# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a9c046b-ccdf-58fa-8a9c-c1775b2a17da
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 10.05.2022 ZK1 2022 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2022-22_2022-05-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 10. Mai 2022

(Mit Urteil 5A_362/2022 vom 19. Mai 2022 ist das Bundesgericht auf die gegen 
diesen Entscheid erhobene Beschwerde nicht eingetreten.)

Referenz ZK1 22 22

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Bergamin
Eckstein, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführer

Gegenstand Aufhebung Beistandschaft/Wechsel Beistandsperson

Anfechtungsobj. Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Prätti-
gau/Davos vom 25.01.2022, mitgeteilt am 26.01.2022 

Mitteilung 11. Mai 2022

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Sachverhalt

A. Für A._____, geboren am A._____ 1956, bestand seit dem 9. März 1988 
eine Vormundschaft nach Art. 369 aZGB, welche per 1. Januar 2013 in eine um-
fassende Beistandschaft umgewandelt wurde. Als Beistand in finanziellen Angele-
genheiten wurde B._____, Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos, ernannt. Für die 
persönliche Fürsorge ist der private Beistand C._____ zuständig.

B. A._____ beantragte zunächst bei der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde Prättigau/Davos (nachfolgend: KESB Prättigau/Davos) mit E-Mails vom 
10., 11., 17. sowie 19. Juli 2021 einen Wechsel der Beistandsperson. Mit E-Mails 
vom 17. und 19. Juli 2021 beantragte er zudem die Aufhebung der umfassenden 
Beistandschaft.

C. Im Nachgang an eine Besprechung, an welcher A._____, das verfahrenslei-
tende Mitglied der KESB Prättigau/Davos sowie der private Beistand C._____ teil-
nahmen, ordnete die KESB Prättigau/Davos auf Ersuchen von A._____ mit verfah-
rensleitender Verfügung vom 13. August 2021 eine ambulante Begutachtung 
durch Dr. med. D._____, E._____ an.

D. Am 28. Dezember 2021 ging das psychiatrische Gutachten vom 23. De-
zember 2021 über A._____ bei der KESB Prättigau/Davos ein. Am 13. Januar 
2022 eröffnete Dr. med. D._____ A._____ das Gutachten per Videokonferenz.

E. Mit Entscheid der Kollegialbehörde der KESB Prättigau/Davos vom 25. Ja-
nuar 2022 wurde der Antrag zur Aufhebung der umfassenden Beistandschaft ab-
gewiesen und die für A._____ bestehende Beistandschaft unverändert weiterge-
führt. Der Antrag von A._____ auf Wechsel der Beistandsperson wurde abgelehnt. 
Die Kosten des Entscheids wurden A._____ auferlegt.

F. Nachdem beim Kantonsgericht am 15. Februar 2022 eine nicht unterzeich-
nete Eingabe von A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) eingegangen war, 
reichte dieser am 21. Februar 2022 eine eigenhändig unterzeichnete "Einsprache" 
beim Kantonsgericht von Graubünden ein und beantragte sinngemäss die Aufhe-
bung der umfassenden Beistandschaft und eventualiter den Wechsel der Bei-
standsperson.

G. Die KESB Prättigau/Davos beantragte mit Eingabe vom 16. März 2022 die 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden kön-
ne.

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H. Mit Eingabe vom 28. April 2022 ersuchte A._____ um eine mündliche Ver-
handlung.

I. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und im angefochte-
nen Entscheid sowie auf die Verfahrensakten wird, soweit erforderlich, in den 
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.1. Gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde kann gemäss Art. 450 
Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 EGzZGB (BR 210.100) Beschwerde an das Kan-
tonsgericht von Graubünden erhoben werden. Die Beschwerdefrist von 30 Tagen 
seit Mitteilung des Entscheids gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB wurde vorliegend 
gewahrt.

1.2. Gemäss Art. 450 Abs. 3 ZGB ist die Beschwerde beim Gericht schriftlich 
und begründet einzureichen. Aus der Botschaft zur Änderung des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht) 
vom 28. Juni 2006 ergeben sich Hinweise zur Auslegung dieser Bestimmung: In 
formeller Hinsicht dürfen keine hohen Anforderungen an die Begründung und an 
die Form gestellt werden. Ein von einer betroffenen urteilsfähigen Person unter-
zeichnetes Schreiben ist hinreichend, sofern das Anfechtungsobjekt ersichtlich ist 
und daraus hervorgeht, warum sie mit der getroffenen Anordnung ganz oder teil-
weise nicht einverstanden ist (vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 
28. Juni 2006, BBI 2006 7001, S. 7085). Diese Formulierung wird in der Lehre 
übernommen (vgl. inter alia Lorenz Droese/Daniel Steck, in: Geiser/Fountoulakis 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 41 f. zu 
Art. 450 ZGB; Daniel Steck, in: Büchler et al. [Hrsg.], FamKomm Erwachsenen-
schutz, Bern 2013, N 31 zu Art. 450 ZGB). Demnach sind an die Begründung 
gemäss Art. 450 Abs. 3 ZGB – namentlich bei Laienbeschwerden – grundsätzlich 
keine überhöhten Anforderungen zu stellen (siehe zum Ganzen BGer 
5A_922/2015 v. 4.2.2016 E. 5.1).

1.3. Der Beschwerdeführer hat in seiner Beschwerde vom 14. Februar 2022 den 
Entscheid der Kollegialbehörde der KESB Prättigau/Davos vom 25. Januar 2022 
als Anfechtungsobjekt bezeichnet und ausdrücklich "Einsprache" dagegen erho-
ben. Zur Begründung führte er aus, dass er mit der Entscheidung der KESB Prät-
tigau/Davos, mit der Beistandschaft "weiterzumachen", nicht einverstanden sei, da 
er die KESB nicht mehr wolle. Der Beistand B._____ enthalte ihm das Erbe seines 

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Stiefvaters vor. Deswegen "mache er Anklage" gegen die KESB Prättigau/Davos 
(act. A.1, S. 1). Damit geht aus der Beschwerde vom 14. Februar 2022 – zumin-
dest implizit – hervor, dass der Beschwerdeführer entsprechend seinen E-Mails 
vom Sommer 2021 mit der Weiterführung der Beistandschaft nicht einverstanden 
ist. Einerseits beantragt er, dass die Beistandsperson gewechselt, andererseits, 
dass die umfassende Beistandschaft aufgehoben werde. Den Anforderungen an 
die Begründung der Beschwerde wurde daher Genüge getan.

1.4. Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen weiteren Bemer-
kungen Anlass. Auf die Beschwerde ist demzufolge einzutreten.

2.1. Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten primär 
die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB und subsidiär die vom 
Kanton erlassenen Verfahrensbestimmungen. Zu beachten sind insbesondere die 
allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. 
ZGB), die auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar 
sind, soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften 
enthält (vgl. Droese/Steck, a.a.O., N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für 
die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialma-
xime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung 
von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsät-
ze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach 
dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gericht-
lichen Beschwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Ba-
sel 2018, N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich schliess-
lich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei 
überprüft.

2.2.1. Der Beschwerdeführer beantragt sowohl mit seiner Beschwerde vom 
14. Februar 2022 wie auch mit seiner Eingabe vom 28. April 2022 eine Verhand-
lung vor dem Kantonsgericht von Graubünden. Im Wesentlichen macht er geltend, 
"er werde alles vor Gericht erzählen", um ihn "auch mal kennen zu lernen". Zudem 
verlangt er, dass F._____, Psychotherapeutin FSP, Klinik G._____, welche eine 
vertraute Person sei, "vor Gericht dabei sein" solle, mithin deren Anwesenheit an-
lässlich der mündlichen Verhandlung (act. A.1, S. 1 f.). 

2.2.2. Sofern weder das ZGB noch das EGzZGB eine Regelung enthalten, sind 
die Regelungen für die zivilprozessuale Berufung sinngemäss anwendbar 

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(Art. 450f ZGB und Art. 60 Abs. 5 EGzZGB). Demnach kann die Rechtsmittel-
instanz gemäss Art. 316 Abs. 1 ZPO aufgrund der Akten und ohne Durchführung 
einer mündlichen Hauptverhandlung entscheiden. Die Durchführung einer mündli-
chen Hauptverhandlung ist mithin nicht zwingend. Auf die vom Beschwerdeführer 
beantragte Verhandlung kann vorliegend denn auch verzichtet werden. Die Vor-
instanz hat die Akten vollständig und geordnet der Rechtsmittelinstanz eingereicht. 
Ein Entscheid gestützt auf die ins Recht gelegten Akten erscheint sachgerecht. 
Die vom Beschwerdeführer angerufene F._____ hat sich im Bericht über die test-
diagnostische Untersuchung ausführlich zum Beschwerdeführer geäussert (vgl. 
KESB act. 50). Eine mündliche Verhandlung ist weder notwendig noch zweck-
mässig (vgl. zum Gestaltungsspielraum der Rechtsmittelinstanz Botschaft zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7221 ff., 
S. 7374).

3. Zunächst beantragt der Beschwerdeführer die Aufhebung von Dispositiv-
Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids, welcher die Weiterführung der umfassen-
den Beistandschaft vorsieht.

3.1. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid, die umfassende Beistandschaft 
weiterzuführen, im Wesentlichen damit, dass gemäss dem Gutachten von 
Dr. med. D._____, den umfangreichen Akten und den Erkenntnissen aus den Ab-
klärungen keine Hinweise vorlägen, die eine Änderung der Massnahme angezeigt 
erscheinen liessen. Aufgrund der vorliegenden Intelligenzminderung und der psy-
chischen Beeinträchtigung sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, sein Ver-
mögen selbständig zu verwalten. Trotz mehrfacher Erklärungsversuche sehe er 
nicht ein, weshalb er nicht frei über sein Vermögen verfügen könne. Da er seit 
Jahren viele Ideen und Projekte aktiv verfolge, müsse der Beschwerdeführer da-
vor geschützt werden, rechtliche, finanzielle und auch persönliche Verpflichtungen 
einzugehen, welche zu seinem Nachteil gereichten (zum Ganzen act. B.1).

3.2. Die Erwachsenenschutzbehörde hebt eine Beistandschaft auf Antrag der 
betroffenen oder einer nahestehenden Person oder von Amtes wegen auf, sobald 
für die Fortdauer kein Grund mehr besteht (Art. 399 Abs. 2 ZGB). Dies ist bei-
spielsweise der Fall, wenn die betroffene Person nun in der Lage ist, künftig ihre 
Angelegenheiten selbst hinreichend zu besorgen oder eine Vertretung zu bestel-
len, etwa weil sich ihr Schwächezustand zum Positiven verändert hat (vgl. dazu 
Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Eine Beistandschaft ist ebenfalls aufzuheben, wenn 
sich im Nachhinein zeigt, dass deren Anordnung ohne hinreichenden Grund er-
folgt ist. Die Erwachsenenschutzbehörde hat sich aber Zurückhaltung aufzuerle-
gen bei der Aufhebung einer Beistandschaft aufgrund von Betreuungsresistenz 

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(Yvo Biderbost/Helmut Henkel, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 5 f. zu Art. 399 ZGB m.H.). Bei der Er-
richtung oder Abänderung von Massnahmen ist stets den Grundsätzen der Subsi-
diarität und der Verhältnismässigkeit Rechnung zu tragen. Jede behördliche 
Massnahme muss gestützt auf Art. 389 Abs. 2 ZGB erforderlich und geeignet sein.

3.3. Nachdem der Beschwerdeführer die Aufhebung der umfassenden Bei-
standschaft verlangt, ist im Folgenden zu prüfen, ob deren Voraussetzungen noch 
gegeben sind. Nebst der allgemeinen Voraussetzung eines Schwächezustandes 
gemäss Art. 390 ZGB wird gemäss Art. 398 Abs. 1 ZGB eine umfassende Bei-
standschaft errichtet, wenn eine Person, namentlich wegen dauernder Urteilsun-
fähigkeit, besonders hilfsbedürftig ist. Sie bezieht sich auf alle Angelegenheiten 
der Personensorge, der Vermögenssorge und des Rechtsverkehrs. Besonders 
hilfsbedürftige Personen sind zum Beispiel solche, welche aufgrund ihrer geistigen 
Behinderung keine adäquaten Rechtsvorstellungen mehr haben und damit auch 
die Gesamtheit ihrer Interessen falsch einschätzen. Sie müssen vor sich selbst 
und auch vor dem Ausgenütztwerden durch Dritte umfassend geschützt werden. 
Die umfassende Beistandschaft darf nur angeordnet werden, wenn deren umfas-
sende Wirkungen zwingend erforderlich ist (Biderbost/Henkel, a.a.O., N 10 zu Art. 
398 ZGB).

3.4. Die KESB Prättigau/Davos hat zur Überprüfung des Schwächezustandes 
und der Voraussetzungen der umfassenden Beistandschaft richtigerweise ein 
psychiatrisches Gutachten über den Beschwerdeführer erstellen lassen, nachdem 
lediglich Begutachtungen aus den Jahren 1986 (Dr. med. H._____) und 1991 
(Dr. med. I._____) vorliegen, welche eine aktuelle Beurteilung des Beschwerde-
führers nicht mehr zulassen.

3.5.1. Das Gutachten von Dr. med. D._____ vom 23. Dezember 2021 beurteilte 
den Beschwerdeführer in psychiatrischer Hinsicht. Es diagnostizierte dem Be-
schwerdeführer unverändert zu den früheren Gutachten eine leichte Intelligenz-
minderung mit deutlicher Verhaltensauffälligkeit, die Beobachtung oder Behand-
lung erfordere (ICD-10 F70.1). Diese Intelligenzminderung bestehe wohl bereits 
seit Kindesalter und könne als leichte Form einer geistigen Behinderung qualifi-
ziert werden (KESB act. 51, S. 17). Sie charakterisiere sich durch eine einge-
schränkte Auffassungsfähigkeit, beeinträchtigten Spracherwerb, eingeschränkte 
Fähigkeit zur Selbstversorgung und zur Handlungsplanung, emotionale Labilität 
und eine verminderte Fähigkeit zur Steuerung von Impulsen. Die Konflikt- und 
Problemlösefähigkeiten und die sozialen Kompetenzen von Personen mit Intelli-
genzminderung seien eingeschränkt, sodass sie auf konflikthafte Situationen häu-

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fig mit überschiessender Emotionalität und Impulsivität oder Rückzugsverhalten 
reagieren. Bei Personen mit Intelligenzminderung könnten Verhaltensauffälligkei-
ten in unterschiedlichem Ausmass auftreten. Die beim Beschwerdeführer zu be-
obachtenden Verhaltensstörungen hätten deutliche Auswirkungen auf seine Le-
bensführung und die soziale Umwelt. Schwergradige psychische Dekompensatio-
nen, die einer stationären oder ambulanten Behandlung bedurft hätten, seien über 
die bisherige Lebensspanne offenbar nicht aufgetreten. Das klinische Bild werde 
darüber hinaus durch überkompensatorische Verhaltensweisen bestimmt, die die 
Funktion zu haben scheinen, den Selbstwert zu stabilisieren. Wenngleich durch-
aus auch Ressourcen vorhanden seien (der Beschwerdeführer sei im Bereich 
Wohnen, Aktivierung und Tagesgestaltung kaum auf Hilfe angewiesen), so 
bestünden vor allem im administrativen, finanziellen, planerischen und sozialen 
Bereich überdauernde Defizite (ibid., S. 18 f.). 

Die Gutachterin sieht keine Möglichkeit, die ursächliche Behandlung der Intelli-
genzminderung zu therapieren. Der Beschwerdeführer könne aber von psychothe-
rapeutischen Massnahmen profitieren, da er durchaus lernfähig sei und über gute 
anamnestische Fähigkeiten verfüge. Im Alltag toleriere der Beschwerdeführer die 
bereits vorhandenen Unterstützungsmassnahmen offenbar soweit, bis sie mit sei-
nem Autonomiebedürfnis beziehungsweise seiner Auffassungsfähigkeit kollidier-
ten, wie aktuell bei der Frage der Finanzverwaltung. In solchen Situationen kom-
me es zu einer Überforderung, in der er dazu neige, emotional aufgebracht zu re-
agieren und dabei auch zu diffusen Drohungen greife. Die mit Unterstützung weit-
gehend selbständige Lebensführung im Bereich Wohnen und Alltagsstruktur sei 
eine Ressource, die grundsätzlich aufrechterhalten werden sollte. Zum Selbst-
schutz des Beschwerdeführers sei es aus psychiatrischer Sicht angezeigt, dass 
die Handlungsfähigkeit im Bereich Finanzen beziehungsweise beim Eingehen 
rechtsverbindlicher Verträge (abgesehen von Alltagsgeschäften) eingeschränkt 
bleibe. Der Beschwerdeführer habe keinen angemessenen Bezug zu Geld und 
Wert von Dingen, könne finanzielle Ressourcen nicht planvoll und überlegt einset-
zen und es bestehe zudem die Gefahr, dass er durch andere Personen übervor-
teilt werde, zum Beispiel, weil er Geld verschenke oder Lokalrunden ausgebe. 
Übergeordnete Regeln und Konzepte (z.B. die Rolle von Vermögen beim Bezug 
von Ergänzungsleistungen, die Erstellung von Budget und Finanzierungsplänen 
und die finanziellen Dimensionen der von ihm verfolgten Projekte) könne er nicht 
nachvollziehen oder in eine vorausschauende Planung umsetzen (ibid., S. 19). 

In der Beantwortung der ihr gestellten Fragen erachtet die Gutachterin die Urteils- 
und Handlungsfähigkeit in Bezug auf Finanzen nur im Umgang mit kleineren, fest-

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gelegten Beträgen gegeben (ibid., Antwort auf Frage 6.1). Aufgrund dieser Ein-
schränkungen bestehe bei der Erledigung finanzieller und administrativer Belange 
aus psychiatrischer Sicht vollumfänglicher Unterstützungsbedarf (ibid., Antwort auf 
Frage 6.3).

3.5.2. Teil der Begutachtung war ebenfalls die testdiagnostische Untersuchung 
von lic. phil. F._____. In ihrem Bericht vom 7. Dezember 2021 hielt sie fest, dass 
der Beschwerdeführer einen Gesamt-IQ von 59 sowie einen Fähigkeitsindex von 
67 erreicht habe, was den Ergebnissen der früheren Begutachtungen entsprochen 
habe und einem weit unterdurchschnittlichen Ergebnis entspreche. Der Be-
schwerdeführer weise deutliche Defizite auf, welche nahe legten, dass er im Alltag 
Unterstützung in unterschiedlichen Bereichen wie Finanzen und Wohnen benötige 
(KESB act. 50, S. 7).

3.6.1. Nach Würdigung der Akten und insbesondere des eingeholten Gutachtens 
ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines diagnostizierten 
Schwächezustands offensichtlich nicht in der Lage ist, seine rechtlichen, finanziel-
len und auch persönlichen Verpflichtungen wahrzunehmen. Das Gutachten hält 
ausdrücklich fest, dass die Wahrnehmung von Geld durch die Folgen der Intelli-
genzminderung stark beeinträchtigt ist (KESB act. 51, S. 20) und bei der Erledi-
gung finanzieller und administrativer Belange aus psychiatrischer Sicht vollum-
fänglicher Unterstützungsbedarf besteht (ibid., S. 21). Im Wesentlichen führen die 
diagnostizierte leichte Intelligenzminderung, die von der Gutachterin festgestellte 
Schutz- und Hilfsbedürftigkeit des Beschwerdeführers, seine psychischen Beein-
trächtigungen in den Bereichen Kognition, Affektivität und soziale Kompetenz, sei-
ne Kritik- und Urteilsschwäche sowie seine Unfähigkeit, im Alltag mit Geld umzu-
gehen, zu diesem Schluss. Aus der nicht leicht verständlichen Beschwerde vom 
14. Februar 2022 geht zudem hervor, dass keinerlei Einsicht in die Schlussfolge-
rungen der Gutachterin bestehen. Der Beschwerdeführer bringt in der Eingabe 
vor, dass "das Gutachten in G._____ eigentlich gut abgelaufen" sei und "keine 
Anzeichen von Krankheit oder Störungen" bestünden (act. A.1). Ähnlich äussert 
sich der Beschwerdeführer auch mit E-Mail vom 31. Januar 2022 gegenüber dem 
verfahrensleitenden Mitglied der KESB Prättigau/Davos. Mit seiner Psychothera-
peutin komme er sehr gut aus. Sie meine, er habe "keine Krankheit" (KESB act. 
71).

3.6.2. Wie sich insbesondere aus dem aktuellen psychiatrischen Gutachten sowie 
aus dem Verhalten des Beschwerdeführers in den letzten Monaten ergibt, hat sich 
der langjährige Schwächezustand des Beschwerdeführers nicht zum Positiven 
verbessert. Der Beschwerdeführer kann seine Angelegenheiten – namentlich in 

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finanzieller Hinsicht – nicht selbst erledigen oder Dritte damit beauftragen. Nebst 
den zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid (act. B.1) – auf wel-
che vorliegend ohne Wiederholung verwiesen werden kann – weisen die unzähli-
gen E-Mails und Telefonate des Beschwerdeführers an die KESB Prättigau/Davos 
sowie an seinen Beistand darauf hin, dass er nicht in der Lage ist, seine Angele-
genheiten selbst zu besorgen. Ausdruck davon ist der mit E-Mail vom 14. Januar 
2022 an die KESB Prättigau/Davos sowie an die Berufsbeistandschaft gerichtete 
Vorwurf, dass sie alle geldgierig seien und er auf sein Bankkonto CHF 5'000.00 
überwiesen haben wolle (KESB act. 61). Gleichentags teilt er in einem weiteren E-
Mail mit, dass er seine Vertrauensperson gefunden habe und dass er nicht mehr 
auf die KESB Prättigau/Davos sowie auf seinen Beistand hören werde. Nach sei-
ner Einschätzung sei er von beiden betrogen worden, weswegen er mit seinem 
vertrauten Partner sein Vermögen verwalten werde (KESB act. 62). Den ins Recht 
gelegten Akten lässt sich allerdings nicht entnehmen, wer dieser vertraute Partner 
ist. Mit einer weiteren E-Mail vom 30. Januar 2022 teilt der Beschwerdeführer der 
KESB Prättigau/Davos mit, dass es um die Verwaltung des "Erbgelds" gehe und 
er die Beistandschaft sofort aufgehoben haben wolle (KESB act. 67), letztlich um 
über das Erbe zu verfügen. Im Weiteren ist aus den Akten ersichtlich, dass sich 
der Beschwerdeführer weiterhin als Projektplaner sieht, er selbst in der Beschwer-
deschrift die Realisierung von 1'500 Arbeitsplätzen anstrebt, Projekte in Milliar-
denhöhe ins Feld führt, Businesspläne erwähnt, diverse Unternehmen auf die Bei-
ne stellen will, ihm jährliche Einkommen von 15 bis 20 Mio. Franken vorschweben 
und er jeweils grössere Geldbeträge fordert (act. A.1). Diese Äusserungen 
bestätigen die Beurteilung im Gutachten, wonach der Beschwerdeführer nicht in 
der Lage ist, seine Angelegenheiten selber zu besorgen. Namentlich im Hinblick 
auf die durch Erbschaft erworbenen Vermögenswerte bedarf der Beschwerdefüh-
rer weiterhin eines Schutzes durch behördliche Massnahmen.

3.6.3. Die umfassende Beistandschaft setzt eine Hilfsbedürftigkeit in besonders 
qualifizierter Form voraus und ist nur als ultima ratio vorzusehen. Insbesondere 
muss das Bedürfnis nach Personen- und Vermögenssorge sowie Vertretung im 
Rechtsverkehr umfassend sein (Biderbost/Henkel, a.a.O., N 10 zu Art. 398 ZGB). 
Davon muss im vorliegenden Fall ausgegangen werden. Aufgrund der Ergebnisse 
des Gutachtens, aber auch aufgrund der Vorstellungen des Beschwerdeführers 
hinsichtlich seiner geplanten Projekte ist offensichtlich, dass eine Gefährdung sei-
nes Vermögens besteht und sowohl die Vermögenssorge sowie auch die Vertre-
tung im Rechtsverkehr, soweit nicht kleine, alltägliche Geschäfte betreffend, zum 
Schutz des Beschwerdeführers umfassend ausgestaltet werden muss. Dies gilt 
aufgrund der Erkenntnisse des Gutachtens (KESB act. 51), aber auch für die Per-

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sonensorge, nachdem psychische Beeinträchtigungen festgestellt wurden, eine 
psychotherapeutische Unterstützung als ratsam erachtet wird, in der Fähigkeit, 
selbständig zu wohnen, Unterstützungsbedarf besteht und auch im haushälteri-
schen Bereich Hilfe bejaht wird (vgl. ibid., Antwort auf Frage 12).

3.6.4. Die im angefochtenen Entscheid angeordnete unveränderte Weiterführung 
der bestehenden umfassenden Beistandschaft mit der Abweisung des Antrags auf 
deren Aufhebung erweist sich unter diesen Umständen als angemessen. Zu Recht 
hat die Vorinstanz keine Abänderungsgründe festgestellt. Die dagegen erhobene 
Beschwerde ist folglich abzuweisen.

4.1. Im Weiteren hat der Beschwerdeführer den Entscheid der KESB Prätti-
gau/Davos auch hinsichtlich der Ablehnung des Antrags auf einen Wechsel der 
Beistandsperson angefochten. Soweit aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, 
macht er geltend, der Beistand B._____ habe hinter seinem Rücken geerbtes 
Geld seiner verstorbenen Mutter im Umfang von CHF 300'000.00 entgegenge-
nommen, und zwar ohne ihn zu benachrichtigen (act. A. 1). Mithin zeigt sich der 
Beschwerdeführer mit der Finanzverwaltung durch den Beistand nicht einverstan-
den und möchte selbständig über mehr Vermögen verfügen.

4.2. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, dass B._____ als 
Mitarbeiter der Berufsbeistandschaft die persönliche und fachliche Eignung erfülle, 
um das Mandat weiterhin wahrzunehmen. Ein wichtiger Grund für die Entlassung 
liege ebenfalls nicht vor. Der Beschwerdeführer sei mit der Finanzverwaltung des 
Beistands nicht einverstanden. Da B._____ bei der Ausübung seines Mandats 
aber an gesetzliche Vorgaben gebunden sei, was die Verwaltung des Vermögens 
anbelange, würde ein Wechsel der Beistandsperson nichts ändern. Die Ablehnung 
betreffe somit nicht die Person des Beistands per se, sondern die Aufgabe (zum 
Ganzen act. B.1 E. 2).

4.3. Die Erwachsenenschutzbehörde ernennt als Beistand oder Beiständin eine 
natürliche Person, die für die vorgesehenen Aufgaben persönlich und fachlich ge-
eignet ist, die dafür erforderliche Zeit einsetzen kann und die Aufgaben selber 
wahrnimmt. Bei besonderen Umständen können mehrere Personen ernannt wer-
den (Art. 400 Abs. 1 ZGB). Die KESB entlässt gemäss Art. 423 ZGB einen Bei-
stand, wenn die Eignung für die Aufgaben nicht mehr besteht (Abs. 1 Ziff. 1) oder 
ein anderer wichtiger Grund für die Entlassung vorliegt (Abs. 1 Ziff. 2). Die Entlas-
sung kann von der betroffenen oder einer ihr nahestehenden Person beantragt 
werden (Abs. 2). Ein völliger Vertrauensverlust oder eine unüberwindbar gestörte 
Beziehung kann ein wichtiger Grund im Gesetzessinne für den Wechsel der Per-

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son des Beistandes sein (BGer 5A_401/2015 v. 7.9.2015 E. 6). Soweit das Gesetz 
auf den wichtigen Grund verweist, hat die Behörde ihre Entscheidung im konkre-
ten Fall nach Recht und Billigkeit zu treffen (Art. 4 ZGB). Sie verfügt dabei über 
grosses Ermessen. Bei der Entlassung der Beistandsperson aus wichtigem Grund 
stehen die Interessen der betroffenen Person im Vordergrund (BGer 5A_469/2018 
v. 14.12.2018 E. 2 mit Verweis auf BGE 143 III 65 E. 6.1).

4.4. Vorliegend sind die Voraussetzungen für einen Wechsel der Beistandsper-
son nicht erfüllt. So sind zum einen keine Nachlässigkeiten oder Pflichtverletzun-
gen des Beistands B._____ ersichtlich. Es können ihm keine fehlerhaften Hand-
lungen vorgeworfen werden, die zu einer Entlassung führen müssten. Soweit der 
Beschwerdeführer in seiner Eingabe unmissverständlich zum Ausdruck bringt, 
dass er kein Vertrauen mehr in den Beistand B._____ (und auch nicht in J._____ 
von der KESB Prättigau/Davos) habe, kann daraus kein Anspruch auf einen 
Wechsel in der Beistandsperson abgeleitet werden. Das Missfallen des Be-
schwerdeführers bezieht sich vorliegend offensichtlich auf die Aufgabe und Funk-
tion, nicht aber auf die Person des Beistands, auch wenn B._____ hinsichtlich sei-
ner Verfügungen über das Erbe gerügt wird (der Beschwerdeführer möchte frei 
über sein Vermögen verfügen können), weswegen ein wichtiger Grund im Sinne 
von Art. 423 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB verneint werden kann. Im Übrigen ist es gerade 
Sinn und Zweck der umfassenden Beistandschaft und der damit beauftragten Bei-
standsperson, den Beschwerdeführer in seinem Schwächezustand, namentlich in 
seiner Vermögenssorge und im Rechtsverkehr mit Dritten zu schützen. Aus den 
Verfahrensakten ist klar ersichtlich, dass der Beschwerdeführer mit grösserem 
Mitteleinsatz seine unrealistischen Projekte realisieren will und ihm dadurch ein 
rascher Vermögensverlust droht. Dies gilt namentlich für den von seiner Mutter 
geerbten Betrag. Vielmehr war es Aufgabe von B._____, das geerbte Vermögen 
zu schützen. Die Vorinstanz hat denn auch darauf hingewiesen, dass angesichts 
des zukünftigen Unterstützungsbedarfs die Voraussetzungen des Vermögensver-
zehrs und der regelmässigen Ausgaben eingehalten werden mussten und dass 
versucht wurde, die Wünsche und Bedürfnisse des Beschwerdeführers angemes-
sen zu berücksichtigen (act. B.1 E. 2). Es ist nicht erkennbar, inwiefern der Bei-
stand diesbezüglich die ihm übertragene Aufgabe nicht angemessen erfüllt hätte 
und die Voraussetzungen für einen Wechsel der Beistandsperson erfüllt wären. 
Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet und ist daher 
abzuweisen.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die 

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Kosten des Beschwerdeverfahrens werden gestützt auf Art. 10 Abs. 1 VGZ (BR 
320.210) auf CHF 1'500.00 festgesetzt. Angesichts der in den Akten ausgewiese-
nen Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers rechtfertigt sich kein Verzicht 
auf die Kostenüberbindung nach Art. 63 Abs. 3 EGzZGB. 

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von CHF 1'500.00 gehen 
zu Lasten von A._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: