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**Case Identifier:** d613b9b1-c0bc-5e41-bea1-5f07d762038c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.11.2014 100 2013 361
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-361_2014-11-03.pdf

## Full Text

100.2013.361/362U
HAT/SBE/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 3. November 2014

Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiberin Streun

A.________ und B.________
Beschwerdeführende

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 2009 
(Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 17. September 2013; 
100 12 510, 200 12 418)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.11.2014, Nrn. 100.2013.361/362U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 6. Juli 2011 veranlagte die Steuerverwaltung des Kantons Bern, Region … 
(nachfolgend: Steuerverwaltung), A.________ und B.________ für das Steuerjahr 
2009 in Abweichung von deren Selbstveranlagung auf ein steuerbares Einkommen von 
Fr. 183'100.-- bei den Kantons- und Gemeindesteuern bzw. von Fr. 207'400.-- bei der 
direkten Bundessteuer. Die Abweichung beruhte im Wesentlichen auf einer 
Einkommensaufrechnung von Fr. 130'000.--, welche sich auf eine 
Vergleichsberechnung von Vermögensentwicklung und Lebensaufwand stützte. 

Gegen diese Veranlagungen erhoben A.________ und B.________ am 31. Juli 2011 
Einsprachen. Die Steuerverwaltung hiess diese mit Entscheiden vom 
12. September 2012 insofern teilweise gut, als sie die Aufrechnung auf Fr. 25'000.-- 
reduzierte und das steuerbare Einkommen so bei den Kantons- und Gemeindesteuern 
auf Fr. 78'100.-- und bei der direkten Bundessteuer auf Fr. 102'400.-- herabsetzte. 

B.

Hiergegen gelangten A.________ und B.________ am 10. Oktober 2012 mit Rekurs 
und Beschwerde an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). Mit 
Entscheiden vom 17. September 2013 wies diese die Rechtsmittel ab und erhöhte die 
Einkommensaufrechnung – gestützt auf eine eigene Vermögensvergleichsberechnung 
– im Rahmen einer reformatio in peius auf Fr. 37'840.--. 

C.

Am 18. Oktober 2013 haben A.________ und B.________ gegen die Entscheide der 
StRK Verwaltungsgerichtsbeschwerden erhoben. Sie beantragen sinngemäss die 
Aufhebung der angefochtenen Entscheide und den Verzicht auf eine 
Einkommensaufrechung. 

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Mit Verfügung vom 22. Oktober 2013 hat der Abteilungspräsident die Verfahren 
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer 
vereinigt.

In ihrer Beschwerdevernehmlassung vom 4. November 2013 bzw. Beschwerdeantwort 
vom 13. Dezember 2013 haben die StRK und die Steuerverwaltung je auf Abweisung 
der Beschwerden geschlossen.

A.________ und B.________ haben am 24. Februar 2014 erneut Stellung genommen 
und am 31. März 2014 weitere Beweismittel eingereicht.

Dazu hat die StRK mit Vernehmlassung vom 2. September 2014 verlauten lassen, die 
neuen Beweismittel seien – soweit rechtens – in der Vermögensvergleichsberechnung 
zu berücksichtigen. Die Steuerverwaltung beantragt mit Eingabe vom 18. September 
2014 die teilweise Gutheissung der Beschwerden und die Reduktion der Aufrechnung 
unter Auferlegung der Verfahrenskosten an A.________ und B.________. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. 
auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und 
Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte 
Bundessteuer [DBG; SR 642.11] sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 
2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Beim 
angefochtenen Rückweisungsentscheid handelt es sich um einen Endentscheid, 
verbleibt der Steuerverwaltung doch kein Entscheidungsspielraum mehr; die Rück-
weisung dient nur noch der (rechnerischen) Umsetzung des Angeordneten (vgl. statt 
vieler BGE 134 II 124 E. 1.3; für das kantonale Verfahren auch BVR 2012 S. 558, nicht 
publ. E. 1.2 [VGE 2011/324 vom 16.5.2012]). Die zusätzlichen Voraussetzungen von 

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Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 3 VRPG für die Anfechtung von Zwischenentscheiden 
müssen daher nicht erfüllt sein. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, sind durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 
Abs. 1 DBG). Auf die form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden ist einzutreten. 

