# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 763b0d50-0c02-5c7d-930a-0746714a8a9d
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-04
**Language:** de
**Title:** Rückfall; nur ausnahmsweise Unfallbedingtheit von Diskushernien; Voraussetzungen.
**Docket/Reference:** UV.2013.00248
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00248.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00248
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Stocker
Urteil
vom
4. September 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Rolf Schmid
Schwager Schmid Giusto, Rechtsanwälte
Sonneggstrasse
55, Postfach 1778, 8021 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann
Lischer
Zemp
& Partner, Rechtsanwälte und Notare
Schwanenplatz 4, 6004 Luzern
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1981, war ab 1. Juli 2011 als Strassenbauer bei der
Y.___
AG in
Z.___
angestellt und bei der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und
Nicht
berufsunfällen
versichert, als er sich am 25. September 2011 bei einem Fussballspiel an der Halswirbelsäule verletzte (Urk. 9/1).
Die medizinische Erstversorgung fand
am folgenden Tag
bei
Dr.
med.
A.___
, Fach
arzt FMH für Innere Medizin, statt, der ein Distorsionstrauma der
Halswir
belsäule
nach Kopfball diagnostizierte (Urk. 9/25; vgl. auch Urk. 2 S. 2). Am 28. September 2011 fand eine computertomographische Untersuchung statt (Urk. 9/19). Ab 10. Oktober 2011 nahm der Versicherte seine berufliche Tätig
keit wieder mit einem vollen Pensum auf; die SUVA schloss in der Folge den Versicherungsfall ab (Urk. 2 S. 2).
1.2
Am 22. Februar 2013 wurde der SUVA ein Rückfall gemeldet (Urk. 9/9).
Dr.
med.
B.___
, Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin, hatte dem Versicherten eine 100%ige unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit ab 11. Februar bis 3. März 2013 bescheinigt (Urk. 9/17). Am 19. Februar 2013 war eine MRI
Unter
suchung durchgeführt worden (Urk. 9/18). Am 4. März 2013 attestierte
Dr.
med.
C.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, dem Versi
cherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis Ende April 2013 (Urk. 9/22).
Mit Schreiben vom 2. April 2013 (Urk. 9/31) teilte ihm die SUVA mit, dass sie ihre Leistungspflicht für die rückfallweise gemeldeten
Gesundh
eitsbeeinträchti
gungen
verneine
, weil ihres Erachten
s
zwischen diesen und dem Unfallereignis vom 25. September 2011 kein Kausalzusammenhang bestehe. Nachdem der Versicherte eine
einsprachefähige
Verfügung hatte verlangen lassen (Urk. 9/38), holte die SUVA bei Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
D.___
, Facharzt FMH für Orthopädie und Unfallchirurgie, eine ärztliche Beurteilung ein (Bericht vom
8
.
Mai
201
3
[Urk. 9/39]).
Mit Verfügung vom 14. Mai 2013 (Urk. 9/40) hielt die SUVA an der Verneinung ihrer Leistungspflicht fest. Die dagegen am 14. Juni 2013 erhobene Einsprache (Urk. 9/43) wies die SUVA mit Entscheid vom 18. September 2013 (Urk. 2 = Urk. 9/51) ab.
2.
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 18. Oktober 2013 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:
Es sei der Einsprache-Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 18. Sep
tember 2013 aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer ab dem 11. Februar 2013 die gesetzlichen Leistungen auszurichten;
eventuell sei die Sache zur Einholung eines Gutachtens zur Frage, ob zwischen den gemeldeten Rückenbeschwerden und dem Unfall vom 25. September 2011 ein rechtsgenügender Zusammenhang besteht, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;
unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Die SUVA liess in ihrer Beschwerdeantwort vom 14. November 2013 (Urk. 8) auf Abweisung der Beschwerde schliessen.
Replicando
und
duplicando
liessen die Parteien an ihren Anträgen festhalten (Urk. 14 und 17).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) noch nicht abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario
).
Ist sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11
der Verordnung über die Unfallversicherung, UVV
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische
Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht in Bezug auf den am 22.
Februar 2013
gemeldeten Rückfall im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) im Wesentlichen gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von Prof.
Dr.
D.___
vom 25. September 2011, wonach es aufgrund der Akten keine Hin
weise dafür gebe, dass die aktuell geklagten Beschwerden mit dem Unfall vom 25. September 2011 in Zusammenhang stünden. Die geklagten Beschwerden seien derart unspezifisch, dass auch die in den bildgebenden Befunden doku
mentierte bandscheibenbedingte Erkrankung dafür ursächlich sein könne. Dies sei wesentlich wahrscheinlicher als eine unfallbedingte Schädigung, weil in den bildgebenden Befunden des Computer- und
Magnetresonanztomogramms
der Halswirbelsäule traumatische Schäden dezidiert ausgeschlossen worden seien. Hinzu komme, dass es einer medizinischen Erfahrungstatsache entspreche, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer
Bandscheibenverän
derungen
entstünden und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise unter beson
deren Voraussetzungen als eigentliche Ursache in Betracht falle. Solche beson
deren Umstände lägen hier nicht vor.
Daran liess die Beschwerdegegnerin auch im vorliegenden Prozess festhalten (Urk. 8 und 17).
2.2
Demgegenüber liess der Beschwerdeführer im Wesentlichen vortragen, dass er am 25. September 2011 im Rahmen eines Fussballspiels einen Unfall erlitten habe. Er sei im Luftkampf um einen Ball von einem Gegenspieler im Nacken und am Kopf getroffen worden und anschliessend zu Boden gefallen. Er sei zwei Wochen lang arbeitsunfähig gewesen. In den folgenden Monaten sei es immer wieder zu Schüben von Nackenbeschwerden in Form von Verspannungen und Blockaden gekommen. Trotz der sporadisch sehr starken Schmerzen sei er seiner Tätigkeit als Strassenbauer immer nachgegangen, bis sich die Beschwerden der
art akzentuiert hätten, dass er ab 11. Februar 2013 die Arbeit habe niederlegen müssen. Seither sei er zu 100 % arbeitsunfähig. Entgegen der kreisärztlichen Auffassung seien
Dr.
B.___
und
Dr.
C.___
der Ansicht, dass diese Arbeitsunfähigkeit auf das Unfallereignis vom 25. September 2011 zurück
zuführen sei. Die Beschwerdegegnerin verkenne, dass es sich bei diesem Unfall keineswegs um ein
bagatelläres
Ereignis gehandelt habe. Aufgrund der
Kraft
einwirkung
auf die Wirbelsäule sei der erlittene Unfall durchaus mit einem Zusammenstoss bei grosser Geschwindigkeit zu vergleichen, weshalb von einem
schwerwiegenden Ereignis auszugehen sei. Nach dem Unfall seien beim zuvor völlig beschwerdefreien Beschwerdeführer die Symptome der Diskushernie auf
getreten, insbesondere starke, abrupt in Erscheinung tretende Nackenschmerzen und -verspannungen, jeweils verbunden mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit. Damit müsse die
d
iagnostizierte Diskushernie als unfallbedingt qualifiziert wer
den. Im Sinne eines Eventualantrages werde beantragt, die Frage der
Unfall
kausalität
gutachterlich abklären zu lassen. Es sei diesbezüglich darauf hinzu
weisen, dass der Kreisarzt den Beschwerdeführer nicht untersucht habe (Urk. 1).
Dr.
B.___
, die den Beschwerdeführer seit dem erlittenen Unfall betreue, habe ausgeführt, dass die Beschwerden seit Herbst 2012 nicht mehr verschwunden seien. Dies werde auch von den Arbeitskollegen und der
Lebens
partnerin
des Beschwerdeführers bestätigt. Die Darstellung der
Beschwerdegeg
nerin
, wonach sich der Beschwerdeführer bis zur Rückfallmeldung über keine Einschränkungen mehr beklagt habe, treffe somit nicht zu (Urk. 14).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht hin
sichtlich des am 22. Februar 20
13 gemeldeten Rückfalls
zu Recht verneint hat, weil zwischen den aktuell geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 25. September 2011 k
ein Kausalzusammenhang besteht
oder ob diese Beschwerden immer noch auf den erlittenen Unfall zurückzuführen sind.
3.
3.1
PD
Dr.
med.
E.___
, Facharzt FMH für Radiologie, fertigte am 28. September 2011 ein
Computertomogramm
der Halswirbelsäule an und kam zu folgender Beurteilung (Urk. 9/19): „Höhengeminderter C6 und weniger ausgeprägt auch C7 ohne jedoch Nachweis einer frischen
ossären
traumatischen Läsion, DD anlagebedingte Streckhaltung der HWS mit Aufhebung der
Lordosierung
.
Peri
vertebrale
Weichteile normal. Keine Subluxation oder Luxation in den
Fa
cettengelenken
.“
3.2
PD
Dr.
med.
F.___
, Facharzt FMH für Radiologie und Neuroradiologie, führte am 19. Februar 2013 eine MRI-Untersuchung (MRI
Neurokranium
triplanar
nativ und nach
i.v.
KM-Applikation, HWS
triplanar
) durch. Er hielt folgende Beurteilung fest (Urk. 9/20):
1.
Regelrechtes
Neurokranium
ohne Nachweis einer territorialen Ischä
mie, Raumforderung oder Blutung.
2.
Bandscheibenherniation
HW 5/6
mediolateral
nach links mit Ver
dacht auf Nervenwurzelkontakt, weniger ausgeprägt auch in der Etage unterhalb. Kein
Myelopathiesignal
bis einschliesslich BWK 6.
3.
Verdacht auf reaktivierte Arthrose am
Costovertebralgelenk
BWK 1 rechts.
3.3
Kreisarzt Prof.
Dr.
D.___
führte in seiner Aktenbeurteilung vom
8
.
Mai
201
3
(Urk. 9/39) aus, dass das
Computertomogramm
der Halswirbelsäule vom 28. Sep
tember 2001 einen höhengeminderten Wirbelkörper C6 und weniger ausgeprägt C7 ohne Nachweis einer frischen
ossären
traumatischen Läsion beziehungsweise eine anlagebedingte Streckhaltung der Halswirbelsäule mit Aufhebung der
Lordosierung
und unauffällige
perivertebrale
Weichteile doku
mentiere. Die MRI-Unter
suchung vom 19. Februar 2013 zeige ein regelrechtes
Neurokranium
ohne Nachweis einer territorialen Ischämie, Raumforderung oder Blutung an der Halswirbelsäule, eine
Bandscheibenherniation
C6/7
mediolateral
nach links mit Verdacht auf Nervenwurzelkontakt, weniger ausgeprägt auch eine Etage unterhalb und den Verdacht einer reaktiven Arthrose am
Costover
tebralgelenk
BWK 1 rechts. Es ergäben sich aus den Akten keine Hinweise dafür, dass die aktuell geklagten Beschwerden mit dem Unfall vom 25. September 2011 in Zusammenhang stünden. Die Beschwerden seien derart unspezifisch, dass auch die in den bildgebenden Befunden dokumentierte bandscheibenbedingte Erkrankung dafür ursächlich sein könne. Er halte dies für wesentlich wahr
scheinlicher, zumal in den bildgebenden Befunden (CT und MRI der
Hals
wirbelsäule
) traumatische Schäden dezidiert ausgeschlossen worden seien.
3.4
Dr.
B.___
hielt in ihrem Bericht vom 5. Februar 2014 (Urk. 15/1) fest, dass der Beschwerdeführer gemäss Krankenakte erstmals im Herbst 2012 über Nackenbeschwerden geklagt habe. Gegen Ende September 2012 habe er nach einer Drehbewegung der Halswirbelsäule starke Schmerzen und eine schwer eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule beklagt. Seither seien die Beschwerden nie mehr weg. In den früheren Konsultationen habe er wegen anderer Beschwerden Schmerzmittel erhalten. Anlässlich der Erstkonsultation am 15. Februar 2012 sei in der Krankenakte nichts betreffend Wirbelsäule notiert worden;
d
er
Beschwerdeführer
habe keine
Wirbelsäulenbeschwerden angegeben
.
3.5
Der stellvertretende Chefarzt
Dr.
med.
G.___
und Assistenzarzt
Dr.
med.
H.___
von der
I.___
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 6. Februar 2014 (Urk. 15/4) anhaltende Schmerzen am
cervicothorakalen
Übergang, eine chronische Subluxation des
Nervus
ulnaris
links, einen
Naevus
paraumbilical
rechts (DD
Naevuszellnaevus
) sowie ein
e
Schlafstörung. Aus dem Bericht geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer vom 26. November bis 12. Dezember 2013 in der Klinik aufhielt (insbesondere) zwecks Rehabilitation nach einer Operation am linken Arm
sowie des Nackens/Rückens
. Im Rahmen der Physiotherapie habe der Behandlungsschwerpunkt auf
Rekonditionierung
und Belastungs- und
Kraftaufbau mit Stabilisierung und Aktivierung der Nacken- sowie der Rumpfmuskulatur gelegen.
4.
4.1
Wie das Bundesgericht in Fortführung der Rechtsprechung des seinerzeitigen Eidgenössischen Versicherungsgerichts wiederholt festgehalten hat, entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des
Unfallversicherungs
rechts
, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer
Band
scheibenveränderungen
entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen. Wird die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber verursacht, übernimmt die Unfallver
sicherung den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, spätere Rezidive dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (vgl. anstatt vieler: Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 22/01 vom 29. Oktober 2002, U 176/01 vom 23. April 2002, U 486/00 vom 26. Februar 2002 und U 459/00 vom 18. Februar 2002, je mit Hinweisen auf weitere höchst
richterliche Urteile und die medizinische Doktrin).
Im Übrigen darf aus dem Umstand, dass sich eine Gesundheitsbeeinträchtigung nach einem Unfallereignis manifestiert hat, nicht einfach in Anwendung der Formel „
post
hoc, ergo
propter
hoc“, wonach ein Gesundheitsschaden schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, weil er nach diesem aufgetreten ist, auf einen Zusammenhang geschlossen werden (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_454/2012 vom 20. August 2012
E. 2
).
4.2
4.2.1
An diesen Grundsätzen hat sich
auch
die Beurteilung der Frage nach der
Unfall
kausalität
der beim Beschwerdeführer vorliegenden
Gesundheitsbeeinträchti
gungen
an der Halswirbelsäule zu orientieren. Demzufolge sind derartige
Gesund
heitsstörungen
bloss ausnahmsweise unfallbedingter Genese. Das
Unfall
ereignis
vom 25. September 2011 ist keineswegs zu bagatellisieren; vielmehr ist gemäss Schilderung in der Beschwerdeschrift (vgl. Urk. 1 S. 2 f.) von einem heftigen Zusammenprall auszugehen: „Der Gegenspieler sprang jedoch höher als
der Beschwerdeführer und rammte diesem beim Aufspringen mit voller Wucht seinen Ellbogen in den Nacken. Dadurch knickte der Kopf des Beschwerde
führers nach hinten ab, wodurch der Ball unkontrolliert auf den Kopf prallte. Noch in der Luft stiessen die Köpfe des Beschwerdeführers und des Gegen
spielers durch die Wucht des Balles heftig zusammen und beide Spieler gingen zu Boden. Der Beschwerdeführer verspürte bei diesem Vorgang ein heftiges Knacken und Stechen im Nacken, woraufhin er das Spiel vorzeitig beenden musste.“ Angesichts der im bundesgerichtlichen Urteil 8C_811/2012 vom 4. März 2013 in E. 6.2 wiedergegebenen Kasuistik liegt jedoch kein Unfall von besonderer Schwere vor. Davon liess sich etwa sprechen bei
ein
em freien
Sturz aus erheblicher Höhe, ein
em
Sprung aus 10
m Höhe, ein
em
Sturz beim Tragen von Lasten oder ein
em
Zusammenstoss bei grosser Geschwindigkeit. Es sind
- wie das Bundesgericht ausführte -
massivste Gewalteinwir
kungen auf den Kör
per notwendig.
Der vorliegende Unfall ist damit nicht vergleichbar
. Es handelte sich
zwar nicht
um einen Bagatellunfall
aber auch nicht
um einen schweren Unfall, insbesondere nicht um ein Unfallereignis von besonderer Schwere.
In dieses Bild fügt sich die Feststellung von Kreisarzt Prof.
Dr.
D.___
, wonach in den bildgebenden Befunden (CT und MRI der Halswirbelsäule) traumatische Schäden ausgeschlossen worden seien (Urk. 9/39).
4.2.2
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
sind
den medizinischen Akten
keine Anhaltspunkte zu entnehmen, die auf ein von der
kreisärztliche
n
Kausa
litätsbeurteilung
abweichendes Ergebnis schliessen liessen
. Widersprechende Ansichten gehen weder dem Bericht von
Dr.
B.___
vom 5. Februar 2014 (Urk. 15/1) noch dem Austrittsbericht der
Dres
.
G.___
und
H.___
(Urk. 15/4) hervor. Aus dem Bericht von
Dr.
B.___
ist vielmehr ersichtlich, dass der Beschwerdeführer erstmals im September 2012, mithin etwa ein Jahr nach dem Unfall vom 25. September 2011, über
Wirbelsäulenbe
schwerden
geklagt ha
t
. Auch diese lange Latenzzeit spricht gegen einen Kausal
zusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereigni
s vom 25. September 201
1.
D
ie vom Beschwerdeführer eingereichten Bestätigun
gen aus seinem privaten Umfeld (vgl. Urk. 15/2-3), wonach er immer wieder Beschwerden gehabt habe, können in diesem Zusammenhang ärztlich doku
mentierte Brückensymptome (vgl. dazu oben E. 4.1) nicht ersetzen. Derartig ärztlich bescheinigte Brückensymptome sind nicht vorhanden; sie wurden viel
mehr von
Dr.
B.___
bis Herbst 2012 ausdrücklich verneint.
4.3
Angesichts der klaren Aktenlage sind weitere Beweismassnahmen (etwa
die
Ein
holung eines Gutachtens) nicht notwendig. Im vorliegenden Fall stellt es auch keinen Mangel dar, dass Kreisarzt Prof.
Dr.
D.___
davon abgesehen hat, den
Beschwerdeführer persönlich zu untersuchen. Praxisgemäss kann nä
mlich auf eine medizinische Aktenbeurteilung
abgestellt werden
, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (
Urteil des Bundesge
richt
s
8C_737/2011
vom
2.
April 2012
E. 5.2 mit
weiteren Hinweisen).
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht in Bezug auf die ihr am 22. Februar 2013 rückfallweise gemeldeten
Gesundheits
beeinträchtigungen
zu Recht verneint hat, weil zwischen diesen Gesundheits
störungen und dem Unfallereignis vom 25. September 2011 kein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Rolf Schmid
-
Rechtsanwalt Reto Bachmann
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundes
gericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zu
zu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubStocker