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**Case Identifier:** ab738d1a-bedb-53bd-890f-a0d5742788b5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 10.03.2025 VBE.2024.377
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-377_2025-03-10.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.377 / sw / bs 
Art. 23 

 

Urteil vom 10. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichter Roth  

Gerichtsschreiber Weishaupt          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____  

 

     
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

 

     
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 20. Juni 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1979 geborene Beschwerdeführer meldete sich am 9. Januar 2004 we-

gen Rückenschmerzen zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen 

Invalidenversicherung (IV) an. Mit Verfügung vom 18. März 2004 wies die 

Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren ab.  

 

Am 15. September 2004 erfolgte eine Neuanmeldung, auf welche die Be-

schwerdegegnerin mit Verfügung vom 24. Januar 2005 nicht eintrat. Mit Ur-

teil VBE.2005.672 vom 27. Juni 2006 wies das Versicherungsgericht des 

Kantons Aargau (Versicherungsgericht) die gegen den Einspracheent-

scheid vom 31. Oktober 2005 erhobene Beschwerde ab.  

 

Am 9. Mai 2007 meldete sich der Beschwerdeführer abermals zum Leis-

tungsbezug an. Nachdem die Beschwerdegegnerin am 12. September 

2007 ihre Nichteintretensverfügung vom 12. Juni 2007 pendente lite aufge-

hoben und das Versicherungsgericht mit Beschluss vom 25. September 

2007 das Verfahren VBE.2007.494 abgeschrieben hatte, erfolgte eine po-

lydisziplinäre (internistisch, rheumatologisch, psychiatrische) Begutach-

tung des Beschwerdeführers. Gestützt auf das Gutachten der Aerztlichen 

Begutachtungsinstitut GmbH, Basel (ABI), vom 13. Oktober 2008 (und de-

ren Stellungnahme vom 21. Januar 2009) wies die Beschwerdegegnerin 

am 15. April 2009 das Rentenbegehren verfügungsweise ab. Mit Urteil 

VBE.2009.309 vom 30. März 2010 bestätigte das Versicherungsgericht die 

Verfügung vom 15. April 2009.  

 

Auf die Neuanmeldung vom 24. August 2015 trat die Beschwerdegegnerin 

am 18. Dezember 2015 verfügungsweise nicht ein. 

 

1.2. 

Am 28. März 2016 verletzte sich der Beschwerdeführer beim Fussballspie-

len an der linken Hand. Am 7. September 2016 erfolgte eine weitere Neu-

anmeldung bei der Beschwerdegegnerin. Am 17. Dezember 2019 fand 

eine orthopädische Untersuchung im Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 

durch Prof. Dr. med. B._____, Facharzt für orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, statt. Basierend auf der versi-

cherungsmedizinischen Beurteilung von Prof. Dr. med. B._____ vom 

20. Februar 2020 sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer 

mit Verfügung vom 21. August 2020 eine befristete ganze IV-Rente vom 

1. März 2017 bis 30. April 2018 zu. Eine dagegen erhobene Beschwerde 

wies das Versicherungsgericht mit Urteil VBE.2020.489 vom 25. März 2021 

ab. 

 

 - 3 - 

 

 

1.3. 

Am 21. April 2021 stellte der Beschwerdeführer erneut ein Gesuch um Ge-

währung von Leistungen der IV, auf welches die Beschwerdegegnerin mit 

Verfügung vom 21. September 2021 nicht eintrat. Am 22. Mai 2023 er-

suchte der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin um eine nochma-

lige Rentenprüfung. Nach Rücksprache mit dem RAD und durchgeführtem 

Vorbescheidverfahren wies die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 20. Juni 

2024 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 26. Juni 2024 Be-

schwerde und beantragte: 

 

" 1. Die Aufhebung der Verfügung vom 20.06.2024. 
 2. Die Zusprache einer Invalidenrente aufgrund der nachgewiesenen 

unfallähnlichen Körperschädigungen und der erheblichen Beeinträch-
tigung meiner Arbeitsfähigkeit." 

  

Im Sinne eines Beweisantrags beantragte der Beschwerdeführer, ein un-

abhängiges medizinisches Gutachten durch einen neutralen Arzt erstellen 

zu lassen. 

 

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 28. August 

2024 die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 10. September 2024 wurde 

dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege für die Gerichts-

kosten bewilligt. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren 

des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 20. Juni 2024 (Vernehmlas-

sungsbeilage [VB] 321) zu Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 traten die Änderungen des revidierten IVG in Kraft (Wei-

terentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 705, 

BBI 2017 2535), dies mitsamt entsprechendem Verordnungsrecht. Ent-

sprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist bei 

einem dauerhaften Sachverhalt, der teilweise vor und teilweise nach dem 

 - 4 - 

 

 

Inkrafttreten der neuen Gesetzgebung eingetreten ist, der Anspruch auf 

eine Invalidenrente für die Zeit bis Ende 2021 nach den altrechtlichen Best-

immungen und ab Januar 2022 nach den neuen Normen zu prüfen 

(BGE 150 V 323 E. 4 S. 327 ff.). 

 

3. 

3.1. 

Die Zusprechung einer Invalidenrente aufgrund einer Neuanmeldung, 

nachdem eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verwei-

gert wurde (vgl. Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV), bedarf, analog zur Ren-

tenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG), einer anspruchsrelevanten Änderung 

des Invaliditätsgrades (vgl. BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71; 117 

V  198 E. 3 S. 198 f.; 109 V 108 E. 2 S. 114 f.; Urteil des Bundesgerichts 

8C_29/2020 vom 19. Februar 2020 E. 3.1 f. mit Hinweisen). Anlass zur Re-

vision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede we-

sentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, 

den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen 

(BGE 134 V 131 E. 3 S. 132 mit Hinweisen). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Zeitlichen Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Än-

derung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige 

Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh-

rung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung 

in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht 

(BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71 E. 3 S. 73 ff.). 

 

3.2.2. 

Der als Vergleichszeitpunkt massgebenden Verfügung vom 21. August 

2020 (VB 213) lag in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen die RAD-Be-

urteilung von Prof. Dr. med. B._____ vom 20. Februar 2020 (VB 187) zu-

grunde, welcher am 17. Dezember 2019 eine von ihm durchgeführte ortho-

pädische Untersuchung vorangegangen ist (VB 183). Darin führte 

Prof. Dr. med. B._____ aus, dass sich der Beschwerdeführer am 28. März 

2016 bei einem Sturz auf die linke Hand eine Mehrfragmentfraktur des Os 

pisiforme sowie einen kleinen TFCC Riss (linkes Handgelenk) zugezogen 

habe. Daraus habe sich in der Folge ein chronischer Schmerzzustand der 

linken Hand entwickelt, welcher diagnostisch als V.a. nozizeptives neuro-

pathisches Schmerzsyndrom des linken Handgelenkes interpretiert worden 

sei. Unabhängig davon werde fachärztlich von einem linksseitigen Hüft-

schmerz berichtet, welcher jedoch nicht auf eine objektivierbare Pathologie 

zurückgeführt werden könne (VB 187 S. 2). Im Ergebnis sei spätestens ab 

dem 10. Januar 2018 von einer vollen Arbeitsfähigkeit für eine angepasste 

 - 5 - 

 

 

Tätigkeit auszugehen, wie sie für einen funktionellen Einhänder in der Pra-

xis vorgesehen werde (VB 187 S. 4). 

 

4. 

4.1. 

Die angefochtene Verfügung vom 20. Juni 2024 (VB 321) beruht in medi-

zinscher Hinsicht im Wesentlichen auf der RAD-Beurteilung von 

Prof. Dr. med. B._____ vom 11. Januar 2024. Diese listet gestützt auf den 

Sprechstundenbericht der Universitätsklinik C._____, Abteilung Rheuma-

tologie, vom 11. Mai 2023 (VB 280) folgende Diagnosen auf (VB 298 S. 3): 

 

" - Paravertebrales Schmerzsyndrom 
 - Polyarthralgien rechte Hand 
 - Kurzstreckige Partialruptur der ECU-Sehne 
 - Bizepstendinopathie rechte Schulter (Arthro-MRI der rechten Schulter 

am 30.12.2023) 
 - Aufrauhung der Supraspinatussehne 
 - Tendinopathie der langen Bizepssehne 
 - leichte ACG-Arthrose 
 - Status nach posttraumatischem Schmerzsyndrom mit möglicher sym-

pathisch unterhaltener Schmerzkomponente linke Hand 
 - Status nach Resektion des OS pisiforme nach Trauma 28.03.2016" 
 

Es bestehe eine sehr komplexe Situation bestehend aus polytopen 

Schmerzarealen und Hinweisen auf eine Schmerzchronifizierung. Die im 

Laufe der Jahre vorgenommenen apparativen Untersuchungen mittels 

MRI, Ultraschall bzw. konventionellem Röntgen hätten keine pathologi-

schen Befunde aufdecken können, die – mit Ausnahme des Handgelenk-

bereichs – mehr klinische Bedeutsamkeit einfordern würden. Die Gegen-

überstellung des jetzigen Beschwerdepanoramas mit demjenigen vom 

13. Juni 2022 lasse keine derartige Malignisierung erkennen, welche eine 

deutliche Verminderung der Arbeitsfähigkeit zur Folge hätte. Für eine an-

gepasste Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Generell kämen nur 

leichte und mittelschwere körperliche Arbeiten infrage. Arbeiten, die in un-

physiologischer, vorgeneigter Haltung der Wirbelsäule praktiziert werden 

müssten, seien nicht mehr zumutbar. Der manuelle Krafteinsatz sei redu-

ziert, gleichwohl seien auch manuelle Tätigkeiten möglich, jedoch unter 

Vermeidung von Tätigkeiten, die in Kälte oder Hitze praktiziert würden 

(VB 298 S. 4). 

 

4.2. 

Im Vorbescheidverfahren reichte der Beschwerdeführer eine E-Mail seines 

Hausarztes Dr. med. D._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 

vom 20. Dezember 2023 ein (VB 306). Darin führte dieser aus, dass der 

Beschwerdeführer an chronischen Schmerzen im Rahmen einer Schmerz-

verarbeitungsstörung leide. Er sei der Meinung, dass mindestens eine dau-

erhafte Arbeitsunfähigkeit im Ausmass von 50 % bestehe. Dabei verwies 

Dr. med. D._____ auf den Bericht der beruflichen Grundabklärung der 

 - 6 - 

 

 

Rehaklinik E._____ vom 21. März 2023 (VB 270). Zudem reichte der Be-

schwerdeführer einen Bericht des MRI des linken Hüftgelenks des Kan-

tonsspitals F._____ vom 22. März 2024 (VB 315 S. 4) und einen solchen 

des G._____ Augenzentrums, vom 25. März 2024 ein (VB 318 S. 2 f.). 

 

Diese Unterlagen wurden RAD-Arzt Prof. Dr. med. B._____ vorgelegt. Die-

ser führte in seiner RAD-Beurteilung vom 1. Mai 2024 aus, dass im aktuel-

len MRI ein leicht arthrotischer linksseitiger Hüftgelenksbefund vorliege. Es 

sei nicht ausgeschlossen, dass nach Ablauf einiger Jahre dieser Befund 

durch eine Operation behandelt werden müsse. Zurzeit sei die Klinik jedoch 

zu gering und der Befund in der Bildgebung nicht einer solchen Grössen-

ordnung, die mit einer grösseren Arbeitsunfähigkeit verbunden wäre. Es sei 

weiterhin von einer nicht eingeschränkten Arbeitsfähigkeit für leichte und 

mittelschwere Tätigkeiten auszugehen. Das ausschliessliche Gehen wie 

auch Sitzen sei nicht angebracht und es seien wechselnde Arbeitspositio-

nen zu bevorzugen. Es könne von einem vermehrten Pausenbedarf von 

einer Stunde pro Arbeitsschicht ausgegangen werden (VB 320 S. 3 f.). 

 

5. 

5.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). Ausschlag-

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 

E. 3a S. 352; 122 V 157 E. 1c S. 160 f.). Dennoch hat es die Rechtspre-

chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erach-

tet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 

Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b 

S. 352). 

 

5.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

 - 7 - 

 

 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

5.3. 

Eine reine Aktenbeurteilung ist nicht an sich schon unzuverlässig. Entschei-

dend ist, ob genügend Unterlagen aufgrund anderer persönlicher Untersu-

chungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und 

gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sachverständige muss 

sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild 

machen können (Urteile des Bundesgerichts 8C_46/2019 vom 10. Mai 

2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinwei-

sen). 

 

6. 

Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, dass er aufgrund eines 

Unfalles bzw. einer unfallähnlichen Körperschädigung unter erheblichen 

gesundheitlichen Einschränkungen leide, welche seine Arbeitsfähigkeit we-

sentlich beeinträchtigten. Die vorliegenden Berichte würden eine wesentli-

che Veränderung seines Gesundheitszustandes seit der letzten rechtskräf-

tigen Verfügung belegen (Beschwerde S. 2). 

 

7. 

7.1. 

Prof. Dr. med. B._____ führte in seiner RAD-Beurteilung vom 11. Januar 

2024 aus, dass in einer angepassten Tätigkeit nicht von einer Verschlech-

terung des Gesundheitszustandes auszugehen sei. Bereits im Zeitpunkt 

der letzten Überprüfung des Falles durch den RAD am 13. Juni 2022 hätten 

keine Befunde objektiviert werden können, die als pathophysiologische 

Grundlage des vom Beschwerdeführer vorgetragenen Schmerzgesche-

hens hätten angesehen werden können (VB 298 S. 3). Die im Laufe der 

Jahre vorgenommenen apparativen Untersuchungen hätten – mit Aus-

nahme des Handgelenks – keine pathologischen Befunde aufdecken kön-

nen, die klinisch so bedeutsam wären, dass sie eine Arbeitsunfähigkeit in 

höherem Ausmass rechtfertigten. Bezüglich der Handgelenke liege kein 

schwerwiegender posttraumatischer Zustand vor, der grundsätzlich keine 

Belastung mehr ertrage (VB 298 S. 4). Folglich liege mit Bezug auf eine 

angepasste Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit vor. Zwar listet 

Prof. Dr. med. B._____ gestützt auf den Sprechstundenbericht der Univer-

sitätsklinik C._____, Abteilung Rheumatologie, vom 11. Mai 2023 gegen-

über dem Vergleichszeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 21. August 

2020 neue Diagnosen auf (VB 298 S. 3). Für die Beurteilung der Arbeitsfä-

higkeit ist allerdings nicht die Diagnosestellung massgeblich, sondern der 

Schweregrad der ärztlich attestierten gesundheitlichen Beeinträchtigung 

 - 8 - 

 

 

und dementsprechend das Mass ihrer Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-

keit (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; Urteil des Bundesgerichts 

8C_703/2021 vom 28. Juni 2022 E. 5. 1 mit Hinweisen). Dem Sprechstun-

denbericht sind jedoch keine Funktionseinschränkungen mit Angabe der 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Soweit sich der Be-

schwerdeführer selbst als in einer (auch) angepassten Tätigkeit nicht mehr 

(voll) arbeitsfähig einschätzt, ist darauf hinzuweisen, dass die subjektiven 

Beschwerdeangaben der versicherten Person allein für die Begründung ei-

ner Arbeitsunfähigkeit nicht genügen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_470/2021 vom 4. Januar 2022 E. 4.2.2). Vielmehr muss im Rahmen der 

sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass 

die Beschwerdeangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig 

feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind. Dabei müssen die Be-

schwerdeangaben zuverlässiger medizinischer Feststellung und Überprü-

fung zugänglich sein (BGE 143 V 124 E. 2.2.2, mit Hinweis auf BGE 130 

V 396 E. 5.3.2 S. 398; vgl. auch BGE 139 V 547 E. 5.4 S. 556), was vorlie-

gend gemäss den schlüssig begründeten Beurteilungen von Prof. Dr. med. 

B._____ nicht der Fall ist. Es ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in wel-

chem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person ar-

beitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 S. 261). Insgesamt wird eine gesund-

heitliche Beeinträchtigung des Beschwerdeführers nicht in Abrede gestellt, 

diese vermag jedoch – wie dargelegt – die vom Beschwerdeführer subjektiv 

empfundene Arbeitsunfähigkeit (auch) in einer angepassten Tätigkeit nicht 

zu begründen. Dabei ist es in der Invalidenversicherung irrelevant, ob die 

Ursache der gesundheitlichen Beeinträchtigung in einer Krankheit, einem 

Unfall oder einem Geburtsgebrechen wurzelt (Art. 4 IVG). 

 

7.2. 

Mit seiner Beschwerde reichte der Beschwerdeführer das Schreiben seines 

Hausarztes Dr. med. D._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 

vom 2. Juli 2024 (Beschwerdebeilage 1) und die berufliche Grundabklärung 

der Rehaklinik E._____ vom 21. März 2023 (Beschwerdebeilage 2) ein. Da-

bei ging Dr. med. D._____ gestützt auf die berufliche Grundabklärung da-

von aus, dass beim Beschwerdeführer aufgrund eines chronischen 

Schmerzsyndroms eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. 

 

Hierzu ist festzuhalten, dass Berichte der behandelnden Ärzte nicht den 

Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsan-

sprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes 

verfolgen und deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gut-

achten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 erfüllen, da diese sich in ers-

ter Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben. Aus diesen Gründen 

und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zuguns-

ten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren 

 - 9 - 

 

 

Hinweisen), wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig ge-

stützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte kaum je in Frage kommen 

(BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470 f.). Zwar wird auch in der beruflichen Grund-

abklärung der Rehaklinik E._____ vom 21. März 2023 festgehalten, dass 

ein Arbeitspensum von 50 % aufgrund der vielen Pausen, die der Be-

schwerdeführer benötige, nicht realistisch sei, doch beruhten diese Ein-

schränkungen auf vom Beschwerdeführer berichteten, subjektiv wahrge-

nommenen Schmerzen (VB 270 15 f.). Überdies ist in erster Linie auf die 

ärztliche Beurteilung abzustellen ist und nicht auf Erkenntnisse aus dem 

Belastungs- und Arbeitstraining (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195 f.; Urteile 

des Bundesgerichts 9C_441/2019 vom 28. Oktober 2019 E. 3.1; 

9C_646/2016 vom 16. März 2017 E. 4.2.2). Auf die durch Dr. med. 

D._____ und die Rehaklinik E._____ attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit 

kann deshalb nicht abgestellt werden, zumal die Berichte nicht ausführten, 

inwiefern eine Verschlechterung der Schmerzsituation eingetreten ist. So 

hatte Dr. med. D._____ dem Beschwerdeführer bereits seit dem 21. Mai 

2007 wiederholt eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert (vgl. etwa 

VB 44, 147 S. 6, 165 S. 2). Zudem wurde nicht ausgeführt, weshalb dem 

Beschwerdeführer die Ausführung einer angepassten Tätigkeit im Aus-

mass von 100 % im Rahmen des von Prof. Dr. med. B._____ angegebenen 

Anforderungsprofils nicht möglich wäre. Es ist daher nicht von einer Ver-

schlechterung, sondern lediglich von einer anderen Beurteilung eines im 

Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhalts auszugehen, was im 

revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich ist (BGE 112 V 371 E. 2b S. 

372). Insbesondere stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus-

wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheits-

zustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi-

onsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts 

8C_770/2019 vom 3. Februar 2020 E.  3.1 mit Hinweisen). Die Zuverläs-

sigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilungen von Prof. Dr. med. B._____, 

dem auch die Einschätzung von Dr. med. D._____ vom 20. Dezember 

2023 bereits vorlag (VB 306), wird daher durch die im Beschwerdeverfah-

ren eingereichten Berichte nicht in Zweifel gezogen. 

 

7.3. 

Die Ausführungen von RAD-Arzt Prof. Dr. med. B._____ sind nachvollzieh-

bar, weshalb sich weitere Abklärungen, insbesondere die Einholung des 

vom Beschwerdeführer beantragten Gutachtens (Beschwerde S. 2), in an-

tizipierter Beweiswürdigung erübrigen (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit 

Hinweisen). Auf die Beurteilungen von Prof. Dr. med. B._____, wonach un-

verändert von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

auszugehen und aus versicherungsmedizinischer Sicht seit der Verfügung 

vom 21. August 2020 keine erhebliche Veränderung des Gesundheitszu-

standes eingetreten sei, kann abgestellt werden. Es liegt somit kein Revi-

sionsgrund i.S.v. Art. 17 Abs. 1 ATSG vor, weshalb die Beschwerdegegne-

rin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. 

 - 10 - 

 

 

 

8. 

8.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen 

 

8.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus- 

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da diesem die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt wurde, sind die Kosten einstweilen lediglich vorzu-

merken. 

 

8.3. 

Es wird ausdrücklich auf Art. 123 ZPO verwiesen, wonach eine Partei, der 

die die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung der 

vorgemerkten Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage 

ist. 

 

8.4. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege werden sie 

einstweilen vorgemerkt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen gesprochen. 

 

 

 - 11 - 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 10. März 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Weishaupt