# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b350bb7e-32d7-5d81-9f8e-9cb255db0c45
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-19
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 19.10.2021 SK 2021 181
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-181_2021-10-19.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 181

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 19. Oktober 2021 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin i.V.), 
Obergerichtssuppleantin Salzmann, Oberrichter Aebi
Gerichtsschreiber Schärer

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

B.________

Straf- und Zivilklägerin 

Gegenstand Urkundenfälschung und Fahren ohne Berechtigung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 25. Februar 2021 (PEN 19 384/392)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (nachfolgend Vorinstanz) erklärte den 
Beschuldigten/Berufungsführer A.________ (nachfolgend Beschuldigter) mit Urteil 
vom 25. Februar 2021 der Urkundenfälschung, begangen am 30. Dezember 2016 
in Biel, und des Fahrens ohne Berechtigung, mehrfach begangen am 5. November 
2017 in Biel, schuldig. Es verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 
CHF 70.00, ausmachend total CHF 2'100.00, zu einer Verbindungsbusse von 
CHF 350.00, und auferlegte ihm die Verfahrenskosten. Der Vollzug der Geldstrafe 
wurde aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

Weiter hielt die Vorinstanz fest, der mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft 
Oberland vom 11. Juni 2014 (.________) für eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu 
CHF 80.00 gewährte bedingte Vollzug werde nicht widerrufen. Für das Widerrufs-
verfahren wurden keine Verfahrenskosten erhoben.

Die Zivilklage der Straf- und Zivilklägerin (vgl. dazu E. 5 hiernach) wurde auf den 
Zivilweg verwiesen. Für den Zivilpunkt wurden keine Kosten ausgeschieden (Ziff. I.-
III. S. 2 f. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 270 f.).

2. Berufung

Der Beschuldigte meldete noch anlässlich der Fortsetzungsverhandlung vom 
25. Februar 2021 vor der Vorinstanz, nach Aushändigung des Urteilsdispositivs, 
schriftlich Berufung gegen dieses an (pag. 267 f.). Die Berufungsanmeldung erfolg-
te damit fristgerecht. 

Das begründete Urteil der Vorinstanz wurde dem Beschuldigten mit Verfügung vom 
26. April 2021 am 27. April 2021 zugestellt (pag. 309). Die schriftliche Berufungser-
klärung (nachfolgend Berufungserklärung) des Beschuldigten datiert vom 14. Mai 
2021 und ging form- und fristgerecht beim Obergericht ein (pag. 319 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte mit Schreiben vom 27. Mai 2021 Verzicht 
auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 337). 

Die Straf- und Zivilklägerin liess sich nicht vernehmen. 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden über den Beschuldigten 
von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 13. Oktober 
2021; pag. 368 f.) und ein aktueller Leumundsbericht samt Erhebungsformular wirt-
schaftliche Verhältnisse (datierend vom 18. Oktober 2021; pag. 419 ff.), welchem 
auch ein aktueller Betreibungsregisterauszug beiliegt (datierend vom 18. Oktober 
2021; pag. 424 ff.), eingeholt und zu den Akten genommen. Die Parteien erhielten 
davon anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vom 19. Oktober 2021 Kopien. 

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Mit Verfügung vom 29. Juni 2021 wurde der Beschuldigte von der Verfahrenslei-
tung aufgefordert mitzuteilen, bei wem sich das Original der Bestätigung vom 
28. November 2016 (pag. 14; nachfolgend Quittung) befindet. Sollte sich dieses 
beim Beschuldigten befinden, sei es innert 20 Tagen zuhanden der Kammer beim 
Obergericht einzureichen (pag. 339). Mit Schreiben vom 15. Juli 2021, eingegan-
gen am 16. Juli 2021, erklärte der Beschuldigte, das Original der Quittung sei an-
lässlich seines Wohnungswechsels «dem Müll anheim gefallen», somit entsorgt 
worden (pag. 346). 

Weiter wurden im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung von Amtes wegen 
die Akten des Verfahrens .________ (Verfahrensnummer) (Verfahren gegen die 
Straf- und Zivilklägerin wegen Verleumdung/übler Nachrede, welches der Beschul-
digte mit Anzeige vom 6. Februar 2017 initiierte) bei der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland ediert. Ebenfalls von Amtes wegen ediert wurden bei 
der Immobilienverwaltung D.________ Sàrl in Biel sämtliche das Mietverhältnis 
A.________/B.________ an der E.________ (Strasse) in Biel betreffenden Unter-
lagen. Die für das Verfahren relevanten Teile der Unterlagen wurden zu den Akten 
genommen (pag. 375 ff.). Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung wurden 
den Parteien Kopien ausgehändigt.  

An der oberinstanzlichen Verhandlung wurde der Beschuldigte nochmals zur Per-
son und zur Sache einvernommen (pag. 445 ff.). Ebenfalls zur Sache einvernom-
men wurden an der oberinstanzlichen Verhandlung die Straf- und Zivilklägerin 
(pag. 438 ff.) sowie C.________, kriminaltechnischer Dienst der Kantonspolizei 
Bern (nachfolgend KTD), als sachverständiger Zeuge (pag. 432 ff.). 

4. Anträge der Parteien

Der Beschuldigte stellte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vom 19. Ok-
tober 2021 folgende Anträge (pag. 455):

1. Es sei festzustellen, dass der Schuldspruch wegen der Widerhandlungen gegen 
das Strassenverkehrsgesetz mangels Berufung rechtskräftig sei. Der Beschul-
digte sei zu einer Busse in angemessener bescheidener Höhe zu verurteilen 
und es seien ihm die entsprechenden Verfahrenskosten aufzuerlegen, unter 
Berücksichtigung des Umstands, dass die Straftaten vier Jahre zurücklägen. 

2. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen vom Vorwurf der Urkunden-
fälschung. Die Verfahrenskosten seien der Straf- und Zivilklägerin aufzuerlegen. 
Es sei dem Beschuldigten eine angemessene Entschädigung auszurichten. 

Die Straf- und Zivilklägerin stellte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
sinngemäss den Antrag, der Beschuldigte sei wegen Urkundenfälschung schuldig 
zu sprechen (pag. 456). 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil teilweise angefochten. Seine Beru-
fung richtet sich gegen den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen Urkundenfäl-
schung (Ziff. I.1. S. 2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 270) und die 
damit zusammenhängende Sanktion und Kostenauferlegung (pag. 320). Diese 

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Punkte des erstinstanzlichen Urteils sind damit durch die Kammer neu zu beurtei-
len.

Demgegenüber wird der Schuldspruch wegen mehrfachen Fahrens ohne Berechti-
gung (Ziff. I.2. S. 2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 270) nicht ange-
fochten (pag. 319 f.). Der Schuldspruch ist damit in Rechtskraft erwachsen. Eben-
falls unangefochten ist die Feststellung der Vorinstanz, wonach der mit Urteil der 
Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland vom 11. Juni 2014 (.________) für eine 
Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF 80.00 gewährte bedingte Vollzug nicht wi-
derrufen werde (inkl. die damit zusammenhängende Kostenregelung; Ziff. II. S. 3 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 271; vgl. dazu E. 7. hiernach), sowie 
der Verweis der Zivilklage der Straf- und Zivilklägerin auf den Zivilweg (inkl. der 
damit zusammenhängenden Kostenregelung; Ziff. III. S. 3 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs; pag. 271).

Mangels entsprechender (Anschluss-)Berufung des Beschuldigten und/oder der 
Straf- und Zivilklägerin ist der Zivilpunkt in Rechtskraft erwachsen. Die Straf- und 
Zivilklägerin nimmt am oberinstanzlichen Verfahren deshalb nur noch als Straf-, 
nicht mehr wie im Verfahren vor der Vorinstanz als Straf- und Zivilklägerin teil und 
wird nachfolgend auch als solche bezeichnet. 

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 der Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]). Mangels Teilnahme der Generalstaatsanwaltschaft am Verfah-
ren und somit mangels deren Anschlussberufung oder eigenständiger Berufung, 
auch derjenigen der Strafklägerin, darf das erstinstanzliche Urteil nicht zum Nach-
teil des Beschuldigten abgeändert werden, es gilt das Verschlechterungsverbot 
(Art. 391 Abs. 2 StPO).

6. Anklagegrundsatz

Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 
6B_63/2020 vom 10. März 2021 E. 2.3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_589/2020 
vom 20. Juli 2021 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_257/2018 vom 12. Dezem-
ber 2018 E. 2.3) und unter Berücksichtigung der fachlichen Qualifikationen des Be-
schuldigten, welcher vor seiner Pensionierung als Fürsprecher tätig war, erachtet 
die Kammer die Anforderungen an den Anklagegrundsatz in der Anklageschrift 
(Strafbefehl vom 5. April 2019; pag. 52 f.) als erfüllt. Der Beschuldigte wusste zu 
jeder Zeit und mit hinreichender Bestimmtheit, was ihm konkret vorgeworfen wurde, 
und konnte sich angemessen verteidigen. 

7. Widerrufsverfahren

Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte (E. V. S. 22 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 302 f.), darf gemäss Art. 46 Abs. 5 des Schweizerischen Straf-
gesetzbuchs in der Fassung vom 1. Oktober 2016 (aStGB; SR 311.0) ein Widerruf 
nicht mehr angeordnet werden, wenn seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre ver-
gangen sind. Mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland vom 11. Juni 
2014 (.________) wurde dem Beschuldigten für eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen 
zu CHF 80.00 der bedingte Vollzug gewährt. Die zunächst auf 2 Jahre festgesetzte 
Probezeit wurde am 18. Mai 2015 um ein Jahr verlängert (pag. 368) und dauerte 

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damit bis zum 11. Juni 2017. Bereits im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils am 
25. Februar 2021 war die Probezeit seit über drei Jahren abgelaufen. In diesem 
Fall darf der Widerruf nicht mehr angeordnet werden und das Widerrufsverfahren 
ist demzufolge von Amtes wegen einzustellen. 

Die Vorinstanz hielt in ihrem Urteilsdispositiv vom 25. Februar 2021 (Ziff. II.1. S. 3; 
pag. 271) fest, der dem Beschuldigten mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft 
Oberland vom 11. Juni 2014 (.________) gewährte bedingte Vollzug werde nicht 
widerrufen. 

Die Kammer stellt hiermit das Widerrufsverfahren PEN .________ von Amtes we-
gen ein. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und es wird keine Entschädi-
gung ausgerichtet (Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Vorwurf gemäss Strafbefehl 

Dem Beschuldigten wird in lit. a) des Strafbefehls vom 5. April 2019 vorgeworfen, 
am 30. Dezember 2016 an der E.________(Strasse) in Biel eine Urkundenfäl-
schung begangen zu haben, indem er folgenden Sachverhalt verwirklichte 
(pag. 52):

«Der Beschuldigte fälschte nach dem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung die 
Unterschrift seiner damaligen Partnerin, der Privatklägerin, auf einer Bestätigung / 
Quittung über den Verbleib von zwei Wohnungsschlüsseln der ehemals gemein-
sam bewohnten Wohnung, die an die Immobilienverwaltung zu retournieren waren, 
und reichte eine Kopie der Quittung einem Vertreter der Immobilienverwaltung 
ein.»

9. Unbestrittener Sachverhalt

Es ist unbestritten, dass der Text der fraglichen Quittung – mit Ausnahme der Un-
terschrift – durch den Beschuldigten verfasst wurde. Weiter liess der Beschuldigte 
im Dezember 2016 Herrn G.________ eine Kopie der fraglichen Quittung zukom-
men. Dies machte der Beschuldigte, nachdem er durch Herrn G.________ infor-
miert worden war, die Strafklägerin habe angegeben, er (der Beschuldigte) sei 
noch im Besitz von zwei Wohnungsschlüsseln (u.a. pag. 23 Z. 77 ff.; pag. 24 Z. 94 
f.).

Es ist ebenfalls unbestritten, dass sich sowohl der Beschuldigte wie auch die Straf-
klägerin bewusst waren, dass der Verlust der beiden Wohnungsschlüssel einige 
hundert Franken kosten würde (u.a. pag. 24 Z. 102 f.; pag. 28 Z. 29). 

10. Bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet, die Unterschrift «B.________» auf der Quittung ange-
bracht zu haben (u.a. pag. 24 Z. 95).

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11. Beweisthema

Im Berufungsverfahren ist deshalb der Frage nachzugehen, ob der Beschuldigte 
die von ihm geschriebene Quittung vom 28. November 2016 ebenfalls selber un-
terzeichnete, und zwar mit der Unterschrift «B.________».

12. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung kann vorab auf die 
zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (E. II.2. S. 7 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 287 f.) sowie auf E. 14.3.2 hiernach verwiesen werden. 

13. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die zu würdigenden, in erster Instanz vorgelegenen Beweismit-
tel – konkret die Aussagen des Beschuldigten (polizeiliche Einvernahme vom 
6. Februar 2017, pag. 21 ff.; Fortsetzungsverhandlung vom 22. Juni 2020, pag. 205 
ff.; Fortsetzungsverhandlung vom 25. Februar 2021, pag. 264 ff.), die Aussagen 
der Strafklägerin (polizeiliche Einvernahme vom 3. Januar 2017; pag. 27 ff.), den 
Anzeigerapport vom 19. September 2017 (pag. 1 ff.), den Rapport des KTD vom 
20. März 2019 (pag. 9 ff.), den Ergänzungsbericht des KTD vom 1. Dezember 2020 
(pag. 228 f.), eine Fotokopie der fraglichen Quittung (pag. 14) und die Unterschrif-
tenmuster der Strafklägerin (Unterschrift auf dem Strafantrag vom 3. Januar 2017, 
pag. 5; zweimal auf dem Protokoll der polizeilichen Einvernahme vom 3. Januar 
2017, pag. 27 f.; auf dem Libero-Abo der Strafklägerin, pag. 30; auf einem Blatt 
vom 27. März 2017, pag. 31; auf dem Mietvertrag vom 4. Juli 2016, pag. 32 und 
pag. 379; sowie auf der Empfangsbestätigung der Post vom 4. Dezember 2019, 
pag. 105) – grundsätzlich abschliessend aufgelistet und vollständig und weitgehend 
korrekt wiedergegeben (E. II.3.1.2. und E. II.3.1.3. S. 8 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 288 ff.). Zu ergänzen sind diese Beweismittel durch die 
schriftliche Einsprache des Beschuldigten vom 23. April 2019 gegen den Strafbe-
fehl und die Ergänzung vom 28. April 2019 (pag. 59 f. und 67 f.), welche jedoch 
keine neuen Vorbringen enthalten.

Folgende Beweismittel sind im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung neu 
ediert worden oder liegen der Kammer in den Akten vor:

- Ein weiteres Unterschriftenmuster der Strafklägerin auf der Empfangsbestäti-
gung der Vorladung vom 29. Juni 2021, welche die Strafklägerin am 19. August 
2021 unterzeichnete (pag. 356);

- Die das vorliegende Verfahren betreffenden Unterlagen der D.________ Sàrl 
zum Mietverhältnis A.________/B.________ an der E.________(Strasse) in Biel 
(pag. 375 ff.), beinhaltend u.a. ein weiteres Unterschriftenmuster der Strafkläge-
rin auf dem Mietvertrag vom 4. Juli 2016 für den Einstellhallenplatz an der 
E.________(Strasse) in Biel (pag. 381) und weitere Unterschriftenmuster der 
Strafklägerin auf dem Wohnungsübernahme- bzw. -abgabeprotokoll, welches 
sie zusammen mit dem Beschuldigten am 24. August 2016 bzw. alleine am 23. 
Dezember 2016 unterzeichnete (pag. 382);

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- Die Akten des Verfahrens .________(Verfahrensnummer) der Regionalen 
Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (Verfahren gegen die Strafklägerin we-
gen Verleumdung/übler Nachrede, welches der Beschuldigte mit Anzeige vom 
6. Februar 2017 initiierte).

Aus der oberinstanzlichen Verhandlung liegen der Kammer schliesslich folgende 
Beweismittel vor:

- Oberinstanzliche Einvernahme des Beschuldigten (pag. 445 ff.);

- oberinstanzliche Einvernahme der Strafklägerin (pag. 438 ff.);

- oberinstanzliche Einvernahme von C.________, KTD, als sachverständiger 
Zeuge, welcher die Handschriftenanalyse durchführte und den entsprechenden 
Rapport (pag. 9 ff.) sowie den Ergänzungsbericht (pag. 228 f.) verfasste 
(pag. 432 ff.). Anlässlich dieser Einvernahme brachte C.________ von ihm mit 
grüner Farbe markierte Kopien der Aktenstücke auf pag. 14, 17 und 18 (fragli-
che Quittung und Vergleichsmaterial des Beschuldigten) mit und äusserte sich 
zu diesen. Kopien davon wurden zu den Akten genommen (pag. 458 ff.).

Es wird darauf verzichtet, den Inhalt der einzelnen bereits vor der Vorinstanz vor-
handenen und/oder durch die Kammer neu beigezogenen Beweismittel an dieser 
Stelle wiederzugeben und Ergänzungen, Präzisierungen und/oder Korrekturen der 
vorinstanzlichen Zusammenfassung der Beweismittel anzubringen. Sofern von Re-
levanz wird darauf direkt im Rahmen der Beweiswürdigung hiernach eingegangen. 

14. Beweiswürdigung durch die Kammer

14.1 Rapport des KTD vom 20. März 2019 und Ergänzungsbericht vom 1. Dezember 
2020

Im Zusammenhang mit dem Rapport des KTD und dem Ergänzungsbericht kam 
die Vorinstanz zu folgender Schlussfolgerung (E. II.3.1.4. S. 11 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung; pag. 291 ff.):  

«Zu den Ausführungen in den Berichten des KTD ist zunächst festzuhalten, dass 
es keinen Grund gibt, an den Schlussfolgerungen des Schriftsachverständigen zu 
zweifeln. Der Sachverständige des KTD hat in seinem Gutachten nachvollziehbar 
und schlüssig festgehalten, worauf sich seine Untersuchungen gestützt haben und 
wie er zu seinen Schlussfolgerungen gelangt ist. Er hat ausführlich dargelegt, dass 
aufgrund der verschiedenen Merkmalsübereinstimmungen im Vergleichsmaterial 
erkennbare und spezifische Übereinstimmungen in den Schreibleistungen vorhan-
den seien, die gesamthaft auf die Urheberidentität des Beschuldigten hindeuten 
würden. Insbesondere differenzierte der Sachverständige bei der Gegenüberstel-
lung des fraglichen Dokuments mit dem Vergleichsmaterial zwischen dem unter-
schriftsähnlichen Namenszug ‹B.________› und der restlichen Schreibleistungen 
im fraglichen Dokument. Entgegen den Ausführungen des Beschuldigten sind kei-
ne unerklärbaren Widersprüche im Bericht des KTD ersichtlich und der Sachver-
ständige hat bei der Gegenüberstellung des fraglichen Dokuments zwischen der 
augenscheinlichen Unterschrift der Privatklägerin und der restlichen Schreibleis-
tung differenziert. Insbesondere ist anzumerken, dass der Sachverständige zum 

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Schluss kommt, dass bei der Gegenüberstellung des fraglichen Dokuments und 
dem unterschriftsähnlichen Namenszug ‹B.________› sich keine formenmässigen 
noch personifizierenden Übereinstimmungen mit dem Vergleichsmaterial der Pri-
vatklägerin zeigen. Somit kann dem Untersuchungsergebnis gefolgt werden, wo-
nach die Privatklägerin weder das fragliche Dokument verfasst noch ihre Unter-
schrift daruntergesetzt hat und eine Schrifturheberschaft des Beschuldigten des 
fraglichen Dokuments inkl. unterschriftsähnlichem Namenszug ‹B.________› ten-
denziell im identitätsbejahendem Sinn zu bejahen ist. Die Schlussfolgerung passt ja 
auch zu den Aussagen des Beschuldigten, welcher nicht bestreitet, den Text - je-
doch ohne Unterschrift ‹B.________› - verfasst zu haben. 

Der Ergänzungsbericht des KTD ändert nichts an diesem Ergebnis, da dieser ledig-
lich festhält, dass das gesamte Dokument geprüft worden sei. Damit stützt der 
Rapport des KTD die Aussagen der Privatklägerin und widerspricht den Aussagen 
des Beschuldigten, wonach die Privatklägerin das fragliche Dokument in seiner 
Anwesenheit unterschrieben habe.»

Der Beschuldigte monierte im erstinstanzlichen Verfahren sinngemäss, die Unter-
schrift «B.________» sei in der Handschriftenanalyse des KTD fälschlicherweise 
im Gesamtkontext des gesamten Schreibens untersucht worden (vgl. pag. 206 
Z. 24 f.). Überhaupt sei die Handschriftenanalyse des KTD widersprüchlich und das 
Untersuchungsergebnis sei lediglich als Tendenzaussage zu bewerten. Es lägen 
quantitative Mängel vor (pag. 207 Z. 3 ff.). Es sei von Beginn weg unbestritten ge-
wesen, dass er der Urheber der Schreibleistung auf pag. 14 sei; es sei einzig die 
Urheberschaft der Unterschrift strittig. Dies sei aber bei der Handschriftenanalyse 
durch den KTD nicht berücksichtigt worden: Es sei fälschlicherweise der gesamte 
Text auf seine Urheberschaft analysiert worden, nicht aber isoliert die einzig in Fra-
ge stehende Unterschrift (pag. 266). Auch in seiner Berufungserklärung brachte der 
Beschuldigte u.a. sinngemäss vor, es hätte isoliert nur die Unterschrift analysiert 
werden sollen. Er stellte weiterhin auch die Qualität des Rapports des KTD in Fra-
ge, indem er ausführte, mehrere von ihm unabhängig voneinander konsultierte 
sachkundige Personen mit akademischer Ausbildung hätten dargelegt, dass eine 
Aussage gestützt auf eine lediglich in Fotokopie vorliegende Unterschrift als voll-
kommen unseriös bezeichnet werden müsse. Weiter beanstandete der Beschuldig-
te in seiner Berufungserklärung ebenfalls sinngemäss, die Vorinstanz stütze sich 
zu Unrecht auf den Rapport des KTD, weil dieser die in Frage stehende Schreib-
leistung lediglich tendenziell ihm zuordne (pag. 323 ff.). 

Die Kammer stellt im Zusammenhang mit der Handschriftenanalyse unter Berück-
sichtigung der an der oberinstanzlichen Verhandlung gemachten Aussagen von 
C.________ – welcher die Handschriftenanalyse durchführte und die entsprechen-
den Berichte verfasste – folgendes fest: 

Der Auftrag der Staatsanwaltschaft an den KTD lautete wie folgt:

«Vornehmen eines Schriftvergleichs durch den KTD Bern der sich auf ‹Bestäti-
gung, dat. 28.11.2016›, befindlichen Unterschrift (B.________), mit der Schrift von 
B.________ und A.________» (pag. 7).

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Der KTD hingegen definierte seinen Auftrag/seine Fragestellung im Rapport vom 
20. März 2019 wie folgt (pag. 9): «Gemäss schriftlichem Auftrag vom 19.12.2018 
wird um Überprüfung bestrittener Schreibleistungen auf einer Bestätigung zur 
Übergabe zweier Wohnungsschlüssel ersucht. Anhand von Vergleichsschriften soll 
auf dem Wege schriftvergleichender Untersuchungen die Urheberschaft der in Fra-
ge stehenden Schreibleistungen abgeklärt werden.»

C.________ bestätigte als sachverständiger Zeuge anlässlich der oberinstanzli-
chen Verhandlung, er habe den gesamten Text der Quittung auf dessen Urheber-
schaft analysiert (pag. 433 Z. 6 und 9). Er habe diesen Auftrag via Kantonspolizei 
erhalten (pag. 433 Z. 9 ff.). Auch wenn man aber nur die Unterschrift isoliert be-
trachte, ändere sich am Ergebnis grundsätzlich nichts. Zunächst bestätige der Um-
stand, dass der Haupttext der Quittung unbestrittenermassen vom Beschuldigten 
verfasst worden sei, das diesbezügliche Ergebnis seiner Analyse. Was indes die 
Unterschrift anbelange, liesse sich kaum je klären, ob diese nun von der Strafklä-
gerin verfasst worden sei oder ob es sich um ein Falsifikat handle. Auch wenn man 
noch so viele Vergleichsunterschriften hätte. Dafür gebe die Unterschrift zu wenig 
her (pag. 433 Z. 24 ff.). Zwar entspreche nach seiner fachlichen Auffassung die Un-
terschrift auf dem fraglichen Dokument nicht unbedingt der Zeichnungsweise der 
Strafklägerin, aber die Unterschrift gebe nicht genügend Hinweise, dass er sie der 
einen oder der anderen Person zuordnen könnte (pag. 433 f. Z. 36 ff.). Das Schrift-
bild der Unterschrift ‹B.________› auf der Quittung stimme bei Gegenüberstellung 
nicht mit der Vergleichsunterschrift der Strafklägerin, die ihm zur Verfügung ge-
standen sei, überein. Hingegen habe es – nicht nur im Haupttext, sondern auch in 
der fraglichen Unterschrift – gewisse Anhaltspunkte («zwei drei Sachen», nämlich 
den Schliessungspunkt des ‹O› und ein kreisförmiges Verbindungselement zum 
nächsten Buchstaben), welche eher auf eine Urheberschaft des Beschuldigten als 
eine Urheberschaft der Strafklägerin hindeuten würden. Aber nicht so, dass man 
wirklich sagen könne, die Unterschrift sei tatsächlich vom Beschuldigten geleistet 
worden (pag. 434 Z. 23 ff.; pag. 435 Z. 10 ff.). Auch auf Vorhalt der diversen Ver-
gleichsunterschriften der Strafklägerin auf pag. 27 f., 31 f. und 356 konnte 
C.________ nicht (sicher) beurteilen, ob die Unterschrift nun von der Strafklägerin 
stamme oder nicht (pag. 435 Z. 33 f.).

Das Wort ‹tendenziell› werde, so C.________ weiter, bei der Handschriftenanalyse 
dann gebraucht, wenn die fragliche Schreibleistung – wie im vorliegenden Fall – 
nur in Kopie vorliege. In diesem Fall könne man zwar einen Schriftvergleich ma-
chen und analysieren, ob die fragliche Unterschrift mit Vergleichsunterschriften 
übereinstimme oder nicht; was man aber nicht bestimmen könne, sei die Echtheit 
des Dokuments (pag. 435 Z. 26 f.; pag. 436 Z. 20 ff.).

