# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00e8a49f-20f3-52e8-9480-609b14e343d6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 03.06.2020 U 2018 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_U-2018-83_2020-06-03.pdf

## Full Text

- 1 -

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 18 83

4. Kammer 

Vorsitz von Salis
RichterIn Pedretti, Meisser 

Aktuarin Parolini

URTEIL

vom 3. Juni 2020

in der Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Aufsichtskommission über die Rechtsanwälte,

Beschwerdegegnerin

betreffend Disziplinarverfahren

- 2 -

1. Der im Dezember 2015 verstorbene B._____ setzte in seinem Testament 

A._____ als Willensvollstrecker ein. Das Bezirksgericht C._____ stellte am 

8. Januar 2016 ein Willensvollstreckerzeugnis aus. Dieses Mandat schloss 

A._____ am 17. Januar 2018 ab.

2. Mit Eingabe vom 28. Februar 2018 erstatteten D._____ (nachfolgend 

Anzeigeerstatterin), die Ehefrau des verstorbenen B._____, und ihr 

Rechtsvertreter, bei der Aufsichtskommission über die Rechtsanwälte des 

Kantons Graubünden (nachfolgend AKR) eine Anzeige gegen A._____. Sie 

beantragten die kostenfällige Einleitung und Durchführung eines 

Disziplinarverfahrens sowie die Anordnung einer angemessenen 

Disziplinarmassnahme mit der Begründung, dass A._____ als 

Willensvollstrecker des Nachlasses des verstorbenen Ehemannes von 

D._____ verschiedene Berufsregeln verletzt habe. 

3. Nach Einholung einer Stellungnahme seitens von A._____ eröffnete die 

AKR gegen ihn, mit Beschluss vom 23. Mai 2018, mitgeteilt am 28. Mai 

2018, ein entsprechendes Disziplinarverfahren. Nach Eingang bzw. 

Einholung weiterer Stellungnahmen von A._____ (vom 31. Mai 2018, vom 

23. Juli 2018 und vom 28. August 2018) erliess die AKR am 7. November 

2018, mitgeteilt am 19. November 2018, folgenden Beschluss:

"1. Es wird festgestellt, dass A._____ gegen die anwaltlichen 
Berufspflichten gemäss Art. 12 lit. a, c und i sowie Art. 13 BGFA 
verstossen hat.

2. Das Fehlverhalten von A._____ wird disziplinarisch mit einer Busse in 
Höhe von CHF 3'500.00 geahndet.

3. Die Kosten dieses Verfahrens von CHF 1'000.00 gehen zu Lasten von 
A._____.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung)."

- 3 -

4. Gegen diesen Beschluss erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

am 27. Dezember 2018 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden. Er beantragte die Aufhebung der Ziffern 1 bis 3 des 

Beschlusses, ohne Kostenfolge zu seinen Lasten. Begründend führte er 

aus, die AKR habe verschiedene Tatsachen übergangen und 

unangemessen bzw. willkürlich geurteilt.

5. Die AKR (nachfolgend Beschwerdegegnerin) reichte mit Eingabe vom 4. 

Januar 2019 sämtliche Akten des Verfahrens ein, beantragte die 

Abweisung der Beschwerde und verzichtete im Übrigen auf eine 

Vernehmlassung.

6. Mit Eingabe vom 21. Januar 2019 schrieb der Beschwerdeführer dem 

Gericht folgende Replik: "Qui tacet consentire videtur" (übersetzt: Wer 

schweigt, scheint zuzustimmen).

7. Mit Eingabe vom 25. Januar 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 

eine Duplik. 

Auf die Erwägungen im angefochtenen Beschluss sowie die weiteren 

Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, sofern 

entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. g des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) können Entscheide von 

Behörden, die nicht in Art. 49 Abs. 1 lit. a-f VRG aufgeführt sind, mit 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

- 4 -

weitergezogen werden, wenn dies gesetzlich vorgesehen ist. Eine 

entsprechende Weiterzugsmöglichkeit für Entscheide der 

Aufsichtskommission über die Rechtsanwälte des Kantons Graubünden 

(AKR/Beschwerdegegnerin) ist in Art. 7 Abs. 2 Satz 1 des kantonalen 

Anwaltsgesetzes enthalten (AnwG; BR 310.100), womit vorliegend die 

örtliche und sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegen den Beschluss der 

Beschwerdegegnerin vom 7./19. November 2018 zu bejahen ist.

1.2. Gemäss Art. 18 Abs. 1 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 

173.000) und Art. 43 Abs. 1 VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in der 

Regel in der Besetzung mit drei Richterinnen und Richtern. Art. 18 Abs. 3 

GOG und Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG sehen eine einzelrichterliche Kompetenz 

vor, wenn der Streitwert den Betrag von Fr. 5'000.-- nicht überschreitet und 

keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Allerdings können derartige 

Fälle in Dreierbesetzung entschieden werden, wenn die zuständige 

Einzelrichterin oder der zuständige Einzelrichter dies anordnet (Art. 43 

Abs. 4 VRG). 

Vorliegend bewegt sich der Streitwert unter dem Betrag von Fr. 5'000.--, 

liegt doch die Verhängung einer Busse im Betrag von Fr. 3'500.-- im Streit; 

zudem ist eine Fünferbesetzung nach den Art. 18 Abs. 2 GOG und Art. 43 

Abs. 2 lit. a-d VRG nicht vorgeschrieben. Damit ist bzw. wäre die 

Einzelrichterin/der Einzelrichter funktionell zuständig. Bei Disziplinarmass-

nahmen stellt sich allerdings das Problem, dass bei Verhängung von 

Bussen ein Streitwert ermittelt werden kann und gegebenenfalls die 

Einzelrichterin oder der Einzelrichter allein entscheiden könnte, dass aber 

bei Verhängung anderer Massnahmen nicht vermögensrechtlicher Natur 

das Gericht in Dreierbesetzung entscheiden würde und dies nicht nur bei 

Massnahmen, die einschneidender sind als die verhängte Disziplinarbusse 

unter Fr. 5'000.--, sondern auch bei Massnahmen, die milder sind (z.B. 

- 5 -

Verwarnung oder Verweis). Diese Inkonsequenz sollte vermieden werden 

(vgl. zum Ganzen: BERTSCHI, in: GRIFFEL [Hrsg.], VRG-Kommentar zum 

Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, Zürich 2014, §38b 

Rz. 11). Das Gericht ist daher zur Überzeugung gelangt, dass es im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren gegen den angefochtenen Beschluss 

der Aufsichtskommission über die Rechtsanwälte 

(AKR/Beschwerdegegnerin) in Dreierbesetzung entscheidet. 

1.3. Gemäss Art. 50 VRG ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den 
angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

seiner Aufhebung oder Änderung hat oder wer durch besondere Vorschrift 

dazu ermächtigt ist (Art. 50 VRG). Vorliegend ist der Beschwerdeführer als 

formeller und materieller Adressat des angefochtenen Beschlusses der 

Beschwerdegegnerin vom 7./19. November 2018 von diesem berührt, und er 

weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung auf 

(Art. 50 VRG); seine Beschwerdelegitimation ist daher zu bejahen. 

1.4. Die Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen seit Mitteilung des 

angefochtenen Entscheids einzureichen (Art. 52 Abs. 1 VRG). Der 

fragliche Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 7. November 2018 

wurde am 19. November 2018 mitgeteilt und am 20. November 2018 vom 

Beschwerdeführer in Empfang genommen (vgl. Sendungsnachverfolgung 

der Post), womit die 30-tägige Beschwerdefrist, unter Berücksichtigung der 

Gerichtsferien (vgl. Art. 39 Abs. 1 lit. c VRG), am Samstag, dem 5. Januar 

2019, bzw. am darauffolgenden Montag, dem 7. Januar 2019 (vgl. dazu 

Art. 7 Abs. 2 VRG), endete. Die am 27. Dezember 2018 eingereichte 

Beschwerde erweist sich damit als rechtzeitig. 

1.5. Das Gericht stellt fest, dass die Prozessvoraussetzungen gegeben sind, 

womit es auf die Beschwerde eintritt.

- 6 -

2. Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht 

von einem Fehlverhalten des Beschwerdeführers ausging und ihn daher zu 

Recht wegen mehrfachen Verstosses gegen die anwaltlichen 

Berufspflichten mit einer Busse von Fr. 3'500.-- diszipliniert hat oder nicht.

3. Im angefochtenen Beschluss vom 7./19. November 2018 stellte die 

Beschwerdegegnerin fest, dass die Berufsregeln des Bundesgesetzes 

über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz 

[BGFA; SR 935.61]) auch im Rahmen der Tätigkeit des Beschwerdeführers 

als Willensvollstrecker zu beachten waren. Sie erachtete folgende 

Berufsregeln als verletzt:

- Art. 12 lit. a BGFA, mithin das Gebot, zeitgerecht zu handeln, weil der 

Beschwerdeführer das Mandat als Willensvollstrecker erst im Januar 

2018 beendete, obwohl keine Erbteilung durchzuführen war (E.4.1.2);

- Art. 12. lit. a BGFA, mithin das Gebot, das Mandat sorgfältig und 

gewissenhaft zu führen, weil der Beschwerdeführer die 

Mandatsniederlegung von der Ermächtigung zur Vernichtung 

sämtlicher Nachlassakten und der Begleichung seiner 

Honorarrechnung abhängig machte (E.4.2.2); 

- die mandatsrechtliche Treuepflicht, weil der Beschwerdeführer sich in 

den Prozess um die Nachlassangelegenheit E._____ einmischte, 

obwohl ein Ersatzwillensvollstrecker eingesetzt worden war (E.4.3.2);

- Art. 12 lit. a BGFA, mithin das Verbot der direkten Kontaktaufnahme mit 

einer anwaltlich vertretenen Partei, weil der Beschwerdeführer die 

anwaltlich vertretene Anzeigeerstatterin in der Nachlassangelegenheit 

mehrmals direkt kontaktiert hatte (E.4.4.2); 

- Art. 12 lit. i BGFA, mithin das Gebot zur Aufklärung über die 

Rechnungsstellung, weil der Beschwerdeführer bezüglich des Honorars 

(Entgeltlichkeit des Mandats, Honorar pauschal oder nach 

Stundenaufwand, Erhebung von Kostenvorschüssen) unklare 

- 7 -

Verhältnisse schuf, weil er trotz Bezugs eines Kostenvorschusses keine 

Zwischenabrechnung erstellte, weil er die aufsichtsrechtlichen Kosten 

dem Nachlass zu belasten beabsichtigte bzw. darüber keine 

Abrechnung erstellte, weil er trotz entsprechender Aufforderung keine 

detaillierte Schlussabrechnung erstellte und weil er ein (pauschales) 

krass überhöhtes Honorar von Fr. 50'000.-- forderte (E.5.1.1-5.3.2); 

- Art. 13 BGFA, mithin das Gebot der anwaltlichen Verschwiegenheit, 

weil der Beschwerdeführer die Geschwister der Anzeigeerstatterin über 

eine von ihrem verstorbenen Ehemann angetretene und mit dessen Tod 

auf sie übergegangene Erbschaft informierte (E.6.2); 

- Art. 12 lit. c BGFA, mithin das Gebot der Vermeidung von 

Interessenkollisionen, weil der Beschwerdeführer trotz Bestehens eines 

persönlichen Interessenkonflikts zur Anzeigeerstatterin das Mandat 

nicht niederlegte (E.7.2). 

Dafür büsste die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer gestützt auf 

Art. 17 Abs. 1 BGFA wegen mehrfachen Verstosses gegen die 

Berufsregeln bei mangelnder Einsicht des Beschwerdeführers, jedoch bei 

Fehlen von Disziplinarsanktionen in den letzten fünf Jahren mit einer Busse 

von Fr. 3'500.--. Zudem auferlegte sie ihm die Verfahrenskosten von   

Fr. 1'000.--.

3.1. Dagegen bringt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 27. 

Dezember 2018 im Wesentlichen vor, die Beschwerdegegnerin habe allein 

auf die Angaben des Rechtsvertreters der Anzeigeerstatterin abgestellt. 

Dieser habe ihm ein Gesprächsangebot für die Zeit nach Abschluss des 

Willensvollstreckermandats gemacht, was im angefochtenen Beschluss 

nicht erwähnt werde, aber aufgrund des standeswidrigen Verhaltens dieses 

Rechtsvertreters zur Einstellung des Verfahrens hätte führen müssen. 

Seines Erachtens müsste die Beschwerdegegnerin "Ethik beweisen, 

zukunftsorientiert und nicht Strafbehörde sein". Im angefochtenen 

- 8 -

Beschluss würden verschiedene Punkte fehlen. So habe der 

Rechtsvertreter der Anzeigeerstatterin seine Absetzung als 

Willensvollstrecker angestrebt; dass er im Rahmen eines 

Beschwerdeverfahren gegen das erstinstanzliche Urteil im Kanton Schwyz 

teilweise aber erheblich durchgedrungen sei, werde im angefochtenen 

Beschluss übergangen. Die Anzeige bei der Disziplinarkommission durch 

den Rechtsvertreter der Anzeigeerstatterin sei "Folge seiner 

falschinterpretierten Haltung meinerseits". Zwar habe er bei der 

Mandatsführung als Willensvollstrecker Fehler begangen, dies sei jedoch 

nur im Bestreben, seinen Auftrag zu erfüllen, erfolgt. Immerhin habe in der 

Nachlassangelegenheit E._____ das Gericht seine Rechtsauffassung 

geteilt, nur deshalb habe der damit beauftragte Rechtsanwalt um eine 

Bestätigung der Mandatsbeendigung seinerseits angefragt. Zu beachten 

sei auch, dass seine Geschwister versucht hätten, die Streitigkeit zwischen 

ihm und der Anzeigeerstatterin, seiner Schwester, zu befrieden, und ihn 

zum direkten Gesprächsangebot animiert hätten. Er habe sich in seiner 

über 50-jährigen Anwaltstätigkeit nie etwas zuschulden kommen lassen. 

Die Aussprechung einer Busse sei unangemessen und willkürlich.

3.2. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer 

Vernehmlassung und verwies auf die Erwägungen im angefochtenen 

Beschluss.

4. Das BGFA enthält u.a. die Berufsregeln und die Disziplinaraufsicht (Art. 12 

ff. BGFA). Art. 12 BGFA sieht vor, dass Anwältinnen und Anwälte ihren 

Beruf sorgfältig und gewissenhaft ausüben (lit. a), dass sie jeden Konflikt 

zwischen den Interessen ihrer Klientschaft und den Personen, mit denen 

sie geschäftlich oder privat in Beziehung stehen, meiden (lit. c) und ihre 

Klientschaft bei Übernahme des Mandates über die Grundsätze ihrer 

Rechnungsstellung aufklären und sie periodisch oder auf Verlangen über 

die Höhe des geschuldeten Honorars informieren (lit. i).

- 9 -

4.1. Vorliegend bezog sich die zu beurteilende Tätigkeit des 

Beschwerdeführers auf den Zeitraum vom 8. Januar 2016 (Ausstellung 

Willensvollstreckerzeugnis, Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-

act.] B [Beilagen Aktivpartei] 4) bis zum 17. Januar 2018 (Beendigung des 

Willensvollstreckermandats, Bg-act. B 9). In dieser Zeit war der 

Beschwerdeführer unbestrittenermassen im Anwaltsregister des Kantons 

Graubünden eingetragen. In jedem Fall war er aber als Inhaber eines 

Anwaltspatents den Berufsregeln des BGFA und dem Berufsgeheimnis 

unterstellt und unterstand der Aufsicht und der Disziplinargewalt der 

Beschwerdegegnerin (vgl. Art. 13 Abs. 1 Sätze 1 und 2 AnwG).

4.2. Der Beschwerdeführer macht mit Hinweis auf das Schreiben des 

Rechtsanwalts der Anzeigeerstatterin vom 13. September 2016 (Akten des 

Beschwerdeführers [Bf-act.] 1) geltend, dieser habe sich mit der Erklärung, 

seine Klientin und deren Kinder seien nach Abschluss des Willensvollstre-

ckermandats zu einer Aussprache in seiner (des Rechtsvertreters) 

Anwesenheit bereit, in höchstpersönliche Verhältnisse eingemischt. Dies 

sei standeswidrig und hätte zur Einstellung des Verfahrens führen müssen. 

Der Beschwerdeführer verkennt damit, dass die Beschwerdegegnerin ein 

Disziplinarverfahren einleiten muss, sobald eine Anzeige erfolgt, und dass 

sie nur in Bagatellfällen davon absehen kann (Art. 14 Abs. 1 AnwG). 

Inwiefern und aufgrund welcher gesetzlicher Grundlage das Verhalten des 

Rechtsanwalts der Anzeigeerstatterin einen Einfluss auf die Eröffnung und 

Durchführung des Disziplinarverfahrens gegen den Beschwerdeführer 

hätte haben sollen, ist vorliegend nicht ersichtlich. Insbesondere erscheint 

das mit dem erwähnten Schreiben (Bf-act. 1) gemachte Gesprächsangebot 

weder als Einmischung in innerfamiliäre Angelegenheiten noch als 

standeswidrig; jedenfalls zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, gegen 

welche Bestimmung der Rechtsanwalt der Anzeigeerstatterin damit 

- 10 -

verstossen haben soll. Die Argumentation des Beschwerdeführers, das 

gegen ihn eröffnete Disziplinarverfahren hätte deswegen eingestellt 

werden müssen, ist folglich nicht zu hören.

4.3. Der Beschwerdeführer beanstandet, im angefochtenen Beschluss vom 

7./19. November 2018 werde nicht erwähnt, dass seine Beschwerde gegen 

"das erstinstanzliche Urteil im Kanton Schwyz teilweise aber erheblich 

gutgeheissen" worden sei. Er habe den Gegenanwalt auch schriftlich 

gefragt, was er gegen ihn persönlich habe; geantwortet habe dieser nicht. 

Die Anzeige sei die Folge einer falschinterpretierten Haltung seinerseits.

Mit dem erstinstanzlichen Urteil des Kantons Schwyz dürfte die Verfügung 

des Einzelrichters des Bezirksgerichts C._____ vom 30. Mai 2017 gemeint 

sein (Bg-act. B 13), mit welcher der hiesige Beschwerdeführer angewiesen 

wurde, seinen Schlussbericht zur Willensvollstreckung, alle Nachlassakten 

und allfälliges Nachlassvermögen innert sechs Wochen der hiesigen 

Anzeigeerstatterin zu übergeben (vgl. Dispositiv-Ziff. 1). Abgewiesen 

wurde die Beschwerde der hiesigen Anzeigeerstatterin (Bg-act. B 13 

Dispositiv-Ziff. 2) bezüglich der Begehren, es sei festzustellen, dass die 

Willensvollstreckung abgeschlossen, dass eventuell der hiesige 

Beschwerdeführer als Willensvollstrecker abzusetzen und das 

Willensvollstreckerzeugnis zu widerrufen seien (vgl. die Rechtsbegehren 

auf S. 2 von Bg-act. B 13). Entgegen den Ausführungen des 

Beschwerdeführers erwähnte die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

Beschluss vom 7./19. November 2018 durchaus sowohl diese Verfügung 

wie auch deren Weiterzug an das Kantonsgericht Schwyz (vgl. E.4.1.2). 

Sie erkannte eine gravierende Pflichtverletzung im Umstand, dass der 

Beschwerdeführer das Willensvollstreckermandat gestützt auf das Urteil 

des Kantonsgerichts Schwyz vom 18. Dezember 2017 erst mit Schreiben 

vom 17. Januar 2018 (Bg-act. B 9) als erledigt erachtete, obwohl 

spätestens seit der Erklärung der Kinder des Erblassers vom 29. Mai 2016 

- 11 -

(Bg-act. B 17) feststand, dass (infolge Erbverzichts der Kinder) keine 

Teilung vorzunehmen war (vgl. E.4.1.2 mit Hinweis auf S. 7 der Verfügung 

des Einzelrichters des Bezirksgerichts C._____ vom 30. Mai 2017 [Bg-

act. B 13]). Gegen die daraus abgeleitete Feststellung der 

Beschwerdegegnerin, das Gebot, zeitgerecht zu handeln, sei verletzt, 

bringt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 27. Dezember 

2018 nichts Konkretes vor.  

4.4. Der Beschwerdeführer legt dar, er könne den Vorwurf des Verstosses 

gegen die mandatsrechtliche Treuepflicht im Zusammenhang mit der 

Nachlassangelegenheit E._____ nicht akzeptieren. Die 

Beschwerdegegnerin habe zu den diesbezüglichen, nachgereichten Akten 

keine Stellung bezogen (u.a. Eingabe an AKR vom 28. August 2018, 

Schreiben von Rechtsanwalt Dr. Bruno Eugster vom 6. Juli 2018 samt 

handgeschriebenem Vermerk des Beschwerdeführers).

Die Beschwerdegegnerin verwies im angefochtenen Beschluss vom 7./19. 

November 2018 auf den Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom 19. 

Oktober 2016 in Sachen des hiesigen Beschwerdeführers gegen Dr. Bruno 

Eugster (Bg-act. B 33) und hielt gestützt darauf fest, dass das 

Willensvollstreckermandat des Beschwerdeführers die 

Nachlassangelegenheit E._____ nicht umfasse und ein 

Ersatzwillensvollstrecker eingesetzt worden sei. Sie hielt fest, der 

Beschwerdeführer habe mit seinem Versuch, den Auftrag zur 

Prozessführung (gemeint ist der Auftrag an Rechtsanwalt Dr. Bruno 

Eugster in der Nachlassangelegenheit E._____) zu widerrufen oder die 

Herausgabe von Akten zu beantragen, in grober Weise gegen die 

mandatsrechtliche Treuepflicht verstossen (E.4.3.2). Gegen diese 

vorinstanzliche Schlussfolgerung bringt der Beschwerdeführer in seiner 

Beschwerde keine stichhaltigen Einwände vor. Wenn er auf das Schreiben 

vom 28. August 2018 (Bg-act. A [Rechtsschriften] 6) verweist, so führt er 

- 12 -

auch dort nicht weiter aus, inwiefern das Schreiben von Rechtsanwalt 

Dr. Bruno Eugster vom 6. Juli 2018 und sein eigener handschriftlicher 

Vermerk, der "seine Rechtsauffassung" (gemeint ist diejenige des 

Beschwerdeführers) bestätige, zu einem anderen Schluss als im fraglichen 

Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom 19. Oktober 2016 (Bg-

act. B 33) bzw. der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Beschluss vom 

7./19. November 2018 hätten führen sollen. 

4.5. Gegen die Feststellung im angefochtenen Beschluss vom 7./19. November 

2018, der Beschwerdeführer habe unzulässigerweise Kontakt mit einer 

anwaltlich vertretenen Partei aufgenommen (E.4.4.2), zieht der 

Beschwerdeführer familiäre Gründe heran. Konkret gibt er an, seine 

Geschwister hätten den Frieden zwischen ihm und der Anzeigeerstatterin, 

die seine Schwester ist, wiederherstellen wollen; immerhin verweise auch 

die Beschwerdegegnerin darauf, dass es Ausnahmen vom Verbot der 

direkten Kontaktaufnahme gebe. Dass eine derartige 

Ausnahmekonstellation konkret vorgelegen hat, legt der Beschwerdeführer 

allerdings nicht dar. Vielmehr ist ausgewiesen, dass er über das 

Rechtsvertretungsverhältnis zwischen der Anzeigeerstatterin und deren 

Rechtsanwalt in Kenntnis gesetzt worden war (Bg-act. B 18), dass er aber 

trotzdem mehrmals in der entsprechenden Nachlassangelegenheit (Bg-

act. B 40, 42 und 43) – und nicht in anderweitigen 

Familienangelegenheiten – direkt mit der Anzeigeerstatterin Kontakt 

aufnahm. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin in diesem Verhalten einen Verstoss gegen die 

fragliche Berufsregel, mithin gegen Art. 12 lit. a BGFA, sah.

4.6. Schliesslich richtet sich die Beschwerde auch gegen die Aussprechung 

einer Busse als Disziplinarmassnahme. Der Beschwerdeführer ist der 

Ansicht, die Beschwerdegegnerin habe übersehen, dass er in seiner über 

50-jährigen Anwaltstätigkeit "nie eine Anzeige erfahren musste", dass er 

- 13 -

die "Auffassung einer ewigen Treue dem Verstorbenen gegenüber" 

vertrete, dass es um eine rein persönliche Streitigkeit mit seiner Schwester 

gegangen sei und dass er zahlreiche Juristen zu Anwälten ausgebildet 

habe, ohne dass auch diese je zu Klagen Anlass gegeben hätten. 

Der Beschwerdeführer übersieht in diesem Zusammenhang, dass ihm die 

Beschwerdegegnerin die Disziplinarlosigkeit der letzten fünf Jahre zugute 

hielt (vgl. E.9.1) und somit sein berufliches und auch disziplinarisches 

Vorleben durchaus berücksichtigt hat. Indessen kann ihm nicht gefolgt 

werden, wenn er angibt, er halte dem Verstorbenen "ewige Treue" und die 

Streitigkeit mit seiner Schwester sei rein persönlich. Die 

Beschwerdegegnerin hatte weder seine private, familiäre Beziehung zu 

seiner Schwester und deren verstorbenen Ehemann noch sein 

mandatsrechtliches Verhältnis zu überprüfen, sondern das Verhalten des 

Beschwerdeführers in seiner Funktion als vom Erblasser eingesetzter 

Willensvollstrecker und somit im Rahmen seiner anwaltlichen Tätigkeit im 

System der Rechtspflege (vgl. auch angefochtener Beschluss vom 7./19. 

November 2018 E.4). In diesem Zusammenhang kam sie zum Schluss, 

dass der Beschwerdeführer mehrfach und zum Teil schwerwiegend gegen 

die Berufsregeln, die auch gegenüber Familienangehörigen einzuhalten 

sind, verstossen hat (E.8). Dass die Beschwerdegegnerin unter diesen 

Umständen eine Busse aussprach, erscheint dem Gericht in keiner Weise 

als unverhältnismässig oder gar willkürlich. Daran ändert auch der Hinweis 

des Beschwerdeführers, er werde seine anwaltliche Tätigkeit per Ende 

2018 beenden, nichts, zumal er, wie dem Gericht aus dem noch hängigen 

Verfahren U 19 116 gegen den Beschwerdeführer bekannt ist, weiterhin 

beratend tätig war bzw. ist. Im Übrigen führt der Beschwerdeführer in seiner 

Beschwerde vom 27. Dezember 2018 nichts gegen die Höhe der Busse 

sowie gegen die Verlegung und die Höhe der vorinstanzlichen 

Verfahrenskosten an.

- 14 -

4.7. Das Gericht kommt nach all dem Gesagten zum Schluss, dass die 

Beschwerde abzuweisen und der angefochtene Beschluss vom 7./19. 

November 2018 zu schützen sind.

5. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die 

Kosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Verfahrenskosten bestehen aus 

der Staatsgebühr, den Gebühren für die Ausfertigungen und Mitteilungen 

des Entscheids sowie den Barauslagen (Art. 75 Abs. 1 VRG). Die 

Staatsgebühr beträgt höchstens Fr. 20'000.--, sie richtet sich nach dem 

Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse und 

der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen (Art. 75 Abs. 2 

VRG).

5.1. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren wird die Staatsgebühr im Sinne von 

Art. 75 Abs. 2 VRG auf Fr. 1'000.-- festgesetzt. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend geht die Staatsgebühr zusammen mit den 

Kanzleiausgaben zu Lasten des Beschwerdeführers. 

5.2. Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel 

verpflichtet, der obsiegenden Partei alle durch den Rechtsstreit 

verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Bund, Kanton und 

Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten 

Organisationen wird in der Regel keine Parteientschädigung 

zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen (Art. 

78 Abs. 2 VRG). Vorliegend hat die obsiegende Beschwerdegegnerin in 

ihrem amtlichen Wirkungskreis gehandelt, weshalb ihr keine 

Parteientschädigung zusteht. 

Demnach erkennt das Gericht:

- 15 -

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 320.--

Zusammen Fr. 1'320.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]