# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fdf9afe3-4c75-56c2-a720-06993f3c2924
**Source:** Solothurn (SO)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-03
**Language:** de
**Title:** Solothurn Versicherungsgericht 03.06.2019 VSBES.2017.323
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SO_Omni/SO_VSG_001_VSBES-2017-323_2019-06-03.html

## Full Text

Urteil vom 3. Juni 2019

Es wirken mit:

Präsident Flückiger

Oberrichter Kiefer

Oberrichter Marti

Gerichtsschreiber Häfliger

In Sachen

A.___ vertreten durch Rechtsanwältin Claudia Trösch

Beschwerdeführer 

 

gegen

Suva Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, vertreten
durch Rechtsanwalt Reto Bachmann

Beschwerdegegnerin 

 

 

betreffend
Invalidenrente und Integritätsentschädigung – Anspruch, Anspruchsbeginn,
Bemessung (Einspracheentscheid vom 20. November 2017)

 

 

zieht das
Versicherungsgericht in Erwägung:

I.     
 

 

1.

1.1     A.___ (nachfolgend
Beschwerdeführer), geb. 1970, [...], meldete sich am 11. April 2007 wegen
Berufskrankheit bei der Suva (nachfolgend Beschwerdegegnerin) an, bei der in
diesem Zeitpunkt als Mitarbeiter der B.___, [...], gegen die Folgen von Berufs-
und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert war. Beim Sachverhalt gab er
«Atmungsprobleme» an (Suva Aktenbeleg [Suva-]Nr. 1). Der behandelnde Arzt, Dr.
med. C.___, Innere Medizin FMH, [...], attestierte ihm eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 10. bis 22. April 2007. Der Patient habe angegeben, am
Arbeitsplatz mit einer neuen Substanz (Betonhärter) arbeiten zu müssen, die
einen starken Geruch verursache. Er habe ein zunehmendes Gefühl von Enge in der
Brust, Atemnot und Reizhusten, abends zunehmend, beschrieben (Suva-Nr. 2).

 

1.2     Dr. med. D.___, Facharzt FMH für
Allgemein- und Arbeitsmedizin, Suva, Abteilung Arbeitsmedizin, Luzern, führte
am 19. Juni 2007 im Rahmen seiner Beurteilung über die fachärztliche
Untersuchung des Beschwerdeführers vom 12. Juni 2007 Folgendes aus: Der
Beschwerdeführer, Nichtraucher, arbeite seit 1995 als Maschinist in einer
Betonelementfabrikation. Zur Verarbeitung kämen dabei Sand, Kreide, Kies,
Zement und chargenweise auch verschiedenste Additive. Mit Einführung eines nur
chargenweise verwendeten neuen Produkts «Giral GI 85 06» sei es anfangs April
2007 zu arbeitsabhängig auftretenden Konjunktivitiden, Hustenreiz sowie
thorakalem Engegefühl bis hin zu anamnestisch fassbaren, asthmatischen
Atemwegsreaktionen gekommen. Aus dem vom Beschwerdeführer spontan nach Luzern
mitgebrachten Sicherheitsdatenblatt sei ersichtlich, dass «Giral» Styrol,
Metacrylate und Silane enthalte, Produkte, die schleimhautirritierend wirkten.
In selteneren Fällen könne es auch zu Sensibilisierungen kommen. In Beurteilung
der Gesamtsituation könne zwischen der anamnestisch fassbaren
toxisch-irritativen Wirkung und der ebenfalls anamnestisch zu Protokoll
gegebenen asthmatischen Atemwegsreaktion und beruflicher Einwirkung ein stark
überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang angenommen werden, weshalb eine
Anerkennung des Schadenfalls beantragt werde. Bei der jetzigen Untersuchung hätten
lungenfunktionell unauffällige statische und dynamische Lungenvolumina
dokumentiert werden können. Hinweise für eine bronchiale Hyperreagibilität
bestünden aufgrund des unspezifischen Bronchoprovokationstests nicht. Der
Beschwerdeführer sei voll arbeitsfähig. Weitere Massnahmen durch die Suva seien
nicht vorgesehen (Suva-Nr. 5). Schliesslich führte Dr. D.___ am 19. Juni 2007
aus, dass der kausale Zusammenhang «zwischen beruflicher Exposition zu einem
Betonadditiv auf der Basis von Styrol und Metacrylaten stark überwiegend
wahrscheinlich» sei, weshalb er beantrage, den Schadenfall gemäss Art. 9/1 UVG,
Anhang 1.1 UVV (Styrol, Metacrylate), zu anerkennen. Die Arbeitsunfähigkeit
betrage rund 14 Tage. Medizinisch sei der Fall abgeschlossen (Suva-Nr. 6).

 

2.

2.1     Am 30. Oktober 2007 liess der
Beschwerdeführer bei der Suva einen Rückfall anmelden. Zur Begründung wurde
angegeben, dass wieder Atmungsprobleme aufgetreten seien (UV-Nr. 10). Dr. med. C.___
bescheinigte am 13. November 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 15. bis
22. Oktober 2007. Der Patient habe angegeben, es seien ähnliche Beschwerden wie
im April dieses Jahres aufgetreten. Die Atembeschwerden seien möglicherweise –
so Dr. med. C.___ – durch das Additiv «Giral» verursacht (Suva-Nr. 11).

 

2.2     Dr. med. D.___ stellte am 4.
Januar 2008 fest, dass der Versicherte zwischenzeitlich wieder beschwerdefrei
sei, voll arbeite und keine Medikamente benötige. Nach den Angaben des
Betriebsleiters werde «Giral» aus der Produktion entfernt. Medizinisch sei der
Rückfall abgeschlossen (Suva-Nr. 16).

 

3.

3.1     Am 22. Februar 2011 erfolgte
eine weitere «Schadenmeldung UVG» wegen Berufskrankheit an die
Beschwerdegegnerin. Als Verletzung wurde «Mehrfachverletzung (Polyblessé)» angegeben
(Suva-Nr. 26).

 

3.2     Die Beschwerdegegnerin teilte
dem Beschwerdeführer am 23. Februar 2011 mit, dass er für die Folgen «des
Berufsunfalls» vom 10. April 2007 Versicherungsleistungen erhalte. Eine
Taggeldzahlung entfalle, weil die Arbeitsunfähigkeit weniger als drei Tage
gedauert habe. Die Kosten der Heilbehandlung würden den Leistungserbringern
direkt bezahlt (Suva-Nr. 28).

 

4.

4.1     Eine neue Schadenmeldung – durch
die Firma E.___, [...], die die Firma B.___ per Januar 2009 übernommen habe
(Suva-Nr. 44) – wurde am 28. März 2011 erfasst, weil beim Beschwerdeführer
– so lässt sich dem Sachverhalt entnehmen – starke Atembeschwerden aufgetreten
seien (Suva-Nr. 34). Dr. med. F.___, Facharzt FMH für Pneumologie, [...],
bescheinigte ihm am 28. März und 15. April 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
für die Zeit vom 28. März bis 28. April 2011 sowie vom 28. April bis 15. Mai
2011 (Suva-Nr. 35, 37).

 

4.2     Am 28. April 2011 kündigte die
Firma E.___, [...], dem Beschwerdeführer per 31. Mai 2011 (Suva-Nr. 43).

 

4.3     Dr. med. F.___ erstattete der
Suva Aarau am 7. Juli 2011 Zwischenbericht (Suva-Nr. 59 f.).

 

4.4     Am 24. August 2011 teilte die
Firma G.___, [...], dem Beschwerdeführer mit, das Arbeitsverhältnis per 31.
Oktober 2011 zu kündigen (Suva-Nr. 72). 

 

4.5     Dr. med. D.___ nahm am 29.
August 2011 eine weitere ärztliche Beurteilung folgenden Inhalts vor: In
Kenntnis der über längere Zeit dokumentierten Vorgeschichte könne unverändert
und mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer beruflich verursachten Rhinitis
sowie einem Asthma bronchiale mit rezidivierendem Verlauf ausgegangen werden, was
mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Tätigkeit in der Betonelementfabrikation
zurückgeführt werden müsse. Er, Dr. med. D.___, beantrage daher bei der
zuständigen Suva Agentur die Rhinitis und das Asthma bronchiale als
Berufskrankheit gemäss UVG anzuerkennen. Bei Wiederaufnahme einer Tätigkeit in
einer Polymer-Betonelement-Fabrikation wäre die Gesundheit des
Beschwerdeführers erheblich gefährdet. Die Suva erlasse rückwirkend per 1. Juni
2011 eine Nichteignungsverfügung (Suva-Nr. 73 f.).

 

4.6     Am 13. September 2011 teilte die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mittels Nichteignungsverfügung mit,
dass er zum Schutz seiner Gesundheit der arbeitsmedizinischen Vorsorge
unterstellt werde. Er werde rückwirkend per 1. Juni 2011 für Arbeiten in einer
Polymerbeton-Fabrikation als nicht geeignet erklärt. Unter bestimmten
Voraussetzungen habe er Anrecht auf Geldleistungen (Suva-Nr. 82).

 

5.

5.1     Dr. med. H.___, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Suva Aarau, nahm am 29. Januar 2013 eine
erste psychiatrische Beurteilung vor (Suva-Nr. 181). Am 18. Juni 2013 führte er
eine psychiatrische Untersuchung des Beschwerdeführers durch, in deren Verlauf
er eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie eine
generalisierte Angststörung (ICD-10 F 41.1) (…) diagnostizierte. Dr. med. H.___
attestierte ihm zurzeit keine Arbeitsfähigkeit (Suva-Nr. 210).

 

5.2     Mit Verfügung vom 16. August
2013 teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit, dass die
Berufskrankheit sowie die in der Folge notwendige Nichteignungsverfügung nach
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung nicht
geeignet seien, die vorliegende psychische Störung zu bewirken. Die adäquate
Kausalität sei deshalb zu verneinen. Weitere relevante Begleitumstände im Sinne
der geltenden Rechtsprechung lägen nicht vor. Bei dieser Sach- und Rechtslage
müssten die Taggeldleistungen per 31. August 2013 eingestellt werden (Suva-Nr.
214).

 

5.3     Am 16. April 2014 liess der
Beschwerdeführer bei der Beschwerdegegnerin beantragen, diese habe über das
Ausrichten einer Rente, einer Heilbehandlung sowie einer
Integritätsentschädigung zu befinden (Suva-Nr. 225).

 

5.4     Dr. med. I.___, Facharzt für
Arbeitsmedizin und Allgemeine Innere Medizin FMH, Suva Luzern, stellte in
seiner Stellungnahme vom 30. Juni 2014 fest, dass der Beschwerdeführer aus rein
somatischer Sicht im Rahmen der Nichteignungsverfügung voll arbeitsfähig sei (Suva-Nr.
240). Aufgrund von berufskrankheitsfremden Faktoren (psychische Situation) wäre
es – so hielt Dr. med. I.___ in seiner Stellungnahme vom 8. Oktober 2014
zum gleichentags verfassten Bericht über die fachärztliche Untersuchung vom 23.
September 2014 fest – vorteilhaft, wenn der Beschwerdeführer eine saubere
Tätigkeit ohne grossen Leistungsdruck ausüben könnte (Suva-Nr. 258 f.).

 

5.5     In dem durch die IV-Stelle des
Kantons Solothurn veranlassten Gutachten vom 3. Juni 2015 kamen die Ärzte der
Gutachterstelle J.___, [...], zum Schluss, dass in der bisherigen Tätigkeit
seit der Nichteignungsverfügung der Suva vom 13. September 2011 ab 1. Juni 2011
eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit bestehe. Was die Arbeitsfähigkeit in einer
den Leiden angepassten Tätigkeit anbelangt, hielten die Gutachter Folgendes
fest: Aus pneumologischer Sicht sei angesichts der in den Akten durchgesehenen
normalen Lungenfunktionsbefunde von 2011 bis 2015 davon auszugehen, dass hier –
bis auf die Hospitalisation in der Klinik [...] von Januar bis Februar 2012 zur
pulmonalen Rehabilitation – durchgehend eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden
habe. Psychiatrisch müsse ab dem Zeitpunkt der Aufnahme in die Tagesklinik [...]
von Februar bis Oktober 2013 (…) von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen werden, da keine durchgehende Remission erreicht worden sei. Für
die Dauer der volIstationären Behandlung vom 7. Oktober bis 5. Dezember 2013
sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Vom 5. bis 31. Dezember
2013 habe eine 50%ige, ab 1. Januar 2014 eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden.
Bei den Anforderungen an einen den Leiden angepasster Arbeitsplatz führten die
Gutachter Folgendes an: «Keine inhalativen Noxen, keine plötzlichen Temperaturwechsel
bei leichter bis mittelschwerer Tätigkeit. Keine Tätigkeit in der
Polymerbetonfertigung (Nichteignungsverfügung der Suva) (…)» (Suva-Nr. 271).

 

5.6     Dr. med. I.___ hielt in seiner
Stellungnahme vom 4. Februar 2016 zum J.___-Gutachten fest, dass der
Beschwerdeführer, bezogen auf die Berufskrankheit im Rahmen der
Nichteigungsverfügung, bei vollem Pensum arbeitsfähig sei. Es bestehe zudem
kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (Suva-Nr. 273).

 

5.7     Im Brief vom 23. Februar 2016 an
die Beschwerdegegnerin bestritt die Vertreterin des Beschwerdeführers, dass
dieser weder Anspruch auf eine Integritätsentschädigung noch auf eine
Invalidenrente haben solle (Suva-Nr. 277). Dazu wies Dr. med. I.___ am 3. März
2016 darauf hin, sich auf die pneumologische Beurteilung von Dr. med. K.___ vom
23. April 2015 im Rahmen des J.___-Gutachtens abstützt zu haben. Beim
Beschwerdeführer könnten keine objektiven Lungenfunktionseinschränkungen und
somit auch kein Integritätsschaden festgestellt werden. Auch was die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit betreffe, könne auf die Beurteilung von Dr. K.___
abgestützt werden. Es seien keine weiteren medizinischen Abklärungen oder
Beurteilungen angezeigt (Suva-Nr. 280).

 

5.8     Mit Verfügung vom 21. Juni 2016
verneinte die Beschwerdegegnerin sowohl den Anspruch des Beschwerdeführers auf
eine Invalidenrente als auch auf eine Integritätsentschädigung. So liege weder
eine erhebliche, unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit noch ein
erheblicher, berufskrankheitsbedingter Integritätsschaden vor (Suva-Nr. 287).

 

5.9     Gegen diese Verfügung erhob die
Vertreterin des Beschwerdeführers am 19. August 2016 Einsprache (Suva-Nr.
288). Am 17. Oktober 2016 teilte ihr die Beschwerdegegnerin mit, die Verfügung
vom 21. Juni 2016 nach Prüfung der Einwände zurückzunehmen. Nach Vornahme
weiterer Abklärungen werde eine neue Verfügung erlassen (Suva-Nr. 296).

 

6.

6.1     Am 11. April 2017 veranlasste
Dr. med. I.___ eine Aussendienstabklärung zur Beantwortung verschiedener Fragen
(Suva-Nr. 331). Er nahm am 9. Mai 2017 zur medizinischen Situation Stellung und
hielt dabei zusammenfassend fest, dass es unter Expositionskarenz zu einer
Abheilung der Berufskrankheit (bronchiale Hyperreagibilität und Rhinitis)
gekommen ist. Es sei keine Integritätsentschädigung geschuldet. Was die
Berufskrankheit betreffe, könne der Fall seines Erachtens abgeschlossen werden (Suva-Nr.
336).

 

6.2     Mit Verfügung vom 7. August 2017
sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2014 bei einer
Erwerbsunfähigkeit von 15 % eine Invalidenrente von CHF 909.10 pro Monat
zu. Weil die Restfolgen des Unfalls die Integrität nach ärztlicher Beurteilung
nicht erheblich beeinträchtigten, seien die Voraussetzungen für das Gewähren
einer Integritätsentschädigung nicht erfüllt (Suva-Nr. 346).

 

6.3     Gegen diese Verfügung liess der
Beschwerdeführer am 14. September 2017 Einwand erheben (Suva-Nr. 355), die die
Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 20. November 2017 abwies
(Suva-Nr. 362).

 

7.       Am 18. Dezember 2017 erhebt der
Beschwerdeführer gegen den Einspracheentscheid Beschwerde beim
Versicherungsgericht des Kantons Solothurn. Seine Vertreterin stellt und
begründet folgende Rechtsbegehren (Aktenseite [A.S.] 12 ff.):

1.  Der
Einspracheentscheid vom 20. November 2017 sowie die diesem zugrundeliegende
Verfügung vom 7. August 2017 seien aufzuheben.

2.  Es
sei dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente nach Massgabe eines Erwerbsunfähigkeitsgrades
von mindestens 58 % zuzusprechen.

3.  Es
sei dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung von mindestens 5 %
zuzusprechen.

4.  Unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen.

 

8.       In der Beschwerdeantwort vom 21.
Februar 2018 stellt und begründet die Beschwerdegegnerin das Rechtsbegehren, die
Beschwerde sei abzuweisen, und der Einspracheentscheid vom 20. November 2017
sei zu bestätigen (A.S. 29 ff.).

 

9.       Der Beschwerdeführer hält in
seiner Replik vom 17. April 2018 an den bereits gestellten Rechtsbegehren fest
und nimmt zu den Ausführungen in der Beschwerdeantwort Stellung (A.S. 43 ff.).
Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Zuschrift vom 26. April 2018 auf die
Abgabe einer einlässlichen Duplik (A.S. 56).

 

Auf die weiteren Ausführungen in den
Rechtsschriften der Parteien wird, soweit erforderlich, in den folgenden
Erwägungen eingegangen. Im Übrigen wird auf die Akten verwiesen.

 

II.

 

1.       Die Sachurteilsvoraussetzungen
(Einhaltung von Frist und Form, örtliche und sachliche Zuständigkeit des
angerufenen Gerichts) sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

 

2.       Streitig und im vorliegenden
Verfahren zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu
Recht eine Invalidenrente mit einem Invaliditätsgrad von 15 % mit Wirkung
ab 1. Januar 2014 zugesprochen, den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
jedoch abgelehnt hat.

 

3.       Die revidierte Version des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) ist am 1.
Januar 2017 in Kraft getreten. Nach der Übergangsbestimmung zur Änderung vom
25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
Inkrafttreten dieser Änderung ereignet haben und für Berufskrankheiten, die vor
diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Damit ist im
vorliegenden Fall bei dem zu beurteilenden Ereignis vom 11. April 2007 das bis
31. Dezember 2016 gültig gewesene Recht anwendbar.

 

4.

4.1

4.1.1  Ist die versicherte Person
infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine
Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, UVG, SR 832.20]). Der Grad der für den Rentenanspruch
massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 Bundesgesetz über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) durch
einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
Grundlage der Bemessung des Invalideneinkommens bilden die
Arbeitsfähigkeitsgradschätzung und die Umschreibung der trotz der
Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und zumutbaren Tätigkeiten. Um das
Ausmass der Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4
S. 261).

 

4.1.2  Der Rentenanspruch entsteht, wenn
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit
dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin
(Art. 19 Abs. 1 UVG).

 

4.1.3  Beginnt die Rente mehr als fünf
Jahre nach dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit, so ist für die
Festlegung des versicherten Dienstes der Lohn massgebend, den der Versicherte
ohne den Unfall oder die Berufskrankheit im Jahre vor dem Rentenbeginn bezogen
hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der
Berufskrankheit erzielte Lohn (Art. 24 Abs. 2 Verordnung über die
Unfallversicherung, UVV, SR 832.202).

 

4.2

4.2.1  Gemäss Art. 24 Abs. 1
UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung,
wenn er durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen
oder geistigen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein
Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen
Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn
die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit,
augenfällig oder stark beeinträchtigt ist (Satz 2). Die
Integritätsentschädigung wird laut Art. 25 Abs. 1 UVG in Form einer
Kapitalleistung gewährt (Satz 1); sie darf den am Unfalltag geltenden
Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird
entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Satz 2).

 

4.2.2  Ein Integritätsschaden gilt als
dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in
gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder
psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder
stark beeinträchtigt wird (Art. 36 Abs. 1 UVV).

 

4.2.3  Nach Art. 25 Abs. 2 UVG
regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat
er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten
für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3.
Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht
abschliessenden Skala (BGE 113 V 218 E. 2a S. 219; RKUV 1988 Nr. U 48
S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden
prozentual gewichtet. Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritätsschäden
entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des
Höchstbetrags des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die
Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach
dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). In
diesem Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala
weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den
Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der Suva, Nr. 57 bis 59,
herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen
Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit
denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit
dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 116 V 156 E. 3a S. 57 mit
Hinweis). Ist eine Integritätsentschädigung weder in der Skala in Anhang 3 UVV
noch in den Tabellen der Suva enthalten, ist gemäss Ziff. 1 Abs. 2 Anhang
3 UVV eine Schätzung im Vergleich mit anderen Schäden vorzunehmen (BGE 113 V
218 E. 3 S. 219, 124 V 29 E. 1a-c).

 

5.

5.1     Sowohl das Verwaltungsverfahren
wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61
lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Der
Untersuchungsgrundsatz weist enge Bezüge zum – auf Verwaltungs- und
Gerichtsstufe geltenden – Grundsatz der freien Beweiswürdigung auf. Führen die
im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender,
sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 393
E. 4.1 S. 400) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als
überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360, 125 V 193
E. 2 S. 195 je mit Hinweisen) zu betrachten und es könnten weitere
Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt
im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 134 I 140 E. 5.3
S. 148, 124 V 90 E. 4b S. 94). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel
an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen
Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von
zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu
erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_715/2016 vom 6. März 2017
E. 5.1 mit Hinweis).

 

5.2     Der Untersuchungsgrundsatz
schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig
aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel die
Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund
einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218
E. 6 S. 221, 117 V 261 E. 3b S. 264 mit Hinweis; RKUV 2003
U 485 S. 259 E. 5; Urteil des Bundesgerichts 8C_17/2017 vom
4. April 2017 E. 2.2). Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs
(bzw. dessen Wegfallen) ist in erster Linie mittels Auskünften ärztlicher
Fachpersonen zu führen (Alexandra Rumo-Jungo / André Pierre Holzer:
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012,
Art. 6 UVG S. 55 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_352/2015, 8C_353/2015 vom 24. September 2015 E. 3.2.1).

 

5.3     Der im Sozialversicherungsrecht
massgebende Beweisgrad ist derjenige der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE
126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen, 130 III 321 E. 3.2 und 3.3
S. 324 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_852/2016 vom 12. September
2017 E. 3). Rechtsprechungsgemäss bildet der Zeitpunkt des Erlasses der
streitigen Verfügung in tatbeständlicher Hinsicht grundsätzlich die Grenze der
richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 105 V 156 E. 2d S. 161). Seit
Einführung des Einspracheverfahrens ist der Sachverhalt bis zum Erlass des
Einspracheentscheids – vorliegend bis 20. November 2017 – mit zu
berücksichtigen, da der (materielle) Einspracheentscheid an die Stelle der
angefochtenen Verfügung tritt und insoweit das Verwaltungsverfahren erst mit
ihm abgeschlossen wird (Ueli Kieser: ATSG-Kommentar, 3. Aufl., 2015,
Art. 52 ATSG N 60 mit weiteren Hinweisen).

 

6.       Nach Lage der Akten ist von
folgendem Sachverhalt auszugehen: Aufgrund der Verfügung der Beschwerdegegnerin
vom 13. September 2011 ist der Beschwerdeführer für Arbeiten in einer
Polymerbeton-Fabrikation nicht geeignet (Suva-Nr. 82). Mit Verfügung vom 16.
August 2013 stellte die Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen an den
Beschwerdeführer per 31. August 2013 ein, nachdem sie die adäquate Kausalität zwischen
der Berufskrankheit aufgrund der Nichteignungsverfügung und der psychischen
Störung verneinte (Suva-Nr. 214); dagegen schien der Beschwerdeführer nicht
opponiert zu haben. Was die Arbeitsfähigkeit anbelangt, kann auf die
Beurteilung der Fachärzte der Begutachtungsstelle J.___ vom 3. Juni 2015
abgestellt werden. Demnach ist der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit
seit 1. Juni 2011 zu 100 % arbeitsunfähig, in einer leidensadaptierten Tätigkeit
hingegen zu 100 % arbeitsfähig, und zwar in pneumologischer Hinsicht – mit
Ausnahme von Januar/Februar 2012 – durchgehend, in psychiatrischer Hinsicht ab
1. Januar 2014 uneingeschränkt (Suva-Nr. 271, S. 20 f.). Dieser
Beurteilung hat sich der Suva-Facharzt angeschlossen (vgl. Suva-Nr. 273) und
der Beschwerdeführer nicht widersetzt (A.S. 15); darauf ist folglich
abzustellen.

 

7.

7.1     Die Beschwerdegegnerin hat den
Beginn der Invalidenrente per 1. Januar 2014 festgesetzt (Suva-Nr. 346),
währendem der Beschwerdeführer verlangt, ihm sei die Rente bereits ab 1.
September 2013 auszurichten (A.S. 14).

 

7.2     Die Beschwerdegegnerin hat ihre
Taggeldleistungen mit Verfügung vom 16. August 2013 per 31. August 2013
eingestellt. Diese Verfügung ist in Rechtskraft erwachsen. Zur Begründung führte
die Beschwerdegegnerin aus, die aktuelle Arbeitsunfähigkeit sei psychisch
bedingt, und es bestehe kein adäquater Kausalzusammenhang zwischen der
Berufskrankheit und der psychischen Störung. Da aus psychiatrischer Sicht eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege, bestehe kein Anspruch auf ein
Übergangstaggeld oder auf eine Übergangsentschädigung (Suva-Nr. 214).

 

7.3     Der Fallabschluss mit
Einstellung der Taggeldleistungen und Prüfung des Rentenanspruchs ist
gesamthaft, für psychische und somatische Beschwerdebilder gleichzeitig,
vorzunehmen. Es geht nicht an, in Bezug auf die psychischen Unfallfolgen den
Fall bereits (mit verneinender Adäquanzprüfung) abzuschliessen und die Prüfung
des Rentenanspruchs für die organisch nachweisbaren Unfallfolgen aufzuschieben
(Urteil des Bundesgerichts 8C_210/2018 vom 17. Juli 2018 E. 3.2.3.1). Mit dem
Fallabschluss ist – soweit erforderlich – die separate Adäquanzprüfung
vorzunehmen (vgl. BGE 134 V 109). Die Beschwerdegegnerin hat den Fallabschluss
mit Einstellung der Taggelder per 1. September 2013 vorgenommen; dies
bedeutet grundsätzlich auch, dass der Rentenbeginn auf diesen Termin
festzusetzen ist.

 

7.4     Die Beschwerdegegnerin hat den
Rentenbeginn trotzdem erst auf 1. Januar 2014 festgesetzt. Zur Begründung führt
sie im Einspracheentscheid aus (S. 4 oben), gemäss den Akten sei der
Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Einstellung der Taggelder am 31. August 2013
bereits aus berufskrankheitsfremden Gründen, nämlich aufgrund seiner
psychischen Beschwerden, zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Erst ab 1. April
2014 hätten die Gutachter der IV «eine zumindest Teilarbeitsfähigkeit in
psychischer Hinsicht» bestätigt. Wenn eine versicherte Person im Zeitpunkt des
Rentenbeginns bereits aus Gründen, die nicht mit der Berufskrankheit zu tun
haben, vollständig arbeitsunfähig sei, verbleibe «kein Platz für die
Ausrichtung einer Rente der Unfallversicherung». In der Beschwerdeantwort (S.
4, A.S. 32) wird zu dieser Frage einzig erklärt, die Ausführungen im
Einspracheentscheid seien sachgerecht. 

 

7.5     War die Leistungsfähigkeit des
Versicherten aufgrund einer nicht versicherten Gesundheitsschädigung vor dem
Unfall (hier: dem Ausbruch der Berufskrankheit, vgl. Art. 9 Abs. 3 UVG) dauernd
herabgesetzt, so ist für die Bestimmung des Invaliditätsgrades der Lohn, den er
aufgrund der vorbestehenden verminderten Leistungsfähigkeit zu erzielen
imstande wäre, dem Einkommen gegenüber zu stellen, das er trotz der
Unfallfolgen und der vorbestehenden Beeinträchtigung erzielen könnte (Art. 28
Abs. 3 UVV). Für die Anwendbarkeit dieser Bestimmung ist nicht die zeitliche Reihenfolge
der Schadenereignisse (Unfallereignis/Krankheit), sondern der Eintritt des
Schadens massgebend (Urteil des Eidg. Versicherungsgericht U 357/04 vom 22.
September 2005 E. 2.4; Peter Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen
Unfallversicherung, Freiburg 1995, S. 130 und146 f.; Rumo-Jungo/Holzer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung (UVG), 4. Aufl., Schulthess 2012, Art. 18, S. 140
f.). Da nur die unfallbedingte Erhöhung des Invaliditätsgrades zu
berücksichtigen ist, besteht kein Raum für eine Invalidenrente nach UVG, wenn
die versicherte Person schon vor dem Unfall vollständig invalid war (Urteil des
Bundesgerichts U 294/06 vom 25. Juli 2007 E. 4.3). Der Umstand, dass der versicherten
Person eine ganze Rente der Invalidenversicherung bei einem Invaliditätsgrad
von 100 % zugesprochen wurde, erlaubt allerdings nicht ohne weiteres den
Schluss auf eine vollständige vorbestehende Invalidität (vgl. BGE 125 V 324,
330 E. 3c/bb; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_791/2009 vom 8. März 2010
E. 5.2). Wenn die unfallfremde Gesundheitsschädigung im Zeitpunkt des möglichen
Rentenbeginns noch keine Invalidität begründet, sondern ein labiles Leiden
darstellt, steht es der Entstehung eines Rentenanspruchs gegenüber der
Unfallversicherung nicht entgegen (vgl. Omlin, a.a.O., S. 147). 

 

7.6     Die Beschwerdegegnerin stützte
sich bei ihrer Feststellung, es bestehe aus psychiatrischer Sicht eine volle
Arbeitsunfähigkeit, offenbar auf die Suva-interne Aktenbeurteilung des
Psychiaters Dr. med. H.___ vom 4. Februar 2013 (Suva-Nr. 181); dieser hielt fest,
ein ihm vorliegender Bericht der behandelnden Ärzte, der eine psychisch
bedingte volle Arbeitsunfähigkeit attestiere, erscheine als plausibel. Eine
genauere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht würde
jedoch eine eigene Untersuchung bedingen (Suva-Nr. 181, S. 5). 

 

In der Folge führte die IV-Stelle
medizinische Abklärungen durch. Das durch sie eingeholte polydisziplinäre
Gutachten der Begutachtungsstelle J.___ vom 3. Juni 2015 (E. II. 5.5
hiervor) führte zum Ergebnis, aus psychiatrischer Sicht sei der
Beschwerdeführer vom 3. Februar 2013 (Aufnahme der psychiatrischen Behandlung)
bis Oktober 2013 (Aufnahme in die vollstationäre Behandlung) zu 50 %
arbeitsunfähig gewesen, weil keine durchgehende Remission erreicht worden sei.
Anschliessend sei für die Zeit vom 7. Oktober bis 5. Dezember 2013 von einer
vollständigen, vom 6. bis 31. Dezember 2013 von einer 50%igen psychisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Ab 1. Januar 2014 habe aus
psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr bestanden
(Suva-Nr. 271, S. 21 und 22). Zuvor hatte ein psychiatrisches Gutachten von Dr.
med. L.___ vom 13. August 2013 (vgl. Suva-Nr. 271, S. 92 ff.) schon damals
keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ergeben. Die Experten
der Begutachtungsstelle J.___ gelangten jedoch gestützt auf die Angaben des
behandelnden Psychiaters zum Ergebnis, die Begutachtung durch Dr. med. L.___
habe während einer vorübergehenden Verbesserung stattgefunden. Anschliessend
habe sich die Situation wieder destabilisiert, so dass für die Zeit von Februar
bis Anfang Oktober 2013 von einer psychisch bedingten Reduktion der
Arbeitsfähigkeit um 50 % ausgegangen werden müsse (Suva-Nr. 271, S. 31).
Im für den Rentenbeginn grundsätzlich massgebenden Zeitpunkt am 1. September
2013 (vgl. E. II. 7.3 hiervor) war somit nach der vorübergehenden Verbesserung,
während der die Begutachtung durch Dr. med. L.___ stattgefunden hatte, mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
gegeben; diese bestand grundsätzlich seit Februar 2013 und dauerte (mit einer
zweimonatigen Erhöhung auf 100 % von Anfang Oktober bis Anfang Dezember
2013) bis 1. Januar 2014. Von einer dauernden, stabilisierten Situation konnte
somit am 1. September 2013 nicht ausgegangen werden. Vielmehr lag eine
labile Situation vor, due einem Anspruch auf eine UV-Rente nicht entgegensteht
(vgl. E. II. 7.5 hiervor am Ende). Daran ändert der Umstand nicht, dass
die IV-Stelle dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. Februar bis 31. Dezember
2013 eine Dreiviertelsrente und vom 1. Januar bis 31. März 2014 eine ganze
Rente zugesprochen hat (Verfügung vom 26. September 2016, Suva-Nr. 294), denn
das Bestehen des Wartejahres leitete sie nicht aus der (erst ab Januar bzw.
Februar 2013 dokumentierten) psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit, sondern
aus der pneumologisch bedingten Unzumutbarkeit der angestammten Tätigkeit ab
(vgl. Suva-Nr. 270, S. 4). Es kommt hinzu, dass – entgegen der Annahme der
Beschwerdegegnerin – bis Ende August 2013 keine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestand und sich eine solche auch später auf die Dauer der zweimonatigen
vollstationären Behandlung beschränkte. Dem Standpunkt der Beschwerdegegnerin
kann daher nicht gefolgt werden. Der massgebende Zeitpunkt für den Rentenbeginn
ist der 1. September 2013. Die Beschwerde ist in diesem Punkt begründet.

 

8.

8.1     Im Weiteren ist die
Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 7. August 2017 von einem Valideneinkommen
im Jahr 2014 von insgesamt CHF 85'565.00 ausgegangen, dass sich aus dem
Verdienst bei der E.___ sowie dem Nebeneinkommen bei der G.___ zusammensetzt (vgl.
Suva-Nr. 346, S. 2) und unbestritten geblieben ist (vgl. A.S. 20). 

 

8.2

8.2.1  Bestritten ist das durch die
Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 7. August 2017 mit insgesamt CHF
72'742.00 bezifferte Invalideneinkommen (Suva-Nr. 346, S. 3; 362, S. 8);
als zumutbar bezeichnet der Beschwerdeführer ein solches im Betrag von lediglich
CHF 49'840.00 (A.S. 20). Zu prüfen gilt es einzig, wie es sich mit dem
Abzug vom Tabellenlohn – die Beschwerdegegnerin hat einen solchen von 10 %
vorgenommen (Suva-Nr. 346, S. 3362, S. 8), der Beschwerdeführer verlangt eine
Reduktion von 25 % (A.S. 20) – sowie der Zumutbarkeit für den
Beschwerdeführer verhält, weiterhin eine Nebenerwerbstätigkeit auszuüben. Den
durch die Beschwerdegegnerin veranschlagten Tabellenlohn von CHF 66'453.00
stellt der Beschwerdeführer zu Recht nicht in Abrede (vgl. A.S. 19), ist doch dessen
Festsetzung (vgl. Suva-Nr. 346, S. 3) nicht zu beanstanden.

 

8.2.2  Die Beschwerdegegnerin hat das
Ausüben einer Nebenerwerbstätigkeit des Beschwerdeführers als
Reinigungsmitarbeiter aus medizinischer Sicht weiterhin als zumutbar erachtet
und dieses Einkommen mit CHF 12'935.00 beim Invalideneinkommen berücksichtigt
(Suva-Nr. 346, S. 3). Es sei nicht ersichtlich, wieso dem Beschwerdeführer
diese leichte Tätigkeit ohne grosse Staubbelastung nicht mehr zuzumuten sei;
dies könne er mit keiner ärztlichen Stellungnahme begründen (Suva-Nr. 362, S.
7; A.S. 32). Demgegenüber sieht sich der Beschwerdeführer nicht mehr in der
Lage, als Reinigungskraft zu arbeiten; dies gehe aus dem J.___-Gutachten hervor
und werde auch durch den behandelnden Facharzt für Pneumologie, Dr. med. M.___,
mehrfach bestätigt. Im Übrigen sei die Kündigung der damaligen Stelle
invaliditätsbedingt erfolgt. Selbst wenn ein Nebenerwerb anzurechnen wäre,
müsste auch hier ein «leidensbedingter» Abzug von 25 % vorgenommen werden
(A.S. 15 ff.).

 

8.3

8.3.1  Für das Invalideneinkommen
massgebend ist dasjenige Entgelt, dass die versicherte Person aufgrund ihres
konkreten Gesundheitsschadens zumutbarerweise noch zu erzielen in der Lage wäre
(Art. 16 ATSG). Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der
Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in
der die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität
eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile
Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr
verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht
als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich
weil die versicherte Person – wie hier – nach Eintritt des Gesundheitsschadens
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit
aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder Lohnangaben aus der Dokumentation von
Arbeitsplätzen (DAP) der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
herangezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475, 126 V 75
E. 3b/bb S. 76; RKUV 1999 U 343 S. 412 E. 4b/aa).

 

8.3.2  Im vorliegenden Fall ist – wie
bereits ausführt (vgl. E. II 8.2 hiervor) – für die medizinisch-theoretisch
attestierte Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit grundsätzlich
von einem Invalidenlohn von CHF 66'453.00 auszugehen. Fraglich und bestritten
ist indes, ob dem Beschwerdeführer zudem weiterhin ein Einkommen aus der
Nebenerwerbstätigkeit als Reinigungsmitarbeiter anzurechnen ist, was die
Beschwerdegegnerin aus medizinischen Gründen als zumutbar erachtet hat.

 

8.3.3  Der J.___-Gutachter Dr. med. K.___
kam in seinem pneumologischen Gutachten vom 27. April 2015 zum Schluss,
bezüglich Berufsasthma und Sarkoidose bestehe bei im Verlauf dokumentiert stets
normalen Lungenfunktionsbefunden (2/2011, 2/2012, 4/2012, 6/2012, 1/2013,
9/2013 und 1/2015) aus rein pneumologischer Sicht für mittelschwere körperliche
Tätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ein mittels konsequent
angewendeter CPAP-Therapie erfolgreich behandeltes Schlafapnoe-Syndrom begründe
keine Verminderung der Arbeitsfähigkeit. Arbeiten mit bis mittelschwerer
körperlicher Belastung seien dem Versicherten zuzumuten. Körperlich schwer
anstrengende Tätigkeiten seien angesichts der Anstrengungsdyspnoe mMRC 1 zu vermeiden,
weil sie das Auftreten einer anstrengungsinduzierten Bronchokonstriktion oder
einer Hyperventilation begünstigen könnten. Es bestehe eine
Nichteignungsverfügung der Suva für Arbeiten im Bereich der PoIymerbeton-Fabrikation.
Zudem sei auf eine Iufthygienisch optimale Umgebung zu achten, und der abrupte
Wechsel von Kälte und Wärme sei zu vermeiden. Die bisherige Tätigkeit als Maschinenführer
in der Betonfabrikation sei dem Versicherten nicht mehr zuzumuten. Für eine mittelschwer
körperlich anstrengende Tätigkeit bestehe unter Berücksichtigung des
Belastungsprofils aus rein pneumologischer Sicht – so Dr. med. K.___ – keine
Einschränkung (Suva-Nr. 271, S. 53).

 

Der Stellungnahme von Dr. med. I.___ vom
9. Mai 2017 lässt sich Folgendes entnehmen: Um den Anspruch einer eventuellen
Integritätsentschädigung und die medizinische Zumutbarkeit für berufliche
Tätigkeiten beurteilen zu können, sei schon seit längerer Zeit eine
ausführliche Lungenfunktionsuntersuchung (inklusive Methacholintest, nach
vorgängigem Absetzen der Inhalationsmedikation) gefordert worden, die nun am
10. April 2017 durch Dr. med. M.___ (Facharzt für Pneumologie und Allgemeine
Innere Medizin FMH, [...]) durchgeführt worden sei. In den Untersuchungen
hätten sich eine normale Lungenfunktion und keine Hinweise für eine bronchiale
Hyperreagibilität gezeigt. Auch die vom 17. März bis 10. April 2017
durchgeführten Peak-Flow-Untersuchungen hätten durchwegs normale Werte gezeigt.
Die Inhalationsmedikation mit Seretide sei zuvor fast einen Monat lang sistiert
worden. Somit seien die Befunde aussagekräftig. Unter Beachtung der
Nichteignungsverfügung seien streng genommen alle beruflichen Einschränkungen
(gemeint wohl Tätigkeiten) zumutbar. 

 

8.3.4  Vor dem Hintergrund dieser
medizinischen Beurteilungen ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer jegliche
leichten bis mittelschweren Tätigkeiten vollzeitlich zuzumuten sind. Ausnahmen
aus pneumologischer Sicht bestehen insofern, dass diese Tätigkeiten – so Dr.
med. M.___ am 28. April 2017 – möglichst in «sauberer» Umgebungsluft (wenig
Staub, kein Rauch, keine Chemikalien) ausgeübt werden können (vgl.
Suva-Nr. 334, S. 2); zu vermeiden seien ferner – so der J.___-Gutachter
Dr. med. K.___ – der plötzliche Wechsel von Kälte und Wärme (Suva-Nr. 271,
S. 53). Diesen Einschätzungen hat sich am 9. Mai 2017 – wie vorstehend
erwähnt – auch der Suva-Arzt Dr. med. I.___ angeschlossen (Suva-Nr. 336).
Allerdings scheint Dr. med. I.___ der Auffassung zu sein, dem Beschwerdeführer
sei (zudem) die Nebenerwerbstätigkeit als Reinigungskraft in staubarmen
Büroräumen sicher zuzumuten (Suva-Nr. 319); darauf hat die Beschwerdegegnerin
in ihrer Verfügung vom 7. August 2017 denn auch abgestellt und hierfür beim
Invalideneinkommen – wie bereits erwähnt – einen Jahresverdienst für den
Nebenerwerb von CHF 12'935.00 aufgerechnet (Suva-Nr. 346, S. 3).

 

Im angefochtenen Entscheid wird zur
Begründung angeführt, den Akten könne entnommen werden, dass die Staubbelastung
bei der Nebenerwerbstätigkeit (Reinigen von Büros) mit einem normalen Haushalt
vergleichbar sei. Es handle sich um eine leichte Tätigkeit mit kleiner Staubbelastung
bzw. um die maschinelle Bodenreinigung, das Putzen des Treppenhauses, der Büros
und der Toiletten. Büroräumlichkeiten seien erfahrungsgemäss nicht derart
schmutzig, dass dabei spezielle Chemikalien zur Reinigung verwendet werden müssten.
Ein normales im Wasser aufgelöstes Putzmittel dürfte kaum geeignet sein, Dämpfe
oder Rauch (inhalative Noxen) zu erzeugen, die für den Versicherten schädlich
wären. Aus den im Recht liegenden Zumutbarkeitsbeurteilungen lasse sich denn
auch (wohl: nicht) entnehmen, dass eine Nebenerwerbstätigkeit nicht mehr
zumutbar sein solle. Ausserdem sei zu beachten, dass der Versicherte nebst den
berufskrankheitsbedingten Einschränkungen an weiteren Einschränkungen die Lunge
betreffend (Sarkoidose) leide. Eine Nebentätigkeit wie in der bisherigen Form sei
für den Versicherten somit überwiegend wahrscheinlich zumutbar (Suva-Nr. 362,
S. 7). Der Beschwerdeführer lässt dagegen vorbringen, dass sich die Tätigkeit
als Reinigungskraft und die Anforderung an einen staub- und chemikalienfreien
Arbeitsplatz gegenseitig ausschliessen würden. Selbst wenn am damaligen
Arbeitsplatz (bei der Firma G.___) die Staubbelastung tatsächlich klein gewesen
sein sollte, sei dies mit Sicherheit nicht bei allen Reinigungstätigkeiten der
Fall. Reinigungsarbeiten, die von Firmen durchgeführt würden, könnten nicht mit
der Haushalttätigkeit verglichen werden, alleine schon wegen der Vielzahl der
Räume. Ferner würden professionelle Reinigungsfirmen nicht herkömmliche
Putzmittel verwenden. Die Staub- und Chemikalienbelastung in Rahmen der Arbeit
als Reinigungskraft sei viel grösser als in einem Haushalt. Dazu komme, dass es
damals der Arbeitgeber gewesen sei, der dem Beschwerdeführer die
Nebenerwerbstätigkeit gekündigt habe (A.S. 16 f.; 47 ff.).

 

8.3.5  Es trifft zu, dass die Firma G.___
dem Beschwerdeführer am 24. August 2011 nicht aus wirtschaftlichen Gründen,
sondern wegen seiner Langzeiterkrankung gekündigt hatte. Die damalige
Arbeitgeberin führte zudem an, es sei ihr nicht möglich, eine andere Arbeit
anzubieten, wo er nicht mit Staub in Kontakt komme. In der Tat ist mit dem
Beschwerdeführer nicht einzusehen, wie sich an einem üblichen Arbeitsplatz als
Reinigungskraft die in medizinischer Hinsicht einzuhaltenden Auflagen auf einen
gemeinsamen Nenner bringen liessen. Kaum ein Arbeitgeber im Bereich Reinigungen
dürfte bereit sein, eine Person mit einem solchen Handikap einzustellen. Nebst
dem Einsatz von professionellen Reinigungsmitteln, die sich auf den
Beschwerdeführer allenfalls schädlich auswirken können, ist auch an den fachärztlich
empfohlenen, zu vermeidenden Wechsel von Kälte und Wärme zu denken, was
beispielsweise bei der Reinigung von Fenstern, die oft in den Übergangszeiten
Winter/Frühling oder Herbst/Winter vorgenommen wird, der Fall sein kann. Entgegen
der Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid, eine Nebenerwerbstätigkeit
sei dem Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich zuzumuten (Suva-Nr. 362, S.
7), ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass in seinem
Fall eine Nebenerwerbstätigkeit als Reinigungskraft unzumutbar ist und eine
allfällige Anstellung weder realistisch noch gegebenenfalls von Dauer sein
dürfte. Folglich ist unter diesem Titel bei der Berechnung des
Invalideneinkommens kein Verdienst zu berücksichtigen, womit offenbleiben kann,
ob dem Beschwerdeführer überhaupt eine Nebenerwerbstätigkeit neben dem vollen
Pensum zuzumuten ist.

 

8.4

8.4.1    Beim Einkommensvergleich unter
Verwendung statistischer Tabellenlöhne – wie im vorliegenden Fall – ist zu
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei
leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen
und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen.
Sodann ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass weitere persönliche und
berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der
Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Die Frage, ob
und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, ist von sämtlichen
vorgenannten persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls
abhängig. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf höchstens
25 % zu begrenzen ist (BGE 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481 mit Hinweisen; BGE
135 V 297 E. 5.2 S. 301). 

 

8.4.2  Nachdem aufgrund der
medizinischen Aktenlage davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer seine
Restarbeitsfähigkeit bei voller zeitlicher Präsenz verwerten kann, bleibt unter
diesem Titel grundsätzlich kein Raum für einen in Teilzeittätigkeit begründeten
Abzug. Indes hat die Beschwerdegegnerin aufgrund berufskrankheitsbedingten
Einschränkungen einen Lohnabzug von 10 %, der im oberen Bereich liege (A.S.
33), berücksichtigt (Suva-Nr. 346, S. 3), wogegen der Beschwerdeführer
verlangt, dass sich in seinem Fall der maximale Abzug von 25 %
rechtfertige. Zur Begründung hat er angegeben, er stamme aus Italien und
verfüge über äusserst beschränkte Deutschkenntnisse. Auch habe er keine
Ausbildung und sei die bisher ausgeübte Arbeitstätigkeit unzumutbar. Es sei
offensichtlich, dass er die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf dem
ausgeglichenen Markt nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten könne (A.S. 19
f.).

 

8.4.3  Die Rechtsprechung gewährt
insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte
Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer
Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Sind hingegen – wie hier – leichte bis
mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter
Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt; dies ergibt sich daraus,
dass der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 (Schweiz. Lohnstrukturerhebung [LSE]
2012, neu Kompetenzniveau 1) bereits eine Vielzahl von leichten und
mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_72/2009 vom
30. März 2009 E. 3.4 mit Hinweisen). Daran vermag auch der Hinweis des
Beschwerdeführers auf eine unterdurchschnittliche Verwertung der
Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (A.S. 19) nichts zu
ändern.

 

8.4.4  Im vorliegenden Fall besteht aus
fachärztlicher Sicht für leidensadaptierte bzw. leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten grundsätzlich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zu
vermeiden seien jedoch – so die J.___-Gutachter – inhalative Noxen sowie
plötzliche Temperaturwechsel (vgl. Suva-Nr. 271, S. 22). Der Aussage des
Beschwerdeführers, über keine Ausbildung zu verfügen (A.S. 19), steht jene
anlässlich der psychiatrischen Begutachtung entgegen; dort gab er an, in
Sizilien den Beruf des Elektroinstallateurs sowie Radio-/TV-Mechanikers erlernt
zu haben (Suva-Nr. 271, S. 29). Was seine Behauptung anbelangt, lediglich über
äusserst beschränkte Kenntnisse der deutschen Sprache zu verfügen, bleibt
Folgendes festzustellen: Zwar ist im psychiatrischen Gutachten der
Gutachterstelle J.___ vom 24. März 2015 die Rede davon, die Verständigung
sei – im Beisein einer professionellen Übersetzerin – teils auf Italienisch,
teils auf Deutsch erfolgt. Indes ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer –
aufgrund seiner Aussagen gegenüber dem psychiatrischen J.___-Gutachter – erstmals
im Jahr 1995 als Saisonnier in die Schweiz gekommen sei und im Jahr 1997
endgültig hierher übersiedelt habe. Im Jahr 1998 habe er dann eine bereits in
der Schweiz lebende Landsfrau geheiratet; mit ihr habe zwei Töchter, geboren
2002 und 2009 (Suva-Nr. 271, S. 24, 28, 35). Vor diesem Hintergrund und in
Berücksichtigung der grundsätzlichen Zumutbarkeit, die deutsche Sprache zu
erlernen, erscheint es nicht nachvollziehbar, dass dem Beschwerdeführer die
mangelnden Sprachkenntnisse auf der Stellensuche zum Nachteil gereichten. Im
Übrigen bleibt festzuhalten, dass das Alter – des hier im Verfügungszeitpunkt
47-jährigen Beschwerdeführers – kaum ins Gewicht fiele, weil Hilfsarbeiten auf
dem massgebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG)
grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden und sich das Alter bei Männer-Hilfsarbeitertätigkeiten
im hier relevanten Anforderungsniveau 4 (neu Kompetenzniveau 1) im
Alterssegment von 50 bis 63/65 jedenfalls nicht lohnmindernd auswirkt (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_249/2010 vom 1. Juni 2010, E. 7.3.2, mit
Hinweisen). Schliesslich sind die in einer neuen Tätigkeit fehlenden
Dienstjahre nicht zu gewichten: Im privaten Sektor nimmt auch die Bedeutung der
Dienstjahre ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist (Urteil des
Bundesgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011, E. 6.6, mit Hinweisen,
BGE 126 V 75 E. 5a/cc S. 79).

 

8.4.5  Mit Blick auf die vorstehenden
Ausführungen erscheint der durch die Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von
10 % vom Tabellenlohn als grosszügig. Dem Antrag des Beschwerdeführers, es
sei ein höherer Abzug vorzunehmen, kann nicht gefolgt werden.

 

8.5     Schliesslich bleibt der
Invaliditätsgrad neu zu berechnen. Auszugehen ist von einem Valideneinkommen
von CHF 85'565.00 pro Jahr. Das durch die Beschwerdegegnerin aufgrund der LSE
berechnete Invalideneinkommen von CHF 66'453.00 pro Jahr ist um 10 % zu
reduzieren, womit sich ein Betrag von (aufgerundet) CHF 59'808.00 ergibt.
Verglichen mit dem Valideneinkommen resultiert eine Erwerbseinbusse von
CHF 25'757.00 (85'565 ./. 59'808) bzw. ein Invaliditätsgrad von neu
30 % (25'757 : 855.65).

 

9.

9.1     Die Beschwerdegegnerin hat den
geltend gemachten Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Integritätsentschädigung verneint, weil die Restfolgen des Unfalls die Integrität
nach ärztlicher Beurteilung nicht erheblich beeinträchtigten (Suva-Nr. 346,
S. 3). Eine allfällige Mehrforderung sei unbegründet (A.S. 34). Dazu
bringt der Beschwerdeführer vor, die festgesetzte medizinisch theoretische
Ateminvalidität rechtfertige eine Integritätsentschädigung im Rahmen von
5 % (A.S. 20); andernfalls wären weitere medizinische Abklärungen,
namentlich ein erneuter Metacholintest mit einer Dosis von 8 mg/ml,
vorzunehmen (A.S. 51).

 

9.2     Zur medizinischen Aktenlage
bezüglich eines allfälligen Integritätsschadens lässt sich Folgendes
feststellen: Dr. med. M.___ verwies im Bericht vom 30. Oktober 2012
darauf, dass die Situation bezüglich Asthma bronchiale/Sarkoidose
lungenfunktionell stabil sei. Unter Seretide Diskus 500 1-0-1 bleibe die
Lungenfunktion unverändert und normal (Suva-Nr. 167, S. 2). In seinen Berichten
vom 18. Dezember 2012 und 29. Januar 2013 bezeichnete er die pulmonale
Situation als unverändert (Suva-Nr. 175, 182). Dr. med. I.___ hielt in
seinem Bericht vom 30. Juni 2014 fest, dass sich bei den
Lungenfunktionsuntersuchungen keine Einschränkungen gezeigt hätten, weshalb
auch kein Integrationsschaden bestehe (Suva-Nr. 240). Am 8. Oktober 2014
stellte er fest, dass bei fehlenden Lungenfunktionseinschränkungen kein
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe (Suva-Nr. 258). Der J.___-Gutachter
Dr. med. K.___ sprach in seinem Bericht vom 27. April 2015 von stets normalen
Lungenfunktionsbefunden (Suva-Nr. 271, S. 53). Dr. med. I.___ wiederum führte
dazu in seiner Stellungnahme vom 4. Dezember 2016 aus, der Beschwerdeführer
habe dem pneumologischen Gutachter Dr. med. K.___ mitgeteilt, dass er seit
April 2015 keine regelmässige Inhalationstherapie mehr betreibe. Seretide habe
er im April 2015 sistiert. Das antiobstruktiv wirksame Ventolin würde er bei
Bedarf, zirka vier bis fünfmal pro Woche, inhalieren. Salbutamol, inhalativ verabreicht,
bewirke eine rasch einsetzende (innerhalb von fünf Minuten) und über zirka vier
Stunden andauernde Bronchospasmolyse durch selektive Stimulierung der Beta2-Rezeptoren
der Bronchialmuskulatur; dieses habe keine antientzündliche Wirkung auf die
Bronchialschleimhaut. In der bei Dr. K.___ am 23. April 2015
durchgeführten Lungenfunktionsuntersuchung hätten sich normale statische
dynamische Lungenvolumina ohne Hinweise für eine obstruktive      oder
restriktive Ventilationsstörung gezeigt. Der Methacholintest sei normal gewesen.
Beim Beschwerdeführer zeigten sich somit ohne vorangehende
Inhalationsbehandlung keine Lungenfunktionseinschränkungen mehr. Es könne auf
die Beurteilung von Dr. med. K.___ abgestützt werden. Es bestehe kein Anspruch
auf eine Integritätsentschädigung (Suva-Nr. 273), was Dr. med. I.___ in seiner
Stellungnahme vom 3. März 2016 bekräftigte und weitere Abklärungen verneinte
(Suva-Nr. 280). Im Auftrag der Beschwerdegegnerin führte Dr. med. M.___ am 10. April
2017 eine Lungenfunktion und einen Metacholin-Test durch; dabei habe sich eine
klare Verbesserung der im 2010/11 nachgewiesenen bronchialen Hyperreaktivität
gezeigt. Er empfahl, im Moment das Seretide und Ventolin nur noch bei Bedarf
einzusetzen (Suva-Nr. 334, S. 2). Dr. med. I.___ hielt am 9. Mai 2017
schliesslich fest, dass, um den Anspruch einer eventuellen
Integritätsentschädigung und die medizinische Zumutbarkeit für berufliche
Tätigkeiten beurteilen zu können, schon seit längerer Zeit eine ausführliche
Lungenfunktionsuntersuchung (inklusive Metacholintest, nach vorgängigem
Absetzen der Inhalationsmedikation) gefordert worden sei, welche nun Dr. med. M.___
am 10. April 2017 durchgeführt habe. In den Untersuchungen hätten sich
eine normale Lungenfunktion gezeigt und keine Hinweise für eine bronchiale
Hyperreagibilität ergeben. Auch die in der Zeit vom 17. März bis 10. April 2017
durchgeführten Peak-Elow-Untersuchungen hätten durchwegs normale Werte gezeigt.
Die Inhalationsmedikation mit Seretide sei zuvor fast einen Monat lang sistiert
worden. Somit seien die Befunde aussagekräftig. Zusammenfassend könne – so Dr.
med. I.___ – festgehalten werden, dass es unter Expositionskarenz zu einer
Abheilung der Berufskrankheit (bronchiale Hyperreagibilität und Rhinitis)
gekommen sei. Eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet (Suva-Nr. 336).

 

9.3     Vor diesem Hintergrund erscheint
die fachärztliche Beurteilung des Integritätsschadens als schlüssig und
nachvollziehbar, zumal sie sich auf die Beurteilung eines pneumologischen
Facharztes stützt. Anderslautende fachärztliche Einschätzungen finden sich in
den Akten nicht. Wenn der Beschwerdeführer eine weitere Prüfung der
Lungenfunktion verlangt (A.S. 50), ist festzustellen, dass die
Beschwerdegegnerin dieser Aufforderung einerseits bereits nachgekommen ist, und
das Resultat keine Änderung ergeben hat (Suva-Nr. 362, S. 10). Andererseits
befindet sich der durch den Beschwerdeführer angeführte Bericht von Dr. med. M.___
vom 24. Januar 2015, wonach eine andere Testung möglicherweise zu einem anderen
Resultat führen könnte (A.S. 50), nicht bei den Akten. Indes erübrigen sich bei
dieser klaren Aktenlage die durch den Beschwerdeführer beantragten weiteren
medizinischen Abklärungen (A.S. 51). Vielmehr bleibt festzustellen, dass im
vorliegenden Fall die Voraussetzungen von Art. 36 Abs. 1 UVV nicht erfüllt
sind. Wenn die Beschwerdegegnerin den geltend gemachten Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung verneint hat, ist dies nicht zu beanstanden.

 

10.     Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. September 2013
Anspruch auf eine Invalidenrente von 30 %, jedoch keinen solchen auf eine
Integritätsentschädigung hat. Folglich ist die Beschwerde in dem Sinne teilweise
gutzuheissen, als der angefochtene Einspracheentscheid vom 20. November
2017 aufzuheben und festzustellen ist, dass dem Beschwerdeführer ab 1. September
2013 eine Invalidenrente von 30 % zusteht. Die Akten sind an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese noch das betragliche Ausmass der
neu festgelegten Rente festsetze. Die weitergehende Beschwerde hingegen ist
abzuweisen.

 

11.

11.1   Bei diesem Verfahrensausgang
steht dem Beschwerdeführer eine ordentliche Parteientschädigung zu, die durch
die Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist (Art. 61 lit. g ATSG). Nachdem der
Beschwerdeführer bezüglich seines Antrags, ihm sei eine Integritätsentschädigung
von mindestens 5 % zuzusprechen (vgl. A.S. 13), unterliegt, ist eine
reduzierte Parteientschädigung festzusetzen bzw. diese um 10 % zu kürzen.

 

11.2   Die Vertreterin des Beschwerdeführers hat am 9. Mai 2018 eine Kostennote
eingereicht, worin sie bei einem zeitlichen Aufwand von insgesamt 11,18 Stunden
und Auslagen einen Betrag von insgesamt CHF 3'262.45 geltend macht (A.S. 59
f.). Der angeführte Aufwand
enthält allerdings auch Kanzleiarbeit, die im Stundenansatz eines Anwalts
inbegriffen und daher nicht separat zu entschädigen ist. Bei nicht eindeutig
bezeichneten Positionen (wie «Brief an Klient» etc.) geht das Gericht
praxisgemäss von Orientierungskopien oder sonstigem Kanzleiaufwand aus.
Vorliegend entfallen auf Positionen, die als Kanzleiaufwand zu qualifizieren
sind, insgesamt 1,36 Stunden. Somit
verbleiben 9,82 Stunden, die zum Ansatz von CHF 260.00 zu entschädigen sind. Die
geltend gemachten Auslagen von insgesamt CHF 118.20 sind in Beachtung von § 158
Abs. 5 GT – für Fotokopien werden lediglich 50 Rappen pro Stück vergütet – zu
kürzen bzw. auf CHF 92.20 festzusetzen. Die Parteientschädigung ist somit auf
CHF 2’853.00 (5,5 Stunden zu CHF 260.00, zzgl. Auslagen CHF 24.80 und
8 % MwSt sowie 4,32 Stunden zu CHF 260.00, zzgl. Auslagen CHF 67.40
und 7,7 % MwSt) festzusetzen und um 10 % zu kürzen. Folglich hat die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädigung von
CHF 2'568.00 (inkl. Auslagen und MwSt) zu bezahlen.

 

12.     Grundsätzlich ist das Verfahren
kostenlos. Von diesem Grundsatz abzuweichen, besteht im vorliegenden Fall kein
Anlass.

Demnach wird erkannt:

1.    Die Beschwerde wird teilweise
gutgeheissen. Der Einspracheentscheid vom 20. November 2017 wird
aufgehoben. Es wird festgestellt, dass dem Beschwerdeführer ab 1. September
2013 eine Invalidenrente von 30 % zusteht.

2.    Die Akten werden an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese noch das betragliche Ausmass der
neu festgelegten Rente festsetze.

3.    Die weitergehende Beschwerde wird
abgewiesen.

4.    Die Beschwerdegegnerin hat dem
Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von CHF 2'568.00 (inkl. Auslagen und
MwSt) zu bezahlen

5.    Es werden keine Verfahrenskosten
erhoben.

Rechtsmittel

Gegen diesen Entscheid kann innert 30
Tagen seit der Mitteilung beim Bundesgericht Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden (Adresse:
Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern). Die Frist beginnt am Tag nach
dem Empfang des Urteils zu laufen und wird durch rechtzeitige Aufgabe bei der
Post gewahrt. Die Frist ist nicht erstreckbar (vgl. Art. 39 ff., 82 ff. und 90
ff. des Bundesgerichtsgesetzes, BGG). Bei
Vor- und Zwischenentscheiden (dazu gehört auch die Rückweisung zu weiteren
Abklärungen) sind die zusätzlichen Voraussetzungen nach Art. 92 oder 93 BGG zu
beachten.

 

Versicherungsgericht des Kantons
Solothurn

Der Präsident                           Der
Gerichtsschreiber

Flückiger                                   Häfliger