# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b984520-974a-5caa-9891-76ce0cc6c5f6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 08.01.2024 110 2023 160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2023-160_2024-01-08.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
info.ra.bvd@be.ch
www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2023/160

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 8. Januar 2024

Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen 
(VGE 2024/47 vom 27.02.2025).

in der Beschwerdesache zwischen

Frau C.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn A.________

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Meiringen, Gemeindeverwaltung, Rudenz 14, 
Postfach 532, 3860 Meiringen

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Meiringen vom 29. August 
2023 (eBau Nr. B.________; Änderungen Nord- und Südfassade) sowie die Verfügung des Amts 
für Gemeinden und Raumordnung (AGR) vom 2. März 2023 (G.-Nr.: 2010.JGK.5879)

I. Sachverhalt

1. Am 31. Januar 2017 erteilte das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli der Be-
schwerdeführerin die Baubewilligung für den Abbruch des bestehenden Wohnhauses inkl. Neben-
gebäude und den Neubau eines Wohnhauses mit Autoabstellplätzen auf der Parzelle Meiringen 
Gbbl. Nr. E.________ in der Landwirtschaftszone. Am 21. Januar 2018 bewilligte die Gemeinde 
die Projektänderung «Verschieben des Gebäudes um 5.00 m nach Südosten».  

2. Nach der Fertigstellung des neuen Wohnhauses wurden anlässlich der Bauabnahme am 
4. April 2022 diverse Änderungen gegenüber den genehmigten Plänen festgestellt. Nach Ge-
währung des rechtlichen Gehörs erliess die Gemeinde am 5. Oktober 2022 eine Wiederherstel-
lungsverfügung, worin sie die Beschwerdeführerin zur Wiederherstellung der ursprünglich geneh-
migten Bauten aufforderte. Gleichzeitig wurde auf die Möglichkeit eines nachträglichen Bauge-
suchs hingewiesen und für den Fall der Nichtbefolgung die Ersatzvornahme angedroht. 

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Die Beschwerdeführerin reichte am 10. Oktober 2022 ein nachträgliches Baugesuch bei der Ge-
meinde ein, bezeichnet als «Projektänderung». Mit Stellungnahme vom 9. Dezember 2022 äus-
serte sich das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) zu den Änderungen gegenüber dem 
ursprünglich bewilligten Projekt. Nach diversen Anpassungen erliess das AGR die Verfügung vom 
23. März 2023. Darin kam es zum Schluss, dass für die folgenden Teile des nachträglichen Bau-
gesuchs die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG1 erteilt werden könne (Ziff. 1): a) Neuer 
Standort Parkplatz, unter der Nebenbestimmung, wonach die Zwischenräume der Rasengitters-
teine zu humusieren und mit Gras anzusäen sind, b) Veränderung Weggefälle, c) Weglassen des 
Eingangs West, g) Änderungen der Fenster auf der Ost- und Westfassade. Ebenso erteilte das 
AGR die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG für f) Einbau eines Dachflächenfensters und 
für die vertikale statt horizontale Balkonverschalung mit den Nebenbestimmungen, wonach sämt-
liche Dachflächenfenster das Maximalmass 0.78 x 0.98 Meter aufweisen dürfen und mit dem Bau-
entscheid zwingend eine Frist anzusetzen ist, bis wann diese Teile des geplanten Bauvorhabens, 
d.h. die Anpassung der Dachflächenfenster und des Balkons zu realisieren sind (Ziff. 3). Für fol-
gende Teile des nachträglichen Baugesuchs verweigerte das AGR schliesslich die Ausnahmebe-
willigung nach Art. 24c RPG (Ziff. 2): d) Änderungen der Nordfassade, e) Änderungen der Süd-
fassade (mit Ausnahme Balkongestaltung).

Die Projektänderung wurde im Anzeiger vom 6. April 2023 und 14. April 2023 sowie im Amtsblatt 
des Kantons vom 5. April 2023 publiziert. Es gingen keine Einsprachen ein. 

3. Nach einem Verbesserungsvorschlag / einer Projektanpassung der Beschwerdeführerin zur 
Nord- und Südfassade vom 9. Mai 2023 und trotz mündlicher Aussage des Bauinspektors des 
AGR, wonach an der Verfügung vom 2. März 2023 festgehalten werde, erteilte die Gemeinde mit 
Bauentscheid vom 13. Juni 2023 die Baubewilligung für das gesamte Vorhaben entsprechend der 
eingereichten Projektanpassung. Nach einer vorsorglichen aufsichtsrechtlichen Intervention des 
Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli mit Schreiben vom 22. Juni 2023 verfügte die Ge-
meinde am 30. Juni 2023 die Aufhebung des Bauentscheids vom 13. Juni 2023 und die Wieder-
aufnahme des Baubewilligungsverfahrens. Die Gemeinde stellte daraufhin dem AGR die Projekt-
anpassung, Fassaden Nord und Süd, revidiert am 4. Mai 2023, zu und bat dieses um Stellung-
nahme. Mit Stellungnahme vom 11. Juli 2023 teilte das AGR mit, dass es an seiner Verfügung 
vom 11. Juli 2023 festhalte. 

Mit «Bauentscheid mit teilweisem Bauabschlag und Wiederherstellung» vom 29. August 2023 ver-
fügte die Gemeinde Folgendes:

«Dieser Bauentscheid umfasst: 

a. Die ordentliche Baubewilligung gestützt auf Art. 32a BauG gemäss Baugesuch vom 10. Oktober 2022 
mit den von der Einwohnergemeinde abgestempelten Situations- und Projektplänen:
- Situationsplan 1:500, Projektänderung vom 14.09.2022
- Projektänderung Umgebung, revidiert am 13. Mai 2022
- Fassaden Ost & West, Schnitt, Projektanpassung, revidiert am 6. Juni 2023

b. Die Verfügung des Amts für Gemeinden und Raumordnung vom 02. März 2023
c. Die Ausnahmebewilligung für das Unterschreiten des Strassenabstandes für den Standort des Park-

platzes
d. Den Bauabschlag für die Ausführung der Nord- und Südfassade
e. Die Wiederherstellung der Nord- und Südfassade gemäss Gesamtbauentscheid des Regierungsstatt-

halteramtes vom 31. Januar 2017 innert 6 Monaten ab Zustellung des Entscheids.

1 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700).

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  Bedingungen und Auflagen

1. Die für die baupolizeiliche Selbstdeklaration verantwortliche Person gibt der Gemeindebaupolizei-
behörde unter Verwendung des kantonalen Übermittlungssystems nach Vollendung der Bauarbeiten 
Erklärungen über die Einhaltung der Baubewilligung und der darin enthaltenen Bedingungen und Auf-
lagen ab. 

2. Sie meldet der Gemeindebaupolizeibehörde den Zeitpunkt der durchzuführenden Pflichtkontrollen und 
sorgt dafür, dass der Baufortschritt die ordnungsgemässe Abwicklung dieser Kontrollen nicht verhindert 
oder erschwert.

3. Nach Vollendung der Bauarbeiten hat die für die baupolizeiliche Selbstdeklaration verantwortliche Per-
son die erforderliche Meldung SB2 vollständig und wahrheitsgetreu einzugeben. 

4. Die vollständige Wiederherstellung der ursprünglich genehmigten Fassaden Nord und Süd gemäss 
Plan, Ansichten vom 31. Januar 2016 ist innert 6 Monaten ab Rechtskraft des Entscheids auszuführen.

5. Die Dachflächenfenster auf der Ost- und Westfassade sind gemäss Plan Fassaden Ost und West, 
revidiert am 6. Juni 2023 zu ändern. Sie dürfen das Maximalmass von 0.78 x 0.98 m aufweisen. 

6. Die Zwischenräume der Rasengittersteine beim neuen Standort des Parkplatzes sind zu humusieren 
und mit Gras anzusäen.

7. [Strafandrohung]
8. [Androhung Ersatzvornahme]
9. [Kosten]
10.[Kosten für allfällige Baukontrollen]»

4. Gegen den Bauentscheid vom 29. August 2023 reichte die Beschwerdeführerin am 29. Sep-
tember 2023 Beschwerde bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie 
beantragt, der Bauentscheid vom 29. August 2023 sei soweit Bauabschlag und Wiederherstellung 
betreffend aufzuheben und die Baubewilligung für Nord- und Südfassade sei zu erteilen. Zudem 
sei die Verfügung des AGR vom 2. März 2023 aufzuheben.  

5. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet2, führte den Schriftenwech-
sel durch und holte die Vorakten ein. Mit Eingabe vom 24. Oktober 2023 verzichtete die Gemeinde 
auf Einreichen einer förmlichen Vernehmlassungseingabe. Das AGR beantragt mit Stellungnahme 
vom 25. Oktober 2023 die Abweisung der Beschwerde.

6. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein teilweiser Bauabschlag mit einer Wiederherstellungsverfügung nach 
Art. 46 BauG3, der aufgrund eines nachträglichen Baugesuchs ergangen ist. Bauentscheide sowie 
baupolizeiliche Verfügungen können innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der 

2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).

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BVD angefochten werden (Art. 40 Abs. 1 und Art. 49 Abs. 1 BauG). Verfügungen des AGR können 
zusammen mit dem Bauentscheid ebenfalls mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden 
(Art. 84 Abs. 4 BauG). Die BVD ist somit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. 

b) Die Beschwerdeführerin ist als Baugesuchstellerin und Adressatin der angefochtenen Ver-
fügung zur Beschwerde befugt (Art. 40 Abs. 2 BauG und Art. 65 Abs. 1 VRPG4). Auf ihre form- 
und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

2. Streitgegenstand

a) Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der Vorinstanz. Der Streitgegenstand braucht sich nicht 
mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber auch nicht über dieses hinausgehen. Innerhalb 
dieses Rahmens bestimmen die Parteien den Streitgegenstand. Sowohl für das Einleiten eines 
Beschwerdeverfahrens als auch für dessen Umfang und eine allfällige vorzeitige Beendigung gilt 
somit die Verfügungs- oder Dispositionsmaxime sowie das Rügeprinzip. Die Parteien können den 
Streitgegenstand im Verlauf des Verfahrens nicht erweitern, sondern nur einschränken.5

b) Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung des Bauabschlags hinsichtlich der Aus-
führungen an der Nord- und Südfassade und die in diesem Zusammenhang erlassene Wiederher-
stellungsanordnung. Die Baubewilligung hinsichtlich der übrigen Bauvorhaben gemäss Ziffer III a 
bis c des angefochtenen Entscheids (Gegenstände a, b, c, f und g gemäss Verfügung des AGR 
vom 2. März 2023 inkl. den hierzu teilweise verfügten Nebenbestimmungen) sind nicht angefoch-
ten und bilden damit nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens.

3. Art. 24c RPG

a) Mit Verfügung vom 2. März 2023 verweigerte das AGR den (im Vergleich zu dem mit Ent-
scheid vom 31. Januar 2017 bewilligten Zustand) vorgenommenen Änderungen an der Nord- und 
Südfassade mit Ausnahme der Balkongestaltung an der Südfassade die Ausnahmebewilligung 
nach Art. 24c RPG. Gestützt darauf erteilte die Gemeinde dieser Ausführung der Nord- und Süd-
fassade mit Entscheid vom 29. August 2023 den Bauabschlag. Die Beschwerdeführerin erachtet 
die Ausführung dieser Fassaden unter Art. 24c RPG als bewilligungsfähig. 

b) Bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht 
mehr zonenkonform sind, werden in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt (Art. 24c Abs. 1 RPG). 
Solche Bauten und Anlagen können mit Bewilligung der zuständigen Behörde erneuert, teilweise 
geändert, massvoll erweitert oder wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder 
geändert worden sind (Art. 24c Abs. 2 RPG). Veränderungen am äusseren Erscheinungsbild müs-
sen für eine zeitgemässe Wohnnutzung oder eine energetische Sanierung nötig oder darauf aus-
gerichtet sein, die Einpassung in die Landschaft zu verbessern (Art. 24c Abs. 4 RPG). In jedem 
Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vorbehalten (Art. 24c 
Abs. 5 RPG). Eine Änderung gilt als teilweise und eine Erweiterung als massvoll, wenn die Identi-
tät der Baute einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt (Art. 42 
Abs. 1 RPV6). Die Veränderungen können sowohl in inneren Umbauten als auch in äusseren Er-
weiterungen sowie in Zweckänderungen bestehen. Ob die Identität der Baute im Wesentlichen ge-
wahrt bleibt, ist unter Würdigung der gesamten Umstände zu beurteilen (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 RPV). 

4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
5 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 72 N. 12 bis 14.
6 Raumplanungsverordnung des Bundesrats vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1).

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In Art. 42 Abs. 3 Bst. a und b RPV sind allerdings feste quantitative Obergrenzen verankert, bei 
deren Überschreiten die Identität der Baute in jedem Fall als nicht mehr gewahrt gilt. 

Bei der Beurteilung der Identität ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts darauf abzustel-
len, ob eine Änderung bei einer Gesamtbetrachtung von untergeordneter Natur ist. Die Wesens-
gleichheit muss hinsichtlich Umfang, äusserer Erscheinung sowie Zweckbestimmung gewahrt 
werden.7 Dies beurteilt sich sowohl nach baulichen Kriterien (inklusive Erscheinung der Baute) als 
auch nach der Art und Intensität der Nutzung und deren Auswirkungen. Mit dem Bauvorhaben 
dürfen keine wesentlichen neuen Auswirkungen auf die Nutzungsordnung, Erschliessung und Um-
welt geschaffen werden.8 Die Identität einer Baute wird in massgeblicher Weise durch die Umge-
bung mitgeprägt. Gefordert ist nicht völlige Gleichheit von Alt und Neu, sondern die Identität bezieht 
sich auf die «wesentlichen Züge», also die aus raumplanerischer Sicht wichtigen Merkmale des 
Objekts. Daraus leitet sich auch die Aussage von Art. 42 Abs. 1 zweitem Satz RPV ab, wonach 
gestalterische Verbesserungen erlaubt sind. In die Gesamtbeurteilung einzubeziehen sind nament-
lich das äussere Erscheinungsbild, die Nutzungsart und das Nutzungsmass, die Anzahl Wohnein-
heiten, die Erschliessung, die wirtschaftliche Zweckbestimmung sowie die Auswirkungen auf die 
Raumordnung und die Umwelt.9 Auch bei Fällen von Abbruch und Wiederaufbau – wie hier – ist die 
Identität oder Wesensgleichheit von abgebrochenem und neuem Objekt Voraussetzung.10 Massge-
blicher Vergleichszustand für die Beurteilung der Identität ist der Zustand, in dem sich die Baute 
oder Anlage im Zeitpunkt der Zuweisung zum Nichtbaugebiet befand (Art. 42 Abs. 2 RPV), d.h. in 
der Regel beim Inkrafttreten des eidgenössischen Gewässerschutzgesetzes am 1. Juli 1972.  

c) Das AGR führte in seiner Verfügung vom 2. März 2023 im Zusammenhang mit den Änderun-
gen an der Nord- und Südfassade Folgendes aus: 

«d) Änderungen der Nordfassade
Das bewilligte Projekt sah auf allen Geschossebenen, jeweils mittig ein hochrechteckiges Fenster vor. 
Das Erscheinungsbild der Fassade des ursprünglichen Wohnhauses konnte im bewilligten Projekt so 
noch gerade gewahrt werden. Nun wurden weitere Fenster dieser Form, sowohl im Erd- wie im Dach-
geschoss eingebaut. Auf der Ebene des Erdgeschosses wurden zwei zusätzliche Fenster eingebaut. 
Im Galeriegeschoss wurden die zwei bewilligten Fenster vergrössert. Die Gesuchstellerin und der Pro-
jektverfasser versuchen die Situation nun zu verbessern, indem die Brüstungen der drei hohen Fenster 
im Dachgeschoss mit horizontaler Lamellenschalung abgedeckt werden. 

Die Ausführung Nordfassade verfügt über 7 (!) verschiedenartige Fensterformen. Die Fassade wirkt 
unruhig. Es kann auch nicht von einer ästhetischen Verbesserung gesprochen werden. An dieser Be-
urteilung vermag auch die nachträglich eingereichte Fotodokumentation der Nordfassade des ur-
sprünglichen Wohnhauses nichts zu ändern. Die von der Gesuchstellerin vorgeschlagene Projektan-
passung führt zu keiner Verbesserung des Erscheinungsbildes bzw. das ursprüngliche kann dadurch 
nicht besser gewahrt werden. 

  e) Änderungen der Südfassade
Bei der Südfassade handelt es sich um die Hauptfassade des Wohnhauses. Mit dem bewilligten Projekt 
konnte das Erscheinungsbild des ursprünglichen Gebäudes gerade noch gewahrt werden. Dabei wurde 
auch der Tatsache Gewicht beigemessen, dass das Erscheinungsbild einer ortsüblichen Baute im über-
bauten Gebiet entspricht (vgl. Verfügung AGR vom 26. Januar 2017). Die nun ausgeführte Fassade 
währt das Erscheinungsbild des ursprünglichen Gebäudes bei weitem nicht mehr. Es wurden zahlrei-

7 BGer 1C_312/2016 vom 3. April 2017 E. 2.2, 3.1 und 3.2 mit Hinweisen, in ZBl 2018 S. 314 ff.
8 BGer 1C_312/2016 vom 3. April 2017 E. 2.2, 3.1 und 3.2 mit Hinweisen, in ZBl 2018 S. 314 ff.
9 VGE 2017/169 vom 20. März 2018, E. 2 mit weiteren Hinweisen, Muggli, in Praxiskommentar RPG: Bauen ausser-
halb der Bauzone, 2017, Art. 24c N. 24 ff.
10 Muggli, a.a.O., Art. 24c N. 39.

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che Hebeschiebefenster und Dreiecksfenster eingebaut. Das ausgeführte Projekt macht den Anschein, 
als wären wo immer möglich Fenster eingebaut worden. Die Fassade wirkt nahezu wie eine einzige 
Fassade aus Glas. Viel mehr als um eine Anpassung an Bedürfnisse des zeitgemässen Wohnens han-
delt es sich vorliegend um eine Ausführung zur Befriedigung individueller Bedürfnisse an modernes 
Wohnen.

Die Gesuchstellerin unterbreitet den Verbesserungsvorschlag, sowohl die Schrägfenster wie auch die 
nicht bewilligten Fensterflächen mit einer horizontalen Lamellenschalung abzudecken, zwischen den 
einzelnen Lamellen maximal 4 cm Abstand. Auch der untere Teil der beiden Fenster im Obergeschoss 
soll mit derselben Lamellenabdeckung horizontal abgedeckt werden. Das Abdecken von einzelnen 
Fensterflächen mit einem Lamellenfilter führt zu keiner besseren Wahrung des ursprünglichen Erschei-
nungsbildes des Wohnhauses.

Es scheint als würde die Gesuchstellerin im vorliegenden Fall die Gestaltungsgrundsätze zu Artikel 24c 
RPG anwenden wollen, werden doch unter dem Thema Fassaden Verglasungen mit Lamellenfilter als 
bewilligungsfähige Elemente zur Belichtung aufgeführt. Hierzu sei erwähnt, dass solcher Arten von 
Verglasungen fast nur bei Ökonomieteilen in Bauernhäusern zum Zuge kommen, da diese Gebäude-
teile oftmals über keine oder nur eine geringfügige Befensterung verfügen. Mit solchen Lamellenfiltern 
kann das Erscheinungsbild der ursprünglichen Baute gewahrt werden. Vorliegend trifft dies jedoch nicht 
zu, da es sich um ein reines Wohnhaus handelt.»

Gestützt auf diese Ausführungen verweigerte das AGR den Änderungen an der Nordfassade so-
wie den Änderungen an der Südfassade (mit Ausnahme der Balkongestaltung) die Ausnahmebe-
willigung nach Art. 24c RPG. Mit Stellungnahme vom 11. Juli 2023 nahm es zu den von der Be-
schwerdeführerin vorgeschlagenen Anpassungen Stellung. Aus den angepassten Plänen mit Re-
visionsdatum vom 4. Mai 2023 gehe hervor, dass auf beiden Fassaden bei einzelnen Fenstern 
nachträglich die Holzschalung durchgezogen werden solle. Mit den geplanten Änderungen werde 
zwar die Fensterfläche geringfügig verkleinert, die Gesuchstellerin betreibe damit aber lediglich 
kosmetische Massnahmen und führe die Fassaden nicht in den bewilligten Zustand zurück. Man 
halte daher an der Verfügung vom 2. März 2023 vollumfänglich fest.

d) Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde vor, den Gestaltungsgrundsätzen des 
AGR sei unter Ziffer 2 Fassadengestaltung zu entnehmen, dass Verglasungen mit Lamellenfilter 
zulässig seien. Dass dies nur bei Bauernhäusern gelten solle, sei den Gestaltungsgrundsätzen 
nicht zu entnehmen. Vielmehr werde darin Folgendes ausgeführt: «Die folgenden Gestaltungs-
grundsätze gelten für altrechtliche Bauernhäuser. Für die übrigen Bauten (Wohnhäuser, Stöcklis, 
Ferienhäuser und Ähnliches) gelten diese Gestaltungsgrundsätze sinngemäss». Dies bedeute 
nichts anderes, als dass Lamellenfilter eben gerade auch für ihre Baute zulässig seien. Mit den 
Lamellenfiltern würden die Flächen der Fenster derart reduziert, dass diese wieder der ursprüng-
lich erteilten Baubewilligung entsprächen und damit bewilligungsfähig seien. Die Argumentation 
des AGR sowie der Vorinstanz erweise sich damit als reine Behauptung und nicht als substantiiert. 

e) Unbestritten ist vorliegend, dass die vorgenommenen Anpassungen an der Nord- und Süd-
fassade im Vergleich zu dem mit Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramts Interlaken-
Oberhasli vom 31. Januar 2017 und Verfügung des AGR vom 26. Januar 2017 bewilligten Neubau 
bewilligungspflichtig sind und nie bewilligt wurden (formelle Rechtswidrigkeit). Entsprechend er-
suchte die Beschwerdeführerin mit ihrem nachträglichen Baugesuch u.a. um Bewilligung dieser 
Fassadenänderungen.

Der Abbruch des ursprünglichen Wohnhauses und der Neubau eines Wohnhauses wurde mit Ge-
samtentscheid des Regierungsstatthalteramts Interlaken-Oberhasli vom 31. Januar 2017 und die 
Verfügung des AGR vom 26. Januar 2017 gestützt auf Art. 24c RPG bewilligt. Beim geplanten 

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Neubau gemäss den damals bewilligten Plänen kam das AGR in seiner Verfügung zum Schluss, 
dass die Anforderungen an die Wahrung des Erscheinungsbildes noch als eingehalten eingestuft 
werden können. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft, so dass nicht mehr zu 
beurteilen ist, ob dieser Schluss des AGR zur Wahrung der Identität / des Erscheinungsbildes 
richtig war oder nicht. Im Hinblick auf die vorliegend zu beurteilenden Anpassungen an der Nord- 
und Südfassade in Abweichung des mit Entscheid vom 31. Januar 2017 bewilligten Neubaus lässt 
sich aber immerhin festhalten, dass der damals bewilligte Neubau im Vergleich zum ursprüngli-
chen Wohnhaus bereits weitgehende Änderungen des Erscheinungsbildes beinhaltete, insbeson-
dere was die Fassadengestaltung und die Dachgestaltung anbelangt. Neben einer Reduktion der 
Anzahl Geschosse und weitgehenden Veränderungen hinsichtlich der Lage und Anzahl der Fens-
ter auf allen vier Seiten wies der geplante Neubau im Unterschied zum alten Gebäude insbeson-
dere neu drei grosse Balkone auf zwei Ebenen auf, welche sich praktisch über die ganze Südfas-
sade und – die zwei unteren Balkone betreffend – sogar übers Eck auf die Ost- und Westfassade 
erstreckten. Zudem waren neu sowohl ost- als auch westseitig je eine grosse Dachaufbaute vor-
gesehen. Der Formulierung des AGR in der damaligen und in der vorliegend angefochtenen Ver-
fügung lässt sich entnehmen, dass es das Erscheinungsbild mit dem damals beurteilten Neubau 
als gerade noch gewahrt erachtete. 

Das Erscheinungsbild der Nord- und Südfassade des inzwischen realisierten Neubaus weicht nun 
nochmals deutlich von dem im Jahr 2017 bewilligten Fassadenbild ab. Was die südseitige Haupt-
fassade anbelangt, so wurde die Fensterfläche deutlich erhöht und die Fenster weichen in Art und 
Grösse wesentlich vom Fassadenbild des 2017 bewilligten Neubaus ab. Die Nordfassade des 
realisierten Neubaus weist deutlich mehr Fenster auf als bewilligt wurden und weicht aufgrund der 
anders realisierten Fensterformen ebenfalls klar von der 2017 bewilligten Fassade ab. Während 
dem die Nordfassade im 2017 bewilligten Zustand noch einigermassen ruhig wirkte, haben die 
vorgenommenen Anpassungen inzwischen zu einem unruhigen Fassadenbild ohne klar erkenn-
bares Muster geführt. Wenn man nun mit dem für die Beurteilung der Identität nach Art. 24c RPG 
massgebenden Erscheinungsbild dieser Fassaden im ursprünglichen Zustand des alten Wohn-
hauses vergleicht, so haben die Nord- und Südfassade des Neubaus keine Gemeinsamkeiten mit 
denjenigen des ursprünglichen Gebäudes mehr. Das Erscheinungsbild dieser Fassaden des rea-
lisierten Neubaus ist komplett anders und weicht damit in erheblichem Umfang vom Erscheinungs-
bild des alten Wohnhauses ab. Daran vermögen auch die vorgeschlagenen Lamellenfilter an ein-
zelnen Fenstern gemäss dem von der Beschwerdeführerin eingereichten Plan vom 4. Mai 2023 
nichts zu ändern. Bei einer Gesamtbetrachtung aller Änderungen des realisierten Neubaus im 
Vergleich zum ursprünglichen Wohnhaus kann daher die Identität nicht mehr als gewahrt gelten. 
Mit den umschriebenen, weitgehenden Veränderungen der Fenster im Vergleich zum 2017 bewil-
ligten Neubau wurde das Mass der in diesem Zusammenhang zulässigen Änderungen überschrit-
ten, selbst wenn die von der Beschwerdeführerin vorgeschlagenen Lamellenfilter nach den Ge-
staltungsgrundsätzen des AGR zu Art. 24c RPG als grundsätzlich zulässiges Element der Fassa-
dengestaltung aufgeführt werden. Unabhängig von der Frage, ob sich diese Gestaltungs-
grundsätze hinsichtlich der Zulässigkeit der primär bei Ökonomieteilen von bestehenden Bauern-
häuser genutzten Lamellenfilter auch auf neu gebaute Wohnhäuser wie das Vorliegende bezie-
hen, hat sich das anhand des jeweiligen Einzelfalls zu beurteilende Erscheinungsbild hier (auch 
mit den vorgeschlagenen Lamellenfiltern an einzelnen Fenstern) in seiner Gesamtheit so stark 
verändert, dass die Grundsätze der Identitätswahrung des ursprünglichen Gebäudes mit dem 
Neubau verletzt wurden. Das AGR ist damit zu Recht zum Schluss gekommen, dass die vorlie-
gend ersuchten Änderungen an der Süd- und der Nordfassade den Rahmen von Art. 24c RPG 
sprengen und eine entsprechende Ausnahmebewilligung zu verweigern ist. 

4. Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands

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a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer Baubewilligung 
ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens Vorschriften missachtet, 
so setzt die Baupolizeibehörde der Grundeigentümerschaft eine angemessene Frist zur Wieder-
herstellung des rechtmässigen Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 
und 2 BauG).

Nach dem Gesagten steht fest, dass die im Vergleich zum 2017 bewilligten Neubau vorgenom-
menen, vorliegend zu beurteilenden Änderungen an der Nord- und der Südfassade des Neubaus 
sowohl formell (fehlende Bewilligung) als auch materiell (fehlende Bewilligungsfähigkeit) rechts-
widrig sind. Vorliegend hat die Gemeinde daher mit der angefochtenen Verfügung die Wiederher-
stellung des rechtmässigen Zustands im Sinne von Art. 46 Abs. 2 BauG angeordnet, indem sie 
verlangt, dass die vollständige Wiederherstellung der ursprünglich genehmigten Fassaden Nord 
und Süd gemäss Plan «Ansichten» vom 31. Januar 2017 innert einer Frist von 6 Monaten ab 
Rechtskraft des Entscheids auszuführen ist. 

b) Die Wiederherstellung muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sein und darf 
den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen (Art. 47 Abs. 6 BewD11). Eine Wiederherstellungsmass-
nahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das angestrebte Ziel zu erreichen, nicht weiter 
geht, als zur Herstellung des rechtmässigen Zustands nötig ist und die Belastung für die pflichtige 
Person in einem vernünftigen Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.12 Die Wiederherstellung des 
rechtmässigen Zustands kann unverhältnismässig sein, wenn die Abweichung vom Erlaubten nur 
unbedeutend ist oder die Wiederherstellung nicht im öffentlichen Interesse liegt, ebenso, wenn 
der Bauherr in gutem Glauben angenommen hat, die von ihm ausgeübte Nutzung stehe mit der 
Baubewilligung im Einklang, und ihre Fortsetzung nicht gewichtigen öffentlichen Interessen wider-
spricht.13 

c) Die Beschwerdeführerin erachtet die verfügte Wiederherstellung als unverhältnismässig. 
Hier erscheine die Abweichung vom Erlaubten als unbedeutend, insbesondere wenn die vorge-
schlagenen Verbesserungsmassnahmen mit den Lamellenfiltern vor den Fenstern ausgeführt 
würden. Diese seien gemäss den Gestaltungsgrundsätzen zu Art. 24c RPG zulässig. Auch sei 
zwar unbestritten, dass die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands im öffentlichen Inter-
esse liege. Zu beachten sei aber auch, dass insbesondere unter Berücksichtigung der Lamellen-
filter dem öffentlichen Interesse an einer identischen Baute auf einfache Weise Genüge getan 
werden könne. Ihr Interesse an der Aufhebung der Wiederstellung überwiege, da die Wiederher-
stellung mit grossem finanziellem Aufwand verbunden sei. In diesem Zusammenhang sei der Kos-
tenvoranschlag über einen Betrag von CHF 297 000.00 (Beschwerdebeilage 3) zu beachten. Die 
Höhe des Kostenvoranschlags möge zwar überraschen, es sei aber zu beachten, dass die Fenster 
und Flügeltüren nicht nur abmontiert und ersetzt, sondern auch gegen Wind, Wasser und Dampf 
abgeschlossen werden müssten, was die Kosten entsprechend hoch ausfallen lasse. Es sei fest-
zuhalten, dass sie nicht in der Lage sei, diese Kosten aufzubringen, was ebenfalls bei der Inter-
essenabwägung zu berücksichtigen sei.  

d) Vorab ist festzuhalten, dass an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 
grundsätzlich ein erhebliches öffentliches Interesse besteht. Dieses besteht zum einen in der Ein-
haltung der baurechtlichen Bestimmungen und der konsequenten Verhinderung von Bauten, die 
der baurechtlichen Ordnung widersprechen, wobei dem öffentlichen Interesse am konsequenten 
Vollzug des Bau-, Planungs- und Umweltrechts ausserhalb des Baugebiets besonderes Gewicht 

11 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).
12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 9 
und 9c Bst. a.
13 BGE 132 II 21 E. 6 mit Hinweis.

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zukommt.14 Andererseits sprechen auch präjudizielle Gründe für eine vollständige Wiederherstel-
lung. Der Bauherr, der sich nicht an die Baubewilligung hält oder ohne Baubewilligung baut, soll 
nicht besser gestellt werden als ein Bauherr, der die Baubewilligung einhält. Die von der Be-
schwerdeführerin vorgeschlagenen Lamellenfilter an einzelnen Fenstern ändern nach dem Ge-
sagten (E. 3) nichts an der materiellen Rechtswidrigkeit, weshalb damit dem öffentlichen Interesse 
an einer Wiederherstellung – entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin – nicht 
Genüge getan werden kann. Weiter kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, wenn sie 
die Abweichung vom Erlaubten aufgrund dieser Lamellenfilter als unbedeutend bezeichnet. Auch 
mit diesen verändert sich das Erscheinungsbild im Vergleich zum 2017 bewilligten Neubau nach 
dem Gesagten so wesentlich, dass mit den vorgenommenen Änderungen an diesen beiden Fas-
saden die Identität im Vergleich zum ursprünglichen Wohnhaus insgesamt nicht mehr gewahrt 
werden kann. Von einer unbedeutenden Abweichung vom Erlaubten kann entsprechend nicht ge-
sprochen werden. 

e) Gutgläubig kann eine Bauherrschaft sodann nur sein, wenn sie bei zumutbarer Aufmerk-
samkeit und Sorgfalt annehmen durfte, sie sei zur Bauausführung berechtigt. Im Übrigen wird aber 
vorausgesetzt, dass die Bewilligungspflicht für Bauvorhaben bekannt ist. Wer bauen und nutzen 
will, muss sich um die Zulässigkeit seines Tuns kümmern.15 Die Beschwerdeführerin macht vor-
liegend selber nicht geltend, gutgläubig gehandelt zu haben. Dies zu Recht: Selbst als Laie hätte 
sie bei zumutbarer Aufmerksamkeit und Sorgfalt wissen müssen, dass die weitgehenden Verän-
derungen am Fassadenbild der Nord- und Südfassade im Vergleich zum bewilligten Zustand 
gemäss Gesamtentscheid vom 31. Januar 2017 in der Landwirtschaftszone baubewilligungspflich-
tig sind uns sie daher nicht einfach so zur Bauausführung berechtigt war. 

Die Beschwerdeführerin kann daher nicht als gutgläubig gelten. Auf den Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit kann sich auch ein Bauherr berufen, der nicht gutgläubig gehandelt hat. Er muss 
aber in Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, nämlich zum Schutz 
der Rechtsgleichheit und der baulichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des 
gesetzmässigen Zustands erhöhtes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn allenfalls erwach-
senden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksichtigen.16

f) Bleibt die Frage der Verhältnismässigkeit der angeordneten Wiederherstellung durch Rück-
bau der Nord- und Südfassade in den Zustand gemäss den mit Gesamtentscheid vom 31. Januar 
2017 bewilligten Plänen (mit Ausnahme der der Balkongestaltung an der Südfassade). Der ange-
ordnete Rückbau dieser Fassaden in den bewilligten Zustand ist zur Wiederherstellung des recht-
mässigen Zustandes geeignet und erforderlich. Mildere Massnahmen, mit denen dasselbe Ziel 
erreicht werden könnte, sind nicht ersichtlich. Insbesondere kann auch das Anbringen von Lamel-
lenfiltern vor einzelnen Fenstern nicht als milderes Mittels betrachtet werden, wird doch damit 
nach dem Gesagten der rechtmässige Zustand nicht wiederhergestellt. Der innert einer Frist von 
sechs Monaten ab Rechtskraft des Entscheids angeordnete Rückbau in den bewilligten Zustand 
gemäss Gesamtentscheid vom 31. Januar 2017 ist für die Beschwerdeführerin auch zumutbar. 
Das öffentliche Interesse an der vollständigen Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 
überwiegt die Nachteile, die der Beschwerdeführerin durch die Wiederherstellung entstehen, zu-
mal diese angesichts des fehlenden guten Glaubens nicht oder nur in verringertem Mass zu 
berücksichtigen sind (vgl. E. 4e). Angesichts der strengen Rechtsprechung17 betrifft dies auch die 
Vermögensinteressen der Beschwerdeführerin, selbst wenn diese Kosten nicht leicht wiegen soll-
ten. Ob die Kosten für diese Wiederherstellung tatsächlich CHF 297 000.00 betragen, wie dies die 

14 BGE 1C_397/2007 vom 27. Mai 2008 E. 3.4; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a.
15 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b, mit Hinweisen.
16 BGE 132 II 21 E. 6.4 mit Hinweis.
17 BGE 132 II 21 E. 6.4; BVR 2003 S. 97 E. 3b; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9c Bst. c.

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Beschwerdeführerin mittels Kostenvoranschlag moniert, kann bei diesem Ergebnis offen bleiben, 
überwiegen doch selbst bei diesem Betrag die öffentlichen Interessen an der Wiederherstellung. 
Die Beschwerdeführerin trägt schliesslich das finanzielle Risiko einer rechtswidrigen Bauweise 
vollumfänglich selber. An der Zumutbarkeit der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 
vermag daher auch der von der ihr geltend gemachte Umstand, wonach sie nicht in der Lage sei, 
diese Kosten aufzubringen, nichts zu ändern. 

Nach dem Gesagten werden die privaten Interessen der Beschwerdeführerin an der Beibehaltung 
des rechtswidrigen Zustands von den öffentlichen, für die Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands sprechenden Interessen, klar übertroffen. Die angeordnete Wiederherstellungsmass-
nahme ist für die Beschwerdeführerin insgesamt zumutbar und verhältnismässig. 

g) Zusammenfassend liegt die angeordnete Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 
im öffentlichen Interesse und ist verhältnismässig und damit rechtens. 

5. Ergebnis und Kosten

a) Die Beschwerde ist abzuweisen und der Entscheid der Gemeinde Meiringen vom 29. August 
2023 sowie die Verfügung des AGR vom 2. März 2023 sind zu bestätigen. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die Verfah-
renskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr 
von CHF 1200.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV18).

c) Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Parteikostener-
satz (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauentscheid mit teilweisem Bauabschlag und Wie-
derherstellung der Gemeinde Meiringen vom 29. August 2023 und die Verfügung des AGR 
vom 2. März 2023 werden bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 1200.00 werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung auf-
erlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft er-
wachsen ist. 

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

18 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21).

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IV. Eröffnung

- Herrn D.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Meiringen, Gemeindeverwaltung, eingeschrieben
- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Mail

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim Verwaltungs-
gericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine allfällige Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, muss einen An-
trag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift ent-
halten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.

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