# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6cd51ce5-45f9-55bf-9079-cefd3eca8f50
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-01-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.01.2024 D-285/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-285-2024_2024-01-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-285/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  J a n u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Segessenmann, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;   

Gerichtsschreiber Daniel Widmer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Marek Wieruszewski,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 3. Januar 2024 / N (…). 

 

 

 

D-285/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 6. Oktober 2023 in der Schweiz um 

Asyl nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank 

(Zentraleinheit EURODAC) ergab, dass er am 23. September 2023 in Kro-

atien ein Asylgesuch gestellt hatte. 

A.b Anlässlich der Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsu-

chende (EB UMA) vom 24. Oktober 2023 gab der Beschwerdeführer an, er 

sei afghanischer Staatsangehöriger und gehöre der Ethnie der Hazara an. 

Er nannte sein angebliches Geburtsdatum sowohl im afghanischen wie 

auch im europäischen Kalender. Er sei im Alter von (…) Jahren eingeschult 

worden, habe die Schule während (…) Jahren besucht und diese mit (…) 

Jahren verlassen. Danach habe er während (…) Monaten in (…) gearbei-

tet. Vom Verlassen der Schule bis zur Ausreise sei ein Jahr vergangen. Er 

habe Afghanistan im Jahr 2020 illegal Richtung B._______ verlassen und 

sei in C._______ weitergereist. Nach einem einjährigen Aufenthalt sei er 

über D._______, E._______, F._______, Kroatien, G._______ und 

H._______ in die Schweiz gereist. In Kroatien sei er kontrolliert und ge-

schlagen worden und es seien ihm gegen seinen Willen die Fingerabdrü-

cke abgenommen worden. Danach habe man ihn gehen lassen.  

Dem Beschwerdeführer wurde das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Zu-

ständigkeit Kroatiens gewährt. Dazu machte er geltend, dass er dort nie-

manden kenne. Er habe dort kein Asyl beantragt. Seine Fingerabdrücke 

habe er auch nicht freiwillig gegeben. Er sei noch minderjährig und möchte 

gerne bei seinen Verwandten in der Schweiz bleiben. In Kroatien habe er 

niemanden. Er gehe auf keinen Fall nach Kroatien zurück. 

A.c  Am 6. Dezember 2023 wurde im Institut für Rechtsmedizin I._______ 

eine rechtsmedizinische Untersuchung des Beschwerdeführers durchge-

führt und am 8. Dezember 2023 ein entsprechendes Gutachten erstellt. Die 

radiologischen Untersuchungen resultierten in einem durchschnittlichen Al-

ter von 20,5 bis 28,7 Jahren. Das zu berücksichtigende Mindestalter wurde 

mit 21,6 Jahren benannt. Somit sei die Volljährigkeit bestätigt. Daher er-

scheine das angegebene Alter von 16 Jahren und 4 Monaten nicht möglich.  

A.d Mit Schreiben vom 12. Dezember 2023 informierte das SEM den Be-

schwerdeführer über das Ergebnis des Altersgutachtens und teilte ihm mit, 

dass es die geltend gemachte Minderjährigkeit als nicht glaubhaft erachte 

und beabsichtige, sein Geburtsdatum im Zentralen Migrationsinformations-

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Seite 3 

system (ZEMIS) auf den (…) 2002 anzupassen. Es gewährte ihm hierzu 

das rechtliche Gehör.  

A.e In seiner Stellungnahme vom 13. Dezember 2023 hielt der Be-

schwerdeführer an der geltend gemachten Minderjährigkeit fest und bestritt 

die Änderung des Geburtsdatums auf den (…) 2002. Deshalb sei gegebe-

nenfalls ein Bestreitungsvermerk anzubringen. 

A.f Die kroatischen Behörden stimmten dem Gesuch des SEM vom 8. De-

zember 2023 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers im Sinne von 

Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO), mit Schreiben vom 21. Dezember 203 ge-

stützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zu.  

B.  

Mit Verfügung vom 3. Januar 2024 – eröffnet am 4. Januar 2024 – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete die Wegweisung 

aus der Schweiz nach Kroatien an und forderte ihn auf, die Schweiz spä-

testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Ferner be-

auftragte es den Kanton J._______ mit dem Vollzug der Wegweisung, ord-

nete die Aushändigung der editionspflichtigen Akten an und stellte fest, ei-

ner allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. Aus-

serdem verfügte es die Festlegung des Geburtsdatums des Beschwerde-

führers im ZEMIS auf den (…) 2002 (mit Bestreitungsvermerk).  

C.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 11. Januar 2024 

beantragte der Beschwerdeführer, die angefochtene Verfügung sei aufzu-

heben, und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten 

und das Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen. Eventualiter sei die 

Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessu-

aler Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

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Seite 4 

Der Beschwerde lagen eine Kopie der angefochtenen Verfügung sowie 

eine auf seinen Rechtsvertreter ausgestellte Vollmacht vom 8. Januar 2024 

bei.  

D.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

12. Januar 2024 in elektronischer Form vor (Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden ge-

gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM (Art. 105 AsylG [SR 142.31] 

i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde (Art. 105 und 108 Abs. 3 AsylG sowie Art. 52 VwVG) 

ist einzutreten.  

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Die Beschwerde richtet sich ausschliesslich gegen den Nichteintretensent-

scheid (inkl. Wegweisung und Wegweisungsvollzug) des SEM. Die Ände-

rung des Geburtsdatums im ZEMIS (vgl. Ziff. 6 des Dispositivs der Verfü-

gung vom 3. Januar 2024) wird dagegen mit diesem Rechtsmittel nicht an-

gefochten und ist demnach nicht Gegenstand des vorliegenden Verfah-

rens. 

  

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Seite 5 

4.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb dar-

über in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird 

(Art. 111 Bst. e AsylG) und das Urteil nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf ei-

nen Schriftenwechsel verzichtet. 

5.  

Der Beschwerdeführer beantragt in Ziff. 2 der Rechtsbegehren, eventuali-

ter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Dieser Antrag wird nicht näher begründet; insbesondere wird nicht darge-

legt – und es ergibt sich auch nicht aus den Akten –, dass respektive in-

wiefern die angefochtene Verfügung an formellen Mängeln leiden würde. 

Das Rückweisungsbegehren ist daher als unbegründet einzustufen und 

abzuweisen. Das Verfahren erweist sich ohne Weiteres als spruchreif. 

6.  

6.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. 

Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die 

Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-

fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt 

hat (respektive innert Frist auf die entsprechende Anfrage nicht geantwor-

tet hat; vgl. Art. 22 Abs. 1 und 7 Dublin-III-VO), auf das Asylgesuch nicht 

ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 

6.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den im Kapitel III dargelegten Kri-

terien (Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. 

auch Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO).  

7.  

Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung ausführlich und über-

zeugend begründet, wieso es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, 

seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen. In seinem Rechtsmittel vom 

11. Januar 2024 wird in diesem Zusammenhang einzig ausgeführt, der Be-

schwerdeführer habe alle ihn zur Verfügung stehende Dokumente ein-

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gereicht, die sein Alter bestätigten, und die umstrittene Knochenanalyse 

reiche nicht aus, um das von ihm dokumentierte Alter zu seinen Ungunsten 

zu korrigieren (vgl. Beschwerde S. 2 f.). Das Rubrum der Beschwerde trägt 

das Geburtsdatum "(…) 2002", das auch auf der eingereichten Vollmacht 

des Beschwerdeführers vermerkt ist. Nachdem der Beschwerde-führer 

keine rechtsgültigen Identitätspapiere zu den Akten gereicht hat und das 

rechtsmedizinische Altersgutachten sich nicht nur auf eine radiologische 

Knochenaltersanalyse, sondern auch auf eine körperliche und zahnärztli-

che Untersuchung abstützt, vermag er der Argumentation des SEM offen-

kundig nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. Bei dieser Aktenlage geht 

auch das Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Dublin-

Beschwerdeverfahren davon aus, dass es dem Beschwerdeführer nicht 

gelungen ist, die ursprünglich behauptete Minderjährigkeit glaubhaft zu 

machen. 

8.  

8.1 Aufgrund des EURODAC-Treffers vom 10. Oktober 2023 (vgl. SEM-

act. […]-7/1) ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer am 

23. September 2023 in Kroatien ein Asylgesuch gestellt hat. Er hat seinen 

vorgängigen Aufenthalt in Kroatien auch nicht bestritten. Die kroatischen 

Behörden haben dem Wiederaufnahmeersuchen des SEM am 21. Dezem-

ber 2023 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zugestimmt (vgl. SEM-

act. […]-26/2). Damit ist die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gegeben. Diese wird 

vom Beschwerdeführer – abgesehen vom Einwand, er sei von den kroati-

schen Behörden zur Registrierung der Fingerabdrücke gezwungen worden 

– denn auch zu Recht nicht bestritten. Im Übrigen ist ihm zu entgegnen, 

dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ih-

ren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 

E. 8.3) und sich die Zuständigkeit Kroatiens zur Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO bereits 

aus der illegalen Einreise in dieses Land ergeben würde. Schliesslich ver-

mag der Beschwerdeführer angesichts seiner Volljährigkeit aus seinem 

Verweis auf Verwandte in der Schweiz (Onkel und Cousin) nichts zu seinen 

Gunsten abzuleiten. 

8.2 Im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist zu prüfen, ob es wesentli-

che Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebe-

dingungen für Asylsuchende in Kroatien würden systemische Schwachstel-

len aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden 

Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU-Grundrechtecharta (entspricht 

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Seite 7 

inhaltlich Art. 3 EMRK) mit sich bringen würden. Dies ist nicht der Fall. Ge-

mäss den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts bestehen zurzeit 

– entgegen der in der Beschwerde unter Verweis auf mehrere kritische Be-

richte einschlägiger Organisationen geäusserten Auffassung – weder im 

Bereich der Aufnahmeverfahren («take charge») noch im Bereich der Wie-

deraufnahmeverfahren («take back») systemische Schwachstellen im Sinn 

von Art. 3 Abs. 2 zweiter und dritter Satz Dublin-III-VO, welche zur Fest-

stellung der generellen Unzulässigkeit der Überstellung nach Kroatien füh-

ren müssten. Von einer Überstellung ist nur in Ausnahmefällen abzusehen, 

in welchen die Gesuchstellenden durch substantiierte Vorbringen darlegen 

können, dass diese generelle Annahme in ihrem Fall nicht zutrifft (vgl. dazu 

das Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 9.5). 

E. 9.5). Die geltend gemachte Misshandlung durch die kroatischen Behör-

den ist nicht zu rechtfertigen. Jedoch ist selbst unter Berücksichtigung der-

selben nicht davon auszugehen, Kroatien verstosse zum heutigen Zeit-

punkt systematisch gegen seine vertraglichen Verpflichtungen als zustän-

diger Dublin-Mitgliedstaat im Falle einer Rücküberstellung von Asylsuchen-

den. 

8.3 Die Anwendung der Ermessensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO 

respektive der – das Selbsteintrittsrecht im Landesrecht konkretisieren-

den – Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. Au-

gust 1999 (AsylV 1, SR 142.311) ist vorliegend ebenfalls nicht angezeigt.  

8.3.1 Es gilt die Vermutung, dass Kroatien – als Dublin-Mitgliedstaat – bei 

der Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens die einschlägi-

gen völkerrechtlichen Verpflichtungen respektiert. Die Vorbringen des Be-

schwerdeführers (er habe sich während dreier Tage in Kroatien aufgehal-

ten, habe weiterreisen wollen, sei weggerannt, als er Polizisten gesehen 

habe, festgenommen und gefragt worden, weshalb er weggerannt sei, 

beim Aufgreifen geschlagen und schliesslich in Camp gebracht worden, wo 

man ihm die Fingerabdrücke abgenommen habe, woraufhin er habe wei-

terreisen dürfen [vgl. SEM-act. {…}-13/9 Ziff. 5.02], und es sei ihm kein 

Dolmetscher zur Verfügung gestellt worden [vgl. Beschwerde S. 2]) vermö-

gen diese Vermutung nicht zu widerlegen, und auch eine Durchsicht der 

Akten fördert keinerlei konkrete Hinweise auf das Bestehen eines völker-

rechtlichen Vollzugshindernisses im Sinne von Art. 3 EMRK – welches 

zwingend zu einem Selbsteintritt führen müsste – zutage. Insbesondere 

bestehen im vorliegenden Fall keine konkreten Anhaltspunkte für die An-

nahme, dass Kroatien die massgeblichen EU-Richtlinien missachten und 

sich weigern würde, den Antrag des Beschwerdeführers auf internationalen 

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Seite 8 

Schutz zu prüfen oder ihm dauerhaft die ihm zustehenden minimalen Le-

bensbedingungen vorenthalten würde.  

8.3.2 Bei der Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 

AsylV 1 verfügt das SEM über einen Ermessensspielraum (vgl. BVGE 

2015/9 E. 7 f.). Es bestehen keine Hinweise auf eine nicht gesetzes-

konforme Ausübung des Ermessens. Bei dieser Sachlage enthält sich das 

Gericht in diesem Zusammenhang weiterer Äusserungen. 

8.4 Somit bleibt Kroatien der für die Behandlung des Asylgesuchs des Be-

schwerdeführers zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO.  

9.  

Das SEM ist nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein-

getreten, und auch die Anordnung der Überstellung nach Kroatien ist zu 

bestätigen (vgl. Art. 44 AsylG; Art. 32 Bst. a AsylV 1). Die Beschwerde ist 

demnach abzuweisen. 

10.  

10.1 Das Beschwerdeverfahren ist mit dem vorliegenden Urteil abge-

schlossen. Der Antrag, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten, ist damit gegenstandslos geworden. 

10.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

(Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist abzuweisen, da sich die Beschwerdebegehren 

als aussichtslos erwiesen haben.  

Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1‒3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Segessenmann Daniel Widmer 

 

 

Versand: