# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5038c3a7-f338-57d3-962b-c55edfe12f14
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.09.2025 E-6651/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6651-2025_2025-09-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6651/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Regina Derrer, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer;   

Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Wiedererwägung);  

Verfügung des SEM vom 31. Juli 2025 / N (…). 

 

 

 

E-6651/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, türkischer Staatsangehöriger kurdischer Eth-

nie und Angehöriger der alevitischen Glaubensgemeinschaft, suchte am 

21. November 2022 in der Schweiz um Asyl nach. Zur Begründung seines 

Gesuchs machte er im Wesentlichen geltend, er sei in der Schule aufgrund 

seiner Ethnie und Religion ausgegrenzt worden. Er habe die Demokrati-

sche Partei der Völker (kurdisch: Partiya Demokratik a Gelan, türkische: 

Halklann Demokratik Partisi, HDP) unterstützt und sei bei deren Jugend-

flügel aktiv gewesen (Teilnahme an Kundgebungen, Verteilen von Broschü-

ren und Flugblättern). Deshalb sei er von der Polizei häufig mitgenommen, 

jedoch nach zwei bis drei Stunden wieder freigelassen worden. Am (…) 

2022 sei die Polizei wegen seiner älteren Schwester zu ihnen nach Hause 

gekommen und habe ihn zusammen mit dieser Schwester und seinem Va-

ter mitgenommen und (einzeln) verhört. Da er keine Aussagen gemacht 

habe, sei er beschimpft und geschlagen worden. Nach ihrer Freilassung 

habe sich seine Schwester bei einer Tante versteckt. Am (…) 2022 sei 

seine Schwester erneut zu Hause gesucht worden, wobei er abermals auf 

den Polizeiposten mitgenommen worden sei. Zudem seien vor längerer 

Zeit ein Cousin und eine Tante aus dem Gefängnis entlassen worden, wo-

raufhin diese ins Ausland geflohen seien. Aus Angst vor weiteren Nachstel-

lungen durch die heimatlichen Behörden habe er sich, zusammen mit sei-

ner Schwester, zur Ausreise entschlossen. Zirka eine Woche nach seiner 

Ausreise habe ihn die Polizei zu Hause gesucht.  

A.b Mit Verfügung vom 28. April 2025 lehnte das SEM das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete die 

Wegweisung und den Wegweisungsvollzug an. Diese Verfügung erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft. 

B.  

Mit als Wiedererwägungsgesuch bezeichneter Eingabe ans SEM vom 

17. Juli 2025 beantragte der Beschwerdeführer, die Verfügung vom 28. Ap-

ril 2025 sei aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm 

Asyl zu gewähren, eventualiter sei er in der Schweiz vorläufig aufzuneh-

men. Zur Untermauerung seines Gesuchs reichte er mehrere türkische 

Justizdokumente ein und machte geltend, er habe diese am 20. Juni 2025 

von einem Anwalt in der Türkei in Kopie erhalten. Er habe diese mangels 

Zugangs zu E-Devlet nicht früher einreichen können, sondern erst mit der 

Mandatierung des besagten Anwalts in der Türkei. Gemäss diesen neuen 

Beweismitteln hätten die türkischen Behörden gegen ihn ein 

E-6651/2025 

Seite 3 

Ermittlungsverfahren wegen Propaganda für eine Terrororganisation und 

wegen Herabwürdigung der türkischen Nation, des Staates der türkischen 

Republik, der Organe und Institutionen des Staates eröffnet. Die Wahr-

scheinlichkeit einer Anklage und einer Verurteilung sei gross. Er rechne im 

Falle einer Rückkehr in die Türkei mit weiteren behördlichen Verfolgungs-

massnahmen, dies auch aufgrund seines politischen Engagements, der 

bereits stattgefundenen Verfolgung durch die türkischen Behörden, seiner 

politisch aktiven Familie sowie seiner Ethnie und seiner Religion.   

Der Beschwerdeführer reichte als Beweismittel die folgenden Unterlagen 

(in Kopie) ein: 

- Betreffend das Verfahren wegen Propaganda für eine Terrororganisation (Er-

mittlungsnummer unbekannt): Protokoll des Staatsanwalts vom (…) 2022; Un-

tersuchungsbericht der Abteilung für die Bekämpfung von Cyberkriminalität 

des Polizeipräsidiums von B._______ vom (…) 2022; Schreiben des Polizei-

präsidiums von B._______ an den stellvertretenden Direktor der Terrorismus-

bekämpfung vom (…) 2022; Untersuchungsprotokoll der Polizei vom (…) 

2023;  

- betreffend das Verfahren wegen Herabwürdigung der türkischen Nation, des 

Staates der türkischen Republik, der Organe und Institutionen des Staates 

(Ermittlungsnummer […]): Schreiben der Staatsanwaltschaft von B._______ 

an den Friedensstrafrichter vom (…) 2024; Beschluss der (…) Friedensstraf-

richterschaft von B._______ vom (…) 2024 betreffend den Erlass eines Vor-

führbefehls; Vorführbefehl der (…) Friedensstrafrichterschaft von B._______ 

vom (…) 2024. 

C.  

Mit Verfügung vom 31. Juli 2025 – eröffnet am 4. August 2025 – wies das 

SEM die als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch entgegengenommene 

Eingabe vom 17. Juli 2025 kostenpflichtig ab und erklärte seine Verfügung 

vom 28. April 2025 als rechtskräftig und vollstreckbar. Ferner hielt es fest, 

einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

D.  

Mit Eingabe vom 2. September 2025 erhob der Beschwerdeführer durch 

den rubrizierten Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht dagegen 

Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, 

die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl, 

eventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme infolge Unzulässig-

keit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. In verfahrensrechtli-

cher Hinsicht ersuchte er darum, es sei der Beschwerde die aufschiebende 

E-6651/2025 

Seite 4 

Wirkung zu erteilen. Ferner sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten. Der Beschwerde lagen eine Vollmacht, die angefochtene 

Verfügung in Kopie und eine Unterstützungsbestätigung bei. 

E.  

Am 3. September 2025 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der 

Wegweisung per sofort einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-

dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung 

auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist 

das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

E-6651/2025 

Seite 5 

aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-

risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a 

Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzich-

tet.  

4.  

4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-

regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). 

4.2 In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwä-

gungsverfahren die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung 

an eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage 

(vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung un-

angefochten blieb oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit einem 

blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde, können auch Revisions-

gründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen; darüber hinaus 

sind nachträglich entstandene Beweismittel, die vorbestehende Tatsachen 

belegen sollen und erheblich sind, ebenfalls im Rahmen eines Wiederer-

wägungsverfahrens zu prüfen (zum sogenannten «qualifizierten Wiederer-

wägungsgesuch» vgl. BVGE 2013/22 E. 5.4; E. 11.4 f., m.w.H.). 

4.3 Sowohl neue erhebliche Tatsachen als auch neue erhebliche Beweis-

mittel bilden nur dann einen Wiedererwägungsgrund, wenn sie der gesuch-

stellenden Person im ordentlichen (Rechtsmittel-)Verfahren trotz hinrei-

chender Sorgfalt nicht bekannt sein konnten, oder ihr die Geltendmachung 

oder Beibringung aus entschuldbaren Gründen nicht möglich war (vgl. 

Art. 66 Abs. 3 VwVG). Ungeachtet dessen sind diese jedoch zu berück-

sichtigen, wenn aus ihnen offensichtlich eine Verfolgung oder eine dro-

hende menschenrechtswidrige Behandlung hervorgeht und damit ein völ-

kerrechtswidriges Wegweisungshindernis besteht (vgl. Entscheide und 

Mitteilungen der vormaligen Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 3, 

der nach wie vor Gültigkeit hat). 

5.  

5.1 Das SEM hat die Eingabe des Beschwerdeführers vom 17. Juli 2025 

als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch anhand genommen, nachdem 

Beweismittel eingereicht wurden, welche bereits vor der (nicht angefochte-

nen) Verfügung vom 28. April 2025 bestanden haben. 

Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führt es im Wesentlichen 

aus, die eingereichten Dokumente hinsichtlich der gegen den Beschwer-

deführer eröffneten Strafverfahren wegen Propaganda für eine 

E-6651/2025 

Seite 6 

Terrororganisation und Herabwürdigung der türkischen Nation, des Staates 

der türkischen Republik, der Organe und Institutionen des Staates würden 

über keine verifizierbaren Sicherheitsmerkmale verfügen und liessen sich 

einfach fälschen. Mittlerweile sei öffentlich bekannt und durch das Bundes-

verwaltungsgericht bestätigt, dass Strafverfahrensakten in der Türkei prob-

lemlos gegen Entgelt beschafft werden könnten. Deshalb komme diesen 

Beweismitteln nur ein geringer Beweiswert zu. Die Frage der Echtheit der 

eingereichten Verfahrensdokumente könne jedoch offengelassen werden. 

Das Bundesverwaltungsgericht habe nämlich in seinem Koordinationsurteil 

E-4103/2024 vom 8. November 2024 Kriterien festgelegt, die bei Ermitt-

lungsverfahren wegen Propaganda für eine Terrororganisation und Präsi-

dentenbeleidigung erfüllt sein müssten, so dass sie asylrelevant seien. Das 

Verfahren des Beschwerdeführers wegen Propaganda für eine Terrororga-

nisation weise keine Asylrelevanz auf, da diese Kriterien nicht erfüllt seien. 

Ausserdem sei das Risiko, dass er bei der Einreise in die Türkei festge-

nommen und in Untersuchungshaft gesetzt werde, gering, womit eine ob-

jektiv begründete Furcht vor einem ernsthaften Nachteil auch diesbezüg-

lich zu verneinen sei. Im Weiteren befinde sich das Verfahren wegen Her-

abwürdigung der türkischen Nation, des Staates der türkischen Republik, 

der Organe und Institutionen des Staates ebenfalls in der Ermittlungs-

phase. Den Statistiken lasse sich entnehmen, dass sich die Anzahl der Er-

öffnungen bei diesen Verfahren und der Verurteilungen in der Bandbreite 

der Zahlen des Delikts wegen Präsidentenbeleidigung bewege, weshalb 

auch in Bezug auf dieses Verfahren keine beachtliche Wahrscheinlichkeit 

einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verurteilung bestehe. Zwar könnten 

Personen mit einem Vorführbefehl bei der Einreise angehalten und der zu-

ständigen Staatsanwaltschaft oder dem Gericht zugeführt werden, danach 

würden sie jedoch in der Regel wieder freigelassen. Der im Verfahren we-

gen Herabwürdigung der türkischen Nation, des Staates der türkischen Re-

publik, der Organe und Institutionen des Staates erlassene Vorführbefehl 

bezwecke die Einvernahme und anschliessende Freilassung des Be-

schwerdeführers. Der Beschwerdeführer habe sich in der Türkei bislang 

keiner Straftat schuldig gemacht und gelte deshalb als strafrechtlich unbe-

scholten. Überdies verfüge er, wie bereits in der Verfügung vom 28. April 

2025 ausgeführt, lediglich über ein niederschwelliges politisches Profil. 

Auch bestünden keine konkreten Hinweise dafür, dass seine Angehörigen 

eine ausserordentliche Position in der HDP innegehabt hätten respektive 

innehätten. Folglich verfüge er – entgegen seiner Ansicht – nicht über ein 

erhöhtes Gefährdungsprofil, womit für ihn keine beachtliche Wahrschein-

lichkeit bestehe, zu einer unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt zu werden.     

E-6651/2025 

Seite 7 

5.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, wegen seiner Ethnie und 

seines Glaubens sowie wegen seiner jahrelangen politischen Aktivitäten 

für die HDP ins Visier der türkischen Behörden geraten, mehrmals festge-

nommen und einer menschenunwürdigen Behandlung unterzogen worden 

zu sein. Die Vorinstanz habe die von ihm eingereichten türkischen Jus-

tizdokumente betreffend die zwei gegen ihn eingeleiteten Strafverfahren zu 

Unrecht als Fälschungen bezeichnet. Er könne nicht mit einem fairen Ge-

richtsverfahren rechnen und sei für immer fichiert. Gemäss einem Bericht 

der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 19. Mai 2017 seien Miss-

handlungen und Folter seit dem Putschversuch nach wie vor weit verbrei-

tet. Selbst eine lediglich angebliche Verbindung zur PKK führe zu langjäh-

rigen Haftstrafen. Dies gehe auch aus weiteren Quellen und der Recht-

sprechung des Bundesverwaltungsgerichts hervor. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht und mit zutreffender Begründung, 

auf die vorliegend verwiesen werden kann, zum Schluss gelangt ist, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers würden an der Einschätzung in der 

Verfügung vom 28. April 2025 nichts ändern. Der Beschwerdeführer ver-

mag mit seinen Ausführungen und dem Hinweis auf verschiedene Berichte 

zur Situation in der Türkei den Erwägungen des SEM in der angefochtenen 

Verfügung nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. 

6.1.1 Gestützt auf die im vorliegenden Wiedererwägungsverfahren einge-

reichten Justizdokumente ist – unter Annahme deren Authentizität, welche 

aufgrund der nachfolgenden Feststellung nicht zu prüfen ist – davon aus-

zugehen, dass gegen den Beschwerdeführer in der Türkei Strafverfahren 

wegen Propaganda für eine Terrororganisation gemäss Art. 7 Abs. 2 ATG 

sowie wegen Herabwürdigung der türkischen Nation, des Staates der tür-

kischen Republik, der Organe und Institutionen des Staates nach Art. 301 

tStGB eingeleitet wurden. Die Strafverfahren wurden erst nach seiner Aus-

reise eröffnet und befinden sich in der Ermittlungsphase. 

Gemäss dem Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E-4103/2024 

vom 8. November 2024 bestehen keine stichhaltigen Gründe für die An-

nahme, dass Personen, die in der Türkei von Verfahren wegen Terrorpro-

paganda oder Präsidentenbeleidigung betroffen sind, im Rahmen der Er-

mittlungs- und Strafverfahren generell einen Politmalus im absoluten oder 

relativen Sinn zu befürchten hätten, weshalb sich aus diesem Umstand al-

leine noch keine begründete Furcht vor mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

E-6651/2025 

Seite 8 

in absehbarer Zukunft eintretenden Verfolgungsmassnahmen gemäss 

Art. 3 AsylG ergibt (vgl. a.a.O. E. 8.7.3 und E. 8.8). Sodann ist ungewiss, 

ob die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Handlungen seitens der zu-

ständigen Staatsanwaltschaft tatsächlich als strafrechtlich relevant erach-

tet und einer Anklage zugeführt werden und ob das zuständige Gericht eine 

Anklage als begründet erachten und ein Gerichtsverfahren eröffnen wird. 

Ferner ist offen, ob der Beschwerdeführer verurteilt und ob eine allfällige 

Verurteilung von den Rechtsmittelinstanzen bestätigt würde. Es ist in die-

sem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass lediglich ein Bruchteil der 

Social Media-Ermittlungsverfahren wegen Terrorpropaganda oder Präsi-

dentenbeleidigung mit einer Verurteilung oder gar einer Haftstrafe enden 

(vgl. a.a.O. E. 8.4 m.w.H.). Indes ist im Einzelfall zu prüfen, ob sich im kon-

kreten Verfahren Hinweise auf einen individuellen Politmalus oder auf 

Gründen ergeben, die zu einer längeren Freiheitsstrafe führen könnten, 

wobei Risikofaktoren insbesondere frühere Verurteilungen sowie ein expo-

niertes politisches Profil darstellen (vgl. a.a.O. E. 8.7.4). Gemäss den Ak-

ten ist der Beschwerdeführer strafrechtlich unbescholten (vgl. Vorhaben 

(…) A20 F37) und würde bei einer möglichen Strafzumessung als «Ersttä-

ter» gelten. Er weist zudem wie bereits in der Verfügung des SEM vom 

28. April 2025 zutreffend ausgeführt worden ist, nur ein niederschwelliges 

politisches Profil auf. Die Ausführungen im vorliegenden Wiedererwä-

gungsverfahren führen zu keinem anderen Schluss. Auch mit Blick auf 

seine Angehörigen ist gestützt auf die Akten nicht davon auszugehen, dass 

diese über ein profiliertes politisches Profil verfügen. Mithin ist nicht davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer wegen des gegen ihn eingeleite-

ten Ermittlungsverfahrens wegen Terrorpropaganda bei einer Rückkehr in 

die Türkei mit massgeblicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich 

relevante, mit einem Politmalus behaftete Verfolgung zu befürchten hätte.  

Dasselbe gilt betreffend das gegen ihn eingeleitete Ermittlungsverfahren 

wegen Herabwürdigung der türkischen Nation, des Staates der türkischen 

Republik, der Organe und Institutionen des Staates nach Art. 301 tStGB. 

Das Gericht schliesst sich den diesbezüglichen Ausführungen der  

Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung an. Auch bei Personen, die von 

einem Ermittlungsverfahren wegen eines Delikts nach Art. 301 tStGB be-

troffen sind, besteht kein Anlass zur Annahme, dass sie eine mit einem Po-

litmalus behaftete unbedingte Haftstrafe zu befürchten hätten, die sie auch 

tatsächlich verbüssen müssten, zumal lediglich ein Bruchteil solcher Ver-

fahren mit einer Verurteilung oder gar einer Haftstrafe enden (vgl. bspw. 

Urteile BVGer D-3786/2022 vom 26. Mai 2025 E. 8.3 m.w.H.). 

E-6651/2025 

Seite 9 

Nach dem Gesagten gelangt das Gericht zum Schluss, dass die gegen den 

Beschwerdeführer hängigen strafrechtlichen Ermittlungsverfahren in der 

Türkei flüchtlingsrechtlich nicht relevant sind und er mithin bei einer Rück-

kehr in seinen Heimatstaat nach wie vor keine flüchtlingsrechtlich relevante 

Verfolgung zu befürchten hat. Daran vermögen auch seine allgemeinen 

Ausführungen zur Diskriminierung der Angehörigen der kurdischen und 

alevitischen Minderheit in der Türkei nichts zu ändern. 

6.1.2 Ferner vermag der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, wo-

nach er im Falle einer Rückkehr in die Türkei nicht mit einem fairen Ge-

richtsverfahren rechnen könne und in der Haft menschenunwürdig behan-

delt würde, nach dem zuvor Gesagten keine Wegweisungsvollzughinder-

nisse darzutun.  

6.2 Dem Beschwerdeführer ist es nach dem Gesagten nicht gelungen 

Gründe darzulegen, die zu einer Wiedererwägung des vorinstanzlichen 

Entscheids vom 28. April 2025 führen.  

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Der am 3. September 2025 verfügte einstweilige Vollzugsstopp fällt mit 

dem vorliegenden Urteil dahin. 

9.  

9.1 Mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache ist der Antrag auf 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos ge-

worden. 

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen und angesichts der Aussichtslosigkeit seiner Begeh-

ren auf Fr. 2‘000.– festzusetzen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG; 

Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6651/2025 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regina Derrer Alexandra Püntener 

 

 

Versand: