# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ef2f332-5b9f-5e5e-9f54-659b378e5986
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.10.2025 100 2024 65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2024-65_2025-10-23.pdf

## Full Text

100.2024.65U
STN/SPM/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Oktober 2025

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Nyffenegger, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Spiess

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt … und Rechtsanwältin …
Beschwerdeführerin

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung zwecks Verbleibs bei 
der Tochter (Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 
22. Januar 2024; 2022.SIDGS.615)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 2

Prozessgeschichte:

A.

Die verwitwete ukrainische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1949) reiste 
am 9. Januar 2022 besuchsweise in die Schweiz ein. Am 29. März 2022, 
noch vor Ablauf des visumsfreien Aufenthalts (8.4.2022), ersuchte sie beim 
Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern (ABEV), Migrationsdienst 
(MIDI), um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zwecks Verbleibs bei ihrer 
mit Familie in B.________ wohnhaften Tochter. Am 31. März 2022 meldete 
sie sich bei der Einwohnergemeinde (EG) B.________ an und ersuchte am 
7. April 2022 um Verlängerung des Visums. Mit Verfügung vom 8. Septem-
ber 2022 wies das ABEV (MIDI) das Gesuch um Erteilung einer Aufenthalts-
bewilligung und um Verlängerung des Visums ab. Gleichzeitig verfügte es 
die Wegweisung, vorbehältlich der Beantragung des vorübergehenden 
Schutzes (Schutzstatus S) beim Staatssekretariat für Migration (SEM). Das 
Gesuch von A.________ vom 26. September 2022 um vorübergehenden 
Schutz hiess das SEM am 28. September 2022 gut, worauf das ABEV (MIDI) 
den Wegweisungsvollzug aussetzte. Seither wohnt sie in der EG 
B.________ bei ihrer Tochter C.________ (geb. …; Schweizer Bürgerin) und 
deren Familie.

B.

Gegen die Verfügung des ABEV (MIDI) vom 8. September 2022 hat 
A.________ am 10. Oktober 2022 Beschwerde bei der Sicherheitsdirektion 
des Kantons Bern (SID) erhoben. Diese wies die Beschwerde am 22. Januar 
2024 ab. 

C.

Gegen den Entscheid der SID hat A.________ am 28. Februar 2024 Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragt, es sei der angefochtene 
Entscheid aufzuheben und ihr sei eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 3

Eventuell sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zum 
Neuentscheid an die SID oder an das ABEV zurückzuweisen.

Die SID hat mit Vernehmlassung vom 14. März 2024 auf Abweisung der Be-
schwerde geschlossen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind einge-
halten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutre-
ten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

2.

Ab Einreichung des Asylgesuchs bis zur Ausreise nach einer rechtskräftig 
angeordneten Wegweisung, nach einem Rückzug des Asylgesuchs oder bis 
zur Anordnung einer Ersatzmassnahme bei nicht durchführbarem Vollzug 
kann eine asylsuchende Person kein Verfahren um Erteilung einer auslän-
derrechtlichen Aufenthaltsbewilligung einleiten, ausser es bestehe ein An-
spruch auf deren Erteilung (Art. 14 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 [AsylG; SR 142.31]; sog. Grundsatz der Ausschliesslichkeit des Asyl-
verfahrens). Nach Art. 14 Abs. 5 AsylG werden hängige Verfahren um Ertei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 4

lung einer Aufenthaltsbewilligung mit dem Einreichen eines Asylgesuchs ge-
genstandslos. Diese Bestimmungen gelten sinngemäss für schutzsuchende 
Personen ab Einreichung des Schutzgesuchs bis zur Ausreise nach einer 
rechtskräftig angeordneten Wegweisung (vgl. Art. 72 AsylG; Stellungnahme 
des Bundesrats vom 28.8.2024 zur Motion Nr. 24.3456 von Corina Gredig 
«Schutzstatus S. Erwerbsanreize und Perspektiven schaffen»). – Im vorlie-
genden Fall hat die Beschwerdeführerin am 29. März 2022 ein Gesuch um 
Aufenthaltsbewilligung eingereicht (Akten MIDI pag. 2 ff.; vgl. vorne Bst. A). 
Erst nachdem das ABEV das Gesuch abgewiesen und sie unter Vorbehalt 
der Beantragung des vorübergehenden Schutzes beim SEM aus der 
Schweiz weggewiesen hat, hat sie ein entsprechendes Gesuch gestellt. Die-
ses hat das SEM am 28. September 2022 gutgeheissen (Akten MIDI 
pag. 336 ff. und 348 ff.; vgl. vorne Bst. A). Die SID hat den geltend gemach-
ten Aufenthaltsanspruch sowie die ermessensweise Erteilung einer Aufent-
haltsbewilligung umfassend geprüft. Ob dieses Vorgehen im Licht von 
Art. 14 AsylG korrekt war, kann mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens 
dahingestellt bleiben. 

3.

Wird in der Schweiz ein Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit oder ein mehr als 
dreimonatiger Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit beabsichtigt, so ist dafür eine 
Bewilligung erforderlich (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes vom 16. De-
zember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integra-
tion [Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20]). Die Aufenthalts-
bewilligung wird für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem Jahr 
erteilt (Art. 33 Abs. 1 AIG). Sie wird für einen bestimmten Aufenthaltszweck 
erteilt, ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe 
nach Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen (Art. 33 Abs. 2 und 3 AIG). Demnach be-
steht grundsätzlich kein Anspruch auf Erteilung oder Verlängerung einer Auf-
enthaltsbewilligung, es sei denn, die um eine Bewilligung ersuchende Per-
son oder ihre in der Schweiz lebenden Angehörigen könnten sich auf eine 
besondere Norm des Bundesrechts (einschliesslich Bundesverfassungs-
recht) oder eines Staatsvertrags berufen (BGE 135 II 1 E. 1.1, 133 I 185 
E. 2.3). Andernfalls entscheidet die zuständige Behörde nach pflichtgemäs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 5

sem Ermessen über die Bewilligungserteilung oder -verlängerung (vgl. 
Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AIG). Das AIG unterscheidet folglich zwi-
schen Bewilligungen, auf deren Erteilung ein Rechtsanspruch besteht (sog. 
Anspruchsbewilligung), und Bewilligungen, über welche die Behörde ermes-
sensgeprägt entscheidet (sog. Ermessensbewilligung; BVR 2022 S. 93 
[VGE 2020/246 vom 25.11.2021] nicht publ. E. 2.1, 2013 S. 73 E. 2.2, 2010 
S. 481 E. 2.1).

4.

Da die Tochter der Beschwerdeführerin Schweizer Bürgerin ist, kommt für 
den Familiennachzug grundsätzlich Art. 42 AIG zur Anwendung, gemäss 
welchem ausländische Familienangehörige von Schweizerinnen und 
Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewil-
ligung haben, wenn sie im Besitz einer dauerhaften Aufenthaltsbewilligung 
eines Staates sind, mit dem ein Freizügigkeitsabkommen abgeschlossen 
wurde (Art. 42 Abs. 2 AIG). Die Beschwerdeführerin ist nicht im Besitz einer 
dauerhaften Aufenthaltsbewilligung eines Staates, mit dem ein Freizügig-
keitsabkommen abgeschlossen worden ist. Entsprechend kann kein An-
spruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug nach 
Art. 42 Abs. 2 AIG abgeleitet werden, was unbestritten ist. Die Beschwerde-
führerin sieht in der Regelung von Art. 42 Abs. 2 AIG jedoch eine stossende 
Ungleichbehandlung der Schweizerinnen und Schweizer im Vergleich zu 
den EU-Staatsangehörigen, auf welche das Freizügigkeitsabkommen (FZA; 
SR 0.142.112.681) anwendbar ist. Sie ersucht das Verwaltungsgericht, 
diese sog. Inländerdiskriminierung zu korrigieren (Beschwerde Rz. 9 f.). – 
Die SID hat insoweit zutreffend erwogen, dass das Bundesgericht eine rich-
terliche Korrektur der Schlechterstellung von Schweizerinnen und Schwei-
zern wiederholt abgelehnt hat (angefochtener Entscheid E. 3.2; vgl. 
BGE 136 II 120 E. 3.5; BGer 2C_293/2023 vom 11.6.2025 E. 1.2, 
2C_432/2023 vom 8.4.2024 E. 3.4, 2C_678/2021 vom 6.12.2021 E. 5.4.2 mit 
Hinweisen). Es besteht kein Anlass, von der insoweit gefestigten Rechtspre-
chung des Bundesgerichts abzuweichen, der sich das Verwaltungsgericht 
angeschlossen hat (vgl. VGE 2022/287 vom 30.10.2024 E. 3.7 [noch nicht 
rechtskräftig], 2020/113 vom 25.11.2021 E. 4.3.3). Insbesondere ist kein An-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 6

lass zur «Korrektur» im neuerlichen Scheitern einer parlamentarischen In-
itiative (Nr. 19.464 von Angelo Barrile) zu erblicken, welche die Schlechter-
stellung von Schweizerinnen und Schweizern beim Familiennachzug besei-
tigen wollte (AB 2024 N 1120 ff., AB 2024 S 674 ff., AB 2025 N 383 ff.). Die 
Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.

5.

Die Beschwerdeführerin macht weiter einen Anspruch auf Aufenthalt ge-
stützt auf Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; 
SR 0.101) bzw. den inhaltlich deckungsgleichen Art. 13 Abs. 1 der Bundes-
verfassung (BV; SR 101) geltend (sog. umgekehrter Familiennachzug; Be-
schwerde Rz. 11 ff.). 

5.1 Art. 8 Ziff. 1 EMRK (bzw. Art. 13 Abs. 1 BV) gewährleistet unter an-
derem das Recht auf Achtung des Familienlebens. Hat eine ausländische 
Person nahe Verwandte in der Schweiz und ist die familiäre Beziehung zu 
diesen intakt und wird sie tatsächlich gelebt, kann es diese Bestimmungen 
verletzen, wenn den Verwandten die Anwesenheit in der Schweiz untersagt 
und damit ihr Zusammenleben vereitelt wird (BGE 144 I 266 E. 3.3). Der 
Schutz des Familienlebens im Sinn der erwähnten Grundrechte erfasst in 
erster Linie die Kernfamilie (Beziehungen zwischen Eheleuten und zwischen 
Eltern und ihren minderjährigen Kindern); andere familiäre Beziehungen, na-
mentlich diejenigen zwischen den Eltern und ihren volljährigen Kindern, ste-
hen nur in besonderen Fällen (ausnahmsweise) unter diesem Schutz, wenn 
ein Abhängigkeitsverhältnis dargetan wird, das über die normalen familiären 
Bindungen hinausgeht (BGE 147 I 268 E. 1.2.3; BVR 2022 S. 93 
[VGE 2020/246 vom 25.11.2021] nicht publ. E. 3.1, 2020 S. 443 E. 4.2.1, je 
mit weiteren Hinweisen). Ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Eltern und 
ihren erwachsenen Kindern ist nicht leichthin anzunehmen und kommt etwa 
bei Betreuungs- und Pflegebedürfnissen zufolge schwerwiegender Krank-
heiten oder körperlicher bzw. geistiger Behinderungen in Betracht, sofern 
eine Betreuung durch hier anwesenheitsberechtigte Angehörige unabding-
bar ist (zum Ganzen BGE 144 II 1 E. 6.1; BGer 2C_1011/2022 vom 
14.2.2023 E. 3.2, 2C_779/2021 vom 9.5.2022 E. 3.2; BVR 2022 S. 93 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 7

[VGE 2020/246 vom 25.11.2021] nicht publ. E. 3.1, 2019 S. 314 E. 5.1.1). 
Liegt kein derartiges Abhängigkeitsverhältnis vor, ist Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. 
Art. 13 Abs. 1 BV durch die Verweigerung einer Bewilligung von vornherein 
nicht betroffen. Das Abhängigkeitsverhältnis muss zudem im Zeitpunkt der 
Geltendmachung des Anspruchs bereits bestehen (BGer 2C_396/2021 vom 
27.5.2021 E. 3.2, 2C_867/2016 vom 30.3.2017 E. 2.2).

5.2 Die ältere Tochter der Beschwerdeführerin hat im Jahr 2009 einen 
Schweizer Bürger geheiratet und ist seit 2015 im Besitz des Schweizer Bür-
gerrechts. Sie wohnt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern (beide 
Jg. 2010 und im Besitz des Schweizer Bürgerrechts) in B.________ (Akten 
MIDI pag. 32 ff.). Das Anwesenheitsrecht der Tochter, des Schwiegersohnes 
und der Enkelkinder ist im Sinne der Rechtsprechung gefestigt. Es ist unbe-
stritten, dass die erwachsene Tochter und deren Familie nicht zur Kernfami-
lie der Beschwerdeführerin zählen. Strittig ist lediglich, ob die SID zu Unrecht 
ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer äl-
teren Tochter und deren Familie verneint hat. Die Beschwerdeführerin bringt 
hierzu vor, in Anbetracht ihres Gesundheitszustands sei eine kontinuierliche 
Beobachtung und Betreuung durch eine Vertrauensperson unerlässlich (Be-
schwerde Rz. 24 f. und 37). Sie sei auch psychisch besonders auf ihre Fa-
milie angewiesen, da sie mehrere Schicksalsschläge erlitten (Tod des Ehe-
manns und der jüngeren Tochter, drei Hirnschläge) und in der Ukraine keine 
nahen Verwandten bzw. emotionalen Bezugspersonen mehr habe. Diese 
spezifische psychische und emotionale Unterstützung könne von einer aus-
senstehenden Person nicht erbracht werden (Beschwerde Rz. 26 und 37). 
Ausserdem gehe die Beziehung zur Enkelin über eine normale gefühlsmäs-
sige Verbindung zu Enkelkindern hinaus, da sie nach dem Tod ihrer jüngeren 
Tochter für sie gesorgt habe, bis sie zur älteren Tochter in die Schweiz ge-
zogen und von dieser adoptiert worden sei. Dadurch sei auch die Beziehung 
zur älteren Tochter sowie zum Schwiegersohn und Enkel noch intensiver ge-
worden. Sie und ihre in der Schweiz lebende Familie bildeten aus den ge-
nannten Gründen eine «aussergewöhnliche Schicksalsgemeinschaft» (Be-
schwerde Rz. 34 ff.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 8

5.3 Zur gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin und ihrer Be-
treuung ergibt sich Folgendes: 

5.3.1 Laut dem Austrittsbericht des Inselspitals Bern vom 27. April 2018 
(Akten MIDI pag. 138 f.) und dem ärztlichen Bericht des behandelnden Fach-
arztes für Allgemeine Innere Medizin vom 27. Februar 2024 (Beschwerde-
beilage [BB] 3 [act. 1C]) hat die Beschwerdeführerin im Jahr 2008 einen aku-
ten ischämischen Hirninfarkt im Media-Stromgebiet rechts mit hämorrhagi-
scher Transformation (sekundäre Einblutung; Behandlung in Kiew) und am 
7. April 2018 zwei weitere, akute ischämische Hirninfarkte im Media-Strom-
gebiet rechts und im Hirnstamm links ohne Gefässverschlüsse erlitten. Zu-
dem leidet sie unter Bluthochdruck. Infolge der jüngsten Hirninfarkte zeigte 
sich die Beschwerdeführerin dysarthrisch mit einer leisen Stimme und 
Schluckstörungen, mit einer gestörten Feinmotorik der linken Hand und mit 
einer Fallneigung nach rechts bei der Mobilisation. Sie verbrachte zwei Wo-
chen auf der Stroke-Unit des Inselspitals Bern. Im Verlaufsbericht der dar-
aufhin erfolgten Physiotherapie und Logopädie (1.5-11.6.2018; Akten MIDI 
pag. 141 ff.) ist Folgendes festgehalten: Die Beschwerdeführerin sei eine 
gute Fussgängerin und könne alltägliche Sachen gut, wie Knöpfe und Reis-
verschlüsse schliessen, Besteck und Gläser halten. Sie zeige insbesondere 
Probleme beim Schlucken von Flüssigkeiten. Anfängliche Schwierigkeiten 
bei der Zungenbeweglichkeit hätten sich verbessert (Akten MIDI pag. 140). 
Gemäss dem ärztlichen Bericht vom 27. Februar 2024 wurde bei der Be-
schwerdeführerin während eines weiteren Aufenthalts in der Schweiz am 
11. August 2021 im Rahmen einer Notfallkonsultation im Inselspital Bern 
eine hypertensive Krise diagnostiziert; der anfängliche Verdacht auf einen 
weiteren Hirninfarkt wurde nicht bestätigt. Die Beschwerdeführerin leidet 
aber nach wie vor unter hohem Blutdruck, gestörtem Gangbild und Gleich-
gewicht, Schluckstörungen und Stimmveränderungen sowie andauernden 
starken Kopf- und Rückenschmerzen, Sehstörungen und Schwächezustän-
den. Der behandelnde Facharzt hat eine Anpassung der Medikation und eine 
Augenuntersuchung empfohlen. Zum psychischen Allgemeinzustand hält er 
fest, dass die Beschwerdeführerin infolge Schluckstörungen unter anhalten-
den Panik- und Angstzuständen leide, welche zusätzlich den Blutdruck er-
höhen würden. Sie sei psychisch und emotional stark auf ihre Familie ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 9

wiesen. Die Familienmitglieder seien ihre einzigen Bezugspersonen, böten 
ihr Stabilität und Unterstützung und könnten bei Bedarf jederzeit Hilfe leisten. 

5.3.2 Seit ihrer Einreise im Januar 2022 wohnt die Beschwerdeführerin in 
der Mietwohnung der Tochter und deren Familie, nach eigenen Angaben in 
einem speziell für sie eingerichteten Zimmer (Akten MIDI pag. 168 ff.; Be-
schwerde Rz. 18). Die Betreuung und Pflege der Beschwerdeführerin werde 
ausschliesslich durch die Familie der Tochter erbracht: Es sei immer jemand 
von der Familie anwesend. So arbeite der Schwiegersohn fast zu 100 % und 
ihre Tochter mittwochs im Homeoffice (bei Beschäftigungsgrad 100 %). 
Nach der Schule seien die Enkelkinder in ihrer Nähe und könnten sie ablen-
ken und beruhigen. An den Wochenenden unterstütze sie die Tochter (Be-
schwerde Rz. 17 und 19 f.).

5.4 Mit der SID wird nicht angezweifelt, dass die Beschwerdeführerin ge-
genwärtig auf gewisse Unterstützung angewiesen ist (angefochtener Ent-
scheid E. 3.3.4). Ein Abhängigkeitsverhältnis zur hier lebenden Tochter und 
deren Familie ist aber nicht erstellt. Zwar ist die Beschwerdeführerin gesund-
heitlich angeschlagen (vgl. vorne E. 5.3.1). Schwerwiegende Krankheiten 
oder körperliche bzw. geistige Behinderungen liegen jedoch nicht vor. Insbe-
sondere ist der gesundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin nicht mit 
einer praktischen Erblindung (BGer 2C_978/2021 vom 11.8.2022 E. 4.3) 
oder einer Paraplegie mit depressiver Erkrankung (BGer 2C_779/2021 vom 
9.5.2022 E. 6.3) vergleichbar (Beschwerde Rz. 12). Hinzu kommt, dass die 
Beschwerdeführerin nicht einzig durch die in der Schweiz wohnhafte Tochter 
(und deren Familie) gepflegt und betreut werden kann (vgl. angefochtener 
Entscheid E. 3.3.4). Solange die Beschwerdeführerin über den Schutzstatus 
S verfügt, kann sie bei ihrer Familie in der Schweiz leben. Sollte der Schutz-
status dereinst aufgehoben werden, weil die Schutzbedürftigkeit entfällt, 
kann die Betreuung und Beobachtung der Beschwerdeführerin bei unverän-
dertem Gesundheitszustand auch in der Ukraine durch privates Pflegeper-
sonal (vgl. hierzu Beschwerde Rz. 28) oder – sollte ihre Wohnung nicht wie-
der instand gestellt werden (Beschwerde Rz. 32 und Fotos in BB 7 [act. 1C]) 
– in einer Alters- und Pflegeeinrichtung geleistet werden (vgl. für eine ähnli-
che Würdigung VGE 2018/464 vom 5.11.2019 E. 3 und 4). Es ist zwar ver-
ständlich, dass die Beschwerdeführerin nahe bei ihrer Tochter (mit Familie) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 10

leben möchte und sich, insbesondere bei einem Panik- oder Angstzustand, 
bei der Familie am besten betreut und aufgehoben fühlt (vgl. vorne E. 5.2). 
Allerdings hat die Tochter ihre Heimat verlassen, um in der Schweiz zu le-
ben. Es ist eine Folge dieses Entscheids, dass sie nun nicht in der Nähe lebt 
und sich nicht selber um die Beschwerdeführerin kümmern kann. Gestützt 
auf Art. 8 EMRK besteht keine Pflicht der Signatarstaaten, dafür zu sorgen, 
dass Eltern oder Schwiegereltern ihren Lebensabend – ohne hiesige Bezie-
hung zum Land (vgl. hinten E. 6.4) – bei ihren erwachsenen Kindern verbrin-
gen können (BGer 2C_396/2021 vom 27.5.2021 E. 4.2). Auch der Umstand, 
dass die Enkelin nach dem Tod ihrer Mutter (7.6.2015; Akten MIDI pag. 40) 
bis zu ihrer Einreise in die Schweiz zwecks Adoption durch die ältere Tochter 
(Akten MIDI pag. 43) kurz mit der Beschwerdeführerin gemeinsam in der Uk-
raine gelebt hat (vgl. Gesuch um Aufenthaltsbewilligung Rz. 6, Akten MIDI 
pag. 2 ff.), vermag noch kein über die normalen familiären Bindungen hin-
ausgehendes Abhängigkeitsverhältnis zu begründen. 

5.5 Nach dem Erwogenen hat die SID somit zu Recht erkannt, dass die 
Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer in der Schweiz le-
benden Tochter und deren Familie nicht in den Schutzbereich von Art. 8 
Ziff. 1 EMRK resp. Art. 13 BV fällt. Eine andere Anspruchsgrundlage ist we-
der geltend gemacht noch ersichtlich. Mit der SID ist ein Anwesenheitsan-
spruch zu verneinen (angefochtener Entscheid E. 3.3.4).

6.

Ferner ist umstritten, ob der Beschwerdeführerin der Aufenthalt als Rentne-
rin zu Recht verweigert worden ist.

6.1 Nach Art. 28 AIG können Ausländerinnen und Ausländer, die nicht 
mehr erwerbstätig sind, zugelassen werden, wenn sie ein vom Bundesrat 
festgelegtes Mindestalter erreicht haben (Bst. a), besondere persönliche Be-
ziehungen zur Schweiz besitzen (Bst. b) und über die notwendigen finanzi-
ellen Mittel verfügen (Bst. c). Die Voraussetzungen für diese sog. Rentner-
bewilligung müssen kumulativ erfüllt sein. Selbst wenn dies der Fall ist, be-
steht kein Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung. Die Entscheidung ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 11

vielmehr nach pflichtgemässem Ermessen zu treffen (BVR 2024 S. 505 
E. 2.2, 2022 S. 93 E. 4.1 mit Hinweisen). Näheres regelt Art. 25 der Verord-
nung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 
(VZAE; SR 142.201). Danach beträgt das Mindestalter für die Zulassung von 
Rentnerinnen und Rentnern 55 Jahre (Abs. 1). Besondere persönliche Be-
ziehungen zur Schweiz (Abs. 2) liegen insbesondere vor, wenn längere 
frühere Aufenthalte in der Schweiz, namentlich Ferien, Ausbildung oder Er-
werbstätigkeit, nachgewiesen werden (Bst. a), oder wenn enge Beziehungen 
zu nahen Verwandten in der Schweiz bestehen (Eltern, Kinder, Enkelkinder 
oder Geschwister; Bst. b). Weiter darf die ersuchende Person im In- oder 
Ausland mit Ausnahme der Verwaltung des eigenen Vermögens keine Er-
werbstätigkeit ausüben (Abs. 3). Die notwendigen finanziellen Mittel liegen 
vor, wenn sie den Betrag übersteigen, der eine Schweizerin oder einen 
Schweizer und allenfalls ihre oder seine Familienangehörigen zum Bezug 
von Ergänzungsleistungen nach dem Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006 
über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi-
cherung (ELG; SR 831.30) berechtigt (Abs. 4).

6.2 Die heute 76-jährige Beschwerdeführerin hat das geforderte Mindest-
alter erreicht. Zudem ist aufgrund ihres Alters nicht anzunehmen, dass sie in 
der Schweiz einer entgeltlichen Tätigkeit nachgehen wird (vgl. Akten SID 
4A1 Beilage 6 zur Beschwerde vom 10.10.2022). Strittig ist, ob die SID be-
sondere persönliche Beziehungen zur Schweiz zu Recht verneint (angefoch-
tener Entscheid E. 4.3.3) und infolgedessen das Vorliegen genügender fi-
nanzieller Mittel offen lassen konnte (angefochtener Entscheid E. 4.4).

6.3 Zu den besonderen persönlichen Beziehungen zur Schweiz ergibt 
sich Folgendes:

6.3.1 Die besondere persönliche Beziehung zur Schweiz (Art. 28 Bst. b 
AIG) darf sich nicht bloss aus Beziehungen zu hier lebenden Verwandten 
ergeben, sondern muss in weiteren Bezugspunkten zum Ausdruck kommen, 
die eigenständige und von Angehörigen unabhängige Beziehungen sozio-
kultureller oder persönlicher Art zur Schweiz aufzeigen, beispielsweise in 
Form von Verbindungen zum örtlichen Gemeinwesen, Teilnahme an kultu-
rellen Veranstaltungen oder direkten Beziehungen zur einheimischen Bevöl-
kerung (BVR 2022 S. 93 E. 4.4.1; vgl. auch Weisungen und Erläuterungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 12

Ausländerbereich des SEM, Stand: 1.9.2025, Ziff. 5.3 [einsehbar unter: 
<www.sem.admin.ch>, Rubriken «Publikationen & Service/Weisungen und 
Kreisschreiben/I. Ausländerbereich»]). Unter Ermessensgesichtspunkten ist 
es auch bei Vorliegen verwandtschaftlicher Beziehungen gemäss Art. 25 
Abs. 2 Bst. b VZAE nicht unstatthaft, den Zuzug wirtschaftlich nicht aktiver 
Personen, die nie Beiträge an die Sozialwerke, Krankenkassenbeiträge oder 
Steuern geleistet haben, im Licht der einschlägigen öffentlichen Interessen 
zurückhaltend zu regeln (Art. 28 i.V.m. Art. 3 Abs. 3, Art. 4 und 96 AIG; vgl. 
BVR 2022 S. 93 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; zum Ganzen BVR 2024 
S. 505 E. 3.1; VGE 2022/85 vom 12.3.2024 E. 4.2.1).

6.3.2 Insgesamt räumt Art. 28 AIG Beurteilungsspielräume und Ermessen 
ein. Das Rechtsverständnis der SID hält sich an den gesetzlichen Rahmen 
und steht im Einklang mit der einschlägigen Rechtsprechung. Das Verwal-
tungsgericht wendet bei diesen Gegebenheiten den vergleichsweise stren-
gen Massstab der SID an, weil es im Rahmen der Rechtskontrolle nicht seine 
Aufgabe ist, eine andere Praxis anstelle der primär verantwortlichen Behör-
den zu setzen, wenn eine Praxis strenger oder entgegenkommender sein 
kann (vgl. BVR 2024 S. 505 E. 3.2, 2022 S. 93 E. 4.4.3; weiterführend allge-
mein hierzu Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum berni-
schen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 80 N. 25). 

6.3.3 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie sei seit 2009 jährlich total 180 
Tage und damit insgesamt sechs Jahre in der Schweiz gewesen und halte 
sich seit Januar 2022 ununterbrochen in der Schweiz auf. Sie gehe auf dem 
Wochenmarkt einkaufen, besuche das Hallenbad in B.________ oder das 
Freibad … sowie regelmässig die reformierte Kirche in B.________, alles 
unabhängig von der Tochter und deren Familie. Sie bemühe sich seit meh-
reren Jahren jeden Tag, neue Wörter und Sätze auf Deutsch zu lernen (Be-
schwerde Rz. 44 ff. und 52). Ausserdem verfüge sie in der Schweiz über 
enge Beziehungen zur Schweizer Bevölkerung und zur reformierten Kirche. 
Als Nachweis hat sie im Verfahren vor der SID und im verwaltungsgerichtli-
chen Verfahren mehrere Schreiben von Drittpersonen ins Recht gelegt (Be-
schwerde Rz. 49 ff.). 

6.3.4 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit Sep-
tember 2014 14 Mal für mehrheitlich jeweils drei Monate (rund 3,5 Jahre) in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 13

die Schweiz zu ihrer Tochter und deren Familie gereist ist (Akten MIDI 
pag. 45 ff. und 236 ff.). Die Beschwerdeführerin hält sich zudem seit Januar 
2022 in der Schweiz auf und ist seit drei Jahren (September 2022) im Besitz 
des Schutzstatus S (Akten MIDI pag. 348 f.; vgl. vorne Bst. A). Die Aufent-
halte in der Schweiz haben indes einzig den Besuch ihrer Tochter und deren 
Familie bezweckt. Dafür spricht, dass sich die Beschwerdeführerin nach ei-
genen Angaben während ihres Aufenthalts oft um die beiden Enkelkinder 
gekümmert und die Familie bestmöglich unterstützt hat. Zudem hat sie sämt-
liche Aufenthalte bei ihrer Tochter verbracht und bringt nicht vor, sich vor 
dem Jahr 2009 (Zuzug der Tochter) jemals in der Schweiz aufgehalten zu 
haben (Beschwerde an die SID vom 10.10.2022 Rz. 35 und 79 f., in Akten 
SID 4A pag. 17 ff.). Die geltend gemachten Aktivitäten (vgl. E. 6.3.3 hiervor) 
begründen noch keine besondere persönliche Beziehung zur Schweiz. Mit 
den Referenzschreiben kann die Beschwerdeführerin sodann keine vertief-
ten eigenständigen persönlichen Beziehungen zur Schweizer Bevölkerung 
nachweisen: Das Mitglied der Kirchgemeinde resp. der Pfarrer und die Pfar-
rerin bestätigen in ihren Schreiben lediglich zufällige Treffen im Dorf (Wo-
chenmarkt, Spaziergang usw.) und die Teilnahme an Gottesdiensten (Akten 
SID 4A pag. 67 f.; BB 5 [act. 1C]). Aufgrund der näheren Bekanntschaft mit 
D.________ und dessen russischsprachiger Ehefrau (vgl. BB 6 [act. 1C]) 
kann noch nicht auf ein eigenständiges Netz aus Bekanntschaften geschlos-
sen werden. Schliesslich weist sie auch keine vertieften Deutschkenntnisse 
auf (Beschwerde Rz. 48), was für das Knüpfen sozialer Bindungen ausser-
halb des familiären Umfelds von erheblicher Bedeutung wäre. Ihr hilft nicht, 
dass der Spracherwerb im fortschreitenden Alter schwieriger ist und die Be-
kannten in ihren Referenzschreiben eine Verbesserung der Verständigung 
bestätigen (Akten SID 4A pag. 67 f.; BB 5 und 6 [act. 1C]).

6.4 Die Beschwerdeführerin nennt keine anderen Gründe als ihre Be-
suchsaufenthalte mit persönlichen Kontakten, die einen besonderen persön-
lichen Bezug zu Land und Leuten herstellen könnten. Sie war in der Schweiz 
nie erwerbstätig oder steuerpflichtig. Insgesamt vermag die Beschwerdefüh-
rerin damit keine besondere persönliche Beziehung zur Schweiz nachzuwei-
sen (vgl. auch angefochtener Entscheid E. 4.3.3). Mit der SID erübrigen sich 
Ausführungen zum Vorliegen der notwendigen finanziellen Mittel (angefoch-
tener Entscheid E. 4.4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 14

7.

Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, ihr sei der Aufenthalt in 
der Schweiz aufgrund eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls zu 
bewilligen (Beschwerde Rz. 61 ff.).

7.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG kann von den Zulassungsvoraus-
setzungen abgewichen werden, um schwerwiegenden persönlichen Härte-
fällen oder wichtigen öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen. Bei der 
Beurteilung sind insbesondere die Integration, die Familienverhältnisse, die 
finanziellen Verhältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, der Ge-
sundheitszustand und die Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung im 
Herkunftsstaat zu berücksichtigen (Art. 31 Abs. 1 Bst. a-g VZAE). Ein Härte-
fall im Sinn von Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG liegt nach der Rechtsprechung vor, 
wenn sich die betreffende ausländische Person in einer persönlichen Not-
lage befindet bzw. ihre Lebens- und Existenzbedingungen, gemessen am 
durchschnittlichen Schicksal von ausländischen Personen in einer vergleich-
baren Situation, in gesteigertem Mass in Frage gestellt sind und die Verwei-
gerung einer Ausnahme für sie schwere Nachteile zur Folge hätte. Die Aus-
länderbehörden dürfen die Voraussetzungen zur Anerkennung eines sol-
chen Härtefalls in Anbetracht des öffentlichen Interesses an einer restriktiven 
Einwanderungspolitik streng handhaben (BVR 2022 S. 93 [VGE 2020/246 
vom 25.11.2021] nicht publ. E. 5, 2020 S. 443 E. 4.5, 2019 S. 314 E. 6.5, 
2013 S. 73 E. 3.4 mit Hinweis auf BGE 137 II 1 E. 4.1, 130 II 39 E. 3 
[Pra 93/2004 Nr. 140]; zum Ganzen auch BVR 2016 S. 369 E. 3.3).

7.2 Die SID hat geschlossen, dass das ABEV eine ermessensweise Be-
willigungserteilung aufgrund eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls 
zu Recht verweigert hat (Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG). Dabei hat sie die mass-
gebenden Gesichtspunkte und Interessen vollständig einbezogen und zu-
treffend gewichtet (vgl. angefochtener Entscheid E. 5). So besteht kein be-
sonderes Abhängigkeitsverhältnis zur Tochter und deren Familie (vgl. vorne 
E. 5.4). Auch hat die Beschwerdeführerin abgesehen von ihrer Tochter und 
deren Familie kaum Beziehungen zur Schweiz und hat kaum Kenntnisse ei-
ner Landessprache (vgl. vorne E. 6.3.4 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 15

7.3 Vor Verwaltungsgericht bringt die Beschwerdeführerin nunmehr vor, 
aufgrund des Krieges seien die Wasser- und Abwasserleitungen in … be-
schädigt worden, was zu schweren Wasserschäden in ihrer Wohnung ge-
führt habe. Die Wohnung sei unbewohnbar (Beschwerde Rz. 32 und 69 mit 
BB 7 [act. 1C]). Ausserdem würden der Kontakt mit der hiesigen Familie bei 
einer Rückkehr in die Ukraine auf das absolute Minimum reduziert: Sie könne 
aufgrund ihrer Gesundheit nicht mehr allein in die Schweiz reisen und ihre 
Tochter (mit Familie) könne sie nicht oft in der Ukraine besuchen, weil sie 
Vollzeit berufstätig sei und die Enkelkinder schulpflichtig seien (Beschwerde 
Rz. 30 f. und 69). 

7.4 Auch diese (neuen) Vorbringen begründen keinen persönlichen Här-
tefall: Sofern es sich bei der auf den Fotos abgebildeten Wohnung tatsäch-
lich um jene der Beschwerdeführerin handeln sollte, ist eine Renovation – 
nach Kriegsende – nicht ausgeschlossen. Jedenfalls wurden Küche, Bad, 
WC und Flur bereits herausgerissen (Beschwerde Rz. 32). Denkbar wäre 
auch die Miete einer anderen Wohnung oder – sofern notwendig – die Un-
terbringung in einer Alters- und Pflegeeinrichtung. Es ist nicht von der Hand 
zu weisen, dass die Beschwerdeführerin ihre Tochter und deren Familie we-
niger sehen würde, falls der Schutzstatus S aufgehoben würde und die Be-
schwerdeführerin in die Ukraine zurückkehren müsste. Der Kontakt kann 
aber, wie früher, mit gegenseitigen Besuchen und den üblichen Kommuni-
kationsmitteln aufrechterhalten werden. Die Beschwerdeführerin ist seit dem 
letzten Schlaganfall (2018) ferienhalber in die Türkei und mehrmals in die 
Schweiz geflogen (Akten MIDI pag. 45 ff., 121 ff. und 236 ff.). Sollte es der 
Beschwerdeführerin altershalber nicht mehr möglich sein, in die Schweiz zu 
reisen, kann die hier lebende Familie sie besuchen; dass die Tochter und ihr 
Ehemann Vollzeit arbeiten und die Kinder schulpflichtig sind, steht Besuchen 
in der Ukraine nicht entgegen. Zu keiner anderen Beurteilung führt die finan-
ziell (gute) Situation der Tochter und deren Familie (Beschwerde Rz. 18 ff., 
65 und 71). Insgesamt unterscheidet sich die Situation der Beschwerdefüh-
rerin nicht massgeblich von jener anderer pensionierter Personen in der Uk-
raine, deren Kinder im Ausland leben.

7.5 Der Beschwerdeführerin ist es daher – wie die SID zutreffend erwo-
gen hat – zuzumuten, nach Aufhebung des vorübergehenden Schutzes, in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 16

die Ukraine zurückzukehren und ihre familiären Beziehungen wie bis anhin 
zu pflegen, zumal die räumliche Trennung von den Betroffenen freiwillig ge-
wählt wurde. Die SID durfte gesamthaft betrachtet einen schwerwiegenden 
persönlichen Härtefall ohne Rechtsverletzung verneinen.

8.

Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin infolge 
Gewährung des vorübergehenden Schutzes – bis zu dessen Aufhebung – in 
der Schweiz verbleiben kann. Nach Aufhebung des vorübergehenden Schut-
zes steht es ihr frei, bei wesentlicher Veränderung der Umstände ein neues 
Gesuch um Aufenthaltsbewilligung zu stellen (vgl. angefochtener Entscheid 
E. 6).

9.

Zusammenfassend hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle 
stand. Eine Rückweisung der Angelegenheit zur Neubeurteilung an die SID 
oder den MIDI (vgl. vorne Bst. C) erübrigt sich. Die Beschwerde ist abzuwei-
sen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kos-
tenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen 
(Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnom-
men. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.10.2025, Nr. 100.2024.65U, 
Seite 17

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin (mit einer Kopie der Aktenzustellung des MIDI 

vom 6.10.2025)
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (mit einer Kopie der Aktenzu-

stellung des MIDI vom 6.10.2025)
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt wer-
den.