# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae0f8248-b3ab-542c-af9c-713bc0b32d34
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2010 D-2782/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2782-2008_2010-11-25.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2782/2008
law/mah/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Martin Zoller,
Richterin Claudia Cotting-Schalch, 
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

A.__________, geboren (...),
Äthiopien,
vertreten durch lic. iur. Dominik Heinzer, 
Beratungsstelle für Asyl- und, Ausländerrecht, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 25. März 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2782/2008

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin,  eine  äthiopische  Staatsangehörige  amhari-
scher  Ethnie  aus  Addis  Abeba,  verliess  ihren  Heimatstaat  gemäss 
eigenen Angaben ungefähr Ende Mai 2007 und reiste am 5. Juni 2007 
in  die  Schweiz  ein,  wo sie  am 7. Juni  2007 im Empfangs-  und Ver-
fahrenszentrum (EVZ) Vallorbe um Asyl nachsuchte.

B.
Am 3. Juli 2007 erhob das BFM im Transitzentrum Altstätten (TZ) die 
Personalien  der  Beschwerdeführerin  und  befragte  sie  summarisch 
zum Reiseweg und zu den Gründen für  das  Verlassen des Heimat-
landes.

C.
Mit Verfügung vom 5. Juli 2007 wies das BFM die Beschwerdeführerin 
für die Dauer des Verfahrens dem Kanton B.__________ zu.

D.
Am  9. Juli  2007  ordnete  das  C.__________  des  Kantons 
B.__________ der minderjährigen Beschwerdeführerin in Anwendung 
von Art. 17 Abs. 3 Bst. c des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31)  i.V.m. Art. 7 Abs. 2 der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) für die Dauer des 
Asylverfahrens eine Vertrauensperson bei.

E.
Am 3. September  2007 hörte  das BFM die inzwischen volljährig  ge-
wordene Beschwerdeführerin einlässlich zu den Asylgründen an.

Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte sie im Wesentlichen gel -
tend,  sie  habe  am 1. November  2005  an  einer  Demonstration  ihrer 
Schule  teilgenommen. Vier  Tage zuvor  habe sie  für  ein  Mitglied  der 
Partei  Kinijit  (Coalition of Unity and Democracy [CUD])  Flugblätter in 
der Schule verteilt. Bei  dieser Demonstration sei  sie von der  Polizei 
festgenommen und mit  einem Holzstock sowie einem Gewehrkolben 
geschlagen worden. Sie  vermute,  dass  sie  von anderen  Mitschülern 
verraten worden sei, da sie mehr als andere geschlagen worden sei. 
Mit  anderen  Festgenommenen  sei  sie  auf  einen  Polizeiposten  ge-
bracht worden. Dort sei sie mit Gewalt aus dem Auto auf den Boden 

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geschmissen  worden,  so  dass  sie  das  Bewusstsein  verloren  habe. 
Aufgrund der Schläge habe sie ein Auge verloren. Nach zwei bis drei 
Tagen habe sie realisiert, dass sie sich im Spital befinde. Dort sei sie  
bis am 19. November 2005 behandelt worden. Knapp ein Jahr später 
habe sie dank finanzieller  Unterstützung von Missionaren ein künst-
liches Auge bekommen. Im April/Mai 2007 hätten Sicherheitsleute zu-
hause nach ihr gesucht und ihrer Mutter mitgeteilt, sie müsse sich bei 
der Polizei melden. Am 9. Mai 2007 seien nochmals Uniformierte ge-
kommen, als sie in der Kirche gewesen sei, weshalb sich die Unifor-
mierten an die Nachbarn gewendet hätten. Diese hätten ihr später mit -
geteilt,  dass die Uniformierten sie für eine Anhörung gesucht hätten. 
Daraufhin  habe  sie  sich  am 20. Mai  2007  aus Angst,  dass  die  Sol-
daten  sie  umbringen  würden,  mit  dem  Linienbus  zur  Tante  nach 
D.__________  begeben.  Die  Soldaten  hätten  aber  in  Erfahrung 
gebracht,  dass  sie  sich  dort  aufhalte,  weshalb  sie  Ende  Mai  aus 
Äthiopien ausgereist sei.

F.
Am  5. September  2007  reichte  die  Beschwerdeführerin  durch  ihren 
Rechtsvertreter  ein  Medical  Certificate  des  E.__________  vom 
10. März  1998  gemäss  äthiopischem  Kalender  mit  dem  DHL-Um-
schlag zusammen beim BFM ein.

G.
Mit  Verfügung  vom  25. März  2008  –  eröffnet  am  27. März  2008  – 
stellte  das  BFM fest,  die  Beschwerdeführerin  erfülle  die  Flüchtlings-
eigenschaft  nicht,  und  lehnte  das  Asylgesuch  vom 7. Juni  2007  ab. 
Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und forderte 
sie – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auf, 
die Schweiz bis zum 20. Mai 2008 zu verlassen.

H.
Mit  Eingabe vom 28. April  2008 liess die  Beschwerdeführerin gegen 
diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht durch ihren Rechts-
vertreter Beschwerde erheben und beantragen, es sei der angefoch-
tene  Entscheid  aufzuheben,  die  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen 
und ihr Asyl zu gewähren. Eventualiter sei sie wegen Unzumutbarkeit 
des Vollzugs der Wegweisung vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. 
Subeventualiter  sei  die  Sache  zur  hinreichenden  Abklärung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  zur  Neubeurteilung  an  die  Vor-
instanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess sie zu-

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dem beantragen, es sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren 
und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.

Der Beschwerde wurde ein ärztliches Zeugnis des F.___________ in 
B.__________  vom  8. April  2008  zusammen  mit  einer  Erklärung 
betreffend  die  Entbindung  von  der  ärztlichen  Schweigepflicht  vom 
17. April  2008 und ein Artikel der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 
11. April 2008 beigelegt.

I.
Mit  Verfügung  vom  6. Mai  2008  stellte  der  Instruktionsrichter  des 
Bundesverwaltungsgerichts  fest,  die  Beschwerdeführerin  könne  den 
Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig hiess 
er das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut, 
verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  gab  ihr 
Gelegenheit einen in Aussicht gestellten Arztbericht einzureichen.

J.
Am 8. Mai  2008 reichte die Beschwerdeführerin durch ihren Rechts-
vertreter  einen  Arztbericht  vom 5. Mai  2008  des  F.___________  zu 
den Aken.

K.
Mit  Verfügung vom 14. Mai 2008 überwies der Instruktionsrichter die 
Beschwerdeakten dem BFM zur Vernehmlassung.

L.
In der Vernehmlassung vom 23. Juni 2008 beantragte das BFM die Ab-
weisung der Beschwerde. Der Instruktionsrichter gab der Beschwerde-
führerin mit Verfügung vom 25. Juni 2008 Gelegenheit, eine Stellung-
nahme zur Vernehmlassung einzureichen.

M.
Am 10. Juli  2008 wurde die  Replik  und eine Kopie  einer  E-Mail  der 
Rechtsberatungsstelle  an  die  kantonale  Behörde  vom  31. Oktober 
2007 eingereicht.

N.
Mit Eingabe vom 21. August 2008 liess die Beschwerdeführerin durch 
ihren Rechtsvertreter  einen  weiteren  Arztbericht  des  F.___________ 
vom 5. August 2008 zu den Akten reichen.

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O.
Am 12. August  2010  forderte  der  Instruktionsrichter  des  Bundesver-
waltungsgerichts  die  Beschwerdeführerin  auf,  einen  aktuellen  ärzt-
lichen Bericht sowie eine Erklärung über die Entbindung von der ärzt -
lichen Schweigepflicht gegenüber den Asylbehörden einzureichen.

P.
Die Beschwerdeführerin reichte durch ihre Rechtsvertretung mit  Ein-
gabe  vom  12. September  2010  ein  ärztliches  Zeugnis  von 
Dr. med. G.__________, FMH Allg. Medizin, vom 25. August 2010 und 
am  21. September  2010  einen  Arztbericht  des  F.___________  vom 
14. September  2010  zusammen  mit  einer  Erklärung  betreffend  die 
Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Ge-
biet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

2.
Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  die  Be-
schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist  durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung;  sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  

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(Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde 
ist einzutreten.

3.
3.1 In der Beschwerde wird beantragt, die Sache sei zur hinreichen-
den Abklärung des relevanten Sachverhalts und zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen, und geltend gemacht, namentlich die 
Anhörung vom 3. September 2007 sei wegen des schlechten psychi-
schen Zustandes der Beschwerdeführerin nicht sehr aussagekräftig.

3.2 Im Asylverfahren – wie im übrigen Verwaltungsverfahren – gilt der 
Untersuchungsgrundsatz, das heisst, die Asylbehörde hat den rechts-
erheblichen Sachverhalt  vor ihrem Entscheid von Amtes wegen voll-
ständig und richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Da-
bei muss sie die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterla-
gen beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände abklären und 
darüber ordnungsgemäss Beweis führen. Gemäss Art. 8 AsylG hat die 
asylsuchende Person demgegenüber die Pflicht und unter dem Blick-
winkel des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2  der Bun-
desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101) auch das Recht, an der Feststellung des Sachver-
halts mitzuwirken. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich 
auch, dass Asylsuchende zu ihren Asylgründen anzuhören sind (vgl. 
Art. 29 AsylG; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2009/50 
E. 10.2.1, BVGE 2008/24 E. 7.2, Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2003  Nr. 13, 
EMARK  2004  Nr. 16  E. 7a,  EMARK  2004  Nr. 30  E. 5.3.1).  Die 
mündliche Anhörung gemäss Art. 29 AsylG soll Gewähr dafür bieten, 
dass  die  asylsuchende  Person  ihre  Asylgründe  vollständig  darlegen 
kann und diese von der Asylbehörde korrekt erfasst werden, wobei die 
mündliche  Befragung  insbesondere  auch  dazu  dient,  gezielte  Rück-
fragen zur Erhebung des Sachverhalts  zu  stellen  und Missverständ-
nisse  zu  klären  (vgl.  WALTER KÄLIN,  Grundriss  des  Asylverfahrens, 
S. 256 f.).  Im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kann sich die 
entscheidende  Behörde  in  der  Regel  darauf  beschränken,  die  Vor-
bringen  der  Asylgesuchsteller  zu  würdigen  und  die  von  ihnen  an-
gebotenen  Beweise  abzunehmen,  ohne  weitere  Abklärungen  vor-
nehmen zu müssen.  Eine ergänzende Untersuchung kann sich dann 
aufdrängen, wenn auf Grund dieser Vorbringen und Beweismittel be-
rechtigte Zweifel oder Unsicherheiten weiter bestehen, die voraussicht-

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lich nur mit  Ermittlungen von Amtes wegen beseitigt  werden können 
(vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2.1, EMARK 1995 Nr. 23 E. 5a S. 222). 

3.3
3.3.1 Bezogen auf den vorliegenden Fall zeigt sich, dass das BFM der 
Untersuchungspflicht in hinreichendem Masse nachgekommen ist und 
nicht  gehalten  war,  den  Sachverhalt  weiter  zu  ermitteln.  Die  Be-
schwerdeführerin konnte am 3. Juli 2007 anlässlich der Befragung im 
TZ und der Anhörung am 3. September 2007 ihre Vorbringen zur Be-
gründung  des  Asylgesuchs  schildern.  Dass  es  –  wie  in  der  Be-
schwerde geltend gemacht – anlässlich der Befragung im Zusammen-
hang mit  den Aussagen der  Beschwerdeführerin betreffend das Ver-
teilen von Flugblättern zu einem Missverständnis bei der Übersetzung 
gekommen ist,  geht  aus  den  Akten  nicht  hervor. Bei  der  Rücküber-
setzung  konnte  sie  bezüglich  zweier  Fragen  Korrekturen  anbringen 
und  gab  an,  die  Dolmetscherin  gut  verstanden  zu  haben  (vgl. 
act. A10/15 S. 2 und 14). Sie erklärte mit ihrer Unterschrift, ihre rück-
übersetzten Aussagen in den Protokollen seien vollständig und würden 
ihren freien Äusserungen entsprechen. Es ist demnach davon auszu-
gehen, dass die Anhörung ohne sprachlich bedingte Verständigungs-
probleme  durchgeführt  werden  konnte  und  die  Aussagen  der  Be-
schwerdeführerin in den Anhörungsprotokollen korrekt wiedergegeben 
sind. Auch die Vertreterin der Hilfswerke verzichtete auf jegliche Ein -
wendungen (vgl. act. A10/15). 

3.3.2 Aus dem Protokoll  der Anhörung vom 3. September 2007 res-
pektive den Aussagen der Beschwerdeführerin geht zwar hervor, dass 
es  ihr  zum  damaligen  Zeitpunkt  gesundheitlich  nicht  gut  ging  (vgl. 
act. A10/15 S. 2 und 11) und sie weinen musste, als sie über die Ge-
schehnisse berichtete,  welche zum Verlust  ihres  Auges führten (vgl. 
act. A10/15 S. 8). Die Sachbearbeiterin fragte sie zwei Mal, ob sie eine 
Pause  machen  möchte,  welche  sie  aber  nicht  in  Anspruch  nehmen 
wollte (vgl. act. A10/15 S. 8 und 11). Es ist vor diesem Hintergrund da-
von auszugehen,  dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt  der An-
hörung aufgewühlt  gewesen ist. Es ist  jedoch festzuhalten,  dass die 
Anhörung zu den Fluchtgründen für viele Asylsuchende eine emotional 
belastende Prozedur darstellt. Das Aussageverhalten der Beschwerde-
führerin  im  Befragungszeitpunkt  gab  zudem  keinen  Anlass  zur  An-
nahme,  sie  sei  wegen  ihrer  angespannten  Gefühlslage  nicht  in  der 
Lage gewesen, die Fragen der Sachbearbeiterin zu beantworten oder 
ihre Asylgründe darzulegen. Die Beschwerdeführerin machte in dieser 

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Hinsicht denn auch keinerlei  Andeutungen und bestätigte zudem die 
Vollständigkeit und die Korrektheit des Protokolls mit ihrer Unterschrift.  
Die bei der Anhörung anwesende Hilfswerkvertreterin hielt in ihrer Be-
stätigung ebenfalls keine gegen die Aussagefähigkeit der Beschwerde-
führerin,  den  Befragungsstil  oder  die  Korrektheit  der  Anhörung 
sprechenden Einwände fest. 

3.4 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt  vom  BFM  hinreichend  erstellt  worden  ist  und  die  Be-
schwerdeführerin  ihre  Asylgründe  vollständig  hat  darlegen  können. 
Eine  Verletzung  der  Untersuchungspflicht  oder  der  Gewährung  des 
rechtlichen Gehörs durch das BFM liegt nicht vor. Es besteht deshalb 
kein Grund, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die  Sache 
zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeur-
teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

4.
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken;  den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu 
tragen (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  mass-
geblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden 
(Art. 7 AsylG).

4.3 Die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 AsylG erfüllt  eine asyl-
suchende  Person  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  dann,  wenn  sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  be-

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gründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund be-
stimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder 
durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise 
zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37, EMARK 
2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff.,  EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). 
Aufgrund  der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt 
die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  ausserdem voraus, dass 
die  betroffene  Person  in  ihrem  Heimatland  keinen  ausreichenden 
Schutz  finden  kann  (vgl.  BVGE  2008/12  E. 7.2.6.2  S. 174  f.,  BVGE 
2008/4 E. 5.2 S. 37 f.,  EMARK 2006 Nr. 18 E. 10 S. 201 ff.,  EMARK 
2005 Nr. 21 E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). Ausgangspunkt für die 
Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeit -
punkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht 
vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist 
jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität  der Verfolgungs-
furcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation im 
Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  deshalb  zu-
gunsten und zulasten der  das Asylgesuch stellenden Person zu be-
rücksichtigen  (vgl.  BVGE 2008/4  E. 5.4  S. 38 f.,  EMARK 2000  Nr. 2 
E. 8a S. 20,  WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.],  Ausländerrecht,  Basel/Bern/Lausanne  2009,  Rz. 11.17  und 
11.18). 

5.
5.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit der 
Begründung ab,  die  Vorbringen der  Beschwerdeführerin  würden den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art. 7  AsylG  nicht 
standhalten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse.

Im  Einzelnen  führte  es  aus,  dass  die  Vorbringen  zu  wenig  konkret,  
detailliert  und differenziert  dargelegt  worden seien. So wolle die Be-
schwerdeführerin  an Unruhen im November  2005 politisch aktiv  und 
deswegen  Verfolgungsmassnahmen  ausgesetzt  gewesen  sein.  Sie 
habe  aber  nicht  verlässlich  anzugeben  vermocht,  ob  die  zur  Frage 
stehende  Demonstration  legal  oder  illegal  gewesen  sei.  Einerseits 
habe sie erklärt, die Teilnehmenden seien eingesperrt, entlassen und 
wieder eingesperrt worden, habe aber keine Namen nennen können, 
obwohl  sie  mit  ihren  Mitschülerinnen  und  Mitschülern  demonstriert 
haben wolle. Im Weiteren wolle sie bei den Unruhen im Auto auf den 
Polizeiposten gebracht worden sein, habe aber auch dazu keine sub-
stanziierten  Informationen  liefern  können. Schliesslich  gebe  die  Be-

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schwerdeführerin  an,  sie  sei  bei  den  Behörden  denunziert  worden, 
bleibe aber auch dazu verlässliche Angaben schuldig. In wesentlichen 
Punkten würden ihre Vorbringen der allgemeinen Erfahrung oder der 
Logik  des  Handelns  widersprechen.  Die  Beschwerdeführerin  mache 
geltend,  sie habe im November  2005 die vorgebrachten Benachteili-
gungen erlitten und sei deswegen im April/Mai 2007 zu Hause behörd-
lich gesucht worden. Zu erwarten wäre aber, dass die zuständigen Be-
hörden nicht rund eineinhalb Jahre zugewartet hätten, falls sie die Be-
schwerdeführerin im angeblich vorgefallenen Zusammenhang tatsäch-
lich hätten befragen wollen. Im Weiteren erstaune die Darstellung der 
Beschwerdeführerin, wonach sie zum zur Frage stehenden Zeitpunkt 
zu Hause gewesen sei, ihre Mutter den Behörden aber gesagt habe, 
sie sei nicht zu Hause und die Behörden dann wieder gegangen seien, 
dies ohne eine verbindliche Vorladung zu hinterlassen. Dass die zu-
ständigen Personen nur wenige Tage später  erneut  nach Hause ge-
kommen sein sollten und den Nachbarn ausgerichtet hätten, die Be-
schwerdeführerin werde zwecks einer Befragung gesucht, entspreche 
ebenfalls nicht dem zu erwartenden behördlichen Vorgehen. Schliess-
lich  erstaune,  dass  die  Behörden  nach  ihrem gescheiterten  zweiten 
Versuch, die Beschwerdeführerin vorzuladen, inaktiv geblieben seien, 
dies obwohl sie den Aufenthaltsort der Beschwerdeführerin angeblich 
gekannt hätten. Zu wesentlichen Vorbringen habe sie unterschiedliche 
Angaben  gemacht.  Im  TZ habe  die  Beschwerdeführerin  geltend  ge-
macht, sie habe vier Tage vor den besagten Unruhen in ihrer Schule 
und in Stadtteilen Flugblätter verteilt. Demgegenüber habe sie an der 
Anhörung auf  ausdrückliche Nachfrage erklärt,  sie  habe diese Flug-
blätter nur in der Schule verteilt  und es seien wenige gewesen. Das 
eingereichte  Medical  Certificate des  E.________  vermöge  daran 
nichts  zu  ändern.  Die  Beschwerdeführerin  habe  gemäss  diesem 
Certificate als  Folge  eines  traumatischen  Ereignisses  ein  Auge  ver-
loren  und  sei  lange  Zeit  in  Behandlung  gewesen,  jedoch  erfolglos. 
Festzuhalten  sei,  dass  die  Authentizität  dieses  Dokumentes  grund-
sätzlich offen bleiben müsse und dieses im Weiteren nicht bestätige, 
dass  der  von  der  Beschwerdeführerin  vorgebrachte  Verlust  eines 
Auges in der von ihr dargestellten Art und Weise erfolgt sei. Zumal die  
Darstellung der  Beschwerdeführerin  unglaubhaft  sei,  sei  davon aus-
zugehen,  dass sie ihr  Auge auf  eine andere als  die dargestellte  Art  
verloren haben müsse.

5.2 In der Beschwerde wird demgegenüber an der Glaubhaftigkeit der 
Vorbringen der Beschwerdeführerin festgehalten und ausgeführt, dass 

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sie wegen der Ereignisse in ihrem Herkunftsland an einer posttrauma-
tischen Belastungsstörung (PTBS) leide,  weswegen sie ambulant  im 
F.___________ behandelt werde. Ihr äusserst schlechter psychischer 
Zustand  habe  sich  auch  anlässlich  der  Befragung  mehrmals 
bemerkbar gemacht. Unter diesen Umständen erstaune es nicht, dass 
sie  grosse  Mühe bekunde  über  die  Ereignisse  zu  sprechen,  welche 
zum Verlust ihres Auges und zur Flucht aus Äthiopien geführt hätten. 
So sei allgemein bekannt, dass viele Opfer  von Gewalt es vermeiden 
würden,  über  die  Vorfälle  zu  sprechen,  welche  am  Ursprung  des 
Traumas  stehen  würden,  weil  dies  massive  Flashbacks,  z. T. auch 
verbunden  mit  der  im  damaligen  Zeitpunkt  durchlebten  Todesangst, 
auslösen könne. Allgemein untermauere die Tatsache, dass sie neben 
dem Verlust ihres Auges auch an einer PTBS leide, die Glaubwürdig-
keit der von ihr geschilderten Verfolgung. Die Beschwerdeführerin sei  
anlässlich  ihrer  Verhaftung  schwer  verletzt  worden  und  habe  des-
wegen unter Schock gestanden. Kurze Zeit  später habe sie das Be-
wusstsein verloren. Es erstaune daher keineswegs, dass sie ihre ver-
hafteten  Mitschülerinnen  und  Mitschüler  nicht  wahrgenommen  habe 
und  sich  allgemein  nicht  an  den  genauen  Ablauf  ihrer  Verhaftung, 
namentlich  den  Polizeitransport,  erinnern  könne,  zumal  damals 
zweifelsohne chaotische Zustände geherrscht haben dürften. Die Fest-
stellung der Vorinstanz, wonach sie nicht anzugeben vermocht habe, 
ob die betreffende Demonstration legal oder illegal  gewesen sei,  sei 
unzutreffend. Sie  habe angegeben,  soweit  sie  sich  erinnere,  sei  die 
Demonstration nicht  erlaubt  gewesen. Darum hätten die Sicherheits-
leute auch angegriffen. Nicht ersichtlich sei, weshalb die Vorinstanz die 
Auffassung  vertrete,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  Namen  ihrer 
Denunzianten  kennen  sollte.  Denunzianten  und  Spione  würden  be-
kanntlich aus dem Verborgenen heraus arbeiten und würden üblicher-
weise peinlich genau darauf achten, dass die überwachte Person sie 
nicht wahrnehme. Der Ansicht des BFM, es sei unglaubwürdig, dass 
die  äthiopischen  Behörden  während  rund  eineinhalb  Jahren  zuge-
wartet hätten, ehe sie die Beschwerdeführerin aufgesucht hätten, sei 
entgegen zu halten, dass sich die Beschwerdeführerin nach der Ent-
lassung  aus  dem  Krankenhaus  fast  nur  noch  zu  Haus  aufgehalten 
habe, worauf sie anlässlich ihrer Befragungen mehrmals hingewiesen 
habe. Erst nachdem sie ein künstliches Auge erhalten habe, habe sie 
sich wieder nach draussen gewagt und damit sei auch das Risiko, von 
den Sicherheitsbehörden wahrgenommen zu werden, gestiegen. Anzu-
merken sei, dass im Mai 2007 die Strafprozesse gegen die im Novem-
ber  2005  verhafteten  hohen  politischen  Oppositionellen  begonnen 

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hätten, was vermutlich eine erhöhte Aufmerksamkeit und Sensibilisie-
rung sowie eine verstärkte Repression seitens der Sicherheitsbehör-
den gegenüber deren Anhängern, welchen auch die Beschwerdefüh-
rerin angehört habe, zur Folge gehabt haben dürfte. Die zivilen Sicher-
heitskräfte, welche bei ihrer Mutter vorgesprochen hätten, hätten nicht 
über  einen  gerichtlichen  Durchsuchungsbefehl  verfügt,  weshalb  sie 
nicht in ihr Hause hätten eindringen können. Die betreffenden Sicher-
heitsbeamte  seien  vermutlich  auf  informelle  Art  und  Weise  vorge-
gangen, wie dies in Ländern wie Äthiopien häufig vorkomme. Die Be-
schwerdeführerin  habe  eine  Verhaftung  nur  vermeiden  können,  weil 
sie  kurz  danach  in  die  von  Addis  Abeba  weit  entfernte  Stadt 
D.__________  geflüchtet  sei  und  sich  von  dort  aus  ins  Ausland 
begeben habe. Betreffend des Widerspruchs sei darauf hinzuweisen, 
dass  es  anlässlich  der  Erstbefragung  zu  einem  Missverständnis 
gekommen sein  dürfte. So habe  sie  damals  ausgesagt,  dass  dieser 
Mann aus einem anderen Stadtteil stamme und auch schon bei ihr zu 
Hause  gewesen  sei.  Dies  habe  die  Übersetzerin  wohl  falsch 
verstanden.  Fakt  sei,  dass  sie  lediglich  in  der  Schule  Flugblätter 
verteilt habe. Die massiven Übergriffe, welche die Beschwerdeführerin 
wegen  ihres  Engagements  für  die  Kinijit  über  sich  habe  ergehen 
lassen müssen und welche unter anderem zum Verlust  eines Auges 
geführt  hätten,  würden  zweifelsohne  politisch  motivierte,  ernsthafte 
Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen. Kurz vor ihrer Flucht 
habe  sie  aufgrund  der  behördlichen  Nachstellungen  damit  rechnen 
müssen,  erneut  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Aber 
auch  wenn  man  davon  ausgehen  würde,  dass  sie  nach  ihrer 
Entlassung  aus  dem  Krankenhaus  keiner  asylrelevanter  Verfolgung 
ausgesetzt  gewesen  sei,  so  dürfte  der  Kausalzusammenhang 
zwischen  den  erlittenen  Übergriffen  im  November  2005  und  ihrer 
Ausreise  aus Äthiopien  im Mai  2007  gegeben  sein,  zumal  sie  nach 
dem Verlust ihres Auges verständlicherweise einiger Zeit bedurft habe, 
um die traumatischen Ereignisse zu verarbeiten. Vor dem Erhalt eines 
künstlichen Auges knapp ein Jahr nach ihrer Verhaftung habe sie es ja 
nicht  einmal  gewagt,  ihr  Haus  zu  verlassen.  Und  selbst  wenn  zu 
Unrecht  die  Auffassung  vertreten  würde,  dass  der  zeitliche 
Kausalzusammenhang zwischen Verfolgung und Flucht  unterbrochen 
worden sei, sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin von 
den  Behörden  bei  ihrer  Festnahme  im  November  2005  registriert  
worden sei, weshalb im Falle einer erzwungenen Rückkehr die akute 
Gefahr  bestehe,  dass  sie  aufgrund  ihrer  lang  andauernden 
Auslandabwesenheit  unter  den  pauschalen  Verdacht  gestellt  würde, 

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ihre regimekritischen Tätigkeiten im Ausland fortgeführt zu haben. Sie 
müsste  daher  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  Verhöre  –  und  damit 
verbundene erneute körperliche Übergriffe – über sich ergehen lassen.

5.3 In der Vernehmlassung führte das BFM aus, das ärztliche Zeugnis 
nehme  die  Angaben  der  Beschwerdeführerin  zum  Nennwert,  ohne 
diese zu hinterfragen und ohne davon Kenntnis zu nehmen, dass die 
von ihr im Verlauf des bisherigen Asylverfahrens vorgebrachten Verfol-
gungsmassnahmen  als  unglaubhaft  qualifiziert  worden  seien.  Im 
Weiteren werde der ausschlaggebende traumatisierende Anlass nicht 
genau  definiert,  was  für  eine  PTBS-Diagnose  unumgänglich  sei. 
Weitere für die Diagnose geltende Kriterien (bspw. der Beginn oder die 
Dauer  der  Störung)  fänden ebenfalls  keine Erwähnung. Die  geschil-
derte Symptomatik sei zudem unspezifisch, zumal für PTBS typische 
Symptome nicht angegeben worden seien. Es fehlten im Weiteren so-
wohl anamnestische Angaben (bspw. ob die Beschwerdeführerin be-
reits  in  einem  früheren  Stadium  labil  gewesen  sei)  als  auch  diffe-
renzialdiagnostische  Überlegungen.  Die  Verfasser  würden  alsdann 
selber  erklären,  dass  die  sprachlichen  Barrieren  zur  Beschwerde-
führerin  deren  Behandlung  erschweren  würden.  Vor  diesem  Hinter-
grund  erstaune,  dass  sie  dessen  ungeachtet  eine  spezifische 
Diagnose sicher  stellen  könnten. Schliesslich habe die Beschwerde-
führerin  im  Verlauf  des  Asylverfahrens  spontan  keine  der  im  ein-
gereichten Arztbericht beschriebenen Symptome geschildert. Anderer-
seits  fänden  im  Arztbericht  die  von ihr  anlässlich  der  Anhörung  er -
klärten  Kopf-  und  Gelenkschmerzen  keine  Erwähnung.  Das  ein-
gereichte  Arztzeugnis  sei  aufgrund  dieser  Sachlage  nicht  von  jener 
Art,  die eine Veränderung der Sichtweise des BFM bewirken könnte. 
Abschliessend sei angemerkt, dass dem BFM bekannt sei, dass Asyl-
suchende  nach  einem negativen Ausgang  ihres  Asylverfahrens,  und 
damit verbunden, nach einem längeren Aufenthalt  in der Schweiz im 
Hinblick  auf  ihre  angeordnete  Rückkehr  gelegentlich  gewisse 
psychische  Schwierigkeiten  manifestieren  könnten.  Diese  könnten 
aber durch eine entsprechende Planung der Rückkehr und allenfalls 
auch durch weitere  Hilfestellungen nach derselben vor Ort  gelindert 
werden.

5.4 In der Replik wird im Wesentlichen geltend gemacht, es befremde, 
dass  die  zuständigen  Mitarbeiter  des  BFM  sich  in  ihrer  Vernehm-
lassung anmassen, den Arztbericht eines Spezialisten zu hinterfragen. 
Bei  einem  persönlichen  Kontakt  mit  der  Beschwerdeführerin  hätten 

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wohl  auch  die  erwähnten  BFM-Mitarbeiter  die  Diagnose  des 
F.___________ nicht angezweifelt. Die Beschwerdeführerin habe dem 
Rechtsvertreter  bereits  beim  ersten  Beratungsgespräch  von  ihren 
physischen  und  psychischen  Beschwerden  berichtet.  Ihre  Berichte 
über  die  fluchtauslösenden  Ereignisse  seien  von  häufigem  Weinen 
begleitet gewesen. Es sei geradezu ins Auge gesprungen, dass sie in 
ihrem  Herkunftsland  traumatisierende  Ereignisse  erlebt  habe.  Im 
Oktober  2007 habe sich  ihr  Zustand derart  verschlechtert,  dass der 
Rechtsvertreter den Asylkoordinator des Kantons B.__________ habe 
ersuchen müssen, den Transfer der Beschwerdeführerin in eine kleine 
und ruhigere Unterkunft prioritär durchzuführen und eine Behandlung 
durch  einen Spezialisten  einzuleiten. Daher  vermöge  die  Vermutung 
der  Vorinstanz,  wonach  die  psychischen  Probleme  der  Be-
schwerdeführerin  lediglich  auf  die  drohende  Wegweisung  aus  der 
Schweiz zurückzuführen seien,  mitnichten zu überzeugen, zumal sie 
sich bereits bei der Bundesbefragung über körperliche und seelische 
Beschwerden beklagt habe und sich mehrere Monate vor Erhalt  des 
erstinstanzlichen negativen Entscheids in  psychiatrische Behandlung 
habe begeben müssen. Ohnehin dürfte eine PTBS, wie sie bei der Be-
schwerdeführerin diagnostiziert worden sei, in aller Regel nicht durch 
die blosse Angst vor einer drohenden Rückkehr ins Herkunftsland aus-
gelöst werden. Fakt sei, dass ein für eine staatliche medizinische Insti-
tution tätiger Spezialist bei ihr eine PTBS diagnostiziert habe, was die 
Glaubwürdigkeit  ihrer  Vorbringen  untermauere  und  klar  gegen  ihre 
Wegweisung nach Äthiopien spreche.

6.
6.1 Die Beschwerdeführerin macht zur Begründung ihres Asylgesuchs 
geltend, sie habe als Sympathisantin Flugblätter für die CUD verteilt 
und sei ein paar Tage später im November 2005, als es zu Unruhen 
zwischen  Schülern  und  Sicherheitskräften  gekommen  sei,  von  der 
Polizei  verhaftet  und  zusammengeschlagen  worden,  wobei  sie  ein 
Auge  verloren  habe. Im Frühling  2007  hätten  die  Behörden  die  Be-
schwerdeführerin zwei Mal zu Hause für eine Anhörung gesucht, wes-
wegen sie aus Äthiopien ausgereist sei.

6.2
6.2.1 Vorweg ist festzustellen, dass es nach den Parlamentswahlen im 
Mai 2005 und der späteren Bekanntgabe der Wahlresultate zu gewalt-
tätigen Demonstrationen mit exzessiven behördlichen Übergriffen und 
vielen Verhaftungen und politisch motiviertem Verschwindenlassen von 

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Oppositionellen gekommen ist. Anfang November haben die von der 
Oppositionspartei  CUD initiierten Proteste gewaltförmige Züge ange-
nommen, auf welche die Regierung mit massivem Einsatz ihrer Sicher-
heitskräfte  reagierte. Mehrere  Dutzend Personen kamen ums Leben 
und Tausende wurden verhaftet,  insbesondere Jugendliche, von wel-
chen  die  meisten  jedoch  wieder  freikamen  (vgl.  Freedom  House, 
Ethiopia  2008;  UK  Boarder  Agency,  Operational  Guidance  Note 
Ethiopia,  April  2008;  IRIN,  Ethiopia:  CUD  leaders,  editors  to  face 
treason charges, 10. November 2005). Die Angaben der Beschwerde-
führerin betreffend die geltend gemachte Festnahme am 1. November 
2005  sind insoweit  mit  der  Realität  zu  vereinbaren. Ausserdem ver-
mochte die Beschwerdeführerin in der Beschwerde die Argumentation 
des BFM betreffend die (Un-)Glaubhaftigkeit ihrer Festnahme und der 
Übergriffe durch die Sicherheitskräfte sowie des Verlustes des Auges – 
wie nachfolgend aufzuzeigen ist – überzeugend  zu relativieren. 

Angesichts  dessen,  dass  die  Beschwerdeführerin  vor  der  Fahrt  auf 
den  Polizeiposten  von  einem Sicherheitsmann von  hinten  zu  Boden 
geschlagen  und  danach  mit  einem Stock  und  einem Gewehrkolben 
traktiert  wurde und am Kopf blutete, ist es nachvollziehbar, dass sie, 
wie in der Beschwerde ausgeführt, danach auf der Fahrt zum Polizei-
posten unter Schock gestanden hat. Dass sie deshalb nur noch weiss, 
dass es viele Personen gewesen seien, die mit ihr im Auto zu einem 
Polizeiposten  in  der  Nähe  der  Schule  gebracht  worden  seien,  die 
genaue Anzahl der verhafteten Personen und den Namen des Polizei-
postens jedoch nicht zu nennen vermochte, ist ihr nicht vorzuwerfen. 
Gleiches gilt für den Umstand, dass die Beschwerdeführerin anlässlich 
der Befragung im TZ angab, sie kenne die Namen von den inhaftierten 
Demonstranten nicht (vgl. act. A1/9 S. 5). Die Beschwerdeführerin gab 
nämlich – entgegen der Ansicht des BFM – an, dass es sich bei den 
inhaftierten  Demonstranten  nicht  um Mitschüler,  sondern  um solche 
aus  anderen  Klassen  handelte,  deren  Namen  sie  nicht  kenne  (vgl. 
act. A1/9 S. 5). Die Beschwerdeführerin hat ferner erklärt, sie vermute, 
dass sie von anderen Schülern beim Verteilen von Flugblättern an der 
Schule beobachtet und verraten worden, und zum Ausdruck brachte, 
sie gehe davon aus, dass sie wohl deshalb mehr als andere Schüler 
geschlagen  worden  sei  (vgl.  act. A10/15  S. 8  f.).  Bei  dieser  Aus-
gangslage  kann  der  Beschwerdeführerin  –  entgegen  der  Betrach-
tungsweise des BFM – im Rahmen der Beurteilung der Glaubhaftigkeit 
nicht vorgeworfen werden, sie könne bezüglich der Denunziation keine 
verlässlichen  Angaben  machen.  Auch  die  Argumentation  des  BFM, 

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wonach die Beschwerdeführerin nicht verlässlich anzugeben vermocht 
habe,  ob  die  Demonstration  legal  oder  illegal  gewesen  sei,  vermag 
nicht  zu  überzeugen,  da  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Be-
fragung im TZ erklärte, soweit sie sich erinnere, sei die Demonstration 
nicht erlaubt gewesen, weshalb die Sicherheitskräfte auch eingegriffen 
hätten (vgl. act. A1/9 S. 5). Insgesamt sind vor dem Hintergrund der 
damaligen  Situation  in  Äthiopien  und  der  Schilderungen  der  Be-
schwerdeführerin  –  welche  in  Bezug auf  die  erlittenen  Verletzungen 
durch  das  Medical  Certificate  des  E.__________  gestützt  werden – 
mithin  als  glaubhaft  zu  erachten,  dass  sich  die  von  ihr  geltend  ge-
machten Übergriffe im November 2005 tatsächlich zugetragen haben.

6.2.2 Hingegen sind die Vorbringen der Beschwerdeführerin hinsicht-
lich der geltend gemachten Suche im April/Mai 2007 durch die Polizei 
übereinstimmend  mit  dem  BFM  als  unglaubhaft  zu  beurteilen.  Das 
BFM hat  zutreffend  festgestellt,  dass  es  der  allgemeinen  Erfahrung 
widerspreche, dass die Behörden eineinhalb Jahre zugewartet hätten, 
bis  sie  die  Beschwerdeführerin  für  eine  Anhörung  hätten  vorladen 
wollen.  Gerade  weil  sich  die  Beschwerdeführerin  nach  der 
Demonstration und einem Aufenthalt im Spital während knapp einem 
Jahr immer zu Hause aufgehalten hat, wäre es für die Behörden ein 
Leichtes gewesen, sie bereits für eine Anhörung mitzunehmen, wenn 
diese wirklich ein  Interesse an ihrer  Person gehabe hätten. Die Be-
schwerdeführerin war an der Demonstration im November 2005 bloss 
eine Mitläuferin. Dass sie  dabei  im Vorfeld  einige Flugblätter  verteilt 
hat, dürfte das Interesse an ihr nicht massiv gesteigert haben, zumal 
sie  selber  politisch  nicht  aktiv  und  bloss  Sympathisantin,  nicht  aber 
Mitglied der Kinijit gewesen ist (vgl. act. A10/15 S. 4 und 8; A1/9 S. 5). 
Selbst wenn im Mai 2007 die Strafprozesse gegen die im November 
2005 verhafteten Oppositionellen begannen und die Behörden deshalb 
gegen  Oppositionelle  sensibler  und  repressiver  reagiert  hätten,  er-
scheint  unwahrscheinlich,  dass die Beschwerdeführerin plötzlich und 
ohne dass sie  sich  zwischenzeitlich  politisch engagiert  und  dadurch 
exponiert  hätte,  das  Interesse  der  Behörden  aus  sich  gezogen  hat. 
Ausserdem ist  davon  auszugehen,  dass  die  Sicherheitskräfte,  auch 
wenn sie  –  wie  in  der  Beschwerde vermutet  wird  –  informell  vorge-
gangen wären, sich nicht einfach an der Tür von der Mutter der Be-
schwerdeführerin hätten abwimmeln lassen,  sondern das Haus auch 
ohne  Durchsuchungsbefehl  inspiziert  hätten,  wenn  gegen  die  Be-
schwerdeführerin ernsthaft etwas vorgelegen hätte.

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6.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass als glaubhaft zu erachten 
ist, dass die Beschwerdeführerin im November 2005 wegen Protesten 
an ihrer Schule von Sicherheitskräften zusammengeschlagen und ver-
haftet worden ist und dabei ein Auge verloren hat. Hingegen hat das 
BFM  die  angebliche  Suche  der  Behörden  nach  der  Beschwerde-
führerin  im  Jahre  2007,  aufgrund  derer  sie  ausgereist  sein  soll,  zu 
Recht als unglaubhaft beurteilt hat. Angesichts der langen Zeitspanne 
zwischen den Übergriffen im November 2005 und der Ausreise Ende 
Mai 2007 ist folglich – entgegen der Meinung in der Beschwerde – der 
zeitliche Kausalzusammenhang zwischen Verfolgung und Flucht nicht 
mehr  gegeben. Selbst  wenn  die  Beschwerdeführerin  nach  dem Ver-
lassen des Spitals am 19. November 2005 noch einige Zeit bedurfte, 
um die Ereignisse zu verarbeiten, hätte sie spätestens nach dem Er-
halt ihres künstlichen Auges knapp ein Jahr später, ausreisen können, 
wenn sie sich vor Verfolgung gefürchtet hätte und nicht bis Ende Mai 
2007 zugewartet. Die Beschwerdeführerin vermag somit nicht  glaub-
haft zu machen, dass sie aufgrund der Übergriffe im November 2005 
im Zeitpunkt der Ausreise Ende Mai 2007 im Sinne von Art.  3 AsylG 
verfolgt wurde oder begründete Furcht vor Verfolgung hegen musste.

7.
7.1 Wie bereits erwähnt,  ist für die Beurteilung der Flüchtlingseigen-
schaft jedoch nicht allein der Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimat-
land,  sondern  die  Situation  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheids  mass-
gebend (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38f.).

7.2 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Aus-
reise  aus  dem  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  –  insbesondere  durch 
politische Exilaktivitäten – eine Gefährdungssituation erst geschaffen 
worden ist, sich somit auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe 
beruft,  hat  begründeten  Anlass  zur  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung, 
wenn der Heimat- oder Herkunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlich-
keit  von  den  Aktivitäten  im  Ausland  erfahren  hat  und  die  Person 
deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise ver-
folgt  würde  (vgl.  BVGE  2009/28  E. 7.1,  EMARK  2006  Nr. 1  E. 6.1 
S. 10;  EMARK  2000  Nr. 16  E. 5a  S. 141  f.).  Subjektive  Nachflucht-
gründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinn von Art. 3 
AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss der Asylge-
währung.  Die  vom  Gesetzgeber  bezweckte  Bestimmung  subjektiver 
Nachfluchtgründe als Asylausschlussgrund verbietet ein Addieren sol -
cher  Gründe  mit  Fluchtgründen  vor  der  Ausreise  aus  dem  Heimat- 

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oder  Herkunftsstaat,  die  für  sich  allein  nicht  zur  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft ausreichen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1, EMARK 
1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 und 70). 

7.3 In der Beschwerde wird behauptet, die Beschwerdeführerin müsse 
aufgrund  ihrer  Registrierung  im  November  2005  durch  die  Behörde 
und der vierjährigen Landesabwesenheit im Falle der Rückkehr damit 
rechnen, dass sie unter den pauschalen Verdacht gestellt würde, ihre 
regimekritischen  Tätigkeiten  im  Ausland  fortgesetzt  zu  haben,  und 
deshalb erneut körperliche Übergriffe über sich ergehen lassen. 

Hierzu  ist  festzuhalten,  dass  im  Jahre  2005  zwar  Tausende  von 
Demonstrierenden  festgenommen  wurden,  jedoch  die  meisten  auch 
wieder freikamen. Zudem war es im November 2005 das erste Mal ge-
wesen, dass die Beschwerdeführerin überhaupt in Konflikt mit den Be-
hörden geraten ist (vgl. act. A1/9 S. 5). Da sie keiner Oppositionspartei 
angehörte  und  nach  dieser  Festnahme  bis  zur  Ausreise  keine  poli-
tisches  Engagement  mehr  geltend  machte,  ist  nicht  davon  auszu-
gehen, dass sie im Zeitpunkt der Ausreise, als regimekritische Person 
in Äthiopien registriert war. Zudem hat sich die Beschwerdeführerin in 
der Schweiz gemäss Akten bis anhin nicht exilpolitisch betätigt. Allein 
der vierjährige Aufenthalt im Ausland führt nicht dazu, dass die äthio-
pischen  Behörden  sie  bereits  als  eine  für  das  Regime  gefährliche 
Person einstufen. Es besteht insoweit kein Anlass, davon auszugehen, 
dass  sie  bei  einer  Rückkehr  in  die  Heimat  ernsthafte  Nachteile,  die 
über ein blosse Befragung hinausgehen, zu gewärtigen hätte. Die Be-
schwerdeführerin  erfüllt  somit  die  Anforderungen  an  die  Flüchtlings-
eigenschaft auch aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe nicht.

8.
Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Beschwerdeführerin 
keine  asylrelevante  Verfolgung  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  glaubhaft 
machen konnte und nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Die 
Vorinstanz  hat  somit  zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  der  Be-
schwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt.

9.
9.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

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9.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

10.
10.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bei der Prüfung der drei genannten 
Kriterien  ist  auf  die  im Entscheidzeitpunkt  bestehenden Verhältnisse 
abzustellen (EMARK 1997 Nr. 27 E. 4f S. 211).

10.2 In der Beschwerde wird im Eventualbegehren beantragt,  es sei 
die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die 
vorläufige Aufnahme zu gewähren.

10.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist – unter Vorbehalt von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Bot-
schaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

10.4
10.4.1 Vorweg ist  festzuhalten,  dass  in  Äthiopien zurzeit  kein Krieg, 
kein  Bürgerkrieg  und  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht, 
weshalb  in  konstanter  Praxis  von  der  generellen  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs nach Äthiopien ausgegangen werden kann (vgl. 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-6164/2009 vom 23. Septem-
ber  2010  E. 6.3.1, D-5015/2007  vom  23. Oktober  2009  E. 6.3.1, 
D-4943/2006 vom 8. Juli 2008 E. 6.4.1, EMARK 1998 Nr. 22). Seit der 
Unterzeichnung  des  Friedensabkommens  zwischen  Äthiopien  und 
Eritrea am 12. Dezember 2000 kontrollieren UNO-Soldaten die Grenze 
zwischen den beiden Ländern. Zwar konnten diese ein sporadisches 
Wiederaufflackern  des  Grenzkonfliktes  nicht  verhindern;  immerhin 
scheinen aber sowohl Äthiopien als auch Eritrea den Schiedsspruch 
der  hierfür  eingesetzten  internationalen  Kommission,  welcher  am 

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13. April  2002  ergangen  ist,  grundsätzlich  zu  akzeptieren,  und  ein 
erneuter offener Ausbruch des Konflikts konnte bis heute erfolgreich 
verhindert  werden. Trotz Abzugs der UN-Friedenstruppen aus Eritrea 
im März 2008 und aus Äthiopien im August 2008 ist im heutigen Zeit -
punkt nicht von einem offenen Konflikt im Grenzgebiet zwischen Äthio-
pien und Eritrea und von einer rechtlich relevanten Verschlechterung 
der allgemeinen Lage auszugehen. Aufgrund der aktuellen Situation in 
Äthiopien – und insbesondere auch in der Hauptstadt Addis Abeba, wo 
die  Beschwerdeführerin  bis  zu  ihrer  Ausreise  gelebt  hat  –  kann  im 
Falle  ihrer  Rückkehr  nicht  von  einer  konkreten  Gefährdung  ihrer 
Person ausgegangen werden.

10.4.2 In  der  Beschwerde  wird  geltend  gemacht,  die  Beschwerde-
führerin  leide  an  einer  PTBS,  weswegen  sie  ambulant  im 
F.___________ behandelt  werde. Bei  einer  Wegweisung nach Äthio-
pien  bestünde  nicht  nur  die  akute  Gefahr  einer  Retraumatisierung, 
sondern sie könne dort mit Blick auf die ungenügende psychiatrische 
Infrastruktur und den Mangel an ausgebildetem Fachkräften auch mit 
Bestimmtheit keine adäquate Behandlung in Anspruch nehmen. Hinzu 
komme das fehlende Auge der Beschwerdeführerin, welches sie sozial 
und wirtschaftlich stark behindern dürfte, zumal körperlich Behinderte 
in Äthiopien allgemein benachteiligt würden. 

10.4.3 Gemäss  dem  letzten  Arztbericht  des  F.___________  vom 
14. September  2010  sei  die  Beschwerdeführerin  seit  dem 
26. November 2007 mit einer Unterbrechung in Behandlung. Bei ihr sei 
eine PTBS gemäss ICD-10 F43.1 diagnostiziert worden, welche durch 
eine  Posttraumatische  Stress  Skala-10  (PTSS-10)  gestützt  werden 
könne. Sie berichte immer wieder über die typischen Symptome von 
Flashbacks,  Schlafminderung  und  vermehrter  Reizbarkeit  und 
Impulsivität. Eine medikamentöse Therapie erscheine zurzeit nicht not-
wendig. Eine kontinuierliche psychiatrische ambulante Behandlung sei 
weiterhin  indiziert.  Nach  Klärung  der  Aufenthaltsverhältnisse,  sowie 
nach  Verbesserung  der  Deutschkenntnisse,  sei  eine  spezifische 
Traumatherapie zu erwägen. 

10.4.4 Es besteht kein Anlass an der von Ärzten getroffenen Diagnose 
zu zweifeln. Insofern das BFM in der Vernehmlassung den ärztlichen 
Bericht  vom  5. Mai  2008  in  Frage  stellte, wurden  die  darin  aufge-
führten  Einwände  durch  das  Schreiben  des  F.___________  vom 
5. August  2008  an  den  Rechtsvertreter  relativiert.  Zudem  ist  nicht 

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davon auszugehen, dass die PTBS der Beschwerdeführerin erst durch 
die negative Verfügung des BFM vom 25. März 2008 ausgelöst wurde, 
zumal sie gemäss Arztbericht bereits seit dem 26. November 2007 in 
psychiatrischer Behandlung ist und sie schon anlässlich der Anhörung 
am 3. September 2007 erklärte, es gehe ihr nicht gut. Zudem geht aus 
den  Akten  hervor,  dass  der  Rechtsvertreter,  welcher  vorgängig  die 
Vertrauensperson  der  Beschwerdeführerin  gewesen  war,  am 
31. Oktober 2007 den zuständigen kantonalen Mitarbeiter aufforderte, 
die Beschwerdeführerin zu einem Spezialisten zu schicken und ihren 
Transfer  in  eine  andere  Unterkunft  prioritär  zu  behandeln.  Aufgrund 
der  eingereichten  ärztlichen  Berichte  ist  erstellt,  dass  die 
Beschwerdeführerin  unter  einer  PTBS  begleitet  von  Flashbacks, 
Schlafminderung, vermehrter Reizbarkeit und Impulsivität leidet.

10.4.5 Hinsichtlich  der  Situation  alleinstehender  Frauen in  Äthiopien 
ist  – unter Bezug auf das Urteil  E-4749/2006 vom 11. Juni 2009 des 
Bundesverwaltungsgerichts – festzuhalten, dass zwar laut äthiopischer 
Verfassung Frauen die  gleichen Rechte  zustehen wie  den Männern, 
die soziale Stellung von Frauen in der Praxis aber gleichwohl mass-
geblich  von patriarchalen  gesellschaftlichen Traditionen  und Normen 
bestimmt wird. Kulturelle und religiöse Traditionen und Normen domi-
nieren über staatliche Gesetze und definieren die Geschlechterrollen. 
Trotz den Bemühungen der Regierung, die Frauen zu fördern und ihre 
Stellung  zu  verbessern,  hält  die  Diskriminierung  von  Frauen,  ins-
besondere in ländlichen Regionen an. Ihr Zugang zu Ausbildung sowie 
zu  medizinischer  Versorgung  ist  limitiert.  Auch  der  Zugang  zum 
Arbeitsmarkt  ist  vor  dem  soziokulturellen  Hintergrund  für  Frauen, 
sofern sie überhaupt eine gute Ausbildung und familiäre Unterstützung 
haben,  schwieriger  als  für  Männer. Frauen haben kaum Mitsprache-
recht  bei  Entscheidungen,  welche  finanzielle  Aspekte  betreffen. 
Männer entscheiden über die sozialen Aktivitäten der Frauen. Häus-
liche  Gewalt  und  Vergewaltigungen  sind  verbreitet.  Aufgrund  ihrer 
minderwertigen  Stellung  in  der  Gesellschaft,  der  Macht  der  Männer 
und schliesslich,  weil  die  Frauen gehalten sind,  sich  dem familiären 
Leben unterzuordnen, komme es nur selten zu einem strafrechtlichen 
Verfahren.  Zusammenfassend  kommt  das  Urteil  zum  Schluss,  dass 
eine  erfolgreiche  Reintegration  von  alleinstehenden  Frauen  von 
mehreren Faktoren abhängt, nämlich vom Vorhandensein einer Berufs-
ausbildung,  guter  Gesundheit,  genügend  finanzieller  Mittel  und  ins-
besondere von der familiären Unterstützung, ohne welche es für eine 
Frau sehr schwierig ist, in Äthiopien eine Unterkunft zu finden und das 

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tägliche  Leben  zu  bestreiten  (vgl.  BVGE E-4749/2006  vom 11. Juni 
2009 E. 7).

10.4.6 Die  Beschwerdeführerin  verfügt  in  Addis  Abeba  mit  ihrer 
Mutter, ihrer Halbschwester und ihrem Bruder über ein familiäres Netz 
(vgl. act. A10/15 S. 3). Demnach ist davon auszugehen, dass die Be-
schwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  Unterschlupf  bei  ihrer  Mutter 
finden könnte. Gemäss den Angaben der  Beschwerdeführerin  dürfte 
die Mutter allerdings nur über bescheidene finanzielle Mittel verfügen, 
da diese die gesamten Ersparnisse für die Ausreise der Beschwerde-
führerin  aufwendete  (vgl.  act. A10/15  S. 3).  Ihr  Vater  ist  erschossen 
worden,  als  die  Beschwerdeführerin  sieben  oder  acht  Jahre  alt  war 
(vgl. act. A10/15 S. 12). Die Beschwerdeführerin hat zwar die Schule 
besucht, verfügt aber über keinen Schulabschluss und hat auch keinen 
Beruf erlernt (vgl. act. A1/9 S. 2). In der Schweiz hat sie inzwischen als 
Aushilfe im Gastgewerbe ein wenig Berufserfahrung sammeln können. 
Dies allein wird aber kaum ausreichen, um in Addis Abeba eine An-
stellung  zu  finden,  da  das  Angebot  von  Arbeitsstellen  und  die  vor-
handene  Infrastruktur  mit  dem  raschen  Bevölkerungswachstum  der 
Stadt  nicht  mitzuhalten  vermögen  (vgl.  UN  Habitat,  Ethiopia:  Addis 
Abeba Urban Profile, 2008, S. 8 f.). Als zusätzliches Handicap dürfte 
sich  der  Umstand  erweisen,  dass  die  Beschwerdeführerin  ein  Auge 
verloren hat. Gemäss den Arztberichten leidet die Beschwerdeführerin 
zudem an einer  PTBS, welche eine psychiatrische Behandlung indi-
ziert,  wobei  insbesondere  eine  spezifische  Traumatherapie  in  Erwä-
gung zu ziehen ist. Gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 
ist  die psychiatrische Versorgung in  Äthiopien einer  der  am meisten 
vernachlässigten Bereiche des Gesundheitssystems und zwar sowohl 
hinsichtlich Einrichtungen als auch mit  Bezug auf das Fachpersonal. 
Die  einzigen Einrichtungen,  die  in  Äthiopien  psychiatrische  Behand-
lungen durch ausgebildete Psychiater anbieten, befinden sich zwar in 
Addis  Abeba,  wo die  Mutter  der  Beschwerdeführerin  lebt. Allerdings 
kommen auf  sechs Millionen Menschen weniger  als  drei  Psychiater. 
Vor  diesem Hintergrund  kann  realistischerweise  nicht  davon  ausge-
gangen werden, dass die Beschwerdeführerin in Addis Abeba in den 
Genuss einer psychiatrischen Behandlung zu kommen vermag, zumal 
in Äthiopien rund 12 Millionen Menschen eine psychiatrische Versor-
gung benötigen würden. Daran vermögen auch die etwas mehr als 150 
inzwischen ausgebildeten psychiatrischen Krankenschwestern, welche 
Dienstleistungen in der Peripherie anbieten würden, nichts zu ändern 
(vgl.  WHO  African  Region:  Ethiopia;  Mental  health  and  substance 

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abuse,  Schweizerische  Flüchtlingshilfe  [SFH],  Äthiopien:  Psychia-
trische Versorgung, 10. Juni 2009, S. 2). Insgesamt ist  davon auszu-
gehen,  dass  es  der  ledigen  Beschwerdeführerin,  die  über  keinen 
Schulabschluss oder eine berufliche Ausbildung verfügt,  und die zu-
dem ein Auge verloren hat und psychisch krank ist, im Falle der Rück-
kehr  nach Äthiopien kaum gelingen wird,  sich  erfolgreich in  die  Ge-
sellschaft  zu integrieren. Da  in Addis Abeba die notwendige ärztliche 
Behandlung ihrer psychischen Leiden kaum möglich sein wird, wird die 
Beschwerdeführerin  auch  nicht  in  der  Lage  sein,  als  alleinstehende 
junge Frau einer geregelten Arbeit nachzugehen und ein die Existenz 
sicherndes Einkommen zu erzielen. Der Vollzug der Wegweisung nach 
Äthiopien erweist sich unter diesen  Umständen in casu als unzumut-
bar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG.  Nachdem sich aus den Akten 
keine  Hinweise  auf  das  Vorliegen  von  Ausschlussgründen  im  Sinne 
von Art. 83 Abs. 7 AuG ergeben, sind die Voraussetzungen für die An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme erfüllt.

11.
Nach  dem  Gesagten  ist  die  Beschwerde  gutzuheissen,  soweit  im 
Eventualpunkt beantragt wird, es sei die Unzumutbarkeit des Vollzugs 
der  Wegweisung  festzustellen  und  das  BFM  anzuweisen,  die  vor-
läufige  Aufnahme anzuordnen. Sie  ist  hingegen  abzuweisen,  soweit 
die  Aufhebung der  Verfügung,  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigen-
schaft  und  die  Asylgewährung  sowie  –  im  Subeventualpunkt  –  die 
Rückweisung  der  Sache  zur  hinreichenden  Abklärung  des  rechtser-
heblichen  Sachverhalts  und  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz 
beantragt  werden. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefoch-
tenen Verfügung vom 25. März 2008 sind demnach aufzuheben, und 
das BFM ist anzuweisen, den Aufenthalt der Beschwerdeführerin nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu 
regeln (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 4 AuG). 

12.
12.1 Im Hinblick  auf  die  Kostenliquidation  ist  der  Ausgang  des  Ver-
fahrens  im  Asylpunkt  als  teilweises  Unterliegen  (vgl.  Art. 63  Abs. 1 
Satz 2 VwVG) zu werten,  wobei  das Bundesverwaltungsgericht  nach 
seiner Praxis im Asylbeschwerdeverfahren bei Konstellationen wie der 
vorliegenden  den  partiellen  Misserfolg  mit  der  Hälfte  veranschlagt. 
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind somit grundsätzlich 
die um die Hälfte zu ermässigenden Kosten der Beschwerdeführerin 
zu überbinden. Mit Verfügung vom 26. Februar 2007 hiess der Instruk-

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tionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  das Gesuch um Gewäh-
rung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs. 1 
VwVG  unter  Vorbehalt  einer  nachträglichen  Veränderung  der  finan-
ziellen  Verhältnisse  der  Beschwerdeführerin  gut.  Die  Beschwerde-
führerin  arbeitet  seit  dem  1.  Oktober  2008  als  Aushilfe  im  Gast-
gewerbe. Es ist  jedoch nicht davon auszugehen, dass sie damit den 
prozessualen  Notbedarf  übersteigende  Erwerbseinkünfte  erzielt.  Die 
Beschwerdeführerin  ist  somit  weiterhin  als  prozessual  bedürftig  ein-
zustufen ist. Die ihr gewährte unentgeltliche Rechtspflege nach Art.  65 
Abs. 1 VwVG ist somit nicht zu widerrufen und es sind ihr folglich keine 
Verfahrenskosten aufzuerlegen.

12.2 Die Beschwerdeführerin ist – als teilweise obsiegender Partei – 
in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine Parteientschädigung für 
die  ihr  erwachsenen  notwendigen  Vertretungskosten  zuzusprechen. 
Diese ist praxisgemäss infolge des Unterliegens im Asylpunkt um die 
Hälfte zu kürzen (vgl. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 7 Abs. 2 des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Der 
Rechtsvertreter  hat  im vorliegenden Verfahren keine Kostennote ein-
gereicht (Art. 14 Abs. 1 VGKE). Auf die Einforderung von einer solchen 
kann  verzichtet  werden,  da  sich  der  notwendige  Zeitaufwand  mit 
hinreichender Genauigkeit abschätzen lässt (Art. 10 Abs. 1 VGKE). Die 
Vertretungskosten (vgl. Art. 9 VGKE) sind deshalb aufgrund der Akten 
auf insgesamt Fr. 1'020.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu be-
messen (Art. 14 Abs. 2 und Art. 10 Abs. 2 VGKE) und das BFM ist an-
zuweisen, der Beschwerdeführerin den um die Hälfte gekürzten Betrag 
von Fr. 510.-- als Parteientschädigung auszurichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  die  Feststellung  der 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  und  die  Anordnung  der 
vorläufigen  Aufnahme  beantragt  werden.  Im  Übrigen  wird  die 
Beschwerde abgewiesen.

2.
Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung vom 25.  März 2008 
werden  aufgehoben  und  das  BFM  wird  angewiesen,  die  vorläufige 
Aufnahme der Beschwerdeführerin anzuordnen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Das  BFM wird  angewiesen,  der  Beschwerdeführerin  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 510.-- auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

Versand:

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