# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b9146fd-ca06-5f4c-b6d7-53d6ebab899f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-04-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 25.04.2006 A 2005 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2005-88_2006-04-25.pdf

## Full Text

A 05 88
3. Kammer 

URTEIL
vom 25. April 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Perimeter

1. Im Zusammenhang mit der laufenden Katastererneuerung, Los 8, wurde die 

… vom Kanton angewiesen, Gebiete mit dauernden Bodenverschiebungen 

auszuscheiden. Im Gebiet „…“ hat die …vermessung derartige dauernde 

Bodenverschiebungen bereits anlässlich von Vermessungen in den Jahren 

1916, 1979 und 2002 festgestellt und diese denn auch in entsprechenden 

Plänen bezeichnet.

Mit Schreiben vom 2. Juni 2004 wurden die betroffenen Grundeigentümer 

über den geplanten Einbezug ihrer Parzellen in das „Rutschgebiet …“ und die 

damit einhergehende grundbuchliche Anmerkung „dauernde 

Bodenverschiebung i.S. von Art. 660a ZGB“ informiert und darauf 

hingewiesen, dass gegen die Abgrenzung des Gebietes beim … Einsprache 

erhoben werden könne. Parallel dazu wurde die Auflage im Kantonsamtsblatt 

öffentlich publiziert. Bestandteil der Auflageakten bildeten der Plan „…“ 

(Perimeter mit dauernder Bodenverschiebung), der Situationsplan mit Angabe 

der absoluten Verschiebungen zwischen 1916 und 2002 sowie das 

Grundeigentümerverzeichnis.

Gegen den Einbezug ihrer Grundstücke Nr. 6307, 6308 und 6309 in den 

Perimeter liess … beim … Einsprache erheben, wobei sie die Sistierung des 

Verfahrens bis zum rechtskräftigen Abschluss der 

Gefahrenzonenausscheidung in „…“, eventualiter sinngemäss die Entlassung 

ihrer Parzellen aus dem Perimeter beantragte. 

Nach erfolgloser Durchführung einer auf Ende Mai 2005 vom … Tiefbau- und 

Vermessungsamt anberaumten Einigungsverhandlung wurde die 

Angelegenheit zum Entscheid an das kantonale Departement des Innern und 

der Volkswirtschaft (DIV) überwiesen. Dieses wies die Einsprache mit 

Verfügung vom 10./15. November 2005 kostenfällig ab.

2. Dagegen liess … am 2. Dezember 2005 beim Verwaltungsgericht frist- und 

formgerecht Rekurs erheben mit folgenden Anträgen:

„1. Der angefochtene Einspracheentscheid des Departementes des Innern 
und der Volkswirtschaft sei aufzuheben und das vorliegende Verfahren 
sei bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Zuteilung oder 
Nichtzuteilung des Gebietes … in die Gefahrenzone zu sistieren.

 2. Eventuell sei der angefochtene Einspracheentscheid des Departementes 
des Innern und der Volkswirtschaft aufzuheben und die Sache sei zur 
Durchführung des gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens der 
Bezeichnung von Rutschgebieten an die … zurückzuweisen.

 3. Subeventuell sei gerichtlich festzustellen, dass auf den Hauptbuchblättern 
der Parzellen Nr. 6307, 6308 und 6309 die Anmerkung der öffentlich-
rechtlichen Eigentumsbeschränkung „Rutschgebiet“ nicht eingeschrieben 
werden darf.“

Zur Begründung ergänzte und vertiefte die Rekurrentin die bereits in ihrer 

Einsprache vorgebrachten Überlegungen.

3. Das DIV wie auch die … beantragten die Abweisung des Rekurses. Zur 

Begründung bekräftigten sie die bereits der angefochtenen Verfügung 

zugrunde liegenden Darlegungen.

4. Am 25. April 2006 führte die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts einen 

Augenschein durch, an welchem die Rekurrentin zusammen mit ihrem 

Rechtsvertreter, der Leiter Rechtsdienst des DIV zusammen mit einem 

Vertreter des ALSV sowie der Rechtsvertreter der … in Begleitung eines 

Mitarbeiters des … Tiefbau- und Vermessungsamtes teilnahmen. Allen 

Anwesenden wurde dabei an verschiedenen Standorten im Gelände die 

Gelegenheit geboten, sich anhand der Pläne und Örtlichkeiten auch noch 

einmal mündlich zu allen aufgeworfenen Fragen ausführlich zu äussern.

Auf die Ausführungen am Augenschein wie auch auf die weiteren 

Darlegungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die Rekurrentin verlangt die Aufhebung der angefochtenen 

Departementsverfügung und beantragt die Sistierung des Rekursverfahrens 

bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Zuteilung/Nichtzuteilung des 

Gebietes in eine Gefahrenzone. Für eine Sistierung des Rekursverfahrens im 

Sinne des rekurrentischen Begehrens besteht aber weder Raum noch Anlass. 

Zwischen den fraglichen Massnahmen (raumplanerische Behandlung des 

Gebietes … einerseits und Bezeichnung desselben als Gebiet mit dauernder 

Bodenverschiebung anderseits) besteht kein derart enger Zusammenhang, 

dass erst nach einer rechtskräftigen, raumplanerischen (und damit auf dem 

öffentlichen Recht basierenden) Zuweisung der Parzellen auf Stufe 

Grundordnung in eine Gefahrenzone über eine allfällige Bezeichnung des 

Gebietes als „Rutschgebiet“ i.S. von Art. 660a ZGB entschieden werden 

dürfte. Unabhängig von der raumplanerischen Zuordnung einer Parzelle zu 

einer bestimmten Nutzungszone (und einer allfälligen Überlagerung mit einer 

Gefahrenzone) sind nach Art. 18 in Verbindung mit Art. 7 lit. l und m der 

Verordnung über die amtliche Vermessung im Kanton Graubünden (VAV) 

Gebiete mit dauernder Bodenverschiebung im Plan für das Grundbuch als 

solche zu bezeichnen. Diese Verpflichtung zur Bezeichnung solcher Gebiete 

besteht von Amtes wegen gestützt auf Privatrecht (Basler Kommentar, Art. 

660a ZGB, N 9). Gegen die rekurrentischen Anträge spricht im Übrigen auch 

der Umstand, dass nicht ausgeschlossen ist, dass sich ein Grundstück in 

einem Gebiet mit dauernder Bodenverschiebung befindet, ohne dass es aus 

raumplanerischer Sicht betrachtet einer Gefahrenzone zugewiesen werden 

müsste. Sodann entsteht der Rekurrentin aus dem von der … gewählten 

Vorgehen auch keine unzulässige Einschränkung ihrer Rechtsmittel, weshalb 

der Antrag denn auch abzuweisen ist. Dass seit dem Inkrafttreten des neuen 

Art. 660a ZGB bereits mehr als 10 Jahre vergangen sind, weshalb nach 

Meinung der Rekurrentin auch ein Zuwarten bis zum Abschluss der 

Gefahrenzonenausscheidung vertretbar wäre, vermag an diesem Ergebnis 

nichts zu ändern.

2. a) Soweit die Rekurrentin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 

Zurückweisung zur ordnungsgemässen Durchführung des Verfahrens an die 

… verlangt, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Nach Art. 660a Abs. 3 

ZGB ist die Zugehörigkeit eines Grundstücks zu einem Gebiet mit dauernden 

Bodenverschiebungen in geeigneter Weise den Beteiligten mitzuteilen und im 

Grundbuch anzumerken. Mit der öffentlichen Publikation im Amtsblatt und der 

persönlichen Orientierung der betroffenen Grundeigentümer verbunden mit 

dem Hinweis auf die Einsprachemöglichkeit, aber auch mit der Durchführung 

einer Einigungsverhandlung ist die Rekursgegnerin den bundesrechtlichen 

Vorgaben hinreichend nachgekommen. Die Rekurrentin hat dies an sich 

bereits selbst erkannt, wenn sie festhält, dass die mit Art. 660 f. ZGB 

verfolgten Schutz- und Informationspflichten durch das laufende 

(raumplanerische) Umzonungsverfahren genügend erfüllt worden seien. 

b) Die Rekurrentin macht eine Verletzung von Art. 20 Abs. 3 VAV geltend. 

Danach hat die Markkommission unter Beizug des lngenieur-Geometers so 

rasch wie möglich eine Verständigung zwischen den beteiligten 

Grundeigentümern anzustreben. Ist eine Verständigung unmöglich, so 

überweist sie die Einsprache dem zuständigen Departement zum Entscheid. 

Die erwähnte Bestimmung sei vorliegend insofern verletzt worden, als die 

Besprechung vom 20. Mai 2005 mit dem …ingenieur und dem …geometer, 

nicht aber mit einer gestützt auf Art. 7 lit. e VAV ordnungsgemäss 

eingesetzten Markkommission, stattgefunden habe. 

Unabhängig davon, ob die Rekursgegnerin der in Art. 7 lit. e VAV 

bezeichneten Verpflichtung zur Bezeichnung einer drei- bis fünfköpfigen 

Markkommission formell rechtsgenüglich nachgekommen ist oder nicht, 

erweist sich der rekurrentische Einwand als unbehelflich. Als Markkommission 

ist vorliegend nämlich, wie sich bereits aus dem …beschluss vom 1. Juni 2004 

ableiten lässt, der (…köpfige) … tätig geworden, wozu dieser im Lichte von 

Art. 14 Abs. 2 GG i.V.m. Art. 33 der …verfassung betrachtet ohne weiteres 

auch zuständig war. Auch die VAV schweigt sich im Übrigen darüber aus, wie 

die Markkommission personell zusammenzusetzen und zu wählen ist. Wenn 

in der Folge anstelle des … der …ingenieur zusammen mit dem …geometer 

das Verständigungsverfahren leitete und am 20. Mai 2005 denn auch einen 

Einigungsversuch durchführte, der aber erfolglos blieb, so lässt sich dies 

ebenfalls nicht beanstanden. Im Lichte von Art. 20 Abs. 3 VAV betrachtet, ist 

entscheidend, dass an der Verhandlung der in der VAV vorgesehene, fachlich 

kompetente Ingenieur-Geometer teilnahm. Nicht verlangt wird, dass die 

Exekutive selbst die Verhandlung hätte führen oder persönlich anwesend sein 

müssen. Im vorliegenden Verfahren hat sich sodann gezeigt, dass entgegen 

der rekurrentischen Mutmassung von der damaligen Verhandlung ein 

Protokoll erstellt worden ist. Ebenso lässt sich den Akten ohne weiteres 

entnehmen, dass die Verfahrensleitung dem … oblag. In seinem Beschluss 

vom 8. August 2005 stellte dieser fest, dass das Vermittlungsangebot zu 

keiner Einigung geführt habe, die Verständigung mithin gescheitert sei, 

weshalb in der Folge das … Tiefbau- und Vermessungsamt beauftragt wurde, 

die Einsprache der heutigen Rekurrentin dem nach Art. 20 Abs. 3 VAV 

zuständigen Departement des Innern und der Volkswirtschaft (DIV) zum 

Entscheid weiter zu leiten. Was die Rekurrentin sonst noch gegen das 

Verfahren vorbringen lässt, zielt ebenfalls ins Leere.

c) Die Rekurrentin behauptet, ihr sei das Stichwort der Anmerkung im 

Grundbuch im gesamten bisherigen Verfahren nicht bekannt gegeben 

worden. Dieser Einwand trifft nicht zu. Der Wortlaut der Anmerkung lässt sich 

nämlich bereits dem Orientierungsschreiben vom 2. Juni 2004 entnehmen. 

Dort ist ausgeführt, dass der … die Anmerkung „Gebiet mit dauernden 

Bodenverschiebungen und eingeschränkter Wirkung des Planes für das 

Grundbuch, Art. 660a und 668 Abs. 3 ZGB“ auf den betroffenen Grundstücken 

im Grundbuch veranlassen werde. Der Text entspricht dabei den 

Empfehlungen der Konferenz der kantonalen Vermessungsämter (KKVA) zur 

„Behandlung von Bodenverschiebungen in der Amtlichen Vermessung“ vom 

14. Januar 2004 und stützt sich zudem auf  Art. 660a ZGB und 18 VAV. 

d) Unzutreffend ist auch der rekurrentische Einwand, dass das zuständige 

Departement mangels eines anfechtbaren Entscheides der Markkommission 

gar keine Verfügung hätte erlassen dürfen. Dabei verkennt sie jedoch die 

Funktion der Markkommission. Im Gegensatz zum Vermarkungsverfahren 

(i.S. von Art. 8 ff. VAV), bei welchem die Markkommission nach gescheiterter 

Verständigung einen schriftlichen Entscheid zu fällen hat (so ausdrücklich Art. 

14 Abs. 2 VAV), kommt ihr im Verfahren nach Art. 20 Abs. 3 VAV lediglich die 

Rolle einer Vermittlerin zu. Ist eine Verständigung nicht möglich, so ist die 

Einsprache dem zuständigen Departement zum Entscheid zu überweisen 

(vgl. Satz 2 der erwähnten Bestimmung). Damit ist gesagt, dass der 

Markkommission, entgegen der rekurrentischen Auffassung, die Kompetenz 

fehlt, im Einspracheverfahren über eine öffentlich-rechtliche 

Eigentumsbeschränkung sowie deren Anmerkung im Grundbuch zu 

entscheiden.

e) Auch soweit die Rekurrentin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch 

die Vorinstanz geltend macht, kann sie daraus nichts zugunsten ihrer 

Begehren ableiten. Abgesehen davon, dass die Eingabe vom 14. Juli 2005 

verspätet erfolgte (Fristablauf: 7. Juli 2005), so zeigen bereits ihre Eingaben 

vor dem … und insbesondere auch die umfangreiche Rekursschrift auf, dass 

die Rekurrentin in der Lage war, sich gegen die ihr nicht passende Anordnung 

angemessen zur Wehr zu setzen. Im Übrigen bleibt festzuhalten, dass selbst 

dann, wenn die Vorinstanz das rechtliche Gehör verletzt hätte, in Fällen, wie 

dem vorliegenden, diese durch das Rekursverfahren vor Verwaltungsgericht 

nachträglich geheilt werden kann (PVG 2002 Nr. 40, 1998 Nr. 7). Hinzu 

kommt, dass eine Zurückweisung an die Vorinstanz weder erforderlich noch 

geeignet wäre, die gerügte Gehörsverletzung zu heilen und letztlich lediglich 

einen unnötigen prozessualen Leerlauf darstellen würde. 

f) Als unbegründet erweist sich auch der rekurrentische Subeventualantrag. Wie 

bereits oben ausgeführt, ist gar keine Anmerkung „Rutschgebiet“ auf den 

Hauptbuchblättern der Grundstücke der Rekurrentin vorgesehen. Vielmehr 

soll gestützt auf Art. 660a und Art. 668 Abs. 3 ZGB eine Anmerkung veranlasst 

werden, wonach es sich um ein Gebiet mit dauernden Bodenverschiebungen 

und eingeschränkter Wirkung des Planes für das Grundbuch handelt.

3. a) Die Rekurrentin macht schliesslich geltend, ihre Grundstücke würden nur 

unwesentlich rutschen. Festgestellt worden seien Verschiebungen von 

jährlich lediglich zwischen 11 bis 33 mm; diese Werte lägen nur unwesentlich 

über den Mindestwerten der Empfehlungen der KKVA. Im Gutachten von Dr. 

Zulauf werde zudem überzeugend dargelegt, dass ihre Grundstücke auf einer 

quasi stabilen „Insel“ ruhen würden, weshalb von einem Einbezug abzusehen 

sei. Im Übrigen beruft sie sich noch auf das Rechtsgleichheitsgebot, weil 

Parzellen anderer Eigentümer aus dem Perimeter entlassen worden seien. 

Ihre Grundstücke seien daher ebenfalls aus dem Perimeter des 

Rutschgebietes zu entlassen. 

b) Gemäss Art. 3 der Technischen Verordnung des VBS über die amtliche 

Vermessung (TVAV) wird das Territorium der Eidgenossenschaft für die 

amtliche Vermessung in Gebiete mit verschiedenen Toleranzstufen (TS) 

eingeteilt. Das Rutschgebiet … gehört danach in die TS 2 (überbaute Gebiete 

und Bauzonen). Gemäss Ziff. 3.1.2 der Empfehlungen der KKVA bzw. Art. 31 

TVAV betragen die Toleranzen der Ebene Liegenschaften in der TS 2 10.5 

cm / 10 Jahre, d.h. ca. 1 cm / Jahr. 

c) Vorliegend ist zu Recht unbestritten geblieben, dass die Grundstücke 

Verschiebungen aufweisen, mithin „rutschen“. Fest steht aufgrund der Akten 

ferner, dass die Verschiebung der fixierten Messpunkte z.B. im Bereich des 

Grundstückes Nr. 6307 in der Zeitspanne von 1916 bis 1970 mehr als 2 m 

betragen hat. Im Bereich der Parzellen 6308 und 6309 wurden sodann in 

einem Zeitraum von 23 Jahren (1979 bis 2002) Verschiebungen von rund 25 

bis 55 cm festgestellt. Wie sich dem aufgelegten Situationsplan 1:1000, 

„Rutschung …, Verschiebungen pro Jahr“ vom 19. August 2004, entnehmen 

lässt, verschiebt sich die Parzelle Nr. 6307 um durchschnittlich 3,3 cm, die 

Parzelle Nr. 6308 um 2,4 cm und die Parzelle Nr. 6309 um 1,1 cm pro Jahr. 

Aus dem Kurzbericht des … Tiefbau- und Vermessungsamtes vom 16. April 

2003 zu den Verschiebungsmessungen Herbst 2002 sind die 

durchschnittlichen Bewegungen pro Jahr im fraglichen Gebiet ersichtlich. Mit 

Ausnahme des Gebietes am Kronenhofweg betragen sie bei total 130 neu 

vermessenen Punkten durchgehend ca. 2 bis ca. 4 cm. Damit steht aber ohne 

weiteres fest, dass die Verschiebungen auf sämtlichen Parzellen der 

Rekurrentin allesamt, wenn auch zum Teil nur gering, doch über der 

Toleranzgrenze der amtlichen Vermessung gemäss TVAV bzw. 

Empfehlungen der KKVA liegen. Unter Berücksichtigung des den zuständigen 

Behörden bei der Auslegung von Empfehlungen wie der erwähnten 

zuzugestehenden Ermessens- und Beurteilungsspielraumes lässt sich die 

Zuweisung der rekurrentischen Parzellen in den Perimeter nicht beanstanden.  

d) Nicht entscheidend ist der rekurrentische Einwand, dass die Parzellen Nr. 

6307 und 6308 aus dem Perimeter zu entlassen seien, weil sie gemäss 

geotechnischem Gutachten Dr. Zulauf vom 24. April 1980 im 

„Bewegungsschatten“ einer quasi-stabilen Felsrippe lägen. Zutreffend ist, 

dass in jenem Gutachten zwei quasi-stabile Felsrippen erwähnt werden, 

welche die oberhalb gelegene …strasse queren. Der Gutachter führt 

diesbezüglich u.a. aus, dass das im „Bewegungsschatten“ unterhalb dieser 

beiden Rippen liegende Gelände in einigermassen ruhendem Zustand sei. 

Links und rechts dieser Rippen fielen jedoch die Bewegungslinien auf. Dabei 

verstehe sich von selbst, dass die seitlich der „Ruheinsel“ vorbeikriechenden 

Massen die an und für sich stabilen Zonen im „Bewegungsschatten“ der 

beiden Felsrippen ebenfalls zu beeinflussen und zu bewegen vermöchten. 

Wie sich nun der bei den Akten liegenden, dem erwähnten Gutachten 

beiliegenden Karte, Fig. 1 Situation 1:2'000, entnehmen lässt, befinden sich 

alle drei der Rekurrentin gehörenden Parzellen nicht im eben umschriebenen 

„Bewegungsschatten“ dieser Felsrippen, sondern in einem Gebiet mit 

Felsversackungen (bestätigt im 2. Gutachten Dr. Zulauf vom 17. Oktober 

1990). Danach liegen die rekurrentischen Grundstücke im „Terrain 15“. 

Dieses  wird in der Kurzbeschreibung (vgl. S. 8)  u.a. als „stark aufgelöste 

Versackung“ (Geologie) und bezüglich der lokalen Stabilität als „kritisch, teils 

geröllig“ bezeichnet. Der „Allg. Kriechzustand“ wird mit dem Grad 3 bewertet, 

was gemäss Erläuterung auf S. 3 des 2. Gutachtens einer Bewegung von rund 

2.5 cm pro Jahr entspricht. Auch die Auslegung dieser Gutachten zeigt 

letztlich auf, dass die Rutschungen im Gebiet der drei Parzellen die zulässigen 

Toleranzwerte gemäss TVAV und Empfehlungen der KKAV übersteigen, 

weshalb sich auch aus dieser Sicht der Einbezug der Parzellen in den 

Anmerkungsperimeter nicht beanstanden lässt. 

e) Im Lichte des Dargelegten besteht mithin kein Anlass, die fraglichen Parzellen 

einer anderen Toleranzstufe zuzuteilen. Soweit die Rekurrentin am 

Augenschein die Auffassung vertrat, dass zumindest die Parzelle Nr. 6309, 

welche in der künftigen Planung der Landwirtschaftszone zugeschieden 

werden solle, der Toleranzstufe 4 zuzuweisen sei, kann ihr bereits deshalb 

nicht gefolgt werden, weil im vorliegend zur Diskussion stehenden Verfahren 

auf die aktuelle Zonierung (Bauzone) abzustellen ist. Dass im Bereich der 

Bauzonen die Toleranzstufe 2 zur Anwendung gelangt, wurde seitens der 

Rekurrentin dem Grundsatze nach zu Recht nicht in Frage gestellt.

f) Als unbegründet erweist sich der Rekurs auch soweit die Rekurrentin ihre 

Anträge mit Rechtsgleichheitsüberlegungen begründet hat. Dem Grundsatz 

rechtsgleicher Behandlung kommt bei Abgrenzungen wie der vorliegenden 

nur eine abgeschwächte Bedeutung zu. Es liegt im Wesen solcher 

Festlegungen, dass vergleichbare Gebiete gebildet und abgegrenzt werden 

müssen. Parzellen ähnlicher Lage und Art können daher unter Vorbehalt des 

Willkürverbotes unter Umständen völlig verschieden behandelt werden. Unter 

verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten genügt es, dass die Abgrenzung 

sachlich vertretbar, d.h. nicht willkürlich ist. Das Gebot der Rechtsgleichheit 

fällt insoweit mit dem Willkürverbot zusammen. Vorliegend ist nun aufgrund 

der rekurrentischen Vorbringen in der Rekursschrift und der Darlegungen am 

Augenschein nichts ersichtlich, was auf eine unzulässige rechtsungleiche 

Behandlung hindeuten würde. Aufgrund der im Auflageplan „Rutschung …, 

Verschiebungen pro Jahr, 1:1000, aufgeführten Bewegungslinien (Richtung 

der Vektoren auf den einzelnen Parzellen sowie die jährlichen 

Verschiebungen) und der Erkenntnisse am Augenschein (z.B. Risse in den 

Stützmauern, Verformungen an Baumstämmen) konnte seitens der 

Rekursgegner vielmehr nachvollziehbar dargelegt werden, weshalb der 

Perimeter in der streitigen Ausdehnung abgegrenzt worden ist. Eine 

unzulässige rechtsungleiche Behandlung war nicht ersichtlich und im Lichte 

der eben umschriebenen Voraussetzungen auch zu verneinen. Der Rekurs 

erweist sich somit als vollumfänglich unbegründet und ist daher abzuweisen.

4. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der Rekurrentin. 

Von der Zusprechung einer aussergerichtlichen Entschädigung an den 

Kanton Graubünden (DIV) und die … kann praxisgemäss abgesehen werden.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 234.--

zusammen Fr. 2'734.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.