# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eadcc492-9459-55c9-aac2-9553dc27273d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.04.2015 UV 2013/26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2013-26_2015-04-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2013/26

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 28.04.2015

Entscheiddatum: 28.04.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 28.04.2015
Art. 6 Abs. 3 UVG. Leistungspflicht für Schäden, die der verunfallten Person 
bei der Heilbehandlung zugefügt werden. Beweiswürdigung 
Gerichtsgutachten. Kausalzusammenhang zwischen versichertem Unfall und 
erfolgter Heilbehandlung bejaht. Leistungspflicht für Folgeschäden der 
operativen Massnahme bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 28. April 2015, UV 2013/26).Vizepräsidentin Miriam 
Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati 
Schneider,Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Philipp 
GeertsenEntscheid vom 28. April 2015in 
SachenA.___Beschwerdeführerin,vertreten durch Rechtsanwalt Dr. oec. 
Hubert Bühlmann, Museumstrasse 35,9000 St. Gallen,gegenSchweizerische 
Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 
6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,betreffendVersicherungsleistungenSachverhalt:

A.    

A.a  A.___ war seit 1. Januar 1989 als Chauffeuse bei der B.___ Reisen angestellt und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen 

die Folgen von Unfällen versichert. Wegen einer im Jahr 1992 erlittenen Distorsion der 

Halswirbelsäule sprach ihr die Suva ab 1. April 1995 eine Invalidenrente bei einem 

Invaliditätsgrad von 30% und eine Integritätsentschädigung bei einer 

Integritätseinbusse von 7,5% zu. Ab 1. März 2004 wurde der Invaliditätsgrad auf 15% 

reduziert. Eine Schulterverletzung, die sie sich am 15. Dezember 2003 zugezogen 

hatte, heilte folgenlos aus. Am 13. Mai 2008 stürzte die Versicherte beim Verbinden 

eines Anhängers mit einem Bus aufs Gesäss, worauf sie wegen tieflumbalen 

Rückenschmerzen zu 50% arbeitsunfähig war. Die Suva erbrachte 

Versicherungsleistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld. Am 2. Oktober 

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2008 wurde die Versicherte im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) am Rücken operiert. 

Die Suva zog diverse Arztberichte sowie Aktenbeurteilungen von Dr. med. C.___, 

Fachärztin für Neurologie FMH, vom 23. August 2010 und von Dr. med. D.___, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie FMH, vom 8. Februar 2011, beide Suva 

Versicherungsmedizin, bei. Am 16. März 2011 verfügte sie die Leistungseinstellung per 

31. März 2011, woran sie mit Einspracheentscheid vom 4. Mai 2011 festhielt (siehe 

hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2013, 8C_882/2012, lit. A.a des 

Sachverhalts [act. G 1], sowie den im Entscheid des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 13. September 2012, UV 2011/43, wiedergegebenen 

Sachverhalt).

A.b  Die gegen den Einspracheentscheid geführte Beschwerde wies das 

Versicherungsgericht mit Entscheid vom 13. September 2012, UV 2011/43, ab. Zur 

Begründung führte es aus, ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Sturz 

der Versicherten vom 13. Mai 2008 und der Operation vom 2. Oktober 2008 sei nicht 

überwiegend wahrscheinlich. Die Suva habe daher ihre Leistungspflicht für diese 

Operation sowie die darauf zurückzuführende Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie und 

Radikulopathie L5/S1 und das Symptomatisch-Werden der Diskushernie L4/L5 zu 

Recht verneint (E. 4.7 des Entscheids).

A.c  Die dagegen von der Versicherten erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten hiess das Bundesgericht teilweise gut. Es wies die Sache an die 

Vorinstanz zurück, damit sie ein Gerichtsgutachten einhole und danach erneut über die 

Beschwerde entscheide. Falls die Abklärung ergebe, dass unfallbedingte 

Deckplattenimpressionsfrakturen BWK12 und LWK1 bestanden hätten und die 

Operation vom 2. Oktober 2008 auch diesbezüglich indiziert gewesen sei, sei 

angesichts der von den Dres. C.___ und D.___ beschriebenen Folgeschäden derselben 

zu prüfen, ob eine Leistungspflicht der Suva bestehe: Demnach habe der 

Unfallversicherer seine Leistungen auch für Schädigungen zu erbringen, die dem 

Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden. Falls die Operation - wie 

Dr. D.___ ausgeführt habe - keine therapeutische Sanktion für allfällige unfallbedingte 

Deckplattenimpressionsfrakturen gewesen sei, sei im Rahmen von Art. 6 Abs. 3 UVG 

zu klären, ob geeignete therapeutische Massnahmen unterlassen worden seien. 

