# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d52193f-d550-5b0b-9f31-c0a5e363b273
**Source:** Aargau (entscheidsuche) (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2026-01-01
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 01.01.2026 WPR.2025.121
**Docket/Reference:** WPR.2025.121
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-121_2026-01-01.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.121 / sa  
ZEMIS [***]; N [***]   

 

 

Urteil vom 1. Januar 2026 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichterin Dambeck 

Gerichtsschreiberin i.V. Angliker    

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch Bernhard Pigl, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von Marokko,  

z.Zt. im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich, 

8058 Zürich   

amtlich vertreten durch lic. iur. Thomas Plüss, Rechtsanwalt, 

Zwischen den Toren 4, 5000 Aarau    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76a AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Einzelrichterin entnimmt den Akten: 

 

A.  

Der Gesuchsgegner reiste gemäss eigenen Angaben am 29. März 2025 

erstmals illegal in die Schweiz ein und stellte am 30. März 2025 ein 

Asylgesuch (Akten des Amts für Migration und Integration [MI-act.] 10, 37).  

 

Mit Schreiben vom 31. März 2025 wurde der Gesuchsgegner zu einem 

persönlichen Gespräch am 1. April 2025 beim Staatssekretariat für 

Migration (SEM) vorgeladen. Die Kenntnisnahme dieses Schreibens 

quittierte der Gesuchsgegner eigenhändig (MI-act. 31). Nachdem er am 

1. April 2025 nicht zum Gespräch erschien, schrieb das SEM das 

Asylgesuch des Gesuchsgegners gleichentags als gegenstandslos 

geworden ab und hielt fest, dass der Gesuchsgegner als unbekannten 

Aufenthalts gelte (MI-act. 10 ff., 15). Der Abschreibungsbeschluss konnte 

dem Gesuchsgegner nicht zugestellt werden (MI-act. 10). 

 

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank ergab, dass 

der Gesuchsgegner bereits am 4. Dezember 2024 in Deutschland sowie 

am 26. Oktober 2022 in Spanien um Asyl ersucht hatte (MI-act. 30). In der 

Folge ersuchte das SEM die deutschen Behörden am 1. April 2025 um 

Rückübernahme des Gesuchsgegners (MI-act. 23 ff.). Die deutschen 

Behörden stimmten der Rückübernahme am 2. April 2025 zu (MI-

act. 18 ff.). Daraufhin wies das SEM den Gesuchsgegner mit Verfügung 

vom 6. Mai 2025 aus der Schweiz nach Deutschland weg und beauftragte 

den Kanton Solothurn mit dem Vollzug (MI-act. 143 ff.). 

 

Mit Urteil des Bezirksgerichts Zofingen vom 20. Oktober 2025 wurde der 

Gesuchsgegner wegen mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls sowie 

Hausfriedensbruchs zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Monaten 

verurteilt sowie für fünf Jahre des Landes verwiesen (MI-act. 83 ff.). Das 

Urteil erwuchs gleichentags in Rechtskraft (MI-act. 94). 

 

Der Gesuchsgegner wurde am 11. Dezember 2025 direkt ab Strafvollzug 

nach Deutschland ausgeschafft (MI-act. 116). 

 

Am 28. Dezember 2025 wurde der Gesuchsgegner von der Kantonspolizei 

Basel-Stadt in Basel angehalten und vorläufig festgenommen (MI-

act. 152 ff.). Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt verurteilte 

den Gesuchsgegner mit Strafbefehl vom 29. Dezember 2025 wegen 

Verweisungsbruchs zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 30.00 

(MI-act. 168 ff.). Noch am 29. Dezember 2025 um 14.00 Uhr wurde der 

Gesuchsgegner aus der Polizeihaft entlassen und am 30. Dezember 2025 

dem Amt für Migration und Integration Kanton Aargau (MIKA) zugeführt 

(MI-act. 167, 121).  

 

 - 3 - 

 

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

30. Dezember 2025 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Administrativhaft gewährt (MI-act. 136 ff.). Im Anschluss an die Befragung 

wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der Haft wie folgt eröffnet 

(act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Administrativhaft gemäss Art. 76a AIG angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 29. Dezember 2025, 14:00 Uhr. Sie wird für sieben 
Wochen bis am 15. Februar 2026, 12:00 Uhr, angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) vollzogen. Soweit für die Befragung oder die Durchführung einer 
Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaftierung für die notwendige 
Dauer im Bezirksgefängnis Aarau. 

 

C. 

Im Anschluss an die Eröffnung der angeordneten Haft unterzeichnete der 

Gesuchsgegner eine Erklärung, wonach er eine richterliche Haftüber-

prüfung wünsche (MI-act. 128). 

 

D. 

In der Folge bestellte das Verwaltungsgericht dem Gesuchsgegner einen 

amtlichen Rechtsvertreter, stellte diesem die Akten elektronisch zu und 

räumte ihm eine Frist bis zum 1. Januar 2026, 12.00 Uhr, zur Stellung-

nahme ein (act. 16 ff.). 

 

E. 

Der Rechtsvertreter reichte am 1. Januar 2026, 11.18 Uhr, seine 

Stellungnahme ein und stellte folgende Anträge (act. 23 ff.): 

 

1. 
Die Haftanordnung der Gesuchstellerin vom 30. Dezember 2025 sei 
aufzuheben und der Gesuchgegner sei mit sofortiger Wirkung aus der Haft 
zu entlassen. 
 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 

 - 4 - 

 

 

   

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemes-

senheit einer durch das MIKA angeordneten Dublin-Administrativhaft auf 

Antrag der betroffenen Person in einem schriftlichen Verfahren innert 

96 Stunden seit Antragstellung (Art. 80a Abs. 3 des Bundesgesetzes über 

die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration vom 

16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20] 

i.V.m. Art. 80 Abs. 2 AIG; § 6 des Einführungsgesetzes zum 

Ausländerrecht vom 25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). 

 

Nachdem der Gesuchsgegner anlässlich der Eröffnung der Haftanordnung 

eine richterliche Haftüberprüfung verlangt hat, ist diese vorzunehmen. Die 

Haftüberprüfungsfrist beginnt mit der Antragsstellung des Gesuchsgegners 

zu laufen, welche vorliegend am 30. Dezember 2025, 11.47 Uhr, erfolgte 

(MI-act. 128). Mit vorliegendem Entscheid ist die Haftüberprüfungsfrist 

eingehalten. 

 

2. 

Gemäss § 14 Abs. 2 EGAR entscheidet die Einzelrichterin des 

Verwaltungsgerichts über die angeordnete Haft aufgrund der Akten und der 

Vorbringen der Parteien. Die Abnahme weiterer Beweise bleibt vor-

behalten. 

 

Der Gesuchsgegner bringt vor, die Landesverweisung sei kein Haftgrund 

(MI-act. 128). Der amtliche Vertreter macht im Wesentlichen geltend, die 

Haft sei unverhältnismässig, da der Gesuchsgegner bereit sei, die Schweiz 

in Richtung Deutschland zu verlassen und die vormalige Ausschaffung 

problemlos habe vollzogen werden können (act. 26 f.). 

 

II. 

1. 

1.1. 

Die zuständige kantonale Behörde kann eine betroffene Person, für deren 

Asylverfahren ein anderer Dublin-Staat zuständig ist, zur Sicherstellung der 

Wegweisung in Haft nehmen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen 

von Art. 76a AIG erfüllt sind. 

 

1.2. 

Wurde die betroffene Person dem Kanton Aargau zugewiesen oder hält sie 

sich im Kanton Aargau auf (Art. 80a Abs. 1 lit. b AIG), ist das MIKA gemäss 

§ 13 Abs. 1 EGAR zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76a 

AIG.  

 

 - 5 - 

 

 

Der Gesuchsgegner wurde im Rahmen seines Asylverfahrens in der 

Schweiz mit Entscheid des SEM vom 6. Mai 2025 dem Kanton Solothurn 

zugewiesen (MI-act. 143 ff.). Mit Urteil vom 20. Oktober 2025 des Bezirks-

gerichts Zofingen wurde jedoch eine Landesverweisung gegen den 

Gesuchsgegner verfügt, sodass die Zuständigkeit auf den Kanton Aargau 

überging (MI-act. 83 ff.) und beim Kanton Aargau verblieben ist. Vorliegend 

wurde die Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige 

Behörde erlassen (act. 1 ff.). 

 

1.3. 

Für die Überstellung in einen Dublin-Staat ist seit dem 1. Januar 2014 die 

auch für die Schweiz geltende sogenannte "Dublin III-Verordnung" 

(Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem 

Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten 

Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist [Neufassung], in der 

Fassung gemäss ABl. L 180 vom 29. Juni 2013, S. 31 ff.) massgebend. Per 

1. Juli 2015 wurde die Dublin-III-Verordnung durch Anpassung des 

nationalen Rechts vollständig in Kraft gesetzt (vgl. Bundesbeschluss vom 

26. September 2014 über die Genehmigung und die Umsetzung des 

Notenaustausches zwischen der Schweiz und der EU betreffend die 

Übernahme der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die 

Prüfung eines Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

[Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac-Besitzstands]; AS 2015 1841). Mit 

Blick auf die Ausführungsbestimmungen gilt die Verordnung (EG) 

Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 (Dublin-

II-Durchführungsverordnung; ABl. L 222 vom 5. September 2003, S. 3 ff.) 

grundsätzlich weiter, wobei gemäss Art. 48 Satz 2 der Dublin III-Ver-

ordnung die Art. 11 Abs. 1, Art. 13, Art. 14 und Art. 17 der 

Dublin II-Durchführungsverordnung aufgehoben wurden. Für die nicht 

mehr gültigen Verweise in der Dublin II-Durchführungsverordnung auf die 

Verordnung (EG) Nr. 343/2003 (Dublin II-Verordnung) wurde im Anhang II 

zur Dublin III-Verordnung eine Konkordanztabelle eingefügt (vgl. Noten-

austausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und der 

Europäischen Union betreffend die Übernahme der Verordnung [EU] 

Nr. 604/2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Antrags auf internationalen 

Schutz zuständig ist [Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac-Besitzstands]; 

SR 0.142.392.680.01). 

 

1.4. 

Die Schweiz hat die deutschen Behörden bereits am 1. April 2025 um 

Rückübernahme des Gesuchsgegners ersucht (MI-act. 23 ff.). Nachdem 

die deutschen Behörden der Rückübernahme am 2. April 2025 gestützt auf 

 - 6 - 

 

 

Art. 18 Abs. 1 lit. b der Dublin III-Verordnung zugestimmt haben (MI-

act. 18 ff.), ist davon auszugehen, dass Deutschland nach wie vor als 

Dublin-Zielstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist. Mit 

E-Mail vom 29. Dezember 2025 informierte das MIKA das SEM über den 

Umstand, dass der mit einer rechtskräftigen Landesverweisung belegte 

Gesuchsgegner erneut in die Schweiz eingereist sei, und bat um die 

Vorbereitung der erneuten Wegweisung (MI-act. 127).  

 

2. 

Vorliegend wurde eine „Dublin-Kombihaft“ angeordnet. Das bedeutet, dass 

sich die Haft in einer ersten Phase auf Art. 76a Abs. 3 lit. a AIG stützt 

(Vorbereitung Wegweisungsentscheid) und vorerst maximal sieben 

Wochen dauert. Vorbehalten bleibt im Falle einer negativen Antwort des 

Dublin-Zielstaates der Einschub einer Phase von maximal fünf Wochen 

während eines Remonstrationsverfahrens (Art. 76a Abs. 3 lit. b AIG). Liegt 

ein Wegweisungsentscheid vor, kann die Haft gestützt auf Art. 76a Abs. 3 

lit. c AIG (Wegweisungsvollzug) für weitere sechs Wochen fortgesetzt 

werden.  

 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass mit der Haft 

zunächst die Durchführung des Wegweisungsverfahrens und anschlies-

send der Vollzug der Wegweisung des Gesuchsgegners sichergestellt 

werden soll. Damit ist der Haftzweck sowohl in Bezug auf die Phase der 

Vorbereitung eines Wegweisungsentscheids als auch in Bezug auf die 

Phase des Wegweisungsvollzugs erstellt. 

 

3. 

3.1. 

Gemäss Art. 76a Abs. 1 lit. a AIG müssen konkrete Anzeichen dafür 

vorliegen, dass sich die betroffene Person der Durchführung der Weg-

weisung entziehen will. Davon ist insbesondere dann auszugehen, wenn 

einer der in Art. 76a Abs. 2 AIG genannten Umstände vorliegt. 

 

3.2. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung unter anderem auf Art. 76a Abs. 2 

lit. b AIG, wonach von einer Untertauchensgefahr auszugehen ist, wenn 

das Verhalten der betroffenen Person in der Schweiz oder im Ausland 

darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt. Es führt aus, der Gesuchsgegner sei im Wissen darum, dass 

Deutschland für sein Asylgesuch zuständig sei, und trotz bestehendem 

Landesverweis wieder in die Schweiz eingereist. Auch durch sein 

strafrechtlich relevantes Verhalten habe er seine Renitenz behördlichen 

Anordnungen gegenüber zum Ausdruck gebracht.  

 

Aufgrund des Dublin-Abkommens müssen die Schweizer Behörden 

sicherstellen, dass der Gesuchsgegner in den für ihn zuständigen Dublin-

 - 7 - 

 

 

Staat überführt wird. Vorliegend dürfte die Zuständigkeit bei Deutschland 

liegen (MI-act. 18 ff.); das SEM muss allerdings ein erneutes Rück-

übernahmegesuch stellen (act. 5). Aus diesem Grund ist eine selbst-

ständige Reise des Gesuchsgegners nach Deutschland keine Option. 

Rechtlich ist einzig eine Rückführung in den zuständigen Dublin-Staat 

möglich, mit Benachrichtigung der entsprechenden Behörden im Dublin-

Staat. Auch wenn der Gesuchsgegner eine Ausreisebereitschaft 

signalisiert, ist mit seiner Kooperation hinsichtlich einer solchen Rück-

führung nicht zu rechnen. Bis anhin hielt er sich nicht an behördliche 

Anordnungen. So wurde der Gesuchsgegner bereits einmal nach Deutsch-

land rücküberstellt, woraufhin er aber erneut und im Wissen um seinen 

gültigen Landesverweis in die Schweiz eingereist ist. Zudem erschien der 

Gesuchsgegner am 1. April 2025 trotz nachweislich erhaltener Vorladung 

nicht zu einem Gespräch beim SEM und galt anschliessend als 

unbekannten Aufenthalts, sodass ihm der Abschreibungsbeschluss nicht 

zugestellt werden konnte (MI-act. 11, 15). Sein Verhalten setzt somit 

konkrete Anzeichen, dass er sich behördlichen Anordnungen widersetzt. 

Vor diesem Hintergrund ist unerheblich, dass die Ausschaffung des 

Gesuchsgegners nach Deutschland vom 11. Dezember 2025 direkt ab 

Strafvollzug problemlos vollzogen werden konnte, wie der Rechtsvertreter 

des Gesuchsgegners vorbringt. Damit ist das in Art. 76a Abs. 2 lit. b AIG 

genannte Anzeichen erfüllt. 

 

3.3. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung weiter auf Art. 76a Abs. 2 lit. h AIG, 

wonach eine Person in Haft genommen werden kann, wenn sie wegen 

eines Verbrechens verurteilt worden ist. Gemäss Art. 10 Abs. 2 des 

Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 

311.0) sind Verbrechen Taten, die mit Freiheitsstrafe von mehr als drei 

Jahren bedroht sind. Der Gesuchsgegner ist mit Urteil des Bezirksgerichts 

Zofingen vom 20. Oktober 2025 unter anderem wegen Diebstahls verurteilt 

worden (MI-act. 83 ff.), wobei Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB mit 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft wird. Damit ist 

auch das in Art. 76a Abs. 2 lit. h AIG genannte Anzeichen gegeben. 

 

3.4. 

Somit liegen konkrete Anzeichen im Sinne von Art. 76a Abs. 2 lit. b und h 

AIG vor, dass sich der Gesuchsgegner dem Vollzug der Wegweisung 

entziehen würde. Damit kann offenbleiben, ob zusätzlich das Anzeichen 

gemäss Art. 76a Abs. 2 lit. a AIG erfüllt ist. 

 

Entgegen dem Vorbringen des Gesuchsgegners, die Landesverweisung 

sei kein Grund für eine Haft, begründet das MIKA die Haftanordnung wie 

dargelegt nicht mit der Landesverweisung, sondern den konkreten 

Hinweisen, dass sich der Gesuchsgegner der Wegweisung entziehen 

werde. 

 - 8 - 

 

 

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor. 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot nicht ausreichend Beachtung geschenkt hätte.  

 

6. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur Sicherstellung 

der Wegweisung ist in Anbetracht der erstellten Untertauchensgefahr 

(siehe vorne Erw. II/3.2) nicht ersichtlich. Der amtliche Vertreter des 

Gesuchsgegners macht denn auch keine entsprechenden Vorbringen 

geltend. Bezüglich der familiären Verhältnisse ergeben sich keine 

Anhaltspunkte, welche gegen eine Haftanordnung sprechen würden. Der 

Gesuchsgegner macht auch nicht geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig. 

Insgesamt sind folglich keinerlei Gründe ersichtlich, welche die ange-

ordnete Haft als unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

7. 

Das MIKA ordnete die Administrativhaft gestützt auf Art. 76a Abs. 3 lit. a 

AIG für zunächst maximal sieben Wochen bis zum 15. Februar 2026 an 

(act. 1 ff.). Dies ist nicht zu beanstanden. 

 

Nach Eröffnung des Wegweisungsentscheides erfolgt die weitere 

Inhaftierung des Gesuchsgegners bis zur Rücküberführung gestützt auf 

Art. 76a Abs. 3 lit. c AIG (Wegweisungsvollzug) und dauert längstens 

sechs Wochen. Den Übergang in die Verfahrensphase des Wegweisungs-

vollzugs hat das MIKA mittels Feststellungsverfügung anzuzeigen. 

 

Weigert sich der Gesuchsgegner im Rahmen des Wegweisungsvollzugs, 

ein Transportmittel zur Durchführung der Überstellung in den zuständigen 

Dublin-Staat zu besteigen, oder verhindert er auf eine andere Art und 

Weise durch sein persönliches Verhalten die Überstellung, kann gemäss 

Art. 76a Abs. 4 AIG Renitenzhaft angeordnet werden. Die gemäss 

nationalem Recht geltende Höchstdauer der Haft von drei Monaten darf 

nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung jedoch nicht ausgeschöpft 

werden und muss richterlich überprüfbar sein (BGE 148 II 169, Erw. 4 ff.). 

Nachdem das Bundesgericht offengelassen hat, welche Haftdauer 

insgesamt zulässig ist, wird aufgrund des konkreten Einzelfalls zu 

bestimmen sein, für wie lange Renitenzhaft angeordnet werden darf. 

 

 - 9 - 

 

 

8. 

Es bestehen überdies keine Anzeichen dafür, dass die für die Rückführung 

des Gesuchsgegners nach Deutschland notwendigen Schritte nicht innert 

der jeweils maximal zulässigen Haftdauer abgeschlossen werden könnten 

und die Haft gemäss Art. 80a Abs. 7 lit. a AIG zu beenden wäre.  

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen angeordnet hat.  

 

 
   

Die Einzelrichterin erkennt: 

 

1. 

Die am 30. Dezember 2025 durch das MIKA angeordnete Dublin-

Administrativhaft wird bestätigt. Die Haft begann am 29. Dezember 2025, 

14.00 Uhr. 

 

2. 

Vorbehalten bleibt die allfällige Anordnung der und Verlängerung einer 

Renitenzhaft gestützt auf Art. 76a Abs. 4 AIG. 

 

3. 

Das MIKA wird verpflichtet, den Übergang der Haftphasen mittels 

Feststellungsverfügung anzuzeigen. 

 

4. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich zu 

vollziehen. Für die Dauer der Befragung oder die Durchführung einer 

Haftverhandlung kann die Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im 

Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

5. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

6. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Thomas Plüss, Aarau, bestätigt. 

Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchs-

gegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 - 10 - 

 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel; vorab per IncaMail) 

das MIKA (mit Rückschein, inkl. Stellungnahme vom 1. Januar 2026; vorab 

per Mail) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [vom 17. Juni 2005 

Bundesgerichtsgesetz; BGG; SR 173.110]). 

 

 
   

Aarau, 1. Januar 2026 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Dambeck Angliker