# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 368ba237-572b-5c32-a67a-a0347a527577
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.11.2023 E-1772/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1772-2023_2023-11-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1772/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Roswitha Petry (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis,  

Richterin Muriel Beck Kadima,    

Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. 

   

Parteien 

 
A.______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Anna Kuhn,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Datenschutz (Datenänderung im Zentralen Migrationsinfor-

mationssystem [ZEMIS]);  

Verfügung des SEM vom 28. Februar 2023 / N (…). 

 

 

 

E-1772/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin reichte am (…) September 2022 in der Schweiz 

ein Asylgesuch ein. Auf dem Personalienblatt für Asylsuchende gab sie bei 

Eintritt in das BAZ den (…) (gregorianischer Kalender) als Geburtsdatum 

an. 

B.  

Am 11. Oktober 2022 bevollmächtigte die Beschwerdeführerin den HEKS 

Rechtsschutz Bundesasylzentren Nordwestschweiz. Diese Rechtsvertre-

tung bat am 28. Oktober 2022 um zeitnahe und ganztägige Ansetzung der 

Erstbefragung (EB) unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender (UMA, 

nachfolgend EB-UMA) und der Anhörung. 

C.  

Am 12. Dezember 2022 wurde die Beschwerdeführerin summarisch zu ih-

rer Person (EB-UMA, vgl. Protokoll SEM-Akten 1198888-21/10, nachfol-

gend A21) befragt. 

Dabei gab sie in Bezug auf ihr Alter an, am (…) ([…] gemäss afghanischem 

Kalender) geboren zu sein; dementsprechend sei sie (…) Jahre alt. Sie 

kenne ihr Geburtsdatum, weil ihre Mutter ihr mitgeteilt habe, im betreffen-

den Jahr geboren worden zu sein und weil dies auch der beigebrachten 

Tazkira entnommen werden könne, die am (…) ausgestellt worden sei. Bei 

der Geburt werde man noch im Krankenhaus registriert. Anlässlich der Ein-

schulung müsse man sein Alter schliesslich mittels Tazkira bestätigen. 

Diese habe bei ihr im Alter von vier bzw. fast fünf Jahren stattgefunden. Sie 

habe zwei Klassen übersprungen, mit (…) Jahren – im Jahr (…) – die 

Schule abgeschlossen und sich danach für die Aufnahmeprüfung für die 

Universität vorbereitet.  

Die Beschwerdeführerin reichte eine Kopie ihrer Tazkira (inkl. Überset-

zung) zu den Akten.  

D.  

Am gleichen Tag wie die EB-UMA fand auch die Anhörung zu den Asylvor-

bringen (vgl. Protokoll SEM-Akten 1198888-24/8, nachfolgend A24) statt. 

Im Rahmen dieser Anhörung machte sie keine weiteren Angaben in Bezug 

auf ihr Alter. 

E-1772/2023 

Seite 3 

E.  

Aufgrund von Zweifeln an der geltend gemachten Minderjährigkeit der Be-

schwerdeführerin gab das SEM am 3. Januar 2023 die Erstellung eines 

Altersgutachtens in Auftrag. Hierfür hatte die Beschwerdeführerin Ende 

Dezember schriftlich diverse Fragen hinsichtlich ihrer Gesundheit beant-

wortet.  

F.  

Im Altersgutachten des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsspitals 

B.______ vom 17. Januar 2022 (vgl. SEM-Akten 1198888-31/6, nachfol-

gend A31) wurde festgehalten, dass sich nach den erhobenen Befunden 

für die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Untersuchung vom 13. Ja-

nuar 2023 ein Mindestalter von (…) Jahren ergebe. Das angegebene Alter 

von (…) könne somit gemäss der aktuellen wissenschaftlichen Studienlage 

nicht zutreffen. 

G.  

Am 3. Februar 2023 gewährte das SEM der Beschwerdeführerin das recht-

liche Gehör zum Altersgutachten und hielt fest, dass die für ihre Volljährig-

keit sprechenden Indizien (Altersgutachten sowie ungenaue und unwahr-

scheinliche Aussagen) die dagegen sprechenden überwiegen würden. So 

habe sie zu Protokoll gegeben, die Tazkira sei zum Zeitpunkt ihrer Einschu-

lung ausgestellt worden. Auf der Tazkira sei jedoch der (…) (der (…) nach 

gregorianischem Kalender) als Ausstellungsdatum erfasst worden. Zu die-

sem Zeitpunkt sei die Beschwerdeführerin bereits seit mehreren Jahren zur 

Schule gegangen. Ausserdem sei nicht plausibel, dass sie bereits im Alter 

von vier Jahren eingeschult worden sei und angeblich viele Kinder im sel-

ben Alter gewesen seien. In Afghanistan sei es vielmehr üblich, dass Kin-

der im Alter von sieben Jahren – und damit drei Jahre später als die Be-

schwerdeführerin geltend macht – die Schule beginnen würden. Weil sie 

angeblich noch zwei Klassen übersprungen habe, müsste sie die Schule 

vier bis fünf Jahre vor dem allgemeinen Durchschnitt abgeschlossen ha-

ben. Dass sie sich zwei Jahre vor ihrer Ausreise als (…) Mädchen auf das 

Studium vorbereitet habe, sei nicht gänzlich auszuschliessen, aber doch 

äusserst unwahrscheinlich; entsprechende Schulzeugnisse habe sie keine 

beibringen können. Der Tazkira komme überdies nur ein beschränkter Be-

weiswert zu; andere Dokumente, welche Aufschluss über ihr Alter geben 

könnten, habe sie nicht eingereicht. Ein deutliches Indiz für die Volljährig-

keit sei des Weitern das Altersgutachten, welches von einem Mindestalter 

von (…) Jahren ausgehe.  

E-1772/2023 

Seite 4 

Das SEM beabsichtige folglich, ihr Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) 

anzupassen und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Das von der 

Beschwerdeführerin angegebene Geburtsdatum werde als Zweitidentität 

aufgeführt. 

H.  

In ihrer Stellungnahme vom 16. Februar 2023 brachte die Beschwerdefüh-

rerin durch ihre Rechtsvertreterin vor, sie sei mit der geplanten Altersan-

passung nicht einverstanden. Die Rechtsvertretung gab zu bedenken, 

dass sie aufgrund des vulnerablen Zustands ihrer Mandantin bereits Ende 

Oktober 2022 eine ganztägige Befragung (EB-UMA und Anhörung) bean-

tragt habe. Diese sei aber stattdessen erst im Dezember und an einem 

halben Tag durchgeführt worden. Da am Ende der EB-UMA nicht darauf 

hingewiesen worden sei, dass das SEM an den Altersangaben zweifle, 

habe sie auch keine Ergänzungsfragen gestellt. Nach der Anhörung sei die 

Mandantin nicht mehr in der Lage gewesen, weitere Fragen zu beantwor-

ten. Entsprechend habe sie die medizinischen Fragen für das Altersgut-

achten schriftlich beantworten müssen. Ihre Mandantin habe sich einige 

Tage nach der Anhörung komplett zurückgezogen, da sie sich beim Inter-

view vernachlässigt gefühlt habe und nicht verstehen könne, weshalb an 

ihrer Identität und ihren Berichten gezweifelt werde. Entgegen den Ausfüh-

rungen des SEM habe ihre Mandantin stimmig ausgesagt, im Alter von fünf 

Jahren eingeschult worden zu sein. Sie habe auch erklärt, dass Kinder mit 

etwas Talent und einer schnellen Auffassungsgabe eingeschult und Klas-

sen überspringen könnten. Bei der Tazkira handle es sich um eine zweite 

Ausstellung, was auch dem Stempel auf dem Dokument entnommen wer-

den könne. Dies habe sie auch der Dolmetscherin zu erklären versucht. Da 

sie abrupt habe fliehen müssen, habe sie keine weiteren Dokumente mit-

nehmen können. Sie habe sich darauf konzentriert, ihr eigenes Leben zu 

retten. Im Altersgutachten sei keine Überlappung von sich ergebenden Al-

tersspannen erkennbar. Der Beweiswert des Gutachtens sei folglich äus-

serst gering und ein sehr fragliches Indiz für die Volljährigkeit. Es sei ferner 

festzustellen, dass dem Gutachter keine Referenzstudien für eine weibli-

che Population aus Afghanistan vorgelegen hätten. In einer Gesamtschau 

und unter Würdigung sämtlicher Indizien sei das von ihrer Mandantin an-

gegebene Geburtsdatum wahrscheinlicher als der (…). Sollte dennoch an 

diesem Datum festgehalten werden, seien weitere Untersuchungen, eine 

erneute Anhörung mit einer anderen Dolmetscherin und eine weitere Über-

setzung der eingereichten Tazkira anzuordnen. 

E-1772/2023 

Seite 5 

I.  

Mit Schreiben vom 28. Februar 2023 setzte das SEM die Beschwerde-füh-

rerin darüber in Kenntnis, dass ihr Asylgesuch dem erweiterten Verfahren 

und sie dem Kanton Zürich zugewiesen werde.  

J.  

Am 28. Februar 2023 – gleichentags eröffnet – verfügte das SEM die Än-

derung des Geburtsdatums der Beschwerdeführerin im ZEMIS – unter An-

bringung eines Bestreitungsvermerks gemäss Art. 25 Abs. 2 aDSG – vom 

(…) auf den (…). 

K.  

Am 2. März 2023 übergab das HEKS infolge der Kantonszuteilung das 

Mandat – im Einverständnis mit der Beschwerdeführerin – an die Zürcher 

Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA). Diese wurde am 13. März 2023 

offiziell mit dem Mandat betraut.  

L.  

Am 30. März 2023 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht und beantragt, die angefochtenen Verfügung sei 

aufzuheben und das SEM anzuweisen, ihr Geburtsdatum im ZEMIS auf 

«(…) (bestritten)» zu ändern. Eventualiter sei die Sache zur neuen Ent-

scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt sie, das SEM sei im Sinne einer 

vorsorglichen Massnahme anzuweisen, das Geburtsdatum im ZEMIS für 

die Dauer des vorliegenden Verfahrens auf den «(…) (bestritten)» zu än-

dern. Ausserdem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege unter Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses zu gewähren und die rubrizierte 

Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin beizuordnen.  

M.  

Mit Verfügung vom 20. April 2023 hiess die Instruktionsrichterin das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzich-

tete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig wies sie die 

Gesuche um Gewährung der amtlichen Verbeiständung sowie vorsorgli-

chen Änderung des ZEMIS-Eintrags ab und lud die Vorinstanz zur Einrei-

chung einer Vernehmlassung ein.  

N.  

Das SEM liess sich mit Eingabe vom 27. April 2023 zur Beschwerde ver-

nehmen, woraufhin die Instruktionsrichterin der Beschwerdeführerin die 

E-1772/2023 

Seite 6 

Möglichkeit zur Replikeinreichung gewährte. Diese nahm sie mit Eingabe 

vom 8. Mai 2023 wahr. Gleichzeitig reichte die Rechtsvertreterin eine Kos-

tennoten zu den Akten.  

O.  

Mit Verfügung vom 14. August 2023 anerkannte das SEM die Beschwer-

deführerin als Flüchtling im Sinne von Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG (SR 

142.31) und gewährte ihr Asyl.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung ge-

mäss Art. 5 VwVG, welche von einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. 

d VGG erlassen wurde. Da keine Ausnahme gemäss Art. 32 VGG vorliegt, 

ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zustän-

dig (Art. 31 VGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG soweit das VGG nichts an-

deres bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Am 1. September 2023 ist eine Totalrevision des Bundesgesetzes über 

den Datenschutz (DSG, SR 235.1) sowie der Verordnung über den Daten-

schutz (DSV, SR 235.11, vormals Verordnung zum Bundesgesetz über den 

Datenschutz –VDSG) in Kraft getreten (AS 2022 491 und AS 2022 568); 

für das vorliegende Beschwerdeverfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Art. 70 aDSG; vgl. auch BGE 139 II 263 E. 6 und BGE 144 II 326 

E. 2.1.1 sowie TSCHANNEN / ZIMMERLI / MÜLLER, Allgemeines Verwaltungs-

recht, 5. Auflage 2022, §24 Rz. 551 f.). Dies gilt auch für die Verordnung 

über das Zentrale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 

(ZEMIS-Verordnung, SR 142.513), welche im Rahmen der Totalrevision 

angepasst wurde.  

1.4 Die Beschwerdeführerin war am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt 

und ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung sowohl formell als 

auch materiell beschwert, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG).  

1.5 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 37 VGG 

i.V.m. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG) ist einzutreten. 

E-1772/2023 

Seite 7 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Datenschutzrecht nach Art. 49 VwVG. Es entscheidet im 

vorliegenden Verfahren daher mit uneingeschränkter Kognition. 

3.  

3.1 Zur Begründung ihrer Verfügung führt die Vorinstanz zunächst aus, die 

für die Anhörung zuständige Person habe fälschlicherweise keine Kenntnis 

vom Antrag um sofortige Ansetzung einer ganztägigen Anhörung erhalten. 

Aufgrund der Überlastung des Asylsystems würden die EB-UMA und An-

hörungen der UMA in einem halben Tag durchgeführt. Das SEM führt aus, 

dass es die Aussagen der Beschwerdeführerin während der EB-UMA für 

teils widersprüchlich und teils äusserst unwahrscheinlich halte, weshalb es 

sich zu Recht dazu veranlasst gesehen habe, eine Altersabklärung in Auf-

trag zu geben. Das Altersgutachten habe bei der Beschwerdeführerin ein 

Mindestalter von (…) Jahren ergeben, was mit dem von ihr angegebenen 

Alter nicht vereinbar sei. Sie sei mit an Sicherheit grenzender Wahrschein-

lichkeit volljährig. Die Stellungnahme der Rechtsvertreterin enthalte weder 

inhaltlich neue noch aussagekräftige Elemente, welche das Ergebnis des 

Gutachtens in Frage stellen könnten.  

3.2 Dem entgegnet die Beschwerdeführerin in ihrer Rechtsmitteleingabe, 

die Vorinstanz gehe in ihrem Entscheid kaum auf die in der Stellungnahme 

vom 16. Februar 2023 vorgebrachten Argumente ein. So gehe daraus ei-

nerseits nicht hervor, inwiefern das SEM ihre Angaben weiterhin als teil-

weise widersprüchlich und/oder äusserst unwahrscheinlich betrachte. An-

dererseits werde nicht deutlich, inwiefern – und ob überhaupt – das Alters-

gutachten als starkes Indiz für die Volljährigkeit der Beschwerdeführerin 

dienen sollte. Damit werde das Fazit der Vorinstanz, wonach das aktuell im 

ZEMIS eingetragene Geburtsdatum wahrscheinlicher sei als das von ihr 

geltend gemachte, nicht plausibilisiert. Dadurch verletze die Vorinstanz ihre 

Begründungspflicht und somit das rechtliche Gehör. In der vorliegenden 

Konstellation stehe jedoch ausnahmsweise ein reformatorischer Entscheid 

im Vordergrund, weswegen die Rückweisung nur eventualiter beantragt 

werde.  

Im vorliegenden Fall sei bereits die Anordnung des Altersgutachtens 

rechtswidrig gewesen, da die von der Vorinstanz vorgebrachten Unstim-

migkeiten und Widersprüche nicht bestünden und somit keine Hinweise auf 

die Volljährigkeit im Sinne von Art. 17 Abs. 3bis AsylG vorlägen. Die vorge-

legte Tazkira vermöge ihr Alter zwar nicht zu beweisen, könne aber 

E-1772/2023 

Seite 8 

dennoch als entsprechendes Indiz dienen. Da es sich bei den für das Al-

tersgutachten notwendigen medizinischen Massnahmen um Grundrechts-

eingriffe handle, müsse dessen Anordnung zudem verhältnismässig sein. 

Sollte das Gericht entgegen den vorstehenden Ausführungen zum Schluss 

kommen, dass der EB-UMA doch gewisse Hinweise im Sinne von Art. 17 

Abs. 3bis AsylG zu entnehmen seien, wären diese als derart geringfügig zu 

qualifizieren, dass das daraus erwachsende öffentliche Interesse an der 

Durchführung eines Altersgutachtens das private Interesse der Beschwer-

deführerin an ihrer körperlichen Unversehrtheit nicht zu überwiegen ver-

möge, womit die Anordnung des Gutachtens selbst in diesem Falle unver-

hältnismässig und damit rechtswidrig bliebe. Das öffentliche Interesse ver-

möge auch aufgrund des geringen Beweiswerts ihr Interesse an dessen 

Unverwertbarkeit nicht zu überwiegen. Das Gutachten unterliege folglich 

einem Beweisverwertungsverbot. Selbst bei Annahme der Verwertbarkeit 

des Gutachtens würden jedoch die Indizien für ihre Minderjährigkeit dieje-

nigen für ihre Volljährigkeit überwiegen, zumal dieses – aus bereits darge-

legten Gründen – lediglich ein schwaches bis sehr schwaches Indiz dar-

stelle. Die gegenteilige Behauptung des SEM werde weder begründet noch 

stehe sie im Einklang mit der bundesverwaltungsgerichtlichen Praxis. Es 

könnten folglich weder das im ZEMIS eingetragene noch das von ihr be-

hauptete Alter bewiesen werden. Letzteres sei aber wahrscheinlicher.  

3.3 In ihrer Vernehmlassung hält die Vorinstanz fest, die Beschwerdeschrift 

enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche 

eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. Sie führt ergän-

zend aus, es hätten aus ihrer Sicht nach der EB-UMA – aufgrund der feh-

lenden rechtsgenüglichen Dokumente und des unglaubhaft geschilderten 

schulischen Werdegangs – erhebliche Zweifel am geltend gemachten Alter 

bestanden. Deshalb sei es durchaus gerechtfertigt gewesen, ein Altersgut-

achten gestützt auf Art. 17 Abs 3bis AsylG durchzuführen. Dies bestätige 

auch das eindeutige Resultat des Gutachtens, wobei nochmals festzuhal-

ten sei, dass es sich beim festgestellten Mindestalter von (…) Jahren le-

diglich um das tiefstmögliche Alter handle. Im Fall der Beschwerdeführerin 

müsse von einem mittleren Alter von (…) Jahre ausgegangen werden. Es 

stünden sich demnach die Tazkira als schwaches und das Altersgutachten 

sowie die unglaubhaften Aussagen der Beschwerdeführerin als deutliches 

Resultat gegenüber.  Somit ist das von der Beschwerdeführerin angege-

bene Alter von inzwischen knapp (…) Jahren klar unwahrscheinlicher als 

das im ZEMIS eingetragene Alter von (…) Jahren und vier Monaten. 

E-1772/2023 

Seite 9 

3.4 In ihrer Replik führt die Beschwerdeführerin aus, die Argumentation be-

treffend die Unglaubhaftigkeit der Altersangaben bestehe lediglich aus 

nicht belegten Behauptungen. Dabei bleibe es auch in der von der Vor-

instanz vorgelegten Vernehmlassung. Gleichzeitig ergebe sich damit im 

Übrigen, dass die vorliegende Vernehmlassung in keiner Weise geeignet 

sei, die mit Beschwerde geltend gemachte Verletzung der Begründungs-

pflicht zu heilen. Der Einwand des SEM, aus der Tazkira gehe der genaue 

Tag und Monat nicht hervor, vermöge nichts daran zu ändern, dass die 

Tazkira zusammen mit ihren Aussagen als starkes Indiz für ihre Minderjäh-

rigkeit zu werten sei.  

4.  

4.1 In der Beschwerde wird gerügt, die Vorinstanz habe die Begründungs-

pflicht und somit den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Ge-

hör verletzt. Die Vorinstanz sei weder im angefochtenen Entscheid noch in 

ihrer Vernehmlassung auf ihre Argumentation eingegangen. Sie habe auch 

nicht ausreichend dargelegt, weshalb sie das Altersgutachten als starkes 

Indiz für die Volljährigkeit der Beschwerdeführerin betrachte. Es sei ent-

sprechend nicht ersichtlich, inwiefern das SEM ihre Angaben weiterhin als 

teilweise widersprüchlich und/oder äusserst unwahrscheinlich betrachte. 

Diese formelle Rüge ist vorab zu beurteilen.  

4.2  

4.2.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ih-

rer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen.   

Die Begründungspflicht dient der rationalen und transparenten Entscheid-

findung der Behörden und soll die Betroffenen in die Lage versetzen, den 

Entscheid sachgerecht anzufechten. Die Behörde hat kurz die wesentli-

chen Überlegungen zu nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die 

sie ihren Entscheid stützt. Je weiter der Entscheidungsspielraum, je kom-

plexer die Sach- und Rechtslage und je schwerwiegender der Eingriff in die 

Rechtsstellung der betroffenen Person, desto höhere Anforderungen sind 

an die Begründung zu stellen (vgl. zum Ganzen BVGE 2012/24 E. 3.2.1 f. 

m.w.H.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., N 629 ff.). Nicht erforderlich ist, 

dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

E-1772/2023 

Seite 10 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt  

(vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).  

4.2.2 Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 

3.  Februar 2023 das rechtliche Gehör zum Altersgutachten gewährt und in 

diesem Rahmen festgehalten, dass die Indizien (Altersgutachten sowie un-

genaue und unwahrscheinliche Aussagen), welche für ihre Volljährigkeit 

sprächen, diejenigen, die dagegensprächen, überwiegen würden. Sie legte 

dar, weshalb sie die Aussagen der Beschwerdeführerin zu ihrem Alter für 

unplausibel und unglaubhaft halte und dass der Tazkira nur ein beschränk-

ter Beweiswert zukomme (vgl. Zusammenfassung in Sachverhalt Bst. G). 

Es trifft zwar zu, dass die Vorinstanz im Folgenden weder in der angefoch-

tenen Verfügung noch in der Vernehmlassung auf die Argumente der Be-

schwerdeführerin hinsichtlich ihres schulischen Werdegangs eingeht. Die 

Vorinstanz war jedoch nicht verpflichtet, sämtliche Argumente der Be-

schwerdeführerin, die im Rahmen verschiedener Eingaben während des 

Verfahrens vorgebracht wurden, in ihrem Entscheid aufzugreifen. Vielmehr 

durfte sie sich auf die wesentlichen Aspekte beschränken. Entsprechend 

geht aus ihren Rechtsschriften hervor, dass sie an ihren Argumenten, wel-

che sie im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 3. Februar 

2023 darlegte, festhält. Sie erklärt auch, weshalb die Beschwerdeführerin 

mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit volljährig sei und hält fest, 

dass die Ausführungen der Beschwerdeführerin weder inhaltlich neue noch 

aussagekräftige Elemente enthielten, welche das Ergebnis des Gutach-

tens in Frage stellen könnten. Es stünden sich demnach die Tazkira als 

schwaches und das eindeutige Altersgutachten sowie die unglaubhaften 

Aussagen der Beschwerdeführerin als deutliches Resultat gegenüber. Da-

mit hat das SEM hinreichend begründet, warum es die Darlegung der Be-

schwerdeführerin für unglaubhaft hält, und Letzterer war es auch ohne 

Weiteres möglich, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Auf die Frage, 

ob sich die Begründung des angefochtenen Entscheids als überzeugend 

erweist, wird im Rahmen der materiellen Beurteilung einzugehen sein. 

4.3 Demnach erweist sich die Rüge der Beschwerdeführerin als unbegrün-

det. Das Eventualbegehren auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

ist abzuweisen. 

5.  

5.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Frage, ob das 

SEM zu Recht das Geburtsdatum «(…)» im ZEMIS eingetragen hat.  

E-1772/2023 

Seite 11 

5.2 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das 

ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- 

und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes 

über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom 

20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der ZEMIS-Verordnung, näher 

geregelt ist. Nach aArt. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verordnung richten sich die 

Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Auskunfts-, Berichtigungs- 

und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informationen über die Beschaf-

fung besonders schützenswerter Personendaten, nach den Bestimmungen 

des aDSG und des VwVG. 

5.2.1 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu 

vergewissern (Art. 5 Abs. 1 aDSG). Werden Personendaten von Bundes-

organen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, 

dass unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. 

Art. 25 Abs. 3 Bst. a aDSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen 

Fall ein absoluter und uneingeschränkter Anspruch (statt vieler BVGE 2018 

VI/3 E. 3.2, Urteil des BVGer A-1519/2022 vom 29. November 2022 

E. 5.2). Die ZEMIS-Verordnung sieht im Übrigen in Art. 19 Abs. 3 ausdrück-

lich vor, dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind. 

5.2.2 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person 

die Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-

streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-

daten zu beweisen (Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 2012 

E. 3.1; Urteil des BVGer A-3147/2021 vom 24. August 2022 E. 5.3). Nach 

den massgeblichen Beweisregeln des VwVG gilt eine Tatsache als bewie-

sen, wenn sie in Würdigung sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, 

dass keine vernünftigen Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist da-

gegen nicht erforderlich. Die mit dem Berichtigungsbegehren konfrontierte 

Behörde hat zwar nach dem Untersuchungsgrundsatz den Sachverhalt 

grundsätzlich von Amtes wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); die gesuch-

stellende Person ist jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, 

an dessen Feststellung mitzuwirken (zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3.3 

m.w.H.). 

5.2.3 Kann bei einer verlangten beziehungsweise von Amtes wegen beab-

sichtigten Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige 

der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder 

die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 

aDSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte 

E-1772/2023 

Seite 12 

Personendaten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendiger-

weise bearbeitet werden, was namentlich auch für im ZEMIS erfasste Da-

ten gilt. In solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bear-

beitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren Rich-

tigkeit. Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 aDSG deshalb die An-

bringung eines Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die 

Richtigkeit der bearbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei 

mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zu-

nächst zu berichtigen und die neuen Daten anschliessend mit einem der-

artigen Vermerk zu versehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben wei-

terhin abrufbar bleiben sollen oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätz-

lich der Vorinstanz überlassen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also 

die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder 

zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit 

einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen Anbringung ist je-

weils von Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein ent-

sprechender Antrag gestellt worden ist (zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3; 

Urteil des BVGer D-3890/2022 vom 29. September 2022 E. 4.4). 

5.2.4 Im vorliegenden Fall obliegt es demnach grundsätzlich der Vor-

instanz zu beweisen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsda-

tum der Beschwerdeführerin ([…]) korrekt ist. Die Beschwerdeführerin hat 

hingegen nachzuweisen, dass das von ihr geltend gemachte Geburtsda-

tum «[…]» richtig respektive zumindest wahrscheinlicher ist als die derzeit 

im ZEMIS erfasste Angabe, ihr mithin eine höhere Glaubwürdigkeit zu-

kommt als dem aktuellen Eintrag (vgl. Urteil des BVGer A-3867/2021 vom 

12. Oktober 2022 E. 3.5 m.w.H.). Gelingt keiner Partei der sichere Nach-

weis des Geburtsdatums, ist demnach dasjenige Datum im ZEMIS zu be-

lassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahrscheinlicher ist (BVGE 

2018 VI/3 E. 3.5 m.w.H.). 

5.2.5 Amtliche Dokumente ausländischer Staaten, deren Zweck es ist, die 

Identität ihres Inhabers nachzuweisen, gelten nicht als öffentliche Urkun-

den im Sinne von Art. 9 ZGB, weshalb ihnen nicht ohne Weiteres ein er-

höhter Beweiswert zukommt und sie wie andere Urkunden einer freien Be-

weiswürdigung zu unterziehen sind (Urteil des BVGer E-3958/2022 vom 

24. Oktober 2022 E. 4.4 m.w.H.).  

5.2.6 Asylsuchende sind verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts 

mitzuwirken; insbesondere müssen sie ihre Identität offenlegen und Reise-

papiere sowie Identitätsausweise abgeben (Art. 8 Abs. 1 Bst. a und b 

E-1772/2023 

Seite 13 

AsylG). Eine geltend gemachte Minderjährigkeit ist von der asylsuchenden 

Person zu beweisen, soweit ihr ein Beweis möglich ist, und andernfalls we-

nigstens glaubhaft zu machen. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist eine 

Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, welche für oder gegen die Richtigkeit 

der betreffenden Altersangaben sprechen, vorzunehmen. Dabei ist insbe-

sondere an für echt befundene Identitätspapiere oder an eigene Angaben 

zu denken (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 5.3.3; Urteil des 

BVGer E-891/2017 vom 8. August 2018 E. 4.2.3 m.w.H.). Bei Fehlen 

rechtsgenüglicher Identitätsausweise kann im Rahmen der Feststellung 

des Sachverhalts mit Unterstützung wissenschaftlicher Methoden – bei-

spielsweise Knochenaltersanalysen (Art. 17 Abs. 3bis AsylG) – abgeklärt 

werden, ob die Altersangabe der asylsuchenden Person dem tatsächlichen 

Alter entspricht (Art. 7 Abs. 1 AsylV 1). Die asylsuchende Person hat bei 

der entsprechenden Sachverhaltsfeststellung mitzuwirken. Das Resultat 

eines Altersgutachtens stellt nur ein Element bei der Beurteilung der Frage 

der Glaubhaftigkeit einer geltend gemachten Minderjährigkeit dar (vgl. 

BVGE 2019 I/6 E. 6.1 ff.).  

5.3 Vorab ist festzuhalten, dass dem von der Beschwerdeführerin zum Be-

leg ihres Alters eingereichten Identitätsdokument (Tazkira) praxisgemäss 

nur ein geringer Beweiswert beigemessen werden kann (vgl. BVGE 

2013/30 E. 4.2.2; vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-987/2023 vom 

30. März 2023 E. 7.2.4). Dieser wird vorliegend weiter dadurch geschmä-

lert, dass sie nur in Form einer Kopie vorliegt. Das exakte Geburtsdatum 

der Beschwerdeführerin lässt sich damit nicht beweisen. Somit sind dieje-

nigen Daten im ZEMIS einzutragen, welche am wahrscheinlichsten – also 

überwiegend wahrscheinlich – sind.  

5.4 Die Beschwerde richtet sich insbesondere gegen das von der  

Vorinstanz veranlasste Altersgutachten. Es wird im Wesentlichen vorge-

bracht, dieses greife in den Schutzbereich verschiedener Grundrechte ein. 

Es sei aufgrund fehlender «Hinweise» unter Verstoss gegen Art. 17 

Abs. 3bis AsylG erstellt worden. Mithin sei das Gutachten als gesetzes- und 

rechtswidrig erlangtes Beweismittel nicht verwertbar (vgl. Beschwerde S. 4 

f.).  

Im Asylverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 VwVG i.V.m. 

Art. 6 AsylG) sowie die Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhalts, wovon auch behördliche Nachfor-

schungen zur Identität und mithin zum Geburtsdatum einer asylsuchenden 

E-1772/2023 

Seite 14 

Person erfasst sind. Bestehen Hinweise, dass eine angeblich minderjäh-

rige asylsuchende Person das Mündigkeitsalter bereits erreicht hat, so 

kann das SEM ein Altersgutachten veranlassen (Art. 17 Abs. 3bis AsylG). 

Solche Hinweise bestehen bereits dann, wenn die Behörden die geltend 

gemachte Minderjährigkeit für nicht glaubhaft erachten und keine Identi-

tätspapiere abgegeben wurden, obwohl Asylsuchende dazu verpflichtet 

sind. Der Behörde kommt in diesem Zusammenhang ein grosses Ermes-

sen zu (Urteil des BVGer A-1519/2022 vom 29. November 2022 E. 4.3). 

Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin keine 

tauglichen Identitätsdokumente eingereicht hat und ihre Angaben zu ihrem 

Geburtsdatum Ungereimtheiten aufweisen. Unter diesen Umständen ist 

das Vorgehen der Vorinstanz, die Glaubhaftigkeit der nicht belegten Min-

derjährigkeit der Beschwerdeführerin vorfrageweise zu überprüfen und zu 

diesem Zweck eine medizinische Altersbestimmung zu veranlassen, nicht 

zu beanstanden. Die Rüge, beim betreffenden Gutachten handle es sich 

um ein rechtswidrig erlangtes Beweismittel, erweist sich als unbegründet. 

5.5  

5.5.1 Im Folgenden ist näher auf das Altersgutachten einzugehen. Nach 

der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts stellen medizinische 

Altersabklärungen je nach Ergebnis unterschiedlich zu gewichtende Indi-

zien für das Alter einer Person dar. Die Schlüsselbein- respektive Skelettal-

tersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung sind dabei grundsätzlich, 

anders als die Handknochenanalyse und die ärztliche Untersuchung, zum 

Beweis geeignet. Das Bundesverwaltungsgericht hat in dieser Hinsicht 

Grundsätze zur Gewichtung der Resultate der Untersuchungen definiert 

(eingehend hierzu: BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1 f.; vgl. Urteil des BVGer 

A-1455/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 6.1.1). Darüber hinaus sind die üb-

lichen verfahrensrechtlichen Regeln der Beweiswürdigung zu beachten, 

wobei es umso mehr auf eine Gesamtwürdigung der Beweise ankommt, je 

weniger die medizinischen Abklärungen ein Indiz für das Vorliegen des 

streitigen Alters darstellen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2 f., 2019 I/6 E. 6.1 

ff.). 

5.5.2 Im Gutachten des IRM B.______ vom 17. Januar 2023 (vgl. SEM-

Akten 1198888-31/6) wird unter anderem ausgeführt, dass gemäss der kin-

derradiologischen Untersuchung von einer abgeschlossenen Ossifikation 

(Verknöcherung) am linken Handskelett auszugehen sei. Der Befund der 

linken Hand entspreche im vorliegenden Fall dem Referenzbild eines (…)-

jährigen Mädchens. Die vollständigen Ossifikation (Verknöcherung) liege 

bei Mädchen aber normalerweise ab einem minimalen Alter von 16.2 

E-1772/2023 

Seite 15 

Jahren vor. Der Befund der Ossifikation der medialen Schlüsselbeinepiphy-

sen (Schlüsselbein-Brustbein-Gelenke) entspreche dem Stadium (…), wel-

ches bei Mädchen bei einem mittleren Alter von (…) Jahren vorliege; das 

minimale Alter liege bei (…) Jahren. Nach den Ergebnissen der zahnärztli-

chen Untersuchung konnte bei der Beschwerdeführerin an den Zähnen 1 

bis 7 im 3. Quadranten (…) festgestellt werden, was (…) zur Beobachtung 

komme. Da in der angegebenen Studie keine Streuungsmasse angegeben 

worden seien, könne dies nur als Mittelwert und nicht als Minimum gewer-

tet werden. Das Stadium der 3. Molaren (Weisheitszähnen) entspreche 

(…). Es könne daher nur noch ein Mindestalter angegeben werden. Dieses 

liege bei (…) Jahren beziehungsweise (…) Jahren für eine weibliche Po-

pulation aus Europa. Für eine weibliche Population aus Afghanistan wür-

den keine Referenzstudien vorliegen.  

In Zusammenschau der Befunde könne daher von einem Mindestalter von 

(…) Jahren ausgegangen werden. Das von der Beschwerdeführerin ange-

gebene Lebensalter von (…) sei mit den erhobenen Befunden nicht zu ver-

einbaren.  

5.5.3 Vorliegend bestehen keine begründeten Anhaltspunkte, welche ge-

eignet sind, die Erkenntnisse des Altersgutachtens vom 17. Januar 2023 

entscheidrelevant in Zweifel zu ziehen. Das Gutachten ist von zertifizierten 

ärztlichen Fachpersonen verfasst worden und basiert auf den Empfehlun-

gen der Arbeitsgemeinschaft für Forensische Altersdiagnostik der Deut-

schen Gesellschaft für Rechtsmedizin (AGFAD). Es wurde nach wissen-

schaftlichen Kriterien erstellt und basiert nicht auf einer einzelnen, sondern 

auf mehreren verschiedenen Untersuchungen. Es handelt sich folglich um 

ein umfassendes Sachverständigengutachten im Sinne von Art. 12 Bst. e 

VwVG, welchem eine erhebliche Beweiskraft zukommt. Das Gutachten un-

terliegt grundsätzlich der freien Beweiswürdigung. Jedoch darf das Gericht 

nicht ohne triftige Gründe vom Gutachten abweichen. Ein Abweichen ist 

zulässig, wenn die Glaubwürdigkeit des Gutachtens durch die Umstände 

ernsthaft erschüttert ist, mithin wenn das Gutachten auf unzutreffenden 

Rechtsgrundlagen beruht, unvollständig oder unklar ist, keine gehörige Be-

gründung vorliegt oder schlicht widersprüchlich ausfällt (vgl. BGE 140 II 

334 E. 3; BGE 132 II 257 E. 4.4.1; BGE 130 I 337 E. 5.4.2; Urteil des 

BVGer A-585/2022 vom 31. März 2023 E. 6.5.2). Ferner liegen gemäss Al-

tersgutachten aus medizinischer Sicht keine Hinweise auf das Vorliegen 

einer entwicklungsbeeinflussenden Erkrankung beziehungsweise einer 

manifesten Entwicklungsstörung vor.  

E-1772/2023 

Seite 16 

Was den Beweiswert des konkreten Gutachtens betrifft, ist festzuhalten, 

dass gemäss BVGE 2018 IV/3 E. 4.2.2 ein starkes Indiz für die Volljährig-

keit vorliegt, wenn das Mindestalter bei der Schlüsselbein- respektive Ske-

lettaltersanalyse oder der zahnärztlichen Untersuchung über 18 Jahren 

liegt und sich die anhand der beiden Analysen ergebenden Altersspannen 

überlappen. Das erstellte Altersgutachten, welches sich auf das Dreisäu-

lenmodell stützt, kommt – wie dargelegt – zum Schluss, dass bei der Be-

schwerdeführerin ein Mindestalter von (…) Jahren gegeben sei und sie da-

her mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das 18. Lebensjahr 

vollendet und die Volljährigkeit erreicht habe (vgl. A32 S. 5). Ausschlagge-

bend ist unter anderem die radiologische Untersuchung der medialen 

Schlüsselbeinepiphysen (Schlüsselbein-Brustbein-Gelenke), welche ge-

stützt auf die Studie KELLINGHAUS et al. einem Stadium (…) und damit bei 

Mädchen einem mittleren Alter von (…) Jahren entspreche. Das minimale 

Alter, bei welchem das vorliegende Stadium (…) gemäss der Studie noch 

gesehen werden könne, liege bei (…) Jahren. Nach der Studie von WITT-

SCHIEBER et al. habe für das vorliegende Stadium ein Mindestalter von (…) 

Jahren festgestellt werden können (vgl. A32 S. 4 f.). Die zahnärztliche Un-

tersuchung ergab laut zusammenfassender Beurteilung des Altersgutach-

tens (vgl. A32 S. 5) ein Mindestalter von (…) Jahren, während bei den Er-

gebnissen (vgl. A32 S. 3) in Bezug auf den Zahn 18 ein durchschnittliches 

Alter von (…) Jahren angegeben wird ([…]). Bei den Zähnen 38 und 48 

wird lediglich das Mineralisationsstadium (…) angegeben, kein mittleres 

Alter (vgl. A32 S. 3 f.). In der Tabelle von OLZE et al., welcher im Altersgut-

achten zitiert wird, wird bezüglich dieser Zähne im Mineralisationsstadium 

(…) jedoch ein mittleres Alter von (…) Jahren (Zahn 38) und (…) (Zahn 48) 

aufgeführt (vgl. OLZE A., SCHMELING A., RIEGER K., KALB G., GESERICK 

G., Untersuchungen zum zeitlichen Verlauf der Weisheitszahnminerali-

sation bei einer deutschen Population, in: Rechtsmedizin Ausgabe 

1/2003, Februar 2003, S. 5–10, vorliegend S. 9). Diesbezüglich kann hin-

zugefügt werden, dass die Untersuchung der Weisheitszähne  im Unter-

kiefer – und somit die Zähne 38 und 48 – im Vergleich zum Oberkiefer die 

zuverlässigeren Resultate liefert (vgl. Schweizerische Gesellschaft für 

Rechtsmedizin SGRM – Arbeitsgruppe Qualitätsmanagement in der Foren-

sischen Medizin, Forensische Altersdiagnostik – Methodendokument Ver-

sion 02 - Ausgabe Juni 2022, S. 11, https://sgrm.ch/inhalte/Forensische-

Medizin/AG_QM_FAD_MD_V02_08-06-2022.pdf, abgerufen am 22. Sep-

tember 2023). Insgesamt ergeben diese diversen Berechnungsgrundlagen 

eine Alterspanne von (…) Jahren (tiefster Wert: Zahn 18 mit (…) [{…}] und 

höchster Wert: Zahn 48:  (…) [{…}]). Geht man von diesen Zahlen aus – 

Untersuchung der medialen Schlüsselbeinepiphysen bei (…) ([…]) Jahren 

https://sgrm.ch/inhalte/Forensische-Medizin/AG_QM_FAD_MD_V02_08-06-2022.pdf
https://sgrm.ch/inhalte/Forensische-Medizin/AG_QM_FAD_MD_V02_08-06-2022.pdf

E-1772/2023 

Seite 17 

und zahnärztliche Untersuchung bei (…) ([…]) – überlappen sich diese 

Zeitspannen und man kann das Altersgutachten als eindeutiges Indiz für 

die Volljährigkeit der Beschwerdeführerin einstufen. Im Rahmen der Stel-

lungnahme und auch der Beschwerde wurden denn auch keine überzeu-

genden Argumente vorgebracht, welche gegen die Zuverlässigkeit des Al-

tersgutachtens sprechen würden.  

5.6 Bei der Einschätzung des Alters der Beschwerdeführerin ist eine Ge-

samtwürdigung vorzunehmen, bei der auch die protokollierten Aussagen 

zu den persönlichen Lebensumständen zu berücksichtigen sind (vgl. Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2004 Nr. 30 E. 6.4.3 f.: insbes. [übereinstimmende] Angaben 

zum Alter, zu Identitätspapieren, zu den Lebensumständen (familiären Ver-

hältnisse, Schulbesuch, etc.). Die Vorinstanz führte diesbezüglich aus, die 

Aussagen der Beschwerdeführerin zu ihrer schulischen Laufbahn seien 

teils widersprüchlich, teils äusserst unwahrscheinlich. 

In Bezug auf den Vorwurf des SEM, es sei unwahrscheinlich, dass die Be-

schwerdeführerin drei Jahre früher als üblich eingeschult worden sei und 

die Schule bereits vier bis fünf Jahre früher als andere SchülerInnen abge-

schlossen habe, ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin zwar – wie 

die Vorinstanz festhält – aussagt, sie sei vier Jahre alt gewesen, als sie zur 

Schule gegangen sei (vgl. A21 Ziff. 1.06, 10. Frage), aber auch zu Protokoll 

gibt, kurz darauf fünf Jahre alt geworden zu sein (vgl. A21 Ziff. 1.06, 12. 

Frage). Diese Angabe ist mit Länderberichten zum Schulbesuch in Afgha-

nistan vereinbar, laut welchen das Schuljahr im (…) beginnt und im De-

zember endet (vgl. Refugee Documentation Center [Ireland], Afghanistan - 

Researched and compiled by the Refugee Documentation Centre of Ire-

land on Monday 19 June 2017 – Information on the school system, S. 1). 

Es würde daher mit ihren Angaben übereinstimmen, wenn sie im (…) als 

Vierjährige eingeschult worden und kurz darauf – im (…) – fünf Jahre alt 

geworden wäre. Dem eben zitierten Dokument kann aber auch entnommen 

werden, dass man in der Regel mit sieben Jahren, manchmal im Alter von 

sechs Jahren, eingeschult wird (vgl. a.a.O. S. 1 f.). Sie wäre demnach ein 

bis zwei, nicht drei Jahre – wie die Vorinstanz ausführt – früher eingeschult 

worden als ihre SchulkameradInnen. Es scheint – gerade vor dem Hinter-

grund, dass beide Eltern für den Staat gearbeitet und ihre Tochter bereits 

früh zu Hause unterrichtet haben (vgl. A21 Ziff. 1.06, 12. Frage und Ziff. 

2.02) – nicht unmöglich, dass die Beschwerdeführerin bereits mit fünf Jah-

ren zur Schule ging. Allerdings erstaunt es – wie die Vorinstanz zu Recht 

festhält – doch sehr, dass viele im selben Alter wie die Beschwerdeführerin 

E-1772/2023 

Seite 18 

eingeschult worden seien (vgl. A21 Ziff. 1.06, 13. Frage); dies umso mehr, 

als die Einschulung in der Regel im sechsten oder siebten Jahr stattfindet 

und die Beschwerdeführerin selbst anmerkt, dass nur die besonders Ta-

lentierten vorzeitig eingeschult würden (vgl. A21 Ziff. 1.06, 12. Frage und 

Beschwerdeschrift S. 3). 

Die Aussagen der Beschwerdeführerin zum Ende ihrer schulischen Karri-

ere sind überdies sehr vage. Sie gibt zu Protokoll, die Schule im Jahr (…) 

im Alter von (…) Jahren abgeschlossen zu haben. Wäre sie im (…) einge-

schult worden, hätte sie bis im (…) elf, nicht wie von ihr behauptet, zehn 

Schuljahre absolviert (vgl. A21 Ziff. 1.17.04). Geht man davon aus, dass 

sie die Schulde im (…), eventuell anfangs (…) abgeschlossen hat, erstaunt 

es angesichts ihrer steilen schulischen Karriere wiederum, dass die Be-

schwerdeführerin bis zur Ausreise keine weitere Ausbildung angetreten 

hat, sondern sich lediglich auf die universitäre Aufnahmeprüfung vorberei-

tet haben will (vgl. A21 Ziff. 1.17.04).  

Insgesamt ist festzuhalten, dass zwar nicht sämtliche Aussagen der Be-

schwerdeführerin unglaubhaft sind, dass aber ihre Angaben Unstimmigkei-

ten aufweisen, die berechtigte Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihrer Vorbrin-

gen wecken.  

5.7 Nach dem Gesagten ist weder dem SEM noch der Beschwerdeführerin 

der eindeutige Nachweis gelungen, dass das aktuell im ZEMIS eingetra-

gene Geburtsdatum ([…]) beziehungsweise das geltend gemachte Ge-

burtsdatum des (…) korrekt ist. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen 

ist jedoch festzustellen, dass das von der Beschwerdeführerin – gestützt 

auf die vagen Angaben ihrer Mutter und die Tazkira – geltend gemachte 

Geburtsdatum eine zu grosse Abweichung von den Ergebnissen des Al-

tersgutachtens vom 17. Januar 2023 darstellt. Insgesamt erscheint des-

halb das vom SEM – gestützt auf das wissenschaftliche Gutachten – im 

ZEMIS eingetragene Geburtsdatum vom (…) wahrscheinlicher als das von 

der Beschwerdeführerin geltend gemachte. Das im ZEMIS eingetragene 

Geburtsdatum «(…)» ist daher unverändert zu belassen und weiterhin mit 

einem Bestreitungsvermerk zu versehen.  

6.  

Die angefochtene Verfügung verletzt Bundesrecht nicht und ist auch sonst 

nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

E-1772/2023 

Seite 19 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenver-

fügung vom 20. April 2023 wurde ihr jedoch die unentgeltliche Prozessver-

fügung gewährt, weshalb keine Verfahrenskosten erhoben werden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1772/2023 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum der Beschwerdeführerin (…) 

und der Bestreitungsvermerk sind zu belassen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und das General-

sekretariat EJPD. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Regina Seraina Goll 

 

 

Versand: 

 

 

 

 

  

E-1772/2023 

Seite 21 

Rechtsmittelbelehrung:  

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichts-

gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110])). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).