# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6504781-e934-5b34-9174-9068259f672d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.05.2020 200 2019 291
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-291_2020-05-27.pdf

## Full Text

200 19 291 UV
LOU/ZID/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Mai 2020

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 12. März 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2020, UV/19/291, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1955 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva bzw. Beschwer-
degegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsun-
fällen sowie Berufskrankheiten versichert, als er sich am 4. Oktober 2015 
bei einem Sturz eine Radiusfraktur des linken Handgelenks zuzog (Akten 
der Suva, Antwortbeilage [AB] 1, 5, 8) und es zu einem protrahierten Ver-
lauf kam (AB 12, 15, 18, 20, 26, 40 ff., 54). In der Folge zeigte sich, dass 
die Radiusfraktur in Fehlstellung (mit Verkürzung) verheilt war (AB 53, 64, 
82, 122, 150) und sich ferner eine posttraumatische arthrotische Verände-
rung an der Handwurzel ergeben hat (AB 89/4, 135/3). Für die Folgen des 
Sturzes richtete die Suva zunächst Heilkosten und Taggeld aus (AB 2, 73, 
141, 161 f.). Nach der Untersuchung vom 7. November 2017 ging der Su-
va-Kreisarzt davon aus, dass bezüglich der Bewegungsfähigkeit des Hand-
gelenks ein Endzustand erreicht sei, und er nahm eine Beurteilung der Zu-
mutbarkeit (provisorisch) sowie des Integritätsschadens vor (AB 135, 137). 
Gestützt darauf gewährte die Suva mit unangefochten gebliebener Verfü-
gung vom 30. Januar 2018 eine Integritätsentschädigung bei einer Inte-
gritätseinbusse von 15 % (AB 152). Nachdem der Versicherte von einer 
Operation absah (AB 176) sowie nach Abwarten einer Verlaufskontrolle 
(AB 194) bestätigte der Kreisarzt das provisorische Zumutbarkeitsprofil 
(AB 135) als endgültig (AB 177, 195 f.). Entsprechend stellte die Suva mit 
Mitteilung vom 26. Juni 2018 die Taggeldleistungen per 1. Juli 2018 
(AB 178) ein und lehnte mit Verfügung vom 22. Januar 2019 den Anspruch 
auf eine Invalidenrente infolge fehlenden unfallkausalen Erwerbsausfalls ab 
(AB 199). Auf Einsprache hin (AB 203) hielt die Suva mit Entscheid vom 
12. März 2019 im Ergebnis – bei einer nunmehr ermittelten Erwerbseinbus-
se von 5.07 % – an der angefochtenen Verfügung fest (AB 208). 

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B.

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 11. April 2019 Beschwerde erheben und beantragen, un-
ter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides seien ihm ab 
1. Juli 2018 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Mai 2019 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 12. März 
2019 (AB 208), mit welchem die Beschwerdegegnerin in Bestätigung der 
Verfügung vom 22. Januar 2019 (AB 203) für die Folgen des Ereignisses 

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vom 4. Oktober 2015 den Anspruch auf eine Invalidenrente ab dem Zeit-
punkt des Fallabschlusses per 30. Juni 2018 abgewiesen hat. Auch wenn 
der Beschwerdeführer generell beantragt, es seien ab 1. Juli 2018 die ge-
setzlichen Leistungen zu erbringen (Beschwerde, S. 2 Ziff. I), ist, wie sich 
aus der Beschwerdebegründung ergibt, allein der Anspruch auf eine Invali-
denrente und dabei im Rahmen der Invaliditätsbemessung namentlich die 
Höhe des leidensbedingten Abzugs (vgl. Beschwerde, S. 6 f. Art. 7 f.) strei-
tig und zu prüfen. Die dem Beschwerdeführer früher zugesprochene Inte-
gritätsentschädigung (AB 152) blieb unangefochten und ist entsprechend 
– da nicht zum Anfechtungsgegenstand gehörend – im vorliegenden Ver-
fahren nicht zu prüfen (BGE 125 V 413 E. 1 S. 414 f.).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie vorlie-
gend (4. Oktober 2015 [AB 1]) – vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 
25. September 2015 des UVG ereignet haben, und für Berufskrankheiten, 
die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden nach bisherigem 
Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 
25. September 2015 des UVG).

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

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ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.4 Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Recht-
sprechung hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung 
(und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des 
Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung 
abzuschliessen (BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201).

2.5 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan-
ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsun-
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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2.6 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass das Ereignis 
vom 4. Oktober 2015 (AB 1) die kumulativen Anspruchsvoraussetzungen 
des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.2 hiervor) erfüllt. Die 
Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versicherungsleistun-
gen erbracht (vgl. AB 2, 73, 141, 161 f.). Ebenfalls ist nicht zu beanstan-
den, dass sie im Nachgang zur kreisärztlichen Untersuchung vom 7. No-
vember 2017 (AB 135), der in der Folge nicht durchgeführten Operation 
(AB 176) und nach Abwarten einer Verlaufskontrolle (AB 194) vom medizi-
nischen Endzustand ausgegangen ist (AB 178/1) und eine Integritätsent-
schädigung zugesprochen (AB 152), per Ende Juni 2018 die bis dahin er-
brachten Taggeldleistungen eingestellt (AB 178) und den Rentenanspruch 
geprüft hat (AB 199; vgl. E. 2.4 hiervor).

3.2 Der medizinische Sachverhalt mitsamt dem entsprechenden Zu-
mutbarkeitsprofil ist gestützt auf die kreisärztlichen Berichte des Dr. med. 

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C.________, Facharzt für Chirurgie, vom 7. November 2017 (AB 135) und 
8. Januar 2019 (AB 196), welchen voller Beweiswert zukommt (vgl. BGE 
143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352 und E. 3b ee S. 354, SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4), hinreichend 
abgeklärt und zwischen den Parteien denn auch zu Recht unbestritten. 
Nachdem der Kreisarzt bereits im Bericht vom 7. November 2017 von der 
Erreichung eines Endzustands bezüglich der Bewegungsfähigkeit des 
Handgelenks ausgegangen war (und aufgrund einer damals noch beab-
sichtigen Operation das Zumutbarkeitsprofil einstweilen als provisorisch 
bezeichnet hatte; AB 135/4), verneinte er im Bericht vom 8. Januar 2019 
(nach unterbliebener Operation [AB 176] und Abwarten einer Verlaufskon-
trolle [AB 194]) eine weitere Verbesserung der Bewegungsfähigkeit des 
Handgelenks (und bezeichnete das Zumutbarkeitsprofil als endgültig; 
AB 196/2). Wie schon früher (AB 135/3 Mitte) diagnostizierte er eine fortbe-
stehende Bewegungs- und Belastungsstörung des linken Handgelenks bei 
Status nach in Fehlstellung verheilter Radiusfraktur links nach Unfall vom 
4. Oktober 2015 sowie zusätzlich die Entwicklung eines unfallbedingten 
Carpaltunnelsyndroms bei Kompromittierung des Nervus medianus im Ca-
rpaltunnel links (AB 196/2 Mitte). Das entstandene Carpaltunnelsyndrom 
sei als unfallkausal zu sehen. Diesbezüglich sei jedoch die Funktion der 
Hand zurzeit nicht als durch das Carpaltunnelsyndrom eingeschränkt. Die 
Schmerzsituation und die Dysästhesien insbesondere nachts würden je-
doch durch das Carpaltunnelsyndrom mitverursacht. Hier sei gegebenen-
falls eine Dekompression des Carpaltunnels mit Neurolyse des Nervus me-
dianus hilfreich, um die Beschwerdesymptomatik zu lindern, jedoch sei zu 
bedenken, dass aufgrund der narbigen Situation unter Umständen eben-
falls eine dauerhafte Schmerzhaftigkeit des Nervus medianus verbleiben 
könne. Es könne festgehalten werden, dass eine Operation des Carpaltun-
nelsyndroms lediglich eine Schmerzlinderung bringe. Eine Änderung der 
Bewegungsfähigkeit und Gebrauchsfähigkeit der Hand werde dadurch nicht 
zu erwarten sein. Damit seien die Durchführung der Dekompression des 
Carpaltunnels und die Neurolyse des Nervus medianus nicht in der Lage, 
die grundsätzliche Störung der Bewegung und Belastung des linken Hand-
gelenkes zu verbessern. Der Kreisarzt führte überzeugend aus, der Be-
schwerdeführer könne Tätigkeiten im Sitzen, Stehen und Gehen durch-
führen, wobei die Gebrauchsfähigkeit des rechten Armes uneingeschränkt, 

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diejenige des linken Armes aber deutlich eingeschränkt sei. Die linke Hand 
könne für leichte Haltefunktionen genutzt werden; eigenständige Trage- 
und Hebetätigkeit mit dem linken Arm könnten nicht durchgeführt werden. 
Somit sei das Tragen von Gegenständen lediglich mit dem rechten Arm 
möglich. Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten könnten nicht ausgeführt 
werden, ebenso wenig Tätigkeiten mit schlagenden und vibrierenden Ma-
schinen, die beidhändig bedient werden müssten. Die zeitliche Einsetzbar-
keit des Beschwerdeführers sei nicht begrenzt (AB 196/2 f.). Auf dieses 
Zumutbarkeitsprofil ist für die Invaliditätsbemessung (vgl. E. 2.6 hiervor) 
abzustellen (vgl. E. 4 nachfolgend).

4.

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzu-
stellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter 
Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls 
relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 
139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, 
E. 1.2).

4.2

4.2.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 

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Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

4.2.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskatego-
rie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurtei-
lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

4.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 
E. 4.1.3, 129 V 222). Gestützt auf die Beurteilungen des Kreisarztes war 
der unfallbedingte Endzustand bei Erstellung des Untersuchungsberichts 
vom 7. November 2017 erreicht und das für die Folgezeit zunächst proviso-
risch formulierte Zumutbarkeitsprofil (AB 135/1) wurde am 25. Juni 2018 
(AB 177) und nachträglich am 8. Juni 2019 (AB 196) als endgültig bezeich-
net. Folgerichtig stellte die Beschwerdegegnerin ihre Taggeldleistungen per 

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Ende Juni 2018 ein (AB 178). Damit konnte der Rentenanspruch frühes-
tens per 1. Juli 2018 entstehen, womit der Einkommensvergleich auf die-
sen Zeitpunkt hin vorzunehmen ist.

4.4 Nachdem die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 22. Janu-
ar 2019 (AB 199/2 Mitte) aufgrund der Stellenlosigkeit des Beschwerdefüh-
rers im Unfallzeitpunkt noch den Tabellenwert gemäss LSE 2016, Tabelle 
TA1, Ziffern 55 - 56 (Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie), Kom-
petenzniveau 2, Männer (Fr. 51'684.--), herangezogen und diesen auf die 
betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden umgerechnet und auf 
das Jahr 2018 aufindexiert hatte (Fr. 54'367.--), stellte sie im nunmehr an-
gefochtenen Entscheid vom 12. März 2019 (AB 208/6 lit. d) auf den zuletzt 
als … erzielten (Fr. 58'500.--) und an die Nominallohnentwicklung bis 2018 
angepassten Verdienst (Fr. 59'440.90) ab, dies aufgrund der im Vergleich 
zum gesamten allgemeinen Arbeitsmarkt eher tiefen Löhne im …, welche 
mitunter 8 % unter dem zuletzt effektiv als … erzielten Jahreslohn liegen 
(AB 208/6 llit. C). Die Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens 
anhand des zuletzt als … erzielten Verdienstes gibt zu keinen Korrekturen 
Anlass und ist denn auch nicht mehr umstritten. Im Folgenden ist von ei-
nem Valideneinkommen von Fr. 59'440.90 auszugehen.

4.5 Da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, 
hat die Beschwerdegegnerin zur Bestimmung des Invalideneinkommens 
korrekterweise die Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen (vgl. 
E. 4.2 hiervor), wobei sie dies im angefochtenen Entscheid vom 12. März 
2019 dahingehend abgeändert hat, dass sie beim funktional einhändigen 
Beschwerdeführer statt auf das auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit 
umgerechnete und auf das Jahr 2018 aufindexierte Total der Tabelle TA1, 
Kompetenzniveau 1, Männer (Fr. 64'080.-- ./. 40 x 41.7 x 100.4 % x 
100.5 % = Fr. 67'405.95; AB 199/2 oben) auf das entsprechende, eher 
leichtere Tätigkeiten beinhaltende Total im Dienstleistungssektor 
(Fr. 59'604.-- ./. 40 x 41.7 x 100.4 % x 100.5 % = Fr. 62'697.65; AB 208/6 
lit. c und d) abgestellt hat. Das einstweilen so ermittelte Invalideneinkom-
men von Fr. 62'697.65 gibt nach Sichtung der Akten zu keinen Korrekturen 
Anlass und ist denn auch nicht mehr umstritten (vgl. aber die entsprechen-
den Ausführungen in der Beschwerdeantwort, S. 4 Ziff. 7.3).

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4.6 Zu prüfen bleibt damit einzig, ob statt des von der Beschwerdegeg-
nerin vorgenommenen Tabellenlohnabzugs (vgl. E. 4.2.2 hiervor) von 10 % 
(AB 199/2 oben, 208/6 lit. d) entsprechend den Vorbringen des Beschwer-
deführers ein solcher von 20 % vorzunehmen ist (Beschwerde, S. 6 f. Art. 7 
f.). Die Beschwerdegegnerin hat allein aufgrund der leidensbedingten Ein-
schränkung einen Abzug vom Tabellenlohn von 10 % vorgenommen und 
andere einkommensbeeinflussende Merkmale verneint (vgl. Beschwerde-
antwort, S. 6 Mitte). Dabei hat sie, wie nachfolgend aufzuzeigen ist, ihr Er-
messen pflichtgemäss ausgeübt:

4.6.1 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, in dem für ihn in Betracht 
kommenden verbleibenden Arbeitsmarkt mit nur einer funktionsfähigen 
Hand massiv eingeschränkt zu sein, indem er auch bei einer leichten Hilfs-
arbeit deutlich langsamer oder je nach Tätigkeit gar nicht einsetzbar bzw. 
auf die Hilfe anderer angewiesen sei (vgl. Beschwerde, S. 6 f.), ist darauf 
hinzuweisen, dass das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumut-
barerweise erzielbare Einkommen bezogen auf einen (hypothetisch) aus-
geglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln ist. Dieser ist gekennzeichnet durch 
ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Ar-
beitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er um-
fasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsan-
gebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 
Seiten des Arbeitgebers rechnen können (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; 
SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.1).

Mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes (AB 196/2 f.) kann 
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht von einer vollständigen 
Einhändigkeit ausgegangen werden. Zwar ist die Gebrauchsfähigkeit des 
linken Armes deutlich eingeschränkt (keine eigenständige Trage- und He-
betätigkeit), doch kann die linke Hand für leichte Haltefunktionen immer 
noch genutzt werden. Damit besteht vorliegend die Einschränkung an der 
adominanten linken Hand (vgl. AB 102/1 Mitte), wogegen die rechte domi-
nante Hand nicht eingeschränkt ist. Vorliegend wurde das medizinische 
Zumutbarkeitsprofil somit nicht derart eingeschränkt formuliert, dass davon 

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ausgegangen werden müsste, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt stün-
den keine entsprechenden Tätigkeiten mehr zur Verfügung. Die Rechtspre-
chung hat nämlich wiederholt bestätigt, dass auf dem ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für Personen, 
die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch 
leichte Arbeiten verrichten können, zu finden sind. Längst nicht alle im Ar-
beitsprozess im weitesten Sinne notwendigen Aufgaben und Funktionen im 
Rahmen der Überwachung und Prüfung werden durch Computer und au-
tomatisierte Maschinen ausgeführt. Abgesehen davon müssen solche 
Geräte auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls überwacht und kontrolliert 
werden. Zu denken ist an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätig-
keiten sowie an die Bedienung von (halb-)automatischen Maschinen oder 
Produktionseinheiten, die keinen Einsatz des nicht mehr funktionstüchtigen 
Armes oder der nicht mehr einsetzbaren Hand voraussetzen (Urteil des 
Bundesgerichts 21. Dezember 2016, 8C_622/2016, E. 5.2.2 mit Hinwei-
sen). Damit hält der ausgeglichene Arbeitsmarkt gerade hinsichtlich der 
hier in Frage kommenden Hilfstätigkeiten einen genügend breiten Fächer 
an Angeboten in Form von Nischenarbeitsplätzen bereit, bei denen den 
gesundheitlichen Einschränkungen Rechnung getragen werden kann (vgl. 
Entscheide des BGer vom 23. März 2009, 8C_971/2008, E. 4.2.5, vom 
17. April 2009, 8C_1005/2008, E. 2.3.2, vom 17. September 2008, 
9C_418/2008, E. 3.2, und vom 3. März 2010, 8C_810/2009, E. 3.2 f.). 

4.6.2 Aus dem vom Beschwerdeführer zitierten Entscheid des BGer vom 
4. Oktober 2013, 9C_455/2013, E. 4.4 (Beschwerde, S. 6 unten), geht nicht 
hervor, dass bereits der Wegfall der Möglichkeit, die bisherige Arbeit weiter 
zu verrichten, einen Leidensabzug rechtfertigt; im Gegenteil wurde darin 
ein Abzug einzig aufgrund der leidensbedingten Einschränkung vorge-
nommen. Auch vorliegend ist von einer erschwerten Verwertbarkeit der 
Arbeitsfähigkeit in Bezug auf den zu unterstellenden ausgeglichen Arbeits-
markt auszugehen. Dieser leidensbedingten Einschränkung hat die Be-
schwerdegegnerin mit einem Tabellenlohnabzug von 10 % hinreichend 
Rechnung getragen. Unter Berücksichtigung dessen, dass eine faktische 
Einhändigkeit oder Beschränkung der dominanten Hand als Zudienhand 
einen Abzug von 20 - 25 % rechtfertigt (vgl. dazu THOMAS FLÜCKIGER, 
in FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2020, UV/19/291, Seite 13

Unfallversicherungsgesetz, 2019, Art. 18 N. 46 a.E., mit Hinweis auf den 
Entscheid des BGer vom 7. August 2018, 8C_58/2018, E. 5.3; vgl. dazu 
etwa auch Entscheide des BGer vom 15. Januar 2019, 9C_649/2018, 
E. 4.4, und vom 14. Mai 2018, 8C_744/2017, E. 4.1), erwiese sich unter 
den vorliegend gesehenen Verhältnissen ein über 10 % hinausgehender 
Abzug als unverhältnismässig. 

Sodann führt die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körper-
lich schwere Arbeiten zu verrichten, nicht automatisch zu einer Verminde-
rung des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, 
dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei 
eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen lei-
densbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits 
eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Ent-
scheid des BGer vom 22. März 2017, 8C_805/2016, E. 4.4). Schliesslich 
hat die Beschwerdegegnerin dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer 
aus medizinischer Sicht kaum mehr handwerkliche Tätigkeiten zumutbar 
sind (vgl. Beschwerde, S. 6), dadurch Rechnung getragen, dass sie bei der 
Ermittlung des Invalideneinkommens nicht auf das Gesamttotal der Tabelle 
TA1 (Fr. 64'080.--), sondern auf das tiefere Total im Dienstleistungssektor 
(Fr. 59'604.--) abgestellt hat (vgl. E. 4.5. hiervor).

4.6.3 Nimmt ein Versicherter nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit alters-
halber nicht mehr auf oder wirkt sich das vorgerückte Alter erheblich als 
Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit aus, so sind für die 
Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, 
die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesund-
heitsschädigung erzielen könnte (Art. 28 Abs. 4 der Verordnung über die 
Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 [UVV; SR 832.202]). Soweit 
der Beschwerdeführer geltend macht, auf dem ausgeglichenen Arbeits-
markt aufgrund seines Alters nicht mehr über eine wirtschaftlich verwertba-
re Restarbeitsfähigkeit zu verfügen, ist dem entgegenzuhalten, dass das 
Kriterium des Alters im UVG-Verfahren – anders als im IV-Verfahren – nicht 
von Bedeutung ist. Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt des Rentenbe-
ginns 63 Jahre alt und damit in "vorgerücktem Alter". Unter diesen Um-
ständen gelangt vorliegend die Sonderregelung nach Art. 28 Abs. 4 UVV 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2020, UV/19/291, Seite 14

zur Anwendung (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Unfall-
versicherung, 4. Aufl. 2012, S. 141 f.), wonach bei Personen, bei welchen 
sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der 
Erwerbsfähigkeit auswirkt, für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die 
Erwerbseinkommen massgebend sind, die ein Versicherter im mittleren 
Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte. Es 
ist folglich nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin beim Inva-
lideneinkommen auf die Durchschnittslöhne der LSE abgestellt hat. Abge-
sehen davon werden Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichen 
Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt und erfordern 
weder ein besonderes Bildungsniveau bzw. besonders vielseitige Berufser-
fahrung (Entscheid des BGer vom 18. April 2019, 8C_687/2018, E. 5.3) 
noch Sprachkenntnisse (Entscheid des BGer vom 29. Februar 2016, 
9C_808/2015, E. 3.4.2).

4.7 Damit besteht entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers 
kein Anlass zur Gewährung eines über 10 % hinausgehenden leidensbe-
dingten Abzuges vom Tabellenlohn und ein Eingreifen in das Ermessen der 
Verwaltung rechtfertigt sich nicht (vgl. BGE 126 V 75 E. 6 S. 61). Nach Ab-
zug des Leidensabzugs von 10 % – einzig aufgrund der leidensbedingten 
Einschränkung (vgl. E. 4.6 hiervor) – resultiert somit ein Invalideneinkom-
men von Fr. 56'427.90 (Fr. 62'697.65 ./. 10 %).

4.8 Zusammenfassend ergibt sich bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 59'440.90 (vgl. E. 4.4 hiervor) und einem Invalideneinkommen von 
Fr. 56'427.90 (vgl. E. 4.7 hiervor) eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse 
von Fr. 3'013.--, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 5 % entspricht 
(vgl. zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 125). Damit ist die Er-
heblichkeitsgrenze nach aArt. 18 Abs. 1 UVG nicht erreicht (vgl. E. 2.5 
hiervor).

4.9 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 12. März 2019 (AB 208) nicht zu beanstanden und die dagegen erho-
bene Beschwerde abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2020, UV/19/291, Seite 15

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.