# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58a99015-2070-5cbe-86a4-e0bf13c18a7e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-21
**Language:** de
**Title:** Einkommensvergleich strittig, Höhe des Validen- und Invalideneinkommen strittig, von statistischen Werten ausgegangen. Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2013.00271
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00271.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00271
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
21. Oktober 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Peter F. Siegen
Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren 1964, ohne e
rlernten Beruf (vgl.
Urk.
6/4
Ziff.
5,
Urk.
6/13/2), arbeitet
seit September 2011
in einem Pensum von 50
%
als Chauffeur
bei der
Y.___
(
Urk.
6/4
Ziff.
5
,
Urk.
6/12 Ziff.
2.1 und
Ziff.
2.8). Am 2
0.
Oktober 2011 meldete er sich wegen Depressio
nen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/4).
1.2
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte medizinische Berichte (
Urk.
6/10
/1-6,
Urk.
6/14/1-9,
Urk.
6/16-17
), Arbeitgeberberichte (
Urk.
6/12
,
Urk.
6/19-20
) und einen Auszug aus
dem individuellen Konto
ein
(
Urk.
6/11
)
und nahm berufliche Abklärungen vor (
Urk.
6/13)
. Am 1
5.
Dezember 2011
teilte sie mit, dass derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
6/15
). Die IV-Stelle
veranlasste sodann ein psychiatrisches Gutachten, welches am
8.
Juni 2012 erstattet wurde (
Urk.
6/24).
Nach durchge
führte
m
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/27,
Urk.
6/29
,
Urk.
6/32
)
verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
2.
Februar 2013 den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
6/34 =
Urk.
2)
.
2.
Gegen die Verfügung vom
1
2.
Februar 2013
(
Urk.
2) erhob d
er
Versicherte am
1
5.
März 2013
Beschwerde (
Urk.
1
) und beantragte
die Aufhebung der ange
fochtenen Verfügung und die
Zusprache
einer Invalidenrente
ab 2005 im Umfang von
mindestens
ein
er
Viertelsrente
(S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Vernehmlassung vom
3
0.
April
201
3
auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5
).
Dies wurde dem
Beschwerdeführer am
3.
Juli
201
3
(
Urk.
7
) zur Kennt
nis gebracht.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
D
ie massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend die
Inva-liditätsbemessung
(
Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) und den Rentenanspruch (
Art.
28 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG), sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2 S. 1). Darauf kann, mit den nachstehenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen-
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
ent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen). Bezog eine versi
cherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, feh
lende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte
Anstel
lungs
möglichkeiten
wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurch
schnitt
li
ches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau be
gnügen wollte (BGE 125 V 146 E. 5c/
bb
S. 157 mit Hinweisen).
Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurück
zuführende Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei bei
den Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E.
4.4 S. 225). Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entsprechende Herauf
setzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen auf die statistischen Werte (vgl. SVR
2008 IV Nr. 2 S. 3, I
697/05 und Urteil des Bundesge
richts I 750/04 vom
5.
April 2006 E. 5.5) oder aber auf Seiten des
Invalidenein
kommens
durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 454/05 vom
6.
September 2006 E. 6.3.3 mit Hin
weisen) erfolgen (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass d
er
Beschwerdeführer seit
2005
in
seiner bisherigen Tätigkeit zu 50
%
eingeschränkt sei. Aufgrund der m
edizinischen Abklärungen sei ihm aber eine b
ehinderungsangepasste Tätigkeit
seit 2005 zu 60
%
zumutbar (
S. 1 unten). Sie
qualifizierte den Beschwerdeführer als im Gesundheitsfall zu 100
%
in
Chauf
feurtätigkeiten
Erwerbstäti
gen und stützte sich bei der Ermittlung
des
Validenein
kommens
auf
statistische Werte
,
so dass das ehemals erzielte,
branchenunter
durchschnittliche
Einkommen bereinigt sei.
Eine Hochrechnung des effektiven Lohnes von 2004 ins Jahr 2012 ergäbe einen verzerrten Wert. Dem
gestützt auf die Lohnstrukturerhebung
(LSE)
2010, Tabelle TA 1,
Ziff.
53, Lohnniveau 4, errechnete
n
Valideneinkommen
von
Fr.
49‘345.
--
stellte sie
ein
Invalidenein
kommen
von
Fr.
31‘183
--
gegenüber. Dabei hielt sie fest, dass sie diesbezüglich zugunsten des Beschwerdeführers auf einen Hilfsarbeiterlohn im
Dienst
lei
stungsse
k
t
or
(ohne produ
ktionsnahe Tätigkeiten) abstütz
en könne, und errechnete das genannte Invalideneinkommen ausgehend von der L
SE
2010, Tabelle TA 1,
Ziff.
45-96,
L
ohnniveau 4,
unter Berücksichtigung eines
Leidens
abzug
s
von
10
%
. Aus der Gegenüberstellung mit dem
Valideneinkom
men
resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 37
%
.
2.2
Der
Beschwerdeführer beanstandet
e
in
seiner
Beschwerde (
Urk.
1)
einerseits
die Berechnung des
Valideneinkommens
, andererseits die Ermittlung des
Invaliden
einkommens
aufgrund der statistischen Werte anstelle des effektiv erzielten Invalideneinkommens
.
Zum
Valideneinkommen
führte er aus, er arbeitete
bei guter Gesundheit nicht nur zu 100
%
,
sondern
er wäre auch nicht einfach in einem Tieflohn-Bereich geblieben. Die Entwicklung seiner Kinde
r
zeige, das
s
sich auch er zumindest im Rahmen einer Hilf
s
arbeit positiv entwick
elt
hätte. Er sei nicht immer nur Chauffeur gewesen, sondern habe auch im Verkauf und Grosshandel gearbeitet.
Wenn, wie die Beschwerdegegnerin aufzeige, die
Chauffeur-Löhne in den letzten Jahren rückgängig gewesen seien,
dann wären gute Leute nicht im Tran
sportgewerbe geblieben. Es müss
e von einem
Validen
einkommen
von mindestens
Fr.
65‘000.-- ausgegangen werden. Dies zeige auch ein Vergleich mit einem andern Klienten des Rechtsvertreters.
Betreffend das Invalideneinkommen macht
e
der Beschwerdeführer geltend,
ei
ne
behinderungs
angepasste
Tätigkeit auszuüben. Er arbeite zu 50
%
als Nachtchauffeur. Diese Tätigkeit sei bestens seinen Leiden angepasst, denn er könne allein, ungestört und ohne Stress arbeiten und immer die gleichen Poststellen anfahren. Da ein stabiles Arbeitsverhältnis bestehe, er so
viel arbeite
,
wie er nur könne
,
und kein Soziallohn vorliege, sei das Invalideneinkommen aufgrund seines aktuellen Lohnes zu bemessen.
2.3
Zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers
auf eine Invalidenrente,
wobei einzig der Einkommensvergleich strittig ist.
Die Bezifferung der Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit mit
60
%
wurde
seitens des
Beschwerdeführ
ers
nicht beanstandet (
Urk.
1 S.
4
Ziff.
6 und S. 5
Ziff.
8
).
3.
3.1
Dr.
me
d.
Z.___
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seinem Bericht vom 1
2.
November 2011
(
Urk.
6/10/5-6)
fest, der Beschwerde
führer sei vor zwölf Jahren
wegen einer kurz dauernden depressiven Episode bei ihm in Behandlung gestanden, nachdem die Verwandtschaft ihm die Schuld am Tode seiner Mutter gegeben habe. Im Jahre 2005 sei er nach Schwierigkeiten im Arbeitsleben erneut in eine Depression gefallen und sei von ihm der
A.___
zugewiesen worden, wo er vom 2
2.
April bis 1
7.
Mai 2005 hospitalisiert gewesen sei
(vgl. diesbezüglich
den
Bericht der
A.___
vom 1
8.
Mai 2005, in welchem eine Anpassungsstörung im Rahmen einer psychosozialen Belastungsreaktion mit zunehmender Depressivi
tät nach ICD-10 F43.2 diagnostiziert wurde;
Urk.
6/14/7-9)
. Im Mai 2008 habe ihn der Beschwerdeführer erneut aufgesucht, da er wieder in Depressionen gestürzt sei, nachdem das Geschäft seines Cousins, in welchem er als Geschäftsleiter tätig gewesen sei, Konkurs gegangen sei und
er
deswegen hohe Steuerschulden habe. Seither stehe der Beschwerdeführer in seiner ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutisch
en Behandlung.
Dr.
Z.___
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig mit soma
tischem Syndrom (ICD
-
10 F33.11)
, die den Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit zu 50
%
einschränke. Die Anpassungsfähigkeit und Belastbar
keit seien eingeschränkt, wobei diese Angaben seit Mai 2008 gälten (vgl.
Urk.
6/10/4). Der Krankheitsverlauf sei mittlerweile
chronifiziert
, die Prognose nicht gut.
Am
7.
Januar 2012 bestätigte
Dr.
Z.___
auf Anfrage
seitens der
Beschwerdegegne
rin
eine vom 2
5.
Mai bis
1.
August 2005 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit, gefolgt von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit bis
1.
Oktober 200
5.
Sodann habe vom 2
5.
Februar bis 3
1.
Dezember 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähi
gkeit
bestanden, gefol
g
t von einer bis auf weiteres gelten
den 50%igen Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/16).
3.2
Am
8.
Juni 2012 erstatteten
Dr.
med.
B.___
,
Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
C.___
,
Fachärztin
für Psy
chiatrie und Psychotherapie, ihr psychiatrisches Gutachten (
Urk.
6/24) gestützt auf die ihnen überlassenen
Vorakten
(S.
2 ff.)
, die Angaben des Beschwerde
führers
(S. 6 ff.
Ziff.
1 und 2)
, fremdanamnestische Angaben
(S. 13 f.
Ziff.
3.4)
, sowie die fachärztliche Untersuchung vom 1
1.
April 2012
(S. 10 ff.
Ziff.
3)
. Sie nannten folg
ende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
15
Ziff.
4.1
):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig mit somati
schem Syndrom (ICD-10 F33.11)
-
autonome
somatoforme
Funktionsstörung mit Aerophagie (ICD-10 F45.3)
Die Ärzte
begründeten
die von ihnen ges
tellten Diagnosen und nahmen zu
der im Austrittsbericht der
A.___
gestellten Diagnose einer Anpassungsstörung Stel
lung
(S. 16 f.
Ziff.
5)
. Sie hi
e
lten fest, dass diese Einschätzung retr
o
spektiv anzuzweifeln sei, z
u
mal bereits seit 1999/2000 eine
erste depressive Episode eingetreten sei und sich der Beschwerdeführer seither nicht mehr ganz erholt habe. Auch lägen psychosoziale Belastungsfaktoren vor (jahrelange Erkrankung und Invalidität der Ehefrau, Polizeiverhöre, Bestrafung, Konkurs der Firma), welche bei einer reinen Anpassungsstörung
in der Regel überwunden würden. Beim Beschwerdeführer bestehe hingegen eine
Chronifizierung
seit fünf Jahren. Die vorliegende depressive Symptomatik bestehe
also
seit mindestens fünf Jahren. Es handle sich um ein eigenständiges psychiatrisches Krankheitsbild, unabhängig von psychosozialen Kontextfaktoren. Solche seien in der Entste
hung einer Depression oftmals mitbeteiligt, die Krankheit entwickle dann jedoch eine Eigendynamik
(S. 20
Ziff.
10)
.
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit ergäben sich aus der depressiven Symp
tomatik mit einer Verminderung der Konzentration und dadurch erhöhter Fehlerhaftigkeit, mit einer verminderten Flexibilität, verminderten Ausdauer und verminderten Belastbarkeit. Aktuell leiste der Beschwerdeführer ein Pensum von 50
%
sowie einen Teil des Haushaltes. Die Aerophagie mit ständigem geräuschvollem Aufstossen wirke sich zudem äusserst hinderlich und störend im Kontakt mit Mitarbeitern und Kunden aus, so dass für ihn fast nur eine einzel
gängerische Tätigkeit wie zum Beispiel aktuell
die
Nachtarbeit in Frage käme. Die Schichtarbeit wirke sich jedoch wiederum belastend aus auf die
depressi
onsbedingten
Schlafstörungen
(S. 18
Ziff.
5)
. Aus psychiatrischer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur
gesamthaft
eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 19
Ziff.
6)
.
Eine angepasste Tätigkeit sollte keine hohen Anforderungen an die Flexibilität und die Konzentrationsfähigkeit stellen. Zudem sei eine Tätigkeit ohne
Kunden
kontakt
vorzuziehen. Schichtarbeit sollte idealerweise vermieden werden. Unter diesen Voraussetzungen sei von einer 60%igen Leistungsfähigkeit in angepass
ter Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt auszugehen
(S. 19
Ziff.
7)
.
Eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit dank medizinischer Mass
nahmen sei mittelfristig nicht zu erwarten
(S. 19
Ziff.
8)
.
Gestützt auf die Anga
ben des behandelnden Psychiaters
Dr.
Z.___
sei von einer 50%igen Arbeitsunfä
higkeit seit 2005, eventuell sogar bereits früher, auszugehen
(S. 21
Ziff.
11)
.
3.3
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und einer 60
%igen Arbeitsfähigk
eit des Beschwerdeführers
in einer angepassten Tätigkeit ausging
(vgl. die Stellungnahme von
Dr.
med.
D.___
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, vom 2
5.
Juli 2012 in
Urk.
6/26/4)
.
F
raglich erscheint hingegen die Festsetzung des Beginns der Wartezeit auf den 2
2.
April 2005
(vgl.
Urk.
6/26/4)
,
dem Datum des Eintritts in die
A.___
(vgl.
Urk.
6/14/7-9 S. 1),
obschon die psychiatrischen Gutachter unter Verweis auf den behandelnden
Dr.
Z.___
das Jahr 2005 als den Beginn der medizinisch attestierten Arbeitsunfähigkeit nannten
(vgl. vorstehende E. 3.2)
.
Denn
Dr.
Z.___
attestierte dem Beschwerdeführer auf ausdrückliche Nachfrage der
Beschwerde
gegner
i
n
nach einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit im Jahre 2005 erst ab 2
5.
Februar 2009 eine andauernde Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/16). Dieses Datum nannte im Übrigen der Beschwerdeführer selber in seiner Anmeldung zum
Leistungsb
ezug
als Beginn seiner Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/4
Ziff.
4).
Daher spricht einiges dafür, die Wartezeit im Februar 2009 beginnen zu lassen.
Die Frage nach dem Beginn der Wartezeit braucht hingegen
vorliegend
nic
ht abschliessend beantwortet zu werden
.
4.
4.1
4.1.1
Zu prüfen ist, wie sich die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auf die Erwerbs
fähig
keit auswirkt.
4.1.2
Die Beschwerdegegnerin ging bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
davon aus, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin als Chauffeur tätig wäre. Der Beschwerdeführer habe bereits vor 2005 wechselnde Anstellungen als Chauffeur von kürzerer Dauer innegehabt, wobei eine Aufrechnung über so viele Jahre ein verzerrt
es Bild ergä
be. Daher sei von statistischen Werten auszu
gehen
und zwar vom im Jahr 2010 erzielten Lohn, den Männer bei der Ver
richtung von einfachen und repetitiven Tätigkeiten in der Branche „Post-, Kurier- und Expressdienste“ erzielt hätten. Damit sei auch dem Umstand Rech
nung getragen, dass der Beschwerdeführer damals einen
branchenunterdurch
schnittlichen
Lohn erzielt habe
(
Urk.
2)
.
4.1.3
Die Erwerbsbiographie des
über keine
Ausbildung
verfügenden
Beschwerde
führers zeigt, dass dieser
nach seiner Einreise in
d
ie Schweiz 1987 verschiedene Anstellungen von
längstens fünf Jahren
Dauer innehatte
(vgl.
Urk.
6/11)
. Gemäs
s seinen gegenüber den psychiatrischen
Gutachtern
geäusserten Schilde
rungen handelte es sich hierbei zunächst um unqualifizierte Arbeiten in ver
schiedenen Betrieben (Metzgerei,
Reissverschlussatelier,
Metallfabrik), hernach
ab 1999
um Tätigkeiten als Lastwagenchauffeur
bei der Firma
E.___
und der
F.___
.
Danach arbeitete er
ab Mai 2002
im Lebensmittelgeschäft seines Cousins, bevor er dort
wegen Zollvergehen
mit dem Gesetz in Konflikt
gekommen
und das Geschäft Konkurs g
egangen sei
(vgl.
Urk.
6/24 S. 6 f.)
.
W
elche Tätigkeit
der Beschwerdeführer damals bei seinem Cousin genau
ausgeübt
hatte, ist sei
nen Schilderungen nicht zu entnehmen. Fest steht indes, dass er hernach ab August 2006 an verschiedenen Stellen wiederum
und ausschliesslich
im Trans
portwesen tätig war
(vgl.
Urk.
6/11,
Urk.
6/24 S. 7)
.
4.1.4
Nach Gesagtem
ist die Annahme der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer wäre im Gesundheitsfall weiterhin
im Transportwesen
tätig, nicht zu beanstan
den. Daran ändern die wenig
begründeten
Vorbringen des Beschwerdeführers nichts. Sein Einwand, er habe
früher viele Jahre lang sein Arbeitspensum auf 50
%
reduziert, da seine Ehefrau aus Krankheitsgründen ihren Pflichten als Hausfrau und Mutter nicht habe nachkommen können, so dass er sich um Haushalt und Kinder habe kümmern müssen, weshalb das
Valideneinkommen
nicht einfach aufgrund der früheren Lohnzahlen festgelegt werden könne, d
ie einem Pensum
von 50
%
entsprächen (
Urk.
1 S. 7 f.)
, greift angesichts des Umstandes, dass ihn die Beschwerdegegnerin als zu 100
%
Erwerbstätigen qualifizierte und von statistischen Werten ausging, ins Leere.
Ferner ist nicht ersichtlich, wie der Beschwerdeführer angesichts der positiven Entwicklung seiner Kinder – ein Kind besucht das Langzeitgymnasium, die bei
den anderen verfügen über abgeschlossene Lehren – Rückschlüsse auf ein eige
nes
berufliches
Weiterkommen ziehen möchte
(vgl.
Urk.
1 S. 8)
.
Vielmehr ist den Akten zu entnehmen, dass er trotz langjährigem Wohnsitz in der Schweiz nur über rudimentäre Deutschkenntnisse verfügt
(vgl.
Urk.
7/13/3,
Urk.
7/14/7,
Urk.
7/24 S. 10
Ziff.
3.1)
. Auch sonst gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass sich der Beschwerdeführer je um eine Weiterbildung gekümmert hätte.
Auch der nicht näher belegte Hinweis auf ein durch einen anderen Klienten des Rechts
vertreters i
n der Transportbranche erzieltes
höher
e
s Einkommen
(
Urk.
1 S.
8)
ist
unbehelflich
.
Ferner vermag auch der
Einwand, er habe
nicht nur als Chauffeur, sondern auch im Verkauf und im Grosshandel gearbeitet
(
Urk.
1 S. 8)
,
nichts an der Annahme, er wäre bei guter Gesundheit in der Transportbranche tätig, zu ändern. Denn angesichts seiner gegenüber den Gutachtern gemachten Äusserungen
handelte es sich hierbei entweder um
die ersten in der Schweiz ausgeübten, un
qualifi
zierten Arbeiten
(vgl.
Urk.
6/24 S. 15
Ziff.
5)
oder um die nicht näher bekannte Tätigkeit bei seinem Cousin. Im Übrigen würde ein Abstellen auf
ein
gemäss IK
Auszug
bei der
E.___
erzieltes Einkommen von
Fr.
40‘800.
--
für das Jahr 2006
(vgl.
Urk.
6/11/3)
nichts
am Ausgang dieses Verfahrens
ändern.
4.1.5
Nach
dem Dargelegten
ist demnach das
Valideneinkommen
gestützt auf die
Lohnsta
tistik
gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) zu ermitteln, wobei
mit der Beschwerdegegnerin von dem von Männern in Post-, Kurier- und Expressdiensten mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielten Lohn, der sich im Jahr 2010 auf
Fr.
3‘876
.--
belief (LSE 2010, Tab. TA
1,
Ziff.
53, Niveau 4)
,
auszugehen ist
. Unter
Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit
im Verkehr und
Lagerei
von 42.5 Stunden im Jahr 2010
(Die Volkswirtschaft 1/2-2013, S. 94 Tab. B9.2,
lit
. H)
resultiert ein
Vali
den
einkommen
für das Jahr 2010 von
Fr.
49‘419.-- (
Fr.
3‘876.
-- :
40 x 42.5 x
12).
Mit dem Abstellen auf statistische Werte
auf Seiten des
Valideneinkommens
wurde auch der
Parallelisierung
der Einkommen Rechnung getragen (vgl. vor
stehende E. 1.2).
4.2
4.2.1
Das Invalideneinkommen ist
ebenfalls
gestützt auf die
LSE
zu ermitteln, und zwar
– grundsätzlich unbestrittenermassen
(vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
8)
-
anhand des
im Dienstleistungssektor
(ohne produktionsnahe Tätigkeiten) von
Männern
mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielten Lohnes, der sich im Jahr 2010
auf
Fr.
4’
536
.-- pro Monat belief (LSE 2010, Tab. TA 1,
Ziff.
45-96
, Niveau 4), was bei einer durchschnittl
ichen Wochenarbeitszeit von 41.7
Stunden (Die Volkswirt
schaft 1/2-2013
, S. 94 Tab. B9.2,
lit
. G-S) rund
Fr.
56
’7
45
.-- im Jahr ergibt (
Fr.
4’
536.
-- :
40 x 41.7
x 12).
Angepasst an das zumutbare Pensum von
60
%
sowie unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10
%
resulti
ert somit ein Einkommen von
Fr.
30‘642.30
(
Fr.
5
6
'
745
.--
x 0.
6
x 0.9
).
4.2.2
Nicht sachgerecht ist es - wie dies d
er Beschwerdeführer geltend macht (vgl.
Urk.
1 S. 6 f.) – bei der Ermittlung des Invalideneinkommens vom effektiv erzielten Einkommen auszugehen. Der Beschwerdeführer arbeitet
seit dem
1.
September 2011 zu 50
%
als Chauffeur bei der
Y.___
und erzielt einen
seiner Arbeitsleistung entsprechenden
Monatslohn von
Fr.
1‘800
.-- (
Urk.
6/12
Ziff.
2.1, 2.8 und 2.10)
.
Dabei handelt es sich gemäss den Schilderungen des Beschwerdeführers um eine Nachtarbeit, bei welcher er allein und ungestört und ohne Stress arbeiten könne und stets die gle
ichen Poststellen anfahren müsse
, so dass die Arbeit denkbar einfach und bestens auf sein Leiden angepasst
sei
(
Urk.
1 S. 7 oben)
.
Gemäss dem überzeugenden psychiatri
schen Gutachten vom
8.
Juni 2012
ist es dem Beschwerdeführer aber zumutbar, einer leidensangepassten Tätigkeit in einem Umfang von 60
%
nachzugehen, wobei
die
angestammte
Arbeit als Chauffeur, bei welcher eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
besteh
t
, keine solche darstellt
, insbesondere deshalb nicht, da es g
ilt
,
Schichtarbeit zu vermeiden,
da sich eine solche
gemäss der Beurteilung durch die
F
achärzte
belastend auf die depressionsbedingten Schlafstörungen auswirke
(
Urk.
6/24 S. 18 f.
Ziff.
5 bis 7)
.
Dies räumt
im Übrigen
auch der Beschwerde
führer selbst ein
(
Urk.
1 S. 7 oben)
.
Bei der akt
u
ell ausgeübten Täti
gkeit als Nachtchauffeur handelt es sich demnach nicht um eine den Leiden optimal angepasste Tätigkeit
, weshalb auch nicht vom damit erwirtschafteten Einkom
men
als Invalideneinkommen
auszugehen ist.
4.3
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
49
'
419
.-- und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
30
'
642.30
beträgt die Einkommenseinbusse
Fr.
18‘776.70
, was einem Invaliditätsgrad von
rund 38
%
entspricht
. Damit liegt dieser unter der rentenbegründenden Grenze von 40
%
, weshalb kein Anspruch des Beschwer
deführers auf eine Invalidenrente ausgewiesen ist.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- fest
zusetzen und dem
unterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem
Beschwerde
führer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Peter F. Siegen
-
Sozialversicherungsanstal
t des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher