# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d28b46ee-0951-57a6-a483-d46dab8d5927
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.10.2025 E-6442/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6442-2025_2025-10-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6442/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Mathias Lanz, 

mit Zustimmung von Richter Thomas Segessenmann;   

Gerichtsschreiberin Nina Ermanni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Côte d'Ivoire,   

vertreten durch MLaw Meret Bühlmann,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 25. Juli 2025 / N (…). 

 

 

 

E-6442/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin, eine ivorische Staatsangehörige muslimi-

schen Glaubens, suchte am 24. Februar 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach. 

A.b Das SEM führte mit der Beschwerdeführerin – im Beisein ihrer dama-

ligen Rechtsvertretung – am 7. März 2023 ein persönliches Gespräch ge-

mäss Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-

gend: Dublin-III-VO) durch. Anlässlich dieses Dublin-Gesprächs ergaben 

sich Hinweise darauf, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um ein po-

tenzielles Opfer von Menschenhandel handeln könnte. Aufgrund dessen 

wurde sie am 28. März 2023 im Rahmen einer Anhörung betreffend Men-

schenhandel befragt und infolge ihrer Erlebnisse in B._______ und Italien 

als potenzielles Opfer von Menschenhandel anerkannt. Entsprechend 

wurde ihr gemäss Art. 13 des Übereinkommens zur Bekämpfung des Men-

schenhandels vom 16. Mai 2005 (SR 0.311.543) eine 30-tägige Erholungs- 

und Bedenkzeit eingeräumt. 

A.c Mit Verfügung vom 9. Juni 2023 trat das SEM in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch der Be-

schwerdeführerin nicht ein und verfügte ihre Überstellung nach Italien, das 

gemäss Dublin-III-VO für die Behandlung ihres Asylgesuchs zuständig sei, 

und forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist 

zu verlassen. Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwach-

sen. 

B.  

Aufgrund des Ablaufs der Überstellungsfrist nach Italien, hob das SEM am 

30. Oktober 2023 die Verfügung vom 9. Juni 2023 wieder auf und trat auf 

das Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 24. Februar 2023 ein. 

C.  

Am 28. Februar 2024 erfolgte gestützt auf Art. 29 Abs. 1 AsylG die Anhö-

rung der Beschwerdeführerin zu den Asylgründen und am 29. April 2025 

fand die ergänzende Anhörung statt. 

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Seite 3 

Die Beschwerdeführerin machte dabei im Wesentlichen geltend, sie sei in 

C._______ geboren und habe dort bis zu ihrer Ausreise gelebt. Trotz des 

frühen Todes ihres Vaters habe sie mit Hilfe ihrer Mutter die Schule mit der 

Matura abschliessen und ein Studium in (…) beginnen können. Während 

ihres Studiums habe ihr Onkel väterlicherseits (nachfolgend: vs) entschie-

den, dass sie nicht weiter studieren dürfe und stattdessen einen seiner 

Kindheitsfreunde heiraten müsse. Sie (die Beschwerdeführerin) habe die-

sen viel älteren Mann weder gekannt noch habe sie ihn heiraten wollen. 

Sowohl sie selbst als auch ihre Mutter haben sich gegen diese Ehe gestellt. 

Dies sei ihrem Onkel vs aber egal gewesen und er habe die Hochzeitsvor-

bereitungen weiter vorangetrieben. Da sowohl sie als auch ihre Mutter vom 

Onkel vs bedroht worden seien und sie (die Beschwerdeführerin) darüber 

hinaus auch im Haus eingesperrt worden sei, hätten sich ihre Mutter und 

sie an den Onkel mütterlicherseits (nachfolgend: ms) gewandt. Der Onkel 

ms habe sich auf ihre Seite gestellt und mit dem Onkel vs gesprochen, 

leider aber ohne Erfolg. Die Hochzeit habe im (…) 20(…) gegen ihren Wil-

len stattgefunden. Nach der Hochzeit habe sie bei ihrem Ehemann in ei-

nem kleinen Dorf in der Nähe von C._______ gelebt. Ihr Ehemann sei sehr 

aggressiv gewesen, habe häufig getrunken und sie auch geschlagen. 

Tagsüber sei er nie zu Hause gewesen, weshalb sie weiterhin heimlich die 

Universität besucht habe. Irgendwann habe ihr Ehemann von ihren heimli-

chen Universitätsbesuchen erfahren und ihr eröffnet, dass sie als verheira-

tete Frau nicht mehr frei sei. Daraufhin sei es zum Streit gekommen. 

Nichtsdestotrotz sei sie auch weiterhin zur Universität gegangen. Eines Ta-

ges im (…) 20(…) sei ihr Ehemann betrunken nach Hause gekommen, als 

sie sich gerade auf den Weg zur Uni habe machen wollen. Es sei erneut 

zum Streit gekommen. Sie hätten sich gegenseitig geschlagen und sie (die 

Beschwerdeführerin) habe ihrem Ehemann daraufhin gesagt, sie habe nun 

genug von alledem. Sie sei zur Cousine ihrer Mutter gegangen, wo ihr Ehe-

mann sie später mit einem Messer bewaffnet aufgesucht habe. Dieser Vor-

fall habe ihr bewusst gemacht, dass sie in Côte d’Ivoire nicht mehr sicher 

sei. Sie habe ihre Heimat im (…) 20(…) verlassen und sei nach D._______ 

gereist. Dort habe sie einen Anruf ihres Onkels vs erhalten, der sie darüber 

in Kenntnis gesetzt habe, dass man von ihrer Flucht wisse und sie finden 

werde. Daraufhin habe sie aus Angst ihre SIM-Karte zerstört und sei weiter 

nach E._______ und B._______ gereist. In B._______ habe man ihr eine 

Arbeit sowie eine Unterkunft in Italien versprochen, weshalb sie mit diesen 

Leuten weiter nach Italien gereist sei. Dort habe man ihr und ihren Mitrei-

senden dann eröffnet, dass sie sich zu prostituieren hätten. Sie (die Be-

schwerdeführerin) sei damit nicht einverstanden gewesen. Mittels einer 

List sowie der Hilfe eines Fremden sei ihr dann nach einem Monat die 

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Flucht gelungen und sie sei in die Schweiz gekommen. Sie könne nicht 

nach Côte d’Ivoire zurück, da ihr dort niemand helfen könne. Sie habe 

dadurch, dass sie sich gegen die Zwangsheirat zur Wehr gesetzt habe, 

sowohl ihren Onkel vs als auch die muslimische Gemeinschaft beleidigt. 

Ihr Onkel vs suche immer noch nach ihr und habe mittlerweile auch ihre 

Mutter verstossen. 

D.  

Mit Verfügung vom 25. Juli 2025 – gleichentags eröffnet – stellte die Vor-

instanz fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab, wies sie aus der Schweiz weg und beauf-

tragte den zuständigen Kanton mit dem Wegweisungsvollzug. 

E.  

Mit Eingabe der rubrizierten Rechtsvertreterin vom 25. August 2025 liess 

die Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde er-

heben und beantragen, die Verfügung der Vorinstanz sei vollumfänglich 

aufzuheben, ihre Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und die Vor- 

instanz sei anzuweisen, ihr Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Vor- 

instanz anzuweisen, die vorläufige Aufnahme anzuordnen; subeventualiter 

sei die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung sowie zur 

neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung inklusive Verzicht auf die Kostenvorschusserhebung und 

die Beiordnung der mandatierten Rechtsvertreterin als unentgeltliche 

Rechtsbeiständin. 

F.  

Mit Schreiben vom 8. September 2025 liess die Beschwerdeführerin eine 

Fürsorgebestätigung vom 13. August 2025 zu den Akten reichen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

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Seite 5 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für 

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gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft voraus, dass die betroffene Per-

son in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat keinen ausreichenden Schutz vor 

nichtstaatlicher Verfolgung finden kann. Der Schutz gilt als ausreichend, 

wenn eine funktionierende Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht und die-

se den Betroffenen zugänglich ist, wobei von einem Staat nicht erwartet 

werden kann, dass er jederzeit präventiv in alle Lebensbereiche seiner Bür-

ger eingreifen kann (vgl. zur sogenannten Schutztheorie BVGE 2011/51 

E. 7.1 - 7.4). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihrer Verfügung im Wesentlichen 

aus, Côte d’Ivoire habe diverse internationale Instrumente ratifiziert, wel-

che die freie Ausübung der Menschenrechte von Frauen verankerten, wie 

beispielsweise das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Dis-

kriminierung der Frau (CEDAW) und die allgemeine Erklärung der Men-

schenrechte der Vereinigten Nationen. Art. 16 CEDAW statuiere sodann 

das Recht auf freie Wahl des Ehepartners sowie auf Eheschliessung nur 

mit freier und voller Zustimmung beider Ehepartner. Die ivorische Verfas-

sung von 1960 garantiere in Art. 6 auf nationaler Ebene die Gleichheit vor 

dem Gesetz ohne Unterschiede der Herkunft, Rasse, des Geschlechts 

oder der Religion. Die Geschlechtergleichheit sei in den Art. 35 – 37 der 

Verfassung von 2016 erneut verankert worden. Zudem schreibe die ivori-

sche Gesetzgebung die gegenseitige Zustimmung und ein Mindestalter 

von 18 Jahren für beide Ehepartner vor und stelle die Zwangsheirat unter 

Strafe (vgl. Art. 1 des ivorischen Zivilgesetzbuches und Art. 439 des ivori-

schen Strafgesetzbuches). Letzteres gelte dabei für jegliche Form von 

Ehen (zivile, gewohnheitsrechtliche und religiöse). Hinzu kämen zahlreiche 

Fortschritte in der Bekämpfung häuslicher Gewalt. Am 21. Dezember 2021 

sei ein Gesetz gegen häusliche Gewalt erlassen worden und es beständen 

in den Polizeikommissariaten – oftmals weibliche – Focal Points für Anlie-

gen zu geschlechterspezifischer Gewalt, womit ein Schutzwille seitens der 

ivorischen Behörden vorliege. Weiter beständen – gerade in F._______ – 

diverse nichtstaatliche Akteure und Non-governmental organization 

(NGO), welche sich gegen Zwangsheirat und häusliche Gewalt einsetzten 

und Opfer unterstützten. Ausserdem seien im Jahr 2013 in mehreren 

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Regionen der Côte d’Ivoire – auch in C._______ – Rechtsberatungsstellen 

eingeführt worden, welche kostenlose Rechtsdienstleistungen durch erfah-

rene Juristen anbieten. Der ivorische Staat sei entschlossen, Zwangshei-

raten und häusliche Gewalt zu bekämpfen. Folglich könne von der Be-

schwerdeführerin verlangt werden, sich bei Problemen in diesem Bereich 

an den Staat zu wenden. Die Beschwerdeführerin habe sodann erst auf 

Nachfrage hin davon berichtet, sich zweimal wegen ihrer Zwangsheirat er-

folglos an die Polizei gewendet zu haben. Beim zweiten Mal sei ihr dann 

gesagt worden, dass es kein Gesetz gebe, welches sie als traditionell ver-

heiratete Person schützen würde. Unterlagen, welche diese zweimalige 

Konsultation belegen könnten, habe sie nicht eingereicht. Allerdings sei 

selbst bei Wahrunterstellung festzuhalten, dass es ihr zuzumuten gewesen 

wäre, weitere Anstrengungen zu unternehmen, um behördlichen Schutz zu 

erhalten. Dies insbesondere deshalb, weil es sich bei ihr um eine Studentin 

der (…) handle, welche mit der heimischen Gesetzeslage vertraut sein 

dürfte respektive die Fähigkeit besitze, sich mit dieser bekannt zu machen. 

Sie sei denn auch weder eine hilflose noch eine unselbstständige Person, 

habe sie sich doch bereits eigenständig gegen ihre Zwangsheirat zur Wehr 

gesetzt, sich dazu auch Unterstützung durch ihre Mutter und ihren Onkel 

ms geholt, und auch nach der Hochzeit trotz Drohungen ihr Studium wei-

tergeführt. Den Akten seien denn auch keine Hinweise zu entnehmen, dass 

die ivorischen Behörden ihr den Schutz aus einem asylbeachtlichen Motiv 

verweigert hätten respektive verweigern würden, sollte sie sich wegen ei-

nes bereits erlittenen oder befürchteten Nachteils (nochmals) an diese 

wenden. Anderweitige Probleme mit den heimatlichen Behörden mache sie 

nicht geltend. Des Weiteren habe es ihr freigestanden, sich innerhalb der 

Côte d’Ivoire an einem anderen Ort niederzulassen, um sich dadurch den 

lokal begrenzten Nachteilen durch ihren Onkel vs zu entziehen. Ihre selbst-

ständige Flucht ins Ausland zeige denn auch, dass sie sich zutraue in der 

Ferne ein neues Leben aufzubauen. Weshalb ihr dies in ihrer Heimat an 

einem anderen Ort nicht gelingen sollte, zumal sie in F._______ über einen 

Onkel ms verfüge, der ihr bereits zuvor geholfen und sie unterstützt habe, 

sowie über einen Bruder, zu welchem sie ein gutes Verhältnis habe, er-

schliesse sich nicht. Selbst wenn, wie von ihr befürchtet, ihr Onkel vs 

und/oder ihr Ehemann sie am neuen Ort ausfindig machen würden, was 

bei einer so grossen Stadt wie beispielsweise F._______ nicht einfach sein 

dürfte, hätte sie sich primär an die schutzwilligen und -fähigen heimatlichen 

Behörden zu wenden. Da sie die Schutzmöglichkeiten in Côte d’Ivoire nicht 

ausgeschöpft beziehungsweise sich nicht ausreichend darum bemüht 

habe, komme ihren Vorbringen keine flüchtlingsrechtliche Relevanz zu. Die 

von ihr geschilderten Vorfälle in B._______ und Italien seien nicht geeignet, 

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Seite 8 

ihre Flüchtlingseigenschaft zu begründen, da diese nicht zu einer Verfol-

gungssituation in ihrem Heimatstaat führten. Im Übrigen sei bei potenziel-

len Opfern von Menschenhandel nicht von Angehörigen einer bestimmten 

sozialen Gruppe im Sinne von Art. 3 AsylG auszugehen, weil die Ausbeu-

tung in diesem Kontext keine Verfolgung nach Art. 3 AsylG darstelle, son-

dern eine gemeinrechtliche Straftat. Dies deshalb, weil der Ausbeutung mit 

der Bereicherung ein kriminelles und kein asylrelevantes Motiv gemäss 

Art. 3 AsylG zugrunde liege. 

5.2 Die Beschwerdeführerin entgegnete darauf im Wesentlichen, ihre Aus-

sagen seien glaubhaft. Allfällige Widersprüche seien als normale Gedächt-

nislücken sowie thematische Fokussierung zu werten. Hinzu komme, dass 

sie wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) in Behand-

lung sei und traumatisierte Personen Erinnerungen oft fragmentarisch, 

zeitversetzt oder thematisch gegliedert wiedergeben würden. Jedenfalls 

habe sie durchwegs betont, sich in der gesamten Côte d’Ivoire nicht mehr 

sicher zu fühlen, auch nicht in F._______, wo zwar ein Onkel lebe, dieser 

aber dem gleichen patriarchalen Familiensystem angehöre, welches sie 

zur Heirat gezwungen habe und Gewalt toleriere. Zutreffend sei zwar, dass 

Côte d’Ivoire in den vergangenen Jahren vieles zur Bekämpfung von 

Zwangsheirat unternommen habe, es beständen aber trotz dieser rechtli-

chen Fortschritte noch erhebliche Defizite in der Umsetzung. Es existiere 

denn auch keine flächendeckende staatlich verankerte Struktur zur Prä-

vention, Verfolgung und Opferhilfe. Entsprechend könne nicht davon aus-

gegangen werden, dass der ivorische Staat in der Praxis über die notwen-

dige Schutzfähigkeit verfüge. Ihre Erlebnisse zeigten sodann, dass die ivo-

rischen Behörden bei innerfamiliären Streitigkeiten auch nicht gewillt seien, 

Frauen zu helfen, die von Zwangsheirat und häuslicher Gewalt betroffen 

seien. Sie habe sich zwei Mal an die Polizei in C._______ gewandt. Beim 

ersten Mal habe sie keine Rückmeldung erhalten und beim zweiten Mal 

habe es geheissen, da es zum einen kein Gesetz gebe, welches traditionell 

verheiratete Ehepartnerinnen schütze, und zum anderen es sich um eine 

innerfamiliäre Angelegenheit handle, solle sie mit ihrem Onkel vs eine Lö-

sung finden. Aufgrund dieser Vorgeschichte könne nicht von ihr erwartet 

werden, sich ein drittes Mal an die Polizei in C._______ zu wenden. Es sei 

klar, dass man nach zweimaliger Zurückweisung durch die heimatlichen 

Behörden das Vertrauen in diese verliere. Die ivorischen Behörden seien 

ihr gegenüber weder schutzfähig noch -willig gewesen. Zudem verfüge sie 

auch über keine innerstaatliche Fluchtalternative in F._______, weil sie dort 

nie gelebt habe. 

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Seite 9 

 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen 

an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. Zur 

Vermeidung von Wiederholungen kann – mit nachfolgenden Ergänzungen 

– vollumfänglich auf die überzeugenden Erwägungen des SEM verwiesen 

werden (vgl. Verfügung des SEM vom 25. Juli 2025 Ziff. II sowie vorherge-

hend E. 5.1), denen die Beschwerdeführerin im Ergebnis nichts Stichhalti-

ges entgegenzusetzen vermag. 

6.2  

6.2.1 Soweit die Beschwerdeführerin durch ihren Onkel vs sowie ihren 

Ehemann erlittene häusliche Gewalt vorbringt, ist festzuhalten, dass die 

Zufügung körperlicher Gewalt durch Dritte im häuslichen Kontext nur dann 

asylrechtliche Relevanz entfaltet, wenn der betroffenen Person im Heimat-

staat adäquater Schutz, insbesondere wegen ihres Geschlechts, verwei-

gert wird (vgl. BVGE 2011/51 E. 7.1 ff. m.w.H.; Urteil des BVGer  

E-4500/2024 vom 28. Oktober 2024 E. 7.2 m.w.H.). Nachteilen, die Frauen 

zugefügt werden oder zugefügt zu werden drohen, liegt dann ein flücht-

lingsrechtlich relevantes Motiv zugrunde, wenn diese Nachteile in diskrimi-

nierender Weise an das Merkmal des weiblichen Geschlechts anknüpfen. 

Das für die Entstehung der Flüchtlingseigenschaft relevante Verfolgungs-

motiv ist gegeben, wenn das (mutmassliche) Ausbleiben adäquaten staat-

lichen Schutzes vor den Verfolgern in einer Diskriminierung aufgrund des 

Geschlechts begründet liegt. 

6.2.2 Der ivorische Staat hat in den letzten Jahren vieles für die rechtliche 

Verankerung von Frauenrechten getan, insbesondere auch in den Berei-

chen häusliche Gewalt und Zwangsverheiratung (vgl. European Asylum 

Support Office [EASO], Côte d’Ivoire Country Focus: Country of Origin In-

formation Report, Juni 2019, Punkt 5.3, < https://coi.euaa.europa.eu/admi-

nistration/easo/PLib/2019_EASO_COI_Cotedivoire_EN.pdf >, abgerufen 

am 17.10.2025; Fédération internationale des ligues des droits de l’Homme 

[FIDH], Protecion des victimes de violences sexuelles en Côte d’Ivoire: Des 

avancées mais encore de nombreuses lacunes, November 2023, < 

https://www.fidh.org/IMG/pdf/cotedivoire818fprint.pdf >, abgerufen am 

17.10.2025; Office français de protection des réfugiés et apatrides [OF-

PRA], Rapport de mission en Republique de Côte d’Ivoire, November/De-

zember 2019, < 

E-6442/2025 

Seite 10 

https://coi.euaa.europa.eu/administration/france/PLib/1912_CIV_Rap-

port_de_mission.pdf >, abgerufen am 17.10.2025; Office of the Commissi-

oner General for Refugees [CEDOCA], Côte d’Ivoire: Le mariage forcé, 

6. Oktober 2023, < https://www.cgra.be/sites/default/files/rappor-

ten/coi_focus_cote_divoire._ 

le_mariage_force_20231006.pdf>, abgerufen am 17.10.2025). Dies aner-

kennt grundsätzlich auch die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde-

schrift (vgl. BVGer-act. 1 S. 12). Ihr durch keinerlei Beweismittel untermau-

ertes Vorbringen, sie habe sich zwei Mal an die Polizei in C._______ ge-

wandt, ihr sei aber von dieser nicht geholfen worden (vgl. SEM-Akte […]-

60/17 F90 – F95), ändert – selbst bei Annahme der Wahrheit ihrer Aussage 

– nichts an der grundsätzlichen Schutzfähigkeit und -willigkeit der ivori-

schen Behörden. Sie hat denn auch weder die Taten zur Anzeige gebracht 

noch bei einer anderen Polizeistation oder einer Hilfsorganisation versucht 

Schutz zu erhalten (vgl. SEM-Akte […]-60/17 F93). Entgegen den be-

schwerdeweisen Ausführungen handelt es sich bei ihr auch nicht um eine 

«Durchschnittsbürgerin». Sie verfügt über eine gute Schulbildung, konnte 

sich selbst gegen ihren Onkel vs sowie ihren Ehemann zur Wehr setzen, 

hat trotz Verbot ihr Studium vorangetrieben, alleine ihre Flucht nach Europa 

organisiert und sich dann auch alleine auf den Weg nach Europa gemacht 

(vgl. SEM-Akte […]-19/13 F24, F33 f., F66, F69; […]-51/10 F14 f, F50;[…]-

60/17 F43, F45, F52, F61, F65 f., F80). Aufgrund ihres Studiums der 

Rechtswissenschaften, darf von ihr erwartet werden, dass sie mit der hei-

mischen Gesetzeslage vertraut ist respektive die Fähigkeit besitzt, sich mit 

dieser bekannt zu machen und ihre Rechte einzufordern. Ihr Argument, 

wonach es nichts genützt hätte, wenn sie die Polizei in C._______ auf fal-

sche Gesetzesauslegungen/-anwendungen hingewiesen hätte, weil diese 

aufgrund der innerfamiliären Streitigkeiten nicht von ihrem Standpunkt ab-

gewichen wären, vermag nicht zu überzeugen, da es sich hierbei um eine 

blosse Vermutung ihrerseits handelt (vgl. BVGer-act. 1 S. 13). Es wäre der 

Beschwerdeführerin nach dem Gesagten sowohl möglich als auch zuzu-

muten gewesen, sich ein weiteres Mal an die ivorischen Behörden zu wen-

den, zumal sich diese für Opfer von häuslicher Gewalt einsetzen (vgl. Ur-

teile des BVGer E-4500/2024 E. 7.2 und E-5881/2024 vom 14. Oktober 

2024 E. 6). 

Zusammenfassend kann den ivorischen Behörden nicht vorgeworfen wer-

den, sie hätten gegenüber der Beschwerdeführerin den Schutz verweigert 

oder seien nicht in der Lage, solchen zu gewährleisten. Gleiches lässt sich 

betreffend Schutzwilligkeit und -fähigkeit der ivorischen Behörden denn 

auch auf ihre Vorbringen betreffend Zwangsheirat übertragen (vgl. zum 

E-6442/2025 

Seite 11 

Ganzen Office of the Commissioner General for Refugees [CEDOCA], 

Côte d’Ivoire: Le mariage forcé, 6. Oktober 2023, < 

https://www.cgra.be/sites/default/files/rapporten/coi_focus_cote_divoire._ 

le_mariage_force_20231006.pdf >, abgerufen am 17.10.2025). 

6.3 Hinsichtlich der Möglichkeit einer innerstaatlichen Fluchtalternative 

kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(vgl. Verfügung des SEM vom 25. Juli 2025 Ziff. II/1.). Die beschwerdewei-

sen Ausführungen, wonach die Beschwerdeführerin noch nie in F._______ 

gelebt habe und sie von ihrem Onkel ms keine Hilfe erwarten könne, da 

dieser dem gleichen patriarchalen Familiensystem angehöre, vermögen an 

dieser Einschätzung nichts zu ändern (vgl. dazu auch nachfolgend 

E. 8.3.3). Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass sich der Onkel 

ms gemäss Aussagen der Beschwerdeführerin bereits einmal entschieden 

für sie eingesetzt und sich damit gerade gegen das patriarchale Familien-

system zur Wehr gesetzt hat (vgl. SEM-Akte […]-51/10 F50). 

6.4 Auch in Zukunft darf der Beschwerdeführerin zugemutet werden, bei 

familiären Problemen im Zusammenhang mit Gewaltausübung und 

Zwangsehe nötigenfalls bei den heimatlichen Behörden um Schutz nach-

zusuchen. Es ist deshalb von der Schutzfähigkeit und vom Schutzwillen 

der ivorischen Behörden auszugehen. Sollten einzelne Beamtinnen oder 

Beamte im Falle einer Anzeige nicht gesetzeskonform handeln, hätte sie 

sich gegebenenfalls an eine vorgesetzte Behörde zu wenden und die ent-

sprechenden Schutzmöglichkeiten im eigenen Land auszuschöpfen. Die 

Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin ist somit zu verneinen. Die 

Vorinstanz hat ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

E-6442/2025 

Seite 12 

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

8.2.3 Liegen Hinweise für das Vorliegen von Menschenhandel vor, kann 

dies im Rahmen der Wegweisungsvollzugshindernisse nach Art. 83 Abs. 3 

AIG (im Sinne eines Unzulässigkeitskriteriums nach Art. 3 oder 4 EMRK) 

Relevanz entfalten. Die Beschwerdeführerin wurde von der Vorinstanz als 

potenzielles Opfer von Menschenhandel anerkannt (vgl. SEM-Akte […]-

22/3). Da sich die diesbezüglichen von der Beschwerdeführerin geschilder-

ten Ereignisse nicht in ihrem Heimatstaat ereignet haben, ist davon auszu-

gehen, dass ihr bei einer Rückkehr kein unmittelbares Risiko droht, erneut 

Opfer von Menschenhandel respektive Zwangsprostitution oder von Ver-

geltungsmassnahmen zu werden (vgl. BVGE 2016/27 E. 5.3.1). Auch ist 

nicht ersichtlich, dass sie aufgrund allfälliger strafrechtlicher Ermittlungen 

in der Schweiz vor Ort sein müsste (vgl. a.a.O. E. 6.1). Zusammenfassend 

kann festgestellt werden, dass aufgrund der geltend gemachten Erlebnisse 

in B._______ und Italien nicht auf die Unzulässigkeit des Vollzugs der Weg-

weisung in die Republik Côte d’Ivoire geschlossen werden kann. 

8.2.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der 

Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

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Seite 13 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. Auch die allgemeine Menschenrechts-

situation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit-

punkt nicht als unzulässig erscheinen.  

8.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Praxis davon aus, 

dass in Côte d’Ivoire keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht (vgl. dazu 

das Referenzurteil E-2349/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 7.3; sowie statt 

vieler die Urteile des BVGer D-5375/2024 vom 31. Januar 2025 E. 9.3.3 

und E-4500/2024 E. 9.3.2 je m.w.H.). Der Vollzug der Wegweisung in die 

Republik Côte d'Ivoire ist daher grundsätzlich zumutbar. 

8.3.3 Den Akten lassen sich auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür ent-

nehmen, dass die Beschwerdeführerin aus individuellen Gründen wirt-

schaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur bei einer Rückkehr nach 

Côte d’Ivoire in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. Insbe-

sondere genügen blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von 

denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, nicht, um 

eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG anzunehmen 

(vgl. BVGE 2010/41 E. 8.3.6). Die Beschwerdeführerin ist jung, gut ausge-

bildet und verfügt – entgegen ihren beschwerdeweisen Ausführungen – in 

ihrer Heimat auch über ein soziales Beziehungsnetz (Mutter, Cousine ihrer 

Mutter sowie deren Familie und Onkel ms), welches ihr bereits vor ihrer 

Ausreise geholfen hat (vgl. SEM-Akte […]-51/10 F50; […]-60/17 F42, F63, 

F71 f., F76 – F79). Ihr Onkel ms, der sie bereits gegen die Familie verteidigt 

hat (vgl. vorhergehend E. 6.3), sowie ihr Bruder leben beide in F._______ 

(vgl. SEM-Akte […]-51/10 F27, F50). In Abidjan ist es auch für alleinste-

hende Frauen möglich, sich niederzulassen, ohne dass sie um ihre Sicher-

heit fürchten müssen oder mit geschlechtsspezifischen rechtlichen Hinder-

nissen konfrontiert wären (vgl. Referenzurteil des BVGer  

E-2349/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 7.3.6). Es ist somit davon 

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Seite 14 

auszugehen, dass sie im Bedarfsfall auf dieses Beziehungsnetz zurück-

greifen kann und bei der Wiedereingliederung Unterstützung erhält. Hin-

sichtlich der geltend gemachten physischen und psychischen Probleme 

(Akne, Sehschwäche, Kopfschmerzen und PTBS), kann vollumfänglich auf 

die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Ver-

fügung des SEM vom 25. Juli 2025 Ziff. III/2.). Eine traumaspezifische Be-

handlung der PTBS ist in F._______ verfügbar (vgl. Urteile des BVGer D-

3151/2025 vom 28. Juli 2025 S. 8 und D-5375/2024 E. 9.3.5), wo die Be-

schwerdeführerin auch über Familienangehörige verfügt. Anderweitige 

psychische Behandlungen sind sodann in von ihrem Heimatdorf 

C._______ zwei Autostunden entfernten G._______, wo gemäss ihren An-

gaben auch eine Schwester von ihr wohnt (vgl. SEM-Akte […]-19/13 F21 

;[…]-51/10 F27), erhältlich. Côte d’Ivoire verfügt, insbesondere in Abidjan, 

sodann gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-

richts über eine medizinische Infrastruktur, die zwar begrenzt ist, aber den-

noch eine grundlegende medizinische Versorgung, einschliesslich psychi-

atrischer Versorgung, gewährleistet (vgl. bspw. Urteile des BVGer D-

5375/2024 E. 9.3.5 und E-5877/2024 vom 11. September 2024 E. 7.2 je 

m.w.H.). Die beschwerdeweisen Ausführungen vermögen dieser Recht-

sprechung nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. 

8.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 47 Abs. 1 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Es besteht nach dem Gesagten somit keine Veranlassung zur 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz im Sinne des Subeventualbe-

gehrens, zumal sich die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid mit der 

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Seite 15 

individuellen Situation der Beschwerdeführerin hinreichend auseinander-

gesetzt hat. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Die mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung und amtlichen Rechtsverbeiständung sind 

abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – aussichtlos waren (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Der Antrag auf Be-

freiung von der Vorschusspflicht wird mit dem vorliegenden Entscheid in 

der Sache gegenstandslos. 

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Mathias Lanz Nina Ermanni 

 

 

Versand: