# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f273f50-cb84-5d7a-97d6-b92eeb827b1c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 09.03.2012 FO.2011.18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_FO-2011-18_2012-03-09.pdf

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© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/2

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FO.2011.18

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 09.03.2012

Entscheiddatum: 09.03.2012

Entscheid Kantonsgericht, 09.03.2012
Art. 133, 273 ZGB: Auch bei Berücksichtigung der Tatsache, dass der Vater 
dem Kind einen grossen Stellenwert in seinem Leben einräumt und daher 
möglichst viel Zeit mit ihm verbringen möchte, ist zu beachten, dass 
Kleinkinder feste Bezugspersonen und eine vertraute Umgebung brauchen. 
Eine Aufteilung der Betreuung im Sinne einer alternierenden Obhut, liesse 
sich allenfalls dann vertreten, wenn die Eltern gut zusammenarbeiten und 
nahe beieinander wohnen. Sie ist hingegen für die Entwicklung des Kindes 
ungünstig und rechtlich unzulässig, wenn sich die Eltern uneinig sind 
(Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 9. März 2012, FO.2011.18). 

Aus den Erwägungen:

 

Der persönliche Kontakt soll in erster Linie nicht einen gerechten Ausgleich zwischen 

den Eltern bewirken, sondern im Kindesinteresse liegen (BGE 120 II 29). Er soll dem 

Kind ermöglichen, auch nach der Trennung seine Beziehung zu beiden Eltern 

fortzusetzen, und demjenigen Elternteil, der es nicht in seiner Obhut hat, erlauben, 

weiterhin ein Stück Verantwortung für das Kind zu übernehmen (Dettenborn/Walter, 

Familienrechtspsychologie, München 2002, S. 180 f.). Alle Fachleute stimmen darin 

überein, wie förderlich es längerfristig für die Entwicklung eines Kindes, sein 

Selbstwertgefühl, sein Sozialverhalten und seine Schulleistung ist, wenn der nicht mehr 

im gleichen Haushalt lebende Elternteil – hier der Vater – engen Kontakt zu ihm hält 

und sich an seiner Erziehung beteiligt (Arntzen, Elterliche Sorge und Umgang mit 

Kindern, 2. Aufl., S. 33 ff.; Dettenborn/Walter, S. 180 f.). Es gibt kein festes 

Besuchskonzept, aber immerhin eine Vorstellung darüber, was sich im Allgemeinen 

bewährt hat (BGE 123 III 445, 450 ff.; vgl. auch FamKomm Scheidung/Büchler/Wirz, 

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Art. 273 ZGB N 20 m.w.H.). Danach ist im Streitfall ein Umgang für Kinder im 

Vorschulalter auf ein bis zwei Halbtage monatlich, für Schulkinder auf ein Wochenende 

und zwei bis drei Wochen Ferien jährlich festzusetzen (BGer, 5C.178/2006). Dahinter 

steht der Gedanke, dass ein Kind im Alltag einen Lebensmittelpunkt braucht, seine 

Freizeit jedoch mit den beiden gleichwertigen und gleich wichtigen Eltern soll 

verbringen können. Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des Umgangsrechts 

gilt aber immer das Kindeswohl, das nach den Umständen des Einzelfalls zu beurteilen 

ist; allfällige Interessen der Eltern haben zurückzustehen (BGE 130 III 585, 587; BGE 

127 III 295, 298; BGE 123 III 445, 451).

Im Sinne dieser Ausführungen setzte die Vorinstanz eine Umgangsregelung fest, 

welche weit über das übliche Mass hinausgeht. Damit berücksichtigte sie die Tatsache, 

dass der Vater dem Kind einen grossen Stellenwert in seinem Leben einräumt und 

daher möglichst viel Zeit mit ihm verbringen möchte. Gleichwohl ist aber zu beachten, 

dass Kleinkinder feste Bezugspersonen und eine vertraute Umgebung brauchen 

(Arntzen, 14). Eine weitere Ausdehnung des persönlichen Umgangs würde auf eine 

Aufteilung der Betreuung im Sinne einer alternierenden Obhut hinauslaufen. Eine 

solche liesse sich allenfalls dann vertreten, wenn die Eltern gut zusammenarbeiten und 

nahe beieinander wohnen. Sie ist hingegen für die Entwicklung des Kindes ungünstig 

und rechtlich unzulässig, wenn sich die Eltern uneinig sind (FamKomm Scheidung/

Vetterli, Art. 176 ZGB N 6). Das Bedürfnis des Kindes, mit dem Vater Freizeit zu 

verbringen, wird mit der von der Vorinstanz festgelegten, eher grosszügigen Regelung 

des Umgangs erfüllt. Sie ermöglicht dem Berufungskläger, mit der Tochter ein Stück 

Alltag erleben zu können. Die Rituale des Zubettgehens und Wiederaufstehens 

vermitteln dem Kind dabei in besonderem Mass das Gefühl, auch beim Vater zu Hause 

zu sein. Durch die Ferienregelung erhalten der Vater und die Tochter zudem auch die 

Möglichkeit, über ein Wochenende hinaus miteinander Zeit zu verbringen.

Gegen die von der Vorinstanz angeordnete Beistandschaft zur Überwachung des 

persönlichen Verkehrs haben beide Parteien nichts einzuwenden. Sie erscheint darüber 

hinaus sachlich gerechtfertigt, zumal vereinzelt bereits Probleme bei der 

Besuchsrechtsausübung aufgetreten sind und die Parteien derzeit nicht in der Lage 

sind, sich sachlich miteinander auszutauschen. Zudem haben beide Parteien eine 

neutrale Person, welche bei Problemen Ansprechpartner sein kann.

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	Entscheid Kantonsgericht, 09.03.2012
	Art. 133, 273 ZGB: Auch bei Berücksichtigung der Tatsache, dass der Vater dem Kind einen grossen Stellenwert in seinem Leben einräumt und daher möglichst viel Zeit mit ihm verbringen möchte, ist zu beachten, dass Kleinkinder feste Bezugspersonen und eine vertraute Umgebung brauchen. Eine Aufteilung der Betreuung im Sinne einer alternierenden Obhut, liesse sich allenfalls dann vertreten, wenn die Eltern gut zusammenarbeiten und nahe beieinander wohnen. Sie ist hingegen für die Entwicklung des Kindes ungünstig und rechtlich unzulässig, wenn sich die Eltern uneinig sind (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 9. März 2012, FO.2011.18). 

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