# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7c244d4-b171-5652-8e15-8e7f85bd1a9f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.01.2023 D-1281/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1281-2020_2023-01-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1281/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler,  

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,    

Gerichtsschreiberin Bettina Hofmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Simon Bigler, Rechtsanwalt,  

Bigler Kaufmann Rechtsanwälte, (…),  

Beschwerdeführer,   

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 5. Februar 2020 / N (…). 

 

 

 

D-1281/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 19. Juli 2017 im Empfangs- und Ver-

fahrenszentrum (EVZ) des SEM in B._______ um Asyl nach. Dort wurde 

er am 28. Juli 2017 zu seiner Person, zu seinem Reiseweg und summa-

risch zu seinen Asylgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Am 

3. September 2019 hörte ihn das SEM eingehend zu seinen Asylgründen 

an (Anhörung). 

A.b In Bezug auf seinen persönlichen Hintergrund machte er geltend, er 

sei sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie und stamme aus 

C._______ (Distrikt D._______, Ostprovinz), wo er bei seiner (…) und mit 

(...) Geschwistern aufgewachsen sei. Die Mitglieder seiner Kernfamilie leb-

ten – bis auf (…) – nach wie vor im Distrikt D._______.  

A.c Zu seinen Gesuchsgründen brachte er im Wesentlichen vor, im Jahr 

1996 freiwillig den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) beigetreten zu 

sein und sie zwei Jahre später wieder verlassen zu haben. Als er im Begriff 

gewesen sei, auch Sri Lanka zu verlassen, sei er von der sri-lankischen 

Armee in E._______ festgenommen und aufgrund seiner früheren Verbin-

dungen zur Bewegung vom (...) Februar 1999 bis (...) Februar 2002 das 

erste Mal inhaftiert worden. Nach seiner Freilassung habe er sich erneut 

den LTTE angeschlossen, für die er ab dem Jahr 2007 als (...) tätig gewe-

sen sei und (…), (…) sowie (…) transportiert habe. Anfangs 2009, kurz 

bevor sich seine Truppe aus F._______ (Nordprovinz) zurückgezogen 

habe, habe ihm der Verantwortliche für (…) in der politischen Abteilung 

(G._______) zwei Fässer anvertraut, welche er – zusammen mit zwei wei-

teren LTTE-Mitgliedern (Decknamen: H._______ und I._______) – am 

(...) Januar 2009 hüfthoch vergraben habe. Er wisse nicht, was in den Fäs-

sern gelagert worden sei beziehungsweise es hätten sich darin (…), (…) 

und (…) befunden.  

Nach Kriegsende habe er sich am (...) Mai 2009 der sri-lankischen Armee 

ergeben. In der Folge sei er in verschiedenen Rehabilitationscamps inhaf-

tiert gewesen, wo er von Angehörigen des CID (Criminal Investigation De-

partement) wiederholt verhört und gefoltert worden sei. Bis auf die Angele-

genheit betreffend die Fässer habe er seine gesamten Aktivitäten innerhalb 

der LTTE preisgegeben und sei am (...) Januar 2013 aus der Rehabilitation 

entlassen worden.  

D-1281/2020 

Seite 3 

In der Folge sei er an seinen Heimatort zurückgekehrt und regelmässig – 

ein bis dreimal pro Monat – von Angehörigen des CID zu Hause aufgesucht 

und befragt worden. Überdies sei er in den Jahren 2014 und 2017 von An-

gehörigen des CID mehrmals ins Camp in J._______ vorgeladen worden, 

wo ihm jeweils Fragen zu ehemaligen LTTE-Mitgliedern gestellt worden 

seien, zuletzt im Zusammenhang mit dem Tötungsversuch an einem Par-

lamentarier. Im Mai 2017 habe er sodann von einem ehemaligen LTTE-

Mitglied (K._______) erfahren, dass Angehörige des CID denselben zu sei-

ner Person befragt hätten und auch auf die Angelegenheit betreffend die 

Fässer zu sprechen gekommen seien. Er sei von einem ehemaligen LTTE-

Kämpfer denunziert worden beziehungsweise wisse er nicht, wie die sri-

lankischen Behörden an diese Information gekommen seien. Aus Angst um 

sein Leben sei er zunächst bei (…) im selben Distrikt und kurz darauf bei 

(…) in L._______ (Distrikt M._______, Ostprovinz) untergetaucht. In seiner 

Abwesenheit hätten sich Angehörige des CID bei seiner Familie zu Hause 

insgesamt dreimal nach seinem Verbleib erkundigt. Vor diesem Hinter-

grund habe er Sri Lanka am (...) Juli 2017 – mit der Hilfe eines Schleppers 

und mit gefälschten Reisepapieren – auf dem Luftweg verlassen.  

Auch nach seiner Ausreise hätten sich Angehörige des CID bei seiner Fa-

milie zu Hause mehrmals nach seinem Verbleib erkundigt. Ausserdem hät-

ten sie sich im August 2019 danach erkundigt, ob der festgenommene (...) 

namens N._______, welchem der Wiederaufbau der LTTE vorgeworfen 

werde, ein Bekannter von ihm sei. 

A.d Im Laufe des Verfahrens reichte der Beschwerdeführer unter anderem 

folgende Unterlagen ins Recht:  

- Identitätspapiere (sri-lankische Identitätskarte [in Kopie], Identitätskarte 

der Internationalen Organisation für Migration [im Original]);  

- Unterlagen im Zusammenhang mit seiner Inhaftierung während des 

Bürgerkrieges (Haftbestätigung des Internationalen Komitees vom Ro-

ten Kreuz [IKRK] vom 13. Februar 2002, undatiertes Schreiben betref-

fend die Freilassung im Februar 2002 [jeweils im Original]); 

- Unterlagen im Zusammenhang mit seiner Rehabilitation (Haftbestäti-

gung des IKRK vom 17. April 2014, Bestätigung der Rehabilitation vom 

14. Januar 2013 [jeweils im Original]);  

- fremdsprachiger Medienbericht aus dem Jahr 2017 (gemäss eigenen 

Angaben: im Zusammenhang mit dem Tötungsversuch an einem Par-

lamentarier); 

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Seite 4 

- fremdsprachiger Medienbericht aus dem Jahr 2019 (gemäss eigenen 

Angaben: im Zusammenhang mit der Festnahme des obgenannten 

[...]). 

B.  

Mit Verfügung datiert vom 5. Februar 2019 (recte: 5. Februar 2020) – eröff-

net am 10. Februar 2020 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer er-

fülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte 

die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. 

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe des 

rubrizierten Rechtsvertreters vom 4. März 2020 (Datum des Poststempels) 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die ange-

fochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei seine Flüchtlingseigen-

schaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Subeventualiter sei seine 

Flüchtlingseigenschaft festzustellen und er sei in der Schweiz vorläufig auf-

zunehmen. Subsubeventualiter sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs festzustellen und er sei in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses. 

Der Beschwerde beigelegt waren – nebst Kopien der angefochtenen Ver-

fügung, einer Vollmacht vom 24. Februar 2020 sowie einem Überwei-

sungsbeleg der Gemeinde O._______ vom 26. Februar 2020 betreffend 

«Unterhalt März 2020» – zwei Medienberichte vom 11. Februar 2020 und 

18. Februar 2020.  

D.  

D.a Mit Zwischenverfügung vom 25. März 2020 stellte der Instruktionsrich-

ter fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten. Gleichzeitig hiess er das Gesuch um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses gut und lud das SEM zur Vernehmlas-

sung bis zum 9. April 2020 ein. 

D.b Das SEM liess sich am 7. April 2020 zur Beschwerde vernehmen.  

D.c Der Instruktionsrichter stellte die Vernehmlassung dem Beschwerde-

führer am 15. April 2020 zu und räumte ihm Gelegenheit ein, bis zum 

30. April 2020 eine Replik einzureichen.  

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Seite 5 

D.d Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 17. April 2020 verzichtete 

der Beschwerdeführer explizit auf das Einreichen einer Replik.  

E.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 8. September 2020 ergänzte der 

Beschwerdeführer seine Ausführungen und legte eine Kopie des Auslän-

derausweises sowie ein Unterstützungsschreiben eines in der Schweiz 

vorläufig aufgenommenen Flüchtlings (P._______ [N {…}]) ins Recht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 

(AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfah-

ren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer ist als Verfü-

gungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 

Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

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Seite 6 

3.2 Asylsuchende sind auch dann als Flüchtlinge anzuerkennen, wenn sie 

erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer Rückkehr 

in ihren Heimat- oder Herkunftsstaat in flüchtlingsrechtlich relevanter 

Weise verfolgt würden. Zu unterscheiden ist dabei zwischen objektiven und 

subjektiven Nachfluchtgründen. Objektive Nachfluchtgründe liegen vor, 

wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Ein-

fluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von einer Ver-

folgung bedrohten Person ist in solchen Fällen die Flüchtlingseigenschaft 

zuzuerkennen und im Regelfall Asyl zu gewähren. Subjektive Nachflucht-

gründe liegen vor, wenn eine asylsuchende Person erst durch die uner-

laubte Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres 

Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung zu befürchten hat; in diesen 

Fällen wird kein Asyl gewährt (Art. 54 AsylG; vgl. zum Ganzen BVGE 

2010/44 E. 3.5 m.w.H.). 

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in ver-

schiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf 

kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5 

E. 2.2). 

4.  

4.1 Das SEM gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an 

das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG, noch denjenigen an die Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand.  

Im Einzelnen führt es aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers bezüg-

lich der geltend gemachten Behelligungen durch die sri-lankischen Behör-

den ab Mai 2017 seien stereotyp ausgefallen und wirkten konstruiert. Zu-

nächst einmal sei es äusserst überraschend, dass sich die sri-lankischen 

Behörden im Jahr 2017 erneut für den Beschwerdeführer interessiert hät-

ten aufgrund von Ereignissen, die auf das Jahr 2009 zurückzuführen seien. 

Gemäss eigenen Angaben sei er diesbezüglich seitens der sri-lankischen 

Behörden mehrmals befragt worden. Es erscheine aber unwahrscheinlich, 

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dass letztere damit acht Jahre zugewartet hätten. Insbesondere, nachdem 

er über vier Jahre ein Rehabilitationsprogramm durchlaufen habe und die 

sri-lankischen Behörden für solche Befragungen genügend Zeit gehabt 

hätten. Hinzu komme, dass er bezüglich der Ereignisse im Jahr 2009 im 

Verlaufe des Verfahrens zu wesentlichen Punkten auch unterschiedliche 

Angaben gemacht habe. So habe er im Rahmen der BzP ausgeführt, den 

Inhalt der Fässer nicht gekannt zu haben. In der Anhörung habe er hinge-

gen erklärt, darin hätten sich (…), (...) und (...) befunden. Darüber hinaus 

sei nicht nachvollziehbar, weshalb er gerade im Jahr 2017 aus Sri Lanka 

ausgereist sei, obwohl er aufgrund seiner Vergangenheit bei den LTTE be-

reits seit vielen Jahren regelmässigen Behördenkontrollen ausgesetzt ge-

wesen sei.  

Im Zusammenhang mit der Prüfung, ob der Beschwerdeführer im Falle der 

Rückkehr nach Sri Lanka begründete Furcht vor künftigen Verfolgungs-

massnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG hat, stellte das SEM mit Blick auf 

die vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 festgelegten Risikofaktoren schliesslich fest, dass der Beschwerde-

führer ein Rehabilitationsprogramm durchlaufen habe. Gemäss offiziellen 

Angaben sei das Ziel der Rehabilitationshaft sicherzustellen, dass ehema-

lige LTTE-Mitglieder «de-radikalisiert» und für die Integration in die Gesell-

schaft als Zivilpersonen vorbereitet würden. Rehabilitierte Personen wür-

den vielfach durch die Behörden überwacht, etwa durch Melde- oder Un-

terschriftenpflichten, Aufenthaltskontrollen sowie Befragungen. Diese 

Überwachungsmassnahmen und damit verbundene Beeinträchtigungen 

würden in der Regel kein asylrelevantes Ausmass erreichen. Vorliegend 

habe der Beschwerdeführer nicht glaubhaft machen können, nach seiner 

Rehabilitation Opfer von Verfolgungsmassnahmen asylrelevanten Aus-

masses geworden zu sein. Allfällige, im Zeitpunkt der Ausreise bestandene 

Risikofaktoren hätten folglich kein Verfolgungsinteresse auszulösen ver-

mocht. Überdies würden keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, 

dass sich dies seit seiner Ausreise aus Sri Lanka geändert hätte. An dieser 

Einschätzung vermöge auch der Regierungswechsel vom 16. November 

2019 nichts zu ändern. Es sei zwar festzustellen, dass mit der Wahl von 

Gotabaya Rajapaksa zum Präsidenten sowie ersten Anzeichen der Zu-

nahme von Überwachungsaktivitäten Befürchtungen von mehr Repression 

und Überwachung von Menschenrechtsaktivisten, Journalisten, Oppositio-

nellen, regierungskritischen Personen und Minderheiten einhergingen. 

Dennoch gebe es zum jetzigen Zeitpunkt keinen Anlass zur Annahme, 

dass ganze Volksgruppen unter Präsident Gotabaya Rajapaksa kollektiv 

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Seite 8 

einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Voraussetzung für die An-

nahme einer Verfolgungsgefahr aufgrund der Präsidentschaftswahlen vom 

16. November 2019 sei ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Person 

zu eben diesem Ereignis respektive dessen Folgen. Ein solcher Bezug sei 

vor dem Hintergrund vorstehender Erwägungen vorliegend nicht ersicht-

lich. Somit bestehe kein begründeter Anlass zur Annahme, dass der Be-

schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungsmass-

nahmen ausgesetzt sein werde. 

4.2 Dagegen wendet der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, es sei 

keineswegs überraschend, dass sich die sri-lankischen Behörden erneut 

für ihn interessieren würden. Offenbar seien letztere durch Informationen 

von anderen LTTE-Mitgliedern oder durch einen Zufallsfund wiederum auf 

ihn aufmerksam geworden. Der Umstand, dass er anlässlich der BzP zu-

nächst angegeben habe, den Inhalt der vergrabenen Fässer nicht gekannt 

zu haben, sei auf den Befragungszeitpunkt zurückzuführen. So habe die 

BzP kurze Zeit nach seiner Einreise in die Schweiz stattgefunden, als er 

von den Erlebnissen in seinem Heimatstaat physisch und psychisch noch 

stark beeinträchtigt gewesen sei und die Angst vor Befragungen noch nicht 

habe ablegen können. Abgesehen davon mangle es seinen diesbezügli-

chen Aussagen auch nicht an Detailreichtum, nachdem er sämtliche Um-

stände im Zusammenhang mit dem Vergraben der Fässer (insbesondere 

Auftraggeber mit Namen und dessen Funktion) habe nennen können. 

Diesbezüglich sei anzumerken, dass er damals bloss einen Auftrag ausge-

führt habe. Wie dies bei Kriegshandlungen üblich sei, würden nur die Auf-

traggeber über sämtliche Informationen verfügen. Darüber hinaus sei es 

keineswegs unverständlich, dass er aufgrund der letzten Behördenbesu-

che seinen Heimatstaat verlassen habe. Habe es sich dabei doch nicht 

mehr um gewöhnliche Routinekontrollen, sondern um gezielte Besuche 

des Geheimdienstes gehandelt. 

Im Zusammenhang mit der Frage, ob er über ein Risikoprofil verfüge, auf-

grund dessen er begründete Furcht vor künftiger Verfolgung habe, wendet 

der Beschwerdeführer ein, bei ihm würden gleich mehrere Risikofaktoren 

vorliegen. So habe er glaubhaft machen können, dass ihm aufgrund seiner 

früheren LTTE-Mitgliedschaft bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte 

Nachteile drohten. An diesem Umstand vermöge auch die erfolgte Rehabi-

litation nichts zu ändern, da sich die sri-lankischen Behörden aufgrund von 

neuen Hinweisen wiederum für seine Person interessierten. Hinzu komme, 

dass er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf der «Stop-List» der sri-

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lankischen Behörden stehe und über keinen sri-lankischen Pass verfüge. 

Schliesslich habe sich die politische Situation für die tamilische Minderheit 

mit den Wahlen im November 2019 innert kürzester Zeit verschärft, was 

die beigebrachten Medienberichte beispielhaft aufzeigten.  

4.3 In seiner Vernehmlassung hält das SEM an der angefochtenen Verfü-

gung fest, zumal die Beschwerde keine neuen erheblichen Tatsachen oder 

Beweismittel enthalte, welche eine Änderung seines Standpunktes recht-

fertigen könne. Insbesondere habe der Beschwerdeführer auch auf Be-

schwerdeebene nicht nachvollziehbar darlegen können, weshalb er vier 

Jahre nach seiner Rehabilitation im Zusammenhang mit dem Vergraben 

von Fässern während der Bürgerkriegszeit erneut ins Visier der sri-lanki-

schen Behörden geraten sein solle. Er habe lediglich Vermutungen ange-

stellt. Sodann vermöge der Versuch in der Beschwerdeschrift, den Wider-

spruch hinsichtlich seines Wissens zum Inhalt der vergrabenen Fässer mit 

seinem damaligen Gesundheitszustand zu erklären, nicht zu überzeugen. 

4.4 In der Eingabe vom 8. September 2020 bringt der Beschwerdeführer 

ergänzend vor, dass ein in der Schweiz vorläufig aufgenommener Flücht-

ling (P._______ [N {…}]) und ehemaliges LTTE-Mitglied bezeugen könne, 

dass er – der Beschwerdeführer – sich während des Bürgerkrieges mit dem 

Verantwortlichen für (…) in der politischen Abteilung (G._______) getroffen 

habe, was seine persönliche Glaubwürdigkeit stütze.  

5.  

5.1 In der Beschwerde wird eine Verletzung der Pflicht zur vollständigen 

und richtigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes gerügt. 

Hierbei handelt es sich um eine formelle Rüge, welche vorab zu beurteilen 

ist, da sie gegebenenfalls geeignet ist, eine Kassation der vorinstanzlichen 

Verfügung zu bewirken.  

 

5.2 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen 

des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Dabei muss die 

Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen be-

schaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ord-

nungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung 

dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter 

belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist sie, wenn 

die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes 

wegen abgeklärt oder nicht alle für die Entscheidung wesentlichen Sachum-

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Seite 10 

stände berücksichtigt hat (vgl. dazu CHRISTOPH AUER/ANJA MARTINA BIN-

DER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren 

[VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 12 N 16). 

5.3 Soweit der Beschwerdeführer diesbezüglich vorbringt, das SEM habe 

seine Fluchtvorbringen zu Unrecht als unglaubhaft eingestuft (vgl. Be-

schwerde, S. 6 Ziff. 18), vermengt er die sich aus dem Untersuchungs-

grundsatz ergebende Frage der Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhaltes mit derjenigen der rechtlichen Würdigung der Sache, welche die 

materielle Entscheidung über die vorgebrachten Asylgründe betrifft. Alleine 

der Umstand, dass der Beschwerdeführer die Auffassung und Schlussfol-

gerungen des SEM nicht teilt, stellt somit keine unvollständige respektive 

unrichtige Sachverhaltsfeststellung dar. 

5.4 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet den genannten Grundsatz 

vorliegend jedoch gestützt auf die über das Rügeprinzip hinausgehende 

Prüfungsbefugnis von Amtes wegen als verletzt: Das SEM hält sowohl in 

der Sachverhaltsfeststellung, in den Erwägungen als auch im Rahmen der 

Vernehmlassung fest, der Beschwerdeführer sei im Jahr 2017 im Zusam-

menhang mit dem Vergraben der Fässer während der Bürgerkriegszeit 

durch die sri-lankischen Behörden verhört worden (vgl. Verfügung des 

SEM vom 5. Februar 2020 Ziff. II/2., Ziff. III/1.; Vernehmlassung des SEM 

vom 7. April 2020 S. 2). Diese Sachverhaltsfeststellung findet in den Akten 

keine Stütze (vgl. SEM-Akten A14 F50, F68). Insoweit in diesem Zusam-

menhang eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung durch das SEM zu er-

kennen ist, ist festzuhalten, dass dem Bundesverwaltungsgericht für die 

konkrete Streitfrage die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tatbe-

stand und Rechtsanwendung zukommt und sich die Verletzung des Unter-

suchungsgrundsatzes vorliegend auch nicht auf einen Aspekt der Ange-

messenheit bezieht. Der Verfahrensmangel wird indessen im Entschädi-

gungspunkt zu berücksichtigen sein (vgl. nachfolgend E. 11.2). 

5.5 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene 

Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an das SEM 

zurückzuweisen. Der entsprechende Antrag ist abzuweisen. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass das SEM (im Ergebnis) zutreffend festgehalten hat, die Vor-

bringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an das Glaub-

haftmachen gemäss Art. 7 AsylG respektive an die Asylrelevanz gemäss 

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Seite 11 

Art. 3 AsylG nicht genügen. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene und 

die eingereichten Beweismittel führen zu keiner anderen Betrachtungs-

weise.  

 

6.2 Zunächst ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer ehemalige Ver-

bindungen zu den LTTE aufweist. Aufgrund der eingereichten Beweismittel 

(vgl. Prozessgeschichte, Bst. A.d) ist ebenso unbestritten, dass er insge-

samt zwei Mal inhaftiert war und am (...) Januar 2013 offiziell aus der Re-

habilitation entlassen wurde. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, 

dass die Gewährung von Asyl nicht dazu dient, einen Ausgleich für vergan-

genes Unrecht zu schaffen, sondern vielmehr bezweckt, Schutz vor künfti-

ger Verfolgung zu gewähren. Dennoch sind die Erlebnisse im Rahmen der 

Inhaftierungen (namentlich die erlittenen Misshandlungen [vgl. A14 F30]) 

in dem Sinne mit zu berücksichtigen und zu würdigen, dass der Beschwer-

deführer dadurch eine gesteigerte subjektive Furcht vor künftigen behörd-

lichen Schikanen und erneuter Haft hat. 

6.3 Hingegen sind die Vorbringen des Beschwerdeführers, aufgrund seiner 

ehemaligen Verbindung zu den LTTE nach der Entlassung aus der Reha-

bilitation seitens der sri-lankischen Behörden asylrelevanten Nachteilen 

ausgesetzt gewesen zu sein, teilweise nicht asylrelevant und im Übrigen 

nicht glaubhaft. 

6.3.1 Was die Überwachungsmassnahmen seitens der sri-lankischen Be-

hörden nach der Entlassung aus der Rehabilitation bis April 2017 anbe-

langt, ist festzustellen, dass ihm die Angehörigen der sri-lankischen Behör-

den keine konkreten Nachteile androhten (vgl. A6 Ziff. 7.02; A14 F50 f.), 

weshalb diese Überwachungsmassnahmen die Intensität ernsthafter 

Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG nicht erreichen. Diese Vorbringen sind 

somit mangels Intensität als nicht asylrelevant zu werten. Auf den in diesem 

Zusammenhang eingereichten Medienbericht aus dem Jahr 2017 (vgl. Pro-

zessgeschichte, Bst. A.d) ist somit nicht weiter einzugehen.  

6.3.2 Hinsichtlich der geltend gemachten Behelligungen durch das CID ab 

Mai 2017 bis zur Ausreise im Juli 2017 ist das Folgende festzuhalten:  

Entgegen dem SEM ist zwar nicht auszuschliessen, dass die Vorbringen 

des Beschwerdeführers hinsichtlich des Vergrabens der Fässer im Jahr 

2009 (vgl. A6 Ziff. 7.02; A14 F46, F57-67) – des Grundes für seine Ausreise 

aus Sri Lanka – den tatsächlichen Erlebnissen entsprechen. In Anbetracht 

der nachstehenden Ausführungen erübrigt es sich aber, diesbezüglich eine 

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Seite 12 

abschliessende Glaubhaftigkeitsprüfung vorzunehmen, weshalb auf die 

entsprechende Darlegung auf Beschwerdeebene und die in diesem Zu-

sammenhang eingereichten Beweismittel (vgl. Prozessgeschichte, Bst. E.) 

nicht weiter einzugehen ist.  

 

Namentlich konnte der Beschwerdeführer nicht plausibel dartun, inwiefern 

sich die geltend gemachten Behelligungen durch das CID ab Mai 2017 bis 

zur Ausreise im Juli 2017 von den vorherigen Überwachungsmassnahmen 

unterschieden hätten. So gab er anlässlich der BzP zwar zu Protokoll, er 

werde im Zusammenhang mit dem Vergraben der Fässer seit dem (...) Mai 

2017 intensiv von Angehörigen des CID gesucht. Sie hätten auch seine 

Geschwister angerufen und sich nach seinem Verbleib erkundigt (vgl. A6 

Ziff. 7.02). In der Anhörung brachte er hingegen vor, im Mai 2017 in seiner 

Abwesenheit das erste Mal von Angehörigen des CID im obgenannten Zu-

sammenhang zu Hause gesucht und ins Camp bestellt worden zu sein. Bis 

zu seiner Ausreise im Juli 2017 seien sie sodann zwei weitere Male bei 

seiner Familie zu Hause vorbeigegangen (vgl. A14 F50, F79). Auf die 

Frage, was die Familienangehörigen über die Besuche berichtet hätten, 

führte er aus, die Angehörigen des CID hätten keine grossen Befragungen 

durchgeführt, sondern sich einzig nach seinem Verbleib erkundigt (vgl. A14 

F80). Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass die einmalige Vorla-

dung ins Camp sowie die zweimalige Erkundigung nach seinem Verbleib 

wegen Nichtbefolgen derselben innerhalb eines Zeitraums von zwei Mona-

ten nicht darauf schliessen lassen, die sri-lankischen Behörden hätten ein 

im Vergleich zu anderen rehabilitierten LTTE-Mitgliedern erhöhtes Verfol-

gungsinteresse am Beschwerdeführer. Auch sonst liegen hierfür keinerlei 

Anhaltspunkte vor. Insbesondere hat der Beschwerdeführer nicht angege-

ben, dass seine Familienangehörigen im obgenannten Zusammenhang 

Benachteiligungen erlitten hätten (vgl. A14 F80). Hätten die sri-lankischen 

Behörden tatsächlich ein erhöhtes Interesse am Beschwerdeführer gehabt, 

wäre zu erwarten gewesen, dass die behördliche Suche nach ihm intensi-

ver ausgefallen wäre. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die 

Ereignisse beim Beschwerdeführer zwar in nachvollziehbarer Weise eine 

starke subjektive Furcht vor künftigen behördlichen Schikanen und erneu-

ter Haft hervorgerufen haben, in objektiver Hinsicht aber keine genügen-

den Anhaltspunkte zur Annahme bieten, dass er durch die sri-lankischen 

Behörden in naher Zukunft und mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit in asyl-

relevanter Weise verfolgt worden wäre respektive werden wird. 

 

6.4 Somit ist im Sinne eines Zwischenergebnisses festzustellen, dass es 

dem Beschwerdeführer nicht gelingt, eine im Zeitpunkt seiner Ausreise aus 

D-1281/2020 

Seite 13 

Sri Lanka bestehende oder drohende asylrechtlich relevante Gefährdung 

glaubhaft zu machen. 

7.  

7.1 In Übereinstimmung mit dem SEM ist auch nicht davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka aufgrund 

seines politischen Profils flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsmass-

nahmen zu befürchten hätte.  

7.2 Das Bundesverwaltungsgericht hält im bereits zitierten Referenzurteil 

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 fest, bestimmte Risikofaktoren (Eintrag in 

die „Stop-List“, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Aktivitäten) 

seien als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter den im Ent-

scheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Be-

jahung einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber würden 

das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangsweise respek-

tive durch die IOM begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben 

schwach risikobegründende Faktoren darstellen. Dies bedeute, dass diese 

in der Regel, für sich alleine genommen keine objektiv relevante Furcht vor 

ernsthaften Nachteilen zu begründen vermöchten. Jegliche glaubhaft ge-

machten Risikofaktoren seien in einer Gesamtschau und in ihrer Wechsel-

wirkung sowie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in einer 

Einzelfallprüfung zu berücksichtigen, im Hinblick auf die Erwägung, ob mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfol-

gung bejaht werden müsse (vgl. a.a.O. E. 8.5.5). 

7.3 Der Beschwerdeführer stand in den Jahren 1996 bis 1998 respektive 

2002 bis 2009 im aktiven Dienst der LTTE, namentlich im (…), im (…) und 

in der (…) (vgl. SEM-Akten A14 F8, F85 ff.), wobei das genaue Ausmass 

seiner Aufgaben vorliegend offenbleiben kann. Allein aus diesen weit zu-

rückliegenden Tätigkeiten lässt sich jedenfalls kein massgebliches Risi-

koprofil herleiten. Dennoch ist dieses Element bei der Evaluierung des Ri-

sikoprofils entsprechend zu würdigen. Als weiteres Element kommt hinzu, 

dass der Beschwerdeführer nach dem Ende des Krieges in Rehabilitati-

onshaft genommen worden ist. Da er aber nicht glaubhaft machen konnte, 

nach der Rehabilitation asylrelevanten Nachteilen ausgesetzt gewesen zu 

sein beziehungsweise dass ihm solche gedroht hätten, kann diesem Ele-

ment ebenfalls kein überwiegendes Gewicht beigemessen werden; es tritt 

aber zu den anderen Elementen hinzu. Überdies liegen keine konkreten 

Anhaltspunkte dafür vor, dass sich seine Gefährdungslage seit seiner Aus-

D-1281/2020 

Seite 14 

reise aus Sri Lanka geändert hätte. Offenbar stellten die sri-lankischen Be-

hörden lediglich seinen Familienangehörigen einige Fragen nach seinem 

Verbleib (vgl. A14 F3, F11, F13) respektive zu einer möglichen Bekannt-

schaft mit N._______ (vgl. A14 F3 f.). An dieser Einschätzung vermag auch 

der in diesem Zusammenhang eingereichte Medienbericht aus dem Jahr 

2019 (vgl. Prozessgeschichte, Bst. A.d) nichts zu ändern, zumal der Be-

schwerdeführer darin laut eigenen Angaben nicht genannt wird (vgl. A14 

S. 23). Auch exilpolitische Tätigkeiten sind aus den Akten nicht ersichtlich 

(vgl. A14 F42) und solche werden auch nicht geltend gemacht. Weiter hat 

er zwar zu Protokoll gegeben, aufgrund von (…) sein (…) verloren zu ha-

ben sowie am (…), (…) sowie (…) weitere Narben aufzuweisen (vgl. A6 

Ziff. 8.02; A14 F31, F34). Narben stellen indes nur einen schwach risiko-

begründenden Faktor dar. Dasselbe gilt für die Rückkehr mit temporären 

Reisedokumenten. Dass er in einer „Stop-List“ aufgeführt ist, kann auf-

grund seiner Inhaftierungen und der angeblich illegalen Ausreise nicht 

gänzlich ausgeschlossen werden, dürfte aufgrund des Gesagten jedoch 

wenig wahrscheinlich sein. Unter Würdigung aller Umstände ist somit an-

zunehmen, dass der Beschwerdeführer von der sri-lankischen Regierung 

nicht zu jener Gruppe gezählt wird, die bestrebt ist, den tamilischen Sepa-

ratismus wiederaufleben zu lassen und so eine Gefahr für den sri-lanki-

schen Einheitsstaat darstellt. Es ist nicht davon auszugehen, dass ihm per-

sönlich im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im 

Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden.  

7.4 Schliesslich vermag der Beschwerdeführer – dies ist in Übereinstim-

mung mit dem SEM und entgegen den Beschwerdevorbringen festzustel-

len – weder aus der Situation seit dem Machtwechsel im Jahr 2019 noch 

aus der aktuellen Lage in Sri Lanka eine Gefährdung abzuleiten. Die Wahl 

am 20. Juli 2022 von Ranil Wickremesinghe zum Nachfolger des abgetre-

tenen Gotabaya Rajapaksa als neuer Staatspräsident ändert vorerst nichts 

an der bisherigen Lageeinschätzung, ist dieser doch Teil der alten politi-

schen Elite (vgl. Urteile des BVGer E-4278/2019 vom 4. November 2022 

E. 6.1.3; D-2673/2019 vom 22. September 2022 E. 10.2; D-1665/2020 vom 

10. August 2022 E. 6.7). Entgegen den Beschwerdevorbringen sind den 

Akten keine Hinweise auf eine Verschärfung der persönlichen Situation des 

Beschwerdeführers aufgrund dieser Ereignisse zu entnehmen. Auch den 

vom Beschwerdeführer eingereichten Medienberichten aus dem Jahr 2020 

(vgl. Prozessgeschichte, Bst. C) fehlt es an persönlichem Bezug. Die An-

forderungen an die Annahme einer objektiv begründeten Verfolgungsfurcht 

sind somit nicht erfüllt.  

D-1281/2020 

Seite 15 

7.5 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass das SEM die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers – auch unter dem Aspekt von ob-

jektiven und subjektiven Nachfluchtgründen – zu Recht verneint und sein 

Asylgesuch folgerichtig abgelehnt hat.  

8.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; BVGE 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Wegweisung 

wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet. 

 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. 

9.2.1 Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

– wie vom SEM zutreffend festgehalten – das flüchtlingsrechtliche Rück-

schiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. 

Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen 

verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

D-1281/2020 

Seite 16 

9.2.2 Sodann ergeben sich – in Übereinstimmung mit dem SEM – weder 

aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhalts-

punkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat 

dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 

FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der 

Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) so-

wie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer 

eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 

ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 

drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 

2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). 

Der EGMR hat sich wiederholt mit der Gefährdungssituation von Tamilen 

auseinandergesetzt, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zu-

rückkehren müssen (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 

19. September 2013, Beschwerde Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Ur-

teil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Däne-

mark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen 

Grossbritannien, Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Da-

bei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon aus-

zugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Be-

handlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob Betroffene 

ernsthafte Gründe für die Befürchtung hätten, die Behörden hätten an ihrer 

Festnahme und weitergehenden Befragung ein Interesse, verschiedene 

Aspekte beziehungsweise persönliche Risikofaktoren in Betracht gezogen 

werden (vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O, § 94). 

Nachdem der Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er be-

fürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit 

der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Aus-

mass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm 

würde aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung 

drohen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt 

den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen (vgl. dazu 

BVGE 2011/24 E. 10.4 und das weiterhin einschlägige Referenzur-

teil E-1866/2015 E. 12.2). Dies gilt sowohl unter Berücksichtigung der (si-

cherheits-)politischen Ereignisse in den vergangenen Jahren als auch ins-

besondere im Verlaufe der vergangenen Monate (vgl. etwa die Urteile des 

BVGer E-4278/2019 vom 4. November 2022 E. 9.2; D-4215/2022 vom 

13. Oktober 2022 E. 10.3 und D-2673/2019 vom 22. September 2022 

D-1281/2020 

Seite 17 

E. 12.2). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. An dieser Einschät-

zung vermag die zurzeit in Teilen Sri Lankas herrschende angespannte 

Lage (Regierungs-, Wirtschafts- und Finanzkrise sowie teilweise gewalt-

same Proteste gegen steigende Preise für Verbrauchsgüter und gegen 

Engpässe vorab bei der Treibstoffversorgung) grundsätzlich nichts zu än-

dern, zumal die Krise die ganze sri-lankische Bevölkerung betrifft (vgl. etwa 

die Urteile des BVGer E-4278/2019 vom 4. November 2022 E. 9.3.3;  

D-4215/2022 vom 13. Oktober 2022 E. 10.4; D-2673/2019 vom 22. Sep-

tember 2022 E. 12.3.2 und D-2995/2022 vom 21. Juli 2022 E. 13). Gemäss 

nach wie vor gültiger Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die 

Ost- und Nordprovinz weiterhin zumutbar, wenn das Vorliegen der indivi-

duellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen 

familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine ge-

sicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Refe-

renzurteile E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2 und D-3619/2016 vom 

16. Oktober 2017 E. 9.5). 

9.3.2 Der Beschwerdeführer stammt aus C._______ (Distrikt D._______, 

Ostprovinz), wo er aufgewachsen ist und ab dem Jahr 2013 bis kurz vor 

seiner Ausreise erneut lebte (vgl. A6 Ziff. 2.01; A14 F39). Der Vollzug in 

diese Provinz ist im Lichte der Rechtsprechung grundsätzlich zumutbar. Im 

vorliegenden Fall sprechen sodann – in Übereinstimmung mit dem SEM 

und entgegen der Beschwerdeschrift (vgl. daselbst S. 9, Ziff. 32-34) – 

keine individuellen Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug. Gemäss ei-

genen Angaben verfügt er in seinem Heimatort nach wie vor über Mitglie-

der seiner Kernfamilie ([…] und [...] [vgl. A6 Ziff. 3.01; A14 F9, F15, F19]), 

welche ihn bei einer Rückkehr und Wiedereingliederung in den Alltag in Sri 

Lanka unterstützen und ihm eine gesicherte Wohnsituation bieten können. 

Ferner ist aufgrund seiner soliden Schulbildung, der Ausbildung als (…) im 

D-1281/2020 

Seite 18 

Rahmen der Rehabilitationshaft und den Arbeitserfahrungen in der (…) da-

von auszugehen, dass er zukünftig in der Lage sein wird, seinen Lebens-

unterhalt zu bestreiten (vgl. A6 Ziff. 1.17.04 f.; A14 F17, F23 f., F26). Ent-

gegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist nicht davon auszugehen, 

dass ihn die längere Landesabwesenheit und die Kriegsverletzungen mas-

sgeblich an einer Integration in den Arbeitsmarkt hindern werden, zumal 

seiner (…) ein (…) gehört (vgl. A14 F18), welches er vor seiner Ausreise 

bewirtschaftet hat (vgl. A14 F24). Sodann führte der Beschwerdeführer 

aus, die Kosten für seine Reise von Sri Lanka bis in die Schweiz seien von 

(…) und (...) getragen worden (vgl. A6 Ziff. 5.02). Es kann somit angenom-

men werden, dass angesichts damaliger Finanzierung der Flucht eine ge-

wisse finanzielle Unterstützung durch Letztgenannte nach wie vor möglich 

ist. Da der Beschwerdeführer im Rahmen der ihm obliegenden Mitwir-

kungspflicht keine ärztlichen Berichte einreichte, wozu er im Laufe der An-

hörung nochmals explizit aufgefordert wurde (vgl. A14 F32 f.), ist schliess-

lich davon auszugehen, dass die geltend gemachten gesundheitlichen 

Probleme ([…], [...], [...] und [...] [vgl. A14 F30, F40 f.; Beschwerde S. 4, 

Ziff. 8]) der Zumutbarkeit des Vollzugs nicht entgegenstehen. Nach dem 

Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und – unter Vorbehalt von E. 5.4 – auch sonst 

nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

D-1281/2020 

Seite 19 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

11.2 Praxisgemäss ist eine anteilsmässige Parteientschädigung zuzuspre-

chen, wenn, wie vorliegend (vgl. E. 5.4), eine Verfahrensverletzung auf Be-

schwerdeebene geheilt wird. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Be-

messungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) ist die von der Vorinstanz auszurich-

tende Parteientschädigung auf Fr. 200.– festzusetzen. 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-1281/2020 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 200.– 

auszurichten. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Bettina Hofmann 

 

 

Versand: