# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a38260f-c1a8-59e5-b6d4-772e10ce5d6e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 05.03.2012 LB110049
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB110049_2012-03-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LB110049-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. 

P. Diggelmann und Oberrichter Dr. P. Higi sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. F. Gohl Zschokke 

Urteil vom 5. März 2012 

 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Klägerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

1. B1._____, 
2. B2._____, 
3. B3._____, 
Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 

2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____ 

3 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y3._____ 

3 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y4._____ 

 

betreffend Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil der 7. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 
30. Mai 2011; Proz. CG080102 

- 2 - 

 
 

Rechtsbegehren 
(vgl. act. 2 S. 2): 

"1. Es seien die Beklagten je einzeln unter solidarischer Haftung zu ver-
pflichten, der Klägerin Fr. 747'025.75 zzgl. Zins von 5% seit 17. Januar 
1997 zu bezahlen. 

2. Es sei der Klägerin in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes 
C._____ mit Bezug auf B3._____ definitive Rechtsöffnung mit Bezug 
auf den vorgenannten Betrag zzgl. die Kosten des Zahlungsbefehls von 
Fr. 200.00 zu gewähren. 

3. Es sei der Klägerin in der Betreibung Nr. ... gegen B1._____ mit Bezug 
auf den in Ziff. 1 genannten Betrag zzgl. Kosten des Zahlungsbefehls 
von Fr. 200.00 definitive Rechtsöffnung zu gewähren. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten." 
 
 

Urteil vom 30. Mai 2011 des Bezirksgerichtes Zürich (7. Abteilung) 
(vgl. act. 148 S. 23): 

 
1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf Fr. 25'500.--. Allfällige weitere Kosten bleiben 

vorbehalten. 

3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt. 

4. Die Klägerin wird verpflichtet, den Beklagten je eine Parteientschädigung von 

Fr. 18'333.30 (je zuzüglich 7,6% Mehrwertsteuer auf ¾ des Betrages und 8% Mehr-

wertsteuer auf ¼ des Betrages) zu bezahlen.  

5./6. Mitteilung / Rechtsmittel 
 

Berufungsanträge: 

der Berufungsklägerin/Klägerin (act. 145 S. 2 f.): 
 
1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 30. Mai 2011 aufzuheben. 

- 3 - 

2. Es sei die Sache an die erste Instanz zurückzuweisen, da der Sachverhalt in wesent-

lichen Punkten zu vervollständigen ist und die Klage gestützt auf den Sachverhalt 

neu zu beurteilen ist (Art. 318 ZPO). 

3. Eventuell seien die folgenden Rechtsbegehren direkt vom Obergericht gutzuheissen: 

a. Es seien die Beklagten je einzeln unter solidarischer Haftung zu verpflichten, der 

Klägerin Fr. 747'025.75 zzgl. Zins von 5% seit 17. Januar 1997 zu bezahlen. 

b. Es sei der Klägerin in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes C._____ mit 

Bezug auf B3._____ definitive Rechtsöffnung mit Bezug auf den vorgenannten 

Betrag zzgl. die Kosten des Zahlungsbefehls von Fr. 200.00 zu gewähren. 

c. Es sei der Klägerin in der Betreibung Nr. ... gegen B1._____ mit Bezug auf den 

in Ziff. 1 genannten Betrag zzgl. Kosten des Zahlungsbefehls von Fr. 200.00 de-

finitive Rechtsöffnung zu gewähren. 

d. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten. 

 
 
des Berufungsbeklagten/Beklagten 1 (vgl. act. 156 S. 2): 
 

Es sei die Berufung abzuweisen und es sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt) zu Lasten der Berufungsklägerin. 

 
 
des Berufungsbeklagten/Beklagten 2 (vgl. act. 155 S. 3): 
 
Es sei die Berufung abzuweisen unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für beide In-
stanzen (zuzüglich MWSt) zu Lasten der Berufungsklägerin. 

 
des Berufungsbeklagten/Beklagten 3 (vgl. act. 157 S. 2): 
 
1. Es sei die Berufung abzuweisen, und es sei das vorinstanzlichen Urteil vollumfäng-

lich zu bestätigen. 
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MWST) zulasten der Beru-

fungsklägerin. 
 
 

- 4 - 

Erwägungen: 

I. 
(Übersicht zu Parteien/Streitsache, Prozessgeschichte, Verfahrensrecht) 

1. - 1.1 Die Klägerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in D._____. An der im 
Rubrum aufgeführten Adresse in E._____ hat sie offenbar ihr Domizil. Gemäss 

Handelsregisterauszug (vgl. CH-….) bezweckt die Klägerin den Handel mit Früch-

ten und Gemüsen sowie die Fabrikation von Sauerkraut und Konserven. Sie kann 

Liegenschaften erwerben, verwalten und verkaufen. Ihr Aktienkapital beläuft sich 

auf Fr. 200'000.- (a.a.O.). 

 Nach eigenem Bekunden (vgl. http://www.a._____-ag.ch, dort Auswahl: 

Über uns) ist die Klägerin zudem zu 50% an der F._____ AG beteiligt. Diese Ge-

sellschaft befasst sich zweckgemäss ebenfalls mit der Herstellung von Sauerkraut 

und Konserven. Sie ist an der gleichen Adresse in E._____ domiziliert wie die 

Klägerin. 

1.2 Die Beklagten waren Verwaltungsräte der einstigen G._____ AG. Der Beklag-
te 1 nahm nach Darstellung beider Parteien seine Tätigkeit für die G._____ als 

Leiter der Konzernführung im Jahre 1994 auf und trat am 16. Juni 1994 als Vize-

präsident und Delegierter in den Verwaltungsrat ein (vgl. act. 2 S. 9 und dazu act. 

34 S. 45). 

 Der Beklagte 2 war unstrittig in der Zeit vom 14. Februar 1994 bis zum 

17. Juni 1996 Präsident des Verwaltungsrates (vgl. act. 2 S. 9 und act. 3 S. 55). 

 Der Beklagte 3 wurde unbestrittenermassen (vgl. act. 2 S. 9 und act. 35 

S. 61) am 16. Juni 1994 in den Verwaltungsrat der G._____ AG gewählt, und 

zwar als Vertreter des damaligen H._____. 

2. In der Zeit zwischen dem 27. Juli 1994 und dem 21. August 1996 erwarb die 
Klägerin nach eigener Darstellung (act. 2 S. 7 ff. sowie act. 5/11 a - e, ferner 

act. 75 S. 2 ff.) immer wieder über eine Bank an der Börse Namenaktien der 

G._____ AG, insgesamt 50'000 Stück für insgesamt Fr. 747'025.75 (act. 2 S. 9 

[dort lit. m]). 

- 5 - 

2.1 Am 27. Juli 1994 kam es zum ersten Erwerb von Aktien, und zwar von 300 
Stück zum Preis von je Fr. 43.00, am 6. Oktober 1994 dann zum Kauf von wiede-

rum 300 Aktien zum Preis von je Fr. 38.25. Am 8. März 1995 wurden 600 Aktien 

zum Stückpreis von Fr. 37.00 gekauft, am 28. Juli 1995 wurden 800 Aktien zum 

Preis von ja Fr. 35.50 erworben. Ab dem 25. Oktober 1995 stieg die Zahl der pro 

Mal gekauften Aktien weiter an und es wurden an diesem Tag 2'000 Stück zum 

Preis von je Fr. 32.25 gekauft, am 24. November 1995 dann 2'500 Stück zu je Fr. 

18.25, am 27. November 1995 noch 1'500 Stück zu je Fr. 18.25, am 23. Februar 

1996 gar 12'000 Stück zu je Fr. 17.00, am 14. März 1996 noch 10'000 à je Fr. 

16.00. Am 25. Juni 1996 wurden lediglich 1'300 Stück zu je Fr. 8.50 erworben. 

Am 28. Juni 1996 schnellte die Stückzahl der gekauften Aktien auf 8'700 Stück, 

bei einem Preis von je Fr. 9.00, am 21. August 1996 endlich auf 10'000 Stück zu 

Stückpreisen von Fr. 7.35 bzw. Fr. 7.40 bzw. Fr. 7.45. 

2.2 Am 21. Januar 1997 wurde über die G._____ AG der Konkurs eröffnet. Die 
Klägerin macht mit ihrer Klage geltend, sie sei deswegen im Umfang ihrer gesam-

ten Kaufpreiszahlungen zu Verlust und daher Schaden gekommen und fasst die 

Beklagten als für diesen Schaden Verantwortliche ins Recht. 

2.3 Die Verantwortlichkeit der Beklagten für den von ihr erlittenen Schaden er-
blickt die Klägerin im Wesentlichen in mangelhaften bzw. falschen Angaben der 

Beklagten über den wirtschaftlichen Zustand der G._____ AG in der Öffentlichkeit 

(namentlich in einem Prospekt zuhanden von Obligationären im April 1994; vgl. 

act. 5/6 und dazu etwa act. 2 S. 4 und S. 10). Diese Angaben hätten einerseits 

(und sozusagen ausschliesslich) einen überhöhten Börsenwert der Aktien bewirkt, 

die im Zeitpunkt des Kaufes indes jeweils bereits wesentlich weniger oder gar 

wertlos gewesen seien (vgl. etwa act. 2 S. 33 und act. 145 S. 32). Anderseits hät-

ten diese Angaben – von der Klägerin gewonnen u.a. etwa aus der … [Zeitung] 

(vgl. etwa act. 75 S. 3, S. 7 [Rz. 2.1]) – sie zu den Käufen veranlasst (vgl. a.a.O.). 

 Daneben wirft die Klägerin den Beklagten vor, der Verwaltungsrat der 

G._____ AG und damit die Beklagten hätten das Gleichbehandlungsgebot ver-

letzt, indem Grossaktionäre umfassend und die übrigen Aktionäre unvollständig 

informiert worden seien. Bei vollständiger Information hätte sich die Klägerin wie 

- 6 - 

der H._____ verhalten und die Aktien ab Herbst 1995 verkauft (vgl. etwa act. 75 

S. 36). In rechtlicher Hinsicht stützt die Klägerin ihre Ansprüche sowohl auf die 

Art. 752 OR bzw. Art. 754 OR i.V.m. Art. 152 StGB ab als auch auf den Art. 41 

OR, wobei sie den Beklagten ebenfalls noch vorwirft, die Pflichten gemäss den 

Art. 725 Abs. 1,  717 Abs. 2 und 736 OR usw. verletzt zu haben (vgl. act. 75 S. 29 

ff.). 

3. Die Klage, umfassend die Weisung (act. 1) und eine schriftliche Klagebegrün-
dung über 35 Seiten (vgl. act. 2), wurde am 21. Mai 2008 beim Bezirksgericht Zü-

rich anhängig gemacht. 

3.1 Das Bezirksgericht führte in der Folge das Hauptverfahren schriftlich durch, 
nachdem es einem Antrag der Beklagten auf die Beschränkung des Prozesses 

auf die Fragen der Aktivlegitimation und Verjährung nicht gefolgt war. Vergleichs-

gespräche im Rahmen einer Referentenaudienz, anlässlich der auch sog. Sub-

stanzierungshinweise angebracht worden waren (vgl. Vi-Prot. S. 7 ff.), scheiter-

ten. Nachdem letzte, unaufgefordert eingereichte Rechtsschriften der Beklagten 

der Klägerin zugestellt worden waren, erachtete das Bezirksgericht das Verfahren 

als spruchreif und wies die Klage am 30. Mai 2011 ab (vgl. act. 148 [= act. 146 = 

act. 137], nachfolgend nur noch als act. 148 zitiert). 

 Für weitere Einzelheiten zum bezirksgerichtlichen Verfahren wird – um Wie-

derholungen zu vermeiden – auf die entsprechenden Erwägungen in act. 148 

verwiesen (dort S. 4 f.). 

3.2 Mit Schriftsatz vom 13. September 2011 (vgl. act. 145 f.) erhob die Klägerin 
rechtzeitig Berufung. Das ist in der Präsidialverfügung vom 23. September 2011 

vermerkt, mit welcher von der Klägerin ein Kostenvorschuss einverlangt wurde 

(vgl. act. 149). Nach Eingang des Vorschusses wurde den Beklagten Frist zur  

Berufungsantwort angesetzt (vgl. act. 152). Die Berufungsantworten gingen alle 

Mitte November 2011 rechtzeitig ein (vgl. act. 155 - 157). Je ein Doppel der Beru-

fungsantworten wurde der Klägerin formlos am 12. Januar 2012 zugestellt  

(vgl. act. 158/1 und dazu act. 159/1), nachdem sich ergeben hatte, dass sich Wei-

terungen des Berufungsverfahrens erübrigen. 

- 7 - 

Mit Schreiben vom 8. Februar 2012, also fast dreissig Tage nach der Zustel-

lung der Doppel, übermittelte die Klägerin dem Gericht den Wunsch, es sei ihr ei-

ne Frist zur Replik "betreffend neue Behauptungen" anzusetzen (vgl. act. 160). 

Am 21. Februar 2012 wurde die Klägerin vom Gericht schriftlich darüber infor-

miert, dass sich an der gerichtlichen Einschätzung, es bedürfe keiner Verfah-

rensweiterungen, nichts geändert habe, und es wurde darauf hingewiesen, dass 

mit dem Entscheid in der Sache zirka anfangs März 2012 zu rechnen sei (vgl.  

act. 161). Das Schreiben vom 21. Februar 2012 ging der Klägerin am 22. Februar 

2012 zu (vgl. act. 162). Mit Datum vom 29. Februar 2012 reichte die Klägerin un-

aufgefordert eine Eingabe ein (vgl. act. 163), die sie als Berufungsreplik bezeich-

nete (vgl. a.a.O., S. 2). Wie noch zu sehen sein wird, enthält diese Eingabe nichts 

Wesentliches mehr, weshalb sich das Berufungsverfahren als spruchreif erweist. 

Den Beklagten ist aber noch je ein Doppel von act. 163 zuzustellen. 

4. Gemäss Art. 405 Abs. 1 ZPO sind im Berufungsverfahren gegen das Urteil vom 
30. Mai 2011 die Regeln der ZPO sowie die der kantonalen Erlasse (GOG, ober-

gerichtliche Verordnungen zu Gerichts- und Anwaltsgebühren) anzuwenden, wel-

che die ZPO ergänzen. Demgegenüber beurteilen sich prozessrechtliche Fragen 

zum Verfahren und Urteil des Bezirksgerichts gemäss Art. 404 Abs. 1 ZPO noch 

nach den Regeln des kantonalen Verfahrensrechts (ZPO/ZH, GVG und dazuge-

hörige obergerichtliche Verordnungen zu Gerichts- und Anwaltsgebühren). 

II. 
(Zur Berufung im Einzelnen) 

1. Die Beklagten greifen in ihren Berufungsantworten vorab teilweise grundsätzli-
che prozessrechtliche Fragen zur Berufung auf und machen dabei u.a. geltend, 

die Klägerin habe ihre Berufung nicht ausreichend im Sinne des Gesetzes be-

gründet. Dem ist zunächst nachzugehen. 

1.1 Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung begründet einzureichen. Die 
Norm bezieht sich damit u.a. auf den Art. 310 ZPO, der seinerseits bestimmt, mit 

der Berufung könne sowohl unrichtige Rechtsanwendung als auch unrichtige 

Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden. Beide Normen begrün-

- 8 - 

den damit zwar keine Obliegenheit der Berufung führenden Partei zur Rüge des 

erstinstanzlichen Entscheides gleich dem Art. 42 BGG. Verlangt ist indessen 

gleichwohl im Sinne einer sog. Begründungslast, dass sich die Berufung führende 

Partei sachbezogen mit den Entscheidgründen des erstinstanzlichen Entscheides 

auseinandersetzt, dass sie also dem Berufungsgericht erkennbar im Wesentli-

chen darlegt, inwiefern von der ersten Instanz gemäss Recht falsch angewendet 

und welcher Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sein soll (vgl. zum Ganzen 

etwa HUNGERBÜHLER, in: Dike-Komm-ZPO, Art. 311 N 27-29 und N 33 [in der On-

line-Version, Stand 18.10.2011, die N 147-149 und N 157] sowie REETZ/THEILER, 

in: Kommentar zur ZPO, Zürich 2010, Art. 311 N 36, beide mit zahlreichen Ver-

weisen; nicht weiter erhellend z.B. BRUNNER, in: KuKo-ZPO, Zürich 2010, Art. 311 

N 6 und 8, oder SPÜHLER, in: BSK-ZPO, Basel 2010, Art. 312 N 5, die unter Hin-

weis auf die Botschaft bei den Anforderungen an die Begründung eine "vollstän-

dige und sorgfältige Rechtsschrift" erwarten, ohne anzuführen, was das im Ein-

zelnen heissen soll). 

 Der gesetzlichen Begründungslast im Sinne einer (sachbezogenen) Ausei-

nandersetzung mit dem Entscheid der ersten Instanz genügen daher in einer Be-

rufungsschrift – das liegt nachgerade auf der Hand – weder blosse Wiederholun-

gen der eigenen Vorbringen vor erster Instanz, die von dieser bereits diskutiert 

wurden, noch blosse Verweise in der Berufungsschrift auf die eigenen Sachdar-

stellungen vor der ersten Instanz (weil darin ja auch nichts anderes als blosse 

Wiederholungen liegen). 

 Ungenügend ist ebenfalls bloss formelhafte Kritik an den erstinstanzlichen 

Erwägungen, wie z.B. diese seien falsch, rechtswidrig oder willkürlich, ohne dass 

zugleich dargetan wird, warum dem in der Sicht der Berufung führenden Partei so 

sein soll. Denn auch hier fehlt es offenbar an der (sachbezogenen) Auseinander-

setzung, die das Gesetz verlangt (vgl. zum Ganzen wiederum etwa HUNGERBÜH-

LER, a.a.O., N 28 f. und N 36 [bzw. N 149 f. und N 161], sowie REETZ/THEILER, 

a.a.O., N 36-38). Es fehlt daher m.a.W. auch die Mitteilung der sachbezogenen 

Überlegungen der Berufung führenden Partei an die Rechtsmittelinstanz, worin 

ebenfalls ein Zweck der Begründungslast des Art. 311 Abs. 1 ZPO liegt, und zwar 

- 9 - 

zum Dienste der effizienten Rechtspflege (vgl. HUNGERBÜHLER, a.a.O., N 27 [bzw. 

N 147]). 

1.2 Die Begründungslast des Art. 311 Abs. 1 ZPO steht sachlich und systema-
tisch nicht nur im Zusammenhang mit dem Art. 310 ZPO, sondern ebenso mit der 

Regelung des Novenrechts im Art. 317 ZPO. Gemäss dieser hat eine Partei, wel-

che neue Tatsachen und/oder Beweismittel im Berufungsverfahren einführt, der 

Rechtsmittelinstanz (und der Gegenpartei) zu begründen, dass dies ohne Verzug 

erfolgt ist und es ihr trotz zumutbarer Sorgfalt noch nicht möglich war, die Tatsa-

che und/oder das Beweismittel bereits vor erster Instanz vorzubringen (vgl. etwa 

VOLKART, in: Dike-Komm-ZPO, Art. 317 N 14 f. [in der Online-Version, Stand 

18.10.2011, die N 122-123], REETZ/HILBER, in: Kommentar zur ZPO, Zürich 2010, 

Art. 317 N 49). 

1.3 Die Berufungsschrift der Klägerin umfasst 68 Seiten (act. 145) und ist damit 
fast doppelt so lang ausgefallen wie die Klagebegründung vor erster Instanz (vgl. 

act. 2); sie übersteigt auch den Umfang der 65seitigen Replikschrift vor erster In-

stanz (vgl. act. 75). 

1.3.1 Auf den Seiten 45 bis 64 der Berufungsschrift wiederholt die Klägerin unter 
dem Titel "Pflichtverletzungen der Beklagten im Einzelnen" bis auf den Text von 

Ziff. 7.9 auf S. 63 praktisch wörtlich, was sie bereits in der Replikschrift unter 

"I. Ergänzungen zum Sachverhalt" dem Bezirksgericht vorgetragen hat (vgl. 

act. 75 S. 2 - 21). Ein erkennbarer (geschweige denn näherer) Bezug zum be-

zirksgerichtlichen Urteil wird dabei nie hergestellt; es enthalten die sich deshalb in 

blossen Wiederholungen erschöpfenden Ausführungen zwangsläufig auch keine 

erkennbare Mitteilung von Überlegungen der Klägerin an die Rechtsmittelinstanz 

dazu, inwiefern das Bezirksgericht Recht falsch angewendet oder einen bestimm-

ten Sachverhalt unrichtig festgestellt hätte. Den entsprechenden Ausführungen 

kommt insoweit auch keine selbständige Bedeutung zu. Nach dem vorhin in 

Ziff. II/1.1 Dargelegten erweist sich die Berufung in diesem Teil deshalb als  

(offensichtlich) unbegründet, worauf auch die Beklagten zu Recht hinweisen  

(vgl. etwa act. 155 S. 7 und S. 40, act. 156 S. 4, S. 12, act. 157 S. 8). 

- 10 - 

 Mit der unaufgefordert eingereichten "Berufungsreplik" (act. 163) ändert sich 

daran nichts. Entweder unterlässt die Klägerin in act. 163 Anmerkungen zu den 

Ausführungen unter den Ziffern 136 ff. von act. 155, jener Berufungsantwort, de-

ren Systematik die Klägerin in act. 163 übernommen hat (vgl. act. 163 S. 3 [dort 

Ziff. 6]), wie ein Blick in act. 163 S. 20 zeigt. Oder die Klägerin wiederholt, jeweils 

verbunden mit Verweisen auf ihre Darstellung in der Berufungsschrift und damit 

auf die Replik vor erster Instanz (sic), im Wesentlichen nochmals (und damit in-

soweit zum dritten Mal), was sie bereits ausgeführt hat (vgl. etwa act. 163 S. 3 

[dort insbes. Ziff. II/3-4, aber auch Ziff. II/1 und dazu act. 145 S. 18, Ziff. 2.15], 

siehe ferner beispielhaft S. 4 [dort insbes. Ziff. 5, Ziff. 7, Ziff. 9] oder S. 5 [dort ins-

bes. Ziff. 11, 13, 15] oder endlich S. 6 [dort etwa Ziff. 16]). Dass die Klägerin dabei 

z.B. auch noch die Wertung von in der Berufungsantwort zitierten Sachdarstellun-

gen aus der Replik vor erster Instanz durch die Beklagten ("Dies waren also die 

Gründe, weshalb sich die Klägerin entschloss .."; vgl. act. 155 S. 10, dort Ziff. 18) 

als Novum, mithin als neue Sachverhaltsdarstellung behauptet (vgl. act. 163 S. 4 

[dort Ziff. 5]), mag das Bild noch abrunden. 

1.3.2 Die Klägerin befasst sich in der Berufungsschrift sodann unter dem Titel 
"II. Zum Urteil des Bezirksgerichts" (vgl. act. 145 S. 3 - 45 ) zunächst Abschnitt-

weise mit dem angefochtenen Urteil. Dabei referiert sie jeweils vorab in einer von 

ihr gewerteten und Rügen umfassenden "Darstellung Bezirksgericht", die auch zu 

einer "Stellungnahme Bezirksgericht" werden kann (vgl. etwa act. 145 S. 11, un-

ten). Dem stellt sie hernach stets eine "Darstellung Klägerin" gegenüber oder eine 

"Stellungnahme Klägerin" (vgl. act. 145 S. 3 - 30). In diesen ihren Darstellungen 

bzw. Stellungnahmen legt die Klägerin jeweils vor allem entweder ihre rechtliche 

Sicht der Dinge dar oder wiederholt über weite Strecken dem Sinn nach oder teil-

weise gar wörtlich, was sie (u.a. auch als Sachdarstellung) etwa schon in der 

Replik vorgetragen hat. Praktisch wörtliche Wiederholungen finden sich z.B. auf 

S. 4 f. von act. 145, wo unter den Randnummern 2.3 bis 2.5 (dort bis vor: "Der 

vom Bezirksgericht …") vorgetragen wird, was bereits in der Replik auf S. 22 f. 

unter den Randnummern 2.4 bis 2.6 dargestellt wurde. Unter Randnummer 2.5 

auf S. 5 der Berufungsschrift findet sich allerdings noch eine Einfügung, auf die 

am gegebenen Ort noch einzugehen sein wird. 

- 11 - 

 Auf den S. 16 - 18 von act. 145 ist weitgehend der Text samt den Fussnoten 

eingefügt worden, den die Klägerin in act. 75 (Replik) auf den S. 27 f. unter Rand-

nummer 3.9 dem Bezirksgericht vorgetragen hat. 

 Wird beklagtischerseits moniert, auch insoweit liege keine sachliche Ausei-

nandersetzung mit dem bezirksgerichtlichen Urteil vor und erweise sich die Beru-

fung als unbegründet (vgl. etwa act. 155 S. 7, act. 156 S. 3 f., act. 157 S. 7), so 

trifft das mit Blick auf das unter Ziff. II/1.1 Dargelegte grosso modo wiederum zu. 

An diesem Bild ändert auch die als "Berufungsreplik" bezeichnete Eingabe vom 

29. Februar 2012 (act. 163) nichts. Denn diese enthält – wie vorhin gesehen – 

vorab Wiederholungen und auch im Übrigen nichts, was im Wesentlichen eine 

andere Sicht verlangte. Der Klägerin schadet das allerdings insoweit nicht, als da-

von nicht alle ihre Ausführungen gleichermassen betroffen sind und deren Prü-

fung im Folgenden möglich ist, soweit die jeweiligen übrigen Ausführungen sich 

mit Blick auf das angefochtene Urteil erkennbar als erheblich erweisen. 

