# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88563aab-5c62-5bbe-a2be-0c6572556263
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.03.2022 C-4343/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4343-2019_2022-03-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-4343/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  M ä r z  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Viktoria Helfenstein (Vorsitz), 

Richter Christoph Rohrer, Richter Beat Weber,    

Gerichtsschreiber Roger Stalder. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Österreich),  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch,  

Verfügung vom 2. Juli 2019. 

 

 

 

C-4343/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der 1958 geborene, in seiner Heimat Österreich wohnhafte A._______ (im 

Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer) arbeitete ab dem 3. April 

1995 in seiner Eigenschaft als Grenzgänger bei der B._______ AG in (…) 

als teamleitender Logistiker (Akten [im Folgenden: act.] der Invalidenversi-

cherungs-Stelle für Versicherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA oder Vo-

rinstanz] 4, 7 und 9). Während er sich im Krankenstand befand, erhielt er 

per 30. September 2018 die Kündigung (act. 49 S. 62 und act. 66). 

B.  

B.a Zufolge eines am 26. September 2016 erlittenen Schlaganfalls hatte 

sich der Versicherte während des Bezugs von Krankentaggeldleistungen 

des zuständigen Krankenversicherers C._______ am 24. April 2017 bei der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons D._______, IV-Stelle (im Folgen-

den: IV-Stelle D._______), zum Bezug von Leistungen der schweizeri-

schen Invalidenversicherung (IV) angemeldet (act. 1, 3 und 5). Nach 

Durchführung eines Teils der für die Beurteilung des Leistungsanspruchs 

massgeblichen Abklärungen in beruflich-erwerblicher (act. 9) und medizi-

nischer (act. 11) Hinsicht gab Dr. med. E._______, Facharzt für Chirurgie 

und Praktischer Arzt (vgl. www.doctor-fmh.ch; zuletzt besucht am 21. März 

2022), vom Regionalen Ärztlichen Dienst F._______ (im Folgenden: RAD) 

am 5. Juli 2017 eine Stellungnahme ab (act. 13). Daraufhin holte die IV-

Stelle D._______ weitere medizinische Dokumente (act. 14 bis 27, 29 und 

30) sowie die Akten der C._______ (act. 28; vgl. auch separates Dossier 

"Fremdakten") ein. In Würdigung dieser Schriftstücke nahm Dr. med. 

E._______ mit Datum vom 30. Oktober 2017 erneut Stellung (act. 32). 

Nachdem bei der IV-Stelle D._______ weitere Arzt- und Klinikberichte ein-

gegangen waren (act. 37 und 38), hielt der RAD-Arzt Dr. med. E._______ 

am 9. April 2018 eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung für er-

forderlich (act. 42), was dem Versicherten am 24. April 2018 mitgeteilt 

wurde (act. 39 und 40); der entsprechende Auftrag an die G._______ AG 

(vgl. www.zefix.ch; zuletzt besucht am 21. März 2022) datiert vom 14. Mai 

2018 (act. 43 und 44; vgl. auch act. 45 bis 48). 

B.b In der Folge übermittelte die Invalidenversicherungs-Stelle für Versi-

cherte im Ausland (im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz) am 6. August 

2018 die vom österreichischen Versicherungsträger erhaltenen Akten an 

die IV-Stelle D._______ (act. 49); diese enthielten unter anderem das ärzt-

liche Gesamtgutachten von Dr. med. H._______ vom 28. Juni 2018 (act. 

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Seite 3 

49 S. 61 bis S. 73), ein weiteres Rentengesuch vom 6. April 2018 (act. 49, 

S. 20 bis S. 30 bzw. S. 10 bis S. 12 und S. 46 bis S. 59) sowie den Bescheid 

der Pensionsversicherungsanstalt, Landesstelle I._______ (im Folgenden: 

Pensionsversicherungsanstalt), vom 9. Juli 2018, mit welchem mit Wirkung 

ab 1. Mai 2018 vorläufig der Anspruch des Versicherten auf eine Invalidi-

tätspension anerkannt wurde (act. 49 S. 37 bis S. 45; vgl. auch Bescheid 

vom 18. Juli 2019 [act. 87]).  

B.c Nach Vorliegen des polydisziplinären G._______ AG-Gutachtens vom 

20. September 2018 (act. 52; vgl. auch act. 53 [Aktendokumente und me-

dizinische Vorgeschichte] bis 57) sowie einer weiteren Stellungnahme von 

Dr. med. E._______ vom RAD vom 2. Oktober 2018 (act. 58) leitete die IV-

Stelle D._______ am 4. Oktober 2018 eine Eingliederungs- und Berufsbe-

ratung in die Wege (act. 59 und 60). Da sich der Versicherte gemäss dem 

Assessment- und Verlaufsprotokoll subjektiv nicht mehr arbeitsfähig ge-

fühlt und dies der letzte Arbeitgeber bestätigt hatte, wurde das Dossier per 

29. Oktober 2018 geschlossen (act. 64). Nach dem Verfassen des "Fest-

stellungsblattes – Berufliche Massnahmen" am 5. November 2018 (act. 66) 

wies die IV-Stelle D._______ am 5. November 2018 das Leistungsbegeh-

ren um berufliche Massnahmen ab und stellte dem Versicherten betreffend 

die Rente eine separate Verfügung in Aussicht (act. 67). Nach Vorliegen 

des "Feststellungsblattes – Renten/Rentenrevisionen" vom 18. Februar 

2019 (act. 69) sowie des Einkommensvergleichs vom selbigen Datum (In-

validitätsgrad: 20.53 %; act. 70) erliess die IV-Stelle D._______ ebenfalls 

am 18. Februar 2019 einen Vorbescheid, mit welchem sie dem Versicher-

ten die Abweisung des Rentenanspruchs in Aussicht stellte (act. 71). Ob-

wohl der Versicherte am 6. März 2019 Rechtsanwältin J._______ mit der 

Wahrung seiner Interessen beauftragt hatte (act. 73 bis 75, act. 77 und 78), 

liess er keine Einwendungen vorbringen. In der Folge erliess die IVSTA am 

2. Juli 2019 eine dem Vorbescheid vom 18. Februar 2019 entsprechende 

Verfügung (act. 85 und 86). 

C.  

C.a Hiergegen erhob der nicht (mehr) vertretene Versicherte beim Bundes-

verwaltungsgericht mit Eingabe vom 26. August 2019 Beschwerde und be-

antragte (sinngemäss) die Aufhebung der Verfügung vom 2. Juli 2019 und 

die Neubeurteilung seiner gesundheitlichen Situation anlässlich eines er-

neuten polydisziplinären Gutachtens (act. im Beschwerdeverfahren [im 

Folgenden: B-act.] 1). 

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Seite 4 

Zur Begründung führte er zusammengefasst aus, mit der Expertise der 

G._______ AG vom 20. September 2018 sei er nicht einverstanden. In die-

sem Gutachten sei das Zusammenwirken der einzelnen Erkrankungen auf 

den Gesamtzustand nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die kogni-

tive Störung werde durch die depressive Symptomatik verstärkt. Daher sei 

er mit der Einschätzung, dass die psychischen Probleme keine Auswirkun-

gen auf die Arbeitsfähigkeit hätten, nicht einverstanden. Die Beurteilung 

des Gutachtens sei seitens des RAD vom Chirurgen Dr. med. E._______ 

vorgenommen worden. Da es sich bei den gesundheitlichen Folgen des 

Schlaganfalls um ein neurologisches Problem handle, bezweifle er, dass 

Dr. med. E._______ kompetent sei, den Sachverhalt zu beurteilen. Weiter 

fehlten Angaben dazu, welche einfacheren, dem Leiden angepassten Tä-

tigkeiten möglich sein sollten. Im Gutachten vom 20. September 2018 

werde festgehalten, dass "geistig einfachere Tätigkeiten" zumutbar seien. 

Welche Art von Tätigkeit dies sein könnte, werde nirgends beschrieben. 

Gewisse gesundheitliche Beschwerden (Konzentrationsschwäche, massiv 

erhöhte Ermüdbarkeit, fehlende Ausdauer, stark eingeschränkte Merkfä-

higkeit) wirkten sich in allen Bereichen aus. Eine berufspraktische Ein-

schätzung/Abklärung sei von der Gutachterstelle nicht vorgenommen wor-

den. Schliesslich sei es im Juli 2018 zu einer Verschlechterung des Ge-

sundheitszustandes gekommen. 

C.b Mit Zwischenverfügung vom 2. September 2019 forderte die Instrukti-

onsrichterin den Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Säumnisfolgen 

(Nichteintreten auf die Beschwerde) auf, innert Frist einen Kostenvor-

schuss von Fr. 800.- in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu 

leisten (B-act. 2 und 3); dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer 

nach (act. 4). 

C.c In ihrer Vernehmlassung vom 1. November 2019 verwies die  

Vorinstanz auf die Stellungnahme der IV-Stelle D._______ vom 29. Okto-

ber 2019 und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

Die IV-Stelle D._______ stellte ebenfalls den Antrag auf Abweisung der Be-

schwerde. Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, das 

G._______ AG-Gutachten sei ausführlich abgefasst, und dessen Schluss-

folgerungen zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung seien in jeder 

Hinsicht nachvollziehbar. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers 

gebe es keine Hinweise darauf, dass seine Leiden nicht gesamthaft gewür-

digt worden seien. Aufgrund des unproblematischen psychischen Befunds 

habe der Psychiater Dr. med. K._______ zu Recht kein invalidisierendes 

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Seite 5 

psychisches Leiden attestiert. Bezüglich der vom Beschwerdeführer gel-

tend gemachten kognitiven Einschränkungen seien die diesbezüglichen 

Ausführungen von Dr. med. K._______ schlüssig. Anlässlich der neuropsy-

chologischen Untersuchung durch Dr. med. L._______ seien die kognitiven 

Fähigkeiten des Beschwerdeführers ausführlich getestet worden. Es gebe 

entgegen dessen Ansicht keine Hinweise, dass die neuropsychologische 

Untersuchung durch Dr. med. L._______ nicht umfassend und kompetent 

durchgeführt worden sei. Dieser habe dem Beschwerdeführer auch quan-

titative und qualitative Einschränkungen seiner Arbeitsfähigkeit attestiert. 

Einzig in einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aus neu-

ropsychologischer Sicht noch voll arbeitsfähig, während in der bisherigen 

eine Arbeitsfähigkeit von nur noch 70 % resultiere. Gegen ein erhebliches 

kognitives Leiden spreche auch der Umstand, dass der begutachtende 

Neurologe Dr. med. M._______ beim Beschwerdeführer blande Befunde 

erhoben habe. Schliesslich sei auch die Rüge des Beschwerdeführers, die 

G._______ AG habe zu Unrecht keine adaptierten Tätigkeiten genannt, 

nicht einschlägig. Ganz im Gegenteil habe die G._______ AG präzise be-

schrieben, welche Tätigkeiten für den Beschwerdeführer noch in Frage kä-

men. Es treffe entgegen der sinngemässen Ansicht des Beschwerdefüh-

rers nicht zu, dass es für ihn auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine 

Arbeitsstellen mehr gebe. Es sei somit ohne Abstriche auf das schlüssige 

G._______ AG-Gutachten abzustellen. Weitere medizinische Abklärungen 

seien nicht angezeigt. Die G._______ AG habe die geltend gemachten Ein-

schränkungen des Beschwerdeführers ausführlich und widerspruchsfrei 

abgeklärt. Es gebe entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers zudem 

keine Hinweise, dass sich sein Gesundheitszustand seit der Begutachtung 

durch die G._______ AG massgeblich verschlechtert habe. 

C.d Im Rahmen seiner Replik vom 3. Dezember 2019 reichte der Be-

schwerdeführer das ärztliche Gesamtgutachten von Dr. med. H._______ 

vom 28. Juni 2018, den Bescheid der Pensionsversicherungsanstalt vom 

18. Juli 2019 sowie den Bericht der N._______ (…), vom 2. Dezember 

2019 ein und hielt (sinngemäss) an seinen Rechtsbegehren fest (B-act. 9). 

Zur Begründung machte er insbesondere geltend, wie der Begutach-

tung/Einschätzung der N._______ entnommen werden könne, sei hinsicht-

lich seiner neurologischen Fähigkeiten ein Test durchgeführt worden. Die-

ser habe diverse kognitive Defizite offenbart. Es sei nicht nachvollziehbar, 

dass die Vorinstanz trotz dieser Defizite die Einschränkung seiner Leis-

tungsfähigkeit an seinem angestammten Arbeitsplatz auf 70 % und an ei-

nem adaptierten auf 100 % (recte: 0%) schätze. Dies sei nicht realistisch. 

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Die ärztliche Gesamtbegutachtung durch die Pensionsversicherungsan-

stalt habe ebenfalls ergeben, dass die körperliche Belastbarkeit zu gering 

sei, um einer regelmässigen Tätigkeit nachzugehen. Ebenfalls könne bei 

der Durchsicht der Begutachtung/Einschätzung der N._______ festgestellt 

werden, dass ihm eine mittelschwere Depression und eine milde Angst-

Symptomatik attestiert werde. Auf diese gesundheitliche Problematik sei 

im Rahmen der Begutachtung durch die G._______ AG nicht ausreichend 

eingegangen worden. Es seien keine Testungen vorgenommen und davon 

ausgegangen worden, dass die Problematik keine Auswirkungen auf die 

Arbeits- und Leistungsfähigkeit habe. Dieses Vorgehen wie auch die Ein-

schätzung seien nicht korrekt. Er sei bereit, sich zur Verbesserung der 

Problematik in eine fachärztliche Behandlung zu begeben, und er ersuche 

erneut darum, die psychische Komponente und deren Auswirkungen auf 

seinen Gesundheitszustand und seine Leistungsfähigkeit zu überprüfen. 

C.e In ihrer Duplik vom 20. Dezember 2019 verwies die Vorinstanz auf die 

Stellungnahme der IV-Stelle D._______ vom 16. Dezember 2019 und be-

antragte in Übereinstimmung mit dieser weiterhin die Abweisung der Be-

schwerde; die IV-Stelle D._______ verwies zur Begründung ihres Rechts-

begehrens auf die Ausführungen in der Vernehmlassung vom 29. Oktober 

2019 (B-act. 11). 

C.f Mit prozessleitender Verfügung vom 31. Dezember 2019 wurde der 

Schriftenwechsel unter Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen abge-

schlossen (B-act. 12 und 13). 

C.g Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Be-

weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er-

wägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-

nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-

zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]; BVGE 

2016/15 E. 1; 2014/4 E. 1.2). 

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1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG; SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 

Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sowie Art. 40 Abs. 2 und Abs. 3 der Verordnung vom 

17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) ist das 

Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

zuständig. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Ok-

tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-

gen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversiche-

rungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungs-

gesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG 

auf die IV anwendbar (Art. 1a - 26bis und 28 - 70 IVG), soweit das IVG nicht 

ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Nach den allgemeinen 

intertemporalrechtlichen Regeln finden diejenigen Verfahrensregeln An-

wendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft stehen 

(BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Als direkter Adressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen 

Verfügung vom 2. Juli 2019 (act. 86) berührt und kann sich auf ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung berufen (Art. 59 

ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem auch der Kostenvorschuss fristge-

recht geleistet worden ist (B-act. 4), ist auf die frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG) einzutreten. 

1.4 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 2. Juli 2019 (act. 86), mit welcher die Vorinstanz den Ren-

tenanspruch des Beschwerdeführers abgewiesen hat. Streitig und zu prü-

fen ist die Rechtmässigkeit dieser Verfügung und in diesem Zusammen-

hang insbesondere, ob die Vorinstanz den Sachverhalt in medizinischer 

Hinsicht rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt hat. 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

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Seite 8 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

1.6 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im 

Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser 

Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein 

Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE 

125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozialversi-

cherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines be-

stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge-

richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 

126 V 360 E. 5b und 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). 

2.  

Im Folgenden sind die weiteren, im vorliegenden Verfahren im Wesentli-

chen anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

2.1 Der Beschwerdeführer ist österreichischer Staatsangehöriger und 

wohnt in Österreich. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 

21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemein-

schaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss An-

hang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft 

getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und 

Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 

2015 sind auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, 

Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehun-

gen zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das 

Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch 

im Anwendungsbereich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach 

schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 

9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4). 

2.2 Gemäss Art. 40 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 

Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) ist für die Entgegennahme der 

Anmeldungen von Grenzgängern sowie Durchführung und Prüfung der 

entsprechenden Abklärungen die kantonale IV-Stelle zuständig, in deren 

http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353
http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193

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Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt hat; die 

Verfügungen werden von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland erlassen 

(vgl. auch Rz. 4006 und 4009 des Kreisschreibens über das Verfahren in 

der Invalidenversicherung [gültig ab 1. Januar 2010, Stand: 1. Januar 

2018; nachfolgend KSVI]). Dies gilt auch für ehemalige Grenzgänger, so-

fern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz noch in der be-

nachbarten Grenzzone haben und der Gesundheitsschaden auf die Zeit 

ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht (vgl. auch Rz. 4007 KSVI). 

2.3 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). 

Im vorliegenden Verfahren finden demnach jene Vorschriften Anwendung, 

die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 2. Juli 2019 (act. 86) in Kraft 

standen (so auch die Normen der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen 

Fassung des IVG vom 18. März 2011 [6. IV-Revision], nicht jedoch die seit 

1. Januar 2022 in Kraft stehenden Änderungen des IVG vom 19. Juni 2020 

[Weiterentwicklung der IV, AS 2021 705; BBl 2017 2535]); weiter aber auch 

solche, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die 

aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche 

von Belang sind. Dort, wo die 6. IV-Revision keine Änderung gebracht hat, 

wird auf die Bestimmungen in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung 

verwiesen. 

2.4 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt 

der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer Beiträge an 

die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet 

hat, d.h. während mindestens dreier Jahre (Art. 36 Abs. 1 IVG in der seit 

1. Januar 2008 geltenden Fassung). Diese Bedingungen müssen kumula-

tiv gegeben sein; fehlt eine, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn 

die andere erfüllt ist. Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen 

während mehr als drei Jahren AHV/IV-Beiträge geleistet (act. 7 S. 1 und 

2), so dass die Voraussetzung der Mindestbeitragsdauer gemäss Art. 36 

Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung erfüllt ist. 

2.5 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge 

von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und 

https://www.fedlex.admin.ch/eli/oc/2021/705/de
https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2017/544/de

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nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dau-

ernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, 

sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff 

enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren 

Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Einschränkung der Erwerbsfähig-

keit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 8 Rz. 7). Arbeits-

unfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei 

langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf 

oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist 

der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede-

rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 

ATSG). 

2.6 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 

auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 

ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-

wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-

fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 

anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-

gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 

281 E. 2.1). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 

gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 

der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-

scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 

nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 

objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-

gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 

E. 4.4). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-

mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-

gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-

len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-

wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 

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5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person 

trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit 

auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offenstehenden ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies 

ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 

279 E. 3.2.1; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2). 

Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende soma-

toforme Schmerzstörung oder ein damit vergleichbares psychosomati-

sches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3), sind für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berück-

sichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 

Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tat-

sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 

E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prüfung 

und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis ge-

stellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1). 

Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das 

Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie 

«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheits-

schädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp-

tome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbidi-

täten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-

tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-

text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-

tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-

tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-

handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-

druck (E. 4.4.2). Zu ergänzen bleibt, dass sich das Bundesgericht in zwei 

wichtigen Leitentscheiden zur Beurteilung der invalidisierenden Wirkung 

psychischer Leiden geäussert hat. Es distanzierte sich im Rahmen seiner 

Praxisänderung zu Depressionen und anderen psychischen Leiden von 

der (kurzen Episode der) Sonderrechtsprechung für Depressionen, weitete 

die Indikatorenprüfung der neuen "Schmerzrechtsprechung" gemäss BGE 

141 V 281 auf sämtliche psychischen Leiden aus und präzisierte einige der 

Indikatoren (vgl. BGE 143 V 409 [= 8C_841/2016 vom 30. November 2017] 

und 143 V 418 [=8C_130/2017 vom 30. November 2017]). 

2.7 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung 

haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähig-

keit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

C-4343/2019 

Seite 12 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 

(Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu min-

destens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). Gemäss Art. 28 

Abs. 2 IVG in der ab 2008 geltenden Fassung besteht der Anspruch auf 

eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derje-

nige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine 

halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein sol-

cher auf eine Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 gelten-

den Fassung) werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 

50 % entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohn-

sitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, 

soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine abweichende Rege-

lung vorsehen. Eine solche Ausnahme ist vorliegend gegeben (vgl. Art. 7 

der Verordnung [EG] Nr. 883/2004). Nach der Rechtsprechung des Bun-

desgerichts stellt diese Regelung nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift, 

sondern eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 275 

E. 6c). 

2.8 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-

urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 

ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden kön-

nen (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4). Sache des (begutachtenden) 

Mediziners ist es zunächst, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit 

den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung 

der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf 

die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine 

Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte nicht kompetent sind. Bei der Fol-

genabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für 

die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende 

Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsun-

fähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 

C-4343/2019 

Seite 13 

Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztli-

chen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden kön-

nen. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die 

Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachperso-

nen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 

140 V 193 E. 3.2). Demgegenüber fällt es nicht in den Aufgabenbereich 

des Arztes oder der Ärztin, sich zur Höhe einer allfälligen Rente zu äussern, 

da der Begriff der Invalidität nicht nur von medizinischen, sondern auch von 

erwerblichen Faktoren bestimmt wird (vgl. Art. 16 ATSG). 

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-

hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).  

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2; 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Unab-

hängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische Pathologie 

oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine Anspruchsbe-

rechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswir-

kungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 

voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebildern inhä-

rente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichtigung wei-

terer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten oder fami-

liäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschränkungen zu 

plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische Angaben zu berücksich-

tigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im Rahmen der festen 

C-4343/2019 

Seite 14 

Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren Beschwerdebildern 

(BGE 141 V 281 E. 4.4.1) regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine 

ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290 

E. 3.3.2). In den konsistenten Nachweis einer gestörten Aktivität und Par-

tizipation einzubeziehen sind nur funktionelle Ausfälle, die sich aus denje-

nigen Befunden ergeben, welche auch für die Diagnose der Gesundheits-

beeinträchtigung massgebend gewesen sind. Die Einschränkung in den 

Alltagsfunktionen, welche begrifflich zu einer lege artis gestellten Diagnose 

gehört, wird mit den Anforderungen des Arbeitslebens abgeglichen und an-

hand von Schweregrad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit umgesetzt. Auf diesem Weg können gel-

tend gemachte Funktionseinschränkungen über eine sorgfältige Plausibili-

tätsprüfung bestätigt oder verworfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2). 

Eine begutachtende medizinische Fachperson muss über die notwendigen 

fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 22. 

November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen). Den von Versicherungsträgern im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von medizinischen 

Sachverständigen, die den Anforderungen der Rechtsprechung entspre-

chen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht kon-

krete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 

V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4). 

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 

Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a) genügen, auch hinsichtlich der erforder-

lichen ärztlichen Qualifikationen (vgl. hierzu Urteil des BGer 9C_736/2009 

vom 26. Januar 2010 E. 2.1), haben sie einen vergleichbaren Beweiswert 

wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Eine von 

anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beur-

teilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es 

gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem 

Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung 

abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist 

eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage 

der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2). Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-

lungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 

V 210 E. 6.2.2, 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a). 

C-4343/2019 

Seite 15 

Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der IVSTA, 

welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengut-

achten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich festste-

henden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Be-

fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile 

des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 

8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hin-

weisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht 

insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-

stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche 

in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den me-

dizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-

nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit 

Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie 

haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen, 

wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten 

eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-

dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-

nehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen 

Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-

ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende 

Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-

gen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 

E. 3.3). 

Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fach-

personen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arz-

tes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auf-

tragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc) nicht, um solche Zweifel 

auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten 

anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen 

haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung 

veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6). 

3.  

Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aus dem Bescheid der 

österreichischen Pensionsversicherungsanstalt vom 18. Juli 2019, mit wel-

chem der Anspruch auf eine Invaliditätspension mit Wirkung ab 1. Mai 2018 

anerkannt worden war (act. 87 S. 3 bis 9; vgl. hierzu auch act. 49 S. 39 bis 

C-4343/2019 

Seite 16 

45), nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, da sich sein allfälliger Ren-

tenanspruch alleine aufgrund der schweizerischen Rechtsgrundlagen be-

stimmt. Es besteht für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz 

keine Bindung an die Feststellungen ausländischer Versicherungsträger, 

Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn (vgl. 

BGE 130 V 253 E.4 und AHI 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 

2), und aus dem Ausland stammende Beweismittel unterliegen der freien 

Beweiswürdigung des Gerichts (vgl. Urteil des BVGer C-3377/2016 vom 

28. März 2017 E. 4 mit Hinweisen; zum Grundsatz der freien Beweiswür-

digung vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). 

4.  

4.1 Im Zusammenhang mit der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 

2. Juli 2019 (act. 86) stützte sich die Vorinstanz resp. die IV-Stelle 

D._______ in medizinischer Hinsicht in erster Linie auf die interdisziplinäre 

Gesamtbeurteilung des polydisziplinären Gutachtens vom 20. September 

2018 (act. 52 S. 1 bis 11) resp. die entsprechenden, vom gleichen Tag da-

tierenden Teilgutachten von Dr. med. O._______, Facharzt für Allgemeine 

Innere Medizin (act. 52 S. 12 bis 34), Dr. med. M._______, Facharzt für 

Neurologie (act. 52 S. 35 bis 59), Dr. med. P._______, Facharzt für Derma-

tologie und Venerologie (act. 52 S. 60 bis 79), Dr. med. Q._______, Fach-

arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-

rates (act. 52 S. 80 bis 105), Dr. med. K._______, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie (act. 52 S. 106 bis 131) und Dr. med. L._______, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (act. 52 S. 132 bis 162). Wei-

ter diente der IV-Stelle D._______ resp. der Vorinstanz in medizinischer 

Hinsicht die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. E._______ vom 2. 

Oktober 2018 (act. 58) als Entscheidbasis. 

4.2 Anhand dieser medizinischen Akten ist zu prüfen, ob vorinstanzlich der 

rechtserhebliche medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt und 

gewürdigt worden ist und ob der Beschwerdeführer einen (befristeten oder 

unbefristeten) Rentenanspruch hat resp. ob die materiellen, kumulativen 

Anspruchsvoraussetzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG (vgl. zum 

kumulativen Charakter von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG bspw. Urteil des 

BGer 9C_942/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.1) und Art. 28 Abs. 2 IVG 

erfüllt sind (vgl. E. 2.6 hiervor). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzu-

weisen, dass der Rentenanspruch gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ab-

lauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 

nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht, jedoch frühestens im Monat, der auf die 

C-4343/2019 

Seite 17 

Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Aufgrund der Anmeldung 

vom 24. April 2017 (act. 1) könnte dem Beschwerdeführer demnach frü-

hestens ab dem 1. Oktober 2017 unter der Bedingung, dass die materiellen 

Anspruchsvoraussetzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG erfüllt sind 

(vgl. E. 2.6 hiervor), eine IV-Rente ausgerichtet werden.  

4.3 Schliesslich ist zu erwähnen, dass das Bundesverwaltungsgericht die 

Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung nach dem Sachverhalt 

beurteilt, der zur Zeit ihres Erlasses (2. Juli 2019) gegeben war; Tatsachen, 

die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Ge-

genstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 130 V 138 E. 2.1, 

121 V 362 E. 1b mit Hinweis). Insofern hat der nach Verfügungserlass er-

stellte und eingegangene Untersuchungsbericht der N._______ (…) vom 

2. Dezember 2019 (B-act. 9 Beilage 3) im vorliegenden Verfahren unbe-

rücksichtigt zu bleiben. 

5.  

Aufgrund der nachfolgenden Erwägungen kann auf eine inhaltliche Zusam-

menfassung und Würdigung der G._______ AG-Expertise vom 20. Sep-

tember 2018 (act. 52) verzichtet werden. 

5.1  

5.1.1 Betreffend die Anordnung der Begutachtung durch die Verwaltung 

ergibt sich vorab, dass die IV-Stelle D._______ in einem ersten Verfahrens-

schritt dem Versicherten mit Schreiben vom 24. April 2018 in nicht zu be-

anstandender Weise mitgeteilt hatte, dass die Einholung einer polydiszip-

linären medizinischen Expertise notwendig sei. Dabei gab sie die vorgese-

henen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt resp. wies darauf hin, 

dass unter anderem auch eine umfassende medizinische Untersuchung 

auf dem Gebiet der Neuropsychologie notwendig sei (act. 40). In diesem 

Stadium der Anordnung der polydisziplinären Begutachtung durch die Ver-

waltung verzichtete der Beschwerdeführer auf Äusserungen zu den Gut-

achterfragen resp. auf (nicht personenbezogene) materielle Einwendun-

gen gegen die Begutachtung an sich oder gegen deren Art oder Umfang 

(vgl. hierzu (BGE 138 V 271 E. 1.1; 137 V 210 E. 3.4.2.9).  

5.1.2 In einem zweiten Verfahrensschritt teilt die IV-Stelle D._______ dem 

Beschwerdeführer mit Schreiben vom 28. Mai 2018 die durch Suisse-

MED@P zugeteilte Gutachterstelle G._______ AG und die Namen der 

C-4343/2019 

Seite 18 

Sachverständigen mit jeweiligem Facharzttitel mit, wobei beim vorgesehe-

nen Gutachter Dr. med. L._______ als Facharzttitel "Neuropsychologie" 

aufgeführt wurde (act. 46). Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge 

ebenfalls darauf, materielle oder formelle personenbezogene Einwendun-

gen vorzubringen (vgl. hierzu BGE 140 V 507 E. 3.1; BGE 139 V 349 E. 

5.2.2.2; BGE 138 V 271 E. 1.1; BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7), was ihm jedoch 

nicht zum Nachteil gereicht. 

5.2  

5.2.1 Gestützt auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. E._______ 

vom 9. April 2018 (act. 42) wies die IV-Stelle D._______ im Auftrag an die 

G._______ AG vom 14. Mai 2018, welcher in korrekter Weise nach dem 

Zufallsprinzip erfolgt war (vgl. hierzu BGE 140 V 507 E. 3.1 und E. 3.2.1), 

explizit darauf hin, dass bei der Neuropsychologie um Symptomvalidierung 

gebeten werde (act. 44). In der Folge wurde das neuropsychologische Teil-

gutachten am 20. September 2018 von Dr. med. L._______, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, verfasst (act. 52 S. 132 bis 162). 

5.2.2 Zur Qualifikation von Dr. med. L._______ zur Erstattung des neu-

ropsychologischen Teilgutachtens ist vorab festzuhalten, dass eine begut-

achtende medizinische Fachperson über die notwendigen fachlichen Qua-

lifikationen verfügen muss und das Bundesverwaltungsgericht dem von der 

IV-Stelle D._______ im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutach-

ten von medizinischen Sachverständigen nur dann vollen Beweiswert zu-

erkennen darf, wenn sie den Anforderungen der Rechtsprechung entspre-

chen und keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

vorliegen (vgl. E. 2.7 hiervor). Dies ist beim neuropsychologischen Teilgut-

achten von Dr. med. L._______ vom 20. September 2018 (act. 52 S. 132 

bis 162) nicht der Fall, wie nachfolgend aufzuzeigen ist. 

5.2.3 Gemäss dem Ärzteverzeichnis der FMH (www.doctor-fmh.ch; zuletzt 

besucht am 21. März 2022) verfügt Dr. med. L._______ als Sachverstän-

diger seit 2008 über einen entsprechenden, dem Nachweis der erforderli-

chen Fachkenntnisse dienenden spezialärztlichen Titel auf dem Gebiet der 

Psychiatrie und Psychotherapie (Urteile des BGer 8C_253/2010 vom 15. 

September 2010 E. 5.2 und 8C_66/2010 vom 6. September 2010 E. 3.1). 

Der Umstand, dass dieser Titel in Deutschland und nicht in der Schweiz 

erworben wurde, ist zwar insofern nicht von Relevanz, als rechtspre-

chungsgemäss keine FMH-Ausbildung verlangt wird und auch eine im Aus-

land erworbene Fachausbildung ausreichen kann (vgl. hierzu (BGE 137 V 

C-4343/2019 

Seite 19 

210 E. 3.3.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_270/2008 vom 12. August 2008 

E. 3.3; vgl. hierzu auch ergänzend Art. 21 Abs. 1 bis 3 des Bundesgesetzes 

über die universitären Medizinalberufe vom 23. Juni 2006 [MedBG; SR 

811.11]). Dr. med. L._______ sind somit die gleichen Qualifikationen wie 

den Inhabern und Inhaberinnen des in der Schweiz erworbenen Weiterbil-

dungstitels "Psychiatrie und Psychotherapie" zuzuerkennen. Nachfolgend 

ist jedoch weiter zu prüfen, ob er als Facharzt für Psychiatrie und Psycho-

therapie überhaupt befähigt gewesen war, in rechtsgenüglicher Weise ein 

neuropsychologisches Gutachten zu erstellen. 

5.3  

5.3.1 Die Neuropsychologie ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich 

mit den zentralnervösen Grundlagen des menschlichen Verhaltens und 

Empfindens beschäftigt. Die Forschungsmethoden der Neuropsychologie 

entstammen zu etwa gleichen Teilen der klassischen Psychologie und den 

medizinischen Disziplinen Neurologie, Neuroanatomie und Neurophysiolo-

gie. Alle neuropsychologischen Forschungsmethoden zielen dabei auf die 

Aufklärung der Zusammenhänge zwischen beobachtbarem Verhalten und 

dessen anatomischen, physiologischen und biochemischen zerebralen 

Grundlagen ab. Hierzu bedient sich die Neuropsychologie der experimen-

tellen Forschung am Tier, der klinischen Forschung oder der Untersuchung 

der Spontanaktivitäten des gesunden Gehirns sowie seiner Reaktionen auf 

die verschiedensten Reizsituationen. Die klinische Neuropsychologie ver-

wendet die so gewonnenen Ergebnisse zusammen mit den Erkenntnissen 

und Methoden der allgemeinen und der klinischen Psychologie bei der Di-

agnostik von Patienten mit Hirnfunktionsstörungen und bei ihrer neuropsy-

chologisch fundierten Therapie. Die in solchen Funktionen tätigen, speziell 

ausgebildeten Psychologen werden als klinische Neuropsychologen oder 

Neuropsychologinnen bezeichnet (WOLFGANG HARTJE/KLAUS POEK 

[Hrsg.], Klinische Neuropsychologie, 6. [unveränderte] Auflage, Stutt-

gart/New York 2002 [5. Auflage], S. 1; zur Erklärung der Neuropsychologie 

vgl. auch RAINER TÖLLE/KLAUS WINDGASSEN, Psychiatrie, 17. Auflage, Ber-

lin/Heidelberg 2014, S. 8; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Auf-

lage, Berlin, 2017, S. 1260; vgl. zum Themengebiet der Neuropsychologie 

ergänzend auch https://www.neuropsy.ch und https://www.pukzh.ch/un-

sere-angebote/diagnostik/neuropsychologische-diagnostik/; zuletzt be-

sucht am 21. März 2022). Eines der Hauptaufgabengebiete der klinischen 

Neuropsychologie ist die Erfassung und Objektivierung von kognitiven und 

affektiven Funktionsstörungen nach einer Hirnschädigung. Das diagnosti-

C-4343/2019 

Seite 20 

sche Vorgehen orientiert sich einerseits an allgemeinen Kriterien der psy-

chologischen Diagnostik, andererseits an den neurologischen, neuroradio-

logischen und elektrophysiologischen Informationen der zerebralen Schä-

digung sowie an der jeweiligen spezifischen Fragestellung. Der diagnos-

tisch tätige klinische Neuropsychologe muss daher grundlegende Kennt-

nisse sowohl in psychologischer Testtheorie als auch in funktioneller Neu-

roanatomie besitzen, um eine neuropsychologische Untersuchung eines 

Patienten entsprechend der jeweiligen Fragestellung planen und die Er-

gebnisse richtig interpretieren zu können. Diese Kombination von Voraus-

setzungen erfüllen in der Regel nur Diplom-Psychologen mit einer post-

gradualen Ausbildung in Klinischer Neuropsychologie (WOLFGANG 

HARTJE/KLAUS POEK [Hrsg.], a.a.O., S. 22). 

5.3.2 Ein Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung legt die Vermu-

tung nahe, dass es sich bei der Neuropsychologie nicht um eine (medizini-

sche) Hilfswissenschaft handelt (vgl. BGE 117 V 369 E. 2 und 119 V 335 

E. 2b/bb; vgl. auch ANDREA M. PLOHMANN, Zur Stellung der Neuropsycho-

logie in der polydisziplinären Begutachtung, in: Jusletter vom 31. August 

2020, mit Hinweisen auf JEAN BAPTISTE HUBER, Die Stellung der Neuropsy-

chologie im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung, HAVE 2019, 

S. 200 bis 205; ANDREA M. PLOHMANN/MAX HURTER, Prevalence of poor 

effort and malingered neurocognitive dysfunction in litigating patients in 

Switzerland, Zeitschrift für Neuropsychologie, 2017, 28 (2), S. 97 bis 116; 

JAN KOOL/ANDRÉ MEICHTRY/RENÉ SCHAFFERT/PETER RÜESCH, Der Einsatz 

von Beschwerdevalidierungstests in der IV-Abklärung, Forschungsbericht 

Nr. 4/08, Bern, 2008). Diese Frage muss jedoch nicht abschliessend be-

antwortet werden, jedoch ist darauf hinzuweisen, dass die Bedeutung der 

Neuropsychologie im Zuge von Gutachten für die Invalidenversicherung 

auch daran ersichtlich wird, dass die Neuropsychologie auf der Med@p-

Plattform3 als eigenständige Fachdisziplin geführt ist vgl. (JEAN BAPTISTE 

HUBER, a.a.O.). 

5.3.3 Die schweizerische Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neu-

ropsychologen (im Folgenden: SVNP) legt in ihren Leitlinien für die neu-

ropsychologische Expertise die beruflichen Qualifikationen des neuropsy-

chologischen Gutachters fest (vgl. www.neuropsy.ch > Suchen > Leitlinien 

> Leitlinien für neuropsychologische Gutachten; zuletzt besucht am 

21. März 2022). Konkret müssen folgende Qualifikationsmerkmale vorlie-

gen: 

C-4343/2019 

Seite 21 

 Fachtitel in Neuropsychologie gemäss Weiterbildungscurriculum der SVNP 

(Postgraduale Weiterbildung in Neuropsychologie der SVNP mit Erlangung 

des Titels "Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP"). 

 Der neuropsychologische Gutachter berücksichtigt im Rahmen seiner lau-

fenden Fortbildung den Bereich Begutachtung. 

 Der neuropsychologische Gutachter verfügt über eine breit abgestützte kli-

nischneuropsychologische und gutachterliche Erfahrung. 

 Der neuropsychologische Gutachter hat Kenntnisse über das rechtliche 

Umfeld seiner Tätigkeit (z.B. Sozialversicherungsrecht, Zivilgesetz) und ist 

mit dem allgemeinen juristischen Sprachgebrauch vertraut. 

 Der neuropsychologische Gutachter hält sich an folgende berufsethischen 

Richtlinien: Er führte beim Exploranden vorgehend keine Behandlung 

durch. Er ist überparteilich, neutral und unabhängig. Er steht weder mit dem 

Auftraggeber, noch mit dem Exploranden, noch mit seinem Rechtsbeistand 

in einem verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen Verhältnis. 

Bereits im Urteil 8C_578/2014 vom 17. Oktober 2014 wies das Bundesge-

richt explizit auf diese Leitlinien in der damals in Kraft gestandenen Fas-

sung hin und erwog, diese hätten zwar nicht verbindlichen Charakter, for-

mulierten aber doch den fachlich anerkannten Standard für eine sachge-

rechte, rechtsgleiche neuropsychologische Begutachtungspraxis in der 

Schweiz (E. 4.2.5). Jedoch galt betreffend die Anforderungen an neuropsy-

chologische Gutachterinnen und Gutachter bis 2017, dass diese über kei-

nerlei spezialärztliche Titel verfügen mussten. Es genügte, wenn sie einen 

Diplom- oder Masterabschluss in Psychologie vorweisen konnten (vgl. des 

BGer 8C_466/2017 vom 9. November 2017 E. 4.3) und die neuropsycho-

logischen Feststellungen im Rahmen einer Expertise verlässlich waren 

(vgl. Urteil des BGer 8C_817/2014 E. 4.4.2). 

5.3.4 Im IV-Rundschreiben Nr. 367 vom 21. August 2017, welches als Ver-

waltungsverordnung zu qualifizieren ist (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜL-

LER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gal-

len 2016, N 81 ff.), gelten für die neuropsychologische Begutachtung in der 

IV ab 1. Juli 2017 folgende fachlichen Mindestanforderungen:  

 Eidgenössisch anerkannter Abschluss in Psychologie und privatrechtlicher 

Fachtitel in Neuropsychologie der Föderation der Schweizer Psychologin-

nen und Psychologen FSP oder  

C-4343/2019 

Seite 22 

 Eine gemäss Tarifvertrag zwischen H+ und SVNP sowie BSV (IV), MTK 

(UVG) und BAMV (MV) vom Dezember 2003 zugelassene äquivalente Aus- 

und Weiterbildung oder  

 Eidgenössisch anerkannter Abschluss in Psychologie und einen eidgenös-

sischen oder als gleichwertig anerkannten Weiterbildungstitel in Neuropsy-

chologie gemäss dem Psychologieberufegesetz (der Erwerb des eidgenös-

sischen Weiterbildungstitels wird erst mit der Akkreditierung des Weiterbil-

dungsgangs möglich sein).  

Die Gutachterstellen wurden dementsprechend im Februar 2017 darüber 

informiert, dass alle Aufträge für neuropsychologische Begutachtungen, 

welche ab dem 1. Juli 2017 von der Plattform vergeben werden, durch 

Neuropsychologinnen oder Neuropsychologen durchgeführt werden müs-

sen, welche die obigen fachlichen Anforderungen erfüllen. Im Hinblick auf 

die Sicherstellung der entsprechenden Qualität für neuropsychologische 

Begutachtungen sind die von SuisseMED@P an Gutachterstellen verge-

benen Aufträge mit einer neuropsychologische Begutachtung stets auf die 

obigen fachlichen Mindestanforderungen zu überprüfen (abrufbar unter 

https://sozialversicherungen.admin.ch/de/d/5942/download; zuletzt be-

sucht am 21. März 2022). Mit Blick auf das IV-Rundschreiben Nr. 367 vom 

21. August 2017 und die neuere bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. 

Urteile des BGer 8C_466/2017 vom 9. November 2017 E. 4.3 sowie 

9C_531/2017 und 9C_532/2017 vom 15. September 2017 E. 4) reicht ein 

blosser Abschluss auf Diplom- oder Masterebene nicht mehr aus, um eine 

neuropsychologische Begutachtung für das IV-Verfahren durchzuführen.  

5.3.5 Im Zusammenhang mit dem von Dr. med. L._______ erstellten neu-

ropsychologischen Teilgutachten fand offensichtlich keine Überprüfung der 

vorstehend wiedergegebenen fachlichen Mindestanforderungen (vgl. E. 

5.3.4 hiervor) statt resp. wurde kein anderer Gutachter mit einer entspre-

chenden fachlichen Qualifikation benannt. Den vorliegenden Akten resp. 

dem G._______ AG-Gutachten lässt sich darüber hinaus auch nicht ent-

nehmen, dass Dr. med. L._______ in der Schweiz über eine Anerkennung 

der Psychologieberufekommission als Neuropsychologe gemäss Art. 3 

Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Psychologieberufe vom 18. März 

2011 (PsyG; SR 935.81) verfügt und er beim Abschluss der Ausbil-

dung/Weiterbildung in Deutschland bzw. seither eine besondere Qualifika-

tion im Fachgebiet der Neuropsychologie erworben bzw. später durch kon-

tinuierliche neuropsychologische Weiterbildungen sich angeeignet hätte, 

die mit dem Fachwissen von heute tätigen neuropsychologischen Experten 

C-4343/2019 

Seite 23 

vergleichbar wäre (vgl. hierzu bereits Urteil des Versicherungsgerichts des 

Kantons D._______ IV 2019/195 vom 2. Dezember 2019 E. 4 und 5). Diese 

Experten verfügen denn auch über den von der SVNP erwähnten, im Rah-

men einer postgradualen Weiterbildung zu erlangenden und im Zeitpunkt 

der Erstellung des neuropsychologischen Teilgutachtens vom 20. Septem-

ber 2018 bereits existierenden Fachtitel Fachpsychologe oder Fachpsy-

chologin für Neuropsychologie FSP (vgl. diesbezüglich auch die Liste der 

Fachpsychologen und Fachpsychologinnen für Neuropsychologie FSP mit 

jährlicher kontrollierter Fortbildung; abrufbar unter www.neuropsy.ch > Su-

chen > Liste > Suche nach NeuropsychologInnen; zuletzt besucht am 21. 

März 2022). Ergänzend bleibt an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass 

seit kurzem auch die Möglichkeit besteht, auf dem postgradualen Weiter-

bildungsweg den Fachtitel "Eidgenössisch anerkannter Neuropsychologe 

(EAN)" zu erwerben (vgl. https://www.neuropsy.ch/de/fachpersonen/post-

graduale-weiterbildung; vgl. auch https:// www.psychologie.uzh.ch/de/be-

reiche/nec/neuropsy/Weiterbildung.html; zuletzt besucht am 21. März 

2022).  

5.3.6 Nach dem vorstehend Dargelegten war der Psychiater und Psycho-

therapeut Dr. med. L._______ ohne weitergehende, besondere Fachkennt-

nisse auf dem Gebiet der Neuropsychologie nicht befähigt, in rechtsgenüg-

licher Weise ein neuropsychologisches Gutachten zu erstellen. Dies gilt 

umso mehr, als die bundesgerichtliche Rechtsprechung leitliniengerechte 

Begutachtungen für die Erstellung von medizinischen Gutachten fordert 

(vgl. BGE 143 V 418; 143 V 409; 141 V 281) und sich die Expertin oder der 

Experte besonders durch Fachkompetenz auszuzeichnen haben, um leitli-

niengerechte Expertisen zu erstellen (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts 

des Kantons D._______ IV 2016/432 vom 15. Februar 2017 E. 3.2; vgl. 

zum Ganzen auch MARCO WEISS, Der neuropsychologische Gutachter im 

Sozialversicherungsverfahren der Invalidenversicherung, in: Jusletter vom 

28. Januar 2019).  

5.3.7 Mit Blick auf den Umstand, dass Dr. med. L._______ bereits die fach-

lichen Mindestanforderungen gemäss IV-Rundschreiben Nr. 367 vom 21. 

August 2017 (vgl. E. 5.3.4 hiervor) nicht erfüllt, kann vorliegend offengelas-

sen werden, ob im Rahmen der fachlichen Anforderungen – anstelle derje-

nigen gemäss diesem Rundschreiben – die (strengeren) Leitlinien der 

SVNP für die neuropsychologische Begutachtung (vgl. www.neuropsy.ch > 

Suchen > Leitlinien; zuletzt besucht am 21. März 2022) massgebend sind. 

Es ist jedoch einerseits darauf hinzuweisen, dass das Versicherungsge-

richt des Kantons D._______ deutlich über die vom IV-Rundschreiben Nr. 

C-4343/2019 

Seite 24 

367 vom 21. August 2017 geforderten fachlichen Mindestanforderungen an 

neuropsychologische Expertinnen und Experten hinausgeht, indem diese 

kantonale Instanz die fachlichen Anforderungen der Richtlinien der SVNP 

als notwendig erachtet (vgl. Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons 

D._______ IV 2016/432 vom 15. Februar 2017 E. 3.1 und 3.2 und IV 

2018/351 vom 5. September 2019 E. 4.5 und E. 4.9.2). Andererseits misst 

das Bundesverwaltungsgericht dem Umstand, dass das Bundesgericht 

dieses Rundschreiben schon aufgegriffen und sich direkt darauf bezogen 

hat (vgl. Urteil des BGer 8C_466/2017 vom 9. November 2017 E. 4.3), hin-

sichtlich der geforderten fachlichen Mindestanforderungen keine präjudizi-

elle Wirkung bei. 

5.4 Da im Zusammenhang mit dem von Dr. med. L._______ erstellten neu-

ropsychologischen Teilgutachten keine Überprüfung der fachlichen Min-

destanforderungen durch die G._______ AG stattgefunden hatte (vgl. E. 

5.3.5 hiervor) und Dr. med. L._______ die fachlichen Mindestanforderun-

gen für eine neuropsychologische Tätigkeit gemäss IV-Rundschreiben Nr. 

367 vom 21. August 2017 nicht erfüllt (vgl. E. 5.3.4 und E. 5.3.7 hiervor), 

bietet die bei der G._______ AG angeordnete Begutachtung keine ausrei-

chende Gewähr für eine medizinische Beurteilung, die den hohen fachli-

chen Anforderungen an die Beweiskraft einer medizinischen Expertise ge-

nügt. Somit wurde im vorliegend zu beurteilenden Beschwerdeverfahren 

der rechtserhebliche Sachverhalt nicht rechtsgenüglich abgeklärt und ge-

würdigt (Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG) resp. lässt sich der gesund-

heitliche Zustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf 

die Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht schlüssig und zuverlässig beurtei-

len (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb; vgl. zum Ganzen auch E. 2.7 hiervor). 

Es kann deshalb nicht – im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung (vgl. 

hierzu BGE 136 I 229 E. 5 und 131 I 153 E. 3; SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149 

E. 4; Urteil des BGer I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4) – davon ausgegan-

gen werden, dass von einer medizinisch nachvollziehbar und schlüssig be-

gründeten Expertise keine verwertbaren entscheidrelevanten Erkenntnisse 

zu den Diagnosen und zum Grad der Arbeitsunfähigkeit zu erwarten sind 

(vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 8C_189/2008 vom 4. Juli 2008 E. 5 mit 

Hinweisen). Das gilt selbst unter dem Aspekt, dass retrospektive Beurtei-

lungen der Arbeitsunfähigkeit schwierig sind und entsprechende Begutach-

tungen deshalb erhöhten Ansprüchen genügen müssen (vgl. hierzu Urteil 

des BVGer C-1421/2013 vom 29. September 2014 E. 3.4.2 mit Hinweis). 

Eine Rückweisung der Sache in Nachachtung des Untersuchungsgrund-

satzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) an die Vorinstanz zur Neuvergabe der an sich 

C-4343/2019 

Seite 25 

unbestrittenen polydisziplinären Begutachtung (zur Voraussetzung des Zu-

sammenwirkens von verschiedenen Fachdisziplinen für die sachgerechte 

Beurteilung der Frage der Arbeitsfähigkeit vgl. BGE 140 V 196) im Rahmen 

des Zufallsprinzips ist unter den gegebenen Umständen angezeigt und auf-

grund der geltenden Bundesgerichtsrechtsprechung möglich, da eine Ver-

lagerung der Expertentätigkeit von der administrativen auf die gerichtliche 

Ebene sachlich nicht wünschbar ist (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.2). Im Rah-

men dieser notwendigen polydisziplinären Begutachtung haben die Exper-

tinnen und Experten auch die vom Beschwerdeführer geltend gemachte 

Gesundheitsverschlechterung ab Juli 2018, die nach Verfügungserlass 

vom 2. Juli 2019 erstellten ärztlichen Dokumente (so auch den aktenkun-

digen Bericht der N._______ (…), vom 2. Dezember 2019 [B-act. 9]) sowie 

den Umstand, dass die Zumutbarkeit in einem strukturierten Beweisverfah-

ren zu prüfen ist resp. anhand eines strukturierten normativen Prüfungs-

rasters zu erfolgen hat (BGE 143 V 418 E. 7 und BGE 141 V 281 E. 4.1 

und E. 6), zu berücksichtigen (zum Beitrag der Neuropsychologie im Pro-

zess der Festlegung der Arbeitsunfähigkeit vgl. UELI KIESER, Gutachten zu 

Fragen des Vorgehens bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit im Sozial-

versicherungsrecht und zum allfälligen Beitrag der Neuropsychologie, er-

stattet der Schweizerischen Vereinigung der Neuropsychologinnen und 

Neuropsychologen [SVNP], vom 23. Dezember 2015; abrufbar unter 

www.neuropsy.ch > Suchen > Gutachten > Qualitätssicherung > Leitlinien 

und weitere Dokumente > Juristisches Gutachten > Neuropsychologie und 

Arbeitsfähigkeit 2015; zuletzt besucht am 21. März 2022). 

6.  

Nach Vorliegen der neuen Abklärungsergebnisse hat die Vorinstanz einen 

neuen Einkommensvergleich durchzuführen. Dabei hat einerseits Berück-

sichtigung zu finden, dass die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypotheti-

schen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend sind, wobei Validen- 

und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und all-

fällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 

Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Anderseits hat 

die Vorinstanz abzuklären, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer zu-

folge seines Gesundheitszustandes auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten 

noch offenstehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch 

erwerbstätig sein könnte (vgl. hierzu etwa Urteil des BGer 9C_921/2009 

vom 22. Juni 2010, E. 5.3). Dabei ist zu berücksichtigen, dass an die Kon-

kretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisge-

mäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind (vgl. hierzu Urteile 

des BGer 9C_744/2008 vom 19. November 2008 E. 3.2 und 9C_236/2008 

C-4343/2019 

Seite 26 

vom 4. August 2008 E. 4.2; Urteil des EVG I 349/01 vom 3. Dezember 2003 

E. 6.1) und die Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person nach der Tätig-

keit zu beurteilen ist, die sie – im Rahmen der Schadenminderungspflicht 

(vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG) – nach ihren persönlichen Verhältnissen und ge-

gebenenfalls nach einer gewissen Anpassungszeit bei gutem Willen ausü-

ben könnte (vgl. Urteil des BVGer C-4315/2009 vom 22. August 2011 

E. 5.2 mit Hinweisen). 

7.  

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend festzuhal-

ten, dass die Beschwerde insoweit gutzuheissen ist, als die angefochtene 

Verfügung vom 2. Juli 2019 aufzuheben ist und die Akten im Sinne der 

Erwägungen an die Vorinstanz zur Durchführung von weiteren umfassen-

den medizinischen Abklärungen und anschliessendem Erlass einer neuen 

Verfügung zurückzuweisen sind. 

8.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung. 

8.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2 

IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Re-

gel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Da eine Rückweisung pra-

xisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei gilt (BGE 132 

V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall dem Beschwerdeführer keine Kosten 

aufzuerlegen. Diesem ist der geleistete Verfahrenskostenvorschuss in der 

Höhe von Fr. 800.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 

zurückzuerstatten. Der Vorinstanz werden ebenfalls keine Verfahrenskos-

ten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

8.2 Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer sind keine unver-

hältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ihm keine Parteient-

schädigung zuzusprechen ist. Als Bundesbehörde hat die Vorinstanz eben-

falls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 3 und 4 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

C-4343/2019 

Seite 27 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als die Verfügung vom 2. Juli 

2019 aufgehoben und die Sache zum weiteren Vorgehen im Sinne der Er-

wägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschwerdeführer 

geleistete Verfahrenskostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- wird die-

sem nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Viktoria Helfenstein Roger Stalder 

 

 

 

 

C-4343/2019 

Seite 28 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be-

gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

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