# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee3b1233-1340-50d7-8883-98631162ccb6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-01-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.01.2007 UV 2005/87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2005-87_2007-01-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2005/87

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 10.01.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 10.01.2007
Art. 10 ff. UVG. Natürliche Kausalität bei Distorsion der Halswirbelsäule, 
vorbestehenden somatischen Beschwerden und psychischer 
Fehlentwicklung verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 10. Januar 2007, UV 2005/87).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Wolfgang Mayer

Entscheid vom 10. Januar 2007

In Sachen

O.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. David Husmann c/o Anwaltsbüro Sidler & Partner, 

Untermüli 6, Postfach 2555, 6302 Zug,

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Laupenstrasse 27, 3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Invalidenrente und Integritätsentschädigung

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hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- a) O.___, geboren 1969, war seit dem 15. November 1995 bei der A.___ als 

Aussendienstmitarbeiter bzw. Verkaufsberater für Kochgeräte angestellt und damit bei 

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (im Folgenden: Allianz; im Unfall-Zeitpunkt: 

Berner Allgemeine Versicherungs-Ge¬sellschaft), Bern, obligatorisch gegen die Folgen 

von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Gemäss Unfallmeldung seiner 

Arbeitgeberin vom 12. Dezember 1995 wurde der (angegurtete) Versicherte am 23. 

November 1995 während der Arbeit in B.___ in einen Auffahrunfall verwickelt, als er vor 

einem Rotlicht anhielt und der nachfolgende Fahrzeugführer nicht mehr rechtzeitig 

bremsen konnte und auf das Heck des Fahrzeuges des Versicherten auffuhr. Dieses 

erlitt (wertmässig) einen Totalschaden, es wurde jedoch kein Polizei-Rapport erstellt, 

und der Versicherte zog sich keine äusseren oder solche Verletzungen zu, die eine 

sofortige medizinische Versorgung notwendig machten. Er hatte auch keinerlei 

Beschwerden und konnte anschliessend wie vorgesehen einen Schulungskurs 

besuchen (vgl. Gutachten der MEDAS C.___ vom 18. Juni 1998, S. 16). Am Tag darauf 

verspürte der Versicherte Nackensteife und einen Okzipitalschmerz (Schmerz im 

Hinterkopf), so dass er seinen Hausarzt aufsuchte. Bei der medizinischen 

Erstbehandlung am 24. November 1995 diagnostizierte Dr. med. D.___, Allgemeine 

Medizin FMH eine Dis¬torsion der Halswirbelsäule (HWS) und eine Thoraxkontusion. Er 

stellte eine schmerzbedingt eingeschränkte Beweglichkeit der HWS ohne ossäre 

Läsionen und im Weiteren Druckdolenzen im Bereich der linken Clavicula 

(Schlüsselbein) sowie des Brustkorbes fest und bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100 % (vgl. Arztzeugnis vom 12. Dezember 1995). Die Arbeitgeberin kündigte dem 

Versicherten das Arbeitsverhältnis per Ende Januar 1996.

b) In der Folge litt der Versicherte trotz medikamentöser Behandlung und 

Physiotherapie an heftigen Nackenschmerzen, die bis in den linken Arm ausstrahlten, 

sowie an Vergesslichkeit (vgl. Bericht von Dr. D.___ vom 6. März 1996 und Schreiben 

desselben an den Unfallversicherer vom 13. Mai 1996 sowie Untersuchungsbericht von 

Dr. med. E.___, Chefarzt Rheumatologie der Klink F.___, vom 12. März 1996). Im Juni 

1996 erwähnte der Versicherte gegenüber dem Aussendienstmitarbeiter des 

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Unfallversicherers erstmals Beschwerden wie Lärmempfindlichkeit und rasche 

Ermüdbarkeit (vgl. Protokoll vom 19. Juni 1996). Im August/September 1996 erfolgte 

eine ambulant durchgeführte neurologische, rheumatologisch-orthopädische und 

neuropsychologische Begutachtung in der Klinik F.___. Der Versicherte klagte über 

vorwiegend krampfartige Nackenschmerzen linksbetont mit Ausstrahlung in die linke 

Schulter und in den linken Hemithorax sowie nach vorne (Beschwerden beim 

Schlucken, Stirnkopfschmerz), Schmerzen im linken Arm, Kraftminderung in beiden 

Händen, unregelmässigen Schwin¬delanfällen und einen "psychischen Schock". 

Sodann gab der Versicherte an, seit 1990 an zervikalen und lumbalen 

Rückenschmerzen gelitten zu haben. Die Ärzte diagnostizierten unter anderem – mit 

Bedeutung für die Beurteilung der Unfallfolgen – einen Status nach 

Beschleunigungstrauma der HWS mit mässigem zervikozephalem und 

zervikovertebralem Schmerzsyndrom, eine muskuläre Dysbalance des Schulter- und 

des Beckengürtels bei verkürzter tonischer und abgeschwächter phasischer 

Muskulatur sowie Tendenz zur Hypermotilität und schliesslich ein rechtsseitiges 

Thorakalsyndrom nach operativer Entfernung einer Echinokokkuszyste an der rechten 

Lunge 1982. Die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Verkaufsberater 

wurde auf 50 % geschätzt (Gutachten der Klinik F.___ vom 19. September 1996).

c) Vom 2. bis 23. Januar 1997 hielt sich der Versicherte zur Rehabilitation in der Klinik 

F.___ auf. Die Ärzte diagnostizierten ein chronisches zervikozephales und 

zervikovertebrales Syndrom bei Status nach Schleudertrauma und muskulärer 

Dysbalance des Schulter- und Beckengürtels mit Hypertonus der Schulter- und 

Nackenmuskulatur. Durch ein gezieltes Muskelaufbau- und Dehnungstraining konnte 

jedoch mit Erfolg eine Haltungskorrektur und dadurch eine deutliche Schmerzlinderung 

erreicht werden. Bei Austritt aus der Klinik war der Versicherte im zervikozephalen und 

zervikovertebralen Bereich praktisch beschwerdefrei. Für die ab Februar 1997 in 

Aussicht stehende Arbeitsstelle als Hauswart wurde ihm eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

attestiert (Austrittsbericht der Klinik F.___ vom 13. Februar 1997). Im Zusatzbericht der 

Klinik F.___ vom 11. März 1997 wurden als weitere Beschwerden bei Eintritt in die 

Klinik Schwindel und (Gang-)Unsicherheit genannt; die 100%ige Arbeitsfähigkeit nach 

Abschluss der Rehabilitation für die Zeit ab 24. Januar 1997 wurde bestätigt.

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d) Im Mai 1998 erfolgte im Auftrag der IV-Stelle St. Gallen eine polydisziplinäre 

Begutachtung durch die MEDAS C.___. Die Ärzte wiesen darauf hin, dass die 

Beschwerden am Bewegungsapparat einerseits auf das unfallbedingte 

Zervikozephalsyndrom und andererseits auf das durch die vorbestehende 

konstitutionelle Fehlhaltung (Rundrücken mit Schulter- und Kopfprotraktion und 

ausgeprägten Verspannungen) und die muskuläre Dysbalance bedingte 

Thorakovertebralsyndrom zurückzuführen seien. Allein die Fehlhaltung an sich könne 

schon die chronischen Nacken-Schulter-Beschwer¬den erklären. Der Versicherte habe 

denn auch schon bei der Anmeldung bei der IV-Stelle am 27. Februar 1992 ein 

Zervikalsyndrom erwähnt. Mit Blick auf den Bewegungsapparat und insbesondere 

auch auf das Zervikalsyndrom bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Für 

den geklagten Schwindel gebe es keine neurologische Ursache, so dass auch aus 

neurologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die psychiatrische 

Untersuchung ergab, dass der Versicherte psychisch gesund sei, jedoch unter der 

Belastung seiner Krankheiten stehe, insbesondere auch der chronischen zystischen 

Echinokokkose in der Lunge, die bereits mehrere Operationen erfordert habe. 

Insgesamt könnten nur Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert erhoben werden (vgl. Gutachten der MEDAS 

C.___ vom 18. Juni 1998, S. 20 ff., und Zusatzbericht für den Unfallversicherer vom 

selben Datum).

e) Im Dezember 1999 führte die MEDAS C.___ im Auftrag der IV-Stelle St. Gallen eine 

weitere polydisziplinäre Begutachtung durch. Der Versicherte klagte über 

Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Kiefer und über die linke Schulter bis 

in den linken Oberarm (manchmal noch mit Fremdheitsgefühl in der ganzen linken 

Hand), über Kreislaufstörungen bzw. Schwindel, Übelkeit (in der allgemeinen 

Untersuchung ohne Erbrechen; vgl. Gutachten vom 7. März 2000, S. 13), Atemnot 

sowie Hitzegefühl, über Rippenschmerzen rechts am Brustkorb seit der Leber- und 

Gallenblasenoperation im Jahr 1989 und schliesslich über ein Angstgefühl im Sinn einer 

inneren Spannung. In der neurologischen Untersuchung klagte der Versicherte zudem, 

dass er seit 1998 im linken Arm-Hand-Bereich zunehmend schwächer werde und sich 

die gesamte linke Körperseite vermindert empfindlich anfühle. Sodann klagte er 

erstmals über Erbrechen (vgl. Konsilium vom 22. Dezember 1999, S. 2) und 

Schwarzwerden vor den Augen. Der Neurologe hielt dazu fest, dass er im 

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gegenwärtigen Zeitpunkt kein relevantes Zervikalsyndrom und auch keine sonst 

organisch bedingte zentrale oder periphere neurologische pathologische 

Befundkonstellation erheben könne (vgl. Konsilium vom 22. Dezember 1999). In 

rheumatologisch-orthopädischer und neurologischer Hinsicht bestätigte die MEDAS 

die Ergebnisse der Begutachtung vom Mai 1998, insbesondere auch bezüglich 

Arbeitsfähigkeit, in psychiatrischer Hinsicht wurde erstmals eine hypochondrische 

Entwicklung bei polymorbider Persönlichkeit (differenzialdiagnostisch andauernde 

Persönlichkeitsänderung bei Polymorbidität) diagnostiziert. Aus psychiatrischer Sicht 

wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % für jegliche Tätigkeit und aus pneumologischer 

Sicht eine solche von 33 1/3 % bestätigt (polydisziplinäres Gutachten der MEDAS 

C.___ vom 7. März 2000).

f) Am 27. November 2002 erfolgte in der Neurologischen Universitätsklinik des 

Kantonsspitals G.___ eine weitere neurologische Untersuchung. In der Diagnose 

wurden die bisherigen Feststellungen im Wesentlichen bestätigt, der unsystematische 

Schwindel und die gelegentliche Übelkeit wurden als vegetative Funktionsstörungen 

bezeichnet. Zudem wurden erstmals ein depressives Syndrom und ausdrücklich eine 

somatoforme Störung bei diffusen, durch den Unfall nicht zu erklärenden 

Sensibilitätsstörungen in den linken Extremitäten diagnostiziert. Der Versicherte 

erwähnte zudem erstmals unmittelbar nach dem Unfall aufgetretene Schmerzen im 

linken Bein, im linken Knie und im linken oberen Sprunggelenk sowie pfeiffende und 

surrende Geräusche in beiden Ohren. Mit Blick auf den aktuellen Gesundheitszustand 

wurde ein Zusammenhang zwischen dem Beschwerdebild und dem Unfallereignis vom 

23. November 1995 als wahrscheinlich bezeichnet, doch seien auch unfallfremde 

Faktoren massgebend (vorbestehende rezidivierende Echinokokkose der Lunge und 

der Leber, chronisches thorako-sternales Schmerzsyndrom rechts bei Status nach 

Thorakotomie rechts im Jahr 1982, chronische Lumbalgie bei Fehlhaltung mit 

muskulärer Dysbalance bzw. Lumbovertebralsyndrom wie bereits im Gutachten der 

MEDAS H.___ vom 27. Mai 1994 festgestellt), deren Anteil an den geltend gemachten 

Beschwerden jedoch nicht quantifizierbar sei. Es bleibe zu betonen, dass der 

Versicherte schon vor dem Unfall wegen seiner Schmerzsymp-tomatik eine 

Umschulung absolvieren musste und im psychiatrischen Consilium vom 5. Mai 1994 

eine depressive Persönlichkeitsstruktur mit Somatisierungstendenz im Rahmen von 

Versagensängsten beschrieben worden sei (vgl. dazu die IV-Akten). Die unfallbedingte 

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Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter (der 

Präsentationskoffer mit Kochgerät tragen müsse) wurde auf 50 %, die unfallbedingte 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten und körperlich leichten Tätigkeit ebenfalls auf 50 

% geschätzt (neurologisches Gutachten vom 16. April 2003). Im Zusatzbericht vom 13. 

August 2003 erwähnte das Kantonsspital G.___ erstmals einen Tinnitus als weiteres 

Symptom des vom Versicherten erlittenen HWS-Distorsionstraumas.

g) Mit Verfügung vom 29. September 2004 stellte die Allianz die 

Versicherungsleistungen auf den 30. September 2004 ein. Zwischen den jetzt noch 

geltend gemachten Beschwerden und dem Unfall vom 23. November 1995 bestehe 

weder ein natürlicher noch ein adäquater Kausalzusammenhang. Die andauernde 

Arbeitsunfähigkeit sei – wie in den polydisziplinären Gutachten der MEDAS C.___ 

festgehalten – auf unfallfremde Ursachen zurückzuführen, die Einstellung der 

Versicherungsleistungen sei somit gerechtfertigt. – Die gegen diese Verfügung 

gerichtete Einsprache vom 1. November 2004 wurde von der Allianz mit Entscheid vom 

12. August 2005 abgewiesen. Die SWICA Gesundheitsorganisation, Winterthur, als 

Krankenversicherer zog ihre vorsorglich erhobene Einsprache vom 30. September 2004 

am 7. Oktober 2004 zurück.

B.- a) Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. 

David Husmann, Zug, für den Versicherten am 17. November 2005 eingereichte 

Beschwerde mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen 

Leistungen, insbesondere nach Massgabe einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % eine 

Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung auszurichten; sodann sei dem 

Beschwerdeführer mit der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher 

Rechtsbeistand zu bestellen; unter Entschädigungsfolge zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin. – Zur Begründung wird geltend gemacht, aus den medizinischen 

Akten – insbesondere auch aus dem neurologischen Gutachten des Kantonsspitals 

G.___ vom 16. April 2003 – sei klar ersichtlich, dass das typische bunte 

Beschwerdebild nach einem HWS-Distorsionstrauma vorliege. Als untypisch für das 

HWS-Distorsionstrauma würden einzig die diffusen Sensibilitätsstörungen in den linken 

Extremitäten genannt, und ein Status quo sine werde von sämtlichen Gutachten 

verneint. Die natürliche Kausalität zwischen dem Unfall und dem aktuellen 

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Beschwerdebild werde hingegen von sämtlichen Gutachten anerkannt. Schliesslich sei 

auch die Adäquanz zu bejahen, denn es handle sich um einen mittelschweren Unfall im 

mittleren Bereich, und die Kriterien der besonderen Art der erlittenen Verletzung, der 

ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung (bis heute), der 

Dauerbeschwerden, des schwierigen Heilungsverlaufs und der lang dauernden 

erheblichen Arbeitsunfähigkeit (100 % bis 31. Oktober 1998 und seitdem andauernd 50 

%) seien gegeben.

b) Die Beschwerdegegnerin stellt in ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2005 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der 

Beschwerdeführer zitiere nicht die Schlussfolgerungen in den Gutachten, sondern 

greife einzelne Sätze mit für ihn günstigen Aussagen heraus. Massgebend bei der noch 

andauernden Limitierung der Arbeitsfähigkeit seien insbesondere die unfallfremden 

psychischen Befunde und nicht die HWS-Beschwerden. Dies sei schon aus dem 

Gutachten der MEDAS C.___ vom 7. Juli 2000 ersichtlich. Hinzu komme eine ebenfalls 

relevante und unfallfremde Arbeitsunfähigkeit wegen Lungenbeschwerden. Zu 

beachten sei auch, dass der Beschwerdeführer schon vor dem Unfall nur in leichten 

und mittelschweren Tätigkeiten arbeitsfähig gewesen und deshalb von der IV-Stelle 

umgeschult worden sei. Von den bis heute geltend gemachten, bei einer HWS-

Verletzung auftretenden typischen Beschwerden seien innerhalb der relevanten 

Latenzzeit von 72 Stunden einzig Nackenschmerzen und eine 

Bewegungseinschränkung der HWS ausgewiesen. Das so genannte typische 

Beschwerdebild liege somit nicht vor. Das anders lautende Gutachten des 

Kantonsspitals G.___ stelle in erster Linie auf die Angaben des Beschwerdeführers ab, 

enthalte keine nachvollziehbare Begründung und sei deshalb in beweisrechtlicher 

Hinsicht nicht verwertbar. Der Beschwerdeführer sei von März 1997 bis Juni 1998 

praktisch beschwerdefrei gewesen, erst danach sei eine auf unfallfremden Ursachen 

beruhende massive Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten. Die 

MEDAS-Gutachten seien zwar im Auftrag der IV-Stelle erstellt worden und hätten daher 

keine Fragen zur Unfallkausalität zu beantworten gehabt, sie liessen diesbezüglich aber 

trotzdem zuverlässige Rückschlüsse zu. In Anbetracht der MEDAS-Gutachten und der 

weiteren Umstände sei für die seit dem 30. September 2004 noch andauernden 

Beschwerden nicht nur die natürliche Kausalität, sondern auch die Adäquanz zu 

verneinen.

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c) Mit Replik vom 27. März 2006 stellt der Beschwerdeführer zusätzlich den Antrag, 

eventualiter sei eine rheumatologische Begutachtung durchzuführen. Dabei bedürfe es 

insbesondere einer unfallspezifischen medizinischen Begutachtung. Im Weiteren habe 

es sich um einen heftigen Unfall gehandelt, was am geknickten Heck seines 

Fahrzeuges ersichtlich gewesen sei. Die entsprechenden Original-Fotos fehlten in den 

Akten und seien noch beizuziehen. Falls die Beschwerdegegnerin weiterhin bestreite, 

dass es sich um eine Kollision von grosser Heftigkeit gehandelt habe, ersuche er 

zusätzlich um eine unfallanalytische Abklärung. Die Rechtsprechung des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichtes (EVG) zur Adäquanzbeurteilung sei 

rechtsungleich und diskriminierend, weil für das Verletzungsbild der HWS-Distorsion 

Zusatzkriterien abverlangt würden. Sie entspreche auch nicht mehr der neuen 

wissenschaftlichen Entwicklung.

d) Mit Duplik vom 13. April 2006 bekräftigt die Beschwerdegegnerin den bisherigen 

Antrag und bestreitet, dass der Beschwerdeführer einen schweren Unfall erlitten habe. 

Da die Adäquanz der noch andauernden Beschwerden ohnehin zu verneinen sei, 

erübrige sich eine weitere medizinische Begutachtung. Eine Diskriminierung von Unfall-

opfern mit HWS-Verletzungen in der Rechtsprechung des EVG sei nicht ersichtlich, 

insbesondere auch nicht bei der Anwendung auf den vorliegenden Fall.

e) Am 18. April 2006 forderte das Versicherungsgericht die "Zürich" Versicherungs-

Gesellschaft als involvierten Haftpflichtversicherer auf, dem Gericht die Original-Fotos 

des vom Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls benutzten Fahrzeugs für das 

laufende Verfahren zu überlassen. Die Verfahrensbeteiligten erhielten Gelegenheit, zu 

den von der "Zürich" eingereichten Akten Stellung zu nehmen (Eingaben vom 6. und 

28. Juni 2006). Bei dieser Gelegenheit reichte der Beschwerdeführer ein 

unfallanalytisches Gutachten von Dr. I.___ vom gleichnamigen Institut für 

Unfallrekonstruktion vom 23. Mai 2005, ein neurologisches Gutachten von Dr. med. 

J.___, Spezialarzt für Neurologie FMH vom 22. November 2001 und einen audio-

neurootologischen Bericht von Dr. med. K.___, Spezialarzt FMH für Otorhino-

laryngologie, vom 28. Juni 2001 ein.

f) Mit Schreiben vom 17. Mai 2006 gewährte der Präsident des Versicherungsgerichtes 

dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt 

Husmann für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht.

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g) Im Juli 2006 holte das Versicherungsgericht bei der IV-Stelle St. Gallen die IV-Akten 

ein. Der Beschwerdeführer hatte sich 1992 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet, 

woraufhin ihm eine Umschulung zum Verkäufer gewährt wurde. Mit Verfügung vom 19. 

November 1998 sprach ihm die IV-Stelle für die Zeit vom 1. November 1996 bis 31. 

Januar 1997 auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 50 % eine halbe Rente zu. Für 

die Zeit ab 1. Februar 1997 betrachtete sie den Beschwerdeführer wieder als 

vollumfänglich arbeitsfähig. Den gegen die Verfügung vom 19. November 1998 

gerichteten Rekurs wies das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 29. März 2001 

(Proz. IV-1998/305) ab. Das EVG bestätigte diesen Entscheid mit Urteil vom 8. Mai 

2003. Nachdem sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wieder 

verschlechtert hatte, sprach ihm die IV-Stelle mit Verfügung vom 12. November 2001 

für die Zeit ab 1. Oktober 1999 auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 60 % eine 

halbe Rente zu.

C.- a) In der mündlichen Verhandlung vom 10. Januar 2007 hielt der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers an den bisherigen Ausführungen und Beweisanträgen fest. Der 

Beschwerdeführer habe dauernd Beschwerden und sei immer noch in ärztlicher 

Behandlung. Bei einer HWS-Distorsion mache es keinen Sinn, nach Bild gebenden 

Befunden zu forschen. Das Vorliegen einer Fibromyalgie werde bestritten, da die 14 

Triggerpunkte nicht abgehandelt worden seien. Diese Diagnose werde nur im MEDAS-

Gutachten vom 3. Mai 2002 gestellt, bei welchem nicht einmal ein Neurologe 

mitgewirkt habe. Sodann werde eine Teil-Kausalität des Unfalls in allen Gutachten 

bejaht. Wegen des vorgeschädigten Nackens sei der Beschwerdeführer zusätzlich 

vulnerabel, daraus könne die Beschwerdegegnerin nichts für sich ableiten. Eine 

psychische Fehlverarbeitung stehe nicht im Vordergrund. Den Beweis, dass der 

"Status quo sine" eingetreten sei, vermöge die Beschwerdegegnerin nicht zu 

erbringen. Der Beschwerdeführer sei arbeitswillig. Seitdem er seine Stelle als Hauswart 

vor einem Jahr gekündigt habe, arbeite er mit einem Beschäftigungsgrad von 50 % bei 

einem Putzinstitut, wo er im Team tätig sei und keine schweren Arbeiten verrichten 

müsse.

b) Die Vertreterin der Beschwerdegegnerin wies insbesondere darauf hin, dass die 

Folgen des vorliegend zu beurteilenden Unfalls nicht isoliert betrachtet werden 

könnten. Der Beschwerdeführer habe schon vor dem Unfall immer wieder 

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gesundheitliche und berufliche Rückschläge erlitten. Der Unfall sei nur einer von 

mehreren Schicksalsschlägen, und ein mehr oder weniger konstantes Beschwerdebild 

sei schon vor dem Unfall durchgebaut gewesen. Die erneute Arbeitsunfähigkeit sei erst 

nach einer langen Phase mit voller Arbeitsfähigkeit eingetreten, so dass sie bei der 

Adäquanzprüfung nicht mehr zu berücksichtigen sei.

c) In der persönlichen Befragung erklärte der Beschwerdeführer, dass er vor dem Unfall 

andere Beschwerden gehabt habe. Diese hätten mit den aktuellen Schmerzen (starke 

Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Brechreiz, Kreislauf-Störungen, Probleme 

bzw. Angst beim Autofahren, weshalb er nicht mehr Auto fahre) nichts zu tun. Es treffe 

zu, dass er schon vor dem Unfall immer wieder gesundheitliche Probleme gehabt habe. 

Er habe vor allem auch deshalb wiederholt Probleme am Arbeitsplatz bekommen. Bei 

seiner Tätigkeit als Hauswart in den Jahren 1997/98 sei er nie schmerzfrei gewesen. Er 

habe auch nie schwer und vor allem auch nie zu 100 % gearbeitet. Dies zeige schon 

der geringe Lohn von Fr. 2'300.--, so dass ihm nach Abzug der Miete von Fr. 600.-- 

noch Fr. 1'700.-- zuzüglich Kinderzulagen geblieben seien. Zudem habe ihm seine 

Ehefrau stets helfen müssen.

II.

1.- Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche 

Bestimmungen im Bereich des Unfallversicherungsrechts geändert worden. Weil in 

zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des 

zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 E. 1; 

vorliegend: Unfallereignis vom 23. November 1995), und weil das Versicherungsgericht 

bei der Beurteilung eines Falls grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

des streitigen Einsprache-Entscheids (hier: 12. August 2005) eingetretenen Sachverhalt 

abstützt (BGE 121 V 366 E. 1b; RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101), stellt sich die Frage, ob 

die vor oder nach dem 1. Januar 2003 geltenden Bestimmungen anwendbar sind. Da 

das InKraft-Treten des neuen Gesetzes indessen für die vorliegend streitige 

Angelegenheit keine materielle Änderung bewirkt, rechtfertigt es sich, in Anwendung 

des Grundsatzes der Widerspruchslosigkeit der Rechtsordnung und des daraus 

abgeleiteten Geltungsprinzips, wonach geltendes neues Recht generell anwendbar ist 

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(RALPH JÖHL, Übergangsrechtliche Probleme im Leistungsrecht der 

Sozialversicherung, Diss. St. Gallen 1996, S. 1 ff.), das seit 1. Januar 2003 geltende 

Recht anzuwenden.

2.- a) Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere 

Versicherungsleistungen für die Zeit ab dem 30. September 2004, insbesondere auf 

eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung und in diesem Zusammenhang 

auch auf eine weitere rheumatologische und insbesondere unfallspezifische 

medizinische Begutachtung. Begründet wird der Anspruch mit dem nach wie vor 

bestehenden typischen Beschwerdebild nach einem HWS-Distorsionstrauma. Die 

Beschwerdegegnerin verneint den geltend gemachten Anspruch und auch die 

Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen mit Hinweis auf die klar im 

Vordergrund stehenden unfallfremden psychischen und pneumologischen Befunde und 

die insgesamt auf unfallfremden Ursachen beruhende Verschlechterung des 

Gesundheitszustands, weshalb die Unfallkausalität der geltend gemachten 

gesundheitlichen Probleme klar zu verneinen sei.

b) Gemäss ständiger Praxis des EVG kann ein nach einem versicherten Unfall 

aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit 

es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt 

(natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 und 399 sowie 117 V 359 und 369). Die blosse 

Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 und 118 V 289). Das Gericht hat vielmehr 

jene Ursache als kausal zu betrachten, die es von allen als die wahrscheinlichste 

würdigt (BGE 119 V 9 E. 3c/aa mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur 

für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen, wobei für die 

Adäquanz nicht die subjektive, sondern die objektive Voraussehbarkeit des 

eingetretenen Erfolgs entscheidend ist (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Adäquat ist der 

Kausalzusammenhang dann, wenn ein Ereignis geeignet ist, den eingetretenen Erfolg 

zu bewirken, so dass an andere Ursachen vernünftigerweise nicht zu denken ist (BGE 

117 V 359 und 112 V 30). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den 

natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es dem Gericht obliegt, die 

Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 

und 112 V 30). Nicht jeder natürliche Kausalzusammenhang ist zugleich in rechtlicher 

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Hinsicht adäquat. Der adäquate Kausalzusammenhang ist ein Korrektiv zum 

naturwissenschaftlichen Ursachenbegriff, der vom Recht als natürliche Kausalität 

übernommen wurde, aber der Einschränkung bedarf, um für die rechtliche 

Verantwortlichkeit tragbar zu sein und eine vernünftige Begrenzung der Haftung zu 

ermöglichen (BGE 122 V 415 E. 2c und 123 III 110 E. 3a).

c) Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 122 V 160 E. 1c; RKUV 1991 Nr. 

U 133 S. 311 mit Hinweisen). Diese Anforderungen gelten insbesondere auch für 

spezialärztliche Gutachten. Zu beachten ist sodann, dass der Versicherer bei der 

Einholung von Gutachten sinngemäss nach den Bestimmungen des 

Bundeszivilprozesses (BZP; SR 273) zu verfahren und insbesondere die in Art. 57 ff. 

BZP genannten Mitwirkungsrechte der Verfahrensbeteiligten zu beachten hat (BGE 125 

V 353 E. 3b/bb). Im Hinblick auf die Geltendmachung allfälliger Einwendungen ist der 

Versicherte über die Person des Gutachters vor dessen Bestellung ins Bild zu setzen. 

Sodann ist ihm Gelegenheit einzuräumen, sich zu den Fragen an den Sachverständigen 

zu äussern sowie Abänderungs- und Ergänzungsanträge zu stellen (RKUV 1993 Nr. U 

167 S. 96 f. E. 5b).

d) Vorliegend steht fest, dass die Beschwerdegegnerin mit der Ausrichtung von

Leistungen (Taggelder und Heilbehandlungskosten) die Unfallkausalität zwischen dem 

Ereignis vom 23. November 1995 und den in der Folge aufgetretenen gesundheitlichen 

Störungen anerkannt hat. Ist die Unfallkausalität einmal gegeben, entfällt die deswegen 

anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die 

natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Tatsachen beruht. Dies trifft 

dann zu, wenn entweder der krankhafte Gesundheitszustand, wie er vor dem Unfall 

bestanden hat ("Status quo ante") oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

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oder später eingestellt hätte ("Status quo sine"), erreicht ist. Das Dahinfallen der 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss 

mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich 

fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast beim 

Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b).

e) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen 

sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 108 Abs. 1 lit. c UVG, vgl. auch Art. 61 

lit. c ATSG; ULRICH MEYER-BLASER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,

Zürich 1997, S. 229). Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 

auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (Urteil des EVG vom 

3. Juli 2002 [I 537/01] in Sachen B., E. 1c).

3.- a) Zu prüfen ist im Folgenden, ob die vom Beschwerdeführer geltend gemachten, 

als typisches Beschwerdebild eines HWS-Distorsionstraumas bezeichneten 

Beschwerden in einem kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 23. 

November 1995 stehen.

b) Aus den Akten geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer beim Auffahrunfall beim 

23. November 1995 keine äusseren oder solche Verletzungen zugezogen hat, die eine 

sofortige medizinische Versorgung notwendig machten. Er verspürte keine besonderen 

Beschwerden und konnte nach dem Ausfüllen des Schadenprotokolls seine Fahrt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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fortsetzen und wie beabsichtigt einen Schulungskurs besuchen und nachher wieder 

nach Hause fahren. Erst am Tag darauf verspürte er Nackensteife und Schmerzen im 

Hinterkopf, so dass er seinen Hausarzt aufsuchte. Dieser diagnostizierte eine HWS-

Distorsion und eine Thoraxkontusion und stellte im Weiteren eine schmerzbedingt 

eingeschränkte Beweglichkeit der HWS (ohne ossäre Läsionen) und Druckdolenzen im 

Bereich des linken Schlüsselbeins sowie des Brustkorbes fest. Weitere, unmittelbar 

nach dem Unfall oder in den knapp drei Wochen danach entstandene Beschwerden 

oder Symptome einer HWS-Verletzung wie Schwindel, Übelkeit, Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Schlafstörungen, rasche Ermüdbarkeit, Depressionen, 

Wesensveränderung sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen (vgl. BGE 117 V 

360 E. 4b) werden im Arztzeugnis vom 12. Dezember 1995 nicht erwähnt. Erst in den 

Arztberichten von Dr. D.___ und Dr. E.___ vom März 1996 werden erstmals 

Ausstrahlungen der Nackenschmerzen in den linken Arm und Vergesslichkeit, in der 

Besprechung mit dem Aussendienstmitarbeiter am 19. Juni 1996 zusätzlich 

Lärmempfindlichkeit sowie rasche Ermüdbarkeit und bei der ersten Begutachtung in 

der Klinik F.___ im August/September 1996 erstmals Beschwerden beim Schlucken, 

Kraftminderung in beiden Händen sowie Schwindelanfälle erwähnt. Es ist deshalb 

davon auszugehen, dass zumindest in den ersten Wochen nach dem Unfall von den für 

eine HWS-Verletzung typischen Beschwerden einzig Nackenbeschwerden und 

Schmerzen im Hinterkopf aufgetreten sind. Gemäss einem einhellig anerkannten 

biologischen Basisprinzip müssen die typischen Beschwerden jedoch grundsätzlich 

innert einer Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten, 

damit sie diesem zugerechnet werden können (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29). Auch 

wenn vom Hausarzt ab dem Zeitpunkt des Unfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt wurde, ist davon auszugehen, dass an der HWS keine ossären Läsionen 

feststellbar waren (gemäss den im Arztbericht von Dr. D.___ vom 12. Dezember 1995, 

im Untersuchungsbericht von Dr. E.___ vom 12. März 1996 und im Gutachten der Klinik 

F.___ vom 19. September 1996 erwähnten radiologischen Untersuchungen) und das für 

eine dem Schleudertrauma ähnliche Verletzung der HWS typische bunte 

Beschwerdebild nur zu Teilen gegeben war. Es entspricht der allgemeinen 

medizinischen Erfahrung, dass die gesundheitlichen Folgen in solchen Fällen innert 

sechs bis zwölf Wochen abheilen, so dass ungewöhnlich lang dauernde und schwere 

Verläufe nach Beschleunigungsverletzung bei Fehlen der klinischen Kriterien einer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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traumatischen Hirnschädigung nach einer Interpretation ausserhalb einer 

hirnorganischen Schädigung rufen (GERHARD JENZER, Klinische Aspekte bei HWS-

Belas¬tungen durch Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zu 

leichten Schädel-Hirn-Trauma, in: SZS 1996 S. 462 ff., insbesondere S. 467 und 469; 

vgl. auch B. P. RADANOV, Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik 

bei Patienten nach HWS-Distorsion, in: SZS 1996 S. 471 ff., 472 f. und 475).

c) Im Gutachten der Klinik F.___ vom 19. September 1996 ist von einem mässigen 

zervikozephalen und zervikovertebralen Schmerzsyndrom die Rede. Sodann verwiesen 

die Ärzte auf eine muskuläre Dysbalance des Schulter- und des Beckengürtels bei 

verkürzter tonischer und abgeschwächter phasischer Muskulatur sowie Tendenz zur 

Hypermotilität. Hinsichtlich der Schmerzen im Bereich des Brustkorbes erwähnten sie 

ein rechtsseitiges Thorakalsyndrom nach operativer Entfernung einer 

Echinokokkuszyste an der rechten Lunge im Jahr 1982. Bei dem vom 2. bis 23. Januar 

1997 dauernden stationären Aufenthalt in der Klinik F.___ konnte durch ein gezieltes 

Muskelaufbau- und Dehnungstraining mit Erfolg eine Haltungskorrektur und dadurch 

eine deutliche Schmerzlinderung erreicht werden. Bei Austritt aus der Klinik war der 

Beschwerdeführer im zervikozephalen und zervikovertebralen Bereich praktisch 

beschwerdefrei, so dass ihm für die ab Februar 1997 in Aussicht stehende Arbeitsstelle 

als Hauswart eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (vgl. Austrittsbericht der 

Klinik F.___ vom 13. Februar 1997). Diese in unfallversicherungsrechtlicher Hinsicht 

sehr guten Untersuchungsergebnisse werden im Gutachten der MEDAS C.___ vom 18. 

Juni 1998 bestätigt, wo einerseits auf das unfallbedingte Zervikozephalsyndrom und 

andererseits auf das durch die vorbestehende konstitutionelle Fehlhaltung (Rundrücken 

mit Schulter- und Kopfprotraktion und ausgeprägten Verspannungen) und die 

muskuläre Dysbalance bedingte Thorakovertebralsyndrom hingewiesen wird. Allein die 

Fehlhaltung an sich könne schon die chronischen Nacken-Schulter-Beschwerden 

erklären, und der Beschwerdeführer habe schon bei der Anmeldung bei der IV-Stelle 

am 27. Februar 1992 ein Zervikalsyndrom erwähnt. Im Ergebnis hielten die MEDAS-

Ärzte fest, dass mit Blick auf den Bewegungsapparat und insbesondere auch auf das 

Zervikalsyndrom keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Für den geklagten 

Schwindel gebe es keine neurologische Ursache, so dass auch aus neurologischer 

Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. In psychiatrischer Hinsicht wurde der 

Versicherte als psychisch gesund bezeichnet, obwohl er unter der Belastung seiner 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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Krankheiten stehe, insbesondere auch der chronischen zystischen Echinokokkose in 

der Lunge, die bereits mehrere Operationen erfordert habe. Die MEDAS konnte im 

Ergebnis nur Diagnosen mit Krankheitswert und ohne wesentliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit erheben (vgl. Gutachten der MEDAS C.___ vom 18. Juni 1998, S. 20 ff., 

und Zusatzbericht für den Unfallversicherer vom selben Datum).

d) Angesichts dieser medizinischen Untersuchungsergebnisse – und unter 

Berücksichtigung des Vorzustandes mit der konstitutionellen Fehlhaltung und den 

schon in den Jahren 1990/92 festgestellten zervikalen und lumbalen Schmerzen – steht 

fest, dass der Beschwerdeführer im Juni 1998 und damit rund zweieinhalb Jahre nach 

dem Unfallereignis vom 23. November 1995 keine massgebenden, auf diesen Unfall 

zurückzuführenden Beschwerden mehr hatte und – wie vor dem Unfall – in einer 

leichten bis mittelschweren Tätigkeit vollumfänglich bzw. im selben Umfang wie zuvor 

arbeitsfähig war. Die MEDAS C.___ hielt ausdrücklich fest, dass hinsichtlich des Unfalls 

nur Restbeschwerden ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestünden und 

ausschliesslich Diagnosen mit Krankheitswert erhoben werden könnten, ebenfalls ohne 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Im Entscheid des Versicherungsgerichtes vom 29. 

März 2001 betreffend Rente der Invalidenversicherung (bestätigt vom EVG mit Urteil 

vom 8. Mai 2003) wurden die vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit ab 1. Februar 1997 

und das Fehlen von unfalltypischen Residuen insbesondere in neuropsychologischer 

Hinsicht bestätigt und als einzige gesundheitliche Belastung von erheblicher 

Bedeutung die chronische Echinokokken-Krankheit mit Rezidiv-Gefahr und der damit 

verbundenen Angst bezeichnet. Die nach 1998 geltend gemachten Beschwerden 

können deshalb nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Unfallfolge 

betrachtet werden. Für die gegenüber der ersten Zeit nach dem Unfall neu 

hinzugekommenen Beschwerden wie wiederkehrende Übelkeit, Erbrechen und 

Schwarzwerden vor den Augen ist die Unfallkausalität ohnehin zu verneinen. Das 

gesamte, nach 1998 geltend gemachte, invalidisierende Beschwerdebild ist vielmehr – 

entsprechend den Feststellungen im zweiten Gutachten der MEDAS C.___ vom 7. März 

2000 – mit der nach 1998 einsetzenden hypochondrischen Entwicklung bei 

polymorbider Persönlichkeit, den immer wieder auftretenden muskulären Dysbalancen, 

der nie gänzlich wegtherapierten langjährigen Fehlhaltung und den rezidivierenden 

pneumologischen Beschwerden zu erklären. Bei der hypochondrischen Entwicklung 

bei polymorbider Persönlichkeit handelt es sich um eine selbstständige psychische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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Gesundheitsschädigung, die nicht im Zusammenhang mit dem Unfall steht. Die 

MEDAS hat bei ihrer zweiten Begutachtung im Dezember 1999 denn auch aus 

psychiatrischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % für jegliche Tätigkeit und 

aus pneumologischer Sicht eine solche von 33 1/3 % bestätigt (vgl. Gutachten vom 7. 

März 2000). Im Ergebnis bestätigen die Feststellungen der MEDAS vom Dezember 

1999 diejenigen vom Mai 1998. Damit steht fest, dass die natürliche Kausalität 

zwischen dem Unfall vom 23. November 1995 und den nach Mai/Juni 1998 geltend 

gemachten Beschwerden zu verneinen ist. Die Beschwerdegegnerin hätte ihre 

Leistungen somit bereits per Ende Juni 1998 einstellen können, so dass die Einstellung 

per Ende September 2004 nicht zu beanstanden ist.

e) Dieses Ergebnis entspricht den Feststellungen der IV-Stelle, welche den 

Beschwerdeführer für die Zeit ab 1. Februar 1997 wieder als vollumfänglich arbeitsfähig 

betrachtete (Verfügung vom 19. November 1998) und ihm erst nach der 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes für die Zeit ab 1. Oktober 1999 auf der 

Basis eines Invaliditätsgrades von 60 % eine halbe Rente zusprach (Verfügung vom 12. 

November 2001). Unter den gegebenen Umständen ist dem neurologischen Gutachten 

des Kantonsspitals G.___ vom 16. April 2003, dem dritten Gutachten der MEDAS C.___ 

vom 3. Mai 2002, dem neurologischen Gutachten von Dr. J.___ vom 22. November 

2001 und dem audio-neurootologischen Bericht von Dr. K.___ vom 28. Juni 2001 aus 

unfallversicherungsrechtlicher Sicht keine weitere Bedeutung mehr beizumessen. Diese 

mehrere Jahre nach dem Unfall verfassten Gutachten und Berichte vermögen denn 

auch keine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität der geltend gemachten 

Beschwerden zu bestätigen. Einer neuen rheumatologischen Begutachtung bedarf es 

nicht, da elf Jahre nach dem Unfall von einer weiteren Untersuchung des nach dem 23. 

November 1995 bis zur MEDAS-Begutachtung im Mai 1998 vorhandenen 

Beschwerdebilds keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Bei den medizinischen 

Untersuchungen in den ersten zweieinhalb Jahren nach dem Unfall wurden klare und 

ohne weiteres nachvollziehbare Feststellungen gemacht, so dass eine ausreichende 

Grundlage für die Beurteilung der Streitsache besteht. Unter diesen Umständen hilft 

dem Beschwerdeführer auch das unfallanalytische Gutachten von Dr. I.___ nicht weiter, 

da für die Beurteilung der Unfallkausalität der damals festgestellten und der heute 

geltend gemachten Beschwerden allein die medizinischen Untersuchungsergebnisse 

und nicht unfalltechnische Feststellungen massgebend sind. Wird jedoch bereits die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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natürliche Kausalität der nach der Leistungseinstellung per Ende September 2004 

geltend gemachten Beschwerden verneint, so braucht deren Adäquanz nicht weiter 

geprüft zu werden. Ein Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere 

Versicherungsleistungen ist mithin klar zu verneinen.

4.- Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen und der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 12. August 2005 zu bestätigen. Für dieses 

Verfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ist der Vertreter des 

Beschwerdeführers bei diesem Verfahrensausgang durch den Staat zu entschädigen 

(vgl. Art. 61 lit. f ATSG und Art. 99 Abs. 1 und Abs. 2 des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, in Verbindung mit Art. 281 f. des kantonalen 

Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2). Dabei ist zu berücksichtigen, dass dem 

unentgeltlichen Vertreter nur ein um 20 % reduziertes Honorar zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 

3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat 

keine Honorarnote eingereicht, so dass die Entschädigung nach Ermessen 

festzusetzen ist. Ein ungekürztes Honorar von pauschal Fr. 4'600.-- erscheint mit 

Rücksicht auf die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses als 

angemessen, so dass der Rechtsvertreter für die Verbeiständung vom Staat mit Fr. 

3'680.-- (80% von Fr. 4'600.--) inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen zu 

entschädigen ist.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 3'680.--.

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 10.01.2007
	Art. 10 ff. UVG. Natürliche Kausalität bei Distorsion der Halswirbelsäule, vorbestehenden somatischen Beschwerden und psychischer Fehlentwicklung verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Januar 2007, UV 2005/87).

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		2025-07-19T16:46:43+0200
	"9001 St.Gallen"
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