# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed39024e-8bd0-50eb-b24f-119ae0e23719
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-06-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.06.2016 C-2859/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2859-2015_2016-06-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-2859/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  J u n i  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richterin Franziska Schneider,  

Richterin Michela Bürki Moreni,    

Gerichtsschreiber Yves Rubeli. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch Patronato EPASA e.V., Augusta Anlage 10, 

DE-68165 Mannheim,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,  

1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch 

(Verfügung vom 8. April 2015). 

 

 

 

C-2859/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (…) 1952 geborene, in Deutschland wohnhafte italienische Staats-

angehörige A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer) war zeitweise 

in der Schweiz erwerbstätig gewesen (vgl. IV-act. 35) und hatte Beiträge 

an die Schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 

entrichtet (von 1970 – 1973 mit Unterbrüchen, IV-act. 27 S. 2). Zuletzt war 

er als Kraftfahrer bei der Firma B._______ Transporte erwerbstätig gewe-

sen, welches Arbeitsverhältnis wegen Krankheit des Beschwerdeführers 

arbeitgeberseits per 15. November 2012 (letzter effektiver Arbeitstag) auf-

gelöst wurde (IV-act. 22, 29). Mit Bescheid vom 5. Februar 2013 wurde der 

Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente aus der deutschen Ren-

tenversicherung ab 1. September 2012 anerkannt (Anspruch befristet bis 

31. August 2015, vgl. IV-act. 1 S. 1). 

B.  

Mit Schreiben vom 4. Februar 2013 übermittelte die Deutsche Rentenver-

sicherung, Schwaben, die Anmeldung des Beschwerdeführers vom 

10. September 2012 zum Bezug von Leistungen der schweizerischen In-

validenversicherung (IV-act. 4; IV-act. 2 S. 9). Als Diagnosen wurden Dia-

betes mellitus, Bandscheibenprotrusion, Osteochondrose, ausgeprägte 

Gonarthrose und Depression genannt (Ärztlicher Bericht von Dr. med. 

C._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, EU-Formular E 213, IV-act. 5 

S. 8). Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA, im Folgenden: Vo-

rinstanz) holte medizinische und erwerbliche Auskünfte ein und veran-

lasste nach Aktenbeurteilungen ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes 

(RAD Rhone; vgl. Stellungnahmen von Dr. med. D._______, Fachärztin für 

Allgemeine Medizin, vom 1. Oktober 2013 und vom 16. Dezember 2013, 

IV-act. 31 und 59) ein bidisziplinäres rheumatologisches und psychiatri-

sches Gutachten vom 7. Oktober 2014 (IV-act. 80). Die Gutachter Dres. 

med. E._______, Facharzt für Innere Medizin sowie Rheumatologie, und 

F._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, kamen zum 

Schluss, dass an einem aus somatischer Sicht angepassten Arbeitsplatz 

die psychische Beeinträchtigung massgebend sei und dem Beschwerde-

führer die Willensanstrengung zuzumuten sei, eine leichte wechselbelas-

tende Tätigkeit zu 90% auszuüben (IV-act. 80 S. 28). Nach Einholung einer 

weiteren RAD-Stellungnahme (Stellungnahme von Dr. med. G._______, 

Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 17. Dezember 2014, IV-act. 83) 

stellte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom 2. Feb-

ruar 2015 die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht (aufgrund 

C-2859/2015 

Seite 3 

eines rentenausschliessenden Invaliditätsgrades von 33% [IV-act. 86, vgl. 

auch IV-act. 85]). Nach Kenntnisnahme des dagegen erhobenen Einwands 

vom 20. Februar 2015 (IV-act. 87 [mit Angabe eines „Herzinfarkts 4 bis 12 

Monate alt“ [S. 2] und einer „koronaren Drei-Gefäss-Erkrankung Stent“, 

S. 3]) und nach Einholung einer weiteren RAD-Stellungnahme (von 

Dr. med. H._______, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 27. März 2015, 

IV-act. 91) verfügte die Vorinstanz am 8. April 2015 im angekündigten 

Sinne (IV-act. 92).  

C.  

Gegen die Verfügung der Vorinstanz erhob der Beschwerdeführer, vertre-

ten durch Patronato EPASA e.V., mit Beschwerdeschrift vom 28. April 2015 

(eingegangen am 5. Mai 2015) Beschwerde. Der Beschwerdeführer 

machte geltend, er sei durch seine Erkrankungen in seiner Erwerbsfähig-

keit massiv behindert. Der festgestellte Gesamt-GdB (Grad der Behinde-

rung; vorliegend richtig: Invaliditätsgrad) entspreche keineswegs der 

Schwere seiner Erkrankungen, insbesondere sei er mit der Beurteilung sei-

ner seelischen Erkrankung nicht einverstanden. Als Beilage reichte der Be-

schwerdeführer einen Bescheid des Versorgungsamtes des Landratsamts 

I._______ vom 10. Dezember 2012 ein, gemäss welchem der Grad der 

Behinderung des Beschwerdeführers seit 30. Juli 2012 60% beträgt. Auf 

dem eingereichten Bescheid des Versorgungsamtes des Landratsamts 

I._______ waren handschriftlich für die Zeit nach dem 10. Dezember 2012 

folgende neuen Erkrankungen aufgeführt: „6. Herzinfarkt, 7. Koronare Drei-

Gefäss-Erkrankung, Stentimplantation, 8. Obstruktive Schlafapnoe“ (vgl. 

S. 2). 

D.  

Mit Vernehmlassung vom 19. Juni 2015 (BVGer-act. 5) beantragte die Vo-

rinstanz die Abweisung der Beschwerde. Die Vorinstanz führte aus, vorlie-

gend seien für die Beurteilung des Rentenanspruchs allein die schweizeri-

schen Rechtsnormen massgebend. Aus dem Umstand, dass das deutsche 

Versorgungsamt einen Grad der Behinderung von 60% anerkannt habe 

(vgl. IV-act. 20), könne der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten 

ableiten. Gestützt auf die medizinischen Unterlagen, darunter insbeson-

dere eine im September 2014 in der Schweiz erfolgte rheumatologische 

und psychiatrische Begutachtung (Gutachten der Dres. E._______ und 

F._______ vom 7. Oktober 2014, IV-act. 80), sei der ärztliche Dienst der 

Vorinstanz zur Feststellung gelangt, dass beim Beschwerdeführer seit dem 

26. November 2012 (Operation an der rechten Schulter, vgl. IV-act. 80 

C-2859/2015 

Seite 4 

S. 8/19f., 83 S. 1) in seiner bisherigen Tätigkeit als Kraftfahrer eine Arbeits-

unfähigkeit von 100% bestehe, während er leidensangepasste leichtere 

Tätigkeiten noch im Ausmass von 90% ausüben könnte (IV-act. 83, 91). 

Der gestützt auf diese Beurteilung durchgeführte Einkommensvergleich 

(IV-act. 85) habe einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 33% 

ergeben. Da sich der Beschwerdeführer beschwerdeweise insbesondere 

mit der Beurteilung in psychiatrischer Hinsicht nicht einverstanden erklärt 

habe und weitere medizinische Unterlagen vorgelegt habe, seien noch-

mals zwei Beurteilungen des ärztlichen Dienstes der Vorinstanz (bzw. des 

RAD Rhone) eingeholt worden. Dabei seien die beurteilenden Ärzte in ih-

ren Berichten vom 2. Juni 2015 (Stellungnahme von Dr. H._______, Bei-

lage zu BVGer-act. 5) und vom 11. Juni 2015 (Stellungnahme von Dr. med. 

J._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Beilage zu 

BVGer-act. 5) sowohl aus somatischer wie auch aus psychiatrischer Sicht 

zur Auffassung gelangt, dass sich keine neuen relevanten Gesichtspunkte 

ergeben würden, und dass dementsprechend die der angefochtenen Ver-

fügung zugrunde liegende Beurteilung – Arbeitsfähigkeit von 90% in lei-

densangepassten leichten Verweisungstätigkeiten – zu bestätigen sei. 

E.  

Mit Replik vom 22. Juni 2015 (BVGer-act. 7) reichte der Beschwerdeführer 

einen neuen Bescheid des Versorgungsamtes des Landratsamts 

I._______ ein, gemäss welchem der Grad der Behinderung (GdP) des Be-

schwerdeführers seit 3. März 2015 70% beträgt (Bescheid vom 10. Juni 

2015 mit Angabe der weiteren Funktionsbeeinträchtigungen: „6. Schlafap-

noe-Syndrom, 7. Abgelaufener Herzinfarkt, Koronare Herzkrankheit“ 

[S. 2]). 

F.  

Mit prozessleitenden Verfügungen vom 10. und 24. September 2015 er-

hielten die Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme zur geänderten Bun-

desgerichtspraxis gemäss Grundsatzurteil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015  

(BVGer-act. 8 und 12). 

G.  

Mit Vernehmlassung vom 26. November 2015 beantragte die Vorinstanz 

die Gutheissung der Beschwerde in dem Sinne, dass dem Beschwerde-

führer mit Wirkung ab 1. August 2014 eine ganze IV-Rente zugesprochen 

werde (BVGer-act. 24). Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, auf-

grund der prozessleitenden Verfügung vom 24. September 2015 (BVGer-

act. 12) habe sie bei ihrem ärztlichen Dienst nochmals Stellungnahmen 

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Seite 5 

eingeholt. Aus psychiatrischer Sicht habe Dr. J._______ in seiner Stellung-

nahme vom 23. November 2015 (Beilage zu BVGer-act. 24) seine frühere 

Beurteilung bestätigt. Dagegen sei aus somatischer Sicht Dr. med. 

K._______, Fachärztin für Allgemeine Medizin, in ihrer Stellungnahme vom 

24. November 2015 zur Auffassung gelangt, dass beim Beschwerdeführer 

seit dem 29. August 2014 (Myokardinfarkt) eine wesentliche gesundheitli-

che Verschlechterung bestehe, welche seit diesem Zeitpunkt eine gene-

relle volle Arbeitsunfähigkeit verursache. In Bezug auf die Verhältnisse vor 

dem 29. August 2014 würden sich keine neuen Gesichtspunkte ergeben. 

Insoweit verbleibe es folglich bei den in der Vernehmlassung vom 19. Juni 

2015 (BVGer-act. 5) getroffenen Feststellungen. Da bereits seit dem 26. 

November 2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig-

keit als Lastwagenfahrer bestanden habe, sei die einjährige Wartefrist ge-

mäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG (vgl. nachstehende E. 5.1 lit. b) am 26. 

November 2013 abgelaufen. Der Versicherungsfall für eine ganze IV-Rente 

sei am 29. August 2014 (Myokardinfarkt) eingetreten, d.h. in dem Zeitpunkt, 

ab welchem gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. c IVG auch ein Invaliditätsgrad von 

anspruchsbegründendem Ausmass gegeben gewesen sei. Da die Anmel-

dung rechtzeitig im Sinne von Art. 29 Abs. 1 IVG erfolgt sei (vgl. nachste-

hende E. 5.2), könne die ganze IV-Rente mit Wirkung ab 1. August 2014 

ausgerichtet werden (Art. 29 Abs. 3 IVG). 

H.  

Mit Stellungnahme vom 12. Januar 2016 erklärte sich der Beschwerdefüh-

rer mit dem Antrag der Vorinstanz, ihm eine ganze IV-Rente mit Wirkung 

ab 1. August 2014 zuzusprechen, einverstanden (BVGer-act. 28). 

I.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 

Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invaliden-

versicherung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundes-

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verwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfü-

gungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht 

vor. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine 

Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 

6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 2 ATSG sind die 

Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten 

Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen 

Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. 

1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 59 

ATSG; vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). Er ist daher zur Beschwerde legiti-

miert. 

1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht und 

auch der eingeforderte Verfahrenskostenvorschuss fristgerecht geleistet 

wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

  

Mit der Beschwerde kann gerügt werden, die angefochtene Verfügung ver-

letze Bundesrecht (einschliesslich der Überschreitung oder des Miss-

brauchs von Ermessen), beruhe auf einer unrichtigen oder unvollständigen 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen 

(Art. 49 VwVG). 

  

3.1 Der Beschwerdeführer ist italienischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz 

in Deutschland, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene 

Freizügigkeitsabkommen (FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a 

IVG). Das Freizügigkeitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin gel-

tenden bilateralen Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union in-

soweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). 

Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit ko-

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ordiniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der Ver-

tragsstaaten zu gewährleisten. Anhang II des FZA betreffend die Koordi-

nierung der Systeme der sozialen Sicherheit wurde per 1. April 2012 geän-

dert (vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer C-6546/2010 vom 13. November 

2013 E. 2.3).  

3.2 Nach Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Par-

laments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme 

der sozialen Sicherheit (geändert durch die Verordnung [EG] Nr. 988/2009 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009, 

SR 0.831.109.268.1) haben die Personen, für die diese Verordnung gilt, 

die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines 

Mitgliedstaates wie die Staatsangehörigen dieses Staates selbst, soweit 

besondere Bestimmungen dieser Verordnung nichts anderes vorsehen. 

Dabei ist im Rahmen des FZA und der Verordnung auch die Schweiz als 

„Mitgliedstaat“ zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA). 

3.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 tritt diese Ver-

ordnung im Rahmen ihres Geltungsbereichs an die Stelle aller zwischen 

den Mitgliedstaaten geltenden Abkommen über soziale Sicherheit. Ein-

zelne Bestimmungen von Abkommen über soziale Sicherheit, die von den 

Mitgliedstaaten vor dem Beginn der Anwendung dieser Verordnung ge-

schlossen wurden, gelten jedoch fort, sofern sie für die Berechtigten güns-

tiger sind oder sich aus besonderen historischen Umständen ergeben und 

ihre Geltung zeitlich begrenzt ist. Um weiterhin Anwendung zu finden, müs-

sen diese Bestimmungen in Anhang II aufgeführt sein. Ist es aus objektiven 

Gründen nicht möglich, einige dieser Bestimmungen auf alle Personen 

auszudehnen, für die diese Verordnung gilt, so ist dies anzugeben. 

3.4 Gemäss Art. 46 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ist eine vom 

Träger eines Mitgliedstaats getroffene Entscheidung über den Grad der In-

validität eines Antragstellers für den Träger jedes anderen in Betracht kom-

menden Mitgliedstaats verbindlich, sofern die in den Rechtsvorschriften 

dieser Mitgliedstaaten festgelegten Definitionen des Grads der Invalidität 

in Anhang VII als übereinstimmend anerkannt sind. Letzteres ist mit Bezug 

auf das Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz nicht der Fall. 

3.5 Vorliegend beurteilt sich die Frage, ob Anspruch auf IV-

Rentenleistungen der schweizerischen Invalidenversicherung besteht, 

allein aufgrund der innerstaatlichen schweizerischen Rechtsvorschriften. 

Die Bestimmung der Invalidität und die Berechnung der Rentenhöhe 

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richten sich auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach schweizerischem 

Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4). Ferner besteht für die rechtsanwendenden 

Behörden in der Schweiz keine Bindung an Feststellungen und Entscheide 

ausländischer Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte 

bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn (vgl. BGE 130 V 253 E. 

2.4; AHI-Praxis 1996, S. 179; vgl. auch Zeitschrift für die Ausgleichskassen 

[ZAK] 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland 

stammende Beweismittel der freien Beweiswürdigung durch das Gericht 

(vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. 

Januar 2007 Bundesgericht] vom 11. Dezember 1981 i.S. D.; BGE 125 V 

351 E. 3a). 

  

4.1 Nach ständiger Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht 

bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeit-

punkt des Erlasses des streitigen Entscheides eingetretenen Sachverhalt 

ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Tatsachen, die jenen Sachverhalt 

seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Ver-

waltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Weiter sind in zeitlicher 

Hinsicht grundsätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend, 

die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung 

hatten (BGE 130 V 329). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit 

vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeit-

punkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis-Regel; vgl. 

BGE 130 V 445). 

4.1.1 Damit finden vorliegend grundsätzlich jene materiellen Rechtsvor-

schriften Anwendung, die bei Erlass der angefochtenen Verfügungen vom 

8. April 2015 in Kraft standen; weiter aber auch solche Vorschriften, die zu 

jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beur-

teilung des streitigen Sachverhalts (Anspruch auf eine Rente ab 1. August 

2014) im vorliegend massgebenden Zeitraum von Belang sind (das IVG in 

der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659; 6. IV-Revision, erstes 

Massnahmenpaket, in Kraft seit 1. Januar 2012]; die Verordnung vom 17. 

Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201] in der ent-

sprechenden Fassung). 

4.1.2 Ferner sind das ATSG und die Verordnung vom 11. September 2002 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 

C-2859/2015 

Seite 9 

830.11) anwendbar. Die im ATSG enthaltenen Formulierungen der Arbeits-

unfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7) sowie Invalidität (Art. 8) ent-

sprechen den von der Rechtsprechung zur Invalidenversicherung entwi-

ckelten Begriffen und Grundsätzen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 

3.3). Daran hat sich auch nach Inkrafttreten der 5. und 6. IV-Revision nichts 

geändert, weshalb im Folgenden auf die dortigen Begriffsbestimmungen 

verwiesen wird. 

4.1.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-

ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die 

Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein 

(Art. 4 Abs. 1 IVG).  

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-

gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-

handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). 

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un-

fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu 

leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande-

ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

  

5.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, 

die: 

a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 

herstellen, erhalten oder verbessern können; 

b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und 

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Seite 10 

c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 

ATSG) sind. 

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch 

auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Pro-

zent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

5.2 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG (in der seit 1. Januar 

2008 geltenden Fassung) frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, je-

doch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt 

(Abs. 1). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem 

der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). 

  

6.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4). 

6.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent-

scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend 

ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur-

teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-

rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 

E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). 

6.3 Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-

gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in ei-

nem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

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Seite 11 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es be-

darf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar-

teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (vgl. 

BGE 120 V 365 E. 3a in fine). Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, 

welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die 

Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzule-

gen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 

331 E. 1c; zur Beweiskraft von Stellungnahmen der Regionalen Ärztlichen 

Diensten (RAD) vgl. etwa auch Bundesgerichtsurteil 9C_323/2009 vom 14. 

Juli 2009 E. 4; BGE 137 V 210 E. 1.2.1; siehe auch nachfolgende E. 9.1). 

  

7.1 Angefochten ist die Verfügung der Vorinstanz vom 8. April 2015, mit 

welcher das Rentenbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen worden 

war. Im Beschwerdeverfahren beantragte die Vorinstanz mit Vernehmlas-

sung vom 26. November 2015 die Gutheissung der Beschwerde in dem 

Sinne, dass dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. August 2014 eine 

ganze IV-Rente zugesprochen werde (BVGer-act. 24), da gemäss der Stel-

lungnahme von Dr. K._______ des medizinischen Dienstes der Vorinstanz 

vom 24. November 2015 beim Beschwerdeführer seit 29. August 2014 

(Myokardinfarkt) eine wesentliche gesundheitliche Verschlechterung be-

stehe, welche seit diesem Zeitpunkt eine generelle volle Arbeitsunfähigkeit 

verursache. 

7.2 Mit Stellungnahme vom 12. Januar 2016 erklärte sich der Beschwer-

deführer mit dem Antrag der Vorinstanz auf Zusprache einer ganzen IV-

Rente mit Wirkung ab 1. August 2014 einverstanden (BVGer-act. 28). 

  

Den medizinischen Akten ist hinsichtlich der sich stellenden Rechtsfrage 

im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen: 

8.1  

8.1.1 Der rheumatologische Gutachter Dr. E._______ hielt in seinem Un-

tersuchungsbefund vom 12. September 2014 folgende Diagnosen mit Aus-

wirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (IV-act. 80 S. 18): 

1. Posttraumatische Pangonarthrose rechts (lCD-10 M17.5) 

C-2859/2015 

Seite 12 

- medial, lateral und retropatellär, medialer, lateraler sowie posteriorer leichter 

Instabilität und Überlastung im lateralen Kompartiment bei Varusdeformität 

- Ruptur vorderes Kreuzband 1992, Arthroskopie 2013 

- MR-Tomographie Kniegelenk rechts, Läsion Innenmeniskus, Chondromala-

zie Grad IV medial, Läsion Aussenmeniskus, deutliche Retropatellararthrose 

2. Leichte Periarthropathie Schulter rechts (lCD-10 M75.1) mit 

- Tendinose der Supraspinatussehne bei St. n. Teilruptur 2012 

- 26.11.2012 arthroskopische subakromiale Dekompression, Akromioplastik, 

Bursektomie, Synovektomie und Rotatorenmanschettenraffung 

- Sturz auf Schulter 15.01.2012 

- MRT Schulter 21.06.2012: Partialruptur Supraspinatussehne, teilweise mit 

Atrophie des Musculus und Tendinose Musculus infraspinatus, AC-Gelenks-

arthrose (lCD-10 M19.09) 

3. Zervikospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.2) bei multietagerer Os-

teochondrose C4-C7 und beginnenden Spondylarthrosen sowie Unkarthrosen 

mit Gefügestörung C3/4 und segmentaler Dysfunktion (ICD-10 M47.82) 

- Leichte myofasziale Beschwerdesymptomatik 

Als „rheumatologische“ Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig-

keit nannte Dr. E._______ (IV-act. 80 S. 18 f.): 

4. Lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont bei Segmentdegenerati-

onen (ICD-10 M54.54) 

5.  Überlastungsbedingte Schmerzen im Sprunggelenk rechts, ohne radiologische 

und klinische Hinweise auf eine strukturelle Pathologie, Foto mit Synovialitis 

(ICD-10 M65.97) 

6.  Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10 E11.80) 

- Orale Antidiabetika und lnsulintherapie 

7.  Hypertensive und koronare Kardiopathie (ICD-10 I25.13) mit 

- PTCA mit Dreifach-Stent August 2014 bei NSTEMI 

- Risikofaktoren: Arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus II 

Zur Arbeitsfähigkeit erklärte der Gutachter Dr. E._______, aus rheumato-

logischer Sicht bestehe eine eingeschränkte Belastbarkeit im Bereich des 

Kniegelenkes rechts, der Halswirbelsäule und des Schultergelenkes 

C-2859/2015 

Seite 13 

rechts, welche die Tätigkeiten als Lastwagenchauffeur tangieren würden. 

Als Transporteur oder Träger von grösseren Lasten bestehe eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Insbesondere seien Zugbewegungen als ungünstig zu 

betrachten. Zudem bestehe eine ausgeprägte Gonarthrose rechts, welche 

mit einem Extensionsdefizit im Knie zusehends fixiert werde, was zu einer 

Belastungseinschränkung im Bereich des linken Knies führe. Somit könne 

der angestammte Beruf als Lastwagenchauffeur für eine rein fahrende Tä-

tigkeit als noch teilweise (75%) zumutbar erachtet werden, jedoch nicht für 

den Transport von Gütern, insbesondere nicht mit Zieh-, Stoss- und Trage-

funktion. Eine adaptierte Verweistätigkeit könne zu 100% ausgeübt wer-

den; diese beinhalte eine leichte wechselbelastende Tätigkeit (IV-act. 80 

S. 20). 

Der psychiatrische Gutachter Dr. F._______ verneinte in seinem Teilgut-

achten psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

und nannte als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine re-

zidivierende, leichte depressive Episode nach ICD-10 F33.0 (IV-act. 80 S. 

24). In seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erklärte Dr. F._______, der 

Beschwerdeführer sei aus rein psychiatrischer Sicht aufgrund der leichten 

depressiven Episode und der durch die körperlichen Krankheiten beding-

ten psychophysischen Erschöpfung in seiner Arbeits- und Leistungsfähig-

keit zu 10% beeinträchtigt (S. 26 am Ende). Abschliessend hielt Dr. 

F._______ fest, der Beschwerdeführer sei nicht nur psychiatrisch und rheu-

matologisch, sondern grundsätzlich „intern-medizinisch“ und insbesondere 

kardiologisch zu begutachten (S. 27 Mitte). 

In ihrer (interdisziplinären) „Konsensbesprechung“ erachteten die Gutach-

ter Dres. E._______ und F._______ eine leichte wechselbelastende Tätig-

keit aus rheumatologischer Sicht zu 100% zumutbar (50% sitzend, 30% 

stehend und 20% gehend). Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 10%ige 

Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Somit sei dem Be-

schwerdeführer die Willensanstrengung zuzumuten, eine leichte wechsel-

belastende Tätigkeit zu 90% auszuüben (vgl. S. 27 f.). 

8.2 Im ärztlichen Entlassungsbericht der Rehabilitationseinrichtung 

L._______ vom 27. Oktober 2014 (Prof. Dr. med. M._______, Ärztlicher 

Direktor, Oberarzt N._______; gezeichnet: O._______, Stationsärztin/Sta-

tions-Arzt) wurden folgende Diagnosen gestellt (BVGer-act. 1/11 S. 1): 

1. PCI/DES RCX am 29.08.14 bei koron. 3-GE, PCI/2fach-DES RIVA am 

09.09.14 (ICD-10 I25.13) 

C-2859/2015 

Seite 14 

2. NSTEMI am 29.08.14 (ICD-10 I21.4) 

3. Diabetes mellitus Typ 2 (HbA1c 9,2%, fallend, ICD-10 E11) 

4. Hypercholesterinämie, gut eingestellt (ICD-10 E78.2) 

5. HWS-, BWS-Syndrom mit Schmerzsymptomatik bei längerem Sitzen und unter 

Belastung (ICD-10 M50) 

Als weitere Diagnosen wurden im Entlassungsbericht L._______ genannt 

(BVGer-act. 1/11 S. 2): 

6. Arterielle Hypertonie 

7. Verdacht auf Schlafapnoe-Syndrom 

Im Entlassungsbericht wurde die „aktive Teilhabemöglichkeit“ im Beruf als 

Kraftfahrer als eingeschränkt befunden (BVGer-act. 1/11 S. 2 und 3) und 

in Bezug auf die „Arbeitswelt“ festgehalten, der Beschwerdeführer beziehe 

seit 09/2012 eine EU-Rente (Erwerbsunfähigkeitsrente). Aus kardiologi-

scher Sicht könnte der Beschwerdeführer leichte Tätigkeiten verrichten, al-

lerdings bestehe aufgrund eines HWS-/BWS-Schmerzsyndroms Erwerbs-

unfähigkeit (BVGer-act. 1/11 S. 6 Ziff. 10). 

8.3 Der RAD-Arzt Dr. H._______ hielt in seiner Aktenbeurteilung vom 

2. Juni 2015 unter anderem fest, neu sei, dass der Beschwerdeführer an 

einer obstruktiven Schlafapnoe leide (in BVGer-act. 5). 

8.4 Der Psychiater Dr. J._______ des medizinischen Dienstes der Vo-

rinstanz erklärte in seiner Stellungnahme vom 11. Juni 2015, das Gutach-

ten von Dr. F._______ entspreche den an beweiskräftige Gutachten ge-

stellten Anforderungen voll und ganz. Die vorliegend in anderen medizini-

schen Berichten angegebenen anderslautenden psychiatrischen Diagno-

sen seien nicht mit Befunden hergeleitet (vgl. in BVGer-act. 5). 

8.5 In seiner weiteren Stellungnahme (vom 23. November 2015) hielt der 

Psychiater Dr. J._______ fest, in somatischer Hinsicht sei in jüngster Zeit 

auch von einem Herzinfarkt gesprochen worden, weswegen es notwendig 

sei, diesen Aspekt noch aus somatischer Sicht validieren zu lassen (in 

BVGer-act. 24). 

8.6 Dr. K._______ des medizinischen Dienstes der Vorinstanz, auf welche 

sich die Vorinstanz bei ihrem Antrag auf Zusprache einer ganzen Rente ab 

1. August 2014 beruft, nannte in ihrer Stellungnahme vom 24. November 

2015 zunächst die von den Gutachtern Dres. E._______ und F._______ 

C-2859/2015 

Seite 15 

gestellten Diagnosen. Dr. K._______ führte anschliessend aus, dass kurze 

Zeit vor der im September 2014 in der Schweiz erfolgten rheumatologi-

schen und psychiatrischen Begutachtung (vom 12. September 2014) der 

Beschwerdeführer aufgrund eines Myokardinfarktes am 29. August 2014 

hospitalisiert worden sei (Beilage zu BVGer-act. 24 S. 2; siehe auch Ent-

lassbrief der medizinischen Klinik, Kardiologie, Internistische Intensivmedi-

zin, Angiologie und Pneumologie, Klinik P._______, vom 23. September 

2014 über die stationäre Behandlung vom 29. August bis 10. September 

2014 [BVGer-act. 1/7]). Vom 30. September bis zum 21. Oktober 2014 

habe eine stationäre kardiovaskuläre Rehabilitation stattgefunden (vgl. 

Entlassungsbericht der L._______ vom 27. Oktober 2014; E. 8.2 hievor). 

Vom 19. bis 20. Februar 2015 sei der Beschwerdeführer aufgrund eines 

Schlafapnoe-Syndroms erneut hospitalisiert worden. Es erfolgte am 20. 

Februar 2015 eine polysomnographisch-assistierte ACPAP- Anpassung 

(vgl. Bericht HNO-Klinik, Klinik P._______, vom 20. Februar 2015, BVGer-

act. 1/9). Dr. K._______ hielt in ihrer Beurteilung fest, die bisherigen soma-

tischen Stellungnahmen hätten kardiologische und pneumologische Beein-

trächtigungen gezeigt, welche jedoch nicht in die Arbeitsfähigkeitsbeurtei-

lungen eingeflossen seien. Nach dem Myokardinfarkt vom 29. August 2014 

habe beim Beschwerdeführer auch in einer angepassten Tätigkeit bis min-

destens Ende Februar 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestan-

den. Ab März 2015 betrage die Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tä-

tigkeit theoretisch und in Berücksichtigung der verschiedenen Einschrän-

kungen 50%, jedoch sei aufgrund der Beeinträchtigung des Bewegungs-

apparates (Schulter, Knie, Wirbelsäule), der kardiologischen und pneumo-

logischen Beschwerden sowie in Berücksichtigung des Alters des Be-

schwerdeführers eine Wiedereingliederung im ersten Arbeitsmarkt illuso-

risch, und auch in einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt scheine nur eine 

sogenannte Nischentätigkeit eventuell möglich. Deshalb sei ab 29. August 

2014 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit auszuge-

hen. 

  

Vorliegend ist unbestritten und erstellt, dass dem Beschwerdeführer seine 

angestammte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur nicht mehr zumutbar ist. 

Fraglich und zu prüfen ist, ob die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

in einer angepassten Tätigkeit – etwa gestützt auf die Stellungnahme von 

Dr. K._______ des medizinischen Dienstes der Vorinstanz – zuverlässig 

beurteilt werden kann. 

C-2859/2015 

Seite 16 

9.1 Die RAD (bzw. der medizinische Dienst der Vorinstanz) stehen den IV-

Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungs-

anspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung 

nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versi-

cherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben-

bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Ein-

zelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). Auf die Stellungnahme eines ver-

sicherungsinternen Arztes kann aber nur abgestellt werden, wenn sie den 

allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht 

genügt. Vorliegend hat Dr. K._______ keine eigene Untersuchung des Be-

schwerdeführers vorgenommen. Das Absehen von eigenen Untersuchun-

gen ist nicht an sich ein Grund, um einen versicherungsinternen ärztlichen 

Bericht in Frage zu stellen (vgl. Art. 49 Abs. 2 IVV). Auch reine Aktengut-

achten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt 

und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztli-

che Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies 

gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen der RAD 

(Urteil des BGer 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2). Soweit IV-Ärzte wie 

hier nicht selber medizinische Befunde erheben, sondern die vorhandenen 

Befunde aus medizinischer Sicht würdigen, wozu namentlich auch gehört, 

bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen 

und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder 

aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei, müssen die Akten 

für die streitigen Belange beweistaugliche Unterlagen enthalten. Ist das 

nicht der Fall, kann die Stellungnahme des RAD in der Regel keine ab-

schliessende Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehen-

den Abklärungen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. 

März 2011 E. 3.3). Entscheidend ist somit, ob es die vorliegenden medizi-

nischen Akten dem medizinischen Dienst der Vorinstanz erlaubten, sich ein 

lückenloses und einheitliches Bild der gestellten Diagnosen, der gesund-

heitlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfä-

higkeit zu machen, und ob die Schlussfolgerungen von Dr. K._______ 

nachvollziehbar und schlüssig sind. 

9.2 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer an rheumatolo-

gischen, psychischen, kardialen und pneumologischen Beschwerden lei-

det und mehrere Faktoren bestehen, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirken. Bei komplexen gesundheitlichen Beeinträchtigungen muss die 

Einschätzung der Leistungsfähigkeit grundsätzlich auf umfassender, die 

Teilergebnisse verschiedener medizinischer Disziplinen integrierender 

C-2859/2015 

Seite 17 

Grundlage erfolgen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.4). Dr. K._______ standen 

für die Aktenbeurteilung mehrere fachärztliche Berichte und ein rheumato-

logisch-psychiatrisches Gutachten zur Verfügung; bei diesen handelt es 

sich allerdings nicht um allseitige Einschätzungen, welche das Zusammen-

wirken der verschiedenen Gesundheitsbeeinträchtigungen berücksichti-

gen (vgl. etwa im eingeholten Gutachten den entsprechenden Hinweis des 

psychiatrischen Gutachters Dr. F._______, IV-act. 80 S. 27; vgl. vorne). In 

den Akten befindet sich somit keine interdisziplinäre Begutachtung des Be-

schwerdeführers, auf die sich der medizinische Dienst der Vorinstanz hätte 

stützen können. 

Dr. K._______, auf welche sich die Vorinstanz bei ihrem Antrag auf Zu-

sprache einer ganzen Rente ab 1. August 2014 beruft, nimmt ab 29. August 

2014 (Myokardinfarkt) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätig-

keit an. In dieser Stellungnahme fehlt jedoch insbesondere eine überzeu-

gende und nachvollziehbare Begründung einer vollständigen Arbeitsunfä-

higkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit ab März 

2015. Denn Dr. K._______, die nicht über fachspezifische Qualifikationen 

in sämtlichen hier relevanten Disziplinen verfügt (vgl. Urteil des BGer 

9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.2), hat sich nicht zur im ärztlichen 

Entlassungsbericht der L._______ vom 27. Oktober 2014 aus kardiologi-

scher Sicht attestierten Arbeitsfähigkeit in leichter Tätigkeit geäussert („Aus 

kardiologischer Sicht könnte der Beschwerdeführer leichte Tätigkeiten ver-

richten, allerdings bestehe aufgrund eines HWS-/BWS-Schmerzsyndroms 

Erwerbsunfähigkeit“ [BVGer-act. 1/11 S. 6 Ziff. 10]). Auch hat sie sich nicht 

genügend mit der Arbeitsfähigkeitseinschätzung des rheumatologischen 

Gutachters Dr. E._______ auseinandergesetzt, der aus rheumatologischer 

Sicht eine leichte wechselbelastende Tätigkeit zu 100% zumutbar erach-

tete. 

9.3 Im Lichte der eingangs erwähnten Grundsätze zum Beweiswert von 

Aktenbeurteilungen versicherungsinterner Ärzte kann demzufolge nicht auf 

die Einschätzung von Dr. K._______ abgestellt werden. Auch auf das ein-

geholte Gutachten der Dres. E._______ und F._______ oder den Entlas-

sungsbericht der L._______ kann nicht abgestellt werden, zumal diese 

keine sämtliche Leiden berücksichtigende, den Beweisanforderungen ge-

nügende Beurteilungen der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in 

einer leidensangepassten Tätigkeit enthalten bzw. sich in Bezug auf die 

rheumatologischen Einschränkungen widersprechen. Der Invaliditätsgrad 

lässt sich vorliegend aufgrund der vorhandenen medizinischen Akten damit 

C-2859/2015 

Seite 18 

nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

lichkeit beurteilen. Die Vorinstanz hätte sich unter diesen Umständen nicht 

mit einer Aktenbeurteilung ihres medizinischen Dienstes begnügen dürfen, 

sondern hätte mit Blick auf die unklare Aktenlage weitere Abklärungen tä-

tigen müssen. 

  

Das vollständige Fehlen von Abklärungen entscheidwesentlicher Aspekte 

(fehlende Gesamtbeurteilung) zieht grundsätzlich die Rückweisung der Sa-

che an die Vorinstanz zu weiteren medizinischen Abklärungen nach sich 

(vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Jedoch erweisen sich solche – wie die 

nachfolgenden Erwägungen zeigen – vorliegend nicht angezeigt, da der 

am 23. Juli 1952 geborene Beschwerdeführer mittlerweile fast 64 Jahre alt 

ist. In BGE 138 V 457 hat das Bundesgericht in Präzisierung seiner bishe-

rigen Rechtsprechung zur Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei 

vorgerücktem Alter erkannt, dass für die Beurteilung der medizinischen Zu-

mutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit auf jenen Zeitpunkt abzustellen ist, 

in dem die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige 

Sachverhaltsfeststellung erlauben. Eine weitere medizinische Beurteilung 

nähme mindestens sechs Monate in Anspruch. Der Beschwerdeführer 

wäre dann über 64 Jahre alt. Im Zeitpunkt, in dem die Restarbeitsfähigkeit 

(medizinisch) feststünde, würde dem Beschwerdeführer somit eine Aktivi-

tätsdauer von weniger als einem Jahr verbleiben. 

  

11.1 Das fortgeschrittene Alter, auf welches Dr. K._______ in ihrer Stel-

lungnahme unter anderem hingewiesen hat, wird, obgleich an sich invali-

ditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, wel-

ches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten 

dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Rester-

werbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise 

nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt 

auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist (vgl. zum Gan-

zen Urteil 8C_482/2010 vom 27. September 2010 E. 4.2 mit Hinweisen). 

Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis-

tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt 

sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von 

den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätig-

keiten massgebend sind (beispielsweise Art und Beschaffenheit des Ge-

C-2859/2015 

Seite 19 

sundheitsschadens und seiner Folgen; absehbarer Umstellungs- und Ein-

arbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeits-

struktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, berufli-

cher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange-

stammten Bereich). Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat etwa ei-

nen 60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textil-

industrie tätig gewesen war, als zwar nicht leicht vermittelbar erachtet. Es 

sah aber mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

gleichwohl Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten auf 

dem hypothetischen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersun-

abhängig nachgefragt werden und der Versicherte zwar eingeschränkt 

(weiterhin zumutbar waren leichte und mittelschwere Arbeiten im Gehen, 

Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch im Rah-

men eines Vollpensums arbeitsfähig war. Bejaht hat das Bundesgericht 

auch die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines (ebenfalls) 60-jähri-

gen Versicherten mit einer aufgrund verschiedener psychischer und physi-

scher Limitierungen (es bestanden u.a. rheumatologische und kardiale 

Probleme) um 30% eingeschränkten Leistungsfähigkeit. Verneint wurde 

hingegen die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines über 61-jähri-

gen Versicherten, der über keine Berufsausbildung verfügte, bezüglich der 

aus medizinischer Sicht im Umfang von 50% zumutbaren feinmotorischen 

Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse besass, dessen Teilarbeitsfähigkeit 

weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen unterlag und dem von den 

Fachleuten der Berufsberatung die für einen Berufswechsel erforderliche 

Anpassungsfähigkeit abgesprochen wurde. Als unverwertbar erachtet 

wurde auch die 50%ige, durch verschiedene Auflagen zusätzlich limitierte 

Arbeitsfähigkeit eines knapp 64-jährigen Versicherten mit multiplen, die Ar-

beitsfähigkeit einschränkenden Beschwerden, ebenso eine 50%ige Ar-

beitsfähigkeit einer im Verfügungszeitpunkt 61 Jahre und einen Monat al-

ten Versicherten, die bezüglich der für sie in Frage kommenden Tätigkeiten 

einer Umschulung bedurft hätte (Rechtsprechungsübersicht aus dem Urteil 

des Bundesgerichts 8C_482/2010 vom 27. September 2010, E. 4.2 mit 

Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1349/2014 

vom 2. Mai 2016 E. 9). 

11.2 Im Lichte der dargelegten Grundsätze ist aufgrund der konkreten Um-

stände des vorliegenden Falls vorliegend davon auszugehen, dass der 

über keine eigentliche Berufsausbildung verfügende frühere Eisverkäufer 

und Kraftfahrer (vgl. IV-act. 35) insbesondere aufgrund seiner geringen 

noch verbleibenden Aktivitätsdauer bis zum Erreichen des AHV-Alters auch 

auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keinen Arbeitgeber mehr finden 

C-2859/2015 

Seite 20 

würde, der ihn für eine geeignete, leichte Verweisungstätigkeit einstellte 

(vgl. dazu auch Urteil des BGer 9C_751/2013 vom 6. Mai 2014 E. 4.5). 

  

Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer in Gutheissung der Beschwerde 

und in Übereinstimmung mit den Anträgen der Parteien ab 1. August 2014 

Anspruch auf eine ganze Rente der schweizerischen Invalidenversiche-

rung hat. 

  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

13.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. 

Art. 69 Abs. 2 IVG), wobei das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 63 

Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei 

auferlegt. Dem obsiegenden Beschwerdeführer sind keine Kosten aufzu-

erlegen und der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.– ist ihm nach Ein-

tritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind 

ebenfalls keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

13.2 Der obsiegende, vertretene Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 

Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu 

Lasten der Vorinstanz. Da der nichtanwaltliche Vertreter keine Kostennote 

eingereicht hat, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen 

(Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensaus-

gangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der 

Streitsache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfah-

rens sowie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen gesprochenen Ent-

schädigungen ist eine Parteientschädigung von Fr. 600.– gerechtfertigt 

(inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. dazu auch Urteil des BVGer C-

6173/2009 vom 29. August 2011 mit Hinweis]; Art. 9 Abs. 1 in Verbindung 

mit Art. 10 Abs. 2 VGKE [Stundenansatz für nichtanwaltliche Vertreter und 

Vertreterinnen mindestens Fr. 100.– und höchstens Fr. 300.–]). 

  

C-2859/2015 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung der 

IVSTA vom 8. April 2015 aufgehoben. Der Beschwerdeführer hat ab 1. Au-

gust 2014 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. 

  

Die Akten gehen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils an die 

Vorinstanz zurück zur Berechnung der entsprechenden Rente. 

  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird 

der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.– nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

  

Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-

digung von Fr. 600.– zugesprochen. 

  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein; Beilage: 

Formular Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christoph Rohrer Yves Rubeli 

 

 

C-2859/2015 

Seite 22 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Hän-

den hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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