# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f644e40c-b4fa-52f5-b85d-7e7067f966c5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 31.05.2021 IV 2020/110
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-110_2021-05-31.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/110

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.11.2021

Entscheiddatum: 31.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 31.05.2021
Art. 28 Abs. 1 IVG. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit einer in 
adaptierten Tätigkeiten vollzeitlich arbeitsfähigen Hilfsarbeiterin trotz kurzer 
verbliebener Aktivitätsdauer von 10 Monaten bejaht. Abweisung der 
Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 31. Mai 2021, IV 2020/110).

Entscheid vom 31. Mai 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

IV 2020/110

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Petrik, St. Leonhardstrasse 45, Postfach 

1637, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) stand in gekündigtem Arbeitsverhältnis mit der 

B.___ (nachfolgend: Arbeitgeberin) als Mitarbeiterin Hauswirtschaft mit 80%igem 

Arbeitspensum, als sie sich am 12. April 2016 unter Hinweis auf ein seit Herbst 2015 

bestehendes psychisches Leiden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 

zum Leistungsbezug anmeldete (IV-act. 1-6 f. sowie 6-9). Zu diesem Zeitpunkt stand 

sie seit dem 8. März 2016 in Behandlung in der Tagesklinik des Psychiatrischen 

Zentrums C.___ (vgl. IV-act. 15-1 ff.), und war vorher vom 29. Oktober 2015 bis 

4. Februar 2016 in der Psychiatrischen Klinik D.___ stationär behandelt worden (vgl. IV-

act. 9-5 ff.).

A.a. 

Ihr Hausarzt, Dr. med. E.___, nannte in einem Bericht vom 25. April 2016 als 

Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne 

psychotische Symptome, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie eine 

arterielle Hypertonie (IV-act. 9-1). Am 24. Juni 2016 endete die Behandlung in der 

Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums (IV-act. 15-1).

A.b. 

Am 30. August 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass keine 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 20).

A.c. 

Mit Bericht vom 11. April 2017 erklärten med. pract. F.___ und der zuständige 

Oberarzt Dr. med. G.___, Psychiatrie H.___, Ambulatorium C.___, die Versicherte stehe 

seit 25. Juli 2016 bei ersterer in psychiatrischer Behandlung. Es zeige sich eine 

hartnäckige chronifizierte schwergradige depressive Symptomatik, die sich seit 

Oktober 2015 trotz verschiedener Behandlungsansätze nur geringgradig verbessert 

habe (IV-act. 32).

A.d. 

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Mit Mitteilung vom 3. Mai 2017 informierte die IV-Stelle die Versicherte erneut 

darüber, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe (IV-act. 37).

A.e. 

Am 5. Juni 2017 füllte die Versicherte den Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt aus. Darin erklärte sie, sie erhalte Hilfe im 

Haushalt von ihrer Schwägerin und ihrem Bruder, mit welchen sie zusammenlebe (IV-

act. 39). Bei der Abklärung vor Ort vom 26. Juli 2017 gab sie an, dass sie im 

Gesundheitsfall in einem 80 %-Pensum arbeiten würde (IV-act. 46).

A.f. 

Im Januar 2018 wurde die Versicherte im Auftrag der IV (vgl. IV-act. 48 und 52) 

von der PMEDA Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen (nachfolgend: PMEDA) 

internistisch, orthopädisch und psychiatrisch untersucht (IV-act. 55 i.V.m. 54-1). Das 

entsprechende Gutachten datiert vom 22. März 2018 (IV-act. 56) und postuliert als 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Pangonarthrose rechts mit 

geringer klinischer Funktionsstörung und eine Funktionsstörung der linken Schulter bei 

MR-tomographisch nachgewiesener bursaseitiger Partialruptur der 

Supraspinatussehne. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine arterielle 

Hypertonie, ein Verdacht auf Gastritis, eine Adipositas Grad I, eine mögliche depressive 

Episode sowie ein Fehlgebrauch von Benzodiazepin-Analoga und Opioiden (IV-act. 

56-44 f.). In Zusammenfassung aller Teilgutachten, der erhobenen Anamnesen und 

Befunde sowie der Vorakten kamen die Gutachter gemeinsam zum Schluss, dass die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit oder auch einer 

anderen, körperlich leichten Tätigkeit ohne häufige Zwangshaltungen der Wirbelsäule 

und der Kniegelenke nicht limitiert sei (IV-act. 56-47). Aufgrund der langen Abwesenheit 

vom Arbeitsmarkt und der angeregten Therapieumstellung wurde eine schrittweise 

Eingewöhnung empfohlen (z.B. in vier monatlichen Arbeitsfähigkeitsschritten à 25 %; 

IV-act. 56-48).

A.g. 

Mit Vorbescheid vom 24. April 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 61). Diese liess dagegen durch 

ihren Rechtsvertreter lic. iur. Andreas Petrik, Rechtsanwalt, St. Gallen, am 2. Mai 2018 

Einwand erheben und Arztberichte einreichen (IV-act. 67). Am 21. Juni 2018 ersuchte 

die IV-Stelle die PMEDA unter Einreichung dieser Arztberichte um deren 

Berücksichtigung und neuerliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 87; vgl. 

A.h. 

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B.  

auch Schreiben vom 14. November 2018 in IV-act. 98, vom 1. April 2019 in IV-act. 112 

sowie vom 14. Mai 2019 in IV-act. 115). Am 16. Mai 2019 erfolgte die gutachterliche 

Stellungnahme der PMEDA (IV-act. 116). Am 27. Mai 2019 gewährte die IV-Stelle der 

Versicherten wiederum das rechtliche Gehör (IV-act. 120). Rechtsanwalt Petrik machte 

davon am 17. Juli 2019 Gebrauch (IV-act. 125). Zu dieser Eingabe äusserte sich die 

PMEDA auf Ersuchen der IV-Stelle (IV-act. 127) am 18. September 2019 (IV-act. 128). 

Am 16. Oktober 2019 beauftragte die IV-Stelle die PMEDA mit einer orthopädischen 

Verlaufsbegutachtung (IV-act. 132). Daraufhin wurde die Versicherte am 11. November 

2019 vom zuständigen orthopädischen Facharzt erneut untersucht (IV-act. 134). Das 

entsprechende Verlaufsgutachten wurde nach zusätzlichen diagnostischen 

Untersuchungen in Form von MRI vom 4. und 6. Dezember 2019 (IV-act. 135) am 31. 

Januar 2020 erstattet (IV-act. 140). Dabei wurden die Diagnosen Gonarthrose rechts 

mit geringer Funktionsstörung, Arthrose des Lisfranc'schen Gelenks, 

Rotatorenmanschettenruptur und mässiggradige Gelenkarthrose links sowie Adipositas 

Grad I erhoben (IV-act. 140-67). Der Gutachter kam zum Schluss, dass sich neben den 

Arthrosen im Fusswurzelbereich aus orthopädischer Sicht keine ausweisbare 

Veränderung des medizinischen Befunds im Vergleich zum Vorgutachten vom 22. März 

2018 finde (IV-act. 140-68). In der angestammten Tätigkeit als Angestellte 

Hauswirtschaft wäre die Versicherte zu 25 % arbeitsfähig, da überwiegend Arbeiten im 

Stehen und Gehen abverlangt würden. Körperlich leichte, überwiegend im Sitzen zu 

verrichtende Tätigkeiten seien optimal angepasst (IV-act. 140-71). In einer solchen 

Tätigkeit sei die Versicherte zu 100 % arbeitsfähig (IV-act. 140-72).

Mit dem den Vorbescheid vom 24. April 2018 ersetzenden Vorbescheid vom 18. 

Februar 2020 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie keinen Anspruch auf 

Rentenleistungen habe (IV-act. 148). Dagegen erhob Rechtsanwalt Petrik am 20. April 

2020 Einwand (IV-act. 152). Am 23. April 2020 verfügte die IV-Stelle, dass die 

Versicherte keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (IV-act. 154).

A.i. 

Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Petrik am 25. Mai 2020 Beschwerde 

für die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) und beantragte unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge, die Verfügung sei aufzuheben und es sei eine ganze 

B.a. 

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Erwägungen

1.  

Invalidenrente auszurichten. Zur Begründung brachte er insbesondere vor, dass es der 

Beschwerdeführerin aufgrund der vielfach ausgewiesenen körperlichen und 

psychischen Beeinträchtigungen nicht möglich sei, eine allfällig bestehende 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit zu verwerten. Auch unter Berücksichtigung 

der Tatsachen, dass sie für die Fortbewegung auf Unterarmgehstöcke angewiesen sei, 

weiterhin kein stabiler Gesundheitszustand vorliege, bereits eine mehr als vier Jahre 

dauernde Absenz vom Arbeitsmarkt vorliege und im massgeblichen Zeitpunkt bis zur 

Pensionierung eine Aktivitätsdauer von nur noch zehn Monaten bestanden habe, 

erweise sich die Verwertung als nicht zumutbar (act. G 1).

Mit Eingabe vom 25. August 2020 beantragte die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).

B.b. 

In der Replik vom 2. November 2020 liess die Beschwerdeführerin an ihren 

Anträgen festhalten (act. G 8).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 17. November 2020 auf die Erstattung 

einer Duplik (act. G 10).

B.d. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

1.1. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

1.2. 

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2.

Nicht mehr strittig ist der Umstand, dass der Beschwerdeführerin gemäss den 

Gutachten der PMEDA vom 22. März 2018 und 31. Januar 2020 eine adaptierte 

Tätigkeit (leichte, überwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit) vollzeitlich zumutbar 

ist und dass sie in ihrer angestammten Tätigkeit in der Hauswirtschaft höchstens zu 25 

% arbeitsfähig ist (vgl. IV-act. 56-47, 140-71 f. und act. G 1). Diese Einschätzungen 

lassen sich aufgrund der medizinischen Aktenlage ohne Weiteres nachvollziehen (vgl. 

insbesondere IV-act. 56 und 140) und sind nicht zu beanstanden. Denn die PMEDA-

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt 

der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

1.4. 

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Gutachten erfüllen die Anforderungen hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichtes 

(vgl. E. 1.4 vorstehend), sodass sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen. Streitig 

und zu prüfen ist demgegenüber die Frage, ob diese Resterwerbsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin verwertbar ist.

Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare 

Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) zu 

ermitteln. Dieser ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen 

Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedener 

Tätigkeiten auf (BGE 110 V 276 E. 4b). Dies gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten 

beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 

Einsatzes (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Juni 2018, 8C_133/2018, E. 2.2.1). An die 

Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind keine 

übermässigen Anforderungen zu stellen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch 

sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen 

Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen 

können (Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 2.2 mit 

Hinweis). Von einer Arbeitsgelegenheit kann jedoch dann nicht mehr gesprochen 

werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich 

ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter 

nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich 

wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als 

ausgeschlossen erscheint (BGE 138 V 460 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 

2017, 9C_253/2017, E. 2.2.1).

2.1. 

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in 

der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren 

persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer 

versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird. Fehlt es an einer 

wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige 

Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet 

(BGE 138 V 460 E. 3.1). Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das 

verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, 

lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den 

Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des 

Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und 

Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, 

2.2. 

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vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder 

Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 

460 E. 3.1 mit Hinweisen). Körperlich leichte Hilfstätigkeiten werden auf dem 

massgebenden hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) 

grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundesgerichtes vom 29. Juni 

2018, 9C_862/2017, E. 3.3.3 mit Hinweis). Die Rechtsprechung hat für die 

Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürden 

aufgestellt (Urteile des Bundesgerichtes vom 18. Dezember 2019, 9C_693/2019, E. 5 

mit Hinweisen, und 31. August 2018, 8C_117/2018, E. 3.3.4; Hans-Jakob Mosimann, 

Problemzonen Invalideneinkommen - Alter, Leidensabzug, Selbsteingliederung, 

Parallelisierung, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2018, Ueli Kieser [Hrsg.], 2019, S. 

161 ff, S. 164 ff.).

Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der 

versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen 

Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Als massgebender Stichtag für die 

Beantwortung dieser Frage ist der Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen 

Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit ausschlaggebend. Dieser Zeitpunkt ist 

gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige 

Sachverhaltsdarstellung erlauben (BGE 138 V 462 E. 3.3). Die medizinische 

Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit stand vorliegend - entgegen der Ansicht der 

Parteien (act. G 1 Ziff. III/30 sowie act. G 8 Ziff. III/3.4) - nicht erst mit dem 

orthopädischen Verlaufsgutachten der PMEDA vom 31. Januar 2020, sondern 

grundsätzlich bereits mit dem polydisziplinären PMEDA-Gutachten vom 22. März 2018 

fest. Darin kamen die Gutachter nach internistischer, psychiatrischer und 

orthopädischer Exploration zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit oder auch einer anderen, 

körperlich leichten Tätigkeit ohne häufige Zwangshaltungen der Wirbelsäule und der 

Kniegelenke nicht limitiert sei (IV-act. 56-40). Angesichts dieser unmissverständlichen 

Ausführungen musste der Beschwerdeführerin bereits zu diesem Zeitpunkt klar sein, 

dass die Beschwerdegegnerin von ihr die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit 

erwartet. Dass sich nach dieser ersten PMEDA-Begutachtung eine Fussarthrose 

bemerkbar machte und sich damit eine gesundheitliche Verschlechterung einstellte, 

durfte die Beschwerdeführerin nicht zur Annahme verleiten, nun überhaupt nicht mehr 

arbeitstätig werden zu müssen. Sie hätte angesichts des ausführlichen PMEDA-

Gutachtens vom 22. März 2018 davon ausgehen müssen, dass ihr sitzende Tätigkeiten 

auch mit den Fussbeschwerden nach wie vor zugemutet werden würden. Auf 

2.3. 

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entsprechende Nachfrage der zuständigen Krankentaggeldversicherung hin erklärte 

auch der behandelnde Orthopäde Dr. med. I.___, Orthopädie J.___, am 13. November 

2018, dass die Beschwerdeführerin sitzende Tätigkeiten ausüben könnte (Fremdakten, 

act. 2-2), und die Krankentaggeldversicherung verwies sie am 22. November 2018 

zusätzlich explizit an die Arbeitslosenversicherung (Fremdakten, act. 2-108). Am 22. 

März 2018 war die am __ 19__ geborene Beschwerdeführerin __ Jahre und gut _ 

Monate alt gewesen, womit ihr noch eine Aktivitätsdauer von rund 2 Jahren und _ 

Monaten bis zur ordentlichen Pensionierung verblieben war.

In qualitativer und quantitativer Hinsicht sind der Beschwerdeführerin körperlich 

leichte, überwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeiten vollzeitlich zumutbar (vgl. E. 

2), wobei diese Tätigkeiten keine häufigen Zwangshaltungen und kein häufiges 

Arbeiten über der Horizontalen beinhalten sollten (vgl. IV-act. 56-40). Angesichts dieses 

Tätigkeitsprofils kommt der Frage, ob die Beschwerdeführerin auf die Benutzung von 

Gehstöcken angewiesen ist (vgl. Vorbringen in der Beschwerde act. G 1 Ziff. III/25 bis 

28 und in der Replik act. G 8 Ziff. III/1 bis 5) oder nicht (vgl. Vorbringen in der 

Beschwerdeantwort act. G 5 Ziff. 2.3 bis 2.5), keine entscheidende Bedeutung zu. Ihr 

steht mit leichten, vorwiegend im Sitzen auszuübenden Tätigkeiten ein genügend 

weites Betätigungsfeld (z.B. leichte Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- 

sowie Verpackungsarbeiten sowie leichtere Arbeiten bei der Lager- und 

Ersatzteilbewirtschaftung) auf dem ausgeglichenen Hilfsarbeiterinnen-Arbeitsmarkt zur 

Verfügung. Bezüglich der Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin ist den Akten zu 

entnehmen, dass sie ihren Angaben zufolge in ihrem Heimatland K.___ eine Lehre zur 

Schneiderin absolviert und während knapp 20 Jahren als solche gearbeitet hat. Nach 

ihrer Ankunft in der Schweiz Ende 20__ (IV-act. 1-2) war sie ab dem Jahr 20__ (vgl. IV-

act. 5-2) als Aushilfe im Service in einer Klinik und in Hotels tätig. Zuletzt hat sie im 

Hauswirtschaftsbereich in einem Hotel gearbeitet (IV-act. 56-24). Nach Beendigung 

dieser Tätigkeit für die Arbeitgeberin per 31. Mai 2016 (vgl. IV-act. 6-9) war sie nicht 

mehr arbeitstätig. Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin keine in der 

Schweiz anerkannte Berufsausbildung absolviert und ist auch unter Berücksichtigung 

der von ihr seit ihrer Einreise in die Schweiz ausgeübten Tätigkeiten als Hilfsarbeiterin 

zu qualifizieren. Ihre bisherigen Berufserfahrungen zeugen sodann von einer 

vorhandenen Umstellungsfähigkeit im Erwerbsleben und der Fähigkeit, sich an neue 

Aufgaben und Strukturen anpassen zu können. Zudem ziehen Hilfstätigkeiten 

rechtsprechungsgemäss nur kurze Umstellungs- und Einarbeitungsaufwände nach sich 

und setzen keine Ausbildung sowie Berufserfahrung voraus. Vor diesem Hintergrund 

reicht auch die relativ kurze verbliebene Aktivitätsdauer aus, um eine neue einfache 

Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuführen.

2.4. 

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3.

Die Beschwerdeführerin hat auch vor Eintritt der gesundheitlichen Probleme keinen das 

Die Beschwerdeführerin kann aus der von ihr in der Beschwerde zitierten 

Rechtsprechung betreffend Unverwertbarkeit mangels vergleichbarer Sachverhalte 

nichts zu ihren Gunsten ableiten. Insoweit sie sich in diesem Zusammenhang auf einen 

labilen Gesundheitszustand beruft (act. G 4 Ziff. III/9), kann ihr nicht gefolgt werden. 

Denn der orthopädische Facharzt der PMEDA kam zwar zum Schluss, dass eine 

Gewichtsreduktion und das konsequente Tragen orthopädischer Schuheinlagen/

orthopädischer Schuhe zu empfehlen seien (IV-act. 140-69). Er hielt jedoch explizit fest, 

dass nach seiner Einschätzung die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch 

medizinische Massnahmen nicht relevant verbessert werden könne (IV-act. 140-72). 

Hinsichtlich der vom behandelnden Orthopäden Dr. I.___ aufgezeigten Option der 

Arthodese von TMT II wünschte die Beschwerdeführerin dessen Bericht vom 29. 

Oktober 2018 zufolge zuzuwarten (vgl. IV-act. 97-3). Anlässlich der Untersuchung vom 

11. November 2019 war eine entsprechende Operation immer noch nicht geplant, 

andernfalls die Beschwerdeführerin dem begutachtenden Orthopäden wohl davon 

berichtet hätte (vgl. IV-act. 140-67 f.). Dieser sah sodann vorrangig die Notwendigkeit 

der erwähnten Gewichtsreduktion und des Tragens der Schuheinlagen/Schuhe und 

erachtete eine Operation erst nach dem Versagen dieser Therapiemassnahmen als 

angezeigt (IV-act. 140-67). Vor diesem Hintergrund ist nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass diese Operation einer Arbeitstätigkeit der 

Beschwerdeführerin bis zu ihrer ordentlichen Pensionierung im Wege gestanden hätte.

2.5. 

Die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit aufgrund fortgeschrittenen Alters 

unterliegt immer einer gerichtlichen Einzelfallprüfung (vgl. zum Ganzen Marco Weiss, 

Verwertbarkeit aufgrund vorgerückten Alters - Rechtsprechungstendenzen, in SZS/

RSAS 62/2018 S. 630 ff. mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin vermag nicht 

aufzuzeigen, weshalb ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwertbar sein soll. Wie erwähnt, 

kann den geltend gemachten Einschränkungen nicht die Bedeutung einer 

Unverwertbarkeit beigemessen werden. Ausgehend vom ausgeglichenen Arbeitsmarkt, 

der auch Nischenarbeitsplätze umfasst, erscheint vorliegend das Finden einer 

zumutbaren Stelle nicht zum Vornherein ausgeschlossen. Ebenfalls ist nicht auf die 

Notwendigkeit eines überdurchschnittlichen Entgegenkommens eines potentiellen 

Arbeitgebers zu schliessen. In Berücksichtigung des medizinischen 

Zumutbarkeitsprofils und der strengen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (siehe E. 

2.2 vorstehend) ist die Beschwerdegegnerin zu Recht von der Verwertbarkeit der 

Resterwerbsfähigkeit ausgegangen.

2.6. 

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durchschnittliche Einkommen von Hilfsarbeiterinnen erreichenden, geschweige denn 

übersteigenden Lohn erzielt (vgl. den Fragebogen für Arbeitgebende in IV-act. 6 sowie 

den IK-Auszug in IV-act. 100). Bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierten 

Tätigkeiten bleibt der Invaliditätsgrad folglich ungeachtet dessen, ob sie als 

vollschichtig oder nur zu 80 % erwerbstätig zu qualifizieren ist, unter der 

rentenbegründenden Schwelle von 40 %. Weitere Ausführungen zur Statusfrage und 

zu einem allfälligen Tabellenlohnabzug erübrigen sich vor diesem Hintergrund.

4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin bezahlt unter Anrechnung des Kostenvorschusses von 

Fr. 600.-- die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.--.

Gemäss den vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen.4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen.

4.2. 

bis

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 31.05.2021
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit einer in adaptierten Tätigkeiten vollzeitlich arbeitsfähigen Hilfsarbeiterin trotz kurzer verbliebener Aktivitätsdauer von 10 Monaten bejaht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Mai 2021, IV 2020/110).

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		2025-07-19T02:47:12+0200
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