# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b38d14b-9bac-52c8-b916-388be2dbd76f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-19
**Language:** de
**Title:** Befristeter Rentenanspruch bestätigt. Medizinischer Sachverhalt hinreichend abgeklärt. (BGE 9C_309/2015)
**Docket/Reference:** IV.2013.00962
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00962.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00962
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Ryf
Urteil
vom
19. März 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Elisabeth
Tribaldos
schadenanwaelte.ch
Rain 41, 5000 Aarau
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1967, Mutter von vier
Kindern (Jahrg
ä
ng
e 1991, 1994, 1997 und 2001
), war
zuletzt
von
Oktober 2010
bis
April 2011
bei
der
Y.___
AG
als
Raumpflegerin
tätig
(
Urk.
7/10
Ziff.
2.1 und
Ziff.
2.7). Unter
Hinweis auf
einen am 31. Januar 2011 erlittenen Unfall
(Sturz auf
die Hände und die Knie, als sie beim Hinuntergehen einer Treppe die letzten
S
tufen übe
rsah,
vgl.
Urk.
7/26/264
Ziff.
6
)
meldete
sich
die Versicherte am
8. Juli 2011
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizini
sche und erwerbliche Situation ab, zog Akten de
r Schweizerischen
Unfallversi
cherungsanstalt
(SUVA)
bei (
Urk.
7/21-22,
Urk.
7/26) und liess die Versicherte am 14. Februar 2012 durch einen Arzt ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) untersuchen (
Urk.
7/16). Des Weiteren veranlasste sie eine
Haushaltab
klärung
, über welche am 19. November 2012 berichtet wurde (
Urk.
7/28).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
7/32,
Urk.
7/34,
Urk.
7/42)
sprach die IV-Stelle
der
Versicherten
mit Verfügung vom 23. September 2013 (
Urk.
7/44 und
Urk.
7/53 =
Urk.
2)
bei einem Invaliditätsgrad vo
n 79
%
eine
ganze
Rente
vom 1. Januar 2012 bis 31. März 2013
zu
. Für die Zeit danach verneinte sie bei einem Invaliditätsgrad von 6
%
einen Rentenanspruch
.
2.
Die Versicherte erhob am 23. Oktober 2013
Beschwerde gegen die Verfügung vom
23. September 2013
(
Urk.
2) und beantragte,
es seien ihr die gesetzlichen Leistungen ab dem 31. März 2013 weiterhin auszurichten, eventuell
sei
ein ge
richtliches Gutachten über den Gesundheitszustand ab dem 31. März 2013 in Auftrag zu geben, subeventuell die Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die IV-Stelle zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2
)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
2.
November 2013
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde
der Beschwerdeführerin am
20. Februar 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgebenden ges
etzlichen Grundlagen betreffend Entstehung und Umfang des Rentenanspruchs
(Art. 28
und Art. 29
des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung, IVG) sowie die Bemessung der Invalidität
bei
teilerwerbstäti
gen
Versicherten (Art.
28a
Abs.
3
IVG
in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
2 IVG und Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
, ATSG
) sind im angefochtenen Entscheid zutreffend
dargelegt
(
Urk.
2
Verfügungsteil 2 S.
S. 1). Darauf kann, mit nachfolgenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist
ein
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
ab dem
1. April 2013
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 73
%
nachgehen würde und somit als Teilerwerbstätige zu qualifi
zieren sei (Verfügungsteil 2 S. 1 unten).
Seit
31. Januar 2011
sei
ihre
Arbeitsfä
higkeit
erheblich eingeschränkt
. Nach Ablauf der Wartezeit im Januar 2012 sei
en
ihr
weder die angestammte noch eine angepa
sste Tätigkeit zumutbar ge
wesen
. I
m Haushalt sei eine Einschränkung von 23
%
ermittelt worden, womit ab Januar 2012 ein eine ganze Rente begründender Invaliditätsg
rad
von rund
79
%
resultiere (Verfügungsteil 2 S. 2 oben). In der Folge habe sich
der
Gesund
heitszustand
verbessert. S
eit 19. Dezember 2012 seien ihr angepasste Tätigkei
ten wie beispielsweise leichte Montage-
,
Kont
r
o
ll- oder Verpackungstätigkeiten zu 100
%
zumutbar, wobei bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ein
be
hinderungsbedingter
Abzug von 5
%
vorzunehmen sei.
Die Einschränkung im Haushal
t betrage weiterhin 23
%
. Damit resultiere
ab Dezember 2012
ein
Inva
lidi
tätsgrad
von rund 6
%
,
weshalb - unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimmungen zur Änderung des Anspruchs - ab April 2013 kein Rentenan
spruch mehr bestehe
(Verfügungsteil 2 S. 2 unten
).
2.3
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) demgegenüber
zu
sammenfassend
geltend,
dass sich
ihr
gesundheitlich
e
r
Zustand nicht verbessert habe
, sondern
e
s vielmehr Hinweise dafür gebe, dass sich dieser eher ver
schlechtert habe. Aus diesem Grund habe die
Beschwerdegegneri
n
ihre
Abklä
rungspflicht
verl
etzt.
Um den weiteren Verlauf beurteilen zu können, hätte sie zumindest mit dem Entscheid über die Rentenaufhebung zuwarten müssen
(
S. 8
Ziff.
25
).
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:
3.2
Vom 18. Juli bis 26. August 2011 weilte die Beschwerdeführerin zur stationären Rehabilitat
ion in der Rehaklinik
Z.___
, wo g
emäss Austrittsbericht vom
8. September
2011 (
Urk.
7/9/7 ff.)
folgende Diagnosen gestellt
wurden
(S. 1):
A.
Unfa
ll v
om 31. Januar
2011: Von letzter Treppenstufe auf Beton auf beide
Knie gestürzt
-
Kniek
ontusion bei vorbestehender Gonarthrose rechts
-
15. März 2011 Röntgen: leichte Gonarthrose und
Femoropatellararth
rose
beidseits
-
15. März 2011 Magnetresonanztomographie (MRI) Knie rechts: subku
tane
postkontusionelle
ödematöse Veränderung an der
Tubero
sitas
tibiae
. Langer horizontaler Riss des medialen
Meniskushinter
horns
und der Pars
intermedia
, ansatznahes Meniskusganglion. Mäs
sige bis deutliche Gonarthrose und
femoropatellare
Arthrose, deutli
che
medialbetonte
Chondropathia
patellae
. Keine Hinweise auf eine
Tibiaplateau
-Fraktur
-
15. Juni 2011 Orthopädie Spital
A.___
: keine Operationsindikation. Re
habilitation in der Rehaklinik
Z.___
empfohlen
-
5. August 2011 orthopädisches
Konsil
Rehaklinik
Z.___
: rechtes Knie klinisch unauffällig
-
Reizung Extensor-Sehne DII rechter Fuss
B.
Degenerative
V
eränderungen
der Lendenwirbelsäule (LWS)
-
26. Juli 2011 MRI LWS:
Chondrosen
L4-5-S1, Rissbildungen des
Anulus
fibrosus
ohne Nachweis eines
diskogenen
Vorfalles respektive einer
Kompromittierung
von Spinalnerven
.
Spondylarthrosen
ohne
Spinalka
nalstenose
C.
Adipositas Grad I (BMI 34 kg/m
2
)
Die Ärzte führten aus, bei Austritt hätten bewegungs- und belastungsverstärkte Knieschmerzen rechts, insbesondere
retropatellär
, eine Schmerzausstrahlung von
gluteal
über den dorsalen Oberschenkel bis zum Sprunggelenk rechts, eine Hypästhesie im lateralen Ober- und Unterschenkel
rechts
,
eine
fragliche leichte
Fussaussenrandheberschwäche
rechts
sowie Adipositas
bestanden (S. 1 unten). Im Rahmen der stationären Rehabilitation habe keine wesentliche Verbesserung der Schmerzproblematik erreicht werden können. Die körperliche Leistungsfä
higkeit und Belastbarkeit hätten
beim Training auf einem tiefen N
iveau nur mi
nimal gesteigert werden können. Das Leistungsverhalten der Beschwerdeführe
rin sei schlecht gewesen (S. 3 unten). Das Ausmass der demonstrierten physi
schen Einschränkungen lasse sich mit den pathologischen Befunden der klini
schen Untersuchung und der bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären (S. 3 oben).
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte aus, es liege k
eine ps
ychische Störung vor, welche eine
arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könnte
.
Bei Austritt sei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für zwei Monate attestiert worden.
Nach einer Phase ambulanter Physiotherapie und me
dizinischer Trainingstherapie (MTT)
zur Verbesserung der Kondition und Be
weglichkeit
sollte eine Beurteilung im Spital
A.___
erfolgen. Hinsichtlich des orthopädischen Gesundheitszustands sei eine weitere
diätetische
Gewichtsre
duktion
anzustreben. Aktuell sei weder die
Tätigkeit als Zimmermädchen noch
sonst
eine Arbeitsaufnahme zumutbar
(S. 2 oben, S. 4 oben).
3.
3
Dr.
med. B.___
, Facharzt für Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom 15. Dezember
2011 (
Urk.
7/13)
die von den
Ärzten der Rehaklinik
Z.___
ge
stellten Diagnosen (
Ziff.
1.1
)
. Er führte aus,
die Beschwerdeführerin klage immer noch über starke rechtsseitige Knieschmerzen, sowohl
ventralseitig
wie auch
popliteal
. Die Schmerzen seien belastungsabhängig. Gehen sei nur noch über kurze Distanzen, maximal über 500 Meter, möglich. Danach käme es zu massi
ver Schmerzzunahme über mehrere Stunden. Exquisite Druckschmerzen fänden sich über der rechten Kniegelenksseite (Innenmeniskus), weniger schmerzhaft sei die Aussenseite
(
Ziff.
1.4)
. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Zimmer
mädchen sei die Beschwerdeführerin seit 31. Januar
2011
bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6).
Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit müsse durch eine medizinische Begutachtun
g geklärt werden (
Urk.
7/13/6).
3.
4
Am 14. Februar 2012
wurde die Beschwerdeführerin durch
Dr.
med. C.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, RAD, untersucht
(
vgl.
Urk.
7/16
). In seiner Stellungnahme vom 17. Februar 2012 (
Urk.
7/30
S. 4
f.) führte
Dr.
C.___
aus, bei der Beschwerdeführerin sei folgender die Arbeitsfä
higkeit beeinträchtigender somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen (S.
4
unten):
-
posttraumatisch persistierender, belastungs- und bewegungsabhängig ver
stärkter Beinschmerz rechts lateral betont bei Zustand nach
Kniege
lenkskontusion
im Rahmen
eines Treppensturzes am 31. Jan
u
a
r 2011 bei MRI-gesicherter beginnender Gonarthrose und Horizontalriss des
In
nenmeniskus
-
Differential
diagnose: chronische Ischialgie rechts ohne sensible oder motorische Reizsymptomatik
Dabei unberücksichtigt, weil ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, blie
ben (S. 5 oben):
-
beginnende Gonarthrose und Zustand nach
arthroskopischer
Teilmenis
kektomie
links im Jahr 2005
-
MRI-gesicherte degenerative LWS-Verän
derungen ohne Hinweis auf Bands
c
h
eibenprolaps/
Bandscheibenprotrusion
-
stammbetonte Adipositas
Dr.
C.___
führte aus, es sei von einem noch nicht stabilen Gesundheitsschaden auszugehen, da offensichtlich noch nicht alle diagnostischen und therapeuti
schen Möglichkeiten ausgeschöpft worden seien. Im Moment sei von einer seit dem Unfalltag andauernden Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für sämtliche Tätig
keiten auszugehen, wobei für die bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft eine vollständi
ge Arbeitsunfähigkeit mit überw
i
e
gender Wahrscheinlichkeit dauer
haft weiterbestehen werde, während für eine angepasste Tätigkeit zumindest eine Teilarbeitsfähigkeit erreichbar sein sollte (S. 5 oben).
3.
5
In seinem Bericht vom
28. März 2012
über die gleichentags erfolgte Untersu
chung (
Urk.
7/18/8 ff.) führt
e
SUVA-Kreisarzt
Dr.
med. D.___
, Facharzt für Chirurgie
,
aus,
seines Erachtens liege ein etwas diffuses Beschwerdebild vor und offensichtlich seien auch die durch die verschiedenen Ärzte erhobenen
Pal
pationsbefunde
unterschiedlich gewesen. Aus diesem Grund sei die Indikation für eine bilanzierende Arthroskopie und gegebenenfalls mediale
Meniskushin
terhornteilresektion
nicht leicht zu stellen, zumal der Erfolg für eine erhebliche Besserung des Beschwerdebildes nicht garantiert sei. Bei der heutigen Untersu
chung habe eindeutig eine
Druckdolenz
über dem medialen Meniskus bestan
den. Die
Tendinose
der Sehne des Bizeps
femoris
lateralis
könne er bestätigen. Das Beschwerdebild und insbesondere die Intensität könne er aufgrund des er
hobenen klinischen Befundes und der bisher durchgeführten Diagnostik nicht vollumfänglich nachvollziehen (S. 5 Mitte). Eine volle Arbeitsunfähigkeit lasse sich eigentlich nicht mehr rechtfertigen (S. 5 unten).
In seiner ergänzenden Stellungnahme vom 1
2.
Juni 2012 (
Urk.
7/18/6 f.)
sprach sich
Dr.
D.___
- n
ach Einsicht in das Verlaufs-MRI vom
7. Mai 2012 und
in Absprache mit
Dr.
B.___
-
für die Durchführung einer Arthroskopie aus, deren Ausgang er aufgrund der bisherigen Vorgeschichte als offen bezeichnete (S. 2 Mitte).
3.6
Am 11. August
2012 (
Urk.
7/18/1-2)
berichtete
Dr.
B.___
von einem im Wesentli
chen unveränderten Gesundheitszustand mit weiterhin bestehenden starken, zunehmend immobilisierenden Knieschmerzen rechts (
Ziff.
1.4) und at
testierte der Beschwerdeführerin als Zimmermädchen eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit seit 31. Januar
2011
und
bis auf weiteres
(
Ziff.
1.6).
3.7
Am 14. September 2012 wurde im Kantonsspital
E.___
bei diagnosti
zierter medialer Meniskusläsion rechts nach Sturz im Janua
r 2011 mit/bei
m
e
diale
r sowie
femoropatellärer
Gonart
h
r
ose Knie rechts
eine
Kniege
lenksarthroskopie
rechts mit
Teilmeniskektomie
medial durchgeführt (
Operati
onsbericht
vom
2.
Oktober
2012
,
Urk.
7/21/16-17)
. Im
Vorfeld des Eingriffs hatten
die Ärzte der
Kli
nik für
Orthopädische Chirurgie,
Dr.
med. F.___
,
Chefarzt
,
Leiter Kniechirurgie, und
Dr.
med.
G.___
, Oberarzt,
fest
gehalten, dass die Beschwerdeangaben der Beschwerdeführerin schwer nach
vollziehbar seien und somit davon auszugehen sei, dass auch nach der Arthro
skopie ein grosser Teil der Beschwerden
weiterhin angegeben
werde
; für einen „grösseren“ Eingriff sähen sie jedoch keine Indikation
(Bericht vo
m 21. Juni 2012,
Urk.
7/21/39).
Am 19. Se
p
t
ember 2012 berichteten die
Chirurgen
des
E.___
von einem verzöger
ten postoperativen Verlauf mit
somatisierenden
Tendenzen betreffend die Schmerzsymptomatik (
Urk.
7/21/24).
In einem weiteren Bericht vom
20. De
zember
2012 (
Urk.
7/25/3)
führten s
ie
aus
, der Verlauf sei erwartungsgemäss schleppend. Die Beschwerden seien auch nach fünfwöchiger stationärer Rehabi
litation in der Rehaklinik
Z.___
wenig verändert zu präoperativ (S. 1 Mitte). Aufgrund der angege
benen persistierenden Schmerzen
müsse davon ausgegan
gen werden, dass die angegebenen Beschwerden nicht von intraartikulärer Ge
nese seien und somit wenig Zusammenhang mit der Operation respektive der vorbestehenden Pathologie im Kniegelenk zu tun hätten. Insgesamt seien der Verlauf sowie die Angaben der Beschwerdeführerin schwer in Zusammenhang zu bringen mit dem Initial-„Trauma“ sowie der durchgeführten Operation.
Die Behandlung im
E.___
sei abgeschlossen (S. 1 unten).
3.8
Im Austrittsbericht vom 20. Dezember
2012
über den stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 15. November bis 19. Dezember 2012
(
Urk.
7/2
7
/1 ff.
) nannten die Ärzte der R
ehaklinik
Z.___
folgende Diagnosen (S. 1):
A.
Unfall vom 31. Januar 2011
-
Kniekontusion bei vo
rbestehender Gonarthrose rechts
-
beginnende bis mässige medial betonte
Pangonarthrose
rechts
-
B.
degenerative LWS-Veränderungen
C.
Adipositas Grad
II
(BMI 38kg/m
2
)
D.
gegenwärtig keine psychische Störung nach ICD-10 feststellbar
-
Sie
führten aus, im Rahmen der stationären Rehabilitation habe bei erheblicher Symptomausweitung und negativem Verhalten bezüglich Rehabilitation keine namhafte Verbesserung der Beschwerden erzielt werden können. Weitere physi
otherapeutische Massnahmen könnten daher nicht empfohlen werden. Hinsicht
lich der degenerativen Kniegelenksproblematik wäre eine diätetische
Gewichts
reduktion
anzustreben
(S. 2 Mitte).
Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm ge
zeigt
worden sei. Infolge Selbstlimitierung hätten die zu erwartenden Verbes
serungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Das A
usmass der demonstrierten physischen Einschränkungen l
asse
sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären
. Aus unfallkausaler Sicht
sei der Beschwerdeführerin die
Tätigkeit als Zimmermäd
chen nicht zumutbar
. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit sei ihr ganztags zu
mutbar (S. 2 unten). Einschränkend
kämen nur
wechselbelastende (im Wechsel zwischen Gehen, Stehen und Sitzen) sowie Tätigkeiten ohne längerdauernde Kniezwangspositionen (kniend oder hockend) in Frage (S. 3 oben).
3.9
Am 10. Januar
2013
berichtete
Dr.
B.___
, es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
als Raumpflegerin; eine Integration ins Arbeitsleben
sei
auf
grund der
chronifizierten
Schmerzen wahrscheinlich nicht mehr möglich
(
Urk.
7/23/1).
3.10
In seinem Bericht vom 2
8. März 2013
(
Urk.
7/41) diagnostizierte
Dr.
med.
H.___
, Leitender Arzt, Schmerz- und Komplementärmedizin, Spital
A.___
, einen
chronifizierten
Schmerzzustand bei vorbestehender Gonarthrose rechts nach Kniekontusion am 31. Januar 2011 und Kniearthroskopie am 14. Septem
ber 2012 und
ersuchte
die
Orthopäden
des
E.___
um eine nochmalige Beurtei
lung. Er
führte
aus, das Kniegelenk der Beschwerdeführerin nochmals mit einem Lokalanästhetikum infiltriert zu haben, wiederum oh
ne Reaktion. Dies spreche an und
für sich gegen eine intraartikuläre Genes
e der Schmerzen. Trotzdem möchte er die Beschwerdeführerin nochmals zur orthopädischen Beurteilung zuweisen, insbesondere da die Arbeitsunfähigkeit nun schon über ein Jahr daure und die Schmerzen auf jegliche Intervention eigentlich schlimmer gewor
den seien (S. 1).
3.1
1
In seiner Stellungnahme vom 6. April 2013 (
Urk.
7/30 S. 7 f.) führte RAD-Arzt
Dr.
C.___
aus,
die Beschreibung des bereits aus seiner Stellungnahme vom
17. Februar 2012 bekannten somatischen Gesundheitsschadens sei
entsprechend den aktuellen
Erkenntnissen
wie folgt
anzupassen:
-
persistierende Knie- und Beinschmerzen rechts bei medial betonter
Gon
arthrose und Retropatellararthrose
-
Zustand nach Kniearthroskopie rechts mit medialer
Teilmeniskekto
mie
am 14. September 2012
-
chronische Lumbalgie bei degenerativen Veränderungen (
Spondylarthro
sen
)
Er
führte aus, nach erfolgter Kniearthroskopie und fünfwöchiger Reha-Mass
nahme sowie Abschluss der Behandlung im
E.___
sei der Gesundheitszustand nun stabil, allerdings unter Fortbestand der Schmerzen, wobei eine erhebliche Symptomausweitung und letztlich auch eine ungenügende Erklärbarkeit der beschriebenen Schmerzen durch den organischen Befund zu berücksichtigen seien.
Die Angaben im Austrittsbericht der Rehaklinik
Z.___
hinsichtlich ei
ner dauerhaften Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die bisherige
Tätigkeit seien plausibel, da d
och schon eine deutliche medial
betonte Gonarthrose sowie eine Retropatellararthrose vorlägen und damit die im Stehen und Gehen ausgeübte Tätigkeit als Zimmermädchen nicht mehr zumutbar sei. Für eine angepasste Tä
tigkeit bestehe in Fortsetzung der RAD-Stellungnahme vom 17. Februar 2012 nunmehr eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
ab 19. Dezember 2012 unter Beach
tung folgenden Belastungsprofils:
leichte bis gelegentlich mittelschwere Arbeit, wechselbelastend und dabei überwiegend sitzend, ohne längere Zwangsposition des rechten Kniegelenkes im Knien oder Hocken
(S. 8 oben).
3.
12
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
äusserte sich
Dr.
B.___
am 29. Juni 2013 (
Urk.
7/42) dahingehend, dass
die von den Ärzten der Rehaklinik
Z.___
für eine angepasste Tätigkeit attestierte volle Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit schwierig nachzuvollziehen
sei
, insbesondere aufgrund des
chronifizierten
Schmerzzustands
bei nachgewiesener Gonarthrose rechts mit Status nach Kniekontusion und Kniearthroskopie.
Klinisch
sei das rechte Knie der Beschwerdeführerin
am 29. Juni 2013
immer noch überwärmt und ge
schwollen gewesen mit einer deutlichen Umfangsdifferenz zur Gegenseite von zwei Zentimetern.
Er verweise hier auch auf den Bericht von
Dr.
H.___
vom 28. März 2013.
Aufgrund der starken Kniebeschwerden rechts mit stark beein
trächtigter Mobilität und Schlafstörungen denke er, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auch in einer angepassten Tätigkeit nicht über 50
%
gestei
gert werden könne.
3.13
In seiner Stellungahme vom
3. Juli 2013 (
Urk.
7/43) führte
Dr.
C.___
, RAD, aus,
es lägen keine neuen, bisher nicht bek
annten oder berücksichtig
t
en medi
zini
schen Befunde vor. D
ie Einschätzung von
Dr.
B.___
entspreche einer anderen Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts
(S. 2)
.
3.14
Auf Zuweisung von
Dr.
B.___
wurde die Beschwerdeführerin a
m 9. September 2013
durch
Dr.
med.
I.___
, Spezialarzt für Orthopädische Chirur
gie,
untersucht
. In seinem
Bericht
vom gleichen Tag
(
Urk.
7/66/1)
diagnosti
zierte
Dr.
I.___
eine posttraumatische
medialbetonte
Gonarthrose rechts bei Status nach Sturz und
Meniskektomie
etc. Er
berichtet
, eine
schmerzge
plagte
, adipöse Beschwerdeführerin vorgefunden zu haben
(
Urk.
7/66/
4
)
. Auf
grund
von im
MRI der Klinik
J.___
ersichtlichen
Nekro
sebildungen
wolle er einen Therapieversuch starten mit Stockentlastung, 15-30 kg erlaubt, und intensiver Physiotherapie.
4.
4.1
Im Zeitpunkt der Zusprechung der ganzen Rente am 1. Januar 2012
ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin weder in der an
gestammten noch in einer angepassten Tätigkeit
arbeits
fähig war.
Diese Annahme steht im Einklang mit der medizinischen Aktenlage, insbeson
dere der
- nach Einsicht in die
Vorakten
und persönlicher Untersuchung der Beschwerdeführerin
abgegebenen
-
Einschätzung von RAD-Arzt
Dr.
C.___
vom Februar 2012 (vorstehend E. 3.4),
wonach
zum damaligen Zeitpunkt
ein die Ar
beitsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden im Sinne eines
posttrau
matisch persistierenden,
belastungs- und bewegungsabhängig verst
ärkten Beinschmerzes rechts bei bildgebend nachgewiesener beginnender Gonarthrose und Horizontalriss des Innenmeniskus
vorgelegen habe
, welcher - mangels aus
geschöpf
ter diagnostischer und therapeutischer
Möglichkeiten - noch nicht stabil
gewesen
sei und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für sämt
li
che Tätigkeiten (weiterhin)
vollumfänglich ein
geschränkt
habe
.
4.2
Im weiteren Verlauf waren
mehrere Ärzte mit dem
Kniel
eiden
der
Beschwer
-
defüh
rer
in
befasst
. Im März 2012
äusserte sich
SUVA-Kreisarzt
Dr.
D.___
dahingehend, dass
er
das Beschwerdebild und insbesondere die In
tensität
aufgrund des erhobenen klinischen Befundes und der bisher durchge
führten Diagnostik
nicht vollumfänglich n
achvollziehen
könne
, und sich d
ie Attestierung einer vollen Arbeitsunfähigkeit
eigentlich
nicht mehr
r
e
chtfertigen lasse (vgl. vorstehend E. 3.5).
Im Juni 2012 hielten auch die
Ch
irurgen des
E.___
fest, dass die Beschwerdeangaben der Beschwerdeführerin n
ur schwer nachvoll
ziehbar seien.
Nachdem die
im September 2012 durchgeführte Kniearthroskopie - wie von
d
en C
hirurgen
angesichts der Vorgeschichte
erwartet - zu keiner Besserung der Beschwerden führte
und
sich vielmehr
ein schleppender posto
perativer Verlauf mit
somatisierenden
Tendenzen zeigte,
gingen
die
Chirurgen
des
E.___
im Dezember 2012
davon aus
, dass die angegebenen Beschwerden
nicht von intra
a
rtikulärer Gene
se seien und somit wenig Zusammenhang mit der Ope
ration und der vorbestehenden Patholog
i
e h
ätten
(vgl. vorstehend
E. 3.7)
.
4.3
In dieses Bild passt, dass die Ärzte der Rehaklinik
Z.___
, welche bereits an
-
läss
lich des ersten Re
hab
ilita
t
i
onsaufenthalt
e
s
der Beschwerdeführerin vom
Sommer 2011
ein
schlecht
e
s Leistungsverhalten
hatten
feststellen
können
und schon damals festgehalten
hatten
, dass
die klinischen und bildgebenden Be
funde sowie die
Diagnosen
das Ausmass der demonstrierten physischen Ein
schränkungen nur zum Teil erklär
ten (vgl. vorstehend E. 3.2), in ihrem
Aus
trittsbericht
betreffend den zweiten Rehabilitationsaufenthalt von Ende 2012 auf eine erhebliche Symptomausweitung und Selbstlimitierung
hinwiesen
.
Auch s
ie gelangten zum
Schluss, dass sich d
as Ausmass der demonstrierten physi
schen Einschränkungen mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären
lasse (vgl. vorstehend E. 3.8).
Nachdem die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit aufgrund der Selbstlimitierung der Be
schwerdeführerin nicht verwertbar
waren, nahmen die Ärzte
der Rehaklinik
Z.___
eine
von medizinisch-theoretischen Überlegungen getragene Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit vor (vgl.
Urk.
7/27 S. 2 unten). Ihre Einschätzung, wonach der Beschwerdeführerin die
Tätigkeit als Zimmermädchen nicht
mehr, eine leichte bis mittelschwere, we
ch
selbelastende Arbeit ohne längerdauern
d
e K
niezwangsposition
e
n
indes ganztags zumutbar sei,
wurde in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben (vgl.
Urk.
7/27 S. 5 f.) und
berücksichtigt
sowohl die
kli
nischen und
die
bildgebenden Befunde
als auch die
Beo
bachtungen bei den Lei
s
tungstests und im Behandlungsprogramm
(vgl.
Urk.
7/27 S. 2 unten)
. Sie
erweist sich als nachvollziehbar und schlüssig.
4.4
Gemäss Angaben der
Ärzte der Rehaklinik
Z.___
erfolgte
ihre
Zumutbar
-
keitsbe
urteilung
zwar
a
us unfallkausaler Sicht
(vgl. vorstehend E. 3.8)
.
Im
Austrittsbericht
(
Urk.
7/27)
wurden
allfällige unfallkausale Beeinträchtigun
gen indes nicht kla
r herausgeschält und im Hinblick auf die Beurteilung der Ar
beitsfähigkeit von den ebenfalls erhobenen vorbestehenden degenerativen Ver
änderungen
getrennt
, sodass nicht ohne Weiteres gesagt werden kann, die
Zu
mutbarkeitsbeurteilung
der Ärzte der Rehaklinik
Z.___
trage den degenerati
ven Befunden nicht Rechnung.
Nach Einsicht in die seit seiner Stellungnahme vom
Februar 2012
(vorstehend
E. 3.4)
ergangenen Berichte und
in Kenntnis der seither
durchgeführten
Therapien
gelangte im April 2013
jedenfalls
auch RAD-Arzt
Dr.
C.___
zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführer
in
in einer leidensangepassten Tätig
keit in quantitativer Hinsicht nicht eingeschränkt sei
.
Nachdem
er
im Februar 2012 von einem noch nicht stabilen (posttrau
-
matischen
) Gesundheitszustand bei vorbestehenden degenerativen
Ver
-
änderungen ausgegangen war, legte er
in seiner Stellungnahme vom April 2013
in nachvollziehbar begründeter Weise dar, dass nunmehr ein stabiler Gesund
-
heitszustand
vorliege
,
welcher es der
Be
schwerde
führerin
erlaube, einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
nachzugehen
.
D
en ausgewiesenen
dege
-
nerativen
Veränderungen im Bereich des rechten Knies und der Wirbelsäule
trug er
durch Formulierung eines
Belastungsprofils Rech
nung
(vorstehend
E. 3.11).
4.5
Die Berichte von
Dr.
B.___
vermögen kei
ne begründeten Zweifel an den
Ein
schätzung
en der Ärzte der Rehaklinik
Z.___
und von RAD-Arzt
Dr.
C.___
zu erwecken.
Zu der
vorliegend zur Beurteilung des Invaliditätsgrades massgeben
den
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit äusserte sich
Dr.
B.___
einzig im Einwand vom 29. Juni 2013 (vorstehend E.
3.12
), wobei er der Beschwerdeführerin (implizit) eine
lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit
in
an
gepassten Tätigkeit
en
attestierte
.
Aus seinen Ausführungen
wird
e
rsichtlich
, dass diese Einschätzung vornehmlich auf den subjektiven Schmerzangaben der Beschwerdeführerin beruht. Diese sind für die Ermittlung des Invaliditätsgrades jedoch nicht ausschlaggebend, denn die zumutbare Arbeitsfähigkeit ist allein durch den Arzt zu bestimmen,
wobei medizinisch-theoretische Überlegungen anzustellen sind, wenn - wie vorliegend -
Symptomausweitung und
Selbstlimi
tierung
eine zentrale Rolle spielen.
Mit den von den übrigen Ärzten beschriebe
nen Diskrepanzen zwischen den subjektiven Schmerzangaben und den
objekti
ven
Befunde
n
setzte sich
Dr.
B.___
denn auch
nicht auseinander.
Abgesehen davon
vermag nicht zu
überzeugen
, dass
die von
Dr.
B.___
beschrie
bene Überwärmung des Knies die Arbeitsfähigke
i
t
der Beschwer
defüh
rerin in einer knieschonen
den Tätigkeit u
m ganze 50
%
mindern soll. In d
i
e
sem Zusa
mmenhang gilt es
nicht zuletzt
auf die
Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass
Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde
Arztpersonen
beziehungsweise Therapiekräfte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E.
4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), weshalb
sich von vornherein eine gewisse Zurückhaltung bei der Würdigung entsprechender
Berichte
rechtfertigt
.
4.6
Die Berichte von
Dr.
H.___
(vorstehend E. 3.10)
und
Dr.
I.___
(vorste
hend E. 3.14) schliesslich
bringen keine neuen, bislang unberücksichtigt gebliebenen Erkenntnisse betreffend den Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin und äussern sich insbesondere nicht zur Arbeitsfähigkeit.
4.7
Zusammenfassend
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ab 19. Dezemb
er 2012 (Zeitpunkt des Austritts
aus der Rehaklinik
Z.___
) von ei
nem verbesserten Gesundheitszust
ands
mit einer (wiedererlangten) Arbeitsfä
higkeit von 100
%
in angepasster Tätigkeit ausging.
Die
von der Beschwerde
führerin geltend gemachte
Verschlechterung
des Gesundheitszustands findet in den medizinischen Akten
demgegenüber
keine Stütze. Subjektive
Schmerzanga
ben
sind nicht ausreichend.
Der medizinische Sachverhalt erweist sich als hinreichend abgeklärt. Von weite
ren medizinischen Abklärungen sind keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten,
weshalb weder ein Gerichtsgutacht
en
einzuholen noch die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschw
erdegegnerin zurückzuweisen ist (antizi
pierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 131 I 153 E. 3 mit weiteren Hinweisen).
Abschliessend
bleibt
zu bemerken
, dass von der
Beschwerdeführerin im Rahmen der ihr obli
egenden Schadenminderungspflicht
(vgl. etwa Urteile des Bundesge
richts I 70/01 vom 19. Juli 2001 E. 3c sowie I 362/06 vom 10. April 2007)
er
wartet werden darf, dass sie
die von den Ärzten mehrfach
empfohlen
e
Ge
wichtsreduktion
in Angriff nimmt, ist doch davon auszugehen, dass ihre
Über
gewichtigkeit
d
ie
degenerativen Kniegelenksprobleme ungünstig beeinflusst.
5.
Die
Qualifikation der Beschwerdeführerin und die
Invaliditätsbemessung im engeren Sinn wurde
n von der Beschwerdeführerin
n
icht in Frage gestellt und geben nach Lage
der Akten
(vgl.
Urk.
7/10
Ziff.
2.2,
Urk.
7/28
-
29
,
Urk.
7/30 S. 8 f.)
zu keinen Beanstandungen Anlass, so dass sich weitere Ausführungen erüb
rigen.
Die angefochten
Verfü
gung
vom
2
3.
September 2013 (
Urk.
2)
erweist
sich
somit
als rechtens, weshalb die
dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG sind ermessensweise auf
Fr.
7
00.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss der Beschwerdef
ührerin
aufzuger
legen
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Elisabeth
Tribaldos
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannRyf