# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5d50191-5ccf-5ee4-b11c-a4eee6dc51bf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.07.2008 C-1185/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1185-2006_2008-07-14.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1185/2006

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  J u l i  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, 
Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiber Philipp Mäder.

R._______
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Galligani,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung erleichterte Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1185/2006

Sachverhalt:

A.
Der aus dem Kosovo stammende Beschwerdeführer (geb. 1971) hielt 
sich zwischen 1991 und 1996 regelmässig als Saisonnier zur Arbeit in 
die Schweiz auf. Nach Beendigung der letzten Saison stellte er Mitte 
Dezember  1996  ein  Asylgesuch.  Das  dafür  zuständige  Bundesamt 
lehnte den Antrag in einer Verfügung vom 11. März 1997 ab und ord-
nete die Wegweisung aus der Schweiz an. Eine dazu angesetzte Aus-
reisefrist (bis 31. August 1997) wurde später bis zum 31. Mai 1998 er-
streckt. Der Beschwerdeführer liess auch die erstreckte Frist ungenutzt 
verstreichen und heiratete am 29. Juli  1998 eine Schweizer Bürgerin 
(geb. 1958 und Mutter zweier Kinder aus einer früheren Ehe). In der 
Folge erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung.

B.
Am 18. Mai 2001 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um erleich-
terte  Einbürgerung  nach  Art.  27  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom 
29. September 1952 (BüG, SR 141.0). Von der Vorinstanz darauf hin-
gewiesen, dass die gesetzliche Voraussetzung einer während mindes-
tens drei Jahren gelebten ehelichen Gemeinschaft erst Ende Juli 2001 
erfüllt  sein  werde,  erneuerte  er  sein  Gesuch  am  31.  Juli  2001.  Mit 
Schreiben  vom 16. September  2001  ersuchte  der  Beschwerdeführer 
bei der Vorinstanz um Beschleunigung des Verfahrens, weil er keinen 
heimatlichen  Reisepass  besitze  und  gemeinsame  Reisen  mit  seiner 
Ehegattin nicht möglich seien. 

Zu Handen des Einbürgerungsverfahrens unterzeichneten die Ehegat-
ten  am 4. Dezember  2001  eine  gemeinsame Erklärung,  wonach  sie 
beide in einer tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen Gemein-
schaft an derselben Adresse zusammenlebten und weder Trennungs- 
noch Scheidungsabsichten hätten. Gleichzeitig nahmen sie zur Kennt-
nis,  dass  die  erleichterte  Einbürgerung  nicht  möglich  sei,  wenn  vor 
oder  während des Einbürgerungsverfahrens einer  der  Ehegatten  die 
Trennung oder Scheidung beantragt habe oder keine tatsächliche ehe-
liche Gemeinschaft mehr bestehe.

Am 18. Januar 2002 wurde der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 27 
BüG erleichtert eingebürgert. Er erwarb nebst dem Schweizer Bürger-
recht das kantonale Bürgerrecht von Neuenburg und das Gemeinde-
bürgerrecht von Neuenburg und Couvet. 

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C.
Am 26. November 2004 wandte sich der Migrationsdienst des Kantons 
Bern  an die Vorinstanz und machte  diese darauf  aufmerksam, dass 
der  Beschwerdeführer  ein  Gesuch  um  Familiennachzug  eingereicht 
habe. Demnach habe er sich im Mai 2004 von seiner schweizerischen 
Ehefrau scheiden lassen und am 6. September 2004 im Kosovo eine 
1975  geborene  Landsfrau  geheiratet.  Mit  dieser  habe  er  seit  dem 
10. Dezember 2001 ein gemeinsames Kind.

Mit Brief vom 3. Februar 2005 an die Vorinstanz machte auch das Jus-
tiz-,  Gesundheits-  und  Sicherheitsdepartement  des  Kantons  Neuen-
burg darauf aufmerksam, dass möglicherweise ein Missbrauchstatbe-
stand vorliege. 

D.
In einem Schreiben vom 15. Februar 2005 teilte die Vorinstanz dem 
Beschwerdeführer mit, sie sei angesichts der Umstände gehalten, ge-
stützt auf Art. 41 Abs. 1 BüG Gründe für eine allfällige Nichtigerklärung 
der erleichterten Einbürgerung zu prüfen. Der Beschwerdeführer wur-
de dazu eingeladen,  Stellung zu nehmen und seine Einwilligung zur 
Einsicht in die Scheidungsakten zu erteilen. 

E.
Der Beschwerdeführer erteilte seine Einwilligung zur Einsichtnahme in 
die Scheidungsakten und beantragte in einer schriftlichen Stellungnah-
me vom 25. März 2005, es sei von einer Nichtigerklärung der erleich-
terten Einbürgerung abzusehen. Er habe sich dieses Recht nicht er-
schlichen. Vielmehr habe im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung 
und noch bis im Herbst 2002 tatsächlich eine echte, ungetrennte Ehe 
bestanden. Erst dann habe die Ehefrau die Trennung und Scheidung 
verlangt. Dass er während bestehender Ehe mit der Schweizer Bürge-
rin ein Kind mit seiner heutigen Ehefrau gezeugt habe, treffe zwar zu. 
Er habe aber keine aussereheliche Beziehung gepflegt. Vielmehr sei 
es im März 2001 während eines Ferienaufenthalts im Kosovo zu einer 
einmaligen Begegnung mit der ihm bis dahin unbekannten Kindsmutter 
gekommen. Danach habe er keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt. Erst 
anlässlich eines weiteren Ferienaufenthaltes im Sommer 2004 hätten 
ihn seine Eltern darüber informiert,  dass eine junge Frau vorgespro-
chen,  ihn gesucht  und geltend gemacht habe, er sei  der Vater ihres 
Kindes. Von dieser Situation überrascht, habe er mit der Frau gespro-
chen  und  anschliessend  eine  Expertise  veranlasst,  welche  bestätigt 

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habe, dass er der Vater des Kindes sei. Danach sei für ihn klar gewe-
sen,  dass  er  seine Verantwortung wahrnehmen und die Kindsmutter 
heiraten werde.

F.
Nach  Einsichtnahme  in  die  Akten  des  Scheidungsverfahrens  veran-
lasste die Vorinstanz beim Kanton Neuenburg eine Befragung der ge-
schiedenen Ehefrau. Diese Befragung wurde am 11. Juni 2005 durch 
die  Kantonspolizei  Neuenburg  durchgeführt.  Gemäss  dem dabei  er-
stellten Protokoll will die geschiedene Ehefrau den Beschwerdeführer 
anfangs 1998 kennen gelernt haben. Wenige Monate später habe er 
erfahren, dass er in sein Heimatland zurückkehren müsse. In der Folge 
hätten sie sich entschieden, zu heiraten. Für sie sei es eine Liebeshei-
rat  gewesen. Allerdings  habe das Aufenthaltsrecht  des Beschwerde-
führers  insofern  eine  Rolle  gespielt,  als  sie  ihn  ansonsten  nicht  so 
schnell  geheiratet hätte. In der Ehe hätten von Anfang an finanzielle 
Probleme bestanden. So habe er von ihr verlangt, dass sie einen Kre-
ditvertrag zum Kauf eines Autos abschliesse, was dann aber an ihren 
Einkommensverhältnissen gescheitert  sei. Danach habe er  insistiert, 
dass sie zum gleichen Zweck 9'000 Franken aus ihren Ersparnissen 
hergebe.  Jeden  Monat  habe  er  Geld  in  sein  Heimatland  geschickt. 
Gleichzeitig  habe man ihm Ende Monat  Geld  vorschiessen müssen, 
was nicht immer leicht gewesen sei und für schlechte Stimmung ge-
sorgt  habe. Während der  Ehe  hätten  sie  nie  Ferien  zusammen ver-
bracht. Der Beschwerdeführer sei etwa zweimal jährlich alleine in den 
Kosovo gereist. Er habe sie erklärtermassen wegen des Krieges und 
den  damit  verbundenen  Gefahren  nicht  mitnehmen  wollen.  Dass  es 
noch eine andere Frau in seinem Leben gebe, habe sie während des 
Scheidungsverfahrens  gerüchteweise  gehört.  Er  selbst  habe  ihr  ge-
genüber  solches  abgestritten.  Von  der  ausserehelichen  Vaterschaft 
habe sie nichts gewusst. Bei Unterzeichnung der Erklärung zur eheli-
chen Gemeinschaft  habe sie  wirklich  noch nicht  an Scheidung oder 
Trennung  gedacht.  Erst  als  die  finanziellen  Probleme  im  September 
2002 zu eskalieren gedroht hätten und sie angefangen habe, sich vor 
dem Beschwerdeführer zu fürchten, weil er ihr gegenüber beleidigend 
und gewalttätig geworden sei, habe sie sich im Oktober 2002 von ihm 
getrennt  und zur  Scheidung  entschieden. Der  Beschwerdeführer  sei 
dann ausgezogen. Noch immer schulde er ihr Geld, welches er in Ra-
ten zurückerstatte. Ansonsten habe sie keinen Kontakt mehr zu ihm.

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G.
Am 3. Mai  2005 reichte der Beschwerdeführer zwei ärztliche Atteste 
vom 25. März 2005 samt dazugehörigen Übersetzungen ins Deutsche 
ins  Recht.  Damit  sei  zu  belegen,  dass  die  Vaterschaft  mit  einer  im 
Sommer 2004 erstellten Expertise festgestellt  worden sei. Dies habe 
dann auch zur Heirat mit der Kindsmutter geführt. 

H.
In einem Schreiben vom 22. August 2005 nahm der Beschwerdeführer 
zur Befragung der geschiedenen Ehefrau Stellung. Dabei rügte er u.a. 
deren Aussage als unrichtig, wonach er ohne Heirat die Schweiz hätte 
verlassen müssen. In Wirklichkeit  sei er damals - wie andere Lands-
leute  auch  -  aufgrund  des  in  seiner  Herkunftsregion  herrschenden 
Krieges  vorläufig  aufgenommen gewesen. Aus dem Protokoll  sei  im 
Übrigen klar ersichtlich, dass auch die geschiedene Ehefrau im Nach-
hinein  von  einer  Liebesheirat  ausgegangen  sei  und  man  eine  ganz 
normale Beziehung geführt habe, bis diese an finanziellen Unstimmig-
keiten zerbrochen sei. 

Mit  Schreiben  vom  25.  August  2005  teilte  die  Vorinstanz  dem  Be-
schwerdeführer mit, sie halte an ihrer Einschätzung fest und beabsich-
tige die erleichterte Einbürgerung nichtig zu erklären.

I.
Nach einem Wechsel  in der Rechtsvertretung liess der Beschwerde-
führer in einer abschliessenden Stellungnahme vom 17. Oktober 2005 
seine  Auffassung  bestätigen,  wonach  die  Voraussetzungen  für  eine 
Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung nicht gegeben seien. 
Dabei wiederholte er weitgehend bereits Gesagtes. Ergänzend äusser-
te er sich zu den Gründen, die nach Erhalt der erleichterten Einbürge-
rung zur raschen Zerrüttung der Ehe geführt haben sollen. Demnach 
hätten sich die finanziellen Verhältnisse verschlechtert, als er im Som-
mer 2002 seine Stelle in Neuenburg verloren habe. Zwar habe er eine 
neue Stelle  im Kanton Bern  gefunden. Im September  2002 habe er 
dann aber noch einen Verkehrsunfall verursacht und danach ein neues 
Auto beschaffen müssen. Komme hinzu, dass seine damalige Ehefrau 
unter einer Diabetes gelitten habe, was das Zusammenleben ebenfalls 
erschwert habe. Sie habe einfach ihre Ruhe haben bzw. nur noch mit 
ihren beiden Kindern zusammen sein wollen. 

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J.
Am 8. März 2006 erteilte der Kanton Neuenburg die Zustimmung zur 
Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

K.
Mit Verfügung vom 17. März 2006 erklärte die Vorinstanz die erleich-
terte Einbürgerung nichtig. Dabei berief sie sich in erster Linie auf die 
im vorangegangenen Verfahren erörterten Indizien und erachtete die 
Erklärungen zu den Gründen, die nach der erleichterten Einbürgerung 
zur raschen Zerrüttung einer bis dahin angeblich intakten Ehe geführt 
haben sollen, als nicht überzeugend. Es habe als erweisen zu gelten, 
dass die Erklärung vom 4. Dezember 2001 betreffend die eheliche Ge-
meinschaft  nicht  den  wirklichen  Intentionen  des  Beschwerdeführers 
entsprochen habe. Vielmehr habe dieser mit der vorbehaltlosen Unter-
zeichnung der Erklärung den unzutreffenden Eindruck erweckt, er lebe 
mit seiner Ehefrau in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft. Er habe 
seine wahren Absichten, wie auch die wachsenden Eheschwierigkei-
ten, welche noch im gleichen Jahr, in dem er eingebürgert wurde, zur 
Trennung der Ehe führten, verschwiegen.

L.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 18. April 2006 beantragte der Beschwer-
deführer beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement als der 
damals zuständigen Rechtsmittelinstanz, die vorinstanzliche Nichtiger-
klärung der erleichterten Einbürgerung sei  aufzuheben. Es sei  keine 
Vermutungsbasis in Form von genügenden Zweifeln gegeben, die den 
Schluss auf eine rechtsmissbräuchliche Verwendung des Instituts der 
Ehe rechtfertigte. Die Vorinstanz habe namentlich den anfänglich  in-
takten  Ehewillen,  die  tatsächlich  gelebten  Familienverhältnisse,  den 
nicht allzu hohen Altersunterschied zwischen den Ehegatten, die nicht 
sehr kurze Dauer der Beziehung und das Nichtwissen um die Existenz 
des Sohnes zu wenig berücksichtigt. Es sei ihr nicht gelungen, ihm ein 
täuschendes  und  unlauteres  Verhalten  nachzuweisen,  welches  die 
Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung rechtfertigte. 

M.
Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 2. Juni 2006 auf 
Abweisung  der  Beschwerde.  Der  Beschwerdeführer  liess  an  seinen 
Begehren und deren Begründung in einer Replik  vom 26. Juni 2006 
festhalten. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer der in Art. 33 VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Dar-
unter fallen gemäss Art. 51 Abs. 1 BüG Verfügungen des BFM betref-
fend  Nichtigerklärung  einer  erleichterten  Einbürgerung  nach  Art. 41 
Abs. 1 BüG.

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht  hat  die  bei  Inkrafttreten des  Ver-
waltungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidgenössischen Re-
kurs-  oder  Schiedskommissionen  oder  bei  Beschwerdediensten  der 
Departemente  hängigen  Rechtsmittel  übernommen. Für  die  Beurtei-
lung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 VGG). Gemäss Art. 37 VGG 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG, sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes be-
stimmt. 

1.3 Als Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer durch die ange-
fochtene Verfügung besonders berührt und er hat ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung (vgl. Art. 48 VwVG). Auf die frist-  und 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  daher  einzutreten  (vgl. 
Art. 50 und 52 VwVG).

2.
2.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person einge-
bürgert  werden,  wenn sie  insgesamt  fünf  Jahre  in  der  Schweiz  ge-
wohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher 
Gemeinschaft mit dem Schweizer Bürger lebt. Nach dem Wortlaut und 
Wortsinn der Bestimmung müssen sämtliche Voraussetzungen sowohl 
im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Einbür-
gerungsverfügung  erfüllt  sein.  Fehlt  es  im  Zeitpunkt  des  Einbürge-
rungsentscheids an der ehelichen Gemeinschaft, darf die erleichterte 
Einbürgerung  nicht  ausgesprochen  werden  (BGE  132  ll  113  E.  3.2 
S. 115; 130 II 482 E. 2 S. 484; 129 II 401 E. 2.2 S. 403; 128 II 97 E. 3a 
S. 99).

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2.2 Der  Begriff  der  "ehelichen  Gemeinschaft"  im  Sinne  des  Bürger-
rechtsgesetzes  unterscheidet  sich  von  demjenigen  des  Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210), wie 
er beispielsweise in Art. 159 ZGB verwendet wird. Er verlangt über die 
formelle Ehe hinaus den Bestand einer tatsächlichen Lebensgemein-
schaft. Eine solche kann nur bejaht werden, wenn der beidseitige, auf 
Zukunft gerichtete Wille zu einer stabilen ehelichen Gemeinschaft in-
takt ist. Der Gesetzgeber wollte dem ausländischen Ehegatten eines 
Schweizer Bürgers die erleichterte Einbürgerung ermöglichen, um die 
Einheit des Bürgerrechts der Ehegatten im Hinblick auf ihre gemeinsa-
me Zukunft  zu fördern (Botschaft  zur Änderung des Bürgerrechtsge-
setzes [Gleichstellung von Mann und Frau, Bürgerrecht der Ehegatten 
in national gemischten Ehen, Anpassung von weiteren Bestimmungen 
an die Rechtsentwicklung] vom 26. August 1987, BBl 1987 III 293 ff., 
S. 310; vgl. auch BGE 130 II 482 E. 2 S. 484). Ein Hinweis auf den feh-
lenden Willen der Ehegatten,  die eheliche Gemeinschaft  aufrecht  zu 
erhalten, kann der Umstand sein, dass nur kurze Zeit nach der Einbür-
gerung das Scheidungsverfahren eingeleitet wird (BGE 130 ll 482 E. 2 
S. 483 f.; 128 ll 97 E. 3a S. 98 f.).

3.
3.1 Gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG kann die Einbürgerung vom Bundes-
amt mit Zustimmung der Behörde des Heimatkantons innert fünf Jah-
ren nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Ver-
heimlichung erheblicher Tatsachen erschlichen worden ist. 

3.2 Die  formellen  Voraussetzungen  des  Art. 41  Abs. 1  BüG für  eine 
Nichtigerklärung  sind  vorliegend  erfüllt:  Der  Kanton  Neuenburg  als 
Heimatkanton hat die Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichter-
ten Einbürgerung erteilt  und die Nichtigerklärung ist  seitens  der  zu-
ständigen Instanz innert der gesetzlichen Frist von fünf Jahren ergan-
gen.

3.3 Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob die materiellen Voraussetzungen 
für eine Nichtigerklärung gegeben sind; ob der Beschwerdeführer sei-
ne Einbürgerung erschlichen hat. Das blosse Fehlen einer Einbürge-
rungsvoraussetzung  genügt  nicht  für  die  Nichtigerklärung  einer  er-
leichterten Einbürgerung. Die Nichtigerklärung setzt  vielmehr voraus, 
dass die erleichterte Einbürgerung "erschlichen", das heisst mit einem 
unlauteren und täuschenden Verhalten erwirkt worden ist (BGE 128 II 
97 E. 3a S. 99). Arglist im Sinne des strafrechtlichen Betrugstatbestan-

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des ist nicht erforderlich. Immerhin ist notwendig, dass der Betroffene 
bewusst falsche Angaben macht oder die Behörde bewusst in einem 
falschen Glauben lässt und so den Vorwurf auf sich zieht, es unterlas-
sen zu haben, über eine erhebliche Tatsache zu informieren (BGE 132 
II  113 E. 3.2  S. 115; 130  II  482 E. 2  S. 484). Weiss der  Betroffene, 
dass die Voraussetzungen für  die erleichterte Einbürgerung auch im 
Zeitpunkt der Verfügung vorliegen müssen, so muss er die Behörden 
unaufgefordert über eine nachträgliche Änderung der Verhältnisse ori-
entieren, von der er weiss oder wissen muss, dass sie einer Einbürge-
rung entgegensteht. Die Pflicht  dazu ergibt  sich aus dem Grundsatz 
von Treu und Glauben und aus der verfahrensrechtlichen Mitwirkungs-
pflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG. Die Behörde darf sich ihrer-
seits darauf verlassen, dass die vormals erteilten Auskünfte bei passi-
vem Verhalten des Gesuchstellers nach wie vor Aktualität haben (BGE 
132 II 113 E. 3.2 S. 115 f.).

4.
4.1 Im Verfahren betreffend Nichtigerklärung der erleichterten Einbür-
gerung gilt,  wie in der Bundesverwaltungsrechtspflege allgemein, der 
Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 VwVG) und der Grundsatz der freien 
Beweiswürdigung  (Art. 19  VwVG  i.V.m.  Art. 40  des  Bundesgesetzes 
vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). 
Frei  ist  die  Beweiswürdigung vor  allem darin,  dass  sie  nicht  an  be-
stimmte starre Beweisregeln gebunden ist, die dem Richter genau vor-
schreiben, wie ein gültiger Beweis zu Stande kommt und welchen Be-
weiswert  die  einzelnen Beweismittel  im Verhältnis  zueinander  haben 
(FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 278 
f.; zu den Beweismitteln: BGE 130 II 169 E. 2.3.2 ff. S. 172 ff.). Wenn 
ein Entscheid - wie im vorliegenden Fall - zum Nachteil des Betroffe-
nen in seine Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde. 

4.2 Im  Zusammenhang  mit  der  Nichtigerklärung  einer  erleichterten 
Einbürgerung ist  von der Verwaltung zu untersuchen, ob die Ehe im 
massgeblichen Zeitpunkt  der Gesuchseinreichung und der  Einbürge-
rung tatsächlich gelebt wurde (BGE 130 II 169 E. 2.3.1 S. 172). Im We-
sentlichen  geht  es  dabei  um  innere  Vorgänge,  die  der  Behörde  oft 
nicht bekannt und die schwierig zu beweisen sind. Die Behörde kann 
sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen (Vermutungs-
basis)  auf  unbekannte  (Vermutungsfolge)  zu  schliessen.  Solche  tat-
sächlichen Vermutungen (auch als natürliche Vermutungen oder 'prae-
sumptio  hominis'  bezeichnet)  können  sich  in  allen  Bereichen  der 

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Rechtsanwendung ergeben, namentlich auch im öffentlichen Recht. Es 
handelt  sich  dabei  um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen,  die  aufgrund 
der Lebenserfahrung gezogen werden (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f. 
mit Hinweisen).

4.3 Als Problem der Beweiswürdigung berührt die tatsächliche Vermu-
tung weder die Beweislast noch die das Verwaltungsverfahren beherr-
schende Untersuchungsmaxime. Letztere gebietet zwar, dass die Ver-
waltung auch nach entlastenden,  das heisst  die Vermutung erschüt-
ternden Elementen sucht. Bei Konstellationen im Zusammenhang mit 
der erleichterten Einbürgerung liegt es aber in der Natur der Sache, 
dass solche entlastenden Elemente der Verwaltung oft nicht bekannt 
sein dürften und nur der Betroffene darüber Bescheid weiss. Es ist da-
her an ihm (zumal er dazu nicht nur aufgrund seiner verfahrensrechtli-
chen Mitwirkungspflicht verpflichtet ist, sondern daran auch ein erheb-
liches Eigeninteresse haben muss), die Vermutung durch den Gegen-
beweis bzw. durch erhebliche Zweifel umzustürzen, indem er Gründe 
bzw. Sachumstände  aufzeigt,  die  es  als  überzeugend  (nachvollzieh-
bar) erscheinen lassen, dass eine angeblich noch wenige Monate zu-
vor  bestandene,  tatsächliche,  ungetrennte  eheliche  Gemeinschaft  in 
der Zwischenzeit  dergestalt  in die Brüche gegangen ist, dass es zur 
Scheidung kam (BGE 130 II 482 E. 3.2, S. 485 ff. mit Hinweisen; vgl. 
anstelle vieler Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1163/2006 vom 
4. April 2008).

5.
Die Vorinstanz vertritt den Standpunkt, dass die Ehe im Zeitpunkt der 
abgegebenen Erklärung nicht mehr stabil und intakt gewesen sei und 
der Beschwerdeführer auch nicht die Absicht gehabt habe, diese auf 
Dauer  weiterzuführen.  Indem er  die  Erklärung  dennoch  vorbehaltlos 
unterzeichnet habe, habe er einen unzutreffenden Anschein erweckt. 

5.1 Aus den Akten ergibt sich folgendes Bild: Der Beschwerdeführer 
hielt sich ab 1991 bis zur definitiven Abschaffung des Saisonniersta-
tuts im Jahre 1996 regelmässig mit einer entsprechenden Bewilligung 
hier auf. Mit Ablauf der letzten Bewilligung reichte er ein Asylgesuch 
ein. Dieses wurde am 11. März 1997 abgelehnt und der Beschwerde-
führer wurde aus der Schweiz weggewiesen. Zur Ausreise wurde ihm 
Frist  gesetzt  bis  Ende  August  1997. Nachdem eine vorübergehende 
Unmöglichkeit zwangsweiser Rückführungen durch Verhandlungen mit 
den Behörden seines Heimatlandes hatten beseitigt  werden können, 

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wurde der Beschwerdeführer erneut zur Ausreise aufgefordert und die 
Frist dazu wurde bis Ende Mai 1998 erstreckt. Der Beschwerdeführer 
kam der Ausreiseaufforderung auch diesmal nicht nach und heiratete 
am 29. Juli  1998 eine Schweizerbürgerin,  rund 13 Jahre älter  als  er 
und Mutter zweier Kinder aus einer vorangegangenen Ehe. Damit ver-
schaffte  er  sich  erstmals  ein  dauerhaftes  Anwesenheitsrecht  in  der 
Schweiz. Vermutungsweise in der ersten Hälfte des Monats März 2001 
zeugte der Beschwerdeführer im Kosovo ein aussereheliches Kind. Im 
Mai 2001 und damit Monate vor Erreichung der gesetzlich vorgesehe-
nen Frist (Art. 27 Abs. 1 Bst. c BüG; dreijährige eheliche Gemeinschaft 
mit einem Schweizer Bürger) stellte er ein erstes Gesuch um Erteilung 
der  erleichterten  Einbürgerung.  Auf  entsprechende  Belehrung  durch 
die Behörde hin erneuerte er das Gesuch Ende Juli 2001, also unmit-
telbar nach Erfüllung der zeitlichen Voraussetzungen. Sechs Wochen 
später,  Mitte  September  2001  ersuchte  er  bereits  um beschleunigte 
Behandlung seines Antrages. Am 4. Dezember 2001 unterzeichnete er 
zusammen  mit  seiner  schweizerischen  Ehefrau  eine  Erklärung,  wo-
nach sie beide in einer tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen 
Gemeinschaft lebten. Am 10. Dezember 2001 kam sein ausserehelich 
gezeugtes  Kind (von dessen Existenz  er  allerdings  erst  im Sommer 
2004 erfahren haben will) zur Welt. Am 18. Januar 2002 wurde der Be-
schwerdeführer erleichtert eingebürgert. Ende September 2002 zog er 
aus der gemeinsamen Wohnung aus und am 22. August 2003 reichten 
die Ehepartner einen gemeinsamen Scheidungsantrag ein. Am 16. Ap-
ril  2004 wurde die Ehe geschieden. Am 6. September 2004 schliess-
lich heiratete der Beschwerdeführer im Kosovo die Mutter seines Kin-
des und anschliessend stellte er ein Familiennachzugsgesuch. 

5.2 Allein schon diese äusseren Umstände - angefangen mit der pre-
kären  Aufenthaltssituation  des  Beschwerdeführers  vor  seiner  Heirat, 
über die für die Verhältnisse seines heimatlichen Kulturkreises unübli-
che  Heirat  als  27-jähriger  mit  einer  im  damaligen  Zeitpunkt  bereits 
vierzigjährigen  (und  damit  zu  einer  Familiengründung  nur  noch  be-
schränkt  fähigen)  Schweizer  Bürgerin,  dazu  noch  geschieden  und 
Mutter zweier Kinder, die verfrühte Einreichung des Einbürgerungsge-
suchs  noch  vor  Erreichung  der  zeitlichen  Voraussetzungen  und  das 
Begehren  um Beschleunigung  schon Wochen nach Einreichung,  bis 
hin zur relativ raschen Trennung nach der erleichterten Einbürgerung, 
vor allem aber die aussereheliche Zeugung eines Kindes mit einer ge-
genüber der Schweizerischen Ehegattin 17 Jahre jüngeren Landsfrau 
und deren Heirat  nach der Scheidung von der Schweizer Bürgerin  - 

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bilden klare Anhaltspunkte dafür, dass im Zeitpunkt der erleichterten 
Einbürgerung bzw. der persönlichen Erklärung des Beschwerdeführers 
keine intakte eheliche Beziehung und damit kein echter Wille bestan-
den haben kann, die Ehe auch in Zukunft aufrecht zu erhalten. 

6.
6.1 Der tatsächlichen Vermutung hält der Beschwerdeführer entgegen, 
die Ehe sei aus Liebe geschlossen worden, habe gut funktioniert und 
sei erst nach der Einbürgerung in die Krise geraten; dies wegen finan-
zieller Probleme, aber auch weil sich seine damalige Ehegattin krank-
heitsbedingt von ihm zu distanzieren begonnen habe. Das aussereheli-
che Kind sei Ergebnis eines einmaligen „Ausrutschers“ und habe die 
Ehe schon deshalb nicht belasten können, weil er selbst erst nach sei-
ner Scheidung von dessen Existenz erfahren habe. 

6.2 Die Einschätzung des Beschwerdeführers zur Qualität seiner ehe-
lichen Beziehung lässt sich aufgrund der Akten nicht teilen. Im Gegen-
teil: Die damalige Ehegattin brachte bei ihrer  Befragung am 10. Juni 
2005 klar zum Ausdruck, dass in der Beziehung insbesondere wegen 
unterschiedlicher Auffassungen in finanziellen Fragen von Anfang an 
Spannungen bestanden hätten (Antwort auf Frage Nr. 4). Sie nannte in 
diesem  Zusammenhang  beispielshaft  den  Versuch  des  Gatten,  sie 
zum Abschluss eines Kreditvertrages für den Kauf eines Autos zu be-
wegen und - nach dem Scheitern dieses Vorhabens - sein Insistieren 
zur Freigabe von Ersparnissen, aber auch den Umstand, dass der Be-
schwerdeführer  am  Monatsende  jeweils  habe  bevorschusst  werden 
müssen, was nicht immer einfach gewesen sei und für schlechte Stim-
mung gesorgt habe (Antwort ebenfalls auf Frage Nr. 4). Die finanziel-
len Probleme hätten sich im Laufe der Zeit  verschlimmert  und seien 
etwa im September 2002 unerträglich geworden. Damals habe der Be-
schwerdeführer einen Autounfall verursacht (Antwort auf Frage Nr. 17). 
Ein besonderes Ereignis, das den Ehewillen überraschend und unwi-
derruflich zerstört  hätte, habe es nach der Einbürgerung nicht gege-
ben;  die  Probleme  seien  immer  die  gleichen  gewesen  (Antwort  auf 
Frage Nr. 19). Die Annahme regelmässiger und ernsthafter Meinungs-
verschiedenheiten in finanziellen Angelegenheiten lässt sich mit dem 
pauschalen und nicht weiter belegten Einwand des Beschwerdeführers 
in seiner Replik, wonach er sich an den Lebenshaltungskosten immer, 
zum Teil sogar überproportional beteiligt habe und dem Hinweis, wo-
nach  der  von der  geschiedenen  Ehefrau  thematisierte  Autokauf  der 
ganzen Familie  zugute  gekommen sei,  nicht  schon in  Frage stellen. 

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Ebenfalls nicht überzeugen kann der Versuch des Beschwerdeführers, 
die Zerrüttung in den alleinigen Zusammenhang mit nach der Einbür-
gerung aufgetretenen finanziellen Schwierigkeiten wegen eines Stel-
lenverlusts und eines Autounfalles und mit  einer krankheitsbedingten 
Wesensveränderung bei  der  Ehegattin  zu  erklären. Dass es  damals 
überhaupt  zu  einer  vorübergehenden  Arbeitslosigkeit  und  einem Er-
werbsausfall kam, wird vom Beschwerdeführer nicht einmal behauptet. 
Vielmehr wurde das Arbeitsverhältnis in der bisherigen Firma offenbar 
bis zum Antritt einer neuen Stelle aufrecht erhalten. Über die finanziel-
len Folgen des Autounfalles ist nichts bekannt. Das gleiche gilt in Be-
zug auf die Krankheit der damaligen Ehefrau. Damit soll nicht ausge-
schlossen werden, dass Umstände der vom Beschwerdeführer aufge-
griffenen Art sich belastend auf die eheliche Beziehung ausgewirkt ha-
ben können. Es ist mit den Hinweisen aber nicht darzutun, dass damit 
eine bis dahin intakte Ehe innert Monaten scheitern konnte.

6.3 Andererseits hat sich der Beschwerdeführer in seiner Ehe offenbar 
grosse  Freiräume geschaffen. Dass  er  während  Jahren  regelmässig 
ohne seine Ehefrau in den Kosovo reiste, lässt sich kaum nur mit Si-
cherheitsbedenken erklären und der Umstand, dass er (gemäss Dar-
stellung der geschiedenen Ehefrau) im Schnitt jedes dritte Wochenen-
de von Freitag bis Sonntag Abend alleine bei seinen Brüdern im Kan-
ton Bern verbrachte, lässt auch nicht gerade auf eine intensive part-
nerschaftliche Beziehung schliessen. 

6.4 Völlig realitätsfremd scheint schliesslich der Versuch, die ausser-
eheliche Zeugung eines Kindes als einmaligen Ausrutscher darzutun, 
von  dessen  Folgen  der  Beschwerdeführer  zudem  erst  nach  seiner 
Scheidung erfahren haben will. Der Beschwerdeführer will während ei-
nes Ferienaufenthaltes im März 2001 an einem Fest in  „feuchtfröhli-
cher“  Stimmung eine ihm bis  dahin  unbekannte „einheimische“  Frau 
kennen  gelernt  und  mit  ihr  einen „spontanen“,  einmaligen sexuellen 
Kontakt gehabt haben (Ausführungen in der Beschwerde vom 18. April 
2006). Gemäss Schilderung in seiner Stellungnahme vom 17. Oktober 
2005 habe er die Frau an einem Samstagabend getroffen und sei mit 
ihr „auswärts essen“ gegangen. Danach hätten sie gemeinsam in ei-
nem Hotel  übernachtet,  wobei  es zum Beischlaf  gekommen sei. Die 
Umstände  einer  solchen  Begegnung  wären  selbst  vor  dem  Hinter-
grund  permissiv-liberaler  Wertmassstäbe  westeuropäischer  Prägung 
nicht ohne weiteres mit  gängigen Wertvorstellungen vereinbar. Umso 
weniger sind sie vorstellbar vor dem Hintergrund des islamisch ländli-

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chen Kulturkreises, aus dem der Beschwerdeführer und seine Partne-
rin stammen und in dem sich das Ganze abgespielt haben soll. Dabei 
sollen sich die Beiden nicht einmal ihr persönliches Umfeld (Namen, 
Personalien, Wohnorte usw.) offenbart haben. Realitätsfremd ist in die-
sem Zusammenhang auch die Behauptung, wonach sich die solcher-
massen Geschwängerte  erst  nach der  Geburt  des Kindes (Stellung-
nahme  des  Beschwerdeführers  vom  25.  März  2005)  auf  die  Suche 
nach  dem  Kindsvater  gemacht  und  weitere  zweieinhalb  Jahre  ge-
braucht  haben soll,  um diesen über  dessen Eltern  ausfindig  zu ma-
chen.  Aus  den  Akten  zu  schliessen  liegt  das  Dorf,  in  dem der  Be-
schwerdeführer aufgewachsen war und das er offenbar auch nach der 
folgenreichen  Begegnung  regelmässig  weiter  besuchte,  nur  rund 
15 km Luftlinie vom damaligen Wohnort der Kindsmutter entfernt. 

6.5 Der  Beschwerdeführer  will  erst  nach  Durchführung  eines  Vater-
schaftstests im Sommer 2004 von seiner Vaterschaft sichere Kenntnis 
erhalten und in der Folge das Kind anerkannt haben. Zum Beleg dafür 
brachte  er  am 3. Mai  2005  zwei  albanisch  abgefasste  ärztliche  Be-
scheinigungen  samt  Übersetzungen  ins  Deutsche  bei.  Beide  Doku-
mente stammen vom 25. März 2005 und sind von einem gewissen Dr. 
med. Z._______ von einer „Gesundheitsinstitution der O.M.P. 'KEKA-
MED'“ unterzeichnet. Die eine Bescheinigung wurde erklärtermassen 
als Beweis dafür ausgestellt, dass F._______ am 10. Dezember 2001 
geboren ist, während die andere mit der Bemerkung schliesst, sie sei 
ausgefertigt worden als Bestätigung für die Vaterschaft des Beschwer-
deführers.  Inhaltlich  decken  sich  beide  Dokumente:  Das  Kind 
F._______, geboren 10. Dezember 2001, sei Sohn der S._______ und 
des R._______, geboren 12. November 1971 im Dorf X._______, und 
habe  gemäss  Blutgruppenuntersuchung  vom  27. Juli  2004  die  Blut-
gruppe  „0  positiv“.  Dass  die  Blutgruppenuntersuchung  als  Vater-
schaftstest  durchgeführt  worden  wäre,  lässt  sich  den  Dokumenten 
nicht  entnehmen. Dazu wäre eine Blutgruppenuntersuchung im Übri-
gen auch denkbar ungeeignet, denn die Blutgruppe des Kindes kann 
eine Vaterschaft  mit  Sicherheit  nur ausschliessen. Ansonsten erlaubt 
sie  lediglich  Wahrscheinlichkeitsaussagen,  die  zudem  bei  der  Blut-
gruppe „0 Rh+“, der weltweit häufigsten, von keinem praktischen Nut-
zen sein können. Der Beschwerdeführer versäumt es denn auch, den 
angeblich veranlassten Vaterschaftstest einzureichen bzw.  Beweis für 
das  Datum der  Kindsanerkennung  zu  führen,  obschon  beides  ohne 
weiteres möglich gewesen wäre. Den vorgelegten Dokumenten muss 

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unter  den  gegebenen  Umständen  die  Beweiseignung  abgesprochen 
werden.

7.
Nach dem bisher Gesagten kann der Beschwerdeführer nicht überzeu-
gend dartun, dass er im Zeitpunkt der Erklärungsabgabe und der Ge-
währung  der  erleichterten  Einbürgerung  in  einer  stabilen  ehelichen 
Gemeinschaft lebte und dass erst danach Umstände eintraten, die ge-
eignet waren, eine solche mehrjährige, intakte Ehe innert Monaten zu 
zerstören. Es kann beim Beschwerdeführer auch nicht  angenommen 
werden,  er  habe im Zeitpunkt  der Erklärung zur Qualität  seiner Ehe 
und im Zeitpunkt der Einbürgerung noch den festen Willen gehabt, sei-
ne Ehe mit der Schweizer Bürgerin auf unbestimmte Zeit aufrecht zu 
erhalten. Vermutungsbasis und Vermutungsfolgen wurden nicht umge-
stossen.  Dementsprechend  gilt  das  Fehlen  einer  stabilen  ehelichen 
Beziehung  zum massgeblichen  Zeitpunkt  als  erstellt.  Indem der  Be-
schwerdeführer in der gemeinsamen Erklärung den Bestand einer in-
takten und stabilen Ehe versicherte, hat er die Behörden über eine we-
sentliche Tatsache getäuscht und die erleichterte Einbürgerung im Sin-
ne von Artikel 41 Absatz 1 BüG erschlichen (vgl. oben Ziff. 3.3). Die 
materiellen Voraussetzungen für die Nichtigerklärung der erleichterten 
Einbürgerung sind somit ebenfalls erfüllt und die angefochtene Verfü-
gung ist soweit zu Recht ergangen.

8.
Demnach  erweist  sich  die  angefochtene  Verfügung  als  rechtmässig 
(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.  

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwer-
deführer  kostenpflichtig  (Art. 63  Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskosten 
sind  auf  Fr. 700.--  festzusetzen  (Art. 1,  Art. 2  und  Art. 3  Bst. b  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). 

(Dispositiv S. 16)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 28. April 2006 in gleicher Höhe ge-
leisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung,  Akten K 353 953 re-

tour)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Philipp Mäder

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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