# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f3a1431-48d8-5efb-aba1-e7d651261752
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 27.12.2022 B 2022/156
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2022-156_2022-12-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2022/156

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 22.02.2023

Entscheiddatum: 27.12.2022

Entscheid Verwaltungsgericht, 27.12.2022
Ausländerrecht, Erlöschen der Niederlassungsbewilligung, Art. 61 Abs. 2 AIG 
(SR 142.20). Der Gesetzgeber hat für das Erlöschen der Bewilligung aus 
Praktikabilitätsgründen auf formelle Kriterien – Abmeldung ins Ausland oder 
Auslandsabwesenheit während sechs aufeinanderfolgenden Monaten, ohne 
dass vor Ablauf der sechsmonatigen Frist ein Gesuch um Aufrechterhaltung 
derselben eingereicht wurde – abgestellt. Sind diese erfüllt, erlischt die 
Niederlassungsbewilligung von Gesetzes wegen zwingend; auf die Gründe 
bzw. die Motive des Betroffenen für die Auslandsabwesenheit kommt es 
nach gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht an. Die 
Niederlassungsbewilligung ist folglich auch im vorliegenden Fall, wo der 
Ausländer während mehr als sechs Monaten im Ausland im Strafvollzug war 
und kein Gesuch um Aufrechterhaltung gestellt hatte, erloschen. Es gelten 
daher wieder die allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen bzw. jene für eine 
Wiedererteilung. Abweisung der Beschwerde (Verwaltungsgericht, 
B 2022/156).

Entscheid vom 27. Dezember 2022

Besetzung

Abteilungspräsidentin Lendfers; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; 

Gerichtsschreiberin Schmid Etter

Verfahrensbeteiligte

K.__,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld, HütteLAW Imfeld AG, Neugasse 43, 

9000 St. Gallen,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Erlöschen der Niederlassungsbewilligung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

K.__, serbischer Staatsangehöriger, wurde in der Schweiz geboren. Seit Geburt 

verfügte er über die Niederlassungsbewilligung, deren Kontrollfrist letztmals im Jahr 

2018 bis 12. Juli 2023 verlängert wurde.

B.

Am 22. April 2020 verurteilte das Fürstliche Landesgericht Vaduz (Fürstentum 

Liechtenstein) K.__ wegen schweren Raubes und Betäubungsmitteldelikten zu einer 

Freiheitsstrafe von 36 Monaten, wovon 24 Monate bedingt aufgeschoben wurden, und 

zu einer Busse von CHF 500. Vom 4. Februar bis 22. Oktober 2020 befand sich K.__ im 

Strafvollzug im Landesgefängnis Vaduz. Für die restliche Strafe wurde er in die 

Strafanstalt X.__ in A.__ verlegt. Am 1. Februar 2021 wurde er entlassen.

C.

Mit Verfügung vom 30. April 2021 stellte das Migrationsamt fest, dass die 

Niederlassungsbewilligung von K.__ erloschen sei, und wies diesen aus der Schweiz 

weg (Ausreisefrist 60 Tage ab Rechtskraft der Verfügung). Zur Begründung führte das 

Amt im Wesentlichen an, K.__ habe sich im Rahmen des Strafvollzugs während rund 

neun Monaten ununterbrochen im Fürstentum Liechtenstein aufgehalten. Seine 

Niederlassungsbewilligung sei somit von Gesetzes wegen erloschen. Das Sicherheits- 

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und Justizdepartement wies den von K.__ gegen diese Verfügung erhobenen Rekurs 

am 8. Juli 2022 ab, soweit es darauf eintrat.

D.

K.__ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 11. Juli 2022 versandten 

Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) mit Eingabe 

seines Rechtsvertreters vom 25. August 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht 

mit dem Begehren, der angefochtene Entscheid sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge aufzuheben.

Mit Vernehmlassung vom 5. Oktober 2022 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen 

im angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Der 

Beschwerdeführer nahm dazu am 24. November 2022 Stellung.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des 

Beschwerdeführers zur Begründung seines Antrags sowie die Akten wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des 

angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer 

zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 

VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 25. August 2022 unter 

Berücksichtigung der Gerichtsferien rechtzeitig erhoben und erfüllt formal wie inhaltlich 

die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1, Art. 30 Abs. 1 

VRP und Art. 145 Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272, sowie 

Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.  

bis

Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, nach der grammatikalischen 

Auslegung des Wortlauts von Art. 61 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (SR 142.20, AIG), wo vom 

2.1. 

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Verlassen der Schweiz ohne Abmeldung die Rede sei, sei ein aktives Tun erforderlich. 

Jemand fasse aktiv den Entschluss und den Willen, einen Ort zu verlassen. Gemäss 

Weisungen und Erläuterungen des Staatssekretariats für Migration (SEM; Stand 

1. Oktober 2022) handle es sich um die tatsächliche Aufgabe des Aufenthalts in der 

Schweiz, was dann der Fall sei, wenn der Mittelpunkt der Lebensverhältnisse ins 

Ausland verlegt werde, namentlich durch Aufgabe des Arbeitsverhältnisses, Kündigung 

der Wohnung, etc. Auch die teleologische Auslegung fördere zutage, dass es sich bei 

der Auslandaufenthaltsdauer von sechs Monaten lediglich um ein Indiz für die 

tatsächliche Verlegung des Aufenthalts ins Ausland handle. Eine Aufenthalts- oder 

Niederlassungsbewilligung werde einem Ausländer nur erteilt, wenn er gewisse 

Voraussetzungen erfülle und den Willen habe, in der Schweiz zu verbleiben. Sinn und 

Zweck von Art. 61 Abs. 2 AIG könne daher nur sein, dem tatsächlichen Willen und 

Verhalten von Ausländern Rechnung zu tragen. Daraus sei zu schliessen, dass ein 

sechsmonatiger Auslandaufenthalt lediglich ein Indiz und damit eine widerlegbare 

Vermutung dafür darstelle, dass der Ausländer seinen Aufenthalt tatsächlich ins 

Ausland verlegt habe. Im konkreten Einzelfall müsse dies somit unter Anwendung der 

Untersuchungsmaxime und des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes geprüft werden; die 

Niederlassungsbewilligung erlösche nicht von Gesetzes wegen automatisch. Der 

Auslandaufenthalt des Beschwerdeführers sei keinesfalls freiwillig erfolgt und 

insbesondere nicht mit der Absicht des dauernden Verbleibens. Aufgrund der 

Verlängerung der Kontrollfrist bis Juli 2023 habe er darauf vertrauen dürfen, dass sein 

Aufenthalt in der Schweiz bis dahin problemlos sei. Er sei hier in der Schweiz voll 

integriert. Er habe keinen Willen und keine Möglichkeit, seinen Aufenthaltsort nach 

Liechtenstein oder Serbien zu verlegen. Serbien sei lediglich die Heimat seiner Eltern. 

Seine Familie sei Angehörige der albanischen Minderheit in Serbien. Er spreche nicht 

serbisch. Dort hätte er keine Chance auf Integration. Er habe stets den Willen gehabt, 

in der Schweiz zu bleiben, wohin er nach Ende des Strafvollzugs auch sogleich 

zurückgekehrt sei. Sowohl das Migrationsamt als auch die Vorinstanz hätten mit ihrer 

Verfügung bzw. ihrem Entscheid gegen den verfassungsmässigen Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit verstossen und zudem eine materielle Rechtsverweigerung 

begangen. Gemäss Ausführungen der Vorinstanz hätte der Beschwerdeführer ein 

Gesuch um Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung stellen können. Es sei 

davon auszugehen, dass ein solches, rechtzeitig gestelltes Gesuch bewilligt worden 

wäre und das Erlöschen der Niederlassung damit hätte verhindert werden können. Das 

Erlöschen derselben einzig auf das entsprechende Fristversäumnis abzustützen, 

bedeute eine Verletzung des Verbots des überspritzten Formalismus. Formvorschriften 

dürften nicht derart ausarten, dass sie durch kein schutzwürdiges Interesse mehr 

gerechtfertigt seien. Das Migrationsamt sei spätestens mit Mitteilung des 

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Landesgefängnisses Vaduz vom 12. Oktober 2020 und somit lediglich knapp zwei 

Monate nach Ablauf der sechsmonatigen Frist informiert worden. Es habe daher 

bekannt sein müssen, dass der Beschwerdeführer die Schweiz nicht habe verlassen 

wollen. Schliesslich gehe von ihm keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus. Die 

Verurteilung hätte in der Schweiz nicht zu einer Landesverweisung geführt. Es bestehe 

kein überwiegendes öffentliches Interesse, dass er aus seinem Geburtsland 

weggewiesen werde.

 2.2. 

Gemäss Art. 61 Abs. 1 lit. a AIG erlischt die (ausländerrechtliche) Bewilligung mit der 

Abmeldung einer ausländischen Person ins Ausland. Verlässt die ausländische Person 

die Schweiz ohne Abmeldung, erlischt die Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung 

nach sechs Monaten (Art. 61 Abs. 2 Satz 1 AIG). Art. 61 Abs. 2 AIG legt klare zeitliche 

Fristen für den Fortbestand der Niederlassungsbewilligung bei Aufgabe des 

tatsächlichen Aufenthalts in der Schweiz ohne Abmeldung fest. Bei der Auslegung von 

Art. 61 Abs. 2 AIG ist davon auszugehen, dass im Ausländerrecht ein Aufenthaltsrecht 

grundsätzlich nur besteht, wenn und solange es auch durch die persönliche 

Anwesenheit ausgeübt wird. Die Rechtsfolge des Erlöschens war bereits seit 21. März 

1949 und damit lange vor Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen 

und Ausländer und über die Integration am 1. Januar 2008 (damals noch Bundesgesetz 

über die Ausländerinnen und Ausländer, AuG; seit 1. Januar 2018 AIG) in Art. 9 Abs. 3 

lit. c des bis 31. Dezember 2007 geltenden Bundesgesetzes über Niederlassung und 

Aufenthalt (ANAG) vorgesehen (M. Spring, Der Bewilligungswiderruf im 

schweizerischen Ausländerrecht, Zürich/St. Gallen 2022, S. 71). Das Bundesgericht 

betonte bereits zu dieser Bestimmung, sie enthalte einen zwingenden 

Untergangsgrund und gebe der Behörde keine Möglichkeit, die 

Niederlassungsbewilligung ausnahmsweise als weiterbestehend zu erklären (Entscheid 

vom 23. Juni 1980 i.S. D., zit. nach P. Kottusch, Die Niederlassungsbewilligung nach 

Art. 6 ANAG, in: ZBl 87/1986, S. 542).

Auf Gesuch hin kann die Niederlassungsbewilligung während vier Jahren 

aufrechterhalten werden (Art. 61 Abs. 2 Satz 2 AIG), wobei das Gesuch vor Ablauf der 

sechsmonatigen Frist eingereicht werden muss (Art. 79 Abs. 2 der Verordnung über 

Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE). Damit soll nach 

Absicht des Gesetzgebers die internationale berufliche Mobilität und Weiterbildung 

gefördert werden. Auch ein unfreiwilliges Verlassen der Schweiz, z.B. wegen einer 

2.2.1. 

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Inhaftierung im Ausland, kann Anlass für eine Aufrechterhaltung der Bewilligung sein 

(M. Spescha, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/ de Weck, [Hrsg.], Kommentar 

Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N 8 zu Art. 61 AIG). Indessen dürfte in diesen Fällen 

häufig auch ein Widerrufsgrund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 

62 Abs. 1 lit. b AIG gegeben sein (längerfristige Freiheitsstrafe), der einer 

Aufrechterhaltung entgegensteht (Weisungen AIG, Ziff. 3.5.3.2.3).

Der Gesetzgeber hat für das Erlöschen der Bewilligung aus Praktikabilitätsgründen auf 

formelle Kriterien abgestellt (S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr, Bundesgesetz 

über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 19 zu Art. 61 AuG; 

Spescha, a.a.O., N 6 zu Art. 61 AIG). Wenn diese formellen Kriterien – Abmeldung ins 

Ausland oder Auslandsabwesenheit während sechs aufeinanderfolgenden Monaten, 

ohne dass vor Ablauf der sechsmonatigen Frist ein Gesuch um Aufrechterhaltung 

derselben eingereicht wurde – erfüllt sind, erlischt die Niederlassungsbewilligung von 

Gesetzes wegen zwingend; auf die Gründe bzw. die Motive des Betroffenen für die 

Auslandsabwesenheit kommt es nach gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

nicht an (vgl. BGer 2C_528/2021 vom 23. Juni 2022 E. 4.7 mit Verweis auf BGE 145 II 

322 E. 2.3, 2C_693/2021 vom 25. Oktober 2021 E. 2.2, 2C_2/2018 vom 15. Mai 2018 

E. 1.1/1.3, je mit Hinweisen). Es spielt dabei keine Rolle, ob die rechtzeitige Rückkehr in 

die Schweiz freiwillig oder unfreiwillig unterblieben ist (vgl. BGer 2C_461/2012 vom 

7. November 2012 E. 2.4), ob der Ausländer seinen Lebensmittelpunkt verlegt hat 

beziehungsweise hat verlegen wollen oder von Beginn an vorgesehen hat, in die 

Schweiz zurückzukehren (VerwGE B 2018/86 vom 24. Januar 2019 E. 5.1.). Vielmehr 

kommt es auf die tatsächliche Landesabwesenheit an, unabhängig von der Frage des 

zivilrechtlichen Wohnsitzes (BGer 2C_209/2012 vom 20. April 2012 E. 2.2). Die 

Niederlassungsbewilligung erlischt selbst dann, wenn sich der Ausländer unfreiwillig 

während mehr als sechs Monaten im Ausland befunden hat, namentlich weil er dort 

inhaftiert gewesen ist (Spescha, a.a.O., N 6 zu Art. 61 AIG; Spescha/Kerland/Bolzli, 

Handbuch zum Migrationsrecht, 2. Aufl. 2015, S. 278; BGer 2C_397/2018 vom 1. Mai 

2019 E. 5.2, 2C_512/2013 vom 17. Februar 2014 E. 2, 2C_461/2012 vom 7. Juli 2012 

E. 2.4.1, 2A.308/2001 vom 15. November 2001 E. 3a; VerwGE B 2018/86 vom 

24. Januar 2019 E. 5.1; Weisungen AIG, Ziff. 3.5.5).

2.2.2. 

Ist die Voraussetzung der Landesabwesenheit von Art. 61 Abs. 2 Satz 1 AIG erfüllt, 

erlischt die Niederlassungsbewilligung von Gesetzes wegen. Ein Ermessensspielraum, 

innerhalb dessen eine Verhältnismässigkeitsprüfung des Erlöschens als 

2.2.3. 

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aufenthaltsbeendender Massnahme vorzunehmen wäre (Art. 96 Abs. 1 AIG), besteht 

nicht (BGer 2C_691/2017 vom 18. Januar 2018 E. 3.1, 2C_327/2013 vom 23. Oktober 

2013 E. 2.3). Ist die Niederlassungsbewilligung durch Abmeldung ins Ausland oder 

ununterbrochenen Auslandaufenthalt von sechs Monaten erloschen, gelten wieder die 

allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen und die Bestimmungen über die 

Wiedererteilung, wobei die Voraussetzungen von Art. 30 Abs. 1 lit. k AIG (erleichterte 

Wiederzulassung) bzw. Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG (Anerkennung eines persönlichen 

Härtefalls) zu prüfen sind.

Unbestritten ist, dass sich der Beschwerdeführer während des Strafvollzugs im 

Landesgefängnis Vaduz vom 4. Februar bis 22. Oktober 2020 ununterbrochen im 

Fürstentum Liechtenstein und nicht in der Schweiz aufhielt. Er hat damit die Schweiz 

ohne Abmeldung für mehr als sechs Monate verlassen, ohne ein Gesuch um 

Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung zu stellen, was gemäss der klaren 

gesetzlichen Vorgabe von Art. 61 Abs. 2 Satz 1 AIG nach Ablauf von sechs Monaten 

am 3. August 2020 zum Erlöschen der Niederlassungsbewilligung führte. Weder die 

grammatikalische noch die teleologische Auslegung führen zu einem anderen Schluss, 

da es lediglich auf das formelle Kriterium der mehr als sechs Monate dauernden 

Landesabwesenheit ankommt und weder die Gründe für diese noch die Absichten des 

Ausländers entscheidend sind. Auf den Willen des Beschwerdeführers, der keinen 

Wohnsitz im Fürstentum Liechtenstein nehmen wollte und auch nicht konnte, sondern 

nach dem Strafvollzug unmittelbar in die Schweiz zurückkehrte, kommt es nicht an. 

Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung führt eine mehr als sechs 

Monate dauernde Inhaftierung im Ausland – wie vorliegend – zum Erlöschen der 

Niederlassungsbewilligung. Die vom Beschwerdeführer zitierten Weisungen AIG 

(Ziff. 3.4.3, act. 3/3), wonach Ausländerinnen und Ausländer ihren Aufenthalt in einem 

Kanton oder in der Schweiz tatsächlich aufgeben, wenn sie den Mittelpunkt ihrer 

Lebensverhältnisse ins Ausland verlegen, beziehen sich auf Konstellationen, in denen 

keine ununterbrochene sechsmonatige Abwesenheit vorliegt, da die betroffene Person 

zeitweise in die Schweiz zurückgekehrt ist, diese Person aufgrund der erwähnten 

Indizien jedoch ihren Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt trotzdem ins Ausland verlegt 

hat und ihre Niederlassung deswegen erloschen ist (vgl. VerwGE B 2021/187 vom 

14. Januar 2022 E. 2.1). Auch das Verpassen der Frist für ein Gesuch um 

Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung führt zu keinem anderen Schluss. 

Einem nicht rechtzeitig gestellten Gesuch um Verlängerung des Auslandaufenthalts 

kann höchstens bei entschuldbarer Säumnis bzw. bei Vorliegen ausserordentlicher 

Umstände stattgegeben werden, wobei eine Berufung auf Unkenntnis der gesetzlichen 

2.3. 

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Regelung dabei ausser Betracht fällt (Hunziker, a.a.O., N 29 zu Art. 61 AIG). Da es dem 

Gesetzgeber um die Schaffung eindeutiger Verhältnisse ging, was ein schutzwürdiges 

Interesse darstellt, liegt kein überspitzter Formalismus vor. Schliesslich erhielt das 

Migrationsamt erst am 22. Oktober 2020, also in einem Zeitpunkt, als die 

Landesabwesenheit des Beschwerdeführers bereits länger als sechs Monate gedauert 

hatte, Kenntnis davon, dass der Beschwerdeführer in Vaduz eine Freiheitsstrafe 

abgesessen hatte.

Da die Bewilligung nach sechsmonatiger Landesabwesenheit von Gesetzes wegen 

zwingend erlischt, besteht hinsichtlich der Feststellung des Erlöschens kein Ermessen 

der Behörden, weshalb entgegen der Rüge des Beschwerdeführers weder das 

Migrationsamt noch die Vorinstanz den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt 

oder eine materielle Rechtsverweigerung begangen haben. Ob selbst bei Vorliegen 

eines unverschuldeten Rückkehrhindernisses – wie im vom Beschwerdeführer 

vorgebrachten Fall einer Entführung ins Ausland – etwas anderes gelten könnte, 

erscheint vor dem Hintergrund des oben erläuterten, von Gesetzes wegen eintretenden 

Erlöschens der Bewilligung zweifelhaft (in der Lehre wird in diesem Kontext eine 

"allfällige" im Interesse der Rechtssicherheit getroffene Feststellungsverfügung explizit 

als bloss deklaratorischer Natur bezeichnet [Kottusch, a.a.O., S. 539], was 

systemlogisch jegliches behördliches Ermessen ausschliesst). Diese Frage wurde – 

soweit ersichtlich – höchstrichterlich bislang nicht geklärt, kann vorliegend aber 

offenbleiben, da keine derartige aussergewöhnliche Konstellation, sondern eine 

selbstverschuldete Landesabwesenheit vorliegt.

Indessen ist die vom Migrationsamt in Ziff. 2 seiner Verfügung angeordnete 

Wegweisung des Beschwerdeführers einer Überprüfung der Verhältnismässigkeit 

zugänglich. Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich jedoch keine substantiierten 

Rügen vor, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist. Hinzu kommt, dass der 

Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren bereits ein Gesuch um 

Wiedererteilung einer (Niederlassungs)Bewilligung gestellt und die Vorinstanz in der 

Vernehmlassung ausgeführt hat (vi-act. 9), das Gesuch nach Rechtskraft des 

vorliegenden Verfahrens zu prüfen. Die vom Beschwerdeführer im Rekurs vor der 

Vorinstanz aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der Verhältnismässigkeit 

seiner Wegweisung nach Serbien, dem Vorliegen eines Härtefalls nach Art. 30 Abs. 1 

lit. b AIG in Verbindung mit Art. 31 VZAE, der Erfüllung der Voraussetzungen für eine 

erleichtere Wiederzulassung nach Art. 30 Abs. 1 lit. k AIG sowie einem allfälligen 

Anspruch zufolge Schutzes des Privatlebens gestützt auf Art. 8 der Konvention zum 

2.4. 

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3.

Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer die amtlichen Kosten 

des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von 

CHF 1'200 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 

941.12). Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von CHF 1'200 ist ihm 

daran anzurechnen.

Eine ausseramtliche Entschädigung an den Beschwerdeführer fällt bei diesem 

Verfahrensausgang ausser Betracht (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98  VRP).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 1'200. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss von CHF 1'200 wird ihm daran 

angerechnet.

3.

Es wird keine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen.

 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) werden in jenem 

Verfahren in einer umfassenden Interessen- und Rechtsgüterabwägung zu prüfen sein; 

ebenso die Frage, ob das strafbare Verhalten des Beschwerdeführers einen 

Widerrufsgrund darstellt (vgl. Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b 

AIG).

Zusammenfassend steht fest, dass der Beschwerdeführer die Schweiz am 4. Februar 

2020 ohne Abmeldung für länger als sechs Monate verlassen hat, weshalb das 

Migrationsamt zu Recht feststellte, dass die Niederlassungsbewilligung gestützt auf 

Art. 61 Abs. 2 AIG erloschen ist, und die Vorinstanz den Rekurs dagegen zu Recht 

abwies. Die Beschwerde ist demzufolge ebenfalls abzuweisen.

2.5. 

bis

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