# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4aacc63-fbb3-509c-9309-abd0c320e763
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-22
**Language:** de
**Title:** Psychiatrisches Gutachten erweist sich mit nachträglicher Stellungnahme des Gutachters als beweistauglich, Anspruch auf IV-Leistungen zu Recht verneint; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2017.00887
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00887.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00887
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber Brugger
Urteil
vom
22. November 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Stadt Zürich Soziale Dienste
Rechtsanwältin Vanessa
Heimgartner
, Sozialversicherungsrecht, Team Recht
Hönggerstrasse
24, 8037 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1976,
wurde am 22. April 1993
von seiner Mutter
bei der Invalidenversicherung angemeldet
(Urk. 7/4)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
übernahm
die Kosten einer
Psychotherapie
(Urk.
7/8, Urk. 7/10). Mit Verfügung vom 1. September 1995 bewilligte sie
eine erstmalige berufliche Ausbildung
des Versicherten
an einer Handelsschule (Urk.
7/15).
Der Versicherte
erreichte jedoch
den
Abschluss der Ausbildung
wegen ungenügender Prüfungsnoten nicht
(vgl. Urk. 7/
22-23
).
Am 26. Oktober 2015
meldete
er
sich erneut bei der Invalidenversicherung an
(Urk. 7/30). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche (Urk. 7/38-39) und medizinische (Urk. 7/40) Abklärungen und holte ein psychiatrisches Gutachten (Urk. 7/63) ein. Am 8. Dezember 2016 erliess sie den Vorbescheid (Urk. 7/65), wogegen der Ver
sicherte Einwände (Urk. 7/73) vorbrachte. Mit Verfügung vom 10. Juli 2017 (Urk.
7/75 = Urk. 2) verneinte die IV-Stelle ei
nen Leistung
sanspruch
.
2.
Der Versicherte erhob am 30. August 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 10. Juli 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Sache zwecks ergänzender medizinischer Abklärungen inklusive eines neuen Gutach
tens an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3. Oktober 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 8. November 2017 wurde der psychiatrische Gutachter um eine ergänzende Stellungnahme
ersucht
.
Das
Gericht
bewilligte
dem Beschwerdeführer
zudem
die unentgeltliche Prozess
führung und stellte ihm eine Kopie der Beschwerdeantwort zu (Urk.
9 Dispositiv Ziff. 1-3). Der Gutachter
nahm
am 18. Dezember 2017 (Urk. 10)
aufforderungs
gemäss Stellung
. Die Parteien verzichteten
auf eine Stellungnahme
dazu
(Urk.
14
15).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen
Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinwe
isen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht (wie auch Alkoholismus und Medi
kamentenmissbrauch) als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetre
ten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheits
schadens ist, dem
Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c). Aus letzterem Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invaliditätsbegründend sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkun
gen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen selbständi
ger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und Art. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psychosozialen oder soziokulturellen Umständen und fachärztlich festgestellten psychischen Störun
gen von Krankheitswert (BGE 127 V 294 E. 5a): Wo die Gutachter im Wesentli
chen nur Befunde erheben, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in dieser aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn davon auszugehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer (angenommenen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychosozialen Problematik wesentlich
bessern
(und die damit verbundene Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sich ent
sprechend verringern) würde (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.1 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.1 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.1).
Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung (BGE 120 V 95 E. 4c; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014,
Rz
51 zu Art. 4 IVG) ist nicht entscheidend, ob die Drogensucht Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist oder ob die Sucht ausserhalb eines Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesundheitsschaden steht. In beiden Konstellationen sind reine Suchtfolgen IV-rechtlich irrelevant, soweit sie als solche allein leistungsmindernd wirken. Hingegen sind sie gleichermassen IV
rechtlich relevant, soweit sie in einem engen Zusammenhang mit einem eigenständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogensucht – einem Symptom gleich – Teil eines Gesundheitsschadens bildet (BGE 99 V 28 E. 3b); dies unter der Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen des Rauschmittelkonsums, sondern wesentlich auch der psychiatrische Befund selber zu Arbeitsunfähigkeit führt. Sodann können selbst reine Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn daneben ein psychischer Gesund
heitsschaden besteht, welcher die Betäubungsmittelabhängigkeit
aufrecht erhält
oder deren Folgen massgeblich verstärkt. Umgekehrt können die Auswirkungen der Sucht (unabhängig von ihrer Genese) wie andere psycho
soziale Faktoren auch mittelbar zur Invalidität beitragen,
wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.2 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.2 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.2).
Im erwähnten Urteil 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 4 hat das Bundesge
richt entschieden, dass die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 psychosoma
tische Leiden betrifft und auf Suchtproblematiken nicht anwendbar ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_6/2016 vom 3. Februar 2016 E. 4.2.3 mit Hinweis auf die Kritik von
Liebrenz
/
Uttinger
/Ebner, Sind Abhängigkeits
erkrankungen aus höchstrichterlicher Sicht [weiterhin] nicht mit anderen psychischen Störungen [z.B. somatoformen Störungen] vergleichbar? - Eine Urteilsbesprechung von BGE
8C_582/2015 im Lichte der theoretischen Anwendbarkeit des ergebnis
offenen, strukturierten Beweisverfahrens, in: SZS 2016 S. 96; ferner:
Liebrenz
et
alii
, Das Suchtleiden bzw. die Abhängigkeits
erkrankungen - Möglichkeiten der Begutach
tung nach
BGE 141 V 281
[=
9C_492/2014], in: SZS 2016 S. 12).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
folgte in ihrer Beurteilung dem
psychiatrische
n
Gutach
ten von Dr.
A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurol
ogie, vom 26. November 2016
.
Gestützt darauf verneinte sie
einen Anspruch des Beschwerdeführers auf IV-Leistungen
(Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte vor
,
die
Vorakten
seien im Gutachten von Dr.
A.___
nicht ausreichend diskutiert worden. So finde sich keine Diskussion
bezüglich
der von den behandelnden Ärzten diagnostizierten Persönlich
keitsstö
rung (Urk. 1 S. 8 Ziff. 2 und 3). Gemäss
einer
Stellungnahme der behandelnden Ärzte habe der Gutachter die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Untersuchung
zudem
sehr unkritisch übernommen und wichtige Fragen nicht diskutiert (Urk. 1 S. 9 Ziff. 4 Mitte).
2.3
Streitgegenstand bildet die Frage
,
ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Berufliche Massnahmen wurde nicht beantragt.
Zu prüfen ist zunächst
,
ob auf das psychiatrische Gutachten von Dr.
A.___
abgestellt werden kann.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer war seit Februar 1992 bei Dr.
B.___
, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und für Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulanter Behandlung (Urk. 7/5 Ziff. 1.3).
Die
Kosten
der Behandlung bei Dr.
B.___
wurde
n
als medizinische Mass
nahme
durch die
Invalidenversicherung
übernommen
(Urk. 7/8, Urk. 7/10).
Dr.
B.___
stellte im Bericht vom 21. Februar 1995 (Urk. 7/6/2-3) die Diagnose
eine
r
Dysthymia
(ICD-10 F34.1, S. 1). Zur Anamnese führte er aus, die ausge
prägten Lern- und Leistungsstörungen
des Beschwerdeführers
als Auswirkungen des psychischen Leidens hätten zusammen mit Auffälligkeiten im Verhalten zum Abbruch der Mittelschule im Februar 1995
geführt
(S. 1 unten;
vgl. auch den Bericht von Dr.
B.___
vom 25. Mai 1993, Urk. 7/5).
3.2
Der Beschwerdeführer ist seit September 2014
in der
psychiatrisch-p
sychologi
sche
n
K
linik
C.___
in ambulanter
Behandlung (Urk. 7/40
S.
1
Ziff. 1.2).
D.___
, Psychologe, und Dr.
E.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Leitender Arzt, nannten im Bericht vom 27.
No
vember 2015 (Urk. 7/40) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit kombinierte Persönlichkeitsstörungen (ängstlich-vermeidend, exzentrisch-nar
zisstisch, unreif; anamnestisch mit dissozialen und abhängigen Zügen) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig, mit somatischem Syndrom,
chroni
fizierter
Verlauf. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Status nach psychischen und Verhaltensstö
rungen seit der Kindheit, einen Status nach ausgeprägtem Alkoholkonsum in der
Jugend
und starkem Nikotinkonsum seit dem 13.
Lebensjahr
sowie
eine Zahn
arzt-
und
eine Spritzenphobie (S. 1 Ziff. 1.1).
Zur Anamnese wurde ausgeführt, die Mutter des Beschwerdeführers habe nach der Scheidung einen Suizidversuch unternommen
, wobei der damals 12-jä
h
rige Patient
sie
gefunden
und Hilfe geholt habe
. 2001 sei sie an einer Brust
krebs
er
krankung gestorben
(S. 3 Ziff. 1.4 oben).
Der Beschwerdeführer habe mit 20
Jahren
begonnen, Cannabis zu konsumieren.
Nach
dem Tod der Mutter 2001 habe
er
e
ine depressive Krise durchlebt und eine
Anstellung verloren. Seither habe er nicht mehr gearbeitet
. Depressionen und Ängste hätten
ihn
beeinträchtigt und er habe sich stark zurückgezogen
(S. 3 f. Ziff. 1.4).
Zirka seit 2004 habe
er
mit sei
nem Vater zusammengelebt. Als dieser im März 2014 gestorben sei, sei er erneut in eine tiefe Depression gefallen (S. 4 oben).
Im September 2014 sei es zu einer ersten Konsultation beim Referenten gekommen
, wobei der Patient nach drei Terminen nicht mehr erschienen sei
(S.
4 Mitte).
Um nach dem Tod der Mutter Abstand zu gewinnen
,
sei
er
für sechs Monate zu Verwandten nach Amerika verreist. Im November 2001 sei er in die Schweiz zurückgekehrt (S. 5 oben).
Gegenwärtig stünden Gefühle von Trauer, Einsamkeit, Sinnlosigkeit, Versagen und von Überforderung deutlich im Vordergrund. Weiter bestünden starke Schuld
gefühle, die Erwartungen der Eltern und die eigenen nicht erfüllt zu haben
. Suizidgedanken seien vorhanden. Es sei aber keine Suizidalität gegeben
. Weiter bestünden eine Antriebsschwäche, Schlafstörungen und ein starker sozialer Rück
zug
. Auch unter Behandlung, ambulant sowie stationär
,
sei keine wesent
liche Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten
(S. 5
unten).
Hinsichtlich
der gegenwärtigen Behandlung
erfolgten nur gelegentlich Termine
. Infolge von Ängsten und einer Antriebsschwäche versäume der Patient
Termine
(S. 6 Ziff. 1.5). D.___
und Dr.
E.___
attestierten für alle Tätigkeiten seit 2014 dauerhaft eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 6 Ziff. 1.6).
3.3
3.3.1
Das psychiatrische Gutachten von Dr.
A.___
datiert vom 26. November 2016 (Urk. 7/63). Es beruht auf der Untersuchu
ng vom 9. November 2016 und den
dem Gutachter zur Verfügung
gestellten
IV-
Akten (S. 2 Mitte).
Dr.
A.___
führte aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, dass seine Eltern sich getrennt hätten, als er 13 Jahre alt gewesen sei. Im Zusammenhang mit einem Unterhaltsstreit
zwischen den
Eltern sei er von der Mutter manipuliert wor
den (S. 5 oben).
Er habe dann eine Spielsucht entwickelt, erste Joints geraucht und viel
getrunken (S. 5 unten).
Das Gymnasium habe er abgebrochen und
habe
auf eine Handelsschule
gewechselt
.
Diese
habe er
zwar
beendet,
er
habe
aber
die Prüfung
en
nicht geschafft (S. 6 oben).
Während 3 1/2 Jahren habe
er
in einer Werbeagentur in Zürich gearbeitet (S. 6 unten).
Im Jahr 2001 sei seine Mutter gestorben. Seitdem vegetiere er dahin (S. 7 oben).
Seit 2001
sei er
auch
keiner Erwerbstätigkeit
mehr
nachgegangen
,
er habe aber
noch zwei Jahre in einem Hilfswerk gearbeitet
(S. 7 Mitte).
Schliesslich sei er
zu seinem Vater gezogen, was vor allen
Dingen
finanzielle Gründe gehabt habe.
Bis 2011 habe er
beim
Vater gelebt. Das Verhältnis zu ihm sei sehr gut gewesen (S. 8 oben).
Aktuell wohne d
er Beschwerdeführer in einer 1
½
Zimmerwohnung in Zürich. Es stünden noch
Kartons seit dem Einzug herum und er habe
noch nie den Herd oder den Backofen benutzt. Seine Wohnung sei nicht vermüllt, aber es gebe eine leichte Tendenz zum Vermüllen (S. 10 f.).
Am
Vortag
der Untersuchung
sei
er
in einer sozialen Einrichtung der Stadt Tischtennisspielen gewesen. Er gehe dort regelmässig hin (S. 11 unten).
Er wolle eigentlich arbeiten, wenn es ihn geistig erfülle. Einen Bürojob würde er sich zutrauen, ab nicht mit einem Pensum von 100 % (S. 13 oben).
Des Weiteren bestünden offene Betreibungen in Höhe von zirka Fr. 50'000.-- (S.
13 unten).
D
er Beschwerdeführer sei als Kind in psychiatrischer Behandlung und im schulpsychologischen Dienst gewesen (S. 14 unten).
Zur Suchtanamnese wurde angegeben, dass er seit dem
22. Lebensjahr Cannabis
rauche
(S. 16 Mitte).
Dr.
A.___
gab zu den erhobenen Befunden an
, der Beschwerdeführer wirke sehr extrovertiert
und
el
oquent (S. 18 Ziff. III Mitte)
Über
seine Vorgeschichte
habe er ausführlich
berichtet und er habe die mehrstündige
Exploration ohne Schwierig
keiten absolvieren können. Die Stimmung sei nicht bedrückt gewesen.
Der Beschwerdeführer habe während der Untersuchung
auch lachen
können
oder
habe
eine
launige Bemerkung
gemacht
.
Weiter habe
ein guter affektiver Rapport hergestellt werden
können
(S. 19 oben). Im formalen Denken sei er nicht einge
engt und gut auslenkbar
gewesen
. Eigenanamnestisch bestehe eine
Neigung zum Grübeln
.
Zu einem Vorbeireden,
Denkzerfahrenheit ober zu Zwangsgedanken
sei es nicht gekommen
(S. 19 unten).
3.3.2
Im
psychiatrischen
Querschnittsbefund zeigten sich keine Auffälligkeiten. Eigen
anamnest
isch habe der Beschwerdeführer
über Einschlafstörungen berichtet. Mit dem Rauchen von Cannabis könne er
aber
zufriedenstellend einschlafen. Weiter habe er eine ausgeprägte Spritzen- und Nadelphobie sowie eine
Neigung zum Grübeln
angegeben
(S. 20 Ziff. IV Mitte).
Die Eigenanamnese gegenüber den Ärzten der
C.___
passe teilweise zu den aktuellen Angaben.
Ein a
namnestisch berichtete
r
starke
r
soziale
r
Rückzug sei derzeit aber nicht vorhanden. Der Beschwerdeführer habe im Gegenteil ein ausgesprochen gutes soziales Netz mit eigenem Freundeskreis und Kontakten auch in die Fussball- und Hooligan-Szene. Gefühle von Trauer, Sinnlosigkeit,
Überforderung und Schuldgefühle
seien in der aktuellen Untersuchung nicht berichtet worden (S. 20 f.). Anhand der Eigenanam
nese bestehe eine Cannabisabhängigkeit. Für eine Alkoholabhängigkeit gebe es keine Hinweise. Anhand der Eigenanamnese und der Aktenlage gebe es
auch
keine Hinweise auf eine manifeste Persönlichkeitsstörung (S. 21 Mitte). Eine psychopharmakologische Medikation oder eine Psychotherapie finde nicht statt. Der Beschwerdeführer sehe diesbezüglich keine Notwendigkeit und
habe
im Hin
blick auf psychische Erkrankungen einen Leidensdruck
ve
r
neint
(S. 22 unten).
Dr.
A.___
nannte als Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine spezifische Phobie (Spritzen-/Nadelphobie) und eine Can
nabisabhängigkeit (S. 23 oben, S. 26 Ziff. III).
Der Gutachter
antwortete
sodann
auf
die Fragen der Beschwerdegegnerin.
Er gab an
,
a
ls invaliditätsfremde Faktoren bestünden eine lange Arbeitslosigkeit und zirka seit 2002 eine schwierige wirtschaftliche Lage mit Abhängigkeit von
der
Sozialhilfe und offene
n
Betreibungen in Höhe von zirka Fr. 50'000.-- (S. 23 Ziff.
I.3). Als Ressourcen bestünden eine gute, wenn auch nicht abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung. Der Beschwerdeführer sei
sodann
sehr eloquent und extrovertiert, habe eine gute soziale Kompetenz und pflege Kontakte zu Per
sonen aus unterschiedlichen Milieus
. Weiter sei er an vielen Dingen interessiert und
besitze
eine gute Allgemeinbildung
(S. 25 oben). Bezüglich der bisher erfolg
ten Therapien bestehe eine schlechte Kooperation. So sei der Beschwerdeführer nach drei Terminen nicht mehr
bei den behandelnden Ärzten
der
C.___
erschienen (S. 27 Ziff. IV.2). Wiedereingliederungsmassnahmen seien
ihm zumutbar
(S. 29 Ziff. IV.7).
3.3.3
Die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit mache sich in anderen Lebensbereichen nicht bemerkbar (S. 29 Ziff. V.2).
In der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Mangels aussagefähiger Unterlagen sei eine Beurteilung des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit
in der
Vergangenheit nicht möglich. Es gebe jedoch keine Hinweise, dass früher eine geringere Arbeitsfähig
keit bestanden
hätte
(S. 30 Ziff. VI.1).
3.4
Dr.
F.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, Regionalärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 6. Dezember 2016 (Urk. 7/64 S. 3) Stellung zum Gutachten von Dr.
A.___
. Dr.
F.___
führte aus, es seien eine Cannabisabhängigkeit und eine spezifisch
e Phobie diagnostiziert worden. Diese hätten keine
dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 0 %. Weiter bestünden keine Hinweise, dass die Arbeitsfähigkeit seit 2002 rele
vant eingeschränkt gewesen sei (S. 3 Mitte).
3.5
D.___
und Dr.
E.___
nahmen am 3. März 2017 (Urk. 7/72) Stellung zum Gutachten von Dr.
A.___
. Sie
gaben an
,
der psychiatrische Gutachter
sei gegen
über den Äusserungen des Exploranden zu unkritisch
gewesen
und
es seien wich
tige Fragen
im Gutachten nicht diskutiert worden
. Es sei fachlich nicht hinrei
chend ausgearbeitet
worden
und daher auch nicht schlüssig (S. 1 Mitte). So könne man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass der Gutachter die
schöngefärbten
Aussagen des Exploranden sehr unkritisch entgegengenommen habe. Der Explo
rand habe seinen «psychologischen Roman» erzählt und der Gutachter habe diesen mehr oder weniger fraglos akzeptiert, obwohl er durch die Vorberichte und die Akt
en hätte gewappnet sein können (S. 1 Ziff. 1). Der Explorand scheine sich bei der Begutachtung freundlich, offen, eloquent und gut gelaunt gezeigt zu haben, weshalb der Gutachter ihn zur Hauptsache als arbeitsfähig beurteilt habe und er keine IV-relevante Diagnose gesehen habe. Dass dieses Bild ganz offen
sichtlich im Widerspruch zur Aktenla
ge und zum Bericht der Ärzte der
C.___
vom 27. November 2015
stehe, sei in fast nonchal
a
nter
Weise übergangen worden und sei keinesfalls hinreichend diskutiert worden. Im Bericht vom 27. November 2015 sei überdies erwähnt worden, dass der Explorand kommunikativ und eloquent auftreten könne
und
er sich überhöht als starke, grossartige Person präsentieren wolle. Es sei aber im Grund gut zu durchschauen, dass dies nicht der Realität entspreche (S. 1 f. Ziff. 1).
Die Ärzte hätten i
m Bericht vom 27. November 2015
eine kombinierte Persön
lich
keitsstörung diagnostiziert
. Es wäre daher naheliegend gewesen,
bei der Begut
achtung
ein standardisiertes Verfahren (Persönlichkeitstest) einzusetzen und allfällige Wahrnehmungsunterschiede
in den Untersuchungen
anhand dieses Resultates zu entscheiden oder zu diskutieren. Auch die Diagnose einer rezidi
vierenden depressiven Störung sei vom Gutachter nicht beachtet und nicht dis
kutiert worden (S. 2 Ziff. 2). Der Beschwerdeführer sei zwischen 2012 bis 2015 drei Mal von der zuständigen Sozialarbeiterin bei der
C.___
angemeldet worden. Als Anmeldungsgründe
seien
jedes Mal Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Antriebslo
sigkeit, Überforderung
und ein
schl
echter
Ernährungs
zustand angegeben
worden
. Mehr als einmal sei die Errichtung einer Beistand
schaft in Erwägung gezogen worden. Derartige Berichte und Meldungen von erfahrenen Fachpersonen aus dem Sozialbereich sollten von einer psychiatrischen Fachperson nicht unbegründet ausser Acht gelassen werden (S. 2 Ziff. 3).
Frühe
Störungen, die in der Kindheit begonnen hätten, korrelierten deutlich mit Störungen im Erwachsenenalter, insbesondere mit Persönlichkeitsstörungen. Chronische Antriebsstörungen, mangelndes Durchhaltevermögen und soziale Dekompensationen seien trotz grundsätzlich durchschnittlicher Intelligenz häufig anzutreffen. Bei intelligenten Personen seien Verleugnungstendenzen nicht sel
ten. Zum Beispiel stelle der Explorand sein Versagen im Gymnasium und an der Handelsschule immer so dar, als ob er nicht mehr motiviert gewesen sei und
er
die Schule abgebrochen habe. Aus den Akten gehe aber klar hervor, dass er sonst von der Schule weggewiesen worden wäre. Dass der Explorand sein Versagen oft mit Bequemlichkeit erkläre, könne nicht einfach so übernommen werden.
Sich als bequem zu bezeichnen
sei eine alltägliche Schutzbehauptung
. Dies sei psychologisch einfacher zu akzeptieren, als
sich
eingestehen zu müssen, dass man Defizite
habe
und versagt habe oder dass man an einem psychischen Problem leide
(S. 2
f.
Ziff. 4).
3.6
Dr.
A.___
nahm am 18. Dezember 2017 (Urk. 10)
seinerseits
zum Schreiben der Ärzte der
C.___
vom 3. März 2017 Stellung. Er führte aus, die Durchführung von standardisierten Verfahren zur Persönlichkeitsdiagnostik sei in einer Begutach
tung nicht zwingend notwendig. Eine solche sei auch von den Ärzten der
C.___
nicht durchgeführt worden, zumindest gebe es dafür im Bericht vom 27. Novem
ber 2015 keine Hinweise. Im konkreten Fall
wäre
eine erweiterte Persönlichkeits
diagnostik auch nicht sinnvoll gewesen, da der Beschwerdeführer bei der Begut
achtung nach seinen eigenen Angaben unter dem Einfluss von Cannabis gestanden habe (sechs Joints pro Tag, S. 1). Aufgrund der eigenanamnestischen
Angaben
und der Aktenlage sei über einen seit 20 Jahren bestehenden intensiven Cannabiskonsum berichtet worden. Dabei seien erhebliche Persönlichkeitsverän
derungen unter anderem im Sinne eines amotivationalen Syndroms zu erwarten, so dass eine Beurteilung der Primärpersönlichkeit erst nach längerer Abstinenz möglich wäre (S. 2 oben).
Er, Dr.
A.___
, stimme den Kollegen der
C.___
vollumfänglich zu, dass der Beschwerdeführer psychische Probleme habe, was offensichtlich sei. Diese seien jedoch dem langjährigen exzessiven Cannabis-Konsum zuzuschreiben. So könne ohne
eine längerfristige, vollständige und nachgewiesene Abstinenz nicht aus
einanderdividiert werden, ob es möglicherweise Anteile gebe, die nicht der Cannabisabhängigkeit zuzuschreiben seien. Klare Belege für solche Cannabis-unabhängige Anteile gebe es nicht. Dabei sei zu beachten, dass Cannabis-indu
zierte Veränderungen potentiell reversibel seien. Aus psychiatrischer Sicht bestünden somit gute Chancen, dass sich bei dauerhafter vollständiger und ent
sprechend nachgewiesener Abstinenz das Restleistungsvermögen wesentlich
ver
bessern werde
. Die vom Beschwerdeführer beschriebenen Schwierigkeiten im All
tag (unaufgeräumte Wohnung, er koche nicht)
stünden
einer Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiter nicht prinzipiell entgegen (S. 2).
4.
4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
4.2
Die behandelnden Ärzte der
C.___
beanstandeten
in
der
Stellungnahme
vo
m 3.
März 2017
das psychiatrische Gutachten
von Dr.
A.___
vom 26. November 2016.
Unter anderem wandten sie ein
, dass bei der Begutachtung ke
in
e
Persön
lichkeitstest
s
durchgeführt worden sei
en
(vorstehend E. 3.5)
.
Dr.
A.___
erklärte dazu
,
dass
der Beschwerdeführer auch am Tag der Begutac
htung Cannabis kon
sumiert habe und
eine
Persönlichkeitsdiagnostik
bei einer Cannabis
abhängigkeit
erst nach einer längeren Abstinenz sinnvoll möglich
sei
, da das Ergebnis anson
sten verfälscht würde.
Weiter hätten auch
die behandeln
den Ärzte - soweit ersichtlich - keine
solchen Tests
durchgeführt
(E. 3.6).
Das Gutachten von Dr.
A.___
beruht somit auf der erforderlichen psychiatrischen Untersuchung.
Der Gutachter
verneinte
sodann
gestützt auf die persönliche U
ntersuchung vom 9. November 2016, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung eine depressive Symp
tomatik
bestanden habe
.
Diese
Beurteilung
war dem Gutachter aufgrund
der Begutachtung sehr wohl
möglich.
In diesem Sinne konnte er die Angaben der behandelnden Ärzte zum Vorliegen einer depressiven Störung nicht bestätigen.
Frühere
von Dr.
B.___
beschriebene
schulische Schwierigkeiten
des Beschwerdeführers
sind für die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes
sodann
nur bedingt aussagekräftig.
Dr.
A.___
antwortete sodann
auf
die Fragen der Beschwerdegegnerin zu den mit
BGE 141 V 281
eingeführten sogenannten Standardindikatoren. Das Gutachten erweist sich somit für die streitigen Belange als umfassend.
Weiter wurde es in Kenntnis der
Vorakten
erstellt.
Zwar hat sich
Dr.
A.___
im psychi
atrischen Gutachten kaum mit den
von
D.___
und Dr.
E.___
gestellten Diagnose
n
von
kombinierten Persönlich
ke
its
störungen
und einer rezidivierenden depressiven Störung
auseinander
ge
setzt.
Der Gutachter nahm jedoch am 18. Dezember 2018 zum Bericht der behan
delnden Ärzte Stellung.
Mit
dieser
Stellungnahme
liegt grundsätzlich eine ausreichende Auseinandersetzung mit der abweichenden Beurteilung
der
behandeln
den Ärzte vor.
Dr.
A.___
gab zudem an
,
dass kaum
festgestellt werden könne
, ob Anteile der geklagten Beschwerden bestünden,
die
nicht auf den langjährigen Cannabiskon
sum
des Beschwerdeführers
zurückzuführen seien. Für solche Anteile lägen
jedoch
keine Anhaltspunkte vor (vorstehend E. 3.6).
Gemäss Dr.
A.___
sind
die auch von ihm
festgestellten
Schwierigkeiten des Beschwerdeführers
in der Bewältigung seines Alltages
im Wesentlichen
auf die l
angjährige Cannabisab
hängigkeit, und nicht auf eine depressive Symptomatik zurückzuführen.
Das Gut
achten von Dr.
A.___
vermag
daher
zusammen mit
seiner
Stellungnahme vom 18. Dezember 2017 in der Beurteilung
der medizinischen Situation
und in den Schlussfolgerungen zu überzeugen. Dass der Gutachter zu einem anderen Ergeb
nis als di
e behandelnden Ärz
te gelangte und er die von
D.___
und Dr.
E.___
gestellten Diagnosen nicht bestätigen konnte
, ändert
an der Beweis
kraft des Gutachtens
nicht
.
Dem Gutachten ist daher
volle Beweiskraft beizumessen.
4.3
Dr.
A.___
nannte als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ausgeprägte Spritzen- und Nadelphobie und eine Cannabisabhängigkeit
(vorste
hend E. 3.3.2).
Betreffend die
Diagnose einer spezifischen Phobie kann auf die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens verzichtet werden.
Anhand des Gutachtens ist
leicht
einsehbar, dass
der Beschwerdeführer
trotz der Phobie
n
nicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Eine Drogensucht führt sodann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes (vgl. E. 1.3). Dr.
A.___
kam zur Einschätzung, dass die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit wesentlich auf die Cannabisabhängigkeit
und den Drogenkonsum des Beschwerdeführers
zurückzuführen ist. Da es sich gemäss dem psychiatrischen
Gutachten um ein reines Suchtgeschehen handelt,
besteht keine Invalidität im Rechtssinne.
Die Beurteilung
durch Dr.
A.___
ist
sodann
der Einschätzung durch
die behan
deln
den Ärzte vorzuziehen.
Deren
Bericht vom 27. November 2015 vermag ins
besondere
deshalb
nicht zu überzeugen,
da
diese für jegliche Tätigkeiten und dauerhaft eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% attestiert hatten (vorstehend E. 3.2)
.
Dabei hätte von den behandelnden
Fachpersonen
genauer aufgezeigt werden müssen, ob durch eine Therapie mit einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gerechnet werden kann, was
sie
zwar verneinten
(vorstehend E. 3.2).
Der Bericht vom 27. November 2015
vermag daher nicht zu überzeugen
. In diesem Zusam
menhang ist zudem auf den Grundsatz hinzuweisen
, wonach Berichte der behan
delnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 253 E. 3b/cc). Dies gilt für einen allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für einen behandelnden Spezialisten (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom 6. April 2006 E. 5.5). Es ist daher auf die Beurteilung durch Dr.
A.___
abzustellen.
4.4
Gestützt auf die Beurteilung durch Dr.
A.___
ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass der Beschwerdeführer in einer Hilfs
ar
beiter
tätigkeit
u
neingeschränkt arbeitsfähig ist
. Es fehlt daher an einer Invalidität im Rechtssinne. Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch auf IV
Leistungen daher zu Recht verneint.
Die angefochtene Verfügung vom 10. Juli 2017 erweist sich demzufolge als rech
tens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kos
ten auf Fr. 700.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung sind die Kosten jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG nimmt der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen
von Amtes wegen
vor. Vorliegend hat es die
Beschwerdegegnerin unterlassen, beim psychiatrischen Gutachter Dr.
A.___
eine Stellungnahme zum
Schreiben der Ärzte der
C.___
vom 3
. März 2017 einzuholen. Ohne
die
vom hiesi
gen Gericht veranlasste
nachträgliche
Stellungnahme
von Dr.
A.___
vom 18.
Dezember 2017 (Urk. 10)
hätte auf
das psychiatrische Gutachten
nicht abgestellt werden können
,
weil
sich der Gutachter
ursprünglich
nur unzureichend mit der
abweichenden
Einschätzung der behandelnde
n Ärzte auseinandergesetzt hat
(vgl. E. 4.2 hiervor)
. Die Kosten für die Stellungnahme von Dr.
A.___
in Höhe von Fr. 197.80 (Urk. 11) sind daher der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Der Beschwerdeführer wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die Kosten der Stellungnahme von Dr.
A.___
vom 18. Dezember 2017 in Höhe von Fr.
197.80 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Stadt Zürich Soziale Dienste
, unter Beilage einer Kopie von Urk. 15
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter
Beilage einer Kopie von Urk. 11 sowie Urk. 14
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrugger