# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 51f2af3c-4ec5-5af7-8398-d148f2eef40b
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.10.2022 RR.2021.262
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2021-262_2022-10-24.pdf

## Full Text

Entscheid vom 24. Oktober 2022 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Miriam Forni, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

1. A., 

2. B., 

3. C., 

 

alle vertreten durch Rechtsanwälte Miguel Oural und 

Téo Genecand,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Bolivien 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG); 

Dauer der Beschlagnahme (Art. 33a IRSV) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2021.262–264 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Generalstaatsanwaltschaft von Bolivien führte gegen A., C., B. und D. 

eine Strafuntersuchung Nr. FIS1901289 wegen Verdachts der Geldwäsche-

rei und der kriminellen Organisation. In diesem Zusammenhang gelangten 

die bolivianischen Behörden mit Rechtshilfeersuchen vom 4. April 2019 an 

die Schweiz und ersuchten um Beschlagnahme bzw. um Aufrechterhaltung 

der im schweizerischen Strafverfahren SV.17.1610 bestehenden Beschlag-

nahme von Vermögenswerten im Umfang von USD 2'535'178.47 einerseits 

auf der Bankverbindung Nr. 1 bei der Bank E. in Z., lautend auf C. und B., 

andererseits auf der Bankverdingung Nr. 2 bei der Bank E. in Z., lautend auf 

C. und A. Ausserdem ersuchten sie um Übermittlung aller in diesem Zusam-

menhang sachdienlichen Unterlagen (Akten RH.19.0125 [nachfolgend Akten 

BA], pag. 01.100; act. 1.5). 

 

 

B. Mit (Teil-)Schlussverfügung vom 15. Oktober 2021 ordnete die Bundesan-

waltschaft (nachfolgend «BA») die Herausgabe von Bankunterlagen betref-

fend die Bankverbindungen Stamm-Nr. 3 (vormals Nr. 1), lautend auf B. u/o 

C., und Stamm-Nr. 4 (vormals Nr. 2), lautend auf C. u/o A., an. Zudem ver-

fügte die BA u.a. die Beschlagnahme bzw. Aufrechterhaltung der Beschlag-

nahme aller Vermögenswerte der vormals bei der Bank E. geführten Bank-

verbindungen Stamm-Nr. 3 (vormals Nr. 1), lautend auf B. u/o C., sowie der 

Stamm-Nr. 4 (vormals Nr. 2), lautend auf C. u/o A., namentlich der nunmehr 

auf EFD-Sammelkonto Nr. 5 (Zahlungsmitteilung Nr. 6) bei der SNB gehal-

tenen Barguthaben (Stand per 28. Februar 2021: USD 2'482'782.60), bis zu 

einem Betrag von USD 2'535'178.47 (Akten BA, pag. 16.000; act. 1.B und 

1.C). 

 

 

C. Dagegen gelangten A., B. und C., alle vertreten durch Rechtsanwälte Miguel 

Oural und Téo Genecand, mit gemeinsamer Beschwerde vom 17. November 

2021 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Sie beantragten 

die Aufhebung der Herausgabe der Beweismittel und der Beschlagnahme 

bzw. deren Aufrechterhaltung (act. 1). 

 

 

D. Das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») und die BA beantragten in 

ihren Beschwerdeantworten vom 10. Dezember 2021 bzw. vom 14. Januar 

2022 die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfol-

gen zu Lasten der Beschwerdeführer (act. 8, 11). 

 

 

- 3 - 

 

 

E. Mit Beschwerdereplik vom 28. Januar 2022 liessen A., B. und C. an ihrer 

Beschwerde festhalten (act. 13). 

 

 

F. Mit Eingabe vom 19. Juli 2022 liess die BA der Beschwerdekammer eine ihr 

via BJ übermittelte Note der bolivianischen Botschaft vom 30. Juni 2022 zu-

kommen und beantragte, die angefochtene (Teil-)Schlussverfügung der BA 

vom 15. Oktober 2021 sei vollumfänglich aufzuheben, die Beschwerdever-

fahren RR.2021.262–264 seien als gegenstandslos geworden abzuschrei-

ben und die Kosten seien A., B. und C. aufzuerlegen und es sei keine Par-

teientschädigung auszurichten (act. 18). 

 

 

G. Am 22. Juli 2022 teilte die Beschwerdekammer A., B. und C. sowie dem BJ 

mit, dass das Beschwerdeverfahren durch Rückzug des Rechtshilfeersu-

chens insgesamt als gegenstandslos abzuschreiben und über die Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zu entscheiden sein dürfte, und forderte diese 

auf, dazu Stellung zu nehmen (act. 19). 

 

 

H. Mit Stellungnahme vom 28. Juli 2022 schloss sich das BJ den Ausführungen 

und Anträgen der BA vom 19. Juli 2022 an (act. 20). A., B. und C. liessen mit 

Stellungnahme vom 4. August 2022 mitteilen, dass sie das Verfahren als 

gegenstandslos betrachten, die Kosten dem Bund aufzuerlegen und sie 

selbst zu entschädigen seien (act. 21). Die eingegangenen Stellungnahmen 

wurden den Parteien mit Schreiben vom 5. August 2022 zur Kenntnis ge-

bracht (act. 22). Mit Eingabe vom 8. August 2022 verzichtete die BA aus-

drücklich auf die Einreichung einer weiteren Stellungnahme (act. 23), was 

A., B. und C. sowie dem BJ mit Schreiben vom 9. August 2022 zur Kenntnis 

gebracht wurde (act. 24). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Im Beschwerdeverfahren ist grundsätzlich die Sprache des angefochtenen 

Entscheids massgebend (vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG). Vorliegend besteht 

kein Grund, von dieser Regel abzuweichen, weshalb der vorliegende Ent-

scheid in deutscher Sprache ergeht, auch wenn die Beschwerde auf Fran-

zösisch verfasst ist. 

- 4 - 

 

 

 

 

2.  

2.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Bolivien sind vorliegend die 

Art. 43 ff. des Übereinkommens vom 31. Oktober 2003 der Vereinten Natio-

nen gegen Korruption (UNCAC; SR 0.311.56), in Verbindung mit Art. 14 und 

Art. 23 UNCAC betreffend die Geldwäscherei im Allgemeinen anwendbar. 

 

2.2 Soweit dieses Übereinkommen bestimmte Fragen nicht abschliessend re-

gelt, finden das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; 

SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) An-

wendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt nach 

dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses geringere 

Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 147 II 432 E. 3.1; 145 IV 294 

E. 2.1; 142 IV 250 E. 3; jeweils m.w.H.). Vorbehalten bleibt die Wahrung der 

Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1; 123 II 595 E. 7c; TPF 2020 64 

E. 1.1). 

 

2.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 

lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 

Abs. 1 IRSG). 

 

 

3.  

3.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine (Teil-)Schlussverfü-

gung der ausführenden Bundesbehörde in internationalen Rechtshilfeange-

legenheiten, gegen welche innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt wer-

den kann (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. Art. 80k IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 

StBOG). Zur Beschwerde ist berechtigt, wer persönlich und direkt von der 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Als persönlich 

und direkt betroffen in diesem Sinne gilt namentlich der Kontoinhaber bei 

Erhebung von Kontoinformationen (Art. 9a lit. a IRSV). 

 

3.2 Die angefochtene (Teil-)Schlussverfügung ging am 18. Oktober 2021 beim 

Vertreter der Beschwerdeführer ein, sodass sich die am 17. November 2021 

erhobene Beschwerde als fristgerecht erweist. Die Beschwerdeführer sind 

als jeweilige Inhaber der von der Rechtshilfemassnahme betroffenen Konten 

beschwerdebefugt. 

- 5 - 

 

 

 

 

4.  

4.1 Mit Note der bolivianischen Botschaft vom 30. Juni 2022 hat die ersuchende 

Behörde das Rechtshilfeersuchen zurückgezogen, womit die Grundlage für 

die Gewährung der Rechtshilfe weggefallen ist. Der Rückzug ist nach Erlass 

der (Teil-)Schlussverfügung vom 15. Oktober 2021 und während des hängi-

gen Beschwerdeverfahrens, nach Durchführung des Schriftenwechsels, er-

folgt. Gemäss Art. 58 Abs. 1 VwVG ist es der Vorinstanz wegen des Devo-

lutiveffekts der Beschwerde verunmöglicht, in diesem Verfahrensstadium 

ihre angefochtene (Teil-)Schlussverfügung in Wiedererwägung zu ziehen. 

Die (Teil-)Schlussverfügung vom 15. Oktober 2021 ist daher entsprechend 

dem Antrag der BA im Beschwerdeverfahren infolge Rückzugs des Rechts-

hilfeersuchens aufzuheben. Mit der Aufhebung der Schlussverfügung fällt im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren das Beschwerdeobjekt nachträglich da-

hin, sodass das Beschwerdeverfahren entsprechend als gegenstandslos ab-

zuschreiben ist (vgl. zum Ganzen Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2019.176 vom 3. Dezember 2019 E. 2.1). 

 

4.2 Es entspricht der konstanten Praxis der Beschwerdekammer, dass bei Ge-

genstandslosigkeit des Beschwerdeverfahrens in Rechtshilfesachen für den 

Entscheid über die Kosten- und Entschädigungsfolgen Art. 72 des Bundes-

gesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP; SR 

273) sinngemäss zur Anwendung gelangt (TPF 2011 118 E. 2.2.2; Entscheid 

des Bundesstrafgerichts RR.2020.252 vom 22. Juni 2021 E. 4.2 mit Hinwei-

sen). Gemäss dieser Bestimmung entscheidet das Gericht mit summarischer 

Begründung über die Prozesskosten aufgrund der Sachlage vor Eintritt des 

Erledigungsgrundes. Bei der Beurteilung der Kosten- und Entschädigungs-

folge ist somit in erster Linie auf den mutmasslichen Ausgang des Prozesses 

abzustellen, wobei nicht auf alle Rügen einzeln und detailliert einzugehen ist 

(BGE 118 Ia 488 E. 4a). 

 

 

5.  

5.1  

5.1.1 Die Beschwerdeführer machten geltend, gestützt auf die Sachverhaltsdar-

stellung des Rechtshilfeersuchens liege keine beidseitige Strafbarkeit vor 

bzw. sei Gegenstand des Verfahrens eine Tat, die auf eine Verkürzung fis-

kalischer Abgaben gerichtet erscheint oder Vorschriften über währungs-, 

handels- oder wirtschaftspolitische Massnahmen verletzt (Art. 3 Abs. 3 

IRSG). 

 

- 6 - 

 

 

5.1.2 Im Anwendungsbereich des UNCAC genügt es, wenn das Rechtshilfeersu-

chen verdächtige, geldwäschereitypische Handlungen schildert. Als geldwä-

schereitypisch gilt etwa das Verschieben von Geldern von Konto zu Konto 

mit wechselnden Kontoinhabern und/oder wirtschaftlich Berechtigten, darun-

ter typischerweise in sogenannten Offshore-Domizilen (vgl. zum Ganzen 

Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2021.102 vom 9. November 2021 

E. 5.5.2 und 5.6.2 mit Hinweisen). 

 

5.1.3 Im Ersuchen wird u.a. ausgeführt, dass die Gesellschaften F. und G. im Zeit-

raum zwischen Juli und Dezember 2013 auf das Konto Nr. 7 bei der Bank E. 

in Z., lautend auf H. Corp. – eine Offshore-Gesellschaft mit Sitz auf den Bri-

tischen Jungferninseln –, USD 785'247.00 überweisen hätten. Auf das Konto 

seien am 11. September 2013 ausserdem USD 186'788.00 von einem Konto 

bei der Bank I. in Paraguay, lautend auf den ehemaligen Präsidenten des 

Verbands J., überwiesen worden. Ab dem vorgenannten Konto, lautend auf 

H. Corp., seien mit vier Überweisungen zwischen September und Dezember 

2013 USD 190'000.00 auf das Konto Nr. 2 bei der Bank E. in Z., lautend auf 

C. und A., sowie mit zwölf Überweisungen zwischen August 2013 und Januar 

2016 USD 657'000.00 auf das Konto Nr. 1 bei der Bank E. in Z., lautend auf 

C. und B., geflossen. Damit bestehe der Verdacht, dass der ehemalige Prä-

sident des Verbandes K., L., zusammen mit weiteren Funktionären des Ver-

bandes K., darunter D., sowie mit Angehörigen und Dritten ohne direkten 

Bezug zum Verband K. die Herkunft deliktischer Vermögenswerte verschlei-

ert habe. 

 

Diese Sachverhaltsdarstellung genügt den dargelegten Anforderungen und 

kann prima facie unter den Tatbestand der Geldwäscherei nach Art. 305bis 

StGB subsumiert werden. Ausserdem sind Gegenstand der Strafuntersu-

chung Nr. FIS1901289, in deren Zusammenhang das Rechtshilfeersuchen 

gestellt wurde, Geldwäscherei und kriminelle Organisation, nicht Fiskalde-

likte. Im Übrigen brachte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 

(Teil-)Schlussverfügung den üblichen Spezialitätsvorbehalt an. 

 

Die Beschwerde hätte sich in diesem Punkt mutmasslich als unbegründet 

erwiesen. 

 

 

  

- 7 - 

 

 

5.2  

5.2.1 Die Beschwerdeführer machten geltend, dass das ausländische Strafverfah-

ren seit dem 12. März 2020 eingestellt sei. 

 

5.2.2 Ist in der Schweiz ein gültiges Rechtshilfeersuchen eingegangen, so hat sich 

die ersuchte Behörde grundsätzlich nicht zu den zwischenzeitlich im ersu-

chenden Staat ergangenen Entscheiden zu äussern. Solange das Rechts-

hilfeersuchen nicht zurückgezogen worden ist, ist es grundsätzlich zu voll-

ziehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_559/2009 vom 11. Februar 2010 

E. 1; 1A.218/2003 vom 17. Dezember 2003 E. 3.5; Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2013.291 vom 3. Juli 2014 E. 6.2; je m.w.H.).  

 

5.2.3 Das Rechtshilfeersuchen wurde erst mit Note der bolivianischen Botschaft 

vom 30. Juni 2022 zurückgezogen. Die Beschwerde hätte sich auch in die-

sem Punkt mutmasslich als unbegründet erwiesen. 

 

5.3  

5.3.1 Die Beschwerdeführer machten geltend, auch die schweizerischen Behör-

den hätten im Rahmen des konnexen nationalen Strafverfahrens der Familie 

Daher nie einen strafrechtlichen Vorwurf gemacht. 

 

5.3.2 Der Rechtshilferichter hat weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und 

grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen, sondern ist viel-

mehr an die Sachdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch 

offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird (vgl. 

BGE 139 II 451 E. 2.2.1; 136 IV 4 E. 4.1; 133 IV 76 E. 2.2; 132 II 81 E. 2.1 

S. 85 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 1A.90/2006 vom 30. August 

2006, E. 2.1; TPF 2011 194 E. 2.1; TPF 2007 150 E. 3.2.4).  

 

5.3.3 Im Gegensatz zum nationalen Strafverfahren wird im Rechtshilfeverfahren 

nur eine prima facie Beurteilung des hinreichenden Tatverdachts vorgenom-

men und die Rechtshilfebehörde stützt sich hauptsächlich auf die Ausführun-

gen der ersuchenden Behörde (vgl. zuletzt u.a. Entscheid des Bundesstraf-

gerichts RR.2020.67 vom 20. Mai 2020 E. 2.5). Die Beschwerde hätte sich 

auch in diesem Punkt mutmasslich als unbegründet erwiesen. 

 

5.4  

5.4.1 Die Beschwerdeführer machten eine Verletzung des Verhältnismässigkeits-

prinzips geltend. Soweit es die Herausgabe von Bankunterlagen betreffe, 

verdächtigten die bolivianischen Behörden die Familie Daher nicht oder je-

denfalls nicht mehr der Geldwäscherei. Falls Beweismittel herausgegeben 

würden, müssten sich diese auf Dokumente der Kontoeröffnung und solche 

im Zusammenhang mit Zahlungen der F. bzw. mit Transaktionen mit dem 

Konto Nr. 7 bei der Bank E. in Z., lautend auf H. Corp beschränken. Das 

- 8 - 

 

 

ausländische Strafverfahren sei eingestellt worden, sodass die Aufrechter-

haltung der Beschlagnahme nicht nur unverhältnismässig, sondern sinnlos 

sei. 

 

5.4.2 Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geld-

mittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben worden sind, so sind 

die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktio-

nen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt worden 

sind, welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3; 

TPF 2011 97 E. 5.1 m.w.H.; vgl. zum Ganzen zuletzt u.a. Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2021.94 vom 1. Juni 2022 E. 5.2). Vermögenswerte, die 

möglicherweise deliktischer Herkunft sind, haben grundsätzlich beschlag-

nahmt zu bleiben bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen und vollstreckba-

ren Einziehungs- bzw. Rückerstattungsentscheides des ersuchenden Staa-

tes bzw. bis der ersuchende Staat mitteilt, dass ein solcher Entscheid nicht 

mehr erfolgen kann (vgl. Art. 33a IRSV). 

 

5.4.3 Vorliegend zielte das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf wel-

chem Weg Geldmittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben wor-

den sind, weshalb die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich 

über alle Transaktionen zu informieren gewesen wären. Im Übrigen wurde 

das Rechtshilfeersuchen erst mit Note der bolivianischen Botschaft vom 

30. Juni 2022 zurückgezogen. Die Beschwerde hätte sich auch in diesem 

Punkt mutmasslich als unbegründet erwiesen. 

 

 

6. Nach dem Gesagten wäre die Beschwerde gestützt auf diese summarische 

Prüfung der Rügen der Beschwerdeführer mutmasslich als unbegründet ab-

zuweisen gewesen. Demzufolge sind den Beschwerdeführern in analoger 

Anwendung von Art. 72 BZP die Kosten des gegenstandslos gewordenen 

Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Rück-

zug des Rechthilfeersuchens erfolgte nach Abschluss des Schriftenwech-

sels. Demzufolge ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 3'000.-- festzu-

setzen (vgl. Art. 8 Abs. 3 lit. b BStKR), unter Verrechnung des entsprechen-

den Betrages aus dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 7'000.--. Die 

Bundesstrafgerichtskasse ist anzuweisen, den Beschwerdeführern den 

Restbetrag von Fr. 4'000.-- zurückzuerstatten. 

 

 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die (Teil-)Schlussverfügung der Bundesanwaltschaft vom 15. Oktober 2021 

wird aufgehoben. 

 

2. Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos abgeschrieben. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird den Beschwerdeführern auferlegt, 

unter Anrechnung des entsprechenden Betrags aus dem geleisteten Kosten-

vorschuss von Fr. 7'000.--. Die Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, 

den Beschwerdeführern den Restbetrag von Fr. 4'000.-- zurückzuerstatten. 

 

 

Bellinzona, 25. Oktober 2022 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Miguel Oural und Téo Genecand 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).