# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e98517fa-e62e-59a7-b50f-d4ee9a7de0c3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-10-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.10.2021 E-4222/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4222-2019_2021-10-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4222/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  O k t o b e r  2 0 2 1   

Besetzung 
 Richter Markus König, 

Richter Simon Thurnheer, 

Richterin Roswitha Petry, 

Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

amtlich verbeiständet durch MLaw Michèle Künzi,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 23. Juli 2019 / N (…). 

 

 

 

E-4222/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der tamilische Beschwerdeführer verliess den Heimatstaat eigenen 

Angaben zufolge am (…) August 2015 mit einem Touristenvisum für 

B._______. Dort habe er sich ein weiteres Touristenvisum besorgt für den 

Iran und sei dann über Bahrain nach Teheran gelangt. Nach zwei Tagen 

sei er von dort aus in die Türkei weitergereist. Er habe sich über eineinhalb 

Monate in Istanbul aufgehalten, bevor er in einem Bus über ihm unbe-

kannte Staaten weitergereist und am (…) 2015 in die Schweiz gelangt sei, 

wo er am gleichen Tag ein Asylgesuch stellte.  

A.b Am 13. November 2015 wurde der Beschwerdeführer im Empfangs- 

und Verfahrenszentrum C._______ zur Person und summarisch zu seinen 

Asylgründen befragt ("Befragung zur Person", BzP).  

A.c Am 4. Februar 2016 teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, auf-

grund der Aktenlage werde das zuvor eingeleitete Dublin-Verfahren been-

det und sein Asylgesuch in der Schweiz geprüft und behandelt.  

A.d Am 25. April 2017, ergänzt durch eine Zweitanhörung am 4. Juli 2019, 

hörte das SEM den Beschwerdeführer eingehend zu seinen Asylgründen 

an. 

B.  

B.a Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch im Wesentlichen 

dahingehend, er habe bis zur Ausreise mit seinen Eltern und den Ge-

schwistern in D._______/E._______ gelebt. Im Jahr (…) habe er ein (…) 

eröffnet und hauptberuflich betrieben; daneben habe er eine eigene (…) 

gehabt. Ein Freund seines Vaters aus E._______ namens F._______ habe 

im Jahr 2013 für die Tamil National Alliance (TNA) als Provinzabgeordneter 

kandidiert. Diesen habe er mit Propagandatätigkeiten unterstützt. So habe 

er von Anfang August bis Ende September 2013 Flugblätter verteilt, Pla-

kate aufgehängt sowie im Dorf und in der Umgebung mündlich für ihn um 

Wählerstimmen geworben. Kurz vor diesen Wahlen sei er zwei oder drei 

Mal von Unbekannten telefonisch bedroht worden. Namentlich habe man 

ihn aufgefordert, seine Aktivitäten für die TNA einzustellen. Der Freund des 

Vaters habe am 21. September 2013 die Wahl gewonnen.  

  

E-4222/2019 

Seite 3 

Am 27. November 2013, anlässlich des Märtyrertages, hätten Unbekannte 

auf die Wand seines (…) sowie auf Wände in der Umgebung den Spruch 

"Am 27. zelebrieren wir den Märtyrertag" geschrieben. Tags darauf sei er 

von Beamten des Criminal lnvestigation Departments (CID) verhaftet wor-

den. Das CID habe ihn – wegen seines Engagements für die TNA und weil 

er ein (…) betrieben habe – verdächtigt, er wolle die Liberation Tigers of 

Tamil Eelam (LTTE) wiederbeleben. Er sei einen Tag festgehalten, verhört 

und dabei misshandelt worden. Bei der Entlassung habe er mehrere Do-

kumente in singhalesischer Sprache unterzeichnen müssen, deren Inhalt 

er nicht verstanden habe. Zudem seien ihm weitere Einvernahmen ange-

kündigt worden. Nach der Freilassung habe das CID regelmässig Kontrol-

len im (…) durchgeführt, dabei die Identitätskarten seiner Kunden kontrol-

liert und ihm mitunter Fragen gestellt. Dadurch habe er mit der Zeit Kund-

schaft verloren. Im März 2014 sei er am Abend auf offener Strasse von 

zwei unbekannten Personen angegriffen worden. Diese hätten ihm sein 

Engagement für die TNA vorgeworfen und ihn mit einem Messer an der 

Hand verletzt. Durch Hilferufe habe er Anwohner aufmerksam machen 

können, woraufhin die Angreifer fortgerannt seien. Fortan habe er beim be-

freundeten Politiker gewohnt. Sein (…) habe ein Freund weitergeführt; er 

selber habe es nicht mehr betreten.  

Am 5. Januar 2015 habe er F._______ zu einer Veranstaltung begleitet, als 

Unbekannte diese gestört hätten und es zu Krawallen gekommen sei. Ihm 

sei dabei aber nichts zugestossen.  

Am 22. Mai 2015 habe er mit einigen Kunden des (…) zugunsten eines 

zuvor vergewaltigten und getöteten Schulmädchens (das er persönlich 

nicht gekannt habe) demonstriert; in der ganzen Nordprovinz hätten da-

mals solche Kundgebungen stattgefunden. Am 25. Mai 2015 sei er vom 

CID wieder verhaftet, verhört und misshandelt worden. Man habe ihm er-

neut vorgeworfen, die LTTE zu unterstützen. Ein Freund seines Vaters 

habe einen CID-Beamten bestochen, worauf er nach drei Tagen freigekom-

men sei. Drei Wochen später sei er nach Colombo gegangen, und am 

(…) August 2015 habe er den Heimatstaat verlassen.  

Nach der durch Bestechung erlangten Freilassung und nach seiner Aus-

reise habe das CID wiederholt die Eltern zu Hause aufgesucht und sich 

nach seinem Aufenthaltsort erkundigt. Seine Schwester sei etwa im Jahr 

2016 und der Bruder im Jahr 2017 von Unbekannten bedroht worden. Die 

Schwester habe daraufhin (…) abgebrochen und der Bruder sei (…) aus-

gereist.  

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Seite 4 

Weder er noch seine nahen Angehörigen hätten jemals etwas mit den 

LTTE zu tun gehabt. Allerdings seien ein Onkel und eine Tante väterlicher-

seits vor langer Zeit bei den Tigers gewesen. Die Tante sei als Märtyrerin 

gestorben, der Onkel habe Sri Lanka verlassen. Wegen dessen Ausreise 

sei sein Vater vorübergehend verhaftet worden; er sei damals etwa sieben 

oder acht Jahre alt gewesen. 

B.b Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer 

zahlreiche Beweismittel zu den erstinstanzlichen Akten:  

- Identitätsausweis, ausgestellt am (…) 

- Unterlagen zum (…) (Lizenz, Kundeneintrittsformular, Flyer der Eröff-

nungsfeier im Jahr (…), Fotos der Inneneinrichtung und der Aussenan-

sicht) 

- Empfehlungsschreiben des Provinzabgeordneten F._______ vom 5. 

Januar 2016  

- Zeitungsartikel vom 23. Mai 2015 über den Vorfall mit dem vergewal-

tigten Schulmädchen und Fotos seiner diesen Vorfall betreffenden 

Kundgebungsteilnahme vom 22. Mai 2015 

- Zeitungsartikel vom 5. Januar 2015 über eine Veranstaltung der TNA, 

bei der es zu Krawallen gekommen sei 

- medizinische Unterlagen betreffend ärztliche Behandlungen in der 

Schweiz, Fotos von Folterspuren 

- Unterlagen zur Bestätigung (…) seiner Schwester  

- Arztzeugnis vom 28. März 2017 den Vater betreffend.  

C.  

Mit Verfügung vom 23. Juli 2019 – eröffnet am 25. Juli 2019 – stellte die 

Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an.  

D.  

D.a Mit Eingabe vom 21. August 2019 reichte der Beschwerdeführer durch 

seine Rechtsvertreterin beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde 

gegen diesen Asylentscheid ein. Er beantragte die Aufhebung der SEM-

Verfügung; die Vorinstanz sei anzuweisen, ihn als Flüchtling anzuerkennen 

und ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und 

die Sache zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts an die Vor- 

instanz zurückzuweisen.  

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Seite 5 

D.b In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und um Beiordnung der Rechtsvertreterin als amtliche 

Rechtsbeiständin ersucht sowie beantragt, es sei von der Erhebung eines 

Kostenvorschusses abzusehen.  

D.c Dem Rechtsmittel wurden beigelegt: eine Honorarnote vom 21. August 

2019 und eine Fürsorgebestätigung vom 31. Juli 2019; eine Schnellrecher-

che der Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 

12. Januar 2018 zu Sri Lanka; ein Internetartikel vom 25. September 2013 

"Wahlen in Sri Lanka: Chance für Versöhnung"; ein Artikel der (…) Zeitung 

vom (…) 2016; drei Youtube-Videoauszüge vom (…) 2016; drei Fotos einer 

tamilischen Online-Zeitung [Vermerk "G._______"]; vier Youtube-Video-

auszüge vom (…) 2018 ["H._______"]; ein Flyer der Schweizerischen Ta-

milen Koordinationsorganisation vom (…) 2016. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 4. September 2019 hiess die vormals zustän-

dige Instruktionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses und setzte MLaw Rebekka Hafner als amtliche Rechtsbeiständin des 

Beschwerdeführers ein. Mit gleicher Verfügung wurde die Vorinstanz zum 

Einreichen einer Vernehmlassung innert Frist eingeladen.  

F.  

F.a Die Vorinstanz reichte ihre Vernehmlassung am 19. September 2019 

zu den Beschwerdeakten, wobei sie vollumfänglich an den Erwägungen 

ihrer Verfügung festhielt.  

F.b Die vorinstanzliche Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am 

25. September 2019 zur Kenntnis gebracht.  

G.  

Am 10. Oktober 2019 wurde ein Verlaufsbericht der psychotherapeutisch-

psychiatrischen Behandlung vom 4. September 2019 von (…), Psychothe-

rapeutin FSP, zu den Akten gereicht (dieser Bericht wurde am 29. Oktober 

2019, nunmehr mit einer Originalunterschrift der Therapeutin, erneut zuge-

stellt). 

  

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Seite 6 

H.  

H.a Am 8. Juli 2020 ersuchte die amtliche Rechtsbeiständin um Entlas-

sung aus ihrem öffentlich-rechtlichen Mandat respektive um Wechsel der 

amtlichen Rechtsbeistandschaft im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

und um Einsetzen von MLaw Michèle Künzi als amtliche Rechtsbeiständin.  

H.b Mit Zwischenverfügung der Instruktionsrichterin vom 21. Juli 2020 

wurde MLaw Rebekka Hafner per 31. Juli 2021 aus ihrem Mandat als amt-

liche Rechtsbeiständin entlassen und MLaw Michèle Künzi per 1. August 

2020 als neue amtliche Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers einge-

setzt. 

I.  

Anfang des Jahres 2021 überwies die Leitung der Abteilung V das Be-

schwerdeverfahren aus organisatorischen Gründen dem vorsitzenden 

Richter zur weiteren Behandlung. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

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Seite 7 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt.  108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.5 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

4.  

Die Vorinstanz begründete die Abweisung des Asylgesuchs im Wesentli-

chen wie folgt:  

  

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Seite 8 

4.1 Die geltend gemachten Haftaufenthalte im Kontext der vom Beschwer-

deführer dargelegten Propagandatätigkeit für die TNA im Zeitraum von  

November 2013 bis zur Ausreise im August 2015 würden zwar durchaus 

substanziiert wirken; allerdings seien namentlich bezüglich Zeitpunkt, An-

zahl und Dauer der Haft und den zugrundeliegenden Motiven diverse Un-

gereimtheiten zu nennen: 

4.1.1 So überzeuge nicht, dass ihm vorgeworfen worden sein solle, er 

wolle mit dem (…) die LTTE wiederbeleben, zumal keine seiner engsten 

Angehörigen je etwas mit den LTTE zu tun gehabt hätten und der Be-

schwerdeführer auch im Kontext der vorgebrachten LTTE-Aktivitäten des 

Onkels und der Tante väterlicherseits nie persönlich belangt worden sei. 

Würden zudem den (…) tatsächlich generell LTTE-Verbindungen unter-

stellt, wären solche in Sri Lanka längstens verboten; dies sei jedoch nicht 

der Fall. Das Vorbringen, der Beschwerdeführer werde einzig wegen des 

Betreibens eines (…) verdächtigt, mit den LTTE in Verbindung zu stehen 

und dass er deswegen zweimal kurz festgenommen worden sei, könne da-

her nicht geglaubt werden.  

4.1.2 Auch das Vorbringen, er sei wegen Propagandatätigkeiten für die 

TNA im Jahr 2013 von den Behörden mit den LTTE in Zusammenhang ge-

bracht worden, erweise sich als unglaubhaft. Eine solche Verbindung zwi-

schen den LTTE und der TNA sei nicht dokumentiert; damit sei diese Aus-

sage tatsachenwidrig. Bei der TNA handle es sich um eine legale Parteien-

verbindung, welche im Parlament vertreten sei und deren Mitgliedschaft 

oder Kandidatur von den sri-lankischen Behörden nicht sanktioniert würde. 

Entsprechend ausweichend habe der Beschwerdeführer hierzu gesagt, er 

habe sich seit seiner Ausreise nicht mehr mit der allgemeinen politischen 

Lage in Sri Lanka befasst und sei nicht auf dem neuesten Kenntnisstand.  

4.1.3 Der Inhalt des Empfehlungsschreibens des mit dem Vater befreun-

deten Provinzabgeordneten F._______ decke sich nicht mit den vom Be-

schwerdeführer geltend gemachten Verfolgungsvorbringen. Der Autor der 

Bestätigung schreibe von stündlichen Festnahmen, während der Be-

schwerdeführer von einer ein- und einer dreitägigen Festnahme gespro-

chen habe. Auch sei im Schreiben die Rede von Angriffen seitens der "The 

Eelam People's Democratic Party" (EPDP). Diese habe der Beschwerde-

führer nicht erwähnt; er habe nur von "unbekannten Personen" gespro-

chen. Im Schreiben würden weder das CID noch die LTTE erwähnt, was 

im Kontext nicht nachvollziehbar sei. Dabei überzeuge die Erklärung nicht, 

der Freund habe nur gemeinsam Erlebtes bestätigt. Folglich bestünden 

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auch hieraus Zweifel am Wahrheitsgehalt der Vorbingen, wonach er von 

den sri-lankischen Behörden mit den LTTE in Zusammenhang gebracht 

worden seien. Die genannten Kurzinhaftierungen müssten demnach in ei-

nem anderen Zusammenhang geschehen sein.  

4.1.4 An dieser Einschätzung vermöchten die weiteren Beweismittel und 

Verweiserdossiers nichts zu ändern. Weder die Unterlagen zum (…), noch 

die Zeitungsartikel vom 23. Mai 2015 und vom 5. Januar 2015, noch die 

Fotos der Kundgebungsteilnahme vom 22. Mai 2015 im Zusammenhang 

mit dem vergewaltigten Schulmädchen seien geeignet, die Verfolgungsvor-

bringen im Zusammenhang mit den LTTE oder der TNA zu belegen. Was 

die eigene Teilnahme an der Kundgebung wegen des vergewaltigten 

Schulmädchens betreffe, seien den Medien keine Hinweise zu entnehmen, 

dass diese in der ganzen Nordprovinz stattgefundenen Protestaktionen 

von den Behörden mit den LTTE in Zusammenhang gebracht worden 

seien. Vielmehr hätten die Behörden aktiv nach den Tätern gefahndet und 

diese schliesslich verurteilt. Auch die Unterlagen betreffend (…) der 

Schwester und die beim Vater diagnostizierte Schizophrenie würden die 

Verfolgungsvorbringen nicht belegen.  

4.1.5 Die eingereichten medizinischen Unterlagen aus der Schweiz sowie 

Fotos mit Folterspuren würden ebenfalls keine flüchtlingsrelevanten 

Schlussfolgerungen zulassen. Gemäss medizinischen Unterlagen sei der 

Beschwerdeführer von November 2016 bis September 2018 wegen psy-

chischen Problemen in den Universitären Psychiatrischen Diensten 

H._______ in ambulanter Behandlung gewesen. Es sei eine Anpassungs-

störung mit längerer depressiver Reaktion und Einschlafproblematik im 

Kontext der Trennung von Familie, Anpassung in fremdem Land sowie Op-

fer von Folterung und Bedrohung diagnostiziert und entsprechende Medi-

kation verordnet worden. Am 3. Juli 2018 sei er wegen einer Handverlet-

zung, die er im März 2014 erlitten habe, in einer Kontrolluntersuchung ge-

wesen. Die eingereichten Fotos mit den Folterspuren würden in den Arzt-

berichten weder erwähnt noch kommentiert. Es sei daher von selbst ange-

fertigten Aufnahmen auszugehen. Diese und die Arztberichte könnten da-

mit die geltend gemachte Verfolgungssituation ebenfalls nicht glaubhaft 

machen. Der Beschwerdeführer könne durchaus Erfahrung mit Haft oder 

Verhören haben. Indessen sei der dazu geltend gemachte flüchtlingsrecht-

lich relevante Kontext nicht glaubhaft, und die Folterspuren seien wohl in 

einem anderen Zusammenhang entstanden. So sei der Beschwerdeführer 

gemäss den medizinischen Unterlagen auf dem Reiseweg nach Europa, 

an der Grenze zwischen dem Iran und der Türkei, Opfer von Folterungen 

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Seite 10 

geworden. Damit sei möglich, dass er bei der Beschreibung der angebli-

chen Haftaufenthalte in Sri Lanka auf diese Erfahrungen zurückgegriffen 

habe.  

4.1.6 Zusammenfassend würden die Vorbringen den Anforderungen an die 
Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten.  

4.2 Es gelte zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Fall der Rückkehr nach 

Sri Lanka dennoch begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnah-

men im Sinn von Art. 3 AsylG habe. Gemäss bundesverwaltungsgerichtli-

cher Rechtsprechung sei diese Prüfung anhand sogenannter Risikofakto-

ren vorzunehmen.  

4.2.1 Der Beschwerdeführer habe insgesamt keine asylrelevanten Verfol-

gungsmassnahmen im Heimatland glaubhaft machen können. Er habe 

nach Kriegsende noch bis August 2015 im Heimatstaat gelebt und sei mit 

einem gültigen Reisepass und mit Visum vom internationalen Flughafen 

Colombo ausgereist. Weder er selber noch die nächsten Familienmitglie-

der hätten den LTTE nahegestanden. Allein die im Jahr 2013 während 

zweier Monate ausgeführte Propagandatätigkeit für einen Kandidaten der 

TNA vermöge aus aktueller Sicht kein konkretes Verfolgungsinteresse aus 

einem in Art. 3 AsylG genannten Grund zu begründen. Es sei insgesamt 

aufgrund der Akten nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nach 

Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und in asylrelevan-

ter Weise verfolgt werden sollte. Somit bestehe kein begründeter Anlass 

zur Annahme, er werde bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungs-

massnahmen ausgesetzt sein. 

4.2.2 Die Vorbringen würden den Anforderungen an die Flüchtlingseigen-

schaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten und das Asylgesuch werde 

deshalb abgewiesen. 

5.  

5.1 In der Beschwerdeschrift wird einleitend der Sachverhalt erneut darge-

legt und gerügt, die Vorinstanz habe lediglich diejenigen Faktoren berück-

sichtigt, welche gegen den Beschwerdeführer sprächen und daraus ablei-

tend sämtliche asylrelevanten Vorbringen als unglaubhaft abgetan. Das 

SEM habe dabei die Aussagen des Beschwerdeführers einseitig gewürdigt 

und seine von Realkennzeichen beschriebene Haft und erlebte Folter in 

einen anderen Zusammenhang gestellt als von ihm vorgebracht. Zudem 

habe sie die Traumatisierung des Beschwerdeführers bei ihrer rechtlichen 

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Seite 11 

Würdigung nicht berücksichtigt. Damit habe sie die Anforderungen an das 

Glaubhaftmachen eines flüchtlingsrechtlichen Sachverhalts nach Art. 7 

AsylG zu hoch angesetzt. 

5.2 Der Beschwerdeführer habe bei der BzP und bei der Anhörung erklärt, 

von den Vorkommnissen in Sri Lanka psychisch stark angeschlagen zu 

sein. Er habe schon in der BzP geschildert, vom CID gequält worden zu 

sein und sich für weitere Befragungen ein Männerteam gewünscht. Wäh-

rend der folgenden Anhörung sei er wiederholt in Tränen ausgebrochen 

und habe Probleme mit der Atmung bekundet, als er über die Mitnahme 

durch das CID und die damit einhergehenden Erlebnisse gesprochen 

habe. Er habe zudem erwähnt, dass er dadurch, dass er den Penis eines 

Peinigers in den Mund habe nehmen müssen, traumatisiert und in seiner 

Seele verletzt sei. Er leide an Schlafstörungen und müsse wegen der Psy-

che Medikamente einnehmen. Die Arztberichte würden eine Anpassungs-

störung mit längerer depressiver Reaktion diagnostizieren und festhalten, 

dass er Opfer von Folterung und Gewalterfahrung geworden sei. Spätes-

tens in der Anhörung sei deutlich geworden, dass der Beschwerdeführer 

psychisch angeschlagen, ein potenzielles Folteropfer und somit eine äus-

serst vulnerable Person sei. Entsprechendes lasse sich auch dem Unter-

schriftenblatt der Hilfswerkvertretung entnehmen. Dies habe die Vorinstanz 

in Verletzung ihrer Begründungspflicht und des Untersuchungsgrundsat-

zes nicht in ihre Würdigung einbezogen.  

5.3 Der Beschwerdeführer habe beide Vorfälle, die Festnahme vom No-

vember 2013 sowie diejenige vom Mai 2015 substanziiert geschildert. 

Diese protokollierten Aussagen würden viele Realkennzeichen aufweisen. 

So habe er zahlreiche Details der erlebten Folter anlässlich der dreitätigen 

Haft (im Jahr 2015) nennen können. Am Ende der Anhörung habe er noch 

einmal sein Innerstes preisgegeben und auf die ihm gestellte Frage, was 

geschehen würde, wenn er nach Sri Lanka zurückreisen würde, unter  

Tränen vom sexuellen Übergriff erzählt. Für den Wahrheitsgehalt der Aus-

sagen spreche zudem, dass der Beschwerdeführer offensichtlich nicht zu 

Übertreibungen neige und sich bei der BzP namentlich hinsichtlich einer 

Datumsangabe selber korrigiert habe. 

  

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Seite 12 

5.4 Der Beschwerdeführer habe insgesamt die Haftaufenthalte und die da-

mit einhergehende Folter widerspruchsfrei und damit glaubhaft geschildet. 

Entsprechend führe auch die Vorinstanz aus, es sei ihm nicht jegliche Haf-

terfahrung abzusprechen. Die Beurteilung des SEM, wonach diese Hafter-

fahrungen allenfalls erst auf der Reise gemacht worden seien, seien ange-

sichts der glaubhaften Erzählungen stossend, und es gebe keine Anhalts-

punkte, die diese Beurteilung stützen würden. Im besagten Arztbericht sei 

vielmehr von "erneuter" Foltererfahrung während der Reise, jedoch an 

mehreren Stellen von Folter und Gewaltanwendung im Heimatland die 

Rede. Auch die Handverletzung werde erwähnt. Damit würden die Arzt-

berichte die Vorbringen in ihrer Aussagekraft unterstreichen. Dasselbe sei 

in Bezug auf die Fotografien zu sagen: Die genannten Folterverletzungen 

würden sich in den dokumentierten Narben wiederspiegeln und die glaub-

haften Aussagen untermauern.  

5.5 Hinsichtlich des Schreibens von F._______ habe die Vorinstanz zwar 

einige Unklarheiten benannt. Diese könnten jedoch weitgehend relativiert 

werden: Bei wörtlicher Übersetzung stehe dort in Bezug auf die Haft ledig-

lich geschrieben, dass der Beschwerdeführer auch mehrmals bedroht, an-

gegriffen und gefoltert und an manchen Tagen sogar stundenlang festge-

halten worden sei. Diese unglückliche Formulierung lasse zwar Raum für 

Spekulationen, jedoch sei darin nicht zwingend ein Widerspruch mit den 

Angaben des Beschwerdeführers zu sehen. Das Argument der fehlenden 

Plausibilität, hinsichtlich des Nichterwähnens von CID und LTTE im Schrei-

ben sei bei korrekter Anwendung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

so nicht verwendbar.  

5.6 Die Vorinstanz habe die Propagandaaktivitäten des Beschwerdefüh-

rers für die TNA im August/September 2013, seine Teilnahme an der De-

monstration betreffend das vergewaltigte Mädchen am 22. Mai 2015 und 

der Betrieb des (…) nicht in Zweifel gezogen. Jedoch habe sie nicht be-

rücksichtigt, dass er den Betrieb seines (…) in der Nordprovinz und seine 

Propagandaaktivität für die TNA als kumulative Gründe für das Verfol-

gungsinteresse des sri-lankischen Staates genannt habe und diese beiden 

Vorbringen einzeln und voneinander losgelöst beurteilt. Der Beschwerde-

führer habe jedoch dargelegt, wie sich seine Propagandaaktivität für die 

TNA und der Betrieb des (…) gegenseitig beeinflusst hätten. Als Inhaber 

von zwei (…) in der Nordprovinz, wo viele junge Tamilen (…) hätten, habe 

er über ein grosses Netzwerk mit jungen, (…) tamilischen Männern verfügt. 

Aus Sicht des sri-lankischen Staats habe er dadurch Zugang zu vielen po-

tenziellen LTTE-Anhängern oder -Befürwortern gehabt. Allein der Betrieb 

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Seite 13 

eines (…) wäre zwar tatsächlich kaum ausreichend gewesen, um eine 

staatliche Verfolgung zu begründen. Jedoch habe das SEM nicht berück-

sichtigt, dass sich der Beschwerdeführer sein Netzwerk aus dem (…) 

zunutze gemacht und die jungen Männer motiviert habe, gemeinsam mit 

ihm Propagandaaktivitäten für die TNA durchzuführen und an der De-

monstration für das vergewaltigte Mädchen teilzunehmen. Dabei habe er 

als Anführer agiert und sei eine populäre Figur in seiner Heimatregion ge-

wesen. Somit habe er sich in mehrfacher Hinsicht exponiert und so die 

Aufmerksamkeit des CID beziehungsweise des sri-lankischen Staates auf 

sich gezogen. Dass die Kernfamilie nichts mit den LTTE zu tun gehabt 

habe, sei dabei nicht ausschlaggebend.  

5.7 Auch die weiteren Einwände der Vorinstanz betreffend die TNA könn-

ten widerlegt werden. Gemäss Schnellrecherche-Bericht seien viele ent-

führte und gefolterte Personen Teilnehmende an Demonstrationen oder 

Wahlaktivitäten, an Kampagnenveranstaltungen von Parlamentariern der 

Parteienallianz TNA im Jahr 2015 gewesen. Propagandaarbeit für die TNA 

könne entgegen der Auffassung der Vorinstanz daher sehr wohl in Zusam-

menhang mit den LTTE gebracht werden. Dabei könne bereits eine gering-

fügige politische Aktivität ausreichen, um in den Fokus der Behörden zu 

gelangen. Ferner sei geschichtlich belegt, dass die TNA den LTTE einst 

nahegestanden sei. Der Beschwerdeführer habe auch glaubhaft dargelegt, 

dass die Familie nach seiner Ausreise weiter belästigt und behelligt worden 

sei, mithin das Verfolgungsinteresse an ihm nach wie vor bestehe. 

5.8 Der Beschwerdeführer sei in seiner Heimat von den staatlichen Behör-

den aufgrund eines politischen Motivs verfolgt. Die Bedrohungslage sei ak-

tuell, da seine Familie von den staatlichen Behörden nach wie vor behelligt 

werde. Aufgrund des Erlebten habe der Beschwerdeführer sowohl eine ob-

jektiv wie auch eine subjektiv begründete Furcht vor Verfolgung. 

5.9 Darüber hinaus habe der Beschwerdeführer, entgegen der Ansicht der 

Vorinstanz, auch begründete Furcht vor Verfolgungsmassnahmen bei einer 

allfälligen Rückkehr nach Sri Lanka und würde zusätzlich auch die im 

BVGer-Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 definierten Risiko-

faktoren erfüllen. Er habe glaubhaft gemacht, dass ihm LTTE-Verbindun-

gen unterstellt worden seien, und er sei deswegen zweimal verhaftet und 

gefoltert worden. Überdies sei er offensichtlich seit 2013 im Visier des CID 

geblieben, indem dieses wiederholt im (…) Kontrollen durchgeführt habe. 

Er sei im Mai 2015 nur durch Schmiergeldzahlung freigekommen und nach 

E-4222/2019 

Seite 14 

der Ausreise weiterhin bei den Eltern gesucht worden. Zudem habe er ver-

wandtschaftliche Beziehungen zu ehemaligen LTTE-Kämpfern.  

5.10 Das Bundesverwaltungsgericht habe festgehalten, dass Personen, 

die früher schon einmal wegen einer tatsächlichen oder vermuteten LTTE-

Verbindung verhaftet worden seien, bei einer Wiedereinreise einer flücht-

lingsrelevanten Verfolgungsgefahr ausgesetzt sein könnten. Als starker Ri-

sikofaktor seien zudem die Misshandlungen wegen vermuteten Verbindun-

gen zur LTTE zu werten. Gänzlich unberücksichtigt geblieben sei, dass der 

Beschwerdeführer sich exilpolitisch exponiert habe und über zahlreiche 

Narben an seinem Körper verfüge; beide Kriterien würden praxisgemäss 

weitere relevante Risikofaktoren darstellen.  

5.11 Aus den dargelegten Gründen sei der Beschwerdeführer als Flücht-

ling anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren. 

6.  

In der Vernehmlassung beschränkte sich das SEM auf die Feststellungen, 

der Beschwerdeführer, der exilpolitische Tätigkeiten im erstinstanzlichen 

Verfahren (abgesehen von der Teilnahme an einer Kundgebung) noch ver-

neint gehabt habe, mache nun geltend, er habe sich in der Schweiz ver-

schiedentlich exilpolitisch exponiert. Die Beschwerdeschrift enthalte aber 

keine detaillierten Angaben über seine konkreten Aktivitäten, sondern le-

diglich Fotografien, auf denen er an Massenveranstaltungen zu sehen sei. 

Es sei deshalb davon auszugehen, dass es sich beim Beschwerdeführer 

höchstens um einen sogenannten Mitläufer von Massenveranstaltungen 

handle. Deswegen müsse er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka asylrele-

vante Verfolgung noch nicht begründeterweise befürchten. Körpernarben 

würden gemäss Gerichtspraxis nur schwach risikobegründende Faktoren 

darstellen und deshalb für sich alleine genommen ebenfalls nicht zu einer 

Verfolgungsgefahr führen. 

7.  

Das Bundesverwaltungsgericht kommt in Würdigung der vorliegenden Ak-

ten zu folgenden Schlussfolgerungen: 

  

E-4222/2019 

Seite 15 

7.1 Der Beschwerdeführer wurde nach der BzP zweimal einlässlich zu sei-

nen Asylgründen befragt. Beim Lesen aller drei Befragungsprotokolle sticht 

ein durchgehend ausserordentlich authentisch wirkendes Aussageverhal-

ten und eine Vielzahl weiterer Realitätskennzeichen ins Auge. Der Be-

schwerdeführer hat zudem in Erfüllung seiner Mitwirkungspflicht bereits im 

erstinstanzlichen Verfahren zahlreiche Unterlagen zur Stützung seiner Vor-

bringen und zum Beleg seiner Identität beigebracht. 

7.2 In den drei Befragungen wurden die zentralen Asylgründe übereinstim-

mend beschrieben.  

7.2.1 So hat der Beschwerdeführer den Beginn seiner Probleme im Kon-

text der Wahlen im Jahr 2013 inhaltlich und zeitlich stimmig geschildert. 

Auch seine Ausführungen der Geschäftstätigkeit im Zusammenhang mit 

dem (…) sind kohärent ausgefallen, und er hat bereits in der BzP die Pro-

paganda zusammen mit jungen Besuchern dieses (…) und überdies er-

wähnt, es sei im Kontext zu Bedrohungen und Beschimpfungen gekom-

men. Diese hätten im Vorfeld der Heldentags-Feierlichkeiten eine Fortset-

zung gefunden, als im Dorf Plakate aufgehängt und Wände beschriftet wor-

den seien und das CID ihn beschuldigt habe, daran beteiligt gewesen zu 

sein. Die Polizisten seien später wiederholt ins (…) gekommen und hätten 

so mit der Zeit seine Kunden vergrault. Im März 2014 sei er unterwegs von 

zwei Personen angegriffen und mit einem Messer verletzt worden. Im Jahr 

2015 habe er den befreundeten Politiker F._______ bei dessen Propa-

ganda zugunsten des späteren Staatspräsidenten Sirisena begleitet. Ende 

Mai 2015 – er wisse das Datum nicht mehr sicher – habe er nach der Ver-

gewaltigung eines Mädchens mit anderen jungen Männern eine Demonst-

ration durchgeführt und sei vom CID deswegen am Folgetag zu Hause 

festgenommen, nach I._______ gebracht und drei Tage mehrmals befragt, 

geschlagen und gequält worden. Es sei dort "viel geschehen"; so sei er 

angefasst und gegen die Geschlechtsteile getreten worden. Er sei nur dank 

Bezahlung freigekommen. Er würde daher für die anstehende Anhörung 

eine Befragung durch ein Männerteam vorziehen (vgl. Protokoll A4/13 

S. 7–10).  

7.2.2 Diese ersten Aussagen bestätigte und ergänzte er in der folgenden 

Anhörung vom 25. April 2017 in eindrücklicher Weise. Zu Beginn der An-

hörung legte er einen Ordner mit vielen Unterlagen vor, die der SEM-Sach-

bearbeiter mit ihm zusammen sichtete, um so die relevanten Dokumente 

zu evaluieren. Im Zusammenhang mit medizinischen Unterlagen bestätigte 

E-4222/2019 

Seite 16 

der Beschwerdeführer, wegen psychischer Probleme in medizinischer Be-

handlung zu sein (vgl. A13/20 F/A3–38). Er führte aus, er habe dank der 

guten finanziellen Verhältnisse der Familie sowie eigener Ersparnisse zwei 

(…) finanzieren können. Diese habe er im August 2015 verkauft (vgl. a.a.O. 

F/A 48–58). Hinsichtlich der Teilnahme an der Veranstaltung vom Mai 2015 

korrigierte er die Datumsangabe in der BzP von sich aus (vgl. a.a.O. F/A 

65) und beschrieb erneut, der Grund für die Demonstration sei die Verge-

waltigung eines Mädchens gewesen. Ebenfalls bestätigte er seine Wahl-

aktivitäten im Jahr 2013 für den mit dem Vater befreundeten Politiker 

F._______ (vgl. a.a.O. F/A 67). Anschliessend legte er in freier Schilderung 

auf über zwei Seiten seine Fluchtgründe dar. Namentlich diese Schilderun-

gen weisen zahlreiche Realkennzeichen auf. So wirken seine Ausführun-

gen zur Festnahme vom 28. November 2013 im Zusammenhang mit den 

Plakaten zum Märtyrertag und insbesondere zur erlebten Verhörsituation 

äusserst erlebnisbasiert, indem er von den sich ständig wiederholenden 

gleichen Fragen und zudem davon sprach, ein CID-Beamter sei hinter ihm 

gestanden, habe plötzlich seine Haare gepackt und ihm mehrfach das Ge-

sicht auf den Tisch geschlagen. Er beschrieb die dadurch erlittenen Verlet-

zungen ebenso detailliert wie die einige Stunden später erfolgte Freilas-

sung, in deren Nachgang die CID-Beamten dann mehrfach sein (…) auf-

gesucht und ihn damit schikaniert hätten, die Kunden durch ihre ständigen 

Identitätskontrollen zu belästigen, wodurch diese weggeblieben seien. Ein-

drücklich schilderte er auch den Überfall vom März 2014, als er von zwei 

Unbekannten angegriffen und am Unterarm schwer verletzt worden sei. 

Auch die Schilderungen, wie sein Freund die Blutung mit einer Schnur ab-

gebunden und ihn ins Spital gefahren habe, wirken lebensecht (vgl. a.a.O. 

F/A74, S. 10). Als der Beschwerdeführer die Festnahme respektive den 

Ablauf der dreitägigen Inhaftierung nach der Demonstration wegen des 

vergewaltigten Mädchens im Frühjahr 2015 schilderte, gab er wiederholt 

schnaubende Geräusche von sich, unterbrach mitunter seinen Redefluss 

und erklärte auf Nachfrage des Sachbearbeiters, er habe manchmal 

Schwierigkeiten auszuatmen, dies habe mit den erlittenen Schlägen ange-

fangen. Anschliessend führte er eindrucksvoll aus, wie er in ein dunkles 

Zimmer geführt und dort unter Schlägen, Ohrfeigen und mit auf ihn gerich-

teter Schusswaffe genötigt worden sei, seine Kleider bis auf die Unterho-

sen auszuziehen. Er sei dann in ein schmutziges Zimmer voller Kabel ge-

führt und dort verhört worden (vgl. a.a.O. F/A88). Dabei habe man ihn an 

Kabeln so aufgehängt, dass seine Füsse nur knapp den Boden berührt 

hätten, seine Schultern seien an ein Eisenrohr festgebunden und er sei 

auch mit brennenden Zigaretten gefoltert worden. Die diesbezüglichen 

Schilderungen unterstrich der Beschwerdeführer mit dem Vorzeigen der 

E-4222/2019 

Seite 17 

entsprechenden Narben an Schultern, Nacken, Armen. In authentischer 

Weise schilderte er auch, wie seine Peiniger Plastikteile in Brand gesetzt 

und das flüssige Plastik auf seinen Körper hätten tropfen lassen (vgl. a.a.O. 

F/A109 f.). 

7.2.3 Bei der Beantwortung der Frage nach seinen Ängsten gab der Be-

schwerdeführer an, er fühle sich an Leib und Leben bedroht. Seine Familie 

sei ebenfalls von der Situation betroffen gewesen und er habe immer Angst 

um die Angehörigen. Dabei brach der Beschwerdeführer gemäss Protokoll 

in anhaltendes heftiges Weinen aus (vgl. a.a.O. F/A 93), worauf der Sach-

bearbeiter ihn beruhigen musste (vgl. a.a.O. F/A 94–97). Die Schilderung 

der Einvernahme am zweiten Tag der Haft weist weitere klare Realitäts-

merkmale auf. So schilderte der Beschwerdeführer auffallend detailliert, 

wie er nach dem Essen geschlagen worden, dann allein gelassen worden 

sei und wie die Beamten wiedergekommen seien: "[…] Ich lag auf dem 

Boden. Ich habe mehrmals die Beamten gefragt, ob ich ins WC gehen darf. 

Sie haben mich ignoriert. Ich habe auf den Boden in diesem Zimmer uri-

niert. Dann, als ich urinierte, dann kamen diese Beiden und haben mir ge-

sagt: Du stinkst wie eine Sau. Und sie haben mich an den Haaren gepackt 

und aufgehoben. Sie haben mir gesagt, ich solle meine Unterhose auszie-

hen. Als ich nackt dort stand, haben sie eine Zange gebracht. Sie haben 

meine Schamhaare rausgezogen mit dieser Zange […]" (vgl. a.a.O. 

F/A108). Am Ende der durchwegs emotional gefärbten Anhörung kam er 

auf die Frage, was er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka erwarte, auf den 

ihm erkennbar peinlichen sexuellen Übergriff zu sprechen. Er fügte an, Fol-

ter sei eher zu ertragen als eine solche Verletzung der persönlichen Integ-

rität (vgl. a.a.O. F/A124 f.).  

7.2.4 Die mehr als zwei Jahre später stattfindende ergänzende Anhörung 

des Beschwerdeführers wurde nicht mehr von einem Männerteam, son-

dern von einer Sachbearbeiterin geleitet, die ihm zunächst erklärte, es 

seien noch einige Fragen zu klären. Zur Sprache kamen einleitend erneut 

diverse Beweismittel – unter anderem solche, die gemäss Beschwerdefüh-

rer bei der vorangegangenen Anhörung nicht zu den Akten genommen 

worden seien – und weitere vorgelegte medizinische Unterlagen (vgl. 

A16/26 F/A7 ff.). Dabei schilderte der Beschwerdeführer erneut und im We-

sentlichen übereinstimmend seine bereits bei der vorangegangenen Anhö-

rung erfassten Erlebnisse. Die Schilderung der erlittenen Schläge im Jahr 

2013, durch die er unter anderem Brüche der Frontzähne erlitten habe, 

stimmt mit den Angaben der ersten Anhörung inhaltlich und zeitlich über-

E-4222/2019 

Seite 18 

ein. Die Schilderungen seiner Wahlunterstützung für F._______, die Reak-

tion des CID und der Angriff durch zwei Unbekannte, die Demonstration im 

Zusammenhang des vergewaltigten Mädchens und die folgende dreitägige 

Inhaftierung hat der Beschwerdeführer auch an dieser dritten Befragung im 

Wesentlichen übereinstimmend erzählt. Den weiteren Ausführungen ist so-

dann zu entnehmen, dass die Familie nach seiner Ausreise durch das CID-

Beamte Schwierigkeiten bekommen habe, die Schwester aus Sicherheits-

gründen (…) habe und der Bruder (…) ausgereist sei.  

7.3  

7.3.1 Der Beschwerdeführer hat zahlreiche medizinische Unterlagen ak-

tenkundig gemacht. Die darin festgehaltenen Aussagen werden von der 

Vorinstanz nicht bestritten, indessen hält sie dafür, die diagnostizierten psy-

chischen Probleme und die Handverletzung seien wahrscheinlich in einem 

anderen Kontext, namentlich auf dem Reiseweg nach Europa, zu sehen. 

Die auf Fotos dokumentierten Narben seien in keinem Arztbericht erwähnt, 

mithin sei anzunehmen, der Beschwerdeführer habe diese selber aufge-

nommen.  

7.3.2 Diese Würdigung der medizinischen Unterlagen greift nach Auffas-

sung des Gerichts zu kurz und wirkt gesucht: So ist im Arztbericht vom 

8. Februar 2017 (bestätigt im Abschlussbericht vom 3. Oktober 2018) unter 

anderem die Diagnose "Opfer von Folterung und Bedrohung" aufgeführt. 

Weiter hat der Beschwerdeführer hier, wenn auch nur kurz erfasst, seine 

Probleme in Sri Lanka, die Bedrohungen, Warnungen, Verhaftungen und 

Gewaltanwendungen sowie die erlebte Folter, benannt, die zur Flucht ge-

führt hätten. Diese Aussage ist differenziert zur weiteren Angabe zu sehen, 

wonach er an der Grenze erneut Folter erlebt habe (vgl. Arztbericht S. 3). 

Sodann wird im Arztbericht vom 6. Juli 2018 die Aussage des Beschwer-

deführers bezüglich der erlittenen Handverletzung in der Diagnose "Status 

nach Messerstichverletzung" bestätigt. Was die fotografierten Narben an 

verschiedenen Körperstellen betrifft, können diese nicht mit dem Argument 

"privater Aufnahmen" abgetan werden und die Feststellung, diese seien in 

keinem Arztschreiben erwähnt, erweist sich als aktenwidrig: So ist den erst-

instanzlichen Akten zu entnehmen, dass Dr. med. J._______, Arzt für All-

gemeine Innere Medizin in H._______, der Vorinstanz diese Fotografien 

am 13. Juni 2019 als separate Dokumentation zukommen liess und das 

SEM darum ersuchte, die Folterverletzungen im "Aufnahmeverfahren" zu 

berücksichtigen; jede einzelne Fotografie weist den Stempel und die Un-

terschrift dieses Arztes auf (vgl. Beweismittel 7 im Couvert A12). Damit 

E-4222/2019 

Seite 19 

kann als erwiesen betrachtet werden, dass es sich um Aufnahmen von Kör-

pernarben des Beschwerdeführers handelt und diese von ärztlicher Seite 

auch als solche erkannt und bestätigt worden sind. Die auf den Fotografien 

festgehaltenen Narben sind als starkes Indiz für die Glaubhaftigkeit der ge-

schilderten Misshandlungen zu werten.  

7.3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vorgelegten medizini-

schen Berichte zur psychischen und physischen Gesundheitssituation des 

Beschwerdeführers sich weitgehend mit dessen Asylvorbringen decken 

und sich entsprechend zugunsten der Glaubhaftigkeit dieser Asylvorbrin-

gen auswirken.  

7.4 Nach dem Gesagten kommt das Gericht zum Schluss, dass der Be-

schwerdeführer eine den Anforderungen von Art. 3 AsylG genügende Ver-

folgung glaubhaft hat darlegen können. Die diesbezüglichen Ausführungen 

in der Beschwerdeschrift erweisen sich als zutreffend. Die Vorinstanz hat 

in der Tat zu hohe Anforderungen an das Glaubhaftmachen eines flücht-

lingsrechtlich relevanten Sachverhalts gestellt und mit diesem Vorgehen 

Bundesrecht verletzt. Dabei ist auch der Einwand berechtigt, dass die Vor-

instanz in ihren Erwägungen zu selektiv argumentiert, einzelne Ungereimt-

heiten herausgenommen und die Vorfälle in den Jahren 2013 bis 2015 

nicht in einen Gesamtzusammenhang gestellt sowie sich argumentativ teil-

weise in Mutmassungen verloren hat.  

In diesem Zusammenhang sind auch die Ausführungen in der Beschwer-

deschrift bezüglich des Empfehlungsschreibens von F._______ nicht von 

der Hand zu weisen (vgl. oben E. 5.5). Zudem ist die Formulierung "detai-

ned for hours" nicht mit "stündlichen Festnahmen" zu übersetzen (vgl. an-

gefochtene Verfügung S. 5), sondern mit mehrstündigen  

oder stundenlangen Festnahmen, was mit den Angaben des Beschwerde-

führers besser vereinbar ist. Jedenfalls ist angesichts der zahlreichen fun-

dierten Unterlagen, die klar zugunsten der Glaubhaftigkeit sprechen, sowie 

der kohärenten und lebensechten Schilderungen des Beschwerdeführers 

dieses Bestätigungsschreiben offensichtlich nicht derart zu gewichten, 

dass dadurch alle Asylvorbringen als unglaubhaft beurteilt werden müss-

ten. 

  

E-4222/2019 

Seite 20 

8.  

8.1 Gesamtwürdigend kommt das Gericht zum Schluss, dass die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die 

Flüchtlingseigenschaft genügen. Asylausschlussgründe liegen nicht vor. 

8.2 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen. Die Verfügung 

des SEM ist aufzuheben und die Vorinstanz ist anzuweisen, dem Be-

schwerdeführer in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

10.  

Dem Beschwerdeführer ist angesichts des Obsiegens in Anwendung von 

Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm notwendigerweise 

erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Mit der Beschwerde wurde eine 

Honorarnote für die Rechtsbeistandschaft eingereicht. Der darin ausgewie-

sene Aufwand sowie die Auslagen sind für das umfangreiche Verfahren als 

angemessen zu erachten. Die durch die Vorinstanz auszurichtende Partei-

entschädigung ist demnach auf insgesamt Fr. 3249.− (inkl. Auslagen und 

Mehrwertsteueranteil) festzusetzen. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-4222/2019 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 23. Juli 2019 wird aufgehoben. Das SEM wird 

angewiesen, dem Beschwerdeführer in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 3249.− auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Eveline Chastonay 

 

 

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