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**Case Identifier:** 1ea66ac7-1cc2-58fc-b9e4-40a439fa43d3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 18.05.2010 S 2009 108
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2009-108_2010-05-18.pdf

## Full Text

S 09 108

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 1. Dezember 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. … ist am 5. Juli 1971 geboren und absolvierte eine Lehre als 

Werkzeugmacher. Im Jahr 1995 wurde ihm eine Diskushernie operiert und er 

erhielt in der Folge vom 9. April 1992 bis 30. September 1992 eine befristete 

IV-Rente. Am 7. März 1997 meldete sich der Versicherte erneut bei der 

Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen an. Er wurde im Rahmen 

von beruflichen Massnahmen zum PC-/LAN-Supporter ausgebildet und war 

seit 2002 als PC-Supporter im … tätig. Im August 2006 kam es nach dem 

Heben einer Last von 5 bis 10 kg zu einem weiteren Vorfall und der 

Versicherte litt in der Folge wieder an einem radikulären Syndrom. Nachdem 

im September 2006 eine Magnetresonanztomographie (MRI) durchgeführt 

wurde, wurde vorerst von einer Operation abgeraten. Im Oktober 2006 

erfolgte ein Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik …, was eine zeitweilige 

Besserung mit sich brachte. Im Juli 2007 erfolgte dann eine zweite Operation, 

die jedoch keine Schmerzfreiheit zur Folge hatte. Der Versicherte musste 

anschliessend sein Arbeitspensum erheblich reduzieren (verbleibende 

Arbeitsfähigkeit von 60% seit dem 1. Oktober 2007) und Einschränkungen in 

der beruflichen Tätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber hinnehmen (Helpdesk-

Mitarbeiter statt wie bisher PC-Supporter). Am 18. Januar 2008 meldete er 

sich wieder zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. 

2. Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. …, hielt in seinem Arztbericht vom 

4. Februar 2008 fest, dass es seinem Patienten zumutbar sei, die bisherige 

Tätigkeit im Umfang von fünf Stunden täglich auszuführen und dabei eine 

verminderte Leistungsfähigkeit von 70 bis 80% bestehe.

Die Ärztin … vom Regionalen Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung 

(RAD) führte im ärztlichen Bericht vom 16. Juli 2008 aus, dass dem 

Versicherten gestützt auf die klinische Untersuchung bei ausreichendem 

Funktionszustand der Wirbelsäule sowie fehlenden motorischen Defiziten 

eine Arbeitsfähigkeit von 80% zumutbar sei. Dieser könne demnach im 

Rahmen eines vollen Pensums mit einer um 20% reduzierten 

Leistungsfähigkeit arbeiten. 

Dr. med. … hielt in seinem Gutachten vom 15. Dezember 2008 fest, dass dem 

Versicherten körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, 

die mit häufigen inklinierten und reklinierten sowie rotierten Körperhaltungen 

und dem regelmässigen Heben und Tragen von Lasten über 10 kg verbunden 

seien und die vorwiegend sitzend oder stehend und gehend ausgeübt werden 

müssen, nicht mehr vollumfänglich zumutbar seien. Die Arbeitsfähigkeit als 

EDV-Spezialist bei ergonomisch eingerichtetem Arbeitsplatz betrage 

aufgrund einer Wirbelsäulenpathologie 75% bei voller Stundenpräsenz. Der 

Arzt hielt ferner fest, dass es sich bei der bisherigen Tätigkeit als EDV-

Spezialist mit ergonomisch eingerichtetem Arbeitsplatz bereits um eine 

adaptierte Tätigkeit handle. 

Am 18. September 2009 fand ausserdem noch ein sogenanntes „Round 

Table“-Gespräch zwischen dem Versicherten, dessen Arbeitgeber und der IV-

Stelle statt. Sowohl der Versicherte als auch dessen Arbeitgeber führten aus, 

dass eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit nicht realisierbar sei. Der Arbeitgeber hielt 

ausserdem fest, dass in diesem Fall mit einem kompletten Rückfall zu rechen 

sei und der Versicherte daher für das Geschäft nicht mehr tragbar sei, 

weshalb dessen Arbeitsverhältnis mit diesem IV-Entscheid (80%-ige 

Arbeitsfähigkeit gemäss RAD) wohl aufgehoben werden müsse. 

3. Mit Vorbescheid vom 12. Februar 2009 erteilte die IV-Stelle keine 

Kostengutsprache für Umschulung und mit Vorbescheid vom 13. Februar 

2009 sah sie vor, dass der Versicherte ab dem 1. August 2007 einen Anspruch 

auf eine IV-Rente basierend auf einen IV-Grad von 48% habe. Diese müsse 

jedoch per 30. September 2008 (drei Monate nach Verbesserung der 

Arbeitsfähigkeit) befristet werden, da danach keine rentenbegründende 

Invalidität mehr vorliege. Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte 

am 10. März 2009 Einwand mit der Begründung, dass es sich bei der 

Einschätzung der Gutachter um eine rein theoretische Festlegung handle, die 

nicht der Realität entspreche. Mit der heutigen ideal angepassten Tätigkeit 

stosse er mit einer effektiven Leistungsfähigkeit von 50% an seine Grenzen. 

Versuche eines Ausbaus des Pensums hätten stets zu einem Rückfall und 

somit zur vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit geführt. Der aktuell erzielte 

Verdienst stelle das Invalideneinkommen dar und gestützt darauf sei auch 

sein IV-Grad zu bemessen. 

4. Mit Verfügung vom 2. April 2009 bestätigte die IV-Stelle den ablehnenden 

Vorbescheid betreffend berufliche Massnahmen. Am 12. Juni 2009 sprach die 

eidgenössische Invalidenversicherung dem Versicherten für die Zeit vom 21. 

August 2007 bis 30. September 2008 eine befristete IV-Rente bei einem IV-

Grad von 48% zu. Zum Einwand des Versicherten wurde ausgeführt, dass die 

unterschiedlichen medizinischen Abklärungen übereinstimmende Ergebnisse 

ergeben hätten, weshalb auch an dieser Beurteilung festgehalten werde. 

Demnach sei dem Versicherten ab dem 4. Juni 2008 die bisherige bzw. jede 

adaptierte Tätigkeit in zeitlich vollem Pensum, jedoch mit einer 

Leistungsminderung von 20 bis 25% zumutbar. Daraus resultiere ein IV-Grad 

von 25%, womit kein Rentenanspruch bestehe. 

5. Gegen diese Verfügung vom 12. Juni 2009 liess … (nachfolgend 

Beschwerdeführer) am 9. Juli 2009 beim Verwaltungsgericht Graubünden 

Beschwerde erheben und beantragte insofern deren Aufhebung, als damit die 

IV-Rente per 30. September 2008 befristet werde. Ferner beantragte er, dass 

ihm nach Einholen eines medizinischen Gutachtens mit Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) über den 30. September 2008 hinaus 

unbefristet eine Viertelsrente zuzusprechen sei. Schliesslich stellte er ein 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und –verbeiständung. Einleitend 

führte der Beschwerdeführer aus, dass mit der Beschwerde die Ermittlung des 

IV-Grades, konkret die Berechnung des Invalideneinkommens angefochten 

werde, während die Höhe des Valideneinkommens nicht bestritten werde. 

Begründend brachte der Beschwerdeführer vor, dass die IV-Stelle 

fälschlicherweise davon ausgehe, dass er trotz Gesundheitsschaden in der 

Tätigkeit als PC-Supporter bei einem ganztägigen Einsatz eine Leistung von 

75% erbringen könne. Es handle sich sowohl bei der Untersuchung durch die 

Ärztin des RAD als auch bei der Begutachtung um Momentaufnahmen, die 

ohne EFL vorgenommen worden seien. Ausserdem seien der Gutachter und 

die Ärztin von falschen Tatsachen ausgegangen und ihre Beurteilung der 

verbliebenen Arbeitsfähigkeit hätten sie in Unkenntnis der effektiven 

Belastung am Arbeitsplatz erlassen. Es werde nicht eingegangen auf die 

körperlichen Anforderungen in der Tätigkeit als PC-Supporter vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens. Dies gelte beispielsweise für den Usersupport und 

Hardwarereparaturen, was ein häufiges Tragen von Lasten mit einem Gewicht 

von 5 bis 10 kg sowie das Einnehmen ungünstiger Positionen zur Folge habe, 

was gemäss den Gutachtern gerade vermieden werden sollte. Ferner sei 

ebenfalls zu beachten, dass die Leistungsfähigkeit unterschiedlich beurteilt 

worden sei, zumal der RAD von einer solchen von 80% und Dr. med. … von 

einer solchen von 75% ausgehe. Aufgrund dieser unterschiedlichen 

Einschätzungen sei eine Arbeitsplatzevaluation notwendig und eine EFL 

durchzuführen. Dadurch werde es nämlich auch möglich, relevante Aussagen 

zum Leistungsverhalten und zur Konsistenz der versicherten Person zu 

machen, wobei gerade eine allfällig beobachtete Symptomausweitung und 

Selbstlimitierung im Rahmen eines chronifizierten Zustandes für die 

Bewertung der Zumutbarkeit bedeutsam sein könne. Es sei im vorliegenden 

Fall erforderlich, eine orthopädische Begutachtung zu wiederholen und mit 

einer EFL zu kombinieren. Da dies bisher nicht gemacht worden sei, habe die 

IV-Stelle den Sachverhalt ungenügend abgeklärt und damit gegen das 

entsprechende Gebot in Art. 43 ATSG verstossen. Schliesslich machte der 

Beschwerdeführer geltend, dass von der heutigen Tätigkeit als adaptierte 

Tätigkeit im Umfang von 60% auszugehen sei, womit das 

Invalideneinkommen für das Jahr 2007 Fr. 44'291.-- betrage. Daraus 

resultiere ein IV-Grad von 40.59%, weshalb ihm auch über den 30. September 

2008 hinaus eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zustehe. 

6. In ihrer Vernehmlassung vom 9. September 2009 beantragte die IV-Stelle die 

Abweisung der Beschwerde. Begründend wurde ausgeführt, dass auf das 

Gutachten von Dr. med. … abzustellen sei, welches im Wesentlichen mit dem 

Bericht des RAD übereinstimme. Danach sei der Beschwerdeführer in seiner 

Tätigkeit als EDV-Spezialist (genauer: Helpdesk-Mitarbeiter) mit ergonomisch 

eingerichtetem Arbeitsplatz als auch in anderen adaptieren Tätigkeiten bei 

voller Stundenpräsenz zu 75% arbeitsfähig. Zur Forderung des 

Beschwerdeführers, eine EFL durchzuführen, hielt die IV-Stelle fest, dass im 

vorliegenden Fall trotz grundsätzlicher Eignung darauf verzichtet werden 

könne. Dr. med. … stütze sich bei der Beurteilung der verbleibenden 

Arbeitsfähigkeit nebst den Angaben des Versicherten und dem Ergebnis der 

eigenen Funktionsprüfung insbesondere auch auf Röntgenuntersuchungen 

sowie auf das MRI. Die daraus gezogene fachärztliche Schlussfolgerung, 

wonach dem Beschwerdeführer eine adaptierte Arbeit ganztägig zu 75% 

zumutbar sei, sei nachvollziehbar. Gegen die Durchführung einer EFL 

spreche ausserdem, dass der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als 

Helpdesk-Mitarbeiter eben gerade keine manuellen Tätigkeiten verrichten 

müsse, die mit der Evaluation eingeschätzt werden könnten. Zwar könnte eine 

EFL bezüglich des angestammten Berufes als PC-Supporter Erkenntnisse zur 

Arbeitsfähigkeit bringen aber entgegen den Ausführungen in der 

angefochtenen Verfügung sei für die Festlegung des Invalideneinkommens 

auf das als Helpdesk-Mitarbeiter in einem vollen Pensum und bei 75%-iger 

Leistungsfähigkeit erzielbare Einkommen abzustellen. Sowohl Dr. med. … als 

auch die Ärztin des RAD hätten zu Recht die bereits damals ausgeübte 

behinderungsangepasste Tätigkeit als Helpdesk-Mitarbeiter als angestammte 

Tätigkeit angenommen, weshalb sie auch keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit 

in der vorherigen Tätigkeit als PC-Supporter gemacht hätten. Abschliessend 

hielt die IV-Stelle fest, dass der Beschwerdeführer in der heutigen Tätigkeit 

als Helpdesk-Mitarbeiter bzw. in einer anderen adaptieren Tätigkeit zu 75% 

bei voller Stundenpräsenz arbeitsfähig sei und diese Arbeitsfähigkeit auf dem 

Arbeitsmarkt invalidenrechtlich auch verwertbar sei. Ausserdem treffe den 

Beschwerdeführer eine Schadenminderungspflicht. Es sei daher davon 

auszugehen, dass es diesem zumutbar sei, ein Invalideneinkommen im 

Umfang von Fr. 55'914.10 zu erzielen, woraus ein IV-Grad von lediglich 25% 

resultiere und demnach kein Rentenanspruch bestehe. Dasselbe Resultat 

(bzw. gar einen tieferen IV-Grad von 23.2%) ergebe sich bei der 

Berücksichtigung des Tabellenlohns (Anforderungsniveau 3) gemäss der vom 

Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung 2006 (LSE), wobei kein Anspruch auf einen 

Leidensabzug bestehe. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der 

eidgenössischen Invalidenversicherung vom 12. Juni 2009. Streitig und zu 

prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer die Viertelsrente zu Recht per 30. 

September 2008 beschränkt wurde, oder ob er auch nach diesem Datum noch 

einen Anspruch darauf hätte. 

2. Eine IV-Rente kann nur gewährt werden, wenn eine Invalidität vorliegt. Als 

Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in 

Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) die durch einen körperlichen oder 

geistigen Gesundheitsschaden verursachte voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat ein 

Versicherter Anspruch auf eine ganze Rente, wenn er mindestens 70%, auf 

eine Dreiviertelsrente, wenn er mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn 

er mindestens 50% oder auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens 40% 

invalid ist. Für die Bestimmung des IV-Grads wird gemäss Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das der Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 

3. a) Während das Valideneinkommen im vorliegenden Fall unbestritten ist, 

herrscht Uneinigkeit bezüglich des Invalideneinkommens. Im Gegensatz zu 

der Verfügung der Invalidenversicherung vom 12. Juni 2009 ist heute 

allerdings unbestritten, dass für die Festsetzung des Invalideneinkommens 

auf die aktuelle adaptierte Tätigkeit als Helpdesk-Mitarbeiter abzustellen ist. 

Aus den Unterlagen geht diesbezüglich hervor, dass der Grundlohn für 100% 

offenbar trotz Stellenanpassung vom PC-Support zum Helpdesk-Mitarbeiter 

unverändert geblieben ist. Daher stellt sich für die Bemessung des 

Invalideneinkommens lediglich noch die Frage, welches Pensum dem 

Beschwerdeführer zumutbar ist. 

b) Mit Bezug auf Art. 4 Abs. 1 IVG ist festzuhalten, dass Gegenstand der 

Invalidenversicherung nicht ein Gesundheitsschaden als solcher, sondern nur 

eine durch einen Gesundheitsschaden verursachte Arbeits- und - resultierend 

daraus - Erwerbsunfähigkeit sein kann. Als arbeitsunfähig gilt eine Person, die 

infolge eines Gesundheitsschadens ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr, nur 

noch beschränkt oder unter der Gefahr, ihren Gesundheitszustand zu 

verschlimmern, ausüben kann. Der Grad der Arbeitsunfähigkeit wird laut der 

Rechtsprechung nach dem Masse bestimmt, in welchem der Versicherte aus 

gesundheitlichen Gründen in seinem angestammten Arbeitsplatz 

zumutbarerweise nicht mehr nutzbringend tätig sein kann. Nicht massgebend 

ist dagegen die bloss medizinisch-theoretische Schätzung der 

Arbeitsunfähigkeit (BGE 111 V 239 E. 1b mit Hinweisen). Für die Gewährung 

von IV-Leistungen müssen somit ein medizinisches Element 

(Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) sowie ein 

wirtschaftliches Element (dauerhafte oder länger dauernde 

Erwerbsunfähigkeit) vorliegen. Sodann muss zwischen diesen Elementen ein 

Kausalzusammenhang bestehen (Kreisschreiben über Invalidität und 

Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] ab 1. Januar 2008, N 1024 

ff.; Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 

2003, S. 159 N 12 ff.).

c) Um die Arbeitsfähigkeit bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind 

ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet werden können 

(BGE 132 V 99 f. E. 4; 125 V 261 E. 4). 

Zur Beurteilung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit des Versicherten liegen 

dem Gericht folgende Arztberichte und Gutachten vor, die sich wie folgt zu 

der verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äussern: 

• Arztbericht des Dr. med. …, Allgemeine Medizin FMH, 4. Februar 2008: 

In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als EDV-Supporter sei der Versicherte 

wie folgt arbeitsunfähig: 100% vom 21. August bis 29. Oktober 2006, 50% 

vom 30. Oktober bis 27. November 2006, 20% vom 28. November 2006 

bis 3. Juli 2007, 100% vom 4. Juli bis 19. August 2007 und 50% seit dem 

20. August 2007. Die gesundheitliche Störung beim Versicherten bewirke, 

dass er keine Gewichte über ca. 5 kg mehr tragen, und überhaupt keine 

Gewichte heben oder auf dem Boden verschieben könne. Erforderlich 

seien ein regelmässiger Stellungswechsel sowie diverse Arbeitshilfen. 

Nicht mehr möglich sei dem Versicherten der Support an auswärtigen 

EDV-Anlagen. Insgesamt sei ihm die bisherige Tätigkeit noch in einem 

zeitlichen Rahmen von täglich fünf Stunden zumutbar, wobei eine 

verminderte Leistungsfähigkeit im Ausmass von 70 bis 80% bestehe. 

Schliesslich führt der Arzt aus, dass der aktuelle Arbeitsplatz der 

Behinderung des Versicherten gut angepasst sei und dessen Leistung an 

einem anderen Arbeitsplatz nicht besser wäre. 

• Arztbericht der RAD-Ärztin …, Fachärztin für Physikalische Therapie und 

Rehabilitationsmedizin, 16. Juli 2008: Der Versicherte habe sich über die 

Invalidenversicherung 2001 bis 2003 zum EDV-Spezialisten umschulen 

lassen und führe diese Arbeit seit Juli 2002 im … aus. Aktuell arbeite er 

während vier Stunden am Vormittag und einer am Nachmittag, was 

ungefähr 60% entspreche. Bei der Arbeit als EDV-Spezialist handle es 

sich um eine wechselnde Tätigkeit mit der Möglichkeit der 

Selbsteinteilung. Ausserdem sei auch der Arbeitsplatz ergonomisch 

eingerichtet. Bei ausreichendem Funktionszustand der Wirbelsäule sowie 

fehlenden motorischen Defiziten, betrage die zumutbare Arbeitsfähigkeit 

80%, das heisse ein volles Pensum mit um 20% reduzierter 

Leistungsfähigkeit, begründet durch zusätzlichen Pausenbedarf. Eine 

stufenweise Erhöhung sei dabei erforderlich. 

• Ärztliches Gutachten des Dr. med. …, Spezialarzt für Orthopädische 

Chirurgie FMH und Sportmedizin, 15. Dezember 2008: Nachdem der 

Versicherte für einige Jahre als Werkzeugmacher gearbeitet habe, sei er 

von der Invalidenversicherung zum PC-Supporter umgeschult worden 

und sei seit 1993 (recte: 2002) als Mitarbeiter am Helpdesk IT-Technik 

des … Chur mit einem Pensum von 60% tätig. Nicht mehr vollumfänglich 

zumutbar seien dem Versicherten körperlich schwere Arbeiten in kalter 

und feuchter Umgebung, die mit häufigen inklinierten und reklinierten 

sowie rotierten Körperhaltungen und dem regelmässigen Heben und 

Tragen von Lasten über 10 kg verbunden seien und die vorwiegend 

sitzend oder stehend und gehend ausgeübt werden müssen. Die 

Arbeitsfähigkeit als EDV-Spezialist bei einem ergonomisch eingerichteten 

Arbeitsplatz betrage aufgrund der Wirbelsäulenpathologie 75% bei voller 

Stundenpräsenz. Die bisherige Tätigkeit als EDV-Spezialist mit 

ergonomisch eingerichtetem Arbeitsplatz entspreche bereits einer 

adaptierten Tätigkeit. 

d) Während der Beschwerdeführer geltend macht, dass ihm lediglich die aktuelle 

Tätigkeit im Umfang von 60% zumutbar sei und weitere Abklärungen (z.B. 

EFL) notwendig seien, wird die mögliche Arbeitsfähigkeit durch den RAD auf 

80% und durch Dr. med. … auf 75%, aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs 

jeweils bei voller Stundenpräsenz, festgesetzt. Der Beschwerdeführer führt 

diesbezüglich aus, dass die Ärzte und Gutachter bei der Einschätzung seiner 

Arbeitsfähigkeit vom falschen Sachverhalt ausgegangen seien und sie ihre 

Beurteilung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit in Unkenntnis der effektiven 

Belastung am Arbeitsplatz erlassen hätten. 

Diese Ansicht teilt das Gericht nicht, sondern es geht davon aus, dass sowohl 

der RAD als auch Dr. med. … trotz teilweise unklarer Bezeichnung (EDV- / 

PC-Spezialist) bei der Arbeitsfähigkeit von der jetzigen, adaptieren Tätigkeit 

als Helpdesk-Mitarbeiter ausgingen und diese nicht bezüglich der früheren 

Tätigkeit als PC-Supporter festlegten. Sie stützten ihre Einschätzungen der 

Tätigkeit des Beschwerdeführers primär auf dessen Ausführungen. Ferner 

verwiesen beide auf die ideale Einrichtung des Arbeitsplatzes und das 

angepasste Tätigkeitsfeld, insbesondere die wechselnde Tätigkeit mit der 

Möglichkeit der Selbsteinteilung. Aus diesen Ausführungen wird klar, dass 

sich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die jetzige Tätigkeit als Helpdesk-

Mitarbeiter bezieht. Ausserdem führte auch Dr. med. … in seinem Gutachten 

(S. 3) ausdrücklich aus, dass der Beschwerdeführer als „Mitarbeiter am Help 

Desk IT-Technik des …“ tätig sei. Nicht erforderlich ist, dass in den Gutachten 

auf die Anforderungen als PC-Supporter eingegangen wurde, zumal die 

aktuelle Tätigkeit des Beschwerdeführers als Helpdesk-Mitarbeiter für die 

Festlegung der Arbeitsfähigkeit relevant ist. Die Einschätzungen des RAD und 

des Gutachters sind weitgehend übereinstimmend, umfassend, wurden 

abgegeben gestützt auf eigene Untersuchungen und relevante Akten, sind frei 

von Widersprüchen und erscheinen nachvollziehbar. Bei der Festsetzung des 

Invalideneinkommens geht die Invalidenversicherung mit einer 

Arbeitsfähigkeit von 75% vom tieferen der beiden Werte aus, was nicht zu 

beanstanden ist. 

e) Verlangt wird in der Beschwerde schliesslich, dass im Bezug auf die 

ausgeführte Tätigkeit eine EFL durchgeführt wird. 

Bei einer solchen EFL vergleicht die untersuchende Person die gezeigten 

funktionellen Leistungen mit den physischen Anforderungen der häufigsten 

Arbeiten am Arbeitsplatz und liefert schliesslich einen Schlussbericht ab. 

Bemessen werden soll dadurch die Fähigkeit eines Individuums, manuelle 

Tätigkeiten zu verrichten und es soll der Zeitraum abgeschätzt werden, 

während dessen der Klient diese im Verlaufe eines ganzen Tages auszuüben 

imstande ist (Bundesgerichtsentscheid 8C_547/2008 vom 16. Januar 2009, 

E. 4.2). Wie die Invalidenversicherung diesbezüglich korrekt ausführt, ist eine 

solche aufgrund der vorliegenden Konstellation jedoch weder notwendig noch 

sinnvoll. Im Gegensatz zu der Tätigkeit als EDV-Supporter muss der 

Beschwerdeführer in jener als Helpdesk-Mitarbeiter keine manuellen 

Tätigkeiten ausführen, die mittels einer Evaluation eingeschätzt werden 

können. 

f) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Invalidenversicherung zur 

Festlegung des Invalideneinkommens vom richtigen Sachverhalt 

ausgegangen ist und die Arbeitsfähigkeit gestützt auf den Arztbericht und das 

ärztliche Gutachten korrekt bei 75% festgesetzt hat. Zur Einschätzung dieses 

Wertes wurde auch zu Recht keine EFL durchgeführt. Wie die 

Invalidenversicherung richtig berechnet hat, ergibt sich demnach ein 

Invalideneinkommen von Fr. 55'914.10. Wird dieser Betrag dem 

Valideneinkommen im Betrage von Fr. 74'552.15 gegenübergestellt, so 

resultiert ein IV-Grad von 25%. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht somit kein 

Anspruch auf eine IV-Rente nach dem 30. September 2008. Die Beschwerde 

ist daher abzuweisen. 

4. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung (inkl. Einstellungen) von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden jeweils nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert der Sache im Umfang von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses 

Verfahrens rechtfertigt es sich vorliegend, dem unterliegenden 

Beschwerdeführer Kosten von Fr. 700.-- zu überbinden. In Anbetracht der 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (hiernach lit. b) werden diese 

Kosten vorliegend aber auf die Gerichtskasse genommen.

b) Es bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer die unentgeltliche 

Rechtspflege und –verbeiständung zu gewähren ist. 

Gemäss Art. 61 lit. f ATSG muss das Recht, sich verbeiständen zu lassen, 

gewährleistet sein. Wo die Verhältnisse es rechtfertigen, wird der Beschwerde 

führenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Die 

Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung sind in der Regel erfüllt, wenn der Prozess nicht 

aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die Verbeiständung durch 

einen Anwalt oder eine Anwältin notwendig oder doch geboten ist (BGE 125 

V 202 E. 4a mit Hinweisen). Als aussichtslos gelten Verfahren, bei denen die 

Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahr und daher 

kaum mehr als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein 

Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und 

Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind 

als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, 

sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine 

Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht 

führen würde, nicht allein deshalb anstrengen können, weil er nichts kostet 

(BGE 122 I 271 E. 2b; Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage 2009, Art. 61 N 

102 ff.). 

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund der eingereichten Akten 

ausgewiesen und auch die Beschwerde ist im Ganzen nicht von vornherein 

als aussichtslos anzusehen, weshalb dem Beschwerdeführer die 

unentgeltliche Prozessführung zu gewähren ist.  

Die von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eingereichte 

Honorarnote vom 23. September 2009 ist gemäss Art. 5 Abs. 1 der kantonalen 

Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und 

Rechtsanwälte (HV; BR 310.250) zu einem reduzierten Stundenansatz von 

Fr. 200.-- zu genehmigen. Es ergibt sich daraus eine aussergerichtliche 

Entschädigung von total Fr. 1'972.80 (Fr. 1'780.-- zzgl. Spesen von Fr. 53.40 

zzgl. Fr. 139.40 [7.6% MWSt auf Fr. 1'833.40]). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 des kantonalen 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]) werden die 

Kosten von Fr. 700.-- zulasten von … von der Gerichtskasse übernommen. 

3. a) … wird in der Person von Rechtsanwältin … eine Rechtsvertreterin auf Kosten 

des Staates bestellt. Diese wird durch die Gerichtskasse mit Fr. 1'972.80 (inkl. 

MWST) entschädigt. 

b) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von … gebessert 

haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und die Kosten der 

Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG). 

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 22. April 2010 

gutgeheissen (9C_118/2010).