# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b6347a66-25f5-5fb6-96a3-108c16b63a6a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 28.09.2017 B 2016/6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2016-6_2017-09-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2016/6

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 28.09.2017

Entscheiddatum: 28.09.2017

Entscheid Verwaltungsgericht, 28.09.2017
Steuerrecht, Nachsteuer, Art. 199 StG.Vorliegen einer neuen Tatsache 
(Untervermietung eines Büros im Kanton Schwyz) im Sinne von Art. 199 
Abs. 1 StG bejaht (E. 3), (Verwaltungsgericht, B 2016/6).

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Bischofberger

 

Verfahrensbeteiligte

A.Y. und B.Y.,

Beschwerdeführerin 1 und Beschwerdeführer 2,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et lic. oec. Ervin Deplazes, Isler Partner 

Rechtsanwälte, Kronenstrasse 9, Postfach 426, 8712 Stäfa,

gegen

 

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,

Unterstrasse 28, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

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und

 

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

 

Gegenstand

Nachsteuern (Kantons- und Gemeindesteuern 2008)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A. A.Y. und B.Y. sind verheiratet und wohnten im Jahr 2008 gemeinsam mit ihren vier 

Kindern in M. B.Y. war Inhaber und seine Ehefrau Zeichnungsberechtigte des 

Einzelunternehmens B.Y. - X.-Büro mit Sitz in R. SZ (Domiziladresse: S.-strasse 01, 

0000 W. SZ, fortan: X.). Diese Firma wurde am 17. Dezember 2007 im Handelsregister 

eingetragen und ist am 28. Dezember 2012 infolge Geschäftsüberganges auf die X.-

Büro GmbH, E. ZH (bis 13. April 2016 R. SZ, Gesellschafter und Geschäftsführer: B.Y.), 

erloschen. Überdies war B.Y. Gesellschafter der Q. GmbH, K. (bis 12. Mai 2016 in R. 

SZ, Domiziladresse: S.-strasse 01, 0000 W. SZ, fortan: Q.), welche am 7. Mai 2008 im 

Handelsregister eingetragen wurde (act. 7/9/I/5/7, act. 7/9/I/24, act. 7/9/II/3, 

www.zefix.ch, sz.chregister.ch). Gemäss unbestrittenen Angaben der Vorinstanz 

mietete B.Y. mit Vertrag vom 22. bzw. 31. August 2007 per 1. Oktober 2007 einen 

Büroraum (zwei Arbeitsplätze) für monatlich CHF 640 im Mehrfamilienhaus (Geb. Nr. 

0002) an der S.-strasse 01, 0000 W. SZ (act. 2, S. 2 lit. A, act. 7/9/II/7, Vertrag nicht 

aktenkundig, map.geo.sz.ch). Seit dem 1. Mai 2008 vermietete B.Y. resp. die X. das 

Büro an der S.-strasse 01, 0000 W. SZ, weiter an die Q. (Untermiete, act. 7/9/I/23, S. 

16 Ziff. II/A/6, act. 7/9/III/14, S. 2 Ziff. II/Ii).

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B. Für die Kantons- und Gemeindesteuern 2008 (Steuererklärung vom 25. März 2009, 

ergänzt am 18. Januar 2010) wurden A.Y. und B.Y. am 2. Februar 2010 mit einem 

steuerbaren Einkommen von CHF 225‘300 und einem steuerbaren Vermögen von 

CHF 910‘000 veranlagt. In der interkantonalen Steuerausscheidung wurde ein Drittel 

der Einkünfte aus der selbständigen Erwerbstätigkeit von B.Y. dem Kanton Schwyz 

zugewiesen. Dagegen erhoben die Eheleute A.Y. und B.Y. am 26. Februar 2010 

Einsprache. Am 19. April 2010 führte das kantonale Steueramt einen Augenschein 

durch. Mit Entscheid vom 23. April 2010 hiess das kantonale Steueramt die Einsprache 

gut. In der interkantonalen Steuerausscheidung wurde das Einkommen aus 

selbständiger Tätigkeit vollumfänglich dem Kanton Schwyz zugewiesen. A.Y. und B.Y. 

wurden in M. für die Kantons- und Gemeindesteuern 2008 mit einem steuerbaren 

Einkommen von CHF 38‘800 zum Satz von CHF 224‘900 und mit einem steuerbaren 

Vermögen von CHF 792‘000 zum Satz von CHF 910‘000 veranlagt (act. 7/9/II/1, 3, 6 f., 

9 f., 13 f. und 16).

C. Mit Entscheid vom 27. August 2013 wies die Verwaltungsrekurskommission unter 

anderem einen Rekurs des Ehepaars A.Y. und B.Y. vom 23. November 2012 gegen den 

Einspracheentscheid des kantonalen Steueramtes vom 23. Oktober 2012 (Kantons- 

und Gemeindesteuern 2009 und 2010, Veranlagung 2009 vom 3. April 2012, 

Einsprache 2009 vom 3. Mai 2012) ab, soweit sie darauf eintrat. Die 

Verwaltungsrekurskommission erwog (E. 4c in fine, S. 8 f.), das Einkommen von B.Y. 

aus selbständiger Erwerbstätigkeit sei nicht in R., sondern in M. zu besteuern. Dieser 

Entscheid blieb unangefochten (act. 7/9/I/21 und 23, act. 7/9/III/13-15).

D. Am 6. August 2014 leitete das kantonale Steueramt ein Nachsteuerverfahren für das 

Steuerjahr 2008 ein. Mit Verfügungen vom 14. November 2014 wurden A.Y. und B.Y. 

für die Kantons- und Gemeindesteuern 2008 mit einer Nachsteuer samt Zins von 

CHF 35‘039 veranlagt. Ihre dagegen am 16. Dezember 2014 erhobene Einsprache wies 

das kantonale Steueramt mit Entscheid vom 6. März 2015 ab (act. 7/9/I/2, 5-7, 18 f.). 

Gegen diesen Entscheid rekurrierten sie am 8. April 2015 an die 

Verwaltungsrekurskommission (act. 7/1). Mit Entscheid vom 15. Dezember 2015 

(expediert am 16. Dezember 2015) wies die Verwaltungsrekurskommission den Rekurs 

ab, soweit sie darauf eintrat (act. 2).

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E. Gegen den Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) vom 

15. Dezember 2015 erhoben A.Y. (Beschwerdeführerin 1) und B.Y. (Beschwerdeführer 

2) durch ihren Rechtsvertreter am 14. Januar 2016 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 

8. Februar 2016 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 6). Das 

kantonale Steueramt (Beschwerdegegner) beantragte mit Eingabe vom 16. Februar 

2016, es sei die Beschwerde abzuweisen (act. 9).

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung 

mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG). Die Beschwerdeführer sind 

zur Erhebung des Rechtsmittels berechtigt. Die Eingabe vom 14. Januar 2016 (act. 1) 

entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 StG 

in Verbindung mit 196 Abs. 1 und Art. 161 StG sowie Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 

Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten. Offen bleiben kann, 

ob auf die Beschwerde, soweit darin auf den Rekurs vom 8. April 2015 (act. 7/1) 

verwiesen wird (act. 1, S. 3 f. lit B/I und II/4), einzutreten ist, da die Beschwerde 

ohnehin abzuweisen ist (vgl. BGer 1C_150/2015 vom 12. Mai 2015 E. 2.5 mit 

Hinweisen, VerwGE B 2015/71 vom 26. Oktober 2016 E. 1 mit Hinweisen, 

www.gerichte.sg.ch, und GVP 2000 Nr. 49).

2. Die Beschwerdeführer werfen der Vorinstanz zunächst vor, den Sachverhalt teilweise 

lückenhaft dargestellt zu haben (act. 1, S. 3 lit. B/I). Die Vorinstanz ging im 

angefochtenen Entscheid (act. 2) davon aus, dass der im Rekurs vom 8. April 2015 

(act. 7/1, S. 3-7, lit. B/I) und in der Einsprache vom 16. Dezember 2014 (act. 7/9/I/5, 

S. 2-7 lit. B/I) ausführlich zitierte Schriftenwechsel zwischen dem kantonalen Steueramt 

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und den Beschwerdeführern nach Einleitung des Nachsteuerverfahren (vgl. Art. 201 

Abs. 1 StG, act. 7/9/I/6-20) nicht entscheidrelevant war. Demzufolge war sie nicht 

verpflichtet, diesen Schriftenwechsel im Sachverhalt des angefochtenen Entscheids 

wiederzugeben (vgl. Art. 58 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP und 

Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, 

Rz. 587 f.).

3. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage, ob die Voraussetzungen für 

die Erhebung einer Nachsteuer für das Jahr 2008 erfüllt sind.

3.1. Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde 

nicht bekannt waren unter anderem, dass eine rechtskräftige Veranlagung 

unvollständig ist, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer 

eingefordert (Art. 199 Abs. 1 StG, vgl. hierzu die gleichlautenden Art. 151 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG, und Art. 53 Abs. 1 

Satz 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone 

und Gemeinden, SR 642.14, StHG). Dementsprechend kann eine Nachsteuer unter drei 

Voraussetzungen eingefordert werden: Es muss eine rechtskräftige Veranlagung 

vorliegen, mit der eine Unterbesteuerung einhergeht, die sich aufgrund von neuen 

Tatsachen oder Beweismitteln ergibt (vgl. VerwGE B 2011/18 vom 29. August 2011 E. 

2, www.gerichte.sg.ch, bestätigt mit BGer 2C_807/2011 vom 9. Juli 2012). Als nicht 

bekannt resp. neu im Sinn der gesetzlichen Tatbestände gelten Tatsachen und 

Beweismittel, die zum Zeitpunkt der Veranlagung bereits bestanden haben, aber 

während des ordentlichen Veranlagungsverfahrens oder eines allenfalls sich daran 

anschliessenden Rechtsmittelverfahrens nicht aktenkundig waren, d.h. also erst nach 

der rechtskräftigen Veranlagung eines Steuerpflichtigen zum Vorschein gekommen sind 

(vgl. VerwGE B 2014/242; B 2014/243 vom 19. Juli 2016 E. 2.1, bestätigt mit Entscheid 

BGer 2C_839/2016; 2C_840/2016 vom 12. April 2017, VerwGE B 2014/212; 

B 2014/213 vom 27. April 2016 E. 2.1, bestätigt mit Entscheid BGer 2C_473/2016; 

2C_474/2016 vom 22. August 2016, und VerwGE B 2014/67; B 2014/68 vom 25. 

August 2015 E. 3.1 je mit Hinweisen, insbesondere auf Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das 

st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, VII./Rz. 110 mit Hinweisen und Höhn/

Waldburger, Steuerrecht, Band I, 9. Aufl. 2001, S. 985 f., www.gerichte.sg.ch, siehe 

auch GVP 1986 Nr. 30, in: SGE 1986 Nr. 6). Was dagegen bei der ordentlichen 

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Veranlagung aus den Steuerakten ersichtlich war, gilt als bekannt, selbst wenn die 

Steuerbehörde aus irgendeinem Grund davon keine Kenntnis genommen haben sollte. 

Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige seine Steuererklärung vollständig und 

genau ausgefüllt hat (vgl. Art. 199 Abs. 2 StG, VerwGE B 2013/245; B 2013/246 vom 

23. Januar 2015 E. 3.1, www.gerichte.sg.ch, bestätigt mit Entscheid BGer 

2C_230/2015; 2C_231/2015 vom 3. Februar 2016, und VerwGE B 2010/230; 

B 2010/232 vom 26. Januar 2011 E. 4, in: SGE 2011 Nr. 4, sowie StB 199 Nr. 1, siehe 

auch Art. 151 Abs. 2 DBG und Art. 53 Abs. 1 Satz 2 StHG). Nach Art. 176 Abs. 1 StG 

prüft die Veranlagungsbehörde die Steuererklärung, nimmt die erforderlichen 

Untersuchungen vor und stellt die für eine vollständige und richtige Besteuerung 

massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest. Praxisgemäss darf sich 

die Behörde jedoch grundsätzlich darauf verlassen, dass die Steuererklärung richtig 

und vollständig ist. Allerdings darf sie nicht im gleichen Masse unbesehen auf die in der 

Steuererklärung gemachten Angaben abstellen, wie sie dies bei einer 

Selbstveranlagungssteuer tun könnte. Dementsprechend liegen "neue Tatsachen", die 

ein Nachsteuerverfahren rechtfertigen, nach der Rechtsprechung dann nicht mehr vor, 

wenn die Steuerbehörde ihre Untersuchungspflicht im ordentlichen 

Veranlagungsverfahren verletzt hat. Die Praxis nimmt eine Pflicht der 

Veranlagungsbehörde, ergänzende Abklärungen schon im ordentlichen 

Veranlagungsverfahren vorzunehmen, üblicherweise dann an, wenn die 

Steuererklärung Fehler enthält, die klar ersichtlich bzw. offensichtlich sind. Es braucht 

also eine in die Augen springende Falschdeklaration seitens der Pflichtigen, welche die 

Behörde bei gehöriger Sorgfalt schon im ordentlichen Veranlagungsverfahren zu 

zusätzlichen Abklärungen hätte veranlassen müssen. Dagegen wird die behördliche 

Untersuchungspflicht solange nicht verletzt, wenn eine Unstimmigkeit aus den 

Angaben des Pflichtigen in der Steuererklärung nicht ohne weiteres ersichtlich ist oder 

wenn die Behörde wohl hätte Verdacht schöpfen können, ohne dass das aber 

zwingend gewesen wäre (vgl. VerwGE B 2013/264; B 2013/265 vom 24. März 2015 E. 

2.1 mit Hinweisen auf BGer 2C_807/2011 vom 9. Juli 2012 E. 2.6.1 ff. und Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009 [neu: 3. Aufl. 2016], Art. 

151 N 3 und 19, in: GVP 2015 Nr. 36, VerwGE B 2006/197 vom 15. März 2007 E. 2.3, 

in: SGE 2007 Nr. 5, und Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O.).

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3.2. Nicht umstritten ist im konkreten Fall, dass eine rechtskräftige Veranlagung für das 

Jahr 2008 vorliegt und die konkrete Berechnung der Nachsteuer für das Jahr 2008, 

soweit eine solche erhoben werden durfte, korrekt erfolgte. Zudem stellen die 

Beschwerdeführer die Folgerung der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid nicht in 

Frage, dass sich der tatsächliche Sitz der X. im Steuerjahr 2008 wegen des Bestehens 

des Unvermietverhältnisses mit der Q. nicht in W. SZ, sondern in M. befand (vgl. für die 

Steuerperioden 2009 und 2010 Rekursentscheid der Vorinstanz vom 27. August 2013 

E. 4c, act. 7/9/I/21, S. 7 ff.) und aus der anlässlich der ordentlichen Veranlagung 2008 

vorgenommenen interkantonalen Steuerausscheidung deswegen eine 

Unterbesteuerung resultierte (vgl. zur interkantonalen Steuerausscheidung in Bezug auf 

eine Einzelfirma VerwGE B 2015/146; B 2015/147 vom 26. April 2017 E. 2.1 f. mit 

Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Im Rahmen der in der Beschwerdeschrift 

vorgetragenen Kritik (act. 1, S. 4-12, lit. B/II/4 ff.) zu untersuchen bleibt, ob das 

Bestehen eines Untermietverhältnisses mit der Q. im ordentlichen 

Veranlagungsverfahren 2008 erkennbar war, resp. ob dies eine neue Tatsache darstellt, 

welche Voraussetzung für ein Nachsteuerverfahren ist: Die Parteien gehen darin einig, 

dass der zuständige Steuerkommissär die von den Beschwerdeführern im 

Zusammenhang mit der Veranlagung 2008 am 18. Januar 2010 nachträglich 

eingereichten Kontoblätter 2007/2008 der X., insbesondere das Mietkonto 6000 

(Aufwandkonto), prüfte und ihm der Mietzins von CHF 640 für das Büro in W. SZ (ohne 

Parkplatz) bekannt war. Auch ist unbestritten, dass ihm für allfällige weitere 

Abklärungen die eingereichten zwei Ordner mit Buchungsbelegen der X. sowie der 

Vertrag für geschäftlich belastete Miete zur Verfügung standen (act. 7/9/II/11-14). Bei 

der Prüfung des Mietkontos 6000 musste der Steuerkommissär zunächst mit Blick auf 

das Bruttoprinzip bzw. das Verrechnungs- und Saldierungsverbot in der 

Rechnungslegung (vgl. Art. 958c Abs. 1 Ziff. 7 und Art. 960 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, Fünfter Teil: 

Obligationenrecht; SR 220, OR, und Boemle/Lutz, Der Jahresabschluss, 5. Aufl. 2008, 

S. 124) nicht davon ausgehen, dass es sich bei den Eingängen (Haben) um Mietzinse 

(Untermiete) handelt. Diese hätten via ein Ertragskonto verbucht werden müssen. 

Sodann ist nicht nachvollziehbar, wieso im Mietkonto 6000 der Buchungstext für 

sämtliche im Zusammenhang mit dem Büro an der S.-strasse 01, 0000 W., stehenden 

Buchungen mit der Abkürzung „G.“, welche den Namen des Vermieters des Büros, des 

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Einzelunternehmens G. G.-Consulting, bezeichnet (act. 7/1, S. 10 f. lit. B/II/2/2/7, 

www.zefix.ch, sz.chregister.ch), und dem jeweiligen Monat vermerkt war, obschon die 

Untermietzinsen gemäss den Gutschriftsanzeigen vom 8. November 2008 und 

6. Dezember 2006 (act. 7/9/I/5/6) von der Q. bezahlt wurden. Wie die Vorinstanz in 

Erwägung 2c des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 6) zutreffend ausgeführt hat und 

die Beschwerdeführer ausdrücklich anerkennen (act. 1, S. 6 f. lit. B/II/9 f.), war für den 

Steuerkommissär vor diesem Hintergrund trotz der drei Gutschriften am 

23. Oktober 2008 (CHF 640), 3. November 2008 und 1. Dezember 2008 (je CHF 320) 

ein Untermietverhältnis nicht klar ersichtlich. Hinsichtlich der Buchung vom 

23. Oktober 2008 anerkennen die Beschwerdeführer, dass diese inhaltlich als 

Stornobuchung angesehen werden konnte, selbst wenn sie nicht als solche bezeichnet 

wurde. Diesbezüglich bestand für den Steuerkommissär kein Anlass, im Steuerdossier 

nach ergänzenden Unterlagen zu suchen. In Bezug auf die Habenbuchungen vom 

3. November 2008 und 1. Dezember 2012 hätte der Steuerkommissär allenfalls 

Verdacht schöpfen und die Eintragungen im Konto 1020 UBS, Kontokorrent (S. 3), das 

Bankkonto sowie den Sammelbeleg 120 konsultieren können (vgl. die 

Gutschriftsanzeigen vom 8. November 2008 und 6. Dezember 2006, act. 7/9/I/5/6). 

Zwingend war dies aber nicht. Im Weiteren bestätigten die Beschwerdeführer am 

18./19. April 2015 schriftlich, die Frage des Steuerkommissärs anlässlich des 

Augenscheins vom 19. April 2010, ob ihnen die Büroräume im Mehrfamilienhaus an der 

S.-strasse 01 in 0000 W. ausschliesslich und uneingeschränkt zur Verfügung standen, 

bejaht zu haben, sofern der Steuerkommissär diese Frage gestellt habe (act. 7/5, 

act. 7/9/II/7). Auch aus diesem Grund bestand für den Steuerkommissär kein Anlass, 

zusätzliche Abklärungen im ordentlichen Veranlagungsverfahren vorzunehmen, selbst 

wenn ihm als Mitarbeiter der Hauptabteilung natürliche Personen des 

Beschwerdegegners (vgl. StB lit. C) die Domiziladresse der Q. über die sedex-Plattform 

(seit Mitte November 2009, www.sedex.ch) oder den zentralen Firmenindex (Zefix) 

hätte bekannt sein müssen. Daran ändert nichts, dass ihm der Beschwerdeführer 2 

diese Frage nicht nur als Inhaber der X., sondern auch als Gesellschafter der Q. 

beantwortet haben will. Nicht der Beschwerdeführer 2, sondern die Gesellschafterin 

C.Y. war gemäss Handelsregister Geschäftsführerin der Q. (www.zefix.ch, 

sz.chregister.ch). Dementsprechend bezweckte der Augenschein lediglich, den 

Geschäftsort der X. und nicht denjenigen der Q. zu ermitteln. Unter diesen Umständen 

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ist davon auszugehen, dass dem Steuerkommissär der Untermietvertrag mit der Q. bei 

der Veranlagung für das Jahr 2008 nicht bekannt gewesen war. Folglich konnte die 

Untervermietung des Büros in W. SZ an die Q. erst im Veranlagungsverfahren für die 

Steuerperioden 2009 und 2010 bekannt geworden sein (Eingang Steuererklärung 2009 

am 2. September 2010 nach Rechtskraft des Einspracheentscheids für die Staats- und 

Gemeindesteuern 2008 vom 23. April 2010, act. 7/9/II/1 f., act. 7/9/III/2, vgl. 

insbesondere Einsprache vom 3. Mai 2012, act. 7/9/III/14, S. S. 2 Ziff. II/Ii). Die im 

ordentlichen Veranlagungsverfahren 2008 nicht bekannte Untermiete durch die Q. stellt 

demnach eine neue Tatsache im Sinne von Art. 199 Abs. 1 StG dar. Nach dem 

Gesagten hat die Vorinstanz in Erwägung 2d des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 

7) zu Recht angenommen, dass der Beschwerdegegner eine Nachsteuer samt Zins 

erheben durfte. Die Beschwerde ist abzuweisen.

4. (…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die amtlichen Kosten von CHF 1‘500 bezahlen die Beschwerdeführer unter 

Verrechnung mit dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss.

3. Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

Der Abteilungspräsident                    Der Gerichtsschreiber

Zürn                                                   Bischofberger

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