# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eebb47bc-a5f4-50de-b5e8-4d0f17022fbc
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 20.03.2024 SBK.2024.64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2024-64_2024-03-20.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2024.64 
(HA.2024.56)  

Art. 92 

 

 

Entscheid vom 20. März 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari 

Oberrichterin Schär 

Gerichtsschreiberin Groebli Arioli  

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, 

[…] 

z.Zt.: Bezirksgefängnis Baden, Ländliweg 2, 5400 Baden  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Pascal Messerli,  

[…]   

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Baden,  

Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

19. Februar 2024 betreffend Verlängerung der Untersuchungshaft 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Baden führt gegen A._____ ein Strafverfahren we-

gen gewerbsmässigen Betrugs und eventuell qualifizierter Geldwäscherei. 

 

1.2. 

A._____ wurde am 19. Juni 2023 festgenommen und mit Verfügung des 

Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 22. Juni 2023 bis 

zum 18. August 2023 in Untersuchungshaft versetzt. 

 

1.3. 

Am 18. Juli 2023 stellte A._____ bei der Staatsanwaltschaft Baden ein Ge-

such um Haftentlassung, welches das Zwangsmassnahmengericht des 

Kantons Aargau mit Verfügung vom 2. August 2023 teilweise guthiess und 

anstelle der Untersuchungshaft einstweilen bis am 2. November 2023 Er-

satzmassnahmen (u.a. die Hinterlegung einer Sicherheitsleistung in Höhe 

von Fr. 310'000.00 [Dispositiv-Ziff. 1e]) anordnete. Die dagegen mit Ein-

gabe vom 9. August 2023 erhobene Beschwerde hiess die Beschwerde-

kammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau mit Ent-

scheid vom 1. September 2023 (SBK.2023.236) insoweit teilweise gut, als 

sie die Dispositiv-Ziffer 1e aufhob und die Sache zum neuen Entscheid im 

Sinne der Erwägungen an das Zwangsmassnahmengericht des Kantons 

Aargau zurückwies. Mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des 

Kantons Aargau vom 9. Oktober 2023 wurde das Haftentlassungsgesuch 

von A._____ vom 18. Juli 2023 abgewiesen. 

 

1.4. 

Am 17. August 2023 beantragte die Staatsanwaltschaft Baden u.a. die Ver-

längerung der Untersuchungshaft um drei Monate. Mit Verfügung des 

Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 24. August 2023 

wurde die angeordnete Untersuchungshaft um drei Monate bis zum 17. No-

vember 2023 verlängert. Ersatzmassnahmen wurden nicht mehr als genü-

gend wirksam erachtet, um den gleichen Zweck wie die Haft zu erfüllen. 

Eine dagegen erhobene Beschwerde von A._____ wies die Beschwerde-

kammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau mit Ent-

scheid vom 25. September 2023 ab (SBK.2023.266). 

 

1.5. 

Mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

21. November 2023 wurde die Untersuchungshaft auf Haftverlängerungs-

gesuch der Staatsanwaltschaft Baden vom 9. November 2023 hin um drei 

Monate bis zum 16. Februar 2024 verlängert. 

 - 3 - 

 

 

 

2.1. 

Die Staatsanwaltschaft Baden beantragte mit Eingabe vom 7. Feb-

ruar 2024 beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau die wei-

tere Verlängerung der Untersuchungshaft um die vorläufige Dauer von drei 

Monaten. 

 

2.2. 

In Gutheissung dieses Gesuchs verlängerte das Zwangsmassnahmenge-

richt des Kantons Aargau mit Verfügung vom 19.  Februar 2024 die Unter-

suchungshaft um drei Monate bis zum 15. Mai 2024. 

 

3. 

3.1. 

Gegen diese ihm am 21. Februar 2024 zugestellte Verfügung erhob 

A._____ mit Eingabe vom 29. Februar 2024 (Postaufgabe: 1. März 2024) 

bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons 

Aargau Beschwerde mit den folgenden Anträgen: 

 

" 1. 
Es sei die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts aufzuheben und 
der Beschwerdeführer aus der Untersuchungshaft zu entlassen. 
 
2. 
Eventualiter sei die Untersuchungshaft auf maximal zwei Monate zu ver-
längern. 
 
3. 
Es seien dem Beschwerdeführer keine Kosten aufzuerlegen." 

 

3.2. 

Mit Beschwerdeantwort vom 7. März 2024 beantragte die Staatsanwalt-

schaft Baden die Beschwerdeabweisung unter Kostenfolgen. 

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 11. März 2024 erklärte das Zwangsmassnahmengericht 

des Kantons Aargau den Verzicht auf eine Vernehmlassung unter Hinweis 

auf die Begründung des angefochtenen Entscheids. 

 

3.4. 

Der Beschwerdeführer verzichtete am 18. März 2024 auf eine Stellung-

nahme. 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die verhaftete Person kann Entscheide über die Anordnung, die Verlänge-

rung und die Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der 

Beschwerdeinstanz mit Beschwerde anfechten (Art. 222 i.V.m. Art. 393 

Abs. 1 lit. c StPO). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 StPO) ist einzutreten. 

 

2. 

Grundsätzlich bleibt eine beschuldigte Person in Freiheit. Sie darf nur im 

Rahmen der Bestimmungen der StPO freiheitsentziehenden Zwangsmass-

nahmen unterworfen werden (Art. 212 Abs. 1 StPO). Die Untersuchungs-

haft – als eine der vom Gesetz vorgesehenen freiheitsentziehenden 

Zwangsmassnahmen (Art. 197 Abs. 1 lit. a StPO) – ist gemäss Art. 221 

Abs. 1 StPO nur zulässig und darf lediglich dann angeordnet oder aufrecht-

erhalten werden, wenn die beschuldigte Person eines Verbrechens oder 

Vergehens dringend verdächtigt wird (allgemeiner Haftgrund des dringen-

den Tatverdachts) und zusätzlich ein besonderer Haftgrund vorliegt, also 

ernsthaft zu befürchten ist, dass die beschuldigte Person sich durch Flucht 

dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht (Fluchtge-

fahr; lit. a), Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die 

Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (Kollusionsgefahr; lit. b), oder durch 

Verbrechen oder schwere Vergehen die Sicherheit anderer unmittelbar er-

heblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt 

hat (sog. "einfache" Wiederholungsgefahr; lit. c). Untersuchungshaft ist ge-

mäss Art. 221 Abs. 1bis StPO ausnahmsweise zulässig (sog. "qualifizierte" 

Wiederholungsgefahr), wenn die beschuldigte Person dringend verdächtig 

ist, durch ein Verbrechen oder ein schweres Vergehen die physische, psy-

chische oder sexuelle Integrität einer Person schwer beeinträchtigt zu ha-

ben (lit. a) und die ernsthafte und unmittelbare Gefahr besteht, die beschul-

digte Person werde ein gleichartiges, schweres Verbrechen verüben (lit. b). 

Haft ist schliesslich zulässig, wenn die ernsthafte und unmittelbare Gefahr 

besteht, eine Person werde ihre Drohung, ein schweres Verbrechen aus-

zuführen, wahrmachen (Ausführungsgefahr; Art. 221 Abs. 2 StPO). 

 

Freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen sind aufzuheben, sobald ihre 

Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind (Art. 212 Abs. 2 lit. a StPO), die 

von der StPO vorgesehene oder von einem Gericht bewilligte Dauer abge-

laufen ist (Art. 212 Abs. 2 lit. b StPO) oder Ersatzmassnahmen zum glei-

chen Ziel führen (Art. 212 Abs. 2 lit. c und Art. 237 ff. StPO). 

 

3. 

Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau bejahte den drin-

genden Tatverdacht des gewerbsmässigen Betrugs und eventuell qualifi-

zierter Geldwäscherei mit Verweis auf die Aussagen des 

 - 5 - 

 

 

Beschwerdeführers anlässlich seiner Einvernahme vom 27. Novem-

ber 2023 (angefochtene Verfügung E. 2.3). Der Beschwerdeführer bestrei-

tet den allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts nicht, sondern 

bringt einzig vor, er sei nicht der Kopf der Bande, was Einfluss auf die Be-

urteilung der Fluchtgefahr sowie auf die Verhältnismässigkeit habe 

(vgl. Beschwerde S. 1 f.). Auf die genannten Einwände wird nachfolgend 

bei der Prüfung der Fluchtgefahr sowie der Verhältnismässigkeit einzuge-

hen sein. Im Übrigen kann für den Tatverdacht auf die zutreffenden Erwä-

gungen des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau verwiesen 

werden (vgl. zudem auch dessen bisherigen Verfügungen betreffend 

Haftanordnung, -verlängerung und Abweisung Haftentlassungsgesuch so-

wie die Entscheide der Beschwerdekammer in Strafsachen des Oberge-

richts des Kantons Aargau vom 1. September 2023 [SBK.2023.236 E. 2.2] 

sowie vom 25. September 2023 [SBK.2023.266 E. 3.3]). Der allgemeine 

Haftgrund des dringenden Tatverdachts gegen den Beschwerdeführer be-

treffend gewerbsmässigen Betrug und eventuell qualifizierte Geldwäsche-

rei ist somit zu bejahen. 

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau bejahte im Übrigen 

den Haftgrund der Fluchtgefahr (angefochtene Verfügung E. 2.4 [mit Ver-

weis auf den Entscheid der Beschwerdekammer in Strafsachen des Ober-

gerichts des Kantons Aargau vom 25. September 2023 E. 4.1.4]; vgl. dazu 

auch seine Verfügungen vom 24. August 2023 [HA.2023.397], vom 9. Ok-

tober 2023 [HA.2023.351] und vom 21. November 2023 [HA.2023.553]). 

 

4.1.2. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er nicht der Kopf der Gruppe 

sei und sich die Fluchtgefahr in den letzten Monaten verringert statt erhöht 

habe. Sein Geständnis wirke zudem strafmildernd auf die drohende Ge-

samtfreiheitsstrafe. Da er sich bereits seit acht Monaten in Untersuchungs-

haft befinde, werde die nach dem erstinstanzlichen Urteil zu verbüssende 

Reststrafe zudem nicht allzu hoch sein. Er könnte freigelassen werden, 

wenn zwei Drittel der Strafe verbüsst seien. Auch sei es nach wie vor mög-

lich, dass eine teilbedingte Strafe ausgesprochen werde. Die Fluchtgefahr 

sei nicht mehr als derart hoch einzustufen wie noch im Sommer 2023. Das 

Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau habe ihn noch im Som-

mer 2023 aus der Untersuchungshaft entlassen wollen, was lediglich daran 

gescheitert sei, dass er die hohe Sicherheitsleistung nicht habe bezahlen 

können. Sein Lebensmittelpunkt liege zudem eindeutig in der Schweiz und 

nicht in der Türkei. Dementsprechend existiere keine Fluchtgefahr mehr und 

der Fluchtneigung, die ihm attestiert werde, könne man mit Ersatzmassnah-

men entgegenwirken (Beschwerde, S. 1 ff.). 

 

 - 6 - 

 

 

4.1.3. 

Die Staatsanwaltschaft Baden macht im Wesentlichen geltend, dass sich 

an der Fluchtgefahr nichts geändert habe. Der Beschwerdeführer verwei-

gere weiterhin die Aussage darüber, wer als Kontakt- und Angelpunkt in 

der Türkei wirke. Im Falle einer Freilassung bestehe gestützt auf die jüngs-

ten Aussagen von B._____ die ausgeprägte Gefahr, dass der Beschwer-

deführer in die Türkei ausreisen und sich zu seinem Bruder begeben 

würde, wo er einen Anteil an der Beute für seinen Lebensunterhalt einset-

zen könnte (Beschwerdeantwort S. 2 f.). 

 

4.2. 

Die Annahme von Fluchtgefahr als besonderer Haftgrund setzt ernsthafte 

Anhaltspunkte dafür voraus, dass die beschuldigte Person sich dem Straf-

verfahren oder der zu erwartenden Sanktion durch Flucht entziehen könnte 

(Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO). Im Vordergrund steht dabei eine mögliche 

Flucht ins Ausland, denkbar ist jedoch auch ein Untertauchen im Inland. 

Bei der Bewertung, ob Fluchtgefahr besteht, sind die gesamten konkreten 

Verhältnisse zu berücksichtigen. Es müssen Gründe bestehen, die eine 

Flucht bzw. ein Untertauchen nicht nur als möglich, sondern als wahr-

scheinlich erscheinen lassen. Nach der Rechtsprechung des Bundesge-

richts darf die Schwere der drohenden Sanktion zwar als ein Indiz für 

Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für sich allein nicht, um 

den Haftgrund zu bejahen. Vielmehr müssen die konkreten Umstände des 

betreffenden Falls, insbesondere die gesamten Lebensverhältnisse der be-

schuldigten Person, in Betracht gezogen werden. So ist es zulässig, ihre 

familiären und sozialen Bindungen, ihre berufliche Situation, allfällige 

Schulden sowie Kontakte ins Ausland und Ähnliches zu berücksichtigen 

(BGE 145 IV 503 E. 2.2, BGE 143 IV 160 E. 4.3, Urteil des Bundesgerichts 

1B_548/2021 vom 26. Oktober 2021 E. 2.1 mit Hinweisen). 

 

4.3. 

Mit Entscheid vom 25. September 2023 bejahte die Beschwerdekammer in 

Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau wie schon in ihrem Ent-

scheid vom 1. September 2023 aufgrund der dargelegten Umstände (türki-

scher Staatsangehöriger mit beruflichen und familiären Kontakten in die 

Türkei; verfügt kaum über soziale Kontakte in der Schweiz; wird in der 

Schweiz in absehbarer Zeit nicht mehr als Treuhänder arbeiten können; es 

war keine einbringliche Tätigkeit; Telefongespräch des Beschwerdeführers 

mit C._____ vom 9. Juni 2023 über die Eröffnung eines Cafés in einer Ort-

schaft in der Türkei) sowie der Schwere der Vorwürfe die ausgeprägte 

Fluchtgefahr (SBK.2023.266 E. 4.1 f. sowie E. 5.3 f.). Hiervon ist nach wie 

vor auszugehen, zumal sich hinsichtlich der Lebensumstände des Be-

schwerdeführers keine Veränderungen ergeben haben, die eine andere 

Beurteilung zulassen würden (vgl. dazu auch den Haftverlängerungsantrag 

der Staatsanwaltschaft Baden vom 7. Februar 2024, S. 4). 

 

 - 7 - 

 

 

Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag an der von der Be-

schwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

bereits bejahten Fluchtgefahr nichts zu ändern. Das Sachgericht wird zu 

entscheiden haben, wie es sich genau mit der Rollenverteilung innerhalb 

der Gruppierung verhält. Ohne dem Sachgericht hinsichtlich der Schwere 

der drohenden Sanktion – welche als ein Indiz für Fluchtgefahr gewertet 

werden kann – in irgendeiner Weise vorgreifen zu wollen, kann festgehal-

ten werden, dass der Beschwerdeführer trotz seines (Teil-)Geständnisses 

vom 27. November 2023 (es bezieht sich in erster Linie lediglich auf das 

Ausstellen von Rechnungen, vgl. seine Einvernahme vom 27. Novem-

ber 2023, S. 5 ff., Beilage 1 zum Haftverlängerungsantrag der Staatsan-

waltschaft Baden vom 7. Februar 2024) mit einer langjährigen Freiheits-

strafe rechnen muss. Seit dem letzten Haftentscheid wird dem Beschwer-

deführer zusätzlich vorgeworfen, Mittäter eines fünften Betrugs (gewesen) 

zu sein. Der Deliktsbetrag ist neu um knapp eine halbe Million Franken hö-

her als noch beim letzten Gesuch der Staatsanwaltschaft Baden um Haft-

verlängerung bzw. beträgt neu über Fr. 1.2 Mio. (vgl. Haftverlängerungsan-

trag der Staatsanwaltschaft Baden vom 7. Februar 2024, S. 3 f. sowie Be-

schwerdeantwort S. 2). Die Standortdaten des Mobiltelefons des Be-

schwerdeführers konnten zudem mit einem weiteren Betrugsdelikt in Zu-

sammenhang gebracht werden, wobei der Beschwerdeführer geltend 

macht, die entsprechende Telefonnummer sei ihm entwendet worden 

(vgl. Einvernahme des Beschwerdeführers vom 27. November 2023, S. 22, 

Beilage 1 zum Haftverlängerungsantrag der Staatsanwaltschaft Baden 

vom 7. Februar 2024). Wie der Beschwerdeführer darauf kommt, dass sich 

die Fluchtgefahr verringert habe, ist unter diesen Umständen nicht ersicht-

lich (vgl. im Übrigen die sogleich unter der Verhältnismässigkeit abgehan-

delten Einwände des Beschwerdeführers). Soweit der Beschwerdeführer 

schliesslich (erneut) vorbringt, das Zwangsmassnahmengericht des Kan-

tons Aargau habe ihn noch im Sommer 2023 bei Anordnung einer Sicher-

heitsleistung aus der Untersuchungshaft entlassen wollen, kann auf die bis-

herigen Ausführungen der Beschwerdekammer in Strafsachen des Ober-

gerichts des Kantons Aargau in deren Entscheid vom 25. September 2023 

verwiesen werden, wonach eine Sicherheitsleistung keine wirksame Er-

satzmassnahme darstellt, um der ausgeprägten Fluchtgefahr zu begegnen. 

Angesichts dessen, dass sich die Deliktssumme zwischenzeitlich wie er-

wähnt noch erhöht hat, lässt sich erst recht nicht ausschliessen, dass der 

Beschwerdeführer den Verfall der Kaution in Kauf nehmen würde. Schliess-

lich bringt die Staatsanwaltschaft Baden in ihrer Beschwerdeantwort zutref-

fend vor, dass gestützt auf die (jüngsten) Aussagen von B._____, wonach 

es sich bei den Hintermännern u.a. auch um den Bruder des Beschwerde-

führers handle (vgl. Einvernahme von B._____ vom 27. November 2023, 

S. 5, 7 f., 10 f., Beilage 4 zum Haftverlängerungsantrag der Staatsanwalt-

schaft Baden vom 7. Februar 2024), welcher wegen eines Betrugversuchs 

nach der Masche "falsche Polizei" einschlägig vorbestraft ist (vgl. dazu An-

klageschrift der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 22. August 2019 und 

 - 8 - 

 

 

Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 12. November 2019, 

Beilage 4 und 5 zum Antrag auf Abweisung des Haftentlassungsgesuch der 

Staatsanwaltschaft Baden vom 21. Juli 2023 [HA.2023.351]), am 31. Okto-

ber 2021 aus der Schweiz ausreiste und sich mutmasslich in der Türkei 

aufhält (vgl. Sachverhaltsbericht der Kantonspolizei Aargau vom 8. Novem-

ber 2023, S. 6, Beilage 1 zum Haftverlängerungsgesuch der Staatsanwalt-

schaft Baden vom 9. November 2023 [HA.2023.553]), die ausgeprägte Ge-

fahr bestehe, dass der Beschwerdeführer in die Türkei ausreisen und sich 

zu seinem Bruder begeben würde, wo er einen Anteil an der Beute für sei-

nen Lebensunterhalt einsetzen könnte. Demgemäss ist Fluchtgefahr nach 

wie vor zu bejahen. 

 

5. 

5.1. 

In zeitlicher Hinsicht ist die vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons 

Aargau einstweilige Verlängerung der bislang etwa neun Monate andau-

ernden Untersuchungshaft um weitere drei Monate angesichts der im Falle 

einer Verurteilung zu erwartenden Strafe sodann nicht unverhältnismässig, 

da dem Beschwerdeführer bei Verurteilung wegen gewerbsmässigen Be-

trugs eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren droht und seine bisherige 

Haftdauer nur knapp über der Mindeststrafe gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB 

liegt. Daran ändert auch das (Teil-)Geständnis des Beschwerdeführers 

nichts, zumal ein solches entgegen seiner Auffassung (zu einem späteren 

Zeitpunkt vom Sachgericht) allenfalls – wenn es auf Einsicht in das began-

gene Unrecht oder auf Reue schliessen lässt oder der Täter zur Tataufde-

ckung über seinen eigenen Tatanteil hinaus beiträgt (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 6B_608/2023 vom 13. November 2023 E. 1.5.2 mit Verweis auf 

BGE 121 IV 202 E. 2d) – strafmindernd, aber nicht als Strafmilderungs-

grund gemäss Art. 48 StGB mit der Wirkung gemäss Art. 48a StGB berück-

sichtigt werden kann (vgl. dazu HANS WIPRÄCHTIGER/STEFAN KELLER, 

in: Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N.  169 ff. zu Art. 47 StGB). 

Nach der Rechtsprechung ist sodann bei der Prüfung der zulässigen Haft-

dauer der Umstand, dass die in Aussicht stehende Freiheitsstrafe bedingt 

oder teilbedingt ausgesprochen werden kann, wie auch die Möglichkeit ei-

ner bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug im Grundsatz nicht zu be-

rücksichtigen (BGE 145 IV 179 E. 3.4 mit Hinweisen). Soweit der Be-

schwerdeführer in seiner Beschwerde den Beschleunigungsgrundsatz als 

verletzt rügen sollte (vgl. Beschwerde S. 3), ist ihm zu entgegnen, dass 

eine Verletzung des Beschleunigungsgebots grundsätzlich nicht bereits im 

Haftverfahren überprüft wird. Abgesehen davon ist eine Verletzung des 

Grundsatzes vorliegend aber nicht ansatzweise erkennbar, führt der Be-

schwerdeführer doch selbst aus, dass erst im Februar 2024 eine Einver-

nahme stattgefunden habe und eine Auskunftsperson befragt worden sei. 

Einzig aufgrund der Tatsache, dass im Dezember 2023 und Januar 2024 

keine Einvernahmen stattfanden, kann nicht auf eine Verletzung des 

 - 9 - 

 

 

Beschleunigungsgebots geschlossen werden, zumal Einvernahmen nicht 

die einzigen vorzunehmenden Verfahrenshandlungen darstellen. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Der Beschwerdeführer beantragt eventualiter, die Untersuchungshaft sei 

nur um zwei Monate zu verlängern und begründet dies damit, dass das 

Verfahren nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Baden, welche die 

Strafuntersuchung nicht speditiv vorantreibe, kurz vor dem Abschluss stehe 

(Beschwerdeantrag Ziff. 2 bzw. Beschwerde S. 3). 

 

5.2.2. 

Die Staatsanwaltschaft Baden führte in ihrem Haftverlängerungsgesuch 

vom 7. Februar 2024 aus, dass die Spiegelung der Daten der anlässlich 

der Hausdurchsuchung am Wohnort des Beschwerdeführers sichergestell-

ten EDV-Gerätschaften abgeschlossen sei und gegenwärtig die Daten aus-

gewertet würden. Zudem würden die auf den Mobiltelefonen gefundenen, 

türkischen Chats übersetzt. Die delegierten Ermittlungen würden vor dem 

Abschluss stehen und von polizeilicher Seite sei in Aussicht gestellt wor-

den, das Verfahren innerhalb von drei Monaten abzuschliessen und an die 

Staatsanwaltschaft Baden zu rapportieren. Es seien ausser den staatsan-

waltschaftlichen Schlusseinvernahmen ihrerseits keine weiteren Beweis-

massnahmen vorgesehen, so dass zügig Anklage erhoben werden könne 

(Haftverlängerungsantrag der Staatsanwaltschaft Baden vom 7. Feb-

ruar 2024, S. 5). In ihrer Beschwerdeantwort brachte sie vor, dass der Be-

schwerdeführer den Aufwand und die Dauer für den Verfahrensabschluss 

unterschätze. Von Seiten der Polizei sei in Aussicht gestellt worden, dass 

spätestens im April 2024, evtl. früher, mit der Rapportierung zu rechnen 

sei. Der Umfang der Verfahrensakten beschlage bereits jetzt über zehn 

Bundesordner. Nebst den Betrugsvorwürfen sei über Geldwäscherei und 

zahlreiche Konkursdelikte in Bezug auf die vom Beschwerdeführer für  

D._____ übernommenen Gesellschaften sowie weitere Nebendelikte zu 

befinden. Unklar sei ausserdem, ob sich das Verfahren durch weitere Be-

weisanträge der Parteien, namentlich der beiden Mitbeschuldigten, oder 

allfällige Fristerstreckungen etc. noch verzögere. Solchen Unwägbarkeiten 

sei beim Entscheid über die Dauer der Untersuchungshaft Rechnung zu 

tragen. Ein Abschluss des Verfahrens in weniger als zwei Monaten sei un-

realistisch. Mit Blick auf den geschilderten Umfang der Vorwürfe bestehe 

indes keine Gefahr der Überhaft. 

 

5.2.3. 

Angesichts des Umfangs der Untersuchung(sakten), des für im April 2024 

in Aussicht gestellten Rapports der Kantonspolizei Aargau und des Um-

stands, dass die Schlusseinvernahme des Beschwerdeführers und Ankla-

geerstellung eine gewisse Zeit beanspruchen wird, erscheint die wegen 

Fluchtgefahr für drei Monate bis am 15. Mai 2024 verlängerte 

 - 10 - 

 

 

Untersuchungshaft (vgl. Dispositiv-Ziff. 1 der angefochtenen Verfügung) 

nicht übermässig lange und ist verhältnismässig. Auch hat das Zwangs-

massnahmengericht des Kantons Aargau die bundesgerichtliche Recht-

sprechung, wonach Untersuchungshaft für längstens drei Monate (in Aus-

nahmefällen für 6 Monate) bewilligt bzw. verlängert werden darf (Art. 227 

Abs. 7 StPO), beachtet. Andere Gründe, welche gegen die Verhältnismäs-

sigkeit der mit der angefochtenen Verfügung bestätigten Verlängerung der 

Untersuchungshaft sprechen, bringt der Beschwerdeführer nicht vor und 

sind auch nicht ersichtlich. Demnach ist die Verhältnismässigkeit der Ver-

längerung der strafprozessualen Haft zu bejahen und der Eventualantrag 

des Beschwerdeführers abzuweisen. 

 

6. 

Zusammengefasst ist die vom Zwangsmassnahmengericht des Kantos 

Aargau am 19. Februar 2024 bis zum 15. Mai 2024 für den Beschwerde-

führer verlängerte Untersuchungshaft nicht zu beanstanden. Die Be-

schwerde ist deshalb vollumfänglich abzuweisen. 

 

7. 

7.1. 

Der Beschwerdeführer unterliegt vollständig. Bei diesem Ausgang des Ver-

fahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle-

gen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

7.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger des Beschwerdeführers für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren auszurichtende Entschädigung ist am Ende des 

Strafverfahrens von der zuständigen Instanz festzulegen (Art. 135 Abs. 2 

StPO). 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 62.00, zusammen 

Fr. 1'062.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

  

 - 11 - 

 

 

   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 

44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 20. März 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Groebli Arioli