# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** abe027e9-be72-5292-9fb5-2347991c54a0
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-14
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 14.09.2021 S 2020 35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-35_2021-09-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

+SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 14. September 2021
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Rückforderung Abklärungskosten)

S 2020 35

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Urteil S 2020 35

A. Der Versicherte, A.________, Jahrgang 1964, meldete sich am 24. Juli 2008 
erstmals bei der IV-Stelle Zug zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Die IV-Stelle holte 
daraufhin bei den behandelnden Ärzten aktuelle Berichte ein und liess den Versicherten 
polydisziplinär durch die MEDAS Zentralschweiz begutachten (IV-act. 20). Mit Verfügung 
vom 3. November 2009 wurde das Leistungsbegehren abgewiesen (IV-act. 30).

Am 8. April 2015 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversicherung an (IV-
act. 36), woraufhin RAD-Arzt Dr. med. C.________, Facharzt für Innere Medizin FMH, 
eine neuerliche polydisziplinäre Begutachtung als notwendig ansah (IV-act. 56). Das 
Gutachten wurde in der Folge durch das Begutachtungszentrum BL (BEGAZ) erstattet (IV-
act. 80). Gestützt darauf teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 
20. Februar 2018 mit, dass sie vorsehe, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 82). 
Nachdem der Versicherte dagegen Einwand erhoben und diverse neue Arztberichte 
eingereicht hatte, empfahl RAD-Arzt Dr. C.________ eine orthopädisch/psychiatrische 
Verlaufsbegutachtung (IV-act. 120). Mit Mitteilung vom 18. Juni 2019 teilte die IV-Stelle 
dem Versicherten mit, dass zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende 
medizinische Untersuchung in Orthopädie und Psychiatrie notwendig sei (IV-act. 121). Am 
17. Juli 2019 wurde die bereits früher involvierte Gutachterstelle BEGAZ mit der 
entsprechenden Begutachtung beauftragt (IV-act. 126). Diese teilte dem Versicherten am 
24. September 2019 die Termine für die psychiatrische und orthopädische Untersuchung 
vom 14. November 2019 mit (IV-act. 130). Am 18. November 2019 ging auf der IV-Stelle 
kommentarlos ein Bericht der Neurochirurgie D.________ über eine Operation 
(mikrotechnische dekompressive Re-Fenestration, Rezessotomie und 
Sequesterentfernung) vom 22. Oktober 2019 ein (IV-act. 131). Das Gutachten der BEGAZ 
datiert vom 27. November 2019 (IV-act. 132). Mit Stellungnahme vom 3. Dezember 2019 
bemängelte RAD-Arzt Dr. C.________ in erster Linie die Tatsache, dass die gutachterliche 
Untersuchung nur drei Wochen nach einer – der IV-Stelle nicht bekannten – 
Rückenoperation erfolgt sei, mithin zu einem Zeitpunkt als noch kein stabiler 
Gesundheitszustand vorgelegen habe (IV-act. 133). Nach Gewährung des rechtlichen 
Gehörs (IV-act. 136 und 139) forderte die IV-Stelle den Versicherten mit Verfügung vom 
3. Februar 2020 zur Rückerstattung von Abklärungskosten in der Höhe von Fr. 1'500.– 
auf. Die Verfügung wurde damit begründet, dass der Versicherte die Operation, welcher er 
sich am 22. Oktober 2019 unterziehen musste, der IV-Stelle in unentschuldbarer Weise 
nicht mitgeteilt habe und die Gutachter angesichts dessen keine schlüssige Beurteilung 
hätten abgeben können (IV-act. 142).

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Urteil S 2020 35

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 6. März 2020 liess A.________ 
beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass er 
keine Abklärungskosten zu erstatten habe. Eventualiter sei er zur Rückerstattung 
reduzierter und angemessener Abklärungskosten von maximal Fr. 200.– zu verpflichten; 
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um 
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsvertretung in der Person von RA lic. iur. 
B.________. Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, seine 
Hausärztin habe die Beschwerdegegnerin bisher stets über seinen gesundheitlichen 
Zustand orientiert und mit Arztberichten versorgt. Er habe sich daher darauf verlassen 
dürfen, dass sie der IV-Stelle auch den Operationsbericht vom 22. Oktober 2019 zeitnah 
weiterleiten würde. Sodann sei er psychisch belastet, weshalb er über wenig persönliche 
Ressourcen verfüge. Aufgrund der gegebenen Umstände sei ihm somit kein 
unentschuldbares Verhalten vorzuwerfen. Im Übrigen sei zu berücksichtigen, dass beide 
Teilgutachter gleich zu Beginn der Untersuchung über die Operation vom 22. Oktober 
2019 informiert worden seien, sodass die Begutachtung sogleich hätte abgebrochen und 
ein neuer Termin angesetzt werden können. Weshalb dennoch eine Konsensbesprechung 
durchgeführt worden sei, sei nicht nachvollziehbar (act. 1).

C. Mit Vernehmlassung vom 31. März 2020 beantragte die IV-Stelle Zug die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. 3). 

D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren 
jeweiligen Anträgen fest (act. 6 und 9). Auf den Inhalt der Eingaben wird – soweit 
notwendig – erwägungsweise einzugehen sein.

E. Mit Verfügung vom 18. Juni 2020 bewilligte der Vorsitzende der 
Sozialversicherungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts das Gesuch des 
Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtsverbeiständung und stellte ihm für das 
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht einen unentgeltlichen Rechtsbeistand in der 
Person von RA lic. iur. B.________ bei (act. 12). 

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Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Entscheids (in casu 
3. Februar 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind in 
zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des zu 
Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 E. 1.2.1).

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. In übergangsrechtlicher Hinsicht sieht Art. 82a ATSG vor, 
dass für im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim 
erstinstanzlichen Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu 
beurteilende Beschwerde wurde am 6. März 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 
31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung 
finden und in dieser Fassung zitiert werden.

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG, BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des 
Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche 
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend und gestützt auf 
Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) 
– Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – fraglos gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige 
Verfügung am 3. Februar 2020; diese ging gemäss Zustellnachweis am 5. Februar 2020 
beim Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a 
IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. 
Die Beschwerdeschrift datiert vom 6. März 2020, wurde gleichentags der Post übergeben 
und ging am 9. März 2020 beim Verwaltungsgericht ein. Die gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG 
vorgesehene, 30-tägige Beschwerdefrist wurde somit gewahrt. Der Beschwerdeführer ist 
von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die 
Beschwerdeschrift enthält Antrag und Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen 
Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf 

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Urteil S 2020 35

dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO 
VG; BGS 162.11).

3. Zwischen den Parteien ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin dem 
Beschwerdeführer die Abklärungskosten in der Höhe von Fr. 1'500.–, welche durch die 
verspätete Meldung der Rückenoperation vom 22. Oktober 2019 und der am 
14. November 2019 vorgenommenen bidisziplinären Teilgutachten entstanden sind, 
überbinden darf oder nicht.

4.
4.1 Grundsätzlich übernimmt der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung, 
soweit er die Massnahmen angeordnet hat (Art. 45 Abs. 1 ATSG). Ausnahmsweise 
können der Partei die Kosten auferlegt werden, wenn sie trotz Aufforderung und 
Androhung der Folgen die Abklärung in unentschuldbarer Weise verhindert oder erschwert 
hat (Art. 45 Abs. 3 ATSG). Vorausgesetzt ist zunächst ein unentschuldbares Verhalten, 
was über den Tatbestand hinaus geht, in welchem sich die Person einer Massnahme 
entzieht oder widersetzt. Vielmehr ist überdies ein klarerweise zu missbilligendes, 
tadelnswertes Verhalten verlangt, was in sich schliesst, dass ein stichhaltiger Grund für 
das Verhalten nicht erkennbar ist und dass die Person bezogen auf die nicht befolgte 
Massnahme urteilsfähig ist. Dies ist etwa dann nicht erfüllt, wenn die betreffende Person 
versehentlich unterlässt, einen Besprechungstermin wahrzunehmen. Im Weiteren folgt die 
Bestimmung von Art. 45 Abs. 3 ATSG dem Verursacherprinzip und bezweckt die 
Auferlegung einzig derjenigen Kosten, die entstanden sind, weil die Partei durch ihr 
unentschuldbares Verhalten eine Abklärungsmassnahme verhindert oder erschwert hat 
und ihr dadurch bezüglich der Kostenverursachung ein vorwerfbares Verhalten 
vorzuhalten ist (vgl. BGE 145 V 314 E. 5.3.2).

Aus formeller Sicht muss der Versicherungsträger vor der Kostenauflage die versicherte 
Person auffordern, sich der (notwendigen und zumutbaren: vgl. Art. 43 Abs. 2 ATSG) 
Massnahme zu unterziehen. Die Partei muss zudem darauf aufmerksam gemacht werden, 
dass sie andernfalls die Kosten zu tragen hat. In sinngemässer Anwendung der analogen 
Regelung von Art. 21 Abs. 4 und Art. 43 Abs. 3 ATSG ist ihr sodann eine angemessene 
Bedenkzeit einzuräumen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 45 N 53–
57 und dortige Hinweise).

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4.2 Sind diese Voraussetzungen (ausnahmsweise) erfüllt, können die durch das 
Verhalten der Partei verursachten Mehrkosten einer erschwerten Abklärungsmassnahme 
bzw. die – allfälligen – Kosten einer verhinderten Abklärung dieser auferlegt werden. Dies 
hat in Form einer anfechtbaren Verfügung zu geschehen (vgl. Kieser, a.a.O., Art. 45 N 56 
und dortige Hinweise).

4.3 An Beispielen aus der Rechtsprechung wird deutlich, dass die ausnahmsweise 
Auferlegung der Abklärungskosten nach Art. 45 Abs. 3 ATSG an strenge 
Voraussetzungen geknüpft ist. Das Bundesgericht bejahte beispielsweise im Urteil 
K 222/05 vom 29. August 2006 die ausnahmsweise Überbindung der Abklärungskosten 
bei einer versicherten Person, die ihrem Krankenversicherer Rechnungen und Quittungen 
mit – auf ihr Begehren hin – wahrheitswidrigen Angaben einreichte. Hingegen lehnte das 
Bundesgericht in BGE 145 V 314 die ausnahmsweise Auferlegung der Abklärungskosten 
an den Versicherten ab, wobei in diesem Fall der Versicherte der IV-Stelle stets 
unmissverständlich mitteilte, dass er nicht an der Begutachtung teilnehmen werde, falls 
Dokumente der vorangehenden Observation den Experten vorgelegt würden; durch die 
konsequente Verweigerungshaltung des Versicherten wäre es an der IV-Stelle gewesen, 
den Gutachtensauftrag zurückzuziehen und damit den in Rechnung gestellten Aufwand zu 
verhindern.

5.
5.1 Aktenkundig ist, dass die IV-Stelle den Beschwerdeführer sowohl am 18. Juni 
2019 als auch am 25. Juli 2019 über die von der BEGAZ durchzuführende Untersuchung 
informierte (IV-act. 121 und 129). In beiden Schreiben wurde der Beschwerdeführer darauf 
aufmerksam gemacht, dass er im Rahmen der Mitwirkungspflicht feststehende Termine 
melden müsse und sollte er dem nicht nachkommen, ihm die daraus entstehenden 
Mehrkosten angelastet werden könnten. Am 18. November 2019 erhielt die IV-Stelle einen 
Operationsbericht einer Rückenoperation des Beschwerdeführers vom 22. Oktober 2019 
(IV-act. 131). Die Untersuchungen durch das BEGAZ fanden jedoch bereits am 14. Nov-
ember 2019 statt und das Gutachten ging am 29. November 2019 bei der IV-Stelle ein (IV-
act. 132). Vorliegend zu prüfen ist demnach, ob dem Beschwerdeführer durch Verletzung 
der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht die Kosten für ein "No-Show", das heisst für ein 
Nichterscheinen, auferlegt werden dürfen, weil durch die vorgängig unterlassene Meldung 
der Rückenoperation vom 22. Oktober 2019 die Gutachten durchgeführt wurden, aus 
ihnen jedoch aufgrund der zeitnahen Operation keine schlüssige Beurteilung gezogen 
werden kann (BF-act. 1).

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5.2 Mit den Mitteilungen an den Beschwerdeführer und den Androhungen der 
Mehrkosten im Falle einer Verletzung der Mitwirkungspflicht sind die formellen 
Voraussetzungen einer Auferlegung der Abklärungskosten an den Beschwerdeführer 
erfüllt. In sinngemässer Anwendung der analogen Regelung von Art. 21 Abs. 4 und Art. 43 
Abs. 3 ATSG ist dem Versicherten zudem eine Bedenkzeit einzuräumen (vgl. Kieser, 
a.a.O., Art. 45 N 55). Vorliegend liegen die Mitteilungen an den Beschwerdeführer jeweils 
mehr als einen Monat auseinander, womit auch diese Voraussetzung als erfüllt zu 
betrachten ist.

5.3 Zu prüfen bleibt daher, ob der Beschwerdeführer die von der IV-Stelle in 
Rechnung gestellten Aufwendungen für eine sogenannte "No-Show" in unentschuldbarer 
Weise verursachte und ihm diesbezüglich ein missbilligendes, tadelnswertes Verhalten 
vorgeworfen werden kann.

5.3.1 Diesbezüglich macht der Beschwerdeführer geltend, dass er seit April 2012 bei 
Dr. med. E.________ in hausärztlicher Beratung sei, regelmässig einmal pro Monat bei ihr 
zur Kontrolle gehe und er seit Einleitung des IV-Verfahrens noch keinen einzigen 
Arztbericht selbst eingereicht habe. Dies sei stets über Dr. E.________ gelaufen. Am 
17. September und am 18. Oktober 2019 habe er ausdrücklich mit Dr. E.________ über 
die bevorstehende Operation gesprochen, wie auch über die bevorstehende Begutachtung 
durch das BEGAZ. Dabei habe er Dr. E.________ gebeten, allfällige Arztberichte wie 
üblich wieder der Beschwerdegegnerin weiterzuleiten. Darauf habe er sich nach Treu und 
Glauben verlassen dürfen, insbesondere dass die Relevanz einer Operation kurz vor der 
geplanten Begutachtung für seine langjährige Hausärztin erkennbar sei.

Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, dass er psychisch belastet sei und über 
wenig persönliche Ressourcen verfüge, weshalb er sich kaum um seine administrativen 
Angelegenheiten kümmern könne. Aufgrund dessen verlasse er sich auf seinen 
Sozialhilfeberater oder eben Dr. E.________.

Der Beschwerdeführer führt sodann an, dass es zu berücksichtigen gälte, dass die 
Teilgutachter jeweils zu Beginn durch spontane Angaben der versicherten Person über die 
Operation informiert worden seien. Es wäre zu erwarten gewesen, dass im Speziellen 
durch den Teilgutachter Dr. F.________ (Orthopädie) gleich abgeklärt würde, ob und 
inwiefern sich der Beschwerdeführer allenfalls noch in einer postoperativen Rehaphase 

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befinde und ob die Untersuchung durch ihn deshalb überhaupt noch eine schlüssige 
Beurteilung erwarten lasse (vgl. act. 1).

5.3.2 Die Voraussetzungen an das von Art. 45 Abs. 3 ATSG beschriebene 
unentschuldbare Verhalten sind streng (vgl. BGE 145 V 314). Es steht zwar fest, dass der 
Beschwerdeführer durch die zu spät erfolgte Meldung der am 22. Oktober 2019 
durchgeführten Rückenoperation seine Mitwirkungspflicht verletzte. Wie bereits darauf 
hingewiesen, ist eine Kostenüberbindung des ärztlicherseits in Rechnung gestellten 
Aufwands gemäss Art. 45 Abs. 3 ATSG jedoch nicht bereits dadurch gerechtfertigt, dass 
die Mitwirkung bei der medizinischen Untersuchung pflichtwidrig verletzt wurde. Dies 
scheint die Beschwerdegegnerin bei ihrer Argumentation zu übersehen. Das Verhalten 
des Beschwerdeführers kann nicht mit demjenigen einer versicherten Person verglichen 
werden, die ihrem Krankenversicherer Rechnungen und Quittungen mit – auf ihr Begehren 
hin – wahrheitswidrigen Angaben einreichte (vgl. E. 4.3 vorstehend). Sein Verhalten 
besteht in diesem Sinne nicht in einer Widersetzlichkeit gegen die BEGAZ Begutachtung, 
sondern ist im Kontext seiner Umstände zu lesen. Gemäss seinen glaubwürdigen 
Ausführungen vertraute der Beschwerdeführer darauf, dass seine langjährige Hausärztin 
Dr. E.________ die Beschwerdegegnerin über die Rückenoperation vom 22. Oktober 
2019 zeitgerecht informieren würde. Ob er darauf hätte vertrauen dürfen oder ob er die 
Rolle von Dr. E.________ nicht vielmehr missverstanden hat, braucht dabei nicht weiter 
thematisiert zu werden, erscheint dies doch irrelevant. Entscheidend ist vielmehr, dass er 
tatsächlich davon ausgegangen ist, der Operationsbericht würde ohne sein Zutun 
weitergeleitet. Entsprechend braucht auch nicht weiter darauf eingegangen zu werden, wie 
oft der Beschwerdeführer bei Dr. E.________ in Behandlung war und ob er daneben noch 
andere Ärzte aufgesucht hat. Massgebend ist, dass der Beschwerdeführer für sein 
Verhalten einen entschuldbaren Grund vorbringen kann, der nach Auffassung des 
Gerichts nachvollziehbar erscheint. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer in 
diesem Zusammenhang auf seine psychische Belastung und die wenigen persönlichen 
Ressourcen verweist, die dazu führen, dass er sich kaum um seine administrativen 
Angelegenheiten kümmern könne. Im Weiteren weist der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers darauf hin, dass der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen 
nicht in der Lage sei, sein Umfeld u.a. über medizinische Eingriffe zu orientieren. 
Aktenkundig gilt dies ebenfalls für den Rechtsvertreter des Versicherten, musste dieser 
doch selbst den Operationsbericht des Beschwerdeführers von der IV-Stelle anfordern 
(vgl. IV-act. 138).

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5.3.3 Zusammengefasst kann dem Beschwerdeführer kein zu missbilligendes, 
tadelnswertes Verhalten vorgeworfen werden, für das kein stichhaltiger Grund erkennbar 
und das unentschuldbar wäre. Die strengen Voraussetzungen zur ausnahmsweisen 
Auferlegung der Abklärungskosten nach Art. 45 Abs. 3 ATSG sind vorliegend nicht erfüllt. 
Folglich erweist sich die Beschwerde als begründet und die angefochtene Verfügung vom 
3. Februar 2020 ist ersatzlos aufzuheben.

6. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 
Versicherungsgericht abweichend von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Vorliegend geht 
es jedoch nicht um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen an sich, 
sondern einzig um die Auferlegung von Abklärungskosten gemäss Art. 45 Abs. 3 ATSG. 
Somit gelangt in casu Art. 61 lit. a ATSG zur Anwendung, wonach das Verfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht kostenlos ist.

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat im Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht die 
obsiegende Beschwerde führende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die 
Parteientschädigung für das Verfahren S 2020 35 ist ermessensweise auf Fr. 1’400.– (inkl. 
Auslagen und MWST) festzusetzen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung vom 3. Februar 2020 
ersatzlos aufgehoben.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 1’400.– (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug und an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern.

Zug, 14. September 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am