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**Case Identifier:** 6d4aa73d-4d15-5e28-a0de-49e036405054
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-31
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014
**Docket/Reference:** DB.2022.8
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-db.2022.8--1-st.2022.10.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2022.8 
1 ST.2022.10 

Entscheid 

31. Mai 2022 

Mitwirkend: 

Einzelrichterin Christina Hefti und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A ,    

In Sachen 

gegen 

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

Beschwerde-/ 
Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  von  ihrem  Ehemann  damals  getrennt  lebende  Ar  (nachfolgend  die 

Pflichtige)  deklarierte  in  ihrer  rektifizierten  Steuererklärung  2014  vom  20. November 

2018 ein steuerbares Einkommen von Fr. 279'100.- für die direkte Bundessteuer bzw. 

ein steuerbares  Einkommen  von  Fr. 258'100.-  und  ein steuerbares  Vermögen  von  Fr. 

1'554'000.-  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern.  Dabei  führte  sie  Unterhaltsbeiträge 

zugunsten  der  drei  noch minderjährigen  ehelichen  Kinder  im  Umfang von  Fr. 91'198.- 

und damit zusammenhängende Abzüge von Fr. 31'968.- für Anwaltskosten im Rahmen 

des Scheidungsverfahrens auf. Als Beleg für die Aufwendungen legte sie zwei Akonto-

rechnungen  (vom  27.  Juni  bzw.  20.  August  2014)  von  B  Rechtsanwälte  von  je  Fr. 

21'600.- ins Recht.  

Am  22.  Oktober  2019  veranlagte  das  kantonale  Steueramt  die  Pflichtige  mit 

einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  300'300.-  bzw.  schätzte  sie mit  einem  steuer-

baren  Einkommen  von  Fr.  290'100.-  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von 

Fr. 1'351'000.- ein. Dabei strich es unter anderem den geltend gemachten Abzug von 

Fr. 31'968.-  mit  dem  Argument,  Anwaltskosten  im  Zusammenhang  mit  einem  Schei-

dungsverfahren seien Lebenshaltungskosten.  

B.  Hiergegen  erhob  die Pflichtige  am  25.  November 2019  (Poststempel) Ein-

sprache mit dem Antrag auf Gewährung des Abzugs von Fr. 31'968.- als Gewinnungs-

kosten  im  Zusammenhang  mit  Unterhaltseinkommen  für  minderjährige  Kinder  und  

Erhalt  von  Vermögensertrag.  In  einem  zweiten  Schreiben  selben  Datums  erhob  die 

Pflichtige  ferner  Einsprache  betreffend  einen  vorliegend  nicht  mehr  streitigen  Punkt 

hinsichtlich des steuerbaren Vermögens.  

Mit  Auflage  vom  21.  August  2020  ersuchte  das  kantonale  Steueramt  die 

Pflichtige um substanziierte Nachweise, dass die Anwaltskosten für die Erhaltung eines 

Vermögensgegenstandes entstanden seien, z. B. anhand von detaillierten Klageschrif-

ten und/oder Detailrechnungen des Anwalts.  

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Mit Auflageantwort vom 24. September 2020 reichte die Pflichtige diverse Un-

terlagen ein.  

Am  29.  November  2021  wurde  die  Einsprache  in  Bezug  auf  das  steuerbare 

Vermögen teilweise gutgeheissen,  der  Abzug  der  Anwaltskosten  jedoch weiterhin ab-

gelehnt. 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  5.  Januar  2022  ersuchte  die  Pflichtige 

erneut  um  Gewährung  des  Abzugs  für  Anwaltskosten  von  Fr.  31'698.-  sowie  um  Zu-

sprechung  einer  Parteientschädigung.  Prozessual  beantragte  sie  unter  anderem,  die 

Vorinstanz zu einer Begründung für die überlange Verfahrensdauer sowie für den Er-

öffnungszeitpunkt  kurz  vor  den  Ferien  zu  verpflichten.  Die  übrigen  Verfahrensanträge 

sind inzwischen gegenstandslos, weswegen nicht näher darauf einzugehen ist.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  20.  Januar  2022  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  liess  sich  nicht  vernehmen.  Die 

Pflichtige hielt mit Stellungnahme vom 21. Februar 2022 an ihren Standpunkten fest.  

Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  wird,  sofern rechtserheblich,  in  den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

1. Mittels Verfahrensantrag ersucht die Pflichtige das Steuerrekursgericht, von 

der  Vorinstanz  eine  Erklärung  für  die  lange  Verfahrensdauer  sowie  den  Eröffnungs-

zeitpunkt  einzuholen.  Die  angesprochenen  Punkte  betreffen  die  Amtsführung  durch 

das kantonale Steueramt und können mittels Aufsichtsbeschwerde bei der Finanzdirek-

tion gerügt werden (§ 111 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). Mangels 

Zuständigkeit des Steuerrekursgerichts ist daher vorliegend nicht darauf einzutreten.  

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2. Die Pflichtige rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs: zum einen habe 

die  Vorinstanz  im  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsverfahren  auf  eine  Begründung 

verzichtet und lediglich darauf hingewiesen, dass sie die geltend gemachten Kosten als 

Lebenshaltungskosten qualifiziere; zum anderen habe eine Untersuchung erst im Ein-

spracheverfahren stattgefunden. Aufgrund der fehlenden Begründung und Beweiswür-

digung sei der Veranlagungs-/Einschätzungsentscheid wegen Verweigerung des recht-

lichen Gehörs aufzuheben.  

a) Im Rahmen des in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 

(BV) garantierten Anspruchs auf rechtliches Gehör ergibt sich eine allgemeine Begrün-

dungspflicht von Entscheiden (vgl. auch § 126 Abs. 1 Satz 1 StG). Dies bedeutet, dass 

die Tatsachen, die zu einer Entscheidung geführt haben, in der Entscheidung genannt 

werden  müssen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3. A., 

2016, Art. 131 N 28 ff. DBG und Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Kommentar zum Zür-

cher  Steuergesetz,  4. A.,  2021,  §  139  N 31  ff.  StG,  je  auch  zum  Folgenden). Welche 

Anforderungen an die Begründung zu stellen sind, hängt von den Umständen des Ein-

zelfalls  ab.  Ein Anspruch auf  eine  ausführliche, schriftliche  Begründung besteht  nicht. 

Generell gilt, dass der Begründungspflicht Genüge getan ist, wenn der Verfügungsad-

ressat durch die Begründung in die Lage versetzt wird, die Tragweite der Entscheidung 

zu beurteilen und diese in voller Kenntnis der Umstände mit einem Rechtsmittel weiter-

zuziehen  (Zweifel/Hunziker,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bun-

desgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 

3. A., 2017, Art. 41 N 18 StHG). Nicht notwendig ist, dass sich die zuständige Behörde 

mit  jeder  tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand  des  Rechts-

suchenden  auseinandersetzt.  Vielmehr  kann  sie  sich  auf  die  für  ihren  Entscheid  

wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  und  in  der  Begründung  bloss  diejenigen 

Argumente  aufführen,  die  tatsächlich  ihrem  Entscheid  zu  Grunde  liegen  (Richner/ 

Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 131 N  31  DBG  und Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  § 139 

N 33  StG,  mit  Hinweis  auf  BGr,  23.  Mai  2016,  2C_357/2014,  E. 7.4.1).  Sofern  die 

Rechtsmittelinstanz  von  ihrer  Untersuchungs-  und  Überprüfungsbefugnis  Gebrauch 

macht,  kann  eine  allfällige  Gehörsverweigerung  im  Rechtsmittelverfahren  geheilt  

werden  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 114  N 14  und  Art. 142  N 17  DBG  sowie 

Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 124 N 13a und § 148 N 16 StG). 

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Bei  erstinstanzlichen  Veranlagungsverfügungen/Einschätzungsentscheiden 

reicht es, wenn Abweichungen von der Steuererklärung mit einer kurzen Grundangabe 

(z.B.  nicht  begründete  Abschreibung)  bekannt  gegeben  werden  (Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter,  Art. 131  N 32  f.  DBG  und  Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  § 139 

N 34 f. StG).  

b) Indem  das kantonale Steueramt  die  Streichung  der  Anwaltskosten mit  der 

Bemerkung  versah,  dass  es  diese  als  Lebenshaltungskosten  und  somit  als  nicht  ab-

zugsfähig 

erachte,  wurde 

der 

Begründungspflicht 

im 

Veranlagungs-/ 

Einschätzungsverfahren genüge getan. Auch kann sich die Pflichtige nicht darauf beru-

fen,  die  Tragweite  des  Entscheids  verkannt  zu  haben,  denn  aus  ihrer  Einsprache  

geht eindeutig hervor, dass ihr bewusst war, dass die Vorinstanz (im Gegensatz zu ihr) 

den  Auslagen  den  Charakter  von  Gewinnungskosten  absprach.  Ferner  kann  auch  in 

der  Tatsache,  dass  ein  Auflageverfahren  erst  im  Rahmen  des  Einspracheverfahrens 

stattfand,  keine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  erblickt  werden,  wurde  doch  das 

kantonale Steueramt erst durch die Einsprache der Pflichtigen zu einem solchen veran-

lasst.  

Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  im  Veranlagungs-/Einschätzungs-

verfahren  keine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  der  Pflichtigen  stattgefunden  hat. 

Ergänzend  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  eine  solche  ohnehin  im  Rahmen  des  Ein-

spracheverfahrens  geheilt  worden  wäre.  Dem  Einspracheentscheid  sind  nämlich  so-

wohl  eine  ausführliche  Begründung  für  die  Abweisung  des  Begehrens  als  auch  eine 

Würdigung  der  eingereichten  Beweise  zu  entnehmen,  welche,  nach  Ansicht  der  Vo-

rinstanz, mangels Hinweise auf die Streitpunkte und den Ausgang des Verfahrens die 

Aussagen der Pflichtigen materiell nicht belegen. 

3.  Streitig  ist  in  der  Hauptsache,  ob  Anwaltskosten  im  Zusammenhang  mit 

Unterhaltsforderungen  und  mit  der  güterrechtlichen  Auseinandersetzung  im  Rahmen 

des  Scheidungsverfahrens  als  abzugsfähige  Gewinnungskosten  qualifizieren  und  

– wenn ja – in welchem Umfang vorliegend ein Abzug zu gewähren ist. Bereits an die-

sem  Punkt  ist  klarzustellen,  dass  die  von  der  Pflichtigen  verfochtene  Ansicht,  bei  

Bejahung des Gewinnungskostencharakters seien mangels Bestreitung durch die Vor-

instanz sämtliche geltend gemachten Kosten zum Abzug zuzulassen, zu verwerfen ist. 

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Das  Steuerrekursgericht  ist  verpflichtet,  das  materielle  Recht  ohne  Rücksicht  auf  

die Parteianträge anzuwenden (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 143 N 1 DBG und 

Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 149 N 21 i.V.m. N 2 StG), weswegen eine Überprü-

fung der Kostenhöhe selbst dann stattzufinden hätte, wenn diese ausdrücklich von der 

Vorinstanz  anerkannt  worden  wäre.  Im  Übrigen  ist  den  Ausführungen  der  Vorinstanz 

nicht  zu  entnehmen,  dass  der  Umfang  des  Abzugs  nicht bestritten  wird;  im Gegenteil 

führt  das  kantonale  Steueramt  explizit  aus,  die  Aussagen  der  Pflichtigen  seien  nicht 

belegt. 

a)  Zur  Ermittlung  des  Reineinkommens  werden  gemäss  Art. 25  DBG  bzw. 

§ 25 StG von den gesamten steuerbaren Einkünften die Aufwendungen  und allgemei-

nen Abzüge nach den Artikeln 26 - 33a DBG bzw. § 26 - 32 StG abgezogen. Da Art. 25 

DBG bzw. § 25 StG in Bezug auf die abzugsfähigen Gewinnungskosten eine General-

klausel  darstellt,  sind  auch  weitere,  im  Gesetz  nicht  ausdrücklich  genannte  Gewin-

nungskosten abzugsfähig. Es handelt sich hierbei v.a. um die Gewinnungskosten, die 

im  Zusammenhang  mit  Einkünften  stehen,  die  aufgrund  von  Art. 16 Abs. 1 DBG  bzw. 

§ 16  Abs. 1  StG  und  Art. 23 DBG  bzw.  § 23  StG  steuerbar  sind  (Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter, Art. 25 N 12 i.V.m. N 4 f. DBG und Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, 

§ 25 N 13 i.V.m. N 4 f. StG, je auch zum Folgenden). Als Gewinnungskosten abzugs-

fähig  sind  sämtliche  Aufwendungen,  die  zur  Erzielung  des  Erwerbseinkommens,  des 

Vermögensertrages, der Einkünfte aus Vorsorge sowie der übrigen Einkünfte (inkl. der 

Einkünfte, die aufgrund der Einkommensgeneralklausel in Art. 16 DBG bzw. § 16 StG 

besteuert  werden)  erforderlich  sind.  Besteuert  werden  somit  nicht  die 

in  

Art. 16  -  23  DBG  bzw.  §§ 16 - 23 als  steuerbar erklärten  Bruttoeinkünfte, sondern  die 

um die Gewinnungskosten gekürzten Zuflüsse aus allen Einkommensarten. 

Die Kosten privater Prozesse, die mit dem Bereich der Einkommenserzielung 

in keinem Zusammenhang stehen, können nicht zum Abzug gebracht werden. Abzugs-

fähig sind hingegen Prozess- und damit verbundene Anwaltskosten, wenn der Prozess 

der  Sicherung  oder  Durchsetzung  von  Einkommensansprüchen  dient  (vgl.  StRK II, 

25. April  1990  =  StE  1990  B  27.7  Nr. 8;  Philip  Funk,  in:  Kommentar  zum  Aargauer 

Steuergesetz,  4.  A.,  2015,  § 35  N  19),  wobei  die  Kosten  in  einem  direkten  Kausalzu-

sammenhang  zu  den  in  der  fraglichen  Steuerperiode  erzielten  Einkünfte  stehen  müs-

sen  (Cour  de  Justice  GE,  Urteil  vom  5.  November  2019,  ATA/1637/2019,  E. 6, 

https://justice.ge.ch; vgl. BGr, 16. Dezember 2008, 2C_266/2008, E. 5.2 f.). 

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Gewinnungskosten  sind  steuermindernder  Natur  und  demnach  vom  Steuer-

pflichtigen  nachzuweisen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 123  N  77  DBG  und 

Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  § 132 N 90  StG).  Diesen Nachweis  hat er  spätestens 

in  der  Rechtsmittelschrift  durch  eine  substanziierte  Sachdarstellung  anzutreten,  aus 

welcher sämtliche für die rechtliche Würdigung massgeblichen Tatsachen im Einzelnen 

hervorgehen. Fehlt es an einer hinreichenden Sachdarstellung oder Beweismitteloffer-

te, trifft das Steuerrekursgericht keine weitere Untersuchungspflicht. 

b)  Die  Pflichtige  führt  aus,  die  geltend  gemachten  Kosten  seien  im  Schei-

dungsverfahren  im  Zusammenhang  mit  der  Auseinandersetzung  betreffend  Unter-

haltseinkommen für minderjährige Kinder und dem Erhalt von Vermögenserträgen an-

gefallen  und  qualifizierten  deshalb  ohne  weiteres  als  steuerlich  abzugsfähige 

Gewinnungskosten.  Die  finanzielle  Trennung  sei  per  30.  September  2012  erfolgt.  Ab 

diesem Datum hätte der Ehemann Unterhaltsbeiträge für die Kinder bezahlen müssen, 

was er jedoch unterlassen habe. Die Scheidungsklage des Ehemanns sei im Juni 2014 

anhängig  gemacht  worden.  Daraufhin  habe  die  Pflichtige  Rechtsanwalt  Dr.  C  von  B 

Rechtsanwälte  beauftragt,  sie  im  Scheidungsverfahren  zu  vertreten.  Am  19.  August 

2014 sei die erste von vielen Akteneinreichungen durch RA C erfolgt. Die Arbeiten sei-

en  enorm  umfangreich  gewesen.  Die  fast  200  Seiten  umfassende  Klagebegründung 

der Gegenseite sei im September 2015 bei Gericht eingereicht worden. Mit Verfügung 

vom 29. September 2015 sei Frist für die Klageantwort angesetzt worden. In den Jah-

ren darauf seien Replik und Duplik mit jeweils mehreren hundert Seiten und 2016 ein 

Gesuch  um  vorsorgliche  Massnahmen  gefolgt,  um  wenigstens  einen  provisorischen 

Unterhalt zu bekommen und die Rückwirkung bis 2016 sicherzustellen.  

Die  Berechnung  der  abzugsfähigen  Gewinnungskosten  und  Abgrenzung  von 

den  nicht  abzugsfähigen  Lebenshaltungskosten  sei  durch  Aufteilung  der  gesamten 

Anwaltskosten  nach  Anzahl  Seiten  für  die  einkommenssteuerlich  relevanten  Themen 

im Verhältnis zum Total der Seiten der Rechtsschrift erfolgt. Von den pro 2014 beleg-

ten Fr. 43'200.- (Fr. 21'600.- x 2) seien 61% betreffend Unterhalt und 13% betreffend 

Erhalt  des  Vermögensertrags  angefallen.  Die  Obhut  über  die  Kinder  sei  im  Schei-

dungsverfahren unbestritten gewesen, weswegen sämtliche Ausführungen der Anwälte 

ausschliesslich steuerlich relevanten Themen gedient hätten. 

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c) aa) Die Abzugsfähigkeit von Gewinnungskosten jeglicher Art setzt die Exis-

tenz  von  damit  zusammenhängenden  steuerbaren  Einkünften  voraus.  Die  im  Zusam-

menhang  mit  der  güterrechtlichen  Auseinandersetzung  geltend  gemachten  Anwalts-

kosten  sind  nach  dem  soeben  Gesagten  mangels  direktem  Konnex  zu  steuerbaren 

Einkünften  nicht  abzugsfähig,  da  gemäss  Art.  24  lit.  a  DBG  bzw.  §  24  lit.  a  StG  der 

Vermögensanfall  infolge  güterrechtlicher  Auseinandersetzung  von  der  Einkommens-

steuer befreit ist. Sofern die Pflichtige geltend macht, diese Kosten seien für den Erhalt 

von  Vermögenserträgen  angefallen,  ist  sie  mit  diesem  Einwand  nicht  zu  hören.  Die 

güterrechtliche  Auseinandersetzung  ist  nämlich  nicht  als  Verwaltung  des  Vermögens 

i.S.v. Art. 32 Abs. 1 und 2 DBG bzw. § 32 Abs. 1 und 2 StG zu würdigen, weil zentrales 

Element nicht der Erhalt bzw. die Sicherung des Vermögens ist, sondern vielmehr des-

sen  Umlagerung,  in der Regel  im  Hinblick  auf  eine Teilung des  Vermögens (VGr,  28. 

Januar 2015, SB.2014.00099 + 00100, E. 2).  

bb)  Unterhaltsbeiträge,  die  ein  Steuerpflichtiger  bei  Scheidung,  gerichtlicher 

oder tatsächlicher Trennung für sich erhält, sowie Unterhaltsbeiträge, die ein Elternteil 

für  die  unter  seiner  elterlichen  Sorge  stehenden  Kinder  erhält,  sind  gemäss  Art. 23 

lit. f DBG bzw. § 23 lit. f StG steuerbar. Die Anwaltskosten, die einem Steuerpflichtigen 

für die gerichtliche Erstreitung oder Durchsetzung von Ehegatten- und/oder Kindesun-

terhalt  entstehen  sind  somit  bei  Vorliegen  des  erwähnten  Kausalzusammenhangs 

selbst  dann  abzugsfähig,  wenn  das  betreffende  Zivilurteil  noch  nicht  in  Rechtskraft  

erwachsen  ist  (Cour  de  Justice  GE,  5.  November  2019,  ATA/1637/2019,  E. 10, 

https://justice.ge.ch;  vgl.  auch  Obrist/Bornick,  Déductibilié  des  honoraires  d’avocats 

pour  les  personnes  physiques:  la  grande  oubliée?,  in:  Anwaltsrevue  2020,  S. 283). 

Fraglich  ist  indessen,  ob  vorliegend  derartige  abzugsfähige  Kosten  rechtsgenügend 

dargelegt und nachgewiesen sind. 

Aus den Akten ergeben sich nur spärliche Anhaltspunkte zum Scheidungsver-

fahren,  in  dessen  Rahmen  die  streitigen  Kosten  entstanden  sind.  Den  eingereichten 

Rechnungen  ist  lediglich  zu  entnehmen,  dass  sie  die  Ehescheidung  betreffen.  Eine 

detaillierte  Rechnung,  wie  in  der  Auflage  des  kantonalen  Steueramts  eingefordert, 

wurde  nicht  eingereicht.  Belegt  ist,  dass  die  Scheidungsklage  im Juni 2014  beim  zu-

ständigen Bezirksgericht einging, worauf die Ehegatten im Juli 2014 zur Einigungsver-

handlung  vorgeladen  wurden.  Die  Frist  wurde  auf  Begehren  des  daraufhin  von  der 

Pflichtigen  mandatierten  Rechtsanwalt  C  vom  Bezirksgericht  abgenommen  und  die 

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Einigungsverhandlung schliesslich im September 2014 durchgeführt. Als Nachweis für 

die Bemühungen von Rechtsanwalt C pro 2014 wurden eine zweitseitige Eingabe vom 

4. Juli  2014,  in  welcher  um  Akteneinsicht  sowie  Verschiebung  des  Termins  der  Eini-

gungsverhandlung ersucht wird, und ein zweiseitiges Begleitschreiben vom 19. August 

2014 zu ins Recht gelegten Belegen eingereicht. Ferner ist aktenkundig, dass Rechts-

anwalt  C  an  der  Einigungsverhandlung  im  September  2014  teilnahm.  Nicht  bekannt 

sind indessen die Rechtsbegehren der Klageschrift des Ehemanns, obschon die Steu-

erkommissärin in der Auflage ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, dass Klageschrif-

ten (und/oder Detailrechnungen des Anwalts) als geeignete Beweismittel gelten, womit 

sich die Aussage der Pflichtigen, dass die Obhut über die Kinder unbestritten gewesen 

sei  und  sämtliche  Ausführungen  der  Anwälte  steuerlich  relevanten  Themen  gedient 

hätten, nicht überprüfen lässt. Offenkundig benutzt ferner die Pflichtige zur Berechnung 

des auf Unterhaltsstreitigkeiten entfallenden Teils der Kosten periodenfremde Unterla-

gen, die für 2014 nicht von Belang sind. Namentlich stellt sie auf eine nicht näher be-

zeichnete  und  nicht  ins  Recht  gelegte  Rechtsschrift  ab.  Indessen  ist  wie  erwähnt  ak-

tenkundig,  dass  2014  nur  zwei  sehr  kurze  Eingaben  erfolgten,  die  sich  nicht  mit 

Unterhaltsstreitigkeiten befassten. Klageantwort, Replik und Duplik folgten erst in nach-

folgenden  Steuerperioden;  namentlich  wurde  RA  C  im  September  2015  aufgefordert, 

die  Klageantwort  einzureichen.  Unter  diesen  Umständen  bleibt  nicht  nur  im  Dunkeln, 

welcher  Teil  der  Anwaltskosten  auf  Erstreitung  von  Unterhaltsbeiträgen  entfällt,  son-

dern  auch,  ob  überhaupt  Bemühungen  zur  gerichtlichen  Festsetzung  von  Unterhalt 

stattgefunden haben. Der Umstand, dass 2014 Unterhaltsleistungen deklariert wurden, 

vermag jedenfalls für sich alleine keine solchen Bemühungen zu belegen, denn es ist 

genauso gut denkbar, dass der Ehemann freiwillig, unter Umständen sogar vor Anhän-

gigmachung der Scheidung (der Zahlungszeitpunkt ist nicht belegt) oder jedenfalls un-

abhängig von den Rechtsbegehren der Ehegattin im Rahmen derselben, Alimente für 

seine Kinder geleistet hat. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage, weswe-

gen  2016  ein  Begehren  um  vorsorgliche  Massnahmen  gestellt  wurde  (in  den Worten 

der  Pflichtigen  um  wenigstens  einen  provisorischen  Unterhalt  zu  bekommen),  wenn 

bereits 2014 Unterhalt geleistet wurde. Diese Frage kann indessen offen bleiben. Fest-

zuhalten ist, dass die beweisbelastete Pflichtige, die selbst fachkundig und im Bereich 

der  Steuerberatung  tätig  ist,  weder  substanziiert  dargelegt  noch  nachgewiesen  hat, 

dass die Unterhaltsbeiträge 2014 Gegenstand des Streits vor Gericht waren bzw. dass 

die  vom  Ehegatten  geleisteten  Alimente  in  einem  Konnex  zu  den  gelten  gemachten 

Anwaltskosten stehen.  

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In dieser Konstellation kommt auch keine Schätzung der abzugsfähigen Kos-

ten nach pflichtgemässem Ermessen (Art. 130 Abs. 2 DBG bzw. § 139 Abs. 2 StG) in 

Betracht, da nicht erstellt werden konnte, dass derartige Kosten anfielen.  

4. Gestützt auf diese Erwägungen sind Beschwerde und Rekurs abzuweisen. 

Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  der  Pflichtigen  aufzuerlegen 

(Art. 144  Abs.  1  DBG  bzw.  §  151  Abs.  1  StG)  und  ist  ihr  keine  Parteientschädigung 

zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über 

das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 bzw. § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 

des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959). 

Demgemäss verfügt die Einzelrichterin: 

Auf den Antrag, von der Vorinstanz eine Erklärung für die lange Verfahrensdauer sowie 

den  Eröffnungszeitpunkt  einzuholen,  wird  nicht  eingetreten.  Die  übrigen  Verfahrens-

anträge werden als gegenstandslos abgeschrieben;  

und erkennt: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

1 DB.2022.8 
1 ST.2022.10