# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a503a5ec-604b-5025-951e-7aa3c35208f1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-10-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 31.10.2006 V-2006/115
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_V-2006-115_2006-10-31.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: V-2006/115

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Kindes- und Erwachsenenschutz

Publikationsdatum: 31.10.2006

Entscheiddatum: 31.10.2006

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 31.10.2006
Art. 397a Abs. 1 ZGB: Fürsorgerische Freiheitsentziehung gegenüber einer 
entmündigten Person in der Bewo Hof in Nesslau/SG 
(Verwaltungsrekurskommission, 31. Oktober 2006, V-2006/115).Das 
Bundesgericht hat am 22. Januar 2007 eine Berufung gegen dieses Urteil 
abgewiesen, soweit es darauf eintrat.

Präsident Ralph Steppacher, Fachrichter Thomas Angehrn und Rolf Bächle; 

Gerichtsschreiberin Susanne Schmid Etter; begutachtende Fachrichterin Maria Distel-

Germann

 

In Sachen

 

1. A.B.,

Vormund:,

 

und

 

2. C.B.,

Kläger,

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gegen

 

Vormundschaftsbehörde X.,

Vorinstanz,

 

betreffend

Fürsorgerische Freiheitsentziehung (Unterbringung von A.B. in der Bewo Hof in 

Nesslau)

 

Sachverhalt:

A.- A.B. wurde am 6. Juni 1978 als drittes Kind der Familie D. und C.B. geboren. Die 

Ehe wurde im Jahr 1995 geschieden, wobei A.B. beim Vater in G. blieb. Vom 11. Juni 

1995 bis 19. September 1995 weilte sie im Kinder- und Jugendpsychiatrischen 

Zentrum Sonnenhof in Ganterschwil. In der Zeit vom 27. Juli bis 16. November 1996 

war A.B. zwecks Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens im Hinblick auf eine 

Entmündigung in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik (KPK) St. Pirminsberg in 

Pfäfers hospitalisiert. Im Gutachten vom 4. März 1997 wurde eine Geisteskrankheit, 

namentlich eine psychische Störung, bestehend in einer erheblichen affektiv-

emotionalen Entwicklungsverzögerung mit wiederholt auftretenden, subjektiv 

empfundenen, nicht objektivierbaren Erstickungsanfällen, diagnostiziert.

Mit Verfügung der Vormundschaftsbehörde G. vom 25. März 1997, wurde A.B. wegen 

Geisteskrankheit gestützt auf Art. 369 ZGB unter Vormundschaft gestellt. In den Jahren 

1998 und 1999 hielt sich A.B. stationär in der KPK Wil auf. Ende 1999 trat sie dort aus, 

lebte fortan beim Vater in X. und arbeitete bis Ende 2001 in der geschützten Werkstätte 

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Buecherwäldli. Mit Verfügung der Vormundschaftsbehörde G. vom 29. Mai 2001 wurde 

die Vormundschaft der Vormundschaftsbehörde X. übertragen.

B.- Am 29. Juni 2004 trat A.B. in die Bewo Hof in Nesslau ein. Seit Frühjahr 2005 kam 

es immer häufiger zu Schwierigkeiten mit dem Vater C.B. betreffend Unterbringung und 

Wochenendbesuche von A.. Sowohl A. als auch C.B. verlangten in der Folge mehrfach 

die Beendigung des Aufenthalts in der Bewo Hof. Nachdem C.B. seine Tochter an 

einem Wochenende im Juni 2005 nicht freiwillig in die Bewo zurückgebracht hatte, 

wurden Besuche bei ihm zuhause vom Vormund untersagt. Am 1. Juli 2006 holte C.B. 

seine Tochter A. erneut in Nesslau ab. Nach Androhung einer polizeilichen Rückführung 

kehrte A.B. am 3. Juli 2006 wieder zurück.

Mit Schreiben vom 10. Juli 2006 ersuchte der Vormund Claudio Schmid die 

Vormundschaftsbehörde X. um Anordnung einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung 

gegenüber A.B. für die Dauer von mindestens einem Jahr. Am 19. September 2006 

wurde A.B. das rechtliche Gehör im Hinblick auf die fürsorgerische Freiheitsentziehung 

gewährt. Mit Verfügung vom 25. September 2006 (Versand: 26. September 2006) 

verfügte die Vormundschaftsbehörde X. in Anwendung von Art. 397a ZGB die 

Rückbehaltung von A.B. in der Bewo Hof in Nesslau auf unbestimmte Zeit.

C.- Mit Eingabe vom 1. Oktober 2006 (Datum Poststempel: 5. Oktober 2006) erhoben 

A. und C.B. bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen Klage gegen 

die Rückbehalteverfügung mit dem sinngemässen Antrag, es sei eine gerichtliche 

Beurteilung durchzuführen.

Dr.med. Maria Distel-Germann, ärztliche Fachrichterin der 

Verwaltungsrekurskommission, wurde als Sachverständige beigezogen und mit der 

richterlichen Einvernahme betraut. Am 18. Oktober 2006 wurde die Klägerin in der 

Bewo Hof in Nesslau fachrichterlich einvernommen, nachdem sie sich vom 6. bis 17. 

Oktober 2006 bei ihrem Vater in W. aufgehalten hatte.

D.- Am 31. Oktober 2006 fand in Nesslau die mündliche Verhandlung statt. Zuvor 

besichtigte das Gericht die Bewo Hof. Die Leiterin der Bewo Hof, gab dabei zur 

Auskunft, dass die Bewo am 1. Oktober 1996 als GmbH gegründet worden sei. 

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Gesamtleiter sei Herr Högger. Insgesamt gebe es vier Unterkünfte, je eine in St. Gallen, 

Bütschwil, Krummenau und Nesslau, wobei letztere in Nesslau über das grösste 

Betreuungsangebot verfüge. Die Bewo GmbH sei von der IV anerkannt, erhalte jedoch 

keine Subventionen. Die Tagestaxe betrage Fr. 205.--. In der Bewo Hof in Nesslau 

seien zehn Personen in Einzelzimmern untergebracht. Es gebe eine 24-stündige 

Betreuung, die mit 590 Stellenprozenten gewährleistet werde. Die Bewohner arbeiteten 

im Haushalt mit, betreuten den Garten und die Kleintiere und verrichteten einfachere 

Industriearbeiten. Zudem bestehe die Möglichkeit, in der Werkstatt in Krummenau zu 

arbeiten. Um 22.00 Uhr werde die Türe geschlossen.

An der anschliessenden Verhandlung nahmen die Klägerin und der Kläger, der 

Präsident und Sekretär der Vorinstanz, der Vormund, die Mutter der Klägerin sowie 

Frau Kyd, eine Betreuerin der Bewo Hof teil. Dr.med. Maria Distel-Germann war als 

begutachtende, jedoch nicht urteilende Fachrichterin anwesend (vgl. Urteil des 

Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Strassburg vom 29. März 2001 in 

Sachen D.N. gegen die Schweiz, VPB 65.122). Sie erstattete ihre gutachtliche 

Stellungnahme mündlich an der Verhandlung. Die Kläger hielten an ihrer Klage fest. Die 

Aktennotiz betreffend das Gespräch der Gerichtsschreiberin mit der Schwester der 

Klägerin sowie das Schreiben derselben vom 28. Oktober 2006 wurden den Parteien 

mündlich eröffnet.

b) Die Klägerin führte auf entsprechende Befragung aus, sie wolle die Bewo Hof sofort 

verlassen. Sie halte es hier nicht mehr aus. Es habe ihr hier von Anfang an noch keine 

Stunde gefallen. Sie sitze ständig im Zimmer und weine, da sie so unglücklich sei. Ihre 

Einstellung gegenüber der Bewo sei immer gleich negativ gewesen. Ihr Vormund habe 

stets gesagt, sie müsse es hier nur einmal versuchen. Zum Teil habe sie Mühe mit 

anderen Bewohnern, die manchmal sehr direkt seien. Man habe sie auch schon 

angeschnauzt. Das Essen sei ungesund. Häufig gebe es Fertigprodukte wie Ravioli 

oder Bohnen aus der Büchse. Auch mit dem Betreuungsteam habe sie zuweilen Mühe. 

Sie werde zu wenig ernst genommen oder missverstanden. Den Betreuern habe sie 

schon oft gesagt, es gefalle ihr hier nicht. In den Garten gehe sei kaum. Wenn es einem 

nicht gefalle, habe man dazu auch keine Lust.

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Sie wolle zurück zu ihrem Vater, der für sie in W. eine eigene Wohnung gekauft habe. 

Sie traue sich die Haushaltführung zu, als Aupair-Mädchen habe sie das auch schon 

gemacht. Ansonsten habe sie noch nie alleine gewohnt. Aber ihr Vater wohne ja auch 

dort. Es sei sehr nahe. Ihre 2 ½-Zimmerwohnung sei unten, die 3 ½-Zimmerwohnung 

des Vaters oben. Mit der Atmung ginge es schon. Man müsse halt ausschnaufen, auch 

wenn es manchmal schwierig sei. Früher sei sie lange bei ihrem Vater gewesen. Das 

Zusammenleben habe damals gut funktioniert. Gewisse Schwierigkeiten gebe es ja 

überall. Es stimme nicht, dass sie damals vom Vater habe weg wollen. Es habe keine 

andere Lösung gegeben, da ihr Vater im Spital gewesen sei.

Einen Psychiater habe sie momentan keinen. Sie habe sich auch nicht mehr um einen 

neuen bemüht. Den Hausarzt Dr. Schläpfer sehe sie nur selten. Ihr Vormund komme 

gelegentlich vorbei. Die Kontakte seien für sie jedoch nicht angenehm. Sie habe ihm 

auch schon oft gesagt, sie hielte es nicht aus in der Bewo. Auf die Fragen, ob sie von 

ihrem Vater auch schon beschimpft worden sei und was sich im November 2005 

ereignet habe, so dass es ihr danach in der Bewo nicht mehr gefallen habe, gab die 

Klägerin keine Auskunft.

c) Der Kläger führte aus, seine Tochter sei unverzüglich aus der Bewo zu entlassen. Sie 

könne bei ihm in W. wohnen. Seit Juni 2006 wohne er dort. Er habe in einem 

vollständig renovierten Bauernhaus zwei von drei Wohnungen gekauft. Dafür habe er 

Fr. 345'000.-- bezahlt. Die Hypothek betrage Fr. 245'000.--. Den Rest habe er mit dem 

Erlös aus dem Hausverkauf in X. bezahlt. Die Wohnungen seien sauber eingerichtet. Es 

herrsche kein Chaos. Wenn A. nicht komme, werde er die andere Wohnung vermieten. 

Falls ihr Vormund die Wohnungen besichtigen wolle, müsse er sich vorher anmelden.

Er traue sich die Betreuung von A. zu. Das habe er ja schon früher gemacht. Natürlich 

habe er A. auch schon beschimpft, aber er werde sie so weit als möglich unterstützen. 

Einmal könne A. für beide kochen, ein anderes Mal mache er das. A. könne putzen und 

einkaufen, das wisse er. Er disponiere angesichts seines Alters vorerst einmal für drei 

bis fünf Jahre. A. werde sicher auch einen Freund finden. In Nesslau seien die 

Voraussetzungen dafür schlecht. In der Ferienwoche, die A. jetzt gerade bei ihm 

verbracht habe, hätten sie jeden Tag einen längeren Spaziergang unternommen. Die 

frische Luft tue ihr gut. Auch die Gespräche miteinander seien für A. wichtig. W. sei 

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eine sehr schöne Gegend. A. sei jeweils sehr motiviert gewesen etwas zu unternehmen. 

Hier in Nesslau habe niemand Zeit, um mit ihr spazieren zu gehen. Er habe auch schon 

einen Psychiater für A. in Heiden organisiert. Jetzt habe man ihr ja verboten, zum 

Psychiater zu gehen. Sie erhalte auch die falschen Medikamente. Sie habe ein 

Schleudertrauma, das habe nichts mit der Psyche zu tun. Die Zustände hier in der 

Bewo seien unhaltbar. Fünf Frauen müssten sich eine Toilette teilen. Dies sei heute gar 

nicht mehr zulässig.

Mit dem Vormund hätten in den letzten zweieinhalb Jahren keine Gespräche 

stattgefunden. Bei Herrn Gemperli sei dies viel besser gewesen. Man sei jeweils 

informiert worden und zusammen gesessen. Es hätte kein Tauziehen gegeben. Er 

erwarte mindestens drei Standortgespräche pro Jahr. Die Vormundschaft müsse 

aufgehoben werden. Als Vater könne er das verlangen. Einen Vormund könne man 

liquidieren.

Die Krankheit von A. rühre von einem Verkehrsunfall im Jahr 1993 her. Die 

Fahrzeuglenkerin sei damals alkoholisiert gewesen. Auch Drogen seien im Spiel 

gewesen. Seither sei A. eine Ruine, sie habe sich nie mehr erholt. Sie leide an einem 

Schleudertrauma. Sie habe Probleme beim Essen und Trinken und habe Angst auf der 

Strasse. Auch ihre Leistung in der Schule habe sie nachhehr nicht mehr erbringen und 

keinen Beruf erlernen können. Vor dem Unfall sei es A. gut gegangen, sie habe die 

normale Schule besucht. Das sei alles erst seit dem Unfall so. Prof. Ulrich Schnyder 

von der Poliklinik in Zürich würde sofort ein entsprechendes unabhängiges Gutachten 

erstellen. Dieser habe ihm bestätigt, dass es solche Fälle wie bei A. gebe, die nicht 

mehr heilbar seien. Er werde noch viel Geld wegen der Unfallfolgen erhalten. Die Sache 

sei noch nicht abgeschlossen. Er habe zwei Versicherungen über Fr. 250'000.--. A. sei 

schon in der Klinik in Pfäfers und 18 Monate lang in der Klinik in Wil gewesen, sie habe 

die Tagesklinik in St. Gallen besucht und einen Aufenthalt im Walenstadterberg 

absolviert. Die Angst sei jedoch nie weggegangen. Im Jahr 2004 habe er sich einer 

Hüftoperation unterziehen müssen. Deswegen sei A. in der Bewo Hof untergebracht 

worden. Als es dann A. hier nicht gefallen habe, hätte es eine Möglichkeit in Hosenruck 

gegeben. Dies habe Dr. Laimbacher auch empfohlen. Dort hätte es nur Mädchen 

gehabt. Aber der Vormund und die Vormundschaftsbehörde X. hätten alles abgeblockt.

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d) Die Mutter der Klägerin gab an, dass die Betreuung von A. sehr aufwendig sei. Alles 

dauere so lange, beispielsweise das Duschen. Sie könne A. daher nur ein Wochenende 

pro Monat zu sich nehmen. Ihr geschiedener Mann sei da lockerer als sie. Ihn störe 

vieles nicht. Ohne fremde Hilfe könne er A. jedoch ihrer Meinung nach nicht zu sich 

nehmen. Er bräuchte mit Sicherheit jemanden für die Putzarbeiten. Alleine könne er das 

nicht machen. Momentan lägen noch sehr viele Kleider in seiner Wohnung, die man 

verlesen müsste. Er müsste auch Schränke kaufen. A. würde es sicher gefallen beim 

Vater. Dieser könne eben viel mit ihr unternehmen. Hier in der Bewo sei A. sehr traurig. 

Sie weine häufig am Telefon und sage: "Mutter, weshalb muss ich so leben, ich würde 

lieber sterben." Sie habe jetzt nicht einmal einen Psychiater und das Handy habe man 

ihr auch weggenommen. Seit einigen Wochen sei es so schlimm. Sie sage ständig, sie 

halte es hier nicht mehr aus. Früher sei die Situation nicht so akut gewesen. Gefallen 

habe es A. in Nesslau aber noch nie so richtig. Trotzdem habe sie als Mutter immer 

versucht, A. wieder zu motivieren und ihr gut zuzureden. Der FFE habe sie jetzt aber 

wütend gemacht. Der Zustand von A. sei sehr schlecht. A. habe ihr am Telefon schon 

einmal Fr. 30.-- angeboten, damit sie sie besuchen komme. So verzweifelt sei sie. 

Alleine gehe A. nirgendwo hin, sie habe Angst. Ihre Tochter beschwere sich auch, dass 

es in der Bewo zu wenig zu essen gebe und sie jeweils noch Hunger habe. Da sie so 

langsam esse, nähmen ihr die übrigen Bewohner alles weg. Wenn es zum Beispiel 

Salat gebe, den sie nicht möge, heisse es, sie könne ja im Hotel essen. In der Küche 

dürfe sie nichts holen. Das seien Zustände wie in einem Konzentrationslager. Sie würde 

sich wünschen, dass ihre Tochter mehr in ihrer Nähe wäre. Dann könnte sie sie 

häufiger besuchen. Sie verfüge eben über kein Fahrzeug. Ferner benötige A. einen 

guten Therapeuten.

e) Christa Kyd, Betreuerin von A. in der Bewo, führte aus, bei der wöchentlichen 

Bewohnersitzung werde jeweils der Menuplan für die nächste Woche 

zusammengestellt. Die Bewohner könnten dort ihre Wünsche anbringen. Falls es einen 

Salatteller gebe, könne A. sagen, dass sie das nicht gerne habe. Sie erhalte dann ein 

anderes Menu. Es sei auch möglich, für sich selbst individuell etwas zu kochen. A. 

habe aber erst zweimal eine Suppe gekocht. Nachts werde die Küche aus 

Sicherheitsgründen abgeschlossen. Brot, Butter und Konfitüre ständen im 

Aufenthaltsraum jedoch rund um die Uhr zur Verfügung. A. habe sich bis jetzt noch nie 

über zu wenig Essen beschwert. Sie habe anfangs nur gesagt, sie habe Angst, dass sie 

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zu wenig Essen erhalte. Sie sei beim Essen stets pünktlich und schöpfe sich jeweils als 

Erste. Mit Sicherheit sei sie noch nie ins Restaurant verwiesen worden. Anfangs habe 

A. jedoch von sich aus häufig im Restaurant gegessen, was im Hinblick auf ihre 

Selbständigkeit positiv gewertet worden sei. A. habe jederzeit die Möglichkeit 

spazieren zu gehen. Alleine gehe sie jedoch nicht. Freitags gehe sie manchmal 

zusammen mit einem anderen Bewohner nach draussen. Die Freizeitaktivitäten in der 

Gruppe seien freiwillig. A. mache von sich aus nie mit, man müsse sie jeweils dazu 

überreden. Dr. Schläpfer in Nesslau sei der Hausarzt sämtlicher Bewohner. Die Termine 

würden von den Betreuern vereinbart. A. weigere sich manchmal, die Medikamente zu 

nehmen. Sie befürchte eine Gewichtszunahme. Es sei auffallend, wie die 

Verschlechterung des Zustands der Klägerin zeitlich mit dem Kontakt zum Vater 

zusammenfalle. Werde ihr der Entscheid, ob sie zum Vater gehen dürfe oder nicht, 

abgenommen, verbessere sich ihr Zustand innerhalb eines halben Tages.

f) Die begutachtende Fachrichterin, Dr.med. Maria Distel-Germann, erläuterte, dass die 

Klägerin schon im Kindesalter sehr scheu gewesen sei und unter Ängsten gelitten 

habe. Aktenkundig seien eine schwere Geburt sowie Ängste in der Schule. Sie sei dann 

vom Schulpsychologischen Dienst abgeklärt und in einer jugendpsychiatrischen 

Institution untergebracht worden. Diese Massnahme sei jedoch vom Vater sabotiert 

worden. Nach Scheitern einer ambulanten Begutachtung hinsichtlich einer 

Vormundschaft sei es zum stationären Aufenthalt in der Klinik St. Pirminsberg in Pfäfers 

gekommen. Dort sei eine Störung des sozialen und emotionalen Verhaltens 

diagnostiziert worden. Die Klägerin leide unter einem so genannten psychoorganischen 

Syndrom (POS), einer Teilleistungsschwäche des Gehirns. Dies habe nichts mit der 

Intelligenz zu tun. Der Bildungsrückstand der Klägerin hänge mit ihrer Konfliktsituation 

zusammen. In therapeutischer Hinsicht sei schon Verschiedenes versucht worden, 

darunter Tagesklinik in St. Gallen und stationärer Aufenthalt in der Klinik in Wil während 

18 Monaten. Die Diagnose sei stets dieselbe geblieben und es habe keine 

entscheidende Verbesserung stattgefunden. Im Verlaufe der Zeit habe sich daraus eine 

Persönlichkeitsstörung entwickelt. Dies heisse, dass die Krankheit mit ihren 

Symptomen fixiert und kaum mehr veränderbar sei. Als Symptome zeigten sich bei der 

Klägerin diverse Ängste, Zwangsverhalten (Ticks), eine generelle Verlangsamung und 

der ständige Konflikt: "Mache ich es nun richtig oder falsch?" Auch die Ambivalenz 

zwischen gut und böse sei Ausdruck der Persönlichkeitsstörung. Die Klägerin beklage 

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sich bei den Eltern, um sich nicht an einem anderen Ort damit auseinandersetzen zu 

müssen. Der Verkehrsunfall aus dem Jahr 1993 sei nicht die Ursache für den heutigen 

Zustand, höchstens für die Angst auf der Strasse. Das Gutachten der Uni-Klinik Zürich 

aus dem Jahr 2005 verneine einen Zusammenhang zwischen Unfall und psychischer 

Störung ganz klar. Allenfalls habe eine Angstverstärkung stattgefunden.

Die Eltern stünden wegen der Vormundschaft ohnmächtig da. Es sei für sie sehr 

schwer, dem Leiden ihrer Tochter zuzusehen. Hier in der Bewo Hof habe die Klägerin 

einen geschützten Rahmen, aber die Eltern würden nicht am gleichen Strick ziehen. 

Eine Zusammenarbeit wäre aus Sicht der Klägerin unbedingt wünschenswert. Allenfalls 

wäre eine Mediation hilfreich. Die Bewo Hof sei momentan der geeignete Aufenthaltsort 

für die Klägerin. Zudem bestehe hier die Perspektive auf eine eigene Wohnung in 

Krummenau oder auch in St. Gallen. Falls die Klägerin bei ihrem Vater wohnen würde, 

wäre sie diesem total ausgeliefert. Die Symbiose zwischen Vater und Tochter würde 

dadurch noch verstärkt, ebenso der Konflikt zwischen dem Vater und der Vorinstanz. 

Die Tatsache, dass bei der Klägerin nach Kontakten zum Vater jeweils Rückschritte zu 

verzeichnen seien, zeige, dass die negative Einstellung des Vaters abfärbe. Die 

Klägerin habe ein schwaches Ich. Sie übernehme die Meinung des Vaters. Es sei auch 

absehbar, dass der Vater mit der Betreuung der Klägerin überfordert sei. Über kurz 

oder lang würde es zu einer Eskalation kommen. Allenfalls würde es die Klägerin auch 

nicht mehr länger beim Vater aushalten. Dies gehöre jedoch zur Krankheit. Wo auch 

immer, es werde der Klägerin in ihrer Haut nie wohl sein. Es gebe effektiv Fälle, wo 

man keine Verbesserung erreichen könne. Mit Antidepressiva und Angstlösern liesse 

sich bei der Klägerin wahrscheinlich aber noch etwas machen. Momentan erhalte die 

Klägerin Abilify. Dies sei ein Neuroleptikum der neueren Generation mit wenig 

Nebenwirkungen.

g) Die Klägerin erwiderte, dass einiges im Bericht der ärztlichen Fachrichterin nicht 

zutreffe. Sie habe sehr wohl eine eigene Meinung, die sie auch kundtue. Es sei eine 

Tatsache, dass sie es in der Bewo nicht mehr aushalte. Es gehe ihr nicht überall 

schlecht, sondern nur hier. Der Zwang sei für sie nicht gut. Sie weine ständig und 

werde von anderen Bewohnern schikaniert, was nicht fair sei.

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h) Der Vormund der Klägerin erklärte, er habe bei der Vorinstanz eine fürsorgerische 

Freiheitsentziehung beantragt, um sich nicht dem Vorwurf der Untätigkeit auszusetzen. 

Bis ins Jahr 2004 sei er Teil des Familiensystems B. gewesen. Wenn er zu allem ja 

gesagt habe, sei es recht gut gegangen. Ende 2003 sei es dann schwieriger geworden. 

Am 24. September 2003 habe er von Pater Reck, der die Familie seelsorgerisch betreut 

habe, ein Telefon erhalten. Pater Reck habe gesagt, die Klägerin sei zuhause 

zunehmend unzufrieden. Im Frühjahr 2004 habe dann eine stationäre Begutachtung 

stattgefunden. Dr. Brägger habe ihm gegenüber daraufhin von einer Verwahrlosung im 

Haus B. berichtet und die Frage nach einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung 

aufgeworfen. Danach habe er zur Klägerin einen regelmässigen Kontakt gepflegt. Diese 

habe sich immer mehr über die Zustände zuhause, das Essen und die Unordnung, 

beschwert. Auch im Rahmen der Begutachtung an der Uni-Klinik Zürich hätten sich die 

Ärzte für eine betreute Wohnform ausgesprochen. Daraufhin habe er nach einer 

geeigneten Institution gesucht und sei in der Bewo Hof in Nesslau fündig geworden. 

Zusammen mit der Klägerin habe er die Bewo besichtigt und es sei ein Probemonat 

vereinbart worden. Die Klägerin habe sich danach für einen Verbleib ausgesprochen. 

Seither hätten insgesamt acht Standortgespräche stattgefunden. Seiner Meinung nach 

seien es gute Gespräche gewesen, es sei jeweils auch gelacht worden.

Anlässlich eines Telefongesprächs vom 18. Juni 2004 sei es zwischen ihm und dem 

Kläger zum Bruch gekommen. Der Kläger habe auf einem weiteren Gutachten wegen 

des Unfalls bei Prof. Schnyder bestanden, was er als Vormund abgelehnt habe. Ab 

dem Frühjahr 2005 habe sich die Situation mit zunehmender Einmischung des Vaters 

verschlechtert. Der Vater habe verlangt, dass die Klägerin die Bewo verlassen könne. 

Ende 2005 habe er daher die Option fürsorgerische Freiheitsentziehung geprüft und 

dem Sozialpsychiatrischen Dienst in Wattwil den Auftrag für einen entsprechenden 

Arztbericht erteilt. Da Dr. Sommers sich geweigert habe, einen solchen Bericht 

abzugeben, habe er sich an die Oberärztin Dr. Müllers wenden müssen. Diese habe 

dann am 5. Mai 2006 den Bericht in Absprache mit Dr. Sommers ausgestellt. Danach 

habe er bei der Vorinstanz die fürsorgerische Freiheitsentziehung beantragt. Er habe 

damit einerseits dem Kläger klare Grenzen aufzeigen wollen. Dieser habe sich ständig 

eingemischt und die Grenzen dabei oft überschritten. Andrerseits habe er die Klägerin 

schützen wollen. In der Bewo Hof in Nesslau habe es seines Wissens noch keine 

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fürsorgerische Freiheitsentziehung gegeben, in einer anderen Bewo aber schon. Dies 

sei jedenfalls die erste Klage vor der Verwaltungsrekurskommission.

Die Bewo Hof sei geeignet für die Klägerin. Sie habe hier eindeutig Fortschritte 

gemacht. Es sei zum Beispiel möglich gewesen, ihre Zähne komplett zu sanieren. Sie 

habe selbständig zum Zahnarzt gehen können. Erst mit zunehmender Einflussnahme 

des Vaters habe es wieder Rückschläge gegeben. Als Perspektive sei die Bewo 

Krummenau eine Option, wo die Klägerin eine eigene Wohnung beziehen könnte. Die 

psychiatrische Betreuung sei abhängig von der Kooperation der Klägerin. Eine 

Psychotherapie stehe jedoch nicht im Vordergrund. Die Behandlung bei Dr. Sommers 

im Sozialpsychiatrischen Dienst in Wattwil habe die Klägerin selbst abgebrochen. Es 

gebe dort aber auch noch andere Ärzte.

Die vom Kläger vorgeschlagene Institution in Hosenruck wäre nicht in Frage 

gekommen. Dr. Laimbacher habe mit einer dortigen Betreuerin vereinbart, dass kein 

Aufnahmeverfahren für A. eingeleitet werde. Es handle sich beim "Schnäggehus" um 

eine therapeutische Wohngemeinschaft. Deren Anforderungen hätte A. gar nicht erfüllt. 

Im Übrigen wäre dort der Kontakt zu den Eltern vollständig unterbunden worden. Dies 

gehöre zum Konzept.

Aufgrund des Gutachtens der Uni-Klinik Zürich sei erwiesen, dass der Unfall aus dem 

Jahr 1993 keine Ursache für den heutigen gesundheitlichen Zustand der Klägerin sei. 

Mit der Versicherung werde demnächst ein Vergleich abgeschlossen. A. erhalte Fr. 

10'000.--.

Die Wegnahme des Mobiltelefons der Klägerin habe er veranlasst. Es handle sich dabei 

nur um eine vorübergehende Massnahme, bis die Klage beurteilt sei. Er habe damit 

den unkontrollierten Kontakt der Klägerin zum Vater unterbinden wollen. A. könne 

jedoch jederzeit vom Büro der Bewo aus telefonieren.

i) Der Präsident der Vorinstanz konnte dem Bericht der ärztlichen Fachrichterin 

vollumfänglich zustimmen. Er bestätigte zudem, dass auf Initiierung des Klägers ein 

Verfahren betreffend Aufhebung der Vormundschaft hängig sei. In Bezug auf die 

vorliegende Klage beantrage er deren Abweisung. Der Kläger widerspreche sich häufig. 

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Er überschätze sich, wenn er die Betreuung für die Klägerin übernehmen wolle. Die 

Situation bei ihm sei nicht ideal. In seinem Haus in X. habe laut Aussagen von 

Drittpersonen ein Chaos geherrscht. Er habe das allerdings noch nie selbst gesehen, 

da der Kläger den Zutritt verwehre. Mit seinen ständigen Interventionen bringe der 

Kläger nur Unruhe ins Leben seiner Tochter. Zuvor habe diese Fortschritte gemacht, 

jetzt sei alles wieder in Frage gestellt. Mit der fürsorgerischen Freiheitsentziehung wolle 

man mehr Distanz zum Kläger gewinnen, um eine Stabilisierung des Zustands der 

Klägerin zu erreichen. Dann wären wieder Fortschritte möglich. Der Sekretär der 

Vorinstanz ergänzte, dass der Käufer der Liegenschaft des Klägers in X. eine Mulde 

bestellt habe, um das Material, dass der Kläger zurückgelassen habe zu entsorgen.

j) Im Schlusswort legte die Klägerin nochmals dar, dass sie es in der Bewo Hof nicht 

länger aushalte und sich von Beginn weg immer nur unter Tränen gefragt habe, warum 

sie hier leben müsse. In so einem Umfeld müsse man ja traurig sein. Der Kläger meinte, 

die gesamte Situation hier sei falsch. Es herrsche eine Angstsituation für A.

E.- Auf weitere tatsächliche Gegebenheiten und Ausführungen der Beteiligten sowie die 

Akten ist, sofern für den Entscheid relevant, in den Erwägungen einzugehen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen.

a) Die Verwaltungsrekurskommission beurteilt Anfechtungen der fürsorgerischen 

Freiheitsentziehung nach Art. 397a bis 397f des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 

(Art. 71a VRP). Nach Art. 397a des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210; 

abgekürzt: ZGB) darf eine mündige oder entmündigte Person wegen Geisteskrankheit, 

Geistesschwäche, Trunksucht, anderen Suchterkrankungen oder schwerer 

Verwahrlosung in einer geeigneten Anstalt untergebracht oder zurückbehalten werden, 

wenn ihr die nötige persönliche Fürsorge nicht anders erwiesen werden kann.

Der Begriff der Anstalt ist bei Erwachsenen in einem sehr weiten Sinn zu verstehen. 

Gemäss Botschaft vom 17. August 1977 soll sich der Rechtsschutz auf alle möglichen 

Einrichtungen beziehen, in welchen Personen ohne oder gegen ihren Willen persönliche 

Fürsorge unter Entzug ihrer Freiheit erbracht werden könne. Es müsse sich dabei nicht 

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notwendigerweise um geschlossene Anstalten handeln. Es genüge, dass der 

Betroffene die Anstalt nicht verlassen dürfe (BBl 1997 III S. 28 f.). Auch die meisten 

Autoren sprechen sich für einen weiten Anstaltsbegriff aus (vgl. dazu B. Caviezel-Jost, 

Die materiellen Voraussetzungen der fürsorgerischen Freiheitsentziehung, Stans 1988, 

S. 361 f. m.w.H.). Ausgehend von einem weiten Begriff der persönlichen Freiheit sind 

auch all jene Institutionen als Anstalten zu bezeichnen, die die Möglichkeit haben, 

Menschen bei sich aufzunehmen, auch wenn sie eine sehr offene Struktur haben und 

die Bewegungsfreiheit nicht oder nur wenig beschränken. Denn auch sie beschränken 

den Eingewiesenen in seiner persönlichen Freiheit, und zwar in ihrem Teilbereich der 

Willensfreiheit. Jene beinhaltet auch das Recht eines erwachsenen Menschen, seinen 

Aufenthaltsort selbst zu bestimmen, und ist daher beeinträchtigt, wenn jemand gegen 

seinen Willen von der zuständigen Behörde irgendwo untergebracht oder 

zurückbehalten wird. Die Anordnung, in einer Institution zu bleiben und sie nicht ohne 

Erlaubnis zu verlassen, genügt deshalb für die Annahme einer Anstalt im Sinn von Art. 

397a ZGB (Caviezel-Jost, a.a.O., S. 364 f.; Th. Geiser, in Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], 

Zivilgesetzbuch I, N 22 zu Art. 397a ZGB). Diese Betrachtungsweise gilt auch für den 

erwachsenen Entmündigten, zumal in Art. 397a ZGB explizit von mündigen und 

entmündigten Personen die Rede ist (Caviezel-Jost, a.a.O., S. 365 Fn 57). Auch eine 

urteilsfähige entmündigte Person kann nur mit fürsorgerischer Freiheitsentziehung 

verpflichtet werden, in einer Institution zu bleiben und diese nicht ohne Erlaubnis zu 

verlassen.

Die Bewo Hof in Nesslau stellt eine betreute Wohngemeinschaft dar mit dem Ziel der 

Förderung der Selbständigkeit. Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer ab 16 

Jahren, die sich in psychischen oder sozialen Schwierigkeiten befinden. In Nesslau 

sind maximal zehn Personen untergebracht. Während 24 Stunden pro Tag ist eine 

professionelle Betreuung garantiert. Die Institution hat keine geschlossene Abteilung. 

Die Bewohner müssen jedoch bei Entfernung von der Unterkunft jeweils den Grund 

angeben. Abends um 22.00 Uhr wird die Tür geschlossen. Auch wenn sich die Klägerin 

inner- und ausserhalb der Bewo relativ frei bewegen kann, darf sie gestützt auf die 

angefochtene Verfügung der Vorinstanz die Bewo Hof als Aufenthaltsort nicht 

verlassen. Insbesondere ist sie nicht befugt, bei ihrem Vater in W. zu leben. Dadurch 

wird sie in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. Die Bewo Hof in Nesslau stellt 

daher im Falle der bezüglich ihres Aufenthaltsorts urteilsfähigen Klägerin eine Anstalt 

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im Sinn von Art. 397a ZGB dar, weshalb die Verwaltungsrekurskommission zur 

Beurteilung der Klage zuständig ist.

b) Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist für die Klägerin als Direktbetroffene 

zweifellos gegeben. Auch der Kläger ist als Vater der Klägerin eine nahe stehende 

Person im Sinn von Art. 397d Abs. 1 ZGB und deshalb zur Klage legitimiert. Daran 

vermag die Tatsache, dass die Klägerin nicht mehr unter seiner elterlichen Sorge steht, 

nichts zu ändern. Die Klage vom 1. Oktober 2006 (Datum Poststempel: 5. Oktober 

2006) ist ferner rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher 

Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 397d ZGB, Art. 75f des 

Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch [sGS 911.1; abgekürzt: EG 

zum ZGB] sowie Art. 71c Abs. 1 und 71d in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP).

Auf die Klage ist einzutreten.

2.- Die Vorinstanz war örtlich und sachlich zum Erlass der angefochtenen Verfügung 

zuständig (Art. 397b Abs. 1 und Art. 25 Abs. 2 ZGB). sie hat die verfahrensrechtlichen 

Anforderungen (Sachverständigenbeizug und Gewährung des rechtlichen Gehörs) 

eingehalten.

3.- Gemäss Art. 397a ZGB setzt die fürsorgerische Freiheitsentziehung in materieller 

Hinsicht voraus, dass die davon betroffene mündige oder entmündigte Person – 

alternativ – an Geisteskrankheit, Geistesschwäche, Trunksucht, anderen 

Suchterkrankungen oder schwerer Verwahrlosung leidet und deswegen der 

persönlichen Fürsorge bedarf, die ihr nicht anders als durch die Einweisung in eine 

geeignete Anstalt der tatsächlich gewählten Art erwiesen werden kann (Abs. 1), wobei 

auch die Belastung, welche die Person für ihre Umgebung bedeutet, zu 

berücksichtigen ist (Abs. 2).

a) Die Vorinstanz geht gestützt auf den Bericht des Psychiatrischen Zentrums Wattwil 

vom 5. Mai 2006 von einer Geistesschwäche im Sinn des Gesetzes aus (act. 2). Zu 

prüfen ist deshalb, ob eine Geisteskrankheit oder eine Geistesschwäche im Sinn von 

Art. 397a Abs. 1 ZGB vorliegt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/21

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Der Begriff der Geisteskrankheit ist – analog dem im Vormundschaftsrecht geltenden 

Terminus – auch im Bereich der fürsorgerischen Freiheitsentziehung als Rechtsbegriff 

zu verstehen und nicht in streng medizinischem Sinn auszulegen. In Lehre und 

Rechtsprechung sind mit dem juristischen Begriff der Geisteskrankheit Fälle gemeint, 

bei denen psychische Symptome oder Verlaufsweisen hervortreten, die einen stark 

auffallenden Charakter haben und die bei einem besonnenen Laien nach hinreichender 

Bekanntschaft mit dem Betroffenen den Eindruck völlig uneinfühlbarer, qualitativ 

tiefgehend abwegiger, grob befremdender Störungszeichen erwecken. Als 

Geisteskrankheit im juristischen Sinn gelten demnach alle psychischen Störungsformen 

(im medizinischen Sinn), sofern sie den "juristischen Schwellenwert" der 

Uneinfühlbarkeit durch den besonnenen Laien erreichen. Wird dieser juristische 

Schwellenwert nicht erreicht, liegt keine Geisteskrankheit, möglicherweise jedoch eine 

Geistesschwäche im Sinn des Gesetzes vor. Eine solche wird angenommen, wenn auf 

die Dauer psychische Störungen auftreten, die ein besonnener Laie nicht mehr als 

Krankheit erachtet, weil sie bei ihm nicht den Eindruck uneinfühlbarer, qualitativ 

tiefgehend abwegiger Störung und "Verrücktheit" erwecken, die ihm aber doch als 

Störungen (unter Umständen sehr stark) auffallen. Die Störungen erscheinen dabei 

irgendwie noch einfühlbar, weil sie nach aussen nur quantitativ vom "Normalen" 

abweichen. Dieser Begriffsbestimmung entsprechend sind demnach - über den 

allgemeinen Sprachgebrauch hinaus - unter dem juristischen Begriff der 

Geistesschwäche nicht bloss intellektuelle Schwächen, sondern auch bloss psychische 

Störungen ohne intellektuelle Komponente zu verstehen, wenn diese Störungen 

hinreichend ausgeprägt sind (vgl. GVP 1988 Nr. 35 mit Hinweisen).

Aus dem schlüssigen Bericht der ärztlichen Fachrichterin anlässlich der heutigen 

Verhandlung, der sich auf die Beobachtungen während der Einvernahme und der 

Verhandlung abstützt, geht hervor, dass die Klägerin an einer Persönlichkeitsstörung 

mit Auswirkungen auf das soziale und emotionale Verhalten und damit an einer 

psychischen Krankheit im medizinischen Sinn leidet. Diese Diagnose wird auch im 

Gutachten der KPK St. Pirminsberg vom 4. März 1997 gestellt. Die Psychiatrische 

Universitätsklinik Zürich diagnostizierte im Gutachten vom 4. November 2005 ebenfalls 

eine kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen. Auch das 

Psychiatrische Zentrum Wattwil kommt in seinem Bericht vom 5. Mai 2006 zum 

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Ergebnis, dass die Klägerin an einer schweren Entwicklungsstörung in sozialen und 

emotionalen Verhalten leidet.

Es ist zu prüfen, ob die Klägerin psychische Störungszeichen aufweist, die den 

erwähnten Schwellenwert der Uneinfühlbarkeit bzw. die hinreichende Ausgeprägtheit 

erreichen, um als Geisteskrankheit oder als Geistesschwäche im juristischen Sinn 

gelten zu können.

Die Klägerin ist seit ihrer frühen Kindheit auffällig. Schon damals war sie äusserst scheu 

und zurückgezogen. Aktenkundig ist zudem eine Magersuchtserkrankung in der 

Primarschule. In ihrer Jugendzeit wurde die Klägerin sowohl ambulant als auch 

stationär psychotherapeutisch behandelt. Im Vordergrund standen dabei ihre 

Atembeschwerden. Obschon sich dafür keine somatische Ursache feststellen liess, hat 

die Klägerin bis heute Probleme mit der Atmung. Sie hat das Gefühl, nicht mehr 

ausatmen zu können und zu ersticken. Wegen dieser eingebildeten Erstickungsanfälle 

suchte die Klägerin im ganzen Kanton St. Gallen notfallmässig verschiedenste Ärzte 

auf. Dies führte sogar soweit, dass der Kantonsarzt ein Behandlungsverbot 

aussprechen musste. Auch heute beherrscht die Atmung als zentrales Thema das 

alltägliche Leben der Klägerin. Sie hat deswegen grosse Mühe beim Trinken und 

Essen. Ferner kann sie nur leichtere Arbeiten verrichten. Obschon die Klägerin sich seit 

bald zweieinhalb Jahren in der Bewo Hof in Nesslau aufhält, kann sie bis heute 

höchstens einen halben Tag pro Woche in der Werkstatt in Krummenau arbeiten. 

Daneben verrichtet sie vormittags jeweils einige Stunden Hausarbeit, wobei sie jedoch 

viel Begleitung und Anweisung benötigt. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Beschwerden 

hat die Klägerin keine Berufslehre absolviert und bezieht eine volle Invalidenrente. Sie 

schloss die Realschule nicht ab und war danach abwechslungsweise bei ihrem Vater, 

in psychiatrischen Kliniken oder in therapeutischen Wohngruppen untergebracht. Sie 

unterzog sich keiner beruflichen Abklärung oder IV-Eingliederung. Ab Ende 1999 

arbeitete sie für längere Zeit in der geschützten Werkstätte Buecherwäldli. Die 

Vollzeitbeschäftigung dort musste sie jedoch wegen ihrer Atembeschwerden 

zunehmend reduzieren. Diese über Jahre anhaltenden psychosomatisch bedingten 

Probleme mit der Atmung und die damit verbundenen Einschränkungen im beruflichen 

Alltag sind für einen besonnenen Laien nicht mehr einfühlbar.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/21

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Die Klägerin hat ferner ausser den Familienangehörigen keine näheren 

Bezugspersonen. Auch in der Bewo Hof, in der sie nun seit Juni 2004 lebt, konnte sie 

keine Vertrauensbeziehung zu anderen Mitbewohnern aufbauen. Sie lebt innerhalb der 

Gruppe sehr zurückgezogen, verbringt ihre Freizeit meist auf dem Zimmer und meidet 

Gruppenaktivitäten, wenn immer möglich. Die Beziehung zum Vater ist hingegen sehr 

eng. Die Klägerin ist in ihren Handlungen und Aussagen stark auf diesen fixiert. Man 

hat das Gefühl, sie wolle es ihm unter allen Umständen recht machen. Obschon die 

Klägerin mittlerweile 28 Jahre alt ist, hat keine wirkliche Ablösung vom Vater 

stattgefunden. Die Klägerin scheint unter diesen Umständen in ihrem sozialen 

Verhalten schwer beeinträchtigt. Ihre permanente Verschlossenheit sowie ihre 

Beziehungsunfähigkeit wirken grob befremdend.

Aufgrund der mündlichen Verhandlung sowie der vorliegenden Akten zeigt die Klägerin 

im heutigen Zeitpunkt psychische Störungszeichen, welche auf einen besonnenen 

Laien uneinfühlbar und grob befremdend wirken und insgesamt ein erhebliches 

Ausmass erreichen. Auch wenn die Klägerin nicht psychotisch ist und keine 

wahnhaften Ideen verbreitet, ist ihr emotionales und soziales Verhalten dermassen 

gestört, dass der juristische Schwellenwert der Uneinfühlbarkeit erreicht wird und 

daher eine Geisteskrankheit gemäss Art. 397a Abs. 1 ZGB vorliegt. Nicht entscheidend 

ist dabei, ob diese Geisteskrankheit in irgendeinem Zusammenhang mit dem 

Verkehrsunfall von 1993 steht.

b) Auch bei Vorliegen einer Geisteskrankheit ist die einschneidende 

Zwangsmassnahme der fürsorgerischen Freiheitsentziehung nur dann zulässig, wenn 

dem Betroffenen die nötige persönliche Fürsorge nicht anders erwiesen werden kann 

(Art. 397a Abs. 1 ZGB). Im Sinn des verfassungsmässigen Grundsatzes der 

Verhältnismässigkeit staatlicher Eingriffe in die grundrechtsgeschützte persönliche 

Freiheit ist die Anstaltsunterbringung nur zulässig, wenn die vorgesehene 

Freiheitsentziehung auch tatsächlich geeignet ist, der eingewiesenen Person zu helfen. 

Kann eine Geisteskrankheit als solche dadurch nicht geheilt werden, so muss die 

Freiheitsentziehung bzw. die dadurch ermöglichte Behandlung zumindest geeignet 

sein, die Auswirkungen auf das Verhalten des Betroffenen nach Möglichkeit zu mildern. 

Im Hinblick auf Art. 397a Abs. 2 ZGB, der eine Mitberücksichtigung der für die 

Umgebung damit verbundenen Belastung vorsieht, erscheint eine Anstaltseinweisung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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auch dann gerechtfertigt, wenn der Betroffene infolge seines Zustandes für sich oder 

Dritte eine Gefahr bildet, indem er hochwertige Rechtsgüter wie Leben und Gesundheit 

gefährdet. Darf die Unterbringung oder Rückbehaltung in einer Anstalt schliesslich aber 

nur dann und so lange angeordnet bzw. aufrecht erhalten werden, als dem Betroffenen 

die nötige persönliche Fürsorge nicht anders erwiesen werden kann, so setzt dies bei 

der gerichtlichen Beurteilung einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung letztlich voraus, 

dass eine Möglichkeit, dem Betroffenen die nötige persönliche Fürsorge ausserhalb der 

Anstalt zu gewähren, auch im Zeitpunkt der Urteilsfällung (noch) nicht besteht (vgl. GVP 

1988 Nr. 38 mit Hinweisen).

Seit Juni 2004 hält sich die Klägerin in der Bewo Hof in Nesslau auf. Zuvor lebte sie 

beim Vater, der damals noch in X. wohnte. Die Klägerin gibt an, es gefalle ihr in der 

Bewo überhaupt nicht, sie sei hier sehr traurig. Sie wolle zu ihrem Vater ziehen, der seit 

Juni 2006 in W. wohnt. Dort hat der Kläger im gleichen Haus eine 2 ½- und eine 3 ½-

Zimmerwohnung gekauft. Fest steht, dass die Klägerin nicht allein wohnen kann. Es 

mangelt ihr in den meisten Bereichen an der dazu notwendigen Selbständigkeit. Sie ist 

nicht in der Lage, einen Haushalt zu führen. Dies zeigt sich darin, dass sie bei den 

Hausarbeiten in der Bewo immer wieder von neuem angeleitet werden muss. Die 

Klägerin könnte auch das Haus nicht allein verlassen, um Einkäufe zu tätigen. In der 

Bewo unternimmt sie keine Spaziergänge ohne Begleitung. Nebst Unterstützung im 

Alltag benötigt die Klägerin zudem in vielen Bereichen umfassenden Schutz. Da keine 

anderweitigen Alternativen zur Verfügung stehen, kommt folglich nur das Verbleiben in 

der Bewo oder der Umzug nach W., wo die Klägerin in unmittelbarer Nähe zum Vater 

eine eigene Wohnung beziehen könnte, in Frage.

In Bezug auf die letztere Unterbringungsvariante ist in erster Linie zu bedenken, dass 

die Betreuung der Klägerin sehr aufwendig ist. Mit der Haushaltführung wäre diese 

masslos überfordert. Für sämtliche Verrichtungen benötigt sie zudem sehr viel Zeit. Die 

Vorstellung des Vaters, er würde sich beim Kochen mit der Klägerin abwechseln, 

erscheint vor diesem Hintergrund nicht realistisch. Es ist deshalb davon auszugehen, 

dass eine allein stehende Person mit der Betreuung der Klägerin überfordert wäre. Der 

Kläger, der bereits seit längerem pensioniert ist, hätte zwar sicherlich genügend Zeit 

zur Verfügung. Dessen vorgerücktes Alter mit 71 Jahren gilt es aber auch zu 

berücksichtigen. Hinzu kommt, dass diversen Äusserungen der geschiedenen Frau und 

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der Tochter des Klägers wie auch des Präsidenten und des Sekretärs der Vorinstanz 

sowie des Vormunds zu entnehmen ist, dass der Haushalt des Klägers eher chaotisch 

geführt wird. Dessen geschiedene Frau war kürzlich in W. und hat geschildert, dass in 

der Wohnung mangels Stauraum überall Kleider lägen. Auch ihrer Einschätzung nach 

wäre der Kläger mit der Betreuung der Klägerin überfordert. Sie selbst ist lediglich 

während eines Wochenendes pro Monat in der Lage, die Klägerin bei sich zuhause zu 

betreuen. Es trifft zwar zu, dass die Klägerin früher beim Vater gewohnt hat. Laut 

Aussagen des Vormunds war es damals aber die Klägerin selbst, die von zuhause weg 

wollte, da sie mit der ständigen Unordnung, dem Essen und auch dem Vater selbst 

nicht mehr zurecht kam. Offensichtlich benötigt die Klägerin in ihrem Alltag klare 

Strukturen. Zu beachten ist schliesslich, dass die einzige Bezugsperson der Klägerin in 

W. ihr Vater wäre. Die Mutter und Schwester wohnen in G. Eine noch weiter reichende 

Vereinsamung der Klägerin wäre so vorprogrammiert. Bei allfälligen Schwierigkeiten 

wäre sie überdies dem Vater ausgeliefert. Aufgrund der gesamten Umstände ist davon 

auszugehen, dass der Kläger nicht in der Lage ist, seiner Tochter die notwendige 

persönliche Fürsorge zukommen zu lassen und es über kurz oder lang zu einem Eklat 

zwischen Vater und Tochter kommen würde.

Unabhängig davon fällt auf, dass die Klägerin in der Bewo Hof anfänglich gute 

Fortschritte machte. So konnten die Zeiten, welche die Klägerin für alltägliche 

Verrichtungen wie Duschen oder Essen benötigte, deutlich verkürzt werden. Die 

Klägerin konnte die ihr übertragenen Hausarbeiten zunehmend selbständig verrichten. 

Auch die Atembeschwerden traten vermehrt in der Hintergrund. Nachdem der Kläger 

jedoch seit Frühjahr 2006 wieder regelmässig Kontakt zur Klägerin aufnahm und sie zu 

sich nach Hause nahm, waren eindeutige Rückschritte feststellbar. Die Klägerin ging 

nicht mehr allein aus dem Haus und musste bei alltäglichen Arbeiten wieder 

nachfragen. Ferner klagte sie vermehrt über körperliche Beschwerden wie Magen- und 

Kopfschmerzen sowie Übelkeit. Sobald die Klägerin wieder in ihrer gewohnten 

Umgebung in der Bewo war, verbesserte sich die Situation. Auch wenn es der Klägerin 

selbst nicht bewusst ist, gewährleistet der Aufenthalt in der Bewo die für sie nötige 

Stabilität, was bei einem Aufenthalt beim Kläger nicht der Fall wäre.

Unter diesen Umständen kommt eine Unterbringung der Klägerin beim Kläger in W. 

nicht in Frage. Der Verbleib der Klägerin in der Bewo Hof in Nesslau erweist sich daher 

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im heutigen Zeitpunkt als einzige Möglichkeit, um der Klägerin die minimal notwendige 

persönliche Fürsorge zu gewähren. Eine Rückkehr zu ihrem Vater vermag diesem 

Erfordernis im heutigen Zeitpunkt keinesfalls gerecht zu werden. Die fürsorgerische 

Freiheitsentziehung erscheint verhältnismässig, zumal die Einschränkungen in der 

persönlichen Bewegungsfreiheit minimal sind und die Klägerin im Wesentlich daran 

gehindert wird, zum Kläger zurückzukehren.

c) Art. 397a Abs. 1 ZGB setzt schliesslich voraus, dass die Unterbringung in einer 

"geeigneten" Anstalt zu erfolgen hat. Die Klägerin ist schon seit längerer Zeit in der 

Bewo Hof in Nesslau untergebracht. Dort leben zehn Personen in einer 

Wohngemeinschaft zusammen, wobei jede über ein eigenes Zimmer mit fliessend 

Wasser verfügt. Die Bewohner müssen sich an den Hausarbeiten wie Reinigung und 

Kochen beteiligen. Sie können ferner bei den Gartenarbeiten und bei der Betreuung der 

Kleintiere (Hühner und Hasen) mithelfen. Die Freizeitgestaltung findet sowohl individuell 

als auch in der Gruppe statt, wobei letzteres fakultativ ist. Insgesamt wird eine 

selbständige Lebensführung angestrebt. Dies entspricht exakt dem Bedürfnis der 

Klägerin. In der Bewo Hof kann sie dieses Ziel ohne übermässigen Druck oder ständige 

Überforderung verfolgen. Wie zuvor erwähnt, hat die Klägerin in der Bewo Hof 

insbesondere zu Beginn des Aufenthalts Fortschritte in diese Richtung gemacht. Mit 

den betreuten Wohnungen in Krummenau ist zudem eine weitere Stufenfolge in 

Richtung Selbständigkeit innerhalb derselben Institution gewährleistet. In 

therapeutischer Hinsicht wäre es allerdings wichtig, dass die Klägerin wieder 

regelmässig einen Psychiater aufsuchen würde. Dieser könnte in medikamentöser 

Hinsicht allenfalls noch Verbesserungen vornehmen. Derzeit erhält die Klägerin von 

ihrem Hausarzt Dr. Schläpfer in Nesslau das Neuroleptikum Abilify.

Es steht damit fest, dass der Klägerin in der Bewo Hof in Nesslau die für sie konkret 

notwendige persönliche Fürsorge und Betreuung gewährt werden kann und die von der 

Vorinstanz verfügte fürsorgerische Freiheitsentziehung tatsächlich geeignet ist, der 

Klägerin zu helfen.

d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Voraussetzungen von Art. 397a Abs. 1 ZGB 

für einen zwangsweisen Aufenthalt der Klägerin in der Bewo Hof in Nesslau im heutigen 

für die Beurteilung massgeblichen Zeitpunkt erfüllt sind. Die fürsorgerische 

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Freiheitsentziehung ist insbesondere auch verhältnismässig, d.h. sie stellt eine 

geeignete, erforderliche und angemessene Massnahme dar, um der Klägerin die 

notwendige Fürsorge zu erbringen. Die Klage ist deshalb als unbegründet abzuweisen.

e) Dies bedeutet, dass sich die Klägerin weiter in der Bewo Hof in Nesslau aufhalten 

muss und nicht bei ihrem Vater wohnen darf. Die Leitung der Bewo Hof bzw. der 

Vormund der Klägerin befinden über die Gewährung von Urlaub an Wochenenden bzw. 

vorübergehenden Aufenthalten an einem anderen Ort.

4.- Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, 

dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Es gilt der Grundsatz der 

Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens oder Unterliegens (W. Hagmann, Die st. 

gallische Verwaltungsrechtspflege und das Rechtsmittelverfahren vor dem 

Regierungsrat, Diss. Zürich 1979, S. 267 f.). Die Abweisung der Klage hat demnach zur 

Folge, dass die amtlichen Kosten von Fr. 2'000.-- (vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, 

sGS 941.12) den Klägern zu überbinden sind.

In Klagefällen betreffend fürsorgerische Freiheitsentziehung werden keine amtlichen 

Kosten erhoben, wenn sich der Betroffene in ungünstigen wirtschaftlichen 

Verhältnissen befindet (Art. 97bis Abs. 1 lit. a VRP). Dies ist vorliegend für die 

betroffene Klägerin der Fall. Als IV-Rentnerin mit Ergänzungsleistungen verfügt sie 

weder über steuerbares Einkommen noch über steuerbares Vermögen (Veranlagung 

2005). Der Kläger weist ein steuerbares Einkommen von Fr. 21'600.-- und kein 

steuerbares Vermögen auf (Veranlagung 2005). Ihm gegenüber ist daher gestützt auf 

Art. 97 VRP auf die Erhebung amtlicher Kosten zu verzichten.

Entscheid:

1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Die amtlichen Kosten von Fr. 2'000.-- werden den Klägern auferlegt; auf die 

Erhebung der Kosten wird verzichtet.

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	Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 31.10.2006
	Art. 397a Abs. 1 ZGB: Fürsorgerische Freiheitsentziehung gegenüber einer entmündigten Person in der Bewo Hof in Nesslau/SG (Verwaltungsrekurskommission, 31. Oktober 2006, V-2006/115).Das Bundesgericht hat am 22. Januar 2007 eine Berufung gegen dieses Urteil abgewiesen, soweit es darauf eintrat.

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		2025-07-19T16:50:11+0200
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