Schliesslich sei eine Leistungspflicht selbst für den Fall zu prüfen, dass keine 

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unfallbedingten Deckplattenimpressionsfrakturen vorliegen würden; denn das KSSG 

habe die Operation unter anderem wegen einer solchen Impressionsfraktur BWK12 als 

indiziert angesehen (Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2013, 8C_882/2012, 

E. 5.2.1 f., act. G 1).

B.    

B.a  Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (zu den Stellungnahmen der Parteien 

vom 3. Juni 2013, vom 5. Juni 2013 und 20. August 2013 siehe act. G 4 f. und G 13) 

beauftragte das Versicherungsgericht die asim Academy of Swiss Insurance Medicine 

mit der Erstellung des Gerichtsgutachtens (Auftrag vom 19. September 2013, act. 

G 15). Am 25. und 26. Februar 2014 wurde die Versicherte polydisziplinär 

(neurologisch, orthopädisch und internistisch) in der asim untersucht. Die asim-

Experten diagnostizierten gestützt auf das MRI vom 16. Juni 2008 für den Bereich Th12 

und L1: eine frische linienförmige Fraktur mittig in der oberen Deckplatte Th12 sowie 

ein traumabedingtes Knochenmarködem (bone bruise) durch Mikrofakturen in der 

Wirbelkörperspongiosa Th12; eine vorbestehende Bodenplattenimpression mit 

Schmorl'schem Knoten Th12 aus degenerativer Ursache; ein Knochenmarködem in L1 

(bone bruise) bei vorbestehender Deckplattenimpression mit Schmorl'schem Knoten. 

Für Th12 werde die Diagnose als überwiegend wahrscheinlich beurteilt. Bei L1 sei 

fachneuroradiologisch für das Knochenmarködem eine Zuordnung zu traumatischer 

oder degenerativer Genese nicht möglich; sie bleibe unentschieden. Der 

Gesundheitsschaden bei Th12 sei überwiegend wahrscheinlich durch den Sturz am 

13. Mai 2008 verursacht worden, bei L1 sei eine Teilkausalität möglich. Die erfolgte 

Indikationsstellung zur operativen Wirbelsäulenstabilisierung sei aus Sicht ex ante 

nachvollziehbar und begründet: der Behandler habe angesichts der Unfallmechanik, 

lokalisatorisch exakt kongruenter Schmerzen und Druckdolenz sowie aufgrund des 

aktenkundigen fachärztlichen Radiologiebefundes vom 16. Juni 2008 guten Glaubens 

davon ausgehen dürfen, dass die augenfällige Deformität und Signalveränderung des 

12. Brust- und 1. Lendenwirbels gesamthaft frakturbedingt und auf den Sturz vom 

13. Mai 2008 zurückzuführen seien, auch wenn ex post durch hochspezialisierte 

neuroradiologische Expertise der traumabedingte Frakturanteil an der komplexen 

Deformität Th12/L1 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als kleiner - aber durchaus 

vorhanden - eingeschätzt werde. Die Operation vom 2. Oktober 2008 stelle mit dem 

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Abschnitt Th11 bis L2 der Pedikelschrauben-Stab-Stabilisation die klassische und 

stabilste Form einer Wirbelbruchbehandlung Th12/L1 dar. Die Detrusor-Sphinkter-

Dyssynergie sei überwiegend wahrscheinlich auf die Wirbelsäulen-Operation vom 

2. Oktober 2008 zurückzuführen. Die Radikulopathie sei überwiegend wahrscheinlich 

(teilkausal) auf die Wirbelsäulen-Operation vom 2. Oktober 2008 zurückzuführen bzw. 

bereits auf den Unfall vom 13. Mai 2008 (asim-Gutachten vom 26. Juni 2014 samt 

neuroradiologischem Teilgutachten vom 11. April 2014, act. G 18).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte, verschiedene, aus ihrer Sicht noch offene 

Fragen den asim-Gutachtern zur Beantwortung zu unterbreiten (Schreiben vom 29. Juli 

2014, act. G 20). In der Stellungnahme vom 22. August 2014 führte die 

Beschwerdeführerin aus, das asim-Gutachten beantworte die gestellten Fragen 

überzeugend und schlüssig. Es bestätige die von ihr vertretenen Standpunkte in allen 

wesentlichen Punkten (act. G 21).

B.c  In der Rechnung vom 27. August 2014 macht die asim Gutachterkosten im Betrag 

von Fr. 11'815.55 geltend (act. G 23). Die Parteien haben die Frist für eine 

Stellungnahme unbenützt verstreichen lassen (vgl. act. G 24).

Erwägungen:

1.     

Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die Leistungen für die 

Folgen des Unfallereignisses vom 13. Mai 2008 und der Operation vom 2. Oktober 

2008 zu Recht auf den 31. März 2011 eingestellt hat.

1.1   Hinsichtlich der massgebenden rechtlichen Grundlagen für die Beurteilung der 

Leistungspflicht kann auf die Ausführungen des Entscheids vom 13. September 2012, 

UV 2011/43, E. 3.1 ff., verwiesen werden.

1.2   Zu ergänzen ist bezüglich der Beweiskraft von Gerichtsgutachten, dass das 

Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen 

Experten abweicht. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat 

diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von einem Gericht ernannten Experten 

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komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 

469 f. E. 4.4 mit Hinweisen).

2.     

Bei der Würdigung der gerichtsgutachterlichen Beurteilung fällt ins Gewicht, dass sie 

auf eigenständigen Abklärungen beruht. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet 

und gewürdigt. Die Beantwortung der gestellten Fragen nach der Kausalität der 

gesundheitlichen Leiden leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine 

Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht oder falsch 

berücksichtigt worden wären. Was die Beschwerdegegnerin gegen das 

Gerichtsgutachten vorbringt, vermag dessen Beweiskraft weder zu erschüttern noch 

weiteren Abklärungsbedarf zu begründen.

2.1   Vorab ist zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht anerkennt, dass 

die Fraktur der Deckplatte Th12 (mit bone bruise) überwiegend wahrscheinlich in einem 

natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 13. Mai 2008 steht (act. G 20).

2.2   Gegen die gerichtsgutachterliche Beurteilung wendet sie ein, es werde eine 

Beurteilung "ex ante" vorgenommen. Man argumentiere, der Operateur habe guten 

Glaubens und nach bestem Wissen die Diagnose einer bedeutenden Fraktur am 

thorakolumbalen Übergang stellen und die Operation als indiziert betrachten können; 

für die "ex ante" gestellte Diagnose sei in erster Linie eine implantatgestützte 

Spondylodese thorakolumbal als klassische Behandlungsform indiziert. Die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers hänge indessen nicht von einer "ex ante" 

attestierten Gutgläubigkeit des Operateurs ab. Somit sei nicht die Betrachtung "ex 

ante", sondern diejenige "ex post" massgebend. Danach habe rein unfallbedingt eine 

geringfügige Fissur bei der Deckplatte Th12 vorgelegen. Ob diese allein den 

weitreichenden operativen Eingriff vom 2. Oktober 2008 rechtfertige, sei im 

Gerichtsgutachten unbeantwortet geblieben (act. G 20, Rz 2).

2.2.1         Der orthopädische Gerichtsgutachter stützte seine Beurteilung bezüglich der 

Würdigung des Unfallzusammenhangs der Operation vom 13. Mai 2008 hauptsächlich 

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auf die Situation "ex ante" ab (act. G 18, S. 10). Damit brachte er zum Ausdruck, dass 

sich seine Einschätzung auf die konkreten bis zum Zeitpunkt der Operation 

eingetretenen Umstände und angefallene medizinische Aktenlage stützt. Hinsichtlich 

der Situation nach der Operation führte er aus, dass sich "angesichts mangelnder 

Beurteilbarkeit aufgrund von Metallartefakten" (act. G 18, S. 10 und S. 17) keine 

aussagekräftigen Schlüsse aus der nach der Operation erfolgten MRI-Untersuchung 

mehr ziehen liessen. Vor diesem Hintergrund bestehen keine Zweifel an dem im 

Gerichtsgutachten vertretenen Standpunkt, "mit den MRI-Bildern, deren fachärztlich-

radiologischer Beschreibung und seinem klinischen Untersuchungsbefund durfte er 

berechtigterweise nach bestem Wissen zur Frakturdiagnose und zur Indikationsstellung 

für eine operative Behandlung kommen; dies ist ihm nicht abzusprechen durch drei 

spätere andere und unter einander zu unterschiedlichen Schlüssen kommende 

Einschätzungen mit der Quintessenz, es lasse sich mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nur eine, nicht zwei, und zwar undislozierte Fraktur objektivieren 

[…]. Primum movens für ihn war (Zitat) «primär die Stabilisierung der zwei gebrochenen 

Wirbel»" (act. G 18, S. 10). Die Beschwerdegegnerin übersieht bei ihrer Argumentation 

sodann, dass die Gerichtsgutachter ihre "ex ante"-Beurteilung mit der 

neuroradiologischen Expertise "ex post" bestätigt sahen ("[…] gesamthaft 

frakturbedingt und auf den Sturz vom 13. Mai 2008 zurückzuführen sei, auch wenn ex 

post durch hochspezialisierte neuroradiologische Expertise der traumabedingte 

Frakturanteil an der komplexen Deformität Th12/L1 mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als kleiner - aber durchaus vorhanden - eingeschätzt werde" act. 

G 18, S. 17).

2.2.2         Mit ausführlicher und schlüssiger Begründung (act. G 18, S. 8 f.) gelangte 

der orthopädische Gerichtsgutachter zur Auffassung, "der Unfall vom 13.05.2008 kann 

nicht weggedacht werden, ohne dass nicht auch der ersichtliche Anlass für die 

Indikationsstellung zur Lendenwirbelsäulenoperation wegfiele. Er ist eine conditio sine 

qua non" (act. G 18, S. 9 oben). Die operative Massnahme diente damit fraglos der 

Behandlung einer Unfallfolge, was eine Leistungspflicht des Unfallversicherers für die 

Folgeschäden nach Art. 6 Abs. 3 UVG begründet (Urteil des Bundesgerichts vom 

9. November 2011, 8C_708/2011, E. 5). Die Beschwerdegegnerin bringt weder vor 

noch ergibt sich aus dem Gerichtsgutachten oder der übrigen Aktenlage, mit der 

operativen Massnahme sei einzig der (unfallfremde) Vorzustand behandelt worden. Der 

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orthopädische Gerichtsgutachter legte vielmehr dar, dass dieser keine nennenswerten 

Beschwerden verursacht (die Beschwerdeführerin sei von Seiten der LWS seit 1994 

weitestgehend beschwerdefrei und uneingeschränkt arbeits- und sportfähig gewesen) 

und für sich allein keinen operativen Behandlungsbedarf begründet hat (act. G 18, 

S. 8 f.). Für überwiegend wahrscheinlich hielt er zudem, dass durch das Unfallereignis 

vom 13. Mai 2008 eine Verschlimmerung des weitgehend stummen Vorzustands durch 

eine (unfallbedingte) echte undislozierte Fraktur der oberen Deckplatte Th12 mit 

intraspongiösen Mikrofrakturen (bone bruise) eingetreten sei, also eine strukturelle 

Läsion (act. G 18, S. 10). Sodann gilt es die bereits im Schreiben des 

Versicherungsgerichts vom 22. September 2014 gemachten Erwägungen zu beachten 

(act. G 22), dass die Beschwerdegegnerin, bevor sie eine weitere Leistungspflicht 

bestritt, dieselbe anerkannt und Versicherungsleistungen erbracht hatte. Für das 

nachträgliche Dahinfallen der Unfallkausalität trägt sie daher die Beweislast. Wie im 

Gerichtsgutachten ausgeführt wird, bleibt bezüglich des Wirbelkörpers L1 beweislos, 

ob das bildgebend ausgewiesene Knochenmarködem traumatischen oder 

degenerativen Ursprungs ist (act. G 18, S. 10). Die Folgen dieser Beweislosigkeit hat 

die Beschwerdegegnerin zu tragen. Daher ist nicht bloss die Situation bezüglich Th12 

in die Beurteilung miteinzubeziehen, sondern auch diejenige bezüglich L1. Wegen der 

Beweislosigkeit betreffend die Kausalität der Schädigung von L1 konnte sich die 

Annahme, dem Gesundheitsschaden bei L1 liege ein unfallkausales Geschehen 

zugrunde, nicht als falsch erweisen. Im Licht dieser Umstände vermag die von der 

Beschwerdegegnerin in der Stellungnahme vom 29. Juli 2014 aufgeworfene Frage nach 

der allein durch den Gesundheitsschaden von Th12 angezeigten Behandlung zu keinen 

leistungsrelevanten Erkenntnissen zu führen. Weitere Abklärungen erübrigen sich 

daher. Lediglich der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass eine operative 

Sanierung einer Deckplattenimpressionfraktur auf Höhe des Brustwirbelkörpers Th12 

mittels Spondylodese offenbar nichts Aussergewöhnliches darstellt (vgl. die im 

vergleichbaren  konkreten Fall erfolgte Empfehlung des Suva-Kreisarztes im Urteil des 

Bundesgerichts vom 9. April 2009, 8C_889/2008, lit. A des Sachverhalts).

2.3   Die Beschwerdegegnerin bemängelt des Weiteren, die für die gerichtliche 

Beurteilung massgebende Frage, ob der geringfügige unfallkausale Schaden bei Th12 

eine bloss vorübergehende oder eine dauerhafte Verschlimmerung des Vorzustandes 

bewirkt habe, sei offen geblieben (act. G 20, Rz 3). Die Frage nach der Art der 

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Verschlimmerung (vorübergehender oder dauerhafter Natur) stellt sich jedoch nicht 

bzw. ist nicht relevant. Der Sturz vom 13. Mai 2008 bewirkte überwiegend 

wahrscheinlich eine Fraktur von Th12 und möglicherweise von L1. Jedenfalls erstere 

war zu behandeln und dazu wurde der Eingriff vom 2. Oktober 2008 durchgeführt (act. 

G 22), der die ausgewiesenen Folgeschäden bewirkt hat. Im Übrigen geht aus dem 

Gerichtsgutachten hervor, dass im Zeitpunkt der Operation noch 

(behandlungsbedürftige) unfallbedingte Verschlimmerungsfolgen vorlagen (act. G 18, 

S. 10 und S. 19 ["als unfallbedingte Behandlung indiziert war"]).

2.4   Nach dem Gesagten ist gestützt auf das Gerichtsgutachten mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Operation vom 2. Oktober 2008 als 

unfallkausal bedingte Behandlung indiziert gewesen war und durchgeführt wurde. Die 

als Folgeschädigungen aufgetretenen Leiden sind daher unter die unfallkausalen 

Folgen im Sinn von Art. 6 Abs. 3 UVG zu subsumieren. Die Beschwerdegegnerin trifft 

damit hierfür eine Leistungspflicht und die Einstellung der Leistungen auf den 31. März 

2011 erweist sich als nicht rechtmässig.

3.     

3.1   Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde vom 6. Juni 2011 der 

Einspracheentscheid vom 4. Mai 2011 aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin ist zu 

verpflichten, der Beschwerdeführerin auch über den 31. März 2011 hinaus die 

gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 13. Mai 2008 und der 

Operation vom 2. Oktober 2008 zu erbringen.

3.2   Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

3.3   In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. Juni 2013, 8C_71/2013, E. 2.2.3) hat die Beschwerdegegnerin 

die für das Gerichtsgutachten angefallenen Kosten von Fr. 11'815.55 zu tragen (act. 

G 23).

3.4   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

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Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier 

zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf den durch das Gerichtsgutachten 

entstandenen Mehraufwand eine Parteientschädigung von Fr. 5'000.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) für die Verfahren UV 2011/43 und UV 2013/26 

angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.    In Gutheissung der Beschwerde vom 6. Juni 2011 wird der Einspracheentscheid 

vom 4. Mai 2011 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, der 

Beschwerdeführerin auch über den 31. März 2011 hinaus die gesetzlichen Leistungen 

für die Folgen des Unfalls vom 13. Mai 2008 und der Operation vom 2. Oktober 2008 

zu erbringen.

2.    Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.    Die Beschwerdegegnerin hat die für das Gerichtsgutachten angefallenen Kosten 

von Fr. 11'815.55 zu bezahlen.

4.    Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 5'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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