# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c73ce76-5f36-57f3-bb1e-af52c291a2e4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 10.09.2015 S 2015 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2015-27_2015-09-10.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 27

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Stecher, Audétat 

Aktuar Gross  

URTEIL

vom 10. September 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

- 2 -

1. A._____ (geb. 1968) war Reinigungsangestellte bei einer Metzgerei in 

X._____ und Hausfrau, als sie bei einem Unfall im September 2001 eine 

Daumensattelgelenks-Subluxation an der linken Hand erlitt und danach 

(im September 2001, Dezember 2001 und Dezember 2002) insgesamt 

drei Mal an der linken Hand operiert werden musste. 

2. Am 28. Mai 2003 meldete sich A._____ wegen der Daumenverletzung an 

der linken Hand bei der Invalidenversicherung des Kantons Graubünden 

(IV-Stelle) zum Bezug von Versicherungsleistungen an, da sie nach der 

dritten Operation vermehrt an chronischen (Hand-) Schmerzen litt. Mit 

Gutachten vom 9. Dezember 2005 klärte die I._____-Klinik den Gesund-

heitszustand von A._____ zu Handen des Unfallversicherers ab.

3. Mit Verfügung vom 12. November 2008 sprach die IV-Stelle A._____ eine 

ganze Invalidenrente (IV-Rente) ab 1. September 2002 bis 31. Mai 2003 

auf der Basis eines Invaliditätsgrades (IV-Grad) von 69 % zu. Die IV-

Stelle brachte dabei die sog. gemischte Berechnungsmethode (50 % Er-

werb mit Einschränkung 100 %; 50 % Hausfrau mit Einschränkung 

37.2 %) zur Anwendung. Ab 27. Februar 2003 wurde A._____ in ange-

stammter und adaptierter Tätigkeit für 50 % arbeitsfähig taxiert, womit sie 

im Erwerbsbereich keine Einbussen erleide. Gestützt auf das Gutachten 

der I._____-Klinik vom 9. Dezember 2005 wurde A._____ trotz Handpro-

blematik ab Dezember 2005 in adaptierter Tätigkeit (wieder) zu 100 % ar-

beitsfähig eingestuft. 

4. Mit Verfügung vom 14. Februar 2011 trat die IV-Stelle auf ein neues Leis-    

tungsbegehren vom 1. Oktober 2010 von A._____ nicht ein, da der 

Nachweis einer erheblichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse 

nicht erbracht worden sei. Am 21. Juli 2011 meldete sich A._____ erneut 

für Leistungen bei der IV-Stelle an. In der Folge wurden weitere medizini-

- 3 -

sche Abklärungen über den Gesundheitszustand und die (Rest-) Arbeits-

fähigkeit von A._____ durchgeführt.

5. Im Arztbericht vom 3. April 2012 des Dr. med. B._____, Kantonsspital 

Graubünden (KSGR), Handchirurgie, wurde festgehalten, dass die klini-

schen Untersuchungsbefunde im Vergleich zu den Befunden im Gutach-

ten der I._____-Klinik unverändert seien. Allerdings hätten sich die Sym-

ptome des durchgemachten CRPS (komplexes regionales Schmerz-

syndrom) deutlich gebessert. Das Gutachten vom 19. März 2013 von Dr. 

med. C._____, Orthopädie, wurde zu Handen des Unfallversicherers er-

stellt. Der vor Ort erstellte Abklärungsbericht der IV-Stelle bezüglich 

„Haushaltstätigkeiten“ datiert vom 4./18. September 2013. Im Arztbericht 

vom 2. September 2013 attestierte Dr. med. D._____ A._____ in sitzen-

der Tätigkeit ohne Gebrauch der linken Hand eine 30%ige Arbeitsfähig-

keit und im Bericht vom 2. Mai 2014 in rein sitzender Tätigkeit ohne Ge-

brauch der linken Hand noch eine 20-25%ige Arbeitsfähigkeit. Der Ab-

schlussbericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Ostschweiz da-

tiert vom 27. Januar 2014.

6. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren sprach die IV-Stelle A._____ 

mit Verfügung vom 21. Januar 2015 eine ganze IV-Rente ab 1. Februar 

2012 bis 30. Juni 2012 auf der Basis eines IV-Grades von 100 % zu. Ab 

1. Juli 2012 werde noch eine Viertelsrente auf der Basis eines IV-Grades 

von 43 % gewährt. Zur Begründung wurde vorgebracht, dass A._____ 

seit 21. Juli 2011 – ab Beginn der Wartezeit – gesundheitlich erheblich 

eingeschränkt und in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig 

sei. Sie wäre als Gesunde voll erwerbstätig. Die Bemessung des IV-

Grades erfolge deshalb nach der allgemeinen Methode. Im Zeitraum vom 

1. Februar 2012 bis 30. Juni 2012 sei A._____ weder in angestammter 

noch adaptierter Tätigkeit arbeitsfähig gewesen, weshalb ihr eine ganze 

- 4 -

Rente zustehe. Ausgehend von einem  Valideneinkommen von Fr. 

43‘810.-- (gemäss Verfügung vom 12. November 2008, indexiert bis 

2014) sowie einem Invalideneinkommen von Fr. 24‘639.65 habe ein IV-

Grad von 43.76 % resultiert; wobei auf die Abschlussbeurteilung vom 27. 

Januar 2014 des RAD abgestellt worden sei. Im Arztbericht vom 2. Sep-

tember 2013 von Dr. med. D._____ sei keine wesentliche Verschlechte-

rung des Gesundheitszustands von A._____ seit dem Gutachten vom 19. 

März 2013 von Dr. med. C._____ festgestellt worden. Der RAD habe be-

treffend Handproblematik einen Zustand wie zum Zeitpunkt des Gutach-

tens vom 9. Dezember 2005 der I._____-Klinik bzw. einen sogar eher 

verbesserten Zustand gemäss Arztbericht vom 3. April 2012 des Hand-

chirurgen Dr. med. B._____ festgestellt. Bereits gemäss rechtskräftiger 

Verfügung vom 12. November 2008 sei gestützt auf das Gutachten vom 

9. Dezember 2005 der I._____-Klinik trotz Handproblematik auf eine 

vollständige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit erkannt worden. Der 

RAD habe demnach bezüglich Handproblematik keine weiteren quantita-

tiven Einschränkungen festgestellt. Im Gutachten von Dr. med. C._____ 

sei A._____ aufgrund der nicht unfallbedingten Beeinträchtigungen daue-

rhaft zu 50 % eingeschränkt taxiert worden. Richtig sei zwar, dass betref-

fend Arbeitsfähigkeit eine gewisse Diskrepanz zwischen der Beurteilung 

von Dr. med. D._____ und derjenigen des RAD und von Dr. med. 

C._____ bestehe. Dr. med. D._____ habe bei ihrer Beurteilung betreffend 

Handproblematik links aber auch noch die zumutbare quantitative anstatt 

nur die zumutbare qualitative Arbeitsfähigkeit beigezogen. Diesbezüglich 

liege jedoch bereits eine rechtskräftige Verfügung vor. Die Abschlussbe-

urteilung des RAD sei dadurch nicht erschüttert worden und es müssten 

deshalb auch keine weiteren Abklärungen getroffen werden.

7. Dagegen erhob A._____ (hiernach Beschwerdeführerin) am 23. Februar 

2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

- 5 -

den Begehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Ausrich-

tung einer ganzen IV-Rente (100 %) [weiterhin ab 1. Juli 2012]. Es sei ein 

interdisziplinäres medizinisches Gutachten über die gesundheitlichen Be-

schwerden der Beschwerdeführerin sowie über deren Auswirkungen auf 

die berufliche Tätigkeit und über das Ausmass der verbleibenden Er-

werbsfähigkeit einzuholen. Zur Begründung brachte die Beschwerdefüh-

rerin zunächst vor, dass die angefochtene Verfügung nicht unterzeichnet 

und deshalb ungültig sei. Mit einer reduzierten Rente (Viertelsrente) ab 1. 

Juli 2012 sei sie nicht einverstanden. Sie leide an mehreren gesundheitli-

chen Problemen; so an Kniebeschwerden und Beschwerden nach Hüftge-

lenksimplantationen, zudem sei die linke Hand nach zahlreichen Operati-

onen gebrauchsuntauglich. Die geschätzte Arbeitsfähigkeit von 20-25 % 

durch Dr. med. D._____ sei gar noch optimistisch. Ihr Gesundheitszu-

stand sei gesamthaft zu erfassen und ihre Restarbeitsfähigkeit polydiszi-

plinär zu ermitteln, was die Vorinstanz trotz begründetem Antrag unterlas-

sen habe. Der Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt und das rechtliche 

Gehör nicht gewährt worden. Das Gutachten von Dr. med. C._____ vom 

19. März 2013 sei veraltet und nicht von der Vorinstanz veranlasst wor-

den. Es berücksichtige nur den Unfall und die Hüfte, zu einer umfassen-

den Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei es untauglich. Als Folge der Hüft-

operation und des Unfalls vom 24. Juli 2011 leide die Beschwerdeführerin 

weiterhin an Knie- und Hüftbeschwerden. Die Beurteilung einer Arbeits-

fähigkeit von 50 % ab 12. März 2012 (Eintritt status quo ante gemäss Un-

fallversicherung) sei nicht richtig und werde selbst von Dr. med. D._____ 

nicht übernommen. Auf das Gutachten von Dr. med. C._____ könne auch 

wegen der von Dr. med. D._____ im 2013 und 2014 beschriebenen Ver-

schlechterung an Hüfte und Kniegelenk nicht mehr abgestellt werden. Ei-

ne teilweise gehende oder stehende Tätigkeit sei nicht möglich. Dafür feh-

le es an einem aktuellen Beweis. Es sei auf die Beurteilung von Dr. med. 

D._____ abzustellen bzw. müsse das geforderte Gutachten eingeholt 

- 6 -

werden. Die Folgen der integralen Funktionseinschränkung an der linken 

Hand müssten auch berücksichtigt werden. Die Beschwerdeführerin sei 

auf die rechte Hand angewiesen, weil sie damit Defizite am Gehapparat 

ausgleichen müsse; deswegen sei sie zusätzlich eingeschränkt. Ihre Ar-

beitsfähigkeit sei auch aufgrund der Beschwerden an der linken Hand 

vermindert. Es bestehe eine funktionelle Einarmigkeit. Dazu komme die 

Schmerzproblematik. Der Zustand an der linken Hand habe sich auch 

noch verschlechtert wegen der Stockentlastung, welche zufolge Hüft- und 

Knieproblematik notwendig geworden sei. Allein schon deshalb sei sie nur 

zu 50 % arbeitsfähig. Mit den bestehenden Hand-, Hüft- und Kniebe-

schwerden sei es ihr nicht möglich ein Einkommen von Fr. 24‘639.65 zu 

erzielen. Allein schon die Einarmigkeit lasse dies nicht zu. Der von der 

Vorinstanz festgelegte Einkommensbetrag sei daher unrealistisch. 

8. In der Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle (hiernach Beschwerde-

gegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Formell hielt sie zunächst fest, 

dass EDV-gestützt ausgefertigte Verfügungen der Invalidenversicherung 

praxisgemäss nicht unterschrieben sein müssten. Die Ansichten des RAD 

und der Beschwerdegegnerin seien mit der neu eingereichten E-Mail vom 

3. Februar 2015 von Dr. med. D._____ noch bestätigt worden. Gemäss 

Dr. med. D._____ seien die gegenwärtig geklagten Handbeschwerden die 

gleichen wie diejenigen, die von Dr. med. B._____ festgestellt worden 

seien. Dr. med. D._____ gehe, abweichend von der rechtskräftigen Ver-

fügung vom 12. November 2008, davon aus, dass die Beschwerdeführe-

rin aufgrund der von Dr. med. B._____ attestierten Handbeschwerden 

nicht arbeitsfähig sei. Dazu existiere jedoch bereits eine rechtskräftige 

Verfügung und – gestützt auf das Gutachten der I._____-Klinik – auch 

schon eine schlüssige Beurteilung. Die RAD-Beurteilung werde durch die 

vorhandenen Arzt- und Klinikberichte nicht erschüttert, weshalb auch kei-

ne weiteren Abklärungen in Auftrag gegeben werden müssten. Diese Auf-

- 7 -

fassung gelte umso mehr, als der RAD die Einschätzung der Arbeitsun-

fähigkeit durch Dr. med. C._____ als hoch bewertet habe. Die Beschwer-

degegnerin habe aber – notabene zu Gunsten der Beschwerdeführerin – 

auf weitere Abklärungen verzichtet.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien in ihren Rechts-

schriften sowie die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Anfech-

tungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 21. Januar 2015 betreffend Ge-

währung einer Viertelsrente ab 1. Juli 2012, sodass die örtliche Zustän-

digkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden zu bejahen ist. 

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 

57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin der 

angefochtenen Verfügung betreffend Rentenkürzung ist die Beschwerde-

führerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhe-

bung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereich-

te Beschwerde ist somit einzutreten.

b) Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die bisher 

gewährte ganze Invalidenrente (für den Zeitraum 01.02.2012-30.06.2012; 

IV-Grad 100 %) zu Recht mit Wirkung ab 1. Juli 2012 auf eine Viertelsren-

- 8 -

te (IV-Grad 43.76 %) kürzte aufgrund der Verbesserung des Gesund-

heitszustands und damit auch wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin. Beschwerdegegenstand sind somit die Arbeitsfähig-

keit in einer leidensangepassten Tätigkeit einerseits und das trotz allfälli-

ger Behinderungen noch erzielbare Jahreseinkommen (Invalideneinkom-

men) der Beschwerdeführerin anderseits. Zuerst gilt es aber noch den 

Einwand der fehlenden Unterschrift auf der angefochtenen Verfügung zu 

klären, woraus die Beschwerdeführerin ableitet, dass die Rentenverfü-

gung nicht korrekt eröffnet worden und daher ungültig sei, was antrags-

gemäss bereits aus formellen Gründen zu ihrer Aufhebung (Nichtigkeit) 

und zur Gutheissung der Beschwerde führe.   

2. Zum Formerfordernis von Verfügungen schreibt Art. 49 Abs. 3 ATSG vor: 

"Die Verfügungen werden mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen. Sie 

sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll ent-

sprechen. Aus einer mangelhaften Eröffnung einer Verfügung darf der be-

troffenen Person kein Nachteil erwachsen." Die bezeichnete Vorschrift 

geht auf die einzelnen Elemente der Verfügung ein. Danach ist eine Ver-

fügung ausdrücklich als solche zu bezeichnen. Dieses Kriterium bildet Teil 

der behördlichen Aufklärungspflicht nach Art. 27 Abs. 1 ATSG, weil dem 

Adressat bzw. der Adressatin dadurch klar gemacht wird, dass sich aus 

dem betreffenden Akt Rechte und Pflichten ergeben. Eine Unterschrift ist 

bei sozialversicherungsrechtlichen Verfügungen allerdings nicht generell 

verlangt; insbesondere ergibt sich die Unterschriftspflicht nicht aus dem 

allgemeinen Grundsatz der Schriftlichkeit (vgl. BGE 105 V 248 E.4a-b) 

und eine solche Verpflichtung besteht namentlich gerade nicht bei Verfü-

gungen, welche IT-gestützt (d.h. mittels elektronischer Datenverarbeitung) 

ausgefertigt werden (BGE 112 V 87; KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 49 Rz. 48; Kreisschreiben über die Rechts-

pflege in der AHV, der IV, der EO und bei den EL [KSRP], gültig ab 2005, 

- 9 -

Stand 1. April 2013, Rz. 1007). Der formelle Einwand einer ungültigen, 

weil mangelhaften Verfügungseröffnung erweist sich somit als unbegrün-

det, da die Unterschrift auf der strittigen (Massen-) Verfügung nachweis-

lich kein Gültigkeitserfordernis darstellt.

3. a) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid 

ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche die Folge von Geburtsge-

brechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Der renten-

begründende Invaliditätsgrad ist in diesem Fall aufgrund eines Einkom-

mensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). 

Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-

tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung 

und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Inva-

lideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Validenein-

kommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er-

folgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 

möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, wor-

auf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen 

lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 

E.3.4.2, 128 V 29 E.1). Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt vor, 

wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutba-

re Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbes-

sern kann, während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unter-

bruch durchschnittlich zu mindestens 40 % im bisherigen Beruf oder Auf-

gabenbereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ablauf dieses Jahres 

- 10 -

zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Sind diese Voraus-

setzungen erfüllt, so steht der versicherten Person nach Ablauf von sechs 

Monaten nach Geltendmachung des Anspruchs, frühestens im Monat der 

Vollendung des 18. Altersjahrs (Art. 29 Abs. 1 IVG), bei einem Invaliditäts-

grad von mindestens 40 % eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad 

von 70 % eine ganze Rente zu (Art. 28 Abs. 2 IVG).

b) Um beurteilen zu können, ob sich die gesundheitliche Verfassung der Be-

schwerdeführerin seit dem 12. März 2012 derart gebessert hat, dass sich 

eine Rentenkürzung ab dem 1. Juli 2012 rechtfertigen lässt, sind die Ver-

waltung und im Beschwerdefall das angerufene Gericht auf Unterlagen 

angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Ver-

fügung stellen. Dabei besteht die Aufgabe des Arztes darin, den Gesund-

heitszustand zu beurteilen und – wenn nötig – seine Entwicklung im Laufe 

der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Un-

tersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden Befunde 

zu erheben und gestützt darauf eine Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt 

der Arzt seine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall das Gericht 

nicht kompetent sind. Bei der Folgeabschätzung der gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen 

keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur 

Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, welche er aus 

seiner Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Aus-

künfte bilden sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra-

ge, welche Arbeitsleistungen einer Versicherten konkret noch (oder wie-

der) zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E.3.2, 125 V 256 E.4).

- 11 -

4. a) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben 

Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, 

d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, 

dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-

fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts-

anspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen-

den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge-

samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 

auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hin-

sichtlich des Beweiswerts eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten. Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug 

auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien 

für die Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungs-

verfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf 

Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle 

- 12 -

Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-

verlässigkeit der Expertise sprechen. In Bezug auf Berichte von Hausärz-

ten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, 

dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau-

ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen 

(vgl. BGE 125 V 351 E.3a mit Hinweisen). Auch den Berichten und Gut-

achten versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, so-

fern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit be-

stehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungs-

verhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangeln-

de Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr be-

sonderer Umstände, die das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beur-

teilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die er-

hebliche Bedeutung, die den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht 

zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein stren-

ger Massstab anzulegen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 E.1c mit 

Hinweisen). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so 

sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E.4.4). 

b) Vorliegend sind folgende ärztlichen Gutachten, Arzt- und Facharztberichte 

aktenkundig und für die Streitentscheidung von Belang:

• Im Gutachten vom 9. Dezember 2005 der I._____-Klinik hielten PD Dr. 
med. E._____, Oberarzt Handchirurgie, PD Dr. med. F._____, Chefa-
rzt Handchirurgie, Prof. Dr. med. G._____, Leitender Arzt, und Dr. 
med. H._____, Oberarzt Neurologie, fest, dass die Versicherte 
(Rechtshänderin) am 19. September 2001 einen Unfall am Daumen-
sattelgelenk links erlitten habe (Abrutschen von Stuhllehne und Auf-
schlagen der linken Hand auf Boden), worauf sich eine posttraumati-
sche Gelenksarthrose entwickelt habe. Zum bisherigen Beruf als Putz-
frau wurde festgehalten, dass direkt und insbesondere indirekt unfall-
bedingt aktuell im Wesentlichen eine Gebrauchsunfähigkeit des linken 

- 13 -

Armes bestehe. Dieser diene nur sehr eingeschränkt als Zureicharm 
oder bestenfalls Haltearm, könne aber für berufliche Tätigkeiten prak-
tisch nicht eingesetzt werden. Daher seien beruflich nur noch einarmig 
ausführbare Tätigkeiten durchführbar. Gemessen an einem vollen Ar-
beitspensum als Putzfrau stellten diese Schädigungen eine Arbeitsun-
fähigkeit von 75 % dar. In anderen Tätigkeiten (ausser Reinigungsar-
beiten) könnte dies je nach Einsatzgebiet (z.B. im Telefondienst) je-
doch durchaus noch eine vollständige Arbeitsfähigkeit bedeuten (vgl. 
beschwerdegegnerische Beilage [IV-act.] 14 S. 15, 20-21).

• Im Bericht vom 18. September 2007 hielt PD Dr. med. F._____ auf 
Rückfrage des Unfallversicherers fest, dass die belastungsabhängigen 
Handgelenksschmerzen, die eingeschränkte Daumenbeweglichkeit 
und die Kraftminderung an der linken Hand mit hoher Wahrscheinlich-
keit auf den Unfall 2001 zurückzuführen seien. Anders verhalte es sich 
mit den neurologischen Beschwerden wie Hypästhesie der linken 
Hand und rasche Ermüdbarkeit des linken Armes. Ein Kausalzusam-
menhang dieser Symptome mit dem Unfallereignis sei eher unwahr-
scheinlich. Die letztgenannten Symptome hätten einen überwiegend 
wahrscheinlichen Zusammenhang mit der unfallfremden Medianus-
kompressionsneuropathie (IV-act. 49).

• Im Arztzeugnis vom 19. November 2011 und im Folgezeugnis vom 10. 
Februar 2012 stellte die Hausärztin Dr. med. D._____, FMH Innere 
Medizin und Rheumatologin, der Versicherten die Diagnose einer 
posttraumatischen Hüftluxation rechts, wobei der bisherige Heilungs-
verlauf eine langsame Besserung gezeigt habe. Im Folgezeugnis wur-
de weiterhin eine Kraftlosigkeit am rechten Bein diagnostiziert. Als 
Putzfrau sei die Versicherte seit Juli 2011 zu 100 % arbeitsunfähig, ei-
ne sitzende Tätigkeit wäre hingegen zu 50 % möglich (IV-act. 91 S. 31 
und 37).

• Im Arztbericht vom 3. April 2012 stellte Dr. med. B._____, Co-Chefarzt 
im Kantonsspital Chur, Handchirurgie, der Versicherten u.a. folgende 
Diagnose: "Massive Restbeschwerden bei St.n. multiplen Operationen 
am Daumensattelgelenk links." Zur Anamnese wurde ausgeführt: "Bei 
St.n. mehreren operativen Eingriffen am Daumensattelgelenk inklusive 
Resektions-/Suspensionsarthroplastik und postoperativ aufgetretenen 
CRPS persistieren invalidisierende, bewegungs- und belastungsab-
hängige Schmerzen im Daumen der linken Hand. Zunahme der Be-
schwerden nach Stockentlastung bei St.n. einer Hüftoperation 2011. 
Die Versicherte ist Rechtshänderin und seit Februar 2011 arbeitsun-
fähig. Auf Ende April 2012 wurde ihr die Arbeitsstelle gekündigt. 2005 
wurde durch PD Dr. E._____ in der I._____-Klinik ein ausführliches 

- 14 -

Gutachten erstellt. Daraus ist zu entnehmen, dass sich die Funktions-
einschränkung, die Schmerzen und die von der Versicherten be-
schriebenen diffusen Gefühlsstörungen der gesamten linken Hand in 
den letzten Jahren kaum verändert haben. Die klinischen Untersu-
chungsbefunde sind im Vergleich zu den von PD Dr. E._____ be-
schriebenen Befunde unverändert. Allerdings haben die Symptome 
des durchgemachten CRPS deutlich gebessert, aktuell ist die Trophik 
der linken Hand unauffällig, es besteht keine deutliche Schwellung, 
kein vermehrtes Schwitzen und keine vermehrte Behaarung und eine 
im Vergleich zur kontralateralen Seite unauffällige Venenzeichnung." 
Zum Prozedere führte Dr. med. B._____ aus: "Wie von PD. Dr. 
E._____ bereits 2005 beschrieben, muss von einem Endzustand aus-
gegangen werden. Insbesondere glaube ich nicht, dass die Schmerz-
symptomatik durch einen erneuten operativen Eingriff verbessert wer-
den kann. Andere Optionen als Ergo-/Physiotherapie und möglicher-
weise einer Wiederholung einer Infiltration kommen meines Erachtens 
nicht in Frage" (IV-act. 116 S. 2 und 3).

• Im Gutachten vom 19. März 2013 zuhanden des Unfallversicherers 
hielt Dr. med. C._____, Orthopädie, bezüglich der Hüft- und Knielei-
den der Versicherten fest, dass er ein Schonhinken rechts bei der 
Versicherten festgestellt habe. Anlässlich der Kontrolle im Spital 
K._____ bei Dr. med. L._____ vom 24. Mai 2011 […] habe sie immer 
noch über Restbeschwerden geklagt. Durch die Synkope mit Sturz am 
24. Juli 2011 sei es zu einer Luxation der Hüfte gekommen, welche 
primär nicht erkannt worden sei. Im Operationsbericht vom 12. Sep-
tember 2011 werde erwähnt, dass die Luxation wegen mangelnder 
pelvitrochanterer Zuggurtung stattgefunden habe. Nach der Operation 
seien die Hüftschmerzen sukzessive zurückgegangen auf Restbe-
schwerden lateral über dem Trochanter, wie dies bereits vor der Luxa-
tion der Fall gewesen sei. Die Schmerzen am Knie seien wahrschein-
lich im Sinne von Ausstrahlungen von der Hüfte zu werten, zumal 
rückblickend auch im MRI, welches in X._____ nach der Synkope 
durchgeführt worden sei, keine Pathologie festgestellt worden sei und 
auch in der Arthroskopie vom 11. April 2012 lediglich eine unspezifi-
sche Chondromalazie diagnostiziert worden sei. Insgesamt sei es 
durch das Ereignis vom 24. Juli 2011 zu einer vorübergehenden Ver-
schlechterung der Hüft- und Kniesituation gekommen, die nach der 
Operation vom 12. September 2011 langsam wieder abgeklungen sei 
auf den Zustand wie vor der Synkope vom 24. Juli 2011. Es könne 
daher gesagt werden, dass innerhalb von sechs Monaten nach der 
erwähnten Operation wieder der „status qua ante“ und auch der „sta-
tus quo sine“ vorhanden seien. Die festgestellten Gesundheitsbeein-
trächtigungen seien nicht unfallbedingt. Die Versicherte sei deshalb 
aber dauerhaft eingeschränkt. Es seien ihr lediglich noch leichte Arbei-

- 15 -

ten, die vorwiegend sitzend, teils stehend oder gehend ausgeübt wür-
den und nicht mit dem Heben und Tragen von Lasten über mehr als 
7.5 kg verbunden seien, zuzumuten und dies nur bis zu einem gewis-
sen Prozentsatz, welcher je nach Arbeitsstelle bei 50 % liegen werde 
(IV-act. 121 S. 3 und 7-9).

• Im Arztbericht vom 2. September 2013 hielt Dr. med. D._____ fest, 
dass die Versicherte weiterhin Schmerzen habe und Unsicherheiten 
am rechten Bein verspüre; besonders das Biegen des Kniegelenks 
und das Treppensteigen seien lediglich noch bedingt – mittels Festhal-
ten – möglich. Auch habe sie weiterhin Schmerzen am linken Dau-
men. Die ganze linke Hand sei für Arbeiten nicht einsetzbar. Der Gang 
auf ebener Fläche sei stabil. Sie könne mit dem rechten Bein aber 
nicht auf das Bett steigen. Ihre Kraft sei vermindert. Es bestehe eine 
Druckdolenz im ganzen Kniebereich rechts, medial betont. Bezüglich 
der linken Hand (Sudeck-Hand) bestehe eine generalisierte Muskel-
atrophie, eine diffuse Druckdolenz und eine Kraftverminderung beim 
Faustschluss. Seit 2001 leide die Versicherte posttraumatisch an 
chronischen Schmerzen am Daumensattelgelenk links (St.n. multiplen 
Operationen; Verschlechterung durch Stockentlastung). Am aktuellen 
Arbeitsplatz müsse sie ständig Treppen steigen, was nicht mehr gehe. 
Als Putzfrau sei sie auch wegen der linken Hand nicht mehr einsetz-
bar; sie könne nicht knien und auch nicht lange stehen. Für eine sit-
zende Arbeit ohne Gebrauch der linken Hand sei die Versicherte zu 
30 % arbeitsfähig. Allerdings sei dieser Wert nur theoretisch, da keine 
solchen Arbeitsplätze verfügbar seien. In Bezug auf die Hüft- und 
Handproblematik bestünden keine operativen Behandlungsmöglichkei-
ten mehr; die konservative Therapie sei ausgeschöpft (IV-act. 140).

• Im Abschlussbericht vom 27. Januar 2014 empfahl der RAD-Arzt 
M._____ den Fallabschluss auf folgender Basis: Zur Hüfte und zum 
Knie sei auf das Gutachten Orthopädie von Dr. med. C._____ vom 19. 
März 2013 abzustellen. Bezüglich der Handproblematik sei unverän-
dert das Gutachten der I._____-Klinik vom 9. Dezember 2005 mass-
gebend, wobei sich der Zustand gemäss Bericht des Handchirurgen 
Dr. med. B._____ des Kantonsspitals Graubünden vom 3. April 2012 
eher noch verbessert habe. Die einzelnen Einschränkungen addierten 
sich nicht. Die eingeschränkte Hebe-Trage-Fähigkeit beeinflusse aber 
die Gesamtarbeitsfähigkeit in der Weise, dass die vom Gutachter fest-
gelegte Arbeitsfähigkeit wie folgt korrigiert werden müsse: Es seien le-
diglich leichte Arbeiten, die vorwiegend sitzend, teils stehend oder ge-
hend ausgeübt würden und nicht mit Heben von Lasten mit der linken 
Hand von über 2 kg und mit der rechten Hand von über 7.5 kg ver-
bunden seien - und dies mit einer gesamthaften Leistungseinschrän-
kung von 50 % - noch möglich. Der Grad der Arbeitsunfähigkeit brau-

- 16 -

che nicht angepasst zu werden, da die versicherte Person trotz der 
Unfallfolgen an der linken Hand fähig sei, in der Metzgerei eine Tätig-
keit als Reinigungskraft auszuüben und den Haushalt mit Einschrän-
kung von jetzt unter 27.3 % zu bewältigen. Ausserdem sei eine Besse-
rung der Hand-Symptomatik aktenkundig, so dass bezüglich der linken 
Hand eine weitere quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
nicht angemessen sei. Qualitativ seien die Einschränkungen erstellt 
und summarisch mit einer Gesamtarbeitsunfähigkeit von 50 % ange-
messen bewertet worden (IV-act. 160 S. 13).   

• Im Arztbericht vom 2. Mai 2014 hielt Dr. med. D._____ erneut fest, 
dass die Versicherte nach wie vor eine Gangunsicherheit aufweise 
und an lumbalen Schmerzen an der rechten Hüfte und am rechten 
Knie leide; dasselbe gelte für die Schwäche (Kraftverlust) an der lin-
ken Hand. Die Arbeitsfähigkeit betrage 20-25 % für eine rein sitzende 
Tätigkeit ohne Gebrauch der linken Hand. Die Prognose der Versi-
cherten schätze sie als schlecht ein (IV-act. 153 S.18 und 19).

• Mit E-Mail vom 3. Februar 2015 führte Dr. med. D._____ – auf Rück-
frage des Anwalts der Beschwerdeführerin - noch aus, dass die rechte 
Hand der Versicherten klinisch keinerlei Pathologie zeige. Die 
Schmerzen seien auf die Überlastung zurückzuführen, weil sie die lin-
ke Hand im Alltag nicht einsetze. Die Befunde im Bereich der rechten 
Hand seien nicht invalidisierend und könnten nicht aufgeführt werden 
bezüglich Rentenforderung. Die invalidisierenden Probleme seien und 
blieben die linke Hand (bei der Linkshänderin) mit permanenten 
Schmerzen nach dokumentierter Sudeck-Dystrophie und die Be-
schwerden im rechten Bein, nach zweimaliger Operation einer Hüft-
Prothese. Seit April 2012 seien keine Veränderungen eingetreten. Der 
Handchirurg (Dr. med. B._____) habe damals in seinem Bericht klar 
festgehalten, dass die Versicherte erstens mit dieser Handerkrankung 
nicht arbeitsfähig sei und es zweitens keinerlei Therapiemöglichkeiten 
mehr zur Verbesserung dieser Situation gebe. Diese Beurteilung 
stamme von einem ausgewiesenen Spezialisten, welcher die Meinung 
der IV also nicht stützen könne. Die Beurteilung dieses Experten habe 
die IV einfach ignoriert. Falls nötig müsste nochmals ein ähnlich be-
kannter Spezialist zur Beurteilung beigezogen werden. Das letzte 
Gutachten (Orthopädie 2013) habe sich nur mit dem Problem im Be-
reich des rechten Beines befasst und die (linke) Hand überhaupt nicht 
berücksichtigt. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit habe sie (Dr. med. 
D._____) im Mai 2014 einen Bericht an den Unfallversicherer ge-
schrieben. Dort sei sie auf die einzelnen Gesundheitsprobleme und 
die entsprechende Arbeitsunfähigkeit eingegangen (vgl. Beilage der 
Beschwerdeführerin).

- 17 -

c) In Würdigung der soeben zitierten Gutachten, Arzt- und Facharztberichte 

ist das streitberufene Gericht zur Überzeugung gelangt, dass für die Beur-

teilung einer allfälligen Gesundheitsverbesserung seit März 2012 und ei-

ner dadurch erhöhten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in erster 

Linie auf das orthopädische Gutachten vom 19. März 2013 betreffend das 

Hüft- und Knieleiden (50%ige Arbeitsfähigkeit) und auf den Abschlussbe-

richt des RAD-Arztes M._____ vom 27. Januar 2014 (Gesamtarbeitsun-

fähigkeit 50 % inklusive Handproblematik links) abzustellen ist. Vor allem 

der RAD-Abschlussbericht erscheint unter Berücksichtigung der medizini-

schen Vorakten zuverlässig und nachvollziehbar, wird darin doch noch 

einlässlich zum Arztbericht vom 3. April 2012 des Handchirurgen und dem 

früheren Gutachten vom 9. Dezember 2005 der I._____-Klinik Stellung 

genommen und deren Einschätzungen korrekt angepasst. Der RAD-Arzt 

M._____ erkannte gestützt darauf zu Recht, dass seit 2005 offensichtlich 

eine Verbesserung des Zustands am linken Handgelenk zu verzeichnen 

gewesen sei und damit bei der Beschwerdeführerin in einer leidensange-

passten Tätigkeit wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe, da 

seit dem Gutachten von 2005 keine weiteren quantitativen Einschränkun-

gen linksseitig dazugekommen seien und die qualitativen Einschränkun-

gen an der linken Hand (geringere Hebe- und Tragfähigkeit als rechts) be-

reits angemessen berücksichtigt worden seien. Dieser Gesamtbeurteilung 

ist umso mehr zuzustimmen, als im Gutachten vom 19. März 2013 bezüg-

lich der Hüft- und Knieleiden noch auf die Operation vom 12. September 

2011 hingewiesen wurde und danach der frühere Gesundheitszustand in-

nert sechs Monaten – also bis am 12. März 2012 – wieder hergestellt sei. 

Alle diese plausiblen Gutachten, Arzt- und Facharztberichte werden durch 

die gegenteiligen Berichte und Zeugnisse der Hausärztin, Dr. med. 

D._____, vom 19. November 2011, 10. Februar 2012, 2. September 

2013, 2. Mai 2014 samt E-Mail vom 3. Februar 2015 nicht erschüttert oder 

sogar entkräftet, da der Beschwerdeführerin zunächst (für den Zeitraum 

- 18 -

01.02.2012-30.06.2012) bereits eine ganze Invalidenrente gewährt wurde 

und die danach geschätzte Arbeitsfähigkeit von 30 % (im Bericht vom 2. 

September 2013) bzw. von 20-25 % (im Bericht vom 2. Mai 2014) aus 

medizinischer Sicht auf keiner neuen Diagnose oder sonst anders gearte-

ten Unfall- oder Krankheitsbildern als bisher bereits bekannt basierte. Die 

Einschätzungen der bisher konsultierten Gutachter und übrigen Ärzte gin-

gen bei gleicher Beurteilungsgrundlage aber von einer deutlich höheren 

Gesamtarbeitsfähigkeit von 50 % aus. Für das Gericht bestehen deshalb 

keinerlei Zweifel, wieso nicht auf die profunden und einleuchtenden Er-

kenntnissen im RAD-Abschlussbericht vom 27. Januar 2014, im Gutach-

ten vom 19. März 2013 und im Facharztbericht vom 3. April 2012 abge-

stellt werden dürfte, womit sich auch weitere Abklärungen – z.B. mittels 

Einholung eines neuen Gutachtens – erübrigen (siehe hinten E.4h). Zu 

den Rügen der Beschwerdeführerin bezüglich ungenügender Berücksich-

tigung ihrer Gesundheitsprobleme gilt es im Einzelnen noch das Folgende 

festzuhalten (s. E. 4d-g).

d) In Bezug auf die linke Hand (seit Unfallverletzung 2001) wurde bereits in 

der rechtskräftigen Verfügung vom 12. November 2008 gestützt auf das 

Gutachten der I._____-Klinik vom 9. Dezember 2005 festgehalten, dass 

trotz der eruierten Handproblematik ab Dezember 2005 eine vollständige 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bestehe. In dieser längst in 

Rechtskraft erwachsenen und damit heute nicht mehr abänderbaren Ver-

fügung wurde festgehalten, dass die Gutachter der I._____-Klinik der Be-

schwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Putzfrau eine 

75%ige Arbeitsunfähigkeit, in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit (im 

Wesentlichen ausschliesslich einarmig auszuführende Verrichtungen) 

aber noch eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert hätten. Ihre unfall-

fremden gesundheitlichen Probleme (neurologischen Beschwerden) fielen 

funktionell nicht ins Gewicht, weil die Gutachter schon aufgrund der funk-

- 19 -

tionellen Beeinträchtigungen nur noch einarmig ausführbare Tätigkeiten 

für zumutbar erachteten (IV-act. 62 S. 7 und 9). Für das Gericht ist damit 

hinreichend erstellt, dass die Leistungseinschränkungen an der linken 

Hand bereits damals umfassend abgeklärt und beurteilt wurden. Laut Be-

richt des Handchirurgen Dr. med. B._____ vom 3. April 2012 sind die kli-

nischen Untersuchungsbefunde an der linken Hand im Vergleich zu den 

erhobenen Befunden in der I._____-Klinik unverändert geblieben. Ferner 

bestätigte selbst Dr. med. D._____ im E-Mail vom 3. Februar 2015 noch – 

unter Hinweis auf den Bericht von Dr. med. B._____ -, dass die gegen-

wärtigen Beschwerden an der linken Hand genau die gleichen seien, wie 

die Beschwerdeführerin damals und davor geäussert habe. Es hätten sich 

seither keinerlei Veränderungen ergeben, was im Abschlussbericht des 

RAD ebenfalls so bestätigt wurde. Nicht korrekt ist hingegen die Aussage 

von Dr. med. D._____, wonach Dr. med. B._____ der Beschwerdeführerin 

eine Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. Der genannte Handspezialist hat 

sich in seinem Arztbericht vom 3. April 2012 zur Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin überhaupt nicht geäussert, weshalb seine Angaben si-

cherlich auch nicht für den Standpunkt der Beschwerdeführerin sprechen. 

e) In Bezug auf die rechte Hand machte die Beschwerdeführerin weiter gel-

tend, dass die Beeinträchtigungen der integralen Funktionseinschränkung 

der linken Hand ebenfalls invalidisierend in die Betrachtung einbezogen 

werden müssten. Der Hinweis in den Akten, dass die Beschwerdeführe-

rin, wenn sie am Stock oder an den Krücken gehe oder sich am Geländer 

festhalten müsse, dafür die rechte Hand benötige, weshalb der Ausfall der 

gebrauchsuntauglichen und völlig geschwächten linken Hand keine Rolle 

spiele, reiche nicht. Die Beschwerdeführerin sei umso mehr auf die rechte 

Hand angewiesen, als sie damit die Defizite am Gehapparat ausgleichen 

müsse und daher in ihrer Erwerbstätigkeit zusätzlich mehr eingeschränkt 

sei, als andere Personen, die für die Arbeit zwei gesunde Hände hätten. 

- 20 -

Zur geltend gemachten Problematik der rechten Hand hielt Dr. med. 

D._____ im E-Mail vom 3. Februar 2015 aber fest, dass die Befunde im 

Bereich der rechten Hand nicht invalidisierend seien und somit bezüglich 

Rentenforderung nicht aufgeführt werden könnten. Es bestehen diesbe-

züglich zudem keine anderen medizinischen Berichte oder Hinweise auf 

irgendwelche gesundheitlichen Einschränkungen oder Kraftdefizite an der 

rechten Hand der Beschwerdeführerin, weshalb weitere medizinische Ab-

klärungen in dieser Hinsicht nicht angezeigt sind. 

f) In Bezug auf das Hüft- und Knieleiden ist das Gutachten vom 19. März 

2013 von Dr. med. C._____ schlüssig und nachvollziehbar, weshalb ihm 

voller Beweiswert zukommt. Daran ändert nichts, dass aus dem Gutach-

ten nicht ersichtlich ist, wann genau die persönliche Untersuchung statt-

gefunden hat. Anhand der im Gutachten vorgenommenen bildgebenden 

Abklärungen vom 13. November 2012 am Ort der Begutachtungsstelle – 

also konkret in der Orthopädie am Rosenberg (IV-act. 121 S. 4, zweitletz-

ter Absatz) – ist zu schliessen, dass diese fachärztliche Untersuchung 

ebenfalls im November 2012 stattgefunden haben dürfte. Richtig ist, dass 

das Gutachten im Auftrag des Unfallversicherers erstellt wurde. Der Or-

thopäde Dr. med. C._____ hat sich aber nachweislich auch zu den nicht 

unfallbedingten Beschwerden geäussert. Laut Gutachten wurde die Dia-

gnose persistierende Hüft- und Knieschmerzen rechts gestellt (IV-act. 121 

S. 6). Durch das Sturzereignis vom 24. Juli 2011 sei nur vorübergehend 

eine Verschlechterung der Hüft- und Kniesituation eingetreten, die nach 

der Hüftoperation vom 12. September 2011 langsam wieder auf den Zu-

stand vor dem Sturzereignis abgeklungen sei. Der Vorzustand (status quo 

ante) sei sechs Monate nach der Operation wieder erreicht worden. Da-

nach seien bloss noch unfallfremde Beschwerden vorgelegen, verursacht 

durch die chronische Hüftluxationsdysplasie, die bereits am 18. Februar 

2011 mittels Hüfttotalprothese versorgt worden sei. Aufgrund der nicht un-

- 21 -

fallbedingten Beeinträchtigungen sei die Beschwerdeführerin dauerhaft 

eingeschränkt. Es seien ihr deshalb nur noch leichte Arbeiten zumutbar, 

vorwiegend sitzend, teils stehend oder gehend. Das Heben und Tragen 

von Lasten über 7.5 kg sei nicht möglich, was je nach Arbeitsstelle eine 

50%ige Arbeitsfähigkeit bedeute. Dr. med. D._____ geht in ihrem Arzt-

zeugnis vom 19. November 2011 ebenfalls von einer 50%igen Arbeits-

fähigkeit in einer sitzenden Tätigkeit aus (IV-act. 91 S. 31). Sie bestätigt 

diese Beurteilung noch im Folgezeugnis vom 10. Februar 2012 (IV-act. 91 

S. 37). Weder aus dem Bericht von Dr. med. D._____ vom 2. September 

2013 (IV-act. 140) noch aus jenem vom 2. Mai 2014 (IV-act. 153) ergibt 

sich eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands, womit 

sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung 

durch Dr. med. C._____ (IV-act. 121) nicht verändert hat. Dr. med. 

D._____ erkannte zwar auf eine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit, indem sie auf eine 30%ige bzw. gar nur auf 

20-25%ige Arbeitsfähigkeit in einer rein sitzenden Tätigkeit ohne Ge-

brauch der linken Hand schloss. Diese Einschätzung ist aufgrund der üb-

rigen medizinischen Aktenlage (s. Gutachten Klinik I._____ [IV-act.14] 

samt Ergänzung [IV-act. 49] und RAD-Abschlussbericht [IV-act. 160]) 

aber nicht nachvollziehbar, zumal sich die Hausärztin Dr. med. D._____ 

keineswegs vertieft mit den anderslautenden Einschätzungen der übrigen 

Ärzte (in adaptierter Tätigkeit Arbeitsfähigkeit von 50 % zumutbar und 

möglich) auseinandersetzte. Weiter trifft der Einwand der Beschwerde-

gegnerin zu, wonach die besagte Hausärztin bei der Bewertung die linke 

Handproblematik - abweichend von der rechtskräftigen IV-Verfügung vom 

12. November 2008 (IV-act. 62) und unbesehen der seither mehrfach 

bestätigten unveränderten Situation an der linken Hand – in ihre quantita-

tive Arbeitsfähigkeit miteinbezog, anstatt sich lediglich noch zur noch zu-

mutbaren qualitativen Arbeitsfähigkeit zu äussern, weshalb die Angaben 

- 22 -

von Dr. med. D._____ auch unter diesem Gesichtspunkt an einem Man-

gel leiden und nicht schlüssig sind.  

g) Unter dem Aspekt der Beweiswürdigung kann in diesem Zusammenhang 
überdies noch auf den Fragebogen des Arbeitsgebers vom 13. April 2012 

(IV-act. 100) verwiesen werden, woraus sich ergibt, dass die Beschwer-

deführerin trotz Unfallfolgen an der linken Hand immer noch fähig war, als 

Reinigungskraft in einer Metzgerei tätig zu sein. Dieses Arbeitsverhältnis 

wurde der Beschwerdeführerin per Ende Monat April 2012 gekündigt, 

nachdem sie seit Februar 2011 aufgrund ihrer Hüftleiden nicht mehr ein-

satzfähig gewesen war. Nichts Gegenteiliges ergibt sich auch aus dem 

Abklärungsbericht Haushalt vom 18. September 2013 (IV-act. 130), worin 

noch festgehalten wurde, dass sich die Einschränkung im Haushalt von 

ehemals 37.2 % (2003) auf neu 27.3 % (2014) reduziert habe, was eben-

falls für eine verbesserte Leistungs- und Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-

führerin spricht. Die RAD-Abschlussbeurteilung vom 27. Januar 2014 in-

klusive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit zusätzlicher qualitativer Ein-

schränkung (IV-act. 160) ist deshalb nicht zu beanstanden. Die Be-

schwerdegegnerin ist infolgedessen zu Recht von einer Restarbeitsfähig-

keit von 50 % in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen.

h) Angesichts dieser eindeutigen Aktenlage sind weitere medizinische Ab-

klärungen zur Arbeitsfähigkeit – wie von der Beschwerdeführerin in Form 

der zusätzlichen Einholung eines polydisziplinären Gutachtens in der Be-

schwerde beantragt – nicht erforderlich oder angezeigt, weil davon zum 

Voraus keine neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind 

(vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung: BGE 134 I 140 E.5.3, 137 V 64 

E.5.2). Das Gericht kann hiernach auf die Abnahme von zusätzlichen Be-

weisen verzichten, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise 

seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür annehmen darf, seine 

- 23 -

Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert 

(vgl. BGE 127 V 491 E.1b in fine, 131 I 153 E.3). Die vorhandenen beiden 

Gutachten sowie die RAD-Abschlussbeurteilung sind vorliegend nachvoll-

ziehbar, umfassend und aussagekräftig genug, um auch ohne die Einho-

lung eines zusätzlichen Gutachtens sachgerecht entscheiden zu können.

5. a) Was die wirtschaftliche Komponente und demnach die Ermittlung des 

Invaliditätsgrads gestützt auf den üblichen Einkommensvergleich zwi-

schen Validen- und Invalideneinkommen nach Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 16 ATSG angeht, so ist zunächst für die Festlegung des Validenein-

kommens (mutmasslicher Jahresverdienst ohne Behinderung) entschei-

dend, was die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des frühestmöglichen 

Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

lichkeit als Gesunde verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt er-

zielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 

angepassten Verdienst angeknüpft, weil es empirischer Erfahrung ent-

spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt 

worden wäre (vgl. statt vieler: BGE 135 V 297 E.5.1). Von diesen Grund-

sätzen ausgehend hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 

ein Jahreseinkommen von Fr. 43‘810.-- zugestanden (IV-act. 161 S.1). 

Dieses Vorgehen ist zu Recht unbeanstandet geblieben und gibt zu kei-

nen weiteren Ausführungen oder gar Korrekturen Anlass.    

b) Strittig und zu prüfen ist demgegenüber noch, welches Invalideneinkom-

men (mutmasslich noch erzielbarer Jahresverdienst trotz Behinderung) 

die Beschwerdeführerin unter Ausschöpfung der ihr verbliebenen Restar-

beitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt hätte erzielen kön-

nen. Hat die Versicherte, wie vorliegend die Beschwerdeführerin, nach 

Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so ist das massgebliche 

- 24 -

Invalideneinkommen nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ent-

weder aufgrund der DAP-Zahlen (DAP = Dokumentation von Arbeitsplät-

zen seitens der SUVA) oder der LSE-Tabellenlöhne zu bestimmen (BGE 

135 V 297 E.5.2, 126 V 75 E.3.b/aa, 117 V 18 E.2c/aa, je mit Hinweisen). 

Im letztgenannten Fall ist praxisgemäss auf die standardisierten Brut-

tolöhne (Tabellengruppe A) abzustellen, wobei jeweils vom sog. Zentral-

wert (Median) auszugehen ist (BGE 129 V 472 E.4.2.1). Die entspre-

chenden Angaben sind in der Folge auf eine durchschnittliche und be-

triebsübliche Arbeitszeit umzurechnen, weil die LSE-Tabellenlöhne aus 

statistischen Gründen auf einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Wo-

chenstunden beruhen (BGE 124 V 321 E.3b/bb).  

c) Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen der Beschwerde-

führerin auf der Grundlage der LSE 2010, Anforderungsprofil 4, leichte 

und repetitive Tätigkeiten, weiblich, bestimmt. Danach beträgt der stan-

dardisierte, monatliche Bruttoverdienst bei Frauen (TA 1) in einer leichten 

und repetitiven Tätigkeit (Anforderungsniveau 4) Fr. 4'225.-- (IV-act. 161 

S. 2). Daraus ergibt sich auf der Basis der durchschnittlichen Arbeitszeit 

im Jahr 2014 von 41.6 Stunden unter Anpassung an die Nominalentwick-

lung ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 52'728.-- bei einer 100%igen 

Leistungsfähigkeit bzw. die Hälfte (Fr. 26'364.--) bei einer 50%igen Leis-

tungsfähigkeit (IV-act. 161 S. 1).

d) Da die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchti-

gung selbst bei Ausübung einer leidensadaptierten beruflichen Tätigkeit 

gewissen Einschränkungen unterliegt, hat die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin einen leidensbedingten Abzug von 10 % zugestan-

den, der Beschwerdeführerin mithin nur 90 % des vorangehend bei einer 

50%igen Leistungsfähigkeit berechneten Bruttoeinkommens angerechnet, 

somit Fr. 23'727.60 (0.9 x Fr. 26'364.--). Unter Berücksichtigung der No-

- 25 -

minallohnentwicklung bis 2014 ergibt dies ein aufgewertetes Invalidenein-

kommen von Fr. 24'639.65 (IV-act. 161 S. 1). Mit dem sog. Leidensabzug 

wurde ursprünglich berücksichtigt, dass Versicherte, welche in ihrer letz-

ten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichtet haben und nach Eintritt 

des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur mehr be-

schränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnitt-

liche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiterinnen nicht erreichen. Der ur-

sprünglich nur für körperliche Schwerarbeit zugelassene Abzug entwickel-

te sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, 

wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch wei-

tere persönliche und berufliche Merkmale der Versicherten – wie Alter, 

Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie 

sowie Beschäftigungsgrad – Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes ha-

ben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann er-

folgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Versi-

cherte wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich 

bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung 

der Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale 

auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 

gesamthaft zu schätzen und total auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes 

zu begrenzen, wobei der Abzug in der Regel nicht weniger als 10 % be-

tragen sollte (vgl. BGE 134 V 322 E.5 und 6, BGE 126 V 75 E.5b/aa; Ur-

teile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 13 50 vom 1. 

Oktober 2013 E.4d und S 14 35 vom 27. August 2015 E.5e; ULRICH MEY-

ER/MARCO REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über 

die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich u.a. 2014, Art. 28a N. 104). Die 

Beschwerdeführerin machte dazu einzig geltend, dass es ihr mit den be-

stehenden Hand-, Hüft- und Kniebeschwerden nicht möglich sei, das eva-

- 26 -

luierte Invalideneinkommen zu erzielen. Dieser Sachdarstellung kann sich 

das Gericht nicht anschliessen, da die Beschwerdegegnerin bei der Be-

messung völlig korrekt und zu Recht auf eine Restarbeitsfähigkeit von 

50 % in einer adaptierten Tätigkeit abstellte. Werden das mutmassliche 

Valideneinkommen für 2014 von Fr. 43‘810.-- und das mutmassliche Inva-

lideneinkommen für 2014 von Fr. 24'639.-- einander gegenübergestellt, 

ergibt sich rechnerisch aber tatsächlich ein Invaliditätsgrad von 43.77 %, 

mithin gerundet 44 % (BGE 130 V 121 E.3). Daran würde selbst ein höhe-

rer Leidensabzug von 15 % nichts ändern, zumal sich bei einem entspre-

chend tieferen Jahreseinkommen trotz Behinderungen von Fr. 22'409.40.-

- (0.85 x Fr. 26'364.--), aufindexiert bis 2014 Fr. 23'270.--, immer noch  

ein Invaliditätsgrad von deutlich weniger als 50 % - mithin genau 46.88 % 

- ergäbe. 

e) Im Einklang mit Art. 28 Abs. 2 IVG war die Beschwerdegegnerin folglich 
von Gesetzes wegen verpflichtet, der Beschwerdeführerin nur noch eine 

Viertelsrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von mindestens 40 % 

ab dem 1. Juli 2012 zu gewähren. Die Anpassungsfrist von drei Monaten 

nach Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; 

SR 831.201) wurde dabei ebenfalls korrekt eingehalten, da die ärztlich at-

testierte Verbesserung des Gesundheitszustands schon ab dem 12. März 

2012 eingetreten ist und deshalb die Rentenkürzung einwandfrei erst drei 

Monate später (April-Juni 2012) per 1. Juli 2012 verfügt wurde. Die Ver-

weigerung der Zusprechung einer ganzen IV-Rente über das Datum vom 

30. Juni 2012 hinaus bzw. deren Kürzung auf eine Viertelsrente erfolgte 

demnach zu Recht und gibt materiell-rechtlich zu keiner Korrektur Anlass.

f) Die angefochtene Verfügung vom 21. Januar 2015 betreffend Rentenkür-

zung ist damit in jeder Beziehung rechtens, was zu ihrer Bestätigung und 

zur Abweisung der Beschwerde vom 23. Februar 2015 führt.

- 27 -

6. a) Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Ver-

weigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver-

fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-

- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses Verfahrens 

sind die Gerichtskosten von Fr. 700.-- der unterliegenden Beschwerdefüh-

rerin zu überbinden (Art. 73 Abs. 1 VRG). 

b) Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht praxisgemäss kein Anspruch 

auf eine aussergerichtliche Parteientschädigung zu (Umkehrschluss aus 

Art. 61 lit. g ATSG).  

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kan-

tons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

 

4. [Mitteilungen]