# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9293794b-f2cb-5d15-91ee-95dd12d8b2bc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.12.2008 C-1157/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1157-2006_2008-12-22.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1157/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Julius Longauer.

A._______,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Johann Burri,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1157/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer (geb. 1971), ein aus dem Kosovo stammender 
Staatsangehöriger der früheren Bundesrepublik Jugoslawien, gelangte 
erstmals im Jahr 1990 als Saisonnier in die Schweiz. Am 14. Septem-
ber  1995  heiratete  er  die  Schweizer  Staatsangehörige  B._______ 
(geb. 1971) und erhielt auf diese Weise eine Aufenthaltsbewilligung im 
Kanton Luzern.

B.
Gestützt auf seine Ehe ersuchte der Beschwerdeführer am 10. März 
1999 um erleichterte Einbürgerung nach Art. 27 des  Bürgerrechtsge-
setzes vom 29. September 1952 (BüG, SR 141.0).

Zu Handen des Einbürgerungsverfahrens unterzeichneten die Ehegat-
ten am 29. September 2000 eine gemeinsame Erklärung, wonach sie 
in einer tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft 
an  derselben Adresse zusammenlebten und weder  Trennungs-  noch 
Scheidungsabsichten  bestünden.  Ferner  nahmen  sie  unterschriftlich 
zur  Kenntnis,  dass  die  erleichterte  Einbürgerung  nicht  möglich  ist, 
wenn vor oder während des Einbürgerungsverfahrens einer der Ehe-
gatten die Trennung oder Scheidung beantragt hat oder keine tatsäch-
liche  eheliche  Gemeinschaft  mehr  besteht,  und  dass  die  Verheimli-
chung dieser  Umstände zur Nichtigerklärung der  Einbürgerung nach 
Art. 41 BüG führen kann. 

Am 26. Oktober 2000 wurde der Beschwerdeführer erleichtert  einge-
bürgert. Nebst dem Schweizer Bürgerrecht erwarb er die Bürgerrechte 
des Kantons Schwyz und der Gemeinde Muotathal.

C.
Die Ehe des Beschwerdeführers mit seiner Schweizer Ehefrau wurde 
am 15. Februar 2001 vom Bezirksgericht Peje im Kosovo geschieden.

D.
Am 26. April 2001 heiratete der Beschwerdeführer im Kosovo die koso-
vostämmige C._______ (geb. 1975), die in vorangegangener, ebenfalls 
am 15. Februar 2001 geschiedener Ehe mit D._______, einem Bruder 
des Beschwerdeführers, verheiratet war. Aus der neuen Ehe ging am 
28. September 2001 das gemeinsame Kind E._______ hervor. 

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Die Ehefrau des Beschwerdeführers reichte am 23. Oktober 2003 ein 
Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung  ein,  das  die  Vorinstanz  mit 
Schreiben 28. November  2003 als  verfrüht  abwies bzw. darauf  nicht 
eintrat.

E.
Die geschiedene schweizerische Ehefrau des Beschwerdeführers ih-
rerseits heiratete am 19. Juni 2001 im Kosovo den kosovostämmigen 
F._______,  einen  Cousin  des  Beschwerdeführers.  F._______  hatte 
sich  zwei  Monate  zuvor,  am  27.  April  2001,  im  Kosovo  von  seiner 
ersten Ehefrau und Mutter seiner fünf Kinder scheiden lassen. Ein in 
der  Folge  gestelltes  Familiennachzugsgesuch  der  neuvermählten 
Ehegatten  lehnte  das  Amt  für  Migration  des  Kantons  Luzern  mit 
Verfügung vom 18. Juni 2002 wegen Scheinehe ab.

Die  im  Familiennachzugsverfahren  gewonnenen  Erkenntnisse  veran-
lassten das Amt für Migration des Kantons Luzern, am 25. Juni 2002 
bei der Vorinstanz zu intervenieren und sie über ihren Verdacht zu ori-
entieren,  dass  dem Beschwerdeführer  die  erleichterte  Einbürgerung 
unter falschen Voraussetzungen erteilt worden war. Der Anzeige beige-
legt waren diverse Akten aus dem kantonalen Dossier (Protokoll  der 
Einvernahme  der  vom  Beschwerdeführer  geschiedenen  schweizeri-
schen Ehefrau vom 1. März 2002, deren Familienschein und die nega-
tive Verfügung vom 18. Juni 2002).

F.
Mit Schreiben vom 20. November 2003 orientierte die Vorinstanz den 
Beschwerdeführer über die Eröffnung eines Verfahrens auf Nichtiger-
klärung der erleichterten Einbürgerung nach Art. 41 BüG. Im Rahmen 
dieses  Verfahrens  reichte  der  Beschwerdeführer  am  18.  Dezember 
2003 eine Kopie des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Peje, Ko-
sovo,  vom  15.  Februar  2001  samt  Übersetzung  zu  den  Akten.  Am 
22. März 2005 äusserte er sich abschliessend zur Sache. Dabei be-
stritt  er das Vorliegen der tatbeständlichen Voraussetzungen für eine 
Nichtigerklärung.

G.
Am 28. Juni 2005 erteilte der Regierungsrat des Kantons Schwyz (Hei-
matkanton)  seine  Zustimmung zur  Nichtigerklärung der  erleichterten 
Einbürgerung.

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H.
Mit Verfügung vom 12. Juli 2005 erklärte die Vorinstanz die erleichterte 
Einbürgerung des Beschwerdeführers für nichtig.

I.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom 12.  September  2005  gelangte  der  Be-
schwerdeführer an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement 
(EJPD), als die damals zuständige verwaltungsinterne Rechtsmittelin-
stanz,  und  ersuchte  um  ersatzlose  Aufhebung  der  vorinstanzlichen 
Verfügung.

J.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 24. November 
2005 die Abweisung der Beschwerde.

K.
Der Beschwerdeführer hielt mir Replik vom 28. April 2006 an seinem 
Rechtsmittel fest.

L.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM über die Nichtigerklärung einer erleichter-
ten Einbürgerung können mit  Beschwerde beim Bundesverwaltungs-
gericht angefochten werden (Art. 51 Abs. 1 BüG i.V.m. Art. 31 ff. des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
beim EJPD bereits hängige Rechtsmittelverfahren vorliegenden Inhalts 
wurden vom Bundesverwaltungsgericht übernommen. Die Beurteilung 
erfolgt  nach  neuem  Verfahrensrecht  (Art.  53  Abs.  2  VGG).  Gemäss 
Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021),  soweit  das  Verwaltungsge-
richtsgesetz nichts anderes bestimmt (vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG).

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1.3 Der Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  zur  Ergreifung 
des Rechtsmittels  legitimiert. Auf seine frist-  und formgerecht  einge-
reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde 
als  Rechtsmittelinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Der  entscheidserhebliche  Sachverhalt  erschliesst  sich,  wie  nachfol-
gend zu zeigen sein wird, in genügender Weise aus den Akten. Von 
Beweiserhebungen, die der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelebene 
beantragt  (Parteibefragung,  Zeugeneinvernahmen,  Akteneditionen), 
kann  daher  in  antizipierter  Beweiswürdigung  ohne  Verletzung  des 
rechtlichen Gehörs abgesehen werden (vgl. Art. 33 Abs. 1 VwVG; BGE 
131 I 153 E. 3 S. 157 mit Hinweisen). Aus demselben Grund erweist 
sich die Rüge des Beschwerdeführers als unbegründet, die Vorinstanz 
habe  analoge  Beweisanträge  in  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs 
nicht abgenommen. Dass die Vorinstanz die Abweisung der Beweisan-
träge nicht begründet hätte, wie der Beschwerdeführer annimmt, trifft 
im Übrigen nicht zu (vgl. E. 15 der angefochtenen Verfügung).

4.
4.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach 
der Eheschliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um er-
leichterte Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der 
Schweiz gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren 
in ehelicher Gemeinschaft mit dem Schweizer Bürger lebt. Nach dem 
Wortlaut und Wortsinn der Bestimmung müssen sämtliche Vorausset-
zungen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anläss-

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lich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt es insbesondere im 
Zeitpunkt des Entscheids an der ehelichen Gemeinschaft, darf die er-
leichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden (BGE 130 II 482 
E. 2 S. 484, BGE 129 II 401 E. 2.2 S. 403).

4.2 Der Begriff  der  ehelichen Gemeinschaft  bedeutet  nach der  bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen 
einer Ehe. Verlangt wird eine tatsächliche Lebensgemeinschaft, getra-
gen vom Willen, die Ehe auch künftig aufrecht zu erhalten (BGE 130 ll 
482 E. 2 S. 483 f., BGE 130 ll 169 E. 2.3.1 S. 171 f., BGE 128 ll 97 E. 
3a S. 98 f., BGE 121 ll 49 E. 2b S. 52). Denn der Gesetzgeber wollte 
dem ausländischen Ehegatten einer Schweizer Bürgerin die erleichter-
te Einbürgerung ermöglichen, um die Einheit des Bürgerrechts im Hin-
blick auf ihre gemeinsame Zukunft zu fördern (vgl. Botschaft des Bun-
desrats zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes vom 27. August 1987, 
BBl 1987 III 310). Ein Hinweis auf den fehlenden Willen der Ehegatten, 
die eheliche Gemeinschaft aufrecht zu erhalten, kann im Umstand lie-
gen,  dass  kurze Zeit  nach der  erleichterten Einbürgerung die Tren-
nung erfolgt oder die Scheidung eingeleitet wird (BGE 130 ll 482 E. 2 
S. 483 f., BGE 128 ll 97 E. 3a S. 98 f.).

4.3 Die erleichterte Einbürgerung kann mit Zustimmung der Behörde 
des Heimatkantons innert fünf Jahren für nichtig erklärt werden, wenn 
sie durch falsche Angaben oder Verheimlichung erheblicher Tatsachen 
„erschlichen“ (Art. 41 Abs. 1 BüG), d.h. mit einem unlauteren und täu-
schenden Verhalten erwirkt worden ist. Arglist im Sinne des strafrecht-
lichen Betrugstatbestandes wird  nicht  verlangt.  Es  genügt,  dass  der 
Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. die Behörde bewusst 
in einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf auf sich zieht, es 
unterlassen zu haben, die Behörde über eine erhebliche Tatsache zu 
informieren (vgl. BGE 132 II 113 E. 3.1 S. 114 f., 130 II 482 E. 2 S. 
484, je mit Hinweisen). Weiss der Betroffene, dass die Voraussetzun-
gen für die erleichterte Einbürgerung auch im Zeitpunkt der Verfügung 
vorliegen müssen, so muss er die Behörden unaufgefordert über eine 
nachträgliche Änderung in seinen Verhältnissen orientieren, von der er 
weiss oder wissen muss, dass sie einer Einbürgerung entgegensteht. 
Die Pflicht dazu ergibt sich aus dem Grundsatz von Treu und Glauben 
und aus der verfahrensrechtlichen Mitwirkungspflicht  gemäss Art. 13 
Abs. 1 Bst. a VwVG. Die Behörde darf sich ihrerseits darauf verlassen, 
dass die vormals erteilten Auskünfte bei passivem Verhalten des Ge-

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suchstellers nach wie vor der Wirklichkeit entsprechen (vgl. BGE 132 II 
113 E. 3.2 S. 115 f.).

5.
5.1 In der Bundesverwaltungsrechtspflege gilt der Grundsatz der frei-
en Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes 
vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). 
Frei ist die Beweiswürdigung darin, dass sie nicht an bestimmte starre 
Beweisregeln gebunden ist, welche der Behörde genau vorschreiben, 
wie ein gültiger Beweis zu Stande kommt und welchen Beweiswert die 
einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben. Freie Beweis-
würdigung ist  aber nicht  mit  freiem Ermessen zu verwechseln (FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 278/279; 
zu den Beweismitteln: BGE 130 ll 169 E. 2.3.2 ff.). Wenn ein Entscheid 
– wie im vorliegenden Fall  –  zum Nachteil  des Betroffenen in  seine 
Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde.

5.2 Im  Zusammenhang  mit  der  Nichtigerklärung  einer  erleichterten 
Einbürgerung ist  von der Verwaltung zu untersuchen, ob die Ehe im 
Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung und  der  Einbürgerung  tatsächlich 
gelebt wurde (BGE 130 ll 169 E. 2.3.1 S. 172). Hierbei geht es im We-
sentlichen um innere Vorgänge, die der Behörde oft nicht bekannt und 
schwierig zu beweisen sind. In derartigen Situationen ist es zulässig, 
von bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermu-
tungsfolge) zu schliessen. Solche tatsächlichen Vermutungen können 
sich  in  allen  Bereichen  der  Rechtsanwendung  ergeben,  namentlich 
auch im öffentlichen Recht. Es handelt sich um Wahrscheinlichkeitsfol-
gerungen, die auf Grund der Lebenserfahrung gezogen werden (ULRICH 
HÄFELIN, Vermutungen im öffentlichen Recht, in: Festschrift für Kurt Ei-
chenberger, Basel 1982, S. 625 ff., S. 626; vgl. auch PETER SUTTER, Die 
Beweislastregeln unter besonderer Berücksichtigung des verwaltungs-
rechtlichen Streitverfahrens,  Diss. Zürich  1988,  S. 56 ff. und 178 ff., 
und GYGI, a.a.O., S. 282 ff; zu Art. 8 ZGB vgl. MAX KUMMER, Berner Kom-
mentar, N. 362 f.).

5.3 Als Problem der Beweiswürdigung berührt die tatsächliche Vermu-
tung weder die Beweislast noch die das Verwaltungsverfahren beherr-
schende Untersuchungsmaxime. Letztere gebietet zwar, dass die Ver-
waltung auch nach entlastenden,  das heisst  die Vermutung erschüt-
ternden Elementen sucht. Bei Konstellationen im Zusammenhang mit 
der erleichterten Einbürgerung liegt es aber in der Natur der Sache, 

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dass solche entlastenden Elemente der Verwaltung oft nicht bekannt 
sein dürften und nur die Betroffenen darüber Bescheid wissen können. 
Es obliegt  daher dem erleichtert  Eingebürgerten,  der dazu nicht  nur 
aufgrund seiner Mitwirkungspflicht (Art. 13 VwVG) verpflichtet ist, son-
dern daran auch ein Eigeninteresse haben muss, die Vermutung durch 
den  Gegenbeweis  bzw.  erhebliche  Zweifel  umzustürzen,  indem  er 
Gründe oder Sachumstände aufzeigt, die es als überzeugend (nach-
vollziehbar) erscheinen lassen, dass eine angeblich noch wenige Mo-
nate  zuvor  bestandene,  ungetrennte  eheliche  Gemeinschaft  in  der 
Zwischenzeit  dergestalt  in  die  Brüche  gegangen  ist,  dass  es  zur 
Scheidung kam (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f.).

6.
Die  erleichterte  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers  wurde  innert 
der gesetzlichen Frist  von fünf Jahren und mit  Zustimmung des Hei-
matkantons Schwyz für nichtig erklärt. Die formellen Voraussetzungen 
des Art. 41 Abs. 1 BüG für eine Nichtigerklärung sind somit erfüllt. 

7.
7.1 Aus den  Akten  ergibt  sich,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Jahr 
1995 die Ehe mit einer Schweizer Bürgerin einging, als eine Änderung 
der schweizerischen Ausländerpolitik  ihm die Möglichkeit  nahm, sich 
weiter als Saisonnier in der Schweiz aufzuhalten und bei Erfüllung der 
entsprechenden Voraussetzungen in den Genuss der Umwandlung in 
eine  ordentliche Aufenthaltsbewilligung zu kommen. Nach dem Ehe-
schluss  zog  der  Beschwerdeführer  in  eine  3½-Zimmerwohnung,  die 
sich bis dahin sein Bruder und seine Ehefrau geteilt hatten, und in die 
im Jahr 1997 auch die Ehefrau seines Bruders einzog. Im März 1999, 
wenige Monate nach Erfüllung der zeitlichen Mindestvoraussetzungen, 
ersuchte der  Beschwerdeführer  um erleichterte  Einbürgerung. Nach-
dem die  Ehegatten am 29. September  2000 die gemeinsame Erklä-
rung  zur  ehelichen  Gemeinschaft  abgegeben  hatten,  erfolgte  am 
26. Oktober  2000 die  erleichterte  Einbürgerung des Beschwerdefüh-
rers. Nur etwas mehr als dreieinhalb Monate später, am 15. Februar 
2001, wurde die Ehe des Beschwerdeführer im Kosovo durch das Be-
zirksgericht Peje geschieden,  weil – wie im Urteil  zu lesen ist  – das 
anfänglich gute  Einvernehmen zwischen den Ehegatten mit  der  Zeit 
wegen  tiefer  Zerrüttung  unerträglich  geworden  sei.  Gleichentags  er-
folgte – ebenfalls im Kosovo – die Scheidung der Ehe seines Bruders 
von  dessen  Ehefrau. Weitere  knapp  zweieinhalb  Monate  später,  am 
26. April 2001, verheiratete sich der Beschwerdeführer – immer noch 

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im  Kosovo  –  mit  seiner  ehemaligen  Schwägerin,  der  geschiedenen 
Ehefrau seines Bruders, und am 28. September 2001 kam ein gemein-
sames Kind des Ehepaares auf die Welt,  dessen Zeugung mithin im 
Dezember  2000 erfolgt  sein  musste. Parallel  dazu ehelichte  die  nun 
geschiedene Schweizer Ehefrau des Beschwerdeführers im Kosovo ei-
nen Cousin des Beschwerdeführers, der sich zwei Monate zuvor von 
seiner vormaligen Ehefrau und Mutter seiner fünf Kinder hatte schei-
den lassen, wobei das jüngste Kind um die Zeit der Scheidung auf die 
Welt kam.

7.2 Die kurze zeitliche Distanz zwischen dem Abschluss des Verfah-
rens  auf  erleichterte  Einbürgerung und der  Scheidung der  Ehe zwi-
schen dem Beschwerdeführer und seiner Schweizer Ehefrau begrün-
det die tatsächliche Vermutung, dass der Beschwerdeführer zum Zeit-
punkt der gemeinsamen Erklärung vom 29. September 2000 und der 
erleichterten Einbürgerung am 26. Oktober 2000 nicht mehr in einer 
stabilen ehelichen Gemeinschaft  lebte. Die Vermutung wird  verstärkt 
durch die eingestandene Aufnahme einer ausserehelichen Beziehung 
zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Schwägerin Mitte Dezem-
ber 2000, die Zeugung eines Kindes und die Heirat zweieinhalb Mona-
te später nach der koordinierten Scheidung beider Ehen am 15. Febru-
ar 2001, wo von einer tiefen Zerrüttung der ehelichen Beziehung zwi-
schen  dem  Beschwerdeführer  und  seiner  Schweizer  Ehefrau  als 
Scheidungsgrund die Rede war. Weitere Indizien für das Fehlen einer 
intakten ehelichen Beziehung zum massgeblichen Zeitpunkt  ergeben 
sich  aus  den  eigenartigen  Wohnverhältnissen  der  beiden  Ehepaare, 
die von Anfang an und ohne besonderen Grund gemeinsam in einer 
3½-Zimmerwohnung  lebten,  und  dem  Lebenswandel  der  geschiede-
nen Schweizer Ehefrau des Beschwerdeführers, wie er von der Migra-
tionsbehörde des Kantons Luzern im Rahmen eines von ihr eingeleite-
ten Familiennachzugsverfahrens festgestellt wurde. Danach ist die ge-
schiedene Schweizer Ehefrau zwischen 1990 und 2001 insgesamt vier 
Ehen mit Personen aus derselben Ortschaft im Kosovo eingegangen, 
darunter mit dem Beschwerdeführer und anschliessend dessen Cousin 
F._______, wobei die kantonale Behörde im Wesentlichen von auslän-
derrechtlich motivierten Beziehungen ausging und bei der letzten Ver-
bindung auf eine offensichtliche Scheinehe schloss.

7.3 Es bleibt nachfolgend zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in der 
Lage ist, die ihn stark belastende Indizienlage zu entkräften.

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7.3.1 Der Beschwerdeführer beteuert,  dass die Beziehung zu seiner 
Schweizer Ehefrau zum Zeitpunkt  der gemeinsamen Erklärung Ende 
September 2000 intakt und stabil gewesen sei. Allerdings sei die Ehe 
seines Bruders Ende November 2000 in eine ernste Krise geraten, die 
zum  Abbruch  der  sexuellen  Kontakte  unter  den  Ehegatten  geführt 
habe. Die Beziehung zwischen ihm (dem Beschwerdeführer) und sei-
ner Schwägerin sei daraufhin enger geworden, und ab Mitte Dezember 
2000 hätten  sie  ein verstecktes  aussereheliches  Verhältnis  unterhal-
ten, woraus sich die Schwangerschaft der Schwägerin ergeben habe. 
Die Beziehung zur Ehefrau sei vorerst unverändert gewesen. Erst als 
Ende Januar 2001 die aussereheliche Beziehung und die Schwanger-
schaft der Schwägerin bekannt geworden seien, hätten die getäusch-
ten Ehepartner auf sofortige Scheidung gedrängt und eine solche in 
die Wege geleitet. Daraufhin hätten er (der Beschwerdeführer) und sei-
ne vormalige Schwägerin sich in Anbetracht der Schwangerschaft ent-
schlossen,  die  Ehe  einzugehen.  Zum  Zeitpunkt  der  Unterzeichnung 
der  gemeinsamen Erklärung jedenfalls  habe weder  eine Absicht  be-
standen noch sei es voraussehbar gewesen, dass sich die Dinge so 
entwickeln könnten.

7.3.2 Die Darstellung des Beschwerdeführers ist – wie die Vorinstanz 
mit Recht hervorhebt – unglaubwürdig. Er ist eine aussereheliche Be-
ziehung mit  der Ehefrau seines Bruders eingegangen und hat  damit 
eine Verhaltensweise an den Tag gelegt, die schon im hiesigen Kontext 
als ein schwerer Bruch ehelicher und verwandtschaftlicher Loyalitäten 
empfunden wird. Vor dem angestammten soziokulturellen Hintergrund 
des Beschwerdeführers dürfte ein solches Verhalten auf noch wesent-
lich  geringere  gesellschaftliche  Akzeptanz  stossen.  Umso  erstaunli-
cher ist es, dass der Beschwerdeführer seinen Ausführungen nach zu 
schliessen offenbar  keine  Hemmschwelle  überwinden musste. Kaum 
zeigte  die  Ehe  seines  Bruders  die  ersten  Schwierigkeiten,  war  er 
gleichsam aus dem Stand bereit, sich über grundlegende Normen des 
familiären  und  verwandtschaftlichen  Zusammenlebens  hinwegzuset-
zen. Ein solches Verhalten ist mit einer intakten und stabilen ehelichen 
Gemeinschaft  gemäss Art. 27 Abs. 1 Bst. c  BüG offensichtlich  nicht 
vereinbar. Der  Beschwerdeführer  vermeidet  es  denn auch wohlweis-
lich, sein eigenes Verhalten zu erläutern, sondern beschränkt sich dar-
auf, die Gründe zu nennen, die seine ehemalige Schwägerin zur Auf-
nahme einer ausserehelichen Beziehung und seine damalige Ehefrau 
zum  Scheidungsentschluss  veranlassten.  Dass  die  geschiedene 
Schweizer  Ehefrau  mit  einer  schriftlichen  Erklärung  zu  Handen  des 

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vorliegenden Verfahrens bestätigt, sie habe bis Januar 2001 mit dem 
Beschwerdeführer  eine  normale  und  gute  Ehe  geführt,  ist  ohne  Er-
kenntniswert. Einerseits hat sie im Rahmen des Familiennachzugsver-
fahrens unter  Hinweis auf  ihre  Wahrheitspflicht  auch schon das Ge-
genteil  bestätigt,  andererseits  gibt  sie  nur  ihre  subjektive  Wahrneh-
mung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder. Dass die Ehe keines-
wegs gut und normal war, ergibt sich schon daraus, dass die Schwei-
zer Ehefrau nach übereinstimmender Darstellung aller  Beteiligter  die 
Scheidung verlangte, als sie im Januar 2001 von der ausserehelichen 
Beziehung ihres Ehemannes erfuhr.

8.
Somit kann festgestellt werden, dass zum Zeitpunkt der gemeinsamen 
Erklärung vom 29. September 2000 bzw. der erleichterten Einbürge-
rung vom 26. Oktober 2000 eine intakte und auf Dauer ausgerichtete 
eheliche Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seiner da-
maligen Ehefrau nicht bestand. Indem der Beschwerdeführer die ge-
meinsame Erklärung dennoch vorbehaltlos unerzeichnete bzw. die Be-
hörden über die im Zeitraum zwischen der Unterzeichnung des Doku-
mentes  und  der  erleichterten  Einbürgerung  eingetretene  Änderung 
nicht von sich aus unterrichtete, hat er die erleichterte Einbürgerung 
im Sinne von Art. 41 Abs. 1 BüG erschlichen. 

9.
Die  angefochtene  Verfügung  erweist  sich  demnach  als  rechtmässig 
(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

10.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten sind auf  Fr. 700.--  festzusetzen (Art. 1,  Art. 2  und Art. 3 
Bst. b  des  Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 12

Seite 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 700.- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (...)
- die Vorinstanz (...)
- das Amt für Migration des Kanons Luzern (...)
- das Departement des Innern des Kantons Schwyz (...)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Julius Longauer

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C-1157/2006

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

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