# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7bbda409-ef0e-5228-98e6-333bafceb6ee
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** RA250004-O2
**Docket/Reference:** RA250004-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/RA250004-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: RA250004-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin

lic. iur. Ch. von Moos und Ersatzoberrichter lic. iur. T. Engler

sowie Gerichtsschreiberin MLaw D. Müller

Urteil vom 27. Juni 2025

in Sachen

A._____, 

Kläger und Beschwerdeführer

vertreten durch B._____, 

gegen

C._____ AG, 

Beklagte und Beschwerdegegnerin

betreffend arbeitsrechtliche Forderung

Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Arbeitsgericht 

Winterthur im vereinfachten Verfahren vom 27. März 2025 (AH240026-K)

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Erwägungen:

1.1 Mit Eingabe vom 13. November 2024 machte der Kläger und Beschwerdefüh-

rer (fortan Kläger) bei der Vorinstanz eine Klage betreffend arbeitsrechtliche Strei-

tigkeit anhängig (Urk. 1) und liess sich mit Vollmacht vom 7. Oktober 2024 durch 

seinen  Vater  vertreten  (Urk. 6).  Die  Parteien  wurden  auf  den  27. März  2025  zur 

Durchführung der Hauptverhandlung vorgeladen, wobei der Kläger unentschuldigt 

nicht erschien (Prot. I S. 4). Mit Urteil vom 27. März 2025 wurde die Klage abge-

wiesen (Urk. 16 S. 2 [unbegründet] = Urk. 19 S. 13 [begründet] = Urk. 22 S. 13).

1.2 Dagegen erhob der Kläger, wiederum vertreten durch seinen Vater, rechtzei-

tig  (vgl.  Urk. 20  sowie  Art. 321  Abs.  1  ZPO)  Beschwerde  mit  den  sinngemässen 

Anträgen, die Beklagte und Beschwerdegegnerin (fortan Beklagte) sei zu verpflich-

ten, ihm den Betrag von Fr. 154.45 zzgl. Zins von Fr. 27.60 (Restanteil 13. Monats-

lohn), Fr. 1'776.– (Umtriebsentschädigung) sowie eine angemessene Genugtuung 

zu bezahlen (Urk. 21).

1.3 Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-20). Da sich die Be-

schwerde  sogleich  als  offensichtlich  unbegründet  erweist,  kann  auf  weitere  Pro-

zesshandlungen verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO).

2. Mit der Beschwerde können die unrichtige Rechtsanwendung und die offen-

sichtlich  unrichtige  Feststellung  des  Sachverhalts  geltend  gemacht  werden 

(Art. 320 ZPO). Die Beschwerde ist begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 ZPO). 

Dazu gehört, dass in der Beschwerde im Einzelnen dargelegt werden muss, was 

genau  am  angefochtenen  Entscheid  unrichtig  sein  soll  (BGer  5A_247/2013  vom 

15. Oktober 2013 E. 3; BGer 5D_65/2014 vom 9. September 2014 E. 5.4.1; je m.H. 

auf BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Was nicht in einer den gesetzlichen Begründungs-

anforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittel-

instanz nicht überprüft zu werden. Das gilt zumindest insoweit, als ein Mangel nicht 

offensichtlich  ist  (BGE  147  III  176  E. 4.2.1).  Die  Beschwerde  ist  in  Wahrung  der 

Rechtsmittelfrist abschliessend zu begründen. Dem Kläger konnte daher entgegen 

seinem sinngemässen Ersuchen um eine Nachfrist zur Ergänzung der Beschwerde 

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(nach der Rückkehr aus Burkina Faso, vgl. Urk. 21 S. 3) keine solche Frist gewährt 

werden. 

Neue  Anträge,  neue  Tatsachenbehauptungen  und  neue  Beweismittel  sind  nach 

Art. 326 Abs. 1 ZPO im Beschwerdeverfahren grundsätzlich ausgeschlossen. Das 

Beschwerdeverfahren dient nicht der Fortführung des erstinstanzlichen Prozesses, 

sondern  im  Wesentlichen  der  Rechtskontrolle  des  vorinstanzlichen  Entscheids. 

Was im erstinstanzlichen Verfahren nicht vorgetragen wurde, kann deshalb im Be-

schwerdeverfahren nicht mehr geltend gemacht bzw. nachgeholt werden.

Das erstinstanzliche Verfahren richtete sich unter Vorbehalt der in Art. 407f ZPO 

genannten Bestimmungen der am 1. Januar 2025 in Kraft getretenen ZPO-Revision 

nach dem bei Klageeinleitung geltenden Verfahrensrecht (vgl. Art. 407f ZPO und 

dazu ZK ZPO-Lötscher, Art. 407f N 1 f.). 

3.1 Die Vorinstanz erwog, der Kläger sei mit Vorladung vom 21. Januar 2025 zur 

Hauptverhandlung  vom  27. März  2025  vorgeladen  worden.  Nachdem  die  Vorla-

dung nicht abgeholt worden sei, sei sie erneut – sowohl per Gerichtsurkunde als 

auch per A-Post-Plus – zugestellt worden. Dass der Kläger auch diese Vorladung 

nicht  abgeholt  habe,  sei  unbeachtlich,  da  ihm  die  Verfügung  vom  27. November 

2024  persönlich  habe  zugestellt  werden  können,  er  ohnehin  mit  Eingabe  vom 

13. November 2024 seine Klage und auf gerichtliche Aufforderung hin mit Eingabe 

vom 12. Januar 2025 eine korrigierte Version davon eingereicht habe, sodass er 

von der Hängigkeit des Verfahrens Kenntnis gehabt habe und um die Entgegen-

nahme  allfälliger  gerichtlicher  Sendungen  hätte  besorgt  sein  müssen.  Daran  än-

dere auch die vom Kläger resp. seinem Vertreter mitgeteilte Auslandsabwesenheit 

nichts. Somit habe der Kläger mit der Zustellung der Vorladung rechnen müssen, 

womit die Vorladung im Sinne der Zustellfiktion von Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO als 

zugestellt gelte. Dem Gesagten zufolge sei der Kläger gehörig vorgeladen worden 

und  trage  die  Säumnisfolgen  seiner  unentschuldigten  Verhandlungsabwesenheit 

(Urk. 22 S. 3 f.).

3.2 Der Kläger rügt, er habe die Vorladung nicht erhalten, da er in Afrika an einem 

Praktikum  teilgenommen  habe,  sein  Vater  erkrankt  und  die  Post  zurückbehalten 

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worden sei. Nur weil er eine Klage gegen seinen Arbeitgeber eingeleitet habe, der 

seinen Pflichten nicht nachgekommen sei, müsse er nicht auf sein Praktikum ver-

zichten. Zudem sei das Gericht seit Dezember 2024 informiert gewesen, dass er 

bis  voraussichtlich  Ende  April  2025  auslandabwesend  sei.  Sodann  habe  er  dem 

Gericht  erklärt,  dass  er  den  Verhandlungstermin  nicht  absichtlich  verpasst  habe, 

sondern, weil er die Post zurückbehalten habe, da er im Ausland gewesen sei. Er 

habe deshalb erst nach seiner Rückkehr vom verpassten Gerichtstermin erfahren 

und um einen neuen Termin gebeten, was vom Gericht abgelehnt worden sei. Dies 

sei gesetzeswidrig (Urk. 21 E. 2 f.).

3.3 Gemäss Art. 138 Abs. 1 und 3 lit. a ZPO erfolgt die Zustellung von Vorladun-

gen, Verfügungen und Entscheiden durch eingeschriebene Postsendung oder auf 

andere Weise gegen Empfangsbestätigung. Bei einer eingeschriebenen Postsen-

dung, die nicht abgeholt worden ist, gilt sie zudem am siebten Tag nach dem er-

folglosen  Zustellungsversuch  als  erfolgt,  sofern  die  Person  mit  einer  Zustellung 

rechnen musste. Dies gilt grundsätzlich auch dann, wenn der Postbote auf der Ab-

holungseinladung versehentlich eine längere als die siebentägige Frist notiert, so-

wie  bei  Zurückbehaltungsaufträgen  des  Empfängers  (BSK  ZPO-Gschwend, 

Art. 138  N 18).  Voraussetzung  dafür  ist,  dass  die  durch  die  Sendung  betroffene 

Person ernsthaft mit der Zustellung von gerichtlichen Sendungen rechnen musste 

und daher verpflichtet war, dafür zu sorgen, dass Entscheide, welche das Verfahren 

betreffen, ihr zugestellt werden können. Ist ein Verfahren hängig, kann von der be-

troffenen Person verlangt werden, dass sie ihre Post regelmässig kontrolliert und 

allenfalls längere Abwesenheiten mitteilt oder während diesen einen zur Entgegen-

nahme allfälliger gerichtlicher Sendungen ermächtigten Stellvertreter ernennt (BSK 

ZPO-Gschwend, Art. 138 N 18a). Hat der Adressat wegen Abwesenheit einen Rü-

ckbehaltungsauftrag  erteilt,  die  in  den  üblichen  Zustellvorgang  eingreift,  so  führt 

dieser nicht zur Fristverlängerung und ändert nichts daran, dass eine solche An-

weisung der Post gegenüber den Zeitpunkt der Zustellungsfiktion nicht hinauszu-

schieben vermag. Denn ein Zurückbehaltungsauftrag befreit nicht von der Pflicht, 

dafür  zu  sorgen,  dass  Gerichtsurkunden  zugestellt  werden  können  (BSK  ZPO-

Gschwend, Art. 138 N 21 und 22).

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Vorliegend machte der Kläger seine Klage am 13. November 2024 persönlich an-

hängig (Urk. 1) und liess sich sodann aufgrund seiner Auslandabwesenheit durch 

seinen  Vater  vertreten  (Urk.  4,  6).  Dieser  ergänzte  die  Klage  mit  Eingabe  vom 

12. Januar 2025 (Urk. 11). Entsprechend hatte der Kläger Kenntnis vom Verfahren. 

Er  war  somit  dafür  verantwortlich,  dass  ihm  (bzw.  seinem  Vertreter)  gerichtliche 

Sendungen zustellt werden können und war sich dessen auch bewusst. Daran än-

dert weder die Abwesenheitsmeldung noch ein Rückbehaltungsauftrag bei der Post 

etwas.  Der  auch  in  der  Beschwerdeschrift  erwähnte  Rückbehaltungsauftrag  des 

Klägers persönlich sowie seine Abwesenheit und das Abholen der Post nach seiner 

Rückkehr (Urk. 21 S. 2 f.) sind ohnehin nicht von Relevanz, weil die Vorinstanz die 

Zustellungen korrekt (Art. 137 ZPO) an den Vertreter des Klägers (seinen Vater) 

vornahm,  welcher  die  Verfügung  vom  27. November  2024  persönlich  entgegen 

nahm (Urk. 9; diese Zustellung erfolgte entgegen der vorstehend wiedergegebenen 

Schilderung der Vorinstanz nicht an den Kläger persönlich, sondern an seinen Ver-

treter). Auch die Vorladung zur Hauptverhandlung vom 27. März 2025 wurde in der 

Folge an den Vertreter des Klägers versandt (Urk. 13). Dieser holte die eingeschrie-

bene Sendung nicht ab (Urk. 14/2). Gemäss der Angabe der Vorinstanz wurde die 

Vorladung dem Vertreter im Übrigen – nebenbei bemerkt – auch noch per A-Post-

Plus  in  den  Briefkasten  gelegt,  sodass  er  selbst  bei  Nicht-Abholung  der  einge-

schriebenen Post, Kenntnis von dem Verhandlungstermin hätte erlangen können 

(Urk. 14/2). Folglich hätte der Kläger in einem zweiten Schritt (nach Abholung der 

Vorladung  durch  seinen  Vertreter)  aufgrund  seiner  Auslandabwesenheit  bei  der 

Vorinstanz  ein  Verschiebungsgesuch  stellen  (lassen)  können  und  hätte  deshalb 

nicht auf sein Praktikum in Afrika verzichten müssen. Indem er jedoch untätig blieb, 

sein Vertreter die Sendung nicht abholte und der Kläger in der Folge unentschuldigt 

an der Verhandlung nicht erschien, ist das Vorgehen der Vorinstanz – Abstellen auf 

die Akten und Vorbringen der Beklagten anlässlich der Verhandlung – nicht zu be-

anstanden (vgl. Art. 245 Abs. 1 ZPO [in der bei Klageeinleitung geltenden Version] 

i.V.m. Art. 234 Abs. 1 ZPO). Die unbestimmten und unbelegten Hinweise des Ver-

treters, er sei erkrankt und habe die Vorinstanz um einen neuen Termin gebeten 

(Urk. 21 S. 2), vermögen daran nichts zu ändern. 

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4.1 Die Vorinstanz erwog weiter, es sei unbestritten, dass zwischen den Parteien 

ein Arbeitsverhältnis zustande gekommen sei. Die Ausführungen des Klägers zu 

seiner geltend gemachten Forderung im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis 

seien jedoch sowohl in der Klageschrift vom 13. November 2024 als auch in deren 

ergänzten Version vom 12.Januar 2025 in überwiegenden Teilen pauschal, unsub-

stantiiert und unbelegt geblieben. Die Beklagte habe sich anlässlich der Hauptver-

handlung vom 27. März 2025 auf den Standpunkt gestellt, dass der Kläger gemäss 

damals anwendbarem alten Personalrecht keinen Anspruch auf Ausrichtung eines 

13. Monatslohnes habe, was aufgrund der Abwesenheit des Klägers unbestritten 

geblieben  sei.  Entsprechend  sei  davon  auszugehen,  dass  dem  Kläger  kein  An-

spruch auf einen Anteil am 13. Monatslohn zustehe. Dementsprechend entfalle so-

wohl  der  geltend  gemachte  Restanspruch  als  auch  der  Verzugszins,  sodass  die 

Klage in diesem Punkt abzuweisen sei. Nur der Vollständigkeit halber sei darauf 

hingewiesen,  dass  auch  auf  den  13. Monatslohn  die  üblichen  Sozialabzüge  ge-

macht  werden  müssten,  was  wohl  dem  vom  Kläger  behaupteten  "Rest"  von 

Fr. 154.45 entspreche (Urk. 22 S. 9).

Im Hinblick auf den geforderten Auslagenersatz und die Umtriebsentschädigung für 

die vom Kläger im Zusammenhang mit der Rechtsdurchsetzung behaupteten Auf-

wendungen fehle es an rechtsgenügend substantiierten Behauptungen. Der Kläger 

führe lediglich rudimentär aus, dass er Schadenersatz "wegen 3 Monate Zahlungs-

Verspätung"  fordere  und  verweise  –  pauschal  und  ohne  konkrete  Angaben  –  in 

einer Auflistung auf ihm angefallene Aufwände. Namentlich handle es sich dabei 

um  Fr. 1'250.–  für  das  Verfassen  von  Briefen,  um  Fr. 26.–  Postgebühr,  um 

Fr. 150.– für eine juristische Beratung der Anwaltskammer D._____ [Kanton] sowie 

um Fr. 350.– für Fahrt- und Verpflegungskosten "am Prozesstag" in Winterthur. Zu 

den  einzelnen  Positionen  dieser  Auflistung  fehlten  konkrete  Behauptungen.  Der 

Kläger lege namentlich weder dar, um was für Briefe es sich handle, wie sich der 

Stundenansatz  der  Forderung  von  Fr. 1'250.–  zusammensetze  noch  zu  welchen 

Zeitpunkten  die  einzelnen  Aufwendungen  –  die  Bearbeitung  der  Briefe,  der  Ver-

sand von Mahnungen oder die juristischen Beratungen – angefallen sein sollten. 

Weiter sei nicht ersichtlich, inwiefern der Kläger Kosten für den "Prozesstag" in Win-

terthur  geltend  machen  wolle,  sei  er  zur  gerichtlichen  Verhandlung  gar  nicht  er-

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schienen. Ausführungen, dass damit die Schlichtungsverhandlung gemeint wäre, 

fänden sich hingegen keine. Es könne indes nicht am Gericht liegen, die konkrete 

Forderung des Klägers aus seinen Eingaben "herauszulesen" und aus einer pau-

schalen Auflistung von gewissen Schadenspositionen eine konkrete Tatsachenbe-

hauptung zu konstruieren. Dieses Vorgehen genüge den Substantiierungsanforde-

rungen  nicht  – auch  nicht  vor  dem  Hintergrund  der  sozialen  Untersuchungsma-

xime. Zudem unterlasse es der Kläger, korrespondierende Beweisofferten zu den 

einzelnen Positionen anzubringen (Urk. 22 S. 9 f.).

Selbst wenn der Kläger seine Tatsachenvorbringen rechtsgenüglich behauptet und 

die Beweise hinreichend offeriert hätte, wäre die Klage hinsichtlich sämtlicher vom 

Kläger geltend gemachten Aufwendungen abzuweisen gewesen. Bei den geltend 

gemachten Fahrtkosten (Fr. 350.–) und der Postgebühr für Mahnungen (Fr. 26.–) 

fehle es an der für deren Ersatz erforderlichen Notwendigkeit im Sinne von Art. 95 

Abs. 3 lit. a ZPO. Da die Fälligkeit des Anteils am 13. Monatslohn mit der Kündi-

gung  eintrete  (vgl.  Art.  102  Abs.  2  OR),  entfiele  –  selbst  wenn  der  Kläger  einen 

Anspruch  auf  Ausrichtung  eines  13.  Monatslohns  hätte  –  das  Erfordernis  einer 

Mahnung. Die im Zusammenhang mit der Verhandlung "am Prozesstag" in Winter-

thur entstandenen Kosten wären – falls davon ausgegangen würde, es handle sich 

um die Kosten der Schlichtungsverhandlung – ebenfalls nicht notwendig gewesen, 

wäre  dem  Kläger  die  Möglichkeit  einer  Betreibung  offen  gestanden.  Damit  seien 

beide Kostenpositionen dem Kläger anzulasten. Sodann wäre auch die vom (nicht 

anwaltlich vertretenen) Kläger verlangte Entschädigung für die juristische Beratung 

in Höhe von Fr. 150.– sowie für das Verfassen von Briefen in Höhe von Fr. 1'250.– 

mangels  erforderlicher  Begründetheit  (vgl.  Art.  95  Abs. 3  lit. c  ZPO)  abzuweisen 

gewesen. Eine Umtriebsentschädigung im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO sei 

lediglich in "begründeten" Fällen angezeigt; im Besonderen bei Verdienstausfall ei-

ner selbständig erwerbstätigen Person, die durch die Entschädigung einen gewis-

sen Ausgleich für die eigene Prozessführung erhalten solle. Eine solche Konstella-

tion liege nicht vor (Urk. 22 S. 10 f.). 

Das Gesagte gelte sodann auch für den geltend gemachten Schadenersatz für die 

Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens durch die verspätete Ausstellung 

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der Arbeitsbestätigung. Lediglich implizit führe der Kläger aus, ihm sei durch die 

verspätete  Aushändigung  des  Arbeitszeugnisses  ein  "Schaden"  entstanden.  Er 

habe aufgrund der Verspätung fünf Monate ohne Arbeit verbracht. Entsprechende 

Behauptungen, inwiefern der Kläger dadurch in seinem wirtschaftlichen Fortkom-

men  konkret  beeinträchtigt  gewesen  wäre  –  namentlich,  dass  er  von  einem  be-

stimmten  anderen  Arbeitgeber  aufgrund  der  fehlenden  Arbeitsbestätigung  nicht 

eingestellt  worden  sei  –,  fänden  sich  wiederum  keine.  Der  Kläger  unterlasse  es 

zudem gänzlich, die Schadenshöhe zu beziffern. Folglich sei die Klage auch hin-

sichtlich des Schadenersatzes im Zusammenhang mit der Arbeitsbestätigung ab-

zuweisen (Urk. 22 S. 11 f.).

4.2 Der Kläger macht geltend, der Arbeitgeber sei verpflichtet, sämtliche Forde-

rungen bis zum Austritt des Arbeitnehmers zu begleichen. Die Beklagte habe seine 

Forderungen aber drei Monate lang ignoriert, was ihm Auslagen verursacht habe. 

Der  13. Monatslohn  sei  vertraglich  vereinbart  worden  und  es  stimme  nicht,  dass 

das  alte  Personalrecht  keinen  solchen  vorsehe.  Ihm  sei  der  Restanteil  von 

Fr. 156.45 [recte wohl: Fr. 154.45] noch zu überweisen. Auch das Arbeitszeugnis 

müsse  am  letzten  Arbeitstag  ausgestellt  werden.  Er  habe  aber  trotz  schriftlichen 

Mahnungen und Erinnerungen fast drei Monate darauf warten müssen. Für seinen 

Doktor-Titel hätte er aber die Belege betreffend seine Einsätze gebraucht. Die Be-

klagte habe das gewusst und ihn trotzdem am Weiterkommen in seinem Beruf ge-

hindert und ihm die Arbeitsbestätigung ohne Grund verweigert. Auch das habe ihn 

viel Geld und Zeit gekostet, wofür die Beklagte aufzukommen habe. Seine Ausla-

gen seien ihm inkl. Verzugszins zu ersetzen. Sodann beträfe der Restbetrag von 

Fr. 154.45 nicht die Sozialabgaben (Urk. 21 E. 3 f).

4.3 Wie bereits erwähnt, muss in der Beschwerde im Einzelnen dargelegt werden, 

was  genau  am  angefochtenen  Entscheid  unrichtig  sein  soll.  Hierfür  hat  sich  die 

beschwerdeführende Partei (im Sinne einer Eintretensvoraussetzung) konkret mit 

den Erwägungen der Vorinstanz auseinanderzusetzen und unter Bezugnahme auf 

konkrete Aktenstellen hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der angefochtene 

Entscheid  als  fehlerhaft  zu  betrachten  ist,  d.h.  an  einem  der  genannten  Mängel 

leidet; die blosse Verweisung auf die Ausführungen vor Vorinstanz oder in anderen 

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Rechtsschriften  oder  deren  blosse  Wiederholung  genügen  nicht 

(BGer 

5A_488/2015  vom  21.  August  2015  E.  3.2,  mit  Hinweis  auf  BGE  138  III  374 

E. 4.3.1). 

Die Beschwerdeschrift des Klägers erfüllt diese Anforderungen nicht. Er wiederholt 

darin einzig, dass die Beklagte verpflichtet gewesen sei, ihm den pro rata Anteil des 

13. Monatslohnes zu bezahlen und dass ihm aufgrund des zögerlichen Verhaltens 

der Beklagten Kosten entstanden seien. Mit den Erwägungen der Vorinstanz, ins-

besondere, dass die Begehren und Vorbringen in überwiegenden Teilen pauschal, 

unsubstantiiert und unbelegt geblieben seien, der fehlenden Notwendigkeit für den 

Ersatz seiner Auslagen im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. a und c ZPO sowie der nicht 

bezifferten Schadenshöhe, setzt sich der Kläger nicht auseinander und erfüllt damit 

die Begründungsanforderungen nicht. Ferner blieben die Vorbringen des Klägers 

zu den geltend gemachten Ansprüchen auch in der Beschwerdeschrift unbestimmt 

und pauschal. Ein Anspruch lässt sich damit nicht begründen. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.1 Bei  Streitigkeiten  aus  dem  Arbeitsverhältnis  mit  einem  Streitwert  unter 

Fr. 30'000.–  werden  keine  Gerichtskosten  erhoben  (Art. 114  lit. c  ZPO).  Die 

Kostenlosigkeit  gilt  –  von  vorliegend  nicht  anwendbaren  Ausnahmen  abgesehen 

(vgl. Art. 115 Abs. 1 ZPO) – auch für das kantonale Rechtsmittelverfahren (BGer 

4A_332/2015  vom  10. Februar  2016  E.  6.2).  Für  das  Beschwerdeverfahren  sind 

damit keine Gerichtskosten zu erheben. 

5.2 Die  Kostenfreiheit  gemäss  Art.  114  ZPO  bezieht  sich  nur  auf  die  Gerichts-

kosten. Die Zusprechung von Parteientschädigungen erfolgt nach den allgemeinen 

Regeln  (Art.  105 

ff.  ZPO;  BK  ZPO-Sterchi,  Art. 113-114  N 5).  Für  das 

zweitinstanzliche  Verfahren  sind  jedoch  keine  Parteientschädigungen  zuzuspre-

chen, dem Kläger zufolge seines Unterliegens und der Beklagten mangels relevan-

ter Aufwendungen (Art. 106 Abs. 1, Art. 95 Abs. 3 ZPO).

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Es wird erkannt:

1.

2.

3.

4.

Die Beschwerde wird abgewiesen soweit darauf eingetreten wird.

Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Kosten erhoben. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Schriftliche  Mitteilung  an  die  Parteien,  an  die  Beklagte  unter  Beilage  eines 

Doppels bzw. einer Kopie von Urk. 21 und Urk. 23, sowie an die Vorinstanz, 

je gegen Empfangsschein.

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück.

5.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30  Tagen  von  der  Zustellung  an  beim  Schweizerischen  Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö-
gensrechtliche arbeitsrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 1'958.05. Die 
Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des 
Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 27. Juni 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Huizinga

MLaw D. Müller

versandt am:
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