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch 
der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Verwaltungsgericht – da es sich 
um zwei verschiedene Steuern handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen 
und in getrennten Verfahren veranlagt werden – zwei Entscheide fällen. Diese können 
jedoch in ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 
E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Vorliegend ist eine durch die Steuerverwaltung ermes-
sensweise vorgenommene Einkommensaufrechnung umstritten. Da die einschlägigen 
Normen des kantonalen und eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lauten, 
rechtfertigt sich nicht nur die Vereinigung der beiden Beschwerdeverfahren (Art. 17 
Abs. 1 VRPG; vgl. Bst. C hiervor), sondern auch die gemeinsame Beurteilung der 
Streitigkeit hinsichtlich kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern. 

1.3 Eine Gutheissung der Beschwerden hätte für die Beschwerdeführenden sowohl 
bei den Kantons- und Gemeindesteuern als auch bei der direkten Bundesteuer eine 
Ersparnis von deutlich unter Fr. 20'000.-- zur Folge, weshalb die Streitigkeit in die 
einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 119 VRPG i.V.m. Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes 
vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). 

2.

2.1 Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen 
Einkünfte, die nicht ausdrücklich von der Besteuerung ausgenommen sind (Art. 19 
Abs. 1 StG; Art. 16 i.V.m. Art. 24 DBG; vgl. auch Art. 7 Abs. 1 und 4 des 
Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten 
Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14]). Die Veranlagungsbehörde 

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stellt zusammen mit der steuerpflichtigen Person die für eine vollständige und richtige 
Besteuerung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest (Art. 166 
Abs. 2 StG; Art. 123 Abs. 1 DBG). Aus dem Untersuchungsgrundsatz ergibt sich die 
Pflicht (und das Recht) der Veranlagungsbehörde, den rechtserheblichen Sachverhalt 
von Amtes wegen abzuklären; sie hat insbesondere die Steuererklärung zu prüfen und 
die erforderlichen Untersuchungen vorzunehmen, um den materiell wahren 
Sachverhalt zu erforschen (vgl. Art. 166 Abs. 3 Satz 1, Art. 174 Abs. 1 StG; Art. 123 
Abs. 2 Satz 1, Art. 130 Abs. 1 DBG; vgl. auch Art. 46 Abs. 1 StHG; 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter , Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Art. 130 
N. 3 ff.; Martin Zweifel, in Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 
Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl. 2008, Art. 130 DBG N. 2; Zweifel/Casanova, 
Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Direkte Steuern, 2008, § 14 N. 4). Die steuer-
pflichtige Person hat ihrerseits alles zu tun, um eine vollständige und richtige 
Veranlagung zu ermöglichen (Art. 167 Abs. 1 StG; Art. 126 Abs. 1 DBG; vgl. auch 
Art. 42 Abs. 1 StHG). Sie muss insbesondere die Steuererklärung und Einlageblätter 
wahrheitsgemäss und vollständig ausfüllen, persönlich unterzeichnen und samt den 
vorgeschriebenen Beilagen fristgerecht bei der zuständigen Behörde einreichen 
(Art. 170 Abs. 2 Satz 1 StG; Art. 124 Abs. 2 DBG). 

2.2 Hat die steuerpflichtige Person trotz Mahnung ihre Verfahrenspflichten nicht 
erfüllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht 
einwandfrei ermittelt werden, so nimmt die Steuerverwaltung die Veranlagung nach 
pflichtgemässem Ermessen vor (Art. 174 Abs. 2 Satz 1 StG; Art. 130 Abs. 2 Satz 1 
DBG; vgl. auch Art. 46 Abs. 3 StHG). Anlass zu einer Ermessensveranlagung bietet 
jede nicht zu beseitigende Ungewissheit im Sachverhalt, welche es der 
Veranlagungsbehörde verunmöglicht, die Steuerfaktoren oder Teile davon einwandfrei 
zu ermitteln. Die Ungewissheit über den massgebenden Sachverhalt kann, muss aber 
nicht auf einer Nicht- bzw. Schlechterfüllung von Verfahrenspflichten beruhen 
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 26, 30, 38, 41; Martin Zweifel, 
a.a.O., Art. 130 DBG N. 30, 42; Zweifel/Casanova, a.a.O., § 19 N. 10, 16; Markus 
Berger, Voraussetzungen und Anfechtung der Ermessensveranlagung, in ASA 75 
S. 185 ff., 196, 200). Bevor eine Ermessensveranlagung vorgenommen werden darf, 
ist im Beweisverfahren anhand der angebotenen oder anhand anderer geeigneter 
Beweismittel zu prüfen, ob die geltend gemachten Tatsachen ausgewiesen sind (vgl. 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 24 f.; Martin Zweifel, a.a.O., Art. 130 
DBG N. 43; Zweifel/Casanova, a.a.O., § 19 N. 16; Markus Berger, a.a.O., S. 198). Die 

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Anforderungen an das einwandfreie Vorliegen des steuerlich relevanten Sachverhalts 
dürfen nicht überspannt werden. Hat die steuerpflichtige Person alle Mitwirkungs-
pflichten erfüllt, findet bei ungewissem Sachverhalt grundsätzlich die allgemeine 
Beweislastregel Anwendung, wonach die Veranlagungsbehörde für die steuer-
begründenden bzw. -erhöhenden Tatsachen, die steuerpflichtige Person für die steuer-
aufhebenden bzw. -mindernden Tatsachen die Beweislast trägt. Die Veranlagungs-
behörde darf nur dann eine Schätzung vornehmen, wenn das Beweisverfahren 
genügend Anhaltspunkte für einen steuerbegründenden bzw. -mehrenden oder 
steueraufhebenden bzw. -mindernden Sachverhalt ergeben hat, ohne dass im 
Quantitativen eine eindeutige Abklärung möglich war. Die Ungewissheit über die Höhe 
der Steuerfaktoren muss so gross sein, dass der korrekt handelnden steuerpflichtigen 
Person zugemutet werden darf, in einem allfälligen Rechtsmittelverfahren das 
Gegenteil der Schätzung zu beweisen (vgl. zum Ganzen VGE 2012/359/360 vom 
4.9.2014, E. 2.2; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 23, 41; vgl. auch 
Zweifel/Casanova, a.a.O., § 19 N. 9; Markus Berger, a.a.O., S. 201). 

2.3 Die Ermessensveranlagung besteht in einer Schätzung der Steuerfaktoren oder 
einzelner Einkommens- bzw. Gewinnbestandteile und beruht auf einer 
Sachverhaltsfeststellung durch Wahrscheinlichkeitsschluss. Ziel der ermessensweisen 
Schätzung ist die bestmögliche Annäherung an den wirklichen Sachverhalt. Die 
Veranlagungsbehörde hat die amtliche Schätzung pflichtgemäss vorzunehmen. Sie 
kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und Lebensaufwand der 
steuerpflichtigen Person berücksichtigen (Art. 174 Abs. 2 StG; Art. 130 Abs. 2 DBG; 
vgl. auch Art. 46 Abs. 3 StHG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 61 f.; 
Zweifel/Casanova, a.a.O., § 19 N. 18 f.). Der steuerpflichtigen Person steht allerdings 
der Nachweis offen, dass sie besonders sparsam gelebt hat oder ihren 
Lebensunterhalt durch Vermögensverzehr oder steuerfreie Einkünfte bestritten hat (vgl. 
Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 71). 

2.4 Eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen kann die steuerpflichtige 
Person nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten; die Einsprache ist zu 
begründen und muss allfällige Beweismittel nennen (Art. 191 Abs. 3 und 5 StG bzw. 
Art. 132 Abs. 3 DBG; vgl. auch Art. 48 Abs. 2 StHG). Diese gegenüber der Einsprache 
im ordentlichen Verfahren qualifizierte Anforderung folgt aus der besonderen Natur der 
Ermessensveranlagung. Weil sich der betragsmässige Umfang der zu bestimmenden 
Steuerfaktoren nicht genau feststellen lässt, ist er zu schätzen. Die Schätzung beruht 

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notwendigerweise auf Annahmen und Vermutungen. Weil die Ermessensveranlagung 
deshalb zwangsläufig gewisse Ungenauigkeiten aufweist, ist die Möglichkeit, sie 
anzufechten, entsprechend eingeschränkt. Mithilfe eines umfassenden 
Unrichtigkeitsnachweises hat die steuerpflichtige Person die bestehende Ungewissheit 
bezüglich des Sachverhalts zu beseitigen; blosse Teilnachweise genügen nicht. In der 
Begründung der Einsprache ist daher der Sachverhalt in substanziierter Weise 
darzulegen, und es sind die Beweismittel für diese Sachverhaltsdarstellung zu nennen. 
Es reicht nicht aus, die Einschätzung in pauschaler Weise zu bestreiten oder lediglich 
einzelne Positionen der Einschätzung als zu hoch zu bezeichnen (vgl. zum Ganzen 
VGE 2012/359/360 vom 4.9.2012, E. 2.4; vgl. auch BGer 2C_136/2011 vom 30.4.2012, 
E. 4.2.1. mit Verweis auf 2C_279/2011 und 2C_280/2011 vom 17.10.2011, in StE 2012 
B 93.5 Nr. 26 E. 3.2; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 132 N. 54; Martin 
Zweifel, a.a.O., Art. 132 DBG N. 42). Offensichtlich unrichtig ist eine Schätzung dann, 
wenn sie an einem in die Augen springenden, qualifizierten Fehler leidet. Dies ist der 
Fall, wenn ein wesentlicher erwägenswerter Gesichtspunkt übergangen oder falsch 
gewürdigt worden ist (statt vieler BGer 2C_260/2014 und 2C_261/2014 vom 2.4.2014, 
E. 4.1 mit Verweis auf 2C_279/2011 und 2C_280/2011 vom 17.10.2011, in StE 2012 
B 93.5 Nr. 26 E. 3.1) oder wenn die Schätzung sachlich nicht begründbar, insbe-
sondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert ist, sich auf sachwidrige 
Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützt oder aus sonstigen Gründen 
mit den aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalls nicht vereinbar ist (BVR 2008 
S. 181 E. 4.3 mit Hinweisen; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 132 N. 68; 
Martin Zweifel, a.a.O., Art. 132 DBG N. 52). 

3.

Vorab ist zu klären, ob die Voraussetzungen für die Vornahme einer Er-
messensveranlagung erfüllt waren.

3.1 Die Beschwerdeführenden haben für das Jahr 2009 ein Reineinkommen von 
Fr. 90'601.-- und ein Reinvermögen von Fr. 1'091'110.-- deklariert (vgl. Vorakten 
Steuerverwaltung [in act. 4A], pag. 1 ff., 17 ff.). Ihr Reinvermögen war im Jahr 2008 auf 
Fr. 897'778.-- veranlagt worden (vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A], pag. 205), 
womit 2009 im Vergleich zum Vorjahr ein (Rein-)Vermögenszuwachs von Fr. 193'332.-- 
resultiert. Dieser beruht im Wesentlichen auf einer Zunahme des Steuerwerts der 

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Lebensversicherungen infolge Rückkaufs bestehender und dem Abschluss neuer 
Lebensversicherungspolicen (unter Berücksichtigung einer Abnahme des amtlichen 
Werts der Liegenschaften infolge Verkaufs eines Grundstücks; vgl. Vorakten 
Steuerverwaltung [in act. 4A], pag. 12 ff., 37 ff., 133 f. und 181 ff.). Vor diesem 
Hintergrund gelangte die Steuerverwaltung zum Schluss, mit ihrem Reineinkommen 
von Fr. 90'601.-- sei es den Beschwerdeführenden – auch unter Berücksichtigung des 
Mittelzuflusses aus dem Liegenschaftsverkauf von Fr. 220'000.-- – nicht möglich 
gewesen, die in die Lebensversicherung getätigte (Netto-)Investition von Fr. 307'037.-- 
(Einmalprämie [inkl. Stempelsteuer] von Fr. 518'905.-- minus Rückkaufswert von 
Fr. 211'868.--) sowie den Lebensunterhalt für sich und ihre beiden Töchter zu 
bestreiten, ohne über zusätzliche nicht deklarierte Mittel zu verfügen (vgl. Vorakten 
Steuerverwaltung [in act. 4A], pag. 177, 183 f.). Entsprechend forderte sie die 
Beschwerdeführenden am 21. April 2011 auf, die Vermögenszunahme zu erklären und 
diesbezügliche Belege einzureichen. Da die Beschwerdeführenden dieser 
Aufforderung nicht nachkamen (vgl. Aktennotiz vom 3.6.2011, Vorakten 
Steuerverwaltung [in act. 4A], pag. 183 f.), schritt die Steuerverwaltung zur (teilweisen) 
Ermessensveranlagung und rechnete sowohl bei den Kantons- und Gemeindesteuern 
als auch bei der direkten Bundessteuer einen Ermessenszuschlag von Fr. 130'000.-- 
als weitere steuerbare Einkünfte auf (vgl. Veranlagungsverfügungen vom 6.7.2011, 
Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A], pag. 17 ff.). 

3.2 Im Einspracheverfahren reichten die Beschwerdeführenden dann erstmals 
Belege über die Saldierung des Ausbildungskontos ihrer Tochter im Betrag von 
Fr. 20'131.85 sowie über eine Schenkung der Eltern der Beschwerdeführerin in der 
Höhe von Fr. 40'000.-- ein (vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A], pag. 59 ff., 
65 ff.). Gestützt auf diese neuen Erkenntnisse nahm die Steuerverwaltung eine 
Vermögensvergleichsberechnung vor, in welcher sie anhand der definitiven 
Veranlagung des Jahres 2008, der Steuererklärung für das Jahr 2009 und der neu 
eingereichten Unterlagen zunächst die effektive Veränderung im Vermögen berechnete 
und diesem Betrag anschliessend das (um einzelne Aufwendungen und gewisse nicht 
liquiditätswirksame Abzüge) bereinigte deklarierte Reineinkommen gegenüberstellte. 
Daraus ergaben sich die zur Verfügung stehenden Mittel, von welchen die 
Steuerverwaltung die Lebenshaltungskosten gemäss den Erhebungen des 
Bundesamtes für Statistik sowie die weiteren Aufwendungen in Abzug brachte. Dieser 
Berechnungsvorgang ergab einen unerklärten Fehlbetrag von Fr. 25'725.-- (vgl. 
Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A], pag. 116 f.). Entsprechend reduzierte die 

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Steuerverwaltung die ermessensweise Aufrechnung um Fr. 105'000.-- auf Fr. 25'000.-- 
(vgl. Einspracheentscheide vom 12.9.2012, Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A], 
pag. 120 ff.). 

3.3 Die StRK hat im Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine eigene 
Vermögensvergleichsberechnung erstellt und dabei ein gegenüber der Steuer-
verwaltung um rund 50% höheres Einkommensmanko von Fr. 37'840.-- errechnet (vgl. 
Expertenbericht vom 6.5.2013 [in act. 4A], pag. 92 ff.). Sie gelangte daher – wie zuvor 
die Steuerverwaltung – zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführenden in der 
Veranlagungsperiode 2009 über Einkünfte verfügt haben müssen, die nicht deklariert 
worden sind. Angesichts dieser Erkenntnis bestätigte sie die (teilweise) Ermessens-
veranlagung im Grundsatz, nahm indes wegen der nicht unwesentlichen Höhe der 
Abweichung eine Korrektur der Einspracheentscheide zum Nachteil der 
Beschwerdeführenden vor (vgl. angefochtene Entscheide E. 6; zur sog. «reformatio in 
peius» Art. 199 Abs. 2 StG und Art. 143 Abs. 1 DBG). 

3.4 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Steuerverwaltung eine 
Ermessensveranlagung vorgenommen (und die StRK diese geschützt) hat: Vorliegend 
hatten die Beschwerdeführenden Einkünfte deklariert, die nach allgemeiner Erfahrung 
nicht ausreichen, um – nebst dem ermittelten Vermögenszuwachs – ihr notwendiges 
Auskommen zu sichern, was zur natürlichen Vermutung führte, dass sie über 
zusätzliche (steuerbare) Einkommensquellen verfügt haben mussten. Es lagen damit 
genügend Anhaltspunkte für einen steuerbegründenden Sachverhalt vor und wäre 
Sache der Beschwerdeführenden gewesen, diese zu widerlegen (vorne E. 2.2), was 
ihnen jedoch nicht gelungen ist. Dass sie im verwaltungsgerichtlichen Verfahren den 
Zufluss weiterer steuerfreier Einkünfte geltend machen (vgl. dazu die nachfolgende 
E. 4.4), bestätigt die Unvollständigkeit ihrer Selbstdeklaration.

4.

Es bleibt zu prüfen, ob die durch die Vorinstanz(en) vorgenommene Er-
messensveranlagung – wie von den Beschwerdeführenden geltend gemacht – 
offensichtlich unrichtig ist.

4.1 Der durch die StRK ermittelte Lebensaufwand von Fr. 68'187.-- beruht zum 
einen auf einer Schätzung der Lebenshaltungskosten gemäss den Erhebungen des 

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Bundesamtes für Statistik (vgl. angefochtene Entscheide E. 5) und zum anderen auf 
den von den Beschwerdeführenden in der Steuererklärung 2009 gemachten Angaben. 
Die StRK ist von Grundbeträgen von Fr. 29'400.-- für die Beschwerdeführenden, von 
Fr. 5'500.-- für die ältere Tochter sowie von Fr. 3'700.-- für die jüngere Tochter ausge-
gangen und hat darüber hinaus die Vergabungen sowie die Ausbildungskosten als 
Ausgabenposten berücksichtigt. Bei den Vergabungen ist sie – entsprechend der 
Selbstdeklaration der Beschwerdeführenden – von einem Betrag von Fr. 17'929.-- 
ausgegangen (vgl. Steuererklärung 2009; Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A], 
pag. 5), bei den Ausbildungskosten hat sie den von der Steuerverwaltung anerkannten 
Abzug in der Höhe von Fr. 11'658.-- übernommen (vgl. Veranlagungsverfügungen vom 
6.7.2011; Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A], pag. 21), wobei dieser um Fr. 1'600.-
- höher liegt als die in der Steuererklärung angegebenen Kosten (Fr. 5'658.-- für die 
ältere bzw. Fr. 4'400.-- für die jüngere Tochter; vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in 
act. 4A], pag. 2). Die Differenz ist darauf zurückzuführen, dass die 
Beschwerdeführenden bei den Vergabungen dem Kloster C.________ bezahlte 
Ausbildungskosten von Fr. 14'770.-- deklariert hatten, weshalb die Steuerverwaltung 
die (abzugsfähigen) Vergabungen auf Fr. 3'159.-- reduzierte und zugleich den Abzug 
für die Ausbildungskosten der jüngeren Tochter auf den (damaligen) gesetzlichen 
Maximalbetrag von Fr. 6'000.-- erhöhte (vgl. Veranlagungsverfügungen vom 6.7.2011, 
Änderungen und Begründung zu Ziff. 2.1 und 5.3; Vorakten Steuerverwaltung [in 
act. 4A], pag. 21 f.).

4.2 Die Beschwerdeführenden bringen zunächst vor, die anhand der Erhebungen 
des Bundesamts für Statistik festgelegten Pauschalbeträge für die 
Lebenshaltungskosten erwiesen sich als zu hoch, da sie besonders sparsam gelebt 
hätten. Soweit sie dabei den Betrag für ein Ehepaar von Fr. 29'400.-- als überhöht 
bezeichnen, ohne substantiiert darzulegen, wie sich ihre Lebenshaltungskosten 
zusammensetzen und ohne entsprechende Belege vorzuweisen, vermögen sie von 
vornherein nicht darzutun, dass die Einschätzung der Vorinstanz offensichtlich 
unrichtig ist. Dasselbe gilt im Wesentlichen für ihr Vorbringen, die StRK habe die 
Lebenshaltungskosten von Fr. 5'500.-- für die jüngere Tochter [korrekt: Fr. 3'700.--] zu 
Unrecht einbezogen, da diese in der fraglichen Periode in C.________ im Internat 
gelebt habe. Auch hier wäre es an den Beschwerdeführenden gelegen, konkret 
aufzuzeigen, welche Kosten durch den Aufenthalt der Tochter im Internat eingespart 
wurden und ihre Ausführungen entsprechend zu belegen; dies umso mehr, als viele 
der Auslagen (Kleidung, Krankenkasse, Verkehr, etc.) unabhängig vom einem 

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Internatbesuch anfallen und zudem angenommen werden darf, dass die (damals 13-
jährige) Tochter die Ferien und Wochenenden zu Hause verbracht hat. 

