# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1a375ae-88eb-5918-8c70-21a486ac1319
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 23.09.2015 B 2015/56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2015-56_2015-09-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2015/56

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 23.09.2015

Entscheiddatum: 23.09.2015

Entscheid Verwaltungsgericht, 23.09.2015
Auskunft nach Öffentlichkeitsgesetz. Art. 5 ÖffG (sGS 140.2). Es ist nicht 
Aufgabe des ÖffG, umfangreiche Recherche-Aufträge durch staatliche 
Stellen durchführen zu lassen, welche keinen Zusammenhang zu einem 
konkret umschriebenen Sachverhalt aufweisen und insoweit thematisch 
nicht (genügend) abgegrenzt sind („fishing expeditions“). Ein Anspruch auf 
eine nicht näher eingrenzbare Menge von Informationen besteht nicht. Aus 
der allgemeinen Auskunftspflicht der Verwaltung über ihre Tätigkeit (Art. 8 
ÖffG) lassen sich keine weitergehenden Informationsansprüche ableiten, als 
sie sich schon aus Art. 5 lit. a ÖffG ergeben. Die Beschwerdeführerin 
verfügte - im Ergebnis - über sämtliche von ihr verlangten Informationen. Für 
das Verwaltungsgericht bestand kein Anlass, die Vorinstanz zu weiteren 
Datenlieferungen zu verpflichten. Solche Daten könnten höchstens die von 
der Vorinstanz gegebenen Auskünfte bestätigen bzw. "belegen". Das ÖffG 
verlangt jedoch von der auskunfterteilenden Behörde nicht, dass sie ihre 
Auskunft auch "beweisen" muss; dies zumal dann, wenn keinerlei Anlass 
besteht, deren Richtigkeit anzuzweifeln. Abweisung der Beschwerde 
(Verwaltungsgericht, B 2015/56). Entscheid vom 23. September 2015

Besetzung

 

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Rufener, Bietenharder; 

Gerichtsschreiber Schmid

 

Verfahrensbeteiligte

Obersee Nachrichten AG, Hauptstrasse 5, 8640 Rapperswil SG,

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Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian Lörli, Muri Rechtsanwälte AG, 

Schmidstrasse 9, 8570 Weinfelden,

gegen

Linthkommission, Regierungsrat Willi Haag, Präsident, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Auskunft nach Öffentlichkeitsgesetz

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  Mit zwei Schreiben vom 22. Dezember 2014 (Inhalt wiedergegeben in act. G 2 S. 

1-3) ersuchte A.A., Obersee Nachrichten AG, Rapperswil, die Linthkommission, 

Lachen, um Beantwortung von Fragen betreffend den Linthingenieur B.B. und das 

Pachtland des Linthwerks. In der Verfügung vom 18. März 2015 zuhanden des 

Rechtsvertreters der Obersee Nachrichten AG nahm die Linthkommission zu den 

Fragen Stellung. Sie hielt zum einen fest, dass die in den Zuständigkeitsbereich der 

Linthverwaltung fallenden Fragen der letzteren zuständigkeitshalber zu überweisen 

seien (Ziff. 1). Dies betreffe alle Fragen zum Pachtland Linthwerk sowie die Fragen zum 

Linthingenieur, soweit die Linthkommission dazu nachstehend nicht Stellung nehme. 

Nachdem bis Ende 2003 der Bund für das Linthwerk zuständig gewesen sei, könne 

sich die Linthkommission nur für den Zeitraum von 1. Januar 2004 bis Ende 2014 

äussern. Die in den Zuständigkeitsbereich der Linthkommission fallenden Fragen 

würden abschliessend beantwortet. Weitergehende Ausführungen würden nicht 

erfolgen (Ziff. 2; act. G 2).    

 

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B.            

a. Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. Ch. Lörli, Weinfelden, für die 

Obersee Nachrichten AG mit Eingabe vom 7. April 2015 Beschwerde mit den 

Rechtsbegehren, Ziff. 2 der Verfügung sei aufzuheben (Ziff. 1), und die Vorinstanz sei 

zu verpflichten offen zu legen, welche Einzelzahlungen von 2000 bis 2014 vom 

Linthwerk oder von der Linth 2000 an B.B. in seinen Funktionen als Linthingenieur und 

Oberbauleiter Linth 2000, an C.C. als Stellvertreter des Linthingenieurs sowie an die D. 

AG und deren Mitarbeiter geleistet worden seien und welche Arbeiten diese betroffen 

hätten. Weiter sei die Vorinstanz zu verpflichten offenzulegen, welche Zahlungen 

"direkt oder indirekt" an die D. AG für "Ingenieursbelage, ab 2000 bis 2014" und unter 

dem Konto "sonstiger Betriebsaufwand" (gemäss Jahresrechnung des Linthwerks) 

verbucht worden seien (Ziff. 2). Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten 

der Vorinstanz (Ziff. 3).

b. In der Vernehmlassung vom 27. April 2015 beantragte die Vorinstanz Abweisung der 

Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 6). Die 

Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (act. G 8)

c. Auf die Darlegungen der Parteien in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird 

- soweit für den Entscheid wesentlich - in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.  

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.             Nach Art. 4 Abs. 2 der interkantonalen Vereinbarung zwischen den Kantonen 

Glarus, Schwyz, St Gallen und Zürich über das Linthwerk (sGS 734.331; 

Linthkonkordat) können Verfügungen der Organe des Linthwerkes mit Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen angefochten werden, soweit diese 

Vereinbarung nichts anderes vorsieht. Angefochten ist vorliegend ein Entscheid der 

Linthkommission, womit die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

St. Gallen gegeben ist. Nach Art. 4 Abs. 1 des Linthkonkordats ist das Recht des 

Kantons St. Gallen anwendbar, soweit das Linthkonkordat nichts anderes bestimmt. 

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Nach Art. 18 Abs. 2 des Gesetzes über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung vom 

18. November 2014 (Öffentlichkeitsgesetz, sGS 140.2; ÖffG) ist für den Rechtsschutz 

das Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons St. Gallen (sGS 951.1; VRP) 

anwendbar. Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 18. März 2014 wurde 

rechtzeitig innerhalb der Frist von vierzehn Tagen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 

Abs. 1 VRP) eingereicht. Sie enthält eine Darstellung des Sachverhalts und eine 

Begründung (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP). Hinsichtlich des 

Beschwerdeantrags Ziff. 2 ist festzuhalten, dass darauf lediglich insofern einzutreten 

ist, als er durch die Nennung der einzelnen Informationsgegenstände ("Insbesondere 

sei sie zu verpflichten, …"; act. G 1 S. 2) konkretisiert ist. In diesem Umfang sind die 

Sachurteilsvoraussetzungen damit erfüllt. Nach Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 

VRP ist zur Beschwerde legitimiert, wer an der Änderung oder Aufhebung der 

Verfügung oder des Entscheids ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut. Als 

Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin in ihren eigenen schutzwürdigen 

Interessen betroffen. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.             

2.1.        Gemäss Art. 60 Abs. 1 KV informieren die Behörden von sich aus oder auf 

Anfrage über ihre Tätigkeit, soweit keine öffentlichen oder schützenswerten privaten 

Interessen entgegenstehen. Die Informationsverbreitung und den Zugang zu amtlichen 

Informationen regelt gemäss Abs. 2 von Art. 60 KV das Gesetz (ÖffG). Das in Art. 60 

Abs. 1 KV und Art. 1 ÖffG statuierte Öffentlichkeitsprinzip dient der Transparenz der 

Verwaltung und soll das Vertrauen des Bürgers in die staatlichen Institutionen und ihr 

Funktionieren fördern; es bildet zudem eine wesentliche Voraussetzung für eine 

sinnvolle demokratische Mitwirkung am politischen Entscheidfindungsprozess und für 

eine wirksame Kontrolle der staatlichen Behörden. Die Interessierten sollen von sich 

aus, ohne den Nachweis eines schutzwürdigen Interesses, um Information nachsuchen 

können (VerwGE B 2013/241 vom 19. Februar 2015, E. 3.2.1 mit Hinweisen). In diesem 

Sinn sieht Art. 5 ÖffG vor, dass jede Person, ohne dass sie ein besonderes Interesse 

geltend machen muss, nach Massgabe dieses Erlasses ein Recht auf Information über 

die Tätigkeit des öffentlichen Organs und Zugang zu amtlichen Dokumenten hat (Art. 5 

ÖffG). Das ÖffG nennt öffentliche oder schützenswerte private Interessen, welche einer 

Information entgegenstehen, in nicht abschliessender Weise ("…insbesondere…"; Art. 

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6 Abs. 2 und 3 ÖffG). Sodann zählt es Informationen auf, welche vom Recht auf 

Informationszugang ausgenommen sind (Art. 7).  

2.2.        Bei der Vorinstanz handelt es sich um ein öffentliches Organ im Sinn von Art. 1 

Abs. 2 lit. b ÖffG. Streitig ist vorliegend, inwiefern die Beschwerdeführerin gegenüber 

der Vorinstanz Anspruch auf Bekanntgabe einzelner, an bestimmte Empfänger erfolgte 

Zahlungen hat. Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung zu den Fragen 

zum Linthingenieur unter anderem aus, die Höhe und der Verwendungszweck der 

Zahlungen sowie die Aufteilung der geleisteten Zahlungen zwischen Linth 2000 und 

dem Linthwerk seien dem Budget 2015, den Erläuterungen und Aufstellungen über den 

Personalaufwand der letzten 10 Jahre einschliesslich den Aufstellungen über die in den 

letzten 10 Jahren an die D. AG geleisteten Entschädigungen zu entnehmen (Beilagen). 

Von Seiten des Kantons St. Gallen seien keine Zahlungen erfolgt (zu Frage 1). Unter 

"sonstigem Betriebsaufwand" seien die Pauschalzahlungen an die D. AG gemäss 

"Leistungsumfang" (beigelegtes Budget 2015 S. 3 sowie Aufstellung der 

Entschädigungen an die D. AG in den letzten zehn Jahren) zu verstehen (zu Frage 2). In 

den Jahren 2004 bis 2013 habe das Arbeitspensum des Linthingenieurs 80% und ab 

Anfang 2014 60% betragen (zu Frage 3). Die Einstellung von Personal stelle nach Ziff. 4 

Annex 4 Anhang I des Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen 

(WTO-Übereinkommen, SR 0.632.231.422) keinen öffentlichen Auftrag dar, welcher 

dem Beschaffungsrecht unterstellt sei (zu Frage 4). Im Kanton St. Gallen gebe es keine 

gesetzliche Pflicht zur Ausschreibung offener Stellen (zu Frage 5). Für eine 

Untersuchung der Arbeitsvergabe an X. durch die Linthkommission bestehe kein 

Anlass. Soweit ersichtlich, erfolge die "Arbeitsvergabe" durch die ARGE Q. und betreffe 

ausschliesslich das Innenverhältnis zwischen der ARGE und dem lokalen 

Lohnunternehmer X. (zu Frage 6). Die übrigen Fragen würden in den 

Zuständigkeitsbereich der Linthverwaltung fallen und dieser zur weiteren Bearbeitung 

überwiesen. Soweit in den Fragen 1 und 2 die Auflistung sämtlicher Einzahlungen 

verlangt werde, sei dem Begehren nicht zu entsprechen. Einerseits würde dies einen 

unverhältnismässigen Aufwand im Sinn von Art 6 Abs. 2 lit. e ÖffG verursachen. 

Anderseits bestehe kein gesetzlicher Anspruch auf Erstellung von Dokumenten (act. G 

2 S. 3 f.).

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2.3.        Die Beschwerdeführerin lässt zur Begründung ihres Antrages ausführen, die 

Abfrage von Einzelzahlungen an bestimmte Empfänger für einen bestimmten Zeitraum 

sei sehr einfach, rasch und kostengünstig möglich, da die Vorinstanz zweifellos ihre 

Buchhaltung mit der Standardsoftware SAP-ERP erstelle. Zudem liege kein Fall von 

"fishing expeditions" vor, welcher eine Einschränkung der Informationspflicht im Sinn 

von Art. 6 Abs. 2 lit. e ÖffG rechtfertigen könnte. Unrichtig sei auch, dass für die 

Auskunft betreffend die Einzelzahlungen an die D. AG und den Linthingenieur ein neues 

Dokument hätte erstellt werden müssen. Eine Auskunftspflicht ergebe sich auch 

gestützt auf Art. 8 ÖffG. Zugänglich zu machen seien Dokumente, welche mit einem 

einfachen elektronischen Vorgang aus vorhandenen Informationen erstellt werden 

könnten (act. G 1).

Die Vorinstanz weist darauf hin, dass abgesehen davon, dass die Linthkommission 

nicht über die Standardsoftware SAP-ERP verfüge, sondern für die Finanzbuchhaltung 

das Programm "Simultan" und für die Objektbuchhaltung Linth 2000 das Programm 

"Vertec" verwende, die Beschwerdeführerin nicht nur Einsicht in alle Zahlungen an 

mehrere Kostenstellen verlange, sondern diese Zahlungen auch noch aufgeschlüsselt 

haben wolle nach bestimmten Funktionen, für deren Ausübung eine Entschädigung 

geleistet worden sei. Damit würden sich die gewünschten Informationen offensichtlich 

nicht mehr einfach elektronisch erheben lassen, sondern bedürften einer zusätzlichen 

Bearbeitung. Entsprechend müssten neue Dokumente erstellt werden, worauf die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch habe. Entscheidend sei jedoch, dass neben den 

Pauschalentschädigungen an die D. AG, die im erläuternden Bericht zum Budget 2015 

(act. G 7 Beilage 1 Anhang) ausgewiesen seien, keine weiteren Zahlungen weder an 

diese Unternehmung noch an den Linthingenieur oder dessen Stellvertreter erfolgt 

seien. Ausgenommen seien einzig die Druckkosten bzw. Kosten für das Fotokopieren 

des Geschäftsberichtes (act. G 7 Beilage 2). Dementsprechend könnten von vornherein 

keine weiteren - von der Beschwerdeführerin vermuteten - Zahlungen aus der 

Buchhaltung generiert werden. Vorliegend handle es sich offensichtlich um einen Fall 

von "fishing expeditions". Weil die Zahlen betreffend die Pauschalentschädigung an die 

D. AG für das Jahr 2014 in der der angefochtenen Verfügung beigelegten Aufstellung 

noch nicht enthalten seien, würden diese in der Beilage (act. G 7 Beilage 3) separat 

ausgewiesen (act. G 6).    

3.           

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3.1.         Als amtliches Dokument im Sinn des Gesetzes gilt nach Art. 12 ÖffG jede 

Aufzeichnung, die auf einem beliebigen Datenträger enthalten ist (lit. a), sich im Besitz 

eines öffentlichen Organs befindet, von dem sie stammt oder dem sie mitgeteilt 

worden ist (lit. b), die Erfüllung einer Staatsaufgabe betrifft (lit. c) und nicht 

ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt ist (lit. d). Die Voraussetzung, 

wonach die Aufzeichnung auf einem beliebigen Datenträger enthalten sein muss, 

bedeutet, dass die Aufzeichnung bereits in irgendeiner Form vorhanden sein muss. Das 

Öffentlichkeitsprinzip bildet keine Grundlage, die Behörde zur Ausfertigung einer noch 

nicht existierenden Aufzeichnung oder zur Erstellung eines Dokuments zu verpflichten 

(vgl. Botschaft und Entwurf der st. gallischen Regierung vom 21. Mai 2013, ABl 2013, 

1474 ff., 1493, mit Hinweis auf Botschaft zum Bundesgesetz über die Öffentlichkeit der 

Verwaltung vom 12. Februar 2003 [BBl 2003, 1963 ff., 1992). Wenn also ein Dokument 

besteht, dieses aber nicht verständlich ist, weil z.B. eine Bildlegende oder Erklärung 

von Bezeichnungen fehlt, hat die Verwaltung nicht die Pflicht, dieses verständlich und 

nachvollziehbar zu gestalten (vgl. Robert Bühler in: Maurer-Lambrou-Blechta Hrsg., 

Basler Kommentar Datenschutzgesetz/Öffentlichkeitsgesetz, 3. A. 2014, Rz. 10 zu Art. 

5 des Bundesgesetzes über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung [BGÖ; SR 

152.3]). Im Unterschied zum BGÖ (Art. 5 Abs. 2) umfasst der Begriff des amtlichen 

Dokuments nach st. gallischem ÖffG zumindest nach dem Gesetzeswortlaut nicht auch 

solche Dokumente, die durch einen elektronischen Vorgang aus aufgezeichneten 

Informationen erstellt werden können. Die Frage, ob sich ein Recht auf Erstellung von 

Dokumenten aus Art. 12 ÖffG ableiten lässt oder nicht, kann jedoch - wie sich 

nachstehend ergeben wird - vorliegend offenbleiben.

3.2.       

3.2.1.    Einer Bekanntgabe entgegenstehende öffentliche Interessen liegen unter 

Umständen wie erwähnt dann vor, wenn die Datenbekanntgabe einen 

unverhältnismässigen Aufwand verursachen würde (Art. 6 Abs. 2 lit. e ÖffG). In der 

Botschaft zum ÖffG wurde hierzu ausgeführt, dass die Behörde, wenn sie einem 

Gesuch um Information unter Berufung auf diese Bestimmung nicht stattgeben wolle, 

den Zugang erst verweigern werde, wenn es nach dem Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit ausgeschlossen sei, an Stelle einer Nicht-Information den 

Informationsumfang zu beschränken oder die Information auf andere Weise als verlangt 

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zu gewähren. Von der Einschränkung nach Art. 6 Abs. 2 lit. e ÖffG sei demgemäss nur 

mit grosser Zurückhaltung Gebrauch zu machen. Die Bestimmung wolle insbesondere 

«fishing expeditions» oder umfangreichen Recherche-Aufträgen einen Riegel schieben. 

Das Informationsgesetz (ÖffG) solle nicht dazu dienen, Forschungsarbeiten von 

Privaten auf öffentliche Organe zu delegieren (ABl 2013, 1488).

3.2.2.    Der Begriff der "fishing expeditions" stammt aus dem Bereich der 

internationalen Amtshilfe in Strafsachen und wird als "speculative requests for 

information that have no apparent nexus to an open inquiry or investigation" (vgl. Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts A-38/2014 vom 1. April 2014, E. 2.2.1.2) umschrieben. 

Wie dargelegt ist es nicht Aufgabe des ÖffG, umfangreiche Recherche-Aufträge durch 

staatliche Stellen durchführen zu lassen, welche keinen Zusammenhang zu einem 

konkret umschriebenen Sachverhalt aufweisen und insoweit thematisch nicht 

(genügend) abgegrenzt sind. Deshalb knüpft auch Art. 13 Abs. 2 Bst. b ÖffG 

Informationsgesuche an die Bedingung, dass die Dokumente, zu denen Zugang 

verlangt wird, so genau wie möglich zu bezeichnen sind (ABl 2013, 1488). Zwar muss 

das Gesuch insoweit, als kein besonderes Informationsinteresse nachzuweisen ist (vgl 

vorangehende E. 2. und Art. 5 ÖffG) - nicht begründet werden (vgl. ABl 2013, 1487). 

Jedoch muss es genügend Angaben (Erstellungsdatum, Titel, Referenz, Zeitraum) 

enthalten, die es der Behörde erlauben, das verlangte Dokument zu identifizieren. Ein 

Anspruch auf eine nicht näher eingrenzbare Menge von Informationen besteht nicht 

(vgl. J. Bend/J. Schneider in: Maurer-Lambrou-Blechta Hrsg., Basler Kommentar 

Datenschutzgesetz/Öffentlichkeitsgesetz, 3. A. 2014, Rz. 39 f.  zu Art. 10 Abs. 3 BGÖ: 

"Das Gesuch muss hinreichend genau formuliert sein.").

3.2.3.    Was die von der Beschwerdeführerin angeführte allgemeine Auskunftspflicht 

der Verwaltung über ihre Tätigkeit (Art. 8 ÖffG) betrifft, ist festzuhalten, dass sich 

hieraus keine weitergehenden Informationsansprüche ableiten lassen, als sich schon 

aus Art. 5 lit. a ÖffG ergeben. Wenn somit ein Informationsanspruch aufgrund der 

letztgenannten Bestimmung nicht gegeben ist, so ergibt sich ein solcher auch nicht aus 

Art. 8 ÖffG. Die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz in der Vernehmlassung 

(act. G 6) blieben unbestritten. Anhaltspunkte für diesbezügliche Unrichtigkeiten 

ergeben sich auch aus den Akten nicht. Damit ist insbesondere von der Zusage der 

Vorinstanz auszugehen, dass neben den an die D. AG geleisteten 

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Pauschalentschädigungen, die im erläuternden Bericht zum Budget 2015 (act. G 7 

Beilage 1 Anhang) ausgewiesen seien, mit Ausnahme von Druck- und 

Fotokopierkosten keine weiteren Zahlungen weder an diese Unternehmung noch an 

den Linthingenieur oder dessen Stellvertreter erfolgt seien (act. G 6). Dies wurde der 

Beschwerdeführerin nach der unbestritten gebliebenen Feststellung der Vorinstanz 

(act. 6 S. 2 oben) bereits zuvor (vor Anhebung des Beschwerdeverfahrens) mehrfach 

mitgeteilt. Unter diesen Umständen verfügt die Beschwerdeführerin - im Ergebnis - 

über sämtliche von ihr verlangten Informationen. Für das Verwaltungsgericht besteht 

kein Anlass, die Vorinstanz zu weiteren Datenlieferungen zu verpflichten. Solche Daten 

könnten höchstens die von der Vorinstanz gegebenen Auskünfte bestätigen bzw. 

"belegen". Das ÖffG verlangt jedoch von der auskunfterteilenden Behörde nicht, dass 

sie ihre Auskunft auch "beweisen" muss; dies zumal dann, wenn keinerlei Anlass 

besteht, deren Richtigkeit anzuzweifeln. Die von den Parteien diskutierten Fragen des 

Vorliegens von "fishing expeditions" und der Unverhältnismässigkeit des Aufwands für 

eine (weitere) Datenlieferung brauchen bei diesem Sachverhalt nicht näher untersucht 

zu werden. Die Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist.

4.            (…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.            Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.            Die Beschwerdeführerin bezahlt amtliche Kosten des Beschwerdeverfahrens 

von Fr. 1'500.--.

3.            Ausseramtliche Entschädigungen werden nicht zugesprochen.

 

Der Präsident                    Der Gerichtsschreiber

Eugster                              Schmid

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		2025-07-19T08:47:09+0200
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