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**Case Identifier:** 82a2d852-7f96-539c-927c-9932076f7619
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.05.2024 720 22 295 / 111 (720 2022 295 / 111)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-22-295---111_2024-05-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 16. Mai 2024 (720 22 295 / 111) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund eines Gerichts-

gutachtens; Zusprache einer Dreiviertelsrente.  

 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dominique Flach, Advo-
katin, indemnis, Spalenberg 20, Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Der 1986 geborene A.____ meldete sich am 22. Januar 2020 unter Hinweis auf eine 
rezidivierende depressive Störung und eine Panikstörung bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitli-
chen Verhältnisse verneinte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 
26. September 2022 einen Rentenanspruch. 

 
 
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B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Dominique Flach, Ad-
vokatin, mit Eingabe vom 24. Oktober 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, die Ver-
fügung vom 26. September 2022 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, 
ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher 
Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit Advokatin Flach 
als Rechtsvertreterin. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, dass das von der IV-Stelle 
eingeholte Gutachten, auf das sich die Verfügung stütze, in verschiedener Hinsicht nicht be-
weiskräftig sei.  
 
C. Mit prozessleitender Verfügung vom 26. Oktober 2022 bewilligte der instruierende Prä-
sident dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbei-
ständung mit Advokatin Flach als Rechtsvertreterin.  
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Januar 2023 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde.  
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 22. Juni 2023 gelangte das Kantonsgericht zur Auf-
fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen 
medizinischen Akten nicht möglich sei. Das Gericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen 
und zur Klärung des medizinischen Sachverhalts ein psychiatrisches Gerichtsgutachten bei 
Dr. med. B.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, anzuordnen.  
 
F. Das Gutachten erging am 6. November 2023. Die Parteien erhielten in der Folge Gele-
genheit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse 
auf den Leistungsanspruch des Versicherten auswirken würden. Mit Stellungnahme vom 
11. Dezember 2023 brachte die IV-Stelle keine Einwände gegen das Gerichtsgutachten vor und 
hielt fest, dass der Gutachter dem Beschwerdeführer mindestens seit Antragsstellung (d.h. seit 
22. Januar 2020), mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch bereits seit Eintritt der Behand-
lung im Jahr 2017 eine Arbeitsfähigkeit von 50% in einer Verweistätigkeit attestiere. Ferner ge-
langte sie zur Auffassung, dass der Rentenanspruch vorliegend frühestens nach Beendigung 
der Integrationsmassnahmen, mithin ab 1. Juli 2021 entstehen könne. Mit Eingabe vom 24. Ja-
nuar 2024 kam der Beschwerdeführer zum Schluss, dass das Gerichtsgutachten als Entscheid-
grundlage dienen könne. Nachdem der Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach Gel-
tendmachung des Leistungsanspruchs entstehen könne, entstehe dieser dementsprechend ab 
1. Juli 2020, womit das alte Rentensystem anwendbar sei. In erwerblicher Hinsicht wurde ins-
besondere geltend gemacht, dass beide Vergleichseinkommen nach der Tabelle TA1 der 
LSE 2020 festzulegen seien und ein leidensbedingter Abzug von 20% zu berücksichtigen sei.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

 
 
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1.2 Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft getreten. Auf alle Rentenansprüche, die ab 
dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 
2000 in der Fassung gültig ab 1. Januar 2022 Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und 
Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Wie die nach-
folgenden Erwägungen zeigen werden, ist der Versicherungsfall (rentenbegründende Invalidität; 
BGE 137 V 417 E. 2.2.4) noch vor dem 1. Januar 2022 eingetreten. Entsprechend den allge-
meinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhal-
tes (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestim-
mungen des IVG und diejenigen der IVV sowie des ATSG in der bis Ende 2021 geltenden Fas-
sung anwendbar. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und 
angewendet. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 
 
2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu 
mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 
 
2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 
Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht 
entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Be-
weisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwi-

 
 
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ckelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leis-
tungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu-
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von 
der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrund-
lage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei 
die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit 
Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten 
aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizini-
schen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur 
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welche von 
Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderun-

 
 
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gen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm eingehol-
ten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen 
die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4). Schliesslich lässt es die 
Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu 
(BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b), ein Administra-
tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 
nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundes-
gerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in de-
nen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil beispielsweise die behandelnden Ärzte 
wichtige − und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende − Aspekte benen-
nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des 
Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
4.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 26. September 2022 bei 
der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen auf 
das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Neurologie, Master Versicherungsme-
dizin, und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie. Gestützt darauf verneinte sie 
einen Rentenanspruch. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 
externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Be-
funde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-
chen (vgl. E. 3.3 hiervor). Anlässlich der in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 
22. Juni 2023 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auffassung, dass diesem Gutach-
ten keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Hinsichtlich des neurologischen Fachgut-
achtens sah das Kantonsgericht die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweis-
kräftige Beurteilungsgrundlage als erfüllt an. Aus neurologischer Sicht wurde keine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit attestiert. Hingegen gab das psychiatrische Fachgutachten Anlass zu 
Zweifel. So erwies sich das Gutachten sowohl in Bezug auf die Herleitung der Diagnosen als 
auch die daraus resultierenden funktionellen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit als unvoll-
ständig und enthielt zahlreiche Ungereimtheiten und Widersprüche. Ins Gewicht fiel hierbei, 
dass Dr. D.____ die Ergebnisse der neuropsychologischen Abklärung vom 2. Juni 2022 unbe-
sehen übernommen und seine Beurteilung verstärkt darauf abgestützt hatte, ohne dabei seine 
Schlussfolgerungen näher zu begründen. Es fehlte weitgehend an einer eigenständigen und 
schlüssigen Beurteilung aus psychiatrischer Sicht. Nach Auffassung des Gerichts waren die 
Ergebnisse aus den neuropsychologischen Testungen jedoch nicht verwertbar. Die gestützt 
darauf gezogene Schlussfolgerung, wonach gesamthaft Auffälligkeiten resultierten, die klar auf 
eine negative Antwortverzerrung hinweisen würden, war mit Blick auf die Ergebnisse der durch-
geführten Tests nicht nachvollziehbar und schlicht aktenwidrig. Ferner mangelte es dem Gut-
achten an einer sorgfältigen Herleitung der zur Diskussion stehenden Diagnosen einer Panik-
störung, einer rezidivierenden depressiven Störung sowie einer somatoformen Schmerzstörung. 
In Bezug auf das geschilderte Aktivitätsniveau bzw. die Fähigkeiten und Ressourcen des Versi-
cherten erschöpften sich die Schlussfolgerungen des Gutachters erneut in den Feststellungen, 
dass der Explorand bei der neuropsychologischen Testung nicht mitgewirkt, sondern Ein-

 
 
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schränkungen demonstriert habe, die so nicht bestehen könnten. Sodann liess das Gutachten 
auch eine Auseinandersetzung mit den seitens des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) bei 
seiner Empfehlung zur Einholung des Gutachtens hervorgehobenen Punkte vermissen, die auf-
grund der bis dahin vorliegenden Aktenlage ungeklärt geblieben seien (vgl. IV-Dok. 86, S. 3). 
Nachdem es darüber hinaus mit Blick auf einen möglichen befristeten Rentenanspruch auch an 
einer rechtsgenüglichen retrospektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit fehlte, waren die gut-
achterlichen Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit im Ergebnis nicht überzeugend (vgl. zum 
Ganzen den Beschluss des Kantonsgerichts vom 22. Juni 2023). Nach Auffassung des Gerichts 
vermochten indessen auch die versicherungsinternen Beurteilungen keine verlässliche Ent-
scheidungsgrundlage zu bilden. Nachdem sich dementsprechend mit Beschluss des Kantons-
gerichts vom 22. Juni 2023 die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens als unerlässlich er-
wiesen hatte, steht nunmehr das gerichtliche Gutachten von Dr. B.____ vom 6. November 2023 
im Zentrum der medizinischen Beurteilung. 
 
4.2 In diesem Gutachten werden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivieren-
de depressive Störung (ICD-10 F33.4), gegenwärtig remittiert, eine hypochondrische Störung 
(ICD-10 F45.2) sowie eine Zwangsstörung (ICD-10 F42.2) diagnostiziert. Hierzu hält der Gut-
achter im Rahmen seiner medizinischen Beurteilung im Wesentlichen fest, dass in der Zusam-
menschau von Eigen- und Fremdanamnese sowie von Längs- und Querschnitt sich das Bild 
stattgehabter depressiver Episoden verschiedenen Ausmasses mit typischer Symptomatik (ge-
drückte Stimmung, Verminderung von Antrieb und Aktivität, reduzierte Fähigkeit zur Freude, 
Verminderung von Interesse und Konzentration) ergebe. Ferner fänden sich auch weitere 
Symptome wie etwa Gedanken über die eigene Wertlosigkeit, gestörter Schlaf oder ausgepräg-
te Müdigkeit. Der Verlauf sei charakterisiert durch die wiederholten depressiven Episoden un-
terschiedlichen Ausmasses, so dass eine rezidivierende depressive Störung anzunehmen sei. 
Bei konsequenter Einnahme der antidepressiven Medikation sei diese in dem Sinne verbessert, 
als dass die Symptomatik weniger lang anhalte und in ihrer Ausprägung geringer sei. Hinsicht-
lich der in den Akten formulierten somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.8) könne die 
typische somatoforme Symptomatik weder anlässlich der Begutachtung noch in der Vorge-
schichte nachgewiesen werden. Insbesondere könne die Symptomatik eines andauernden 
schweren und quälenden Schmerzes als Leitsymptom nicht in der Krankengeschichte verifiziert 
werden. Auch das Bild einer Somatisierungsstörung entsprechend der Kodierung ICD-10 F45.0 
könne nicht nachgewiesen werden. So verbalisiere der Explorand vielmehr Angst vor Erkran-
kung, als dass er Erkrankungszeichen präsentiere. Entsprechend sei die Kategorie der Hypo-
chondrie zu berücksichtigen. Dies werde deutlich, wenn der Explorand bspw. aufgrund von In-
ternetinformationen geglaubt habe, an COPD zu leiden, und aufgrund der schlechten Prognose 
dieses Erkrankungsbilds meinte, sich das Leben nehmen zu müssen. Das hypochondrische 
Motiv fände sich aber auch an anderen Orten, weshalb eine hypochondrische Störung diagnos-
tiziert werden könne. Ferner erachtet der Gutachter auch die Kriterien für eine Zwangsstörung 
als erfüllt (vgl. hierzu ausführlich psychiatrisches Gerichtsgutachten, S. 33). Hingegen verneint 
er in Übereinstimmung mit der medizinischen Aktenlage das Vorliegen einer Persönlichkeitsstö-
rung, wenngleich er festhält, dass sich einzelne operationalisierte Kriterien (wie etwa erhöhte 
Kränkbarkeit) beim Exploranden wiederfinden würden. Darüber hinaus fänden sich auch weite-
re Auffälligkeiten, insbesondere ängstlich-unsicherer Art, so dass sich insgesamt ein ängstli-

 
 
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ches, unsicheres und verletzbares Profil ergebe. Die auffälligen Persönlichkeitsmerkmale ko-
diert der Gutachter als akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73). Ohne Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit sieht er zudem eine dysfunktionale Störungsverarbeitung (ICD-10 F54) als 
erfüllt an.  
 
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führt der Gutachter aus, dass keine angestammte Tätigkeit vor-
liege, da der Explorand nicht über eine Ausbildung verfüge. Eine dem Gesundheitsschaden 
angepasste Tätigkeit sei im Rahmen von 50% bezogen auf ein 100%-Pensum verwertbar. Eine 
leidensadaptierte Tätigkeit müsste folgende Merkmale aufweisen: keine Arbeiten mit hoher 
Konzentrationsanforderung, einfache Tätigkeiten, keine Tätigkeiten, die eine besondere Präzi-
sion erfordern. Ferner müsste die Tätigkeit Merkmale leichter industrieller Produktion in sich 
tragen, niedrige Anforderungen an die Stresstoleranz aufweisen sowie die nachfolgenden Krite-
rien erfüllen: keine besondere Lärmbelästigung, keine Dämpfe, keine chemischen Substanzen, 
keine störenden Lichtverhältnisse, keine Tätigkeiten, die eine besondere Ausdauer erfordern, 
Möglichkeit der Inanspruchnahme vermehrten Pausenbedarfs, keine Tätigkeiten die eine stän-
dige Anpassung erfordern, nicht ständig wechselnder Kontakt mit anderen Menschen, keine 
Tätigkeiten die eine grosse Selbstständigkeit erfordern, gut strukturierte Tätigkeiten, begrenzte 
Verantwortung, keine Führungsaufgaben, keine Wechselschichten und keine Tätigkeiten, die 
komplexe Aufgaben mit sich bringen. In einer solchen Tätigkeit sei eine Präsenzzeit von 60% 
möglich. Im Rahmen von periodisch auftretenden Dekompensationsphasen sei mit einer ver-
mehrten Arbeitsunfähigkeit zu rechnen, was zu einer mit etwa 20% zu quantifiziernden Minde-
rung der Präsenzzeit führe. Eine dem Gesundheitsschaden angepasste Tätigkeit sei daher im 
Rahmen von 50% bezogen auf ein 100%-Pensum verwertbar. In retrospektiver Hinsicht beur-
teilte der Gutachter die genannte Einschränkung seit mindestens der Antragsstellung bzw. mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit seit dem Eintritt der Behandlung 2017 als vorliegend.  
 
4.3 Wie oben ausgeführt (E. 3.3 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht 
ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufga-
be es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen be-
stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend besteht kein Anlass, von den Ergeb-
nissen des Gerichtsgutachtens abzuweichen. Das Gutachten ist umfassend und die darin dar-
gelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schlussfolgerun-
gen sind nachvollziehbar und überzeugend. Dr. B.____ hat den Versicherten persönlich unter-
sucht, eine umfassende Anamnese erhoben und geht einlässlich auf seine Angaben und Be-
schwerden ein. Er setzt sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden medizinischen 
Berichten auseinander und begründet abweichende Einschätzungen in überzeugender Weise. 
Der Gerichtsgutachter nimmt insbesondere eine sorgfältige Herleitung der Diagnosen vor und 
trägt auch den in der Vergangenheit bzw. im Längsverlauf auftretenden depressiven Episoden 
hinreichend Rechnung. Anhand einer eingehenden und sorgfältigen Diskussion der Standardin-
dikatoren (vgl. hierzu ausführlich Gutachten S. 35 ff.) schliesst der Gutachter auf eine Beein-
trächtigung des Funktionsniveaus in allen Lebensbelangen und gelangt zur überzeugendenden 
Schlussfolgerung, dass beim Versicherten auf dem ersten Arbeitsmarkt in Bezug auf eine lei-
densadaptierte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50% besteht. Insgesamt sind die medizinisch-
diagnostischen Feststellungen im Gutachten bzw. namentlich die daraus resultierenden 

 
 
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Schlussfolgerungen betreffend die funktionelle Leistungsfähigkeit umfassend und plausibel be-
gründet worden, und es ergibt sich ein lückenloses Bild der Gesundheitsschädigung und der 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Die ausschlaggebende Beweiskraft 
des Gerichtsgutachtens von Dr. B.____ wird von den Parteien in ihren Stellungnahmen vom 
11. Dezember 2023 bzw. 24. Januar 2024 – zu Recht – nicht in Frage gestellt. Demnach kann 
vollumfänglich auf das Gerichtsgutachten von Dr. B.____ vom 6. November 2023 abgestellt 
werden und die darin formulierte Arbeitsfähigkeitseinschätzung ist der Prüfung des Rentenan-
spruchs zugrunde zu legen (vgl. E. 5.1 ff. hiernach). Wie bereits dargelegt, ergibt sich aus neu-
rologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 4.1 hiervor und neurologi-
sches Fachgutachten vom 5. Juni 2022, IV-act. 103, S. 2 ff.).  
 
5.1  Eingehender zu untersuchen ist hingegen die Frage nach dem Rentenbeginn. Die Be-
schwerdegegnerin geht in ihrer Stellungnahme vom 11. Dezember 2023 davon aus, dass der 
Rentenanspruch frühestens nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen, mithin ab 1. Juli 
2021 entstehen könne. Der Beschwerdeführer habe vom 6. Juli 2020 bis zum Abbruch der 
Massnahmen im Juli 2021 ein Belastbarkeitstraining, ein Aufbautraining sowie Vorbereitungs-
massnahmen zwecks Förderung seiner Arbeitsleistung, seiner Kompetenzen und Verbesserung 
seiner Belastbarkeit und Erwerbsfähigkeit absolviert. Zur Bekräftigung ihres Standpunktes ver-
weist sie namentlich auf das Bundesgerichtsurteil 9C_380/2021 (vom 31. Januar 2022). Der 
Beschwerdeführer geht in seiner Stellungnahme vom 24. Januar 2024 hingegen davon aus, 
dass aufgrund der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50% seit Eintritt der Behand-
lung im Jahr 2017 und unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist nach Geltend-
machung des Leistungsanspruchs (Januar 2020) der Rentenanspruch ab 1. Juli 2020 entstehe.  
 
5.2 Wie bereits dargelegt (vgl. E. 2.1 hiervor), besteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG Anspruch 
auf eine Rente für Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, er-
halten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenan-
spruch darüber hinaus frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte 
Person ein Taggeld nach Art. 22 beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des 
Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). 
 
5.3.1 Im von der Beschwerdegegnerin angerufenen Urteil vom 31. Januar 2022, 
9C_380/2021, präzisierte das Bundesgericht seine Rechtsprechung zum Rentenbeginn. Es 
bekräftigte, dass der Rentenanspruch erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen 
entsteht. Dieser Grundsatz findet auch Anwendung auf Integrationsmassnahmen zur Vorberei-
tung auf die berufliche Eingliederung wie insbesondere ein Aufbautraining. Er gilt selbst dann, 
wenn diese Massnahmen nur teilweise erfolgreich waren oder gar scheiterten (vgl. soeben zi-
tiertes Urteil E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). Anders verhält es sich nach Auffassung des 
Bundesgerichts nur im Falle von Abklärungsmassnahmen, die zeigen sollen, ob die versicherte 

 
 
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Person überhaupt eingliederungsfähig ist, und die dann ergeben, dass dies nicht zutrifft; dies-
falls kann eine Rente rückwirkend zugesprochen werden (vgl. E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 
121 V 190 E. 4d). 
 
5.3.2 Der vorstehend zitierten Rechtsprechung zufolge bildet für die Frage des Rentenbe-
ginns somit ein entscheidendes Abgrenzungskriterium, ob es sich bei den durchgeführten Mas-
snahmen um Abklärungsmassnahmen handelt, die zeigen sollen, ob die versicherte Person 
überhaupt eingliederungsfähig ist, oder ob Integrations- bzw. Eingliederungsmassnahmen 
durchgeführt werden. Eine rückwirkende Rentenzusprache kommt nur im ersten Fall infrage. 
Die rechtlichen Grundlagen betreffend die Abklärung der beruflichen Eingliederungsfähigkeit 
finden sich in Art. 43 ATSG, Art. 69 IVV und Art. 78 IVV. Ziel der Massnahme ist die berufsbera-
terische und medizinische Beurteilung der (Rest-)Eingliederungsfähigkeit einer versicherten 
Person. Dies kann in einer beruflichen Abklärungsstelle (BEFAS), in einer Institution oder auf 
andere Weise erfolgen, um die Möglichkeiten der versicherten Person in praktischen Situatio-
nen und gegebenenfalls interdisziplinär zu überprüfen. Zielgruppe sind versicherte Personen, 
bei denen die berufliche Eingliederungsfähigkeit in Zusammenhang mit berufsberaterischen, 
medizinischen und funktionellen Fragestellungen mittels praktischer Überprüfung bzw. mög-
lichst praxisbezogen beurteilt werden muss (Kreisschreiben über die beruflichen Eingliede-
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung [KSBEM], gültig ab 1. Januar 2022, Ziff. 7.1). Die 
berufliche und medizinische Abklärung nach Art. 43 ATSG umfasst die folgenden Leistungen: 
Praxisbezogene, berufsberaterische, medizinische und funktionelle Abklärungen in einer beruf-
lichen Abklärungsstelle (BEFAS) oder in einer anderen Institution (beruflich-medizinische Abklä-
rungen zur Eingliederungsfähigkeit, KSBEM, Rz. 0701). Nicht zu den beruflich-medizinischen 
Abklärungen nach Art. 43 ATSG gehören Abklärungen, die ausschliesslich eine berufsberateri-
sche Komponente haben; sie fallen unter die vorbereitenden Massnahmen in der Berufsbera-
tung oder unter die vertiefte Abklärung möglicher Berufsrichtungen nach Art. 15 IVG. Gleiches 
gilt für Abklärungen, bei denen die berufsberaterischen und medizinischen Elemente weitestge-
hend geklärt sind, jedoch die tatsächliche Leistungsfähigkeit in der angestrebten Verweistätig-
keit an einem konkreten Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt zu erproben ist; sie fallen unter den 
Arbeitsversuch in Art. 18a IVG. Schliesslich fallen auch Abklärungen, die ausschliesslich medi-
zinischer Natur sind (KSBEM, Rz. 0702), nicht darunter.  
 
5.4 Vorliegend absolvierte der Beschwerdeführer vom 6. Juli 2020 bis zum Abbruch der 
Massnahmen im Juli 2021 ein Belastbarkeitstraining, Aufbautrainings sowie Vorbereitungs-
massnahmen zwecks Förderung seiner Arbeitsleistung, seiner Kompetenzen sowie zwecks 
Verbesserung seiner Belastbarkeit und Erwerbsfähigkeit (vgl. Zielvereinbarungen vom 
7./24. Juli 2020, 3./11. November 2020, 27. Januar 2020/1. Februar 2021, IV-act. 26, 38, 50). 
Hierbei handelt es sich unstreitig um Integrations- und nicht um Abklärungsmassnahmen, womit 
der Rentenbeginn in Nachachtung der vorstehend zitierten Rechtsprechung vorliegend auf den 
1. Juli 2021 zu liegen kommt. Unter Berücksichtigung des Dargelegten vermag daran auch nicht 
zu ändern, dass die Eingliederungsmassnahmen im Juli 2021 scheiterten (vgl. Abschlussbericht 
vom 5. August 2021, IV-act. 62). 
 

 
 
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6.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen.  
 
6.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- 
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt 
sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 30 E. 1).  
 
6.3.1 In ihrer Verfügung vom 26. September 2022 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 
Abklärungen in erwerblicher Hinsicht mit entsprechender Durchführung eines Einkommensver-
gleichs, da sie von einer fehlenden Invalidität ausgegangen war. In ihrer Stellungnahme vom 
11. Dezember 2023 äussert sie sich ebenfalls nicht zu den erwerblichen Auswirkungen der ge-
richtsgutachterlichen Ergebnisse. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass sowohl das Vali-
den- als auch das Invalideneinkommen nach der Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Män-
ner, der LSE 2020 festzulegen seien. 
 
6.3.2 Nachdem der Beschwerdeführer über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt 
und im Verlauf unterschiedliche Tätigkeiten ausübte, erweist es sich durchaus als sachgerecht, 
für beide Vergleichseinkommen die Tabelle TA1 heranzuziehen und konkret auf den Totalwert 
Männer, Kompetenzniveau 1, abzustellen. Mit Blick auf den frühestmöglichen Rentenbeginn 
kommt vorliegend die LSE 2020 zur Anwendung. Bei einem monatlichen Einkommen von 
Fr. 5'261.-- ergibt sich unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit 
von 41,7 Stunden ein Jahreseinkommen von Fr. 65'815.--. Nach Anpassung des Betrags an die 
Nominallohnentwicklung (0,8% für das Jahr 2021) resultiert ein Valideneinkommen von 
Fr. 66’342.--. Bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50% resultiert ein Invalideneinkommen von 
Fr. 33’171.--. 
 
6.4 Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, beim Invalideneinkommen sei zusätzlich 
ein leidensbedingter Abzug von 20% zu berücksichtigen. Hierzu verweist er auf den Umstand 
der Teilzeitarbeit, die Lohnbenachteiligung durch das Abstellen auf die LSE-Tabellen sowie die 
weiteren Einschränkungen der leichten Hilfsarbeitertätigkeit. 
 
6.4.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Lohndaten wie na-
mentlich der LSE ermittelt, ist der so erhobene Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Damit soll 
der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art 
und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie 
und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können, und die versicherte 

 
 
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Person je nach Ausprägung deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann 
(BGE 135 V 297 E. 5.2, 126 V 75 E. 5b/aa).  
 
6.4.2 Das Bundesgericht betonte in BGE 148 V 174, dass dem leidensbedingten Abzug als 
Korrekturinstrument bei der Festsetzung eines möglichst korrekten Invalideneinkommens über-
ragende Bedeutung zukommt (E. 9.2.2 und 9.2.3). Zwar machte das Bundesgericht im Nach-
gang zu diesem Urteil im Rahmen seiner Rechtsprechung deutlich, dass damit nicht gemeint 
war, in jedem Fall einen pauschalisierten Abzug vornehmen zu müssen. Stattdessen müssen 
nach wie vor die für einen leidensbedingten Abzug praxisgemässen Kriterien vorliegen, damit 
im Einzelfall ein Abzug erfolgen kann (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 
2022, 9C_395/2022, E. 4.5.2). Der Abzug soll nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdi-
gung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und 
darf 25% nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2, 126 V 75 E. 5b/bb-cc). 
Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug vom Invalideneinkommen, wenn 
eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leis-
tungsfähigkeit eingeschränkt ist. Allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeits-
fähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung 
des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben 
Gesichtspunkts führen (BGE 148 V 174 E. 6.3, 146 V 16 E. 4.1; Urteile des Bundesgerichts 
vom 4. November 2022, 9C_395/2022, E. 4.5.2 und vom 22. September 2022, 8C_74/2022, 
E. 4.4.2 mit Hinweisen).  
 
6.4.3 Dem als beweiskräftig zu qualifizierenden Gerichtsgutachten von Dr. B.____ zufolge ist 
der Beschwerdeführer im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in seiner Leistungsfä-
higkeit quantitativ zu 50% eingeschränkt. Diesem Umstand ist rechtsprechungsgemäss mit ei-
nem leidensbedingten Abzug Rechnung zu tragen (vgl. E. 6.4.2 hiervor). Im Kontext dieser Ar-
beitsfähigkeitseinschätzung bereits Berücksichtigung fand, dass mit dem periodischen Auftreten 
von Dekompensationsphasen zu rechnen ist, weshalb dem Versicherten ungeachtet einer mög-
lichen Präsenzzeit von 60% eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert wurde (vgl. E. 4.2 hiervor). 
Dem Gerichtsgutachten lässt sich jedoch hinsichtlich der noch verwertbaren Restarbeitsfähig-
keit von 50% zusätzlich folgendes Zumutbarkeitsprofil entnehmen: keine Arbeiten mit hoher 
Konzentrationsanforderung, einfache Tätigkeiten, keine Tätigkeiten, die eine besondere Präzi-
sion erfordern; Merkmale leichter industrieller Produktion, niedrige Anforderungen an die 
Stresstoleranz, keine besondere Lärmbelästigung, keine Dämpfe, keine chemischen Substan-
zen, keine störenden Lichtverhältnisse, keine Tätigkeiten, die eine besondere Ausdauer erfor-
dern, Möglichkeit der Inanspruchnahme vermehrten Pausenbedarfs, keine Tätigkeiten die eine 
ständige Anpassung erfordern, nicht ständig wechselnder Kontakt mit anderen Menschen, kei-
ne Tätigkeiten die eine grosse Selbstständigkeit erfordern, gut strukturierte Tätigkeiten, be-
grenzte Verantwortung, keine Führungsaufgaben, keine Wechselschichten und keine Tätigkei-
ten, die komplexe Aufgaben mit sich bringen. Demzufolge wirken sich die Anforderungen an 
einen auf die gesundheitlichen Bedürfnisse des Beschwerdeführers zugeschnittenen Arbeits-
platz selbst im Rahmen der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit aus. Hervorzuheben sind hierbei 
namentlich die Kriterien, wonach der Arbeitsplatz keine besondere Lärmbelästigung und keine 

 
 
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störenden Lichtverhältnisse aufweisen darf. Ferner der Umstand, dass derselbe keinen ständig 
wechselnden Kontakt mit anderen Menschen oder Wechselschichten erfordern darf. Die vorlie-
gend formulierten Anforderungen gehen über eine rein psychisch bedingt verstärkte Rücksicht-
nahme hinaus (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juni 2023, 9C_555/2022, E. 4.3.1 mit 
zahlreichen Hinweisen). Es zeigt sich vielmehr, dass eine ausgeprägte qualitative gesundheitli-
che Einschränkung auch hinsichtlich körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeiten vorliegt, welcher 
mit Blick auf die Rechtsprechung ebenso mit einem leidensbedingten Abzug Rechnung zu tra-
gen ist. In Würdigung der gesamten Umstände, namentlich auch unter Berücksichtigung der 
Lohneinbusse wegen der Teilzeitbeschäftigung, rechtfertigt es sich, den Abzug vorliegend auf 
20% festzusetzen. Damit beträgt das Invalideneinkommen Fr. 26'537.-- (Fr. 33’171.-- x 0,2). 
Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert somit ein Invaliditätsgrad von 
60%, womit Anspruch auf eine Dreiviertelsrente besteht.  
 
7. Im Ergebnis ist die Beschwerde demnach teilweise gutzuheissen. Die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle vom 26. September 2022 ist aufzuheben und es ist festzustellen, dass 
der Beschwerdeführer ab 1. Juli 2021 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat.   
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1’000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen infolge wiederholter Urteils-
beratungen durch das Kantonsgericht ein grosser Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das 
Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf 
Fr. 1'000.-- fest. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in 
angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hat deshalb die IV-Stelle 
als unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von 
Fr. 1'000.-- sind somit der IV-Stelle aufzuerlegen.  
 
8.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtliche Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 
ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der 
Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnah-
men angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für 
die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesproche-
ner Leistungen bildeten. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in je-
nen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismass-
nahmen an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wah-
rung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen 
MEDAS-Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen (das soeben zitierte Urteil E. 4.4.2). Vorlie-
gend war das Kantonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 22. Juni 2023 zum Ergeb-
nis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht mög-
lich war. Es kann in dieser Hinsicht vollumfänglich auf die Erwägungen im Beschluss des Kan-
tonsgerichts vom 22. Juni 2023 verwiesen werden (vgl. auch E. 4.1 hiervor). In Anbetracht der 
dort erwogenen Umstände war die gerichtliche Begutachtung durch Dr. B.____ nicht nur ange-
zeigt, sondern unerlässlich. Es tritt hinzu, dass das Gerichtsgutachten nunmehr zweifellos die 

 
 
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Grundlage für die dem Beschwerdeführer zuzusprechende Invalidenrente bildet. Im Lichte der 
geschilderten Rechtsprechung sind die daraus resultierenden Kosten, welche sich gemäss Ho-
norarrechnung vom 7. November 2023 auf Fr. 7'863.-- belaufen, demnach der Beschwerdegeg-
nerin aufzuerlegen.  
 
8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. 
Nachdem die Beschwerdeführerin mehrheitlich obsiegt hat, hat sie Anspruch auf Ersatz ihrer 
Parteikosten. Der durch die Rechtsvertreterin in ihrer Honorarnote vom 5. Februar 2024 geltend 
gemachte Aufwand von insgesamt 20 Stunden und 25 Minuten zuzüglich Spesen von 
Fr. 153.10 (3%) erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen 
zwar als hoch, aber nicht vertretbar. Dem Beschwerdeführer ist somit eine Parteientschädigung 
in der Höhe von insgesamt Fr. 5'665.50 (inkl. Spesen und 7,7% bzw. 8,1% Mehrwertsteuer) zu 
Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

://: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die angefochtene Verfü-
gung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 26. September 2022 wird 
aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer ab 
1. Juli 2021 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat. Im Übrigen wird 
die Beschwerde abgewiesen.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 7’863.-- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 5'665.50 (inkl. Spesen und 7,7% 
bzw. 8,1% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.