# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca6ac88e-d9f7-56fb-b005-9c03f8f2c476
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 20.08.2013 BRGE II Nr. 0124/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-II-Nr--0124-201_2013-08-20.pdf

## Full Text

BRGE II Nr. 0124/2013 vom 20. August 2013 in BEZ 2013 Nr. 46 

8.1 Schliesslich moniert der Rekurrent den bei der rückwärtigen Fassade 
vorgesehenen Lichtschacht. Dieser sei eine nach Art. 30

bis 
der Bau- und 

Zonenordnung (BZO) unzulässige Abgrabung. (…) Da der Rekurrent von seiner 
nördlichen Terrasse aus freie Sicht auf diesen Lichtschacht und damit diese 
Abgrabung habe, sei er auch in diesem Punkt ohne weiteres rekurslegitimiert. 

8.2 Zum Rekurs ist berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung 

hat (§ 338a Abs. 1 PBG). 

Das vom Gesetz verlangte schutzwürdige Interesse des Rekurrenten 
besteht in der Abwendung einer Beeinträchtigung. Diese muss allerdings nach 
objektivierter Betrachtungsweise vorliegen; subjektive Empfindlichkeit oder ein 
bloss affektives Interesse sind nicht zu berücksichtigen (A. Kölz/J. Bosshart/M. 
Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. 
A., 1999, § 21 Rz. 21).  

8.3 Hier nicht in Frage zu stellen ist, dass der Rekurrent von seinem 
Grundstück aus Sicht auf den geplanten Lichtschacht hat. Dieser schliesst an 
die knapp 19 m lange Rückfassade an und misst auf der Höhe des Terrains im 
Grundriss (Innenmasse) rund 3,5 m x 1,1 m, was einer Fläche von rund 3,8 m

2
 

entspricht. Der Lichtschacht soll mit einem Gitter gedeckt werden. Der Nachteil 
des Rekurrenten bestünde demnach darin, dass er, in den rückwärtigen, eine 
Fläche von rund 270 m

2
 aufweisenden Garten des Nachbargrundstückes hinab 

blickend, eine Fläche von rund 4 m
2
 nicht als begrünt, sondern als übergittert 

wahrnähme. Nicht oder kaum wahrnehmen würde er demgegenüber die 
darunter liegende, über eine Länge von 3,5 m freigelegte, befensterte Fassade.  

Zufolge ausgeprägter Geringfügigkeit kann hierin keine «Beeinträchtigung» 
erkannt werden. Nicht jede Sichtverbindung zu einem noch so kleinen Teil, das 
als baurechtlich mangelhaft gerügt wird, ist legitimationsbegründend. Dies 
namentlich dann nicht, wenn der behauptete Mangel ein gestalterischer ist und 
damit bloss eine ideelle Beeinträchtigung in Frage steht. Es ist nicht zu 
erkennen, welchen effektiven Nachteil der in Frage stehende Anblick für den 
Rekurrenten bilden könnte. Insofern liegen die Dinge wesentlich anders, als 

wenn ein Nachbar mit entsprechender Sichtverbindung ein ganzes Gebäude 
oder ganze Fassaden eines solchen als unzureichend gestaltet rügt. 

(Im Übrigen wurde dargetan, dass der Rekurrent mit einem Obsiegen in 
diesem Punkt keine Mindernutzung des Baugrundstückes hätte herbeiführen 
können, womit auch dieser Legitimationsgrund zu verneinen war.)