# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcf6ffc6-6abc-52c7-8381-dbb872924afb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.12.2008 D-1264/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1264-2007_2008-12-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1264/2007
D-1263/2007
D-1262/2007
teb/huj/dcl

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Walter Lang 
und Hans Schürch,
Gerichtsschreiber Jürg Hünerwadel.

A._______, Irak,
Beschwerdeführer 1,

B._______, Irak,
Beschwerdeführer 2,

C._______, Irak,
Beschwerdeführer 3,

alle vertreten durch lic. iur. Susanne Sadri, Asylhilfe 
Bern, Bahnhöheweg 44, 3018 Bern, und Anne-Françoise 
Venetz, Croix-Rouge Valais, Service d'Aide aux Réfugiés, 
Rue des Remparts 15, CP 310, 1951 Sion,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Familienzusammenführung mit D._______, Irak 
(Verfügung des BFM vom 26. Oktober 2005); 
Einreisebewilligung und Asyl (Verfügungen des BFM vom 
12. Januar 2007).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1264/2007

Sachverhalt:

I.

A.
Der Vater der Beschwerdeführer, D._______, stellte am 23. Juni 2003 
ein Asylgesuch in der Schweiz, welches mit Verfügung des BFM vom 
20. April 2005 gutgeheissen wurde.

B.
Mit Eingabe vom 10. Oktober 2005 ersuchte er in der Folge um Ertei-
lung von Einreisebewilligungen sowie von Asyl im Rahmen einer Fami-
lienvereinigung für die Beschwerdeführer und weitere Familienangehö-
rige.

C.
Mit Verfügung vom 26. Oktober 2005 – eröffnet am 28. Oktober 2005 – 
verweigerte das BFM allen in diesem Gesuch erfassten Familienmit-
gliedern die Einreise und den Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft 
beziehungsweise das Asyl von D._______.

D.
Mit  Eingabe  von  lic.  iur.  Susanne  Sadri,  Asylhilfe  Bern,  vom 
28. November 2005 wurde gegen diese Verfügung bei der damals zu-
ständigen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) Beschwerde 
erhoben. Hinsichtlich der zu diesem Zeitpunkt bereits volljährigen Be-
schwerdeführer  wurde  dabei  um  Einbezug  in  die  Flüchtlingseigen-
schaft  und das Asyl ihres Vaters im Rahmen von Art. 51 Abs. 2  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ersucht; eventua-
liter wurde für sie die Bewilligung der Einreise zwecks Prüfung eigener 
Asylgründe beantragt. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde sodann 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht.

Zusammen mit der Beschwerdeeingabe wurden ein ebenfalls als Re-
kurs bezeichnetes Schreiben von Frau Anne-Françoise Venetz, Croix-
Rouge Valais, vom 17. November 2005 sowie drei die Beschwerdefüh-
rer  betreffende  Kautionsbestätigungen  des  Justizministeriums  bezie-
hungsweise  der  Gerichtsverwaltung  von  E._______,  datierend  vom 
2. April 2003, im Original und mit deutscher Übersetzung eingereicht.

E.
Mit an die Rechtsvertreterin Susanne Sadri gerichteter Zwischenverfü-

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gung  vom 7.  Dezember  2005  hiess  der  damals  zuständige  Instruk-
tionsrichter  das  Gesuch um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechts-
pflege gut und verzichtete auf das Erheben eines Kostenvorschusses. 
Weiter wurde angezeigt, dass die der Beschwerdeeingabe beigelegte 
Rekursschrift  von  Frau  Anne-Françoise  Venetz  vom  17.  November 
2005  ohne  anders  lautende Erklärung  als  integrierender  Bestandteil 
der Beschwerde betrachtet werde. Hinsichtlich der Beschwerdeführer 
wurde sodann darauf hingewiesen, dass der Eventualantrag, es sei ih-
nen wegen Bestehens einer Reflexverfolgung und eigenen Fluchtgrün-
den die Einreise in die Schweiz zu erlauben, nicht Gegenstand des auf 
die  Frage  der  Familienvereinigung  im  Sinne  von  Art.  51  AsylG  be-
schränkten Beschwerdeverfahrens bilden könne; die Beschwerdefüh-
rer wurden diesbezüglich auf das dafür vorgesehene Auslandverfahren 
verwiesen.

F.
Mit  Eingabe  vom 15.  Dezember  2005  erklärte  die  zweitmandatierte 
Anne-Françoise Venetz, dass lic. iur. Susanne Sadri das Verfahren wei-
ter führe.

G.
Mit Urteil vom 28. Juni 2006 trennte die ARK das Beschwerdeverfah-
ren  gewisser  Familienangehöriger  von  D._______  ab,  hiess  die  Be-
schwerde vom 28. November 2005 insoweit gut und hob die Verfügung 
des BFM vom 26. Oktober 2005 teilweise – soweit diese Personen be-
treffend – auf. Auf Anordnung der ARK bewilligte das BFM diesen Per-
sonen in der Folge die Einreise in die Schweiz und erteilte ihnen mit 
Verfügung vom 5. Juni 2007 Asyl.

H.
Mit Urteil vom 29. August 2007 trennte sodann das inzwischen zustän-
dige Bundesverwaltungsgericht das Beschwerdeverfahren weiterer Fa-
milienangehöriger von D._______ – nämlich der Mutter und der beiden 
minderjährigen Geschwister der Beschwerdeführer – von demjenigen 
der  Beschwerdeführer  ab;  die  Beschwerde  vom 28. November  2005 
wurde  bezüglich  dieser  Personen  teilweise  als  gegenstandslos 
geworden abgeschrieben und teilweise abgewiesen.

II.

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I.
Im Nachgang an das Urteil  der ARK vom 28. Juni 2006 reichten die 
Beschwerdeführer – welche in der Zwischenzeit ihren Heimatstaat ver-
lassen und sich nach Syrien begeben hatten – am 29. August  2006 
(Posteingang) bei der schweizerischen Vertretung in Damaskus schrift-
liche  Asylgesuche  ein.  Das  BFM  wies  diese  Gesuche  mit  drei  am 
5. Februar  2007  eröffneten  separaten  Verfügungen  vom  12. Januar 
2007 ab und verweigerte den Beschwerdeführern die Einreise in die 
Schweiz.

J.
Am 6. Februar 2007 erhoben die Beschwerdeführer bei der schweizeri-
schen  Vertretung  in  Damaskus  in  einer  gemeinsamen  Eingabe  Be-
schwerde gegen die Verfügungen vom 12. Januar 2007; die Botschaft 
übermittelte diese Rechtsschrift  zuständigkeitshalber an das Bundes-
verwaltungsgericht.

K.
Die Beschwerdeführer 1 und 2 gelangten in der Folge nach eigenen 
Angaben am 5. August 2007 (Beschwerdeführer 2)  beziehungsweise 
am 9. September 2007 (Beschwerdeführer 1) in die Schweiz und er-
suchten hier am 6. August 2007 (Beschwerdeführer 2) beziehungswei-
se am 9. September 2007 (Beschwerdeführer 1) um Asyl; diese Asyl-
gesuche sind derzeit beim BFM erstinstanzlich hängig. Im Rahmen der 
bisherigen Befragungen gaben die Beschwerdeführer 1 und 2 an, sie 
hätten Syrien zusammen mit  dem Beschwerdeführer 3 am 15. März 
2007 verlassen und seien in die Türkei gelangt, wo sie sich aus den 
Augen verloren hätten; während sie später  auf getrennten Wegen in 
die Schweiz gelangt seien, halte sich ihr Bruder (Beschwerdeführer 3) 
vermutlich noch in der Türkei auf.

L.
Mit Zwischenverfügung vom 6. Oktober 2008 forderte der Instruktions-
richter D._______ – welcher die Rechtsvertretung im Beschwerdever-
fahren betreffend Familienvereinigung mandatiert hatte – auf, die aktu-
elle Aufenthaltsadresse des Beschwerdeführers 3 anzugeben. Für den 
Unterlassungsfall wurde ihm angezeigt, dass das Bundesverwaltungs-
gericht  davon  ausgehe,  er  und  die  Rechtsvertretung  hätten  keinen 
Kontakt mehr zum Beschwerdeführer 3, und das Beschwerdeverfahren 
bereffend  Familienvereinigung  insoweit  als  zufolge  Wegfalls  des 

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Rechtsschutzinteresses  gegenstandslos  geworden  abschreiben  wür-
de.

M.
Mit  Eingabe  der  Rechtsvertreterin  vom 27. Oktober  2008 wurde  ein 
handschriftliches Schreiben (inklusive deutscher Übersetzung und ei-
nes  mit  der  Unterschrift  des  Beschwerdeführers  3  versehenen,  am 
14. Oktober  2008  von  den  türkischen  Postorganen  abgestempelten 
Briefumschlages)  eingereicht,  worin  dieser  seine  derzeitige  Aufent-
haltsadresse angibt und darüber hinaus auf seine Lebensverhältnisse 
in der Türkei hinweist sowie implizit um eine prioritäre Behandlung sei-
nes Beschwerdeverfahrens ersucht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 
daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sach-
gebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich end-
gültig  (Art. 105 AsylG  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset-
zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

1.4 Die Beschwerden sind form- und fristgerecht eingereicht. Die Be-
schwerdeführer  sind durch  die  angefochtenen  Verfügungen  berührt 
und hatten zumindest im Zeitpunkt deren Erlasses ein schutzwürdiges 

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Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung (zur Frage 
des  Vorliegens  eines  aktuellen  Rechtsschutzinteresses  vgl.  nachfol-
gende E. 3.1.1, 4.2 und 4.3.1). Die Beschwerdeführer waren daher zur 
Einreichung der  Beschwerden legitimiert  (Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 48 
Abs.  1  und  Art.  50  Abs.  1  und  Art.  52  Abs.  1  VwVG).  Auf  die 
Beschwerden ist einzutreten.

2.
Angesichts des engen sachlichen und persönlichen Zusammenhangs 
erscheint  es  angezeigt,  einerseits  die  Beschwerdeverfahren  der  Be-
schwerdeführer 1, 2 und 3 zu vereinen und andererseits über die Be-
schwerden  betreffend  Familienvereinigung  und  diejenigen  betreffend 
Asylgesuch aus dem Ausland in einem Urteil zu befinden.

3.
3.1
3.1.1 Soweit  das  am 10.  Oktober  2005  gestellte  und  mit  Verfügung 
des BFM vom 26. Oktober 2005 abgelehnte Gesuch um Bewilligung 
der Einreise in die Schweiz und Einbezug der Beschwerdeführer in die 
Flüchtlingseigenschaft und das Asyl von D._______ betreffend, ist zu-
nächst festzuhalten, dass die Frage der Erteilung einer Einreisebewilli-
gung an die Beschwerdeführer 1 und 2 hinfällig  geworden ist,  nach-
dem diese beiden Personen am 5. August 2007 beziehungsweise am 
9. September 2007 in die Schweiz gelangt  sind; insoweit  sind deren 
Beschwerden somit ohne weiteres gegenstandslos geworden.

3.1.2 Im  Weiteren  ist  nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwal-
tungsgerichts bei Gesuchen um Familienvereinigung die jeweilige Ge-
suchseingabe nach Treu und Glauben auszulegen und gegebenenfalls 
(auch) als Asylgesuch aus dem Ausland im Sinne von Art. 20 Abs. 2 
und 3 AsylG zu verstehen (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.3 S. 224 ff.). Im 
Falle der Beschwerdeführer stellt sich indessen diese Auslegungsfrage 
nicht  mehr,  nachdem  die  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung 
vom 7. Dezember 2005 hinsichtlich der von ihnen in der Beschwerdee-
ingabe vom 28. November 2005 geltend gemachten Furcht vor Reflex-
verfolgung beziehungsweise eigener Fluchtgründe auf das Auslandver-
fahren verwiesen wurden und am 29. August 2006 bei der schweizeri-
schen  Vertretung  in  Damaskus  eigene  Asylgesuche  stellten,  deren 
Prüfung ebenfalls Gegenstand des vorliegenden Urteils bilden.

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3.2
3.2.1 Das  BFM  stellt  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  auf  den 
Standpunkt,  die  Mutter  der  Beschwerdeführer  – welche ebenfalls  im 
Gesuch vom 10. Oktober  2005 um Familienvereinigung eingeschlos-
sen  war  –  sei  neben  der  in  der  Schweiz  lebenden  Ehegattin  von 
D._______  dessen  zweite  –  nach  islamischem  Recht  mit  ihm 
verheiratete  –  Ehefrau.  Eine  Asylgewährung  an  die  Mutter  der 
Beschwerdeführer im Rahmen einer Familienvereinigung würde somit 
zum Zustand einer Bigamie in der Schweiz führen, welcher sich nicht 
mit  dem  schweizerischen  ordre  public  vertrage.  Die  Vorinstanz 
verweist  dabei  einerseits  auf  Art.  105  des  Schweizerischen 
Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember  1907 (ZGB,  SR 210)  – gemäss 
dessen  Ziff.  1  ein  Eheungültigkeitsgrund  vorliegt,  wenn  zur  Zeit  der 
Eheschliessung  einer  der  Ehegatten  bereits  verheiratet  ist  und  die 
frühere  Ehe nicht  durch Scheidung oder  Tod des Partners aufgelöst 
worden ist  –  und andererseits  auf  Art. 27 des Bundesgesetzes vom 
18. Dezember  1987  über  das  Internationale  Privatrecht  (IPRG,  SR 
291),  gemäss  dessen  Abs.  1  eine  im  Ausland  ergangene 
Eheschliessung  in  der  Schweiz  nicht  anerkannt  wird,  wenn  die 
Anerkennung  mit  dem  schweizerischen  ordre  public  offensichtlich 
unvereinbar wäre. Damit liege ein besonderer Umstand im Sinne von 
Art. 51 Abs. 1 AsylG vor,  welcher der Asylerteilung entgegen stehe; 
gleiches  gelte  auch  für  ihre  Kinder,  darunter  die  Beschwerdeführer 
(vgl. Verfügung des BFM vom 26. Oktober 2005, S. 1 f.).

3.2.2 Die Frage,  ob eine im Ausland geschlossene Mehrfachehe als 
besonderer Umstand im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG dem Einbezug 
in die Flüchtlingseigenschaft und der derivativen Asylgewährung ent-
gegen stehen kann, ist bislang in der schweizerischen Asylrechtspre-
chung  noch  nicht  letztinstanzlich  entschieden  worden,  wie  auch  die 
Frage, ob sich ein allfälliger derartiger besonderer Umstand auch auf 
Kinder erstrecken könnte, die aus einer solchen Ehe hervorgegangen 
sind. Im vorliegenden Fall  kommt hinzu, dass es sich bei der Mutter 
der Beschwerdeführer um die erste Ehefrau von D._______ handelt, 
mithin der vom BFM erwähnte Eheungültigkeitsgrund gemäss Art. 105 
Ziff. 1 ZGB von vornherein nicht gegeben sein kann; es wäre demnach 
an sich zu klären, ob diese Erstehe überhaupt gegen den ordre public 
verstossen könnte, oder ob dies nicht nur ausschliesslich hinsichtlich 
der Zweitehe von D._______ in Betracht fiele. Letztlich können die er-
wähnten Fragen im vorliegenden Fall aus den nachfolgenden Gründen 
indessen offen bleiben.

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3.2.3 Die  Beschwerdeführer  waren  nämlich  im  Zeitpunkt  der  Einrei-
chung des Gesuches um Familienvereinigung nach dem diesbezüglich 
massgeblichen schweizerischen Recht (vgl. Entscheidungen und Mit-
teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1994 
Nr. 11 E. 4 S. 85 ff.) bereits volljährig. Das Bundesamt verweist dem-
nach in der angefochtenen Verfügung vom 26. Oktober 2005 zu Recht 
auf Art. 51 Abs. 2 AsylG, wonach andere nahe Angehörige (als Ehe-
gatten, eingetragene Partnerinnen oder Partner von Flüchtlingen und 
ihre minderjährigen Kinder),  mithin unter  anderem volljährige Kinder, 
in die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl nur dann einbezogen wer-
den  können,  wenn  besondere  Gründe  für  die  Familienvereinigung 
sprechen. Gemäss Art. 38 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 
über Verfahrensfragen AsylV 1, SR 142.311 und der ständigen Praxis 
der  Asylbehörden liegen solche Gründe insbesondere  vor,  wenn die 
einzubeziehenden Angehörigen behindert sind oder aus einem ande-
ren Grund auf die Hilfe einer Person, die in der Schweiz lebt, angewie-
sen  sind,  mithin  ein  Abhängigkeitsverhältnis  gegeben  ist  (vgl.  dazu 
EMARK 1994 Nr. 9, 2000 Nr. 4, 2000 Nr. 21 und 2000 Nr. 27).

Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  in 
Übereinstimmung mit dem Bundesamt zum Schluss, dass hinsichtlich 
der Beschwerdeführer ein derartiges Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem 
Vater nicht gegeben ist. Aus den vorhandenen Unterlagen ergibt sich, 
dass die heute rund 27-, 26- und 25-jährigen Beschwerdeführer offen-
bar in körperlicher und geistiger Hinsicht gesund sind und ohne weite-
res alleine für sich sorgen können, was sie im Übrigen durch ihr Ver-
halten nach der bereits  im März 1998 erfolgten Trennung von ihrem 
Vater – der ab diesem Zeitpunkt zunächst während über sechs Mona-
ten in Haft war, sich anschliessend als Peshmerga in den Bergen auf-
hielt  und am 20. Mai 2003 den Irak verliess, um in der Schweiz um 
Asyl nachzusuchen – unter Beweis gestellt  haben; so haben sie sich 
namentlich im Jahre 2006 selbstständig nach Syrien begeben und dort 
bei  der  schweizerischen  Vertretung eigene Asylgesuche  eingereicht. 
Vor diesem Hintergrund liegen offensichtlich keine besonderen Gründe 
im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG vor, welche für eine Familienvereini-
gung  sprechen  würden.  Daran  ändert  auch  der  Hinweis  in  der  Be-
schwerdeeingabe vom 28. November 2005, wonach die Beschwerde-
führer vor der Trennung von ihrem Vater mit diesem unter einem Dach 
gelebt hätten, nichts; dass die damals noch minderjährigen Beschwer-
deführer bis zu diesem Zeitpunkt von D._______ abhängig waren und 

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die  Familie  durch  dessen  Flucht  getrennt  wurde,  steht  zwar  ausser 
Frage, ist indessen im heutigen Zeitpunkt irrelevant.

3.3 Nach dem Gesagten ist  festzustellen,  dass das Bundesamt den 
Beschwerdeführern im Ergebnis zu Recht den Einbezug in die Flücht-
lingseigenschaft und das Asyl ihres Vaters verweigert hat. Hinsichtlich 
des sich noch im Ausland befindenden Beschwerdeführers 3 ist ferner 
festzuhalten, dass ihm das BFM im Verfahren um Familienvereinigung 
zu Recht auch die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt hat.

4.
4.1 Neben dem Gesuch um Familienvereinigung mit D._______ haben 
die  Beschwerdeführer  am 29. August  2006  bei  der  schweizerischen 
Vertretung  in  Damaskus  Asylgesuche  eingereicht,  in  welchen  sie 
eigene Fluchtgründe geltend machten. Die Botschaft  übermittelte die 
schriftlichen Eingaben der  Beschwerdeführer  am 6. September  2006 
zuständigkeitshalber an das BFM. Am 10. November 2006 stellte sie 
dem Bundesamt sodann weitere Eingaben der Beschwerdeführer zu, 
in welchen diese ihre Vorbringen ergänzten. Mit Verfügungen vom 12. 
Januar  2007  verweigerte  das  BFM  den  Beschwerdeführern  die 
Einreise in die Schweiz und wies deren Asylgesuche ab.

4.2 Soweit die Beschwerdeführer 1 und 2 betreffend, ist zunächst fest-
zustellen, dass deren gegen die Verfügungen des BFM vom 12. Januar 
2007 erhobene Beschwerden vom 6. Februar 2007 durch die Tatsache 
ihrer am 5. August 2007 (Beschwerdeführer 2) beziehungsweise am 9. 
September  2007  (Beschwerdeführer  1)  erfolgte  Einreise  in  die 
Schweiz teilweise – nämlich die jeweilige Dispositiv-Ziffer 1 (Verweige-
rung der Einreise) der Verfügungen betreffend – gegenstandslos ge-
worden sind. Im Weiteren ist festzuhalten, dass die von den Beschwer-
deführern im Ausland gestellten Asylgesuche nicht den gleichen Prü-
fungsgegenstand  haben  wie  die  von  ihnen  am  6. August  2007  (Be-
schwerdeführer  2)  beziehungsweise  am  9. September  2007  (Be-
schwerdeführer 1) in der Schweiz eingereichten Asylgesuche, weshalb 
letztere – nach wie vor erstinstanzlich beim BFM hängige – Verfahren 
nicht in die Prüfung der vorliegenden Beschwerdeverfahren integriert 
werden können. Das BFM wird in den Inlandverfahren vielmehr neue 
Entscheide  zu  treffen  haben,  welche  die  Flüchtlingseigenschaft,  die 
Asylgewährung und, im negativen Fall, die Wegweisung zum Gegen-
stand haben. Da die Beschwerdeführer 1 und 2 sodann selbst bei ei-
nem günstigen  Ausgang  der  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  be-

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treffend ihre Auslandgesuche nicht hätten Asyl erhalten können, son-
dern lediglich die Einreisebewilligung zwecks näherer Abklärung des 
Sachverhalts und neuem Entscheid über ihre Asylgesuche (vgl. Art. 20 
Abs. 2 AsylG), haben sie kein schutzwürdiges Interesse im Sinne von 
Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG an der Weiterführung ihrer Beschwerdever-
fahren betreffend die Auslandgesuche mehr, weshalb ihre Beschwer-
den vom 6. Februar 2007 zufolge Wegfalls des Rechtsschutzinteresses 
als gegenstandslos abzuschreiben sind.

4.3
4.3.1 Der Beschwerdeführer 3 hält sich demgegenüber nach wie vor 
im Ausland auf und hat durch sein mit Eingabe der Rechtsvertreterin 
vom  27.  Oktober  2008  eingereichtes  handschriftliches  Schreiben 
(Postaufgabe in der Türkei am 14. Oktober 2008) ein weiter bestehen-
des Rechtsschutzinteresse hinlänglich manifestiert, weshalb in Bezug 
auf seine Person eine materielle Prüfung der Rechtmässigkeit der Ver-
fügung des BFM vom 12. Januar 2007 vorzunehmen ist.

4.3.2 Die Situation des Beschwerdeführers 3 hat sich gegenüber der-
jenigen zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung in-
soweit verändert, als er Syrien – wo er sein Asylgesuch aus dem Aus-
land eingereicht hatte – am 15. März 2007 verlassen hat  und in die 
Türkei weiter  gereist  ist. Die Begründung des BFM in der Verfügung 
vom 12. Januar 2007 bezog sich ausschliesslich auf die Situation des 
Beschwerdeführers in Syrien, wo es ihm nach Auffassung der Vorins-
tanz möglich und zumutbar gewesen sei, um Schutz vor der von ihm 
geltend gemachten Verfolgung im Heimatstaat  zu ersuchen. Da sich 
der Beschwerdeführer 3 immer noch ausserhalb seines Heimatstaates 
in einem Drittstaat aufhält, fällt die angefochtene Verfügung nicht ein-
fach dahin beziehungsweise ist das Beschwerdeverfahren nicht gegen-
standslos  geworden.  Die  Verweigerung  der  Einreise  und  die  Abwei-
sung des Asylgesuches, welch letztere das BFM auf die Bestimmung 
von Art. 52 Abs. 2 AsylG stützt, ist vielmehr in Bezug auf die heutige 
Ausgangslage zu prüfen; vorab stellt sich allerdings die formelle Frage, 
ob der entscheidwesentliche Sachverhalt  als erstellt  erachtet werden 
kann und ob das BFM den ihm im Auslandverfahren obliegenden Ver-
fahrenspflichten nachgekommen ist.

4.3.3 Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  nach  Art.  10  Abs.  1  der 
AsylV 1 die schweizerische Vertretung mit der asylsuchenden Person 
in der Regel eine Befragung durchführt. Ist dies nicht möglich, so wird 

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die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert,  ihre  Asyl-
gründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das Bundes-
verwaltungsgericht  hat  in  Auslegung  dieser  Bestimmungen  in  einem 
Entscheid vom 27. November 2007 i.S. E-6148/2006 (publiziert  unter 
BVGE 2007/30) erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer Befragung 
aus  organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen Gründen  bei  der  je-
weiligen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im betreffenden Land 
oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen Grün-
den ergeben kann (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.2 und 5.3). Da die Anhörung 
der Sachverhaltserstellung sowie der Gewährung des rechtlichen Ge-
hörs dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Person bei 
gegebener Unmöglichkeit einer Anhörung unter Hinweis auf ihre Mit-
wirkungspflicht in einem individualisierten Schreiben mittels konkreter 
Fragen aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein stan-
dardisiertes  Schreiben  vermag  diesen  Anforderungen  damit  in  aller 
Regel  nicht  zu  genügen  (BVGE a.a.O. E. 5.4).  Allerdings  kann  sich 
eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklä-
rung erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereich-
ten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden 
Person ist aber diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die 
Gelegenheit  zu  geben,  sich  zu einem abzusehenden negativen Ent-
scheid  zumindest  schriftlich  zu  äussern  (BVGE  a.a.O.  E.  5.7). 
Schliesslich ist  das Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen 
von einer Befragung in der Verfügung über das Asylgesuch zu begrün-
den (BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7).

Im vorliegenden Fall wurde der Beschwerdeführer 3 von der schweize-
rischen  Vertretung  in  Damaskus  nicht  zu  seinem  Asylgesuch  vom 
29. August  2006  befragt.  Das  BFM  wies  die  Botschaft  zwar  am 
25. September 2006 an, eine entsprechende Befragung vorzunehmen, 
entschied jedoch in  der Folge ohne erfolgte Durchführung derselben 
über  das  Asylgesuch,  nachdem  die  Botschaft  ihm  am  13.  Oktober 
2006 mitgeteilt hatte, der Beschwerdeführer 3 habe in der Zwischen-
zeit  eine  schriftliche  Darstellung  seiner  Gesuchsgründe  abgegeben, 
und dem Bundesamt diese Unterlagen am 10. November 2006 zuge-
stellt hatte. Angesichts der Gesuchseingabe des Beschwerdeführers 3 
vom 29. August 2006 und seiner zu einem späteren Zeitpunkt bei der 
Botschaft deponierten weiteren schriftlichen Angaben zu seinem Asyl-
gesuch,  erscheint  indessen  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  genü-
gend  abgeklärt,  so  dass  sich  eine  Befragung  beziehungsweise  eine 
schriftliche Aufforderung zu weiteren Konkretisierungen der Angaben 

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erübrigten;  insoweit  hat  das  Bundesamt  demnach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen Genüge getan.
Nach  der  obenstehend  zitierten  Rechtsprechung  des Bundesverwal-
tungsgerichts hätte das BFM bei dieser Sachlage indessen einerseits 
dem Beschwerdeführer 3 Gelegenheit geben müssen, sich zum abzu-
sehenden  negativen  Entscheid  zu  äussern,  und  andererseits  in  der 
Verfügung vom 12. Januar 2007 den Verzicht auf eine Befragung be-
gründen  müssen.  Die  Nichtbeachtung  dieser  Grundsätze  stellt  eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, welche angesichts dessen for-
meller  Natur  grundsätzlich  zur  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfü-
gung führen würde (vgl. dazu EMARK 2004 Nr. 28 E. 7e S. 184 f.). Im 
vorliegenden Fall  ist  allerdings zu berücksichtigen, dass – soweit er-
sichtlich – zunächst die ARK und seit dem 1. Januar 2007 auch das 
Bundesverwaltungsgericht als deren Nachfolgeorganisation die Praxis 
des Bundesamtes im Zusammenhang mit der Frage der Anhörung von 
asylsuchenden Personen, welche ihr Asylgesuch bei einer schweizeri-
schen Vertretung im Ausland stellten,  bis  zum Urteil  BVGE 2007/30 
vom  27.  November  2007  nie  gerügt  hat.  Die  Aufhebung  eines  Ent-
scheides des BFM, welcher in Verletzung der in diesem Urteil festge-
legten Verfahrenspflichten ergangen ist,  erscheint nicht in jedem Fall 
zwingend. Namentlich in Fällen, in welchen das BFM den erstinstanzli-
chen Entscheid betreffend die Fragen der Einreisebewilligung und des 
Asyls vor Bekanntsein des genannten Urteils des Bundesverwaltungs-
gerichts getroffen hat, kann es angezeigt erscheinen, den Verfahrens-
mangel zu heilen (vgl. dazu EMARK 1999 Nr. 3 E. 3c S. 20 f.), sofern 
aufgrund der Akten davon ausgegangen werden kann, dass der asyl-
suchenden Person in materieller Hinsicht kein Nachteil erwachsen ist; 
diese  Voraussetzung  ist  gegeben,  wenn  der  entscheidwesentliche 
Sachverhalt aufgrund der schriftlichen Begründung des Asylgesuches 
und allfälliger Beweismittel als hinreichend erstellt zu erachten ist und 
der asylsuchenden Person zumindest auf Beschwerdeebene die Mög-
lichkeit offenstand, sich nochmals einlässlich zu ihren Asylgründen zu 
äussern. Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall  gegeben; 
die  Verfügung  des  BFM datiert  vom 12. Januar  2007,  mithin  einem 
Zeitpunkt lange vor dem Entscheid BVGE 2007/30, und der rechtser-
hebliche Sachverhalt  ist  angesichts der Aktenlage als  erstellt  zu be-
zeichnen; dies gilt zum einen – wie oben stehend ausgeführt – bezü-
glich der geltend gemachten Verfolgung im Heimatstaat  beziehungs-
weise der seinerzeitigen Situation des Beschwerdeführers 3 in Syrien, 
zum andern aber auch hinsichtlich seiner gegenwärtigen Situation in 
der Türkei. Der Beschwerdeführer hatte im Beschwerdeverfahren Ge-

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legenheit,  seine Asylgründe und die Umstände seines Aufenthalts in 
den Drittstaaten Syrien und Türkei darzulegen, was er auch getan hat. 
Bei dieser Sachlage ist von einer Kassation der angefochtenen Verfü-
gung abzusehen und in  materieller  Hinsicht  zu  prüfen,  ob das  BFM 
dem Beschwerdeführer  3  zu  Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz  ver-
wehrt und sein Asylgesuch abgewiesen hat.

4.3.4 Dabei ist die vom Bundesamt in seiner Verfügung vom 12. Janu-
ar 2007 herangezogene Bestimmung von Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht 
nur in Bezug auf die zum damaligen Zeitpunkt vorgelegene Situation 
des Beschwerdeführers 3 in Syrien, sondern auch in Bezug auf seine 
aktuelle Lage in der Türkei zu prüfen. Wie nachstehend aufgezeigt, er-
übrigt sich dabei letztlich eine nähere Prüfung in Bezug auf die Mög-
lichkeit  und Zumutbarkeit  der Schutzsuche in Syrien,  da eine solche 
Möglichkeit hinsichtlich der Türkei zu bejahen ist.

Die Türkei hat sowohl die Flüchtlingskonvention von 1951 als auch das 
Protokoll über die Rechtsstellung der Flüchtlinge von 1967 unterzeich-
net,  dabei  allerdings  den  Vorbehalt  angebracht,  dass  deren  Anwen-
dung  auf  Flüchtlinge  europäischer  Herkunft  beschränkt  ist.  Das  im 
Jahre 1994 in Kraft  getretene türkische Asylgesetz sieht für europäi-
sche Asylsuchende die Möglichkeit der Asylgewährung vor. Schutzsu-
chenden Personen aussereuropäischer Herkunft wird, sofern ihnen die 
Flüchtlingseigenschaft zuerkannt worden ist, ein vorläufiger Aufenthalt 
gewährt, bis das UNHCR für sie eine andere Lösung, namentlich die 
Aufnahme in einem anderen Land gefunden hat. Für die Behandlung 
der in der Türkei von Personen aussereuropäischer Herkunft gestellten 
Asylgesuchen  ist  das  UNHCR zuständig.  Die  beim UNHCR-Büro  in 
Ankara  registrierten  Gesuchsteller  werden  vor  der  Entscheidfällung 
durch das UNHCR angehört; im Falle eines negativen Entscheides be-
steht grundsätzlich die Möglichkeit, innert 45 Tagen mittels Einsprache 
eine Überprüfung desselben zu verlangen.

Bei  dieser  Sachlage  verfügt  der  Beschwerdeführer  3  demnach über 
die Möglichkeit, in der Türkei um Schutz vor Verfolgung zu ersuchen. 
Die Ergreifung dieser Möglichkeit ist ihm sodann aufgrund der Akten 
auch  zuzumuten.  In  seiner  handschriftlichen  Eingabe  vom  Oktober 
2008 (vgl. Sachverhalt, Bst. M) bringt er zwar vor, er habe in der Türkei 
keine Bezugspersonen und auch keine Arbeit, sei mithin mit schwieri-
gen Lebensumständen konfrontiert; eine ihm von den türkischen Be-
hörden oder von dritter Seite drohende Gefährdung, welche einen wei-

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teren Aufenthalt in der Türkei – der inzwischen immerhin bereits seit 
anderthalb Jahren andauert – als nicht mehr zumutbar erscheinen las-
sen könnte,  macht  er  demgegenüber  nicht  geltend. Im Ergebnis  ge-
langt das Bundesverwaltungsgericht vor diesem Hintergrund in Über-
einstimmung mit dem Bundesamt zum Schluss, dass keine Veranlas-
sung besteht, dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz zur 
weiteren Abklärung des Sachverhalts im Hinblick auf einen neuen Ent-
scheid über sein Asylgesuch zu bewilligen, da ihm der weitere Aufent-
halt  im Ausland  zuzumuten  ist;  das  BFM hat  demnach  im  Weiteren 
sein Asylgesuch zu Recht gestützt auf Art. 52 Abs. 2 AsylG abgewie-
sen.

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtenen Verfügun-
gen – soweit sie im vorliegenden Verfahren überhaupt materiell zu be-
urteilen sind und abgesehen von dem geheilten Verfahrensmangel – 
Bundesrecht nicht verletzen, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 
und vollständig feststellen und angemessen sind (Art. 106 AsylG). Die 
Beschwerden vom 28. November 2005 und vom 6. Februar 2007 sind 
nach dem Gesagten – soweit nicht gegenstandslos geworden – abzu-
weisen.

6.
6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten an sich den 
Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Soweit 
das  Beschwerdeverfahren  betreffend  Familienvereinigung  anbelan-
gend, wurde den Beschwerdeführern indessen mit Zwischenverfügung 
der ARK vom 7. Dezember 2005 die unentgeltliche Rechtspflege ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt; nachdem die Beschwerdeführer 
aufgrund der Aktenlage nach wie vor als bedürftig zu bezeichnen sind, 
ist daher von einer Kostenauflage in diesem Beschwerdeverfahren ab-
zusehen. Hinsichtlich der Beschwerdeverfahren betreffend die Asylge-
suche aus dem Ausland ist bezüglich des Beschwerdeführers 3 festzu-
halten, dass die angefochtene Verfügung vom 12. Januar 2007 – wie 
obenstehend aufgezeigt – zum Zeitpunkt ihres Erlasses an einem Ver-
fahrensmangel  litt;  aus  dem  Umstand,  dass  dieser  Mangel  auf  Be-
schwerdeebene geheilt  wurde, darf  dem Beschwerdeführer 3 kein fi-
nanzieller Nachteil erwachsen, weshalb in Anwendung von Art. 63 Abs. 
1 in fine VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2])  keine Kosten aufzuerlegen sind 

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(vgl. EMARK 2003 Nr. 5). Die entsprechenden Beschwerdeverfahren 
der  Beschwerdeführer  1  und  2  sind  durch  deren  Einreise  in  die 
Schweiz,  mithin  alleine  durch ihr  eigenes Verhalten,  gegenstandslos 
geworden, weshalb die Verfahrenskosten grundsätzlich ihnen aufzuer-
legen wären (Art. 5, 1. Satz VGKE); angesichts des Umstandes, dass 
auch die sie betreffenden Verfügungen des BFM vom 12. Januar 2007 
offensichtlich an demselben Verfahrensmangel litten wie diejenige des 
Beschwerdeführers 3, erschiene indessen eine Kostenauflage als un-
billig, weshalb auch in diesen Fällen gestützt auf Art. 6 Bst. b VGKE 
keine Kosten zu erheben sind.

6.2 Die Tatsache, dass die Beschwerdeführer in den Beschwerdever-
fahren betreffend ihre Asylgesuch aus dem Ausland zwar im Ergebnis 
mit ihren Rechtsbegehren nicht durchgedrungen sind, die Verfügungen 
des BFM vom 12. Januar 2007 aber jeweils an einem Verfahrensman-
gel  litten,  vermöchte  sodann  grundsätzlich  einen  Anspruch  der  Be-
schwerdeführer auf Ausrichtung einer Parteientschädigung zu begrün-
den. Da sie jedoch ihre Beschwerdeeingaben vom 6. Februar 2007 ei-
genhändig verfasst haben und ihre Rechtsvertretung lediglich im Be-
schwerdeverfahren des Beschwerdeführers 3 dessen in der Türkei ver-
fasstes  Schreiben  (vgl.  Sachverhalt  Bst.  M)  an  das  Bundesverwal-
tungsgericht weiter geleitet hat, ist nicht davon auszugehen, dass ih-
nen durch die  Beschwerdeführung verhältnismässig  hohe Kosten im 
Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG erwachsen sind, weshalb keine Partei-
entschädigung zu sprechen ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerden vom 28. November 2005 und vom 6. Februar 2007 
werden abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden sind.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- lic. iur. Susanne Sadri, Asylhilfe Bern (Einschreiben)
- Anne-Françoise Venetz, Croix-Rouge Valais (in Kopie)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten (per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Jürg Hünerwadel

Versand:

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