# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd9aed6f-6524-59ce-aa7b-033f281cb10e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.06.2008 UV 2007/104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2007-104_2008-06-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2007/104

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 11.06.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2008
Art. 18 UVG: Die Adäquanz zwischen den psychischen Beschwerden und 
dem Unfallereignis kann vorliegend nicht ohne weiteres verneint werden. Für 
die Gesamtbeurteilung ist jedoch ein psychiatrisches Gutachten notwendig. 
Da ein solches Gutachten den Akten nicht zu entnehmen ist, wird die 
Streitsache zu ergänzender medizinischer Abklärung an die Vorinstanz 
zurückgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 11. Juni 2008, UV 2007/104). Aufgehoben durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_686/2008.

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn

Entscheid vom 11. Juni 2008

in Sachen

M.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte, 

Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

Invalidenrente

Sachverhalt:

A.         

A.a    Der 1965 geborene M.___ war als Staplerfahrer/Steinspalter bei der A.___ tätig 

und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert 

(Suva-act. 1). Am 24. Mai 2005 verletzte er sich bei einem Arbeitsunfall. Als der 

Versicherte auf einen Stapler steigen wollte, um Sandsteinplatten auf einen Plattenbock 

zu stellen, kippten die Platten und trafen ihn an der Hüfte (act. G 10.1). Bei der 

Untersuchung am Unfalltag im Kantonalen Spital Rorschach wurde die Diagnose einer 

Hüft- und Flankenkontusion links erhoben. Als Befunde wurden eine Kontusionsmarke 

über der linken Flanke und dem Beckenkamm sowie Hämatome über der Flanke und 

der linken Gesässbacke festgehalten (Suva-act. 12). Radiologisch und sonographisch 

konnten schwerwiegende Verletzungen ausgeschlossen werden, insbesondere waren 

keine Frakturen erkennbar (Suva-act. 12, 13, 14). Eine weitere Untersuchung im 

Kantonalen Spital Rorschach am 6. Juni 2005 bestätigte die Diagnose eines 

Glutealhämatoms (Suva-act. 1, 1.1). Beim operativen Eingriff am 6. Juni 2005 erfolgte 

eine Entlastung des Hämatoms (Suva-act. 2). Persistierende starke 

Spannungsschmerzen erforderten am 11. Juni 2005 eine weitere Hämatomausräumung 

(Suva-act. 5, 6).

Am 10. November 2005 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. 

B.___, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie. Dieser hielt 

im Schreiben vom 11. November 2005 (Suva-act. 28) neben der Weichteilkontusion 

gluteal links mit Hämatom degenerative Veränderungen an der Lendenwirbelsäule 

(LWS) fest. Am 17. Januar 2006 führte Dr. med. C.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, Psychosomatische und Psychosoziale Medizin APPM, 

Versicherungspsychiatrischer Dienst, Suva St. Gallen, eine psychiatrische 

Untersuchung durch. Mit Bericht vom 18. Januar 2006 (Suva-act. 34) wurde ein 

chronischer Schmerz am Bewegungsapparat in Verbindung mit verlaufsbestimmenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

psychischen Faktoren, Verhaltensfaktoren und Kontextfaktoren, namentlich 

Anpassungsstörung mit (vorwiegender existenzieller) Angst und Depressivität sowie 

Belastung durch befürchteten Arbeitsplatzverlust, festgehalten. Vom 2. Februar bis 15. 

März 2006 erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der Klinik Valens. Im Austrittsbericht 

vom 1. Mai 2006 (Suva-act. 49) wurden die Diagnosen unklare Weichteilschmerzen 

links paravertebral tieflumbal und gluteal mit/bei Status nach Kontusion und 

Hämatomausräumung und fettiger Atrophie des Musculus glutaeus maximus links und 

schmale, scharf begrenzte Flüssigkeitsansammlung, vereinbar mit einem Serom (MRI 

vom 20. März 2006), sowie Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung 

anderer Gefühle erhoben (Angst, Sorge, Anspannung bei befürchtetem 

Arbeitsplatzverlust). Für die bisherige Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Steinbruch sei der 

Versicherte 100 % arbeitsunfähig. Für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit 

Gewichtsbelastungen bis zu 15 kg sei er momentan 100 % arbeitsfähig; vorgeneigtes 

Stehen sollte nur manchmal (6 – 33 % eines normalen Arbeitstages) vorkommen. Bei 

einer neurologischen Untersuchung im Kantonsspital St. Gallen am 20. April 2006 

wurde eine posttraumatische Neuralgie im Bereich des linken Gesässes diagnostiziert 

(Suva-act. 50).

A.b   Mit Verfügung vom 16. November 2006 (Suva-act. 65) eröffnete die Suva dem 

Versicherten, dass aufgrund der medizinischen Berichte keine behandlungsbedürftigen 

Unfallfolgen mehr vorliegen würden. Die noch geklagten Beschwerden seien organisch 

als Folge des erlittenen Unfalls nicht mehr erklärbar, es seien psychische Gründe dafür 

verantwortlich. Diese seien nach der Rechtsprechung dann durch den Unfallversicherer 

zu entschädigen, wenn sie zum Unfall in einem rechtserheblichen Zusammenhang 

stehen würden. Diese Voraussetzungen seien hier nicht erfüllt. Das Unfallereignis selbst 

könne höchstens als mittelschwer und nicht als besonders eindrücklich eingestuft 

werden. Die Versicherungsleistungen würden daher per 30. November 2006 eingestellt.

A.c    Gegen diese Verfügung erhoben sowohl der Versicherte als auch dessen 

Krankenversicherer Einsprache (Suva-act. 70, 75, 77).

A.d   In der im Rahmen des Einspracheverfahrens eingeholten ärztlichen Beurteilung 

vom 7. August 2007 (Suva-act. 84) hielt Dr. med. D.___, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie FMH, Suva Versicherungsmedizin, einen erheblichen objektivierbaren 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Residualzustand nach traumatisch bedingter Blutung im grossen Gesässmuskel fest. 

Ein erheblicher Restzustand mit Atrophie und wahrscheinlich auch fettiger 

Degeneration des Muskels sei mit dem MRI vom 26. März 2006 belegt.

A.e   In teilweiser Gutheissung der Einsprachen wurde dem Versicherten mit 

Einspracheentscheid vom 22. August 2007 (Suva-act. 86) ab 1. Dezember 2006 eine 

Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 12% zugesprochen. Andere und 

weitergehende Begehren wurden abgewiesen.

B.        

B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Fürsprecher Marco 

Büchel, Oberuzwil, im Namen des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 24. 

September 2007 (act. G 1). In der Beschwerde-Ergänzung vom 25. Oktober 2007 

beantragte er, die Verfügung vom 16. November 2006 sowie der Einspracheentscheid 

vom 22. August 2007 seien aufzuheben und es sei ein polydisziplinäres Gutachten 

unter Einbezug der physischen und psychischen Problematik und deren Auswirkungen 

auf die Resterwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers zu erstellen. Eventualiter sei die 

Suva zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2006 eine Rente 

basierend auf einem IV-Grad von 63% zu entrichten; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass es sich 

nicht um einen Bagatellunfall handle, sondern dass mindestens von einem 

mittelschweren Unfall im Sinn der Rechtsprechung auszugehen sei. In den Akten seien 

bezüglich des Unfallhergangs teilweise widersprüchliche Angaben vorhanden. Die 

heute noch geklagten Schmerzen seien organisch erklärbar, der Beschwerdeführer 

leide an einem sogenannten Serom, welches entweder auf die Verletzung durch die 

Steinplatte oder auf die erfolgten Operationen zurückzuführen sei. Der 

Beschwerdeführer habe immer versucht, die ihm am Arbeitsplatz angebotenen 

Arbeiten auszuführen, leider habe er auch die ihn nur minimal belastende Arbeit nicht 

bewältigen können. Zwischen den verschiedenen Arztberichten bestehe eine 

erhebliche Diskrepanz betreffend zumutbarer Arbeitsfähigkeit aus rein physischer 

Sicht. Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, sei der Ansicht, dass der 

Beschwerdeführer für eine leidensadaptierte, leichte körperliche Tätigkeit mit 

Wechseltätigkeit lediglich noch 50% arbeitsfähig sei. Die Arbeitsfähigkeit aus 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

psychischer Sicht sei nicht abgeklärt worden. Sodann seien weitere, objektiv 

erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen 

oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen würden, vorhanden, weshalb 

die Adäquanz der psychischen Beschwerden zu bejahen sei. Bei der Berechnung des 

Invalideneinkommens sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen und ein 

Leistungsabzug von mindestens 15% vorzunehmen, wodurch sich ein IV-Grad von 

63% ergebe.

