# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a9d3de2-2259-58af-b662-50df3eb8b913
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.10.2015 200 2015 476
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-476_2015-10-01.pdf

## Full Text

200 15 476 IV
GRD/RUM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Oktober 2015

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch lic. iur. Advokat B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. April 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2015, IV/15/476, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 20. Februar 2013 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) unter Angabe von körperlichen Beschwerden zum Leis-
tungsbezug an (Antwortbeilage [AB] 8). Die IVB holte erwerbliche und me-
dizinische Unterlagen sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers ein, 
u.a. mit einem Gutachten vom 11. Januar 2013 der Begutachtungsstelle 
C.________ über eine Anfang Dezember 2012 durchgeführte funktionsori-
entierte medizinische Abklärung. Mit Mitteilung vom 25. Februar 2013 ge-
währte die IVB Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeitsplatzer-
halt mit Coaching für die Zeit vom 18. Februar bis 18. Mai 2013 (AB 19; vgl. 
Bericht vom 28. Mai 2013 [AB 23]). Am 6. Mai 2013 wurde der Versicherten 
die Anstellung als … bei der D.________ wegen Krankheit per 30. Sep-
tember 2013 gekündigt (AB 49/1-2, 50.3). Mit Mitteilung vom 4. Juli 2013 
sprach die IVB Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche zu 
(AB 28).

In der Folge lehnte der Krankentaggeldversicherer mit – auf Verfügung vom 
14. Juni 2013 basierendem (AB 25/2 f.) – Einspracheentscheid vom 1. Fe-
bruar 2014 einen Leistungsanspruch ab, da es der Versicherten zumutbar 
sei, in einer leidensangepassten Tätigkeit eine 100 %ige Arbeitsleistung zu 
erbringen (AB 32/2 ff.). Der Einspracheentscheid wurde vom Verwaltungs-
gericht mit Urteil vom 14. Oktober 2014, KV/2014/222 (AB 60/13-26), und 
letztinstanzlich vom Bundesgericht (BGer) mit Entscheid vom 21. Januar 
2015, 9C_830/2014 (AB 60/28-32), bestätigt.

Mit Verfügung vom 22. September 2014 schloss die IVB die Arbeitsvermitt-
lung ab (AB 33, 40) und holte beim Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-
Stellen (RAD) einen Arztbericht vom 30. September 2014 ein (AB 43/2 ff.). 
Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (AB 51, 55) und Einholung 
einer Stellungnahme des RAD vom 31. März 2015 (AB 58/2) lehnte die IVB 
mit Verfügung vom 17. April 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 7 % einen 
Rentenanspruch ab (AB 59).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2015, IV/15/476, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 21. Mai 2015 liess die Versicherte, vertreten durch Advo-
kat B.________, Beschwerde erheben. Sie beantragt:

1. Es seien aktuelle Abklärungen und Beurteilungen durch geeignete 
Gutachterstellen durchzuführen.

2. Es sei aufgrund der so gewonnenen Erkenntnisse über eine Ren-
tenberechtigung zu entscheiden.

3. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen.

In der Begründung wird im Wesentlichen eine unvollständige Feststellung 
bzw. unrichtige Würdigung des rechtserheblichen medizinischen Sachver-
halts gerügt.

Mit Eingabe vom 12. Juni 2015 reichte die Beschwerdeführerin Unterlagen 
zum Gesuch um unentgeltliche Prozessführung nach.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2015 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 1. Juli 2015 (im Gerichtsdossier) wies 
der Instruktionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen 
Aussichtslosigkeit des Prozesses ab. Die Verfügung blieb unangefochten.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 17. April 2015 (AB 59). Streitig 
ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2015, IV/15/476, Seite 5

und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu 
erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). Der Beweis-
wert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streiti-
gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Ana-
mnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend 
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2015, IV/15/476, Seite 6

benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhän-
gig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

In medizinischer Hinsicht ist folgendes festzuhalten:

3.1 Im Gutachten der Begutachtungsstelle C.________ vom 11. Januar 
2013 wurden als Diagnosen ein chronisches generalisiertes und undiffe-
renziertes Schmerzsyndrom sowie ein Verdacht auf Polyneuropathie aufge-
führt (AB 6/1). Die Experten kamen zum Schluss, es bestehe in der bishe-
rigen Tätigkeit als … zurzeit eine Arbeitsfähigkeit von 25 % bei leicht redu-
zierter Leistungsfähigkeit entsprechend 2.5 Stunden pro Tag. Im Verlauf 
sollte schrittweise versucht werden, den prozentualen Anteil der Arbeits-
fähigkeit zu steigern. Es sei jedoch nicht damit zu rechnen, dass die Be-
schwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit auf mehr als 75 % der Arbeits-
fähigkeit hinausgelange. In einer alternativen leichten Tätigkeit mit der 
Möglichkeit der Wechselpositionierung und Wechselbelastung bestehe eine 
volle Arbeitsfähigkeit ganztags (100 %; AB 6/4).

3.2 In VGE KV/2014/222 vom 14. Oktober 2014 betreffend den Kran-
kentaggeldanspruch hielt das Verwaltungsgericht (zusammengefasst) fest, 
dem Gutachten der Begutachtungsstelle C.________ vom 11. Januar 
2013, wonach in einer angepassten Tätigkeit eine 100 %ige Arbeitsfähig-
keit bestehe (AB 6/1 ff.), komme volle Beweiskraft zu. An dieser schlüssi-

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gen Beurteilung änderten auch die Berichte des Spitals E.________ vom 
7. November und 10. Dezember 2013 (AB 34/4 ff., 34/7 ff.) nichts. Der Ge-
sundheitszustand sei insbesondere gestützt auf das überzeugende Gutach-
ten der Begutachtungsstelle C.________ hinreichend erstellt, weshalb sich 
weitere medizinische Abklärungen in antizipierter Beweiswürdigung er-
übrigten (AB 60/21 ff. [E. 3.3]). Diese Ausführungen wurden in der Folge 
vom Bundesgericht in BGer 9C_830/2014 vom 21. Januar 2015 bestätigt 
(AB 60/31 [E. 4.1]).

Damit ist vorliegend hinsichtlich des Gesundheitsschadens und der daraus 
abzuleitenden Restarbeits- und Leistungsfähigkeit grundsätzlich nach wie 
vor auf die Einschätzungen der Begutachtungsstelle C.________ vom 
11. Januar 2013 (vgl. E. 3.1 hiervor) abzustellen. Zu prüfen bleibt einzig, ob 
seit Erlass des Einspracheentscheids vom 1. Februar 2014 des Kranken-
taggeldversicherers, welcher für die Beurteilung des Sachverhalts in den 
Verfahren KV/2014/222 vor Verwaltungsgericht und 9C_830/2014 vor Bun-
desgericht die zeitliche Grenze dargestellt hatte, bis zum Erlass der hier 
angefochtenen Verfügung vom 17. April 2015 allenfalls eine gesundheitli-
che Verschlechterung eingetreten ist.

3.3

3.3.1 Im Verlaufsbericht vom 11. Juli 2014 führte die Hausärztin, Dr. med. 
F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, einen ver-
schlechterten Gesundheitszustand mit akuter Exazerbation seit 7. Juli 2014 
auf. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein 
chronisches Schulter-Arm-Schmerzsyndrom rechts, ein chronisches lum-
bovertebrales Schmerzsyndrom und eine subdepressive Episode bei an-
haltender Funktionseinschränkung festgehalten. Die Beschwerdeführerin 
habe persistierende Schmerzen im rechten Arm und sei an Rücken und 
beiden Armen kaum belastbar. Sie vertrage die medikamentöse Therapie 
nicht und nehme so wenig wie möglich. Es bestehe eine depressive Ver-
stimmung mit vermehrter Schlafstörung, Müdigkeit, Erschöpfung und Inap-
petenz (AB 34/1-3).

Mit Schreiben vom 22. März 2015 hielt die Hausärztin fest, die Beschwer-
deführerin hätte sie gebeten, behilflich zu sein. Sie (die Hausärztin) sei mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2015, IV/15/476, Seite 8

dem Vorbescheid der IV nicht einverstanden. Die Beschwerdeführerin kla-
ge immer noch über Schmerzen im Nacken und in den Armen. Hausärztli-
cherseits seien alle Abklärungen durchgeführt worden, die notwendig sei-
en. Dennoch seien die therapeutischen Massnahmen nicht so erfolgreich 
gewesen, wie erhofft, was die abnehmende Compliance der Beschwerde-
führerin erkläre. Es werde angesichts der chronischen Schmerzen um eine 
Überprüfung durch einen von der IVB beauftragten neutralen Gutachter ge-
beten (AB 54).

3.3.2 Die von der Hausärztin im Verlaufsbericht vom Juli 2014 aufgeführ-
ten Diagnosen (AB 34/2) entsprechen exakt der diagnostischen Einschät-
zung in den beiden (dem Verlaufsbericht beiliegenden) Berichten des Spi-
tals E.________ vom 7. November 2013 (AB 34/7) und 10. Dezember 2013 
(AB 34/4). In VGE KV/2014/222, E. 3.3, hat sich das Verwaltungsgericht 
umfassend mit den erwähnten Berichten des Spitals E.________ ausein-
andergesetzt und aufgezeigt, dass gestützt darauf keine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten abgeleitet werden kann 
(AB 60/22 f.). Dies wurde vom Bundesgericht ausdrücklich bestätigt (BGer 
9C_830/2014, E. 4.1 [AB 60/31]). Aus den deckungsgleichen diagnosti-
schen Angaben der Hausärztin ergibt sich nichts anderes, zumal sie keine 
klinisch oder bildgebend feststellbaren veränderten Befunde festhält 
(AB 34/2 Ziff. 3), aufgrund deren die geltend gemachte gesundheitliche 
Verschlechterung allenfalls nachvollzogen werden könnte. Zudem hat die 
Hausärztin im Schreiben vom 22. März 2015 (AB 54) zu erkennen gege-
ben, dass sie den Gesundheitszustand eher zugunsten der Patientin, als 
aus medizinisch-theoretischer Sicht beurteilt.

3.3.3 Auch in den übrigen Akten finden sich keine Anhaltspunkte auf ei-
nen gegebenenfalls veränderten Gesundheitszustand. Die IVB hat in der 
angefochtenen Verfügung – gestützt auf die Berichte des Regionalen Ärzt-
lichen Dienstes vom 30. September 2014 (AB 43/2 ff.) und 31. März 2015 
(AB 58/2) – somit zu Recht auch für die Zeit ab 1. Februar 2014 (vgl. E. 3.2 
hiervor) auf das Zumutbarkeitsprofil gemäss dem Gutachten der Begutach-
tungsstelle C.________ vom 11. Januar 2013 abgestellt.

3.4 Demnach ist der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als 
Mitarbeiterin in der Küche nicht mehr vollumfänglich zumutbar. In einer kör-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2015, IV/15/476, Seite 9

perlich leichten, wechselbelasteten Tätigkeit besteht jedoch eine 100 %ige 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit (AB 6/4; vgl. AB 43/3, 58/2).

4.

Auf dieser Basis ist im Folgenden die Invaliditätsbemessung zu prüfen (vgl. 
E. 2.3 hiervor).

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne ge-
sundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend 
genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabel-
lenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemes-
sung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall ge-
gebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt 
werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Ver-
sicherungsgerichts [EVG] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-
kret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 
E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2015, IV/15/476, Seite 10

müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

Die Beschwerdeführerin wurde ab August 2012 arbeitsunfähig geschrieben 
(AB 6/24). Die IV-Anmeldung erfolgte am 20. Februar 2013 (AB 8/1). Hypo-
thetischer Rentenbeginn ist somit der 1. August 2013 (Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG, Art. 29 Abs. 1 und Abs. 3 IVG), womit für den Einkommensvergleich 
auf die Verhältnisse des Jahres 2013 abzustellen ist.

4.3 Das Arbeitsverhältnis als … im D.________ wurde gemäss Arbeit-
geberangaben wegen langandauernder Krankheit aufgelöst (AB 49/2). 
Damit entspricht das Valideneinkommen dem Einkommen, das die Be-
schwerdeführerin 2013 dort als Gesunde verdient hätte, somit 
Fr. 55‘802.50 (AB 49/3 f. Ziff. 2.10. und Ziff. 2.11).

4.4 Aus medizinischer Sicht sind der Beschwerdeführerin körperlich 
leichte und wechselbelastende Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar (vgl. 
E. 3.4 hiervor). Das Invalideneinkommen ist demnach auf der Basis eines 
durchschnittlichen Einkommens einer Hilfsarbeiterin gemäss LSE 2012, Ta-
belle TA1, Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder 
handwerklicher Art), Frauen, Total (Fr. 4‘413.-- pro Monat inkl. Anteil 
13. Monatslohn), zu bestimmen. Dieses Einkommen ist an die durchschnitt-
liche betriebsübliche Arbeitszeit anzupassen und auf das Jahr 2013 zu in-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2015, IV/15/476, Seite 11

dexieren. Es resultiert ein Betrag von Fr. 55‘531.35 (Fr. 4‘413.-- x 12 / 40 x 
41.7 / 102 x 102.6; Quellen: Bundesamt für Statistik [BFS], Betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 2013, Total; BFS, Tabelle T1.2.10 
[Nominallohnindex, Frauen 2011-2014], 2012 und 2013, Total). Die invali-
ditätsbedingte Einschränkung erschöpft sich darin, dass der Beschwerde-
führerin allein noch (aber immerhin) körperlich leichte, wechselbelastende 
Tätigkeiten zumutbar sind. Solche Hilfstätigkeiten sind auf dem nach 
Art. 16 ATSG hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt in genügender 
Anzahl vorhanden (vgl. BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; BGer vom 24. April 
2012, 8C_869/2011, E. 4.3.5). Besondere Anforderungen an einen Arbeits-
platz bestehen aus ärztlicher Sicht nicht. Ebenso rechtfertigen weder das 
Alter (53 Jahre bei Erlass der angefochtenen Verfügung [AB 8/1, 59/1]) 
noch das (voll zumutbare) Arbeitspensum einen Tabellenlohnabzug. Die 
Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht keinen solchen gewährt. Das zu 
berücksichtigende Invalideneinkommen beträgt Fr. 55‘531.35.

4.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 55‘802.50 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 55‘531.35 beträgt die Erwerbseinbusse Fr. 271.15, 
was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 0 % entspricht (zur 
Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123).

Die angefochtene Verfügung vom 17. April 2015 ist demnach im Ergebnis 
rechtens. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuwei-
sen.

5.

Das von der Beschwerdeführerin am 21. Mai 2015 für das vorliegende Ver-
fahren gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde mit pro-
zessleitender Verfügung vom 1. Juli 2015 abgewiesen. Damit ist hinsicht-
lich der Kostenfolgen Folgendes festzuhalten:

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto-
nalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Ver-
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2015, IV/15/476, Seite 12

Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Entsprechend dem Ausgang des Ver-
fahrens werden die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, 
der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 
Sie werden dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss entnom-
men.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Partei-
entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Lic. iur. Advokat B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.