# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53625b0e-261c-5f7c-8ed2-4904e6055ca9
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-13
**Language:** de
**Title:** Revision von Invalidenrente Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich verbessert (75%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit anstatt 100% Arbeitsunfähigkeit). Kein Anspruch auf Integrations oder Wiedereingliederungsmassnahmen.
**Docket/Reference:** IV.2014.00239
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00239.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00239
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Schleiffer Marais
Urteil
vom
13. Mai 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1971,
war nach der
Primar- und Sekundarschule
vorwiegend
als Lagerist und Betriebsarbeiter tätig, zuletzt vom Januar bis Juni 2006 bei der
Bank Y.___
in Tokyo (
Urk.
7
/44
/3
). Am
4.
September 2007 meldete er sich unter Hinweis auf Depressionen
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7
/7).
Nach Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse, insbesondere
einer
psychiatrischen
Begutachtung
(
Urk.
7
/20), sprach die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
dem Versicherten
mit Verfügung vom
2
2.
Dezember 2009
(
Urk.
7
/
40,
Urk.
7/36
) ab Juni 2008 eine ganze Invaliden
rente zu.
Ab Februar 2010 gewährte sie Arbeitsvermittlung (
Urk.
7/46-47,
Urk.
7/53-56).
1.2
Im Herbst 2010 leitete die IV-Stelle eine revisionsweise Überprüfung des Ren
tenanspruchs in die Wege (
Urk.
7
/
58
) und holte Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
7
/74/5-10
)
sowie ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
7
/100)
ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7
/10
4
) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 3
1.
Januar 2014 (
Urk.
2) die Invalidenrente bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 0
%
per Ende des der Zustellung folgenden Monats
auf.
2.
Gegen die Verfügung vom 3
1.
Januar 2014 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 2
0.
Februar 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte sinngemäss, ihm sei
en
bei einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
weiterhin ei
ne Rente auszurichten
und zudem berufliche
Eingliederungsm
assnahmen zu gewähren. Mit Vernehmlassung vom 2
4.
April 2014 (
Urk.
6) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde, was dem Beschwerdeführer am
7.
Mai 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungs
zustän
den
klar unterscheidbare andauernde Depression im
fach
medizinischen
Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen
Leidenszu
stand
. Solche von der sozio
kulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.
5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Die Rechtsprechung hat seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwender und
Arzt
person
im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (begut
achtenden) Mediziners ist erstens, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der
Fol
genabschätzung
der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende
Beurtei
lungskompetenz
zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeits
leistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe und
er seit Januar 2011 in seiner angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter wieder z
u 100
%
arbeitsfähig sei.
Aufgrund des Einkommensvergleichs
resultiere
keine Einkommensbusse respektive ein Invaliditätsgrad von 0
%
, weshalb de
r
Be
schwerdeführer kein
en
Anspruch auf eine Invaliden
rente
mehr
habe
. Zudem bestehe auch kein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen, da
der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsfähig sei
(S. 2). In ihrer Vernehmlassung vom 2
4.
April 201
4 (
Urk.
6) machte die Beschwerdegegnerin zudem geltend, der ursprünglichen Rentenverfügung sei keine neurologische Abklärung zugrunde gelegen, weshalb eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vorliege und ein Wiedererwägungsgrund bestehe.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (
Urk.
1) auf den Standpunkt, er
könne aufgrund seiner Beschwerden nur dreieinhalb Stunden pro Tag arbeiten,
weshalb
ihm nur ein
Arbeitspensum von 40
%
zumut
bar sei
. Zudem seien ihm
Eingliederungsmassnahmen
zu gewähren.
3.
3.1
3.1.1
Massgebend für die Beurteilung des Gesundheitszustandes im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 1
3.
Oktober 2009 (
Urk.
7
/31) waren
im Wesentlichen
folgende medizinische Berichte:
3.1.2
Der Hausarzt des Beschw
erdeführers,
Dr.
med.
Z.___
, Facharz
t für Allge
meine Innere Medizin
FMH, nannte in seinem Bericht vom 1
8.
März 2008 (
Urk.
7/14/2-6) folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1 und 1.2):
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Zweimalige Synkope, differenzialdiagnostisch Epilepsie
-
Mittelgradige depressive Episode
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Eisenmangel
Dr.
Z.___
attestierte eine
(vorläufige)
100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit seit dem
5.
Juni 2007 (
Ziff.
2
und
Ziff.
5.2
)
und wies auf die laufenden neurologischen Abklärungen betreffend die Synkopen hin (
Ziff.
3.5.7)
.
3.
1.
3
In
ihrem
Bericht vom 2
8.
Mai 2008 (
Urk.
7/15/8-13) stellten
die behandelnden
Dr.
med.
A.___
, Facharzt Psychiatrie
,
Psychotherapie sowie Neurologie FMH, und
dipl.
psych.
B.___
, Psychologin FSP, folgende Diagnose (
Ziff.
1.1):
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Der Arzt respektive die Psychologin
führten aus, der Beschwerdeführer leide unter starken Stimmungsschwankungen, starker Niedergeschlagenheit mit Wei
nen, Perspektivlosigkeit, Schlafstörungen sowie unter häufigen Kopfschmerzen und habe zudem Gedanken an den Tod (
Ziff.
3.4).
Sie wiesen darauf hin, dass der Beschwerdeführer
die psychotherapeutische
Behandlung
nach 22 Sitzungen
abge
brochen
habe
(
Ziff.
3.7 u
nd
Ziff.
5.5).
Hinsichtlich des
Umfangs
der
Arbeitsfähigkeit
machte
n
der Arzt
und
die Psycho
login keine Angaben
, wiesen
aber
darauf hin, dass aus medizinischer Sicht eine beru
fliche Umstellung zu prüfen
und das Arbeitspensum in der ange
stammten Tätigkeit langsam zu steigern sei (
Ziff.
2 und
Ziff.
5.2).
3.
1.
4
Im Bericht vom
4.
März 2009 (
Urk.
7/27) stellten PD
Dr.
med.
C.___
, Ober
arzt, und
Dr.
med.
R.___
, Assistenzärztin
an
der
Klinik
S.___
,
folgende Diagnosen:
-
Verdacht auf zweimalig generalisierte epileptische Anfälle im Januar 2008
-
Aetiologie
unklar, differenzialdiagnostisch idiopathisch
-
EEG und Schlafentzugs-EEG im März und April 2008 vereinbar mit ge
neralisierter Epilepsie
-
Schädel-MRI mit KM vom
5.
Februar 2008: Kein pathologischer Be
fund
-
Aktuell
: U
nter VPA anfallsfreier Verlauf
-
Analgetika-Übergebrauchskopfschmerz
-
Migräne ohne Aura
Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer sei seit der letzten Kontrolle im Dezember 2008 anfallsfrei gewesen. Die vormals fast täglich
vorkommenden
fronto
-temporalen Kopfschmerzen würden nur noch zwei- bis dreimal pro Woche
auftreten, wobei sich allerdings die Intensität der pulsierenden Kopf
schmerzen verstärkt habe.
Im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit erwähn
ten die Ärzte „arbeitslos, IV-Antrag betreffend Umschulung“.
3.
1.
5
PD
Dr.
med.
I.___
, Spezialarzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie
,
nannte in seinem
von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
psychiatrischen Gut
achten vom 2
2.
April 2009 (
Urk.
7/20)
folgende Diagnosen (S. 8):
-
Mittelschwere Depression (ICD-10 F32.1)
-
Fragliche di
ssoziative Amnesie (ICD-10 F44.
0), differenzialdiagnostisch orga
nische Amnesie einschliesslich einer epileptischen
Gen
ese
Der Gutachter
hielt fest
, der Beschwerdeführer habe keine psychopathologischen Symptome wie Störungen des Bewusstseins ode
r der Orientierung
gezeigt
. Ebenso wenig seien Hinweise
auf
Wahnvorstellungen oder Hal
luzination
en
feststellbar gewesen. D
er Beschwerdeführer
habe
allerdings
über das Wahrneh
men von Lichtblitzen und
hellem Licht während Migräneattacken berichtet
,
was
als Pseudohalluzinationen zu qualifizieren sei
. Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers lasse seine Konzentrationsfähigkeit rasch nach und das Kurz- sowie Langzeitgedächtnis seien deutlich gestört.
Im Zusammenhang mit letzterem
habe der Beschwerdeführer
über zeitweise
auftretende
Gedächtnis
lücken berichtet
, die sich später dann plötzlich wieder
aufgelöst hätten
. Seit drei bis vier Jahren fühle er sich
zudem
depressiv und traurig, was auf die fehlende Arbeit mit entsprechendem Einkommen, die bestehenden Schulden und
die
mangelnde Berufsausbild
ung zurückzuführen sei. Seine Fähigkeit, sich zu freuen und etwas zu unternehmen
,
sei eingeschränkt
und er leide überdies
an Schlafstörungen und einer gewissen inneren Unruhe. E
r
empfinde
zudem viele negative Gedanken über seine Lebenssituation, wobei er aktuell keine
Suizidge
danken
habe
(S. 5 f.). Die psychotherapeutische Behandlung bei
Dr.
A.___
habe er abgebrochen, weil er keine Besserung festgestellt habe (S. 3)
.
PD
Dr.
I.___
hielt weiter fest, der Beschwerdeführer leide mit hoher Wahr
scheinlichkeit an einer Epilepsie mit Grand Mal Anfällen genuiner Art sowie an Migräneattacken in hoher Frequenz
und
nicht migräneartigem Kopfweh. Seit Jahren bestehe zudem eine
als
chronisch zu bezeichnende Depression von ins
gesamt mittelschwerem Ausmass (ICD-10 F32.1). Der Beschwerdeführer weise zudem Zustände von Amnesie und Gedächtnisstörungen auf, die in
ihrem Ursprung
unklar seien. Es könne sich dabei entweder um ein neurologisches und im Zusammenhang mit der Epilepsie
stehendes
Geschehen oder
um
psy
chogene Amnesien im Sinne einer dissoziativen Störung (ICD-10 F44.0) han
deln.
Eine diesbezügliche Klärung könn
t
e
n
nur der weitere Krankheitsverlauf und allenfalls
zusätzliche
neurologische Untersuchungen bringen (S. 7).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielt
der Gutachter
fest, der Beschwerdeführer s
ei seit Jahren in vollem Umfang
arbeitsunfähig
,
und zwar sowohl in seiner ange
stammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit. Diese Situation könne indessen allenfalls durch Ausschöpfung weiterer Therapiemassnahmen (bei
spiels
weise hinsichtlich der Migräneattacken) inklusive medikamentöser Behand
lung (insbesondere mit Bezug auf die Depression) verbessert werden
.
Zudem benötige der Beschwerdeführer zum Wiedereinstieg ins Berufsleben Unterstützung (beispielsweise durch ein Beratungs- und Abklärungszentrum; S.
7 f.).
3.2
3.2.1
Die im Rahmen der Rentenrevision relevanten Arztberichte zeigen bezüglich des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers folgendes Bild:
3.2.2
Im Bericht vom 2
0.
Juli 2011 (
Urk.
3/1) nannten
Dr.
med.
J.___
, Leitender Arzt,
Dr.
phil.
K.___
, Neur
opsychologe
,
und Neuropsycholog
ie-
Praktikan
tin
L.___
a
n der Klinik
M.___
,
fol
gende Diagnosen (S. 1):
-
Verdacht auf zweimalig generalisierte epileptische Anfälle im Januar 2008 mit/bei unter anderem
-
Aetiologie
unklar, differenzialdiagnostisch idiopathisch
-
Schädel-MRI vom 2
8.
Juni 2011: Altersentsprechend normales MRI des Gehirns
-
Migräne ohne Aura
-
Status nach Analgetika
-Ü
bergebrau
chskopfschmerzen
Der Arzt
und
die Neuropsychologen
führten aus
, i
m Rahmen der neuropsycho
logischen Untersuchung hätten sich leicht
e
bis mittelschwer
e
kognitive Min
derleistungen in mehreren
mnestischen
Teilbereichen (
unter anderem
verbale Erfassungsspanne, nonverbal
-
episodisches Lernen, verbal-episodisches Lernen und Wi
edererkennen) sowie bei einer
mn
estisch
-assoziierten exekutiven Teil
leistung (verbale Ideenproduktion) ergeben. Sämtliche anderen testdiagnostisch untersuchten Hirnfunktionen (
Visuokonstruktion
, kognitive
Verarbeitungsge
schwindigkeit
, Aufmerksamkeit, sonstige Exekutivfunktionen) seien indessen unbeeinträchtigt. In Anbetracht der unauffälligen MR
I-Untersuchung des Schä
dels vom
Juni 2011 seien
besagte Minderleistung
en
am ehesten im Rahmen der klinisch evidenten
Fatigue
- und Depressionssymptomatik sowie der Kopf
schmerzen interpretierbar. Der Arzt respektive die Neuropsychologen empfahlen die Fort
setzung
der psychotherapeutischen Behandlung
sowie
die
Einnahme eines
Medikaments mit spezifischer antidepressiver
Wirkung
(S. 2).
3.2.
3
In ihrem Beri
cht vom
9.
März 2012 (
Urk.
7/
74/
5-7
) stellten
Dr.
med.
C.___
, Oberärztin, und
Dr.
med.
N.___
, Assistenzärztin
,
an
der Klinik
M.___
, folgende Diagnosen:
-
Rezidivierend generalisierte epileptische Anfälle seit Januar 2008
-
Aetiologie
unklar, differenzialdiagnostisch id
i
opathisch
-
EEG und Schlafentzugs-EEG im März und April 2008 vereinbar mit
ge
neralisierter Epilepsie
-
Schädel-MRI vom
5.
Februar 2008 und 2
8.
Juni 2011:
Altersentspre
chender
Normalbefund
-
Zwei generalisierte Anfälle im Januar 2008: Auf dem Sofa
sitzend
Be
wusstseinsverlust
und zur linken Seite weggekippt
-
Unter VPA anfallsfrei, jedo
ch Entwicklung von NW; Umstellun
g auf
Lamictal
im
Oktober
2009
-
Generalisierter Anfall am
4.
November 2011: Auf dem Sofa sitzend plötzlich akute, schwerste
holocephale
Kopfschmerzen,
Bewusstseins
verlust
für wenige Minuten, links seitlich auf der Couch liegend wie
der erwacht. Unverändert ca. zweimal pro Woche kurze
Ganzkör
per
zuckungen
-
Depression
-
Migräne ohne Aura, aktuell zweimal pro Monat Migräneattacken
-
Status nach Analgetika-Übergebra
u
chskopfschmerzen
Die Ärzte hielten fest,
dass es abgesehen vom Anfall
im
November 2011
und den Migrän
eattacken
ungefähr zweimal pro Woche situationsunabhängig
für d
en Bruchteil einer Sekunde
zu einem Zusammenzucken am ganzen Körper komme, welches indessen nie mit einem Sturz
,
Bewusstseinsverlust oder ande
ren Symptomen assoziiert sei.
3.2.
4
Im Bericht vom 1
8.
Juli 2012 (
Urk.
7/74/8-10) hielt
Dr.
N.___
fest, dass
aus neurologischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit bestehe.
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte die Ärztin Folgendes
(S. 1
Ziff.
1.1)
:
-
Rezidivierende generalisierte epileptische Anfälle seit Januar 2008
-
Status nach Analg
etika-Ü
bergebrauchskopfschmerzen
Die Ärztin führte aus, dass der Beschwerdeführer nach zwei im Januar 2008 aufgetretenen generalisierten epileptischen Anfällen unter medikamentöser Therapie anfallsfrei gewesen sei.
Während bezüglich des
generalisierten Anfall
s
am
4.
November 20
11
keine Provokationsfaktoren festgestellt worden seien, hätten sich bei der Konsultation im März 20
12
epilepsieverdächtige Potentiale
gezeigt
, welche unter Hyperventilation aufgetreten seien
.
Dr.
N.___
wies
überdies
darauf hin
,
dass
die rezidivierenden generalisierten epileptischen An
fälle
unter antikonvulsiver Medikation gut kontrollierbar
seien
(S. 2
Ziff.
1.4)
.
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt die Ärztin
vorbehältlich der neuropsy
chologischen Beurteilung
fest, dass aus neurologischer Sicht keine Einschrä
n
kungen
best
ünden (S. 2
Ziff.
1.6).
3.2.5
In i
hrem Bericht vom 1
9.
September 2012 (
Urk.
3/2
S. 1-3
) wiederholten
Dr.
K.___
und
PD
Dr.
O.___
, Leitender Arzt
an
der Klinik
M.___
,
die im Bericht vom
9.
März 2012 (
Urk.
7/74/5-7) genannten Diagnosen (S. 1; vgl. E. 3.2.3
). Der Neu
ropsychologe
und der Arzt
hielten fest, dass sich im Vergleich mit den neuropsychologischen Vorbefunden
vom
2
0.
Juli 2011
(vgl. E. 3.2.2)
ein nahezu unverändertes kogni
tives Leistungsprofil gezeigt habe. Nach wie vor fänden sich leicht
e
bis mittel
schwer
e
kognitive Minderleistungen in mehreren
mnestischen
Teilbereichen sowie
bei einer
mnestisch
-assoziierten exekutiven Teilleistung
(verbale
Ideen
pro
duktion
)
. Alle anderen untersuchten Hirnfunktionen seien
weiterhin unbe
einträchtigt
. Das anlässlich der Untersuchung
durch
geführt
e
Fragebogen
verfahren
habe überdies
keine evidenten Anzeichen einer klinisch relevanten Depressions- und
Fatiguesymptomatik
mehr gezeigt, wobei
diese
Zustandsver
besserung
auch
durch den klinischen Eindruck bestätigt worden sei
(S. 3)
.
D
ie
mnestischen
Beeinträchtigungen
seien deshalb
ätiologisch am ehesten der epi
leptischen Grunderkrankung zuzuweisen.
Weiter wurde festgehalten
, dass die Arbeitsfähigkeit
aus
neuropsychologischer Sicht
leichtgradig
eingeschränkt sei, weshalb von einer Arbeitsunfähigkeit von ungefähr 25
%
auszugehen sei, wobei diese die ein- bis zweimal pro Woche
auftretende Migräne
und allfällige Einschränkungen aufgrund der affektiven Erkrankung nicht berücksichtig
e
.
Es
wurde
zudem
empfohlen, dem Beschwer
deführer
einen Berufs- oder Laufbahncoach zur Seite zu stellen
(S. 3)
.
3.2.6
Im Bericht vom 2
7.
September 2012
(
Urk.
3/2 S. 4-5)
stellte
Dr.
C.___
fol
gende Diagnosen (S. 1):
-
Rezidivierend generalisierte epileptische Anfälle seit Januar 2008
-
Aetiologie
unklar, differenzialdiagnostisch idiopathisch
-
EEG und Schlafentzugs-EEG im März und April 2004 vereinbar mit ge
neralisierter Epilepsie
-
Schädel-MRI mit KM vom
5.
Februar 2008 und 2
8.
Juni 2011:
Alters
entsprechender
Normalbefund
-
Zwei generalisierte Anfälle im Januar 2008: Auf der Couch sitzend Bewusstseinsverlust und zur linken Seite weggekippt
-
Unter VPA anfallsfrei
-
Aktuell: S
ubjekt
iv Nebenwirkung von
Lamotrigin
(
Hautv
eränderun
gen
, Erektionsprobleme),
letzte unklare Bewusstlosigkeit am 2
0.
September 2012
,
nachdem am 1
9.
September 2012 die Einnahme von
Lamotrigin
reduziert wurde
-
Depression
-
Migräne ohne Aura, aktuell Migräneattacken zweimal pro Woche
-
Status nach Analgetika-Übergebrauchskopfschmerz
Die Ärztin hielt fest, beim Beschwerdeführer würden seit zweieinhalb Monaten plötzlich Schwindel beim Laufen auftreten. Überdies leide er unter Kopfschmer
zen, Rötungen im Gesicht und Gewichtsverlust.
V
or einigen Tagen
sei
zudem eine Bewusstlosigkeit aufgetreten, wobei
d
er
Beschwerdeführer
am Boden lie
gend aufgewacht sei.
Diese
sei
aufgrund der Vorgeschichte als möglicher epi
leptischer Anfall
zu werten
, wenn auch der fehlende Zungenbiss, Muskelkater un
d Urinabgang keine bestätigende
n
anamnestische
Hinweise lieferten (S. 2).
Bezüglich
die
Arbeitsfähigkeit
unter neuropsychologischen Gesichtspunkten
verwies
Dr.
C.___
auf den Bericht vom 1
9.
September 2012 (vgl. E. 3.2.5) und hielt zudem fest, dass aus
epileptologischer
Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit an einem behinderungsgerechten Arbeitsplatz bestehe (S. 2)
, ohne diesen näher zu beschreiben
.
3.2.
7
Der Beschwerdeführer befand sich vom 2
5.
bis 2
9.
Januar 2013 zwecks Durch
führung eines Langzeit-
EEG
zur Abklärung
der
Myok
lonien und Absenzen in stationärer Behandlung im
Zentrum D.___
. Im entsprechen
den Bericht
vom
1
4.
Februar
2013 (
Urk.
7/111/1-7
) stellten
Dr.
med.
E.___
, Leitender Arzt,
Dr.
med.
F.___
, Medizinischer Direktor, und
Dr.
med.
G.___
, Assistenzarzt
,
folgende Diagnosen (S. 1):
Hauptdiagnosen:
-
Verdacht auf epileptische, differenzialdiagnostisch dissoziative Anfälle
Nebendiagnosen:
-
Muskelzuckungen und kurzzeitige Verwirrungszustände am ehesten dissozia
tiver Genese bei
-
Rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
Neuropsychologisch leicht bis mittelschwere kognitive Minderleistung in meh
reren
mnestischen
Teilbereichen sowie bei einer
mnestisch
-assoziierten exekutiven Teilleistung (September 2012)
-
Migräne ohne Aura
-
Vitamin D3 Mangel
Überlieferte Diagnosen:
-
Verdacht auf zusätzliche Spannungskopfschmerzen
-
Status nach Analgetika-
Übergebrauchskopfschmerzen
Die Ärzte
führten aus, beim Beschwerdeführer seien nach eigenen Angaben seit September 2012 keine Anfälle
mit
S
türzen oder länger dauernden
Bewusstlosig
keiten
aufgetreten
. Die Ganzkörperzuckungen würden indessen
bis
zwei
mal
täg
lich auftreten.
D
er
Beschwerdeführer nehme zudem
zwei- bis dreimal pro Monat
sinnlose Handlungen vor, bei denen er beispielsweise ein Buch in den Kühl
schrank lege. Er könne sich im Nachhinein jeweils nicht an die Vorna
hme solcher Handlungen erinnern
(S.
2 und
3)
. Er leide zudem
an
Müdigkeit und Erektionsstörungen, welche er auf die Einnahme des Medikam
ents
Lamictal
zurückführe
.
Ungefähr
viermal pro Monat
komme es zu
Migräneepisoden mit Übelkeit,
Photo
- und Phonophobie sowie zirka sechs- bis siebenmal pro Monat
zu
Kopfschmerzen, welche den ganzen Kopf beträfen
und
stress- und
wetterab
hängig
seien
. Es komme dabei gelegentlich zu
absenzartigen
Zuständen, wobei er weggetreten und nicht ansprechbar sei. Bezüglich seines psychischen Zustan
des habe der Beschwerdeführer von wiederkehrenden Episoden mit Antriebs
lo
sig
keit, starken Stimmungsschwankungen, vermehrter Gereiztheit, vermin
der
tem Selbstwertgefühl sowie Rückzugsverhalten berichtet, wobei
er sich ein
mal pro Monat in psych
iatrische
Behandlung begebe
. Er stehe aktuell nicht unter psychopharmakologischer Behandlung
(S. 3 f.).
Weiter hielten die Ärzte fest, das
Intensivmonitoring
habe weder Hinweise auf epileptische Ursachen der Ganzkörperzuckungen noch epilepsietypische Poten
t
iale respektive Aktivität oder Anfallsmuster gezeigt.
W
ährend des EEG
seien keine sinnlose
n
Handlungen
registriert worden
, weshalb diesbezüglich keine verlässliche Epilepsiediagnose gestellt werden könne. Gestützt auf die in der psycholog
ischen Evaluation festgestellte
Symptomatik einer rezidivierenden depressiven Störung
könne
eine dissoziative Genese der erwähnten Handlungen nicht ausgeschlossen
, aber auch eine epileptische Genese der Muskelzuckungen nicht bestätigt
werden
(S. 5)
.
Betreffend Arbeitsfähigkeit erwähnten die Ärzte „Arbeitsfähigkeit: Ganze IV
Rente“ (S. 6).
3.2.
8
Das von der Beschwerdegegnerin bei
Dr.
med.
H.___
, Psychiatrie und Psycho
therapie FMH,
in Auftrag gegebene
psychiatrische
Gutachten vom 2
6.
September 2013 (
Urk.
7/100)
basierte auf den
Vorakten
sowie de
r
eigenen Untersuchung vom 1
6.
September 2013 (S. 1 f.). Der Gutachter stellte dabei
fol
gende Diagnose
n
(S.
6
Ziff.
4):
-
Knapp
leichtgradige
depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
Rezidivierende generalisierte epileptische Anfälle seit Januar 2008 (Diagnose den Akten entnommen)
Der Gutachter führte aus
, dass es gemäss den Angaben des Beschwerdeführers im Jahre 2013 zu keinem epileptischen Anfall gekommen sei, dass im Jahre 2012 indessen mehrere kur
ze Anfälle aufgetreten seien. Der Beschwerdeführer
leide
nach wie vor
an Migräne sowie aufgrund der Medikamenteneinnahme an Müdigkeit sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, wobei sich die letztgenannten Störungen in letzter Zeit verstärkt hätten.
Die Aufgabe der Ar
beitstätigkeit im Jahre 2005 habe nach den Angaben des Beschwerdeführers z
u Verstimmungen geführt,
die
so lange a
ngedauert hä
tten, als
er vom S
ozialamt
unterstützt worden sei
. Nach Zusprechung der Invalidenrente habe sich sein psychischer Zustand
verbessert und die Verstimmungen hätten sich
zurückge
bildet
respektive
würden seit Anfang 2011 nicht mehr bestehen. Da es ihm rela
tiv gut gehe, sei er nicht mehr in psychiatrischer Behandlung und nehme auch keine Antidepressiv
a
mehr. In seiner Freizeit treibe er viel Sport, besuche oft seine Schwestern und reise regelmässig nach Sizilien in die Ferien. Er stehe
zudem
morgen
s
jeweils
um 5 Uhr auf, erledige die Haushaltsarbeiten und lese viel (S. 3 f.).
Dr.
H.___
hielt
weiter
fest, beim Beschwerde
f
ührer seien keine
Orientie
rungs
,
Bewusstseins-
,
Aufmerksamkeits-, Konzentrations
- oder Gedächtnis
störungen erkennbar gewesen, wobei die Aufmerksamkeit phasenweise leicht eingeschränkt gewesen sei. Ebenso wenig seien formale Denkstörungen, Wahn
vorstellungen, Sinnestäuschungen, Ich-Störungen, Störungen des Antriebs und der Psychomotorik oder Persönlichkeitsstörungen feststellbar gewesen. Zudem habe der Beschwerdeführer keine Anzeichen von Depressivität, einer  schwer
mütig gedrückten Stimmung,
eines sozialen
Rückzug
s
, Aggressivität oder Suizi
dalität gezeigt, und der affektive Rapport sei herstellbar gewesen
. Aufgrund der aktiven Lebensgestaltung des Beschwerdeführers sowie der fehlenden psycho
pathologischen Symptome sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht in relevantem Ausmass depr
essiv sei. Vielmehr sei er während der Unter
suchung gut gestimmt und im Selbstwertgefühl kaum eingeschränkt gewesen und habe auch keine Ängste geäussert. Di
e vom Beschwerdeführer beklagte
Müdigkeit und Konzentrationsstörungen seien wahrscheinlich
auf die
antiepi
leptische
Therapie respektive
die
Epilepsie an sich
zurückzuführen
(S. 4
-6
).
Der Gutachter führte
ferner
aus, dass die im April 2009 diagnostizierte mittelgradige depressive Episode aus
aktueller
Sicht nachvollziehbar sei.
Später sei es zu einer Reduktion der Depressivität gekommen, wobei es dem Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben seit Anfang 2011 psychisch gut gehe.
Er
sei heute zwar gele
gentlich traurig aufgrund des Konflikts mit der Mutter seines Kindes, verspü
re indessen keinen Leidensdruck.
Aktuell sei deshalb von einer knapp
leichtgradi
gen
depressiven Episode auszugehen (S. 7).
Mit Bezug auf die von PD
Dr.
I.___
erwähnte dis
soziative Amnesie (vgl. E.
3.1.5
)
bemerkte
Dr.
H.___
, dass diese Störung aktuell nicht im Vorder
grund stehe. Die Untersuchung habe keine Hinweise für eine solche Störung gezeigt. Der Beschwerdeführer habe zwar müde, unkonzentriert und fahrig gewirkt, dies indessen nicht im Sinne einer dissoziativen Amnesie, bei der bestimmte belastende Ereigni
sse nicht memoriert werden könn
t
en
. Der Be
schwerdeführer sei beispielsweise in der Lage gewesen, sämtliche Details der schwierigen Beziehung zu seinem Sohn zu memorieren, was gegen
eine dissozi
ative Amnesie spre
che
(S. 7).
Dr.
H.___
legte sodann dar, dass sich das psychische Leiden verbessert habe und die Depressivität
nurmehr
leichtgradig
sei.
Mit Bezug auf die Arbeitsfähig
keit führte
er
aus, dass aus psychiatrischer Sicht seit
der Besserung
Anfang 2011 keine Einschränkungen
mehr
bestünden.
Der Beschwerdeführer könne einfache strukturierte Tätigkeiten ausüben, wobei zu Beginn ausreichende Erholungsmöglichkeiten zu gewähren seien. Eine
psychiatrische Behandlung
sei nicht
indiziert und der Beschwerdeführer benötige auch keine Antidepressi
v
a
. Die Prognose sei aus psychiatrischer Sicht günstig (S. 8
und S.
12
).
3.2.
9
In seinem Bericht vom
5.
November 2013 (
Urk.
7/111/8) nannte med.
pract
.
P.___
,
Facharzt für Allgemeinmedizin
, folgende Diagnosen
:
-
Rezidivierend generalisierte epileptische Anfälle seit
1.
Januar 2008
-
Aetiologie
unklar, differenzialdiagnostisch idiopathisch
-
Verdacht auf dissoziative Anfälle mit Muskelzuckungen und kurzzei
tigen
Verwirrheitszuständen
im Jahre 2012
-
Migräne ohne Aura
-
Anpassungsstörung
Der Arzt
nahm Bezug auf die
in den
neurologi
schen Bericht
en
erwähnten Anfälle und
die vom Beschwer
deführer geschilderten Symptome.
Er
statuierte zudem eine eingeschränkte kognitiv
e Leistungsfähigkeit und empfahl, den Be
schwerdeführer in ein Eingliederungsprogramm zu integrieren.
3.2.
10
Im
Bericht vom 1
2.
November 201
3
(
Urk.
7/111/9-11)
stellte
die behandelnde
lic
. phil.
Q.___
, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, folgende Diagnose (Diagnosen zum Zeitpunkt des Erstgesprächs; S. 1):
-
Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen
(ICD
10 F43.23;
phasenweise aufgrund von Epilepsie-Diagnose und Mi
grä
ne)
-
Epilepsie ED 2008 (
anamnestisch
)
-
Migräne (anamnestisch)
Psychologin
Q.___
führte aus, der Beschwerdeführer habe gemäss eigenen Angaben seine Existenzsicherung in Gefahr gesehen, als er von der
Ren
tenrevi
sion
erfahren habe. Dies
habe
in belastet
, weshalb er sich in
ihre
psychothera
peutische Behandlung begeben habe. Er habe grosse
M
ühe, sich mit der diag
nostizierten Krankheit abzufinden und es mache ihn wütend
und traurig
, nicht selbständig für
sich und seinen Sohn
sorgen zu können
. Er habe
aufgrund sei
ner finanziellen Situation und der Abbezahlung der Schulden Angst
vor der Zukunft und leide seit der Epilepsie-Diagnose immer wieder phasenweise unter gedrückter Stimmung, Freudlosigkeit und reduziertem Antrieb mit erhöhter Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkungen.
Er habe vom Oktober 2010 bis März 2012 ein Informatik-Praktikum absolviert, welches er aufgrund der Nebenwirkungen der Epilepsie-Medikamente und der Migräne mehrmals habe unterbrechen müssen, weshalb er effektiv nur zwei der insgesamt 18 Monate habe tätig sein können. Er fühle sich
überfordert, den Wiedereinstieg ins Berufsleben alleine zu schaffen und sei deshalb auf Unterstützung angewiesen
(S. 2)
.
Psychologin
Q.___
hielt
weiter
fest, der Beschwerdeführer
leide unter einer Anpassungsstörung mit Gefühlen wie Ärger, Wut, Anspannung, Angst und leichter depressiver Symptomatik. Sie hielt ausserdem einen stufenweisen
Wie
dereinstig
ins Berufsleben mit einem Wiedereingliederungsprogramm
für
indi
ziert (S. 2).
4.
4.1
Streitgegenstand bildet
zunächst
die verfügte Aufhebung der Rente. Es ist somit zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der
Renten
zusprache
am
2
2.
Dezember 2009 (
Urk.
8/40
) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
a
m 3
1.
Januar 2014 (
Urk.
2) in einem Ausmass verändert haben,
das die
Renten
einstellung
rechtfertigt
.
Dabei stellte selbst der Beschwerdeführer nicht in Abrede, dass eine gesundheitliche Verbesserung eingetreten ist, ersuchte er doch
um Leistungen, die nur noch auf einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
statt 100
%
basieren (
Urk.
1).
4.2
D
as Gutachten von
Dr.
H.___
ist umfassend
und
beruht
auf den erfo
rderli
chen Untersuchungen
. Es wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgege
ben und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge ein.
A
uch die Schlussfolgerungen des Gutachters
sind
in einer Weise begründet, dass die rechtsanwendende Person sie nachvollziehen kann. Es ist schlüssig dargelegt worden, dass dem Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Begutachtung die Ausübung seiner angestammten Tätigkeit
wieder
im Umfang von 100
%
zumutbar
ist
. Das Gutachten erfüllt demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die
Entscheidfindung
darauf abzustellen ist.
4.
3
Der Gutachter
PD
Dr.
I.___
diagnostizierte
im Jahre 2009
in psychiatrischer Hinsicht
eine mittelschwere Depression
, äusserte den Verdacht auf eine dissozi
ative Amnesie
und
attestierte eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit. Er
beschrieb den Beschwerdeführer
als depressiv, traurig und in seiner Fähigkeit, sich zu freuen oder etwas zu unternehmen
,
als eingeschränkt.
PD
Dr.
I.___
berichtete zudem über negative Gedanken des Beschwerdeführers
betreffend
seine Lebenssituation sowie eine innere Unruhe
(vgl. E. 3.1.5)
.
Demgegenüber diagnostizierte
Dr.
H.___
eine knapp
l
eichtgradige
depressive Episode
und ging von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
aus.
Gemäss
Dr.
H.___
haben
sich die depressiven Verstimmungen
des Beschwerdeführers
im Laufe der Zeit
zurückgebildet respektive bestehe
n seit
Anfang
2011 nicht mehr. Entsprechend stellte
Dr.
H.___
insbesondere auch
keine Anzeichen von Depressivität, schwermütig gedrückter Stimmung oder von soziale
m
Rück
zug
mehr
fest und wies zudem
auf die
aktive Lebensgestaltung
des Beschwer
deführers hin
.
Dr.
H.___
verneinte zudem jegliche Hinweise auf eine dissozi
ative Amnesie
(vgl. E. 3.2.8)
.
In neurologischer Hinsicht diagnostizierte PD
Dr.
C.___
im
März
2009 den Verdacht auf
zwei
generalisierte epileptische An
fälle,
Analgetika-Überge
brauchs-K
opfsch
merzen
sowie Migräne ohne Aura. Bezüglich der Arbeitsfähig
keit mac
hte PD
Dr.
C.___
keine Angaben (vgl. E. 3.1.4). Besagte Diagnose
n
sind
im
Verlauf
im Wesentlichen
gleich
geblieben
, sind doch den
für die
Ren
tenrevision
relevanten neurologischen und neuropsychologischen Arztberichte
n
ebenfalls
rezidivierende generalisierte epileptische Anfälle zu entnehmen
(vgl. E.
3.2.
2-3.2.7), wobei es zwischen der
Renten
zusprache
und
aufhebung
zu zwei epileptischen Anfällen gekommen ist (vgl. E. 3.2.3 und E.
3.2.6).
PD
Dr.
O.___
und Neuropsychologe
K.___
attestierten aufgrund der von ihnen
diagnostizierten leichten bis mittelschweren kognitiven Minderleistungen aus neuropsychologischer Sicht eine Arbeitsunfäh
igk
eit von 25
%
(vgl. E. 3.2.5). Im Nachgang
zum
epileptischen Anfall im September 2012 postulierte
Dr.
C.___
unter
epileptologischen
Gesichtspunkten
jedoch
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit an einem behinderungsgerechten Arbeitsplatz respektive in einer
leidensange
passten
Tätigkeit (vgl. E. 3.2.6).
Der Vergleich
der Arztberichte, gestützt auf welche die ursprüngliche
Rentenver
fügung
erlassen wurde
,
mit den
Berichte
n
, die der angefochtenen Verfügung zugrunde
liegen, zeigt,
dass
sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s in psychiatrischer Hinsicht verbessert und in neurologischer Hinsicht nicht verschlechtert hat,
weshalb die Voraussetzungen für eine
Ren
tenrevision
gemäss
Art.
17
Abs.
1 ATSG erfüllt sind
(vgl. E. 1.5
). Während der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Erlasses der
ursprünglichen
Rentenverfü
gung
wegen
einer mittelschweren Depression sowohl in seiner angestammten wie auch in einer angepassten Tä
tigkei
t zu 100
%
arbeitsunfähig war, ist
er
nunmehr
aufgrund
seiner
neuro
p
sychologischen
Beschwerden in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit zu
wenigstens
75
%
arbeitsfähig.
An dieser Beurteilung vermag die von der behandelnden Psychologin
Q.___
am 1
2.
November 2013 genannte Diagnose einer Anpass
ungsstörung
(vgl. E.
3.2.10
) nichts zu ändern.
Diese
ist
gemäss Psychologin
Q.___
im Wesentli
chen auf die Zukunftsängste des Beschwerdeführers bezüglich seiner finanziel
len Situation
und der
Rück
zahlung seiner Schulden respektive auf dessen Wut und Traurigkeit darüber, dass er nicht selbständig für sich und seinen Sohn sor
gen kann
, zurückzuführen. Dabei handelt es
sich um psychosoziale Faktoren,
weshalb vorliegend
keine
invalidenversicherungsrechtlich
relevante
psychische
Störung
vorliegt (vgl. E.
1.4)
. Abgesehen davon machte Psychologin
Q.___
keine Angaben
darüber
, inwiefern sich die Anpassungsstörung auf die Arbeits
fähigkeit des Besch
werdeführers auswirkt.
Dass ermüdungsbedingt eine
Arbeits
tätigkeit
nur während 40
%
eines üblichen Tagespensums möglich wäre (vgl.
Urk.
1), machte selbst Psychologin
Q.___
nicht geltend. Solches ist aufgrund der medizinischen Akten nicht ausgewiesen.
Am Grad der Arbeitsunfähigkeit
von 25
%
ändert auch der Hinweis
der
Dres
.
E.___
,
F.___
und
G.___
nichts,
welcher unter der Überschrift „Prozedere“ im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit „Ganze IV-Rente“ erwähnt
en
(vgl.
Urk.
3/3 S. 6
).
Besagter Hinweis enthält keine Angaben zum Grad einer allfälli
gen Arbeitsunfähigkeit und ist zudem in keiner Weise
begründet.
Darüber hin
aus
kommt der Arztperson keine Beurteilungskompetenz bezüglich der
Renten
höhe
zu
(vgl. E. 1.7).
Soweit der
Bericht von med.
pract
.
P.___
vom
2
5.
Februar 2014
(
Urk.
3/7
)
,
der
nach Erlass der rentenaufhebenden Verfügung (
Urk.
2)
erging, überhaupt
zu berücksichtigen ist,
führt er zu keinem anderen Schluss. Denn dieser
entspricht
im Wesentlichen
jenem
vom
5.
November 2013 (vg
l. E. 3.2.9) und
schliesst
(
nach einer Anfangsphase von sechs Monaten
)
eine uneingeschränkte
Arbeits
fähigkeit
nicht
aus.
4.4
Im Lichte der obigen Erwägungen ist mit Blick auf die Ermittlung des
Invalidi
tätsgrades
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 75
%
arbeitsfähig ist. Da die Annahme dieser eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit am Ergebnis nichts ändert (vgl. nach
folgende E. 5), wird das Ausmass der Erwerbsunfähigkeit im Folgenden zu Gunsten des Beschwerdeführers nach Massgabe dieser Feststellung ermittelt.
Festzuhalten bleibt jedoch, dass allein die neuropsychologisch attestierte Arbeits
unfähigkeit grundsätzlich keine
Invalidität im rechtlichen Sinn
begrün
det (
Urteil des Bundesgerichts 9C_256/2013 vom
1.
Juli 2013 E. 3.3). Die - nur in Aus
nahme
fällen anzunehmende - Unzumutbarkeit eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt
rechtsprechungsgemäss
das Vorliegen einer mitwirken
den, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien wie chronische körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) oder schliesslich unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durch
geführter Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem thera
peutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhande
ner Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person voraus (BGE 130 V 352 E. 2.2.3).
Nach Lage
der medizinischen Unterlagen ist eine Komorbidität zu verneinen. Ebenso wenig ist erstellt, d
ass
nach der Verbesserung des psychischen Gesund
heitszustandes Anfang 2011 die
Morbiditätskriterien in genügender Intensität erfüllt
wären. Denn einerseits schilderte der Beschwerdeführer dem psychiat
rischen Gutachter einen sehr aktive
n
Lebenswandel und andererseits erklärte er, dass er die psychiatrischen Behandlungen eingestellt ha
b
e (Urk. 7/100 S. 4). Die zuletzt von der Psychologin
Q.___
beschriebenen Beeinträchtigungen (E.
3.2.10)
finde
n
ihre hinreichende Erklärung
in den finanziellen
Existenzsor
gen
und
damit
in invaliditätsfr
emden, psychosozialen Umständen, die
im Rah
men der invalidenversicherungsrechtlichen
Leistungszusp
rache
nicht zu berück
sichtigen sind.
Hinsichtlich der von
Dr.
C.___
bescheinigten Arbeitsfähigkeit lediglich in einer behinderungsangepassten Tätigkeit bleibt zu bemerken, dass er diese in keiner Weise näher umschreibt. Es ist deshalb nicht einzusehen, inwiefern die bisherige Tätigkeit als Lagerist/Betriebsarbeiter nicht angepasst sein soll.
5.
5.1
.1
Im Folgenden bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu prüfen.
5.1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2.
Die Beschwerdegegnerin stellte bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf den Lohn für Hilfsarbeiter (Zentralwert) gemäss Schweizerischer
Lohnstruk
turerhebung
2010
(LSE)
ab und ermittelte unter Berücksichtigung der
Nomin
al
lohn
entwicklung
(von 2150 auf 2204; vgl. Die Volkswirtschaft 3/4-2015 S. 89 Tabelle B 10.3)
für das Jahr 2013 ein jährliches Einkommen von
Fr.
62‘
768.50 (
Fr.
4‘901.-- : 40 Wochens
tunden
x 41.6 Wochenstunden x 12 Monate x
Nomi
nallohnentwicklung
=
Fr.
62‘768.50
;
Urk.
7/102).
Diese
– wegen der Indexierung zu Gunsten des
Beschwerdeführers ausgefalle
ne –
Berechnung ist nicht zu beanstanden, da der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens eine Hilfsarbeitertätigkeit ausübte und zudem seit mehre
ren Jahren keine
r (länger andauernde
n
)
berufliche
n
Tätigkeit mehr
nach
ging
(vgl.
Urk.
7/4
).
5.
3
Das Invalideneinkommen, welches ebenfalls gestützt auf die
LSE 2010
zu bestim
men ist, beträgt für das Jahr 2013 bei einem Arbeitspensum von 75
%
im Anforderungsniveau 4
Fr.
47‘138.-- (
Fr.
4‘901.-- : 40 Wochenstunden x 41.7 Wochenstunden x 12 Monate x 2204 : 2150
[
Nominallohnentwicklung
]
x 0.75).
Dem Umstand
, dass männliche Teilzeitbeschäftige überproportional tiefer
ent
löhnt
werde
n als Männer mit Vollzeitpensum
,
ist mit einem Leidensabzug von 10
%
Rechnung zu tragen
, so dass das Invalideneinkommen
Fr.
42‘424.-- be
trägt
.
Aus der Gegenüberstellung mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
62‘768.50 (vgl. E. 5.2)
resultiert
somit
ein Invaliditätsgrad von
rund
3
2
%
, welcher unter dem anspruchsbegründenden Minimum von 40
%
liegt (vgl. E.
1.2).
5.
4
Bei dieser Sachlage erfolgte d
ie
revisionsweise
Einstellung der Rente zu Recht und die
diesbezügliche
Beschwerde ist abzuweisen.
Vor diesem Hintergrund er
übrigt sich die Prüfung der Voraussetzungen für eine Wiedererwägung im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG (vgl. E. 2.1).
6
.
6.1
Der Beschwerdeführer beantragte sodann die
Zusprache
von Eingliederungs
massnahmen (
Urk.
1 S. 1).
6.2
Die Beschwerdegegnerin führte dazu in der angefochtenen Verfügung aus, dem Beschwerdeführer seien von April 2010 bis April 2011 berufliche Eingliede
rungsmassnahmen in Form vo
n
Arbeitsvermittlung zugesprochen worden. Die Frage hingegen, ob ein konkreter Anspruch besteht auf weitere Massnahmen beruflicher Art nach
Art.
15 f. IVG, wurde im angefochtenen Entscheid
implizit verneint
,
da
bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit gar keine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 IVG vor
liege
.
6.3
Mit dem Inkrafttreten der
6.
IV-Revision per
1.
Januar 2012 ist das Instrument der eingliederungsorientierten Rentenrevision eingeführt worden, mit welchem die Wiedereingliederung aktiv gefördert wird, indem Rentenbezügerinnen und
bezüger
mit Eingliederungspotenzial durch persönliche Beratung, Begleitung und weitere spezifische Massnahmen gezielt auf eine Wiedereingliederung vor
bereitet werden. Allerdings ist die Wiedereingliederung gemäss
Art.
8a IVG nur für rentenbeziehende Personen mit vermutetem Eingliederungspotenzial vorge
sehen, bei denen der Gesundheitszustand oder die erwerblichen Verhältnisse keine anspruchswesentliche Änderung erfahren haben (Urteil des Bundesge
richts 8C_583/2014 vom 1
2.
Dezember 2014 E. 4.1).
Die Leistungen zur Wiedereingliederung nach
Art.
8a IVG
sind
ausdrücklich
den Rentenbezügern vorbehalten, worunter der Beschwerdeführer nach der
Renten
einstellung
nicht mehr zu begreifen ist. Zudem kann
er
infolge
einer
erhebli
che
n
Verbesserung des Gesundheitszustandes keine I
nvalidenrente mehr bean
spruchen
,
weshalb
Massnahmen zur Wiedereingliederung unter
diesem
Titel
von vornherein nicht in Betracht
kommen
.
6.
4
Soweit das Begehren des Beschwerdeführers auf die
Zusprache
von
Integrati
onsmassnahmen
unter dem Titel des
Art.
14a IVG abzielt, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden.
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50
%
arbeitsunfä
hig (
Art.
6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vor
bereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen berufli
cher Art geschaffen werden können (
Art.
14a
Abs.
1 IVG). Als
Integrations
mass
nahmen
gelten gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete (a) Massnahmen zur sozial-beruflichen Rehabilitation und (b)
Beschäftigungsmass
nahmen
(
Art.
14a
Abs.
2 IVG). Anspruch auf Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation haben Versicherte, die in Bezug auf Massnahmen beruflicher Art noch nicht eingliederungsfähig sind (
Art.
4
quater
Abs.
2 der Verordnung
über die Invalidenversicherung, IVV
). Als Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilita
tion gelten Massnahmen zur Gewöhnung an den Arbeitsprozess, zur Förderung der Arbeitsmotivation, zur Stabilisierung der Persönlichkeit und zum Einüben sozialer Grundfähigkeiten (
Art.
4
quinquies
Abs.
1 IVV; vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 9C_670/2013 vom
4.
Februar 2014 E. 3.2.1).
Da aufgrund der medizinischen Aktenlage
selbst aus neuropsychologischer Sicht
eine Arbeitsfähigkeit von
wenigstens
75
%
auch in der angestammten Tätigkeit ausgewiesen ist (vgl. E. 4.4), fallen mangels einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
auch Integrationsmassnahmen nach Art. 14a IVG ausser Acht.
6.5
Die Beschwerdegegnerin wies
den Beschwerdeführer
schliesslich
auf einen allfälli
gen Anspruch auf Übergangsleistungen im Sinne von
Art.
32
IVG hin (
Urk.
2 letzte Seite), ohne jedoch konkret darüber zu befinden. Wie es sich damit verhält, ist mangels eines Anfechtungsgegenstandes nicht in diesem Verfahren zu prüfen.
6.6
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Leistungen nach Art. 8a
IVG,
Art.
14a IVG und
Art.
15 f. IVG zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde auch diesbezüglich abzuweisen ist.
7
.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
9
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
900
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubSchleiffer Marais