B.b Mit der Beschwerdeantwort vom 21. November 2007 beantragt die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 22. August 2007. Die dramatische Schilderung des 

Unfallhergangs in der Beschwerde finde in den Akten keine Grundlage. Gemäss Bericht 

der Klinik Valens sei der Beschwerdeführer in Bezug auf eine leichte bis mittelschwere 

Tätigkeit 100% arbeitsfähig, wobei nebst den körperlichen Unfallfolgen im 

Glutealbereich auch die unfallfremden lumbalen Rückenschmerzen in die Beurteilung 

miteinbezogen worden seien. Dr. E.___ habe bei seiner Zumutbarkeitsbeurteilung 

offensichtlich auch psychische Aspekte mit-einbezogen, für welche sie mangels 

Adäquanz nicht leistungspflichtig sei. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens 

anhand der Lohnstrukturerhebung (LSE) sei ein leidensbedingter Abzug 

ausgeschlossen, da die unfallbedingten körperlichen Restfolgen nur geringfügig seien. 

Diesen sei durch Verwendung des LSE-Lohns für einfache Tätigkeiten 

(Anforderungsniveau 4) bereits genügend Rechnung getragen worden. Der Unfall vom 

24. Mai 2005 sei als leicht zu qualifizieren, weshalb die adäquate Unfallkausalität in 

Bezug auf psychische Störungen zum vornherein zu verneinen sei. Die Adäquanz wäre 

aber selbst bei Annahme eines mittelschweren Ereignisses im Grenzbereich zu den 

leichten Fällen zu verneinen, da die massgebenden Kriterien weder in gehäufter noch in 

auffallender Weise erfüllt seien.

B.c   Mit Replik vom 29. Januar 2008 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

an den gestellten Anträgen unverändert fest.

B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.         

Mit Verfügung vom 16. November 2006 hat die Beschwerdegegnerin die 

Versicherungsleistungen per 30. November 2006 eingestellt. Im Einspracheentscheid 

vom 22. August 2007 wurde dem Beschwerdeführer eine Rente basierend auf einem 

IV-Grad von 12% zugesprochen. In der Beschwerde lässt der Beschwerdeführer die 

Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens beantragen und eventualiter habe die 

Beschwerdegegnerin eine Rente basierend auf einem IV-Grad von 63% zu entrichten. 

Streitig ist somit im vorliegenden Verfahren, ob die Restarbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers, insbesondere aus psychischer Sicht, rechtsgenüglich abgeklärt 

wurde und ob es sich bei den psychischen Beeinträchtigungen um eine adäquat-

kausale Folge des Unfalls vom 24. Mai 2005 handelt. Streitig ist sodann noch, ob bei 

der Ermittlung des Invalideneinkommens ein sogenannter Leidensabzug gerechtfertigt 

ist oder nicht.

2.         

2.1    Im Einspracheentscheid vom 22. August 2007 hat die Beschwerdegegnerin die 

Bestimmungen über den Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente nach Art. 18 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und für die 

Ermittlung des Invaliditätsgrads zutreffend dargelegt. Darauf ist zu verweisen.

2.2    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 

gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die 

eine und nicht die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist 

grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte 

kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).

3.         

3.1    Dr. D.___ hat in der ärztlichen Beurteilung vom 7. August 2007 (Suva-act. 84) 

einen erheblichen objektivierbaren Residualzustand nach traumatisch bedingter 

Blutung im grossen Gesässmuskel festgehalten. Ein erheblicher Restzustand mit 

Atrophie und wahrscheinlich auch fettiger Degeneration des Muskels sei mit dem MRI 

vom 26. März 2006 belegt. Diese klar objektivierbaren unfallbedingten Folgen würden 

gewisse Beschwerden erklären, unter anderem die in der Klinik Valens festgestellte und 

beim ergonomischen Leistungsprofil berücksichtigte Schwäche in der Streckung der 

Hüfte. Im vorliegenden Verfahren ist zwischen den Parteien unbestritten geblieben, 

dass bezüglich der somatischen Unfallfolgen auf diese Beurteilung von Dr. D.___ 

abgestellt werden kann und die natürliche Kausalität diesbezüglich zu bejahen ist. 

Nicht einig sind sich die Parteien dagegen in der Frage, wie sich diese Unfallfolgen auf 

die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken.

3.2    Im Austrittsbericht der Klinik Valens vom 1. Mai 2006 (Suva-act. 49) wurde dem 

Beschwerdeführer für die bisherige Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Steinbruch eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert. Momentan sei er unter Berücksichtigung seiner 

ergonomischen Leistungsfähigkeit nur für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit 100% 

arbeitsfähig. Die Gewichtsbelastung solle 15 kg nicht überschreiten und vorgeneigtes 

Stehen solle ebenfalls nur manchmal vorkommen. Dr. E.___, den der Versicherte 

aufgrund seiner Portugiesisch-Kenntnisse aufgesucht hatte, erachtete den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführer demgegenüber in der ärztlichen Stellungnahme vom 14. September 

2007 (act. 4.1) für eine leidensadaptierte leichte körperliche Tätigkeit mit 

Wechseltätigkeit (teils sitzend/stehend) zu 50% arbeitsfähig, bei möglicher Steigerung 

der Arbeitsfähigkeit. Er verneint dabei das Vorliegen einer Depression, geht aber davon 

aus, dass andere psychische Faktoren einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben 

könnten. Die bisherigen Beurteilungen, welche eher auf eine 

Schmerzverarbeitungsstörung tendiert hätten, hätten den Beschwerdeführer im Erleben 

seiner Einschränkungen beeinflusst, woraus auch die Angst entstanden sei, dass man 

ihm die Tragweite seiner Beschwerden nicht abnehme. Dieser Aspekt sei bei der 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht ausser Betracht zu lassen. Auch im 

Austrittsbericht der Klinik Valens wurde eine Depression verneint. Die psychologische 

Beurteilung habe aber eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung 

anderer Gefühle (Angst, Sorge, Anspannung bei befürchtetem Arbeitsplatzverlust) 

ergeben. Zumindest bei der Einschätzung von Dr. E.___ haben die psychischen 

Einschränkungen offensichtlich eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers. Nachdem somit beim Beschwerdeführer psychische 

Beeinträchtigungen vorhanden sind - was im Übrigen von der Beschwerdegegnerin 

zumindest nicht ausdrücklich bestritten wird -, gilt es vorerst zu prüfen, ob diese eine 

adäquat-kausale Folge des Unfallereignisses darstellen.

4.         

4.1    Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und einer 

anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der 

Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6) 

vom Unfallereignis auszugehen. Dabei besteht ein adäquater Kausalzusammenhang 

zwischen den Beschwerden und dem Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende 

Bedeutung für die Entstehung der Beschwerden zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er 

eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für 

die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend 

vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen 

einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden 

mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in 

der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem 

mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es 

sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in 

Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 

eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen rechtsprechungsgemäss (vgl. 

BGE 115 V 140 Erw. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 Erw. 2, 2001 UV Nr. 8 S. 32, je mit 

Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder in gehäufter oder 

auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 

sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als in die Adäquanzbeurteilung 

einzubeziehende Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa): 

besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, 

die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ungewöhnlich 

lange Dauer der ärztlichen Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen und Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit.

4.2    Bezüglich des Unfallhergangs sind den Akten verschiedene Schilderungen zu 

entnehmen. Aus dem Polizeibericht vom 14. Juni 2005 (act. G 10.1) ist ersichtlich, dass 

die stürzenden Sandsteinplatten den Beschwerdeführer an der Hüfte getroffen haben. 

Die dem Bericht beigelegten Fotos lassen erahnen, dass die Platten ein beträchtliches 

Gewicht aufweisen. Der Bericht stimmt somit mit der Unfallmeldung vom 24. Mai 2005 

und den Schilderungen des Beschwerdeführers anlässlich der kreisärztlichen 

Untersuchung vom 10. November 2005 überein. Der Unfall hat sich mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit wie dargelegt ereignet. Auf die Schilderungen, wonach der 

Beschwerdeführer lediglich auf das Gesäss gestürzt sei wird mangels überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht abgestellt. Somit ist vorliegend von einem Unfallereignis im 

mittleren Bereich auszugehen, womit die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder 

in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein müssen oder ein einziges Kriterium 

in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein muss, damit die Adäquanz bejaht werden 

kann.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.3    Aufgrund der medizinischen Aktenlage sind körperliche Beschwerden ohne 

wesentlichen Unterbruch dokumentiert. Insbesondere die von Dr. D.___ festgehaltenen 

und von der Beschwerdegegnerin anerkannten erheblichen Residualbeschwerden - ein 

dauerhaft angeschwollenes schmerzhaftes linksseitiges Gesäss - belegen somatische 

Dauerschmerzen. Es sind keine Hinweise ersichtlich, welche die Glaubhaftigkeit der 

geklagten Schmerzen in Frage stellen würden. Das Kriterium der körperlichen 

Dauerschmerzen ist erfüllt. - Die operativen Eingriffe vom 6. und 11. Juni 2005 haben 

nur kurzfristig eine Besserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers 

gebracht. Die in der Folge durchgeführten Therapiemassnahmen (Physiotherapie, 

Ultraschalltherapie, medikamentöse und chiropraktische Behandlung) und 

insbesondere der stationäre Aufenthalt in der Klinik Valens konnten ebenfalls keine 

wesentliche Besserung herbeiführen. Zwischenzeitlich wurde aufgrund des 

Beschwerdebilds sogar eine vollständige Entfernung des Musculus glutaeus maximus 

diskutiert (Suva-act. 52). Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass sämtliche 

Therapien nicht nur keine Besserung des Gesundheitszustands gebracht haben, 

sondern sich nach der kurzfristigen zwischenzeitlichen Besserung ein 

therapieresistenter erheblicher Residualzustand eingestellt hat. Ein positiver 

Heilungsverlauf ist bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids nicht erkennbar. 

Aufgrund der anhaltenden Therapieresistenz und der erheblichen 

Residualbeschwerden ist das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und 

erheblicher Komplikationen zu bejahen. - Am 11. Juli 2005 hat der Beschwerdeführer 

seine angestammte Tätigkeit in vollem Umfang wieder aufgenommen, nachdem seit 

dem Unfall vom 24. Mai 2005 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand. Bereits ab 11. 

Oktober 2005 attestierte Dr. med. F.___, Arzt für Allgemeinmedizin FMH, erneut eine 

volle Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 25). Dr. B.___ geht im Bericht vom 11. November 

2005 (Suva-act. 28) davon aus, dass die Einschränkung bei der Arbeit als Staplerfahrer 

oder bei schweren Tätigkeiten im Steinbruch erklärbar sei, weshalb zum Wiedereinstieg 

in Absprache mit dem Beschwerdeführer von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen werde. Die in der Folge am 9. Januar und im April 2006 durchgeführten 

Arbeitsversuche für leichte Arbeiten mussten jeweils aufgrund unerträglicher 

Schmerzen wieder abgebrochen werden (Suva-act. 37). Im Bericht der Klinik Valens 

vom 1. Mai 2006 wurde vom 24. Mai 2005 bis 2. Februar 2006 eine volle 

Arbeitsunfähigkeit attestiert. Aufgrund dieser Aktenlage kann eine erhebliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsunfähigkeit als ausgewiesen gelten, unter diesen Umständen kann das Kriterium 

des Grads und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit jedenfalls nicht 

von vorneherein verneint werden. Schliesslich kann auch das Kriterium der besonders 

dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls nicht 

ohne weiteres verneint werden. Angesichts der Bilder der Unfallsituation muss 

angenommen werden, dass der Beschwerdeführer beim Umstürzen der Steinplatten 

genau in die schmale Öffnung zwischen Gabellift und Einstieg gepasst hat und der 

Stapler den weiteren Fall der Platten dank dem relativ tiefen Treffpunkt zu stoppen 

vermochte. Andernfalls wäre der Beschwerdeführer vermutlich vom Gewicht der 

Platten erdrückt worden. Damit erscheint auch eine gewisse Eindrücklichkeit und 

Dramatik des Unfalls durchaus gegeben.

Die summarische Prüfung der in die Adäquanzbeurteilung miteinzubeziehenden 

Kriterien ergibt somit, dass zwei Kriterien als erfüllt erscheinen und zwei weitere nicht 

ohne weiteres einfach verneint werden können. Dementsprechend können die 

psychischen Beeinträchtigungen bei der Festlegung der verbleibenden Arbeits- bzw. 

Erwerbsfähigkeit nicht von vorneherein ausser Acht gelassen werden. Vielmehr ist in 

dieser Situation zur Beurteilung der psychischen Beschwerden und deren allfälligen 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine eingehende psychische Begutachtung des 

Beschwerdeführers erforderlich. Aufgrund der im Recht liegenden Akten ergibt sich, 

dass der psychische Zustand des Beschwerdeführers bis anhin noch nicht hinreichend 

abgeklärt wurde. Bei der psychiatrischen Untersuchung vom 17. Januar 2006 bei Dr. 

C.___ wurden zwar psychische Faktoren diagnostiziert und ein Diagnosetext 

vorgeschlagen; inwiefern sich diese psychischen Beschwerden allerdings auf die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken, ist der Beurteilung nicht zu 

entnehmen. Sodann basieren die von Dr. F.___ im Bericht vom 15. August 2006 (Suva-

act. 62) angesprochenen massiven psychischen Störungen und die von Dr. E.___ am 

14. September 2007 (act. G 4.1) festgestellten psychischen Einschränkungen nicht auf 

einer psychiatrischen Begutachtung. Den Akten ist somit keine hinreichende 

psychiatrische Untersuchung des Beschwerdeführers mit einer Beurteilung der 

Auswirkungen von natürlich kausalen psychischen Beschwerden auf die 

Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Aufgrund der ungenügenden Abklärungen lassen sich 

die verbleibende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers - und somit der 

Invaliditätsgrad – nicht abschliessend festlegen. Zur Nachholung der erforderlichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Abklärungen und anschliessender neuer Verfügung ist die Streitsache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.4    Bei dieser Aktenlage kann auch die Frage, ob bei der Festlegung des IV-Grads 

ein sogenannter Leidensabzug gerechtfertigt ist, nicht abschliessend beurteilt werden. 

Es gilt die weiteren medizinischen Abklärungen abzuwarten, wobei je nach 

Erkenntnissen allenfalls ein "Teilzeit-Leidensabzug" denkbar wäre. Ansonsten sind 

eigentlich keine Kriterien ersichtlich, die im vorliegenden Fall einen Abzug rechtfertigen 

könnten. Die Einschränkungen, die nicht bereits mit der Wahl der entsprechenden LSE-

Tabelle abgegolten wurden, sind eher marginal. Die Einschränkungen liegen eher in 

den persönlich bedingten Umständen des Beschwerdeführers, die aber für einen 

allfälligen Leidensabzug nicht berücksichtigt werden können.

5.         

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 22. August 2007 gutzuheissen und die 

Streitsache zu ergänzender medizinischer Abklärung im Sinn der Erwägungen und 

anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat gemäss Art. 

61 lit. g ATSG die obsiegende Beschwerde führende Partei Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung der Sache an die 

Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/bb). Unter 

Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache sowie der Schwierigkeit des 

Prozesses rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung auf pauschal Fr. 4'000.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.        In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 22. August 

2007 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im 

Sinn der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.        Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2008
	Art. 18 UVG: Die Adäquanz zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis kann vorliegend nicht ohne weiteres verneint werden. Für die Gesamtbeurteilung ist jedoch ein psychiatrisches Gutachten notwendig. Da ein solches Gutachten den Akten nicht zu entnehmen ist, wird die Streitsache zu ergänzender medizinischer Abklärung an die Vorinstanz zurückgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Juni 2008, UV 2007/104). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_686/2008.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T15:37:46+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen