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**Case Identifier:** b13c7e94-e391-52f2-a3c1-e32da61f422b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 09.11.2016 810 16 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-16-72_2016-11-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 9. November 2016 (810 16 72) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligungen 

 

 
 
Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Kantonsrichter Christian  

Haidlauf, Markus Clausen, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess,  
Gerichtsschreiberin i.V. Irmgard Mostert Meier 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin 
 
B.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch A.____ 
 
beide vertreten durch Ruadi Thöni, Rechtsanwalt 

  
 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 

  
  
Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligungen  

(RRB Nr. 206 vom 23. Februar 2016) 
 
  

 

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A. Die nigerianische Staatsangehörige A.____, geboren 1977, heiratete am 5. April 2001 
in Nigeria den schweizerischen Staatsbürger C.____, geboren 1975. Am 9. Juni 2001 reiste sie 
im Familiennachzug in die Schweiz ein und erhielt in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung. 
2002 wurde die gemeinsame Tochter D.____ geboren. lm Jahr 2006 erhielt A.____ die Nieder-
lassungsbewilligung. Die Ehe wurde mit Urteil vom 11. Mai 2007 geschieden, die Tochter 
D.____ wurde unter die gemeinsame elterliche Sorge gestellt, seit Februar 2009 hat D.____ 
Wohnsitz bei ihrem Vater. Nach der Scheidung im Mai 2007 heiratete A.____ erneut einen 
schweizerischen Staatsbürger, von dem sie sich am 25. November 2009 wiederum scheiden 
liess. 
 
B. Mit Urteil vom 31. Mai 2011 des Strafgerichts des Kantons Basel-Stadt wurde A.____ 
wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe 
von zwei Jahren und neun Monaten, davon ein Jahr und neun Monate unbedingt, verurteilt. 
A.____ hatte circa 1.6 Kilogramm Kokain über die Grenze geschmuggelt, wobei sie von Mitar-
beitern des Grenzwachtkorps kontrolliert und festgenommen worden war. Das Appellationsge-
richt des Kantons Basel-Stadt bestätigte das erstinstanzliche Urteil am 9. März 2012.  
 
C. Am 21. September 2011 verfügte das Amt für Migration Basel-Stadt den Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung von A.____ und wies sie aus der Schweiz weg. Der dagegen erho-
bene Rekurs blieb erfolglos und ihr wurde eine Ausreisefrist aus der Schweiz bis zum 
20. Januar 2013 gesetzt. 
 
D. Während des Wegweisungsverfahrens heiratete A.____ am 12. Oktober 2012 den 
französischen Staatsbürger E.____, mit welchem sie auf den 1. Dezember 2012 nach F.____ 
zog. Mit Schreiben vom 5. Dezember 2012 stellten E.____ und A.____, vertreten durch Ruadi 
Thöni, Rechtsanwalt, beim Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) ein Gesuch um Familien-
nachzug und Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für A.____ im Rahmen des Familiennach-
zugs. Aufgrund der veränderten familiären Umstände (Eheschliessung und Geburt der gemein-
samen Tochter B.____) sowie der lediglich einmaligen strafrechtlichen Verurteilung bewilligte 
das AfM mit Schreiben vom 14. August 2013 das Gesuch um Familiennachzug und erteilte ihr 
eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Zugleich verwarnte es A.____ aufgrund der strafrechtli-
chen Verfehlung und drohte ihr die Wegweisung aus der Schweiz an. 
 
E. Mit Entscheid vom 12. Januar 2015 bewilligte das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft 
West das Getrenntleben von A.____ und E.____, welches durch den Auszug des Ehemannes 
am 1. Oktober 2014 aufgenommen worden war. Die Obhut über die Tochter B.____ erhielt 
A.____. 
 
F. Mit Schreiben vom 20. April 2015 gewährte das AfM A.____, dem Ehegatten E.____ 
und C.____ (Kindsvater der erstgeborenen Tochter D.____) das rechtliche Gehör zu einem all-
fälligen Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz von A.____ und 
B.____. 
 

 

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G. A.____ nahm das rechtliche Gehör am 29. Mai 2015 wahr. Sie machte unter anderem 
geltend, ein erneutes Zusammenleben mit ihrem Ehemann sei vorbehalten und eine Scheidung 
sei kein Thema. Eine Wegweisung zusammen mit der gemeinsamen Tochter B.____ würde für 
die Ehegatten eine ausserordentliche Härte darstellen, da die Aufrechterhaltung der Kontakt-
pflege aufgrund der wirtschaftlichen und geographischen Umstände nicht mehr möglich wäre. 
 
E.____ nahm das rechtliche Gehör mit Schreiben vom 4. Juni 2015 wahr. Er führte aus, die Ehe 
sei definitiv getrennt. Er überweise A.____ monatlich Alimente in der Höhe von Fr. 3'600.--. Des 
Weiteren wäre für ihn eine Wegweisung von A.____ zusammen mit der gemeinsamen Tochter 
eine "grosse Katastrophe". 
 
C.____, Kindsvater der erstgeborenen Tochter D.____, nahm das rechtliche Gehör zu einer 
allfälligen Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung von A.____ und den möglichen Auswir-
kungen auf die gemeinsame Tochter D.____ mit Schreiben vom 6. Mai 2015 wahr. Das Ver-
hältnis zwischen A.____ und der gemeinsamen Tochter sei "eher schlecht als Recht". Die Be-
ziehung zwischen Mutter und Tochter habe sich so dramatisch verschlechtert, dass die Be-
suchsregelung deshalb mit Gerichtsentscheid des Familiengerichts G.____ vom 1. April 2015 
angepasst worden sei. A.____ nehme die Besuchszeiten nicht wirklich ernst und komme, wenn 
überhaupt, nicht zur vom Gericht vorgegebenen Zeit. Auf Dauer würde es der gemeinsamen 
Tochter besser gehen, würde A.____ weggewiesen, da die stetige Ungewissheit und Unsicher-
heit wegfallen würde. 
 
H. Am 17. August 2015 verfügte das AfM die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gungen von A.____ sowie ihrer Tochter B.____ und ordnete die Ausreise aus der Schweiz bis 
spätestens zum 17. Oktober 2015 an. Zur Begründung verwies das AfM darauf, dass die mit 
der damaligen Bewilligungserteilung verbundene Bedingung (Verbleib beim Ehemann) nach 
dem definitiven Scheitern der Ehe mit E.____ nicht mehr erfüllt sei. 
 
I. Mit Schreiben vom 28. August 2015 erhoben A.____ und B.____ Beschwerde beim 
Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). Darin wurde beantragt, es sei 
unter o/e-Kostenfolge die Verfügung des AfM vom 17. August 2015 aufzuheben und zu erneu-
tem Entscheid nach ergänzender Sachverhaltsabklärung und Gewährung des rechtlichen Ge-
hörs der Beschwerdeführerinnen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die Verfü-
gung des AfM vom 17. August 2015 aufzuheben und in der Folge von einer Nichtverlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerinnen abzusehen und deren Aufenthaltsbewil-
ligung im Kanton Basel-Landschaft zu verlängern. Zudem wurde der prozessuale Antrag ge-
stellt, es sei bei der Beiständin der minderjährigen Tochter D.____ von Amtes wegen ein Be-
richt über die Beziehung und Kontaktpflege von D.____ zu ihrer Mutter A.____ und ihrer 
Schwester B.____ sowie die Auswirkungen einer Wegweisung der Beschwerdeführerinnen auf 
das Wohl und die zukünftige Entwicklung von D.____ einzuholen. Auch seien die Beschwerde-
führerin und deren Tochter D.____ vor einem allfälligen Entscheid persönlich anzuhören. 
 
J. Mit Entscheid vom 23. Februar 2016 wies der Regierungsrat die Beschwerde ab und 
verfügte, dass A.____ und B.____ die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des 

 

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Regierungsratsbeschlusses zu verlassen haben. Zur Begründung wurde im Wesentlichen aus-
geführt, dass nach dem definitiven Scheitern der Ehe mit E.____ die Nachzugsgrundlage weg-
gefallen sei und das daraus abgeleitete Aufenthaltsrecht nicht verlängert werden könne. Zudem 
stehe das Recht auf Familienleben den angeordneten Massnahmen nicht entgegen. Das Be-
suchsrecht könne A.____ bei geeigneter Organisation von der Heimat aus wahrnehmen. Es 
fehlten ihr in wirtschaftlicher Hinsicht besonders enge Beziehungen zu ihrer älteren Tochter 
D.____. Ob dies auch in affektiver Hinsicht zutreffe, könne offen gelassen werden, denn sie 
habe sich nicht tadellos verhalten, sei sie doch aufgrund ihrer strafrechtlichen Verurteilung we-
gen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch das Amt für Migrati-
on Basel-Stadt bereits mit Verfügung vom 21. September 2011 rechtskräftig aus der Schweiz 
weggewiesen worden. Sodann seien die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die 
Wegweisung verhältnismässig und angemessen. Die Rückkehr in ihre Heimat sei ihr zumutbar, 
ein allgemeiner Härtefall liege nicht vor. In prozessualer Hinsicht wurde davon abgesehen, die 
Tochter D.____ separat bzw. durch ihre Beiständin anzuhören. Aufgrund der gleichlaufenden 
Interessen der Beschwerdeführerin und ihrer Tochter, der aktenkundigen Kindsanhörung vor 
dem Familiengericht G.____ sowie der Tatsache, dass der Wille der Tochter bereits vertre-
tungsweise durch ihren Vater kundgetan worden sei, sei keine Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs gegeben. 
 
K. Mit Eingabe vom 7. März 2016 erhoben A.____ und B.____, diese vertreten durch ihre 
Mutter, beide weiterhin vertreten durch Ruadi Thöni, Rechtsanwalt, gegen den Regierungsrats-
beschluss vom 23. Februar 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 
Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Es wird beantragt, es seien unter o/e-
Kostenfolge der Entscheid des Regierungsrats sowie die dem Entscheid zu Grunde liegende 
Verfügung des AfM vom 17. August 2015 aufzuheben und zu erneutem Entscheid nach ergän-
zender Sachverhaltsabklärung und Gewährung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführe-
rinnen an das AfM zurückzuweisen. Eventualiter seien der Entscheid des Regierungsrats sowie 
die dem Entscheid zu Grunde liegende Verfügung des AfM vom 17. August 2015 aufzuheben 
und in der Folge von einer Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführe-
rinnen abzusehen und deren Aufenthaltsbewilligung im Kanton Basel-Landschaft zu verlängern. 
Zudem stellen die Beschwerdeführerinnen den prozessualen Antrag, es sei das AfM anzuwei-
sen, vor einem erneuten Entscheid die Tochter bzw. Halbschwester der Beschwerdeführerin-
nen, D.____ zum beabsichtigten Entzug der Aufenthaltsbewilligungen sowie der Wegweisung 
der Beschwerdeführerinnen persönlich anzuhören und von der Beiständin von D.____ einen 
schriftlichen Bericht zur Beziehung von Tochter D.____ zu ihrer Mutter und Schwester sowie zu 
den Auswirkungen eines solche Entscheids auf das Wohl und die Entwicklung der beiden invol-
vierten Minderjährigen einzuholen. Dazu sei den Beschwerdeführerinnen das rechtliche Gehör 
zu gewähren. 
 
L. Der Regierungsrat liess sich mit Schreiben vom 9. Juni 2016 vernehmen und beantragt 
die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. 
 

 

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M. Mit Eingaben vom 20. Juli und 2. September 2016 reichten die Beschwerdeführerinnen 
neue Beweismittel ein. Am 21. Juli 2016 reichte H.____, Partner und Arbeitgeber von A.____, 
eine Eingabe an das Kantonsgericht ein. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder 
ein Ausschlusstatbestand gemäss § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbe-
stand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden An-
gelegenheit gegeben. Als Adressatinnen sind die Beschwerdeführerinnen sodann vom ange-
fochtenen Entscheid berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Abänderung. Da im Übrigen auch die weiteren formellen Voraussetzungen erfüllt sind, 
kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochtenen Rechtsaktes ist dem Kantonsge-
richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 
lit. c VPO, e contrario). 
 
3. Strittig und zu prüfen ist nachfolgend, ob sich die durch das AfM gegenüber den Be-
schwerdeführerinnen verfügte und durch die Vorinstanz bestätigte Nichtverlängerung der Auf-
enthaltsbewilligungen und Wegweisung als rechtmässig erweist.  
 
4.1 Die Beschwerdeführerinnen machen eine teils unrichtige, unvollständige und teils will-
kürliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, die Unangemessenheit des Ent-
scheides und die Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend. So erweise es sich 
als willkürlich und zur Eruierung des relevanten Sachverhalts offenkundig nicht geeignet, wenn 
die Vorinstanz anstelle einer aktuellen mündlichen oder schriftlichen Anhörung der älteren 
Tochter D.____ sowie statt einer Einholung eines Berichts ihrer Beiständin zur Ermittlung der 
Beziehungen und tatsächlich gelebten Kontaktpflege der Beschwerdeführerinnen mit D.____ 
überwiegend auf die Anhörungen und Abklärungen des Familiengerichts G.____ und des 
Kindsvaters abstelle. 
 
4.2 Die Anhörung des Kindes ist zum einen Ausfluss seiner Persönlichkeit und dient zum 
anderen der Sachverhaltsfeststellung. Zur vollständigen und pflichtgemässen Sachverhaltsab-
klärung im ausländerrechtlichen Verfahren gehört der Einbezug der Kinder von beteiligten Par-
teien, sofern diese von der strittigen Angelegenheit betroffen sind. Nach Art. 3 Abs. 1 des Über-
einkommens über die Rechte des Kindes (KRK) vom 20. November 1989 ist bei allen Mass-
nahmen die Kinder betreffen, unabhängig davon, ob sie von öffentlichen oder privaten Einrich-

 

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tungen, der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen 
getroffen werden, das Wohl des Kindes vorrangig zu berücksichtigen. Gemäss Art. 12 Abs. 1 
KRK haben Kinder, die fähig sind, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht, in allen das 
Kind berührenden Angelegenheiten ihre Meinung frei zu äussern. Die Meinung des Kindes ist 
angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife zu berücksichtigen. Zu diesem 
Zweck wird dem Kind insbesondere die Gelegenheit gegeben, in allen das Kind berührenden 
Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine 
geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden 
(Art. 12 Abs. 2 KRK). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist Art. 12 KRK unmittelbar 
anwendbar (BGE 124 II 361 E. 3c; 124 III 90 E. 3a). 
 
4.3 Das Bundesgericht hält hierzu fest, dass das Kind nicht zwingend persönlich (münd-
lich), sondern lediglich in angemessener Weise anzuhören ist, wobei diese Anhörung je nach 
der zu behandelnden Problematik und den Umständen des Einzelfalles auch schriftlich oder 
über einen Vertreter vorgenommen werden kann (vgl. BGE 124 II 361 E. 3c; 124 III 90 E. 3a; 
Urteile des Bundesgerichts 2C_930/2012 vom 10. Januar 2013 E. 4.4.1; 2C_746/2009 vom 
16. Juni 2010 E. 4.1; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/MARC SPESCHA, Kindeswohl, Kindesanhörung 
und Kindeswille in ausländerrechtlichen Kontexten: Zur adäquaten Umsetzung der völker- und 
verfassungsrechtlichen Kinderrechte, in: AJP 9/2009, S. 1106). Nach der Rechtsprechung des 
Bundesgerichts sind Kinder (im Rahmen von Scheidungsverfahren) aus kinderpsychologischen 
Gründen grundsätzlich erst etwa ab dem 6. Altersjahr persönlich anzuhören (BGE 131 III 553 
E. 1.2.3). Im Unterschied zu einem Scheidungsverfahren (vgl. dazu BGE 124 III 90 E. 3b sowie 
126 III 497 E. 4b), wo die Interessen der Beteiligten nicht gleichlaufend sind und sich eine per-
sönliche Anhörung der Kinder aus diesem Grund aufdrängt, kann in einem ausländerrechtlichen 
Verfahren grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass sich die Haltung der Kinder mit je-
ner der Eltern deckt und sich ihr Standpunkt ohne weiteres den Eingaben und Rechtsschriften 
entnehmen lässt (BGE 124 II 361 E. 3a; Urteile des Bundesgerichts 2C_711/2011 vom 
27. März 2012 E. 5.3; 2C_746/2009 vom 16. Juni 2010 E. 4.1; 2A.195/2006 vom 7. Februar 
2007 E. 3; 2P.117/2001 vom 26. Juli 2001 E. 3d). Anders liegen die Dinge in solchen fremden-
polizeilichen Fällen, wo nur das Kind selbst über nicht rechtsgenüglich bekannte aber für die 
Entscheidfindung wesentliche Tatsachen ergänzend Aufschluss zu erteilen in der Lage ist 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.484/1999 vom 25. Februar 2000 E. 4b). Daraus ergibt sich, 
dass bei nicht gleichlaufenden Interessen von Eltern und Kindern grundsätzlich eine Anhörung 
der Kinder vorzunehmen ist. Ob jedoch gegenlaufende Interessen vorliegen, muss im Einzelfall 
geprüft werden. 
 
5.1 Diesbezüglich stellt sich die Vorinstanz auf den Standpunkt, dass die vorliegenden 
schriftlichen Stellungnahmen der beiden Kindsväter und des neuen Partners der Beschwerde-
führerin nebst ihren Ausführungen in den Beschwerdeverfahren sowie die Kindsanhörung der 
Tochter D.____ vor dem Familiengericht G.____ die Situation genügend darlegten. Anhalts-
punkte dafür, dass das Kind bei einer persönlichen Anhörung entscheidrelevante Tatsachen zu 
ergänzen hätte, welche sich nicht aus den Akten ergäben, seien nicht ersichtlich. Vielmehr sei 
davon auszugehen, dass D.____s Wille bereits vertretungsweise kundgetan worden sei, dies 
insbesondere auch aufgrund der gleichlaufenden Interessen der Beschwerdeführerinnen und 

 

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D.____s. Insofern könne von einer separaten Anhörung des Kindes bzw. einer solchen durch 
deren Beiständin abgesehen werden. 
 
5.2 Die Beschwerdeführerinnen wenden dagegen ein, dass der Mutter nach der Umteilung 
der Obhut über D.____ im Rahmen einer am 30. Oktober 2013 vom Bezirksgericht G.____ ge-
nehmigten gütlichen Einigung mit dem Kindsvater eine umfassende Kontaktregelung mit der 
Tochter eingeräumt worden sei. Anfang 2015 sei es im Verhältnis zur Tochter zu einer Krise 
und damit einhergehend auch zu einem Wiederaufflammen der elterlichen Probleme mit dem 
Kindsvater gekommen. Diese Krise sei durch die damaligen ehelichen Probleme der Be-
schwerdeführerin sowie die heftig auftretende Pubertät der Tochter bedingt gewesen. Noch vor 
Beilegung der Krise habe der Kindsvater die Stellungnahme vom 6. Mai 2015 verfasst, worin er 
die Beschwerdeführerin der Vernachlässigung der Tochter beschuldigte, weshalb es der ge-
meinsamen Tochter besser gehen würde, würden die Beschwerdeführerinnen weggewiesen, da 
damit die stetige Ungewissheit und Unsicherheit für D.____ wegfallen würde. Durch Vermittlung 
des Familiengerichts G.____ und des Kindes- und Erwachsenenschutzdienstes G.____, insbe-
sondere der Beiständin von D.____, habe die Krise beigelegt werden können. Zwischenzeitlich 
fänden die Kontakte von D.____ und ihrer Mutter faktisch schon fast wieder im früheren Umfang 
statt und der Kindsvater habe eingesehen, wie stark D.____ gerade im jetzigen Alter ihre Mutter 
und auch den Kontakt zu ihrer Halbschwester brauche.  
 
5.3.1 Unbestritten ist, dass D.____ zum Zeitpunkt des Entscheids der Vorinstanz mit 
13.5 Jahren genügend alt war, um sich zur vorliegend strittigen Wegweisung ihrer Mutter und 
Halbschwester eine eigene Meinung bilden zu können. In Nachachtung von Art. 12 Abs. 1 KRK 
steht ihr das Recht zu, von den Behörden angehört zu werden, zumal sie durch eine Wegwei-
sung der Beschwerdeführerinnen nach Nigeria unmittelbar in ihren grundrechtlichen geschütz-
ten Rechten betroffen ist. Zu prüfen ist somit, ob D.____s Wille vertretungsweise kundgetan 
worden ist und ob aufgrund der gleichlaufenden Interessen der Beschwerdeführerinnen und 
D.____s von einer separaten Anhörung bzw. einer solchen durch ihre Beiständin abgesehen 
werden kann. 
 
5.3.2 Die Vorinstanzen haben D.____ nicht zur aktuellen Beziehung zu den Beschwerdefüh-
rerinnen und zur Bedeutung einer allfälligen Wegweisung für sie befragt. Die Entscheide ergin-
gen zunächst gestützt auf die Akten des Verfahrens vor dem Familiengericht G.____ zur Rege-
lung und Anpassung des Besuchsrechts. Anfangs 2015 war es zu Unstimmigkeiten zwischen 
D.____ und ihrer Mutter gekommen, aufgrund dessen weigerte sich D.____, weiterhin bei der 
Mutter zu übernachten. Im Rahmen der Anhörung vor dem Familiengericht vom 11. Februar 
2015 bestätigte D.____, dass sie vorläufig nicht mehr bei ihrer Mutter übernachten wolle. Sie 
wolle sie nur noch tagsüber, beispielsweise am Samstagnachmittag sehen. Es ist somit festzu-
halten, dass sich D.____ in der erwähnten Anhörung bzw. den vorliegenden Dokumenten zwar 
durchaus über ihr Verhältnis zu ihrer Mutter äussert, aber eingeschränkt nur im Zusammenhang 
mit der zu dieser Zeit strittigen Besuchsrechtsregelung. Es liegen keine konkreten Aussagen 
zur Wegweisung ihrer Mutter vor, vor allem sind auch keinerlei Äusserungen in Bezug auf ihre 
jüngere Halbschwester zu finden. 
 

 

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5.3.3 Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz kann sodann im vorliegenden Fall nicht 
auf die Ausführungen von D.____s Vater abgestellt werden. Wegen des elterlichen Konflikts 
sind seine Interessen nicht unbedingt deckungsgleich mit denjenigen seiner Tochter. Nachdem 
er in seiner Stellungnahme vom 6. Mai 2015 zuhanden des AfM noch ausführte, dass es 
D.____ bei einer Wegweisung der Mutter wohl besser gehen würde, geht aus seiner Eingabe 
im regierungsrätlichen Verfahren vom 27. August 2015 hervor, dass sich die Situation seit dem 
Entscheid des Familiengerichts G.____ vom 1. April 2015 wieder entspannt habe. Beide Einga-
ben geben die Ansichten des Kindsvaters wieder, sie zeigen aber nicht den Standpunkt von 
D.____ auf. Ebenso wenig stimmen die Interessen der Tochter D.____ zwingend mit denjeni-
gen ihrer Mutter überein. So geht aus den Akten nicht genau hervor, ob D.____ die Anwesen-
heit der Mutter und der Halbschwester aktuell effektiv wünscht und was deren allfällige Weg-
weisung für sie persönlich – und nicht primär für die Mutter oder die Halbschwester – bedeuten 
würde. Es ist demnach festzuhalten, dass die Eltern D.____s (zumindest zeitweise) keine 
gleichgerichteten Interessen verfolgten und zum Kindeswillen einander widersprechende Stel-
lungnahmen abgaben, die vorliegende Situation ist deshalb eher mit der eines klassischen 
Scheidungsverfahrens mit gegenlaufenden Interessen der Eltern vergleichbar. 
 
5.3.4 Insofern kann nicht davon ausgegangen werden, dass der persönliche Standpunkt und 
die Interessen der Tochter D.____ durch die Ausführungen ihres Vaters und ihrer Mutter bzw. 
ihres Rechtsvertreters in den jeweiligen Eingaben und Stellungnahmen zum Ausdruck gekom-
men sind. Der Kindeswille ist folglich durch die Ausführungen ihrer Eltern bzw. des Rechtsver-
treters der Beschwerdeführerinnen nicht angemessen in das Verfahren eingeflossen. Die unter-
lassene Anhörung verletzt zudem das Persönlichkeitsrecht des Kindes. Die Anforderungen von 
Art. 12 KRK erweisen sich damit im vorliegenden Fall als nicht erfüllt und die diesbezügliche 
Rüge der Beschwerdeführerinnen als begründet. 
 
6. Damit ergibt sich insgesamt, dass der vorliegende entscheidrelevante Sachverhalt 
nicht hinreichend untersucht und abgeklärt worden ist. Demzufolge wird die vorliegende Ange-
legenheit in Gutheissung der Beschwerde im Sinne der Erwägungen an das AfM zur Anhörung 
der Tochter D.____ in geeigneter Form zurückgewiesen. Das AfM wird nach Abklärung und 
Erstellung des Sachverhalts hinsichtlich des Kindeswohls im Sinne einer umfassenden Interes-
senabwägung neu über die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen zu befinden haben. 
 
7.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungsgerichtliche Verfahren vor dem Kantons-
gericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Be-
weiskosten und werden nach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in ange-
messenem Ausmass auferlegt. Den Vorinstanzen werden keine Verfahrenskosten auferlegt 
(§ 20 Abs. 3 und 4 VPO). Dementsprechend sind im vorliegenden Verfahren keine Verfahrens-
kosten zu erheben und der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- ist den Be-
schwerdeführerinnen zurückzuerstatten. 
 
7.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei-
zug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen macht in 

 

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seiner Honorarrechnung vom 2. September 2016 einen Zeitaufwand von 19.02 Stunden zu 
Fr. 250.-- geltend, zudem beantragt er den Ersatz von Auslagen in der Höhe von Fr. 124.--, was 
nicht zu beanstanden ist. Demzufolge hat der Beschwerdegegner dem Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerinnen eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 5'305.70 (inkl. 
Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 
 
 
 
  

 

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Regierungsratsbeschluss 

Nr. 206 vom 23. Februar 2016 aufgehoben und die Angelegenheit im 
Sinne der Erwägungen an das Amt für Migration Basel-Landschaft 
zurückgewiesen. 

   
 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanz-

lichen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft 
zurückgewiesen. 

   
 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- wird den 
Beschwerdeführerinnen zurückerstattet. 

   
 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat den Beschwerde-

führerinnen für das Verfahren vor dem Kantonsgericht eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 5'305.70 (inkl. Auslagen und 8 % Mehr-
wertsteuer) auszurichten. 

 
 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin i.V.