# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47c44822-407d-5b84-a9ff-bab59954f38e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 24.05.2016 S 2015 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2015-84_2016-05-24.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 84

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Racioppi, Audétat 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 24. Mai 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter,

Beschwerdeführerin
gegen 

B._____ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Fivian,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ reiste im (….) in die Schweiz ein. Am 20. Juni 2012 verunfallte 

sie und bezog deshalb bis zum 22. Januar 2013 kurzfristige 

Versicherungsleistungen von der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) als damals zuständige obligatorische 

Unfallversicherungsgesellschaft. Wegen anhaltender gesundheitlicher 

Beschwerden meldete sich A._____ am 27. Dezember 2012 bei der IV-

Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum 

Leistungsbezug an. Das fragliche Verfahren wurde, soweit bekannt, noch 

nicht abgeschlossen.

2. Am 1. November 2013 stellte die C._____ AG A._____ vollzeitlich als 

Housekeeping Attendant ein. Am 23. Januar 2014 rutschte diese auf dem 

Nachhauseweg aus und fiel auf die linke Hand. Die B._____ AG als 

nunmehr zuständige obligatorische Unfallversicherungsgesellschaft 

anerkannte für die Folgen dieses Unfalls leistungspflichtig zu sein und 

erbrachte zunächst die kurzfristigen Versicherungsleistungen in Form von 

Heilbehandlung und Taggeldzahlungen. Mit Verfügung vom 20. Februar 

2015 verneinte sie über den 19. November 2014 hinaus leistungspflichtig 

zu sein, da zu diesem Zeitpunkt weder somatisch hinreichend 

ausgewiesene Unfallfolgen noch psychische Beeinträchtigungen 

vorliegen würden, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den 

Unfall vom 23. Januar 2014 zurückzuführen seien. Die dagegen erhobene 

Einsprache wies die B._____ mit Entscheid vom 17. Juni 2015 ab. 

3. Gegen diesen abschlägigen Einspracheentscheid gelangte A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 10. Juli 2015 mit Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte sie, 

der Einspracheentscheid der B._____ sei aufzuheben und es sei 

festzustellen, dass die Beschwerden an der linken Hand auf das 

Unfallereignis vom 22. Januar 2014 zurückzuführen seien. Die B._____ 

sei demnach zu verpflichten, sämtliche sich daraus ergebenden Kosten 

(Heilbehandlung, medizinische Kosten und Taggelder) zu übernehmen. 

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Eventualiter sei eine interdisziplinäre Abklärung über die gesundheitliche 

Verfassung der Beschwerdeführerin zu veranlassen. In formeller Hinsicht 

beantragte die Beschwerdeführerin, der Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung zuzuerkennen und die B._____ zu verpflichten, über den 19. 

November 2014 hinaus Taggeldleistungen zu erbringen. 

4. Mit Eingabe vom 14. September 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin 

das Verwaltungsgericht ferner um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego 

Quinter.

5. Die B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in der 

Vernehmlassung vom 5. Oktober 2015 die Abweisung der Beschwerde. 

6. Mit Verfügung vom 7. Oktober 2015 wies die zuständige 

Instruktionsrichterin den Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung ab.

7. In der Replik vom 7. Dezember 2015 erneuerte die Beschwerdeführerin 

ihre Anträge und setzte sich mit der Argumentation der 

Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung vom 5. Oktober 2015 

auseinander. Die Beschwerdegegnerin nahm dazu in der Duplik vom 

5. Januar 2016 Stellung, ohne ihre Anträge abzuändern. Mit Schreiben 

vom 12. Februar 2016 teilte die Beschwerdeführerin dem 

Verwaltungsgericht ferner mit, seit dem 20. November 2015 als 

Zimmermädchen zu arbeiten. Deshalb ändere sie ihre Rechtsbegehren 

dahingehend ab, als sie von der Beschwerdegegnerin nur mehr bis und 

mit 19. November 2015 Versicherungsleistungen in Form von 

Heilbehandlung und Taggeldzahlungen fordere. Die Beschwerdegegnerin 

verzichtete am 16. Februar 2016 auf eine Stellungnahme. 

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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten 

Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 

Ausführungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der B._____ AG vom 17. Juni 2015. Ein solcher Entscheid kann gemäss 

Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons angefochten werden, in 

welchem die Versicherte oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit 

der Beschwerdeführung Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin wohnt seit 

Jahren in X._____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden für die Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde gegeben ist. Dessen sachliche und funktionelle 

Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist 

die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts für die Beurteilung der 

vorliegenden Streitigkeit zu bejahen. Als formelle und materielle 

Adressatin des angefochtenen Einspracheentscheids ist die 

Beschwerdeführerin von diesem überdies berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung auf 

(Art. 59 ATSG). Ihre Beschwerdelegitimation ist folglich zu bejahen. Auf 

die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit 

einzutreten (Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG).

2. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin vom 19. November 2014 bis und mit zum 

19. November 2015 kurzfristige Versicherungsleistungen schuldet. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat die zuständige 

Unfallversicherungsgesellschaft, soweit das Gesetz nichts anderes 

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bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

Versicherungsleistungen zu gewähren. Als Unfall im Sinne dieser 

Bestimmung gilt laut der in Art. 4 ATSG enthaltenen Legaldefinition die 

plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die 

Versicherte Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen 

(Heilbehandlung). Ist die Versicherte infolge des Unfalles voll oder 

teilweise arbeitsunfähig, so kann sie überdies ein Taggeld beanspruchen 

(Art. 16 Abs. 1 UVG). Diese kurzfristigen Versicherungsleistungen sind 

freilich nur geschuldet, wenn zwischen dem Unfallereignis und der 

gesundheitlichen Schädigung ein natürlicher und adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E.3; MONICA ARMESTO, in: 

STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, 

Basel 2014, Rz. 18.19).

b) In Bezug auf den vorliegenden Fall steht in tatsächlicher Hinsicht fest, 

dass die Beschwerdeführerin am 23. Januar 2014 auf dem 

Nachhauseweg vom Hotel D._____ ausrutschte und sich an der linken 

Hand verletzte (Allgemeine Akten der Beschwerdegegnerin [A-Bg-act] 1). 

Die Beschwerdegegnerin anerkannte für die Folgen dieses 

Nichtberufsunfalls leistungspflichtig zu sein und erbrachte bis zum 

19. November 2014 Versicherungsleistungen in Form von Heilbehandlung 

sowie Taggeldern. Eine darüber hinausgehende Leistungspflicht lehnte 

sie wegen des Dahinfalles des natürlichen Kausalzusammenhangs 

zwischen den über diesen Zeitpunkt hinaus beklagten gesundheitlichen 

Beschwerden und dem Nichtberufsunfall vom 23. Januar 2014 im 

angefochtenen Einspracheentscheid ab. Die Beschwerdeführerin wendet 

gegen diese Beurteilung im Wesentlichen ein, die Beschwerdegegnerin 

verneine das Vorliegen unfallkausaler Gesundheitsschäden allein auf der 

Grundlage eines Aktenkonzils ihres Vertrauensarztes. Ein solches 

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Vorgehen qualifiziere Dr. med. E._____ als unseriös, da die 

Diagnosestellung im vorliegenden Fall hauptsächlich aufgrund klinischer 

und anamnestischer Kriterien zu erfolgen habe und bildgebende 

Verfahren lediglich ergänzend hinzugezogen werden dürften. Dr. med. 

E._____ weise zudem darauf hin, dass die SUVA bei einer solchen 

Konstellation jeweils eine interdisziplinäre Abklärung veranlasse. 

Nachdem die Beschwerdeführerin vor dem Unfall vom 22. Januar 2014 

an ihrer linken Hand keine Beschwerden verspürt habe und diese seither 

nicht mehr nachlassen würden, bleibe keine andere Erkenntnis, als dass 

die Handbeschwerden unfallkausal seien. Dabei sei zu berücksichtigen, 

dass gemäss den erwähnten ärztlichen Leitlinien im Zusammenhang mit 

Frakturen im Handbuch das Auftreten eines komplexen regionalen 

Schmerzsyndroms (CRPS) mit 7 % Patienten doch nicht ganz so selten 

sei wie es die Beschwerdegegnerin behaupte. Auf jeden Fall könne 

daraus nicht geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin im 

November 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr unter 

unfallkausalen Beschwerden gelitten habe. 

c) Dieser Argumentation hält die Beschwerdegegnerin primär entgegen, nur 

leistungspflichtig zu sein, wenn und solange gesundheitliche 

Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein Unfallereignis 

zurückzuführen seien. In der Beurteilung vom 5. Dezember 2014 führe Dr. 

med. F._____ überzeugend aus, dass die Fingerfraktur an der linken 

Hand im Herbst 2014 vollständig und folgenlos abgeheilt gewesen sei. 

Ein CRPS sei nicht ausgewiesen. Dr. F._____ habe im Weiteren 

festgehalten, eine solche Krankheit sei wenig wahrscheinlich, da die 

Beschwerdeführerin gleichzeitig über gleichartige Beschwerden an der 

linken und rechten Hand geklagt habe. Ausserdem sei die 

Beschwerdeführerin während des Rehabilitationsaufenthalts von den 

Ärzten beobachtet worden, wie sie ausserhalb der Therapie mit der Hand 

den Faustschluss habe durchführen können. Aufgrund dieser 

überzeugenden Ausführungen sei ausgewiesen, dass die Folgen des 

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Unfallereignisses im Herbst 2014 allesamt ausgeheilt gewesen seien und 

die Beschwerdeführerin aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht wieder 

voll arbeitsfähig gewesen sei. Die gegenteilige Auffassung von Dr. med. 

E._____ beruhe im Wesentlichen auf einer unzulässigen Würdigung nach 

der Formel "post hoc ergo propter hoc". Abschliessend könne auf das 

IME-Gutachten verwiesen werden, welches im Auftrag der IV-Stelle 

erstellt worden sei und unfallkausale Beschwerden verneine. 

3. a) Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen 

Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 

dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 

körperliche, geistige oder psychische Integrität der versicherten Person 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 

kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 

(vgl. BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b; ALEXANDRA 

RUMO-JUNGO/ANDRÉ-PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des 

Bundesgerichtes zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl., Zürich 2012, Art. 6 S. 53; ARMESTO, 

a.a.O., Rz. 18.27). Ist eine solche Unfallkausalität einmal mit der 

erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, so entfällt die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, sobald der Unfall nicht mehr 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden 

Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) 

Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne 

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Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. 

Bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante hat die zuständige 

Unfallversicherungsgesellschaft grundsätzlich sowohl für die 

Pflegeleistungen aufzukommen als auch die geschuldeten UV-Taggelder 

zu erbringen (Art. 36 Abs. 1 UVG; vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_419/2014 vom 23. September 2014 E.3.3, 8C_604/2013 vom 28. 

Januar 2014 E.4.2.2, 8C_957/2012 vom 3. April 2013 E.5.2.2). 

b) Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage. 

Darüber haben die Unfallversicherungsgesellschaft sowie das im 

Beschwerdefall angerufene Gericht im Rahmen der ihnen obliegenden 

Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden. Danach 

gilt ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang als 

erstellt, wenn das Gericht unter Würdigung aller Umstände zur 

Überzeugung gelangt, dass der in Frage stehende Unfall als Ursache des 

Gesundheitsschadens von allen in Betracht fallenden 

Geschehensabläufen am wahrscheinlichsten ist (BGE 126 V 360 E.5b; 

Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2009 vom 20. Oktober 2009 E.3.3). 

Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs zwischen dem Unfall und 

dem in Frage stehenden Gesundheitsschaden genügt demgegenüber 

nicht (BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je mit 

Hinweisen; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 54). Ebenso wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung unfallbedingter Ursachen mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. 

Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher 

Auswirkungen des Unfalls reicht nicht aus. Da es sich hierbei um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende 

Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender 

natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der 

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Versicherten, sondern bei der Unfallversicherungsgesellschaft (vgl. Urteil 

des Bundesgerichtes 8C_604/2013 vom 28. Januar 2014 E.4.2.1; RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 54). 

c) Um die Frage nach dem Vorliegen eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs zwischen beklagten Beschwerden und einem 

Unfallereignis beantworten zu können, sind die 

Unfallversicherungsgesellschaft und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ihnen der Arzt und allenfalls andere 

Fachleute zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes ist es dabei, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und, sofern erforderlich, dessen 

Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln 

fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der 

subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben, gestützt darauf eine 

Diagnose zu stellen und zur Frage der natürlichen Kausalität Stellung zu 

nehmen. Solche ärztlichen Berichte erweisen sich als beweiskräftig, wenn 

sie für die streitigen Belange umfassend sind, auf den erforderlichen 

Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurden, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet sowie in den daraus gezogenen 

die Schlussfolgerungen begründet ist (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 

E.3a mit Hinweis). Aktenbeurteilungen, welche den vorgenannten 

Anforderungen genügen, geniessen vollen Beweiswert, sofern ein 

lückenloser Befund vorliegt und es nur mehr um die ärztliche Beurteilung 

eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E.3.2.2; Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 181/06 vom 21. Juni 2007 

E.2.3; URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der 

Invalidenversicherung, Bern 2010, Rz. 1753). An die Beweiswürdigung 

sind strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall – wie 

vorliegend – ohne Einholung eines versicherungsexternen Gutachtens 

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abgeschlossen werden soll. Bestehen in einem solchen Fall auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 

versicherungsinterner Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 465 E.4.4). Indes lässt die Tatsache, dass der 

konsultierte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 

steht, für sich allein nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf 

Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, 

welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als 

begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, 

welche Arztberichten im Sozialversicherungsrecht haben, ist an die 

Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab 

anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 E.1c). Bei 

versicherungsexternen Gutachten sind ergänzende Beweisvorkehren 

dagegen nur in Betracht zu ziehen und zu veranlassen, wenn die 

Schlüssigkeit eines solchen Gutachtens in wesentlichen Punkten 

zweifelhaft erscheint (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 135 V 465 E.4.4, 125 V 

353 E.3b/bb).

4. a) Im vorliegenden Fall ist aufgrund der medizinischen Unterlagen erstellt, 

dass sich die Beschwerdeführerin beim Unfallereignis vom 23. Januar 

2014 eine extraartikuläre Fraktur Matacarpale III an der linken Hand 

zuzog (Medizinische Akten der Beschwerdegegnerin [B-Bg-act] 11, 12). 

Diese Fraktur ist laut allen aktenkundigen ärztlichen Stellungnahmen 

zwischenzeitlich ohne Fehlstellung vollständig ausgeheilt (vgl. B-Bg-

act. 25, 36, 46 S. 26 und 36). Fest steht jedoch ebenfalls, dass bei der 

Beschwerdeführerin nach dem Unfallereignis vom 23. Januar 2014 an der 

linken Hand ein CRPS Typ I auftrat. Dieses wurde erstmals von Dr. med. 

E._____, Chefarzt Innere Medizin und Sportmedizin, Spital X._____, im 

Arztbericht vom 24. Februar 2014 diagnostiziert (B-Bg-act. 12). Bei Eintritt 

in die Rehaklinik bestätigten die behandelnden Ärzte, Dr. med. G._____, 

Oberassistenzärztin orthopädische und handchirurgische Rehabilitation, 

und Dr. med. H._____, Facharzt FMH Allgemein- und Unfallchirurgie, das 

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Vorliegen des CRPS als unfallkausalen Gesundheitsschaden (B-Bg-

act. 25 S. 1, 2). Beim Austritt waren laut dem Austrittsbericht der 

Rehaklinik vom 22. August 2014 die Budapester Kriterien für die 

Diagnose eines CRPS allerdings nicht mehr erfüllt (B-Bg-act. 25 S. 1 f.). 

Da Dr. med. E._____ im Arztbericht vom 19. September 2014 von einem 

Wiederaufflammen des CRPS berichtete (B-Bg-act. 28), veranlasste die 

Beschwerdegegnerin eine Dreiphasen-Skelettszintigraphie. Dort fanden 

sich keine Hinweise auf ein persistierendes CRPS, weshalb der 

Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. F._____, Facharzt 

FMH für orthopädische Chirurgie, in der Aktenbeurteilung vom 

5. Dezember 2014 unfallkausale Beschwerden an der linken Hand unter 

Bezugnahme auf die wesentlichen medizinischen Aspekte und ärztlichen 

Beurteilungen in sich schlüssig verneinte (B-Bg-act. 36). Dass eine solche 

Schlussfolgerung ohne persönliche Untersuchung der linken Hand der 

Beschwerdeführerin nach den fachärztlichen Standards zur Diagnose 

einer CRPS zulässig gewesen ist, wird von der Beschwerdeführerin 

bestritten. Wie es sich diesbezüglich verhält, kann im vorliegenden Fall 

indes dahingestellt bleiben.

b) Dem Gericht liegt nämlich nicht nur die Aktenbeurteilung vom 

5. Dezember 2014 vor, sondern ausserdem das Gutachten des IME 

Institut für medizinische und ergonomische Abklärungen vom 7. Juli 2015 

(B-Bg-act. 46 S. 1-40), einschliesslich einer interdisziplinären Beurteilung 

(B-Bg-act. 46 hinten S. 1-5) und dem psychiatrischem Teilgutachten vom 

20. Februar 2015 (B-Bg-act. 45), welches die IV-Stelle im von der 

Beschwerdeführerin mit Anmeldung vom 27. Dezember 2012 

eingeleiteten IV-Verfahren eingeholt hat. In diesem Gutachten beurteilen 

med. pract. I._____, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere 

Medizin, Manuelle Medizin SAMM, zertifizierter medizinischer Gutachter 

SIM, sowie Dr. med. K._____, Facharzt FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie, zertifizierter Gutachter SIM, die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin aus versicherungsrechtlicher Sicht. Zu diesem Zweck 

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untersuchte der begutachtende Somatiker, med. pract. I._____, die 

Beschwerdeführerin am 27. März 2015 persönlich (B-Bg-act. 46) und 

veranlasste eine MRI-Untersuchung ihrer linken Hand sowie die 

Einholung konventioneller Röntgenaufnahmen (B-Bg-act. 46 S. 33). In 

den fraglichen Aufnahmen fanden sich laut seiner Einschätzung keine 

Hinweise auf ein CRPS. An klinisch objektivierbaren Befunden stellte er 

während der Exploration der Beschwerdeführerin eine leichte Schwellung 

im Bereich der linken Hand und des distalen Vorderarms fest. Im Übrigen 

wies er auf einen inkonsistenten Gebrauch der linken Hand in der 

Untersuchungssituation hin (B-Bg-act. 46 S. 33). Die Explorandin 

demonstriere eine ausgeprägte Selbstlimitierung sowohl bei der 

Untersuchung der linken Hand als auch des linken Ellbogens und der 

linken Schulter. Als weitere Inkonsistenz könne die Diskrepanz zwischen 

den beklagten sehr hohen Schmerzwerten im Bereich der linken Hand 

und der fehlenden Einnahme von Metamiziol bei nicht nachweisbarem 

Medikamentenspiegel angesehen werden (vgl. B-Bg-act. 46 S. 33 und 

S. 26). Aufgrund dieser klinischen Befunde und der übrigen Akten 

diagnostizierte med. pract. I._____ ein chronifiziertes Schmerzsyndrom 

der linken Hand mit sekundärer Ausweitung auf den linken Arm und die 

linke Schulter bei Status nach spiralförmig verlaufender proximaler 

Schaftfraktur von Metacarpale III der linken Hand am 22. Januar 2014, im 

Verlaufe konventionell-radiologisch, skelettszintigraphisch und MR-

tomographisch achsengerechter Heilung mit knöcherner Konsolidierung, 

postoperativ Diagnose eines CRPS I mit klinisch seit August 2014 

fehlenden Hinweisen für das weitere Vorliegen eines CRPS, 

skelettszintigraphisch und konventionell-radiologisch, MR-tomographisch 

ausgeschlossen (Skelettszintigraphie vom November 2014, 

konventionelle Röntgenbilder und MRI der linken Hand März 2015), eine 

persistierende leichte Schwellung im Bereich des linken Handrückens und 

des distalen Vorderarms am ehesten im Rahmen einer anhaltenden 

Schonung des linken Armes, muskuläre Dysbalance in Verbindung mit 

einer nicht IV-relevanten Verhaltensproblematik, ICD-10: T 92.9, M 99.9 

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(B-Bg-act. 46 S. 26). Aus rheumatologischer Sicht erscheine es plausibel, 

dass nach der Fingerfraktur vom Januar 2014 und wegen des sekundär 

aufgetretenen CRPS eine vollständige Arbeitsunfähigkeit über mehrere 

Monate bestanden habe. Ende August 2014 bei der Entlassung durch die 

Rehaklinik sei durch die Klinik weiterhin eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Spätestens nach den weiteren 

Abklärungen im November 2014 mit unauffälligen, neurologischen 

Untersuchungen und unauffälliger Skelettszintigraphie sei der Explorandin 

jedoch wieder eine angepasste Tätigkeit, allenfalls mit schrittweisem 

Einstieg, über zwei bis vier Wochen zumutbar gewesen (B-Bg-act. 46 

S. 38). 

c) Diese Beurteilung beruht auf den gesamten medizinischen Vorakten und 

leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie den 

daraus gezogenen Schlussfolgerungen ein. Sie stimmt im Hinblick auf die 

hier interessierenden Unfallfolgen ausserdem mit der Beurteilung von 

Dr. med. F._____ überein. Soweit med. pract. I._____ einen schrittweise 

Einstieg in den Arbeitsmarkt postuliert, ist anzumerken, dass er hierfür 

keine medizinischen Gründe anführt, sondern dieses Vorgehen mit der 

langen Abwesenheit der Beschwerdeführerin vom Arbeitsmarkt begründet 

(B-Bg-act. 46 S. 36). Aus medizinischer Sicht erachtet er die 

Beschwerdeführerin folglich ab dem 19. November 2014 in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit als vollständig arbeitsfähig. Das dieser 

Beurteilung zugrunde liegende Belastungsprofil bezieht sich insofern auf 

die durch das interessierende Unfallereignis verursachte Verletzung an 

der linken Hand, als med. pract. I._____ von einer verminderten 

Belastbarkeit der linken Hand und des linken Arms ausgeht. Deshalb 

sollten Tätigkeiten, welche einen wiederholten, kraftvollen Einsatz der 

linken Hand und/oder des linken Armes bedingten, vermieden werden (B-

Bg-act. 46 S. 36). Dass die angestammte Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin als Housekeeping Attendant solche Arbeiten 

beinhaltet, behauptet der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zu 

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Recht nicht. Aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht ist die 

Beschwerdeführerin folglich nach der Beurteilung von med. pract. I._____ 

ab dem 19. November 2014 wieder vollständig arbeitsfähig. Diese 

Einschätzung deckt sich mit jener von Dr. med. F._____. In den Akten 

finden sich keine Hinweise, welche Zweifel an der Richtigkeit der 

fraglichen Beurteilungen wecken. Ihnen ist folglich voller Beweiswert 

zuzuerkennen.

d) Soweit die Beschwerdeführerin dagegen einwendet, in Verletzung ihres 

Anspruchs auf rechtliches Gehör erstmals im vorliegenden Verfahren 

davon Kenntnis erhalten zu haben, dass der IME-Gutachter, med. pract. 

I._____, beobachtet habe, dass sie nach der Untersuchung Gegenstände 

aus ihrer Tasche genommen habe mit deutlich besserer Handfunktion 

und grösserer Reflexion als in der Untersuchungssituation, ist 

festzuhalten, dass es zur Aufgabe eines Gutachters gehört, die Angaben 

einer Explorandin einer kritischen Würdigung zu unterziehen und auf 

allfällige Diskrepanzen zwischen dem in der Untersuchungssituation 

gezeigten Verhalten sowie dem geschilderten Alltagsverhalten 

hinzuweisen. Denn solche Diskrepanzen bilden ein Indiz dafür, dass 

behauptete Leistungseinschränkungen auf Aggravation oder Simulation 

beruhen und deshalb möglicherweise kein versicherter 

Gesundheitsschaden vorliegt (BGE 141 V 281 E.2.2.1, 140 V 193 E.3.3, 

131 V 51 E.1.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2016 vom 18. April 

2016 E.5.4.1). Entsprechende Beobachtungen hat der Gutachter daher im 

Gutachten festzuhalten und bei seiner Beurteilung der gesundheitlichen 

Verfassung der Explorandin angemessen zu würdigen, ohne der 

Explorandin vorgängig die Möglichkeit zur Stellungnahme einzuräumen. 

Deren Anspruch auf rechtliches Gehör wird dadurch gewahrt, dass ihr das 

Gutachten von der zuständigen Behörde in der Folge zur Kenntnis 

gebracht wird und sie Gelegenheit erhält, sich mit den entsprechenden 

gutachterlichen Feststellungen auseinanderzusetzen. Dies ist spätestens 

im vorliegenden Beschwerdeverfahren erfolgt, womit der Anspruch der 

- 15 -

Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör gewahrt wurde. Im Übrigen ist 

darauf hinzuweisen, dass die Berücksichtigung von Beweismitteln, die – 

wie vorliegend das IME-Gutachten – erst nach dem Abschluss des 

vorinstanzlichen Verfahrens entstanden sind, die aber Rückschlüsse auf 

den streitigen medizinischen Sachverhalt erlauben, nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zulässig sind (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_77/2016 vom 18. April 2016 E.5.4.3). Auch unter 

diesem Blickwinkel erweist sich die Kritik gegen die Berücksichtigung der 

Beurteilung von med. pract. I._____ im IME-Gutachten vom 7. Juli 2015 

demnach als unbegründet.

aa) Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin besteht ausserdem 

kein Anlass, an der Richtigkeit der beanstandeten Beobachtung von med. 

pract. I._____ zu zweifeln (vgl. dazu Bg-act. 46 S. 32). Denn dass die 

während der Untersuchungssituation gezeigte Leistungsfähigkeit 

bisweilen nicht mit dem effektiven Leistungsvermögen der 

Beschwerdeführerin übereinstimmt, wurde bereits von den behandelnden 

Ärzten in der Rehaklinik beobachtet. Laut dem Austrittsbericht vom 

22. August 2014 war die Beschwerdeführerin unter Ablenkung in 

Therapiesituationen und in unbeobachteten Momenten ausserhalb der 

Therapie zeitweilig zu einem vollständigen Faustschluss in der Lage, 

während sie diese Bewegung auf Aufforderung hin nicht auszuführen 

vermochte (B-Bg-act. 25 S. 2f.). Zudem ergeben sich auch aus dem im 

IME-Gutachten vom 7. Juli 2015 wiedergegebenen Auszug der 

Beurteilung des RAD-Arztes, med. pract. L._____, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 17. Juni 2014 Hinweise auf 

Inkonsistenzen (B-Bg-act. 46 S. 10 oben und S. 12 oben). Schliesslich 

stellte der IME-Gutachter aufgrund der vorgenommenen 

Laboruntersuchungen fest, dass die Beschwerdeführerin entgegen ihren 

Angaben das ihr verschriebene Metamizol nicht eingenommen habe (B-

Bg-act. 46 S. 32), was im Widerspruch zu den beklagten, sehr hohen 

Schmerzwerten im Bereich der linken Hand stehe (B-Bg-act. 46 S. 33). In 

- 16 -

den Akten finden sich demnach etliche Hinweise auf Aggravation und 

Simulation. Die gegenteilige Behauptung der Beschwerdeführerin ist 

aktenwidrig und vermag die interessierende Beurteilung von med. pract. 

I._____ in keiner Weise zu erschüttern. Ausser Frage steht sodann, dass 

dieser die fachärztlichen Standards zur Diagnose einer CRPS respektiert 

hat.

bb) Was die inhaltliche Kritik an der Beurteilung von Dr. med. F._____ und 

med. pract. I._____ betrifft, ist vorab darauf hinzuweisen, dass Dr. med. 

E._____ im E-Mail vom 19. Juni 2015 nicht darlegt, weshalb bei der 

Beschwerdeführerin über den 19. November 2014 hinaus ein CRPS Typ I 

bestanden haben soll. Freilich trifft es zu, dass allein die Tatsache, dass 

bei Austritt aus der Rehabilitationsklinik die Budapester Kriterien für ein 

CRPS Typ I nicht mehr erfüllt waren, ein nachträgliches Auftreten dieser 

Krankheit nicht ausschliesst. Diesbezüglich ist jedoch zu beachten, dass 

nach August 2014 nur mehr Dr. med. E._____ im Arztbericht vom 

19. September 2014 (B-Bg-act. 28) und E-Mail vom 19. Juni 2015 eine 

CRPS Typ I diagnostizierte. Dr. med. M._____, Leitender Arzt, 

Kantonsspital Graubünden, der die Beschwerdeführerin als behandelnder 

Arzt am 2. Oktober 2014 untersuchte, bestätigte diese Diagnose nicht. 

Nach seiner Auffassung litt die Beschwerdeführerin damals bei einem 

Status nach CRPS Typ I unter Bewegungseinschränkungen an der linken 

Hand, bedingt durch das abklingende CRPS. Die Trophik sei aktuell 

normal, keine Hypertrichosis, keine Hyperhidrosis bei leicht livider 

Färbung der Finger (B-Bg-act. 30). Die im Arztbericht vom 3. Oktober 

2014 geäusserte Auffassung belegt eine fortschreitende Besserung der 

CRPS, die angesichts des vollkommen unauffälligen Dreiphasen-

Szintigramms vom 19. November 2014 spätestens ab diesem Zeitpunkt 

als vollständig abgeklungen angesehen werden kann. Dr. med. E._____ 

benennt in seinem 

E-Mail vom 19. Juni 2015 keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte, 

welche Dr. med. F._____ oder med. pract. I._____ bei ihrer Beurteilung 

- 17 -

unberücksichtigt gelassen hätten und die geeignet wären, zu einer 

anderen Beurteilung der Unfallkausalität der von der Beschwerdeführerin 

über den 19. November 2014 hinaus beklagten Beschwerden und dem 

Unfallereignis vom 23. Januar 2014 zu gelangen. Die Beurteilung von Dr. 

med. E._____ weckt daher keine begründeten Zweifel an der Richtigkeit 

der fraglichen Einschätzung, zumal bei deren Würdigung der 

Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte – 

wie Dr. med. E._____ – in Zweifelsfällen bisweilen zu Gunsten ihrer 

Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 436 E.4.5; Urteil des Bundesgerichts 

9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E.4.3, Urteile des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts U 58/06 vom 2. August 2006 E.2.2, I 676/05 vom 

13. März 2006 E. 2.4). Die weitere Argumentation der 

Beschwerdeführerin beruht schliesslich auf der unzulässigen Beweisregel 

"post hoc ergo propter hoc". Nach gefestigter bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung gelten Beschwerden indessen nicht schon dann als 

durch einen Unfall verursacht, wenn sie nach diesem aufgetreten sind 

(BGE 119 V 335 E.2b/bb; Urteile des Bundesgerichts 8C_341/2009 vom 

9. November 2009 E.3.2, 8C_178/2010 vom 22. Juni 2010 E.4.1). Die 

Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen die Richtigkeit der 

Beurteilung von Dr. med. F._____ und der hiermit übereinstimmenden 

Auffassung von med. pract. I._____ nicht in Frage zu stellen.

e) In Würdigung der gesamten Akten gelangt das Gericht aus diesen 

Überlegungen zum Schluss, dass die somatischen Folgen des Unfalls 

vom 23. Januar 2014 am 19. November 2014 mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit vollständig ausgeheilt waren und die 

Beschwerdeführerin aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht in ihrer 

angestammten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig war. Dass sie damals 

oder zu einem späteren Zeitpunkt unter psychischen Beschwerden 

gelitten hat, die durch das interessierende Unfallereignis verursacht 

worden sind, kann aufgrund des IME-Gutachtens vom 7. Juli 2015 (B-Bg-

act. 45) und des psychiatrischen Teilgutachtens vom 20. Februar 2015 

- 18 -

ausgeschlossen werden (B-Bg-act. 46 S. 36 f.). Dies wird denn auch von 

der Beschwerdeführerin, soweit ersichtlich, nicht behauptet. Damit ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass die von der 

Beschwerdeführerin über den 19. November 2014 hinaus beklagten 

Beschwerden an der linken Hand mit Ausstrahlung in die Schulter nur 

mehr auf unfallfremden Ursachen beruhen; der Unfall vom 23. Januar 

2014 folglich als Ursache für die fraglichen Beschwerden nicht mehr in 

Betracht fällt. Weitere medizinischen Untersuchungen, insbesondere die 

Einholung eines versicherungsexternen polydisziplinären Gutachtens, 

lassen im Hinblick auf den interessierenden Kausalzusammenhang keine 

neuen Erkenntnisse erwarten, weshalb von weiteren Beweisvorkehren 

abzusehen und der rechtserhebliche Sachverhalt als hinreichend erstellt 

anzusehen ist (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 131 I 153 E.3, 124 I 208 E.4a). 

Die Beschwerdegegnerin hat die Versicherungsleistungen im 

angefochtenen Einspracheentscheid folglich zu Recht infolge Dahinfalles 

des Kausalzusammenhangs zwischen den beklagten Beschwerden und 

dem Unfall vom 23. Januar 2014 per 19. November 2014 eingestellt. Die 

dagegen erhobene Beschwerde erweist sich demzufolge als 

unbegründet, was zu deren Abweisung und zur Bestätigung des 

angefochtenen Einspracheentscheids führt. 

5. Das vorliegende Verfahren ist, abgesehen von vorliegend ausser Betracht 

fallenden Ausnahmen, kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG). Die obsiegende 

Beschwerdegegnerin hat als zuständige Unfallversicherungsgesellschaft 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e 

contrario).

6. a) Es bleibt der Antrag der Beschwerdeführerin auf Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt 

lic. iur. Diego Quinter zu prüfen. Nach Art. 29 Abs. 3 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) 

hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch 

- 19 -

auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht 

aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, 

hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand. Die 

unentgeltliche Rechtspflege bezweckt, der bedürftigen Partei den Zugang 

zum Gericht und die Wahrung ihrer Parteirechte zu ermöglichen. Sie soll 

sicherstellen, dass jedermann unabhängig von seinen finanziellen 

Verhältnissen nicht aussichtslose Streitsachen zur gerichtlichen 

Entscheidung bringen und sich überdies im Prozess, sofern es sachlich 

geboten ist, durch einen Anwalt vertreten lassen kann (BGE 135 I 1 

E.7.1). Art. 61 lit. f ATSG wiederholt dieses Recht auf unentgeltliche 

Rechtspflege explizit. Rechtsprechungsgemäss erweist sich eine Person 

danach als bedürftig, wenn sie nicht über die Mittel verfügt, um den 

prozessualen Notbedarf zu decken (SVR 2007 AHV Nr. 7 E.4.1.2.1). 

Aussichtslos ist ein Prozess, dessen Gewinnchancen beträchtlich 

geringer sind als die Verlustgefahr und kaum als ernsthaft bezeichnet 

werden können. Hingegen darf nicht von Aussichtslosigkeit ausgegangen 

werden, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die 

Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend 

ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger 

Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen 

Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, 

nicht allein deshalb anstrengen können, weil er nichts kostet (BGE 138 III 

217 E.2.2.4; 129 I 129 E.2.3.1; 122 I 267 E.2b). Ob im Einzelfall 

genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer 

vorläufigen und summarischen Prüfung, wobei die Verhältnisse im 

Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege massgebend sind (BGE 129 I 129 E.2.3.1; 

ANDREAS TRAUB, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], a.a.O., 

N. 5.202).  

b) Die Beschwerdeführerin beantragt im vorliegenden Verfahren, die 

Zusprechung kurzfristiger Versicherungsleistungen über den 

- 20 -

19. November 2014 hinaus. Diesen Antrag änderte sie mit Schreiben vom 

12. Februar 2016 dahingehend ab, als sie nur mehr bis und mit 

19. November 2015 kurzfristige Versicherungsleistungen fordert. Sowohl 

der ursprüngliche Antrag der Beschwerdeführerin als auch deren 

abgeändertes Begehren erscheint nicht mutwillig. Ebenso wenig kann 

gesagt werden, dass die hiermit verbundenen Gewinnchancen von 

vornherein als beträchtlich geringer einzustufen waren als die Gefahr, mit 

dem gestellten Rechtsbegehren zu unterliegen. Zudem erweist sich der 

Beizug eines Rechtsanwalts angesichts der Schwierigkeit der zu 

beurteilenden Sach- und Rechtsfragen und den fehlenden 

Rechtskenntnissen der Beschwerdeführerin durchaus als geboten. In 

Bezug auf die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin steht 

schliesslich fest, dass die Gemeinde X._____ der Beschwerdeführerin mit 

Verfügung vom 21. April 2015 mit Wirkung ab dem 1. April 2015 

öffentliche Unterstützung zuerkannte. Selbst wenn diese öffentliche 

Unterstützung mit dem Antritt der Arbeitsstelle als Zimmermädchen per 

20. November 2015 weggefallen sein sollte, verfügt die 

Beschwerdeführerin nicht über die Finanzmittel, um ihren Rechtsvertreter 

binnen angemessener Frist zu bezahlen. Ihre Bedürftigkeit ist folglich 

ausgewiesen. Damit sind die Voraussetzungen für die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtsvertretung erfüllt, womit dem Gesuch der 

Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsvertretung 

durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter stattzugeben ist.

c) Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote 

eingereicht, weshalb dessen Aufwand für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren aufgrund der Akten ermessensweise festzulegen 

ist. Dem Gericht erscheint hierfür unter Berücksichtigung der vorliegenden 

Sach- und Rechtslage eine Entschädigung von Fr. 2'000.--, inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer, angemessen. In diesem Umfang ist 

Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter für das vorliegende Verfahren durch 

die Gerichtskasse zu entschädigen.

- 21 -

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. a) A._____ wird in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter ein 

Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die 

Gerichtskasse mit Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

entschädigt. 

b) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie die Kosten der 

Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG). 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]