# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d356489d-4477-5f77-99e9-2c529f395e26
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-17
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof 17.11.2017 501 2017 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_006_501-2017-88_2017-11-17.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

501 2017 88

Urteil vom 17. November 2017

Strafappellationshof

Besetzung Vizepräsidentin: Dina Beti
Richterin: Catherine Overney
Ersatzrichterin: Catherine Hayoz
Gerichtsschreiberin: Frédérique Jungo

Parteien A.________, Beschuldigter und Berufungsführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt Eugen Marbach, Wahlverteidiger

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Berufungsgegnerin

und

B.________, Strafklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Armin 
Sahli,  Wahlverteidiger

Gegenstand Fahrlässige Tötung (Art. 117 StGB)

Berufung vom 15. Mai 2017 gegen das Urteil des Polizeirichters des 
Seebezirks vom 6. Februar 2017

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Sachverhalt

A. Im November 2011 war A.________, der den Titel eines Dr. med. Spezialarzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie aufgrund eines in der Schweiz nicht anerkannten Diploms führt, in der Praxis 
von Dr. C.________ tätig. In dieser Eigenschaft betreute er während ca. zweieinhalb Tagen pro 
Woche als Psychiater die Häftlinge in der Strafanstalt von Bellechasse.

Am 10. November 2011 wurde †D.________, geboren 1985, vom Zentralgefängnis in Freiburg in 
die Strafanstalt von Bellechasse verlegt. In der Nacht vom 16. auf den 17. November 2011 
verstarb †D.________. Die Autopsie sowie die gerichtsmedizinischen und toxikologischen 
Expertisen ergaben, dass die Todesursache eine Mischvergiftung durch Methadon und Valium® 
im Zusammenwirken mit Distraneurin® war.

B. Mit Anklageschrift vom 9. Juni 2016 wurde A.________ vorgeworfen, er habe sich durch 
sorgfaltswidriges Handeln der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, indem er in Kenntnis der im 
Zentralgefängnis beim Austritt nicht bestehenden Methadonverschreibung und einzig im Vertrauen 
auf die Patientenangaben und auf dessen Wunsch, †D.________ Methadon in einer Dosierung 
wie für eine methadongewohnte Person verschrieben und keine Vorsichtsmassnahmen gegen die 
Gefahr der Überdosierung ergriffen habe.

Mit Urteil des Polizeirichters des Seebezirks vom 6. Februar 2017 wurde A.________ der 
fahrlässigen Tötung, begangen zum Nachteil von †D.________, schuldig gesprochen und zu einer 
bedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu je CHF 120.-, bei einer Probezeit von zwei Jahren, 
verurteilt. Der Polizeirichter hielt es für erwiesen, dass †D.________ im Zentralgefängnis ab dem 
11. Oktober 2011 kein Methadon mehr erhalten hatte und bei seinem Eintritt in die Strafanstalt von 
Bellechasse nicht methadontolerant war, sowie dass ihm A.________ dennoch aufgrund seiner 
eigenen Aussagen, er habe während der Dauer seiner Inhaftierung eine Menge von 120 mg 
Methadon pro Tag eingenommen, eine tägliche Dosis von 80 mg Methadon sowie weitere 
Arzneimittel verschrieben habe. Er führte aus, durch dieses Vorgehen habe der Beschuldigte eine 
Sorgfaltspflichtverletzung begangen, denn auch wenn †D.________ methadontolerant gewesen 
wäre, wäre die verschriebene Anfangsdosis über die empfohlene Menge hinausgegangen. Zudem 
habe A.________ durchaus Anlass gehabt, die Angaben des Inhaftierten in Zweifel zu ziehen, und 
es wäre von ihm zu erwarten gewesen, dass er diese Angaben überprüft oder eine bessere 
Überwachung von †D.________ veranlasst.

C. Am 15. Mai 2017 erhob A.________ Berufung gegen das Urteil vom 6. Februar 2017. Er 
verlangt die vollumfängliche Überprüfung des Urteils und den Freispruch von der Anklage der 
fahrlässigen Tötung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er beanstandet, dass ihm der 
Entlastungsbeweis verunmöglicht werde, weil die Staatsanwaltschaft nicht für die pflichtgemässe 
Aufbewahrung der notwendigen Asservate besorgt gewesen sei. Dieser Beweisverlust müsse zu 
seinem Freispruch führen. Er stellte zudem verschiedene Beweisanträge.

Mit Entscheid vom 24. Juli 2017 wies die Verfahrensleitung die Beweisanträge ab.

Anlässlich der Verhandlung vom 10. November 2017 erschienen der Berufungsführer, begleitet 
von seinem Wahlverteidiger, der Vertreter der Staatsanwaltschaft, sowie der Vertreter der 
Strafklägerin. Die Vizepräsidentin informierte die Parteien, dass sie die medizinischen 
Empfehlungen für substitutionsgestützte Behandlungen bei Opioidabhängigkeit der 

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Schweizerischen Gesellschaft für Suchtmedizin aus dem Jahr 2006, sowie deren Kurzversion aus 
dem Jahr 2007 zu den Akten genommen hat und händigte ihnen eine Kopie beider Dokumente 
aus. Der Berufungsführer erneuerte gewisse seiner Beweisanträge, welche vom 
Strafappellationshof abgewiesen wurden. Nach der Einvernahme des Beschuldigten hielten der 
Vertreter des Berufungsführers, welcher Plädoyernotizen einreichte, der Staatsanwalt und der 
Vertreter der Strafklägerin ihre Parteivorträge, gefolgt von der Replik des Vertreters des 
Berufungsführers. Der Beschuldigte machte von der Möglichkeit Gebrauch, ein Schlusswort 
abzugeben.

Erwägungen

1.

1.1 Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher 
Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Als beschuldigte 
Person besitzt der Berufungsführer zudem ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 
oder Änderung des Entscheids im Sinne von Art. 382 Abs. 1 StPO und ist somit zur Berufung 
legitimiert. Die Berufung richtet sich gegen das Urteil in seiner Gesamtheit; die entsprechenden 
Rechtsbegehren sind präzise formuliert. Die Berufungserklärung entspricht mithin den gesetzlichen 
Anforderungen. Auf die rechtzeitig eingereichte Berufung ist somit einzutreten.

1.2 Im Rahmen einer Berufung überprüft der Strafappellationshof den vorinstanzlichen 
Entscheid frei bezüglich sämtlicher Tat-, Rechts- und Ermessensfragen (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). Er ist in seinem Entscheid weder an die Begründung der Parteien noch an deren Anträge 
gebunden, ausser wenn er Zivilklagen beurteilt. Er darf Entscheide nicht zum Nachteil der 
verurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist 
(Art. 391 Abs. 1 und 2 StPO). Der Strafappellationshof verfügt somit grundsätzlich über eine 
umfassende Überprüfungsbefugnis. Er überprüft das erstinstanzliche Urteil allerdings nur in den 
angefochtenen Punkten, kann aber zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene 
Punkte überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheide zu verhindern (Art. 404 StPO).

1.3 Das Verfahren wird mündlich geführt (Art. 405 StPO). Es beruht auf den Beweisen, die im 
Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 
StPO). Die Rechtsmittelinstanz erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die 
erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO). Beweisabnahmen des 
erstinstanzlichen Gerichts werden im Rechtsmittelverfahren gemäss Art. 389 Abs. 2 StPO nur 
wiederholt, wenn (a) Beweisvorschriften verletzt worden sind; (b) die Beweiserhebungen 
unvollständig waren; (c) die Akten über die Beweiserhebung unzuverlässig erscheinen. Die 
Verfahrensleitung kann anordnen, dass ein schriftlich erstattetes Gutachten mündlich erläutert 
oder ergänzt wird (vgl. Art. 187 Abs. 2 StPO).

Der Berufungsführer beantragt erneut die Befragung der Prof. E.________ Dr. F.________ und 
Prof. G.________ als Experten. Er macht geltend, er habe sich im Rahmen der Untersuchung 
damit einverstanden erklärt, dass die Zusatzfragen zum Kausalverlauf nicht den Autoren des 
ersten Gutachtens, sondern neuen Experten unterbreitet werden, dies allerdings nur, weil er davon 
ausgegangen sei, diese Experten würden neue Analysen der Asservate vornehmen. Da diese 

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Analysen aufgrund der Vernichtung der Asservate sich als unmöglich erwiesen hätten, sei eine 
Befragung der ursprünglichen Experten unumgänglich. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt 
werden. Zum einen erklärte der Berufungsführer sich uneingeschränkt mit der Beauftragung neuer 
Experten einverstanden (vgl. DO 4109). Sämtliche seiner Fragen und Zusatzfragen wurden 
daraufhin diesen neuen Gutachtern unterbreitet und von ihnen in ihren Gutachten vom 8. April und 
31. Juli 2015 behandelt (vgl. DO 9053, 4109, 4202 und 4218, sowie 4116 und 4224). Zum anderen 
ergibt sich aus der Argumentation des Beschuldigten, dass er nicht die von den ersten Experten 
gemachten forensisch-toxikologischen Analysen, sondern die daraus gezogenen 
Schlussfolgerungen der zweiten Experten in Frage stellt. Zieht das Gericht mangels eigener 
Fachkenntnis einen Experten bei, ist es bei der Würdigung des Gutachtens grundsätzlich frei (vgl. 
Urteil BGer 6B_232/2011 vom 17. November 2011 E. 2.3). Liegen zwei oder eine Mehrzahl von 
Gutachten mit abweichenden Auffassungen vor, hat der Richter nach gewissenhafter Prüfung der 
Gutachten auf ihre Zuverlässigkeit und Richtigkeit hin zu entscheiden. Schliesst sich der Richter 
aufgrund seiner Beweiswürdigung in sachlich vertretbarer Weise mit entsprechender Begründung 
der Stellungnahme eines Experten an und verwirft er damit gleichzeitig die Auffassung des zweiten 
Sachverständigen, so liegt darin keine Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo vor, falls das 
erste Gutachten das für den Beschuldigten ungünstigere ist (vgl. DONATSCH, in Kommentar zur 
StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 189 N. 27). Es wird somit Aufgabe des Strafappellationshofs sein, sich 
über die gegebenenfalls unterschiedlichen wissenschaftlichen Schlussfolgerungen aufgrund der 
gleichen forensisch-toxikologischen Analysen eine Meinung zu bilden und diese entsprechend zu 
begründen. Unter diesen Umständen erachtet der Strafappellationshof es nicht als notwendig, die 
ersten Experten zu befragen. Dieser Beweisantrag wird somit abgewiesen.

2. Der Berufungsführer beanstandet seine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung zum 
Nachteil von †D.________. Er bestreitet, dass sein Verhalten für den Tod von †D.________ 
kausal bzw. relevant gewesen sei. Er vertritt zudem die Ansicht, dass er zumindest in Anwendung 
der Unschuldsvermutung und als prozessuale Folge des von der Staatsanwaltschaft zu 
verantwortenden Beweisverlustes freizusprechen sei.

2.1 Die in Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK, Art. 14 Abs. 2 IPBPR und Art. 10 StPO 
verankerte Unschuldsvermutung sowie der dazu gehörende Grundsatz "in dubio pro reo" betreffen 
sowohl die Verteilung der Beweislast als auch die Würdigung der Beweise (vgl. BGE 120 Ia 31 
E. 2c mit weiteren Hinweisen). Als Beweislastregel bedeutet die Maxime, dass es Sache der 
Anklagebehörde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen, und nicht dieser seine Unschuld 
nachweisen muss. Der Grundsatz "in dubio pro reo" ist verletzt, wenn der Strafrichter einen 
Angeklagten (einzig) mit der Begründung verurteilt, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen. 
Ebenso ist die Maxime verletzt, wenn sich aus den Urteilsgründen ergibt, dass der Strafrichter von 
der falschen Meinung ausging, der Angeklagte habe seine Unschuld zu beweisen, und dass er ihn 
verurteilte, weil ihm dieser Beweis misslang (BGE 127 I 38 E. 2a; vgl. auch BGE 120 Ia 31 E. 2c). 
Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz 
eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver 
Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so 
verwirklicht hat. Der Grundsatz ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten 
hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, 
weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich 
um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der 
objektiven Sachlage aufdrängen (vgl. BGE 138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a; 124 IV 86 E. 2a; 
120 Ia 31 E. 2c).

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Erweist sich ein Beweismittel als unerreichbar in dem Sinn, dass ein vom Angeschuldigten zu 
seiner Entlastung angerufenes Beweismittel aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht 
erhoben werden kann, fällt es für die Beweiswürdigung von vornherein ausser Betracht. Es geht 
also nicht um die Frage der Verwertbarkeit eines bereits vorhandenen Beweismittels, sondern um 
den Anspruch des Angeschuldigten auf die Führung des Entlastungsbeweises, bzw. um die 
Folgen der Unmöglichkeit dieser Beweisführung zufolge Unerreichbarkeit des Beweismittels. Nach 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Richter nicht dazu verpflichtet, sämtlichen 
Beweisanträgen des Angeschuldigten stattzugeben; er muss nur solche Beweisbegehren 
zulassen, die nach seiner Würdigung rechts- und entscheidungserheblich sind. Er kann demnach 
Beweisbegehren und Anträge wegen Untauglichkeit oder in antizipierter Beweiswürdigung 
abweisen (vgl. Urteil BGer 1P.297/2005 vom 3. Juli 2006 E. 5). Ist ein vom Angeschuldigten zu 
seiner Entlastung angerufenes, zulässiges und grundsätzlich beweistaugliches Beweismittel nicht 
erreichbar, so ist vorab zu prüfen, ob nach den Grundsätzen der antizipierten Beweiswürdigung 
auf die Abnahme des Beweises verzichtet werden dürfte, mit anderen Worten, ob es ohnehin – 
also auch im Falle seiner Erreichbarkeit – der Abnahme dieses Beweises gar nicht bedürfte; in 
diesem Fall ist die Unerreichbarkeit des Beweismittels für den Ausgang des Verfahrens ohne 
Bedeutung. Erweist sich eine solche antizipierte Beweiswürdigung jedoch als unzulässig, weil das 
Beweismittel als grundsätzlich geeignet erscheint, das bestehende Beweisergebnis in Frage zu 
stellen, ist weiter zu prüfen, wer die Unerreichbarkeit des Beweises zu vertreten hat. Hat dabei der 
Staat selbst die Unerreichbarkeit des Beweismittels zu vertreten, so kann in Analogie zum 
Beweisnotstand zufolge Untätigkeit bzw. Verschleppung seitens der Strafverfolgungsbehörden und 
im Lichte des Anspruchs auf ein faires Verfahren die staatlicherseits zu verantwortende 
Unerreichbarkeit eines Entlastungsbeweises nur dadurch sachgerecht kompensiert werden, dass 
zugunsten des Angeschuldigten insofern eine Beweishypothese vorgenommen wird, als davon 
ausgegangen wird, die Abnahme des Beweises hätte die Bestätigung des Entlastungsbeweises 
gezeitigt (vgl. Urteil KG/ZH vom 31. März 2005, in ZR 105/2006 235).

2.2 Nach Art. 117 StGB macht sich strafbar, wer fahrlässig den Tod eines Menschen 
verursacht. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus 
pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist 
die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen 
und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB; vgl. Urteil BGer 
6B_995/2010 vom 21. März 2011 E. 5.1). In tatbestandsmässiger Hinsicht setzt das Vorliegen 
eines fahrlässigen Tötungsdelikts folgende Merkmale voraus: (1) Ein unvorsätzliches Bewirken 
eines tatbestandsmässigen Erfolgs, (2) natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen 
Handlung und Erfolg, (3) Missachtung einer Sorgfaltspflicht, (4) Relevanz der 
Sorgfaltspflichtverletzung für den Erfolgseintritt, d. h. Vermeidbarkeit des Erfolgs bei 
pflichtgemässem Verhalten (vgl. SCHWARZENEGGER, in BSK StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 117 N. 2). 
Eine Sorgfaltspflichtverletzung ist nur anzunehmen, wenn der Täter eine Gefährdung der 
Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen bzw. erkennen können und müssen. Für die 
Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten des 
Täters geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens 
einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Damit der 
Eintritt des Erfolgs dem Täter zuzurechnen ist, genügt seine blosse Vorhersehbarkeit nicht. 
Vielmehr stellt sich die weitere Frage, ob er auch vermeidbar war. Dazu wird ein hypothetischer 
Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters 
ausgeblieben wäre. Dabei genügt es für die Zurechnung des Erfolgs, wenn sein Verhalten 
mindestens mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit oder mit an Sicherheit grenzender 

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Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (vgl. Urteil BGer 6B_995/2010 vom 
21. März 2011 E. 5.2).

Bei der Beurteilung des Masses der ärztlichen Sorgfalt bildet Ausgangspunkt die allgemeine 
ärztliche Pflicht, die Heilkunst nach anerkannten Grundsätzen der ärztlichen Wissenschaft und 
Humanität auszuüben, alles zu unternehmen, um den Patienten zu heilen, und alles zu vermeiden, 
was ihm schaden könnte. Der Arzt hat mit seinem Wissen und Können auf einen erwünschten 
Erfolg hinzuwirken. Die Herbeiführung des Erfolgs oder dessen Garantie ist indes nicht Teil seiner 
Pflichten. Die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht des Arztes richten sich nach den Umständen 
des Einzelfalles, namentlich nach der Art des Eingriffs oder der Behandlung, den damit 
verbundenen Risiken, dem Beurteilungs- und Bewertungsspielraum, der dem Arzt zusteht, sowie 
den Mitteln und der Dringlichkeit der medizinischen Massnahme. Der Begriff der Pflichtverletzung 
darf jedoch nicht so verstanden werden, dass darunter jede Massnahme oder Unterlassung fällt, 
welche aus nachträglicher Sicht den Schaden bewirkt oder vermieden hätte. Der Arzt hat die nach 
den Umständen gebotene und zumutbare Sorgfalt zu beachten. Er hat indes nicht für jene 
Gefahren und Risiken einzustehen, die immanent mit jeder ärztlichen Handlung und auch mit der 
Krankheit an sich verbunden sind. Zudem steht ihm sowohl in der Diagnose wie auch in der 
Bestimmung therapeutischer oder anderer Massnahmen nach dem objektiven Wissenstand 
oftmals ein Entscheidungsspielraum zu. Der Arzt verletzt seine Pflichten nur dort, wo er eine 
Diagnose stellt bzw. eine Therapie oder ein sonstiges Vorgehen wählt, das nach dem allgemeinen 
fachlichen Wissensstand nicht mehr als vertretbar erscheint und daher den objektivierten 
Anforderungen der ärztlichen Kunst nicht genügt (vgl. Urteil BGer 6B_1031/2016 vom 23. März 
2017 E. 6.4).

2.3 Aus den verschiedenen gerichtsärztlichen und forensisch-toxikologischen Gutachten, die im 
Laufe des Verfahrens in Auftrag gegeben wurden, geht hervor, dass †D.________ an einer akuten 
Überdosierung von Methadon gestorben ist, dessen Wirkung durch weitere psychotrope 
Substanzen verstärkt wurde (vgl. DO 4044, 4061, 4126).

2.3.1 Methadon wird bei substitutionsgestützten Behandlungen angewendet. Die medizinischen 
Empfehlungen für substitutionsgestützte Behandlungen bei Opioidabhängigkeit der 
Schweizerischen Gesellschaft für Suchtmedizin vom 27. Dezember 2006 enthielten folgende 
Empfehlungen für die Methadonbehandlung (vgl. S. 15 und 16): "Für die Induktion der Methadon-
substitution schlagen bestehende Guidelines "start low – go slow" (starte mit niedriger Dosis – 
erhöhe sie langsam) vor. Dies wird damit begründet, dass das individuelle Toleranzniveau nicht 
zuverlässig gemessen oder abgeschätzt werden kann, die individuelle Pharmakokinetik und –
dynamik in der Regel unbekannt sind und Methadon aufgrund seiner pharmakologischen 
Eigenschaft kumuliert. Bei zu schnellem Aufdosieren besteht die Gefahr einer Intoxikation. […] Die 
Methadonsubstitution soll mit einer niedrigen Dosis von 30 mg eingeleitet werden, die auch für 
nicht opioidtolerante Individuen als sicher gilt. Bei verlässlichen Hinweisen auf eine mittlere bis 
hohe Opioidtoleranz kann die Anfangsdosis auch leicht höher liegen. Die Patienten können 
4 Stunden nach einer ersten Methadoneinnahme, dem Zeitpunkt des plasmatischen Peaks des 
Methadons, nochmals einbestellt werden. Zeigen sie zu diesem Zeitpunkt noch eindeutige 
Entzugssymptome, kann ihnen bis 20 mg Methadon zusätzlich verabreicht werden. Die tägliche 
Dosissteigerung soll danach 5-10 mg nicht übersteigen. […] Bei der zu Beginn täglichen 
Evaluation sind insbesondere die Zeichen einer Intoxikation zu beachten und falls solche auftreten, 
ist die Dosis sofort zu reduzieren." Auch die Kurzversion dieser Empfehlungen vom 9. Dezember 
2007 enthält ähnliche Hinweise (vgl. S. 6): "Methadonsubstitution einleiten mit niedriger Dosis von 
30 mg […]; tägliche Dosissteigerung danach nicht mehr als 5-10 mg […]; in den ersten Tagen 

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tägliche Abgabe und Beobachtung". Die aktuelle Version der Empfehlungen, vom Juli 2013 (vgl. 
www.bag.admin.ch, Rubrik Themen, Mensch & Gesundheit, Sucht, Suchtberatung und -therapie, 
Substitutionsgestützte Behandlungen bei Opioidabhängigkeit [konsultiert am 17. Oktober 2017]), 
weist darauf hin, dass aufgrund der langen Halbwertszeit von Methadon eine repetitive 
Verabreichung zur Kumulation führt, weshalb bei Patienten mit zu hoher Anfangsdosis der Tod in 
der Regel aufgrund der Kumulation erst nach weiteren verabreichten Dosen am zweiten oder 
dritten Tag eintritt. Sie sieht vor, dass die tägliche Methadondosis bei mindestens 60 mg/d oder 
80 mg/d liegen soll, in jedem Fall aber individuell und klinisch ermittelt werden muss. Die 
Methadonsubstitution soll – auch bei hoher Toleranz – mit einer niedrigen Dosis von nicht mehr als 
30 mg begonnen werden. Bei eindeutigen Entzugssymptomen nach 3-4 Stunden können bis zu 
20 mg Methadon zusätzlich verabreicht werden. Die tägliche Dosissteigerung soll danach nicht 
mehr als 5-10 mg betragen. Zum Thema Intoxikation erwähnen die Empfehlungen, dass schwere 
Intoxikationen zu Behandlungsbeginn durch das sorgfältige Aufdosieren von Methadon verhindert 
werden. Schliesslich heben die Empfehlungen hervor, dass vor Behandlungsbeginn 
"selbstverständlich" ein somatischer und ein psychischer Status zu erheben ist.

Auch die Fachinformation (vgl. https://compendium.ch [konsultiert am 17. Oktober 2017]) zu 
Methadon [Ketalgin®] enthält vergleichbare Warnhinweise. So wird in Zusammenhang mit der 
Heroin-Entzugsbehandlung von Drogensüchtigen darauf hingewiesen, dass diese Patienten 
erfahrungsgemäss eine sorgfältige Überwachung brauchen, denn bei der Heroinentzugs-
behandlung sei besonders aufmerksam auf das Auftreten von Überdosierungs- oder 
Entzugssymptomen zu achten und gegebenenfalls therapeutisch einzugreifen. Die Initialdosis wird 
für solche Patienten auf 20-50 mg festgelegt, bzw. da ein relativ hohes Risiko einer Überdosierung 
bestehe, wird empfohlen, die erste Gabe auf 30 mg zu beschränken und nach 4-8 Stunden, wenn 
nötig, nochmal 10 mg abzugeben. Gemäss der Fachinformation (vgl. http://compendium.ch 
[konsultiert am 17. Oktober 2017]) zu Diazepam [Valium®], sind im Übrigen gesteigerte Wirkungen 
auf die Sedierung, Atmung und Hämodynamik möglich, wenn das Medikament zusammen mit 
zentral dämpfenden Substanzen wie Neuroleptika, Anxiolytika/Sedativa, Antidepressiva, 
Hypnotika, Antikonvulsiva, Narkoanalgetika, Anästhetika und sedierenden Antihistaminika oder mit 
Alkohol angewendet wird.

Nachdem auch bei der Fachinformation zu Methadon darauf hingewiesen wird, dass trizyklische 
Antidepressiva und Diazepam den Metabolismus von Methadon hemmen und dessen Wirkung 
verstärken und verlängern können, hält der Strafappellationshof fest, dass die Abgabe von 
Methadon, bzw. die kombinierte Abgabe von Methadon und Diazepam nur unter einer aktiven 
Begleitung und Überwachung des Patienten stattfinden sollte, insbesondere bei 
Behandlungsbeginn, um Überdosierungen frühzeitig zu entdecken und ihnen entgegenzuwirken.

2.3.2 Der Polizeirichter hat das Vorliegen einer Sorgfaltspflichtverletzung folgendermassen bejaht 
(vgl. angefochtenes Urteil S. 15-16): "A.________ gibt an, diese Richtlinien gekannt zu haben. 
Zwar bringt der Angeklagte vor, dass ihm †D.________ gesagt habe, dass er im Zentralgefängnis 
eine tägliche Dosis von 120 mg Methadon eingenommen habe, und dass er habe davon ausgehen 
dürfen, dass ihm der Patient die Wahrheit gesagt habe, weil dieser mit Opiaten Erfahrung gehabt 
habe, und weil er ja von sich aus Hilfe gesucht habe. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass 
A.________ die Richtlinien auch dann nicht eingehalten hätte, wenn †D.________ tatsächlich eine 
hohe Methadontoleranz aufgewiesen hätte, wird doch in solchen Fällen von einer Anfangsdosis 
von höchstens 50 mg täglich ausgegangen. Darüber hinaus hatte A.________ durchaus Anlass, 
die Angaben von †D.________ in Zweifel zu ziehen. So muss erwähnt werden, dass A.________ 
von †D.________ am 11. November 2011 das erste Mal konsultiert wurde und diese Konsultation 

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https://compendium.ch
http://compendium.ch

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zwischen 40 und 45 Minuten gedauert hat. A.________ hat die in den Richtlinien empfohlene 
Dosierung von Methadon überschritten und sich dabei einzig auf die Angaben von †D.________ 
verlassen. Auch wenn es in Gefängnissen gelegentlich möglich sein sollte, zu illegalen Mitteln wie 
Methadon zu gelangen, so scheint es doch wenig wahrscheinlich, dass †D.________ sich täglich 
120 mg Methadon illegal verschafft hat. Es ist notorisch, dass Aussagen von Personen im 
Strafvollzug nicht immer der Wahrheit oder dem Gesetz entsprechen, sondern dass sie vielmehr 
zu Übertreibungen neigen. Diese Personen sitzen ja im Strafvollzug, gerade weil sie sich über 
Gesetze hinweggesetzt haben. A.________ hätte deshalb nicht darauf vertrauen dürfen, dass 
†D.________ die Wahrheit sagt. Es wäre folglich zu erwarten gewesen, dass A.________ vor 
einer über die Richtlinien hinausgehenden Abgabe von Methadon weitere Abklärungen seines 
Patienten veranlasst. Auch wäre es zumutbar gewesen, dass A.________ die Abgabe des von ihm 
verschriebenen Methadons an †D.________ überwacht oder überwachen lässt. Bei einer 
besseren Überwachung von †D.________ hätte die durch die Überdosierung geschaffene Gefahr 
minimiert und bei Hinweisen auf eine Vergiftung entsprechende Massnahmen ergriffen werden 
können. A.________ wäre mit einer besseren Kontrolle auch aufgefallen, dass das verschriebene 
Methadon erst einige Tage später verabreicht wurde, ohne dass bei †D.________ 
Entzugserscheinungen aufgetreten wären. Um dieser Gefahr zu entgegnen, genügte es nicht, mit 
dem Patienten †D.________ zwei (mündliche) Verträge abzuschliessen und zu vereinbaren, dass 
sich †D.________ nichts antue, bevor er mit seinem Therapeuten gesprochen habe, und dass er 
sich strikte an die Verschreibung halte und keine zusätzlichen illegalen Substanzen zu sich nehme. 
Damit hat A.________ gegen geltende Regeln des Berufsstandes und seine ärztliche 
Sorgfaltspflicht verstossen."

2.3.3 Der Strafappellationshof kommt zum gleichen Resultat und verweist vollumfänglich auf die 
Sachverhaltswürdigung der Vorinstanz (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). Er hebt insbesondere folgende 
Elemente hervor. Der Berufungsführer kannte die Empfehlungen für substitutionsgestützte 
Behandlungen bei Opioidabhängigkeit der Schweizerischen Gesellschaft für Suchtmedizin (vgl. 
DO 13035 Rückseite). Es ist im Übrigen unbestritten, dass †D.________ bei seiner Überführung 
aus dem Zentralgefängnis am 9. November 2011 folgende Medikamente mitgegeben wurden (vgl. 
DO 4002): Distraneurin® Mixture 50 mg/ml (25 ml pro Tag verteilt auf vier Mal), Depakine® Sirup 
60 mg/ml (je 15 ml morgens und abends), Codein 50 mg (abends), und Trittico® 100 mg (1 pro 
Nacht). A.________ war auch diese Information gemäss seinen eigenen Aussagen bekannt (vgl. 
DO 3006 und 3008). Er wusste somit, dass †D.________ von ärztlicher Seite im Zentralgefängnis 
im Zeitpunkt dessen Transfers in die Strafanstalt von Bellechasse kein Methadon verabreicht 
wurde. Dies hätte ihn dazu veranlassen sollen, die Erklärungen seines Patienten mit besonderer 
Vorsicht zu behandeln, bzw. vor der Verschreibung mit dem Zentralgefängnis Rücksprache zu 
nehmen, was er allerdings nicht getan hat. Anlässlich der Besprechung mit dem Berufungsführer 
soll †D.________ ihm mitgeteilt haben, dass er im Zentralgefängnis illegal Methadon und Heroin 
erhandelt habe, und dass es vorgekommen sei, dass er bis zu 120 mg pro Tag Methadon zu sich 
genommen habe (vgl. DO 2040 und 3008). Allein aufgrund der undifferenzierten Erklärungen von 
†D.________ hat der Berufungsführer, der grundsätzlich davon ausging, "dass ein Patient, der 
mich aufsucht, dies tut um Hilfe zu holen und mir dabei grundsätzlich die Wahrheit sagt" (vgl. DO 
3008), daher beschlossen, ihm eine tägliche Dosis von 80 mg Methadon (2 x 40 mg jeweils am 
Morgen und am Abend), sowie darüber hinaus Trittico® 100 mg (1 pro Nacht), Valium® (10 mg je 
morgens, mittags und abends), Solian® 100 mg (1 pro Nacht), Distraneurin® Mixture 50 mg/ml 
(20 ml = 1 g abends), und Codein 50 (mittags, falls Methadon noch nicht da), zu verschreiben (vgl. 
DO 4004). Anlässlich seiner ersten Einvernahme hat er diesbezüglich erklärt: "De ce fait, j'ai 
prescrit à †D.________ de la méthadone (2 x 40 mg par jour) et j'ai ajouté du Valium® (30 mg par 

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jour) afin de le calmer. Pour répondre à votre question, afin de quantifier la dose de méthadone, je 
me suis basé sur la discussion que j'ai eue avec le patient. Celui-ci m'a affirmé qu'à la prison 
centrale de Fribourg, il arrivait à consommer 120 mg de méthadone par jour. De ce fait, j'ai décidé 
de lui prescrire une dose quotidienne de 80 mg de méthadone par jour, plus précisément 
2 x 40 mg par jour" (vgl. DO 2040).

Dem Berufungsführer war bewusst, dass er dem Patienten eine eher hohe Dosis Methadon 
verschrieben hat, hat er doch erklärt: "C'est une quantité qui est assez importante, mais pas 
excessive" (vgl. DO 2040). Dies hätte ihn aufgrund der Empfehlungen der Schweizerischen 
Gesellschaft für Suchtmedizin sowie der Fachinformationen dazu führen müssen, eine enge 
Überwachung des Patienten sicherzustellen (vgl. DO 4060), was er allerdings unterlassen hat. 
Eine entsprechende Überwachung wäre in der Strafanstalt ohne Schwierigkeiten zu organisieren 
gewesen. A.________ befand sich täglich in der Strafanstalt von Bellechasse, am Montag, 
Mittwoch und Donnerstag jeweils morgens, sowie dienstags und freitags den ganzen Tag (vgl. 
DO 2039). Er hatte zudem Pikettdienst in dieser Strafanstalt für Notfälle (vgl. DO 2039). Es wäre 
ihm somit möglich gewesen, sich täglich über den Zustand von †D.________ zu erkundigen. So 
wäre ihm insbesondere aufgefallen, dass das verschriebene Methadon †D.________ erst ab dem 
15. November 2011 abends abgegeben wurde (vgl. DO 2051, 2055), ohne dass 
Entzugserscheinungen aufgetreten wären. Bei entsprechenden Anordnungen oder Erkundigungen 
hätte der Berufungsführer zudem bemerken müssen, dass †D.________ schon nach der 
Einnahme der ersten Dosis Methadon eine auffällige Reaktion zeigte, da er bereits in der Nacht 
vom 15. auf den 16. November 2011 zur letzten Medikamentabgabe nicht geweckt werden konnte 
(vgl. DO 2005 und 2017). In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass die Analyse der 
Schamhaare von †D.________, die eine "consommation de méthadone dans les mois précédant 
le décès" nahelegt (vgl. DO 4054), zwar den Konsum von Methadon in den Monaten vor dem Tod 
nachweist, jedoch die Frage nicht beantwortet, ob der Verstorbene beim Transfer aus dem 
Zentralgefängnis immer noch Methadon konsumierte oder ob er seit einigen Tagen oder Wochen 
wieder "naïf aux opiacés" war. Gerade die auffällige Reaktion am Vorabend seines Todes beweist 
hingegen im Nachhinein, dass der Verstorbene eben nicht (mehr) methadontolerant war.

Dem Berufungsführer wäre es auch möglich gewesen, sich im Zentralgefängnis über den 
offiziellen Methadonkonsum von †D.________ zu erkundigen. Er hätte somit in Erfahrung 
gebracht, dass †D.________ zum Zeitpunkt seines Eintritts in das Zentralgefängnis am 3. August 
2011 in einem Methadonprogramm mit einer Tagesdosis von 25 mg war, welche zunächst im 
Einverständnis mit dem Psychiater des Zentralgefängnisses laufend erhöht und in der Folge, auf 
Verlangen des Inhaftierten und im Einverständnis mit dem Psychiater, kontinuierlich wieder 
reduziert wurde. Die höchste Dosis belief sich auf 40 mg pro Tag vom 10. bis am 31. August 2011. 
Ab dem 10. Oktober 2011 wurde die Methadonbehandlung vollständig beendet (vgl. DO 4042-43, 
8024). Unter diesen Voraussetzungen hätte der Berufungsführer davon ausgehen können, dass 
†D.________ bei seinem Transfer vom Zentralgefängnis in die Strafanstalt von Bellechasse nicht 
oder zumindest nur beschränkt methadontolerant war. Um das Ausmass der Methadontoleranz 
von †D.________ festzustellen, wäre es A.________ auch möglich gewesen, diesen einer 
Urinuntersuchung zu unterziehen (vgl. DO 4059), um das Vorhandensein der Wirkstoffe des 
Methadons und somit dessen Konsum in den Tagen vor dem Transfer aus dem Zentralgefängnis 
zu prüfen, und auf diese Weise die Behauptungen des Häftlings in Bezug auf die konsumierte 
Menge zu plausibilisieren.

Die Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Suchtmedizin hat der Berufungsführer 
vollständig ausser Acht gelassen, als er †D.________ eine tägliche Dosis von 80 mg Methadon 

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verschrieb. Erschwerend kommt dabei dazu, dass er dem Häftling zusätzlich noch weitere 
psychotrope Substanzen, insbesondere Valium®, verschrieb. Das Valium® wurde †D.________ 
zudem in einer Dosierung von 30 mg pro Tag verschrieben, obwohl die übliche Dosierung für 
Erwachsene gemäss der Fachinformation 5-20 mg beträgt. Die Tatsache, dass der Verstorbene im 
Besitz von Valium® aus möglicherweise illegaler Quelle war (vgl. 2066 und 4082), hat unter diesen 
Vorgaben keinen Einfluss auf die Sorgfaltspflichtverletzung.

Die Sorgfaltspflichtverletzung ist aufgrund des Gesagten erstellt.

2.4 Der Berufungsführer argumentiert, dass der Verstorbene unter Umständen nicht nur die 
von ihm verschriebenen Medikamente, sondern zusätzlich auch noch weitere Mengen 
psychotroper Substanzen absorbiert habe, so dass der Kausalverlauf zwischen der Einnahme der 
verschriebenen Medikamente und dem Tod möglicherweise unterbrochen wurde, was in dubio pro 
reo zu seinen Gunsten festgehalten werden müsse.

Der Polizeirichter hat in Bezug auf den Kausalverlauf Folgendes festgehalten (vgl. angefochtenes 
Urteil S. 13): "[…] kann aber jedenfalls ausgeschlossen werden, dass †D.________ in seiner 
Todesnacht selbstständig zusätzliche Mengen an Methadon konsumiert hat. Zum einen schliesst 
dies das Institut für Rechtsmedizin des Kantons Bern in seinem schlüssigen und überzeugenden 
Gutachten vom 7. April 2015 explizit aus, weil †D.________ am 16. November 2011 ab 22.00 Uhr 
nicht mehr handlungsfähig gewesen sein soll. Zum andern wird in diesem Gutachten erklärt, dass 
die im Blut von †D.________ nachgewiesene Menge Methadon derjenigen Menge entspricht, die 
†D.________ abgegeben wurde. Dabei ist zu berücksichtigen, dass gemäss dem Gutachten des 
Instituts für Rechtsmedizin in Bern bei einer 'consommation très récente' vorliegend von einer 
Einnahme am 16. November 2011 abends auszugehen sei. Aufgrund der Befunde am 
Mageninhalt sei weiter davon auszugehen, dass sich die Resorption verzögert habe und nur knapp 
die Hälfte der letzten Dosis in das Blut aufgenommen worden sei. Es gibt keine Anhaltspunkte, 
dass das erwähnte Gutachten mangelhaft wäre. Es gibt auch keinerlei andere Hinweise darauf, 
dass †D.________ zusätzlich an illegales Methadon gelangt ist. Es ist somit in tatsächlicher 
Hinsicht erwiesen, dass †D.________ in der Nacht vom 16./17. November 2011 keine zusätzlichen 
Mengen an Methadon konsumiert hat. […] Was die gelartige Substanz betrifft, die als 
Mundausfluss beim Verstorbenen festgestellt werden konnte, ist zu bemerken, dass es sich dabei 
nicht um Methadon gehandelt haben kann, ist doch Methadon in gelartiger Form in der Schweiz 
nicht erhältlich."

Der hiesige Hof teilt diese Sachverhaltswürdigung der Vorinstanz und verweist vollumfänglich 
darauf (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). Folgende Elemente sind zusätzlich hervorzuheben. In ihrem 
gerichtsärztlichen Gutachten vom 19. März 2012, kommen die Experten der Unité de médecine 
forensique du Centre universitaire romand de médecine légale (DO 4012 ff.) zum Schluss, dass "la 
concentration de méthadone mesurée dans le sang […] se situe dans la fourchette des valeurs 
thérapeutiques pour des personnes habituées au traitement et dans celles des valeurs toxiques, 
voire létales, pour des personnes n'en consommant pas régulièrement. Les analyses 
toxicologiques ont révélé la présence de méthadone dans le contenu gastrique. Les résultats des 
analyses des poils pubiens indiquent une consommation de méthadone dans les mois précédant 
le décès" (vgl. DO 4044). In einem weiteren Gutachten erklären diese Experten zudem, nachdem 
sie eine genetische Hypersensibilität auf Methadon als möglich, deren Einfluss jedoch als marginal 
eingestuft hatten (vgl. DO 4055), dass "tous ces médicaments [welche †D.________ zusätzlich 
zum Methadon erhielt] sont des psychotropes dotés d'un effet globalement sédatif, qui s'additionne 
à celui de la méthadone à haute dose et peut vraisemblablement avoir contribué à la dépression 

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du système nerveux central ayant conduit au décès. Il y a donc lieu de retenir dans ce cas une 
interaction pharmacodynamique non spécifique par synergisme potentialisateur des actions 
sédatives des différents composants de la médication" (vgl. DO 4055). Diese Medikamente haben 
zudem die Verdauung und dadurch die Absorption des Methadons verlangsamt (vgl. DO 4124), 
was diese Experten zum gleichen Schluss geführt hat wie diejenigen des Instituts für 
Rechtsmedizin der Universität Bern (vgl. DO 4121), dass obwohl es unmöglich sei 
auszuschliessen, dass †D.________ Zugang zu illegalem Methadon gehabt habe, "la quantité de 
méthadone trouvée dans le contenu gastrique peut tout aussi bien provenir de l'administration de 
la quantité prescrite" (vgl. DO 4078).

Die Experten der Unité de médecine forensique du Centre universitaire romand de médecine 
légale kommen im Übrigen nicht zu einem anderen Schluss unter Berücksichtigung des vom 
Verstorbenen möglicherweise absorbierten nicht verschriebenen Medikamentes Rivotril® (vgl. 
DO 4080, 4082), dessen Wirkstoff Clonazepam in seinem Blut aufgefunden wurde (vgl. DO 4031, 
4033). Zu bemerken ist in diesem Zusammenhang auch die Einschätzung der Experten des 
Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern, welche festhielten, dass die im Blut des 
Verstorbenen ermittelten Wirkstoffe des Clonazepams pharmakologisch wenig oder nicht aktiv 
waren, so dass †D.________ zum Zeitpunkt seines Todeseintritts nicht unter dem Einfluss von 
Clonazepam stand (vgl. DO 4122 und 4124). Der Berufungsführer bestreitet diese 
Schlussfolgerung der Experten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern und macht 
geltend, sämtliche der im Blut gefundenen Benzodiazepine müssten zusammengerechnet werden, 
um die Summe der therapeutisch wirksamen Stoffe zu definieren. Dem kann allerdings nicht 
gefolgt werden. Wie aus der toxikologischen Analyse hervorgeht, handelt es sich zwar bei den fünf 
festgestellten Substanzen (vgl. DO 4031) allesamt um Benzodiazepine. Es gilt jedoch zwischen 
den Wirkstoffen des Valiums® – nämlich Diazepam, Nordiazepam und Temazepam – und 
denjenigen des Rivotrils® – d. h. Clonazepam und 7-Aminoclonazepam – zu unterscheiden (vgl. 
DO 4033). Die entsprechenden Substanzen wurden nämlich in unterschiedlicher Konzentration im 
Blut des Verstorbenen aufgefunden und haben zudem unterschiedliche Ursprünge, teils legal, teils 
illegal. Nachdem die im Blut des Verstorbenen ermittelten Wirkstoffe des Clonazepams 
pharmakologisch wenig oder nicht aktiv waren, ist die Tatsache, dass in der Zelle des 
Verstorbenen zwei Tabletten Rivotril® gefunden wurden, was auf einen illegalen Konsum 
hindeuten kann, nicht als relevant einzustufen. Auch bei den Wirkstoffen Trazodon [Trittico®] und 
Clomethiazol [Distraneurin®] lag die Konzentration im Blut unterhalb des therapeutisch wirksamen 
Bereichs (vgl. DO 4033 und 4122), so dass ihre Relevanz für den eingetretenen Tod ebenfalls als 
bedeutungslos einzuschätzen ist.

Anders sieht es beim Diazepam [Valium®] aus. Dieses Medikament wurde †D.________ vom 
Berufungsführer verschrieben (vgl. DO 4004) und jener stand zum Zeitpunkt des Todeseintritts 
unter starkem Einfluss von Valium®, dessen Wirkstoffe als Summe im hochtherapeutischen 
Bereich lagen (vgl. DO 4122). Der Berufungsführer vertritt die Ansicht, dass das von ihm 
verschriebene Valium® dem Inhaftierten gar nicht abgegeben wurde, so dass er dessen 
Mischvergiftung nicht zu verantworten habe. Er stützt sich dazu auf die Information der Strafanstalt 
von Bellechasse (vgl. DO 8003), sowie diejenige des Arztes der Strafanstalt (vgl. DO 2051 f. bzw. 
2058 f.), deren Auskunft seiner Ansicht nach verlässlicher sei, als diejenigen des Wärters, der 
†D.________ die Medikamente abgegeben hat (vgl. DO 2053 ff.). Seiner Argumentation kann 
jedoch nicht gefolgt werden. Wie der Berufungsführer zwar zu Recht hervorhebt, konnte das 
Medikament Trittico® †D.________ in den beiden dem Tod vorangegangenen Nächte nicht 
abgegeben werden, weil er zur Abgabezeit nicht geweckt werden konnte (vgl. DO 2005, 2017, 

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3016). Sein Blut und sein Urin enthielten jedoch trotzdem den in diesem Medikament enthaltenen 
Wirkstoff Trazodon (vgl. DO 4030 und 4031). Der Berufungsführer will daraus den Schluss ziehen, 
dass entweder die Wärter entgegen ihren Aussagen das Trittico® abgegeben haben, so dass auf 
ihre Aussagen nicht abgestellt werden könne, oder der Verstorbene über eigene Bestände des 
Medikamentes verfügte und unautorisiert konsumiert hat. Dabei übergeht er jedoch die Tatsache, 
dass der Wirkstoff Trazodon im Blut des Verstorbenen unterhalb des therapeutisch wirksamen 
Bereichs lag, was nur einen Schluss zulässt, nämlich dass das Trittico® †D.________ bis und mit 
dem 14. November 2011 abgegeben und von ihm auch eingenommen wurde, am 
15. und 16. November 2011 hingegen, wie von den Wärtern signalisiert, nicht abgegeben werden 
konnte und somit auch nicht eingenommen wurde. Wenn die Wärter somit bestätigen, dass sie die 
Verschreibungen der Ärzte befolgen, bzw. jede Abweichung davon signalisieren (vgl. DO 2056 und 
2017), sind ihre Aussagen durchaus glaubwürdig. Unter diesen Vorgaben ist davon auszugehen, 
dass das verschriebene Valium®, das auf der Liste des Service médical auch aufgeführt ist (vgl. 
2012), ebenfalls verschreibungskonform abgegeben wurde. Diese Schlussfolgerung wird auch 
durch eine sich in der Patientenakte der Strafanstalt Bellechasse befindende Handnotiz (vgl. DO 
2018) bestätigt, von der allerdings der Autor nicht bestimmt wurde. Unter diesen Vorgaben muss 
davon ausgegangen werden, dass das Email des Arztes der Strafanstalt vom 7. Februar 2012 (vgl. 
DO 2051), sowie der Brief des Direktors der Strafanstalt vom 23. Februar 2012 (vgl. DO 8003), 
versehentlich das verschriebene und abgegebene Valium® nicht erwähnen und aus diesen 
Dokumenten somit keine relevanten Rückschlüsse gezogen werden können. Es ist somit 
festzuhalten, dass das im Blut von †D.________ nachgewiesene Diazepam, Nordiazepam und 
Temazepam, welches im hochtherapeutischen Bereich lag (vgl. DO 4122), seinen Ursprung im ihm 
vom Beschuldigten verschriebenen Valium® hat. Dass der Verstorbene zusätzlich noch im Besitz 
von weiterem Valium® war (vgl. DO 4082), ist unter diesen Vorgaben ohne Relevanz.

Mit den konsultierten Experten und der Vorinstanz kommt der Strafappellationshof somit zum 
Schluss, dass †D.________ an einer akuten Intoxikation an dem ihm verschriebenen Methadon 
gestorben ist, dessen Wirkung durch die ebenfalls verschriebene psychotrope Substanz Diazepam 
[Valium®] verstärkt wurde. Diese Kombination von Methadon und Diazepam wurde dem 
Verstorbenen vom Berufungsführer verschrieben, so dass auch der Kausalverlauf zwischen 
dessen Handlung, bzw. Sorgfaltspflichtverletzung, und dem Tod von †D.________ erwiesen ist. 
Dies führt zur Abweisung der Berufung in diesem Punkt.

2.5 Der Berufungsführer macht schliesslich geltend, eine weitere Analyse der Schamhaare und 
des Mageninhaltes des Verstorbenen hätten ihm ermöglicht, den naturwissenschaftlichen 
Entlastungsbeweis zu bringen, dass †D.________ zusätzlich Valium® aus illegaler Quelle 
konsumiert hatte und auch im Gefängnis regelmässig Methadon konsumierte und somit 
methadontolerant war. Aus der Unmöglichkeit, diese Analysen durchzuführen, da das 
entsprechende Beweismaterial nicht mehr vorhanden ist, will er den Schluss ziehen, dass er 
zumindest in Anwendung der Beweislastregel von Art. 10 StPO freizusprechen ist. Dem kann 
jedoch nicht gefolgt werden. Wie oben dargelegt, ist a posteriori zweifelsfrei nachgewiesen, dass 
†D.________ bei seinem Transfer in die Strafanstalt von Bellechasse nicht (mehr) 
methadontolerant war (vgl. E. 2.3.3 hiervor). Dazu kommt die wissenschaftliche Tatsache, welche 
in der Fachinformation klar dargelegt wird, dass Methadon, wie andere Opiate, die gastro-
intestinale Mobilität reduziert. Die Bestimmung eines quantitativen Referenzwertes im Magen 
zwecks Plausibilisierung der von den Experten angenommenen Gastroparese, welche dazu führte, 
dass die Hälfte der letzten vom Beschuldigten verschriebenen Methadondosis – und nicht etwa 
eine unbestimmte Quantität eines illegal beschaffenen Methadons – noch im Magen vorhanden 

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war (vgl. DO 4078, 4124, 4126), erweist sich somit als unnötig. Desgleichen ist erwiesen, dass der 
Beschuldigte dem Verstorbenen zusätzlich zu einer sehr hohen, für einen nicht 
methadontoleranten Patienten letalen Dosis Methadon, auch noch eine sehr hohe Dosis Valium® 
verschrieben hatte, und dass beide Substanzen †D.________ auch abgegeben und von ihm 
eingenommen wurden (vgl. E. 2.4 hiervor). Die quantitative Bestimmung des Diazepams im 
Mageninhalt, zwecks Nachweises eines zusätzlichen illegalen Konsums von Valium®, erweist sich 
daher als nicht relevant. Die angerufenen – nicht mehr möglichen – Beweismittel sind somit nicht 
geeignet, das bestehende Beweisergebnis in Frage zu stellen. Es ist daher nicht weiter zu prüfen, 
ob die Staatsanwaltschaft die Unerreichbarkeit des Beweismittels zu vertreten hat und welche 
Folgen daraus zu ziehen wären.

2.6 Der Berufungsführer bestreitet die rechtliche Würdigung des Sachverhalts durch den 
Polizeirichter nicht, und der Strafappellationshof sieht keinen Grund, davon abzuweichen. 
A.________ ist somit der fahrlässigen Tötung in Anwendung von Art. 117 StGB schuldig zu 
sprechen.

3. Der Berufungsführer hat die Strafe lediglich als logische Konsequenz des beantragten 
Freispruchs angefochten. Er äusserte sich dazu weder im Rahmen der begründeten 
Berufungserklärung noch anlässlich des Plädoyers an der Berufungsverhandlung; auch stellte er 
keinen Eventualantrag. Angesichts dessen sowie des nunmehr bestätigten Schuldspruchs, ist der 
Strafappellationshof nicht gehalten, eine selbstständige Strafzumessung vorzunehmen (vgl. Urteil 
BGer 6B_419/2014 vom 9. Januar 2015 E. 2.3). Im Übrigen geht aus dem Dossier auch nicht 
hervor, dass die erstinstanzliche Strafzumessung als gesetzwidrige oder unbillige Entscheidung im 
Sinne von Art. 404 Abs. 2 StPO anzusehen wäre.

4. Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf 
angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt 
(Art. 433 Abs. 1 StPO). Wurde ihr für das Verfahren ein amtlicher Verteidiger zugesprochen, muss 
sie allerdings die Kosten einer Wahlverteidigung nicht tragen, so dass kein Anspruch auf eine 
Entschädigung gemäss Art. 433 StPO entsteht (vgl. BGer 6B_234/2013 vom 8. Juli 2013 E. 5.2).

Im vorliegenden Verfahren wurde der Strafklägerin zu Beginn des Verfahrens die unentgeltliche 
Rechtspflege erteilt und ihr ein amtlicher Verteidiger ernannt (vgl. DO 7008 und 7014). Dieser 
Entscheid erweist sich allerdings im Nachhinein als voreilig, denn nachdem die Strafklägerin im 
Rahmen der Staatshaftung nicht berechtigt ist, gegen den fehlbaren Arzt Zivilbegehren zu stellen 
(vgl. Urteil BGer 6B_353/2010 vom 31. Mai 2010 E. 1), kann sie die unentgeltliche Rechtpflege 
nicht beanspruchen (vgl. Art. 136 Abs. 1 Bst. b StPO). Diese rechtliche Lage hat ihren 
Rechtsbeistand veranlasst, im Namen seiner Mandantin eine Entschädigung nach Art. 433 StPO 
zu beantragen (vgl. DO 9115 und 13013). Auf den entsprechenden Antrag ist aufgrund des 
Gesagten einzutreten.

Der Entschädigungsanspruch ist auf die im Zusammenhang mit dem Verfahren entstandenen 
notwendigen Auslagen und Umtriebe beschränkt (vgl. Urteil BGer 6B_1286/2016 vom 15. August 
2017 E. 2.1). Vorliegend verlangt die Strafklägerin eine Entschädigung von CHF 6'377.- für die 
notwendigen Aufwendungen im Berufungsverfahren. Aufgrund der eingereichten Kostenliste 
rechtfertigt es sich, einen Gesamtaufwand von 15 Stunden zu berücksichtigen für die 
Kenntnisnahme der Berufungsanmeldung, das Studium der Berufungserklärung, die Vorbereitung 
der Verhandlung, die Verhandlung selber, sowie das Studium des vorliegenden Urteils und dessen 
Erklärung an die Mandantin. Nicht berücksichtigt werden insbesondere die verschiedenen 

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Korrespondenzen des Anwaltes mit der Verwaltungskommission der Strafanstalt Bellechasse, die 
keinen direkten Zusammenhang mit dem vorliegenden Berufungsverfahren aufweisen. Bei einem 
Stundentarif von CHF 250.- (vgl. Art. 75a Abs. 2 des Justizreglements vom 30. November 2010 
[JR; SGF 130.11]), ergibt dies ein Honorar von CHF 3'750.-. Zuzüglich CHF 200.- für die übliche 
Korrespondenz (vgl. Art. 67 Abs. 1 JR), Auslagen von CHF 197.50 (5 % von CHF 3'950.-), 
Reisespesen von CHF 30.-, und der Mehrwertsteuer von CHF 334.20 (8 % von CHF 4'177.50), 
ergibt sich ein Gesamtbetrag von CHF 4'511.70 zu Lasten des Berufungsführers.

5.

5.1 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 
1 StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch 
über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die Kosten des 
Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens 
(Art. 428 Abs. 1 StPO).

Bei vorliegendem Verfahrensausgang hat der Berufungsführer sowohl die erst- wie auch die 
oberinstanzlichen Verfahrenskosten, ausmachend im erstinstanzlichen Verfahren CHF 51‘000.- 
(Gerichtsgebühr: CHF 5'000.-; Auslagen: CHF 46'000.-) und im oberinstanzlichen Verfahren 
CHF 4'400.- (Gerichtsgebühr CHF 4'000.-; Auslagen: CHF 400.-), zu tragen (Art. 426 und 428 
StPO).

5.2 Es besteht kein Anspruch des Berufungsführers auf Entschädigung oder Genugtuung (vgl. 
Art. 429 StPO).

Der Hof erkennt:

I. Die Berufung wird abgewiesen.

Das Urteil des Polizeirichters des Seebezirks vom 6. Februar 2017 wird bestätigt. Es hat 
folgenden Wortlaut:

1. A.________ ist schuldig der fahrlässigen Tötung, begangen zum Nachteil von †D.________, in 
Sugiez, am 17. November 2011.

2. A.________ wird in Anwendung der Art. 42, 44, 47 und 117 StGB zu einer Geldstrafe von 
240 Tagessätzen zu je CHF 120.- verurteilt. Der bedingte Strafvollzug wird gewährt, die 
Probezeit beträgt zwei Jahre. 

3. Die beim Institut für Rechtsmedizin in Bern noch vorhandenen biologischen Proben und 
Medikamentenreste werden eingezogen und vernichtet (Art. 69 StGB).

4. Die Kosten des Verfahrens werden A.________ auferlegt (Art. 426 StPO). Die Gerichtsgebühr 
beträgt CHF 5‘000.-, die Auslagen betragen CHF 46‘000.-.

5. A.________ wird verpflichtet, B.________ eine Entschädigung von CHF 17'107.40, zuzüglich 
Mehrwertsteuer von 8%, total CHF 18'476.- (CHF 13'969.15 für Rechtsanwalt Armin Sahli; 

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CHF 4'506.85 für Rechtsanwalt Nicolas Charrière) für die notwendigen Aufwendungen als 
Strafklägerin im Verfahren zu bezahlen (Art. 433 StPO).

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens von insgesamt CHF 4‘400.- (Gerichtsgebühr: 
CHF 4‘000.-; Auslagen: CHF 400.-) werden A.________ auferlegt.

III. A.________ wird keine Parteientschädigungen zugesprochen (Art. 429 StPO).

IV. A.________ wird verpflichtet, B.________ eine Entschädigung von CHF 4'511.70, inklusive 
MWSt von CHF 334.20, für die notwendigen Aufwendungen als Strafklägerin im 
Berufungsverfahren zu bezahlen (Art. 433 StPO).

V. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 17. November 2017/dbe

Die Vizepräsidentin Die Gerichtsschreiberin