# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d25ae75-9952-556f-ac3d-b946aca06ac9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 21.12.2018 UH180371
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UH180371_2018-12-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: UH180371-O/U/HON 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, und lic. iur. D. Oehninger, 

Ersatzoberrichter lic. iur. Th. Vesely sowie Gerichtsschreiber Dr. iur. 

T. Graf 

 

Beschluss vom 21. Dezember 2018 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
Beschwerdegegner 

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

betreffend Ausschluss der Öffentlichkeit / Auflagen  
 
Beschwerde gegen die Verfügung des Bezirksgerichts Dietikon, Einzelge-
richt in Strafsachen, vom 18. September 2018, GG180018-M 
 

 

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Erwägungen: 

1.1 Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (Beschwerdegegnerin 2) erhob 

im Mai 2018 beim Einzelgericht Dietikon (Vorinstanz) Anklage gegen B._____ 

(Beschwerdegegner 1) wegen (am tt. November 2017 erfolgten) Raufhandels im 

Sinne von Art. 133 StGB (Urk. 8/27). Mit Verfügung der Vorinstanz vom 27. Juli 

2018 wurde die gerichtliche Hauptverhandlung auf den tt. Oktober 2018, … Uhr, 

angesetzt (Urk. 8/35). 

1.2 Der amtliche Verteidiger des Beschwerdegegners 1 stellte mit Schreiben vom 

6. September 2018 bei der Vorinstanz den Antrag auf (eventualiter teilweisen) 

Ausschluss der Öffentlichkeit von der Gerichtsverhandlung (Urk. 8/42). Mit Verfü-

gung der Vorinstanz vom 18. September 2018 (Urk. 8/43) wurde die Publikumsöf-

fentlichkeit von der Hauptverhandlung (vollumfänglich) ausgeschlossen (Disp.-

Ziff. 1). Zudem wurden die akkreditierten Gerichtsberichterstatter nur unter Aufla-

gen betreffend Berichterstattung zur Hauptverhandlung zugelassen (Disp.-Ziff. 2). 

Diese Verfügung wurde gemäss entsprechendem Empfangsschein (Urk. 8/45/2) 

in einer anonymisierten Fassung (vgl. auch Urk. 3/1) zusammen mit der genann-

ten Anklageschrift unter anderem dem für den C._____ [Tageszeitung] tätigen ak-

kreditierten Gerichtsberichterstatter A._____ (Beschwerdeführer) durch Übergabe 

vor Durchführung der Hauptverhandlung vom tt. Oktober 2018 zur Kenntnis ge-

bracht (vgl. Urk. 8/43 Disp.-Ziff. 4). 

1.3 Im unmittelbaren Anschluss an die Hauptverhandlung vom tt. Oktober 2018 

erging das Sachurteil (Urk. 8/48). 

2. Mit Schreiben vom 7. Oktober 2018, am nächsten Tag der Post übergeben, er-

hob der Beschwerdeführer bei der III. Strafkammer Beschwerde gegen die vor-

instanzliche Verfügung vom 18. September 2018 (Urk. 2). Darin wird das Eintre-

ten auf die Beschwerde und die Aufhebung der Verfügung beantragt (Urk. 2).  

Die Vorinstanz verzichtete ausdrücklich (Urk. 7), der Beschwerdegegner 1 still-

schweigend (vgl. Urk. 5 und Urk. 12) auf Stellungnahme zur Beschwerde. Die Be-

schwerdegegnerin 2 beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 18. Septem-

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ber 2018 (Urk. 10 S. 1), mithin die Gutheissung der Beschwerde. Vorinstanz und 

Beschwerdegegner 1 verzichteten ausdrücklich auf Stellungnahme zur Eingabe 

der Beschwerdegegnerin 2 (Urk. 15 und Urk. 17). Damit erweist sich die Sache 

als spruchreif. 

3. Gemäss Lehre und Praxis sind Medienvertreter grundsätzlich legitimiert, Ent-

scheide betreffend Ausschluss der Öffentlichkeit sowie Auflagen bezüglich der 

Medienberichterstattung mit Beschwerde anzufechten (Guidon, Die Beschwerde 

gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Diss. Bern 2011, N 312; Be-

schlüsse der Kammer UH140149 und UH140152 vom 31. März 2015, je 

Erw. III/1.4 und III/2). 

4.1 In der Beschwerde wird zutreffend darauf hingewiesen, dass die angefochte-

ne Verfügung nur durch den Gerichtsschreiber, nicht jedoch durch die Verfahrens-

leitung unterzeichnet wurde (Urk. 2 Ziff. 21). Die Unterschrift der Verfahrenslei-

tung fehlt nicht nur auf der dem Beschwerdeführer übergebenen anonymisierten 

Fassung der Verfügung (Urk. 3/1), sondern auch auf dem Aktenexemplar der Ver-

fügung (Urk. 8/43) wie auch im entsprechenden Protokolleintrag (Urk. 8 Prot. S. 7 

f.). 

4.2 Abgesehen von einfachen verfahrensleitenden Beschlüssen und Verfügun-

gen, welche weder besonders ausgefertigt noch begründet, sondern lediglich im 

Protokoll vermerkt und den Parteien in geeigneter Weise eröffnet werden müssen 

(Art. 80 Abs. 3 StPO), ergehen Entscheide schriftlich und werden begründet. Sie 

werden von der Verfahrensleitung sowie der protokollführenden Person unter-

zeichnet und den Parteien zugestellt (Art. 80 Abs. 2 StPO). Ein Entscheid betref-

fend Ausschluss der Öffentlichkeit und Auflagen an die akkreditierten Gerichtsbe-

richterstatter (und damit auch die angefochtene Verfügung vom 18. September 

2018) stellt zweifellos keine einfache verfahrensleitende Verfügung im Sinne von 

Art. 80 Abs. 3 StPO dar, wie die Beschwerdeinstanz bereits mehrfach (z.B. in den 

Verfahren UH140149, UH140152, UH180017) festgestellt hat. 

Die handschriftliche Unterzeichnung hat die Funktion, die formelle Richtigkeit der 

Ausfertigung und deren Übereinstimmung mit dem vom Gericht gefassten Erlass 

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zu bestätigen (BGE 131 V 483 Erw. 2.3.3). Zugleich bezeugt die Unterschrift in 

authentischer Weise die Mitwirkung der rubrizierten Personen am gefällten Ent-

scheid (BGE 131 V 483 Erw. 2.3.2; BGer, Urteil des Bundesgerichts 2C_72/2016 

vom 3. Juni 2016 Erw. 5.5.2). Im Interesse der Rechtssicherheit und mit Rücksicht 

auf die Vollstreckung ist die Unterschrift ein Gültigkeitserfordernis (BGE 131 V 

483 Erw. 2.3.2 betr. Unterschrift des Gerichtspräsidenten). Art. 80 Abs. 2 StPO 

stellt demnach nicht eine blosse Ordnungs-, sondern eine Gültigkeitsvorschrift 

dar. Bei fehlender Unterschrift des verfahrensleitenden Richters oder des Ge-

richtsschreibers liegt demnach ein wesentlicher, nicht heilbarer Verfahrensfehler 

vor, der zur Aufhebung des betreffenden Entscheids führt (BGE 131 V 483 

Erw. 2.3.5; BGE 125 V 499 zu Art. 58 aBV). Eine Ausnahme besteht für den Fall, 

dass die Unterzeichnung durch den Richter oder den Gerichtsschreiber verse-

hentlich unterblieb. Es wird als zulässig erkannt, einen solchen Mangel durch die 

nachträgliche Zustellung eines unterschriebenen Exemplars zu beheben (in die-

sem Sinn Urteil des Bundesgerichts 1B_608/2011 vom 10. November 2011 

Erw. 2.3 a.E.; Brüschweiler, in: Zürcher Kommentar zur Schweizerischen Straf-

prozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 80 N. 3). 

Im vorliegenden Fall steht bereits aufgrund der im Rubrum der Verfügung ge-

nannten Gerichtspersonen ausser Frage, dass der Verfahrensleiter am angefoch-

tenen Entscheid mitgewirkt hat, mithin die Verfügung nicht im Alleingang durch 

den Gerichtsschreiber erlassen wurde. Das Fehlen der Unterschrift des Verfah-

rensleiters auf der Verfügung ist im Ergebnis gleich zu behandeln wie ein blosses 

Versehen. An diesem Ergebnis ändert nichts, dass auch der Protokolleintrag be-

treffend die Verfügung lediglich vom Gerichtsschreiber unterzeichnet wurde. Der 

Beschwerdeführer macht nicht geltend, die angefochtene Verfügung sei nicht auf 

formell korrekte Weise erlassen worden, mithin deren Ausfertigung stimme nicht 

mit der vom Gericht erlassenen Verfügung überein. Die Sachlage stellt sich vor-

liegend grundlegend anders dar als im Verfahren UH180017, auf welches der Be-

schwerdeführer verweist; die damals Anfechtungsobjekt der Beschwerde des 

gleichen Beschwerdeführers bildende gerichtliche Verfügung war nicht nur nicht 

von der Verfahrensleitung unterzeichnet worden, sondern sie war nicht einmal 

ansatzweise begründet. Somit erscheint eine Aufhebung der Verfügung aus die-

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sem Grund oder gar eine Rückweisung der Sache zur Behebung des Mangels als 

unverhältnismässig. Dem Beschwerdeführer steht es frei, die nachträgliche Zu-

stellung einer korrekt unterzeichneten Verfügung zu verlangen. 

5.1 Da die Hauptverhandlung bereits durchgeführt wurde, bestünde an sich an 

der Anfechtung von Disp.-Ziff. 1 der Verfügung (Ausschluss der Öffentlichkeit von 

der Hauptverhandlung) kein aktuelles Rechtsschutzinteresse. Allerdings ist der 

Ausschluss der Öffentlichkeit - wie in der Beschwerde zutreffend ausgeführt wird 

(Urk. 2 Ziff. 13) - zwingende Voraussetzung für die (in der Beschwerde ebenfalls 

beanstandeten) Auflagen an die Gerichtsberichterstatter (Art. 70 Abs. 1 und 

Abs. 3 StPO; BGE 141 I 211 Erw. 3.4). Somit ist vorab zu prüfen, ob die Vo-

rinstanz die Öffentlichkeit von der Hauptverhandlung zu Recht ausgeschlossen 

hat. 

5.2 Gemäss Art. 69 StPO sind die Verhandlungen vor dem erstinstanzlichen Ge-

richt und dem Berufungsgericht sowie die mündliche Eröffnung von Urteilen und 

Beschlüssen dieser Gerichte mit Ausnahme der Beratung öffentlich (Abs. 1). Öf-

fentliche Verhandlungen sind allgemein zugänglich (Abs. 4). Damit setzt die 

Strafprozessordnung das in Art. 30 Abs. 3 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 14 

Abs. 1 UNO-Pakt II verankerte Prinzip der Justizöffentlichkeit um. Diese erlaubt 

Einblick in die Rechtspflege und sorgt für Transparenz gerichtlicher Verfahren. 

Damit dient sie einerseits dem Schutz der direkt an gerichtlichen Verfahren betei-

ligten Parteien im Hinblick auf deren korrekte Behandlung und gesetzmässige 

Beurteilung. Andererseits ermöglicht die Justizöffentlichkeit auch nicht verfah-

rensbeteiligten Dritten nachzuvollziehen, wie gerichtliche Verfahren geführt wer-

den, das Recht verwaltet und die Rechtspflege ausgeübt wird. Für die Bürger soll 

ersichtlich sein, wie die Richter die ihnen vom jeweiligen Wahlkörper übertragene 

Verantwortung wahrnehmen, und der Grundsatz der publikumsöffentlichen Ver-

handlung dient ganz allgemein einer transparenten Justiztätigkeit und Rechtsfin-

dung. Die Justizöffentlichkeit bedeutet eine Absage an jegliche Form der Kabi-

nettsjustiz, will für Transparenz der Rechtsprechung sorgen und die Grundlage für 

das Vertrauen in die Gerichtsbarkeit schaffen. Der Grundsatz ist von zentraler 

rechtsstaatlicher und demokratischer Bedeutung. Die demokratische Kontrolle 

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durch die Rechtsgemeinschaft soll Spekulationen begegnen, die Justiz benachtei-

lige oder privilegiere einzelne Prozessparteien ungebührlich oder die Ermittlungen 

würden einseitig und rechtsstaatlich fragwürdig geführt (BGE 143 IV 151 Erw. 2.4 

sowie Urteil des Bundesgerichts 1B_87/2018 vom 9. Mai 2018 Erw. 3.2.1, je mit 

Hinweisen). 

