# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d09bff50-f1f2-5f54-8c17-b73cec3bf33b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.03.2015 200 2014 813
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-813_2015-03-02.pdf

## Full Text

200 14 813 IV und
200 14 815 IV (2)
MAW/LUB/JAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. März 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 2. und 3. Juli 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/813, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1953 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer), von Beruf Landwirt, meldete sich im Februar 2011, unter 
Hinweis auf eine im Dezember 2010 erlittene … , bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Ak-
ten der Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB tätigte dar-
aufhin erwerbliche und medizinische Abklärungen und liess namentlich 
zwei Abklärungsberichte Landwirtschaft bezüglich Hilfsmittel- bzw. Renten-
anspruch (AB 10, 31, 36, 37, 38 S. 2 ff. und 39 S. 2 ff.) erstellen. Gestützt 
auf die Erkenntnisse der getätigten Abklärungen ermittelte sie einen Invali-
ditätsgrad von 34 %, ausgehend von einem Arbeitsverdienst von 
Fr. 30‘154.-- ohne Behinderung und von Fr. 19‘801.-- mit Behinderung. In 
ihrer Berechnung ging sie ebenfalls davon aus, dass der Sohn des Versi-
cherten im Rahmen der Schadenminderungspflicht Arbeiten im Umfang 
von 1‘030 Stunden übernehme, welche der Versicherte unfallbedingt nicht 
mehr leisten könne (AB 39 S. 8). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfah-
ren lehnte die IVB mit Verfügung vom 15. November 2012 (AB 49) einen 
Rentenanspruch ab.

Die dagegen am 17. Dezember 2012 erhobene Beschwerde (AB 50) wies 
das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung, mit Urteil vom 27. August 2013 (VGE IV/2012/1202 [AB 61]) ab.

Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 25. September 2013 Beschwer-
de (AB 62). Das Bundesgericht (BGer) hiess mit Entscheid vom 12. De-
zember 2013, 9C_696/2013 (AB 66), die Beschwerde (AB 62) insoweit gut, 
als es das kantonale Urteil aufhob und die Sache an die Verwaltung 
zurückwies, damit diese im Sinne der Erwägungen über den Anspruch des 
Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung (ab dem 
1. Dezember 2011) neu verfüge. Das Bundesgericht erwog, ein Teil der 
vom Sohn des Versicherten zu leistenden Mehrstunden liege ausserhalb 
der unentgeltlich zu erbringenden Leistung Familienangehöriger zufolge 
Schadenminderungspflicht und sei deshalb als unverhältnismässige Mehr-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/813, Seite 3

belastung zu betrachten. Insoweit sei von der invaliditätsbedingten Not-
wendigkeit einer familienexternen Arbeitskraft im Umfang von 350 Stunden 
pro Jahr auszugehen. Die Verwaltung habe den Lohn, der für die anzustel-
lende Person zu bezahlen sei, zu ermitteln und die entsprechenden (Ge-
stehungs-)Kosten vom Einkommen mit Behinderung von Fr. 19‘801.-- in 
Abzug zu bringen (BGer 9C_696/2013, E. 2.3.2 und 2.3.3; AB 66 S. 5-6).

B.

In der Folge holte die IVB einen neuen Abklärungsbericht Landwirtschaft 
vom 4. März 2014 (AB 73) ein. Mit Vorbescheid vom 20. März 2014 
(AB 74) stellte sie dem Versicherten erneut die Abweisung des Leistungs-
gesuchs, bei einem Invaliditätsgrad von 36 %, in Aussicht. Dagegen erhob 
der Versicherte mit Schreiben vom 23. April 2014 (AB 70), vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________, Einwand und reichte verschiedene Unterlagen 
ein. Zudem stellte er das Begehren um Ausrichtung einer Parteientschädi-
gung im Verwaltungsverfahren (AB 75). 

Nachdem die IVB eine Stellungnahme des Abklärungsdienstes (AB 78) 
eingeholt hatte, wies sie mit Verfügung vom 2. Juli 2014 (AB 79) das Ge-
such um Ausrichtung einer Parteientschädigung und mit Verfügung vom 
3. Juli 2014 (AB 80) das Rentenbegehren, ausgehend von einem Invali-
ditätsgrad von 36 %, ab.

C.

Mit Eingabe vom 5. September 2014 erhob der Versicherte, weiterhin ver-
treten durch Rechtsanwältin B.________, Beschwerde und stellte folgende 
Rechtsbegehren:

1. Es sei die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 3. Juli 2014 aufzuhe-
ben.

2. Es sei dem Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2011 eine Dreiviertel-IV-
Rente zuzusprechen.

3. Es sei dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor der IV-Stelle eine an-
gemessene Parteientschädigung auszurichten.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

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Mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2014 beantragt die Beschwerde-
gegnerin unter Verweis auf eine beigelegte Stellungnahme des Ab-
klärungsdienstes die Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 9. Dezember 2014 und Duplik vom 7. Januar 2015 halten 
die Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekte bilden die Verfügungen vom 2. Juli 2014 
(AB 79) und 3. Juli 2014 (AB 80). Streitig und zu prüfen ist sowohl der An-
spruch auf eine Parteientschädigung im Vorbescheidverfahren wie auch 
der Anspruch auf eine Invalidenrente.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

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kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus 
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu 
vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 
29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

Bei Selbstständigerwerbenden, welche allein oder zusammen mit 
Familienmitgliedern einen Betrieb bewirtschaften, ist das für die 
Invaliditätsbemessung massgebende Erwerbseinkommen auf Grund ihrer 
eigenen Mitarbeit im Betrieb zu bestimmen. Abzustellen ist auf jene 
Einkünfte, welche die versicherte Person selber durch ihr eigenes 
Leistungsvermögen zumutbarerweise realisieren kann (Art. 25 Abs. 2 der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 
831.201]; ZAK 1972 S. 238 E. 2a und S. 301 E. 1a).

2.4 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 

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als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63; 
SVR 2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2).

3.

3.1 Der Beschwerdeführer rügt, dass der Abklärungsdienst die Ent-
schädigung für die familienfremde Arbeitskraft nicht vom Arbeitsverdienst 
des Beschwerdeführers von Fr. 19‘801.-- abgezogen, sondern im Rahmen 
des Betriebsergebnisses vor der Verteilung in Abzug gebracht habe (vgl. 
Beschwerde S. 6 Art. 4).

Der Abklärungsdienst führt zur Begründung seiner Berechnung aus, durch 
die rein rechnerische Entlastung des Sohnes von Arbeiten auf dem Betrieb 
durch eine Fremdarbeitskraft reduziere sich die von der Familie geleistete 
Stundenanzahl. Dies beeinflusse die Verteilung des Einkommens aus dem 
Betrieb auf die unentgeltlich mitarbeitenden Familienmitglieder. Durch den 
direkten Abzug der hypothetischen Lohnkosten für eine Fremdarbeitskraft 
vom Invalideneinkommen des Beschwerdeführers würden für diese 
350 Stunden gleichzeitig der Tagesverdienst des Sohnes und der Stunden-
lohn der Fremdarbeitskraft berücksichtigt. Dies sei nicht korrekt, weshalb 
die hypothetischen Personalkosten zwingend vom Einkommen aus der 
Landwirtschaft in Abzug gebracht werden müssten (AB 78 S. 3).

3.2 Angesichts der Tatsache, dass das Bundesgericht die Beschwerde-
gegnerin verbindlich und ausdrücklich angewiesen hat, die Gestehungskos-
ten vom Einkommen mit Behinderung von Fr. 19‘801.-- in Abzug zu brin-
gen, ist die Berechnung des Invaliditätsgrades nach dieser Anweisung vor-
zunehmen (vgl. BGer 9C_696/2013, E. 2.3.3). Sowohl die Beschwerde-
gegnerin wie auch das kantonale Gericht sind hieran gebunden, womit das 
hiesige Gericht sich auch nicht mit der von der IV-Stelle aufgeworfenen 
Frage der rechtlichen Korrektheit der Berechnungsweise auseinanderzu-
setzen hat.

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4.

4.1 Der Beschwerdeführer rügt weiter, der Abklärungsdienst sei von 
einem zu niedrigen Lohn für die familienexterne Arbeitskraft, welche die 
350 Stunden leisten soll, ausgegangen.

Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid vom 12. Dezember 2013 
(BGer 9C_969/2013) in E. 2.3.3 festgehalten, bei der Ermittlung des Loh-
nes, der für die anzustellende Person zu bezahlen sei, seien die Anforde-
rungen in qualitativer Hinsicht wie auch saisonale Gesichtspunkte zu 
berücksichtigen, nach Massgabe der „Lohnrichtlinien für familienfremde 
Arbeitnehmende in der Schweizer Landwirtschaft inklusive landw. Haus-
wirtschaft 2011“ des Schweizerischen Bauernverbandes, des Schweiz. 
Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes und der Schweizerischen Arbeits-
gemeinschaft der Berufsverbände landwirtschaftlicher Angestellter sowie in 
Berücksichtigung des Normalarbeitsvertrages für die Landwirtschaft (NAV 
Landwirtschaft) vom 24. Oktober 2007 (BSG 22.153.21).

Vor dem Hintergrund dieser Erwägung hat der Abklärungsdienst der Be-
schwerdegegnerin Angestelltenkosten im Betrag von Fr. 4‘603.-- ermittelt 
(AB 73 S. 10). Er legte der Berechnung den Monatslohn für befristet Ange-
stellte oder Angestellte ohne Erfahrung, Hilfskräfte gemäss Anhang I des 
NAV Landwirtschaft von Fr. 3‘140.-- zu Grunde und ermittelte einen Stun-
denlohn von Fr. 13.15 (Fr. 3‘140.-- / 239h), mit welchem die von der famili-
enexternen Arbeitskraft zu leistenden 350 Stunden zu entschädigen seien 
(AB 73 S. 11).

Diesen errechneten Stundenansatz von Fr. 13.15 kritisiert der Beschwerde-
führer als zu tief. Er führt dazu namentlich aus, dass Landwirte untereinan-
der für sporadische Arbeiten mit einem Stundenansatz von Fr. 28.-- 
gemäss Preiskatalog der AGRIDEA Lindau abrechnen und Forstmitarbeiter 
zu einem Stundenlohn von Fr. 15.75 bis Fr. 20.40 entschädigt würden. Zu-
dem verweist er auf das der Beschwerde beigelegte Privatgutachten der 
Inforama vom 4. September 2014 (Beschwerdebeilage 7). Dieses komme 
ebenfalls zum Schluss, dass eine günstigere Arbeitskraft, wie sie die Be-
schwerdegegnerin berücksichtigen wolle, auf dem Markt nicht verfügbar 
sei.

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Das Gutachten der Inforama hält den Stundenansatz von Fr. 28.--, mit wel-
chem der Beschwerdeführer seinen Nachbarn (…) für die seit dem Unfall 
erfolgte Mitarbeit bezahle, als gerechtfertigt. Hierzu wird festgehalten, dass 
für die kurzen Einsätze ein Stundenlohn von Fr. 28.-- gerechtfertigt sei. 
Dies sei auch der Lohnansatz, welcher landesüblich für die überbetriebliche 
Arbeit unter Landwirten verrechnet werde (vgl. Beschwerdebeilage 7 S. 2 
Ziff. 4).

4.2 Der Monatslohn von Fr. 3‘140.-- für befristet Angestellte oder Ange-
stellte ohne Erfahrung bzw. Hilfskräfte gemäss der Lohnrichtlinie für Arbeit-
nehmende gemäss NAV Landwirtschaft ist als Grundlage für die Berech-
nung des Stundenansatzes für die Entschädigung der familienexternen 
Arbeitskraft nicht zu beanstanden. Daran vermögen auch die Ausführungen 
des Beschwerdeführers nichts zu ändern.

Das Bundesgericht hielt in E. 2.3.2 des Urteils vom 12. Dezember 2013 
fest, solange der Sohn des Beschwerdeführers den Hof nicht übernommen 
habe, dürfe es ihm nicht übermässig erschwert oder gar verunmöglicht 
werden, weiterhin in einem bestimmten Umfang auswärts zu arbeiten und 
einen Zusatzverdienst zu erzielen. Um dies zu garantieren, seien 350 der 
vom Sohn insgesamt geleisteten 1‘000 Mehrstunden als unverhältnismäs-
sige Mehrbelastung zu betrachten.

Sinn und Zweck der Anstellung einer familienexternen Arbeitskraft ist dem-
nach, den Sohn im Umfang dieser 350 Stunden zu entlasten, indem diese 
bisher vom Beschwerdeführer geleistete Arbeit von einem Dritten über-
nommen wird, was entsprechende Personalkosten zur Folge hat. Wie im 
Urteil VGE IV/2012/1202 bereits dargelegt und vom Bundesgericht nicht 
beanstandet (vgl. BGer 9C_969/2013, E. 2.3.2), muss der Sohn des Be-
schwerdeführers nicht alle schweren und mittelschweren Arbeiten von zwei 
Personen übernehmen. Es fand lediglich eine Aufgabenverschiebung da-
hingehend statt, als der Sohn vermehrt Arbeiten übernimmt, die der Be-
schwerdeführer aufgrund seines … nur noch mit eingeschränkter Leis-
tungsfähigkeit verrichten kann, wobei es sich dabei um verschiedenste, 
auch körperlich wenig belastende Arbeiten handelt, wie beispielswiese 
auch um das vermehrte Bedienen des Traktors (vgl. AB 38 S. 4). Dies wur-

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de denn vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten (vgl. BGer 
9C_696/2013, E. 2.3.2).

Ein befristet Angestellter oder ein Angestellter ohne Erfahrung bzw. Hilfs-
kraft im Sinne des NAV Landwirtschaft ist durchaus in der Lage, auch kör-
perlich schwere und mittelschwere Arbeiten zu verrichten. Weiter ist zu 
beachten, dass nicht sämtliche auf einem landwirtschaftlichen Betrieb an-
fallenden Arbeiten besondere Qualifikationen oder mehrjährige Berufser-
fahrung erfordern. Aufgrund der Schadenminderungspflicht ist es durchaus 
zumutbar und darf verlangt werden, dass Arbeiten, welche keine besonde-
ren Fähigkeiten voraussetzen, der familienexternen Arbeitskraft zugewie-
sen werden. Einfachere Aufgaben können zudem von dieser auch ohne 
Beaufsichtigung selbstständig ausgeführt werden. Mit der Übernahme die-
ser Tätigkeiten durch die neu angestellte Person tritt nicht einzig eine zeitli-
che Entlastung des Sohnes ein, sondern sie führt auch zu einer Entlastung 
des Beschwerdeführers. Dies ermöglicht wiederum Letzterem, Arbeiten, bei 
welchen besondere landwirtschaftliche oder betriebliche Kenntnisse erfor-
derlich sind, zu überwachen und die nötigen Anweisungen zu erteilen. Die 
unfallbedingte Leistungseinschränkung des Beschwerdeführers bei manu-
ellen Arbeiten bedeutet nicht, dass er keine Überwachungs- und Unterstüt-
zungsfunktion mehr wahrnehmen kann.

Hinzu kommt, dass der Sohn des Beschwerdeführers … ist und im Zeit-
punkt des Erlasses der Verfügung vom 3. Juli 2014 (AB 80) … Jahre alt 
war. Er arbeitet vorwiegend auf dem Bauernhof des Beschwerdeführers 
und will diesen künftig übernehmen (AB 39 S. 3, 73 S. 3 und BGer 
9C_696/2013, E. 2.3.2). Er verfügt somit über ausgewiesene Kenntnisse 
des familieneigenen Betriebes und besitzt bereits eine mehrjährige Berufs-
erfahrung. Vor diesem Hintergrund ist ohne weiteres davon auszugehen, 
dass er in der Lage ist, Aufgaben, an welche zur Erledigung erhöhte Vor-
aussetzungen gestellt werden, eigenständig oder zumindest unter blosser 
Instruktion des Beschwerdeführers auszuführen.

In Anbetracht dieser Ausgangslage muss die familienexterne Arbeitskraft 
nicht sämtliche auf dem landwirtschaftlichen Betrieb des Beschwerdefüh-
rers anfallenden Arbeiten eigenständig und ohne Anweisungen ausführen 
können. Den betrieblichen Anforderungen wird mit dem Beizug einer exter-

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nen Arbeitskraft in der Funktion als Hilfskraft ausreichend Rechnung getra-
gen. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass der Abklärungsdienst der 
Beschwerdegegnerin als Grundlage für die Berechnung des Stundenlohnes 
der familienexternen Arbeitskraft auf den Monatslohn eines befristet Ange-
stellten oder Angestellten ohne Erfahrung bzw. Hilfskraft gemäss NAV 
Landwirtschaft von monatlich Fr. 3‘140.-- (brutto) abgestellt hat. 

4.3 Ausgehend von diesem monatlichen Einkommen sind nachfolgend 
die Gestehungskosten für einen zeitlichen Bedarf von 350 Arbeitsstunden 
zu berechnen und es ist unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen 
Anweisung zur Berechnung das Invalideneinkommen (vgl. E. 4.1 hiervor) 
bzw. der Invaliditätsgrad zu bestimmen.

4.3.1 Zur Berechnung des massgebenden Stundenlohnes eines befristet 
Angestellten oder Angestellten ohne Erfahrung bzw. Hilfskraft ist entgegen 
der Annahme des Abklärungsdienstes der zuvor ermittelte Monatslohn von 
Fr. 3‘140.-- nicht durch 239, sondern durch 229 Stunden zu dividieren 
(Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 13 Abs. 3 NAV Landwirtschaft). Daraus ergibt 
sich ein massgebender Stundenlohn von Fr. 13.70 (Fr. 3‘140.--
 / 229 Stunden). Die jährlichen Gestehungskosten für die familienexterne 
Arbeitskraft belaufen sich demnach auf insgesamt Fr. 4‘795.-- (Fr. 13.70 x 
350 Stunden). 

4.3.2 Entsprechend dem Entscheid des Bundesgerichts sind diese Ge-
stehungskosten direkt vom Einkommen mit Behinderung des Beschwerde-
führers von Fr.19‘801.-- in Abzug zu bringen. Das Invalideneinkommen 
beträgt Fr. 15‘006.--.

Ausgegangen ist der Abklärungsdienst von einem Valideneinkommen von 
Fr. 30‘154.-- (AB 73 S. 10). Die zu diesem Ergebnis führende Berechnung 
wurde damals vom angerufenen Gericht mit Urteil vom 27. August 2013 
(VGE IV/2012/1202) bestätigt und auch das Bundesgericht im Entscheid 
vom 12. Dezember 2013 (BGer 9C_696/2013, E. 2.1, AB 66 S. 3 f.) bean-
standete das errechnete Valideneinkommen nicht.

Bei der Gegenüberstellung des Validen- und des Invalideneinkommens 
resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 15‘148.-- (Fr. 30‘154.-- - 
Fr. 15‘006.--), was einen gerundeten (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 

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S. 123) Invaliditätsgrad von 50 % (Fr. 15‘148.-- x 100 / Fr. 30‘154.--) ergibt. 
Selbst wenn vorliegend der Lohn für die familienexterne Arbeitskraft auf der 
Grundlage des Monatslohnes eines Betriebsangestellten mit über fünf Jah-
ren Berufserfahrung gemäss NAV Landwirtschaft von Fr. 3‘710.-- berech-
net würde, hätte dies vorliegend keine rentenrelevante Erhöhung des Inva-
liditätsgrades zur Folge. Der Invaliditätsgrad betrüge diesfalls 53 %.

5.

5.1 Vor dem Hintergrund, dass die Leistungsfähigkeit des Beschwerde-
führers in seinem angestammten Beruf als selbstständiger Landwirt ver-
mindert ist und dort ein Invaliditätsgrad von gerundet 50 % besteht, welcher 
Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung begründet (vgl. 
E. 2.2 hiervor), ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer die Aufnahme ei-
ner unselbstständigen Verweistätigkeit zumutbar ist.

5.2 Bevor die versicherte Person Leistungen verlangt, hat sie aufgrund 
der Schadenminderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um 
die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist 
zu verneinen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigen-
falls mit einem Berufswechsel, zumutbarerweise in der Lage ist, ein renten-
ausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die Auslegung des 
unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen, wie 
bei der Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind 
die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles 
zu berücksichtigen (Entscheid des BGer vom 11. Dezember 2013, 
9C_624/2013, E. 3.1.1). Unter bestimmten Voraussetzungen hat auch ein 
selbstständig erwerbender Landwirt aus der Sicht der Invalidenversiche-
rung seinen Hof aufzugeben (Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht] vom 17. August 2004, I 
643/2003 E. 3.2).

5.3 Der Beschwerdeführer bewirtschaftet den Bauernhof und den Wald 
zusammen mit seinem Sohn. Die Ehefrau des Beschwerdeführers hilft bei 
Arbeitsspitzen (Heuen, Emden) auf dem Betrieb aus. Der Beschwerdefüh-
rer beabsichtigt den Betrieb bis Alter 65 weiterführen und danach nach 

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Möglichkeit dem Sohn auf dem Betrieb weiterzuhelfen (AB 39 S. 3 und 73 
S. 3). Nachdem das Bundesgericht dem Sohn ausdrücklich eine ausserbe-
triebliche Tätigkeit (in höherem Mass) zugestanden hat, kann eine definitive 
Betriebsübergabe derzeit nicht zur Diskussion stehen. Dies wie auch die 
gesamten sonstigen Umstände des vorliegenden Falles sprechen gegen 
die Zumutbarkeit eines Berufswechsels und sind in Würdigung der gesam-
ten Umstände als gewichtiger zu bezeichnen. Ein Berufswechsel bzw. die 
Betriebsaufgabe ist dem Beschwerdeführer im Rahmen der Schadenmin-
derung deshalb ausnahmsweise nicht zumutbar.

5.4 Der Rentenanspruch entsteht frühestens mit Ablauf von sechs Mo-
naten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG) 
und nur sofern die versicherte Person während eines Jahres ohne wesent-
lichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewe-
sen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Der Beschwerdeführer meldete sich im 
Februar 2011 zum Leistungsbezug an (AB 1), nachdem eine unfallbedingte 
Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab dem 23. Dezember 2010 attestiert worden 
ist (AB 4). Der Beschwerdeführer hat demnach ab dem 1. Dezember 2011 
Anspruch auf eine halbe Rente. Insoweit ist die Beschwerde gutzuheissen.

6.

Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer eine Parteientschädigung für 
das Vorbescheidverfahren beanspruchen kann.

6.1 Das Vorbescheidverfahren stellt ein gesetzlich vorgesehenes Ver-
fahren zur Gewährung des rechtlichen Gehörs dar, indem die IV-Stelle die 
Parteien anhören muss, bevor sie eine Verfügung erlässt, gegen die Be-
schwerde erhoben werden kann. Damit ist dieses nicht mit dem Einspra-
cheverfahren gleichzusetzen, welches im Gegensatz zum Vorbescheidver-
fahren ein streitiges Verwaltungsverfahren darstellt, in welchem der Ein-
sprecher folglich obsiegen kann. Im nichtstreitigen Vorbescheidverfahren 
der Invalidenversicherung liegt kein Obsiegen oder Unterliegen der versi-
cherten Person vor, weshalb sich auch keine analoge Anwendung des Art. 
52 Abs. 3 ATSG hinsichtlich der rechtsprechungsgemässen ausnahmswei-
sen Zusprechung einer Parteientschädigung im Einspracheverfahren recht-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/813, Seite 14

fertigt. Zudem besteht keine spezialgesetzliche Grundlage für die Zuspre-
chung einer Parteientschädigung im Vorbescheidverfahren (BGE 140 V 
116 E. 3.4.1 und 3.4.2 S. 120).

6.2 Der Argumentation des Beschwerdeführers kann nicht gefolgt wer-
den, wonach es sich beim Verfahren vor der Beschwerdegegnerin nicht um 
ein Vorbescheidverfahren im eigentlichen Sinn, sondern um einen Bestand-
teil des späteren Rechtsmittelverfahrens handle.

Mit Entscheid vom 12. Dezember 2013 hob das Bundesgericht das Urteil 
des Verwaltungsgerichts vom 27. August 2013 (VGE IV/2012/1202; AB 61) 
wie auch die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 15. November 2012 
(AB 49) auf. Das Rechtsmittelverfahren wurde damit abgeschlossen und 
die Beschwerdegegnerin angehalten, den Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf eine Rente der Invalidenversicherung im Sinne der Erwägungen 
erneut zu prüfen. Diese Prüfung hat die Beschwerdegegnerin alsdann 
durchgeführt und dem Beschwerdeführer den vorgesehenen Entscheid 
mittels Vorbescheid vom 20. März 2014 (AB 74) eröffnet. Die Beschwerde-
gegnerin hat damit das in Art. 57a IVG gesetzlich vorgeschriebene Vorbe-
scheidverfahren durchgeführt. Es handelt sich hierbei um ein eigenständi-
ges Verwaltungsverfahren. Daran vermag auch der Umstand nichts zu än-
dern, dass die erneute Prüfung des Rentenanspruchs im Anschluss an das 
Rechtsmittelverfahren vor Bundesgericht erfolgte. Dem Beschwerdeführer 
ist deshalb für das Vorbescheidverfahren keine Parteientschädigung zuzu-
sprechen. Insoweit ist die Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten werden gerichtlich auf Fr. 700.-- bestimmt. Gemäss 
Beschluss der erweiterten Abteilungskonferenz vom 13. Oktober 2009 wird 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/813, Seite 15

beim Verzicht auf eine Kürzung der Parteientschädigung gemäss BGE 117 
V 401 E. 2c S. 407 (vgl. dazu E. 7.2 hiernach) auch auf eine Aufteilung der 
Verfahrenskosten nach Massgabe des – an den Parteianträgen gemesse-
nen – bloss teilweisen Obsiegens verzichtet. Deshalb hat bei diesem Aus-
gang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin die Verfah-
renskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

Das Verfahren betreffend Parteikosten im Vorbescheidverfahren betrifft 
keine IV-Leistung, weshalb hierfür keine Verfahrenskosten zu erheben bzw. 
auszuscheiden sind.

7.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung hat 
die beschwerdeführende Partei bei teilweisem Obsiegen mindestens An-
spruch auf eine reduzierte Parteientschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; 
SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1). Ist das Quantitative einer Leistung strei-
tig, rechtfertigt eine "Überklagung" eine Reduktion der Parteientschädigung 
nur, wenn das Rechtsbegehren den Prozessaufwand beeinflusst hat. Bei 
Streitigkeiten um die Höhe einer Invalidenrente darf die Parteientschädi-
gung daher nicht allein deswegen reduziert werden, weil der Beschwerde 
führenden Person nicht die beantragte ganze oder höhere Rente, sondern 
eine geringere Teilrente zugesprochen wird (BGE 117 V 401 E. 2c S. 407).

Vorliegend hat das in der Beschwerde gestellte Rentenbegehren den Pro-
zessaufwand nicht beeinflusst. Das bloss teilweise Obsiegen in diesem 
Punkt rechtfertigt deshalb keine Reduktion der Parteientschädigung. Dem-
gegenüber ist der Aufwand betreffend Parteikosten im Vorbescheidverfah-
ren, gerichtlich festgelegt auf 1.33 Stunden (vgl. Kostennote), nicht zu ent-
schädigen. Die Parteikosten sind deshalb ausgehend von einem zu 
berücksichtigenden Aufwand von 13 Stunden auf Fr. 3‘260.-- (inkl. Ausla-
gen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Diesen Betrag hat die Beschwer-
degegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

7.3 Der Versicherungsträger übernimmt die Kosten der Abklärung, so-
weit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/813, Seite 16

ordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für 
die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil 
nachträglich zugesprochener Leistungen bilden (Art. 45 Abs. 1 ATSG). 
Nach der Rechtsprechung können die Kosten eines Privatgutachtens, auf 
das sich der Entscheid der Rechtsmittelinstanz stützt, im Rahmen der Par-
teientschädigung zurückerstattet werden (RKUV 2004 U 503 S. 187 E. 5.1).

Das Privatgutachten des Inforama vom 4. September 2014 (Beschwerde-
beilage 7) war weder zur Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts erfor-
derlich noch hat dieses zur Beantwortung der sich stellenden Fragen beige-
tragen. Unter diesen Umständen besteht keine Kostenübernahmepflicht 
seitens der Beschwerdegegnerin.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 3. Juli 2014 aufgehoben und dem Be-
schwerdeführer ab dem 1. Dezember 2011 eine halbe Rente zuge-
sprochen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Eintritt der Rechtskraft des Ur-
teils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘260.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/813, Seite 17

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.