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**Case Identifier:** a1cb6091-f2a2-5bdf-a59d-01629b9b68e0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-25
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 25.04.2022 470 2022 13 (470 22 13)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-2022-13_2022-04-25.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

25. April 2022 (470 22 13) 

_________________________________________________________________ 

 

Strafprozessrecht 

 

Sistierung des Verfahrens 

 

Die Sistierung des Strafverfahrens mit Blick auf ein anderes Verfahren rechtfertigt sich nur, 

wenn sich das Ergebnis jenes Verfahrens tatsächlich auf das Ergebnis des Strafverfahrens 

auswirken kann und wenn jenes Verfahren die Beweiswürdigung im Strafverfahren erheblich 

erleichtert (E. 3). 

 

 

Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Susanne Afheldt (Ref.),  

Richter Daniel Häring; Gerichtsschreiber Stefan Steinemann 

 

Parteien A.____ GmbH,  

vertreten durch Rechtsanwalt Tamir Livschitz bzw.  

Rechtsanwältin Anja Vogt, 

Bahnhofstrasse 53, 8001 Zürich,  

Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung WK,  

Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal,  

Beschwerdegegnerin 

 

B.____  

vertreten durch Advokat Pascal Riedo,  

Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz,  

Beschuldigter 

  

 

 

Gegenstand Sistierung des Verfahrens 

Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft  

Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, vom 31. Januar 2022 

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A. Am 23. Dezember 2020 erhob die A.____ GmbH mit Sitz in P._____ bei der Staatsan-

waltschaft Basel-Landschaft Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Geschäftsführer B.____ 

(fortan: Beschuldigter) wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Verletzung des Fabrikati-

ons- oder Geschäftsgeheimnisses. Darin warf sie dem Beschuldigten kurz zusammengefasst 

vor, er habe in treuwidriger Weise während des bestehenden Arbeitsverhältnisses mit ihr unter 

Mithilfe seiner Tochter und seinem Sohn in der Schweiz die C.____ GmbH sowie in Deutsch-

land die D.____ GmbH als Konkurrenzunternehmen gegründet und aufgebaut. Überdies habe 

er ihre Geschäftsgeheimnisse (insbesondere den Sourcecode der „E.____“-Software und Kun-

dendaten) gegenüber Mitarbeitern der C.____ GmbH offengelegt. 

Ausserdem reichten die A.____ GmbH und die F.____ GmbH mit Sitz in Q._____/Deutschland 

am 23. Dezember 2020 beim Obergericht des Kantons Solothurn eine Klage gegen die C.____ 

GmbH unter anderem wegen Urheberrechtsverletzungen ein. Zudem erhob die A.____ GmbH 

am 4. Januar 2021 beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West eine Schadenersatzklage 

gegen den Beschuldigten über Fr. 11'901'000.− wegen Verletzung diverser Pflichten im Zu-

sammenhang mit seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der A.____ GmbH. 

B. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, eröffnete am 7. Juni 2021 

ein Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB) und Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses (Art. 162 

StGB; act. AA 90.01.001). 

C. Mit Verfügung vom 31. Januar 2022 sistierte die Staatsanwaltschaft in Anwendung von 

Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO das Strafverfahren gegen den Beschuldigten bis zur Rechtskraft der 

Urteile in den beiden Verfahren (recte wohl: bis zum rechtskräftigen Abschluss der beiden 

Verfahren) vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West (Dossier-Nr. 1._____) und dem 

Obergericht Solothurn (Verfahrens-Nr. 2._____). 

D. Dagegen erhob die A.____ GmbH (fortan: Beschwerdeführerin) beim Kantonsgericht 

Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, mit Eingabe vom 8. Februar 2022 Beschwerde mit 

dem Antrag, die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 31. Januar 2022 sei aufzuheben und 

die Sache an die Staatsanwaltschaft zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der Erwägun-

gen zurückzuweisen (recte wohl: die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, das Strafverfahren 

ohne Verzug fortzusetzen); unter o/e Kostenfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der 

Staatsanwaltschaft. 

E. Mit Präsidialverfügung vom 9. Februar 2022 wurde die Beschwerdeführerin verpflichtet, 

eine Sicherheitsleistung von Fr. 750.− bis zum 21. Februar 2022 zu erbringen. Am 16. Februar 

2022 zahlte die Beschwerdeführerin den Kostenvorschuss in voller Höhe ein. 

F. Der Beschuldigte und die Staatsanwaltschaft begehrten je mit Stellungnahme vom 21. 

Februar 2022 die Abweisung der Beschwerde; unter Kostenfolge zulasten der Beschwerde-

führerin. 

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G. Mit Präsidialverfügung vom 22. Februar 2022 wurde der Schriftenwechsel geschlossen. 

H. Am 28. Februar 2022 reichte die Beschwerdeführerin unaufgefordert eine Replik ein. Der 

Beschuldigte erstattete mit Eingabe vom 11. März 2022 eine Duplik. 

 

Erwägungen 

1. Gegen eine Sistierungsverfügung der Staatsanwaltschaft kann bei der Dreierkammer 

der Abteilung Strafrecht des Kantonsgerichts innert 10 Tagen schriftlich und begründet Be-

schwerde geführt werden (Art. 314 Abs. 5 StPO i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO, Art. 393 Abs. 1 

lit. a StPO und § 15 Abs. 2 EG StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Zur Beschwerde berechtigt ist 

jede Partei, welche ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des 

angefochtenen Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Verlangt das Gesetz – wie vorliegend 

– die Begründung des Rechtsmittels, so hat gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO der Beschwerde-

führer genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides er anficht (lit. a), welche Gründe 

einen anderen Entscheid nahelegen (lit. b) und welche Beweismittel er anruft (lit. c). In der 

schriftlichen Beschwerdebegründung hat der Beschwerdeführer mittels eindeutiger Verwei-

sungen auf die vorinstanzlichen Erwägungen schlüssig darzulegen, weshalb er den angefoch-

tenen Entscheid als fehlerhaft erachtet und die tatsächlichen bzw. rechtlichen Gründe zu nen-

nen, die einen anderen Entscheid nahelegen (BGer 6B_1480/2020 vom 15. Februar 2022 

E. 4.5.2; KELLER, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 396 N 14; CALAME, Commen-

taire romand CPP, 2. Aufl. 2019, Art. 385 N 21; GUIDON, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 

2014, Art. 396 N 9c). Die Beschwerdeführerin ist als Privatklägerin (act. AA 01.05.001) und 

Verfügungsadressatin durch die Sistierung des Strafverfahrens unmittelbar in ihren rechtlich 

geschützten Interessen betroffen und folglich zur Beschwerdeführung legitimiert. Die weiteren 

Beschwerdevoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass und sind allesamt erfüllt. 

Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

2.1 Die Staatsanwaltschaft führt in der angefochtenen Verfügung zur Begründung der 

Sistierung des Strafverfahrens zusammengefasst unter anderem aus, für das in Rede ste-

hende Strafverfahren sei das von der Beschwerdeführerin beim Obergericht Solothurn anhän-

gig gemachte Zivilverfahren insofern konstitutiv, als zunächst die soweit ersichtlich umstritte-

nen Eigentumsverhältnisse an den zentralen Sourcecodes der „E.____“-Software sowie das 

Bestehen allfälliger Nutzungsrechte Dritter daran, welche gegebenenfalls Rechtsgrundlage für 

eine rechtmässige Weitergabe der Sourcecodes bilden könnten, zu klären seien. Die Beurtei-

lung dieser rechtlich komplexen, im Immaterialgüterrecht angesiedelten Fragen präjudiziere 

die Beurteilung des dem Beschuldigten strafrechtlich vorgeworfenen Verhaltens (ungetreue 

Geschäftsbesorgung und Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses) derart, 

dass ohne Klärung dieser Vorfragen die Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten nicht 

zweckmässig fortgeführt werden könne, sondern der Ausgang dieses Verfahrens abzuwarten 

sei. Somit sei der Entscheid des Obergerichts Solothurn unentbehrlich für die vorliegende 

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Strafuntersuchung. Zudem werde der Ausgang dieses Verfahrens die weitere Beweiswürdi-

gung voraussichtlich erheblich erleichtern. Ebenso sei für das vorstehende Strafverfahren ent-

scheidend, ob und gegebenenfalls welche zivilrechtlichen Verfehlungen sich der Beschuldigte 

als Geschäftsführer der Beschwerdeführerin habe zu Schulden kommen lassen, so dass sich 

auch das Ergebnis des basellandschaftlichen Zivilverfahrens tatsächlich auf die Strafuntersu-

chung auswirken werde und dieses die weitere Beweiswürdigung voraussichtlich erheblich zu 

erleichtern vermöge. Um widersprüchliche Endentscheide zwischen den genannten Zivilver-

fahren und dem vorliegenden Strafverfahren zu vermeiden sowie in Anbetracht des Umstands, 

dass im Strafverfahren die unaufschiebbaren Untersuchungshandlungen erfolgt seien (Siche-

rung der Webseiten, Ersteinvernahme des Beschuldigten etc.) und daher kein Beweisverlust 

drohe, sei die Sistierung des Strafverfahrens bis zum Vorliegen der rechtskräftigen Entscheide 

in den Zivilverfahren angezeigt. Die Sistierung rechtfertige sich überdies umso mehr, als ins-

besondere das Zivilverfahren vor dem Obergericht Solothurn offenbar bereits weit fortgeschrit-

ten sei. Zudem bestehe keine Gefahr der Strafverfolgungsverjährung, da diese frühestens im 

Jahre 2028 bzw. 2033 eintreten werde. Ferner rechtfertige auch die starke zivilrechtliche Kon-

notation des Strafverfahrens dessen Sistierung. 

2.2 Die Beschwerdeführerin wendet dagegen in ihrer Beschwerde zusammengefasst ins-

besondere ein, in der angefochtenen Sistierungsverfügung werde verkannt, dass die im vor 

dem Obergericht Solothurn anhängigen Zivilverfahren unter anderem zu klärende Frage be-

treffend die Rechteinhaberschaft an der „E.____“-Software und die im Zivilverfahren vor dem 

Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West zu entscheidenden arbeits- und gesellschaftsrechtli-

chen Fragen für den Grossteil der im Strafverfahren abzuklärenden Delikte nicht konstitutiv 

seien. So habe der Entscheid des Obergerichts Solothurn, welcher sich auf Fragen zur Recht-

einhaberschaft an der „E.____“-Software beschränke, im Wesentlichen keine konstitutive Wir-

kung für die Beurteilung der Tatbestandsmässigkeit der ungetreuen Geschäftsbesorgung. 

Folglich müsse ein Urteil im solothurnischen Zivilverfahren nicht abgewartet werden. Die Vor-

aussetzungen für eine Verfahrenssistierung seien daher insoweit nicht erfüllt. Sodann seien 

die vom Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West im Zusammenhang mit dem Tatbestand der 

ungetreuen Geschäftsbesorgung zu beurteilenden zivilrechtlichen Fragen wenig komplex, 

weshalb die Staatsanwaltschaft diese vorfrageweise entscheiden könne. Die Voraussetzun-

gen einer Verfahrenssistierung seien mithin auch in Bezug auf das basellandschaftliche Zivil-

verfahren nicht gegeben. Im Weiteren sei zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte die 

Sourcecodes des Moduls für die technische Gebäudeausrüstung (S._____-Modul) bereits ein 

Jahr vor dem Abschluss der Lizenzvereinbarung zwischen der Beschwerdeführerin und der 

G.____ AG im September 2020 übergeben habe. Die vom Beschuldigten durch die Übergabe 

des Sourcecodes des S._____-Moduls mutmasslich erfüllte Verletzung des Fabrikations- oder 

Geschäftsgeheimnisses habe dieser somit zu einem Zeitpunkt begangen, in welchem einzig 

die Beschwerdeführerin Rechteinhaberin am S._____-Modul gewesen sei. Die Urteile in den 

beiden vorgenannten Zivilverfahren hätten daher auch in dieser Hinsicht keine konstitutive 

Wirkung, weshalb diese nicht abgewartet werden müssten. Ferner sei zu beachten, dass der 

Zweck der Sistierung einer Strafuntersuchung nicht in der Vermeidung widersprechender Ur-

teile liege, sehe doch Art. 53 OR ausdrücklich vor, dass das Zivilgericht bei der Beurteilung 

der Schuldfrage und der Schadensbestimmung nicht an die Erkenntnisse des Strafgerichts 

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gebunden sei. Im Übrigen würden sich die beiden Zivilverfahren bis zu deren rechtskräftigen 

Abschluss noch mehrere Jahre hinziehen, weshalb die Sistierungsverfügung auch aus Grün-

den des Beschleunigungsgebots aufzuheben sei. 

3. Gemäss Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO kann die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung 

namentlich sistieren, wenn der Ausgang des Strafverfahrens von einem anderen Verfahren 

abhängt und es angebracht erscheint, dessen Ausgang abzuwarten. 

Beim anderen Verfahren kann es sich insbesondere um ein Zivilverfahren handeln. Art. 314 

Abs. 1 lit. b StPO stellt eine blosse Kann-Bestimmung dar. Wie sich auch aus dem darin ent-

haltenen Passus „angebracht erscheint“ ergibt, räumt sie der Staatsanwaltschaft einen erheb-

lichen Ermessensspielraum ein. Die Sistierung setzt objektive Gründe, mithin einen engen 

sachlichen Konnex zwischen der Strafuntersuchung und dem anderen Verfahren, voraus. Ein 

identischer Streitgegenstand ist jedoch nicht erforderlich. Auch steht einer Sistierung nicht ent-

gegen, dass im Zivilprozess nicht dieselben Personen Parteien sind wie im Strafverfahren 

(BGer 1B_21/2015 vom 1. Juli 2015 E. 2.4). Die Sistierung des Strafverfahrens mit Blick auf 

ein anderes Verfahren rechtfertigt sich indes nach der bundesgerichtlichen Praxis nur, wenn 

sich das Ergebnis jenes Verfahrens tatsächlich auf das Ergebnis des Strafverfahrens auswir-

ken kann und wenn jenes Verfahren die Beweiswürdigung im Strafverfahren erheblich erleich-

tert (BGer 1B_66/2020 vom 2. Dezember 2020 E. 3.2; 1B_563/2019 vom 9. Juni 2020 

E. 4.1.2). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist etwa die Sistierung eines Straf-

verfahrens wegen Urkundenfälschung und Betrugs bis zum Zivilurteil über eine arbeitsrechtli-

che Streitigkeit begründet, wenn es in einem bereits weit fortgeschrittenen Zivilverfahren um 

die Feststellung von Tatsachen (Wahrheitsgehalt einer Parteiaussage, Richtigkeit von schrift-

lichen Unterlagen) geht und diese für das strafrechtliche Verfahren offenkundig von Nutzen 

sind (BGer 1B_421/2012 vom 19. Juni 2013). Dasselbe gilt für die Sistierung eines Strafver-

fahrens wegen unlauteren Wettbewerbs, wenn dieselben Fragen in einem schon fortgeschrit-

tenen Zivilverfahren behandelt werden (BGer 1B_21/2015 vom 1. Juli 2015). Ebenso ist in ei-

nem Strafverfahren betreffend die Vernachlässigung von Unterhaltspflichten zuerst das Er-

gebnis des Revisionsverfahrens bezüglich des Zivilurteils, welches die Unterhaltspflicht betrifft, 

abzuwarten (SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2018, Art. 314 N 6). In einem 

Strafverfahren, in dem die zivilrechtliche Frage zu klären war, ob ein Vertrag zufolge unzuläs-

siger Rückdatierung ungültig war, erachtete das Bundesgericht hingegen die Sistierung der 

Strafuntersuchung für nicht angezeigt, da die Strafbehörden besser als das Zivilgericht in der 

Lage seien, den Sachverhalt zu klären, namentlich aufgrund der Möglichkeit zur Anordnung 

von Zwangsmassnahmen (BGer 1B_67/2011 vom 13. April 2011; zum Ganzen: GRODECKI/ 

CORNU, Commentaire romand CPP, a.a.O., Art. 314 N 14b).  

Eine Sistierung der Strafuntersuchung bis zum rechtskräftigen Abschluss eines Zivilverfahrens 

dient der Prozessökonomie. Überdies hat das Institut der Sistierung der Strafverfahrens zum 

Zweck, den Missbrauch der für den Anzeigeerstatter kostengünstigen strafprozessualen Amts-

ermittlung zur inzidenten Klärung zivilrechtlicher Streitfragen zu verhindern und der Gefahr 

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vorzubeugen, dass das Strafverfahren im Hinblick auf einen Zivilprozess zur Beweisausfor-

schung („fishing expedition“) missbraucht wird (BGer 1B_66/2020 vom 2. Dezember 2020 

E. 3.2; BOSSHARD/LANDSHUT, Zürcher Kommentar StPO, a.a.O., Art. 314 N 14; vgl. 

STUCKENBERG, in: Löwe/Rosenberg [Hrsg.], Grosskommentar StPO/GVG, 26. Aufl. 2013, 

§ 262 N 2).  

Das Beschleunigungsgebot (Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 5 Abs. 1 StPO) setzt der Sistierung des 

Strafverfahrens Grenzen. Das Gebot wird verletzt, wenn das Strafverfahren ohne objektiven 

Grund sistiert wird. Die Sistierung hängt von einer Abwägung der betroffenen Interessen ab; 

sie ist mit Zurückhaltung anzuordnen. Mitzuberücksichtigen ist insbesondere, ob ein kohären-

ter Zivilprozess schon relativ weit fortgeschritten ist (BGer 1B_66/2020 vom 2. Dezember 2020 

E. 3.2; 1B_563/2019 vom 9. Juni 2020 E. 4.1.2). Eine Sistierung kommt allerdings nicht infrage, 

wenn die Gefahr der Strafverfolgungsverjährung oder ein definitiver Beweismittelverlust droht 

(BOSSHARD/LANDSHUT, Zürcher Kommentar StPO, a.a.O., Art. 314 N 14). 

4. Im vorliegenden Fall ist zunächst zu prüfen, ob – und falls ja, inwieweit – sich die 

Ergebnisse der Zivilverfahren tatsächlich auf die Beurteilung des von den Strafbehörden zu 

untersuchenden Sachverhalts auswirken und die Beweiswürdigung im Strafverfahren erheb-

lich erleichtern können. 

4.1 Hierfür ist zum einen von Bedeutung, was Thema der Zivilprozesse bildet:  

4.1.1.1 Die Beschwerdeführerin und die F.____ GmbH verlangten mit ihrer am 23. Dezember 

2020 beim Obergericht Solothurn erhobenen Klage unter anderem, der C.____ GmbH sei un-

ter Androhung der Bestrafung ihrer Organe gemäss Art. 292 StGB mit Busse im Widerhand-

lungsfall zu verbieten, die klägerische „E.____“-Software zu kopieren, zu vervielfältigen, zu 

ändern, sonstwie umzugestalten, zu warten oder zu bearbeiten; der C.____ GmbH sei unter 

Androhung der Bestrafung ihrer Organe nach Art. 292 StGB mit Busse im Widerhandlungsfall 

zu verbieten, entgeltlich oder unentgeltlich Software in den Verkehr zu bringen, zum Download 

anzubieten, sonstwie zugänglich zu machen oder zu verbreiten, und an den genannten Hand-

lungen mitzuwirken oder solche zu begünstigen, soweit solche Software ganz oder teilweise 

eine Kopie der „E.____“-Software oder eine geänderte Fassung, eine sonstige Umgestaltung 

oder Bearbeitung der „E.____“-Software darstellt; und die C.____ GmbH sei zu verpflichten, 

der Beschwerdeführerin und der F.____ GmbH einen nach erfolgter Rechnungslegung durch 

die C.____ GmbH zu beziffernden Betrag zu bezahlen. Zur Begründung wurde zusammenge-

fasst insbesondere ausgeführt, die C.____ GmbH vertreibe seit Ende März 2019 mit der 

"H.____"-Software auf dem schweizerischen und dem deutschen Markt eine Eins-zu-eins-Ko-

pie der „E.____“-Software bzw. zumindest eine Eins-zu-eins-Kopie des Fabrikplanungsmoduls 

der „E.____“-Software. Die Beschwerdeführerin und die F.____ GmbH hätten der C.____ 

GmbH nie irgendwelche Rechte an der Verwendung, Abänderung, Wartung oder Verbreitung 

der „E.____“-Software eingeräumt. Die C.____ GmbH habe unter Verletzung der Urheber-

rechte der Beschwerdeführerin und der F.____ GmbH das Modul Fabrikplanung der „E.____“-

Software oder Teile davon kopiert und durch die „H.____“-Software verbreitet. Seit Kurzem 

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kopiere die C.____ GmbH auch andere Module (Gebäudetechnik [S._____] und Anlagenpla-

nung) der „E.____“-Software und verbreite diese als „H.____ Infrastruktur (S._____)“. Das Ko-

pieren und Verbreiten von Bestandteilen der „E.____“-Software stelle eine unbefugte Verwer-

tung fremder Leistungen im Sinne von Art. 5 UWG dar. Gestützt auf Art. 5 lit. b und c UWG in 

Verbindung mit Art. 9 Abs. 1 UWG sei der C.____ GmbH die weitere Verbreitung der fraglichen 

Software zu untersagen. Zudem sei die C.____ GmbH gegenüber der Beschwerdeführerin 

und der F.____ GmbH schadenersatzpflichtig geworden bzw. zur Gewinnherausgabe ver-

pflichtet.  

4.1.1.2 Mit Klageantwort vom 13. April 2021 beantragte die C.____ GmbH beim Obergericht 

Solothurn die Abweisung der Klage. Als Begründung machte sie zusammengefasst namentlich 

geltend, die Beschwerdeführerin habe während Jahren für den J.____ Verband gearbeitet, zu 

dessen Mitgliedern namentlich die K.____ AG, die L.____ AG, die M.____ AG (G.____ AG) 

und die N.____ AG (fortan: „J.____ Verbandsmitglieder“) gehörten. Dem Vernehmen nach 

seien die Auftraggeber der Beschwerdeführerin mit der Letzteren in jüngster Zeit nicht mehr 

zufrieden gewesen und hätten sich deshalb entschieden, die Aufträge ab dem Jahre 2019 

anderweitig zu vergeben, und zwar an die C.____ GmbH. Die Urheberrechte an der von der 

Beschwerdeführerin verwendeten „E.____“-Software seien entweder ausschliesslich den 

J.____ Verbandsmitgliedern zugestanden, oder diese hätten im Rahmen einer umfassenden 

Lizenz frei darüber verfügen können. In jedem Fall hätten die J.____ Verbandsmitglieder die 

genannten Softwarekomponenten an die C.____ GmbH zur Wartung, zur Weiterentwicklung 

oder zum Vertrieb weitergeben können. Somit könne keine Rede davon sein, dass die C.____ 

GmbH in Verletzung von Art. 5 UWG unbefugt ein fremdes Arbeitsergebnis verwertet habe 

bzw. verwerte. 

4.1.1.3 Die Beschwerdeführerin und die F.____ GmbH brachten mit ihrer am 7. September 

2021 dem Obergericht Solothurn erstatteten Replik insbesondere vor, der Einwand der C.____ 

GmbH, die Klagesoftware nicht kopiert, sondern rechtmässig im Sourcecode von den J.____ 

Verbandsmitgliedern erhalten zu haben, gehe fehl. Denn den J.____ Verbandsmitgliedern 

seien keine solch umfassende Rechte an der „E.____“-Software – zumindest nicht an der Ba-

sissoftware der Fabrikplanung und erst recht nicht am S._____-Modul – zugekommen. Dies 

belegten die langjährigen Lizenzzahlungen der J.____ Verbandsmitglieder an die Beschwer-

deführerin, das über 20 Jahre hinweg unbestrittenermassen auf der Software angebrachte 

Copyright-Zeichen der Beschwerdeführerin, der zwischen dem Beschuldigten und der I.____ 

AG unterzeichnete Kauf- und Abtretungsvertrag aus dem Jahre 2001 sowie der Vertrieb der 

Software durch die Beschwerdeführerin auch ausserhalb der Automobilindustrie. Zudem 

könne sich die C.____ GmbH wegen ihres bereits erwähnten Insiderwissens nicht auf den 

gutgläubigen Empfang und Nutzen der „E.____“-Software bzw. der Eins-zu-eins-Kopie 

(„H.____“-Software) berufen. 

4.1.2.1 Die Beschwerdeführerin beantragte überdies mit Klage vom 1. September 2021 beim 

Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West, der Beschuldigte sei zu verpflichten, ihr 

Fr. 11'901'000.− zu bezahlen. Zur Begründung brachte sie zusammengefasst unter anderem 

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vor, der Beschuldigte habe während des bestehenden Arbeitsverhältnisses mit ihr die Konkur-

renzgesellschaft C.____ GmbH gegründet, um sie systematisch hinsichtlich ihres Kernpro-

dukts, der „E.____“-Software, ihren Mitarbeitern sowie ihren Hauptkunden auszuhöhlen. Der 

Beschuldigte habe das ihm obliegende arbeitsvertragliche und gesellschaftsrechtliche Konkur-

renzverbot mehrfach verletzt, indem er mit seinen Nachkommen während des bestehenden 

Arbeitsverhältnisses mit ihr ein Konkurrenzunternehmen gegründet und aufgebaut habe sowie 

für dieses tätig gewesen sei. Der Beschuldigte habe die ihm im Rahmen der arbeitsrechtlichen 

Treuepflicht obliegende Auskunfts- und Mitteilungspflicht verletzt, indem er sie nicht über die 

Gründung und Aktivitäten der C.____ GmbH sowie die dadurch ihr zugefügten erheblichen 

Schädigungen informiert, sondern dies absichtlich verschwiegen habe. Der Beschuldigte habe 

durch die treuwidrige Abwerbung von Mitarbeitern sowie von Hauptkunden innert weniger Mo-

nate nach der Gründung der C.____ GmbH die ihm obliegende Treuepflicht gegenüber ihr 

verletzt. Der Beschuldigte habe die ihm als Geschäftsführer der Beschwerdeführerin oblie-

gende Geheimhaltungspflicht verletzt, indem er vertrauliche Informationen zwecks Aufbaus 

des Konkurrenzunternehmens C.____ GmbH und Abwerbung ihrer Hauptkunden verwendet 

habe. Als Folge der mehrfachen schuldhaften Verletzung der arbeitsvertraglichen und gesell-

schaftsrechtlichen Pflichten durch den Beschuldigten sei ihr Unternehmenswert seit dem Jahre 

2018 um insgesamt mindestens Fr. 19'500'000.− gesunken, wovon mit vorliegender Klage 

Fr. 11'901'000.− (unter Vorbehalt der Mehrforderung) geltend gemacht würden.  

4.1.2.2 Der Beschuldigte begehrte mit der am 11. Februar 2022 dem Zivilkreisgericht Basel-

Landschaft West erstatteten Klageantwort die Abweisung der Klage. Zur Begründung machte 

er zusammengefasst namentlich geltend, die Beschwerdeführerin habe jahrelang die Soft-

wareentwicklung für die J.____ Verbandsmitglieder in den Bereichen der Fabrikplanung und 

Gebäudetechnik (S._____) besorgt. Dass die J.____ Verbandsmitglieder den (Weiter-)Ent-

wicklungsauftrag ihrer Fabrikplanungs- und S._____-Software zwischenzeitlich auf andere 

Unternehmen übertragen und ehemalige Mitarbeitende der Beschwerdeführerin ihren Arbeit-

geber gewechselt hätten, sei einzig auf den (letztlich gescheiterten) Plan der Eigentümer der 

Beschwerdeführerin zurückzuführen, diese an die O.____ Inc. in R._____/USA zu verkaufen.  

Die Module für die Fabrikplanung seien von Beginn weg von den J.____ Verbandsmitgliedern 

in Auftrag gegeben worden. Es habe sich um so genannte Auftragsentwicklungen der jeweili-

gen J.____ Verbandsmitglieder gehandelt. Die betreffenden Allgemeinen Geschäfts- resp. 

Einkaufsbedingungen hätten allesamt vorgesehen, dass die Rechte an den Arbeitsergebnis-

sen ab dem Zeitpunkt ihrer Entstehung sofort dem jeweiligen Auftraggeber, d.h. dem auftrag-

gebenden J.____ Verbandskunden, zufalle oder von diesen zumindest uneingeschränkt und 

ausschliesslich benutzt werden könnten. Damit sei erstellt, dass die Urheber- und Nutzungs-

rechte an den Modulen für die Fabrikplanung den J.____ Verbandsmitgliedern zugestanden 

seien. Dem Beschuldigten könne daher nicht vorgeworfen werden, als Geschäftsführer der 

Beschwerdeführerin die Sourcecodes der Letzteren an der Software für die Fabrikplanung an 

das Konkurrenzunternehmen C.____ GmbH weitergegeben zu haben, da die Beschwerdefüh-

rerin gar nicht über die entsprechenden Rechte verfügt habe. Sodann seien bis zum beabsich-

tigten Verkauf der Beschwerdeführerin an die O.____ Inc. die Rechte an den S._____-Modu-

len und den gemeinsamen Bibliotheken nie ein Thema zwischen der Beschwerdeführerin und 

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der G.____ AG gewesen. Im Hinblick auf den geplanten Verkauf hätten die Beschwerdeführe-

rin und die G.____ AG eine Lizenzvereinbarung geschlossen, wonach sowohl die Beschwer-

deführerin als auch die G.____ AG alle S._____-Module und sämtliche gemeinsamen Biblio-

theken uneingeschränkt benutzen dürften. Auch im Zusammenhang mit dem Vorwurf, der Be-

schuldigte habe sich der Sourcecodes der S._____-Module behändigt und diese an das Kon-

kurrenzunternehmen C.____ GmbH weitergegeben, sei also festzuhalten, dass dies falsch sei. 

Die G.____ AG habe kraft der Lizenzvereinbarung die entsprechenden Nutzungsrechte inne-

gehabt und daher die S._____-Module sowie die gemeinsamen Bibliotheken durch die C.____ 

GmbH weiterentwickeln lassen können.  

Im Weiteren sei zu beachten, dass die Beschwerdeführerin bei der Beendigung des Arbeits-

verhältnisses mit dem Beschuldigten am 30. November 2020 bereits Kenntnis von sämtlichen 

heute dem Beschuldigten unterstellten Pflichtverletzungen gehabt habe. Angesichts dieser 

Tatsache hätte die Beschwerdeführerin den Beschuldigten spätestens mit Beendigung des 

Arbeitsverhältnisses informieren müssen, dass sie noch Ansprüche gegen ihn habe. Dies habe 

sie jedoch nicht getan, sondern nachweislich den letzten Lohn vorbehaltlos ausbezahlt. Ge-

mäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGer 4A_351/2011 vom 5. September 2011 

E. 2.2) habe die Beschwerdeführerin damit auf die Geltendmachung eines Schadenersatzan-

spruchs verzichtet. 

4.2 Zum anderen interessiert im vorliegenden Zusammenhang, was genau das Thema 

der gegen den Beschuldigten geführten Strafuntersuchung ist.  

Die Staatsanwaltschaft führt ein Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen ungetreuer 

Geschäftsbesorgung und Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses. Dem 

Beschuldigten wirft sie namentlich vor, während seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Be-

schwerdeführerin im August und September 2018 die C.____ GmbH und D.____ GmbH zu-

sammen mit ihm nahestehenden Personen (mit-)aufgebaut bzw. diese Gesellschaften beim 

Aufbau und bei deren Betriebstätigkeit unterstützt zu haben, wodurch er die ihm als Geschäfts-

führer der Beschwerdeführerin obliegenden Pflichten verletzt und diese Konkurrenzunterneh-

men begünstigt haben solle. Dabei solle er insbesondere Organen bzw. Mitarbeitenden der 

C.____ GmbH und D.____ GmbH vertrauliche Informationen über die Geschäftstätigkeit der 

Beschwerdeführerin resp. der F.____ GmbH im Zusammenhang mit deren mutmasslichem 

„Kernprodukt“, der „E.____“-Software, preisgegeben resp. zumindest eine derartige Preisgabe 

durch Mitarbeitende der Beschwerdeführerin und der F.____ GmbH ermöglicht haben. Davon 

solle namentlich die Preisgabe des Sourcecodes der „E.____“-Software an die C.____ GmbH 

und D.____ GmbH betroffen sein. Ebenso solle er noch während seiner Anstellung bei der 

Beschwerdeführerin zwecks Aufbaus der Konkurrenztätigkeit Kunden und Mitarbeiter der Letz-

teren abgeworben haben (act. AA 01.01.001 ff., AA 10.01.002). Ausserdem solle er seiner 

gegenüber der Eigentümerschaft der Beschwerdeführerin bestehenden Rapportierungspflicht 

im Zusammenhang mit dem Entscheid der J.____ Verbandsmitglieder, die Zusammenarbeit 

mit der Beschwerdeführerin zu beenden, nicht nachgekommen sein (vgl. Beschwerde S. 15 f.). 

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Weiter solle er es ab zirka August 2018 trotz der ihm als Geschäftsführer der Beschwerdefüh-

rerin obliegenden Pflichten wissen- und willentlich unterlassen haben, irgendwelche Massnah-

men zu ergreifen, um die durch die Abwanderung namhafter Kunden weg von der Beschwer-

deführerin und der F.____ GmbH hin zur C.____ GmbH und D.____ GmbH bedrohte Betrieb-

stätigkeit der Beschwerdeführerin zu schützen und entsprechende Vermögenseinbussen bei 

der Beschwerdeführerin sowie deren Mutter- und Schwestergesellschaft zu verhindern (act. 

AA 01.01.001 ff., AA 10.01.002).  

4.3.1 Zentraler Streitgegenstand des Zivilprozesses vor dem Obergericht Solothurn bildet 

insbesondere die Frage, ob die C.____ GmbH Urheberrechte der Beschwerdeführerin verletzt 

und damit eine fremde Leistung, namentlich Arbeitsergebnisse der Beschwerdeführerin und 

der F.____ GmbH, verwertet hat. Zur Klärung dieses Streitpunkts ist vorweg die Frage zu be-

antworten, ob der Beschwerdeführerin in der streitgegenständlichen Zeit die Rechteinhaber-

schaft am Fabrikplanungsmodul und anderen Modulen der „E.____“-Software zugekommen 

ist, oder ob die Urheberrechte an den betreffenden Modulen der „E.____“-Software den J.____ 

Verbandsmitgliedern zugestanden sind bzw. die Letzteren aufgrund einer umfassenden Lizenz 

frei darüber haben verfügen können. Im Strafverfahren gegen den Beschuldigten, der Ge-

schäftsführer der Beschwerdeführerin war, sind diese Fragen ebenfalls von grundlegender 

Bedeutung. Eine Abweisung der Klage der Beschwerdeführerin und der F.____ GmbH durch 

das Obergericht Solothurn würde die sich auch im Strafverfahren stellenden zentralen Sach-

verhaltsfragen im Zusammenhang mit der dem Beschuldigten vorgeworfenen Preisgabe der 

betreffenden Komponenten der „E.____“-Software bzw. der diesbezüglichen Sourcecodes   

voraussichtlich in dem Sinne klären, dass für den angezeigten Tatbestand der Verletzung des 

Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses kein Raum und für den Tatbestand der qualifizier-

ten ungetreuen Geschäftsbesorgung teilweise kein Raum mehr bliebe. Demnach besteht zwi-

schen dem Zivilprozess und dem Strafverfahren ein enger sachlicher Konnex. Vor dem Hin-

tergrund des Ausgeführten ergibt sich, dass sich der Ausgang des solothurnischen Zivilverfah-

rens tatsächlich auf das Ergebnis des Strafprozesses auswirken kann und die Erkenntnisse 

im Zivilverfahren die Strafuntersuchung erheblich erleichtern können. Im Strafverfahren er-

scheint auch eine vorfrageweise Beurteilung der zivilrechtlichen Fragen, die bereits im solo-

thurnischen Prozess zu beurteilen sind, angesichts deren Komplexität nicht angebracht. Vor 

dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen erscheint es als angezeigt, den rechtskräf-

tigen Abschluss des solothurnischen Zivilverfahrens abzuwarten.  

4.3.2 Im Schadenersatzprozess vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West ist na-

mentlich streitig, ob der Beschuldigte als Geschäftsführer der Beschwerdeführerin die Letztere 

geschädigt hat, indem er die C.____ GmbH als Konkurrenzunternehmen gegründet sowie auf-

gebaut hat und dabei die in Rede stehenden Module der „E.____“-Software bei der C.____ 

GmbH verwendet sowie Mitarbeitende und die Hauptkunden der Beschwerdeführerin abge-

worben hat; ob der Beschuldigte die Beschwerdeführerin durch die unterlassene Information 

über die Aktivitäten der C.____ GmbH geschädigt hat, sowie, ob der Beschuldigte die Be-

schwerdeführerin durch unzulässige Verwendung ihrer Geschäftsgeheimnisse geschädigt hat. 

Im Strafverfahren gegen den Beschuldigten ist die Beantwortung dieser Fragen gleichfalls von 

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entscheidender Bedeutung. Eine Abweisung der Schadenersatzforderung der Beschwerde-

führerin durch das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West würde die sich auch im Strafver-

fahren stellenden zentralen Sachverhaltsfragen voraussichtlich in dem Sinne klären, dass in 

Bezug auf die genannten, dem Beschuldigten vorgeworfenen Verfehlungen für eine Verurtei-

lung wegen Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses und qualifizierter un-

getreuer Geschäftsbesorgung kein Raum mehr bliebe. Zwischen dem basellandschaftlichen 

Zivilverfahren und der Strafuntersuchung besteht somit ein enger sachlicher Zusammenhang. 

Im Lichte des Dargestellten folgt, dass sich der Ausgang des Schadenersatzprozesses effektiv 

auf das Resultat des Strafverfahrens auswirken kann und die Erkenntnisse im Zivilverfahren 

die Strafuntersuchung erheblich erleichtern können. Im vorliegenden Strafverfahren erscheint 

auch eine vorfrageweise Beurteilung der zivilrechtlichen Fragen, die bereits im baselland-

schaftlichen Schadenersatzprozess zu entscheiden sind, nicht angezeigt. Grundsätzlich sind 

die Strafbehörden zwar gehalten, Fragen nach zivilrechtlichen Pflichtverletzungen eines Ge-

schäftsführers einer Kapitalgesellschaft abzuklären. Insbesondere mit Blick darauf, dass allein 

die im beinahe 150 Seiten umfassenden ersten Schriftenwechsel aufgeworfenen mannigfalti-

gen Fragen nach zivilrechtlichen Pflichtverletzungen des Beschuldigten als ehemaliger Ge-

schäftsführer der Beschwerdeführerin komplex ausfallen, ist es nicht geboten, die Strafbehör-

den zu verpflichten, die betreffenden Fragen vorfrageweise abzuklären. Auch erscheint die 

Frage betreffend die Verletzung eines Geschäftsgeheimnisses durch den Beschuldigten als 

komplex. Aufgrund all des Ausgeführten erweist es sich als angebracht, den rechtskräftigen 

Abschluss des basellandschaftlichen Zivilverfahrens abzuwarten.  

4.3.3  Sowohl im Straf- als auch im Zivilverfahren stehen die zivilrechtliche Frage nach der 

Rechteinhaberschaft an den betreffenden Komponenten der „E.____“-Software sowie die 

Frage nach der Verletzung von arbeits- und gesellschaftsrechtlichen Pflichten des Beschul-

digten als Geschäftsführer der Beschwerdeführerin im Vordergrund. Diese Fragen werden ins-

besondere mit Hilfe des Urheber-, Vertrags-, Haftpflicht- und Gesellschaftsrechts zu entschei-

den sein. Überdies ist zu beachten, dass im Zentrum des basellandschaftlichen Zivilprozesses 

die Beurteilung der Schadenersatzforderung in Höhe von Fr. 11'901'000.− steht. Demnach 

überwiegt in beiden Verfahren offenkundig die zivilrechtliche Komponente, was es als ange-

bracht erscheinen lässt, die Ergebnisse aus den Zivilprozessen abzuwarten.  

4.3.4 Im Ergebnis ist festzuhalten, dass es als zweckmässig erscheint, den rechtskräftigen 

Abschluss des solothurnischen wie auch des basellandschaftlichen Zivilverfahrens abzuwar-

ten und die Strafuntersuchung entsprechend zu sistieren. 

4.4 Eine Sistierung des Strafverfahrens zwecks Abwartens des Ausgangs der zwei in 

Rede stehenden Zivilverfahren ist demnach objektiv begründet, weshalb die Sistierung an sich 

selbst grundsätzlich keine Verletzung des Beschleunigungsgebots darstellt. Es besteht auch 

kein Grund zur Annahme, dass die beiden Zivilverfahren nicht innerhalb einer angemessenen 

Frist abgeschlossen werden. Der solothurnische Zivilprozess ist bereits relativ weit fortge-

schritten. So erstatteten die Beschwerdeführerin und die F.____ GmbH bereits am 7. Septem-

ber 2021 die Replik. Mit Verfügung vom 16. Februar 2022 erstreckte der Instruktionsrichter 

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des Obergerichts Solothurn der Streitberufenen G.____ AG die Frist zur Bekanntgabe, ob sie 

zu Gunsten der Partei, die ihr den Streit verkündet hat, ohne weitere Voraussetzungen inter-

veniert; oder anstelle der Partei, die ihr den Streit verkündet hat, mit deren Einverständnis den 

Prozess führt, einmalig bis zum 28. Februar 2022. Zudem ist zu beachten, dass der Präsident 

des Obergerichts Solothurn mit Verfügung vom 3. Januar 2022 angekündigt hat, dass der 

C.____ GmbH nach Eingang der Erklärung bzw. nach ungenutztem Fristablauf zur Erklärung 

der Streitberufenen G.____ AG eine kurze Frist zur Einreichung der Duplik angesetzt wird. Vor 

diesem Hintergrund ist damit zu rechnen, dass das Obergericht Solothurn in nächster Zeit die 

Zivilklage beurteilen wird. Auch im basellandschaftlichen Schadenersatzprozess ist davon 

auszugehen, dass in absehbarer Zeit ein Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft 

West ergehen wird, wurde doch die Klageantwort bereits am 11. Februar 2022 erstattet. Über-

dies ordnete das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West mit Verfügung vom 15. Februar 2022 

bereits den zweiten Schriftenwechsel an und setzte der Beschwerdeführerin Frist bis zum 

15. März 2022, um eine schriftliche Replik einzureichen. Im Übrigen sei an dieser Stelle ange-

merkt, dass das Abwarten des rechtskräftigen Abschlusses der Zivilprozesse zwar zunächst 

zu einer zeitlichen Verzögerung der Strafuntersuchung führt. Jedoch ist grundsätzlich zu er-

warten, dass die resultierenden Erkenntnisse aus den Zivilprozessen eine erhebliche Be-

schleunigung des Strafverfahrens bewirken und damit die Verzögerung des Strafprozesses 

zumindest teilweise kompensiert wird. Schliesslich bleibt festzustellen, dass der Eintritt der 

Strafverfolgungsverjährung in casu noch lange nicht droht. Vorweg ist in diesem Zusammen-

hang zu bemerken, dass die Staatsanwaltschaft zwar am 7. Juni 2021 lediglich ein Strafver-

fahren wegen einfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

eröffnet hatte (act. AA 90.01.001). Die Strafuntersuchung ist jedoch augenscheinlich auf den 

qualifizierten Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 

StGB ausgedehnt worden. Davon geht auch die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 

30. November 2021 aus (act. AA 81.01.060). Dasselbe gilt auch für die Staatsanwaltschaft, 

nennt sie doch in ihrer Stellungnahme vom 21. Februar 2022 offenkundig als Ablauf der Ver-

folgungsverjährung der ungetreuen Geschäftsbesorgung das Jahr 2033 und geht damit von 

der qualifizierten Variante gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB aus. In Anbetracht, dass die 

dem Beschuldigten vorgeworfenen wiederholten Verfehlungen zwischen August 2018 und No-

vember 2020 stattgefunden haben sollen, ergibt sich, dass die Strafverfolgung wegen Verlet-

zung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses frühestens im November 2028 (vgl. 

Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB i.V.m. Art. 162 StGB) und wegen qualifizierter ungetreuer Geschäfts-

besorgung im November 2035 verjährt (vgl. Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB i.V.m. Art. 158 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB). Es besteht somit kein Fall einer drohenden Strafverfolgungsverjährung, welcher 

einer Sistierung entgegensteht. Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass die Sistierung der Straf-

untersuchung auch mit Blick auf das Beschleunigungsgebot als zulässig anzusehen ist. 

4.5 Im Weiteren ist auch kein drohender Beweisverlust ersichtlich, wenn die Strafunter-

suchung sistiert wird. Die Beschwerdeführerin macht zwar in ihrer Beschwerde pauschal gel-

tend, die Staatsanwaltschaft habe es bislang versäumt, die sich mutmasslich beim Beschul-

digten, seinen Nachkommen, der C.____ GmbH oder D.____ GmbH befindlichen Beweise zu 

sichern. Die Beschwerdeführerin unterlässt es indessen, ihre Rüge näher zu substanziieren. 

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Insbesondere zeigt sie nicht im Ansatz auf, welche konkreten Beweise von der Staatsanwalt-

schaft gesichert werden müssten. Ausserdem legt sie nicht nachvollziehbar dar, inwiefern die 

fraglichen Beweise nicht auch vom zuständigen Zivilgericht ausreichend und sachgerecht er-

hoben werden könnten. Ebenso wenig erheischt der Charakter der Strafsache im vorliegenden 

Fall ein sofortiges Tätigwerden der Staatsanwaltschaft. Dem Gesagten zufolge ist ein drohen-

der Beweisverlust weder dargetan noch erkennbar. 

4.6 Im Lichte all des Ausgeführten ist festzustellen, dass die Staatsanwaltschaft ihr Er-

messen nicht überschritten hat, wenn sie die Strafuntersuchung bis zum rechtskräftigen Ab-

schluss der beiden Verfahren vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West (Dossier-Nr. 

1._____) und dem Obergericht Solothurn (Verfahrens-Nr. 2._____) sistiert hat. Die Be-

schwerde erweist sich folglich als unbegründet und ist daher abzuweisen. 

5. Abschliessend bleibt über die Kosten- und Entschädigungsfolgen zu befinden.  

5.1  Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Ob-

siegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ausgangsgemäss sind die Kosten des Be-

schwerdeverfahrens von total Fr. 2'550.− (bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.− 

und Auslagen von pauschal Fr. 50.−) der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen 

und mit der von ihr erbrachten Sicherheitsleistung von Fr. 750.− zu verrechnen. Somit schuldet 

die Beschwerdeführerin dem Kanton Basel-Landschaft noch einen Betrag von Fr. 1'800.−. 

5.2 Die Beschwerdeführerin unterliegt im vorliegenden, ausschliesslich von ihr initiierten 

Beschwerdeverfahren vollständig und ist deshalb zu verpflichten, dem Beschuldigten für seine 

anwaltlichen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren eine angemessene Parteientschädi-

gung zu bezahlen (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 432 Abs. 1 StPO analog; OGer ZH 

UE200120 vom 1. Februar 2021 E. IV). Mangels eingereichter Honorarnote ist die beantragte 

Entschädigung nach Ermessen festzusetzen (§ 18 Abs. 1 TO). Angesichts des Umfangs und 

der Schwierigkeit des Falles erscheint vorliegend eine Parteientschädigung von Fr. 1'615.50 

(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.  

Demnach wird erkannt: 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von total Fr. 2'550.− (beste-

hend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.− und Auslagen von pau-

schal Fr. 50.−) werden der Beschwerdeführerin auferlegt und mit der 

von ihr erbrachten Sicherheitsleistung von Fr. 750.− verrechnet.  

 

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Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem Kanton Basel-Land-

schaft die noch ausstehenden Kosten des Beschwerdeverfahrens im 

Betrag von Fr. 1'800.− zu entrichten. 

 

 3. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem Beschuldigten eine Par-

teientschädigung von Fr. 1'615.50 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 

zu bezahlen. 

Präsident 

 

 

 

Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber  

 

 

 

Stefan Steinemann 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig. 

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