# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 642a32e6-69a3-5cbe-97b4-658a25d5b62f
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-09-05
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 05.09.2022 BB.2022.75
**Docket/Reference:** BB.2022.75
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2022-75_2022-09-05

## Full Text

Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft (Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO)
;;Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft (Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO)
;;Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft (Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO)
;;Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft (Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO)

Beschluss vom 5. September 2022 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

A.,  

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

 

Gegenstand  Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft 

(Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2022.75 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Im Verfahren der Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») mit dem Verfah-

renszeichen SV.21.0580 betreffend Massnahme gemäss Art. 73 StGB, 

sprach die BA A. mit Verfügung vom 4. Mai 2022 keine eingezogenen Ver-

mögenswerte zu. Die BA begründete diesen Entscheid im Wesentlichen da-

mit, dass A. keinen Antrag auf Zusprechung eingezogener Vermögenswerte 

gestellt habe, obschon die BA mit eingeschriebener Postsendung vom 

27. Januar 2021 der B. GmbH Frist bis 22. Februar 2021 eingeräumt habe, 

um namens ihrer Mandantschaft, die bereits zusammen mit einer Privatklage 

einen Vollstreckungstitel bei der BA eingereicht habe, einen ausdrücklichen 

Antrag auf Zuweisung eingezogener Vermögenswerte zu stellen. Im Namen 

von A. sei kein Antrag auf Zusprechung eingezogener Vermögenswerte ein-

gereicht worden. Eine Zuweisung zu Gunsten der Geschädigten setze je-

doch zwingend einen entsprechenden Antrag voraus («auf dessen Verlan-

gen»). Die gesetzlichen Voraussetzungen gemäss Art. 73 Abs. 1 StGB seien 

deshalb nicht erfüllt (act. 1.1, S. 45 f.). 

 

 

B. Mit als «Widerspruch gegen den Entscheid im Verfahren SV.210580» be-

zeichneter Eingabe vom 13. Juni 2022 (Übergabe an die Schweizerische 

Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland: 14. Juni 2022) gelangte A. an 

die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Sie bringt im Wesentli-

chen vor, dass ihr zu keiner Zeit eine Information/schriftliche Nachricht über 

die Möglichkeit der Geltendmachung von Ansprüchen im genannten Verfah-

ren durch die B. GmbH bekannt noch zugänglich gemacht worden sei. Somit 

habe sie keinerlei berechtige Ansprüche im obigen Verfahren geltend ma-

chen können, da sich ihr das Verfahren jeglicher Kenntnis entzogen habe 

und sie nie persönlich informiert worden sei, dass dazu die Möglichkeit be-

stehe (act. 1). 

 

 

C. Am 29. August 2022 ging bei der Beschwerdekammer eine Kopie zur Kennt-

nis eines Schreibens der BA vom 26. August 2022 betreffend das Verfahren 

SV.21.0580 ein (act. 3). Die Eingabe wird A. mit vorliegendem Beschluss zur 

Kenntnis gebracht. 

 

 

 

  

- 3 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO (i.V.m. Art. 20 Abs. 1 lit. b StPO und 

Art. 37 Abs. 1 StBOG) kann gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen 

der Bundesanwaltschaft bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts Beschwerde erhoben werden. Art. 393 StPO liegt – wie Art. 86 BGG 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_674/2019 vom 29. Juli 2019 E. 2.2) – der 

Gedanke zugrunde, dass die Beschwerdekammer mit einer Angelegenheit 

nicht befasst werden soll, wenn die erhobenen Rügen vollumfänglich einer 

ihrer Vorinstanzen wirksam vorgetragen werden können. Die Beschwerde-

führerin bestreitet nicht, dass die Beschwerdegegnerin der B. GmbH Frist 

zur Stellung des Gesuches gesetzt hat und dass diese unbenutzt verstrichen 

sei. Durch ihre Erläuterungen laufen die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

somit auf die Geltendmachung eines Fristwiederherstellungsgrundes hinaus. 

Mit einem Fristwiederherstellungsgesuch gemäss Art. 94 StPO bei der Be-

hörde, bei welcher die versäumte Verfahrenshandlung hätte vorgenommen 

werden sollen, können diesbezügliche Entschuldigungsgründe wirksam vor-

gebracht werden. Wenn wie vorliegend keine über das Thema Fristversäum-

nis hinausgehende Rügen betreffend die Rechtmässigkeit der angefochte-

nen Verfügung erhoben werden (können), ist grundsätzlich zuerst von die-

sem speziellen Rechtsbehelf Gebrauch zu machen, bevor der Weg an die 

Beschwerdekammer beschritten wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_674/2019 vom 29. Juli 2019 E. 2.2). Nach dem Gesagten ist auf die Be-

schwerde nicht einzutreten und die vorliegende Eingabe zuständigkeitshal-

ber an die Beschwerdegegnerin – die für das fragliche Fristwiederherstel-

lungsgesuch zuständige Behörde – weiterzuleiten. 

 

 

2. Auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr ist zu verzichten (Art. 5 BStKR). 

 

 

3. Dieser Beschluss kann gestützt auf Art. IIIA lit. a des Vertrags vom 13. No-

vember 1969 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der 

Bundesrepublik Deutschland über die Ergänzung des Europäischen Über-

einkommens über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 und die 

Erleichterung seiner Anwendung (SR 0.351.913.61) unmittelbar durch die 

Post an die Beschwerdeführerin in Deutschland übersendet werden. 

- 4 - 

 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Die Eingabe vom 13. Juni 2022 wird zur Prüfung des Fristwiederherstellungs-

gesuchs zuständigkeitshalber an die Beschwerdegegnerin weitergeleitet. 

 

3. Es werden keine Kosten erhoben. 

 

 

Bellinzona, 5. September 2022 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.