# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35aae6dc-5125-5116-9cdf-4444a89fb2c2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.05.2021 200 2020 897
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-897_2021-05-04.pdf

## Full Text

200 20 897 IV
JAP/LUB/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Mai 2021

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
gesetzlich vertreten durch seine Mutter B.________
vertreten durch Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. November 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, IV/20/897, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 2015 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
wurde im September 2019 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) zum Bezug von Hilflosenentschädigung für Minderjährige ange-
meldet (Akten der IV [act. II] 1). Die Psychiatrischen Dienste D.________ 
hatten bei ihm frühkindlichen Autismus sowie weitere psychische Auffällig-
keiten diagnostiziert (act. II 17 S. 7). In der Folge holte die IVB verschiede-
ne Unterlagen ein (act. II 10, 17, 25) und liess einen Abklärungsbericht Hilf-
losenentschädigung für minderjährige Versicherte vom 25. August 2020 
(act. II 34 S. 2 ff.) erstellen. Mit Vorbescheid vom 1. September 2020 
(act. II 35) stellte die IVB dem Versicherten die Verneinung des Anspruchs 
auf Hilflosenentschädigung in Aussicht, da er in nur einer der sechs alltägli-
chen Lebensverrichtungen regelmässige und erhebliche Dritthilfe benötige. 
Nach erhobenem Einwand (act. II 36) und Rücksprache mit dem Bereich 
Abklärungen (act. II 40) verneinte sie mit Verfügung vom 3. November 
2020 (act. II 41) entsprechend dem Vorbescheid den Anspruch Hilflosen-
entschädigung.

B.

Mit Eingabe vom 3. Dezember 2020 erhob der Versicherte, gesetzlich ver-
treten durch seine Mutter B.________, diese vertreten durch Rechtsanwäl-
tin C.________, Beschwerde. Er beantragte, die Verfügung der Beschwer-
degegnerin vom 3. November 2020 sei aufzuheben und es sei ihm eine 
Hilflosenentschädigung für Minderjährige zu gewähren. Gleichzeitig ersuch-
te er um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung eines amtlichen An-
walts. 

Mit Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2021 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. November 2020 
(act. II 41). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Hilflosenentschädigung der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Der Beschwerdeführer beanstandet in formeller Hinsicht, dass die 
Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 19. Oktober 2020 
(act. II 40 S. 2 ff.) auf den Einwand des Beschwerdeführers vom 8. Sep-
tember 2020 – wonach die Belastung für die Kindsmutter, die kaum zwei 
Stunden am Stück durchschlafen könne, sehr gross sei – nicht eingegan-
gen sei (Beschwerde S. 2 und 4 Ziff. III Art. 2). 

Diese Rüge beschlägt die Begründungspflicht als wesentlicher Bestandteil 
des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bun-
desverfassung (BV; SR 101). Sie soll verhindern, dass sich die Behörde 
von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, 
die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur mög-
lich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz 
sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem 
Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von 
denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfü-
gung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit 
jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ausein-
andersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid we-
sentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 
V 180 E. 1a S. 181; SVR 2020 AHV Nr. 2 S. 5 E. 4, 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 
5). Der Mangel der ungenügenden Begründung eines Entscheides ist heil-
bar, wenn die beschwerdeführende Partei Gelegenheit erhält, zu den in der 
Vernehmlassung der unteren Instanz enthaltenen Motiven in einer Be-
schwerdeergänzung Stellung zu nehmen und ihr dadurch kein Nachteil 
erwächst (BGE 107 Ia 1 E. 1 S. 2). 

2.2 Im Abklärungsbericht vom 25. August 2020 (act. II 34 S. 2 ff.), der 
wesentlicher Bestandteil der angefochtenen Verfügung bildet, hat die Ab-
klärungsperson unter Ziff. 2.1.2 "Aufstehen/Absitzen/Abliegen" u.a. explizit 
festgehalten, dass der Beschwerdeführer in der Nacht mehrmals, ca. alle 
drei bis vier Stunden, erwache. Er habe einen oberflächlichen Schlaf. Er 
könne wieder einschlafen, wenn jemand bei ihm sei (S. 3). Die Abklärungs-
person hat damit die Problematik hinsichtlich des Schlafverhaltens im 
Rahmen ihrer Einschätzung berücksichtigt. Auch wenn sie dazu auf dessen 

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Einwand (act. II 36) hin in der Stellungnahme vom 16. Oktober 2020 
(act. II 40 S. 2 ff.) nicht weiter eingegangen ist, ist aus der angefochtenen 
Verfügung bzw. dem integrierenden Bestandteil von dieser bildenden Ab-
klärungsbericht ohne Weiteres ersichtlich, dass und weshalb nach Ansicht 
der Verwaltung der Beschwerdeführer in der besagten Lebensverrichtung 
nicht regelmässig und erheblich auf Dritthilfe angewiesen ist. Damit hat die 
Beschwerdegegnerin die wesentlichen Überlegungen genannt, von denen 
sie sich hat leiten lassen und auf welche sich der Entscheid stützt. Ausser-
dem muss sie sich nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behaup-
tung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzten, sondern sie kann 
sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 
(E. 2.2.2 hiervor). Dem Beschwerdeführer war es denn auch möglich, ge-
stützt auf die angefochtene Verfügung eine ausführlich begründete Be-
schwerde einzureichen. Eine Verletzung des Anspruchs auf Begründung 
als Teilaspekt des rechtlichen Gehörs ist damit nicht ausgewiesen. Doch 
selbst wenn von einer Gehörsverletzung auszugehen wäre, die indes nicht 
als schwerwiegend gewertet werden könnte, würde diese als geheilt gelten, 
da der Beschwerdeführer sich vor dem angerufenen Gericht, das sowohl 
den Sachverhalt wie auch die Rechtslage und die Angemessenheit frei 
überprüfen kann, äussern konnte (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 
126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2019 IV Nr. 65 S. 210 E. 4.3).

3.

3.1 Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, haben Anspruch auf 
eine Hilflosenentschädigung (Art. 42 Abs. 1 IVG). Als hilflos gilt eine Per-
son, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Le-
bensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwa-
chung bedarf (Art. 9 ATSG).

3.2 Massgebend für die Höhe der Hilflosenentschädigung ist das 
Ausmass der persönlichen Hilflosigkeit (Art. 42ter Abs. 1 Satz 1 IVG). Zu 
unterscheiden ist zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter 
Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 2 IVG). 

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3.2.1 Die Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn die versicherte Person 
vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Le-
bensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter 
angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen 
Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

3.2.2 Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn die versicherte Person 
trotz der Abgabe von Hilfsmitteln 

a. in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in er-
heblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies 
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder 

c. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf le-
benspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist 
(Art. 37 Abs. 2 IVV).

Nach der Rechtsprechung ist im Rahmen von lit. a dieser Bestimmung 
Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebensverrichtungen 
vorausgesetzt (BGE 121 V 88 E. 3b S. 90).

3.2.3 Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn die versicherte Person trotz der 
Abgabe von Hilfsmitteln

a. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c. einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders auf-

wändigen Pflege bedarf;
d. wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren kör-

perlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher 
Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder

e. dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV 
angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 IVV).

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Bei Minderjährigen ist nur der Mehrbedarf an Hilfeleistung und persönlicher 
Überwachung im Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen 
Alters zu berücksichtigen (Art. 37 Abs. 4 IVV).

3.3 Nach der herrschenden Praxis (BGE 133 V 450 E. 7.2 S. 463) sind 
die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen relevant:

- Ankleiden, Auskleiden;
- Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
- Essen;
- Körperpflege;
- Verrichtung der Notdurft;
- Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.

Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, ist 
nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die versicherte Person bei 
der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss 
erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erhebli-
cher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 
88 E. 3c S. 91).

4.

4.1 Zum Gesundheitszustand und zum Bedarf an Dritthilfe des Be-
schwerdeführers ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entneh-
men:

4.1.1 Im Abklärungsbericht der Psychiatrischen Dienste D.________ vom 
17. Dezember 2019 (act. II 17 S. 3-8) wurden ein frühkindlicher Autismus 
(ICD-10 F84.0), eine expressive Sprachstörung (ICD-10 F80.1), eine 
durchschnittliche Intelligenz IQ 85-114 (Ergebnis testpsychologisch ermit-
telt), eine psychische Störung und eine deutliche soziale Beeinträchtigung 
diagnostiziert. Der Beschwerdeführer zeige seit Säuglingsalter qualitative 
Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion (eingeschränkter Blickkontakt, 
wenig Gestik, Schwierigkeiten Kontakt zu gleichaltrigen aufzunehmen, 
Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit) und Kommunikation (ausge-

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prägte Störung in der Entwicklung der gesprochenen Sprache, Mangel an 
sozialen Imitationsspielen) sowie eine Neigung zu Ritualen und Stereoty-
pen. Die Schlafproblematik sei im Zusammenhang mit den Verdauungs-
problemen, der wenigen Bewegung und dem erhöhtem TV-Konsum zu 
sehen (S. 7).

Am 21. Januar 2020 berichtete die Psychiatrischen Dienste D.________ 
aufgrund der autistischen Wahrnehmung sei der Beschwerdeführer auf 
eine Beschulung im heilpädagogischen Kindergarten angewiesen. Es liege 
das Geburtsgebrechen Ziff. 405 (Autismus-Spektrum-Störungen) des An-
hangs zur Verordnung vom 9. Dezember 1985 über Geburtsgebrechen 
(GgV; SR 831.232.21) vor (act. II 10 S. 2). Als weitere Massnahmen seien 
Logopädie, Psychomotorik, Psychotherapie im Sinne von Beratungsge-
spräch mit der Mutter, sozialpädagogische Familienbegleitung oder Home-
treatment indiziert. Der Beschwerdeführer benötige seit Kleinkindalter (ca. 
eineinhalbjährig) zusätzlichen Betreuungsaufwand. Er verfüge über deutlich 
weniger Selbständigkeit als gleichaltrige (act. II 10 S. 3). 

4.1.2 Im Bericht der Heilpädagogischen Früherziehung E.________ vom 
27. Februar 2020 (act. II 17 S. 12-18) wurde ausgeführt, beim An- und 
Ausziehen benötige der Beschwerdeführer noch Hilfe. Er trage Windeln am 
Tag und in der Nacht. Er verweigere zu Hause die Toilette zu benutzen. Im 
Setting habe er in den letzten Wochen angefangen zu sagen, wann die 
Windeln gewechselt werden müssten. Waschen, Baden und Duschen falle 
ihm noch schwer. Er schlafe sehr unruhig, die Mutter müsse nachts oft bei 
ihm bleiben um ihn zu beruhigen (S. 15). Im Umgang mit dem Essbesteck 
sei er noch etwas unsicher. Es stelle sich jedoch die Frage, ob sich diese 
Unsicherheit auch aus der fehlenden Erfahrung ergebe. Im grobmotori-
schen Bereich zeige er noch Unsicherheiten, z.B. steige er Treppe ohne 
Wechselschritt. Dies werde aber durch die Psychomotorik-Therapie aufge-
arbeitet (S. 16).

4.1.3 Die RAD-Ärztin med. pract. F.________, Fachärztin für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 
31. Juli 2020 (act. II 25) einen frühkindlichen Autismus i.S.v. Ziff. 405 des 
Anhangs zur GgV und den Verdacht auf eine Bindungsstörung (S. 4). Laut 
den Berichten der D.________ und des E.________ zeige der Beschwer-

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deführer eine sehr gute Entwicklung, weshalb bei einer Revision eine aktu-
elle kinder- und jugendpsychiatrische Abklärung empfohlen werde, um die 
Schwere der autistischen Störung zu evaluieren (S. 5).

4.1.4 Im Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung für minderjährige Ver-
sicherte vom 25. August 2020 (act. II 34 S. 2 ff.) wurde hinsichtlich der all-
täglichen Lebensverrichtung "An-/Auskleiden" ausgeführt, der Beschwerde-
führer könne sich (die Kleidung für) den Oberkörper mit Unterstützung sel-
ber anziehen. Er ziehe sich den Pullover über den Kopf, die Ärmel müssten 
hingehalten werden, dass er hineinschlüpfen könne. Ausziehen gehe bes-
ser. Die Hosen könne er selber hochziehen, wenn sie ihm richtig hingehal-
ten würden. Die Socken ziehe er selber an. Die Schuhe ziehe er mit dem 
Schuhlöffel an, diese binden könne er nicht (S. 3 Ziff. 2.1.1). Zur Lebens-
verrichtung "Aufstehen/Absitzen/Abliegen" wurde festgehalten, der Be-
schwerdeführer könne schlecht durchschlafen und wache oft auf und 
schreie bis die Mutter komme. Er brauche lange, bis er wieder einschlafen 
könne. Er müsse ins Bett begleitet werden. Er benötige Körperkontakt, da-
mit er einschlafen könne. In der Nacht erwache er mehrmals, ca. alle 3-
4 Stunden. Er könne wieder einschlafen, wenn jemand bei ihm sei. Er kön-
ne auf einem Stuhl sitzen oder selber ins Bett gehen. Funktionell sei er 
nicht eingeschränkt (S. 3 Ziff. 2.1.2). Zum Bereich "Essen" wurde erwähnt, 
der Beschwerdeführer esse nur mit dem Löffel und der Gabel, das Essen 
müsse ihm zerkleinert werden. Er könne selber Essen. Das Messer könne 
er halten, er habe jedoch noch keine Übung mit Schneiden (S. 3 Ziff. 2.1.3). 
Zur alltäglichen Lebensverrichtung "Körperpflege" wurde festgehalten, Ba-
den und Duschen löse beim Beschwerdeführer Widerstand aus. Im Bad 
dürfe es nur wenig Wasser haben, damit er sich hinsetze. Gebadet würde 
mindestens einmal pro Woche. Er habe nicht gerne, wenn Wasser auf sei-
nen Kopf, seine Augen oder sein Gesicht rinne. Da er kurze Haare habe, 
müsse er sich nicht kämmen. Die Eltern putzten die Zähne, was mehrheit-
lich gut gehe (S. 3 Ziff. 2.1.4). Hinsichtlich des Bereichs "Verrichten der 
Notdurft" wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer trage Tag und Nacht 
Windeln. Er spüre es noch nicht, wann er zur Toilette gehen müsse. Ein- 
bis zweimal im Monat benötige er einen Einlauf, wenn er nicht Stuhlen 
könne (S. 4 Ziff. 2.1.5). Zum Bereich "Fortbewegung" wurde ausgeführt, 
der Beschwerdeführer könne die Treppen hoch- und runtergehen. Er könne 

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gehen und rennen wie andere Kinder in seinem Alter. Er werde in den Kin-
dergarten begleitet. Er könne im Freien und gut allein oder mit älteren 
Mädchen spielen. Auf der Strasse müsse er die Hand geben, Gefahren 
könne er nicht abschätzen. Wenn er alleine sei, schaue er oft Filme. Für 
Vorhaben seien eine gute Kommunikation und frühes Informieren sehr 
wichtig, damit er sich darauf einstellen könne (S. 4 Ziff. 2.1.6). Zur "Be-
handlungspflege" wurde angegeben, dass diese durch die Eltern durchge-
führt werde. Die zum Einschlafen verabreichten Medikamente seien (schon 
zum Zeitpunkt der Abklärung) abgesetzt bzw. ausgeschlichen worden (S. 4 
Ziff. 2.2). Bezüglich der "Arzt- und Therapiebesuchen" wurde vermerkt, die 
Logopädie und die Psychomotorik habe im Kindergarten stattgefunden 
(S. 4 Ziff. 2.3) und zur "persönlichen Überwachung" wurde angegeben, der 
Beschwerdeführer könne sich selber beschäftigen und mind. 20 min. allein 
sein. Er könne sich schlecht an Abmachungen halten; wenn er etwas nicht 
machen dürfe, versuche er es dennoch zu tun (S. 5 Ziff. 2.4.3). Der Be-
schwerdeführer sei in einer der sechs alltäglichen Lebensverrichtungen 
("Verrichten der Notdurft") auf regelmässige und erhebliche Dritthilfe ange-
wiesen (S. 6).

4.1.5 Am 22. September 2020 führte die Heilpädagogische Schule 
G.________ auf Anfrage des Abklärungsdienstes aus, der Beschwerdefüh-
rer brauche für das An- und Auskleiden viel verbale Anleitung, wie er was 
angehen solle. Ausserdem brauche er viel verbale Motivation, damit er es 
selbst versuche. Zum Aufstehen benötige er etwas (Tisch, Stuhl, Arm 
usw.), woran er sich festhalten könne, um in eine stehende Position zu ge-
langen. Er sei relativ eingeschränkt in seiner Bewegung, viele Bewegungs-
abläufe stellten ihn vor eine Herausforderung. In der Schule verweigere der 
Beschwerdeführer meistens das Essen. Wenn er esse, brauche er beim 
Schneiden der Speisen und beim Anstecken oder Aufladen auf die Gabel 
Hilfe. Er habe grosse Schwierigkeiten selbständig mit einem Glas zu trin-
ken. Unter enger verbaler Anleitung ziehe er die Windeln selber aus. Dies 
falle im aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit schwer. Er sei nicht in 
der Lage, sich seinen Intimbereich selbst zu reinigen. Das Anziehen der 
Windeln bewältige er unter enger verbaler Anleitung, er brauche meist Hilfe 
um die Windeln ganz nach oben zu ziehen (act. II 39 S. 2).

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4.1.6 In der Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 19. Oktober 
2020 (act. II 40 S. 3 ff.) wurde, verweisend auf die Aussagen der ersten 
Stunde der Mutter des Beschwerdeführers, festgehalten, dass im Bereich 
"An- und Auskleiden" gemäss Rz. 8014 des Kreisschreibens über Invali-
dität und Hilflosigkeit des Bundesamtes für Sozialversicherungen [KSIH; 
Stand 1. Januar 2021) Hilflosigkeit vorliege, wenn die versicherte Person 
ein unentbehrliches Kleidungsstück oder ein Hilfsmittel nicht selber an- 
oder ausziehen könne. Gemäss Anhang III des KSIH könne sich ein Kind 
ab 5-jährig mehrheitlich alleine anziehen. Das bedeute nicht, dass nicht 
noch punktuelle Hilfe geleistet werden müsse. Gemäss Abklärung könne 
sich der Beschwerdeführer mit wenig Unterstützung selber anziehen. Er sei 
motorisch und feinmotorisch dazu in der Lage. Der Heilpädagogische Kin-
dergarten bestätige, dass er zwar viel verbale Anleitung und Motivation 
benötige, sich aber selber anziehe. Im Alter von fünf Jahren könne die ver-
bale Anleitung nicht als regelmässiger und erheblicher Mehraufwand ein-
gestuft werden. Im Bereich "Essen" sei es gemäss KSIH (Anhang III) nor-
mal, dass ein Kind bis ins Alter von sechs Jahren Hilfe benötige beim Zer-
schneiden der Nahrungsmittel. Deshalb könne diese Hilfe im aktuellen 
Zeitpunkt nicht berücksichtigt werden. Ein schwieriges Essverhalten be-
gründe zudem gemäss den erwähnten Richtlinien keine Hilflosigkeit (S. 3). 
Nach den Aussagen der ersten Stunde durch die Mutter anlässlich des 
Abklärungsgesprächs vor Ort sei festgehalten worden, dass der Beschwer-
deführer selber mit der Gabel essen könne. In diesem Alter sei es nicht 
üblich, dass die Speisen bereits mit dem Messer auf die Gabel aufgeladen 
werden könnten. Das Aufstecken gelinge ihm gemäss den Aussagen der 
Mutter, ebenso das Essen der zerkleinerten Nahrung mit dem Löffel. Es 
liege kein regelmässiger und erheblicher behinderungsbedingter Mehrauf-
wand im aktuellen Zeitpunkt vor. Bei der Lebensverrichtung "Körperpflege" 
sei es gemäss KSIH Anhang III normal, dass ein Kind bis ins Alter von 
sechs Jahren Hilfe benötige. Der Widerstand, wenn der Beschwerdeführer 
geduscht oder gebadet werden solle, könne nicht angerechnet werden. Der 
Bereich "Notdurft" sei im Abklärungsbericht angerechnet worden, daher 
erfolge keine Anpassung. Hinsichtlich "Fortbewegung und Pflege gesell-
schaftlicher Kontakte" könne gemäss Anhang III des KSIH ein Kind mit fünf 
Jahren Kontakte in der näheren Umgebung pflegen. Die Sprache des Be-
schwerdeführers sei auch für Fremde verständlich. Er lege den ungefährli-

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chen Kindergartenweg selber zurück und könne eine Konversation halten 
(S. 4). Er sei im Alter von fünf Jahren auf Begleitung der Eltern angewie-
sen. Während der Abklärung habe er mit der Abklärungsperson in Kontakt 
treten können. Er habe selber Kontakt aufgenommen und die verschiede-
nen Spielsachen gezeigt oder spielen wollen. Er habe durch die Wohnung 
springen und vorgezeigt, wie er vom Sofa hüpfen oder mit dem Schuhlöffel 
die Schuhe anziehen könne. Er könne sich gut mit etwas älteren Mädchen 
unterhalten oder spielen, habe die Mutter vor Ort gesagt. Dass er bei der 
Strasse an die Hand genommen werde und auch beim Überqueren der 
Strasse noch Hilfe benötige, könne nicht als regelmässige und erhebliche 
Hilfe betrachtet werden. Vielmehr sei diese Hilfe noch altersentsprechend. 
Er sei weder bei der Fortbewegung noch bei der Pflege gesellschaftlicher 
Kontakte regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen 
(S. 5).

4.2 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

Diese Rechtsprechung ist auf Abklärungsberichte für Ansprüche auf Hilflo-
senentschädigung, Intensivpflegezuschlag, Hilfsmittel oder Assistenzbei-
trag analog anwendbar. Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Be-
messung der Leistung ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit 

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zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 
130 V 61 E. 6.2 S. 63).

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 3. November 2020 (act. II 41) im Wesentlichen auf den Abklärungsbe-
richt für minderjährige Versicherte vom 25. August 2020 (act. II 34 S. 2 ff.) 
mitsamt Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 19. Oktober 2020 
(act. II 40 S. 2 ff.) gestützt. Dieser erfüllt die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an derartige Berichte gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.2 
hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt. Der Abklärungsbericht 
wurde von einer qualifizierten Person verfasst, die Kenntnis der örtlichen 
und räumlichen Verhältnisse sowie von der gesundheitlichen Situation des 
Beschwerdeführers hatte. Auch hat sich die Abklärungsperson gestützt auf 
die Angaben der Mutter des Beschwerdeführers sowie der Heilpädagogi-
schen Schule G.________ einlässlich mit dessen Einschränkungen befasst 
und diese detailliert beschrieben. Auf den besagten Abklärungsbericht inkl. 
Stellungnahme bzw. die Feststellungen der Abklärungsperson ist daher 
abzustellen. Folglich gebietet sich ein Eingreifen des Gerichts in das Er-
messen der die Abklärung tätigenden Person nur dann, wenn klar feststell-
bare Fehleinschätzungen vorliegen, was nachfolgend zu prüfen ist (vgl. 
E. 4.2 hiervor).

4.3.1 Gestützt auf den Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung für min-
derjährige Versicherte vom 25. August 2020 (act. II 34 S. 2 ff.) und die Stel-
lungnahme des Bereichs Abklärungen vom 19. Oktober 2020 (act. II 40 
S. 2 ff.) ist erstellt und zu Recht unbestritten, dass der Beschwerdeführer 
weder einer ständigen und besonders aufwändigen Pflege, einer persönli-
che Überwachung noch wegen einer schweren Sinnesschädigung oder 
eines schweren körperlichen Gebrechens der Hilfe Dritter für die Pflege 
gesellschaftlicher Kontakte bedarf (act. II 34 S. 4 ff. Ziff. 2.2-2.4.3). Ebenso 
erstellt und zu Recht nicht (mehr) bestritten ist, dass er in den Lebensver-
richtungen "Essen", "Körperpflege" und "Fortbewegung/Pflege gesellschaft-
licher Kontakte" nicht hilflos bzw. bei der "Verrichtung der Notdurft" regel-
mässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (act. II 34 
S.  3 f. 2.1.3-6, act. II 40 S. 3 ff.). Umstritten ist hingegen die Hilfsbedürftig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, IV/20/897, Seite 14

keit in den Lebensverrichtungen "An- und Auskleiden" und "Aufste-
hen/Absitzen/Abliegen".

4.3.2 In Bezug auf die Lebensverrichtungen "An- und Auskleiden" macht 
der Beschwerdeführer geltend, dass die Beschwerdegegnerin zwar aner-
kenne, dass er aufgrund des diagnostizierten Asperger-Syndroms auf ver-
mehrte Unterstützung angewiesen sei. Trotzdem werde dies nicht entspre-
chend berücksichtigt. In diesem Zusammenhang sei wesentlich, dass er 
seine Windeln nicht selber anziehen könne. Er benötige vier bis sechs 
Windeln am Tag und zwei in der Nacht. Die Windeln gälten daher als un-
entbehrliches Kleidungsstück (Beschwerde S. 3 Ziff. III Art. 2).

Eine Hilflosigkeit liegt bei der Lebensverrichtung "An- und Auskleiden" vor, 
wenn die versicherte Person ein unentbehrliches Kleidungsstück oder ein 
Hilfsmittel nicht selber an- oder ausziehen kann. Hilflosigkeit liegt auch vor, 
wenn sich die versicherte Person zwar selber ankleiden, aufgrund kogniti-
ver Probleme jedoch der Witterung nicht entsprechend kleiden kann oder 
wenn sie Vor- und Rückseite der Kleidungsstücke verwechselt (Rz. 8014 
KSIH). Ab fünf Jahren zieht ein Kind die Schuhe am richtigen Fuss an, 
merkt sich die Vorder- und Rückseite der Kleider. Es kann sich mehrheitlich 
alleine an- und ausziehen (Anhang III Ziff. 1 KSIH). Gemäss Abklärungsbe-
richt vom 25. August 2020 kann sich der Beschwerdeführer mit wenig Un-
terstützung selber anziehen. Er ist motorisch und feinmotorisch in der Lage 
dazu (act. II 34 S. 3 Ziff. 2.1.1). Mit dem Bereich Abklärungen ist festzuhal-
ten (vgl. Stellungnahme vom 6. Januar 2021 S. 4; in den Gerichtsakten), 
dass der Beschwerdeführer nicht bezweifelt, dass er die alltäglichen Klei-
der, die im Sinne der Schadenminderungspflicht angepasst sein müssen 
(z.B. keine Schuhe zum Binden, keine kleinen Knöpfe, weite Ärmel zum 
Hineinschlüpfen etc.) selber an- und ausziehen kann. Gegenteiliges geht 
denn auch nicht aus den Ausführungen der Heilpädagogischen Schule 
G.________ vom 22. September 2020 (act. II 39 S. 2) hervor. Dass im Alter 
des Beschwerdeführers noch verbale Anleitungen und Aufforderungen 
bzw. Motivation nötig sind, ist durchaus üblich und kann nicht als übermäs-
sig bezeichnet werden. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers gel-
ten die Windeln nicht als unentbehrliches Kleidungsstück beim An- und 
Auskleiden i.S.v. Rz. 8014 KSIH. Zudem wurde die diesbezügliche Dritthilfe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, IV/20/897, Seite 15

bereits bei der Notdurftverrichtung einbezogen – indem die Beschwerde-
gegnerin in dieser Lebensverrichtung eine regelmässige und erhebliche 
Dritthilfe anerkannte (act. II 34 S. 4 Ziff. 2.1.5, 40 S. 4; vgl. E. 4.3.1 hiervor) 
– und darf nicht nochmals bei einer anderen allgemeinen Lebensverrich-
tung berücksichtigt werden (Rz. 8027 KSIH). Nach dem Gesagten ist eine 
regelmässige und erhebliche Hilfsbedürftigkeit im Bereich "An- und Aus-
kleiden" zu verneinen.

4.3.3 Was die Lebensverrichtung "Aufstehen/Absitzen/Abliegen" betrifft, 
macht der Beschwerdeführer geltend, er schlafe nicht durch und erwache 
sieben bis zwölf Mal in der Nacht und schreie, so dass die Mutter aufstehen 
und ihn beruhigen müsse. Das mehrmalige Erwachen in der Nacht und die 
Schreikrämpfe erwähne die IVB zwar in ihrem Abklärungsbericht, sie ziehe 
jedoch daraus nicht die richtigen Konsequenzen. Zu verweisen sei auf An-
hang III (Richtlinien zur Bemessung der massgebenden Hilflosigkeit bei 
Minderjährigen) KSIH, wonach regelmässiges Aufstehen nachts, um ein 
Kind ab vier Jahren zu beruhigen, als zusätzlicher Mehraufwand anerkannt 
werde. Die IVB habe in diesem Punkt die Richtlinien nicht korrekt ange-
wandt. Die Belastung für die Kindsmutter, die kaum zwei Stunden am Stück 
durchschlafen könne, sei sehr gross (Beschwerde S. 3 f. Ziff. III Art. 2).

Unruhiges Schlafverhalten und regelmässiges Aufwachen in der Nacht 
können nur berücksichtigt werden, wenn die versicherte Person dann wie-
der beruhigt werden muss, jemand bei ihr sein muss, bis sie wieder einge-
schlafen ist und dies auch in zeitlicher Hinsicht aufwändig wird. Dies müss-
te jedoch in bestehenden ärztlichen Berichten klar dokumentiert sein. Diese 
Hilfe geht über eine blosse Anwesenheit hinaus (Rz 8016.3 KSIH). Im Ab-
klärungsbericht vom 25. August 2020 wurde im Zusammenhang mit der 
Lebensverrichtung "Aufstehen/Absitzen/Abliegen" u.a. ausgeführt, der Be-
schwerdeführer könne schlecht durchschlafen. Er müsse ins Bett begleitet 
werden. Am Abend möchte er, dass ihm seine Eltern ein Buch vorlesen 
oder er noch Musik hören könne vor dem Einschlafen. Ein Elternteil lege 
sich neben ihn hin, halte seine Hand und warte bis er eingeschlafen sei. Er 
wache oft auf und schreie bis die Mutter zu ihm komme. Er brauche lange 
bis er wieder einschlafen könne, er benötige Körperkontakt. In der Nacht 
erwache er mehrmals, ca. alle 3-4 Stunden. Er habe einen oberflächlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, IV/20/897, Seite 16

Schlaf. Er könne wieder einschlafen, wenn jemand bei ihm sei (act. II 34 
S. 3 Ziff. 2.1.2). Hierauf ist nach der im Sozialversicherungsrecht allgemein 
geltenden Beweismaxime, wonach sogenannte spontane "Aussagen der 
ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als 
spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein 
können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47), abzustel-
len. Ein unruhiges Schlafverhalten und regelmässiges Aufwachen in der 
Nacht ist zwar unbestrittenermassen ausgewiesen, jedoch geht nach den 
erstmaligen Aussagen der Mutter des Beschwerdeführers anlässlich der 
Abklärung vor Ort vom 15. Juli 2020 dabei die diesbezügliche Hilfe nicht 
über eine blosse Anwesenheit hinaus. Aus deren wiedergegebenen Schil-
derungen geht klar hervor, dass die blosse Anwesenheit einer Drittperson 
genügt, damit der Beschwerdeführer sich sicher fühlt und wieder einschla-
fen kann. Die nachträglichen Darstellungen, wonach die Kindsmutter sie-
ben bis zwölf Mal in der Nacht aufstehen müsse bzw. kaum zwei Stunden 
am Stück durchschlafen könne (act. II 36 S. 1, Beschwerde S. 3 f. Ziff. III 
Art. 2), erscheinen angesichts der ursprünglichen Angaben vor Ort wenig 
glaubwürdig, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. Sodann be-
gründen Schlafrituale keine Hilflosigkeit und können nicht im Bereich "Auf-
stehen, Absitzen, Abliegen" anerkannt werden, es sei denn, dass das 
Ausmass deutlich über die übliche Norm an altersentsprechender Betreu-
ung (Zuwendung) hinausgeht. Dies müsste jedoch in bestehenden ärztli-
chen Berichten klar dokumentiert sein (medizinische Behandlungsmass-
nahmen wie z. B. Medikamentenabgabe wurden in Betracht gezogen). 
Mindestens bis zum 8. Altersjahr ist das Zeitnehmen beim Zubettgehen in 
Form von Zuwendungen, körperlicher Nähe zwischen Kind und Eltern, Aus-
tausch, Liedern, Gebet, Hörspielen usw. altersentsprechend (Rz. 8016.2 
KSIH). Wie der Bereich Abklärungen in der Stellungnahme vom 6. Januar 
2021 (S. 5; in den Gerichtsakten) im Rahmen der Beschwerdeantwort zu-
treffend ausgeführt hat, ist es im Alter, in dem sich der Beschwerdeführer 
befindet, noch üblich, dass Kinder infolge Phantasien oft Angst haben und 
am Abend sowie in der Nacht Sicherheit suchen in Form der Anwesenheit 
eines Elternteils. Die Beschwerdegegnerin hat damit keine unrichtigen 
Konsequenzen gezogen, zumal der Beschwerdeführer auch nicht im Bett 
fixiert werden muss, wie dies im Anhang III Ziff. 2 KSIH vorausgesetzt wird. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, IV/20/897, Seite 17

Unter diesen Umständen ist in der besagten Lebensverrichtung im Ver-
gleich zu gleichaltrigen Kindern keine übermässige Hilfeleistung ausgewie-
sen.

4.4 Zusammenfassend liegen weder klar feststellbare Fehleinschätzun-
gen der Abklärungsperson noch eine zu beanstandende rechtliche Würdi-
gung der Verwaltung in Bezug auf die einzelnen Tatbestandselemente der 
Hilflosigkeit vor. Folglich besteht kein Anspruch auf eine Hilflosenentschä-
digung. Die angefochtene Verfügung der IVB vom 3. November 2020 
(act. II 41) ist damit nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Be-
schwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Vorliegend sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und – 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege (E. 5.3 hiernach) – dem 
unterliegenden Beschwerdeführer zur Bezahlung aufzuerlegen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

5.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, IV/20/897, Seite 18

gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

5.3.1 Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund der dokumen-
tierten finanziellen Verhältnisse ausgewiesen (Akten des Beschwerdefüh-
rers [act. I] 3-6). Im Weiteren ist die Beschwerde nicht als von vornherein 
aussichtslos zu qualifizieren und die anwaltliche Verbeiständung ist gebo-
ten, weshalb die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf unent-
geltliche Rechtspflege vorliegend erfüllt sind. Das Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwältin C.________ als 
amtliche Anwältin ist demnach gutzuheissen. Somit ist der Beschwerdefüh-
rer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG 
i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezem-
ber 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht 
betreffend die Verfahrenskosten zu befreien. Festzusetzen bleibt das amtli-
che Honorar von Rechtsanwältin C.________.

5.3.2 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Prozessführung sind nach den 
gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der kantonalen Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschä-
digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) be-
trägt der Stundenansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 2. Februar 2021 macht Rechtsanwältin C.________ 
ein Honorar von Fr. 1'687.50.-- (6.75 h à Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 250.10 und Mehrwertsteuer (MWST) von Fr. 149.20 (7.7% auf 
Fr. 1'937.60), total Fr. 2'086.80 geltend, was nicht zu beanstanden ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, IV/20/897, Seite 19

Demnach wird der tarifmässige Parteikostenersatz für dieses Verfahren auf 
Fr. 2'086.80 (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt. Davon ist Rechtsan-
wältin C.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Ge-
richtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 1'350.-- (6.75 h à Fr. 200.--) zu-
züglich Auslagen von Fr. 250.10 und MWST von Fr. 123.20 (7.7% von 
Fr. 1'600.10), total somit eine Entschädigung von Fr. 1'723.30 auszurich-
ten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers 
gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von 
Art. 123 ZPO (Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin C.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'086.80 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwältin C.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'723.30 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, IV/20/897, Seite 20

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.