# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e61366e7-abf9-5893-b2c7-e3a0b54707fb
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-03
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 03.04.2025 710 2024 300 (710 24 300)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_710-2024-300_2025-04-03.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 3. April 2025 (710 24 300) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Alters- und Hinterlassenenversicherung 

 

 

Die Voraussetzungen für eine Schadenersatzpflicht des Beschwerdeführers sind man-
gels Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründen erfüllt 

 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Andreas Blattner, 

Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Roman M. Hänggi, 
Rechtsanwalt, advocenter GmbH, Bahnhofstrasse 92, 5000 Aarau 

  
 
gegen 
 
 

 Ausgleichskasse Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 
4102 Binningen, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Schadenersatz  
 
 
 
A. Die B.____ GmbH mit Sitz in C.____ (BL) war seit 1. August 2018 als beitragspflichtige 
Arbeitgeberin der Ausgleichskasse Basel-Landschaft (Ausgleichskasse) angeschlossen. A.____ 
war von Beginn an einziger Gesellschafter und Geschäftsführer der GmbH. Mit Beschluss der 
Gesellschafterversammlung vom xx. März 2021 wurde die Gesellschaft aufgelöst, worauf im 
Handelsregister des Kantons Basel-Landschaft eine Mutation der Firma in "B.____ GmbH in 

 

 
 
Seite 2    

Liquidation" erfolgte. Gleichzeitig wurde A.____ neu als deren einziger Gesellschafter und Ge-
schäftsführer sowie als Liquidator im Handelsregister eingetragen. Am yy. September 2021 
wurde über die B.____ GmbH in Liquidation der Konkurs eröffnet. Das Konkursverfahren wurde 
mit Verfügung der Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom zz. Dezember 
2021 mangels Aktiven eingestellt.  
 

Mit Verfügung vom 24. Juni 2024 forderte die Ausgleichskasse von A.____ als Gesellschafter, 
Geschäftsführer und Liquidator der konkursiten Gesellschaft Schadenersatz in der Höhe von 
Fr. 38'410.65 für offen gebliebene Beitragsforderungen entsprechend der beigelegten Aufstel-
lung. Eine von A.____ hiergegen erhobene Einsprache hiess die Ausgleichskasse mit Ein-
spracheentscheid vom 3. September 2024 dahingehend teilweise gut, als sie die Schadener-
satzforderung von Fr. 38'410.65 um den Betrag von Fr. 320.-- auf Fr. 38'090.65 reduzierte. Im 
Übrigen wies sie die Einsprache ab. Zur Begründung hielt sie fest, dass mit der Schadenersatz-
verfügung auch eine Ordnungsbusse samt Mahnung im Betrag von Fr. 320.-- als Schaden gel-
tend gemacht worden sei, was aber nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht korrekt 
sei. In diesem Sinne sei die Schadenersatzforderung um den genannten Betrag zu reduzieren.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Advokat Pascal 
Messerli, am 1. Oktober 2024 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Einspracheentscheid 
aufzuheben; für das Beschwerdeverfahren seien keine Kosten zu erheben und es sei ihm eine 
Parteientschädigung zu bezahlen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er zum einen um 
Durchführung eines mündlichen Verfahrens und zum andern beantragte er, es sei seine Haus-
ärztin Dr. med. D.____, Allgemeine Innere Medizin FMH, als Zeugin zu befragen, oder es sei 
bei ihr eine schriftliche Stellungnahme einzuholen. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Oktober 2024 beantragte die Ausgleichskasse die 
Abweisung der Beschwerde.  
 
D. Am 28. Oktober 2024 lehnte der Instruktionsrichter den Beweisantrag des Beschwer-
deführers ab, wonach die Hausärztin Dr. D.____ als Zeugin zu befragen oder eine schriftliche 
Stellungnahme von ihr einzuholen sei. Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführer um Mitteilung 
ersucht, ob er am Antrag auf "Durchführung eines mündlichen Verfahrens" festhalte, nachdem 
von einer mündlichen Befragung von Dr. D.____ anlässlich einer Parteiverhandlung abgesehen 
werde.  
 
E. Mit Eingabe vom 5. November 2024 orientierte Rechtsanwalt Roman M. Hänggi das 
Kantonsgericht, dass Advokat Pascal Messerli die advocenter GmbH zwischenzeitlich verlas-
sen und er dessen Mandat mit A.____ übernommen habe. Gleichzeitig teilte er nach Rückspra-
che mit dem Beschwerdeführer mit, dass am Antrag auf "Durchführung eines mündlichen Ver-
fahrens" nicht weiter festgehalten werde.  
 
 
  

 

 
 
Seite 3    

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen laut Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlas-
senenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 auf die Alters- und Hinterlassenenversi-
cherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide der Ausgleichskassen beim zu-
ständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Im Schadenersatz-
prozess nach Art. 52 AHVG ist in Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG für die Beschwerde das 
Versicherungsgericht des Kantons örtlich zuständig, in welchem der Arbeitgeber seinen Sitz 
hat (Art. 52 Abs. 5 AHVG). Nach der hierzu ergangenen bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung ist bei Schadenersatzverfahren gegen juristische Personen und deren Organe die 
Beschwerde dort zu erheben, wo die juristische Person ihren Sitz hat oder im Zeitpunkt der 
Konkurseröffnung hatte, und zwar ohne Rücksicht auf den Wohnsitz der in Anspruch ge-
nommenen Organe (Urteile des Bundesgerichts vom 15. März 2010, 9C_725/2009, und 
vom 13. Februar 2007, H 130/06, E. 4.2 und 4.3, je mit Hinweisen). Vorliegend hatte die Ar-
beitgeberin ihren Sitz im Zeitpunkt der Konkurseröffnung in C.____ (BL), womit die örtliche 
Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des 
Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 
1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des 
Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 
ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf 
die - im Übrigen form- und fristgerecht erhobene - Beschwerde vom 1. Oktober 2024 ist dem-
nach einzutreten.  
 

2.1 Nach Art. 52 Abs. 1 AHVG hat eine Arbeitgeberin, welche der AHV durch absichtliche 
oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften einen Schaden zufügt, diesen zu ersetzen. 
Handelt es sich bei der Arbeitgeberin um eine juristische Person, so haften subsidiär die Mit-
glieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung oder Liquidation befassten Personen. 
Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verantwortlich, so haften sie für den ganzen 
Schaden solidarisch (Art. 52 Abs. 2 AHVG). Art. 52 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach 
öffentlichem Recht vor. Damit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle Haf-
tungsvoraussetzungen gegeben sein, das heisst es muss ein Schaden eingetreten sein, der auf 
ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten der Arbeitgeberin und - subsidiär - der verant-
wortlichen Organe zurückzuführen ist. 
 
2.2 Die Vorschriften über die Arbeitgeberhaftung nach Art. 52 AHVG sowie die dazu entwi-
ckelte Rechtsprechung des Bundesgerichts finden mangels eigener Bestimmungen sinngemäss 
Anwendung auf die Beiträge an die Invalidenversicherung (Art. 66 des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959), die Erwerbsersatzordnung (Art. 21 Abs. 2 des 
Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft vom 25. Sep-
tember 1952), die Arbeitslosenversicherung (Art. 6 des Bundesgesetzes über die obligatorische 
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982) und an die Fami-

 

 
 
Seite 4    

lienausgleichskassen (Art. 25 lit. c des Bundesgesetzes über die Familienzulagen vom 24. März 
2006). 
 
3.1 Voraussetzung für eine Haftung nach Art. 52 AHVG ist zunächst das Vorliegen eines 
Schadens. Dieser besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschuldeter Beitrag entgeht. 
Nach ständiger Rechtsprechung beschlägt die Schadenersatzpflicht nach Art. 52 AHVG sowohl 
die Arbeitnehmer- als auch die Arbeitgeberbeiträge (Sozialversicherungsrecht - Rechtspre-
chung [SVR] 2007, AHV Nr. 2, E. 3). Zudem bilden auch Verwaltungs- und Betreibungskosten, 
Veranlagungs- und Mahngebühren sowie die Verzugszinsen Bestandteil des Schadens, wel-
cher der Ausgleichskasse zu ersetzen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. August 2013, 
9C_646/2012, E. 4.1).  
 
3.2 Der Schaden gemäss Art. 52 AHVG ist eingetreten, sobald anzunehmen ist, dass die 
geschuldeten Beiträge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben werden 
können. Dies trifft unter anderem dann zu, wenn die Entrichtung der Beiträge wegen Zahlungs-
unfähigkeit des beitragspflichtigen Arbeitgebers nicht mehr möglich ist.  
 
3.3 Gemäss Art. 52 Abs. 3 AHVG verjährt der Schadenersatzanspruch nach den Bestim-
mungen des Obligationenrechts (OR) über die unerlaubten Handlungen. Art. 60 Abs. 1 OR sieht 
eine relative Verjährungsfrist von drei Jahren vor, die von dem Tage an gerechnet wird, an wel-
chem der Geschädigte Kenntnis vom Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen erlangt 
hat. Was den Zeitpunkt der Kenntnis des Schadens betrifft, hat die Praxis für die einzelnen 
Konstellationen, in denen der Ausgleichskasse ein Schaden entsteht, Regelzeitpunkte entwi-
ckelt, in welchen diese üblicherweise angenommen wird. So besteht im Falle eines Konkurses 
praxisgemäss in der Regel bereits dann ausreichend Kenntnis des Schadens, wenn die Kollo-
kation der Forderungen eröffnet bzw. der Kollokationsplan (und das Inventar) zur Einsicht auf-
gelegt wird (BGE 126 V 443 E. 3a mit Hinweisen). Wird der Konkurs weder im ordentlichen 
noch im summarischen Verfahren durchgeführt, fallen die zumutbare Kenntnis des Schadens 
und der Eintritt desselben in der Regel mit der Einstellung des Konkurses mangels Aktiven zu-
sammen, wobei der Publikationszeitpunkt der Konkurseinstellung im Schweizerischen Handels-
amtsblatt (SHAB) massgeblich ist (BGE 126 V 443 E. 3c). Im vorliegenden Fall stellte die Kon-
kursrichterin das Konkursverfahren mit Verfügung vom zz. Dezember 2021 mangels Aktiven 
ein, was am xx. Dezember 2021 im SHAB publiziert wurde. Die Ausgleichskasse verfügte die 
Schadensersatzforderung am 24. Juni 2024 und somit innerhalb der relativen gesetzlichen Ver-
jährungsfrist von drei Jahren. 
 
3.4 Die Ausgleichskasse machte im angefochtenen Einspracheentscheid aufgrund der 
ungedeckt gebliebenen Forderung noch einen Schaden im Umfang vom Fr. 38'090.65 geltend. 
Die Höhe des Schadens und der Schadenersatzforderung werden vom Beschwerdeführer nicht 
bestritten, sodass das Kantonsgericht keine Veranlassung hat, die Berechnung konkret zu 
überprüfen. Der Verwaltungsprozess ist zwar vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht, wo-
nach Verwaltung und Gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des 
Sachverhalts zu sorgen haben; doch entbindet das die Rechtsuchenden nicht davon, selber die 
Beanstandungen vorzubringen, die sie anzubringen haben (Rügepflicht), und ihrerseits zur 

 

 
 
Seite 5    

Feststellung des Sachverhalts beizutragen (Mitwirkungspflicht; Urteil des damaligen Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht, III. und IV. öffentlich-rechtliche Ab-
teilungen] vom 21. April 2006, H 157/05, E. 2.2). Mangels offenkundiger Anhaltspunkte für Be-
rechnungsfehler ist die Schadensberechnung der Beschwerdegegnerin daher zu bestätigen und 
vorliegend von einem relevanten Schadensbetrag von Fr. 38'090.65 auszugehen. 
 

4.1 Der Schaden der Ausgleichskasse muss auf ein widerrechtliches Verhalten des Arbeit-
gebers zurückzuführen sein. Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. der Verordnung 
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) vom 31. Oktober 1947 schreibt vor, 
dass der Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und 
zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Arbeitge-
ber haben den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungsunterlagen über die von ihnen an ihre 
Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne zuzustellen, damit die entsprechenden paritätischen Beiträ-
ge ermittelt und verfügt werden können. Die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht des Ar-
beitgebers ist eine gesetzlich vorgeschriebene öffentlich-rechtliche Aufgabe. Dazu hat das Bun-
desgericht wiederholt erklärt, dass die Nichterfüllung dieser öffentlich-rechtlichen Aufgabe eine 
Missachtung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AHVG bedeute und die volle Scha-
dendeckung nach sich ziehe (Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2023, 9C_321/2022, 
E. 4.1; BGE 118 V 193 E. 2a).  
 
4.2 Im vorliegenden Fall muss der Arbeitgeberin insofern eine Missachtung von Vorschrif-
ten vorgeworfen werden, als sie den ihr obliegenden Abrechnungs- und Zahlungsverpflichtun-
gen gemäss Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV nicht nachkam. So reichte 
die Arbeitgeberin der Ausgleichskasse - trotz entsprechender Aufforderung vom 30. November 
2020, einer Mahnung vom 8. März 2021 und einer am 16. August 2021 verhängten Ordnungs-
busse - die Lohnunterlagen für das Abrechnungsjahr 2020 innert den gesetzten Fristen nicht 
ein. Schliesslich unterliess es die Arbeitgeberin mehrfach, die in Rechnung gestellten Sozial-
versicherungsbeiträge vollständig zu begleichen. Sie musste deswegen durch die Ausgleichs-
kasse gemahnt und betrieben werden. Mit dieser Vorgehensweise verletzte die Arbeitgeberin 
öffentlich-rechtliche Vorschriften, womit ein widerrechtliches Verhalten gegeben ist. 
 
4.3 Nebst einem widerrechtlichen Vorgehen der Arbeitgeberin muss auch dem belangten 
Organ eine widerrechtliche Handlung - im Sinne einer Verletzung einer Organpflicht - vorgewor-
fen werden können (Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2024, 9C_88/2203, E. 4.2.2). Vor-
liegend war der Beschwerdeführer seit der Gründung der B.____ GmbH nicht nur als (alleiniger) 
Gesellschafter, sondern auch als alleiniger Geschäftsführer mit Einzelunterschrift im Handels-
register eingetragen, weshalb er die Voraussetzung der formellen Organstellung erfüllte. Als 
formelles Organ der GmbH war der Beschwerdeführer verpflichtet, gegenüber der Ausgleichs-
kasse für die Abrechnung und Bezahlung der Sozialversicherungsabgaben zu sorgen. Da die 
GmbH die für die Beitragserhebung erforderlichen Lohndaten nicht bzw. massiv verspätet ab-
rechnete und da sie die geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge nur unvollständig bezahlte, 
muss dem Beschwerdeführer eine Verletzung seiner Pflichten als Organ der GmbH und somit 
eine widerrechtliche Handlung vorgeworfen werden.  
 

 

 
 
Seite 6    

5. Zwischen dem bei der Ausgleichskasse eingetretenen Schaden und dem pflichtwidri-
gen Verhalten der Arbeitgeberin bzw. ihrer Organe muss sodann ein adäquater Kausalzusam-
menhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache 
eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge-
meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen her-
beizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er-
scheint (BGE 118 V 286 E. 1c). Vorliegend ist offensichtlich, dass das pflichtwidrige Verhalten 
der Arbeitgeberin und des Beschwerdeführers nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der 
allgemeinen Lebenserfahrung geeignet war, den entstandenen Schaden zu bewirken. Der adä-
quate Kausalzusammenhang ist somit ebenfalls zu bejahen. 
 
6.1 Die Schadenersatzpflicht der Organe setzt im Weiteren ein qualifiziertes Verschulden 
voraus. Eine Nichtabrechnung oder Nichtbezahlung der Beiträge als solche kann nicht bereits 
einem haftungsbegründenden Verschulden gleichgesetzt werden. Es bedarf vielmehr zusätzlich 
zur Widerrechtlichkeit (Missachtung von Art. 14 Abs. 1 AHVG) eines Verschuldens in Form von 
Absicht oder grober Fahrlässigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2024, 9C_88/2023, 
E. 4.3.1 mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung zu Art. 52 AHVG ist es - allenfalls abgesehen 
von kurzfristigen Ausständen - grobfahrlässig, Löhne zu bezahlen, wenn die darauf geschulde-
ten AHV-Beiträge nicht gedeckt sind. Solches Verhalten ist den verantwortlichen Organen 
grundsätzlich als qualifiziertes Verschulden zuzurechnen, was die volle Schadenersatzpflicht 
nach sich zieht, sofern die weiteren Haftungsvoraussetzungen gegeben sind. Der Grund für 
diese Praxis liegt in der besonderen Natur der AHV-Beiträge, hinsichtlich welcher der Arbeitge-
ber die Funktion eines Vollzugsorgans ausübt (Art. 51 AHVG). Daraus resultiert eine besondere 
Pflicht, für die ordnungsgemässe Bezahlung der Beiträge zu sorgen (Urteil des Bundesgerichts 
vom 13. März 2024, 9C_88/2023, E. 4.3.1).  
 

6.2 Vorliegend unterliess es der Beschwerdeführer trotz seiner formellen Organstellung 
innerhalb der B.____ GmbH bzw. trotz seiner Funktion als Liquidator der B.____ GmbH in Li-
quidation, sich ab Ende November 2020 bis zur Konkurseröffnung über die Gesellschaft um die 
ihm im Zusammenhang mit der Abrechnung und Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge 
obliegenden Aufgaben und Pflichten zu kümmern. Er wurde denn auch von der Staatsanwalt-
schaft Basel-Landschaft mit Strafbefehl vom 20. Januar 2022 der Widerhandlung gegen das 
AHVG schuldig erklärt und zu einer Busse von Fr. 800.-- verurteilt. Im Weiteren muss sich der 
Beschwerdeführer entgegenhalten lassen, dass er während längerer Zeit Löhne bezahlte, ohne 
dass die darauf geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge (vollständig) gedeckt gewesen wä-
ren. Die geschilderten Verhaltensweisen sind zweifellos als ein qualifiziertes Verschulden im 
vorstehend (vgl. E. 6.1 hiervor) umschriebenen Sinne zu werten, weshalb auch diese Haftungs-
voraussetzung gegeben ist.  
 
6.3.1 Der Beschwerdeführer bringt nun allerdings zu seiner Entlastung vor, er habe nicht 
willentlich und wissentlich Pflichten verletzt. Vielmehr sei es ihm aus gesundheitlichen Gründen 
über Monate nicht möglich gewesen sei, sich um sein Geschäft zu kümmern. Als Beleg für sei-
ne Darstellung gab der Beschwerdeführer ein Zeugnis/Attest von Dr. D.____ vom 14. Februar 
2022 zu den Akten. Darin gab diese an, der Patient habe sich am 10. November 2020 mit 

 

 
 
Seite 7    

übermässigen Kopfschmerzattacken, Schlafstörungen und einer deutlichen Arbeitsüberlastung, 
die sich schon einige Monate zuvor aufgebaut habe, in ihrer Sprechstunde vorgestellt. Er sei 
unter diesen Umständen nicht mehr in der Lage gewesen, seine Firma und insbesondere die 
Buchhaltung korrekt zu führen oder sich externe Hilfe zu holen. Sie habe ein Burnout diagnosti-
ziert und eine medikamentöse Therapie eingeleitet. Mit diesen Massnahmen sei es dem Patien-
ten im Januar 2021 bereits wieder besser gegangen. Er habe die berufliche Situation klären 
können und sich von den Beschwerden erholt.  
 
6.3.2 Mit dem genannten Zeugnis/Attest von Dr. D.____ kann der Beschwerdeführer vorlie-
gend nichts zu seinen Gunsten ableiten. Unabhängig vom Ausmass und der Dauer der darin 
diagnostizierten Erkrankung bestätigt die Hausärztin in ihrem Bericht selber, dass sich der Ge-
sundheitszustand des Beschwerdeführers ab Januar 2021 wieder gebessert habe mit den Fol-
gen, dass dieser seine berufliche Situation habe klären können und er sich von den Beschwer-
den erholt habe. Somit wäre es dem Beschwerdeführer aber ab diesem Zeitpunkt zweifellos 
auch wieder möglich und zumutbar gewesen, der ihm obliegenden Pflicht zur Abrechnung und 
Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge nachzukommen. Dennoch blieb er diesbezüglich in 
den folgenden Monaten - trotz erfolgter Aufforderung, die Lohnabrechnung bis Ende Januar 
2021 einzureichen, der Mahnung vom 8. März 2021 und der am 16. August 2021 verhängten 
Ordnungsbusse - untätig.  
 
6.3.3 Zu Ungunsten des Beschwerdeführers ist sodann zu berücksichtigen, dass gemäss 
den Kassenakten frühere Lohnbescheinigungen der B.____ GmbH durch die E.____ Treuhand 
erstellt und eingereicht worden waren. Wie die Ausgleichskasse zu Recht geltend macht, wäre 
es dem Beschwerdeführer deshalb durchaus auch möglich und zumutbar gewesen, wiederum 
diese - oder allenfalls auch eine andere - Treuhandgesellschaft mit der Bereitstellung und Ein-
reichung der erforderlichen Unterlagen des Jahres 2020 zu beauftragen.  
 
6.3.4 Zu ergänzen bleibt Folgendes: In seiner Beschwerde vom 1. Oktober 2024 hatte der 
Versicherte beantragt, Dr. D.____ als Zeugin vorzuladen und im Rahmen einer Parteiverhand-
lung zu befragen oder von ihr eine schriftliche Stellungnahme einzuholen. Im Rahmen der Ver-
fahrensleitung lehnte der Instruktionsrichter diesen Beweisantrag ab, was nicht zu beanstanden 
ist. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und 
- als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses 
verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die 
Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweis-
würdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des rele-
vanten Sachverhalts ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein bean-
tragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist 
nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 
141 I 60 E. 3.3). Vorliegend berücksichtigte der Instruktionsrichter bei seiner Einschätzung zu 
Recht, dass von Dr. D.____ bereits das schriftliche Zeugnis/Attest vom 14. Februar 2022 bei 
den Akten lag und dass sich beide Parteien in ihren jeweiligen Rechtsschriften zu diesem 
Zeugnis geäussert hatten. Sodann zeigte sich anlässlich der heutigen Urteilsberatung, dass 
sich in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt keine weiteren Fragen stellten, die sich nicht 

 

 
 
Seite 8    

anhand der schriftlichen Ausführungen von Dr. D.____ vom 14. Februar 2022 beantworten lies-
sen.  
 
7. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass vorliegend die Voraussetzungen 
für eine Schadensersatzpflicht des Beschwerdeführers erfüllt sind. Rechtfertigungs- oder Exkul-
pationsgründe liegen keine vor. Die Ausgleichskasse verpflichtete den Beschwerdeführer dem-
nach in Anwendung von Art. 52 AHVG zu Recht zur Bezahlung von Schadensersatz in der Hö-
he von Fr. 38'090.65. Die gegen den betreffenden Einspracheentscheid erhoben Beschwerde 
erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.  
 
8. Gemäss § 20 Abs. 2 VPO ist das kantonsgerichtliche Beschwerdeverfahren in Sozial-
versicherungssachen vorbehältlich des hier nicht zu beachtenden Abs. 2bis für die Parteien kos-
tenlos. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Dem Prozess-
ausgang entsprechend ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.