# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67a0db4a-88f3-5119-8464-abee946daf34
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.05.2010 UV 2009/59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-59_2010-05-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/59

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 02.04.2020

Entscheiddatum: 04.05.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 04.05.2010
Art. 6, 10 und 16 UVG: Fehlen des natürlichen Kausalzusammenhangs 
zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Mai 2010, UV 2009/59).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 4. Mai 2010

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank, 

9313 Muolen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.       

A.a   S.___, geboren 1962, war als Chauffeur bei der Firma A.___ tätig und dadurch bei 

der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfälle 

versichert. Am 11. November 2004 war ihm ein Stück Holz ins Gesicht geflogen, als er 

eine Blache aufmachen wollte. Gleichzeitig klemmte er sich den Finger ein. Mit 

Verfügung vom 7. August 2006 und Einspracheentscheid vom 16. November 2006 

verneinte die Suva eine Leistungspflicht für die Augenbeschwerden des Versicherten, 

die ihr am 24. August 2005 als Rückfall zum Unfall vom 11. November 2004 gemeldet 

worden waren (Aktendossier II [act. 1 bis 84; Unfall Nummer 9.36608.04.3]). Die 

dagegen erhobene Beschwerde war mit rechtskräftig gewordenem Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 9. Oktober 2007 abgewiesen worden (Verfahren UV 

2007/18 [Urteil = UV-act. I/73]).

A.b   Ein Unfall am 28. November 2005 ist in den Akten, die dem Gericht vorliegen, 

kaum dokumentiert: Laut Angaben des Versicherten anlässlich der Befragung vom 

9. Januar 2006 war er auf Eis ausgerutscht und hatte sich dabei den rechten Fuss 

verstaucht (UV-act. II/14). Die Suva hatte die gesetzlichen Leistungen erbracht (vgl. UV-

act. I/55).

A.c   Am 3. bzw. 6. Februar 2006 wurde der Suva ein weiterer Unfall am 2. Februar 

2006 gemeldet. Der Versicherte sei auf der letzten Treppenstufe ausgerutscht und 

habe sich mit den Händen abgestützt, um den Sturz abzufangen (Aktendossier I [act. 1 

bis 71; Unfall Nummer 9.30810.06.1]). In der Unfallmeldung vom 6. Februar 2006 

wurden Prellungen an beiden Handgelenken als Verletzung aufgeführt (UV-act. I/1), in 

jener vom 3. Februar 2006 werden auch Prellungen im Gesicht und an der linken 

Schulter erwähnt (UV-act. I/36). Weiter hatte sich der Versicherte anlässlich des Sturzes 

vom 2. Februar 2006 auch die Zähne angeschlagen (UV-act. I/2). Die Suva erbrachte 

die gesetzlichen Leistungen (UV-act. I/3 bis I/7, I/9f., I/12 und I/16). Nachdem sich die 

unfallnahen medizinischen Unterlagen auf zahnärztliche Befunde beschränkt hatten, 

diagnostizierte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. B.___, Facharzt FMH für 

Allgemeine Medizin, im Arztzeugnis vom 28. Mai 2008 eine Kontusion des rechten 

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Handgelenks sowie eine solche beider Schultern, welche er auf den Unfall vom 

2. Februar 2006 zurückführte (UV-act. I/18). Auf Nachfrage der Unfallversicherung 

informierte er diese am 15. September 2008 über andauernde Schmerzen in den 

Handgelenken, im Bereich der linken Schulter und am linken Bein. Die Zähne würden 

wetterabhängig weh tun (UV-act. I/19f.). Bei der Befragung durch den 

Aussendienstmitarbeiter der Suva am 3. November 2008 gab der Versicherte 

verschiedene Beschwerden an, die auf die Unfälle vom 11. November 2004 und vom 

2. Februar 2006 zurückzuführen seien. Gestützt auf das Gutachten des Ärztlichen 

Begutachtungsinstuts GmbH (ABI), Basel, vom 12. März 2007, das die zwischenzeitlich 

eingeschaltete Invalidenversicherung (IV) in Auftrag gegeben hatte, sowie auf eine 

Aktenbeurteilung ihres Kreisarzt-Stellvertreters, Dr. med. C.___ vom 10. Februar 2009 

verneinte die Suva eine weitere Leistungspflicht aufgrund des Unfalls vom 2. Februar 

2006 (Verfügung vom 11. Februar 2009 UV-act. I/58). Die Einsprache vom 10. März 

2009, die gegen diese Verfügung erhoben worden war, wies sie mit Entscheid vom 

27. April 2009 ab.

B.        

B.a   Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 15. Mai 2009 mit den Anträgen auf 

Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und Ausrichtung der UVG-

Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder, etc.) sowie auf Sistierung des Verfahrens bis 

das neue Gutachten vorliege, das die IV-Stelle in Auftrag gegeben habe; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird 

angeführt, die Suva habe die notwendigen Abklärungen nicht getroffen und sei nicht 

einmal bereit gewesen, die Ergebnisse des in Auftrag gegebenen Gutachtens 

abzuwarten. Die unfallbedingten Beschwerden würden andauern und die 

Unfallversicherung sei im Rahmen von Art. 36 UVG weiterhin leistungspflichtig, wenn 

an der aktuellen Arbeitsunfähigkeit unfallfremde und unfallbedingte Beschwerden 

mitwirkten.

B.b   Mit Schreiben vom 26. Mai 2009 teilte der Präsident des Versicherungsgerichts 

dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Dr. iur. Krešo Glavaš, 

Muolen, mit, dass aufgrund einer vorläufigen Prüfung kein Anlass bestehe, das 

Beschwerdeverfahren zu sistieren (act. G 2).

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B.c   Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2009 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, sowohl an den 

Handgelenken wie auch an den Schultern bestehe kein objektivierbares organisches 

Korrelat. Aufgrund der klaren medizinischen Aktenlage habe weder ein sicherer noch 

ein wahrscheinlicher Zusammenhang zwischen den diffusen Schmerzangaben des 

Beschwerdeführers und dem Unfall vom 2. Februar 2006 hergestellt werden können, 

weshalb die Voraussetzungen für ihre Leistungspflicht zu Recht verneint worden seien.

B.d   Auf die Aufforderung zur Replik beantragte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers am 20. August 2009 erneut, das Verfahren zu sistieren, bis das 

neue Gutachten des ABI vorliege, für das am 1. September 2009 die ärztlichen 

Untersuchungen stattfinden würden (act. G 6). Mit Antwort vom 26. August 2009 lehnte 

der Präsident des Versicherungsgerichts die Verfahrenssistierung ab, da vom 

Gutachten kein Beitrag zum Streitgegenstand (fehlender sicherer oder wahrscheinlicher 

Kausalzusammenhang der geltend gemachten Beschwerden mit dem Unfallereignis 

vom 2. Februar 2006) zu erwarten sei (act. G 7). Mit Schreiben vom 1. September 2009 

verzichtete der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf eine Replik, behielt sich 

aber ausdrücklich vor, das neue Gutachten nachzureichen. Am 21. September 2009 

wurde darauf der Schriftenwechsel abgeschlossen.

B.e   Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen 

in den übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1    Streitig und zu prüfen ist, ob die Suva weitere Versicherungsleistungen an den 

Beschwerdeführer aufgrund des Unfalls vom 2. Februar 2006 zu Recht verweigert hat.

1.2    Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die 

rechtlichen Grundlagen für die Leistungspflicht des Unfallversicherers inklusive 

natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und 

dem Gesundheitsschaden zutreffend dargelegt. Gleiches gilt für die Ausführungen zur 

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allfälligen Beweislosigkeit und zum Beweiswert von ärztlichen Berichten (Erwägung 1). 

Darauf kann verwiesen werden.

2.        

2.1    Der Beschwerdeführer war bereits im März 2003 wegen Beschwerden in der 

rechten Schulter durch Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, 

behandelt worden. Laut den Aufzeichnungen des damaligen Hausarztes habe er am 

4. Juni 2003 den Verdacht auf eine Arthrose des Acromioclavicular-Gelenks (AC-

Gelenk) geäussert und am 7. Oktober 2003 eine Perarthropathia humeroscapularis 

rechts mit Supraspinatus-Syndrom diagnostiziert (Bericht an die Suva vom 12. April 

2006 über die Konsultationen und Diagnosen 2003, UV-act. II/32a). Anlässlich der 

Befragung vom 9. Januar 2006 durch einen Aussendienstmitarbeiter der Suva hatte der 

Beschwerdeführer angegeben, er sei bereits seit längerer Zeit wegen 

Rückenproblemen bei Dr. B.___ in Behandlung (UV-act. II/14).

2.2    Laut übereinstimmenden Angaben in den Unfallmeldungen vom 6. Februar 2006 

(UV-act. I/1) und vom 3. Februar 2006 (UV-act. I/36) war der Beschwerdeführer am 

2. Februar 2006 auf der letzten Treppenstufe ausgerutscht und hatte sich mit den 

Händen abgestützt, um den Sturz abzufangen. Als Verletzung wurden in der 

Unfallmeldung vom 6. Februar 2006 Prellungen beider Handgelenke angeführt. 

Demgegenüber geht die Unfallschilderung in der Unfallmeldung vom 3. Februar 2006 

weiter: "Mit dem Kopf schlug ich auf dem Boden auf und hatte eine Prellung im Gesicht 

und an der linken Schulter." Als betroffener Körperteil wurden unter Verletzung 

Handgelenke, Gesicht und Schulter angegeben. Beide Unfallmeldungen enthalten 

keine Eingangsstempel, weshalb nur aufgrund der Einordnung in den Akten vermutet 

werden kann, dass diejenige vom 6. Februar 2006 der Beschwerdegegnerin unfallnah 

zuging, während diejenige vom 3. Februar 2006 erst 2008 ins Dossier aufgenommen 

wurde. Aus welchem Grund innerhalb von vier Tagen zwei Unfallmeldungen mit 

unterschiedlichen Angaben zum Hergang und zu den erlittenen Verletzungen erstellt 

wurden, braucht nicht näher abgeklärt zu werden. Wie in den nachfolgenden 

Erwägungen darzustellen sein wird, ist der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers 

nach keiner der beiden Versionen begründet.

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2.3    Der Zahnbefund von Dr. med. dent. E.___ vom 15. März 2006, zeigte eine 

Lockerung bzw. Kontusion der beiden mittleren oberen Schneidezähne (UV-act. I/3). 

Für die Versorgung mittels Modellguss-Teilprothese leistete die Beschwerdegegnerin 

am 8. Juni 2006 Kostengutsprache (UV-act. I/9). Diese Verletzung spielt für die 

Beurteilung des vorliegenden Falls grundsätzlich – trotz offenbar verbliebener 

Wetterfühligkeit – keine Rolle. Im Zeugnis vom 28. Mai 2008 (UV-act. I/18) nannte 

Dr. B.___ als Befunde nach dem Unfall vom 2. Februar 2006 ein geschwollenes rechtes 

Handgelenk, Suppression und Schmerzen an beiden Schultern, links mehr als rechts 

und diagnostizierte Kontusionen des rechten Handgelenks und beider Schultern. Der 

Röntgenbefund am rechten Handgelenk sei negativ gewesen. Als besondere 

Umstände, die den Heilungsverlauf ungünstig beeinflussen könnten, nannte der 

Hausarzt die Polymorbidität seines Patienten. Im ausführlichen Bericht vom 

15. September 2008 (UV-act. I/20) legte er dar, bei diesem letzten von drei beklagten 

Unfällen sei der Patient auf den Rücken gestürzt und habe sich dabei den Kopf links 

angeschlagen. Die Zähne seien verletzt gewesen, ebenso das linke Bein. Seine Frau, 

Ärztin F.___, habe am 2. Februar 2006 eingetragen: "Patient auf der letzten Stufe 

ausgerutscht auf die Hände, Schmerzen im Bereich des linken Handgelenks, es sei 

etwas blau gewesen." Am 6. Februar 2006 seien die Schmerzen an der Hand besser, 

aber zusätzlich Schmerzen im Bereich der Schulter aufgetreten, links mehr als rechts. - 

Die abweichende Unfallschilderung von Dr. B.___ (Sturz auf den Rücken, Anschlagen 

Kopf links, Verletzung Zähne und linkes Bein) widerspricht den Angaben des Patienten 

im Zeugnis des Hausarztes vom 28. Mai 2008, wo er "Auf der untersten Stufe 

ausgerutscht und auf Hände gestürzt." beschrieb (UV-act. I/18). Zudem ist sie in sich 

widersprüchlich, da eine Zahnverletzung bei einem Sturz auf den Rücken 

unwahrscheinlich ist. Insbesondere vermag diese Schilderung die sonst 

übereinstimmenden Ausführungen in beiden Unfallmeldungen sowie im Eintrag vom 

2. Februar 2006 in der Krankengeschichte, wonach der Beschwerdeführer den Sturz 

mit den Händen auffing und sich dabei an den Handgelenken (sowie an der Schulter 

und an den Zähnen) verletzte, nicht zu widerlegen. Die Verletzung am Rücken 

anlässlich des Sturzes vom 2. Februar 2006 ist unwahrscheinlich, diejenige am Bein 

demgegenüber eher auf den Unfall vom 28. November 2005 zurückzuführen (vgl. UV-

act. II/14 bzw. I/34). Rückenschmerzen und Schmerzen am Bein müssen daher im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 2. Februar 2006 nicht geprüft werden.

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2.4    Anlässlich der Begutachtung am ABI wurde der Beschwerdeführer am 15. Januar 

2007 durch Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, eingehend untersucht (UV-act. I/54, S. 10 

bis 15). Er berichtete dem Gutachter über Schmerzen an beiden Schultern, im rechten 

Sprunggelenk, an beiden Handgelenken sowie am Rücken. Objektiv zeigte sich eine 

frei bewegliche Wirbelsäule. An den oberen Extremitäten bestand eine freie und 

schmerzlose Beweglichkeit bei links guter, rechts durchschnittlicher Kraftentfaltung, 

ohne dass Hinweise für wesentliche Strukturalterationen bestehen würden. Die 

vorliegende Magnetresonanz-Tomographie (MRI) vom 28. Mai 2006 zeigte eine 

leichtgradige Signalaktivierung mit Kapselverdickung im Bereich des rechten 

Acromioclavicular-Gelenks und ansonsten unauffällige osteoartikuläre Verhältnisse, 

keinen Hinweis für eine wesentliche Pathologie sowie eine intakte 

Rotatorenmanschette. Dr. G.___ bestätigte, dass auf den Röntgenbildern des rechten 

Handgelenks vom 2. Februar 2006 keine Hinweise für eine ossäre Läsion zu sehen 

seien. Er hielt in der orthopädischen Beurteilung fest: "Zusammenfassend kann gesagt 

werden, dass sich anlässlich der heutigen Untersuchung auf Ebene des 

Bewegungsapparates keine Befunde erheben lassen, welche die Arbeitsfähigkeit 

nachhaltig beeinflussen dürften. Aufgrund der anamnestischen Schilderungen muss 

von einem multilokulären Schmerzsyndrom nach verschiedenen Bagatellunfällen 

ausgegangen werden, dessen Ursache heute im Wesentlichen auf nichtorganischer 

Ebene zu suchen sein dürfte" (Ziff. 4.2.4 am Ende, S. 14). Aus rein orthopädischer Sicht 

attestierte Dr. G.___ dem Beschwerdeführer volle Arbeitsfähigkeit (zeitlich und 

leistungsmässig uneingeschränkt) als Lastwagenchauffeur sowie für andere körperlich 

mittelschwere Tätigkeiten mit intermittierend schweren Anteilen. Lediglich körperlich 

andauernd schwere Arbeiten sollten ihm in Anbetracht einer gewissen 

Dekonditionierung nicht zugemutet werden. Der orthopädische Gutachter hielt als 

Bemerkung (unter Ziff. 4.2.9 S. 15) fest: "Es besteht eine erhebliche Diskrepanz 

zwischen den anamnestischen Beschwerdeschilderungen und den objektivierbaren 

Befunden sowie den Schmerzäusserungen anlässlich der heutigen Untersuchung. Die 

vom Exploranden geäusserten Beschwerden lassen sich nicht durch objektivierbare 

Befunde erklären, es bestehen gewisse Anzeichen einer Selbstlimitation und aufgrund 

der diffusen Beschwerdeschilderung muss auch sonst von einer wesentlichen 

nichtorganischen Komponente der Problematik ausgegangen werden. Inwieweit sich 

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diese Schmerzverarbeitungsproblematik auf ein psychisches Leiden zurückführen lässt 

und ob dadurch gegebenenfalls ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit entsteht, ist 

Gegenstand des psychiatrischen Teils dieses Gutachtens. […]" - Der orthopädische 

Teil des ABI-Gutachtens ist umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen des 

Beschwerdeführers, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis 

der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden und die Beurteilung der 

medizinischen Situation leuchtet ein. Die Schlussfolgerungen von Dr. G.___ sind zudem 

begründet und nachvollziehbar, weshalb nach der Rechtsprechung auf diesen Teil des 

ABI-Gutachtens abgestellt werden kann (vgl. BGE 134 V 231 und BGE 125 V 351).

2.5    Dr. B.___ berichtete am 15. September 2008, der Beschwerdeführer beklage 

weiterhin Schmerzen im linken Handgelenk, aber auch rechts, ebenso Schmerzen im 

Bereich der linken Schulter. Im Bereich der Zähne gebe er besonders wetterabhängige 

Schmerzen an und berichte auch über linksseitige Beinschmerzen (UV-act. I/20). 

Wörtlich führte der Hausarzt an: "Bei der Untersuchung sind beide Handgelenke nicht 

geschwollen, nicht überwärmt, die Flexion, Extension, Radialduction und Ulnarduction 

sind seitengleich uneingeschränkt. Es besteht ein leichter Tremor an beiden Händen. 

Der Finger-Faust-Schluss ist vollständig, die Kraft in der Hand symmetrisch, kein 

Kräftedefizit im Bereich der Flexorextensoren des Unterarms. Die linke Schulter ist 

nicht geschwollen, nicht überwärmt. Der Nackengriff ist beidseits symmetrisch 

möglich, der Schürzengriff ebenfalls, der Daumen-Vertebraprominenz-Abstand ist links 

15 cm länger gegenüber rechts. […]" Abschliessend kam Dr. B.___ zum Schluss, die 

Situation sei komplex und es sei schwierig, die Beschwerden von Seiten des Unfalls 

gegenüber dem Krankheitsbild abzugrenzen.

2.6    Am 10. Februar 2009 beurteilte Kreisarzt-Stellvertreter Dr. C.___ die medizinische 

Situation aufgrund der (medizinischen) Akten und insbesondere aufgrund des ABI-

Gutachtens (UV-act. I/57). Er führte die verschiedenen einschlägigen Aktenstücke auf 

und kam in seiner Beurteilung zum Schluss, ein sicherer oder wahrscheinlicher 

Kausalzusammenhang von Beschwerden am Bewegungsapparat zum Unfallereignis 

vom 2. Februar 2006 liege versicherungsmedizinisch nicht vor, zumal keine 

objektivierbaren unfallbedingten Schäden gefunden worden seien. Die gutachterliche 

Untersuchung ein knappes Jahr nach dem angeschuldigten Ereignis sei diesbezüglich 

völlig negativ verlaufen. - Auch die Beurteilung von Dr. C.___ erfüllt die Anforderungen 

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der Rechtsprechung bezüglich Beweiskraft (vgl. Erwägung 2.4 am Ende). Sie ist durch 

sämtliche medizinischen Vorakten abgestützt und steht insbesondere nicht im 

Widerspruch zu den Berichten des Hausarztes vom 28. Mai 2008 und 15. September 

2008 (UV-act. I/18 und I/20). In letzterem erhob dieser keinen Befund, der die 

subjektiven (Schmerz-) Angaben des Beschwerdeführers stützte. Eine objektivierbare 

strukturelle Schädigung, die auf den Unfall vom 2. Februar 2006 zurückzuführen wäre, 

wurde von Dr. B.___ gar nicht angesprochen, geschweige denn diskutiert.

2.7    Zusammengefasst ist der natürliche Kausalzusammenhang der 

Gesundheitsbeeinträchtigungen, die der Beschwerdeführer seit 2008 geltend machte, 

zum Unfall vom 2. Februar 2006 aufgrund aller medizinischen Akten zu verneinen. Bei 

dieser Ausgangslage besteht kein Bedarf für zusätzliche Abklärungen. Die weiteren 

Abklärungen, zu denen die IV-Stelle aufgrund des Urteils des Versicherungsgerichts IV 

2007/376 vom 12. Januar 2009 (Beilage zu UV-act. I/69) verpflichtet war, betrafen in 

erster Linie die Augenbeschwerden und standen keineswegs im Zusammenhang mit 

den Gesundheitsbeeinträchtigungen als Folge des Unfalls vom 2. Februar 2006. Daher 

brauchte das Ergebnis der neuerlichen Begutachtung am ABI weder abgewartet noch 

in die vorliegende Beurteilung einbezogen werden. Im Übrigen stellt es eine 

medizinische Erfahrungstatsache dar, dass die hier einzig zu diskutierenden 

diagnostizierten Verletzungsfolgen Handgelenks- und Schulterprellungen nach einem 

belanglosen Treppensturz in aller Regel innert Wochen oder zumindest längstens 

einigen Monat folgenlos abheilen.

3.        

Die Voraussetzungen für weitere Versicherungsleistungen sind somit nicht gegeben 

und deren Ablehnung im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht erfolgt. Im Sinn 

der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind 

keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

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1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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