# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9629e93f-94ae-55b9-aff0-fc266bb73de7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 13.10.2023 SB220036
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220036_2023-10-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB220036-O/U/cs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Stiefel, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Bertschi 

und Ersatzoberrichter lic. iur. Kessler sowie Gerichtsschreiber 

MLaw Andres

Urteil vom 13. Oktober 2023

in Sachen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Kasper

Anklägerin und Erstberufungsklägerin

sowie

1. A._____, 
2. B._____, 
3. C._____, 
Privatkläger

1, 2, 3 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

D._____, 
Beschuldigter und Zweitberufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____

-   2   -

betreffend Mord  

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
19. November 2021 (DG210077)

-   3   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Mai 2021 

(Urk. 75) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:

1. Der Beschuldigte D._____ ist schuldig des Mordes im Sinne von Art. 112 

StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 749 Tage durch Haft erstanden sind.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.

4. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung des Beschuldigten 

im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet.

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 13 Jahre des Landes 

verwiesen.

6. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem wird angeordnet.

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ CHF 20'000 

als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegeh-

ren abgewiesen.

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ CHF 20'000 

als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegeh-

ren abgewiesen.

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ CHF 20'000 

als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegeh-

ren abgewiesen.

-   4   -

10. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 11. März 2021 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, 

Asservate-Triage, unter der Geschäfts-Nr. 76677913 und 76678085 lagern-

den Gegenstände:

 Rolltasche schwarz (Asservat Nr. A013'230'574)

 Rollkoffer weinrot (Asservat Nr. A013'329'389)

 Mobiltelefon Apple iPhone (Asservat Nr. A013'177'407)

 SIM Karte (Asservat Nr. A013'177'418)

 Quittung (Asservat Nr. A013'177'429)

 Herrensocken schwarz (Asservat Nr. A013'213'917)

 Herrensocken schwarz (Asservat Nr. A013'213'928)

 Boxershorts schwarz (Asservat Nr. A013'216'201)

 Herrenunterwäsche, lang (Asservat Nr. A013'216'223)

 Herrenunterwäsche, lang (Asservat Nr. A013'216'234)

 Jeans schwarz (Asservat Nr. A013'216'245)

 Herrenhemd lang (Asservat Nr. A013'216'256)

 Badetuch weiss (Asservat Nr. A013'216'267)

 Badetuch weiss (Asservat Nr. A013'216'289)

 Tasche schwarz (Asservat Nr. A013'216'290)

 Tasche oliv/schwarz (Asservat Nr. A013'216'314)

 Herrenjacke schwarz (Asservat Nr. A013'216'325)

 Badetuch hellgrün (Asservat Nr. A013'216'336)

 Handtuch weiss (Asservat Nr. A013'216'427)

 Schuhe (Asservat Nr. A013'216'461)

 Schuhe braun, Sendra (Asservat Nr. A013'216'609)

 T-Shirt weiss (Asservat Nr. A013'216'756)

 Arbeitsjacke blau-grau (Asservat Nr. A013'230'165)

 3 Mützen (Asservat Nr. A013'230'198)

 Rucksack schwarz (Asservat Nr. A013'230'201)

 1 A4-Blatt "… AG" mit Notizen (Asservat Nr. A013'238'807)

 Lederjacke schwarz (Asservat Nr. A013'230'223)

 Lederjacke schwarz (Asservat Nr. A013'230'234)

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 Daunenjacke blau (Asservat Nr. A013'230'245)

 Rucksack schwarz (Asservat Nr. A013'230'267)

 Rasiermesser (Asservat Nr. A013'230'290)

 Mobiltelefon Apple iPhone S (Asservat Nr. A013'230'303)

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids 

bis drei Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach un-

genutztem Ablauf dieser Frist werden die Gegenstände der Lagerbehörde 

zur Vernichtung überlassen.

11. Die übrigen mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

11. März 2021 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asser-

vate-Triage, unter der Geschäfts-Nr. 76677913 und 76678085 lagernden 

Gegenstände werden der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids zur Vernichtung überlassen.

12. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenz-Nr. K191101-088 / 

76678085 lagernden Asservate werden der Lagerbehörde nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheids zur Vernichtung überlassen. 

13. Die Kantonspolizei Zürich, Dienststelle ITO-DF und Asservate-Triage, wird 

angewiesen, die unter der Geschäfts-Nr. 76678085 erfolgten Datensicherun-

gen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids zu löschen.

14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF 20'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 12'000.00   Gebühr für das Vorverfahren;
CHF 14'671.50   Auslagen Untersuchung;
CHF 102'947.92   Auslagen Gutachten/Obduktion;
CHF 1'275.38   Zeugenentschädigungen;
CHF 61'514.40   Entschädigung amtliche Verteidigung;

CHF 13'081.80   Entschädigung unentgeltliche Rechtsvertretung der 
  Privatklägerschaft.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

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15. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Bemühungen und Auslagen als 

amtliche Verteidigerin des Beschuldigten mit CHF 61'514.40 (inkl. Mehrwert-

steuer und Akontozahlungen in der Höhe von CHF 12'442.35 und 

CHF 13'322.50) aus der Gerichtskasse entschädigt.

16. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Auslagen als 

unentgeltlicher Rechtsvertreter der Privatklägerschaft mit CHF 13'081.80 

(inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

17. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten aufer-

legt.

18.  Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.

19. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerschaft wer-

den auf die Gerichtskasse genommen.

Berufungsanträge:

a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich: 

(Urk. 172 S. 1, sinngemäss)

1. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren zu 

bestrafen.

2. Es sei eine Landesverweisung von 15 Jahren anzuordnen. 

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b) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 173 S. 2)

1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass das vorinstanzliche Urteil in 

Bezug auf die Dispositiv-Ziffern 4, 7 bis 9, 10 bis 13, und 14 bis 16 in 

Rechtskraft erwachsen ist.

2. Der Beschuldigte sei des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB für nicht 

schuldig zu befinden und von diesem Vorwurf freizusprechen.

3. Der Beschuldigte sei der Verübung einer Tat in selbstverschuldeter Un-

zurechnungsfähigkeit im Sinne von Art. 263 Abs. 1 und 2 StGB i.V.m. 

Art. 112 StGB schuldig zu sprechen und mit einer Freiheitsstrafe von 

drei Jahren zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft.

4. Der Beschuldigte sei für die Überhaft zu entschädigen.

5. Der Beschuldigte sei nicht des Landes zu verweisen.

6.  Die Verfahrenskosten der Untersuchung sowie beider gerichtlicher Instan-
zen sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Geschädigtenvertretung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.

c) Des Vertreters der Privatklägerschaft:

Keine Anträge

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Erwägungen:

I. Prozessverlauf

1.   Das Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, sprach den Beschuldigten mit ein-

gangs aufgeführtem Urteil vom 19. November 2021 (Urk. 136) des Mordes schuldig 

und bestrafte ihn mit 12 ½ Jahren Freiheitsstrafe. Zusätzlich ordnete es eine voll-

zugsbegleitende ambulante Massnahme an und sprach eine Landesverweisung 

von 13 Jahren aus. Im Zivilpunkt verpflichtete es den Beschuldigten zur Zahlung 

von je Fr. 20'000.– als Genugtuung für die Privatkläger 1, 2 und 3. Im Mehrbetrag 

wies es die Genugtuungsbegehren der Privatkläger ab. Gegen dieses am 19. No-

vember 2021 mündlich eröffnete Urteil meldete die Staatsanwaltschaft am 23. No-

vember 2021 (Urk. 128) und der Beschuldigte am 29. November 2021 (Urk. 129) 

fristgerecht Berufung an (Urk. 35). 

2.  Das begründete Urteil wurde von den Parteien am 20. Januar 2022 entge-

genbenommen (Urk. 135/1-3). Am 27. Januar 2022 erstattete die Staatsanwalt-

schaft fristgerecht ihre Berufungserklärung (Urk. 142). Am 8. Februar 2022 erstatte 

auch der Beschuldigte innert Frist seine Berufungserklärung, in welcher er den Be-

weisantrag stellte, ein neues Gutachten über seine Schuldfähigkeit im Tatzeitpunkt 

einzuholen (Urk. 146). 

3.  Zwischenzeitlich hatte der Beschuldigte mit Eingabe der Verteidigung vom 

24. Januar 2022 die Gewährung des vorzeitigen Straf- und Massnahmevollzugs 

beantragen lassen (Urk. 137), welcher – nach Einholung der Vernehmlassung der 

Staatsanwaltschaft (Urk. 140 und 143) – mit Präsidialverfügung vom 2. Februar 

2022 bewilligt wurde (Urk. 144). Die Privatkläger 1 - 3 liessen sich nicht vernehmen.

4. Mit Präsidialverfügung vom 10. Februar 2022 wurde den Parteien Frist zur 

Anschlussberufung zu den Berufungen des Beschuldigten und der Staatsanwalt-

schaft angesetzt (Urk. 148). Keine der Parteien erhob Anschlussberufung oder be-

antragte das Nichteintreten auf die Hauptberufungen.

5.   Mit Beschluss vom 22. August 2022 (Urk. 156) hiess die II. Strafkammer den 

Beweisantrag des Beschuldigten gut und beauftragte Prof. Dr. med. E._____ mit 

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der Erstellung eines Ergänzungsgutachtens über die möglichen Auswirkungen der 

an der Hauptverhandlung vom Beschuldigten neu vorgetragenen Darstellung des 

Tatverlaufes auf das bisherige Gutachtensergebnis vom 2. Januar 2021. Gleichzei-

tig wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, weitere Fragen an den Gutachter zu 

beantragen. Mit Eingabe vom 19. September 2022 beantragte die Verteidigung 

mehrere Ergänzungsfragen (Urk. 158A), welche dem Gutachter mit Gutachtensauf-

trag vom 23. September 2022 überwiesen wurden (Urk. 158). Am 11. März 2023 

erstattete Prof. Dr. med. E._____ sein Ergänzungsgutachten (Urk. 164), welches 

den Parteien am 20. April 2023 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 167/1-

3).

6.  Am 20. April 2023 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

13. Oktober 2023 vorgeladen (Urk. 168). Anlässlich der Verhandlung stellte die 

Verteidigung und die Staatsanwaltschaft die eingangs aufgeführten Anträge 

(Prot. II S. 8 f.).

II. Prozessuales

A. Berufungsumfang

1.  Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_533/2016 vom 29. November 2016 E. 4.2 mit Hinwei-

sen). 

2.  Der Beschuldigte liess das vorinstanzliche Urteil im Schuldpunkt anfechten 

und verlangt die Bestrafung nicht wegen Mordes, sondern wegen Verübung der Tat 

in selbstverschuldeter Unzurechnungsfähigkeit gemäss Art. 263 StGB, wofür er mit 

einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren zu bestrafen sei. Sodann verlangt er das Abse-

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hen von einer Landesverweisung. Die Staatsanwaltschaft verlangt mit ihrer Beru-

fung – unter Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs – eine höhere Strafe 

von 18 Jahren Freiheitsstrafe sowie eine gegenüber dem vorinstanzlichen Urteil 

längere Landesverweisung von 15 Jahren. Die Anordnung der ambulanten Mass-

nahme im Sinne von Art. 63 StGB wird von keiner Seite beanstandet bzw. auch 

vom Beschuldigten explizit akzeptiert (Urk. 146 S. 2; Urk. 173 S. 2, Anträge Ziff. 1), 

ist jedoch aufgrund der Abhängigkeit vom Schulpunkt bzw. des engen Zusammen-

hangs mit diesem dennoch zu überprüfen. Unangefochten geblieben und nicht 

mehr zu überprüfen ist das erstinstanzliche Urteil damit hinsichtlich der Genugtu-

ungen für die Privatkläger 1 - 3 (Dispositiv-Ziffern 7 - 9), hinsichtlich der Herausgabe 

bzw. Vernichtung zahlreicher beschlagnahmter Gegenstände sowie der Löschung 

elektronischer Datensicherungen nach Rechtskraft (Dispositiv-Ziffern 10 - 13) so-

wie der Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffern 14 - 16). Insoweit ist das vorinstanzli-

che Urteil in Rechtskraft erwachsen, was vorweg mit Beschluss festzustellen ist.  

B. Verwertbarkeit

1. Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil zutreffend die Unverwertbarkeit diverser 

Einvernahmen mit Drittpersonen (F._____, Urk. 4/3; G._____, Urk. 4/5; H._____, 

Urk. 4/6; I._____, Urk. 4/9; J._____, Urk. 4/14; K._____, Urk. 4/16; L._____ 

Urk. 4/45; M._____, Urk. 4/58; N._____, Urk. 4/59; O._____, Urk. 4/60; P._____, 

Urk. 4/61; Q._____, Urk. 4/62; R._____, Urk. 4/79; S._____, Urk. 4/84; T._____, 

Urk. 4/85) festgestellt, nachdem diese ohne Gewährung des Teilnahme- und Kon-

frontationsrechts des Beschuldigten durchgeführt wurden bzw. die Gewährung die-

ser Teilnahmerechte auch nicht nachgeholt wurden (Urk. 136 S. 101 f.). Die ent-

sprechenden Einvernahmen dürfen mithin nicht zum Nachteil des Beschuldigten 

verwendet werden. 

2.  Zu Recht weist die Vorinstanz ferner darauf hin, dass die vom Beschuldigten 

anlässlich seiner Verhaftung am 2. November 2021 getätigten Aussagen gegen-

über den ihn festnehmenden Polizisten, welche vom Polizisten U._____ in einer 

Aktennotiz festgehalten wurden (Urk. 1/18/7), nicht zu seinem Nachteil verwertbar 

sind, nachdem unklar ist, ob der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt bereits über 

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seine Rechte belehrt worden war. Auf die detaillierten und überzeugenden Erwä-

gungen der Vorinstanz kann an dieser Stelle verwiesen werden (vgl. Urk. 136 

S. 62 f.).

3.  Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden keine Vorfragen aufgeworfen 

und keine Beweisanträge gestellt (Prot. II S. 10 und 42). Das Verfahren erweist sich 

als spruchreif. 

III. Sachverhalt

A. Anklagevorwurf und Standpunkt des Beschuldigten

1.  Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, sich am frühen 

Morgen des 1. Novembers 2019 zusammen mit dem späteren Geschädigten 

†V._____ (nachfolgend auch: das Opfer) in dessen Hotelzimmer im Hotel W._____ 

AG am AA._____-graben 1 in Zürich begeben zu haben, wo es zu sexuellen Hand-

lungen zwischen den beiden sowie zu Betäubungsmittelkonsum gekommen sei. 

Während oder im Anschluss an die sexuellen Handlungen habe der Beschuldigte 

zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt zwischen 07.00 Uhr und 09.00 Uhr das 

Opfer mit Schlägen, teilweise mit einem Gegenstand (z.B. Stock, Stange oder 

Röhre) sowie mit Tritten (bzw. Trampen mit Schuhen) gegen den Kopf, Hals sowie 

Rumpf und Extremitäten derart massiv traktiert, dass dieser zahlreiche Quetsch-

wunden, Hautunterblutungen und Knochenbrüche erlitten habe (detaillierte Auflis-

tung der Verletzungen in der Anklageschrift S. 3 f.). Ferner habe der Beschuldigte 

dem Opfer mit einem Messer oder messerähnlichen Gegenstand zahlreiche gra-

vierende Stich- bzw. Schnittverletzungen am Hals samt Eröffnung der linken äus-

seren Halsschlagader, an Kopf und Rumpf sowie an den Extremitäten zugefügt 

(genaue Auflistung der Stichverletzungen in der Anklageschrift S. 5 f.). 

2.  Der durch die zugefügten massiven Verletzungen hervorgerufene Blutver-

lust in Kombination mit dem Ersticken durch Bluteinatmungen habe in der Folge 

zum Tod von †V._____ geführt, was der Beschuldigte durch sein bewusstes, äus-

serst gewalttätiges Vorgehen auch gewollt habe. Mit seinem besonders kaltblütigen 

und erbarmungslosen Vorgehen gegen das Opfer mit überschiessender Gewalt 

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und sinnloser Brutalität habe der Beschuldigte bei der Tötung des Opfers ein be-

sonders skrupelloses Verhalten an den Tag gelegt. Nach der Tat habe der Beschul-

digte das Hotelzimmer schliesslich um ca. 09.10 Uhr verlassen, nachdem er sich 

saubere Kleider des Opfers angezogen habe, und sei nach Hause gefahren. 

B. Unumstrittene Sachverhaltselemente und Standpunkt des Beschuldigten

1.  Vorgeschichte und Nachtatverhalten

1.1.  In der Anklageschrift wird die Vorgeschichte der Tat wie folgt umschrieben 
(Urk. 75 S. 2): 

1.2.  "Der Beschuldigte D._____ und der Geschädigte V._____ kannten sich be-

reits seit einiger Zeit und hatten sich in der Vergangenheit schon mehrere Male 

getroffen. In der Nacht vom 31. Oktober 2019 auf den 1. November 2019 traten der 

Beschuldigte, welcher sich zu diesem Zeitpunkt an seinem Wohnort an der 

AB._____-strasse in … Zürich aufhielt, und der Geschädigte V._____ mit ihren Mo-

biltelefonen über die Dating App … miteinander in Kontakt und vereinbarten ein 

Treffen. In der Folge begab sich der Geschädigte in den frühen Morgenstunden des 

1. November 2019 zum bzw. in die Nähe des Wohnorts des Beschuldigten. Um 

06.29 Uhr bestellte der Beschuldigte mit seinem Mobiltelefon mit der Telefonnum-

mer 1 ein Uber Taxi, um gemeinsam mit dem Geschädigten zu dem von diesem 

seit dem 28. Oktober 2019 gemieteten Hotelzimmer zu fahren, dort Sex zu haben 

und Drogen zu konsumieren. Der Beschuldigte und der Geschädigte bestiegen in 

der Folge an der AC._____-strasse in … Zürich um 06.41 Uhr das Uber Taxi und 

liessen sich zum Hotel W._____ AG am AA._____-graben 1 in … Zürich fahren, wo 

sie um 06.50 Uhr eintrafen und sich ins Hotelzimmer des Geschädigten im 1. Stock 

begaben." 

1.3.  Zur Vorgeschichte hat bereits die Vorinstanz zutreffend ausgeführt, dass der 

Beschuldigte anerkannte, †V._____ seit einem Jahr gekannt und diesen circa fünf 

Mal getroffen zu haben, bevor dieser verstorben sei. Weiter anerkannte der Be-

schuldigte, dass er in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November 2019 an 

seinem Wohnort mittels seines Mobiltelefons über die Applikation … mit dem spä-

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teren Opfer Kontakt hatte und sich mit diesem in den frühen Morgenstunden des 

1. November 2019 vor der Haustür seiner Wohnung (AB._____-strasse, … Zürich) 

traf. Der Beschuldigte anerkannte im Verlauf des Strafverfahrens auch, dass er 

hierauf mit †V._____ nach fünf Uhr morgens in einem Uber-Fahrzeug zum Hotel 

gefahren ist, in welchem †V._____ logierte, und dass er hierauf mit diesem in des-

sen Hotelzimmer gegangen ist, um dort Sex zu haben und Drogen zu konsumieren. 

Dies bestätigte der Beschuldigte auch anlässlich der Berufungsverhandlung 

(Prot. II S. 25 ff.). Hinsichtlich der genauen Abfahrts- bzw. Ankunftszeit erwog die 

Vorinstanz zutreffend, dass sich aus der Auswertung des Mobiltelefons des Be-

schuldigten ergab, dass dieser um 06.28.59 Uhr die Uber-Applikation genutzt hatte, 

worauf die auf seinem Handy installierte Health-Applikation um 06.51 die Überwin-

dung eines Stockwerkes registriert habe (Urk. 1/20/1 S. 16 f., Ordner 1), wobei das 

Mobiltelefon – nachdem es zuletzt mehrere Stunden bei einer Mobilfunkantenne in 

der Nähe seines Wohnortes eingeloggt war (Urk.1/20/1 S. 13 ff., Ordner 1) – sich 

zwischen 06.27.16 und 07.26.51 Uhr erstmals bei einer Mobilfunkantenne in unmit-

telbarer Nähe des Tatortes (AD._____-strasse) einloggte (Urk. 1/20/1 S. 16 f., Ord-

ner 1). Entsprechend ist anklagegemäss erstellt, dass der Beschuldigte und das 

spätere Opfer sich um ca. 06.50 Uhr in das im ersten Stock gelegene Hotelzimmer 

des letzteren begeben hatten (vgl. zum Ganzen vorinstanzliches Urteil Urk. 136 

S. 35 ff. mit Verweisen auf die entsprechenden Aktenstellen). 

1.4.  Die in der Anklageschrift umschriebene Vorgeschichte bzw. die Handlungen 

im unmittelbaren Vorfeld der vorgeworfenen Tat, die sich zwischen ca. 7 Uhr und 9 

Uhr des 1. Novembers 2019 zugetragen habe, erweisen sich mithin als erstellt. 

2. Zum unmittelbaren Nachtatverhalten hält die Anklageschrift schliesslich 
fest, der Beschuldigte habe am Morgen des 1. November 2019 um circa 09.10 Uhr 

– nachdem er sich saubere Kleider (insbesondere eine schwarze Trainerhose und 

Pantoffeln), die dem Opfer gehörten, angezogen habe – mit einer schwarzen Um-

hängetasche und einem schwarzen Rollkoffer des Opfers das Hotelzimmer verlas-

sen und sich zur nahegelegenen Bushaltestelle AE._____ (in … Zürich) begeben, 

wo er um 09.21 Uhr den Bus Nr. … bestiegen habe, um nach Hause zu fahren 

(Urk. 75 S. 7).

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2.1.  Der Beschuldigte anerkannte – zuletzt anlässlich der Berufungsverhand-

lung, dass er im Nachgang an das eigentliche Tatgeschehen im Hotelzimmer nach 

seinen Kleidern gesucht habe, welche aber schmutzig gewesen seien bzw. gestun-

ken hätten, weshalb er andere Kleider – ein paar Trainerhosen und Pantoffeln, die 

wohl dem Opfer gehört hätten – angezogen und mit diesen sowie mit einer eben-

falls im Hotelzimmer gefundenen schwarzen Tasche und einem schwarzen Roll-

koffer das Hotel verlassen und sich zur Bushaltestelle begeben habe, um nach 

Hause zu fahren (Urk. 3/36 S. 9 ff.; Urk. 3/48 S. 14; Urk. 119 S. 14; Prot. II S. 28 

und 34). Wie bereits die Vorinstanz zutreffend erwog, stimmen diese Aussagen mit 

den aktenkundigen Videoaufzeichnungen der VBZ (9.21 Uhr ab Haltestelle 

AE._____ im Bus Nr. …; circa 9.28 Uhr ab AF._____-platz mit dem Tram Nr. ...; 

Urk. 1/13 Fotos 6 - 15), wobei er gleiche Trainerhosen trägt sowie gleiche Gepäck-

stücke mit sich führt, wie die, mit welchen †V._____ 2 Tage zuvor von der hotelei-

genen Überwachungskamera erfasst wurde (Urk. 1/13 Fotos 1-5, Ordner 1; zum 

Ganzen vorinstanzliches Urteil Urk. 136 S. 43 f.). 

2.2.  Entsprechend erweisen sich auch die in der Anklage enthaltenen Sachver-

haltselemente zum unmittelbaren Nachtatgeschehen als erstellt. 

3.  Standpunkt des Beschuldigten

3.1.  Wie sich aus dem bereits Dargelegten ergibt, bestritt der Beschuldigte – 

nachdem er anfänglich von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch ge-

macht hatte – nicht, sich mit dem Opfer an den späteren Tatort begeben zu haben 

und auch während der Tat im besagten Hotelzimmer anwesend gewesen zu sein. 

Was die Frage nach seiner Beteiligung am Tatgeschehen (Täterschaft) sowie dem 

genauen Ablauf der Tat angeht, zeigte der Standpunkt des Beschuldigte im Laufe 

der Strafuntersuchung einen markanten Wandel.

3.2. So bestritt er im Vorverfahren noch durchwegs seine Täterschaft und stellte 

in Abrede, in irgendeiner Weise gewalttätig auf das Opfer eingewirkt zu haben. In 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 28. Mai 2020 (Urk. 3/36), in der er 

erstmals Aussagen zur Sache tätigte, machte er im Wesentlichen geltend, nach der 

Injektion von Crystal Meth durch †V._____ in eine Bewusstlosigkeit gefallen und 

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erst durch das Klingeln seines Handys wieder erwacht zu sein. Ab jenem Moment, 

als ihm das Crystal Meth gespritzt worden sei, wisse er gar nichts mehr. Er habe 

plötzlich eine starke Hitze im Kopf gespürt und ihm seien "die Lampen ausgegan-

gen". Er sei erst etwa zehn Minuten im Hotelzimmer gewesen, bevor er weggetre-

ten sei. Bei der Injektion sei er noch angezogen gewesen. Beim Erwachen habe er 

sich dann nackt am Boden im Hotelzimmer des Opfers befunden, in welchem es 

übel gerochen und in welchem eine grosse Unordnung geherrscht habe. Als er 

seine Kleider gesucht habe, habe er gesehen, dass jemand im Zimmer in eine Ma-

tratze oder dergleichen eingerollt gewesen sei. Da sei er in Panik geraten. Er 

glaube, dass er seine Hand am Handgelenk des Opfers angelegt habe, um zu 

schauen, ob dieses noch lebe, habe aber keinen Puls gefühlt. Die Hand habe her-

ausgeragt. Er wisse allerdings nicht, wer diese Person gewesen sei, die dort gele-

gen habe (Urk. 3/36 S. 5 ff.). Diesen Standpunkt vertrat er im Wesentlichen auch in 

den darauffolgenden polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen 

(Urk.  3/39; Urk. 3/40; Urk. 3/41; Urk. 3/43; Schlusseinvernahme Urk. 3/48).

3.3.  Rund dreieinhalb Wochen vor der Hauptverhandlung liess der Beschuldigte 

durch seine Verteidigerin aber eine eigenhändig unterzeichnete Erklärung einrei-

chen, gemäss welcher er bestätige, "den Tod von †V._____ verursacht" zu haben 

(Urk. 108). An der Hauptverhandlung gab er – stark zusammengefasst – zu Proto-

koll, im Anschluss an die Injektion des Crystal Meths durch †V._____ plötzlich einen 

Panther wahrgenommen zu haben, der ihn habe angreifen wollen. Um sich gegen 

diesen zu wehren, habe er zunächst mit einem Stuhl auf den Panther eingeschla-

gen und sei dann mehrmals auf dessen Kopf gesprungen, habe geschlagen und 

getreten. In der Folge habe er seine Kleider gesucht, sich gewaschen und angezo-

gen und hernach das Hotel verlassen (Urk. 119 S. 7 f.; zu den Aussagen im Detail 

sogleich E. III. C. 2.).  

C. Beweiswürdigung   

1.  Regeln der Beweiswürdigung und Ausgangslage

-   16   -

1.1.  Die Vorinstanz hat sich bereits ausführlich zu den Regeln der Beweiswürdi-

gung, zur Bedeutung des Grundsatzes "in dubio pro reo" und im Besonderen zur 

Würdigung von Aussagen und von Gutachten geäussert (Urk. 136 S. 31 ff.). Es 

kann auf diese zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.2.  Wie dargelegt präsentiert sich die Ausgangslage auf der tatsächlichen 

Ebene so, dass der Beschuldigte – im Gegensatz zur Strafuntersuchung, in welcher 

er noch bestritten hatte, in irgendeiner Weise gewalttätig geworden zu sein – nicht 

nur geständig ist, sich zum Tatzeitpunkt am Tatort aufgehalten zu haben, sondern 

auch, mit einem Gegenstand sowie mit Händen und Füssen bzw. mit Tritten und 

Springen auf den Kopf auf das Opfer eingewirkt und dadurch dessen Tod verur-

sacht zu haben. Dieses Geständnis ist nachfolgend einer Überprüfung zu unterzie-

hen. 

2.   Überprüfung des Geständnisses des Beschuldigten 

2.1.  Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte 
zum Tatablauf zunächst in freier Erzählung zu Protokoll, es gebe einen Abschnitt 

der Geschehnisse im Hotelzimmer, den er bislang nicht erzählt habe. Er habe im 

Nachgang an die Injektion des Crystal Meth durch †V._____ einen Panther gese-

hen, der in einer fremden Sprache gesprochen und ein Messer in der Hand gehal-

ten habe und ihn habe angreifen wollen. Er könne nicht sagen, wieviel Zeit zwi-

schen der Injektion der Drogen und der Wahrnehmung des Panthers vergangen 

sei. Der Panther habe die Zähne gezeigt und sei mit dem Messer herumgelaufen. 

Dann sei er auf ihn zugekommen, worauf er den Panther zweimal mit dem Stuhl 

geschlagen habe. In der Folge sei er auf den Panther gesprungen, der ca. einen 

Meter von ihm entfernt gewesen sei. Er sei diesem ein paar Mal auf den Kopf ge-

sprungen, habe geschlagen und getreten. Er habe sich selber nicht unter Kontrolle 

gehabt und habe gar nicht aufhören können. Er habe nur die Wut, die von ihm 

ausgegangen sei, gespürt. Sonst habe er nichts gesehen. Es seien noch zwei Per-

sonen auf dem Balkon gewesen, das habe er ebenfalls gesehen. Dann sei er am 

Boden gewesen und habe noch diesen Panther in seinem Gedächtnis bzw. in sei-

nem Kopf gesehen. Als er am Boden gelegen sei, habe er einen Mann mit dem 

-   17   -

Rücken zu ihm wahrgenommen. Als dieser ihn angeschaut habe, habe dieser den 

Mund voller Blut gehabt. Der Mann habe ausgesehen wie er selber. Er sei darauf 

völlig verzweifelt gewesen und habe dann eine Hand vor sich gesehen. Er habe 

erkannt, dass es sich um die Hand eines Menschen handelte. Er habe sich noch 

überlegt, die Polizei zu rufen, aber er habe nicht glauben können, was da alles 

geschehe. Er habe das Gefühl gehabt, es sei eine Paranoia in seinem Kopf 

(Urk. 119 S. 7 f.).

2.2.  Auf Nachfragen der Vorderrichter und der Parteivertreter führte der Beschul-

dige an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ferner aus, dieser soeben geschil-

derte Teil des Geschehens betreffe die Phase, die er bislang in der Strafuntersu-

chung dahingehend beschrieben habe, dass er weggetreten bzw. bewusstlos ge-

wesen sei. Tatsächlich sei er aber gar nie bewusstlos bzw. am Schlafen gewesen 

(Urk. 119 S. 11 f.). Zum Panther präzisierte er, dieser sei gross gewesen, habe 

schwarzes Fell gehabt und sei auf zwei Beinen gegangen wie ein Mensch. Der 

Panther habe ihn kratzen wollen und fauchende Geräusche von sich gegeben 

(Urk. 119 S. 12 und S. 29). Der Panther habe ihn angegriffen und töten wollen. Er 

habe keine Möglichkeit gesehen, zu flüchten. Die einzige Möglichkeit, die er gese-

hen habe, sei gewesen, sich mit dem Stuhl gegen den Panther zu wehren (Urk. 119 

S. 29). Er habe nicht realisiert, dass der Panther eigentlich ein Mensch gewesen 

sei (Urk. 119 S. 13). Zur zeitlichen Einordnung gab der Beschuldigte an, der Kampf 

mit dem Panther sei wohl bereits passiert, nachdem ihn sein Partner AG._____ auf 

dem Handy angerufen habe. Er habe das Klingeln des Telefons noch im Kopf. Er 

wisse nicht genau, wie lange er nach dem Kampf noch im Zimmer gewesen sei, es 

könne sein, dass es 15 Minuten gewesen seien. Als er nach dem Kampf auf dem 

Boden gelegen sei und diese Hand vor sich gesehen habe, sei er aufgestanden, 

habe sich – da er nach Kot gestunken habe – gewaschen, sich angezogen und sei 

gegangen (Urk. 119 S. 13 f.). Auf die Frage, ob es zutreffe, dass er die Kleider des 

Opfers angezogen habe, gab der Beschuldigte an, seine Kleider hätten gestunken, 

weshalb er diese in eine Tasche getan habe, um damit das Hotel zu verlassen. Er 

wisse nicht, ob es die Kleider des Opfer gewesen seien. Er habe einfach die Trai-

nerhose gesehen und diese angezogen (Urk. 119 S. 14). Die Frage, ob er sich 

schuldig fühle, bejahte der Beschuldigte. Er habe dem späteren Opfer nie irgend-

-   18   -

was Böses antun wollen. Es sei für ihn in diesem Moment nicht †V._____ gewesen, 

mit dem er gekämpft habe (Urk. 119 S. 21). Auf Ergänzungsfrage des Staatsan-

walts, wo das Tatwerkzeug, insbesondere das Messer sowie das Handy des Opfers 

geblieben sei, antwortete der Beschuldigte nur, er habe keine Ahnung (Urk. 119 

S. 29).

2.3.  An der Berufungsverhandlung schilderte der Beschuldigte das Tatgesche-
hen zunächst in freier Erzählung im Wesentlichen gleich: Nach der Injektion durch 

†V._____ habe er etwas "Komisches" in seinem Kopf gespürt und Brechreiz be-

kommen. Das Einzige, was er nach der Injektion im Hotelzimmer wahrgenommen 

habe, sei ein Ungeheuer mit enormen Zähnen gewesen, das mit gekrümmten Bei-

nen fauchend und mit einem Messer in der "Hand" langsam im Zimmer hin und her 

gegangen sei. Auf Nachfrage erklärte der Beschuldigte, bei der Kreatur habe es 

sich um einen Panther gehandelt. Dieser sei plötzlich auf ihn zugekommen und 

habe ihn angreifen wollen. Er glaube, der Panther habe ihn dabei auch mit einem 

Krallenhieb "geschnitten". Da er keine Fluchtmöglichkeit gehabt habe, habe er ei-

nen Stuhl – das einzige, das in der Nähe gestanden sei – genommen und dem 

Panther zwei Mal gegen den Kopf geschlagen, worauf dieser zu Boden gegangen 

sei. Er sei dem am Boden liegenden Panther mit beiden Füssen auf den Kopf ge-

sprungen und habe auf dessen Kopf eingetreten, während der Panther zischende 

und fauchende Geräusche von sich gegeben habe. Es sei gewesen, als ob er (der 

Beschuldigte) von fremden Kräften gezwungen geworden sei, weiter mit dem Fuss 

auf die Kreatur einzutreten. Schliesslich habe er einen Stuhl und einen Tisch über 

dem am Boden liegenden Panther positioniert, damit dieser nicht würde weglaufen 

können und so niemandem mehr etwas antun könne. Ab da habe er wieder "einen 

anderen Film" im Kopf gehabt, in dem er sich plötzlich nackt auf dem Boden befun-

den habe und einen knienden nackten Mann mit Blut im Mundbereich vor sich wahr-

genommen habe, der zu ihm zurückgeschaut habe. Der Mann habe ausgesehen 

wie er selber. Er habe auf dem Boden kriechend nach seinen Kleidern gesucht und 

sei dabei auf eine Hand gestossen, ohne dass er den dazugehörigen Körper wahr-

genommen hätte. Er habe versucht, an der Hand den Puls zu fühlen. Es habe alles 

nach Fäkalien gestunken. Er sei verzweifelt gewesen und habe einfach aus dem 

Hotelzimmer raus gewollt. Deshalb habe er irgendwelche Kleider, die er gefunden 

-   19   -

habe, angezogen, eine Tasche genommen, sich die Hände gewaschen und das 

Zimmer verlassen. Er sei dann nach draussen und weiter zur Bushaltestelle gegan-

gen und nach Hause gefahren. Nachdem die frische Luft sein Bewusstsein wieder 

etwas zurückgebracht habe, habe er sich gedacht, dass er sich die ganze Situation 

mit dem Panther nur eingebildet haben könnte, dass dies alles nur eine Paranoia 

in seinem Kopf gewesen sei (Prot. II S. 27 ff.). 

2.4. Soweit der Beschuldigte damit seine Täterschaft anerkennt, kann auf sein 
Geständnis abgestellt werden, stimmt dies doch – wie nachfolgend zu zeigen sein 

wird – in verschiedener Hinsicht mit der Spurenlage überein. 

2.4.1.  Im Rahmen der umfassenden Ermittlungen, insbesondere auch im Zuge der 

Spurensicherung, wurden keinerlei Hinweise auf eine mögliche Dritttäterschaft ge-

funden. Zwar brachte der Beschuldigte im Laufe des Strafverfahrens – selbst im 

Rahmen seiner Version mit dem Panther (Urk. 119 S. 10) – vor, es hätten sich (ab-

gesehen von anderen Leuten, die immer wieder mal reingekommen seien, aber 

dann das Zimmer allesamt wieder verlassen hätten) auf dem Balkon vor dem Ho-

telzimmer des Opfers zwei unbekannte Männer aufgehalten (Urk. 3/36 S. 4 ff., ins-

besondere S. 6 f.; Urk. 3/39 S. 3 f., S. 15; Urk. 3/40 S. 3 Ordner 2; Prot. II S. 27 und 

36). Aus der spurentechnischen Untersuchung des Tatorts ergaben sich allerdings 

keine konkreten Hinweise dafür, dass ausser dem Beschuldigten Drittpersonen 

zum Tatzeitpunkt am Tatort waren. Einzig eine schwache Schuhspur eines Basket-

ballschuhs (Sohlenmuster Marke "Nike" Vandal) konnte festgestellt werden, die 

sich zwischen Bett und Kleiderschrank befand und nicht zugeordnet werden konnte 

(Urk. 5/1/11 S. 11). Die Spur wurde allerdings im Spurenbericht aufgrund der Lage 

und Ausprägung wie jene Schuhspuren, die den Polizeistiefeln der ausgerückten 

Beamten zugeordnet werden konnte, als nicht tatrelevant erachtet. Ferner gibt es 

Hinweise, dass der Rezeptionist des Hotels den Tatort "mit einem Fuss" betreten, 

das Zimmer dann aber gleich wieder verlassen habe (vgl. Urk. 4/1 S. 3 Frage/Ant-

wort 10).

2.4.2.  Spuren, die darauf hindeuten, dass der Beschuldigte der Täter war, konnten 

dagegen zahlreiche festgestellt werden: 

-   20   -

 Fünf daktyloskopische Spuren der rechten und linken Hand des Beschuldig-

ten an der ausgehängten Tür des Spiegelschrankes (Urk. 1/18/2 f., Ord-

ner 1; Urk. 5/1/11 S. 41 ff. und 76 f., Ordner 3). Diese daktyloskopischen 

Spuren befinden sich an einer Position, welche sich mit einem Aushängen 

der Schranktür durch den Beschuldigten erklären lassen würde (vgl. Foto-

dokumentation in Urk. 2 S. 45 f.), wobei die Positionierung der Schranktür 

vor der Terrassentüre vermuten lässt, dass diese nach der Tat als Sicht-

schutz gegen aussen gezielt dort positioniert wurde (vgl. Urk. 5/1/11 S. 7); 

die Blutspuren auf der Raumzugewandten (Aussen-)Seite der Schranktür 

weisen Flussspuren mit unterschiedlicher Flussrichtung auf, was darauf hin-

deutet, dass die Person, die an der Schranktür manipulierte, die Tür nach 

bereits erfolgter Beblutung bewegt hat, wobei die Tür einmal um 90 Grad 

gedreht worden war, bevor sie in die Auffindposition vor dem Fenster ge-

bracht wurde; die Änderung im Verlauf der Flussspuren zeigt ferner, dass 

die Manipulation an der Türe bzw. deren Drehen zeitnah nach der Beblutung 

stattgefunden haben musste, bevor das Blut eingetrocknet war. Der Be-

schuldigte vermochte seine Spuren an der Schranktür ausser mit dem pau-

schalen Verdacht, dass jemand entsprechende Beweise mit seinen Spuren 

manipuliert haben müsse, nicht plausibel zu erklären (vgl. Urk. 3/41 S.15 f.; 

Urk. 3/48 S. 9 f.; vgl. Urk. 136 S. 85, 91 und 94);

 Daktyloskopische Spur des Beschuldigten (linker Fussabdruck) ab A4-Blatt 

(Urk. 5/1/5 S. 2 und 5); 

 Daktyloskopische Spur des Beschuldigten (Fussabdruck) ab Kopfkissenbe-

zug (Urk. 5/1/9 S. 2 ff.; Urk. 5/1/11 S. 48); 

 Schuhspuren mit Blutanhaftungen, die teilweise stark dafür sprechen, dass 

sie von den Schuhen des Beschuldigten (der Marke Sendra) stammen 

(Urk. 5/1/10 S. 4 ff.; Urk. 5/1/11 S. 49), wobei sich auch an den bei der Haus-

durchsuchung beim Beschuldigten sichergestellten und von diesem getra-

genen Schuhen der Marke Sendra entsprechende Blutspuren finden liessen 

(Urk. 5/1/11 S. 64 f.; Urk. 5/1/14 S. 20; Trägernachweis Urk. 5/1/24 S. 12);

-   21   -

 15 typisierbare DNA-Systeme des Beschuldigten im Fingernagelschmutz 

der linken Hand des Opfers (Urk. 5/1/1, Urk. 5/1/11 S. 14, Ordner 3; 

Urk. 5/1/14 S. 2, Ordner 4; vgl. auch Urk. 1/18/4, Ordner 1), wobei der Be-

weiswert dieser DNA-Mischspur mehrere Milliarden (9.347 x 1016) Mal grös-

ser ist, wenn man von einer Spurgeberschaft des Beschuldigten ausgeht, als 

wenn man von einer Spurgeberschaft einer unbekannten Person ausgehen 

würde (Urk. 5/1/24 S. 2 f., Ordner 4);

 daktyloskopische Spuren des Beschuldigten an diversen Reinigungsutensi-

lien, darunter eine in der Gemeinschaftsküche des Hotels sichergestellte 

Dose Teppich- und Polsterreiniger (Urk. 5/1/4 S. 6; Urk. 5/1/11 S. 51 und 78) 

sowie – ebenfalls in der Gemeinschaftsküche sichergestellte – blaue Plas-

tiksäcke und ein Putzeimer (Urk. 5/1/4 S. 7 f. und S. 11; Urk. 5/1/11 S. 52 f. 

und S. 79 f.); sodann 16 typisierte DNA-Systeme des Beschuldigten in einer 

Mischspur am Stiel eines im Hotelzimmer sichergestellten Bodenwischer der 

Marke Swiffer (Urk. 5/1/11 S. 30, Ordner 3; Urk. 5/1/14 S. 3, Ordner 4). Ge-

mäss Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin ist der Beweiswert der ent-

sprechenden DNA-Mischspur mehrere Milliarden (6.331 x 1025) Mal grösser, 

wenn man von einer Spurgeberschaft des Beschuldigten ausgeht, als wenn 

man von einer Spurgeberschaft einer unbekannten Person ausgehen würde 

(Urk. 5/1/24 S. 4); demgegenüber konnte †V._____ als anteiliger Spurenge-

ber ausgeschlossen werden (Urk. 5/1/14 S. 3). Die Spuren an diversen Rei-

nigungsutensilien im Hotelzimmer des Opfers sowie in der Gemeinschafts-

küche des Hotels sind Indizien dafür, dass der Beschuldigte versucht oder 

zumindest beabsichtigt hatte, den Tatort von Spuren zu reinigen (dazu aus-

führlich nachfolgend, E. III. C. 3.4.3. lit. 1.g) ff.).

2.5. Mit Blick auf die Todesursache bzw. zur damit einhergehenden Frage, ob 
der Tod von †V._____ durch fremde Hand verursacht wurde, ist der Anklageschrift 

auf S. 3 - 5 zunächst zu entnehmen, dass das Opfer zahlreiche Verletzungen auf-

wies, die sowohl durch stumpfe als auch scharfe Gewalt verursacht worden seien. 

Die Verletzungen in Form von Quetsch- bzw. Riss-Quetschwunden, Schürfwunden 

und Knochenbrüchen lassen sich unter den Begriffen eines stumpfen Kopf- und 

-   22   -

Halstraumas (insbesondere Zertrümmerung des Gesichtsschädels, Bruch des 

Kehlkopfs und des Zungenbeins) und eines stumpfen Rumpf- und Extremitäten-

traumas (Hautabschürfungen und Hautunterblutungen) einerseits und eines durch 

gewaltsame Einwirkung mit einem scharfen Gegenstand verursachten scharfen 

Kopf-, Rumpf- und Extremitätentraumas (zahlreiche Stich- und Schnittverletzun-

gen, insbesondere Durchtrennung der Halsmuskulatur und Halsschlagader links) 

andererseits zusammenfassen. Im Gutachten zum Todesfall des Instituts für 

Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 13. Januar 2020 (Urk. 7/5, Ordner 4) 

wurden die einzelnen festgestellten Verletzungen detailliert aufgeführt. Die Um-

schreibung der Verletzungen in der Anklageschrift stimmt mit diesen gutachterli-

chen Feststellungen überein. Sie erweisen sich mithin als erstellt. 

2.5.1. Zur eigentlichen Todesursache hält das Gutachten fest, dass einerseits ein 

schweres stumpfes Kopftrauma mit Zertrümmerung des Gesichtsschädels, des 

Kehlkopfs und des Zungenbeins, andererseits eine scharfe Gewalteinwirkung in 

Form eines tiefen Halsschnittes mit Eröffnung eines Astes der linken äusseren 

Halsschlagader für den Todeseintritt relevant gewesen seien. Die Zertrümmerung 

des Gesichtsschädels habe zu einer erheblichen Blutung geführt, wobei Teile die-

ses Blutes vom Opfer eingeatmet worden seien, was schliesslich zu einem Ersti-

ckungstod geführt habe. Andererseits habe die Verletzung des Halsschlagaderasts 

zu einem massiven Blutverlust nach Aussen geführt. Die sehr spärlichen Totenfle-

cken und die blutarmen inneren Organe würden belegen, dass der erlittene Blut-

verlust tödlich gewesen sei. Es würden folglich zwei konkurrierende Todesursa-

chen vorliegen, einerseits ein Ersticken bei Bluteinatmung, andererseits ein Verblu-

ten (Urk. 7/5 S. 6, Ordner 4). Der beim Opfer in den pharmakologischen Analysen 

im Blut festgestellten wirksamen bis potentiell tödlichen Methamphetaminkonzen-

tration massen die Gutachter angesichts der soeben erwähnten, zu Lebzeiten erlit-

tenen Verletzungen keine todesursächliche Relevanz bei. Entsprechend kamen die 

Gutachter zum Schluss, dass aus rechtsmedizinischer Sicht aufgrund der diversen 

Verletzungen von einer Tötung durch fremde Hand auszugehen sei (Urk. 7/5 S. 6, 

Ordner 4). 

-   23   -

2.5.2.  Hinsichtlich der erwähnten Zeichen scharfer Gewalt sei am ehesten davon 

auszugehen, dass diese durch ein Messer oder messerähnlichen Gegenstand ver-

ursacht worden seien. Die Quetschwunden am Kopf seien durch einen harten, kan-

tigen Gegenstand verursacht worden. Die doppelstriemigen Hautunterblutungen 

(am rechten Oberarm, am rechten Vorderarm und am Unterschenkel rechts aus-

senseitig) würden sogenannten Stockhiebverletzungen entsprechen. Dabei sei es 

auch sehr wohl möglich, dass auch die Quetschwunden am Kopf durch ein und 

dasselbe Werkzeug, nämlich durch einen langen, harten Gegenstand wie beispiels-

weise einen Stock, eine Stange oder eine Röhre verursacht worden seien. Die Ge-

sichtsschädel-, die Kehlkopfverletzung und der Zungenbeinbruch würden demge-

genüber für einen breitflächigen, sehr heftigen Anprall einer entsprechend struktu-

rierten Fläche wie z.B. einer Schuhsohle sprechen. Es sei sehr wohl denkbar, dass 

eine Schuhsohle am Unterkiefer abgleite, so die festgestellte Schürfung verursa-

che, bevor sie auf den Hals treffe, den Kehlkopf zertrümmere und das Zungenbein 

breche (Urk. 7/5 S. 7, Ordner 4). 

2.5.3.  Nach dem Dargelegten erweist sich anklagegemäss als erstellt, dass dem 

Opfer die in der Anklageschrift aufgeführten zahlreichen Verletzungen durch 

fremde Hand mit stumpfer Gewalt – konkret in Form von Schlägen mit einem harten 

Gegenstand oder Gegenständen und mit Tritten bzw. Trampeln – sowie mit schar-

fer Gewalt – konkret mit einem Messer oder messerähnlichen Gegenstand – zuge-

führt wurden und diese schliesslich zu dessen Tode führten. 

2.6.  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf das anlässlich der vorinstanz-

lichen Hauptverhandlung erstmals abgelegte und an der Berufungsverhandlung be-

stätigte Geständnis des Beschuldigten mindestens insoweit abgestellt werden 

kann, als dieser anerkennt, am Morgen des 1. November 2019 den gewaltsamen 

Tod von †V._____ herbeigeführt zu haben. Dass der Beschuldigte an der Beru-

fungsverhandlung auf die Frage, wie †V._____ seiner Meinung nach zu Tode ge-

kommen sei, angab, in seinem Kopf sei V._____ bis heute nicht tot, und er mit Blick 

auf sein erwähntes schriftliches Geständnis ausführte, es sei für ihn, als habe er 

das nicht verursacht, da er sich nicht vorstellen könne, eine Person zu töten, be-

sonders nicht V._____ (Prot. II S. 34 f.), ändert daran nichts. Diese Aussagen sind 

-   24   -

denn auch nicht als Widerruf seines früheren Teilgeständnisses zu werten, aner-

kennt der Beschuldigte doch die bislang eingestandenen Tathandlungen (Schlagen 

mit Stuhl, Tritte und Springen auf den Kopf des "Panthers") wie auch den Umstand, 

dass es sich beim Panther um V._____ gehandelt habe, weiterhin. Entsprechend 

erscheinen diese Aussagen eher als Ausdruck eigener Fassungslosigkeit über 

seine Tat und die Tatfolgen bzw. als eine Art "Verdrängungsstrategie". So gibt der 

Beschuldigte etwa an, ihm seien die Fotos, auf welchen das Opfer †V._____ mit 

den zahlreichen erlittenen Verletzungen ersichtlich sei, zwar vorgelegt worden, für 

ihn sei es aber, als ob er V._____ auf diesen Fotos "nicht sehen" würde (vgl. Prot. 

II S. 37). Es ist mithin erstellt, dass der Beschuldigte das Opfer gewaltsam getötet 

hat. Genauer zu untersuchen und sachverhaltsmässig zu erstellen bleiben aber – 

nachdem sich diese gemäss der ergänzenden gutachterlichen Einschätzung von 

Prof. Dr. med. E._____ (Urk. 164) entscheidend auf die Frage nach der Schuldfä-

higkeit des Beschuldigten auswirken – der Tatablauf und die Umstände der Tat. 

Diesbezüglich weicht das Geständnis des Beschuldigten vom Anklagesachverhalt 

ab. Insbesondere die von ihm neu geltend gemachte psychotische Verkennung des 

Opfers als aggressiven Panther, mit welcher er eine durch intravenösen Konsum 

von Crystal Meth hervorgerufene wahnhafte Einbildung eines notwehrähnlichen 

Zustands und hinsichtlich der Tötung des Opfers entsprechend Schuldunfähigkeit 

geltend macht, wird nachfolgend anhand der übrigen objektiven und subjektiven 

Beweismittel und Indizien auf ihre Glaubhaftigkeit zu überprüfen sein. 

3. Tatumstände und psychotische Verkennung des Opfers als Panther

3.1.   Aussageentwicklung

3.1.1.  Vorderhand ist auf den Zeitpunkt der Schilderung der neuen Version des 
Beschuldigten einzugehen: Es ist augenscheinlich, dass die vom Beschuldigten 

vorgebrachte Version mit dem Panther von seiner bis dahin über fast eineinhalb 

Jahre in zahlreichen Einvernahmen im Rahmen der Strafuntersuchung mehrfach 

bestätigten ursprünglichen Version, wonach er in der Zeit, als das Opfer dermassen 

zugerichtet und getötet worden sei, aufgrund der Drogenapplikation bewusstlos ge-

wesen sei, massgeblich abweicht. Zwar fand ein Panther bereits in seiner Schluss-

einvernahme erstmals Erwähnung, dies allerdings nur sehr abstrakt und geradezu 

-   25   -

beiläufig, während der Beschuldigte in allen wesentlichen Punkten bei seiner bis-

herigen Version blieb und jegliche Gewaltvorwürfe gegen das Opfer von sich wies 

(Urk. 3/48 S. 16 f.). Seine Version mit dem angeblichen Kampfgeschehen gegen 

einen Panther präsentierte der Beschuldigte wie dargelegt erstmals vor Vorinstanz. 

Die mit einem solchen drastischen und sehr späten Kurswechsel einhergehende 

markante Inkonsistenz im Aussageverhalten des Beschuldigten spricht grundsätz-

lich gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Dies gilt umso mehr, als es dem 

Beschuldigten nur sehr bedingt gelingt, diesen Wechsel in seinem Aussageverhal-

ten überzeugend zu erklären. So gibt er dazu einzig an, er habe den Teil mit dem 

Panther nur deshalb nicht vorher erzählt, weil er Angst gehabt habe, für verrückt 

erklärt und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen zu werden. Die Sache, konkret 

der Umstand, dass der wahrgenommene Panther V._____ (†V._____) gewesen 

sei, habe ihn innerlich aufgefressen, weshalb er es (an der Hauptverhandlung) 

dann aber doch erzählt habe (Urk. 119 S. 10 f.). Dass nagende Schuldgefühle ei-

nen bislang nicht geständigen Täter im Laufe einer Strafuntersuchung dazu zu brin-

gen vermögen, seine Tat doch noch einzugestehen, erscheint zwar für sich nicht 

als ungewöhnlich. Auffällig ist allerdings der Zeitpunkt seines plötzlichen Geständ-

nisses, der – nachdem der Beschuldigte den angeblich nagenden Schuldgefühlen 

offenbar über zahlreiche Einvernahmen über fast eineinhalb Jahre hinweg (erste 

Einvernahme: 3. November 2019, Urk. 3/1; Schlusseinvernahme: 23. März 2021, 

Urk. 3/48) standzuhalten vermochte – mit der Hauptverhandlung äusserst spät, mit-

hin erst nach Abschluss der Strafuntersuchung erfolgte. Es scheint als nur schwer 

nachvollziehbar, dass jemand, der tatsächlich einen derart heftigen durch Drogen 

hervorgerufenen Wahnzustand erlebt haben soll, auch nach der Konfrontation mit 

zahlreichen belastenden Indizien und Spuren einen solchen vermeintlich stark ent-

lastenden Umstand über Monate hinweg zurückhalten würde, wenn sich dieser tat-

sächlich so ereignet hätte. Dieser Umstand wird auch von Gutachter Prof. Dr. med. 

E._____ in seinem Ergänzungsgutachten hervorgehoben. Der Gutachter weist dar-

auf hin, dass wenn dem Beschuldigten die nun geschilderte intensive Wahrneh-

mung des Panthers und sein Kampf gegen diesen von Anfang an tatsächlich so in 

Erinnerung gewesen wäre, diese Erinnerung für den Beschuldigten bereits zu Be-

ginn der Strafuntersuchung emotional sehr präsent und zudem von hohem Erklä-

-   26   -

rungswert für die Anlasstat gewesen wäre. Insbesondere in Kenntnis der Persön-

lichkeit des Beschuldigten erscheine aus fachlicher Sicht schwer vorstellbar, dass 

dieser den Vorfall mit dem Panther über viele Monate für sich hätte behalten kön-

nen, um stattdessen ersatzweise von einer anderen Tatversion zu berichten 

(Urk. 164 S. 34 f.). Kommt hinzu, dass die vom Beschuldigten angeführte Erklärung 

dafür, dass er nicht schon früher vom Panther erzählt habe, gegen den er sich habe 

wehren müssen, nicht überzeugt. Der Beschuldigte begründet dies damit, dass er 

Angst gehabt habe, man würde ihn für verrückt erklären und ihn in die Psychiatrie 

einweisen (Urk. 119 S. 10 f.). Diesbezüglich weist der Gutachter darauf hin, dass 

dem Beschuldigten bereits aus eigener Erfahrung bewusst gewesen sei, dass Dro-

genkonsum paranoide Episoden hervorrufen könne, aber auch, dass ein solcher 

Zustand passager sei und bei nachlassender Drogenwirkung wieder verschwinden 

und entsprechend auch nicht als dauerhafter psychische Krankheit gedeutet würde. 

Es überzeugt mithin nicht, wenn der Beschuldigte als Grund für das lange Ver-

schweigen der angeblichen rein drogenindizierten psychotischen Episode angibt, 

dass er ernsthaft befürchtet habe, deshalb als psychisch krank eingestuft und in 

eine psychiatrische Anstalt eingeliefert zu werden. Überdies berichtete der Be-

schuldigte ja bereits an der Schlusseinvernahme, in der er weiterhin an seiner ur-

sprünglichen Sachverhaltsversion (Bewusstseinsverlust nach der Injektion, Aufwa-

chen neben dem bereits toten Opfer) festhielt, von durch die Drogen hervorgerufe-

nen angeblichen Halluzinationen nach dem Aufwachen. Er erwähnte erstmals ei-

nen Panther und zudem eine Person, die eine andere am Bein am Boden entlang 

gezogen habe. Die angebliche Angst, für "verrückt" erklärt zu werden, hielt ihn da-

mals auch nicht von einer solchen Aussage ab. Auch das Vorbringen der Verteidi-

gung, der Beschuldigte habe erst den Mut gefunden, von der Panther-Version zu 

erzählen, als das (erste) Gutachten erstattet war, er mithin erkannt habe, dass der 

Gerichtspsychiater ihn nicht als hochgradig gestört abstempeln würde, erweist sich 

als nicht schlüssig, basierte das ursprüngliche Gutachten doch gerade auf seiner 

ursprünglichen Version, welche keine nennenswerten Halluzinationen oder Wahn-

vorstellungen beinhalteten, der Beschuldigte mithin jene Umstände, die eine solche 

Diagnose wahrscheinlich gemacht hätten, gerade ausgelassen hatte. Mit anderen 

Worten hätte er auch nach dem ersten Gutachten weiterhin bzw. gar viel eher damit 

-   27   -

rechnen müssen, dass ihm doch noch eine psychische Störung attestiert würde, 

wenn er die neue Panther-Version präsentiert. Mit dem Zeitpunkt und dem Resultat 

der ersten Begutachtung lässt sich sein Aussageverhalten mithin nicht plausibel 

erklären. 

3.1.2.  Schliesslich ist nicht zu verkennen, dass sein Geständnis zu einem Zeitpunkt 

erfolgte, als sämtliche Beweismittel parteiöffentlich vorlagen und aktenkundig wa-

ren, was den Beschuldigten grundsätzlich in die Lage versetzte, seine neue Version 

an die nunmehr vollumfänglich bekannte Beweislage anzupassen und zu erken-

nen, dass bezüglich seiner Darstellung der Bewusstlosigkeit Ungereimtheiten be-

standen. Dies heisst zwar für sich noch nicht, dass die neue Sachverhaltsversion 

des Beschuldigten nicht der Wahrheit entsprechen könnte, lässt aber erhebliche 

Zweifel daran aufkommen. All diese Umstände nähren mithin den Verdacht, dass 

der späte, drastische Wechsel in seinem Aussageverhalten taktisch motiviert war. 

3.2.  Injektion von Crystal Meth 

3.2.1. Der Beschuldigte gibt an, er habe vor dem Vorfall bereits Kokain und Crystal 

Meth (durch Rauchen) konsumiert (Urk. 119 S. 7). Er sei deshalb bereits ziemlich 

stark berauscht gewesen, als er in das Hotelzimmer des Opfers gekommen sei 

(Urk. 119 S. 10). Der Auslöser der geltend gemachten psychotischen Verkennung 

des Opfers als Panther sei aber die Injektion von Crystal Meth durch das Opfer mit 

einer Spritze gewesen. Es sei das erste Mal gewesen, dass er die Droge intravenös 

appliziert erhalten habe (Urk. 119 S. 8). Er sei auf dem Bett gesessen, als ihm 

†V._____ die Drogen gespritzt habe (Urk. 119 S. 19). Als die Substanz in seine 

Vene geflossen sei, habe er im hinteren oberen Teil des Kopfes ein Brennen ver-

spürt (Urk. 119 S. 25). Diese Aussagen bestätigte er auch an der Berufungsver-

handlung (Prot. II S. 27). 

3.2.2.  Mit Blick auf die Glaubhaftigkeit dieser Aussagen des Beschuldigten ist zu 

seinen Gunsten zunächst festzuhalten, dass zumindest die Behauptung, dass eine 

Applikation von Crystal Meth mit einer Spritze durch das Opfer an seinem Arm statt-

gefunden habe, eine der wenigen Aussagen zum Kerngeschehen darstellt, die sich 

in seinem Aussageverhalten über das gesamte Strafverfahren hinweg – mithin ab 

-   28   -

der ersten Einvernahme, an welcher er Aussagen machte (staatsanwaltschaftliche 

Einvernahme vom 28. Mai 2020, Urk. 3/36) bis hin zu seinen jüngsten Aussagen 

zu seiner neuen Version mit dem Panther – als konstant und unverändert präsen-

tierte. †V._____ habe das Crystal Meth vorbereitet und es ihm in den linken Arm 

gespritzt. Unmittelbar nach der Applikation habe er ein Brennen, eine starke Hitze 

bzw. "etwas Komisches" im Hinterkopf gespürt. Diese Konstanz in Kombination mit 

dem gewissen Detailierungsgrad seiner Schilderung sprechen für sich grundsätz-

lich für die Glaubhaftigkeit dieser Aussagen. 

3.2.3.  Im Rahmen der Spurensicherung konnten im Hotelzimmer des Opfers zwei 

Spritzen sichergestellt werden. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend erwog 

(Urk. 136 S. 50), wurde eine davon (sichergestellt aus einer grünen Tragtasche) als 

"gebraucht" bezeichnet, die andere (unter dem Leichnam sichergestellt) wurde als 

"mutmasslich gebraucht" qualifiziert (vgl. Urk. 5/1/11 S. 24 und 33). Die spurentech-

nische Untersuchung der beide Spritzen ergaben, dass sich bei der unter dem 

Leichnam sichergestellten Spritze bei der aussenseitigen Untersuchung keinerlei 

Hinweise auf eine (anteilige) Spurengeberschaft des Beschuldigten finden liessen, 

wogegen eine solche des Opfers nicht ausgeschlossen werden konnte. Die Unter-

suchung einer Blutspur aus der Kanüle dieser Spritze ergab dann eine klare Über-

einstimmung mit der DNA des Opfers (Urk. 5/1/14 S. 8 f., Ordner 4). Auch bei den 

Spuren an der anderen Spritze bzw. an deren Kanüle und Schutzkappe handelte 

es sich ausschliesslich um DNA-Spuren des Opfers (Urk. 5/1/14 S. 10 ff., Ordner 

4). Ferner konnten zwei Desinfektionspads in der Gemeinschaftstoilette sicherge-

stellt werden, wovon nur eines Blutspuren aufwies (Urk. 5/1/11 S. 55 f.). Auch diese 

konnten wiederum einzig dem Opfer zugewiesen werden (DNA-Mischspur, wobei 

gemäss Beweiswertberechnung die Wahrscheinlichkeit, dass †V._____ der Spu-

rengeber war, mehrere Milliarden mal höher sei, als wenn von einer anderen Per-

son ausgegangen würde). Die Desinfektionspads wiesen ebenfalls keinerlei Spu-

ren des Beschuldigten auf bzw. dessen anteilige Spurengeberschaft in der Misch-

spur konnte ausgeschlossen werden (Urk. 5/1/14 S. 11 und S. 19; Urk. 5/1/24 S. 8, 

Ordner 4). Die fehlenden Spuren des Beschuldigten am Äusseren der Spritzen ver-

möchten seine Aussagen, wonach nicht er, sondern das Opfer die Injektion vorge-

nommen habe, zwar noch zu stützen. Nicht erklärbar wäre dann aber, dass sich 

-   29   -

keinerlei Blut- bzw. DNA-Spuren von ihm in einer der beiden Spritzen befanden. 

Ohnehin erweist sich das Aussageverhalten des Beschuldigten hinsichtlich der 

Spritze, mit welcher ihm Crystal Meth appliziert worden sein soll, als durchwegs 

widersprüchlich. So gab er zunächst an, nicht zu wissen, was †V._____ mit der 

Spritze gemacht habe, nachdem dieser ihm die Drogen appliziert habe (Urk. 3/39 

S. 14). In der Einvernahme vom 5. November 2020 hielt er dann fest, er denke, 

dass er eine Spritze und eine Nadel in den Abfalleimer geworfen habe. Wo die an 

ihm verwendete Spritze hingekommen sei, wisse er nicht. Auch über die Desinfek-

tionspads wisse er nichts (Urk. 3/41 S. 8 f.). Und in der Schlusseinvernahme ver-

suchte er seine fehlenden DNA-Spuren in der sichergestellten Spritze damit zu er-

klären, dass †V._____ die Drogen zunächst ihm und hernach sich selbst injiziert 

habe (Urk. 3/48 S. 13). Soweit der Beschuldigte damit geltend machen will, dass 

seine DNA durch die darauffolgende Applikation von Drogen des Opfers bei sich 

selber sozusagen eliminiert worden seien, erscheint dies mit der Vorinstanz wenig 

glaubhaft (Urk. 136 S. 95), ist es doch bereits aus hygienischen Gründen wenig 

wahrscheinlich, dass das Opfer die Spritze, die es soeben für die Applikation beim 

Beschuldigten benutzt hatte, nochmals für sich selber verwendet hätte. Dies gilt 

umso mehr, als am Tatort ja zwei Spritzen gefunden wurden, mithin für jeden der 

beiden eine eigene Spritze vorhanden gewesen wäre. Es ist heutzutage allgemein 

bekannt, dass die Mehrfachbenutzungen von Spritzen durch verschiedene Perso-

nen ein grosses Risiko für Krankheitsübertragungen in sich birgt, was – nachdem 

der Beschuldigte HIV-positiv ist (Urk. 3/1 S. 6, Ordner 1) – gerade im vorliegenden 

Fall besondere Aktualität gehabt hätte. Anlässlich der Befragung in der erstinstanz-

lichen Hauptverhandlung präsentierte der Beschuldigte auch diesbezüglich eine 

neue Version. So gab er erstmals an, die Spritze, die ihm appliziert worden sei, 

habe sich wahrscheinlich in der Tasche befunden, in die er nach dem Vorfall mit 

dem Panther seine Kleider gepackt habe und nach Haus genommen habe. Zu 

Hause habe er dann "den Abfall" weggeworfen. Er könne nicht erklären, weshalb 

er die Spritze in die Tasche eingepackt bzw. mitgenommen habe (Urk. 119 S. 25 

f.). Bei den beiden Hausdurchsuchungen, welche am 3. und am 18. November 

2019 stattfanden, wurden keine Spritzen sichergestellt. Allerdings ist aus den Haus-

durchsuchungsprotokollen auch nicht ersichtlich, dass der Hauskehricht durch-

-   30   -

sucht worden wäre (vgl. Urk. 12/4 sowie nachträglich erstellter Bericht zur ersten 

Hausdurchsuchung, Urk. 105; vgl. zu den Beschlagnahmungen ausführlich vorin-

stanzliches Urteil Urk. 136 S. 14 ff.).

3.2.4.  Der Beschuldigte wurde unmittelbar im Nachgang zu seiner Festnahme am 

3. November 2019, mithin rund 48 Stunden nach dem Vorfall, einer körperlichen 

Untersuchung durch das Institut für Rechtsmedizin Zürich (IRM Zürich) unterzogen, 

welches hierzu ein Gutachten erstellte (Urk. 8/4, Ordner 4). Mit Blick auf die von 

ihm stets behauptete Injektion von Cristal Meth ist dabei bemerkenswert, dass am 

ganzen Körper, insbesondere auch an den Armen, keine Hinweise auf Einstichstel-

len festgestellt wurden. Der Beschuldigte gab im Zuge der Strafuntersuchung an, 

er glaube, †V._____ habe ihm das Crystal Meth in den linken Arm gespritzt. Es 

gebe ein Foto von seinem Arm, auf dem ersichtlich sei, dass dort alles blau/violett 

gewesen sei (Urk. 3/36 S. 5, Ordner 2). Darauf berief er sich sowohl an der erstin-

stanzlichen Hauptverhandlung (Urk. 119 S. 25) als auch an der Berufungsverhand-

lung, wenngleich er anlässlich letzterer angab, sich nicht mehr zu erinnern, welcher 

Arm es gewesen sei (Prot. I S. 27 und 35). Tatsächlich wurde im Gutachten zur 

körperlichen Untersuchung auf der Beugeseite seines Unterarms – wenn auch des 

rechten Armes – ellbeugennah eine unscharf begrenzte, nicht wegdrückbare, 

ovale, circa 4 x 1.8 cm grosse blaugraue Hautverfärbung mit zentraler Abblassung 

festgestellt, welche frisch gewesen sei und mit dem Ereigniszeitraum in Einklang 

gebracht werden könne. Eine Einstichstelle wurde – wie gesagt – aber auch dort 

nicht festgestellt und die Hautverfärbung als Folge von stumpfer Gewalt, möglicher-

weise durch einen Schlag mit der Faust oder einem Gegenstand, eingestuft 

(Urk. 8/4 S. 2 und S. 4, Ordner 4). Zu Gunsten des Beschuldigten ist allerdings zu 

erwähnen, dass das IRM von den erst später im Verfahren getätigten Aussagen 

des Beschuldigten über eine an seinem linken Arm erfolgte Injektion mit einer 

Spritze nichts gewusst hatte (vgl. dazu Urk. 8/1 S. 2 "Sachverhalt", wonach der Be-

schuldigte bisher die Aussagen verweigert habe) und eine solche als Ursache für 

allfällige Hautunterblutungen entsprechend auch nicht im Vordergrund stand. Wie 

sich aus dem Gutachtensauftrag ergibt, ging es zwar durchaus darum, generell all-

fällige Verletzungen beim Beschuldigten festzustellen. Es ist aber bereits aus der 

Formulierung der Folgefrage im Gutachtenssauftrag erkennbar, dass eine Entste-

-   31   -

hung allfälliger Verletzungen als Folge einer körperlichen Auseinandersetzung im 

Vordergrund stand ("Ist eine Entstehung [dieser Verletzungen] im Rahmen einer 

körperlichen Auseinandersetzung, eines Kampfgeschehens plausibel?", Urk. 8/1 

S. 2). Vor diesem Hintergrund ist alleine aufgrund der Feststellung des IRM 

(stumpfe Gewalt als Ursache der Hautunterblutung) noch nicht auszuschliessen, 

dass die Unterblutung, die sich mit der Ellenbeuge tatsächlich an einer Stelle be-

fand, die sich aufgrund der dort üblicherweise gut sichtbaren Venenstränge für eine 

Injektion mit einer Spritze besonders anbietet, nicht doch durch eine solche ent-

standen sein könnte (vgl. auch in der linken Ellenbeuge erkennbare Hautverfärbung 

im Bild "Übersicht Oberkörper" in der Fotodokumentation Urk. 2/1 S. 148). 

3.2.5.  Im Hinblick auf die mögliche Intoxikation des Beschuldigten zum Tatzeit-

punkt wurde vom IRM Zürich am 19. November 2019 ein Pharmakologisch-Toxiko-

logisches Gutachten erstellt, das auf der Analyse der Blut- und Urinproben, die dem 

Beschuldigten am 5. November 2019 entnommen wurden, basiert. Darin konnte 

der Konsum von Kokain, Methamphetamin und MDMA nachgewiesen werden, wo-

bei jedoch aufgrund des grossen Zeitintervalls zwischen Ereigniszeitpunkt und ärzt-

licher Untersuchung sowie damals noch fehlender Konsumangaben des Beschul-

digten nicht mehr feststellbar war, ob diese Stoffe im Zeitpunkt des Ereignisses eine 

Wirkung entfalteten (Urk. 6/3 S. 2 ff., Ordner 4). Ferner wurde am 28. November 

2019 die Entnahme einer Haarprobe angeordnet und auf Betäubungsmittelrück-

stände analysiert (Urk. 6/5, Ordner 4). Die Analyseergebnisse wurden im Kurzgut-

achten des IRM Zürich vom 9. Dezember 2019 festgehalten. Das IRM Zürich hielt 

darin fest, dass in den Haaren des Beschuldigten eine Kokain-Konzentration im 

mittleren Bereich, eine Methamphetamin/Amphetamin-Konzentration (wozu auch 

Crystal Meth gehört) im mittleren bzw. oberen Bereich und eine MDMA-Konzentra-

tion im mittleren Bereich festgestellt werden konnte. Die Angaben würden jedoch 

nur Auskunft über den durchschnittlichen Konsum über die Zeitspanne von 2 ½ - 9 

Monate vor der Probeentnahme am 2. Dezember 2019 geben und betreffen mithin 

den Zeitraum vor der Tat (Urk. 6/8 S. 1 ff., Ordner 4). 

3.2.6.  Anlässlich der Schlusseinvernahme vom 23. März 2021 räumte der Beschul-

digte – im Gegensatz zu seinen früheren Aussagen – dann auch ein, dass er in 

-   32   -

dieser Zeit, als die Tat stattfand, süchtig nach Crystal Meth gewesen sei (Urk. 3/48 

S. 21). Wenngleich die vorgenannten Analysen keine genauen Angaben zum Grad 

seiner Intoxikation zum Zeitpunkt zuliessen, erscheinen angesichts des bereits vor 

dem Tatzeitpunkt bestehenden regelmässigen und erhöhten Konsums von Me-

thamphetamin aber die Aussagen des Beschuldigten, wonach er bereits in den 

Stunden vor dem fraglichen Vorfall in erheblichem Masse Crystal Meth durch Rau-

chen konsumiert habe und entsprechend zum Tatzeitpunkt zumindest in gewissem 

Masse unter der Wirkung von Drogen stand, als glaubhaft. Genauso erscheint vor 

diesem Hintergrund auch nicht ausgeschlossen oder unplausibel, dass der Be-

schuldigte die ihm vom Opfer gebotene Gelegenheit, die Droge auch einmal intra-

venös zu konsumieren, am Tatmorgen wahrgenommen haben könnte. 

3.2.7.  Nach dem Erwogenen bestehen aufgrund der Spurenlage, der teils wider-

sprüchlichen Aussagen des Beschuldigten zum Verbleib der ihm angeblich appli-

zierten Spritze und der eher gegen seine Version sprechenden körperlichen Unter-

suchung begründete Zweifel daran, dass die behauptete intravenöse Applikation 

von Crystal Meth, die gemäss seinen Aussagen der unmittelbare Auslöser für die 

psychotische Verkennung des Opfers als Panther gewesen sei, überhaupt stattge-

funden hat. Dennoch präsentiert sich die Beweislage – entgegen der Vorinstanz 

(Urk. 136 S. 136 ff. und S. 141) – nicht als derart eindeutig, dass seine Darstellung 

mit rechtsgenügender Sicherheit widerlegt werden könnte. Folglich kann allein aus 

diesem Betrachtungswinkel auch nicht darauf geschlossen werden, dass seiner 

Schilderung mit dem Panther bereits die Grundlage entzogen wäre. Vielmehr sind 

nachfolgend die weiteren Beweismittel und Indizien zu würdigen, um die Glaubhaf-

tigkeit seiner neuen Sachverhaltsversion weiter beurteilen zu können. Die darge-

legten Zweifel an seinen diesbezüglichen Aussagen werden aber durchaus in die 

Gesamtwürdigung miteinzubeziehen sein. Erstellt ist jedoch, dass der Beschuldigte 

zum Tatzeitpunkt aufgrund des Konsums von Crystal Meth (zumindest durch Rau-

chen im Vorfeld der Tat) unter der Wirkung von Methamphetamin gestanden hatte. 

Ob und inwieweit sich dieser Umstand letztlich auf die Schuldunfähigkeit auswirkt, 

wird dabei noch genauer zu diskutieren sein (vgl. hinten E. IV. 2.4.). 

-   33   -

3.3.  Unmittelbares Tatgeschehen 

3.3.1. Was die eigentliche Tathandlung angeht, beschreibt der Beschuldigte wie 

dargelegt einen "Kampf" gegen das als Panther verkannte Opfer unter zweimali-

gem Einschlagen auf den Panther mit einem Stuhl und anschliessendem Traktieren 

mit Fäusten und Tritten sowie mehrfaches Springen auf dessen Kopf. 

a) Die Schilderungen des Beschuldigten lassen sich, zumindest was die Einwir-

kung durch stumpfe Gewalt angeht, grundsätzlich mit den bereits dargelegten Er-
kenntnissen der rechtsmedizinischen Untersuchung des Leichnams im Gutachten 

zum Todesfall des IRM Zürich (vgl. zum Ganzen vorne E. III. 2.5.) vereinbaren. So 

wurden im besagten Gutachten verschiedene Quetschwunden und Hautunterblu-

tungen an Kopf und Extremitäten des Opfers als Stockhiebverletzungen beschrie-

ben, die ein Einschlagen mit einem langen, harten Gegenstand vermuten lassen. 

Diese liessen sich vereinbaren mit dem vom Beschuldigten beschriebenen zwei-

maligen Einschlagen mit dem Stuhl – der wie auf den Tatortfotos erkennbar (vgl. 

Urk. 2/1, insbesondere S. 30 und S. 33) – über eine Beinkonstruktion, bestehend 

aus relativ schmalen, an den Kanten abgerundeten Metallschienen, verfügt. 

b) Gleiches gilt grundsätzlich auch hinsichtlich der Kehlkopfverletzung und des 

Zungenbeinbruchs, welche gemäss Gutachten mit einem heftigen Aufprall, etwa 

einem heftigem Stampfen auf den Kopf- bzw. Halsbereich vereinbar seien. Solche 

Tritte bzw. genauer ein Springen auf den Kopf des "Panthers" beschreibt auch der 

Beschuldigte. Diesbezüglich ergeben sich allerdings Widersprüche zwischen sei-

nen weiteren Aussagen und dem Spurenbild. Der Beschuldigte gab an, sich nach 

dem Vorfall (bzw. in der ursprünglichen Version nach der Bewusstlosigkeit) nackt 

und ohne Schuhe im Hotelzimmer vorgefunden zu haben. Seine eigenen Schuhe 

habe er in die schwarze Tasche gepackt und die Pantoffeln des Opfers angezogen 

(Urk. 3/36 S. 9 f., S. 13, S. 22 und S. 30; Urk. 119 S. 14), mit welchen er später 

auch im Bus von der Überwachungskamera erfasst wurde (Urk. 1/13 Fotos 6 - 15). 

Das IRM zog anhand der Art und Ausprägung dieser Verletzungen im Gesicht 

(Schürfungen) und Hals (Kehlkopfverletzung und Bruch des Zungenbeins) des Op-

fers den Schluss, dass diese durch einen breitflächigen, sehr heftigen Anprall einer 

entsprechend strukturierten Fläche, wie etwa einer Schuhsole, hervorgerufen wor-

-   34   -

den sein dürften (Urk. 7/5 S. 7). Bemerkenswert ist ferner, dass an den Sohlen der 

bei der Hausdurchsuchung an seinem Wohnort sichergestellten Schuhe des Be-

schuldigten, Marke "Sendra", deren Sohlenprofil mit den am Tatort festgestellten 

blutigen Schuhspuren übereinstimmten, Blutanhaftungen des Opfers nachgewie-

sen werden konnten (Urk. 5/1/10 S. 4 ff.; Urk. 5/1/11 S. 49 und S. 64 f.; Urk. 5/1/14 

S. 20; Urk. 5/1/16 S. 3; vorinstanzliches Urteil Urk. 136 S. 49). Angesichts des Spu-

renbildes erscheint es wahrscheinlich, dass der Beschuldigte seine Schuhe trug, 

als er auf den Kopf bzw. Halsbereich des Opfers einwirkte. Dies weckt wiederum 

Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen: Nach seiner Schilderung will er 

den Panther, nachdem er diesen erstmals wahrgenommen habe, sofort – mithin als 

unmittelbare Reaktion auf die in diesem erkannte Gefahr – angegriffen haben. Das 

plötzliche Erscheinen des Panthers hätte ihn somit gezwungen, so zu kämpfen, wie 

er war, also ohne Kleider und ohne Schuhe. Mit den gutachterlich festgestellten 

Verletzungen lässt sich dies jedoch schlichtweg nicht vereinbaren. Insofern man-

gelt es den Aussagen des Beschuldigten mit Blick auf die neu geltend gemachte 

Version an logischer Konsistenz, was gegen deren Glaubhaftigkeit spricht. 

c) Wie die Vorinstanz bereits zutreffend festhielt, konnte anlässlich der ergän-

zenden Spurensicherung vom 6. Dezember 2019 festgestellt werden, dass im Spie-

gelschrank des Hotelzimmers eine Quer-Kleiderstange von ca. 88 cm Länge fehlte, 

deren Fehlen zuvor scheinbar von keinen anderen Hotelgästen beanstandet wor-

den sei (Urk. 1/18/1 S. 11 f.; vgl. auch Fotodokumentation in Urk. 2/1, S. 38). Eine 

solche Kleiderstange liesse sich mit den Ausführungen des IRM zum möglichen 

Tatgegenstand (Stock, eine Stange oder eine Röhre) zwar vereinbaren. Dass der 

Beschuldigte – anstelle oder zusätzlich zum von ihm genannten Stuhl – diese 

Stange behändigte, um auf das Opfer einzuschlagen, wäre mit Blick auf die Aus-

prägung der Verletzungen zwar durchaus denkbar, lässt sich aber nicht mit rechts-

genüglicher Sicherheit feststellen, nachdem die fehlende Kleiderstange nicht ge-

funden werden konnte (die auf der Sicherstellungsliste aufgeführte Kleiderstange 

mit Asservaten-Nr. A013'298'823 wurde zu Anschauungszwecken aus einem an-

deren Hotelzimmer mit gleichem Schrank sichergestellt, vgl. Urk. 136 S. 206). Dass 

ein Fehlen der Kleiderstange zuvor von früheren Gästen nicht beanstandet worden 

sei, beweist nicht, dass diese nicht schon früher im Kleiderschrank gefehlt hat. Der 

-   35   -

Umstand, dass die Kleiderstange am Tatort nicht mehr festgestellt werden konnte, 

der Beschuldigte sie mithin aus dem Hotel entfernt haben müsste, spricht ferner 

gar eher gegen diese Variante, nachdem die Stange – entgegen der diesbezügli-

chen Annahme des polizeilichen Sachbearbeiters (Urk. 1/18/1 S. 12) – aufgrund 

ihrer Länge nicht in den Rollkoffer gepasst hätte, den der Beschuldigte gemäss 

Aufnahmen der VBZ-Überwachungskameras vom Tatort mitnahm und der hernach 

bei ihm zu Hause sichergestellt wurde (Abmessungen des Koffers gemäss Asser-

vate-Liste Urk. 5/1/6 S. 1: 58 x 45 x 27 cm, Diagonale entsprechend 73.4 cm). Dass 

der Beschuldigte die Stange offen aus dem Hotel getragen hätte, erscheint zudem 

– nachdem er ja sehr darauf bedacht war, wie ein normaler Gast zu wirken 

(Urk. 3/36 S. 13) – als unwahrscheinlich. 

d) Was die rechtsmedizinisch festgestellte scharfe Gewalt gegen das Opfer an-
geht, ergeben sich mit Blick auf die neue Version des Beschuldigten weitere Unge-

reimtheiten. Gemäss IRM-Gutachten zum Todesfall seien diese Schnitt- und Stich-

verletzungen wie dargelegt am ehesten durch ein Messer oder einen messerähnli-

chen Gegenstand zugefügt worden (s. vorne E. III. C. 2.5.2.). Abgesehen von der 

Vielzahl von Stich- und Schnittverletzungen fällt dabei die Eröffnung der linken 

Halsschlagader besonders ins Gewicht, welche zu einem erheblichen Blutverlust 

führt. Dem Opfer wurde mithin nach landläufigem Sprachgebrauch regelrecht "die 

Kehle durchgeschnitten". Umso bemerkenswerter erscheint, dass der Beschuldigte 

diesen Teil der Auseinandersetzung komplett ausblendet. Ein Messer findet in sei-

ner Schilderung des Kampfes mit dem Panther einzig ansatzweise insofern Erwäh-

nung, als er angab, der Panther habe ein Messer in der Hand (bzw. wohl eher in 

der Tatze) gehalten. Was im weiteren Verlauf des Kampfes mit diesem Messer ge-

schah, erwähnt der Beschuldigte nicht bzw. konnte oder wollte er auch auf Nach-

frage nicht erklären (Prot. II S. 41). Genauso kann (bzw. will) er weder erklären, 

wann bzw. wie er mit einer Stichwaffe auf das Opfer eingewirkt hat, noch was nach 

dem Vorfall mit der Tatwaffe geschehen ist. Auffällig ist demgegenüber, dass der 

Beschuldigte den Ablauf zumindest des ersten Teils des Kampfes, der sich – von 

der ersten Sichtung des Panthers, der fauchend und angriffslustig mit einem Mes-

ser im Raum herumgegangen sei, gefolgt von reflexartigen Ergreifen des Stuhles 

und darauffolgendem zweimaligen Schlagen mit diesem, über das sich auf den 

-   36   -

Panther Stürzen, das darauffolgende Schlagen und Treten und schliesslich über 

das mehrfache Springen auf den Kopf des Panters – über mehrere Eskalationsstu-

fen erstreckt, scheinbar relativ lückenlos zu schildern vermag. Ab da endet der 

Kampf gemäss seiner Schilderungen aber abrupt, ohne dass ein Messereinsatz 

gegen den Panther Erwähnung findet. Der Beschuldigte gibt dazu an, er könne sich 

weder an ein Messereinsatz gegen das Opfer erinnern noch erklären, wie die Stich- 

und Schnittverletzungen entstanden seien (Prot. II S. 28, ferner S. 39 - 41). Ge-

mäss Aussagen des Gutachters Prof. Dr. med. E._____ an der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung seien Erinnerungslücken für solche komplette psychotische Ent-

gleisungen zwar typisch (Urk. 119 S. 4). Der Beschuldigte macht jedoch keine Er-

innerungslücken in dem Sinne geltend, dass ihm ein Bruchteil des Kampfes in sei-

ner Erinnerung fehlen würde, wie etwa, dass er nach dem Kampf erst festgestellt 

hätte, dass das Opfer auch Schnittverletzungen aufgewiesen habe und ein blutiges 

Messer am Boden gelegen sei, oder er sich plötzlich mit einem blutigen Messer in 

der Hand vorgefunden hätte, ohne dass er Erinnerungen daran hätte, wie dieses in 

seine Hand gekommen sei bzw. dass er dieses gegen das Opfer eingesetzt hätte. 

Vielmehr lässt er die gesamte Thematik mit dem Messereinsatz gegen das Opfer 

einfach vollumfänglich weg. 

e) Dies gilt auch für die Frage nach dem Verbleib der Tatwaffe. Ein Messer 
oder messerähnlicher Gegenstand, der als Tatwaffe in Frage kommt, wurde weder 

am Tatort (vgl. Spurenbericht Urk. 5/1/11 S. 4 ff., Ordner 3) noch in den anderen 

öffentlich zugänglichen Räumen (Gemeinschaftsbad, Gemeinschaftsküche) aufge-

funden. In der Gemeinschaftsküche wurde zwar ein grosses Messer mit abgebro-

chener Spitze festgestellt, welches allerdings weder Blutspuren noch spurenkund-

liche Hinweise für ein Reinigen desselben aufwies und entsprechend als potentielle 

Tatwaffe ausschied (Urk. 5/1/11 S. 9). Im Rahmen der erweiterten Umgebungssu-

che wurden in einiger Entfernung zum Tatort (AH._____-strasse und Baustelle 

AA._____-graben 2) ferner ein Gemüse- und ein Klappmesser sichergestellt, wel-

che jedoch als nicht tatrelevant eingestuft wurden und als mögliche Tatwaffen 

ebenfalls ausschieden (vgl. Urk. 5/1/11 S. 57). Auch im Rahmen der Hausdurchsu-

chungen beim Beschuldigten wurde nichts gefunden, das als Tatwaffe in Frage kam 

(vgl. vorinstanzliches Urteil Urk. 136 S. 14 - 20 mit Aktenverweisen). Erwähnens-

-   37   -

wert ist in diesem Zusammenhang, dass die als Putzkraft im Hotel W._____ tätige 

Angestellte AI._____ von sich aus zu Protokoll gab, dass in der Gemeinschaftskü-

che normalerweise jeweils fünf bis sechs Messer gewesen seien, wobei sie diese 

Messer sehr genau beschreiben konnte (ein Brotmesser, ca. 25 cm, ein grosses 

mit abgebrochener Spitze, ca. 20 cm, 2 Messer mit ca. 14 cm Klingenlänge und 

etwa drei weitere, kleinere Messer mit ca. 6 cm Klingenlänge). An jenem Tag habe 

sich aber nur noch ein Messer in der Gemeinschaftsküche befunden (Urk. 4/1 S. 2, 

Ordner 2; Urk. 4/65 S. 9, Ordner 3), was mit der bereits dargelegten, am Tatort 

angetroffenen Spurenlage übereinstimmt. Der Beschuldigte bestritt, mit dem Ver-

schwinden der Messer in der Gemeinschaftsküche etwas zu tun gehabt zu haben 

(Urk. 3/43 S. 4 f.). Im Übrigen schwieg er sich zum Verbleib der Tatwaffe jedoch 

gänzlich aus bzw. gab an, darüber nichts zu wissen (Urk. 119 S. 29; Prot. II S. 39 

ff.). Dass das plötzliche Verschwinden dieser Messer aus der Gemeinschaftsküche 

etwas mit dem Vorfall zu tun haben und sich gar die Tatwaffe unter diesen Messern 

befinden könnte, liegt entsprechend nahe, lässt sich allerdings nicht mit abschlies-

sender Sicherheit erstellen. Am Ergebnis, dass der Beschuldigte mit einem Messer 

oder messerähnlichen Gegenstand dem Opfer die besagten Schnitt- und Stichver-

letzungen zugefügt hat, ändert dies aber nichts. Da keine Hinweise darauf beste-

hen, dass sich ausser dem Beschuldigten noch sonst jemand am Tatort zu schaffen 

gemacht hat, ist überdies erstellt, dass es auch der Beschuldigte war, der diese 

Tatwaffe im Nachgang an die Tat hat verschwinden lassen, um Spuren zu verwi-

schen. 

f) Selbiges gilt im Übrigen auch für das Mobiltelefon des Opfers, über welches 
dieses im Vorfeld der Tat anerkanntermassen via die App "…" noch mit dem Be-

schuldigten kommuniziert hatte (vgl. oben E. III. B.1.3.). Dieses konnte weder am 

Tatort noch bei der Hausdursuchung gefunden werden (Urk. 1/14 S. 2 f., Ordner 1). 

Diesbezüglich kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden 

(Urk. 136 S. 11). Der Beschuldigte hat für das Fehlen des Mobiltelefons, welches 

vom Opfer zumindest bis kurz nach 5 Uhr des 1. Novembers 2019 (Tattag) noch 

benutzt wurde (vgl. Urk. 1/20/1 S. 15), keine Erklärung (Urk. 119 S. 29; Prot. II 

S. 40). Es bestehen auch diesbezüglich keine unüberwindbaren Zweifel daran, 

dass der Beschuldigte das Mobiltelefon des Opfers nach der Tat vom Tatort ent-

-   38   -

fernte, um Spuren zu verwischen, zumal keine anderen plausiblen Erklärungen für 

das Verschwinden des Mobiltelefons ersichtlich sind. 

3.3.2.  Nachdem es keine Zeugen des Vorfalls gibt, liegen, was den konkreten 
Ablauf der Tat angeht, als (direkte) Beweismittel vorderhand die bereits dargeleg-
ten Aussagen des Beschuldigten vor, welche sich – wie die vorstehenden Erwä-

gungen zeigten – allerdings nur begrenzt als verlässlich erweisen. Immerhin liefert 

die Spurenlage diesbezüglich gewisse Anhaltspunkte, insbesondere die Analyse 
der Blutspurenmuster durch das Blutspureninstitut … (Urk. 15/4 S. 35 ff.): 

a) Gemäss dieser sei in Anbetracht der mengenmässigen Verteilung des Blu-

tes am Tatort auf einen Beginn der Beblutung durch das stehende Opfer beim 

Stuhl, welcher in umgekehrter Position gegen das Fensterbrett des Hotelzimmers 

gelehnt war, zu schliessen. Auch die Blutspuren an den Socken des Opfers würden 

dafür sprechen, dass sich dieses zu Beginn der Tat noch bewegt hat (a.a.O. S. 41 

f.). Im weiteren Verlauf sei sodann von einer bodennahen Entstehung der Blut-

spritzfelder auszugehen. Aus blutspurenmusteranalytischer Sicht seien die späte-

ren Anteile des Geschehens mithin auf dem Fussboden bzw. bodennah vor dem 

Fussende des Bettes zu verorten. Letzteres betrifft auch die Spritzfelder neben der 

Terrassentür, welche aufgrund ihrer langgestreckten Form mit dem Austritt aus ei-

nem Gefäss mit hohem Druck im Einklang stehen (a.a.O. S. 40). Aufgrund dieser 

Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass – abgesehen vom eingestandenen, na-

turgemäss am Boden erfolgten Springen bzw. Trampeln auf den Kopf des Opfers 

– auch der Schnitt in den Hals mit Eröffnung der Halsschlagader erfolgte, als das 

Opfer bereits im Bereich des späteren Auffindeortes zwischen Bett und Terrassen-

türe am Boden lag. Ob es sich überdies – wie die Vorinstanz gestützt auf die Blut-

spurenanalyse des Blutspureninstituts … anzunehmen scheint (vgl. Urk. 136 

S. 142) – tatsächlich so zugetragen hat, dass der Beschuldigte unmittelbar bevor 

er mit seinen tätlichen Übergriffen begann, am nachmaligen Opfer noch Analsex 

vollzogen hat und die Beblutung entsprechend begann, als das Opfer mit dem 

Torso gegen den umgedrehten Stuhl gelehnt war (vgl. Illustration Urk. 15/4 S. 42), 

muss indessen offenbleiben. Zwar erweist sich dies als plausible Rekonstruktion 

des möglichen Tatablaufes, welche mit der Spurenlage (Blutspuren am Stuhl, ab-

-   39   -

grenzbare bogenförmige Aussparung am Torso des Opfers sowie möglicherweise 

als Gleitgel verwendetes Duschmittel auf dem Stuhl) vereinbar ist. Dies stellt jedoch 

– wie auch das Blutspureninstitut … ausdrücklich festhält – nur eine mögliche Va-

riante des Tatgeschehens dar, wobei auch andere Tatabläufe denkbar wären 

(Urk. 15/4 S. 43). Überdies spricht zumindest der Umstand, dass im Rahmen der 

Legalinspektion im Genital- bzw. Analbereich des Opfers weder Verletzungen noch 

auffällige Sekretantragungen – insbesondere auch kein Duschgel – festgestellt 

wurden (Urk. 7/3 S. 4; Urk. 7/5 S. 6), gar eher gegen diese These. 

b) Darauf, dass zwischen dem Beschuldigten und dem Opfer ein eigentlicher 

Kampf im Sinne einer wechselseitigen Auseinandersetzung oder gar ein Angriff des 

Opfers auf den Beschuldigten stattgefunden hätte, gibt es keine Hinweise. Wäh-

rend das Opfer, wie dargelegt, von Verletzungen verschiedenster Art geradezu 

übersäht war, wies der Beschuldigte keine nennenswerte Verletzungen auf. Dies-

bezüglich kann auf die zutreffenden Darlegungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 136 S. 44 f.). Abgesehen von der bereits erwähnten kleinflächigen Unterblu-

tung (vgl. vorne E. III. C. 3.2.4.) konnten beim Beschuldigten bei der körperlichen 

Untersuchung einzig mehrere tangential-schürfende Abtragungen am rechten Un-

terarm festgestellt werden, die gemäss IRM mit einer Entstehung durch Kratzen mit 

Fingernägeln oder aber auch durch Handschellen vereinbar seien (Urk. 8/4 S. 4). 

Für ersteres würde zumindest sprechen, dass im Fingernagelschmutz der linken 

Hand des Opfers 15 typisierbare DNA-Systeme des Beschuldigten feststellen lies-

sen (vgl. dazu die zutreffende Darlegungen der Aktenlage im vorinstanzlichen Ur-

teil, Urk. 136 S. 48). Als Spur für ein eigentliches Kampfgeschehen zwischen Opfer 

und Beschuldigtem kann aber auch diese sehr leichte Verletzung nicht herhalten, 

dies umso mehr, als der Beschuldigte selber angab, diese Verletzung sei nicht in 

einem Kampfgeschehen, sondern durch ein Zurückhalten durch das Opfer im Vor-

feld des Vorfalls entstanden (Urk. 3/40 S. 3). Im Ergebnis kann aus diesen Umstän-

den geschlossen werden, dass der Beschuldigte weder vor noch während seines 

gewaltsamen Vorgehens gegen das Opfer von diesem angegriffen wurde. Daran 

ändert auch nichts, dass der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung zu 

Protokoll gab, er glaube, der Panther habe ihn mit seinen Krallen auch "geschnit-

ten" (Prot. II S. 28). Nicht nur ist auffällig, dass er diesen Umstand bis zur Beru-

-   40   -

fungsverhandlung nie erwähnte. Auch konnten bei ihm – abgesehen von den so-

eben erwähnten Kratzspuren, welche der Beschuldigte aber gerade mit dem Zu-

rückhalten durch das Opfer im Vorfeld des Kampfes erklärt – keine entsprechenden 

Verletzungen festgestellt werden.

3.3.3.  Zusammenfassend ist mit Blick auf den unmittelbaren Ablauf der Tat erstellt, 

dass der Beschuldigte zunächst mit stumpfer Gewalt, vermutlich mit einem Stuhl 

oder einem sonstigen länglichen harten Gegenstand auf das Opfer einschlug, als 

dieses noch aufrecht stand und sich noch bewegte. Anhand der gänzlich fehlenden 

Verletzungen beim Beschuldigten ist erstellt, dass er das Opfer angegriffen und 

relativ umgehend überwältigt bzw. "kampfunfähig" gemacht hat und das Opfer 

schliesslich zu Boden ging – früher oder später im Bereich zwischen Terrassentüre 

und Rückseite des Bettes zu Boden zu liegen kam –  und der Beschuldigte mit dem 

beschuhten Fuss (oder Füssen) weiter durch Stampfen oder Springen auf den Kopf 

und Halsbereich auf das am Boden liegende, praktisch wehrlose Opfer einwirkte. 

Ferner hat sich der Beschuldigte eines Messers oder messerähnlichen Gegenstan-

des behändigt und mit diesem mehrmals auf das Opfer eingestochen bzw. dieses 

geschnitten, wobei zumindest der tiefe Schnitt in den Hals des Opfers mit Durch-

trennung der Halsschlagader ebenfalls am vorgenannten Ort in Bodennähe statt-

gefunden hat. Weiter ist erstellt, dass der Beschuldigte zumindest das als Tatwaffe 

benutzte Messer bzw. den messerähnlichen Gegenstand und das Mobiltelefon im 

Nachgang an die Tat vom Tatort entfernt und an einem unbekannten Ort entsorgt 

bzw. beseitigt hat. 

Was die Frage nach der Glaubhaftigkeit seiner Version mit dem Kampf gegen einen 

Panther angeht, erweist sich das Aussageverhalten des Beschuldigten insofern als 

auffällig und nicht nachvollziehbar, als er sämtliche Aspekte der Tat, die mit dem 

Messer oder messerähnlichen Gegenstand bzw. den Schnitt- und Stichverletzun-

gen und dem Verbleiben der entsprechenden Tatwaffe(n) nach der Tat zusammen-

hängen, komplett auslässt. Es entsteht unweigerlich der Eindruck, dass diese kom-

plette Ausblendung des Messers bewusst erfolgt bzw. gar taktisch motiviert ist. 

Denkbare Gründe dafür liessen sich allenfalls dahingehend erahnen, dass ein po-

tentieller Tatablauf, in dem der Beschuldigte nach bereits übermässiger Gewaltan-

-   41   -

wendung mit einem oder mehreren Schlaggegenständen (Stuhl und/oder stangen-

artigem Gegenstand) und Zertrümmerung des Gesichtsschädels und der Halspar-

tie durch Springen oder Stampfen auf den Kopf des Opfers sich noch eines Mes-

sers bedient bzw. umgekehrt nach dem Durchschneiden der Kehle auch noch 

mehrfach auf den Kopf des Opfers eintritt, sich nur noch schlecht mit seiner Version 

vereinbaren lässt. Der Beschuldigte macht ja letztlich geltend, dass er sich aus ei-

nem akuten psychotischen Wahn heraus in einer vermeintlichen Notwehrsituation 

wiedergefunden habe und instinktiv auf die Gefahr des Panthers reagiert habe. Der 

Umstand, dass er dem bereits am Boden liegenden, mithin durch die stumpfe Ge-

walt bereits neutralisierten Opfer (bzw. – in der Version des Beschuldigten – eben 

dem "Panther") noch mit Messerstichen übersäte und schliesslich die Kehle durch-

schnitt – oder umgekehrt, passt kaum mehr in seine Darstellung einer noch einiger-

massen "angemessenen" instinktiven Abwehrreaktion, die er glaubhaft machen 

will. In diese Richtung gehen auch die Ausführungen von Prof. Dr. med. E._____ in 

seinem ursprünglichen Gutachten, wenn er festhält, dass ein eher lang hingezoge-

nes Geschehen mit unterschiedlichen, in diesem Sinne eher komplexen und mehr-

zeitigen Handlungsabläufen (Schlagen mit Gegenstand, Eintreten der Schädelde-

cke, Behändigung eines Messers bzw. messerähnlichen Gegenstandes, Durch-

trennung der Halsschlagader) gegen eine affektakzentuierte Tat sprechen würden, 

in welcher die Steuerungs- und Einsichtsfähigkeit des Täters als beeinträchtigt an-

zusehen wären (Urk. 20/20 S. 95 f.). 

3.4.  Nachtatverhalten

3.4.1.  In tatsächlicher Hinsicht wurde mit Blick auf das Nachtatverhalten eingangs 

bereits erstellt, dass der Beschuldigte – nachdem er sich saubere Kleider (insbe-

sondere eine schwarze Trainerhose und Pantoffeln), die dem Opfer gehörten, an-

gezogen hatte – das Appartementhotel um circa 09.10 Uhr mit einer schwarzen 

Umhängetasche und einem schwarzen Rollkoffer des Opfers verliess und mit den 

öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fuhr (vorne E. III. B.2.). Wenngleich die 

Anklage darüber hinaus das Verhalten des Beschuldigten nicht weiter umschreibt, 

ist dieses dennoch einer genaueren Betrachtung zu unterziehen, um zu überprüfen, 

ob sich daraus Schlüsse ziehen lassen auf die hier zentrale Frage nach der Glaub-

-   42   -

haftigkeit seiner neuen Version einer psychotischen Verkennung des Opfers als 

angriffiger Panther. 

3.4.2.  Zunächst ist auf den zeitlichen Aspekt einzugehen: Zwar lässt sich – wie 
bereits im Rahmen der Sachverhaltserstellung zum eigentlichen Kampfgeschehen 

– eine genaue Chronologie dessen, was sich wann zwischen dem Opfer und dem 

Beschuldigten im Hotelzimmer abgespielt hat, nicht mehr rekonstruieren. Für Plau-

sibilitätsüberlegungen können die folgenden Überlegungen aber dennoch herhal-

ten. Erstellt ist, dass der Beschuldigte um ca. 06.50 Uhr des 1. November 2019 

zusammen mit diesem das Hotelzimmer des Opfers betreten hat. Im Vorverfahren 

bekundete der Beschuldigte mehrfach übereinstimmend, dass relativ kurz nach 

dem Eintreffen – gemäss seinen Aussagen rund 10 Minuten, mithin um ca. 7 Uhr – 

im Hotelzimmer die fragliche Injektion des Crystal Meths stattgefunden habe 

(Urk. 3/36 S. 5 ff., Urk. 3/39 S. 15; Urk. 3/48 S. 6, Ordner 2). Wie bereits dargelegt, 

stellt sich der Beschuldigte in seiner jüngsten Version auf den Standpunkt, nach 

der Injektion den bedrohlichen Panther wahrgenommen und diesen mit einem Stuhl 

angegriffen zu haben. Zwar gab er selber noch an, nicht mehr genau einschätzen 

zu können, wie viel Zeit seit der Injektion bis zur Wahrnehmung des Panthers ver-

gangen sei (vorne E. III. C. 2.1.). Und dass das Zeitgefühl bei hohem Konsum har-

ter Drogen leiden kann, wäre für sich auch noch nachvollziehbar. Dies kann jedoch 

nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwischen der angeblichen Injektion um ca. 

7 Uhr und dem Verlassen des Hotels um ca. 09.10 Uhr mehr als 2 Stunden vergin-

gen, hinsichtlich welcher der Beschuldigte insgesamt nicht plausibel erklären kann, 

was er solange im Hotelzimmer gemacht hat. Betrachtet man das von ihm beschrie-

bene Kampfgeschehen mit dem Panther, liegen trotz der Vielzahl von Verletzungen 

keine plausiblen Hinweise dafür vor, dass sein Einwirken auf das Opfer mehr als 

ein paar wenige Minuten gedauert hätte, zumal erstellt ist, dass das Opfer sich nicht 

massgeblich gewehrt hat bzw. sich bald nicht mehr wehren konnte. Gemäss den 

Angaben des Beschuldigten habe er sich, nachdem er den Panther plötzlich nicht 

mehr gesehen und stattdessen eine menschliche Hand bzw. einen nackten Mann 

wahrgenommen habe, umgehend daran gemacht, sich zu waschen, saubere Klei-

der des Opfers anzuziehen und das Hotelzimmer zu verlassen. Er schätze, dass 

dies nur ca. eine viertel Stunde gedauert habe (Urk. 119 S. 13 f.). Somit müsste der 

-   43   -

Beschuldigte also kurz vor 9 Uhr wieder einigermassen zu sich gekommen sein. 

Unabhängig davon, wann genau der kurze Kampf mit dem Panther stattgefunden 

hätte, bleibt auch in seiner jüngsten Version zwischen Injektion und seinen Vorbe-

reitungen des Verlassens des Hotelzimmers (Waschen, Anziehen) ein Zeitraum 

von fast zwei Stunden, zu welchen der Beschuldigte keinerlei Angaben macht, was 

in dieser Zeit im Hotelzimmer passierte. Auf diese erheblich zeitliche Diskrepanz 

zwischen seinen Schilderungen und den bekannten zeitlichen Eckpunkten seines 

Aufenthalts im Hotelzimmer hat schon die Vorinstanz zu Recht hingewiesen 

(Urk. 136 S. 56). Vor dem Hintergrund, dass er vorgibt, sich an gewisse – scheinbar 

ausgewählte – Ereignisse in den Stunden vor und nach der Tat relativ genau zu 

erinnern (Ankunft im Hotelzimmer, Injektion, Kampf mit dem Panther, Vorbereitun-

gen zum Verlassen des Hotelzimmers, Heimweg und Handlungen zu Hause etc.), 

erscheint dies durchaus merkwürdig. Dies gilt mit Blick auf seine jüngste Version 

mit dem Panther umso mehr, zumal der Beschuldigte diesbezüglich an der Haupt- 

und der Berufungsverhandlung neu angab, zu keinem Zeitpunkt bewusstlos gewe-

sen zu sein oder geschlafen zu haben (Urk. 119 S. 11 f.; Prot. II S. 25 ff.). Wenn-

gleich, wie bereits erwogen, an das Zeitgefühl des damals erstelltermassen unter 

Drogeneinfluss stehenden Beschuldigten kein strenger Massstab angesetzt wer-

den soll, kann man sich auch unter diesem Aspekt des Eindrucks nicht entledigen, 

dass er über das, was sich innert dieser 2 Stunden im Hotelzimmer zwischen ihm 

und dem Opfer abgespielt hat, Informationen bewusst zurückhält bzw. nicht die 

ganze Wahrheit erzählt, was sich negativ auf die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

auswirkt.  

3.4.3.  Nachfolgend ist schliesslich auf Auffälligkeiten im Verhalten des Beschul-
digten nach der Tat einzugehen: 

a) Wenn man sich vor Augen hält, dass der Beschuldigte in seiner Version der 

psychotischen Verkennung des Opfers als angriffigen Panther mit Messer in der 

Tatze eine psychische Extremsituation beschreibt, welche ihn zu einer vehementen 

Abwehrreaktion bewegt haben soll, die letztlich in einem regelrechten Blutbad en-

dete, erscheint sein Verhalten unmittelbar nach der Tat als überaus rational, gefasst 

und geradezu überlegt. Zwar erwähnte er mehrfach, er sei – insbesondere als er 

-   44   -

eine Hand aus dem Haufen mit Sachen am Boden habe herausragen sehen, an 

welcher er gemäss früheren Aussagen gar noch den Puls ertastet, aber keinen ge-

fühlt habe (vgl. vorne E. III. C. 2.2.) – in "Panik" geraten. In seinen Schilderungen 

wiederspiegelt sich diese angebliche Panik jedoch kaum. Er sei vom Boden aufge-

standen und habe sich bereitgemacht, um sich vom Tatort zu entfernen. Wie bereits 

erwogen, gibt er an, nach dem Aufstehen seine Kleider gesucht und – als er sie 

gefunden hatte – festgestellt zu haben, dass diese gestunken hätten, weshalb er 

diese zusammengesammelt und in die schwarze Tasche, die dem Opfer gehörte, 

verstaut habe. Darauf sei er ins Bad gegangen und habe sich, da er nach Kot ge-

rochen habe, gewaschen, die sauberen Kleider des Opfers genommen und ange-

zogen. Mit der schwarzen Tasche, die seine Kleider enthielt, und dem Rollkoffer, 

der dem Opfer gehörte, habe er das Hotel verlassen (vgl. vorne E. III. B.2.1. und 

E. III. B. 3.2. und E. III. C. 2.2.). Panikartige oder irrationale Momente lassen sich 

seinen Schilderungen über seine Handlungen unmittelbar nach dem vermeintlichen 

Todeskampf nicht entnehmen, und dies obwohl sich der Grossteil dieser Handlun-

gen (ausser dem Waschen im externen Gemeinschaftsbad) im kleinen Hotelzim-

mer, keine zwei Meter vom blutüberströmten und übel zugerichteten Opfer abge-

spielt haben mussten. 

b) Auch von Prof. Dr. med. E._____ wird im Ergänzungsgutachten vom 

11. März 2023 der relativ abrupte Übergang von der vom Beschuldigten beschrie-

benen, akuten psychotischen Episode unter weitgehender Verkennung der Realität 

in der Gestalt des Kampfes gegen einen mit einem Messer bewaffneten Panther, 

hin zu einem Zustand mit weitgehend intakter psychischer Funktion hervorgehoben 

(Urk. 164 S. 41 ff.). Gemäss Gutachten würden verschiedene vom Beschuldigten 

beschriebene Nachtathandlungen einen deutlichen Realitätsbezug aufweisen. Ge-

meint seien Handlungen, in welchen dieser sich in der Lage zeige, einen Umstand 

realistisch wahrzunehmen und darauf eine folgerichtige Handlung auszuführen. 

Gemeint sind Handlungsabläufe wie das Suchen seiner Kleider, das Erkennen, 

dass diese "stinken" würden, und den darauffolgenden Entschluss, seine Kleider 

deshalb nicht anzuziehen, sondern mitzunehmen, wofür er aber ein Behältnis be-

nötige, worauf sein Fokus dann auf die schwarze Tasche fällt, von welcher er rea-

lisierte, dass diese dem Opfer gehörte, er sich aber dennoch entschied, diese zu 

-   45   -

verwenden und schliesslich mitzunehmen. Wenngleich es sich dabei nicht um be-

sonders komplexe Handlungen handle, die keine besonderen Anforderungen an 

ein intaktes psychisches Funktionsniveau stellen würden, werde dennoch zumin-

dest in der Summe solcher eher einfacher Handlungen ein deutlicher Realitätsbe-

zug sichtbar. Dieses Verhalten des Beschuldigten stehe im Gegensatz zu einem 

Verhalten mit einer zumindest partiellen Fortsetzung bzw. mit einer auslaufenden 

akuten psychotischen Episode, die erst langsam schrittweise in eine zunehmend 

normale psychische Funktion übergehe. Es seien auch Handlungen ersichtlich, die 

einen deutlich höheren Komplexitätsgrad aufweisen würden. Dabei verweist der 

Gutachter auf die vom Beschuldigten mehrfach konstant bestätigte Begründung für 

die Mitnahme des schwarzen Rollkoffers des Opfers beim Verlassen des Hotels. 

Bei diesem Gepäckstück habe der Beschuldigte – im Gegensatz zur Tasche, mit 

der er seine stinkenden Kleider transportierte – keinen praktischen Nutzen für sich 

geltend gemacht. Vielmehr habe er den Rollkoffer, von dem ihm bewusst war, dass 

dieser nicht ihm gehörte, deshalb mitgenommen, um beim Verlassen des Zimmers 

und des Hotels wie ein Hotelgast zu wirken und nicht aufzufallen (Urk. 3/36 S. 13). 

Solche "taktischen" Überlegungen würden eine höhere Intaktheit der psychischen 

Funktionen erfordern (Urk. 164 S. 43). In einem theoretischen, auf den vorliegen-

den Fall übertragenen Beispiel für einen Täter, dessen akute psychotische Episode 

partiell fortdauert bzw. erst nach und nach ausläuft, beschreibt der Gutachter ein 

Verhalten, in dem der Täter nach dem subjektiv gewonnen Kampf mit dem Panther 

voller Panik nackt, kotverschmiert und schreiend aus dem Zimmer auf die Strasse 

rennt, wobei er noch unter dem Eindruck des soeben erlebten Geschehens völlig 

durcheinander, psychomotorisch angetrieben und unruhig von der eintreffenden 

Polizei/Ambulanz aufgegriffen wird. Dieser gegenüber spricht der Täter immer noch 

voller Angst vor dem Panther, kann sich nur schwer beruhigen und bekundet Mühe, 

über die soeben erlebten Geschehnisse chronologisch zu berichten. Erst nach und 

nach kann er sich zunehmend beruhigen (Urk. 164 S. 41). Wenngleich der Gutach-

ter dies als theoretisches Extrembeispiel nennt, vertritt er klar den Standpunkt, dass 

der vom Beschuldigten beschriebene Übergang in ein realitätsnahes Denken und 

Handeln sich aufgrund seiner Abruptheit für eine akute psychotische Episode bzw. 

Verkennung als eher untypisch erweise (Urk. 120 S. 3 f.; Urk. 164 S. 41 f.).  

-   46   -

c) Die dargelegten Überlegungen zeigen, dass sich bereits das vom Beschul-

digten selber geschilderte Nachtatverhalten nur begrenzt mit der von ihm geltend 

gemachten Version einer akuten psychotischen Verkennung des Opfers als Pan-

ther vereinbaren lassen. Noch deutlicher fällt die Diskrepanz aus, wenn man wei-

tere Handlungen des Beschuldig