# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96b602d1-4b45-55d8-b680-11c15e07afff
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-07-13
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 13.07.2021 BB.2021.172
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2021-172_2021-07-13.pdf

## Full Text

Beschluss vom 13. Juli 2021 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler,     

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

A.,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

1. BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

2. BUNDESSTRAFGERICHT, Strafkammer,  

 

Vorinstanz 

 

 

Gegenstand  Verfahrenshandlung der Strafkammer (Art. 20 Abs. 1 

lit. a i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2021.172 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Strafkammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend «Strafkammer») A. 

mit Urteil SK.2017.19 vom 19. Dezember 2017 wegen Ausnützens von Insi-

derinformationen nach Art. 44 Abs. 4 alt Bundesgesetz vom 24. März 1995 

über die Börsen und den Effektenhandel in einem Punkt schuldig sprach und 

mit einer Busse in Höhe von Fr. 7'800.-- bestrafte; das Bundesgericht die von 

A. dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil 6B_879/2018 vom 26. April 

2019 abwies (Verfahrens-akten, weisses Sichtmäppchen, Urteil der Straf-

kammer vom 19. Dezember 2017); 

 

- A. mit Eingabe vom 4. September 2019 die Berufungskammer des Bun-

desstrafgerichts (nachfolgend «Berufungskammer») um Revision des Urteils 

SK.2017.19 vom 19. Dezember 2017 ersuchte; die Berufungskammer sich 

für die Behandlung des Revisionsgesuchs als nicht zuständig erachtete und 

darauf mit Beschluss CR.2019.7 vom 7. November 2019 nicht eintrat 

(act. 1.3, S. 2);  

 

- das Bundesgericht die von A. erhobene Beschwerde mit Urteil 

6B_1412/2019 vom 17. August 2020 guthiess und die Sache zur Behandlung 

an die Berufungskammer zurückwies (act. 1.3, S. 2); die Berufungskammer 

das Revisionsgesuch von A. vom 4. September 2019 als offensichtlich un-

begründet qualifizierte und darauf mit Beschluss CR.2020.24 vom 14. De-

zember 2020 nicht eintrat; die von A. dagegen beim Bundesgericht erhobene 

Beschwerde derzeit noch hängig ist (act. 1.3, S. 2; Verfahrensakten, weisses 

Sichtmäppchen, unpaginiert, Schreiben der Berufungskammer vom 10. Mai 

2021); 

 

- A. bei der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts am 25. April 2021 ein 

Gesuch um Erläuterung und Berichtigung des Urteils SK.2017.19 vom 

19. Dezember 2017 i.S.v. Art. 83 StPO stellte (Verfahrensakten, weisses 

Sichtmäppchen, unpaginiert, Schreiben von A. vom 25. April 2021); 

 

- am 3. Mai 2021 die Berufungskammer das Gesuch von A. vom 25. April 2021 

zuständigkeitshalber der Strafkammer überwies (Verfahrensakten, weisses 

Sichtmäppchen, unpaginiert, Schreiben der Berufungskammer vom 3. Mai 

2021); 

 

- die Strafkammer das Gesuch von A. am 4. Mai 2021 an die Berufungskam-

mer zurücküberwies und ausführte, dass es sich beim Gesuch vom 25. April 

2021 materiell um ein Revisionsgesuch i.S.v. Art. 410 StPO handle, dessen 

- 3 - 

 

 

 

Behandlung in die Zuständigkeit der Berufungskammer falle (Verfahrensak-

ten, weisses Sichtmäppchen, unpaginiert, Schreiben der Strafkammer vom 

4. Mai 2021);  

 

- die Berufungskammer das Gesuch von A. vom 25. April 2021 am 10. Mai 

2021 erneut der Strafkammer weiterleitete und namentlich ausführte, dass 

A. eine Erläuterung resp. Berichtigung des Urteils SK.2017.19 vom 19. De-

zember 2017 verlange; die Berufungskammer weiter ausführte, dass A. bei 

der Berufungskammer mit exakt denselben Argumenten bereits zuvor um 

Revision des Urteils SK.2017.19 ersucht habe, auf das mit Beschluss 

CR.2020.24 nicht eingetreten worden sei; aus diesen Gründen kein Anlass 

bestehe, das Gesuch vom 25. April 2021 als Revisionsgesuch entgegenzu-

nehmen (Verfahrensakten, weisses Sichtmäppchen, unpaginiert, Schreiben 

der Berufungskammer vom 10. Mai 2021); 

 

- die Strafkammer auf das Gesuch von A. vom 25. April 2021 mit Verfügung 

vom 24. Juni 2021 nicht eintrat (act. 1.3); 

 

- A. dagegen mit Beschwerde vom 2. Juli 2021 an die Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts gelangte; er sinngemäss beantragt, die Verfügung 

der Strafkammer vom 24. Juni 2021 aufzuheben und auf sein Ersuchen vom 

25. April 2021 einzutreten sei (act. 1); 

 

- am 7. Juli 2021 die Strafkammer der Beschwerdekammer aufforderungsge-

mäss die Verfahrensakten einreichte (act. 4); 

 

- ein Schriftenwechsel nicht durchgeführt wurde. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie gegen Verfahrenshandlungen 

der Strafkammer des Bundesstrafgerichts bei der Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben werden kann, wobei verfahrens-

leitende Entscheide ausgenommen sind (Art. 393 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 20 

Abs. 1 lit. a StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG), die nur mit dem Endentscheid 

angefochten werden können (Art. 65 Abs. 1 StPO); 

 

- vorliegend die Verfügung der Strafkammer vom 24. Juni 2021 angefochten 

ist, mit welcher sie auf den Antrag des Beschwerdeführers auf Erläuterung 

und Berichtigung des Urteils SK.2017.19 i.S.v. Art. 83 StPO nicht eingetreten 

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ist (act. 1.3); mithin ein zulässiges Anfechtungsobjekt vorliegt (KELLER, Zür-

cher Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 393 StPO N. 20);  

 

- auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobene Beschwerde einzutreten 

ist; 

 

- wenn das Dispositiv eines Entscheides unklar, widersprüchlich oder unvoll-

ständig ist oder es mit der Begründung im Widerspruch steht, die Strafbe-

hörde, die den Entscheid gefällt hat, auf Gesuch einer Partei oder von Amtes 

wegen eine Erläuterung oder Berichtigung des Entscheids vornimmt (Art. 83 

Abs. 1 StPO); 

 

- die Erläuterung oder Berichtigung dazu dient, möglichst formlos Abhilfe zu 

schaffen, wenn das Dispositiv unklar, unvollständig, zweideutig oder in sich 

widersprüchlich ist; sie insbesondere erlaubt, Fehler oder Auslassungen bei 

der Ausformulierung des Dispositivs zu korrigieren (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 4G_2/2013 vom 3. Februar 2014 E. 1); 

 

- die inhaltliche Änderung oder Wiedererwägung eines gefällten Entscheides 

indes nicht mit dem Institut von Art. 83 StPO geltend zu machen ist (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 5G_4/2014 vom 26. Juni 2014 E. 2; 5G_2/2008 

vom 22. August 2008 E. 1.2; Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BB.2016.108 vom 7. Dezember 2015 E. 1.3; BRÜSCHWEILER/NADIG/SCHNEE-

BELI, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 83 StPO N. 1 m.w.H.); 

 

- der Beschwerdeführer seine Eingabe vom 25. April 2021 mit «Erläuterung 

und Berichtigung des Urteils vom 19. Dezember 2017 der Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts (SK.2017.19) nach Art. 83 StPO» bezeichnet hat (Ver-

fahrensakten, weisses Sichtmäppchen, unpaginiert, Schreiben von A. vom 

25. April 2021); 

 

- sich der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 25. April 2021 mit der Be-

gründung des Urteils SK.2017.19 vom 19. Dezember 2017 auseinandersetzt 

und ausführt, weshalb die Strafkammer seiner Ansicht nach den Sachverhalt 

falsch festgestellt resp. die falschen Schlussfolgerungen gezogen hat und er 

deshalb deren «Erläuterung» und «Berichtigung» verlange (Verfahrensak-

ten, weisses Sichtmäppchen, unpaginiert, Schreiben von A. vom 25. April 

2021);  

 

- der Beschwerdeführer mit dem Gesuch vom 25. April 2021 nicht vorbringt, 

dass das Dispositiv des Urteils SK.2017.19 vom 19. Dezember 2017 unklar, 

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=03.02.2014_4G_2-2013
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=26.06.2014_5G_4-2014
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=22.08.2008_5G_2-2008

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widersprüchlich oder unvollständig sei oder es mit der Begründung im Wi-

derspruch stehe; 

 

- sich die Ausführungen des Beschwerdeführers vielmehr auf die Begründung 

des Urteils SK.2017.19 vom 19. Dezember 2017 und damit auf dessen in-

haltliche Änderung richten;  

 

- deshalb Art. 83 StPO in Bezug auf die Eingabe des Beschwerdeführers vom 

25. April 2021 nicht zur Anwendung gelangen kann; 

 

- die Strafkammer auf den Antrag des Beschwerdeführers vom 25. April 2021 

daher zu Recht nicht eingetreten ist; 

 

- sich die Beschwerde nach dem Gesagten als offensichtlich unbegründet er-

weist, weshalb sie ohne die Durchführung eines Schriftenwechsels abzuwei-

sen ist (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario); 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem unterliegenden 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);  

 

- die Gerichtsgebühr auf Fr. 400.-- festzusetzen (vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 

und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 

über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren 

[BStKR; SR 173.713.162]) und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen ist; 

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und erkennt:  

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 13. Juli 2021 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesstrafgericht, Strafkammer  

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.