# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9cc2cf2d-4466-5cef-a88f-49dc51da533c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.06.2020 200 2019 770
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-770_2020-06-13.pdf

## Full Text

200 19 770 IV
LOU/BOC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Juni 2020

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 5. September 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2020, IV/19/770, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1983 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 1. Februar 2017 unter Hinweis auf Herz-
probleme und Einschränkungen im Anschluss an einen bariatrischen 
Eingriff bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Akten der 
IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 2). 
Nach Vornahme medizinischer und erwerblicher Abklärungen sowie der 
Einholung einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; 
act. II 34), stellte die IVB mit Vorbescheid vom 14. Februar 2018 (act. II 35) 
die Ablehnung eines Rentenanspruchs bei einem Invaliditätsgrad von 20 % 
in Aussicht. Nach dagegen vorgebrachten Einwänden (act. II 39) holte die 
IVB eine vom 15. Mai 2018 datierende Stellungnahme des RAD ein (act. II 
42) und verfügte am 18. Mai 2018 (act. II 43) wie vorbescheidweise an-
gekündigt. Die dagegen erhobene Beschwerde (act. II 44) hiess das Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern unter Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung mit Urteil vom 12. Oktober 2018, IV/2018/464 (act. II 48), gut 
und wies die Sache an die IVB zurück, damit sie eine bidisziplinäre Ab-
klärung – sei es durch eine externe Begutachtung, sei es durch eine Unter-
suchung im RAD – durchführe und anschliessend über den 
Rentenanspruch neu verfüge (VGE IV/2018/464, E. 4.3).

B.

In der Folge liess die IVB den Versicherten durch die MEDAS C.________ 
psychiatrisch-gastroenterologisch begutachten (Expertise vom 6. Mai 2019 
[act. II 61.1 - 61.3]). Mit Vorbescheid vom 17. Mai 2019 (act. II 62) stellte 
die IVB sodann bei einem Invaliditätsgrad von 10 % die Verneinung des 
Rentenanspruchs in Aussicht. Unter Hinweis auf einen geplanten Eingriff 
beantragte der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar 
B.________, am 26. Juli 2019 die Sistierung des Verwaltungsverfahrens 
(act. II 67). Nach Einholung einer Beurteilung durch den RAD (act. II 69) 
lehnte die IVB mit Verfügung vom 5. September 2019 (act. II 70) das Sistie-

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rungsgesuch sinngemäss ab und verneinte bei einem Invaliditätsgrad von 
10 % den Anspruch auf eine Rente. 

C.

Dagegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
und Notar B.________, am 7. Oktober 2019 Beschwerde. Er stellt die fol-
genden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 5. September 2019 
sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei rückwirkend seit 
Anspruchsbeginn eine ganze Rente zuzusprechen.

2. Eventualiter sei eine Dreiviertelsrente zuzusprechen.
3. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorin-

stanz zurückzuweisen.
4. Es sei ein unabhängiges fachärztliches (evtl. interdisziplinäres) 

Gutachten (Obergutachten) unter Wahrung der Mitwirkungsrechte 
und unter direkter Fragestellung in Auftrag zu geben, welches den 
IV-Anspruch des Beschwerdeführers abklärt. 

5. Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Verfahren die in-
tegrale unentgeltliche Prozessführung unter Beiordnung des Un-
terzeichnenden als Rechtsbeistand zu gewähren.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Mit Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2019 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 27. November 2019 das in 
Aussicht gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege inklusive Beila-
gen ein. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 5. September 2019 (act. II 70). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör geltend (Beschwerde S. 5 f.). Er bringt vor, die Be-

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schwerdegegnerin habe auf seine Eingabe vom 26. Juli 2019 (act. II 67), 
wonach die Ergebnisse der TAP-Block-Diagnostik abgewartet werden soll-
ten, nicht geantwortet. Er habe diese Ergebnisse der Beschwerdegegnerin 
demnach nicht zustellen können, obschon diese als erhebliche Beweise zu 
dienen vermochten und geeignet gewesen wären, den Entscheid der Be-
schwerdegegnerin zu beeinflussen.

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte 
Anspruch auf rechtliches Gehör räumt dem Betroffenen das persönlich-
keitsbezogene Mitwirkungsrecht ein, erhebliche Beweise beizubringen, mit 
solchen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentli-
cher Beweise mitzuwirken. Dem Mitwirkungsrecht entspricht die Pflicht der 
Behörden, die Argumente und Verfahrensanträge der Parteien entgegen-
zunehmen und zu prüfen, sowie die ihr rechtzeitig und formrichtig angebo-
tenen Beweismittel abzunehmen (BGE 138 V 125 E. 2.1 S. 127; SVR 2016 
BVG Nr. 6 S. 23 6.1.1). Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmäs-
sigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für 
die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Auf ein beantragtes Be-
weismittel kann verzichtet werden, wenn der Sachverhalt, den eine Partei 
beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes bewie-
sen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, dass der angebotene 
Beweis keine Abklärungen herbeizuführen vermag, oder wenn die Behörde 
den Sachverhalt gestützt auf ihre eigene Sachkenntnis bzw. jene ihrer 
fachkundigen Beamten selber zu würdigen vermag (BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162).

2.3 Die Beschwerdegegnerin hat hinsichtlich der TAP-Block-Diagnostik 
eine Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. D.________, Facharzt für All-
gemeine Innere Medizin, eingeholt, welcher am 14. August 2019 (act. II 69) 
angab, das Ergebnis dieses Eingriffs müsse nicht abgewartet werden, da 
sich bezüglich der Gesamtbeurteilung dadurch an der Einschätzung vor-
aussichtlich nichts Relevantes ändern werde, allenfalls könnte bei günsti-
gem und anhaltendem Ergebnis sogar ein etwas besseres 
Zumutbarkeitsprofil resultieren (wovon der RAD derzeit aber nicht ausge-
he). Diese Beurteilung floss sodann in die angefochtene Verfügung vom 

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5. September 2019 (act. II 70) ein. Da die Ergebnisse für die vorliegende 
Entscheidung folglich nicht erheblich waren, waren darüber keine Beweise 
abzunehmen bzw. waren die entsprechenden Ergebnisse nicht abzuwarten 
(vgl. E. 2.2 hiervor). Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
ist somit zu verneinen. 

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-

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scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110).

3.3 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen 
sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollzie-
hen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten 
sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-
mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

3.4 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindi-
katoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-

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sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat 
die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte 
Person zu tragen (E. 6 S. 308).

Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten 
Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder geeignet ist. 
Es bleibt daher etwa dann entbehrlich, wenn für eine – länger dauernde 
(Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) – Arbeitsunfähigkeit nach bestehender Aktenlage 
keine Hinweise bestehen oder eine solche im Rahmen beweiswertiger 
fachärztlicher Berichte in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird 
und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Quali-
fikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden 
kann (BGE 145 V 215 E. 7 S. 228).

3.5 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

3.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

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beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.7 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.8 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.

4.1 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung des im Nachgang zum 
Urteil VGE IV/2018/464 (act. II 48) erstellten psychiatrisch-gastro-
enterologische MEDAS-Gutachtens (act. II 61.1 - 61.3) vom 6. Mai 2019 
wurde die folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufge-
führt (act. II 61.1/6):

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Chronische Diarrhö (ICD-10 K59.1)
 keine erkennbare organische Ursache

Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden die Folgenden 
angegeben (act. II 61.1/6):

 Dysthymia (ICD-10 F34.1)
 Somatoforme autonome Funktionsstörung des unteren Gastrointestinaltraktes 

(ICD-10 F45.32)
 Status nach Sleeve-Gastroektomie 2014
 Status nach Cholezystektomie 2016

In der interdisziplinären medizinischen Beurteilung gaben die Gutachter an 
(act. II 61.1/6), der Beschwerdeführer leide an chronischen gastrointestina-
len Beschwerden. Er hätte immer Schmerzen und oft Durchfälle. Eine so-
matische Ursache habe bisher nicht festgestellt werden können. Auch bei 
der gutachterlichen gastroenterologischen Untersuchung sei keine erkenn-
bare organische Ursache der chronischen Diarrhö und der chronischen 
Schmerzen festgestellt worden. Bei der gutachterlichen psychiatrischen 
Untersuchung sei die Diagnose einer somatoformen autonomen Funktions-
störung des unteren Gastrointestinaltraktes sowie eine Dysthymie gestellt 
worden. Die Beschwerden seien vom Beschwerdeführer nicht vollständig 
überwindbar. Insbesondere müsse er mehrmals täglich wegen Durchfällen 
auf die Toilette. Die Arbeitstätigkeit müsse daher immer wieder unterbro-
chen werden, was die Leistungsfähigkeit einschränke. Zur Arbeitsfähigkeit 
in der bisherigen Tätigkeit und in einer der Behinderung optimal angepass-
ten Tätigkeit, welche keine körperliche schwere Tätigkeit umfassen dürfe 
und bei welcher eine Toilette regelmässig und kurzfristig erreichbar sein 
sollte, hielten die Gutachter fest (act. II 61.1/7), sowohl die bisherige Tätig-
keit als auch eine angepasste Tätigkeit könne der Beschwerdeführer acht 
Stunden täglich ausüben, dabei sei die Leistung eingeschränkt aufgrund 
von vermehrten Pausen wegen Toilettengängen. Bezogen auf ein 100 %-
Pensum werde die Arbeitsfähigkeit auf 90 % Arbeits- und Leistungsfähig-
keit geschätzt. Diese Einschränkungen könnten über die Zeit gemittelt seit 
Beginn der Symptomatik 2015 angenommen werden. Weiter hielten die 
Gutachter fest (act. II 61.1/7), die Leistungseinschränkung sei durch die 
chronische Diarrhö bedingt. Die psychische Symptomatik sei nicht vollstän-
dig überwindbar und wegen der Diarrhöen müsse der Beschwerdeführer 

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vermehrt eine Toilette aufsuchen können. Es lägen nur quantitative Ein-
schränkungen aus einer Fachrichtung vor, sodass sich keine Diskussion 
hinsichtlich additivem oder ergänzendem Effekt ergebe.

4.2

4.2.1 Das psychiatrische Teilgutachten (act. II 61.2) stellt anhand der Ak-
ten und der eigenen Untersuchung des Experten keine Diagnose mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 61.2/4). Der Gutachter 
diagnostizierte ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Dysthymia 
und eine somatoforme autonome Funktionsstörung des unteren Gastroin-
testinaltraktes (act. II 61.2/5). Daraus ergeben sich keinerlei Einschränkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 61.2/6 f.). Dieses Teilgutachten 
überzeugt, zumal auch der Beschwerdeführer selbst sich für psychisch 
nicht eingeschränkt erachtet (vgl. act. II 61.2/2) und aus den Akten keine 
Hinweise auf psychische Beeinträchtigungen erkennbar sind. Die Begut-
achtung erfolgte denn auch gestützt auf den Entscheid des Verwaltungsge-
richts (VGE IV/2018/464, E. 4.2 [act. II 48]) um zu klären, ob die somatisch 
nicht objektivierbare funktionelle Störung allenfalls in einen Zusammenhang 
mit einer möglichen psychischen Beeinträchtigung steht und diese beein-
flusst, was nach dem zum jetzt vorliegenden psychiatrischen Teilgutachten 
Gesagten auszuschliessen ist. Eine Beurteilung nach dem strukturierten 
normativen Prüfungsraster (BGE 141 V 281) ist bei dieser Konstellation 
praxisgemäss nicht erforderlich (vgl. E. 3.3 und 3.4 hiervor).

In Bezug auf das psychiatrische Gutachten wird beschwerdeweise geltend 
macht (Beschwerde S. 6), es sei nicht nachvollziehbar, dass der Gutachter 
einerseits keine beruflichen Massnahmen empfehlen könne, weil der Be-
schwerdeführer sich gänzlich krank und arbeitsunfähig fühle und dennoch 
eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % attestiere. Begründungen 
für diese volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit seien dem Gutachten nicht 
zu entnehmen. Diesbezüglich ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten 
(Beschwerdeantwort S. 3), dass die subjektive Sicht des Beschwerdefüh-
rers, sich gänzlich krank und arbeitsunfähig zu fühlen (act. II 61.2/7), für die 
Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht ausschlaggebend ist; 
diesbezüglich sind vielmehr die objektiven Befunde, welche im Fall des 
Beschwerdeführers gering ausgeprägt sind (vgl. act. II 61.2/4 f.), massge-

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bend. Da berufliche Massnahmen nur sinnvoll sind, wenn die versicherte 
Person sich subjektiv dazu in der Lage fühlt, stellt es folglich keinen Wider-
spruch dar, wenn der psychiatrische Gutachter für den sich gänzlich krank 
und arbeitsunfähig fühlenden Beschwerdeführer keine solchen empfiehlt, 
aber dennoch aus objektiver Sicht von einer vollen Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit ausgeht.

Soweit der Beschwerdeführer bemängelt (Beschwerde S. 7), die psychiatri-
sche Untersuchung habe nur 55 Minuten gedauert (vgl. act. II 61.2/4), ist 
mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten (Beschwerdeantwort S. 3), dass 
es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich 
nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt; massgebend ist in erster 
Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. 
Immerhin muss der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende 
zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopa-
thologie angemessen sein. Wie hoch dieser im Einzelfall zu veranschlagen 
ist, unterliegt letztlich aber der Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum 
des damit befassten Experten (SVR 2017 IV Nr. 75 S. 232 E. 4.3, 2016 IV 
Nr. 35 S. 110 E. 3.2.2). Das psychiatrische Teilgutachten (act. II 61.2) er-
weist sich als vollständig und schlüssig. Es bestehen keine Anzeichen 
dafür, dass der zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilen-
den Psychopathologie nicht angemessen gewesen wäre.

4.2.2 Das eher kurz gehaltene gastroenterologische Teilgutachten (act. II 
61.3) diagnostiziert mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische 
Diarrhö und eine chronische Schmerzsymptomatik, beides ohne erkennba-
re organische Ursache, sowie als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit einen Status nach Sleeve-Gastrektomie und einen Status 
nach Cholezystektomie (act. II 61.3/3). Die Arbeitsfähigkeit in der bisheri-
gen Tätigkeit wird auf 90 % bestimmt seit 2015, die 10 %-ige Einschrän-
kung sei durch die vielen Toilettengänge bedingt. Für angepasste Arbeiten 
gilt dasselbe (ohne schwere körperliche Tätigkeit [act. II 61.3/4 f.]). Es wer-
den medizinische Abklärungen angeregt wegen der Persistenz der ausge-
sprochen störenden Symptomatik. Das Teilgutachten bestätigt im 
Wesentlichen die Erkenntnisse aus den früheren gastroenterologischen 
Abklärungen (vgl. act. II 29, 32) und überzeugt. 

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In Bezug auf das gastroenterologische Teilgutachten bringt der Beschwer-
deführer vor (Beschwerde S. 7), den Akten der Beschwerdegegnerin sei 
nicht zu entnehmen, dass die vom gastroenterologischen Gutachter vorge-
schlagene Zusatzuntersuchung (Ausschluss einer inneren Hernie mittels 
CT-Abdomen und unter Valsalva-Versuch [act. II 61.3/5]) durchgeführt 
worden sei. Da diese angeregten Abklärungen in erster Linie auf eine mög-
liche Verbesserung der Symptomatik abzielen (vgl. act. II 61.3/5), aber 
kaum Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben dürften, konnte der Verfü-
gungserlass auch ohne Vornahme dieser Abklärungen erfolgen. Gleiches 
gilt für die im Verwaltungsverfahren thematisierte TAP-Block-Diagnostik; 
diesbezüglich kann auf die zur Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 
Gehör gemachten Ausführungen verwiesen werden (vgl. E. 2.3 hiervor). 

Sodann kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass der gastroen-
terologische Gutachter die Auffassung der behandelnden Ärzte des Spitals 
E.________, wonach es sich um ein Reizdarmsyndrom handeln soll (act. II 
32/3), nicht teilt (act. II 61.3/4; Beschwerde S. 7), nichts zu seinen Gunsten 
ableiten. Denn für die Bestimmung des Rentenanspruchs ist grundsätzlich 
unabhängig von der Diagnose und unbesehen der Ätiologie ausschlagge-
bend, ob und in welchem Ausmass eine Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. 
Erwerbsfähigkeit vorliegt (BGE 143 V 409 E. 4.2.1 S. 413; SVR 2016 IV Nr. 
33 S. 103 E. 4.2.3; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 12. Novem-
ber 2019, 8C_465/2019, E. 6.2.3). 

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht (Beschwerde S. 7 f.), im ME-
DAS-Gutachten werde bei den schweren Lasten keine genaue kg-Angabe 
gemacht, der RAD habe Lasten bis 20kg für möglich gehalten, der Haus-
arzt nur Lasten bis 5kg, ist in Bezug auf Atteste von Hausärzten zu berück-
sichtigen, dass das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf 
und soll, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussa-
gen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3), 
womit vorliegend nicht auf die Einschätzung des Hausarztes abgestellt 
werden kann. Gemäss der Swiss Insurance Medicine (SIM), Interessenge-
meinschaft Versicherungsmedizin Schweiz, Zumutbare Arbeitsfähigkeit, 
Wegleitung zur Einschätzung der zumutbaren Arbeitstätigkeit nach Unfall 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2020, IV/19/770, Seite 14

und bei Krankheit, S. 10 (abrufbar unter www.swiss-insurance-
medicine.ch), wird das Belastungsniveau wie folgt eingeteilt: 

Belastungsniveau Maximale Belastung
sehr leicht (vorwiegend sitzend) 5 kg
leicht 10 kg
leicht bis mittelschwer 15 kg
mittelschwer 25 kg
schwer 45 kg
sehr schwer > 45 kg

Gemäss MEDAS-Gutachten vom 6. Mai 2019 (act. II 61.1/7) sind dem Be-
schwerdeführer keine körperlich schweren Tätigkeiten zumutbar. Mit ande-
ren Worten sind mittelschwere Tätigkeiten möglich. Mit Blick darauf und die 
vorstehende Einteilung gemäss SIM sowie den Umstand, dass der RAD-
Arzt Dr. med. D.________ am 15. Mai 2018 (act. II 42/4) Tätigkeiten ohne 
schweres Heben und Tragen von Gewichten über 20kg als zumutbar er-
achtete, ist von einer Gewichtslimite von 20kg auszugehen.

4.2.3 Interdisziplinär werden die Ergebnisse der beiden Teilgutachten 
übernommen mit dem Ergebnis einer 90 %-igen Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit in allen Tätigkeiten ohne schwere körperliche Arbeiten (act. II 
61.1/7). Das bidisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 6. Mai 2019 (act. II 
61.1) ist beweiswertig, da es die Anforderungen an einen medizinischen 
Bericht erfüllt. Es handelt – beruhend auf allseitigen Untersuchungen und 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte 
umfassend ab und wurde in Kenntnis der Vorakten abgegeben. Weiter 
leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein und die darin gezogenen 
Schlussfolgerungen werden eingehend begründet (vgl. E. 3.7 hiervor). Es 
kann folglich auf das Gutachten abgestellt werden. Der Sachverhalt ist so-
mit rechtsgenüglich abgeklärt, womit sich weitere Abklärungen in antizipier-
ter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 
122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) erübrigen 

4.3 Die Invaliditätsbemessung, bei welcher sowohl das Validen- als 
auch das Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn festge-
legt wurden (vgl. act. II 70), blieb unbestritten und ist nicht zu beanstanden; 
in der erwähnten Konstellation entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2020, IV/19/770, Seite 15

Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn 
(SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2), was vorliegend einen nicht rentenbe-
gründenden Invaliditätsgrad von 10 % ergibt. 

4.4 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 5. Sep-
tember 2019 (act. II 70) nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde 
abzuweisen ist. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer – vorbehältlich der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege – die 
Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 
Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher 
Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

5.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

5.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2020, IV/19/770, Seite 16

5.3.2 Der Beschwerdeführer bezieht seit 2015 Sozialhilfe (Akten des Be-
schwerdeführers [act. I] 4a, 4b), weshalb seine Prozessarmut ausgewiesen 
ist. Das Verfahren erschien nicht zum vornherein aussichtslos und die 
rechtliche Vertretung ist angezeigt, so dass die Voraussetzungen für die 
Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege erfüllt sind. Das ent-
sprechende Gesuch des Beschwerdeführers ist somit gutzuheissen, und es 
ist dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt und Notar B.________ als amtli-
cher Anwalt beizuordnen. Festzusetzen bleibt dessen amtliches Honorar.

5.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 11. Dezember 2019 macht Rechtsanwalt und Notar 
B.________ ein Honorar von Fr. 1‘608.50 (7.83 Stunden à Fr. 200.-- und 
0.17 Stunden à Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 110.-- und Mehr-
wertsteuer von Fr. 132.30 (7.7 % von Fr. 1‘718.50), total Fr. 1‘850.80 gel-
tend, was nicht zu beanstanden ist. Der tarifmässige Parteikostenersatz 
wird für das vorliegende Verfahren somit auf Fr. 1‘850.80 festgesetzt (inkl. 
Auslagen und MWSt.). Davon ist Rechtsanwalt und Notar B.________ 
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtli-
ches Honorar von Fr. 1‘600.-- (8 h x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 
110.-- und Mehrwertsteuer von Fr.  131.65 (7.7 % von Fr. 1‘710.--), total 
somit eine Entschädigung von Fr. 1‘841.65, auszurichten. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem 
Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 der Schwei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2020, IV/19/770, Seite 17

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272; vgl. 
Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt und Notar B.________ als amtlicher Anwalt wird gutge-
heissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 1‘850.80 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt und Notar B.________ nach Eintritt 
der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf 
Fr. 1‘841.65 festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) 
vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 
ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2020, IV/19/770, Seite 18

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.