# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d046c301-a19b-59dc-89b6-90fecb1f21c0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.03.2010 E-1108/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1108-2010_2010-03-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1108/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 
mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiberin Stella Boleki.

A._______, geboren,
Äthiopien,
(...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 16. Februar 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1108/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführerin,  eine äthiopische Staatsangehörige mit 
letztem  Wohnsitz  in  Addis  Abeba,  eigenen  Angaben  zufolge  ihren 
Heimatstaat am 3. Januar 2010 verliess, per Flugzeug via die Türkei 
nach Italien gereist  und von dort  per Auto am 5. Januar 2010 in  die 
Schweiz eingereist sei, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Kurzbefragung  im 
Transitzentrum  (...)  vom  20.  Januar  2010  und  der  direkten 
Bundesanhörung  vom 5.  Februar  2010  im  Wesentlichen  vorbrachte, 
sie  habe als  (...)  bei  der  Zeitung „B._______“  gearbeitet  und davon 
gewusst, dass einige kritische Regierungsmitglieder Informationen an 
die Zeitung weitergegeben hätten,

dass  sie  15  Tage  vor  ihrer  Abreise  von  Behördenmitgliedern  tele-
fonisch  unter  Druck  gesetzt  worden  sei,  die  Namen  der  Zeitungs-
journalisten  der  „B._______“  sowie  derjenigen,  die  sie  finanziell 
unterstützt bzw. sie mit Informationen beliefert hätten, preiszugeben,

dass  die  Journalisten  des  Zeitungsverlages  ebenfalls  von  der 
Regierung Telefonanrufe erhalten hätten, in denen mit der Schliessung 
gedroht worden sei, 

dass der Verlag am 28. November 2009 plötzlich geschlossen worden 
sei  und  danach  einige  der  Mitarbeiter  verhaftet  worden  seien  und 
einige der Zeitungsmitarbeiter aus dem Land ausgereist seien, 

dass  das  BFM mit  Verfügung vom 16. Februar  2010  –  gleichentags 
eröffnet –  in Anwendung von  Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein-
trat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  an-
ordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  Be-
schwerdeführerin  habe  ihre  Identität  nicht  belegen  können  und  sie 
würde den Schweizer Behörden ihre Reise- und Identitätspapiere ab-
sichtlich vorenthalten, weshalb keine entschuldbaren Gründe vorliegen 
würden,  die  es  der  Beschwerdeführerin  verunmöglicht  hätten  die 
Identitäts- und Reisepapiere einzureichen,

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dass  die  dazu  vorgebrachten  Hinderungsgründe  für  das  Einreichen 
ihrer zu Hause gelassenen Identitätskarte (überstürztes Verlassen des 
Landes bzw. es sei  ihr eine Woche zur Verfügung gestanden) wider-
sprüchlich seien, 

dass insbesondere der Erklärungsversuch, wonach sie sich in dieser 
Zeit um die Kündigung bei der Fortune-Zeitung – bei der sie ebenfalls 
tätig  gewesen sei  –  habe kümmern müssen und die anderen Dinge 
vergessen  habe,  nicht  gehört  werden  könne,  zumal  nicht  plausibel 
erscheine,  dass  diese  Kündigung  derart  wichtig  und  aufwändig 
gewesen sei, um die Identitätskarte nicht auf die Reise mitnehmen zu 
können,

dass überdies davon ausgegangen werden müsse,  die Beschwerde-
führerin habe von der rechtsgenüglichen Ausweispflicht in einem Gast- 
bzw. Asylland gewusst,

dass ferner die mangelnden Angaben zu dem von ihr angeblich ver-
wendeten Reisepass und dem Visum, zur Reise bzw. zur Organisation 
derselben und zum Schlepper als ein starkes Indiz für die bewusste 
Nichtabgabe  von  Papieren,  trotz  vorhandener  Möglichkeiten  diese 
abzugeben,  zu  werten  sei,  zumal  eine  ausreisewillige  Person  an 
solchen Fragen ein grundsätzliches Interesse habe und den Pass an 
den Passkontrollen selbst vorzeigen müsse,

dass  des  Weitern  nicht  glaubhaft  sei,  dass  die  Beschwerdeführerin, 
die über gute Englischkenntnisse verfüge,  nicht  angeben könne,  wie 
die Flughäfen in der Türkei und Italien heissen, zumal sie die genauen 
Flugdestinationen vor oder auch während der Reise hätte in Erfahrung 
bringen können, 

dass die auf Vorhalt entsprechenden Aussagen (Erstbefragung: sie sei 
ängstlich gewesen und von ihrem Begleiter  zum Stillsein angehalten 
worden,  Zweitbefragung:  sie  sei  krank  gewesen  und  könne  sich  an 
nichts  mehr  erinnern)  widersprüchlich  ausgefallen  und  als  Schutz-
behauptungen einzustufen seien, 

dass  die  Beschwerdeführerin  überdies  nichts  für  die  Reise  bezahlt 
haben will, was ebenfalls nicht geglaubt werden könne,  

dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 
AsylG und Art. 7 AsylG offensichtlich nicht erfülle und aufgrund der Ak-

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ten auch keine zusätzlichen Abklärungen zur Feststellung der Flücht-
lingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  er-
forderlich seien,

dass das BFM im Weiteren den Wegweisungsvollzug als zulässig, zu-
mutbar und möglich erklärte,

dass die Beschwerdeführerin mit  in Englisch verfasster Eingabe vom 
22. Februar 2010  (Poststempel:  23.  Februar  2010)  gegen  den 
vorinstanzlichen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerde erhob und dabei sinngemäss beantragte, die vorinstanzliche 
Verfügung sei aufzuheben, es sei ihr die Flüchtlingseigenschaft zuzu-
erkennen und Asyl zu gewähren,

dass auf  die Begründung – soweit  entscheidwesentlich – in  den Er-
wägungen eingegangen wird, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 24. Februar 2010 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  für  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  die  Frist  5 
Arbeitstage beträgt (Art. 108 Abs. 2 AsylG), die von der Beschwerde-
führerin mit Eingabe vom 23. Februar 2010 eingehalten wurde,  

dass  die  Beschwerde  in  Englisch  und  somit  nicht  in  einer 
schweizerischen  Amtssprache abgefasst  ist  und daher  grundsätzlich 
zur Übersetzung zurückzuweisen wäre, 

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dass  indessen  aus  prozessökonomischen  Gründen  darauf  zu  ver-
zichten ist, da der Eingabe deren Inhalt entnommen und darüber auf-
grund der Aktenlage ohne weiteres entschieden werden kann, 

dass  deshalb  –  vorbehältlich  nachfolgender  Erwägungen  –  auf  die 
frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (108 
Abs. 2 AsylG und 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist und dem-
entsprechend  im  Falle  der  Begründetheit  des  Rechtsmittels  die  an-
gefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer  Ent-
scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 
2.1 S. 73), 

dass  deshalb  auf  den  Antrag,  es  sei  ihr  Asyl  zu  gewähren,  nicht 
einzutreten ist,

dass gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a (und Abs. 3)  AsylG, auf  welchen 
sich  die  hier  angefochtene  Verfügung  stützt,  das  BFM  im  Rahmen 
einer  summarischen  Prüfung  das  offenkundige  Nichterfüllen  der 
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und das offenkundige 
Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen zu beurteilen hat  (vgl. 
Art.  32  Abs. 3  Bstn. b  und c  AsylG;  BVGE  2007/8  insb.  E. 5.6.5 
S. 90 f.), weshalb insoweit bei dagegen erhobenen Beschwerden auch 
die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. a.a.O. E. 2.1 
S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-

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ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Nichtabgabe von Reise- oder Identitätspapieren im Sinne von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. a AsylG innerhalb von 48 Stunden 
nach  Einreichung  des  Asylgesuches  der  Beschwerdeführerin  un-
bestritten ist,

dass die Vorinstanz das Vorliegen entschuldbarer Gründe dieser Nicht-
abgabe mit zutreffender Begründung verneint hat,

dass  zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  vorab  auf  die  vor-
instanzliche Ausführungen zu verweisen ist, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in Übereinstimmung mit der Vor-
instanz  insbesondere  die  Unkenntnis  der  Beschwerdeführerin  über 
ihre  benützten  Reisepapiere  und  die  Reiseroute  (Namen  der  Flug-
hafen) als realitätsfremd beurteilt, zumal von der Beschwerdeführerin, 
die über eine gute Schul- und Ausbildung verfügt, ausführlichere An-
gaben zu erwarten gewesen wären (vgl. act. A1 S. 8 -  9, A9 F130 - 
F140),  

dass  das  vermeintliche  Nichtbezahlen  der  Reise  ebensowenig  ge-
glaubt  werden kann,  zumal  es gerichtsnotorisch ist,  dass von Afrika 
nach Europa organisierte Reisen mit Hilfe von Schleppern hohe Ent-
schädigungen zur Folge haben, 

dass überdies das Verhalten der Beschwerdeführerin hinsichtlich der 
Beschaffung von Identitätspapieren wenig überzeugend ist, zumal sie 
am 5. Januar  2010 über  die  Wichtigkeit  des  Einreichens von Identi-
tätspapieren  in  Kenntnis  gesetzt  worden  ist,  und  dennoch  bis  zum 
20. Januar 2010 nichts unternommen hat, um die zu Hause gelassene 
Identitätskarte in die Schweiz zu bestellen (vgl. act. A1 S. 5),

dass  die  Angaben  in  der  Zweitbefragung,  wonach  die  angeblich  zu 
Hause gelassene Identitätskarte nicht auffindbar gewesen sei, und sie 
das Vordiplom der Universität nicht habe mitnehmen können, weil die 

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Ausreise  überstürzt  gewesen  sei,  als  nachgeschoben  und  als  un-
behelfliche  Erklärungsversuche  zu  beurteilen  sind,  zumal  die  Be-
schwerdeführerin  mindestens  eine  Woche  Zeit  zur  Vorbereitung  der 
Ausreise gehabt haben will (vgl. act. A9 F4 - F8), 

dass  die  diesbezüglichen  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe, 
wonach sie intensiv – jedoch ohne Erfolg – versucht habe, die Eltern 
zu erreichen, und sich danach an die Schwägerin gewendet habe, die 
ihr über eine Email ein Dokument („letter of employment“) eingelesen 
und geschickt habe, das sie später noch im Original einreichen könne, 
ebensowenig behelflich sind, um zu einer anderen Beurteilung zu ge-
langen, zumal das in Aussicht gestellte Dokument, auch im Original, 
die Identität der Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich zu belegen 
vermögen würde, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  deshalb  insgesamt  zur  Über-
zeugung  gelangt,  die  Beschwerdeführerin  wolle  ihre  Identitäts-
dokumente den Behörden verheimlichen, 

dass  die  Beschwerdeführerin  somit  nicht  glaubhaft  darzulegen  ver-
mag, sie sei  durch nicht selbst  zu verantwortende Umstände an der 
unverzüglichen Einreichung von Reise- oder Identitätspapieren im Sin-
ne  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  gehindert  worden  (vgl.  Art. 32 
Abs. 3 Bst. a AsylG),

dass die Vorinstanz die Vorbringen der  Beschwerdeführerin  zu ihren 
Fluchtgründen aufgrund des Wissensmangels der Beschwerdeführerin 
in wesentlichen Punkten sowie aufgrund deren widersprüchlichen und 
oberflächlichen Angaben als unglaubhaft beurteilte, 

dass  diese  Einschätzung  vom  Bundesverwaltungsgericht  aus  nach-
folgenden Gründen zu bestätigen ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  angab,  sie  sei  3  Monate  nach  der 
Gründung von „B._______“ im Oktober  2007 bis  zum 28. November 
2009 in dessen Verlag als Buchhalterin bzw. Finanzdirektorin tätig ge-
wesen, 

dass sie den Namen des zu dieser Zeit tätigen „(...)“ der „B._______“, 
der  auch  während  zwei  Jahren  in  der  Finanz-  und 
Rechnungswesensabteilung  arbeitete,  indessen  nicht  zu  Protokoll 
geben konnte  (vgl. act. A9 F113; vgl. auch „Press Freedom Update: 

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Manager  at  Independent  Ethiopian  Newspaper  Closing  Down  over 
Security  Cencerns  Reportedly  Beaten“  vom  9.  Dezember  2009 
www.freemedia.at/singleview/4642  ), 

dass  der  diesbezügliche  Einwand  auf  Beschwerdeebene,  sie  habe 
C._______, den „(...)“ von „B._______“ nur schützen wollen, weshalb 
sie  gesagt  habe,  sie  kenne  ihn  nicht,  als  nachgeschobene 
Schutzbehauptung  zu  beurteilen  ist,  zumal  sie   andere  Namen  von 
Mitarbeitenden  der  „B._______“  diesfalls  auch  nicht  preisgegeben 
hätte (vgl. act. A9 F90 f.),

dass  ferner  äusserst  unglaubhaft  erscheint,  dass  die  Beschwerde-
führerin,  die  angeblich  zuletzt  als  Finanzdirektorin  der  „B._______“ 
gearbeitet haben will  und von der Regierung am 28. November 2009 
telefonisch bedroht worden sein will, sich den Tag, der letzten Ausgabe 
dieser  Zeitung,  welcher  ebenfalls  am 28. November  2009  war,  nicht 
hätte  merken  können  (vgl.  act.  A1  S.  6,  A9  F114  f.);„Ethiopia: 
Ethiopia's top newspaper B._______ closed down“ vom 4. Dezember 
2009, www.ethioguardian.com/news.php?item.3300  ), 

dass  an  dieser  Beurteilung  auch  die  auf  Beschwerdeebene  zitierte 
Stellungnahme des Zeitungsverlags „Press Statement on the Closure 
of  B._______“  nichts  ändert,  zumal  diese  die  allgemeine  Situation 
dieses Zeitungsverlags betrifft, indessen die persönlichen Verfolgungs-
vorbringen  der  Beschwerdeführerin  in  keiner  Weise  zu  belegen 
vermag, 

dass ebensowenig die auf Beschwerdeebene eingereichte Kopie des 
Anstellungsschreibens  zu  einer  anderen  Einschätzung  führt,  zumal 
selbst  eine  Anstellung  bei  der  B._______ Zeitung nicht  per  se  eine 
Verfolgung  durch  die  Regierung  zur  Folge  gehabt  haben  muss,  und 
der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine solche glaubhaft dar-
zulegen, 

dass  sowohl  auf  die  weiteren  Ungereimtheiten  anlässlich  der  vor-
instanzlichen  Befragungen  wie  auf  die  nicht  namentlich  erwähnten 
Vorbingen in  der  Beschwerde nicht  näher  einzugehen ist,  zumal  sie 
nicht entscheidwesentlich sind und nicht zu einem anderen Ausgang 
des Verfahrens führen würden,

dass überdies festzuhalten ist, dass die Vorbringen der Beschwerde-
führerin  weder  die  erforderliche  Intensität  von  erlebten  ernsthaften 

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http://www.freemedia.at/singleview/4642
http://www.ethioguardian.com/news.php?item.3300

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Nachteilen  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  noch  die  nötigen  konkreten 
Hinweise  für  eine  asylrelevante  begründete  Furcht  vor  künftiger 
Verfolgung erfüllen, 

dass das BFM zu Recht festhielt,  die Beschwerdeführerin erfülle die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht, 

dass  sich  sodann  die  Aktenlage  nach  der  summarischen  Befragung 
vom 20. Januar  2010 und der  Direktanhörung vom 5. Februar  2010 
dermassen  klar  präsentierte,  dass  unter  Verzicht  auf  zusätzliche 
tatbeständliche  oder  rechtliche  Abklärungen  im  Rahmen einer  bloss 
summarischen  Prüfung  der  eindeutige  Schluss  gezogen  werden 
konnte,  die  Beschwerdeführerin  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht,  und  ebenso  offensichtlich  stünden  dem  Vollzug  ihrer  Weg-
weisung  keine  Hindernisse  entgegen,  weshalb  auf  weitere  Ab-
klärungen  verzichtet  werden  konnte  (Art.  32  Abs.  3  Bstn.  b  und  c 
AsylG),

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel, Rz. 11.148), 

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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet,

dass  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung  im  Sinne  von  Art.  3  EMRK  ersichtlich  sind,  die  der 
Beschwerdeführerin  im  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  droht,  weshalb 
der Vollzug als zulässig erachtet werden kann, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage Äthiopiens noch individuelle Gründe 
auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen 
lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass die junge gesunde und gut ausgebildete Beschwerdeführerin bis 
vor ihrer Ausreise aus Äthiopien für ihren Lebensunterhalt selbst auf-
gekommen ist und einer Erwerbstätigkeit  nachgegangen ist,  weshalb 
es ihr zuzumuten ist, allenfalls mit Hilfe ihres dortigen sozialen Netzes 
(4  Geschwister  und  2  Tanten)  in  Addis  Abeba  eine  neue  Existenz-
grundlage aufzubauen,

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird – soweit darauf einzutreten war – abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil  geht an die Beschwerdeführerin, das BFM (...)  und die 
zuständige kantonale Behörde. 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Stella Boleki

Versand: 

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