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**Case Identifier:** 39012870-dece-5333-9e71-b1ce7dd2b846
**Source:** Basel-Landschaft (entscheidsuche) (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 08.10.2025 720 2025 151 (720 25 151)
**Docket/Reference:** 720 2025 151
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2025-151_2025-10-08.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 8. Oktober 2025 (720 25 151) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Leistungspflicht für die Kostenübernahme einer Nasenseptum-Epithese als Hilfsmittel im 

Sinne von Ziffer 5.02 der Hilfsmittelliste verneint (Art. 21 Abs. 2 IVG und Art. 14 IVV)  

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiberin Gisela Warten-

weiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, 
indemnis, Spalenberg 20, Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Hilfsmittel 
 
 
 
A.1 Der 1967 geborene A.____ stellte am 18. Oktober 2024 bei der IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) ein Gesuch um Übernahme der Kosten für eine Nasenseptum-Epithese. 
Nach Abklärung des Sachverhalts stellte die IV-Stelle fest, dass die Voraussetzungen für eine 
Kostengutsprache nicht erfüllt seien, weshalb sie mit Verfügung vom 18. März 2025 – nach 

 

 
 
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Durchführung des Vorbescheidverfahrens – einen Anspruch für die beantragte Nasenseptum-
Epithese verneinte.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Nicolai Fullin, am 10. 
April 2025 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge-
richt). Er beantragte, es sei die Verfügung vom 18. März 2025 aufzuheben und die IV-Stelle zu 
verpflichten, die Kosten für die Nasenseptum-Epithese zu übernehmen; unter o/e-Kostenfolge. 
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Nasenseptum-Epithese ein Hilfs-
mittel darstelle, für welches die massgebende Gesetzes- bzw. Verordnungsbestimmungen eine 
Leistungspflicht der IV-Stelle statuiere.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 27. Mai 2025 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde.  
 
D. Mit Verfügung vom 10. Juni 2025  wurde der vorliegende Fall dem Präsidium des Kan-
tonsgerichts zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfas-
sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons-
gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge-
gen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde vom 10. April 2025 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung So-
zialversicherungsrecht Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.--. Streitig ist, ob der 
Versicherte Anspruch auf Kostengutsprache für eine Nasenseptum-Epithesenversorgung hat. 
Die Kosten hierfür liegen gemäss Kostenvoranschlag des Instituts B.____ vom 30. September 
2024 unter Fr. 20'000.--, weshalb die Angelegenheit präsidial zu entscheiden ist. 
 
2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicher-
te Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die 
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, 
zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die ein-
zelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Nach Art. 8 Abs. 3 bestehen Eingliederungsmassnah-
men unter anderem in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).  
 

 

 
 
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2.2 Gemäss Art. 21 Abs. 1 IVG hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundes-
rat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbs-
tätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbs-
fähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zwecke der funktionellen An-
gewöhnung bedarf. Die versicherte Person, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für 
die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte be-
darf, hat gemäss Art. 21 Abs. 2 IVG im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste 
ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel. Art. 21 IVG unter-
scheidet für die Hilfsmittelberechtigung somit zwischen erwerblicher (Abs. 1) und nichterwerbli-
cher (Abs. 2) Eingliederungswirksamkeit. Der in Art. 21 Abs. 2 IVG geregelten Eingliederungs-
massnahme für schwer behinderte Personen kommt der Charakter einer Sozialrehabilitation zu, 
was in der Invalidenversicherung bei volljährigen Versicherten eine grosse Ausnahme darstellt 
(Urteil des Bundesgerichts vom 20. Februar 2017, 9C_573/2016, E. 4.3). Art. 21 Abs. 2 IVG 
beinhaltet indessen kein Anrecht auf Beseitigung sämtlicher Hindernisse, die der Kontaktauf-
nahme mit der Umwelt im Wege stehen. Es besteht kein Rechtsanspruch darauf, dass behin-
derte Personen so selbstständig wie eine nichtbehinderte Person leben können, sondern nur 
die Berechtigung auf Abgabe oder Vergütung kostspieliger Geräte im Rahmen einer vom Bun-
desrat bzw. vom Departement aufzustellenden Liste.  
 
2.3 Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vorschrif-
ten im Sinne von Art. 21 Abs. 2 und 4 IVG hat der Bundesrat in Art. 14 der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 an das Eidgenössische Departements des 
Innern (EDI) übertragen. Dieses hat gestützt auf die Subdelegation die Verordnung über die 
Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) vom 29. November 1976 mit 
anhangsweise aufgeführter Hilfsmittelliste erlassen. Laut Art. 2 HVI besteht im Rahmen der im 
Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, die 
Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind (Abs. 1); 
Anspruch auf die in dieser Liste mit * bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die 
Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die 
Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die bei einzelnen Hilfsmitteln ausdrücklich 
genannte Tätigkeit notwendig sind (Abs. 2). In der Liste im Anhang der HVI werden verschiede-
ne Kategorien der Hilfsmittel aufgeführt. Nach der Rechtsprechung sind die Hilfsmittelkatego-
rien abschliessend. Dagegen ist innerhalb der einzelnen Kategorien jeweils zu prüfen, ob die 
Aufzählung der einzelnen Hilfsmittel ebenfalls abschliessend oder bloss exemplifikatorisch ist 
(BGE 140 V 538 E. 4.1, 131 V 9 E. 3.4.2). 
 
2.4 Praxisgemäss ist unter einem Hilfsmittel in der Invalidenversicherung ein Gegenstand 
zu verstehen, dessen Gebrauch den Ausfall gewisser Teile oder Funktionen des menschlichen 
Körpers zu ersetzen vermag (BGE 139 V 115 E. 4.1, 137 V 13, E. 2.2, 131 V 9 E. 3.3). Daraus 
ist zu schliessen, dass der Gegenstand ohne strukturelle Änderung ablegbar und wieder ver-
wendbar sein muss. Dieses Erfordernis bezieht sich jedoch nicht nur auf den Gegenstand sel-
ber, sondern auch auf den menschlichen Körper und dessen Integrität. Ein Gegenstand, der 
seine Ersatzfunktionen nur erfüllen kann, wenn er zuerst durch einen eigentlichen chirurgischen 

 

 
 
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Eingriff ins Körperinnere verbracht wird und nur auf gleiche Weise wieder zu ersetzen ist, stellt 
kein Hilfsmittel im Sinne des IVG dar (BGE 115 V 191 E. 2c, 101 V 267 E. 1b mit Hinweisen).  
 
2.5 In der Auswahl der Hilfsmittel und in der Ausgestaltung der Hilfsmittelliste räumen 
Art. 21 IVG und Art. 14 IVV dem EDI einen weiten Spielraum ein (Urteil des Bundesgerichts 
vom 20. Februar 2017, 9C_573/2016, E. 6.3.1.1). Das EDI wird nicht verpflichtet, sämtliche 
Hilfsmittel, derer eine invalide Person zur Eingliederung bedarf, in die Hilfsmittelliste aufzuneh-
men. Vielmehr hat die versicherte Person nur "im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellen-
den Liste" Anspruch auf Hilfsmittel. Aus diesem Wortlaut ergibt sich, dass der Bundesrat bzw. 
an seiner Stelle das Departement eine Auswahl treffen und die Zahl der Hilfsmittel beschränken 
kann. Dabei steht dem Bundesrat bzw. dem Departement ein weiter Spielraum der Gestaltungs-
freiheit zu, sagt das Gesetz doch nicht ausdrücklich, nach welchen Gesichtspunkten die Aus-
wahl vorzunehmen ist (BGE 105 V 23 E. 3b). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Liste nicht 
alles enthält, was als sinnvoll und nützlich erscheinen mag, um den in Art. 21 Abs. 2 IVG ge-
nannten Eingliederungszweck zu erreichen (Urteile des Bundesgerichts vom 20. Februar 2017, 
9C_573/2016, E. 6.4 und vom 14. Dezember 2010, 9C_197/2010, E. 5).  
 
2.6 Im Kreisschreiben über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung 
(KHMI), gültig ab 1. Januar 2013, Stand 1. Januar 2025). hat das Bundesamt für Sozialversi-
cherung (BSV) zuhanden der anwendenden Behörden zahlreiche Regeln aufgestellt, um eine 
möglichst einheitliche Anwendung der gesetzlichen Vorgaben im Bereich der Hilfsmittelabgabe 
sicherzustellen (BGE 145 V 84 E. 6.1.1). Diese Ausführungsvorschriften richten sich rechtspre-
chungsgemäss nur an die Durchführungsstellen; für das Sozialversicherungsgericht sind sie 
nicht verbindlich. Das heisst indessen nicht, dass das KHMI und die Tarifverträge für das Sozi-
alversicherungsgericht unbeachtlich sind. Vielmehr soll das Gericht sie berücksichtigen, soweit 
sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetz-
lichen Bestimmungen zulassen. Ein Abweichen aus einem triftigen Grund ist indessen möglich 
(BGE 144 V 195 E. 4.2, 141 V 365 E. 2.4, 138 V 50 E. 4.1). 
 
2.7 Die im HVI-Anhang enthaltene Kategorie "Hilfsmittel für den Kopfbereich" umfasst un-
ter Ziffer 5.02 Gesichtsepithesen. Im französisch medizinischen Sprachgebrauch bezeichnet 
das Wort "epithèse" entweder die chirurgische Korrektur einer Missbildung eines Gliedes oder 
das für eine solche Korrektur verwendete Hilfsmittel; die letzte Bedeutung ist jedoch in Frank-
reich unüblich. Im Italienischen hat das Wort "epitesi" in medizinischer Sicht ebenfalls die Be-
deutung der Korrektur einer Fehlbildung eines Gliedes. Der deutsche Begriff "Epithese" be-
zeichnet hingegen eine individuelle Modellierung aus einem starren oder weichen Material, die 
dazu dient, einen ästhetischen Defekt im Gesicht zu verdecken oder ein fehlendes Element 
desselben zu ersetzen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist das deutschsprachige 
Verständnis entscheidend, das nicht einen chirurgischen Eingriff umfasst, sondern die individu-
elle Modellierung eines härteren oder weicheren Stoffes (nicht veröffentlichtes Urteil des Bun-
desgerichts vom 28. Juni 2000, zusammengefasst in SVR 2000, IV Nr. 3, E. 2). Gemäss Recht-
sprechung entspricht die deutsche Definition derjenigen im KSHI Ziffer 2029 enthaltenen Be-
griff, wonach "Gesichtsepithesen" individuell modellierte Ersatzstücke zum Bedecken von Ge-
sichtsdefekten und der Ersatz für fehlende Gesichtspartien wie Ohrmuschel-, Nasen- und Kie-

 

 
 
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fer-Ersatzstücke, Augenepithesen, Augenbrauen, Gaumenplatten sind (SVR 2000 IV Nr. 33 E. 
2).  
 
3.1 Vorliegend ist unbestritten, dass der Versicherte an einem Defekt des Nasenseptums 
leidet, was zu einer Behinderung der Nasenatmung mit verstärkter Krustenbildung und häufig 
zu massiven Blutungen in der Nase führt (vgl. auch Antrag zur epithetischen Versorgung des 
Instituts B.____ vom 30. September 2024). Die Parteien sind sich auch darin einig, dass dieser 
Defekt nicht mit einer chirurgischen Intervention behandelt werden kann. Hingegen ist es mög-
lich, mit Hilfe einer Nasenseptum-Epithese den Defekt zu schliessen und sachgerecht zu be-
handeln. Strittig ist, ob die Nasenseptum-Epithese als Hilfsmittel im Sinne von Ziffer 5.02 der 
Hilfsmittelliste zu qualifizieren ist. Die IV-Stelle vertritt die Ansicht, dass es sich bei der bean-
tragten Nasenseptum-Epithese weder um ein Ersatzstück zum Bedecken von Gesichtsdefekten 
noch um einen Ersatz für fehlende Gesichtspartien handelt. Gesichtsepithesen dienten grund-
sätzlich dazu, die Optik wiederherstellen. Eine Nasenseptum-Epithese erfülle diese Vorausset-
zung nicht. Demgegenüber macht der Versicherte geltend, dass Epithesen nicht nur eine ästhe-
tische Bedeutung hätten. Sie ersetzten auch einen fehlenden Gesichtsteil, weshalb ihnen auch 
eine mechanische Funktion zukäme. So diene vorliegend die Nasenseptum-Epithese als Ersatz 
für das fehlende Nasenseptum. Das Gesetz verlange nicht, dass eine Gesichtsepithese äusser-
lich sichtbar sein müsse. Da es sich bei der beantragten Epithese um eine Gesichtsepithese 
handle, sei die IV-Stelle hierfür leistungspflichtig.   
 
3.2 Der Auffassung des Versicherten kann nicht beigepflichtet werden. Mit der IV-Stelle ist 
davon auszugehen, dass Nasenseptum-Epithesen nicht unter Ziffer 5.02 der Hilfsmittelliste fal-
len. Den Materialien (Erläuterungen des BSV) ist zu entnehmen, dass mit der auf den 1. Januar 
1983 in Kraft gesetzten Änderung der HVI samt zugehöriger Hilfsmittelliste vom 21. September 
1982 eine Erweiterung der Hilfsmittelansprüche einherging. In diesem Zusammenhang betonte 
der Verordnungsgeber, dass Gesichtsepithesen "für die Pflege gesellschaftlicher Kontakte bzw. 
für das Auftreten in der Öffentlichkeit benötigt" würden (erwähnte BSV-Erläuterungen: ZAK 
1982 S. 429). Gesichtsepithesen haben gemäss Regelungsabsicht des Verordnungsgebers den 
Zweck, Gesichtsdefekte zu bedecken oder fehlende Gesichtspartien zu ersetzen, damit andere 
Menschen durch das Fehlen von Gesichtsteilen nicht stark irritiert würden (vgl. Urteil des Ver-
waltungsgerichts Graubünden vom 22. Dezember 2020, S 20 68, E. 9.2). Mit anderen Worten 
dienen Gesichtsepithesen zum optischen Ausgleich. Entgegen der Ansicht des Versicherten ist 
deren mechanische Funktion für den Leistungsanspruch nicht ausschlaggebend. Aus diesem 
Grund fällt eine Nasenseptum-Epithese nicht unter Ziffer 5.02 HVI-Anhang.  
 
3.3 Auch wenn dem Versicherten durchaus Verständnis für seinen Standpunkt entgegen-
gebracht werden kann, ist zu betonen, dass die Invalidenversicherung im Bereich der Hilfsmittel 
keine umfassende Versicherung ist, welche sämtliche durch die Invalidität verursachten Kosten 
abdecken will. Das Gesetz will die Eingliederung lediglich soweit sicherstellen, als diese im Ein-
zelfall notwendig, aber auch genügend ist und zudem der voraussichtliche Erfolg der Eingliede-
rungsmassnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten steht (Urteil des Bundesge-
richts vom 6. August 2014, 9C_886/2013, E. 2.3 mit Hinweisen). Die Hilfsmittelliste hat nicht 
alles zu enthalten, was als sinnvoll und nützlich erscheinen mag, den in Art. 21 Abs. 2 genann-

 

 
 
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ten Eingliederungszweck zu erreichen (Urteils des Bundesgerichts vom 14. Dezember 2010, 
9C_197/2010, E. 5). Lässt sich ein Hilfsmittel keiner im HVI-Anhang aufgeführten Kategorie 
zuordnen, ist es nach der Rechtsprechung nicht zulässig, den Anspruch auf Kostenübernahme 
durch die Invalidenversicherung direkt aus der Zielsetzung des Gesetzes abzuleiten, da damit 
das dem Bundesrat beziehungsweise dem EDI eingeräumte Auswahlermessen durch dasjenige 
des Gerichts ersetzt würde (BGE 131 V 9 E. 3.4.2). Eine schwerwiegende, durch richterliches 
Eingreifen auszufüllende Lücke der HVI ist nur dann anzunehmen, wenn die Nichtaufnahme 
eines bestimmten Hilfsmittels in die Hilfsmittelliste das Willkürverbot, das Gebot der rechtsglei-
chen Behandlung oder das Diskriminierungsverbot und dadurch die Bundesverfassung verletzt 
(BGE 131 V 9 E. 3.4.3). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, welche eine richterliche Lü-
ckenfüllung erfordern würden. Solche Gründe werden vom Versicherten auch nicht geltend ge-
macht. Demzufolge ist die IV-Stelle gestützt auf Art. 21 Abs. 2 IVG und Art. 14 IVV für die bean-
tragte Nasenseptum-Epithese nicht leistungspflichtig. Ebenso wenig besteht eine Leistungs-
pflicht aufgrund von Art. 14 Abs. 1 lit. c IVG. Zwar stellt – wie die IV-Stelle korrekt anführt – die 
Nasenseptum-Epithese ein Behandlungsgerät im Sinne einer medizinischen Massnahme dar. 
Da Behandlungsgeräte jedoch nur bei Vorliegen eines Geburtsgebrechens und bis zur Vollen-
dung des 20. Altersjahres von der Invalidenversicherung übernommen werden, besteht kein 
Anspruch auf Leistungen. Demgemäss ist die Beschwerde abzuweisen. 
 
4.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten 
über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten wer-
den nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.  200.-- 
bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Präsidialentscheiden wie dem vorliegenden, in denen ein durch-
schnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, werden die Verfahrenskosten in Berücksichti-
gung des bundesrechtlichen Kostenrahmens praxisgemäss auf Fr. 400.-- festgesetzt. Nach § 
20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in ange-
messenem Ausmass überbunden. Vorliegend ist der Versicherte unterliegende Partei, weshalb 
die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen und mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschusses im 
Umfang von Fr. 800.-- zu verrechnen sind.  
 
4.2 Dem Prozessausgang entsprechend ist dem Versicherten keine Parteientschädigung 
zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- werden dem Beschwer-
deführer auferlegt und mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in 
Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Der zu viel geleistete Kostenvorschuss in 
Höhe von Fr. 400.-- wird ihm zurückerstattet.  

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.