# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bdb343ad-5a4c-551f-acda-4238b5024c0e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1997 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-1997-36_0000-00-00.pdf

## Full Text

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-Einstellung der Untersuchung durch den Untersu- 
chungsrichter; Stellung des Geschädigten (Art. 82 StPO; 
Art. 8 Abs. 1 lit. b OHG). Der Geschädigte - und ebenso 
das Opfer gemäss Opferhilfegesetz - hat keinen An- 
spruch auf eine vorgängige Stellungnahme zur Einstel- 
l ung, sondern kann seine Rechte allein im Rahmen der 
Beschwerde gemäss Art. 138 f. StPO wahren (Erw. 3).

- Sachverständige; Ausstandsgründe (Art. 92 Abs. 2 
StPO; Art. 18 GVG). Die Mitgliedschaft des Sachver- 
ständigen und des Angeschuldigten im selben Verband 
(in casu Schweizer Snowboard Schulungsverband) 
stellt für sich allein keinen Ausstandsgrund dar (Erw. 4).

- Fahrlässige Tötung (Art. 117 StGB); Snowboardunfall. 
Zu den Sorgfaltspflichten beim Bau eines künstlichen 
Snowboardparcours mit Schanze und anschliessen- 
dem Landungshügel (Erw. 6 ff.).

Erwägungen:
3. Die Beschwerdeführerin macht unter anderem eine 

Verletzung ihres rechtlichen Gehörs geltend. Sie liess ausführen, ihr 
Rechtsvertreter habe mit Schreiben vom 15. April 1996 bei der 
Staatsanwaltschaft darum er- sucht, dass ihm die Strafakten vor 
Abschluss der Untersuchung zugestellt und dass ihm Gelegenheit zur 
Stellungnahme eingeräumt werde. Dass dem Vertreter der 
Beschwerdeführerin am 22. Mai 1997 das Gutachten von R. mitgeteilt 
wurde und danach am 11. August 1997 ohne weitere Mitteilung die 
Einstellungsverfügung erging, stellt nach sinngemässer Ausführung der 
Be- schwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Sie 
stützt sich dabei auf Art. 97 StPO, wonach die Untersuchungsbehörde 
nach Abschluss der Strafuntersuchung den Verfahrensbeteiligten 
Gelegenheit zur Stellung- nahme einzuräumen habe. Diese Bestimmung 
müsse gerade auch für Ein- stellungsverfügungen nach Art. 82 StPO 
gelten. Im Übrigen ergebe sich der Anspruch auf rechtliches Gehör des 
Geschädigten auch aus Art. 8 Abs. 1 OHG. Die Einstellung des 
Strafverfahrens ohne vorgängige Anhörung des Geschädigten verletze 
die Beteiligungsrechte des Opfers gemäss OHG.

a) Eine Schlussverfügung im Sinne von Art. 97 StPO ergeht nur
dann, wenn die Untersuchungsbehörden aufgrund der Erhebungen nicht 
be- reits zu einem früheren Zeitpunkt zum Schluss gelangen, dass das 
Vorliegen eines Straftatbestandes nicht genügend dargetan, die 
Verfolgungsverjährung eingetreten oder der Angeschuldigte gestorben 
ist (Art. 82 StPO), also nur dann, wenn nach erfolgter Untersuchung im 

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ordentlichen Verfahren die Staatsanwaltschaft über Anklageerhebung 
oder Einstellung entscheidet. Den Geschädigten wird diesfalls die 
Schlussverfügung zugestellt, worauf sie

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im Hinblick auf eine allfällige Adhäsionsklage (Art. 130 StPO) Einsicht 
in die Akten nehmen und Anträge auf Ergänzung der Untersuchung 
stellen können (Art. 97 Abs. 2 und 3 StPO). Wird die Strafuntersuchung 
dagegen be- reits vom Untersuchungsrichter gestützt auf Art. 82 StPO 
eingestellt, so kön- nen Geschädigte ihre Rechte allein im Rahmen der 
Beschwerde gemäss Art. 138f StPO wahren. Dies ergibt sich eindeutig aus 
der Systematik der Straf- prozessordnung und stellt gefestigte 
Rechtsprechung der Beschwerdekam- mer des Kantonsgerichtes dar (vgl. 
dazu PKG 1994 Nr. 43).

Unter diesem Blickwinkel kann somit keine Verletzung des 
recht- lichen Gehörs der Beschwerdeführerin festgestellt werden. 
Immerhin wurde ihr während des ganzen Verfahrens Einsicht in die 
Akten gewährt, und sie hat nachweislich von diesem Recht auch 
Gebrauch gemacht. So hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 
am 27. März 1996 und am 24. Juli 1996 auf Wunsch sämtliche bis dahin 
erstellten Akten zur Einsicht erhalten; am 30. August 1996 stellte er das 
Begehren, es sei eine Expertise zur Frage der Gefährlichkeit der 
Sprungschanze, einer allfälligen Sorgfaltspflichtver- letzung sowie zum 
Bestehen von Richtlinien für den Bau und den Unterhalt von 
Snowboardpisten einzuholen, welchem ebenfalls stattgegeben wurde. 
Am 1. April 1997 wurde der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 
münd- lich über den Verfahrensstand orientiert und am 22. Mai 1997 
erhielt er eine Kopie des erstellten Gutachtens. Bis zum Erlass der 
angefochtenen Einstel- lungsverfügung am 8. August 1997 äusserte sich 
der Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerin nicht mehr. Dass der 
Beschwerdeführerin nach Mitteilung des Gutachtens von R. keine 
ausdrückliche Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Einreichung 
allfälliger zivilrechtlicher Ansprüche gewährt wurde, stellt im Lichte der 
oben erwähnten kantonsrichterlichen Rechtsprechung keine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs dar.

b) Ein weitergehender Anspruch der Beschwerdeführerin ergibt
sich auch nicht aus den einschlägigen Bestimmungen des OHG. Gemäss 
Art. 8 Abs. 1 OHG kann sich das Opfer am Strafverfahren beteiligen; es 
kann ins- besondere seine Zivilansprüche geltend machen (lit. a), den 

Entscheid eines Gerichtes verlangen, wenn das Verfahren nicht 
eingeleitet oder wenn es eingestellt wird (lit. b) und den 

Gerichtsentscheid mit den gleichen Rechts- mitteln anfechten wie der 
Beschuldigte, wenn es sich bereits vorher am Ver- fahren beteiligt hat 
oder soweit der Entscheid seine Zivilansprüche betrifft oder sich auf 

deren Beurteilung auswirken kann (lit. c). Die Beschwerdefüh- rerin hat 
im Rahmen ihrer Rügen Art. 9 OHG unberücksichtigt gelassen, welcher 

die Beteiligungsrechte des Opfers hinsichtlich der Zivilansprüche 

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konkretisiert. Demnach kann das Opfer verlangen, dass das Strafgericht 
über seine Zivilansprüche entscheidet, dies aber nur, sofern der Täter 

nicht frei- gesprochen oder das Verfahren nicht eingestellt wird (Art. 9 
Abs.1 OHG). Somit entfällt der Anspruch des Opfers auf Beurteilung 

seiner Zivilforde-

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rung durch das Strafgericht, wenn der Beschuldigte freigesprochen oder 
das Verfahren gegen ihn eingestellt wird (Gomm / Stein / Zehnter, 
Kommentar zum Opferhilfegesetz, Bern 1995, Art. 9 N 3). Folgerichtig 
steht dem Opfer im Falle der Einstellung der Strafuntersuchung auch 
keine Möglichkeit zur Einreichung einer Adhäsionsklage bezüglich seiner 
Zivilansprüche zu. Seine aus dem OHG fliessenden Rechte sind mit der 
Möglichkeit, gegen die Ein- stellungsverfügung den Entscheid eines 
Gerichtes zu erwirken (Art. 8 Abs.   1 lit. b; Gomm/Stein/Zehnter, a. a.O., 
Art. 8 N 5), gewahrt. Die Beschwerde ist somit in diesem Punkte 
abzuweisen, die angebrachte Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs 
erweist sich als unbegründet.

4. Die Beschwerdeführerin macht ferner eine Verletzung von 
Aus- standsvorschriften geltend, ohne jedoch eine gesetzliche Grundlage 
dazu zu nennen. Sie beanstandet unter Hinweis auf die Möglichkeit einer 
Bekannt- schaft zwischen dem Gutachter und beteiligten Drittpersonen, 
dass nicht ab- geklärt worden sei, in welcher Beziehung der Experte zu 
den Bergbahnen X. beziehungsweise zum Schanzenbauer E. stand.

Die Strafprozessordnung enthält keine einschlägigen 
Ausstands- regeln. Sie hält in Art. 92 Abs. 2 StPO jedoch fest, niemand 
dürfe als Sach- verständiger zugezogen werden, der als Richter 
abgelehnt werden könnte. Die entsprechenden Artikel zum Ausstand 
von Richtern finden sich ihrer- seits im Gerichtsverfassungsgesetz des 
Kantons Graubünden (GVG). Ge- mäss Art. 17 ff. GVG dürfen 
Ehegatten und Verlobte sowie Verwandte und Verschwägerte bis zum 
zweiten Grad nicht gleichzeitig als Richter oder Ak- tuar an einer 
Gerichtssitzung teilnehmen (Art. 17 1. Satz GVG). Ein Richter oder 
Aktuar hat ferner in Ausstand zu treten, wenn die in Art. 18 lit. a-g 
GVG genannten Gründe eingetreten sind. Insbesondere ist dies der Fall, 
wenn die betreffende Peson unter anderem mit einer Partei oder einem 
Geschädigten besonders befreundet oder verfeindet ist (lit. b), wenn sie 
zu einer Partei oder einem Geschädigten in einem besonderen Pflicht- 
oder Ab- hängigkeitsverhältnis steht (lit. c), wenn sie einer Partei oder 
einem Geschä- digten in gleicher Sache Rate erteilt hat (lit. d) oder 
wenn andere Umstände sie als befangen erscheinen lassen (lit. g). Zudem 
gewähren auch Art. 58 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK dem Einzelnen 
den Anspruch darauf, dass sei- ne Sache von einem 
unvoreingenommenen, unparteiischen und unbefange- nen Richter 
beurteilt wird.

Die Staatsanwaltschaft verwies in ihrer Vernehmlassung vom 15.
September 1997 auf die internen Aktennotizen des 
Untersuchungsrichters vom 9. und 10. September 1997. Demnach war 
es für den zuständigen Un- tersuchungsrichter kein leichtes 

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Unterfangen, einen geeigneten Experten zu finden, was auch seitens der 
Beschwerdeführerin anerkannt wird. So musste dieser beinahe ein 
Dutzend Stellen angehen, bis sich schliesslich R. bereit er- klärte, das 
benötigte Gutachten zu erstellen. Zur vorliegenden Frage der Be-

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fangenheit holte der Untersuchungsrichter beim Gutachter zusätzliche 
In- formationen ein. Letzterer gab zur Auskunft, dass er zu den 
Bergbahnen X. in keiner Beziehung stehe, sofern dies als technischer 
Leiter des SSBS (Schweizer Snowbord Schulungsverbandes) 
überhaupt möglich sei. Hin- sichtlich des Schanzenbauers E. führte R. 
aus, er sei in der gleichen Organi- sation tätig, sie seien beide Ausbildner 
in derselben Position, wobei der Gut- achter zusätzlich technischer 
Leiter sei. Die Zusammenarbeit betrage im Jahr etwa fünf Wochen. 
Während dreier Monate sei E. zudem bei ihm ange- stellt gewesen.

Vorliegend kann es nicht angehen, dass jede noch so 
schwache Möglichkeit einer Bekanntschaft oder eines Pflicht- oder 
Abhängigkeits- oder ähnlichen Verhältnisses den Ausstand eines 
Gutachters nach sich zu zie- hen vermag. Eine Befangenheit im Sinne der 
vorgenannten Bestimmungen liegt jedoch vor, wenn nach dem Urteil 
eines vernünftigen Menschen (und nicht bloss nach dem subjektiven 
Empfinden eines Beteiligten) Gründe be- stehen, die geeignet sind, 
Misstrauen in die Unparteilichkeit des betreffen- den Justizangehörigen 
beziehungsweise Gutachters zu erregen. Es braucht also nicht 
nachgewiesen zu werden, dass die betreffende Person tatsächlich 
befangen und zu einem unparteiischen Urteil nicht mehr fähig ist. 
Vielmehr genügt es, wenn gewisse Umstände bei objektiver Betrachtung 
den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit 
des Richters zu begründen vermögen (vgl. dazu BGE 120 V 365; PKG 
1992 Nr. 13; 1995 Nr. 43 mit Hinweisen auf BGE 112 la 293). In 
speziellen Fachbereichen und in derart kleinen Verhältnissen wie der 
Snowboardszene wird es kaum je zu ver- meiden sein, dass zwischen den 
auf einen bestimmten Bereich spezialisierten Personen gewisse 
Berührungspunkte bestehen. Dabei lässt sich auch kaum ausschliessen, 
dass die involvierten Personen zumindest Kenntnis voneinan- der haben 
und sich gegebenenfalls auch persönlich bekannt sind. In derarti- gen 
Fällen ist es angebracht, eine Befangenheit erst zu bejahen, wenn klare 
Anhaltspunkte für das Vorliegen eines Ausstandsgrundes vorliegen. 
An- dernfalls würde die Durchführung einer Untersuchung praktisch 
verunmög- licht. Unter diesen Umständen und unter Berücksichtigung 
der Schwierig- keiten bei der Suche nach einem geeigneten Gutachter 
kann aus der Tatsache, dass zwischen dem Gutachter R. und dem 
Schanzenbauer E. eine gewisse Nähe, jodoch keine nähere 
Bekanntschaft, tatsächlich besteht, noch kein Ausstandsgrund abgeleitet 
werden, aufgrund dessen das erstellte Gut- achten im vorliegenden Fall 
keine Beachtung finden dürfte. Zu berücksich- tigen ist, dass es der als 
Gutachter ebenfalls angefragte D. als guter Kollege von E. seinerzeit 
wegen Befangenheit abgelehnt hatte, sich zur Begutachtung der 

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vorliegenden Sache zur Verfügung zu stellen. Die Untersuchungsbehör- 
de hat unter diesen Umständen ihr Möglichstes vorgekehrt, um einen 
geeig- neten und unbefangenen Experten zu finden; dass sie den Auftrag 
schliess-

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lich R. erteilte, kann unter dem Gesichtspunkt der Ausstandspflicht nicht 
be- anstandet werden.

5. Gemäss Art. 82 StPO ist eine Untersuchung dann einzustellen,
wenn aufgrund der Erhebungen darauf zu schliessen ist, dass das 
Vorliegen eines Straftatbestandes nicht genügend dargetan ist. Dies ist 
der Fall, wenn eine Gesamtwürdigung der Beweise zur nachvollziehbaren 
Schlussfolgerung führt, dass eine Verurteilung unwahrscheinlich ist, 
somit ein Freispruch er- wartet werden müsste, und wenn keine konkret zu 
erhebenden Beweismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im 
gegenteiligen Sinn beeinflussen könnten (W. Padrutt, Kommentar zur 
StPO des Kantons Graubünden, 2., er- gänzte Auflage 1996, Ziff. 3.3 zu 
Art. 82). In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die Beweisregel 
«in dubio pro reo» nur im Gerichtsverfahren, nicht aber bei Einstellungen 
gilt (W. Padrutt, a. a. 0., Ziff. 3.3 zu Art. 82). Im Zweifel ist deshalb 
Anklage zu erheben (W. Padrutt, a.a.O., Ziff. 3.3 zu Art. 82). Eine 
angefochtene Einstellungsverfügung kann gemäss Art. 138 StPO nicht 
nur auf Rechtswidrigkeit, sondern auch auf Unangemessenheit über- 
prüft werden. Bei der Überprüfung der Angemessenheit eines Entscheides 
soll aber die Beschwerdekammer ihr Ermessen nur dort an die Stelle 
desje- nigen der Vorinstanz setzen, wo sich deren Verfügung nicht mit 
triftigen Gründen vertreten lässt. Eine Einstellungsverfügung ist dann 
angemessen und hält der umschriebenen Prüfung stand, wenn aufgrund 
des Untersu- chungsergebnisses objektiv und subjektiv nicht genügend 
Anhaltspunkte für das Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Handlung 
gegeben sind und so- mit ein Freispruch erwartet werden müsste, und 
wenn keine neuen Beweis- mittel ersichtlich sind, sie das Beweisergebnis 
zu beeinflussen vermöchten (PKG 1975 Nr 58).

6. Im vorliegenden Fall stellt sich die Frage, ob Drittpersonen, 
ins-

besondere der Snowboardlehrer E. oder Angestellte oder Organe der 
Berg- bahnen oder der Betreiberin des Snowboardparcours wegen 
fahrlässiger Tötung im Sinne von Art. 117 StGB oder gegebenenfalls 
weiterer strafrecht- licher Bestimmungen zur Rechenschaft zu ziehen 
sind. Zu beachten ist da- bei, dass die Staatsanwaltschaft das 
Augenmerk konsequenterweise beson- ders auf den Erbauer der 
Sprunganlage, E., gelegt hatte. Eine Verurteilung nach Art. 117 StGB 
setzt voraus, dass die Tötung des Opfers durch sorg- faltswidriges 
Verhalten des Täters verursacht worden ist, sei es durch ein Tun oder, falls 
er Garant ist, auch durch blosses Unterlassen. Sorgfaltswidrig ist ein 
Verhalten dann, wenn der Täter in jenem Zeitpunkt aufgrund der Um- 
stände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die dadurch bewirkte 
Ge- fährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und 

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müssen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos 
überschritt (BGE 118 IV 132f). Wo besondere, der Unfallverhütung und 
Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, richtet 
sich das Mass der im Ein-

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zelfall zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften, 
was allerdings nicht ausschliesst, dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit 
auch auf all- gemeine Rechtsgrundsätze wie den allgemeinen 
Gefahrensatz gestützt wer- den kann (BGE 116 IV 308). Das Mass der 
im Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt lässst sich nicht allgemein 
bestimmen, es richtet sich vielmehr nach den konkreten Umständen, zu 
denen unter anderm Art, Zweck und Not- wendigkeit der geplanten 
Handlung, die mit ihr verbundenen Gefahren so- wie die zur Verfügung 
stehenden Hilfsmittel und Schutzvorkehren gehören, des weiteren aber 
auch nach den speziellen Kenntnissen und Fähigkeiten des Täters. Der 
Richter hat den Sachverhalt auch dahingehend zu prüfen, inwie- fern 
eine Gefährdung sich im Rahmen des Tolerierbaren bewegt (vgl. S. 
Trechsel, Kommentar zum StGB, 1989, N 23 ff. zu Art. 18 StGB). Richtet 
sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt nach den konkreten 
Umständen, so heisst dies auch, dass im Einzelfall zu unterscheiden ist, 
welche Vorkehrun- gen zum Schutz des Rechtsgutes an sich möglich 
gewesen wären, welche zur Vermeidung einer Gefahr konkret zu treffen 
waren und welche effektiv ge- troffen wurden.

7. Die Staatsanwaltschaft Graubünden stützte sich beim Erlass 
der angefochtenen Verfügung auf das Gutachten vom 14. Mai 1997, 
erstellt vom technischen Leiter des Schweizer Snowboard 
Schulungsverbandes (SSBS),
R. Vorerst stellte dieser fest, dass es für den Bau und den Unterhalt von
Snowboardparcours, einzelner Hindernisse und den Abstand zwischen 
zwei Hindernissen keine Vorschriften gebe. Somit muss bei der 
Beurteilung der bei der Erstellung der Sprunganlage anzuwendenden 
Sorgfalt auf die allge- meinen Rechtsgrundsätze abgestellt werden. 
Ferner beurteilte der Gutach- ter die fragliche Sprunganlage sowohl in 
ihrer ersten Version, am Vormittag, als auch in der zweiten Version, am 
Nachmittag, als fahrbar und als für Per- sonen im entsprechenden 
Könnensbereich bewältigbar. Demgegenüber ent- hält das Gutachten 
nach Ansicht der Beschwerdeführerin verschiedene Un- stimmigkeiten, 
welche zur Rückweisung der ganzen Strafsache führen müssten. 
Insbesondere sei es notwendig, das Gutachten zur Klärung der of- fenen 
Punkte auch in technisch physikalischer Hinsicht zu ergänzen.

a) Der Gutachter schliesst seine Ausführungen mit der 
Aussage, der Unfall von O. sei eher auf eine Übermüdung 
zurückzuführen und nicht auf eine fehlerhafte Sprunganlage. Die 
Beschwerdeführerin macht geltend, diese Feststellung stehe in 
Widerspruch zu den Zeugenaussagen von M. und K., welche den 
Unfallhergang vom Gletscherlift aus beobachtet hatten. Demgemäss sei 
der Sprung von O. entschlossen erfolgt (Zeugeneinvernah- me M.), und 

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er sei schnell auf die Schanze zugefahren (Zeugeneinvernahme K.). 
Daraus leitet die Beschwerdeführerin ab, dass nicht auf eine Übermü- 
dung von O. geschlossen werden könne, weshalb das Gutachten in 
diesem Punkte mit dem Beweisergebnis im Widerspruch stehe. 
Demgegenüber ist

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festzuhalten, dass der Gutachter sein Augenmerk nicht auf den 
physischen Zustand von O. gelegt hat, sondern vielmehr auf die Erbauung 
und den Un- terhalt der von diesem benutzten Sprunganlage. Die 
entsprechenden Fragen des zuständigen Untersuchungsrichters enthalten 
denn auch lediglich Hin- weise auf die technische Beschaffenheit des 
Snowboardparcours und die in diesem Zusammenhang interessierenden 
Fragen bezüglich Hinweis- und Überprüfungspflicht des Erbauers. Die 
physische Verfassung des Verunfall- ten war nicht Gegenstand des 
Gutachterauftrages. Dass R. eine Vermutung hinsichtlich der 
Unfallursache in bezug auf die physische Verfassung des Ver- unfallten 
aufstellte, steht denn mit dem Beweisergebnis auch nicht weiter in einem 
unauflösbaren Widerspruch. Seine Aussage, welche nicht weiter be- 
gründet wird, bestätigte der einzige Zeuge, der über den körperlichen 
Zu- stand von 0. überhaupt etwas aussagen konnte. B. war am Unfalltag 
mit O. und weiteren Personen zum Snowboarden gefahren. Zusammen mit 
O. hat- te er am Vormittag die Hindernisse befahren und sich schliesslich 
um 14.10 Uhr von O. getrennt. Seinen Aussagen zufolge habe ihm der 
Verunfallte zu jenem Zeitpunkt mitgeteilt, er sei schon etwas müde und 
gedenke, die gros- se Schanze nicht mehr zu fahren. Folglich erscheint 
auch die diesbezügliche Aussage des Gutachters nicht bereits von 
vornherein als unglaubwürdig. Das Gutachten aus diesem Grunde in Frage 
zu stellen, ist auch deshalb nicht ge- rechtfertigt, weil die 
Staatsanwaltschaft bei der Begründung ihrer Einstel- lungsverfügung 
nicht auf diese Aussage abgestellt hat.

b) Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin die 
Feststellung des Gutachters, wonach die fragliche Sprunganlage auch bei 
Nichterreichen der Landezone noch stehbar sei. Der Zeuge M. habe im 
Gegensatz dazu fest- gehalten, dass er drei Snowboarder beobachtet 
hätte, die an diesem Hinder- nis gestürzt seien. Damit sei erstellt, dass 
die Schanze eine erhebliche Sturz- gefahr in sich barg. Da sich jedoch 
sämtliche Beobachtungen der Zeugen auf die Zeit nach (recte: vor) der 
Abänderung der Schanze beziehen würden, sei- en keine objektiven 
Erkenntnisse hinsichtlich der Stehbarkeit des Sprunges in seiner Version 
am Nachmittag vorhanden. Tatsächlich trifft es zu, dass kei- ne 
Zeugenaussagen vorhanden sind, welche Aussagen über die Befahrbar- 
keit der Schanze am Nachmittag gemacht hätten. Sämtliche 
Beobachtungen der befragten Zeugen beziehen sich auf den Vormittag; 
zu jenem Zeitpunkt hatten, so die Zeugenaussagen, mehrere 
Snowboarder die Hindernisse be- fahren. Auch der verunfallte O. und 
sein Kollege B. befuhren die grosse Schanze am Vormittag, ohne dass 
sich dabei weitere Probleme ergaben. Un- ter diesen Umständen kann aus 
der Zeugenaussage von M., etwa drei Snow- boarder hätten sich am 

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Vormittag an der grossen Schanze versucht und sei- en dabei gestürzt, 
nicht bereits auf eine erhebliche Gefahr der grossen Schanze 
geschlossen werden. Immerhin hat derselbe Zeuge auch festgehal- ten, 
dass die Hindernisse von vielen Snowboardern benutzt worden waren.

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Zudem darf auch angenommen werden, dass Stürze im Snowboardsport, 
ins- besondere bei dessen Ausübung auf einem Hindernisparcours, nicht 
unüb- lich sind und häufiger als im Skisport vorkommen. Schon deshalb 
kann aus dem Umstand, dass drei Sportler am Vormittag an der grossen 
Schanze ge- stürzt waren, nicht bereits auf eine erhebliche Sturzgefahr 

der Schanze ge- schlossen werden. Zur Frage der Stehbarkeit der 
Schanze, insbesondere in ihrer Version am Nachmittag, liess sich der 
Gutachter dahingehend aus, dass die Sprunganlage am Nachmittag 
durch die über Mittag vorgenommenen Abänderungen vereinfacht 

worden und somit auch in ihrer Version am Nachmittag bewältigbar 
war. Die Überlegungen von Snowboardlehrer E. und die gestützt darauf 
vorgenommenen Abänderungen an der Schanze ha- ben gemäss R. zu 

einer Gefahrenreduktion geführt. Auf eine Gefahrener- höhung 
aufgrund der Bearbeitung des grossen Hindernisses könne wegen der 

gleichzeitigen Bearbeitung von Sprungtisch und Landungshügel nicht ge- 
schlossen werden. Die Ausführungen des Gutachters erscheinen 

plausibel und nachvollziehbar, weshalb auch die Staatsanwaltschaft bei 
der Beurtei- lung der Gefährlichkeit der Schanze durchaus von einer 

Gefahrenreduktion ausgehen durfte; indem nämlich von den 
Verhältnissen am Vormittag auf die Verhältnisse am Nachmittag und 
indem aufgrund der offenbar erfolgten Ge- fahrenreduktion auf die 
Stehbarkeit der Sprunganlage auch in ihrer Version am Nachmittag 
geschlossen wurde, hat die Staatsanwaltschaft ihr Ermessen nicht 

überschritten. Da kein begründeter Anlass zur Annahme bestand, dass die 
Anlage nach der Bearbeitung schwieriger geworden war, konnte auch

eine erneute Prüfung durch den Snowboardlehrer unterbleiben, ohne dass 
er damit seine Sorgfaltspflicht verletzte.

c) Ferner ist der Einwand der Beschwerdeführerin zu 
beachten, wonach durch das Abflachen des Absprunges die Gefahr erhöht 
worden sei, dass die erforderliche Höhe zur Überwindung des 
Landehügels nicht mehr erreicht werden könne. Dies ergebe sich aus 
den Aussagen von M, wonach die Flughöhe des Verunfallten für das 
erfolgreiche Bewältigen des Sprunges trotz des entschlossenen 
Absprunges an der unteren Grenze gewesen sei. Im übrigen weise der 
Gutachter darauf hin, dass der Absprungwinkel in einem richtigen 
Verhältnis zur Länge des Hindernisses zu stehen habe. Ob dies vor- 
liegend der Fall gewesen sei, gehe aus dem Gutachten jedoch nicht hervor. 
In der Tat kann dem Gutachten nicht entnommen werden, wie das 
Verhältnis zwischen Absprungwinkel und Länge des Hindernisses im 
konkreten Fall ausgestaltet sein musste, damit die Sprungschanze von 
einem Snowboarder im entsprechenden Könnensbereich erfolgreich 
bewältigt werden konnte. Es stellt sich somit die Frage, ob eine allfällige 

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Ergänzung des Gutachtens wei- tere Erkenntnisse bringen würde, die 
das Beweisergebnis entscheidend be- einflussen könnten. Die 
erfolgreiche Bewältigung der Sprunganlage setzt ei- nerseits voraus, dass 
der Absprungwinkel im richtigen Verhältnis zur Länge

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der Flugbahn und zum Landehügel steht. Weitere Faktoren, welche 
dieses Verhältnis beeinflussen und somit ebenfalls zu einem 
erfolgreichen Sprung beitragen, sind u.a. die Anlaufgeschwindigkeit, der 
Absprung, Gewicht und Grösse des Springers, dessen Verhalten 
während der Flugphase und in der Landephase und andere individuelle 
Merkmale des jeweiligen Snowboar- ders sowie nicht zuletzt auch die 
Beschaffenheit des Untergrundes und die herrschenden 
Witterungsverhältnisse. So gibt denn der Zeuge M. zu Proto- koll, dass 
er und O. nach dem ersten Befahren der Schanze feststellten, dass mehr 
Anlauf genommen werden müsste; er beschrieb weiter, wie ein dritter 
Snowboarder beim Sprung mit Gleichgewichtsproblemen kämpfte und 
es ihn bei der Landung kurz auf das Gesäss drückte. Will man alle 
diese rele- vanten Faktoren berücksichtigen, müssen die von der 
Beschwerdeführerin verlangte Ergänzung des Gutachtens in technisch 
physikalischer Hinsicht und insbesondere derartige Berechnungen 
immer als theoretisch erscheinen, da auch im vorliegenden Fall genaue 
Angaben zu diesen Faktoren, die allein zu verlässlichen Aussagen 
führen könnten, fehlen.

Zu beachten ist zudem, dass dem jeweiligen 
Schanzenspringer auch eine gewisse Selbstverantwortung auferlegt 
werden muss, dass dieser folglich auch selbst zu entscheiden hat, ob er 
ein Hindernis aufgrund seines Könnens und seiner Befindlichkeit im 
konkreten Zeitpunkt befahren darf und ob er dieses auch bei einem 
allenfalls nicht optimalen Sprung noch ohne Gefahr bewältigen kann. 
Da sich sowohl äussere Verhältnisse als auch die Befindlichkeit des 
Springers bei jedem Sprung ändern können, sind die oben genannten 
Faktoren vor jedem einzelnen Sprung durch den Schanzensprin- ger 
selbst eingehend zu prüfen. Mangels der Möglichkeit, weitere konkrete 
Aufschlüsse zu erhalten und aufgrund der Tatsache, dass nach den 
Angaben des Gutachters R. und des Erbauers des Hindernisses E. der 
Sprung am Nachmittag verbessert und vereinfacht worden war, ist es 
vertretbar, kein weiteres Gutachten beziehungsweise keine Ergänzung 
des eingeholten Gut- achtens in Bezug auf technisch physikalische 
Fragen einzuholen.

d) Die Beschwerdeführerin führt zu diesem Punkt weiter an, 
die Tatsache, dass durch die Abflachung der Schanze die Flugbahn 
verflacht worden sei, habe bewirkt, dass es danach nicht mehr möglich 
war, genügend weit zu springen. Deshalb sei auch der Verunfallte nach 
den Zeugenaussagen von M. und K. trotz eines technisch einwandfreien 
Sprunges im flachen bzw. aufsteigenden Teil des Landehügels 
aufgetroffen. Demgegenüber muss festgehalten werden, dass der 
Sprung von 0. aufgrund der Zeugenaussagen eben gerade nicht optimal 

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war. Einerseits führte der Zeuge M. aus, dass der Verunfallte bei der 
Landung zuviel Gewicht auf dem Vorderteil des Brettes hatte und dass 
er mit der vorderen rechten Kantenpartie zuerst auf dem Boden 
aufsetzte; anderseits bestätigte auch der Zeuge K., dass O. sich bei der 
Landung verkantet hatte und es ihn danach mehrere Male überschlug. 
Der

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Sprung von O. war somit technisch nicht einwandfrei gelungen, weshalb 
nicht bereits aufgrund dieses Sturzes auf einen Mangel in der 
Sprunganlage geschlossen werden kann, dies umso weniger als 
aufgrund des Gutachtens ein solcher praktisch auszuschliessen ist. 
Jedenfalls hat die Staatsanwalt- schaft mit Erlass der gestützt auf 
dieses Beweisergebnis ergangenen Ein- stellungsverfügung ihr 
Ermessen nicht überschritten, und die angefochtene 
Einstellungsverfügung ist zu schützen. Daran ändert auch der Einwand 
der Beschwerdeführerin nichts, es hätte zur Sorgfaltspflicht des 
Pistenbauers gehört, sicherzustellen, dass der Landehügel auf jeden Fall 
und auch bei nicht optimalen Sprüngen, hätte überwunden werden 
können. E. überprüfte die grosse Schanze am Vormittag, indem er diese 
selbst befuhr. Die vorgenom- menen Änderungen am Nachmittag durfte 
er ohne Prüfung vornehmen, da sie als Vereinfachung des Hindernisses 
zu werten sind, ohne damit seine Sorgfaltspflicht zu verletzen.

e) Eine weitere Sorgfaltspflicht, der der Ersteller des 
Snowboard- parcours nicht nachgekommen sei, sieht die 
Beschwerdeführerin in der Tat- sache, dass keine Hinweistafel auf die 
Schwierigkeit der Piste und auf Ände- rungen während des Tages 
hingestellt worden sei, da die Pistenbenützer auf Gefahren, welche aus 
der bestimmungsgemässen Benützung der Piste er- wachsen könnten, 
hinzuweisen seien. Sie stützt sich dabei insbesondere auf BGE 121 III 
360 f. Demnach verlangt die Verkehrssicherungspflicht einer- seits, dass 
Skifahrer vor Gefahren zu schützen sind, welche nicht ohne wei- teres 
erkennbar sind und sich daher als eigentliche Fallen erweisen, und an- 
derseits, dass die Gefahren des Skifahrens, welche auch bei 
vorsichtigem Fahrverhalten nicht vermieden werden können, nicht zu 
einer Schädigung der Skifahrer führen, sofern die erforderlichen 
Massnahmen zumutbar sind (BGE 121 III 360 f mit zahlreichen 
Hinweisen). Dass Stürze zu den unver- meidbaren Gefahren des 
Skifahrens gehören, anerkennt auch das Bundes- gericht. Um jedoch 
Verletzungen nach solchen Stürzen zu verhindern, genügt es seiner 
Ansicht nach nicht, blosse Warnzeichen aufzustellen, vielmehr 
müssten Skiliftmasten und Bäume aus dem Pistenbereich entfernt oder 
durch geeignete Vorrichtungen gesichert werden, sofern dies zumutbar 
ist (BGE 121III361). Derartige Massnahmen waren im vorliegenden Fall 
nicht angebracht, da sich im Bereiche der Sprunganlage keine 
Hindernisse befan- den, welche bei allfälligen Stürzen von 
Snowboardern eine Gefahrenquelle darstellen konnten. Mithin gehört es 
jedoch zum Risiko einer Sprunganlage, dass ein Sprung nicht optimal 
gelingt und zu einem Sturz führen kann. Wie bereits ausgeführt, hängt 
die Gefährlichkeit eines Sprunges von objektiven und subjektiven 

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Verhältnissen ab, die sich je nach Situation sehr schnell verändern, so 
dass die Gefährlichkeit eines Sprunges zu verschiedenen Zeitpunkten 
verschieden sein kann. Gemäss den Zeugenaussagen kann die grosse 
Schanze auf dem Hindernisparcours nur durch einen geübten Snow-

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boarder erfolgreich befahren werden. Auch O. und sein Kollege B. 
begut- achteten die grosse Schanze eingehend, bevor sie sich zum 
ersten Sprung wagten. Der Zeuge B. beschrieb gar, wie sie die Bretter 
ausgezogen und sich auf den Schanzentisch begeben hatten. Gerade 
dieses Verhalten zeigt, dass die Schwierigkeit einer Schanze einem 
Snowboarder bewusst sein muss, auch ohne dass eine entsprechende 
Warntafel aufgestellt wird. Immerhin stellt eine Sprunganlage wie die 
vorliegende keine Falle im Sinne der zitierten bun- desgerichtlichen 
Rechtsprechung dar, derartige Sprunganlagen bergen je- doch per se 
eine gewisse Gefahr in sich, was für jeden Skisportler ohne wei- teres 
erkennbar ist. Dies war offensichtlich auch bei O. und B. der Fall. Da 
ferner die gesamten Verhältnisse tagsüber jederzeit ändern können und 
ein Hindernis von jedem Snowboarder jeweils neu eingeschätzt werden 
muss, er- weist sich der Vorwurf der Beschwerdeführerin nicht als 
stichhaltig und das Aufstellen einer Warntafel im konkreten Fall nicht 
als zweckmässig. Auch die Tatsache, dass die fragliche Sprunganlage 
nach dem Unfall umgebaut wurde, vermag daran nichts zu ändern.

f) Schliesslich, so macht die Beschwerdeführerin geltend, 
fehlten im Gutachten auch Abklärungen zur Bodenbeschaffenheit der 
Schanze. Aus den Strafakten gehe hervor, dass Piste wie Schanze sehr 
hart, fast eisig wa- ren. Es sei fraglich und eben nicht abgeklärt worden, 
ob das eine richtige Ba- sis für das Erstellen bzw. Benutzen der Schanze 
war und ob die Schanze nach dem Eintauchen in den Schatten hätte 
gesperrt werden müssen. Allenfalls hätte sogar eine 
Weichschneeschicht in der Lande- und Auslaufzone erstellt werden 
müssen. Gemäss Aussagen des Gutachters war die Beschaffenheit der 
Schanze in Ordnung. Der Zeuge B. führte gar aus, dass ihm O. nach sei- 
ner ersten Fahrt über den Landungshügel mitgeteilt hatte, dieser sei 
recht weich. Abgesehen davon, dass weitere Ermittlungen zu diesem 
Punkt kaum mehr durchführbar sind - ist es doch fast unmöglich, 
weitere Angaben zur Bodenbeschaffenheit der Schanze am Tage des 
Unfalls einzuholen -, legt auch die Beschwerdeführerin nicht näher dar, 
inwiefern derartige Abklärun- gen einen Einfluss auf den Ausgang der 
Strafuntersuchung haben könnten. Vielmehr hängt das Gelingen eines 
Sprunges, wie bereits ausgeführt, von zahlreichen weiteren Faktoren ab, 
die jeder Snowboarder vor jedem Sprung zu prüfen hat. Weitere 
Abklärungen würden sich somit auch hier bloss als theoretisch und 
folglich untauglich erweisen, um auf das Beweisergebnis ei- nen 
entscheidenden Einfluss zu haben. Die Beschwerde ist somit auch in die- 
sem Punkte abzuweisen.

8. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die 
Staats- anwaltschaft aufgrund der vorstehenden Ausführungen mit 

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sachlichen Gründen davon ausgehen konnte, dass im Zusammenhang 
mit dem tödli- chen Unfall von O. weder dem Erbauer der 
Sprunganlage noch anderen Drittpersonen ein strafbares Verhalten 
vorgeworfen werden kann, und dass

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der zu beurteilende Sachverhalt für eine Anklage nicht ausreichend ist. 
Nachdem auch keine neuen Beweismittel, die das bestehende 
Beweisergeb- nis zu beeinflussen vermögen, ersichtlich sind, und 
insbesondere auch eine Ergänzung des eingeholten Gutachtens nicht 
zweckmässig und notwendig erscheint, erweist sich die Einstellung der 
Strafuntersuchung gestützt auf Art. 82 StPO demzufolge weder als 
rechtswidrig noch als unangemessen, weshalb die Beschwerde 
abzuweisen ist.
BK 97 35 Entscheid vom B. Oktober 1997