# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1525c058-2cba-501a-a683-183452648145
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.09.2011 E-3910/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3910-2011_2011-09-21.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­3910/2011

U r t e i l   v om   2 1 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi,
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;  
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

Parteien A._______, geboren am (…),
Eritrea, derzeit in Khartum, Sudan, 
vertreten durch Klausfranz Rüst­Hehli, (…)
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 24. Juni 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  30.  Mai  2011  (Datum 
Eingang  BFM)  durch  ihren  als  anerkannter  Flüchtling  in  der  Schweiz 
lebenden Ehemann ein Asylgesuch stellen liess,

dass  darin  im  Wesentlichen  beantragt  wurde,  es  sei  die 
Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin  festzustellen und  ihr Asyl 
zu  erteilen,  eventualiter  sei  ihr  zwecks  Durchführung  des  ordentlichen 
Asylverfahrens die Einreise in die Schweiz zu bewilligen,

dass zur Begründung des Gesuchs im Wesentlichen vorgebracht wurde, 
die  Beschwerdeführerin  habe  in  ihrem  Heimatland  Eritrea  den 
obligatorischen  Militärdienst  verweigert,  sei  im  Mai  2010  aus  Eritrea 
geflohen und habe nach Khartum (Sudan) gelangen können,

dass sie sich weiterhin  in Khartum auf der Flucht und nicht  in Sicherheit 
befinde und der Verbleib im aktuellen Aufenthaltsstaat unzumutbar sei,

dass andererseits vorgebracht wurde, sie halte sich illegal und ohne feste 
Unterkunft in Kampala auf,

dass  die  Kopie  einer  Urkunde,  die  die  kirchliche  Heirat  der 
Beschwerdeführerin  und  ihres  Ehemannes  vom  6.  Februar  2011  in 
Khartum  ausweist,  und  eine  Bestätigung  des  Zivilstandesgerichts  in 
Khartum zu den Akten gereicht wurden,

dass das BFM dem Ehemann (als Vertreter) der Beschwerdeführerin mit 
Schreiben  vom  10.  Juni  2011  einen  Fragenkatalog  zu  den 
Ausreisegründen  aus  Eritrea  und  zur  Aufenthaltssituation  der 
Beschwerdeführerin im Sudan zur Beantwortung zustellte,

dass  der  Ehemann  der  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  18.  Juni 
2011 (Eingang BFM 21. Juni 2011) den Fragenkatalog beantwortete und 
Kopien  des  UNHCR­Flüchtlingsausweises  und  des  eritreischen 
Personalausweises der Beschwerdeführerin sowie ein Zeugnis des (…) in 
Khartum  bezüglich  einer  Prüfung  der  Beschwerdeführerin  in  (…) 
einreichte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  24.  Juni  2011  die  Einreise  der 
Beschwerdeführerin  in  die  Schweiz  nicht  bewilligte  und  ihr  Asylgesuch 
ablehnte,

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dass  es  zur  Begründung  anführte,  aufgrund  des  vollständig  erstellten 
Sachverhalts  könne  davon  ausgegangen  werden,  es  liege  keine 
unmittelbare  Gefährdung  vor,  welche  die  Einreise  der 
Beschwerdeführerin als notwendig erscheinen lassen würde,

dass zwar aufgrund der Akten zu schliessen sei, dass die Schwierigkeiten 
der  Beschwerdeführerin  mit  den  heimatlichen  Behörden  asylbeachtlich 
seien,

dass jedoch keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme bestünden, 
wonach ein weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar oder nicht möglich 
wäre,

dass  die  Beschwerdeführerin  den  zusätzlichen  subsidiären  Schutz  der 
Schweiz  gemäss  Art.  52  Abs.  2  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31) nicht benötige,

dass  im Weiteren  die  Bedingungen  von  Art.  51  Abs.  4  AsylG,  wonach 
Ehegatten  von  Flüchtlingen  die  Einreise  in  die  Schweiz  auf  Gesuch  zu 
bewilligen  sei,  wenn  sie  durch  die  Flucht  getrennt  wurden,  nicht  erfüllt 
seien,

dass dem Ehemann der Beschwerdeführerin mit Entscheid vom 28. Mai 
2009 zwar Asyl erteilt, jedoch ihre Ehe erst nach der Flucht geschlossen 
worden sei,

dass  aus  den  Akten  auch  nicht  erkennbar  sei,  dass  die 
Beschwerdeführerin  schon  vor  der  Flucht  in  einer  partnerschaftlichen 
Beziehung mit ihrem heutigen Ehemann gestanden wäre,

dass  für  die  weitere  Begründung  auf  den  Inhalt  der  vorinstanzlichen 
Verfügung zu verweisen ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  11.  Juli  2011  an  das 
Bundesverwaltungsgericht mit neuem Rechtsvertreter Beschwerde gegen 
diese Verfügung erheben liess,

dass dabei beantragt wurde, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 
und  das  Gesuch  vom  30.  Mai  2011  um  Einreisebewilligung  und 
Asylgewährung gutzuheissen,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 

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1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  sowie 
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht wurde,

dass  auf  den  Inhalt  der  Beschwerde  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 14. Juli 
2011  eine  rechtsgenügliche  Vollmacht  nachforderte,  welche  innert 
angesetzter Frist eingereicht wurde,

dass  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom         
8.  September  2011  um  beförderliche  Behandlung  des  vorliegenden 
Verfahrens ersuchte und eine Kostennote einreichte,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der 
Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i. V. m. 
Art. 31 –33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32] sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass das vorliegende Asylgesuch direkt beim BFM eingereicht wurde und 
nicht – wie versehentlich in der angefochtenen Verfügung vermerkt – bei 
der Botschaft,

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dass  es  indessen  dennoch  als  Asylgesuch  aus  dem  Ausland  zu 
behandeln  ist  (vgl.  dazu  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997 Nr.  15  E.  2b  S. 
129),

dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  in  der Rechtsmitteleingabe und nachdrücklich  in  der Eingabe  vom  
8. September 2011 gerügt wird, die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör 
verletzt,  indem  sie  ohne  tatsächliche  oder  rechtliche  Grundlage  eine 
Anhörung der Beschwerdeführerin gemäss Art. 10 der Asylverordnung 1 
vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311) 
unterlassen  habe  und  das  BFM  die  Pflicht  zur  Befragung  nicht  einmal 
erwähnt habe,

dass diese Rüge offenkundig unbegründet ist,

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  sehr  wohl  auf  Art.  10  
Abs.  1  AsylV  1  hinwies  und  ausführte,  dass  im  Auslandverfahren  die 
asylsuchenden  Personen  in  der  Regel  durch  eine  schweizerische 
Vertretung vor Ort zu befragen sind,

dass das BFM im Weiteren auf ein Schreiben der Schweizer Botschaft im 
Sudan  vom  23.  März  2010  verwies,  woraus  hervorgehe,  dass  die 
Schweizer  Vertretung  in  Khartum  aufgrund  des  begrenzten 
Personalbestandes  sowie  wegen  fehlender  Voraussetzungen  im 
sicherheitstechnischen  und  räumlichen  Bereich  nicht  in  der  Lage  sei, 
Befragungen von Asylsuchenden durchzuführen,

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dass,  falls  eine  Befragung  vor  Ort  nicht  möglich  ist,  die  asylsuchende 
Person  von  der  Vertretung  aufgefordert  wird,  ihre  Asylgründe  schriftlich 
festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1),

dass das Bundesverwaltungsgericht  in Auslegung dieser Bestimmungen 
erkannt  hat,  dass  sich  die  Unmöglichkeit  einer  Befragung  aus 
organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen  Gründen  bei  der  jeweiligen 
Vertretung,  aus  faktischen Hindernissen  im betreffenden Land oder  aus 
bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen Gründen ergeben 
kann     (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.2 und 5.3),

dass das Bundesverwaltungsgericht  die  von der Vorinstanz gestützt  auf 
die Mitteilung der Schweizer Vertretung  in Khartum geäusserten Gründe 
des Verzichts auf eine persönliche Anhörung der Beschwerdeführerin als 
sachlich  und  überzeugend  erachtet  (vgl.  auch  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  14.  Februar  2011  in  Sachen  D­
7225/2010 E. 4.2),

dass  aus  dem  Hinweis  in  der  Eingabe  des  Rechtsvertreters  vom  8. 
September  2011  auf  ein  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  7. 
Juli  2009  (E­4126/2009)  in  diesem Zusammenhang  für  das  vorliegende 
Verfahren nichts abzuleiten ist,

dass diesem Urteil aus dem Jahre 2009 einerseits  in objektiver Hinsicht 
und  andererseits  bezüglich  der  konkreten  Gegebenheiten  gänzlich 
unterschiedliche  Verhältnisse  zugrunde  lagen  (vgl.  E.  5.2.2  und  5.2.3), 
was  dem  Rechtsvertreter  bei  sorgfältiger  Lektüre  und  sachlicher 
Betrachtung nicht hätte verschlossen bleiben müssen,

dass  die  asylsuchende  Person  bei  gegebener  Unmöglichkeit  einer 
Anhörung  unter  Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem 
individualisierten Schreiben mittels konkreter Fragen aufzufordern ist, ihre 
Asylgründe  schriftlich  festzuhalten,  wobei  ein  bloss  standardisiertes 
Schreiben diesen Anforderungen in aller Regel nicht zu genügen vermag 
(vgl. BVGE a.a.O. E. 5.4),

dass die  im Schreiben des Bundesamts vom 10. Juni 2011 enthaltenen 
Fragestellungen  und  die  Beantwortung  des  Fragenkataloges  sämtliche 
für  die  Beurteilung  des  vorliegenden  Asylgesuches  aus  dem  Ausland 
notwendigen  Aspekte  abdecken  und  der  rechtserhebliche  Sachverhalt 
hinreichend erstellt ist,

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dass  auch  nicht  ersichtlich  ist,  inwiefern  die  Vorinstanz  in  der 
angefochtenen Verfügung ihre Begründungspflicht verletzt haben soll,

dass  entgegen  der  pauschalen  Rüge  in  der  Rechtsmitteleingabe  das 
BFM  alle  rechtlich  relevanten  Aspekte  mit  hinreichender 
Begründungsdichte abdeckte und sich mit dem Verweis auf verschiedene 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts auf die geltende Rechtsprechung 
abstützte,

dass  nach  dem  Gesagten  eine  Verletzung  des  Anspruchs  der 
Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör offenkundig zu verneinen ist,

dass  das  Bundesamt  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen 
kann, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen 
kann oder  ihr die Aufnahme  in einem Drittstaat zugemutet werden kann 
(Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG),

dass  das  Bundesamt  Asylsuchenden  die  Einreise  in  die  Schweiz  zur 
Abklärung  des  Sachverhalts  bewilligt,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein 
anderes Land auszureisen (Art. 20 Abs. 2 AsylG),

dass  die  Voraussetzungen  zur  Erteilung  einer  Einreisebewilligung 
grundsätzlich  restriktiv  zu  handhaben  sind,  wobei  den  Behörden  ein 
weiter  Ermessensspielraum  zukommt,  indem  neben  der  erforderlichen 
Gefährdung  im Sinne  von Art.  3 AsylG  namentlich  die Beziehungsnähe 
zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische 
Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche 
sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und 
Assimilationsmöglichkeiten  in Betracht  zu ziehen sind  (vgl. die weiterhin 
gültige  Praxis  gemäss  EMARK  1997  Nr.  15,  insbesondere  S.  131  ff., 
2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 ff.),

dass  die  Beschwerdeführerin  den  Akten  zufolge  in  Eritrea  aus  dem 
Militärdienst  desertiert  und  in  der  Folge  illegal  aus  ihrem  Heimatland 
ausgereist ist,

dass  daher,  wie  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  feststellte, 
darauf zu schliessen  ist, sie wäre bei einer Rückkehr nach Eritrea einer 
asyl­ respektive flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdung ausgesetzt,

