# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1852f8f8-b0db-53b9-8e0f-727936dbe0bd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-09-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 02.09.2008 S 2008 82
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2008-82_2008-09-02.pdf

## Full Text

S 08 82

1. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 2. September 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

1. … (geb. … 1953) ist gelernter Bodenleger und meldete nach seiner 

Entlassung durch die …, bei welcher er in der … während 18 Jahren als … 

gearbeitet hatte, am 1. Juli 2007 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung 

(ALE) an. Der Versicherte suchte Tätigkeiten als Bodenleger, Betriebsarbeiter 

oder Hilfsarbeiter sowie Chauffeur. Am 18. Mai 2008 erfolgte die Abmeldung, 

da er durch die Vermittlung des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums 

(RAV) eine neue Arbeit gefunden hatte. 

2. a) Am 31. Oktober 2007 wies das RAV den Versicherten an, sich bei … für eine 

unbefristete, 100%ige Stelle als Fahrzeugreiniger/-aufbereiter zu melden. 

Gemäss Stellenausschrieb wurde per 1. Dezember 2007 eine flexible und 

belastbare Person mit Fahrzeugausweis B gesucht. Zum Aufgabenbereich 

hätten die Aussen- und Innenreinigung von Neu-, Dienst- und Kundenwagen 

sowie die Reinigung der ausgestellten Fahrzeuge gehört. 

b) Vom 6. bis 8. November 2007 absolvierte der Versicherte ein Probearbeiten 

bei der ... Der Rückmeldung der möglichen Arbeitgeberin vom 5. November 

2007 ist zu entnehmen, dass der Versicherte sich dort am 1. November 

telefonisch gemeldet und in der Zeit vom 6. bis 8. November 2007 

geschnuppert habe. Am 8. November habe er sie, ohne etwas mitzuteilen, 

verlassen. Zudem habe er jeden Tag eine Alkoholfahne gehabt. Beim 

Versicherten liege somit ein Alkoholproblem vor. Zu einer Anstellung sei es 

nicht gekommen, die Stelle bleibe weiterhin offen. 

c) Am 19. Februar 2008 wurde der Versicherte diesbezüglich zur Stellungnahme 

aufgefordert. Am 21. Februar 2008 schrieb er, er habe drei Tage in der … 

gearbeitet. Eine längere Zusammenarbeit mit seinem Mitarbeiter sei nicht 

möglich gewesen, da dieser mit ihm nicht zufrieden gewesen sei. 

3. a) Am 2. November 2007 wurde der Versicherte erneut einer Stelle zugewiesen, 

diesmal bei der ... Er sollte sich bei … telefonisch melden. Gesucht wurde per 

sofort ein Schichtarbeiter mit Berufserfahrung. Die Stelle umfasste ein 

Arbeitspensum von 100% und war bis zum 31. Januar 2008 befristet. 

b) Der Rückmeldung der möglichen Arbeitgeberin vom 5. November 2007 ist zu 

entnehmen, dass der Versicherte sich dort am 2. November 2007 telefonisch 

gemeldet und auch persönlich vorgesprochen habe. Zu einer Anstellung sei 

es jedoch nicht gekommen. Zur Frage, wieso es nicht zu einer Anstellung 

gekommen sei, wurde ausgeführt: „Verdacht auf Alkohol?“

c) Auch diesbezüglich wurde der Versicherte am 19. Februar 2008 zur 

Vernehmlassung aufgefordert. Er schrieb am 21. Februar 2008, es habe sich 

um eine auf drei Monate befristete Stelle gehandelt, weshalb diese mit einem 

Mitarbeiter mit Erfahrung besetzt worden sei. 

4. Gemäss Gutachten der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 7. Februar 

2008 wurde beim Versicherten am 9. Januar 2008 eine ambulante 

Untersuchung in der Klinik Waldhaus durchgeführt. Der Versicherte habe 

berichtet, dass er im Zusammenhang mit der Kündigung durch die … abends 

vermehrt alkoholisiert gewesen sei. Nachdem ihm insbesondere bei der … 

diesbezüglich Verschiedenes vorgeworfen worden sei, habe er selbständig 

die Notbremse gezogen und nehme nun regelmässig bei seinem Hausarzt … 

zweimal pro Woche Antabus ein. Er sei bewusstseinsklar und vollständig 

orientiert. Aufmerksamkeit und Gedächtnis erschienen nicht verändert, das 

Denken sei formal etwas umständlich und verlangsamt, inhaltlich konzentriert 

auf die schwierige psycho-soziale Situation. Pathologische Befürchtungen, 

Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen liessen sich nicht 

explorieren, stimmungsmässig erscheine der Versicherte etwas ratlos, 

deprimiert und ängstlich. Antrieb und Psychomotorik erschienen nicht 

verändert, keine zirkadiane Störungen, keine anderen Störungen eruierbar. 

Bei der Untersuchung bestünden insbesondere auch keine Hinweise auf das 

Vorliegen einer Suchterkrankung. Beim Versicherten bestehe aus 

psychiatrischer Sicht aktuell kein Hinweis auf das Vorliegen einer 

Suchterkrankung oder einer anderen Erkrankung, welche die Arbeits- oder 

damit die Vermittlungsfähigkeit einschränken würde.

5. a) Mit Verfügung vom 4. März 2008 wurde der Versicherte ab dem 1. November 

2007 für 45 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt. Die mögliche 

Arbeitgeberin … und … hätten dem RAV gemeldet, der Versicherte habe den 

Verdacht auf ein Alkoholproblem erweckt, weswegen es zu keinem 

Arbeitsverhältnis gekommen sei. In seinen Stellungnahmen an das Amt für 

Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) gebe der Versicherte 

nichts an, was als Rechtfertigung im Sinne des 

Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG) gehört werden könne. Damit sei 

erstellt, dass der Versicherte das Zustandekommen von zwei 

Arbeitsverhältnissen verhindert habe. Ihm werde zugute gehalten, dass es 

sich bei einer der zugewiesenen Stellen um eine befristet Anstellung 

gehandelt hätte. 

b) Am 28. März 2008 liess der Versicherte dagegen Einsprache erheben. Er sei 

im Zuge von Restrukturierungsmassnahmen bei der … entlassen worden. 

Anschliessend habe er keine neue unbefristete Stelle gefunden, weswegen 

er sich im Januar 2007 zum Bezug von ALE angemeldet habe. Sein Anspruch 

sei nicht bestritten, obwohl er wegen eines vermuteten Alkoholproblems zur 

Abklärung der Vermittelbarkeit aus gesundheitlichen Gründen zu einem 

Untersuch in der Klinik Waldhaus in Chur aufgeboten worden sei. Der 

Versichte habe aufgrund seiner beruflich unsicheren Situation tatsächlich 

während gewisser Zeit übermässig Alkohol getrunken, was er nicht bestreite. 

Seit Dezember 2007 befinde er sich in einer vom Arzt Dr. … verordneten 

Antabustherapie und trinke seit über 3 Monaten keinen Alkohol mehr. 

Die Begründung in der angefochtenen Verfügung, wonach ein 

Alkoholproblem des Versicherten eine Anstellung bei der … und der … 

verhindert habe, widerspreche der vom KIGA selbst attestierten 

Vermittelbarkeit des Versicherten. Es könne nicht sein, dass er als 

vermittelbar eingestuft werde und ihm gleichzeitig zur Last gelegt werde, er 

könne eine befristete Stelle wegen Verdachts auf ein Alkoholproblem nicht 

antreten. Schon gar nicht könne von einer aktiven Verhinderung am 

Stellenantritt gesprochen werden. Bei der Stelle in der … habe er sich kurz 

vorstellen können, aber schon am selben Abend eine Absage erhalten, ohne 

überhaupt seine Arbeitsfähigkeit unter Beweis stellen zu können. Die Stelle in 

der … hätte dem Versicherten, obwohl befristet, durchaus gefallen. Vom 

zuständigen Vorgesetzten sei er aber von Anfang an schikaniert worden, 

sodass ein Arbeitsverhältnis nicht zumutbar gewesen wäre. Die Entscheidung 

gegen das Arbeitsverhältnis sei aber auch hier beim Arbeitgeber gelegen.

Der Versicherte sei seiner Schadenminderungspflicht nachgekommen. 

Obwohl er immer vermittelbar gewesen sei und sich sein Alkoholkonsum auf 

die Freizeit beschränkt habe, habe er sich zu einer Behandlung entschlossen 

und verzichte seit mehreren Monaten gänzlich auf den Konsum von Alkohol. 

Es werde deshalb die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt.

6. Am 8. Mai 2008 wies das KIGA die Einsprache ab. Der Versicherte sei 

aufgrund des Berichtes der Psychiatrischen Dienste Graubünden, welcher auf 

Veranlassung des KIGA erstellt worden sei, mit Entscheid vom 4. März 2008 

als vermittlungsfähig eingestuft worden. Die betreffende Abklärung habe am 

9. Januar 2008 stattgefunden. Damals habe der Versicherte dem 

untersuchenden Arzt angegeben, aufgrund der Kündigung abends vermehrt 

alkoholisiert gewesen zu sein. Zudem habe er erwähnt, dass er, insbesondere 

nachdem ihm bei der … Verschiedenes vorgeworfen worden sei, selbständig 

die „Notbremse“ gezogen habe und nun eine Antabustherapie durchmache. 

Zudem mache er in der Einsprache geltend, sich seit Dezember 2007 in einer 

Antabustherapie zu befinden. Die Vermittlungsfähigkeit des Versicherten sei 

nicht bestritten. Hier gehe es aber allein um zwei Stellenzuweisungen, bei 

denen der Versicherte einen Stellenantritt durch sein Verhalten vereitelt habe.

Bereits anlässlich des Beratungsgesprächs vom 29. November 2007 habe er, 

auf das Alkoholproblem angesprochen, angegeben, er habe wirklich ein 

Problem, dieses jedoch unter Kontrolle.

Die Zuweisungsschreiben für die … und für die … seien am 31. Oktober und 

2. November 2007, also zu einem Zeitpunkt erfolgt, für welche der Versicherte 

selber angegeben habe, ein Alkoholproblem gehabt zu haben. Beide Firmen 

gäben unabhängig voneinander in den Rückmeldungen an, der Versicherte 

habe den Verdacht auf Alkoholisierung erweckt. In der Aussprache führe er 

selber an, erst seit Dezember 2007 an einer Antabustherapie teilzunehmen. 

Somit sei klar davon auszugehen, dass der Versicherte tatsächlich 

alkoholisiert gewesen sei, als er den Zuweisungen Folge geleistet habe. 

Damit habe er die Chancen, die jeweiligen Anstellungen zu erhalten, vertan 

und sei seiner Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen. 

7. Am 2. Juni 2008 liess der Versicherte dagegen frist- und formgerecht 

Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht erheben und beantragte die 

Aufhebung des Einspracheentscheides und das Absehen von der Einstellung 

in der Anspruchsberechtigung. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren 

Abklärungen an das KIGA zurückzuweisen, subeventualiter sei die Dauer der 

Einstellung nach gerichtlichem Ermessen zu reduzieren. Es sei eine 

mündliche Gerichtsverhandlung durchzuführen.

Aus dem Gutachten der Psychiatrischen Dienste Graubünden gehe hervor, 

dass der Versicherte im Denken formal etwas umständlich und verlangsamt 

sei, was sich auch in der Sprech- und Handlungsweise äussere und er stehe 

in einer Psychopharmakabehandlung. Bei einem Arbeitgeber könne deshalb 

ohne weiteres der Eindruck entstehen, dass der Versicherte unter Einfluss 

von Alkohol stehe, wenn die Ausdünstungen des vorabendlichen 

Alkoholkonsums noch hinzukämen. Hier werde dem Beschwerdeführer aber 

Unrecht getan, da er bei der … nie alkoholisiert zur Arbeit erschienen sei und 

auch beim Vorstellungsgespräch in der … absolut nüchtern gewesen sei. Die 

gegenteilige Behauptung, er sei beim Vorstellungsgespräch alkoholisiert 

gewesen, sei aktenwidrig, wie auch die Behauptung, er sei alkoholisiert 

gewesen als er den Zuweisungen Folge geleistet habe. Es werde eine 

mündliche Verhandlung beantragt, damit sich das Gericht selbst ein Bild von 

der Sprech- und Handlungsweise des Versicherten machen und die 

beantragten Beweisaussagen abnehmen könne.

Die Stelle bei der … sei unzumutbar gewesen und habe die bereits 

angeschlagene psychische Gesundheit des Versicherten gefährdet. Er sei 

dort vom Vorgesetzten von Anfang an schikaniert und gedemütigt worden und 

dieses Verhalten habe das zu tolerierende Mass überschritten. Falls das 

Gericht sich dieser Ansicht nicht anschliessen könne, werde beantragt, die 

Angelegenheit zur Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Der Versicherte sei zur fraglichen Zeit in einer depressiven Stimmung 

gewesen und habe nebst der laufenden Psychopharmakatherapie abends 

noch Alkohol konsumiert. Es dürfte unbestritten sein, dass diese depressive 

Episode Krankheitswert aufgewiesen und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch 

die Urteilsfähigkeit des Beschwerdeführers soweit beeinträchtigt habe, dass 

er in jener Zeit auf den Alkohol nicht mehr habe verzichten können. Ihm sei 

trotz vorabendlichem krankheitsbedingtem Alkoholkonsum jedoch keine 

andere Wahl geblieben, als den Anordnungen des RAV zu folgen und sich bei 

den zugewiesenen Arbeitsstellen zu melden, um sich nicht der Gefahr von 

Sanktionen auszusetzen. Ihm könne deshalb kein vorsätzliches oder 

eventualvorsätzliches schuldhaftes Verhalten vorgeworfen werden.

Aufgrund der Abklärungen stehe fest, dass der Versicherte in jener Zeit eine 

psychische Krise durchlebt und deshalb Alkohol konsumiert habe. Die 

Vermittlungsfähigkeit sei jedoch jederzeit vorhanden gewesen. Somit sei 

davon auszugehen, dass er in jenen Tagen aufgrund der depressiven 

Verstimmung im Sinne von Art. 28 AVIG lediglich vermindert arbeitsfähig bzw. 

vorübergehend arbeitsunfähig gewesen sei und deshalb Anspruch auf 

entsprechende Krankentaggelder hätte. Sollte das Gericht hier keinen 

Entscheid fällen können, werde beantragt, die Angelegenheit zur Abklärung 

der Arbeitsunfähigkeit an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Wenn das Gericht an der Ausfällung von Einstelltagen festhalten wolle, werde 

beantragt, die Sanktion nach Ermessen des Gerichts zu mildern, infolge der 

schwierigen Umstände (arbeitslos mit 55, keine Aussichten auf eine 

Anstellung, Frusttrinken) und insbesondere der angeschlagenen Gesundheit 

Rechnung zu tragen. Der Versicherte habe unbestritten den Weisungen des 

RAV sofort Folge geleistet und mit den zugewiesenen Arbeitgebern Kontakt 

aufgenommen. Zudem sei zu berücksichtigen, dass der Vorgesetzte bei der 

… dem Versicherten von Anfang an klar gemacht habe, er erhalte die fragliche 

Stelle nicht. Bei der … sei die Absage noch am gleichen Tag wie das 

Vorstellungsgespräch erfolgt. Hier habe der Versicherte nicht einmal die 

Möglichkeit gehabt, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Deshalb werde 

subeventualiter eine deutliche Reduktion der Einstelltage nach gerichtlichem 

Ermessen beantragt.

8. Am 23. Juni 2008 beantragte das KIGA die Abweisung der Beschwerde. Der 

Streitwert betrage Fr. 11'193.75 (45 Tage x 1 Taggeld von Fr. 248.75). 

Vorliegend könne nicht bestritten werden, dass zwei mögliche 

Arbeitgeberinnen, denen der Versicherte zugewiesen worden sei, unabhängig 

voneinander übereinstimmend ausgesagt hätten, der Versicherte sei 

alkoholisiert gewesen. Er selber räume ein, dass er während der Zeit seiner 

Arbeitslosigkeit begonnen habe, abends regelmässig Alkohol zu 

konsumieren. Weiter gebe er aktenkundig zu, dass er kurz nach den beiden 

Zuweisungen seinen Hausarzt aufgesucht und sich eine Antabuskur habe 

verschreiben lassen. Daher erscheine es mehr als nur überwiegend 

wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer zur Zeit der beiden Zuweisungen 

jeweils abends dermassen Alkohol konsumiert habe, dass er am Folgetag 

schlicht noch nicht nüchtern gewesen sei, als er sich vorstellen bzw. 

probearbeiten sollte. Angesichts der klaren Fakten erscheine es als nicht 

notwendig, Zeugen einzuvernehmen bzw. eine mündliche Verhandlung 

durchzuführen. Andernfalls werde um Ansetzung eines zweiten 

Schriftenwechsels ersucht, damit Zeugen genannt und Zeugenfragethemata 

eingereicht werden könnten.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist der Einspracheentscheid 

vom 8. Mai 2008 bzw. die diesem zugrunde liegende Verfügung vom 4. März 

2008. Streitgegenstand ist die Frage, ob der Beschwerdeführer zu Recht 

während 45 Tagen in seiner Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. 

2. Gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) 

ist eine versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, 

verpflichtet, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare 

zu unternehmen, um die Arbeitslosigkeit zu verkürzen oder zu vermeiden 

(Schadenminderungspflicht).

In Konkretisierung dieser Pflicht bestimmt Art. 17 Abs. 3 AVIG, dass die 

versicherte Person eine ihr vermittelte, zumutbare Arbeit annehmen muss. 

Kommt sie dieser Schadenminderungspflicht nicht nach, indem sie die 

Weisungen des Arbeitsamtes nicht befolgt, namentlich durch Nichtannahme 

zugewiesener Arbeit, und verursacht sie dadurch schuldhaft einen Schaden 

im Sinne des Eintrittes oder der Verlängerung der Arbeitslosigkeit, so ist sie 

gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Anspruchsberechtigung 

einzustellen (Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 34 f.). Gemäss 

Rechtsprechung ist dieser Tatbestand auch dann erfüllt, wenn die versicherte 

Person eine ihr angebotene Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es aber 

durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt wird. 

Die versicherte Person hat bei den Verhandlungen mit dem künftigen 

Arbeitgeber klar und eindeutig die Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu 

bekunden und sich so zu verhalten, dass sie ihre Chance, eine Stelle zu 

erhalten und damit die Arbeitslosigkeit zu beenden, nicht zum vornherein 

verspielt (BGE 122 V 38 E. 3b).

3. a) In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt, dass der Beschwerdeführer in der Zeit 

während der Arbeitssuche jeweils abends schwer Alkohol konsumierte. In der 

Beschwerdeschrift gab er selber an, an den Folgemorgen jeweils noch nach 

Alkohol gerochen zu haben. Dies entspricht den aktenkundigen 

Feststellungen der …, welche in der Rückmeldung vom 9. November 2007 

schrieb, der Versicherte habe jeden Tag eine Alkoholfahne gehabt. Der 

Versicherte hat also aktenkundig und unbestritten an den jeweiligen 

Vorabenden übermässig Alkohol konsumiert, sodass man dies auch am 

Folgemorgen ohne weiteres noch feststellen konnte, auch wenn er 

möglicherweise wieder nüchtern war. Ob er nun bei den 

Vorstellungsgesprächen bzw. beim Schnuppern wirklich alkoholisiert war oder 

nicht, spielt keine Rolle, da er durch sein vorabendliches exzessives Trinken, 

welches unbestritten jeweils noch am anderen Tag feststellbar war, sicherlich 

das Zustandekommen der Arbeitsverhältnisse verhindert hat.

b) Zu prüfen ist, ob der Alkoholkonsum krankhafter Natur war und dem 

Beschwerdeführer deshalb sein Verhalten nicht vorgeworfen werden kann. 

Die Psychiatrischen Dienste Graubünden bestätigten im Gutachten vom 7. 

Februar 2008 (Untersuchung vom 9. Januar 2008), dass aus psychiatrischer 

Sicht kein Hinweis auf das Vorliegen einer Suchterkrankung oder einer 

anderen Erkrankung bestehe, welche die Arbeitsfähigkeit und damit die 

Vermittlungsfähigkeit einschränke. Das Argument des Versicherten, die 

depressive Episode zur Zeit der beiden Bewerbungen Ende Oktober/Anfang 

November 2007 habe Krankheitswert erreicht, ist deshalb nicht zutreffend, da 

eine psychische Krankheit medizinisch nicht vorlag. Somit kann festgehalten 

werden, dass der Beschwerdeführer das Zustandekommen einer Anstellung 

schuldhaft verhindert hat, indem er allabendlich so viel Alkohol konsumierte, 

dass dies am Folgemorgen jeweils noch deutlich feststellbar war. Mit anderen 

Worten hat er von vornherein seine Chance verspielt, eine Stelle zu erhalten 

und die Arbeitslosigkeit zu beenden. 

4. a) Weiter stellt sich die Frage der Zumutbarkeit des Arbeitsverhältnisses bei der 

... Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, er habe die Stelle zu 

Recht nicht angenommen, da er vom Vorgesetzten schon während des 

Probearbeitens schikaniert worden sei. 

b) Die dem Versicherten obliegende sozialversicherungsrechtliche 

Schadenminderungspflicht findet ihre Grenze am Zumutbarkeitsgedanken 

(Art. 16 AVIG). Im Regelfall kann dem Versicherten zugemutet werden, für 

eine begrenzte Zeit in einem unbefriedigenden Arbeitsverhältnis zu 

verbleiben, um von dort aus eine neue Stelle zu suchen. Spannungen mit 

Vorgesetzten oder Mitarbeitern alleine genügen nicht, um von einer 

Unzumutbarkeit auszugehen (Faesi, Arbeitslosenentschädigung und 

Zwischenverdienst, Ursachen und Wirkungen der zweiten Teilrevision des 

AVIG, Diss. Zürich 1999, S. 310 mit Hinweisen). Insbesondere in Zeiten mit 

schwieriger Arbeitsmarktlage wird verlangt, dass die Stelle nur bei Aussicht 

auf eine andere Stelle aufgegeben wird. Anders ist zu entscheiden, wenn 

persönlichkeitsverletzende Diskriminierungen vorliegen (Chopard, a.a.O., S. 

124 mit Hinweisen). Belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz begründen 

demnach keine Unzumutbarkeit für den Arbeitnehmer. Art. 16 Abs. 2 lit. c 

AVIG statuiert jedoch den Vorbehalt der gesundheitlich bedingten 

Unzumutbarkeit. 

c) Eine aufgrund eines angespannten Arbeitsklimas ausgesprochene 

Kündigung ohne zugesicherte Anschlussstelle bzw. die Nichtannahme einer 

Stelle darf in der hier vorliegenden Konstellation wohl einzig in Betracht 

gezogen werden, wenn die Umstände am Arbeitsplatz geradezu unerträglich, 

etwa persönlichkeitsverletzend wären. Solches behauptet aber nicht einmal 

der Beschwerdeführer. Er hat zudem nichts versucht, um den behaupteten 

Missstand zu beheben, indem er beispielsweise zuerst mit der Betriebsleitung 

gesprochen hätte. Stattdessen hat er sich ohne Abmeldung von der 

Schnupperstelle entfernt. Auffallend ist auch, dass er zu einem 

Schnupperkurs aufgeboten wurde, obwohl ihm, wie von ihm selbst behauptet, 

der Vorgesetzte von Anfang an zu verstehen gab, er werde die Stelle nicht 

erhalten. Gegenüber dem Arzt der Psychiatrischen Dienste Graubünden hat 

der Beschwerdeführer am 8. Januar 2008 erwähnt, dass, nachdem ihm 

insbesondere bei der … Verschiedenes vorgeworfen worden sei, er 

selbständig die Notbremse bezüglich seines Alkoholkonsums gezogen habe 

und nun zweimal pro Woche bei seinem Hausarzt Antabus einnehme. Dies 

deutet klar darauf hin, dass die Angaben der … betreffend Alkoholfahne 

zutreffend waren. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass der 

Beschwerdeführer durch sein vorabendliches Trinken am nächsten Morgen 

jeweils in einer solch schlechten körperlichen sowie psychischen Verfassung 

war, dass er zur Entstehung der Schwierigkeiten mit seinem Vorgesetzten 

massgebend beigetragen hat. Der Hinweis auf die problematische 

gesundheitliche Situation zielt ins Leere, da dem Beschwerdeführer in 

psychologischer Hinsicht gerade keine Krankheit attestiert wurde. Inwiefern 

das Arbeitsverhältnis bzw. das Arbeitsklima bei der … unzumutbar gewesen 

sein soll, ist nicht erstellt. Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem 

Punkt als unbegründet. Damit ist festzuhalten, dass sowohl auf die mündliche 

Verhandlung und Zeugeneinvernahme als auch auf die Beweisaussage, 

welche gemäss Art. 12 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) im Verwaltungsgerichtsprozess ohnehin nicht als 

Beweismittel vorgesehen ist, verzichtet werden kann.

5. a) Zu klären bleibt, ob der angefochtene Entscheid auch hinsichtlich der Dauer 

der Einstellung in der Anspruchsberechtigung gerechtfertigt ist. Gemäss Art. 

30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je 

Einstellungsgrund höchstens 60 Tage. Art. 45 Abs. 2 der Verordnung über die 

obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 

(AVIV; SR 837.02) führt dazu aus, dass die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung 1-15 Tage bei leichtem, 16-30 Tage bei 

mittelschwerem und 31-60 Tage bei schwerem Verschulden beträgt. Gemäss 

dem im Kreisschreiben über die Arbeitslosenentschädigung (KS ALE) des 

Staatssekretariates für Wirtschaft (Seco) vom Januar 2007 publizierten 

Einstellraster (D72) beträgt die Einstellungsdauer für die Ablehnung einer 

zugewiesenen oder selbst gefundenen, zumutbaren befristeten Stelle bzw. 

eines Zwischenverdienstes auf 3 Monate befristet 23 bis 30 Tage. Für die 

Ablehnung einer zugewiesenen oder selbst gefundenen, zumutbaren 

unbefristeten Stelle bzw. eines Zwischenverdienstes bei erster Ablehnung 

beträgt die Einstellung 31 bis 45 Tage. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, 

dass das Verwaltungsgericht nicht an die Kreisschreiben des Seco gebunden 

ist. Ergibt sich jedoch, dass die Vorinstanz die Dauer der Einstellung im 

Rahmen ihres zulässigen Ermessens verfügt hat, gibt es keinen Grund, an 

der diesbezüglichen Verfügung etwas zu ändern. Was dieses Ermessens 

betrifft, haben die Verfügungsinstanzen grossen Spielraum, weshalb bei der 

Beurteilung der Einstelldauer durch das Verwaltungsgericht Zurückhaltung 

geboten ist.

b) Im konkreten Fall können die angeblich belastenden Verhältnisse am 

Arbeitsplatz nicht berücksichtigt werden, da, mindestens überwiegend 

wahrscheinlich, hauptsächlich der Versicherte durch sein Verhalten das 

Nichtzustandekommen der Anstellung bei der … verhindert hat. Anzumerken 

ist, dass die Beschwerdegegnerin in ihrer Beurteilung bereits einbezogen hat, 

dass das Arbeitsverhältnis bei der … befristet gewesen wäre. Bei strenger 

Auslegung des Einstellrasters der ALV wäre vorliegend sogar die Einstellung 

für 60 Tage in Frage gekommen.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände ergibt sich, dass die Vorinstanz 

ihr Ermessen nicht überschritten hat und die Dauer der Einstellung von 45 

Tagen nicht zu beanstanden ist. 

6. Aufgrund des eben Dargelegten erweist sich die Beschwerde als unbegründet 

und der angefochtene Einspracheentscheid bzw. die diesem zugrunde 

liegende Verfügung als rechtens. Infolgedessen ist die Beschwerde 

abzuweisen. 

7. Gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen - ausser bei 

leichtsinniger oder mutwilliger Prozessführung - kostenlos, weshalb 

vorliegend keine Kosten erhoben werden. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.