4.3 Im Verfahren vor Verwaltungsgericht machen die Beschwerdeführenden 
sodann erstmals geltend, für die Ausbildungskosten ihrer Töchter eine 
Unterstützungsleistung bzw. Schenkung des Vaters der Beschwerdeführerin erhalten 
zu haben (vgl. Eingabe vom 24.2.2014, act. 11). – Aus den eingereichten Unterlagen 
geht hervor, dass die ältere ihrer beiden Töchter zwischen August 2008 und Juli 2009 
die D.________ in E.________ besucht und danach eine Ausbildung im Pflegezentrum 
F.________ angetreten hat. Die jüngere Tochter, welche zuvor die Rudolf Steiner 
Schule besuchte, hat das Schuljahr 2008/2009 an der …schule des Klosters 
C.________ absolviert. Bezüglich der hier interessierenden Kosten für das Jahr 2009 
machen die Beschwerdeführenden im Einzelnen geltend, Fr. 16'050.-- (Schulgeld 
Klosterschule C.________) bzw. Fr. 8'400.-- (Schulgeld D.________) seien durch den 
Vater der Beschwerdeführerin getragen worden. Sie legen in diesem Zusammenhang 
sieben Empfangsscheine über Zahlungen von je Fr. 1'200.-- an die D.________, drei 
Empfangsscheine über Zahlungen von Fr. 5'300.-- (zweimal) bzw. Fr. 5'450.-- (einmal) 
an die Klosterverwaltung C.________ sowie drei Kundenabschnitte über 
Zahlungsaufträge lautend auf den Namen des Vaters der Beschwerdeführerin, 
G.________, über Fr. 6'500.--, Fr. 5'300.-- und Fr. 5'450.-- ins Recht. Zudem legen sie 
ein von der Schwester der Beschwerdeführerin sowie der Ehefrau des inzwischen 
verstorbenen G.________ unterzeichnetes Bestätigungsschreiben vor, wonach dieser 
die entsprechenden Einzahlungen getätigt bzw. die Kosten für die D.________ und die 
Klosterschule C.________ für seine Enkelinnen übernommen habe (vgl. Eingabe vom 
31.3.2014, act. 12 und 12A). Aus den eingereichten Belegen ergibt sich lediglich, dass 
Zahlungen an die D.________ bzw. das Kloster C.________ ergangen sind, nicht 
jedoch durch wen und zu welchem Zweck diese Zahlungen getätigt worden sind. Was 
die auf G.________ lautenden Zahlungsaufträge angeht, lässt sich diesen den Zah-
lungsempfänger nicht entnehmen. Bloss die Höhe der Beträge lässt auf einen 
Zusammenhang der Zahlungsaufträge zu den Schulkosten schliessen. In Anbetracht 
dessen, dass die Beträge auf den vorgelegten Rechnungen, den Einzahlungsbelegen 
und (soweit vorhanden) den Zahlungsanweisungen übereinstimmen, unter 
Berücksichtigung des Umstands, dass die bei der Post getätigten Einzahlungen in 
H.________ und damit am Wohnort des Verstorbenen vorgenommen worden sind, mit 
Blick auf das Vorliegen der Bestätigungen von Ehefrau und Tochter sowie angesichts 
der Tatsache, dass die Steuerverwaltung die Beweiskraft der Belege anerkannt hat 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.11.2014, Nrn. 100.2013.361/362U, Seite 12

(vgl. Eingabe vom 18.9.2014, act. 13) kann nichtsdestotrotz als hinreichend erstellt 
gelten, dass der Vater der Beschwerdeführerin die Ausbildungskosten seiner 
Enkelinnen im Gesamtbetrag von Fr. 24'450.-- übernommen hat. 

4.4 Auf die strittige Vermögensvergleichs- bzw. Lebensaufwandsberechnung der 
StRK wirkt sich dies wie folgt aus: Die Vergabungen sind im Umfang der darin 
enthaltenen Kosten für die Klosterschule C.________ von Fr. 14'770.-- auf Fr. 3'159.-- 
zu reduzieren, da diese Kosten – wie eben gesehen – nicht von den 
Beschwerdeführenden getragen worden sind. Hinsichtlich der erfassten 
Ausbildungskosten von Fr. 11'658.-- ist eine Korrektur im Umfang der von der 
Steuerverwaltung im Rahmen der Veranlagung getätigten «Umbuchung» von 
Fr. 1'600.-- vorzunehmen (vgl. vorne E. 4.1), da dieser Betrag gleichermassen die 
Kosten für die Klosterschule C.________ beschlägt und somit nicht zu berücksichtigen 
ist. Was indes die vom Vater der Beschwerdeführerin ebenfalls übernommenen Kosten 
für die D.________ angeht, ergibt sich bezüglich des durch die StRK ermittelten Privat-
aufwands der Beschwerdeführenden keine Änderung. Diese Auslagen sind bisher nicht 
in die Berechnung eingeflossen, denn der von der StRK aus der Veranlagung 
übernommene Betrag «Ausbildungskosten Kinder» von Fr. 11'658.-- umfasst bezüglich 
der älteren Tochter einzig die Aufwendungen für die Ausbildung im Pflegezentrum 
F.________ (vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A], pag. 2). In Berücksichtigung 
der vor Verwaltungsgericht neu vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel ergibt sich 
somit, dass die Vergabungen lediglich mit Fr. 3'159.-- und die Ausbildungskosten bloss 
mit Fr. 10'058.-- in die Vergleichsberechnung einzubeziehen sind. Dadurch resultieren 
gegenüber der Berechnung der Vorinstanz um insgesamt Fr. 16'370.-- (Fr. 14'770-- 
plus Fr. 1'600.--) tiefere Lebenshaltungskosten der Beschwerdeführenden.

4.5 Damit verbleibt indes nach wie vor ein ungeklärter Fehlbetrag in der Höhe von 
Fr. 21'470.-- (Fr. 37'840.-- minus Fr. 16'370.--) bestehen, womit die durch die 
Vorinstanz ermessensweise vorgenommene Aufrechnung im Grundsatz zu bestätigen 
ist. Deren Einschätzung erweist sich jedoch infolge der in den verwaltungsgerichtlichen 
Verfahren getroffenen sachverhaltlichen Feststellungen hinsichtlich der 
Ausbildungskosten als offensichtlich zu hoch: Die nachweislich nicht durch die 
Beschwerdeführenden getragenen Ausbildungskosten (Fr. 16'370.--) machen rund 
einen Viertel des gesamten Privataufwands von Fr. 68'187.-- aus, so dass ihre 
Berücksichtigung die (partielle) Ermessensveranlagung als offensichtlich unrichtig er-
scheinen lässt, weshalb der aufgerechnete Ermessenszuschlag entsprechend zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.11.2014, Nrn. 100.2013.361/362U, Seite 13

reduzieren ist. Die Beschwerden sind somit – dem übereinstimmenden Antrag der 
Parteien entsprechend – teilweise gutzuheissen, die angefochtenen Entscheide 
aufzuheben und die Sache zur Neuveranlagung der Beschwerdeführenden im Sinn der 
Erwägungen an die Steuerverwaltung zurückzuweisen.

5.

5.1 Bei diesem Ausgang der Verfahren obsiegen die Beschwerdeführenden bloss 
teilweise. Es rechtfertigt sich, sie als zu zwei Fünfteln obsiegend zu betrachten. Im 
Umfang ihres Unterliegens haben sie demnach die Kosten für die Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht zu tragen; die restlichen Verfahrenskosten sind nicht zu erheben 
(Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 
DBG; vgl. auch BVR 2004 S. 133 E. 3.1). Parteikosten sind keine zu sprechen 
(Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 Abs. 1 und 3 VRPG; Art. 200 Abs. 4 
StG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; 
SR 172.021]).

5.2 Entsprechend dem Verfahrensausgang sind grundsätzlich auch die Kosten für 
die Verfahren vor der StRK neu zu verlegen. Es ist indes – wie die Steuerverwaltung 
zu Recht vorbringt – zu beachten, dass die Beschwerdeführenden die entscheidenden 
Beweismittel erst vor dem Verwaltungsgericht vorgebracht haben und es primär ihrer 
mangelhaften Mitwirkung zuzuschreiben ist, dass sie nicht schon früher zu ihrem Recht 
gekommen sind. Die Kosten der vorinstanzlichen Verfahren sind daher trotz deren 
teilweisen Obsiegens gänzlich den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 102 
VRPG i.V.m. Art. 200 Abs. 2 StG; Art. 144 Abs. 2 DBG). Parteikosten sind keine 
angefallen (Art. 104 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1–
3 VwVG).

6.

Rückweisungsentscheide gelten nach der Regelung des Bundesgesetzes vom 17. Juni 
2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) in der Regel 
als Zwischenentscheide, die nur unter den (zusätzlichen) Voraussetzungen von Art. 93 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.11.2014, Nrn. 100.2013.361/362U, Seite 14

Abs. 1 BGG mit dem in der Hauptsache offenstehenden Rechtsmittel selbständig 
angefochten werden können. Da die Rückweisung an die Steuerverwaltung jedoch nur 
noch der (rechnerischen) Umsetzung der Anordnungen des Verwaltungsgerichts dient, 
dürfte es sich vorliegend um einen Endentscheid im Sinn von Art. 90 BGG handeln 
(vgl. BGE 134 II 124 E. 1.3).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2009 wird teilweise 
gutgeheissen und der Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
vom 17. September 2013 wird aufgehoben. Die Sache wird zur Neuveranlagung der 
Beschwerdeführenden im Sinn der Erwägungen an die Steuerverwaltung des 
Kantons Bern zurückgewiesen. Soweit weitergehend wird die Beschwerde 
abgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundesssteuer 2009 wird teilweise 
gutgeheissen und der Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
vom 17. September 2013 wird aufgehoben. Die Sache wird zur Neuveranlagung der 
Beschwerdeführenden im Sinn der Erwägungen an die Steuerverwaltung des 
Kantons Bern zurückgewiesen. Soweit weitergehend wird die Beschwerde 
abgewiesen.

3. Die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 1'500.--, werden den Beschwerdeführenden zu drei 
Fünfteln, ausmachend Fr. 900.--, auferlegt.

4. Die Kosten der Verfahren vor der Steuerrekurskommission von Fr. 1'500.-- werden 
den Beschwerdeführenden auferlegt.

5. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.11.2014, Nrn. 100.2013.361/362U, Seite 15

6. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG geführt werden.