# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56a0ca61-ca48-5711-a973-e2b5a47bb863
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-02-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.02.2015 E-1925/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1925-2014_2015-02-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
   
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1925/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  F e b r u a r  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richter Markus König, Richterin Sylvie Cossy,  

Gerichtsschreiberin Susanne Bolz. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am 13. März 1974, 

Jordanien,  

vertreten durch lic. iur. Marcel Zirngast, Rechtsanwalt,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für 

Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 21. März 2014 / N (…). 

 

 

E-1925/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ist jordanischer Staatsangehöriger mit letztem 

Wohnsitz in B._______. Er reiste am 9. März 2013 gemeinsam mit seiner 

Ehefrau mit einem gültigen Schengen-Visum (ausgestellt durch die 

Schweizer Vertretung in Amman) per Flugzeug von Jordanien in die 

Schweiz. Am 12. März 2013 beantragte er Asyl und wurde im Empfangs- 

und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ am 20. März 2013 zu seiner 

Identität, zum Reiseweg und summarisch zu seinen Asylgründen befragt. 

Die einlässliche Anhörung zu den Asylgründen durch das BFM fand am  

23. Juli 2013 statt, am 27. August 2013 wurde er nochmals ergänzend an-

gehört. 

B.  

Zur Begründung seines Asylgesuch trug der Beschwerdeführer anlässlich 

der Anhörungen vor dem BFM Folgendes vor: Er sei jordanischer Staats-

angehöriger mit letztem Wohnsitz in B._______ und stamme aus einer 

muslimischen Familie. Er habe nach einem [Studium] in D._______ und 

längeren Auslandsaufenthalten in Jordanien als Übersetzer gearbeitet, zu-

nächst für die jordanischen Behörden, später freiberuflich. Im Alter von 19 

Jahren sei er zum Christentum konvertiert, sei am (…) getauft worden und 

seither in evangelikalen Kirchen engagiert. Seit 2003 sei er Mitglied der 

[Kirche]. Dieser Glaubenswechsel sei nicht offiziell vermerkt, er habe aber 

seine Lebensart geändert. Er sei aktiv gewesen in der Kirche, habe missi-

oniert und sich an Taufen beteiligt. Seine Familie habe kein Verständnis für 

die Konversion gehabt, sein Vater sei streng gläubiger Moslem, für die Fa-

milie sei es eine Schande gewesen, er sei verstossen worden, habe jedoch 

teils auch weiter Geld erhalten. Seit der Konversion sei er religiös unter-

drückt worden und habe viele Probleme mit der Polizei gehabt, mehrmals 

sei er verhaftet und in der Haft auch gefoltert worden. Ende 2001 sei er 

auch zum ersten Mal vom Geheimdienst vorgeladen worden, was sich da-

nach einige Male wiederholt habe.  

Der Geheimdienst habe die Kirche infiltriert, ab 2003 sei der Beschwerde-

führer gezwungen worden, mit dem Geheimdienst zusammenzuarbeiten, 

und er habe wöchentlich telefonisch, per E-Mail oder persönlich Informati-

onen übermittelt, wer in der Kirche verkehre, wer zum Christentum konver-

tiert sei und wie sich die Kirche finanziere. Diese Informationen habe er bis 

zu seiner Ausreise aus Jordanien geliefert. Er habe dabei zwar ein schlech-

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Seite 3 

tes Gewissen gehabt, es sei aber den Betroffenen kein Schaden entstan-

den; auch hätte es sonst ein anderer getan. Die Kollaboration habe ihm 

gewisse Freiheiten ermöglicht, so habe er im Jahr 2003/2004 die Möglich-

keit erhalten, eine Kirche für Konvertiten zu gründen und diese auch zu 

leiten. Diese Aktivität sei aber von den anderen Kirchen abgelehnt worden, 

die Information sei in die Öffentlichkeit gelangt und habe für Empörung ge-

sorgt, so dass die Kirche wieder geschlossen worden sei. Seither sei der 

Beschwerdeführer immer wieder zum Verhör vorgeladen worden, er sei 

danach heimlich in der Kirche aktiv gewesen und habe Konvertiten getauft. 

Der Geheimdienst habe ihn in Ruhe gelassen, jedoch habe er Probleme 

mit den Staatssicherheitsämtern, sowie der Polizei gehabt. Er habe seine 

Aktivitäten für den Geheimdienst der Polizei gegenüber nicht erwähnen 

dürfen.  

Der Beschwerdeführer habe seine erste Frau geheiratet; auch sie sei zu-

nächst konvertiert, habe sich aber im (…) 2011 scheiden lassen wollen, 

und daher vorgebracht, sie wolle wieder zum Islam zurückkehren. Im (…) 

2012 sei das Scheidungsverfahren eingeleitet worden und das Gericht und 

die Nachbarn hätten erfahren, dass er zum Christentum konvertiert sei. Der 

Geheimdienst habe ihn in diesem Verfahren nicht unterstützen können, 

seine Exfrau habe hohe Forderungen gegen ihn gestellt. Er habe Geld ab-

gehoben und bei sich zu Hause versteckt; dieses Geld sei gestohlen wor-

den. Die Polizei habe dann aber nicht ermittelt, sondern ihn festgehalten, 

weil christliche Bücher bei ihm gefunden wurden. Er sei drei Tage inhaftiert 

und in dieser Zeit auch gefoltert worden. Die Polizei habe ihm gedroht, sei-

nen Namen an die Dschihadisten weiterzugeben, von denen es viele an 

seinem Wohnort B._______ gebe. Es sei bekannt, dass Glaubensabtrün-

nige von diesen getötet würden. Nur mit Hilfe von Freunden aus dem [aus-

ländischen] Konsulat sei er wieder freigekommen. Im folgenden Schei-

dungsverfahren sei er ungerecht behandelt worden; weil er Christ sei, habe 

man von ihm höhere Zahlungen verlangt. Von April bis November 2012 

habe er sich von der Polizei und den Behörden besonders verfolgt und 

schikaniert gefühlt, er habe ständig vorsprechen müssen. Er habe deshalb 

auch seine Arbeit verloren. Bei Gericht habe er erfahren, dass sein Name 

auf einer Liste von Personen stehe, die das Land nicht verlassen dürften. 

Auch der Geheimdienst habe ihm nicht mehr helfen können. Seit April 2012 

habe er aus Angst vor den Salafisten laufend den Wohnort wechseln müs-

sen. 

Seit dem (…) 2012 sei die Scheidung von seiner ersten Frau offiziell ge-

wesen. Er habe seine zweite Frau noch vor der Scheidung im (…) 2012 

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geheiratet, nachdem er sie vorher in der Kirche gesehen habe. Die zweite 

Ehe habe ihm neue Probleme verursacht, da die Familie seiner zweiten 

Frau mit deren Konversion zum Christentum überhaupt nicht einverstan-

den gewesen sei, sich in ihrer Ehre verletzt gefühlt und ihn und seine Frau 

bedroht habe. Sie beide seien im November/ Dezember 2012 von ihrem 

Bruder fast überfahren und von weiteren Familienmitgliedern seiner Ehe-

frau angegriffen worden. Ein junges Familienmitglied werde als Pistolen-

schütze trainiert, um sie umzubringen. Als sie diese Übergriffe bei der Po-

lizei hätten zur Anzeige bringen wollen, hätten sich die Polizeibeamten 

aber gegen sie gewendet, als sie von ihrer Konversion erfahren hätten. Sie 

seien gequält und geschlagen worden.  

Der Beschwerdeführer fühle sich mehrfach bedroht: Einerseits durch die 

Salafisten, andererseits durch die Familienangehörigen seiner zweiten 

Frau sowie durch die jordanischen Behörden. Daher habe er seit Novem-

ber 2012 versucht, das Land zu verlassen, was ihm zusammen mit seiner 

zweiten Frau im März 2013 gelungen sei. Auf Einladung der [Kirche] in der 

Schweiz hätten sie ein Visum für die Schweiz erhalten und Jordanien ver-

lassen können. Wie berechtigt seine Befürchtungen seien, werde aus der 

Mitteilung der Kantonspolizei E._______ vom 16. April 2013 ersichtlich, ge-

mäss der die jordanischen Behörden versuchen würden, via Interpol seine 

Adresse ausfindig zu machen. Im Fall einer Rückkehr würde ihn der Ge-

heimdienst foltern, weil er nach langer Zusammenarbeit einfach ver-

schwunden sei und das Land unerlaubterweise verlassen habe. Er sei eine 

Gefahr für den jordanischen Staat, weil er sich für die Konversion von Mus-

limen zum Christentum einsetze, was zu gesellschaftlichen Problemen 

führe und die Sicherheit bedrohe. Deshalb drohe ihm der Tod.  

Zum Beweis seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer verschie-

dene Unterlagen ein: Die Kopie der Einladung der [Kirche] zur Ausstellung 

des Visums, ein Bestätigungsschreiben eines Pfarrers der [Kirche] in Jor-

danien, einen Zeitungsartikel von 2003 über die Gründung der Kirche in 

arabischer Sprache, einen USB-Stick mit zwei Aufnahmen des Beschwer-

deführers, auf denen gemäss seinen Angaben die Spuren der erlittenen 

Folter ersichtlich seien, Ausdrucke von E-Mails an den jordanischen Ge-

heimdienst (in arabischer Sprache) sowie eine internationale Mitgliedsbe-

stätigung der [Kirche]. Zum Nachweis der Identität reichte er seinen Reise-

pass sowie eine jordanische Identitätskarte ein. 

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Seite 5 

C.  

Am 27. März 2013 wurden der Beschwerdeführer und seine Ehefrau in An-

wendung von Art. 27 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 

142.31) dem Kanton E._______ zugewiesen. Aufgrund von ehelichen 

Problemen wurde das Paar auf Bitten der Ehefrau hin, ab Ende Mai 2013 

zumindest zeitweise getrennt untergebracht (vgl. act. A24/1). Nach der An-

hörung vom 23. Juli 2013 reichte der Beschwerdeführer beim BFM am 27. 

Juli 2013 weitere Unterlagen zur Untermauerung seiner Vorbringen ein. Es 

handelte sich um Ausdrucke von E-Mails in arabischer Sprache, welche 

seine Geheimdienstaktivitäten belegen sollten (vgl. act. A27/10). Mit Ein-

gaben vom 9. September 2013 (act A36/10) und vom 14. November 2013 

(act. A40/1) reichte der Beschwerdeführer weitere arabischsprachige E-

Mails sowie eine Taufbescheinigung der [Kirche] ein. Ferner ergänzte und 

präzisierte er seine Vorbringen aus den Anhörungen und wies auf Schwie-

rigkeiten im Rahmen der Anhörung hin. 

D.   

Am 5. Juni 2013 verfügte [die kantonale Behörde] eine Ausgrenzung ge-

mäss Art. 74 Abs. 1 Bst. a des Ausländergesetzes vom 16. Dezember 2005 

(AuG, SR 142.20) für das Gebiet der Stadt F._______, weil der Beschwer-

deführer und seine Ehefrau in F._______ verschiedene Ladendiebstähle 

begangen hatten. Am 2. September 2013 verfügte [kantonale Behörde] die 

Eingrenzung auf das Gebiet des Kantons E._______ sowie eine Ausgren-

zung aus dem Gebiet der Stadt G._______ und bestätigte die verfügte Aus-

grenzung aus der Stadt F._______ vom 5. Juni 2013. Alle Massnahmen 

erfolgten aufgrund weiterer Anzeigen wegen Ladendiebstahls. Gegen 

diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 2. Oktober 2013 beim 

Verwaltungsgericht des Kantons E._______ eine fremdsprachige Be-

schwerde ein. Mit Urteil vom 22. Oktober 2013 (act. A39/3) trat das Gericht 

gestützt auf Art. 43 Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

vom 4. Dezember 2007 (VRPG; SAR 271.200) auf die Beschwerde nicht 

ein, weil die nach Ansetzung einer Nachfrist in einer Amtssprache verfasste 

Eingabe vom Beschwerdeführer nicht unterschrieben worden war. 

Mit Verfügung vom 13. Januar 2014 ordnete [kantonale Behörde] die Ein-

grenzung des Beschwerdeführers auf das Gebiet des Bezirks H._______ 

sowie die Ausgrenzung aus den Gebieten der Gemeinden I._______ und 

J._______ an (act. A43/7). 

E.  

Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft K._______ vom 19. Juni 2013 

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Seite 6 

wurde der Beschwerdeführer wegen Diebstahls und geringfügigen Dieb-

stahls zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen sowie zu einer 

Busse verurteilt (act. A20/4). Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

G._______ vom 8. Oktober 2013 folgte eine Verurteilung wegen geringfü-

gigen Diebstahls zu einer Busse (act. A37/2). Mit Strafbefehl der Staatsan-

waltschaft K._______ vom 29. Januar 2015 wurde der Beschwerdeführer 

wegen Diebstahls, Hausfriedensbruchs und Missachtung einer Ausgren-

zung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 60 Tagen und zu einer 

Busse verurteilt (act. A49/5). 

F.  

Am 27. Januar 2014 teilte der Beschwerdeführer dem BFM mit, dass er 

sein Asylverfahren von dem seiner Ehefrau trennen wolle, sie würden seit 

dem 19. Dezember 2013 getrennt leben (vgl. act. A47/1). Mit Schreiben 

vom 5. Februar 2014 informierte die zuständige Sachbearbeiterin des BFM 

den Beschwerdeführer, dass eine Dossiertrennung nur vorgenommen wer-

den könne, sofern eine Scheidungsurkunde vorliege, dass die Eheleute je-

doch eine separate Verfügung erhalten würden. 

G.  

Am 21. März 2014 erging der Entscheid der Vorinstanz. Das BFM lehnte 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, verfügte die Wegweisung aus 

der Schweiz und beauftragte den Kanton E._______ mit deren Vollzug. 

Auch das Gesuch der Ehefrau wurde mit separater Verfügung gleichentags 

abgewiesen. 

Zur Begründung führte das BFM aus, die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers seien nicht glaubhaft. Seine Angaben hinsichtlich seiner Verfolger 

seien sehr konfus, zudem seien die Schilderungen hinsichtlich der geltend 

gemachten Folter sehr oberflächlich ausgefallen. Seine Ausführungen ent-

hielten viele Gemeinplätze und wiesen nur wenige Realkennzeichen auf; 

sie seien an vielen Stellen widersprüchlich. Aufgrund der unlogischen, 

oberflächlichen und widersprüchlichen Angaben gelinge es dem Be-

schwerdeführer nicht, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft 

zu machen. Daran änderten auch die eingereichten Beweismittel nichts. Es 

lägen auch keine Hinweise vor, die auf das Vorliegen eines Wegweisungs-

hindernisses hindeuten würden, weshalb der Vollzug der Wegweisung zu-

lässig, zumutbar und möglich sei. Die Verfügung des BFM wurde dem Be-

schwerdeführer am 26. März 2014 eröffnet. 

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Seite 7 

H.   

Am 9. April wurde dem Beschwerdeführer antragsgemäss Akteneinsicht 

gewährt (vgl. act. A58/2). Mit Beschwerde vom 10. April 2014 beantragte 

der Beschwerdeführer die Aufhebung der Verfügung der Vorinstanz vom 

21. März 2014 und die Gewährung von Asyl. Eventualiter beantragte er die 

Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz, mit der An-

weisung, ihn ergänzend anzuhören. In prozessualer Hinsicht beantragte er 

die unentgeltliche Rechtspflege. 

I.  

Auch die Ehefrau des Beschwerdeführers erhob durch ihren Rechtsvertre-

ter gegen die Abweisung ihres Asylgesuches Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht. Das entsprechende Verfahren ist derzeit weiterhin 

hängig. 

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 14. April 2014 trat das Bundesverwaltungsge-

richt auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein und stellte 

fest, dass die Verfahren des Beschwerdeführers und seiner von ihm ge-

trennt lebenden Ehefrau vom BFM zwar unter einer gemeinsamen N-Num-

mer geführt würden, die Vorinstanz für die Eheleute jedoch zwei getrennte 

Verfügungen erlassen habe. Auch das Gericht werde die Beschwerden der 

Eheleute getrennt, aber koordiniert behandeln. 

K.  

Am 25. April 2014 zeigte der Rechtsvertreter die Mandatsübernahme an 

(Vollmacht vom 7. April 2014) und reichte in Ergänzung der Beschwerde 

weitere Beweismittel ein. Er beantragte eine angemessene Nachfrist, da er 

noch keine vollständige Akteneinsicht habe nehmen können. Ferner bean-

tragte er eventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme, da der Be-

schwerdeführer im Falle einer Rückweisung nach Jordanien konkret ge-

fährdet sei.  

L.  

Mit Verfügung vom 30. April 2014 hiess das Bundesverwaltungsgericht das 

Gesuch um Fristerstreckung gut, setzte eine Frist zur Beschwerdeergän-

zung an und stellte dem Rechtsvertreter eine Kopie des Aktenverzeichnis-

ses der Vorinstanz, ihrer entsprechenden Verfügung vom 9. April 2014 so-

wie eine Kopie der im Beschwerdeverfahren ergangenen Verfügung zu. 

Das Gericht hiess den Antrag auf unentgeltliche Prozessführung gemäss 

Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und gewährte die unentgeltliche Verbeiständung, 

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Seite 8 

der Rechtsvertreter wurde als amtlicher Rechtsbeistand gemäss Art. 110a 

AsylG beigeordnet.  

M.  

Am 13. Mai 2014 reichte der Rechtsvertreter eine Beschwerdeergänzung 

und weitere Beweismittel ein, darunter eine Tauf- sowie Konfirmationsbe-

stätigung, eine Mitgliedsbestätigung der [Kirche], eine detaillierte Aufstel-

lung des Beschwerdeführers zum zeitlichen Ablauf seiner Verfolgungssitu-

ation und seiner Verhaftungen in den Jahren 2002, 2003, 2007 und 2012, 

sowie 99 E-Mail-Ausdrucke in arabischer Sprache betreffend den Zeitraum 

vom 24. Oktober 2011 bis zum 3. März 2013 zum Beleg der geheimdienst-

lichen Informantentätigkeit des Beschwerdeführers.  

N.  

Mit Vernehmlassung vom 30. Juli 2014 nahm das BFM Stellung zu den 

Vorbringen in der Beschwerde und hielt an seinen Erwägungen im Ent-

scheid fest.  

O.  

Die am 15. August 2014 verfasste Replik enthielt weitere Ausführungen 

hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Informantentätigkeit des Beschwerde-

führers und seiner berechtigten Furcht vor Verfolgung. Darüber hinaus 

wurde beantragt, das Gericht möge bei den zuständigen kantonalen Be-

hörden einen schriftlichen Bericht hinsichtlich der hängigen Interpol-An-

frage der jordanischen Behörden einholen. 

P.   

Mit Verfügung vom 12. September 2014 setzte das Gericht dem Beschwer-

deführer eine Frist, um den Nachweis hinsichtlich eines Auskunftsbegeh-

rens der jordanischen Behörden via Interpol betreffend seine Person, be-

ziehungsweise allfälliger Anfragen, zu erbringen. 

Q.  

Am 22. September 2014 informierte der Rechtsvertreter das Bundesver-

waltungsgericht, dass der Beschwerdeführer nach Abklärungen mit dem 

Bundesamt für Polizei (fedpol) nicht als per Interpol ausgeschrieben ver-

zeichnet sei. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer in 

anderen Ländern per Interpol gesucht werde, eine entsprechende Anfrage 

an die zuständige Interpol-Kommission in Frankreich sei noch hängig. 

Auch könne es sein, dass die Anfrage zwar 2013 bestanden habe, inzwi-

schen jedoch von den jordanischen Behörden aufgehoben worden sei. Es 

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Seite 9 

sei in jedem Fall aus dem Ergebnis der Abklärung nicht zu schliessen, dass 

dem Beschwerdeführer in Jordanien keine Gefahr mehr drohe. 

R.  

Am 23. September 2014 traf beim Bundesamt die Mitteilung eines rechts-

kräftigen Ehescheidungsurteils durch das Familiengericht F._______ ein. 

Die Ehe des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau wurde am (…) Sep-

tember 2014 geschieden. 

S.  

Mit Eingabe vom 28. Oktober 2014 wurden weitere Beweisunterlagen –  

die Bestätigung eines jordanischen Rechtsanwalts vom 8. Oktober 2014, 

der im Auftrag des Beschwerdeführers Nachforschungen angestellt habe, 

sowie eine Spitalbestätigung eines Spitals in B._______ vom 19. April 2012 

(beide Unterlagen in Form einer beglaubigten Kopie) – zu den Akten ge-

reicht. Auf deren Inhalt wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-

gen. Ausserdem reichte der Rechtsvertreter seine Kostennote ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

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Seite 10 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Das vorliegende Beschwerdeverfahren wurde vom Bundesverwaltungsge-

richt bis anhin koordiniert mit dem Beschwerdeverfahren der ehemaligen 

Ehefrau des Beschwerdeführers geführt; die Verfahren waren allerdings 

immer getrennt (vgl. oben Bst. J); die ehemalige Ehefrau des Beschwerde-

führers hat einen anderen Rechtsvertreter mit der Wahrung ihrer Interes-

sen betraut als der Beschwerdeführer. Nachdem die Ehe in der Schweiz in 

der Zwischenzeit rechtskräftig geschieden worden ist, besteht kein sachli-

cher Anlass mehr zur koordinierten Verfahrensführung. Das vorliegende 

Urteil ergeht demnach, obwohl das Beschwerdeverfahren der ehemaligen 

Ehefrau derzeit noch hängig ist.  

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken.  

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz hält die Vorbringen des Beschwerdeführers im Ent-

scheid vom 21. März 2014 für unglaubhaft. Sie seien nicht hinreichend be-

gründet, er habe keine konkreten Angaben in Bezug auf seine Verfolger 

machen können. Alle seine Schilderungen über die Verfolgung durch den 

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Seite 11 

jordanischen Geheimdienst einerseits, die Inhaftierungen, Diskriminierun-

gen und Drohungen durch die Polizeikräfte andererseits sowie die ihm dro-

henden gewaltsamen Übergriffe von Seiten der Verwandten seiner zweiten 

Frau seien sehr oberflächlich, ohne Realkennzeichen und wenig nachvoll-

ziehbar. Dies gelte nicht zuletzt auch für Ausführungen hinsichtlich der gel-

tend gemachten Folter durch die Polizeikräfte sowie seiner Befürchtungen 

für den Fall einer Rückkehr nach Jordanien. Alles sei sehr vage und stere-

otyp geblieben. Die Vorinstanz erachtete die Angaben darüber hinaus in 

vielen Punkten als unlogisch und lebensfremd und wies auf Unstimmigkei-

ten in der Sachverhaltsschilderung hin. An dieser Feststellung der Vo-

rinstanz vermochten auch die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern, 

weil sie nach Einschätzung des BFM keine Rückschlüsse auf die vorge-

brachte Verfolgung zuliessen. Insbesondere die eingereichten E-Mail-Aus-

drucke seien leicht zu manipulieren gewesen, bei den Bestätigungen der 

Kirchenvertreter könne es sich um Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswert 

handeln. Gesamthaft kam die Vor-instanz zum Schluss, dass die Vorbrin-

gen den Anforderungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG 

nicht standzuhalten vermöchten, weshalb das Gesuch um Anerkennung 

der Flüchtlingseigenschaft abgewiesen wurde. Da auch keine Hinweise auf 

das Vorliegen von Wegweisungsvollzugshindernissen gegeben seien, wür-

digte das BFM den Vollzug der Wegweisung als zulässig und zumutbar.  

In der Vernehmlassung vom 30. Juli 2014 hielt das BFM fest, dass auch 

alle weiteren Eingaben nicht geeignet gewesen seien, diese Einschätzung 

zu erschüttern. Der Beschwerdeführer liefere insbesondere keine Beweise 

für die geltend gemachten Vorladungen und Verhöre durch die jordani-

schen Behörden hinsichtlich des Scheidungsverfahrens und für die Ermitt-

lungen, die zur Haft geführt hätten. Zudem taxierte das BFM die Vorbringen 

hinsichtlich der erzwungenen Geheimdiensttätigkeit als nachgeschoben, 

da sie erstmalig anlässlich der Bundesanhörung zur Sprache gekommen 

seien. 

4.2 Der Beschwerdeführer hält dagegen, dass seine Verfolgungsge-

schichte komplex sei und sich inzwischen bereits über Jahrzehnte erstre-

cke, was die Darstellung erschwere. Das Bekanntwerden seiner Konver-

sion ab 2012 und der Umstand, dass er nicht von Geburt an einer Kirche 

angehört habe, setze ihn in der jordanischen Gesellschaft einer erhebli-

chen Gefahr aus. In der (…)-Kirche sei deshalb auch nicht bekannt gewe-

sen, dass er ein Konvertit sei. Nur heimlich habe er islamische Konvertiten 

betreut und sich mit diesen inoffiziell getroffen. Ergänzend zu den im vo-

rinstanzlichen Verfahren dargelegten Vorbringen (vgl. oben  

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Seite 12 

Bst. B) führte er in der Eingabe vom 13. Mai 2014 aus, dass er seit Ende 

2001 immer wieder vom Geheimdienst vorgeladen worden sei, bis er 2003 

in ein Kollaboration eingewilligt habe, um einer Verhaftung wegen Aposta-

sie zu entgehen. Seine diesbezüglichen Schilderungen seien kohärent und 

wiesen Realkennzeichen auf. Die Vorkommnisse um die Kirchengründung 

im Jahr 2003 seien ebenfalls glaubhaft und dokumentiert durch den einge-

reichten Zeitungsartikel. Diese Aktivität habe erneut zur Verhaftung geführt; 

noch während Monaten sei er von der Polizei vorgeladen worden. Seine 

Gefährdungssituation sei nach dem Bekanntwerden seiner Konversion so-

wie durch die zweite Heirat weiter eskaliert. Ab (…) 2012 habe sie sich 

dramatisch verschärft, da seine Apostasie durch die Vorbringen seiner ers-

ten Ehefrau bei den Behörden bekannt geworden sei. Die Konversion vom 

Islam zum Christentum sei in Jordanien nicht erlaubt, im Falle der Aposta-

sie verlören die Betroffenen ihre bürgerlichen Rechte. Zusätzlich hätten ihn 

die realen Drohungen aus dem Umfeld seiner zweiten Ehefrau sowie von 

Seiten der Polizei gefährdet, so dass er sich zur Ausreise entschlossen 

habe. Erschwerend komme dazu, dass er für den Geheimdienst inzwi-

schen als Verräter gelte, weshalb er eine Verfolgung an Leib und Leben 

auch von dieser Seite zu befürchten habe. Diesen Umstand habe er, wie 

er in der Replik vom 15. August 2014 erläuterte, anlässlich der Empfangs-

stellenbefragung noch nicht erwähnt, weil die Informantentätigkeit für den 

Geheimdienst vor seiner Ausreise zunächst kein grosses Problem darge-

stellt habe, sondern vielmehr die Geheimdienstkontakte ihn vor der Eska-

lation der familiären Probleme mit den Angehörigen der Ehefrau nicht hät-

ten bewahren können. Auch sei diese Gefährdung erst entstanden, als sich 

der Beschwerdeführer zum Verbleib in der Schweiz entschlossen habe und 

die gewünschten Informationen nicht mehr geliefert habe. Er habe sich im 

EVZ zudem nicht sicher gefühlt, weil er dort auf viele muslimische Flücht-

linge aus Nordafrika und Afghanistan getroffen sei.  

5.  

5.1 Auch das Bundesverwaltungsgericht bekundet Zweifel an der Glaub-

haftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers, wie einlässlich aus den 

nachfolgenden Erwägungen hervorgeht. Vor allem aber stellt es fest, dass 

die Verfolgungsakte, unter welchen der Beschwerdeführer seit seiner Kon-

version im Jahr 2002 bis zur Ausreise 2013 gelitten haben will, auch in ihrer 

Gesamtheit die nötige Schwelle einer genügend intensiven Verfolgung, wie 

sie die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG vo-

raussetzt, nicht überschreiten. Ferner können die vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten Verhaftungen und Repressalien bis zum Jahre 2012 

E-1925/2014 

Seite 13 

nicht als kausal für das Verlassen des Heimatlandes im März 2013 und für 

eine begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung gelten.  

5.2 Jordanische Staatsangehörige, welche – wie der Beschwerdeführer – 

vom Islam zu einer anderen Religion wechseln, leiden zwar gemäss Be-

richten unter Diskriminierungen und im Einzelfall auch unter gewissen 

rechtlichen Einschränkungen. Eine Konversion ist gesellschaftlich nicht ak-

zeptiert, so dass sie auch zu Problemen im familiären Bereich führen kann. 

Diese erreichen in aller Regel jedoch nicht die Intensität einer asylbeacht-

lichen Verfolgung gemäss Art. 3 AsylG.  

5.3 Grundsätzlich ist Jordanien auch im Hinblick auf die Gewährung der 

Religionsfreiheit das fortschrittlichste und toleranteste Land im Nahen Os-

ten. Sechs Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum (vgl. 

Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten [EDA], Jor-

danien in Kürze, abgerufen auf der Homepage des EDA am 16.10.2014). 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker hielt in ihrem Memorandum vom März 

2014 anlässlich der Nahost-Reise von Papst Franziskus im Mai 2014 fest, 

dass Jordanien in Hinblick auf die Gewährung der Religionsfreiheit sehr 

fortschrittlich sei, und Christen und Muslime im Allgemeinen gut zusam-

menlebten. Dennoch seien besonders christliche Konvertiten Diskriminie-

rungen ausgesetzt, würden von ihren Familien ausgeschlossen und könn-

ten in Extremfällen Opfer von Ehrenmorden werden. Auch habe der soziale 

und politische Wandel in den Nachbarländern während des Arabischen 

Frühlings in Jordanien die Spannungen zwischen gemässigten und extre-

mistischen Islamisten verstärkt (vgl. Gesellschaft für bedrohte Völker, Vom 

Wandel bedroht: Christliche Minderheiten im Nahen Osten, März 2014, 

www.gfbv.de/uploads/down-load/download/291.pdf, besucht am 

13.10.2014). Der Papst hat bei seinem Besuch in Amman denn auch aus-

drücklich die schwierige Lage der Konvertiten im Nahen Osten und die 

Möglichkeit eines Übertritts vom Islam zum Christentum angesprochen 

(vgl. kipa vom 24.05.2014, Papst ruft zu Frieden und Dialog im Nahen Os-

ten auf, www.kipa-apic.ch/k255011, besucht am 13.10.2014). Das US-

State Departement führt in seinem Länderbericht zur Religionsfreiheit in 

Jordanien vom Juli 2014 (Berichtszeitraum: 2013) aus, dass die Verfas-

sung sowie andere Gesetze und Massnahmen die Religionsfreiheit schütz-

ten und die Regierung diese in der Praxis generell respektiere. Die Verfas-

sung ermögliche die freie Religionsausübung gemäss den in Jordanien 

geltenden Sitten, solange öffentliche Ordnung und Moral nicht verletzt wür-

den (vgl. US Department of State, International Religious Freedom Report 

for 2013, Jordan, Executive Summary, vom 28. Juli 2014, 

http://www.gfbv.de/uploads/down-load/download/291.pdf
http://www.kipa-apic.ch/k255011

E-1925/2014 

Seite 14 

www.state.gov/j/drl/rls/irf/religious-freedom-/index.htm?year=2013&dlid= 

22297, besucht am 13.10.2014). Allerdings lege die Verfassung den Islam 

als Staatsreligion fest. Die  

Art. 103 – 106 der jordanischen Verfassung bestimmen ferner, dass Scha-

ria-Gerichte, welche islamisches Recht anwenden, bei Bürgern muslimi-

schen Glaubens für alle Fragen des Familien- und Personenstandsrechts 

(Eheschluss, Scheidung, Sorgerecht) sowie des Erbrechts zuständig sind. 

Mitglieder anderer anerkannter Religionsgemeinschaften können sich an 

ihre eigenen konfessionellen Gerichte wenden (vgl. Jordanische Verfas-

sung in englischer Übersetzung, www.kinghussein.gov.jo-/constitu-

tion_jo.html, besucht am 13.10.2104). Laut US-State Departement ist die 

Konversion vom Islam zum Christentum zwar von der Verfassung nicht ver-

boten, jedoch nach den meisten Interpretationen der Scharia. Problema-

tisch sei dabei nicht die Konversion zum Christentum, sondern der Abfall 

vom Islam (Apostasie). Konvertiten gälten als Apostaten und könnten ihre 

Bürger- und Eigentumsrechte verlieren, falls gegen sie eine Klage wegen 

Apostasie eingereicht werde. Auch werde ein Religionswechsel vom Islam 

zu einer anderen Religion von den jordanischen Behörden nicht anerkannt 

– die Betroffenen blieben weiterhin den Scharia-Gerichten unterstellt (vgl. 

US Department of State, International Religious Freedom Report for 2013, 

Jordan, a.a.O., Section II. Status of Government Respect for Religious 

Freedom). Vom Islam konvertierte Personen erführen aus diesen Gründen 

rechtliche und gesellschaftliche Diskriminierung und Schikanierung bis hin 

zu Übergriffen und sozialer Ächtung durch Familie und Gemeinschaft. Wie 

das US-State Departement berichtet, hätten Scharia-Gerichte in einigen 

Fällen die Eheschliessungen von Konvertiten annulliert, ihr Sorgerecht für 

Kinder sowie ihre Eigentumsrechte auf andere muslimische Familienmit-

glieder übertragen und ihnen viele ihrer Bürgerrechte abgesprochen. Nicht-

muslimische Minderjährige seien zu „Schutzbefohlenen des Staates“ ohne 

religiöse Identität erklärt worden. Es lägen jedoch nur sehr vereinzelte Be-

richte vor, dass es tatsächlich zu einer solchen Anklage gekommen sei. In 

der Regel seien diese die Folge einer Anzeige durch Familienangehörige, 

welche die Konversion ablehnten. Häufig gehe es auch darum, eine Per-

son vom Erbe auszuschliessen, oder sich durch die Anzeige einen anderen 

rechtlichen Vorteil zu sichern (vgl. a.a.O., Section III. Status of Societal 

Respect for Religious Freedom). Es liegen keine Berichte vor, dass es in 

Jordanien nach einer entsprechenden Anklage je zu einer Tötung wegen 

Apostasie kam (so die Auskunft auf eine ältere Anfrage des Australian Re-

fugee Review Tribunal - Country Advice: RRT Research Response - Jordan 

– JOR35379 - Christians – Apostasy – Muslim converts to Christianity – 

State protection – Shari'a courts, 4. September 2009 [verfügbar auf 

http://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religious-freedom-/index.htm?year=2013&dlid=%2022297
http://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religious-freedom-/index.htm?year=2013&dlid=%2022297
http://www.kinghussein.gov.jo-/constitution_jo.html
http://www.kinghussein.gov.jo-/constitution_jo.html

E-1925/2014 

Seite 15 

ecoi.net] www.ecoi.net/file_upload/1930_135-3505290_jor35379.pdf, ab-

gerufen am 10.02.2015). Beachtlich ist ferner, dass die Vollstreckung der 

Todesstrafe in Jordanien seit 2006 praktisch ausgesetzt ist; erstmals seit 

2006 wurden im Dezember 2014 elf verurteilte Gewaltverbrecher hinge-

richtet (vgl. Länderinformationen des Deutschen Auswärtigen Amtes zur In-

nenpolitik Jordaniens, Stand Januar 2015, www.auswaertiges-

amt.de/DE/Aussenpolitik-Laender/Laenderinfos/Jordanien/Innenpolitik-

_node.html, abgerufen am 10.02.2015). Die Polizeikräfte seien zwar 

grundsätzlich gehalten, Übergriffe zu ahnden, doch wurde berichtet, dass 

auf die Anzeige einer Schändung von christlichen Grabsteinen in Amman 

im Februar 2013 bis Ende Jahr keine Verhaftung erfolgte (vgl. US Depart-

ment of State, a.a.O., Section II, Government Inaction). 

5.4 Verboten ist in Jordanien gemäss Berichten des US-State Departments 

auch die christliche Missionstätigkeit zum Zweck, Muslime zum Christen-

tum zu bekehren. Kirchen und Geistliche werden daher auch von den Si-

cherheitskräften und dem Geheimdienst überwacht. In einigen Fällen wur-

den die Namen von Kirchenbesuchern an den Geheimdienst geliefert und 

Geistliche und Prediger wurden vom Geheimdienst verhört. Zum Teil sei 

dies nach Aussagen von Geistlichen auch zum Schutz der Kirchenbesu-

cher erfolgt. Der Geheimdienst habe ferner ausländische Teilnehmer an 

christlichen Tagungen vorgängig überprüft und in Einzelfällen die Einreise 

unter Hinweis auf Sicherheitsbedenken verweigert. Auch einfache Konver-

titen hätten Vorladungen der Sicherheitskräfte erhalten – meist nachdem 

sie von ihren Familienangehörigen als Konvertiten angezeigt worden wa-

ren (vgl. US Department of State, a.a.O., Government Practices). Aller-

dings berichteten Konvertiten auch, dass sie – obwohl früher von den Ge-

heimdiensten zu Verhören vorgeladen – keine weiteren Behelligungen o-

der Befragungen erfahren hätten (vgl. US Department of State, a.a.O., Im-

provements and Positive Developments in Respect for Religious Free-

dom). Diese Ausführungen zeigen, dass Konvertiten in Jordanien tatsäch-

lich Diskriminierungen im rechtlichen und sozialen Bereich ausgesetzt 

sind, dass die Situation jedoch differenziert zu betrachten ist und gewalt-

same Übergriffe die Ausnahme sind. Von einer flächendeckenden Gefähr-

dung beziehungsweise Verfolgung von muslimischen Konvertiten bezie-

hungsweise Apostaten in Jordanien kann deshalb nicht ausgegangen wer-

den. 

5.5 Auch das vom Beschwerdeführer hinsichtlich seiner individuellen Situ-

ation Vorgebrachte lässt den Schluss auf eine ihm auch objektiv drohende 

Verfolgung, welche in ihrer Intensität als asylrelevant zu bezeichnen wäre, 

http://www.ecoi.net/file_upload/1930_135-3505290_jor35379.pdf

E-1925/2014 

Seite 16 

nicht zu. Zwar decken sich die von ihm geschilderten Repressalien und 

Diskriminierungen durch Polizei und Familienangehörige im Wesentlichen 

mit den oben (vgl. E. 5.3 und 5.4) skizzierten objektiven Erkenntnissen über 

die Situation von Konvertiten in Jordanien. Auch hält das Gericht es – wie 

auch die Vorinstanz – für grundsätzlich glaubhaft, dass es sich beim Be-

schwerdeführer um einen muslimisch-stämmigen Konvertiten zum christli-

chen Glauben handelt. Dem Beschwerdeführer gelingt es aber nicht, das 

Gericht davon zu überzeugen, dass die von ihm geschilderten Repressa-

lien und Diskriminierungen so intensiv gewesen seien, dass ihm der Ver-

bleib im Heimatland auch gemäss objektiven Kriterien nicht zumutbar ge-

wesen ist.  

5.6 Selbst wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Beschwer-

deführer schon über Jahre unter gewissen Diskriminierungen und Behelli-

gungen gelitten hat, was im Länderkontext durchaus nachvollziehbar wäre, 

so bilden die geschilderten Repressalien kein Gesamtbild, das beginnend 

im Jahr 2002 einen Kausalzusammenhang entstehen lässt, der als logi-

sche Konsequenz in der Flucht im Frühjahr 2013 kulminiert. Das Gericht 

hält es für wahrscheinlich, dass es sich bei den Schilderungen der Ereig-

nisse zwischen 2001 und 2011 um unzusammenhängende Episoden han-

delt, die zwar mit der Konversion und der Missionstätigkeit zusammenhän-

gen, die aber auch in ihrer Gesamtschau zu wenig intensive Eingriffe dar-

stellen, um eine durchgängige Verfolgung zu belegen. Dafür spricht auch, 

dass der Beschwerdeführer sein Land aufgrund dieser Ereignisse nicht 

verlassen hat und geblieben ist, nachdem sich die Situation immer wieder 

beruhigt hat (vgl. zum Beispiel die Ausführungen in Beilage 3 zur Be-

schwerdeergänzung vom 13. Mai 2013, Beschwerdeakten Act. 5). Bei-

spielweise liegen die geschilderten Aktivitäten hinsichtlich der Gründung 

einer Kirche für Konvertiten und die darauffolgenden Repressalien durch 

andere Christen – wie dargestellt im eingereichten Zeitungsartikel aus dem 

Jahr 2003 (vgl. Vorakten, Beweismittelverzeichnis A5 Ziff. 2) – sehr weit 

zurück und stehen nicht in einem für die Beurteilung der heutigen Situation 

des Beschwerdeführers beachtlichen Zusammenhang. Gleiches gilt auch 

für die Aktivitäten des Beschwerdeführers für den Geheimdienst und die 

von ihm erwähnte erneute Verhaftung im Jahr 2007; auch hier kam der 

Beschwerdeführer nach eigenen Ausführungen nach einer Intervention von 

befreundeten hochrangigen Polizeioffizieren wieder auf freien Fuss und 

lebte in der Folge weiterhin unbehelligt. Die als Beweismittel eingereichten 

Fotos, welche angebliche Folterspuren des Beschwerdeführers dokumen-

tieren (vgl. Beweismittelumschlag A5), sind nicht aussagekräftig. Der Be-

E-1925/2014 

Seite 17 

schwerdeführer hat nicht erklärt, wie und wann diese Verletzungen ent-

standen sein sollen, was ihm genau angetan worden sein soll und wann 

dies passierte (vgl. act. A25/17, F. 59). Seine Ausführungen hinsichtlich der 

Verhaftungen durch die Polizei sind durchwegs sehr knapp und wenig de-

tailreich ausgefallen (vgl. act. A25/17 F. 53 – F 62, act. A32/13 F. 40 – 42; 

F. 61 – 66).  

In den im Beschwerdeverfahren eingereichten Bestätigungsschreiben 

(Schreiben der "[Kirche]" vom 2. April 2014; Schreiben der "[Kirche]" vom 

23. April 2014; vgl. Beilagen zu Beschwerdeakten Act. 3) bestätigen jorda-

nische Kirchenangehörige – angeblich gar als Augenzeugen – wiederholte 

Verhaftungen, Folterungen und Verfolgungen des Beschwerdeführers, 

ohne aber konkretere Aussagen machen zu können. Als Beweis für die gel-

tend gemachten Schwierigkeiten des Beschwerdeführers mit den Behör-

den können diese Schreiben nach Einschätzung des Gerichts nicht gelten, 

und es kommt ihnen diesbezüglich der Beweiswert von Gefälligkeitsaussa-

gen zu. Was schliesslich die mit Eingabe vom 28. Oktober 2014 (Be-

schwerdeakten Act. 17) eingereichte Bestätigung eines Spitals in Jorda-

nien betrifft, sind verschiedene Ungereimtheiten im Vergleich mit den bis-

herigen Aussagen des Beschwerdeführers festzustellen. Zunächst datiert 

die Spitalbestätigung vom 19. April 2012, während der Beschwerdeführer 

zu Protokoll gegeben hat, er sei vom 16. April bis 20. April 2012 in Haft 

gewesen (A25/17 F. 62). Betreffend die damals erlebten Misshandlungen 

gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, er sei geschlagen und verspottet 

worden (A25/17 F. 29); er habe versucht, sich umzubringen, indem er sich 

mit den zerschlagenen Brillengläsern Schnittverletzungen am Handgelenk 

zugefügt habe; aus diesem Grund sei er ins Spital gebracht worden 

(A25/17 F. 62), es sei aber keine tiefe Verletzung gewesen, und er sei noch 

am gleichen Tag im Spital behandelt worden (A25/7 F. 103 f.). Im einge-

reichten Spitalbericht ist hiervor keine Rede, sondern es werden Zigaret-

tenverbrennungen an beiden Händen und Blutergüsse am Rücken festge-

stellt. Nicht erörtert wird ferner, weshalb die Spitalbestätigung nicht früher 

eingereicht worden ist und wie sie nun in den Besitz des Beschwerdefüh-

rers gelangte; ein Zustellcouvert fehlt.  

5.7 Zum Beweis seiner Geheimdiensttätigkeit hat der Beschwerdeführer 

verschiedene Eingaben gemacht und hat seine Tätigkeit erläutert (vgl. Bei-

lage 3 zu Beschwerdeakten Act. 5). Es ist mit der Vorinstanz einig zu ge-

hen, dass die eingereichten Ausdrucke von E-Mails das Engagement des 

Beschwerdeführers nicht zweifelsfrei belegen. Auch ist zu bemerken, dass 

sich der Beschwerdeführer, der selbst als Englischübersetzer tätig war, 

E-1925/2014 

Seite 18 

während des Verfahrens nicht darum bemühte, die arabischsprachige E-

Mail-Korrespondenz auch nur ansatzweise für das Gericht zu übersetzen, 

obwohl er dazu in der Lage gewesen wäre, hat er doch in Jordanien zuletzt 

eine Unternehmung für professionelle Übersetzungen betrieben (vgl. Aus-

druck aus dem Online-Branchenverzeichnis Jordanien betreffend die "[…]). 

In einem separaten Schreiben legte der Beschwerdeführer seine Geheim-

dienstaktivitäten dar (vgl. Beilage 3 zu Beschwerdeakten Act. 5). Zusam-

mengefasst bringt er vor, er sei vom Geheimdienst wegen seiner Konver-

sion erpresst und zur Kollaboration gezwungen worden. Immer wieder sei 

der Geheimdienst nicht zufrieden gewesen mit ihm, und verschiedene 

Dienste hätten ihn vorgeladen. Nach dem im Jahr 2003 erschienenen Zei-

tungsartikel sei vom Staatsanwalt Anklage gegen ihn erhoben worden und 

er sei der Polizei übergeben worden. Einen Beweis für dieses Verfahren ist 

der Beschwerdeführer schuldig geblieben. Nach 2003 habe sich die Situa-

tion nach seinen Angaben aber entspannt, auch weil er seine Missionstä-

tigkeit eingestellt habe. Erst im Jahr 2007 sei er wieder inhaftiert worden. 

Zwischen 2007 und 2012 habe es dann wiederum keine grösseren Prob-

leme gegeben (vgl. Beilage 3 zu Beschwerdeakten Act. 5).  

Der Inhalt des mit der Eingabe vom 28. Oktober 2014 eingereichten Schrei-

bens eines jordanischen Anwaltes vom 8. Oktober 2014 (vgl. Beschwerde-

akten Act. 17) bleibt insgesamt nur sehr vage. Der Anwalt führt aus, er habe 

auf Ersuchen des Beschwerdeführers hin Nachforschungen beim jordani-

schen "Öffentlichen Nachrichtendienst" angestellt und dabei erfahren, dass 

der Beschwerdeführer "wegen Evangelisierung einen Eintrag hat", gesucht 

werde und "bereits mehrere Untersuchungen wegen diesem Vorwurf" er-

lebt habe; präzisere Angaben zu diesen Verfahren  

oder entsprechende schriftliche Akten werden nicht geliefert. 

Nach seinen Ausführungen sei der Beschwerdeführer in den Jahren zwi-

schen 2000 und 2012 immer wieder belangt worden. Auffällig ist, dass die 

Behörden den Beschwerdeführer zwar unter Druck gesetzt haben sollen, 

dann aber jeweils ohne erkennbare weitere Konsequenzen wieder von ihm 

abgelassen hätten. Das Gericht hält im Länderkontext für möglich, dass er 

in der Vergangenheit immer wieder Repressalien ausgesetzt war. Aller-

dings konnte er sich den Behörden auch stets wieder entziehen, bezie-

hungsweise wurde freigelassen, und machte – wie anlässlich der Befra-

gung zur Person erwähnt – verschiedene Auslandsreisen zu Bildungs-, Ar-

beits- und Vortragszwecken, um dann jeweils nach Jordanien zurückzu-

kehren (vgl. act. A4/12, F. 1.17.04 – 2.04). Es ist nicht anzunehmen, dass 

ihm dies möglich gewesen wäre, wäre er wirklich prominent im Fokus der 

E-1925/2014 

Seite 19 

Behörden gestanden. Die E-Mail-Ausdrucke an den Geheimdienst datieren 

aus dem Zeitraum von Oktober 2011 bis Anfang März 2013 (vgl. Beilage 4 

zu Beschwerdeakten Act. 5).  

Der Beschwerdeführer bringt vor, sich aufgrund der Ausreise aus Jorda-

nien im März 2013 verdächtig gemacht zu haben, weil er seine Informan-

tentätigkeit eingestellt habe. Dies sieht das Gericht nicht als erwiesen an, 

es gibt keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer nicht immer 

noch im Kontakt mit den Geheimdiensten Jordaniens steht. In der Anhö-

rung führte er aus, dass er legal als Gast einer ausländischen Konferenz 

ausgereist sei (vgl. act. A25/17, F. 101). Der Beschwerdeführer konnte sich 

– wie oben erwähnt – bereits in der Vergangenheit verschiedentlich im Aus-

land aufhalten, daher ist nicht auszuschliessen, dass es sich nun ebenso 

verhält und der Beschwerdeführer seine Abwesenheit gegenüber dem Ge-

heimdienst plausibel machen kann. Das Gericht hält es unter diesen Um-

ständen nicht für erstellt, dass dem Beschwerdeführer aufgrund seiner (an-

geblichen) Geheimdiensttätigkeiten im Fall einer Rückkehr ins Heimatland 

Verfolgung droht. Auch sein Vorbringen, die jordanischen Behörden wür-

den seinen Aufenthaltsort via Interpol ausfindig machen wollen, ist nicht 

stichhaltig. Die entsprechenden Abklärungen lieferten keine Hinweise, 

dass er gesucht würde (vgl. Beschwerdeakten Act. 16). Es ist nach dem 

Gesagten daher nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer von 

den jordanischen Behörden gesucht wird.  

5.8 Fluchtauslösend sind nach Angaben des Beschwerdeführers einerseits 

die Ereignisse gewesen, die im Zusammenhang mit seiner Scheidung und 

dem Bekanntwerden seiner Konversion standen und andererseits die 

geltend gemachten familiären Probleme nach der Heirat mit seiner zweiten 

Frau mit deren Verwandten. Vorher, in den Jahren zwischen 2007 und 

2012, habe es keine grösseren Probleme ("no major problems") gegeben 

(vgl. Beilage 3 zu Beschwerdeakten Act. 5). Das Gericht hält die 

Vorbringen im Zusammenhang mit den Ereignissen des Jahres 2012 für 

nicht glaubhaft gemacht. Der Beschwerdeführer konnte keine Belege 

liefern, welche seine Benachteiligung infolge des Bekanntwerdens seiner 

Konversion im Scheidungsverfahren 2012 dokumentieren würden; auch 

die bereits erwähnte, nur sehr vage und unsubstanziiert bleibende 

Bestätigung des jordanischen Rechtsanwalts vom 8. Oktober 2014 (vgl. 

Beschwerdeakten Act. 17) vermag in diesem Zusammenhang nicht zu 

überzeugen. Am (…) 2012 wurde dem Beschwerdeführer ein neuer 

Reisepass ausgestellt, mit dem er mit einem Visum legal aus Jordanien 

ausreisen konnte. Sein Vorbringen, er figuriere auf einer Liste von 

E-1925/2014 

Seite 20 

Personen, die das Land nicht verlassen dürfen (vgl. act. A25/17 F. 15), ist 

nicht stichhaltig. Tatsächlich verhält es sich so, dass die jordanischen 

Behörden bei Verwicklung in ein Gerichtsverfahren die Reisedokumente 

bis zum Abschluss des Verfahrens einbehalten, beziehungsweise eine 

Ausreisesperre für die Dauer des Verfahrens verhängen können (vgl. 

Deutsches Auswärtiges Amt, Jordanien, Reise- und Sicherheitshinweise, 

Allgemeine Reiseinformationen, Stand 10.02.2015, www.auswaertiges-

amt.de/DE/ Laenderinformationen/00-SiHi/JordanienSicherheit.html; 

abgerufen am 10.02.2015). Dies hätte der Fall sein können während des 

laufenden Scheidungsverfahrens. Dieses sei jedoch am (…) 2012 

abgeschlossen worden (A25/17 F. 17), weshalb die Vorbringen für die 

Beurteilung des Sachverhaltes nicht relevant sind.  

5.9 Die Ausführungen des Beschwerdeführers hinsichtlich der geltend ge-

machten Übergriffe durch die Familie seiner zweiten Frau sind sehr vage 

und wenig greifbar geblieben. Er nannte kaum Details und blieb in seinen 

Schilderungen in der Befragung und der Anhörung sehr allgemein (vgl. act. 

A25/17 F. 21; A32/13 F. 57- 60). Die Verfolgung durch die Verwandten der 

Ehefrau wirkt sehr konstruiert; der Beschwerdeführer kann auch nicht be-

legen, dass er Anzeige bei der Polizei erstattet habe gegen die Verwandten 

seiner Frau. Das Gericht hält diese Vorbringen insgesamt nicht für plausi-

bel und glaubhaft. Beachtlich ist schliesslich, dass die Ehe zwischen dem 

Beschwerdeführer und seiner zweiten Frau in der Schweiz geschieden 

wurde; der Beschwerdeführer hat auch darauf hingewiesen, dass seine 

Ehefrau in Kontakt zu ihrer Familie stehe (vgl. act. A27/10; A47/1). Es ist 

angesichts dieser Ausgangslage nicht davon auszugehen, dass er im Fall 

einer Rückkehr Probleme mit der Familie seiner Ex-Ehefrau zu gewärtigen 

hätte, weshalb die entsprechenden Vorbringen nicht länger relevant sind.  

5.10 Das Gericht kommt zum Schluss, dass sich der Beschwerdeführer als 

jemanden darstellt, der im Fokus der jordanischen Behörden sei und aus 

diesem Grund schwere Verfolgung in seinem Heimatland zu befürchten 

habe. Von diesen Vorbringen ist das Gericht nicht überzeugt. Zwar ist nicht 

auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer gewisse Repressalien und 

Diskriminierungen erdulden musste. Diese waren jedoch in ihrer Intensität 

nicht asylrelevant. Hinsichtlich der angeblich akut fluchtauslösenden Vor-

bringen ist festzuhalten, dass diese nicht glaubhaft sind. Der Beschwerde-

führer konnte die behaupteten Verhaftungen und Behelligungen durch 

staatliche Akteure nicht glaubhaft machen. Vielmehr hat er einen neuen 

Reisepass beantragen und mit einem Visum problemlos legal ausreisen 

E-1925/2014 

Seite 21 

können. Es gibt entgegen seinen wiederholten Behauptungen keine Anzei-

chen für Nachforschungen nach seiner Person von Seiten der jordanischen 

Behörden via Interpol. Die geltend gemachten familiären Probleme dürften 

mit der Scheidung von seiner Frau zukünftig ihrer Grundlage entbehren. 

Hinweise auf eine zukünftige Furcht vor asylrelevanter Verfolgung gemäss 

Art. 3 AsylG liegen aus Sicht des Gerichts damit nicht vor. 

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur 

Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

E-1925/2014 

Seite 22 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Jor-

danien ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung nach Jordanien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-

schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste 

der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder 

glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-

menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-

gen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 

m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Jordanien lässt 

den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er-

scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

In Jordanien herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situation 

allgemeiner Gewalt, die einem Wegweisungsvollzug jordanischer Staats-

angehöriger in ihren Heimatstaat generell entgegenstehen würde. Auch in 

individueller Hinsicht liegen keine Gründe vor, die gegen eine Rückkehr 

E-1925/2014 

Seite 23 

des Beschwerdeführers nach Jordanien sprechen würden. Dass der Be-

schwerdeführer vom muslimischen Glauben zum Christentum konvertierte, 

ändert nichts an dieser Feststellung; er ist bereits als junger Mann konver-

tiert und lebte [zahlreiche] Jahre ohne grössere Probleme in Jordanien. Die 

geltend gemachten Probleme aus dem familiären Umfeld seiner Frau ha-

ben ihren Gehalt verloren, da die Ehe inzwischen in der Schweiz geschie-

den wurde. Hinsichtlich seiner eigenen Familie hat der Beschwerdeführer 

zwar angegeben, dass das Verhältnis abgekühlt sei, doch kann dies nicht 

auf eine Unzumutbarkeit schliessen lassen. Der Beschwerdeführer ist gut 

ausgebildet und kann in B._______ oder einer anderen Stadt Jordaniens 

seinen Lebensunterhalt bestreiten. 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

7.5 Der Beschwerdeführer verfügt über einen gültigen heimatlichen Reise-

pass, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu 

beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gericht hat 

jedoch in seiner Verfügung vom 30. April 2014 das Gesuch auf unentgeltli-

che Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen, weshalb 

vorliegend keine Kosten erhoben werden.  

10.  

Beim vorliegenden Verfahrensausgang ist keine Parteientschädigung zu 

Lasten der Vorinstanz zuzusprechen (vgl. Art. 64 VwVG.). Hingegen ist der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Beschwerdeverfahren gestützt 

auf Art. 110a AsylG i.V.m. Art. 65 VwVG als unentgeltlicher Rechtsbeistand 

E-1925/2014 

Seite 24 

eingesetzt worden, und es ist ihm demnach eine Entschädigung zu Lasten 

des Gerichts auszurichten. 

In seiner Kostennote vom 28. Oktober 2014 weist der Rechtsvertreter ei-

nen zeitlichen Aufwand von insgesamt 25.9 Stunden aus, der beim vorlie-

genden Verfahren, welches als nicht übermässig umfangreich und komplex 

einzustufen ist, als überhöht erscheint. Die im Verfahren eingereichten 

Rechtsschriften sind denn auch nicht von derartigem Umfang (Eingabe 

vom 25. April 2014: fünf Seiten; Eingabe vom 13. Mai 2014: sechs Seiten; 

Replik vom 15. August 2014: vier Seiten; Eingabe vom 22. September 

2014: zwei Seiten; Eingabe vom 28. Oktober 2014: eine Seite), dass der 

ausgewiesene Stundenaufwand vollumfänglich nachvollziehbar erschiene. 

Ferner werden namentlich für Juli 2014 Verfahrensposten ausgewiesen, 

die nicht das vorliegende Beschwerdeverfahren, sondern offenbar die 

strafrechtlichen Verfahren des Beschwerdeführers betreffen und die vorlie-

gend nicht zu vergüten sind. Das Gericht erachtet insgesamt einen zeitli-

chen Aufwand von 15 Stunden für das Beschwerdeverfahren als angemes-

sen. Der vom Rechtsvertreter in Rechnung gestellte Stundenansatz von Fr. 

220.– ist reglementskonform (vgl. Art. 10 Abs. 2 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]); die ausgewiesenen Auslagen 

von Fr. 240.60 sind ebenfalls angemessen und zu entschädigen (vgl. Art. 

11 VGKE). Das amtliche Honorar ist demnach auf Fr. 3'824.– inkl. Auslagen 

und MWSt) festzusetzen. 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-1925/2014 

Seite 25 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Dem Beschwerdeführer werden keine Kosten auferlegt.  

 

Dem als unentgeltlicher Rechtsbeistand eingesetzten Rechtsvertreter wird 

in Anwendung von Art. 110a AsylG zu Lasten des Gerichts ein amtliches 

Honorar von Fr. 3'824.– zugesprochen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Susanne Bolz 

 

 

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