# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e17e2323-fb11-59f3-8675-47ad35a0b354
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 02.08.2023 110 2023 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2023-71_2023-08-02.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2023/71

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 2. August 2023

in der Beschwerdesache zwischen

Frau C.________
Beschwerdeführerin 1

Herrn D.________
Beschwerdeführer 2

und

Frau E.________
Beschwerdegegnerin 1

Herrn F.________
Beschwerdegegner 2

beide vertreten durch Frau Rechtsanwältin G.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Stadt Langenthal, Bauinspektorat, Jurastrasse 22, 
4901 Langenthal

betreffend die Verfügung der Stadt Langenthal vom 3. April 2023 (eBau Nr. 2022-14260; Umbau 
Einfamilienhaus)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner reichten am 3. Oktober 2022 bei der 
Stadt Langenthal ein Baugesuch ein für den Umbau des Einfamilienhauses auf ihrer Parzelle 
Langenthal Grundbuchblatt Nr. I.________. Sie planen unter anderem den Einbau eines 
Schwedenofens mit einem neuen Kamin sowie die Errichtung von zwei Dachlukarnen. Gegen das 
Bauvorhaben erhoben die Beschwerdeführenden Einsprache.

2. Mit Gesamtbauentscheid vom 3. April 2023 erteilte die Stadt Langenthal die Baubewilligung 
und wies die Einsprache der Beschwerdeführenden als öffentlich-rechtlich unbegründet ab.

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3. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 3. Mai 2023 Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie beantragen die Aufhebung des 
Gesamtbauentscheids vom 3. April 2023 und die Erteilung des Bauabschlags. 

4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet1, führte den 
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die Beschwerdegegnerschaft beantragt in 
ihrer Beschwerdeantwort vom 6. Juni 2023, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten und 
eventualiter sei sie vollumfänglich abzuweisen. Die Stadt Langenthal verzichtet in ihrer 
Stellungnahme vom 6. Juni 2023 auf das Stellen eines Antrags, hält aber an ihrem Entscheid vom 
3. April 2023 fest. 

5. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –
 unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel angefochten 
werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im vorliegenden Fall das 
Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 
innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD ist 
somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den Gesamtentscheid zuständig. 

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. 
Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden haben sich mit ihrer Einsprache im 
vorinstanzlichen Verfahren beteiligt, sind dabei aber nicht durchgedrungen. Sie sind daher formell 
beschwert.

Neben der formellen Beschwer bedarf es auch der materiellen Beschwer: Nach Art. 40 Abs. 2 
BauG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 Bst. a BauG sind zur Beschwerde Personen befugt, die 
durch das Bauvorhaben unmittelbar in ihren eigenen schutzwürdigen Interessen betroffen sind. 
Diese Interessen können rechtlicher oder tatsächlicher Natur sein. Es braucht aber eine 
besondere Betroffenheit, eine besonders nahe Beziehung zur Streitsache. Es ist erforderlich, dass 
die Einsprecherinnen und Einsprecher persönlich vom Bauvorhaben in höherem Mass als die 
Allgemeinheit berührt werden. Diese Anforderungen grenzen die Einsprache Betroffener von der 
unzulässigen Populareinsprache ab. Ein bloss mittelbares oder ausschliesslich allgemeines 
öffentliches Interesse an der Sache, d.h. dass richtig entschieden wird, berechtigt nicht zur 
Einsprache. Würde die Einsprache gutgeheissen, müsste dies der einsprechenden Person einen 
praktischen Nutzen bringen, d.h. ihre rechtliche oder tatsächliche Situation beeinflussen können, 
indem das Bauvorhaben nicht oder nur nach Änderungen, welche für die einsprechende Person 
vorteilhaft sind, realisiert werden kann.4 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts muss die 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und 
Verkehrsdirektion (Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1).
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
4 ALDO ZAUGG/PETER LUDWIG, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 35-

35c, N. 16.

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besondere Beziehungsnähe zum Streitgegenstand bei Bauprojekten insbesondere in räumlicher 
Hinsicht gegeben sein. In einer besonders nahen Beziehung zur Streitsache stehen naturgemäss 
die Nach-barn des Baugrundstücks. Ihre Einsprachebefugnis ist dementsprechend in der Regel 
nicht problematisch, gerade wenn deren Liegenschaft unmittelbar an das Baugrundstück 
angrenzt.5

Die Beschwerdegegnerschaft ist der Meinung, den Beschwerdeführenden komme aufgrund 
fehlender Einspracheberechtigung keine Beschwerdelegitimation zu. Für das vorliegende 
Beschwerdeverfahren könne keine besondere Betroffenheit und kein Rechtsschutzinteresse 
ausgemacht werden, weswegen auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten sei. Dieser 
Auffassung kann nicht gefolgt werden. Wie oben dargelegt, haben Einsprechende, soweit sie 
einspracheberechtigt waren und ihren Anträgen im Bauentscheid nicht entsprochen worden ist, 
regelmässig ein genügendes Rechtsschutzinteresse zur Beschwerdeführung. Das ist auch hier 
der Fall: Die Beschwerdeführenden sind als Eigentümer der Parzelle Langenthal Grundbuchblatt 
Nr. J.________ und somit als direkte Nachbarn der Beschwerdegegnerschaft von deren 
Bauvorhaben unmittelbar und in höherem Masse als die Allgemeinheit berührt. Gerade mit Blick 
auf den geplanten Einbau von zwei grossen Lukarnen auf dem Dach des weniger als 10 m von 
der Liegenschaft der Beschwerdeführenden entfernten Nachbargebäudes, waren sie ohne 
weiteres einspracheberechtigt. Sie haben sich sodann im vorinstanzlichen Verfahren beteiligt und 
sind durch den vorliegenden Gesamtbauentscheid als unterlegene Einsprechende beschwert. 
Dringen sie mit ihren Rügen durch, haben sie einen praktischen Nutzen, da das Bauvorhaben 
nicht oder nur teilweise realisiert werden kann. Die Beschwerdeführerenden sind somit zur 
Beschwerdeführung legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist fraglos 
einzutreten. Ob die Rügen der Beschwerdeführenden begründet sind, ist hingegen nicht eine 
Frage des Rechtsschutzinteresses, sondern eine materielle Frage und Gegenstand der 
nachfolgenden Prüfung.

2. Streitgegenstand

a) Nach der Dispositionsmaxime ist das Beschwerdeverfahren grundsätzlich auf den 
Streitgegenstand begrenzt. Zur Bestimmung des Streitgegenstands ist von der angefochtenen 
Verfügung, dem sogenannten Anfechtungsobjekt auszugehen. Der Streitgegenstand braucht sich 
nicht mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, doch gibt dieses den Rahmen des Streitgegenstands 
vor. Innerhalb dieses Rahmens bezeichnen die Parteien den Streitgegenstand in ihren 
Rechtsmitteleingaben. Ausgangspunkt zur Beantwortung, was behördlicher Überprüfung bedarf, 
sind gestützt auf das Rügeprinzip die Rechtsbegehren der beschwerdeführenden Partei, die 
allenfalls im Zusammenhang mit der Begründung und den darin enthaltenen Rügen gelesen 
werden müssen. Aus Antrag und Begründung ergibt sich somit der Streitgegenstand, d.h. was 
nach Auffassung der beschwerdeführenden Partei an der angefochtenen Verfügung falsch sein 
und neu beurteilt werden soll.6

b) Anfechtungsobjekt ist im vorliegenden Verfahren der Gesamtbauentscheid der Stadt 
Langenthal vom 3. April 2023. Dieser gibt den Rahmen des Streitgegenstands vor. Die 
Beschwerdeführenden beantragen zwar die Aufhebung des ganzen Gesamtbauentscheids, 
beziehen sich in ihrer Begründung jedoch nur auf die Dachaufbauten und machen geltend, dass 
die Errichtung der Lukarnen im vorgesehenen Rahmen nicht zulässig sei. Dementsprechend 
beschränkt sich der Streitgegenstand auf die Frage der Rechtmässigkeit der Dachaufbauten. Dies 
betrifft aber nicht nur die Errichtung der beiden Lukarnen sowie den Umbau im Dachgeschoss, 

5 ALDO ZAUGG/PETER LUDWIG, a.a.O., Art. 35-35c, N. 17, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung.
6 RUTH HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl., Bern 2020, Art. 72, N. 12.

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sondern ebenso die Führung des Kamins an der westlichen Lukarne und somit indirekt den 
geplanten Einbau des Schwedenofens insgesamt. Vom Streitgegenstand hingegen nicht erfasst 
sind der übrige Umbau des Einfamilienhauses im Unter-, Erd- und Obergeschoss sowie der 
Neubau des Carports. Diesbezüglich ist der Gesamtbauentscheid der Vorinstanz in Rechtskraft 
erwachsen.
3. Rechtliches Gehör und Begründungspflicht

a) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG7 gibt den Parteien das Recht, 
sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, 
mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise 
entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern. Der Anspruch auf 
rechtliches Gehör verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der Betroffenen sorgfältig prüft und 
beim Entscheid berücksichtigt. Daraus ergibt sich die Pflicht der Behörde, ihre Verfügung zu 
begründen (Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass die 
Betroffenen die Verfügung sachgerecht anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die 
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr 
Entscheid stützt. Die Behörde muss jedoch nicht auf jedes Argument der Parteien eingehen; es 
genügt, wenn sie sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.8

b) Die Beschwerdeführenden rügen in ihrer Beschwerde sinngemäss eine Verletzung der 
Begründungspflicht: Die Stadt Langenthal habe sich mit ihrem Einwand in der Einsprache zu 
Art. 27 GBR9 bzw. betreffend die Überschreitung der Ausnützung nicht nachvollziehbar 
auseinandergesetzt und die strittige Frage werde im Gesamtbauentscheid nicht konkret und für 
die Beschwerdeführenden verständlich beantwortet.

c) Die Vorinstanz nimmt in ihrem Entscheid vom 3. April 2023 auf S. 5 und 6 ausführlich 
Stellung zur gerügten Überschreitung der Ausnützung bzw. zur Anwendung des Art. 27 GBR. 
Dabei erläutert sie ausführlich, warum die Vorschriften zur zulässigen Bruttogeschossfläche und 
Ausnützungsziffer ihrer Ansicht nach beim vorliegenden Bauprojekt eingehalten seien. Zur 
strittigen Frage, ob es sich bei der zusätzlichen Fläche im Bereich der neuen Lukarnen um 
bestehenden Dachraum handelt oder nicht, führt sie unmissverständlich aus, dass es sich dabei 
um zusätzliche Bruttogeschossfläche im Umfang von rund 14.00 m2 handle, welche nicht als 
nachträglicher Dachraumausbau gestützt auf Art. 27 GBR beurteilt werden könne (S. 6 oben). 
Sodann zeigt die Vor-instanz auf, inwiefern diese Erweiterung mit Blick auf die anrechenbare 
Bruttogeschossfläche und die zulässige Ausnützung dennoch erlaubt sein soll. Aus den 
Erwägungen des Bauentscheids geht somit hervor, warum das geplante Vorhaben nach 
Auffassung der Stadt Langenthal den geltenden Vorschriften entsprechen soll. Da Einsprachen 
im Baubewilligungsverfahren die Funktion von Entscheidungshilfen und nicht von Rechtsmitteln 
haben, genügen die gemachten Ausführungen.10 Die Begründungspflicht ist daher nicht verletzt 
und es liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.

4. Anrechenbare Bruttogeschossfläche und zulässige Ausnützung

a) Gemäss Art. 31 GBR beträgt in der betreffenden Wohnzone W2/B die zulässige 
Ausnützungsziffer 0.4. Für Gemeinden, wie die Stadt Langenthal, welche die baurechtliche 

7 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
8 BVR 2018, S. 341, E. 3.4.2; 2016 S. 402, E. 6.2; BGE 140 II 262, E. 6.2; MICHEL DAUM, Kommentar zum 

bernischen VRPG, 2. Aufl., Bern 2020, Art. 52, N. 7.
9 Baureglement der Stadt Langenthal vom 30. November 2003, genehmigt durch das Amt für Gemeinden und 

Raumordnung (AGR) am 31. März 2004.
10 Vgl. ALDO ZAUGG/PETER LUDWIG, a.a.O., Art. 38-39, N. 19, mit Hinweis auf die Rechtsprechung.

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Grundordnung noch nicht an die Bestimmungen der BMBV11 angepasst haben, finden die 
bisherigen aArt. 93 bis 98 BauV12 weiterhin Anwendung (Art. 34 Abs. 2 BMBV). Gemäss aArt. 93 
Abs. 1 BauV ist die Ausnützungsziffer die Verhältniszahl zwischen der anrechenbaren 
Bruttogeschoss-fläche der Gebäude und der anrechenbaren Landfläche. Als anrechenbare 
Bruttogeschossfläche gilt gemäss aArt. 93 Abs. 2 BauV die Summe aller dem Wohnen oder dem 
Gewerbe dienenden oder hierfür verwendbaren ober- und unterirdischen Geschossflächen 
einschliesslich der Mauer- und Wandquerschnitte. Angerechnet werden dabei auch 
Verkehrsflächen wie Korridore und Treppen, falls diese anrechenbare Räume erschliessen 
(aArt. 93 Abs. 2 Bst. f BauV im Umkehrschluss). 

b) Die Vorinstanz stützt sich in ihrem Gesamtbauentscheid bei der Berechnung der 
Bruttogeschossfläche auf die eingereichten Projektpläne der Beschwerdegegnerschaft13 und geht 
von einer Gesamtfläche von 173.40 m2 aus. Im Dachgeschoss rechnet sie dabei aber 
fälschlicherweise lediglich die 15.00 m2 des bestehenden Schlafzimmerraums mit ein. Die 
restlichen 12.60 m2 vor diesem Raum (im betreffenden Plan als grüne Fläche eingezeichnet) 
versteht sie als bestehender Dachraum, der aber erst nachträglich ausgebaut werden soll. Da 
diese Verkehrsfläche jedoch der Erschliessung eines anrechenbaren Raums dient, ist sie ebenso 
miteinzubeziehen und anzurechnen. Korrekterweise ergibt sich somit eine bestehende 
anrechenbare Bruttogeschossfläche von insgesamt 186 m2. Hingegen richtig berechnet hat die 
Vorinstanz die zulässige Ausnützung auf dem betreffenden Grundstück, welche 192 m2 beträgt. 

5. Ausbau von bestehendem Dachraum gestützt auf Art. 27 Abs. 1 GBR

a) Gemäss Art. 27 Abs. 1 GBR kann bei Bauvorhaben, die vor dem 1. Januar 1997 bewilligt 
worden sind, der bestehende Dachraum zu Wohn- und Arbeitsräumen ausgebaut werden, auch 
wenn dadurch die zulässige Ausnützung soweit überschritten wird, als dies für den vollständigen 
Dachraumausbau erforderlich ist.

b) Die Vorinstanz geht davon aus, dass der mit den geplanten Lukarnen zusätzlich 
geschaffene Dachraum von 14.00 m2 mit Blick auf die von ihr berechnete anrechenbare 
Bruttogeschossfläche von total 173.40 m2 ohne weiteres zulässig sei. Mit der Anrechnung dieser 
Fläche bei den Lukarnen ergebe sich eine Bruttogeschossfläche von total 187.40 m2, welche 
innerhalb der zulässigen Ausnützung von 192.00 m2 liege. Die im betreffenden Plan grün 
markierte Fläche des Vorraums sei sodann als nachträglicher Dachraumausbau zu verstehen, bei 
welchem Art. 27 GBR angewendet werden könne.

c) Die Beschwerdeführenden bringen in ihrer Beschwerde vor, die Vorinstanz habe 
diesbezüglich den Sachverhalt unrichtig festgestellt, insofern als dass der Dachflächenausbau im 
Bereich der geplanten Lukarnen nicht als Erweiterung der Dachraumfläche erkannt worden sei. 
Zudem sei es nicht rechtmässig, zuerst die Fläche des Dachraums baulich zu erweitern und 
danach Art. 27 GBR auf die bestehende Fläche anzuwenden.

d) In ihrer Beschwerdeantwort bringt die Beschwerdegegnerschaft vor, dass die Bauherrschaft 
in einem ersten Schritt problemlos den Bau der Lukarnen hätte beantragen können, da damit die 
maximal zulässige Bruttogeschossfläche eingehalten sei, und in einem zweiten Schritt sodann der 
Ausbau des bestehenden Dachraums hätte erfolgen können. Es dürfe bei der Anwendung des 
Art. 27 GBR jedoch keine Rolle spielen, in welcher Reihenfolge der Ausbau des Dachstocks 

11 Verordnung vom 25. Mai 2011 über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV; BSG 721.3).
12 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1). 
13 Vgl. Plan «BGF Berechnung» vom 29. September 2022 in den Vorakten, pag. 29.

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erfolge und somit könne auch beides gleichzeitig geschehen. Es liege daher keine Verletzung des 
Art. 27 GBR vor und die Stadt Langenthal habe ihr Reglement korrekt angewendet. 

e) Wie die Vorinstanz in ihrem Gesamtbauentscheid vom 3. April 2023 (S. 6 oben) richtig 
erwähnt, handelt es sich bei der Dachgeschossfläche der neuen Lukarnen nicht um bestehenden 
Dachraum, sondern um neue Bruttogeschossfläche. Eine solche zusätzliche 
Bruttogeschossfläche kann jedoch nur geschaffen werden, wenn dadurch die zulässige 
Ausnützung nicht überschritten wird. Dies ist vorliegend nicht der Fall: Ausgehend von der 
korrekten Berechnung der anrechenbaren Bruttogeschossfläche von 186 m2 (siehe hierzu Ziff. 3 
b) wäre die zulässige Ausnützung von 192 m2 auf dem betreffenden Grundstück mit der zusätzlich 
geschaffenen Fläche bei den geplanten Lukarnen deutlich überschritten. Ferner kann Art. 27 GBR, 
wie dies die Beschwerdeführenden richtig vorgebracht haben und die Vorinstanz indirekt bestätigt 
hat, einzig auf bestehenden Dachraum angewendet werden, um dadurch – und nicht durch 
zusätzliche Flächenerweiterungen – die zulässige Ausnützung überschreiten zu dürfen. Die 
Auslegung des Art. 27 GBR lässt keine andere Anwendbarkeit zu und somit kann die Bestimmung 
im vorliegenden Fall unter der gegebenen Ausgangslage nicht herangezogen werden, um den 
geplanten Dachraumausbau mittels Errichtung der beiden Lukarnen zu ermöglichen. Der 
Auffassung der Vorinstanz sowie derjenigen der Beschwerdegegnerschaft kann somit nicht 
gefolgt werden und die Beschwerde ist in diesem Punkt gutzuheissen. 

f) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vorgesehene Errichtung der beiden Lukarnen 
nicht bewilligungsfähig ist. Die Beschwerde wird aus diesem Grund gutgeheissen und dem 
Bauvorhaben ist insoweit der Bauabschlag zu erteilen. 

Während des Baubewilligungsverfahrens erfolgte gestützt auf die Empfehlung im Fachbericht vom 
19. Oktober 202214 eine Anpassung der Führung des aussenliegenden Kamins am Fusspunkt der 
westlichen Lukarne: Mit der Planung eines leichten Verzugs des Kamins in Richtung First wurde 
der im Fachbericht erwähnten Beeinträchtigung des Fassadenbilds Rechnung getragen. Die 
Führung des Kamins ist insofern aus ästhetischen Gründen von den Dachaufbauten abhängig und 
müsste folglich aufgrund des Bauabschlags neu geplant und sodann aus brandschutztechnischer 
Sicht nochmals überprüft werden. Nebst dem Kamin ist ferner auch der Einbau des 
Schwedenofens davon betroffen, weswegen beidem ebenso der Bauabschlag zu erteilen ist. Der 
vom Streitgegenstand nicht erfasste übrige Umbau des Einfamilienhauses im Unter-, Erd- und 
Obergeschoss sowie der Neubau des Carports sind hingegen vom Bauabschlag nicht betroffen. 

Bei diesem Ausgang sind die weiteren Rügen der Beschwerdeführenden nicht mehr zu prüfen und 
der Antrag auf einen Augenschein wird abgewiesen. 

6. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdegegnerschaft. Sie hat die 
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von CHF 1600.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV15).

b) Parteikosten werden keine gesprochen, zumal die Beschwerdeführenden nicht anwaltlich 
vertreten waren (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

14 Siehe Vorakten, pag. 58.
15 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 

154.21).

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c) Die teilweise Aufhebung des Gesamtbauentscheids hat keinen Einfluss auf die Kosten des 
Baubewilligungsverfahrens. Diese bleiben der Beschwerdegegnerschaft als Baugesuchstellerin 
auferlegt (Art. 52 Abs. 1 BewD16).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Gesamtbauentscheid der Stadt Langenthal vom 
3. April 2023 wird teilweise aufgehoben. Dem Baugesuch vom 3. Oktober 2022 wird 
hinsichtlich des Erstellens von Lukarnen, des Einbaus eines Schwedenofens und des 
Erstellens eines Kamins der Bauabschlag erteilt. 

2. Die Ziffer 1. des Gesamtbauentscheids vom 3. April 2023 wird wie folgt angepasst:

«Der Bauherrschaft wird in Anwendung von Art. 8 Abs. 1 BewD und Art. 62 Abs. 2 BR die ordentliche 
Baubewilligung für den Umbau des Einfamilienhauses im Unter-, Erd- und Obergeschoss sowie den 
Neubau eines Carports, an der K.________strasse 6 und 6A, in 4900 Langenthal, auf der Parzelle 
Nr. I.________, erteilt. Diese Baubewilligung umfasst:»

3. Der erste Satz in Ziffer 1.1 des Gesamtbauentscheids vom 3. April 2023 wird wie folgt 
angepasst:

«Die Baubewilligung für den Umbau des Einfamilienhauses im Unter-, Erd- und Obergeschoss sowie 
den Neubau eines Carports aufgrund des Baugesuchs eBau Nr. 2022-14260 (BG Nr. 174-2022) vom 
3. Oktober 2022 gemäss folgenden Plänen (Visum des Stadtbauamtes vom 3. April 2023):»

4. Im Übrigen wird der Gesamtbauentscheid vom 3. April 2023 bestätigt.

5. Die Verfahrenskosten von CHF 1600.– werden der Beschwerdegegnerschaft zur Bezahlung 
auferlegt. Die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner haften solidarisch für den 
gesamten Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 
Rechtskraft erwachsen ist. 

6. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Frau C.________ und Herrn D.________, eingeschrieben
- Frau Rechtsanwältin G.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Stadt Langenthal, Bauinspektorat, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

16 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).

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Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.