# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64190a2b-0fc0-59a9-9a3f-dde9d5a2f544
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-11-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.11.2018 D-6075/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6075-2018_2018-11-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6075/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  N o v e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;   

Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Iran,   

vertreten durch lic. iur. Sonja Ryf, Advokatin,  

Advokatur am Fluss,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch);  

Verfügung des SEM vom 27. September 2018 / N (…). 

 

 

 

D-6075/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 9. Dezember 2010 suchte der Beschwerdeführer in der Schweiz um 

Asyl nach. Das damalige Bundesamt für Migration (BFM, heute: SEM) 

lehnte das Asylgesuch mit Verfügung vom 26. Januar 2011 ab und ordnete 

gleichzeitig den Vollzug der Wegweisung an. Eine gegen diese Verfügung 

gerichtete Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil 

D-1297/2011 vom 9. Juli 2012 ab. 

B.  

Am 6. Februar 2013 reichte der Beschwerdeführer erneut ein Asylgesuch 

ein, welches vom SEM mit Verfügung vom 2. April 2014 abgelehnt wurde. 

Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Bundesver-

waltungsgericht mit Urteil D-2399/2014 vom 30. Juni 2014 ebenfalls ab. 

C.  

Am 13. August 2015 suchte der Beschwerdeführer erneut um Asyl nach. 

Das SEM wies auch dieses Gesuch mit Verfügung vom 11. Septem-

ber 2015 ab. Diese Verfügung erwuchs am 14. Oktober 2015 unangefoch-

ten in Rechtskraft. 

D.  

Mit Eingabe vom 8. Februar 2017 reichte der Beschwerdeführer ein weite-

res Asylgesuch ein. Er hielt dabei im Wesentlichen an seinen bisherigen 

Asylvorbringen fest und machte geltend, sich auch nach dem letzten Asyl-

entscheid des SEM noch exilpolitisch gegen das iranische Regime betätigt 

zu haben.  

Der Beschwerdeführer erklärte in diesem Zusammenhang, dass er derzeit 

die Leitung des Komitees der KDP-Iran-Schweiz (Kurdistan Democratic 

Party) in B._______ innehalte. In dieser Funktion obliege es ihm, die in 

B._______ und Umgebung ansässigen Parteimitglieder über bevorste-

hende Kundgebungen und weitere Veranstaltungen der Partei in der ge-

samten Schweiz zu informieren und zu mobilisieren. Zuletzt habe die KDP-

Iran-Schweiz je eine Kundgebung in C._______ im September 2016 und 

in D._______ im Dezember 2016 durchgeführt. Er sei an der Organisation 

und Durchführung dieser Demonstrationen aktiv beteiligt gewesen. In 

D._______ habe er ein Plakat mit dem Text „(…)“ („[…]“) getragen. Bei der 

Demonstration in C._______ habe er ein Plakat mit dem Text „(…)“ („[…]“) 

mit sich geführt. Im Januar 2017 habe es zudem ein internationales Partei-

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Seite 3 

treffen der KDP-Iran in E._______ gegeben. Er habe daran als aktives Par-

teimitglied teilgenommen. Zu all diesen Aktivitäten gebe es Bildmaterial 

von ihm, das teilweise auch in den sozialen Medien auftauche. Auch wenn 

er nicht zu den prominenten Köpfen der KDP zu rechnen sei, habe er auf-

grund seiner Parteiaktivitäten bei einer Rückkehr in den Iran als Kurde und 

Regimegegner mit einer massiven Verfolgung zu rechnen. Darüber hinaus 

sei er bei einer Rückkehr in den Iran auch aufgrund seiner Asylgesuchein-

reichung in der Schweiz speziell gefährdet. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer folgende Dokumente ein: 

Schreiben der KDP-Iran-Schweiz von F._______ vom 21. November 2016, 

sechs Fotografien der Kundgebung vom (…) September 2016 in 

C._______, sechs Fotografien der Kundgebung vom (…) Dezember 2016 

in D._______, ein Ausdruck der Webseite der KDP vom 17. Dezember 

2016, 8 Fotografien der Jahrestagung vom (…) Januar 2017 in E._______, 

den Bericht „Iran: Behandlung von abgewiesenen Asylsuchenden“ der 

Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 18. August 2016 sowie die Ko-

pie eines Schreibens von G._______ vom 24. März 2016. 

E.  

Mit Verfügung vom 23. Juli 2018 forderte das SEM den Beschwerdeführer 

auf, eine aktualisierte Eingabe bezüglich seines Mehrfachgesuchs einzu-

reichen.  

F.  

In seiner Eingabe an die Vorinstanz vom 15. August 2018 beantragte der 

Beschwerdeführer, dass seinem Asylgesuch stattzugeben oder er eventu-

aliter vorläufig aufzunehmen sei. Er führte aus, dass er nach wie vor ein 

aktives Mitglied der KDP-Iran-Schweiz sei. In diesem Zusammenhang 

habe er ein Treffen der Parteimitglieder am (…) November 2017 in 

H._______ organisiert, an der Vorbesprechung teilgenommen und im Saal 

für (…) sowie die (…) gesorgt. An dieser Versammlung habe der ehemalige 

Präsident der KDP Iran, I._______, als Sprecher teilgenommen. Daneben 

habe er im Februar, März und Mai 2018 an regimekritischen Demonstrati-

onen in C._______, H._______ und D._______ teilgenommen. Sodann sei 

seine gesundheitliche Situation schwierig. Glücklicherweise habe er des-

halb endlich eine bessere Unterkunft zugewiesen erhalten. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer folgende Dokumente ein: 

vier Fotos zur Veranstaltung der KDP-Iran-Schweiz in H._______ vom No-

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Seite 4 

vember 2017, einen kopierten Auszug aus dem Amnesty International Re-

port 2017/18, eine Kopie der SFH-Länderanalyse „Schnellrecherche Iran 

über die Rückkehr von Personen mit Verbindungen zu den Volksmudscha-

hedin (PMOI)“ vom 20. Juli 2018, eine Kopie seines Gesuchs für eine an-

gemessene Unterkunft vom (…) Januar 2018 sowie eine Kopie eines Arzt-

berichts von G._______ vom (…) Januar 2018. 

G.  

Mit Verfügung vom 27. September 2018 – eröffnet am 28. September 2018 

– verneinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, 

lehnte sein Asylgesuch ab, wies in aus der Schweiz weg, ordnete den Voll-

zug an und erhob eine Gebühr. 

H.  

Mit Eingabe vom 24. Oktober 2018 liess der Beschwerdeführer diese Ver-

fügung durch seine Rechtsvertreterin beim Bundesverwaltungsgericht an-

fechten. Er beantragte in materieller Hinsicht, die vorinstanzliche Verfü-

gung sei aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und 

ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei er wegen Unzulässigkeit, Unzu-

mutbarkeit beziehungsweise Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs 

vorläufig aufzunehmen. Mit beantragter Aufhebung der vorinstanzlichen 

Verfügung sei auch die Entscheidgebühr der Vorinstanz aufzuheben. In 

prozessualer Hinsicht  beantragte er, dass der Beschwerde die aufschie-

bende Wirkung zuzuerkennen und ihm zu gestatten sei, während der 

Dauer des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz zu verbleiben. Weiter er-

suchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung sowie um die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch die im 

Rubrum aufgeführte Rechtsvertreterin. 

Der Beschwerdeführer reichte folgende Beweismittel ein: Ausdrucke der 

Entscheide-Nr. 470/2011, 481/2011, 489/2012 und 492/2012 des UN-

Komitees gegen Folter (Commitee Against Torture, CAT) vom 28. Novem-

ber 2014, die Kopie eines Schreibens von G._______ an die J._______, 

ein ärztliches Zeugnis der K._______ vom (…) Oktober 2018 sowie eine 

Sozialhilfebestätigung der L._______ vom 10. Oktober 2018.  

I.  

Mit Schreiben vom 26. Oktober 2018 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde. 

 

D-6075/2018 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung von Gesetzes wegen und die 

Vorinstanz hat sie nicht entzogen (Art. 55 Abs. 1 und 2 VwVG). Der Antrag 

betreffend aufschiebende Wirkung ist gegenstandslos. 

4.  

Soweit der Beschwerdeführer formelle Rügen (unrichtige beziehungsweise 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts) erhebt, 

ist vorab festzuhalten, dass sich diese als unbegründet erweisen, zumal 

weder der Beschwerde noch den Akten zu entnehmen ist, inwiefern die 

Vorinstanz ihre diesbezüglichen Pflichten verletzt haben soll. Die Vor-

instanz würdigte im angefochtenen Entscheid einlässlich die Asylgründe 

des Beschwerdeführers. Angesichts der fehlenden flüchtlingsrechtlichen 

Relevanz des vorgetragenen Sachverhalts und der gesamten Aktenlage 

konnte darauf verzichtet werden, weitere Abklärungen vorzunehmen. Auch 

hat die Vorinstanz in ihrer Verfügung die wesentlichen Überlegungen ge-

nannt, von denen sie sich hat leiten lassen, und diese somit ausreichend 

beziehungsweise so begründet, dass eine sachgerechte Anfechtung mög-

lich war, wie die vorliegende Beschwerde zeigt. Mit den formellen Rügen 

wurde vielmehr die Richtigkeit der materiellen Würdigung in Frage gestellt, 

welche jedoch mit vorliegendem Urteil bestätigt wird. 

D-6075/2018 

Seite 6 

5.  

5.1 Zur Begründung der abweisenden Verfügung führte die Vorinstanz aus, 

dass die geltend gemachten subjektiven Nachfluchtgründe den Anforde-

rungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhal-

ten würden. Zunächst sei festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten für die im Iran verbotene KDP 

bzw. die KDP-Iran-Schweiz bereits in zwei in zwei abgeschlossenen Asyl-

verfahren in der Schweiz einlässlich geprüft und als nicht asylbeachtlich 

beurteilt worden sei. Die neuen Vorbringen (Leitung des Kommitees KDP-

Iran-Schweiz in B._______, Mitorganisation beziehungsweise Durchfüh-

rung zweier Demonstrationen der KDP-Iran-Schweiz in C._______ und 

D._______, Teilnahme an einen internationalen Parteitreffen in E._______, 

Mitorganisation eines Parteianlasses der KDP-Iran-Schweiz in H._______ 

sowie Teilnahme an vier Demonstrationen zwischen Februar 2018 und 

Ende Mai 2018) sei festzuhalten, dass die von ihm beschriebenen Aktivitä-

ten aufgrund ihrer Form und Intensität nicht über die massentypischen exil-

politischen Aktivitäten iranischer Staatsangehöriger im Ausland hinausgin-

gen. An dieser Einschätzung vermöchten auch die von ihm eingereichten 

Beweismittel nichts zu ändern. Die von ihm vorgelegten Fotos, die ihn bei 

Demonstrationen und als Teilnehmer einer Parteikonferenz der KDP-Iran 

in der Schweiz zeigten, würden die üblichen massentypischen Aktivitäten 

iranischer Staatsangehöriger im Ausland abbilden und vermöchten keine 

spezifische Exponierung als Regimegegner zu begründen. Das Verhalten 

des Beschwerdeführers in der Schweiz im Zusammenhang mit seinen exil-

politischen Aktivitäten sei daher insgesamt betrachtet nicht geeignet, ein 

ernsthaftes Vorgehen der iranischen Behörden gegen ihn zu bewirken. Zu-

dem bestünden keine Anhaltspunkte für die Annahme, im Iran wäre gegen 

ihn aufgrund der geltend gemachten Aktivitäten behördliche Massnahmen 

eingeleitet worden. Demnach könne nicht davon ausgegangen werden, 

dass er als konkrete Bedrohung für die iranischen Behörden wahrgenom-

men und deshalb verfolgt würde. Es sei somit davon auszugehen, dass er 

nicht über ein politisches Profil verfügt, welches ihn beider Rückkehr in den 

Iran einer konkreten Gefährdung nach Art. 3 AsylG aussetzen würde. 

5.2 In der Beschwerde wird dagegen vorgebracht, dass die Vorinstanz mit 

ihrer pauschalisierten Argumentation, die exilpolitische Tätigkeit des Be-

schwerdeführers sei nicht asylrelevant, an einer Sichtweise festhalte, wel-

che der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) als nicht 

länger vertretbar beurteilt habe. Im Urteil des EGMR S. F. und andere ge-

gen Schweden vom 15. Mai 2012 (Nr. 52077/10) sei festgestellt worden, 

dass die Menschenrechtssituation im Iran äusserst bedenklich sei. Es 

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seien nicht nur besonders profilierte Aktivisten von behördlichen Massnah-

men betroffen, sondern jedermann, der demonstriere oder sonst wie Stel-

lung gegen das Regime beziehe riskiere Festnahmen, Misshandlungen 

und Folter. Dass die Schweiz mit ihren Entscheiden betreffend Rückschaf-

fungen iranischer Asylsuchender gegen Artikel 3 der von ihr unterzeichne-

ten UN-Konvention gegen Folter verstosse, habe das CAT in mehreren 

Entscheiden festgestellt. Davon betroffen gewesen sei unter anderem auch 

ein aus dem Iran stammender Kurde, welcher in der Schweiz als Aktivist 

der KDP-Iran tätig gewesen und als nicht speziell profiliert erachtet worden 

sei (Nr. 492/2012). Das im Iran herrschende Regime sein ein totalitäres 

und darauf bedacht, die Bevölkerung mit aller Macht nach den religiösen 

Grundsätzen zu „lenken“. Es gehe nicht allein gegen Personen vor, die in 

seinen Augen eine Gefahr für das politische System darstellten, sondern 

setze staatlichen Terror als Instrument zur Einschüchterung der Bevölke-

rung ein. Insofern möge der Beschwerdeführer keine Gefahr für das politi-

sche System im Iran darstellen, aber das politische System stelle eine Ge-

fahr für den Beschwerdeführer dar. Bei einer Rückkehr in den Iran würde 

er unweigerlich den dortigen Behörden vorgeführt: er verfüge über keine 

Ausweispapiere, sei Kurde, habe den Iran vor gut (…) Jahren unerlaubt 

beziehungsweise illegal verlassen und sich damit der Militärdienstpflicht 

entzogen, habe durch seine Asylgesuchstellung die Islamische Republik 

Iran im Ausland schlecht gemacht, sei Mitglied der verbotenen KDP und 

habe sich im Exil politisch engagiert. Dem iranischen Regime genügten 

weit weniger schwer wiegende Gründe, um Menschen unmenschlichen 

Strafen bis hin zur Hinrichtung zuzuführen.  

6.  

6.1 Mit Bezug auf das vorliegende Verfahren ist vorweg festzuhalten, dass 

der Beschwerdeführer im Rahmen seines Mehrfachgesuches lediglich eine 

neue Verfolgungssituation beziehungsweise eine nachträgliche, erhebliche 

Veränderung des Sachverhalts seit Rechtskraft der Verfügung des dritten 

Asylverfahrens, mithin seit 14. Oktober 2015, geltend machen kann. Auf 

Beschwerdeebene wird jedoch im Wesentlichen der aktenkundige Sach-

verhalt wiederholt sowie erneut auf die Verfolgungsgefahr des Beschwer-

deführers bei einer Rückkehr in den Iran hingewiesen. Insofern sich der 

Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe auf die illegale Ausreise 

beziehungsweise den damit zusammenhängenden Entzug von der Militär-

dienstpflicht, die Asylgesuchstellung im Ausland, seine kurdische Ethnie, 

seine Mitgliedschaft in der KDP-Iran-Schweiz und den Umstand, dass er 

keine Ausweispapiere besitzt, beruft, erübrigen sich deshalb weitere Aus-

führungen.  

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Seite 8 

6.2 Bereits im zweiten sowie im dritten Asylverfahren machte der Be-

schwerdeführer zudem exilpolitische Aktivitäten geltend, welchen der zur 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft notwendige Exponierungsgrad 

nicht beigemessen werden konnte (vgl. Urteil des BVGer D-2399/2014 vom 

30. Juni 2014 E. 5 sowie die vorinstanzliche Verfügung vom 11. Septem-

ber 2015 Ziff. II). Die im jetzigen Asylverfahren geäusserten Vorbringen 

vermögen nicht zu einer anderen Einschätzung zu führen. Diesbezüglich 

ist zunächst festzuhalten, dass von den im vierten Asylverfahren vorgetra-

genen exilpolitischen Aktivitäten anhand von im vorinstanzlichen Verfahren 

eingereichten Beweismitteln ohnehin nur die Teilnahme an Demonstratio-

nen, an einer Tagung in E._______ und einem Treffen in H._______ belegt 

sind. Den eingereichten Fotografien ist nicht zu entnehmen, dass sich der 

Beschwerdeführer mit seinem Tun besonders und über das Mass der an-

deren Teilnehmer hinaus exponiert oder eine in der Öffentlichkeit heraus-

ragende Führungsposition innegehabt hätte. Um Wiederholungen zu ver-

meiden kann auf die entsprechenden Erwägungen im Urteil D-2399/2014 

vom 30. Juni 2014 verwiesen werden (vgl. E. 5). Was die neu geltend ge-

machte Funktion als Leiter des Komitees KDP-Iran-Schweiz der Region 

B._______ betrifft, so ist diese angebliche Tätigkeit ohnehin nur mit einem 

äusserst knappen Bestätigungsschreiben der KDP-Iran-Schweiz belegt 

worden. Aus diesem Schreiben ist weder ersichtlich, welche Aufgaben dem 

Beschwerdeführer in seiner Funktion zukommen, noch seit wann er diese 

ausübt. Auch wenn man den Ausführungen im Asylgesuch, wonach es dem 

Beschwerdeführer im Rahmen seiner Funktion obliege, die in B._______ 

und Umgebung ansässigen Parteimitglieder über Demonstrationen und 

Veranstaltungen zu informieren und zu mobilisieren, Glauben schenkt, ist 

nicht von einem herausragenden exilpolitischen Engagement auszugehen, 

dass den Beschwerdeführer exponiert und ihn als ernsthaften und gefähr-

lichen Regimegegner erscheinen lässt. Ohnehin legen der Umstand, dass 

im Schreiben an die Vorinstanz vom 24. Oktober 2016 („Sistierungsge-

such“) vom Beschwerdeführer lediglich als „Parteimitglied der KDPI“ mit 

exilpolitischem Engagement gegen die Regierung die Rede war, sowie die 

kurz auf das Antwortschreiben der Vorinstanz vom 1. November 2016 er-

folgte Ausstellung des Bestätigungsschreibens die Vermutung nahe, dass 

er nun durch das Innehaben eines Amtes beziehungsweise einer Position 

(auf dem Papier) versucht, jenen Exponierungsgrad zu erreichen, der be-

reits in zwei rechtskräftigen Asylverfahren verneint wurde.  

6.3 Unbehelflich bleibt der Hinweis auf den Entscheid des EGMR i.S. S. F. 

und andere gegen Schweden vom 15. Mai 2012 (Nr. 52077/10), zumal der 

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Gerichtshof in seinem Entscheid darauf hingewiesen hat, dass die spezifi-

sche persönliche Situation einer Person zu beurteilen ist, und sich das exil-

politische Profil des Beschwerdeführers von der in jenem Verfahren be-

troffenen Personen in seinem Exponierungsgrad deutlich unterscheidet. 

Ebenfalls unbehelflich bleiben schliesslich auch die Verweise auf verschie-

dene Entscheide des CAT, in welchen der Ausschuss bei drohenden Aus-

schaffungen in den Iran eine Gefahr der Verletzung des Refoulementver-

bots feststelle, beruhen doch diese Entscheide jeweils auf spezifischen, 

glaubhaft aufzuzeigenden Risikofaktoren im Einzelfall und nicht auf einer 

generellen, sämtliche Wegweisungen in den Iran gleichermassen betref-

fenden Einschätzung. 

6.4 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass der Beschwerdeführer auch in diesen Verfahren nicht konk-

ret hat darlegen können, inwiefern er sich durch seine neuen Aktivitäten 

von den übrigen exilpolitisch aktiven iranischen Staatsangehörigen und 

seinen früheren, rechtskräftig als nicht flüchtlingsrelevant befundenen exil-

politischen Tätigkeiten abhebt und deswegen besonders gefährdet wäre. 

Folglich ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rück-

kehr in seinen Heimatstaat keine asylrelevante Verfolgung befürchten 

muss. Die Vorinstanz hat somit zurecht die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Nachdem der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht er-

füllt, sein Asyl abzulehnen und er aus der Schweiz wegzuweisen ist, bleibt 

somit zu prüfen, ob die Wegweisung zu vollziehen oder an Stelle des Voll-

zugs eine vorläufige Aufnahme anzuordnen ist. 

7.2 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

7.3 Die Vorinstanz hat sich in der angefochtenen Verfügung vom 27. Sep-

tember 2017 zur Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

geäussert und beides bejaht. 

Wie bereits im ersten Verfahren mit Urteil D-1297/2011 vom 9. Juli 2012 

festgestellt wurde, erweist sich der Vollzug der Wegweisung des Be-

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Seite 10 

schwerdeführers in den Iran sowohl im Sinne der landes- als auch der völ-

kerrechtlichen Bestimmungen als zulässig (vgl. a.a.O. E. 6.1.3). Die Vor-

bringen im neuen Verfahren rechtfertigen keine andere Einschätzung, da 

weder – mangels Erfüllung der Voraussetzungen für die Feststellung der 

Flüchtlingseigenschaft – das flüchtlingsrechtliche Non-Refoulement-Prin-

zip tangiert ist, noch sonst Anhaltspunkte für eine im Heimatstaat drohende 

menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind. Ins-

besondere vermag der Beschwerdeführer kein „real risk“ im Sinne der mas-

sgeblichen Rechtsprechung darzutun, zumal die blosse Möglichkeit einer 

menschenrechtswidrigen Behandlung nicht ausreicht (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124 ff. m.w.H.). Der EGMR geht ebenfalls davon aus, dass 

eine möglicherweise drohende Verletzung von Art. 3 EMRK jeweils auf-

grund der persönlichen Situation des Beschwerdeführers zu beurteilen ist. 

Berichte über schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen im Iran be-

gründen für sich allein noch keine Gefahr einer unmenschlichen Behand-

lung (vgl. das vom Beschwerdeführer selbst angeführte Urteil des EGMR 

S. F. und andere gegen Schweden vom 15. Mai 2012, 52077/10, §§ 63 f.; 

vgl. zum Ganzen das Referenzurteil des BVGer D-830/2016 vom 

20. Juni 2016 E. 4.2). 

Der Vollzug der Wegweisung ist demnach sowohl im Sinne der asyl- als 

auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Der Beschwerdeführer macht gesundheitliche Probleme geltend. Gemäss 

Schreiben seines behandelnden Arztes an die L._______ vom 

(…) März 2018 besteht beim ihm eine (nicht näher bezeichnete) „psychiat-

rische Problematik“, die trotz medikamentöser Therapie nicht befriedigend 

zu bessern sei. Es handle sich beim Beschwerdeführer um eine vulnerable 

Person. Gemäss Schreiben des Arztes an die K._______ vom (…) Okto-

ber 2018 sei der Beschwerdeführer bereits die letzten Jahre immer wieder 

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Seite 11 

in einem schlechten psychischen Gleichgewicht gewesen, sobald es um 

Fragen des Aufenthaltsstatus gegangen sei. (…), (…) und (…) seien auf-

getreten. Gegenwärtig sei er (…), (…), (…) und habe (…). 

Zu den psychischen Leiden des Beschwerdeführers ist zu bemerken, dass 

bei einer Erkrankung nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs geschlossen werden kann, wenn eine notwendige medizinische Be-

handlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu 

einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesund-

heitszustands der betroffenen Person führen würde. Als wesentlich wird die 

allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet, die zur Ge-

währleistung einer menschenwürdigen Behandlung absolut notwendig ist, 

wobei Unzumutbarkeit jedenfalls noch nicht vorliegt, wenn im Heimatstaat 

eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische 

Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). Im Iran ist nach Er-

kenntnissen des Gerichts die Behandlung psychiatrischer Erkrankungen 

grundsätzlich sichergestellt (vgl. World Health Organization, Mental health 

systems in the Eastern Mediterranean Region – Report based on the WHO 

assessment instrument for mental health systems, S. 18, vgl. <http://appli-

cations.emro.who.int/dsaf/dsa1219.pdf>, zuletzt abgerufen am 20. Novem-

ber 2018). Da die geltend gemachten Ausreisegründe im ordentlichen Asyl-

verfahren für nicht glaubhaft beziehungsweise nicht asylrelevant befunden 

worden sind (vgl. Urteil des BVGer D-1297/2011 vom 9. Juli 2012 E. 4.5), 

kann nicht von einer damit zusammenhängenden Verschlimmerung des 

Gesundheitszustands bei Rückkehr, wie sie in der Beschwerde geltend ge-

macht wird (vgl. a.a.O. S. 6), ausgegangen werden. Die gesundheitlichen 

Probleme des Beschwerdeführers stehen vielmehr im Zusammenhang mit 

den wiederholt negativen Asylentscheiden, was jedoch weder unter dem 

Aspekt von Art. 83 Abs. 4 AuG noch unter jenem von Art. 3 EMRK dem 

Wegweisungsvollzug entgegenstehen kann. Die gesundheitlichen Prob-

leme des Beschwerdeführers sind auch nicht als derart schwer zu werten, 

dass eine Rückkehr zu einer lebensgefährdenden Beeinträchtigung des 

Gesundheitszustands führen würde. Eine Behandlung ist zudem auch im 

Heimatstaat möglich. 

Es bestehen ferner auch sonst keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen 

liessen, der Beschwerdeführer sei bei einer Rückkehr in den Iran einer kon-

kreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgesetzt, weswegen 

im Weiteren vollumfänglich auf die Ausführungen des ersten Beschwerde-

entscheides im ordentlichen Asylverfahren verwiesen werden kann 

(vgl. a.a.O. E. 6.2). 

D-6075/2018 

Seite 12 

7.5 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung 

des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu 

beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513-515). Die 

Feststellung der technischen und praktischen Unmöglichkeit des Wegwei-

sungsvollzugs würde voraussetzen, dass sowohl seitens der betroffenen 

Person als auch seitens der zuständigen kantonalen und Bundesbehörden 

alle Anstrengungen hinsichtlich einer freiwilligen Ausreise respektive der 

zwangsweisen Rückführung unternommen worden sind (vgl. Urteile des 

Bundesverwaltungsgerichts C-528/2007 vom 3. Februar 2010 E. 6.2; 

E-3426/2006 vom 30. Juli 2008 E. 3.2 sowie E-661/2008 vom 19. Feb-

ruar 2013 E. 4.2). Der Beschwerdeführer hat nicht dargetan, dass er sich 

um Reisedokumente bemüht hätte und ihm diese verweigert worden wä-

ren, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen 

ist. 

7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich beurteilt. Die Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzu-

weisen. 

9.  

9.1 Die gestellten Rechtsbegehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb 

das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, unbesehen der ausgewiese-

nen Mittellosigkeit, in Anwendung von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist. 

Dementsprechend ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeistän-

dung mangels Erfüllens der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

ebenfalls abzuweisen. 

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-6075/2018 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Andrea Beeler 

 

 

Versand: