# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8eab260e-5cb5-5fcb-bc26-c94383bfa867
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 25.05.2016 LE150041
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE150041_2016-05-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LE150041-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter Dr. 

H.A. Müller und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie Gerichtsschrei-

berin lic. iur. J. Freiburghaus 

Beschluss und Urteil vom 25. Mai 2016 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Gesuchsteller und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 
betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen eine Verfügung und ein Urteil des Einzelgerichts im  
summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 1. Juli 2015 
(EE140125-I) 

 

 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

Des Gesuchstellers (Urk. 2): 

"1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen und festzu-
stellen, dass sie seit dem 26. September 2014 getrennt leben. 

 2. Es seien die Kinder der Parteien, 
- C._____, geb. tt.mm.2008, und 
- D._____, geb. tt.mm.2010 
unter die Obhut des Vaters zu stellen. 

 3. Der Mutter sie ein angemessenes Besuchs- und Ferienrecht ein-
zuräumen. 

 4. Es sei festzustellen, dass kein Ehegattenunterhalt geschuldet ist. 
 5. Die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, sobald sie eine Anstel-

lung in Grossbritannien gefunden hat, spätestens ab 1. Januar 
2015, dem Gesuchsteller an die Kosten des Unterhalts und der 
Erziehung der Kinder C._____ und D._____ angemessene und 
nach Durchführung des Beweisverfahrens konkret zu beziffernde 
monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar je im Voraus 
auf den Ersten eines Monats. 

 6. Die eheliche Liegenschaft … [Adresse] sei dem Gesuchsteller 
und den Kindern mitsamt Hausrat und Mobiliar ab dem 
26. September 2014 zur alleinigen Benützung zuzuweisen. 

 7. Das Fahrzeug VW Tiguan sei dem Gesuchsteller zur alleinigen 
Benützung zuzuweisen. 

 8. Es sei zwischen den Parteien die Gütertrennung anzuordnen; 
 alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8 % MwSt.) zulasten  
 der Gesuchsgegnerin." 

 

Anlässlich der Replik modifizierte Begehren: 
(Urk. 25B) 

"5. Die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, dem Gesuchsteller ab 
1. Januar 2015 an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung 
der Kinder C._____ und D._____ monatliche Unterhaltsbeiträge 
von CHF 2'000 pro Kind zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus 
auf den Ersten eines Monats, soweit es sich um künftige Beiträge 
handelt. 

 8. Es sei zwischen den Parteien per 1. Januar 2015 die Gütertren-
nung anzuordnen." 

- 3 - 

Anlässlich der Schlussvorträge modifizierte Begehren: 
(Urk. 41) 

"1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen und festzu-
stellen, dass sie seit dem 1. Januar 2015 getrennt leben. 

 6.1 Die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, dem Gesuchsteller 
sämtliche Schlüssel zur ehelichen Liegenschaft herauszugeben." 

 
 

Der Gesuchsgegnerin (Urk. 20): 

"1. Es sei den Parteien mit Wirkung ab 1. Januar 2015 das Getrennt-
leben zu bewilligen. 

 2. Es seien die Kinder der Parteien, C._____, geb. tt.mm.2008 und 
D._____, geb. tt.mm.2010, unter die Obhut der Gesuchsgegnerin 
zu stellen. 

 3. Der Gesuchsgegnerin sei im Sinne von Art. 301a Abs. 2 ZGB per 
1. Januar 2015 der Wechsel des Aufenthaltsortes der Kinder der 
Parteien von E._____/ZH nach Bristol (UK) zu bewilligen. 

 4. Dem Gesuchsteller sei ein angemessenes Besuchs- und Ferien-
recht einzuräumen. 

 5. Der Gesuchsteller sei zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin Un-
terhaltsbeiträge für die Erziehung und Pflege der Kinder C._____ 
und D._____ in der Höhe von monatlich CHF 2'500.– pro Kind 
(zzgl. allfälliger vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzulagen) 
zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten jedes Mo-
nats. 

 6. Der Gesuchsteller sei zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin per-
sönlich Unterhaltsbeiträge in der Höhe von monatlich 
CHF 5'700.– zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ers-
ten jedes Monats, erstmals ab 1. Januar 2015. 

  Ferner sei der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegne-
rin persönlich für die Zeit vom 1. Juni 2014 bis 31. Dezember 
2014 Unterhaltsbeiträge in der Höhe von monatlich CHF 3'500.– 
zu bezahlen. 

 7. Bei Gutheissung des obigen Antrags 3 sei die eheliche Liegen-
schaft … [Adresse] ab 1. Januar 2015 bis Ende April 2015 dem 
Gesuchsteller allein zur alleinigen Benützung zuzuweisen. Der 
Gesuchsteller sei zudem zu verpflichten, im Zusammenwirken mit 
der Gesuchsgegnerin die eheliche Liegenschaft … [Adresse] bis 
Ende April 2015 zu verkaufen sowie sämtliche hierfür erforderli-
chen Willenserklärungen abzugeben. 

- 4 - 

 Bei Abweisung des obigen Antrags 3 sei, im Sinne eines Eventu-
alstandpunktes, die eheliche Liegenschaft … [Adresse] ab 
1. Januar 2015 für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchs-
gegnerin und den Kindern zur alleinigen Benützung zuzuweisen. 

 8. Das Fahrzeug VW Tiguan sei für die Dauer des Getrenntlebens 
der Gesuchsgegnerin und den Kindern zur alleinigen Benützung 
zuzuweisen. 
Der Gesuchsteller sei zudem zu verpflichten, im Zusammenwir-
ken mit der Gesuchsgegnerin das Fahrzeug Renault Kangoo bis 
Ende Februar 2015 zu verkaufen sowie sämtliche hierfür erforder-
lichen Willenserklärungen abzugeben. 

 9. Hausrat, Mobiliar und Haustiere der ehelichen Liegenschaft seien 
ab dem 1. Januar 2015 der Gesuchsgegnerin und den Kindern zu 
alleinigen Benützung bzw. Haltung zuzuweisen. 

 10. Es sei zwischen den Parteien mit Wirkung ab 1. Januar 2015 die 
Gütertrennung anzuordnen. 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Gesuch- 
 stellers." 

Anlässlich der Duplik modifiziertes Begehren: 
(Urk. 25D) 

"1. Es sei der Gesuchsgegnerin das Getrenntleben per 1. März 2015 
zu bewilligen." 

Anlässlich der Schlussvorträge modifiziertes Begehren: 
(Prot. I S. 81) 

"1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen." 

Ergänzende Anträge vom 5. Mai 2015: 
(Urk. 46 S. 2) 

"12. Es sei der Gesuchsteller unter Strafandrohung nach Art. 292 
StGB (Busse) im Widerhandlungsfall zu verpflichten, der Ge-
suchsgegnerin auf deren erstes Verlangen die britischen sowie 
die schweizerischen Reisepässe der Kinder C._____ und 
D._____ herauszugeben. 
Die Gesuchsgegnerin ihrerseits sei zu verpflichten, ebendiese 
Reisepässe der Kinder C._____ und D._____ dem Gesuchsteller 
jeweils für die Dauer allfälliger im Ausland stattfindender Ferien 

- 5 - 

oder Besuchswochenenden des Gesuchstellers mit den Kindern 
zur Verfügung zu stellen." 

 

Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksge-
richt Uster vom 1. Juli 2015 (Urk. 71): 

1. Das Gesuch des Gesuchstellers um Erlass vorsorglicher Mass-
nahmen wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

2. Auf den Antrag der Gesuchsgegnerin auf Zusprechung eines 
Prozesskostenvorschusses wird nicht eingetreten.  

3. Das Gesuch der Gesuchsgegnerin um Gewährung der unentgelt-
lichen Prozessführung wird abgewiesen.  

4. (Mitteilungssatz.)  
5. (Rechtsmittelbelehrung.) 

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht  
Uster vom 1. Juli 2015 (Urk. 71): 

1. Die Parteien werden zum Getrenntleben berechtigt erklärt. 

2. Auf das Begehren des Gesuchstellers, es sei festzustellen, dass 
die Parteien seit dem 1. Januar 2015 getrennt leben, wird nicht 
eingetreten. 

3. Die Obhut für die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder 
C._____, geboren am tt.mm.2008, und D._____, geboren am 
tt.mm.2010, wird dem Gesuchsteller zugeteilt. 

4. Das Begehren der Gesuchsgegnerin auf Bewilligung des Wech-
sels des Aufenthaltsortes der Kinder im Sinne von Art. 301a ZGB 
wird abgewiesen soweit es nicht gegenstandslos geworden ist. 

5. Auf das Begehren Ziffer 12 der Klägerin, es sei der Gesuchsteller 
unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB (Busse) im Widerhand-
lungsfall zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin auf deren erstes 
Verlangen die britischen sowie die schweizerischen Reisepässe 
der Kinder C._____ und D._____ herauszugeben, und die Ge-
suchsgegnerin ihrerseits sei zu verpflichten, ebendiese Reisepäs-
se der Kinder C._____ und D._____ dem Gesuchsteller jeweils 
für die Dauer allfälliger im Ausland stattfindender Ferien oder Be-
suchswochenenden des Gesuchstellers mit den Kindern zur Ver-
fügung zu stellen, wird nicht eingetreten. 

- 6 - 

6. Die Gesuchsgegnerin wird berechtigt erklärt, die Kinder wie folgt 
auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen: 
- an den Wochenenden gerader Kalenderwochen von Freitag 18 Uhr 

bis Sonntag 18 Uhr, 
- in den Jahren mit gerader Jahreszahl die erste Ferienwoche der 

Weihnachts-/Neujahrsschulferien 

- in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die zweite Ferienwoche 
der Weihnachts-/Neujahrsschulferien, 

- in den Jahren mit gerader Jahreszahl über die Osterfeiertage (Kar-
freitag bis und mit Ostermontag) und 

- in den Jahren mit ungerader Jahreszahl über die Pfingstfeiertage 
(Pfingstsamstag bis und mit Pfingstmontag) 

 Weiter wird die Gesuchsgegnerin berechtigt erklärt, die Kinder 
zusätzlich jährlich in den Schulferien während vier Wochen auf 
eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. 

 Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller die 
Ausübung des Ferienbesuchsrechts mindestens drei Monate im 
Voraus anzumelden beziehungsweise mit dem Gesuchsteller ab-
zusprechen. Können sich die Parteien nicht einigen, so kommt 
dem Gesuchsteller in den Jahren mit gerader Jahreszahl das 
Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in den 
Jahren mit ungerader Jahreszahl der Gesuchsgegnerin. 

7. Die Gesuchsgegnerin wird unter Strafandrohung einer Busse bei 
Widerhandlung (Art. 292 StGB) verpflichtet, dem Gesuchsteller 
die Geburtsurkunden der Kinder C._____, geboren am 
tt.mm.2008, und D._____, geboren am tt.mm.2010, und die Un-
terlagen betreffend amerikanische Staatsangehörigkeit der Kinder 
C._____, geboren am tt.mm.2008, und D._____, geboren am 
tt.mm.2010, auf erstes Verlangen herauszugeben. 

8. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller für die 
Dauer des Getrenntlebens für die Kinder C._____, geboren am 
tt.mm.2008, und D._____, geboren am tt.mm.2010, monatliche 
Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 400.– je Kind zu bezahlen. Die 
Unterhaltsbeiträge sind im Voraus jeweils auf den Ersten eines 
jeden Monats zahlbar, erstmals per 1. September 2015. 

9. Der Antrag der Gesuchsgegnerin auf Zusprechung von rückwir-
kenden Unterhaltsbeiträgen wird abgewiesen. 

10. Es werden keine Ehegattenunterhaltsbeiträge zugesprochen. 
11. Die eheliche Liegenschaft … [Adresse] wird samt Hausrat und 

Mobiliar, mit Ausnahme der persönlichen Gegenstände der Ge-
suchsgegnerin, für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuch-
steller zur alleinigen Benützung zugewiesen. 

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12. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die eheliche Liegenschaft 
bis spätestens 31. Juli 2015 zu verlassen und dem Gesuchsteller 
alle sich in ihrem Besitz befindenden Schlüssel zur Liegenschaft 
… [Adresse] herauszugeben. 

13. Der Antrag der Gesuchsgegnerin, es sei der Gesuchsteller zu 
verpflichten, beim Verkauf der ehelichen Liegenschaft mitzuwir-
ken, wird abgewiesen soweit darauf einzutreten ist. 

14. Das Auto der Marke VW, Modell Tiguan, wird für die Dauer des 
Getrenntlebens dem Gesuchsteller zur alleinigen Benützung zu-
gewiesen. Der Gesuchsteller trägt alle Kosten, die im Zusam-
menhang mit der Benützung und dem Unterhalt des Autos anfal-
len. 

15. Auf das Begehren Ziffer 8 Abs. 2 der Gesuchsgegnerin, der Ge-
suchsteller sei zu verpflichten, im Zusammenwirken mit der Ge-
suchsgegnerin das Fahrzeug Renault Kangoo bis Ende Februar 
2015 zu verkaufen sowie sämtliche hierfür erforderlichen Willens-
erklärungen abzugeben, wird abgewiesen soweit darauf einzutre-
ten ist. 

16. Das Fahrzeug Renault Kangoo wird für die Dauer des Getrennt-
lebens der Gesuchsgegnerin zur alleinigen Benützung zugewie-
sen. Die Gesuchsgegnerin trägt alle Kosten, die im Zusammen-
hang mit der Benützung und dem Unterhalt des Autos anfallen. 

17. Die Haustiere werden für die Dauer des Getrenntlebens dem Ge-
suchsteller zur alleinigen Haltung und Pflege zugewiesen. 

18. Es wird per 1. Januar 2015 die Gütertrennung angeordnet. 
19. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'471.50   Dolmetscher;  

Fr. 20.–   Zeugenentschädigung. 

 
20. Die Kosten für den Entscheid werden dem Gesuchsteller zu ¼ 

und der Gesuchsgegnerin zu ¾ auferlegt und mit dem vom Ge-
suchsteller geleisteten Kostenvorschuss verrechnet, sie sind ihm 
jedoch von der Gesuchsgegnerin im Umfang des ¼ übersteigen-
den Betrags zurückzuerstatten. 

21. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller eine 
reduzierte Parteientschädigung in Höhe von Fr. 11'610.– zu be-
zahlen. 

22. (Mitteilungssatz.) 
23. (Rechtsmittelbelehrung.)  

 
 

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Berufungsanträge: 

der Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin (Urk. 70 S. 2 ff.): 
 

"1. Die Dispositivziffern 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 17, 19, 20, und 21 des 
Urteils seien aufzuheben und entsprechend den nachfolgenden 
Anträgen 2 bis 12 abzuändern. Ferner sei Dispositivziffer 2 der 
Verfügung aufzuheben und im Sinne des Antrages 12 zu ent-
scheiden. 

2. Es seien die Kinder C._____, geb. tt.mm.2008, und D._____, geb. 
tt.mm.2010, unter die Obhut der Berufungsklägerin zu stellen. 

3. Der Berufungsklägerin sei der Wechsel des Aufenthaltsortes der 
Kinder im Sinne von Art. 301a ZGB zu bewilligen. 

4. Dem Berufungsbeklagten sei ein angemessenes Besuchsrecht 
zuzusprechen.  

5. Eventualiter sei die Berufungsklägerin für berechtigt zu erklären, 
die Kinder wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf 
Besuch zu nehmen: 

 - an den Wochenenden gerader Kalenderwochen von Don-
nerstag um 18.00 Uhr bis am Dienstag um 18.00 Uhr; 

 - im Übrigen gemäss Regelung von Ziff. 6 des Urteils.  
6. Der Berufungsbeklagte sei unter Strafandrohung einer Busse bei 

Widerhandlung (Art. 292 StGB) zu verpflichten, der Berufungsklä-
gerin im Falle der Obhutszuteilung der Kinder an sie alle Reise-
pässe der Kinder zu übergeben. 

7. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
für die Erziehung und Pflege der Kinder C._____ und D._____ 
Unterhaltsbeiträge in der Höhe von monatlich CHF 2'500.00 pro 
Kind (zuzüglich allfälliger vertraglicher und/oder gesetzlicher Kin-
derzulagen) zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den 
Ersten eines jeden Monats. 

8. Eventualiter sei von einer Verpflichtung der Berufungsklägerin zur 
Bezahlung von Kinderunterhaltsbeiträgen abzusehen. 

9. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
persönlich monatliche Unterhaltsbeiträge in Höhe von 
CHF 5'863.00 zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den 
ersten eines jeden Monats. 

10. Eventualiter sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Beru-
fungsklägerin persönlich monatliche Unterhaltsbeiträge in Höhe 
von CHF 6'030.00 bzw. subeventualiter CHF 5'599.00 zu bezah-
len, jeweils auf den ersten eines Monats, rückwirkend per 1. Feb-
ruar 2015. 

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11. Die Haustiere seien im Falle einer Obhutszuteilung der Kinder an 
die Berufungsklägerin der Berufungsklägerin zur alleinigen Hal-
tung und Pflege zuzuweisen.  

12. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
für das zweitinstanzliche Verfahren einen Prozesskostenbeitrag in 
Höhe von CHF 15'000.00 zu bezahlen.  

13. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
für das erstinstanzliche Verfahren einen Prozesskostenbeitrag in 
Höhe von CHF 30'000.00 zu bezahlen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das erst- und zweit-
instanzliche Verfahren zulasten des Berufungsbeklagten (zuzüglich 
Mehrwertsteuer)." 
 

 
 
des Gesuchstellers und Berufungsbeklagten (Urk. 80 S. 2): 
 

"Die Berufung der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (fortan: Klä-
gerin) sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist, und 
die Verfügung und das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 1. Juli 
2015 seien zu bestätigen; 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MwSt.) zu Lasten 
der Klägerin." 

 

Erwägungen: 

I. 

A. Sachverhaltsüberblick / Prozessgeschichte 

1. Die Parteien heirateten am tt. Oktober 2010 in England und haben zwei ge-

meinsame Kinder (C._____, geb. tt.mm.2008, und D._____, geb. tt.mm.2010).  

2. Seit dem 30. September 2014 stehen die Parteien in einem Eheschutzver-

fahren (Urk. 2). Zum Ablauf des vorinstanzlichen Verfahrens, welches mit dem 

vorliegend angefochtenen Urteil vom 1. Juli 2015 einen Abschluss fand (Urk. 67 = 

Urk. 71), kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. 

Urk. 71 S. 5 f.). 

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3. Mit Eingabe vom 13. Juli 2015 (Urk. 70) erhob die Gesuchsgegnerin und Be-

rufungsklägerin (nachfolgend Gesuchsgegnerin) innert Frist Berufung, wobei sie 

oben angeführte Anträge stellte. Mit Verfügung vom 28. Juli 2015 (Urk. 75) wurde 

der Gesuchsgegnerin Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt, wel-

chen diese innert Frist leistete (Urk. 76 und 77). Der Gesuchsteller und Beru-

fungsbeklagte (nachfolgend Gesuchsteller) erstattete mit Eingabe vom 3. Sep-

tember 2015 (Urk. 80) innert der ihm mit Verfügung vom 14. August 2015 

(Urk. 79) angesetzten Frist seine Berufungsantwort. Am 3. September 2015 er-

folgte ausserdem eine unaufgeforderte Eingabe der Gesuchsgegnerin (Urk. 83). 

Mit Verfügung vom 7. September 2015 wurde der Gesuchsgegnerin die Beru-

fungsantwort und dem Gesuchsteller die Eingabe der Gesuchsgegnerin zur 

Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 84). Der Gesuchsteller nahm mit Eingabe vom 

21. September 2015 zur Noveneingabe der Gesuchsgegnerin Stellung (Urk. 85). 

Diese Eingabe wurde der Gesuchsgegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt (vgl. 

Prot. S. 5). Die Parteien wurden mit Beschluss vom 10. März 2016 zu einer Anhö-

rung im Sinne von Art. 297 Abs. 1 ZPO vorgeladen. Sodann wurde den Parteien 

angezeigt, dass ihre Rechtsvertreter anlässlich dieser Verhandlung Gelegenheit 

haben würden, sich zur allfälligen Anwendbarkeit und zum Inhalt des auf den 

Ehegattenunterhalt anwendbaren englischen Rechts zu äussern (Urk. 90). Die 

Anhörung der Parteien fand am 24. März 2016 in Anwesenheit der beiden 

Rechtsvertreter statt (Prot. S. 7 ff.). Am 1. April 2016 erfolgte eine weitere Einga-

be der Gesuchsgegnerin (Urk. 92), welche dem Gesuchsteller am 4. April 2016 

zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Prot. S. 28). Der Gesuchsteller nahm dazu 

mit Eingabe vom 18. Januar 2016 (recte: 18. April 2016) Stellung (Urk. 101). Die-

se Stellungnahme wurde der Gesuchsgegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt 

(Prot. S. 29). Ihre Stellungnahme dazu datiert vom 4. Mai 2016 (Urk. 105). Am 

23. Mai 2016 erstattete die Gesuchsgegnerin eine weitere Eingabe samt Beilage 

(Urk. 106 und 107/1).  

4. Die Dispositiv-Ziffern 1, 2, 11–16 und 18 des vorinstanzlichen Entscheids 

blieben unangefochten, weshalb diese in Rechtskraft erwachsen sind, wovon 

Vormerk zu nehmen ist.  

- 11 - 

II.  

A. Prozessuales 

1. Im Streit liegen vorliegend im Wesentlichen die Zuteilung der Obhut über die 

Kinder C._____ und D._____, der Umfang des Besuchsrechts des nicht obhuts-

berechtigten Ehegatten, die Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge, die Zuspre-

chung eines Prozesskostenvorschusses bzw. -beitrages an die Gesuchsgegnerin 

sowie die vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen.  

2. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-

prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26.4.2013 E. 3.1); Ermessensentscheide sind 

mithin nicht nur auf Willkür zu überprüfen. Dabei ist in der schriftlichen Berufungs-

begründung (Art. 311 ZPO) hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstin-

stanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten 

ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt voraus, dass der Beru-

fungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich in-

haltlich mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen 

auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Be-

streitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der 

geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Was nicht in einer den gesetzli-

chen Begründungsanforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht 

von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. Den Anforderungen von 

Art. 311 ZPO ist weder durch eine pauschale Verweisung auf die bei der Vor-

instanz eingereichten Rechtsschriften noch durch eine neuerliche Darstellung der 

Sach- oder Rechtslage Genüge getan, welche nicht darauf eingeht, was vor der 

Vorinstanz vorgebracht und von dieser erwogen worden ist (BGE 138 III 374 

E. 4.3.1 S. 375; BGer 5A_247/2013 vom 15.10.2013 E. 3.2). Diese Begründungs-

anforderungen gelten auch für die Berufungsantwort, wenn darin Erwägungen der 

Vorinstanz beanstandet werden, die sich für den Berufungsbeklagten ungünstig 

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auswirken (vgl. BGer 4A_211/2008 vom 3. Juli 2008 E. 2). Es geht deshalb auch 

nicht an, bloss auf frühere Vorbringen vor Vorinstanz zu verweisen (so jedoch 

Urk. 80 S. 20). Ein derartiger Verweis ist unbeachtlich. 

3. Gemäss Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Summarverfahren der Untersu-

chungsgrundsatz. Dies bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes 

wegen feststellt. Betreffend die Belange der Ehegatten untereinander gilt die Dis-

positionsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO), d.h. das Gericht ist an die Parteianträge 

gebunden (Pfänder Baumann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweize-

rische Zivilprozessordnung, DIKE-Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, Art. 272 

ZPO N 2 f.). Bei Kinderbelangen und somit auch hinsichtlich des Kindesunterhal-

tes gelten demgegenüber die Offizial- und die Untersuchungsmaxime (Art. 296 

Abs. 1 ZPO). Da sowohl die Frage des Einkommens der Parteien wie auch dieje-

nige des Bedarfs die gesamte Unterhaltsbemessung und damit auch die Kin-

derunterhaltsbeiträge betreffen, sind auf diese Fragen vorliegend grundsätzlich 

die Offizial- und die Untersuchungsmaxime anzuwenden.  

4. Mit der Wohnsitznahme der Gesuchsgegnerin in England (vgl. dazu unten 

Erw. B/2) wird die vorliegende Streitsache zum internationalen Verhältnis. Die 

schweizerischen Gerichte sind international zuständig; anwendbar ist für die Kin-

derbelange Schweizer Recht (Art. 46, Art. 79 Abs. 1 und Art. 85 Abs. 1 IPRG; 

Art. 5 und Art. 15 HKsÜ; Art. 83 Abs. 1 IPRG, Art. 4 HUÜ). Die eheliche Unter-

haltspflicht des Gesuchstellers gegenüber der Gesuchsgegnerin untersteht dage-

gen ab Wohnsitznahme der Gesuchsgegnerin in England dem englischen Recht 

(Art. 4 Abs. 1 und 2 HUÜ).  

 

B. Obhut 

1. Die Kinder C._____ und D._____ wurden mit vorinstanzlichem Urteil für die 

Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut des Gesuchstellers gestellt (Disposi-

tivziffer 3). Die Gesuchsgegnerin verlangt berufungsweise die Zuteilung der Obut 

an sie. 

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2. Die Parteien sind Ende 2010 von England in die Schweiz umgezogen. Zu-

nächst wohnten sie in F._____. Im Oktober 2011 kauften die Parteien die eheliche 

Liegenschaft … [Adresse], wo die Familie seither gewohnt hat (Urk. 2 Ziff. II.1.2; 

Urk. 20 Ziff. 4 ff.). Bei der ehelichen Liegenschaft handelt es sich um ein Doppe-

leinfamilienhaus. Im anderen Hausteil wohnen die Eltern der Gesuchsgegnerin 

(nachfolgend Grosseltern). Die Gesuchsgegnerin hat am 26. September 2014 ein 

Haus in Bristol gemietet (Urk. 22/8) und ist seither bis zum erstinstanzlichen Ent-

scheid zwischen England und der Schweiz hin- und hergependelt, wobei sie sich 

in der Schweiz nach wie vor in der ehelichen Liegenschaft aufgehalten und im 

Gästezimmer übernachtet hat (Prot. I S. 46). In der Berufungsschrift bezeichnete 

sie (seit 1. Februar 2015) Bristol als ihren neuen Wohnort (Urk. 70 S. 10 f., S. 21). 

Das Rubrum wurde mit Beschluss vom 10. März 2016 entsprechend angepasst 

(Urk. 90).  

3. Die Vorinstanz bejahte bei beiden Parteien die Erziehungsfähigkeit (Urk. 71 

S. 14). In der Folge stellte sie das Zuteilungskriterium der "Möglichkeit der persön-

lichen Betreuung" demjenigen der "Stabilität der örtlichen und familiären Verhält-

nisse" gegenüber und nahm eine Gewichtung zugunsten von letzterem Kriterium 

vor. Sie führte zusammengefasst aus, dass die Gesuchsgegnerin zwar grundsätz-

lich einen grösseren Anteil an persönlicher Kinderbetreuung leisten könnte. Je-

doch seien die örtlichen und familiären Verhältnisse in E._____ beim Gesuchstel-

ler im Vergleich zu den für die Kinder gänzlich neuen, mit diversen Unsicherheiten 

verbundenen Verhältnisse in Bristol bei der Gesuchsgegnerin stabiler und gefes-

tigt und entsprächen damit dem Kindeswohl mehr. Das vom Gesuchsteller vorge-

schlagene Betreuungskonzept, in welchem sich die Kinder wohlfühlen würden, 

entspreche im Wesentlichen den bisherigen Verhältnissen. Auch die Verfügbar-

keit und Nähe wichtiger Bezugspersonen der Kinder gebiete den Verbleib der 

Kinder in E._____. Weiter sei zu berücksichtigen, dass für die Kinder ein Wohnor-

tswechsel unabhängig vom Alter eine Belastung darstelle, welche es nach Mög-

lichkeit zu vermeiden gelte, zumal mit dem vorliegenden Eheschutzverfahren nur 

eine einstweilige Regelung getroffen werde und eine Umteilung der Obhut im 

Scheidungsverfahren nicht ausgeschlossen sei. Ein zweimaliger Umzug innert 

weniger Jahre sei für die Kinder nicht zumutbar. Es sei deshalb, soweit eine ande-

- 14 - 

re dem Kindeswohl nicht abträgliche Lösung vorliege, dieser Gefahr wenn immer 

möglich vorzubeugen. Unter Würdigung aller relevanter Umstände sei somit die 

Obhut über die Kinder für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsteller zuzu-

teilen (Urk. 71 S. 25).  

4. Für die Zuteilung der Obhut an einen Elternteil gelten grundsätzlich die glei-

chen Kriterien wie im Scheidungsfall. Nach der Rechtsprechung hat das Wohl des 

Kindes Vorrang vor allen anderen Überlegungen, insbesondere vor den Wün-

schen der Eltern. Vorab muss die Erziehungsfähigkeit der Eltern geklärt werden. 

Ist diese bei beiden Elternteilen gegeben, sind vor allem Kleinkinder und grund-

schulpflichtige Kinder demjenigen Elternteil zuzuteilen, der die Möglichkeit hat und 

dazu bereit ist, sie persönlich zu betreuen. Erfüllen beide Elternteile diese Vo-

raussetzung ungefähr in gleicher Weise, kann die Stabilität der örtlichen und fami-

liären Verhältnisse ausschlaggebend sein. Unter Umständen kann die Möglichkeit 

der persönlichen Betreuung auch dahinter zurücktreten, soweit die Eltern unge-

fähr gleiche erzieherische Fähigkeiten haben (BGer 5A_972/2013 vom 23. Juni 

2014 E. 3 m.H.). Schliesslich ist – je nach Alter des Kindes – seinem eindeutigen 

Wunsch Rechnung zu tragen. Diesen Kriterien lassen sich die weiteren Gesichts-

punkte zuordnen, namentlich die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen 

in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten, oder die Forderung, dass eine Zuteilung 

der Obhut von einer persönlichen Bindung und echter Zuneigung getragen sein 

sollte (vgl. BGE 115 II 206 E. 4a S. 209; 115 II 317 E. 2 und 3 S. 319 ff.; 117 II 

353 E. 3 S. 354 f.; BGer 5A_798/2009 vom 4. März 2010 E. 5.3). Im Folgenden ist 

auf die einzelnen Kriterien einzugehen.  

 

 

5. Erziehungsfähigkeit 

5.1. Mit Bezug auf das Kriterium der Erziehungsfähigkeit lässt die Gesuchsgeg-

nerin vorbringen, es sei unzutreffend, dass bei beiden Parteien die Erziehungsfä-

higkeit gegeben sei (Urk. 70 Ziff. 2.1). Sollte dennoch von der Erziehungsfähigkeit 

- 15 - 

des Gesuchstellers ausgegangen werden, so sei die Gesuchsgegnerin jedoch um 

ein Vielfaches erziehungsfähiger als der Gesuchsteller. Das Schulzeugnis von 

C._____ lasse richtiggehend aufschrecken (Urk. 70 S. 7 und Urk. 73/2). Weiter 

sei zu beachten, dass entgegen der Vorinstanz die gänzlich fehlenden Deutsch-

kenntnisse des Gesuchstellers dem Kindeswohl sehr wohl abträglich seien. Ohne 

Deutschkenntnisse sei es unmöglich, die Kinder in der Schule richtig zu fördern. 

Darüber hinaus stellten mangelnde Deutschkenntnisse in der Schweiz auch inso-

fern eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Kinder dar, als ihnen in Notsitu-

ationen nicht schnell genug bzw. angemessen geholfen werden könne. Weiter 

erwähnt die Gesuchsgegnerin, dass der Gesuchsteller sie gebeten habe, bei der 

Einschulung der Kinder in E._____ dabei zu sein (Urk. 70 S. 7). Mit Eingabe vom 

1. April 2016 liess die Gesuchsgegnerin in diesem Zusammenhang vorbringen, 

dass die Lehrpersonen der Kinder ihre E-Mails jeweils direkt an sie richten wür-

den, da diese die Gesuchsgegnerin als Ansprechperson sähen und sie letztend-

lich diejenige sei, welche die Schulbelange der Kinder organisiere. Der Gesuchs-

gegner sei mangels Deutschkenntnissen dazu überhaupt nicht in der Lage (Urk. 

98 S. 2). Dies wird vom Gesuchsteller bestritten (Urk. 101 S. 2).  

5.2. Die Vorinstanz hat die Erziehungsfähigkeit beider Parteien eingehend ge-

prüft und wie erwähnt bejaht (Urk. 70 S. 12 ff.). Gemäss vorinstanzlichen Erwä-

gungen macht die Gesuchsgegnerin keine nachvollziehbaren Ausführungen und 

gibt es keine Anhaltspunkte, welche an der Erziehungsfähigkeit des Gesuchstel-

lers Zweifel erwecken könnten. Im Gegenteil habe die Gesuchsgegnerin selbst 

eingeräumt, dass der Gesuchsgegner ein gewissenhafter und liebevoller Vater sei 

und die Kinder ihn mögen würden (vgl. Urk. 20 S. 8 und Prot. I S. 64). Wenn die 

Gesuchsgegnerin ausführt, der Gesuchsteller habe keine Ahnung, wie man den 

Alltag von Kindern organisiere bzw. was deren tägliche Bedürfnisse seien, weil al-

les immer von ihr organisiert worden sei (Urk. 70 Ziff. 2.1), handelt es sich hierbei 

um unsubstantiierte und unbelegte Ausführungen, was bereits die Vorinstanz zu-

treffend ausgeführt hat (vgl. Urk. 70 S. 13). Indem die Gesuchsgegnerin im Übri-

gen pauschal auf ihre vor Vorinstanz gemachten Ausführungen verweist (Urk. 70 

Ziff. 2.1), kommt sie ihrer Begründungspflicht nicht nach. Auch das Schulzeugnis 

von C._____ lässt keine Zweifel an der Erziehungsfähigkeit des Gesuchsgegners 

- 16 - 

aufkommen. Ein Vergleich des aktuellen Schulzeugnisses von C._____ 

(Urk. 73/2) mit demjenigen vom Vorjahr (Urk. 82/2) bestätigt die behauptete Leis-

tungsverschlechterung jedenfalls nicht. Ohnehin könnte gestützt auf einen Abfall 

von C._____s Schulleistungen nicht geschlossen werden, dass die Leistungen 

aufgrund mangelhafter Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers abgenommen ha-

ben. Im Gegenteil wäre ebenso wahrscheinlich, dass sich C._____ durch die Ab-

wesenheit der Gesuchsgegnerin und die wohl noch immer ungewohnte familiäre 

Situation belastet fühlt. Inwiefern die fehlenden Deutschkenntnisse des Gesuch-

stellers für die Kinder in Notsituationen eine nicht zu unterschätzende Gefahr und 

damit eine Gefährdung des Kindswohls darstellen könnten, ist sodann nicht er-

sichtlich. So ist entgegen der Gesuchsgegnerin insbesondere davon auszugehen, 

dass sich der Gesuchsteller bei Behörden, Ärzten oder in der Schule in englischer 

Sprache verständigen kann. Kommt hinzu, dass die Kinder nun die öffentliche 

Schule besuchen, wo sie Deutsch lernen, weshalb anzunehmen ist, dass sie in-

nert kürzester Zeit fliessend Deutsch sprechen werden. Aus der von der Ge-

suchsgegnerin eingereichten E-Mailkorrespondenz mit der Logopädin von 

D._____ (Urk. 100/2) sowie den Ausführungen der Gesuchsgegnerin anlässlich 

der Anhörung vom 24. März 2016 ergibt sich, dass der Kontakt zu den Lehrper-

sonen der Kinder zumindest teilweise über die Gesuchsgegnerin läuft. Dabei ist 

jedoch in Erinnerung zu rufen, dass die Parteien die elterliche Sorge über ihre 

Kinder gemeinsam innehaben. Dass sich die Lehrpersonen an die Gesuchsgeg-

nerin, welche gut deutsch spricht, wenden, ist vor diesem Hintergrund nachvoll-

ziehbar. Solange der Umstand, dass der Gesuchsteller kein Deutsch spricht, sich 

nicht negativ auf das Kindeswohl auswirkt, wofür es vorliegend wie erwähnt keine 

Anhaltspunkte gibt, kann diese Tatsache für den Obhutsentscheid nicht von Be-

deutung sein. 

5.3. Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Erziehungsfähigkeit der Parteien 

zu Recht bei beiden Parteien bejaht und keine Gewichtung dieses Kriteriums zu-

gunsten einer Partei vorgenommen. 

 

- 17 - 

6. Möglichkeit der persönlichen Betreuung – Stabilität der örtlichen und familiä-

ren Verhältnisse 

6.1. Die Gesuchsgegnerin lässt geltend machen, dass gemäss bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung die Kinder in der Regel demjenigen Elternteil anzuvertrauen 

seien, der die Möglichkeit habe und dazu bereit sei, sie persönlich zu betreuen. 

Dieser Grundsatz müsse, sofern dem Kindswohl, wie vorliegend, nichts entge-

genstehe, ortsunabhängig gelten, zumal kleine Kinder ohnehin noch nicht ortsge-

bunden seien (Urk. 70 Ziff. 3.1). In diesem Zusammenhang kritisiert die Gesuchs-

gegnerin die vorinstanzliche Erwägung, wonach während des ehelichen Zusam-

menlebens von einer ausschliesslichen oder grossmehrheitlichen von der Ge-

suchstellerin wahrgenommen Betreuung der Kinder keine Rede sein könne. Die 

Vorinstanz verkenne dabei, dass sie, die Gesuchsgegnerin, den Alltag der Kinder 

organisiert habe. Sie habe die Kinder zur Krippe/Schule gebracht und abgeholt, 

mit ihnen gespielt, sie im Krankheitsfall gepflegt und sei für sie in der Nacht auf-

gestanden, so dass mit Fug und Recht behauptet werden könne, dass sich die 

Gesuchsgegnerin praktisch ausschliesslich selbst um die Kinder gekümmert habe 

(Urk. 70 Ziff. 3.3). Weiter lasse die Vorinstanz bei ihrer Begründung ausser acht, 

dass die Parteien mit Sicherheit nie mehr zusammenfinden werden, weshalb mit 

Blick auf das Kindeswohl bereits jetzt eine definitive Regelung der Obhut ange-

zeigt scheine, wobei die Kinder an ihrem neuen Wohnort in Bristol über Stabilität 

verfügen würden. Ausserdem wäre ein weiterer Umzug an einen anderen Ort mit 

Sicherheit kein Grund für die Obhutszuteilung an den Gesuchsteller, zumal die 

Kinder in ihrem Leben – wie heute üblich – wohl des Öftern umziehen werden. 

Zudem sei es nicht vornehmlich der Aufenthaltsort sondern die Mutter-Kind-

Beziehung, welche die Stabilität zu gewähren vermöge. Entgegen den Erwägun-

gen der Vorinstanz sei es völlig abwegig, das bisherige soziale Umfeld der noch 

sehr kleinen Kinder, bestehend aus einem Cousin und den Kindern aus der Kin-

derkrippe/Schule als Grund für einen Verbleib beim Gesuchsteller und den Gros-

seltern anzufügen. Die Unterstellung der Kinder unter die Obhut der Gesuchs-

gegnerin dränge sich auch deshalb auf, weil die älter werdenden Grosseltern nur 

noch kurzfristig in der Lage sein werden, die Kinder zu betreuen. Würden die Kin-

der unter der Obhut des Gesuchstellers belassen, sei daher voraussehbar, dass 

- 18 - 

über kurz oder lang eine neue Betreuungslösung gesucht werden müsse und die-

se Lösung nur in eine gänzliche Fremdbetreuung münden könne, was dem Kin-

deswohl abträglich sei (Urk. 70 Ziff. 1.3. und 4.1–4.6). Schliesslich bringt die Ge-

suchsgegnerin vor, es bestehe im Falle der Beibehaltung der vorinstanzlichen 

Obhutsregelung die Gefahr, dass sich der Kontakt zu den Kindern wegen finanzi-

eller Probleme auf ein Minimum reduziere, da sie ohne finanzielles Entgegen-

kommen des Gesuchstellers nicht in der Lage sein werde, die Kinder in der 

Schweiz zu besuchen (Urk. 70 Ziff. 5.1).  

6.1.1. Mit Bezug auf die Grosseltern lässt die Gesuchstellerin wie bereits vor Vor-

instanz vorbringen, dass sie in Sachen Kinderbelangen nichts von den Grossel-

tern erfahren werde, da zwischen ihr und ihren Eltern keine Kommunikation mehr 

stattfinde. Dieser Umstand spreche klar gegen den Verbleib der Kinder bei den 

Grosseltern (Urk. 70 Ziff. 6.1). Ferner bemängelt die Gesuchsgegnerin die Erzie-

hungsfähigkeit der Grosseltern. Die Grossmutter habe eine wenig stabile, proble-

matische Persönlichkeit. Der völlig unsportliche Grossvater könne mit den Kindern 

nichts unternehmen und lebe völlig ausserhalb der Gesellschaft. Auch hätten die 

Grosseltern entgegen der Vorinstanz vor den Kinder schlecht über sie, die Ge-

suchsgegnerin, gesprochen. So habe der Grossvater die Gesuchsgegnerin vor 

den Kindern als "bugger" bezeichnet. Weiter hält die Gesuchsgegnerin daran fest, 

dass die Erziehungsfähigkeit der Grosseltern gutachterlich abgeklärt werden soll-

te (Urk. 70 Ziff. 6.3–6.6.).  

6.1.2. Die Gesuchsgegnerin erklärte anlässlich der Anhörung vom 24. März 2016, 

dass es C._____ schlecht gehe, insbesondere in der Schule gehe es ihr nicht gut. 

Die Lehrerin habe vorgeschlagen, dass C._____ eine Psychotherapie besuchen 

soll (Prot. S. 10). Sie ziehe sich in E._____ zurück. Dagegen blühe C._____ in 

England auf und sei selbstbewusst. Ihre Tochter habe grosse sprachliche Schwie-

rigkeiten und leide gemäss Mitteilung von Frau G._____, der Lehrerin von 

C._____, unter grossen Stimmungsschwankungen. In der Schule sei sie gedank-

lich oft abwesend. Ihre Tochter wäre sicher glücklicher, wenn sie bei ihr in Eng-

land leben könnte. In E._____ sei sie sehr alleine und habe wenig Freunde. Die 

Grosseltern seien nicht für C._____ da. Der Gesuchsteller arbeite Vollzeit. Sie 

- 19 - 

verstehe nicht, weshalb die Hauptverantwortung für zwei Kinder zwei alten Men-

schen gegeben werde (Prot. S. 11). Als sie sich nach den letzten Ferien von ihren 

Kindern am Flughafen verabschiedet habe, hätten diese geweint und ihr gesagt, 

dass sie bei ihr bleiben möchten (Prot. S. 9). Sie werde so lange für ihre Kinder 

kämpfen, bis diese bei ihr leben würden (Prot. S. 12). Die Frage, ob sie sich je 

überlegt habe, in die Schweiz zurückzukehren, verneinte die Gesuchsgegnerin 

(Prot. S. 12).  

6.2. Der Gesuchsteller ist der Ansicht, die Vorinstanz habe die Kriterien für die 

Obhutszuteilung richtig angewendet und den Sachverhalt richtig festgestellt. Er 

bringt mit Bezug auf die Möglichkeit zur persönlichen Betreuung neu vor, dass er 

sich seit der plötzlichen Trennung der Gesuchsgegnerin neu organisiert habe und 

es ihm inzwischen möglich sei, an drei Nachmittagen (Dienstag, Donnerstag und 

Freitag) bereits um 16.00 Uhr zu Hause zu sein sowie einen ganzen Tag von zu 

Hause aus zu arbeiten. Er beruft sich auf ein Schreiben seiner Arbeitgeberin vom 

31. August 2015 (Urk. 82/1).  

 Anlässlich der Anhörung der Parteien vom 24. März 2016 erklärte der Ge-

suchsteller auf die Frage, wie die Kinder unter der Woche betreut würden, dass er 

nach wie vor zu 100% berufstätig sei, jedoch flexible Arbeitszeiten habe. Er früh-

stücke jeden Morgen mit den Kindern. Um 7.00 Uhr komme die Grossmutter in 

sein Haus und stelle sicher, dass sich C._____ um ca. 7.45 Uhr auf den Schulweg 

begebe. D._____ werde vom Grossvater oder der Grossmutter zum Kindergarten 

gebracht. Montags, Dienstags und Mittwochs bereite die Grossmutter das Mittag-

essen zu. Donnerstags und Freitags besuchten die Kinder den Mittagstisch und 

anschliessend bzw. am Nachmittag nach Schulschluss den Hort (Prot. S. 17). Am 

Dienstag, Donnerstag und Freitag sei er um 15.30 oder 16.00 Uhr zu Hause bzw. 

hole er die Kinder um diese Zeit vom Hort ab. Montags und mittwochs komme er 

um 18.30 oder 19.00 Uhr nach Hause. Die Kinder würden bis dahin von den 

Grosseltern betreut. Nach dem Abendessen telefonierten die Kinder jeweils mit 

der Gesuchsgegnerin (Prot. S. 16 f.). Nach dem Befinden der beiden Kinder be-

fragt, erklärte der Gesuchsteller, er denke nicht, dass C._____ psychische Prob-

leme habe. Sie sei vor allem in der Schule schüchtern, teilweise in sich gekehrt 

- 20 - 

und brauche wohl eine Weile, um sich an die neue Schule und den Unterricht auf 

deutsch zu gewöhnen. Die Lehrerin von C._____ habe den Parteien zwei Institu-

tionen genannt, wo abgeklärt werden könnte, ob seine Tochter (psychologische) 

Unterstützung brauche (Prot. S. 19 f.). Beide Kinder hätten mittlerweile akzeptiert, 

dass die Gesuchsgegnerin nicht mehr in E._____ wohne. Die Kinder würden nie 

weinen. Der Gesuchsteller räumte jedoch ein, dass die Kinder unmittelbar nach 

ihrer Rückkehr aus England jeweils stärker das Bedürfnis hätten, die Gesuchs-

gegnerin anzurufen und dass C._____ jeweils sage, sie vermisse die Gesuchs-

gegnerin. Die Frage, ob die Kinder je geäussert hätten, dass sie lieber in England 

wohnen würden, verneinte der Gesuchsteller und fügte an, dass C._____ ihm 

einmal, als sie sich in ihrem Kinderzimmer aufgehalten habe, gesagt habe, sie 

möchte diesen Ort nie verlassen (Prot. S. 21).  

6.3. Wenn die Gesuchsgegnerin zur Begründung der Obhutszuteilung an sie gel-

tend macht, das Zuteilungskriterium der "Möglichkeit der persönlichen Betreuung" 

gelte ortsunabhängig, scheint sie zu übersehen, dass dieses Kriterium nicht in je-

dem Fall höher zu gewichten ist als dasjenige der "Stabilität der örtlichen und fa-

miliären Verhältnisse", sondern es ist eine Gesamtabwägung unter Berücksichti-

gung der Folgen eines Wegzugs der Kinder aus dem vertrauten Umfeld vorzu-

nehmen, weshalb unter Umständen das Kriterium "Möglichkeit der persönlichen 

Betreuung" hinter das Kriterium "Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnis-

se" zurücktreten kann (vgl. BGer 5C.212/2005 vom 25. Januar 2006 E. 4.2 und 

4.4.1, in: FamPra.ch 2006 S. 753 ff.).  

6.3.1. Die Vorinstanz erblickte auf Seiten der Gesuchsgegnerin die Ungewissheit 

über die Stabilität in ihren (örtlichen) Verhältnissen und die Gefahr eines erneuten 

Umzugs im Falle der Obhutszuteilung an die Gesuchsgegnerin darin, dass es 

einstweilen unsicher scheine, wie lange die Wohnsitznahme der Gesuchsgegne-

rin in Bristol Bestand haben werde (Urk. 70 Erw. 4.4.3.17.). Zu diesem Schluss 

gelangte die Vorinstanz, weil gemäss Ausführungen der Gesuchsgegnerin deren 

neuer Partner bei der Wahl des neuen Wohnorts eine Rolle gespielt habe (Prot. I 

S. 9, S. 70), es sich bei dieser Beziehung jedoch einerseits noch nicht um eine 

gefestigte Beziehung handle, und der Partner andererseits in Bristol nur vorüber-

- 21 - 

gehend für sein Studium Wohnsitz genommen habe (Urk. 70 S. 24). Mit dieser 

Erwägung der Vorinstanz setzt sich die Gesuchsgegnerin nicht auseinander, 

wenn sie einzig vorbringt, dass sie nicht mehr in die Schweiz zurückkehren werde 

und England ihre Heimat sei. Festzuhalten bleibt an dieser Stelle immerhin, dass 

sich die von der Vorinstanz angeführten unsicheren (Wohn-)verhältnisse der Ge-

suchsgegnerin insofern verfestigt haben, als die Gesuchsgegnerin anlässlich der 

Anhörung vom 24. März 2016 erklärte, dass die Beziehung zu H._____ nach wie 

vor bestehe (Prot. S. 13). Damit weisen die Verhältnisse der Gesuchsgegnerin ei-

ne gewisse Beständigkeit auf. Dieser Umstand ändert jedoch nichts daran, dass 

mit vorliegender Obhutsregelung bloss ein einstweiliger Entscheid getroffen wird 

und eine Umteilung der Obhut im Scheidungsverfahren nicht ausgeschlossen ist. 

Insofern ist das Vorbringen der Gesuchsgegnerin, wonach die Parteien mit Si-

cherheit nie mehr zusammenfinden werden, weshalb bereits jetzt eine definitive 

Regelung angezeigt sei (Urk. 70 Ziff. 1.3), nicht zielführend. Ausserdem ist die 

Wahrscheinlichkeit, dass die Gesuchsgegnerin, welche in Bristol in einem Haus 

zur Miete wohnt und momentan eine Ausbildung als Mathematiklehrerin macht, 

welche sie diesen Sommer abschliessen wird (Prot. S. 12, S. 14), innerhalb von 

England umzieht, ungleich grösser als dass der Gesuchsteller aus E._____ weg-

ziehen wird. Daran vermag auch das Vorbringen, wonach die Parteien die eheli-

che Liegenschaft im Rahmen der Scheidung werden verkaufen müssen (Prot. 

S. 25), nichts zu ändern, würde dies den Gesuchsteller doch nicht daran hindern, 

sich innerhalb von E._____ eine neue Wohnmöglichkeit zu suchen.  

6.3.2. Die Vorinstanz ist nach sorgfältiger Gewichtung der vorgenannten Kriterien 

zum Ergebnis gelangt, dass sich die Kinder grundsätzlich in E._____ und in der 

derzeitigen Schulsituation wohl fühlten. Sie hat weiter erwogen, es könne nicht 

geschlossen werden, dass die Kinder und dieses günstige Umfeld erheblich 

Schaden nehmen würden, wenn die Gesuchsgegnerin nicht mehr in E._____ leb-

te (Urk. 71 Ziff. 4.4.3.15.). Dagegen hätte ein Wohnortswechsel nach Bristol zur 

Folge, dass die Kinder aus ihrer gewohnten Umgebung hinaus und in ein für sie 

völlig fremdes Umfeld umplatziert würden, wobei die Gesuchsgegnerin übersehe, 

dass ihre Vertrautheit mit dem neuen Wohnort bei den Kindern nicht vorhanden 

sei, so die Vorinstanz weiter (Urk. 71 S. Ziff. 4.4.3.15.).  

- 22 - 

6.3.3. An diesen zutreffenden Feststellungen vermögen auch die Ausführungen 

der Gesuchsgegnerin anlässlich der Anhörung am 24. März 2016 nichts zu än-

dern. Zwar ist unbestritten, dass sich C._____ seit Schulbeginn in einer für sie 

anspruchsvollen Lebensphase befindet, indem sie eine deutschsprachige Schule 

besucht, wobei ihr das Erlernen der deutschen Sprache nach wie vor Schwierig-

keiten bereitet und der Spracherwerb zweifelsohne tagtäglich eine grosse Heraus-

forderung für sie darstellt. Umgekehrt ist davon auszugehen, dass kleine Kinder 

eine neue Sprache verhältnismässig schnell erlernen, weshalb dem Umstand der 

sprachlichen Schwierigkeiten von C._____ für die Obhutszuteilung kein entschei-

dendes Gewicht zukommen kann. Dies umso mehr, als für C._____ bereits ent-

sprechende Stützmassnahmen (DaZ) in die Wege geleitet worden sind (vgl. 

Urk. 107/1). Deutsch als Zweitsprache (DaZ) ist ein Zusatzunterricht, der Schüler 

und Schülerinnen nichtdeutscher Erstsprache unterstützt, dem Unterricht sprach-

lich zu folgen und den Anschluss an die Regelklasse schnell zu finden. Die Aus-

sage der Gesuchsgegnerin, wonach die Lehrerin von C._____ vorgeschlagen ha-

be, dass diese eine Psychotherapie machen solle (Prot. S. 10), wurde vom Ge-

suchsteller hingegen nicht bestätigt (Prot. S. 20). Auch relativierte er die von der 

Gesuchsgegnerin geäusserte Besorgnis über den psychischen Zustand von 

C._____, indem er deren Stimmungsschwankungen hauptsächlich auf die neue 

Schulsituation an sich und nicht einzig auf die mangelhaften Deutschkenntnisse 

zurückführte. Wie vom Gesuchsteller anlässlich der Anhörung schon erwähnt 

(Prot. S. 19 f.), soll auf Anraten der Lehrerin nunmehr eine Abklärung von 

C._____ beim Schulpsychologischen Dienst erfolgen (Urk. 106 S. 2). Diese wird 

ergeben, ob für C._____ noch weitergehende (evt. auch psychologische) Hilfe er-

forderlich ist.  

6.3.4. Auch die vorinstanzliche Feststellung, wonach während des ehelichen Zu-

sammenlebens von einer ausschliesslichen oder grossmehrheitlichen Betreuung 

der Kinder durch die Gesuchsgegnerin keine Rede sein könne, ist nicht zu bean-

standen. Die Kinder wurden zu einem grossen Teil fremdbetreut. So besuchte die 

Tochter C._____ bis vergangenen Sommer unbestrittenermassen von Montag bis 

Freitag (mit Ausnahme vom Mittwochnachmittag) von 7.45 Uhr bis 16.15 Uhr die 

I._____ in J._____. Der Sohn D._____ besuchte am Montag, Mittwoch und Don-

- 23 - 

nerstag ganztags die Kindertagesstätte … in F._____ (Urk. 18/57) und am Diens-

tagvormittag die Waldspielgruppe der I._____ in J._____ (Urk. 18/58; Urk. 25B 

Ziff. 4.3). Damit betreuten die Parteien die Kinder im Wesentlichen in den Rand-

stunden am Morgen und Abend sowie an den Wochenenden. Die Behauptung der 

Gesuchsgegnerin, wonach sie sich ausserhalb der Fremdbetreuung praktisch 

ausschliesslich selbst um die Kinder gekümmert habe (Urk. 70 Ziff. 3.3), findet in 

den Akten keine Stütze. So führte der Gesuchsteller vor Vorinstanz aus, dass er 

sich am Wochenende um die Kinder gekümmert habe. Er habe für die Kinder 

Frühstück gemacht, sei mit ihnen auf den Spielplatz gegangen oder habe Ausflü-

ge gemacht. Während der Woche habe er C._____ jeweils geweckt und ihr Früh-

stück gemacht. Auch habe er die Kinder normalerweise zu Bett gebracht (Prot. I 

S. 48 f.).  

6.3.5. Entgegen der Gesuchsgegnerin werden die Kinder sodann seit dem Umzug 

der Gesuchsgengerin nach England nicht hauptsächlich von den Grosseltern be-

treut (vgl. Prot. S. 11). Der Gesuchsteller wird unter der Woche von den Grossel-

tern bei der Kinderbetreuung unterstützt, indem diese morgens jeweils von 

7.00 Uhr bis 7.45 Uhr zu den Kinder schauen, montags bis mittwochs mit ihnen zu 

Mittag essen und sie montags und mittwochs nach der Schule bis zur Heimkehr 

des Gesuchstellers von der Arbeit um 18.30/19.00 Uhr betreuen. Die restliche Zeit 

besuchen die Kinder den Mittagstisch bzw. Hort – wie sie dies im Übrigen bereits 

während des ehelichen Zusammenlebens gemacht haben – oder werden vom 

Gesuchsteller, welcher dienstags, donnerstags und freitags bereits um 

15.30/16.00 Uhr nach Hause kommt, betreut. Auch an den Wochenenden über-

nimmt der Gesuchsteller die Kinderbetreuung.  

6.3.6. Hinsichtlich des Vorbringens der Gesuchsgegnerin, wonach stabile Le-

bensverhältnisse bei Kindern in erster Linie durch die Mutter-Kind-Beziehung ge-

währleistet würden, ist festzuhalten, dass eine enge Mutter-Kind-Beziehung zwei-

felsohne massgeblich zu stabilen Lebensverhältnissen und einer harmonischen 

Entwicklung der Kinder beitragen. Jedoch ist dieser Faktor nicht per se höher zu 

gewichten als die Stabilität der übrigen familiären Beziehungen sowie der örtli-

chen Verhältnisse. Ausserdem ist anzunehmen, dass sich die Beziehung der Kin-

- 24 - 

der zum Gesuchsteller seit dem Umzug der Gesuchsgegnerin nach England er-

heblich intensiviert hat. Unzutreffend ist weiter das Vorbringen, wonach kleinere 

Kinder noch nicht ortsgebunden seien. Das Gegenteil ist der Fall. Einschneidende 

und wiederholte Wechsel der Lebensverhältnisse sind vor allem bei kleineren 

Kindern geeignet, deren harmonische Entwicklung zu beeinträchtigen (vgl. BGE 

114 II 200 E. 5a, BGE 112 II 382 f.m.w.H.). Betreffend das Kriterium der persönli-

chen Betreuung hat sich im Rahmen der Anhörung ausserdem wie erwähnt erge-

ben, dass der Gesuchsteller seit Ergehen des vorinstanzlichen Entscheids die 

ausserschulische Betreuung der Kinder aufgrund flexiblerer Arbeitszeiten in er-

heblich grösserem Ausmass selbst übernimmt als während der Zeit des ehelichen 

Zusammenlebens. Er ist damit weniger stark auf die Unterstützung der Grossel-

tern angewiesen als in der Anfangsphase der Trennung. An dieser Stelle bleibt 

weiter anzumerken, dass von einem "ständigen Hin- und Herschieben" der Kinder 

(Urk. 98 S. 2) keine Rede sein kann. Wie bereits mehrfach ausgeführt wurde, 

wurden die Kinder bereits während des ehelichen Zusammenlebens in einem 

grossen Umfang fremdbetreut. Daran hat sich seither nichts geändert. Insofern 

sind sich die Kinder an zusätzliche Bezugspersonen neben den Eltern seit jeher 

gewohnt. Inwiefern dieser Umstand dem Kindeswohl abträglich sein soll, ist so-

dann nicht ersichtlich. Im Gegenteil ist davon auszugehen, dass die Sozialkompe-

tenz und die Deutschkenntnisse der Kinder durch ausserschulische Betreuungs-

angebote gefördert werden. 

6.3.7. Die Gesuchsgegnerin argumentiert widersprüchlich, wenn sie die Erzie-

hungsfähigkeit der Grosseltern in Frage stellt, wurden doch die Kinder bereits vor 

dem Umzug der Gesuchsgegnerin nach Bristol im Einverständnis mit der Ge-

suchsgegnerin regelmässig von den Grosseltern betreut (vgl. Prot. I S. 52 und 

Urk. 20 S. 9). Die Vorinstanz hat sich mit der Frage, ob die Grosseltern in der La-

ge sind, im Falle der Obhutszuteilung an den Gesuchsteller diesen bei der Kin-

derbetreuung zu unterstützen, eingehend auseinandergesetzt und die Grosseltern 

als Zeugen befragt (vgl. Urk. 39 und 40). Dadurch konnte sie sich insbesondere 

auch ein Bild über den Gesundheitszustand der Grosseltern machen. Beide 

Grosseltern verneinten gesundheitliche Probleme (Urk. 39 S. 9 und 40 S. 8), 

weshalb es zumindest keine Hinweise gibt, dass die Grosseltern nicht auch in Zu-

http://www.rwi.uzh.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2016&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-II-381%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page382

- 25 - 

kunft in der Lage sein werden, den Gesuchsteller bei der Kinderbetreuung zu un-

terstützen. Die Vorinstanz ist nach der Anhörung der Grosseltern zum Schluss ge-

langt, dass persönliche Defizite, welche die Erziehungsfähigkeit der Grosseltern 

anzweifeln liessen, nicht ausgemacht werden könnten und an deren Erziehungs-

fähigkeit keine Zweifel bestünden (Urk. 71 Ziff. 4.4.3.9.). Anlässlich der Zeugen-

einvernahme haben die Grosseltern versichert, dass sie vor den Kindern nicht 

schlecht über die Gesuchsgegnerin sprechen würden (vgl. Urk. 39 S. 11; Urk. 40 

S. 11 f.). Die bestrittene Behauptung, wonach der Grossvater die Gesuchsgegne-

rin als "bugger" bezeichnet habe (Urk. 70 Ziff. 6.6 und Urk 80 Ziff. 6.6), erscheint 

vor diesem Hintergrund nicht als glaubhaft. Soweit die Gesuchsgegnerin vor-

bringt, dass die Grossmutter eine wenig stabile, problematische Persönlichkeit 

habe und dass der völlig unsportliche Grossvater mit den Kindern nichts unter-

nehmen könne und völlig ausserhalb der Gesellschaft lebe (Urk. 70 Ziff. 6.4 und 

6.5.), ist anzumerken, dass es sich hierbei um eine erst im Berufungsverfahren 

erhobene, überdies nicht weiter belegte und damit nicht glaubhaft gemachte Par-

teibehauptung handelt, welche sich jedenfalls nicht mit den Protokollen der Zeu-

geneinvernahmen decken. So bejahte der Grossvater als Zeuge beispielsweise 

die Frage, ob er mit den Kindern nach draussen gehe und berichtete, welche 

Spiele er mit den Kindern spiele (Urk. 40 S. 7). Die Grossmutter beschrieb den 

Grossvater als jemanden, der Disziplin möge und ein wenig von der "alten Schu-

le" sei (Urk. 39 S. 7). Diese Einschätzung teilte der Grossvater, indem er ausführ-

te (Urk. 40 S. 10): "Wir versuchen ein bisschen streng zu sein." Wohl mussten 

sich die Kinder an den Umstand, dass der Erziehungsstil der Grosseltern im Ver-

gleich zu demjenigen der Parteien wahrscheinlich etwas autoritärer ist, zuerst ge-

wöhnen. Anhaltspunkte dafür, dass der Erziehungsstil der Grosseltern dem Kin-

deswohl entgegensteht, ergeben sich jedoch nicht.  

6.3.8. Die Gesuchsgegnerin lässt mit Eingabe vom 1. April 2016 geltend machen, 

dass der Grossvater Anfang April die Achillessehne werde operieren lassen müs-

sen, wobei es neun Monate dauern werde, bis er sich von der Operation erholt 

haben werde. Während dieser Zeit werde die Grossmutter den Grossvater zu 

100% pflegen müssen und werde keine Zeit haben, sich um die Kinder zu küm-

mern (Urk. 92 S. 2). Gemäss Ausführungen des Gesuchstellers hat sich der 

- 26 - 

Grossvater nach der Operation für zwei Wochen in Rehabilitation begeben 

(Urk. 101 S. 1). Auch wenn der Grossvater den operierten Fuss einige Wochen 

nach der Rehabilitation nur eingeschränkt belasten darf und deshalb auf vermehr-

te Unterstützung durch die Grossmutter angewiesen sein wird, ist nicht anzuneh-

men, dass die Grossmutter die Kinder in dieser Zeit überhaupt nicht betreuen 

kann, zumal die Grosseltern unmittelbar neben den Kindern wohnen und der 

Grossvater sich so problemlos bei sich zu Hause ausruhen kann, wenn die 

Grossmutter bei den Kindern ist.  

6.3.9. Was die von der Gesuchsgegnerin angeführte fehlende Kommunikation 

zwischen ihr und den Grosseltern anbelangt, bleibt festzuhalten, dass dieser Um-

stand sicherlich nicht ideal ist. Jedoch ist es am Gesuchsteller und nicht an den 

Grosseltern, die Gesuchsgegnerin über die Kinder zu informieren. Dass die 

Kommunikation zwischen den Parteien betreffend Kinderbelange insbesondere in 

Notsituationen nicht funktioniert hätte, macht die Gesuchsgegnerin nicht geltend.  

6.3.10. Mit Bezug auf die von der Gesuchsgegnerin geäusserte Befürchtung, wo-

nach im Falle der Beibehaltung der vorinstanzlichen Obhutsregelung die Gefahr 

bestehe, dass sich der Kontakt zu den Kindern wegen finanzieller Probleme auf 

ein Minimum reduziere, ist festzuhalten, dass sie einerseits die Wohnsitzverle-

gung nach England frei gewählt hat und andererseits die mit der Besuchsrechts-

ausübung verbundenen Reisekosten in ihrem Bedarf berücksichtigt wurden. 

6.4. Zusammenfassend ist der Entscheid der Vorinstanz, das im Wesentlichen 

den bisherigen Verhältnissen entsprechende Betreuungskonzept beizubehalten 

und so dem Kriterium "Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse" gegen-

über dem Kriterium "Möglichkeit zur persönlichen Betreuung" den Vorzug zu ge-

ben, nicht zu beanstanden. Die vorinstanzliche Obhutsregelung ist deshalb zu be-

stätigen und die Kinder C._____ und D._____ sind für die Dauer des Getrenntle-

bens unter die Obhut des Gesuchstellers zu stellen.  

6.5. Zufolge Zuteilung der Obhut an den Gesuchsteller ist das Begehren der Ge-

suchsgegnerin auf Bewilligung des Wechsels des Aufenthaltsortes der Kinder im 

Sinne von Art. 301a ZGB abzuweisen. Aufgrund der Bestätigung der Obhutsrege-

- 27 - 

lung sind in Bestätigung von Dispositivziffer 5 des vorinstanzlichen Urteils die 

Reisepässe der Kinder beim Gesuchsteller zu belassen. Ebenso zu bestätigen ist 

Dispositivziffer 7 des vorinstanzlichen Entscheids, womit die Gesuchsgegnerin 

unter Strafandrohung einer Busse bei Widerhandlung (Art. 292 StGB) verpflichtet 

wurde, dem Gesuchsteller die Geburtsurkunden und die Unterlagen betreffend 

amerikanische Staatsangehörigkeit der Kinder C._____ und D._____ auf erstes 

Verlangen herauszugeben. Weiter ist auch die vorinstanzliche Regelung betref-

fend Zuweisung der Haustiere (drei Katzen und zwei Meerschweinchen) an den 

Gesuchsteller (Dispositivziffer 17) zu bestätigen, beantragt die Gesuchsgegnerin 

doch lediglich im Falle der Unterstellung der Kinder unter ihre Obhut die Zuwei-

sung der Haustiere an sie.  

C. Besuchsrecht 

1. Die Vorinstanz hat der Gesuchsgegnerin ein gerichtsübliches Wochenend-

besuchsrecht eingeräumt, hingegen das Ferien- und Feiertagsbesuchsrecht auf-

grund der grossen Distanz zwischen dem Wohnort der Kinder und demjenigen 

der Gesuchsgegnerin in Bristol massvoll erweitert (Urk. 71 S. 28). So hat sie die 

Gesuchsgegnerin für berechtigt erklärt, die Kinder 

- an den Wochenenden gerader Kalenderwochen von Freitag 18.00 Uhr 

bis Sonntag 18.00 Uhr, 

- in den Jahren mit gerader Jahreszahl die erste Ferienwoche der Weih-

nachts-/Neujahrsschulferien 

- in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die zweite Ferienwoche der 

Weihnachts-/Neujahrsschulferien, 

- in den Jahren mit gerader Jahreszahl über die Osterfeiertage (Karfrei-

tag bis und mit Ostermontag) und 

- in den Jahren mit ungerader Jahreszahl über die Pfingstfeiertage 

(Pfingstsamstag bis und mit Pfingstmontag) 

- während der Schulferien für die Dauer von vier Wochen pro Jahr 

auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch bzw. in die Ferien zu nehmen.  

- 28 - 

2. Die Gesuchsgegnerin beantragt für den Fall der Bestätigung des Obhutsent-

scheids, für berechtigt erklärt zu werden, die Kinder an den Besuchswochenen-

den von Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Dienstag, 18.00 Uhr, zu besuchen. Die Ge-

suchsgegnerin führt an, dass sich eine Verlängerung der Besuchszeiten aufgrund 

der langen Anreise rechtfertige und sie so den Gesuchsteller und die Grosseltern 

bei der Kinderbetreuung entlasten könnte (Urk. 70 S. 16). An diesem Antrag hielt 

die Gesuchsgegnerin anlässlich der Anhörung fest (Prot. S. 15). Das von der Vo-

rinstanz festgesetzte Feiertags- und Ferienbesuchsrecht blieb unangefochten und 

erscheint angemessen, weshalb es zu bestätigen ist. 

3. Der Gesuchsteller erklärte in der Berufungsantwort, er könne sich mit der 

von der Gesuchsgegnerin beantragten zeitlichen Ausdehnung der Besuchswo-

chenenden einverstanden erklären, solange die Besuche den Kindergarten und 

die Schule der Kinder nicht tangierten und die Gesuchsgegnerin trotzdem in der 

Lage sein werde, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen (Urk. 80 

S. 17). Anlässlich der Anhörung vom 24. März 2016 verneinte der Gesuchsteller 

die Frage, ob es Gründe gebe, welche gegen die von der Gesuchsgegnerin bean-

tragte Ausweitung des Besuchsrechts sprächen (Prot. S. 23). 

4. Neben der Zuweisung der elterlichen Sorge hat das Gericht auch den per-

sönlichen Verkehr des Kindes mit dem Elternteil zu regeln, der die elterliche Sor-

ge verliert (Art. 133 Abs. 1 ZGB). Dies soll es dem Kind ermöglichen, zu beiden 

Elternteilen persönliche Beziehungen zu pflegen. Beim Anspruch auf persönlichen 

Verkehr handelt es sich um ein gegenseitiges Recht des nicht obhutsberechtigten 

Elternteils und des Kindes (Art. 273 Abs. 1 ZGB). In erster Linie dient das Be-

suchsrecht als so genanntes Pflichtrecht den Interessen des Kindes. Bei dessen 

Festsetzung geht es nicht darum, einen gerechten Interessenausgleich zwischen 

den Eltern zu finden, sondern den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen In-

teresse zu regeln. Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des Besuchs-

rechts gilt das Kindeswohl, das anhand der Umstände des konkreten Einzelfalles 

zu beurteilen ist (Hausheer/Geiser/Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweize-

rischen Zivilgesetzbuches, 4. Aufl., Bern 2010, S. 35 Rz. 0.156 m.w.H.).  

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/c903d5eb-4033-4861-972d-48bf2b13c0eb/d3f67234-b58c-467a-a049-05394ef06e21?source=document-link&SP=7|n3rlmh

- 29 - 

 Unter angemessenem persönlichen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB) ist in ers-

ter Linie das Besuchsrecht gemeint, in Frage kommen aber auch Brief- und Tele-

fonverkehr sowie der Kontakt über die elektronischen Kommunikationsmittel. Was 

als persönlicher Verkehr angemessen ist, ergibt sich aus dem Kindeswohl. Zu be-

rücksichtigen sind insbesondere das Alter, die Gesundheit und die Bedürfnisse 

des Kindes. Daraus ergeben sich Anforderungen an die Regelmässigkeit, die 

Häufigkeit und die Dauer der Kontakte. Diese hängen ihrerseits von der Wohnsi-

tuation des Kindes und des verkehrsberechtigten Elternteils, der Lebensgestal-

tung des Kindes (Schulbesuch, Hobbys) und der Eltern (Arbeitszeiten, Wohnsitua-

tion) sowie auch von der Beziehung der Eltern untereinander ab. Auch die Modali-

täten der Ausübung des Besuchsrechts (Besuchsort, Holen, Bringen) hängen von 

den erwähnten Kriterien ab (Tuor/Schnyder/Schmid/Rumo-Jungo, Das Schweize-

rische Zivilgesetzbuch, 14. Aufl. 2015, S. 461 f. Rz. 36 mit Verweis auf Lehre und 

Rechtsprechung).  

5. Nach dem Ablauf der Besuche in der Schweiz befragt, erklärte die Ge-

suchsgegnerin, sie komme jeweils von Donnerstag- bis Sonntagabend in die 

Schweiz, wobei sie entweder bei Freunden in Zürich übernachte oder sich über 

die Onlinevermietungsplattform "airbnb" ein Zimmer miete. Manchmal bringe sie 

die Kinder, welche in der ehelichen Liegenschaft in E._____ übernachteten, am 

Freitagmorgen zur Schule. Am Mittag bzw. Nachmittag hole sie die Kinder von der 

Schule ab und unternehme etwas mit ihnen. Der Gesuchsteller erlaube ihr nicht, 

sich in der ehelichen Liegenschaft aufzuhalten, solange er nicht zu Hause sei. 

Nach der Rückkehr des Gesuchstellers von der Arbeit bereite sie das Abendes-

sen zu und bringe die Kinder ins Bett. Danach verlasse sie das Haus (Prot. S. 8). 

Sie habe die Kinder Ende August zum Schul- bzw. Kindergartenstart, ein Wo-

chenende Anfang September, das Wochenende von C._____s Geburtstag 

(tt.mm.), das erste Dezemberwochenende, das dritte Januarwochenende, sowie 

von Mittwoch, 10. Februar, bis Freitag, 12. Februar 2012, in der Schweiz besucht 

(Prot. S. 26). Aufgrund ihrer finanziellen Verhältnisse sei es schwierig, das Be-

suchsrecht jedes zweite Wochenende auszuüben (Prot. S. 8).  

- 30 - 

5.1. Es kann damit einerseits festgehalten werden, dass die Gesuchsgegnerin 

durchschnittlich weniger als einmal pro Monat in die Schweiz zu Besuch kommt 

und die Besuche entgegen der vorinstanzlichen Regelung jeweils nicht bloss zwei 

Tage sondern zumeist von Donnerstag- bis Sonntagabend dauern.  

5.2. Aufgrund des Pflichtrechtcharakters des Besuchsrechts, welcher zwischen 

allen Beteiligten gilt, müssen sich beide Eltern darauf verlassen können, dass sich 

der andere Elternteil an das gerichtlich festgesetzte Besuchsrecht hält, sofern 

dieses nicht in gegenseitigem Einverständnis abgeändert wird. Andernfalls bleibt 

die gerichtliche Regelung toter Buchstabe. Voraussetzung für die Einhaltung des 

gerichtlich festgesetzten Besuchsrechts bildet, dass das angeordnete Besuchs-

recht praktikabel ist. Die Gesuchsgegnerin beantragt, es sei ihr ein Besuchsrecht 

von Donnerstagabend bis Dienstagabend alle zwei Wochen, mithin von rund zehn 

Tagen pro Monat, zu gewähren. Das von der Gesuchsgegnerin beantragte Be-

suchsrecht erscheint aufgrund ihrer eigenen Ausführungen, wonach der Gesuch-

steller ihr nicht erlaube, sich in der ehelichen Wohnung aufzuhalten, wenn er nicht 

zu Hause sei, sowie aufgrund des Umstandes, dass sie in E._____ oder Umge-

bung über keine eigene Wohnmöglichkeit verfügt, nicht praktikabel. Problematisch 

erscheint insbesondere der Montagnachmittag. Beide Kinder besuchen bis 15.00 

Uhr den Kindergarten bzw. die Schule. Die Gesuchsgegnerin müsste mit den Kin-

dern jeden zweiten Montag die Zeit nach Schulschluss bis zur Rückkehr des Ge-

suchstellers von der Arbeit um 18.30/19.00 Uhr bei jeder Witterung ausserhalb 

der ehelichen Liegenschaft überbrücken. Dies ist den Kindern gelegentlich, nicht 

jedoch alle zwei Wochen, zumutbar. Weiter ist zu berücksichtigen, dass von der 

Gesuchsgegnerin – wie sogleich zu zeigen sein wird – die Aufnahme eines 80%-

Pensums erwartet wird, was sich kaum mit dem von der Gesuchsgegnerin bean-

tragten Besuchsrecht vereinbaren lässt. In den Entscheid miteinzubeziehen ist 

sodann der Umstand, dass die Reise von England in die Schweiz verhältnismäs-

sig lange dauert. Die reine Flugzeit beträgt zwar nur knapp zwei Stunden. Doch 

muss die Gesuchsgegnerin jeweils zunächst mit dem Zug von Bristol nach Lon-

don gelangen. Hinzu kommt der Weg vom Flughafen Zürich nach E._____, wel-

cher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln rund eine Stunde dauert.  

- 31 - 

5.3. Mit Blick auf die gemachten Überlegungen erscheint es angemessen und im 

Einklang mit dem Kindeswohl, der Gesuchsgegnerin das von ihr beantragte Be-

suchsrecht von Donnerstagabend, 18.00 Uhr, bis Dienstagabend, 18.00 Uhr, 

einmal pro Monat zu gewähren, wobei das Besuchsrecht in der Schweiz auszu-

üben ist, da die Schulpflicht der Kinder vorgeht. Anzumerken bleibt schliesslich, 

dass die Kinder gemäss übereinstimmenden Ausführungen der Parteien täglich in 

telefonischem Kontakt mit der Gesuchsgegnerin sind, weshalb kaum eine Gefahr 

besteht, dass sie sich aufgrund der für kleine Kinder verhältnismässig grossen 

zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Besuchen von der Gesuchsgegnerin 

entfremden könnten. Ausserdem steht es den Parteien selbstverständlich frei, die 

Besuchs- und Ferienrechtsregelung unter Berücksichtigung des Kindeswohls im 

gegenseitigen Einverständnis auszudehnen.  

D. Unterhaltsbeiträge 

1. Die Gesuchsgegnerin beanstandet weiter, dass die Vorinstanz sie zur Leis-

tung von Kinderunterhaltsbeiträgen verpflichtet (Dispositivziffer 8) und ihr keine 

Ehegattenunterhaltsbeiträge (Dispositivziffer 10) zugesprochen hat. Sie beantragt, 

von der Verpflichtung zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen abzusehen und den 

Gesuchsteller im Falle der Bestätigung der vorinstanzlichen Obhutsregelung zur 

Leistung von Ehegattenunterhaltsbeiträgen von Fr. 6'030.– (bei einem effektiven 

Einkommen von Fr. 1'333.–), eventualiter von Fr. 5'599.– (bei einem hypotheti-

schen Einkommen als "newly qualified teacher" von Fr. 1'764.– ausgehend von 

einem 80%-Pensum) zu verpflichten (Urk. 70 S. 3 und S. 21).  

2. Wie erwähnt ist auf den Ehegattenunterhalt englisches Recht anwendbar, 

während sich der Kinderunterhalt nach schweizerischem Recht beurteilt. Die Ge-

suchsgegnerin kritisiert das ihr angerechnete hypothetische Einkommen von mo-

natlich Fr. 7'350.– als willkürlich und macht geltend, es sei ihr lediglich das tat-

sächlich erzielte Einkommen von Fr. 1'333.–, welches sie als Aushilfslehrerin er-

ziele, anzurechnen. Im Falle der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens 

sei ihr ein solches von Fr. 1'764.– anzurechnen. Dabei handle es sich um das 

Einkommen, welches sie als "newly qualified teacher" bei einem 80%-Pensum er-

zielen könnte. Betreffend die Bedarfsberechnung ficht die Gesuchsgegnerin ledig-

- 32 - 

lich den mit Fr. 650.– veranschlagten Betrag für die Ausübung des Besuchsrechts 

an und lässt ausführen, dieser Betrag sei augenscheinlich viel zu niedrig ange-

setzt und auf mindestens Fr. 1'500.– zu erhöhen (Urk. 70 S. 19). 

3. Allgemeines zum Ehegattenunterhalt nach englischem Recht 

3.1. Gemäss Sec. 27 des Matrimonial Causes Act 1973 (nachfolgend MCA) kann 

ein Ehegatte die Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen verlangen, wenn der an-

dere Ehegatte nicht genügend für dessen Unterhalt aufkommt. Bei der Festset-

zung der Höhe der zuzusprechenden Unterhaltsbeiträge, welche entweder in 

Form von periodischen Leistungen oder einem Pauschalbetrag zugesprochen 

werden, kommt dem Gericht ein weites Ermessen zu (Black/Bridge/Bond/Grib-

bin/Reardon, A practical approach to family law, 9th Edition, chapter 26 N 26.04), 

doch muss das Gericht die bei der Scheidung geltenden Kriterien für die Festset-

zung von Unterhaltsbeiträgen gemäss Sec. 25 (2) MCA berücksichtigen (Sec. 27 

(3); Black/Brdige/Bond/Gribbin/Reardon, a.a.O., chapter 26 N 26.12 f.), nämlich: 

- das Einkommen und die Erwerbsfähigkeit (inklusive Einkommenssteigerun-

gen, welche gemäss Einschätzung des Gerichts in der voraussehbaren Zu-

kunft möglich sind), 

- die Vermögensverhältnisse beider Parteien (inklusive Vermögenswerte, wel-

che mit hoher Wahrscheinlichkeit erworben werden können),  

- die Bedürfnisse beider Parteien (inklusive Verbindlichkeiten und Verpflich-

tungen, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten werden) vor der Tren-

nung, 

- den gemeinsamen Lebensstandard der Parteien vor der Trennung, 

- das Alter beider Ehegatten und die Ehedauer, 

- allfällige psychische und physische Beeinträchtigungen der Ehegatten, 

- 33 - 

- die Beiträge, welche beide Parteien für das Wohlergehen geleistet haben 

oder voraussichtlich leisten werden (bspw. indem sie sich um den Haushalt 

oder die Kinder kümmern bzw. gekümmert haben), 

- das Verhalten beider Parteien, sofern es unbillig wäre, dieses nicht zu be-

rücksichtigen) 

Auf die zentrale Bestimmung von Sec. 25 MCA haben in ihren Stellungnahmen 

sowohl der Gesuchsteller (Urk. 94 S. 2) als auch die Gesuchsgegnerin (Urk. 97/3 

S. 2 Ziff. 7 und 10) hingewiesen. Demgegenüber geht es bei der vom Gesuchstel-

ler ebenfalls genannten Sec. 22 MCA (Urk. 97/3 S. 2 Ziff. 4) um "interim orders" 

"pending suit", d.h. um vorsorgliche Massnahmen während eines Prozesses auf 

Scheidung, Ehenichtigkeit oder gerichtliche Trennung (vgl. dazu Black/ 

Bridge/Bond/Gribbin/Reardon, a.a.O., chapter 31 N 31.106; Herring, Family Law, 

6th edition, S. 227).  

3.2. Im Rahmen des dem Gericht zukommenden weiten Ermessens sind sodann 

die relevante Rechtsprechung sowie die Umstände des konkreten Einzelfalls zu 

berücksichtigen (Black/Bridge/Bond/Gribbin/Reardon, a.a.O., chapter 31 N 31.03).  

3.3. In Übereinstimmung mit dem schweizerischen Recht schreibt das Gesetz 

dem Richter nach englischem Recht keine bestimmte Methode zur Unterhaltsbe-

messung vor. Grundsätzlich stellt das Gericht bei der Frage, ob – und falls ja – in 

welcher Höhe Ehegattenunterhaltsbeiträge zuzusprechen sind, die Einkünfte der 

Parteien (inklusive staatliche Zuwendungen und allfällige mögliche Einkommens-

steigerungen) deren Bedürfnissen ("needs") gegenüber, wobei der Lebensstan-

dard der Parteien während ungetrennter Ehe mitberücksichtigt wird. Das Gericht 

versucht sicherzustellen, dass beide Parteien und deren Kinder genügend finan-

zielle Mittel zur Verfügung haben, um ihre Bedürfnisse zu decken. Wenn das Ge-

richt der Ansicht ist, dass auch die übrigen Kriterien von Sec. 25 (2) MCA von Re-

levanz sind, werden auch diese mitberücksichtigt (Alexander Chandler, "What is 

the Measure of Maintenance?” How does the court quantify spousal periodical 

payments?, Family Law Week [16.03.2009], abrufbar unter: http://www.familylaw-

week.co.uk/site.aspx?i=fo53715).  

- 34 - 

3.4. Das englische Unterhaltsrecht entspricht somit in den Grundzügen dem 

schweizerischen Recht. Insbesondere ergibt sich, dass auch dem englischen 

Recht, welches im Rahmen des anrechenbaren Einkommens auch eine allfällige 

"earning capacity" berücksichtigt, die Anrechnung eines hypothetischen Einkom-

mens nicht fremd ist (Herring, a.a.O., S. 231; Black/Bridge/Bond/Gribbin/Reardon, 

a.a.O., chapter 31 N 31.38 f.). Gemäss Gesetzestext Sec. 25 (2) definiert sich die 

"earning capacity" wie folgt: "[…] any increase which it would in the opinion of the 

court be reasonable to expect a party to the marriage to take steps to acquire 

[…]". Aus dieser Formulierung kann geschlossen werden, dass auch bei Anwen-

dung des englischen Recht die Erzielung eines höheren Einkommens in Überein-

stimmung mit dem schweizerischen Recht sowohl möglich als auch zumutbar sein 

muss.  

4. Einkommen Gesuchsgegnerin 

4.1. Die Vorinstanz ging davon aus, dass sich die Gesuchsgegnerin das Ein-

kommen aus einer Vollzeitanstellung anrechnen lassen müsse und nahm an, 

dass die Gesuchsgegnerin innert kürzester Zeit eine Anstellung finden werde. Sie 

hat der Gesuchsgegnerin ein Einkommen von Fr. 7'350.– (GBP 5'000.–) ange-

rechnet, da diese angegeben habe, dass sie gemäss den bereits erfolgten Vor-

stellungsgesprächen rund GBP 60'000.– werde erzielen können (Urk. 71 S. 39).  

4.2. Die Gesuchsgegnerin kritisiert das ihr angerechnete hypothetische Ein-

kommen von monatlich Fr. 7'350.– als willkürlich. Sie bestreitet in tatsächlicher 

Hinsicht, dass ihr die Erzielung eines Einkommens von Fr. 7'350.– nach jahrelan-

ger Abwesenheit vom Arbeitsmarkt in England möglich sei. Zwar habe sie bei 

Headhunters Gespräche für Stellen gehabt, wo sie GBP 60'000.– hätte verdienen 

können. Diese Stellen habe sie jedoch nicht erhalten; sie sei nicht einmal zu di-

rekten Vorstellungsgesprächen eingeladen worden. In Anbetracht dessen sei bei 

ihr von einem Einkommen von Fr. 1'333.–, welches sie als stundenweise ange-

stellte "unqualifizierte Lehrerin" erzielen könne, auszugehen (Urk. 70 S. 19). Wei-

ter macht die Gesuchsgegnerin geltend, dass das Einkommen des Gesuchstellers 

von monatlich Fr. 26'878.– zur Finanzierung von zwei Haushalten ausreiche und 

sie sich während ungetrennter Ehe jahrelang um die Kinder und den Haushalt ge-

- 35 - 

kümmert habe, weshalb die Aufnahme eines Vollzeitpensums während bestehen-

der Ehe keineswegs erforderlich und stattdessen auf die tatsächlichen finanziellen 

Verhältnisse der Parteien abzustellen sei (Urk. 70 S. 18).  

4.3. Der Gesuchsteller hält das Vorgehen der Vorinstanz, der Gesuchsgegnerin 

ein aus einem Vollzeitpensum resultierendes hypothetisches Nettoeinkommen 

von Fr. 7'350.– anzurechnen, für richtig (Urk. 80 S. 17). Da die Obhut über die 

Kinder dem Gesuchsteller zugeteilt worden sei und weil die Gesuchsgegnerin 

keinerlei Betreuungsaufgaben zu übernehmen habe, sei denn auch nicht ersicht-

lich, warum die Gesuchsgegnerin nur in einem sehr geringen Teilzeitpensum ar-

beiten könne. Im Rahmen der familiären Unterstützungspflicht seien beide Ehe-

gatten verpflichtet, alles zu unternehmen, um ihren Beitrag zum Unterhalt der 

Familie zu leisten, wobei im Verhältnis zum unmündigen Kind besonders hohe 

Anforderungen an die Ausnützung der Erwerbskraft zu stellen seien. Es sei damit 

an der Gesuchsgegnerin, ihr Arbeitspotential bestmöglich und effizient einzuset-

zen, damit sie zumindest teilweise für den Unterhalt der Kinder und ihre eigenen 

Auslagen aufkommen könne. Der Gesuchsteller erziele lediglich ein Einkommen 

von Fr. 10'000.– und verfüge über keinerlei liquide Mittel (Urk. 80 S. 19).  

4.4. Massgebend für die Beurteilung der Frage, ob der Gesuchsgegnerin die Er-

zielung eines höheren Einkommens möglich und zumutbar ist, sind wie erwähnt 

stets die konkreten Verhältnisse des Einzelfalls, mithin die Ehedauer, die bisher 

gelebte Aufgabenverteilung, die zeitliche Verfügbarkeit, das Alter, die Ausbildung, 

die Berufserfahrung, die gesundheitliche Verfassung und insbesondere auch die 

aktuelle finanzielle Lage (Einkommen und Vermögen) der Parteien. Dabei handelt 

es sich um einen Ermessensentscheid. Im vorliegenden Fall ist zu berücksichti-

gen, dass nicht der nacheheliche, sondern im Rahmen von Eheschutzmassnah-

men der (eheliche) Trennungsunterhalt festzusetzen ist. Bei diesem stehen das 

Prinzip des "clean break", welches das englische Recht ebenfalls kennt, und die 

Frage der Eigenversorgungskapazität noch nicht in gleicher Weise im Vorder-

grund wie beim nachehelichen Unterhalt. Vielmehr dauert die eheliche Beistands- 

und Treuepflicht unverändert an, was sich auch in unterhaltsrechtlicher Hinsicht 

auswirkt. 

- 36 - 

4.4.1. Die 44-jährige Gesuchsgegnerin ist gesund und es obliegen ihr aufgrund 

der Unterstellung der Kinder unter die Obhut des Gesuchstellers mit Ausnahme 

des Besuchsrechts keine Kinderbetreuungspflichten. Auch hat sie keinen gemein-

samen ehelichen Haushalt mehr zu führen. Doch ist zu berücksichtigen, dass die 

Kinder der Parteien während des ehelichen Zusammenlebens bereits in einem 

grossen Umfang fremdbetreut wurden. Insofern ändert sich durch die Unterstel-

lung der Kinder unter die Obhut des Gesuchstellers an der zeitlichen Verfügbar-

keit der Gesuchsgegnerin nur wenig.  

4.4.2. Die Gesuchsgegnerin hat an der Fachhochschule in Zürich Betriebswirt-

schaftslehre studiert und ging im Alter von 32 Jahren nach England, wo sie für die 

British Telecom und für Nokia arbeitete (Urk. 20 S. 5). Nach der Geburt von 

C._____ am tt.mm.2008 hat die Gesuchsgegnerin ihre sehr gut bezahlte Stelle 

bei Nokia aufgegeben (Urk. 20 S. 5). Sie ist damit seit 2008 nicht mehr im privat-

wirtschaftlichen Erwerbsleben in England integriert. Betreffend die während des 

gemeinsamen Haushalts gelebte Lastenverteilung zwischen den Parteien ergibt 

sich gestützt auf die Akten folgendes: Während des ehelichen Zusammenlebens 

hat die Gesuchsgegnerin ihr eigenes Unternehmen "K._____", welches die Ent-

wicklungsförderung für Babies und eine Informationsplattform zu Aktivitäten für 

Kinder anbot, aufgebaut (Urk. 20 S. 6). Die Darstellungen der Parteien über die 

Frage, zu welchem Pensum die Gesuchsgegnerin tätig war, gehen auseinander. 

Auf diese Frage braucht jedoch nicht näher eingegangen zu werden, da gemäss 

Aussagen des Gesuchstellers vor Vorinstanz der Lebensunterhalt der Parteien 

durch dessen Einkommen finanziert wurde und die Gesuchsgegnerin keinen Ge-

winn erzielt hat (Prot. I S. 53 und 54), mithin ihre Tätigkeit mindestens aus wirt-

schaftlicher Sicht als Hobby – wie von der Gesuchsgegnerin selbst geltend ge-

macht – zu werten ist.  

4.4.3. Entscheidend fällt vorliegend ins Gewicht, dass die finanziellen Verhältnisse 

der Parteien als ausserordentlich günstig zu bezeichnen sind. Wie nachfolgend zu 

zeigen sein wird, beläuft sich das Nettoeinkommen des Gesuchstellers (inkl. Bo-

nus) auf monatlich Fr. 23'544.– und ist deshalb entgegen dem Gesuchsteller, 

- 37 - 

welcher sein Einkommen lediglich auf rund Fr. 10'000.– beziffert, für die Finanzie-

rung von zwei Haushalten ausreichend.  

4.4.4. Insbesondere mit Blick auf die sehr guten finanziellen Verhältnisse der Par-

teien sowie vor dem Hintergrund, dass die Gesuchsgegnerin während ungetrenn-

ter Ehe nichts zur Bestreitung des Lebensunterhalts beigetragen hat, obwohl die 

Kinder bereits während des ehelichen Zusammenlebens in massgeblichem Um-

fang fremdbetreut wurden, ist von der Gesuchsgegnerin im Rahmen der Festset-

zung des Ehegattenunterhalts nicht zu erwarten, dass sie nach Abschluss ihrer 

Ausbildung zur Lehrerin eine Arbeitstätigkeit sucht, bei welcher sie ein Einkom-

men erzielen könnte, welches dasjenige einer frisch ausgebildeten Lehrerin über-

steigt. Die Gesuchsgegnerin darf sich weiterhin auf die während des ehelichen 

Zusammenlebens vereinbarte Rollenverteilung berufen, zumal die Parteien noch 

nicht allzu lange getrennt leben und keine Anhaltspunkte bestehen, dass ihnen 

eine langjährige Trennung ohne Scheidung bevorstehen könnte. Die Scheidung 

steht vielmehr im Raum (vgl. Prot. S. 24). Im Scheidungsverfahren wird über die 

Anrechnung eines über die tatsächlichen Einkünfte hinausgehenden Einkommens 

neu zu entscheiden sein.  

4.5. Auch unter dem Aspekt des Kinderunterhalts ergibt sich nichts anderes. 

Nach Art. 285 Abs. 1 ZGB soll der Kinderunterhaltsbeitrag den Bedürfnissen des 

Kindes und der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen und 

ausserdem Vermögen und Einkünfte des Kindes berücksichtigen. Diese Kriterien 

haben, auch wenn sie sich zum Teil gegenseitig beeinflussen (BGE 116 II 112), je 

für sich selbständige Bedeutung und stehen in einer gewissen Rangordnung. 

Auszugehen ist von den Bedürfnissen des Kindes. Die Lebensstellung und die 

Leistungsfähigkeit der Eltern sind für die Bemessung des Unterhaltsbeitrages an 

sich, aber auch in ihrem Verhältnis zueinander massgebend (Hegnauer, Berner 

Kommentar, 1997, N 17 zu Art. 285 ZGB m.w.H.). Bei der Frage der Leistungsfä-

higkeit ist auf die gegenwärtigen und voraussehbaren künftigen Verhältnisse der 

Eltern abzustellen (Hegnauer, a.a.O., N 52 zu Art. 285 ZGB m.w.H.). Bei fehlen-

den Einkünften sind das Vermögen und hypothetische Einkünfte heranzuziehen 

(Hegnauer, a.a.O., N 54 und 55 zu Art. 285 ZGB m.w.H.).  

- 38 - 

 Zwar weist der Gesuchsteller zutreffend darauf hin, dass im Verhältnis zum 

unmündigen Kind besonders hohe Anforderungen an die Ausnützung der Er-

werbskraft zu stellen sind, jedoch ist wie erwähnt auch im Rahmen der Festset-

zung von Kinderunterhaltsbeiträgen auf die tatsächlichen Verhältnisse abzustel-

len. Auch beim Kinderunterhalt bildet Voraussetzung für die Anrechnung eines 

hypothetischen Einkommens, dass die tatsächlichen Einkünfte der Eltern nicht 

ausreichend sind. Gemäss Aussagen des Gesuchstellers vor Vorinstanz wurde 

der Lebensunterhalt der Parteien und damit auch der Kinderunterhalt allein durch 

das Einkommen des Gesuchstellers finanziert. Die Gesuchsgegnerin hat während 

des ehelichen Zusammenlebens ihr eigenes Unternehmen "K._____", welches 

Entwicklungsförderung für Babies und eine Informationsplattform zu Aktivitäten für 

Kinder anbot, aufgebaut (Urk. 20 S. 6). Ihre Tätigkeit war jedoch nicht gewinn-

bringend (Prot. I S. 53 und 54). Da – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – das 

Einkommen des Gesuchstellers für die Finanzierung von zwei Haushalten ausrei-

chend ist, ist bei der Gesuchsgegnerin auch unter dem Aspekt des Kindesunter-

halts von der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens abzusehen, son-

dern es ist auf das aktuelle bzw. tatsächliche Einkommen der Gesuchsgegnerin 

abzustellen. 

4.6. Die Gesuchsgegnerin beziffert das Einkommen aus ihrer Tätigkeit als stun-

denweise angestellte unqualifizierte Aushilfslehrerin auf Fr. 1'333.– (Urk. 70 

S. 19). Gemäss Lohnabrechnung vom 10. Juli 2015 (Urk. 73/4) hat die Gesuchs-

gegnerin in der "Tax week 14" (6.–12. Juli 2015) ein Einkommen von GBP 370.– 

brutto bzw. GBP 268.16 netto erzielt, wobei sie in dieser Woche an vier Tagen 

(80%) gearbeitet hat. Vom Bruttoeinkommen wurden die Steuern (GBP 73.40), 

die Beiträge an die National Insurance (GBP 25.86) und die Beiträge an die Al-

tersvorsorge (GBP 2.58) abgezogen. Weiter ist der Lohnabrechnung zu entneh-

men, dass im Lohn bereits eine Ferienentschädigung, basierend auf 5.6 Ferien-

wochen pro Jahr, enthalten ist (Urk. 73/4). In den Akten findet sich zum Einkom-

men der Gesuchsgegnerin weiter eine E-Mail vom 7. Juli 2015 vom Consultant 

L._____ der "…", einer Agentur für die Vermittlung von Aushilfslehrern, an die 

Gesuchsgegnerin (Urk. 73/5). Danach kann die Gesuchsgegnerin als "unqualified 

teacher" maximal GBP 90.– pro Tag verdienen.  

- 39 - 

4.6.1. Anlässlich der Anhörung vom 24. März 2016 gab die Gesuchsgegnerin zu 

Protokoll, dass sie seit Ausbildungsbeginn (September 2015) staatliche Unterstüt-

zung erhalte (Prot. S. 13 f.). Da auch staatliche Zuwendungen zum Einkommen 

hinzuzurechnen sind (vgl. Erw. II./D./3.3.), zumal es hier um eine befristete, 

mehrheitlich in der Vergangenheit liegende Zeitperiode geht, in welcher der Un-

terhaltsbedarf der Gesuchsgegnerin im Umfang der gewährten Unterstützung 

auch tatsächlich verringert wurde, und weil die Gesuchsgegnerin nicht geltend 

gemacht hat, dass die staatliche Unterstützung tiefer ausfällt als das bisherige 

Einkommen als Aushilfslehrerin, ergibt sich ausgehend von einem 80%-Pensum 

ein Bruttoeinkommen von monatlich GBP 1'390.– (GBP 90.– x 4 [Arbeitstage pro 

Arbeitswoche] x 46.4 [Arbeitswochen pro Jahr] : 12 [Monate]), weshalb gestützt 

auf die vorangehenden Abzüge von 27.5% ein monatliches Nettoeinkommen von 

GBP 1'008.–, mithin Fr. 1'378.– resultiert.  

4.6.2. Gemäss dem Auszug der Broschüre "Department of Education" betreffend 

Einstiegseinkommen als frisch ausgebildete Lehrerin (Urk. 73/6) beträgt das Jah-

reseinkommen GBP 24'200.–. Die Gesuchsgegnerin geht von Abzügen von rund 

20% aus und beziffert das Nettoeinkommen auf jährlich Fr. 26'460.– bzw. monat-

lich Fr. 2'205.– (Urk. 70 S. 19). Darauf ist abzustellen. Aufgrund des der Ge-

suchsgegnerin zugesprochenen Besuchsrechts ist es ihr während vier Arbeitsta-

gen pro Monat nicht möglich, zu arbeiten, weshalb ihr lediglich ein Einkommen 

gestützt auf ein 80%-Pensum anzurechnen ist. Entsprechend ist auf Seiten der 

Gesuchsgegnerin ab September 2016 von einem Nettoeinkommen von 

Fr. 1'764.– (0.8 x Fr. 2'205.–) auszugehen.  

5. Bedarf Gesuchsgegnerin 

5.1. Die Vorinstanz hat den Bedarf der Gesuchsgegnerin auf Fr. 6'513.– festge-

setzt (Urk. 71 S. 40).  

5.2. Die Gesuchsgegnerin ficht lediglich den mit Fr. 650.– veranschlagten Betrag 

für die Ausübung des Besuchsrechts an und lässt ausführen, dieser Betrag sei 

augenscheinlich viel zu niedrig angesetzt und auf mindestens Fr. 1'500.– zu er-

höhen. Allein schon ein Flug von Zürich nach Bristol und retour koste bis zu 

- 40 - 

Fr. 500.–, wobei zu berücksichtigen sei, dass die Gesuchsgegnerin nicht immer 

auf "Billigflüge" ausweichen könne, weil sie an die Besuchszeiten gebunden sei. 

Hinzu kämen erhebliche Kosten für Übernachtungen, öffentlicher Verkehr und 

Verpflegung (Urk. 70 S. 19 f.).  

5.3. Der Gesuchsteller bemängelt demgegenüber, dass die Vorinstanz der Ge-

suchsgegnerin ohne entsprechenden Antrag einen Betrag von Fr. 650.– für die 

Ausübung des Besuchsrechts zugesprochen habe (Urk. 80 S. 20).  

5.4. Da das Besuchsrecht und dessen Ausübung Teil der Kinderbelange ist und 

dabei die Offizial- und Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO) gilt, ist nicht 

zu beanstanden, dass die Vorinstanz einen Betrag für die Ausübung des Be-

suchsrechts ohne entsprechenden Antrag der Gesuchsgegnerin berücksichtigt 

hat. Wie erwähnt kommt dem Gericht auch bei Anwendung des englischen Unter-

haltsrechts bei der Ermittlung des Bedarfs ("needs") der Parteien ein grosses Er-

messen zu, wobei die konkreten Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen 

sind. Damit die Gesuchsgegnerin das ihr zugesprochene Besuchsrecht ausüben 

kann, sind die Besuchsrechtskosten in ihrem Bedarf zu berücksichtigen.  

5.5. Ein Blick auf die gängigen Flugsuchmaschinen im Internet zeigt, dass ein 

Flug von London nach Zürich und retour rund Fr. 200.– kostet, sofern dieser weit 

im Voraus gebucht wird. Weshalb der Gesuchsgegnerin durch die Ausübung des 

Besuchsrechts zusätzliche Verpflegungskosten, welche in Bristol nicht ohnehin 

anfallen, entstehen sollen, ist nicht ersichtlich und tut die Gesuchsgegnerin auch 

nicht näher dar. Die Gesuchsgegnerin wird durch das ihr zugestandene Besuchs-

recht von Donnerstag- bis Dienstagabend während fünf Nächten pro Monat in der 

Schweiz übernachten. Die Gesuchsgegnerin führte anlässlich der Anhörung vom 

24. März 2016 jedoch selbst aus, dass sie bei ihren Besuchen in der Schweiz je-

weils bei Freunden übernachte oder sich ein Zimmer über die Onlineplattform 

"airbnb" miete. Nach Konsultation dieser Internetseite ergibt sich, dass Übernach-

tungsgelegenheiten in Zürich für rund Fr. 70.– pro Nacht erhältlich sind. Davon 

ausgehend, dass die Geuschsgegnerin bei ihren Aufenthalten abwechselnd bei 

Freunden und in einem über "airbnb" gemieteten Zimmer übernachten wird, er-

scheint es angemessen, der Gesuchsgegnerin Übernachtungskosten von 

- 41 - 

Fr. 175.– pro Monat anzurechnen. Damit sind im Bedarf der Gesuchsgegnerin le-

diglich Kosten für die Besuchsrechtsausübung von Fr. 375.– pro Monat zu be-

rücksichtigen. 

5.6. Die übrigen Bedarfspositionen hat die Gesuchsgegnerin nicht angefochten. 

Sie erscheinen überdies plausibel. Daran ändern auch die nachfolgenden Ein-

wendungen des Gesuchstellers nichts. Dieser macht unter anderem geltend, die 

Gesuchsgegnerin habe den Nachweis nicht erbracht, dass die geltend gemachten 

Positionen zum Lebensstandard gehört hätten und/oder, dass bzw. in welchem 

Umfang sie tatsächlich anfallen sollen (Urk. 70 S. 20). Dieses Vorbringen genügt 

den für die Berufungsantwort geltenden Begründungsanforderungen nicht. Der 

Gesuchsteller unterlässt es, sich detailliert mit dem vorinstanzlichen Entscheid 

auseinanderzusetzen. Die Vorinstanz hat sich bei der Bedarfsermittlung der Ge-

suchsgegnerin im Wesentlichen auf die vom Gesuchsteller eingereichte Bedarfs-

übersicht der Parteien (Urk. 5/29) samt den dazugehörigen Kontoauszügen der 

Bank M._____ von September 2013 bis August 2014 (Urk. 5/30) sowie denjeni-

gen der Miles&More Kreditkarte von September 2013 bis August 2014 (Urk. 5/32) 

gestützt. Dass diese Belege den von den Parteien gelebten Standard nicht wider-

spiegelten, macht der Gesuchsteller zu Recht nicht geltend. Sodann wird nicht 

behauptet, dass die einzelnen von der Vorinstanz berücksichtigten Bedarfspositi-

onen nicht auch in der Bedarfsübersicht enthalten seien. Die Gesuchsgegnerin ist 

mit ihren substantiierten Ausführungen in der Gesuchsantwort mit Verweis auf die 

vorgenannten Belege ihrer Glaubhaftmachungspflicht nachgekommen. Von blos-

sem Behaupten – wie dies der Gesuchsteller vorbringt (Urk. 80 S. 20) – kann kei-

ne Rede sein. 

5.6.1. Der Gesuchsteller bringt weiter vor, die Vorinstanz begründe nicht, in wel-

chem Umfang die einzelnen Bedarfspositionen gerechtfertigt seien, sondern be-

gnüge sich fast durchgehend mit dem blossen Hinweis, "es erscheine als ange-

messen" einen pauschalen Betrag zu berücksichtigen (Urk. 80 S. 20). In diesem 

Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass dem Gericht bei der Unterhaltsfest-

setzung ein weites Ermessen zukommt. Inwiefern die von der Vorinstanz vorge-

nommene Bedarfsberechnung unangemessen sein soll, legt der Gesuchsteller zu 

- 42 - 

wenig substantiiert dar. Er kommt damit seiner Begründungspflicht erneut nicht 

nach. Ausserdem ist die Rüge des Gesuchstellers nicht zutreffend, stützte die 

Vorinstanz ihre Begründung doch – wie erwähnt – auf die vom Gesuchsteller ein-

gereichte Bedarfsübersicht der Parteien und begnügte sich keineswegs mit Pau-

schalierungen.  

5.6.2. Weiter bemängelt der Gesuchsteller, die Vorinstanz habe bei den einzelnen 

Positionen nicht dargelegt, in welchem Umfang sie das tiefere Preisniveau in Bris-

tol berücksichtigt habe (Urk. 80 S. 20). Es ist zwar zutreffend, dass die Vorinstanz 

nicht zahlenmässig begründet hat, wieviel tiefer die Lebenshaltungskosten in Bris-

tol im Vergleich zu denjenigen in Zürich sind, sondern jeweils nur vom "etwas tie-

feren Kostenniveau in Bristol" gesprochen hat, weshalb nicht ohne Weiteres er-

sichtlich ist, mit welchem Faktor die Vorinstanz gerechnet hat. Aus der Begrün-

dung "etwas tieferes Kostenniveau" ist immerhin erkennbar, dass die Vorinstanz 

im Gegensatz zum Gesuchsteller, welcher ausführt, der Bedarf der Gesuchsgeg-

nerin in Bristol betrage lediglich Fr. 2'500.– (Urk. 80 S. 20), nicht von wesentlich 

tieferen Kosten ausgeht. Die Lebenshaltungskosten in London betragen rund 

80 % derjenigen von Zürich (vgl. Landesübersicht der UBS AG, Preise und Löh-

ne. Ein Kaufkraftvergleich rund um die Welt, 2015). Es kann dabei davon ausge-

gangen werden, dass das Kostenniveau in Bristol und dasjenige in London bis auf 

die Wohnkosten, welche vorliegend jedoch konkret festgesetzt wurden, ungefähr 

gleich hoch ist. Damit ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz 

nicht begründet hat, mit welchem Faktor sie gerechnet hat, sondern stets vom 

"etwas tieferen Kostenniveau in Bristol" gesprochen hat.  

5.6.3. Unzutreffend ist sodann das Vorbringen, wonach die Vorinstanz bei der Po-

sition "Kino, Theater, Museen und Ausflüge" das tiefere Preisniveau in England 

nicht berücksichtigt habe (Urk. 80 S. 20), heisst es doch in der Erwägung explizit, 

dass die Anrechnung des Betrags von Fr. 150.– unter Berücksichtigung des tiefe-

ren Kostenniveaus in Bristol erfolgt sei (Urk. 71 S. 43 Ziff. 12). Die Vorinstanz hat 

dabei den von der Gesuchsgegnerin geltend gemachten Betrag (Urk. 20 S. 53) 

übernommen, wobei davon ausgegangen werden kann, dass sich die Bedarfsauf-

- 43 - 

stellung der Gesuchsgegnerin am Preisniveau in Bristol orientierte, hatte diese 

damals doch bereits das Haus in Bristol bezogen.  

5.6.4. Betreffend das Vorbringen des Gesuchstellers, wonach der Bedarf der Ge-

suchsgegnerin in Bristol lediglich Fr. 2'500.– betrage, ist festzuhalten, dass die 

Vorinstanz den Bedarf der Gesuchsgegnerin in Anwendung der sog "einstufig-

konkreten" Methode, d.h. durch Addition der einzelnen Bedarfspositionen ermittelt 

hat, wobei sie sich an dem von den Parteien gelebten Lebensstandard während 

ungetrennter Ehe orientiert hat. Dieses Vorgehen hält vor dem englischen Recht 

stand, ist bei dessen Anwendung doch insbesondere auch der von den Parteien 

gelebte Lebensstandard zu berücksichtigen.  

5.7. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass bis auf die Position "Ausübung 

des Besuchsrechts", welche eine leichte Korrektur erfährt, die Bedarfsberechnung 

der Vorinstanz im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Damit ist von folgendem 

Bedarf der Gesuchsgegnerin auszugehen: 

1 Wohnkosten (Mietzinse) 1'691.– 

2 Nebenkosten / City Tax / Energie / Wasser 188.– 

3 Lebensmittel 750.– 

4 Kleinanschaffungen, Blumen, Dekoration 40.– 

5 Krankenkasse Gesuchsgegnerin (Zusatzversicherung 
England) 

99.– 

6 Zahnarzt, Optiker, weitere Gesundheitskosten 185.– 

7 Bekleidung / Schuhe 400.– 

8 Autokosten 500.– 

9 ÖV-Kosten 50.– 

10 Hausrat-/Haftpflichtversicherung 30.– 

11 Kommunikation 250.– 

12 Kino, Theater, Museen, Ausflüge 150.– 

13 Sport, Fitness, Ski 200.– 

14 Coiffeur, Kosmetikerin 120.– 

15 Bücher, Zeitungen, Zeitschriften 20.– 

- 44 - 

16 Restaurantbesuche 100.– 

17 Ferien 400.– 

18 Steuern 500.– 

19 Auswärtige Verpflegung 190.– 

20 Ausübung Besuchsrecht 375.– 

 Total 6'238.– 
 

6. Einkommen Gesuchsteller 

6.1. Der Gesuchsteller arbeitet Vollzeit als Investment Stratege bei der N._____ 

AG (N._____) in Zürich. Die Vorinstanz bezifferte das Nettoeinkommen des Ge-

suchstellers auf Fr. 26'878.– pro Monat. Dieses setzt sich aus einem Fixum von 

monatlich Fr. 15'198.– (ausbezahlter Lohn von Fr. 16'197.80 [Urk. 5/16] + 

Fr. 250.– [erfolgter Abzug zugunsten des Mitarbeiterkontos] ./. Fr. 400.– [Kinder-

zulagen] ./. Fr. 850.– [Spesen]) und dem Durchschnitt der Boni der Jahre 2011 bis 

2014 von Fr. 165'567.75 pro Jahr bzw. Fr. 13'797.30 pro Monat (Fr. 130'605.– 

[Bonus fürs Jahr 2011], Fr. 159'979.– [Bonus fürs Jahr 2012], Fr. 201'157.– [Bo-

nus fürs Jahr 2013], ca. Fr. 170'530.– [Bonus fürs Jahr 2014]) zusammen.  

6.2. Die Gesuchsgegnerin erachtet die Einkommensfestsetzung der Vorinstanz 

als korrekt (Urk. 70 S. 20).  

6.3. Der Gesuchsteller macht geltend, dass er nach dem Quellensteuerabzug 

monatlich lediglich über ein Nettoeinkommen von rund Fr. 10'000.– (Fr. 11'330.80 

./. Fr. 400.– Kinderzulagen ./. Fr. 850.– Spesenpauschale) verfüge (Urk. 80 

S. 14). Er wendet ein, dass er mit den erhaltenen Bonusauszahlungen ausste-

hende Rechnungen, insbesondere Steuerverbindlichkeiten beider Parteien, be-

zahlt habe. Indem ihm die Vorinstanz einen hypothetischen Bonus von 

Fr. 13'797.30 angerechnet habe, habe sie den Sachverhalt unrichtig festgestellt 

und das Recht nicht richtig angewendet, sei doch dieses Einkommen tatsächlich 

nicht vorhanden. Weiter sei zu berücksichtigen, dass die Arbeitgeberin des Ge-

suchstellers von einem allfälligen Bonus fürs das Jahr 2015 rund Fr. 40'000.– für 

ausstehende Quellensteuern in Abzug bringen werde (Urk. 80 S. 14).  

- 45 - 

6.4. Entgegen dem Gesuchsteller ist im Rahmen der Einkommensfestsetzung 

unerheblich, wofür die Bonuszahlungen in der Vergangenheit verwendet wurden. 

Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsteller keineswegs hypothetische Einkünfte 

aus Bonus an, sondern hat die Einkünfte aus Bonus – wie bei stark variierenden 

Boni üblich – korrekterweise gestützt auf den Durchschnitt der vergangenen Jahre 

ermittelt. Inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt unrichtig festgestellt oder das 

Recht unrichtig angewendet haben soll, ist deshalb nicht ersichtlich. Hingegen ist 

dem Gesuchsteller darin zuzustimmen, dass bei seinem Einkommen der Quellen-

steuerabzug zu berücksichtigen ist, nachdem die Vorinstanz bei dessen Bedarf – 

wie sogleich zu zeigen sein wird – die Steuern ausgeklammert hat. Gestützt auf 

die von der Vorinstanz korrekt vorgenommene Ermittlung des Fixums von 

Fr. 15'198.– ist nach Abzug der Quellensteuer von Fr. 2'117.60 (Urk. 59 und 

Urk. 82/10) neu von einem Nettofixum von Fr. 13'080.40 auszugehen. Unter der 

Annahme, dass sich der Quellensteuerabzug auf dem Bonus auf rund 

Fr. 40'000.– beläuft, resultiert gestützt auf den von der Vorinstanz ermittelten 

durchschnittlichen Bonus von jährlich Fr. 165'567.75 neu ein solcher von jährlich 

Fr. 125'567.75 bzw. Fr. 10'464.– pro Monat.  

6.5. Damit ist beim Gesuchsteller von einem monatlichen Nettoeinkommen (ein-

schliesslich Bonus und Abzug für das Mitarbeiterkonto, ohne Kinderzulagen, Pau-

schalspesen und Quellensteuern) von Fr. 23'544.– auszugehen.  

7. Bedarf Gesuchsteller 

Der Gesuchsteller bezifferte vor Vorinstanz seinen Bedarf ohne Steuern (inkl. 

demjenigen der beiden Kinder) auf rund Fr. 15'000.– (Urk. 2 Ziff. 3.2 und Ziff. 3.4). 

Weil der Gesuchsteller aufgrund seines Einkommens ohne Weiteres in der Lage 

ist, diesen Bedarf zu decken, braucht darauf nicht weiter eingegangen zu werden.  

8. Unterhaltsberechnung und Beginn der Unterhaltsverpflichtung 

8.1. Die Gesuchsgegnerin beantragte vor Vorinstanz die Zusprechung von Ehe-

gattenunterhaltsbeiträgen ab 1. Januar 2015 (Urk. 20). Die Vorinstanz vertrat auf-

grund der Äusserung der Gesuchsgegnerin, wonach sie die eheliche Wohnung 

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