsache, dass die Pri-

vatklägerin auf dem Rücken auf dem Boden lag. Sodann geht auch die Verteidi-

gung der Beschuldigten davon aus, dass dort bis zu zehn Personen mehr oder 

weniger ringsum beteiligt waren (Urk. 58 S. 4; Urk. 85 S. 2). Die Beschuldigte sel-

ber spricht davon, dass mehr als sechs Personen an diesem Vorfall beteiligt wa-

ren (Urk. 53 S. 8). Die Ausführungen der Verteidigung, die Beschuldigte habe in 

dieser Auseinandersetzung lediglich reflexartig gehandelt bzw. sich verteidigt, er-

weisen sich als nicht überzeugend, führte doch die Beschuldigte selbst aus, sie 

habe die Privatklägerin an den Haaren gepackt und gezogen und diese aus Auf-

regung oder Wut während längerer Zeit krampfähnlich festgehalten bzw. nicht 

losgelassen (Prot. II S. 12). Sodann befand sich die Beschuldigte gemäss Aussa-

gen der Zeugin F._____ gebückt über der Privatklägerin und machte Schlagbe-

wegungen (Urk. 12/4 Fragen 34-36; Urk. 12/5 Frage 19). Schliesslich kann der 

Videoaufnahme entnommen werden, dass sich die Beschuldigte am Boden auf 

der Privatklägerin befunden hat und sie durch mindestens zwei Personen haben 

getrennt werden müssen. So musste die Beschuldigte zurückgehalten und mit ei-

nigem Kraftaufwand weggezerrt werden, da sie nicht freiwillig von der Privatkläge-

rin abgelassen hatte (Urk. 11/9 00:05). Auch die Beschuldigte selbst spricht da-

von, sie habe bemerkt, dass eine Person sie "weggezerrt" habe (Prot. II S. 11). 

Die Beschuldigte wollte somit offensichtlich weiterhin an der Auseinandersetzung 

teilnehmen (Urk. 11/9 00:05). Weiter ist darauf hinzuweisen, dass auch Fotos von 

Kratzspuren bei den Akten liegen (Urk. 15/3; Urk. 15/8 S. 1; Urk. 53 S. 9/10). Es 

ist somit eine aggressive Haltung der Beschuldigten sowie der Mitbeschuldigten 

C._____ gegenüber der Privatklägerin ersichtlich.  

Schliesslich ist belegt, dass die Privatklägerin eine Augenverletzung erlitt. Klar ist 

auch, dass sie diese Verletzung im Rahmen der fraglichen Auseinandersetzung 

erlitt. Auch wenn nicht erstellt ist, dass ihr die Beschuldigte diese Verletzung (mit-

tels eines Faustschlags oder eines Schlages mit einem Schuhabsatz aufs Auge) 

zufügte, muss sich die Privatklägerin diese Verletzung – wie die Verteidigung sel-

ber ausführt – irgendwann im Getümmel zugezogen haben (Urk. 58 S. 4) bzw. ihr 

diese zugefügt worden sein. Ob die Beschuldigte vor der Zufügung dieser Verlet-

-   14   - 

zungen von der Auseinandersetzung weggezerrt wurde, ist unerheblich, da be-

reits die Beteiligung am Raufhandel unter Strafe gestellt ist.  

2.2. Ergänzend ist auf die Aussage der Zeugin F._____ (nachfolgend F._____) 

hinzuweisen, die entgegen der Vorinstanz durchaus glaubhaft wirkt. Vorab hat 

F._____ unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB – notabene in An-

wesenheit der Privatklägerin, der Beschuldigten sowie der Mitbeschuldigten 

C._____ und G._____ und deren Rechtsvertreter – ausgesagt (Urk. 12/5 S. 1). 

Des Weiteren ist sie gemäss eigenen Angaben sowohl mit der Beschuldigten wie 

auch mit der Privatklägerin befreundet bzw. bekannt (Urk. 12/4 Fragen 5-6, 

Urk. 12/5 Frage 10). Sie hat übereinstimmend mit den Erkenntnissen aus der Vi-

deoaufnahme ausgesagt, dass die Privatklägerin am Boden gelegen und die Be-

schuldigte und die Mitbeschuldigte C._____ über der Privatklägerin gebückt ge-

wesen seien (Urk. 12/4 Frage 14). In Übereinstimmung mit anderen Aussagen 

schilderte F._____ das gegenseitige an den Haaren ziehen zwischen G._____ 

(G._____) und C._____ (C._____) (Urk. 12/4 Fragen 46 und 52; Urk. 12/5 Fra-

ge 25). Sodann hat die Zeugin F._____ konstant ausgesagt, nicht gesehen zu 

haben, dass die Privatklägerin mit einem Schuhabsatz geschlagen worden sei 

(Urk. 12/4 Fragen 33 und 49-50; Urk. 12/5 Frage 42). Auch hat sie bei der Polizei 

letztlich erklärt, sie könne nicht sagen, welche der beiden (die Beschuldigte oder 

die Mitbeschuldigte C._____) der Privatklägerin Verletzungen zugefügt habe. Ge-

rade vor dem Hintergrund, dass sie angibt, die Privatklägerin habe sie bei ihrer 

Aussage beeinflussen wollen, erscheint ihre Aussage, sie habe ihr (der Privatklä-

gerin) gleich gesagt, sie werde nur aussagen, was sie gesehen habe, überzeu-

gend (Urk. 12/5 Fragen 54-55). Gleiches gilt auch vor dem Hintergrund des Chats 

zwischen ihr und C._____, wo sie schreibt: "Ich habe gesagt, was ich gehört ha-

be" (Urk. 12/5 S. 9-12). Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass 

die Zeugin F._____ sich hinsichtlich Faustschlägen der Kontrahenten nicht immer 

gleichbleibend geäussert habe (Urk. 67 S. 33). In der polizeilichen Einvernahme 

führte die Zeugin F._____ aus, gesehen zu haben, wie sich die Beschuldigte und 

die Mitbeschuldigte C._____ mit den Fäusten geschlagen hätten. Die Beschuldig-

te habe sicher mehr als zwei Mal auf die Privatklägerin eingeschlagen (Urk. 12/4 

Fragen 34-36). Anlässlich der Zeugeneinvernahme erklärte sie dann zur Frage, 

-   15   - 

ob sie Schläge beobachtet habe: "Ich habe einfach diese Handbewegungen ge-

sehen, von beiden, von allen aber ich habe nicht gesehen, welche Hand zu wel-

cher Person gehörte". In einer Protokollnotiz wurde festgehalten, dass sie wäh-

rend dieser Aussage Faustschläge mit beiden Händen nach vorne in die Luft ma-

che (Urk. 12/5 Frage 18). Die Anschlussfrage, ob alle drei diese Schlagbewegun-

gen gemacht hätten, bejahte die Zeugin. Sie gab weiter auch an, dass sich so-

wohl C._____ wie auch die Privatklägerin mit den Füssen wehrten (Urk. 12/5 Fra-

gen 19-21). Entgegen der Ansicht der Vorinstanz kann hier nicht von eigentlichen 

widersprüchlichen Aussagen der Zeugin gesprochen werden, welche sie als un-

glaubhaft erscheinen lassen. Es ist vielmehr so, dass die Zeugin ihre früheren 

Schilderungen anlässlich der Zeugenbefragung lediglich relativierte und sehr vor-

sichtig und zurückhaltend aussagte. Dies ist auch angesichts der Umstände an-

lässlich der Einvernahme nachvollziehbar, waren doch sämtliche Kontrahenten, 

mit denen sie allesamt befreundet ist, anwesend. Weiter wurde sie auf die strenge 

Strafandrohung von Art. 307 StGB aufmerksam gemacht. Entscheidend ist indes-

sen, dass sie letztlich übereinstimmend mit ihren früheren Aussagen bei der Poli-

zei im Kern bestätigte, dass die drei am Boden liegenden Frauen (die Beschuldig-

te auf dem Rücken, die Privatklägerin und die Mitbeschuldigte C._____ über ihr) 

Schlagbewegungen machten. Auch wenn die Zeugin F._____ Faustschläge von 

C._____ und der Beschuldigten nicht mehr bestätigte, kann vor diesem Hinter-

grund auf ihre Aussage abgestellt werden, dass alle drei Schlagebewegungen 

machten und sich C._____ sowie die Privatklägerin mit den Füssen wehrten. Es 

sind somit zwar keine Faustschläge aufs Auge erstellt, aber doch Schläge bzw. 

Schlagbewegungen. 

2.3 In Bezug auf den Einwand der Verteidigung, die Vorinstanz habe die Aussa-

gen der Beschuldigten als nicht per se unglaubhaft und diejenigen der Privatklä-

gerin als wechselhaft, inkonsistent und widersprüchlich gewürdigt (Urk. 85 S. 5 f.), 

ist darauf hinzuweisen, dass die Sachverhaltserstellung – wie vorstehend ausge-

führt – vorwiegend auf den Aussagen der Beschuldigten, der Videoaufnahme so-

wie ergänzend und das Bild abrundend auf der Zeugenaussage der Zeugin 

F._____ basiert. Die Sachverhaltserstellung betreffend die Tathandlungen der 

Beschuldigten stützt sich somit nicht auf die Aussagen der Privatklägerin.  

-   16   - 

2.4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich mehr als drei Per-

sonen aktiv an einer tätlichen Auseinandersetzung beteiligten, mit Ohrfeigen, 

Kratzen, Haare reissen und mit Schlägen. Weiter ist erstellt, dass auch die Be-

schuldigte aktiv an dieser Auseinandersetzung teilnahm. Sie goss der Privatkläge-

rin Whisky-Cola ins Gesicht, packte und zerrte diese kräftig an den Haaren und 

liess aufgrund der Aufregung oder Wut auch nicht los, als diese auf den Rücken 

zu Boden fiel. Weiter waren sie und die Mitbeschuldigte C._____ gebückt über 

der auf dem Rücken am Boden liegenden Privatklägerin und machten Schlagbe-

wegungen. Diese zumindest als Tätlichkeiten zu qualifizierenden Handlungen der 

Beschuldigten stellen eine aktive Teilnahme dar und gehen klarerweise über ein 

reines Abwehren hinaus. Es kann nicht mehr von einem "ausschliesslichen" Ab-

wehren gesprochen werden. Insbesondere wäre es der Beschuldigten möglich 

gewesen, sich von selber von der am Boden liegenden Privatklägerin zu entfer-

nen. Schliesslich musste sie von Drittpersonen weggezogen und zurückgehalten 

werden, sich nicht erneut ins Gerangel bzw. Getümmel zu werfen, was – wie von 

der Vorinstanz zutreffend gewürdigt – (ebenfalls) zeigt, dass keineswegs mehr 

von einem reinen Abwehrverhalten der Beschuldigten bzw. einem reflexartigen 

Verteidigen der Beschuldigten gesprochen werden kann.  

 Es ist daher erstellt, dass die Beschuldigte aktiv an einer wechselseitigen 

tätlichen Auseinandersetzung von mindestens drei Personen teilnahm und es sich 

dabei nicht mehr um reine Abwehrhandlungen handelte. Damit hat sie den objek-

tiven Tatbestand von Art. 133 Abs. 1 StGB erfüllt. 

3. Objektive Strafbarkeitsbedingung der Körperverletzung 

Die Verteidigung hat nicht angezweifelt, dass vorliegend schon nur aufgrund der 

Augenverletzung der Privatklägerin (verschobener Bruch des Augenhöhlenbo-

dens und Zerreissung des rechten Ober- und Unterlides etc. mit längerer Arbeits-

unfähigkeit) die objektive Strafbarkeitsbedingung der Körperverletzung erfüllt ist 

(vgl. Urk. 14/1-17). Es kann hier auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 67 S. 38). 

-   17   - 

4. Subjektiver Tatbestand 

Der Beschuldigten war spätestens mit dem Eingreifen von C._____ bewusst, dass 

sich mehr als zwei Personen an der tätlichen Auseinandersetzung beteiligen und 

war offensichtlich damit einverstanden, indem sie trotzdem weiter an der Ausei-

nandersetzung durch Haarereissen und Schlagbewegungen teilnahm. Da sie sich 

weiter im Zentrum der Auseinandersetzung aufhielt, ist aufgrund der konkreten 

Umstände darauf zu schliessen, dass sie zumindest in Kauf nahm, dass sich wei-

tere Personen der Auseinandersetzung anschliessen. Durch ihre weitere aktive 

Teilnahme ist auf Vorsatz in Bezug auf den Tatbestand des Raufhandels zu 

schliessen. 

5. Fazit 

Die Beschuldigte ist demnach des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen. 

IV. Strafe 

A. Grundsätze 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB 

und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen; vgl. auch BGE 144 IV 313 E. 1; BGE 144 

IV 217 E. 2.3 ff.; BGE 142 IV 265 E. 2.3 ff.). Darauf kann verwiesen werden. Vor-

liegend ist von einem Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe auszugehen.  

B. Konkrete Strafzumessung 

1. Tatkomponente 

1.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere fällt ins Gewicht, dass die Beschul-

digte sich zwar wie erstellt durchaus aktiv an der Auseinandersetzung beteiligte, 

sie indessen keine gröbere Gewalt anwendete. Es ist nicht erstellt, dass die Aus-

einandersetzung geplant war. Diese dauerte auch nicht lange. Weiter ist zu ihren 

-   18   - 

Gunsten davon auszugehen, dass sie zuerst geohrfeigt und gekratzt wurde. Im 

Wesentlichen hat sie selber vor allem der Privatklägerin Whisky-Cola ins Gesicht 

geschüttet und diese fest an den Haaren gepackt und gezerrt. Ob die erstellten 

Schlagbewegungen heftig waren und überhaupt etwas bewirkten, lässt sich nicht 

sagen. Andererseits musste sie von Dritten zurückgehalten werden, um sich nicht 

weiter an der Rangelei zu beteiligen. Insgesamt hat sie sich gemäss erstelltem 

Sachverhalt nur in geringem Mass beteiligt. Sie hat mit ihrem Verhalten aber je-

denfalls dazu beigetragen, dass es zur Eskalation der Auseinandersetzung kam. 

Immerhin wurde sodann im Rahmen dieser Auseinandersetzung derart Gewalt 

ausgeübt, dass es zur Verletzung der Privatklägerin kommen konnte. Insgesamt 

wiegt das Verschulden – innerhalb des bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe umfas-

senden Strafrahmens – noch leicht. 

1.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass die Beteiligung 

der Beschuldigten an der Auseinandersetzung spontan erfolgte und offenbar von 

mehreren Beteiligten Alkohol getrunken worden war. Ein Motiv für diese Ausei-

nandersetzung, in welche sie letztlich hineingezogen wurde, ist nicht ersichtlich. 

Zu betonen ist auch, dass ihr nicht angelastet wird, die Verletzung der Privatklä-

gerin beabsichtigt zu haben. Insgesamt relativiert die subjektive Tatschwere die 

objektive leicht und es erscheint eine Einsatzstrafe von 120 Tagessätzen ange-

messen.  

2. Täterkomponente 

2.1. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen der heute 39-jährigen 

Beschuldigten ist bekannt, dass sie in H._____ [Staat in Asien] geboren ist und im 

Jahr 2007 in die Schweiz kam (Urk. 53 S. 1-5; Prot. II S. 4, 6). Sie ist Schweizer 

Bürgerin mit Heimatort I._____/…. Bei der Polizei sprach sie von einem Bruder, 

der (in H._____) studiere und den sie unterstütze (Urk. 11/3 S. 17), anlässlich der 

Hauptverhandlung meinte sie, zwei jüngere Geschwister zu haben, eine habe die 

Ausbildung abgeschlossen, die andere sei noch in der Ausbildung. Sie unterstütz-

te sie monatlich mit Beiträgen zwischen Fr. 200.– und Fr. 300.– (Urk. 53 S. 3). 

Weiter ist bekannt, dass sie zusammen mit ihrem Ehemann und den zwei Töch-

tern im Alter von zwölfeinhalb und 15 Jahren in J._____ wohnt. Seit einem Jahr 

-   19   - 

führe sie eine traditionelle …-Massage in Zürich …, womit sie ca. Fr. 1'500.– netto 

pro Monat verdiene. Ihre vorherige Anstellung bei K._____ Gastronomie habe sie 

aufgegeben, da die Massage in einer ruhigen Atmosphäre stattfinde, wohingegen 

es in der Gastronomie hektisch zu und her gehe. Wie viel ihr Ehemann verdient, 

wisse sie nicht. Dies gehe sie nichts an. Ihr Ehemann bezahle die Miete sowie ih-

re Krankenkasse. Sie kümmere sich um ihre eigenen Lebenshaltungskosten. Er-

sparnisse habe sie keine, die Darlehensschulden in Höhe von Fr. 20'000.–, wel-

che sie gemeinsam mit ihrem Ehemann gehabt habe, hätten sie vollständig zu-

rückbezahlt (Urk. 53 S. 2-4; Prot. II S. 6 ff.). Diese Verhältnisse wirken sich straf-

zumessungsneutral aus. 

2.2. Die Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf (Urk. 69), was ebenfalls neutral 

zu werten ist.  

2.3. Die Beschuldigte hat sich hinsichtlich der hier noch relevanten ihr vorgewor-

fenen Handlungen, die als aktive Teilnahme zu werten sind, geständig gezeigt. 

Weiter hat sie nicht bestritten, dass es eine tätliche Auseinandersetzung gegeben 

hat. Ihr halbherziges Geständnis ist lediglich leicht strafmindernd zu berücksichti-

gen, da die Beweislage angesichts der Aussagen der Zeugin F._____ sowie der 

Videoaufnahme doch deutlich ist. Reue und Einsicht hat sie nicht gezeigt (Urk. 53 

S. 10). Insgesamt rechtfertigt es sich aufgrund des Nachtatverhaltens die Strafe 

um 10 Tagessätze auf 110 Tagessätze zu reduzieren. 

3. Beschleunigungsgebot 

3.1. Gemäss Art. 5 Abs. 1 StPO nehmen die Strafbehörden die Strafverfahren 

unverzüglich an die Hand und bringen sie ohne unbegründete Verzögerung zum 

Abschluss. Das Beschleunigungsgebot (vgl. auch Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 

Ziff. 1 EMRK) gilt in sämtlichen Verfahrensstadien und verpflichtet die Strafbehör-

den, Verfahren voranzutreiben, um die beschuldigte Person nicht unnötig über die 

gegen sie erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen (BGE 143 IV 49 

E. 1.8.2; 133 IV 158 E. 8). Ob die Pflicht zur beförderlichen Behandlung verletzt 

worden ist, entzieht sich starren Regeln und hängt von den konkreten Umständen 

des Einzelfalls ab, die in ihrer Gesamtheit zu würdigen sind. Kriterien für die An-

-   20   - 

gemessenheit der Verfahrensdauer sind etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die 

Komplexität des Sachverhalts, die gebotenen Untersuchungshandlungen, die 

Schwierigkeit und Dringlichkeit der Sache, das Verhalten der Behörden und das-

jenige der beschuldigten Person sowie die Zumutbarkeit für diese (BGE 143 IV 

373 E. 1.3.1; 130 I 269 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_260/2020 vom 2. Juli 

2020 E. 2.3.4). Einer Verletzung des Beschleunigungsgebots kann mit einer Straf-

reduktion, einer Strafbefreiung bei gleichzeitiger Schuldigsprechung oder in ext-

remen Fällen – als ultima ratio – mit einer Verfahrenseinstellung Rechnung getra-

gen werden (BGE 143 IV 49 E. 1.8.2; 133 IV 158 E. 8; Urteil des Bundesgerichts 

6B_260/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.3.4). Bei der Frage nach der sachgerechten 

Folge ist zu berücksichtigen, wie schwer die beschuldigte Person durch die Ver-

fahrensverzögerung getroffen wird, wie gravierend die ihr vorgeworfenen Taten 

sind und welche Strafe ausgesprochen werden müsste, wenn das Beschleuni-

gungsgebot nicht verletzt worden wäre. Rechnung zu tragen ist auch den Interes-

sen der Geschädigten und der Komplexität des Falls. Schliesslich ist in Betracht 

zu ziehen, wer die Verfahrensverzögerung zu vertreten hat (BGE 143 IV 373 

E. 1.4.1 mit Hinweisen). 

3.2. Die Vorinstanz hat die lange Verfahrensdauer im Umfang von 10 Tagessät-

zen als strafmindernd erachtet (Urk. 67 S. 43 f.). Vorliegend geht es um eine am 

16. September 2018 begangene Straftat. Die Polizei ist damals ausgerückt und 

hat erste Ermittlungen getätigt (Urk. 1). Die Staatsanwaltschaft Win-

terthur/Unterland verfügte am 13. November 2020 einen Ermittlungsauftrag an die 

Polizei (Urk. 7). Am 23. November 2018 hatte die Staatsanwaltschaft Win-

terthur/Unterland ein Ersuchen um Verfahrensübernahme an die spezialisierte 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (versuchte schwere Körperverletzung) 

gestellt (Urk. 26/1). Dieses Gesuch wurde am 11. Dezember 2018 abgelehnt mit 

der Bemerkung, dass die von der Kantonspolizei Zürich der Staatsanwaltschaft 

Winterthur/Unterland abgelieferten Ermittlungen gelinde ausgedrückt mager bzw. 

absolut ungenügend seien (Urk. 26/2). Das Strafverfahren dauerte dann bis zum 

erstinstanzlichen Urteil rund vier Jahre. Die Verfahrensdauer von fünf Jahren bis 

zum heutigen Urteil erscheint für das vorliegende Verfahren nicht gerechtfertigt, 

auch wenn viele Befragungen unter Beizug von Dolmetschern mit Konfrontationen 

-   21   - 

von mehreren durch Verteidiger vertretene Personen erforderlich waren, Gutach-

ten eingeholt werden mussten und Übersetzungen von Chatverläufen etc. not-

wendig waren (vgl. Urk. 9-46). Es ist auch im Hinblick auf die Komplexität des 

Sachverhalts zugunsten der Beschuldigten die insgesamt lange Dauer der Unter-

suchung und des Verfahrens überhaupt zu berücksichtigen. Dabei dauerte insbe-

sondere die Untersuchung bis zur Anklageerhebung im November 2021 eine un-

verhältnismässig lange Zeit, die mit dem Beschleunigungsgebot gemäss Art. 5 

StPO nicht zu vereinbaren ist. Es muss auch davon ausgegangen werden, dass 

diese Verfahrensverzögerung die Beschuldigte durchaus belastet hat. Es er-

scheint mithin in Beachtung des Beschleunigungsgebotes angemessen, die Geld-

strafe um 20 Tagessätze auf 90 Tagessätze zu reduzieren. 

4. Tagessatzhöhe 

Die Höhe des Tagessatzes bestimmt sich nach den persönlichen und wirtschaftli-

chen Verhältnissen der Täterin im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Ein-

kommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstüt-

zungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB, BGE 134 

IV 60 E. 5.4 und E. 6.1). Der von der Vorinstanz festgesetzte Tagessatz von 

Fr. 70.– erscheint angesichts der knappen finanziellen Verhältnisse eher hoch 

(vgl. Urk. 67 S. 44). Die Beschuldigte führte betreffend ihre finanziellen Verhält-

nisse aus, sie verdiene monatlich Fr. 1'500.– netto, wobei die Kosten für die Miete 

und die Krankenkasse von ihrem Ehemann getragen würden (Prot. II. S. 8). 

Schliesslich wurden weder von der Beschuldigten noch von der Verteidigung Aus-

lagen geltend gemacht, weshalb zur Berechnung der Tagessatzhöhe das gesam-

te von der Beschuldigten erzielte Einkommen in Höhe von Fr. 1'500.– heranzu-

ziehen ist. Somit ist die Tagessatzhöhe auf Fr. 50.– festzusetzen. 

5. Fazit 

In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich eine Be-

strafung der Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 50.– 

als den Taten und der Täterin angemessen. Die im Urteilszeitpunkt ausgestande-

-   22   - 

ne Haft von einem Tag ist der Beschuldigten im Sinne von Art. 51 StGB an die 

Geldstrafe anzurechnen. 

V. Vollzug 

Der Beschuldigten ist unter Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz (Urk. 67 S. 44 f.) der bedingte Strafvollzug zu gewähren. Die Vo-

rinstanz hat die theoretischen rechtlichen Grundlagen zum Vollzug dargetan. Wei-

ter hat sie zutreffend erwogen, dass die Beschuldigte Ersttäterin ist und keine 

Vorstrafen aufweist, womit eine günstige Prognose zu vermuten ist. Zudem dürfte 

sie das vorliegende Strafverfahren und die Bestrafung mit einer bedingten Geld-

strafe genügend beeindrucken, um sich in Zukunft zu bewähren. Die Probezeit ist 

auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren festzusetzen.  

VI. Zivilansprüche 

A.  Ausgangslage 

Die Vorinstanz stellte fest, dass die Beschuldigte aus dem eingeklagten Ereignis 

dem Grundsatze nach solidarisch zusammen mit der Mitbeschuldigten C._____ 

schadenersatzpflichtig ist und verwies die Privatklägerin zur genauen Feststellung 

des Umfangs des Schadenersatzanspruches auf den Weg des Zivilprozesses. 

Weiter verpflichtete die Vorinstanz die Beschuldigte solidarisch zusammen mit der 

Mitbeschuldigten C._____ zur Bezahlung einer Genugtuung im Umfang von 

Fr. 5'000.– nebst Zins zu 5 % seit dem 16. September 2018 und wies das Genug-

tuungsbegehren im Mehrumfang ab (Urk. 67 S. 45-48).  

Im Berufungsverfahren macht die Verteidigung geltend, dass sich in Anbetracht 

der Beweislage nicht kausal erstellen lasse, wer für die Verletzung der Privatklä-

gerin verantwortlich sei. Die Verletzung sei einzig eine objektive Strafbarkeitsbe-

dingung des Raufhandels, die beschuldigte Person hafte jedoch nicht für diese. 

Diese Beweisschwierigkeiten müssten auch im Rahmen der Zivilansprüche ge-

würdigt werden. Betreffend die von der Privatklägerin geltend gemachte Scha-

denersatzforderung könne namentlich nicht nachgewiesen werden, ob die Hand-

lungen der Beschuldigten conditio sine qua non für die Verletzungen gewesen 

-   23   - 

seien. Daher sei eine Schadenersatzforderung oder deren Anerkennung nicht an-

gemessen. Darüber hinaus werde der Kausalzusammenhang bei eigenverant-

wortlicher Selbstgefährdung unterbrochen. Vorliegend habe die Privatklägerin die 

Auseinandersetzung nicht nur gefördert, sondern gar provoziert. Auch bezüglich 

der Genugtuung fehle es am Kausalzusammenhang. Aufgrund der vorinstanzli-

chen Ausführungen, wonach die von der Privatklägerin erlittenen Verletzungen 

nicht auf eine einzelne Person zurückzuführen seien und die Privatklägerin auch 

für das Zustandekommen des Raufhandels mitverantwortlich erscheine, müsse 

ein Anspruch auf Genugtuung dahinfallen. Zudem sei auch bei der Genugtuung 

ein Selbstverschulden der Privatklägerin zu berücksichtigen. Ohnehin fehle auf-

grund des Freispruchs der Beschuldigten vom Vorwurf der schweren Körperver-

letzung das Fundament für eine Genugtuung (Urk. 85 S. 9-11). 

B.  Haftungsvoraussetzungen und konkrete Prüfung 

1. Die geschädigte Person kann zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat ent-

weder selbständig auf dem Wege des Zivilprozesses oder adhäsionsweise durch 

schriftliches oder mündliches Begehren an das für den Entscheid über die Ankla-

ge zuständige Strafgericht geltend machen (Art. 119 i.V.m. Art. 122 Abs. 1 StPO). 

Gemäss Art. 41 OR ist jener, der einem anderen widerrechtlich Schaden zufügt, 

sei es mit Absicht oder aus Fahrlässigkeit, ihm zum Ersatze verpflichtet. Nach 

Art. 49 OR hat Anspruch auf Leistung einer Geldsumme als Genugtuung, wer in 

seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, sofern die Schwere der Verlet-

zung es rechtfertigt und diese nicht anders wiedergutgemacht worden ist. 

2. Gemäss den Sachverhaltsfeststellungen ist erstellt, dass sich die Beschul-

digte an der in der Anklage beschriebenen wechselseitigen Auseinandersetzung 

dahingehend beteiligte, dass sie der Privatklägerin einen Becher mit Whisky-Cola 

ins Gesicht schüttete, sie fest an den Haaren zerrte, mit und auf ihr zu Boden fiel 

und zusammen mit der Mitbeschuldigten C._____ gebückt über der Privatklägerin 

war. Die Anklage ging im Rahmen des Vorwurfs der schweren Körperverletzung 

gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin davon aus, dass die Beschuldigte in 

der Folge einen ihrer Schuhe, welcher einen breiten, mit Strass-Steinen besetzten 

Absatz von ca. 5 cm bis 6 cm aufwies, in die Hand nahm und damit der Privatklä-

-   24   - 

gerin gezielt ins Gesicht schlug und zwar auf dieselbe Stelle am rechten Auge, 

auf welche die Beschuldigte zuvor mit der Faust geschlagen hatte sowie gegen 

das linke Auge, wodurch es zu den Augenverletzungen der Privatklägerin ge-

kommen sei (Urk. 37 S. 3 f.). Gemäss dem in diesem Punkt unangefochten ge-

bliebenen Urteil der Vorinstanz sind weder der Faustschlag aufs linke Auge noch 

das Schlagen mit dem Schuhabsatz auf die gleiche Stelle erstellt. 

3. Ein allfälliger aus dieser Beteiligung am Raufhandel durch die Beschuldigte 

(mit-)verursachter Schaden und materielle Unbill gilt im Sinne von Art. 41 OR als 

rechtswidrig zugefügt, hat die Beschuldigte doch einerseits durch ihr Verhalten 

Art. 133 Abs. 1 StGB verletzt, welcher als geschützte Rechtsgüter die körperliche 

Integrität der Teilnehmer am Raufhandel oder auch von unbeteiligten Dritten um-

fasst (vgl. BSK StGB-MAEDER, Art. 133 N 7), andererseits stellen (insofern ge-

meinsam mitverursachte) Körperschäden (inkl. seelischer Schäden) und Sachbe-

schädigungen eine Verletzung absolut geschützter Rechtsgüter dar, was ohnehin 

für sich bereits rechtswidrig ist. Es ist zu prüfen, ob der von der Privatklägerin gel-

tend gemachte körperliche und seelische Schaden von der Beschuldigten kausal 

verursacht wurde. Es stellt sich dabei die Frage, ob bereits die Beteiligung am 

Raufhandel durch die Beschuldigte genügt, damit diese für den im Rahmen des 

Raufhandels entstandenen Schaden bzw. die seelische Unbill haftungsrechtlich 

zur Verantwortung gezogen werden kann oder ob die Beschuldigte, nachdem ihr 

hinsichtlich der Schädigung (insbesondere der Augenverletzung) der Privatkläge-

rin keine direkte Beteiligung nachgewiesen werden kann, entsprechend auch 

nicht haften muss.  

4. Gemäss Art. 50 Abs. 1 OR haften mehrere Personen dem Geschädigten so-

lidarisch, wenn sie den Schaden gemeinsam verschuldet haben, sei es als Anstif-

ter, Urheber oder Gehilfen. Die Haftung mehrerer Personen im Sinne dieser Norm 

verlangt eine gemeinsame Verursachung und ein gemeinsames Verschulden. Vo-

rausgesetzt wird ein schuldhaftes Zusammenwirken bei der Schadensverursa-

chung, dass also jeder Schädiger um das pflichtwidrige Verhalten des anderen 

weiss oder jedenfalls wissen könnte. Erforderlich ist eine bewusste und gewollte 

Teilnahme. Bewusstes Zusammenwirken setzt nicht voraus, dass sich die Betei-

-   25   - 

ligten verabredet haben. Indem Art. 50 Abs. 1 OR den Anstifter und Gehilfen er-

wähnt, anerkennt die Bestimmung auch die psychische Mitverursachung (Urteile 

des Bundesgerichts 6B_428/2013, 6B_437/2013 und 6B_448/2013 vom 15. April 

2014 E. 7.3, mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Eine gemeinsame 

Verursachung ist dann gegeben, wenn das Verhalten mehrerer Personen als 

adäquate Teil- oder Gesamtursache des eingetretenen Schadens qualifiziert wer-

den kann (KÜTTEL, Begriff der Teilnahme nach Art. 50 OR, "Gemeinsame Ver-

schuldung" eines Schadens durch Anstifter, Urheber und Gehilfen und die Rolle 

des Begünstigers, in: HAVE 2008, S. 320 ff., S. 322). Das Bundesgericht ver-

pflichtete in einem Fall, der eine tätliche Auseinandersetzung zum Gegenstand 

hatte, in welcher zwei Gruppierungen aufeinandertrafen und schliesslich einer der 

Beteiligten durch einen Messerstich getötet wurde, sämtliche an der als Raufhan-

del qualifizierten Auseinandersetzung Beteiligten zur solidarischen Haftung für die 

Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen der Hinterbliebenen des Getöte-

ten. Dies, obwohl der Messerstich einem einzelnen der involvierten Täter zuge-

rechnet werden konnte, welcher schliesslich auch der eventualvorsätzlichen Tö-

tung schuldig erkannt wurde. Es erwog, die Bejahung der Solidarhaftung durch 

die Vorinstanz sei nicht zu beanstanden und weiter: "Entgegen dem Dafürhalten 

des Beschwerdeführers 3 ist nicht massgeblich, dass einzig der Beschwerdefüh-

rer 1 der eventualvorsätzlichen Tötung [Anmerkung: von "…."] schuldig erkannt 

wurde und er (der Beschwerdeführer 3) in der letzten Phase des Kampfes sich 

nicht am unmittelbaren Ort des Geschehens (Waschküchenbereich) aufhielt. Der 

Beschwerdeführer 1 ging von Anfang an mit offenem Messer, für seine Mitstreiter 

erkennbar und von ihnen gebilligt in die tätliche Auseinandersetzung. Diese muss-

ten mit dem Einsatz der Waffe und mit dem konkreten Schaden rechnen. Wer 

sich an einer Rauferei beteiligt, bei welcher das Opfer von Messerstichen verletzt 

wird, haftet nach einhelliger Lehre ebenfalls und unabhängig davon, ob er selbst 

bewaffnet war […]. Unmassgeblich ist, dass der Beschwerdeführer 3 einzig des 

Raufhandels schuldig gesprochen wurde. Die im Gesetz verwendeten Begriffe 

Anstifter, Urheber und Gehilfe sind losgelöst von ihrem strafrechtlichen Sinn zu 

verstehen […]. Ein gemeinsames Verschulden wäre allenfalls zu verneinen. […]. 

Das Gesetz sieht Solidarhaftung für alle Täter vor, ohne nach Intensität der Mit-

-   26   - 

wirkung zu differenzieren […]. Ein untergeordneter Tatbeitrag wäre bei der richter-

lichen Festsetzung der Regressquote von Relevanz" (Urteil des Bundesgerichts 

6B_428/2013, 6B_437/2013 und 6B_448/2013 vom 15. April 2014, E. 7.4, mit 

Hinweisen auf diverse Lehrmeinungen). In einem ähnlich gelagerten Fall hob das 

Obergericht des Kantons Zürich ebenfalls hervor, es sei zwar nicht der Beschul-

digte gewesen, welcher diese Verletzungen "eigenhändig" verursacht habe, doch 

sei der Beschuldigte von Beginn der Auseinandersetzung an zumindest physisch 

präsent gewesen und habe die ersten Schläge gegen den Privatkläger, aufgrund 

welcher dieser zu Boden ging, mitbekommen. Weiter habe der Beschuldigte sel-

ber händisch in die Schlägerei eingegriffen, indem er einem weiteren Privatkläger 

einen Faustschlag verabreichte. Durch diese Beteiligung habe er nicht nur aus 

strafrechtlicher Sicht den Tatbestand des Raufhandels erfüllt, sondern gemäss 

Lehre und Rechtsprechung, wonach sämtliche Beteiligten durch die Teilnahme an 

der gewalttätigen wechselseitigen Auseinandersetzung einen kausalen Beitrag für 

den in diesem Rahmen eingetretenen Schaden geleistet haben, sich auch in zivil- 

bzw. haftungsrechtlich relevanter Weise an der Schädigung des Privatklägers be-

teiligt und bejahte eine zivilrechtliche Haftung gestützt auf Art. 41 i.V.m. Art. 50 

Abs. 1 OR (vgl. Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich SB210238 vom 

23. November 2021). 

5. Die Privatklägerin erlitt infolge des Raufhandels ein leichtes Schädelhirn-

trauma, ein retrobulbäres Hämatom rechts, eine dislozierte Orbitabodenfraktur 

rechts (verschobener Bruch des Augenhöhlenbodens) sowie eine Lazeration (Zer-

reissung) des Unter- und Oberlides mit Beteiligung der Tränenwege rechts 

(Urk. 14/4; Urk. 14/13 S. 2), woraufhin eine operative Versorgung sowie ein 4-

tägiger Spitalaufenthalt notwendig waren (Urk. 14/2; Urk. 14/13 S. 2). Sodann war 

die Privatklägerin vom 19. September 2018 bis 31. Oktober 2018 sowie aufgrund 

der Augenoperation vom 15. August 2020 bis 23. August 2020 – mithin während 

insgesamt 52 Tagen – zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 14/2; Urk. 14/8; Urk. 14/15). 

Gemäss den Ausführungen des Vertreters der Privatklägerin anlässlich der 

Hauptverhandlung konnte sich das Auge erholen und ist wieder funktionsfähig, 

dennoch seien die Tränenleiter weiterhin so stark beschädigt, dass das Auge der 

-   27   - 

Privatklägerin andauernd träne und somit eine Einschränkung im Alltag darstelle 

(Urk. 55 S. 10, 12, 15).  

6. In casu erschöpfte sich der Beitrag der Beschuldigten auf das Schütten von 

Whisky-Cola ins Gesicht der Privatklägerin und ein festes Zerren an den Haaren. 

Faustschläge ins Gesicht bzw. aufs Auge und insbesondere ein Zuschlagen mit 

einem Schuhabsatz auf die Augen der Privatklägerin durch die Beschuldigte sind 

nicht erstellt.  Die Beschuldigte hat sich jedoch von Beginn der Auseinanderset-

zung an aktiv beteiligt und war für die Eskalation mitverantwortlich. Sie hat selber 

in das Gerangel eingegriffen und dieses angeheizt. Durch diese Beteiligung hat 

die Beschuldigte nicht nur aus strafrechtlicher Sicht den Tatbestand des Rauf-

handels erfüllt, sondern sich gemäss Lehre und Rechtsprechung, wonach sämtli-

che Beteiligten durch die Teilnahme an der gewalttätigen wechselseitigen Ausei-

nandersetzung einen kausalen Beitrag für den in diesem Rahmen eingetretenen 

Schaden leisten, auch in zivil- bzw. haftungsrechtlich relevanter Weise an der 

Schädigung der Privatklägerin beteiligt. Denn die Folgen des Raufhandels gehen 

vorliegend nicht über das hinaus, womit bei einer solchen Rangelei gerechnet 

werden musste. Da die Beschuldigte somit mit Verletzungen, wie sie die Privat-

klägerin erlitten hat, rechnen musste, ist eine zivilrechtliche Haftung der Beschul-

digten grundsätzlich gegeben. Es ist somit festzustellen, dass die Beschuldigte 

zusammen mit der Mitbeschuldigten C._____ (separates Verfahren mit der Ge-

schäftsnummer GB210036-D) gegenüber der Privatklägerin aus dem eingeklag-

ten Ereignis dem Grundsatze nach solidarisch schadenersatzpflichtig ist. Zur ge-

nauen Feststellung des Schadenersatzanspruchs ist die Privatklägerin auf den 

Weg des Zivilprozesses zu verweisen.  Im Zivilprozess wäre dann auch dem Kau-

salzusammenhang zwischen den behaupteten schädigenden Handlungen und 

den von der Privatklägerin erlittenen Verletzungen näher nachzugehen. Die defini-

tive Abweisung der adhäsionsweise geltend gemachten Zivilforderungen der Pri-

vatklägerin mit der entsprechenden Sperrwirkung für die Anstrengung eines da-

hingehenden Zivilprozesses erweist sich bei dieser Ausgangslage mithin nicht als 

statthaft.  

-   28   - 

7. Hinsichtlich des Genugtuungsbegehrens der Privatklägerin ist festzuhalten, 

dass die vorgenannten Verletzungen eine einfache Körperverletzung im Sinne 

von Art. 123 StGB darstellen, die Privatklägerin während insgesamt 52 Tagen ar-

beitsunfähig war, es sich beim verletzten Auge um ein wichtiges Organ handelt 

und zunächst unklar war, ob die Sehfähigkeit der Privatklägerin aufgrund der Ver-

letzung allenfalls dauerhaft eingeschränkt ist. An der Verletzungssituation der Pri-

vatklägerin hat sich seit den Ausführungen ihres Vertreters anlässlich der Haupt-

verhandlung nichts geändert. Angesichts dieses Verletzungsbildes erscheint es 

angemessen, die Beschuldigte im Umfang von Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 

16. September 2018 solidarisch mit der Mitbeschuldigten C._____ (separates 

Verfahren mit der Geschäftsnummer GB210036-D) zur Bezahlung einer Genug-

tuung zu verpflichten. Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren abzuweisen. 

VII. Kosten und Entschädigungsfolgen 

A. Vorinstanzliches Verfahren 

1. Gestützt auf Art. 428 Abs. 3 StPO hat die Rechtsmittelinstanz von Amtes 

wegen auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden, 

wenn sie selber ein neues Urteil fällt und nicht kassatorisch entscheidet. Gemäss 

Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn 

sie verurteilt wird. Ausgenommen sind – unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 

StPO und Art. 138 StPO – die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der 

Privatklägerschaft.  

2. Die seitens der Vorinstanz getroffene Regelung, wonach der Beschuldigten 

die Kosten des gerichtlichen Verfahrens aufgrund des Freispruchs vom Vorwurf 

der schweren Körperverletzung zur Hälfte aufzuerlegen und im Übrigen auf die 

Gerichtskasse zu nehmen sind (Dispositivziffer 11), ist angesichts des Ausgangs 

des Berufungsverfahrens nicht zu beanstanden und insoweit zu bestätigen. Dies 

gilt entsprechend für die Zusprechung einer (um die Hälfte) reduzierten Entschä-

digung für die Aufwendungen der Beschuldigten für ihre erbetene Verteidigung 

(Dispositivziffer 12). Nicht zu beanstanden ist weiter die Regelung der Vorinstanz, 

dass die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin zur Hälfte 

-   29   - 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen und im restlichen Umfang definitiv 

abgeschrieben werden und im Weiteren die Verpflichtung der Beschuldigten vor-

zubehalten, dem Kanton diese Entschädigungen im Umfang der Hälfte zurückzu-

zahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 

StPO und Art. 426 Abs. 4 StPO). Im Widerspruch dazu hat die Vorinstanz indes-

sen angeordnet, dass die Beschuldigte verpflichtet wird, der Privatklägerin eine 

(auf die Hälfte reduzierte) Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung 

im Umfang von gerundet Fr. 1'803.45 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu 

bezahlen (Dispositivziffer 9). Diese Dispositivziffer ist entsprechend aufzuheben.  

B. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in 

welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen 

werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1344/2019 vom 11. März 2020 E. 2.2. 

m.w.H.). Wird der Entscheid im Rechtsmittelverfahren nur unwesentlich abgeän-

dert, können die Kosten nach dem Verursacherprinzip auferlegt werden (Urteil 

6B_318/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 4.1. m.w.H.). 

1.2. Die Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren weitestgehend, so dass 

ihr die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen sind. Darunter fallen auch 

die Kosten für die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin. Der unent-

geltliche Rechtsvertreter der Privatklägerin, Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, mach-

te für das Berufungsverfahren einen Aufwand von Fr. 555.95 (inkl. MwSt.) geltend 

(Urk. 84). Unter Berücksichtigung des in der Honorarnote noch nicht erfassten 

Aufwands für die Nachbesprechung des vorliegenden Urteils erweist sich eine 

Entschädigung von pauschal Fr. 700.– (inkl. Auslagen und MwSt.) als angemes-

sen. Diese Kosten sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, jedoch in 

Anwendung von Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 StPO von der Beschuldigten 

zurückzufordern, sollte sie später in ihrem Leben in bessere wirtschaftliche Ver-

hältnisse kommen. 

-   30   - 

2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von 

Art. 424 Abs. 1 StPO i. V. m. §§ 16 Abs. 1 lit. b, c und d sowie 14 GebV OG unter 

Berücksichtigung der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie des Zeitauf-

wands des Gerichts für dieses Verfahren auf Fr. 3'600.– festzusetzen. 

3.1. Die Entschädigungsfrage folgt den gleichen Regeln wie der Kostenent-

scheid. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kosten keine Entschädi-

gung oder Genugtuung auszurichten ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_802/2015 

vom 9. Dezember 2015 E. 5.3; BGE 137 IV 352 E. 2.4.2).  

3.2. Ausgangsgemäss verbleibt kein Raum für die beantragte Zusprechung einer 

Entschädigung (Urk. 85 S. 1) an die Beschuldigte. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 

16. Mai 2022 bezüglich Dispositivziffern 1 (Freispruch vom Vorwurf der 

schweren Körperverletzung), 7 (Anordnung der Vernichtung von Asservaten 

etc.), 8 (Entschädigung unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin) 

sowie 10 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

13. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 

133 Abs. 1 StGB.  

14. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 50.–, wovon ein Tagessatz als durch Untersuchungshaft geleistet gilt.  

15. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

16. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte zusammen mit der Beschuldigten 

C._____ (separates Verfahren mit der Geschäftsnummer GB210036-D) ge-

-   31   - 

genüber der Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze 

nach solidarisch schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen. 

17. Die Beschuldigte wird im Umfang von Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 

16. September 2018 solidarisch mit der Beschuldigten C._____ (separates 

Verfahren mit der Geschäftsnummer GB210036-D) zur Bezahlung einer Ge-

nugtuung an die Privatklägerin verpflichtet. Im Mehrbetrag wird das Genug-

tuungsbegehren abgewiesen. 

18. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 11 und 12) 

wird bestätigt. Dispositivziffer 9 wird aufgehoben. 

19. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 700.–   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin.  

20. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, werden der Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 

werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht der 

Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 StPO 

vorbehalten. 

21. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und 

zuhanden der Privatklägerin  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  

-   32   - 

− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der 
Privatklägerin 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A unter Beilage 

des Formulars "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-
Materials" 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte.  

22. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 9. Oktober 2023 
 
 

Die Präsidentin: 
 
 
 

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw Gitz 
 

 

 

	Urteil vom 9. Oktober 2023
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Die Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB freigesprochen.
	2. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB.
	3. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu Fr. 70.–, entsprechend Fr. 7'700.–, wovon bis und mit heute ein Tagessatz durch einen Tag Haft erstanden ist.
	4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.
	5. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte zusammen mit der Beschuldigten C._____ (separates Verfahren mit der Geschäftsnummer GB210036-D) gegenüber der Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach solidarisch schadenersatzpfli...
	6. Die Beschuldigte wird mit der Beschuldigten C._____ (separates Verfahren mit der Geschäftsnummer GB210036-D) solidarisch verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung in Höhe von Fr. 5'000.– nebst Zins zu 5% seit 16. September 2018 zu bezahlen. ...
	7. Die gemäss Spurenbericht des FOR vom 19. September 2018 sowie Kurzbericht des FOR vom 30. Juli 2019 aufgelisteten Sicherstellungen, Asservate, Spuren und Spurenträger (K180916-008 / 73680894) werden nach rechtskräftiger Erledigung dieses Verfahrens...
	8. Die Entschädigung von Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ für die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin wird auf Fr. 3'606.90 festgesetzt (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).
	9. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung im Umfang von gerundet Fr. 1'803.45 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	11. Die Kosten und Gebühren des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten zur Hälfte auferlegt und im übrigen Umfang auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden zur ...
	12. Der Beschuldigten wird eine (um die Hälfte) reduzierte Entschädigung von Fr. 9'644.54 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) für die Aufwendungen ihrer erbetenen Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen. Das Verrechnungsrecht des Staates bl...
	Berufungsanträge:
	1. Die Ziffern 2 - 6 sowie Ziff. 9, 11 und 12 des vorinstanzlichen Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 16. Mai 2022 seien aufzuheben.
	2. Namentlich sei die Beschuldigte auch von Schuld und Strafe bezüglich des Vorwurfs des Raufhandels i.S.v. Art. 133 StGB freizusprechen und es sei von der Auferlegung von Genugtuung und Schadenersatz abzusehen.
	3. Die Verfahrenskosten und die Entschädigung für die Aufwendungen der erbetenen Verteidigung seien von der Staatskasse zu tragen und der Beschuldigten sei eine Entschädigung im Ermessen des Gerichts zuzusprechen.
	4. Das Verfahrensprotokoll sei in vollem Umfang zu den Verfahrensakten zu nehmen.
	_____________________________________
	Erwägungen:
	1. Die Vorinstanz hat die Beschuldigte des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB schuldig gesprochen. Sie erwog im Wesentlichen, die Beschuldigte habe sich bezüglich des eingeklagten Sachverhalts insoweit mehrheitlich geständig gezeigt. Die Beschuldi...
	Anzufügen ist, dass die Mitbeschuldigte C._____ ebenfalls mit Urteil vom 16. Mai 2022 des Raufhandels schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt wurde. Weiter wurde sie solidarisch mit der Beschuldigten verpflichtet, der Privatkl...
	2. Die Verteidigung führte im Rahmen der Berufungsverhandlung aus, es sei nicht nachvollziehbar bzw. stossend, dass die Privatklägerin vom Vorwurf des Raufhandels freigesprochen wurde, während ein Schuldspruch der Beschuldigten betreffend Raufhandel e...
	IV. Strafe
	A. Grundsätze
	1.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass die Beteiligung der Beschuldigten an der Auseinandersetzung spontan erfolgte und offenbar von mehreren Beteiligten Alkohol getrunken worden war. Ein Motiv für diese Auseinandersetzung, i...
	2. Täterkomponente
	In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich eine Bestrafung der Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 50.– als den Taten und der Täterin angemessen. Die im Urteilszeitpunkt ausgestandene Haft von einem Ta...
	V. Vollzug
	Der Beschuldigten ist unter Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 67 S. 44 f.) der bedingte Strafvollzug zu gewähren. Die Vorinstanz hat die theoretischen rechtlichen Grundlagen zum Vollzug dargetan. Weiter hat sie zutreffend er...
	VI. Zivilansprüche
	6. In casu erschöpfte sich der Beitrag der Beschuldigten auf das Schütten von Whisky-Cola ins Gesicht der Privatklägerin und ein festes Zerren an den Haaren. Faustschläge ins Gesicht bzw. aufs Auge und insbesondere ein Zuschlagen mit einem Schuhabsatz...
	7. Hinsichtlich des Genugtuungsbegehrens der Privatklägerin ist festzuhalten, dass die vorgenannten Verletzungen eine einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB darstellen, die Privatklägerin während insgesamt 52 Tagen arbeitsunfähig war, es...
	A. Vorinstanzliches Verfahren

	2. Die seitens der Vorinstanz getroffene Regelung, wonach der Beschuldigten die Kosten des gerichtlichen Verfahrens aufgrund des Freispruchs vom Vorwurf der schweren Körperverletzung zur Hälfte aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehm...
	B. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 16. Mai 2022 bezüglich Dispositivziffern 1 (Freispruch vom Vorwurf der schweren Körperverletzung), 7 (Anordnung der Vernichtung von Asservaten etc.), 8 (Entschädigung unentgel...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	13. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB.
	14. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 50.–, wovon ein Tagessatz als durch Untersuchungshaft geleistet gilt.
	15. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	16. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte zusammen mit der Beschuldigten C._____ (separates Verfahren mit der Geschäftsnummer GB210036-D) gegenüber der Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach solidarisch schadenersatzpfl...
	17. Die Beschuldigte wird im Umfang von Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 16. September 2018 solidarisch mit der Beschuldigten C._____ (separates Verfahren mit der Geschäftsnummer GB210036-D) zur Bezahlung einer Genugtuung an die Privatklägerin verp...
	18. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 11 und 12) wird bestätigt. Dispositivziffer 9 wird aufgehoben.
	19. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	20. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden auf die Gerichtskasse genommen. ...
	21. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A unter Beilage des Formulars "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte.

	22. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.