# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5afd2ba4-46f7-57a8-8829-daf7f5d57b0b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.07.2008 AVI 2007/120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2007-120_2008-07-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2007/120

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 05.03.2020

Entscheiddatum: 22.07.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 22.07.2008
Art. 8 Abs. 1 lit. f. Vermittlungsfähigkeit. Ist die Planungsphase für eine 
selbstständige Erwerbstätigkeit bereits abgeschlossen, und hat die 
versicherte Person diese Tätigkeit bereits aufgenommen, kann die 
nachfolgende Zeit nicht mehr mit Arbeitslosentaggeldern entschädigt 
werden. Dies selbst dann nicht, wenn die versicherte Person gleichzeitig 
noch weiter Stellen sucht (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 22. Juli 2008, AVI 2007/120). Bestätigt durch Urteil 
des Bundesgerichts 8C_621/2008.

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Entscheid vom 22. Juli 2008

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführer, 

gegen 

RAV Wattwil, Bahnhofstrasse 12, Postfach, 9630 Wattwil,

Beschwerdegegner,

vertreten durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,

betreffend

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Vermittlungsfähigkeit (selbstständige Erwerbstätigkeit)

Sachverhalt:

A.         

A.a    S.___ meldete sich per 1. Oktober 2006 zum Bezug von Leistungen der 

Arbeitslosenversicherung an (act. G 5.1/C 23.1). Seine letzte Anstellung als 

Geschäftsstellenleiter bei der A.___ wurde von der Arbeitgeberin per 30. September 

2006 infolge Restrukturierung des Betriebs aufgelöst (act. G 5.1/C 22.2). Am 4. Juli 

2007 überwies die kantonale Arbeitslosenkasse des Kantons St. Gallen die 

Angelegenheit zwecks Feststellung der Vermittlungsfähigkeit ab Antragstellung an das 

RAV Wattwil. Die Kasse zweifelte daran, da der Versicherte seit März 2003 bei der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen als selbstständig Erwerbender im 

Nebenerwerb, und seit dem 1. Januar 2007 als selbstständig Erwerbender im 

Haupterwerb erfasst war (act. G 5.1/A 162). Mit Schreiben vom 13. Juli 2007 forderte 

das RAV Wattwil den Versicherten auf, weitere Unterlagen und eine Stellungnahme zu 

seiner Vermittlungsfähigkeit einzureichen (act. G 5.1/A 184). Mit Stellungnahme vom 9. 

August 2007 führte der Versicherte aus, dass er primär an einer unselbstständigen 

Tätigkeit interessiert sei und entsprechende Stellen suche. Anlässlich des 

Orientierungskurses für Kader (im Februar/März 2007) habe er sich entschieden, infolge 

der vielen Absagen eine selbstständige Tätigkeit aufzunehmen. Nach dem darauf 

folgenden Besuch des ESW-Kurses sei er jedoch auf Grund der unprofessionellen 

Durchführung des Kurses verunsichert gewesen, weshalb er sich einen Monat Zeit 

habe nehmen wollen, um den Kursinhalt zu überprüfen. Zur gleichen Zeit sei auch das 

Thema Förderung der selbstständigen Erwerbstätigkeit erörtert worden. Die 

Anmeldung bei der Sozialversicherungsanstalt sei 2003 erfolgt, da er für die 

Erbengemeinschaft Schneider einen Liegenschaftenverkauf habe durchführen müssen, 

aus dem er eine Provision erhalten habe. In der Folge habe er jedoch keine Einkünfte 

aus Liegenschaftenhandel mehr gehabt. Die nach der Anmeldung abgerechneten 

Zwischenverdienste stammten aus nachträglichen Einkünften aus seiner Tätigkeit bei 

A.___ (act. G 5.1/A 196).

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A.b   Nach Einholung weiterer Unterlagen (betreffend Bezug 2. Säule, Anmeldung 

Sozialversicherungsanstalt, Steuerveranlagung 2006; act. G 5.1/A 200.2-5) stellte das 

RAV Wattwil mit Verfügung vom 21. September 2007 fest, dass der Versicherte ab 1. 

März 2007 nicht vermittlungsfähig sei. Dieser habe zwar Stellen gesucht, wobei ab 

März 2007 die Suchaktivität abgenommen habe. Zudem stimme in 57 von 114 Fällen 

das Anforderungsprofil der Stelle offensichtlich nicht mit dem Bewerberprofil des 

Versicherten überein. Im Weiteren habe er seine Freizügigkeitsleistungen aufgelöst, um 

Investitionen zu tätigen, was ein wesentliches Indiz für die Aufnahme einer 

selbstständigen Erwerbstätigkeit darstelle und nicht mehr als Planungsakt interpretiert 

werden könne. Die bereits getätigten Investitionen, die bereits eingerichteten 

Geschäftsräumlichkeiten, die Werbung und die Verhandlungen mit 

Dienstleistungspartnern führten zur Annahme, dass eine unselbstständige 

Erwerbstätigkeit kaum mehr möglich sei. Vielmehr habe der Versicherte von Anfang an 

gegenüber verschiedenen Stellen der Arbeitsmarktbehörde und Kursleitern die Absicht 

bekundet, sich selbstständig zu machen. Dieses Ziel habe er konsequent weiterverfolgt 

(act. G 5.1/A 205).

A.c    Dagegen erhob der Versicherte am 10. Oktober 2007 Einsprache. Er machte im 

Wesentlichen geltend, die Arbeitslosenkasse sei über seinen Zwischenverdienst im 

Oktober und November 2006 informiert und damit einverstanden gewesen. Da er das 

erzielte Einkommen habe dem Fiskus melden müssen, jedoch über keine Stelle mehr 

verfügt habe, habe er seine selbstständige Tätigkeit bei der Sozialversicherungsanstalt 

ab dem 1. Januar 2007 als Haupttätigkeit deklariert. Gegenüber seiner 

Personalberaterin habe er immer erklärt, er mache sich selbstständig, wenn er bis Ende 

2007 keine Stelle finde. Die Idee einer Selbstständigkeit habe er nie aufgegeben, 

jedoch würde er eine Anstellung als Arbeitnehmer vorziehen. Er habe sich denn auch 

quantitativ und qualitativ genügend beworben, und noch keine selbstständige 

Erwerbstätigkeit aufgenommen. Zutreffend sei, dass er sich die Freizügigkeitsleistung 

der 2. Säule per 1. Mai 2007 habe auszahlen lassen und dieses Kapital aus 

Sicherheitsgründen in eine Immobilie investiert habe. Jedoch habe er auch im Bereich 

Immobilien seine Tätigkeit noch nicht ausgeweitet, handle es sich doch lediglich um die 

Verwaltung eigener Immobilien. Im Bereich Finanzdienstleistungen müsse er zuerst die 

Registrierung als Versicherungsbroker beantragen. Dies nehme rund fünf bis sechs 

Monate in Anspruch. Zudem müsse er bei verschiedenen Dienstleistungsfirmen in die 

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Produkteschulung. Er sei immer noch in der Planungsphase seiner Selbstständigkeit 

(act. G 5.1/A 215).

A.d   Mit Entscheid vom 16. November 2007 wies das RAV Wattwil die Einsprache ab. 

Der Einsprecher habe sich bereits am 23. Februar 2007, während des Besuchs des 

Bildungsteils des Orientierungskurses, entschlossen, sich selbstständig zu machen. 

Diesen Entschluss habe er auch nach Abweisung des Gesuchs zur Förderung der 

selbstständigen Erwerbstätigkeit nicht aufgegeben. Zudem habe die Qualität seiner 

Bewerbungen zeitgleich ab dem März 2007 markant abgenommen (act. G 5.1/216).

B.        

B.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 5. 

Dezember 2007 mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids und Anerkennung der Vermittlungsfähigkeit für die Zeit vom 1. 

März 2007 bis zum 31. Dezember 2007 (per 1. Januar 2008 werde er definitiv die 

selbstständige Erwerbstätigkeit aufnehmen; vgl. S. 8). Zur Begründung wiederholt der 

Beschwerdeführer im Wesentlichen die Ausführungen in der Einsprache und betont, 

dass er sehr viele, qualitativ einwandfreie Bewerbungen getätigt habe. Ergänzend fügt 

er an, er hätte die getroffenen Dispositionen (Auszahlung 2. Säule, Anmeldung bei der 

Sozialversicherungsanstalt, Liegenschaftenkauf) bei Finden einer Stelle sofort 

rückgängig machen können (act. G 1).

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 1. Februar 2008 beantragt die Verwaltung Abweisung 

der Beschwerde. Die Qualität der Bewerbungen des Beschwerdeführers habe ab März 

2007 nachgelassen. Eine kurze E-Mail ohne Bezugnahme auf die konkrete Stelle und 

lediglich unter Beilage eines Lebenslaufs zeuge bei einer Person, die sich um 

Kaderstellen bewerbe, von fehlender Motivation. Dem Kursbericht vom 27. April 2007 

könne entnommen werden, dass sich der Beschwerdeführer nun definitiv auf seine 

Selbstständigkeit konzentriere. Ergänzend sei auf den Internet-Auftritt von F.___-S.___ 

hinzuweisen. Bereits Mitte April 2007 sei von einer Geschäftserweiterung im Jahr 2007 

die Rede gewesen und spätestens ab Juli 2007 habe der Beschwerdeführer diverse 

Kurse angeboten. Mitte April 2007 sei der Beschwerdeführer sodann im 

Firmenverzeichnis der Gemeinde Z.___ aufgelistet gewesen, und dies nicht nur mit der 

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bisher im Nebenerwerb ausgeübten Immobilienverwaltung. Es könne somit keine Rede 

davon sein, dass der Beschwerdeführer nach dem negativen Bescheid betreffend 

Förderung der selbstständigen Erwerbstätigkeit Anfang Juli 2007 von seinem Vorhaben 

abgelassen habe. In Würdigung sämtlicher Umstände sei davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer ab März 2007 in erster Linie die Selbstständigkeit angestrebt und 

vorbereitet habe, und dass die Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstelle gefehlt 

habe. Die Überbrückung der für jedes neu gegründete Unternehmen wirtschaftlich 

schwierigen Aufbauphase mittels Arbeitslosenentschädigung sei ausgeschlossen. Der 

Bezug von Taggeldern sei deshalb ab dem Zeitpunkt ausgeschlossen, in dem 

feststehe, dass die selbstständige Tätigkeit definitiv aufgenommen worden sei. Dieser 

Punkt sei Anfang März 2007 erreicht gewesen (act. G 5).

B.c   Mit Replik vom 20. Februar 2008 führt der Beschwerdeführer nochmals aus, dass 

er mit seiner Nebentätigkeit im November 2006 zur Schadenminderung beigetragen 

habe, und dass die Vorsorgeleistung nicht per Ende Februar 2007 sondern erst per 1. 

Mai 2007 in eine Liegenschaft investiert worden sei. Im Weiteren macht der 

Beschwerdeführer geltend, dass seine Arbeitsbemühungen von der Personalberaterin 

nie beanstandet worden seien. Er habe sich bis in den Herbst 2007 um Arbeit bemüht 

und sich vorgestellt. Er bewerbe sich auch jetzt noch um eine 50 %-Stelle. Die 

Planungsphase für seine selbstständige Tätigkeit sei erst am 1. November 2007 

beendet gewesen. Erst danach habe er einen Ertrag erwirtschaftet (act. G 7). Die 

Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik.

Erwägungen:

1.         

Eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ist nach 

Art. 8 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) die 

Vermittlungsfähigkeit. Gemäss Art. 15 Abs. 1 AVIG sind arbeitslose Personen 

vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt sind, eine zumutbare 

Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. 

Vermittlungsfähigkeit verlangt in diesem Sinn objektiv die Arbeitsberechtigung und 

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Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person und subjektiv ihre Bereitschaft, die 

Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der üblichen 

Arbeitszeit einzusetzen (BGE 126 V 378 E. 1b mit Hinweisen; Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichtes vom 8. April 2003 i.S. E., E. 5.2 [C 138/03]). 

Vermittlungsunfähigkeit liegt beispielsweise vor, wenn die versicherte Person nicht 

bereit ist, eine Arbeitnehmertätigkeit auszuüben, weil sie eine selbstständige 

Erwerbstätigkeit aufgenommen hat oder aufzunehmen gedenkt, sofern sie dadurch 

nicht mehr als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer vermittelt werden kann, 

beziehungsweise ihre Arbeitskraft in dieser Eigenschaft nicht so einsetzen kann oder 

will, wie es ein Arbeitgeber normalerweise verlangt (BGE 112 V 326). Zwar kann eine 

selbstständige Erwerbstätigkeit unter gewissen Bedingungen als Zwischenverdienst 

angerechnet werden. Voraussetzung dafür ist, dass es sich um eine vorübergehende, 

zeitlich beschränkte und investitionsarme Tätigkeit handelt (ARV 2002 Nr. 5 S. 56 E. 2b 

mit Hinweisen). Nimmt eine versicherte Person hingegen eine auf Dauer angelegte 

selbstständige Erwerbstätigkeit auf, so gilt sie nicht mehr als arbeitslos und ist nicht 

mehr anspruchsberechtigt, unabhängig davon, wie viel sie durch diese Tätigkeit 

verdient. Wesentliches Merkmal der Vermittlungsbereitschaft ist die Bereitschaft zur 

Annahme einer Dauerstelle als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin. Der Wille allein oder 

die bloss verbal erklärte Vermittlungsbereitschaft genügen nicht. Bei fehlenden 

Aktivitäten und bei Dispositionen, die der Annahme der Vermittlungsbereitschaft 

entgegenstehen, kann sich die versicherte Person nicht darauf berufen, sie habe die 

Vermittlung und Suche einer Arbeit gewollt (BGE 122 V 266 f. E. 4).

2.         

2.1    Vorliegend führt der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er habe von Beginn 

seiner Arbeitslosigkeit im Oktober 2006 bis zum November 2007 qualifiziert Stellen 

gesucht und sei deshalb bis Ende 2007 vermittlungsfähig. Er habe seine selbstständige 

Erwerbstätigkeit erst am 1. Januar 2008 aufgenommen (vgl. Einsprache, S. 8). Davor 

habe er sich lediglich auf seine Selbstständigkeit vorbereitet (Replik, S. 4).

Dem ist jedoch mit der Beschwerdegegnerin entgegen zu halten, dass der 

Beschwerdeführer bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit den Vorbereitungen für 

seine Selbstständigkeit begonnen hatte. So war er bereits ab dem Jahr 2003, als er 

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hauptberuflich noch in unselbstständiger Stellung tätig war, bei der 

Sozialversicherungsanstalt als selbstständig Erwerbender im Nebenverdienst geführt. 

Zur Begründung dazu gab er in seiner Stellungnahme vom 9. August 2007 an, er habe 

für die grosselterliche Erbengemeinschaft einen Liegenschaftenverkauf durchführen 

müssen. Da er die daraus fliessende Provision habe versteuern und verabgaben 

müssen, habe er sich als selbstständig Erwerbender angemeldet (act. G 5.1/A196 S. 3). 

Obwohl die Einnahmen aus diesem Geschäft selbstverständlich zu versteuern waren, 

wäre das gewählte Vorgehen - bei einem einmaligen Geschäft - keineswegs zwingend 

gewesen. Indessen betrieb der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben noch weitere 

Geschäfte, indem er seit 1995 Wohnungen in seinen eigenen Liegenschaften 

vermietete (act. G 5.1/A 196 S. 5 und Replik vom 20. Februar 2008, S. 3). Obwohl 

steuerlich - und infolge dessen auch beitragsrechtlich - offenbar nicht so erfasst 

(zumindest bis 2005; vgl. Steuerveranlagungsprotokolle 2003 - 2005; act. G 5.1/A 

212.3), kann darin beim gewählten Vorgehen mit grossem Fremdkapitaleinsatz 

durchaus eine unternehmerische Tätigkeit erblickt werden. Dieser Teil der 

unternehmerischen Tätigkeit wurde dann offenbar per Anfang Mai 2007 noch 

ausgeweitet, kaufte der Beschwerdeführer doch nach eigenen Angaben auf diesen 

Zeitpunkt eine weitere Liegenschaft. Finanziert wurde die Liegenschaft nach eigenen 

Angaben des Beschwerdeführers mit dem ausbezahlten Pensionskassengeld von Fr. 

103'000.-- und einer weiteren Hypothek in Höhe von Fr. 680'000.-- (vgl. act. G 5.1/A 

215 und A 200.4; Beschwerde, S. 7). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers 

bleibt als Zwischenergebnis festzuhalten, dass er sowohl vor als auch nach Eintritt 

seiner Arbeitslosigkeit versuchte, ein Einkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit in 

Form von Wohnungsvermietungen zu erzielen (vgl. auch act. G 5.1/A 157 

[Begleitschreiben Antrag FöSE]). Dies steht auch in Übereinstimmung mit seiner 

ursprünglichen Anmeldung bei der Sozialversicherungsanstalt als Selbstständiger im 

Nebenerwerb, wonach er für die Tätigkeiten "Finanzplanung" und "Immobilien" erfasst 

wurde (act. G 5.1/A 187). Nicht zutreffend ist somit die Behauptung des 

Beschwerdeführers, der Kauf der Immobilie im Mai 2007 habe nichts mit der geplanten 

selbstständigen Erwerbstätigkeit zu tun.

2.2    Im Weiteren ist auch für die geplante Tätigkeit des Beschwerdeführers in der 

Finanz- und Vorsorgeplanung davon auszugehen, dass der Entschluss zur 

Selbstständigkeit bereits im Frühjahr 2007 gefasst wurde. Zum einen äusserte der 

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Beschwerdeführer gegenüber der Personalberaterin bereits anlässlich des 

Beratungsgesprächs vom 2. Oktober 2006, dass eine selbstständige Tätigkeit einmal 

ein Thema werden könnte (act. G 5.1/A 172). Unbestrittenermassen rechnete er auch 

im November und Dezember 2006 Zahlungen seiner früheren Arbeitgeberin, die aus 

einem Maklermandat stammten, als Selbstständiger im Nebenerwerb mit der 

Arbeitslosenkasse ab (act. G 5.1/A 196, S. 3; act. G 5.1/C 1 und C 2). Spätestens im 

Februar 2007 wurde das Thema Selbstständigkeit bzw. Ausweitung derselben dann 

konkret. Vom 13. Februar 2007 bis zum 8. März 2007 besuchte der Beschwerdeführer 

den Orientierungskurs für Kader und anschliessend vom 9. bis 24. März 2007 den Kurs 

Erfolgreich selbstständig werden (ESW; act. G 5.1/B 47 und 48). Bereits am 26. Januar 

2007 teilte der Beschwerdeführer der Sozialversicherungsanstalt mit, dass er ab 1. 

Januar 2007 seine selbstständige Erwerbstätigkeit nun hauptberuflich ausübe. Dies für 

die Bereiche Finanzplanung, Immobilien, Steuer- und Versicherungsberatung (act. G 

5.1/A 154 und 189).

Am 10. Juni 2007 stellte der Beschwerdeführer einen Antrag auf Förderung der 

selbstständigen Erwerbstätigkeit zur Eröffnung einer Brokeragentur, wobei sich sowohl 

der Name des Unternehmens (F.___-S.___) als auch dessen Wirkungskreis (Beratungen 

für F.___, G.___, H.___) mit seiner bestehenden selbstständigen Nebenerwerbstätigkeit 

deckten (vgl. act. G 5.1/A 157). Dieses Gesuch wurde mit Verfügung vom 6. Juli 2007 

abgewiesen, da der Beschwerdeführer seit 2003 als selbstständig Erwerbender bei der 

Sozialversicherungsanstalt für die gleiche Tätigkeit erfasst sei und dort À-Konto-

Beiträge bezahle. Die für den Beginn einer Geschäftstätigkeit notwendige Infrastruktur 

sei somit vorhanden. Der Beschwerdeführer habe die selbstständige Tätigkeit per 1. 

Januar 2007 aufgenommen; die Planungsphase sei somit am 10. Juni 2007 bereits 

abgeschlossen gewesen (act. G 5.1/A 159). Diese Verfügung ist unangefochten in 

Rechtskraft erwachsen. Nach dieser rechtskräftigen Feststellung der abgeschlossenen 

Planung ist eine weitere Finanzierung der vom Beschwerdeführer angegebenen 

Planung grundsätzlich nicht mehr möglich. Der Beschwerdeführer macht denn auch 

nicht geltend, das Projekt einer selbstständigen Erwerbstätigkeit unter dem Namen 

F.___-S.___ im Juli 2007 aufgegeben zu haben. Vielmehr macht er geltend, die Planung 

sei weitergegangen. So schreibt er etwa in der Einsprache vom 10. Oktober 2007, dass 

der Plan, eine selbstständige Haupterwerbstätigkeit aufzunehmen, immer noch bestehe 

(S. 7), oder dass er bei verschiedenen Dienstleistungsfirmen in die Produktschulung 

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gehe (S. 10). Auch im vorliegenden Verfahren gibt der Beschwerdeführer an, die 

Planungsphase habe bis 1. November 2007 gedauert. Erst danach habe ein Ertrag 

erwirtschaftet werden können (Replik, S. 4).

Weiter ist mit der Beschwerdegegnerin festzustellen, dass der Beschwerdeführer 

bereits im April 2007 sich via Internet für Beratungen bei Kapitalanlagen, Immobilien, 

Steuererklärungen, Hypotheken, Dritte Säule und Pensionierung anerbot; spätestens 

damals war auch die Rede von einer im Jahr 2007 erfolgten Geschäftserweiterung (act. 

G 5.1/A 168 und 169). Spätestens ab Juli 2007 bot er sodann Seminare zu den Themen 

Einstieg ins Berufsleben und Versicherung bei selbstständiger Erwerbstätigkeit und von 

Hausfrauen an (act. G 5.1/A 169). Zudem trat er spätestens ab März 2007 mit eigenem 

Briefpapier (F.___-S.___ C.___) auf (act. G 5.1/A 193).

In Würdigung all dieser Umstände ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, 

dass beim Beschwerdeführer der "point of no return" zur Aufnahme einer 

selbstständigen Haupterwerbstätigkeit in den vom ihm bevorzugten Bereichen bereits 

im März 2007 erreicht war. Trotz den anderslautenden Beteuerungen des 

Beschwerdeführers, ein Rückgängigmachen all der getroffenen Dispositionen wäre kein 

Problem gewesen, erscheint eine solche Umkehr wenig glaubhaft. Der 

Beschwerdeführer ist den Tatbeweis denn auch schuldig geblieben. Vielmehr ist - auch 

auf Grund seiner Persönlichkeit, die ein selbstständiges Arbeiten gewohnt ist - davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer die Annahme einer unselbstständigen 

Dauerstelle höchstens ganz am Anfang der Arbeitslosigkeit ernsthaft in Betracht 

gezogen hat.

2.3    Nachdem davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer habe spätestens ab März 

2007 eine selbstständige Tätigkeit aufgenommen, kann die nachfolgende Zeit 

selbstredend nicht mehr über die Arbeitslosenversicherung abgerechnet werden, kann 

doch die Aufbauphase einer selbstständigen Tätigkeit nicht mit Taggeldern unterstützt 

werden (vgl. Erwägung 1). Die vom Beschwerdeführer geschilderte Entwicklung der 

Einnahmen, wonach (trotz der angeblich per 1. Januar 2008 geplanten Aufnahme der 

Tätigkeit bereits) im November 2007 Einnahmen erzielt wurden, er andererseits auch 

jetzt noch eine 50 %-Stelle suche (Replik, S. 4), erscheint somit typisch für diese 

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Aufbauphase. Schliesslich kann bei diesem Ergebnis offen bleiben, ob die getätigten 

Arbeitsbemühungen in qualitativer Hinsicht genügend waren.

3.         

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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