# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8edc7a7-3a10-5463-bf59-f164478e76c1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-18
**Language:** de
**Title:** Rentenanspruch, übereinstimmende medizinische Beurteilung, Verschlechterung ausgewiesen; Gutheissung.
**Docket/Reference:** IV.2015.00182
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00182.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00182
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiber Brugger
Urteil
vom
18. März 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Mirjam
Stanek
Brändle
Obergass
Rechtsanwälte
Obergasse 34, Postfach 2177, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
Leistungen Leben, Generaldirektion Schweiz
Postfach, 8085 Zürich
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1961,
meldete sich am 1
0.
Dezember 2008
wegen
psychische
r
Beschwerden
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
8/2
Ziff.
6.2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche
Abklärungen und verneinte mit
Verfügung vom 2
8.
Juli 2009 (
Urk.
8/21) einen Renten
anspruch
.
Die Versicherte zog eine
dagegen
erhobene Beschwerde (
Urk.
8/22/3-4) am 1
3.
Januar 2010 zurück
(
Urk.
8/26/4), worauf das Verfahren mit
Gerichtsverfügung vom 2
1.
Januar 2010
als erledigt abges
chrieben
wurde
(
Urk.
8/26/1-3;
Prozess-
Nr. IV.2009.00833).
1.2
Die Versicherte war a
b dem
1.
Januar 2011
als Bürohilfe
für die
Y.___ AG
tätig (
Urk.
8/49/1-2
Ziff.
1, 2.1 und 2.7).
Am
5.
September 2013 meldete
sie
sich
unter Hinweis
auf eine
systemische Skle
rose erneut bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/33
Ziff.
6.2). Die IV
Stell
e trat auf die Neuanmeldung
ein
und gab
bei der
Medas
Z.___
ein polydisziplinäres Gutachten
(
Urk.
8/68)
in Auftrag
. Nach durchgeführtem
Vor
be
sc
heidverfahren
(
Urk.
8/74-86) sprach
die IV-Stelle
der Versicherten m
it
Ver
fügung vom 1
5.
Januar 2015
ab
1.
März 2014 eine halbe Rente zu (
Urk.
8/91,
Urk.
8/88 =
Urk.
2).
2.
2.1
Die Versicherte erhob am
9.
Februar 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
5.
Januar 2015
(
Urk.
2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine angemessene Rente zuzusprechen. Eventuell sei die Angelegenheit zwecks umfassender Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Mai 2015 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit
Verfügung vom 1
6.
Juli 2015
forderte das Gericht die Gutachter der
Medas
Z.___
auf,
zu einem Bericht
des behandelnden Rheumatologen
Stellung z
u nehmen, und stellte der
Beschwerdeführerin die
Beschwerdeantwort
zu
(
Urk.
9 Dispositiv
Ziff.
1-2). Die Gutachter
reichten
am 2
0.
August 201
5 ihre Stellung
nahme (
Urk.
15) ein.
Die Beschwerdeführerin reichte dem Gericht am 2
6.
Oktober 2015 (
Urk.
13) wei
tere Arztberichte (
Urk.
14/4-6) ein, die der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
1.
Dezember 2015
(
Urk.
16)
zugestellt wurde
n
.
Des Weiteren
wurde den Parteien die
Stellungnahme der Gutachter der
Medas
Z.___
vom 2
0.
August 2015
zur Kenntnis gebracht.
2.3
Mi
t Verfügung vom 1
1.
Februar 2015
wurde die Zürich Versicherungs-Gesell
schaft AG zum Prozess beigeladen (
Urk.
17), die sich innert angesetzter Frist nicht vernehmen liess.
Am
8.
März 2016
(
Urk.
19) reichte die Beschwerdeführerin dem Gericht einen weiteren Arztbericht (
Urk.
20) ein.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mens
vergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
sprach der Beschwerdeführerin
im angefochtenen Ent
scheid
ab dem
1.
März 2014 eine halbe Rente zu.
Grundlage des Entscheides
bildete das Gutachten der
Med
a
s
Z.___
vom 1
1.
Juni 2014
(Datum der polydisziplinären
Besprechung)
. Die Beschwerdegegnerin
stellte
gemäss
dem Gutachten
darauf ab, dass
der Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Bürohilfe zu 50
%
zumutbar sei (
Urk.
2 S. 4 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte vor
, im Gutachten der
Medas
Z.___
werde weder in rheumatologischer noch in internistischer Hinsicht eine Diagnose gestellt, entsprechend sei auch eine Auseinandersetzung betreffend
die
Arbeits
fähigkeit unterb
lieben (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
11). I
nfolge mangelhafter
Befunderhe
bung
, ausgebliebener Diagnosestellung und Auseinandersetzung mit früheren Berichte
n
könne auf das
Medas
Gutachten nicht abgestellt werden. Eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, die auf somatischen Beschwerden basiere,
sei
bis anhin
nie
angezweifelt oder bestritten worden (
Urk.
1 S. 6 f.
Ziff.
27-28).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine höhere als eine halbe Rente hat.
3.
3.1
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte
in einem nicht datierten Bericht (
Urk.
8/9)
als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung auf dem Boden einer
Dysthymie
mit frü
hem Beginn, bestehend seit der Jugend
-
emotional instabile Persönlichkeitszüge, bestehend seit der Jugend
-
Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent
-
Low-dose
Benzodiazepinabhängigkeit
Dr.
A.___
gab an, er erachte die Beschwerdeführerin für den Haushalt als zu 100 % einsatzfähig und belastbar. Für eine Tätigkeit im kaufmännischen Bereich erachte er sie seit Behandlungsbeginn zumeist als zu
50
%
arbeitsfähig (
Ziff.
1.6).
3.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte
daraufhin
mit Verfügung vom 2
8.
Juli 2009 einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin (
Urk.
8/21).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin meldete sich am
5.
September 2013 erneut bei der Beschwerdegegnerin an (
Urk.
8/33).
S
eit dem 1
1.
April 2011
ist sie
bei
Prof.
Dr.
med.
B.___
, L
eitender Arzt, Klinik für Rheumatologie,
C.___
,
in Behandlung (
Urk.
8/53/
2
Ziff.
1.2). Prof.
B.___
stellte im Bericht vom 2
7.
November 2013 (
Urk.
8/53/1-4) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
1.
systemische Sklerose mit Polymyositis
-
Immunologie:
-
ANA 1:40960, anti-
centromer
AK positiv
-
Vaskulopathie
:
-
Raynaud-Syndrom, ES 2009
-
unauffällige Kapillarmikroskopie Juli 2012
-
Integument
:
-
k
eine periphere Hautsklerose, mod.
Rodnan
Skin Score unverändert
0/51
-
o
kuläre
und
enorale
Sicca
-Symptomatik
:
-
Schirmer-Test beidseits pathologisch
-
anti-SS-A, anti-SS-B AK neg
.
-
g
astrointestinal:
-
Refluxoes
ophagitis
,
Antrum
-Gastritis
-
Gastroparese
Stadium II nach ANMS
-
hypertensive
Oesophagusdysmotilität
-
H2-Laktulose-Atemtest Juli 2012: keine Hinweise auf bakterielle Über
wucherung
-
Sklerodermie-assoziierte
Myopathie
/Myositis
-
Muskelschwäche, morgendliche Steifigkeit der Oberschenkel
-
Erhöhung von CK und Myoglobin
-
MRI Oberschenkel April 2011 ohne
Enhancement
-
EMG Juli 2011:
polyphasische
Potentiale im M.
tibialis
anterior
rechts als Hinweis auf eine
myogene
Schädigung
-
aktuell: Rezidiv mit CK-Erhöhung, progrediente Muskelschwäche
-
Polyneuropathie
-
Vitamin B12-Mangel
-
k
ardiopulmonolo
gisches
Screening:
-
Lufu
Dezember 2010: FVC 100
%
, TLC 88
%
, TLCO 53
%
-
Lufu
Juli 2012: FVC 7
3
%
, TLC 91
%
, DLCO 105
%
, DLCO/V
A 61
%
-
CT Thorax Juli 2012:
zentribuläres
Emphysem bei Nikotin, keine
Fibrose
-
Echokardiografie Juli 2012: keine pulmonale Drucksteigerung
-
Therapien
:
-
initial gutes Ansprechen der Myositis auf perorales Prednison 20mg
pro Tag und
Methotrexat
ab August 2001,
Rituxim
ab August 2012
bei Myositis-Rezidiv
2.
chronisches
thorako
- und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
Hyperkyphose der Brustwirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, Tendenz zur Hypermobilität
-
konventionell radiologisch multiple
Traction
Spurs
und
mehrsegmen
tale
Facettengelenksarthrosen
-
aktuell: Infiltration Facettengelenke am 2
2.
April 2013
3.
chronische Depression
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Prof.
B.___
eine passagere mittelschwere Niereninsuffizienz (
S. 2
Ziff.
1.1).
B
ei einer systemischen Sklerose mit Polymyositis handle es sich um eine chroni
sche Autoimmun
erkrankung. Insbesondere stelle
die Kombination mit einem chronischen
thorako
- und
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom und einer schwe
ren Depression therapeutisch eine komplexe Herausforderung dar. Bisher sei trotz
intensiver medikamentöser und physiotherapeutischer Therapien und Abklä
rungen
nur ein beschränkter Therapiee
rfolg zu verzeichnen. Aufgrund der komplexen Situation sei mittelfristig
k
eine deutliche Besserung zu erwarten. Da die chronische Autoimmunerkrankung schubweise verlaufen könne, sei eine Ver
schlechterung mit zusätzlichen Organmanifestationen durchaus möglich (
Ziff.
1.4).
V
om 1
1.
Februar bis
8.
März 2013
habe
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und
v
om
9.
März bis
7.
April 2013
eine
solche
von 50
%
bestanden. Seit dem
7.
April 2013
bestehe
bis auf Weiteres wieder eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6). Psychische Einschränkungen im Rahmen einer schweren chronischen Depression könne er, Prof.
B.___
,
fachärztlich
nicht beurteilen. Die körp
erliche Belastungsfähigkeit sei
durch die schwer verlaufende
Mysositis
und
Myopathie
im Rahmen der systemischen Sklerose
aber
deutlich
eingeschränkt. Eine körperliche Tätigkeit sei weiter durch das chronisc
he
thorako
- und
lum
bo
vertebrale
Schmerzsyndrom mit den in der Diagnoseliste aufgeführten Befun
den eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin klage im Rahmen der
Syste
mer
krankung
des Weiteren über deutliche Konzentrations- und
Erinnerungsbe
schwerden
.
Bereits leichte, wechselbelastende Tätigkeiten führten zu
musku
loskelettalen
Dekompen
sationen. Dies werde auch durch die deutlich eingeschränkte Muskel
kraft in den spezifischen Muskelkrafttests objektiv untermauert. Daher sei auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit nicht möglich
(
Ziff.
1.7).
4
.2
Prof.
B.___
hielt
in einem
weiteren
Bericht vom
2
6.
März 2014 (
Urk.
8/83/5-8)
fest
,
die Beschwerdeführerin
berichte über
verstärkte Muskelschmerzen
seit etwa August 2012
, wobei jetzt insbesondere auch die Arme betroffen seien
. Auch die Dyspnoe habe sich verstärkt
(S. 2
Mitte
).
Bezüglich
der Myositis sei es im Verlauf zu einem Rezidiv mit einer Verschlech
terung der Muskelkraft gekommen, insbesondere bezüglich der Ausdauer und einer
erneuten Erhöhung der Muskelenzyme, allerdings im niedrigen Bereich. Therapeutisch habe er die
Dosis Prednison
auf 10 mg pro Tag erhöht, was zu einer gewissen, jedoch nicht anhaltenden Besserung geführt habe. Bezüglich der subjektiv verstärkten Belastungsdyspnoe lägen weiterhin stabile Werte bei der Lungenfunktion, dem 6-Minunten-Gehtest und der Echokardiographie vor, jeweils ohne Hinweise auf eine Beteiligung im Rahmen der Grunderkrankung (S.
3 unten).
4
.3
4
.3.1
Die Beschwerdegegnerin gab
bei der
Medas
Z.___
ein polydisziplinäres Gutachten
(
Urk.
8/68)
in Auftrag
.
Die Besprechung der Gutachter
fand
am 1
1.
Juni 2014
statt
.
Das Gutachten
ist von Prof.
Dr.
med.
D.___
, Chefarzt, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, und
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Psychiatrie un
d Psy
chotherapie, unterzeichnet und wurde am 1
3.
August 2014
versand
t (S. 1).
Die Gutachter führten aus, die Beschwerdeführerin verspüre seit ein bis zwei Jahren eine Muskelschwäche verbunden mit Schmerzen und morgens auch eine Steifigkeit im Rücken und in den Händen. Oft benötige sie z
wei Stunden oder mehr
,
bis sie sich einigermassen normal bewegen könne.
Zudem habe sie seit
zwei Jahren lumbale Schmerzen, zeitweise fast blockierend. Sie fühle sich immer etwas verkrampft im Rücken. Das Hauptproblem sei allerdings eine rasche Erschöpfbarkeit bei
andauernder
Müdigkeit. Damit einher
gehe ein Gedächt
nisschwund und die Angst, dass der Energiemangel weiter zunehme (S.
22
Ziff.
3.4.1).
4
.3.2
Dr.
F.___
hielt im psychiatrischen Teilgutachten vom 1
0.
Juni 2014 fest,
die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass sie früher in den Jahren von 2006 bis zirka 2011 Alkoholprobleme gehabt habe. Nach eigenen Angaben sei sie nun seit etwa zwei bis drei Jahren abstinent (S.
2
6
Ziff.
5.3.1).
Der Psychiater
Dr.
A.___
habe im Jahr 2009 eine rezidivie
rende depressive Stö
rung vor dem
Hintergrund einer seit der Jugend besteh
enden
Dysthymie
sowie instabile Persönlichkeitszüge diagnostiziert
.
Er habe auch einen Alkohol- und
Benzodiazepinabusus
in der Vergangenheit erwähnt.
Seit
Oktober 2010
sei die Beschwerdeführerin
beim Psychiater
Dr.
med.
G.___
in Behandlung, der eine nicht näher bezeichnete affektive Störung (chronische Depression) sowie eine generalisierte Ang
ststörung diagnostiziert habe.
Bei der aktuellen Untersuchung habe sich ein mittelgradig depressives Krankheitsbild g
ezeigt. Anamnestisch bestehe eine rezidivierende depressive Störung sowie eine allgemeine Anspan
nung und Ängstlichkeit, die als eine generalisierte Angststörung bezeichnet wer
den könne. Die Frage eines Substanzmissbrauches sei noch nicht ganz geklärt (S. 27 Mitte).
Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, sich uneingeschränkt an Regeln und Routinen anzupassen. Ihre Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Auf
gaben sei in Folge von depressiven und ängstlichen Stimmungen leicht herab
gesetzt. Flexibilität und Umstellungsfähigkeit seien wegen ihrer etwas zwang
haften Persönlichkeitsstruktur nie ihre Stärke gewesen. Durch die depressiven und ängstlichen Symptome seien ihre Flexibilität und Umstellungsfähigkeit noch reduziert. Wegen ihrer Konzentrationsstörungen und ihrer Vergesslichkeit könne die Fähigkeit zur Anwendung fachlicher Kompetenzen reduziert sein. Des Weiteren sei die Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit sowie die Durchhalte- und Selbstbehauptungsfähigkeit durch depressive und Angstsymptome erheblich reduziert (S. 28
Ziff.
5.4.4). Aus psychiatrischer
und
versicherungsmedizinischer Sicht sei die zu leistende Willensanstrengung durch
die
depressive Störung sowie eine Angststörung reduziert (S. 28
Ziff.
5.4.5).
Dr.
F.___
nannte als psychiatrische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit eine rezidivierende depressive Störung bei einer gegenwärtig mittelgradigen Episode mit somatischem Syndrom und eine gemischte Angststörung (insbeson
dere Symptome einer generalisierten Ang
ststörung und Zwangshandlungen,
S.
29
Ziff.
5.5
.1
).
4
.3.3
Die Gutachter
der
Medas
Z.___
stellten zusammenfassend folgende
Haupt
d
iagnosen
(S. 31
Ziff.
6.1.1):
-
systemische Sklerose mit Polymyositis und
Sicca
-Symptomatik
-
gastrointestinale Begleitprobleme:
Antrumgastritis
,
Gastroparese
Sta
dium II nach HNMS,
hypertensive
/hyperkontraktile
Motilitätsstörung des Oesophagus
-
Sklerodermie-assoziierte
Myopathie
/Myositis mit M
uskelschwäche,
Mor
gensteifigkeit
, reduzierter Kraft
, rezidivierende CK-Erhöhung mit progre
dienter Muskelschwäche
-
C
OPD mit
zentrilobulären
Emphysem
bei
Nikotinabusus
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom
-
gemischte Angststörung (insbesondere Symptome einer generalisierten Angststörung und einige Zwangshandlungen)
A
ls Nebendiagnose ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nann
ten die Gutachter
einen Verdacht auf e
in Alkoholabhängigkeitssyndrom
bei episodischem Substanzgebrauch
(S. 31
Ziff.
6.1.2).
4
.3.4
Die Beschwerdeführerin fühle sich seit einigen Jahren schwächer und erschöpf
barer. Die Beschwerden seien von ihr und den Ärzten auf ihre depressive Erkrankung zurückgeführt worden.
In der Klinik für Rheumatologie des
C.___
sei
schliesslich
die
Diagnose einer systemischen Sklerose mit Polymyositis gestellt worden, dies bei typischen immunologischen Veränderungen mit massiv erhöhten
antinukleären
Antikörpern und positiven
a
nti-
zentromeren
Antikör
pern. Die Beschwerdeführerin sei in Behandlung beim
Kollagenose-
Spezialisten Prof.
B.___
.
Im letzten Bericht vom 2
6.
März 2014 werde eine
ok
uläre
und
enorale
Sicca
-
Symptomatik sowie ein beidseits pathologischer Schirmer-Test betont, wogegen bisher keine periphere H
autsklerose festzustellen sei.
Gastro
intestinal fänden sich eine
Antrum
g
astritis
und eine Motilitätsstörung des tubu
lä
ren Ösophagus. Hervorzuheben sei insbesondere eine assoziierte
Myopa
thie
und Myositis mit Muskelschwäche, morgendlicher Steifigk
eit, speziell der Oberschenkel
sowie intermittierend erhöhte CK- und Myoglobin-Werte. Von rheumatologischer Seite müsse gesagt werden, dass bei einer systemischen Sklerose bis heute keine bewährte medikamentöse Therapie angeboten werden könne (S. 31 f.
Ziff.
6.2.2).
Rheumatologisch sei
aktuell
eine muskuläre Morgensteifigkeit, eine Ermüdbar
keit und allgemein eine rasche Erschöpfbarkeit aufgrund des Krankheitsbildes nachvollziehbar.
Die Beschwerdeführerin selber betone vorwiegend eine rasche Erschöpfbarkeit bei körperlichen Anstrengungen. Eine Verminderung der Kon
zentration und der geistigen Leistungsfähigkeit könne vorwiegend psychiatrisch erklärt werden bei einer rezidivierenden depressiven Störung bei gegenwärtig mittelgradiger Episode mit somatischem Syndrom kombiniert mit einer gemischten Angststörung (S. 32
Ziff.
6.2.3). Die Beschwerdeführerin fühle, dass sich ihr Zustand psychisch und körperlich zunehmend verschlechtere. Da sie sich körperlich und geistig stets energielos füh
le, sei sie in der Regel nur 20
% bis höchstens 50
%
im Betrieb ihres Ehemannes tätig (S. 32
Ziff.
6.2.4).
Internistisch sei ein
zentribuläres
Emphysem bei
Nikotinabusus
bekannt, wel
ches die Arbeitsfähigkeit für Bürotätigkeiten kaum relevant einschränke. Rheu
matologisch sei seit 2010 eine systemische Sklerose mit Polymyositis bekannt. Es handle sich um eine prinzipiell langsam progrediente und nicht befriedigend therapierbare Erkrankung. Diese führe zu einer morgendlichen Steifigkeit ver
schiedener Muskelgruppen, einer allgemeinen Muskelschwäche sowie einer raschen körperlichen Erschöpfbarkeit. Das positive Leistungsbild als
Büromitar
beiterin
werde durch die Erkrankung in einem geschätzten Ausmass von 50
%
eingeschränkt bezogen auf ein Pensum von 100
%
. Die Einschränkung sei bedingt durch die erschöpfungsbedingte Verlangsamung und die
vermehrt nöti
gen
Pausen. Von psychiatrischer Seite werde eine seit Jahren bekannte rezidi
vierende depressive Störung festgestellt. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Bürokraft sei die Arbeitsfähigkeit psyc
hiatrisch um 50 % eingeschränkt
bezogen auf ein Pensum von 100
%
. Polydisziplinär werde die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit somatisch und
psychiatrisch integral auf 50
%
geschätzt. Dies gelte für die angestammte Tätigkeit im Büro des Ehemannes, jedoch ebenso für adaptierte Tätigkeiten (S.
32 f.
Ziff.
7.1.1).
Mit den Arbeitsunfähigkeitszeugnissen von
Prof.
B.___
werde für die
ange
stammte Tätigkeit ab dem 1
1.
Februar 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und
ab dem
9.
März 2013 eine solche von 50
%
dokumentiert. Von psychiatri
scher Seite
habe
der behandelnde Psychiater
Dr.
G.___
ab dem 1
6.
September 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
attestiert
(S. 33
Ziff.
7.1.2).
4
.4
Prof.
B.___
antwortete
in einem Bericht vom 2
7.
August 2014 (
Urk.
8/83/9-11)
auf
die Fragen der Zürich Versicherungs-Gesellschaft.
Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft stellte die Frage, ob mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf gerechnet werden könne. Prof.
B.___
antwortete
darauf
, mit einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit könne nicht gerechnet werden.
Wie bereits in einem
Vorbericht aus dem Jahr 2013 ausführ
lich erwähnt, liege eine komplizierte Situation vor. Dies, da bereits eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu
muskuloskelettalen
Dekompensationen führe. Die de
utlich reduzierte Muskelkraft s
e
i
durch die spezifischen Muskelkraft-Tests objektiv
gestützt
. Insgesamt liege eine komplizierte Gemengelage vor bestehend aus objektivierbaren schweren
muskuloskelettalen
Einschränkungen infolge der Autoimmunerkrankung, einem chronischen
thorako
- und
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom mit radiologisch objektivierbaren degenerativen Veränderun
gen und fehlenden Therapiemöglichkeiten wegen der geringen muskulären Belastungsfähigkeit sowie der langjährigen psychiatrischen Diagnose mit inten
siver psychiatrischer Behandlung (S. 3
Ziff.
5).
Aufgrund der stark eingeschränkten Muskelkraft bestehe von rheumatologisch-immunologischer Seite aktuell keine Arbeitsfähigkeit, auch nicht in einer ange
passten Tätigkeit. Aufgrund der dargestellten Gemengelage und der dadurch eingeschränkten therapeutischen Möglichen seien die Aussichten schlecht (S. 3
Ziff.
6).
Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft stellte Prof.
B.___
sodann
die Frage, ob von einer weiteren ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung zu erwarten sei. Prof.
B.___
antwortete
darauf
,
die chronische Autoimmunerkrankung (systemische Sklerose mit Polymyositis) könne bei Exa
z
erbationen, wie sie bereits stattgefunden hätten, mit einer Erweiterung der immunsuppressiven Medika
men
te behandelt werden. Mittelfristig sei keine Besserung zu erwarten (S. 3
Ziff.
7).
4
.5
Prof.
D.___
,
Dr.
E.___
und
Dr.
F.___
nahmen am 2
0.
August 2015 (
Urk.
15)
auf Anfrage des Gerichts (vgl.
Urk.
9-10)
zum Bericht von Prof
.
B.___
vom 2
7.
November
2013
Stellung
. Die Gutachter gaben an, man habe den Bericht von Prof.
B.___
vom 2
7.
November 2013 in den Akten aufgeführt, inklusive seiner Beurteilung der Arbeitsfäh
igkeit ab dem 2
7.
November 201
3.
Die Angabe von Prof.
B.___
:
„Bis auf Weiteres“ sei e
in unklarer Begriff und bedeute
nicht unbedingt andauernd. Ein Gutachter habe die Vorberichte zur Kenntnis zu nehmen, müsse aber auch aufgrund der aktuellen Befunde eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgeben.
Man habe die Einschätzung
einer
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
begründet
, auf
grund der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin seit 2008
eine körperlich leichte Tätigkeit im Büro beziehungsweise im kleinen Betrieb ihres Ehemannes
mit relativ frei wählbaren Arbeitszeiten
ausgeübt habe. Die Arbeit sei im Wohn
haus des Ehepaares erfolgt, wobei sich die Beschwerdeführerin selbst als zwi
schen 20
und
50
%
arbeitsfähig eingestuft habe. Dabei handle es sich zweifels
ohne um eine ideale adaptierte Tätigkeit. Weitere Berichte oder Zeugnisse von Prof.
B.___
hätten den Gutachtern nicht vorgelegen.
Gemäss einem Bericht
von Prof.
B.___
vom 2
7.
August 2014 habe rund zwei Wochen nach
dem
Versand des Gutachtens der
Medas
Z.___
erneut eine Untersuchung bei
Prof.
B.___
stattgefunden.
Dabei sei
zur Ansicht gekommen, dass aufgrund der stark eingeschränkten Muskelkraft aktuell keine Arbeitsfä
higkeit mehr bestehe. Aus Sicht der Gutachter sei anzumerken, dass eine ein
geschränkte Muskelkraft bei einer büromässigen Tätigkeit, ausgeübt im Wohn
haus, nicht unbedingt eine volle Arbeitsunfähigkeit begründen müsse und sich die Beschwerdeführerin vor einem Jahr selbst als zu 20
bis
50
%
arbeitsfähig
eingestuft
habe.
Die Grunderkrankung sei langsam progredient und therapeutisch wenig beein
flussbar. Die Gutachter hätten dies im Gutachten auch betont. Zudem sei zu bemer
ken, dass seit dem Gutachten mehr als ein Jahr vergangen sei
und der Kollagenose-Spezialist Prof.
B.___
die Beschwerdeführerin regelmässig sehe, dies im Gegensatz zu den Gutachtern, die die Beschwerdeführerin nur einmal untersucht hätten. Somit sei wohl auf die Beurteilung des aktuell behandelnden Rheumatologen abzustellen.
4.6
Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 2
6.
Oktober 2015 (
Urk.
13)
Arztberichte über aktuelle im
C.___
durchgeführte Untersuchungen ein. Es han
delt sich um
Berichte
der Klinik für Rheumatologie des
C.___
vom 1
0.
September 2015 (
Urk.
14/6), der Klinik für Pneumologie vom
1.
Oktober 2015 (
Urk.
14/5) und der Klinik für Neurologie vom 1
5.
Oktober 2015 (
Urk.
14/4).
Die behan
delnden Ärzte äusserten sich
darin
nicht zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin.
Am
8.
März 2016 (
Urk.
19) reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren
Arzt
bericht
von Prof.
B.___
vom 1
1.
Februar 2016 (
Urk.
20) ein.
Der Bericht vom
1
1.
Februar 2016 enthält ebenfalls keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
5
.
5
.1
Die Beschwerdeführerin
nahm per
1.
Januar 2011
eine Erwerbstätigkeit bei der
Y.___
AG auf, wo
sie
mit einem Pensum
von 100
%
als Bürohilfe
arbeitete
(
Urk.
8/49/2
Ziff.
2.7 und 2.9).
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin
daher
im
Abklärungsbericht vom 2
9.
September 2014
über eine Haushaltabklärung vom
9.
Januar 2014
neu
als
zu
100
%
Erwerbstätige (
Urk.
8/70 S. 6
Ziff.
4).
Bei der
Beschwerdeführerin
wurden neu
eine systemische Sklerose mit
Poly
myo
sitis
sowie
ein chronisches
thorako
- und
lumbovertebrales
Schmerz
synd
rom
diagnostiziert
.
Daneben besteht seit Längerem eine chronische depres
sive Stö
rung
(E. 4.1 hiervor)
.
Die Beschwerdeführerin ist aufgrund der systemi
s
chen Sklerose in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt.
Der behandelnde Rheumatologe
Prof.
B.___
attestierte
der Beschwerdeführerin im Bericht vom 2
7.
November 2013 für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bürohilfe
ab dem 1
1.
Februar 2013
ein
e Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Zwi
schen
zeitlich bestand v
om
9.
März bis
6.
April 2013 e
ine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. A
b dem
7.
April 2013
bestand
wiede
r eine volle Arbeitsunfähigkeit
. Pr
of.
B.___
bestätigte
im Bericht vom
2
7.
August 2014
eine
Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
(E.
4
.4). Abweichend dazu
gelangten die Gutachter
der
Medas
Z.___
im Hinblick auf die angestammte Tätigkeit
zu einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(E. 4.3.4)
.
Es la
gen somit
unterschiedliche
Beurteilungen zur Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit
als Bürohilfe
vor.
5.2
Nachdem
sich
die Gutachter der
Medas
Z.___
in der Stellungnahme vom 2
0.
August 2015
der Einschätzung von Prof.
B.___
anschlossen,
ist
nach
über
ein
stim
mender medizinischer Beurteilung
für die angestammte Tätigkeit als
Büro
hilfe
sowie für eine angepasste
Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auszugehen.
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hat sich daher seit der letztmaligen Beurteilung
der Verhältnisse
von somatischer Seite
bei einer
systemischen Sklerose mit Polymyositis
wesentlich verschlechtert.
5.3
Zusammenfassend besteht für die angestammte sowie eine angepasste Tätigkeit
nach Ablauf der Wartezeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Die Beschwer
deführerin hat
daher
ab dem
1.
März 2014
Ans
pruch auf eine ganze Rente
.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
6
.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorl
iegend sind die Kosten auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Beim praxisgemässen Ansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich
MWSt
) ist die
der Beschwer
deführerin zuzusprechende
Parteientschädigung mit
Fr.
2‘300.-- (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde
vom
9.
Februar 2015
wird
die
angefochtene
Ver
fügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 1
5.
Januar 2015 dahingehend abgeändert, als festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin ab dem
1.
März 2014 Anspruch auf eine ganze Rente hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
8
00
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
2‘300
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Mirjam
Stanek
Brändle
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage je einer Kopie von
Urk.
19-20
-
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrugger