# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2b01055-ad84-5ccd-af5d-55c2dda2e8e5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht 18.02.2022 FO.2019.19-K2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_001_FO-2019-19-K2_2022-02-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/3

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FO.2019.19-K2

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 05.07.2022

Entscheiddatum: 18.02.2022

Entscheid Kantonsgericht, 18.02.2022
Art. 285 ZGB: Hat ein Elternteil ein weiteres Kind, für das der 
Unterhaltsbeitrag bereits gerichtlich festgelegt wurde, so ist dieser 
Unterhaltsbeitrag beim betreffenden Elternteil grundsätzlich im Bedarf zu 
berücksichtigen. Aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes aller Kinder 
ist jedoch ein allfälliger Fehlbetrag grundsätzlich auf alle Kinder zu verteilen 
(Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 18. Februar 2022, FO.2019.19-K2).

Zusammenfassung des relevanten Sachverhalts:

 

X. und Y. haben zwei gemeinsame Kinder: A., geb. Dezember 2012, und B., geb. 

Oktober 2014. Das erstinstanzliche Scheidungsurteil datiert von 2019. X. wurde im 

Februar 2020 Vater eines weiteren Kindes, C., von dessen Mutter er sich kurz nach der 

Geburt trennte.

 

Aus den Erwägungen:

 

II.

7.    a) Im nächsten Schritt ist der jeweilige Bedarf der Beteiligten festzusetzen. Dabei 

können die im Berufungsverfahren unbestritten gebliebenen Bedarfspositionen 

insoweit übernommen werden, als sich aus den neu eingereichten Unterlagen keine 

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abweichenden Beträge ergeben, ist doch aufgrund der beim Kindesunterhalt 

anwendbaren Verfahrensgrundsätze alles zu berücksichtigen, was aus den Unterlagen 

ersichtlich ist (BGer 5A_242/2019 E. 3.2.2). Zu beachten ist, dass der Vater ein weiteres 

Kind, C., hat, für welches er auch unterhaltspflichtig ist. Gemäss Entscheid des 

Einzelrichters des Kreisgerichts Wil vom 11. November/21.Dezember 2021 bezahlt der 

Vater ab Geburt von C. ([…] Februar 2020) bis […] einen Unterhaltsbeitrag von 

monatlich Fr. 900.00 und ab […] bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung 

monatlich Fr. 1'100.00. Dieser Betrag ist beim Vater grundsätzlich im Bedarf zu 

berücksichtigen, wird aber aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes von 

unterhaltsberechtigten Kindern (Maier/Niederberger/Hampel, Die Berechnung von 

Unterhaltsbeiträgen von Patchworkfamilien, in: AJP 2019 879, 883) noch zu prüfen sein 

(vgl. E. 8 nachfolgend).

 

b) – i) […]

 

8.    a.)/b). […]

 

c) Dezember 2024 bis und mit Juli 2025

 

B. ist 10 Jahre alt, womit sich sein Grundbetrag ebenfalls auf Fr. 600.00 erhöht.

 

[Damit ist von folgenden Zahlen auszugehen: Beim Vater beträgt der Überschuss bei 

einem Einkommen von Fr. 4'400.00 und einem Bedarf von Fr. 2'965.00 Fr. 1'435.00. 

Der Mutter wird ein Einkommen von Fr. 2'400.00 angerechnet, womit sich bei ihr bei 

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einem Bedarf von Fr. 2'900.00 ein Fehlbetrag von Fr. 500.00 ergibt. Sohn A. weist ein 

Manko von Fr. 845.00 auf, Sohn B. von Fr. 840.00].

 

Auch in dieser Phase vermag der Vater den Barunterhalt seiner drei Söhne nicht 

vollständig zu decken, das Manko beträgt Fr. 250.00 (C. Barunterhalt Fr. 900.00, A. 

Fr. 845.00, B. Fr. 840.00). Bei diesem Betrag rechtfertigt es sich nicht mehr, das Manko 

nur unter A. und B. aufzuteilen. Jedes Kind trägt vom Manko gerundet Fr. 85.00, womit 

sich bei A. ein zuzusprechender Betrag von monatlich Fr. 760.00 ergibt und bei B. von 

Fr. 755.00. Was C. anbelangt, wird der Vater eine Abänderungsklage des 

entsprechenden Entscheids zu prüfen haben.

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	Entscheid Kantonsgericht, 18.02.2022
	Art. 285 ZGB: Hat ein Elternteil ein weiteres Kind, für das der Unterhaltsbeitrag bereits gerichtlich festgelegt wurde, so ist dieser Unterhaltsbeitrag beim betreffenden Elternteil grundsätzlich im Bedarf zu berücksichtigen. Aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes aller Kinder ist jedoch ein allfälliger Fehlbetrag grundsätzlich auf alle Kinder zu verteilen (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 18. Februar 2022, FO.2019.19-K2).

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		2024-05-27T01:46:07+0200
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