# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0372b768-620e-57d0-a054-be6b62146452
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** HG250037
**Docket/Reference:** HG250037
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/HG250037.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 

Geschäfts-Nr.: HG250037-O 

U/dz 

Mitwirkend:  Oberrichterin Dr. Claudia Bühler, Präsidentin, und Oberrichter Roland 

Schmid, die Handelsrichter Prof. Dr. Mischa Senn, Marius Hagger und 

Stefan Vogler sowie die Gerichtsschreiberin Nadja Kiener 

Beschluss und Urteil vom 6. Juni 2025 

in Sachen 

Orell Füssli Thalia AG,  

Gesuchstellerin 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

gegen 

A._____ AG,  

Gesuchsgegnerin 

betreffend Gegendarstellung 

   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2 ff.) 

"1.  Die  Gesuchsgegnerin  sei  zu  verpflichten,  nachfolgende  Gegen-

darstellung  zu  ihrem  Artikel  «Orell  Füssli:  Fette  Preise  und  ma-

gere Löhne» in der Print-Ausgabe ihres Magazins B._____ vom 

05.02.2025 zu publizieren: 

1.1.  «Es trifft nicht zu, dass Orell Füssli eine Tochter der deutschen 

Thalia ist. Tatsächlich gehört Orell Füssli zu gleichen Teilen zwei 

Schweizer Muttergesellschaften. Die deutsche Thalia ist lediglich 

an einer der beiden Schweizer Muttergesellschaften mitbeteiligt.» 

1.2.  "Es trifft nicht zu, dass Orell Füssli die meisten Bücher zu günsti-

gen Konditionen direkt vom Mutterhaus in Deutschland bezieht. 

Tatsächlich hat Orell Füssli kein Mutterhaus in Deutschland und 

bezieht rund 60% der verkauften Bücher von Schweizer Lieferan-

ten." 

1.3.  "Es  trifft  nicht  zu,  dass  Orell  Füssli  Bruttomargen  hat,  die  im 

Schweizer Handel ihresgleichen suchen und zwischen 45 und 65 

Prozent liegen. Tatsächlich erzielt Orell Füssli eine im Schweizer 

Buchhandel übliche Marge, die deutlich unter 50% liegt. 

1.4.  "Es  trifft  nicht  zu,  dass  in  den  Filialen  C._____  und  Bahnhof 

D._____ von 28 Verkäuferinnen und Verkäufern nur 11 eine drei-

jährige Buchhändlerlehre und die anderen Angestellten einen KV-

Abschluss oder eine Quereinsteiger-Kurzausbildung haben. Tat-

sächlich verfügt die Mehrheit der in den Filialen in D._____ ange-

stellten 28 Mitarbeitenden über einen Abschluss der dreijährigen 

Buchhändlerlehre (11 Mitarbeitende) oder befinden sich aktuell in 

dieser Lehre (6 Mitarbeitende). 8 weitere Mitarbeitende verfügen 

über  eine  abgeschlossene  Buchhändler-Quereinsteigerausbil-

dung des E._____ (E._____) und lediglich 3 Mitarbeitende haben 

«nur» einen KV-Abschluss." 

 
- 3 - 

1.5.  "Es trifft nicht zu, dass "Trainees" in der Regel in den ersten drei 

Jahren den Mindestlohn für Ungelernte erhalten, der im Buchhan-

del gemäss Gesamtarbeitsvertrag CHF 3'970 pro Monat beträgt. 

Tatsächlich  erhalten  Quereinsteiger  einen  Bruttolohn  zwischen 

CHF 4'200 und CHF 5'100 pro Monat, abhängig von Alter, Erfah-

rung und Funktionsstufe, und zwar schon während ihrer Querein-

steiger-Ausbildung." 

2.  Diese Gegendarstellung gemäss Ziff. 1 sei in der ersten auf das 

erstinstanzliche Urteil folgenden Ausgabe des Magazins B._____ 

zu  publizieren,  wobei  eine  Ankündigung  der  Gegendarstellung 

(«Gegendarstellung von Orell Füssli») auf der Fläche von mindes-

tens 1/8-Seite auf der Frontseite zu erfolgen hat und die Gegen-

darstellung selbst in gleicher Schriftgrösse und auf der gleichen 

Seite (S. 8 f.) wie der Ursprungsartikel zu publizieren und mit dem 

Titel  «Gegendarstellung  der  Orell  Füssli  Thalia  AG»  zu  kenn-

zeichnen ist: 

3.  Die  Gesuchsgegnerin  sei  zu  verpflichten,  zu  ihrem  Online- 

Artikel  «Orell  Füssli:  Fette  Preise  und  magere  Löhne»  vom 

05.02.2025  (https://www.B._____.ch/artikel/artikeldetail/orell-fu-

essli-fette-preise-und-magere-loehne) 

folgende  Gegendarstel-

lung zu publizieren:  

3.1.   "Es trifft nicht zu, dass die Orell Füssli Thalia AG. je zur Hälfte 

Orell Füssli und der deutschen Thalia AG gehört. Tatsächlich ge-

hört Orell Füssli zu gleichen Teilen zwei Schweizer Muttergesell-

schaften.  Die  deutsche  Thalia  ist  lediglich  an  einer  der  beiden 

Schweizer Muttergesellschaften mitbeteiligt.» 

3.2.  "Es trifft nicht zu, dass Orell Füssli die meisten Bücher zu günsti-

gen Konditionen direkt vom Mutterhaus in Deutschland bezieht. 

Tatsächlich hat Orell Füssli kein Mutterhaus in Deutschland und 

- 4 - 

bezieht rund 60% der verkauften Bücher von Schweizer Lieferan-

ten." 

3.3.  "Es  trifft  nicht  zu,  dass  Orell  Füssli  Bruttomargen  hat,  die  im 

Schweizer Handel ihresgleichen suchen und zwischen 45 und 65 

Prozent liegen. Tatsächlich erzielt Orell Füssli eine im Schweizer 

Buchhandel übliche Marge, die deutlich unter 50% liegt.» 

3.4.  "Es  trifft  nicht  zu,  dass  in  den  Filialen  C._____  und  Bahnhof 

D._____ von 28 Verkäuferinnen und Verkäufern nur 11 eine drei-

jährige Buchhändlerlehre und die anderen Angestellten einen KV-

Abschluss oder eine Quereinsteiger-Kurzausbildung haben. Tat-

sächlich verfügt die Mehrheit der in den Filialen in D._____ ange-

stellten 28 Mitarbeitenden über einen Abschluss der dreijährigen 

Buchhändlerlehre (11 Mitarbeitende) oder befinden sich aktuell in 

dieser Lehre (6 Mitarbeitende). 8 weitere Mitarbeitende verfügen 

über  eine  abgeschlossene  Buchhändler-Quereinsteigerausbil-

dung des E._____ (E._____) und lediglich 3 Mitarbeitende haben 

«nur» einen KV-Abschluss." 

3.5.  "Es trifft nicht zu, dass "Trainees" in den ersten drei Jahren in der 

Regel den Mindestlohn für Ungelernte erhalten, der im Buchhan-

del gemäss Gesamtarbeitsvertrag CHF 3'970 pro Monat beträgt. 

Tatsächlich  erhalten  Quereinsteiger  einen  Bruttolohn  zwischen 

CHF 4'200 und CHF 5'100 pro Monat, abhängig von Alter, Erfah-

rung und Funktionsstufe, und zwar schon während ihrer Querein-

steiger-Ausbildung.» 

4.  Diese  Gegendarstellung  gemäss  Ziff.  3  sei  sofort,  spätestens 

aber drei Tage nach Erlass des erstinstanzlichen Urteils, auf der 

Website der Gesuchsgegnerin beim Online-Artikel «Orell Füssli: 

Fette  Preise  und  magere  Löhne» 

vom  05.02.2025 

(https://www.B._____.ch/artikel/artikeldetail/orell-fuessli-fette-

preise-und-magere-loehne)  direkt  unter  dem  fett  geschriebenen 

- 5 - 

Anriss und vor dem nachfolgenden Foto in gleicher Schriftgrösse 

wie der Ursprungstext unter dem Titel «Gegendarstellung der O-

rell  Füssli  Thalia  AG»  aufzuschalten  und  solange  aufgeschaltet 

zu lassen, wie der Ursprungsartikel aufgeschaltet ist, mindestens 

aber 30 Tage.  

5.  Die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, sofort, spätestens aber 

drei Tage nach Erlass des erstinstanzlichen Urteils, auf ihrem In-

stagram-Account  «F._____»  zum  Beitrag  «Orell  Füssli:  Fette 

Preise und magere Löhne» vom 05.02.2025 folgende Gegendar-

stellung aufzuschalten: 

«Gegendarstellung der Orell Füssli Thalia AG:  

Es trifft nicht zu, dass "Trainees" in der Regel in den ersten drei 

Jahren den Mindestlohn für Ungelernte erhalten, der im Buchhan-

del gemäss Gesamtarbeitsvertrag CHF 3'970 pro Monat beträgt. 

Tatsächlich  erhalten  Quereinsteiger  einen  Bruttolohn  zwischen 

CHF 4'200 und CHF 5'100 pro Monat, abhängig von Alter, Erfah-

rung und Funktionsstufe, und zwar schon während ihrer Querein-

steiger-Ausbildung.» 

6.  Diese Gegendarstellung gemäss Ziff. 5 sei in der Caption des Bei-

trags unterhalb des bisherigen Texts folgendermassen anzukün-

digen «Eine Gegendarstellung der Orell Füssli Thalia AG zu die-

sen Aussagen findet sich in der Bildfolge oben (Bild 4)» und der 

Gegendarstellungstext sei in gleicher Schriftgrösse wie der Text 

des vorangehenden Bildes entsprechend dieser Ankündigung als 

viertes Bild in die Bildfolge des Beitrags zu integrieren. Diese Ge-

gendarstellung sei solange aufgeschaltet zu lassen wie auch der 

Originalbeitrag aufgeschaltet ist, mindestens aber 30 Tage. 

- 6 - 

7.  Die Gesuchsgegnerin sei anzuweisen, sicherzustellen, dass die 

Gegendarstellung gemäss Ziff. 3 auch in sämtlichen Online-Me-

diendatenbanken, die ihren Artikel archivieren und zur Verfügung 

stellen, in identischer Art und Weise veröffentlicht wird, nament-

lich in den Mediendatenbanken G._____.com, H._____, I._____ 

und J._____ wie auch bei einem Abruf ihres Online-Artikels über 

die  Internet-Suchmaschine  Google,  wozu  die  Gesuchsgegnerin 

zu verpflichten sei, innert drei Tagen nach Erlass des erstinstanz-

lichen Urteils entsprechende Anpassungsanträge an G._____ In-

ternational Limited, die H._____ AG, die I._____ AG, die J'._____ 

GmbH sowie Google Switzerland GmbH zu stellen.  

8.  Die Anweisungen gemäss Ziff. 1 bis 7 seien unter Strafandrohung 

gemäss  Art.  292  StGB  zu  erlassen,  wonach  mit  Busse  bestraft 

wird, wer einer an ihn erlassenen behördlichen Verfügung nicht 

Folge leistet. 

9.  Alles  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  (zzgl.  8.1% 

MWST) zulasten der Gesuchsgegnerin." 

 
 
 
 
 
 
 
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Inhaltsverzeichnis 

Rechtsbegehren .......................................................................................... 2 

Inhaltsverzeichnis ....................................................................................... 7 

Sachverhalt und Verfahren ......................................................................... 9 

A.  Sachverhaltsübersicht ......................................................................... 9 
a.  Parteien und ihre Stellung ............................................................... 9 
b.  Ausgangslage und Prozessgegenstand .......................................... 9 

B.  Prozessverlauf .................................................................................... 10 

Erwägungen ............................................................................................... 11 
1.  Formelles ............................................................................................ 11 
1.1.  Örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit ......................... 11 
1.2.  Objektive Klagenhäufung .............................................................. 11 
1.3.  Übrige Prozessvoraussetzungen .................................................. 11 
1.4.  Grundsätze des summarischen Verfahrens und Eingaben nach 

Aktenschluss ................................................................................. 12 
1.5.  Schutzmassnahmen ...................................................................... 12 
1.5.1. Rechtliches ......................................................................... 12 
1.5.2. Parteibehauptungen und Würdigung .................................. 13 

2.  Voraussetzungen der Gegendarstellung .......................................... 15 
2.1.  Allgemeines ................................................................................... 15 
2.2.  Fristwahrung ................................................................................. 15 
2.2.1. Rechtliches ......................................................................... 15 
2.2.2. Würdigung .......................................................................... 16 
2.3.  Periodisch erscheinendes Medium ............................................... 17 
2.3.1. Rechtliches ......................................................................... 17 
2.3.2. Würdigung .......................................................................... 18 
2.4.  Tatsachendarstellungen ................................................................ 18 
2.4.1. Rechtliches ......................................................................... 18 
2.4.2. Würdigung .......................................................................... 19 
2.5.  Weitere Voraussetzungen ............................................................. 19 
2.5.1. Rechtliches ......................................................................... 19 
2.5.2. Aussage und Gegendarstellung 1 ....................................... 20 
2.5.2.1. Überblick ................................................................. 20 
2.5.2.2. Anspruch auf Gegendarstellung trotz Korrigenda .... 22 
2.5.2.3. Betroffenheit in der Persönlichkeit ........................... 25 
2.5.2.4. Verweigerungsgründe ............................................. 26 
2.5.2.5. Zwischenfazit ........................................................... 26 
2.5.3. Aussage und Gegendarstellung 2 ....................................... 26 
2.5.3.1. Überblick ................................................................. 26 
2.5.3.2. Betroffenheit in der Persönlichkeit ........................... 27 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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2.5.3.3. Offensichtliche Unrichtigkeit der Gegendarstellung . 27 
2.5.3.4. Zwischenfazit ............................................................ 29 
2.5.4. Aussage und Gegendarstellung 3 ....................................... 29 
2.5.4.1. Überblick ................................................................. 29 
2.5.4.2. Betroffenheit in der Persönlichkeit ........................... 29 
2.5.4.3. Offensichtliche Unrichtigkeit der Gegendarstellung . 30 
2.5.4.4. Unzulässige weiterführende Tatsachendarstellung  30 
2.5.4.5. Anpassung des Gegendarstellungstextes ............... 31 
2.5.4.6. Zwischenfazit ........................................................... 32 
2.5.5. Aussage und Gegendarstellung 4 ....................................... 32 
2.5.5.1. Überblick ................................................................. 32 
2.5.5.2. Betroffenheit in der Persönlichkeit ........................... 32 
2.5.5.3. Offensichtliche Unrichtigkeit der Gegendarstellung . 33 
2.5.5.4. Unzulässige weiterführende Tatsachendarstellung . 33 
2.5.5.5. Länge des Gegendarstellungstextes ....................... 34 
2.5.5.6. Zwischenfazit ........................................................... 35 
2.5.6. Aussage und Gegendarstellung 5 ....................................... 35 
2.5.6.1. Überblick ................................................................. 35 
2.5.6.2. Betroffenheit in der Persönlichkeit ........................... 35 
2.5.6.3. Offensichtliche Unrichtigkeit der Gegendarstellung . 36 
2.5.6.4. Inhalt und Länge des Gegendarstellungstextes ...... 37 
2.5.6.5. Anpassung des Gegendarstellungstextes ............... 38 
2.5.6.6. Zwischenfazit ........................................................... 38 
2.6.  Veröffentlichung der Gegendarstellungen ..................................... 38 
2.6.1. Rechtliches ......................................................................... 38 
2.6.2. Print-Ausgabe des B._____-Magazins ............................... 39 
2.6.3. Online-Version .................................................................... 41 
2.6.4. Instagram-Account .............................................................. 43 
2.7.  Kosten der Gegendarstellung ........................................................ 44 

3.  Vollstreckungsmassnahmen ............................................................. 44 

4.  Kosten- und Entschädigungsfolgen ................................................. 44 
4.1.  Gerichtskosten .............................................................................. 44 
4.2.  Parteientschädigung...................................................................... 45 

 
 
 
 
 
 
 
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Sachverhalt und Verfahren 

A.  Sachverhaltsübersicht 

a.  Parteien und ihre Stellung 

Die Gesuchstellerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich, welche den Handel 

mit  Büchern,  Büchern  in  elektronsicher  Form  (E-Books),  elektronischen  Medien, 

Text-,  Ton-  und  Bildträgern  sowie  Wiedergabegeräten  aller  Art,  EDV-Hard-  und 

Software sowie mit verwandten Sortimenten im In- und Ausland sowie die Erbrin-

gung von Beratungs-, Management- und anderen Dienstleistungen im Buchhandel 

und in verwandten Bereichen im In- und Ausland bezweckt (act. 3/1).  

Bei der Gesuchsgegnerin handelt es sich ebenfalls um eine Aktiengesellschaft mit 

Sitz in Zürich, welche Dienstleistungen für Konsumentinnen und Konsumenten er-

bringt und die Herstellung, Vermittlung und den Vertrieb von Medienprodukten be-

zweckt  (act. 3/2).  Sie  gibt  unter  anderem  die  Zeitschrift  "B._____"  heraus  (act. 1 

Rz. 27 und act. 8 Rz. 2).  

b.  Ausgangslage und Prozessgegenstand 

Die Gesuchsgegnerin publizierte am 5. Februar 2025 einen von der Gesuchstellerin 

beanstandeten  Artikel  "Orell  Füssli:  Fette  Preise  und  magere  Löhne"  in  ihrem  Magazin 

"B._____"  (Print-Ausgabe)  und  veröffentlichte  diesen  Beitrag  sodann  auch  online 

auf ihrer Website. Die Gesuchstellerin fordert die gerichtliche Anordnung einer Ge-

gendarstellung zu fünf angeblichen Falschbehauptungen als Schlüsselstellen des 

Beitrags  in  der  ersten  auf  das  erstinstanzliche  Urteil  folgenden  Ausgabe  des 

B._____-Magazins (Rechtsbegehren Ziff. 1 und 2 [Print-Ausgabe]) sowie online auf 

ihrer Website (Rechtsbegehren Ziff. 3 und 4 [Online-Beitrag]). 

Am 5. Februar 2025 veröffentlichte die Gesuchsgegnerin zudem einen Beitrag auf 

ihrem  Instagram-Account  "F._____",  der  den  Inhalt  des  Artikels  auszugsweise  in 

einer Bildfolge (insgesamt 5 Bilder) wiedergibt und die strittige Aussage Nr. 5 eben-

falls enthält. Auch dieser will die Gesuchstellerin ihre eigene Tatsachenbehauptung 

entgegensetzen  (act. 1  Rz. 30  und  act. 3/7;  Rechtsbegehren  Ziff. 5  und  6  [Insta-

gram-Account]).  

- 10 - 

Schliesslich  beantragt  die  Gesuchstellerin,  die  Gesuchsgegnerin sei  anzuweisen, 

sicherzustellen,  dass  die  Gegendarstellung  des  Online-Artikels  in  sämtlichen  On-

line-Mediendatenbanken, die ihren Artikel archivieren und zur Verfügung stellen, in 

identischer Art und Weise veröffentlicht werde, namentlich in den Mediendatenban-

ken G._____.com, H._____, I._____ und J._____ wie auch bei einem Abruf ihres 

Online-Artikels über die Internet-Suchmaschine Google. Dazu sei die Gesuchsgeg-

nerin  zu  verpflichten,  innert  drei  Tagen  nach  Erlass  des  erstinstanzlichen  Urteils 

entsprechende Anpassungsanträge an G._____ International Limited, die H._____ 

AG, die J._____ AG, die J'._____ GmbH sowie Google Switzerland GmbH zu stellen 

(vgl. Rechtsbegehren Ziff. 7 [Online-Mediendatenbanken]).  

Die Gesuchsgegnerin schliesst auf Abweisung des Gesuchs (act. 8 S. 2). 

B.  Prozessverlauf  

Die Gesuchstellerin reichte ihr Gesuch betreffend Gegendarstellung am 18. Februar 

2025 elektronisch (eingegangen am 18. Februar 2025) ein (act. 1 und act. 4). Mit 

Verfügung vom 19. Februar 2025 wurde ihr Frist zur Leistung eines Vorschusses 

für die Gerichtskosten angesetzt. Gleichzeitig wurde der Gesuchsgegnerin Frist zur 

Stellungnahme  angesetzt  (act.  5).  Der  Kostenvorschuss  ging  fristgerecht  ein 

(act. 7). Mit Eingabe vom 13. März 2025 erstattete die Gesuchsgegnerin innert Frist 

ihre Gesuchsantwort (act. 8). Sie wurde der Gesuchstellerin zur Kenntnisnahme zu-

gestellt  (Prot.  S. 5).  Diese  reichte  ihrerseits  am  28. März  2025  innert  angesetzter 

Frist  eine  Stellungnahme  zur  Gesuchsantwort  ein  (act. 13  und  act. 15).  Die  Ge-

suchsgegnerin äusserte sich in der Folge ebenfalls innert angesetzter Frist mit Ein-

gabe vom 14. April 2025 (act. 17), welche der Gesuchstellerin wiederum zugestellt 

wurde (Prot. S. 5). Die Gesuchstellerin liess sich alsdann mit Eingaben vom 8. Mai 

2025  (act. 20)  und  22.  Mai  2025  (act. 26),  die  Gesuchsgegnerin  mit  jenen  vom 

19. Mai 2025 (act. 24) und 28. Mai 2025 (act. 29) erneut vernehmen, wobei die Ein-

gaben  der  Gegenseite  jeweils  zugestellt  wurden  (Prot. S. 5).  Weitere  Eingaben 

ergingen nicht. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

 
 
- 11 - 

Erwägungen 

1. 

Formelles 

1.1.  Örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit 

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts das Kantons Zürich 

ist gegeben (Art. 20 lit. b ZPO i.V.m. Art. 6 Abs. 2 ZPO). In funktioneller Hinsicht ist 

zur Beurteilung dieser Streitigkeit das Kollegialgericht zuständig (§ 44 lit. b GOG).  

Dies ist im Übrigen unbestritten geblieben (act. 1 Rz. 2 ff. und act. 8 Rz. 1).  

1.2.  Objektive Klagenhäufung 

Die gesuchstellende Partei kann mehrere Ansprüche gegen dieselbe Partei in einer 

Klage vereinen, sofern das gleiche Gericht dafür sachlich (Art. 90 lit. a ZPO) und 

örtlich zuständig ist (BSK ZPO-KLAUS, Art. 90 N 26). Ferner muss die gleiche Ver-

fahrensart anwendbar sein (Art. 90 lit. b ZPO). 

Die  Gesuchstellerin  beantragt  verschiedene  Gegendarstellungen  in  vier  unter-

schiedlichen Medien (Gegendarstellung Ziff. 1 und 2 [Print-Ausgabe], Ziff. 3 und 4 

[Website], Ziff. 5 und 6 [Instagram-Account] sowie Ziff. 7 [Online-Mediendatenban-

ken]) in einem einzigen Gesuch. Das hiesige Gericht ist für sämtliche Anträge örtlich 

und sachlich zuständig. Auf alle ist sodann das summarische Verfahren anwendbar 

(Art. 249 lit. a Ziff. 2 ZPO). Die objektive Klagenhäufung erweist sich entsprechend 

als zulässig.  

1.3.  Übrige Prozessvoraussetzungen 

Die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 59 Abs. 2 ZPO sind unbestrittener-

massen  erfüllt.  Auf  die  Parteibehauptungen  wird  nachfolgend,  soweit  für  die  Ent-

scheidfindung notwendig, eingegangen. 

 
 
- 12 - 

1.4.  Grundsätze des summarischen Verfahrens und Eingaben nach Akten-

schluss 

Das  Begehren  auf  Gegendarstellung  wird  im  summarischen  Verfahren  beurteilt 

(Art. 28l ZGB i.V.m. Art. 249 lit. a Ziff. 2 ZPO). Im summarischen Verfahren gibt es 

‒ vorbehältlich des Noven- und "Replikrechts" ‒ nur einen Parteivortrag. Die Par-

teien wurden mit Verfügung vom 17. März 2025 auf diesen Umstand hingewiesen 

(act. 11). Das Gericht ordnete keinen zweiten Schriftenwechsel an. Damit trat mit 

Einreichung der Gesuchsantwort vom 13. März 2025 (act. 8) der Aktenschluss ein.  

Auch im summarischen Verfahren sind Tatsachen und Beweismittel, die erst nach 

Aktenschluss  entstanden  sind,  unbeschränkt  vortragbar  (echte  Noven;  Art. 229 

Abs. 1  lit. a ZPO).  Unechte  Noven  –  Tatsachen  und  Beweismittel,  die  bereits  vor 

Aktenschluss bestanden – können nachträglich in den Prozess eingeführt werden, 

sofern  ein  vorheriges  Einbringen  trotz  zumutbarer  Sorgfalt  nicht  möglich  war 

(Art. 229  Abs. 1  lit. b ZPO).  Letzteres  setzt  voraus,  dass  der  betreffenden  Partei 

keine  Nachlässigkeit  in  der  Behauptungs-  und  Beweisführungslast  vorgeworfen 

werden kann (ZK ZPO-LEUENBERGER, Art. 228 N 6).  

Die Gesuchstellerin liess sich nach Aktenschluss mit Eingaben vom 28. März 2025 

(act. 13), 8. Mai 2025 (act. 20) und 22. Mai 2025 (act. 26), die Gesuchsgegnerin mit 

Eingaben  vom  14. April  2025  (act. 17),  19. Mai  2025  (act. 24)  und  28. Mai  2025 

(act. 29) vernehmen. Auf die in diesen Rechtsschriften enthaltenen Ausführungen 

sowie die Zulässigkeit der einzelnen Vorbringen wird – soweit für die Entscheidfin-

dung erforderlich – im Zusammenhang mit den nachfolgenden Erwägungen einzu-

gehen sein. 

1.5.  Schutzmassnahmen 

1.5.1. Rechtliches 

Nach Art. 53 Abs. 2 ZPO haben Prozessparteien das Recht, Akten einzusehen und 

Kopien anfertigen zu lassen, soweit keine überwiegenden öffentlichen oder privaten 

Interessen entgegenstehen. Das Akteneinsichtsrecht ergibt sich allein aus der Ver-

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fahrensbeteiligung, gilt voraussetzungslos, ohne Nachweis eines besonderen Inte-

resses und für sämtliche Akten. Jede schriftliche Aufzeichnung, welche als Grund-

lage  des  Entscheids  dienen  könnte,  stellt  ein  einsehbares  Aktenstück  dar  (DIKE 

ZPO-GÖKSU, Art. 53 N 31). Werden jedoch durch die Beweisabnahme schutzwür-

dige  Interessen  einer  Partei  oder  Dritter  gefährdet,  so  trifft  das  Gericht  die 

erforderlichen Massnahmen (Art. 156 ZPO), wobei eine konkrete Gefährdung ver-

langt wird; eine bloss abstrakte Gefährdung genügt nicht. Die konkrete Gefährdung 

ist von der betroffenen Partei darzutun. Das Gericht erforscht sie in der Regel nicht 

von Amtes wegen. Die Partei, welche sich auf ein schutzwürdiges Interesse beruft, 

hat dieses schliesslich hinreichend zu substantiieren. Sie hat darzulegen, inwiefern 

geheim zu haltende bzw. schutzwürdige Informationen vorliegen, damit überhaupt 

erst  eine  Interessenabwägung  vorgenommen  werden  kann.  Die  gerichtlich  ange-

ordneten Schutzmassnahmen müssen weiter verhältnismässig sein. Das Gericht ist 

in der Wahl der geeigneten Massnahme insgesamt wenig eingeschränkt, da sich 

diese  nach  den  Bedürfnissen  des  Einzelfalls  zu  richten  hat  (BSK  ZPO-GUYAN, 

Art. 156 N 1 und 4 f.; ZK ZPO-HASENBÖHLER, Art. 156 N 3, N 6 f., N 13 und N 16; 

BK ZPO II-BRÖNNIMANN, Art. 156 ZPO N 12 ff. und N 18; DIKE ZPO-LEUENBERGER, 

Art. 156 ZPO N 9, N 11 und N 14). Insgesamt zielt Art. 156 ZPO darauf ab, dass 

sensitive Informationen nicht an eine oder beide Parteien oder die Öffentlichkeit ge-

langen (ADRIAN STAEHELIN/DANIEL STAEHELIN/PASCAL GROLIMUND, Zivilprozessrecht, 

§ 18 N 26). 

1.5.2. Parteibehauptungen und Würdigung 

Die Gesuchstellerin hat in ihrem Gesuch Schutzmassnahmen im Sinne von Art. 156 

ZPO für die von ihr ins Recht gelegte "Aufstellung Warenbezüge im Geschäftsjahr 

2024 (Zahlen aus dem Jahresabschluss Geschäftsjahr 2024)" (act. 3/17) verlangt. 

Zur  Begründung  führt  sie  aus,  dass  die  Detailangaben  über  die  Bezüge  von  den 

einzelnen Lieferanten Geschäftsgeheimnisse von ihr und von betroffenen Lieferan-

ten  enthalten  würden.  Sie  beantrage  deshalb,  dass  die  Angaben  der  Lieferanten 

sowie  die  Bezüge  bzw.  Bezugsmengen  bei  ihnen  unter  Beweisschutz  zu  stellen 

seien und auch von der Gegenpartei nicht an Dritte ausserhalb des Gerichts her-

- 14 - 

ausgegeben  oder  veröffentlicht  werden  dürften.  Entsprechend  sei  das  Aktenein-

sichtsrecht für Dritte insofern einzuschränken, als ihnen die Einsicht in act. 3/17 zu 

verwehren  und  die  Gesuchsgegnerin  weiter  anzuweisen  sei,  diese  Informationen 

als  Geschäftsgeheimnis  zu  behandeln  und  nicht  nach  aussen  zu  tragen  (act. 1 

Rz. 58).  

Das  von  der  Gesuchstellerin  schlüssig  behauptete  konkrete  schutzwürdige  Inte-

resse an der Geheimhaltung der Informationen in act. 3/17 wird von der Gesuchs-

gegnerin nicht bestritten (act. 8 Rz. 44 ff.). Durch die Herausgabe gewisser sensiti-

ver Informationen (konkret: Namen der Lieferanten sowie deren Bezüge bzw. Be-

zugsmengen im Jahr 2024) aus der Urkunde an die Öffentlichkeit droht eine Verlet-

zung des Geschäftsgeheimnisses. Die Anordnung einer strafbewehrten Geheimhal-

tungspflicht ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 148 III 

84 E. 3.2.3. und E. 3.2.5.). Eine solche erweist sich im vorliegenden Fall auch als 

verhältnismässig. In zeitlicher Hinsicht kann sich der Schutz auf die ganze Dauer 

des Verfahrens erstrecken, nicht aber darüber hinaus, was sich aus der Natur als 

prozessleitende Massnahme der entsprechenden Entscheidung ergibt (BGE 148 III 

84 E. 3.2.4.). Entsprechend ist der Gesuchsgegnerin zu untersagen, bis zum rechts-

kräftigen Abschluss des vorliegenden Verfahrens in der Hauptsache einschliesslich 

eines  allfälligen  bundesgerichtlichen  Beschwerdeverfahrens,  den  Inhalt  von 

act. 3/17, namentlich Informationen betreffend Lieferanten der Gesuchstellerin so-

wie  Bezüge  bzw.  Bezugsmengen  derselben,  Dritten  zugänglich  zu  machen;  dies 

unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe nach Art. 292 StGB (Busse) im Wi-

derhandlungsfalle. 

Eine gesonderte Aufbewahrung des Originals von act. 3/17 und eine präventive ab-

solute Verweigerung des diesbezüglichen Akteneinsichtsrechts gegenüber Dritten 

sind  mangels  konkreter  Gefährdung  nicht  anzuordnen.  Das  Begehren  um  Erlass 

von Schutzmassnahmen ist insoweit abzuweisen. 

 
 
- 15 - 

2. 

