# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b540ef88-47bd-59d8-a4ca-a65ff0eacd33
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.10.2010 A-4034/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4034-2010_2010-10-11.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-4034/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Michael Beusch (Vorsitz), 
Richter Daniel Riedo, Richter Daniel de Vries Reilingh, 
Gerichtsschreiberin Claudia Zulauf.

A._______, ...,
B._______, ...,
beide vertreten durch ..., 
Beschwerdeführende,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Task Force Amtshilfe USA, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Amtshilfe (DBA-USA).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-4034/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Schweizerische  Eidgenossenschaft  (Schweiz)  und  die  Ver-
einigten Staaten von Amerika (USA) am 19. August 2009 ein Abkom-
men über ein Amtshilfegesuch des Internal Revenue Service der USA 
betreffend UBS AG, einer nach schweizerischem Recht errichteten Ak-
tiengesellschaft, schlossen (AS 2009 5669, Abkommen 09),

dass sich die Schweiz darin verpflichtete, anhand im Anhang zum Ab-
kommen festgelegter Kriterien und gestützt auf das geltende Abkom-
men vom 2. Oktober  1996 zwischen der  Schweizerischen Eidgenos-
senschaft  und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung 
der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen 
(SR 0.672.933.61, DBA-USA 96) ein Amtshilfegesuch der USA zu be-
arbeiten,

dass die amerikanische Einkommenssteuerbehörde (Internal Revenue 
Service in Washington, IRS) am 31. August 2009 unter Berufung auf 
das  Abkommen 09 ein  Ersuchen um Amtshilfe an die Eidgenössische 
Steuerverwaltung (ESTV) richtete,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  A-7789/2009  vom 
21. Januar 2010 eine Beschwerde gegen eine Schlussverfügung der 
ESTV, welche einen Fall der Kategorie 2/A/b gemäss dem Anhang des 
Abkommens  09  betraf,  guthiess  mit  der  Begründung,  das  Abkom-
men 09  sei  eine  Verständigungsvereinbarung  und  habe  sich  an  das 
Stammabkommen zu halten,  welches Amtshilfe nur bei  Steuer-  oder 
Abgabebetrug, nicht aber bei Steuerhinterziehung vorsehe,

dass in der Folge der Bundesrat nach weiteren Verhandlungen mit den 
USA am 31. März 2010 ein Protokoll zur Änderung des Abkommens 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  den  Ver-
einigten Staaten von Amerika über  ein Amtshilfegesuch des Internal 
Revenue  Service  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  betreffend 
UBS AG, einer nach schweizerischem Recht errichteten Aktiengesell-
schaft, unterzeichnet in Washington am 19. August 2009 (Änderungs-
protokoll Amtshilfeabkommen, AS 2010 1459), abschloss und die vor-
läufige Anwendung des Vertrages beschloss,

dass  die  ESTV  daraufhin  mit  Schlussverfügung  vom  20. April  2010 
entschied,  dem IRS  betreffend  A._______  und  B._______  (nachfol-

Seite 2

A-4034/2010

gend: Beschwerdeführende) Amtshilfe zu leisten, weil sie (aus näher 
dargelegten Gründen) zum Schluss kam, es handle sich um einen Fall 
der Kategorie 2/A/b, für den gemäss dem Abkommen 09 in der Fas-
sung vom 31. März 2010 (SR 0.672.933.612, Staatsvertrag 10) Amts-
hilfe zu gewähren sei,

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 2. Juni 2010 gegen 
die  vorerwähnte  Schlussverfügung  der  ESTV  beim  Bundesverwal-
tungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  in  materieller  Hinsicht  im 
Wesentlichen  beantragten,  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben 
und  das  Amtshilfeverfahren  einzustellen,  alle  die  Beschwerde-
führenden betreffenden Dokumente zu vernichten sowie eventualiter, 
die Sache an die ESTV zum Zwecke weiterer Abklärungen zurückzu-
weisen – alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge,

dass das Bundesverwaltungsgericht  mit  Schreiben vom 9. Juni  2010 
den  Beschwerdeeingang  bestätigte  und  weitere  Instruktionsver-
fügungen nach Vorliegen eines Entscheids im entsprechenden Pilot-
verfahren in Aussicht stellte,

dass  die  Bundesversammlung  mit  Bundesbeschluss  vom  17. Juni 
2010 über die Genehmigung des Abkommens zwischen der Schweiz 
und den  Vereinigten  Staaten  von Amerika  über  ein  Amtshilfegesuch 
betreffend  UBS AG sowie  des Änderungsprotokolls  (AS 2010  2907) 
das  Abkommen 09  und  das  Änderungsprotokoll  Amtshilfeabkommen 
genehmigte und den Bundesrat ermächtigte, diese zu ratifizieren; dass 
der eben genannte Bundesbeschluss nicht dem Staatsvertragsreferen-
dum unterstellt wurde,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
23. Juni 2010 den Beschwerdeführenden Frist bis zum 5. Juli 2010 zur 
Ergänzung  der  Beschwerdebegründung  ansetzte  und  einen  Kosten-
vorschuss verlangte,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  2.  Juli  2010  ein 
Fristerstreckungsgesuch  stellten  und  das  Bundesverwaltungsgericht 
die  Frist  zur  Ergänzung  der  Beschwerdebegründung  mit  Verfügung 
vom 5. Juli 2010 bis zum 12. Juli 2010 erstreckte; dass das Bundes-
verwaltungsgericht  ein  erneutes  Fristerstreckungsgesuch  der  Be-
schwerdeführenden vom 9. Juli 2010 mit Verfügung vom 13. Juli 2010 
jedoch abwies,

Seite 3

A-4034/2010

dass die Beschwerdeführenden ihre Beschwerdebegründung mit Ein-
gabe vom 15. Juli 2010 ergänzten, 

dass der Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 22. Juli  2010 
den  Beschwerdeführenden  mitteilte,  es  –  das  Bundesverwaltungs-
gericht  –  habe  am  15.  Juli  2010  im  Pilotfall  A-4013/2010  über  die 
Gültigkeit  des  Abkommens  vom  19. August  2009  zwischen  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Vereinigten Staaten von 
Amerika über ein Amtshilfegesuch des Internal Revenue Service der 
Vereinigten  Staaten  von  Amerika  betreffend  UBS  AG,  einer  nach 
schweizerischem  Recht  errichteten  Aktiengesellschaft,  (mit  Anhang 
und Erkl.; SR 0.672.933.612) entschieden,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
19. August  2010 die Besetzung des Spruchkörpers  mitteilte  und der 
Vorinstanz Frist zur Vernehmlassung und Freischaltung der Akten an-
setzte,

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 7. September 2010 
auf Abweisung der Beschwerde schloss,

dass das Bundesverwaltungsgericht zuständig ist zur Beurteilung von 
Beschwerden  gegen  Schlussverfügungen  der  ESTV  betreffend  die 
Amtshilfe gestützt auf Art. 26 DBA-USA (vgl. Art. 20k Abs. 1 und 4 der 
Verordnung  vom  15. Juni  1998  zum  schweizerisch-amerikanischen 
Doppelbesteuerungsabkommen  vom  2. Oktober  1996  [Vo DBA-USA, 
SR 672.933.61]  i.V.m. Art.  31  -  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] i.V.m. Art. 5 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren  [VwVG, SR 
172.021]) und sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das 
VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG),

dass  die  Beschwerdeführenden  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt  sind und an deren Aufhebung ein schutzwürdiges 
Interesse haben (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  somit 
einzutreten ist,

Seite 4

A-4034/2010

dass  gemäss  der  allgemeinen  Beweislastregel  derjenige  das  Vor-
handensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen hat, der aus ihr 
Rechte  ableitet  (Art.  8  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuchs  vom 
10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]); dass bei Beweislosigkeit gemäss 
dieser  Regel  zu  Ungunsten  desjenigen  zu  entscheiden  ist,  der  die 
Beweislast  trägt;  dass  demzufolge  bei  begünstigenden  Verfügungen 
grundsätzlich  der  Ansprecher  die  Beweislast  trägt,  während  bei  be-
lastenden Verfügungen die Verwaltung beweisbelastet ist (BGE 130 II  
482 E. 3.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-6664/2009 vom 
29. Juni  2010 E. 5.7.1,  A-962/2009 vom 23. Juli  2009 E. 6.3;  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.150),

dass unter dem Titel "Rechte der betroffenen Person" Art. 20e Abs. 1 
Vo DBA-USA  bestimmt,  dass  die  ESTV  die  an  den  Informations-
inhaber  gerichtete  Verfügung  sowie  eine  Kopie  des  Ersuchens  der 
amerikanischen  Behörde  (soweit  darin  nicht  ausdrücklich  die 
Geheimhaltung verlangt wird) auch der betroffenen Person, die einen 
schweizerischen Zustellungsbevollmächtigten bezeichnet hat, eröffnet; 
hat  die  betroffene  Person  keinen  Zustellungsbevollmächtigten  be-
zeichnet,  so  ist  die  Eröffnung  von  der  zuständigen  amerikanischen 
Behörde nach amerikanischem Recht vorzunehmen; gleichzeitig setzt 
die ESTV der Person eine Frist zur Zustimmung zum Informationsaus-
tausch  oder  zur  Bestellung  eines  Zustellungsbevollmächtigten 
(Art. 20e Abs. 2 Vo DBA-USA),

dass gemäss Art. 20e Abs. 3 Vo DBA-USA die vom Amtshilfeverfahren 
betroffene Person sich  am vorinstanzlichen Verfahren beteiligen und 
Einsicht in die Akten nehmen kann,

dass  letztere  Regelung  auch  dem in  Art. 29  Abs. 2  der  Bundesver-
fassung der  Schweizerischen Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 
(BV, SR 101)  festgehaltenen  und  in  den  Art.  26  –  33  VwVG exem-
plarisch  konkretisierten  Grundsatz  der  Gewährung  des  rechtlichen 
Gehörs  entspricht,  wonach  Parteien  ein  Recht  haben,  in  einem vor 
einer Verwaltungs- oder Justizbehörde geführten Verfahren mit ihrem 
Begehren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten und 
zu  den  für  die  Entscheidung  wesentlichen  Punkten  Stellung  zu 
nehmen (BGE 132  II  485  E. 3.2,  BGE 129  I  232  E. 3.2;  Urteil  des 
Bundesgerichts  1P.26/2007  vom 4.  Juli  2007  E. 3.1;  BVGE 2009/36 
E. 7.1;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-4936/2010  vom 

Seite 5

A-4034/2010

21. September  2010  E. 4.2,  A-3786/2010 vom  15. Juli  2010, 
A-3123/2008 vom 27. April 2010 E. 2.2),

dass der Gehörsanspruch gemäss ständiger Rechtsprechung formeller 
Natur ist, mit der Folge, dass seine Verletzung ungeachtet der Erfolgs-
aussichten der Beschwerde grundsätzlich zur Aufhebung des mit dem 
Verfahrensmangel  behafteten  Entscheids  führt;  es  somit  mit  andern 
Worten nicht darauf ankommt, ob die Anhörung im konkreten Fall für 
den  Ausgang  der  materiellen  Streitentscheidung  von  Bedeutung  ist, 
d.h. die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird 
oder  nicht  (statt  vieler:  BGE  126  V  130  E. 2b;  Urteil  des  Bundes-
gerichts  9C_363/2009  vom  18.  März  2010  E. 3.1;  BVGE  2008/47 
E. 3.3.4;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-3123/2008  vom 
27. April 2010 E. 2.2); dass nach der Rechtsprechung eine Verletzung 
des Gehörsanspruchs als geheilt gelten kann, wenn die unterbliebene 
Gewährung des rechtlichen Gehörs (also etwa die unterlassene An-
hörung,  Akteneinsicht,  Begründung)  in  einem  Rechtsmittelverfahren 
nachgeholt  wird,  in  dem  die  Beschwerdeinstanz  mit  der  gleichen 
Prüfungsbefugnis entscheidet wie die untere Instanz; dass die Heilung 
aber  ausgeschlossen  ist,  wenn  es  sich  um eine  besonders  schwer-
wiegende  Verletzung  der  Parteirechte  handelt,  zudem  dem  Be-
schwerdeführer  kein  Nachteil  erwachsen  darf  und  die  Heilung  die 
Ausnahme bleiben  soll  (BGE  126  V  130  E.  2b;  Urteil  des  Bundes-
gerichts  1C_148/2010  vom  6.  September  2010  E. 4.3;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-3123/2008 vom 27. April 2010 E. 2.2.3, 
A-1681/2006  vom  13. März  2008  E.  2.4;  ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2010, Rz. 1709 ff.),

dass die Beschwerdeführenden in ihrer Beschwerdeschrift vom 2. Juni 
2010 geltend machen, sie seien erstmals mit Verfügung vom 20. April 
2010, welche dem Zustellungsempfänger am 3. Mai 2010 zugegangen 
sei, auf das gegen sie gerichtete Amtshilfeverfahren aufmerksam ge-
worden,

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 7. September 2010 
argumentiert,  die  Zustellung  des  Notifikationsschreibens  ("Notice  to 
UBS Accountholders")  sei  im  Auftrag  der  ESTV durch  die  UBS AG 
vorgenommen worden; dass  aus  den  der  ESTV durch  die  UBS AG 
übermittelten Unterlagen zu entnehmen sei, dass "die Notifikation an 
die Beschwerdeführer am 9. Oktober 2009 erfolgt" sei und dass sie – 

Seite 6

A-4034/2010

die ESTV – für Fälle, in denen die Notifizierung – aus welchen Grün-
den  auch  immer  –  nicht  habe  erfolgen  können,  "Inserate  in  den 
wichtigsten  Publikationsorganen  in  den  USA (New York  Times,  Wall 
Street Journal,  Washington Post,  Chicago Tribune, Miami Herald, LA 
Times)"  habe  erscheinen  lassen;  unter  den  gegebenen  Umständen 
deshalb  davon  auszugehen  sei,  dass  die  Beschwerdeführenden  vor 
Eröffnung  der  Schlussverfügung  über  das  Amtshilfeverfahren  in 
Kenntnis gesetzt worden seien,

dass  aus  den  Akten  nicht  ersichtlich  ist,  dass  den  Beschwerde-
führenden das Notifikationsschreiben tatsächlich zugestellt wurde oder 
sie  auf  andere  Weise  vom  vorinstanzlichen  Verfahren  Kenntnis  er-
hielten, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil A-4936/2010 vom 
21. September 2010 erkannt hat, das blosse Schalten von Inseraten in 
amerikanischen Print-Medien stelle keine hinreichende Information der 
Beschwerdeführenden  dar,  beschneide  deren  Parteirechte  und  ver-
möge die entsprechende rechtsgenügende Eröffnung des Verfahrens 
nicht zu ersetzen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4936/2010 
vom 21. September 2010 E. 5.1),

dass  die  Vorinstanz  somit  das  rechtliche  Gehör  der  Beschwerde-
führenden verletzt hat, welche in keinem Stadium des vorinstanzlichen 
Verfahrens  rechtsgenüglich  von  diesem  in  Kenntnis  gesetzt  worden 
waren und sich deshalb auch nicht daran beteiligen konnten,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  vorliegenden  Amtshilfever-
fahren als zugleich erste und letzte gerichtliche Instanz über die Ge-
währung  der  Amtshilfe  entscheidet  und dass dem vorliegenden Ver-
fahren auch kein verwaltungsinternes Einsprache- oder Beschwerde-
verfahren  vorausging;  dass  diese  bedeutende  Gehörsverletzung  im 
vorliegenden Verfahren deshalb nicht geheilt werden kann (Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-4936/2010  vom  21.  September  2010 
E. 5.2),

dass es sich aufgrund des Gesagten rechtfertigt, die Beschwerde im 
Sinn  der  Erwägungen  gutzuheissen,  den  angefochtenen  Entscheid 
aufzuheben und die Streitsache zur Durchführung einer Untersuchung 
und zum allfälligen Erlass eines neuen Entscheids an die Vorinstanz 
zurückzuweisen,

Seite 7

A-4034/2010

dass es sich unter diesen Umständen erübrigt,  auf die weiteren Vor-
bringen der Beschwerdeführenden einzugehen,

dass  gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  die  Rückweisung 
der  Sache  an  die  Vorinstanz  zwecks  ergänzender  Abklärungen  als 
volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei gilt (BGE 132 V 215 
E. 6.1;  MARCEL MAILLARD,  in:  Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Weis-
senberger [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 63 N 14),

dass  den  Beschwerdeführenden  demzufolge  keine  Verfahrenskosten 
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG e contrario); dass somit  der 
geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 20'000.--  den  Beschwerde-
führenden zurückzuerstatten ist,

dass  auch  der  unterliegenden  Vorinstanz  als  Bundesbehörde  keine 
Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG),

dass  den  Beschwerdeführenden  nach  Art. 64  Abs. 1  VwVG  i.V.m. 
Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 
173.320.2) eine Parteientschädigung zuzusprechen ist,

dass das Bundesverwaltungsgericht den Entscheid über die Parteient-
schädigung  von Amtes wegen aufgrund  der  Kostennote,  sofern  vor-
handen, sowie der Akten und in der Regel ohne eingehende Begrün-
dung trifft; dass auch bei der Festsetzung der Parteientschädigung auf 
der Basis einer Kostennote es Aufgabe des Gerichts ist, zu überprü-
fen, in welchem Umfang die geltend gemachten Kosten als notwendig 
für die Vertretung anerkannt werden können (Art. 10 ff. VGKE),

dass das Gericht im vorliegenden Verfahren unter Würdigung der ein-
gereichten Rechtsschriften  zur  Auffassung gelangt,  Kosten von pau-
schal  Fr. 10'000.--  seien  als  notwendig  für  die  Vertretung  zu  qualifi -
zieren,

dass dieser  Entscheid nicht  mit  Beschwerde in  öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten  an  das  Bundesgericht  weitergezogen  werden  kann 
(Art. 83 Bst. h BGG).

Seite 8

A-4034/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  im  Sinn  der  Erwägungen  gutgeheissen.  Der 
angefochtene  Entscheid  wird  aufgehoben  und  die  Streitsache  zur 
Durchführung  einer  Untersuchung  und  zum  allfälligen  Erlass  eines 
neuen Entscheids an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 20'000.-- wird den Beschwerdeführenden zurückerstat-
tet.

3.
Die  Vorinstanz  wird  verpflichtet,  den  Beschwerdeführenden  eine 
Parteientschädigung in Höhe von Fr. 10'000.-- zu bezahlen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Beusch Claudia Zulauf

Versand: 

Seite 9