# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c119cbe-18cb-5660-ab3e-2c0f0a2074a6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.12.2014 D-6312/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6312-2014_2014-12-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-6312/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  5 .  D e z e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Robert Galliker, 

mit Zustimmung von Richter Gérald Bovier;   

Gerichtsschreiberin Sandra Sturzenegger. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Tunesien,   

vertreten durch Bernhard Zollinger, Rechtsanwalt,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 23. September 2014 / N (…). 

 

 

D-6312/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer – ein tunesischer Staatsangehöriger – am 

4. April 2011 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, 

dass er anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 13. April 2011 zur 

Begründung seines Asylgesuchs zusammengefasst geltend machte, er 

habe seine familiäre Situation in Tunesien nicht mehr ertragen, 

dass seine Mutter körperlich und sein Bruder geistig behindert seien sowie 

sein Vater alt sei, 

dass er mehrmals – erfolglos – bei den Behörden um Unterstützung für 

seine Familie ersucht habe, 

dass er in diesem Zusammenhang einmal Probleme mit dem Gemeinde-

präsidenten gehabt habe, 

dass er Tunesien im November 2008 verlassen habe und über Libyen auf 

dem Seeweg nach Italien gelangt sei, wo er etwa zwei Jahre gelebt habe, 

bevor er am 4. April 2011 in die Schweiz gereist sei, 

dass das BFM mit Verfügung vom 17. August 2011 gestützt auf aArt. 34 

Abs. 2 Bst. d AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdefüh-

rers nicht eintrat und seine Wegweisung nach Italien anordnete, 

dass das Bundesverwaltungsgericht die Verfügung des BFM vom 17. Au-

gust 2011 mit Urteil D-4785/2011 vom 6. September 2011 aufhob und die 

Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückwies, hauptsächlich mit der 

Begründung, das BFM habe den Umstand, dass ein Ehevorbereitungsver-

fahren eingeleitet worden sei, nicht gewürdigt sowie diesbezüglich keine 

weiteren Sachverhaltsabklärungen vorgenommen, 

dass sich das Zivilstandsamt Schaffhausen mit Verfügung vom 29. Sep-

tember 2011 weigerte, das Ehevorbereitungsverfahren des Beschwerde-

führers, der die Schweizer Bürgerin B._______ heiraten wollte, fortzufüh-

ren, weil es Rechtsmissbrauch vermutete, 

dass das BFM mit Verfügung vom 2. November 2011 erneut gestützt auf 

aArt. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

nicht eintrat und seine Wegweisung nach Italien anordnete, 

D-6312/2014 

Seite 3 

dass das Amt für Justiz und Gemeinden des Kantons Schaffhausen am 

20. Januar 2012 die gegen die Verfügung des Zivilstandsamtes Schaffhau-

sen vom 29. September 2011 erhobene Beschwerde rechtskräftig abwies, 

dass der Beschwerdeführer am 5. November 2012 beim Migrationsamt 

des Kantons Schaffhausen ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbe-

willigung zwecks Vorbereitung der Heirat mit der Schweizer Bürgerin 

C._______ einreichte, 

dass das Migrationsamt des Kantons Schaffhausen dieses Gesuch mit 

Verfügung vom 5. März 2013 abwies, weil unter anderem Indizien für ein 

rechtsmissbräuchliches Verhalten vorliegen würden, und dieser Entscheid 

letztinstanzlich vom Bundesgericht mit Urteil 2C_1170/2013 vom 28. Juli 

2014 geschützt wurde, 

dass sich der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 21. August 2014 an 

das BFM wandte, woraufhin dieses am 26. August 2014 die Verfügung vom 

2. November 2011 – wegen Ablaufs der Überstellungsfrist – aufhob und 

das nationale Asylverfahren wieder aufnahm, 

dass am 23. September 2014 die Anhörung des Beschwerdeführers zu sei-

nen Asylgründen stattfand und er dabei im Wesentlichen geltend machte, 

er habe Tunesien verlassen, weil er dort viele Probleme mit den Behörden 

gehabt habe, 

dass es jeweils zu einem Streit gekommen sei, wenn er bei den Behörden 

um Unterstützung für seine behinderte Mutter und seinen behinderten Bru-

der ersucht habe, 

dass er mehrmals vor Ort festgenommen und inhaftiert worden sei, zuletzt 

anfangs 2008 für zirka fünfzehn Tage, 

dass sein Vater vor vier Monaten und sein Bruder vor einem Monat verstor-

ben seien, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung eine Vorladung der 

Polizei von D._______ vom 3. September 2014 zu den Akten reichte,  

dass bezüglich der detaillierten Aussagen des Beschwerdeführers anläss-

lich der BzP und der Anhörung auf die Protokolle bei den Akten sowie die 

nachfolgenden Ausführungen zu verweisen ist, 

D-6312/2014 

Seite 4 

dass das BFM mit Verfügung vom 23. September 2014 – eröffnet am 

1. Oktober 2014 – feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings-

eigenschaft nicht, sein Asylgesuch ablehnte und die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie deren Vollzug anordnete, 

dass es zur Begründung im Wesentlichen ausführte, wirtschaftliche und 

soziale Lebensumstände der asylsuchenden Personen im Heimatland – 

wie die vom Beschwerdeführer geltend gemachte schwierige wirtschaftli-

che Lage aufgrund der Verfassung seiner Familienmitglieder – seien, wenn 

auch individuell belastend, nicht asylrelevant, 

dass die von ihm geltend gemachten Probleme und Verhaftungen auf per-

sönliche Auseinandersetzungen mit einzelnen Mitgliedern der Behörde zu-

rückzuführen seien, wobei die Art und Intensität der Verfolgung aufgrund 

dieser Auseinandersetzungen kein asylrelevantes Ausmass angenommen 

habe, zumal der Beschwerdeführer nach der Intervention seines Vaters o-

der seiner Mutter jeweils wieder freigelassen worden sei, 

dass seine letzte Verhaftung zudem mehrere Monate vor seiner Ausreise 

aus Tunesien erfolgt sei und es sich auch nicht um politisch oder religiös 

motivierte Verhaftungen gehandelt habe, 

dass keine begründete Furcht bestehe, der Beschwerdeführer könnte auf-

grund der eingereichten Vorladung einer asylrelevanten Verfolgung ausge-

setzt sein, zumal er angegeben habe, nie politisch oder religiös aktiv ge-

wesen zu sein, 

dass er ausserdem bereits seit knapp sechs Jahren ausser Landes sei und 

man ihn seither nie behördlich gesucht habe, 

dass noch nicht einmal aufgefallen sei, dass er ausser Landes gewesen 

sei, 

dass er selbst während der Anhörung keine Vermutung habe äussern kön-

nen, weshalb er eine Vorladung erhalten habe, 

dass er auf mehrfaches Nachfragen lediglich angemerkt habe, dass der 

Sicherheitsdienst ihm damals anlässlich der Probleme wegen seiner Fami-

lie gesagt habe, er würde ihn zerstören, 

dass aus dieser nachträglich geltend gemachten Bemerkung ebenfalls 

keine begründete Furcht abgeleitet werden könne, 

D-6312/2014 

Seite 5 

dass seine Vorbringen somit den Anforderungen an die Flüchtlingseigen-

schaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten würden, 

dass das BFM den Wegweisungsvollzug als zulässig, zumutbar und mög-

lich erachtete, wobei es zur Zumutbarkeit ausführte, die Lage in Tunesien 

habe sich seit der Revolution im Jahr 2011 stabilisiert, 

dass im Oktober 2011 in einer demokratischen Wahl die verfassungsge-

bende Versammlung gewählt worden sei und Tunesien seit Dezember 

2011 über eine demokratische Regierung verfüge, 

dass in Tunesien weder ein Bürgerkrieg noch eine Situation allgemeiner 

Gewalt herrsche, 

dass der Beschwerdeführer ein gesunder Mann in arbeitsfähigem Alter sei 

und über Schulbildung sowie Arbeitserfahrung verfüge, weshalb ihm eine 

Wiedereingliederung in die Gesellschaft möglich sein sollte, 

dass es ihm entsprechend zuzumuten sei, den Ausgang des Ehevorberei-

tungsverfahrens in seinem Heimatland abzuwarten, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. Oktober 2014 gegen die-

sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und 

dabei beantragen liess, es sei ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei von 

der Wegweisung abzusehen, subeventualiter sei die Sache (an die Vo-

rinstanz) zurückzuweisen, 

dass ihm der Aufenthalt bis zum Entscheid des Gerichts zu gestatten sei, 

dass er zudem um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um 

amtliche Verbeiständung ersuchen liess, 

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 4. November 

2014 festhielt, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in 

der Schweiz abwarten, 

dass er gleichzeitig die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um amtliche Ver-

beiständung im Sinne von Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG abwies und den 

Beschwerdeführer aufforderte, bis zum 19. November 2014 einen Kosten-

vorschuss von Fr. 1000.– zu leisten, 

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Seite 6 

dass der Kostenvorschuss am 15. November 2014 bei der Gerichtskasse 

einging, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 

(Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – unter 

Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 

AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass der Beschwerde von Amtes wegen aufschiebende Wirkung zukommt 

(Art. 42 AsylG, Art. 55 VwVG) und die angefochtene Verfügung keine an-

derslautende Anordnung enthält,  

dass daher mangels Rechtsschutzinteresses auf das Begehren, dem Be-

schwerdeführer sei der Aufenthalt bis zum Entscheid des Gerichts zu ge-

statten, nicht einzutreten ist, 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts sowie die Rüge-

möglichkeiten nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt – um eine solche handelt, wes-

halb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

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Seite 7 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass vorab bezüglich des Beschwerdevorbringens, das BFM habe die Si-

tuation in Tunesien nicht konkret abgeklärt, insbesondere keine Erkundi-

gungen darüber eingezogen, wie der Bruder und der Vater des Beschwer-

deführers umgekommen seien, und was die tunesischen Behörden nun 

vom Beschwerdeführer wollten, festzuhalten ist, dass sich das BFM trotz 

des Untersuchungsgrundsatzes in der Regel darauf beschränken kann, die 

Vorbringen eines Gesuchstellers, den eine Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) 

trifft, zu würdigen und die von ihm angebotenen Beweise abzunehmen, 

ohne weitere Abklärungen vornehmen zu müssen (vgl. BVGE 2012/21 

E. 5.1; EMARK 1995 Nr. 23 E. 5a), 

dass dem BFM daher und insbesondere auch im Hinblick auf die nachfol-

genden Ausführungen nicht vorgeworfen werden kann, seiner Untersu-

chungspflicht nicht nachgekommen zu sein, weshalb der Subeventualan-

trag abzuweisen ist, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass nach Prüfung der Akten durch das Gericht festzustellen ist, dass die 

Vorbringen des Beschwerdeführers – sofern überhaupt glaubhaft – den An-

forderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht 

standzuhalten vermögen, 

dass zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf die ausführ-

lichen und zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung ver-

wiesen werden kann, denen in der Beschwerde nichts Stichhaltiges entge-

gengehalten wird, 

dass der Beschwerdeführer aus dem (lediglich behaupteten) Tod seines 

Vaters und seines Bruders nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag, 

zumal er im vorinstanzlichen Verfahren an keiner Stelle geltend machte, 

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Seite 8 

diese seien – wie in der Beschwerde behauptet – (ebenfalls) von den staat-

lichen Sicherheitskräften bedroht worden, geschweige denn deren Tod mit 

den staatlichen Sicherheitskräften in Verbindung brachte, 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das 

BFM sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG),  

dass vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat bezie-

hungsweise die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zwecks Vorberei-

tung der Heirat mit C._______ verweigert hat, 

dass daher für das Gericht an dieser Stelle keine Veranlassung besteht, 

sich mit Art. 8 EMRK auseinanderzusetzen respektive auf die Beschwer-

devorbringen, der Beschwerdeführer lebe hier in einem stabilen Konkubi-

nat und das Ehevorbereitungsverfahren sei pendent, näher einzugehen, 

dass es dem Beschwerdeführer ungeachtet des konkreten Verfahrensstan-

des des Ehevorbereitungsverfahren offensteht, seine allfälligen Bemühun-

gen vom Ausland aus fortzusetzen, zumal ein Ehevorbereitungsverfahren 

in der Schweiz grundsätzlich auch dann möglich ist, wenn die Brautleute 

nicht in der Schweiz wohnhaft sind (vgl. Art. 62 ff. der Zivilstandsverord-

nung vom 28. April 2004 [ZstV, SR 211.112.2]; vgl. auch Art. 17 AuG [SR 

142.20] und dazu BGE 139 I 37),  

dass die verfügte Wegweisung demnach im Einklang mit den gesetzlichen 

Bestimmungen steht und vom BFM zu Recht angeordnet wurde, 

dass das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

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Seite 9 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AuG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-

ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  

dass sodann keine Anhaltspunkte für eine ihm in Tunesien drohende men-

schenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), 

dass weder die allgemeine Lage in Tunesien (vgl. beispielsweise Urteil des 

BVGer E-5476/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 8.3.2) noch individuelle 

Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle ei-

ner Rückkehr schliessen lassen, 

dass diesbezüglich auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 

verwiesen werden kann, denen auf Beschwerdeebene nichts Stichhaltiges 

entgegengehalten wird, 

dass der Vollzug der Wegweisung somit vorliegend zumutbar ist, 

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Seite 10 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-

staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Be-

schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der vom BFM verfügte Vollzug der Wegweisung 

zu bestätigen ist, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den 

rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 

Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf ein-

zutreten ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 1000.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), 

dass der am 15. November 2014 in gleicher Höhe geleistete Kostenvor-

schuss zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden ist.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.   

Die Verfahrenskosten von Fr. 1000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Robert Galliker Sandra Sturzenegger 

 

 

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