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**Case Identifier:** b53e0925-378f-58af-9d65-35f4cc924230
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.06.2018 200 2017 605
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-605_2018-06-19.pdf

## Full Text

200 17 605 IV
LOU/SAW/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Juni 2018

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Baumann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. Mai 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1967 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 16. Juni 2008 unter Hinweis auf Kniebeschwerden bei der 
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1). Insbesondere gestützt auf ein 
interdisziplinäres Gutachten der MEDAS C.________ vom 5. Januar 2010 
(act. II 42.1) verfügte die IVB am 4. Juni 2010 (act. II 57) bei einem Invali-
ditätsgrad von 36% die Abweisung des Leistungsbegehrens. Die dagegen 
erhobene Beschwerde (act. II 59 S. 3) wies das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern mit Urteil vom 13. Oktober 2010, IV/2010/757 (act. II 62), ab.

B.

Am 11. November 2011 (act. II 72) meldete sich der Versicherte wegen 
Nackenschmerzen, Gelenkleiden und einer Depression erneut zum Leis-
tungsbezug an. Die IVB führte erwerbliche sowie medizinische Abklärun-
gen durch und leitete berufliche Massnahmen ein (act. II 103), welche in 
der Folge abgebrochen wurden (vgl. Bericht der Abklärungsstelle 
D.________ vom 19. Februar 2013, act. II 110, und Verfügung vom 2. Juli 
2013, act. II 129). Nach einer interdisziplinären Begutachtung durch die 
MEDAS E.________ (vgl. Gutachten vom 18. Dezember 2013, act. II 
141.1) samt Ergänzungsfragen betreffend das psychiatrische Teilgutachten 
(act. II 151), einer Beweissicherung vor Ort (BvO; vgl. Bericht vom 12. Ja-
nuar 2015, act. II 169) sowie weiteren Rückfragen an die Gutachter der 
MEDAS E.________ (act. II 171.1) wurde der Versicherte nochmals durch 
die MEDAS F.________ polydisziplinär begutachtet (vgl. Gutachten vom 
16. März 2016, act. II 196.1). Mit Vorbescheid vom 8. Juli 2016 (act. II 200) 
stellte die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 12% wiederum die Abweisung 
des Leistungsbegehrens in Aussicht. Damit zeigte sich der Versicherte mit 
Einwand vom 7. September 2016 (act. II 201) nicht einverstanden und wies 
mit Schreiben vom 4. Oktober 2016 (act. II 203) auf eine laufende psychia-
trische Behandlung hin. Nachdem die IVB beim behandelnden Psychiater 

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einen Verlaufsbericht eingeholt (vgl. Bericht vom 13. Dezember 2016, act. 
II 208) und dem Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stellen 
Bern/Freiburg/Solothurn (RAD) das Dossier zur Stellungnahme unterbreitet 
hatte (act. II 216), verfügte sie am 26. Mai 2017 (act. II 222) wie im Vorbe-
scheid in Aussicht gestellt und wies das Leistungsbegehren ab. Ferner hielt 
sie fest, dass aufgrund der ausgewiesenen Aggravation auf Eingliede-
rungsmassnahmen zu verzichten sei.

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 28. Juni 2017 Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung 
vom 26. Mai 2017 sei aufzuheben und der Invaliditätsgrad sei auf mindes-
tens 40% anzusetzen. Eventualiter seien die Akten zwecks vollständiger 
Erhebung des psychiatrischen Gesundheitszustandes zur Neubeurteilung 
zurückzuweisen. Subeventualiter sei dem Beschwerdeführer für eine befris-
tete Zeit eine IV-Rente auszurichten. Subsubeventualiter seien Massnah-
men beruflicher Art zuzusprechen. 

Am 7. und 25. Juli 2017 reichte der Beschwerdeführer weitere medizinische 
Berichte zu den Akten (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 4 f.).

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 31. Juli 
2017 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 3. August 2017 gab der Instruktions-
richter den Parteien Gelegenheit, sich zum am 14. Juli 2017 ergangenen 
Entscheid des Bundegerichts betreffend die Zulässigkeit und 
Verwertbarkeit einer im IV-Verfahren angeordneten Observation zu äus-
sern (BGE 143 I 377), wovon die Beschwerdegegnerin am 31. August 2017 
und der Beschwerdeführer am 2. Oktober 2017 Gebrauch machten.

Am 9. November 2017 reichte der Beschwerdeführer weitere medizinische 
Berichte ein (act. I 6 ff.).

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt ist die Verfügung vom 26. Mai 2017 (act. II 222). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch sowie der Anspruch auf be-
rufliche Massnahmen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, 
dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt 
sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Ge-
sundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend 
ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr 
zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person auszuge-
hen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle Beweislast für 
Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 

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E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 428 f., 141 V 281 
E. 4.1 S. 296 ff.). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditäts-
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi-
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und 
andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich 
namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten 
Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht, 
intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch 
vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch ge-
nommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständi-
gen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im Alltag be-
hauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. 
Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin. 
Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärztlicher Beur-
teilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig überwiegen und 
die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten 
sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine verselbständigte, 
krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) 
zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschädigung ausser 
Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst wenn die 
klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben sein soll-
ten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden Anzei-

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chen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheitsschädi-
gung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswirkungen 
derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.1.1 
S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in die Kategorien „funktioneller 
Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4). Der Prü-
fungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die Anerkennung eines rentenbe-
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus-
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs-
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wi-
derspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie 
vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6). 

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente. 

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.6 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). 

2.7 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-
derung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gege-
ben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung 
gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 

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streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Wurde 
die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche Ver-
gleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern eine 
materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattgefunden 
hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsabklärung, eine 
Beweiswürdigung und gegebenenfalls - sofern Hinweise für eine Änderung 
in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands bestanden - 
ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 
S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Zu beurteilen ist, ob zwischen der leistungsabweisenden 
Verfügung vom 4. Juni 2010 (act. II 57), welche mit Urteil des Verwaltungs-
gerichts vom 13. Oktober 2010, IV/2010/757 (act. II 62), bestätigt wurde, 
und der hier angefochtenen Verfügung vom 26. Mai 2017 (act. II 222) in 
den tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Änderung eingetreten ist, 
die geeignet ist, den Leistungsanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.7 hier-
vor).

3.2 Die Verfügung vom 4. Juni 2010 (act. II 57) basierte in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen auf dem interdisziplinären Gutachten der 
MEDAS C.________ vom 5. Januar 2010 (act. II 42.1). Unter Berücksichti-
gung der Fachgebiete Innere Medizin, Psychiatrie, Rheumatologie und Or-
thopädie stellten die Gutachter folgende Diagnosen (S. 9):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Bilaterale fortgeschrittene medialbetonte Gonarthrose
- Zustand nach mehreren arthroskopischen partiellen Meniskektomien

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Linkskonvexe thoracolumbale Torsionsskoliose bei mässig degenerativen 
Veränderungen der Wirbelsäule
- Rezidivierende Lumbalgien seit vielen Jahren

• Geringe degenerative Veränderungen an der Halswirbelsäule
- Chronische Cervicalgien oft mit okzipitalen Cephlea und Brachialgien

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• Chronisch aktive Hepatitis B
• Verdacht auf sekundäre Schmerzausweitung

In der interdisziplinären Beurteilung gaben die Gutachter an, bei den Unter-
suchungen habe sich ihnen ein muskulös gebauter, mässig übergewichti-
ger Mann in einem guten Allgemeinzustand gezeigt. Aus rheumatologi-
scher und orthopädischer Sicht liege ein klarer Befund an den Knien vor, 
an welchen beidseitig eine fortgeschrittene globale aber medialbetonte Go-
narthrose bestehe. Diese erkläre die Belastungsintoleranz und lasse eine 
Tätigkeit als ... nicht mehr als zumutbar erscheinen. Die geringfügig bis 
mässig degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule könnten die ange-
gebenen Schmerzen nicht erklären. Ebenso bestehe eine deutliche Diskre-
panz zwischen dem muskulären Körperbau und den angegebenen Ein-
schränkungen. Auch die Darstellung der Einschränkungen (z.B. Zittern an 
den Schulterpartien bei deren Mobilisation) entspreche keiner medizinisch 
nachvollziehbaren Erkrankung, sodass von einer eventuell sogar bewusst-
seinsnahen Schmerzausweitung ausgegangen werden müsse. Dies insbe-
sondere auch deshalb, weil die psychiatrische Evaluation keine Hinweise 
auf eine psychische Erkrankung – auch nicht auf eine somatoforme 
Störung – ergeben habe. Aus internistischer Sicht sei anzufügen, dass der 
Versicherte eine chronische Hepatitis B aufweise, die eventuell die diffusen 
Gelenkschmerzen erklären könne. Aktuell ergäben sich aber daraus keine 
weiteren Einschränkungen. Zusammenfassend könne der Versicherte im 
Rahmen seiner Gonarthrosen nicht mehr als ... eingesetzt werden (S. 10 
f.). Eine körperlich leichte vorwiegend im Sitzen ausführbare Tätigkeit sei 
ihm zumutbar. Dabei sollte er weder Treppen oder Leitern steigen noch 
unebenes Gelände begehen müssen. Auch Knien oder Kauern sollte ihm 
nicht abverlangt werden. Eine angepasste Tätigkeit könne er vollzeitlich mit 
einer Leistungseinschränkung von ca. 20% ausüben (S. 12 Ziff. C 11 ff.). 

3.3 Der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 26. Mai 2017 (act. II 
222) liegen im Wesentlichen folgende Berichte zugrunde:

3.3.1 Im Gutachten der MEDAS E.________ vom 18. Dezember 2013 
(act. II 141.1) wurden nach internistischer, rheumatologischer, orthopä-
disch-chirurgi-scher und psychiatrischer Untersuchung folgende Diagno-
sen aufgeführt (S. 76): 

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Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Schwere agitierte Depression ohne psychotische Symptome (ICD-10 
F32.2)

2. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren (ICD-10 F45.41)

3. Status nach Teilprothesenversorgung beider Kniegelenke bei beidseiti-
ger, medial betonter Gonarthrose mit/bei:
- Status nach arthroskopischer partieller Meniskektomie medial und late-

ral rechts im Mai 1995
- Status nach arthroskopischer partieller Rest-Meniskektomie medial und 

lateral im September 1997
- Status nach arthroskopischer Glättung des Rest-Meniskus medial und 

Nachresektion des lateralen Scheibenmeniskus im Juni 1999
- Status nach arthroskopischer partieller Meniskektomie medial und late-

ral links im April 2008
- Status nach arthroskopischer Teil-Meniskektomie medial und lateral 

rechts am 18. August 2008
- Status nach Implantation einer medialen Hemiprothese (Oxford-

Schlittenprothese) links am 6. Dezember 2010 bzw. rechts am 19. De-
zember 2011

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

4. Chronisch rezidivierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit/bei:
- linkskonvexer lumbaler Torsionsskoliose
- degenerativen Diskopathien LWK2 bis SWK1 mit vorderen Spondylo-

sen
- Status nach Infiltration L4/L5 links am 6. November 2009
- aktuell ohne Hinweise für eine lumboradikuläre Schmerzsymptomatik

5. Chronische Zervikozephalgien mit/bei:
- diskreten Diskopathien der HWS ohne neurokompressive Pathologie

6. Periarthropathia beider Schultergelenke
7. Colon irritabile
8. Chronische Hepatitis B (chronischer HBs-Antigen-Träger) mit/bei:

- normaler Leberfunktion
9. Status nach idiopathischer Fazialisparese links im August 2009

Die allgemein-internistische Untersuchung ergebe das Bild eines grossge-
wachsenen und kräftig gebauten, muskulösen Mannes in normalem Allge-
meinzustand. Es imponiere ein sehr auffälliges Verhalten mit einer ausge-
prägten psychomotorischen Unruhe. Vor lauter Rückenschmerzen sei der 
Versicherte bei der Anamneseerhebung immer wieder vom Stuhl aufge-
standen und habe demonstrativ seine Schmerzen kundgetan. Der internis-
tische Status sei an sich unauffällig. Bei der rheumatologischen Untersu-
chung sei ebenfalls eine starke Diskrepanz zwischen den vom Versicherten 
angegebenen Beschwerden und demonstrierten Einschränkungen zu den 
erhobenen Befunden am Bewegungsapparat aufgefallen. Bei bekannter 
Gonarthrose beidseits liege eine wenig eingeschränkte Kniegelenksbeweg-

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lichkeit (links mehr als rechts, bei Status nach Teilprothesen der Kniege-
lenke) vor. Insgesamt handle es sich hier anhand der Klinik und auch der 
Bildgebung um ein sehr gutes postoperatives Resultat. Es sei schwierig 
nachzuvollziehen, dass die Kniegelenke mit beinahe absolut normaler 
Funktion und fehlenden mechanischen Reizungen solch starke Schmerzen 
machten. Ebenfalls nicht erklärbar seien die extrem starken Kreuzschmer-
zen, welche den Versicherten während der Anamneseerhebung immer 
wieder zum Aufstehen und Herumgehen zwängen. Die Rückenbeweglich-
keit entspreche der Altersnorm, neurologische Ausfälle fehlten, ebenso 
habe man keine Anhaltspunkte für eine spondylogene oder sogar radikulä-
re Symptomatik. Das Panvertebralsyndrom zervikal und lumbal betont 
müsse den diskret degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule zuge-
ordnet werden. Auch aus chirurgisch-orthopädischer Sicht zeige sich beim 
Versicherten eine augenfällige Diskrepanz zwischen den anamnestisch 
geschilderten Beschwerden, dem Bewegungsmuster und den Befunden 
der klinischen Untersuchung. Die subjektiv geschilderten Beschwerden im 
Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule sowie der Schultergelenke seien 
klinisch nicht objektivierbar. Im Bereich beider Kniegelenke lägen reizlose 
Weichteilverhältnisse vor. Der Versicherte beklage jedoch eine deutliche 
Hyperästhesie mit erheblicher Schmerzsymptomatik und insbesondere 
schmerzbedingt eingeschränkter Beugung beider Kniegelenke bei radiolo-
gisch nachgewiesener, regelrecht einliegender medialer Hemiprothese 
beidseits (S. 82 ff.). Im Rahmen der psychiatrischen Exploration gab 
Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, an, die 
Schmerzsymptomatik stehe absolut im Vordergrund. Das ganze 50-
minütige Gespräch sei geprägt gewesen von einer starken Unruhe, so dass 
sich die Untersuchung insgesamt sehr schwierig gestaltet habe. Da die 
Schmerzen in ihrer Ausprägung und Ausweitung somatisch nicht vollum-
fänglich erklärbar seien, müsse aus versicherungspsychiatrischer Sicht an 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung gedacht werden. Aufgrund 
der schwierigen Exploration sei es allerdings heikel, eine solche Diagnose 
zu stellen, da ein näheres kritisches Nachfragen nicht möglich gewesen 
sei. Trotzdem müsse davon ausgegangen werden, dass eine solche beim 
Versicherten tatsächlich vorliege. Daneben bestehe eine depressive Sym-
ptomatik mit Agitiertheit, Freudlosigkeit, Insuffizienzgefühlen, Interessens-
verlust, sozialem Rückzug, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen so-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 13

wie täglich auftretenden Suizidideen. An objektivierbaren Befunden zeige 
sich eine erheblich eingeschränkte emotionale Schwingungsfähigkeit, die 
ins Depressive verlagert sei. Vom Affekt her wirke der Versicherte innerlich 
angespannt, unruhig, nervös und es bestehe eine deutliche Angetrieben-
heit. Insgesamt imponiere das Bild einer schweren agitierten Depression. 
Allerdings seien von psychischer Seite auch einige Auffälligkeiten zu be-
nennen, so gebe der Versicherte an, er fahre noch kurze Strecken Auto, 
wie er sich jedoch derzeit präsentiere, müsse er als fahruntüchtig angese-
hen werden. Auch die Tatsache, dass im psychiatrischen Teilgutachten der 
MEDAS C.________ (act. II 42.1 S. 15) keine psychiatrische Krankheit 
festgestellt und erwähnt worden sei, dass eine eventuell sogar bewusst-
seinsnahe Schmerzausweitung vorliege, lasse hellhörig werden. Somit 
könne letztendlich eine Simulation nicht gänzlich ausgeschlossen werden, 
wobei dies aufgrund des Gesamtbildes eher unwahrscheinlich erscheine 
(S. 71 ff.; 84 f.). 

Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und 
Befunde bestehe beim Versicherten aus rein somatischer Sicht aufgrund 
der beidseits einliegenden Hemiprothesen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
für mittelschwere bis schwere Tätigkeiten, länger dauernde stehende oder 
gehende Arbeiten sowie für Tätigkeiten mit erforderlichem Lastentragen 
über 7.5kg, Lasten balancieren, erforderlichem Treppen- und Leitern-
Steigen sowie Besteigen von Gerüsten und Gehen auf unebenem und ab-
schüssigem Gelände. Lasten bis 10kg könne der Versicherte problemlos 
anheben. Auch Arbeiten in Zwangshaltungen in beiden Kniegelenken wie 
Knien oder Kauern seien nicht mehr zumutbar. In der angestammten Tätig-
keit als ... sei der Versicherte nicht mehr einsetzbar. Sitzende Arbeiten mit 
intermittierender, kurzzeitiger stehender sowie gehender Position im Wech-
sel ohne zeitliche Limitierung könne der Versicherte zu 100% ausüben. Aus 
psychiatrischer Sicht bestehe aber zurzeit aufgrund der schweren agitierten 
Depression eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 85 Ziff. 7.4). 

3.3.2 Am 4. Februar 2014 (act. II 147) nahm der RAD-Arzt Dr. med. 
K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zum Gutachten 
der MEDAS E.________ Stellung und führte aus, in Bezug auf die somati-
schen Abklärungen sei dieses umfassend sowie nachvollziehbar. Auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 14

psychiatrischem Gebiet stelle er dagegen aufgrund der beschriebenen Dis-
krepanzen und Widersprüche die Validität der Aussagen und die angege-
benen Beschwerden des Versicherten sowie die erhobenen psychiatri-
schen Befunde mit den daraus abgeleiteten Einschränkungen der Arbeits-
fähigkeit insgesamt weitgehend in Frage. 

3.3.3 In Ergänzung des psychiatrischen Teilgutachtens legte Dr. med. 
G.________ am 5. März 2014 (act. II 151) unter anderem dar, dass sich 
letztendlich die Auffälligkeiten nicht eindeutig erklären liessen, wobei er 
aufgrund des Gesamtbildes mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine 
Simulation vermute. Dass der Versicherte seine Symptomatik besonders in 
Bezug auf Schmerzen in der Gutachtenssituation verdeutliche und der 
Gutachter keine ausreichenden Befunde erheben könne, welche die 
Schmerzen erklären könnten, sei eine Voraussetzung für die Diagnose 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. 

3.3.4 Nachdem der Beschwerdeführer erneut am linken Knie operiert 
worden war (vgl. Operationsbericht vom 12. Juni 2014, act. II 157 S. 7) und 
nach Einsicht in die Unterlagen der BvO (act. II 169 f.) hielten die 
E.________-Gutachter Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine In-
nere Medizin, und Dr. med. G.________ in der Stellungnahme vom 
20. März 2015 (act. II 171.1) fest, dass sich aus rein orthopädischer Sicht 
an der Knieproblematik seit der Begutachtung im 2013 nichts Wesentliches 
verändert habe. Es sei lediglich eine offene Exploration erfolgt, wodurch 
eine Lockerung der linksseitigen Prothese habe ausgeschlossen werden 
können. In psychiatrischer Hinsicht liessen sich aufgrund des Videomateri-
als keine Beeinträchtigungen erkennen, insbesondere könne keine schwe-
re depressive Störung beobachtet werden. Der Versicherte wirke in seinen 
Bewegungen flüssig und nicht agitiert. Eine Einschränkung der Bewegung 
aufgrund von Schmerzen sei nicht erkennbar (S. 6). Es sei davon auszu-
gehen, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten in der Zeit zwi-
schen der Begutachtung in der MEDAS E.________ und der Videoüberwa-
chung deutlich verbessert habe. Natürlich könne mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit auch keine Simulation in der Begutachtungssituation im Jah-
re 2013 ausgeschlossen werden. Ein psychiatrisches Zumutbarkeitsprofil 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 15

sei allein aufgrund des Videomaterials nicht erstellbar; diesbezüglich brau-
che es erneut eine psychiatrische Begutachtung (S. 7).

3.3.5 Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS F.________ vom 16. 
März 2016 (act. II 196.1), welches auf Beurteilungen in den Fachgebieten 
Psychiatrie (Federführung), Orthopädie/Traumatologie und Innere Medizin 
beruht, führten die Gutachter die folgenden Diagnosen auf (S. 25): 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit):

1. Mediale Hemischlitten bei beiden Kniegelenken (Primärimplantation links 
am 6. Dezember 2010, rechts am 19. Dezember 2011)

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

2. Rezidivierendes vertebragenes Schmerzsyndrom ohne radikuläre Rei-
zung bei linkskonvexer lumbaler Skoliose

3. Epicondylitis humeri radialis rechts
4. Reizung linkes ISG
5. Senk-Spreizfuss beidseits
6. Hepatitis B
7. Adipositas (BMI 32 kg/m2)
8. Nikotinabusus (30 py)

In der polydisziplinären Beurteilung legten die Gutachter dar, in psychiatri-
scher Hinsicht sei aufgrund der Beobachtungen in der Untersuchungssitua-
tion, der Auswertung der anamnestischen Angaben sowie ferner unter 
Berücksichtigung der Informationen in den Unterlagen (insbesondere: Vi-
deoüberwachung im Jahre 2014) von einer massiven Aggravation auszu-
gehen. Eine krankheitswertige depressive Symptomatik wie auch die in der 
Vergangenheit gestellte Diagnose einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung lägen nicht vor. Aus orthopädischer Sicht bestehe eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lediglich in Bezug auf die medialen 
Hemischlitten-versorgten Kniegelenke. Internistischerseits habe keine Dia-
gnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können. Die 
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als ... sei aufgehoben. Der Ver-
sicherte könne indessen leichte bis gelegentlich mittelschwere, vorwiegend 
sitzende Arbeiten mit gelegentlichem Gehen und Stehen, ohne häufigem 
Knien oder Hocken und ohne Tätigkeiten mit erhöhter Sturzgefahr mit voller 
Arbeitszeit und voller Leistung erbringen (S. 26). Mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit habe in der Vergangenheit niemals eine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit vorgelegen (S. 27).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 16

3.3.6 Der behandelnde Psychiater Dr. med. I.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Verlaufsbericht vom 
13. Dezember 2016 (act. II 208) eine andauernde Persönlichkeitsänderung 
(ICD-10 F62.8) als Residualzustand nach längerdauernder Anpassungs-
störung (ICD-10 F43.23) mit Depression, Angst und Ärger (S. 2 Ziff. 1.1). 
Neben der depressiven Angstsymptomatik bestünden eine recht fixierte 
misstrauische Haltung gegenüber „der Welt“, Antriebsmangel, ein Gefühl 
der Leere, gleichzeitig eine chronische Nervosität und Unruhe und ein so-
zialer Rückzug. Der Versicherte hege selber das sehr starke Empfinden, 
krank und beeinträchtigt zu sein. Ab ca. 2011 attestierte Dr. med. 
I.________ eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3 Ziff. 1.6 f.).

3.3.7 Vom 4. bis zum 21. Januar 2017 war der Beschwerdeführer in der 
Klinik J.________ hospitalisiert. Im Bericht vom 1. Februar 2017 (act. II 214 
S. 2) wurde als Hauptdiagnose eine Dekonditionierung und Mobilität-
seinschränkung bei chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psy-
chischen Faktoren festgehalten. Insgesamt habe sich kein Ansatz für eine 
Schmerzverbesserung durch physische Aktivierung und muskulärem Auf-
bau verzeichnen lassen. Positiv zu vermerken sei die regelmässige Teil-
nahme des Patienten an allen Therapien trotz Müdigkeit und Schmerzexa-
zerbationen (S. 4).

3.3.8 In der Stellungnahme vom 24. Februar 2017 (act. II 216) führte 
Dr. med. K.________ aus, das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS 
F.________ vom 16. März 2016 sei umfassend und nachvollziehbar. Da-
gegen stellten die neu vorgelegten Arztberichte von Dr. med. I.________ 
und der Klinik J.________, die zumindest teilweise offenbar in Unkenntnis 
früherer Abklärungsergebnisse der IV-Stelle erstellt worden seien bzw. sich 
nicht damit auseinandersetzten, eine Wiederholung früherer Diagnosen, die 
bereits teilweise als widerlegt anzusehen seien, dar. Es liege kein neuer 
medizinischer Sachverhalt oder gar eine neue Faktenlage vor. Die Berichte 
seien daher lediglich als andere Einschätzung desselben medizinischen 
Sachverhaltes anzusehen (S. 4 f.).

3.3.9 Am 20. Mai 2017 (act. II 221 S. 2) bestätigte Dr. med. I.________ 
auf Ersuchen des Beschwerdeführers seine gestellten Diagnosen sowie die 
attestierte Arbeitsunfähigkeit von ca. 50%.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 17

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4. In rechtlicher Hinsicht ist zunächst zu prüfen, ob auf die im Rahmen 
der BvO erlangten Beweismittel (schriftlicher Bericht vom 12. Januar 2015, 
act. II 169, und Videoaufzeichnungen in Form von drei DVDs) im vorliegen-
den Verfahren abzustellen ist.

4.1 Gemäss BGE 143 I 377 fehlt es in der Invalidenversicherung – glei-
chermassen wie im Unfallversicherungsrecht (vgl. dazu Urteil des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte [EGMR] vom 18. Oktober 
2016 [Vukota-Bojic c. Suisse; Requête no 61838/10]) – an einer genügen-
den gesetzlichen Grundlage, welche eine verdeckte Überwachung umfas-
send klar und detailliert regelt. Eine unter geltendem Recht durchgeführte 
Observation verletzt damit Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskon-
vention (EMRK; SR 0.101) resp. Art. 13 der Bundesverfassung (BV; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 18

SR 101), weshalb das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung mit 
BGE 143 I 377 geändert hat. An der Rechtsprechung gemäss BGE 137 I 
327 wird nicht weiter festgehalten. Hinsichtlich der Frage, ob die Ergebnis-
se von Observationen, die bereits vor der Rechtsprechungsänderung ab-
geschlossen wurden, in einem konkreten Verfahren beweismässig verwert-
bar sind, hält das Bundesgericht unter Bezugnahme auf das EGMR-Urteil 
61838/10 vom 18. Oktober 2016 fest, dass sich diese Frage allein nach 
schweizerischem Recht beantwortet (BGE 143 I 377 E. 5 S. 384). Dazu ist 
eine Abwägung zwischen den privaten Interessen des Betroffenen und 
dem öffentlichen Interesse durchzuführen (BGE 143 I 377 E. 5.1.1 S. 385). 
Wurde der IV-Bezüger nur im öffentlichen Raum ohne äussere Beeinflus-
sung überwacht und war er weder einer systematischen noch ständigen 
Überwachung ausgesetzt und wurde die Observation aufgrund ausgewie-
sener Zweifel eingeleitet, überwiegt grundsätzlich das erhebliche öffentliche 
Interesse an der Verhinderung eines Versicherungsmissbrauchs, womit der 
Observationsbericht inkl. Foto- und Videoaufnahmen in die Beweiswürdi-
gung miteinbezogen werden dürfen (BGE 143 I 377 E. 5.1.2 S. 386 und 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 15. Februar 2018, 8C_2/2018, 
E. 4.3).

4.2 Die Observation wurde vorliegend aufgrund der im E.________-
Gutachten vom 18. Dezember 2013 (act. II 141.1) aufgeführten erheblichen 
Zweifel an der Validität der angegebenen Beschwerden und Aussagen des 
Beschwerdeführers sowie an den gestützt darauf erhobenen psychiatri-
schen Befunden durchgeführt. Weder durch den RAD-Arztbericht von Dr. 
med. K.________ vom 4. Februar 2014 (act. II 147 S. 4 ff.) noch durch die 
Ergänzungsfragen an den psychiatrischen Gutachter der MEDAS 
E.________ (vgl. Stellungnahme vom 5. März 2014, act. II 151) konnten 
die zahlreichen Inkongruenzen bereinigt werden. Mit Blick darauf sowie 
unter Berücksichtigung, dass bereits im Gutachten der MEDAS 
C.________ vom 5. Januar 2010 eine eventuell sogar bewusstseinsnahe 
Schmerzausweitung erwähnt wurde (act. II 42.1 S. 10), war die BvO objek-
tiv geboten. Die in Frage stehenden, im Rahmen der BvO erstellten Vi-
deoaufnahmen sowie der dazu ergangene schriftliche Bericht vom 12. Ja-
nuar 2015 (act. II 169) betreffen einzig Tatsachen, die sich an öffentlich 
einsehbaren bzw. der Öffentlichkeit zugänglichen Orten verwirklicht haben. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 19

Die BvO erfolgte zudem unbestrittenermassen ohne äussere Beeinflussung 
des Beschwerdeführers. Es handelt sich insofern um eine zulässige Obser-
vation im Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung. Der Beschwerde-
führer war dabei keiner systematischen oder ständigen Überwachung aus-
gesetzt. Von einer solchen kann bei Beobachtungen an insgesamt 13 Ta-
gen (8 Tage im August und 5 Tage im Oktober 2014, an 10 Tagen wurde 
gefilmt, vgl. act. II 169 S. 3) über einen Zeitraum von zwei Monaten nicht 
gesprochen werden. Das öffentliche Interesse an der Verwertung überwiegt 
somit vorliegend das private Interesse am Schutz der Privatsphäre. Die 
Ergebnisse der vor der Rechtsprechungsänderung stattgehabten BvO sind 
folglich verwertbar. Der Observationsbericht inkl. Foto- und Videoaufnah-
men sind von der Beschwerdegegnerin zu Recht in die Beweiswürdigung 
miteinbezogen worden und – entgegen der Auffassung des Beschwerde-
führers (vgl. Beschwerde S. 5 Art. 3) – auch weiterhin miteinzubeziehen.

5.

5.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 26. Mai 2017 (act. II 222) massgeblich auf die polydisziplinäre 
Begutachtung der MEDAS F.________ vom 16. März 2016 (act. II 196.1) 
gestützt. Diese erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 
den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.4 hiervor), weshalb ihr volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 
V 351 E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben sich in den ärztlichen Beurtei-
lungen sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen auseinander-
gesetzt und ihre Schlussfolgerungen in Kenntnis der Vorakten und gestützt 
auf ihre eigenen Untersuchungen getroffen. Insbesondere diskutierten sie 
auch IV-fremde Faktoren und Diskrepanzen zu anderen Arztberichten. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand nachvollziehbar begründet. Auf das Gutachten der MEDAS 
F.________ ist somit abzustellen.

5.2 Aus somatischer Sicht führten die Gutachter der MEDAS 
F.________ differenziert und überzeugend aus, dass eine Einschränkung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 20

der Arbeitsfähigkeit lediglich in Bezug auf die medialen Hemischlitten-
versorgten Kniegelenke vorliegt und die weiteren Diagnosen keinen Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Die bisherige Tätigkeit als ... ist dem 
Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Eine leichte bis gelegentlich mit-
telschwere, vorwiegend sitzende Arbeit mit gelegentlichem Gehen und 
Stehen, ohne häufigem Knien oder Hocken und ohne Tätigkeiten mit er-
höhter Sturzgefahr kann er indessen bei voller Leistung zu 100% ausüben 
(act. II 196.1 S. 26). Diese Beurteilung ist in sich schlüssig und nachvoll-
ziehbar. Zudem steht sie im Wesentlichen auch in Einklang mit den Aus-
führungen im Gutachten der MEDAS E.________ vom 18. Dezember 2013 
(act. II 141.1 S. 85 Ziff. 7.4) sowie mit der Stellungnahme der Gutachter der 
MEDAS E.________ Dres. med. G.________ und H.________ vom 
20. März 2015 nach der BvO (act. II 171.1 S. 6). Auf die somatische Beur-
teilung der Gutachter der MEDAS F.________ ist demnach abzustellen.

Soweit der Beschwerdeführer mit den im Beschwerdeverfahren eingereich-
ten Arztberichten (act. I 4 ff.) auf eine Exazerbation der Rückenschmerzen, 
die im August 2017 operativ behandelt wurden, hinweist und damit eine 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend machen sollte, kann 
er daraus im vorliegenden Verfahren nichts zu seinen Gunsten ableiten. 
Die vorgebrachten Beschwerden betreffen einen nach Erlass der angefoch-
tenen Verfügung eingetretenen Sachverhalt und sind aufgrund des zeitli-
chen Überprüfungshorizontes des Gerichts vorliegend nicht zu berücksich-
tigen (BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140; SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4). Ab-
gesehen davon ergeben sich aus den dazu vorgelegten Unterlagen keine 
Hinweise auf eine Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit. 

5.3 Aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte der Gutachter der MEDAS 
F.________ Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, keine psychische Störung im Sinne der ICD-10-Klassifikation. Aus-
führlich und nachvollziehbar legte er dar, dass keine krankheitswertige de-
pressive Symptomatik vorliegt, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch 
nie vorgelegen hat und der Beschwerdeführer mit ganz überwiegender 
Wahrscheinlichkeit in der Vergangenheit im Bereich des Normalpsycholo-
gischen durch die Schmerzsymptomatik im Sinne zeitweiliger Bedrücktheit 
beeinträchtigt gewesen ist. Zudem hielt er differenziert und überzeugend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 21

fest, dass eine massive Aggravation vorliegt (act. II 196.2 S. 8 f.). Diese 
Einschätzungen finden Rückhalt im Bericht des RAD-Arztes vom 24. Fe-
bruar 2017 (act. II 216 S. 4) und stehen – soweit die aktuelle Situation be-
treffend – im Einklang mit den Angaben von Dr. med. G.________ in der 
Stellungnahme vom 20. März 2015 (act. II 171.1 S. 6). Ferner entsprechen 
sie auch ohne weiteres dem vom Beschwerdeführer während der BvO ge-
zeigten Gesamtbild (act. II 169). 

Die in der Beschwerde, S. 5 ff. Art. 4 f., dagegen vorgebrachten Einwände 
vermögen dieses Ergebnis nicht umzustossen. Soweit der Beschwerdefüh-
rer die Dauer der Untersuchung rügt (vgl. Beschwerde S. 6), kann er dar-
aus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Für den Aussagegehalt eines medi-
zinischen Gutachtens kommt es in erster Linie darauf an, ob die Expertise 
inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Trifft dies – wie hier – 
zu, ist die Untersuchungsdauer grundsätzlich nicht entscheidend (Ent-
scheide des BGer vom 1. April 2009, 9C_55/2009, E. 3.3 und vom 9. April 
2014, 8C_603/2013, E. 4.1). Entgegen der Auffassung des Beschwerde-
führers (vgl. Beschwerde S. 6) nahm Dr. med. L.________ auch zu den 
divergierenden Arztberichten – insbesondere zu den Beurteilungen von Dr. 
med. G.________ – Stellung und erläuterte nachvollziehbar, weshalb auf 
diese nicht abgestellt werden kann. So wies er explizit auf die grossen 
Schwierigkeiten von Dr. med. G.________ hin, das Verhalten des Be-
schwerdeführers und die anamnestischen Angaben diagnostisch einzuord-
nen und von Aggravation oder gar Simulation zu unterscheiden (act. II 
196.2 S. 8). Hinzu kommt, dass aufgrund der massiven Aggravation 
gemäss der aktuellen Rechtsprechung eine leistungseinschränkende versi-
cherte Gesundheitsschädigung zu verneinen ist und damit ein Ausschluss-
grund vorliegt (vgl. E. 2.3 hiervor). Schliesslich vermögen auch die Berichte 
des behandelnden Psychiaters Dr. med. I.________ vom 13. Dezember 
2016 (act. II 208) und vom 20. Mai 2017 (act. II 221 S. 2) sowie der Aus-
trittsbericht der Klinik J.________ vom 1. Februar 2017 (act. II 214 S. 2) die 
Beurteilung von Dr. med. L.________ nicht in Zweifel zu ziehen. Dies weil 
eine schlüssige und verständliche medizinische Begründung der gestellten 
Diagnosen fehlt und sich die behandelnden Ärzte – sofern sie überhaupt in 
Kenntnis sämtlicher Abklärungsergebnisse der Beschwerdegegnerin, ins-
besondere auch der BvO, gewesen sein sollten – nicht nachvollziehbar mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 22

den Diskrepanzen zu den anderen Arztberichten und Gutachten auseinan-
dergesetzt haben. Die von Dr. med. I.________ attestierte 50%ige Arbeits-
unfähigkeit findet in den übrigen Akten zudem keinen Rückhalt und die Kli-
nik J.________ äusserte sich überhaupt nicht zu allfälligen Einschränkun-
gen der Arbeitsfähigkeit. Wie Dr. med. K.________ im Bericht vom 24. Fe-
bruar 2017 (act. II 216 S. 5) darlegte, beruhen die Beurteilungen von Dr. 
med. I.________ und der Klinik J.________ nicht auf medizinisch neuen 
Tatsachen oder einer neuen Faktenlage, weshalb sie lediglich eine andere 
Einschätzung desselben medizinischen Sachverhaltes darstellen, welche 
die gutachterlichen Ergebnisse nicht umzustossen vermögen. Damit steht 
in psychiatrischer Hinsicht fest, dass beim Beschwerdeführer keine rele-
vante Beeinträchtigung vorliegt und er uneingeschränkt arbeitsfähig ist.

5.4 Aus dem Dargelegten folgt insgesamt, dass der Beschwerdeführer 
in einer angepassten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist. Ob bei diesem 
Zwischenergebnis eine revisionsrechtlich relevante Veränderung im Ge-
sundheitszustand zum Referenzzeitpunkt Juni 2010 (vgl. E. 3.1 hiervor) 
überhaupt ausgewiesen ist, kann offen bleiben, da – wie nachfolgend dar-
gelegt wird (vgl. E. 6 hiernach) – ohnehin kein Rentenanspruch begründet 
ist. 

Der Sachverhalt ist rechtsgenüglich abgeklärt. Entgegen dem Antrag in der 
Beschwerde (S. 2, Rechtsbegehren Ziff. 2) kann demnach auf weitere Be-
weiserhebungen verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 
122 V 157 E. 1d S. 162).

6.

6.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 23

6.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

6.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222, 143 V 
295 E. 4.1.3 S. 300).

Gestützt auf die Neuanmeldung zum Leistungsbezug vom 11. November 
2011 (act. II 72) und Art. 29 Abs. 1 IVG (Entstehung des Rentenanspruchs 
frühestens mit Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung) liegt 
der Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns im Mai 2012. Das War-
tejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war in diesem Zeitpunkt erfüllt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 24

(act. II 67.1 S. 44). Somit ist der Einkommensvergleich auf das Jahr 2012 
hin vorzunehmen.

6.3.1 Der Beschwerdeführer war bis am 31. August 2009 bei der 
M.________ tätig und ging anschliessend keiner Erwerbstätigkeit mehr 
nach (act. II 12, 141.1 S. 26). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen – entsprechend dem rechts-
kräftigen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okto-
ber 2010, IV/2010/757, E. 4.2.2 – anhand der Lohnangaben der ehemali-
gen Arbeitgeberin betreffend das Jahr 2008 in der Höhe von Fr. 67'353.-- 
festgelegt hat. Angepasst an die Nominallohnentwicklung per 2012 
(Fr. 67'353.-- : 119.5 x 124.9 [Tabelle T1.93, Nominallohnindex 1993-2010 
und 2011-2017, Abschnitt F, Baugewerbe, Index Jahr 2008: 119.5 Punkte, 
Index Jahr 2012: 124.9 Punkte, abrufbar auf www.bfs.admin.ch]) beträgt 
das Valideneinkommen Fr. 70'397.--.

6.3.2 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer seit Eintritt 
des geltend gemachten Gesundheitsschadens keine neue Arbeit aufge-
nommen hat. Ausgehend vom Zumutbarkeitsprofil gemäss den Gutachtern 
der MEDAS F.________ (act. II 196.1 S. 26) ist das Invalideneinkommen – 
entsprechend dem Einkommensvergleich der Beschwerdegegnerin (act. II 
222 S. 4) – gestützt auf die Tabellenlöhne zu berechnen. Gemäss LSE 
2012, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kom-
petenzniveau und Geschlecht, Tabelle TA1, Privater Sektor, Kompetenzni-
veau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art), Männer, 
beträgt das durchschnittliche Einkommen für Hilfsarbeiten über sämtliche 
Wirtschaftszweige Fr. 5'210.-- pro Monat (Totalwert). Dieses Einkommen ist 
an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (Statistik der 
betriebsüblichen Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, ab 2004-2017, 
Total, 2012) anzupassen. Ferner ist der unbestritten gebliebene, von der 
Beschwerdegegnerin zugestandene leidensbedingte Abzug von 5% (act. II 
222 S. 4) vorzunehmen. Daraus resultiert ein Invalideneinkommen von 
Fr. 61'918.-- (Fr. 5'210.-- x 12 : 40 x 41.7 - 5%).

6.3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 70'397.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 61'918.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 25

Fr. 8'479.--, was einem gerundeten Invaliditätsgrad von 12% entspricht. Es 
besteht somit auch weiterhin kein Anspruch auf eine Invalidenrente. 

7. Mit Blick auf die dem Beschwerdeführer zumutbaren Arbeiten (vgl. 
Zumutbarkeitsprofil gemäss der MEDAS F.________ Gutachten, act. II 
196.1 S. 26) besteht auf dem massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
ein genügend breites Spektrum an Verweistätigkeiten, denen er ohne wei-
teres nachgehen könnte. Berufliche Massnahmen sind daher praxisgemäss 
nicht angezeigt und wären überdies aufgrund der ausgewiesenen Aggrava-
tion ohnehin nicht zielführend. Demnach ist nicht zu beanstanden, wenn die 
Beschwerdegegnerin auf die Durchführung von beruflichen Massnahmen 
verzichtet hat. 

8. Nach dem Dargelegten erweist sich die angefochtene Verfügung 
vom 26. Mai 2017 (act. II 222) als rechtens und die dagegen erhobene Be-
schwerde ist abzuweisen.

9.

9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

9.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2018, IV/17/605, Seite 26

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.