# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53650c32-cf77-586f-96fa-b3fa02f09981
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-02
**Language:** de
**Title:** Abklärungen über Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit ungenügend, Rückweisung zu weiteren Abklärungen
**Docket/Reference:** IV.2014.00890
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00890.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00890
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Vogel
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Brügger
Urteil
vom
2. November 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dario Piras
wenigeranwaelte.ch
Neugasse
6, 9401 Rorschach
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1958, absolvierte in Deutschland Ausbildungen zur Ver
käuferin (
Urk.
8/7/2) und zur Wäscheschneiderin (
Urk.
8/7/1
) und arbeitet
seit Juni 2003
bei der
Y.___
AG als Verkaufsberaterin/Näherin (
Urk.
8/23).
Wegen der Folgen einer Brustkrebserkrankung meld
ete sich die Versicherte am
3.
Januar 2008 (Eingangsdatum)
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an (Urk. 8/1). Mit Verfügung vom 2
5.
Januar 2008 (
Urk.
8/5) sprach
ihr die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
die Übernahme der Kosten für Brustprothesen (einseitige Versor
gung) und mit Verfügung vom 29.
Januar 2008 (
Urk.
8/6) der Kosten für Perücken zu.
2.2
Am 1
6.
Juli 2013 (Datum des Eingangs bei der IV-Stelle) meldete sich
X.___
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/9). Die IV-Stelle holte die Arztberichte von
Z.___
, Praktischer Arzt, vom 1
5.
Oktober 2013 (
Urk.
8/17) und der
Klinik für Gynäkologie
des
Spitals A.___
vom 1
0.
Dezember 2013 (
Urk.
8/20) sowie den
Arbeitgeberbe
richt
der
Y.___
AG
vom
6.
November 2013 (
Urk.
8/23)
ein. Sodann nahm sie den Bericht der Klinik für Gynäkologie des
Spitals A.___
vom 28.
Januar 2014
(
Urk.
8/26)
zu den Akten
und holte deren Verlaufsbericht vom 23. Mai 2014 (
Urk.
8/30) ein. Mit Vorbescheid vom 2
8.
Mai 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie habe keinen Anspruch auf eine Invalidenrente, da ihr die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
zumut
bar sei und
der
Invaliditätsgrad deshalb lediglich 5
%
betrage (
Urk.
8/34). Am 1
2.
Juni 2014 (
Urk.
8/38) erhob
X.___
unter Beilage der Stellungnahme des Hausarzt
es
Z.___
vom 1
1.
Juni 2014 (
Urk.
8/37/1) und
der
Klinik für Gynäkologie des
Spitals A.___
vom 13. Juni 2014 (
Urk.
8/37/2) und am 3
0.
Juni 2014 (
Urk.
8/42) durch Rechtsanwalt Dario Piras dagegen Einwand. Die IV-Stelle wies in der Folge den Rentenanspruch mit Verfügung vom
8.
Juli 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X.___
durch Rechtsanwalt Piras am 9. September 2014 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Die Verfügung Nr. 3012.01308.22413 der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich vom
8.
Juli 2014 gegen
X.___
be
tref
fend Anspruch auf Invalidenrente sei aufzuheben und das Gesuch von
X.___
um Ausrichtung einer Invalidenrente vom 1
6.
Juli 2013 zur Neubeurteilung zurückzuweisen;
2.
X.___
sei eine Frist zur Ergänzung der Beschwerde anzusetzen;
3.
unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
“
Die IV-Stelle ersuchte am 1
6.
Oktober 2014 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Die Beschwerdeführerin liess mit Replik vom
2.
Februar 2015 an ihrer Beschwerde festhalten (
Urk.
14).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 24. Februar 2015 auf Duplik (
Urk.
18), was der Beschwerdeführerin am
9.
März 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
20).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
2.
1
.1
Laut dem Arztbericht des Hausarztes
Z.___
vom 14.
/1
5.
Oktober 2013 (Urk. 8/17)
bestehen bei der Beschwerdeführerin ein
(1)
Fatigue
-Syndrom bei Zustand nach unifokalem, invasiv
duktalem
Mammakarzinom
links pT3pN1A G3 mit
Lymphangiosis
und
Hämangiosis
Karzinomatosa
bei Zustand nach
adjuvanter
Chemotherapie mit 4 Zyklen AC gefolgt von 12 Zyklen Taxol wöchentlich mit
Herbezin
(richtig: Herceptin)
für ein Jahr, Zustand nach
Arimi
dex
10/08-04/09,
F
emara
04/09-11/09,
Aromasin
11/09-12/09, jeweils abge
setzt wegen uner
träglichen Knochen- und Gelenksschmerzen,
Tamoxifen 12/09-01/2011, erneut abgesetzt wegen Unverträglichkeit, ab 01/2011
Vareston
, wel
che
s
aktuell wegen Nebenwirkungen ausgeschlichen wird
, (2)
ein chronisches Lymphödem des linken Armes mit Einschluss sämtlicher Finger
sowie (3)
eine Anpassungsstörung mit Verdacht auf depressive Reaktion basierend insbeson
dere auf psychosozialen Belastungen bei onkologischer Erkrankung, intermit
tierendem massivem Lymphödem des linken Armes mit Einschluss sämtlicher Finger, Tendenz zur
Selbstüber
forderung
und autoanamnesti
sch bedrängten ökonomischen Ver
hältnissen. Ausserdem bestünden im Sinne von
Nebendiag
nosen
eine Adipositas, eine
Varikosis
beidseits sowie ein Zustand nach
laparo
skopischer
Hysterektomie 200
5.
Die Beschwerdeführerin fühle sich sei
t
ca. zwei Jahren zunehmend er
schöpft,
am Anschlag und ausgebrannt. Da die Familie auf ihr Einkommen angewiesen sei, verspüre sie auch die Wut und den Ärger des Ehemannes. Sie leide unter intermittierenden massiven Schmerzen im linken Arm wegen des Lymphödems sowie stehabhängig an Schmerzen im linken Bein. Sie könne sich auch im Urlaub nicht erholen und leide an Schlafproblemen. Die Beschwerde
führerin habe Existenzängste und möchte ihre Arbeitsstelle nicht
verlieren. Unter entsprechender Therapie bestehe eine gute Chance, dass sie sich körperlich und psychisch stabilisieren könne. Die Arbeitsfähigkeit werde durch das Lymphödem limitiert. Ihre berufliche Tätigkeit in einem orthopädischen Fachgeschäft bein
halte Arbeiten in der Änderungs
schneiderei. Dabei sei sie
durch das Lymphödem
in der Feinmotorik massiv eingeschränkt. Im Verkauf sei
sie
mit dem Anlegen und Anpassen von Kompressionsstrümpfen befasst, was
eines entsprechenden Kraftaufwands
bedürfe.
Es bestehe in dieser Tätigkeit noch eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Für die Ermittlung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit werde die Durchführung einer arbeitsmedizinischen Abklärung empfohlen.
2.
1
.2
Am 1
1.
Juni 2014 (
Urk.
8/37/1) führte der Hausarzt
Z.___
aus, aus
haus
ärztlicher
Sicht sei es der Beschwerdeführerin nicht mehr zuzumuten, 100 % zu arbeiten. Sie habe verschiedene onkologische Therapien zur Behandlun
g des
Mammakarzinoms
nicht gut
v
ertragen. Im Verlauf der Erkrankung sei es zu einer deutlichen Zunahme der Müdigkeit und Schlafstörung gekommen. Die körper
liche aber auch die psychische Belast
barkeit habe deutlich abgenommen. Es sei eine vertrauensärztliche Beurteilung der Beschwerdeführerin notwendig.
2.2
2.2.1
Ge
mäss dem Bericht von
Dr.
med.
B.___
, Leitende Ärztin an der
Klinik für Gynäkologie
des
Spitals A.___
, vom 1
0.
Dezember 2013 (Urk.
8/20) bestehen bei der Beschwerdeführerin ein invasiv-
duktales
Mamma
karzinom
rechts, pT3 (55mm) pN1a (2/24) G3 mit
Lymphangiosis
und
Hämangi
osis
carcinomatosa
, ER 80
%
, PR 60
%
, RO (Erstdiagnose 12/2007); ein Status nach Mastektomie und
axillärer
Lymphonodektomie
links sowie
Mammareduk
tionsplastik
rechts; ein Status nach
adjuvanter
Chemotherapie mit 4 x AC und 12 x Taxol mit Herceptin bis 04/2009, Radiotherapie der Brustwand mit 54 Gy bis 09/2008, im Anschluss Hormontherapie sowie ein zunehmendes chronisches Lymphödem des linken Armes.
Durch die Schmerzen und die
Bewegungsein
schränkungen
des linken Armes sei die Beschwerdeführerin nur eingeschränkt arbeitsfähig. Sie ziehe hauptsächlich den Kunden die Kom
pressionsstrümpfe an, was mit der eingeschränkten Beweglichkeit des Armes nicht mehr gehe.
Sowohl i
n ihrer bisherigen
als auch in
behinderungs
angepasster
Tätigkeit werde
der Beschwerdeführerin aktuell durch den Hausarzt eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bescheinigt
. Mit einer konsequenten
Lymph
drainage
lasse sich eine bessere Armbeweglichkeit erzielen. Ob damit eine Steigerung der Arbeitsfähig
keit mög
lich sei, sei unklar.
Über-Kopf-Arbeiten
sowie Heben und Tragen
seien der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar und sie erleide auch Einschränkungen in der Beidhändigkeit.
2.2.2
Am 2
8.
Januar 2014 (
Urk.
8/26) berichteten die Ärzte der Klinik für Gynäko
logie des
Spitals A.___
über die
Hospitalisation
der Beschwerde
führerin vom 1
5.
bis zum 2
3.
Januar 201
4.
Die Beschwerdeführerin sei
notfall
mässig
ins
Spital
gekommen bei Verdacht auf Erysipel am Ober- und Unterarm links. Im Verlauf der Behandlung sei es zu einer starken
Regredienz
der Rötung und Schwellung des Armes gekommen. Laborchemisch sei
en
die
Infekt
parame
ter
zurückgegangen. Für die
Zeit vom 1
5.
Januar bis zum 7.
Februar 2014 sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen
.
2.2.3
Im Verlaufsbericht vom 2
3.
Mai 2014
(
Urk.
8/30)
hielt
Dr.
B.___
fest, im Moment sei die Beschwerdeführerin bezüglich des Tumors
rezidivfrei
und unter
Fareston
. Diese Therapie vertrage sie gut. Ausgesprochene Probleme bereite ihr aber der linke Arm, der durch einen chronischen Lymphstau sehr
infektanfällig
sei. Es sei deswegen vor kurzem erneut eine stationäre Behandlung nötig gewesen.
2.2.4
Am 1
3.
Juni 2014
(
Urk.
8/37/2)
gab
Dr.
B.___
an, seit Behandlung des weit fortgeschrittenen
Mammakarzinoms
links leide die Beschwerdeführerin an einem sich deutlich verschlechternden Lymphödem des linken Armes, welches mittlerweile als chronisch zu bezeichnen sei. Trotz umfangreichen Therapien und ständigen Kompressionsverbänden sei der Arm ständig stark geschwollen, druckschmerzhaft und in seine
r
Bewegung eingeschränkt. Die Umfangdifferenz in mehreren Etagen zum rechten, gesunden Arm betrage mehrere
Zentimeter
. Manchmal sei der Handrücken mehrere
Zentimeter
dick. Aus diesem Grund trä
ten immer wieder Erysipele des linken Armes auf, die häufig stationäre Behandlungen erforderlich machten.
Gelegentlich sei die Beschwerdeführerin am Rande einer
Sepsiserkrankung
. Leider sei sie diesbezüglich austherapiert, eine Besserung sei nicht zu erwarten. Im Lauf der Zeit sei eher mit einer Zunahme der Probleme zu rechnen.
Die Beschwerdeführerin habe sich stets bemüht, sich in ein Arbeitsleben einzugliedern. Bei ihrem Arbeitgeber habe sie stets viel Verständnis erfahren. Nicht
sdesto
trotz sei die körperlich harte Arbeit, bei der sie ebenfalls kranken Kunden Kompressionsstrümpfe anziehen müsse, für sie äusserst belastend. Ein Arbeitspensum von mehr als 50
%
sei unmöglich und gesundheitsgefährdend für die Beschwerdeführerin.
2.3
2.3.1
Dr.
med.
C.___
, Facharzt Allgemeinmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin hielt
in seiner Stellungnahme vom 1
3
.
März 2014 (
Urk.
8/33/3) fest, gemäss den vorliegenden ärztlichen Beur
tei
lungen sei die Beschwerdeführerin für körperlich sehr leichte und
wechsel
be
lastende
Tätigkeiten, in ruhige
m
und geordnetem Umfeld ohne Kundenkontakt
,
zu 100
%
arbeitsfähig. Es liege damit kein rentenrelevanter Gesundheitsschaden vor, er sei aber wohl leistungsspezifisch für berufliche Massnahmen.
2.3.2
Am 2
0.
Juni 2014 (
Urk.
8/43/2) hielt
Dr.
C.___
fest, die Beschwerdeführerin bringe mit ihrem Einwand gegen den Vorbescheid keine neuen fachärztlich-psychiatrisch ausgewiesenen Tatsachen und Befunde vor. Aufgrund der rein somatischen Einschränkungen sei vorderhand, ohne weitere medizinische Abklärungen
,
an der Stellungnahme vom 1
3.
März 2014 festzuhalten.
3.
3.1
RAD-Arzt
Dr.
C.___
hat die Beschwerdeführerin selber nicht untersucht, sondern
bezieht sich bei
seine
r
Einschätzung
(
Urk.
8/33/3)
, wonach in
behinderungsan
gepasster
Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege, auf die Berichte der behandelnden Ärzte.
Der Hausarzt
Z.___
nahm jedoch in sei
nem Bericht vom 14.
/1
5.
Oktober 2013 (
Urk.
8/17) gar keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit vor, sondern empfahl hierzu
ein
arbeits
medizinisch
es
Assess
ment
.
Die Fachärztin
Dr.
B.___
verwies im Bericht vom 1
0.
Dezember 2013 (
Urk.
8/20) wiederum auf die Einschätzung des Hausarztes, wobei sie angab, dieser attestiere der Beschwerdeführerin in
behinderungs
angepasster
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
Zu berück
sichtigen ist sodann auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin
im Oktober 2013
in ihrer bisherigen Tätigkeit das Arbeitspensum auf 80
%
erhöhte
, sie diesen
Versuch aber nach 14
Tagen abbrechen und das Pensum
wieder
auf 50
%
reduzieren
musste (Urk. 8
/
18-
19).
Der Hausarzt
Z.___
hielt sodann in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Juni 2014 (
Urk.
8/37/1) fest, es sei der Beschwer
de
führerin nicht mehr zumutbar,
100
% zu arbeiten
,
und ersuchte erneut um zu
sätzliche (vertrauensärztliche) medizinische Abklärungen durch die Beschwerde
gegnerin.
Die Gynäkologin
Dr.
B.___
hielt
sodann in der Stel
lungnahme vom 1
3.
Juni 2014 (
Urk.
8/37/2) fest,
dass sich das die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin hauptsächlich einschränkende Lymphödem am lin
ken Arm deutlich verschlechtere. Während sie im Bericht vom 1
0.
Dezember 2013 noch davon ausgegangen war, mit einer konsequenten
Lymphdrainage lasse sich eine bessere Armbeweglichkeit erzielen, hielt sie nunmehr fest, die Beschwerde
führerin sei austherapiert und eine Besserung nicht mehr zu erwar
ten. Es sei mit einer Zunahme der Probleme zu rechnen
,
und es seien häufig stationäre Behandlungen erforderlich.
3.2
Bezüglich des vom Hausarzt
Z.___
diagnostizier
t
en
Fatigue
-Syndroms ist  darauf hinzuweisen, dass der tumorassoziierten
Fatigue
(
Cancer-related
Fatigue
) gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung als Begleitsymptom onkologischer Erkrankungen und ihrer Therapie zumindest mittelbar eine organische Ursache zugrunde liegt, weshalb es sich nicht rechtfertigt, die zum invalidisierenden Charakter
somatoformer
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze anzuwen
den (BGE 139 V 346).
3.
3
Es ist damit festzuhalten, dass über die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit keine genügenden Angaben vor
handen sind. Aus den Berichten der behandelnden Ärzte ergibt sich ausserdem, dass sich die Prognose, wonach der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin unter entsprechender Behandlung besserungsfäh
ig sei, nicht verwirklicht hat und sie den Versuch mit der Steigerung des
Arbeitspensums auf 80
%
nach kur
zer Zeit
abbrec
hen musste. Das Lymphödem verursacht offenbar
belastungs
un
abhängig
Anschwellungen des linken Armes der Beschwerdeführerin, wobei gemäss den Angaben von
Dr.
B.___
die Umfangdifferenz zum gesunden rechten Arm mehrere
Zentimeter
beträgt und auch der Handrücken manchmal mehrere
Zentimeter
dick ist.
Es kann nicht ohne weiteres ausgeschlossen wer
den, dass sich dieses Beschwerdebild wie auch die offenbar bestehende
Fatigue
auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auch in angepasster Tätigkeit massgeblich auswirken.
Die Beschwerdegegnerin wird demnach weitere medizi
nische Abklärungen darüber vorzunehmen haben, wie sich der
Gesundheits
schaden
der Beschwerdeführerin auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere in einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit
sowie daraus folgend auf die Erwerbsfähig
keit
auswirkt.
Hernach ist über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu zu befinden.
3.4
Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen.
4.
4
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG in der seit dem
1.
Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4
.2
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berücksichtigung dieser Grund
sätze auf
Fr.
1‘700
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der
Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom
8.
Juli 2014 aufgehoben
und die Sache an die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen, damit diese, nach
ergänzenden
Abklärung
en
im Sinne der Erwägungen, über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessentschä
digung
von
Fr.
1‘700
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Dario Piras
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstBrügger