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**Case Identifier:** 8198d17c-4a7a-5791-9bb7-4978651ea0e8
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-29
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 29.08.2018 810 18 214
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-18-214_2018-08-29.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 29. August 2018 (810 18 214) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 

 

 

Vorsorgliche Anweisungen an die Kindseltern 

 

 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Gerichtsschreiberin  

Julia Kempfert 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 

 C.____, Beigeladener 
 

  
 
 
 

Betreff Vorsorgliche Anweisungen an die Kindseltern (Entscheid der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 9. Juli 2018) 

 
 

 
 

A. D.____, geboren 2008, ist das gemeinsame Kind der unverheirateten Eltern A.____ und 
C.____. D.____ steht unter der Obhut der Kindsmutter. Mit Entscheid der Kindes- und Erwach-
senenschutzbehörde E.____ vom 13. April 2015 wurde das Besuchsrecht für D.____ und den 

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Kindsvater geregelt und eine Erziehungsbeiständin gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB ernannt, wel-
che insbesondere die Aufgaben erhielt, die Kindseltern mit Rat und Tat zu unterstützen, das 
Besuchsrecht zu organisieren und zu überwachen sowie bei Konflikten zu vermitteln. Mit Ent-
scheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde E.____ vom 24. August 2015 wurde auf 
Antrag des Kindsvaters ein neuer Beistand ernannt. Aufgrund des Wohnsitzwechsels der ob-
hutsberechtigten Kindsmutter übernahm die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ 
(KESB) mit Entscheid vom 7. November 2017 die Weiterführung der kindsschutzrechtlichen 
Massnahme. 
 
B. Mit ihrem Schreiben vom 16. Februar 2018 beantragte die Kindsmutter einen Wechsel 
der Beistandsperson, da sie mit der Zusammenarbeit nicht mehr einverstanden sei. 
 
C. Die KESB hörte die Kindsmutter sowie den Beistand am 8. Juni 2018 persönlich an. Am 
15. Juni 2018 fand die Anhörung von D.____ statt. Mit dem für D.____ zuständigen Schulsozi-
alarbeiter nahm die KESB mit Telefonat vom 20. Juni 2018 Rücksprache. Der Kindsvater wurde 
durch die KESB am 27. Juni 2018 angehört. 
 
D. Mit Entscheid der KESB vom 9. Juli 2018 wurden die Kindseltern nach Art. 307 Abs. 3 
ZGB vorsorglich angewiesen, umgehend mit der Familien-, Paar- und Erziehungsberatung Ba-
sel-Stadt (FABE), zwecks Aufgleisung einer angeordneten Beratung, Kontakt aufzunehmen und 
eine angeordnete Beratung wahrzunehmen (Ziffer 1). Ziel der Beratung solle insbesondere die 
Erarbeitung einer adäquaten Gesprächskultur untereinander und die Erarbeitung eines Kon-
fliktmanagements sein (Ziffer 1a). Die FABE werde gebeten, über den Verlauf und das Ergebnis 
der Beratung Bericht zu erstatten sowie allfällige Empfehlungen abzugeben (Ziffer 1b). Die 
Kindseltern wurden nach Art. 273 Abs. 2 und Art. 307 Abs. 3 ZGB vorsorglich angewiesen, vor 
D.____ nicht über den anderen Elternteil zu sprechen, D.____ nicht über den anderen Elternteil 
zu befragen und alles zu unterlassen, was das Verhältnis zum anderen Elternteil beeinträchtigt 
(Ziffer 2). Den Kindseltern wurde bei Widerhandlung gegen die verfügten Massnahmen die Un-
gehorsamsstrafe gemäss Art. 292 StGB angedroht (Ziffer 3). Das Verfahren betreffend den 
Wechsel der Beistandsperson wurde bis zur Beendigung der angeordneten Beratung gemäss 
Ziffer 1 sistiert (Ziffer 4). Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzo-
gen (Ziffer 5). Über die Erhebung von Verfahrenskosten werde zu einem späteren Zeitpunkt 
entschieden (Ziffer 6). 
 
E. Gegen den Entscheid der KESB vom 9. Juli 2018 erhob A.____ mit Eingabe vom 
27. Juli 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragt in der Hauptsache sinngemäss, dass die er-
teilte Weisung dahingehend abzuändern sei, dass beide Elternteile in Zusammenarbeit mit der 
FABE eine abschliessende und bindende Vereinbarung über das Besuchsrecht erarbeiten. Wei-
ter sei die Sistierung des Verfahrens betreffend Beistandswechsel aufzuheben und das Verfah-
ren weiterzuführen. Sinngemäss beantragt die Beschwerdeführerin zudem die Bewilligung der 
unentgeltlichen Prozessführung. 
 
 

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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. De-
zember 1907 kann gegen Entscheide einer Erwachsenenschutzbehörde Beschwerde beim 
zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einfüh-
rung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von 
Beschwerden gegen Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde das Kan-
tonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet 
sich nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des 
kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Von Bundesrechts 
wegen anfechtbar sind sämtliche Endentscheide (Art. 450 Abs. 1 ZGB) sowie Zwi-
schenentscheide über vorsorgliche Massnahmen (Art. 445 Abs. 3 ZGB). Beim angefochtenen 
Präsidialentscheid, welcher die Anordnung vorsorglicher Massnahmen zum Gegenstand hat, 
handelt es sich um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 445 Abs. 3 ZGB. Die 
Zuständigkeit zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache liegt in Anwendung von § 66 Abs. 2 
EG ZGB i.V.m. § 1 Abs. 3 lit. f des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungs-
prozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 bei der präsidierenden Person. Die Be-
schwerdeführerin ist als direkt Verfahrensbeteiligte nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Be-
schwerdeerhebung legitimiert. Die Beschwerdefrist von zehn Tagen (Art. 445 Abs. 3 ZGB) ist 
eingehalten. Da sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, kann auf die Beschwerde 
eingetreten werden. 
 
1.2 Die “Allgemeinen Abmachungen“ zwischen den Kindseltern vom 20. April 2016 sowie 
die von der Beschwerdeführerin initiierte Beratung bei der FABE, bei welcher D.____s Kompe-
tenzen gestärkt werden sollen, sind vom angefochtenen Entscheid der KESB nicht umfasst und 
daher vorliegend nicht Streitgegenstand (vgl. FELIX UHLMANN, in: Waldmann/Weissenberger 
[Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Auflage, 2016, N 5 zu Art. 5 VwVG). 
Auf die diesbezüglichen Rechtsbegehren und Vorbringen der Beschwerdeführerin kann folglich 
nicht eingetreten werden.  
 
2. Nach Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), 
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhaltes (Ziff. 2) sowie die Unange-
messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie-
genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 
 
3.1 In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin, dass die Anhörung von D.____ 
durch die KESB am 15. Juni 2018 mangelhaft abgelaufen sei. D.____ sei an der Schultür von 
der Referentin der KESB abgefangen und während der Schulzeit von dieser angehört worden. 
Weiter sei D.____ nicht persönlich eingeladen worden und die Beschwerdeführerin habe erst im 
Rahmen des angefochtenen Entscheids vom Inhalt der Anhörung erfahren. 
 
3.2 Das Kind wird durch die Kindesschutzbehörde oder durch eine beauftragte Drittperson 
in geeigneter Weise persönlich angehört, soweit nicht sein Alter oder andere wichtige Gründe 
dagegen sprechen (Art. 314a Abs. 1 ZGB). Im Protokoll der Anhörung werden nur die für den 

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Entscheid wesentlichen Ergebnisse festgehalten. Die Eltern werden über diese Ergebnisse in-
formiert (Art. 314a Abs. 2 ZGB). Die Anhörung des Kindes ist zum einen Ausfluss seiner Per-
sönlichkeit und dient zum anderen der Sachverhaltsfeststellung. Während bei älteren Kindern 
der persönlichkeitsrechtliche Aspekt im Vordergrund steht und das Kind ein eigenes Mitwir-
kungsrecht hat, ist die Anhörung bei kleineren Kindern im Sinne eines Beweismittels zu verlan-
gen (vgl. BGE 131 III 553 E. 1.1). Das Bundesgericht geht im Sinne einer Richtlinie davon aus, 
dass eine Kindesanhörung ab dem vollendeten sechsten Altersjahr möglich ist (vgl. BGE 131 III 
553 E. 1.2.3). Auf die Anhörung kann nur verzichtet werden, wenn sie aufgrund des Alters nicht 
möglich ist oder wenn andere wichtige Gründe dagegen sprechen (vgl. CHRISTOPH HÄFELI, in: 
Kren Kostkiewicz/Wolf/Amstutz/Fankhauser [Hrsg.], ZGB Kommentar, 3. Auflage, 2016, N 3 zu 
Art. 314a ZGB). Die Kindsanhörung hat grundsätzlich durch die KESB selber – bzw. durch ein 
delegiertes Behördenmitglied – zu erfolgen. Damit soll erreicht werden, dass sich die Entscheid-
trägerinnen und Entscheidträger einen unmittelbaren persönlichen Eindruck vom Kind verschaf-
fen können (JONAS SCHWEIGHAUSER, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[ZPO], Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 3. Auflage, 2016, N 16 f. zu Art. 298 
ZPO). In besonderen Situationen (bspw. psychische Behinderung oder geistige Störung des 
Kindes) kann die Anhörung an eine qualifizierte Drittperson delegiert werden (SCHWEIGHAUSER, 
a.a.O., N. 18 f. zu Art. 298 ZPO). Die Art und Weise der Anhörung hängt vom Alter und der 
Entwicklung des Kindes ab. Neben den geeigneten Räumen geht es dabei vor allem um eine 
kindgerechte Sprache und eine respektvolle und wohlwollende Haltung der anhörenden Person 
(SABINE BRUNNER/DIANA WIDER/HEIDI SIMONI, in: KOKES [Hrsg.], Praxisanleitung Kindesschutz-
recht, N 7.17). Das Anhörungsrecht ist gewährleistet, wenn das Kind ausreichend und seiner 
Entwicklung entsprechend darüber Bescheid weiss und in altersgerechter Form schriftlich oder 
mündlich, direkt oder über die Eltern eingeladen wurde (BRUNNER/WIDER/SIMONI, a.a.O., N 
7.19). Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs gebietet es, dass die Parteien im Anschluss an 
die Kindsanhörung über die wesentlichen Erkenntnisse informiert werden, damit sie vor einem 
Entscheid allenfalls Stellung nehmen können (SCHWEIGHAUSER, a.a.O., N 34 f. zu Art. 298 
ZPO).  
 
3.3 Vorliegend war D.____ im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids zehn Jahre alt und 
hatte damit das für die Anhörung relevante Schwellenalter erreicht. D.____ wurde von einem 
Behördenmitglied der KESB – der Referentin im vorliegenden Fall – angehört, was den gesetz-
lichen Vorgaben von Art. 314a Abs. 1 ZGB entspricht (vgl. E. 3.2 hiervor). Aus den Akten geht 
hervor, dass die KESB die Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 14. Juni 2018 über die bevor-
stehende Kindsanhörung informiert und sie gebeten hat, D.____ darüber in Kenntnis zu setzen. 
Der Beschwerdeführerin ist dabei zuzustimmen, dass die Einladung zur Kindsanhörung von 
D.____ sehr kurzfristig erfolgt ist. Vor dem Hintergrund einer vorsorglichen Massnahme und der 
damit einhergehenden Dringlichkeit lässt sich dieses Vorgehen jedoch rechtfertigen. Die Einla-
dung zur Kindsanhörung ist gesamthaft nicht zu beanstanden. Im Rahmen ihrer telefonischen 
Nachfrage bei der KESB am 14. Juni 2018 konnte die Beschwerdeführerin zudem Unklarheiten 
und Fragen in Bezug auf die Anhörung klären (vgl. Telefonnotiz der KESB vom 14. Juni 2018). 
Die Anhörung von D.____ am 15. Juni 2018 wurde in Absprache mit seinem Klassenlehrer ver-
einbart (vgl. Protokoll der Anhörung vom 15. Juni 2018 und Notiz des Telefonats mit dem Klas-
senlehrer vom 14. Juni 2018). Das Gespräch fand vor Beginn des Unterrichts (Unterrichtsbe-

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ginn 8.30 Uhr) unbemerkt von D.____s Mitschülerinnen und Mitschülern in einem separaten 
Raum im Schulhaus während 20 Minuten statt (8.00 Uhr bis 8.20 Uhr). Aus dem Protokoll ergibt 
sich zudem, dass D.____ mit der Referentin offen gesprochen und diese das Gespräch kindge-
recht sowie respektvoll geführt hat (vgl. Protokoll der Anhörung vom 15. Juni 2018). Nach dem 
Gesagten ist die Anhörung von D.____ am 15. Juni 2018 nicht zu beanstanden, und es liegt 
keine Verletzung von Art. 314a Abs. 1 ZGB vor. Die Beschwerdeführerin bemängelt hingegen 
zu Recht, dass sie erst im angefochtenen Entscheid über die Ergebnisse der Anhörung infor-
miert wurde und vorher nicht die Möglichkeit erhalten habe, dazu Stellung zu nehmen. In Bezug 
auf dieses Versäumnis der KESB liegt eine Verletzung von Art. 314a Abs. 2 ZGB resp. des An-
spruchs auf rechtliches Gehör vor. 
 
3.4 Aufgrund der formellen Natur des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt eine Gehörs-
verletzung grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids, unabhängig von des-
sen materieller Rechtmässigkeit (BGE 135 I 187 E. 2.2; 125 I 113 E. 3; 122 II 464 E. 4a). Die 
Gehörsverletzung kann ausnahmsweise geheilt werden, sofern es sich nicht um eine schwer-
wiegende Verletzung handelt und die betroffene Partei die Möglichkeit erhält, sich vor einer 
Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei über-
prüfen kann (BGE 137 I 195 E. 2.3.2; 133 I 201 E. 2.2; 132 V 387 E. 5.1; 129 I 129 E. 2.2.3 und 
126 I 68 E. 2). Vorliegend hatte die Beschwerdeführerin die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Be-
schwerde an das Kantonsgericht, welchem vorliegend volle Kognition (vgl. E. 2 hiervor) zu-
kommt, zu den Ergebnissen der Kindsanhörung Stellung zu nehmen. Die Beschwerdeführerin 
bringt zudem weder vor, dass sich aus der Kindsanhörung wesentliche neue Tatsachen erge-
ben hätten, noch, dass ihr weitere Nachteile aus der nachträglichen Bekanntgabe entstanden 
seien. Die Gehörsverletzung ist somit als geheilt zu betrachten. Der Heilung ist bei den Kosten- 
und Entschädigungsfolgen Rechnung zu tragen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_556/2013, 
1C_558/2013, 1C_562/2013 vom 21. September 2016 E. 16.2). 
 
4.1 Die Beschwerdeführerin bringt in formeller Hinsicht weiter vor, ihr Anspruch auf ein 
faires Verfahren sei verletzt worden. Zum einen habe der angefochtene Entscheid eine unrichti-
ge Rechtsmittelbelehrung enthalten. Zum anderen sei die KESB in ihrem Entscheid über das 
ursprüngliche Gesuch der Beschwerdeführerin um Beistandswechsel hinausgegangen und ha-
be bei D.____ eine Kindswohlgefährdung festgestellt. 
 
4.2 Nach Art. 30 Abs. 1 BV sowie § 9 Abs. 3 der Verfassung des Kantons Basel-
Landschaft (KV BL) vom 17. Mai 1984 hat jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von 
einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Gericht ohne Einwirken sach-
fremder Umstände entschieden wird. Die KESB hat ihren Entscheid über die vorsorglichen 
Massnahmen vom 9. Juli 2018 mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen, welche auf eine fal-
sche Rechtsmittelfrist (30 Tage für die Anfechtung von Endentscheiden gemäss Art. 450b 
Abs. 1 ZGB) hinweist. Mit ihrem Schreiben und dem Rektifikat vom 18. Juli 2018 hat die KESB 
die Beschwerdeführerin auf diesen Fehler aufmerksam gemacht und ihr eine andere Rechtsmit-
telbelehrung mit der korrekten Rechtsmittelfrist (10 Tage für die Anfechtung von vorsorglichen 
Massnahmen gemäss Art. 445 Abs. 3 ZGB) zugestellt. In ihrem Schreiben vom 18. Juli 2018 
stellte die KESB zusätzlich fest, dass die 10-tägige Beschwerdefrist neu mit der Zustellung des 

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Rektifikats zu laufen beginne. Von einem unfairen Verfahren, wie es die Beschwerdeführerin 
geltend macht, kann offensichtlich nicht gesprochen werden. Vielmehr ist vorliegend von einem 
Versehen der KESB auszugehen, welches jedoch umgehend richtiggestellt wurde. Abgesehen 
davon reichte die Beschwerdeführerin ihre Beschwerde innert Frist beim Kantonsgericht ein und 
sie führt nicht weiter aus, inwiefern sie durch den Fehler der KESB im Verfahren benachteiligt 
sei. Das Vorgehen der KESB bzw. ihr Abweichen vom gestellten Gesuch der Beschwerdeführe-
rin verletzt ebenfalls weder Art. 30 Abs. 1 BV noch § 9 Abs. 3 KV BL. Im kindesrechtlichen Ver-
fahren herrschen die Untersuchungs- und Offizialmaxime (Art. 446 Abs. 1 und 3 ZGB). Die Offi-
zialmaxime verpflichtet die KESB dazu, unabhängig von den Anträgen der Parteien die notwen-
digen Massnahmen zu ergreifen (PATRICK FASSBIND, in: Orell Füssli Kommentar, Schweizeri-
sches Zivilgesetzbuch, 3. Auflage, 2016, N 3 zu Art. 446 ZGB). Sofern die KESB es für notwen-
dig erachtete, hatte sie folglich die Befugnis, vom Begehren der Beschwerdeführerin, einen Bei-
standswechsel vorzunehmen, abzuweichen und eine andere als die beantragte Massnahme zu 
treffen. Es liegen überdies keine Hinweise vor und es werden auch keine von der Beschwerde-
führerin vorgebracht, dass die KESB die vorliegende Angelegenheit aus sachfremden Gründen 
ausgeweitet hätte. Die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach die KESB ihr Recht auf ein faires 
Verfahren verletzt habe, ist somit offensichtlich unbegründet. 
 
5.1 In materieller Hinsicht bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die KESB in ihrem Ent-
scheid zu Unrecht von einer Kindswohlgefährdung bei D.____ ausgegangen und die angeord-
nete Beratung für die Kindseltern nicht gerechtfertigt sei. 
 
5.2 Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, dass die Kindseltern ihren Konflikt 
auf den diversen elektronischen Kanälen oder über den Beistand austragen würden, gemein-
same Gespräche fänden hingegen keine statt. Es gebe Hinweise darauf, dass D.____ von bei-
den Eltern direkt in den Konflikt involviert werde. D.____s Verhaltensauffälligkeiten seien Kon-
sequenzen des massiven Konflikts zwischen den Kindseltern und würden eine konkrete Kinds-
wohlgefährdung belegen. Ohne Abhilfe und Aufbau einer minimalen adäquaten Kommunikati-
onsbasis, wozu auch gemeinsame persönliche Gespräche zählen würden, könne D.____ keine 
unbelastete Beziehung zu seinen Eltern leben und weitere psychische Schwierigkeiten erleiden. 
 
5.3 Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde die 
geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist und 
die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder sie dazu ausserstande sind. Die Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde trifft alle für die Dauer des Verfahrens notwendigen Mass-
nahmen (Art. 445 Abs. 1 ZGB). Vorsorgliche Massnahmen müssen unumgänglich, d.h. so 
dringlich sein, dass der ordentliche, spätere Entscheid nicht abgewartet werden kann, ohne 
einen erheblichen Nachteil für die betroffene Person in Kauf zu nehmen (vgl. CHRISTOPH 
HÄFELI, Grundriss zum Erwachsenenschutzrecht, 2013, S. 285). Für die Anordnung einer vor-
sorglichen Massnahme genügt das Beweismass der Glaubhaftmachung. Es muss demnach 
ausreichen, wenn eine Gefährdung aufgrund summarischer Prüfung zwar als wahrscheinlich 
scheint, die Möglichkeit einer Fehlannahme aber nicht ausgeschlossen werden kann 
(vgl. CHRISTOPH AUER/MICHÈLE MARTI, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivil-
gesetzbuch I, 5. Auflage, 2014, N 29 zu Art. 445 ZGB). 

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5.4 Die KESB ist befugt, eine Weisung zur Durchführung einer Therapie zu erlassen 
(vgl. PETER BREITSCHMID, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], a.a.O., N 22 zu Art. 307 ZGB). Diese 
Therapie unterscheidet sich von der freiwilligen Mediation in der konsequenten Orientierung an 
den Interessen und Rechten der Kinder. Dabei werden hochstrittige Eltern, die sich erfahrungs-
gemäss zumeist von ihren Ängsten, Verletzungen und hauptsächlich von ihren Erwachsenenin-
teressen leiten lassen, mit den Interessen und Bedürfnissen ihrer Kinder konfrontiert. Eltern 
erfahren, wie sich ihr Konflikt auf die Befindlichkeit ihrer Kinder auswirkt und was sie für ihre 
Kinder tun können (MAX PETER, Hochstrittige Eltern im Besuchsrechtskonflikt, Zeitschrift für 
Vormundschaftswesen, 2005, S. 196). Entsprechend sämtlicher Kindesschutzmassnahmen 
muss auch die erteilte Weisung erforderlich sein (Subsidiarität) und es ist immer die mildeste 
Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalität); diese soll elterliche Bemü-
hungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität).  
 
5.5 Aus den vorliegenden Akten und einer summarischen Prüfung des Sachverhalts ergibt 
sich, dass zwischen den Kindseltern ein massiver Konflikt besteht und kein direkter persönlicher 
Kontakt zwischen ihnen möglich ist (vgl. Rechenschaftsbericht des Beistands vom 
20. Januar 2018). Gemäss den Angaben des Beistands lebe D.____ in diesem Spannungsver-
hältnis. Der Schulsozialarbeiter führte gegenüber der KESB ebenfalls aus, dass die Schwierig-
keiten bzw. die aggressiven Ausbrüche von D.____ eindeutig auf die schwierige Situation zwi-
schen den Eltern zurückzuführen seien. D.____ befinde sich in einem Loyalitätskonflikt, da die 
Kommunikation zwischen seinen Eltern auch über ihn laufe. Weiter führt der Sozialarbeiter aus, 
dass D.____ ein sehr guter Schüler sei, es hätten sich bei ihm jedoch Angstzustände einge-
stellt. Diese Zustände würden in der Schule zu kompletten Blockaden führen, sodass D.____ 
“weder ein noch aus wisse“. Der Konflikt zwischen den Eltern müsse dringend von D.____ fern-
gehalten werden. D.____ machte anlässlich seiner Anhörung am 15. Juni 2018 geltend, dass 
ihn der Konflikt zwischen seinen Eltern sehr nerve und er manchmal am liebsten weg wolle. Vor 
kurzer Zeit habe ihn alles so genervt, dass er in der Schule Wutausbrüche gehabt und sein Heft 
zerrissen habe. Die Beschwerdeführerin selber anerkennt, dass die momentane Situation für 
D.____ äusserst belastend ist, weshalb sie ihn bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie Baselland 
(KJP) anmelden wolle bzw. für D.____ bereits eine Beratung bei der FABE organisiert habe 
(vgl. Protokoll der Anhörung der Beschwerdeführerin vom 8. Juni 2018). Diese Massnahmen 
der Beschwerdeführerin sind durchaus zu begrüssen, sie zeigen jedoch, dass auch die Be-
schwerdeführerin eine Gefährdung von D.____s Wohl befürchtet. Der Beistand sieht ebenfalls 
dringenden Handlungsbedarf und äusserte sich gegenüber der KESB dahingehend, dass sich 
die Dynamik zwischen den Eltern im E-Mailverkehr verstärkt habe und er sich ernsthaft Sorgen 
um D.____ mache (vgl. Notiz des Telefonats zwischen dem Beistand und der KESB vom 
29. Juni 2018). In seinem Bericht vom 20. Januar 2018 zeigt der Beistand seine Befürchtung 
darüber auf, dass die Eltern von D.____ nicht in der Lage sein werden, letzterem in der Puber-
tät eine gemeinsame klare Orientierung zu geben.  
 
5.6 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen und der zugrundeliegenden Akten ist er-
stellt, dass D.____ unter der momentanen konfliktreichen Situation zwischen seinen Eltern lei-
det und diese der Auslöser für sein aggressives Verhalten in der Schule ist. Gegenteiliges lässt 
sich zumindest aufgrund der summarischen Überprüfung des Sachverhalts nicht feststellen, 

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und eine Gefährdung von D.____s Wohl liegt demzufolge vor. Um dieser Gefährdung zu be-
gegnen ist es angezeigt, den Eltern ihre Verantwortung für D.____s Wohlergehen aufzuzeigen 
und sie darin zu unterstützen, wieder direkt miteinander zu kommunizieren. Die therapeutische 
Unterstützung von D.____ ist dabei eine Möglichkeit, die Aufarbeitung oder Behebung der Ur-
sache seiner Schwierigkeiten ist eine andere. An dieser Stelle sind die Eltern in die Pflicht zu 
nehmen, denn die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen ihnen liegt hauptsächlich im Interes-
se ihres Sohnes. Das Ziel soll sein, dass sich die Kindseltern persönlich und sachlich austau-
schen können, ohne D.____ in einen Loyalitätskonflikt zu bringen. Dafür ist es notwendig, den 
Eltern mögliche Kommunikationsregeln und Verhaltensstrukturen aufzuzeigen, was mit der an-
geordneten Beratung bei der FABE bezweckt wird. Dass die Mediation, soweit sie als Kindes-
schutzmassnahme angeordnet wird, selten auf beidseitigen Elternwunsch erfolgt, liegt in der 
Natur der Sache. Der Beigeladene hat jedoch seine Bereitschaft zu diesem Schritt bereits in der 
Anhörung vom 27. Juni 2018 kundgetan, und im Schreiben vom 16. August 2018 bestätigt die 
Beschwerdeführerin ihre Teilnahme am ersten Gespräch im Rahmen der angeordneten Bera-
tung. Die Beschwerdeführerin bringt weiter nichts vor, was geeignet wäre, eine Rechtswidrigkeit 
oder Unverhältnismässigkeit der angeordneten Massnahme aufzuzeigen. Nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung ist die Mediation im Zusammenhang mit der Ausübung des Be-
suchsrechts bei gestörter Beziehung zwischen den Eltern eine zulässige Kindesschutzmass-
nahme im Sinn von Art. 307 Abs. 3 ZGB (vgl. Urteil 5A_457/2009 vom 9. Dezember 2009 E. 4). 
Eine Verletzung von Art. 307 Abs. 3 ZGB durch die KESB ist nicht gegeben. Die angeordnete 
Massnahme ist recht- sowie verhältnismässig. Sofern die Beschwerdeführerin Wünsche zum 
Inhalt der angeordneten Beratung anbringt, sind diese direkt im Rahmen der dortigen Gesprä-
che einzubringen. 
 
5.7 Vor diesem Hintergrund war es gerechtfertigt, den Antrag der Beschwerdeführerin auf 
Wechsel des Beistandes zu sistieren. Solange die Eltern von D.____ die Beratungsgespräche 
bei der FABE wahrnehmen und so bestenfalls eine minimale Kommunikationsfähigkeit wieder 
aufgebaut wird, kann noch nicht abgeschätzt werden, in welchem Umfang und in welcher Art 
die Beistandschaft anschliessend weiter zu führen ist. Davon ist auch die Beurteilung über die 
Beistandsperson abhängig. Die Beschwerdeführerin bringt nicht vor, weshalb sie mit der Sistie-
rung als solche nicht einverstanden ist, bzw. weshalb die Beurteilung ihres Antrags besonders 
dringlich sei. Auf ihre Vorbringen gegen den aktuellen Beistand bzw. gegen ein allfälliges unfai-
res Verhalten seinerseits ist somit vorliegend nicht weiter einzugehen und diese sind nach Auf-
hebung der Sistierung von der KESB zu beurteilen. 
 
5.8 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit da-
rauf eingetreten werden kann. 
 
6. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und 
die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-
mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Bei der Verlegung der Verfahrens- und Parteikosten ist dem 
Umstand Rechnung zu tragen, dass die Beschwerdeführerin ihren Anspruch auf rechtliches 
Gehör nur aufgrund der Beschwerdeerhebung wahren konnte (vgl. BGE 126 II 111 E. 7b). Der 

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Beschwerdeführerin sind demnach keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und die Parteikosten 
sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 und 2 VPO). Bei diesem Verfahrensausgang wird das Gesuch 
der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden 

kann. 
   
 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
   
 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin