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**Case Identifier:** c41722e0-4d73-51bb-b193-106794e9e778
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.09.2014 100 2013 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-22_2014-09-04.pdf

## Full Text

100.2013.22U
KEP/COZ/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. September 2014

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiberin Conrad

A.________
handelnd durch die statutarischen Organe
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

1. B._____ AG
handelnd durch die statutarischen Organe

2. C.________
beide vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdegegnerschaft

und

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
Reiterstrasse 11, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Adelboden
Baubewilligungsbehörde, Zelgstrasse 3, Postfach 193, 3715 Adelboden

betreffend Baubewilligung; Abbruch eines Gebäudes und Errichtung eines 
Mehrfamilienhauses; Art. 75b BV (Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion 
des Kantons Bern vom 14. Dezember 2012; RA Nr. 110/2012/192)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.09.2014, Nr. 100.2013.22U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 8. Juni 2012 stellten die B._____ AG und C.________ bei der Einwohnergemeinde 
(EG) Adelboden ein Baugesuch für den Abbruch des bestehenden Wohnhauses und 
den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Einstellhalle auf der in der Wohnzone W2 
gelegenen Parzelle Adelboden Gbbl. Nr. 1___. Dagegen erhob A.________ Ein-
sprache. Sie rügte, das geplante Projekt verstosse gegen den von Volk und Ständen 
am 11. März 2012 angenommenen Art. 75b der Bundesverfassung (BV; SR 101) 
betreffend Zweitwohnungen. Mit Gesamtentscheid vom 22. Oktober 2012 erteilte das 
Regierungsstatthalteramt (RSA) Frutigen-Niedersimmental die Baubewilligung und 
wies die Einsprache ab.

B.

Gegen diesen Gesamtentscheid erhob A.________ am 26. November 2012 
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). 
Die BVE wies die Beschwerde am 14. Dezember 2012 ab.

C.

Dagegen hat A.________ am 14. Januar 2013 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die 
Baubewilligung sei nicht zu erteilen. Mit Beschwerdeantwort vom 4. März 2013 
beantragen die B._____ AG und C.________, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten 
bzw. die Beschwerde sei abzuweisen. Die BVE hat auf eine Stellungnahme verzichtet. 
Die EG Adelboden hat sich nicht vernehmen lassen. 

Das Bundesgericht hat am 22. Mai 2013 zwei Grundsatzurteile zur Anwendbarkeit von 
Art. 75b BV gefällt. Der Instruktionsrichter hat mit Verfügung vom 2. Juli 2013 die 
B._____ AG und C.________ aufgefordert, im Licht der Urteile zur Beschwerdesache 
Stellung zu nehmen und anzugeben, ob sie am Bauvorhaben festhalten oder nicht und 

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bejahendenfalls, wie sie die geplante Baute zu nutzen gedenken. Die B._____ AG und 
C.________ haben am 16. September 2013 folgende Anträge gestellt: 

«1. Das Beschwerdeverfahren sei zu sistieren, bis die Ausführungsgesetzgebung zu 
Art. 75b BV auf Bundesebene in Kraft tritt und die Bewilligungsfähigkeit des 
Bauvorhabens unter dem neuen Recht abschiessend beurteilt werden kann. 

2. Eventualiter: Die Angelegenheit sei an die Vorinstanz oder an die Bau-
bewilligungsbehörde zurückzuweisen, verbunden mit der Anweisung, das 
Verfahren bis zum Inkrafttreten der Ausführungsgesetzgebung zu Art. 75b BV zu 
sistieren und das Bauvorhaben dannzumal im Lichte der neuen Vorschriften zum 
Bau von Zweitwohnungen neu zu beurteilen.

3. Subeventualiter: Sollte das Verwaltungsgericht die vorstehenden Anträge 
ablehnen, sei der Beschwerdegegnerschaft eine neue Frist zur Stellungnahme zur 
Frage anzusetzen, ob und allenfalls mit welchen Modifikationen sie an ihrem 
Bauvorhaben festhält.

4. Bezüglich der Anträge gemäss Ziff. 1 und 2 wird vorbehalten, die Aufhebung der 
Sistierung und die Erteilung der Baubewilligung unter Erlass von grundbuchlich 
anzumerkenden Nutzungsbeschränkungen im Sinne der Gesetzgebung über die 
Zweitwohnungsinitiative zu beantragen.»

Mit Zwischenverfügung vom 20. Januar 2014 hat der Instruktionsrichter den Antrag auf 
Sistierung des Verfahrens abgewiesen und der B._____ AG und C.________ erneut 
Gelegenheit gegeben sich zur vorgesehenen Nutzung der Wohnungen zu äussern. Mit 
Eingabe vom 14. Mai 2014 haben die B._____ AG und C.________ erklärt, im 
geplanten Mehrfamilienhaus Erstwohnungen realisieren zu wollen. A.________ hat mit 
Stellungnahme vom 10. Juni 2014 an ihren Rechtsbegehren festgehalten. Die BVE hat 
am 23. Mai 2014 erklärt, das Vorhaben könne mit der Auflage «Erstwohnung» bewilligt 
werden. Die EG Adelboden hat sich zur Eingabe vom 14. Mai 2014 nicht vernehmen 
lassen. Am 8. Juli 2014 hat sie sich zur Stellungnahme von A.________ geäussert. Die 
B._____ AG und C.________ haben am 7. August 2013 hierzu ebenfalls Stellung 
genommen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Die 

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Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 Abs. 5 
i.V.m. Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]).

1.2 Die Beschwerdegegnerschaft macht geltend, der Beschwerde mangle es an 
einer rechtsgenüglichen Begründung. Sie sei im Wesentlichen wortgleich mit der 
Beschwerde im vorinstanzlichen Verfahren und befasse sich nicht mit der Begründung 
des angefochtenen Entscheids. Im Ergebnis stelle sie einen Verweis auf die 
Beschwerdebegründung im vorinstanzlichen Verfahren dar, was unzulässig sei 
(Beschwerdeantwort vom 4.3.2013, S. 3). – Gemäss Art. 32 Abs. 2 VRPG müssen 
Parteieingaben unter anderem eine Begründung enthalten, ansonsten auf sie nicht ein-
zutreten ist (Art. 20a Abs. 2 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 und Art. 33 Abs. 3 VRPG; BVR 2002 
S. 426 E. 3a; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 32 N. 12, Art. 51 N. 6). An die Begründung werden zwar praxisgemäss keine 
hohen Anforderungen gestellt. Sie muss sich aber wenigstens in minimaler Form mit 
dem angefochtenen Erkenntnis auseinandersetzen und sinngemäss darauf schliessen 
lassen, welche Rechtsnormen oder Grundsätze der Ermessensausübung nach 
Auffassung der opponierenden Partei verletzt oder inwiefern Sachverhaltselemente 
unrichtig oder unvollständig festgestellt worden sind (BVR 2006 S. 470 E. 2.4; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 32 N. 15, auch zum Folgenden). Ein blosser 
(globaler) Verweis auf frühere Rechtsschriften stellt daher keine rechtsgenügliche 
Begründung dar (BVR 1988 S. 97 E. 1b). Hingegen genügt es grundsätzlich, dass die 
Beschwerdeführerin ihre Argumentation vorträgt, wobei es ihr nicht verwehrt ist, 
frühere Ausführungen zu wiederholen. Soweit sie sich nicht eingehend mit den 
Erwägungen der Vorinstanz auseinandersetzt, läuft sie jedoch das Risiko, dass die 
Erwägungen als unbestritten betrachtet werden (VGE 21608 vom 27.8.2003, E. 2.1, 
21843 vom 1.3.2004, E. 1.3). Die Wiederholung von Teilen der vor der Vorinstanz 
eingereichten Beschwerde stellt keinen unzulässigen Globalverweis auf diese 
Rechtsschrift dar. Mit ihren Ausführungen zur Anwendbarkeit von Art. 75b BV brachte 
die Beschwerdeführerin zum Ausdruck, weshalb sie dem angefochtenen Entscheid 
nicht folgen kann. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erfüllt damit ohne weiteres die 
Anforderungen an eine Begründung gemäss Art. 32 VRPG. Auf die form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

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1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). 

2.

Am 11. März 2012 ist mit Annahme der Volksinitiative «Schluss mit uferlosem Bau von 
Zweitwohnungen!» Art. 75b BV in Kraft getreten (vgl. Art. 195 BV i.V.m. Art. 15 Abs. 3 
des Bundesgesetzes über die politischen Rechte [BPR; SR 161.1]; BGE 139 II 243 
E. 8). Die neue Verfassungsnorm bestimmt, dass der Anteil der Zweitwohnungen am 
Gesamtbestand der Wohneinheiten und der für Wohnzwecke genutzten Brutto-
geschossfläche einer Gemeinde auf höchstens 20 Prozent beschränkt ist. Das 
Bundesgericht hat entschieden, dass Art. 75b Abs. 1 BV seit seinem Inkrafttreten 
anwendbar ist. Zwar bedarf die Bestimmung in weiten Teilen der Ausführung durch ein 
Bundesgesetz. Unmittelbar anwendbar ist sie jedoch insoweit, als sie (in Verbindung 
mit Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV) ein Baubewilligungsverbot für Zweitwohnungen in allen 
Gemeinden anordnet, in denen der 20 %-Zweitwohnungsanteil bereits erreicht oder 
überschritten ist. Dieses vorläufige Bauverbot kommt im Ergebnis einer Planungszone 
gleich. Es ist weit auszulegen, um dem Gesetzgeber nicht vorzugreifen und eine 
Präjudizierung der künftigen Ausführungsgesetzgebung zu vermeiden (BGE 139 II 243 
E. 9 ff.; Bernhard Waldmann, Das Bundesgericht hat gesprochen – erste Leiturteile zur 
Zweitwohnungsinitiative, in BR 2013 S. 233 ff.). Insofern erfasst es nicht nur Bauten, 
die erklärtermassen als Zweitwohnungen genutzt werden sollen, sondern auch solche, 
die als Zweitwohnungen genutzt werden könnten (vgl. BGer 1C_289/2013 vom 
28.10.2013, E. 3.2, 1C_604/2013 vom 8.10.2013, E. 3; vgl. zum Ganzen 
VGE 2012/448 vom 3.4.2014, E. 3, 4.1, 2012/422 vom 10.2.2014, E. 2 [nicht 
rechtskräftig; zur Publ. bestimmt]). – Das RSA hat die Baubewilligung am 22. Oktober 
2012 und damit nach Inkrafttreten von Art. 75b BV erteilt. Unbestritten ist, dass der 
Zweitwohnungsanteil der EG Adelboden mehr als 20 Prozent beträgt (vgl. Art. 1 Abs. 2 
i.V.m. Anhang Zweitwohnungsverordnung, Gemeinde Nr. 561). Das projektierte 
Mehrfamilienhaus lässt eine Nutzung mit Zweitwohnungen zu. Das Bauvorhaben der 
Beschwerdegegnerschaft fällt somit in den Anwendungsbereich von Art. 75b BV. Der 
angefochtene Entscheid ist insoweit rechtsfehlerhaft, als er die Anwendbarkeit des 
Zweitwohnungsartikels verneint (angefochtener Entscheid, E. 2c).

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3.

3.1 Ursprünglich lag die Anwendbarkeit von Art. 75b Abs. 1 BV und die Nutzung 
des projektierten Mehrfamilienhauses als Zweitwohnung im Streit. Die 
Beschwerdeführerin hat die Verweigerung der Baubewilligung beantragt. Nach dem 
Vorliegen der Grundsatzurteile des Bundesgerichts über die unmittelbare 
Anwendbarkeit des Zweitwohnungsartikels erklärte die Beschwerdegegnerschaft, 
Erstwohnungen realisieren zu wollen (vorne Bst. C). Die Beschwerdeführerin hat an 
ihrem Antrag festgehalten, dass die Baubewilligung vom 22. Oktober 2012 aufzuheben 
sei. Zur Begründung hat sie ausgeführt, das Baugesuch müsse unter Durchführung 
eines Einspracheverfahrens geändert werden, was nicht Aufgabe des Verwaltungs-
gerichts sei. Die Erklärung der Beschwerdegegnerschaft Erstwohnungen zu erstellen, 
genüge nicht, denn die Baubewilligung müsse mit der Bedingung, die Wohnungen als 
Erstwohnungen zu nutzen, im Grundbuch eingetragen werden. Zudem seien weitere 
Auflagen erforderlich, um eine missbräuchliche Nutzung als Zweitwohnung zu 
verhindern. So sei mittels Auszug aus dem Einwohnerregister und Kaufvertrag bzw. 
Mietvertrag nachzuweisen, dass die Eigentümerinnen und Eigentümer, Mieterinnen 
und Mieter sowie ihre Rechtsnachfolger dauernden Wohnsitz in der Gemeinde hätten. 
Für den Fall, dass die Wohnungen während mehr als drei Monaten unbewohnt seien, 
müsse die Gemeinde diese an Personen mit Wohnsitz in der EG Adelboden vermieten 
können. Weiter seien bei Widerhandlung gegen die Auflagen Sanktionen vorzusehen 
(Eingabe vom 10.6.2014).

3.2 Nach Art. 4 Bst. a der Zweitwohnungsverordnung dürfen in Gemeinden mit 
einem Anteil von mehr als 20 % Zweitwohnungen Bewilligungen für den Bau von 
Wohnungen erteilt werden, die als Erstwohnungen genutzt werden. Die 
Baubewilligungsbehörde legt in der Bewilligung für den Bau einer neuen Wohnung die 
Pflicht zu deren Nutzung nach Art. 4 Bst. a der Zweitwohnungsverordnung fest und 
weist das Grundbuchamt an, auf dem Grundbuchblatt des betroffenen Grundstücks die 
Anmerkung «Erstwohnung» anzubringen (Art. 6 Abs. 1 und 2 der 
Zweitwohnungsverordnung). Da die Beschwerdegegnerschaft die Wohnungen des 
Mehrfamilienhauses als Erstwohnungen nutzen will, muss die Nutzungsbeschränkung 
gemäss Art. 4 Bst. a i.V.m. Art. 6 Abs. 1 und 2 der Zweitwohnungsverordnung als 
Auflage im Grundbuch angemerkt werden. Die Beschwerdegegnerschaft hat denn 
auch mit Eingabe vom 7. August 2014 ausdrücklich bestätigt, dass sie mit einer 
entsprechenden Auflage einverstanden ist. Weitergehende Auflagen, wie sie die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.09.2014, Nr. 100.2013.22U, Seite 7

Beschwerdeführerin beantragt, sind weder gesetzlich vorgeschrieben noch erforderlich. 
Die Nutzungsbeschränkung gilt auch für allfällige Rechtsnachfolgerinnen und 
Rechtsnachfolger (Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 
4. Aufl. 2013, Art. 29 N. 8). Dass die Beschwerdegegnerschaft rechtsmissbräuchlich 
angeben würde, die Wohnungen im Mehrfamilienhaus als Erstwohnungen nutzen zu 
wollen, hat die Beschwerdeführerin weder substantiiert dargetan noch sind Hinweise 
darauf ersichtlich (vgl. BGer 1C_874/2013 vom 4.4.2014, E. 4.5; VGE 2014/68-73 vom 
25.8.2014, E. 3.2, 2014/1 vom 4.4.2014, E. 2.3 [beide nicht rechtskräftig]). Für die 
Überprüfung der Einhaltung der Nutzungsbeschränkung ist die Baupolizeibehörde 
zuständig. Insbesondere hat sie die Einhaltung der Auflage zur Nutzung als 
Erstwohnungen zu kontrollieren und nötigenfalls die Wiederherstellung des rechtmässi-
gen Zustands zu verfügen bzw. durchzusetzen. Die von der Beschwerdegegnerschaft 
veranlasste Ergänzung der Baubewilligung ist mit keinen baulichen Änderungen am 
geplanten Vorhaben verbunden. Da das Baugesuch, in dem die Nutzung nicht 
festgelegt wurde, sowohl eine gesetzeskonforme als auch eine gesetzwidrige Nutzung 
zuliess, die Auflage der Erstwohnungsnutzung aber die gesetzwidrigen Auswirkungen 
zu verhindern vermag, muss es mit dieser Nebenbestimmung bewilligt werden (BVR 
2012 S. 74 E. 4.3.2; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 38-39 N. 15 ff.). Die Erteilung der 
Baubewilligung mit einer Auflage zur Erstwohnungsnutzung ist nicht als eine 
eigentliche Projektänderung i.S. von Art. 43 BewD anzusehen (VGE 2014/1 vom 
4.4.2014, E. 2.3 [nicht rechtskräftig]). Auch im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht 
können derartige Auflagen zur Baubewilligung angebracht werden (VGE 2012/448 vom 
3.4.2014, E. 5.1). 

3.3 Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich beanstandet, die EG Adelboden 
habe ihre Nutzungsplanung nicht an Art. 75b BV und Art. 8 des Bundesgesetzes vom 
22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) angepasst 
(Eingabe vom 10.6.2014, Ziff. 4), bezieht sie sich auf die kommunale Regelung des 
Erst- bzw. Zweitwohnungsanteils, welche nicht Thema des vorliegenden Verfahrens ist, 
wie die Beschwerdegegnerschaft zutreffend vorgebracht hat (Eingabe vom 7.8.2014, 
S. 4). Das bundesrechtliche Zweitwohnungsverbot gemäss Art. 75b Abs. 1 BV gilt 
unabhängig davon, ob die Gemeinde ihrerseits Vorschriften über den Erst- bzw. 
Zweitwohnungsanteil erlassen und ihren Zonenplan angepasst hat, weshalb nicht 
geprüft werden muss, ob die EG Adelboden mit Art. 12 des Gemeindebaureglements 
vom 23. November 2013 (GBR; rechtskräftig genehmigt am 31. März 2014) und der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.09.2014, Nr. 100.2013.22U, Seite 8

Verordnung vom 27. Mai 2014 zum Vollzug des Erstwohnungsanteilplans (EWAP) 
ihren planungsrechtlichen Verpflichtungen nachgekommen ist.

3.4 Die von der Beschwerdegegnerschaft vorgesehene Nutzung der Wohnungen 
des Mehrfamilienhauses als Erstwohnungen ist nach dem Gesagten zulässig. Die 
Baubewilligung kann dafür unter entsprechender Auflage und Anmerkung im 
Grundbuch erteilt werden.

4.

4.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde als offensichtlich 
begründet gutzuheissen ist, soweit die Beschwerdeführerin die Nichterteilung der 
Baubewilligung für Zweitwohnungen beantragt hat. Die Erklärung der 
Beschwerdegegnerschaft im Verlauf des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens, die 
Wohneinheiten des projektierten Mehrfamilienhauses als Erstwohnungen nutzen zu 
wollen, bedeutet zwar ein teilweises Unterziehen unter den gegnerischen Antrag, da 
das Bauvorhaben ohne einen solchen Nutzungsvorbehalt, der im Grundbuch als 
Auflage anzumerken ist, nicht bewilligungsfähig wäre (VGE 2012/448 vom 3.4.2014, 
E. 5.1). Die Beschwerdeführerin hat jedoch geltend gemacht, die Baubewilligung könne 
auch für Erstwohnungen nicht erteilt werden. Soweit sich ihre Beschwerde gegen die 
Erteilung der Baubewilligung für Erstwohnungen richtet, ist sie als offensichtlich 
unbegründet abzuweisen. Offensichtlich begründete oder unbegründete Beschwerden 
beurteilt das Verwaltungsgericht in Zweierbesetzung (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1]). Ziff. 1 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids ist auf-
zuheben. Der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalters vom 22. Oktober 2012 ist – 
mit Ausnahme von Ziffer 4.4 betreffend Abweisung der Einsprachen der 
Beschwerdeführerin – zu bestätigen und mit der Auflage «Erstwohnungen» zu 
ergänzen. Das Grundbuchamt Oberland ist anzuweisen, diese im Grundbuch 
anzumerken. 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als zur Hälfte 
obsiegend bzw. unterliegend. Ihr und der ebenfalls hälftig obsiegenden bzw. 
unterliegenden Beschwerdegegnerschaft sind folglich die Verfahrenskosten vor dem 
Verwaltungsgericht je zur Hälfte aufzuerlegen (vgl. Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.09.2014, Nr. 100.2013.22U, Seite 9

Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerschaft haben im Umfang ihres 
hälftigen Obsiegens Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten für das Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Das vorinstanzliche 
Verfahren ist ohne Kostenfolgen geblieben (angefochtener Entscheid, Dispositiv Ziff. 2 
und 3), weshalb hierfür keine Kosten zu verlegen sind.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Ziffer 1 des Entscheids der Bau-, 
Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern vom 14. Dezember 2012 wird 
aufgehoben und der Gesamtbauentscheid des Regierungsstatthalteramts Frutigen-
Niedersimmental vom 22. Oktober 2012 wird mit Ausnahme von Ziffer 4.4 des 
Dispositivs bestätigt und mit der folgenden Auflage ergänzt:

«4.3.8 ERSTWOHNUNGEN

Die aufgrund dieser Baubewilligung erstellten Wohnungen müssen als 
Erstwohnungen genutzt werden. 

ANMERKUNG IM GRUNDBUCH

Das Grundbuchamt Oberland, Dienststelle Frutigen, wird angewiesen, auf dem 
Grundbuchblatt der Parzelle Adelboden Gbbl. Nr. 1___ die Anmerkung 
"Erstwohnungen" anzubringen.»

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 1'500.--, werden je zur Hälfte, ausmachend je Fr. 750.--, 
der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerschaft auferlegt.

3. a)Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerschaft die Parteikosten für 
das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, festgesetzt auf Fr. 6'218.-- 
(inkl. Auslagen und MWSt), zur Hälfte, ausmachend Fr. 3'109.--, zu ersetzen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.09.2014, Nr. 100.2013.22U, Seite 10

b) Die Beschwerdegegnerschaft hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten für das 
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, festgesetzt auf Fr. 1'150.20 (je 
inkl. Auslagen und MWSt), zur Hälfte, ausmachend Fr. 575.10, zu ersetzen.

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Beschwerdegegnerschaft
- der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
- der Einwohnergemeinde Adelboden
- dem Grundbuchamt Oberland, Dienststelle Frutigen (mit Hinweis auf die im 

Grundbuch vorzunehmende Anmerkung gemäss Ziff. 1 des Dispositivs dieses 
Urteils)

- dem Bundesamt für Raumentwicklung

und mitzuteilen:
- dem Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.