Voraussetzungen der Gegendarstellung 

2.1.  Allgemeines 

Anspruch  auf  Gegendarstellung  hat,  wer  durch  Tatsachendarstellungen  in  perio-

disch erscheinenden Medien, insbesondere Presse, Radio und Fernsehen, in seiner 

Persönlichkeit unmittelbar betroffen ist (Art. 28g Abs. 1 ZGB). Verhindert das Medi-

enunternehmen die Ausübung des Gegendarstellungsrechts, verweigert es die Ge-

gendarstellung oder veröffentlicht es diese nicht korrekt, so kann der Betroffene das 

Gericht am Wohnsitz oder Sitz einer der Parteien anrufen (Art. 28l ZGB und Art. 20 

lit. b ZPO). Der Text der Gegendarstellung ist in knapper Form auf den Gegenstand 

der beanstandeten Darstellung zu beschränken; die Gegendarstellung kann insbe-

sondere  verweigert  werden,  wenn  sie  offensichtlich  unrichtig  ist  oder  gegen  das 

Recht oder die guten Sitten verstösst (Art. 28h ZGB).  

2.2.  Fristwahrung 

2.2.1. Rechtliches 

Gemäss Art. 28i ZGB muss der Betroffene den Text der Gegendarstellung innert 20 

Tagen, nachdem er von der beanstandeten Tatsachendarstellung Kenntnis erhalten 

hat (relative Frist), spätestens jedoch drei Monate nach der Verbreitung (absolute 

Frist), an das Medienunternehmen absenden. Bei den genannten Fristen handelt 

es sich um Verwirkungsfristen, die weder unterbrochen noch verlängert werden kön-

nen und deren Einhaltung das Gericht von Amtes wegen zu prüfen hat (BÄNNINGER, 

Die  Gegendarstellung,  Diss.,  Zürich  1998,  S. 221  und  BSK  ZGB  I-SCHWAI-

BOLD/MENG, Art. 28i N 6). Lehnt das Medienunternehmen die Veröffentlichung des 

Gegendarstellungstextes ab, so muss der Betroffene gemäss Lehre und Rechtspre-

chung die Gegendarstellung innert 20 Tagen gerichtlich geltend machen, ansonsten 

vermutet  wird,  er  habe  an  der  Veröffentlichung  der  Gegendarstellung  kein  schüt-

zenswertes Interesse mehr (Art. 28l ZGB; BGE 116 II 1; BÄNNINGER, a.a.O., S. 276 

und BSK ZGB I-SCHWAIBOLD/MENG, Art. 28l N 3).  

 
 
- 16 - 

2.2.2. Würdigung 

Die von der Gesuchstellerin beanstandete Ausgangsmeldung mit 5 Schlüsselaus-

sagen wurde von der Gesuchsgegnerin am 5. Februar 2025 ("Orell Füssli: Fette Preise 

und magere Löhne") in ihrem Magazin B._____ (Printausgabe) sowie auf ihrer Website 

publiziert (act. 3/5 und act. 3/6). Gleichentags veröffentlichte die Gesuchsgegnerin 

zudem einen Kurzbeitrag auf ihrem Account "F._____" (act. 3/7).  

Mit Schreiben vom 13. Februar 2025 ersuchte die Gesuchstellerin die Gesuchsgeg-

nerin um Publikation der obgenannten Gegendarstellungen in der Printausgabe des 

B._____-Magazins, auf der Onlineplattform "www.B._____.ch" sowie auf dem Ins-

tagram-Account "F._____" (act. 1 Rz. 14, act. 8 Rz. 12 und act. 3/9). In der Folge 

erklärte sich die Gesuchsgegnerin nur bereit, die beantragte Gegendarstellung zu 

Aussage 1 und eine verkürzte Gegendarstellung zu Aussage 5 zu publizieren (vgl. 

E-Mails vom 14. Februar 2025; act. 10 und 11). Die relative Frist von 20 Tagen seit 

Kenntnisnahme  der  beanstandeten  Publikationen  und  die  absolute  Frist  von  drei 

Monaten ab Verbreitung sind damit diesbezüglich eingehalten (Art. 28i Abs. 1 ZGB). 

Nicht gefordert hatte die Gesuchstellerin im Schreiben vom 13. Februar 2025 indes-

sen  die  Veröffentlichung  der  "Gegendarstellungen"  auf  den  Online-Mediendaten-

banken (act. 3/9). Weder aus dem Tatsachenvortrag der Gesuchstellerin noch aus 

den Beilagen geht hervor, dass die Gesuchstellerin von der Gesuchsgegnerin Ge-

gendarstellungen in Online-Mediendatenbanken verlangt hätte. Somit hat die Ge-

suchstellerin diesbezüglich die Voraussetzungen von Art. 28i Abs. 1 sowie Art. 28l 

Abs.1  ZGB  nicht  eingehalten,  weshalb  Rechtsbegehren  Ziff. 7  schon  aus  diesem 

Grund abzuweisen ist,  

Folglich verbleibt noch über die Gegendarstellungen im Magazin "B._____", auf der 

Website  sowie  auf  dem  Instagram-Account  "F._____"  zu  befinden.  Die  Gesuchs-

gegnerin erklärte sich mit E-Mail vom 14. Februar 2025 bereit, die Aussagen 1 und 

5 ihres Ursprungstextes in gewisser Weise zu korrigieren. Mit Bezug auf die Aussa-

gen  2  bis  4  verweigerte  sie  die  Gegendarstellung  gänzlich  (act.  1  Rz. 15;  act. 8 

Rz. 12  und  act.  3/10).  Die  Gesuchstellerin  teilte  der  Gesuchsgegnerin  mit  

E-Mail vom 18. Februar 2025 alsdann mit, dass die von der Gesuchsgegnerin vor-

- 17 - 

genommene Richtigstellung der Aussagen 1 und 5 ihren Zweck nicht erfülle, son-

dern gar eher kontraproduktiv sei, und erklärte sich mithin nicht damit einverstan-

den, dass die Gesuchsgegnerin (verkürzte) Gegendarstellungen zu den Aussagen 

1 und 5 publiziert (act. 1 Rz. 16, act. 8 Rz. 12 f. und act. 3/11). In der Folge ging das 

vorliegende Gesuch beim Gericht am 18. Februar 2025 elektronisch ein (act. 1 S. 1 

und act. 4). Damit ist die 20-tägige Frist zur Anrufung des Gerichts hinsichtlich der 

Gegendarstellungen  in  der  Printausgabe  des  B._____-Magazins,  auf  der  Online-

plattform "www.B._____.ch" sowie auf dem Instagram-Account "F._____" gewahrt 

(vgl.  Art.  28l  Abs.  1  ZGB;  BGE  116  II  1  E. 4b  S.  6).  Die  Verfahrenserfordernisse 

(vergebliche  vorprozessuale  Bemühungen/Fristen)  sind  diesbezüglich  entspre-

chend erfüllt. 

2.3.  Periodisch erscheinendes Medium 

2.3.1. Rechtliches 

Das Recht auf Gegendarstellung bedingt die Veröffentlichung des beanstandeten 

Texts  in  einem  periodisch  erscheinenden  Medium,  wobei  Art. 28g  ZGB  exempla-

risch Presse, Radio und Fernsehen nennt. Bei Online-Ausgaben von Zeitungen und 

Zeitschriften  ist  die  Gegendarstellungsfähigkeit  ohne  Weiteres  zu  bejahen  (CHK 

ZGB-AEBI-MÜLLER,  Art. 28g-28l  N 3  und  BSK  ZPO-SPRECHER,  Art.  266  N 18 f.). 

Ganz  allgemein  liegt  ein  der  Gegendarstellung  zugängliches  Medium  dann  vor, 

wenn sich ein Informationsinstrument an die Öffentlichkeit richtet oder der Öffent-

lichkeit zugänglich ist (BGE 113 II 269 Regesten). Die Voraussetzung der Periodi-

zität des Mediums bedeutet, dass sich das Medium regelmässig an ein bestimmtes, 

mehr oder weniger gleich bleibendes Publikum richten muss. Internetauftritte, die 

periodisch  oder  wenigstens  mit  einer  gewissen  Regelmässigkeit  vollständig  oder 

zumindest  teilweise  aktualisiert  werden,  sind  periodisch  erscheinende  Medien  im 

Sinne des Gesetzes, auch wenn sie nicht als "Zeitschriften" auftreten (CHK ZGB-

AEBI-MÜLLER, Art. 28g-28l N 3 und RIEMER, in: Recht 2004, S. 115). 

 
 
- 18 - 

2.3.2. Würdigung 

Sowohl das B._____-Magazin (Print-Ausgabe) als auch der sehr regelmässig akti-

vierte  Internettauftritt  der  Gesuchsgegnerin  auf  der  Website  "www.B._____.ch" 

gelten als periodisch erscheinende Medien im Sinne von Art. 28g Abs. 1 ZGB. Dies-

bezüglich sind sich auch die Parteien einig (act. 1 Rz. 40 und act. 8 Rz. 26).  

Unbestritten ist weiter, dass es sich beim fraglichen Instagram-Account der Ge-

suchsgegnerin "F._____" um ein periodisch erscheinendes Medium im Sinne von 

Art. 28g Abs. 1 ZGB handelt (act. 1 Rz. 41 und act. 8 Rz. 26). Dem ist in der vorlie-

gend speziellen Konstellation zuzustimmen, zumal die Gesuchsgegnerin u.a. den 

Vertrieb von Medienprodukten bezweckt und es sich beim Account zu einem zum 

Verlag  der  Gesuchsgegnerin  gehörenden  Kanal  handelt,  der  den  beanstandeten 

Artikel auszugsweise veröffentlicht hat, wobei auf diesem Kanal jeweils von mon-

tags bis freitags einmal am Tag Mitteilungen erscheinen, die sich an ein relativ glei-

ches Publikum wenden (vgl. auch CONSTANTIN ARNAUD, Le droit de répose en ligne, 

N 364 ff.). 

Anzumerken ist an dieser Stelle schliesslich, dass elektronische Archive ("Zeitungs-

datenbanken")  aufgrund  ihrer  überwiegenden  Dokumentationsfunktion  nicht  als 

"periodisches Medium" einer Gegendarstellung ausgesetzt sein können (BSK ZGB 

I-SCHWAIBOLD/MENG, Art. 28g N 3), womit das Rechtsbegehren Ziff. 7 auch vor die-

sem Hintergrund abzuweisen wäre. 

2.4.  Tatsachendarstellungen 

2.4.1. Rechtliches 

Eine  Gegendarstellung  kann  sich  nur  auf  Tatsachendarstellungen  beziehen 

(Art. 28g Abs. 1 ZGB). Als Tatsache gilt, was durch äussere oder innere Wahrneh-

mung erfasst und durch Beweis objektiv auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft wer-

den kann. Nicht vom Gegendarstellungsrecht erfasst sind dagegen Werturteile (ZR 

86 Nr. 50 E. 2, ZR 85 Nr. 103 E. 2b; vgl. BUCHER, Natürliche Personen und Persön-

lichkeitsschutz, N 697 ff.; RIKLIN, Schweizerisches Presserecht, § 8 N 13; SCHÜR-

MANN/NOBEL,  Medienrecht,  S. 262).  Solche  Meinungsäusserungen  zeichnen  sich 

- 19 - 

durch  Elemente  des  Meinens  oder  Dafürhaltens  aus  und  sind  nicht  mit  dem  An-

spruch auf Wahrheit ausgestattet. Darunter fallen etwa Bewertungen, Einschätzun-

gen,  Schlussfolgerungen  oder  blosse  Vermutungen,  Prognosen,  Ansichten  oder 

Überzeugungen (BÄNNINGER, a.a.O., S. 116 f.). Während Tatsachen objektiv wahr 

oder unwahr sein können und keine Interpretation zulassen, lassen Meinungen je 

nach Standpunkt, Auffassung oder individuellem Richtmass nur die subjektive Qua-

lifikation richtig oder falsch zu (BÄNNINGER, a.a.O., S. 120 ff.). Bei der Beurteilung 

jeder  Gegendarstellung  ist  auf  das  Verständnis  des  massgebenden  Durch-

schnittspublikums abzustellen (BÄNNINGER, a.a.O., S. 121).  

Für die Gegendarstellungsfähigkeit kommt es sodann auch nicht darauf an, ob die 

beanstandete  Äusserung  wahr  oder  unwahr  ist  (BSK  ZGB  I-SCHWAIBOLD/MENG, 

Art. 28g N 4). 

2.4.2. Würdigung 

Es ist unbestritten, dass es sich bei allen fünf beanstandeten Aussagen um gegen-

darstellungsfähige Tatsachendarstellungen im oben beschriebenen Sinne handelt 

(act. 1 Rz. 49 und act. 8 Rz. 30 ff. [Aussage 1]; act. 1 Rz. 53 und act. 8 Rz. 44 ff. 

[Aussage 2]; act. 1 Rz. 62 und act. 8 Rz. 53 ff. [Aussage 3]; act. 1 Rz. 69 und act. 8 

Rz. 62 ff. [Aussage 4] sowie act. 1 Rz. 78 und act. 8 Rz. 67 [Aussage 5]). 

2.5.  Weitere Voraussetzungen 

2.5.1. Rechtliches 

Die Person, die eine Gegendarstellung verlangt, muss in ihrer Persönlichkeit un-

mittelbar betroffen sein. Eine Verletzung der Persönlichkeit wird nicht vorausge-

setzt; vielmehr genügt es, dass die strittige Darstellung geeignet ist, in der Öffent-

lichkeit ein ungünstiges Bild, einen nachteiligen Anschein, oder eine negative Wer-

tung der Person entstehen zu lassen (BGE 119 II 104 E. 3c; BUCHER, Natürliche 

Personen und Persönlichkeitsschutz, N 675). Die Voraussetzungen für eine Gegen-

darstellung sind mit anderen Worten gegeben, wenn die beanstandete Äusserung 

geeignet  ist,  ein  persönlichkeitsgeschütztes  Rechtsgut  einer  bestimmten  Person, 

- 20 - 

wie etwa das berufliche oder soziale Ansehen, zu beeinträchtigen. Für die Beurtei-

lung muss, wie bei der Frage des Vorliegens einer Tatsachendarstellung, die bean-

standete Aussage im Gesamtkontext betrachtet werden. Eine Darstellung ist also 

nicht isoliert, sondern im Rahmen des gesamten Artikels zu betrachten. Bei der Be-

urteilung der Frage, ob die beanstandete Publikation die betroffene Person in einem 

ungünstigen Licht erscheinen lässt, ist auf das Empfinden des Durchschnittslesers 

abzustellen, wobei sich der negative Eindruck bei einer erheblichen Zahl von Lesern 

einstellen  muss  (BÄNNINGER,  a.a.O.,  S.  90  ff.  und  BSK  ZGB I-SCHWAIBOLD/MENG, 

Art. 28g N 4). 

Die Gesuchstellerin hat den Text in knapper Form auf den Gegenstand der bean-

standeten  Darstellung  zu  beschränken  (Art. 28h  Abs. 1  ZGB). Inhaltlich  wird  vom 

Verfasser eine seiner Auffassung entsprechende konzise Tatsachendarstellung im 

Sinne einer Entgegnung auf den kritisierten Beitrag gefordert. Ferner darf der Text 

keinen rechts- oder sittenwidrigen Inhalt aufweisen, insbesondere nicht einen Straf-

tatbestand erfüllen oder persönlichkeitsverletzend sein. Offensichtlich unrichtige 

oder missbräuchliche Behauptungen sind unzulässig (Verweigerungsgründe). 

Wie bereits erwähnt kritisiert die Gesuchstellerin fünf Textpassagen des in mehre-

ren Medien abgedruckten Artikels "Orell Füssli: Fette Preise und magere Löhne", für welche 

sie eine Gegendarstellung fordert. Auf die konkreten Aussagen im Ursprungsartikel 

und die dazugehörige beantragte Gegendarstellung wird nachfolgend im Einzelnen 

eingegangen und das Vorliegen der jeweils strittigen Voraussetzungen geprüft.  

2.5.2. Aussage und Gegendarstellung 1 

2.5.2.1. Überblick 

Der besseren Verständlichkeit der nachfolgend zu beurteilenden Aussage und Ge-

gendarstellung 1 dienend, ist vorab festzuhalten, dass sich die Beteiligungsstruktur 

der Gesuchstellerin unbestrittenermassen wie folgt gestaltet: Die Gesuchstellerin, 

welche die Orell Füssli Filialen betreibt, ist aus der Fusion der Orell Füssli  Buch-

handlungs AG und der Thalia Bücher AG entstanden. Die Eigentümerinnen der Ge-

suchstellerin sind die Orell Füssli Buchhandlungs AG mit Sitz in Zürich (50%) sowie 

- 21 - 

die Thalia Bücher AG mit Sitz in Basel (50%). An der Orell Füssli Buchhandlungs 

AG sind mit 51% die Orell Füssli AG mit Sitz in Zürich und mit 49% die Hugendubel 

Holding AG mit Sitz in Zürich beteiligt. An der Thalia Bücher AG sind die deutsche 

Thalia  zu  97.5%  sowie  K._____  mit  einer  Minderheitsbeteiligung  beteiligt  (act. 1 

Rz. 51; act. 8 Rz. 35; act. 13 Rz. 29; act. 3/3 und act. 3/16).  

Die Gegendarstellung 1 bezieht sich auf folgende Schlüsselstelle im Erstartikel der 

Printausgabe des Magazins "B._____" (act. 1 Rz. 48, act. 8 Rz. 30 und act. 3/5): 

"Orell Füssli ist eine Tochter der deutschen Thalia." 

Am 5. März 2025 wurde folgender Text in der Print-Ausgabe des B._____-Magazins 

4/2025 publiziert (act. 8 Rz. 33, act. 13 Rz. 25 und act. 10/8; Anpassung 1 Print):  

"Im Artikel zu Orell Füssli hiess es, Orell Füssli sei eine Tochter der deutschen Thalia. Richtig 

ist: Die Orell Füssli Buchhandlungen gehören der Orell Füssli Thalia AG. Diese wiederum 

gehört je zur Hälfte Orell Füssli und der Thalia Bücher AG in Basel. Letztere gehört zu 97,5 

Prozent der deutschen Thalia GmbH."  

Auf der Website hat die Gesuchsgegnerin die ursprüngliche Aussage bereits am 

12. Februar 2025 wie folgt angepasst (act. 1 Rz. 48, act. 8 Rz. 31 und act. 3/6; An-

passung 1 online als Grundlage für Gegendarstellung): 

"Die Orell Füssli Buchhandlungen gehören der «Orell Füssli Thalia AG». Diese wiederum 

gehört je zur Hälfte Orell Füssli und der deutschen Thalia AG."  

Online  wurde  die  Textpassage  schliesslich  wie  folgt  abgeändert  (act. 8  Rz. 34, 

act. 13 Rz. 26 und act. 10/5; Anpassung 2 Online): 

"Die Orell Füssli Buchhandlungen gehören der Orell Füssli Thalia AG. Diese wiederum ge-

hört je zur Hälfte Orell Füssli und der Thalia Bücher AG in Basel. Letztere gehört zu 97,5 

Prozent der deutschen Thalia Bücher GmbH."  

Die Gesuchstellerin fordert einerseits folgende Gegendarstellung in der Print-Aus-

gabe des B._____-Magazins (act. 1 Rz. 50 und act. 8 Rz. 38): 

- 22 - 

"Es trifft nicht zu, dass Orell Füssli eine Tochter der deutschen Thalia ist. Tatsächlich gehört 

Orell Füssli zu gleichen Teilen zwei Schweizer Muttergesellschaften. Die deutsche Thalia ist 

lediglich an einer der beiden Schweizer Muttergesellschaften mitbeteiligt." 

Zusätzlich  verlangt  sie  folgende  Gegendarstellung  auf  der  Website  der  Gesuchs-

gegnerin (act. 1 Rz. 50 und act. 8 Rz. 38): 

"Es trifft nicht zu, dass die Orell Füssli Thalia AG je zur Hälfte Orell Füssli und der deutschen 

Thalia AG gehört. Tatsächlich gehört Orell Füssli zu gleichen Teilen zwei Schweizer Mutter-

gesellschaften. Die deutsche Thalia ist lediglich an einer der beiden Schweizer Muttergesell-

schaften mitbeteiligt." 

2.5.2.2. Anspruch auf Gegendarstellung trotz Korrigenda 

Die  Gesuchsgegnerin  stellt  sich auf  den  Standpunkt,  die  von  der  Gesuchstellerin 

beanstandete Passage sei bereits in der ersten Version des B._____-Beitrags kor-

rekt  gewesen.  In  der  Zwischenzeit  habe  sie  die  Passage  aber  sowohl  online  als 

auch in der Printversion hinreichend präzisiert, so dass kein Anspruch mehr auf eine 

Gegendarstellung bestehe (act. 8 Rz. 39).  

Hat  das  Medienunternehmen  unter  Einhaltung  der  Voraussetzungen  gemäss 

Art. 28k  Abs.  1  ZGB  eine  Berichtigung,  Klarstellung,  Korrektur  o.ä.  veröffentlicht, 

welche die Sicht der betroffenen Person im Wesentlichen beinhaltet, entfällt gemäss 

herrschender Lehre in diesem Umfang der Gegendarstellungsanspruch. Sinn und 

Zweck der Gegendarstellung gelten in diesem Falle als erfüllt, auch wenn sich die 

betroffene Person nicht mit eigenen Worten an die Öffentlichkeit wenden konnte. 

Irrelevant ist vor diesem Hintergrund, ob die Berichtigung des Medienunternehmens 

vor oder erst nach Eintreffen der Gegendarstellung veröffentlicht wird (BÄNNINGER, 

a.a.O., S. 165 f.; BSK ZGB I-SCHWAIBOLD/MENG, Art. 28l N 7; ausführlich zum Gan-

zen: BGE 137 III 433 E. 4.2. ff.). 

Bezüglich  der  "Anpassung  1  Print"  und  "Anpassung  2  Online"  ist  unbestritten, 

dass  diese  inhaltlich  grundsätzlich  der  Wahrheit  entsprechen  (act. 1  Rz. 52  und 

act. 13 Rz. 25 ff.). Strittig ist einzig die Frage, ob ein flüchtiger Leser aufgrund der 

Formulierung  von  einer  noch  höheren  Beteiligung  der  deutschen  Thalia  ausgeht, 

- 23 - 

nämlich gesamthaft 97.5% an der Gesuchstellerin (act. 13 Rz. 26 und act. 17 Rz. 18 

f.). Dies ist zu verneinen. Bei der Beurteilung der persönlichen Betroffenheit ist auf 

das  Empfinden  eines  Durchschnittlesers  abzustellen  und  der  negative  Eindruck 

muss  sich  bei  einer  erheblichen  Zahl  von  Lesern  einstellen  (BSK  ZGB  I-SCHWAI-

BOLD/MENG, Art. 28g N 4). In Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung ist unbestritten, dass die Leser von Konsumentenschutzmagazinen (wie 

das Magazin "B._____") als kritische Durchschnittsleser gelten (vgl. act. 8 Rz. 23 

und act. 13 Rz. 20 sowie Urteil BGer 4C.170/2006 vom 28. August 2006 E. 3.3.). 

Solche sind genügend aufmerksam, um zu erkennen, dass nicht die Gesuchstellerin 

selbst,  sondern  die  Thalia  Bücher  AG  mit  Sitz  in  Basel  zu  97.5%  der  deutschen 

Thalia gehört. Im Ergebnis hat die Gesuchsgegnerin damit bereits eine Berichtigung 

veröffentlicht, welche die Sicht der Gesuchstellerin beinhaltet.  

Zu prüfen bleibt, ob die beiden Anpassungen zudem die Veröffentlichungsvorschrif-

ten gemäss Art. 28k ZGB erfüllen.  

Die "Anpassung 1 Print" erfolgte unbestrittenermassen in der Rubrik "Leserbriefe" 

auf S. 40 f. der B._____-Ausgabe 4/2025 (act. 8 Rz. 33 und act. 13 Rz. 25). Auch 

wenn Leserbriefe oftmals zu den meistgelesenen Rubriken gehören, wie dies die 

Gesuchsgegnerin geltend macht (vgl. act. 17 Rz. 18), erfüllt eine Veröffentlichung 

auf der Leserbriefseite die Voraussetzungen von Art. 28k Abs. 1 ZGB dann nicht, 

wenn der beanstandete Beitrag – wie vorliegend – in einer Rubrik der Sachbericht-

erstattung erfolgt ist (BGE 137 III 433 E. 4.5.; BGE 119 II 97 E. 2a; BGE 122 II 209 

E. 2a.; BÄNNINGER, a.a.O., S. 166 und BSK ZGB-SCHWAIBOLD/MENG, Art. 28k N 8). 

Entscheidend ist nach der gesetzlichen Konzeption nicht, dass die Veröffentlichung 

irgendeinen oder den grösstmöglichen Leserkreis erreicht, sondern die Personen, 

die zuvor auch die beanstandete Tatsachendarstellung gelesen haben. Wie darge-

legt verfügt das Konsumentenmagazin "B._____" über eine aufmerksame und kriti-

sche Leserschaft, weshalb angenommen werden darf, dass eine redaktionelle Be-

richtigung von den Lesern einer spezialisierten Zeitschrift auch eher im themenbe-

zogenen Sachzusammenhang erwartet und wahrgenommen wird als auf der Leser-

briefseite, die der Verbreitung subjektiver Meinungen und Erfahrungen dient (vgl. 

auch BGE 137 III 433 E. 6.2.). Dies muss umso mehr gelten, als die Leserbriefseite 

- 24 - 

im  Magazin  "B._____"  auch  keine  prominente  Stelle  einnimmt  (S. 40  f.  und  nicht 

z.B. unmittelbar nach dem Inhaltsverzeichnis; vgl. auch BÄNNINGER, a.a.O., S. 246). 

Ein überzeugender Grund für ein Abweichen von der bundesgerichtlichen  Recht-

sprechung ist nicht ersichtlich. Die Veröffentlichung der Anpassung in der Print-Aus-

gabe des Magazins genügt den Anforderungen gemäss Art. 28k Abs. 1 ZGB damit 

nicht, weshalb nach wie vor ein Anspruch auf Abdruck einer Gegendarstellung be-

steht. Demzufolge ist hinsichtlich der weiteren Prüfung auf die Erstmitteilung im Ma-

gazin vom 5. Februar 2025 abzustellen. 

Die Anpassungen bzw. Nachkorrekturen online hat die Gesuchsgegnerin direkt auf 

der Website vorgenommen und die alten Versionen durch die jeweils neue Anpas-

sung ersetzt. Entsprechend ist aktuell lediglich noch die "Anpassung 2 Online" ab-

rufbar. Die Gesuchstellerin beantragt die Veröffentlichung der Gegendarstellung auf 

der Internetseite des B._____-Magazins beim streitgegenständlichen Onlineartikel 

(https://www.B._____.ch/artikel/artikeldetail/orell-fuessli-fette-preise-und-magere-

loehne; vgl. Rechtsbegehren Ziff. 3 und 4). Die Gesuchstellerin geht damit davon 

aus, dass durch diese Veröffentlichung der gleiche Personenkreis wie bei der be-

anstandeten Tatsachendarstellung erreicht wird, zumal sie beispielsweise keine zu-

sätzliche Publikation der Gegendarstellung im Newsfeed (Übersichtsseite) verlangt. 

Die Anpassungen sind unbestrittenermassen innert nützlicher Frist erfolgt und ste-

hen mit dem beanstandeten Artikel insofern in direkter Verbindung, als dieser durch 

die angepasste Fassung unmittelbar ersetzt wurde. Insgesamt gelten die Veröffent-

lichungsvorschriften somit als eingehalten und die einst veröffentlichte Tatsachen-

darstellung durch die Anpassungen (konkret durch die letzte "Anpassung 2 Online") 

im Sinne der Gesuchstellerin als berichtigt. Damit ist der Zweck der Gegendarstel-

lung erfüllt, auch wenn sich die Gesuchstellerin nicht mit ihren eigenen Worten an 

die  Öffentlichkeit  wenden  konnte.  Im  Ergebnis  entfällt  ihr  Gegendarstellungsan-

spruch  diesbezüglich,  womit  das  Rechtsbegehren  Ziff. 3  (Online-Publikation)  der 

Gegendarstellungsaussage 1 abzuweisen ist. 

 
 
- 25 - 

2.5.2.3. Betroffenheit in der Persönlichkeit 

Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  entgegen  der  gesuchsgegnerischen  Darstellung 

(act. 8 Rz. 40 f.) die Aussage 1 im Ursprungstext der Printausgabe des B._____-

Magazins, wonach Orell Füssli eine Tochter der deutschen Thalia sei, nicht korrekt 

ist. Unabhängig davon, ob nun im Volksmund und Laienverständnis eine Tochter-

firma eine Firma ist, die ganz oder zumindest zu einem erheblichen Teil der Mutter-

gesellschaft  gehört,  ist  die Gesuchstellerin  keine  direkte  Tochter einer  deutschen 

Gesellschaft, womit die Aussage auch nicht mit einer vereinfachten Darstellung ge-

rechtfertigt werden kann (vgl. act. 8 Rz. 35). Vielmehr ist gerade unbestritten, dass 

die Gesuchstellerin zu gleichen Teilen zwei Schweizer Muttergesellschaften gehört 

(namentlich Orell Füssli Buchhandlungs AG mit Sitz in Zürich und der Thalia Bücher 

AG mit Sitz in Basel). Nicht nachvollziehbar ist vor diesem Hintergrund das Argu-

ment der Gesuchsgegnerin, wonach die Mehrheit (= mehr als 50 %) der Eigentümer 

der Gesuchstellerin aus Deutschland stammen würden, spricht sie doch selbst le-

diglich von einer Beteiligung von 48.75 % an der Gesuchstellerin, die zudem nicht 

direkt,  sondern  indirekt  durch  eine  Schweizer  Muttergesellschaft  gehalten  wird 

(act. 8 Rz. 42 f.).  

Überdies stellt sich die Gesuchsgegnerin auf den Standpunkt, es werfe kein nega-

tives Bild auf eine Schweizer Firma, wenn sie von einer deutschen Firma beherrscht 

werde, und zieht einen Vergleich zur Airline Swiss (act. 8 Rz. 41). Zwar trifft es zu, 

dass der alleinige Umstand, dass eine Schweizer Firma von einer deutschen Ge-

sellschaft beherrscht wird, kein negatives Bild auf diese werfen muss, doch ist die 

vorliegend zu beurteilende Aussage unter Berücksichtigung des Gesamtkontextes 

und  nach  Massgabe  des  Empfindens  eines  Durchschnittlesers  geeignet,  die  Ge-

suchstellerin  in  ihrem  Ansehen  zu  beeinträchtigen.  Durch  die  beanstandete  Aus-

sage 1 in ihrer ursprünglichen Form wird beim Durchschnittsleser nämlich der An-

schein erweckt, die Gesuchstellerin sei nur dem Schein nach eine Schweizer Ge-

sellschaft, weil sie in Wahrheit (direkt) von einer deutschen Gesellschaft beherrscht 

werde. Damit täusche sie ihre Kunden über ihre vermeintliche "Swissness". Zudem 

wird angedeutet, dass der leicht höhere Buchpreis nicht den Schweizer Buchhandel 

unterstützt, sondern der Betrag direkt ins Ausland abfliesst (vgl. auch act. 1 Rz. 50). 

- 26 - 

Vor diesem Hintergrund kann auch der Argumentation der Gesuchsgegnerin, wo-

nach es sich bei der geforderten Gegendarstellung nur um eine Bagatelle handle 

(act. 8 Rz. 41), nicht gefolgt werden. Vielmehr ist die Gesuchstellerin von der bean-

standeten Erstmitteilung direkt in ihrer Persönlichkeit betroffen. 

2.5.2.4. Verweigerungsgründe 

(Weitere)  Verweigerungsgründe  macht  die  Gesuchsgegnerin  nicht  geltend  (vgl. 

act. 8 Rz. 30 ff.) und solche sind auch nicht ersichtlich. 

2.5.2.5. Zwischenfazit 

Die Voraussetzungen der Gegendarstellung 1 im B._____-Magazin (Print-Version) 

sowie  die  gesetzlichen  Erfordernisse  hinsichtlich  Form  und  Inhalt  des  Gegendar-

stellungstextes  sind  erfüllt.  Der  Anspruch  auf  Publikation  der  Gegendarstellung  1 

auf der Website der Gesuchsgegnerin entfiel hingegen infolge nachträglicher Kor-

rektur  der  Ursprungsaussage  durch  die  Gesuchsgegnerin  (konkret  durch  die  An-

passung 2 Online). 

2.5.3. Aussage und Gegendarstellung 2 

2.5.3.1. Überblick 

Die Gegendarstellung 2 bezieht sich auf nachfolgende Aussage im Erstartikel 

(Print-Ausgabe und auf Website; act. 1 Rz. 52 und act. 8 Rz. 44): 

"Die meisten Bücher kann sie zu günstigen Konditionen direkt vom Mutterhaus in Deutsch-

land beziehen." 

Die Gesuchstellerin fordert folgende Gegendarstellung in der Print-Ausgabe des 

B._____-Magazins sowie auf der Website der Gesuchsgegnerin (act. 1 Rz. 54 und 

act. 8 Rz. 45): 

"Es trifft nicht zu, dass Orell Füssli die meisten Bücher zu günstigen Konditionen direkt vom 

Mutterhaus in Deutschland bezieht. Tatsächlich hat Orell Füssli kein Mutterhaus in Deutsch-

land und bezieht rund 60% der verkauften Bücher von Schweizer Lieferanten." 

- 27 - 

2.5.3.2. Betroffenheit in der Persönlichkeit 

Die Gesuchsgegnerin argumentiert, dass die beanstandete Textpassage lediglich 

aussage,  dass  die  Gesuchstellerin  die  meisten  Bücher  bei  Thalia  in  Deutschland 

bestellen könne (act. 8 Rz. 48). Ohnehin werde die Persönlichkeit der Gesuchstel-

lerin nicht tangiert, wenn es lediglich heisse, dass sie einen Grossteil der Ware aus 

Deutschland beziehe (act. 8 Rz. 52).  

Erneut ist darauf hinzuweisen, dass eine Aussage nicht isoliert, sondern im Rahmen 

des  gesamten  Artikels  zu  betrachten  ist.  Zunächst  wird  in  der  Ausgangsmeldung 

(wiederum)  behauptet,  dass  die  Gesuchstellerin  ein  (direktes)  Mutterhaus  in 

Deutschland  habe,  wobei  hierzu  auf  die  Ausführungen  unter  Erwägung  2.5.2.  ff. 

vorstehend verwiesen werden kann. Weiter wird im Gesamtkontext des Artikels für 

einen Durchschnittsleser ein überwiegender Bezug von Büchern im Ausland in tat-

sächlicher  Hinsicht  suggeriert,  mithin  zu  günstigen  Konditionen  der  Muttergesell-

schaft, wobei die Gesuchstellerin diesen Preisvorteil nicht weitergibt, heisst es im 

streitgegenständlichen Artikel doch weiter: "Der Zwischenhändler in der Schweiz fällt weg. 

Damit spart Orell Füssli Geld. Diesen Vorteil gibt der Buchhändler aber nicht an seine Kunden weiter"; 

act. 3/5). Der Gegendarstellungstext richtet sich vor diesem Hintergrund auch nicht 

auf eine andere Aussage als diejenige in der Ausgangsmeldung (vgl. act. 8 Rz. 48). 

Zusammengefasst  ist  die  Gesuchstellerin  als  renommierte  Schweizer  Buchhand-

lung damit unmittelbar in ihrer Persönlichkeit betroffen.  

2.5.3.3. Offensichtliche Unrichtigkeit der Gegendarstellung  

Die Gesuchsgegnerin macht weiter eine offensichtliche Unrichtigkeit der Gegendar-

stellung geltend. Dabei stützt sie sich auf eine E-Mail von L._____ an die B._____-

Redaktion vom 15. November 2024 (act. 10/2) sowie auf ein Foto, auf welches die-

ser Bezug nimmt und aus welchem ersichtlich sein soll, dass der Stapel mit Büchern 

aus Deutschland stets erheblich höher gewesen sei als die Schachteln mit Büchern 

aus der Schweiz (vgl. act. 8 Rz. 47 ff.). Die Gesuchstellerin beruft sich hinsichtlich 

der Richtigkeit ihrer Gegendarstellung auf Referenzzahlen aus dem Geschäftsjahr 

2024 und offeriert zum Beweis eine Aufstellung, der die aktuellen Bezugsmengen 

entnommen werden könnten (act. 1 Rz. 55 ff. und act. 4/17). 

- 28 - 

Die Beweislast für die offensichtliche Unrichtigkeit der Gegendarstellung liegt beim 

Medienunternehmen. Es muss den Beweis sofort, d.h. praktisch nur mit Hilfe ein-

deutiger,  unbezweifelbarer  Dokumente  führen.  Blosse  oder  ernsthafte  Zweifel  an 

der Richtigkeit der Gegendarstellung genügen nicht; vielmehr muss das Medienun-

ternehmen  den  vollen  Gegenbeweis  führen  (BSK  ZGB  I-SCHWAIBOLD/MENG, 

Art. 28h N 8).  

Die von der Gesuchsgegnerin eingereichten Urkunden (E-Mail von L._____ an die 

B._____-Redaktion vom 15. November 2024 [act. 10/2] sowie das Foto [act. 10/7]) 

vermögen  die  offensichtliche  Unrichtigkeit  der  Gegendarstellung  von  Vornherein 

nicht zu belegen.  

Das Foto (act. 10/7) bildet eine Momentaufnahme ab. Informationen bezüglich jähr-

licher Bezugsmengen von verschiedenen Ländern lassen sich ihm jedoch nicht ent-

nehmen. Ohnehin ist nicht einmal ersichtlich, wo und wann dieses Foto aufgenom-

men  wurde,  geschweige  denn,  welche  Paletten,  Schachteln  oder  Kisten  woher 

stammen. Das Foto erhärtet die Aussagen von L._____ damit in keiner Hinsicht.  

Die von L._____ im E-Mail gemachten Äusserungen sind sodann äusserst pauschal 

und  es  fehlen  jegliche  objektiven  Anhaltspunkte  für  seine  Behauptungen.  Zwar 

macht die Gesuchsgegnerin in ihrer Stellungnahme vom 14. April 2025 geltend, die 

Informationen von L._____ kritisch überprüft und mit zahlreichen weiteren Quellen 

abgeglichen zu haben. So habe sie unter anderen mit zahlreichen weiteren früheren 

und derzeitigen Mitarbeitern der Gesuchstellerin gesprochen, geschrieben und Do-

kumente gesichert. Die Gesuchsgegnerin unterlässt es jedoch, diese Quellen expli-

zit zu nennen und als Beweismittel zu offerieren, wobei dies grundsätzlich ohnehin 

in der Gesuchsantwort hätte erfolgen müssen (act. 17 Rz. 21 sowie E. 1.4. vorste-

hend). Überdies bildet der Wahrheitsgehalt der Äusserungen von L._____ gerade 

Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens. Beim besagten E-Mail handelt es 

sich jedenfalls nicht um ein unwiderlegbares Beweismittel. Hinzu kommt, dass die 

Gesuchstellerin als Gegenbeweismittel eine Aufstellung über Warenbezüge im Ge-

schäftsjahr 2024 (vgl. act. 3/17) einreicht, die ihre Darstellung untermauert. Liegen 

sich widersprechende Unterlagen vor, erscheint es im Hinblick auf Sinn und Zweck 

- 29 - 

des Gegendarstellungsrechts und auf die Notwendigkeit eines unverzüglichen Ent-

scheids  gerechtfertigt,  den  Ablehnungsgrund  der  offensichtlichen  Unrichtigkeit  zu 

verneinen (BÄNNINGER, a.a.O., S. 197). Es erübrigt sich deshalb, auf die gesuchs-

gegnerischen Einwendungen zu dieser Aufstellung im Einzelnen einzugehen (act. 8 

Rz. 50 f.). Dies umso mehr, als die Gesuchsgegnerin für ihre diesbezüglichen Ein-

wendungen keine Beweismittel offeriert.  

Die  Gesuchsgegnerin  hat  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  zu  tragen  (BSK  ZGB  I-

SCHWAIBOLD/MENG, Art. 28h N 8). Ein Verweigerungsgrund liegt nicht vor. 

2.5.3.4. Zwischenfazit 

Die Gegendarstellung 2 ist damit zulässig. 

2.5.4. Aussage und Gegendarstellung 3 

2.5.4.1. Überblick 

Die Gegendarstellung 3 bezieht sich auf die nachfolgende Aussage in der Erstmit-

teilung  des  Printmagazins  "B._____"  sowie  im  Onlinebeitrag  (act. 1  Rz.  65  und 

act. 8 Rz. 53): 

"Orell Füssli hat Bruttomargen, die im Schweizer Handel ihresgleichen suchen - zwischen 

45 und 65 Prozent." 

Die Gesuchstellerin fordert diesbezüglich folgende Gegendarstellung in den besag-

ten Medien (act. 1 Rz. 63 und act. 8 Rz. 54):  

"Es trifft nicht zu, dass Orell Füssli Bruttomargen hat, die im Schweizer Handel ihresgleichen 

suchen  und  zwischen  45  und  65  Prozent  liegen.  Tatsächlich  erzielt  Orell  Füssli  eine  im 

Schweizer Buchhandel übliche Marge, die deutlich unter 50% liegt." 

2.5.4.2. Betroffenheit in der Persönlichkeit 

Die Gesuchsgegnerin stellt in Abrede, dass beim Durchschnittsleser nur die obere 

Limite der Bandbreite der genannten Margen hängen bleibe. Vielmehr verstehe er 

eine Bandbreite als solche und nehme nicht an, dass die Marge stets 65 Prozent 

- 30 - 

betrage.  Ein  kritischer  B._____-Leser  sei  sich  überdies  sehr  wohl  bewusst,  dass 

eine  hohe  Marge  nichts  Verwerfliches  sei,  sondern  erstrebenswert  in  einer  freien 

Marktwirtschaft, womit auch keine unmittelbare Betroffenheit der Persönlichkeit der 

Gesuchstellerin vorliege (act. 8 Rz. 57 ff.).  

Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Durch die inkriminierte Tatsachenbe-

hauptung (höchste Margen weit über dem Branchendurchschnitt) wird im Gesamt-

kontext  vielmehr  suggeriert,  dass  die  Preise  der  Gesuchstellerin  überteuert  sind, 

was insbesondere im Zusammenhang mit den vorgeworfenen tiefen Löhnen beim 

Durchschnittsleser  ein  ungünstiges  Bild  der  Gesuchstellerin  entstehen  lässt.  Das 

weitere Vorbringen der Gesuchsgegnerin, wonach die B._____-Aussage richtig sei, 

zumal  unbestritten  sei,  dass  Orell  Füssli  die  teuersten  Buchpreise  habe  (act. 8 

Rz. 59), ist unbehelflich. Einerseits geht es in der Ausgangsmeldung nicht um die 

Aussage der teuersten Buchpreise, vielmehr werden höchste Margen weit über dem 

Durchschnitt vorgeworfen. Andererseits ist ohnehin nicht erforderlich, dass die Tat-

sachenbehauptung falsch oder widerrechtlich ist; sie muss lediglich ein ungünstiges 

Bild  der  betroffenen  Person  entstehen  lassen  (BSK  ZGB  I-SCHWAIBOLD/MENG, 

Art. 28g N 4), was vorliegend zu bejahen ist.  

2.5.4.3. Offensichtliche Unrichtigkeit der Gegendarstellung  

Die Gesuchsgegnerin stellt sich auf den Standpunkt, die Gegendarstellung der Ge-

suchstellerin  sei  offensichtlich  unrichtig,  offeriert  hierzu  aber  keine  Beweismittel 

(vgl. act. 8 Rz. 59 und act. 17 Rz. 29 f.). Selbst wenn die Gesuchsgegnerin in ihrer 

Eingabe vom 14. April 2025 die von der Gesuchstellerin zuvor eingereichte Beilage 

(act. 14/26) zum Beweis hätte anrufen wollen, vermöchte diese Urkunde ohnehin 

keinen vollen Beweis für die offensichtliche Unrichtigkeit des Gegendarstellungstex-

tes zu erbringen, zumal dessen Inhalt nicht eindeutig, sondern zwischen den Par-

teien strittig und auslegungsbedürftig ist (act. 20, act. 24, act. 26 und act. 29). 

2.5.4.4. Unzulässige weiterführende Tatsachendarstellung 

Die Gesuchsgegnerin moniert, dass sie im beanstandeten Beitrag von der Marge 

von Büchern spreche, die Gesuchstellerin im Gegendarstellungstext indessen von 

- 31 - 

der  Marge  aller  Waren.  Die  Gegendarstellung  richte  sich  somit  auf  ein  anderes 

Thema,  womit  sie  abzuweisen  sei.  Auch  die  von  der  Gesuchstellerin  behauptete 

Marge im 2023/2024 von 48.5% betreffe alle Waren und nicht (nur) die Bücher. Es 

sei zudem  bekannt, dass die Marge von Büchern höher sei als jene bei  anderen 

Waren (act. 8 Rz. 55).  

Zwar trifft es zu, dass das Gesetz die Gegendarstellung inhaltlich auf den Gegen-

stand  der  beanstandeten  Darstellung  beschränkt  (vgl.  auch  BSK  ZGB  I-SCHWAI-

BOLD/MENG, Art. 28h N 3). Unzutreffend ist jedoch, dass aus dem beanstandeten 

Artikel klar hervorgeht, dass nur die Margen von Büchern gemeint sind. Zwar kriti-

siert der ehemalige … Filialleiter [der Filiale D._____], dass die Bücher massiv über-

teuert seien, und führt anschliessend aus, dass Orell Füssli Bruttomargen habe, die 

im Schweizer Handel ihresgleichen suchten - zwischen 45 und 65 Prozent. Mangels 

näherer Angaben ist nicht ausgeschlossen, dass die Bruttomargen der Bücher ge-

meint sind. Ebenso gut kann jedoch verstanden werden, dass die Bücher massiv 

überteuert  sind  und  deshalb  Orell  Füssli  insgesamt  (im  Schweizer  Buchhandel) 

hohe  Bruttomargen  erzielt.  Zusammengefasst  handelt  es  sich  bei  der  Gegendar-

stellung nicht um eine unzulässige weiterführende Tatsachendarstellung. Vielmehr 

gab der Ausgangsartikel mangels detaillierter Angaben bzw. aufgrund einer unspe-

zifischen Angabe Veranlassung hierzu. 

2.5.4.5. Anpassung des Gegendarstellungstextes 

Soweit die Gesuchsgegnerin für den Fall, dass das Handelsgericht wider Erwarten 

eine Gegendarstellung anordnen würde, darauf hinweist, dass "B._____" Prozen-

tanteile  nicht  mit  dem  Zeichen  "%",  sondern  als  "Prozent"  ausschreibe  (act. 8 

Rz. 61), ist anzumerken, dass ohne Beeinträchtigung des Gegendarstellungstexts 

nur  orthografische  und  grammatikalische  Fehler  korrigiert  werden  können  (Kuko 

ZGB-DÖRR, Art. 28k N 3). Die von der Gesuchsgegnerin implizit verlangte Anpas-

sung  stellte  damit  eine  unzulässige  redaktionelle  Bearbeitung  des  Gegendarstel-

lungstextes dar.  

 
- 32 - 

2.5.4.6. Zwischenfazit 

Die Gegendarstellung 3 ist damit zulässig. 

2.5.5. Aussage und Gegendarstellung 4 

2.5.5.1. Überblick 

Die anbegehrte Gegendarstellung 4 bezieht sich auf die folgende Aussage im Erst-

artikel (Print und Online; act. 1 Rz. 68 und act. 8 Rz. 62): 

"In der Filiale C._____ und im Laden am Bahnhof D._____ haben nur 11 von 28 Verkäufe-

rinnen und Verkäufern eine dreijährige Buchhändlerlehre absolviert. Die anderen Angestell-

ten haben einen KV-Abschluss oder sind Quereinsteiger mit einer Kurzausbildung." 

Die Gesuchstellerin fordert hierfür folgende Gegendarstellung in den besagten 

Medien (act. 1 Rz. 70 und act. 8 Rz. 63):  

"Es trifft nicht zu, dass in den Filialen C._____ und Bahnhof D._____ von 28 Verkäuferinnen 

und Verkäufern nur 11 eine dreijährige Buchhändlerlehre und die anderen Angestellten ei-

nen KV-Abschluss oder eine Quereinsteiger-Kurzausbildung haben. Tatsächlich verfügt die 

Mehrheit der in den Filialen in D._____ angestellten 28 Mitarbeitenden über einen Abschluss 

der  dreijährigen  Buchhändlerlehre  (11  Mitarbeitende)  oder  befindet  sich  aktuell  in  dieser 

Lehre (6 Mitarbeitende). 8 weitere Mitarbeitende verfügen über eine abgeschlossene Buch-

händler-Quereinsteigerausbildung des E._____ (E._____) und lediglich 3 Mitarbeitende ha-

ben «nur» einen KV-Abschluss." 

2.5.5.2. Betroffenheit in der Persönlichkeit 

Der pauschalen Behauptung der Gesuchsgegnerin, wonach die Aussage 4 die Per-

sönlichkeit der Gesuchstellerin nicht unmittelbar betreffe (vgl. act. 8 Rz. 64), kann 

nicht  gefolgt  werden.  Die  Gesuchstellerin  rechtfertigt  ihren  unbestrittenermassen 

"etwas höheren Buchpreis" und die Abhebung von der Konkurrenz mit qualifizierte-

rem Personal bzw. kompetenteren Beratungen in den zahlreichen Verkaufsstellen 

(vgl.  act. 1  Rz. 70).  Im  Gesamtkontext  wird  durch  die  inkriminierte  Tatsachenbe-

- 33 - 

hauptung beim Durchschnittsleser vielmehr der Eindruck erweckt, dass die Gesuch-

stellerin überwiegend unqualifiziertes Personal beschäftige und trotzdem die höchs-

ten Preise verlange. Dies wirft ein ungünstiges Licht auf sie. 

2.5.5.3. Offensichtliche Unrichtigkeit der Gegendarstellung 

Die Gesuchsgegnerin erläutert, dass sich nur Absolventen der dreijährigen Berufs-

lehre Buchhändler nennen dürfen. Die Bezeichnung der Trainees als Buchhändler 

im Gegendarstellungstext sei somit offensichtlich falsch (act. 8 Rz. 65). Die Gesuch-

stellerin entgegnet, dass die Quereinsteiger in der Gegendarstellung nicht "Buch-

händler" genannt würden. Ihre Ausbildung würde in Übereinstimmung mit der offizi-

ellen  Bezeichnung  korrekt  als 

"Buchhändler-Quereinsteiger  des  E._____ 

("E._____")" bezeichnet (act. 13 Rz. 49).  

Wie bereits erwähnt liegt die Beweislast für die offensichtliche Unrichtigkeit der Ge-

gendarstellung beim Medienunternehmen (BSK ZGB I-SCHWAIBOLD/MENG, Art. 28h 

N 8). Die Gesuchsgegnerin offeriert für ihre pauschalen Vorwürfe keine Beweismit-

tel und lässt sich auch zu den diesbezüglichen Vorbringen der Gesuchstellerin nicht 

mehr vernehmen (act. 17 Rz. 32), womit ihr der Beweis für die offensichtliche Un-

richtigkeit  der  Gegendarstellung  nicht  gelingt.  Eine  notwendige  objektive,  qualifi-

zierte und unverzüglich ins Auge springende Unrichtigkeit liegt nicht vor.  

2.5.5.4. Unzulässige weiterführende Tatsachendarstellung 

Die Gesuchsgegnerin bestätigt, dass der zweite Satz des Ursprungstextes die Lehr-

linge nicht nenne, doch liessen sie sich zu den anderen Angestellten zählen. Die 

Ausführungen, wonach die anderen Angestellten einen KV-Abschluss hätten oder 

Quereinsteiger seien, sei nicht abschliessend, sondern exemplarisch gemeint. Lehr-

linge  hätten  noch  gar  keinen  Abschluss.  Der  Gegendarstellungstext  ergänze  den 

Beitrag  lediglich,  was  vom  Gegendarstellungsrecht  nicht  erfasst  werde  (act. 8 

Rz. 64).  

Es ist unbestritten, dass 11 der 28 Verkäuferinnen und Verkäufer über eine abge-

schlossene Buchhändlerlehre verfügen und dass im Ursprungstext Lehrlinge nicht 

- 34 - 

genannt wurden. In der Erstmitteilung wird zunächst festgehalten, dass die besag-

ten Filialen der Gesuchstellerin 28 Verkäuferinnen und Verkäufer beschäftigten, wo-

bei nur 11 eine dreijährige Buchhändlerlehre absolviert hätten. Erklärend wird als-

dann ausgeführt, dass die "anderen Angestellten" einen KV-Abschluss hätten oder 

Quereinsteiger  mit  einer  Kurzausbildung  seien.  Entgegen  den  gesuchsgegneri-

schen  Ausführungen  handelt  es  sich  hierbei  um  eine  abschliessende  Aufzählung 

(quasi gesamte Restmasse), heisst es doch nicht "einige andere Angestellten" oder 

die "meisten anderen Angestellten". Insgesamt impliziert die Gesuchsgegnerin im 

Ursprungstext  mit  ihren  wenig  differenzierten  Behauptungen  und  der  fehlenden 

Nennung  von  Lehrlingen,  dass  die  Gesuchstellerin  (zumindest  in  diesen  Filialen) 

keine Lehrlinge sowie überwiegend unqualifiziertes Personal beschäftige und trotz-

dem die höchsten Preise verlange. Dies lässt die Gesuchstellerin zweifelsohne in 

einem ungünstigen Licht erscheinen. In der vorliegenden Konstellation ist es ent-

sprechend zulässig, die unvollständige bzw. einseitige Erstermittlung zu ergänzen 

bzw. differenzieren (BÄNNINGER, a.a.O., S. 185 f.). Die beantragte Gegendarstellung 

dient vorliegend insbesondere nicht der Selbstdarstellung. Vielmehr veranlasste die 

Erstdarstellung die Tatsachendarstellung direkt, indem sie die pauschalen und reis-

serischen Behauptungen im Ursprungstext spezifiziert.  

2.5.5.5. Länge des Gegendarstellungstextes 

Die Gesuchsgegnerin stört sich daran, dass der Gegendarstellungstext unverhält-

nismässig  lange  sei.  Einzig  die  Lehrlinge  seien  im  Beitrag  nicht  ausdrücklich  ge-

nannt. Die Gesuchstellerin knüpfe an dieses Detail an und fordere einen Gegendar-

stellungstext, der mehr als doppelt so lange sei wie die Aussage in ihrem Beitrag. 

Der Gesuchstellerin gehe es nur darum, die Lehrlinge zu nennen, um dann kom-

mentierend auszuführen, dass 8 weitere Angestellte eine Buchhandels-Quereinstei-

gerausbildung  hätten.  Solche  Kommentierungen  seien  vom  Gegendarstellungs-

recht nicht umfasst (act. 8 Rz. 65). 

Wie zuvor unter Erwägung 2.5.5.4. dargelegt, gab der Ausgangsartikel aufgrund un-

spezifischer Angaben  Veranlassung zur Klarstellung bzw. Ergänzung. Es handelt 

sich bei den unspezifischen Angaben im Ursprungstext nicht bloss um Details, weil 

- 35 - 

genau das Weglassen derselben die Gesuchstellerin beim Durchschnittsleser in ei-

nem ungünstigen Licht erscheinen lässt. Anzumerken ist überdies, dass keine Pro-

portionalität zwischen Umfang der Ausgangsmeldung und Gegendarstellung beste-

hen muss (BSK ZPO I-SCHWAIBOLD/MENG, Art. 28h N 2). 

2.5.5.6. Zwischenfazit 

Die Gegendarstellung 4 ist damit zulässig. 

2.5.6. Aussage und Gegendarstellung 5 

2.5.6.1. Überblick 

Die Gegendarstellung 5 bezieht sich auf die nachfolgende Aussage im Artikel (Print-

Version des B._____-Magazins und Online-Publikation) und auf dem gesuchsgeg-

nerischen Instagram-Account "F._____" (act. 1 Rz. 76 und act. 8 Rz. 66): 

"In den ersten drei Jahren bekommen diese "Trainees", wie Orell Füssli sie nennt, in der 

Regel den Mindestlohn für Ungelernte. Dieser beträgt im Buchhandel nach der Lehre ge-

mäss Gesamtarbeitsvertrag 4275 Franken, für Ungelernte 3970 Franken pro Monat." 

Die Gesuchstellerin fordert folgende Gegendarstellung im Magazin "B._____", auf 

der Website sowie auf dem Instagram-Account "F._____" (act. 1 Rz. 78 und act. 8 

Rz. 67):  

"Es trifft nicht zu, dass „Trainees” in den ersten drei Jahren in der Regel den Mindestlohn für 

Ungelernte erhalten, der im Buchhandel gemäss Gesamtarbeitsvertrag CHF 3'970 pro Mo-

nat beträgt. Tatsächlich erhalten Quereinsteiger einen Bruttolohn zwischen CHF 4'200 und 

CHF 5'100 pro Monat, abhängig von Alter, Erfahrung und Funktionsstufe, und zwar schon 

während ihrer Quereinstiger-Ausbildung." 

2.5.6.2. Betroffenheit in der Persönlichkeit 

Die Gesuchsgegnerin moniert, ob die Buchhändler-Traineelöhne CHF 3'970.– oder 

CHF 4'200.– pro Monat betragen würden, sei eine Bagatelle und betreffe die Per-

sönlichkeit der Gesuchstellerin nicht unmittelbar. Die Löhne seien ohnehin zulässig 

und bescheiden (act. 8 Rz. 71).  

- 36 - 

Es trifft zu, dass die im Ursprungstext erwähnten Löhne grundsätzlich gesetzeskon-

form sind. Dennoch wird durch die inkriminierte Tatsachenbehauptung suggeriert, 

dass die Gesuchstellerin ihren Arbeitnehmenden lediglich die gemäss Gesamtar-

beitsvertrag  vorgesehenen  Mindestlöhne  bezahlt.  Im  Gesamtkontext,  wonach  die 

Gesuchstellerin ihre Ware billig aus dem Ausland beziehe, überteuert verkaufe und 

damit (zu) hohe Margen erziele, entsteht insofern ein ungünstiges Bild der Gesuch-

stellerin, als sie diese nicht an die Mitarbeitenden weitergibt. Zudem wird vorgege-

ben, dass sie auf dem Rücken der Arbeitnehmenden ihre Gewinne maximiert, was 

ihr Ansehen beeinträchtigt. Insofern kann von einer Bagatelle nicht die Rede sein, 

ist doch für ihr Ansehen von Bedeutung, ob die Gesuchstellerin lediglich den ge-

samtarbeitsvertraglich vorgesehenen Mindestlohn an ihre Mitarbeitenden entrichtet, 

was  sie  durchaus  dürfte  oder  die  von  ihr  angegebenen  (deutlich)  höheren  Löhne 

bezahlt. 

2.5.6.3. Offensichtliche Unrichtigkeit der Gegendarstellung  

Die Gesuchsgegnerin erläutert, sie habe ihren Beitrag insbesondere auf die Aussa-

gen  von  bisherigen  und  früheren  Angestellten  der  Gesuchstellerin  gestützt.  Auch 

L._____  bestätige  die  im  Beitrag  genannten  Löhne.  Hinzu  komme,  dass  die  Ge-

suchstellerin auf vorgängige Anfrage nicht bestritten habe, dass die Trainees nur 

den Mindestlohn bekommen würden sowie auf entsprechende Nachfrage die Höhe 

der Löhne nicht genannt habe. Zum Beweis verweist sie auf eine Sammelbeilage 

mit  E-Mail-Korrespondenz  des  Pressesprechers  der  Gesuchstellerin  und  der  Ge-

suchsgegnerin im Zeitraum vom 21. November 2024 bis 10. Dezember 2024 (act. 8 

Rz. 68 und act. 3/4).  

Zunächst ist erneut darauf hinzuweisen, dass die Gegendarstellung nicht die Eruie-

rung der Wahrheit bezweckt. Sie soll aber auch nicht zur Verbreitung offensichtlich 

unkorrekter Darstellungen missbraucht werden können (BÄNNINGER, a.a.O., S. 193 

ff.). Die Gesuchsgegnerin versucht mit ihren Ausführungen in ihrer Gesuchsantwort 

ihren Ursprungstext zu legitimieren. Sie bestreitet aber nicht explizit die Richtigkeit 

des Gegendarstellungstextes. Mit den angerufenen Beweisofferten (E-Mail-Korres-

pondenz) gelänge es der Gesuchsgegnerin zudem nicht, die Unrichtigkeit der Ge-

- 37 - 

gendarstellung  sofort  und  in  unwiderlegbarer  Weise  darzutun.  In  ihrer  Stellung-

nahme vom 14. April 2025 stellt sie die Richtigkeit der Gegendarstellung insofern in 

Abrede, als die von der Gesuchstellerin genannten Beträge nicht den Einstiegslöh-

nen  in  den  ersten  drei  Jahren  entsprächen,  mithin  eine  andere  Anstellungsdauer 

betreffen würden (act. 17 Rz. 33). Selbst wenn auf diese verspäteten Ausführungen 

abgestellt  würde,  offerierte  die  Gesuchsgegnerin  hierzu  keine  Beweismittel.  Die 

Aussage der Gesuchstellerin in ihrer Eingabe vom 28. März 2025, wonach sie nicht 

von  einem  Einstiegslohn  von  Trainees  von  CHF 5'100.–  spreche  (vgl.  act. 13 

Rz. 51), vermag diesen Beweis nicht zu erbringen, kann doch die Gesuchstellerin 

damit auch gemeint haben, dass dies nicht einem Einstiegslohn (= Lohn zu Beginn) 

entspreche, führt sie doch in ihrem Gesuch explizit aus, dass der Umstand wichtig 

sei, dass es diesen Lohn bereits während der Einsteiger-Ausbildung gebe und die-

ser  während  der  Ausbildung  eben  nicht  fix  sei,  sondern  variieren  könne  (act. 1 

Rz. 81). Anzumerken ist an dieser Stelle, dass selbst Zweifel an der Richtigkeit noch 

nicht Grund genug wären, um die Gegendarstellung abzulehnen (BGE 115 II 115). 

Schliesslich stellt sich die Gesuchsgegnerin noch auf den Standpunkt, dass beim 

Einstiegslohn für Trainees von CHF 5'100.– nicht die Verkäufer-Trainees, sondern 

leitende  Angestellte  gemeint  seien,  gebe  es  doch  verschiedene  Kategorien  von 

Trainees (act. 8 Rz. 69). Für diese von der Gesuchstellerin bestrittenen Ausführun-

gen (vgl. act. 13 Rz. 51) offeriert die Gesuchsgegnerin aber ebenfalls keine Beweis-

mittel. Es gelingt ihr zusammengefasst nicht, eine offensichtliche Unrichtigkeit des 

Gegendarstellungstextes zu belegen. 

2.5.6.4. Inhalt und Länge des Gegendarstellungstextes 

Gemäss Gesuchsgegnerin ist der Gegendarstellungstext zu lang, um lediglich zu 

sagen, dass der Lohn höher sei. Insbesondere der Zusatz, dass die Löhne abhängig 

von Alter, Erfahrung, Funktionsstufe seien und schon während der Ausbildung be-

zahlt würden, sprenge die notwendige Kürze einer Gegendarstellung, kommentiere 

und ergänze diese unzulässigerweise (act. 8 Rz. 70).  

Wie bereits erwähnt indiziert die Erstmitteilung bei einem Durchschnittsleser, dass 

alle  Quereinsteiger  in  den  ersten  drei  Jahren  den  einheitlichen  Mindestlohn  von 

CHF 3'970.– erhalten würden. Dies stellt die Gesuchstellerin in Abrede. Sie nennt 

- 38 - 

einen Lohnrange, der bereits während der Quereinsteiger-Ausbildung besteht, wo-

bei sie das Delta von CHF 900.– bzw. die Kriterien für die Bestimmung der konkre-

ten Lohnhöhe in der Folge erläutert. Es handelt sich hierbei um eine konzise Dar-

stellung der massgeblichen Tatsachen (im Sinne einer Entgegnung auf den kritisier-

ten Beitrag) und mithin nicht um eine unzulässige Kommentierung oder Ergänzung, 

stehen  die  in  der  Gegendarstellung  angeführten  Tatsachen  doch  in  direktem  Zu-

sammenhang  zu  den  in  den  Medien  behaupteten  Tatsachen  (insbesondere  nicht 

nur Mindestlohn gemäss Gesamtarbeitsvertrag und kein Einheitslohn während den 

ersten drei Jahren, sondern Lohnrange, der von gewissen Faktoren abhängig ist). 

Auch wird der Grundsatz der Knappheit nicht verletzt, sind präzisere Formulierun-

gen doch oftmals länger als Erstmitteilungen (BÄNNINGER, a.a.O., S. 175). 

2.5.6.5. Anpassung des Gegendarstellungstextes 

Soweit die Gesuchsgegnerin für den Fall, dass das Handelsgericht wider Erwarten 

eine Gegendarstellung anordnen würde, darauf hinweist, dass "B._____" Franken-

beträge in der Regel als "Franken" ausformuliere und nicht als "CHF" abkürze (act. 8 

Rz. 72),  ist  erneut  anzumerken,  dass  ohne  Beeinträchtigung  des  Gegendarstel-

lungstexts nur orthografische und grammatikalische Fehler korrigiert werden kön-

nen  (Kuko  ZGB-DÖRR,  Art. 28k  N 3).  Die  von  der  Gesuchsgegnerin  implizit  ver-

langte Anpassung stellte damit eine unzulässige redaktionelle Bearbeitung des Ge-

gendarstellungstextes dar.  

2.5.6.6. Zwischenfazit 

Die Gegendarstellung 5 ist damit zulässig. 

2.6.  Veröffentlichung der Gegendarstellungen 

2.6.1. Rechtliches 

Die Gegendarstellung ist so zu veröffentlichen, dass sie den gleichen Personenkreis 

wie  die  beanstandete  Tatsachendarstellung  erreicht (Art.  28k  Abs.  1  ZGB). Nach 

der  gesetzlichen  Konzeption  ist  sodann  nicht  entscheidend,  dass  die  Veröffentli-

- 39 - 

chung irgendeinen oder den grösstmöglichen Leserkreis erreicht, sondern die Per-

sonen,  die  zuvor  auch  die  beanstandete  Tatsachendarstellung  gelesen  haben 

(vgl. Art. 28k Abs. 1 ZGB).  

2.6.2. Print-Ausgabe des B._____-Magazins 

Die Gesuchstellerin beantragt in Ziff. 2 ihres Rechtsbegehrens, die Gegendarstel-

lung gemäss Ziff. 1 sei auf der ersten auf das erstinstanzliche Urteil folgenden Aus-

gabe des Magazins B._____ zu publizieren, wobei eine Ankündigung der Gegen-

darstellung  ("Gegendarstellung  von  Orell  Füssli")  auf  der  Fläche  von  mindestens 

1/8-Seite  auf  der  Frontseite  zu  erfolgen  habe  und  die  Gegendarstellung  selbst  in 

gleicher Schriftgrösse und der gleichen Seite wie der Ursprungsartikel zu publizie-

ren und mit dem Titel "Gegendarstellung der Orell Füssli Thalia AG" zu kennzeich-

nen sei (act. 1 Rechtsbegehren Ziff. 2).  

Die Gesuchsgegnerin stellt sich auf den Standpunkt, die Forderung der Gesuchstel-

lerin, die Gegendarstellung exakt auf derselben Seite wie der beanstandete Text zu 

publizieren, sprenge das Antragsrecht der Gegendarstellung. Die Anordnung könne 

höchstens lauten, diese an ähnlicher Stelle zu publizieren. Ausserdem sei eine An-

kündigung der Gegendarstellung auf der Titelseite vom Recht auf Gegendarstellung 

nicht umfasst, wenn die anspruchsauslösende Aussage nicht auf der Titelseite ge-

standen habe (act. 8 Rz. 74 f.).  

Zutreffend ist, dass grundsätzlich kein Anspruch auf Veröffentlichung der Gegen-

darstellung auf der Front- bzw. Titelseite besteht, soweit die anspruchsauslösen-

den  Tatsachendarstellungen  im  inneren  Teil  des  Printproduktes  enthalten  waren, 

selbst wenn die Erstmittelung teilweise auf der Titelseite publiziert war (BÄNNINGER, 

a.a.O., S. 240 und S. 248). Mangels entsprechender Publikation der anspruchsaus-

lösenden Tatsachendarstellungen (Aussagen 1-5) auf der Frontseite besteht kein 

Anspruch auf (teilweise) Gegendarstellung auf der Titelseite. Ebenso wenig besteht 

eine gesetzliche Grundlage für eine Ankündigung der Gegendarstellung auf der-

selben. Diesbezüglich ist das Rechtsbegehren somit abzuweisen.  

- 40 - 

Was die Veröffentlichung der Gegendarstellungen im Innern des B._____-Magazins 

anbelangt, wird in der Lehre die Ansicht vertreten, dass das Gericht nur anordnen 

dürfe,  dass  in  einem  bestimmten  Teil  der  Zeitung  innerhalb  eines  zeitlich  engen 

Rahmens ein nach seinem Wortlaut festgelegter Text abzudrucken sei, mehr nicht 

(BSK ZGB I-SCHWAIBOLD/MENG, Art. 28k N 7). Dies mag überzeugen, soweit es um 

drucktechnische Anweisungen des Gerichts wie beispielsweise die Anordnung ei-

ner  Gegendarstellung  auf  einer  bestimmten  Seite  an  einem  genauen  Platz  geht, 

zumal  solche  Forderungen  weder  durch  Art. 28k  Abs. 1  ZGB  noch  die  Botschaft 

gedeckt werden (BÄNNINGER, a.a.O., S. 236 und S. 239).  

Besteht ein Medium hingegen aus verschiedenen Rubriken, die aller Wahrschein-

lichkeit nach ein unterschiedliches Publikum anziehen (vgl. E. 2.5.2.2. vorstehend), 

ist die Gegendarstellung praxisgemäss in der gleichen Rubrik bzw. im gleichen 

Teil  wie  die  Erstmitteilung  zu  publizieren  ("Rubrikengrundsatz";  BÄNNINGER, 

a.a.O., S. 238 f.; BSK ZGB I-SCHWAIBOLD/MENG, Art. 28k N 5). Soweit die Gesuch-

stellerin  die  Publikation  auf  der  gleichen  Seite  wie  der  Ursprungsartikel  fordert 

(vgl. Rechtsbegehren Ziff. 3), ist ihrem Begehren nur insoweit zu entsprechen, als 

die Gesuchsgegnerin zur Veröffentlichung im gleichen Teil wie die Ausgangsmel-

dung zu verpflichten ist. 

Layouts sowie die üblicherweise im redaktionellen Teil verwendeten Schriftgrös-

sen für Text und Titel sind auch für Gegendarstellungen massgebend (BÄNNINGER, 

a.a.O.,  S. 241  f.),  weshalb  die  Veröffentlichung  der  Gegendarstellung  in  der  glei-

chen Schriftgrösse wie die Ausgangsmeldung zu erfolgen hat, was im Übrigen auch 

unbestritten geblieben ist (act. 8 Rz. 74).  

Damit  eine  Gegendarstellung nicht  unbemerkt  veröffentlich  werden  kann,  ist  sie 

gemäss Art. 28k Abs. 2 ZGB also solche zu kennzeichnen, d.h. unter der Bezeich-

nung "Gegendarstellung" zu veröffentlichen (BÄNNINGER, a.a.O., S. 251). Ein ande-

rer bzw. weiterführender Titel setzte die Zustimmung des Medienunternehmens vo-

raus. Mangels einer solchen Zustimmung darf die Gesuchsgegnerin nur zur Veröf-

fentlichung des Textes unter dem Titel "Gegendarstellung" verpflichtet werden.  

- 41 - 

In  zeitlicher  Hinsicht  hat  die  Veröffentlichung  der  Gegendarstellung  gemäss 

Art. 28k Abs. 1 ZGB "sobald als möglich zu erfolgen". Gemeint ist damit die nächste 

noch nicht druckfertige Ausgabe bzw. die nächste noch nicht abgedrehte Sendung. 

Ist die Rubrik, in der die Erstmitteilung erschienen ist, bereits abgeschlossen oder 

gar gedruckt, ist dem Medienunternehmen nicht mehr zuzumuten, Inhalt und Layout 

zu ändern. Die Veröffentlichung der Gegendarstellung kann daher in der nächsten, 

noch nicht druckfertigen Ausgabe erfolgen (BÄNNINGER, a.a. O., S. 234). 

Zusammengefasst  ist  die  Gesuchsgegnerin  damit  zu  verpflichten,  die  beantragte 

Gegendarstellung in der ersten nach Erhalt des erstinstanzlichen Urteils folgenden 

und  noch  nicht  druckfertigen  Ausgabe  des  Magazins  "B._____"  in  der  gleichen 

Schriftgrösse und im gleichen Teil wie die Ausgangsmeldung zu publizieren und mit 

dem Titel "Gegendarstellung" zu kennzeichnen. Der Gesuchsgegnerin ist ferner zu 

untersagen, der Gegendarstellung etwas anderes beizufügen als eine Erklärung im 

Sinne von Art. 28k Abs. 2 ZGB. Die Veröffentlichung hat schliesslich kostenlos zu 

erfolgen (Art. 28k Abs. 3 ZGB).  

Im übrigen Umfang ist das Rechtsbegehren Ziff. 2 abzuweisen.  

2.6.3. Online-Version 

Die Gesuchstellerin verlangt in Ziff. 4 ihres Rechtsbegehrens, die Gegendarstellung 

gemäss Ziff. 3 sei sofort, spätestens aber drei Tage nach Erlass des erstinstanzli-

chen Urteils, auf der Website der Gesuchsgegnerin beim Online-Artikel "Orell Füssli: 

Fette Preise und magere Löhne" vom 5. Februar 2025 direkt unter dem fett geschriebe-

nen Anriss und vor dem nachfolgenden Foto in gleicher Schriftgrösse wie der Ur-

sprungstext unter dem Titel "Gegendarstellung der Orell Füssli Thalia AG" aufzu-

schalten und solange aufgeschaltet zu lassen, wie der Ursprungsartikel aufgeschal-

tet ist, mindestens aber 30 Tage (act. 1 Rechtsbegehren Ziff. 4). 

Würde dem Antrag der Gesuchstellerin entsprochen, würde die Erstmitteilung der 

Gesuchsgegnerin auseinandergerissen (käme doch gemäss ihrem Antrag zunächst 

der ursprüngliche Anriss, dann die Gegendarstellung, dann das Foto und schliess-

- 42 - 

lich noch der Rest der Ursprungsmeldung). Dies liefe dem Sinn und Zweck der Ge-

gendarstellung zuwider, würden doch zwei Artikel mit unterschiedlichen Verfassern 

nicht klar voneinander getrennt und die von der Gegendarstellung bezweckte Ge-

genüberstellung  von  Ursprungsartikel  und  Gegendarstellung  verunmöglicht  oder 

zumindest erschwert. Ausserdem würde dadurch der Ursprungstext verändert, wo-

bei hierfür keine Rechtsgrundlage besteht. Ein Gegendarstellungstext ist nach gän-

giger Praxis vielmehr der Chronologie folgend jeweils unmittelbar am Ende des Er-

startikels  mit  der  Bezeichnung  "Gegendarstellung"  zu  publizieren.  Dies  ist  ohne 

Weiteres vom Rechtsbegehren der Gesuchstellerin gedeckt.  

Die Gesuchsgegnerin erklärt sich überdies damit einverstanden, die Gegendarstel-

lung  links  neben  dem  Hauptbeitrag  unter  den  Rubriken  "Inhalt"  und  "PDF-Down-

load"  zu  verlinken  (vgl.  act. 8  Rz. 76).  Mangels  entsprechenden  Antrags  der  Ge-

suchstellerin kann die Gesuchsgegnerin hierzu aber nicht verpflichtet werden. 

In zeitlicher Hinsicht sowie bezüglich der Veröffentlichung in derselben Schrift-

grösse wie im Ursprungstext ist dem Antrag der Gesuchstellerin zu entsprechen, 

was im Übrigen unbestritten geblieben ist (act. 8 Rz. 76). 

Nach dem Gesagten ist die Gesuchsgegnerin zusammengefasst zu verpflichten, die 

Gegendarstellungen 2-5 sofort, spätestens aber drei Tage nach Erhalt des erstin-

stanzlichen Urteils auf der Website der Gesuchsgegnerin unmittelbar im Anschluss 

an  das  Ende  des  Online-Artikels  "Orell  Füssli:  Fette  Preise  und  magere  Löhne"  vom 

05.02.2024 

(https://www.B._____.ch/artikel/artikeldetail/orell-fuessli-fette-preise-

und-magere-loehne)  in  gleicher  Schriftgrösse  wie  im Ursprungstext  unter  der  Be-

zeichnung "Gegendarstellung" aufzuschalten und so lange aufgeschaltet zu lassen, 

wie der Ursprungsartikel aufgeschaltet ist, mindestens aber 30 Tage. Der Gesuchs-

gegnerin ist ferner zu untersagen, der Gegendarstellung etwas anderes beizufügen 

als eine Erklärung im Sinne von Art. 28k Abs. 2 ZGB. Die Veröffentlichung hat kos-

tenlos zu erfolgen (Art. 28k Abs. 3 ZGB).  

Im übrigen Umfang ist das Rechtsbegehren Ziff. 4 abzuweisen. 

 
- 43 - 

2.6.4. Instagram-Account 

Schliesslich verlangt die Gesuchstellerin in Ziff. 5 ihres Rechtsbegehrens, die Ge-

suchsgegnerin  sei  zu  verpflichten,  sofort,  spätestens  aber  drei  Tage  nach  Erlass 

des erstinstanzlichen Urteils, auf ihrem Instagram-Account "F._____" zum Beitrag 

"Orell Füssli: Fette Preise und magere Löhne" vom 5. Februar 2025 die diesbezüglich von 

ihr beantragte Gegendarstellung aufzuschalten (act. 1 Rechtsbegehren Ziff. 5). In 

Ziff. 6 ihres Rechtsbegehrens fordert sie weiter, die besagte Gegendarstellung sei 

in der Caption des Beitrags unterhalb des bisherigen Texts folgendermassen anzu-

kündigen: "Eine Gegendarstellung der Orell Füssli Thalia AG zu diesen Aussagen 

findet sich in der Bildfolge oben (Bild 4)" und der Gegendarstellungstext sei in glei-

cher Schriftgrösse wie der Text des vorangehenden Bildes entsprechend dieser An-

kündigung als viertes Bild in die Bildfolge des Beitrags zu integrieren. Diese Gegen-

darstellung sei solange aufgeschaltet zu lassen wie auch der Originalbeitrag aufge-

schaltet sei, mindestens aber 30 Tage (act. 1 Rechtsbegehren Ziff. 6). 

Zunächst ist anzumerken, dass – wie bereits vorstehend erwähnt – kein Anspruch 

besteht, eine Gegendarstellung mitten in einen Beitrag einzufügen und die Erstmit-

teilung dadurch zu verändern, würden doch Texte von unterschiedlichen Verfassern 

vermischt und mithin die durch die Gegendarstellung bezweckte Gegenüberstellung 

zwischen Ursprungsartikel und Gegendarstellung verunmöglicht oder zumindest er-

schwert.  Demzufolge  wäre  die  Integration  eines  Bildes  mit  der  Gegendarstellung 

lediglich im Anschluss an die Erstmitteilung denkbar (d.h. als Bild 6). Hinsichtlich 

der  zwischen  den  Parteien  strittigen  Frage,  ob  die  beantragte  Bearbeitung  eines 

bestehenden Instagram-Beitrages (konkret: Einfügen eines zusätzlichen Bildes mit 

der Gegendarstellung in einen bestehenden Beitrag) technisch möglich wäre (act. 8 

Rz. 77; act. 13 Rz. 56 und act. 17 Rz. 39), führt die Gesuchsgegnerin zu Recht aus, 

dass  bereits  hochgeladene  Instagram-Bilder  nicht  mehr  bearbeitet  und  ausge-

tauscht werden können. Auch können einem Beitrag nachträglich keine neuen Bil-

der hinzugefügt werden, wie dies die Gesuchstellerin beantragt (https://www.inside-

digital.de/ratgeber/instagram-nachtraeglich-bearbeiten;  https://touchtipps.de/insta-

gram-album-bilder-nachtraeglich-hinzufuegen/;  beide  zuletzt  besucht  am  4. Juni 

2025).  Auf  etwas  Unmögliches  kann  kein  Anspruch  bestehen  (vgl.  auch  Art.  20 

- 44 - 

Abs. 1 OR). Demzufolge kann das Gericht auch niemanden zu einer Leistung/Hand-

lung verpflichten, die objektiv nicht erbringbar und damit nicht vollstreckbar ist. Ein 

Eventualantrag hat die Gesuchstellerin nicht gestellt. Rechtsbegehren Ziff. 5 und 6 

sind demzufolge abzuweisen.  

2.7.  Kosten der Gegendarstellung 

Gegendarstellungen sind gemäss Art. 28k Abs. 3 ZGB kostenlos zu veröffentli-

chen. 

3.  Vollstreckungsmassnahmen 

Urteile des Handelsgerichts sind mit deren Ausfällung bzw. Mitteilung an die Par-

teien vollstreckbar, soweit das Bundesgericht nicht im Rahmen einer allfälligen Be-

schwerde auf Gesuch hin die aufschiebende Wirkung erteilt hat (Art. 103 Abs. 1 und 

Abs. 3 BGG; BGE 142 III 738 E. 5.5.4 S. 745). Gemäss Art. 236 Abs. 3 ZPO kann 

das Gericht auf Antrag der obsiegenden Partei Vollstreckungsmassnahmen anord-

nen. Die Gesuchstellerin hat in Bezug auf ihre Gegendarstellungsbegehren den An-

trag gestellt, es sei die Bestrafung wegen Ungehorsam nach Art. 343 Abs. 1 lit. a 

ZPO  anzudrohen.  Diese  Androhung  erscheint  als  angemessene  Vollstreckungs-

massnahme. Die Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB richtet sich nur gegen na-

türliche Personen (BSK ZPO-ZINSLI, Art. 343 N 15), weshalb sie gegenüber den zu-

ständigen Organen der Gesuchsgegnerin anzuordnen ist. 

4.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

4.1.  Gerichtskosten 

Die  Höhe  der  Gerichtskosten  bestimmt  sich  nach  der  Gebührenverordnung  des 

Obergerichts  vom  8.  September  2010  (GebV  OG;  Art. 96  ZPO  i.V.m.  § 199 

Abs. 1 GOG).  Sie  richtet  sich  in  erster  Linie  nach  dem  Streitwert  bzw.  nach  dem 

tatsächlichen  Streitinteresse  (§  2  Abs. 1  lit. a GebV  OG).  Gemäss  § 5  GebV  OG 

wird bei nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten die Gebühr nach dem tatsächli-

chen Streitinteresse, dem Zeitaufwand des Gerichts und der Schwierigkeit des Fal-

les bemessen. Beim vorliegenden Gesuch um Gegendarstellung handelt es sich um 

- 45 - 

eine  nicht  vermögensrechtliche  Streitigkeit  (Urteil  des  BGer  5A_693/2008  vom 

16. März 2009 E.1.1; BGE 122 III 301, E.1.a; 112 II 193 E. 1.b.). Die Gerichtsgebühr 

ist  daher  nach  dem  tatsächlichen  Streitinteresse,  dem  Zeitaufwand  des  Gerichts 

und der Schwierigkeit des Falles zu bemessen und beträgt in der Regel zwischen 

Fr. 300.– und Fr. 13'000.–, wobei im summarischen Verfahren die Gebühr die Hälfte 

bis drei Viertel der ordentlichen  Gebühr beträgt (§ 5 Abs. 1 und § 8 Abs. 1 GebV 

OG).  

Vorliegend wurden verschiedene Gegendarstellungen in vier unterschiedlichen Me-

dien anbegehrt. Das tatsächliche Streitwertinteresse ist im konkreten Fall sodann 

jedenfalls nicht unerheblich. Entsprechend erscheint es als angemessen, die Ge-

bühr auf insgesamt Fr. 9'750.– festzusetzen. Da die Gesuchsgegnerin zu rund 2/3 

und die Gesuchstellerin zu rund 1/3 unterliegt, sind den Parteien die Verfahrenskos-

ten in diesem Verhältnis aufzuerlegen (Gesuchstellerin: CHF 3'250.– und Gesuchs-

gegnerin: CHF 6'500.–; Art. 106 Abs. 2 ZPO). Der Anteil der Gesuchstellerin ist aus 

dem von dieser geleisteten Kostenvorschuss zu decken (Art. 111 Abs. 1 ZPO).  

4.2.  Parteientschädigung 

Bei teilweisem Obsiegen erfolgt die Zusprechung einer Parteientschädigung gleich-

ermassen nach den Regeln von Art. 106 Abs. 2 ZPO. Dies bedeutet, dass die Ent-

schädigungspflichten einander in Bruchteilen gegenüberzustellen und bis zum klei-

neren Bruchteil zu verrechnen sind (vgl. VerwGer AG WBE2011.325 vom 18. Juni 

2012, AGVE 2012, 223, E. 3.2.2.1. S. 224-226 und Urteil OG ZH vom 20. Dezember 

1972, I. ZK, in: ZR 72/1973 S. 30).  

Die Höhe der Parteientschädigung ist nach der Verordnung über die Anwaltsgebüh-

ren vom 8. September 2010 festzusetzen (AnwGebV; Art. 96 ZPO i.V.m. § 48 Abs. 1 

lit. c und Abs. 2 des Anwaltsgesetzes vom 17. November 2003). Bei nicht vermö-

gensrechtlichen Streitigkeiten richtet sich die Grundgebühr nach der Verantwortung 

und dem notwendigen Zeitaufwand der Rechtsvertretung sowie nach der Schwie-

rigkeit des Falles. Sie beträgt in der Regel Fr. 1'400.– bis Fr. 16'000.–, wobei sie im 

summarischen Verfahren in der Regel auf zwei Drittel bis einen Fünftel ermässigt 

wird  (§ 5  Abs. 1  und  § 9  AnwGebV).  Die  Parteientschädigung  ist  vorliegend  auf 

- 46 - 

CHF 12'000.– festzusetzen. Da die Gesuchstellerin zu 2/3 obsiegt, hat sie – in Ver-

rechnung des der Gesuchsgegnerin zustehenden Anteils von 1/3 – Anspruch auf 

eine reduzierte Parteientschädigung von 1/3, mithin CHF 4'000.–. Mangels Darle-

gung der fehlenden Berechtigung zum Vorsteuerabzug ist die Parteientschädigung 

praxisgemäss  ohne  Mehrwertsteuerzuschlag  zuzusprechen  (vgl.  Urteil  BGer 

4A_552/2015 vom 25. Mai 2016 E. 4.5.).  

Das Handelsgericht beschliesst: 

1.  Der Gesuchsgegnerin wird untersagt, bis zum rechtskräftigen Abschluss des 

vorliegenden  Verfahrens  in  der  Hauptsache  einschliesslich  eines  allfälligen 

bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahrens, den Inhalt von act. 3/17, nament-

lich  Informationen  betreffend  Lieferanten  der  Gesuchstellerin  sowie  Bezüge 

bzw. Bezugsmengen derselben, Dritten zugänglich zu machen.  

Für den Fall der Widerhandlung wird der Gesuchsgegnerin die Bestrafung ih-

rer Organe nach Art. 292 StGB (Busse bis CHF 10'000.–) angedroht. 

2. 

Im Übrigen wird das Begehren um Anordnung von Schutzmassnahmen abge-

wiesen. 

3.  Kosten- und Entschädigungsfolgen, schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbe-

lehrung mit nachfolgendem Erkenntnis. 

und erkennt: 

1.  Die  Gesuchsgegnerin  wird  verpflichtet,  die folgende  Gegendarstellung  unter 

Einhaltung der unter Dispositiv-Ziff. 2 genannten Modalitäten zu publizieren: 

"Es trifft nicht zu, dass Orell Füssli eine Tochter der deutschen Thalia ist. Tatsächlich gehört 

Orell Füssli zu gleichen Teilen zwei Schweizer Muttergesellschaften. Die deutsche Thalia ist 

lediglich an einer der beiden Schweizer Muttergesellschaften mitbeteiligt." 

- 47 - 

"Es trifft nicht zu, dass Orell Füssli die meisten Bücher zu günstigen Konditionen direkt vom 

Mutterhaus in Deutschland bezieht. Tatsächlich hat Orell Füssli kein Mutterhaus in Deutschland 

und bezieht rund 60% der verkauften Bücher von Schweizer Lieferanten." 

"Es trifft nicht zu, dass Orell Füssli Bruttomargen hat, die im Schweizer Handel ihresgleichen 

suchen und zwischen 45 und 65 Prozent liegen. Tatsächlich erzielt Orell Füssli eine im 

Schweizer Buchhandel übliche Marge, die deutlich unter 50% liegt." 

"Es trifft nicht zu, dass in den Filialen C._____ und Bahnhof D._____ von 28 Verkäuferinnen 

und Verkäufern nur 11 eine dreijährige Buchhändlerlehre und die anderen Angestellten einen 

KV-Abschluss oder eine Quereinsteiger-Kurzausbildung haben. Tatsächlich verfügt die Mehr-

heit der in den Filialen in D._____ angestellten 28 Mitarbeitenden über einen Abschluss der 

dreijährigen  Buchhändlerlehre  (11  Mitarbeitende)  oder  befindet  sich  aktuell  in  dieser  Lehre 

(6 Mitarbeitende). 8 weitere Mitarbeitende verfügen über eine abgeschlossene Buchhändler-

Quereinsteigerausbildung des E._____ (E._____) und lediglich 3 Mitarbeitende haben «nur» 

einen KV-Abschluss." 

"Es trifft nicht zu, dass „Trainees” in der Regel in den ersten drei Jahren den Mindestlohn für 

Ungelernte erhalten, der im Buchhandel gemäss Gesamtarbeitsvertrag CHF 3'970 pro Monat 

beträgt.  Tatsächlich  erhalten  Quereinsteiger  einen  Bruttolohn  zwischen  CHF 4'200  und 

CHF 5'100 pro Monat, abhängig von Alter, Erfahrung und Funktionsstufe, und zwar schon wäh-

rend ihrer Quereinstiger-Ausbildung." 

2.  Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die gemäss Dispositiv-Ziff. 1 angeord-

nete Gegendarstellung in der ersten nach Erhalt des erstinstanzlichen Urteils 

folgenden und noch nicht druckfertigen Ausgabe des Magazins B._____ in der 

gleichen Schriftgrösse und im gleichen Teil wie der Ursprungsartikel zu publi-

zieren und mit dem Titel "Gegendarstellung" zu kennzeichnen.  

3.  Die  Gesuchsgegnerin  wird  verpflichtet,  die folgende  Gegendarstellung  unter 

Einhaltung der unter Dispositiv-Ziff. 4 genannten Modalitäten zu publizieren: 

"Es trifft nicht zu, dass Orell Füssli die meisten Bücher zu günstigen Konditionen direkt vom 

Mutterhaus in Deutschland bezieht. Tatsächlich hat Orell Füssli kein Mutterhaus in Deutsch-

land und bezieht rund 60% der verkauften Bücher von Schweizer Lieferanten." 

- 48 - 

"Es trifft nicht zu, dass Orell Füssli Bruttomargen hat, die im Schweizer Handel ihresgleichen 

suchen und zwischen 45 und 65 Prozent liegen. Tatsächlich erzielt Orell Füssli eine im 

Schweizer Buchhandel übliche Marge, die deutlich unter 50% liegt." 

"Es trifft nicht zu, dass in den Filialen C._____ und Bahnhof D._____ von 28 Verkäuferinnen 

und Verkäufern nur 11 eine dreijährige Buchhändlerlehre und die anderen Angestellten einen 

KV-Abschluss oder eine Quereinsteiger-Kurzausbildung haben. Tatsächlich verfügt die Mehr-

heit der in den Filialen in D._____ angestellten 28 Mitarbeitenden über einen Abschluss der 

dreijährigen Buchhändlerlehre (11 Mitarbeitende) oder befindet sich aktuell in dieser Lehre 

(6 Mitarbeitende). 8 weitere Mitarbeitende verfügen über eine abgeschlossene Buchhändler-

Quereinsteigerausbildung des E._____ (E._____) und lediglich 3 Mitarbeitende haben «nur» 

einen KV-Abschluss." 

"Es trifft nicht zu, dass „Trainees” in den ersten drei Jahren in der Regel den Mindestlohn für 

Ungelernte erhalten, der im Buchhandel nach der Lehre gemäss Gesamtarbeitsvertrag 

CHF 3'970 pro Monat beträgt. Tatsächlich erhalten Quereinsteiger einen Bruttolohn zwischen 

CHF 4'200 und CHF 5'100 pro Monat, abhängig von Alter, Erfahrung und Funktionsstufe, und 

zwar schon während ihrer Quereinstiger-Ausbildung". 

4.  Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die gemäss Dispositiv-Ziff. 3 angeord-

nete Gegendarstellung sofort, spätestens aber drei Tage nach Erhalt des erst-

instanzlichen Urteils auf der Website der Gesuchsgegnerin unmittelbar im An-

schluss  an  das  Ende  des  Online-  Artikels  "Orell  Füssli:  Fette  Preise  und  magere 

Löhne" vom 05.02.2024 (https://www.B._____.ch/artikel/artikeldetail/orell-fues-

sli-fette-preise-und-magere-loehne)  in  gleicher  Schriftgrösse  wie  der  Ur-

sprungstext  unter  dem  Titel  "Gegendarstellung"  aufzuschalten  und  so  lange 

aufgeschaltet  zu  lassen,  wie  der  Ursprungsartikel  aufgeschaltet  ist,  mindes-

tens aber 30 Tage. 

5.  Der Gesuchsgegnerin wird untersagt, den Gegendarstellungen gemäss Dis-

positiv-Ziff. 1-4 etwas anderes beizufügen als die Erklärung gemäss Art. 28k 

Abs. 2 ZGB.  

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6.  Die Veröffentlichung der Gegendarstellungen gemäss Dispositiv-Ziff. 1-4 hat 

kostenlos zu erfolgen. 

7. 

Für den Fall der Widerhandlung gegen Dispositiv-Ziff. 1-6 wird den Organen 

der Gesuchsgegnerin die Bestrafung wegen Ungehorsams gegen eine amtli-

che Verfügung im Sinne von Art. 292 StGB (Busse bis CHF 10'000.–) ange-

droht. 

8. 

Im Übrigen wird das Gesuch um Gegendarstellung abgewiesen.  

9.  Die Gerichtsgebühr wird festgelegt auf CHF 9'750.–. 

10.  Die Kosten werden zu 2/3 (= CHF 6'500.–) der Gesuchsgegnerin und zu 1/3 

(CHF 3'250.–) der Gesuchstellerin auferlegt. Die der Gesuchstellerin auferleg-

ten Gerichtskosten werden aus dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss ge-

deckt.  

11.  Die  Gesuchsgegnerin  wird  verpflichtet,  der  Gesuchstellerin  eine  reduzierte 

Parteientschädigung von CHF 4'000.– zu bezahlen. 

12.  Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 

13.  Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 

Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde 

richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (sub-

sidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bun-

desgesetzes  über  das  Bundesgericht  (BGG).  Es  handelt  sich  um  eine  nicht 

vermögensrechtliche Streitigkeit. 

 
 
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Zürich, 6. Juni 2025 

Handelsgericht des Kantons Zürich 

Die Vorsitzende: 

Die Gerichtsschreiberin: 

Dr. Claudia Bühler 

Nadja Kiener