# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bfecbda7-7338-511f-a004-6748e0aa3f1c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 11.12.2018 LC180032
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC180032_2018-12-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: LC180032-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Oberrichter Dr. P. Higi sowie  

Gerichtsschreiberin Dr. M. Isler 

Beschluss und Urteil vom 11. Dezember 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagter/Gesuchsteller und Berufungskläger 

 

gegen 

 

B._____, 
Klägerin/Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

betreffend Ehescheidung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Horgen 
vom 6. Juli 2018; Proz. FE150098 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren der Klägerin: 
(act. 98 S. 2) 

"1.  Die am tt. Januar 1993 geschlossene Ehe der Parteien sei gemäss 
Art. 114 ZGB zu scheiden. 

 2. Es seien gegenseitig keine Ehegattenunterhaltsbeiträge zuzusprechen. 

 3.  Es sei der gemeinsame Anwalt in Kanada (C._____) anzuweisen, das dort 
vorhandene Depot aufzulösen und den Nettoerlös aus dem Hausverkauf 
hälftig an die Parteien zu verteilen. 

 4.  Es sei der Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau noch zu bestimmende Ge-
genstände des Hausrates herauszugeben, die Ehefrau behält sich die ge-
naue Bezeichnung noch vor. 

 5.  Es sei der Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau für das von ihm übernom-
mene Mobiliar, für rückständige Kinderzulagen und für sonstige Forderungen 
CHF 37'000.– zu bezahlen, eine Mehrforderung wird nach Einsicht in die 
vollständigen Unterlagen des Ehemannes vorbehalten. 

 6.  Es sei der Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau für sein Land und seine 
Liegenschaft in F._____ [EU-Land] einen Ausgleichsbetrag von CHF 1.– zu 
bezahlen, die Ehefrau behält sich eine Mehrforderung nach Einsicht in die 
vollständigen Unterlagen des Ehemannes ausdrücklich vor. 

 7.  Es seien die Ehegatten ansonsten für güterrechtlich auseinandergesetzt zu 
erklären. 

 8. Es sei auf eine Teilung der ehezeitlichen Pensionskassenguthaben zu ver-
zichten. 

 9. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Ehemannes." 

 
Anträge des Beklagten: 

(act. 106 S. 2) 

"1. Es seien die Anträge der Klägerin abzuweisen. 

 2. Es sei die am tt. Januar 1993 geschlossene Ehe der Parteien zu scheiden. 

 3. Es sei die Klägerin zu verpflichten, dem Beklagten einen angemessenen  
monatlichen Unterhaltsbeitrag ab 1. Dezember 2016 in Höhe von mindestens 
Fr. 5'942.50, zahlbar jeweils im Voraus, auf den ersten eines jeden Monats zu 
bezahlen. 

 4. Es seien die Ehegatten güterrechtlich auseinanderzusetzen. Es sei die Ehefrau 
zu verpflichten, dem Ehemann mindestens Fr. 1'000.– aus Güterrecht zu be-
zahlen.  

 5. Es seien die während der Ehe erworbenen Pensionskassenguthaben gemäss 
Gesetz zu teilen. 

- 3 - 

 6. Die Stellung weiterer Anträge wird ausdrücklich vorbehalten. 

 7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Ehefrau." 

 

 
Gemeinsame Schlussanträge der Gesuchsteller: 

(Prot. S. 50 sinngemäss) 

Die von den Gesuchstellern unter Mitwirkung des Gerichts geschlossene Vereinba-
rung vom 1. Juni 2018 sei zu genehmigen. 

 
 
 

Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 6. Juli 2018: 

1. Die Ehe der Gesuchsteller wird geschieden. 

2. Die nachfolgende Vereinbarung der Gesuchsteller über die Scheidungsfolgen vom 
1. Juni 2018 wird genehmigt. Sie lautet wie folgt: 

"1. Scheidung 
Die Parteien beantragen dem Gericht gemeinsam die Scheidung ihrer Ehe im Sinne 
von Art. 112 ZGB. 

 2. Nachehelicher Unterhalt 
Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, dem Gesuchsteller persönlich ab Rechtskraft 
des Scheidungsurteils für die Dauer von 3 Monaten nachehelichen Unterhalt im Sinne 
von Art. 125 ZGB von je CHF 5'840.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus je-
weils auf den Ersten eines jeden Monats. 

 3. Berufliche Vorsorge 

Ausgleichsanspruch aus den schweizerischen Vorsorgeguthaben 
Zum Ausgleich der während der Ehe erworbenen Austrittsleistungen beantragen die 
Parteien dem Gericht gemeinsam, die Pensionskasse der Gesuchstellerin anzuwei-
sen, von ihrem Vorsorgekonto bei der D._____, … [Adresse] (AHV-Nr. …) den Betrag 
von CHF 115'581.10, zuzüglich Zins ab 19. Mai 2015 zu welchem das Guthaben der 
Gesuchstellerin verzinst wird, auf das Freizügigkeitskonto des Gesuchstellers bei der 
Stiftung E._____, Freizügigkeitskonten, … [Adresse]  (AHV-Nr. …) zu überweisen. 

Entschädigungsanspruch aus den kanadischen Vorsorgeguthaben 
Die Gesuchsteller halten fest, dass der Gesuchsteller einen Ausgleichsanspruch aus 
den kanadischen Vorsorgeguthaben der Gesuchstellerin im Sinne von Art. 124e  
Abs. 1 ZGB hat. 

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Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, dem Gesuchsteller CHF 6'218.– als Entschädi-
gung auf ein noch zu bezeichnendes Konto des Gesuchstellers zu überweisen, zahl-
bar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsurteils. 

 4. Güterrecht 

Liegenschaft in Kanada 
Die Gesuchsteller verpflichten sich zur Teilung des Nettoverkaufserlöses der Liegen-
schaft 1 … [Adresse] in Kanada. Die Gesuchsteller verpflichten sich, die notwendigen 
Mitwirkungshandlungen zu leisten, damit der Notar C._____, … [Adresse in Kanada], 
entsprechend angewiesen werden kann, den Nettoerlös auf dem Sperrkonto je zur 
Hälfte auf ein von den Gesuchstellern noch zu bezeichnendes Konto zu überweisen. 

Herausgabe persönlicher Gegenstände 
Der Gesuchsteller verpflichtet sich, der Gesuchstellerin sämtliche von ihr gemalten 
Bilder, die sich in der ehemals ehelichen Wohnung in G._____ [Gemeinde in Zürich] 
befinden, mit Ausnahme derjenigen die sie H._____ geschenkt hat, herauszugeben. 

Der Gesuchsteller gewährt der Gesuchstellerin nach gegenseitiger Vereinbarung Zu-
tritt zur ehemals ehelichen Wohnung, um die Familienfotoalben zu suchen und gege-
benenfalls mitzunehmen. 

Der Gesuchsteller ist berechtigt, sich vorab Kopien sämtlicher Fotos zu machen. 

Ausgleichszahlung 
Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, dem Gesuchsteller zur Abgeltung seiner güter-
rechtlichen Ansprüche eine Ausgleichszahlung in der Höhe von CHF 105'496.– zu 
bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Auszahlung des Verkaufserlöses aus dem 
Hausverkauf in Kanada. 

Weitere güterrechtliche Regelungen 
Die Parteien verpflichten sich, den aktuellen Saldo des gemeinsamen Kontos bei der 
I._____ (Konto-Nr. 1) hälftig zu teilen. Die Parteien verpflichten sich, nach der Teilung 
des Saldos das Konto zu schliessen. 

Die Parteien verpflichten sich, ihre Zustimmung zur Auszahlung der Gelder des  
J._____ Trust an die berechtigten Kinder zu erteilen. Des Weiteren verpflichten sie 
sich, den Saldo per 19. Mai 2015 des Trustplans ..., mithin CAD 2'893.–, hälftig auf-
zuteilen. 

Im Übrigen behält jede Partei vom ehelichen Vermögen, was sie derzeit besitzt oder 
auf ihren Namen lautet.  

Die Schulden verbleiben im internen Verhältnis bei derjenigen Partei, auf welche sie 
lauten.  

 5. Saldoklausel 
Mit Vollzug dieser Vereinbarung sind die Parteien in ehe-, scheidungs- und güter-
rechtlicher Hinsicht vollständig auseinandergesetzt.  

- 5 - 

 6. Kosten- und Entschädigungsfolgen 
Die Parteien übernehmen die Gerichtskosten je zur Hälfte und verzichten gegenseitig 
auf eine Parteientschädigung. 

Verlangt eine Partei die Begründung des Scheidungsurteils, trägt sie die dadurch ent-
stehenden Mehrkosten allein. 

 7. Widerrufsvorbehalt 
Diese Vereinbarung tritt in Kraft, sofern sie nicht von einer Partei bis spätestens 
25. Juni 2018 schriftlich widerrufen wird." 

3. Die D._____, … [Adresse], wird angewiesen, mit  
Rechtskraft des Scheidungsurteils vom Vorsorgekonto der Gesuchstellerin  
(B._____, AHV-Nr. …) CHF 115'581.10, zuzüglich Zins  
ab 19. Mai 2015 zu welchem das Guthaben der Gesuchstellerin verzinst wird,  
auf das Freizügigkeitskonto des Gesuchstellers bei der Stiftung E._____, Freizü-
gigkeitskonten, … [Adresse] (A._____, AHV-Nr. …) zu überweisen. 

4. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.00 ; die Barauslagen betragen: 

Fr. 600.00   Dolmetscher 

 
5. Von den Kosten des begründeten Urteils werden der Gesuchstellerin CHF 1'800.– 

und dem Gesuchsteller CHF 3'300.– auferlegt und mit den von ihnen geleisteten 
Vorschüssen von je CHF 1'500.– verrechnet.  

6. Vom gegenseitigen Verzicht der Gesuchsteller auf Parteientschädigung wird 
Vormerk genommen. 

(7. / 8. Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung.) 
 
 
 

Berufungsanträge: 

des Beklagten/Gesuchstellers und Berufungskläger (act. 146 S. 2): 
 

1. Es sei wegen Willensmängel (Art. 289 ZPO) der Scheidungsurteil vom 6. Juli 2018 
(act. 129) mit Begründung vom 24. August 2018 (act. 140, Beilage 1) basierend auf 
die Vereinbarung und das Hauptverhandlungsprotokoll (act.) vom 1. Juni 2018 so zu 
ändern: 

a. Nachehelicher Unterhalt: Es sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuch-
steller einen angemessen monatlichen nachehelichen Unterhaltsbeitrag im Sinne 
von Art. 125 ZGB ab 1. Dezember 2016 und bis Jahresende 2020 (oder früher  

- 6 - 

wenn der Gesuchsteller eine Probezeit in einer festen Anstellung besteht) von je 
CHF 5'840.- zu bezahlen rückwärts bis Rechtskraft des Scheidungsurteils und da-
nach monatlich im Voraus zahlbar jeweils auf den Ersten jedes Monats. Sollte die 
Gesuchstellerin die Gesundheitsversicherung von H._____ nicht mehr bezahlen, er-
höht sich der Unterhalt automatisch um die gleiche Summe. 

b. Güterrecht - Herausgabe persönlicher Gegenstände: Die 3 Paragraphen mit fol-
gendem Satz zu ersetzen: ,Der Gesuchsteller verpflichtet sich, der Gesuchstellerin 
sämtliche von ihren mindestens 23 gemalten und unterschriebenen Bilder (ohne Ti-
teln), die sich in der ehemals ehelichen Wohnung in G._____ befinden (act. 98 - Be-
lage 22), nur nach die Erfüllung aller ihrer Scheidungsurteilsbedingungen herauszu-
geben'. 

c. Güterrecht - Weitere güterrechtliche Regelungen: Der Satz betreffend die Schul-
den so zu ändern / ersetzen: 'Nur die Schulden ab Trennungsdatum vom April 
2013 verbleiben im internen Verhältnis bei derjenigen Partei, auf welche sie lauten.' 

d. Kosten- und Entschädigungsfolgen: Folgender Satz aufzuheben: 'Verlangt eine 
Partei die Begründung des Scheidungsurteils, trägt sie die dadurch entstehenden 
Mehrkosten allein'. 

e. Widerrufsvorbehalt: Ein neues Datum, wenn nötig. 

f. Wenn auch mit der Anwendung a-e oben gerichtlich nötig: Scheidung: 'Die am  
tt. Januar 1993 geschlossene Ehe der Parteien sei gemäss Art. 114 ZGB zu schei-
den.' 

2. Eventualiter (wenn durch Berufungsbeklagte weiter angefochten) sei die Vereinba-
rung vom 1. Juni 2018 und der Scheidungsurteil vom 6. Juli 2018 aufzuheben und 
die Anhörung und Hauptverhandlung inklusive Vergleichsverhandlung mit allen feh-
lenden Beweisen der Berufungsbeklagte gemäss Art. 114 ZGB zu wiederholen 
und/oder weiterzuführen. 

3. Das Hauptverhandlungsprotokoll (act.) vom 1. Juni 2018 als fehlerhaft und ungenü-
gend zu deklarieren und jeweilige Korrekturen, wenn möglich, anzuordnen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbeklagten. 

Erwägungen: 

1. - 1.1 Die Parteien heirateten am tt. Januar 1993 in Kanada, wo sie auch wohn-
ten. Sie haben zwei volljährige gemeinsame Kinder (H._____ und K._____), die 

beide in Kanada zur Welt kamen. Später nahmen die Parteien gemeinsam in der 

Schweiz Wohnsitz. Im April 2013 trennten sie sich. Beide wohnten in G._____, 

von wo die Ehefrau im Juni 2016 nach L._____ ZG umzog. 

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1.2 Im Mai 2015 reichte die Ehefrau ein von den Parteien unterzeichnetes ge-
meinsames Scheidungsbegehren beim Bezirksgericht Horgen, Einzelgericht, ein. 

Die Parteien stellten darin in Aussicht, sie würden über die Nebenfolgen eine se-

parate, umfassende oder Teil-Konvention abschliessen (vgl. act. 2). Dazu kam es 

in der Folge nicht, sondern zu einem Verfahren, in dem die Vertretungsverhältnis-

se der Parteien änderten und viele prozessleitende Anordnungen notwendig wur-

den; zwei Mal wurde auch ergebnislos das Obergericht angerufen. Für Einzelhei-

ten kann auf die Darstellung der Prozessgeschichte im angefochtenen Urteil ver-

wiesen werden (vgl. act. 149 S. 4 - 8). 

 Zur Hauptverhandlung kam es am 1. Juni 2018 (vgl. Vi-Prot. S. 25 ff.). Im 

Anschluss daran führten die Parteien Vergleichsgespräche und schlossen unter 

Mitwirkung des Gerichts eine Vereinbarung über die Scheidungsfolgen (act. 128). 

In deren Ziffer 7 vereinbarten sie einen Widerrufsvorbehalt bis zum 25. Juni 2018 

(vgl. a.a.O., S. 3). Ein Widerruf blieb aus. Am 6. Juli 2018 fällte das Einzelgericht 

sein Urteil und eröffnete es den Parteien in unbegründeter Fassung (vgl. act. 129 

und 131/1 - 2). 

 Mit Eingabe vom 24. August 2018 ersuchte der Ehemann (fortan: der Beru-

fungskläger) um Begründung des Urteils (vgl. act. 138). Die begründete Fassung 

(act. 149 [= act. 140 = act. 147/1]) wurde der Ehefrau (fortan: die Berufungsbe-

klagte) am 24. September und dem Berufungskläger am 1. Oktober 2018 schrift-

lich eröffnet (vgl. act. 141/1 - 2). 

1.3 Daraufhin gelangte der Berufungskläger mit einer auf den 31. Oktober 2018 
datierten und der Post am gleichen Tag übergebenen Rechtsschrift an das Ober-

gericht des Kantons Zürich. Darin erhob er Berufung gegen das Urteil vom 6. Juli 

2018. Weil diese Eingabe nicht unterzeichnet war, wurde ihm eine Nachfrist zur 

Verbesserung des Mangels angesetzt. Fristgerecht reichte er die verbesserte 

Schrift wieder ein (vgl. act. 146). 

 Die Akten des Einzelgerichts sind von Amtes wegen beigezogen worden. 

Über die Berufung kann sogleich entschieden werden, weshalb auf weitere Ver-

fahrensschritte verzichtet wurde. Der Berufungsbeklagten ist lediglich noch ein 

Doppel von act. 146 zusammen mit diesem Entscheid zuzustellen. 

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2. - 2.1 Die Berufung ist innert der Rechtsmittelfrist schriftlich, begründet und mit 
Anträgen versehen beim Berufungsgericht einzureichen. Die Berufung führende 

Partei hat in der Berufungsschrift einzeln vorzutragen, an welchen Mängeln der 

angefochtene Entscheid leidet (Begründungslast; vgl. dazu BGE 138 III 375 oder 

OGer ZH, Urteil LB110049 vom 5. März 2012, E. 1.1 und E. 1.2, je mit Verweisen) 

und wie er ihrer Meinung nach durch das Berufungsgericht genau abgeändert 

werden soll (Antragserfordernis). Neue Tatsachen und Beweismittel können von 

ihr dabei nur noch in den Schranken von Art. 317 ZPO vorgetragen werden, und 

zwar auch in Verfahren, die erstinstanzlich noch der Untersuchungsmaxime sowie 

der Offizialmaxime unterstehen (vgl. dazu auch BGE 138 III 625). 

 An die Begründung der Berufung sowie an das Antragserfordernis werden 

bei Laien keine hohen Anforderungen gestellt. Immerhin muss die Begründung so 

beschaffen sein, dass der loyale und verständige Leser unschwer und eindeutig 

verstehen kann, was am angefochtenen Entscheid falsch sein und wie er abge-

ändert werden soll. Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz Vorgetra-

genen genügen den Anforderungen an eine Begründung daher ebenso wenig wie 

allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid bzw. an den erstinstanzlichen Er-

wägungen. 

 Soweit die Berufung führende Partei hinreichende Beanstandungen vor-

bringt, wendet die Berufungsinstanz das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 

ZPO) und prüft sämtliche Mängel frei und uneingeschränkt – sie ist weder an die 

Argumente der Parteien noch an die Begründung des vorinstanzlichen Entschei-

des gebunden (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.1 m.w.H. sowie ZR 110/2011 Nr. 80). 

Bei der Begründung ihrer Entscheidung darf sie sich auf die wesentlichen Überle-

gungen konzentrieren, von welchen sie sich hat leiten lassen. 

2.2 Die Berufung ist innert der Frist von 30 Tagen gemäss Art. 311 ZPO schrift-
lich, mit Anträgen sowie einer Begründung versehen bei der Kammer eingereicht 

worden. Sie richtet sich gegen ein erstinstanzliches Urteil i.S.v. Art. 308 Abs. 1  

lit. a und Abs. 2 ZPO, in dem auf gemeinsames Begehren der Parteien die Schei-

dung ausgesprochen und eine Regelung der Nebenfolgen in Genehmigung einer 

Vereinbarung der Parteien i.S. der Art. 279 f. ZPO getroffen wurde. Einem Eintre-

ten auf die Berufung steht insoweit nichts entgegen. 

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2.3 Mit den Berufungsanträgen, die diesen Erwägungen vorangestellt sind, wer-
den weder Dispositivziffer 1 (Scheidungspunkt) noch Dispositivziffer 3 (Ausgleich 

bei der beruflichen Vorsorge) ernsthaft in Frage gestellt. Der Berufungskläger will 

die Scheidung (vgl. act. 146 S. 2) und stellt den Eventualantrag 2 nur für den Fall, 

dass die Berufungsbeklagte das Urteil ebenfalls anficht oder eine Anschlussberu-

fung erheben würde (vgl. act. 146 S. 7, dort Ziff. 14, 2. Absatz). Zu dem ist es 

nicht gekommen. Es ist daher vorzumerken, dass das Urteil in den Dispositivzif-

fern 1 und 3 in Rechtskraft erwachsen ist. 

2.4 Mit seinem Berufungsantrag 3 verlangt der Berufungskläger der Sache nach 
eine Berichtigung des Protokolls des Einzelgerichts zur Hauptverhandlung vom 

1. Juni 2018 durch das Berufungsgericht. Für die Berichtigung seines Protokolls 

ist allerdings das Einzelgericht zuständig (vgl. Art. 235 Abs. 3 ZPO), nicht die 

Kammer als Berufungsgericht. Der Berufungskläger macht – auf Grund der Akten 

zu Recht – nicht geltend, er habe das Einzelgericht erfolglos um Berichtigung er-

sucht. Auf den Berufungsantrag 3 ist daher nicht einzutreten. 

3. Der Berufungskläger macht mit seiner Berufung im Wesentlichen zweierlei gel-
tend: Zum einen beruft er sich im Zusammenhang mit dem Abschluss der Schei-

dungsvereinbarung am 1. Juni 2018 auf Willensmängel, nämlich Grundlagenirr-

tum, absichtliche Täuschung und Drohung (vgl. act. 146 S. 4, S. 5, S. 8), insbe-

sondere in Bezug auf den vereinbarten nachehelichen Unterhalt (vgl. a.a.O., S. 6: 

"Sehr stark ist der Willensmangel bei der Verhandlung zum nachehelichen Unter-

halt sichtbar"). Zum anderen macht er geltend, die Vereinbarung hätte vom Ge-

richt auch sonst nicht genehmigt werden dürfen. Er rügt damit eine Verletzung 

des Art. 279 Abs. 1 ZPO. 

3.1 Gemäss Art. 279 Abs. 1 ZPO genehmigt das Gericht die Vereinbarung über 
die Scheidungsfolgen, nachdem es sich davon überzeugt hat, dass die Ehegatten 

sie aus freiem Willen und nach reiflicher Überlegung geschlossen haben und  

sie klar, vollständig und nicht offensichtlich unangemessen ist. Die Genehmi- 

gung nach Art. 279 Abs. 1 ZPO setzt daher auch voraus, dass die Vereinbarung 

gültig zu Stande gekommen ist, ihr Abschluss namentlich weder mit einer absicht-

lichen Täuschung i.S. des Art. 28 OR behaftet war noch die Folge einer Furchter-

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regung i.S. des Art. 29 f. OR oder eines wesentlichen Irrtums einer Partei i.S. des 

Art. 23 f. OR ist (so auch BGer Urteil 5A_683/2014 vom 18. Mai 2015 E. 6. 1). 

 Hat das Gericht die Vereinbarung genehmigt, so kann die Genehmigung  

nur noch auf dem Rechtsmittelweg in Frage gestellt werden (vgl. etwa BGer Urteil 

5A_96/2018 vom 13. August 2018, E. 2.2.3), und es gilt dasselbe daher ebenso 

für Mängel des Zustandekommens der Vereinbarung i.S. der Art. 23 ff. OR. Die 

Behauptungs- und Beweislast für das Vorliegen der Voraussetzungen i.S. der 

 Art. 23 ff. OR trägt die Partei, welche die Vereinbarung nicht gegen sich gelten 

lassen will. Diese Partei trägt im Berufungsverfahren ohnehin die Behauptungs-

last dafür, dass die Genehmigung zu Unrecht erfolgte, weil nicht alle Vorausset-

zungen des Art. 279 Abs. 1 ZPO erfüllt waren. 

3.2 - 3.2.1 Die Rechtsfolge bei einem Mangel im Vertragsschluss i.S. der  
Art. 23 ff. OR ist die sog. einseitige Unverbindlichkeit (und zwar sowohl nach  

der sog. Gültigkeitstheorie wie auch nach der sog. Anfechtungstheorie; vgl. Ein-

zelheiten dazu bei GAUCH/SCHLUEP/SCHMID, Schweizerisches Obligationenrecht, 

Allgemeiner Teil, Bd. I, 10. A., Zürich 2014, Rz. 888 ff.). Das heisst, dass sich 

dann, wenn sich eine Partei zu Recht auf einen solchen Mangel beruft, der Ver-

trag in seiner Gesamtheit keine Wirkungen entfaltet. Das versteht sich vor dem 

Hintergrund der Gestaltungswirkung von Verträgen letztlich von selbst. Bei der 

von den Parteien am 1. Juni 2018 geschlossenen Vereinbarung zu den Nebenfol-

gen ihrer Scheidung verhält es sich nicht anders. 

 Der Berufungskläger macht Mängel i.S. der Art. 23 ff. OR geltend. Er leitet 

daraus allerdings keine Unverbindlichkeit der gesamten Vereinbarung ab, son-

dern lediglich eine punktuelle, nämlich eine Korrektur der Vereinbarung nach sei-

nen Vorstellungen (vgl. act. 146 S. 2; Antrag 1). Das ist nicht möglich, weil es der 

Rechtsfolge der Unverbindlichkeit widerspricht. Der Berufungskläger verlangt mit 

der Berufung insofern Unmögliches bzw. Unzulässiges, und es kann auf die Beru-

fung insoweit nicht eingetreten werden. 

3.2.2 Im Übrigen bliebe die Berufung, soweit mit ihr Mängel i.S. der Art. 23 ff. OR 
geltend gemacht werden, selbst dann erfolglos, wenn auf sie eingetreten werden 

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könnte. Sie wäre vielmehr als sachlich unbegründet abzuweisen, und zwar aus 

folgenden Gründen. 

 Der Berufungskläger macht im Wesentlichen geltend, es liege ein Grundla-

genirrtum oder eine Furchterregung (Drohung) bzw. ungleiche Behandlung der 

Parteien seitens des Gerichts und ein Fall von Täuschung seitens der Berufungs-

beklagten deshalb vor, weil Letztere im Verlauf des einzelgerichtlichen Verfahrens 

nicht alle von ihm als erforderlich erachteten Unterlagen eingereicht habe. Das 

habe das Einzelgericht am 1. Juni 2018 ignoriert (vgl. a.a.O., S. 4). Er habe sich 

sodann am 23./24. Mai 2018 von seiner Rechtsvertreterin trennen müssen, weil 

es in der Zusammenarbeit mit dieser viele Probleme gegeben habe und die Leis-

tungen der Rechtsvertreterin ungenügend gewesen seien (vgl. a.a.O., S. 4 f.). An 

der Hauptverhandlung vom 1. Juni 2018 sei schliesslich ein Novum Plädoyer ein-

gebracht worden und er habe nicht genügend Zeit gehabt, dieses Dokument in 

Ruhe mit ausreichender Zeit zu analysieren. Ohne anwaltliche Unterstützung ha-

be er daher einen Grundlagenirrtum gemacht, der den Gang der Vergleichsge-

spräche und besonders das Thema der Dauer des nachehelichen Unterhalts ne-

gativ beeinflusst habe, was das Einzelgericht stark ausgenutzt habe, um die Ver-

einbarung über die Scheidungsfolgen zu erzielen; aber es habe das auch seine 

Willensmängel wegen Furchterregung (Drohung) verursacht (vgl. a.a.O., S. 5). 

Und der Berufungskläger legt danach dar, was seiner Auffassung nach zu be-

rücksichtigen gewesen wäre usw. (a.a.O., S. 5 f.), und er erhebt Vorwürfe an die 

Adresse der Berufungsbeklagten, welche nach Zustellung des Urteils vom 6. Juli 

2018 bei der Implementierung der Vereinbarung andere Ideen hatte als er (vgl. 

a.a.O., S. 7). 

 Der Berufungskläger legt weder mit diesen Darstellungen noch mit seinen 

weiteren Ausführungen in der Berufungsschrift einen Sachverhalt dar, der einen 

Grundlagenirrtum oder eine Täuschung zu begründen vermöchten. Seine Argu-

mentation läuft nämlich darauf hinaus, dass er am 1. Juni 2018 keine hinreichen-

de Kenntnis über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Berufungsklägerin hatte, 

u.a. weil die Berufungsklägerin nicht die von ihm gewünschten Unterlagen einge-

reicht hatte. Irren kann man sich allerdings nur über Sachverhalte, von denen 

man im Zeitpunkt des Vertragsschlusses keine Kenntnis oder eine falsche Vor-

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stellung hatte. Nicht irren kann man sich hingegen dann, wenn man weiss, dass 

man keine Kenntnis hat, und ebenso wenig kann man daher eine falsche Vorstel-

lung haben und getäuscht werden (vgl. etwa BGE 88 II 427 f.; siehe auch GAUCH/ 

SCHLUEP/SCHMID, a.a.O., Rz. 763: "wer weiss, dass er nichts weiss, irrt nicht"). 

Genau das war am 1. Juni 2018 beim Berufungskläger, wie er selbst dartut, aber 

der Fall: Er wusste, dass er keine – nach seiner Auffassung – hinreichende 

Kenntnis von den wirtschaftlichen Verhältnissen der Berufungsklägerin hatte. 

Raum für einen Grundlagenirrtum i.S. des Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR bleibt daher 

ebenso wenig wie für einen durch Täuschung verursachten Irrtum i.S. des Art. 28 

OR. Und es erübrigt sich deshalb grundsätzlich, auch noch darauf hinzuweisen, 

dass der Beklagte mit der Berufung gar nicht behauptet, er habe mittlerweile die 

einst fehlende Kenntnis erlangt – deshalb kann er gar nicht darlegen, in welchem 

Sachverhalt er sich geirrt haben könnte, geschweige denn in welchem Sachver-

halt, der für die Bemessung der Dauer der nachehelichen Unterhaltsverpflichtung 

der Berufungsbeklagten von Belang sein könnten, um die es ihm vor allem geht 

(vgl. act. 146 S. 6: sehr stark bei der Verhandlung zum nachehelichen Unterhalt; 

vgl. auch a.a.O., S. 7 [Verweis auf act. 106]). 

 Der Berufungskläger trägt in seiner Berufungsschrift auch keinen Sachver-

halt vor, in dem eine Drohung (Furchterregung) i.S. des Art. 29 f. OR erkannt 

werden könnte. Insbesondere wird schon im Ansatz nicht dargetan, was für eine 

unmittelbare und erhebliche Gefahr ihm oder einer ihm nahestehende Person et-

wa an Leib und Leben oder an Ehre oder Vermögen (vgl. Art. 30 Abs. 1 OR) ge-

droht haben könnte, wenn er die Vereinbarung am 1. Juni 2018 nicht oder nicht 

so geschlossen hätte, wie es der Fall war. Eine solche Gefahr ergibt sich – um 

auch das noch zu erwähnen – vor allem auch nicht aus vom Berufungskläger be-

haupteten "Inhalt" der Vergleichsgespräche (vgl. act. 146 S. 6), weshalb offen ge-

lassen werden kann, ob die Darstellung des Inhalts in der Berufungsschrift über-

haupt zutrifft. Entgegen der Meinung des Berufungsklägers ist im Übrigen der In-

halt von Vergleichsgesprächen gerade nicht zu protokollieren (vgl. LEUENBERGER  

[in: Kommentar zur Schweizerischen ZPO, 3. A., Zürich 2018, Art. 235 N 10 f.], 

und TAPPY [in: CPC Commenté, Bâle 2011, Art. 235 N 10], beide unter Hinweis 

auf die Botschaft, ferner etwa PAHUD, in: Dike-Komm-ZPO, 2. A., Zürich / St. Gal-

- 13 - 

len 2016, Art. 235 N 17), weshalb das Einzelgericht am 1. Juni 2018 entspre-

chend korrekt verfuhr (vgl. auch Vi-Prot. S. 50). 

3.3 Der Berufungskläger hält – wie schon vermerkt – auch dafür, die Vereinba-
rung vom 1. Juni 2018 hätte vom Einzelgericht nicht genehmigt werden dürfen.  

Er legt in der Berufungsschrift allerdings nicht fassbar dar, welche der Vorausset-

zungen, die nach Art. 279 Abs. 1 ZPO für eine Genehmigung erfüllt sein müssen, 

am 6. Juli 2018 nicht erfüllt waren. 

3.3.1 Die Vereinbarung der Parteien, die am 1. Juni 2018 geschlossen wurde, 
entspricht im Wesentlichen einem Vergleichsvertrag. Mit einem solchen Vertrag 

legen die daran beteiligten Parteien einen Streit oder eine Ungewissheit über ein 

Rechtsverhältnis mit gegenseitigen Zugeständnissen bei (vgl. etwa BGE 132 III 

740, BGE 130 III 51 f., E. 1.2 mit Verweis auf BGE 105 II 273 E. 3a S. 277;  

BGE 111 II 349 E. 1 S. 350; BGE 121 III 397 E. 2c S. 404 f.). Sie kommen einan-

der m.a.W. gegenseitig entgegen, unter Berücksichtigung von Wünschen und Be-

dürfnissen der anderen Seite und mit Abstrichen an den eigenen Wünschen und 

Bedürfnissen. Stichhaltige Anhaltspunkte dafür, dass es sich beim Abschluss der 

Vereinbarung der Parteien am 1. Juni 2018 anders verhalten hätte, macht der Be-

rufungskläger, dem die Positionen der Berufungsbeklagten im einzelgerichtlichen 

Prozess im Wesentlichen seit der Klagebegründung im Jahr 2017 (vgl. act. 98) 

bekannt waren, nicht geltend. Er übergeht das alles vielmehr. Dem Umstand, 

dass sich später eine der Parteien mit einem ihrer Zugeständnisse schwer tut – 

wie hier der Kläger vor allem in Bezug auf den nachehelichen Unterhalt –, kommt 

daher keine nähere Bedeutung zu, lässt namentlich keinen Rückschluss darauf 

zu, diese Partei habe die Vereinbarung nicht mit freiem Willen abgeschlossen. 

Solche Rückschlüsse fänden überdies auch keine Stütze in den Sachverhalten, 

mit denen der Berufungskläger Mängel im Willen bzw. in seiner Willensbildung 

beim Vertragsschluss begründet. Die Berufung ist daher im hier erörterten Zu-

sammenhang sachlich unbegründet geblieben. Und es bleibt lediglich noch anzu-

fügen, dass der nacheheliche Unterhalt gerade einen zwischen den Parteien strit-

tigen Punkt betrifft, der verglichen und daher nach dem Willen der Parteien end-

- 14 - 

gültig geregelt sein sollte (sog. caput controversum). In solchen Punkten ist eine 

Irrtumsanfechtung ohnehin ausgeschlossen. 

3.3.2 Die Parteien vereinbarten am 1. Juni 2018 eine Widerrufsfrist bis zum  
25. Juni 2018. Der Berufungskläger hatte daher gut drei Wochen Zeit, die Verein-

barung zu prüfen oder fachkundig prüfen zu lassen sowie das "Novum" act. 126 

(vgl. act. 146 S. 5) zu analysieren und in die Prüfung einfliessen zu lassen. Er be-

hauptet mit der Berufung denn auch nicht, er habe in diesen gut drei Wochen kei-

ne Analyse von act. 126 und keine Prüfung der Vereinbarung vorgenommen, 

weshalb als erstellt gelten darf, dass er analysierte und prüfte. Standen ihm aber 

gute drei Wochen zur Verfügung, um zu prüfen und zu überlegen, ob er die Ver-

einbarung einhalten wolle, und machte er danach von seinem Widerrufsrecht kei-

nen Gebrauch, bestand am 6. Juli 2018 kein irgendwie begründeter Anlass anzu-

nehmen oder gar zu erkennen, es habe an einer reiflichen Überlegung gefehlt. 

Und es wäre das auch heute – so es darauf noch ankommen müsste – nicht er-

sichtlich. Die Berufung ist in diesem Punkt sachlich offensichtlich unbegründet 

geblieben. 

 Der Berufungskläger legt überdies nicht dar, inwiefern die Vereinbarung un-

vollständig oder unklar sein soll. Er benennt nichts, was fehlt, bezeichnet keine 

Unklarheit, welche eine Nichtgenehmigung verlangt hätte. Mit seinem Antrag 1 

(vgl. da vor allem lit. a - c) und dessen Begründung will er vielmehr eine nachträg-

liche inhaltliche Änderung des Vereinbarten nach seinen Vorstellungen und zu 

seinem finanziellen Vorteil bei den Gerichtskosten. Damit wird die Berufung aller-

dings in diesen zwei Punkten offenkundig noch nicht begründet. Mit dem Beru-

fungsantrag 1 lit. e verlangt der Berufungskläger zudem Unmögliches bzw. Unzu-

lässiges. Die Frist für den Widerruf des am 1. Juni 2018 Vereinbarten ist unbe-

nutzt verstrichen; das war Voraussetzung dafür, dass das Einzelgericht die Ver-

einbarung genehmigen konnte. Im Berufungsverfahren, mit dem die gerichtliche 

Genehmigung in Frage gestellt wird, kann daher nicht mehr darauf zurückge-

kommen werden. Auf die Berufung ist insoweit gar nicht einzutreten. 

3.3.3 Das Einzelgericht begründete die Angemessenheit der Vereinbarung mit 
den Bedürfnissen sowie Interessen beider Parteien und erwähnt namentlich in 

- 15 - 

Bezug auf den nachehelichen Unterhalt auch, es seien in der Vereinbarung eben-

falls die gelebten Verhältnisse berücksichtigt worden (vgl. act. 149 S. 10 f.). Zu-

treffend verwies es damit darauf, dass sich die Angemessenheit einer Vereinba-

rung zu den Nebenfolgen der Scheidung an den Bedürfnissen und Interessen 

beider Parteien zu orientieren hat, sowie an den von den Parteien gelebten Ver-

hältnissen. Der Berufungskläger übergeht das in seiner Berufungsschrift. Er hebt 

hingegen hervor, der von ihm schon in der Klageantwort gegen Ende 2017 bean-

tragte nacheheliche Unterhalt entspreche seiner Situation und seinen Bedürfnis-

sen. Und verlangt heute vor allem in Abänderung der Vereinbarung mit dem Beru-

fungsantrag 1 lit. a, was er schon vor dem Einzelgericht einst wollte (vgl. act. 146 

S. 7). Mit dem Abstellen auf bloss die eigenen Bedürfnisse bzw. Interessen und 

dem Übergehen der Bedürfnisse bzw. Interessen der Berufungsbeklagten ist eine 

offensichtliche Unangemessenheit der Vereinbarung vom 1. Juni 2018 indes noch 

nicht im Ansatz dargetan, zumal eine solche – käme es noch darauf an – auch 

nicht auf der Hand liegen würde. Die Berufung erweist sich daher ebenfalls in die-

sem Punkt als offensichtlich unbegründet. Soweit mit ihr die Genehmigung der 

Vereinbarung durch das Einzelgericht in Frage gestellt wird, ist die Berufung folg-

lich, soweit auf sie überhaupt eingetreten werden kann, gänzlich unbegründet ge-

blieben und daher insoweit abzuweisen. 

3.4 Stichhaltige Anhaltspunkte, die Anlass bieten könnten, vom Ergebnis abzu-
weichen, das in den vorstehenden Erwägungen gezeichnet wurde, liegen nicht 

vor. Die Berufung ist daher insgesamt abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist. 

Das führt zur Bestätigung von Dispositivziffer 2 des angefochtenen Urteils. 

4. Das einzelgerichtliche Kostendispositiv (Dispositivziffern 4 - 6) wird im Quanti-
tativ mit der Berufung richtigerweise nicht beanstandet. Im Übrigen entspricht die 

Kostenverlegung dem von den Parteien Vereinbarten, das – wie vorhin gesehen – 

Bestand hat. Mit Dispositivziffer 6 des angefochtenen Urteils befasst sich der Be-

rufungskläger ohnehin nicht näher. Es ist das angefochtene Urteil daher auch in 

diesen Punkten zu bestätigen. 

 Der Berufungskläger unterliegt im Berufungsverfahren vollständig. Diesem 

Ausgang entsprechend sind ihm die zweitinstanzlichen Gerichtskosten aufzuerle-

- 16 - 

gen (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen, 

dem Berufungskläger nicht, weil er unterliegt, der Berufungsbeklagten nicht, weil 

ihr keine Umtriebe entstanden sind, die es zu entschädigen gölte. 

 Die Entscheidgebühr ist gestützt auf § 4 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG  

zu bemessen; zu berücksichtigen ist dabei, dass der Berufungskläger allein mit 

seinem Antrag 1 lit. a sich Unterhalt im Umfang von (weiteren) 46 monatlichen 

Zahlung von je gut Fr. 5'800.- erstreiten will, der Fall indes keine wesentlichen 

Schwierigkeiten bot, zumal auf die Berufung in weiten Teilen nicht einzutreten 

war. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird vorgemerkt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelge-

richt, vom 6. Juli 2018 seit dem 1. November 2018 in den folgenden Punkten 

rechtskräftig ist: 

1. Die Ehe der Parteien wird geschieden. 

2. (...) 

3. Die D._____, … [Adresse], wird angewiesen, mit Rechtskraft des Scheidungsurteils 

vom Vorsorgekonto der Gesuchstellerin (B._____, AHV-Nr. …) CHF 115'581.10, zu-

züglich Zins ab 19. Mai 2015 zu welchem das Guthaben der Gesuchstellerin verzinst 

wird, auf das Freizügigkeitskonto des Gesuchstellers bei der Stiftung E._____, Frei-

zügigkeitskonten, … [Adresse], (A._____, AHV-Nr. …) zu überweisen. 

2. Schriftliche Mitteilung an die Parteien mit nachfolgendem Erkenntnis sowie 

gegen Empfangsschein mit Formular an das für G._____ zuständige Zivil-

standsamt und im Auszug hinsichtlich Dispositivziffer 3 des angefochtenen 

Urteils an die D._____, … [Adresse], mit dem Vermerk, dass diese Ziffer 

nunmehr in Rechtskraft erwachsen ist. 

- 17 - 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird; das Urteil 

des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 6. Juli 2018 wird in Bezug 

auf die Dispositivziffern 2, 4, 5 und 6 bestätigt.  

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'500.- festgesetzt und 

dem Beklagten/Gesuchsteller und Berufungskläger auferlegt. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

4. Schriftliche Mitteilung je gegen Empfangsschein an die Parteien, an die Klä-

gerin/Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte unter Beilage des Doppels von 

act. 146, mit Formular an das Migrationsamt des Kantons Zürich sowie an 

das Bezirksgericht Horgen, Einzelgericht, und an die Obergerichtskasse. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
rund Fr. 250'000.-. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 

- 18 - 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 
 Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

Dr. M. Isler 
 
 
versandt am: 

	Beschluss und Urteil vom 11. Dezember 2018
	Rechtsbegehren der Klägerin: (act. 98 S. 2)
	Anträge des Beklagten: (act. 106 S. 2)
	Gemeinsame Schlussanträge der Gesuchsteller: (Prot. S. 50 sinngemäss)
	Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 6. Juli 2018:
	1. Die Ehe der Gesuchsteller wird geschieden.
	2. Die nachfolgende Vereinbarung der Gesuchsteller über die Scheidungsfolgen vom 1. Juni 2018 wird genehmigt. Sie lautet wie folgt:
	"1. Scheidung
	Die Parteien beantragen dem Gericht gemeinsam die Scheidung ihrer Ehe im Sinne von Art. 112 ZGB.
	2. Nachehelicher Unterhalt
	Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, dem Gesuchsteller persönlich ab Rechtskraft des Scheidungsurteils für die Dauer von 3 Monaten nachehelichen Unterhalt im Sinne von Art. 125 ZGB von je CHF 5'840.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils ...
	3. Berufliche Vorsorge
	Ausgleichsanspruch aus den schweizerischen Vorsorgeguthaben
	Zum Ausgleich der während der Ehe erworbenen Austrittsleistungen beantragen die Parteien dem Gericht gemeinsam, die Pensionskasse der Gesuchstellerin anzuweisen, von ihrem Vorsorgekonto bei der D._____, … [Adresse] (AHV-Nr. …) den Betrag von CHF 115'5...
	Entschädigungsanspruch aus den kanadischen Vorsorgeguthaben
	Die Gesuchsteller halten fest, dass der Gesuchsteller einen Ausgleichsanspruch aus den kanadischen Vorsorgeguthaben der Gesuchstellerin im Sinne von Art. 124e  Abs. 1 ZGB hat.
	Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, dem Gesuchsteller CHF 6'218.– als Entschädigung auf ein noch zu bezeichnendes Konto des Gesuchstellers zu überweisen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsurteils.
	4. Güterrecht
	Liegenschaft in Kanada
	Die Gesuchsteller verpflichten sich zur Teilung des Nettoverkaufserlöses der Liegenschaft 1 … [Adresse] in Kanada. Die Gesuchsteller verpflichten sich, die notwendigen Mitwirkungshandlungen zu leisten, damit der Notar C._____, … [Adresse in Kanada], e...
	Herausgabe persönlicher Gegenstände
	Der Gesuchsteller verpflichtet sich, der Gesuchstellerin sämtliche von ihr gemalten Bilder, die sich in der ehemals ehelichen Wohnung in G._____ [Gemeinde in Zürich] befinden, mit Ausnahme derjenigen die sie H._____ geschenkt hat, herauszugeben.
	Der Gesuchsteller gewährt der Gesuchstellerin nach gegenseitiger Vereinbarung Zutritt zur ehemals ehelichen Wohnung, um die Familienfotoalben zu suchen und gegebenenfalls mitzunehmen.
	Der Gesuchsteller ist berechtigt, sich vorab Kopien sämtlicher Fotos zu machen.
	Ausgleichszahlung
	Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, dem Gesuchsteller zur Abgeltung seiner güterrechtlichen Ansprüche eine Ausgleichszahlung in der Höhe von CHF 105'496.– zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Auszahlung des Verkaufserlöses aus dem Hausverkauf in...
	Weitere güterrechtliche Regelungen
	Die Parteien verpflichten sich, den aktuellen Saldo des gemeinsamen Kontos bei der I._____ (Konto-Nr. 1) hälftig zu teilen. Die Parteien verpflichten sich, nach der Teilung des Saldos das Konto zu schliessen.
	Die Parteien verpflichten sich, ihre Zustimmung zur Auszahlung der Gelder des  J._____ Trust an die berechtigten Kinder zu erteilen. Des Weiteren verpflichten sie sich, den Saldo per 19. Mai 2015 des Trustplans ..., mithin CAD 2'893.–, hälftig aufzute...
	Im Übrigen behält jede Partei vom ehelichen Vermögen, was sie derzeit besitzt oder auf ihren Namen lautet.
	Die Schulden verbleiben im internen Verhältnis bei derjenigen Partei, auf welche sie lauten.
	5. Saldoklausel
	Mit Vollzug dieser Vereinbarung sind die Parteien in ehe-, scheidungs- und güterrechtlicher Hinsicht vollständig auseinandergesetzt.
	6. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Die Parteien übernehmen die Gerichtskosten je zur Hälfte und verzichten gegenseitig auf eine Parteientschädigung.
	Verlangt eine Partei die Begründung des Scheidungsurteils, trägt sie die dadurch entstehenden Mehrkosten allein.
	7. Widerrufsvorbehalt
	Diese Vereinbarung tritt in Kraft, sofern sie nicht von einer Partei bis spätestens 25. Juni 2018 schriftlich widerrufen wird."

	3. Die D._____, … [Adresse], wird angewiesen, mit  Rechtskraft des Scheidungsurteils vom Vorsorgekonto der Gesuchstellerin  (B._____, AHV-Nr. …) CHF 115'581.10, zuzüglich Zins  ab 19. Mai 2015 zu welchem das Guthaben der Gesuchstellerin verzinst wird,...
	4. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf:
	5. Von den Kosten des begründeten Urteils werden der Gesuchstellerin CHF 1'800.– und dem Gesuchsteller CHF 3'300.– auferlegt und mit den von ihnen geleisteten Vorschüssen von je CHF 1'500.– verrechnet.
	6. Vom gegenseitigen Verzicht der Gesuchsteller auf Parteientschädigung wird Vormerk genommen.
	(7. / 8. Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung.)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird vorgemerkt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 6. Juli 2018 seit dem 1. November 2018 in den folgenden Punkten rechtskräftig ist:
	1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.
	2. (...)
	3. Die D._____, … [Adresse], wird angewiesen, mit Rechtskraft des Scheidungsurteils vom Vorsorgekonto der Gesuchstellerin (B._____, AHV-Nr. …) CHF 115'581.10, zuzüglich Zins ab 19. Mai 2015 zu welchem das Guthaben der Gesuchstellerin verzinst wird, au...
	2. Schriftliche Mitteilung an die Parteien mit nachfolgendem Erkenntnis sowie gegen Empfangsschein mit Formular an das für G._____ zuständige Zivilstandsamt und im Auszug hinsichtlich Dispositivziffer 3 des angefochtenen Urteils an die D._____, … [Adr...
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird; das Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 6. Juli 2018 wird in Bezug auf die Dispositivziffern 2, 4, 5 und 6 bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'500.- festgesetzt und dem Beklagten/Gesuchsteller und Berufungskläger auferlegt.
	3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung je gegen Empfangsschein an die Parteien, an die Klägerin/Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte unter Beilage des Doppels von act. 146, mit Formular an das Migrationsamt des Kantons Zürich sowie an das Bezirksgericht Horgen, ...
	5. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...