# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 373975ca-9e58-5505-bccc-e971e5481ddc
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-07
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2010 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2010
**Docket/Reference:** DB.2012.253
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2012_253_qd.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2012.253 
2 ST.2012.281 

Entscheid 

7. Februar 2013 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Christian Mäder und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

In Sachen 

1.  A ,    

2.  B ,    

vertreten durch RA lic.iur. Hans Peter Derksen,  
Gottfried-Keller-Strasse 7, Postfach 664, 8024 Zürich,  

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

gegen 

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2010 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 2010 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  der  bzw.  die  Pflichtige,  zusammen  die  Pflichtigen) 

sind Eigentümer der Einfamilienhausliegenschaft Kat.Nr. am C-Weg 7 in der Gemeinde 

D. In der Steuererklärung 2010 deklarierten die Pflichtigen Liegenschaftsunterhaltskos-

ten von insgesamt Fr. 29'497.-, darunter Fr. 24'026.- Gerichts- und Anwaltskosten, die 

ihnen im Zusammenhang eines Bauvorhabens in der Nachbarschaft erwachsen waren. 

Mit Veranlagungsverfügung und Einschätzungsentscheid vom 14. März 2012 liess die 

Steuerkommissärin diese Rechtskosten deswegen nicht zum Abzug zu, weil der Bau-

rekurs nicht auf den Werterhalt des eigenen Grundstücks abgezielt habe. Dementspre-

chend  veranlagte  sie  die  Pflichtigen  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 

93'900.- (direkte Bundessteuer) bzw. mit einem solchen von Fr. 105'100.- (auch satz-

bestimmend;  Staats-  und  Gemeindesteuern)  sowie  mit  einem  steuerbaren  Vermögen 

von Fr. 2'263'000.- (satzbestimmend Fr. 2'380'000.-). 

B. Die von den Pflichtigen hiergegen erhobenen Einsprachen wies das kanto-

nale Steueramt am 27. August 2012 ab.  

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 26. September 2012 liessen die Pflichti-

gen dem Steuerrekursgericht beantragen, dass sie gemäss Steuererklärung zu veran-

lagen seien. Ausserdem forderten sie eine Parteientschädigung. 

In seiner Beschwerde-/Rekursantwort vom 23. Oktober 2012 schloss das kan-

tonale Steueramt ohne weitere Begründung auf Abweisung der Rechtsmittel. 

Auf  die  Erwägungen  der  Einspracheentscheide  und  die  Parteivorbringen  ist, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückzukommen. 

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2 ST.2012.281 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss Art. 25 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 

14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 25 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) wer-

den zur  Ermittlung des Reineinkommens  die gesamten  steuerbaren  Einkünfte um  die 

zu  ihrer  Erzielung  notwendigen  Aufwendungen  und  die  allgemeinen  Abzüge  vermin-

dert. Dazu gehören nach Art. 32 Abs. 2 Satz 1 DBG bzw. § 30 Abs. 2 Satz 1 StG bei 

Liegenschaften  im  Privatvermögen  die  Unterhaltskosten,  die  Versicherungsprämien 

und die Kosten der Verwaltung durch Dritte. 

b)  Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  sind  unter Unterhaltskosten  Aufwendun-

gen zu verstehen, deren Ziel nicht die Schaffung neuer, sondern die Erhaltung bisheri-

ger  Werte  ist  und  die  in  längeren  oder  kürzeren  Zeitabständen  wiederkehren  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2. A.,  2009,  Art. 32  N 37 ff. 

DBG,  und  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuergesetz,  2. A.,  2006,  § 30 

N 36 ff.  StG).  Dazu  gehören  einerseits  die  Aufwendungen  für  den  laufenden  Unter-

halt – wie  Kosten  für  Ausbesserungsarbeiten  aller  Art  und  Ersatzanschaffungen –

 sowie  die  mit  dem  Grundstück  verbundenen  jährlich  wiederkehrenden Abgaben.  Ab-

zugsfähig  sind  sodann  auch  Aufwendungen  für  periodische  Renovationen  grösseren 

Ausmasses  (Fassaden,  Dachrenovation,  zeitbedingte  Änderung  der  Zentralheizung, 

Anpassung der elektrischen Einrichtung an geänderte Vorschriften u. dgl.). Die Unter-

haltsmassnahmen  zielen  darauf  ab,  die  Liegenschaft  langfristig  in ertragsfähigem  Zu-

stand zu erhalten (RB 1971 Nr. 32; Dieter Egloff, in: Kommentar zum Aargauer Steuer-

gesetz,  3. A.,  Band  1,  § 39  N 38).  Nicht  abzugsfähig  sind  demgegenüber  die 

wertvermehrenden Aufwendungen, d.h. Auslagen, welche im objektiv-technischen Sinn 

eine dauernde Vermehrung oder Verbesserung des Grundstücks bewirken, insbeson-

dere  durch  bauliche  Veränderungen  (Einbau  eines  Badezimmers,  Bau  einer  Garage, 

Ausbau  des  Dachstocks,  Weg-  und  Strassenbauten;  Reimann/Zuppinger/Schärrer, 

Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, Band 2, 1963, § 25 N 54). 

c)  Nach  der  Rechtsprechung  können  unter  den  vorstehend  genannten  Vor-

aussetzungen  auch  Prozesskosten,  d.h.  Gerichts-  und  Anwaltskosten,  die  einem 

Pflichtigen im Zusammenhang mit einem Grundstück erwachsen sind, als wertvermeh-

rend  oder  werterhaltend  betrachtet  werden  (RB 1986  Nr. 35  [Leitsatz];  1983  Nr. 42, 

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RB 1977  Nr. 89;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 32  N 108  DBG  und  § 30  N 99 

sowie § 221 N 64 f. StG; Egloff, § 39 N 36). Dabei ist der Abzug auch dann zulässig, 

wenn die Aufwendungen  eines  Steuerpflichtigen bzw.  seines  Vertreters  erfolglos blei-

ben  (Egloff,  a.a.O.,  unter  Hinweis  auf  AGVE  1994,  486  E.  2c;  RB 1977  Nr. 89,  1964 

Nr. 55). Im Entscheid 3 ST.2005.230 + 3 DB.2005.115 vom 3. November 2005 hat die 

Steuerrekurskommission  III Gerichts-  und Anwaltskosten  eines  Grundeigentümers  als 

Liegenschaftsunterhalt anerkannt, die ihm anlässlich eines erfolglosen Rechtsmittelver-

fahrens  gegen  eine  Überbauung  des  Nachbargrundstücks  erwachsen  waren.  Aller-

dings merkte die Rekurskommission an, dass die Abzugsfähigkeit solcher Aufwendun-

gen  dann  zu  versagen  sei,  wenn  sich  ein  Rechtsmittel  als  offensichtlich  unbegründet 

herausstelle.  Dies  treffe  einerseits  dann  zu,  wenn  eine  Beschwerde  bzw.  ein  Rekurs 

aus formellen Gründen (z.B. Versäumen einer Rechtsmittelfrist, fehlende Anfechtungs-

befugnis)  oder  materiellen  Erwägungen,  wie  etwa  eine  klare  Rechtsprechung,  von 

vornherein aussichtslos sei. 

d)  Es  ist  Aufgabe  des  Steuerpflichtigen,  steuermindernde  bzw.  steueraufhe-

bende Tatsachen darzulegen und nachzuweisen. Die diesbezüglich erforderliche sub-

stanziierte  Sachdarstellung  muss  spätestens  innerhalb  der  Beschwerde-/Rekursfrist 

vorgetragen werden (RB 1964 Nr. 68, 1975 Nrn. 54, 55, 64 und 82, 1976 Nr. 77, 1977 

Nr. 60, 1978 Nr. 71 am Ende, 1981 Nr. 90). Als substanziiert gilt eine Sachdarstellung, 

die hinsichtlich Art,  Motiv  und Rechtsgrund alle Tatsachenbehauptungen  enthält,  wel-

che – ohne  weitere  Untersuchung,  aber  unter  Vorbehalt  der  Beweiserhebung – die 

rechtliche Würdigung  der  geltend  gemachten  Steueraufhebung  oder  -minderung  bzw.  

-ermässigung  erlaubt.  Bei  ungenügender  Substanziierung  hat  die  Rekurskommission 

nicht  von  Amtes  wegen  eine  Untersuchung  durchzuführen,  um  sich  die  fehlenden 

Grundlagen  zu  beschaffen  (RB 1975  Nr. 64,  1981  Nr. 90,  1987  Nr. 35).  Eine  unvoll-

ständige Sachdarstellung kann nicht im Beweisverfahren nachgeholt werden (RB 1980 

Nr. 69 mit weiteren Hinweisen). Zur Mitwirkung des Steuerpflichtigen gehört ferner die 

Beschaffung  oder  Bezeichnung  von  Beweismitteln,  anhand  derer  sich  die  Richtigkeit 

des dargelegten Sachverhalts ergibt (Martin Zweifel, Die Verfahrenspflichten des Steu-

erpflichtigen im Steuereinschätzungsverfahren, ASA 49, 518). Kommt der Steuerpflich-

tige diesen Anforderungen nicht nach, so hat die Steuerminderung bzw. -ermässigung 

zu  unterbleiben  (vgl.  RB 1980  Nr. 72).  Nur  soweit  ihm  Substanziierung  und/oder  Be-

weisleistung  aus  Gründen,  die  er  nicht  zu  vertreten  hat,  nicht  möglich  oder  nicht  zu-

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mutbar  sind,  kann  er  sich,  hinreichende  Schätzungsgrundlagen  vorausgesetzt,  auch 

auf Schätzungen berufen. 

2. a) In den Einspracheentscheiden erwog das kantonale Steueramt, dass die 

Pflichtigen von der Bauherrin mit Bezug auf das angefochtene Projekt "Wohnüberbau-

ung  E"  vorab  eine  Überdeckung  der  Garageneinfahrt  sowie eine  geringere Gebäude-

höhe verlangt hätten. Zu prüfen sei daher, ob diese beiden Gestaltungsmerkmale der 

geplanten  Überbauung  den  Wert  der  Liegenschaft  der  Pflichtigen  zu  schmälern  ver-

möchten und – wenn ja – ob die Vorkehrungen der Pflichtigen geeignet gewesen sei-

en, der Wertminderung entgegenzuwirken. Die Garageneinfahrt führe zu einer Unterni-

veaugarage mit 48 Plätzen. Die Erschliessung erfolge nicht über den C-Weg, sondern 

über  den  parallel  westlich  zu  diesem  verlaufenden  E-Weg. Weil  der  projektierte  Neu-

bau  zwei  bestehende  Mehrfamilienhäuser  ersetze,  sei  trotz  unüberdachter  Zufahrt 

nicht mit wahrnehmbaren Mehrimmissionen zu rechnen. Insoweit habe den Pflichtigen 

daher keine Wertverminderung gedroht. Gleiches gelte auch hinsichtlich der umstritte-

nen Gebäudehöhe. "Wie dem Pflichtigen von der Baurekurskommission dargelegt", sei 

das Bauvorhaben zonenkonform. Die intensivere Nutzung eines Grundstücks bedeute 

für  die  Nachbarn  nicht  unbedingt  eine  Wertminderung,  wie  das  hohe  Preisniveau  in 

städtischen  Gebieten  zeige.  Das  umstrittene  Projekt  habe  keine  Rechtsänderung  er-

fordert; ebenso wenig könne das Institut der Arealüberbauung als neue Tatsache auf-

gefasst  werden.  Vielmehr  hätten  die  Pflichtigen  mit  einer  solchen  Bauweise  rechnen 

müssen.  In  ihrer  Rekursschrift  hätten  die  Pflichtigen  gerügt,  dass  das  Bauvorhaben 

den gesetzlichen Anforderungen an eine Arealüberbauung nicht entspreche. Wenn die 

Baurekurskommission diese Auffassung geteilt hätte, wäre in der Tat die Arealbauwei-

se und damit die zwei zusätzlichen Stockwerke verunmöglicht worden. Wie die Pflichti-

gen  jedoch  einräumten,  habe  die  Baurekurskommission  ihnen  den  Rückzug  des 

Rechtsmittels nahe gelegt. Das Bauprojekt E sei also nicht nur regelkonform, sondern 

könne als Sanierung der bisherigen Gebäude aufgefasst werden. Obschon der Neubau 

zwei  Mehrgeschosse  aufweise,  bewirke dieser  Umstand keine Wertminderung für  die 

Pflichtigen. 

b)  Die  Pflichtigen  bringen  zur  Begründung  von  Beschwerde  und  Rekurs  vor, 

die Eigentümerin der drei Mehrfamilienhäuser "E" habe beabsichtigt, diese zu erneuern 

sowie  –  unter  Ausnützung  des  Arealbonus  –  zu  erweitern.  Die Pflichtigen hätten  sich 

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insbesondere  gegen  die  Aufstockung  um  zwei  Geschosse  und  die  vor  ihrer  Liegen-

schaft geplante  Einfahrt zur  Tiefgarage gewehrt. Zunächst  sei  dies durch Vorsprache 

beim kommunalen Bauamt geschehen. Nachdem sich die Bauherrin mit der Korrektur 

von  formellen  Mängeln begnügt  und Verhandlungen  abgelehnt  habe,  sei  ihnen nichts 

anderes übrig geblieben, als ihre Anliegen mit Rekurs gegen die Baubewilligung weiter 

zu  verfolgen.  Nachdem  die  zuständige  Baurekurskommission  einen  Augenschein 

durchgeführt  und  ihnen  den  Rückzug  des  Rechtsmittels  nahegelegt  habe,  hätten  sie 

diese  Empfehlung  angesichts  des  Prozessrisikos  befolgt.  Entgegen  der  Auffassung 

des  kantonalen  Steueramts  hätten  die  Bemühungen  der  Pflichtigen  durchaus  auf  die 

Vermeidung eines Minderwerts ihres Hausgrundstücks abgezielt, und zwar sowohl mit 

Bezug auf die drohende Beeinträchtigung der Aussicht als auch die zusätzlichen Lärm-

immissionen.  Im  Weiteren  gehe  das  Steueramt  fehl  in  der  Annahme,  dass  das 

Rechtsmittel  aussichtslos  gewesen  sei.  Vielmehr  hätten  die  Einwände  der  Pflichtigen 

die  Bauherrschaft  veranlasst,  ihr  Projekt  zu  verbessern  und  seien  die  der  Baurekurs-

kommission vorgetragenen übrigen Rügen nicht aussichtslos gewesen. 

3. a) Bei der Beantwortung der Frage, ob ein Pflichtiger mit den vom ihm auf-

gewendeten  Rechtskosten  tatsächlich  eine Wertminderung  seines  Grundstücks  abzu-

wenden versuche, ist ein milder Massstab anzulegen. Als sachgerecht erscheint, was 

ein  sorgfältiger  Hauseigentümer  nach  Prüfung  der  Sachumstände  für  zweckmässig 

erachtet. Entgegen der Auffassung des kantonalen Steueramts kann von einem Pflich-

tigen nicht verlangt werden, eine drohende Wertminderung durch ein Expertengutach-

ten nachzuweisen. Abgesehen davon, dass gewisse Beeinträchtigungen eines Grund-

stücks  kaum  zuverlässig  bewertet  werden  können  –  was  gerade  auch  für  die 

vorliegend  drohenden  Mehrimmissionen  und  die  Einschränkung  der  Aussicht  gilt  –, 

müsste  ein  Pflichtiger  damit  rechnen,  dass  das  Steueramt  ein  von  ihm  veranlasstes 

(und finanziertes)  Gutachten  ablehnt.  Denn  nach  ständiger  Rechtsprechung  des  Ver-

waltungsgerichts  kommt  einem  Parteigutachten  wegen  der  vertraglichen  Beziehung 

zwischen Auftraggeber und Gutachter lediglich der Stellenwert einer Parteibehauptung 

zu (VGr, 16. März 2011, SB.2010.00136 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen, www.vgrzh.ch; 

VGr,  22. November  2000,  SR.1999.00019  E. 4b,  www.vgrzh.ch).  Dass  ein  Bauvorha-

ben auf dem Nachbargrundstück die eigene Liegenschaft entwerte, lässt sich naturge-

mäss in vielen Fällen nicht zuverlässig sagen. Zwar gibt es Bauten und Anlagen, deren 

Nachbarschaft  allgemein  als  störend  und  damit  als  wertmindernd  aufgefasst  wird,  so 

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beispielsweise  eine  Abwasserreinigungsanlage  oder  ein  Schlachthaus.  Bei  anderen 

Gebäulichkeiten oder Nutzungsarten spielen jedoch subjektive Vorstellungen und Wer-

tungen eine nicht unbedeutende Rolle, so z.B. die Nachbarschaft zu einer Schul- oder 

Sportanlage.  Unter  diesen  Umständen  muss  es  genügen,  wenn  ein  Pflichtiger  die 

durch  ein  Bauvorhaben  in  der  Nachbarschaft  ausgehende  Beeinträchtigung  für  das 

eigene  Grundstück  zumindest  glaubhaft  macht.  Dies  haben  die  Pflichtigen  mit  den 

Einwänden  von  vermehrten  Immissionen  der  zu-  und  wegfahrenden  Motorfahrzeuge 

mangels einer Überdachung der Einfahrt zur Tiefgarage sowie durch Verminderung der 

Aussicht auf die Alpen hinreichend getan. Ein Augenschein hierzu durch das Steuerre-

kursgericht  erübrigt  sich.  Anzumerken  ist,  dass  der  gegen  eine  Baubewilligung  rekur-

rierende Nachbar kraft 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. Septem-

ber 1975/20. Mai 1984 (PBG) dartun muss, dass er durch die angefochtene Anordnung 

berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  ihrer  Aufhebung  oder  Änderung  hat. 

Dies  trifft  dann  zu,  wenn  sein  Grundstück  in  einer  hinreichend  engen  räumlichen  Be-

ziehung zur Bauparzelle steht und er überdies im Fall der Gutheissung des Rechtsmit-

tels  einen  Nachteil  abwenden  könnte,  den  die  angefochtene  Bewilligung  für  ihn  zur 

Folge hätte (Fritzsche/Bösch/Wipf, Zürcher Planungs- und Baurecht, Bd. 1: Planungs-

recht,  Verfahren  und  Rechtsschutz,  5.  A.,  2011,  S.  439  ff.,  mit  Hinweisen  auf  Recht-

sprechung und Lehre). 

b) Vorliegend geht der Ablauf des Verfahrens vor der Baurekurskommission III 

(heute  Baurekursgericht)  nur  bruchstückhaft  aus  den Parteivorbringen  und  den  Akten 

hervor. Bei der Rekurslegitimation handelt es sich um eine Prozessvoraussetzung, die 

von Amtes wegen geprüft werden muss. Dies ergibt sich bereits aus dem Wortlaut von 

§ 338a Abs. 1 PBG und § 21 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/ 

22. März 2010 (VRG), dem die baurechtliche Sondernorm nachgebildet ist. Indem die 

Rekurskommission  am  8.  Juli  2010  einen  Augenschein durchgeführt  hat,  wo  offenbar 

materiellrechtliche Fragen zur Sprache gekommen sind, hat sie stillschweigend zu er-

kennen  gegeben,  dass  sie  die  Rekurslegitimation  des  Pflichtigen  bejahte.  Weil  das 

sechsgeschossige Projekt gegenüber dem Hausgrundstück des Pflichtigen liegt, steht 

dessen Rekursbefugnis ausser Frage. Dass die Baurekurskommission III auf den Re-

kurs aus anderen Gründen – etwa wegen verspäteter Rechtsmittelerhebung (vgl. § 22 

Abs. 1 VRG) oder formeller Mangelhaftigkeit der Rekursschrift (§ 23 VRG) – nicht hätte 

eintreten  dürfen,  weshalb  die  Rechtskosten  aus  diesem  Grund  unnütz  aufgewendet 

worden wären, trifft hier nicht zu. Schliesslich ist aktenkundig), dass der Pflichtige frist-

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gerecht  beim  Bauamt  der  Gemeinde  D  um  Zustellung  des  baurechtlichen  Entscheids 

nachgesucht  und  damit diese  Prozessvoraussetzung  ebenso  erfüllt  hat  (§ 315 Abs.  1 

PBG; RB 1993 Nr. 52). 

c)  Nach  der  in E.  1c zitierten Gerichtspraxis  spielt  es für  die Abzugsfähigkeit 

von Rechtskosten keine Rolle, ob die Bemühungen eines Pflichtigen letztlich zum an-

gestrebten  Erfolg  geführt  haben  oder  nicht.  Nach  unwidersprochener  Darstellung  der 

Pflichtigen hat die Intervention des Pflichtigen neben einer Verzögerung des bekämpf-

ten Projekts immerhin bewirkt, dass gewisse Mängel desselben behoben worden sind. 

Die vom Pflichtigen für die Baurekurskommission III, den eigenen Anwalt und den Ver-

treter der Bauherrschaft aufgewendeten Kosten hätten auch dann als abzugsfähig gel-

tend gemacht werden können, wenn die Rekurskommission das Rechtsmittel materiell 

beurteilt und – nach Prognose ihres Referenten – abgewiesen hätte (vgl. dazu StRK III, 

3. November 2005, 3 ST.2005.230 + 3 DB.2005.115). Dasselbe muss gelten, wenn der 

Pflichtige  im  Lauf  des  Rekursverfahrens  zum  Schluss  gekommen  ist,  dass  sich  eine 

Fortsetzung  des  Rekursverfahrens  aufgrund  einer  Abwägung  der  Prozessaussichten 

nicht lohne. Anzumerken bleibt, dass der Rekurs entgegen der Auffassung des kanto-

nalen Steueramts nicht von vornherein als chancenlos bezeichnet werden kann. Wäh-

rend eine Baute oder Anlage im Regelfall gemäss § 238 Abs. 1 PBG "für sich und in 

ihrem  Zusammenhang  mit  der  baulichen  und  landschaftlichen  Umgebung"  nur  eine 

"befriedigende"  Gesamtwirkung  zu  erreichen  hat,  müssen  die  eine  Arealüberbaung 

bildenden Bauten und Anlagen samt Umschwung laut § 71 Abs. 1 PBG "besonders gut 

gestaltet" sein. 

d)  Die  von  den  Pflichtigen  geltend  gemachten  Rechtskosten  von  Fr. 24'026.- 

sind der Höhe nach unbestritten und ausgewiesen. Anerkannt sind auch die weiteren 

Aufwendungen  von  Fr.  5'471.-  für  das  Gebäude  C-Weg  7.  Diese  Erwägungen  führen 

zur  Gutheissung  von  Beschwerde  und  Rekurs  und  zu  folgender  Ermässigung  des 

steuerbaren Einkommens für die Steuerperiode 2010: 

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steuerbares Einkommen  

gemäss Einspracheentscheid 

Staats- und Gemeindesteuern  Direkte Bundessteuer 

105'190 

93'990 

Liegenschaftenunterhalt C-Weg 7 

./. 29'497 

./. 29'497 

Korrektur Pauschalabzug 

steuerbares Einkommen 

rund 

7'642 

83'335 

83'300 

7'642 

72'135 

72'100 

4. Bei  diesem  Prozessausgang  sind  die  Gerichtskosten  der  Beschwerdegeg-

nerin/dem  Rekursgegner  aufzuerlegen  (Art. 144  Abs. 1  DBG  und  § 151  Abs. 1  StG). 

Ferner  ist  den  Pflichtigen  für  das  Beschwerde-  und  Rekursverfahren  eine  Parteient-

schädigung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundes-

gesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  und  § 152  StG 

i.V.m. § 17 Abs. 2 VRG). Angesichts des geringen Streitwerts sowie des einfachen und 

unbestrittenen  Sachverhalts 

rechtfertigt  sich  eine  Vergütung  von 

(insgesamt) 

Fr. 1'000.- (einschliesslich Mehrwertsteuer). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Die  Beschwerdeführer  werden für  die  direkte 

Bundessteuer,  Steuerperiode  2010,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  

Fr. 72'100.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif). 

2.  Der  Rekurs  wird  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats-  und  Ge-

meindesteuern,  Steuerperiode  2010,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  

Fr. 83'300.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 2'263'000.- (satzbestimmend 

Fr. 2'380'000.-) eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Ver-

heiratetentarif).  

[…] 

2 DB.2012.253 
2 ST.2012.281