Im Ergebnis kam der sachverständige Zeuge C.________ zum Schluss, die Urhe-
berschaft der Unterschrift könne nicht mit Sicherheit eruiert werden. Das Schriftbild 
der Unterschrift entspreche zwar nicht der Zeichnungsweise der Strafklägerin und 
es gebe gewisse Hinweise, welche auf eine Urheberschaft des Beschuldigten hin-
deuten würden, aber im Ergebnis könne weder gesagt werden, wer die Unterschrift 
geleistet habe, noch könne die Urheberschaft einer der beiden beteiligten Perso-
nen ausgeschlossen werden. Diese Schlussfolgerung deckt sich nach Ansicht der 

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Kammer mit den Ergebnissen des Rapports vom 20. März 2019 und dessen Er-
gänzung vom 1. Dezember 2020. 

14.2 Unterschriftenmuster der Strafklägerin 

Zu würdigen sind in einem nächsten Schritt die sich in den Akten befindenden Un-
terschriftenmuster der Strafklägerin (Unterschrift auf dem Strafantrag vom 3. Janu-
ar 2017, pag. 5; zweimal auf dem Protokoll der polizeilichen Einvernahme vom 
3. Januar 2017, pag. 27 f.; auf dem Libero-Abo der Strafklägerin, pag. 30; auf ei-
nem Blatt vom 27. März 2017, pag. 31; auf dem Mietvertrag vom 4. Juli 2016, 
pag. 32 und pag. 379; auf dem Mietvertrag vom 4. Juli 2016 für den Einstallhallen-
platz, pag. 381; auf dem Wohnungsübernahme- bzw. -abgabeprotokoll vom 
24. August 2016 und 23. Dezember 2016, pag. 382; auf der Empfangsbestätigung 
der Post vom 4. Dezember 2019, pag. 105; und auf der Empfangsbestätigung der 
Vorladung vom 29. Juni 2021, welche die Strafklägerin am 19. August 2021 unter-
zeichnete, pag. 356). 

Werden die Vergleichsunterschriften mit der Unterschrift auf der fraglichen Quittung 
auf pag. 14 verglichen, fällt auf den ersten Blick auf, dass sämtliche Unterschriften 
der Strafklägerin nicht mit der Unterschrift auf der Quittung übereinstimmen. So 
schreibt die Strafklägerin zunächst stets ihren Nachnamen zuerst. Zudem schreibt 
sie ebenfalls stets – anders als in der Unterschrift auf der fraglichen Quittung – 
nachstehend an den Nachnamen nicht nur den ersten Anfangsbuchstaben ihres 
Vornamens (‹B.________.›), sondern ‹B.________.› für B.________. Ihre Unter-
schrift mit diesen Merkmalen ist über die Jahre unverändert geblieben: So hat sie 
bereits den Mietvertrag für die gemeinsame Wohnung an der E.________ (Strasse) 
in Biel wie auch den Mietvertrag für den dazugehörigen Einstellhallenplatz am 
4. Juli 2016 mit ‹B.________› unterschrieben (pag. 32; pag. 379 und pag. 381), 
lange bevor sich die Schlüssel-Thematik überhaupt zugetragen hat und sie ahnen 
konnte, dass die Schreibweise ihrer Unterschrift Gegenstand eines Strafverfahrens 
werden könnte. Das gleiche gilt für ihre Unterschrift auf dem Wohnungsübernah-
meprotokoll vom 24. August 2016 (pag. 382), welches sie – wie die Mietverträge – 
zusammen mit dem Beschuldigten unterschrieb. 

Selbst ohne das Merkmal «B.________.» bzw. «B.________.» des Vornamens un-
terscheidet sich die Schreibweise «B.________» in den Unterschriftenmustern 
deutlich von der Unterschrift auf der fraglichen Quittung. 

14.3 Aussagen der Parteien

14.3.1 Zusammenfassung der Aussagen

Anlässlich ihrer Einvernahmen bei der Polizei sagten die Strafklägerin am 3. Januar 
2017 und der Beschuldigte am 6. Februar 2017 übereinstimmend aus, sie hätten 
ca. sechs Jahre eine Beziehung geführt und ab ca. September 2016 gemeinsam 
an der E.________(Strasse) in Biel gewohnt (pag. 22 Z. 14 f. und 21 ff.; pag. 27 
Z. 20 f.; pag. 28 Z. 38). Sie hätten für die Wohnung sechs Schlüssel erhalten, von 
denen der Beschuldigte zwei, die Strafklägerin die restlichen vier an sich genom-
men habe (pag. 23 Z. 43 f.; pag. 27 f. Z. 21 f.). Der Beschuldigte sei – aufgrund von 
(Beziehungs-)Problemen – dann früher als die Strafklägerin aus der gemeinsamen 
Wohnung wieder ausgezogen (pag. 22 Z. 15 ff. und 28 f.; pag. 28 Z. 22 ff.).

11

Die Strafklägerin erklärte in ihrer polizeilichen Einvernahme, sie sei im Dezember 
[2016] aus der Wohnung ausgezogen. Anlässlich ihres Auszugs habe sie der Im-
mobilienverwaltung vier Wohnungsschlüssel übergeben (pag. 28 Z. 25 f.). Die übri-
gen beiden Schlüssel hätten beim Beschuldigten sein müssen (pag. 28 Z. 27). Am 
30. Dezember 2016 habe ihr Herr G.________ von der Immobilienverwaltung eine 
Anfrage geschickt, wo die restlichen beiden Schlüssel seien. Er habe sie darauf 
aufmerksam gemacht, dass bei einem Verlust der Schlüssel CHF 800.00 für die 
Auswechslung der Schlosszylinder anfallen würden (pag. 28 Z. 27 ff.). Sie habe 
daraufhin geantwortet, die beiden Schlüssel befänden sich beim Beschuldigten 
(pag. 28 Z. 29 f.). Der Mann von der Immobilienverwaltung habe erwidert, das 
stimme nicht, er habe eine handschriftliche Quittung mit ihrer Unterschrift. Von die-
ser habe er ihr dann auch ein Foto geschickt (pag. 28 Z. 30 ff.). Die Strafklägerin 
erklärte weiter, sie habe diese Quittung nie ausgestellt und das sei nicht ihre Unter-
schrift (pag. 28 Z. 32). Sie habe ein Foto ihrer Unterschrift an Herrn G.________ 
geschickt (pag. 28 Z. 33 f.). Es sei nicht das erste Mal, dass der Beschuldigte ein 
Dokument gefälscht habe (pag. 28 Z. 32 f.). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung bestätigte die Strafklägerin ihre bis-
her gemachten Aussagen. Sie bestritt weiterhin konsequent, die Quittung unter-
zeichnet zu haben (u.a. pag. 440 Z. 10 und 26). Sie habe den Beschuldigten, als 
dieser aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sei, angehalten, ihr seine bei-
den Wohnungsschlüssel zu geben, was er aber nicht gemacht habe (pag. 438 
Z. 32 ff.). Als sie dann die Wohnung der Immobilienverwaltung zurückgegeben ha-
be, habe sie dieser angegeben, sie habe die Schlüssel des Beschuldigten nicht 
(pag. 438 Z. 35 f.). Mit der Quittung konfrontiert habe sie festgestellt, dass die Un-
terschrift auf dieser nicht ihre gewesen sei, weshalb sie bei der Polizei Anzeige er-
stattet habe (pag. 440 Z. 16 ff.). Sie sagte zunächst aus, sie hätte vom Beschuldig-
ten nichts erhalten, korrigierte sich aber gleich wieder und erklärte, sie habe die 
Quittung vom Beschuldigten erhalten (pag. 440 Z. 10 und 15 f.). Später differen-
zierte sie, sie erinnere sich nicht mehr genau, wer ihr die Quittung gegeben habe, 
ob es jemand von der Immobilienverwaltung oder der Beschuldigte gewesen sei. 
Sie glaube aber, es sei jemand von der Immobilienverwaltung gewesen (pag. 440 
Z. 29 ff.). Nach dem Auszug des Beschuldigten aus der gemeinsamen Wohnung 
habe es nie mehr ein Treffen zwischen den beiden gegeben (pag. 442 Z. 6 und 
14).

Die Strafklägerin bestritt weiter, in der Vergangenheit jemals Wohnungsschlüssel – 
auch nicht von anderen Wohnungen oder Personen – verloren zu haben (pag. 441 
Z. 5 und 8 ff.; pag. 443 Z. 26 ff.). Insbesondere sei es nie vorgekommen, dass sie 
den Schlüssel der ehemaligen Nachbarin, Frau H.________, bekommen und die-
sen anschliessend verloren habe. Sie habe Frau H.________ zwar neben der Spi-
tex unterstützt, habe aber immer klingeln müssen, um in die Wohnung zu gelangen 
(pag. 443 Z. 35 ff.).

Sie habe nie für den Ersatz der Schlosszylinder an der E.________(Strasse) auf-
kommen müssen (pag. 442 Z. 43 f.).

12

Der Beschuldigte auf der anderen Seite bestreitet, im relevanten Zeitpunkt noch im 
Besitz der beiden Schlüssel gewesen zu sein (pag. 23 Z. 52 und 66; pag. 205 
Z. 21; pag. 264 Z. 19). Vielmehr habe er die beiden Schlüssel am 28. November 
2016 an der E.________(Strasse) der Strafklägerin persönlich übergeben (pag. 23 
Z. 57 f., 78 ff.; pag. 205 Z. 21, 38; pag. 206 Z. 2, 5, 9; pag. 264 Z. 19). Ob er die 
Schlüssel zurückgegeben habe, weil die Strafklägerin ihn dazu aufgefordert habe, 
oder ob er dies aus freien Stücken getan habe, könne er nicht mehr sagen 
(pag. 206 Z. 12 ff.). Er habe ihr die Schlüssel gegen eine Quittung ausgehändigt 
(pag. 23 Z. 57 f., 79 f.). Weil sie schon früher Schlüssel verloren habe, habe er eine 
schriftliche Bestätigung haben wollen (pag. 206 Z. 5 f.).

Auf Vorhalt der Quittung sagte der Beschuldigte konstant aus, er habe zwar den 
Text der Quittung verfasst (vgl. unbestrittener Sachverhalt in E. 9 hiervor), die Un-
terschrift stamme aber von der Strafklägerin; sie habe die Quittung damals vor sei-
nen Augen unterschrieben (pag. 23 Z. 77 ff.; pag. 24 Z. 93 ff.; pag. 205 Z. 21, 28 f., 
32; pag. 265 Z. 1). Dies sei anlässlich eines persönlichen Treffens am 28. Novem-
ber 2016 an der E.________(Strasse) in Biel zur Übergabe der Schlüssel gesche-
hen (pag. 205 Z. 32 ff.; pag. 206 Z. 2 ff.).

In der oberinstanzlichen Verhandlung bestätigte der Beschuldigte seine bisher ge-
machten Aussagen. Er wollte sich weder zu den Aussagen des sachverständigen 
Zeugen C.________ noch zu den Aussagen der Strafklägerin äussern (pag. 447 
Z. 25 und 28). Er könne nicht mehr sagen, wann er aus der gemeinsamen Woh-
nung an der E.________(Strasse) ausgezogen sei (pag. 447 Z. 33). Auf Nachfrage 
sagte er aus, es sei wahrscheinlich im Oktober 2016 gewesen (pag. 447 Z. 43). Er 
habe die Wohnungsschlüssel am Datum der Quittung [28. November 2016] der 
Strafklägerin abgegeben (pag. 448 Z. 8). Er habe ihr ebenfalls die Quittung aus-
gehändigt, sie habe diese gelesen, unterschrieben und ihm wieder zurückgegeben. 
Er habe sie ihr nicht vorgelesen (pag. 448 Z. 26 f.). Er sei dann in der Folge von ei-
nem Herrn G.________ kontaktiert worden, der ihm gesagt habe, er müsse von 
ihm CHF 800.00 haben, weil er die Schlüssel verloren habe. Er habe Herrn 
G.________ daraufhin geantwortet, er habe eine Quittung, welche bestätige, dass 
er die fraglichen Schlüssel der Strafklägerin übergeben habe. Er habe Herrn 
G.________ eine Fotokopie der Quittung geschickt (pag. 450 Z. 29 ff.). Ob er in 
diesem Zeitpunkt das Original noch gehabt habe oder nur noch die Kopie, könne er 
nicht mehr sagen, es könne aber schon sein, dass er das Original noch gehabt und 
erst im Nachgang zum Telefonat mit Herrn G.________ entsorgt habe (pag. 452 
Z. 16 ff.). 

Zur Handschriftenanalyse durch den KTD und auf die diesbezüglichen Ausführun-
gen von C.________ angesprochen gab der Beschuldigte zusammengefasst zu 
Protokoll, die Strafklägerin habe zwei verschiedene Unterschriften. Manchmal 
schreibe sie tatsächlich zuerst den Nachnamen und dann das «B.________.», 
manchmal auch ein «B.________.», des Vornamens, so wie es auf den diversen 
Vergleichsunterschriften zu sehen sei. Manchmal schreibe sie hingegen aber eben 
zuerst das «B.________.» des Vornamens und dann erst den Nachnamen, so wie 
es auf der Quittung zu sehen sei. Es gebe diverse solche Beispiele, zum Beispiel 
einen beim RAV gestellten Antrag auf Arbeitslosenunterstützung (pag. 449 Z. 27 ff.; 

13

pag. 452 Z. 35 ff.). Die Strafklägerin habe – nachdem sie die Unterschrift auf der 
Quittung gesehen habe – genügend Zeit gehabt, im Verfahren gerade nur solche 
Unterschriftenmuster einzureichen, auf welchen sie mit der ersten Variante, d.h. mit 
dem Nachnamen vor dem Vornamen, unterzeichnet hatte (pag. 449 Z. 30 ff.; 
pag. 456).

Auf den Verbleib des Originals der Quittung angesprochen gab der Beschuldigte 
zunächst an, er habe dieses anlässlich seines Wohnungswechsels entsorgt. Auf 
Nachfrage präzisierte er, er habe es mutmasslich beim letzten Wohnungswechsel 
vor den Verhandlungsterminen entsorgt. Er habe damals haufenweise Papier ent-
sorgt (pag. 449 Z. 36, 39, 43). Später wurde er erneut darauf angesprochen, bei 
welchem Wohnungswechsel er denn nun das Original entsorgt habe, wobei er die-
ses Mal angab, dies sei beim Auszug aus der Wohnung an der 
E.________(Strasse) gewesen (pag. 450 Z.18).

Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (E. II.3.1.4. S. 11 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 291), gehen die Aussagen der Strafklägerin und des Be-
schuldigten hinsichtlich der Urheberschaft der Unterschrift «B.________» auf der 
Quittung diametral auseinander. Das Gleiche gilt somit implizit auch betreffend den 
Verbleib der zwei fehlenden Schlüssel. Es gibt keine Drittperson, welche die Rich-
tigkeit einer der Versionen bestätigen könnte. An dieser Ausgangslage hat sich 
auch nach der oberinstanzlichen Verhandlung nichts geändert. 

Wie die Vorinstanz und aus den gleichen Gründen (E. II.3.1.4. S. 11 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 291) geht die Kammer grundsätzlich davon 
aus, dass sowohl der Beschuldigte wie auch die Strafklägerin prima vista ein Motiv 
für eine Falschaussage haben (finanzielle, gegebenenfalls auch emotionale und 
strafrechtliche Gründe). 

14.3.2 Konkrete Aussagenwürdigung

Theoretische Grundlagen

Nach gängiger Praxis werden Aussagen mittels Realitätskriterien und Lügensigna-
len auf ihre Glaubhaftigkeit hin überprüft (vgl. dazu insb. ROLF BENDER/ARMIN 
NACK/WOLF-DIETER TREUER, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 4. Aufl., München 
2014, insb. S. 76 ff., sowie PETER SCHUMACHER, Die Würdigung von Zeugen- und 
Parteiaussagen insbesondere im Zivilprozess, AJP 2000 S. 1451 ff., S. 1451 ff.). 
Realitätskriterien sind in selbsterlebten Aussagen typischerweise vorhanden, in er-
fundenen dagegen nicht. Je mehr Realitätskriterien bestehen und je deutlicher 
ausgeprägt sie sind, desto glaubhafter ist die Aussage. Damit die Aussage als zu-
verlässig gelten kann, müssen mehrere Realitätskriterien deutlich hervortreten. 
Umgekehrt ist die unglaubhafte Aussage gekennzeichnet durch das Fehlen von 
(nicht nur einzelnen) Glaubhaftigkeitsmerkmalen.

Wichtige Realitätskriterien sind beispielsweise: die logische Konsistenz der Aussa-
ge, quantitativer Detailreichtum, raum-zeitliche Verknüpfungen (die Kernhandlung 
ist mit bestimmten örtlichen Verhältnissen, zeitlichen Gegebenheiten, bestimmten 
eigenen Gewohnheiten oder Gewohnheiten von Personen aus dem sozialen Um-
feld verwoben), Schilderung ausgefallener oder nebensächlicher Einzelheiten, Ori-
ginalität, Spontanität, Schilderung eigener psychischer Vorgänge, spontane Ver-

14

besserung der eigenen Aussage, Präzisierung, Erweiterung, Lückenfüllung, Einge-
ständnis von Erinnerungslücken, Selbstbelastungen, Entlastungen des Beschuldig-
ten oder Verzicht auf unnötige Mehrbelastung, Konstanz der Aussage (u.a. logisch 
konsistente Ergänzungen, insbesondere aufgrund erstmals gestellter detaillierter 
Fragen) sowie nacherlebte Gefühlsbeteiligung (Gefühlsregungen während der 
Aussage).

Typische Lügensignale sind demgegenüber: das Fehlen von Realitätskriterien, 
wahrheitswidrige Bekundungen, übermässige Wahrheitsbeteuerung, Unstimmigkei-
ten und grobe Widersprüche in den Aussagen, dürftige Ergänzungen, Zurücknah-
me oder erhebliche Abschwächungen von eigenen Aussagen, Übersteigerungen 
im Verlaufe mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichen-
de Antworten, gleichförmige, stereotype und eingeübt wirkende Aussagen, inhaltli-
che Verarmung im Verlaufe der Einvernahmen (statt Ergänzung von stimmigen De-
tails), zielgerichtete Aussagen (klar erkennbare Hintergedanken), nacktes Bestrei-
ten (ohne weitere Angaben, wie sich ein Vorfall abspielte) sowie allgemein karge 
Aussagen. Ein weiteres Lügensignal ist die Meidung des Beweisthemas (die Aus-
kunftsperson meidet das Beweisthema und weicht immer wieder aus, sie beharrt 
auf Nebensächlichkeiten, liefert Begründungen statt Fakten und ergeht sich in Ge-
genangriffen).

‹Aussagen der ersten Stunde› sind in der Regel zuverlässiger als spätere Darstel-
lungen. So kommt es regelmässig bereits aufgrund des Zeitablaufs zu Unschärfen, 
welche bei wahrheitsgetreuen Aussagen betreffend das Kerngeschehen aber im-
merhin weniger wahrscheinlich sind als betreffend Nebensächlichkeiten. Bei Ereig-
nissen, die für den Befragten zum Beobachtungszeitpunkt persönlich nur geringe 
Bedeutung hatten, muss mit höheren Gedächtnisverlusten gerechnet werden (vgl. 
etwa REVITAL LUDEWIG/DAPHNA TAVOR/SONJA BAUMER, Wie können aussagepsy-
chologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen?, AJP 
2011 S. 1415 ff., S. 1419 f. und 1430). 

Strafklägerin

Die Strafklägerin bestreitet, die Quittung unterzeichnet zu haben. Ihre Aussagen er-
folgten frei und sind im Kerngehalt konstant und nachvollziehbar. Die bei der Poli-
zei gemachten Angaben bestätigte sie anlässlich der oberinstanzlichen Verhand-
lung nicht nur, sondern ergänzte sie von sich aus noch einmal ausführlich. Sie gab 
zu, wenn sie etwas nicht wusste oder sich an etwas nicht erinnern konnte, etwa 
wann der Beschuldigte aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist (pag. 438 
Z. 27). Auch auf Nachhaken seitens des Gerichts begann sie nicht zu mutmassen 
(vgl. pag. 441 Z. 42). Sie korrigierte ihre Aussagen spontan von sich aus, etwa 
wenn sie sagte, der Beschuldigte habe ihr nicht nur keinen Schlüssel gegeben, 
sondern habe behauptet, ihr die Schlüssel gegeben zu haben, was aber nicht 
stimme (pag. 438 Z. 30 f.). Oder: Sie habe die Quittung wohl doch von Herrn 
G.________ bekommen und nicht – wie unmittelbar vorher ausgesagt – vom Be-
schuldigten (pag. 440 Z. 15 f. und 29 ff.). Das von ihr Beschriebene ist chronolo-
gisch stimmig: Als sie die gemeinsame Wohnung abgegeben habe, habe sie der 
Immobilienverwaltung mitgeteilt, die fehlenden zwei Schlüssel seien noch beim Be-
schuldigten. Diese Aussage wird vom bei der Immobilienverwaltung edierten Woh-

15

nungsabgabeprotokoll vom 23. Dezember 2016 gestützt, auf welchem vermerkt ist, 
die zwei fehlenden Schlüssel befänden sich beim Beschuldigten (pag. 382). Am 
30. Dezember 2016 habe sie dann eine Mitteilung von Herrn G.________ von der 
Immobilienverwaltung erhalten, welcher sie nach den beiden fehlenden Schlüsseln 
gefragt und mit der fraglichen Quittung konfrontiert und ihr auch ein Foto davon ge-
schickt habe (pag. 28 Z. 27 ff.). Dies geht auch mit den Aussagen des Beschuldig-
ten auf: Er habe im Dezember [2016] einen Anruf von einem Herrn G.________ er-
halten, welcher im Auftrag der Immobilienverwaltung angerufen und ihn nach den 
beiden Schlüsseln gefragt habe. Der Beschuldigte habe ihm daraufhin eine Kopie 
der unterzeichneten Quittung zukommen lassen (pag. 23 Z. 81 ff.). Es war also au-
genscheinlich so, dass, nachdem die Strafklägerin bei der Wohnungsabgabe am 
23. Dezember 2016 angegeben hatte, die beiden fehlenden Schlüssel seien beim 
Beschuldigten, die Immobilienverwaltung über Herrn G.________ den Beschuldig-
ten damit konfrontierte, woraufhin dieser unter Verweis auf die Quittung entgegne-
te, er habe die Schlüssel der Strafklägerin zurückgegeben. Daraufhin konfrontierte 
Herr G.________ am 30. Dezember 2016 wiederum die Strafklägerin mit dieser 
Aussage des Beschuldigten und liess ihr auch ein Foto der Quittung zukommen. 
Unmittelbar nach Kenntnisnahme der Quittung ging die Strafklägerin am 3. Januar 
2017 – und damit gleich nach den Feiertagen – zur Polizei und zeigte den Be-
schuldigten an (pag. 1). Die Vorinstanz gab in E. II.3.1.2.a. S. 8 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung (pag. 288) zwar an, die Strafklägerin sei am 19. Septem-
ber 2017 bei der Kantonspolizei erschienen und habe Anzeige gegen den Beschul-
digten erhoben. Tatsächlich lässt sich dem Anzeigerapport, welcher am 19. Sep-
tember 2017 verfasst wurde, entnehmen, dass die Strafklägerin bereits am 3. Ja-
nuar 2017, um 16:00 Uhr, auf der Polizeiwache erschien und gegen den Beschul-
digten Anzeige wegen Urkundenfälschung erstattete (pag. 1). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung präzisierte die Strafklägerin von sich 
aus, sie hätte zunächst ihre Tochter angerufen, als sie realisiert habe, dass mit der 
Quittung etwas nicht stimme, und als auch ihre Tochter dieser Meinung gewesen 
sei, habe sie sich entschlossen, zur Polizei zu gehen (pag. 440 Z. 16 ff.). Sie ist 
dem Beschuldigten gegenüber nicht unnötig belastend, etwa wenn sie zu seinen 
Gunsten aussagte, er habe ohne Weiteres die Wohnung verlassen, als sie ihn dar-
um gebeten habe (pag. 28 Z. 24). Sie verknüpfte ihre Erzählungen auf nachvoll-
ziehbare Weise mit eigenen Gewohnheiten (etwa dass ihr Hausschlüssel immer an 
ihrem Autoschlüssel angebunden gewesen sei, und dass sie deshalb immer dop-
pelt aufgepasst habe, den Schlüssel nicht zu verlieren [pag. 443 Z. 28 ff.]). Auch 
die Ausführungen zu den Mietzinszahlungen und zum Mietzinsdepot und die Vor-
geschichte an der I.________ (Strasse) erfolgten ungefragt und sind originell und 
voller grundsätzlich überprüfbarer Details (vgl. etwa pag. 440 Z. 38 ff.; pag. 442 
Z. 22 ff. und 38 ff.). Auf Nachfragen konnte die Strafklägerin logische Antworten 
geben. Sie beschrieb auch nachvollziehbar ihren Gemütszustand, etwa dass sie 
2016 wegen des Todes ihres Sohnes unter starker psychischer Belastung gestan-
den habe (pag. 439 Z. 38 f.) oder dass sie Angst gehabt habe, was der Beschuldig-
te noch alles mit ihrer Unterschrift anstellen könnte (pag. 440 Z. 22 f.).

16

Die Aussagen der Strafklägerin sind nach Ansicht der Kammer glaubhaft und wer-
den von den objektiven Beweismitteln gestützt; auf sie kann im Ergebnis abgestellt 
werden. 

Beschuldigter

Die Aussagen des Beschuldigten hingegen zeichnen sich durch Widersprüche, 
Ausreden und Ausflüchte aus: Auf die Frage, wann er das Original der Quittung 
entsorgt habe, sagte er in der oberinstanzlichen Verhandlung zunächst aus, dies 
sei mutmasslich anlässlich des letzten Wohnungswechsels vor den Verhandlungs-
terminen gewesen (pag. 449 Z. 43). Auf den Widerspruch angesprochen, er habe 
seit dem 6. Februar 2017 gewusst, dass ein Verfahren gegen ihn wegen der Quit-
tung hängig sei, und er diese trotzdem kurz vor der Hauptverhandlung am 13. Ja-
nuar 2020 noch entsorgt haben wolle, gab er an, er habe das Original anlässlich 
seines Auszugs bzw. ‹Rausschmisses› aus der Wohnung an der 
E.________(Strasse) entsorgt (pag. 450 Z. 2 ff. und 15 ff.). Auf erneute Nachfrage 
gab er als dritte Version an, möglicherweise habe er die Quittung auch nach dem 
Telefonat mit Herrn G.________ [im Dezember 2016] entsorgt (pag. 452 Z. 16 ff.). 
Bereits an der Fortsetzungsverhandlung vom 22. Juni 2020 sagte er aus, er habe, 
als Herr G.________ ihn angerufen habe, eine Kopie der Quittung gemacht und 
diese an Herrn G.________ geschickt (pag. 207 Z. 34 f.). Die Aussagen sind nicht 
nur in sich widersprüchlich, sondern auch unlogisch: Zunächst kann es nicht sein, 
dass der Beschuldigte das Original der Quittung bei seinem Auszug aus der Woh-
nung an der E.________(Strasse) im Oktober 2016 (vgl. pag. 447 Z. 43 und 
pag. 448 Z. 8) entsorgte, weil die Strafklägerin seinen Aussagen zufolge die Quit-
tung ja überhaupt erst am 28. November 2016 in seiner Anwesenheit unterzeichnet 
haben soll. Dass er die Quittung nach der Unterzeichnung gleich wieder weggewor-
fen haben soll, ist kaum vorstellbar. Immerhin hat er die Quittung – seinen Angaben 
zufolge – ja gerade zu Beweiszwecken, weil die Strafklägerin schon früher Schlüs-
sel verloren habe, angefertigt und unterzeichnen lassen. Es würde auch seiner 
Aussage vom 22. Juni 2020 widersprechen, nach welcher er noch anlässlich des 
Anrufs von Herrn G.________, also im Dezember 2016, eine Kopie der Quittung 
angefertigt habe. Ab dem Telefonat mit Herrn G.________ wusste der Beschuldig-
te, dass das Dokument tatsächlich in seiner Eigenschaft als Beweis gebraucht wird. 
Es nach diesem Zeitpunkt noch wegzuwerfen, entbehrte jeglicher Logik. Insbeson-
dere als ehemaligem Fürsprecher war dem Beschuldigten bekannt, dass dem Ori-
ginal eine zentrale Bedeutung zukommt. Erst recht lebensfremd erschiene es, das 
Original zu entsorgen, nachdem der Beschuldigte am 6. Februar 2017 damit kon-
frontiert wurde, dass gerade wegen des Dokumentes ein Strafverfahren gegen ihn 
eingeleitet wurde, oder das Original noch kurz vor dem ersten Verhandlungstermin 
zu entsorgen. Es ist für die Kammer offensichtlich, dass der Beschuldigte seine 
Aussagen jeweils der Situation anpasste, was gegen deren Glaubhaftigkeit spricht. 

Auf die Ergebnisse der Handschriftenanalyse des KTD und die augenfällige Abwei-
chung der Unterschrift auf der Quittung von den diversen Vergleichsunterschriften 
der Strafklägerin angesprochen, gab der Beschuldigte an, es gebe zwei verschie-
dene Versionen von Unterschriften, welche die Strafklägerin verwende. Es sei be-
zeichnend, dass sich in den Verfahrensakten nur Unterschriftenmuster finden wür-

17

den, welche genau die Variante zeigen, die sich von derjenigen auf der Quittung 
unterscheidet. Die Strafklägerin habe auch genügend Zeit gehabt, Unterschriften in 
das Verfahren einzubringen, die nicht der Unterschrift auf der Quittung entspre-
chen. Ausserdem wirft der Beschuldigte der Strafklägerin implizit vor, sie habe sich 
– nachdem sie die Unterschrift auf der Quittung gesehen hatte – bemüht, künftig 
nur noch anders als dort zu unterschreiben. Beispielsweise auf einem beim RAV 
gestellten Antrag auf Arbeitslosenunterstützung könnte man eine Unterschrift der 
Strafklägerin sehen, die der auf der Quittung gerade entspreche. Der Beschuldigte 
verkennt hierbei folgendes: Zunächst stammen die Vergleichsunterschriften der 
Strafklägerin, welche der Kammer vorliegen, aus thematisch und zeitlich weit aus-
einanderliegenden Quellen, und sehen trotzdem alle gleich – und anders als die 
Unterschrift auf der Quittung – aus. So unterzeichnete die Strafklägerin bereits die 
Mietverträge vom 4. Juli 2016 für die gemeinsame Wohnung an der 
E.________(Strasse) und den dazugehörigen Einstellhallenplatz – und damit noch 
lange vor der ganzen Schlüssel-Thematik – mit «B.________.» und nicht mit 
«B.________». Neben der Unterschrift auf dem Mietvertrag für den Einstellhallen-
platz wurde im Übrigen auch die Unterschrift auf dem Führerschein der Strafkläge-
rin, welcher vom KTD für die Handschriftenanalyse beigezogen wurde, nicht von 
der Strafklägerin, sondern von Amtes wegen in das Verfahren eingebracht. Die 
Kammer hat keinerlei Anhaltspunkte, die Strafklägerin könnte jemals anders unter-
schrieben haben. Die diesbezügliche Aussage des Beschuldigten entbehrt jeglicher 
Grundlage. Der Beschuldigte wirft der Strafklägerin unzutreffenderweise eine sehr 
hohe kriminelle Energie vor, was gegen seine Glaubwürdigkeit spricht. Seine Aus-
sagen sind als reine Schutzbehauptungen zu werten. 

Im Übrigen erschöpften sich die Bemühungen des Beschuldigten in Kritik an der 
Vorgehensweise und der Qualifikation des Schriftsachverständigen. Er lieferte 
weitgehend Begründungen statt Fakten. Seinen Aussagen fehlt es an Originalität 
und er versuchte immer wieder, von sich abzulenken. 

Auffällig ist, dass sich der Beschuldigte in seinen Aussagen in Nebensächlichkeiten 
versteifte und zu diesen detaillierte Aussagen machte, während er zum Kernge-
schehen kaum Angaben machen konnte. Seine Einsprache gegen den Strafbefehl 
vom 5. April 2019 begründete er damit, die Anschuldigung gegen ihn sei seitens 
der Immobilienverwaltung veranlasst, um Kosten einzusparen (pag. 59). Er kritisier-
te mehrfach die Qualität des Rapports des KTD und stellte pauschal die Qualifikati-
on von C.________ in Frage (vgl. etwa pag. 264 Z. 23 ff.). Er beharrte auch darauf, 
die Strafklägerin habe am früheren gemeinsamen Wohndomizil an der 
I.________(Strasse) in Biel den Wohnungsschlüssel einer betagten Nachbarin ver-
loren. In diesem Zusammenhang machte er detaillierte Ausführungen (vgl. Plädoy-
er oberinstanzliche Verhandlung, pag. 456) und konnte sich auch noch sehr genau 
an diesen über vier Jahre zurückliegenden Sachverhalt erinnern, während er sich 
gleichzeitig weder erinnern konnte, wann er die Wohnung an der 
E.________(Strasse) verlassen, noch wann er die Quittung entsorgt hatte. Auffal-
lend ist auch der konstant fehlende Detailreichtum im Zusammenhang mit seiner 
Aussage, es habe ein Treffen an der E.________(Strasse) gegeben, anlässlich 
welchem er der Strafklägerin die Schlüssel übergeben und diese die Quittung un-
terschrieben haben soll. Hier wäre bei einem tatsächlich erlebten Ereignis zu er-

18

warten gewesen, dass der Beschuldigte die Umstände und den Ablauf dieses Tref-
fens – wenn es auch eine gewisse Zeit zurückliegt – mit einer gewissen Ausführ-
lichkeit beschreiben würde. 

Die Beweisanträge des Beschuldigten zielten einzig darauf ab, die Glaubwürdigkeit 
der Strafklägerin zu untergraben (beispielsweise der mehrfach gestellte Beweisan-
trag auf Einvernahme von Frau J.________ von der KESB, welche aussagen kön-
ne, dass es die Strafklägerin mit der Wahrheit «nicht immer so genau nehme», 
pag. 210, pag. 326 und pag. 455), während es der Beschuldigte gleichzeitig unter-
liess, die zahlreichen Gelegenheiten zu nutzen, die Edition eines ihn entlastenden 
alternativen Unterschriftenmusters der Strafklägerin, beispielsweise beim RAV, zu 
beantragen.

Der Beschuldigte ging auch unvermittelt zum Gegenangriff über, indem er die 
Strafklägerin bezichtigte, ihrerseits in der Vergangenheit diverse Schlüssel verloren 
zu haben (pag. 24 Z. 96 f.). Er erstattete denn auch als unmittelbare Reaktion auf 
die gegen ihn erhobenen Vorwürfe anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme 
vom 6. Februar 2017 Strafanzeige gegen die Strafklägerin wegen Verleumdung 
oder übler Nachrede (pag. 24 Z. 116 ff.). Das diesbezügliche Verfahren ist derzeit 
sistiert.

Im Ergebnis sind die Aussagen des Beschuldigten zum Kerngeschehen karg, lü-
ckenhaft, ausweichend, widersprüchlich und nicht logisch. Sie stehen auch im Wi-
derspruch zu den objektiven Beweismitteln. Auf sie kann aus Sicht der Kammer 
nicht abgestellt werden. 

14.4 Unterlagen der Liegenschaftsverwaltung

Aus den Unterlagen der Liegenschaftsverwaltung ist ersichtlich, dass die Wohnung 
an der E.________(Strasse) in Biel vom 1. September bis zum 31. Dezember 2016 
gemietet wurde (pag. 382). Die Strafklägerin übergab die Wohnung am 23. De-
zember 2016 alleine wieder an die Immobilienverwaltung (vgl. Wohnungsübernah-
me-/-abgabeprotokoll, pag. 382.) Zum Wohnungsübernahme-/-abgabeprotokoll ist 
zu bemerken, dass die blaue Schrift die Wohnungsübernahme durch die Strafklä-
gerin und den Beschuldigten am 24. August 2016 betrifft, während im gleichen Do-
kument mit schwarzer Schrift die Wohnungsabgabe durch die Strafklägerin am 
23. Dezember 2016 protokolliert ist. Anhand der beiden Unterschriften vom 24. Au-
gust 2016 im Feld «Der/die neue Mieter(in)» ist ersichtlich, dass bei der Woh-
nungsübernahme am 24. August 2016 noch beide Mietparteien anwesend waren, 
während die alleinige Unterschrift der Strafklägerin im Feld «Der/die ausziehende 
Mieter(in)» zeigt, dass bei der Wohnungsabgabe am 23. Dezember 2016 nur noch 
die Strafklägerin anwesend war. Anlässlich der Wohnungsabgabe hat die Strafklä-
gerin der Immobilienverwaltung vier von sechs Schlüsseln zurückgegeben; bezüg-
lich der verbleibenden zwei Schlüssel ist auf dem Abgabeprotokoll vermerkt, diese 
befänden sich beim Beschuldigten (pag. 382). Damit deckt sich der von der Straf-
klägerin – und teilweise auch vom Beschuldigten – wiedergegebene chronologi-
sche Ablauf mit den Unterlagen der Liegenschaftsverwaltung. 

In den Unterlagen befindet sich weiter ein Schreiben des Beschuldigten vom 
18. Oktober 2016 an die Liegenschaftsverwaltung, in welchem er bekannt gibt, sich 

19

unverhofft zum Auszug veranlasst zu sehen, weshalb er um Entlassung aus dem 
Mietverhältnis auf den nächstmöglichen Termin ersuche (pag. 395 f.). Dieses 
Schreiben untermauert die Annahme, der Beschuldigte sei im Oktober 2016 aus 
der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. 

Herr G.________ wird im Strafbefehl vom 5. April 2019 als «Vertreter» der Liegen-
schaftsverwaltung bezeichnet (pag. 52). Im Anzeigerapport vom 19. September 
2017 fungiert er als Angestellter der Immobilienverwaltung (pag. 2). Der Beschul-
digte gab anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 6. Februar 2017 an, er 
habe im Dezember [2016] im Zusammenhang mit den Wohnungsschlüsseln einen 
Anruf einer Inkassofirma erhalten, am Apparat sei ein Herr G.________ gewesen, 
welcher angegeben habe, im Auftrag der Immobilienverwaltung zu handeln 
(pag. 23 Z. 81 ff.). Die Strafklägerin bezeichnete Herrn G.________ anlässlich ihrer 
polizeilichen Einvernahme vom 3. Januar 2017 als «Monsieur G.________ de la 
gérance» (pag. 28 Z. 27 f.). In den edierten Unterlagen der Liegenschaftsverwal-
tung wird Herr G.________ in einer E-Mail von K.________ (D.________ Sàrl) an 
einen L.________ erwähnt, wonach Herr G.________ Frau K.________ über das 
Dossier A.________/B.________ informiert habe (pag. 388). Aus diesen Umstän-
den ergibt sich, dass Herr G.________ von der Liegenschaftsverwaltung instruiert 
war, die fehlenden Schlüssel aufzutreiben und die dafür erforderlichen Vorkehren 
zu treffen. Er agierte hier in der Rolle eines Vertreters oder Beauftragten der Lie-
genschaftsverwaltung. In dieser Eigenschaft kontaktierte er die Mietparteien und 
nahm die Kopie der Quittung vom Beschuldigten entgegen. Auch die Mietparteien 
gingen ihren Aussagen zufolge davon aus, dass Herr G.________ für die oder im 
Auftrag der Immobilienverwaltung handelte. Dass Herr G.________ von der Lie-
genschaftsverwaltung instruiert war, zeigt sich auch in dem Umstand, dass er die 
Mietparteien im Zusammenhang mit den fehlenden Schlüsseln kontaktierte – ein 
Umstand, der einzig der Liegenschaftsverwaltung bekannt war. 

14.5 Fazit / Gesamtwürdigung

Für die Kammer ist nach einer Gesamtwürdigung der Beweismittel erstellt, dass die 
Strafklägerin die Quittung, datierend vom 28. November 2016, nicht unterzeichnet 
hat. 

Für die Annahme, die Strafklägerin könnte auf der Quittung ausnahmsweise eine 
andere als ihre übliche Unterschrift verwendet haben, liegen der Kammer keinerlei 
Hinweise vor. Der Strafklägerin müsste bei der gegenteiligen Annahme eine sehr 
hohe kriminelle Energie zugestanden werden: So müsste sie bei der Schlüsselü-
bergabe, sollte diese, wie vom Beschuldigten behauptet, tatsächlich stattgefunden 
haben, ihre Unterschrift auf der Quittung gefälscht, die erhaltenen Schlüssel der 
Liegenschaftsverwaltung vorenthalten (auf die Gefahr hin, dass sie zivilrechtlich für 
den Ersatz der Schlosszylinder aufkommen muss) und gegen den Beschuldigten 
wider besseren Wissens ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung eingeleitet 
haben, auf die Gefahr hin, doch als Urheberin der Unterschrift erkannt und gege-
benenfalls wegen falscher Anschuldigung strafverfolgt zu werden.  Das ist höchst 
abwegig. 

20

Damit können die Aussagen des Beschuldigten, wonach die Strafklägerin die Quit-
tung vor seinen Augen unterzeichnet habe, nicht der Wahrheit entsprechen. Dass 
er während des ganzen Verfahrens konstante und gleichbleibende Aussagen be-
treffend Unterschrift und Übergabe der Schlüssel an die Strafklägerin machte, und 
er zum Gegenangriff betreffend ‹Schlüsselgeschichte› startete, ist als logische 
Schlussfolgerung anzusehen. Wie die Vorinstanz zu Recht erwog (E. II.3.1.4. S. 12 
f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 292 f.), gab es ausser für den Be-
schuldigten oder die Strafklägerin für niemanden Anlass oder Motiv, die Quittung 
mit einer gefälschten Unterschrift zu versehen und sich damit gegebenenfalls straf-
bar zu machen. Gegen die Beteiligung einer Drittperson spricht im Übrigen auch 
die Tatsache, dass der Beschuldigte Herrn G.________ von der Liegenschaftsver-
waltung eine Kopie der Quittung zukommen liess. 

Die Kammer ist deshalb nach Würdigung sämtlicher Beweismittel der Überzeu-
gung, dass der Beschuldigte die Unterschrift «B.________» auf der Quittung vom 
28. November 2016 gesetzt hat. 

Der Beschuldigte wusste und hatte die Absicht, dass Herr G.________ gestützt auf 
die Quittung davon ausgehen werde, die Schlüssel befänden sich bei der Strafklä-
gerin, und dass er sie deshalb bei dieser herausverlangen bzw. von ihr den Ersatz 
der Schlüssel bzw. des Schlosszylinders verlangen werde (vgl. diesbezüglich auch 
pag. 24 Z. 113 ff.; pag. 265 Z. 3 f.). Es kann ohne Weiteres auch bereits aus dem 
objektiven Verhalten des Beschuldigten darauf geschlossen werden. Als ehemali-
ger Fürsprecher ist er sich derartiger Vorgänge besonders bewusst.  

15. Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

Die Kammer erachtet als Beweisergebnis folgenden Sachverhalt als erstellt: 

Der Beschuldigte verfasste nach seinem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung 
an der E.________(Strasse) in Biel eine Quittung, datiert auf den 28. November 
2016, nach welcher die Strafklägerin bestätigte, vom Beschuldigten zwei Schlüssel 
zur besagten ehemals gemeinsam bewohnten Wohnung erhalten zu haben, und 
unterschrieb diese mit «B.________». Nachdem der Beschuldigte von Herrn 
G.________, welcher als Vertreter der Immobilienverwaltung handelte, darauf an-
gesprochen wurde, die Strafklägerin habe angegeben, er sei noch im Besitz von 
zwei fehlenden Wohnungsschlüsseln, sandte der Beschuldigte im Dezember 2016 
eine Kopie der Quittung an Herrn G.________, zum Beweis dafür, dass nicht mehr 
er, sondern die Strafklägerin im Besitz der fraglichen Schlüssel war. Er tat dies im 
Wissen und in der Absicht, dass Herr G.________ mit der Quittung die Schlüssel 
bei der Strafklägerin herausverlangen bzw. von ihr den Ersatz der Schlüssel bzw. 
des Schlosszylinders verlangen wird.  

Der Beschuldigte war sich ebenfalls bewusst, dass der Verlust der beiden Woh-
nungsschlüssel einige hundert Franken kosten würde. 

III. Rechtliche Würdigung

16. Urkundenfälschung (Art. 251 aStGB) 

21

Der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 aStGB macht sich insbesondere 
strafbar, wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten zu 
schädigen oder sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu ver-
schaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, eine rechtlich erhebliche Tatsache 
unrichtig beurkundet oder eine Urkunde dieser Art zur Täuschung gebraucht. 

Urkunden sind Schriften, die bestimmt und geeignet sind, eine Tatsache von recht-
licher Bedeutung zu beweisen (Art. 110 Abs. 4 aStGB). Bei der Urkundenfälschung 
nach Art. 251 Ziff. 1 aStGB wird namentlich die Herstellung einer unechten Urkun-
de (Fälschen oder Verfälschen), die Herstellung einer unwahren Urkunde (Falsch-
beurkundung) und die Verwendung einer solchermassen unechten oder unwahren 
Urkunde unterschieden. 

Fälschen ist das Herstellen einer unechten Urkunde (auch ‹Urkundenfälschung im 
engeren Sinne›). Unecht ist eine Urkunde, wenn deren tatsächlicher Urheber mit 
dem aus ihr ersichtlichen Urheber nicht übereinstimmt. Idealtypisch ist die Nach-
ahmung einer fremden Unterschrift (PK StGB-TRECHSEL/ERNI 2021, Art. 251 N 3). 

Verfälschen ist das Abändern einer Urkunde, so dass sie nicht mehr der ursprüng-
lichen Erklärung des Ausstellers entspricht. Dabei ist unerheblich, ob die Urkunde 
echt oder unecht, wahr oder unwahr ist (PK StGB-TRECHSEL/ERNI 2021, Art. 251 
N 4).

Eine Falschbeurkundung liegt vor bei der Herstellung einer echten, aber inhaltlich 
unwahren Urkunde. Hier stimmen der wirkliche und der in der Urkunde festgehalte-
ne Sachverhalt nicht überein (BSK StGB-BOOG, Art. 251 N 64). Ist eine Urkunde 
unecht, greift immer schon der Tatbestand der Urkundenfälschung im engeren Sin-
ne, so dass sich die Frage nach der inhaltlichen Wahrheit nicht mehr stellt. Der 
Tatbestand der Falschbeurkundung betrifft stets nur echte, aber inhaltlich unwahre 
Urkunden (PK StGB-TRECHSEL/ERNI 2021, Art. 251 N 6).

Unter der Tathandlung des Gebrauchmachens ist die Benutzung der Urkunde im 
Rechtsverkehr gemeint. Die gefälschte oder unwahre Urkunde muss dafür der zu 
täuschenden Person mindestens zugänglich gemacht werden (BSK StGB-BOOG, 
Art. 251 N 163). Für den Fälscher der Urkunde selber ist der Gebrauch mitbestrafte 
Nachtat (PK StGB-TRECHSEL/ERNI 2021, Art. 251 N 11).

In subjektiver Hinsicht ist zunächst Vorsatz bezüglich aller objektiven Tatbe-
standsmerkmale erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. Bei der Tathandlung 
des Gebrauchmachens muss der Täter wissen, dass die Urkunde unecht bzw. un-
wahr ist. Darüber hinaus ist die Absicht des Täters, die Urkunde im Rechtsverkehr 
als echt bzw. als wahr zu verwenden bzw. verwenden zu lassen (Täuschungsab-
sicht), sowie die Absicht, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten zu 
schädigen (Schädigungsabsicht) oder alternativ die Absicht, sich oder einem ande-
ren einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen (Vorteilsabsicht), gefordert. Die 
Täuschung muss nicht tatsächlich gelingen, sondern es genügt, wenn sie vom 
Täter bloss gewollt ist (zum Ganzen BSK StGB-BOOG, Art. 251 N 181 ff.). Erforder-
lich ist aber, dass der Täter den Adressaten mit der Täuschung zu einem rechtser-
heblichen Verhalten veranlassen will (BSK StGB-BOOG, Art. 251 N 183).

22

Nach Art. 251 Ziff. 2 aStGB kann in besonders leichten Fällen auf eine Freiheits-
strafe bis lediglich drei Jahre oder Geldstrafe erkannt werden. 

17. Subsumtion

Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, ist die vom Beschuldigten angefertigte Quit-
tung zweifelsohne eine Schrift, die bestimmt und geeignet ist, eine Tatsache von 
rechtlicher Bedeutung – den (Rück-)Erhalt der Wohnungsschlüssel – zu beweisen 
(E. III.1.2. S. 14 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 294). Es handelt sich 
folglich um eine Urkunde i.S.v. Art. 110 Abs. 4 aStGB. Wie die Vorinstanz an glei-
cher Stelle weiter ebenfalls zu Recht ausführt, fälschte der Beschuldigte diese Ur-
kunde, indem er zwar Urheber der Quittung inkl. der Unterschrift ist, die Strafkläge-
rin aber als Unterzeichnende erscheint. Er handelte dabei vorsätzlich. In der Folge 
verwendete der Beschuldigte die solchermassen gefälschte Urkunde im Rechts-
verkehr als ‹echt›, indem er sie Herrn G.________ zustellte, um bei diesem den 
Anschein zu erwecken, er (der Beschuldigte) habe der Strafklägerin die beiden 
Schlüssel am 28. November 2016 zurückgegeben und diese verfüge deshalb über 
die genannten Schlüssel. Durch diese Täuschung wollte der Beschuldigte für sich 
eine finanzielle Besserstellung erreichen und sich so einen unrechtmässigen Vorteil 
verschaffen, indem die Strafklägerin und nicht er die Kosten für den Ersatz der 
Schlüssel (bzw. des Schlosszylinders) hätte übernehmen müssen. Darin liegt 
gleichzeitig auch eine Schädigungsabsicht zu Lasten der Strafklägerin. Durch sein 
Verhalten hat der Beschuldigte den objektiven und subjektiven Tatbestand der Ur-
kundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 aStGB erfüllt. 

Ein besonders leichter Fall der Urkundenfälschung i.S.v. Art. 251 Ziff. 2 aStGB ist 
dann anzunehmen, wenn es sich um eine leichte Bagatelle handelt, wobei gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein strenger Massstab anzulegen ist. Dabei 
hat das Gericht einen erheblichen Beurteilungsspielraum. Ein besonders leichter 
Fall wurde etwa in Sachverhalten bejaht, in welchen jemand eine materiell beste-
hende Vollmacht aus blosser Bequemlichkeit fälschte, oder bei der von einer An-
gestellten einer Kreditvermittlungsfirma vorgenommenen Ausfüllung eines Kre-
ditantrags auf den Namen einer Interessentin zur Erlangung einer Auskunft des Be-
treibungsamts (zum Ganzen BSK StGB-BOOG, Art. 251 N 217 und 218 mit Hinwei-
sen).

Der Ersatz der hier fraglichen Schlüssel (bzw. des zugehörigen Schlosszylinders) 
kostet rund CHF 800.00 (pag. 28 Z. 29). Der Beschuldigte war sich bewusst, dass 
der Ersatz der Schlüssel wohl «einige hundert Franken» (pag. 24 Z. 102) kosten 
würde, und dass dies die zu dieser Zeit mittellose (pag. 439 Z. 15) Strafklägerin 
besonders treffen würde. Dass sie im Ergebnis nicht für den Ersatz des Schlosszy-
linders aufkommen musste (pag. 442 Z. 43 f.), ändert nichts an der Verwerflichkeit 
der Absicht des Beschuldigten. Die Kammer geht nicht mehr von einer Bagatelle 
aus, so dass die Privilegierung von Art. 251 Ziff. 2 aStGB nicht zur Anwendung ge-
langt. 

Allfällige Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen keine vor. Der Be-
schuldigte hat sich damit der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 aStGB 
schuldig gemacht. 

23

IV. Strafzumessung

18. Anwendbares Recht 

Am 1. Januar 2018 traten die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) in Kraft. Hat der Täter ein 
Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten des neuen StGB begangen, erfolgt die 
Beurteilung aber erst nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz 
anzuwenden, wenn dieses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwere ver-
schiedener Strafnormen ist nach der sogenannten konkreten Methode vorzuneh-
men, wonach sich umfassende Beurteilungen des Sachverhalts nach altem und 
nach neuem Recht gegenüberzustellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und 
dieselbe Tat nur entweder das alte oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwen-
dung der beiden Rechte ist ausgeschlossen. Hat der Täter mehrere selbständige 
strafbare Handlungen begangen, so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung ge-
sondert zu prüfen, ob das alte oder das neue Recht milder ist. Gegebenenfalls ist 
eine Gesamtstrafe zu bilden (BGE 134 IV 82 E. 6.2.1 und E. 6.2.3 S. 87 ff.). Aus-
schlaggebend ist, nach welchem der beiden Rechte der Täter für die gerade zu be-
urteilende Tat besser wegkommt (vgl. zum Ganzen PK StGB-TRECHSEL/VEST 
2021, Art. 2 N 11 und OFK/StGB/JStG-DONATSCH, StGB 2 N 10 ff., jeweils mit 
Hinweisen). Der Gesetzesvergleich hat sich ausschliesslich nach objektiven Ge-
sichtspunkten zu richten (BGE 134 IV 82 E. 6.2.2 S. 88). Massgebend ist dabei das 
Ausmass der mit einer Sanktion verbundenen Beschränkung der persönlichen 
Freiheiten, namentlich der Bewegungsfreiheit, des Eigentums, der Ehre, der 
Betätigungsfreiheit und der Beziehungsfreiheit. Unter den möglichen Strafformen 
hat die Freiheitsstrafe als die strengste zu gelten, gefolgt von der Geldstrafe. Sind 
im Übrigen die Sanktionen im Einzelfall gleichwertig, so ist altes Recht anzuwen-
den (BSK StGB-POPP/BERKEMEIER, Art. 2 N 20 mit Hinweisen). 

Vorliegend erweist sich das neue Recht für den Beschuldigten nicht als das milde-
re, weshalb in Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB e contrario altes Recht anzu-
wenden ist. 

19. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Gemäss Art. 47 aStGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Bei der Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponenten zu un-
terscheiden. Die Tatkomponenten umfassen das Ausmass des verschuldeten Er-
folgs, die Art und Weise der Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Beweg-
gründe des Täters sowie die Frage nach der Vermeidbarkeit. Zu den Täterkompo-
nenten sind die persönlichen Verhältnisse des Täters, das Vorleben und die Vor-
strafen, das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, Einsicht und Reue, die 
Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und straferhöhende Aspekte zu 
zählen (vgl. DANIEL JOSITSCH/GIAN EGE/CHRISTIAN SCHWARZENEGGER, Strafrecht II 
Strafen und Massnahmen, 9. Aufl. 2018, S. 103 ff.). Nach Art. 50 aStGB hat das 
Gericht in der Urteilsbegründung die für die Zumessung der Strafe erheblichen 
Umstände und deren Gewichtung zu begründen. Das Gericht muss die Überlegun-
gen, die es bei der Bemessung der Strafe vorgenommen hat, in den Grundzügen 

24

wiedergeben, sodass die Strafzumessung nachvollziehbar ist (BGE 141 IV 244 
E. 1.2.2 S. 246 mit Hinweisen; BGE 144 IV 313 E. 1.2 S. 319). 

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 
gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 aStGB). 

Die Voraussetzungen der Gleichartigkeit i.S.v. Art. 49 Abs. 1 aStGB sind erfüllt, 
wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss die gleiche 
Strafart ausfällt. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige 
Strafen androhen, genügt dabei nicht. Geldstrafe und Freiheitsstrafe sind keine 
gleichartigen Strafen i.S.v. Art. 49 Abs. 1 aStGB (BGE 144 IV 217 E. 2.2 S. 219 f.). 
Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer 
bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld 
sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhält-
nismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall 
diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betrof-
fenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Die Geldstrafe ist die gegenü-
ber der Freiheitsstrafe mildere Sanktion (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesge-
richts 6B_207/2013 vom 10. September 2013 E. 1.4.1.; BGE 134 IV 97 E. 4.1 und 
E. 4.2.2 S. 100 f.). 

Bei der Strafzumessung ist vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu be-
stimmen. Alsdann hat das Gericht die Einsatzstrafe für die schwerste Straftat in-
nerhalb des Strafrahmens unter Berücksichtigung sämtlicher erschwerender und 
mildernder Umstände festzusetzen. In einem weiteren Schritt sind die übrigen De-
likte zu beurteilen, wobei auch hier wiederum alle relevanten Umstände zu berück-
sichtigen sind (BGE 144 IV 217 E. 3.5.1 S. 232 a.E.; BGE 144 IV 313 E. 1.1.2 
S. 317). Resultieren für alle Delikte gleichartige Strafen, ist die Einsatzstrafe unter 
Einbezug der übrigen Delikte in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen 
zu erhöhen, wobei aufzuzeigen ist, in welchem Ausmass die Einsatzstrafe erhöht 
wird. Das Gericht hat sämtliche Einzelstrafen für die von ihm zu beurteilenden De-
likte festzusetzen und zu nennen, damit beurteilt werden kann, ob die einzelnen 
Strafen und deren Gewichtung bei der Strafschärfung bundesrechtskonform sind 
(BGE 144 IV 313 E. 1.2 S. 319). 

20. Strafrahmen, Strafart und schwerste Straftat

Urkundenfälschung i.S.v. Art. 251 Ziff. 1 aStGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf 
Jahren oder Geldstrafe bestraft. Für das mehrfache Fahren ohne Berechtigung 
nach Art. 95 Abs. 1 lit. b des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) ist eine 
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vorgesehen. 

Für diese Delikte ist somit sowohl die Ausfällung einer Freiheitsstrafe als auch die 
Ausfällung einer Geldstrafe möglich. Der Beschuldigte ist in Bezug auf den Schuld-
spruch wegen Urkundenfälschung nicht vorbestraft, mithin ein diesbezüglicher Erst-
täter. Ebenso wird er das erste Mal wegen Fahrens ohne Berechtigung, wenn auch 
mehrfach begangen, verurteilt; im Strafregister sind einzig drei Vorstrafen wegen 

25

Missbrauchs von Ausweisen und Schildern verzeichnet. Eine Freiheitsstrafe lässt 
sich angesichts dessen, der Zweckmässigkeit und der präventiven Effizienz der 
Strafe für alle Delikte nicht begründen, vielmehr ist je eine Geldstrafe auszufällen. 
Im Übrigen stünde das Verschlechterungsverbot der Ausfällung einer Freiheitsstra-
fe entgegen.

Aufgrund der gleichartigen Strafen (konkrete Methode) wird anschliessend eine 
Gesamtstrafe zu bilden sein (Art. 49 Abs. 1 aStGB). Der Strafrahmen reicht dabei 
bis 360 Tagessätze. Das Gericht bestimmt deren Zahl nach dem Verschulden des 
Täters (Art. 34 Abs. 1 aStGB).

In Bezug auf die auszufällende Gesamtgeldstrafe ist die schwerste Straftat gemäss 
ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung nach der abstrakten Strafdrohung 
zu bestimmen (BGE 116 IV 300 E. 2.c.bb S. 304). Als schwerste Tat gilt mit ande-
ren Worten grundsätzlich jene, die mit dem schärfsten Strafrahmen bedroht ist, und 
nicht jene, die nach den konkreten Umständen verschuldensmässig am Schwer-
sten wiegt (BSK StGB-ACKERMANN, Art. 49 N 116 mit Verweis auf die bundesge-
richtliche Rechtsprechung). Dies ist vorliegend die Urkundenfälschung. Dafür ist ei-
ne Einsatzstrafe festzulegen, welche anschliessend mit dem mehrfach begangenen 
Delikt des Fahrens ohne Berechtigung angemessen zu erhöhen ist. Es ist für jedes 
einzelne Delikt zu bestimmen, welche Strafe das Gericht dafür bei isolierter Be-
trachtung als angemessen erachten würde, und diese Strafen sind dann zu aspe-
rieren. Diesen Schritt hat die Vorinstanz nicht konsequent ausgeführt; sie hat in 
Bezug auf das mehrfache Fahren ohne Berechtigung für die zweite Widerhandlung 
weder eine Einzelstrafe ausgefällt noch diese anschliessend asperiert (vgl. E. IV.6. 
S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 299).

21. Einsatzstrafe für die schwerste Straftat

21.1 Tatkomponenten

Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und 
Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS), in der Version gültig per 
1. Januar 2021 (nachfolgend VBRS-Richtlinien), empfehlen für einen Referenz-
sachverhalt, bei welchem der Täter einen Autoleasingvertrag mit einem falschen 
Namen unterzeichnet, weil er selber mit vielen Betreibungen verzeichnet ist, eine 
Strafe von 30 Strafeinheiten, welche je nach Aufwand der Fälschung und Art des 
anvisierten Vorteils/Nachteils zu erhöhen bzw. zu mindern ist. Im Vergleich zum 
Referenzsachverhält fällt vorliegend straferhöhend ins Gewicht, dass der Beschul-
digte die Urkunde selber herstellte und die Unterschrift seiner langjährigen Lebens- 
und Wohnpartnerin fälschte, im Wissen darum, dass letztere aufgrund der Quittung 
die finanziellen Folgen der fehlenden Schlüssel von mehreren hundert Franken zu 
tragen hätte, obwohl sie selber kein Geld hatte. Seine Beweggründe waren egois-
tisch und ein rechtskonformes Verhalten wäre für ihn ohne weiteres möglich gewe-
sen. 

21.2 Höhe der Einsatzstrafe

In Anbetracht der gemachten Ausführungen erachtet die Kammer für die Urkunden-
fälschung eine Einsatzstrafe von 45 Tagessätzen als angemessen.

26

22. Asperation Fahren ohne Berechtigung

Die VBRS-Richtlinien sehen für dieses Delikt eine Strafe ab 18 Strafeinheiten vor. 

Ausgangslage bilden die am 5. November 2017 um 17:07 Uhr und – nach der Ent-
lassung aus der Polizeikontrolle – erneut um 17:45 Uhr durchgeführten Fahrten des 
Beschuldigten, im Wissen darum, dass er seit dem 29. August 2016 eine Füh-
rerausweissperre hat (pag. 34; pag. 37 Z. 18; pag. 129). Bei der Entlassung aus 
der ersten Kontrolle wurde der Beschuldigte von der Polizei nachdrücklich darauf 
hingewiesen, dass er keine Fahrzeuge lenken dürfe (vgl. pag. 34). Der Beschuldig-
te wurde wegen mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung erstinstanzlich schuldig 
gesprochen; dieser Schuldspruch ist in Rechtskraft erwachsen. 

Der Beschuldigte ist absolut uneinsichtig, und es ist fast als dreist zu bezeichnen, 
dass er eine gute halbe Stunde nach der ersten Kontrolle wiederum ein Fahrzeug 
lenkte, was für die zweite Fahrt straferhöhend zu berücksichtigen ist. Die bei bei-
den Fahrten relativ kurze gefahrene Strecke ist zudem kein Minderungsgrund. 
Dass er bei beiden Fahrten mit direktem Vorsatz handelte, ist evident. Anlässlich 
der polizeilichen Einvernahme zur Urkundenfälschung am 6. Februar 2017 – und 
damit vor Begehen der hier fraglichen Strassenverkehrsdelikte – gab der Beschul-
digte noch an, er habe seinen Führerschein freiwillig abgegeben (pag. 22). In der 
oberinstanzlichen Verhandlung sah der Beschuldigte gar eine Mitschuld der Polizei 
an seinem Verhalten (vgl. pag. 451 Z. 26).

Für die erste Fahrt erachtet die Kammer 18 Tagessätze und für die zweite Fahrt 
21 Tagessätze als angemessen. Diese sind im Rahmen der Asperation im Umfang 
von je 2/3, d.h. 12 und 14 Tagessätzen, insgesamt also im Umfang von 26 Tages-
sätzen, zu berücksichtigen.  

23. Täterkomponenten

Der Beschuldigte ist mittlerweile 75 ¾-jährig und wohnt in F.________ (Ort). Er lebt 
von der AHV-Rente und Ergänzungsleistungen (Erhebungsformular wirtschaftliche 
Verhältnisse vom 15. Oktober 2021, pag. 423; Einvernahme oberinstanzliche Ver-
handlung, pag. 446 Z. 29 f.) und hat gemäss eigenen Angaben diverse Schulden in 
unbekannter Höhe (pag. 423.1). Im Betreibungsregisterauszug vom 18. Oktober 
2021 sind Verlustscheine in Höhe von rund CHF 87'600.00 sowie zahlreiche Be-
treibungen vermerkt (pag. 425 ff.). Der Beschuldigte ist hinsichtlich des mehrfachen 
Fahrens ohne Berechtigung geständig, jedoch weder einsichtig noch reuig. Ein Ge-
ständnisrabatt ist diesbezüglich nicht angebracht. Hinsichtlich der Urkundenfäl-
schung ist er nicht geständig. Aus dem Strafregister ist zudem ein neues Verfahren 
wegen Geldwäscherei ersichtlich, welches derzeit beim Regionalgericht Berner Ju-
ra-Seeland hängig ist (pag. 368). Es liegt keine besondere Strafempfindlichkeit vor. 
Der Beschuldigte ist von einer Strafe nicht mehr betroffen als jeder andere in seiner 
Situation. 

Insgesamt sind die Täterkomponenten als neutral zu werten.

27

24. Prüfung Verletzung Beschleunigungsgebot

Jede Person hat in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch 
auf Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]; Art. 6 Ziff. 1 der Konvention 
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]). Dieses 
Beschleunigungsgebot verpflichtet die Behörden, das Strafverfahren beförderlich 
zu führen, um den Beschuldigten nicht unnötig über die gegen ihn erhobenen Vor-
würfe im Ungewissen zu lassen. Welche Verfahrensdauer angemessen ist, hängt 
von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab, diese sind in ihrer Gesamtheit zu 
würdigen. Kriterien für die Angemessenheit der Verfahrensdauer im Rahmen des 
Strafverfahrens sind etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität des Sach-
verhalts, die dadurch gebotenen Untersuchungshandlungen, das Verhalten des 
Beschuldigten und dasjenige der Behörden sowie die Zumutbarkeit für den Be-
schuldigten (HANS MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, N 367). Von 
den Behörden und Gerichten kann nicht verlangt werden, dass sie sich aussch-
liesslich einem einzigen Fall widmen. Aus diesen Gründen sowie aus Gründen fak-
tischer und prozessualer Schwierigkeiten sind Zeiträume, in denen das Verfahrens 
stillsteht, unumgänglich. Wirkt keiner der einzelnen Verfahrensunterbrüche stos-
send, ist eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen. Dabei können Zeiten mit intensi-
ver behördlicher oder gerichtlicher Tätigkeit andere Zeitspannen kompensieren, in 
denen aufgrund der Geschäftslast nichts geleistet wurde. Eine Sanktion drängt sich 
nur auf, wenn seitens der Strafbehörde eine krasse Zeitlücke zu Tage tritt. Dabei 
genügt nicht, dass die eine oder andere Handlung mit einer etwas grösseren Be-
schleunigung hätte vorgenommen werden können (HANS MATHYS, Leitfaden Straf-
zumessung, 2. Aufl. 2019, N 370 mit Verweisen auf die bundesgerichtliche Recht-
sprechung). Das Bundesgericht wertete etwa eine Untätigkeit der Behörden von 13 
oder 14 Monaten im Untersuchungsstadium oder eine Frist von zehn oder elfein-
halb Monaten für die Weiterleitung eines Falles an die Beschwerdeinstanz als 
krasse Zeitlücke, welche eine Sanktion wegen Verletzung des Beschleunigungsge-
bots rechtfertigt (Urteil des Bundesgerichts 6B_390/2012 vom 18. Februar 2013 
E. 4.4 mit Hinweisen). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist darüber 
hinaus eine völlig unverhältnismässig lange Gesamtverfahrensdauer strafmindernd 
zu berücksichtigen, selbst wenn sie keine Verletzung des Beschleunigungsgebots 
darstellt (BSK StPO-SUMMERS, Art. 5 N 8 mit Hinweisen).

Das vorliegende Verfahren wegen Urkundenfälschung wurde am 3. Januar 2017 
mit Strafanzeige der Strafklägerin angehoben (pag. 1 ff.). Am 6. Februar 2017 wur-
de der Beschuldigte polizeilich einvernommen (pag. 21 ff.). Mit Schreiben vom 
20. August 2018 wurde die Kantonspolizei Bern von der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland mit der Vornahme eines Schriftvergleichs beauftragt 
(pag. 7). Nach einem Erinnerungsschreiben der zuständigen Staatsanwaltschaft an 
die Kantonspolizei Bern vom 13. Februar 2019 (pag. 19) informierte der KTD mit 
Bericht vom 20. März 2019 über die Ergebnisse des Schriftvergleichs (pag. 9 ff.). 
Mit Strafbefehl vom 5. April 2019 wurde der Beschuldigte wegen Urkundenfäl-
schung und mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung verurteilt (pag. 52 f.). Dage-
gen erhob der Beschuldigte mit Schreiben vom 23. April 2019 und 28. April 2019 
Einsprache (pag. 59 f.; pag. 67 f.). Die Akten wurden mit Verfügung vom 3. Mai 

28

2019 der Vorinstanz überwiesen (pag. 71). Mit Vorladung vom 7. November 2019 
wurde zur Hauptverhandlung am 13. Dezember 2019 vorgeladen (pag. 75). Die 
Hauptverhandlung wurde abgesetzt, weil die Vorladung der Strafklägerin nicht zu-
gestellt werden konnte (pag. 100). Der Beschuldigte hatte zudem ebenfalls ein 
Verschiebungsgesuch gestellt (pag. 85). Die neu auf den 13. Januar 2020 ange-
setzte Hauptverhandlung wurde abgebrochen, weil der Beschuldigte ein 
Ausstandsgesuch gegen die Vorsitzende stellte (pag. 137 f.). Die Beschwerde-
kammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern stellte in ihrem Be-
schluss vom 6. Februar 2020 fest, der Abbruch der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung wäre nicht notwendig gewesen (pag. 163). Das Ausstandsgesuch wies 
die Beschwerdekammer mit selbigem Beschluss ab (pag. 165). Auf die dagegen 
erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 11. März 2020 nicht 
ein (pag. 172). Die Fortsetzungsverhandlung vom 22. Juni 2020 wurde aufgrund 
eines gutgeheissenen Beweisantrags des Beschuldigten (Einvernahme des sach-
verständigen Zeugen C.________) abgebrochen (pag. 210). Die nächste Fortset-
zungsverhandlung wurde am 25. Februar 2021 (nach Vorladung vom 4. Januar 
2021; pag. 252) durchgeführt (pag. 262), da das Gericht zunächst eine Ergänzung 
zur Handschriftenanalyse des KTD einholte (mit Verfügung vom 25. November 
2020; pag. 223) und in der Folge den bereits gutgeheissenen Beweisantrag des 
Beschuldigten auf Einvernahme des sachverständigen Zeugen C.________ abwies 
(pag. 210; pag. 212 f.; pag. 223 f.; pag. 238; pag. 249). Das erstinstanzliche Urteil 
wurde dem Beschuldigten anlässlich der Fortsetzungsverhandlung vom 25. Febru-
ar 2021 eröffnet; unmittelbar darauf meldete der Beschuldigte Berufung an 
(pag. 266 f.). Die schriftliche erstinstanzliche Urteilsbegründung wurde dem Be-
schuldigten am 27. April 2021 zugestellt (pag. 309). Die oberinstanzliche Verhand-
lung fand am 19. Oktober 2021 statt.

Die Vorinstanz minderte die Strafe des Beschuldigten aufgrund der «doch etwas 
längeren Verfahrensdauer» um 5 Strafeinheiten (E. IV.8. S. 21 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung; pag. 301). 

Anders als die Vorinstanz sieht die Kammer das Beschleunigungsgebot nicht ver-
letzt: Zwar hat das Vorverfahren insbesondere in den Jahren 2017 und 2018 ohne 
ersichtlichen Grund länger gedauert, und tatsächlich hätte die erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung nicht zwangsläufig abgebrochen werden müssen. Der dadurch 
vermiedene Zeitverlust wäre indes marginal gewesen: Es hätten dennoch das 
Ausstandsverfahren vor Ober- und Bundesgericht stattgefunden, wie auch – aus 
Gründen der zusätzlichen Beweiserhebung – zwei weitere erstinstanzliche Fortset-
zungsverhandlung durchgeführt werden müssen. Insgesamt sieht die Kammer hier-
in weder eine ‹krasse Zeitlücke› noch erachtet sie das Verfahren von insgesamt 
4 ¾ Jahren unter Würdigung der gesamten Umstände als derart unverhältnismäs-
sig lang, dass das Beschleunigungsgebot verletzt oder sonstwie eine Strafminde-
rung angezeigt wäre. 

Im Gegensatz zur Vorinstanz nimmt die Kammer deshalb keine Strafminderung 
vor. 

25. Konkretes Strafmass

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Insgesamt erachtet die Kammer nach den vorgenannten Ausführungen für die Ur-
kundenfälschung und das mehrfache Fahren ohne Berechtigung eine Gesamtstrafe 
von 71 Tagessätzen (45 Tagessätze für die Urkundenfälschung, asperiert mit 
12 Tagessätzen für das erste Fahren ohne Berechtigung und 14 Tagessätzen für 
das zweite Fahren ohne Berechtigung) als angemessen. 

Aufgrund des vorliegend geltenden Verschlechterungsverbots ist die Kammer indes 
an das von der Vorinstanz ausgefällte Strafmass von 35 Tagessätzen gebunden. 
Sie fällt deshalb ebenfalls 35 Tagessätze aus.  

26. Höhe des Tagessatzes

Ein Tagessatz beträgt maximal CHF 3'000.00. Das Gericht bestimmt die Höhe des 
Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters 
im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensauf-
wand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenz-
minimum (Art. 34 Abs. 2 aStGB).

Die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten haben sich gemäss Erhebungs-
formular wirtschaftliche Verhältnisse vom 15. Oktober 2021 (pag. 423 f.) und den 
Angaben des Beschuldigten in der oberinstanzlichen Verhandlung (pag. 446 Z. 29 
f. und 34) im Vergleich zum erstinstanzlichen Urteil nicht wesentlich verändert. Die 
Kammer geht wie die Vorinstanz von einem monatlichen Netto-Einkommen von 
CHF 3'000.00 (inkl. der durch die Ausgleichskasse geleisteten Krankenkassenbei-
träge) aus und gewährt in Anwendung der diesbezüglichen bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung (vgl. BGE 134 IV 60 E. 6.5.2 S. 73) einen Pauschalabzug für 
Krankenkasse und Steuern von 50 %. Damit ergibt sich für den Beschuldigten eine 
Tagessatzhöhe von CHF 50.00. 

27. Vollzug der Strafe, Verbindungsbusse

Für die theoretischen Ausführungen kann auf die erstinstanzliche Urteilsbegrün-
dung (E. IV.10. und E. IV.11. S. 21 f.; pag. 301 f.) verwiesen werden.

Aufgrund des Verschlechterungsverbots spricht die Kammer die Geldstrafe wie be-
reits die Vorinstanz bedingt aus, mit der minimalen Probezeit von 2 Jahren. An-
dernfalls wäre aus Sicht der Kammer bei der Beurteilung der Prognose zu berück-
sichtigen, dass der Beschuldigte nicht nur mehrfach (in Bezug auf die Strassenver-
kehrsdelikte) einschlägig vorbestraft ist, sondern gegen ihn seit dem 22. Juli 2021 
ein neues Strafverfahren wegen Geldwäscherei hängig ist. 

Unter den gegebenen Umständen erachtet die Kammer die Auferlegung einer Ver-
bindungsbusse als Denkzettel für zwingend erforderlich. Die VBRS-Richtlinien se-
hen für das (einmalige) Fahren ohne Berechtigung eine Verbindungsbusse von 
mindestens CHF 600.00 vor. Der Kammer erscheint aufgrund der finanziellen Ver-
hältnisse des Beschuldigten und unter Berücksichtigung des Verschlechterungs-
verbots eine Verbindungsbusse von CHF 350.00 (entsprechend 7 Tagessätzen) 
angemessen. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wird in An-
wendung von Art. 106 Abs. 2 aStGB auf 7 Tage bestimmt. Die verbleibenden 
28 Tagessätze werden bedingt ausgesprochen. 

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28. Fazit

Der Beschuldigte wird zu einer Geldstrafe von 28 Tagessätzen zu CHF 50.00, 
ausmachend total CHF 1'400.00, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei ei-
ner Probezeit von 2 Jahren, und zu einer Verbindungsbusse von CHF 350.00, ver-
urteilt. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung der Verbindungs-
busse wird auf 7 Tage bestimmt. 

V. Kosten und Entschädigung

29. Verfahrenskosten

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch 
über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die 
beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, soweit sie verurteilt wird (Art. 426 
Abs. 1 StPO).

Der Beschuldigte wurde sowohl von der Vorinstanz wie auch von der Kammer voll-
umfänglich schuldig gesprochen. Dem Beschuldigten werden deshalb die erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten von CHF 1'650.00 (Kosten der Untersuchung von 
CHF 650.00 und Kosten des Gerichts von CHF 1'000.00) zur Bezahlung auferlegt. 
Für das Widerrufs- und das Zivilverfahren wurden vor der Vorinstanz keine Kosten 
erhoben bzw. ausgeschieden.

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 
im oberinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen vollumfänglich. Die oberin-
stanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf einen Pauschalbetrag von 
CHF 2'500.00, gehen deshalb ebenfalls vollumfänglich zu seinen Lasten. 

30. Entschädigung

Beim vorliegenden Verfahrensausgang hat der Beschuldigte keinen Anspruch auf 
eine Entschädigung seiner Verteidigungskosten (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO e con-
trario).

Die Strafklägerin hat keine Entschädigung geltend gemacht.

31

Dispositiv:

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

Das Widerrufsverfahren PEN .________ wird gestützt auf Art. 46 Abs. 5 aStGB von Amtes 
wegen ohne Erhebung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung 
eingestellt. 

II.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 
25. Februar 2021 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als:

1. A.________ des Fahrens ohne Berechtigung, mehrfach begangen am 5. November 
2017 in Biel, schuldig erklärt wurde;

2. die Zivilklage von B.________ ohne Ausscheidung von Kosten auf den Zivilweg ver-
wiesen wurde.

III. 

A.________ wird schuldig erklärt:

der Urkundenfälschung, begangen am 30. Dezember 2016 in Biel,

und gestützt auf diesen Schuldspruch und den rechtskräftigen Schuldspruch gemäss 
Ziff. II.1. hiervor in Anwendung der Artikel

34, 42 Abs. 1 und 4, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 106, 251 Ziff. 1, 333 aStGB
10 Abs. 2, 95 Abs. 1 lit. b SVG
426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

verurteilt:

1. zu einer Geldstrafe von 28 Tagessätzen zu CHF 50.00, ausmachend total 
CHF 1'400.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-
setzt.

2. zu einer Verbindungsbusse von CHF 350.00.

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 7 Tage festgesetzt.

3. zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 1'650.00.

32

4. zu den oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 2'500.00.

Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Berufungsführer
- der Straf- und Zivilklägerin  
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv; nach unbenutztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)
- dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern (nur Dispositiv; nach 

unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der 
Rechtsmittelbehörde)

Bern, 19. Oktober 2021
(Ausfertigung: 3. März 2022)

Im Namen der 2. Strafkammer

Die Präsidentin i.V.:

Oberrichterin Friederich Hörr

Der Gerichtsschreiber:

Schärer

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.