# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22d234b8-9748-5c95-ae2e-7af18a82e8c0
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-15
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 15.02.2022 SST.2021.167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2021-167_2022-02-15.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

 

SST.2021.167 

(ST.2019.142; StA.2019.578) 

 

 

Urteil vom 15. Februar 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Lienhard  

Oberrichter Fedier  

Gerichtsschreiberin i.V. Flütsch        

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg 1  

 

Privatkläger   A._____, 

[…] 

 

    
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1965, von Bolligen, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Andreas Imobersteg,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Mehrfache geringfügige Sachbeschädigung, vorsätzliche Beeinträchtigung 

der Betriebssicherheit eines Fahrzeuges 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erliess gegen den Beschuldigten 

am 13. August 2019 den folgenden Strafbefehl: 

 

 "Sachverhalt: 
 
1. Mehrfache geringfügige Sachbeschädigung 
(Art. 144 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB) 
 
Der Beschuldigte hat mehrfach eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-
, Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder 
unbrauchbar gemacht. 
 
2. Vorsätzliche Beeinträchtigung der Betriebssicherheit eines 
Fahrzeugs 
(Art. 93 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 29 SVG) 
 
Der Beschuldigte hat vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, die 
Betriebssicherheit eines Fahrzeugs beeinträchtigt, sodass die Gefahr 
eines Unfalls entsteht. 
 
Begangen und festgestellt: 
Ort: 5616 Meisterschwanden, […] 
Zeit:  Freitag, 18.01.2019, bis Montag, 21.01.2019 

(Beeinträchtigung der Betriebssicherheit und 
Sachbeschädigung) 
Samstag, 02.02.2019, bis Montag, 04.02.2019 
(mehrfache Sachbeschädigung) 

Zivil- und Strafkläger: A., geb. tt.mm.1967, […] 
Fahrzeug: Personenwagen, Jeep Grand Cherokee CRD, 

weiss, […] 
Strafanträge: Mittwoch, 23.01.2019, und Montag, 

04.02.2019 
 
Begangen: 
Der Zivil- und Strafkläger parkierte seinen o.a. Personenwagen im 
Zeitraum vom 18.01.2019 bis 21.01.2019 in der obgenannten 
Sammelgarage in Meisterschwanden. In derselben Sammelgarage 
befindet sich u.a. der Hobbyraum mit diversen Werkzeugen des 
Beschuldigten, wodurch der Beschuldigte ebenfalls Zugang zu dieser 
Sammelgarage und den diesbezüglichen Stellplätzen für Fahrzeuge hat. 
Aufgrund des beendeten freundschaftlichen Verhältnisses des 
Beschuldigten und des Zivil- und Strafklägers sowie der diesbezüglichen 
Differenzen begab sich der Beschuldigte im Zeitraum vom 18.01.2019 bis 
21.01.2019 zu dem in der Sammelgarage parkierten Personenwagen des 
Zivil- und Strafklägers und trug eine erhebliche Menge Schmierfett auf die 
beiden Frontscheibenwischer des Personenwagens auf. Ohne Kenntnis, 
dass der Beschuldigte Schmierfett auf seine Frontscheibenwischer 
aufgetragen hat, lenkte der Zivil- und Strafkläger am 23.01.2019 seinen 
Personenwagen auf der Autobahn im Raum Lenzburg. Als ein vor ihm 
fahrendes Fahrzeug die Scheibenwischeranlage betätigte und Flüssigkeit 
auf seine Frontscheibe gespritzt wurde, betätigte er seine 

 - 3 - 

 

 

 

Frontscheibenwischer. Die durch den Beschuldigten eingefetteten Front-
scheibenwischer fuhren über die Frontscheibe und hinterliessen eine 
massive Schmierspur, sodass das komplette Sichtfeld durch die 
Frontscheibe massiv eingeschränkt war. Der Zivil- und Strafkläger, der 
dabei seinen Personenwagen mit ca. 120 km/h auf dem Überholstreifen 
lenkte, musste abbremsen und die Seitenfenster öffnen, wobei er beinahe 
mit der Mittelplanke kollidierte, bevor er sicher auf dem Pannenstreifen 
zum Stillstand kam. Aufgrund dieses Vorfalles wurde beim Beschuldigten 
eine Hausdurchsuchung angeordnet um das von ihm verwendete 
Schmierfett sicherzustellen. Darüber verärgert klappte der Beschuldigte in 
der Folge im Zeitraum von Ende Januar bis Mitte März wiederholt die 
Seitenspiegel beim Personenwagen des Zivil- Strafklägers ein. Ferner 
liess der Beschuldigte im Zeitraum vom 02.02.2019 bis 04.02.2019 Luft 
aus den Pneus des obgenannten Personenwagens und beschädigte den 
Heckscheibenwischer, sodass dieser ersetzt werden musste. 
 
Es entstand dabei ein Sachschaden von insgesamt ca. CHF 250.00 z.N. 
des Zivil- und Strafklägers. 
 
Dieses Verhalten ist strafbar gemäss: 
 
Den vorgenannten Gesetzesartikeln sowie Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 
StGB, Art. 42 Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 106 StGB, Art. 44 StGB, Art. 47 StGB, 
Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB. 
 
Der Beschuldigte wird verurteilt zu: 
 
1. Einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 120.00, bedingt 

aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren. 
 
2. Einer Busse von  CHF  1'600.00 

 

Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 14 Tagen. 

 

3. Den Kosten 
 

- Strafbefehlsgebühr CHF 1'100.00 
- Polizeikosten CHF 35.00 

 
Rechnungsbetrag CHF 2'735.00 

 
 Über Auslagen, die nach Erlass des vorliegenden Strafbefehls 

eingehen, wird separat verfügt. 
 
4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 
 
5. Die sichergestellten zwei Fettkartuschen gelb und weiss werden 

gestützt auf Art. 69 Abs. 1 und 2 StGB eingezogen und nach 
Rechtskraft des Strafbefehls vernichtet. 

 
6. Allfällige Zivilforderungen des Zivil- und Strafklägers werden auf den 

Zivilweg verwiesen. 
 
7. Das Urteil wird im Strafregister eingetragen. 

 

 - 4 - 

 

 

 

 

1.2. 

Gegen diesen Strafbefehl erhob der Beschuldigte am 19. August 2019 

Einsprache. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hielt am Strafbefehl 

fest und überwies die Akten mit Verfügung vom 3. Dezember 2019 an das 

Bezirksgericht Lenzburg zur Durchführung des Hauptverfahrens. 

 

2. 

2.1. 

Am 16. September 2020 fand die Hauptverhandlung vor der Präsidentin 

des Bezirksgerichts Lenzburg mit Befragung des Beschuldigten und des 

Privatklägers als Auskunftsperson statt. 

 

2.2. 

Der Beschuldigte stellte anlässlich der Hauptverhandlung folgende 

Anträge: 

 

"1.  Herr B. sei von folgenden Vorwürfen freizusprechen: 
 
1.1. der mehrfachen geringfügigen Sachbeschädigung zum 

Nachteile von Herrn A., angeblich begangen in der Zeit vom 2.-
4. Februar 2019 in der Sammelgarage […] in 
Meisterschwanden. 

 
1.2. der vorsätzlichen Beeinträchtigung der Betriebssicherheit eines 

Fahrzeugs, angeblich begangen in der Zeit vom 18. – 21. 
Januar 2019 in der Sammelgarage […] in Meisterschwanden 

 
2.  Die entstandenen Verfahrenskosten seien dem Staate zur 

Bezahlung aufzuerlegen. 
 
3.  Herrn B. sei eine Entschädigung gemäss Honorarnote 

zuzusprechen. 
 

 4.  Die Zivilklage sei abzuweisen 
 

 5.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 
 
 

2.3. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg erkannte gleichentags: 

 

 "1. 
Der Beschuldigte ist schuldig 
 
- der mehrfachen geringfügigen Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 

StGB i.V.m. Art. 172ter StGB); 
 

- der vorsätzlichen Beeinträchtigung der Betriebssicherheit eines 
Fahrzeuges (Art. 93 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 29 SVG). 

 
2. 

 - 5 - 

 

 

 

Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten 
Gesetzesbestimmungen sowie Art. 102 Abs. 1 SVG, Art. 47 StGB, Art. 49 
Abs. 1 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 4 StGB und Art. 106 StGB 
 
zu 60 Tagessätzen Geldstrafe à CHF 120.00, d.h. CHF 7'200.00, 
 
und einer Busse von CHF 1'800.00, ersatzweise 15 Tage Freiheitsstrafe, 
verurteilt. 
 
3. 
Der Vollzug der Geldstrafe wird gestützt auf Art. 42 StGB aufgeschoben. 
Die Probezeit wird gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 
 
4. 
Der Beschuldigte hat die Verfahrenskosten, bestehend aus einer 
Staatsgebühr von CHF 1'235.00 sowie den Auslagen von CHF 53.00, 
insgesamt CHF 1'288.00, zu bezahlen. 
 
5. 
Der Beschuldigte hat die Anklagegebühr von CHF 1'200.00 zu bezahlen. 
 
6. 
Der Beschuldigte hat seine Parteikosten selber zu tragen." 
 
 

Das Urteil wurde den Parteien im Anschluss an die Hauptverhandlung 

mündlich eröffnet und kurz begründet. 

 

3. 

Das Urteilsdispositiv vom 16. September 2020 wurde dem Beschuldigten 

am 7. Oktober 2020 zugestellt. Mit Eingabe vom 12. Oktober 2020 meldete 

der Beschuldigte Berufung an. Das begründete Urteil wurde ihm in der 

Folge am 25. Juni 2021 zugestellt. 

 

4. 

4.1. 

Mit Berufungserklärung vom 8. Juli 2021 stellte der Beschuldigte folgende 

Anträge: 

 

"1. Der Berufungsführer sei von folgenden Vorwürfen freizusprechen: 
  

1.1  Mehrfache geringfügige Sachbeschädigung, angeblich 
begangen in der Zeit vom 18. – 21. Januar 2019 sowie 2. – 4. 
Februar 2019 in der Sammelgarage […], Meisterschwanden 

 
1.2. Vorsätzliche Beeinträchtigung der Betriebssicherheit eines 

Fahrzeuges, angeblich begangen in der Zeit vom 18. – 21. 
Januar 2019 in der Sammelgarage […], Meisterschwanden 

 
2. Die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Staate 

zur Bezahlung aufzuerlegen. 
 
3. Dem Berufungsführer sei eine Entschädigung gemäss Honorarnote für 

das erst- und zweitinstanzliche Verfahren zuzusprechen." 

 - 6 - 

 

 

 

 

 

4.2. 

Mit Eingabe vom 13. Juli 2021 erklärte die Staatsanwaltschaft Lenzburg-

Aarau ihren Verzicht auf Nichteintretensantrag und auf Anschlussberufung. 

 

4.3. 

Im Einverständnis der Parteien wurde mit Verfügung vom 6. August 2021 

das schriftliche Verfahren angeordnet. 

 

4.4. 

Mit Berufungsbegründung vom 30. August 2021 hielt der Beschuldigte an 

seinen Anträgen in der Berufungserklärung fest. 

 

4.5. 

Mit Berufungsantwort vom 2. September 2021 stellte die Staatsan-

waltschaft Lenzburg-Aarau den Antrag, die Berufung des Beschuldigten sei 

abzuweisen, unter Kostenfolge. 

 

4.6. 

Am 16. September 2021 reichte der Beschuldigte eine Stellungnahme zur 

Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau ein. Am 28. 

September 2021 liess sich die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau noch 

einmal vernehmen. 

 
 
 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte hat das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich 

angefochten. Das Urteil ist somit in allen Punkten zu überprüfen (Art. 404 

Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte rügt hinsichtlich der Vorwürfe vom 2. bis 4. Februar 2019 

(geringfügige Sachbeschädigung) eine Verletzung des Akkusations-

prinzips. Aus den Akten gehe in keiner Weise hervor, dass der Privatkläger 

jemals das Ablassen von Luft durch Entfernen des Ventils zur Anzeige 

gebracht habe. Die Sachverhaltsfeststellung im Strafbefehl stimme nicht 

mit den protokollierten Angaben des Privatklägers überein, da von 

Schrauben die Rede gewesen sei und er anlässlich der Hauptverhandlung 

ausgesagt habe, er wisse nicht, ob die Luft durch die Schraube oder das 

Ventil ausgetreten sei. Überdies sei der beschädigte Heckscheibenwischer 

vom Privatkläger weder in der polizeilichen Einvernahme noch anlässlich 

 - 7 - 

 

 

 

der Hauptverhandlung erwähnt worden und der mögliche Tatzeitraum im 

Strafbefehl sei anders wiedergegeben als in der ersten Erwähnung in den 

Akten. Die Sachverhaltsdarstellung stehe nicht mit der Aktenlage im 

Einklang (vgl. Berufungsbegründung S. 13). 

 

2.2. 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; 

Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b 

EMRK). Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sach-

verhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche 

Würdigung durch die Anklagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat 

die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem 

Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver 

und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Das Akkusations-

prinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der 

beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Informationsfunktion). Die beschuldigte Person muss unter dem 

Gesichtspunkt der Informationsfunktion aus der Anklage ersehen können, 

wessen sie angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschreibung der 

Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene genau weiss, welcher konkreter 

Handlungen er beschuldigt und wie sein Verhalten rechtlich qualifiziert wird, 

damit er sich in seiner Verteidigung richtig vorbereiten kann. Er darf nicht 

Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldi-

gungen konfrontiert zu werden (statt vieler: BGE 143 IV 63). Solange der 

beschuldigten Person klar ist, welcher Sachverhalt ihr vorgeworfen wird, 

kann auch eine fehlerhafte und unpräzise Anklage nicht dazu führen, dass 

es zu keinem Schuldspruch kommen darf (Urteil des Bundesgerichts 

6B_941/2018 vom 6. März 2019 E. 1.2.1). 

 

2.3. 

Der Anklageschrift kann entnommen werden, dass dem Beschuldigten 

vorgeworfen wird, im Zeitraum vom 2. Februar 2019 bis 4. Februar 2019 

Luft aus den Pneus des Personenwagens des Privatklägers gelassen und 

dessen Heckscheibenwischer beschädigt zu haben, sodass dieser habe 

ersetzt werden müssen und ein Sachschaden von Fr. 250.00 entstanden 

sei. Die Anklage ist sowohl in Bezug auf den Vorwurf des Ablassens von 

Luft aus den Pneus als auch der Beschädigung des Heckscheibenwischers 

genügend konkretisiert. Die konkreten Details, wie es zu den Vorfällen 

gekommen ist, mussten in der Anklage nicht zusätzlich ausgeführt werden. 

Der Beschuldigte wusste, was ihm vorgeworfen wird und er konnte sich in 

seiner Verteidigung entsprechend vorbereiten. Im Übrigen ist die Frage, ob 

der angeklagte Sachverhalt auf Grundlage der Akten erstellt ist, Sache der 

gerichtlichen Beweiswürdigung. 

 

 - 8 - 

 

 

 

Das Akkusationsprinzip wurde nicht verletzt. Die Berufung des 

Beschuldigten erweist sich in diesen Punkten somit als unbegründet.  

 

3. 

3.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der mehrfachen geringfügigen 

Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172 ter StGB 

sowie der vorsätzlichen Beeinträchtigung der Betriebssicherheit eines 

Fahrzeuges gemäss Art. 93 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 29 SVG schuldig 

gesprochen. Sie hat es als erstellt erachtet, dass der Beschuldigte 

zwischen dem 18. Januar 2019 und dem 21. Januar 2019 eine erhebliche 

Menge an Schmierfett auf die Frontscheibenwischer des Personenwagens 

des Privatklägers aufgetragen habe. Der Privatkläger habe in der Folge am 

23. Januar 2019 auf der Autobahn im Raum Lenzburg die vom 

Beschuldigten zuvor verschmierten Frontscheibenwischer betätigt, 

wodurch sich das Schmierfett über die Frontscheibe verteilt und die Sicht 

des Privatklägers auf die Fahrbahn massiv eingeschränkt und einen 

sofortigen Halt auf dem Pannenstreifen nötig gemacht habe. Ebenfalls als 

erstellt erachtete die Vorinstanz, dass der Beschuldigte aus Ärger über die 

entsprechende Strafanzeige des Privatklägers zwischen dem 2. Februar 

2019 und dem 4. Februar 2019 Luft aus dem Winterpneu des Fahrzeugs 

des Privatklägers gelassen und dessen Heckscheibenwischer beschädigt 

habe, sodass dieser habe ersetzt werden müssen. Insgesamt sei aus 

diesen Straftaten ein Sachschaden von ca. Fr. 250.00 zum Nachteil des 

Privatklägers entstanden (vgl. Urteil E. 4.3 f., E 5.4). 

 

3.2. 

Der Beschuldigte bringt vor, er habe weder Schmierfett auf die 

Frontscheibenwischer des Fahrzeugs des Privatklägers aufgetragen, noch 

habe er Luft aus dessen Pneu gelassen oder dessen Heckscheibenwischer 

beschädigt. Es lägen keine Beweise gegen ihn vor, welche nicht ebenso 

auf zahlreiche weitere Personen als mögliche Täterschaft hinweisen 

würden, zumal der Privatkläger mit diversen Personen im Dorf Ärger habe. 

Entgegen der Vorinstanz sei deshalb keineswegs erstellt, dass sich der 

Sachverhalt wie im Strafbefehl festgehalten zugetragen habe (vgl. 

Berufungsbegründung, S. 11 f.). 

 

4. 

Vorab ist festzuhalten, dass der Privatkläger und der Beschuldigte bzw. 

dessen Familie offensichtlich in einem zerstrittenen Verhältnis stehen. Dies 

belegen zum einen die Aussagen der Parteien, zum anderen verschiedene 

Nachrichten-Verläufe über den Kurznachrichtendienst WhatsApp zwischen 

dem Privatkläger und der Frau des Beschuldigten, in welchen der 

Privatkläger die Familie des Beschuldigten bzw. dessen Stiefsohn C. 

verschiedener Handlungen zu seinem Nachteil bezichtigt. Entsprechende 

Nachrichten des Privatklägers gingen bereits im März und April 2018 an die 

 - 9 - 

 

 

 

Frau des Beschuldigten, welche jeweils entrüstet reagierte (vgl. 

Untersuchungsakten [UA] act. 99 ff., UA act. 134 f.) Wie bereits die 

Vorinstanz festgehalten hat, war der Ton zwischen den Parteien somit 

bereits im Vorfeld der vorliegend zu beurteilenden Vorfälle vom Januar 

bzw. Februar 2019 "frostig" (vgl. Urteil E. 4.3). Es kann demnach kaum 

davon ausgegangen werden, dass zwischen den Parteien kein Streit 

bestand, wie der Beschuldigte dies anlässlich seiner Einvernahme vom 23. 

Januar 2019 sowie seiner Befragung an der Hauptverhandlung vor der 

Vorinstanz vom 16. September 2020 ausführte (vgl. UA act. 67, UA act 

159). Vor diesem Hintergrund sind im Folgenden die Aussagen der 

Parteien zu würdigen. 

 

5. 

5.1. 

Es ist erstellt und unbestritten, dass im Vorfeld der Geschehnisse auf der 

Autobahn am 23. Januar 2019 Schmierfett auf die Frontscheibenwischer 

des Fahrzeugs des Privatklägers aufgetragen wurde (vgl. UA act. 53 ff., UA 

act. 161). Ebenfalls erstellt und unbestritten ist, dass die Frontscheibe am 

Morgen des 23. Januar 2019 nach Betätigung der Frontscheibenwischer 

derart verschmiert wurde, dass der Privatkläger mangels Sicht auf der 

Autobahn von der Überholspur auf den Pannenstreifen ausweichen und 

anhalten musste, um die Verschmutzung vor der Weiterfahrt zu beheben 

(vgl. UA act. 161). 

 

Strittig und zu prüfen ist, ob es der Beschuldigte war, der im besagten 

Zeitraum das Schmierfett auf die Frontscheibenwischer des Fahrzeugs des 

Privatklägers aufgetragen hat. 

 

5.2. 

Der Stiefsohn des Beschuldigten, C., wurde am 23. Januar 2019 nach der 

Hausdurchsuchung des Hobbyraums seitens Kantonspolizei Aargau 

ebenfalls als Beschuldigter befragt (vgl. UA act. 70 ff.). Dort sagte er aus, 

sein Stiefvater sei oft in seinem Hobbyraum und habe dort Schmierfett. Er 

wisse nicht, ob es sein Stiefvater gewesen sei, der das Schmierfett auf die 

Scheibenwischer aufgetragen habe, er glaube jedoch nicht. Er selbst sei 

es nicht gewesen (vgl. UA act. 72 f.). Gegenüber C. erging im vorliegenden 

Verfahren am 28. November 2019 eine Einstellungsverfügung (vgl. UA act. 

18.3). 

 

Der Beschuldigte wurde ebenfalls nach durchgeführter Hausdurchsuchung 

am 23. Januar 2019 befragt (vgl. UA act. 65 ff.). Er sagte aus, er habe 

zuerst nicht gewusst, um was es beim Tatvorwurf gehe. Er habe dann 

gelesen, dass es um etwas mit Scheibenwischern gehe. Wer das 

Schmierfett auf die Scheibenwischblätter des Fahrzeugs des Privatklägers 

aufgetragen habe, wisse er nicht. Davon höre er das erste Mal (vgl. UA act. 

67 f.). 

 - 10 - 

 

 

 

 

5.3. 

5.3.1. 

Der Privatkläger äusserte im Zusammenhang mit dem Vorfall mit dem 

Schmierfett anlässlich sämtlicher Einvernahmen wiederholt seinen 

Verdacht, es könnte sich beim Täter um den Beschuldigten oder dessen 

Stiefsohn C. handeln, da es zwischen den Familien schon länger 

Konfliktpunkte gebe und es auch schon im Vorfeld Probleme mit C. und 

seinem Fahrzeug gegeben habe (vgl. UA act. 109 f.). Er schilderte 

ausführlich, dass dieser in der Vergangenheit sein Fahrzeug mit einem 

Spray verschmutzt habe, als er seinen Parkplatz von seinem habe 

abtrennen wollen. C. habe dies jedoch abgestritten (vgl. UA act. 110). 

Ebenso ausführlich äusserte er sich zudem dazu, dass im Zeitraum ab 

Januar 2019 sein rechter Seitenspiegel jeweils frühmorgens umgeklappt 

gewesen sei. Dies sei immer wieder passiert und ihm sei aufgefallen, dass 

es jeweils nur dann vorgekommen sei, wenn der Beschuldigte vor ihm die 

Sammelgarage verlassen habe. In beiden Fällen habe er C. bzw. den 

Beschuldigten persönlich damit konfrontiert. Danach sei es jeweils zum 

Streit mit der Frau des Beschuldigten über WhatsApp gekommen (vgl. UA 

act. 111). 

 

5.3.2. 

Der Verdacht des Privatklägers hinsichtlich der Täterschaft wird durch den 

anlässlich der Durchsuchung des Hobbyraums des Beschuldigten 

gemachten Fund der Kantonspolizei Aargau gestützt: Aus den 

entsprechenden Fotodokumentationen ist ersichtlich, dass das Schmierfett 

in den aufgefundenen Kartuschen augenscheinlich mit jenem auf den 

Frontscheibenwischern des Fahrzeugs des Beschuldigten übereinstimmt, 

was bereits die Kantonspolizei Aargau in ihrem Rapport feststellte (vgl. UA 

act. 51). Dass sich aus entsprechenden DNA-Analysen keine Überein-

stimmung mit dem Beschuldigten ergab, spricht weder zugunsten noch zu 

Lasten des Beschuldigten. Vielmehr gab der Beschuldigte selbst an, er 

habe ein reines Gewissen, da er Fettpressen besitze und somit nicht ins 

Fett fassen müsse. Ausserdem befand sich in einer der Fettkartuschen ein 

Pinsel zum Auftragen des Schmierfetts (vgl. UA act. 39, UA act. 68, UA act. 

160). 

 

5.3.3. 

Im Hinblick auf die glaubhaften Aussagen des Privatklägers sowie 

insbesondere die im Hobbyraum des Beschuldigten aufgefundenen 

Kartuschen mit Schmierfett, welches mit jenem auf den Front-

scheibenwischern des Fahrzeugs des Privatklägers übereinstimmt, 

bestehen keine vernünftigen Zweifel an einer Täterschaft des 

Beschuldigten. Seine Aussagen, welche sich weitgehend darauf 

beschränken, die Vorwürfe abzustreiten und den Verdacht auf andere, 

unbekannte Personen zu lenken, mit welchen der Privatkläger mutmasslich 

 - 11 - 

 

 

 

Probleme habe, sind als reine Schutzbehauptungen zu werten. Selbiges 

gilt für die Aussage von C., welcher angab, der Privatkläger habe Ärger mit 

"vielen Leuten", zumal er als dessen Stiefsohn auch ein nachvollziehbares 

Motiv dafür haben dürfte, den Beschuldigten zu entlasten. Wie bereits die 

Vorinstanz festgestellt hat, erscheint es auch im Hinblick auf die Aussage 

des Beschuldigten, dass in 20 Jahren nie etwas aus dem Hobbyraum 

gestohlen worden sei (vgl. UA act. 160), unwahrscheinlich, dass sich eine 

aussenstehende Person plötzlich Zugang zu der Sammelgarage und 

sodann zum Hobbyraum des Beschuldigten verschafft hat, um das 

Schmierfett des Beschuldigten zu behändigen und dieses in der Folge auf 

die Frontscheibenwischer des Fahrzeugs des Privatklägers aufzutragen. 

Im Hinblick auf das zerstrittene Verhältnis zwischen den Parteien erscheint 

demgegenüber durchaus nachvollziehbar, dass es in der Tat der 

Beschuldigte war, der in der gemeinsamen Sammelgarage und mit seinem 

eigenen Schmierfett zwischen dem 18. und 21. Januar 2019 die 

Frontscheibenwischer eingerieben hat.  

 

6. 

6.1. 

Dem Beschuldigten wird im Anklagesachverhalt weiter vorgeworfen, er 

habe im Zeitraum zwischen dem 2. Februar 2019 und dem 4. Februar 2019 

die Luft aus dem Winterpneu des Privatklägers gelassen und dessen 

Heckscheibenwischer beschädigt. Sowohl vom beschädigten Heck-

scheibenwischer als auch von der Ventilkappe der hinteren, rechten Felge 

des Fahrzeugs wurden am 5. März 2019 DNA-Spuren zwecks Abgleich mit 

der DNA des Privatklägers bzw. des Beschuldigten gesichert (vgl. UA act. 

57). Entsprechende Vergleiche des Instituts für Rechtsmedizin des 

Kantonsspitals Aarau fielen bei beiden Parteien negativ aus (vgl. UA act. 

58 ff.). Weitere Sachbeweise konnten nicht erhoben werden. 

 

Der Vollständigkeit halber ist festzustellen, dass im Anklagesachverhalt 

auch das wiederholte Ausklappen des Seitenspiegels des Fahrzeugs des 

Privatklägers zwischen Ende Januar bis Mitte März 2019 erwähnt wird. 

Diese Handlung stellt weder eine Sachbeschädigung noch eine 

Beeinträchtigung der Betriebssicherheit des Fahrzeugs dar, da die 

Funktionsweise des einklappbaren Spiegels dadurch nicht beeinträchtigt 

und dieser somit auch nicht beschädigt wurde. Auf eine strafrechtliche 

Prüfung wurde deshalb von der Vorinstanz zu Recht verzichtet (vgl. Urteil 

E. 5). 

 

6.2. 

6.2.1. 

Hinsichtlich des Ablassens von Luft aus dem Winterpneu des Fahrzeugs 

machte der Privatkläger anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 23. 

Januar 2019, der Einvernahme vom 3. Dezember 2019 und der 

 - 12 - 

 

 

 

Hauptverhandlung vom 16. September 2020 im Wesentlichen überein-

stimmende Aussagen über den Vorfall (vgl. UA act. 50 f., UA act. 108, UA 

act. 112, UA act. 155, UA act. 157). Insbesondere erinnerte er sich daran, 

dass er die Winterpneus neu montiert und am nächsten Morgen bereits die 

Warnmeldung erhalten habe, es befinde sich nicht mehr genügend Luft im 

Pneu. Am 5. Februar 2019 schickte er zudem ein Foto des Winterpneus mit 

Schraube an die Frau des Beschuldigten (vgl. UA act. 101). 

 

6.2.2. 

Der Privatkläger ging offensichtlich davon aus, dass die von ihm 

vorgefundene Schraube der Grund für die ausgetretene Luft war. Dass die 

Kantonspolizei Aargau am 5. März 2019 zusätzlich Spuren von der 

Ventilkappe sicherte, welche in der Folge weder dem Privatkläger noch 

dem Beschuldigten zugeordnet werden konnten, spricht nicht gegen die 

Glaubhaftigkeit der Ausführungen. Zwar ist offenkundig, dass man sich 

Schrauben und andere spitzige Fremdkörper in Pneus einfahren kann. Der 

Privatkläger sagte jedoch wiederholt glaubhaft aus, die Luft sei bereits am 

Morgen nach der Montage der Winterpneus nicht mehr vorhanden 

gewesen (vgl. UA act. 112, UA act. 157). Im Hinblick auf den Zeitpunkt der 

Vorfälle, nämlich bloss wenige Wochen nachdem der Beschuldigte gemäss 

erstelltem Sachverhalt das Schmierfett auf die Frontscheibenwischer des 

Privatklägers aufgetragen hatte (vgl. Ziff. 5.3.3), erscheint unwahr-

scheinlich, dass diese von einer vollends unbekannten bzw. unbeteiligten 

Person verursacht wurden. Demgegenüber hatte der Beschuldigte ein 

nachvollziehbares Motiv, sich weiter am Fahrzeug des Privatklägers zu 

schaffen zu machen, zumal sich das bereits schlechte Verhältnis zwischen 

den Parteien nach den Ereignissen mit dem Schmierfett und der 

diesbezüglich vom Privatkläger eingereichten Strafanzeige inkl. 

Hausdurchsuchung weiter angespannt haben dürfte. 

 

6.3. 

Im Zusammenhang mit dem Heckscheibenwischer bestehen keine Zweifel 

daran, dass tatsächlich eine Beschädigung stattfand, zumal die 

Kantonspolizei DNA-Spuren vom beschädigten Heckscheibenwischer 

sicherte (vgl. UA act. 57). Auch in diesem Punkt erscheint unwahr-

scheinlich, dass im selben Zeitraum zwischen dem 2. und 4. Februar 2019 

eine vollends unbeteiligte bzw. unbekannte Person den Heck-

scheibenwischer des Privatklägers beschädigt hat. In Bezug auf das Motiv 

des Beschuldigten, sich am Fahrzeug des Privatklägers zu schaffen zu 

machen, kann auf obige Ausführungen zum Ablassen der Luft aus den 

Winterpneus verwiesen werden (vgl. Ziff. 6.2.2). 

 

6.4. 

Nach obiger Beweiswürdigung ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: 

Der Beschuldigte behändigte zwischen dem 18. Januar 2019 und dem 

21. Januar 2019 Schmierfett aus seinem Hobbyraum in der Sammelgarage 

 - 13 - 

 

 

 

in Meisterschwanden und trug dies in der Folge auf die 

Frontscheibenwischer des Fahrzeugs des Privatklägers auf. Des Weiteren 

beschädigte der Beschuldigte zwischen dem 2. Februar 2019 und dem 4. 

Februar 2019 den Heckscheibenwischer und liess die Luft aus dem 

Winterpneu des Fahrzeugs des Privatklägers. Eine andere Täterschaft als 

die des Beschuldigten ist nicht ersichtlich und erscheint ausgeschlossen. 

 

7. 

7.1. 

7.1.1. 

Gemäss Art. 93 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 29 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis 

zu 3 Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer die Betriebssicherheit eines 

Fahrzeugs beeinträchtigt und damit die Gefahr eines Unfalls hervorruft. In 

objektiver Hinsicht genügt eine bloss vorübergehende Beeinträchtigung der 

Betriebssicherheit. Ausschlaggebend ist, dass die Beeinträchtigung eine 

gewisse Intensität aufweist und mindestens eine erhöhte abstrakte 

Unfallgefahr hervorruft (vgl. SCHENK in: Basler Kommentar, Strassen-

verkehrsgesetz, 1. Auflage 2014, N. 3 ff. zu Art. 93 SVG). In subjektiver 

Hinsicht muss sich der Vorsatz des Täters einerseits auf die 

Beeinträchtigung der Betriebssicherheit und andererseits auf die Schaffung 

einer Unfallgefahr beziehen. Eventualvorsatz genügt (vgl. SCHENK, a.a.O., 

N. 10 f. zu Art. 93 SVG). 

 

7.1.2. 

Gemäss erstelltem Sachverhalt behändigte der Beschuldigte im Zeitraum 

zwischen dem 18. Januar 2019 und dem 21. Januar 2019 das sich in 

seinem Hobbyraum in der Sammelgarage […] in Meisterschwanden 

befindende Schmierfett und schmierte es in der Folge wissentlich und 

willentlich auf die Frontscheibenwischer des Fahrzeugs des Privatklägers, 

welches in derselben Sammelgarage geparkt war (vgl. Ziff. 6.4). Dabei 

nahm der Beschuldigte mindestens in Kauf, dass sich selbiges Schmierfett 

während der Fahrt durch Betätigen der Frontscheibenwischer über die 

Frontscheibe des Fahrzeugs verteilen und die Sicht auf die Fahrbahn 

massiv einschränken und dies zu einem Verkehrsunfall führen könnte. Mit 

diesem Verhalten hat sich der Beschuldigte eventualvorsätzlich der Beein-

trächtigung der Betriebssicherheit eines Fahrzeugs gemäss Art. 93 Abs. 1 

SVG i.V.m. Art. 29 SVG schuldig gemacht. 

 

7.2. 

7.2.1. 

Gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu 

drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer eine fremde Sache beschädigt, 

zerstört oder unbrauchbar macht. Unter Beschädigen fällt auch die 

Minderung der Funktionsfähigkeit bzw. der Brauchbarkeit einer Sache ohne 

Substanzeingriff. Selbiges nahm das Bundesgericht für das Kleben eines 

schwer zu entfernenden Zettels auf die Windschutzscheibe eines Autos, 

 - 14 - 

 

 

 

welcher dem Lenker die normale Sicht nahm, an (vgl. BGE 99 IV 145). Die 

Minderung der Brauchbarkeit muss bewirken, dass die Sache mindestens 

vorübergehend nicht mehr bestimmungsgemäss eingesetzt werden kann. 

Eine Sachbeschädigung ist zu verneinen, sofern der Zustand innerhalb 

kurzer Zeit, i.d.R. weniger als einer Viertelstunde, behoben werden kann 

(vgl. WEISSENBERGER, Basler Kommentar, Strafgesetz, 4. Auflage 2019, N. 

38 zu Art. 144 StGB). In subjektiver Hinsicht erfordert die Sachbe-

schädigung Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt (vgl. WEISSENBERGER, 

a.a.O., N. 81 zu Art. 144 StGB). 

 

Liegt ein bloss geringfügiger Schaden vor, greift der privilegierende 

Tatbestand von Art. 172ter StGB. Das Vergehen der Sachbeschädigung 

wird zu einer Übertretung herabgestuft und es tritt das Strafantrags-

erfordernis dazu (vgl. WEISSENBERGER, a.a.O., N. 4 zu Art. 172ter StGB). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt die objektive Grenze 

eines geringen Schadens bei Fr. 300.00 (vgl. anstatt vieler BGE 142 IV 129 

E. 3.1). 

 

7.2.2. 

Neben dem Auftragen von Schmierfett auf die Frontscheibenwischer des 

Fahrzeugs des Privatklägers hat der Beschuldigte gemäss erstelltem 

Sachverhalt zudem Luft aus dem Pneu des Privatklägers gelassen und 

dessen Heckscheibenwischer beschädigt (vgl. Ziff. 6.4). Durch das 

Auftragen von Schmierfett auf die Frontscheibenwischer bewirkte der 

Beschuldigte, dass diese bzw. das Fahrzeug des Privatklägers für eine 

gewisse Zeit nicht mehr bestimmungsgemäss brauchbar war. Der 

Privatkläger musste aufgrund der starken Verschmutzung und fehlenden 

Sicht auf den Pannenstreifen ausweichen, anhalten und die Frontscheibe 

reinigen. Die Entfernung des Schmierfetts von den Frontscheibenwischern 

dürfte ausserdem mit einem nicht mehr nur geringfügigen Aufwand 

verbunden gewesen sein, was einer Minderung der Brauchbarkeit 

gleichkommt und somit eine Sachbeschädigung darstellt. Durch die 

fehlende Luft im Winterpneu konnte der Privatkläger zudem sein Fahrzeug 

mindestens vorübergehend nicht bestimmungsgemäss nutzen. Darüber 

hinaus hat der Beschuldigte den Heckscheibenwischer des Fahrzeugs des 

Privatklägers beschädigt, sodass dieser völlig unbrauchbar wurde und 

ersetzt werden musste. Der Privatkläger hat einen Sachschaden von 

gesamthaft Fr. 250.00 angegeben (vgl. Anklageschrift). Da dieser Betrag 

in jedem Fall im Rahmen der Geringfügigkeit von Fr. 300.00 liegt, hat der 

Beschuldigte sich der mehrfachen geringfügigen Sachbeschädigung 

gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB schuldig gemacht. 

 

8. 

8.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der vorsätzlichen Beeinträchtigung 

der Betriebssicherheit eines Fahrzeugs gemäss Art. 93 Abs. 1 SVG i.V.m. 

 - 15 - 

 

 

 

Art. 29 SVG sowie der mehrfachen geringfügigen Sachbeschädigung 

gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB schuldig gesprochen 

und zu 60 Tagessätzen Geldstrafe à Fr. 120.00, d.h. Fr. 7'200.00, sowie 

einer Busse von Fr. 1'800.00, ersatzweise 15 Tage Freiheitsstrafe, 

verurteilt (vgl. Urteil E. 6.7). 

 

8.2. 

Der vorinstanzliche Schuldspruch wird vorliegend bestätigt. Selbiges gilt für 

die vorinstanzliche Strafzumessung (vgl. Urteil E. 6.1 ff.), welche sich 

allerdings als eher mild erweist. Es ist anzumerken, dass der Beschuldigte 

durch seine Handlung eine erhebliche Unfallgefahr nicht nur für den 

Privatkläger, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer geschaffen hat, wie 

dies bereits die Vorinstanz im Zusammenhang mit der Tatkomponente in 

Bezug auf die vorsätzliche Beeinträchtigung der Betriebssicherheit eines 

Fahrzeugs ausgeführt hat (vgl. Urteil E. 6.5). Nach Ansicht des 

Obergerichts fällt die von der Vorinstanz ausgefällte Geldstrafe von 60 

Tagessätzen angesichts des Verschuldens des Beschuldigten eher mild 

aus. Aufgrund des Verbots der Reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) 

bleibt es jedoch bei 60 Tagessätzen und weitere Ausführungen dazu 

erübrigen sich. 

 

Mit der Vorinstanz ist die Geldstrafe demnach auf 60 Tagessätze à 

Fr. 120.00, insgesamt somit Fr. 7'200.00, anzusetzen und eine Busse von 

Fr. 300.00 für die Übertretungen (vgl. Urteil E. 8) auszusprechen. Weiter ist 

eine Verbindungsbusse von Fr. 1'500.00 auszusprechen (vgl. dazu Urteil 

E. 8). Für die schuldhafte Nichtbezahlung der Busse von insgesamt 

Fr. 1'800.00 ist zudem eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen anzusetzen. 

 

8.3. 

Die Vorinstanz hat weiter zutreffend festgestellt, dass dem Beschuldigten 

– insbesondere unter Berücksichtigung seiner Vorstrafenlosigkeit und 

seinen geordneten Lebensverhältnissen – keine ungünstige Prognose 

gestellt werden kann. Es ist diesbezüglich auf die korrekten Ausführungen 

der Vorinstanz zu verweisen (vgl. Urteil E. 7.2). In Anwendung von Art. 42 

Abs. 1 StGB ist somit der bedingte Vollzug der Geldstrafe zu gewähren. Mit 

der Vorinstanz ist die Probezeit gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre 

anzusetzen (vgl. Urteil E. 7.3). 

 

9. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

Der Beschuldigte wird vorliegend der mehrfachen geringfügigen 

Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172 ter StGB 

sowie der vorsätzlichen Beeinträchtigung der Betriebssicherheit eines 

Fahrzeugs gemäss Art. 93 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 29 SVG schuldig 

 - 16 - 

 

 

 

gesprochen. Seine Berufung ist vollumfänglich abzuweisen. Nach diesem 

Verfahrensausgang sind dem Beschuldigten die obergerichtlichen 

Verfahrenskosten vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

10. 

10.1. 

Fällt das Obergericht einen neuen Entscheid, befindet es darin auch über 

die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). 

 

10.2. 

Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Kosten, 

wenn sie verurteilt wird.  

 

Die vorinstanzliche Kostenverlegung erweist sich als korrekt und bedarf 

keiner Änderung. Dem Beschuldigten sind die erstinstanzlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 1'288.00 sowie die Anklagegebühr von 

Fr. 1'200.00 vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

11. 

Der Beschuldigte trägt seine Parteikosten im Rahmen des erst- und 

zweitinstanzlichen Verfahrens selber. 

 

12. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das vorinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte wird schuldig gesprochen: 

 

- der vorsätzlichen Beeinträchtigung der Betriebssicherheit eines 

Fahrzeugs gemäss Art. 93 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 29 SVG 

- der mehrfachen geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 

1 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der in Ziff. 1 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie Art. 102 Abs. 1 SVG, Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 2 StGB und Art. 106 StGB zu einer 

Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 120.00, d.h. total Fr. 7'200.00, sowie 

einer Busse von Fr. 1'800.00 (Verbindungsbusse Fr. 1'500.00, Über-

tretungsbusse Fr. 300.00) verurteilt. 

 - 17 - 

 

 

 

 

Für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, wird eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen ausgesprochen. 

 

2.2. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 StGB für die Geldstrafe 

gemäss Ziff. 2.1 der bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird 

gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 

 

3. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 1’664.00, bestehend aus 

der Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.00 und den Auslagen von Fr. 164.00, 

werden dem Beschuldigten vollumfänglich auferlegt. 

 

4. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von gesamthaft Fr. 2'485.00, 

bestehend aus der Staatsgebühr von Fr. 1'235.00, Auslagen von Fr. 53.00 

sowie der Anklagegebühr von Fr. 1'200.00, werden dem Beschuldigten 

vollumfänglich auferlegt. 

 

5. 

Der Beschuldigte trägt seine Parteikosten im erst- und zweitinstanzlichen 

Verfahren selber. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

 - 18 - 

 

 

 

Aarau, 15. Februar 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

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