# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75b34a96-6e99-5249-a132-7b3e24692d85
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 08.04.2014 S 2013 113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2013-113_2014-04-08.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 13 113

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichter Stecher als Vorsitzender, Verwaltungsrichte-

rin Moser und Verwaltungsrichter Audétat, Aktuarin ad hoc 

Caluori

URTEIL
vom 8. April 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Stefania Vecellio, 

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____ war als ungelernter Arbeiter auf dem Bau tätig, bevor er am 

11. Oktober 2001 beim Erstellen einer Stirnabschalung aus einer Höhe 

von ca. 6.5 m auf ein darunterliegendes Podest stürzte. Er zog sich dabei 

eine komplette, instabile LWK1-Berstungsfraktur ohne neurologische Aus-

fälle, eine mehrfragmentäre intraartikuläre distale Unterschenkelfraktur 

rechts und eine mehrfragmentäre extraartikuläre Calcaneusfraktur rechts 

zu. In der angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter besteht seither eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit. In Ergänzung zu Leistungen der Schweizeri-

schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) verfügte die IV-Stelle des Kan-

tons Graubünden mit Verfügung vom 22. Februar 2008 rückwirkend bei 

einem Invaliditätsgrad von 100 % eine befristete ganze IV-Rente für den 

Zeitraum vom 1. Oktober 2002 bis zum 31. Mai 2004. Ab dem 1. Juni 

2004 nahm die IV-Stelle analog der Beurteilung der SUVA bei einer Rest-

arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit von 75 % einen Invaliditäts-

grad von 37.78 % an, womit ein Anspruch auf eine IV-Rente entfiel. Auf 

Gesuch vom 15. Mai 2009 hin wurde der Rentenanspruch nach IVG nach 

nochmaliger Überprüfung der Leistungsvoraussetzungen mit Verfügung 

vom 23. April 2010 von der IV-Stelle erneut verneint. Es sei keine wesent-

liche Veränderung des Gesundheitszustands ausgewiesen, weshalb wei-

terhin von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit 

auszugehen sei.

2. Am 11. Januar 2012 reichte A._____ aufgrund von neu aufgetretenen 

Augenbeschwerden unter Beilage eines SUVA-Berichts, wonach es sich 

um ein unfallfremdes Augenleiden handle, bei der IV-Stelle eine Neuan-

meldung ein. Die daraufhin erfolgten Abklärungen der IV-Stelle ergaben, 

dass A._____ an einem Keratokonus (Auswölbung und Vorwölbung der 

Hornhaut des Auges) beidseitig mit progressiver Visusverminderung lei-

det. Deswegen wurde am 28. März 2012 ein operativer Eingriff (Hornhaut-

transplantation) am rechten Auge durchgeführt. In der Folge wurde 

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A._____ für die Zeit vom 27. März 2012 bis zum 26. Juni 2012 eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit attestiert.

3. Mit Vorbescheid vom 9. November 2012 teilte die IV-Stelle mit, dass sie 

das Leistungsbegehren voraussichtlich abweisen werde. Ein dagegen er-

hobener Einwand von A._____ blieb erfolglos. Mit Verfügung vom 23. Juli 

2013 lehnte die IV-Stelle den Rentenanspruch ab. Er sei zwar aufgrund 

der Augenoperation vom 27. März bis zum 26. Juni 2012 zu 100 % ar-

beitsunfähig gewesen. Seit dem 26. Juni 2012 bestehe jedoch wieder der 

Vorzustand mit einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit. Ein 

Rentenanspruch entstehe frühestens sechs Monate nach Geltendma-

chung des Leistungsanspruchs, womit der frühest mögliche Zeitpunkt für 

eine Rentenzusprache der 1. Juli 2012 gewesen wäre. Zu diesem Zeit-

punkt habe aber wieder eine 75%ige Arbeitsfähigkeit bei einem bereits 

früher errechneten Invaliditätsgrad von 37.78 % bestanden. Die am 

11. Januar 2012 eingereichte Anmeldung sei damit verspätet und der 

Leistungsanspruch zu verneinen.

4. Dagegen reichte A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 16. Sep-

tember 2013 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden ein und beantragte unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zulasten der IV-Stelle die Aufhebung der Verfügung vom 23. Juli 2013, 

eine neue Bestimmung des Invaliditätsgrads und eine Zusprache einer IV-

Rente in entsprechender Höhe. Eventualiter sei eine umfassende medizi-

nische Begutachtung einzuholen. Zur Begründung führte er im Wesentli-

chen aus, dass sich sein Gesundheitszustand wesentlich verschlechtert 

habe. Zum einen sei mit den Augenbeschwerden eine neue Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden. Dr. med. B._____ 

habe aufgrund dieser Augenbeschwerden eine aktuelle Arbeitsunfähigkeit 

von 100 % attestiert unter Hinweis, dass wahrscheinlich eine weitere 

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Operation (am linken Auge) geplant sei. Die Arbeitsfähigkeit könne erst 

nach Entfernung der Fäden am operierten Auge neu beurteilt werden. 

Zum andern sei gemäss dem Bericht von Dr. med. C._____ eine Ver-

schlechterung der früheren Beschwerden eingetreten. Der RAD habe eine 

75%ige Arbeitsfähigkeit ab dem 26. Juni 2012 angenommen, eine ärztli-

che Beurteilung, welche dies bescheinige, fehle indessen. Die Klinik 

D._____ habe am 26. April 2005 festgehalten, dass eine Arbeitsfähigkeit 

von 50 % bestehe. Die Beurteilung der IV-Stelle, wonach A._____ zu 

75 % arbeitsfähig sei, sei damit völlig absurd und unbegründet. Der RAD-

Arzt sei weder ein Spezialist auf dem betreffenden Fachgebiet, noch habe 

er alle Beschwerden berücksichtigt, noch würde seine Beurteilung auf ei-

ner allseitigen Untersuchung beruhen. A._____ sei zu 100 % arbeitsun-

fähig, weshalb der Invaliditätsgrad – unter Berücksichtigung eines Lei-

densabzugs von 25 % – neu festzulegen sei.

5. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Oktober 2013 verlangte die IV-Stelle 

des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwerdegegnerin) unter Ver-

weisung auf die angefochtene Verfügung die Abweisung der Beschwerde. 

Dr. med. C._____ halte fest, dass sich der objektive Befund betreffend die 

Unfallfolgen verglichen mit früher nicht wesentlich geändert habe. Dem-

entsprechend habe der Beschwerdeführer in seinem Einwand auch nur 

geltend gemacht, dass sich sein Gesundheitszustand aufgrund der Au-

genbeschwerden wesentlich verschlechtert hätte. Der – unter Berücksich-

tigung eines Leidensabzugs von 15 % – ursprünglich errechnete Invali-

ditätsgrad infolge des Unfallereignisses im Jahr 2001 sei sowohl vom 

Verwaltungsgericht als auch vom Bundesgericht geschützt worden. Da 

die vom Beschwerdeführer aufgeführten Punkte für den Leidensabzug be-

reits damals berücksichtigt worden seien, sei klar, dass der Leidensabzug 

von 15 % weiterhin angemessen sei.

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6. In seiner Stellungnahme vom 28. Oktober 2013 führte der Beschwerde-

führer im Wesentlichen an, dass die Beschwerdegegnerin seine Angaben 

und die von Dr. med. C._____, wonach sich die bestehenden Beschwer-

den verschlechtert hätten, nicht berücksichtigt habe, obwohl sie neue Ab-

klärungen treffen oder eine neue, umfassende medizinische Begutach-

tung einholen hätte müssen. Zudem hätte sich die Beschwerdegegnerin 

nicht zu der neuen Diagnose hinsichtlich der Augenbeschwerden geäus-

sert und die Berichte von Dr. med. B._____, wonach er zu 100 % arbeits-

unfähig sei, nicht beachtet. Die Beschwerdegegnerin habe einzig auf die 

Beurteilung des RAD abgestellt, obwohl keine ärztliche Abklärung eine 

75%ige Arbeitsfähigkeit ergeben hätte. Eine Beurteilung der Arbeitsfähig-

keit sei frühestens ab der Fadenentfernung am operierten Auge möglich. 

Bis dahin sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die Er-

höhung des Leidensabzugs auf 25 % sei gerechtfertigt, weil der Be-

schwerdeführer seit 2001 keiner Erwerbstätigkeit habe nachgehen kön-

nen.

7. Mit Schreiben vom 31. Oktober 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin 

auf das Einreichen einer Duplik, verlangte aber eine Kürzung der von der 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eingereichten Honorarnote ent-

sprechend dem Aufwand für die Klärung der vorliegend relativ einfachen 

Rechtsfrage.

8. Mit Schreiben vom 13. November 2013 nahm die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers Stellung zum Begehren der Beschwerdegegnerin, ih-

re Honorarnote sei entsprechend zu kürzen. Im geltend gemachten Auf-

wand sei unter anderem auch das Studium der 765 Aktenseiten enthal-

ten. Der Aufwand sei gerechtfertigt.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die 

Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 23. Juli 2013. Das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 69 

Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100) vorliegend zur Beurteilung der erhobe-

nen Beschwerde sachlich und örtlich zuständig. Als Verfügungsadressat 

ist der Beschwerdeführer beschwert und damit zur Beschwerde legiti-

miert. Die 30-tägige Beschwerdefrist ist unter Berücksichtigung der Ge-

richtsferien nach Art. 39 Abs. 1 lit. b VRG und von Art. 7 Abs. 2 VRG, wo-

nach die Frist am nächstfolgenden Werktag endet, wenn der letzte Tag 

der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein staatlich anerkannter Feiertag 

ist, mit Eingabe vom 16. September 2013 gewahrt. Auf die im Übrigen 

formgerechte Beschwerde ist einzutreten.

b) Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von einem – 

gestützt auf eine Arbeitsfähigkeit von 75 % in adaptierter Tätigkeit und ei-

nem Leidensabzug von 15 % – errechneten Invaliditätsgrad von 37.78 % 

ausgegangen ist und ihre Leistungspflicht damit zu Recht verneint hat.

2. a) Nach Art. 28 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von min-

destens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente. Für die Bestim-

mung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-

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tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung 

und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Bezie-

hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre. Die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit 

bildet dabei die Grundlage für die Bemessung der Erwerbsfähigkeit und 

des wiederum daraus allfällig resultierenden Invaliditätsgrades. 

b) Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG nimmt der Versicherungsträger die notwen-

digen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Aus-

künfte ein. Nach Art. 59 Abs. 2bis IVG stehen den IV-Stellen dabei die Re-

gionalen Ärztlichen Dienste (RAD) zur Beurteilung der medizinischen 

Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Diese setzen 

die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti-

onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbs-

tätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Dabei sind sie in 

ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Bei Bedarf 

können sie auch selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durch-

führen. Ihre Untersuchungsergebnisse halten sie schriftlich fest (Art. 49 

Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; 

SR 831.201]). Die IV-Stelle kann damit bei der Beurteilung der medizini-

schen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene medizinische Fachperso-

nen zurückgreifen. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen versicherungs-

medizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der für die Invalidenversi-

cherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten 

verantwortlich sein. Damit soll eine konsequente Trennung der Zustän-

digkeit zwischen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und Sozialversi-

cherung (Bestimmung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) ge-

schaffen werden. Der RAD bezeichnet die zumutbaren Tätigkeiten und 

die unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch 

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begründeten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine erfolg-

reiche Eingliederung eine objektivere Feststellung der massgebenden 

funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten ermöglicht werden. Ge-

stützt auf die Angaben des RAD hat die IV-Stelle zu beurteilen, was einer 

versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist und was nicht 

(Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E.4.2 m.w.H.).

c) Die Stellungnahmen des RAD müssen aber ebenfalls den allgemeinen 

beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen. 

Sie müssen insbesondere in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege-

ben worden sein und in der Beschreibung der medizinischen Situation 

und Zusammenhänge einleuchten sowie in ihren Schlussfolgerungen be-

gründet sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 

E.4.3.1). Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person vom 

RAD-Arzt untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die 

Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs 

nur „bei Bedarf“ selber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen 

Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterla-

gen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich 

ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen (Urteil des Bundes-

gerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E.4.3.1 m.w.H.). 

d) Soweit sich die versicherte Person auf abweichende Beurteilungen von 

behandelnden Ärzten oder anderen medizinischen Fachpersonen, die in 

einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen, be-

ruft, ist sodann dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sich die behan-

delnden Ärzte in erster Linie auf die Behandlung konzentrieren und deren 

Berichte damit nicht den gleichen Zweck verfolgen, wie die RAD-

Beurteilungen (vgl. hierzu E.2b). Aus diesen Gründen und aufgrund der 

Erfahrungstatsache, dass Hausärzte und andere behandelnde Ärzte mit-

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unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zwei-

felsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 

E.3a/cc m.w.H., 135 V 254, nicht publ. E.4.4.1), wird im Streitfall eine di-

rekte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behan-

delnden Ärzte kaum je in Frage kommen (BGE 135 V 465 E.4.5). Diese 

Erfahrungstatsache befreit das Gericht jedoch nicht von seiner Pflicht ei-

ner korrekten Beweiswürdigung. Die Beurteilungen der behandelnden 

Ärzte sind daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsin-

ternen Fachpersonen wecken (BGE 137 V 210 E.4.4.1).

3. a) Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, dass sich sein Gesund-

heitszustand hinsichtlich der Unfallfolgen von 2001 deutlich verschlechtert 

habe, weshalb eine neue medizinische Begutachtung einzuholen gewe-

sen wäre. Dabei stützt er sich auf den Arztbericht von Dr. med. C._____ 

vom 21. November 2012, welcher von diesem nach Mitteilung des negati-

ven IV-Vorbescheids vom 9. November 2012 mit der Betreffzeile „Ab-

klärung/Rekurs“ direkt der Beschwerdegegnerin zugestellt wurde. 

Dr. med. C._____ führte in diesem Bericht unter dem Titel „Angaben des 

Patienten“ aus: „Er habe immer Rückenschmerzen, neu mit Ausstrahlung 

ins linke Bein bis zum Unterschenkel lateral. Es sei ein brennender 

Schmerz, dem er kaum widerstehen könne. Der Schmerz sei unabhängig 

von der Tätigkeit, auch im Sitzen und nachts. Im Wasser, wenn er 

schwimme, habe er weniger Schmerzen. Kein Kribbeln, keine Sensibi-

litätsstörung. Das Bein sei jetzt schwächer geworden.“ Zu den Beschwer-

den am rechten Unterschenkel heisst es unter den Angaben des Patien-

ten weiter: „Auch hier habe er immer Schmerzen beim Laufen nach ca. 

300 m. Der Patient trägt einen Längendifferenzausgleich in seinen Schu-

hen.“ Zu den Röntgenbefunden führte Dr. med. C._____ aus, dass sich 

am Rücken verglichen mit der Voraufnahme aus dem Jahr 2011 keine re-

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levante Veränderung ergeben habe, und auch betreffend den Unter-

schenkel rechts verglichen mit der Voraufnahme, auch keine Verände-

rung festzustellen sei. In seiner ärztlichen Beurteilung heisst es schliess-

lich: „Die objektiven Befunde haben sich verglichen mit früher, was die 

Unfallfolgen betrifft, nicht wesentlich geändert. Subjektiv gibt der Patient 

deutlich mehr Schmerzen an, in Ruhe wie auch unter Belastung. Mit Phy-

siotherapie ist keine wesentliche Besserung zu erzielen. Wir hoffen mit 

MTT [medizinische Trainingstherapie] mindestens den jetzigen Zustand 

erhalten zu können und den Patienten weiter zur körperlichen Aktivität zu 

motivieren.“ (vgl. IV-act. 166).

b) Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt, kann dem Bericht von 

Dr. med. C._____ nicht entnommen werden, dass sich der Gesundheits-

zustand des Beschwerdeführers hinsichtlich der Unfallfolgen (also nicht 

die Augen betreffend) wesentlich verschlechtert hat. Dr. med. C._____ at-

testiert dem Beschwerdeführer nämlich keine objektive Verschlechterung 

des Gesundheitszustands. So hält dieser fest, dass sich die objektiven 

Befunde verglichen mit früher, was die Unfallfolgen betreffe, nicht wesent-

lich verändert hätten. Gleiches führte Dr. med. C._____ in seinem Schrei-

ben an die SUVA vom 17. Mai 2011 aus, wonach sich an den unfallbe-

dingten Beschwerden nichts geändert habe (vgl. IV-act. 147, S. 80). Und 

auch die SUVA hielt in ihrem Bericht über den Entscheid einer Nichteig-

nungsverfügung vom 25. November 2011 fest, dass sich in Bezug auf das 

Unfallgeschehen von 2001 offenbar keine Veränderung zeige (IV-

act. 147, S. 92 ff.). Selbst der Beschwerdeführer brachte in seinem Ein-

wand vom 10. Dezember 2012 gegen den negativen Vorbescheid der Be-

schwerdegegnerin noch nicht vor, dass sich die vom Unfallereignis vom 

11. Oktober 2001 herrührenden Beschwerden verstärkt hätten. Aus den 

Akten ergeben sich auch sonst keine weiteren Anhaltspunkte für eine 

Verschlechterung des unfallbedingten (also nicht die Augen betreffenden) 

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Gesundheitszustands. Nachdem die Beschwerdegegnerin die unfallbe-

dingten gesundheitlichen Beschwerden bereits anlässlich des Revisions-

gesuchs im Jahr 2009 überprüft hatte, war sie vorliegend aufgrund der 

unveränderten medizinischen Aktenlage nicht zu einer erneuten ärztlichen 

Überprüfung dieser Unfallfolgen verpflichtet. In der angefochtenen Verfü-

gung durfte sie deshalb ohne weiteres davon ausgehen, dass sich der 

Gesundheitszustand hinsichtlich der Unfallfolgen nicht verändert hatte, 

weshalb sie bezüglich dieser Beschwerden weiterhin von der bereits 

rechtskräftig festgestellten 75%igen Restarbeitsfähigkeit in adaptierter 

Tätigkeit ausgehen konnte.

4. a) Sodann macht der Beschwerdeführer geltend, dass die neu gestellte Dia-

gnose eines Keratokonus beidseitig zu einer wesentlichen Verschlechte-

rung des Gesundheitszustands geführt habe und die Arbeitsfähigkeit auch 

nach der Operation noch deutlich beeinflusse. Die Beschwerdegegnerin 

habe einzig auf die RAD-Beurteilung abgestellt, wonach der Beschwerde-

führer seit dem 26. Juni 2012 zu 75 % arbeitsfähig sei, obwohl keine ärzt-

liche Beurteilung eine 75%ige Arbeitsfähigkeit bescheinige. Die Berichte 

des Spezialisten seien nicht beachtet worden. Der behandelnde Augen-

arzt Dr. med. B._____ habe am 14. September 2012 ausgeführt, dass ei-

ne Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erst nach der Fadenentfernung, die ca. 

9-10 Monate nach der Operation erfolgen könne, möglich sei. Und am 

7. Dezember 2012 habe er ausgeführt, dass die Arbeitsfähigkeit nur ge-

zielt an einer vorgesehenen Arbeit abgeschätzt werde könne. Nach Auf-

fassung der operierenden Ärzte sei sodann erst nach einer zusätzlichen 

adäquaten Korrektur am operierten Auge mit einer Kontaktlinse zu erwar-

ten, dass ein guter Visus erreicht werden könne. Eine solche Kontaktlin-

senversorgung sei aber erst nach der Fadenentfernung, etwa 14-18 Mo-

nate nach der Operation, möglich. Sämtliche Arztberichte würden damit 

feststellen, dass frühestens ab dem Zeitpunkt der Fadenentfernung eine 

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Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erfolgen könne und erst ab diesem Zeit-

punkt die Aufnahme einer Tätigkeit zumutbar sei. Bis dahin sei der Be-

schwerdeführer gemäss dem Bericht von Dr. med. B._____ vom 6. Sep-

tember 2012 zu 100 % arbeitsunfähig. Die Ärzte der Klinik D._____ hätten 

zudem im Jahr 2005 festgestellt, dass allein aufgrund der vom Unfaller-

eignis von 2001 herrührenden gesundheitlichen Beschwerden eine 

50%ige Arbeitsunfähigkeit bestünde. Die Beurteilung der Beschwerde-

gegnerin, wonach trotz der hinzugetretenen Augenbeschwerden seit dem 

26. Juni 2012 eine 75%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, sei damit völlig ab-

surd und unbegründet. Der RAD-Arzt sei kein Spezialist, seine Beurtei-

lung berücksichtige nicht sämtliche Beschwerden und beruhe auch nicht 

auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen. Im Übrigen sei die 

Schlussfolgerung des RAD überhaupt nicht begründet, weshalb ihr nicht 

gefolgt werden könne. Es sei eine weitere Augenoperation geplant, bis 

auf weiteres bestehe deshalb eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.

Demgegenüber ist die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü-

gung davon ausgegangen, dass aufgrund der Augenbeschwerden zwar 

vom 27. März 2012 bis zum 26. Juni 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähig-

keit bestanden habe, seit da an aber wieder der Vorzustand mit einer Ar-

beitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten von 75 % bestehe. Da der Ren-

tenanspruch frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leis-

tungsanspruchs entstehen könne, sei die Anmeldung vom 11. Januar 

2012 verspätet, der frühest mögliche Zeitpunkt für eine Rentenzusprache 

wäre der 1. Juli 2012 gewesen.

b) Zur Überprüfung der Rechtsmässigkeit der angefochtenen Verfügung sind 

nachfolgend zunächst sämtliche relevanten ärztlichen Beurteilungen be-

treffend die Augenbeschwerden wiederzugeben und in der Folge zu wür-

digen:

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• Mit Schreiben vom 17. Mai 2011 teilte Dr. med. C._____ der SUVA mit, dass der 

Augenarzt Dr. med. B._____ die Diagnose eines Keratokonus mit spitzen Trübungen 

beidseitig gestellt habe. Es sei deshalb die Frage zu klären, ob mit diesem Visus ei-

ne Arbeitstätigkeit auf dem Bau noch zugemutet werden könne oder ob nicht eine 

zusätzliche Einschränkung der Erwerbstätigkeit aufgetreten sei (IV-act. 147, S. 79). 

Am 19. Mai 2011 ergänzte er, dass mit der reduzierten Sehfähigkeit die Möglichkeit 

einer adaptierten Tätigkeit erheblich eingeschränkt sei, zumal der Patient mit dem 

festgestellten Visus nicht Auto fahren dürfe (IV-act. 147, S. 80 f.).

• Nach eingehender Abklärung stellte die SUVA in ihrem Bericht vom 25. November 

2011 fest, dass die Augenproblematik mit der ausgeprägten Visusminderung ge-

genüber den Unfallfolgen in den Vordergrund trete, eine Nichteignungsverfügung 

aber als nicht sinnvoll angesehen werde, weil der Versicherte seit 2005 nicht mehr 

arbeitstätig gewesen sei. Dem Versicherten wurde empfohlen der IV einen Antrag zu 

stellen (IV-act. 147, S. 92).

• Dr. med. B._____, behandelnder Augenarzt, führte im Fragebogen vom 10. Februar 

2012 zuhanden der IV-Stelle aus, dass der Beschwerdeführer an einem Keratoko-

nus beidseitig mit progressiver Visusverminderung leide, eine Hornhauttransplantati-

on indiziert sei und seit dem 2. Januar 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit beste-

he. Zur bisherigen Tätigkeit führte er aus: „Monteur für Telefon und Fernseher und 

auch Maurer. Diese Arbeit kann der Patient nicht mehr ausführen.“ Die bisherige 

Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar, nach der Hornhauttrans-

plantation könne aber mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Er-

höhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden. Weiter führte er auf die Frage, wie 

die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit beurteilt werde, aus, dass 

der Patient mit der aktuellen Sehschärfe nicht arbeiten könne. Die Arbeitsfähigkeit 

könne nach der Hornhauttransplantation neu beurteilt werden (IV-act. 156).

• Am 17. Februar 2012 bestätigte Dr. med. E._____ des Kantonsspitals in X._____ 

gegenüber dem überweisenden Arzt Dr. med. B._____ den Befund eines Keratoko-

nus beidseits. Aufgrund des aktuell sehr schlechten Visus bei ansonsten unauffälli-

gem Befund werde von einem guten Visuspotential beider Augen ausgegangen. 

Aufgrund der rechts nur oberflächlich vorhandenen Narben sei eine DALK-Operation 

besprochen worden. Am linken Auge komme aufgrund der tief stromalen Narben nur 

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ein Volltransplantat zur Visusverbesserung in Frage. Vorerst werde aber das rechte 

Auge operiert (IV-act. 158, S. 1 f.).

• Dem Bericht vom 2. April 2012 von Dr. med. E._____ kann entnommen werden, 

dass der Beschwerdeführer am 28. März 2012 erfolgreich und komplikationslos am 

rechten Auge operiert wurde (IV-act. 158, S. 3 f.).

• Mit Bericht vom 2. Juli 2012 informierte Dr. med. E._____ den überweisenden Au-

genarzt Dr. med. B._____ über die am 26. Juni 2012 durchgeführte Kontrolluntersu-

chung. Drei Monate nach der Operation äussere sich der Patient zufrieden über die 

Visusverbesserung. Morphologisch würden sich perfekte Transplantatverhältnisse 

zeigen, einzig störend sei der Metallstaub im Interface, dessen Ursache jedoch un-

klar sei (IV-act. 158, S. 5).

• Im Arztbericht vom 13. August 2013 zuhanden der IV-Stelle führte Dr. med. E._____ 

aus, dass der Patient präoperativ über eine zunehmende Visusverschlechterung be-

richtet habe. Bei seiner letzten Kontrolle am 26. Juni 2012 habe er sich zufrieden 

über die operativ erreichte Visusverbesserung am rechten Auge geäussert. Als ärzt-

licher Befund hielt er fest: „Rechts: Am Phoropter korrigierter Fernvisus (ohne Kon-

taktlinsen) am 26. Juni 2012: 05 (präoperativ 0.125). Links: Mit Kontaktlinsen korri-

gierter Fernvisus am 17.2.2012: 0.16. Es bestehen stromale Hornhautnarben.“ Zur 

Prognose hielt er fest: „Mit einer adäquaten Korrektur durch eine Kontaktlinse ist am 

rechten Auge mit einer nochmaligen Visussteigerung zu rechnen. Zusätzlich besteht 

die Möglichkeit, am linken Auge eine Hornhaut-Volltransplantation durchzuführen, 

um auch dort eine Verbesserung des Visus zu erreichen.“ Es werde für die zukünfti-

ge Therapie rechts eine Kontaktlinsenkorrektur empfohlen und links eine Hornhaut-

Volltransplantation falls der Visus nicht mehr ausreichend sei. Zur Arbeitsunfähigkeit 

führte er aus, dass dem Patienten gemäss telefonischer Rücksprache mit der IV-

Stelle durch Dr. med. B._____ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Maurer ab dem 

2. Januar 2011 attestiert worden sei. Weiter ist dem Bericht zu entnehmen, dass ei-

ne körperliche Einschränkung (Gewichtheben etc.) nicht bestehe. Allerdings bestehe 

eine mögliche Einschränkung für gefährliche Tätigkeiten und Arbeiten auf Gerüsten 

aufgrund der fehlenden Stereopsis. Ob die Stereopsis für die Tätigkeit als Maurer 

auf Baustellen ausreiche, müsse in einer Begehung getestet werden. Mit einer 

adäquaten Korrektur am rechten Auge mit Kontaktlinsen sei zu erwarten, dass der 

Patient einen guten Visus erreichen werde. Allenfalls müsse auch das linke Auge mit 

- 15 -

einer Keratoplastik versorgt werden. Das langfristige Behandlungsziel sei die 

100%ige berufliche Reintegration. Ab wann die visuelle Leistung (insbesondere Ste-

reopsis) für den Maurerberuf ausreichen werde, könne noch nicht beurteilt werden. 

Zur Frage, welche Arbeiten der versicherten Person unter Berücksichtigung der ge-

sundheitlichen Einschränkung noch zumutbar seien, heisst es im Bericht: „Solange 

noch keine adäquate Korrektur am rechten Auge besteht, sollte der Patient nicht auf 

Leitern oder Gerüste steigen. Eine Kontaktlinsenkorrektur ist erst nach der Fa-

denentfernung, das heisst ca. 14 bis 18 Monate nach der Keratoplastik möglich. Mit 

einer adäquaten Korrektur sind dann aber alle die von Ihnen aufgelisteten Tätigkei-

ten wieder zumutbar und auch die Fahrtauglichkeit (mind. 0.6 des einen Auges bei 

einem Mindestvisus von 0.1 des anderen Auges) sollte dann wieder gegeben sein.“ 

(IV-act. 158, S. 6 f.).

• Am 14. September 2012 führte Dr. med. B._____ zuhanden der IV-Stelle auf die 

Frage nach der Arbeitsfähigkeit aus: „Der Patient arbeitet seit mehreren Jahren nicht 

mehr auch aufgrund der Allgemeinsituation. Seit der Hornhauttransplantation des 

rechten Auges, d.h. 28.03.2012, könnte der Patient auch aus augenärztlicher Sicht 

nicht arbeiten, da es Staub hat bei der Arbeit.“ Weiter führte er aus, dass der Patient 

nach der Hornhauttransplantation keine gefährliche Arbeit ausführen dürfe und auch 

nicht in einem Ambiente arbeiten dürfe, das Staub habe. Nach der Hornhauttrans-

plantation könnten die Fäden erst nach ca. 9–10 Monaten entfernt werden und dann 

eine künstliche Linse angepasst werden. Erst danach könne man die Arbeitsfähigkeit 

neu beurteilen (IV-act. 159).

• In seiner Abschlussbeurteilung vom 21. September 202 hielt der RAD, Dr. med. 

F._____, fest, dass das Augenleiden als unfallfremde Krankheit vorübergehend eine 

zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründe. Nach wie vor bestünden 

auch jetzt nach der Operation seitens des Augenleidens qualitative Einschränkun-

gen, die sich z.T. mit denjenigen aus Unfallgründen überschneiden würden: zu mei-

den seien Tätigkeiten mit Absturzgefahr (Gruben, Gerüste, Leitern etc.), mit starker 

Staub- oder Dampf-/Gasemission sowie solche mit akzentuierten Anforderungen an 

die Sehschärfe und vor allem solche mit Anspruch an die Stereopsis. Indes sei die 

versicherte Person weiterhin in angepasster Tätigkeit zu 75 % arbeitsfähig. Nach der 

vorübergehenden Verschlechterung mit voller Arbeitsunfähigkeit bestehe ab der 

Operation bis drei Monate postoperativ spätestens ab dem 26. Juni 2012 wieder die 

- 16 -

vorher geltende Arbeitsfähigkeit, bei nicht wesentlich verändertem Gesundheits-

schaden (IV-act. 174, S. 12).

• Dr. med. C._____ führte am 21. November 2012 in seinem Schreiben mit der Be-

treffzeile „Abklärung/Rekurs“ zuhanden der IV-Stelle betreffend die Augenbeschwer-

den aus, dass die Augenkrankheit mit einem Visus, der das Autofahren nicht erlau-

be, als neuer Befund hinzugetreten sei. Damit sei die Einschränkung bei der Suche 

einer Arbeit mit leichter Belastung, die nicht auf dem Bau sei, zusätzlich sehr einge-

schränkt. Bezüglich des Schweregrads der Augenkrankheit verwies er auf die Au-

genarztberichte (IV-act. 166).

• Am 7. Dezember 2012 schrieb Dr. med. B._____ der Rechtsvertreterin des Be-

schwerdeführers, dass die Arbeitsfähigkeit des Patienten nur gezielt an einer vorge-

sehenen Arbeit abgeschätzt werden könne. Sicherlich müsse die Luft optimal sein, 

damit der Patient nicht mit Staub in Kontakt komme. Da die Sehschärfe reduziert sei, 

müsse man entscheiden, ob der Patient die ausgewählte Arbeit überhaupt machen 

könne oder mit welcher Leistung er sie auszuführen habe. Erst dann könne die Ar-

beitsfähigkeit abgeschätzt werden (IV-act. 169, S. 24).

• Am 17. Juli 2013 hielt der RAD-Arzt Dr. med. F._____ fest, dass der versicherten 

Person mit dem am 26. Juni 2012 vorliegenden Visus wieder alle grob- und feinmo-

torigen Tätigkeiten möglich gewesen seien, die kein ausgesprochenes räumliches 

und keinen hohen Anspruch an das sehr scharfe Sehen erforderten. Zudem sei in 

einer postoperativen Phase eine Exposition mit starker Staub- oder Dampf-

/Gasimission zu vermeiden. Dagegen seien alle übrigen leichten wechselbelasten-

den Tätigkeiten im Sinne der unfallbedingten adaptierten Tätigkeit möglich. Zwar sei 

die Fahrtauglichkeit noch nicht gegeben, es dürfe aber davon ausgegangen werden, 

dass diese spätestens mit der Kontaktlinsenkorrektur am rechten Auge wieder be-

stehe. Dass die Arbeitsfähigkeit erst nach erfolgter Kontaktlinsenkorrektur abschlies-

send beurteilt werden könne, schliesse eine Arbeitsfähigkeit in gewissem qualitati-

vem Umfang zum Zeitpunkt des 26. Juni 2012 überhaupt nicht aus, sondern verwei-

se auf eine zusätzliche Verbesserungsmöglichkeit punkto Visus. Der erhobene Vi-

suswert ermögliche eine adaptierte Tätigkeit (IV-act. 174, S. 20 f.).

• Mit E-Mail vom 26. August 2013 berichtete Dr. med. B._____ der Rechtsvertreterin 

des Beschwerdeführers, dass die Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf eine neue Tätigkeit 

festgestellt werden müsse, die IV-Stelle müsse diesbezüglich Vorschläge machen 

- 17 -

(Bf.-act. 8). Mit E-Mail vom 6. September 2013 führte er aus, dass auch nach der 

Fadenentfernung noch eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestehe, eine Operation 

des linken Auges vorgesehen sei und die Situation nach erfolgter Operation noch 

komplexer zu beurteilen sei (Bf.-act. 9).

c) Zunächst ist festzustellen, dass die Diagnose eines Keratokonus beidsei-

tig unbestritten ist. Ebenfalls unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer 

auch nach der Operation des rechten Auges weiterhin an gewissen Ein-

schränkungen leidet. Sowohl die operierenden Ärzte (IV-act. 158, S. 6 f.) 

als auch Dr. med. B._____ (IV-act. 159) gehen davon aus, dass ohne zu-

sätzliche Korrektur durch eine künstliche Kontaktlinse eine Einschränkung 

für gefährliche Tätigkeiten bestehe, weshalb der Beschwerdeführer nach 

wie vor nicht auf Leitern oder Gerüste steigen dürfe. Zudem sei bis dahin 

auch die Fahrtauglichkeit nicht gegeben. Eine solche Korrektur sei aber 

erst nach der Fadenentfernung ca. 14–18 Monate (vgl. IV-act. 158, S. 6 f.) 

resp. 9–10 Monate (vgl. IV-act. 159) nach der Operation möglich. Die 

operierenden Ärzte gehen davon aus, dass mit einer adäquaten Korrektur 

durch eine Kontaktlinse ein guter Visus erreicht werden könne, bei dem 

auch die Fahrtauglichkeit wieder gegeben sei. Ob die bestehende Stere-

opsis für die Tätigkeit als Maurer auf Baustellen ausreiche, müsse nach 

Ansicht der operierenden Ärzte in einer Begehung getestet werden. 

Dr. med. B._____ ist der Auffassung, dass die Arbeitsfähigkeit erst nach 

Anpassung einer künstlichen Linse beurteilt werden könne und bis dahin 

eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Weiter führte Dr. med. B._____ 

aus, dass der Beschwerdeführer auch deshalb arbeitsunfähig sei, weil es 

bei der Arbeit Staub habe (IV-act. 159) und bezieht damit seine Aussage 

ganz offensichtlich auf die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter. Glei-

ches gilt für seine Aussagen im Schreiben vom 7. Dezember 2012 an den 

Beschwerdeführer, wonach die Luft am Arbeitsplatz sicherlich optimal 

sein müsse, damit der Patient nicht mit Staub in Kontakt komme. Nach 

diesen ärztlichen Beurteilungen ist nicht auszuschliessen, dass der Be-

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schwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter zumin-

dest bis zur adäquaten Korrektur durch eine künstliche Linse weiterhin zu 

100 % arbeitsunfähig ist. Dem widerspricht auch der RAD in seiner Beur-

teilung nicht. Seit dem Unfallereignis im Jahr 2001 ist der Beschwerdefüh-

rer aber in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter ohnehin zu 

100 % arbeitsunfähig. 

d) Aufgrund der unfallbedingten Gesundheitsbeschwerden wird dem Be-

schwerdeführer eine Restarbeitsfähigkeit von 75 % für leichte körperliche 

Tätigkeiten, wechselbelastend zwischen Sitzen und Gehen sowie zeitwei-

sem Stehen, frei wählbar, ohne Tätigkeit im Hocken oder Knien, ohne Er-

steigen von und Arbeit auf Leitern und Gerüsten, ohne Gehen auf unebe-

nem Gelände, zugemutet. Fraglich ist, ob die Augenbeschwerden den 

bestehenden Grad der Arbeitsfähigkeit von 75 % in adaptierter Tätigkeit 

weiter senken.

Die Beschwerdegegnerin hat dies gestützt auf die Beurteilung der operie-

renden Ärzte und des RAD-Arztes verneint und dies zu Recht. Mit der 

Operation konnte eine zufriedenstellende Visusverbesserung erreicht 

werden. Die operierenden Ärzte gingen – abgesehen von den Einschrän-

kungen für gefährliche Tätigkeiten, die aber bereits aufgrund der unfallbe-

dingten Gesundheitsbeschwerden nicht mehr ausgeübt werden können – 

nicht von weiteren Einschränkungen infolge der Augenbeschwerden aus. 

Mit der Formulierung im Bericht vom 13. August 2012, wonach der Be-

schwerdeführer noch keine Leitern oder Gerüste besteigen solle, solange 

noch keine Kontaktlinsenkorrektur erfolgt sei, unterstreichen sie gerade, 

dass andererseits die übrigen Bewegungsabläufe und Tätigkeiten durch-

aus möglich und zumutbar sind. Zudem stellte der RAD fest, dass dem 

Beschwerdeführer mit dem am 26. Juni 2012 vorliegenden Visus wieder 

alle grob- und feinmotorischen Tätigkeiten möglich waren, die kein aus-

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gesprochenes räumliches und keinen hohen Anspruch an das sehr schar-

fe Sehen erfordern. Zwar war der Beschwerdeführer am 26. Juni 2012 

noch nicht fahrtauglich, übrige Tätigkeiten im Sinne der oben aufgeführten 

Tätigkeiten wären aber dennoch ohne weiteres zumutbar gewesen. Zu-

dem ist es unbestritten, dass der Visus mit einer künstlichen Linse rechts 

und einer Operation des linken Auges weiter verbessert werden kann. Ei-

ne Operation des linken Auges soll denn auch bereits indiziert sein. 

Zwar gab Dr. med. B._____ im Fragebogen vom 10. Februar 2012 zu-

handen der Beschwerdegegnerin an, dass seit dem 2. Januar 2011 auf-

grund der Augenbeschwerden eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die-

se Beurteilung erfolgte indes vor der Operation. Nach der Operation führ-

te er aus, dass der Patient (ergänzend zu den unfallbedingten Beschwer-

den) auch aus augenärztlicher Sicht nicht arbeiten könne, da es Staub 

habe. Diese Aussage bezieht sich indes ganz offensichtlich auf die ange-

stammte Tätigkeit. Auch auf die explizite Frage nach der Arbeitsfähigkeit 

in adaptierter Tätigkeit gab Dr. med. B._____ an, dass eine volle Arbeits-

unfähigkeit gegeben sei, weil es Staub habe. Damit beantwortete er die 

eigentlich gestellte Frage nicht. Zudem gibt er in seinen Berichten weder 

Auskunft über den vorliegenden Visus und seine Folgen, noch begründet 

er, für welche (adaptierte) Tätigkeit in welchem Umfang eine Arbeitsun-

fähigkeit besteht. Vielmehr führt er lediglich aus, dass die Arbeitsfähigkeit 

erst nach der Entfernung der Fäden beurteilt werden könne. Auch dabei 

wird jedoch nicht klar, ob er sich auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in 

angestammter oder in adaptierter Tätigkeit bezieht. Auf jeden Fall ist fest-

zustellen, dass Dr. med. B._____ nicht ausdrücklich festhält, dass eine 

adaptierte Tätigkeit, wie sie seit dem Unfallereignis im Jahr 2001 noch 

zugemutet wird, seit dem 26. Juni 2012 ausgeschlossen sei, sofern die 

Tätigkeit – zumindest bis zur Fadenentfernung – in staubfreiem Umfeld 

ausgeübt wird. Gefährliche Tätigkeiten, die ein Besteigen von Gerüsten 

- 20 -

oder Leitern umfassen, sind nämlich bereits aufgrund der unfallbedingten 

Gesundheitsbeschwerden ausgeschlossen. Auch in den vom Beschwer-

deführer eingelegten E-Mails von Dr. med. B._____ vom 26. August 2013 

und vom 6. September 2013, wonach immer noch eine 100%ige Arbeits-

unfähigkeit bestehe, begründet Dr. med. B._____ seine Beurteilung we-

der, noch wird klar, bezüglich welcher Tätigkeit diese Beurteilung erfolgte. 

Vielmehr führte er in seiner E-Mail vom 26. August 2013 aus, dass die 

Arbeitsfähigkeit erst in Bezug auf eine neue Tätigkeit festzustellen sei, 

weshalb es wichtig sei, dass die IV-Stelle Vorschläge bezüglich einer 

Umschulung mache. Erst dann könne die Arbeitsunfähigkeit genau fest-

gelegt werden. Am 6. September 2013 ergänzt er, dass auch nach der 

Fadenentfernung am rechten Auge eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit be-

stehe, und eine Hornhauttransplantation am linken Auge vorgesehen sei. 

Je nach Ergebnis dieser Operation sei die Situation noch komplexer zu 

beurteilen. Es ist indes nicht nachvollziehbar, weshalb eine fachärztliche 

Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit aufgrund eines einge-

schränkten Visus erst möglich sein sollte, nachdem die IV-Stelle Vor-

schläge bezüglich einer Umschulung gemacht hat.

Zusammenfassend ist damit festzustellen, dass die Berichte von Dr. med. 

B._____ die gestellten Fragen vage beantworten, im Hinblick auf die zu 

beurteilende Tätigkeit ungenau bzw. unpräzis sind, nicht begründet und in 

ihren Folgerungen nicht nachvollziehbar sind. Damit ist es nicht zu bean-

standen, dass der RAD-Arzt und die Beschwerdegegnerin auf die schlüs-

sige, nachvollziehbare und widerspruchsfreie Beurteilung der operieren-

den Ärzte abgestellt und daraus geschlossen haben, dass der Beschwer-

deführer aufgrund der Augenbeschwerden zwar gewisse qualitative Ein-

schränkungen – betreffend Tätigkeiten mit Absturzgefahr, mit starker 

Staub-, Dampf- oder Gasimission sowie mit akzentuierten Anforderungen 

an die Sehschärfe, vor allem solche mit Anspruch an die Stereopsis – er-

- 21 -

leidet, in adaptierter Tätigkeit aber seit dem 26. Juni 2012 voll arbeitsfähig 

sei. Es wurde damit zu Recht festgestellt, dass nach der postoperativen 

Regenerationszeit von drei Monaten ab dem 26. Juni 2012 wieder der 

Vorzustand mit einer zumutbaren Restarbeitsfähigkeit bedingt durch die 

Unfallfolgen von 75 % in adaptierter Tätigkeit gegeben sei. Mangels we-

sentlicher Verschlechterung des Gesundheitszustands gab es also keinen 

Anlass, auf den rechtskräftig festgelegten Grad der Arbeitsfähigkeit von 

75 % zurückzukommen. Mit dem Argument, kein Arzt stelle eine 75 % Ar-

beitsfähigkeit fest, vermag der Beschwerdeführer damit nicht durchzu-

dringen. 

e) Im Übrigen ist ausdrücklich festzustellen, dass die RAD-Beurteilung we-

der widersprüchlich noch unvollständig ist, sondern eine in Kenntnis der 

Vorakten erstellte nachvollziehbare Beurteilung umfasst. Der RAD ist 

nicht verpflichtet, eigene Untersuchungen durchzuführen, sondern kann 

dies je nach Bedarf nach eigenem Ermessen tun oder unterlassen. Es ist 

deshalb nicht zu beanstanden, dass der RAD-Arzt die Arbeitsfähigkeit 

einzig gestützt auf die medizinischen Akten beurteilt hat. Indem die Be-

schwerdegegnerin auf die RAD-Beurteilung und die medizinischen Akten 

der behandelnden Ärzte, namentlich den Bericht der operierenden Ärzte 

abgestellt hat, ist sie ihrer Abklärungspflicht in genügender Weise nach-

gekommen.

5. a) Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, ihm sei bei der Be-

rechnung des Invalideneinkommens ein Leidensabzug von 25 % anstatt 

der 15 % zu gewähren. Ein solcher Abzug sei aufgrund der schlechten 

Deutschkenntnisse, des sekundären Analphabetismus, der fehlenden Be-

rufsausbildung, der starken Schmerzsymptomatik, der Nationalität und 

der Tatsache, dass er seit dem Unfall im Jahre 2001 keiner Erwerbstätig-

keit mehr nachgehen konnte, gerechtfertigt. 

- 22 -

b) Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 

Durchschnittswerten – wie vorliegend den LSE-Tabellenlöhnen – ermittelt, 

ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls durch einen sogenannten 

Leidensabzug zu kürzen, mit dem weiteren persönlichen und beruflichen 

Merkmalen der versicherten Person, die Auswirkungen auf die Höhe des 

Lohnes haben (wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität, 

Aufenthaltskategorie oder Beschäftigungsgrad) Rechnung getragen wer-

den kann. Dieser Leidensabzug soll nicht automatisch, sondern nur bei 

konkreten Anhaltspunkten für das Vorliegen eines oder mehrerer Merk-

male gewährt werden. Der Einfluss aller Merkmale auf das Invalidenein-

kommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ist bei der Bestim-

mung des Leidensabzugs massgebend, wobei der Abzug vom statisti-

schen Lohn auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 134 V 

322 E.5.2, 126 V 75 E.5).

c) Wie die Beschwerdegegnerin richtigerweise ausführt, wurde der – unter 

Berücksichtigung einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit 

und einem Leidensabzug von 15 % –  errechnete Invaliditätsgrad von 

37 % vom Verwaltungsgericht und vom Bundesgericht bestätigt. Der Be-

schwerdeführer bringt keine wesentlichen Veränderungen vor, welche ei-

ne Erhöhung des Leidensabzugs bei unverändertem Gesundheitszustand 

verlangen würde. Der hinzugetretene Umstand, dass der Beschwerdefüh-

rer seit dem Unfallereignis im Jahr 2001 keiner Beschäftigung mehr 

nachgegangen ist, vermag eine Erhöhung des Leidensabzugs von 15 % 

auf 25 % nicht zu rechtfertigen. Die Beschwerde ist damit auch in diesem 

Punkt abzuweisen.

6. Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht ein Rentenanspruch frühestens nach 

Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-

spruch. Die IV-Anmeldung erfolgte vorliegend am 11. Januar 2012, womit 

- 23 -

der frühest mögliche Zeitpunkt für eine Rentenzusprache der 1. Juli 2012 

gewesen wäre. Wie die Beschwerdegegnerin aber richtig festgestellt hat-

te, bestand seit dem 26. Juni 2012 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 75 % 

in adaptierter Tätigkeit. Unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 

15 % ist die Beschwerdegegnerin damit zu Recht von einem Invaliditäts-

grad von 37.78 % seit dem 26. Juni 2012 ausgegangen und hat damit ihre 

Leistungspflicht zu Recht verneint. Die Beschwerde ist damit vollumfäng-

lich abzuweisen.

7. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei-

ten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Verwaltungsgericht abweichend von Art. 61 lit. a ATSG kos-

tenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab-

hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge-

legt. Vorliegend erscheint ein Kostenansatz von Fr. 700.-- angemessen. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die obsiegende 

Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf eine aussergerichtliche 

Entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 
Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 
Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]