# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e29dc95-4706-5f70-ade6-4ae6cb9333f4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.05.2010 D-3118/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3118-2010_2010-05-07.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3118/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

A._______, geboren (...),
alias B._______, geboren (...),
Türkei,
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 16. April 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3118/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  türkischer  Staatsangehöriger 
kurdischer Ethnie – eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat im 
Oktober  2001  verliess  und  nach  Aufenthalten  in  C.,  D. und  E.  am 
5. Juli 2004  illegal  in  die  Schweiz  gelangte,  wo  er  gleichentags 
erstmals um Asyl ersuchte (vgl. Akten BFM A1/ S. 6),

dass das BFF mit Verfügung vom 29. Dezember 2004 das erste Asyl-
gesuch des  Beschwerdeführers wegen fehlender Glaubhaftigkeit  und 
fehlender Asylrelevanz abwies,

dass die ehemalige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) eine 
dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 5. Dezember 2006 
rechtskräftig abwies,

dass das inzwischen zuständige Bundesverwaltungsgericht ein gegen 
dieses  Urteil  erhobenes  Revisionsgesuch  vom  26. Januar  2007  mit 
Urteil vom 5. Oktober 2007 abwies,

dass der  Beschwerdeführer seit dem 9. November 2007 unbekannten 
Aufenthalts war,

dass  er mit  Eingabe vom 22. Juli  2008 ein zweites Mal  um Asyl  er-
suchte,

dass  der  Beschwerdeführer anlässlich  der  Kurzbefragung  und  der 
Anhörung zu den Asylgründen vom 15. September 2008 im Empfangs- 
und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  F.  insbesondere  geltend  machte,  er 
habe,  als  er  in  die  Türkei  habe  zurückkehren  wollen,  erfahren,  er 
werde dort gesucht,

dass  er  verdächtigt  werde,  in  der  Schweiz  Gelder  für  die  verbotene 
kurdische Arbeiterpartei PKK einzutreiben,

dass  er  sich  zwischenzeitlich  ungefähr  drei  Monate  in  G.  und  fünf 
Monate  in  C.  aufgehalten  habe  und  im  Juli  2008  in  die  Schweiz 
zurückgekehrt sei,

dass  der  Beschwerdeführer gemäss  den  eingereichten  ärztlichen 
Unterlagen  wegen  Selbst-  und  Fremdgefährdung  vom  29.  Juli  bis 

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26. August  2008 in  der  Psychiatrischen Klinik  H. stationär  behandelt 
wurde,

dass  er  sich  gemäss  Nachfrage  des  BFM beim Betreuungsdienst  I. 
vom  17.  März  2010  nicht  mehr  in  medizinisch-therapeutischer  Be-
handlung befindet,

dass das Bundesamt mit Verfügung vom 16. April 2010 – eröffnet am 
23. April  2010 –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  e  des  Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch 
nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug 
anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer habe geltend gemacht, er habe nach dem Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts vom 5. Oktober 2007 erfahren, er werde in 
der Türkei gesucht, weil  er verdächtigt werde, in der Schweiz Gelder 
für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK einzutreiben,

dass der Beschwerdeführer bereits im ersten Asylverfahren rechtsver-
treten gewesen sei, weshalb er – hätte sich tatsächlich ein neuer asyl-
relevanter Sachverhalt ergeben – diesen unmittelbar mit einem neuen 
Asylgesuch  oder  einem  ausserordentlichen  Rechtsmittel  hätte  ein-
bringen können,

dass der  Beschwerdeführer hingegen bis Juli 2008 unbekannten Auf-
enthalts gewesen sei,

dass  er  sich  ohne  nennenswerte  Funktionen  in  einem  kurdischen 
Kulturverein  betätigt  habe,  von  denen  hunderte  in  Westeuropa 
existierten,

dass das  Vorbringen,  die türkischen Behörden brächten für  den  Be-
schwerdeführer Mittel und Interesse für Verfolgungsmassnahmen auf, 
weil  sich dieser  dann und wann in  einem kurdischen Kulturverein in 
der Schweiz betätigt haben soll, nicht zu überzeugen vermöge, zumal 
der  Beschwerdeführer die Türkei im Jahre 2001 verlassen habe und 
nie mehr dorthin zurückgekehrt sei,

dass der Asylbegründung jegliche Substanz fehle und das BFM nicht 
von einer Verfolgung des Beschwerdeführers in der Türkei ausgehe,

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dass  das  am  5.  Juli  2004  eingeleitete  Asylverfahren  seit  dem 
8. Dezember  2006  (recte:  5.  Dezember  2006)  rechtskräftig  ab-
geschlossen sei  und  sich  zudem aus den Akten keine Hinweise er-
gäben,  wonach  nach  Abschluss  dieses  Verfahrens  Ereignisse  ein-
getreten seien,  die geeignet  seien,  die Flüchtlingseigenschaft  zu be-
gründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden  Schutzes 
relevant seien,

dass infolgedessen gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das Asyl-
gesuch nicht einzutreten sei,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  30. April 2010  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  er-
heben und dabei die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 
16.  April  2010  und  die  Zurückweisung  der  Sache  an  das  BFM  zur 
Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sach-
verhalts und zur Neubeurteilung beantragen liess, 

dass eventuell die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben und das BFM 
anzuweisen sei, das Asylgesuch des  Beschwerdeführers materiell  zu 
behandeln,

dass  eventuell  die  Punkte  3  bis  5  im Dispositiv  der  BFM-Verfügung 
vom  16. April  2010  aufzuheben  seien  und  die  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs des Beschwerdeführers festzustellen sei,

dass  vor  der  Gutheissung  der  vorliegenden  Verwaltungsbeschwerde 
dem unterzeichneten Anwalt eine angemessene Frist zur Einreichung 
einer  detaillierten  Kostennote  zur  Bestimmung  der  Parteient-
schädigung anzusetzen sei,

dass als Beweismittel  verschiedene Unterlagen des Schweizerischen 
Roten  Kreuzes  (SRK)  Kanton  J.  betreffend  die  Ausbildung  des 
Beschwerdeführers zum Pflegehelfer eingereicht wurden,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  4.  Mai  2010  beim  Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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und erwägt,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM entscheidet  (Art. 105  AsylG i.V.m. Art. 31-33 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 
Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ARK  [EMARK]  2004  Nr.  34 
E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich 
volle Kognition zukommt, 

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dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111 
Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in 
der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  haben 
oder  während  des  hängigen  Verfahrens  in  den  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaat zurückgekehrt sind,

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  es 
Hinweise  auf  zwischenzeitlich  eingetretene  Ereignisse  gibt,  die  ge-
eignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die 
Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant  sind (Art. 32 Abs. 2 
Bst. e AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer in  der  Schweiz  unbestrittenermassen 
bereits  ein  ordentliches  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen hat  (vgl. 
auch EMARK 2000 Nr. 14 S. 103 ff. unter Hinweis auf EMARK 1998 
Nr. 1 E. 5),

dass im Rahmen der Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG Hin-
weise  auf  in  der  Zwischenzeit  eingetretene  und  für  die  Flüchtlings-
eigenschaft  relevante  Ereignisse  zu  prüfen  sind,  wobei  die  An-
forderungen  an  das  Beweismass  tief  anzusetzen  sind  (vgl.  EMARK 
2005 Nr. 2) und gemäss zitierter Praxis diese Prüfung auf Ereignisse 
beschränkt bleibt, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu be-
gründen, und nicht in Anwendung des weiten Verfolgungsbegriffs (vgl. 
dazu EMARK 2003 Nr. 18) zu erfolgen hat  (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 
S. 18 f. E. 4.5.),

dass das BFM in seinem Entscheid in nachvollziehbarer Art und Weise 
darlegte, weshalb auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,

dass  der  Beschwerdeführer  auf  Beschwerdeebene  zur  Begründung 
insbesondere geltend machte, entgegen der auf die Auskunft des Be-
treuungsdienstes I. vom 17. März 2010 gestützten Behauptung in der 

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angefochtenen  Verfügung  befinde  er  sich  noch  immer  in  ständiger 
ärztlicher beziehungsweise psychotherapeutischer Behandlung, 

dass das BFM zumindest verpflichtet gewesen wäre, gestützt auf die 
unrichtige  Auskunft  des  Betreuungsdienstes,  ihm vor  Erlass  der  an-
gefochtenen Verfügung das rechtliche Gehör zu gewähren,

dass vorliegend eine Verletzung des rechtlichen Gehörs stattgefunden 
habe,  weil  der  Beschwerdeführer das  weitere  Bestehen  gesundheit-
licher  Probleme  sowie  ärztlicher  beziehungsweise  psycho-
therapeutischer Behandlungen im Rahmen eines Arztzeugnisses nicht 
habe darlegen können,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in  diesem  Zusammenhang  er-
sucht  werde,  dem  Beschwerdeführer  eine  angemessene  Frist  anzu-
setzen,  innert  welcher  er  einen  ausführlichen  ärztlichen  Bericht  ein-
reichen könne,

dass die Sachverhaltsabklärungen des BFM, welche in einer einzigen, 
nur  summarischen  Anhörung  zur  Sache  vom  15.  September  2008 
sowie  einer  angeblichen  telefonischen  Nachfrage  beim  Betreuungs-
dienst  I.  vom  17.  März  2010  bestanden  hätten,  unvollständig  und 
unrichtig seien,

dass der Beschwerdeführer einen Anspruch darauf habe, seine Asyl-
gründe  detailliert  vorbringen  zu  können,  weshalb  darum  ersucht 
werde, über die Schweizer Botschaft in der Türkei Abklärungen beim 
Quartiervorsteher  zu  tätigen,  welcher  der  Familie  des  Beschwerde-
führers die Auskunft erteilt habe, wonach er jetzt in der Türkei gesucht 
werde,

dass entgegen den anderslautenden Ausführungen in der Beschwerde 
das  BFM  keine  Veranlassung  hatte,  an  den  Angaben  des  Be-
treuungsdienstes I. zu zweifeln,

dass  das  BFM  den  Sachverhalt  grundsätzlich  von  Amtes  wegen  zu 
prüfen hat, diese Untersuchungspflicht jedoch nach Treu und Glauben 
ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden findet (Art. 8 
AsylG), welche auch die Substanziierungslast tragen (Art. 7 AsylG),

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dass es demnach in der Verantwortung des  Beschwerdeführers liegt, 
über  allfällige  noch  oder  neu  bestehende  gesundheitliche  Probleme 
unverzüglich zu orientieren,

dass  der  Beschwerdeführer das  Anhörungsprotokoll  vom 
15. September  2008 mit  dem Hinweis,  seine  Erklärungen  seien  ihm 
nach Abschluss der Anhörung Satz für  Satz vorgelesen sowie über-
setzt worden, und das Protokoll sei vollständig und entspreche seinen 
freien Äusserungen, unterschriftlich bestätigt hat (vgl. B21/ S. 7), 

dass er zudem die Frage, ob er alles habe sagen können, was ihm für 
sein Asylgesuch wichtig erscheine, bejaht hat (vgl. B21/ S. 6),

dass  weder  die  bei  der  Anhörung  anwesende  Hilfswerksvertreterin 
bezüglich der Befragung irgendwelche Einwände angebracht hat (vgl. 
B21/ S. 8) noch die anwesende Substitutin des Rechtsvertreters des 
Beschwerdeführers  irgendwelche  kritische  Bemerkungen  im  Verlauf 
des Verfahrens machte,

dass das BFM somit zu Recht von der Vollständigkeit der dargelegten 
Asylgründe ausgehen durfte, weshalb keine Veranlassung für eine er-
neute  Befragung  oder  gar  Botschaftsabklärungen  in  der  Türkei  be-
steht,

dass es sich demzufolge ebenso erübrigt, dem Beschwerdeführer eine 
Frist zur Einreichung eines ausführlichen Arztzeugnisses anzusetzen,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht  festgestellt 
hat,  der  bereits  im  ersten  Asylverfahren  anwaltlich  vertretene  Be-
schwerdeführer hätte beim tatsächlichen Vorliegen eines neuen asyl-
relevanten Sachverhalts dies unmittelbar mit einem neuen Asylgesuch 
oder einem neuen Rechtsmittel einbringen können,

dass daran auch die geltend gemachte angebliche Panikattacke des 
Beschwerdeführers nach der Kenntnisnahme des Urteils des Bundes-
verwaltungsgerichts vom 5. Oktober 2007 nichts zu ändern vermag,

dass  der  Umstand,  wonach  ein  negativer  Entscheid  die  betroffenen 
Asylbewerber tief  berührt  und aufwühlt,  unbestritten ist,  zumal damit 
ihre Hoffnungen und Erwartungen nicht in Erfüllung gehen,

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dass aber die mit dieser Enttäuschung einhergehenden Gefühle unter 
dem  Aspekt  zu  relativieren  sind,  dass  andere  Asylbewerber  in 
vergleichbaren  Situationen  in  der  Lage  sind,  neue  asylrelevante 
Sachverhalte sofort  geltend zu machen, sofern sich solche auch tat-
sächlich ergeben haben,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  angesichts  der  gesamten  Um-
stände zum Schluss  kommt,  vorliegend seien keine Hinweise  auf  in 
der  Zwischenzeit  eingetretene  Ereignisse  ersichtlich,  welche  die 
Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers begründen würden,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  psychische  Probleme,  wie  sie  vorliegend  geltend  gemacht 
werden, auch in der Türkei behandelt werden können,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet,

dass  darüber  hinaus  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechts-
widrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer 
im Heimatstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  des  Beschwerde-
führers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im 
Falle einer Rückkehr schliessen lassen,

dass der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise eigenen Angaben zu-
folge während zweieinhalb Jahren im familieneigenen Elektrogeschäft 
in K. gearbeitet hat (vgl. A1/ S. 2), und seine Eltern sowie sein Bruder 
L. dort noch immer leben (vgl. B1/ S. 3),

dass  er  ausserdem eine Ausbildung als  Textilarbeiter  (vgl. A1/  S. 2) 
beziehungsweise als Schneider (vgl. B1/ S. 2) absolviert hat,

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dass er schliesslich über Kenntnisse im Pflegebereich verfügt,  da er 
vom  17.  August  2009  bis  zum  23.  November  2009  beim  SRK  eine 
Grundschulung  zum  Pflegehelfer  absolviert  hat  (vgl.  Schreiben  des 
SRK Kanton J. vom 24. November 2009),

dass demnach davon auszugehen ist,  dem Beschwerdeführer werde 
der  berufliche  Wiedereinstieg  sowie  die  soziale  Reintegration  in  der 
Türkei gelingen,

dass im Übrigen keine weiteren persönlichen Gründe ersichtlich sind, 
aufgrund  derer  unter  Umständen  geschlossen  werden  könnte,  der 
Beschwerdeführer  gerate  im  Falle  der  Rückkehr  in  eine  existenz-
bedrohende  Situation,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  -  in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz - als zumutbar zu bezeichnen ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG),  und es dem Beschwerdeführer obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Weg-
weisungsvollzug insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der 
vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.- 
(Art. 16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

Versand: 

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