# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77bb0607-28e6-5333-90a6-af8b8f4dad86
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.06.2015 SB150147
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150147_2015-06-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB150147-O/U/ad 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Burger,  

Ersatzoberrichter lic. iur. Ernst sowie die Gerichtsschreiberin  

lic. iur. Karabayir 

 
Urteil vom 12. Juni 2015 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, vertreten durch stv. Leitenden Staatsanwalt 

lic. iur. Kloiber,  

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

gegen 

 
A._____,  

Beschuldigter und Zweitberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 
betreffend Angriff etc. 

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom  

9. Dezember 2014 (DG140247) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom (Urk. 19) ist diesem 

Urteil beigeheftet. 

Urteil und Beschluss der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

- des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB 

-  der sexuellen Handlung mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB 

-  der Pornografie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 aStGB 

-  der Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch im Sinne von 

Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG 

-  des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne den erforderli-

chen Führerausweis im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG in Verbin-

dung mit Art. 10 Abs. 2 SVG 

-  des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im Sinne von Art. 97 

Abs. 1 lit. a und lit. g SVG 

-  des Führens eines Motorfahrzeuges ohne vorgeschriebene Haftpflicht-

versicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 

63 Abs. 1 SVG sowie 

-  der mehrfachen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Vom Vorwurf des Versuchs einer sexuellen Handlung mit Kindern im Sinne 

von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB wird 

der Beschuldigte freigesprochen. 

-   3   - 

3.  Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

324 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie einer Busse von 

Fr. 300.–. 

4.  Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 14 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf vier Jahre festgesetzt. Im Übrigen wird die Frei-

heitsstrafe vollzogen. 

5.  Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte seit dem 15. August 2014 im 

vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

6.  Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen. 

7.  Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

8.  Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin  

C._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-

satzanspruches wird die Privatklägerin C._____ auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen. 

9.  Der Privatkläger D._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

10.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 800.– als 

Genugtuung zu bezahlen.  

11.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ Fr. 700.– zu-

züglich 5% Zins ab 19. September 2013 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

12.  Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 15. August 

2014 beschlagnahmten Gegenstände: 

-   4   - 

- 1 Mobiltelefon der Marke Samsung Galaxy 4S (Asservatennummer …; 

Sachkaution Nr. …), 

- 1 4GB Speicherkarte (Sachkaution Nr. …), 

- 1 SIM Karte Sunrise (Sachkaution Nr. …), 

lagernd bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, werden eingezogen und 

sind durch die Lagerbehörde zu vernichten. 

13.  Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 00.00   Kosten Kantonspolizei 
Fr. 5'000.00   Gebühr Anklagebehörde 
Fr. 0.00   Kanzleikosten 
Fr. 19'684.35   Auslagen Untersuchung 
Fr. 35'383.50   amtliche Verteidigung 
Fr. 4'439.55   unentgeltliche Rechtsverbeiständung Privatklägerin 2 
 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens – ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung der Privatklägerin 2 – werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung der Privatklägerin 2 werden unter Vorbehalt einer 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO (in Verbindung mit Art. 138 

Abs. 1 StPO) auf die Gerichtskasse genommen. 

15.  Über die Honorare der amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten und der 

unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklägerin 2 ergehen separate Ent-

scheide. 

16.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Umtriebsent-

schädigung von Fr. 100.– zu bezahlen. 

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 76 S. 2 f.) 

" 1.  Es seien Dispositiv Ziff. 1, Dispositiv Ziff. 3, Dispositiv Ziff. 4, Dis-
positiv Ziff. 7, Dispositiv Ziff. 8, Dispositiv Ziff. 10, Dispositiv 
Ziff. 11, Dispositiv Ziff. 14 sowie Dispositiv Ziff. 16 des Urteils des 
Bezirksgerichts Zürich vom 9. Dezember 2014 aufzuheben.  

 2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Angriffs im Sinne von 
Art. 134 StGB sowie vom Vorwurf der sexuellen Handlung mit 
Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 2 StGB freizusprechen. 
Ebenfalls sei er vom Vorwurf der Pornografie im Sinne von 
Art. 197. Ziff. 3 aStGB freizusprechen.  

 3.  Der vorinstanzliche Freispruch vom Vorwurf des Versuchs einer 
sexuellen Handlung mit Kindern gemäss Dispositiv Ziff. 2 des   
Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. Dezember 2014 sei zu 
bestätigen.  

 4. Der Beschuldigte sei mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 
Fr. 30.-- unter Anrechnung der erstandenen Haft sowie einer 
Busse von Fr. 300.-- zu bestrafen.  

 5. Eventualiter sei eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten auszuspre-
chen, unter Anrechnung der erstanden Haft, unter Gewährung 
des bedingten Vollzuges sowie unter Ansetzung einer Probezeit 
von 2 Jahren.  

 6.  Subeventualiter sei eine teilbedingte Freiheitsstrafe auszu-
sprechen, wobei der zu vollziehende Teil die Hälfte der Strafe 
nicht zu übersteigen hat, wiederum unter Anrechnung der erstan-
denen Haft und unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.  

 7. Die Schadenersatzbegehren des Privatkläger B._____ sowie der 
Privatklägerin C._____ seien abzuweisen, eventualiter seien sie 
auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen.  

 8 Die Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ sowie der 
Privatklägerin C._____ seien abzuweisen.  

 9. Der Antraf auf Umtriebsentschädigung von Fr. 100.00 der Privat-
klägerklägerin 2 sei abzuweisen.  

 10.  Die Untersuchungs- und Gerichtskosten seien dem Beschuldigten 
zu einem Fünftel aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Vertei-
digung seien auf die Staatskasse zu nehmen."  

-   6   - 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:  

(Urk. 75 S. 1 f.) 

" 1.  Bestätigung der vorinstanzlichen Schuldsprüche gemäss Urteils-
dispositiv Ziffer 1;  

 2. Aufhebung des Freispruchs vom Vorwurf des Versuchs einer se-
xuellen Handlung mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB in Verbindung mit Ar. 22 Abs. 1 StGB und Schuldig-
sprechung in diesem Sinne, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. 2 und 
Anklageziffer 1.2.2;  

 3. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten sowie einer 
Busse von Fr. 300.--;  

 4.  In jedem Fall vollumfänglicher Vollzug der Freiheitsstrafe;  

 5.  Anordnung einer ambulanten Massnahme im Sinne von Art. 63 
während des Vollzugs der Freiheitsstrafe,  

 6.  Im Übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils;  

 7.  Auferlegung der Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens an den 
Beschuldigten." 

 

____________________________ 
 
 
 
 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte / Prozessuales 

1.  Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 9. Dezember 2014 (HD Urk. 61) 

wurde der Beschuldigte A._____ wegen Angriffs, sexueller Handlungen mit Kin-

dern, Pornografie, Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, mehr-

fachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne den erforderlichen Führerausweis, 

Missbrauch von Ausweisen und Schildern, Führen eines Motorfahrzeugs ohne 

vorgeschriebene Haftpflichtversicherung sowie mehrfacher Übertretung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen und zu einer teilbedingten Frei-

heitsstrafe von 28 Monaten und einer Busse von Fr. 300.– verurteilt. Vom Vorwurf 

des Versuchs einer sexuellen Handlung mit Kindern wurde er freigesprochen. 

-   7   - 

Ferner wurde der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin C._____ dem 

Grundsatze nach zu Schadenersatz und zur Zahlung einer Genugtuung von 

Fr. 700.– zzgl. 5 % Zins sowie einer Umtriebsentschädigung von Fr. 100.– ver-

pflichtet. Zur genauen Feststellung des Umfangs des Schadenersatzanspruches 

wurde die Privatklägerin auf den Zivilweg verwiesen. Gegenüber dem Privatkläger 

B._____ wurde der Beschuldigte zur Bezahlung einer Genugtuung von Fr. 800.– 

verpflichtet. Die übrigen Zivilansprüche wurden auf den Zivilweg verwiesen. 

Schliesslich wurden diverse beschlagnahmte Gegenstände zur Vernichtung ein-

gezogen (HD Urk. 61 S. 72 ff.).  

2. Gegen dieses Urteil meldeten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der 

Beschuldigte mit ihren Eingaben vom 11. Dezember 2014 rechtzeitig Berufung an 

(HD Urk. 46 f.). Am 30. bzw. 31. März 2015 gingen dem hiesigen Gericht die je-

weiligen Berufungserklärungen der genannten Parteien fristgerecht ein (HD 

Urk. 63 f.). Die Staatsanwaltschaft verzichtete nach Erhalt der Berufungserklärung 

des Beschuldigten auf eine Anschlussberufung (HD Urk. 68). Beweisergänzungen 

wurden keine beantragt. 

3. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). E contrario erwachsen die nicht von der Berufung erfassten 

Punkte in Rechtskraft (SCHMID, StPO-Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, 

N 1 zu Art. 402; vgl. auch Art. 437 StPO). Nicht angefochten wurden die 

Schuldsprüche betreffend der Delikte gegen das Strassenverkehrsgesetz und der 

mehrfachen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Dispositivziffer 1  

alinea 4 - 8). Ebenso blieb das erstinstanzliche Urteil unangefochten hinsichtlich 

der Zivilforderung des Privatklägers D._____ (Dispositivziffer 9), der Einziehung 

und Vernichtung der beschlagnahmten Gegenstände (Dispositivziffer 12) sowie 

der Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 13). Diese Dispositivziffern des vor-

instanzlichen Urteils sind somit in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Be-

schluss festzustellen ist (vgl. HD Urk. 63 S. 2; HD Urk. 64 S. 2; HD Urk. 76 

S. 2 f.).  

4. Am 28. Mai 2015 ersuchte die amtliche Verteidigerin um Einholung eines 

Führungsberichts über den Beschuldigten beim Amt für Justizvollzug, Justizvoll-

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zugsanstalt Pöschwies, was gleichentags in Auftrag gegeben wurde (HD Urk. 

69 f.). Der am 5. Juni 2015 bei der hiesigen Kammer eingegangene Führungsbe-

richt wurde den Parteien zur Kenntnisnahme zugestellt (HD Urk. 71 und 74/1-3). 

5. Zur Berufungsverhandlung am 12. Juni 2015 erschienen sind der Beschul-

digte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin sowie der Vertreter der Ankla-

gebehörde (Prot. II S. 4). 

II.  Materielles 

A. Angriff (Ziffer 1.1. HD) 

1.1. Der Hintergrund des vorliegenden Anklagevorwurfs bildet ein Treffen von 

ca. 50 Anhängern des Sängers E._____ im Hauptbahnhof Zürich, welche ge-

meinsam nach Oerlikon zum Hallenstadion fahren wollten, um dort die Erinnerung 

an ein E._____-Konzert aufleben zu lassen, welches sechs Monate zuvor stattge-

funden hatte. Unter diesen Fans befand sich u.a. auch der Privatkläger B._____ 

und F._____. Dieses Vorhaben wurde indessen von einer zweiten Gruppe Ju-

gendlicher (einige davon sog. "…") gestört, welche sich ebenfalls im Hauptbahn-

hof aufhielt. Zu dieser Gruppe gehörte u.a. der Beschuldigte A._____, sowie die 

Mitbeschuldigen G._____, H._____ (beide separate Verfahren bei der Jugendan-

waltschaft Zürich-Stadt)   sowie I._____ (separates Verfahren bei der Jugendan-

waltschaft Limmattal/Albis).   

1.2.  In Ziffer 1.1. der Anklageschrift wird dem Beschuldigten zusammengefasst 

vorgeworfen, sich am Sonntag, den 22. September 2013, nach 14.00 Uhr, zu-

sammen mit anderen an einem Angriff auf den Privatkläger B._____ (nachfol-

gend: Privatkläger) beteiligt zu haben, welcher am Hauptbahnhof Zürich begann 

und am Bahnhof Oerlikon endete. Massgeblich zum Angriff beigetragen haben 

soll der Beschuldigte dadurch, dass er den Privatkläger zusammen mit den Mit-

beschuldigten G._____ und H._____ in Oerlikon mit den Füssen in die Beine und 

Bauch- bzw. Rippenregion getreten habe. Konkret soll zunächst H._____ den Pri-

vatkläger beim Verlassen des Zuges mit dem linken und dann mit dem rechten 

Fuss in die Beine bzw. Bauchregion gekickt haben. Anschliessend soll der Be-

-   9   - 

schuldigte den Privatkläger gepackt und gegen den Zug bzw. gegen eine Wand 

gedrückt haben. Kurz darauf habe er den Privatkläger drei bis vier Mal mit dem 

Fuss von der Seite in die Rippenregion und G._____ von vorne in die Bauchregi-

on getreten. Der Privatkläger B._____ habe sich dadurch eine Gehirnerschütte-

rung, eine Brustkorb- und Bauchprellung sowie eine Schürfwunde am Oberarm 

zugezogen, welche einen Spitalaufenthalt vom 22. bis 24. September 2013 nötig 

machten und zu einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 22. bis 27. September 

2013 führten. 

2. Der Beschuldigte bestreitet zusammengefasst, den Privatkläger zu irgend-

einem Zeitpunkt getreten zu haben (Prot. I S. 16, 22; Prot. II S. 15 f.). Vielmehr sei 

es so gewesen, dass er den Privatkläger, nachdem die anderen diesen getreten 

hätten und dieser weggerannt sei, am Oberarm gepackt habe, um diesen zur Re-

de zu stellen. Erst nach den Tritten der anderen habe er nämlich erfahren, dass 

der Privatkläger auch ihn beleidigt habe. An den Zug bzw. an eine Wand ge-

drückt, habe er den Privatkläger nicht. Nachdem der Privatkläger ihm gesagt ha-

be, dass er – der Privatkläger – ihn nicht beleidigt habe, habe er diesen wieder 

losgelassen (HD Urk. 3/1 Nr. 17 f., Nr. 23 f.; HD Urk. 3/2 S. 2; HD Urk. 3/3 S. 3 f.; 

HD Urk. 3/4 S. 2; HD Urk. 3/5 S. 2; HD Urk. 3/10 S. 7; HD Urk. 12/7, Hafteinver-

nahme, S. 3; HD Urk. 12/10 S. 3 f.; Prot. I S. 17, 20; Prot. II S. 15 f.; HD Urk. 41 

S. 5 f.; HD Urk. 76 S. 20 f.).  

3. Als Beweismittel zur Erstellung der dem Beschuldigten vorgeworfenen 

Handlungen liegen die Aussagen des Privatklägers, seines Kollegen F._____, der 

E._____-Fans J._____, K._____, L._____ und des Beschuldigten sowie der Mit-

beschuldigten vor. Zudem sind ärztliche Unterlagen über den Privatkläger und di-

verse WhatsApp-Chatprotokolle des Beschuldigten vorhanden.  

4. Um Wiederholungen zu vermeiden kann bezüglich der Grundsätze der Be-

weiswürdigung sowie der Glaubwürdigkeit des Beschuldigten vollumfänglich auf 

die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (HD Urk. 61 

S. 7 - 9; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ebenfalls verwiesen wird auf die von der Vorinstanz 

korrekt zusammengefassten Aussagen des Beschuldigten (HD Urk. 61 S. 12 - 

14), der Mitbeschuldigten G._____, I._____, H._____ und M._____ (HD Urk. 61 

-   10   - 

S. 14 - 18), von F._____, des Privatklägers und von J._____, L._____ und 

K._____ (HD Urk. 61 S. 18 - 25). Den Inhalt der ärztlichen Unterlagen über den 

Privatkläger sowie der WhatsApp-Chatprotokolle des Beschuldigten hat die Vo-

rinstanz schliesslich auch korrekt zusammengefasst wiedergegeben (HD Urk. 61 

S. 25 - 27; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

5.1. Zum Geschehen in Oerlikon kann vorab festgehalten werden, dass H._____ 

und G._____ in Übereinstimmung mit den Untersuchungsergebnissen grundsätz-

lich zugaben, dass sie den Privatkläger in der eingeklagten Art und Weise mit 

Füssen getreten haben (HD Urk. 4/1 Nr. 12, 42 f.; HD Urk. 4/4 S. 2, 5 - 8; HD Urk. 

4/7 Nr. 10, 30, 41; HD Urk. 4/8 S. 2 - 4, 6; HD Urk. 4/14 S. 3 - 5, 7; HD Urk. 29/3/7 

S. 3; HD Urk. 32 f.). G._____ räumte allerdings nur einen Kick ein und wurde ent-

sprechend auch schuldig gesprochen und bestraft. Damit ist der Sachverhalt, was 

diese beiden Mitbeschuldigten anbelangt dahingehend erstellt, dass H._____ den 

Privatkläger beim Verlassen des Zuges zwei Fusstritte von hinten bzw. hinten 

seitlich gab und G._____ den Privatkläger danach einmal kickte (so auch die Ver-

teidigung, HD Urk. 76 S. 3).  

5.2. Des Weiteren ist aufgrund der Zugeständnisse des Beschuldigten ebenfalls 

erstellt, dass er den Privatkläger am Bahnhof in Oerlikon am Oberarm – nicht am 

Kragen – gepackt und vor sich herumgeschubst bzw. gestossen hat, um diesen 

zur Rede zu stellen, weshalb er – der Privatkläger – ihn beleidigt habe (HD Urk. 

3/1 Nr. 17; HD Urk. 3/2 S. 2; HD Urk. 3/3 S. 3; HD Urk. 3/4 S. 2; HD Urk. 3/5 S. 2; 

HD Urk. 12/7, Hafteinvernahme, S. 3; HD Urk. 12/10 S. 4; Prot. I S. 17; Prot. II 

S. 15 f.).  

5.3. Der Beschuldigte wird hauptsächlich durch die Aussagen des Privatklägers 

B._____ und diejenigen von F._____ belastet. Sie machten nämlich beide gel-

tend, dass der Beschuldigte den Privatkläger gleich nach dem Aussteigen aus 

dem Zug mehrmals in die Bauch- und Brustregion getreten habe. Sowohl die 

Aussagen des Privatklägers als auch diejenigen von F._____ sind mit der Vo-

rinstanz als glaubhaft zu qualifizieren. So machten sie gesamthaft äusserst detail-

reiche und lebensechte Angaben. Ihre spontanen Ausführungen zu den Ereignis-

sen am Tattag vom Zusammentreffen am Hauptbahnhof Zürich bis zu den Vorfäl-

-   11   - 

len in Oerlikon blieben über mehrere Befragungen hinweg weitgehend konstant 

(vgl. zu den Ereignissen am HB Zürich: F._____ in HD Urk. 5/1 Nr. 4 - 6, 22 f.; HD 

Urk. 5/3 S. 2 f.; HD Urk. 5/5 S. 4, 9 und der Privatkläger in HD Urk. 5/2 Nr. 15, 17 

- 19; HD Urk. 5/12 S. 4, 6. Zu den Ereignissen auf dem Weg zum und im Zug: 

F._____ in HD Urk. 5/1 Nr. 8; HD Urk. 5/3 S. 3; HD Urk. 5/5 S. 4 und der Privat-

kläger in HD Urk. 5/2 Nr. 20, 23, 25 f., 29, 32 - 36, 39; HD Urk. 5/12 S. 5, 7 f.. Zu 

den Ereignissen in Oerlikon: F._____ in HD Urk. 5/1 Nr. 9, 17, 22; HD Urk. 5/3 S. 

3 f.; HD Urk. 5/5 S. 5 - 8, 10 und der Privatkläger in HD Urk. 5/2 Nr. 37 f., 44 f.; 

HD Urk. 5/12 S. 6, 9 - 11). Entgegen der (nicht weiter begründeten) Feststellung 

der Vorinstanz, die genannten Aussagen seien nicht immer stringent (HD Urk. 61 

S. 28 f., 32), lassen sich die jeweiligen Aussagen selbst und untereinander zu ei-

nem stimmigen Ganzen zusammenfügen. Insbesondere auch die tätlichen Über-

griffe in Oerlikon schilderten der Privatkläger und F._____ im Kerngehalt de-

ckungsgleich, gleichbleibend, ausführlich, logisch in der Abfolge und je aus ihrer 

eigenen Perspektive, ohne dass die entsprechenden Ausführungen stereotyp o-

der – wie die Verteidigung behauptet – abgesprochen wirken (F._____: Ausstei-

gen, Fusstritte von G._____ und vom Beschuldigten, Wegrennen des Privatklä-

gers, Verfolgung u.a. durch den Beschuldigten, Nachrennen und Überholen durch 

F._____, Verschwinden des Privatklägers aus Sichtfeld, "Schwedenkuss" von 

G._____; Privatkläger: zwei Fusstritte noch beim Aussteigen, Versuch wegzuren-

nen, Gepacktwerden, Losreissen und Versuch wegzurennen, Fusstritte von 

G._____ und dem Beschuldigten, Wegrennen). Davon, dass der Privatkläger und 

F._____ die Chronologie der Ereignisse nicht richtig in Erinnerung hätten, kann 

keine Rede sein. Ferner gibt es Unterschiede in den jeweiligen Aussagen die ge-

gen eine – von der Verteidigung vermutete (HD Urk. 76 S. 8 f., 11) – Absprache 

bzw. gegenseitige unbewusste Beeinflussung sprechen. F._____ schildert näm-

lich die Fusstritte des Beschuldigten und von G._____ gegen den Privatkläger, 

wohingegen der Privatkläger auch noch die Tritte von H._____ erwähnt; letztere 

konnte F._____ nicht gesehen haben, weil er nach seinen Angaben fast zeitgleich 

mit dem Privatkläger, und damit vor H._____, aus dem Zug ausgestiegen ist (HD 

Urk. 5/5 S. 6, 10). Stimmig damit machte F._____ auch nur in Bezug auf die Vor-

fälle mit dem Privatkläger auf dem Perron, gleich nach dem Aussteigen detailrei-

-   12   - 

che und farbige Angaben. Als weiteres Wahrheitssignal ist zu werten, dass sich 

beide mit ihren belastenden Aussagen zurückhielten. Insbesondere blieb der Pri-

vatkläger trotz der für ihn unerklärlichen Gehirnerschütterung (HD Urk. 5/12 S. 9) 

nur bei den Fusstritten. Die Schilderungen erscheinen durch die Verflechtung mit 

den   eigenen Gefühlsregungen und Gedanken wirklich erlebt und lebensnah (HD 

Urk. 5/2 Nr. 36; HD Urk. 5/12 S. 7 f.; HD Urk. 5/1 Nr. 9). In ihren Erzählungen sind 

nebensächliche, aber konstant dargelegte Elemente zu finden, welche den Ein-

druck derer Authentizität unterstreichen (bspw. F._____ betreffend Einkauf im 

Migros: HD Urk. 5/1 Nr. 6; HD Urk. 5/5 S. 9; Privatkläger betreffend das Werfen 

von einer Fanta-, einer Energie Drink- und einer Wasserflasche: HD Urk. 5/2 

Nr. 17; HD Urk. 5/12 S. 4). Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen von F._____ 

spricht sodann, dass er konkret zwischen Gehörtem und Selbstbeobachtetem zu 

unterscheiden bemüht ist (HD Urk. 5/12 S. 3; HD Urk. 5/5 S. 4). Überzeugend ist 

sodann, dass sich sowohl der Beschuldigte als auch F._____ sehr sicher – min-

destens zu 90 % (HD Urk. 5/5 S. 7 f.; HD Urk. 5/2 Nr. 45; HD Urk. 5/12 S. 10 f.) – 

sind, was die Identität der Person anbelangt, welcher den Privatkläger drei bis vier 

Mal gekickt haben soll. Die Verteidigung brachte dagegen ein, dass der Privatklä-

ger den Beschuldigten mit H._____ verwechselt haben müsse (HD Urk. 41 S. 13 

ff.; HD Urk. 76 S. 4 f.). Diesem Einwand kann aus folgenden Gründen nichts ab-

gewonnen werden: Nicht nur der Privatkläger hat nämlich den Beschuldigten ein-

deutig mit hoher Treffsicherheit als einen der Angreifer identifiziert, sondern auch 

F._____. Überzeugend ist die Fotoidentifizierung des Privatklägers ferner inso-

fern, als ihm zwei Fotobogen mit Referenzpersonen vorgehalten wurden, und er 

auf dem ersten Fotobogen korrekterweise eben niemanden als Angreifer identifi-

zierte, sondern nur auf dem Zweiten den Beschuldigten (HD Urk. 5/2 Nr. 42 f.). 

Schliesslich ist auch darauf hinzuweisen, dass der Privatkläger angab, denjeni-

gen, welcher ihn als erster von hinten geschlagen habe (also H._____), nicht ge-

sehen zu haben (HD Urk. 5/12 S. 9). In Kohärenz zu dieser Aussage gab er bei 

der Fotokonfrontation anlässlich der polizeilichen Befragung auch an, dass ihm 

die Nummer 2 auf dem vierten Fotobogen (H._____) zwar bekannt vorkomme, er 

aber nicht zu 100 % sagen könne, ob er dabei gewesen sei (HD Urk. 5/2 Nr. 46). 

Der in diesem Zusammenhang zusätzlich eingebrachte Einwand der Verteidi-

-   13   - 

gung, die Identifizierung habe durch die Veröffentlichung eines verpixelten Fotos 

des Beschuldigten erheblich an Beweiskraft verloren (HD Urk. 41 S. 15; HD Urk. 

76 S. 9), vermag schliesslich auch keine mehr als nur theoretischen Zweifel an 

einer erlebnisbasierten Identifizierung zu wecken. Zwar ist auf dem verpixelten 

Foto tatsächlich ein Brillenträger zu erkennen. Mehr ist darauf aber nicht sichtbar. 

Dem Beschuldigten wurden fünfzehn Fotos von Personen (mit Brillen) vorgelegt, 

welche der Person auf dem verpixelten Foto auch hätten entsprechen können 

(vgl. HD Urk. 5/2 Fotobogen 2 und 3). Der Privatkläger identifizierte aber ohne zu 

zögern gerade und nur den Beschuldigten. Von einer Verwechslung durch den 

Privatkläger kann unter diesen Umständen nicht gesprochen werden.  

 An dieser Würdigung vermögen auch die nachfolgend darzulegenden, von 

der Verteidigung als widersprüchlich bezeichneten Aussagen von F._____ oder 

des Privatklägers nichts zu ändern:  

 F._____ bezeichnete in der ersten Befragung I._____ als   einen der Angrei-

fer, obwohl sich herausstellte, dass es H._____ gewesen war. Die Vorinstanz 

sprach in diesem Zusammenhang von einer, im Hinblick auf die Glaubhaftigkeits-

beurteilung unbedeutenden Verwechslung (HD Urk. 61 S. 29). Die Verteidigung 

sah darin ein Lügensignal (HD Urk. 76 S. 4 f., 10 f.). Diesen Würdigungen kann 

nicht zugestimmt werden. Zum einen wurde F._____ nämlich nie ein Fotobogen 

mit dem Abbild von H._____ vorgelegt. Er hatte also nicht die Möglichkeit, diesen 

zu identifizieren. I._____ war schliesslich auch dabei, so dass es nachvollziehbar 

ist, dass er – ohne ein Foto von H._____ gesehen zu haben – davon ausgeht, 

dass dieser der dritte Täter ist. Darüber hinaus ist auch zu beachten, dass 

F._____ stimmig mit dem dargelegten chronologischen Ablauf und den jeweiligen 

Standorten der Beteiligten (vgl. oben) aussagte, dass er zwei Täter, G._____ und 

den Beschuldigten, sicher gesehen habe, den dritten Täter, H._____, aber nur 

aus dem Augenwinkel (HD Urk. 5/3 S. 3 f.; HD Urk. 5/5 S. 4; vgl. auch HD Urk. 

5/5 S. 6, 10). Im Übrigen ist es angesichts der Dynamik und der Spontanität der 

Auseinandersetzung durchaus denkbar, dass einem Zeugen einige der Beteiligten 

an einem Angriff besser in Erinnerung bleiben als andere. Auch wenn F._____ 

diese beiden Mitbeschuldigten verwechselt haben sollte, spricht folgender Um-

-   14   - 

stand für die Richtigkeit der später erfolgten Identifizierung des Beschuldigten: Auf 

Vorhalt dreier Fotobogen, worunter sich auch ein Fotobogen mit dem Beschuldig-

ten ähnelnden Referenzpersonen befand, wies F._____ explizit darauf hin, dass 

die auf dem entsprechenden Fotobogen abgebildeten Personen dem Beschuldig-

ten zwar ähneln würden, dass ein Abbild von diesem aber fehle (HD Urk. 5/1 

Nr. 19). Wäre er durch das in den Medien erschienene, verpixelte Foto des Be-

schuldigten beeinflusst gewesen, wie die Verteidigung glauben machen will (HD 

Urk. 76 S. 11), wäre eine so präzise Angabe ohne Erlebnishintergrund kaum mög-

lich gewesen (vgl. oben S. 10).   

 Die Verteidigung machte geltend, dass der Privatkläger sich in der Person 

desjenigen widerspreche, welcher ihn – seinen Aussagen zufolge – gepackt und 

an die Wand gedrückt haben soll (HD Urk. 41 S. 13; HD Urk. 76 S. 7). Der Privat-

kläger gab im Rahmen seiner ersten spontanen Erzählung der Vorgänge an, dass 

der "mit der Kappe", also G._____, ihn an den Zug gedrückt habe (HD Urk. 5/2 

Nr. 38). In seiner zweiten Einvernahme präzisierte er dies, indem er ausführte, 

dass ihn "einer gepackt und an den Zug gestossen habe". Wer das gewesen sei, 

könne er nicht mehr sagen (HD Urk. 5/12 S. 9). Vergleicht man diese Aussagen, 

entsteht zunächst der Eindruck, dass der Privatkläger G._____ als denjenigen 

bezeichnet, welcher ihn gepackt und an den Zug gedrückt habe. Dass er dies 

aber nicht so gemeint haben kann, ergibt sich sogleich aus folgenden, ebenfalls 

bereits in seiner ersten Befragung deponierten Angaben: Nachdem der Privatklä-

ger den Beschuldigten bei der Fotokonfrontation nämlich als einen der Täter iden-

tifizierte, wird er gefragt, ob dies einer derjenigen gewesen sei, welche ihn gekickt 

habe. Darauf antwortet der Privatkläger: "Genau. Der mich gepackt und gekickt 

hat." (HD Urk. 5/2 Nr. 43 f.). Damit wird klar, dass nach Aussagen des Privatklä-

gers G._____ derjenige war, der ihn u.a. an den Zug gedrückt und der Beschul-

digte derjenige, der ihn gepackt hatte. Der Privatkläger gab damit also – entgegen 

den Ausführungen der Vorinstanz (HD Urk. 61 S. 28) – nie explizit an, G._____ 

habe ihn auch gepackt. Denjenigen, der ihn gepackt hat, bezeichnet er wider-

spruchsfrei als den Beschuldigten. Diese Version stimmt im Übrigen auch mit der 

Zugabe des Beschuldigen überein, wonach er den Privatkläger nach Verlassen 

des Zuges – wenn auch zu einem späteren, als dem eingeklagten Zeitpunkt – ge-

-   15   - 

packt haben will (vgl. vorne Erw. A.5.2.). Indessen ist auch hier zu beachten, dass 

das dynamische Geschehen mit zwei Kontrahenten einer präzisen Schilderung 

und letztlich auch einer minutiösen Analyse bis in die letzte Verästelung der Aus-

sagen entgegensteht; entscheidend ist im Hinblick auf den Tatbestand die im 

Kerngehalt gleichbleibende Aussage betreffend der Fusstritte des Beschuldigten, 

von G._____ und H._____.  

 Damit lösen sich die von der Verteidigung aufgeführten "Widersprüche" bei 

einer Gesamtbetrachtung und sorgfältiger Aussagenanalyse auf, so dass keine 

unüberwindbaren Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 

und von F._____ bestehen.  

5.4. Massiv belastet wird der Beschuldigte nebst den obgenannten Aussagen 

auch durch die WhatsApp-Chatprotokolle. Darin bekennt sich der Beschuldigte 

explizit, dass er am Tattag mindestens einen N._____ [Ausdruck für Fan von 

E._____] geschlagen hat (HD Urk. 1/11 S. 52 f.: "…. Ich han ihn und sin kolleg 

baidi vershlage…"; HD Urk. 1/12 S. 4 f.: "…. Nachdem ich sim kolleg kopfnuss 

verpasst han und en andere bewustlos gshlage han…"; HD Urk. 1/13 S. 2: 

[O._____] "seg mer ned das due au N._____s gshlaage hesh", [Beschuldigter] 

"Moll"). Diese Bekenntnisse stellen ein weiteres Indiz dar, welches sich in das 

Mosaik der zur Verfügung stehenden Beweismittel ohne weiteres einflechten lässt 

und zusammen mit den Aussagen von F._____ und dem Privatkläger ein stimmi-

ges Bild abgibt. Zwar weist die Verteidigung zu Recht darauf hin, dass diese Be-

kenntnisse den Beweisergebnissen insofern zuwiderlaufen, als der Beschuldigte 

darin angibt, zwei Personen verschlagen und eine davon sogar in die Bewusstlo-

sigkeit geschlagen zu haben. Die Verteidigung hielt insofern dafür, dass diese 

Zugeständnisse nur Ausdruck von Unreife und Profilierungsgedanken gewesen 

sein müssten und ihnen deshalb die Aussagekraft abgehe (HD Urk. 41 S. 18; HD 

Urk. 76 S. 18 f.). Dem kann aber nicht zugestimmt werden. Denn zum einen 

spricht die Reaktion des Beschuldigten auf Vorhaltung der entsprechenden Proto-

kolle dafür, dass die darin gemachten Zugeständnisse eben nicht nur aus Unreife 

und zu Profilierungszwecken erfolgten. Der Beschuldigte zögerte nämlich, lachte 

teilweise inadäquat, verlor seine sonst so gewohnte Schlagfertigkeit und verwei-

-   16   - 

gerte schliesslich ohne nachvollziehbaren Grund die Unterschrift (HD Urk. 3/9 Nr. 

26, 28, 30, S. 5). Zum anderen weisen die Gesprächsinhalte mehr auf eine Ten-

denz des Beschuldigten hin, seine Aussagen an den jeweiligen Adressatenkreis 

anzupassen, als auf unreife Züge bzw. Profilierungsgedanken. Kann er sich sei-

ner Ansicht nach nämlich damit brüsten, schreckt er auch vor Übertreibungen 

nicht zurück. Werden seine Taten aber nicht goutiert, verleugnet er sie einfach. 

Eindrücklich kommt dies zum Ausdruck im WhatsApp-Chat mit O._____: nach-

dem der Beschuldigte auf Nachfrage bestätigt, dass er der in der Zeitung be-

schriebene Übeltäter ist, welcher N._____s geschlagen habe, will er es plötzlich 

nicht mehr gewesen sein, als seine Gesprächspartnerin ihre Missbilligung diesbe-

züglich äussert (Urk. HD 1/13 S. 3). Der Beschuldigte und seine Verteidigung 

brachten schliesslich zur Entkräftung dieses Beweismittels vor, dass die darin 

gemachten Zugeständnisse nicht ernst gemeint gewesen seien (HD Urk. 41 S. 

18; HD Urk. 3/9 Nr. 27, 40). So habe sich der Beschuldigte nur entsprechend ge-

äussert, um ihm unliebsame Freundinnen loszuwerden. Dann ist aber der im An-

schluss an die Zugeständnisse geführte Gesprächsinhalt mit „P._____“ umso un-

verständlicher (HD Urk. 1/11 S. 53 ff.): Als „P._____“ nämlich diesbezüglich Tadel 

anbringt ("Du bish so erwachse…", "dini sach was du machsh", "sori aber lug was 

kmacht hesh gshläglet.. Das ish ja so erwachse"), versucht der Beschuldigte fast 

eine ganze Stunde lang, „P._____“ davon zu überzeugen, dass er nichts für seine 

Taten könne, er provoziert worden sei, dass er sie liebe und sie heiraten möchte, 

etc.. Insofern vermögen diese Vorbringen keine Zweifel an der Beweiskraft der 

Chatprotokolle zu begründen.  

5.5. Im Gegensatz zu den Aussagen des Privatklägers und von F._____ sind 

diejenigen des Beschuldigten allgemein über weite Strecken inkongruent, nicht 

schlüssig und damit unglaubhaft. Der Beschuldigte widerspricht sich selbst sowie 

den teilweise untereinander deckungsgleichen Aussagen seiner Mitbeschuldigten. 

So sagten I._____, G._____ und H._____ aus, dass sie dem Privatkläger bzw. 

den N._____s bewusst zu Provokationszwecken in den Zug nach   Oerlikon ge-

folgt seien. I._____ sprach in diesem Zusammenhang davon, dass sie die 

N._____s noch ein wenig hätten weiter provozieren wollen (Urk. 4/4 Nr. 35 f.). 

Nach G._____’s Zugeständnissen hätten I._____, der Beschuldigte und Q._____ 

-   17   - 

und eine weitere ihm namentlich nicht bekannte Person die N._____s verschla-

gen wollen. Deshalb sei man ihnen in den Zug gefolgt (HD Urk. 4/1 Nr. 12, 38; HD 

Urk. 4/4 S. 4). H._____ berichtete, dass sie in Zürich die einzelnen Wagons des 

Zuges nach den N._____s durchsucht hätten (HD Urk. 4/14 S. 4). Der Beschul-

digte blieb dahingegen diesbezüglich äusserst vage und inkonsequent in seinen 

Angaben. Zunächst will er einfach nur mit seinen Kollegen mitgegangen sein, um 

zu schauen, was dort so passieren würde. Er habe es interessant gefunden. Da-

nach habe er seinen Bruder in Oerlikon besuchen wollen. Später war dann nur 

der Besuch seines Bruders der Grund für die Fahrt nach Oerlikon. Gemäss einer 

anderen Version schliesslich will er von einer Kollegin seiner Cousine, auch ein 

E._____-Fan, darum gebeten worden sein. Diese habe ihn gefragt, ob er nicht 

mitkommen könne, falls etwas passiere, und ob er ihnen helfen könne. Dass es 

zu einer Schlägerei kommen würde, will er aber nicht gedacht haben (HD Urk. 3/1 

Nr. 27; HD Urk. 3/10 S. 9; Prot. I S. 19, 21, 23; Prot. II S. 13 f.). Auffallend sind 

sodann die widersprüchlichen Aussagen bezüglich des genannten Mädchens. So 

sprach er in seiner ersten Einvernahme nur davon, sich im Zug mit einer Person 

unterhalten zu haben, welche er kenne (HD Urk. 3/1 Nr. 14). In der Hafteinver-

nahme war das die Kollegin seiner Cousine (HD Urk. 3/2 S. 3). Dann soll er sie 

am Hauptbahnhof erst gerade kennengelernt haben (HD Urk. 3/7 S. 2). Sie soll 

aber dennoch am Hauptbahnhof schon auf seinem Schoss gesessen sein. Dann 

sei diese zu den N._____s gegangen und sie hätten sich im Zug wieder getroffen 

und sich unterhalten (HD Urk. 3/5 S. 3). Dann wiederum wollte er sie erst auf dem 

Weg zum Zug gesehen haben (Prot. I S. 19). Abgesehen davon erscheint schon 

die Behauptung des Beschuldigten, er sei von ihr gebeten worden auf den Zug 

nach Oerlikon mitzukommen für den Fall, dass etwas passieren sollte, realitäts-

fremd. Denn das Mädchen soll zur Gruppe der N._____s gehören. Der Beschul-

digte trat am Hauptbahnhof als Teil der Gruppierung auf, welche die N._____s 

kurz zuvor mit Flaschen beworfen und angepöbelt haben. Jemanden um Hilfe zu 

bitten, der dem Mädchen als Teil der Angreifer erscheinen musste, zumal auch 

der Beschuldigte selbst den N._____s eine Flasche nachgeschleudert hat, ist völ-

lig abwegig. Schliesslich ist auch interessant, dass diese Kollegin in seinen Erzäh-

lungen ab dem Zeitpunkt, als sie in Oerlikon ankommen, nicht mehr auftaucht. 

-   18   - 

 Ferner überzeugt auch die Aussage des Beschuldigten nicht, dass er im Zug 

von Drohungen und Beleidigungen nichts mitbekommen habe, weil er sich im Zug 

mit dem genannten Mädchen unterhalten habe (HD Urk 3/1 Nr. 11 - 14). Zum ei-

nen gaben sogar seine Mitbeschuldigten an, dass der Beschuldigte sich im Zug 

ebenfalls an den verbal-aggressiven Auseinandersetzungen mit den N._____s 

beteiligt habe. G._____ führte aus, dass sich der Privatkläger und der Beschuldig-

te im Zug gestritten hätten (Urk. HD 4/4 S. 4). H._____ gab zu Protokoll, dass der 

Beschuldigte den Privatkläger im Zug die ganze Zeit beleidigt und ihm gedroht 

habe (HD Urk. 4/7 Nr. 38; HD Urk. 4/8 S. 3; HD Urk. 4/14 S. 5, 7). I._____ berich-

tete, dass sie die N._____s beschimpft und sie angeflucht hätten (HD Urk. 4/3 

Nr. 47 f.; HD Urk. 4/12 S. 3 - 5). Zum anderen gab der Beschuldigte an, im Zug 

nicht zugehört zu haben, was die anderen gesagt hätten, und nicht beteiligt ge-

wesen zu sein, weil er sich einzig auf die Unterhaltung mit einer Frau konzentriert 

habe (HD Urk. 3/7 S. 2). Dennoch konnte er aber bei den Einvernahmen zuvor 

berichten, dass G._____, I._____ und weitere Person die N._____s beleidigt hät-

ten bzw. dass G._____ mit dem Privatkläger eine Konfrontation gehabt und die-

sen bedroht habe (HD Urk. 3/1 Nr. 11 - 14; HD Urk. 3/3 S. 3). Wo der Privatkläger 

im Zug genau stand, konnte der Beschuldigte auch angeben (HD Urk. 3/3 S. 3; 

HD Urk. 3/7 S. 1).  

 Widersprüchlich und inkongruent sind seine Aussagen schliesslich auch zu 

den Vorfällen in Oerlikon. Auf der einen Seite gibt er an, gesehen zu haben, wie 

G._____ und "der mit der ... Kappe" auf den Privatkläger eingeschlagen habe 

(HD Urk. 12/7, Hafteinvernahme, S. 2). Dann aber will er wieder nichts von der 

Schlägerei mitbekommen haben, weil er als letzter ausgestiegen sei und nur noch 

habe sehen können, wie der Privatkläger weggelaufen sei (HD Urk. 3/3 S. 3 f.). 

Bei zusätzlicher Berücksichtigung der jeweiligen Fragestellungen zu den wider-

sprüchlichen Antworten gibt diese Inkongruenz einen Anhaltspunkt für das Be-

streben des Beschuldigten, seine Antworten an die ihn belastenden Fakten anzu-

passen. Dies spricht gegen die Annahme von erlebnisbasierten, der Wahrheit 

entsprechenden Ausführungen. Abgesehen davon macht seine Aussage, wonach 

"der mit der ... Kappe" und G._____ geschlagen haben sollen, keinen Sinn, hatte 

doch gemäss Beweisergebnis eben gerade G._____ eine ... Kappe an. Ferner will 

-   19   - 

er den Privatkläger zunächst nur gepackt haben (HD Urk. 3/1 Nr. 17), auf Vorhal-

tung entsprechender Aussagen dann doch auch noch mit sich gezogen (HD Urk. 

3/4 S. 2), dann vor sich her geschubst haben (HD Urk. 3/5 S. 2) und schliesslich 

doch nicht geschubst, sondern gestossen haben (Prot. I S. 17). Sodann will er 

den Privatkläger losgelassen haben, nachdem dieser ihm geantwortet habe, dass 

er ihn nicht beleidigt habe (HD Urk. 3/1 Nr. 17), dann aber soll der Beschuldigte 

ohne eine Antwort vom Privatkläger erhalten zu haben, umgekehrt und weglaufen 

sein (HD Urk. 3/3 S. 3). Schliesslich will der Beschuldigte dem Privatkläger zu-

nächst nachgerannt sein, nachdem ihm mitgeteilt worden sei, dass der Privatklä-

ger ihn beleidigt habe. Dann soll er diesem nachgelaufen sein und zu guter Letzt 

war es nur ein Zufall, dass er den Privatkläger später wieder (bei der Bauab-

schrankung) antraf und ihn packte (HD Urk. 3/1 Nr. 36; HD Urk. 3/3 S. 3; Prot. I 

S. 21; Prot. II S. 18 f.). Verdächtig ist schliesslich auch sein Aussageverhalten. 

Wird der Beschuldigte mit ihn massiv belastenden Beweismitteln konfrontiert 

(z.B. Chatprotokolle, Aussagen), wird er aufbrausend, verweigert die Unterschrift 

oder ist so aufgebracht, dass seine Befragung nicht mehr weitergeführt werden 

kann (HD Urk. 3/1 Nr. 17 - 20; HD Urk. 3/9; HD Urk. 3/4 S. 3).  

5.6. Von den Mitbeschuldigten G._____, H._____, I._____ und M._____ wird der 

Beschuldigte nicht belastet. Keiner dieser vier Personen will nämlich gesehen ha-

ben, dass der Beschuldigte ebenfalls mit den Füssen auf den Privatkläger einge-

treten hat. I._____ versichert darüber hinaus, dass der Beschuldigte überhaupt 

nichts gemacht habe. Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, vermag dieser Um-

stand den Beschuldigten allerdings nicht zu entlasten.  

5.6.1. Die Aussagen von G._____ sind gesamthaft weitgehend als unglaubhaft zu 

qualifizieren. So fehlt jeglicher spontaner Erzählfluss. Nur auf konkrete Fragen 

werden kurz gehaltene Antworten gegeben. Seine Aussagen sind vom Bestreben 

geleitet, möglichst von sich abzulenken, sowenig wie möglich einzugestehen und 

seinen eigenen Tatbeitrag so gut es geht zu minimieren. So leugnet G._____ zu-

nächst jegliche gewalttätige Tatbeteiligung, berichtet sodann von Handlungen  

ohne strafrechtliche Relevanz und erwähnt in diesem Zusammenhang vorerst nur 

(nicht ermittelbare) Vornamen allfälliger Täter (HD Urk. 4/1 Nr. 1 - 10). Erst nach 

-   20   - 

Vorhaltung von belastenden Aussagen gibt G._____ zu, dass es zu gravierende-

ren Auseinandersetzungen mit den N._____s gekommen sei, als er anfangs 

glauben machen wollte. Erst jetzt wird der namentlich genannte I._____, welchen 

G._____ nach eigenen Angaben erst seit einer Woche kennt (HD Urk. 4/4 S. 3), 

mit strafrechtlich relevanten Handlungen in Zusammenhang gebracht. Um weiter 

von sich abzulenken, benennt er "jemanden von …berg" als Haupttäter. Den Na-

men oder die Adresse zu dieser Person verschweigt er noch. Sein eigener Tatbei-

trag wird je nach Beweislage immer mehr ausgedehnt, aber immer noch beschö-

nigend als Versehen und Missgeschick bzw. Unfall dargestellt. Dass es G._____ 

immer darum ging, seinen eigenen Tatbeitrag zu minimieren und nötigenfalls die-

jenigen der anderen im Sinne eines Ablenkungsmanövers zu maximieren, zeigt 

sich eindrücklich in den folgenden Aussagen: "Ich habe nicht als erster geschla-

gen. So wie ich weiss, wird man erst straffällig, wenn man einem eine Faust gibt" 

(HD Urk. 4/1 Nr. 17) oder ".... Sie, aber bin ich der einzige, welcher festgenom-

men wurde?" (HD Urk. 4/1 Nr. 18) oder "…. Die haben dann ja alles auf mich ge-

schoben, als ob ich alles gemacht hätte“ (HD Urk. 4/4 S. 5). Auffällig ist auch, 

dass er nach Eröffnung der beantragten Untersuchungshaft ausführt: "Ich sage 

Ihnen jeden Namen, alles was sie wissen wollen" (HD Urk. 4/1 Nr. 47 f.). Auf 

Nachfrage nach dem Jungen vom …berg, gibt er schliesslich dessen Adresse be-

kannt (HD Urk. 4/1 Nr. 49). Nicht stimmig ist ferner, dass G._____ einerseits aus-

führt, der Beschuldigte habe den Privatkläger am HB auch schlagen wollen (HD 

Urk. 4/8 S. 2 f.; HD Urk. 4/1 Nr. 6). Dieser Wille soll so intensiv gewesen sein, 

dass sie dem Privatkläger in den Zug nach Oerlikon gefolgt seien. Dann soll der 

Beschuldigte im Zug auch implizit gedroht haben. Andererseits gibt er aber an, 

dass er den Beschuldigten nicht beim Treten gesehen habe. Es fehlen jegliche 

Erklärungen dafür, weshalb der Beschuldigte auf einmal von seinem Vorhaben 

abgelassen haben soll. Es entsteht ein nicht erklärbarer Strukturbruch. Diese Aus-

lassung deutet auf ein bewusstes Verschweigen hin. Allein schon vor diesem Hin-

tergrund erscheint die Aussage von G._____, er habe nicht gesehen, dass der 

Beschuldigte etwas gemacht habe, unglaubhaft. Verstärkt wird dieser Eindruck 

schliesslich, wenn man sich die Umstände vor Augen führt, in welcher diese Aus-

sage erfolgte. In seiner Schlusseinvernahme verweigert G._____ jegliche Aussa-

-   21   - 

ge. Völlig zusammenhanglos und überraschend gibt er dann – aufgefordert zur 

Schilderung der Ereignisse am Tattag – lediglich an, dass er nur eins dazu sagen 

könne: der Beschuldigte habe aus seiner Sicht, "also was er gesehen habe", 

nichts gemacht (HD Urk. 4/17  

S. 3). Zu diesem Zeitpunkt sind G._____, I._____ und H._____ bereits wieder auf 

freiem Fuss. G._____’s Aussagen vermögen die Beteiligung des Beschuldigten 

damit nicht auszuschliessen.  

5.6.2. Die Aussage von H._____, wonach er nicht gesehen habe, dass der Be-

schuldigte geschlagen habe (HD Urk. 4/7 Nr. 32; HD Urk. 4/14 S. 4, 7), erscheint 

angesichts seiner übrigen Schilderungen an sich plausibel. Denn nach seinen   

eigenen Zugeständnissen fiel er nach den von ihm ausgeführten Fusstritten hin 

und war mit sich selbst beschäftigt (HD Urk. 4/7 Nr. 13, 17). Er habe nur noch 

mitbekommen, dass der Privatkläger weggerannt sei und G._____, I._____ und 

der Beschuldigte ihm gefolgt seien (HD Urk. 4/8 S. 2, 4). Als er die anderen ein-

geholt habe, habe er gesehen, dass die genannten Personen den Privatkläger 

bedroht und beleidigt hätten und Letzterer drei frische blutige Schürfwunden am 

Oberarm aufgewiesen habe (HD 4/7 Nr. 29; HD Urk. 4/8 S. 4; HD Urk. 4/14 S. 3, 

6 f.). In Übereinstimmung mit diesem Ablauf gibt H._____ denn auch an, keinen 

von den Dreien beim Schlagen gesehen zu haben (HD Urk. 4/7 Nr. 29). Seiner 

Aussage, den Beschuldigten – sowie die übrigen Verdächtigen – beim Treten 

nicht gesehen zu haben, kommt aber deshalb ebenfalls keine entlastende Wir-

kung zu.  

5.6.3. M._____ machte in Bezug auf den tätlichen Übergriff in Oerlikon keine 

glaubhaften Aussagen. So gab er einerseits vor, dass der Privatkläger nach den 

ersten Tritten gleich nach dem Aussteigen – wer das gewesen war, könne er nicht 

sagen (mutmasslich von H._____) – weggerannt sei und die anderen diesem ge-

folgt seien. Er habe aufgrund einer Bänderverletzung mit seinen Kollegen nicht 

mithalten können. Er habe nur noch den Schluss miterlebt und gesehen, wie 

G._____ einem Jungen [F._____] eine "Kopfnuss" verpasst habe. G._____ sei 

daraufhin weggerannt. Er sei geblieben bis die Polizei eingetroffen sei (HD Urk. 

4/6 Nr. 5, 19). Demgemäss hat M._____ nicht sehen können, wer den Privatklä-

-   22   - 

ger zwischen den ersten Fusstritten und der "Kopfnuss" (recte: Schwedenkuss) 

gegen F._____ geschlagen hat und wie. Dennoch will er gesehen haben, dass 

G._____ und einer mit dem Facebook-Namen R._____ den Privatkläger gekickt 

hätten (HD Urk. 4/6 Nr. 15, 35, 42, 49). 

5.6.4. Bei genauer Analyse der Entwicklung von I._____'s Aussagen entsteht 

schnell der Eindruck, dass er bei seiner ersten Befragungen bestrebt ist, keinen 

seiner Kollegen namentlich zu benennen (Urk. 4/3 Nr. 1 - 26). Erst als er auf die 

ihn belastenden Aussagen von G._____ hingewiesen wird, beschuldigt er seiner-

seits Letzteren (HD Urk. 4/3 Nr. 27 - 33). Dieser Eindruck findet ihre Bestätigung 

schliesslich auch in den folgenden Aussagen (HD Urk. 4/12 S. 3, 7): "… bei der 

Polizei habe ich zuerst ein wenig gelogen und nachher als er mir dann die Akten 

von Herrn G._____ gezeigt hatte, habe ich die Wahrheit gesagt…", "Ich habe 

probiert die anderen nicht zu verraten, aber es ist schief gegangen. Es war aber 

eine Ratte dabei, die alles erzählt hat. Herr G._____ war die Ratte…", "…. In Ge-

danken habe ich mir dann gesagt, ich verrate niemanden, ich wollte dann einfach 

zugeben, was ich gemacht habe, aber die anderen nicht in die Scheisse rei-

ten….". Gestützt auf diese Aussagen liegt der Schluss nahe, dass I._____ 

G._____ nur belastete, weil dieser ihn als Täter dargestellt hatte. Gegen H._____ 

machte er auch nur deshalb belastende Angaben, weil er in den Aussagen von 

G._____ gesehen hatte, dass dieser schon verdächtigt wurde, also diesen betref-

fend schon "alles schief gegangen" war. Gegen den Beschuldigten lagen keine 

belastenden Aussagen vor. Vor diesem Hintergrund ist die Aussage von I._____ 

wenig glaubhaft, wonach er sich ganz sicher sei, dass der Beschuldigte nichts 

gemacht habe (HD Urk. 4/5 S. 5). Erstaunlich und verdächtig ist diese Aussage 

nämlich gerade deshalb, weil der Beschuldigte nach Ausführungen von I._____, 

im Gegensatz zu den Aussagen der übrigen bereits befragten Personen, gerade-

zu überhaupt nichts gemacht haben soll. Entgegen den Ausführungen der Vo-

rinstanz (HD Urk. 61 S. 31) sagt I._____ ferner konkret in Bezug auf die tätliche 

Auseinandersetzung am Bahnhof Oerlikon widersprüchlich aus. In der ersten Be-

fragung führt er aus, dass G._____ und H._____ den Privatkläger geschlagen 

hätten (HD Urk. 4/3 Nr. 37 f.). Damit impliziert er, die Schläge gesehen zu haben. 

Gleichzeitig gibt er aber an, dass er ausgestiegen und bei den übrigen N._____s 

-   23   - 

geblieben sei, als (mutmasslich) der Privatkläger und F._____ in Oerlikon gleich 

nach dem Aufgehen der Zugtüren weggerannt, G._____ und H._____ hinterher 

gerannt seien. Er sei dem Privatkläger und F._____ nicht nachgerannt. Dann ha-

be er gesehen, dass der eine [F._____] mit einer blutigen Nase zurückgekommen 

sei. Dieser habe ihm erzählt, dass G._____ das getan habe (HD Urk. 4/3 Nr. 53 - 

55, 59, 61). Nach diesen Ausführungen bekam auch I._____ von den Schlägen 

überhaupt nichts mit, belastete G._____ und H._____ aber trotzdem. Interessan-

terweise führt er dann in seiner zweiten Befragung aus, dass der Privatkläger 

gleich nach dem Aufgehen der Türen aus dem Zug gerannt sei, G._____ und 

H._____ diesen "verkickt" hätten, der Privatkläger danach weggerannt sei und 

G._____ und H._____ diesem nachgerannt seien. Ergänzend und neu beschreibt 

er, dass G._____ dann dem Privatkläger einen Faustschlag habe geben wollen, 

was er – I._____ – aber habe verhindern können. Der Privatkläger sei dann lang-

sam weggegangen (HD Urk. 4/5      S. 3 f.). Die Schilderungen danach sind nicht 

mehr nachvollziehbar: Entweder sollen der Privatkläger zusammen mit F._____, 

von welchem vorher nie die Rede war, weggerannt und von G._____ verfolgt 

worden sein, oder der Privatkläger rannte nach dem versuchten Faustschlag noch 

einmal weg, wobei inzwischen F._____ irgendwie ins Spiel kommt (HD Urk. 4/5 S. 

4 f.). Folglich sind auch die zweiten Aussagen weder in sich stimmig noch bei ei-

nem Vergleich mit der Ersten gleichbleibend. Nicht anders zu werten sind auch 

die zuletzt in Anwesenheit des Beschuldigten deponierten Aussagen (HD Urk. 

4/12).  

5.6.5. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass keine der oben aufge-

führten Aussagen unüberwindbare Zweifel daran zu wecken vermögen, dass der 

Beschuldigte den Privatkläger – seinen eigenen Zugeständnissen in den Chatpro-

tokollen und den glaubhaften Aussagen des Privatklägers und von F._____ ent-

sprechend – in Oerlikon zusammen mit H._____ und G._____ mehrmals getreten 

hat.  

5.7. Die Zeugenaussagen von L._____, J._____ und K._____ sind wenig sach-

dienlich. Zum einen konnten die Zeuginnen nichts dazu sagen, ob auch der Be-

schuldigte konkret gekickt habe (HD Urk. 6/4 S. 5). So konnte L._____ nur bestä-

-   24   - 

tigen, dass der Beschuldigte dabei gewesen sei bzw. einer derjenigen gewesen 

sei, welcher um den Privatkläger herum einen Halbkreis gebildet habe (HD Urk. 

6/4 S. 5, 9). Des Weiteren befand sie sich während der Fahrt im Zug nach ihren 

eigenen Angaben zwischen dem Einstiegsbereich und der oberen Etage, auf der 

Treppe. Sie habe die Geschehnisse weitgehend nur vom Fenster aus beobachten 

können (HD Urk. 1/5 S. 6; HD Urk. 6/4 S. 5). Aus den Aussagen von J._____ geht 

deutlich hervor, dass sie sich insbesondere auf das Verhalten des ihr einzig be-

kannten G._____ konzentriert haben muss. Denn dessen Handlungen vermochte 

sie ziemlich detailliert zu schildern. Immerhin sprach sie von mehreren Tätern (HD 

Urk. 6/1 Nr. 9 - 11, 14, 29 - 33; HD Urk. 6/8 S. 3, 5 - 7) und von einer am Angriff 

beteiligten Person mit einer roten Jacke (HD Urk. 6/1 Nr. 14, 16, 21; HD Urk. 6/8 

S. 3, 7). Doch auch viele andere Angehörige der Gruppierung um den Beschuldig-

ten hatten ebenfalls ein rotes Oberteil an. Insofern liefert diese Umschreibung ein 

zu vages Indiz, als dass es sich gegen oder für den Beschuldigten verwenden 

liesse. Zu den Aussagen von K._____ ist vorweg festzustellen, dass diese sich in 

der oberen Etage des Zuges, also nicht gleich neben dem Privatkläger, befunden 

hat und angab, lediglich aus dem Fenster beobachtet zu haben, wie der Beschul-

digte weglief und von G._____ gekickt wurde. Gleichzeitig berichtet sie wie in O-

erlikon alle Leute umherrannten und es wie im Krieg gewesen sei (HD Urk. 6/2 Nr. 

10, 14; HD Urk. 6/6 S. 4). Sie konnte demnach den tätlichen Übergriff im Detail 

nicht direkt wahrnehmen, weshalb ihre Aussagen diesbezüglich auch vage blie-

ben.  

5.8. Zur Erstellung des eingeklagten tätlichen Übergriffs wenig dienlich sind 

schliesslich die Aussagen der lediglich telefonisch als Auskunftspersonen befrag-

ten S._____, T._____ und U._____. Alle drei sagten nämlich aus, dass sie die 

"Schlägerei" nicht gesehen hätten. Einhellig führten sie aber immerhin aus, dass 

der Beschuldigte den Privatkläger gepackt und vor sich zu seinen Kollegen gezo-

gen habe (HD Urk. 1/4 S. 4 f.).  

5.9. Damit ist der eingeklagte Sachverhalt Ziffer. 1.1. HD weitgehend rechtsge-

nügend erstellt. Nicht erstellt werden kann mit der Vorinstanz lediglich, dass 

G._____ mehr als nur einmal kickte und der Beschuldigte vom "Handicap" des 

-   25   - 

Privatklägers gewusst hatte (Urk. 61 S. 33 f.). Da der Privatkläger zudem denjeni-

gen, welcher ihn an den Zug bzw. an eine Wand gedrückt habe, als G._____ („… 

Kappe“) bezeichnete, fehlt es auch an der Erstellbarkeit dieses Sachverhaltsele-

ments.  

6. Rechtliche Würdigung 

6.1.  Bezüglich der theoretischen Ausführungen sowie des Eintretens der objekti-

ven Strafbarkeitsbedingung kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-

instanz verwiesen werden (HD Urk. 61 S. 48 f.). Ergänzend ist anzumerken, dass 

die Beteiligung auf jede Art erfolgen kann, solange die Beteiligten an Ort und Stel-

le in das Geschehen eingreifen (BSK StGB-MAEDER, N 29 zu Art. 133). Damit ist 

ohne weiteres denkbar, dass mehrere Angreifer ohne explizites wechselseitiges 

Einverständnis handeln, wie zum Beispiel dann, wenn bei dem von einer Bande 

ausgeführten Überfall auf einen Einzelnen weitere Schläger hinzutreten (STRA-

TENWERH/JENNY/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, BT I, 7. Aufl., Bern 2010, 

§ 4 N 40).  

6.2. Es ist erstellt, dass der Privatkläger beim Verlassen des Zuges von H._____ 

getreten wurde und wegzurennen versuchte. Er konnte höchstens ein bis zwei 

Schritte getan haben, als er vom Beschuldigten gepackt wurde. Erneut versuchte 

der Privatkläger wegzurennen, dürfte sich aber wiederum nicht mehr als zwei, drei 

Schritte vom Ort der ersten Kicke durch H._____ entfernt haben, zumal doch eini-

ge Personen aus dem Fenster des Zuges beobachten konnten, wie sich um den 

Privatkläger ein Kreis bildete. Die vom Beschuldigten ausgeführten Fusstritte er-

folgten damit noch in der Nähe des Zuges, auf dem Perron. Die Verteidigung ver-

sucht vergebens, die zwischen den einzelnen Tritten entstandenen zeitlichen Lü-

cken als weitaus grösser erscheinen zu lassen (HD Urk. 76 S. 21 f.). Der Be-

schuldigte hat sich damit nicht erst nach einem Angriff durch andere und dem Ein-

tritt der Körperverletzung in das Geschehen aktiv eingemischt, sondern bereits 

dann, als dieser voll im Gange war. Die unmittelbare Abfolge der Ereignisse ge-

bietet, das Tatgeschehen sachlich, räumlich und zeitlich als Einheit zu betrachten 

(BSK StGB-MAEDER, N 15 zu Art. 133).  

-   26   - 

 Zum Einwand der Verteidigung, dass der Beschuldigte keine feindseligen 

Absichten gehabt habe (HD Urk. 41 S. 20 f.; HD Urk. 76 S. 22 f.) und ihm deshalb 

der Vorsatz zur Erfüllung der Tatbestandsmässigkeit abgehe, ist darauf hinzuwei-

sen, dass sich dieser nur auf die Beteiligung an einem Angriff nicht auch auf eine 

Körperverletzung richten muss. Ob der Beschuldigte eine Verletzung des Privat-

klägers zumindest in Kauf nahm oder nicht, spielt keine Rolle. Gemäss erstelltem 

Sachverhalt verfolgten der Beschuldigte und die Mitbeschuldigten den Privatklä-

ger, um sich mit diesem in irgendeiner Art und Weise tätlich auseinanderzuset-

zen. D.h. es war schon am Hauptbahnhof Zürich für alle Angreifer klar, dass es zu 

einer tätlichen Auseinandersetzung mit dem Privatkläger kommen wird.  

6.3. Somit hat sich der Beschuldigte des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB 

strafbar gemacht.  

B. Sexuelle Handlungen mit Kindern und Pornografie (Ziffer 1.2. ND 1) 

1.1. In Anklageschrift Ziffer 1.2.1. wird dem Beschuldigten zusammengefasst 

vorgeworfen, im Zeitraum zwischen dem 5. und dem 19. September 2013 über 

WhatsApp-Chats die damals 13-jährige Privatklägerin, C._____, im Wissen um 

deren Alter teilweise mittels vorgespielter Liebesbekenntnisse und bewusster 

Ausnutzung derer sexuellen Unterlegenheit wiederholt aufgefordert zu haben, ihm 

Nacktfotos bzw. Fotos ihres Genitalbereichs zu senden. Nach anfänglicher Wei-

gerung soll die Privatklägerin dem Beschuldigten in der Folge mehrere Nahauf-

nahmen ihrer Vagina sowie mehrere Videos bzw. Fotos gesendet haben, auf wel-

chen sie mit den Fingern masturbierte bzw. sich eine Shampoo-Flasche in die 

Vagina einführte. Durch sein beschriebenes Verhalten habe der Beschuldigte die 

Privatklägerin dazu gebracht, sexuelle Manipulationen an sich vorzunehmen und 

ihm die entsprechenden Foto- bzw. Videodateien sowie Nahaufnahmen ihrer pri-

mären Geschlechtsteile per WhatsApp-Chat zu senden.  

1.2. Weiter soll der Beschuldigte der Privatklägerin im gleichen Zeitraum und im 

Wissen um ihr Alter diverse WhatApp-Mitteilungen mit offenkundig sexueller 

Thematik geschrieben haben (sie live sehen wollen, Zungenkuss geben, küssen, 

anfassen, lecken, "figgen", "unedra“ gerne behaart haben, "halb latte" bzw. eine 

-   27   - 

"latte" haben, sie überall anfassen und küssen, „fingerle“, "Arsch figge", etc.). 

Während dieses Chats soll der Beschuldigte der Privatklägerin für den 12. Sep-

tember 2013 ein Treffen am Bahnhof in V._____ vorgeschlagen und sie aufgefor-

dert haben, ihm dann zu zeigen, was sie alles drauf habe und weisse oder rote 

Unterwäsche anzuziehen. Der Beschuldigte soll sich sodann an den Bahnhof in 

V._____ begeben haben, wobei er vorgehabt habe, die anbegehrten sexuellen 

Handlungen mit der Privatklägerin vorzunehmen. Ein Treffen habe zwar stattge-

funden. Ob es beim Treffen der Beiden schliesslich zu strafrechtlich relevanten 

sexuellen Betätigungen gekommen sei, habe indes nicht eruiert werden können. 

1.3. Schliesslich wird dem Beschuldigten vorgeworfen, die oberwähnten Foto- 

und Videodateien der 13-jährigen Privatklägerin im Wissen um deren Alter emp-

fangen und auf seinem Smartphone gespeichert zu haben, um sie jederzeit 

zwecks Befriedigung seiner sexuellen Gelüste abrufen zu können. 

2.  Der Beschuldigte bestreitet, das Alter der Privatklägerin gekannt, sie in 

V._____ getroffen und sich ihr gegenüber als 15- bzw. 16-Jähriger ausgegeben 

zu haben. Er macht geltend, dass sich die Privatklägerin ihm gegenüber als 16-

Jährige ausgegeben habe. Ebenfalls stellt er in Abrede, die obgenannten Fotos 

und Videos der Privatklägerin auf seinem Handy – abgesehen von der automati-

schen Speicherung – bewusst abgespeichert zu haben. Dahingegen gibt er zu, 

entsprechende Nacktfotos und Videos von der Privatklägerin teilweise verlangt 

und erhalten zu haben.  

3.  Zur Erstellung der strittigen Sachverhaltselemente liegen die Aussagen des 

Beschuldigten und der Privatklägerin sowie diverse WhatsApp-Chats-Protokolle 

vor (HD Urk.  3/10; ND1 Urk.  2/2; ND1 Urk. 2/3; ND1 Urk. 2/4; ND1 Urk. 4/1-4; 

ND1 Urk. 5/1; ND1 Urk. 5/5-6). Ebenfalls stehen die fraglichen Fotos und Videos 

als Beweismittel zur Verfügung.  

4.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen in ihrem wesentlichen Gehalt korrekt zu-

sammengefasst und – wenn auch nur knapp – richtig gewürdigt, worauf zwecks 

unnötiger Wiederholungen bis auf die Erwägungen III.C.5.2 (HD Urk. 61 S. 45 f.) 

vollumfänglich zu verweisen ist (HD Urk. 61 S. 37 - 45, 46: Erw. C.1. - C.5.1. und 

-   28   - 

C.6). Ebenfalls wird auf eine erneute Darlegung der theoretischen Grundsätze der 

Aussagewürdigung verzichtet. Diese sind den Erwägungen weiter oben unter Zif-

fer A.4 zu entnehmen. Bei den nachfolgenden Ausführungen handelt es sich inso-

fern weitgehend um Hervorhebungen und Ergänzungen, soweit sie die Aussage-

würdigung und die Erstellung der unter Ziffer 1.2.1. und 1.2.2. eingeklagten Sach-

verhalte betreffen. Dasselbe gilt auch für den objektiven Anklagesachverhalt Ziffer 

1.2.3.  

4.2. Die Aussagen der Privatklägerin sind mit der Vorinstanz als glaubhaft zu 

qualifizieren. So gibt die Privatklägerin über das Erlebte farbig und lebensecht 

Auskunft. Sie verknüpft ihre Schilderungen mit nachvollziehbaren Gefühlsregun-

gen und Gesten. Ihre Ausführungen insbesondere in der zweiten Videobefragung 

kommen spontan – so lange das Thema nichts Intimes (Fotos, beim Treffen vor-

genommen sexualbezogene Handlungen) betrifft –, detailliert und v.a. originell 

(BMW-Schlüssel am Schlüssel-Bund gesehen, Fahren wollen, Auftauchen der 

Frage nach dem Alter des Beschuldigten). Ohne erlebnisbasiertem Hintergrund 

wären solche flüssigen und ausführlichen, konstant bleibenden Aussagen nicht 

möglich. Zurückhaltende und eher kurze Aussagen macht sie nur bezüglich der 

Entstehung der Nacktfotos und angesprochen auf vorgenommene sexuelle Hand-

lungen beim Treffen mit dem Beschuldigten. Diese wirken deshalb aber nicht un-

glaubhaft. So ist anhand der Gestik der Privatklägerin und ihrer Reaktion auf ent-

sprechende Fragen deutlich erkennbar, dass ihr das Antworten darauf schwer fällt 

und peinlich ist (vgl. ND1 1/5/2 S. 1; ND1 1/5/7 S. 2). Dies kommt auch darin zum 

Ausdruck, dass sie bei beiden Videobefragungen zu weinen anfängt, als sie allein 

ist (ND1 1/5/8 Aufnahmesequenz 00:27 bis 00:41). Dass der Beschuldigte ihr ge-

sagt habe, er sei 15 Jahre alt, und sie ihm, sie sei 13 Jahre alt, sagt sie mit abso-

luter Bestimmtheit, was bei Sichtung der Videobefragung deutlich zu erkennen ist. 

Für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht ferner, dass sie zu ihrem Nachteil 

offen zugibt, dass sie auch schon auf 15 bis 17 Jahre geschätzt worden sei und 

sich auch schon als älter ausgegeben habe (ND1 1/5/5 S. 10 f.). Als weiteres 

Wahrheitssignal ist zu werten, dass es ihr nicht darum zu gehen scheint, den Be-

schuldigten so stark wie möglich zu belasten. Im Gegenteil: auf Nachfrage gibt sie 

an, dass alle beim Treffen in V._____ vorgenommenen Handlungen auf ihrer 

-   29   - 

Einwilligung beruht hätten und es ihr nicht unangenehm gewesen sei. Auch als 

sie gefragt wird, ob der Beschuldigte ihr negative Konsequenzen im Weigerungs-

falle angedroht habe, verneint sie dies und hält sogar dafür, dass sie auch auf-

grund seines Verhaltens nicht mit solchen gerechnet habe. Sie habe Gefühle für 

ihn gehabt, sei verliebt in ihn gewesen, und habe ihn mit den Aufnahmen zufrie-

den stellen wollen. Hätte die Privatklägerin den Beschuldigten zu Unrecht belas-

ten wollen, hätte sie die Sachlage ohne Weiteres gravierender schildern können, 

insbesondere, was die Ereignisse beim Treffen in V._____ anbelangt. Es ist ent-

gegen der Verteidigung kein Grund ersichtlich, weshalb die Privatklägerin den 

Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte. Insbesondere kann der Auffassung der 

Verteidigung nichts abgewonnen werden, wonach die Privatklägerin in Bezug auf 

das von ihr angenommene Alter des Beschuldigten gelogen haben könnte, um 

damit möglichen Spannungen mit ihren Eltern vorzubeugen (HD Urk. 76 S. 25). 

Abwegig und nicht nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang, inwiefern sie 

allfälligen Vorwürfen ihrer Eltern mit einer Lüge über das angenommene Alter des 

Beschuldigten im konkreten Fall hätte entgegentreten sollen, zumal sich diese 

wohl um das Erstellen und Verschicken von Nacktfotos drehen dürfte und nicht 

um den Kontakt mit einem 18-Jährigen. Zu guter Letzt wirken die Aussagen der 

Privatklägerin auch äusserst authentisch. Im Einklang mit ihrem kindlichen Alter, 

gibt sie nämlich an, heute nicht mehr nachvollziehen zu können, weshalb sie dem 

Beschuldigten diese Aufnahmen überhaupt geschickt habe. Sie habe ihm einfach 

vertraut, sei verliebt gewesen. Auf Nachfrage, ob der Beschuldigte ihr auch Fotos 

von seinem Intimbereich geschickt habe, bejaht sie das und erklärt, dass dies 

auch ein Grund gewesen sei, ihm ihrerseits sozusagen als Gegenleistung solche 

von sich zu schicken. Sie habe sich gedacht, dass er sowieso nichts Schlimmes 

mit ihren Fotos anstellen könne, weil sie ja auch welche von ihm habe, und bei ei-

nem allfälligen Missbrauch ihrer dasselbe mit seinen machen könnte. Abschlies-

send bleibt noch darauf hinzuweisen, dass sich der Inhalt der Chatprotokolle mit 

ihren Schilderungen deckt.  

 Die Verteidigerin brachte vor, dass die Privatklägerin wesentliche Punkte wi-

dersprüchlich geschildert habe (HD Urk. 41 S. 28; HD Urk. 76 S. 29). Benannt 

werden von ihr aber lediglich ein wesentlicher Widerspruch, welcher den Aufnah-

-   30   - 

me- bzw. Sendezeitpunkt der Fotos und Videos betrifft. Hierzu ist festzuhalten, 

dass die Privatklägerin diesbezüglich tatsächlich unstimmig aussagte. So gab sie 

in den Videobefragungen konstant an, dass sie damals in Portugal gewesen sei, 

wobei sie zunächst den Zeitpunkt auf September festlegte (ND1 1/5/1 S. 3). Dann 

wiederum sprach sie von August, von den letzten drei Wochen der Sommerferien 

2013 (ND1 1/5/5 S. 11). Die letzten drei Wochen der Sommerschulferien können 

aber nicht auf den September 2013 gefallen sein. Konkret dauerten diese in der 

Gemeinde V._____ im Jahr 2013 gemäss Internetrecherchen nämlich vom 13. Ju-

li 2013 bis zum 11. August 2013 (abrufbar unter: 

http://V._____.ch/assets/files/downloads/Schule%20V._____/Ferienplan_neu.pdf, 

Stand: 05.06.2015). Die Privatklägerin muss also ca. vom 20. Juli bis 10. August 

2013 – und nicht im September – in Portugal gewesen sein. Die den Akten beige-

legten Chatprotokolle mit den strafrechtlich relevanten Nacktfotos stammen aber 

von anfangs bis Mitte September 2013. Dass die Privatklägerin beim Versenden 

der den Chatprotokollen zu entnehmenden Fotos im September 2013 in der 

Schweiz war und nicht in Portugal ergibt sich schliesslich aus dem Inhalt der 

Chatprotokolle: kurz vor dem Versenden der Nacktfotos am 10. September 2013 

schreibt die Privatklägerin nämlich, dass sie "im huss ume [laufe] wie wenns dus-

se -15grad wer" (ND1 Urk. 1/2/2 PK 1539). Einen Tag zuvor schrieb sie ferner: 

"Ich bin chrank bin nid mal id shuel also chumi au ned use" (ND1 1/2/2 PK 1018). 

Sie war demnach zu Hause in der Schweiz und es war normaler Schulbetrieb. 

Aus diesen unstimmig anmutenden Angaben kann aber nicht gleich auf die feh-

lende Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen geschlossen werden. Fest steht, dass die 

den Akten beigelegten Chat-Gespräche vom September stammen, die darin ent-

haltenen Nacktfotos also auch dann verschickt wurden. Dass aber die Privatklä-

gerin auch schon in den Sommerferien aus Portugal Fotos bzw. Videos von ihrem 

Intimbereich schickte, wie sie schliesslich anlässlich der Befragungen angab, ist 

durchaus möglich. Diese Vermutung drängt sich bei genauerer Überprüfung der 

vorhandenen Beweismittel geradezu auf. Denn zum einen wurden die den Akten 

beiliegenden Protokolle und Fotos der Privatklägerin nie vorgelegt, so dass sie nie 

genau angeben musste bzw. konnte, wie und wann eben gerade diese Fotos ent-

standen sind bzw. wann genau diese gesendet wurden. Es war zumeist nur all-

http://hunzenschwil.ch/assets/files/downloads/Schule%20Hunzenschwil/Ferienplan_neu.pdf

-   31   - 

gemein die Rede von Nacktfotos und Videos, auf welchen die Privatklägerin mas-

turbiert: "Wänn bisch du in Portugal gsi?" (ND1 1/5/5 S. 11), "…, was sind das 

ganz konkret für Föteli wo du ihm gschickt häsch?" 8 (ND1 1/5/5 S. 7), "Wieviel 

Föteli öbe?" oder "Hesch du uf denä Föteli sexuelli Handligä vorgno?" oder 

"…weisch no was… gmach häsch wo die Föteli gmacht häsch? … bi was du grad 

gsi bisch…" (ND1 1/5/5 S. 8). Ferner sprach die Privatklägerin von "extrem viel" 

solcher Fotos und Videos, welche sie dem Beschuldigten geschickt habe (ND1 

1/5/5 S. 8). Sodann sprechen auch die Inhalte einiger WhatsApp-Chatprotokolle 

dafür, dass auch schon vor dem September, eben in den letzten drei Wochen der 

Sommerferien z.B., d.h. bis Mitte August, solche Aufnahmen entstanden und ver-

schickt worden sind. So fordert der Beschuldigte die Privatklägerin auf, ihm ein 

paar Bilder zu schicken, "söttigi wo ich liebe" (ND1 1/2/2 PK1267 f.). Dann schickt 

die Privatklägerin ihm ein normales Portraitbild von sich (ND1 1/2/2 PK1351). Da-

rauf antwortet der Beschuldigte: "Und jetzt söttigi wo ich wot" (ND1 1/2/2 

PK1352). Sie lehnt dies ab, und schickt ihm (stattdessen) Bilder von sich im Spie-

gel mit leicht angehobenem T-Shirt (ND1 1/2/2 PK 1354-1356). Schliesslich wird 

er deutlicher und will Fotos, worauf die Privatklägerin ganz nackt zu sehen sei 

(ND1 1/2/2 PK 1362, 1371, 1399). Vollständige Bestätigung dieses Eindrucks er-

hält man schliesslich bei Durchsicht der CD mit den gespeicherten Videos (ND1 

Urk. 1/2/4). Die "Media Info" von dreien dieser Videos belegt nämlich, dass diese 

im Zeitraum zwischen dem 27. Juli 2013 und dem 6. August 2013 aufgenommen 

wurden, d.h. noch in den Sommerferien, also in Portugal. Folglich wurden auch 

schon Ende Juli/Anfang August 2013 Videos mit entsprechendem Inhalt auf Ge-

heiss des Beschuldigten gemacht und verschickt. Der von der Verteidigung gel-

tend gemachte Widerspruch lässt sich damit ohne Weiteres ausräumen und ver-

mag keine unüberwindbaren Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Pri-

vatklägerin zu sähen.  

4.3. Dahingegen sind die Aussagen des Beschuldigten unglaubhaft. In der ersten 

Einvernahme zum Anklagevorwurf ND 1 verweigerte der Beschuldigte auf Anwei-

sung seiner Verteidigerin weitgehend die Beantwortung der zur Abklärung des 

Anklagevorwurfs gestellten Fragen. Nachdem ihm der konkrete Anklagevorwurf 

vorgehalten, d.h. ihm sexuelle Handlungen mit der 13-jährigen C._____ vorgewor-

-   32   - 

fen, und er auf die Beantragung einer Verlängerung der U-Haft infolge Kollusions-

gefahr hingewiesen wurde, äusserte er sich auf einmal mit folgenden Worten: "Ich 

verstehe es einfach nicht. Eine 13-Jährige…". Nach kurzer Rücksprache mit sei-

ner Verteidigerin unter vier Augen, führte er dann auf Nachfrage, ob er der Ein-

vernahme etwas beizufügen habe, aus, dass er eine C._____ zwar kenne, diese 

aber 16 Jahre alt sei (ND1 Urk. 1/4/1 S. 3 f.). Verdächtig ist nun, dass er in seiner 

zweiten Befragung, gefragt danach, wer diese C._____ sei, zuerst antwortet "ein 

Mädchen", dann auf Nachfrage, was das heisst: "Ein Mädchen das 16 Jahre alt 

ist." (ND 1 1/4/2 Nr. 3 f.). Diese Antwort erscheint zusammenhangslos. Wenn man 

nach einer Person gefragt wird, gibt man in der Regel nicht als erstes ihr Alter an. 

Natürlich ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte sich in einer Befragungssi-

tuation befindet und um den Vorwurf weiss, so dass die festgestellte Ungereimt-

heit nicht gross ins Gewicht fällt. Dennoch deutet diese Aussage daraufhin, dass 

der Beschuldigte nur eben gerade das auszusagen bereit ist, was ihn in rechtli-

cher Hinsicht nicht belasten kann. Hierfür sprechen auch seine kurz gehaltenen 

Antworten. Suspekt erscheint auch der Umstand, dass sich der Beschuldigte auf 

die Frage, ob er jede Frau auffordere, Bilder von sich zu schicken, unwissend 

stellt, was damit gemeint ist (ND1 1/4/2 Nr. 18: "Was für Bilder?"). Diese Reaktion 

ist im vorliegenden Zusammenhang deshalb auffällig, weil der Beschuldigte in der 

ersten Einvernahme zwei Wochen davor, sogar nach Nacktfotos gefragt wurde 

(ND1 1/4/1 S. 2). Auch versucht er des Öfteren, die ganze Angelegenheit ins Lä-

cherliche zu ziehen (ND1 1/4/2 Nr. 34 [auf Hinweis der Befragenden, dass 

C._____ vor kurzem erst 14 Jahre alt geworden ist]: "Happy Birthday."; ND1 1/4/2 

Nr. 35: "Ich bin mit ihr doch gar nicht draussen gewesen. Bin ich Gott oder was, 

…": ND1 1/4/3: "Ich weiss doch wie alt ich bin oder?"). Verdächtig wirkt schliess-

lich auch der Umstand, dass er teilweise auf Vorhaltung der einzelnen Chat-

Inhalte, so insbesondere bezüglich Alter, nervös zu werden scheint bzw. "aus-

flippt", die Aussage sowie die Unterschrift verweigert, und auffallend frech wird 

(vgl. ND1 1/4/2 Nr. 37 - 45). Gemäss Protokollnotiz muss der Beschuldigte sogar 

mit Vorzeigen eines Pfeffersprays zur Ruhe gebracht werden (ND1 1/4/2 Nr. 45). 

Der Hinweis des Beschuldigten, dass er die drei-Jahres-Regel kennen würde, 

machen seine Aussagen zu guter Letzt auch nicht glaubhafter. Dies zeigt viel-

-   33   - 

mehr auf, dass er in der Befragungssituation immer genau wusste, was in diesem 

Zusammenhang strafrechtliche Konsequenzen für ihn haben würde. Vor diesem 

Hintergrund erscheint schliesslich der vom Beschuldigten und dessen Verteidi-

gung eingebrachte Haupteinwand, der Beschuldigte habe den Inhalt der 

WhatsApp-Nachricht der Privatklägerin vom 11. September 2013 (ND1 Urk. 2/2 

PK 3656 f.: "Das küssi han ich shoo siit ich 2 jahr alt bin also 11 jahr und immer 

wenn…") nicht bewusst zur Kenntnis genommen (HD Urk. 41 S. 24 f.; HD Urk. 76 

S. 26 f.; Prot. I S. 26 f.; Prot. II S. 16 f.), lediglich als Schutzbehauptung. Hierzu 

kann auf die überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (HD 

Urk. 61 S. 43 f.). 

5. Dass der Beschuldigte der Privatklägerin die in der Anklageschrift aufgeführ-

ten WhatsApp-Nachrichten schickte, ergibt sich aus den entsprechenden Chat-

protokollen (ND1 Urk. 1/2/2). Ihnen kommt insbesondere im Hinblick auf die Er-

stellbarkeit der subjektiven Sachverhaltselemente eine grosse Bedeutung zu. 

Nachdem der Beschuldigte die Privatklägerin am Vorabend zu einem Treffen am 

nächsten Tag an einem abgelegenen Ort überredet hat (ND 1 Urk. 1/2/2 PK 3212-

3260), schreibt er ihr konkret, was er bei diesem Treffen mit ihr machen will: näm-

lich "dich küsse", "…mit kuss uf lippe", "und was dörfi no", Ahlänge derfi überall", 

"Das derfsh du au", "Du derfsh alles mache was wotsh", "Also derfi au alles ma-

che…?", Antwort der Privatklägerin: "Ja solang ned grad diin shwanz ih min fuuz 

oder so stecksh", "Aber alles andere derf ich..??", "Tite berüere und küsse", "Fin-

gerle und lecke", "Arsh figge" (ND1 Urk. 1/2/2 PK 3269, 3290, 3305, 3309, 3312, 

3314, 3324, 3327, 3332, 3357-3359, 3361). Kurz vor Mitternacht verlangt er von 

ihr schliesslich Nacktfotos ("ich wot dos fotzeloch richtig gseh", ND1 Urk. 1/2/2 PK 

3638), weil er "e latte" habe (ND1 Urk. 1/2/2 PK 3636). Daraufhin kommt die Pri-

vatklägerin seinen Aufforderungen nach (ND1 Urk. 1/2/2 PK 3642-3646).  

 Diese dem Treffen vorausgegangenen WhatsApp-Nachrichten haben einen 

eindeutigen sexuellen Inhalt und lassen keinen anderen Schluss zu, als dass der 

Beschuldigte beabsichtigte, die Privatklägerin beim Treffen in V._____ an ihrem 

ganzen Körper (bspw. "tite") zu berühren bzw. zu küssen und sich selbst berühren 

bzw. küssen zu lassen. Ebenso will er Anal- und Oralverkehr ("lecke", "Arsh fig-

-   34   - 

ge") mit ihr haben und seinen Finger in sie einführen ("Fingerle"). Entgegen der 

Vorinstanz sind das klar umschriebene, sexuelle Handlungen, welche die Ankla-

gebehörde als vom Vorsatz des Beschuldigten erfasst einklagte. Von einer mögli-

chen Verletzung des Anklagegrundsatzes kann keine Rede sein (HD Urk. 61 S. 

46). Berücksichtigt man schliesslich, dass der Beschuldigte bereits früher mehr-

fach von der Privatklägerin Nacktfotos und Videos mit sexuellen Handlungen ver-

langte, so bestehen keine Zweifel am Vorsatz des Beschuldigten, beim Treffen in 

V._____ die genannten Handlungen mit der Privatklägerin vorzunehmen. In die-

ser Absicht ist der Beschuldigte denn auch zum Treffpunkt und schliesslich in den 

verabredeten abgelegenen Wald in V._____ mit der Privatklägerin gegangen. 

Dort sollten die entsprechenden Handlungen ohne irgendwelche Zwischenhand-

lungen (Überredungsgespräche) vorgenommen werden (vgl. BGE 131 IV 100 E. 

8.2).  

6.  Damit sind die eingeklagten Sachverhalte Ziffer 1.2.1 bis 1.2.3, welche sich 

auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin und die übrigen Beweismittel 

stützen, in objektiver und subjektiver Hinsicht rechtsgenügend erstellt.  

7.  Rechtliche Würdigung 

7.1. Zu Recht hat die Vorinstanz den Anklagesachverhalt 1.2.1 als sexuelle 

Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 2 StGB gewürdigt. Es 

kann auf die entsprechenden Ausführungen uneingeschränkt und ohne Weiterun-

gen verwiesen (HD Urk. 61 S. 50 f.).  

7.2. Der Beschuldigte hat sich durch sein im Anklagesachverhalt 1.2.2 umschrie-

benes Verhalten ferner der versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern im Sin-

ne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 2 StGB strafbar gemacht. Dabei überschritt der Be-

schuldigte die Grenze zum Versuch nicht schon durch das "Chatten" als solches, 

sind doch die in einem Chat-Room spezifisch angesprochenen sexuellen Hand-

lungen in zeitlicher und räumlicher Hinsicht noch derart weit entfernt, dass sich 

die Gefahr damit noch nicht verwirklicht hat. Der letzte entscheidende Schritt und 

damit der Beginn des Versuchs liegt vielmehr darin, dass der Beschuldigte zur Tat 

entschlossen an den vereinbarten Treffpunkt gereist ist und sich dort eingefunden 

-   35   - 

hat. Der Beschuldigte war nämlich entschlossen, unmittelbar nach dem Treffen, 

im Wald, wo er mit der Privatklägerin unbeobachtet sein konnte, sexuelle Hand-

lungen vorzunehmen. Eine Vorbesprechung zwischen ihm und der Privatklägerin 

war nicht beabsichtigt. Aus dem Verlauf der Chat-Gespräche ergibt sich, dass die 

Privatklägerin, nicht nur indem sie sich auf das Treffen einliess, dem Ansinnen 

des Beschuldigten zugestimmt hat. Vielmehr antwortete sie auf seine Frage, ob er 

alles machen dürfe mit: "Ja solang ned grad diin shwanz ih min fuuz oder so 

stecksh". Die Zustimmung der Privatklägerin war für den Beschuldigten somit 

auch ohne weiteres erkennbar. Der vom Beschuldigten geführte Chat war einzig 

auf die Verabredung eines Treffens zwecks Vornahme sexueller Handlungen 

ausgerichtet. Damit hätte die Tat ungestört ihren Fortgang nehmen können und 

hätte ohne weitere Zwischenschritte unmittelbar in die tatbestandsmässigen 

Handlungen eingemündet, auch wenn sich die beiden zunächst an einen anderen 

Ort hätten begeben müssen. Daraus ergibt sich die erforderliche Tatnähe, d.h. der 

enge örtliche und zeitliche Zusammenhang zur Tatbestandserfüllung und die Ein-

wirkung auf den Rechtskreis der Privatklägerin. Das Eintreffen am vereinbarten 

Treffpunkt stellt unter diesen Umständen nach der Vorstellung des Beschuldigten 

vom Ablauf der Tat die letzte Teilhandlung vor der eigentlichen Ausführung der 

strafbaren Handlung dar (zum Ganzen: BGE 131 IV 100 E. 8.2; vgl. auch BGE 

104 IV 175 E. 3a). 

7.3. Die Vorinstanz (und ebenso die Staatsanwaltschaft) qualifizierte das in Ziffer 

1.2.3. eingeklagte Verhalten des Beschuldigten als Herstellen von pornografi-

schen Bildaufnahmen im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 aStGB (HD Urk. 61 S. 51 f.). 

Aus den nachfolgend darzulegenden Gründen ist aber diese rechtliche Qualifika-

tion unter Beizug der neuesten Rechtsprechung nicht zutreffend. Vielmehr ist das 

entsprechende Verhalten als Besitz im Sinne von Art. 197 Ziff. 3bis StGB zu quali-

fizieren.   

 Dass es sich bei den fraglichen Dateien um solche mit pornografischem In-

halt im Sinne von Art. 197 Ziff. 1 StGB handelt, ist unbestritten. Die pornografi-

schen Aufnahmen empfing der Beschuldigte über die Applikation "WhatsApp". 

Diese Applikation ist standardmässig so eingestellt, dass in einem Chat einge-

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2015&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F104-IV-175%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir%23page175
http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2015&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F104-IV-175%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir%23page175

-   36   - 

hende Bilder oder Videos automatisch, d.h. ohne bewusste Beschaffungshand-

lung, auf dem Handy gespeichert werden, ausser man deaktiviert diese Funktion 

manuell. Da die Tatbestandsvariante des Herstellens gemäss Rechtsprechung 

ein gezieltes Herunterladen aus dem Internet auf einen Datenträger (sogenannter 

"download"), d.h. eine bewusste Beschaffungshandlung erfordert, kann vorliegend 

von Herstellen nicht gesprochen werden. Der Empfänger einer Aufnahme muss 

bei der WhatsApp-Applikation nämlich keinen entsprechenden Befehl in den 

Computer eingeben, um den Kopiervorgang zu starten. Dies geschieht automati-

siert (BGE 137 IV 208 E. 2.2; Urteil BGer vom 16. September 2009 

[6B_289/2009]; vgl. BGE 131 IV 16 E. 1.4 und 1.5 S. 21 ff. m.H.). 

 Die neueste bundesgerichtliche Rechtsprechung gibt aber nun vor, dass   

eine solche automatische Speicherung als Besitz gewertet werden müsse, wenn 

der Täter um die automatische Speicherung der pornografischen Daten weiss und 

trotz dieses Wissens diese im Nachgang an eine Internetsitzung nicht löscht. Da-

mit manifestiere der Empfänger solcher Aufnahmen nämlich seinen Besitzeswil-

len, selbst wenn er nicht mehr darauf zugreift (BGE 137 IV 208 E. 4.2.2; BSK 

StGB- MENG, N 60 zu Art. 197). Entscheidend sei allein die grundsätzliche Mög-

lichkeit, ohne Internetverbindung darauf zuzugreifen (BGE 137 IV 208 E. 2.2).  

 Die über WhatsApp empfangenen und automatisch gespeicherten Daten 

werden – im Gegensatz zu den in Cache-Speichern abgelegten – nicht nach einer 

Weile automatisch gelöscht bzw. überschrieben. Vielmehr ist dafür ein manueller 

Löschungsbefehl erforderlich. D.h. löscht man diese Daten nicht nachträglich  

manuell, so ist es dem Empfänger mit der Speicherung solcher Daten jederzeit, 

auch ohne Internetverbindung und zeitlich unbegrenzt, möglich auf diese zuzu-

greifen und damit nach Belieben zu verfahren (BGE 137 IV 208 E. 4.2.1). Die 

Herrschaftsmacht über die Daten geht demnach noch weiter als im Falle von 

Cache-Speichern. Damit hatte der Beschuldigte die grundsätzliche Möglichkeit, 

jederzeit auf die pornografischen Aufnahmen zuzugreifen. Den eigenen Zuge-

ständnissen zufolge wusste er ferner, dass sämtliche über WhatsApp eingehende 

Bilder und Videos automatisch auf dem Handy gespeichert werden (HD Urk. 3/10 

S. 8; Prot. II S. 17). Er hatte damit Kenntnis um die Funktionsweise und den Inhalt 

-   37   - 

der Speicherung. Dennoch hat er die pornografischen Aufnahmen nicht gelöscht, 

also sich bewusst für die jederzeitige Zugriffsmöglichkeit entschieden. Dadurch 

manifestierte der Beschuldigte seinen Besitzeswillen. Nicht massgebend ist dabei, 

ob er sich später die Aufnahmen auch tatsächlich noch einmal anschaute.  

 Der Beschuldigte hat sich demzufolge wegen Besitz von pornografischen 

Daten im Sinne von Art. 197 Ziff. 3bis StGB strafbar gemacht.  

 

III. Strafe  

1.1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetzlichen 

Zumessungsregeln zutreffend aufgeführt (HD Urk. 61 S. 53 - 55). Es kann darauf 

verwiesen werden.  

1.2. Hat der Täter mehrere Delikte verübt, so ist gemäss Art. 49 StGB zunächst 

das Verschulden des Täters am schwersten Delikt zu erörtern. Dafür ist gedank-

lich eine hypothetische Strafe festzulegen (Einsatzstrafe). Anschliessend ist diese 

Einsatzstrafe unter Einbezug der anderen Straftaten, wobei ebenfalls den jeweili-

gen Umständen Rechnung zu tragen ist, angemessen zu erhöhen und eine Ge-

samtstrafe zu bilden (Urteil BGer vom 23. Juni 2010 [6B_323/2010], E. 2.2, m.H.). 

2. Tatkomponenten des Angriffs und hypothetische Einsatzstrafe 

2.1. Bei der Ermittlung des objektiven Tatverschuldens ist von der objektiven 

Schwere der herbeigeführten Beeinträchtigung bzw. Gefährdung des geschützten 

Rechtsguts und vom Vorgehen des Täters auszugehen. Der Beschuldigte griff 

den Privatkläger zusammen mit zwei Mitbeschuldigten mit Fusstritten an. Der Pri-

vatkläger stand somit drei Angreifern gegenüber. Die ersten zwei Fusstritte von 

H._____ kamen denn auch völlig überraschend von hinten bzw. von der Seite. 

Der wesentliche Beitrag des Beschuldigten bestand im Austeilen von drei bis vier 

Fusstritten. Diese führte er gegen die Rippen des Privatklägers aus, traf damit   

einen empfindlichen Bereich des Körpers, was zu schwerwiegenden Verletzungen 

hätte führen können (vgl. HD Urk. 8/13 S. 4). Da der Beschuldigte schliesslich von 

-   38   - 

der Seite her trat, waren die Möglichkeiten des Privatklägers dem Angriff zu ent-

fliehen bzw. diese abzuwehren relativ eingeschränkt. Er war den Tritten der An-

greifer hilflos ausgeliefert. Die durch den Angriff geschaffene abstrakte Gefahr  

realisierte sich schliesslich auch in etlichen Verletzungen des Privatklägers, womit 

sie als erheblich einzustufen ist. Der Privatkläger gab denn auch an, dass er vor 

Angst gezittert habe. Immerhin wurden keine gefährlichen Gegenstände oder 

Waffen eingesetzt. Darüber hinaus war der Privatkläger an sich auch nicht völlig 

allein, sondern mit seinen Kollegen unterwegs, was seine körperliche Unterlegen-

heit aus objektiver Sicht zu relativieren vermag. Der Beschuldigte ging damit nicht 

auf eine völlig alleinstehende Person los, sondern konnte erwarten, dass der Pri-

vatkläger von seinen Kollegen Hilfe erhalten würde. Im Spektrum vergleichbarer 

Angriffshandlungen erscheint das Verschulden des Beschuldigten gesamthaft als 

noch leicht.  

2.2. Massgebende Komponenten zur Beurteilung des subjektiven Tatverschul-

dens sind das Motiv, die Beweggründe, die Willensrichtung sowie das Mass an 

Entscheidungsfreiheit des Täters (HUG, in: DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER 

[Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kommentar, 19. Aufl., Zürich 2013, 

N 7 ff. zu Art. 47). Der Beschuldigte trat den Privatkläger direktvorsätzlich. Da der 

Beschuldigte nicht geständig ist, können über die Beweggründe und Motive des 

Beschuldigten lediglich Vermutungen angestellt werden. Naheliegend ist gestützt 

auf die Akten jedoch ein gewisser Gruppendruck. Zugunsten des Beschuldigten 

kann schliesslich davon ausgegangen werden, dass er von seinen Kollegen die 

Information erhielt, der Privatkläger habe seine Mutter beschimpft. Zwar ist das 

keine Rechtfertigung für die Fusstritte, liefert aber für die Tat des Beschuldigten 

immerhin eine Erklärung. Nichtsdestotrotz handelte er aus egoistischen Beweg-

gründen, was straferhöhend zu veranschlagen ist. Zu berücksichtigen bleibt 

schliesslich das psychiatrische Gutachten über den Beschuldigten. Danach leidet 

der Beschuldigte unter einer dissozialen Persönlichkeitsstörung, welche deutliche 

Auswirkungen auf seine bisherige Lebensgestaltung gehabt habe. Darüber hinaus 

gäbe es Anhaltspunkte für das Vorliegen einer adulten Aufmerksamkeitsdefizit- / 

Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Sowohl die dissoziale Persönlichkeitsstörung als 

auch die vorhandenen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer adulten ADHS      

-   39   - 

hätten gemäss Gutachter aber keine Einschränkung der Steuerungs- bzw. Ein-

sichtsfähigkeit des Beschuldigten bewirkt (HD Urk. 7/9 S. 64 f.). Demnach war der 

Beschuldigte zum Tatzeitpunkt vollständig schuldfähig, was sich neutral auf die 

Strafzumessung auswirkt.  

2.3. Nach Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten er-

scheint das Verschulden des Beschuldigten als noch leicht. Angemessen er-

scheint deshalb eine hypothetische Einsatzstrafe von 14 Monaten.  

3. Tatkomponenten der Sexualdelikte  

3.1. Sexuelle Handlungen mit Kindern (ND1 Ziffer 1.2.1) 

In objektiver Hinsicht verwerflich und skrupellos erscheint zunächst einmal, dass 

sich der Beschuldigte in seiner vordergründigen Rolle als "Liebesanwärter" das 

Vertrauen und die Unerfahrenheit der Privatklägerin gezielt zu Nutze machte. Mit 

hoher krimineller Energie bedrängte er die Privatklägerin mit verbissener Beharr-

lichkeit, bis sie schliesslich seinem Insistieren nachgab. Relativierend ist aber zu 

berücksichtigen, dass die Privatklägerin immerhin nicht zur Vornahme von sexuel-

len Handlungen an einer anderen Person bzw. an Tieren verleitet wurde, sondern 

an sich selbst. Sie wurde aber immerhin nicht nur zu sexuell motivierten Berüh-

rungen an sich selbst veranlasst, sondern auch zum Onanieren. Die Privatkläge-

rin war 13 Jahre alt. Sie befand sich damit drei Jahre vor Entwachsen aus dem 

Schutzalter. Die auf Verleitung des Beschuldigten vorgenommenen sexuellen 

Handlungen, v.a. das Onanieren "vor laufender Kamera", sind nicht nur geeignet, 

psychische Schäden bei Kindern im Allgemeinen zu verursachen bzw. posttrau-

matische Belastungsstörungen hervorzurufen und so die ungestörte geschlechtli-

che Entwicklung der Kinder zu beeinträchtigen. Vielmehr bestätigte die Privatklä-

gerin sogar entsprechend beeinträchtigt worden zu sein. Schliesslich bleibt fest-

zuhalten, dass keinerlei Nötigungsmittel vom Beschuldigten zum Einsatz gebracht 

wurden. Das objektive Tatverschulden ist gesamthaft als eher leicht zu veran-

schlagen. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und 

aus egoistischen Beweggründen zwecks Befriedigung seiner eigenen sexuellen 

-   40   - 

Lust. Zur Frage der Schuldfähigkeit kann auf die obigen Erwägungen unter Ziffer 

2.2. verwiesen werden.  

3.2. Versuchte sexuelle Handlungen mit Kindern (ND1 Ziffer 1.2.2) 

In objektiver Hinsicht kann bezüglich dem Alter auf die obigen Ausführungen ver-

wiesen werden. Auch hier setzte der Beschuldigte zur Durchsetzung seines Vor-

habens keine Nötigungsmittel ein, sondern beschränkte sich auf seine Überre-

dungskünste. Wiederum nutzte er die Unerfahrenheit der Privatklägerin und ihr 

Vertrauen ihm gegenüber schamlos aus. Wäre es zu den beabsichtigten Hand-

lungen gekommen, insbesondere zum Anal- und Oralverkehr, hätte dies die se-

xuelle Entwicklung der 13-jährigen Privatklägerin massiv beeinträchtigt. Subjektiv 

handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und zur Befriedigung seiner eigenen 

sexuellen Lust. Zur Frage der Schuldfähigkeit kann auf die obigen Erwägungen 

unter Ziffer 2.2. verwiesen werden. Zur Vornahme einer sexuellen Handlung kam 

es jedoch nicht. Der Versuch fällt strafmindernd ins Gewicht.  

3.3. Pornografie (ND1 Ziffer 1.2.3.) 

Der Beschuldigte verfügte objektiv über einige wenige Nacktfotos der Privatkläge-

rin. Diese waren auf seinem Handy gespeichert, so dass er auch unterwegs Zu-

griff darauf hatte. Auf den Fotos zu sehen ist die Vagina der Privatklägerin aus so 

ziemlich allen Perspektiven. Es werden mit Ausnahme von ein, zwei Fotos keine 

sexuellen Handlungen darauf abgebildet. Diese sind jedoch auf den Videos zu 

sehen, was straferhöhend zu veranschlagen ist. Davon sind vier bis fünf ge-

speichert. Bezüglich des subjektiven Tatverschuldens kann auf die obigen Aus-

führungen verwiesen werden. Hinsichtlich der Schuldfähigkeit gilt auch hier das 

unter Ziffer 2.2. oben bereits Gesagte. Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass 

dieses Delikt mit der vollendeten sexuellen Handlung mit Kindern zeitlich, sachlich 

und situativ einen sehr engen Zusammenhang hat und eine geringere Selbststän-

digkeit aufweist (Urteil BGer vom 23. Juni 2010 [6B_323/2010], E. 3.2).  

3.4. Tatverschulden betreffend Sexualdelikte 

-   41   - 

Nach Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten der ein-

zelnen Sexualstraftaten und in Anwendung des Asperationsprinzips erscheint das 

Tatverschulden des Beschuldigten gesamthaft als eher leicht. Es rechtfertigt sich 

daher, die Einsatzstrafe um 9 Monate zu erhöhen.  

4. Tatkomponenten der Strassenverkehrsdelikte  

Es rechtfertigt sich vorliegend, das Verschulden des Beschuldigten an den Ver-

gehen gegen das Strassenverkehrsgesetz aufgrund derer zeitlichen, sachlichen 

und situativen Konnexität zusammen zu prüfen. Zu Recht hielt die Vorinstanz 

diesbezüglich fest, dass der Beschuldigte planmässig vorging und das entwende-

te Fahrzeug zwar während nur zwei Tagen, aber sehr intensiv nutzte. Sein Vor-

gehen zeugte von einer gewissen kriminellen Energie, war aber insofern nicht 

sehr raffiniert, als er keine besonders aufwändigen organisatorischen Vorkehrun-

gen dafür treffen musste. Das Fahrzeug konnte in unversehrtem Zustand wieder 

an den rechtmässigen Besitzer zurückgegeben werden. Straferhöhend ist zu be-

rücksichtigen, dass der Beschuldigte sich schliesslich mehrfach gleichgültig über 

das angeordnete Fahrverbot und den Entzug seines Führerausweises hinweg-

setzte. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und aus 

egoistischen Motiven, was straferhöhend ins Gewicht fällt. Zur Frage der Schuld-

fähigkeit kann auf die obigen Erwägungen unter Ziffer 2.2. verwiesen werden. Das 

Tatverschulden des Beschuldigten ist unter Berücksichtigung der objektiven und 

subjektiven Tatkomponenten somit als noch leicht zu qualifizieren.  

Unter Berücksichtigung des Tatverschuldens an den Strassenverkehrsdelikten 

und in Anwendung des Asperationsprinzip erscheint die Erhöhung der Einsatz-

strafe um weitere 5 Monate gerechtfertigt.  

5. Asperierte Einsatzstrafe   

Die soeben behandelten Nebendelikte richteten sich gegen verschiedene Rechts-

gutsträger, wurden zeitlich und räumlich völlig unabhängig vom Hauptdelikt und 

auf andere Art und Weise ausgeführt und gründeten auf einen immer wieder aufs 

Neue gefassten Tatentschluss. In Folge dessen wirkt sich das Tatverschulden 

-   42   - 

des Beschuldigten an diesen Nebendelikten hinsichtlich des Gesamtverschuldens 

erheblich erhöhend aus (vgl. Urteil BGer v. 23. Juni 2010 [6B_323/2010], E. 3.2). 

Die Einsatzstrafe von 14 Monaten Freiheitsstrafe ist unter Berücksichtigung des 

Tatverschuldens deshalb auf 28 Monate anzuheben. 

6.1. Zu den persönlichen Verhältnissen kann auf die Ausführungen der Vor-

instanz verwiesen werden (HD Urk. 61 S. 58 f.). Anlässlich der Berufungsver-

handlung hat der Beschuldigte ergänzt, dass er sich nach der Haftentlassung um 

einen Schulabschluss, einen Job und eine Ausbildung als Fachangestellter Ge-

sundheit bemühen werde. Er wolle in einem Altersheim arbeiten (Prot. II S. 12). 

Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten beeinflussen das Strafmass 

nicht. 

6.2. Der Beschuldigte hat keine Vorstrafen. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, 

dass die zahlreichen Jugendstrafen nicht straferhöhend berücksichtigt werden 

dürfen. Dass der Beschuldigte jedoch über einen äusserst schlechten automobi-

listischen Leumund verfügt, ist leicht zu Lasten des Beschuldigten zu gewichten 

(vgl. HD Urk. 16/7). 

6.3. Strafmindernd fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte hinsichtlich der SVG-

Delikte geständig war. Dieses Geständnis kann aber nur leicht mindernd veran-

schlagt werden, da die entsprechenden Vergehen einen vom Unrechtsgehalt her 

eher leichteren Tatvorwurf ausmachen. Zudem blieb dem Beschuldigten auch 

nichts anderes übrig als seine SVG-Vergehen einzugestehen, wurde er doch 

sozusagen "auf frischer Tat" ertappt. Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, ist 

beim Beschuldigten keine ehrliche Reue und Einsichtigkeit zu erkennen. Schliess-

lich mangelte es dem Beschuldigten auch an Kooperationsbereitschaft mit den 

Strafbehörden, wobei sich sein Verhalten vor Vorinstanz und im Vollzug gebes-

sert zu haben scheint (HD Urk. 61 S. 60; HD Urk. 71).  

6.4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich die erhöhenden 

und mindernden Täterkomponenten ausgleichen, so dass es bei der asperierten 

Einsatzstrafe bleibt.  

-   43   - 

7. Gesamtstrafe 

Unter Berücksichtigung sämtlicher massgebender Strafzumessungskriterien 

scheint es dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-

ten angemessen, ihn mit einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten zu bestrafen. Die 

durch Haft und vorzeitigen Strafvollzug bereits erstandenen 625 Tage sind dieser 

Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

Die von der Vorinstanz festgesetzte Busse von Fr. 300.– für die Übertretungen 

gegen das Betäubungsmittelgesetz erscheint angemessen und ist zu bestätigen.  

IV. Vollzug 

1. Angesichts der Höhe der ausgefällten Strafe drängt sich vorliegend die Fra-

ge auf, ob dem Beschuldigten der teilbedingte Vollzug im Sinne von Art. 43 Abs. 1 

StGB gewährt werden kann.  

2. Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten den teilbedingten Vollzug der Frei-

heitsstrafe gewährt und die Probezeit für den aufgeschobenen Teil auf vier Jahre 

angesetzt (HD Urk. 61 S. 60 - 63). Dem kann nicht gefolgt werden. Beim Be-

schuldigten handelt es sich um einen Ersttäter, so dass eine günstige Prognose 

vorliegend bereits vermutet wird. Zu prüfen ist nachfolgend, ob das Vorleben des 

Beschuldigten Hinweise für eine Schlechtprognose aufweist. Diese Prüfung fällt 

vorliegend zu Lasten des Beschuldigten aus. Zum einen liefert das eingeholte 

Gutachten einen solchen Anhaltspunkt. Der Gutachter geht nämlich von einer ho-

hen Rückfallgefahr für Gewalt- und SVG-Delikte aus (HD Urk. 7/9 S. 65). Für eine 

Schlechtprognose, sprechen im Übrigen aber auch die abgebrochene Schulaus-

bildung, die bedingt dadurch schlechten Berufsaussichten, die berufliche Orientie-

rungslosigkeit, die jugendanwaltschaftlichen Vorakten und sein soziales Umfeld. 

Die fehlende berufliche Stabilität kann es einem Täter nämlich schwer machen, in 

geregelten Verhältnissen und stabilen Strukturen zu leben, was für eine beständi-

ge Resozialisierung des Beschuldigten unabdingbar ist. Nicht zuletzt scheint der 

Beschuldigte mit problembehafteten Jugendlichen zu verkehren, was sich eben-

falls negativ auf die Legalbewährung auswirken dürfte, sollte er sein soziales Um-

-   44   - 

feld nicht verändern. Haltgebend dürfte ihm einzig seine Familie sein. Damit be-

stehen begründete und besorgniserregende Hinweise, welche gegen die vermute-

te günstige Prognose sprechen. Daran ändern auch die Zusicherungen des Be-

schuldigten, sich nach der Haftentlassung um einen Job bzw. um einen Schulab-

schluss kümmern zu wollen (Prot. II S. 12), nichts, wirken diese aufgrund fehlen-

der Substantiierungen doch nicht sehr ernst gemeint. Mit der Staatsanwaltschaft 

ist der teilbedingte Strafvollzug damit nicht zu gewähren.  

V. Massnahme  

1.  Bezüglich der Voraussetzungen für die Anordnung therapeutischer Mass-

nahmen ist auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (HD 

Urk. 61 S. 63; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

2. Das in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten ist entgegen den Ausfüh-

rungen der Verteidigung (HD Urk. 41 S. 35 f.; HD Urk. 76 S. 36 f.) schlüssig, aus-

führlich begründet und überzeugend. Der von der Verteidigerin vorgebrachte Ein-

wand betrifft u.a. den psychologischen Befund des Gutachters und damit eine 

Fachfrage. Das Gericht darf diesbezüglich nur aus triftigen Gründen vom Gutach-

ten abweichen. Die Ausführungen der Verteidigerin zeigen indes keine gewichti-

gen, zuverlässig begründeten Tatsachen oder Indizien auf, welche die Überzeu-

gungskraft der Feststellungen des Gutachters als Fachperson ernstlich zu er-

schüttern vermögen, so dass die Schlüssigkeit des Gutachtens in wesentlichen 

Punkten zweifelhaft erscheint (BGE 101 IV 130; BGE 129 I 57 f.; Urteil BGer vom 

5. Oktober 2007 [6B_283/2007], E. 2; SCHWARZENEGGER/HUG/JOSITSCH, Strafrecht 

II, 8. Aufl., Zürich 2007, S. 162; BSK StGB-BOMMER, N 27 zu Art. 13).  

3. Die Vorinstanz befand die Voraussetzungen für die Anordnung einer Mass-

nahme für Jugendliche im Sinne von Art. 61 StGB unter Hinweis auf den im Gut-

achten festgestellten Mangel an Massnahmefähigkeit und -willigkeit als nicht ge-

geben (HD Urk. 61 S. 64). Dem ist zuzustimmen. Auch die Staatsanwaltschaft 

verzichtete aus den gleichen Gründen auf einen entsprechenden Antrag (HD 

Urk. 38 S. 10 f.; HD Urk. 75 S. 6).