 Lediglich der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt, dass die Schrift-

grösse der eben erwähnten Fussnoten, weil diese streckenweise auch Sachdar-

stellungen enthalten, die Grenze des noch Lesbaren streift und damit auch die 

Grenze zum Unleserlichen im Sinne von Art. 132 Abs. 2 ZPO. Wie es sich damit 

genau verhalten könnte, kann hier jedoch aus folgenden Gründen offen gelassen 

werden, die aus dem Vertrauensprinzip folgen, das einen Anwendungsfall des 

Gebotes des Handelns nach Treu und Glauben darstellt (vgl. Art. 2 Abs. 1 ZGB 

und Art. 52 ZPO): Sachbezogene Ausführungen in Fussnoten, und nicht bloss 

Quellenangaben bzw. Verweise oder ggf. ergänzende Darstellungen von 

Rechtsmeinungen mögen in wissenschaftlichen Abhandlungen angebracht sein. 

Das weiss der durchschnittliche (sog. vernünftige und korrekte bzw. loyale) Leser 

von Rechtsschriften, also die Gegenparteien und ein Gericht. Rechtsschriften al-

lerdings sind nur schon von ihrem Zweck her, aber anerkanntermassen auch 

sonst keine wissenschaftlichen Abhandlungen. Auch das weiss der besagte Leser 

von Rechtsschriften. Die Kleinschrift grenzt den Fussnotentextes endlich optisch 

nach dem Willen des Textverfassers derart erheblich von den übrigen Vorbringen 

zur Sache ab, dass der Fussnotentext als offensichtlich Untergeordnetes er-

scheint. Der besagte Leser, der vom Verfasser ein Verhalten nach Treu und 

- 12 - 

Glauben erwarten darf, kann und darf daher davon ausgehen, es werde optisch 

kenntlich gemacht, der Fussnotentext enthalte im Gegensatz zum übrigen Text 

zur Sache nichts von Belang, namentlich nicht gewissermassen "versteckte" 

Sachvorbringen, denen der Verfasser entgegen dem von ihm optisch dem Leser 

gegenüber erweckten Anschein Relevanz beimisst. Das muss der Verfasser ge-

gen sich gelten lassen, und es darf daher verallgemeinernd festgehalten werden, 

es bestehe keine Pflicht eines Lesers von Rechtsschriften, auch noch Fussnoten-

texte nach allenfalls relevanten Sachvorbringen zu durchforsten. Hinzu kommt, 

dass diese Sachvorbringen im Übrigen ja in Normalschrift dargestellt werden und 

daher ohne Not durchgehend so dargestellt werden können. Von daher kann  

offen gelassen werden, ob die Verwendung von Fussnoten in einer Rechtsschrift 

zwecks allfälliger Sachdarstellungen nicht überhaupt sinn- bzw. zweckwidrig ist 

und schon deswegen unbeachtet gelassen werden darf. 

 Wie es sich mit Fussnoten verhält, die ausschliesslich Rechtsfragen berüh-

ren oder abhandeln, ist hier aus sachgegebenem Anlass nicht zu prüfen (es gilt 

ohnehin: iura novit curia). 

1.3.3 In das Kapitel blosser Wiederholung fallen ebenfalls Ausführungen der Klä-
gerin auf den S. 31 - 33 der Berufungsschrift. Entgegen der Ansicht des Beklag-

ten 1 (vgl. act. 156 S. 9) legt die Klägerin unter dem Titel ihrer "Stellungnahme" ab 

der Randnummer 2.4 auf S. 31 bis und mit der Randnummer 2.7 auf S. 33 von 

act. 145 allerdings nichts Neues vor, sondern die praktisch wörtliche Wiedergabe 

ihrer Ausführungen in der Klagebegründung unter "D. Schaden" (vgl. act. 2  

S. 33 - 34). Der Sache nach trifft das selbstredend auch auf Ausführungen der 

Klägerin in act. 163 zu, welche auf so schon Vorgetragenes verweisen (vgl. bei-

spielhaft act. 163 S. 6 [dort Ziff. 6]). 

 Eine fast wörtliche Übernahme der Vorbringen auf den S. 35 - 36 der Replik 

(act. 75) unter den Randnummern 7.1 bis 7.7 findet sich in der "Stellungnahme 

Klägerin" auf den S. 35 bis 37 der Berufungsschrift (act. 145), hier unter den 

Randnummern 2.2, 2.4 bis 2.11. Geringe Abweichungen in der Übernahme finden 

sich immerhin etwa in Randnummer 2.8 und Randnummer 2.9 (hier wird z.B. der 

letzte Satz der Replikvorlage weggelassen). 

- 13 - 

 Eine sachliche Auseinandersetzung mit dem bezirksgerichtlichen Urteil liegt 

ebenfalls insoweit jeweils nicht vor, und die Berufung ist ebenfalls insoweit ge-

mäss dem in Ziff. II/1.1 Dargelegten grosso modo unbegründet. Wiederum (siehe 

vorn Ziff. II/1.3.2) schadet das der Klägerin soweit nicht, wie sie noch weitere Aus-

führungen vorbringt und deren Prüfung im Folgenden möglich ist, soweit sich die 

Ausführungen mit Blick auf das angefochtene Urteil erkennbar als erheblich er-

weisen. Anzumerken bleibt der Vollständigkeit halber in diesem Zusammenhang 

einzig noch, dass sich die fast wörtliche Wiederholung von eigenen Vorbringen im 

erstinstanzlichen Verfahren über mehr als 30 Seiten der Berufungsschrift er-

streckt, also ungefähr deren Hälfte erfasst, was die Grenze der Weitschweifigkeit 

im Sinne von Art. 132 Abs. 2 ZPO ritzt. 

1.4 Die Beklagten monieren ebenfalls wiederholt pauschale Kritik am angefochte-
nen Urteil, welche ebenfalls einer hinreichenden Begründung gemäss dem in 

Ziff. II/1.1 Dargelegten (formelhafte Kritik) nicht genügen soll. Wo überall genau 

diese Kritik der Beklagten an der Berufungsbegründung der Klägerin zutreffen 

mag, ist hier nicht zu vertiefen, sondern wird sich allenfalls bei der weiteren Prü-

fung ihrer Vorbringen in act. 145 und act. 163 zeigen, soweit es um erhebliche 

Ausführungen der Klägerin gehen sollte. 

 Die Kritik der Beklagten gibt immerhin Anlass, vorab einen sozusagen kon-

trären Punkt aufzugreifen. In act. 145 wirft die Klägerin unter dem Titel "Darstel-

lung Bezirksgericht" dem Bezirksgericht auf S. 7 in Randnummer 1.5 vor, dessen 

Sachdarstellung auf Seite 2 unter Ziffer 2 des Urteils (vgl. act. 148) sei falsch, wo-

nach behauptet werde, die Klägerin habe je behauptet usw. Auf Seite 2 von 

act. 148 werden im Wesentlichen die Vertreter des Beklagten 3 (Rubrum) im be-

zirksgerichtlichen Verfahren aufgeführt und keine Behauptungen der Klägerin. Die 

sich auf eine genau bezeichnete Seite des angefochtenen Urteils beziehende und 

insofern klare Rüge der Klägerin zielt jedenfalls ins Leere (es kann daher offen 

gelassen werden, auf welche allenfalls anderswo zu findende Feststellung sich 

die Klägerin vielleicht beziehen wollte). 

1.5 In Ziff. II/1.3.2 wurde vermerkt, die Klägerin habe unter Randnummer 2.5 auf 
S. 5 der Berufungsschrift (act. 145) nicht nur Text der Replik aufgeführt, sondern 

- 14 - 

zusätzlich in diesen Text eine Einfügung vorgenommen. Die Einfügung betrifft ei-

nen Verweis auf Seite 3 der Klageschrift und erwähnt zwei Prospekte (vgl. 

act. 145 S. 5, oben). Sie hat folgenden Wortlaut: "Die Aktivlegitimation ist somit für 

die kurz nach der Publikation der beiden Prospekte vom 7. April 1994 sowie vom 

21. Juni 1994 (vgl. Klageschrift Seite 3) …". 

 In der Klageschrift (act. 2) findet sich am angegeben Ort nichts, was mit nur 

schon einem Prospekt etwas zu tun haben könnte, geschweige denn mit zwei 

Prospekten. Der Verweis erweist sich somit als offensichtlich unzutreffend. Hinzu 

kommt, dass die Klägerin zwar mit der Klagebegründung einen Prospekt einge-

reicht hat (vgl. vorn Ziff. I/2.3 mit Verweis auf act. 5/6 und dazu etwa act. 2 S. 4 

und S. 10), der vom April 1994 datiert. Auf einen weiteren Prospekt beruft sich die 

Klägerin jedoch in act. 2 nicht. Auch in der Replik ist von keinem zweiten Prospekt 

näher die Rede, und es ist – insofern nur folgerichtig – ein solcher Prospekt, der 

vom 21. Juni 1994 datieren soll, von der Klägerin weder mit der Klagebegründung 

noch mit der Replik zu den Akten gelegt worden ist (vgl. dazu die Beilagenver-

zeichnisse act. 4 und act. 76; das in act. 76 aufgeführte act. 77/1/c stellt übrigens 

– um selbst das nicht zu versäumen – keine Anzeige eines Prospektes dar, son-

dern einen am 16. Oktober 2010 angefertigten Ausdruck des Anzeigenüberblicks 

aus dem …-Archiv). Selbst im Zusammenhang mit der 63 Seiten (sic) umfassen-

den Stellungnahme zu Dupliknoven ist kein solcher Prospekt zu den Akten gelegt 

worden (vgl. act. 120 und dazu act. 121 [Beilagenverzeichnis]). Auf diese Stel-

lungnahme beruft sich die Klägerin in der Berufung im Übrigen weder in diesem 

noch sonst in einem Wesentlichen Zusammenhang. 

 Wiederum nur folgerichtig hat die Klägerin im bezirksgerichtlichen Verfahren 

(also namentlich in der Klagebegründung und in der Replik) keinen Sachverhalt 

dargelegt, der etwa den Inhalt eines Prospektes vom 21. Juni 1994 zu offenbaren 

vermöchte, oder gemäss dem sie den Inhalt dieses Prospektes kannte oder dass 

(und dann auch inwiefern) sie durch den Inhalt dieses weiteren Prospektes zu 

welchen Handlungen genau bestimmt worden sein soll. 

 Der Hinweis der Klägerin auf den Prospekt vom 21. Juni 1994 in act. 145 

S. 5 bezieht sich somit auf Neues, stellt m.a.W. ein Novum dar. Gleich verhält es 

sich mit allen Bezügen auf diesen Prospekt, welche die Klägerin in der Beru-

- 15 - 

fungsschrift in ihren weiteren Ausführungen anstellt, etwa da, wo sie von "den 

Prospekten" schreiben lässt, sofern sie damit auch den Prospekt vom 21. Juni 

1994 benennen will oder wollte. Dass in Bezug auf diese Noven die Vorausset-

zungen des Art. 317 Abs. 1 ZPO erfüllt wären, behauptet die Klägerin selbst nicht, 

nachdem sie es überhaupt unterlassen hat darauf hinzuweisen bzw. zu begrün-

den (vgl. vorn Ziff. II/1.2), dass und warum sie mit einem unzutreffenden Hinweis 

auf die Seite 3 der Klageschrift (recte: Klagebegründung) Neuheiten vorträgt. Nur 

der Vollständigkeit halber ist dem beizufügen, dass auch nicht ersichtlich sein 

könnte, inwieweit nur schon die Voraussetzung von Art. 317 Abs. 1 lit. b. ZPO er-

füllt sein könnte. 

 Die Klägerin ist deshalb mit allen Ausführungen in der Berufungsschrift nicht 

zu hören, die sich auf den Prospekt vom 21. Juni 1994 beziehen, sei es nament-

lich auf dessen Inhalt oder darauf, dass (und dann auch inwiefern) sie durch den 

Inhalt dieses weiteren Prospektes zu welchen Handlungen genau bestimmt wor-

den sein soll. Zu Recht gingen die Beklagten auf diesen weiteren Prospekt in den 

Berufungsantworten gar nicht näher ein, wie auch zu Recht darauf hingewiesen 

wird, das Bezirksgericht habe sich mit diesem ja erst im Berufungsverfahren ins 

Spiel gebrachten Prospekt nicht näher befasst (vgl. etwa act. 155, dort z.B. S. 9, 

act. 156 S. 4 f. oder act. 157 S. 7 [vor Rz. 12], S. 8 f.). Rügt die Klägerin gleich-

wohl, das Bezirksgericht habe den Sachverhalt unrichtig wiedergegeben, weil es 

diesen Prospekt vom 21. Juni 1994 unberücksichtigt gelassen habe (vgl. act. 145 

S. 5), so geht das fehl und fällt höchstens auf die Klägerin zurück. 

 Beizufügen bleibt dem noch, dass das eben Gesagte generell und a fortiori 

im Lichte des Art. 317 Abs. 1 ZPO für allfällige neue Sachverhaltsvorbringen der 

Klägerin in der "Berufungsreplik" gemäss act. 163 gilt bzw. gölte. Wie bereits 

vermerkt werden musste, hat die Klägerin in act. 163 allerdings gar keine neuen 

wesentlichen Sachverhaltsvorbringen vorgetragen, sondern vor allem Wiederho-

lungen ihres Standpunktes und damit verbundene Bestreitungen, ferner ihre 

Rechtsauffassung bekräftigt, etwa durch Zitate aus Bundesgerichtsentscheiden, 

(vgl. beispielhaft etwa act. 163 S. 9 f.) auf die sie schon in der Berufungsschrift 

eingegangen war (vgl. act. 145 S. 8, S. 10), oder durch Bestreitungen der rechtli-

chen Sicht der Dinge durch die Beklagten (vgl. beispielhaft etwas act. 163 S. 7 

- 16 - 

[dort Ziff. 21, wo unter Bezugnahme auf act. 155 Ziff. 39 f. von "neuen" Behaup-

tungen die Rede ist, wiewohl dort der Beklagte 2 einzig die "Argumentation" der 

Klägerin in der erstinstanzlichen Replik im Lichte seiner mit Verweisen und Zitaten 

auf bzw. aus Judikatur und Literatur gespickten Rechtsauffassung abhandelt). 

2. Das Bezirksgericht hat im angefochtenen Urteil die Klage im Wesentlichen aus 
rechtlichen Gründen abgewiesen, ausgehend vom Sachverhalt, wie er in act. 148 

S. 5 - 7 in den Erwägungen II/1.1 - 1.3 dargelegt wurde. 

2.1 Die Klägerin behauptet nirgends näher erkennbar und dann auch noch be-
gründet, dieser Sachverhalt sei unrichtig festgehalten worden. Mit der Sachver-

haltsdarstellung des Bezirksgerichts auf den Seiten 5 - 7 befasst sich die Klägerin 

nämlich in ihren Ausführungen unter dem Titel "Darstellung Bezirksgericht" usw. 

regelmässig gar nicht näher. Das zeigt bereits ein Blick auf die dort jeweils zitier-

ten Seiten des Urteils und die in diesem Zusammenhang oft bloss pauschal erho-

benen Rügen der "Willkür" usw. (vgl. dazu vorn Ziff. II/1.1 und 1.4), die sich in-

dessen ausschliesslich auf Sachverhaltswertungen beziehen (siehe act. 145  

S. 3 f., S. 5-7, S. 11, S. 13, S. 20 f., S. 24, S. 26, S. 30 f., S. 33 f. und S. 43). So-

weit die Klägerin ausnahmsweise gleichwohl die Sachverhaltsdarstellung erkenn-

bar kritisiert, erwiesen sich ihre Rügen als unzutreffend, wie bereits vorstehend in 

den Ziff. II/1.4 und II/1.5 dargelegt wurde. 

 Eine unrichtige Feststellung des Sachverhaltes in act. 148 auf den S. 5 - 7 

behauptet die Klägerin letztlich selbst dort nicht, wo sie kritisiert, das Bezirksge-

richt habe auf die Durchführung eines Beweisverfahrens verzichtet (vgl. act. 145 

S. 64 ff.). Denn dort räumt sie ein, das Bezirksgericht habe sich auf die Prüfung 

der Aktivlegitimation und der Kausalität beschränkt (vgl. etwa act. 145 S. 66 

[Randnummer 3]). Soweit sie dabei moniert, grosse Teile des Sachverhalts, na-

mentlich etwa die Pflichtverletzungen der Beklagten, seinen ungeprüft gelassen 

worden, zielt das folglich selbst nach Meinung der Klägerin auf andere Sachver-

halte als auf die im Urteil festgestellten und geprüften, was zur Abweisung der 

Klage führte. 

 Seitens der Beklagten wird insoweit wiederum zu Recht vorgebracht, der 

vom Bezirksgericht festgestellte und beurteilte Sachverhalt folge im Wesentlichen 

- 17 - 

der klägerischen Sachdarstellung und dem von der Klägerin Anerkannten (vgl. 

etwa act. 156 S. 14 [Rz. 35], act. 155 S. 41 [Rz. 148]). Auf die klägerische Sach-

darstellung und von der Klägerin eingereichte Unterlagen stellte das Bezirksge-

richt insbesondere etwa ab auf S. 11 - 13 seines Urteils (Erwägung III/3.2 mit zu-

treffenden Verweisen auf act. 75 S. 2 - 20 sowie Klagebeilagen 5/1-16c und Rep-

likbeilagen 77/1-31), ferner auf S. 17 des Urteils mit zutreffenden Verweisen auf 

act. 2 S. 15 f. und act. 75 S. 3 f. 

 Der Sachverhalt, wie er dem bezirksgerichtlichen Urteil zu Grunde liegt, darf 

daher ohne Weiterungen als erstellt gelten. Es kann folglich, um Wiederholungen 

zu vermeiden, auf ihn verwiesen werden. 

2.2 Der Vollständigkeit halber ist dem noch Folgendes beizufügen. Die Klägerin 
rügt im Zusammenhang mit ihrem Vorwurf an das Bezirksgericht, es habe die von 

ihr behaupteten Pflichtverletzungen der Beklagten nicht beweismässig abgeklärt, 

die Verletzung ihres rechtlichen Gehörs, "insbesondere wegen der pauschalen 

Behauptung" (des Gerichts, ist beizufügen), "bei den … behaupteten Pflichtverlet-

zungen handle es sich in allen Fällen um Kapitalschutzbestimmungen, Publizi-

tätsvorschriften sowie Bilanzierungsvorschriften …" (act. 145 S. 64). Durch die 

Abnahme der Beweise, so die Klägerin weiter, "könnte auch bewiesen werden, 

dass es sich bei den Pflichtverletzungen der Beklagten in allen wesentlichen Fäl-

len nicht um die Verletzung von Bestimmungen zum Kapitalschutz, Publizitätsbe-

stimmungen bzw. Bilanzierungsvorschriften" gehandelt habe (a.a.O., S. 65). 

 In einem gewöhnlichen Zivilprozess, wie hier einer vorliegt, ist es Sache ei-

ner klagenden Partei, die sich auf Pflichtverletzungen beruft, diese Verletzungen 

zu behaupten. Das heisst, es ist von ihr im Einzelnen darzulegen, welche Hand-

lungen begangen wurden, die sie als pflichtwidrig ansieht. Diese Handlungen sind 

dabei sog. Tatfragen, die beweismässig abzuklären sind. Der allfällige Charakter 

einer solchen Handlung, Pflichtverletzung zu sein, ist dagegen eine Rechtsfrage, 

die sich beurteilt nach allenfalls (auch noch zu behauptenden) vereinbarten Pflich-

ten oder nach Pflichten, wie sie das Gesetz aufstellt (z.B. in den von der Klägerin 

angerufenen Bestimmungen). Demnach ist es irrig zu behaupten, aus dem Be-

weis einer Handlung könne sich deren rechtliche Wertung als Pflichtverletzung 

ergeben. Am vorhin gezeichneten Ergebnis des erstellten Sachverhaltes änderte 

- 18 - 

demnach selbst dieser Einwand der Klägerin nichts, wäre er im hier zu prüfenden 

Zusammenhang überhaupt zu berücksichtigen. 

 Von Bedeutung kann der Vorwurf der Klägerin hingegen dann sein – um 

selbst das noch zu erwähnen –, wenn sich ergeben sollte, dass die Abweisung 

der Klage durch das Bezirksgericht aus rechtlichen Gründen gestützt auf den er-

stellten Sachverhalt bzw. die klägerische Sachdarstellung unrichtig war. Denn 

dann ist die Klage auch im Lichte des weiteren, bestrittenen Sachverhaltes zu 

prüfen wäre. Ob das der Fall ist, hat allerdings die nachfolgende Prüfung der Sa-

che erst noch zu zeigen. 

3. Zur Sache erwog das Bezirksgericht im angefochtenen Entscheid vorab im 
Wesentlichen (vgl. act. 148 S. 8 f.), nach dem Konkurs der G._____ AG seien ge-

gen deren Verwaltungsräte, darunter die drei Beklagten, von verschiedenen Sei-

ten Schadensersatzansprüche erhoben worden. Im Zuge der diversen Verfahren, 

zu denen es dabei gekommen sei, habe sich das Bundesgericht mit Urteil vom 9. 

November 2004, publiziert als BGE 131 III 306, grundlegend auch zu den Fragen 

geäussert, welche die Klägerin aufwerfe, so zur Prospekthaftung und zur aktien-

rechtlichen Verantwortlichkeit im Sinne der Art. 752 bzw. 754 ff. OR. Daher und 

mit Blick darauf, dass ein analoger Sachverhalt vorliege, sei auf diesen Entscheid 

zurückzugreifen. 

 Wie bereits ein Blick auf die Sachverhaltsdarstellung in BGE 131 III 307 f. 

zeigt, tritt die vom Bezirksgericht angesprochene Analogie offen zu Tage, ging es 

doch ebenfalls vor Bundesgericht um Schadensersatzansprüche eines Aktionärs 

aus Aktienkäufen in den Jahren 1994 und 1995. Die Analogie tritt ebenso in der 

Erwägung 3.2 (BGE 131 III 312 f.) zu Tage, wurden doch die Schadensersatzan-

sprüche – ebenso wie hier (vgl. etwa act. 145 S. 32 und dazu vorn Ziff. II/1.3.3) – 

damit begründet, die gekauften Aktien seien schon im Zeitpunkt des Kaufes be-

deutend weniger wert gewesen; als Informationsquelle zum Kauf dienten dem 

Kläger endlich nicht ein Prospekt, sondern u.a. Angaben in einer Zeitung (vgl. da-

zu vorn Ziff. I/2.3). 

 Das angefochtene Urteil ist insoweit nicht zu beanstanden und es kann ent-

sprechend im Folgenden (vgl. nachstehend Ziff. II/5) darauf verwiesen und abge-

stellt werden. 

- 19 - 

3.1 Das Bezirksgericht erwog davon ausgehend weiter (was hier alles nur ver-
knappt dem Sinn nach wiedergegeben wird, Einzelheiten können act. 148 ab S. 9 

entnommen werden), die Ansprüche der Klägerin seien vom Ergebnis des Ge-

samtvergleiches erfasst worden, welcher zwischen den Finanzgläubigern und den 

Konkursmassen der I._____ und der G._____ AG abgeschlossen worden seien, 

unter Einbezug der Organe der G._____ AG sowie der Revisionsstelle (vgl. act. 

148 S. 9 f.). Unter Hinweis auf das Urteil 7B.166/2000 des Bundesgerichtes vom 

4. Dezember 2000 sowie BGE 131 III 306 ff. (dort namentlich S. 312 E. 3.2.1) hielt 

das Bezirksgericht danach fest, die aktienrechtlichen Haftungsansprüche, welche 

die Klägerin geltend mache, seien insoweit bereits geltend gemacht und ver-

gleichsweise realisiert worden. 

 Die Gutheissung der Klage führte daher – so das Bezirksgericht - zu einer 

Doppelzahlung, was bereits für sich die Klageabweisung zur Folge habe. 

3.2 In den Erwägungen III/3 (vgl. act. 148 S. 11 - 13) ging das Bezirksgericht zu-
dem auf die von der Klägerin besonders geltend gemachte Prospekthaftung nach 

Art. 752 OR ein. Ausgehend vom erstellten Sachverhalt hielt es fest, die Angaben 

im Prospekt hätten nach der Sachdarstellung der Klägerin keinen nennenswerten 

Einfluss auf deren erst gegen Ende Juli 1994 und sich bis ins Jahr 1996 erstre-

ckenden Käufe gehabt. Sowohl der Prospekt als auch die von der Klägerin als ih-

re Kaufsentscheidgrundlagen bezeichneten Publikationen in der … usw. hätten 

die G._____ im Übrigen fast durchgehend stets als Sanierungsfall gezeichnet. Im 

Aktionärsbrief vom 20. Februar 1996 seien zudem beispielsweise Verluste von 

Fr. 62.9 Mio. für 1995 und von Fr. 104.2 Mio. im Vorjahr (also 1994) erwähnt wor-

den. Wer in solcher Lage Aktien eines Unternehmens kaufe, gehe Risiken ein und 

müsse mit allem rechnen: Mit grossem Gewinn oder Totalverlust. Demzufolge sei 

ohne Weiteres davon auszugehen, dass spekulative Absichten für die Käufe min-

destens ebenso im Vordergrund der Kaufsentscheide der Klägerin gestanden hät-

ten wie die von der Klägerin vorgetragenen Verlautbarungen des Verwaltungsra-

tes, ob diese nun zugetroffen hätten oder nicht. 

 Das Bezirksgericht verneinte daher eine Kausalität zwischen den Prospekt-

angaben im Frühjahr 1994 und den Kaufsentschlüssen der Klägerin. 

- 20 - 

3.3 Endlich prüfte das Bezirksgericht, wiederum ausgehend von der bundesge-
richtlichen Praxis, wie sie in BGE 131 III 306 ff. wiedergegeben wurde, die übrigen 

Argumente der Klägerin, mit denen diese ihre Schadensersatzansprüche begrün-

dete (vgl. act. 148 S. 13 ff. E. III/4). 

 Es verwarf die im Wesentlichen geltend gemachten Standpunkte der Kläge-

rin, es seien von den Beklagten mehrere aktienrechtliche Gläubigerschutzbe-

stimmungen verletzt worden (Art. 754 OR), darunter insbesondere das Gebot  

der Gleichbehandlung der Aktionäre gemäss Art. 717 Abs. 2 OR (vgl. act. 148  

S. 18 f.), bzw. die Beklagten hafteten ihr – der Klägerin – für den Schaden aus 

unerlaubter Handlung gemäss Art. 41 OR i.V.m. Art. 152 StGB (vgl. act. 148  

S. 15 ff.). Entweder fehle es, so fasste das Bezirksgericht das Ergebnis seiner 

Überlegungen sinngemäss zusammen (vgl. act. 418 S. 19 f.), nach der Sachdar-

stellung der Klägerin an einem unmittelbaren Schaden, der ihr durch das den Be-

klagten von ihr vorgeworfene Verhalten entstanden sein soll, sondern es habe die 

Klägerin nur einen mittelbaren Schaden erlitten, der im bereits erwähnten Ge-

samtvergleich durch die Konkursverwaltung schon realisiert worden sei. Oder 

aber bzw. zusätzlich dazu fehle es auch an der Kausalität zwischen dem von der 

Klägerin behaupteten pflichtwidrigen Verhalten der Beklagten und ihren Aktien-

käufen. 

4. Die Klägerin setzt dem in ihren Darstellungen bzw. Stellungnahmen usw. (vgl. 
vorn Ziff. II/1.3.2) in der Berufungsschrift zur Hauptsache das entgegen, was sie 

der Sache nach schon dem Bezirksgericht vorgetragen hat und dem einleitend 

verknappt wiedergegebenen Standpunkt entspricht (vgl. vorn Ziff. I/2.3). Das wur-

de vorhin schon unter Ziff. II/1.3 angesprochen. Alles das von der Klägerin so 

Vorgetragene, welches die (Rechts-)Auffassungen des Bezirksgerichts in allen 

wesentlichen Elementen letztlich als unzutreffend, falsch oder willkürlich hinstellt, 

gilt es hier nicht nochmals auszubreiten. Es kann genügen, einerseits auf die in 

den Ziff. II/1.3-5 dargelegten Folgen dieses Vorgehens hinzuweisen sowie ander-

seits nachstehend noch verknappt vier Punkte sinngemäss vorzustellen, welche 

den Standpunkt der Klägerin im Berufungsverfahren gut zu illustrieren scheinen. 

 Die Klägerin hält erstens dafür, sie sie in Bezug auf die Haftungsgrundlagen 

des Art. 752 OR sowie des Art. 754 OR durch das Verhalten, das sie den Beklag-

- 21 - 

ten als pflichtwidrig vorwirft, stets unmittelbar (direkt) in ihrem Vermögen geschä-

digt worden (vgl. etwa act. 145 S. 4, S. 7 [Randnummer 2.1, 2. Absatz], S. 7 f. 

[Randnummer 2.2]). Ein Reflexschaden werde gerade nicht geltend gemacht 

(a.a.O. S. 8). Der Schaden liege darin, dass die Aktien im Zeitpunkt des Kaufes 

tatsächlich jeweils "bedeutend weniger Wert waren, als der damalige Börsenwert 

ausmachte" (a.a.O. S. 7 f.). Nach dem Scheitern von "J._____" seien die Aktien 

insgesamt wertlos geworden (vgl. act. 145 S. 33: "… der nach dem Scheitern von 

'J._____' … wertlosen Aktien …"). 

 Ferner könne der Auffassung des Bezirksgerichts nicht gefolgt werden – so 

die Klägerin zweitens –, gemäss der die Geltendmachung des direkten Schadens 

immer dann eingeschränkt sei, wenn das Verhalten eines Gesellschaftsorgans 

gegen aktienrechtliche Bestimmungen verstosse, die sowohl dem Gläubiger-

schutz als auch dem Schutz der Gesellschaft dienten. Das Bezirksgericht habe 

übersehen, dass das Bundesgericht in BGE 132 III 564 von seiner früheren 

Rechtsprechung zur Schadensbestimmung nach dem Art. 754 OR (vgl. BGE 122 

III 176) abgewichen sei (vgl. act. 145 S. 8). Weder das Bezirksgericht noch die 

Beklagten behaupteten, dass die Gesellschaft durch die unwahren und irrefüh-

renden Mitteilungen der Beklagten in Prospekten, Quartals-, Semester- und Jah-

resberichten sowie in Äusserungen in der Presse geschädigt worden sei (a.a.O.). 

Die Aktien seien aufgrund der Verlautbarungen des Verwaltungsrates (und damit 

auch der Beklagten) von der Öffentlichkeit falsch bewertet worden (vgl. act. 145 

S. 44 [Randnummer 2.5]). 

 Die Beklagten hätten die Klägerin drittens im Vergleich zu den Grossbanken, 

welche zutreffend Aktionäre und Kreditgeber zugleich gewesen seien (vgl. 

act. 145 S. 20 [Randnummer 1.3]), ungleich behandelt. Die Banken seien nicht 

nur als Kreditgeber zum Sanierungskonzept "J._____" informiert worden, durch 

Information bloss der Kreditabteilungen (a.a.O.). Es habe nicht im Interesse der 

Gesellschaft gelegen, dass diese einseitige Information bloss der Hauptaktionäre 

dazu geführt habe, dass diese Hauptaktionäre ihre Aktien an nicht informierte In-

vestoren wie die Klägerin zu überhöhten Preisen an der Börse verkauft hätten 

(a.a.O., S. 22). 

- 22 - 

 Viertens und endlich hätte der Schaden, den sie gestützt auf Art. 754 OR 

fordert, laut Klägerin etwa zum einen durch die Einberufung einer Sanierungsver-

sammlung gemäss Art. 725 OR sowie zum anderen durch freiwillige Auflösung 

der Gesellschaft im Sinne von Art. 736 Ziff. 2 OR mit nachfolgender Liquidation 

reduziert werden können. Denn sie hätte im ersten Fall ab Oktober 1995 und im 

zweiten Fall nach dem Scheitern des Sanierungsplans "J._____" ab März/April 

1996 keine Aktien mehr gekauft (vgl. etwa act. 145 S. 26 und S. 28 [Randnummer 

2.9]). Sowohl bei Art. 725 OR als auch bei Art. 736 OR sei das Bezirksgericht un-

zutreffend davon ausgegangen, die Normen lägen nicht nur im Interesse der Akti-

onäre (a.a.O., S. 24, 26). 

5. Vorhin wurde einleitend unter Ziff. II/3 festgestellt, dass das Bezirksgericht rich-
tigerweise eine Parallelität bzw. Analogie des hier zu beurteilenden Sachverhaltes 

und des im BGE 131 III 306 ff. beurteilten Sachverhaltes erkannt hat. Hier wie 

dort wurde – um das nochmals mit Blick auf das unter Ziff. II/4 zum Standpunkt 

der Klägerin Dargelegte zu verdeutlichen – ein Schaden geltend gemacht, der da-

rin bestand, dass einerseits die an der Börse gekauften Aktien bereits im Zeit-

punkt des Kaufes bedeutend weniger wert waren als der Börsenkurs betragen 

habe und dass anderseits die Aktien schliesslich wertlos wurden. Mit beiden As-

pekten (die hier ebenfalls von der Klägerin vorgetragen werden) hat sich das 

Bundesgericht im Lichte des damals massgeblichen Sachverhaltes in den Erwä-

gungen 3.2 auseinandergesetzt (vgl. BGE 131 III 312 f.), ausgehend von der Ver-

antwortlichkeit der Organe gemäss Art. 752 OR (dazu vgl. BGE 131 III 308 ff. [E. 

2]) sowie der Verantwortlichkeit gemäss Art. 754 OR (dazu vgl. BGE 131 III 310 f. 

[E. 3]). 

5.1 Ebenso verfahren ist der Sache nach das Bezirksgericht in seinen weiteren 
Erwägungen, die vorhin kurz vorgestellt wurden (vgl. vorn Ziff. II/3.1-3). Dabei 

übersah es nicht, dass die Klägerin einen direkten Schaden geltend macht, wie 

ebenso die Klägerschaft gemäss dem in BGE 131 III 306 ff. beurteilten Sachver-

halt. Das Bezirksgericht hat diesen Punkt – wie vorhin kurz unter Ziff. II/3.2 und 

Ziff. II/3.3 a.E. gezeigt – sehr wohl unter dem Aspekt der Kausalität geprüft und im 

- 23 - 

Ergebnis seiner Überlegungen mit zutreffender Begründung verworfen. Ebenfalls 

insoweit kann ohne Weiteres auf das angefochtene Urteil verwiesen werden. 

 Das Bezirksgericht hat aber ebenfalls die anderen Aspekte geprüft, welche 

der von der Klägerin dargelegte Sachverhalt aufwarf bzw. aufzuwerfen geeignet 

war, auch hierin streckenweise analog zum BGE 131 III 306 ff. Dass es dabei die 

Rechtslage, welche sich aus der dabei von ihm zitierten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ergab, in den vorhin kurz unter Ziff. II/3.1 und unter Ziff. II/3.2 

vorgestellten Erwägungen in den wesentlichen Elementen falsch wiedergegeben 

hätte, ist nicht ersichtlich (siehe dazu auch die nachfolgende Ziff. 5.2). Ebenso 

wenig ist ersichtlich, dass das Bezirksgericht die von ihm dargelegte Rechtslage 

jeweils in den wesentlichen Elementen unrichtig auf den von ihm zu beurteilenden 

Sachverhalt übertragen hätte. Dieser ist – wie gesehen – erstellt, soweit er nicht 

ohnehin bloss auf die Sachdarstellung der Klägerin abstellt. 

 Es kann daher auch insoweit vollumfänglich auf die angegebenen Erwägun-

gen des bezirksgerichtlichen Urteils verwiesen werden. Ergänzend bzw. vertie-

fend ist dem noch Folgendes beizufügen. 

5.2 Verursacht das Organ einer Gesellschaft Schaden und klagt ein deswegen 
geschädigter Aktionär oder Gesellschaftsgläubiger gegen das Organ, so ist mit 

Blick auf Art. 754 OR stets danach zu differenzieren, welcher Art der Schaden ist, 

der mit der Klage geltend gemacht wird. Denn danach bestimmt sich die sog.  

Aktivlegitimation (das Recht, im eigenen Namen den Ersatz des erlittenen Scha-

dens verlangen zu können). Welcher Art ein geltend gemachter Schaden ist, be-

urteilt sich dabei nicht nach der Bezeichnung, den ihm eine klagende Partei gibt, 

sondern nach dem zu beurteilenden Sachverhalt, den diese Partei vorgetragen 

hat oder der sonst wie erstellt ist. 

5.2.1 Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts, welche gemäss 
WIDMER/GERICKE/WALLER (in: BSK OR II, 3. A., Basel 2008, Art. 754 N 17) ihren 

Anfang mit BGE 129 III 129 (= Urteil 4C.200/2002 vom 13.11.2002) genommen 

habe, ist die Art des Schadens letztlich nach dem Ursache-Wirkungsverhältnis zu 

unterscheiden, nämlich danach, ob der Schaden ein sog. direkter (unmittelbarer) 

ist oder ein sog. indirekter (mittelbarer; auch Reflexschaden genannt). Der Scha-

- 24 - 

den selbst besteht in beiden Fällen in einer Vermögenseinbusse des Geschädig-

ten im Sinne der sog. Differenztheorie (vgl., statt vieler: SCHOELL, in: Präjudizien-

buch OR, 7. A., Zürich 2009, Art. 754 N 3, mit zahlreichen Verweisen auf die bun-

desgerichtliche Rechtsprechung). 

 Ein sog. direkter Schaden liegt dann vor, wenn das Vermögen des Gläubi-

gers durch das Verhalten des Organs unmittelbar geschädigt wurde (der Gläubi-

ger wurde sozusagen "persönlich" geschädigt [so SCHOELL, a.a.O. Art. 754 N 8]). 

Indirekter Schaden liegt demgegenüber dann vor, wenn das Verhalten des Or-

gans das Vermögen der Gesellschaft (direkt) geschädigt hat und der Gläubiger 

deswegen seine Ansprüche gegen die Gesellschaft nicht oder nicht mehr voll-

ständig realisieren kann und daher – im Insolvenz- oder Liquidationsfall – in sei-

nem Vermögen eine Einbusse erleidet. 

 Daraus können drei Konstellationen bzw. Fallgruppen hergeleitet werden. Es 

kann erstens das Verhalten (die Handlung) eines Organs entweder zu einem 

bloss indirekten Schaden führen, indem die Gesellschaft direkt geschädigt wird, 

oder aber zweitens dem Gläubiger/Aktionär einen direkten Schaden zufügen. Drit-

tens kann ein und dasselbe Verhalten (die Handlung) eines Organs sowohl die 

Gesellschaft als auch den Gläubiger/Aktionär direkt schädigen. 

5.2.2 Auf diesem rechtlichen Boden steht unübersehbar der BGE 131 III 306 (sie-
he dort insbesondere 310 ff.), welcher die Klage eines geschädigten Aktionärs 

aus eigenem Recht (also als direkt durch eine Organhandlung geschädigter Per-

son) zulässt und der Klage nur dort keinen Raum gibt, wo der mit ihr geltend ge-

machte Schaden ein mittelbarer bzw. indirekter war (vgl. zum Ganzen auch 

BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht, 4. A., Zürich 2009, S. 2478 f., SCHOELL, a.a.O., 

Art. 754 N 8-10). Dass der zugelassenen Klage aus anderen Gründen kein Erfolg 

beschieden war, ändert daran nichts. 

 Der von der Klägerin erwähnte BGE 132 III 564 hat daran insoweit nichts 

geändert, wie schon der Ingress zu den Erwägungen 3 zeigt. Insbesondere hat er 

keine von BGE 131 III 306 abweichende "Schadensbestimmung" vorgenommen, 

wie die Klägerin irgendwie vordringlich zu behaupten scheint (vgl. act. 145 S. 8: 

"von der früheren Rechtsprechung zur Schadenbestimmung … abgewichen"). 

Das Bezirksgericht hat daher im angefochtenen Urteil, welches sich auf den 

- 25 - 

BGE 131 III 306 abstützt und in gleicher Weise der Klage dort keinen Raum liess, 

wo der geltend gemachte Schaden ein indirekter ist (bzw. sein könnte), nur folge-

richtig keine vom Bundesgericht erst im BGE 132 III 564 vorgenommene abwei-

chende "Schadensbestimmung" irgendwie "übersehen" können. 

 Es erübrigt sich deshalb hier noch näher darauf einzugehen, inwieweit die 

Klägerin mit der Klage nicht doch entgegen ihrer Deklaration (vgl. vorn Ziff. II/4) 

über ihre Sachdarstellung gleichwohl streckenweise einen indirekten Schaden 

geltend gemacht hat – Erfolg ist bzw. wäre ihr damit nicht beschieden. 

5.2.3 Soweit die Klägerin mit ihrer Klage Verantwortlichkeitsansprüche erhebt o-
der erheben will, weil sie direkt von Handlungen der Beklagten als Organe ge-

schädigt worden sein will und ebenso die Gesellschaft direkt einen Schaden auf-

grund dieser Handlungen der Beklagten erlitten hat (das folgt aus dem von ihr 

Dargelegten nicht immer klar), gilt demgegenüber die mit BGE 131 III 306 und 

132 III 564 gefestigte Rechtslage. Gemäss dieser kann die Klage des Gläubi-

gers/Aktionärs nur dann erfolgreich sein, wenn die behauptete verletzende Hand-

lung entweder widerrechtlich i.S. des Art. 41 OR ist (wobei dann bei reinen Ver-

mögensschäden, wie hier einer gegeben ist, die Schutznormtheorie gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung zu beachten ist; dazu etwa REY, Ausservertrag-

liches Haftpflichtrecht, 4. A., Zürich 2008, S. 160 ff.), oder wenn sie einen Anwen-

dungsfall der culpa in contrahendo darstellt oder gegen eine aktienrechtliche 

Norm verstiess, die ausschliesslich dem Aktionärs- bzw. Gläubigerschutz dient. 

Das wird so zutreffend selbst in der Literatur dargestellt (vgl. WIDMER/GERICKE/ 

WALLER, a.a.O., Art. 754 N 17 f.), auf die sich die Klägerin im Zusammenhang mit 

der vorgeblich abweichenden "Schadenbestimmung" beruft (vgl. act. 145 S. 8). 

 Das Bezirksgericht hat in Bezug auf die dritte der vorerwähnten Haftungs-

grundlagen richtig erkannt, dass keine der aktienrechtlichen Normen, auf die sich 

die Klägerin beruft, ausschliesslich Aktionärs- bzw. Gläubigerrechte schützt. Das 

gilt insbesondere ebenfalls für die Art. 725 OR und Art. 736 OR, auf die sich die 

Klägerin i.V.m Art. 754 OR abstützt (vgl. vorn Ziff. II/4). Der Normzweck des  

Art. 725 OR (und damit letztlich ebenso des Art. 725a OR) liegt neben dem 

Schutz der Allgemeinheit sowie der Gläubiger und Aktionäre auch im Schutz der 

Gesellschaft; die Verletzung der Benachrichtigungspflicht bietet daher keine 

- 26 - 

Grundlage für einen Anspruch aus direkter Gläubigerschädigung (so zutreffend 

etwa WÜSTINER, in BSK OR II, a.a.O., Art. 725 N 1 und N 6, je mit Verweisen etwa 

auf BGE 121 III 425, BGE 128 III 180 E. 2 und diverse Literaturmeinungen; vgl. 

ferner etwa PETER/CAVADINI, in: Commentaire Romand, CO II, Basel 2008,  

Art. 725 N 4 f., WIDMER/GERICKE/WALLER, a.a.O., Art. 754 N 24 [dort zweiter Ab-

satz]). Der Art. 736 OR hat sodann überhaupt keinen Schutznormcharakter, son-

dern listet lediglich die Gründe auf, die zur Auflösung einer Gesellschaft führen 

können. Ausschliesslich in dieser Aufzählung liegt sein Normzweck. 

 Der Klage kann daher, so mit ihr Ansprüche aus direktem Schaden der Klä-

gerin geltend gemacht werden sollten, der aus einer Handlung der Beklagten her-

rührt, welche auch die Gesellschaft direkt schädigte, bereits insoweit kein Erfolg 

beschieden sein. Insofern erübrigt sich auch in Bezug auf diese Konstellation eine 

Prüfung der weiteren Voraussetzungen, die zugleich auch noch erfüllt sein müss-

ten, damit der Klage Erfolg beschieden sein könnte. 

5.3 Bleibt noch, soweit sich die Klägerin mit ihrer Klage auf erlittenen Direktscha-
den beruft, die erste der drei vorhin erwähnten Konstellationen zu prüfen, bei der 

die Gesellschaft durch die den Beklagten vorgeworfenen Handlungen zu keinem 

Schaden gekommen ist. In diesem Fall kann einer Klage, mit der sog. reiner Ver-

mögensschaden geltend gemacht wird, nur dann Erfolg beschieden sein, wenn 

die üblichen Voraussetzungen der Haftung aus unerlaubter Handlung erfüllt sind. 

Es muss demnach die Handlung des Organs widerrechtlich sein, entweder weil 

eine entsprechende Haftungsnorm im Gesetz gegeben ist, oder gestützt auf den 

Art. 41 OR und dann im Sinne der erwähnten Schutznormtheorie. Zudem muss im 

Vermögen des Geschädigten ein Schaden im Sinne der schon erwähnten Diffe-

renztheorie eingetreten sein, was der Geschädigte zunächst zu behaupten, also 

substanziert darzulegen und allenfalls auch noch zu beweisen hat. Der vom Ge-

schädigten dargelegte Schaden muss ferner eine adäquat-kausale Folge der wi-

derrechtlichen Handlung sein. Endlich muss – soweit das Gesetz keine Ausnah-

meregelung trifft – ein Verschulden des Organs in Bezug auf die widerrechtliche 

Handlung vorliegen. 

 Das eben Dargelegte gilt mutatis mutandis auch für die sog. Prospekthaf-

tung gemäss Art. 752 OR. Erforderlich ist daher ebenfalls bei ihr nebst dem 

- 27 - 

Schaden und der schädigenden Handlung, welche in der Norm bereits umschrie-

ben ist, ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen Handlung und Schaden 

(vgl. etwa BGE 131 III 308 [E. 2.1] und BGE 132 III 718 [E. 2.1]; beide Entscheide 

heben vor allem die Voraussetzung der adäquaten Kausalität hervor, der Zweit-

genannte unter ausdrücklichem Hinweis darauf, dass auch die übrigen Voraus-

setzungen erfüllt sein müssen ["Haftungsvoraussetzung ist … unter anderem"]). 

5.3.1 Es folgt aus dem erstellten Sachverhalt und den – nicht durchgehend de-
ckungsgleichen (vgl. etwa act. 2 S. 10 und act. 75 S. 2 f.) – Darstellungen der 

Klägerin, wann und warum sie Aktien der G._____ an der Börse kaufte (vgl. act. 2 

S. 7 - 9, act. 75 S. 2 - 20), dass sie den Prospekt, auf den sie sich beruft, offenbar 

gar nie näher gelesen hat (vgl. act. 75 S. 2, dort Ziff. 1.1: "stützte sich die Klägerin 

auf die ihr über die Presse bekannt gewordenen Prospekte und Berichte … die 

beide öffentlich aufgelegt und in der von der Klägerin konsultierten … besprochen 

worden sind"). Orientiert hat sich die Klägerin im Wesentlichen vorab einmal an-

hand der …, so für die Käufe am 27. Juli und 6. Oktober 1994 (vgl. act. 75 S. 2 

[unter Verweis bei den Prospekten auf bloss act. 5/6] und S. 3), so ebenfalls für 

den Kauf erst am 8. März 1995, also fast ein Jahr nach der Prospektpublikation 

(vgl. act. 75 S. 7). Die Massgeblichkeit von Presseartikeln bei diesen Kaufsent-

scheiden hebt die Klägerin zusätzlich in act. 2 S. 19 hervor. 

 Schlossen die Beklagten aus alledem in den Berufungsantworten, die Kläge-

rin habe den Prospekt gar nie gelesen, so mag das überspitzt erscheinen. Am Er-

gebnis der klägerischen Sachdarstellung, wonach sich die Kaufsentscheide mas-

sgeblich auf Presseartikel abstützten, ändert das nichts. Stösst sich die Klägerin 

in der "Berufungsreplik" in diesem Zusammenhang (vgl. act. 163 S. 3) an den 

Schlussfolgerungen der Beklagten in den Berufungsantworten, sowie andernorts 

an vergleichbaren Wertungen der Beklagten (vgl. etwa act. 163 S. 13), indem sie 

diese bestreitet, vermag das an dem von ihr selbst in der Replik  

(act. 75) und in der Klagebegründung Vorgetragenen offenkundig nichts zu än-

dern. Auf diese Vorbringen wird hier und im Folgenden indes stets abgestellt. 

Wiederum ist es fast müssig darauf hinzuweisen, dass die Klägerin im Zuge ihrer 

Bestreitung ergänzend auf die S. 46 ff. ihrer Berufungsschrift verweisen lässt (vgl. 

act. 163 S. 3) und damit auf ihre dort nur wiederholten Vorbringen in der Replik 

- 28 - 

(act. 75; vgl. dazu vorn Ziff. II/1.3.1). Offen gelassen werden kann daher auch, 

was die Klägerin mit ihrer sibyllinisch anmutenden Wertung ihrer eigenen Vorbrin-

gen meinen will, aus der Berufungsschrift (bzw. eben Sachdarstellung in der Rep-

lik) gehe hervor, dass die Organe der Klägerin vielmehr ausreichend Kenntnis 

vom Inhalt der Prospekte gehabt hätten (vgl. act. 163 S. 3 [Ziff. 3]). Dass es hier 

im Übrigen nur um einen Prospekt geht (siehe vorn Ziff. II/1.5), ist der Klarheit 

halber nochmals in Erinnerung zu rufen. Zurückzukehren ist nach diesen Ergän-

zungen zu den Käufen. 

 Für den Kauf vom 28. Juli 1995 war für die Klägerin nicht mehr der Prospekt 

letztlich massgeblich, sondern ein Bericht der … vom 12. April 1995 (sic) mass-

geblich. Ähnliches gilt für den Kauf vom 25. Oktober 1995, für den auch ein ..-

Artikel vom 26. August 1995 massgeblich gewesen sein soll (vgl. act. 75 S. 8; 

siehe ferner act. 2 S. 19). 

 Für die Käufe vom 24. und 27. November 1995 war für die Klägerin hinge-

gen ein Aktionärsbrief vom 7. November massgeblich (vgl. act. 75 S. 11 unter 

Verweis auf act. 5/15b; vgl. auch act. 2 S. 21), für die Käufe vom 23. Februar und 

14. März 1996 ein weiterer Aktionärbrief vom 20. Februar 1996 (vgl. act. 75 S. 14 

unter Verweis auf act. 5/15c; vgl. auch act. 2 S. 22) sowie ein …-Artikel vom 

21. Februar 1996 (jedenfalls wird dieser auch noch erwähnt; vgl. act. 75 S. 15). 

 Für die Käufe vom 25. bis 28. Juni 1996 erwähnt die Klägerin (act. 75 S. 17, 

act. 2 S. 24) als massgebend den Jahresbericht 1995 sowie die Berichterstattung 

zur Generalversammlung vom 26. April 1996 (act. 5/15d). Für den Kauf am 

21. August 1996 soll der Semesterbericht per Ende Juni 1996 (act. 5/15e) aus-

schlaggebend gewesen sein (act. 75 S. 19, vgl. auch act. 2 S. 25). 

 Zieht man daraus ein knappes Fazit, so zeigt sich, dass die Klägerin den 

Beklagten als Schaden verursachende (unerlaubte) Handlungen keine Auskünfte, 

Ratschläge und Verlautbarungen vorwirft, welche direkt an sie – die Klägerin – 

gerichtet gewesen wären, etwa auch im Sinne von Kaufsempfehlungen usw. Vor-

geworfen werden den Beklagten als Handlungen einzig Verlautbarungen, über 

welche die Presse informierte, oder Schreiben usw. der Beklagten, welche nicht 

an die Klägerin gerichtet waren, sondern an einen breiten Adressatenkreis. Scha-

den verursachend waren somit keine unmittelbar an bzw. gegen die Klägerin oder 

- 29 - 

gar deren Vermögen gerichtete Handlungen, sondern insoweit nur gewissermas-

sen mittelbare Handlungen, die dann und deshalb Schaden verursachten, weil die 

Klägerin aus den Verlautbarungen Informationen und Schlüsse zog, welche sie 

jeweils zu ihren Käufen bestimmten. Das gilt es nachfolgend stets vor Augen zu 

halten. 

5.3.2 Was die von der Klägerin geltend gemachte Prospekthaftung betrifft, so ge-
stattet bereits der dargelegte Sachverhalt per se keine Wertung, der der Klägerin 

ja unbekannte genaue Inhalt des Prospektes gemäss act. 5/6 sei das ausschlag-

gebende Element für die Käufe am 27. Juli und 6. Oktober 1994 gewesen, ge-

schweige denn für die Käufe erst im März 1995. Denn eine solche Wertung läge 

nur schon unter zeitlichen Gesichtspunkten nicht im Rahmen des gewöhnlichen 

Laufes der Dinge und widerspräche schlechterdings der allgemeinen Lebenser-

fahrung. Das eben Gesagte gilt a fortiori für die Käufe nach dem 8. März 1995, 

zumal für diese – wie eben gesehen – auch nach Darstellung der Klägerin der 

Prospekt bzw. dessen Inhalt nicht mehr massgeblich bzw. ausschlaggebend war. 

 Hinzu kommt, dass sich der Prospekt nicht an Aktienkäufer richtete, die sich 

der Börse bedienten wie die Klägerin, sondern an bisherige Obligationäre der 

G._____ AG, die der G._____ AG insgesamt 170 Mio. Franken geliehen hatten. 

Diesem Adressatenkreis wurde im Prospekt der Tausch von Obligationen vor al-

lem in (neue) Namensaktien mit einem Nominalwert von Fr. 20.00 vorgeschlagen 

(vgl. act. 5/6 S. 1), letztlich ein Forderungsverzicht zugunsten einer Beteiligung. 

Der Tausch sah übrigens für eine Forderung aus bisheriger Obligation bzw. An-

leihe zum Nominalwert von Fr. 5'000.00 entweder 100 Aktien vor oder 50 Aktien 

zuzüglich einer neuen (Wandel-)Anleihe zu nominal Fr. 2'500.00. Im ersten Fall 

resultierte aus dem Tausch für die Obligationäre nominal ein Verlust von 

Fr. 3'000.00, im zweiten noch ein Verlust von Fr. 1'500.00. 

 Inwiefern solche Zahlen (die aus den Angaben des Titelblattes des Prospek-

tes folgen) nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sein können, den 

Ausschlag zu geben für den Kauf von Aktien an der Börse zu Preisen, die zwi-

schen Fr. 7.00 (August 1994) und Fr. 13.00 (März 1995) unter dem Ausgabepreis 

lagen, bleibt unklar bzw. unerfindlich, sieht man von sog. spekulativen Überlegun-

gen ab: Denn die Börsenpreise im August 1994 und im März 1995 wiesen für jede 

- 30 - 

einigermassen geschäftsgewandte Person sogleich erkennbar einen effektiven 

Verlust der Obligationäre aus, welche gestützt auf den Prospekt vollumfänglich in 

Aktien umtauschten, und zwar von Fr. 700.00 bereits im August 1994 und gar von 

Fr. 1'300.00 im März 1995. 

 Die Klägerin lässt in der Klagebegründung ausführen, sie habe dem Inhalt 

des Prospektes vertraut, weil die drei Grossbanken als Aktionäre und Kreditgeber 

das Finanzierungskonzept (recte wohl: das Sanierungskonzept) der G._____ AG 

mit dem Sanierungsziel Ende 1998 unterstützen (act. 2 S. 11). Erstellt ist indes-

sen, dass der Klägerin der genaue Inhalt dieses Prospektes gar nicht bekannt 

war. Es darf daraus und mit Blick auf die eben angestellten Überlegungen zu den 

offensichtlichen Verlusten gefolgert und gewertet werden, dass für den Kaufent-

schluss der Klägerin im August 1994 und bis zum März 1995 das in Presseer-

zeugnissen kundgegebene Engagement der drei Grossbanken mindestens so 

wichtig war, ja wichtiger sein musste als der ihr inhaltlich nicht genau bekannte 

Prospekt, und dass sie nicht dem Prospekt vertraute, sondern Presseverlautba-

rungen (und allenfalls zusätzlich spekulativen Überlegungen). Die Parallelen  

im Verhalten der Klägerin zum Kläger gemäss dem Sachverhalt, wie er in  

BGE 131 III 312 f. (E. 3.2.2) dargestellt ist, liegt nachgerade auf der Hand. Es 

fehlt demnach im Einklang mit den dort getroffenen bundesgerichtlichen Überle-

gungen sowohl am natürlichen als auch (erst recht) am adäquaten Kausalzu-

sammenhang zwischen den Prospektangaben und dem Kaufsentschluss der Klä-

gerin. 

5.3.3 Die Klägerin ist das, was man gemeinhin eine geschäftsgewandte Person 
nennt. Sie kaufte Aktien, deren Börsenwert bereits wenig nach dem Umtauschan-

gebot an die Obligationäre (laut Prospekt war das voraussichtlich der 24. Juni 

1994; vgl. act. 5/6) nicht unerheblich an (Börsen-)Wert verloren hatten und bis im 

März 1995 noch mehr an (Börsen-)Wert verloren hatten. In der Folge sank der 

(Börsen-)Wert der Aktien noch weiter: Am 25. Oktober 1995 ging er auf rund 

Fr. 32.00 zurück (was einem Verlust im Vergleich zum Ausgabepreis gemäss 

Prospekt von rund Fr. 18.00 je Aktie entsprach), um dann knapp einen Monat 

später auf rund Fr. 18.00 einzubrechen und unter den Nominalwert zu sinken; im 

Vergleich zum Ausgabepreis gemäss Prospekt resultierte damit ein Verlust von 

- 31 - 

rund Fr. 32.00 je Aktie. Ab Juni 1996 lag der (Börsen-)Wert der gekauften Aktien 

zwischen Fr. 9.50 (höchst) und Fr. 7.35 (tiefst), m.a.W. unter der Hälfte des No-

minalwertes, der im Prospekt bezeigt worden war. Im Vergleich zum Kaufpreis im 

Juli 1994 brach somit der (Börsen-)Wert der Aktien, welche die Klägerin jeweils 

kaufte, gegen Ende ihrer Kauftätigkeit um rund 78 - 83 % ein, im Vergleich zum 

Ausgabepreis gemäss Prospekt im Juni 1994 gar um rund 80 - 85%. 

 Alle diese Käufe tätigte die Klägerin nach eigenem Bekunden nicht, weil sie 

sich in der G._____ AG als Aktionärin engagieren wollte, sondern als sog. Inves-

torin (vgl. etwa act. 2 S. 33 ["nicht in G._____-Aktien investiert"], act. 145 S. 39 

["neben der Klägerin zahlreiche andere Investoren"; "die Investition in A._____- 

Aktien").  Investor heisst man gemeinhin eine Person, die Kapital (Gelder) in 

Vermögen bzw. anderen (Geld-)Werten anlegt, um mit ihnen einen Gewinn zu er-

zielen, (und zwar letztlich, um einen höheren Gewinn zu erzielen als mit einer an-

deren Anlage wie einem Bankguthaben oder einer Anlage in anderen Werten wie 

Obligationen oder anderen Aktien). Ob der Gewinn wie gedacht realisierbar ist, 

weiss ein Investor im Zeitpunkt der Anlage indessen nicht; er rechnet bloss damit, 

bzw. erwartet bzw. erhofft es. Insoweit spekuliert er im Wortsinn auf eine künftige 

Entwicklung und geht er entsprechende Risiken ein. Anders als z.B. die Obligati-

onäre, welche dem Umtauschangebot gemäss Prospekt folgten, stellte die Kläge-

rin der G._____ AG sodann mit ihren Börsenkäufen keinen Rappen an Mitteln zur 

Verfügung. Ihre Investition war keine in der Realwirtschaft, sondern eine im Rah-

men der sog. Finanzwirtschaft. Letztere wird durch andere Marktteilnehmer und 

andere Angebots- und Nachfragemechanismen bestimmt als die Realwirtschaft, 

folgt daher bekanntermassen streckenweise anderen Regeln als die Realwirt-

schaft und orientiert sich bei Gewinnerwartungen usw. letztlich an anderen Krite-

rien. 

 Notorisch ist ebenfalls, dass nicht alle Anlagen gleichermassen risikobehaf-

tet sind. So gibt es z.B. sog. mündelsichere Anlagen, sei es als reale Anlagen o-

der in Form von Obligationen guter Schuldner auf dem Primärmarkt oder dem Se-

kundärmarkt (Börse), sowie real oder über die Börse zu erwerbende andere, ris-

kantere, wie etwa die Anlage von Geldern in Aktien einer Gesellschaft, die sanie-

rungsbedürftig ist und in ihren Jahresberichten über längere Zeit durchgehend 

- 32 - 

Verluste ausweist, wie das bei der G._____ AG der Fall war. Darauf verweist das 

Bezirksgericht im Zusammenhang mit dem Aktionärsbrief vom 20. Februar 1996 

treffend, wie bereits vermerkt wurde (vgl. vorn Ziff. II/3.2; siehe auch act. 5/15c). 

Auf Verluste und Nachfragerückgang oder Umsatzrückgang oder gar den Verkauf 

von Unternehmensteilen hingewiesen wird von der G._____ AG überdies etwa im 

Brief vom 25. April 1996 (vgl. act. 5/15d), aber auch schon in act. 5/15a und act. 

5/15b im Sommer und Herbst 1995, um nur auf einige weitere Unterlagen hinzu-

weisen, welche die Klägerin zu den Akten gegeben hat, weil sie für ihre Kaufent-

schlüsse massgeblich gewesen sein sollen. 

 Es entspricht endlich der allgemeinen Lebenserfahrung, dass jedermann, 

der geschäftsgewandt ist und Gelder anlegt, sich Überlegungen anstellt, was er 

wo mit welchen Aussichten angelegen will, dass somit gerade ein Investor, der 

sich der Börse bedient, vor dem Entscheid, wie er seine Gelder ausserhalb der 

Realwirtschaft anlegt, Überlegungen darüber anstellt, wie er den angestrebten 

und insoweit stets erhofften Gewinn zu erzielen vermag. Dass es sich bei der 

Klägerin anders verhalten hätte, behauptet sie nicht, und das doch wohl zu Recht. 

Demnach hat die Klägerin aber sehenden Auges ab dem Juli 1994 Aktien gekauft, 

welche von Anfang an zunehmend und ab November 1995 massiv an (Börsen-) 

Wert verloren. Sie hat m.a.W. zunehmend riskanter werdende Geschäfte getätigt, 

mit denen sie beim Halten der Aktien keinen Gewinn im (Börsen-)Wert zu ver-

zeichnen vermochte, sondern Verluste, wie auch die Unternehmung, deren Aktien 

sie erwarb, seit 1994 nur Verluste auswies. Welche Ziele (welche Strategie auch) 

sie damit verfolgte, legt die Klägerin nicht dar. Sie trägt ebenfalls nicht vor, welche 

Alternativen sie vor den Käufen jeweils allenfalls geprüft und verworfen hat. Wer-

tete das Bezirksgericht daher die Anlagen der Klägerin in G._____ Aktien als 

Ausdruck eines selbst gewählten Risikoverhaltens, welches Gewinn ebenso in 

Kauf nimmt wie totalen Verlust, dann ist das im Lichte der allgemeinen Lebenser-

fahrung nur richtig. 

 Es ist daher fast müssig darauf hinzuweisen, dass auch der Börsenwert der 

Aktien, wie er sich in den Kaufpreisen widerspiegelt, welche die Klägerin bezahlte, 

eine kontinuierliche und ab November markante Schlechterbewertung der 

G._____ AG durch die Marktteilnehmer aufzeigt. Soweit Börsenwerte ebenfalls 

- 33 - 

die Wertung von Zukunftsperspektiven eines Unternehmens wiederzugeben ver-

mögen, indizierten die Preise, zu denen die Klägerin die Aktien jeweils erwarb, 

zunehmend das Gegenteil einer günstigen Prognose. Das war und ist für eine ge-

schäftsgewandte Person ohne Weiteres erkennbar, hat daher auch die Klägerin 

erkennen können und erkannt. Jedenfalls behauptet sie richtigerweise auch in 

diesem Punkt nirgends näher oder gar stichhaltig das Gegenteil. Nach dem ge-

wöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung darf daher aus-

geschlossen werden, es seien jeweils die Verlautbarungen der G._____ AG zu-

handen eines breiten Adressatenkreises gewesen, die den massgebenden Aus-

schlag für die jeweiligen Kaufentscheid der Klägerin ab dem März 1995 gegeben 

hätten, statt des Willens der Klägerin, trotz der offenkundigen eigenen Investiti-

onsverluste durch die sinkenden Aktienpreise und der durchgehenden Verluste 

der G._____ AG eine zunehmend riskanter werdende Anlagestrategie zu verfol-

gen. (Dass diese Strategie im Übrigen auf eine Erholung der Börsenkurse setze, 

zwecks Vermeidung der durch die von Anfang an fallenden Kurse schon eingetre-

tenen eigenen Verluste, liegt nahe, muss aber nicht vertieft werden.) 

 Es fehlt somit aus allen genannten Gründen ebenso an einem adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen den an einen breiten Adressatenkreis gerichte-

ten Verlautbarungen der G._____ AG und den von der Klägerin ab März 1995 ge-

tätigten Käufen. Es erübrigt sich daher auch insoweit, wie das Bezirksgericht rich-

tig erkannte, die übrigen Voraussetzungen zu prüfen, die zusätzlich erfüllt sein 

müssten, damit der Klage Erfolg beschieden sein könnte. Offen gelassen werden 

kann insbesondere, ob die Verlautbarungen, welche die Klägerin den Beklagten 

anrechnet, tatsächlich unrichtig waren und z.B. daher dem geschäftsgewandten 

Investor begründeten Anlass gaben oder geben konnten, auf eine Erholung der 

Börsenkurse der Aktie in absehbarer Zeit zu hoffen. (Überlegungen dazu führten 

– das kann immerhin noch angemerkt werden – aufgrund des erstellten und von 

der Klägerin vorgetragenen Sachverhaltes wohl unweigerlich zu einem erhebli-

chen, den adäquaten Kausalzusammenhang unterbrechenden Selbstverschulden 

der Klägerin.) 

5.3.4 Nach dem eben Dargelegten erübrigt es sich ebenfalls, noch näher auf die 
Anspruchsgrundlage des Art. 717 Abs. 2 OR und die damit verbundenen Voraus-

- 34 - 

setzungen erfolgreicher Klage einzugehen, welche die Klägerin ebenfalls geltend 

macht, jedenfalls für die Zeit ab dem 14. März 1996 (vgl. etwa act. 145 S. 41, dort 

Randnummer 2.22). Das Bezirksgericht hat sich dazu im Lichte des erstellten 

Sachverhaltes sowie der klägerischen Sachdarstellung bereits zutreffend geäus-

sert (vgl. vorne Ziff. II/3.3 [und dazu act. 148 S. 18 f.] sowie vorne Ziff. II/5, dort 

vor Ziff. 5.1 und Ziff. II/5.1). 

 Angemerkt werden darf immerhin, dass das Verhalten der Banken (Verkauf 

von Aktien wegen Sonderwissen) die vorhin dargelegten Ausführungen zu den 

Unterschieden bei den Markteilnehmern und -mechanismen in der realen Wirt-

schaft und der Finanzwirtschaft ergänzend illustriert. Es zeigt das alles ebenso, 

warum geschäftsgewandte Leute gemeinhin unterscheiden zwischen realwirt-

schaftlichen Wertungen und Wertungen der Börse, die sich in Aktienkursen wi-

derspiegeln. 

5.4 Demnach ist aus allen unter dieser Ziff. II erwogenen Gründen die Klage ab-
zuweisen und ist der Berufung, die über weite Strecken auch unbegründet im 

Sinne des Gesetzes blieb, kein Erfolg beschieden. Die von den Beklagten aufge-

worfene Frage der Verjährung kann daher ungeprüft bleiben. 

6. Der Vollständigkeit halber ist allem dem noch Folgendes beizufügen. 

6.1 Unter Ziff. II/5.3.3 musste konstatiert werden, dass die Klägerin ihre Anlage-
strategie nie näher dargelegt hat. Sie hat es vielmehr offen gelassen, aufgrund 

welcher eigenen Überlegungen zu den Zielen ihrer Anlage sowie aufgrund wel-

cher Prüfung welcher Alternativen sie jeweils zu den wiederholten, von ihr gewoll-

ten Entscheidungen gelangte, in die Aktien (Börsenwerte) der G._____ AG zu in-

vestieren und nicht anders. Dargelegt hat die Klägerin demgegenüber, warum sie 

wann bei welchem Wissen die Käufe vermutlich oder gewiss nicht getätigt hätte 

(vgl. beispielhaft etwa act. 2 S. 33 f. und act. 145 S. 32 f.). Im Falle solchen Ver-

zichtes hätte sie allerdings zwangsläufig die jeweils frei gebliebenen Gelder an-

derweitig anlegen müssen. Wie sie das jeweils getan hätte, legt die Klägerin 

ebenfalls nicht dar. Sie behauptete insbesondere auch nie näher, sie hätte die 

rund Fr. 750'000.--, die sie für die Käufe insgesamt einsetzte, im Sinne einer Al-

ternative z.B. stets auf einem Bankkonto belassen. 

- 35 - 

 Wie wiederholt schon angemerkt, berechnet sich der Schaden nach der sog. 

Differenztheorie. Zu vergleichen ist der Vermögensstand, wie er sich ohne das 

schädigende Ereignis darstellen würde mit dem Vermögensstand, der aufgrund 

des schädigenden Ereignisses eingetreten ist. Die Differenz zwischen diesen zwei 

Vermögensständen bildet den Schaden (siehe, statt vieler: REY, a.a.O., S. 38 

[dort insbes. Rz. 153 mit vielen Verweisen]). Der von der Klägerin behauptete 

Schaden hat demzufolge – bezogen auf jeden einzelnen Kauf – im Wesentlichen 

im Vermögensstand zu bestehen, als sie den Totalverlust erlitt, und dem Stand, 

den ihr Vermögen zu dieser Zeit gehabt hätte, wenn sie die jeweiligen Käufe nicht 

getätigt und ihre Mittel anderweitig angelegt (und z.B. wie die G._____ Aktien ge-

halten) hätte.  

6.2 Eine solche Darstellung des Schadens durch die Klägerin fehlt. Die Klägerin 
begnügte sich damit, den behaupteten Schaden im Wesentlichen als Summe all 

der Gelder zu beziffern, die sie insgesamt für den Kauf der G._____ Aktien auf-

gewandt hatte (inklusive "Courtage", "Stempel, Gebühren + Börsenabgabe"; vgl.  

etwa act. 6/11a - 11d und dazu act. 2 S. 7 f. und S. 33 [dort Randnummer 2; vgl. 

dazu vorn Ziff. II/1.3.3 – Wiederholung] und act. 145 S. 32 [dort Randnummer 2.3 

unter unzutreffendem Hinweis auf die Beilagen 77/5a-5d statt auf die Beilagen 

6/11a-11d]). Der Schaden ist von ihr daher insofern nicht substanziert und nach-

vollziehbar dargelegt worden. Denn – um das noch beispielhaft zu illustrieren – je 

nach Art der von ihr gewählten Strategie und alternativen Anlage hätten ebenfalls 

Verluste resultieren können, wäre der Schaden m.a.W. geringer als behauptet. 

 Die Klage wäre daher selbst dann mangels hinreichend substanziertem 

Schaden abzuweisen, wenn sie nicht schon aus den in den unter Ziff. II/1-5 dar-

gelegten Gründen abgewiesen werden müsste. 

 Um selbst das nicht zu versäumen: Auf das Ungenügen ihrer Schadensbe-

rechnung, die fehlende Substanzierung, wurde die rechtskundig vertretene Kläge-

rin bereits von den Beklagten in den Klageantworten hingewiesen (vgl. z.B.  

act. 33 S. 30 f., act. 34 S. 27 f., act. 35 S. 42), ferner vom Bezirksgericht in der 

Referentenaudienz (vgl. Vi-Prot. S. 7 ff.), welche stattgefunden hatte, bevor die 

Klägerin replizieren musste. Hingewiesen wurde vom Bezirksgericht damals vorab 

darauf, es seien auch die Substanzierungshinweise der Gegenseite zu beachten 

- 36 - 

(a.a.O., S. 7). Wie eben unter Verweis auf die Erwägungen unter Ziff II/1.3.3 ge-

zeigt wurde, hat die Klägerin in der Folge noch in der Berufungsschrift an der be-

reits in der Klagebegründung vorgetragenen Schadensdarlegung bzw. Schadens-

berechung festgehalten. 

7. Im Ergebnis erweist sich die Berufung als unbegründet. Die Klage ist daher ab-
zuweisen. 

III. 
(Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen) 

1. Bei diesem Ausgang des Berufungsverfahrens ist die erstinstanzliche Regelung 
der Kosten- und Entschädigungsfolgen zu bestätigen. 

 Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind sodann ausgangsgemäss 

der Klägerin aufzuerlegen; die Klägerin ist ebenso ausgangsgemäss zu verpflich-

ten, jedem der Beklagten für das Berufungsverfahren eine angemessene Partei-

entschädigung zu bezahlen (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

2. Die Bemessung der Entscheidgebühr sowie der Parteientschädigungen hat 
aufgrund des im Berufungsverfahren strittigen Streitwertes von gerundet 

Fr. 747'000.- zu erfolgen (vgl. § 12 Abs. 2 GebV OG und § 13 Abs. 1 AnwGebV). 

Im Übrigen hat die Festsetzung der Entscheidgebühr gemäss § 12 Abs. 1 GebV 

OG i.V.m. § 4 Abs 1 - 2 GebV OG zu erfolgen, die Festlegung der Parteientschä-

digungen gemäss § 13 Abs. 2 AnwGebV (Kürzung um rund 1/3) i.V.m. § 4 Abs. 1 

und § 11 Abs. 1 AnwGebV. 

Es wird erkannt: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolge (Dispo-

sitiv-Ziffern 2 - 4) wird bestätigt. 

- 37 - 

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 25'690.00 festgesetzt, 

der Klägerin auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss ver-

rechnet. 

4. Die Klägerin wird verpflichtet, jedem Beklagten eine Parteientschädigung 

von Fr. 18'400.00 (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer auf diesem Betrag) zu be-

zahlen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an jeden Beklagten unter Beilage ei-

nes Doppels von act. 163, an das Bezirksgericht Zürich (7. Abteilung) sowie 

an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
rund Fr. 747'000.-. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 

- 38 - 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 
 

 Die Vorsitzende: 
 
 
 

 lic. iur. A. Katzenstein 
 

  Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

  lic. iur. F. Gohl Zschokke 
 

 
 
versandt am: 

	Urteil vom 5. März 2012
	Rechtsbegehren
	(vgl. act. 2 S. 2):
	Urteil vom 30. Mai 2011 des Bezirksgerichtes Zürich (7. Abteilung)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolge (Dispositiv-Ziffern 2 - 4) wird bestätigt.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 25'690.00 festgesetzt, der Klägerin auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Die Klägerin wird verpflichtet, jedem Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 18'400.00 (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer auf diesem Betrag) zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an jeden Beklagten unter Beilage eines Doppels von act. 163, an das Bezirksgericht Zürich (7. Abteilung) sowie an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...