# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8fa19881-f071-5595-9edb-41c35cecc13c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-06-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.06.2017 D-5199/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5199-2015_2017-06-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5199/2015 
brl 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  J u n i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn, Richter Hans Schürch,    

Gerichtsschreiberin Constance Leisinger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sudan,   

vertreten durch MLaw Gian Ege,  

HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende SG/AI/AR, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 29. Juli 2015 / N (…). 

 

 

 

D-5199/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reiste am 29. August 2014 von Italien herkommend 

in die Schweiz ein und ersuchte am 31. August 2014 im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ in der Schweiz um Asyl. Am 3. Sep-

tember 2014 wurde er summarisch zu seiner Person befragt (BzP). Am  

15. Oktober 2014 wurde eine LINGUA-Analyse durchgeführt. Am 11. Juni 

2015 fand die einlässliche Anhörung zu den Asylgründen statt.  

B.  

Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, er sei sudanesischer Staatsbürger aus Kotom, 

Norddarfur. Vor seiner Ausreise sei er als Landwirt und Chauffeur tätig ge-

wesen. Er sei von den regierungsnahen Janjaweed-Milizen dazu aufgefor-

dert worden, sich ihnen anzuschliessen. Aufgrund dieser Behelligungen 

habe er mit seiner Familie zweimal den Wohnort gewechselt. Jedoch habe 

er sich in Darfur vor den Milizen nicht sicher gefühlt und sich aufgrund der 

im März 2014 erlebten Behelligungen zur Ausreise aus dem Heimatstaat 

entschlossen. 

C.  

Mit Verfügung vom 29. Juli 2015 – eröffnet am 5. August 2015 – verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte 

dessen Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es seine Wegweisung aus der 

Schweiz und den Vollzug an.  

D.  

Mit Eingabe vom 26. August 2015 erhob der Beschwerdeführer – handelnd 

durch den bevollmächtigten Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die ange-

fochtene Verfügung sei aufzuheben, eventualiter sei die Unzumutbarkeit 

der Wegweisung festzustellen und der Beschwerdeführer vorläufig in der 

Schweiz aufzunehmen, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzusenden. In formeller Hinsicht wurde die Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG sowie die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im 

Sinne von Art. 110a Abs. 1 und 3 AsylG in der Person des bereits bevoll-

mächtigten Rechtsvertreters Gian Ege beantragt.  

D-5199/2015 

Seite 3 

E.  

Mit Verfügung vom 2. September 2015 stellte die zuständige Instruktions-

richterin fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in 

der Schweiz abwarten könne, hiess das Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und 

verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Ebenfalls gutge-

heissen wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung und 

antragsgemäss wurde Gian Ege als amtlicher Beistand bestellt. Mit glei-

cher Verfügung wurde die Vorinstanz zur Vernehmlassung innert angesetz-

ter Frist eingeladen.   

F.  

Mit Vernehmlassung vom 30. September 2015 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde. 

G.  

Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 8. Oktober 2015 

zur Kenntnis gebracht und ihm Frist zur Einreichung einer allfälligen Replik 

gesetzt.  

H.  

Am 21. Oktober 2015 wurde eine entsprechende Replik sowie die aktuali-

sierte Kostennote des Rechtsvertreters zu den Akten gereicht.  

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig, 

ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor wel-

chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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Seite 4 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdefüh-

rer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die ange-

fochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte-

resse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

4.1 Zur Begründung der abweisenden Verfügung führte die Vorinstanz im 

Wesentlichen aus, die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verfol-

gung sei regional auf die Region Darfur beschränkt. Aufgrund der im Sudan 

bestehenden Niederlassungsfreiheit sei es dem Beschwerdeführer mög-

lich, sich an einen anderen Ort innerhalb des Sudans niederzulassen, um 

künftigen Bedrohungen durch die Milizen zu entgehen. Dem Vorbringen 

des Beschwerdeführers, wonach ihm dies nicht möglich sei, da sämtliche 

Fernbusse kontrolliert würden und man ihn im gesamten Gebiet erkenne, 

könne nicht gefolgt werden. Es sei dem Beschwerdeführer überdies auch 

problemlos möglich gewesen, aus dem Sudan auszureisen, wofür er auch 

Gebiete durchquert habe, welche nicht zur Region Darfur gehört hätten. 

Dass der Beschwerdeführer in einer Stadt ausserhalb von Darfur von regi-

onalen Milizen gesucht werde, sei äusserst unwahrscheinlich. Da die Vor-

bringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 

AsylG von vornherein nicht genügen würden, könne es unterbleiben, auf 

diverse Unglaubhaftigkeitselemente im Vorbringen des Beschwerdeführers 

einzugehen. Hinsichtlich des Wegweisungsvollzuges stellte die Vorinstanz 

fest, aufgrund der aktuell in Darfur herrschenden Situation sei eine Rück-

kehr abgewiesener Asylsuchender in das Gebiet Darfur zum gegenwärti-

gen Zeitpunkt weiterhin als unzumutbar zu erachten. Der Beschwerdefüh-

rer sei jedoch auf eine innerstaatliche Wohnsitzalternative zu verweisen. 

Er könne sich in einem anderen Teil des sudanesischen Staatsgebietes 

niederlassen. Gegen diese Annahme würden auch keine individuellen 

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Gründe sprechen. So habe der Beschwerdeführer eigenen Angaben ge-

mäss zwar keine Verwandtschaftsbeziehungen ausserhalb der Region 

Darfur und auch zuvor nicht in dieser Region gelebt. Er sei jedoch relativ 

jung, bei guter Gesundheit und verfüge über eine gute Bildung, mehrjäh-

rige Arbeitserfahrung und spreche zudem Arabisch als Muttersprache. Der 

Vollzug sei überdies auch möglich.  

4.2 In der Beschwerde wurde dem entgegengehalten, es sei zunächst fest-

zustellen, dass das SEM in der angefochtenen Verfügung offenbar keine 

Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Ausführungen des Beschwerdeführers 

gehabt habe. Der Schluss der Vorinstanz, wonach die geltend gemachte 

Verfolgung regional beschränkt sei und dem Beschwerdeführer eine inner-

staatliche Fluchtalternative offen stehe, sei, wenn man den glaubhaft ge-

machten Sachverhalt zugrunde lege, unzulässig. Die Bejahung einer inner-

staatlichen Fluchtalternative setze voraus, dass auch in einem anderen 

Landesteil adäquater Schutz vor privater Verfolgung gewährt werden 

könne. Es müsse der betroffenen Person überdies individuell zumutbar 

sein, den am Zufluchtsort erhältlichen Schutz längerfristig in Anspruch neh-

men zu können. Es sei zu erwarten, dass sich der Beschwerdeführer in 

einem anderen Landesteil gerade keine neue Existenz aufbauen könne. 

Zentral sei, dass der Beschwerdeführer immer in der Darfur-Region gelebt 

habe und über kein verwandtschaftliches Beziehungsnetz in einer der si-

cheren Regionen im Sudan verfüge. Seine bisherige Ausbildung und seine 

Arbeitserfahrung sei ihm kaum von Nutzen, da der Beschwerdeführer in 

der Landwirtschaft und später als Fahrer gearbeitet habe und hierbei die 

regionalen Gegebenheiten eine Rolle spielen würden. Auch die vorge-

brachte Verfolgungssituation lasse am Bestand einer innerstaatlichen 

Fluchtalternative zweifeln. Bei den Janjaweed-Milizen handle es sich um in 

der Darfur-Region aktive Milizen, die von der Regierung unterstützt und 

vermutlich auch von dieser bewaffnet würden. Da die Milizen zumindest 

geduldet agieren würden, sei fraglich, inwiefern sich der Beschwerdeführer 

ihnen durch Wegzug in einen anderen Landesteil entziehen könne, da es 

schliesslich bei der gleichen Zentralregierung bleibe. Gerade weil der Be-

schwerdeführer schon gravierende Übergriffe erlebt habe, sei nicht auszu-

schliessen, dass er auch ausserhalb des Darfur-Gebietes weitere Angriffe 

befürchten müsse. Insgesamt sei dem Beschwerdeführer ein Aufenthalt im 

Sudan ausserhalb des Darfur-Gebietes weder zumutbar noch möglich. So-

fern nicht davon ausgegangen werde, dass der Beschwerdeführer die 

Flüchtlingseigenschaft erfülle, müsse eine vorläufige Aufnahme angeord-

net werden, da dem Beschwerdeführer eine innerstaatliche Wohnsitzalter-

native gerade nicht offen stehe. Überdies sei festzustellen, dass die Vor- 

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instanz sich in der Verfügung nicht inhaltlich mit dem Vorbringen des Be-

schwerdeführers auseinandergesetzt habe, sondern lediglich die regionale 

Beschränktheit der Bedrohungen und die Möglichkeit der innerstaatlichen 

Fluchtalternative feststelle. Diese Schlussfolgerungen würden jedoch prak-

tisch unbegründet gelassen, womit das rechtliche Gehör verletzt sei. Die 

rudimentäre Begründung der Vorinstanz verunmögliche es dem Beschwer-

deführer, die genauen Gründe für die Ablehnung seines Asylgesuchs nach-

zuvollziehen und den Entscheid sachgerecht anzufechten.  

4.3 In der Vernehmlassung hält die Vorinstanz dem entgegen, es sei er-

gänzend auf verschiedene und wesentliche Unstimmigkeiten in zentralen 

Punkten der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Asylgründe hinzuwei-

sen. So habe der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung geltend 

gemacht, dass sein Schwager am 18. März 2014 seinetwegen mitgenom-

men worden sei, er aber später aus der Haft habe fliehen können. Anläss-

lich der Anhörung habe der Beschwerdeführer demgegenüber erklärt, der 

Schwager sei am 6. März 2014 mitgenommen und später wieder frei ge-

lassen worden. Sodann habe der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbe-

fragung ausgeführt, sein Neffe sei seinetwegen geschlagen worden, diese 

Umstände habe er in der einlässlichen Anhörung jedoch nicht mehr er-

wähnt. Das Interesse der Miliz an seiner Person habe der Beschwerdefüh-

rer sodann einerseits damit begründet, dass seine Verfolger aufgrund sei-

ner regionalen Kenntnisse an einer Zusammenarbeit interessiert gewesen 

seien, demgegenüber aber später ausgeführt, die Miliz habe ihn als Spion 

der Opposition betrachtet. Letzteres sei nicht nachvollziehbar, da die Ver-

folger durch die Rekrutierung eines Spions der Opposition ihre eigenen Ak-

tivitäten und sich selbst gefährden würden. Das Vorbringen des Beschwer-

deführers sei sodann auch in Bezug auf Aspekte widersprüchlich, die für 

die Prüfung individueller Wegweisungsvollzugshindernisse relevant seien, 

so hinsichtlich der von ihm angegebenen Aufenthalte vor der Ausreise, der 

zeitlichen Einordnung seiner beruflichen Tätigkeit und hinsichtlich des Zeit-

punkts der Tötung seines Vaters. Derartige Unstimmigkeiten würden es 

verunmöglichen, sich zu allfälligen individuellen Vollzugshindernissen res-

pektive zu Hindernissen zu äussern, welche gegen eine innerstaatliche 

Wohnsitzalternative sprechen würden.  

4.4 In seiner Replik führt der Beschwerdeführer hierzu aus, die von der Vor- 

instanz ausgemachten Widersprüche seien begründet in Missverständnis-

sen und Übersetzungsproblemen. Die genauen Absichten der Miliz für ihre 

Verfolgungshandlungen dem Beschwerdeführer gegenüber seien diesem 

nicht genau bekannt; dies habe er anlässlich seiner Anhörungen auch so 

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geltend gemacht, weshalb auch nicht auf diesbezügliche Widersprüche in 

den Aussagen des Beschwerdeführers geschlossen werden könne. Die 

Kernvorbringen seien vielmehr widerspruchsfrei wiedergegeben und könn-

ten insbesondere durch Wunden am Körper belegt werden. Die Annahme 

der Vorinstanz, wonach dem Beschwerdeführer eine innerstaatliche Wohn-

sitzalternative zugemutet werden könne, stehe im Widerspruch zur bun-

desverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung, welche für die Zumutbarkeit 

eines anderen Wohnsitzes im Sudan für Personen aus dem Darfur-Gebiet 

verwandtschaftliche Beziehungen an diesem Ort fordere. Die von der Vor- 

instanz auf Ebene in der Vernehmlassung genannten Unstimmigkeiten 

würden diese relevante Frage eines bestehenden Beziehungsnetzes je-

doch gerade nicht tangieren. Zu der auf Beschwerdeebene gerügten Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs habe sich die Vorinstanz hingegen nicht 

geäussert. Es fehle weiterhin an einer umfassenden Auseinandersetzung 

mit den tatsächlich vorhandenen und im Beschwerdeverfahren dargeleg-

ten glaubhaftigkeitsbegründenden Umständen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von 

bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise solche mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft objektiv befürchten muss. 

Die Nachteile müssen gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zuge-

fügt worden sein oder drohen, ohne adäquaten Schutz im Heimatland.  

5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Glaubhaftmachen erfordert – im Gegensatz zum strikten Beweis – 

lediglich ein reduziertes Beweismass und lässt Raum für gewisse Ein-

wände und Zweifel am Vorbringen der gesuchstellenden Person. Entschei-

dend ist, ob die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen-

den Gründe überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sicht-

weise abzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung für das Glaubhaftma-

chen von Verfolgungsgründen ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende 

substantiierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilde-

rung der dargelegten Vorkommnisse. Vorzunehmen ist eine Gesamtbeur-

teilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen 

Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche 

Glaubwürdigkeit usw.), welche für oder gegen die von der gesuchstellen-

den Person vorgetragenen Umstände sprechen (vgl. BVGE 2015/3 

E. 6.5.1 m.w.H.). 

5.4 Sodann muss feststehen, dass die von einer Verfolgung bedrohte asyl-

suchende Person über keine innerstaatliche Schutzalternative im Heimat-

staat verfügt (vgl. BVGE 2011/51 E. 8). Die Frage, ob eine Flucht- bezie-

hungsweise Schutzalternative besteht, stellt sich, wenn zuvor eine beste-

hende oder drohende Verfolgung aus einem flüchtlingsrechtlich relevanten 

Motiv festgestellt worden ist. Wer eine derartige Verfolgung nicht begrün-

det befürchten muss, erfüllt die Flüchtlingseigenschaft bereits aus diesem 

Grund nicht; das Bestehen allfälliger Flucht- beziehungsweise Schutzalter-

nativen ist in diesem Fall nicht zu prüfen (vgl. BVGE 2011/51 E. 8.1 mit 

weiteren Hinweisen). 

6.  

6.1 Zunächst hat eine Auseinandersetzung mit der formellen Verfahrens-

rüge der Gehörsverletzung zu erfolgen, da diese allenfalls zu einer Rück-

weisung des Verfahrens an die Vorinstanz führen könnte.  

6.2 In der Beschwerde wird hierzu vorgebracht, dass die Vorinstanz sich 

inhaltlich nicht mit dem Vorbringen des Beschwerdeführers auseinander-

gesetzt habe und die Feststellung, dass eine innerstaatliche Fluchtalterna-

tive offen stehe, praktisch unbegründet lasse.  

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6.3 Die Rüge erweist sich als unbegründet. Die Vorinstanz hat sich mit dem 

wesentlichen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und 

dies auch in ausreichendem Umfang. Namentlich hat sie die Überlegun-

gen, auf welche sie ihren Entscheid stützt, ausgeführt und in ihrer Begrün-

dung auf die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Fluchtumstände auch 

Bezug genommen. In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz festge-

stellt, dass dem Beschwerdeführer im Heimatstaat eine innerstaatliche Auf-

enthaltsalternative offen steht. Dem Beschwerdeführer war es sodann 

auch ohne weiteres möglich, den vorinstanzlichen Entscheid in materieller 

Hinsicht sachgerecht anzufechten. Sofern in der Beschwerde inhaltliche 

Kritik am vorinstanzlichen Entscheid geübt wird, bildet dies Gegenstand 

der nachfolgenden materiellen Überprüfung. Der Antrag auf Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

ist daher abzuweisen. 

7.  

7.1 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die vorinstanzliche Verfügung, so-

weit die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers abgelehnt wird, aus den nachfolgenden Gründen zu be-

stätigen ist. 

7.2 So ist zunächst festzustellen, dass sich die vom Beschwerdeführer vor-

gebrachten Fluchtumstände in wesentlichen Aspekten nicht als glaubhaft 

im Sinne von Art. 7 AsylG erweisen.  

7.2.1 Die Vorinstanz hat die Frage der Glaubhaftmachung der vom Be-

schwerdeführer vorgebrachten Vorfluchtgründe in der angefochtenen Ver-

fügung zunächst offen gelassen, da sie den Beschwerdeführer auf eine 

Fluchtalternative im Heimatstaat verwies. Sie hielt jedoch bereits in der an-

gefochtenen Verfügung fest, dass „diverse vorhandene Unglaubhaftigkeits- 

elemente“ bestünden. Nachdem in der Beschwerde ausgeführt wurde, 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung offenbar von der Glaubhaf-

tigkeit des Asylvorbringens ausgehe, setzte sich die Vorinstanz im Rahmen 

der Vernehmlassung mit den von ihr als wesentlich erachteten Widersprü-

chen auseinander.  

7.2.2 Zunächst ist hinsichtlich des gesamten Aussageverhaltens des Be-

schwerdeführers festzustellen, dass er die Umstände, welche ursächlich 

für seine Flucht aus dem Heimatstaat gewesen sein sollen, lediglich in ru-

dimentärer Weise wiedergegeben hat und seine Aussagen jegliche Real-

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kennzeichen vermissen lassen. Dies betrifft zum einen seine freien Schil-

derungen zu den Fluchtumständen, aber auch seine Antworten auf spezi-

fische Fragen zu seiner persönlichen Situation im Heimatstaat vor der Aus-

reise. Die vom Beschwerdeführer dargelegten Umstände, welche letztlich 

fluchtentscheidend gewesen sein sollen, wirken konstruiert, in sich nicht 

stringent und zutreffend hat die Vorinstanz wesentliche Widersprüche im 

Vorbringen des Beschwerdeführers erkannt.  

7.2.3 So macht der Beschwerdeführer geltend, ausschlaggebend für seine 

Flucht sei die Bedrohung durch Janjaweed-Milizen gewesen, welche sich 

direkt gegen ihn beziehungsweise seine Person gerichtet habe. Konkret 

sei er mit dem Tod bedroht worden (vgl. vorinstanzliche Akten act. A23/15 

S. 6 F. 59). Der Beschwerdeführer konnte jedoch kein nachvollziehbares 

Motiv für die gegen ihn direkt gerichteten Behelligungen seitens der Janja-

weed-Milizen nennen. So führte er auf die entsprechende Frage zum Inte-

resse der Janjaweed-Milizen an seiner Person zunächst aus, er kenne das 

Motiv der Milizen nicht; es sei wahrscheinlich, dass die Milizen von seiner 

Tätigkeit als Chauffeur gehört hätten und deshalb die Zusammenarbeit mit 

ihm gesucht hätten (vgl. vorinstanzliche Akten act. A7/14 S. 10). Anlässlich 

der Anhörung zu seinen Asylgründen brachte er ebenfalls Entsprechendes 

vor, mit der Begründung, dass sich die Milizen in der Region nicht gut aus-

kennen würden und daher daran interessiert seien, Personen mit regiona-

len Kenntnissen zu rekrutieren (vgl. vorinstanzliche Akten act. A23/15 S. 6 

F. 67). Ebenfalls in der Anhörung äusserte der Beschwerdeführer zu einem 

späteren Zeitpunkt sodann die Vermutung, ausschlaggebend für das Inte-

resse an seiner Person könne gewesen sein, dass die Milizen ihn für einen 

Spion der Opposition gehalten hätten und ihn für die Überbringung von 

Nachrichten als nützlich angesehen haben könnten (vgl. vorinstanzliche 

Akten act. A23/15 S. 7 F. 69). Diese Begründung, welche der Beschwerde-

führer im Laufe der Anhörung nochmals näher konkretisierte (vorinstanzli-

che Akten act. A23/15 S. 9 F. 97), ist nicht nachvollziehbar, zumal der Be-

schwerdeführer vorgibt, keinerlei politische Aktivitäten im Heimatstaat aus-

geübt zu haben und auch keiner Partei anzugehören (vgl. vorinstanzliche 

Akten A23/15 S. 9 F.94/95). Zutreffend verweist die Vorinstanz sodann da-

rauf, dass der Beschwerdeführer für den Fall, dass man ihn tatsächlich für 

ein Mitglied der Opposition gehalten hätte, kaum von den Milizen für deren 

Zwecke rekrutiert worden wäre, sondern man ihn als Bedrohung angese-

hen hätte. Sofern in der Beschwerde ausgeführt wird, dem Beschwerde-

führer dürfe sein Vorbringen zu den Motiven der Milizen gerade nicht vor-

gehalten werden, da er mehrfach mitgeteilt habe, die genauen Motive nicht 

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Seite 11 

zu kennen, kann dem letztlich nicht gefolgt werden. Vielmehr hat der Be-

schwerdeführer mit seinem Vorbringen, er werde von den Milizen im ge-

samten Darfur-Gebiet als Oppositioneller wahrgenommen und sei allseits 

bekannt (vgl. vorinstanzliche Akten act. A23/15 S. 8 F.83, S. 9 F.97) offen-

sichtlich sein Verfolgungsprofil verstärken wollen.  

7.2.4 Festzuhalten ist sodann, dass sich aus den Aussagen des Beschwer-

deführers nicht schlüssig ergibt, ob er vor seiner Ausreise aus dem Hei-

matstaat je persönlichen Kontakt mit den Milizen gehabt hat. Die von ihm 

geschilderten Ereignisse stellen sich jedenfalls gesamthaft so dar, dass le-

diglich andere Familienmitglieder, nämlich seine Mutter, der Schwager und 

sein Neffe von den Milizen nach seinem Verbleib befragt und konkrete Be-

helligungen erfahren haben sollen. Zwar erwähnt der Beschwerdeführer im 

Rahmen der Anhörung auf die entsprechende Frage, ob die Milizen ihn 

auch in Al Jeneina gefunden hätten, er sei in Al Jeneina mit seinem Fahr-

zeug angehalten worden und in der Folge habe man auf ihn geschossen. 

Zudem zeigte er in diesem Zusammenhang Narben am Fuss (vgl. vo-

rinstanzliche Akten act. A23/15 S. 7 F.77). Weitere dezidierte Ausführun-

gen zum Hergang dieser Ereignisse machte der Beschwerdeführer jedoch 

nicht und er erwähnte eine solche Bedrohung auch weder anlässlich der 

Befragung in BzP noch im freien Vortrag zu seinen fluchtbegründenden 

Umständen anlässlich der direkten Anhörung.  

7.2.5 Wesentliche Widersprüche ergeben sich sodann auch aus dem Vor-

bringen des Beschwerdeführers, was die Anzahl und die Umstände der 

Behelligungen durch die Janjaweed-Milizen anbelangt. So machte er gel-

tend, die Milizen seien insgesamt drei Mal zum Haus seiner Familie ge-

kommen und hätten nach ihm gesucht, ihn aber jeweils nicht angetroffen. 

Die Ereignisse sollen im März 2014 in Safra Omra stattgefunden haben. 

Anlässlich der BzP konkretisierte er hierzu, dass die Milizen an zwei aufei-

nander folgenden Tagen zum Haus der Familie gekommen seien. Beim 

ersten Mal sei er zu Hause gewesen, seine Mutter habe ihn aber verleug-

net. Anderntags, am 18. März 2014, sei lediglich sein Schwager, der Mann 

seiner Schwester C._______, anwesend gewesen (vgl. vorinstanzliche Ak-

ten act. A7/14 S. 9). Der Beschwerdeführer machte sodann geltend, dass 

die Milizen zu einem späteren Zeitpunkt ein weiteres Mal zum Haus der 

Familie gekommen seien und nach ihm gefragt hätten. Man habe aber nur 

den Neffen angetroffen und diesen geschlagen. Zwar konkretisierte der Be-

schwerdeführer den Zeitpunkt dieses Ereignisses nicht. Er führte jedoch 

aus, unmittelbar nach diesem Ereignis den Entschluss zur Ausreise getrof-

fen zu haben und Safra Omra am 20. März 2014 verlassen zu haben. Die 

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vom Beschwerdeführer mithin konkret beschriebenen Ereignisse fanden 

im März 2014 in der Ortschaft Safra Omra statt. Dies ist insofern bereits 

erstaunlich, als der Beschwerdeführer zumindest im Zusammenhang mit 

der zeitlichen Einordnung dieser Ereignisse nicht auf die am 6. März 2014 

auf die Stadt Safra Omra verübte Offensive und die damit einhergehende 

Zerstörung der Stadt verweist.  

7.2.6 Im Zusammenhang mit der Suche nach ihm am 18. März 2014, bei 

welcher lediglich sein Schwager angetroffen worden sein soll, stellen sich 

die Aussagen des Beschwerdeführers in verschiedener Hinsicht wider-

sprüchlich dar. So führte der Beschwerdeführer anlässlich der BzP aus, der 

Schwager sei am 18. März 2014 im Haus der Familie angetroffen worden 

und, nachdem man seiner nicht habhaft habe werden können, sei der 

Schwager von den Milizen an seiner statt mitgenommen und inhaftiert wor-

den. Dem Schwager sei, verletzt und mit gebrochenem Arm, zwei Tage 

später jedoch die Flucht aus dem Gefängnis gelungen (vgl. act. A7/14 

S. 9). Demgegenüber führte der Beschwerdeführer anlässlich der direkten 

Anhörung aus, der Schwager sei am 6. März 2014 von den Milizen zu 

Hause angetroffen und mitgenommen worden (vgl. vorinstanzliche Akten 

act. A23/15 S. 7 F. 76). Zum Aufenthaltsort des Schwagers könne er keine 

Angaben machen. Der Schwager sei jedoch, nachdem man ihm Angst ge-

macht habe, wieder frei gelassen worden (vgl. vorinstanzliche Akten 

act. A23/15 S. 10 F.114). Auf diesen Widerspruch in der direkten Anhörung 

angesprochen, entgegnete der Beschwerdeführer die genauen Umstände 

kenne er nicht; die Milizen hätten den Schwager wohl „liegen gelassen“ 

(vgl. vorinstanzliche Akten act. A23/15 S. 10 F.116). Diese rechtfertigenden 

Ausführungen überzeugen bereits deshalb nicht, weil der Beschwerdefüh-

rer nach eigenen Angaben im Anschluss an dieses Ereignis mit seinem 

Schwager gesprochen haben will und der Schwager es gewesen sein soll, 

der ihn aufgrund dessen zur Ausreise gedrängt haben soll (vgl. vorinstanz-

liche Akten act. A7/14 S. 9). Es ist daher nicht plausibel, dass sich der Be-

schwerdeführer und sein Schwager nicht über den genauen Hergang aus-

getauscht haben.  

7.2.7 Die Vorinstanz verweist sodann zutreffend auf die widersprüchlichen 

Angaben des Beschwerdeführers hin, was seine Wohnorte und die Dauer 

seiner Aufenthalte dort anbelangt. So machte der Beschwerdeführer im 

Rahmen der Befragung zu seiner Person zunächst geltend, er habe von 

2004 bis 2012 in Kotom und von 2012 bis zum 6. März 2014 in Saraf Omra 

gelebt (vgl. vorinstanzliche Akten act. A7/14 S. 5). In diesem Zusammen-

hang brachte er vor, dass die Ortschaft Saraf Omra am 6. März 2014 von 

D-5199/2015 

Seite 13 

Milizen angegriffen und zerstört worden sei, weshalb seine Familie nun in 

einem Lager in Kotom lebe (vgl. vorinstanzliche Akten act. A7/14 S. 5). 

Demgegenüber trug er zu einem späteren Zeitpunkt in der BzP im Zusam-

menhang mit seinen Ausreiseumständen vor, er habe Saraf Omra am 

20. März 2014 verlassen und sei zum genannten Zeitpunkt nach Tripoli/Li-

byen ausgereist und von dort weiter nach Europa (vgl. vorinstanzliche Ak-

ten act. A7/14 S. 8). Im Rahmen der direkten Anhörung machte er demge-

genüber erstmals geltend, zwischenzeitlich auch in Al Jeneina gelebt zu 

haben. Dies begründet er damit, dass er aufgrund der allgegenwärtigen 

Bedrohungen seitens der Milizen, mehrfach gezwungen gewesen sei, mit 

seiner Familie den Aufenthaltsort zu wechseln. Von 2013 bis zum 20. März 

2014 habe er mit seiner Familie in Saraf Omra gelebt (vgl. vorinstanzliche 

Akten act. A15/23 S. 3 F.26). Zuvor habe er im Zeitraum von 2004 bis 2012 

in Kotom und im Zeitraum 2012 und 2013 in der Stadt Al Jeneina gelebt 

(vgl. vorinstanzliche Akten act. A15/23 S. 4 F. 30/31). Auf Nachfrage führte 

der Beschwerdeführer aus, er habe Kotom verlassen und sich nach Al Jan-

eina begeben, da er in Kotom mit dem Tod bedroht worden sei; auch  

Al Jeneina habe er verlassen müssen, nachdem er dort mit dem Tod be-

droht worden sei (vgl. vorinstanzliche Akten act. A23/15 S. 4 F.30-34). So-

wohl in Kotom, als auch in Al Jeneina und Saraf Omra habe man nach ihm 

gesucht und verlangt, dass er mit der „Einheit“ zusammenarbeite (vgl. vo-

rinstanzliche Akten act. A23/15 S. 6 F. 59). Trotz Aufforderung, diese Be-

drohungen ausführlich zu schildern, waren seine Ausführungen jedoch le-

diglich rudimentär und zusammenhanglos und bezogen sich zunächst nur 

auf die bereits abgehandelten Behelligungen durch die Milizen gegenüber 

dem Schwager und dem Neffen, welche sich im März 2014 in der Ortschaft 

Safra Omra ereignet haben sollen (vgl. vorinstanzliche Akten act. A23/15 

S. 6 F. 60). In der direkten Anhörung machte der Beschwerdeführer erst-

mals geltend, dass er bereits am 4. Mai 2012 von den Milizen behelligt 

worden sei (vgl. vorinstanzliche Akten act. A23/15 S. 6 F. 63) Zum Vorfall 

selbst machte der Beschwerdeführer jedoch keine weiteren Angaben. Viel-

mehr gab er allgemein an, dass die Milizen versuchen würden, ortskundige 

Personen zu rekrutieren. Es bleibt mithin unklar, welches Ereignis letztlich 

zum Entschluss des Beschwerdeführers geführt haben soll, mit der Familie 

aus Kotom nach Al Jeneina umzusiedeln. Erstmals erwähnte der Be-

schwerdeführer sodann im Rahmen der direkten Anhörung auch, dass man 

in Al Jeneina auf ihn geschossen habe. Aber auch diese Umstände wurden 

nicht näher substanziiert, weder in Bezug auf eine zeitliche Einordnung 

noch in Bezug auf den Hergang (vgl. vorinstanzliche Akten act. A23/15 S. 7 

F. 77). Der Beschwerdeführer machte sodann im Rahmen der Anhörung 

D-5199/2015 

Seite 14 

geltend, er sei in ganz Darfur bekannt gewesen, jedoch verneinte er politi-

sche Aktivitäten oder die Zugehörigkeit zu einer Partei, welche für eine sol-

che Bekanntheit sprechen können (vgl. vorinstanzliche Akten act. A23/15 

S. 8 F. 83 und S. 9 F.94-96). Auf die Feststellung des Sachbearbeiters, 

dass der Beschwerdeführer seinem Vortrag entsprechend eher ein niedri-

ges Profil aufweise, verlegte der Beschwerdeführer sich wieder auf die aus 

den gesamten Aussagen nicht schlüssig nachvollziehbare Behauptung, 

dass die Milizen geglaubt hätten, er sei ein Oppositioneller (vgl. vorinstanz-

liche Akten act. A23/15 S. 9 F. 97).  

7.2.8 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Aussagen des Be-

schwerdeführers zu den Fluchtumständen in wesentlichen Aspekten als wi-

dersprüchlich zu beurteilen sind. Diese Widersprüche vermochte der Be-

schwerdeführer weder im vorinstanzlichen Verfahren nachvollziehbar auf-

zulösen noch sind die Ausführungen auf Beschwerdeebene geeignet, zu 

einer anderen Beurteilung der Aussagen zu führen. Es kann daher eine 

weitere Auseinandersetzung mit weiteren Ungereimtheiten, namentlich 

auch den Vorbringen des Beschwerdeführers, welche seinen Neffen be-

treffen, unterbleiben. In einer Gesamtwürdigung ist die von der Vorinstanz 

auf Vernehmlassungsstufe vorgenommene Beurteilung des Vorbringens 

als unglaubhaft zu bestätigen. Es erübrigt sich daher, auf die vorinstanzli-

chen Ausführungen zur mangelnden Asylrelevanz in der vorinstanzlichen 

Verfügung und der Vernehmlassung und die entsprechenden Erwiderun-

gen in der Beschwerdeschrift und Replik näher einzugehen. 

7.3 Sofern der Beschwerdeführer in allgemeiner Weise auf die seitens der 

Milizen gegen die Bevölkerung gerichteten Bedrohungen hinweist, ist dies 

für sich allein betrachtet flüchtlingsrechtlich nicht relevant. Es ist dem Ge-

richt bekannt, dass der Ort Safra Omra, in welchem sich der Beschwerde-

führer zuletzt aufgehalten haben will, am 6. März 2014 von Milizen ange-

griffen und erheblich zerstört wurde. Der Beschwerdeführer machte in die-

sem Zusammenhang jedoch keine weiteren Angaben und verneinte gar die 

Frage, ob seine Flucht im Zusammenhang mit der Zerstörung Safra Omras 

anlässlich dieser Offensive gestanden habe (vgl. vorinstanzliche Akten 

act. A23/15 S. 10 F.108). 

7.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, eine im Sinne von Art. 3 AsylG relevante Verfolgungs-

gefahr nachzuweisen oder glaubhaft darzutun. Die Vorinstanz hat daher zu 

Recht seine Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abge-

lehnt. 

D-5199/2015 

Seite 15 

8.  

Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 

die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

9.2 In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshinder-

nissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, 

sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls 

wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

9.3.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement le-

diglich Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

D-5199/2015 

Seite 16 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art.  5 AsylG recht-

mässig. 

9.3.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,  

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Hei-

matstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht ge-

nerell als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der 

Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 

Bestimmungen zulässig. 

9.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. Beim Kriterium der "konkreten Gefährdung" han-

delt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, dessen Auslegung und 

Anwendung eine Rechtsfrage darstellt, die vom Bundesverwaltungsgericht 

ohne Einschränkung seiner Kognition überprüft wird (vgl. BVGE 2014/26 

E. 7.4, 7.8 ff., je m.H.). 

9.4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, aus der Region Darfur zu 

stammen. Sein Vorbringen wird gestützt durch die am 15. Oktober 2014 

durchgeführte LINGUA-Analyse, in welcher bestätigt wird, dass der Be-

schwerdeführer eindeutig in Darfour sozialisiert wurde.  

9.4.2 Aufgrund des in der Region Darfur herrschenden Bürgerkriegs wird 

der Vollzug dorthin gemäss Rechtspraxis des Bundesverwaltungsgerichts 

nach wie vor als unzumutbar erachtet.  

D-5199/2015 

Seite 17 

9.4.3 Zutreffend erachtet die Vorinstanz aber im Falle des Beschwerdefüh-

rers die Möglichkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative aus-

serhalb der Region Darfur, beispielsweise im Raum Khartoum, als zumut-

bar. Der Beschwerdeführer hält dem in der Beschwerde entgegen, er ver-

füge ausserhalb der Region Darfur nicht über ein tragfähiges Beziehungs-

netz. Ein mangelndes Beziehungsnetz im Grossraum Khartoum spricht je-

doch nach Praxis des Bundesverwaltungsgerichts nicht von vornherein ge-

gen die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme einer Aufenthaltsalternative 

(vgl. E-1432/2015 vom 29. Mai 2017 sowie D-7315/2016 vom 10. Januar 

2017 S. 7 m.w.H.). Sofern in der Beschwerde auf den publizierten Ent-

scheid BVGE 2013/5 verwiesen wird, ist festzustellen, dass das SEM im 

genannten Entscheid bereits bei der Beurteilung, ob im konkreten Fall eine 

innerstaatliche Fluchtalternative zur Verfügung stehe und ob diese auch 

zumutbar sei, gestützt auf seine eigene Praxis im genannten Verfahren den 

Wegweisungsvollzug in eine der sicheren Regionen des Sudan aufgrund 

eines fehlenden Beziehungs- und Verwandtschaftsnetzes im konkreten 

Fall als unzumutbar erachtete. Hingegen stellt die Vorinstanz im vorliegen-

den Fall zutreffend fest, dass verschiedene begünstigende Faktoren in der 

Person des Beschwerdeführers für die Zumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzuges und insbesondere eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative im 

Grossraum Khartoum sprechen. Der Beschwerdeführer ist noch jung und 

– soweit sich aus den Akten ergibt – auch gesund. Es erfolgte lediglich im 

Jahr 2014 die Behandlung einer Scabies (Krätzmilbe, vgl. vorinstanzliche 

Akten act. 13). Er hat eigenen Angaben gemäss in seinem Heimatstaat 

eine überdurchschnittlich gute Schulbildung genossen und jahrelang in der 

Landwirtschaft sowie als Chauffeur gearbeitet. Dies sind Tätigkeiten, wel-

che entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung ohne weite-

res auch in anderen Landesteilen des Sudans bei der beruflichen und wirt-

schaftlichen Integration des Beschwerdeführers behilflich sein werden. Der 

Beschwerdeführer spricht überdies Arabisch und gehört keiner Minderheit 

an, welche im Sudan spezifischen Gefährdungen ausgesetzt ist. Es ist mit-

hin insgesamt davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr in den Su-

dan im Grossraum Khartoum für sich und seine im Heimatstaat verbliebene 

Ehefrau und die Kinder eine tragfähige Existenz aufbauen kann und nicht 

in eine Notlage geraten wird. 

9.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch  

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

D-5199/2015 

Seite 18 

9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem mit Zwi-

schenverfügung vom 2. September 2015 das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheis-

sen wurde, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

11.2 Ebenfalls mit Zwischenverfügung vom 2. September 2015 wurde der 

rubrizierte Vertreter als amtlicher Rechtsbestand beigeordnet. Er ist unbe-

sehen des Verfahrensausganges zu entschädigen. In seiner Kostennote 

vom 21. Oktober 2015 weist er Parteikosten von insgesamt Fr. 2280.– (inkl. 

pauschale Auslagen) aus. Allerdings ist festzustellen, dass angesichts der 

im vorliegenden Fall gegebenen Rechtsfragen und angesichts des Inhalts 

der eingereichten Eingaben, die verrechneten Arbeitsstunden nicht vollum-

fänglich angemessen erscheinen. Gestützt auf die in Betracht zu ziehen-

den Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) und auf der Basis eines als 

angemessen zu erachtenden Aufwandes ist die Parteientschädigung daher 

auf insgesamt Fr. 1'900.– festzusetzen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5199/2015 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzten Rechtsvertreter wird ein 

amtliches Honorar von Fr. 1'900.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Constance Leisinger 

 

 

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