dass sie sich jedoch inzwischen seit Mai 2010 im Sudan aufhält,

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dass sich die Situation für eritreische Flüchtlinge im Sudan zwar generell 
schwierig darstellen kann (vgl. die Auskunft der SFH­Länderanalyse vom 
16.  Juni  2011  betreffend  Familiennachzug  über  den  Sudan  in  die 
Schweiz),

dass als Grundvoraussetzung eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 
vorliegen muss, dass überhaupt die Ausschlussklausel von Art. 52 Abs. 2 
AsylG angewendet wird,

dass in der Rechtsmitteleingabe indessen lediglich  in genereller Hinsicht 
vorgebracht  wird,  die  Beschwerdeführerin  habe  keine  persönliche  und 
rechtliche Sicherheit im Sudan, sie könne angesichts der Arbeitslage und 
der  –bedingungen  nicht  erwerbstätig  werden,  sie  könne  nicht  auf  ein 
staatliches Fürsorgewesen zurückgreifen und ihre Grundfreiheiten seien, 
so etwa durch die Kleiderordnung, auch sonst eingeschränkt, 

dass  damit  und  mit  dem  Hinweis  in  der  Rechtsmitteleingabe  auf 
verschiedene  Lageberichte  zu  allgemeinen  Einschätzungen 
unterschiedlicher  Lebensbereiche  im Sudan  jedoch  nicht  dargetan wird, 
die  Beschwerdeführerin  habe  im  Sudan  konkret  mit  flüchtlingsrechtlich 
erheblichen Nachteilen zu kämpfen,

dass sie sich beim UNHCR als Asylsuchende hat registrieren lassen und 
den Flüchtlingsstatus erhalten hat,

dass  sie  in  Khartum  in  einer  Wohngemeinschaft  mit  einer  Kollegin 
untergebracht  ist,  in  Khartum  die  Sprachschule  im  (…)  besuchen  kann 
und demnach darauf zu schliessen ist, sie verfüge dort durchaus über ein 
gewisses Beziehungsnetz,

dass  insbesondere  in Khartum eine grosse eritreische Diaspora besteht, 
die eine weitere Eingliederung ebenfalls erleichtert,

dass zudem davon auszugehen ist, ihr in der Schweiz lebender Ehemann 
und ein ebenfalls in der Schweiz lebender Bruder könnten gegebenenfalls 
einen finanziellen Beitrag zu ihren Unterhaltskosten im Sudan leisten,

dass die Beschwerdeführerin zwar mit ihrem Ehemann und ihrem Bruder 
über  einen  Anknüpfungspunkt  zur  Schweiz  verfügt,  dieser  jedoch  in 
Abwägung der Gesamtumstände im Sinne von Art. 52. Abs. 2 AsylG nicht 
derart  gewichtig  ist,  als  dass  es  gerade  die  Schweiz  ist,  die  den 
erforderlichen Schutz gewähren soll,

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dass vorliegend auch entscheidend ins Gewicht  fällt, dass der Ehemann 
zur  Heirat  der  Beschwerdeführerin  nach  Khartum  gereist  ist,  um 
anschliessend alleine in die Schweiz zurückzukehren,

dass  der  Ehemann  nicht  vorbringt  und  aus  den  Akten  auch  nicht  nur 
ansatzweise  hervorgeht,  dass  er  sich  darum  bemüht  hätte,  zusammen 
mit seiner (neuvermählten) Ehefrau in die Schweiz zurückzukehren,

dass  entsprechende  Bemühungen  jedoch  nicht  nur  im  Falle  einer 
konkreten Bedrohung der Beschwerdeführerin im Sudan, sondern bereits 
bei  einem  gegenseitig  gefestigten  Willen  zur  dauernden  ehelichen 
Gemeinschaft in der Schweiz zu erwarten gewesen wären,

dass  der  Beschwerdeführerin  aufgrund  der  vom  Gericht  erkannten 
Einschätzung  der  allgemeinen  Situation  im  Sudan  und  aufgrund  der 
konkret  vorliegenden  Aktenlage  der  weitere  Verbleib  im  Sudan 
zuzumuten  ist,  ihr  die  Vorinstanz  unter  Berücksichtigung  der  gesamten 
Umstände zu Recht die Einreise  in die Schweiz nicht bewilligte und das 
Asylgesuch abgelehnt hat,

dass  im Weiteren  festzustellen  ist,  dass  der  Umstand  des  Aufenthaltes 
des  Ehemannes  in  der  Schweiz  allein  nicht  als  Voraussetzung  für  die 
Bewilligung zur Einreise der Beschwerdeführerin reichen kann, ansonsten 
die gesetzliche Regelung von Art. 51 Abs. 4 AsylG ausgehöhlt würde,

dass  im Folgenden die Gewährung einer Einreisebewilligung unter  dem 
Titel des Familienasyls zu prüfen ist, 

dass  die  Einreise  auf  Gesuch  hin  zu  bewilligen  ist,  wenn  die 
anspruchsberechtigten  Personen  gemäss  Art.  51  Abs.  1  und  2  AsylG 
durch die Flucht getrennt wurden und sie sich  im Ausland befinden (Art. 
51 Abs. 4 AsylG),

dass  die  Familienvereinigung  im  Rahmen  von  Art.  51  Abs.  4  AsylG 
demnach  eine  vorbestandene,  durch  die  Flucht  getrennte 
Lebensgemeinschaft voraussetzt,

dass die Feststellung der Vorinstanz unbestritten ist, wonach die Ehe erst 
nach  der  Flucht  des  Ehemannes  der  Beschwerdeführerin  geschlossen 
wurde,

dass das BFM darüber hinaus auch zutreffend feststellte, aus den Akten 
sei nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin schon vor der Flucht in 

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einer  partnerschaftlichen  Beziehung  zu  ihren  heutigen  Ehemann 
gestanden wäre,

dass der blosse Einwand in der Rechtsmitteleingabe, die Realisierung der 
Ehe  sei  durch  die  Flucht  des  heutigen  Ehemannes  vereitelt  worden,  in 
entscheidwesentlicher  Hinsicht  nichts  zu  ändern  vermag  und  ein  bloss 
erklärter Wunsch und die Absicht einer Eheschliessung vorliegend nicht 
massgeblich ist,

dass das Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe, die Beschwerdeführerin 
und  ihr Ehemann seien seit der Mittelschulzeit befreundet gewesen und 
sie hätten nur deshalb vor dessen Flucht nicht heiraten können, weil  er 
wegen der Repression im Militärdienst habe fliehen müssen, offenkundig 
nicht entscheidrelevant  ist und eine eheähnlich gelebte Gemeinschaft  in 
gemeinsamen  Haushalt  im  Moment  der  Flucht  nicht  geltend  gemacht 
wird,

dass  unbestritten  ist,  dass  eine  dauerhafte  eheähnlich  gelebte 
Gemeinschaft vor der Flucht und  im Moment der Flucht nicht bestanden 
hat,  weshalb  es  sich  erübrigt,  in  diesem  Zusammenhang  die  Asylakten 
des Ehemannes  zu  edieren  und  der  entsprechende Antrag  abzuweisen 
ist,

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu Recht  zum Schluss 
gelangte,  vorliegend  seien  die  gesetzlichen  Voraussetzungen  für  die 
Bewilligung der Einreise in die Schweiz nicht gegeben,

dass  demnach  das  BFM  die  Einreise  der  Beschwerdeführerin  in  die 
Schweiz zu Recht nicht bewilligte und das Asylgesuch abgelehnt hat,

dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  und  vollständig  feststellt  und 
angemessen  ist  (Art.  106 AsylG), weshalb  die Beschwerde  abzuweisen 
ist,

dass  die  Beschwerdebegehren  als  aussichtslos  erscheinen  mussten, 
womit  es  an  den  materiellen  Voraussetzungen  zur  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG fehlt und 
das entsprechende Gesuch abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­­ 
(Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar 2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 

E­3910/2011

Seite 11

SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG) sind,

dass mit vorliegendem Urteil das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung 
eines Kostenvorschuss gegenstandslos ist.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  der  Beschwerdeführerin  
auferlegt.  Der  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  vorliegenden 
Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das BFM.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: