# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97be39c3-91a3-5e8a-acc8-28b3f7efedd9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-04-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.04.2015 E-3826/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3826-2014_2015-04-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3826/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 .  A p r i l  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richter Fulvio Haefeli,  

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner,    

Gerichtsschreiberin Susanne Bolz. 

   Parteien 
 

A._______, 

Eritrea, derzeitiger Wohnort: (…) Sudan 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Ver-

fügung des BFM vom 21. Mai 2014 / N (…). 

 

 

E-3826/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer stammt aus Eritrea, gehört der Ethnie der 

B._______ an und lebt derzeit in Khartum, Sudan. Am 9. Juli 2012 wandte 

er sich mit einem Asylgesuch an die Schweizer Botschaft in Khartum, das 

beim BFM am 16. Juli 2012 erfasst wurde. Zur Begründung führte er aus, 

1996 sei er zum Nationaldienst einberufen worden und habe nach dem 

Militärtraining zunächst als Gesundheitsassistent, ab 2003 dann als Jour-

nalist für das eritreische [Ministerium] gearbeitet. Bis zu seiner Ausreise 

aus Eritrea am 14. Juli 2006 habe er in D._______ als Reporter und Kor-

respondent für die kunamasprachigen Nachrichten gearbeitet. Er sei be-

schuldigt worden, Kontakt mit der [Bewegung] – die für eine unabhängige 

Region kämpfe – zu pflegen, weshalb er am 12. Februar 2006 für fast fünf 

Monate inhaftiert worden sei. Im Gefängnis sei er mehrfach befragt und 

gefoltert worden und man habe von ihm sein E-Mail-Passwort verlangt. 

Nachdem die Recherchen der Behörden nichts ihn Belastendes ergeben 

hätten, sei er unter der Auflage entlassen worden, Informationen über die 

[Bewegung] zu liefern. Käme er dieser Aufforderung nicht nach, würde er 

lebenslang inhaftiert oder sogar umgebracht. Der Beschwerdeführer habe 

nach seiner Inhaftierung bei seiner Dienststelle eine Auszeit von zwei Wo-

chen aufgrund gesundheitlicher Probleme erbeten und in dieser Zeit seine 

Ausreise organisiert. Am 14. Juli 2006 habe er Eritrea verlassen und sei 

illegal in den Sudan eingereist. Am 17. Juli 2006 sei er in E._______ von 

den sudanesischen Sicherheitsbehörden aufgegriffen und nach einer Be-

fragung ins UNHCR-Flüchtlingslager F._______ gebracht worden, wo er 

als Flüchtling registriert worden sei und einen Flüchtlingsausweis erhalten 

habe. Danach sei er dem Lager G._______ zugeteilt worden, wo er sich 

vom 15. August bis zum 21. November 2006 aufgehalten habe (vgl. act. 

A6/7, D 1). In diesem Lager habe er sich nicht sicher gefühlt, andere Jour-

nalisten und Politiker seien bereits entführt worden. Es sei bekannt, dass 

die eritreischen Sicherheitskräfte im Grenzgebiet Eritrea-Sudan mit Hilfe 

von bestochenen Sudanesen Personen aus den Flüchtlingslagern entfüh-

ren würden. Er verwies auf die Entführung des Journalisten Mohammed 

Idris Salih Ali, der von eritreischen Sicherheitsagenten im Mai 2006 entführt 

worden und bis dato verschwunden sei. Er habe befürchtet, ebenfalls ent-

führt zu werden, sofern er länger im Camp bleiben würde. Seither lebe er 

in Khartum. Inzwischen habe er dort Familie und bestreite seinen Lebens-

unterhalt als Tagelöhner, als Journalist könne er nicht länger arbeiten. Er 

habe keine weiteren Verwandten in Sudan. Zur Untermauerung seiner Vor-

bringen reichte er verschiedene Dokumente ein. 

E-3826/2014 

Seite 3 

B.  

Mit Schreiben vom 21. Oktober 2013 setzte das BFM den Beschwerdefüh-

rer in Kenntnis, dass die schweizerische Botschaft in Khartum aus Kapazi-

tätsgründen keine Befragung durchführen könne, weshalb ihn das Bundes-

amt – unter Hinweis auf seine Pflicht, bei der Feststellung des Sachverhalts 

mitzuwirken (Art. 8 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, 

SR 142.31]) – aufforderte, sein Gesuch mit einer schriftlichen Stellung-

nahme zu den konkret gestellten Fragen zu ergänzen. Den Erhalt dieses 

Fragebogens bestätigte der Beschwerdeführer am 9. April 2014. 

C.  

Am 23. April 2014 verfasste der Beschwerdeführer zu Handen der Schwei-

zer Botschaft in Khartum ein Antwortschreiben zur Präzisierung seines Ge-

suchs, das am 24. April 2014 bei der Botschaft eintraf. Er vervollständigte 

seine Angaben hinsichtlich seiner Familienmitglieder und lieferte weitere 

Details zum bereits unter Bst. A dargestellten Sachverhalt.  

D.  

Mit Verfügung vom 21. Mai 2014 lehnte das BFM das Asylgesuch sowie 

den Einreiseantrag ab (vgl. act. A7/6). Es hielt zur Begründung fest, dass 

der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise aus Eritrea keine ernstzuneh-

menden Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden gehabt habe oder 

ihm solche gedroht hätten. Zum Beleg verwies die Vorinstanz auf den Um-

stand, dass ihm sein Arbeitgeber nach der Haft einen zweiwöchigen Unter-

bruch aus gesundheitlichen Gründen gewährt habe. Seine illegale Aus-

reise begründe ferner einen subjektiven Nachfluchtgrund im Sinne von Art. 

54 AsylG. Da die Asylgewährung beim Vorliegen des Art. 54 AsylG ausge-

schlossen sei, könne nach Schweizer Asylpraxis in diesen Fällen keine Ein-

reisebewilligung erteilt werden. Darüber hinaus seien keine Anhaltspunkte 

gegeben, wonach ihm der Aufenthalt im Drittstaat Sudan nicht auch wei-

terhin zugemutet werden könne. Der Beschwerdeführer vermöge die Re-

gelvermutung, er habe bereits anderweitig Schutz gefunden, nicht zu er-

schüttern. Er habe keine unmittelbare Gefährdung für Leib, Leben oder 

Freiheit glaubhaft machen können oder das Vorliegen konkreter, auf ihn 

bezogener Verfolgungshinweise aufgezeigt. Schliesslich stellte die Vo-

rinstanz fest, dass es keinerlei Vorbringen hinsichtlich der Ehefrau und der 

Kinder gebe und das Gesuch einzig den Beschwerdeführer betreffe. 

E.  

Gemäss Eingangsstempel traf am 30. Juni 2014 eine englischsprachige 

Beschwerdeschrift des Beschwerdeführers bei der Botschaft in Khartum 

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Seite 4 

ein. Diese traf am 4. Juli 2014 beim BFM ein, beim Bundesverwaltungsge-

richt am 10. Juli 2014. Der Beschwerdeführer berief sich in seiner Eingabe 

im Wesentlichen auf die Vorbringen in seinem Gesuch und schilderte er-

neut die Gefährdungslage für eritreische Journalisten in Eritrea und dem 

Sudan.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 16. Juli 2014 ersuchte die Instruktionsrichterin 

die Vorinstanz um Einreichung einer Vernehmlassung. 

G.  

Mit Vernehmlassung vom 22. Juli 2014 hielt die Vorinstanz ohne weiterge-

hende Erwägungen an ihrer Verfügung fest. Die Vernehmlassung wurde 

dem Beschwerdeführer bisher noch nicht zur Kenntnis gebracht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behör-

den nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwal-

tungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel, so auch vorliegend, endgültig (Art. 

105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 [BGG, SR 173.110]).  

1.2 Aus den Akten geht nicht hervor, wann dem Beschwerdeführer die  vo-

rinstanzliche Verfügung – die am 21. Mai 2014 an die Schweizer Vertretung 

in Khartum zur Weiterleitung an den Beschwerdeführer, geschickt wurde – 

eröffnet worden ist. Nachdem die Beweislast für das Zustelldatum einer 

Verfügung bei der Behörde liegt (vgl. MOSER/ BEUSCH/KNEUBÜHLER, Pro-

zessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Auflage, 2013, 

Rz. 2.112), ist von der fristgerechten Einreichung der am 30. Juni 2014 bei 

der Schweizer Botschaft eingetroffenen Beschwerde auszugehen (vgl. Art. 

21 Abs. 1 VwVG letzter Teilsatz). 

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Seite 5 

Die Beschwerde ist ferner auch formgerecht eingereicht. Der Beschwerde-

führer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Inte-

resse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung und ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

1.3 Soweit der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 23. April 2014 

auch die Situation seiner Kinder erwähnt (vgl. act. A6/7 Ziff. D 6), ist fest-

zuhalten, dass sich das vorliegende Asylgesuch einzig auf die Person des 

Beschwerdeführers bezieht. Gemäss Rechtsprechung stellt die Stellung ei-

nes Asylgesuches (aus dem Ausland) ein relativ höchstpersönliches Recht 

dar, das grundsätzlich einen persönlichen Antrag der gesuchstellenden 

Person voraussetzt. Fehlt ein solcher, ist ein vertretungsweise eingereich-

tes Asylgesuch mit einem Mangel behaftet, der nur behoben werden kann, 

indem dessen Inhalt anlässlich einer mündlichen Anhörung oder durch Ein-

reichung einer persönlich verfassten oder – im Falle des berechtigten Ver-

zichts auf eine Befragung – zumindest unterzeichneten Stellungnahme 

zum Fragenkatalog des BFM bestätigt wird (vgl. BVGE 2011/39 E. 4.3). 

Falls weitere Angehörige um Asyl hätten ersuchen wollen, wären diese ge-

halten gewesen, eigene Asylgesuche einzureichen, wobei in diesem Zu-

sammenhang auf Erwägung 3 verwiesen wird.  

1.4 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

Die Vernehmlassung vom 22. Juli 2014 – mit welcher das BFM ohne wei-

tere Erwägungen auf Abweisung der Beschwerde schliesst – wurde dem 

Beschwerdeführer bisher noch nicht zur Kenntnis gebracht. Sie wird ihm 

zusammen mit dem vorliegenden Urteil zugestellt. 

 

3.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden unter 

anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen aus 

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Seite 6 

dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch fest, 

dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. Sep-

tember 2012 gestellten Asylgesuche die Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 

68 AsylG in der bisherigen Fassung anwendbar sind. Demnach kommen 

im vorliegenden Fall die bisherigen Bestimmungen betreffend das Ausland-

verfahren zur Anwendung. 

4.  

4.1 Gemäss aArt. 19 Abs. 1 AsylG konnte ein Asylgesuch im Ausland bei 

einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Be-

richt an das Bundesamt überwies (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Die schweizeri-

sche Vertretung führte mit der asylsuchenden Person in der Regel eine 

Befragung durch (aArt. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 

1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). War dies nicht mög-

lich, so wurde die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, 

ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Die 

schweizerische Vertretung überwies dem Bundesamt das Befragungspro-

tokoll oder das schriftliche Asylgesuch sowie weitere zweckdienliche Un-

terlagen und einen ergänzenden Bericht, der ihre Beurteilung des Asylge-

suchs enthielt (aArt. 10 Abs. 3 AsylV 1). 

4.2 Vorliegend sah sich die Botschaft in Khartum nicht in der Lage, den 

Beschwerdeführer persönlich zu befragen. Das BFM begründete diesen 

Verzicht in seinem Schreiben vom 21. Oktober 2013 mit dem begrenzten 

Personalbestand der Botschaft sowie den fehlenden Voraussetzungen im 

sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich und forderte den Be-

schwerdeführer zur Einreichung einer ergänzenden Stellungnahme 

zwecks Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhaltes auf. Der 

Beschwerdeführer beantwortete in der Eingabe vom 23. April 2014 die ge-

stellten Fragen und machte weitere Angaben zu seinem Gesuch. Vorlie-

gend erhielt der Beschwerdeführer somit rechtsgenügend Gelegenheit, 

seine Asylgründe darzulegen und bei der Erhebung und Ergänzung des 

massgebenden Sachverhalts mitzuwirken.  

Die schweizerische Botschaft verzichtete ihrerseits auf eine ergänzende 

Stellungnahme und überwies die Unterlagen ohne Kommentar an die Vo-

rinstanz. 

5.  

5.1 Einer Person, welche im Ausland ein Asylgesuch gestellt hat, ist die 

Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für 

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Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaub-

haft gemacht wird (aArt. 20 Abs. 3 AsylG) – das heisst im Hinblick auf die 

Anerkennung als Flüchtling und die Asylgewährung – oder aber, wenn für 

die Dauer der näheren Abklärung des Sachverhalts ein weiterer Aufenthalt 

im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise in einen Drittstaat 

nicht zumutbar erscheint (aArt. 20 Abs. 2 AsylG; vgl. BVGE 2007/19 E. 3.2; 

BVGE 2011/10 E. 3). Asyl – und damit die Einreise in die Schweiz – ist ihr 

zu verweigern, wenn keine Hinweise auf eine aktuelle Gefährdung im 

Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen oder ihr zuzumuten ist, sich in einem Dritt-

staat um Aufnahme zu bemühen (aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Bei diesem Ent-

scheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung 

grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein weiter Er-

messensspielraum zukommt. Ausschlaggebend für die Erteilung der Ein-

reisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen 

(vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs-

kommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130; 2004 Nr. 20 E. 3.b), mithin 

die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer 

der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 

3.3, mit weiteren Hinweisen). 

5.2 Hält sich eine asylsuchende Person bereits in einem Drittstaat auf, gilt 

die Vermutung, dass die betreffende Person in diesem Drittstaat bereits 

Schutz vor Verfolgung gefunden hat oder solchen dort erlangen könne. 

Deshalb ist grundsätzlich davon auszugehen, dass ihr zugemutet werden 

kann, im Drittstaat zu verbleiben, beziehungsweise sich dort um Aufnahme 

zu bemühen. Diese Vermutung kann sich jedoch sowohl in Bezug auf die 

Schutzgewährung durch den Drittstaat (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 5.1 S. 

176 f.) wie auch auf die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme des Schutzes 

im Drittstaat als unzutreffend erweisen. Es ist deshalb zu prüfen, ob die 

asylsuchende Person im Drittstaat Schutz vor Verfolgung gefunden hat o-

der erlangen kann, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuchs und 

zur Verweigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Fall sind die Kri-

terien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumut-

bar erscheinen lassen; diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur 

Schweiz abzuwägen (vgl. BVGE 2011/10  

E. 5.1, mit weiteren Hinweisen). 

5.3 Der Beschwerdeführer machte geltend, die Inhaftierung im Frühjahr 

2006 habe ihn zur Flucht veranlasst. Er sei zu Unrecht beschuldigt worden, 

Kontakte mit der [Bewegung] zu pflegen. In Haft habe man ihn gefoltert. 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2007/19
http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/10
http://links.weblaw.ch/EMARK-1997/15
http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/10
http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/19
http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/10

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Weil man ihm nichts habe nachweisen können, hätten ihn die eritreischen 

Behörden wieder aus der Haft entlassen, jedoch unter der Auflage, Infor-

mationen über die [Bewegung] zu liefern, andernfalls drohe ihm lebens-

lange Haft oder sogar der Tod (vgl. act. A6/7, C. 2, 4). Er schilderte weiter, 

dass er als Journalist im Dienst der Regierung nur das habe berichten dür-

fen, was der Regierung opportun gewesen sei. Kritischen Journalisten 

drohe dagegen Gefängnis für unbegrenzte Zeit (vgl. act. A6/7, C. 3). Auch 

in der Beschwerdeschrift erläuterte er die Schwierigkeiten und Gefahren 

für Journalisten in Eritrea und machte geltend, dass er auch im Sudan kei-

nesfalls sicher sei vor den Nachstellungen der eritreischen Behörden und 

Geheimdienste. Das Telefon seiner Familie in Eritrea sei abgehört worden, 

die Sicherheitskräfte hätten seine Familienmitglieder in Eritrea wiederholt 

aufgesucht und nach seinem Verbleib befragt, sofern ein Anruf aus dem 

Sudan kam. Auch seine Familie im Sudan sei nicht sicher. Er befinde sich 

in einer viel schlimmeren Situation als andere eritreische Flüchtlinge im 

Sudan. Das Leben sei für ihn unerträglich, er müsse sich ständig verste-

cken. 

5.4 Das BFM kam in seinem Entscheid vom 21. Mai 2014 zum Schluss, 

der Beschwerdeführer habe keine persönliche Gefährdung glaubhaft ma-

chen können. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass er zum Zeitpunkt 

seiner Ausreise aus Eritrea dort von einreiserelevanten Vorfällen betroffen 

gewesen wäre oder ihm solche gedroht hätten. Lediglich aufgrund allfälli-

ger subjektiver Nachfluchtgründe sei demgegenüber praxisgemäss keine 

Einreisebewilligung zu erteilen. Ausserdem sei es dem Beschwerdeführer 

zuzumuten, auch weiterhin im Drittstaat zu verbleiben, in dem er bereits 

Schutz gefunden habe. Die Abklärung des Sachverhalts erfordere gemäss 

Aktenlage seine persönliche Anwesenheit in der Schweiz nicht, weshalb 

das Asylgesuch und der Einreiseantrag abzulehnen seien.  

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht hält es entgegen der Ansicht des BFM 

nicht für ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt sei-

ner Ausreise im Jahr 2006 in seinem Heimatland gefährdet war. Die Schil-

derungen der Haft und der ihm unterstellten Kontakte zu einer separatisti-

schen Organisation fallen zwar knapp aus, dies kann jedoch auch dem ab-

gekürzten Vorgehen im Rahmen der Prüfung von Gesuchen nach aArt. 20 

AsylG geschuldet sein, insbesondere dem Umstand, dass der Beschwer-

deführer von den Mitarbeitenden der Schweizer Botschaft nicht persönlich 

befragt wurde gemäss aArt. 10 Abs. 1 AsylV1, sondern seine Gründe 

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schriftlich einreichen musste (aArt. 10 Abs. 2 AsylV1). Ob er bereits zum 

Zeitpunkt der Ausreise aus Eritrea oder allenfalls erst aufgrund seiner Aus-

reise aus dem Land (im Sinne subjektiver Nachfluchtgründe) gefährdet ge-

wesen sei, kann jedoch vorliegend offengelassen werden, da das Bundes-

verwaltungsgericht – wie auch von der Vorinstanz angedeutet – davon aus-

geht, dass der Beschwerdeführer des zusätzlichen Schutzes der Schweiz 

gemäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht bedarf, weil es ihm – wie im Nachfol-

genden aufzuzeigen sein wird – trotz der zugestandenermassen nicht ein-

fachen Lebensbedingungen für eritreische Flüchtlinge im Sudan zuzumu-

ten ist, im Zufluchtsland (Sudan) zu verbleiben.  

6.2 Der Beschwerdeführer lebt eigenen Angaben zufolge seit Juli 2006 im 

Sudan. Zunächst hielt er sich in einem Flüchtlingscamp des UNHCR auf, 

verliess dieses jedoch nach einigen Monaten. Seither und auch aktuell lebt 

er in Khartum. Nach eigenen Angaben wurde er durch das UNHCR im Su-

dan als Flüchtling registriert und hat einen Flüchtlings-Ausweis erhalten 

(vgl. act. A1/6). Folglich verfügt er über die erforderliche Bewilligung, um 

sich im Sudan aufhalten zu können, und geniesst somit weitgehend Schutz 

vor einer Abschiebung in sein Heimatland Eritrea.  

In der Tat wurde zwar in der Vergangenheit von Deportationen von Eritre-

ern in den Heimatstaat berichtet (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsge-

richts E-3335/2013 vom 12. März 2014, E. 6.2; E-2280/2014 vom 30. De-

zember 2014, E. 6.3, je m.w.H., sowie UNHCR, "UNHCR deeply concerned 

by deportation of Eritreans from Sudan" vom 26. Juli 2011; Human Rights 

Watch, "Sudan: Stop Deporting Eritreans", 8. Mai 2014). Es ist in diesem 

Zusammenhang unklar, inwieweit sudanesische Behörden mit eritreischen 

Behörden kooperieren, um einzelne eritreische Flüchtlinge nach Eritrea zu 

deportieren. Diesbezüglich existiert ein grosser Graubereich aus unbestä-

tigten Meldungen. Erschwerend kommt hinzu, dass das UNHCR im Sudan 

nicht immer informiert wird, wenn sudanesische Behörden eritreische 

Flüchtlinge festnehmen und deportieren. Zudem bleiben die Hintergründe 

der verhafteten und deportierten Personen – das heisst ihr beruflicher Hin-

tergrund, allfällige politische Aktivitäten und ihr Profil aus der Sicht der su-

danesischen und eritreischen Behörden sowie ihr Status (als registrierter 

Flüchtling oder nicht) im Sudan – meist unklar (vgl. beispielsweise UN 

News Centre, "UN refugee agency warns Sudan over forced return of Erit-

rean asylum seekers", 04.07.2014, www.un.org/apps/news/story.asp-

?NewsID=-48206, abgerufen am 30.09.2014).  

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Das Bundesverwaltungsgericht geht indessen gleichwohl davon aus, dass 

das Risiko einer Deportation für Eritreer, die im Sudan vom UNHCR als 

Flüchtlinge anerkannt worden sind, gering bleibt, und dass solche Rück-

führungen namentlich nicht flächendeckend erfolgen (vgl. statt vieler das 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-6054/2011 vom 24. April 2012, E. 

5.2; vgl. auch E-3335/2013 vom 12. März 2014, E. 6.2;  

E-2280/2014 vom 30. Dezember 2014, E. 6.3). 

6.3 Der Beschwerdeführer machte geltend, dass er als Journalist beson-

ders gefährdet sei und zu dem Personenkreis gehöre, an deren Ausliefe-

rung die eritreische Regierung besonders interessiert sei. Tatsächlich lie-

gen Informationen vor, dass im Dezember 2012 zwei eritreische Journalis-

ten im Sudan festgenommen und nach 17 Tagen ohne Anklageerhebung 

wieder freigelassen wurden (vgl. Committee to Protect Journalists [CPJ], 

Sudan detains two Eritrean journalists, 26.12.2012, 

http://cpj.org/2012/12/sudan-detains-two-eritrean-journalists.php, abgeru-

fen am 30.09.2014). Berichten zufolge wurde ferner im Dezember 2011 ein 

eritreischer Journalist, der vor seiner Flucht in Eritrea für das offizielle Ra-

dio gearbeitet hatte und bekannt war für seine Kritik am eritreischen Präsi-

dent Isaias Afwerki, im Sudan verhaftet. Er kam nach acht Wochen Haft 

ohne Anklage frei (vgl. Reporters Without Borders, Eritrean journalist freed 

in Khartoum, Sudanese newspaperwoman detained, 16.12.2011, 

http://en.rsf.org/soudan-detain-ed-eritrean-journalist-faces-27-10-2011-

41305.html, abgerufen am 30.09.2014).  

Das Gericht ist jedoch nicht überzeugt, dass der Beschwerdeführer im 

Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit in Eritrea bei den Behörden be-

reits in derart grossem Mass auffällig geworden ist, dass auch nach seiner 

Flucht in den Sudan ein erhöhtes Interesse an seiner Person besteht. Zwar 

schildert der Beschwerdeführer glaubwürdig die Schwierigkeiten, die Jour-

nalisten in Eritrea haben, auch kann ihm geglaubt werden, dass er mit sei-

ner Arbeit in Eritrea nicht zufrieden war, weil er nur regierungsfreundliche 

Meldungen verfassen durfte. Es liegen jedoch keine Hinweise vor, dass 

sich seine regierungskritische Haltung bereits in der Öffentlichkeit manifes-

tiert hat. Die gegen ihn eingeleiteten Ermittlungen im Zusammenhang mit 

unterstellten Kontakten zur [Bewegung] verliefen ergebnislos, so dass er 

aus der Haft entlassen wurde. Für diese Einschätzung spricht auch der 

Umstand, dass der Beschwerdeführer seit seiner Flucht im Sommer 2006 

unbehelligt im Sudan gelebt hat. Zwar ist durchaus nachvollziehbar, dass 

er darunter leidet, nicht in seinem angestammten Beruf arbeiten zu können 

und seinen Unterhalt als Tagelöhner verdienen zu müssen. Eine konkrete 

http://en.rsf.org/soudan-detain-ed-eritrean-journalist-faces-27-10-2011-41305.html
http://en.rsf.org/soudan-detain-ed-eritrean-journalist-faces-27-10-2011-41305.html

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Gefährdung des Beschwerdeführers ist jedoch gemäss objektiven Kriterien 

nicht ersichtlich.  

6.4 Auch die Vorbringen hinsichtlich der prekären Lebensumstände vermö-

gen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Der Beschwerdeführer lebt 

seit einigen Jahren im Sudan und hat dort auch eine Familie gegründet. Es 

ist davon auszugehen, dass er während dieser Zeit ein hinreichend tragfä-

higes Beziehungsnetz innerhalb der eritreischen Exilgemeinschaft auf-

bauen konnte. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer 

den Lebensunterhalt für sich, seine Ehefrau und seine Kinder nicht auch 

zukünftig – wie bisher – wird bestreiten können. Die allgemeinen schwieri-

gen Lebensbedingungen im Sudan vermögen für sich alleine keine Asylre-

levanz zu entfalten und stellen keine hinreichende Grundlage für die Ertei-

lung einer Einreisebewilligung dar.  

6.5  Schliesslich ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine ver-

wandtschaftlichen Beziehungen zu Personen in der Schweiz geltend 

macht, so dass auch keine Hinweise auf eine enge Beziehungsnähe zur 

Schweiz vorliegen, die in einer Abwägung der Gesamtumstände dazu füh-

ren müssten, dass es gerade die Schweiz ist, die den erforderlichen Schutz 

für den Beschwerdeführer gewähren sollte.  

7.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass das BFM dem Beschwerdeführer zu 

Recht die Erteilung einer Einreisebewilligung verweigert und das Asylge-

such aus dem Ausland abgelehnt hat.  

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist nach 

dem Gesagten abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwaltungs-

ökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine 

VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 

SR 173.320.2) ist indessen auf die Erhebung der Verfahrenskosten zu ver-

zichten. 

E-3826/2014 

Seite 12 

 

 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-3826/2014 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Auf die Erhebung der Verfahrenskosten wird verzichtet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die Schweizer 

Vertretung in Khartum, Sudan. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Susanne Bolz 

 

 

Versand: 

E-3826/2014 

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