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**Case Identifier:** 0d7eaf50-8982-5c14-85c0-8f4921555d0a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.11.2023 B-3097/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3097-2018_2023-11-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

Entscheid angefochten beim BGer 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-3097/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Keita Mutombo (Vorsitz), 

Richter Stephan Breitenmoser, Richter Daniel Willisegger,    

Gerichtsschreiber David Roth. 
 

 
 

Parteien 
 Resgia Koch SA,  

Gesamtrechtsnachfolgerin der Koch AG Ramosch  

(UID: CHE-106.070.287), Plan da Muglin, 7556 Ramosch,   

vertreten durch Rechtsanwalt Henri Zegg,  

Vincenz & Partner, Rechtsanwälte & Notare,  

Steinbruchstrasse 12, 7000 Chur,  

Beschwerdeführerin,   
 

 
gegen 

 
 

Wettbewerbskommission WEKO,  

Hallwylstrasse 4, 3003 Bern,    

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Untersuchung 22-0458 betreffend Hoch- und Tiefbau- 

leistungen «Engadin I» wegen unzulässiger  

Wettbewerbsabreden gemäss Art. 5 Abs. 3 KG  

(Sanktionsverfügung vom 26. März 2018). 

 

 

 

B-3097/2018 

Seite 2 

Inhaltsverzeichnis 

Sachverhalt 4 

Erwägungen 17 

I. Prozessvoraussetzungen und Verfahrensanträge ................................. 17 

II. Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs der Kollektivgesellschaft 

Gebr. Koch ............................................................................................. 22 

III. Geltung und Anwendbarkeit des Kartellgesetzes .................................. 27 

IV. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) ..................................... 28 

1) Vorliegen einer Gesamtabrede ........................................................ 28 

a) Festlegung des rechtserheblichen Sachverhalts: Bestimmung 

des Gesamtkonsenses ............................................................. 28 

i) Beweisergebnis der angefochtenen Verfügung .............. 28 

ii) Vorbringen der Beschwerdeführerin ................................ 31 

iii) Vorliegende Beweismittel ................................................ 31 

iv) Beweisthema, Zulässigkeit des Indizienbeweises und 

Beweismass..................................................................... 61 

v) Würdigung des Gerichts .................................................. 62 

b) Qualifikation als Wettbewerbsabrede ....................................... 76 

2) Unzulässigkeit der Gesamtabrede ................................................... 81 

a) Qualifikation als horizontale Preis- und 

Geschäftspartnerabreden (Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c KG) ....... 81 

b) Widerlegung der Vermutung der Beseitigung wirksamen Wett-

bewerbs und Erheblichkeit der Wettbewerbsbeeinträchtigung 86 

c) Unzulässigkeit mangels Rechtfertigung (Art. 5 Abs. 1 f. KG)... 87 

V. Unzulässigkeit der Einzelabreden  (Projekte «Waldweg Sampuoir», 

Tschlin [2011], und «Waldweg Kurhaus»», Val Sinestra [2011]) ........... 88 

1) Qualifikation als Wettbewerbsabreden (Art. 4 Abs. 1 KG) ............... 88 

2) Qualifikation als horizontale Preis- und Geschäftspartnerabreden 

(Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c KG) ......................................................... 89 

3) Widerlegung der Vermutung der Beseitigung wirksamen Wett-

bewerbs sowie Erheblichkeit der Wettbewerbsbeeinträchtigung..... 91 

4) Unzulässigkeit mangels Rechtfertigung (Art. 5 Abs. 1 f. KG) .......... 97 

B-3097/2018 

Seite 3 

VI. Sanktion .................................................................................................. 99 

1) Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) ............................... 99 

a) Ergebnis der angefochtenen Verfügung .................................. 99 

b) Vorbringen der Beschwerdeführerin......................................... 99 

c) Würdigung des Gerichts ......................................................... 100 

2) Zurechenbarkeit der Verstösse der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch

 ....................................................................................................... 107 

a) Ergebnis der angefochtenen Verfügung ................................ 107 

b) Vorbringen der Beschwerdeführerin....................................... 109 

c) Würdigung des Gerichts ......................................................... 112 

3) Einzelabreden (Projekte «Waldweg Sampuoir», Tschlin [2011], und 

«Waldweg Kurhaus», Val Sinestra [2011]) .................................... 119 

VII. Ergebnis ............................................................................................... 123 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen ...................................................... 124 

1) Ergebnis der angefochtenen Verfügung ........................................ 124 

2) Vorbringen der Beschwerdeführerin .............................................. 124 

3) Würdigung des Gerichts ................................................................. 124 

a) Vorinstanzliches Verfahren .................................................... 124 

b) Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht .............................. 125 

Dispositiv 128 

  

B-3097/2018 

Seite 4 

Sachverhalt: 

A. Vorinstanzliches Untersuchungsverfahren  

A.a Das Sekretariat der Wettbewerbskommission (nachfolgend: Sekreta-

riat) eröffnete am 30. Oktober 2012 im Einvernehmen mit einem Mitglied 

des Präsidiums der Wettbewerbskommission (nachfolgend: WEKO) gegen 

19 im Unterengadin tätige Unternehmen der Baubranche die Untersu-

chung 22-0433: Bau Unterengadin. Gegenstand der Untersuchung bildete 

die Frage, ob die besagten Bauunternehmen gegen das Kartellgesetz vom 

6. Oktober 1995 (KG, SR 251) verstossen haben, indem sie bei Ausschrei-

bungen von Hoch- und Tiefbauleistungen Vereinbarungen über die desig-

nierten Zuschlagsempfänger sowie die jeweiligen Angebotspreise trafen. 

Untersuchungsgegenstand war zudem, ob Kies- und Betonwerke solche 

Absprachen im Unterengadin begünstigt haben. Mit Schreiben vom 22. Ap-

ril 2013 und 23. November 2015 dehnte das Sekretariat die vorerwähnte 

Untersuchung in örtlicher Hinsicht auf den gesamten Kanton Graubünden 

und in persönlicher Hinsicht auf weitere Gesellschaften aus. Mit Zwischen-

verfügung ebenfalls vom 23. November 2015 wurde die gegenständliche 

Untersuchung 22-0458: Hoch- und Tiefbauleistungen Engadin I von der 

Untersuchung 22-0433: (nun) Bauleistungen Graubünden getrennt. 

A.b Untersuchungsadressatinnen der gegenständlichen Untersuchung  

22-0458: Hoch- und Tiefbauleistungen Engadin I war u.a. die Koch AG Ra-

mosch (UID: CHE 106.070.287). Die Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) bezweckte den Betrieb einer Bauunternehmung 

sowie einer Reparaturwerkstatt für Motorgeräte. Sie wurde – nach Ab-

schluss des erstinstanzlichen Verfahrens – per 5. Juli 2019 mit ihrer Mut-

tergesellschaft Resgia Koch SA fusioniert (Absorptionsfusion) und im Han-

delsregister gelöscht. Als ihre Rechtsnachfolgerin trat die Resgia Koch SA 

in die Stellung der Beschwerdeführerin ein (siehe E. 2 hiernach). Daneben 

waren u.a. die Foffa Conrad AG, Bezzola Denoth AG und Zeblas Bau AG 

Samnaun (zusammen Foffa Conrad-Gruppe), die Lazzarini AG sowie die 

Fabio Bau GmbH Untersuchungsadressatinnen. Die Foffa Conrad AG 

(Muttergesellschaft der Foffa Conrad-Gruppe) bezweckt die Übernahme 

und Ausführung von Hoch- und Tiefbauten aller Art sowie den Handel mit 

Baumaterialien. Auch deren erste Tochtergesellschaft Bezzola Denoth be-

zweckt, Hoch- und Tiefbauten aller Art auszuführen und den Handel mit 

Baumaterialien zu betreiben. Deren zweite Tochtergesellschaft Zeblas Bau 

AG Samnaun bezweckt den Betrieb einer Bauunternehmung, wobei sie 

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Seite 5 

sich auf die Ausführung von Hochbauprojekten im Raum Samnaun be-

schränkt (act. VII.B.8, Rz. 586 f.). Die Lazzarini AG bezweckt den Betrieb 

einer Bauunternehmung sowie die Entwicklung, Realisierung, Bewirtschaf-

tung und Veräusserung von Bauten. Die Fabio Bau GmbH bezweckt die 

Übernahme und Ausführung von Hoch- und Tiefbauten aller Art. Sie wurde 

per 1. Januar 2013 in die Lazzarini AG integriert und übt seither keine Ge-

schäftstätigkeit mehr aus (act. II.2, Rz. 72 f.).  

A.c Vom 30. Oktober bis 1. November 2012 führte das Sekretariat insge-

samt dreizehn Hausdurchsuchungen durch, darunter namentlich bei der 

Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287; siehe act. II.019). Dabei nahm 

das Sekretariat zugleich erste Partei- und Zeugeneinvernahmen vor. Mit 

Fax-Bonusmeldung vom 1. November 2012 reichten die Lazzarini AG und 

mit Fax-Bonusmeldung vom 9. November 2012 die Foffa Conrad-Gruppe 

je eine Selbstanzeige ein (act. IX.B.1 und act. IX.C.3). Die Koch AG Ra-

mosch (UID: CHE 106.070.287) reichte keine Selbstanzeige ein. Das Sek-

retariat führte in der Folge weitere 23 Partei- und Zeugeneinvernahmen 

durch, erhielt im Rahmen der Amtshilfe Informationen zu Ausschreibungen 

in der Baubranche vom Kanton Graubünden sowie diversen Unterengadi-

ner Gemeinden und richtete rund 40 Auskunftsbegehren an Parteien und 

Dritte (u.a. Bauherren, Architekten und Ingenieure). Die Verfahrensparteien 

konnten die Verfahrensakten im Juni 2016 sowie die Beilagen zu den 

Selbstanzeigen bzw. die eigentlichen Selbstanzeigen Ende März 2017 und 

ab Mai 2017 einsehen.  

A.d Der Antrag des Sekretariats an die WEKO wurde den Parteien am 

16. November 2017 zur Stellungnahme zugestellt. Die Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) begehrte in ihrer Stellungnahme vom 7. Februar 

2018 unter Kosten- und Entschädigungsfolge, der Antrag des Sekretariats 

auf Erlass des Dispositivs gemäss Bst. f des Antrages sei in Bezug auf sie 

zurückzuweisen und das Verfahren gegen sie sei einzustellen, eventualiter 

sei die für sie gemäss Ziff. 2.3 des Dispositivs beantragte Belastung mit 

einem Betrag von Fr. 250'668.– auf einen tieferen Betrag von höchstens 

Fr. 76'000.– herabzusetzen sowie es sei die für sie beantragte Belastung 

mit anteiligen Verfahrenskosten von Fr. 30'000.– auf einen Betrag von 

höchstens Fr. 11'666.– herabzusetzen. 

  

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B. Angefochtene Verfügung 

B.a Die WEKO erliess mit Verfügung vom 26. März 2018 betreffend die 

Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) das folgende (gekürzte) Dis-

positiv:  

«1. Der [...] Koch AG Ramosch [...] wird untersagt: 

1.1. Konkurrenten und Konkurrentinnen im Zusammenhang mit der Erbringung von 

Hoch- und Tiefbauleistungen um Schutz, Stützofferten oder den Verzicht einer 

Offerteingabe anzufragen oder derartiges anzubieten; 

1.2. sich im Zusammenhang mit der Erbringung von Hoch- und Tiefbauleistungen 

mit Konkurrenten und Konkurrentinnen vor Ablauf der Offerteingabefrist – oder, 

sofern nicht vorhanden, vor rechtskräftiger Auftragserteilung – über Offert-

preise, Preiselemente sowie die Zu- und Aufteilung von Kunden und Kundin-

nen und Gebieten auszutauschen. Davon ausgenommen ist der Austausch un-

abdingbarer Informationen im Zusammenhang mit: 

a) der Bildung und Durchführung von Arbeitsgemeinschaften (ARGE); sowie 

b) der Mitwirkung an der Auftragserfüllung als Subunternehmer. 

2. Wegen Beteiligung an gemäss Art. 5 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 KG unzulässigen Wettbe-

werbsabreden (vgl. die Übersicht in Abschnitt C.3.6 [recte: C.4.6]) mit folgenden Beträ-

gen nach Art. 49a Abs. 1 KG belastet werden: 

[...] 

2.3. die Koch AG Ramosch mit einem Betrag von CHF 250’668. 

[...] 

3. [...] 

4. Die Verfahrenskosten betragen CHF 730'000 und werden folgendermassen auferlegt: 

[...] 

4.6  Die Koch AG Ramosch trägt CHF 35’000. 

[...] 

[...]» 

B.b Dabei setzt sich die der Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) 

auferlegte Sanktion von Fr. 250'668.– aus den folgenden Beträgen zusam-

men (siehe Rz. 1081 der Verfügung vom 26. März 2018): 

 

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Seite 7 

Vorversammlungen (1997 – 2008) Fr. 184'618.– 

«Waldweg Sampuoir», Tschlin (2011) Fr. 51'050.– 

«Waldweg Kurhaus», Val Sinestra (2011) Fr. 15'000.– 

B.c Mit Bezug auf den Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) 

führte die WEKO zusammenfassend aus, dass zwischen im Unterengadin 

tätigen Bauunternehmen seit spätestens dem Jahr 1997 tatsächlich über-

einstimmende Willenserklärungen über die Zusammenarbeit im Rahmen 

von Vorversammlungen betreffend Hoch- und Tiefbauleistungen vorgele-

gen hätten. Dieser Konsens habe beinhaltet, im Rahmen von Vorversamm-

lungen für Hoch- und Tiefbauleistungen im Unterengadin die designierten 

Zuschlagsempfänger sowie die jeweiligen Angebotspreise festzulegen. An 

der Zusammenarbeit im Rahmen von Vorversammlungen seien unter an-

deren die Koch AG Ramosch, ebenso die frühere Kollektivgesellschaft 

Gebr. Koch beteiligt gewesen. Die beteiligten Unternehmen hätten mit der 

Zusammenarbeit im Rahmen von Vorversammlungen unter anderem be-

zweckt, sich betreffend den Zuschlag für Hoch- und Tiefbauleistungen im 

Unterengadin nicht zu konkurrenzieren. Sie hätten zudem bezweckt, sich 

bei diesen Bauleistungen nicht betreffend den Preis zu konkurrenzieren. 

Der Konsens habe bis Mai 2008 bestanden, und unter anderem die Koch 

AG Ramosch sei bis zum Ende beteiligt gewesen (siehe Rz. 96 ff. der Ver-

fügung vom 26. März 2018).  

B.d Nach vorinstanzlicher Auffassung ist der besagte Konsens als Verein-

barung im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG zu qualifizieren. Der Gegenstand 

dieser Abrede sei in objektiver Hinsicht geeignet, eine Wettbewerbsbe-

schränkung zu bewirken. Damit liege eine Wettbewerbsabrede nach Art. 4 

Abs. 1 KG vor. Zudem hätten die Abredeteilnehmer vorliegend tatsächlich 

bezweckt, untereinander den Wettbewerb über den Zuschlag und den 

Preis von Hoch- und Tiefbauleistungen auszuschliessen. Abredeteilneh-

mer sei bis Mai 2008 unter anderen die Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) gewesen, wobei das entsprechende Bauunter-

nehmen bis 2006 von der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch getragen wor-

den sei (siehe Rz. 78, Fn. 129 und Rz. 758 der Verfügung vom 26. März 

2018). Die vorliegende Wettbewerbsabrede sei weiter als horizontale Ge-

schäftspartner- und Preisabrede zu werten, welche die Tatbestandsmerk-

male von Art. 5 Abs. 3 Bst. a und Bst. c KG erfülle. Sie weise die Merkmale 

eines Dauerverstosses auf, indem sie zeitlich spätestens seit 1997 bis Mai 

2008 bestanden habe. Weiter habe es dem Willen der Abredeteilnehmer 

entsprochen, generell die im Unterengadin zu realisierenden Hoch- und 

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Seite 8 

Tiefbauprojekte aufzuteilen und die entsprechenden Angebotspreise zu ko-

ordinieren. Die Vereinbarung sei daher als Gesamtabrede zu qualifizieren. 

Diese Vermutung der Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs gemäss 

Art. 5 Abs. 3 KG lasse sich zwar vorliegend widerlegen. Allerdings liege 

kein Bagatellfall vor. Die Gesamtabrede sei daher als erhebliche Wettbe-

werbsbeeinträchtigung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 KG zu werten. Gründe 

der wirtschaftlichen Effizienz gemäss Art. 5 Abs. 2 KG seien nicht ersicht-

lich und auch nicht vorgebracht worden (siehe Rz. 580 ff. der Verfügung 

vom 26. März 2018). 

Dabei führte die Vorinstanz betreffend Wettbewerbsverstösse, welche von 

der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch vor 2007 begangen worden seien, zu-

sammenfassend aus, dass jene der Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) zuzurechnen seien, zumal unter dem Gesichts-

punkt der Unternehmenskontinuität eine Verlagerung der operativen Ge-

schäftstätigkeit auf die Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) statt-

gefunden habe (siehe Rz. 746 ff. der Verfügung vom 26. März 2018). 

Hinsichtlich der Sanktionierung der Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) führte die WEKO zusammenfassend aus, dass 

für das Jahr 2006 der Umsatz der früheren Kollektivgesellschaft Gebr. 

Koch massgebend gewesen wäre. Da diese Zahlen nicht hätten ermittelt 

werden können, sei zugunsten der Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) auf ihren tiefsten bekannten Umsatz abzustellen, 

nämlich denjenigen im Jahr 2007. Dieser liege deutlich unter den Umsät-

zen, den die Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) in den darauffol-

genden Jahren erzielt habe. Es sei grundsätzlich ein schwerer Kartell-

rechtsverstoss aufgrund der Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs bis 

2006 anzunehmen. Zugunsten der Parteien sei zu berücksichtigen, dass 

der Umsetzungsgrad der Gesamtabrede in den Jahren 2007 und 2008 

stark zurückging. Zugunsten der Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) sei weiter zu berücksichtigen, dass sie an der Ge-

samtabrede nur teilweise beteiligt gewesen sei. Bei einem angemessenen 

Satz von 5 % resultiere gestützt auf Art. 3 KG ein Basisbetrag für die Koch 

AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) von Fr. 131’670.–. Aufgrund der 

Dauer des Verstosses sei eine Erhöhung des Basisbetrags um 40 % an-

gemessen. Es lägen keine erschwerenden oder mildernden Umstände vor, 

und die Maximalsanktion gemäss Art. 49a Abs. 1 KG und Art. 7 der KG-

Sanktionsverordnung (SVKG, SR 251.5) werde offensichtlich nicht über-

schritten (siehe Rz. 762 ff. der Verfügung vom 26. März 2018). Weiter wa-

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ren nach vorinstanzlicher Auffassung die Voraussetzungen für einen voll-

ständigen oder teilweisen Sanktionserlass nach Art. 8 ff. bzw. Art. 12 ff. 

SVKG mit Blick auf die Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) nicht 

gegeben (vgl. Rz. 793 der Verfügung vom 26. März 2018). 

B.e Mit Bezug auf das Projekt «Waldweg Sampuoir», Tschlin (2011) führte 

die WEKO zusammenfassend aus, es sei erwiesen, dass zwischen der 

Bezzola Denoth AG und der Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) 

ein Konsens vorgelegen habe, ihre Angebote zu koordinieren. Konkret 

habe die Bezzola Denoth AG ein höheres Angebot einreichen sollen als die 

Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287). Damit hätten sie bezweckt, 

sich bei dieser Ausschreibung nicht zu konkurrieren. Ebenso sei erstellt, 

dass sie sich in der Folge – entsprechend diesen übereinstimmenden Wil-

lenserklärungen – verhalten hätten und die Bezzola Denoth AG der Verga-

bestelle tatsächlich ein höheres Angebot eingereicht habe als die Koch AG 

Ramosch (UID: CHE 106.070.287). Wie von den beteiligten Unternehmen 

beabsichtigt, habe schliesslich die Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) den Zuschlag erhalten (siehe Rz. 412 ff. der Ver-

fügung vom 26. März 2018).  

Nach vorinstanzlicher Auffassung erfüllt der besagte natürliche Konsens 

zwischen der Bezzola Denoth AG und der Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) das Tatbestandsmerkmal der Vereinbarung im 

Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG. Zudem sei der Abredeinhalt in objektiver Weise 

geeignet gewesen, eine Wettbewerbsbeschränkung zu bewirken. Darüber 

hinaus sei erwiesen, dass die Abredeteilnehmer auch in subjektiver Hin-

sicht bezweckt hätten, sich nicht zu konkurrieren. Damit liege eine Wettbe-

werbsabrede nach Art. 4 Abs. 1 KG vor. Die Wettbewerbsabrede sei weiter 

als horizontale Geschäftspartner- und Preisabrede zu werten. Als solche 

erfülle sie den Tatbestand von Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c KG. Damit greife 

gemäss Art. 5 Abs. 3 KG die Vermutung, dass der wirksame Wettbewerb 

beseitigt sei. Auf dem relevanten Markt habe vorliegend kein hinreichender 

Aussen- oder Innenwettbewerb bestanden, welcher wirksamen Wettbe-

werb hätte gewährleisten können. Die Wettbewerbsabrede stelle demzu-

folge eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung nach Art. 5 Abs. 3 i.V.m. 

Abs. 1 KG dar (siehe Rz. 669 ff. der Verfügung vom 26. März 2018). 

Hinsichtlich der Sanktionierung der Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) führte die WEKO zusammenfassend aus, für die 

Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) erscheine unter Berücksichti-

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Seite 10 

gung der Art und Schwere des kartellrechtlichen Verstosses ein Basisbe-

trag von 10 % des erzielten Umsatzes (Zuschlagsumme der Koch AG Ra-

mosch [UID: CHE 106.070.287] exklusive Mehrwertsteuer) als angemes-

sen, d.h. Fr. 51'050.–. Der Basisbetrag sei wegen der projektbezogenen 

(kurzen) Dauer des Wettbewerbsverstosses nicht zu erhöhen, und es wür-

den keine erschwerenden oder mildernden Umstände vorliegen. Die Maxi-

malsanktion gemäss Art. 49a Abs. 1 KG und Art. 7 SVKG werde offensicht-

lich nicht überschritten. Die Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) 

habe keine Selbstanzeige eingereicht und der resultierende Sanktionsbe-

trag von Fr. 51'050.– stehe mit dem Verhältnismässigkeitsprinzip im Ein-

klang (siehe Rz. 984 ff. der Verfügung vom 26. März 2018). 

B.f Mit Bezug auf das Projekt «Waldweg Kurhaus», Val Sinestra (2011), 

führte die WEKO zusammenfassend aus, es sei erwiesen, dass zwischen 

der Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) und der Fabio Bau GmbH 

ein Konsens vorgelegen habe, ihre Angebote zu koordinieren. Konkret 

hätte die Fabio Bau GmbH ein höheres Angebot einreichen sollen als die 

Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287). Damit hätten sie bezweckt, 

sich bei dieser Ausschreibung nicht zu konkurrieren. Ebenso sei erstellt, 

dass sie sich in der Folge entsprechend diesen übereinstimmenden Wil-

lensäusserungen verhielten und sich nicht konkurrierten. Weitere Mitbe-

werber habe es nicht gegeben. Hingegen sei nicht erstellt, dass das fragli-

che Projekt in der Folge tatsächlich ausgeführt worden sei (siehe 

Rz. 447 ff. der Verfügung vom 26. März 2018). 

Nach vorinstanzlicher Auffassung erfüllt der besagte natürliche Konsens 

zwischen der Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) und der Fabio 

Bau GmbH das Tatbestandsmerkmal der Vereinbarung im Sinne von Art. 4 

Abs. 1 KG. Zudem sei der Abredeinhalt in objektiver Weise geeignet gewe-

sen, eine Wettbewerbsbeschränkung zu bewirken. Darüber hinaus sei er-

wiesen, dass die Abredeteilnehmer auch in subjektiver Hinsicht bezweckt 

hätten, sich nicht zu konkurrieren. Damit liege eine Wettbewerbsabrede 

nach Art. 4 Abs. 1 KG vor. Die Wettbewerbsabrede sei weiter als horizon-

tale Geschäftspartner- und Preisabrede zu werten. Als solche erfülle sie 

den Tatbestand von Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c KG. Damit greife gemäss 

Art. 5 Abs. 3 KG die Vermutung, dass der wirksame Wettbewerb beseitigt 

sei. Auf dem relevanten Markt habe vorliegend kein hinreichender Aussen-  

oder Innenwettbewerb bestanden, welcher wirksamen Wettbewerb hätte 

gewährleisten können. Die Wettbewerbsabrede stelle demzufolge eine un-

zulässige Wettbewerbsbeschränkung nach Art. 5 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 KG 

dar (siehe Rz. 669 ff. der Verfügung vom 26. März 2018). 

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Seite 11 

Hinsichtlich der Sanktionierung der Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) führte die WEKO zusammenfassend aus, der 

sachlich relevante Markt umfasse die Bauleistungen im Zusammenhang 

mit dem Bauprojekt. Vorliegend sei nicht erwiesen, dass das Bauprojekt 

tatsächlich ausgeführt worden sei. Daher sei anzunehmen, dass die am 

Wettbewerbsverstoss beteiligten Unternehmen auf dem relevanten Markt 

keinen Umsatz erzielt hätten. Ersatzweise werde für die Bestimmung des 

Basisbetrags auf denjenigen Umsatz abgestellt, welchen das geschützte 

Unternehmen abredegemäss hätte erzielen sollen (Offertsumme der Koch 

AG Ramosch [UID: CHE 106.070.287] von Fr. 302'078.–). Für den Basis-

betrag ergebe sich demnach eine Obergrenze von Fr. 30'208.–. Der Kar-

tellrechtsverstoss sei als mittelschwer zu werten. Für die Koch AG Ra-

mosch (UID: CHE 106.070.287) als designierte «Schutznehmerin» er-

scheine ein Basisbetrag von Fr. 15'000.– (pauschal) als angemessen. Der 

Basisbetrag sei wegen der projektbezogenen (kurzen) Dauer des Wettbe-

werbsverstosses nicht zu erhöhen, und es würden keine erschwerenden 

oder mildernden Umstände vorliegen. Die Maximalsanktion gemäss 

Art. 49a Abs. 1 KG und Art. 7 SVKG werde offensichtlich nicht überschrit-

ten. Die Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) habe keine Selbstan-

zeige eingereicht und der resultierende Sanktionsbetrag von Fr. 15'000.– 

stehe mit dem Verhältnismässigkeitsprinzip im Einklang (siehe Rz. 1019 ff. 

der Verfügung vom 26. März 2018). 

  

B-3097/2018 

Seite 12 

C. Beschwerdeverfahren 

C.a Gegen die Verfügung vom 26. März 2018 (nachfolgend: angefochtene 

Verfügung) erhob die Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287; nachfol-

gend: Beschwerdeführerin; vgl. auch E. 2 f. hiernach) am 28. Mai 2018 Be-

schwerde an das Bundesverwaltungsgericht mit folgenden Sach- und Ver-

fahrensanträgen: 

«Anträge 

1. Es seien Ziff. 2.3 und Ziff. 4.6 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung aufzu-

heben und es sei das Verfahren gegen die Koch AG Ramosch einzustellen. 

2. Es sei der Koch AG Ramosch für das Beschwerdeverfahren wie auch für das vor-

instanzliche Verfahren je eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. 

3. Es sei davon abzusehen, der Koch AG Ramosch für das Beschwerdeverfahren wie 

auch für das vorinstanzliche Verfahren Kosten aufzuerlegen und es seien sämtliche 

Kosten für beide Verfahren der Vorinstanz zu überbinden. 

4. Eventualiter sei/seien: 

4.1 die für die Koch AG Ramosch gemäss Ziff. 2.3 des Dispositivs ausgesprochene 

Belastung nach freiem Ermessen des Gerichtes auf ein angemessenes Mass zu 

reduzieren. 

4.2 die der Koch AG Ramosch auferlegten anteiligen Verfahrenskosten gemäss 

Ziff. 4.6 des Dispositivs nach freiem Ermessen des Gerichtes auf ein angemesse-

nes Mass zu reduzieren. 

4.3 der Koch AG Ramosch für das Beschwerdeverfahren wie auch für das vor-

instanzliche Verfahren nach freiem Ermessen des Gerichtes eine angemessene 

Parteientschädigung zuzusprechen. 

4.4 [die] der Koch AG Ramosch für das Beschwerdeverfahren wie auch für das 

vorinstanzliche Verfahren auferlegten Kosten nach freiem Ermessen des Gerichtes 

auf einen angemessenen Betrag zu reduzieren. 

 Verfahrensanträge 

1. Es seien die Akten der Vorinstanz für das Beschwerdeverfahren beizuziehen. 

B-3097/2018 

Seite 13 

2. Das Geschäftsgeheimnis der Beschwerdeführerin sei zu wahren und es seien In-

formationen und Beilagen, welche als Geschäftsgeheimnis bezeichnet werden, als 

solches zu behandeln und Dritten weder während des Verfahrens noch im Falle 

einer Entscheidpublikation offen zu legen. 

3. Der Publikationstext sei im Falle einer Entscheidpublikation vorgängig der Be-

schwerdeführerin vorzulegen und dieser Gelegenheit zu geben, den Publikations-

text auf Geschäftsgeheimnisse zu prüfen. 

4. Die Beschwerdeführerin sei zu einer öffentlichen Parteiverhandlung vorzuladen.» 

C.b Mit Bezug auf den Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) 

macht die Beschwerdeführerin zusammenfassend geltend, die Vorinstanz 

werfe ihr zu Unrecht vor, dass sie sich an einer Gesamtabrede im Rahmen 

von Vorversammlungen betreffend Hoch- und Tiefbauarbeiten beteiligt 

habe. Die Vorinstanz müsse sich hierbei sowohl eine fehlerhafte Sachver-

haltserstellung als auch eine Verletzung von Bundesrecht gemäss Art. 49 

Bst. a f. des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 

(VwVG, SR. 172.021) vorwerfen lassen. Die Beschwerdeführerin rügt zu-

dem mitunter diverse Verletzungen des Anspruchs auf rechtliches Gehör. 

Eine Gesamtabrede sei für die Jahre 2007 und 2008 nicht hinreichend aus-

gewiesen; vielmehr würden daran bei einer korrekten Beweiswürdigung 

mehr als nur ernsthafte Zweifel bestehen. Das Weiterbestehen der Ge-

samtabrede nach 2006 sei eine vorinstanzliche Konstruktion, um die Sank-

tionsverjährung gemäss Art. 49a Abs. 3 Bst. b KG umgehen zu können. 

Weiter bestreitet die Beschwerdeführerin, dass ihr ein allfällig der Kollek-

tivgesellschaft Gebr. Koch bis im Jahr 2006 vorgeworfenes Verhalten zu-

gerechnet werden könne. Auch sei sie mit den tatsächlichen Gegebenhei-

ten, welche sich bis Ende 2006 zugetragen hätten, nicht vertraut, zumal die 

Koch AG Ramosch (UID: CHE 106.070.287) ihre Geschäftstätigkeit im Be-

reich Tiefbau erst im Jahr 2007 aufgenommen habe. Jedenfalls sei die Kol-

lektivgesellschaft Gebr. Koch aber keine Verfahrenspartei, und es seien die 

Personen, welche für die Kollektivgesellschaft verantwortlich gewesen 

seien, nie angehört worden. Zudem macht die Beschwerdeführerin gel-

tend, dass das fragliche Verhalten der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch im 

Zeitpunkt der Untersuchungseinleitung im Oktober 2012 ohnehin bereits 

verjährt gewesen sei. Eine Sanktionierung der Kollektivgesellschaft 

komme infolgedessen ebenso wenig in Frage. Im Sinne eines Eventual-

standpunktes führt die Beschwerdeführerin weiter aus, dass ein allenfalls 

B-3097/2018 

Seite 14 

der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch vorwerfbares Verhalten ihr nicht zure-

chenbar sei, falls in unzutreffender Weise auf eine Teilnahme der Koch AG 

Ramosch (UID: CHE 106.070.287) an einer Gesamtabrede in den Jahren 

2007 und 2008 geschlossen würde.  

C.c Die Beschwerdeführerin rügt weiter mit Bezug auf das Projekt «Wald-

weg Sampuoir», Tschlin (2011), es sei stets ein Konkurrenzdruck aus dem 

Tirol und dem Südtirol vorhanden gewesen. Das Val Sampuoir liege in 

Sichtweite des Tirols bzw. unmittelbar an der Grenze zum Tirol. Wegen des 

relativ grossen Vergabevolumens von über Fr. 500’000.– sei das Interesse 

der Unternehmungen aus dem Tirol, namentlich in Zusammenarbeit mit der 

zwischenzeitlich konkursiten Linard Quadroni AG, jederzeit gegeben ge-

wesen. Die Vermutung der Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs sei 

deshalb – entgegen der vorinstanzlichen Auffassung – unter dem Gesichts-

punkt des Aussenwettbewerbs als widerlegt zu erachten. Durch die bilate-

rale Abrede sei auch keine erhebliche Beeinträchtigung des (Innen-)Wett-

bewerbs erfolgt. Es habe für das Projekt schlicht zu viele potenzielle Wett-

bewerber gegeben. 

C.d Die Beschwerdeführerin stellt mit Bezug auf das Projekt «Waldweg 

Kurhaus», Val Sinestra (2011), ebenfalls in Abrede, dass durch die ge-

troffene Abrede mit der Fabio Bau GmbH der Wettbewerb beseitigt worden 

sei. Bei einer Ausschreibung – wie vorliegend – im offenen Verfahren sei 

es (auch im Unterengadin) praxisfremd anzunehmen, dass kein hinrei-

chender potenzieller Aussenwettbewerb bestehe. Die Vermutung der Be-

seitigung des wirksamen Wettbewerbs sei deshalb als widerlegt anzuse-

hen. Eine erhebliche Wettbewerbsbeschränkung stünde unter diesen Um-

ständen ebenso wenig zur Diskussion. 

C.e Sodann rügt die Beschwerdeführerin die Sanktionierung mit Bezug auf 

den Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) sowie die beiden Pro-

jekte «Waldweg Sampuoir», Tschlin (2011), und «Waldweg Kurhaus», Val 

Sinestra (2011): Die Sanktionsbemessung sei in mehrfacher Hinsicht 

rechtswidrig sowie insgesamt unverhältnismässig. Überdies dürften ihr all-

fällige Kartellrechtsverstösse der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch wie ge-

sehen keinesfalls zugerechnet werden. 

C.f Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin mit Bezug auf die Verlegung 

der Verfahrenskosten, es mangle in Bezug auf den Kostenverteilungs-

schlüssel einer nachvollziehbaren Begründung, und sowieso verstosse die 

Kostenauferlegung gegen Art 2 Abs.  der Verordnung über die Gebühren 

B-3097/2018 

Seite 15 

zum Kartellgesetz vom 25. Februar 1998 (Gebührenverordnung KG, 

GebV-KG, SR 251.2).  

C.g Mit Vernehmlassung vom 4. September 2018 beantragte die Vor-

instanz, die Beschwerde vom 28. Mai 2018 sei unter Kostenfolge zu Lasten 

der Beschwerdeführerin vollumfänglich abzuweisen. Mit Replik vom 

12. November 2018, Duplik vom 5. Februar 2019 und Triplik vom 1. März 

2019 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 

C.h Mit Zwischenverfügung vom 19. Mai 2020 stellte der Instruktionsrichter 

fest, dass die Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) gemäss Veröf-

fentlichung vom 5. Juli 2019 im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) 

mit der Resgia Koch SA fusioniert hatte und die Koch AG Ramosch 

(UID: CHE-106.070.287) gelöscht worden war, während die Resgia Koch 

SA daraufhin gemäss SHAB-Veröffentlichung vom 5. August 2019 einen 

Teil ihrer Aktiven abgespalten hatte, welche auf eine neu gegründete Koch 

AG Ramosch (UID: CHE-354.840.511) übertragen worden waren. Der In-

struktionsrichter forderte die Beschwerdeführerin bzw. deren Rechtsvertre-

ter (zugleich jeweils Präsident der Beschwerdeführerin und der neu ge-

gründeten Koch AG Ramosch [UID: CHE-354.840.511]) auf, im Namen der 

beteiligten Gesellschaften zu erklären, ob und in welchem Namen das Ver-

fahren fortzusetzen sei sowie sämtliche sachdienlichen Beweismittel und 

allfällige weitere Unterlagen einzureichen, insbesondere den Fusionsver-

trag vom 24. Juni 2019 zwischen der Koch AG Ramosch (UID: CHE-

106.070.287) und der Resgia Koch SA sowie den Spaltungsplan vom 

26. Juli 2019 betreffend die Resgia Koch SA und die neu gegründete Koch 

AG Ramosch (UID: CHE-354.840.511). Mit Eingabe vom 12. Juni 2020 be-

antragte die Beschwerdeführerin, es sei das Beschwerdeverfahren im Na-

men der (neuen) Koch AG Ramosch (UID: CHE-354.840.511) weiterzufüh-

ren. 

Nach wiederholter Aufforderung reichte die Beschwerdeführerin mit Ein-

gabe vom 30. September 2020 die vorgenannten Unterlagen sowie eine 

Erklärung vom 29. September 2020 hinsichtlich der Substanz und Liquidi-

tät der Koch AG Ramosch (UID: CHE-354.840.511) per 31. Dezember 

2019 von deren Revisionsstelle ein. Mit Zwischenverfügung vom 29. Okto-

ber 2020 wies der vorsitzende Richter als Einzelrichter den von der Be-

schwerdeführerin gleichzeitig erhobenen Verfahrensantrag ab, wonach die 

besagten Beweismittel als Geschäftsgeheimnis zu qualifizieren seien, der 

Vorinstanz die Einsichtnahme zu verweigern und ihr durch das Bundesver-

waltungsgericht über den für die vorliegende Sache wesentlichen Inhalt 

B-3097/2018 

Seite 16 

mündlich oder schriftlich Kenntnis zu geben sei. Der Einzelrichter stellte in 

Aussicht, dass der Vorinstanz die besagten Beweismittel nach Eintritt der 

Rechtskraft der Zwischenverfügung vom 29. Oktober 2020 zugestellt wür-

den, was nach erfolgtem Fristablauf geschah. Der Vorinstanz wurde an-

kündigungsgemäss erneut Gelegenheit zur Stellungnahme zum Antrag der 

Beschwerdeführerin auf Weiterführung des Beschwerdeverfahrens unter 

der Parteibezeichnung Koch AG Ramosch (UID: CHE-354.840.511) einge-

räumt. Davon hat die Vorinstanz mit Stellungnahme vom 20. Januar 2021 

Gebrauch gemacht. 

C.i Auf die weiteren urteilserheblichen Vorbringen der Parteien sowie ein-

gereichten Akten wird im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen. 

  

B-3097/2018 

Seite 17 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

I. PROZESSVORAUSSETZUNGEN UND VERFAHRENSANTRÄGE 

1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier 

Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und inwieweit auf 

eine Beschwerde einzutreten ist (vgl. BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). 

2. Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die zwischenzeitlich von der 

Resgia Koch SA absorbierte, aufgelöste sowie gemäss Handelsregis-

tereintrag vom 5. Juli 2019 gelöschte Koch AG Ramosch (UID: CHE-

106.070.287). Das Bundesverwaltungsgericht wurde über diesen Vorgang 

nicht informiert und passte die Parteibezeichnung der Beschwerdeführerin 

nach der Entdeckung mit Verfügung vom 5. August 2020 von Amtes wegen 

auf die Resgia Koch SA als Gesamtrechtsnachfolgerin an. Dementgegen 

beantragt die Beschwerdeführerin, es sei das Beschwerdeverfahren im 

Namen der neu gegründeten, abgespaltenen Koch AG Ramosch 

(UID: CHE-354.840.511) weiterzuführen, zumal die im Zusammenhang mit 

dem vorliegenden Beschwerdeverfahren vorsorglich gebildete Passivposi-

tion auf Letztere übertragen worden sei. Die Beschwerdeführerin reicht 

hierzu namentlich den Spaltungsplan vom 26. Juli 2019 sowie eine Erklä-

rung ihrer Revisionsstelle vom 29. September 2020 hinsichtlich der Sub-

stanz und Liquidität der Koch AG Ramosch (UID: CHE-354.840.511) per 

31. Dezember 2019 ein (siehe Sachverhaltsbst. C.h hiervor). Die Vor-

instanz beantragt demgegenüber, es sei das Beschwerdeverfahren im Na-

men der Resgia Koch SA fortzusetzen. Sie führt zur Begründung aus, dass 

die mit der angefochtenen Verfügung entstandene Verpflichtung im Rah-

men der Abspaltung nicht auf die Koch AG Ramosch (UID: CHE-

354.840.511) übergegangen sei sowie dass sich ganz grundsätzlich die 

Frage stelle, ob eine kartellrechtliche Sanktionsschuld ohne explizite Zu-

stimmung der sanktionierenden Behörde im Rahmen einer nachträglichen 

Abspaltung auf ein anderes Rechtssubjekt übertragen werden könne. 

Will eine Gesellschaft durch Spaltung Vermögensteile auf neu zu grün-

dende Gesellschaften übertragen, so erstellt ihr oberstes Leitungs- oder 

Verwaltungsorgan einen Spaltungsplan (Art. 36 Abs. 2 des Fusionsgeset-

zes vom 3. Oktober 2003 [FusG, SR 221.301]). Der Spaltungsplan enthält 

mitunter ein Inventar mit der eindeutigen Bezeichnung, der Aufteilung und 

der Zuordnung der Gegenstände des Aktiv- und des Passivvermögens 

(Art. 37 Bst. b FusG). Die Spaltung wird mit der Eintragung ins Handelsre-

B-3097/2018 

Seite 18 

gister rechtswirksam. In diesem Zeitpunkt gehen alle im Inventar aufge-

führten Aktiven und Passiven von Gesetzes wegen auf die übernehmen-

den Gesellschaften über (Art. 52 Satz 1 und 2 FusG; vgl. Urteil des BGer 

4C.385/2005 vom 31. Januar 2006 E. 1.2.2: «[qualitativ vollwertige] parti-

elle Universalsukzession»).  

Ziff. 2 «Inventar des abzuspaltenden Vermögens» des oben erwähnten 

Spaltungsplans lautet: «Das abzuspaltende Vermögen des Teilbereichs 

Bauunternehmung und Reparaturwerkstatt sowie die Aktien der Uina SA 

erfasst aufgrund Spaltungsbilanz per 03.07.2019 Aktiven von CHF [...] und 

«Passiven (Fremdkapital)» von CHF [...]. Der Aktivenüberschuss beträgt 

somit CHF [...]. [...] Im Einzelnen präsentiert sich die Abspaltungsbilanz wie 

folgt:». Die Abspaltungsbilanz enthält unter «Passiven» eine Position 

«Rückstellung WEKO» mit einem Buchwert von CHF [...]. Ziff. 3 des be-

sagten Spaltungsplans lautet «Details zu den Aktiven»; unter Ziff. 3.1 

«Liste Inventar» steht: «Das abgespaltene Inventar inkl. Fahrzeuge ist aus 

beiliegendem Anhang I ersichtlich». Der besagte Anhang I enthält die «In-

ventarliste für Abspaltung», welche lediglich Aktivpositionen aufführt. 

Der Globalverweis in Ziff. 2 des Spaltungsplans auf die «Passiven (Fremd-

kapital)» in der Spaltungsbilanz stellt mit Blick auf die strittige Sanktion 

keine hinreichende Inventarisierung im Sinne von Art. 37 Bst. b FusG dar 

bzw. er vermag vorliegend das fehlende Inventar des Passivvermögens 

nicht zu ersetzen. Wohl hat das Bundesgericht in E. 1.3 des vorerwähnten 

Entscheids 4C.385/2005 vom 31. Januar 2006 festgehalten, dass bei ei-

nem «negativen» Inventar, d.h. der Aufführung sämtlicher nicht übergehen-

der Vermögenswerte, die ebendort nicht aufgeführte Forderung auch nicht 

übergeht. Sodann können Praktikabilitätsgründe dafürsprechen, dass im 

Rahmen des Inventars bestimmte Vermögenswerte durch Verweis (mitun-

ter auf die Spaltungsbilanz) näher bezeichnet werden. Hingegen ist die In-

ventarisierung von Aktiv- und Passivvermögen in Art. 37 Bst. b FusG aus-

drücklich vorgesehen; die Spaltungsbilanz bzw. die Übertragung einer 

buchhalterischen Rückstellung genügt den gesetzlichen Anforderungen 

nicht (vgl. VOGEL/HEIZ/BEHNISCH/SIEBER/OPEL [Hrsg.], FusG Kommentar, 

3. Aufl. 2017, Art. 37 N 9 mit Hinweisen). Weiter bezweckt das Eindeutig-

keitserfordernis, dass gerade auch für nicht an der Spaltung beteiligte  

(Vertrags-)Parteien ersichtlich ist, gegenüber wem sie nun zu erfüllen ha-

ben bzw. von wem sie nun befriedigt werden (vgl. URS SCHENKER, in: Baker 

& McKenzie [Hrsg.], Fusionsgesetz sowie die einschlägigen Bestimmun-

gen des IPRG und des Steuerrechts, 2. Aufl. 2015, Art. 37 N 5 mit Hinwei-

sen). Mit Blick auf Verbindlichkeiten wie namentlich die strittige Sanktion 

B-3097/2018 

Seite 19 

gilt es darüber hinaus zu beachten, dass – im Gegensatz zu einer Forde-

rung – womöglich sowohl die abspaltende als auch die abgespaltene Ge-

sellschaft ihre Schuldnerstellung in Abrede stellen wird, weshalb zur ge-

richtlichen Durchsetzung die passivlegitimierte Person vor Klageanhebung 

unzweifelhaft bestimmbar sein muss. Es ist insofern von einem qualifizier-

ten Bestimmbarkeits- oder Eindeutigkeitserfordernis auszugehen. Praxis-

gemässe Erleichterungen – gegenüber dem gesetzlichen Wortlaut – auf 

der Grundlage von Praktikabilitätsgedanken finden dort ihre Grenzen, wo 

sie den disponierenden, an der Umstrukturierung beteiligten Gesellschaf-

ten das Potenzial zur Behinderung der Rechtsdurchsetzung eröffnen. 

Mangels hinreichender Aufführung im Inventar verblieb die strittige Sank-

tion mithin bei der Resgia Koch SA. Das Beschwerdeverfahren ist in deren 

Namen fortzuführen. Dem Antrag der Beschwerdeführerin auf Weiterfüh-

rung des Verfahrens im Namen der Koch AG Ramosch (UID: CHE-

354.840.511) ist nicht stattzugeben. Die Erklärung vom 29. September 

2020 hinsichtlich der Substanz und Liquidität der Koch AG Ramosch 

(UID: CHE-354.840.511) per 31. Dezember 2019 erweist sich in dieser 

Hinsicht als unbehilflich. Insoweit die Beschwerdeführerin in sinngemässer 

Weise eine Akzessorietät der Sanktion zur neuen Unternehmensträgerin 

Koch AG Ramosch (UID: CHE-354.840.511) selbst ohne Inventarisierung 

geltend macht, ist hierfür jedenfalls keine fusionsrechtliche Grundlage er-

sichtlich. Hingegen haftet die Koch AG Ramosch (UID: CHE-354.840.511) 

im Sanktionsfall subsidiär (Art. 47 FusG; Art. 38 Abs. 3 FusG i.V.m. 

Art. 143 ff. des Obligationenrechts vom 30. März 1911 [OR, SR 220] gelan-

gen bei Abspaltungen nicht zur Anwendung, vgl. VOGEL/HEIZ/BEH-

NISCH/SIEBER/OPEL, a.a.O., Art. 38 N 25).  

Die Vorinstanz regte deshalb in ihrer Stellungnahme vom 21. Juni 2020 mit 

Verweis auf Art. 47 FusG an, im vorliegenden Urteil das Dispositiv der an-

gefochtenen Verfügung dahingehend anzupassen, dass die Koch AG Ra-

mosch (UID: CHE-354.840.511) für die Verbindlichkeiten der Resgia Koch 

SA (subsidiär) solidarisch hafte. Die gerichtliche Anordnung einer entspre-

chenden Haftungserweiterung würde die Frage aufwerfen, ob das Verhal-

ten der Resgia Koch SA der Koch AG Ramosch (UID: CHE-354.840.511) 

im kartellrechtlichen Verfahren auch zurechenbar und letztere mithin Sank-

tionsadressatin ist (zum Ganzen siehe E. 106 ff. hiernach). Allerdings er-

achtet es das Bundesverwaltungsgericht als sachgerecht, diese Thematik 

mit Blick auf das fortgeschrittene Beschwerdeverfahren sowie die Sach- 

und Rechtslage vorliegend offenzulassen. Der Regelgehalt von Art. 47 

FusG bleibt hiervon unberührt.  

B-3097/2018 

Seite 20 

3. Die Beschwerdeführerin Resgia Koch SA ist als Gesamtrechtsnachfol-

gerin der Adressatin der angefochtenen Verfügung beschwert und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung. Sie ist demzufolge be-

schwerdelegitimiert. Die Beschwerde vom 28. Mai 2018 richtet sich gegen 

die vorinstanzliche Verfügung vom 26. März 2018 und damit gegen ein Be-

schwerdeobjekt im Sinn von Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 5 VwVG. Das Bun-

desverwaltungsgericht ist gemäss Art. 33 Bst. f VGG in Verbindung mit 

Art. 47 Abs. 1 Bst. b VwVG zur Behandlung der vorliegenden Streitsache 

zuständig, zumal keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Die 

angefochtene Verfügung wurde am 4. Mai 2018 zugestellt, infolgedessen 

die Beschwerdefrist gewahrt wurde (Art. 50 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 f. VwVG). 

Die Anforderungen an Form und Inhalt der Rechtsschrift sind erfüllt (Art. 52 

Abs. 1 f. VwVG). Der Kostenvorschuss wurde rechtzeitig bezahlt (Art. 63 

Abs. 4 VwVG). 

4. Demzufolge ist auf die Beschwerde im Namen der Resgia Koch SA ein-

zutreten. 

5. Dem prozessualen Antrag der Beschwerdeführerin auf Beizug der vor-

instanzlichen Akten wurde mit deren angeordneten Edition durch die Vor-

instanz zusammen mit der Vernehmlassung am 4. September 2018 ent-

sprochen. Den Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Parteiverhand-

lung hat die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 24. März 2023 zurück-

gezogen. Der Verfahrensantrag vom 30. September 2020 auf Verweige-

rung der Einsichtnahme in die mit Eingabe vom 30. September 2020 ein-

gereichten Unterlagen hat das Bundesverwaltungsgericht mittels der Zwi-

schenverfügung vom 29. Oktober 2020 insoweit abschlägig behandelt, als 

die einschlägigen Unterlagen der Vorinstanz zur Einsicht und Stellung-

nahme zugestellt wurden (siehe Sachverhaltsbst. C.h hiervor). Das Ge-

schäftsgeheimnis der Beschwerdeführerin wurde im Übrigen gewahrt, und 

es wurden Informationen und Beilagen, welche als Geschäftsgeheimnis 

bezeichnet wurden, als solche behandelt und Dritten während des Verfah-

rens nicht offengelegt.  

6. Der Verfahrensantrag auf vorgängige Vorlage des Publikationstextes ist 

abzuweisen. Das vorliegende Urteil wird vor der Veröffentlichung in elekt-

ronischer Form durch das Gericht anonymisiert (Art. 29 Abs. 2 VGG i.V.m. 

Art. 5 Abs. 1, Art. 6 Abs. 1 und Art. 8 Abs. 1 des Informationsreglements für 

das Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [SR 173.320.4]). Die 

B-3097/2018 

Seite 21 

Beschwerdeführerin substantiiert nicht, aus welchem Grund sich eine vor-

gängige Vorlage und Überprüfung des Urteils vor der Veröffentlichung 

rechtfertigen würde. Ein solcher Grund ist auch nicht ersichtlich. Das Bun-

desverwaltungsgericht wird die für die Wettbewerbsbehörden nach Art. 25 

Abs. 1 und 4 KG ex lege geltende Pflicht zur Wahrung von Geschäftsge-

heimnissen sinngemäss ebenfalls zu befolgen haben (vgl. Urteile des 

BVGer B-5130/2019 vom 9. August 2021 E. 3 Schlub und B-126/2019 vom 

1. September 2020 E. 1.4) 

  

http://links.weblaw.ch/BVGer-B-126/2019

B-3097/2018 

Seite 22 

II. RÜGE DER VERLETZUNG DES RECHTLICHEN GEHÖRS DER KOLLEKTIV-
GESELLSCHAFT GEBR. KOCH 

7. Die Beschwerdeführerin rügt im Sinne eines Verfahrensfehlers die 

«krasse» Verletzung des rechtlichen Gehörs der Kollektivgesellschaft 

Gebr. Koch. In der angefochtenen Verfügung würden Vorwürfe erhoben, 

welche die Kollektivgesellschaft Gebr. Koch beträfen. Die Vorinstanz habe 

es aber unterlassen, gegenüber der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch ein 

Verfahren zu eröffnen, obwohl diese Gesellschaft nach Einstellung ihrer 

Geschäftstätigkeit im Bereich Tiefbau und Transport per Ende 2006 weiter-

bestanden habe und anderweitigen Tätigkeiten nachgegangen sei. Erst im 

Jahr 2016 sei die Kollektivgesellschaft Gebr. Koch im Rahmen einer Fusion 

von der Resgia Koch SA übernommen worden. Personen, welche für die 

Kollektivgesellschaft Gebr. Koch verantwortlich gewesen seien, seien zu 

keinem Zeitpunkt angehört und mit Vorwürfen, welche die Kollektivgesell-

schaft Gebr. Koch beträfen, konfrontiert worden. Die Kollektivgesellschaft 

Gebr. Koch und die für sie verantwortlich zeichnenden Personen hätten 

auch keine Gelegenheit gehabt, sich zu diesen Vorwürfen zu äussern. Als 

Folge der unterlassenen Verfahrenseröffnung gegenüber der Kollektivge-

sellschaft Gebr. Koch könnten die dieser gegenüber erhobenen Vorwürfe 

zudem zum Vornherein nicht ihr (der Beschwerdeführerin) zugerechnet 

werden. Zugleich sei sie (die Beschwerdeführerin) deshalb berechtigt, die 

Verletzung des Gehörsanspruchs der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch gel-

tend zu machen (siehe Rz. 28 ff. der Beschwerde). 

8. Die Vorinstanz hält entgegen, dass gegen die Kollektivgesellschaft Gebr. 

Koch kein Verfahren geführt worden sei. Es seien keine Anordnungen ge-

gen die Kollektivgesellschaft Gebr. Koch getroffen worden. Diese habe 

deshalb zu Recht keine Parteistellung im vorinstanzlichen Verfahren ge-

habt. Gemäss Art. 29 VwVG hätten Parteien Anspruch auf rechtliches Ge-

hör, Dritte nicht. Die beschwerdeführerischen Vorbringen seien deshalb 

zum Vornherein unbegründet. Bei dieser Sachlage könne offenbleiben, ob 

die Beschwerdeführerin überhaupt legitimiert sei, die Verletzung der Ge-

hörsrechte der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch zu rügen. Zudem sei 

N._____ (damaliges Mitglied der Geschäftsführung der Kollektivgesell-

schaft Gebr. Koch und Zuständiger für sämtliche Verwaltungsaufgaben der 

Koch AG Ramosch [UID: CHE-106.070.287]) für das Unternehmen 

«Koch» zwei Mal einvernommen worden, so am 18. März 2016 und am 

26. Mai 2016 (siehe Rz. 24 f. der Vernehmlassung). 

9. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfas-

sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [SR 101; 

B-3097/2018 

Seite 23 

BV]; Art. 29 VwVG) setzt die Parteistellung im Verfahren voraus (vgl. BGE 

130 II 521 Telekurs Multipay E. 2.8; WALDMANN/BICKEL, in: Wald-

mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrens-

gesetz, 2. Aufl. 2016 [hiernach: Praxiskommentar VwVG], Art. 29 N 31; 

PATRICK SUTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], VwVG – Bundesgesetz 

über das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 2019 [hiernach: VwVG Kommen-

tar], Art. 29 N 9). Die Parteistellung bedingt Partei- und Prozessfähigkeit 

und kommt zu, wer von der zu erlassenden Verfügung in seinen schutz-

würdigen Interessen besonders berührt ist (Art. 6 in Verbindung mit Art. 48 

Abs. 1 Bst. b und Bst. c VwVG). Die verfügende Behörde hat die Partei-

stellung im Verfahren angesichts der von der Verfügung voraussichtlich be-

troffenen rechtlichen oder tatsächlichen Interessen nach pflichtgemässem 

Ermessen einzuräumen. Dies erfolgt von Amtes wegen oder auf entspre-

chendes Gesuch hin (Geltendmachung einer zumindest materiellen Betrof-

fenheit; vgl. MARANTELLI/HUBER, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 6 

N 12 ff.; ISABELLE HÄNER, in: VwVG Kommentar, Art. 6 N 1 und N 6 f., je mit 

Hinweisen).  

10. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es mit dem Grund-

satz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) unvereinbar, formelle Ein-

wände, welche in einem früheren Stadium hätten vorgebracht werden kön-

nen, erst bei einem ungünstigen Ausgang im Rechtsmittelverfahren zu er-

heben (vgl. Urteil des BGer 2A.91/2005 vom 9. Februar 2006 E. 3.2.5).  

Die Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) hat im vorinstanzlichen 

Verfahren namentlich in ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats 

vom 7. Februar 2018 wohl mehrmals darauf hingewiesen, dass die Kollek-

tivgesellschaft Gebr. Koch nicht Verfahrenspartei ist und es auch nie war 

(siehe ebendort, Rz. 12, 20, 38 und 91). Die Beschwerdeführerin bemerkte 

zudem in Rz. 55 und 57 der besagten Stellungnahme, dass gegen die Kol-

lektivgesellschaft Gebr. Koch ein Verfahren hätte eröffnet werden müssen, 

wenn ihr unzulässige Verhaltensweisen vorzuwerfen gewesen wären. Es 

seien deswegen weder die Kollektivgesellschaft Gebr. Koch noch insbe-

sondere die Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) selbst für allfäl-

lige Verstösse der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch zu sanktionieren. Die 

Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) verzichtete hingegen im  

vorinstanzlichen Verfahren bezeichnenderweise darauf, die Parteistellung 

für die Kollektivgesellschaft Gebr. Koch zu beantragen, indem sie deren 

materielle Betroffenheit anrief.  

B-3097/2018 

Seite 24 

Solches macht die Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) bzw. die 

Beschwerdeführerin als Gesamtrechtsnachfolgerin bei genauer Betrach-

tung auch im Beschwerdeverfahren nicht geltend. Sie beschränkt sich da-

rauf, eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu rügen, ohne aber tatsäch-

liche Interessen der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch als Bedingung für die 

Parteistellung anzuführen, welche wiederum das Parteirecht voraussetzt 

(siehe E. 9 hiervor). Rechtliche Interessen stehen sodann vorliegend nicht 

zur Debatte, weil die Kollektivgesellschaft Gebr. Koch nicht Verfügungsad-

ressatin ist: Die angefochtene Verfügung vom 26. März 2018 beschwert die 

Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287). Die Kollektivgesellschaft 

Gebr. Koch hingegen wurde bereits am 28. Juni 2016 im Anschluss an die 

Absorptionsfusion mit der Beschwerdeführerin infolge Löschung aus dem 

Handelsregister rechts- und mithin parteiunfähig.  

Die Kollektivgesellschaft Gebr. Koch beantragte sodann im vorinstanzli-

chen Verfahren – solange sie bestand – ebenso wenig in eigenem Namen 

Parteistellung aufgrund materieller Betroffenheit. Auch die Beschwerdefüh-

rerin hätte wohlgemerkt ab Mitte 2016 bei gegebenem Interesse als Ge-

samtrechtsnachfolgerin der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch selbst Partei-

stellung beantragen können, worauf sie verzichtete. Dabei wäre die Koch 

AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) gehalten gewesen, ihre Mutterge-

sellschaft und damit die Kollektivgesellschaft Gebr. Koch (sowie die Be-

schwerdeführerin als Gesamtrechtsnachfolgerin) über das laufende Ver-

fahren zu unterrichten (vgl. Urteil des BGer 2A.91/2005 vom 9. Februar 

2006 E. 3.2.5). 

11. Nach dem Gesagten erschiene die erstmalige Geltendmachung einer 

materiellen (Dritt-)Betroffenheit im Rechtsmittelverfahren durch die durch-

wegs anwaltlich vertretene Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) 

bzw. die Beschwerdeführerin treuwidrig. Indessen haben sie es wie gese-

hen auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren unterlassen, tatsächliche 

(Rechtsschutz-)Interessen geltend zu machen und damit das notwendige 

Fundament für die Ausübung des rechtlichen Gehörs als Parteirecht zu le-

gen. Es kann deshalb zugleich offenbleiben, ob die Koch AG Ramosch 

(UID: CHE-106.070.287) bzw. die Beschwerdeführerin überhaupt legiti-

miert war, im Rechtsmittelverfahren die Verletzung des rechtlichen Gehörs 

der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch zu rügen.  

Der Vorinstanz ist derweil kein Vorwurf zu machen, wenn sie der Kollektiv-

gesellschaft Gebr. Koch jedenfalls nicht von Amtes wegen Parteistellung 

eingeräumt hat. Unbestrittenermassen übte die Kollektivgesellschaft Gebr. 

B-3097/2018 

Seite 25 

Koch die streitbetroffene Tätigkeit nach 2006 nicht mehr aus und war dem-

nach nicht mehr Unternehmensträgerin. Zudem verstarben die beiden 

langjährigen Kollektivgesellschafter [...] bereits 2002 und alsdann 2009. 

Gemäss dem Handelsregisterauszug der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch 

wurden [...] und [...] als die einzigen Gesellschafter indes erst mit Tagesre-

gister-Datum vom 16. Juni 2016 gelöscht, d.h. unmittelbar vor der Absorp-

tionsfusion mit der Beschwerdeführerin, und erst dann wurden neue Kol-

lektivgesellschafter eingetragen. Folglich verfügte die Kollektivgesellschaft 

Gebr. Koch im Zeitpunkt des Untersuchungsbeginns und bis kurz vor ihrer 

Löschung auch über keine formellen Organe, an welche sich die Vorinstanz 

hätte wenden können. Immerhin kann der «Aktennotiz über die Bespre-

chung vom 30.01.2004, 15.00 Uhr, in Ramosch» (act. III.I.003) entnommen 

werden, dass die Geschäftsführung der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch 

«ab sofort aus folgenden Personen» bestehe: [...], [...], [...], N._____ und 

[...]. N._____ und [...] wurden sodann auch am 18. März 2016 und am 

26. Mai 2016 (act. II.5 und act. II.9, siehe E. 21.20 f. hiernach) bzw. am 

18. März 2016 (act. II.6, siehe E. 21.19 hiernach) vom Sekretariat einver-

nommen und haben sich dabei mit Bezug auf die Kollektivgesellschaft 

Gebr. Koch äussern können.  

Schliesslich spricht gegen das tatsächliche Bestehen von schützenswerten 

Interessen, dass weder die Kollektivgesellschaft Gebr. Koch noch die Be-

schwerdeführerin als deren Gesamtrechtsnachfolgerin im vorinstanzlichen 

Verfahren selbst je eine materielle Betroffenheit geltend machten. Schüt-

zenswerte Interessen hätten auch nahegelegt, dass die Beschwerdeführe-

rin als Gesamtrechtsnachfolgerin der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch in 

eigenem Namen selbständig Beschwerde gegen die angefochtene Verfü-

gung geführt hätte und nicht bloss ihre Tochtergesellschaft Koch AG Ra-

mosch (UID: CHE-106.070.287) als (zwischenzeitlich von der Beschwer-

deführerin absorbierte) Verfügungsadressatin. Die Rüge der Verletzung 

des rechtlichen Gehörs der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch verfängt dem-

nach nicht.  

12. Die Beschwerdeführerin macht mit der hiervor behandelten Rüge zu-

gleich sinngemässe Fehler bei der Sachverhaltserstellung geltend. Diese 

Vorbringen sind bei der materiellen Beurteilung in E. 16 ff. hiernach zu prü-

fen, zu welchen sie einen engen Bezug aufweisen. Die beschwerdeführe-

rische Kritik an der Zurechenbarkeit von Handlungen der Kollektivgesell-

schaft Gebr. Koch an die Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) wird 

in E. 106 ff. hiernach behandelt. Die in Rz. 34 der Beschwerde bemängelte 

Sanktionsbemessung wird in E. 90 ff. hiernach der gerichtlichen Kontrolle 

B-3097/2018 

Seite 26 

unterzogen. Insoweit die Beschwerdeführerin in Rz. 35 der Beschwerde 

zugleich eine Gehörsverletzung anlässlich der vorinstanzlichen Beurtei-

lung des Projekts «Waldweg Sampuoir», Tschlin (2011), moniert, ist auf 

E. 85 hiernach zu verweisen. Schliesslich werden die in Rz. 36 und 

Rz. 114 ff. der Beschwerde gerügten Verfahrenskosten in E. 127 ff. hier-

nach auf ihre Rechtmässigkeit überprüft. 

  

B-3097/2018 

Seite 27 

III. GELTUNG UND ANWENDBARKEIT DES KARTELLGESETZES 

13. Das Kartellgesetz vom 6. Oktober 1995 gilt für Unternehmen des pri-

vaten und öffentlichen Rechts, die Kartell- oder andere Wettbewerbsabre-

den treffen, Marktmacht ausüben oder sich an Unternehmenszusammen-

schlüssen beteiligen (Art. 2 Abs. 1 KG). Es trat am 1. Februar 1996 bzw. 

am 1. Juli 1996 in Kraft. Art. 49a KG als Rechtsgrundlage für eine direkte 

Sanktionierung trat am 1. April 2004 in Kraft, wobei eine Belastung nach 

dieser Bestimmung entfällt, wenn eine Wettbewerbsbeschränkung innert 

eines Jahres nach Inkrafttreten gemeldet oder aufgelöst wurde (Schluss-

bestimmung zur Änderung vom 20. Juni 2003 des KG). Das Kartellgesetz 

ist auf Sachverhalte anwendbar, die sich in der Schweiz auswirken, auch 

wenn sie im Ausland veranlasst werden (Art. 2 Abs. 2 KG). Vorbehalten 

sind Vorschriften, soweit sie auf einem Markt für bestimmte Waren oder 

Leistungen Wettbewerb nicht zulassen (Art. 3 Abs. 1 KG). Nicht unter das 

Gesetz fallen Wettbewerbswirkungen, die sich ausschliesslich aus der Ge-

setzgebung über das geistige Eigentum ergeben (Art. 3 Abs. 2 Satz 1 KG). 

14. Der Geltungs- und Anwendungsbereich des Kartellgesetzes sind unbe-

strittenermassen eröffnet; dessen Anwendung wird nicht durch andere 

Rechtsvorschriften vereitelt.  

  

B-3097/2018 

Seite 28 

IV. TATKOMPLEX VORVERSAMMLUNGEN (1997 – 2008) 

15. Die Beschwerdeführerin bestreitet mit Bezug auf den Tatkomplex Vor-

versammlungen (1997 – 2008) deren Fortdauern in den Jahren 2007 und 

2008 sowie die Teilnahme der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch und der 

Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287). Insoweit die Beschwerdefüh-

rerin die Zurechenbarkeit von Handlungen unter der Trägerschaft der Kol-

lektivgesellschaft Gebr. Koch an die Koch AG Ramosch (UID: CHE-

106.070.287) in Abrede stellt, ist auf E. 106 ff. hiernach zu verweisen.  

1) Vorliegen einer Gesamtabrede 

a) Festlegung des rechtserheblichen Sachverhalts: 
Bestimmung des Gesamtkonsenses 

16. Nachfolgend ist zu untersuchen, ob ausgehend vom Beweisergebnis 

der angefochtenen Verfügung (siehe E. 17 hiernach) sowie der bestehen-

den einzelnen Beweismittel (siehe E. 21 hiernach) ein Gesamtkonsens 

zwischen im Unterengadin tätigen Bauunternehmen – einschliesslich dem 

oder den von der Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) sowie der 

Kollektivgesellschaft Gebr. Koch getragenen – gegeben war, im fraglichen 

Zeitraum im Rahmen von Vorversammlungen den jeweiligen Zuschlags-

empfänger sowie die jeweiligen Angebotspreise festzulegen. Dabei ist das 

Beweisergebnis der vorinstanzlichen Verfügung im Licht der gesamten Be-

weismittel und der Rügen der Beschwerdeführerin mit uneingeschränkter 

Kognition «Punkt für Punkt» auf seine Stichhaltigkeit zu überprüfen 

(vgl. BGE 139 I 72 Publigroupe E. 4.5; Urteil des BVGer B-807/2012 vom 

25. Juni 2018 Erne E. 8, je mit Hinweisen). 

i) Beweisergebnis der angefochtenen Verfügung 

17. Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Beweis-

ergebnis, dass zwischen im Unterengadin tätigen Bauunternehmen seit 

spätestens dem Jahr 1997 tatsächlich übereinstimmende Willenserklärun-

gen über die Zusammenarbeit im Rahmen von Vorversammlungen betref-

fend Hoch- und Tiefbauleistungen vorlagen. Dieser natürliche Konsens 

habe beinhaltet, den jeweiligen Zuschlagsempfänger sowie die jeweiligen 

Angebotspreise festzulegen (siehe Rz. 150 der angefochtenen Verfügung). 

Weiter sei erstellt, dass mitunter die Koch AG Ramosch (UID: CHE-

106.070.287), ebenso die frühere Kollektivgesellschaft Gebr. Koch, an der 

Zusammenarbeit im Rahmen von Vorversammlungen beteiligt gewesen 

seien (siehe Rz. 176 der angefochtenen Verfügung). Die Beteiligten hätten 

unter anderem bezweckt, sich betreffend den Zuschlag und den Preis für 

B-3097/2018 

Seite 29 

Hoch- und Tiefbauleistungen im Unterengadin nicht zu konkurrenzieren 

(siehe Rz. 186 der angefochtenen Verfügung).  

Der Konsens der beteiligten Verfahrensparteien, im Rahmen von Vorver-

sammlungen für Hoch- und Tiefbauleistungen im Unterengadin den desig-

nierten Zuschlagsempfänger sowie die jeweiligen Angebotspreise festzu-

legen, habe bis Mai 2008 bestanden, und die Koch AG Ramosch 

(UID: CHE 106.070.287) sei an dieser Zusammenarbeit bis zum Ende be-

teiligt gewesen (siehe Rz. 222 f. der angefochtenen Verfügung). Schliess-

lich sei erstellt, dass sich die beteiligten Verfahrensparteien von 2004 bis 

2008 entsprechend ihrem Konsens verhielten und im Rahmen von Vorver-

sammlungen – zumindest teilweise – den designierten Zuschlagsempfän-

ger sowie die jeweiligen Angebotspreise für Hoch- und Tiefbauleistungen 

im Unterengadin festlegten. Es sei auch erwiesen, dass bei denjenigen 

Bauprojekten, bei denen es zu einer Projektzuteilung gekommen sei, der 

Wettbewerb unter den Beteiligten ausgeschlossen worden sei (siehe 

Rz. 243 der angefochtenen Verfügung). 

18. Die Vorinstanz begründet den besagten Gesamtkonsens mit einem In-

diziengefüge, welches die nachfolgenden Elemente umfassen soll: 

– Einladungen zu Vorversammlungen im Unterengadin; 

– teilweise handschriftliche Zahlen auf den besagten Einladungen; 

– Einträge in der Agenda von G._____ (damaliger Submissionsleiter) so-

wie diesbezügliche Entschädigungen des Graubündnerischen Bau-

meisterverbands (GBV); 

– Schreiben des GBV an A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer 

der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) vom 23. März 

2001; 

– Schilderungen von A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der 

Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG), B._____ (dama-

liger Geschäftsführer der Bezzola Denoth AG), H._____ (damaliger 

Geschäftsführer des GBV), I._____ (damaliger Projektleiter der Bez-

zola Denoth AG), J._____ (damaliger Inhaber des Einzelunternehmens 

Impraisa da fabrica Margadant), G._____ (damaliger Submissionslei-

ter), K._____ (ehemaliger Submissionsleiter) und F._____ (damaliger 

Bauführer der Lazzarini AG). 

B-3097/2018 

Seite 30 

Bei den handschriftlichen Zahlen neben diversen Einladungen zu Vorver-

sammlungen handle es sich um die Eingabesummen, die anlässlich der 

Vorversammlungen besprochen worden seien. Es sei von A._____ und 

I._____ hinsichtlich zweier Bauprojekte explizit und unabhängig voneinan-

der bestätigt worden. Andere Erklärungen seien hierfür nicht ersichtlich.  

Aus dem Schreiben des GBV an A._____ vom 23. März 2001 gehe hervor, 

dass an den Vorversammlungen im Unterengadin wettbewerbswidrige 

Zwecke verfolgt worden seien und zwar nicht bloss in einem spezifischen 

Fall, sondern generell.  

Die Schilderungen von A._____, I._____ und F._____ zu den Berech-

nungsverfahren, die an Vorversammlungen durchgeführt worden seien, er-

schienen glaubhaft. Insbesondere I._____ habe den Ablauf der Berech-

nungsverfahren detailliert dargelegt. Es sei ausgeschlossen, dass er hier-

durch gleichsam ein umfassendes «Lügengebilde» konstruiert hätte. 

Exemplarisch seien seine mit Details angereicherten Aussagen zur Vorver-

sammlung vom 2. März 2006 betreffend das Bauprojekt «Infrastruktur 

Plaz-Mugliner» zu nennen (siehe E. 21.24 hiernach).  

Die Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) habe sich in den Jahren 

2007 und 2008 weiter an der Zusammenarbeit im Rahmen der Vorver-

sammlungen beteiligt. Sie erscheine auch dann noch auf Einladungen zu 

Vorversammlungen, wie die Einladungen zur Vorversammlung vom 1. Feb-

ruar 2007 betreffend «Doppelstall-Neubau in Tschlin», vom 15. Februar 

2007 betreffend «Melioration Tschlin, 1. Etappe, Güterweg Nr. 22, Pra-

miur» sowie vom 8. Februar 2008 betreffend «Güterwege 3. Etappe in 

Tschlin» aufzeigten. Wie der Agenda von G._____ zu entnehmen sei, hät-

ten die beiden Vorversammlungen im Jahr 2007 stattgefunden. Als Nicht-

mitglied des GBV sei die Koch AG Ramosch nicht verpflichtet gewesen, 

den Erhalt der Ausschreibungsunterlagen zu melden. Die Einladungen 

(aufgrund der Meldung) zeigten ihren Willen, auch nach der konzerninter-

nen Umstrukturierung per Ende 2006 an dieser Zusammenarbeit zu parti-

zipieren. Die Aussagen von A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer 

der Foffa Conrad AG sowie späterer VRP der Bezzola Denoth AG) und 

B._____ (damaliger Geschäftsführer der Bezzola Denoth AG) würden die 

Beteiligung der Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) in den Jahren 

2007 und 2008 weiter bestätigen. Zudem habe sich die Koch AG Ramosch 

(UID: CHE-106.070.287) zu keinem Zeitpunkt von der Zusammenarbeit im 

Rahmen von Vorversammlungen distanziert. 

  

B-3097/2018 

Seite 31 

ii) Vorbringen der Beschwerdeführerin 

19. Die Beschwerdeführerin stellt das Bestehen des sachlichen Konsenses 

bis Ende 2006 nicht in Abrede. Ob der Vorwurf, es habe unter den im Un-

terengadin tätigen Unternehmen von 1997 bis ins Jahr 2006 eine Gesamt-

abrede bestanden, zutreffend ist, sei für sie an dieser Stelle nicht relevant. 

Die Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) sei erwiesenermassen 

erst ab dem Jahr 2007 auf dem Markt tätig gewesen. Hingegen würden 

erhebliche Zweifel bestehen, dass die Gesamtabrede auch die Jahre 2007 

und 2008 betroffen habe. Die Beweise seien falsch gewürdigt worden, und 

das Regelbeweismass sei nicht erfüllt. Die Feststellung, die Vorversamm-

lungen hätten bis Mai 2008 stattgefunden, erweise sich somit als «unrichtig 

und falsch» (siehe Beschwerde, Rz. 41 ff. und 84).  

Die Beweismittel liessen ebenso wenig darauf schliessen, dass die Koch 

AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) bis Mai 2008 an der Zusammenar-

beit im Rahmen von Vorversammlungen beteiligt gewesen sei (siehe Be-

schwerde, Rz. 48); aus den von der Vorinstanz in den Rz. 169 bis 173 und 

Rz. 217 bis 219 angeführten Beweismitteln ergäben sich «nicht der ge-

ringste Anhaltspunkt, nicht das geringste Indiz» für eine Beteiligung der 

Koch AG Ramosch (UID: CHE-106.070.287) an Vorversammlungen in den 

Jahren 2007 und 2008 (siehe Beschwerde, Rz. 67 ff.). Die Beschwerde-

führerin vermöge im Übrigen nicht zu beurteilen, ob der Sachverhalt mit 

Bezug auf die Vorwürfe gegenüber der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch 

vollständig und richtig beurteilt worden sei. Die Koch AG Ramosch 

(UID: CHE-106.070.287) habe keine detaillierten Kenntnisse über die tat-

sächlichen Gegebenheiten gehabt, welche sich bis Ende 2006 zugetragen 

hätten. Sie (die Beschwerdeführerin) bestreite den gegenüber der Kollek-

tivgesellschaft Gebr. Koch erhobenen Vorwurf in vorsorglicher Weise und 

mache geltend, dass der Sachverhalt unvollständig und unrichtig erstellt 

worden sei (siehe Beschwerde, Rz. 77). 

20. Die umfassende Auseinandersetzung mit sämtlichen Vorbringen der 

Beschwerdeführerin erfolgt im Rahmen der gerichtlichen Würdigung (siehe 

E. 26 ff. hiernach). 

iii) Vorliegende Beweismittel 

21.  

21.1 Das Schreiben des GBV vom 23. März 2001 an A._____ (damaliger 

VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG sowie späterer VRP der 

B-3097/2018 

Seite 32 

Bezzola Denoth AG) trägt die Überschrift «Wettbewerbsreglement: Nicht-

teilnahme an einer Vorversammlung Objekt-Nr. 2001-00077 – Erneuerung 

Infrastruktur Etappe 1, Tschlin». Es betrifft eine Untersuchung gegen die 

Bezzola Denoth AG wegen Nichtteilnahme an der gegenständlichen Vor-

versammlung. Darin wird ausgeführt, die Bezzola Denoth AG habe in ihrer 

Stellungnahme vom 27. Februar 2001 verlauten lassen, sie würde sich 

grundsätzlich zur Einhaltung des Wettbewerbsreglements des SBV beken-

nen. Die in der Vergangenheit an den Vorversammlungen tatsächlich be-

handelten Inhalte hätten allerdings nicht den Bestimmungen des Regle-

ments entsprochen und stünden – so die Bezzola Denoth AG gemäss dem 

GBV – im Widerspruch zum geltenden Kartellrecht. Die Bezzola Denoth 

AG habe weiter ausgeführt, dass es ihr vor diesem Hintergrund nicht mehr 

möglich sei, an Vorversammlungen teilzunehmen, deren Ablauf sich nicht 

ausschliesslich an den Punkten gemäss Wettbewerbsreglement orientie-

ren würde (act. III.C.025). 

21.2 In den Akten befinden sich über zwei Dutzend Einladungen zu Vorver-

sammlungen in den Jahren 2002 bis 2008 (siehe die Verweise in Fn. 143 

der angefochtenen Verfügung). Die besagten Dokumente enthalten jeweils 

eine Umschreibung des fraglichen Bauprojekts sowie namentlich Sitzungs-

ort und -datum, die Person des Sitzungsleiters und eine Auflistung von Be-

werbern. Teilweise finden sich auf den Einladungen handschriftliche Zah-

len sowie andere Anmerkungen (siehe die Verweise in Fn. 145 der ange-

fochtenen Verfügung). Die Sitzungsdaten betreffen mehrheitlich das Jahr 

2006; als Sitzungsleiter ist auf den Einladungen oftmals G._____ (damali-

ger Submissionsleiter) angegeben.  

21.3 Art. 6 «Meldung bei Teilnahme an einem Ausschreibungsverfahren» 

des revidierten Wettbewerbsreglements des Schweizerischen Baumeister-

verbands (SBV; Beschluss vom 21. November 2002; hiernach: revWBR-

SBV; siehe Schlussbericht vom 15. September 2003 in Sachen Vorabklä-

rung gemäss Art. 26 KG betreffend Wettbewerbsreglement des Schweize-

rischen Baumeisterverbandes wegen unzulässiger Wettbewerbsabrede 

gemäss Art. 5 KG, in: Recht und Politik des Wettbewerbs [RPW] 2003/4, 

726 ff., Rz. 9) lautet: 

«(1) Grundsatz: Ein SBV-Mitglied, das ein Angebot einzureichen beabsichtigt (Bewerber), 

teilt dies unverzüglich nach Erhalt der Ausschreibungsunterlagen der Zuständigen Stelle 

(Meldestelle) schriftlich mit. Telefonische Anmeldungen sind schriftlich zu bestätigen. 

B-3097/2018 

Seite 33 

(2) Nichtteilnahme: Ein SBV-Mitglied, das trotz Meldung an einem Wettbewerb nicht teil-

nehmen will beziehungsweise kann, teilt dies nach der Entschlussfassung unverzüglich 

schriftlich der Meldestelle mit. Reicht das SBV-Mitglied später trotzdem ein Angebot ein, 

benachrichtigt es vor der Angebotseinreichung die Meldestelle.» 

Art. 8 revWBR-SBV «Versammlung zur Bereinigung von Ausschreibungs-

unterlagen» lautet: 

«(1) Grundsatz: Es kann eine Versammlung zur Bereinigung von Angebotstexten und 

Grundlagen (im [F]olgenden: Versammlung) durchgeführt werden. 

(2) Die Bauherrschaft oder deren bevollmächtigten Vertretung sowie Nicht-SBV-Mitgliedfir-

men können an der Versammlung teilnehmen.» 

21.4 Die Agenden von G._____ (damaliger Submissionsleiter) der Jahre 

2003 bis 2008 enthalten jeweils blau markierte Einträge mit der Bezeich-

nung «GBV». Diese Einträge enthalten teilweise folgende Zusätze: «ZE», 

«SC», «1x», «2x», «3x» und «4x». Teilweise sind die Einträge durchstri-

chen (act. III.R.002 bis III.R.007). 

21.5 Gemäss dem Protokoll der Generalversammlung des GBV vom 

13. März 2003 dankte A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der 

Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) dem K._____ (ehe-

maliger Submissionsleiter) für seinen Einsatz als Submissionsleiter. Sein 

Nachfolger werde G._____ (damaliger Submissionsleiter) sein 

(act. III.B.018). 

21.6 In den Jahresberichten des Präsidenten des GBV Sektion Unterenga-

din – A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG 

sowie VRP der Bezzola Denoth AG) – wurde für die Jahre 2004, 2005, 

2007 und 2008 jeweils in Ziff. 2.1 hinsichtlich Vorversammlungen festge-

halten: 

Jahresbericht vom März 2005 betreffend das Jahr 2004 (act. III.C.087): 

«Bis Mitte Jahr mit Erfolg durchgeführt, im Sommer und Herbst keine mehr (aus bekann-

ten Gründen» 

Jahresbericht vom März 2006 betreffend das Jahr 2005 (act. III.C.088): 

«anfangs Jahr mit schwachem Erfolg durchgeführt, im Sommer und Herbst keine mehr» 

Jahresbericht 2008 vom März 2008 betreffend das Jahr 2007 (act. III.C.085): 

«Im Münstertal regelmässig durchgeführt, sonst keine» 

B-3097/2018 

Seite 34 

Jahresbericht 2009 vom März 2009 betreffend das Jahr 2008 (act. III.C.089):  

«Im Münstertal z.T. durchgeführt, sonst keine». 

21.7 Gemäss den Spesenabrechnungen des GBV für Submissionsleiter 

und deren Stellvertreter erhielt G._____ (damaliger Submissionsleiter) für 

die Jahre 2006 bis 2008 folgende Entschädigungen (act. I.72): 

2006: Entschädigung von Fr. 3'605.–; Spesen von Fr. 225. –; Reisekosten von Fr. 1'682.– 

2007: Entschädigung von Fr. 1'605.–; Spesen von Fr. 85.–; Reisekosten von Fr. 744.– 

2008: Entschädigung von Fr. 555.–; Spesen von Fr. 35.–; Reisekosten von Fr. 288.–  

A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG sowie 

VRP der Bezzola Denoth AG) erhielt gemäss denselben Spesenabrech-

nungen für das Jahr 2007 eine Entschädigung von Fr. 255.– sowie Spesen 

von Fr. 15.– für Tätigkeiten als Submissionsleiter. 

21.8 Gemäss «Reglement über die Entschädigung von Leistungen im Auf-

trage des Graubündnerischen Baumeisterverbandes» vom 26. Juni 2006 

(siehe act. I.72) erhalten Submissionsleiter folgende Entschädigungen: 

Einfache Submittentenversammlung   Fr. 75.– 

Doppelsitzung     Fr. 105.– 

Dreifachsitzung      Fr. 140.– 

Reisekosten pro km     Fr. 0.60 

21.9 Mit Schreiben vom 25. Oktober 2006 an «Graub. Baumeisterverband, 

Sektion Engiadina bassa / Val Müstair, z. Hd. Präsident [A._____], 7530 

Zernez» informierte G._____ (damaliger Submissionsleiter) über die 

«Rücktrittsabsichten von meinem Mandat als Leiter der Vorversammlun-

gen in der Sektion Engiadina bassa/Val Müstair» (act. III.R.001). Mit Errei-

chen des 65. Lebensjahres werde der Wunsch nach Entlastung spürbar. 

G._____ (damaliger Submissionsleiter) schreibt darin weiter: 

«Als Folge der starken berufliche[n] Auslastung musste ich diese Aufgabe 1995 – 2002 

vorübergehend an [K._____] übergeben. Nach meiner Frühpensionierung im Jahre 2003 

habe ich den Auftrag wieder zurückgenommen und versucht dazu beizutragen, das gegen-

seitige Vertrauen unter den Mitgliedern wieder aufzubauen. Leider war diesem Vorhaben 

nicht immer Erfolg beschieden. Mal scherte der Eine, mal der Andere aus. Meistens mit 

fragwürdigen Argumenten. So blieb oft nur der bilaterale Weg zur Erreichung einer Lösung. 

Ich bin der Meinung, dass auf diesem Weg, mit Unterstützung der vom GBV zur Verfügung 

gestellten Teilnehmerinformationen, die Submittenten auch ohne externen Sitzungsleiter 

auskommen können. Da ich nun aber nicht einfach die Kündigung deponieren wollte, habe 

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ich das Gespräch[...] mit [A._____] gesucht und wir sind übereingekommen, die Frage des 

«WIE WEITER ?» der Herbstversammlung zu unterbreiten, um nach zukünftigen griffigen 

Lösungen zu suchen. [...]» 

21.10 Gemäss Schreiben des GBV an die Lazzarini AG vom 17. Juli 2007 

hatte Letztere am 13. Juli 2007 Klage gegen die Foffa Conrad AG und die 

Impraisa Mario GmbH wegen der Verletzung der Meldepflicht gemäss 

Wettbewerbsreglement betreffend «7551 Ftan, Heustallausbau, Wohnun-

gen mit Garagen» eingereicht. Der GBV teilt der Lazzarini AG darin mit, 

dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei, über deren Ergebnis die 

Lazzarini AG zu gegebener Zeit informiert würde. Die Foffa Conrad AG 

nahm darauf in ihrem Schreiben vom 29. August 2007 wie folgt Stellung: 

«[...] In der Hitze des Gefechtes haben wir es scheinbar unterlassen, das 

obgenannte Bauobjekt gemäss Wettbewerbsreglement beim GBV anzu-

melden. Für diesen Fehler möchten wir uns höflichst entschuldigen. Intern 

haben wir in der Zwischenzeit die nötigen Massnahmen getroffen, damit 

solche Unterlassungen möglichst vermieden werden [...]». Die Impraisa 

Mario GmbH liess in ihrer Stellungnahme vom 19. Juli 2007 verlauten: «In 

der Hitze des Gefechts passieren Fehler. Und so ist es mit oben genannter 

Ausschreibung geschehen. Wir haben vergessen, diese dem [GBV] zu 

melden. Selbstverständlich erkennen wir die Bestimmungen von Art. 6 des 

Wettbewerbsreglements des Schweizerischen Baumeisterverbandes 

(SBV) an und kommen den Verpflichtungen zu jeder Zeit nach. Für den 

unterlaufenen Fehler möchten wir uns beim [GBV] in aller Form entschul-

digen [...]». Darauf teilte der GBV der Lazzarini AG mit Schreiben vom 

10. September 2007 mit, dass die beiden Unternehmen ihr Versehen be-

dauerten und in Zukunft dem Meldewesen die notwendige Beachtung 

schenken würden. Das Wettbewerbsreglement des SBV werde nicht be-

stritten. Infolgedessen werde die Untersuchung abgeschlossen (act. I.72). 

21.11 Mit Fax-Nachricht vom 28. April 2008 betreffend «Einladung zur Sit-

zung betreffend Wohnhaus Wagner Ftan» hielt L._____ im Namen der 

René Hohenegger Sarl zuhanden der Impraisa Mario GmbH, der Fabio 

Bau GmbH, der Bezzola Denoth AG, A._____ (bezeichnet als Präsident 

Sektion Unterengadin) und G._____ (bezeichnet als Sitzungsleiter) Fol-

gendes fest (act. III.B.003, sic): 

 

 

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«- Es ist eine reine Farce und eine Zeitverschwendung wenn sich nur ein Teil der Ver-

bandsmitglieder die im Besitze der Submissionsunterlagen sind zu einer Sitzung Treffen. 

- Gemäss Reglement über das Angebotswessen (Wettbewerbsreglement) des SBV, un-

ter Art. 6 Abs. 1, ist jedes Mitglied des SBV verpflichtet den erhalt der Submissionsunterla-

gen zu melden. 

- Die Bauunternehmung [J._____] ist ebenfalls zu obiger Submission eingeladen und 

noch für mindestens 3 weitere die nicht gemeldet sind. 

- Diesen Umstand finde ich unter Verbandsmitglieder völlig inakzeptabel. 

Unter den genannten Umständen glaube ich verständlich dargelegt zu haben warum ich zu 

besagter Sitzung nicht erscheinen werde und mich und meinen Terminkalender auch in 

Zukunft von solchen Leerläufen verschonen werde. Sollte sich die leidige Situation zum 

besseren wenden werde ich der letzte sein der nicht zu konstruktiven Gesprächen bereit 

ist. 

In der Hoffnung das sich eine positive Wende in der leidigen Situation finden lässt die nicht 

zuletzt zum Wohle aller Unternehmungen sein kann verbleibe ich 

mit freundlichen Grüssen [gezeichnet L._____]» 

21.12 Das Fax-Schreiben vom 12. Mai 2008 zuhanden «Fabiobau», «[...]», 

«J._____», «L._____», «G. Lazzarini+Co», «[...]», «Foffa+Conrad» und 

«BezzolaDenoth» auf dem Papier der Foffa Conrad AG trägt den Betreff 

«Einladung zu einer Sitzung» und ist von A._____ (damaliger VRP und Ge-

schäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) 

unterzeichnet. Es lautet: 

 «Liebe Kollegen 

Auf vielseitigen Wunsch lade ich Euch, wenn auch kurzfristig, zu einer Sitzung ein: 

Ort: Scuol, Büro BezzolaDenoth (Tscharella) 

Zeit: Dienstag, 13.05.08, 16:00 Uhr 

 

 

Themen:  - Bauvolumen/Kapazitäten 

  - Fall Quadroni 

  - Allg. Diskussion» 

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21.13 G._____ (damaliger Submissionsleiter) führte anlässlich der Zeu-

geneinvernahme vom 31. Oktober 2012 aus, er sei beim GBV als Berech-

nungsleiter angestellt gewesen. So habe er an den Vorversammlungen des 

GBV Gelegenheit zur Kontaktaufnahme mit anderen Bauunternehmen ge-

habt und mit letzteren dann auch über das Geschäft gesprochen. An die-

sen Sitzungen habe es immer wieder Streitereien unter den Bauunterneh-

mern gegeben und dann habe es auch mal wieder eine Zeit gegeben, wo 

es keine gegeben habe (act. IV.004, Rz. 23 ff.). Auf die Bitte hin, seine Tä-

tigkeit als Berechnungsleiter im Einzelnen zu erläutern (Aufgaben, Inhalt, 

für wen tätig), bemerkte G._____ (damaliger Submissionsleiter), man sei 

zusammengekommen und habe die Offertunterlagen besprochen. Es habe 

zwei Themen gegeben. Das erste Thema seien die Vorbedingungen in den 

Offertvorlagen gewesen, um allfällige unklare Positionen zu entdecken und 

dann zu erörtern. Die Besonderheiten bei den Vorbedingungen hätten im-

mer wieder zu Diskussionen geführt. Wenn dann z.B. gewisse Artikel aus-

geschlossen worden seien, habe dies Anstoss zu Diskussionen gegeben, 

da z.B. dieser ausgeschlossene Artikel (z.B. eine Bauheizung im Winter) 

als Sache des Unternehmers deklariert wurde und er diese selber bezah-

len sollte. Und das hätten sie gesagt, würde nicht gehen. Die Vorbedingun-

gen seien ein wichtiger Punkt bei diesen Vorbesprechungen gewesen 

(act. IV.004, Rz. 29 ff.). Es sei auch vorgekommen, dass teilweise die Ar-

chitekten bei diesen Sitzungen dabei gewesen seien, wenn sie es denn 

gewünscht hätten. Sie hätten dann ihre Überlegungen zu den einzelnen 

Positionen direkt einbringen können (act. IV.004, Rz. 100 ff.). 

Das andere Thema seien die einzelnen Positionen bei den Offerten gewe-

sen. Man habe diese Positionen aus dem Normpositionenkatalog zur Of-

fertstellung benutzen können. Heute gehe dies automatisch mit dem Com-

puter. Diese Positionen seien dann je nachdem im Vergleich zum Normpo-

sitionenkatalag durch den Ersteller des Devis abgeändert worden. Bei-

spielsweise habe ein Unterlagsboden mehrere Schichten, welche je ein-

zelne Positionen gewesen wären. Und die Bauunternehmer hätten dann 

diese Positionen in nur eine Position umrechnen müssen. Das habe dann 

zu Unklarheiten und Schwierigkeiten bei der genauen Berechnung der Po-

sitionen geführt. Bei den Positionen seien dann auch die äusseren Um-

stände (Lage der Baustelle in den Bergen) mitberücksichtigt worden, was 

dann wiederum zu Diskussionen geführt habe. Die Frage sei gewesen, wie 

man diese einzelnen Positionen wertmässig beziffere. Es sei darüber ge-

sprochen worden, was man genau berechnen müsse und was sich deshalb 

auch in der Ausschreibung der Positionen niederschlagen sollte. Es sei um 

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die genaue Berechnung der Position gegangen. Sie hätten einzeln heraus-

filtern müssen, welche Arbeit wie viel kosten würde und dies dann in die 

finale Position aufnehmen müssen (act. IV.004, Rz. 39 ff.). 

Dies seien die zwei Hauptaufgaben gewesen, weshalb sie zusammenge-

kommen seien. Früher, in den 1920er und 1930er Jahren, hätten Baumeis-

ter, Architekt und Bauunternehmer noch zusammengearbeitet. Heute 

würde der Architekt gegen den Unternehmer arbeiten, genauso der Inge-

nieur. Und sie als Bauunternehmer hätten einfach sichergehen wollen, 

dass sie nicht «über den Tisch gezogen werden» (act. IV.004, Rz. 54 ff.). 

G._____ (damaliger Submissionsleiter) gab weiter zu Protokoll, er glaube 

die Arbeit als Berechnungsleiter noch bis circa 2004 ausgeführt zu haben. 

Niemand habe seine Aufgabe weitergeführt. Die Bauunternehmer hätten 

sich nicht darauf einigen können, diese Gespräche fortzuführen. Falls je-

mand bilaterale Gespräche gewünscht hätte, hätten sie diese selber orga-

nisieren können. Er (G._____) habe noch bis circa 2009/2010 Kontakt zum 

GBV gehabt. Auf Vorhalt der Liste «Bauprojekte IBA 2006, 25-0035 II/» 

räumte G._____ (damaliger Submissionsleiter) ein, er habe sich vorhin mit 

der Jahresangabe (Tätigkeit als Berechnungsleiter bis 2004) getäuscht. Es 

sei dies eine Liste, welche Anfang Saison (circa Januar/Februar) erstellt 

worden sei und wo sie versucht hätten, die Projekte im Unterengadin und 

Samnaun aufzulisten, um zu sehen, welche es alle gebe. Die Informatio-

nen dazu hätten sie aus dem Amtsblatt oder dem Gemeindeblatt gehabt. 

Bei dieser Versammlung Anfang Jahr seien die anderen gefragt worden, 

ob sie noch Kenntnis von anderen Projekten hätten. Sie hätten dann auch 

versucht, die ungefähren Bausummen zu beziffern. Aber das seien teil-

weise sehr schwierige Diskussionen gewesen. Es sei bei dieser Bespre-

chung erörtert worden, wer Interesse an welchen Projekten habe, was sie 

dann mit Kreuzen festgehalten hätten. Es sei dann versucht worden, bei 

diesen Besprechungen die jeweiligen Hauptinteressenten für ein bestimm-

tes Projekt festzustellen. Wenn dann einer der Unternehmer sein Interesse 

bekundet habe, habe dies auch direkt bedeutet, dass er «den Pickel rein-

hauen will». Das heisse, dass dieser Bauunternehmer den Preis ernsthaft 

berechnet habe (act. IV.004, Rz. 59 ff.). 

Die mit einem Kreis umrundeten «X» auf der Liste würden ein sehr starkes 

Interesse des jeweiligen Bauunternehmers bedeuten. Das bedeute aber 

nicht, dass das immer die billigste Offerte gewesen sei. Es sei in diesen 

Runden teilweise stark um die einzelnen Projekte gekämpft worden. Die 

Konkurrenz zu den einzelnen Projekten sei somit bestehen geblieben, 

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auch wenn ein Bauunternehmer sein starkes Interesse gezeigt habe. Sol-

che Listen seien immer vor der Saison erstellt worden. Er (G._____) wisse 

nicht, ob nach 2006 auch noch solche Listen erstellt worden seien. Nach 

seiner Tätigkeit als Berechnungsleiter habe er damit nichts mehr zu tun 

gehabt (IV.004, Rz. 103 ff.). Es habe kein Preisdiktat gegeben. Es könne 

sein, dass ein Interessent seinen Angebotspreis «auf den Tisch legte». Ob 

aber ein anderer darunter gegangen sei oder darüber, habe man erst spä-

ter gewusst. Und das Spiel, dass immer der Erste auch das Projekt bekom-

men habe, habe auch nicht funktioniert (act. IV.004, Rz. 121 ff.). 

21.14 A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG 

sowie VRP der Bezzola Denoth AG) bemerkte anlässlich des Parteiverhörs 

der Foffa Conrad AG vom 31. Oktober 2012 auf Vorhalt der Liste «Baupro-

jekte IBA 2006, 25-0035 II/», im Jahr 2006 sei vermutlich das letzte Mal 

eine solche Liste erstellt worden. Danach habe es keine Berechnungssit-

zungen mehr gegeben. Zumindest bis vor Kurzem seien die Mitglieder des 

GBV verpflichtet gewesen, ihre Offerten zu melden. Dann habe der GBV 

eine Liste der angemeldeten Bauunternehmer erstellt. Der GBV habe dann 

sogenannte Berechnungsleiter gehabt, mit welchen die Unternehmen sich 

darauf getroffen hätten. Bei diesen Sitzungen sei versucht worden, die Auf-

träge vernünftig zu verteilen. Eine Einigung sei in den seltensten Fällen 

erzielt worden, da immer mehrere Bauunternehmen Interesse an einem 

Projekt gehabt hätten. Es habe sogenannte Berechnungsverfahren gege-

ben, bei welchen jeder seine berechnete Summe dem Berechnungsleiter 

habe abgeben müssen. Die Summen seien dann zusammengezählt und 

der Durchschnitt ermittelt worden. Anhand dessen sie eine Rangliste er-

stellt worden, wobei dasjenige Unternehmen auf dem ersten Rang gestan-

den habe, welches mit seiner Offerte am nächsten am Mittelwert gelegen 

habe. Dies habe zur Folge gehabt, dass ein Unternehmen, welches bei-

spielsweise 5 % tiefer als der Mittelwert gewesen sei, «geklappt» wurde. 

Den Unternehmen sei dann vom Berechnungsleiter die Eingabesumme zu-

gestellt worden, die sie eingeben sollten. Wer sich nicht daran gehalten 

habe, sei auch vom GBV gebüsst worden. Zweck dieser Berechnungsver-

fahren sei gewesen, richtig zu kalkulieren und Dumpingpreise zu verhin-

dern. Solche Berechnungsverfahren hätten sie bis 2006 gemacht. Falls es 

sehr grosse Unterschiede bei vergleichbaren Objekten von Region zu Re-

gion gegeben hätte, wäre dies den Bauherren der öffentlichen Hand auf-

gefallen und sie hätten dementsprechend reagiert. Dies sei aber nicht pas-

siert. Es sei nicht darum gegangen, die Preise zu erhöhen, sondern ver-

nünftige Preise zu erhalten und die Arbeit vernünftig zu verteilen 

(act. IV.002, Rz. 99 ff.). 

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Seite 40 

Gemäss A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad 

AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) haben diese Sitzungen nach 2006 

nicht mehr stattgefunden, weil sich die Bauunternehmer nicht mehr hätten 

einigen können. Auch habe der Druck von aussen (Offerten aus Davos, 

Chur etc.) zugenommen. Das habe dazu geführt, dass keine solchen Sit-

zungen und erst recht keine systematischen Preisabsprachen mehr statt-

gefunden hätten (act. IV.002, Rz. 123 ff.). Anlässlich der mündlichen Er-

gänzung der Bonusmeldung vom 12. November 2012 (act. IX.C.5) wieder-

holte A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG 

sowie VRP der Bezzola Denoth AG) seine Aussage, wonach es seit 2007 

nicht mehr zu systematischen Absprachen gekommen sei.  

21.15 Anlässlich der mündlichen Ergänzung der Selbstanzeige der Foffa 

Conrad AG und der Bezzola Denoth AG vom 18. August 2015 beschrieb 

A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG sowie 

VRP der Bezzola Denoth AG) die Vorversammlungen wie folgt: Man habe 

den Markt analysiert. Man habe versucht zu erfassen, wann welche Bau-

projekte ausgeschrieben würden. Ferner habe man geschaut, welche Inte-

ressen bestanden hätten und wie Beziehungen ausgestaltet gewesen 

seien. Dann habe man versucht, die Bauprojekte aufzuteilen und «dass zu 

fairen Preisen angeboten wurde». Es sei auch vorgekommen, dass es 

nicht funktioniert habe und dann habe jeder gemacht, was er wolle 

(act. IX.C.50, Rz. 54 ff.). 

Die Vorversammlungen hätten dazu gedient, sich über Zuteilung und Preis 

zu einigen. Ein Berechnungsverfahren sei an einer Vorversammlung nur 

dann durchgeführt worden, wenn man sich preislich nicht einigen konnte. 

Der Zweck, sich zu einigen, sei bis zur Abschaffung der Vorversammlungen 

derselbe geblieben. Sonst hätte man ja nicht zusammenkommen müssen 

(act. IX.C.50, Rz. 214 ff.). Mit den Vorversammlungen im Jahr 2007 und 

2008 habe man beabsichtigt, «die Ziele, die man vorher hatte, weiterhin zu 

erreichen». Es sei aber immer schwieriger geworden. Es habe viele Einge-

bende gegeben, die damals nicht an Vorversammlungen teilgenommen 

hätten. Diese Vorversammlungen seien jeweils nicht zielführend gewesen 

(act. IX.C.50, Rz. 263 ff.). 

Solche systematischen Vorversammlungen habe es im Unterengadin bis 

ins Jahr 2006 gegeben. Anfangs 2007 habe man es noch versucht und es 

habe noch einige Vorversammlungen gegeben, aber man habe sich nicht 

mehr gefunden. Die Uneinigkeit sei dann zu gross gewesen und man habe 

die Vorversammlungen abgeschafft (act. IX.C.50, Rz. 66 ff.). 

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Seite 41 

M._____ (ehemaliger Angestellter der Frars Buchli und Mitinhaber der 

Fabio Bau GmbH) habe an den Vorversammlungen teilgenommen. Auch 

die Koch AG Ramosch sei teilweise an den Vorversammlungen vertreten 

gewesen. N._____ (damaliges Mitglied der Geschäftsführung der Kollek-

tivgesellschaft Gebr. Koch und Zuständiger für sämtliche Verwaltungsauf-

gaben der Koch AG Ramosch [UID: CHE-106.070.287]) habe jeweils die 

Koch AG Ramosch vertreten. Vertreter der Bauherrschaft hätten in der Re-

gel nicht an den Vorversammlungen teilgenommen. Dies wäre möglich ge-

wesen, vor allem hinsichtlich der Klärung von verfahrenstechnischen Fra-

gen oder bezüglich Termine. Dies sei allerdings eher theoretisch 

(act. IX.C.50, Rz. 98 ff.).  

21.16 A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG 

sowie VRP der Bezzola Denoth AG) bestätigte anlässlich der mündlichen 

Ergänzung zur Selbstanzeige vom 23. und 27. Mai 2016, dass er betref-

fend das Jahr 2007 für etwa drei Vorversammlungen entschädigt worden 

sei. Der GBV schreibe «Submittentenversammlung» für Vorversammlun-

gen (act. VII.B.8, Rz. 85 ff. und Rz. 107 ff.). Auf die Frage, welchen Zweck 

die von ihm (A._____) im Jahr 2007 geleiteten Vorversammlungen gehabt 

hätten, führte A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Con-

rad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) aus: «Die Vorversammlungen 

hatten immer den gleichen Zweck. Man versuchte, die Interessen abzuwä-

gen und die Aufträge vernünftig untereinander zu verteilen. Man sprach 

darüber, wer ein grosses Interesse an einem Auftrag hat und wer nicht. 

Wenn zwei ein grosses Interesse hatten, war das Ergebnis schon klar» 

(act. VII.B.8, Rz. 85 ff.).  

A._____ bestätigte seine Protokollaussagen anlässlich der mündlichen Er-

gänzung der Selbstanzeige vom 18. August 2015, wonach die Vorver-

sammlungen dazu gedient hätten, sich über Zuteilung und Preis zu einigen 

und dass dieser Zweck der Vorversammlungen bis zu deren Abschaffung 

bestanden hätte, ansonsten man ja nicht hätte zusammenkommen müs-

sen (act. VII.B.8, Rz. 127 ff.). Es sei Sache der Unternehmen gewesen, 

wenn sie, wie hier im Unterengadin, teilweise über die Grenzen des Lega-

len hinaus Vorversammlungen durchführten. Der GBV habe klar gesagt, 

was legal sei und was nicht. Die Unternehmen hätten dies zur Kenntnis 

genommen. Der GBV habe aber nicht Polizist gespielt (act. VII.B.8, 

Rz. 146 ff.). 

Er (A._____) könne nicht mehr genau sagen, ob die Lazzarini AG an den 

Vorversammlungen teilgenommen habe, über die er im Jahr 2007 dem 

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Seite 42 

GBV Bericht erstattet habe. Wenn die Lazzarini AG eingeladen gewesen 

sei, habe sie sehr wahrscheinlich auch teilgenommen (act. VII.B.8, 

Rz. 163 ff.). An anderer Stelle führte A._____ (damaliger VRP und Ge-

schäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) 

hingegen aus, die Lazzarini AG habe in den Jahren 2007 und 2008 an Vor-

versammlungen teilgenommen. Die Lazzarini AG sei ein Unternehmen, 

welches sich an Anstandsregeln und Ordnungen halte. Auf den Einladun-

gen zu Vorversammlungen im Jahr 2007 erscheine F._____. Deswegen 

gehe er (A._____) davon aus, dass F._____ an den Vorversammlungen 

teilgenommen habe. F._____ sei im Jahr 2007 dreimal zu einer Vorver-

sammlung eingeladen gewesen. Er (A._____) sei sich auch ganz sicher, 

dass C._____ an Vorversammlungen im Unterengadin teilgenommen 

habe. Er habe C._____ gesehen. A._____ bemerkte weiter, dass ihm kein 

offizielles Schreiben bekannt sei, wonach die Lazzarini AG nicht mehr an 

Vorversammlungen teilnehmen würde. Es könne sein, dass «Lazzarini» 

auch mal erzürnt anrief oder eine E-Mail schrieb und sagte, dass sie nicht 

mehr teilnehmen werden. Aber dies sei im Affekt gewesen und anschlies-

send hätten sie wieder an Vorversammlungen teilgenommen (act. VII.B.8, 

Rz. 253 ff.). 

Für die Koch AG Ramosch habe N._____ (damaliges Mitglied der Ge-

schäftsführung der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch und Zuständiger für 

sämtliche Verwaltungsaufgaben der Koch AG Ramosch [UID: CHE-

106.070.287]) im Jahr 2007 an Vorversammlungen teilgenommen 

(act. VII.B.8, Rz. 172 ff. und Rz. 235 ff.). Für das Jahr 2008 könne er nicht 

mit Sicherheit sagen, dass die Koch AG Ramosch an Vorversammlungen 

teilgenommen habe (act. VII.B.8, Rz. 225 ff.). Er (A._____) könne nicht 

nachvollziehen, weshalb N._____ (damaliges Mitglied der Geschäftsfüh-

rung der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch und Zuständiger für sämtliche 

Verwaltungsaufgaben der Koch AG Ramosch [UID: CHE-106.070.287]) 

ausgesagt habe, dass er nie an einer Vorversammlung teilgenommen 

habe. N._____ (damaliges Mitglied der Geschäftsführung der Kollektivge-

sellschaft Gebr. Koch und Zuständiger für sämtliche Verwaltungsaufgaben 

der Koch AG Ramosch [UID: CHE-106.070.287]) habe an Vorversammlun-

gen teilgenommen. Er (A._____) habe N._____ (damaliges Mitglied der 

Geschäftsführung der Kollektivgesellschaft Gebr. Koch und Zuständiger für 

sämtliche Verwaltungsaufgaben der Koch AG Ramosch [UID: CHE-

106.070.287]) an einer Vorversammlung gesehen (act. VII.B.8, 

Rz. 241 ff.). M._____ (ehemaliger Angestellter der Frars Buchli und Mitin-

haber der Fabio Bau GmbH) habe im Jahr 2007 an Vorversammlungen für 

die Fabio Bau GmbH teilgenommen (act. VII.B.8, Rz. 181 ff.). Er (A._____) 

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sei sich auch sicher, dass die Fabio Bau GmbH im Jahr 2008 an Vorver-

sammlungen teilgenommen habe. Er (A._____) habe M._____ (ehemali-

ger Angestellter der Frars Buchli und Mitinhaber der Fabio Bau GmbH) an 

Vorversammlungen ab 2007 gesehen (act. VII.B.8, Rz. 203 ff.). Er 

(A._____) könne nicht mit Sicherheit sagen, ob die Koch AG Ramosch je-

mals bekannt gegeben habe, dass sie nie mehr an Vorversammlungen teil-

nehmen werde; dies könne sein. 

In seinen Jahresberichten als Sektionspräsident Unterengadin und Müns-

tertal habe er (A._____) geschrieben, dass in den Jahren 2007 und 2008 

im Unterengadin keine Vorversammlungen mehr durchgeführt worden 

seien. Dies müsse er insofern präzisieren, als man mehrere Sitzungen 

durchgeführt habe, doch seien sie nach seinem Wissen nicht erfolgreich 

gewesen, da die Sitzungen kein Ergebnis gebracht hätten. Man habe sich 

darauf geeinigt, sich nicht gegenseitig zu unterstützen (act. VII.B.8, 

Rz. 102 ff.). Soweit er (A._____) sich erinnern könne, sei es an den Vor-

versammlungen der Jahre 2007 und 2008 nicht mehr zu einer Einigung 

gekommen (act. VII.B.8, Rz. 123 f.). 

Mit Bezug auf die Agenden von G._____ (damaliger Submissionsleiter) der 

Jahre 2006 bis 2008 (act. III.R.5, III.R.6 und III.R.7) bemerkte A._____ (da-

maliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Be-

zzola Denoth AG), im Jahr 2006 habe man noch eine gewisse Systematik 

bei den Vorversammlungen gehabt. Da habe die Agenda von G._____ (da-

maliger Submissionsleiter) auch noch viele Einträge. 2007 habe es weni-

ger Einträge. Er (A._____) stelle fest, es habe auch viele Einträge mit 

«Mü». «Mü» heisse Müstair, «Sc» heisse Scuol und «ZE» heisse Zernez. 

Bei Einträgen mit «Sc» handle es sich mehrheitlich um Vorversammlungen 

in Scuol. Er (A._____) nehme an, dass es sich bei Einträgen mit «ZE» um 

Vorversammlungen in Zernez handle. Es könne sein, dass der Eintrag 

«2x» sich auf eine «Doppelsitzung» entsprechend dem Spesenreglement 

des GBV beziehe. Durchstreichungen von Einträgen würden wohl bedeu-

ten, dass die betreffenden Sitzungen abgesagt worden seien. Er (A._____) 

nehme an, dass die Einträge in den Agenden der Jahre 2006 bis 2008 den 

unter der Leitung von G._____ im Unterengadin durchgeführten Vorver-

sammlungen entsprächen (act. VII.B.8, Rz. 313 ff.). 

Zweck der Vorversammlung «Doppelstall-Neubau Ernst Mayer und Andri 

Caviezel, Tschlin» vom 1. Februar 2007 (act. III.D.013) sei zu schauen ge-

wesen, wer Interesse an diesen Arbeiten hat. Wenn möglich habe man 

schauen wollen, wer diese Arbeiten ausführen soll (act. VII.B.8, 

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Rz. 385 ff.). Zweck der Vorversammlung «An- und Umbau Chasa Felix, 

Scuol» vom 29. März 2007 (act. III.D.046) sei gewesen, sich zu einigen, zu 

welchem Preis die Unternehmen die Baumeisterarbeiten eingeben sollten. 

Im konkreten Projekt hätte es zu viele Interessenten gehabt, da hätten sie 

wahrscheinlich keine Einigung erzielt (act.  VII.B.8, Rz. 486 ff.). Betreffend 

«Bezza Chaps Gronds, 3. Etappe» habe ebenfalls eine Vorversammlung 

stattgefunden (vgl. Einladung vom 11. April 2006, act. III.D.030). Die ent-

sprechenden Teilnehmer hätten ihre kalkulierten Eingabesummen wohl so 

bekannt gegeben. Und dann habe man wohl gesagt, dass man so einge-

ben werde (act. VII.B.8, Rz. 520 ff.). Es sei relativ oft vorgekommen, dass 

– wie vorliegend – nicht sämtliche Firmen an den Vorversammlungen an-

wesend gewesen seien, die schliesslich eingegeben hätten. In solchen Fäl-

len sei es nicht möglich oder sehr unwahrscheinlich gewesen, sich zu eini-

gen (act. VII.B.8, Rz. 583 ff.). 

A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG sowie 

VRP der Bezzola Denoth AG) führte weiter aus, die Zeblas Bau AG Sam-

naun habe solange an den Vorversammlungen teilgenommen, wie sie or-

ganisiert worden seien. O.__