# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 836818a4-1566-5f53-b459-8f4527aa88b9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.03.2021 SB200037
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200037_2021-03-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB200037-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

R. Affolter und Ersatzoberrichter lic. iur. R. Faga sowie der  

Gerichtsschreiber lic. iur. M. Keller 

 

Urteil vom 25. März 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Angriff etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung,  
vom 12. Juni 2019 (DG190001) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 20. Dezember 2018 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1 26). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 101 S. 88 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Das Verfahren wird in Bezug auf die Vorwürfe der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne 

von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidrigen 

Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und 

3 SVG (Dossier 15) eingestellt.  

2. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB (Dossier 21); 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dossier 30); 

− des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB (Dossier 6); 

− der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 26); 

− des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Dossier 21); 

− des mehrfachen Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB (Dossier 1, 

4, 7); 

− der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Ziff. 2 StGB (Dossier 1, 27); 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Dossier 14, 21, 31); 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB  

(Dossier 30); 

− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Dossier 30);  

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 14); 

-   3   - 

− der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB (Dossier 9, 10, 11, 

14, 31); 

− des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b und d 

SVG (Dossier 15, 16, 17) sowie  

− der mehrfachen Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Dossier 21, 30). 

3. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 

StGB betreffend Dossier 7 freigesprochen. 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 45 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 172 Tage durch Haft 

erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse 

von Fr. 600.–. 

5. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen. 

6. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 20. Dezember 2018 

beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Asservat-Nr. 

A011'380'179, A011'380'191, A011'380'204, A011'380'215, A011'380'226 und 

A011'972'182) werden eingezogen und vernichtet. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 20. Dezember 2018 

beschlagnahmten Fr. 90.– werden eingezogen und zur Urteilsvollstreckung verwendet. 

9. a)  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Schadenersatz von Fr. 

500.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. März 2017 zu bezahlen (betreffend Diebstahl 

gemäss Dossier 21).   

Im Übrigen wird festgestellt, dass der Beschuldigte der Privatklägerin B._____ 

gegenüber aus den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatz nach 

schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schadenersatzanspruches 

wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ eine Genugtuung von 

Fr. 2'500.– zuzüglich 5 % Zins seit 10. März 2017 zu bezahlen.  

10. a)  Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte der Privatklägerin C._____ gegenüber aus 

den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zur 

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genauen Feststellung des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ eine Genugtuung von 

Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 15. April 2018 zu bezahlen.  

11. Die Zivilforderungen der Privatkläger D._____, E._____, F._____, G._____, H._____ und 

I._____ werden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

12. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Bemühungen als amtliche Verteidigerin mit 

Fr. 41‘051.50 (inkl. Barauslagen und MwSt.), abzüglich Fr. 15'200.– Akontozahlung, aus der 

Gerichtskasse entschädigt.  

13. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand der Privatklägerin B._____ aus der Gerichtskasse mit Fr. 6‘655.70 (inkl. 

Barauslagen und MwSt.) entschädigt. 

14. Rechtsanwältin Dr. iur. Z._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche 

Rechtsbeiständin der Privatklägerin C._____ aus der Gerichtskasse mit Fr. 8‘605.– (inkl. 

Barauslagen und MwSt.) entschädigt. 

15. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 5'500.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 11'773.25   Auslagen Gutachten 

Fr. 105.30   Auslagen Untersuchung 

Fr. 41'051.50   amtliche Verteidigung 

Fr. 15'260.70   Vertreter Geschädigter/Privatklägervertretungen 

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin B._____ 

und der Privatklägerin C._____, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

17. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. 

Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

18. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretungen der Privatklägerinnen B._____ und C._____ 

werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

19. Der Antrag der Privatklägerin C._____ auf Zusprechung einer Umtriebsentschädigung wird 

abgewiesen. 

-   5   - 

20. [Mitteilungen.] 

21. [Rechtsmittel.]" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 11 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 102; Urk. 120 S. 1 und Prot. II S. 14 sinngemäss) 

1. Ziffer 1 des angefochtenen vorinstanzlichen Urteils sei zu bestätigen. 

2. In Abänderung von Ziffer 2 des angefochtenen Urteils sei der Beschuldigte 

freizusprechen von folgenden Vorwürfen: 

- der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 159 [recte: 129] StGB 

(Dossier 21); 

- der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 26); 

- des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Dossier 21); 

-  des Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB (Dossier 4); 

-  der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Dossier 31); 

-  der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Dossier 30); 

-  der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 14), 

- der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Dossier 21). 

Im Übrigen sei der Beschuldigte gemäss Ziffer 2 des angefochtenen Urteils 

schuldig zu sprechen. 

3. Ziffer 3 des angefochtenen Urteils sei zu bestätigen. 

4. In Abänderung von Ziffer 4 des angefochtenen Urteils sei der Beschuldigte 

mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr zu bestrafen, wovon 172 Tage 

durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen 

zu je Fr. 10.– und einer Busse von Fr. 500.–.  

-   6   - 

5. In Abänderung von Ziffer 5 des angefochtenen Urteils sei von einem Vollzug 

der Freiheitsstrafe abzusehen. 

6. Ziffer 6 des angefochtenen Urteils sei ersatzlos aufzuheben. 

7. Ziffer 7 des angefochtenen Urteils sei zu bestätigen. 

8. Ziffer 8 des angefochtenen Urteils sei zu bestätigen. 

9. Ziffer 9 des angefochtenen Urteils sei ersatzlos aufzuheben. 

10. In Abänderung von Ziffer 10 des angefochtenen Urteils seien sämtliche  

Zivilansprüche der Privatklägerin C._____ auf den Zivilweg zu verweisen. 

11. Ziffer 11 des angefochtenen Urteils sei zu bestätigen. 

12. Die Ziffern 12 bis 15 des angefochtenen Urteils seien zu bestätigen. 

13. In Abänderung von Ziffer 16 des angefochtenen Urteils seien die Kosten der 

Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens mit Ausnahme der Vertei-

digungskosten dem Beschuldigten zu 10% aufzuerlegen. 

14. In Abänderung von Ziffer 17 des angefochtenen Urteils sei bezüglich der 

Kosten der amtlichen Verteidigung die Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO auf 10% der Anwaltskosten zu beschränken. 

15. Die Ziffern 18 bis 21 des angefochtenen Urteils seien zu bestätigen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; Urk. 107) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Privatklägerschaft: 

Keine Anträge. 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 12. Juni 2019 wurde den 

Parteien gleichentags mündlich eröffnet (Prot. I S. 52 ff.). Der Beschuldigte 

meldete mit Schreiben vom 14. Juni 2019 innert Frist Berufung an (Urk. 87).  

1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 94 und 98/2) reichte der 

Beschuldigte am 16. Januar 2020 fristgerecht die Berufungserklärung ein 

(Urk. 102). Mit Präsidialverfügung vom 12. Februar 2020 wurde die Berufungs-

erklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 StPO den 

Privatklägern und der Staatsanwaltschaft zugestellt, um gegebenenfalls 

Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung zu 

beantragen. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 19. Februar 

2020 auf Anschlussberufung (Urk. 107). Die Privatkläger liessen sich nicht 

vernehmen.  

1.3. Unter dem 5. November 2020 erging die Vorladung für die 

Berufungsverhandlung vom 14. Januar 2021 (Urk. 110). Am späten Nachmittag 

des 13. Januar 2021 liess der Beschuldigte durch seine Verteidigung mitteilen, er 

zeige seit mehreren Tagen Erkältungssymptome und werde sich einem Corona-

Test unterziehen (vgl. Urk. 118 und Urk. 119). In der Folge erschien lediglich die 

amtliche Verteidigerin zur anberaumten Berufungsverhandlung, an welcher die 

Berufungsbegründung des appellierenden Beschuldigten entgegengenommen 

und festgehalten wurde, dass dem Beschuldigten Frist angesetzt werde, um sein 

Fernbleiben – insbesondere mit dem Nachweis eines Corona-Tests – zu belegen 

(Prot. II S. 4; Urk. 121). Nach entsprechender Fristansetzung und letztmalig 

erstreckter Frist liess der Beschuldigte ein Testzertifikat ins Recht reichen 

(Urk. 128; Urk. 130/1-2). Der Beschuldigte liess sich erst am späten Morgen des 

14. Januar 2021 testen, obwohl er angeblich bereits seit mehreren Tagen an einer 

Erkältung litt (Urk. 118/1). Das Verschiebungsgesuch wurde offensichtlich zur 

Unzeit gestellt (Art. 205 Abs. 2 StPO). Trotzdem wurde am 28. Januar 2021 

-   8   - 

erneut zur heutigen Berufungsverhandlung vorgeladen, zu welcher wiederum 

einzig die amtliche Verteidigerin erschien. Der Beschuldigte blieb der 

Verhandlung unentschuldigt fern (Urk. 131; Prot. II S. 11 ff.).  

1.4. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung stellte die Verteidigung die 

Beweisergänzungsanträge (Urk. 137; vgl. nachfolgend E. I.4 f.). Nach erfolgter 

Zwischenberatung wurden die gestellten Beweisergänzungsanträge abgelehnt 

(Prot. II S. 14). Im Übrigen verwies die Verteidigung auf die bereits anlässlich der 

ersten Berufungsverhandlung erstattete Berufungsbegründung (Prot. II S. 14). 

Das Verfahren ist spruchreif. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Beschuldigte verlangt, er sei von den Vorwürfen der Gefährdung des 

Lebens (Dossier 21), der versuchten Erpressung (Dossier 26), des Diebstahls 

(Dossier 21), des Landfriedensbruchs (Dossier 4), der Drohung (Dossier 31), der 

Nötigung (Dossier 30), der Sachbeschädigung (Dossier 14) und der Tätlichkeit 

(Dossier 21) freizusprechen. Im Übrigen sei er mit einer bedingten Freiheitsstrafe 

von einem Jahr zu bestrafen. Der Beschuldigte ficht zudem die Regelung der 

Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen der Privatklägerinnen B._____ und 

C._____ (Dispositivziffern 9 und 10), die vorinstanzliche Kostenauflage 

(Dispositivziffer 16) und den Nachforderungsvorbehalt an (Dispositivziffer 17; vgl. 

Prot. II. S. 5 ff.).  

Unangefochten blieben die Einstellung des Verfahrens betreffend Verletzung der 

Verkehrsregeln und pflichtwidriges Verhalten bei Unfall (Dispositivziffer 1), die 

Schuldsprüche in Dispositivziffer 2 wegen Freiheitsberaubung (2. Spiegelstrich, 

Dossier 30), Angriffs (3. Spiegelstrich, Dossier 6), mehrfachen 

Landfriedensbruchs (6. Spiegelstrich, Dossiers 1 und 7), mehrfacher Gewalt und 

Drohung gegen Behörden und Beamte (7. Spiegelstrich, Dossiers 1 und 27), 

mehrfacher Drohung (8. Spiegelstrich, Dossiers 14 und 21), einfacher 

Körperverletzung (9. Spiegelstrich, Dossier 30), mehrfacher Beschimpfung (12. 

Spiegelstrich, Dossiers 9, 10, 11, 14 und 31), mehrfachen Fahrens ohne 

Berechtigung (13. Spiegelstrich, Dossiers 15, 16 und 17) und Tätlichkeit (14. 

-   9   - 

Spiegelstrich, Dossier 30). Unangefochten blieben weiter der Freispruch vom 

Vorwurf der Sachbeschädigung (Dispositivziffer 3, Dossier 7), die Einziehung der 

beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien 

(Dispositivziffer 7), die Verwendung der beschlagnahmten Barschaft zur 

Kostendeckung (Dispositivziffer 8), der Verweis verschiedener Zivilforderungen 

auf den Weg des Zivilprozesses (Dispositivziffer 11), die Entschädigung der 

amtlichen Verteidigung sowie der Rechtsbeistände der Privatklägerinnen B._____ 

und C._____ (Dispositivziffern 12-14 und 18), die erstinstanzliche 

Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 15) sowie die Abweisung einer 

Umtriebsentschädigung an die Privatklägerin C._____ (Dispositivziffer 19). In 

diesem Umfang ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was 

vorab vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO; Prot. II S. 

13 f.). 

2.2. Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid unter Berücksichtigung des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition. 

3. Anklageprinzip 

3.1. Die Verteidigung führte sowohl vor Vorinstanz als auch im 

Berufungsverfahren aus, die Nötigung zum Nachteil der Privatklägerin J._____ 

(Dossier 30, Vorfall vom 15. Juli 2018) sei ungenügend angeklagt. In der 

Anklageschrift werde nicht ausgeführt, der Beschuldigte habe weitere Schläge 

angedroht. Ebenso wenig sei der Anklage zu entnehmen, wie der Beschuldigte 

die Privatklägerin gezwungen haben soll, ihre Schuhe anzuziehen, über die 

Balkontüre das Haus zu verlassen und im Anblick der eingetroffenen Polizei ruhig 

zu bleiben (Urk. 78 S. 19 f.; Urk. 120 S. 21 f.). Die Rüge ist unbegründet.  

3.2. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 

BV; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Das 

Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden 

(Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die 

Anklagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten 

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Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, 

dass die Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich genügend konkretisiert 

sind. Das Anklageprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte 

der beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Informationsfunktion; BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65 mit Hinweisen).  

3.3. Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, der Privatklägerin mehrmals mit 

der flachen Hand ins Gesicht geschlagen zu haben. Der Privatklägerin sei es 

darauf gelungen, sich im Badezimmer einzuschliessen und von dort die Polizei zu 

alarmieren. Der Beschuldigte, der dies bemerkt habe, habe die Türe der Toilette 

gewaltsam aufgestossen. In der Folge habe er die Privatklägerin gepackt und 

gezwungen, die Schuhe anzuziehen und mit ihm über die Balkontüre das Haus zu 

verlassen. Aus einiger Entfernung hätten sie die in der Zwischenzeit eingetroffene 

Polizei beobachten können. Dabei habe der Beschuldigte die Privatklägerin 

aufgefordert, ruhig zu bleiben und nicht mehr zu weinen, bis die Polizei 

unverrichteter Dinge wieder abgezogen sei. Dem Beschuldigten sei es bewusst 

gewesen, dass sich die eingeschüchterte Privatklägerin nur aus Angst vor ihm 

ruhig verhalten habe. Er habe in der Absicht gehandelt, eine Kontaktaufnahme mit 

den Polizisten zu verhindern (Urk. D1 26 S. 13 f.).  

3.4. Damit sind der Lebenssachverhalt und das dem Beschuldigten zur Last 

gelegte Verhalten hinreichend konkretisiert. Die Anklageschrift genügt 

offensichtlich den sich aus der Umgrenzungsfunktion ergebenden Anforderungen. 

Mit Blick auf die Ereignisse vor dem Eintreffen der Polizei ist die in der Anklage 

erwähnte Aufforderung, ruhig zu bleiben und nicht mehr zu weinen, nicht als 

blosse Bitte zu verstehen. Sie richtete sich denn auch an die Adresse einer 

eingeschüchterten Privatklägerin. Entgegen der Verteidigung erklärt die Anklage 

zudem hinreichend, wie die Privatklägerin dazu gebracht wurde, ihre Schuhe 

anzuziehen und das Haus über die Balkontüre zu verlassen. Die Anklageschrift ist 

nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck der Umgrenzung des 

Prozessgegenstands und der Information des Beschuldigten, damit dieser die 

Möglichkeit hat, sich zu verteidigen. Eine Anklageschrift ist kein Urteil (Urteil 

6B_462/2014 vom 27. August 2015 E. 2.3.1 mit Hinweis, nicht publ. in BGE 141 

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IV 369; Urteil 6P.183/2006 vom 19. März 2007 E. 4.2). Der Beschuldigte wusste, 

welche Nötigungshandlungen Gegenstand der Anklage bilden und er wurde von 

den Vorwürfen nicht überrascht. Dass und inwiefern ihm eine wirksame 

Verteidigung nicht möglich gewesen sein sollte, ist weder aufgezeigt noch 

ersichtlich. Eine Verletzung des Anklageprinzips liegt nicht vor. 

4. Beweisantrag: Gerichtliche Einvernahme der Privatklägerinnen 

4.1. Die Verteidigung beantragt erstmals anlässlich der heutigen 

Berufungsverhandlung, es seien die Privatklägerinnen B._____, J._____ und 

C._____ gerichtlich als Auskunftspersonen zu befragen. Zur Begründung wird im 

Wesentlichen angeführt, es widerspreche dem Unmittelbarkeitsprinzip, dass 

sämtliche Privatklägerinnen nie von einem Gericht angehört worden seien. Soweit 

der Beschuldigte die Anklagevorwürfe nicht anerkenne, bestünden in den 

Schilderungen jeder Privatklägerin hinsichtlich der sie betreffenden 

Anklagesachverhalte zahlreiche Ungereimtheiten. Deshalb – so die Verteidigung 

weiter – seien deren Aussagen durch das Gericht einer "eigenen Würdigung" zu 

unterziehen (Urk. 137 S. 1). 

4.2. Ein Beweisantrag kann abgelehnt werden, wenn er unzulässig ist, die 

damit behauptete Tatsache unerheblich, dem Gericht offenkundig bereits bekannt 

oder bereits rechtsgenügend erwiesen ist oder der Beweisantrag einzig zur 

Verschleppung des Verfahrens gestellt wird (FINGERHUTH/GUT, in: Zürcher 

Kommentar StPO, 3. Auflage 2020, N. 12 zu Art. 343 StPO). Das 

Berufungsgericht erhebt auf Antrag oder von Amtes wegen bereits im 

Vorverfahren ordnungsgemäss und vollständig erhobene Beweise nur dann 

erneut, wenn die unmittelbare Kenntnisnahme des Beweises für die Urteilsfällung 

notwendig erscheint (Art. 405 Abs. 1 StPO i.V.m. 343 Abs. 3 StPO; Urteil 

6B_1251/2014 vom 1. Juni 2015 E. 1.3.). Beweise sind notwendig, wenn sie den 

Ausgang des Verfahrens beeinflussen können. Dies ist namentlich der Fall, wenn 

die Beweiskraft des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck 

abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht, beispielsweise wenn es in 

besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck einer Zeugenaussage 

ankommt, etwa wenn bei einem sogenannten Vier-Augen-Delikt Aussage gegen 

-   12   - 

Aussage steht. Allein der Inhalt einer Aussage (was gesagt wird) lässt eine 

erneute Beweisabnahme aber nicht als notwendig erscheinen. Ausschlaggebend 

ist vielmehr, ob das Urteil in entscheidender Weise vom Aussageverhalten der 

betreffenden Person (wie sie es sagt) abhängt (vgl. BGE 140 IV 196 E. 4.4.2). 

Eine Beweisabnahme durch das Gericht ist nicht schon deshalb notwendig, weil 

nonverbales Verhalten der einvernommenen Person stets Teil ihrer 

Aussageleistung ist. Andernfalls hätte der Gesetzgeber bei den 

Personalbeweisen konsequenterweise das Unmittelbarkeitsprinzip statuieren 

müssen, was er jedoch gerade unterliess. Die Aussagekraft nonverbalen Ver-

haltens darf denn auch nicht überbewertet werden, und dessen Interpretation ist 

schwierig (zum Ganzen: Urteil 6B_430/2015 vom 12. Juni 2015 E. 2.3.2). Die 

Aussagenpsychologie verweist auf intensive Forschungen auf diesem Gebiet und 

warnt eindringlich vor einer Über- oder sogar Falschbewertung solcher Faktoren 

zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit einer Aussage (s.a. FINGERHUTH/GUT, a.a.O., 

N. 29 f. zu Art. 343 StPO).  

Das Gericht verfügt bei der Frage, ob die unmittelbare Kenntnis eines 

Beweismittels im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO für die Urteilsfällung notwendig 

erscheint, über einen Ermessensspielraum (BGE 140 IV 196 E. 4.4.1 f. m.H.). 

4.3. Die Verteidigung begründet die erneute Befragung sämtlicher 

Privatklägerinnen einzig mit dem Umstand, deren Aussagen seien 

widersprüchlich. Weshalb die Verteidigung erst im heutigen Zeitpunkt – rund 1 ½ 

Jahre nach der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und ohne jegliche neue 

Erkenntnisse seit der Untersuchung – zu diesem Schluss gelangt, ist nicht restlos 

klar. Allein der Inhalt einer rechtsgültig deponierten Aussage rechtfertigt im Sinne 

der dargelegten Rechtsprechung jedoch keine erneute Einvernahme vor Gericht. 

Wie hernach im Rahmen der Erwägungen zum Schuldpunkt im Einzelnen 

aufzuzeigen sein wird, erweisen sich die strittigen Aussagen aller 

Privatklägerinnen entgegen der Verteidigung aber ohnehin nicht als 

widersprüchlich oder in anderer Weise unglaubhaft. Auch handelt es sich bei den 

zu prüfenden Vorwürfen nicht um typische Vier-Augen-Delikte, bei welchen die 

Beweiswürdigung mangels anderweitiger Beweise entscheidend vom 

-   13   - 

Aussageverhalten einer einzelnen Person abhängt. Hinsichtlich der noch strittigen 

Anklagesachverhalte liegen jeweils weitere (Sach-)Beweise vor, und der 

Beschuldigte hat die ihm zur Last gelegten Übergriffe darüber hinaus in gewissen 

Teilen anerkannt. Eine erneute Befragung der Privatklägerinnen durch das 

Gericht erscheint daher nicht als notwendig (siehe nachfolgend betr. B._____ 

E. II.4.3.9.; betr. J._____ E. 7.1.3.; betr. C._____ E. 6.2., E. 8.2. und E. 9.3.).  

5. Beweisantrag: Einholung eines Berichts über die psychische Gesundheit 
des Beschuldigten 

5.1. Weiter beantragt die Verteidigung die Einholung eines Berichts über den 

aktuellen psychischen Gesundheitszustand des Beschuldigten. Dieser habe sich 

in psychiatrische Behandlung begeben. Gemäss ersten Abklärungen habe sich 

dabei der Verdacht auf eine psychische Störung ergeben. Dies stehe im 

Widerspruch zu den Ergebnissen des in der Untersuchung eingeholten 

psychiatrischen Gutachtens von Dr. K._____ vom 27. März 2018, weshalb Zweifel 

an der psychischen Gesundheit des Beschuldigten bestünden, was mit Blick auf 

die Frage der Zurechnungsfähigkeit und die Strafzumessung einer Abklärung 

bedürfe (Urk. 137 S. 2).  

5.2. Ein bereits erstelltes Gutachten ist nur zu ergänzen, wenn aufgrund der 

veränderten Sachlage mit hinreichender Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen ist, 

dass die Antworten auf die Gutachterfragen zufolge der Entwicklung seit der 

Gutachtenserstellung anders ausfallen könnten als das Ergebnis der bereits 

erstellten Expertise (vgl. DONATSCH, in: Zürcher Kommentar StPO, 3. Auflage 

2020, N. 9 zu Art. 189 StPO).  

5.3. Gemäss psychiatrischem Gutachten von Dr. med. K._____ vom 27. März 

2018 liege beim Beschuldigten keine krankheitswertige psychische Störung oder 

ein Abhängigkeitsleiden vor. Er zeige zwar gewisse dissoziale oder emotional 

instabile Züge, jedoch genüge der Nachweis sozial abweichenden Verhaltens 

allein nicht zur Stellung der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung. Ebenfalls 

habe beim Beschuldigten zum Tatzeitpunkt keine Beeinträchtigung der Einsichts- 

und Steuerungsfähigkeit vorgelegen (Urk. 11/16 S. 19 ff. und S. 23 f.). Das 

-   14   - 

Gutachten ist vollständig, nachvollziehbar und klar. Wenn der Beschuldigte, 

welcher sich noch in der Untersuchung mit der Einlegung eines Rechtsmittels 

gegen die Begutachtung seiner Person gewehrt hatte (vgl. Urk. 11/6), nunmehr 

geltend macht, es bestünden seit Kurzem Zweifel an seiner psychischen 

Gesundheit, so handelt es sich dabei um eine blosse Parteibehauptung, welche 

nicht ansatzweise belegt ist. Selbst die Verteidigung räumte sinngemäss selber 

ein, es lägen keinerlei schriftliche Belege vor und es sei aufgrund der heutigen 

Ausgangslage unklar, ob der Beschuldigte überhaupt an einer Erkrankung leide 

(Urk. 137 S. 2). Damit ergeben sich weder aus den Akten noch den Vorbringen 

der Verteidigung Zweifel an der Richtigkeit und Aktualität der gutachterlichen 

Folgerungen oder sonst Hinweise darauf, dass sich der Geisteszustand bzw. die 

Persönlichkeitsstruktur des Beschuldigten seit Erstattung des Gutachtens 

entscheidwesentlich verändert haben könnte. Es besteht bei dieser Ausgangslage 

kein Anlass, einen Bericht der psychiatrischen Poliklinik Zürich einzuholen. Der 

diesbezügliche Beweisantrag ist abzuweisen.  

II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

1. Allgemeines 

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweiswür-

digung dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO), ebenso 

auf die vorinstanzlichen Erwägungen zur Frage der Glaubwürdigkeit einer 

Person (Urk. 101 S. 11 f.). Im Übrigen kann sich die Berufungsinstanz auf die 

für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1 S. 253; Urteil 1B_242/2020 vom 2. September 2020 E. 2.2., je mit 

Hinweisen).  

2. Landfriedensbruch (Dossier 4) 

2.1. Anklagevorwurf und Standpunkte 

2.1.1. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum Schluss, der Anklagevorwurf 

sei erstellt. Danach seien nach Ende eines Fussballspiels zwischen dem 

FC Luzern und dem FCZ Teile der beiden Fanlager gewalttätig aufeinander 

-   15   - 

losgegangen, wobei im betroffenen Quartier Sachschäden an Fahrzeugen und 

Gebäuden entstanden sei. Der Beschuldigte sei Teil dieser gewaltbereiten 

Gruppierung gewesen. Er habe angegeben, am 25. Mai 2015 am Fussballspiel 

des FCZ gegen den FC Luzern sowie beim Zusammentreffen beider Fanlager 

dabei gewesen zu sein. Unbestritten geblieben sei auch, dass sich der 

Beschuldigte an der L._____-strasse in Luzern aufgehalten habe. Dass anlässlich 

des Vorfalls ein Sachschaden von ca. Fr. 14'000.– entstanden sei, sei ebenfalls 

erstellt (Urk. 101 S. 19 ff.).  

2.1.2. Der Beschuldigte bestritt den Sachverhalt im Untersuchungsverfahren und 

vor Vorinstanz weitgehend. Es sei richtig, dass er am Match gewesen sei. Er 

habe aber nur schlichten und die Leute vom Zaun wegnehmen wollen (Urk. D1 

7/8 S. 3). Er sei mit zwei Kollegen und nicht in einer Fangruppe unterwegs 

gewesen (Prot. I S. 30). Die Verteidigung hielt fest, laut Rapport der Luzerner 

Polizei hätten die Luzerner Fans mit den Provokationen angefangen. Der 

Beschuldigte habe sich an den Zaun zwischen den beiden Fan-Gruppen 

begeben. Er habe jedoch weder geschlagen noch zu einem Wurf ausgeholt. 

Vielmehr sei er versehentlich von einem anderen FCZ-Fan an der Brust getroffen 

worden und deswegen zu Boden gefallen. Darauf sei er zum Marsch 

zurückgekehrt. Er habe sich somit vom Geschehen entfernt, bevor es zu 

Gewalttätigkeiten gekommen sei. Dem Polizeirapport sei zudem nicht zu 

entnehmen, wo und wann die Schäden entstanden seien respektive wo sich der 

Beschuldigte in diesem Zeitpunkt genau aufgehalten habe (Urk. 78 S. 25 f.; Urk. 

120 S. 3). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte die Verteidigung im Wesent-

lichen den bereits geschilderten Standpunkt. Ergänzend und entgegen den bis-

herigen Ausführungen macht die Verteidigung nunmehr geltend, die Fotos würden 

zeigen, wie der Beschuldigte an einem Zaun stehe und zu einem Wurf aushole 

(Urk. 120 S. 2 f.).  

2.2. Sachverhaltserstellung 

-   16   - 

2.2.1. Unbestritten ist, dass der Beschuldigte am 25. Mai 2015 das Fussballspiel 

zwischen dem FC Luzern und dem FCZ besuchte. Aus dem Polizeirapport vom 

8. Oktober 2015 geht hervor, dass beide Fanlager nach dem Spiel in getrennten, 

von der Polizei vorgegebenen Routen zum ...-Platz respektive zum Bahnhof 

marschierten. Dabei kam es auf den parallel verlaufenden Wegen (M._____- und 

L._____-strasse) zwischen den Lagern zu Sichtkontakt. In der Folge überstiegen 

einzelne Luzerner Fans zwei Maschendrahtzäune in Richtung der Zürcher Fans. 

Nachdem auch Zürcher Fans die beiden Maschendrahtzäune überwunden hatten, 

kam es zu einzelnen massiven Schlägereien. Fans, welche den Ausschreitungen 

aus dem Weg gehen wollten und die Routen der Polizei einhielten, waren vor 

einem Aufeinandertreffen geschützt. Die Höhe des Sachschadens im Quartier 

(Fahrzeuge, Mobiliar und Gebäude) wird im Polizeirapport auf ca. Fr. 14'690.– 

beziffert (Urk. D4 1). Unbestritten ist weiter, dass der Beschuldigte sich mit 

mehreren Personen am Maschendrahtzaun, welcher das Bahntrassee zwischen 

der M._____- und der L._____-strasse eingrenzt, aufhielt. Auf Vorhalt des 

Fotobogens (Urk. D4 2, Fotoblatt 2) erklärte der Beschuldigte, er habe seinen 

Kollegen auf die Seite nehmen wollen, sei aber von ihm weggestossen worden 

und dann umgefallen (Urk. D1 7/8 S. 3). Eingeräumt ist damit nur, aber immerhin, 

dass es sich bei der auf dem erwähnten Fotoblatt mit einem Pfeil markierten 

Person am Zaun um den Beschuldigten handelt. Dies stimmt auch mit Kleidung 

und Handverband überein (vgl. Urk. D4 2 Fotoblätter 1, 2 und 3). 

Keine Zweifel bestehen, dass der Beschuldigte am Zaun stand, als die im 

Polizeirapport beschriebene und unbestrittene Auseinandersetzung zwischen 

beiden Fanlagern im Gange war oder zumindest ihren Lauf nahm. Die beiden 

Gruppierungen waren ursprünglich auf getrennten Routen unterwegs. Mit dem 

Verlassen der Route, dem Überqueren des Bahntrassees zwischen M._____- und 

L._____-strasse und dem Betreten der gegnerischen Seite wurde die 

Konfrontation gesucht und lanciert. Befand sich der Beschuldigte mit anderen 

Fans in diesem Zeitpunkt am Zaun, so heisst dies entgegen der Ansicht der 

Verteidigung nichts anderes, als dass die Auseinandersetzung zwischen beiden 

Gruppierungen – wenn nicht im vollen Gange – mindestens ihren Lauf nahm. 

-   17   - 

2.2.2. Der Beschuldigte will am Zaun gestanden haben um zu schlichten 

(Urk. D1 7/8 S. 3). Die Verteidigung betont, der Beschuldigte habe weder 

geschlagen noch zu einem Wurf ausgeholt (Urk. 78 S. 25) respektive sei auf 

einem Foto erkennbar, wie er zu einem Wurf aushole (vgl. Urk. 120 S. 2). 

Zutreffend ist, dass der Beschuldigte nicht als Gewaltanwender identifiziert 

werden konnte (Urk. D4 2 Fotoblatt 2). Dies ist für die rechtliche Qualifikation des 

angeklagten Delikts aber ohnehin irrelevant (E. II.2.3. nachfolgend). Soweit der 

Beschuldigte nur geschlichtet und deshalb die Aggressionen nicht mitgetragen 

haben will, ist dies aus mehreren Gründen nicht glaubhaft. Zum einen sind seine 

Aussagen teilweise nachweislich wahrheitswidrig. Auf die Frage der 

vorinstanzlichen Vorsitzenden, ob er als Einzelperson oder mit der FCZ-

Fangruppe ans Spiel gegangen sei, gab der Beschuldigte zur Antwort, er sei mit 

zwei Kollegen und nicht in einer Fangruppe unterwegs gewesen (Prot. I S. 30). 

Solches ist durch die Akten widerlegt, die den Beschuldigten inmitten eines 

Fanmarsches vor dem Fussballspiel zeigen (Urk. D4 2, Fotoblatt 3). Insbesondere 

aber ist nicht überzeugend, dass der Beschuldigte sich von den friedlichen Fans 

respektive von der polizeilich vorgesehenen Route (vom Stadion zum Extrazug) 

löste und den Ort der Auseinandersetzung am Zaun nur deshalb aufsuchte, um 

zu vermitteln. Eine solche Absicht ist klarerweise vorgeschoben. Sie passt im 

Übrigen auch nicht mit dem Gebaren des Beschuldigten überein, das er wenige 

Wochen zuvor am 21. Februar 2015 und 12. April 2015 an den Tag gelegt hatte. 

In Zürich war er aktiver Teil einer Gruppierung, die nach einem Fussballspiel 

zwischen GC und dem FCZ gewaltsam gegen Polizeibeamte losging (Dossier 1). 

In Basel war er mit von der Partie, als nach dem Ende des Fussballspiels 

zwischen dem FC Basel und dem FCZ die beiden Fanlager noch im 

Stadioninnern versuchten, gewalttätig aufeinander loszugehen. Dabei nahm der 

Beschuldigte nicht nur an der Zusammenrottung teil, sondern er war erneut 

gewalttätig beteiligt, indem er gegen einen Absperrzaun des Gästesektors trat 

(Dossier 7). In Luzern war der Beschuldigte abermals und im gleichen Stil an 

vorderster Front dabei, um an den Gewalthandlungen teilzunehmen. Es ist nicht 

glaubhaft, dass der Beschuldigte seine Rolle in Luzern plötzlich anders verstand. 

Ebenso wenig nachvollziehbar erschiene im Lichte der Vorbringen der Vertei-

-   18   - 

digung, dass der Beschuldigte zu einem Wurf hätte ausholen müssen, wenn 

er doch gemäss eigenen Aussagen am Zaun nur habe schlichten wollen 

(vgl. Urk. 120 S. 2). 

2.2.3. Laut Verteidigung habe der Beschuldigte nie bestritten, sich im fraglichen 

Zeitpunkt an der L._____-strasse in Luzern aufgehalten zu haben. Es sei jedoch 

nicht klar, ob dies auch der Ort sei, an welchem die Sachbeschädigungen 

begangen worden seien. So sei dem Rapport nicht zu entnehmen, in welchem 

Quartier und wann die Schäden entstanden seien. Weiter seien die Schäden nicht 

mittels Fotos oder anderer Beweismittel konkretisiert. Der Rapport und die 

Anklage seien viel zu dürftig (Urk. 78 S. 25 f.; Urk. 120 S. 2). Laut Anklageschrift 

entstand der Sachschaden im Rahmen der zwischen beiden Fanlagern 

ausgetragenen gewalttätigen Auseinandersetzung. Die Sachbeschädigungen 

geschahen zwischen ca. 18.00 Uhr und 18.30 Uhr an der L._____-strasse in 

Luzern nach dem Ende des Fussballspiels. Bei der L._____-strasse handelt es 

sich um eine rund 350 Meter lange Strasse. Entsprechend örtlich eingegrenzt ist 

das in Mitleidenschaft gezogene Quartier. Für den Beschuldigten war ersichtlich, 

welche Vorwürfe Gegenstand der Anklage bilden. Damit genügt die Anklageschrift 

insbesondere ihrer Umgrenzungs- und Informationsfunktion (BGE 143 IV 63 

E. 2.2 S. 65 mit Hinweisen; vgl. auch E. I.3 vorstehend). In welchem Zeitpunkt die 

Sachbeschädigungen verübt wurden (ob vor, während oder nach dem Auftauchen 

des Beschuldigten am Zaun) und in welcher exakter Höhe, kann offengelassen 

werden (vgl. sogleich E. II.2.3.). 

2.2.4. Zusammenfassend ist der anklagerelevante Sachverhalt betreffend den 

Vorfall vom 25. Mai 2015 im oben genannten Sinne erstellt. 

2.3. Rechtliche Würdigung 

2.3.1. Landfriedensbruch gemäss Art. 260 Abs. 1 StGB begeht, wer an einer 

öffentlichen Zusammenrottung teilnimmt, bei der mit vereinten Kräften gegen 

Menschen oder Sachen Gewalttätigkeiten begangen werden. 

-   19   - 

Zusammenrottung ist die Ansammlung einer nach den Umständen mehr oder 

weniger grossen Zahl von Personen, die nach aussen als vereinte Macht 

erscheint und von einer für die öffentliche Friedensordnung bedrohlichen 

Grundstimmung getragen wird (BGE 108 IV 33 E. 1a S. 34 mit Hinweisen). Sie ist 

öffentlich, wenn sich ihr eine unbestimmte Zahl von Personen anschliessen kann. 

Ob Öffentlichkeit anzunehmen ist, hängt von den gesamten Umständen ab, deren 

Tragweite unter Berücksichtigung von Sinn und Zweck der in Betracht fallenden 

Strafbestimmung und des dadurch geschützten Rechtsguts zu bewerten ist 

(BGE 130 IV 111 E. 4.3 S. 117 mit Hinweisen). Die mit vereinten Kräften gegen 

Menschen oder Sachen begangenen Gewalttätigkeiten müssen symptomatisch 

sein für die Stimmung, welche die Menge antreibt, und als Tat der Zusammen-

rottung erscheinen. Gewalt setzt nicht notwendig besondere physische Kraft 

voraus. Es genügt, wenn ein Teilnehmer Gewalttätigkeiten begeht, die für die 

Grundhaltung der Gruppe charakteristisch sind. Das tatbestandsmässige 

Verhalten besteht bereits in der freiwilligen Teilnahme an der Zusammenrottung 

und setzt nicht voraus, dass der Teilnehmende selber Gewalthandlungen begeht. 

In objektiver Hinsicht genügt es, dass er als Bestandteil der Zusammenrottung 

und nicht bloss als passiver, von der Ansammlung distanzierter Zuschauer 

erscheint (Urteil 6B_863/2013 vom 10. Juni 2014 E. 5.4 mit Hinweisen). Der 

Teilnehmer fällt nur unter Art. 260 StGB, wenn er im Zeitpunkt der Verübung von 

Gewalttätigkeiten noch an der Zusammenrottung teilnimmt (GERHARD FIOLKA, in: 

Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. II, 4. Aufl. 2019, N. 22 zu Art. 260 StGB). Ein 

freiwilliges Entfernen im Sinne von Art. 260 Abs. 2 StGB liegt nicht vor, wenn der 

Teilnehmer von der Polizei verfolgt wird (BERNARD CORBOZ, Les infractions en 

droit suisse, Vol. II, 3. Aufl. 2010, N. 10 zu Art. 260 StGB). Freilich ist Gleich-

zeitigkeit nicht absolut nachzuweisen. Es genügt, wenn die erstellte Anwesenheit 

einen ausreichenden zeitlichen und örtlichen Zusammenhang mit den Aus-

schreitungen aufweist (Urteil 6B_862/2017 vom 9. März 2018 E. 1.3.2).  

Subjektiv muss der Teilnehmer um den Charakter der Ansammlung als einer 

Zusammenrottung wissen. Es genügt, wenn er sich wissentlich und willentlich der 

Zusammenrottung, das heisst einer Menschenmenge, die von einer für die 

Friedensordnung bedrohlichen Grundstimmung getragen wird, anschliesst oder in 

-   20   - 

ihr verbleibt. Wer solches tut, muss mit Gewaltakten rechnen. Die Verübung von 

Gewalttätigkeiten muss als objektive Strafbarkeitsbedingung vom Vorsatz des 

Teilnehmers nicht erfasst sein (BGE 108 IV 33 E. 3a S. 36; Urteil 6B_863/2013 

vom 10. Juni 2014 E. 5.4, je mit Hinweisen). 

2.3.2. Die gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Teilen der beiden 

Fangruppen des FC Luzern und FCZ fand im Anschluss an das Fussballspiel auf 

dem Weg zum ...-Platz und zum Bahnhof statt. Zu diesem Zweck verliessen die 

jeweiligen Gruppierungen die von der Polizei vorgegebenen getrennten Routen. 

Die Gewaltakte waren Ausdruck der gewaltbereiten Grundhaltung, welche die 

Menge antrieb. Sie erscheinen als Tat der Zusammenrottung und sind den 

Teilnehmern zuzurechnen. Der Beschuldigte war nicht etwa nur ein unbeteiligter 

Zuschauer oder Vermittler, sondern an vorderster Front dabei. Er war am Zaun, 

als die Auseinandersetzung zwischen beiden Gruppierungen mindestens ihren 

Lauf nahm. Der Beschuldigte geriet nicht zufällig und ohne sein Wissen oder 

gegen seinen Willen in die Zusammenrottung. Vielmehr suchte er die Ausein-

andersetzung abseits der offiziellen Marschroute bewusst und gewollt auf. Der 

friedensbedrohende Charakter der Zusammenrottung war spätestens ab dem 

Zeitpunkt erkennbar und vom Beschuldigten mitgeprägt, als Teile der Fanlager 

die L._____- respektive M._____-strasse in Richtung Gegner verliessen. 

Offenbleiben kann die Frage, in welchem genauen Zeitpunkt die Sachbeschä-

digungen verübt wurden (ob vor, während oder nach dem Auftauchen des 

Beschuldigten am Zaun) und in welcher Höhe ein Sachschaden eintrat (vgl. dazu 

die Vorbringen der Verteidigung; Urk. 120 S. 2 f.). Die Gewalttätigkeiten und damit 

auch ihr genaues Ausmass müssen als objektive Strafbarkeitsbedingung vom 

Vorsatz des Beschuldigten nicht erfasst sein. Dass aber im Quartier rund um die 

L._____-strasse Schäden verursacht wurden, geht aus dem Polizeirapport 

rechtsgenügend hervor (Urk. D4 1). Selbst wenn die Schäden im Übrigen nicht 

zeitgleich mit dem Auftauchen des Beschuldigten am Zaun erfolgt wären, kann er 

daraus für seinen Standpunkt nichts ableiten (Urk. 120 S. 3). Ein ausreichender 

zeitlicher und örtlicher Zusammenhang mit den vom Beschuldigten mitgetragenen 

Ausschreitungen wäre gleichwohl zu bejahen. Schliesslich hätte sich der 

-   21   - 

Beschuldigte selbst in jenem Fall tatbestandsmässig verhalten, wenn die 

Zusammenrottung einzig zu Gewalttätigkeiten zwischen den Fanlagern und nicht 

gegen Sachen geführt hätte. Ob während der Ausschreitungen und gewaltsamen 

Auseinandersetzungen einzelne Fans verletzt wurden, kann dahingestellt bleiben. 

Eine aggressive und aktive Einwirkung auf Personen genügt. Gewalttätigkeit ist 

nicht erst anzunehmen, wenn im Sinne eines Erfolgsdelikts Menschen verletzt 

oder Sachen beschädigt werden (Urteil 6B_863/2013 vom 10. Juni 2014 E. 5.7.2 

mit Hinweisen). 

2.3.3. Der Beschuldigte ist demnach schuldig zu sprechen des 

Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB (Dossier 4).  

3. Sachbeschädigung (Dossier 14) 

3.1. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum Schluss, der Anklagevorwurf 

sei erstellt. Danach habe der Beschuldigte am 6. Mai 2016 in der Abstandszelle 

der Polizeiwache in Zürich den kompletten Wasserhahn aus der Wand gerissen. 

Sein Geständnis decke sich mit den Akten (Urk. 101 S. 31 f.). Dem ist 

grundsätzlich nichts beizufügen. 

3.2. Die Verteidigung wendet dagegen ein, es fehlten jegliche Angaben zur 

Schadenshöhe, insbesondere mangle es an einer fachmännischen Schätzung 

oder konkreten Rechnung der tatsächlich angefallenen Reparaturkosten. Zu 

Gunsten des Beschuldigten sei davon auszugehen, dass bloss ein geringfügiger 

Schaden entstanden sei. Damit liege lediglich eine bereits verjährte Übertretung 

vor (Urk. 78 S. 28 f.; Urk. 120 S. 4). 

3.3. Die privilegierte Bestimmung entfällt, wenn es dem Täter wie hier gleich-

gültig ist, wie hoch der Schaden ist (TRECHSEL/CRAMERI, in: Schweizerisches 

Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 6 zu Art. 172ter StGB). 

Kommt hinzu, dass der Schaden entgegen der Verteidigung offensichtlich nicht 

geringfügig ist. Das Hochbaudepartement der Stadt Zürich bezifferte den 

Schaden auf ca. Fr. 1'000.– (Urk. D14 7). Hält die Vorinstanz fest, Wasserhähne 

in Gefängniszellen würden gemäss allgemeiner Lebenserfahrung deutlich mehr 

-   22   - 

als Fr. 300.– kosten, ist ihr beizupflichten (Urk. 101 S. 32). Zudem fallen un-

weigerlich entsprechende Reparaturkosten an, riss der Beschuldigte doch den 

gesamten Hahn "aus der Wand" (Urk. D1 26 S. 8). Der Schaden ist damit auf 

Fr. 300.– übersteigend zu bemessen. Ein geringfügiges Vermögensdelikt im 

Sinne von Art. 172ter StGB liegt nicht vor. Nicht zu beanstanden ist, wenn es bei 

einer Schätzung bleibt. Da der Schaden im Rahmen eines Strafverfahrens 

regelmässig nicht exakt festgestellt werden kann, sind Schätzungen 

unvermeidbar und zulässig (vgl. Urteile 6B_202/2010 vom 31. Mai 2010 E. 4.3.2 

und 6B_28/2018 vom 7. August 2018 E. 4.2.3.). Die genaue Höhe des 

Sachschadens kann an dieser Stelle daher offenbleiben.  

3.4. Die Vorinstanz hat das Herausreissen des Wasserhahns als Sachbe-

schädigung qualifiziert (Urk. 101 S. 32). Darauf kann verwiesen werden. Der 

Beschuldigte ist demnach schuldig zu sprechen der Sachbeschädigung im Sinne 

von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 14). 

4. Tätlichkeiten und Gefährdung des Lebens (Dossier 21) 

4.1. Ausgangslage und Standpunkte 

4.1.1. Laut Anklagevorwurf habe der Beschuldigte am 10. März 2017 im Rahmen 

eines verbalen Streits mindestens viermal gegen den Kopf der Privatklägerin 

B._____ geschlagen, so dass ihr Kopf mindestens zweimal an einem Fenstersims 

aufgeschlagen sei. Mehrere Stunden später sei es zu einem zweiten Übergriff 

gekommen. Dabei habe der Beschuldigte die Privatklägerin B._____ mit beiden 

Händen am Hals gepackt. Unmittelbar danach habe er seinen Unterarm um ihren 

Hals geschlungen. Ein drittes Mal habe er sie gewürgt, als die Privatklägerin 

bäuchlings auf dem Boden gelegen habe. Er habe sein Bein um ihren Hals gelegt 

und sie gewürgt, indem er mit seiner eigenen Hand sein Bein gegen sich gezogen 

habe. Die einzelnen Würgevorgänge seien derart heftig gewesen, dass ein Schrei 

der Privatklägerin aufgrund des Druckes verstummt sei. Sie habe keine Luft mehr 

bekommen und es sei ihr schwarz vor Augen geworden. Zudem habe sie einen 

Urinabgang gehabt. Die Privatklägerin habe sich aufgrund einer durch einen 

Sauerstoffmangel bedingten Hirnfunktionsstörung in Lebensgefahr befunden, was 

-   23   - 

dem völlig rücksichtslos handelnden Beschuldigten bewusst gewesen sei (Urk. D1 

26 S. 9 ff.) 

4.1.2. Der Beschuldigte erklärte vor Vorinstanz, es habe einen verbalen Streit 

gegeben. Es stimme nicht, dass er die Privatklägerin geschlagen habe. Diese 

habe einen Stuhl herumgeworfen und in der Folge viermal versucht, ihm eine 

Ohrfeige zu geben. Nachdem sie ihn zweimal getroffen habe, habe er sie von 

hinten gehalten. Er habe sie nie gewürgt oder den Fuss um ihren Hals 

geschlungen (Prot. I S. 37 ff.). Die Verteidigung hält zusammengefasst fest, die 

Privatklägerin habe die ersten Tätlichkeiten (betreffend Datum, Anzahl und Art der 

Schläge) unterschiedlich geschildert. Zudem hätten die Spuren einer ent-

sprechenden Gewalteinwirkung vier Tage später im Zeitpunkt der Untersuchung 

durch das IRM sichtbar sein müssen. Das IRM habe aber nicht die kleinste Spur 

entdeckt (Urk. 78 S. 2 ff.; Urk. 120 S. 5 f.). Gleiches gelte betreffend die 

angeklagte Gefährdung des Lebens. Auch diesbezüglich hätten keine objektiven 

Spuren durch das IRM festgestellt werden können. Die Privatklägerin B._____ 

habe verschiedene Varianten geschildert und deshalb gelogen. Das Würgen mit 

dem Unterarm habe die Privatklägerin in Stärke und Dauer selbst relativiert. Beim 

Würgen mit dem Bein sei unklar, wie dies bei einer Person überhaupt erfolgen 

könne, die bäuchlings auf dem Boden liege. Den Urinabgang habe die 

Privatklägerin nur auf suggestive Fragen hin bejaht. Unglaubhaft seien ihre 

Schilderungen auch, weil der Wohnpartner der Privatklägerin nichts von der 

Auseinandersetzung mitbekommen habe und weil der Beschuldigte durch die 

Privatklägerin kurz nach dem Vorfall in die Wohnung gelassen worden sei 

(Urk. 78 S. 7 ff.; Urk. 120 S. 7 ff.).  

4.1.3. Zum Anklagevorwurf wurde die Privatklägerin B._____ am 14. März 2017 

polizeilich und am 21. April 2017 staatsanwaltschaftlich einvernommen (Urk. D21 

3; Urk. D1 8/1). Der Beschuldigte wurde am 16. März 2017 und anlässlich der 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung dazu befragt (Urk. D21 4; D1 7/3; Prot. I 

S. 37 ff.). Die Vorinstanz hat die jeweiligen Sachverhaltsschilderungen der 

Privatklägerin und des Beschuldigten zutreffend zusammengefasst, worauf vorab 

verwiesen werden kann (Urk. 101 S. 35 ff. und 44 f.). 

-   24   - 

4.2. Tätlichkeiten 

4.2.1. Es blieb unbestritten, dass es zwischen dem Beschuldigten und der 

Privatklägerin zu einem Disput kam. Unklar ist, ob der Disput in eine tätliche 

Auseinandersetzung mündete. Die Vorinstanz sieht es entgegen den Vorbringen 

des Beschuldigten als erstellt an, dass dieser die Privatklägerin auf einen Stuhl 

gedrückt und ihren Kopf mindestens zwei Mal gegen ein Fenstersims geschlagen 

habe (Urk. 101 S. 44 f.; Prot. I S. 38).  

4.2.2. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, sind die Aussagen der Privatklägerin 

zum Vorfall authentisch (Urk. D2 3 S. 2 f.; Urk. D1 8/1 S. 3 f.). Als sie anlässlich 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nach ihrer Schilderung (wonach der 

Beschuldigte ihren Kopf gepackt und viermal gegen das Fenstersims geschlagen 

habe) auf die bei der Polizei deponierte Aussage angesprochen wurde (wonach 

der Beschuldigte ihr vier Faustschläge gegen den Kopf verpasst habe, weshalb 

sie mindestens zweimal am Fenstersims aufgeschlagen sei), gab sie zu Protokoll, 

sie könne sich nicht genau erinnern. Das einzige, woran sie sich erinnere, seien 

die vier Schläge gegen ihren Kopf (Urk. D1 8/1 S. 4). Diese Erklärung ist 

überzeugend und die verschiedenen Schilderungen vermögen die Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen nicht in Zweifel zu ziehen. Wesentlich sind vier Schläge, welche 

der Privatklägerin in Erinnerung blieben. Gleiches gilt in Bezug auf die von der 

Verteidigung hervorgehobene Frage nach dem genauen Zeitpunkt der Tätlich-

keiten. Es trifft zu, dass die Angaben dazu nicht eindeutig ausfielen (vgl. Urk. 120 

S. 5; Urk. D2 3 S. 2, 3 und 8; Urk. D1 8/1 S. 3 und 5). Bereits aus der ersten 

Befragung lässt sich hingegen herauslesen, dass der zweite Übergriff "am 

nächsten Tag" erfolgte, was mit den Schilderungen gegenüber der 

Staatsanwaltschaft übereinstimmt. Schliesslich hält die Verteidigung fest, das IRM 

habe trotz der geschilderten Schläge anlässlich der Untersuchung der 

Privatklägerin am 14. März 2017 keine Kopfverletzungen festgestellt (Urk. 120 

S. 5). Dieser Hinweis ist zutreffend (Urk. D21 9/2), schliesst aber entsprechende 

Schläge mindestens vier Tage vorher klarerweise nicht aus. Die Privatklägerin 

berichtete einzig von Übelkeit und Schwindel. Sie behauptete nicht, durch die 

Schläge verletzt worden zu sein (Urk. D2 3 S. 3; Urk. D1 8/1 S. 4). 

-   25   - 

Zusammenfassend verpasste der Beschuldigte der Privatklägerin vier Schläge, 

wobei sie mindestens zweimal mit dem Kopf gegen das Fenstersims aufschlug. 

Der angeklagte Sachverhalt ist mit der Vorinstanz erstellt. 

4.2.3. Die Vorinstanz hat die vier Schläge gegen den Kopf der Privatklägerin 

zutreffend als Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB gewürdigt. 

Betreffend die objektiven Tatbestandsmerkmale handelte der Beschuldigte 

gestützt auf das Beweisergebnis mit Wissen und Willen und damit vorsätzlich. Er 

ist entsprechend schuldig zu sprechen (Dossier 21).  

4.3. Gefährdung des Lebens 

4.3.1. Die vorinstanzliche Würdigung der Aussagen des Beschuldigten und der 

Privatklägerin ist korrekt und kann grundsätzlich übernommen werden (Urk. 101 

S. 36 ff.). Zutreffend ist, dass die Privatklägerin konstant und anschaulich drei 

Würgephasen schilderte. Danach habe der Beschuldigte sie zu sich aufs Bett 

runtergezogen und sie von hinten mit den Armen gewürgt. Nachdem sie sich 

habe befreien können, habe er sie (immer noch auf dem Bett) von vorne mit der 

Hand am Hals gepackt. Sie seien beide irgendwie zu Boden gegangen, worauf er 

sein Bein um ihren Hals geschlungen und darauf das Bein mit seiner Hand 

gehalten und zugezogen habe (Urk. D21 3 S. 4; Urk. D1 8/1 S. 5 ff.). Die 

Privatklägerin gab wiederholt und glaubhaft an, wie beim Würgen mit der Hand ihr 

Schrei verstummt (Urk. D21 3 S. 4; Urk. D1 8/1 S. 5 f.) und es ihr schwarz vor 

Augen geworden sei. Ihre Schilderungen dazu (Urk. D21 3 S. 4: "Ich war kurz 

davor, schwarz zu sehen"; Urk. D1 8/1 S. 7: "[…] als er mich wieder mit einer 

Hand packte und mein Hilfeschrei erstickte. Ich merkte dann bei diesem dritten 

Mal, dass ich nicht mehr ganz da war, mir wurde schwarz vor Augen"; "In diesem 

Moment [gemeint: beim Würgen mit dem Bein] ist mir wiederum, wie vorher, 

schwarz vor Augen geworden") sind anschaulich und nachvollziehbar. Erkennbar 

ist, dass die Privatklägerin das Hinunterziehen aufs Bett als erste (von vier) 

Phasen ohne "richtiges Würgen" bezeichnet und ihre Depositionen, ob und wann 

es ihr schwarz vor Augen wurde, bei der Staatsanwaltschaft leicht detaillierter 

ausfielen. Dieser Umstand spricht nicht gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. 

Er lässt vielmehr erkennen, wie die Privatklägerin die im Rahmen eines 

-   26   - 

dynamischen Geschehens erlebten verschiedenen Gewalttätigkeiten rekonstruiert 

sowie mit leichten Abweichungen und damit nicht wiederkehrend oder etwa 

monoton wiedergibt. Nicht nur schilderte die Privatklägerin das Würgen und damit 

das Kerngeschehen konstant und stimmig. Vielmehr weisen ihre Beschreibungen 

eine bemerkenswerte Vielzahl von Details darüber auf, was sie verspürte und was 

ihr während des Übergriffs durch den Kopf ging (beispielsweise Urk. D2 3 S. 4: 

"[…] ich dachte, es sei vorbei, ich müsse jetzt sterben"; […] konnte ich gar nicht 

richtig Luft holen, weil es sich angefühlt hat, wie wenn meine Luftröhre innen drin 

zusammenkleben würde. Es ging sicher 3-4 Sekunden, nachdem er mich 

losgelassen hatte, bis ich wieder Luft holen konnte"; Urk. D2 3 S. 8: "Und ich 

merkte, dass ich total verlangsamt im Kopf war"; Urk. D1 8/1 S. 6: "Es kamen nur 

noch komische Töne hervor"). Auch die Art und Weise, wie die Privatklägerin den 

Beschuldigten während des Übergriffs erlebte und sie dies in Worte fasst, ist 

eindrücklich (Urk. D2 3 S. 4: "Er schaute ganz apathisch geradeaus ins Nichts. 

Das machte mir grosse Angst"; "Er sagte immer: 'Bis ruhig, bis ruhig, bis eifach 

ruhig'. Er kam immer mehr auf diesen Trip, mich ruhig zu bekommen, obwohl ich 

überhaupt keinen Ton mehr rausbringen konnte"; "Er hatte einen 

psychopathischen Blick, ganz starr, die Augen richtig aufgerissen. Es war wirklich 

extrem"). Diese Erzählungen wie auch die Schilderungen zur späteren Phase, als 

die Privatklägerin ins Bad flüchtete, sich einschloss und von dort aus die Polizei 

alarmierte, sind konkret, anschaulich, in einer logischen Reihenfolge 

wiedergegeben und wirken ohne Weiteres erlebnisbasiert.  

4.3.2. Daran vermögen auch die weiteren vorgebrachten Einwände der 

Verteidigung nichts zu ändern. Es trifft zwar zu, dass die Berichte der am 11. 

März 2017 vor Ort erschienenen Polizeibeamten unterschiedlich ausfielen (vgl. 

Urk. 120 S. 8 und S. 13). Insbesondere ist erkennbar, dass die Privatklägerin 

gegenüber der Aspirantin N._____ Gewalttätigkeiten schilderte, die sie so 

gegenüber den Polizeibeamten O._____ und P._____ nicht erwähnte (Urk. D21 

8/1-3). Dies kann ohne Weiteres darauf gründen, dass die Privatklägerin eher in 

der Lage oder bereit war, das unmittelbar Erlebte einmalig und gegenüber einer 

Person des gleichen Geschlechts zu erzählen. Zudem ging es dabei sicherlich 

nicht darum, die gerade erlebten Gewalttätigkeiten detailliert wiederzugeben. Die 

-   27   - 

Verteidigung unterstreicht, mit der Umschreibung der Privatklägerin gegenüber 

N._____, der Beschuldigte habe sie zu Boden und ihr mit seinem Knie auf den 

Hals gedrückt, liege eine weitere Variante des Vorfalls vor. Damit kapriziert sich 

die Verteidigung auf die Vorstellung, ein Opfer massiver Gewalt sei in den ersten 

Minuten danach in der Lage, das Erlebte vollständig und druckreif wiederzugeben 

(vgl. Urk. 120 S. 11 f.).  

4.3.3. Auf die Frage, ob die Privatklägerin durch das Würgen einen Urin- oder 

Stuhlabgang hatte, führte sie am 14. März 2017 gegenüber der Polizei aus, sie 

sei unten nass gewesen. Sie habe sich nicht viel dabei gedacht. Sie habe nicht 

viel Wasser (gemeint: Urin) verloren und dies erst im Bad bemerkt, als sie sich 

dort eingeschlossen habe. Sie habe sich in diesem Moment aber keine Gedanken 

darüber gemacht. Erst, als sie der Polizist gefragt habe, sei es ihr richtig bewusst 

geworden (Urk. D21 3 S. 8). Der Polizeibeamte P._____ hielt in seinem 

Wahrnehmungsbericht fest, die Privatklägerin habe auf entsprechende Frage 

gemeint, sie sei eventuell etwas feucht. Ob sie einen Urinabgang gehabt habe, 

könne sie jedoch nicht sagen (Urk. D21 8/2 S. 2). Laut Aspirantin N._____ habe 

die Privatklägerin zwar einen Urinabgang verneint, jedoch angegeben, feucht 

geworden zu sein (Urk. D21 8/3). Die Frage der Staatsanwaltschaft betreffend 

einen Urinabgang bejahte die Privatklägerin in der Folge. Sie habe Wasser lassen 

müssen (Urk. D1 8/1 S. 7 und 10). Diese Depositionen zeigen, dass die 

Privatklägerin bereits im Bad realisierte, dass sie nass respektive feucht und 

diesen Umstand nicht einzuordnen in der Lage war. Damit ist nicht zweifelhaft, 

dass die geschilderte Nässe auf einen Abgang von Urin zurückzuführen ist. 

Ebenso wenig ist entgegen der Verteidigung (Urk. 78 S. 13 ff.) zweifelhaft, dass 

die Nässe nicht mit einem blossen Schwitzen oder früheren Geschlechtsverkehr 

zu erklären ist. Ein blosses Schwitzen dürfte kaum zu den Schilderungen der 

Nässe passen und wäre von der Privatklägerin wohl ganz unerwähnt geblieben. 

Einen Geschlechtsverkehr erwähnt (abgesehen von der Verteidigung) niemand 

der beteiligten Personen. 

4.3.4. Während des Vorfalls war der Mitbewohner Q._____ in seinem Zimmer. 

Dieser sei laut Privatklägerin am Schlafen gewesen. Vermutlich habe er von der 

-   28   - 

Auseinandersetzung etwas mitbekommen. Er habe aber nicht geholfen, weil er 

wohl vor dem Beschuldigten Angst gehabt habe. Ihr Mitbewohner sei recht klein 

und auch schon ein wenig älter. Sie könne es sich nicht erklären, warum er nichts 

gemacht habe (Urk. D2 3 S. 5). Sie habe ihn später darauf angesprochen, worauf 

er gelacht und ihr gesagt habe, das würde ihn nicht interessieren (Urk. D1 8/1 

S. 9). Laut O._____ habe der Mitbewohner während der Anwesenheit der Polizei 

desinteressiert vor dem Computer gesessen. Auf Frage habe er einzig 

geantwortet, nichts gehört zu haben und deshalb auch keine Angaben zum Vorfall 

machen zu können (Urk. D21 8/1 S. 2).  

Die Würdigung des geschilderten Verhaltens von Q._____ ergibt grundsätzlich 

eine Entlastung des Beschuldigten. Der Umstand, dass während des mutmass-

lichen Übergriffs sich noch eine weitere Person in der Wohnung aufhielt, die trotz 

Hilferufe nicht eingriff, scheint mit den Schilderungen der gewaltsamen 

Auseinandersetzung nicht von vornherein vereinbar (so im Grundsatz auch die 

Verteidigung: Urk. 120 S. 13). In diesem Zusammenhang ist jedoch anzumerken, 

dass sich der Mitbewohner selbst nach dem Eintreffen der Polizei ganz 

desinteressiert und passiv gab, sich trotz ersten Befragungen unbeeindruckt an 

seinen Computer setzte und damit augenscheinlich kundtat, mit der ganzen 

Sache nichts zu tun haben zu wollen. Dies steht mit den Mutmassungen der 

Privatklägerin im Einklang, der Mitbewohner habe wohl etwas gehört, aber 

gleichwohl nicht eingegriffen. Das Verhalten des Mitbewohners entlastet den 

Beschuldigten zwar tendenziell. Es vermag die Anschuldigungen der 

Privatklägerin aber nicht zu widerlegen. Selbst die Darstellung des Beschuldigten, 

wonach er die Privatklägerin abgefangen habe, als sie auf ihn losgegangen sei, 

sie sei immer hysterischer geworden und habe all seine Sachen umhergeworfen 

und auch einen Stuhl nach ihm geworfen (Urk. D1 7/3 S. 2), er habe sie immer 

wieder aufgefordert, ruhig zu sein, weil sie ihn so hysterisch angeschrien habe 

und es Abend gewesen sei (Urk. D21 4 S. 5), zeigt auf, dass die 

Auseinandersetzung unbestrittenermassen gewaltsam und laut geführt wurde. So 

oder anders steht fest, dass der Mitbewohner gleichwohl nicht eingriff. Die 

Erklärungen der Privatklägerin dazu sind deshalb plausibel.  

-   29   - 

4.3.5. Laut Verteidigung sei es schliesslich mit dem Anklagevorwurf nicht ver-

einbar, dass die Privatklägerin den Beschuldigten nach dem Vorfall wieder in die 

Wohnung gelassen habe (Urk. 78 S. 16 f.; Urk. 120 S. 14 f.). Dem kann nicht 

gefolgt werden. In diesem Zeitpunkt war die Privatklägerin mit der Polizei tele-

fonisch verbunden, was sie via Lautsprecher ihres Telefons auch gegenüber dem 

Beschuldigten klar signalisierte. Zudem hielt sie in der anderen Hand einen 

Pfefferspray bereit. Der Beschuldigte sei nochmals erschienen, weil er sein 

Portemonnaie und seine Postkarte habe holen wollen, darauf sei er aber gleich 

wieder rausgerannt (Urk. D2 3 S. 7; Urk. D1 8/1 S. 11). Die Privatklägerin 

ermöglichte dem Beschuldigten also, dass er seine persönlichen Sachen holte, 

wohl auch, um ihn später nicht nochmals sehen zu müssen. Dass sie dabei im 

telefonischen Kontakt mit der Polizei stand und mit einem Pfefferspray 

ausgerüstet war, spricht für (und nicht gegen) die Sachdarstellung der 

Privatklägerin. 

4.3.6. Den glaubhaften Schilderungen der Privatklägerin stehen die wenig 

glaubhaften Ausführungen des Beschuldigten gegenüber. Wenn die Vorinstanz 

aus dessen Aussagen folgert, der Beschuldigte sei im Kern konstant bei 

derselben Version der Geschehnisse geblieben, indem er pauschal bestritten 

habe, die Privatklägerin gewürgt zu haben, ist dies nur teilweise zutreffend 

(Urk. 101 S. 43). Bei gesamthafter Würdigung seiner Darstellung ist im Laufe der 

Untersuchung eine gewisse Dramatisierungstendenz feststellbar. Während der 

Beschuldigte zunächst lediglich geltend machte, die Privatklägerin habe keine 

Ruhe gelassen und seine Kleider und Schuhe herumgeworfen, weshalb er sie 

festgehalten habe, fügte er in der Hafteinvernahme an, sie habe ihn auch 

angegriffen. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung stellte er sich 

schliesslich auf den Standpunkt, die Privatklägerin sei gekommen, habe ihn vier 

Mal ohrfeigen wollen und davon zwei Mal getroffen; danach habe er gesehen, wie 

sie ihn nochmals habe schlagen wollen (Urk. D21 4 S. 2 f.; Urk. D1 7/3 S. 3; Prot. 

I S. 38). Diese übersteigernde Darstellung der Privatklägerin als eigentliche 

Aggressorin lässt Zweifel an seinen Ausführungen aufkommen, zumal dann kein 

Grund ersichtlich wäre, weshalb sich die Privatklägerin hernach hätte ins Bad 

einschliessen müssen, um die Polizei zu avisieren.  

-   30   - 

4.3.7. Zusammenfassend ist auf die konkreten, anschaulichen und in einer 

logischen Reihenfolge wiedergegebenen Aussagen der Privatklägerin 

abzustellen. Damit ist der Tathergang im Sinne der Anklage erstellt.  

In Bezug auf die Frage, ob der Beschuldigte durch das wiederholte und massive 

Würgen eine Lebensgefahr schuf, hielt das rechtsmedizinische Gutachten des 

IRM der Universität Zürich vom 21. März 2017 Folgendes fest: Objektive Zeichen 

einer Lebensgefahr (Stauungsblutungen im Gesichtsbereich) hätten nicht 

festgestellt werden können. Folge man den subjektiven Angaben der 

Privatklägerin, wonach es im Rahmen des Würgens zu Schwindel, Sehstörungen 

(Schwarzsehen) und unwillkürlichem Urinabgang gekommen sei, lägen subjektive 

Symptome einer durch Sauerstoffmangel bedingten Hirnfunktionsstörung vor, was 

auf eine Lebensgefahr schliessen lasse. In der Folge legt das IRM Merkmale und 

Risiken des Würgens (als Kompression der Halsweichteile mittels einer oder 

beider Hände) und des Unterarmwürgegriffs dar. Bei einem Unterarmwürgegriff 

könne es durch die breitflächige Kompression mit dem gebeugten Arm zu kaum 

sichtbaren Befunden oder einem gänzlichen Fehlen von Halsverletzungen 

kommen. Durch die Hebelwirkung und den flächenhaften Kontakt sei es möglich, 

eine erhebliche Krafteinwirkung auszuüben und die Halsweichteile massiv zu 

komprimieren. Durch diese höhere Krafteinwirkung könne relativ leicht ein 

gleichzeitiges Abdrücken von Schlagadern und Venen des Halses erreicht 

werden. Dies führe zu einer kompletten Unterbrechung des Blutzuflusses und 

Blutabflusses des Gehirns. Das zeitgleiche Abdrücken der Halsschlagadern und 

Halsvenen verhindere eine Blutstauung und somit Stauungsblutungen im 

Kopfbereich. Die sofortige Unterbrechung der arteriellen Zufuhr von 

sauerstoffreichem Blut bewirke eine noch raschere Sauerstoffarmut des Gehirns, 

als dies zum Beispiel bei einem Würgen mit den Händen der Fall sei. Ein 

Unterarmwürgegriff sei grundsätzlich als lebensgefährlich zu bewerten, selbst 

wenn objektive Befunde (Würgemale, Stauungsblutungen) fehlten. Für einen 

Angreifer sei nicht erkennbar, ab welcher Intensität respektive Dauer der 

Halskompression er das Opfer in Lebensgefahr bringe. Dies könne bei einem 

Unterarmwürgegriff im Vergleich zum manuellen Würgen noch rascher erreicht 

werden (Urk. D21 9/2). In Würdigung dieses Gutachtens ist erstellt, dass der 

-   31   - 

Beschuldigte insbesondere durch das Würgen mit dem Arm eine erhebliche 

Krafteinwirkung und eine sofortige Unterbrechung der arteriellen Zufuhr von 

sauerstoffreichem Blut ins Gehirn bewirkte. Daran ändert laut Expertise nichts, 

dass beim Opfer Würgemale oder Stauungsblutungen nicht hätten festgestellt 

werden können. Petechiale Einblutungen an Schleimhäuten oder Bindegeweben 

sind zwar typische Anzeichen eines Würgevorgangs, stellen aber keine restlos 

zuverlässigen Merkmale in dem Sinne dar, dass bei deren Fehlen eine solche 

zwingend auszuschliessen wäre (s.a. SGRM; Sektion Medizin, Schädigung durch 

Strangulation, Ausgabe Mai 2012, S. 7 ff.). Ebenso ist nicht massgebend, dass 

sich die Privatklägerin nach wenigen Sekunden aus dem Griff befreien konnte. 

Sie zeigte Symptome, die auf eine durch Sauerstoffmangel bedingte 

Hirnfunktionsstörung hinwiesen. Mithin schuf der Beschuldigte eine konkrete und 

akute Lebensgefahr. Dass es durch die Beeinträchtigung der Blutzufuhr zum 

Gehirn jederzeit zu tödlichen Hirnschädigungen hätte kommen können, gilt 

gleichermassen für das anschliessende Würgen mit dem Bein. Auch damit wird 

eine breitflächige Kompression und ohne Weiteres eine Hebelwirkung erzielt.  

4.3.8. In subjektiver Hinsicht bleibt Folgendes festzuhalten. Es kann nicht 

ernsthaft bestritten werden, dass der Beschuldigte – wie jeder 

Durchschnittsmensch – wusste, dass das massive Würgen eines Menschen eine 

unmittelbare Lebensgefahr und damit die Möglichkeit des Todeseintritts schafft. 

Der Beschuldigte würgte die Privatklägerin wiederholt, massiv und auf 

verschiedene Weise. Auch wenn er mit brachialer Gewalt das körperlich 

unterlegene Opfer zum Schweigen bringen wollte ("Bis ruhig, bis ruhig, bis eifach 

ruhig") und dies grundsätzlich auch mit einem Tötungsvorsatz einhergehen 

könnte, liess er vom Opfer gleichwohl ab und ermöglichte es ihm, dass es sich im 

Badezimmer in Sicherheit bringen konnte. Jedoch zeigt das massive und 

wiederholte Würgen, dass der Beschuldigte im Wissen der damit geschaffenen 

Lebensgefahr diese auch wollte und nicht nur in Kauf nahm. Daran würde nichts 

ändern, wenn der Beschuldigte darauf vertraut hätte, dass sich die Gefahr nicht 

realisiert. Der angeklagte Sachverhalt ist auch in subjektiver Hinsicht erstellt. 

-   32   - 

4.3.9. Das Beweisergebnis lässt keine vernünftigen Zweifel offen. Verlangt die 

Verteidigung bei dieser Ausgangslage die gerichtliche Einvernahme der Privat-

klägerin, so besteht dafür keine Notwendigkeit gemäss Art. 343 StPO. 

Widersprüchliche Angaben hinsichtlich des Kerngeschehens seitens der 

Privatklägerin liegen nicht vor. Entscheidend ist zudem – und dies lässt die 

Verteidigung gänzlich ausser Acht –, dass der Beschuldigte ausdrücklich 

anerkennt, im Zuge der Auseinandersetzung der Privatklägerin gedroht zu haben, 

indem er unmittelbar nach den von ihm bestrittenen Würgevorgängen 

Videosequenzen mit einem Messer aufnahm und diese der Privatklägerin sandte, 

als sie sich im Bad eingeschlossen hatte (vgl. Urk. D1 26 S. 10; Urk. D21 4 S. 7; 

Urk. D21 8/4; Prot. I S. 39; Prot. II S. 14). Der Beschuldigte beliess es aber nicht 

dabei, sondern er filmte hernach noch die geschlossene Badezimmertür. Dabei ist 

zu hören, wie der Beschuldigte von der Privatklägerin gefragt wird, wieso er ihr 

dies antue und er bitte gehen solle (Urk. D21 8/4). Diese Sachbeweise stützen 

mithin nicht nur die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin, sondern sie 

erschüttern zugleich diejenigen des Beschuldigten. Selbst wenn hinsichtlich der 

vorliegend noch strittigen tätlichen Übergriffen isoliert betrachtet keine (direkten) 

Sachbeweise vorliegen, handelt es sich deshalb nicht um eine "Aussage gegen 

Aussage"-Konstellation, bei welcher keine weiteren Beweismittel zur Überprüfung 

der gemachten Aussagen zur Verfügung stehen (vgl. hiervor E. I.4.). Eine 

gerichtliche Einvernahme der Privatklägerin ist somit nicht angezeigt, und der 

diesbezügliche Beweisantrag der Verteidigung ist abzulehnen. Im Übrigen 

spräche auch der zeitliche Aspekt gegen eine erneute Einvernahme der 

Privatklägerin. Die inkriminierten Ereignisse liegen im heutigen Zeitpunkt rund vier 

Jahre zurück. Nach Ablauf einer solchen Dauer erscheint der Erkenntniswert 

einer erneuten Einvernahme gering, erfolgt doch in solchen Fällen oft nur noch 

eine Rezitation der Erinnerung an frühere Aussagen und keine eigentliche 

Schilderung des ursprünglich Erlebten (vgl. FINGERHUTH/GUT, a.a.O., N 29a zu 

Art. 343 StPO). 

4.4. Rechtliche Würdigung 

-   33   - 

4.4.1. Gemäss Art. 129 StGB macht sich der Gefährdung des Lebens schuldig, 

wer einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt. 

In objektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand den Eintritt einer konkreten 

unmittelbaren Lebensgefahr. Eine solche liegt vor, wenn sich aus dem Verhalten 

des Täters nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit 

oder nahe Möglichkeit der Todesfolge ergibt (BGE 133 IV 1 E. 5.1 S. 8 mit 

Hinweisen). Dies setzt indes nicht voraus, dass die Wahrscheinlichkeit des Todes 

grösser sein muss als jene seines Ausbleibens (BGE 121 IV 67 E. 2b/aa S. 70 mit 

Hinweis). Bei den Folgen des Würgens wendet die rechtsmedizinische Praxis 

eine symptomorientierte Abgrenzung an (vgl. im Einzelnen STEFAN MAEDER, in: 

Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 4. Aufl. 2019, N. 16 ff. zu Art. 129 StGB). 

Der subjektive Tatbestand verlangt in Bezug auf die unmittelbare Lebensgefahr 

direkten Vorsatz. Eventualvorsatz genügt nicht. Weiter erfordert der Tatbestand 

ein skrupelloses Handeln. Skrupellos ist ein in schwerem Grad vorwerfbares, ein 

rücksichts- oder hemmungsloses Verhalten (BGE 133 IV 1 E. 5.1 S. 8 mit 

Hinweisen). Zu berücksichtigen sind die Tatmittel, die Tatmotive sowie die 

konkrete Tatsituation (Urteil 6S.127/2007 vom 6. Juli 2007 E. 2.3). Je grösser die 

vom Täter geschaffene Gefahr ist und je weniger seine Beweggründe zu billigen 

sind, desto eher ist die Skrupellosigkeit zu bejahen (BGE 107 IV 163 E. 3 S. 164 

mit Hinweisen). Skrupellosigkeit liegt stets vor, wenn die Lebensgefahr aus 

nichtigem Grund geschaffen wird oder deutlich unverhältnismässig erscheint, so 

dass sie von einer tiefen Geringschätzung des Lebens zeugt (CORBOZ, a.a.O., 

Vol. I, N. 32 zu Art. 129 StGB).  

4.4.2. Der Beschuldigte würgte das Opfer wiederholt. Die Tatausführung 

insbesondere mit dem Arm und in der Folge mit dem Bein, indem der 

Beschuldigte den Hals der Privatklägerin mit einem Bein umschlang und dieses 

dann an sich zog, muss als brachial bezeichnet werden. Gestützt auf die 

gutachterlichen Feststellungen wies das Opfer Symptome auf (Schwindel, 

Sehstörungen [Schwarzsehen], unwillkürlichen Urinabgang), die für eine durch 

Sauerstoffmangel bedingte Hirnfunktionsstörung sprechen. Damit schuf der 

Beschuldigte eine konkrete und akute Lebensgefahr, die in rechtlicher Hinsicht als 

-   34   - 

unmittelbar bezeichnet werden muss. Betreffend die objektiven 

Tatbestandsmerkmale handelte der Beschuldigte gestützt auf das 

Beweisergebnis mit Wissen und Willen und damit direktvorsätzlich. Sein 

Verhalten offenbart, dass er mit Gefährdungsvorsatz handelte. 

Der Beschuldigte wollte die Privatklägerin nach einem Disput zum Schweigen 

bringen. Die heftige körperliche Gewalt ist weder verständlich noch kann sie ge-

billigt werden. Indem er die Privatklägerin wiederholt und heftig würgte, legte er 

gemessen an den allgemeinen Grundsätzen von Sitte und Moral ein äusserst 

verwerfliches Verhalten an den Tag. Der Beschuldigte handelte rücksichts- und 

hemmungslos. Sein Verhalten ist zweifelsohne als skrupellos im Sinne des 

Tatbestands zu bezeichnen.  

4.4.3. Der Beschuldigte ist demnach schuldig zu sprechen der Gefährdung des 

Lebens im Sinne von Art. 129 StGB (Dossier 21). 

5. Diebstahl (Dossier 21) 

5.1. Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, er habe am 11. März 2017 von 

der Privatklägerin B._____ einen Fingerring und Bargeld in der Höhe von ca. 

Fr. 200.– an sich genommen. Dies sei geschehen, nachdem er sie gewürgt 

gehabt habe und sie ins Bad habe flüchten können. Die Vorinstanz kommt 

zusammengefasst zum Schluss, der Anklagevorwurf sei erstellt (Urk. 101 S. 49 

ff.).  

5.2. Der Beschuldigte bestritt den Sachverhalt im Untersuchungsverfahren und 

vor Vorinstanz. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte er aus, 

die Privatklägerin habe kein Geld gehabt. Der einzige, der Geld gehabt habe, sei 

er gewesen. Den Ring habe ihm die Privatklägerin geschenkt (Prot. I S. 41). Die 

Verteidigung hielt fest, wer so wenig Geld wie die Privatklägerin zum Leben habe 

und den genauen Betrag des Bargelds im Portemonnaie nicht beziffern könne, 

der lüge. Den Ring habe die Privatklägerin dem Beschuldigten geschenkt. 

Stamme dieser, wie von der Privatklägerin behauptet, von einem früheren Freund, 

dann sei die Schenkung ein Beweis dafür, dass der Ex-Freund wirklich ein  

-   35   - 

Ex-Freund sei, die Privatklägerin die Beziehung zum Beschuldigten ebenfalls als 

beendet betrachtet und den Ring habe zurückerhalten wollen (Urk. 78 S. 18 f.). 

Daran hielt die Verteidigung auch im Berufungsverfahren fest (Urk. 120 S. 16 ff.) 

5.3. Die Vorinstanz hat die Sachverhaltsschilderungen der Privatklägerin 

(Urk. D21 3 S. 7; Urk. D1 8/1 S. 9) und des Beschuldigten (Urk. D21 4 S. 8; D1 

7/3 S. 3; Prot. I S. 41) zutreffend zusammengefasst und korrekt gewürdigt, worauf 

vorab verwiesen werden kann (Urk. 101 S. 49 ff.). Insbesondere ist richtig, dass 

der Beschuldigte unmittelbar nach dem gewaltsamen Übergriff der Privatklägerin 

(via Whatsapp) ein Video schickte, auf dem er den besagten Ring am Ringfinger 

präsentiert (Urk. D21 8/4). Die Vorinstanz hält richtig fest, dass dieses Gehabe 

eben gerade dafür spricht, dass der Ring nicht dem Beschuldigten gehörte. 

Zudem wollte die Privatklägerin, anders als der Beschuldigte, nur eine lockere 

Beziehung führen (Urk. 101 S. 51). Nicht einleuchtend und sogar den Aussagen 

des eigenen Klienten widersprechend ist dabei die Erklärung der Verteidigung, 

der Beschuldigte habe im Video die Privatklägerin daran erinnern wollen, wie eng 

sie doch miteinander seien, was für eine Schenkung spreche (Urk. 120 S. 18). 

Selbst der Beschuldigte verneinte anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung (nunmehr) klar, mit der Privatklägerin eine Liebesbeziehung 

geführt zu haben (Prot. I S. 38). Gleichermassen hilflos ist die Erklärung des 

Beschuldigten, er habe mit der Videoaufnahme – notabene im Anschluss an 

einen lebensgefährlichen Übergriff – bloss zeigen wollen, dass er ihr nichts antue 

(Urk. D21 4 S. 7). Die Vorinstanz hält schliesslich fest, dass die Privatklägerin den 

Geldbetrag unterschiedlich hoch beziffert habe (mehr als Fr. 450.–; Fr. 200.– bis 

Fr. 300.–). Einerseits sei dies mit dem Zeitablauf zwischen den Einvernahmen zu 

begründen, andererseits aber auch, weil nicht immer mit Sicherheit gesagt 

werden könne, wie viel Bargeld sich im Portemonnaie befinde. Diese Erwägungen 

sind zutreffend. Der Beschuldigte wusste, dass ihm der Ring und das Bargeld 

nicht gehörten. Wenn die Vorinstanz schlussfolgert, der anklagerelevante 

Sachverhalt sei erstellt, so ist dem beizupflichten (Urk. 101 S. 51). Auch in diesem 

Zusammenhang kann eine nochmalige Befragung der Privatklägerin durch das 

Gericht unterbleiben. Die Gründe dafür wurden bereits genügend dargelegt (vgl. 

E. I.4. und E. II.4.3.9.). 

-   36   - 

5.4. Die Vorinstanz hat die Wegnahme des Rings und des Bargelds zutreffend 

als Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB gewürdigt. Der Beschuldigte ist 

entsprechend schuldig zu sprechen (Dossier 21). 

6. Versuchte Erpressung (Dossier 26) 

6.1. Ausgangslage  

6.1.1. Die Vorinstanz sieht als erstellt, dass der Beschuldigte am 25. September 

2017 der Privatklägerin C._____ eine SMS schickte mit der Aufforderung, 

Fr. 150.– in den Briefkasten zu legen, damit er das Geld abholen könne. Seine 

Forderung habe er mit den Worten unterstrichen, sie werde sich jetzt schon 

wünschen zu sterben, falls sie es nicht mache ("Du duesch hüt abig 150 franke in 

briefkaste oder du wirsh es dir wünsch würa h scho etz sterbe"). Auf das Geld 

habe der Beschuldigte keinen Anspruch gehabt. Trotz Drohungen sei die 

Privatklägerin der Forderung nicht nachgekommen (Urk. 101 S. 51 ff.). 

6.1.2. Der Beschuldigte räumte ein, die Kurznachricht verfasst zu haben. Er habe 

aber nicht an eine Todesdrohung gedacht. Vielmehr habe er der Privatklägerin 

signalisieren wollen, sie im Geschäft anzuschwärzen. Zudem habe sie ihm das 

Geld geschuldet. Er habe für die Privatklägerin etwas von ihrem Kollegen abholen 

müssen, der bei ihm in der Nähe wohne. Dazu habe er – wie mit der 

Privatklägerin vereinbart – ein Taxi genommen. Sie habe ihm versprochen, den 

Betrag zurückzuzahlen. Auf die Frage, wie sich der Betrag zusammengesetzt 

habe, gab der Beschuldigte zur Antwort, "eben durch diesen Kollegen, bei dem 

ich für sie etwas holen sollte und das Taxi und die Getränke". Er habe ein Gramm 

Kokain holen müssen, was er aber, wie mit der Privatklägerin vereinbart, nicht 

habe bezahlen müssen (Urk. D1 7/6 S. 3). Die Verteidigung hielt vor Vorinstanz 

fest, die Privatklägerin habe dem Beschuldigten zugesichert, die Kosten für den 

Uber sowie für Getränke und Lebensmittel zurückzuerstatten (Urk. 78 S. 20). 

Ergänzend respektive in Abweichung dazu bringt die Verteidigung im 

Berufungsverfahren sinngemäss vor, die Privatklägerin habe derart um die Gunst 

des Beschuldigten geworben, dass davon auszugehen sei, die Privatklägerin 

habe dem Beschuldigten beim inkriminierten Vorfall nicht nur den Uber bezahlt 

-   37   - 

sondern auch "grundlos" und ohne Abgeltung konkreter Auslagen Geld 

versprochen. Der Beschuldigte habe davon ausgehen dürfen, einen Anspruch auf 

diesen Geldbetrag zu haben (Urk. 120 S. 19 f.).  

6.2. Sachverhaltserstellung 

6.2.1. Der Beschuldigte will die Kurznachricht zur Durchsetzung einer 

rechtmässigen Forderung verschickt haben. Gemäss seiner Darstellung habe er 

in der Nähe seines Wohnortes von einem Kollegen der Privatklägerin ein Gramm 

Kokain abgeholt und zu diesem Zweck – wie mit der Privatklägerin vereinbart – 

ein Taxi benutzt. Diesbezüglich ist mit Blick auf eine Abrechnung des 

Fahrdienstes Uber jedoch ein erstes Fragezeichen zu setzen. Auf der 

Abrechnung ist eine Fahrt vom 23. September 2017 kurz nach Mitternacht von 

der R._____-strasse 1 an die S._____-strasse 2-3 ersichtlich (Urk. D26 5 S. 2). 

Der Beschuldigte wohnte damals an der R._____-strasse 4 und die Privatklägerin 

an der S._____-strasse 5. Der Fahrpreis betrug Fr. 36.27. Die Fahrt erfolgte ohne 

erkennbaren Umweg (vgl. Ausdruck von Google Maps in Urk. D26 5 S. 2). Der Ort 

der behaupteten Kokainabholung müsste sich damit auf der besagten Route 

zwischen den beiden Wohnorten befunden haben. Dies ist nicht auszuschliessen, 

aber eher unwahrscheinlich. Weiter ist nicht nachvollziehbar, weshalb der 

Beschuldigte zur Begründung des Geldbetrages von Fr. 150.– den Kollegen der 

Privatklägerin erwähnt, erklärt er doch gleichzeitig, er habe das Kokain nicht vor 

Ort bezahlen müssen (Urk. D1 7/6 S. 3 f.). Der Beschuldigte bleibt damit in seinen 

Erklärungen zur Entstehung und Höhe seiner Forderung wenig überzeugend. 

Eine Fahrt mit einem Taxi oder Uber vom damaligen Wohnort des Beschuldigten 

zur Wohnung der Privatklägerin sowie Getränke können wohl Fr. 150.– kosten. 

Nähere Angaben dazu blieben aber aus, weshalb die Schilderungen vage und 

wenig glaubhaft ausfallen. Gleiches gilt für die von der Verteidigung vor 

Vorinstanz zusätzlich thematisierten Lebensmittel (Urk. 78 S. 20). Diese blieben 

selbst vom Beschuldigten unerwähnt (Urk. D1 7/6 S. 2 ff.; Prot. I S. 42 f.). 

Gleiches hat für die neu angeführte Variante der "grundlosen Geldgeschenke" zu 

gelten. Solches wurde vom Beschuldigten selber nie vorgebracht. Es handelt sich 

dabei um eine reine Mutmassung der Verteidigung. 

-   38   - 

6.2.2. Die Aussagen der Privatklägerin hat die Vorinstanz vollständig 

zusammengefasst (Urk. 101 S. 53 f.). Sie fallen detailliert, nachvollziehbar und 

glaubhaft aus. Die Privatklägerin hielt konkret und anschaulich fest, dass sie dem 

Beschuldigten kein Geld geschuldet habe. Die von ihr eingereichte Bestätigung 

unterstützt zudem ihre Schilderung, wonach sie (und nicht der Beschuldigte) die 

Fahrkosten beglichen habe. Sie habe für den Beschuldigten wie gewohnt einen 

Uber bestellt, damit er zu ihr komme (Urk. D1 8/2 S. 6 ff.). Wenn die Vorinstanz 

unter anderem angesichts dieser Aussagen und der in den Akten liegenden 

Bestätigung schlussfolgert, der anklagerelevante Sachverhalt sei erstellt, so ist 

dem beizupflichten.  

6.2.3. Die vorliegenden Sachbeweise und glaubhaften Aussagen der 

Privatklägerin lassen keine vernünftigen Zweifel am Beweisergebnis offen. Daran 

würde auch eine gerichtliche Einvernahme der Privatklägerin nichts zu ändern 

vermögen. Der Antrag auf erneute Einvernahme der Privatklägerin C._____ ist 

unter diesem Titel abzuweisen. 

6.3. Rechtliche Würdigung 

6.3.1. Gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB wird wegen Erpressung mit Freiheitsstrafe bis 

zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer in der Absicht, sich oder einen andern 

unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher 

Nachteile zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selber oder einen 

andern am Vermögen schädigt. Die genannten Nötigungsmittel stimmen wörtlich 

mit jenen des Tatbestands der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB überein. 

Beim Tatmittel der Androhung ernstlicher Nachteile stellt der Täter dem Opfer die 

Zufügung eines Übels in Aussicht, dessen Eintritt er als von seinem Willen 

abhängig erscheinen lässt. Es kommt dabei nicht darauf an, ob der Täter die 

Drohung wirklich wahr machen will, sofern sie nur als ernst gemeint erscheinen 

soll. Ernstlich sind die Nachteile, wenn ihre Androhung nach einem objektiven 

Massstab geeignet ist, auch eine besonnene Person in der Lage des Betroffenen 

gefügig zu machen und so seine Freiheit der Willensbildung oder Willensbetä-

-   39   - 

tigung zu beschränken (BGE 122 IV 322 E. 1a S. 324 f.; Urteil 6B_1139/2017 vom 

23. Mai 2018 E. 2.2.2; je mit Hinweisen).  

6.3.2. Mit der SMS-Nachricht an die Privatklägerin, Fr. 150.– bereitzustellen, 

ansonsten werde sie sich jetzt schon wünschen zu sterben, erfüllte der 

Beschuldigte mit Ausnahme der Vermögensdisposition sämtliche 

Tatbestandsmerkmale der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB. Der 

Beschuldigte wusste, keinen Anspruch gegenüber der Privatklägerin zu haben. 

Der Erfolg blieb aus, obwohl der Beschuldigte alles nach seiner Vorstellung 

Notwendige getan hatte, um die Privatklägerin zur Geldübergabe zu bewegen. 

Damit blieb es beim Versuch. Für die rechtliche Qualifikation nicht relevant ist, 

dass es der Beschuldigte auf einen eher geringen Deliktsbetrag abgesehen hatte. 

Eine Privilegierung steht nicht zur Diskussion (Art. 172ter Abs. 2 StGB).  

6.3.3. Der Beschuldigte ist demnach schuldig zu sprechen der versuchten Er-

pressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

(Dossier 26). 

7. Nötigung (Dossier 30) 

7.1. Ausgangslage und Sachverhalt 

7.1.1. Laut Anklage kam es am 15. Juli 2018 zwischen dem Beschuldigten und 

der Privatklägerin J._____ im Keller seines Wohnortes abermals zu einer 

verbalen und tätlichen Auseinandersetzung. Nachdem der Beschuldigte realisiert 

habe, wie die Privatklägerin eingeschlossen in der Toilette mit ihrem Mobiltelefon 

den Notruf der Polizei gewählt habe, habe er die Türe der Toilette gewaltsam 

aufgestossen. In der Folge habe er die Privatklägerin gepackt und gezwungen, 

die Schuhe anzuziehen und mit ihm über die Balkontüre das Haus zu verlassen. 

Aus einiger Entfernung hätten sie die in der Zwischenzeit eingetroffene Polizei 

beobachten können. Dabei habe der Beschuldigte die Privatklägerin aufgefordert, 

ruhig zu bleiben, bis die Polizei unverrichteter Dinge wieder abgezogen sei. Dem 

Beschuldigten sei es bewusst gewesen, dass sich die eingeschüchterte Privat-

klägerin nur aus Angst vor ihm ruhig verhalten habe. Er habe in der Absicht 

-   40   - 

gehandelt, eine Kontaktaufnahme mit den Polizisten zu verhindern (Urk. D1 26 

S. 13 f.). Die Vorinstanz hält fest, der Beschuldigte habe in der Untersuchung 

anerkannt, die Privatklägerin geschlagen zu haben. Weiter habe die Verteidigung 

sinngemäss den übrigen Sachverhalt anerkannt, weshalb dieser in Überein-

stimmung mit den Akten als erstellt zu betrachten sei (Urk. 101 S. 59 f.). 

7.1.2. Mit Blick auf die Zugeständnisse des Beschuldigten (Urk. D1 7/7 S. 2 f.) 

und die Ausführungen der Verteidigung (Urk. 78 S. 19 f.; Urk. 120 S. 20 f.) ist der 

Sachverhalt im Sinne der Anklage als erstellt zu betrachten. Dies stimmt mit den 

Schilderungen der Privatklägerin überein (Urk. D1 8/8 S. 4 f.). 

7.1.3. Es erscheint nicht klar, weshalb die Verteidigung (auch) eine erneute 

Einvernahme der Privatklägerin J._____ beantragt, werden die sie betreffenden 

Anklagepunkte seitens des Beschuldigten in tatsächlicher Hinsicht doch gar nicht 

bestritten. Der Beschuldigte hat die Schuldsprüche der Freiheitsberaubung, der 

einfachen Körperverletzung und der Tätlichkeiten zum Nachteil der Privatklägerin 

J._____ ausdrücklich anerkannt (Urk. 120 S. 1 und S. 20; Prot. II S. 14), und der 

verbleibenden Tatvorwurf der Nötigung wird – wie sogleich aufzuzeigen ist – allein 

mit einer Verletzung des Anklageprinzips und fehlender Tatbestandsmässigkeit 

begründet (Urk. 120 S. 21). Unter Verweis auf die oben gemachten Ausführungen 

in E. I.4. kann auf die Einvernahme der Privatklägerin J._____ daher bereits von 

Vornherein verzichtet werden.  

7.1.4. Die Verteidigung argumentiert, die Nötigung sei nicht genügend angeklagt 

(vgl. dazu E. I.3. vorstehend). Zudem habe die Privatklägerin, als die Polizei 

bereits vor Ort gewesen sei, keine weiteren Schläge befürchten müssen, sie sei 

unter den Augen der Polizei freiwillig ruhig gewesen (Urk. 78 S. 20). Diesen 

Standpunkt wiederholte die Verteidigung im Berufungsverfahren (Urk. 120 S. 20 

f.).  

7.2. Rechtliche Würdigung 

7.2.1. Der Nötigung nach Art. 181 StGB macht sich schuldig, wer jemanden durch 

Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung 

-   41   - 

seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden 

(vgl. zu den Nötigungsmitteln E. III.6.3.1. vorstehend). 

7.2.2. Die Vorinstanz hat in ihrer rechtlichen Würdigung theoretische Erwägungen 

zum objektiven und subjektiven Tatbestand der Nötigung gemacht (Urk. 101 S. 60 

ff.). Darauf kann verwiesen werden. Der Einwand der Verteidigung, die Privat-

klägerin habe nicht länger Schläge befürchten müssen und sei sozusagen unter 

den Augen der Polizei freiwillig ruhig gewesen, dringt aus mehreren Gründen 

nicht durch. Zum einen wurde die Privatklägerin zu einem Tun gezwungen, als sie 

aus dem Badezimmer gezerrt und mit dem Beschuldigten das Haus über die 

Balkontüre verlassen musste. Bereits in diesem Zeitpunkt verhielt sich die 

Privatklägerin nach dem Willen des Beschuldigten und war die Nötigung 

(zumindest teilweise) vollendet, selbst wenn der Beschuldigte weitere 

Verhaltensweisen erzwingen wollte. Zum andern grenzt die Behauptung, die 

Privatklägerin sei draussen vor dem Haus freiwillig ruhig gewesen, an Trölerei. 

Der Beschuldigte schlug die Privatklägerin unmittelbar zuvor mehrmals mit der 

flachen Hand ins Gesicht. Er trat die verschlossene Türe der Toilette, hinter der 

die Privatklägerin Zuflucht gesucht hatte, gewaltsam ein, zerrte die Privatklägerin 

aus dem Badezimmer und zwang sie, den Tatort vor dem Eintreffen der 

alarmierten Polizei zu verlassen. Diese Gewalttätigkeiten erfolgten im gleichen Stil 

wie der Vorfall vom 6. Juli 2018. Dass der Beschuldigte selbst beim Eintreffen der 

Polizei der Privatklägerin ein Verhalten (respektive eine Unterlassung) mit Gewalt 

aufzwang, brauchte er seinem Opfer nicht mit Worten zu erklären. Die Vorinstanz 

qualifiziert diese konkludente Androhung zutreffend als tatbestandsmässig.  

7.2.3. Die übrigen objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale der Nötigung 

bejaht die Vorinstanz mit zutreffender Begründung (Urk. 101 S. 61 f.). Dem ist 

nichts beizufügen. Der Beschuldigte ist demnach schuldig zu sprechen der 

Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Dossier 30). 

8. Drohung vom 26. Oktober 2018 (Dossier 31) 

8.1. Standpunkte 

-   42   - 

8.1.1. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum Schluss, der Anklage-

sachverhalt sei erstellt. Danach habe der Beschuldigte die Privatklägerin C._____ 

am 26. Oktober 2018 um ca. 23.00 Uhr bis am 27. Oktober 2018 um ca. 02.00 

Uhr mehrmals angerufen und ihr mit dem Tode gedroht, wodurch die 

Privatklägerin in Angst versetzt worden sei. Dies habe der Beschuldigte 

zumindest in Kauf genommen. Zudem habe der Beschuldigte die Privatklägerin 

mit den Worten "fette Sau", "Stück Scheisse" und "Missgeburt" beschimpft (Urk. 

101 S. 62 ff.; Urk. D1 26 S. 14). Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen 

Beschimpfung blieb unangefochten und ist nicht Gegenstand des 

Berufungsverfahrens. 

8.1.2. Der Beschuldigte hielt vor Vorinstanz fest, er habe die Privatklägerin am 

Telefon beschimpft, ihr aber nicht gedroht (Prot. I S. 47). Die Verteidigung 

argumentiert, der Beschuldigte und die Privatklägerin hätten immer wieder etwas 

miteinander gehabt. Der Beschuldigte habe keine feste Beziehung führen wollen, 

was die "Ursache dieses Problems" gewesen sei. Nach einem Rauswurf des 

Beschuldigten aus der Wohnung der Privatklägerin habe sich ein Machtkampf 

abgespielt. Per Whatsapp und mündlich am Telefon habe man hin und her ge-

stritten. Der komplette Verlauf dieses Schlagabtausches fehle. Die Verteidigung 

erklärt weiter, wie der Beschuldigte in eine Falle getappt sei, nachdem aus der 

"versöhnungsbereiten Frau ein Rache-Engel" geworden sei. Ob die angeklagten 

Drohungen tatsächlich erfolgt oder Teil einer ganzen Inszenierung gewesen 

seien, sei unklar. Es bestehe ein erheblicher Verdacht, dass die Todesdrohungen 

erfunden worden seien, um einer Kampagne gegen den Beschuldigten Nachdruck 

zu verleihen (Urk. 78 S. 21 ff.; Urk. 120 S. 21 ff.). 

8.2. Sachverhalt 

8.2.1. Zum Vorwurf wurde der Beschuldigte am 28. Oktober 2018 und 29. Oktober 

2018 im Rahmen der Untersuchung sowie am 12. Juni 2019 vor Vorinstanz 

befragt (Urk. D31 4; Urk. D1 7/9; Prot. I S. 47). Die Privatklägerin wurde am 

6. November 2018 staatsanwaltschaftlich einvernommen (Urk. D1 8/10). Die 

Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten zutreffend 

zusammengefasst und korrekt gewürdigt, worauf verwiesen werden kann 

-   43   - 

(Urk. 101 S. 63 ff.). Richtig ist, dass der Zeuge T._____ im Detail beschrieb, wie 

die Privatklägerin den fraglichen Anruf entgegengenommen hat. Er habe 

gesehen, wie die Privatklägerin dabei gezittert habe und nah an einem 

Nervenzusammenbruch gewesen sei. Beim Anrufer habe es sich laut 

Privatklägerin um den Beschuldigten gehandelt. Einen weiteren Anruf habe der 

Zeuge selbst entgegengenommen, worauf eine männliche Stimme ihn 

aufgefordert habe, die Privatklägerin ans Telefon zu holen. Der Zeuge habe 

aufgelegt und das Telefon habe erneut geklingelt. Den Anruf habe die 

Privatklägerin abgenommen. Bei aktiviertem Lautsprecher seien dann Schimpf- 

und Hasstiraden hörbar gewesen, wie "fette Sau, ich mach dich fertig!". Er glaube, 

es seien noch schlimmere Sachen gefallen. Die Privatklägerin habe erneut zu 

weinen und zu zittern begonnen und habe dann aufgelegt. Sie habe ihm (dem 

Zeugen) gesagt, dass sie Angst habe, nach Hause zu gehen. Sie habe Angst, 

dass der Beschuldigte ihr etwas antun würde. Die Privatklägerin sei nervlich am 

Ende gewesen. Es seien wohl auch Todesdrohungen gefallen. Ansonsten hätte er 

der Privatklägerin nicht empfohlen, die Polizei zu verständigen (Urk. D1 8/9). 

8.2.2. Diese Aussagen sind konkret und anschaulich. Sie decken sich über weite 

Strecken mit den Schilderungen der Privatklägerin. Nicht zweifelhaft ist deshalb, 

dass nicht nur die von der Privatklägerin und dem Zeugen behaupteten und 

unbestrittenen Beschimpfungen, sondern auch die Drohungen fielen. Mit Blick auf 

die Beschreibungen des Zeugen ist entgegen der Ansicht der Verteidigung zudem 

erstellt, dass die Privatklägerin aufgrund der Todesdrohungen Angst hatte 

(vgl. Urk. 120 S. 24 f.). Wenngleich die Privatklägerin dazu gegenüber der 

Staatsanwaltschaft zuerst festhielt, keine Angst gehabt zu haben, relativierte sie 

dies noch im gleichen Satz (Urk. D1 8/10 S. 3: "Ich hatte nicht Angst, dass er jetzt 

kommt und mir etwas antut. Er hat aber in diesem Moment trotzdem Macht über 

mich, sodass ich tue, was er will") wie auch gegen Ende der Befragung 

(Urk. D1 8/10 S. 6: "T._____ rief die Polizei an, weil […] ich Angst hatte"). Wenn 

die Vorinstanz unter anderem angesichts dieser Aussagen schlussfolgert, der 

anklagerelevante Sachverhalt sei erstellt, so ist dem beizupflichten. Daran 

vermögen auch die Einwände der Verteidigung nichts zu ändern. Die schwierige 

Beziehung, den Streit über die persönlichen Sachen des Beschuldigten in der 

-   44   - 

Wohnung der Privatklägerin sowie die Konfrontation des Beschuldigten durch 

Kollegen der Privatklägerin schildern beide Kontrahenten in den Grundzügen. 

Was die Verteidigung darüber hinaus wortreich als Inszenierung oder Kampagne 

beschreibt, erschöpft sich in Mutmassungen und vermag das Beweisergebnis 

nicht in Frage zu stellen. Auch hier kann aufgrund der geschilderten 

Ausgangslage ohne Not von einer erneuten unmittelbaren Beweisabnahme im 

Sinne der beantragten Einvernahme der Privatklägerin C._____ abgesehen 

werden. 

8.3. Rechtliche Würdigung 

Die Vorinstanz hat die Todesdrohung gegenüber der Privatklägerin zutreffend als 

Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB gewürdigt. Der Beschuldigte ist 

entsprechend schuldig zu sprechen (Dossier 31). 

 

9. Drohung vom 28. Oktober 2018 (Dossier 31) 

9.1. Laut Anklage schickte der Beschuldigte am 28. Oktober 2018 frühmorgens 

um ca. 03.00 Uhr der Privatklägerin C._____ via Whatsapp zwei Fotos. Sie 

zeigten eine in seinem Zimmer auf einem Salontisch liegende Pistole. Die 

Privatklägerin sei dadurch in Angst versetzt worden, was der Beschuldigte 

zumindest in Kauf genommen habe. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst 

zum Schluss, der Anklagesachverhalt sei erstellt (Urk. 101 S. 66 f.). 

9.2. Der Beschuldigte will die Fotos verschickt haben, weil ihm ein Kollege der 

Privatklägerin gedroht habe. Er habe sich provoziert gefühlt und die Bilder mehr 

aus Angst verschickt als zur Einschüchterung (Urk. D31 4 S. 3 f.). Laut Vertei-

digung habe der Beschuldigte nicht der Privatklägerin, sondern ihrem Kollegen 

gedroht, der ständig die Anrufe auf das Telefon der Privatklägerin 

entgegengenommen habe. Der Beschuldigte habe die Bilder der Privatklägerin 

geschickt, weil er die Nummer des Kollegen nicht gehabt habe (Urk. 78 S. 24; 

Urk. 120 S. 25). 

-   45   - 

9.3. Dass der Beschuldigte auf das Handy der Privatklägerin zwei Bilder einer 

Pistole schickte, blieb unbestritten und ist belegt (Urk. D31 5 S. 2 f.; Urk. D31 6). 

Die Privatklägerin hielt dazu nachvollziehbar fest, es sei ihr "richtig mulmig" 

geworden. Sie habe nicht gewusst, dass der Beschuldigte solche Dinge besessen 

habe und sei erschrocken (Urk. D1 8/10 S. 6). Es ist nicht zweifelhaft, dass die 

Privatklägerin beim Anblick der Waffe erschrak und sich in ihrem 

Sicherheitsgefühl angegriffen fühlte. Dies gilt umso mehr, als sie nur zwei Tage 

vorher bereits vom Beschuldigten mit dem Tode bedroht worden war. Die 

Notwendigkeit einer gerichtlichen Befragung der Privatklägerin ist auch in diesem 

Punkt nicht gegeben und wird seitens der Verteidigung nicht ansatzweise 

dargelegt. 

9.4. Behauptet die Verteidigung, die (eingeräumte) Drohung sei gegen einen 

Kollegen gerichtet gewesen, dringt diese Argumentation nicht durch (Urk. 120 

S. 25). Selbst wenn dies zuträfe, entfiele dadurch einzig ein direkter Vorsatz 

(ersten Grades). Es ist nicht zweifelhaft, dass der Beschuldigte zumindest in Kauf 

nahm, dass die Privatklägerin die auf ihrem Handy eingegangene Drohung an 

sich selbst gerichtet verstehen würde (wie sie dies im Übrigen zwei Tage vorher 

bereits gemacht hatte). Die Argumentation geht auch deshalb an der Sache 

vorbei, weil die Androhung eines Übels sich auch gegen Rechtsgüter Dritter 

richten kann. Von Fahrlässigkeit (Urk. 78 S. 24; Urk. 120 S. 26) kann keine Rede 

sein.  

9.5. Die rechtliche Qualifikation der Vorinstanz ist zutreffend. Der Beschuldigte 

ist schuldig zu sprechen der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Dossier 

31). 

III. Strafzumessung 

1. Ausgangslage, anwendbares Recht und Grundsätze der Strafzumessung 

1.1. Die Vorinstanz bestraft den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 

45 Monaten, einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse 

von Fr. 600.– (Urk. 101 S. 80 f.).  

-   46   - 

Die Verteidigung beantragt, der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 

einem Jahr, einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 10.– und einer Busse von 

Fr. 500.– zu bestrafen und begründet dies nebst den geforderten Freisprüchen 

pauschal mit dem Vorbringen, der verschuldensmässigen Bewertung der Delikte 

durch die Vorinstanz könne nicht gefolgt werden (Urk. 102; Urk. 120 S. 26 f.). Die 

Staatsanwaltschaft beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen Strafmasses 

(Urk. 107).  

1.2. Der Beschuldigte beging die Delikte mehrheitlich vor Inkrafttreten der seit 

1. Januar 2018 geltenden neuen Bestimmungen des Allgemeinen Teils des 

Strafgesetzbuches (Änderungen des Sanktionenrechts; AS 2016 1249). Die 

Delikte der Dossiers 30 und 31 wurden nach der Revision verübt. Stehen mehrere 

Taten zur Beurteilung an, sind sie je einzeln unter die beiden Rechte zu 

subsumieren und ist in einem zweiten Schritt gegebenenfalls eine Gesamtstrafe 

zu bilden (BGE 134 IV 82 E. 6.2.3 S. 88 f.). Wie zu zeigen sein wird, sind eine 

Freiheitsstrafe und eine Geldstrafe auszusprechen. Das neue Sanktionenrecht ist 

für den Beschuldigten betreffend Strafmass und Vollzug nicht milder. Der 

Grundsatz der lex mitior (Art. 2 Abs. 2 StGB) gelangt für die vor dem 1. Januar 

2018 verübten Delikte nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen nicht 

zur Anwendung.  

1.3. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die 

Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in 

Anwendung des Asperationsprinzips (BGE 144 IV 313 E. 1.1 S. 316 ff., 217 E. 2.2 

und E. 3 S. 219 ff.; 141 IV 61 E. 6.1.2 S. 67 f.; je mit Hinweisen). Darauf sowie auf 

die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 101 S. 67 ff.) kann verwiesen 

werden. 

Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. 

Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip 

nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Mehrere 

gleichartige