Ungeachtet der erheblichen demokratischen, rechtstaatlichen und grundrechtli-

chen Bedeutung des Öffentlichkeitsprinzips gilt es jedoch insbesondere auch das 

gegenteilige Interesse des Persönlichkeitsschutzes zu berücksichtigen. So kann 

die detaillierte Ausbreitung der persönlichen Verhältnisse einer Partei in deren 

Privat- oder gar Geheimsphäre eingreifen. Dem trägt Art. 70 StPO Rechnung. 

Beim Entscheid über den Öffentlichkeitsausschluss ist zu beachten, dass Publi-

kums- und Medienöffentlichkeit die verfassungsrechtliche Regel, der Ausschluss 

der Öffentlichkeit die legitimationsbedürftige Ausnahme ist. Es sind die Interes-

sen, zu deren Schutz der Ausschluss erfolgen soll, und die Interessen der Öffent-

lichkeit sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Der Ausschluss der Öffentlichkeit 

und der Gerichtsberichterstatter muss verhältnismässig, d.h. geeignet und erfor-

derlich sein. Zwar geniessen nicht nur Opfer, sondern auch Beschuldigte Persön-

lichkeitsschutz. Dennoch ist gegenüber dem Ausschluss der Öffentlichkeit und der 

Gerichtsberichterstatter im Interesse der beschuldigten Person Zurückhaltung ge-

boten. Grundsätzlich muss die beschuldigte Person die mit einer öffentlichen Ver-

handlung möglicherweise verbundenen psychischen Belastungen und Konse-

quenzen erdulden. Sie kann nicht allein deswegen den Ausschluss der Öffentlich-

keit verlangen (Urteil des Bundesgerichts 1B_87/2018 vom 9. Mai 2018 Erw. 3.2.4 

mit Hinweisen). 

5.3 Der Beschuldigte bzw. Angeklagte B._____. liess im Antrag auf (eventualiter 

teilweisen) Ausschluss der Öffentlichkeit von der Hauptverhandlung ausführen, 

Thema der Hauptverhandlung würden auch die von ihm erlittenen gesundheitli-

chen Folgen der Geschehnisse vom tt. November 2017 sein, mithin der Krank-

heitsverlauf, sein Gesundheitszustand heute und die Aussichten bzw. Prognosen 

für die Zukunft. Hierbei handle es sich um hoch sensible und äusserst persönliche 

medizinische Informationen, welche seine engste Privatsphäre beträfen. Er möch-

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te daher nicht, dass derart sensible Informationen von einer breiteren Öffentlich-

keit, mithin über die Medien oder durch Personen aus seinem Umfeld, ausgebrei-

tet würden. Sein Interesse am Schutz seiner völker- und verfassungsmässig ga-

rantierten Privatsphäre wiege klar schwerer als das Interesse der Öffentlichkeit an 

einer öffentlichen Verhandlung. Dies auch gerade deshalb, weil der an ihn gerich-

tete strafrechtliche Vorwurf nicht schwer wiege, die Folgen für ihn jedoch verhee-

rend seien. Unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit rechtfertige es sich folg-

lich, die Öffentlichkeit gänzlich - eventualiter teilweise - von der Hauptverhandlung 

auszuschliessen (Urk. 8/42). 

5.4 Die Vorinstanz erwog zur Begründung der angefochtenen Verfügung im We-

sentlichen, das Gericht könne die Öffentlichkeit von Gerichtsverhandlungen ganz 

oder teilweise ausschliessen, wenn schutzwürdige Interessen einer beteiligten 

Person, insbesondere des Opfers, dies erfordere. Ein solches Interesse des no-

tabene minderjährigen Opfers sei ohne weiteres zu bejahen (Urk. 8/43 Erw. 2). 

Den Beschuldigten würden gemäss immer noch geltender bundesgerichtlicher 

Praxis kaum je schutzwürdige Interessen zugestanden, weil jedes Gerichtsverfah-

ren eine öffentliche Blossstellung und psychische Belastung bedeute. Ohne weiter 

darauf einzugehen und abzuwägen, ob diese Argumentation heutzutage noch 

haltbar sei, müsse vorliegend berücksichtigt werden, dass der Beschuldigte zwar 

formell Beschuldigter sei, im Sachverhaltskontext aber in erster Linie Opfer und 

der in diesem Verfahren zu beurteilenden Tat nur untergeordnete Bedeutung zu-

komme. Im Lichte dieser Tatsache seien die Opferinteressen des Beschuldigten 

höher zu gewichten als das Interesse der Öffentlichkeit an einer öffentlichen Ver-

handlung, weshalb die Öffentlichkeit von der Verhandlung auszuschliessen sei 

(Urk. 8/43 Erw. 5). 

5.5 a) Der Beschwerdeführer rügt unter anderem eine Verletzung der Begrün-

dungspflicht durch die Vorinstanz. Die Vorinstanz sei dem Argument im von 

B._____ gestellten Gesuch gefolgt, wonach dessen engste Privatsphäre betroffen 

sei, doch habe sie nicht dargelegt, weshalb dem so sei (Urk. 2, insb. Ziff. 20). 

b) Vorab ist zu bemerken, dass nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Vorinstanz 

in Erw. 2 der Verfügung festhält, ein schutzwürdiges Interesse zum Ausschluss 

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der Öffentlichkeit von der Verhandlung "des notabene minderjährigen Opfers sei 

ohne weiteres zu bejahen". Es wird nicht hinreichend klar, wen die Vorinstanz in-

sofern als Opfer bezeichnete. Feststeht jedenfalls, dass sämtliche am Raufhandel 

beteiligten Personen - insbesondere auch B._____, welcher im Jahr 1996 gebo-

ren wurde - zum Zeitpunkt des Vorfalls vom tt. November 2017 (und erst recht zur 

Zeit der terminierten Hauptverhandlung) mehr als 18 Jahre alt und damit nicht 

minderjährig waren (vgl. die Altersangaben der Personen im Polizeirapport, 

Urk. 8/1). 

Die Ausführungen der Vorinstanz, B._____ sei zwar formell Beschuldigter, aber 

primär Opfer, weshalb dessen Opferinteressen höher zu gewichten seien, als das 

Interesse der Öffentlichkeit an einen öffentlichen Verhandlung, genügen den An-

forderungen an eine hinreichende Begründung nicht. Da die Interessen, zu deren 

Schutz der Ausschluss erfolgen soll, und die Interessen der Öffentlichkeit sorgfäl-

tig gegeneinander abzuwägen sind (Urteil des Bundesgerichts 1B_87/2018 vom 

9. Mai 2018 Erw. 3.2.4), bedarf es insofern einer genügenden Begründung. Die 

Vorinstanz legt jedoch mit keinem Wort dar, welches genau die "Opferinteressen" 

des Angeklagten B._____ sind und weshalb die (nicht erörterten) Opferinteressen 

höher als die Interessen der Öffentlichkeit zu gewichten sein sollen. Somit liegt 

eine Verletzung der Begründungspflicht vor. Dieser Mangel kann vorliegend be-

reits deshalb nicht zur Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks hinrei-

chender Begründung führen, weil - wie erwähnt - die Hauptverhandlung bereits 

unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt worden ist. 

5.6 a) Der Beschwerdeführer rügt ferner, der angeordnete Ausschluss der Öffent-

lichkeit von der Hauptverhandlung sei rechtlich unhaltbar und unverhältnismässig 

(Urk. 2, insb. Ziff. 14 und Ziff. 20). 

b) Die Voraussetzungen für einen Öffentlichkeitsausschluss wurden bereits er-

wähnt (vorne Erw. 5.2). Zu wiederholen ist, dass die Publikums- und Medienöf-

fentlichkeit die verfassungsrechtliche Regel, der Ausschluss der Öffentlichkeit die 

legitimationsbedürftige Ausnahme ist. 

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c) B._____ erlitt anlässlich des eingeklagten Vorfalls erhebliche Verletzungen im 

Bereich seines Hinterkopfs, welche unter anderem zu Einblutungen im Hirngewe-

be führten (Urk. 8/12/3 S. 1). Allerdings hatte sich sein Gesundheitszustand bis 

zur Hauptverhandlung vom tt. Oktober 2018 deutlich verbessert; er konnte der 

Verhandlung offenbar problemlos folgen und die ihm gestellten Fragen - soweit er 

sich an den Vorfall erinnern konnte - allesamt adäquat beantworten (Urk. 8 Prot. 

S. 10 ff.). Gemäss seinen Aussagen ist noch offen, ob längerfristig gewisse blei-

bende Schäden zu erwarten sind (vgl. Urk. 8 Prot. S. 16-18, insb. S. 17). Allein 

der Umstand, dass B._____ anlässlich des eingeklagten Vorfalls erhebliche Ver-

letzungen erlitt (von denen er im Zeitpunkt der Hauptverhandlung jedoch teilweise 

genesen war), ist im Lichte der genannten Rechtsprechung kein hinreichender 

Ausnahmegrund für den Ausschluss der Öffentlichkeit. Würde man dies anders 

beurteilen, hiesse das, dass bei Anklagen betreffend tätliche Auseinandersetzun-

gen die Öffentlichkeit immer auszuschliessen wäre, wenn der Angeklagte als Fol-

ge des Vorfalls selber auch Verletzungen erlitten hat. Hinzu kommt vorliegend, 

dass es gemäss der Anklage B._____ war, der anlässlich des eingeklagten Vor-

falls zuerst auf die Kontrahenten einschlug (Urk. 8/27 S. 1). Die Beschwerdegeg-

nerin 2 führte in der Stellungnahme zur Beschwerde denn auch aus, B._____ sei 

der Auslöser und der Grund für die tätliche Auseinandersetzung gewesen (Urk. 10 

S. 1). 

Somit bestand kein genügender Grund für den Ausschluss der Öffentlichkeit. 

Demzufolge durften den Gerichtsberichterstattern auch keine Auflagen betreffend 

Berichterstattung erteilt werden. 

6. Abschliessend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde als begründet er-

weist. Sie ist daher gutzuheissen und die angefochtene Verfügung ersatzlos auf-

zuheben. 

7. Da sich der Beschwerdegegner 1 einer Stellungnahme und damit eines An-

trags enthalten hat, sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. Damit ist von sehr geringen Aufwendungen des amtlichen Ver-

teidigers des Beschwerdegegners 1 im Beschwerdeverfahren auszugehen, wes-

halb ihm keine Entschädigung zuzusprechen ist. Der obsiegende Beschwerdefüh-

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rer hat keine Entschädigung beantragt, weshalb ihm ebenfalls keine solche zuzu-

sprechen ist.  

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung ersatz-

los aufgehoben.  

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

3. Es werden für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigungen ausgerich-

tet. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Beschwerdeführer, per Gerichtsurkunde; 
− den amtlichen Verteidiger des Beschwerdegegners 1, zweifach, per 

Gerichtsurkunde; 
− die Beschwerdegegnerin 2, gegen Empfangsbestätigung; 
− die Vorinstanz, unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen 

Akten [Urk. 8), gegen Empfangsbestätigung. 

5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Vor-

aussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in 
Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom 
Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerde 

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legitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach 

den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes. 

Zürich, 21. Dezember 2018 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer 

 
Präsident: 

 
 
 

lic. iur. A. Flury 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. T. Graf 
 

	Beschluss vom 21. Dezember 2018
	
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung ersatzlos aufgehoben.
	2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.
	3. Es werden für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigungen ausgerichtet.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Beschwerdeführer, per Gerichtsurkunde;
	 den amtlichen Verteidiger des Beschwerdegegners 1, zweifach, per Gerichtsurkunde;
	 die Beschwerdegegnerin 2, gegen Empfangsbestätigung;
	 die Vorinstanz, unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 8), gegen Empfangsbestätigung.

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffen...
	legitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.