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**Case Identifier:** c5733cb4-dc3b-59f7-8d5f-d948d5b9a02c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.06.2023 200 2022 765
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-765_2023-06-27.pdf

## Full Text

200 22 765 UV
SCI/COC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Juni 2023

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Zürich Versicherungsgesellschaft AG
Postfach, 8085 Zürich 
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 24. November 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war ab dem 1. Februar 2006 als … beim C.________ angestellt und da-
durch bei der Zürich Versicherungsgesellschaft AG (Zürich bzw. Be-
schwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert. Gemäss undatierter 
Schadenmeldung war die Versicherte am 29. August 2008 mit dem Motor-
rad unterwegs, als sie von einem Auto angefahren wurde. Dabei erlitt sie 
Brüche am rechten Unterarm, am rechten Unterschenkel und am rechten 
Fuss (Akten der Zürich [act. II] ZK1). Die besagten Brüche wurden am 
29. August und 2. September 2008 operativ versorgt (Akten der Zürich 
[act. IIA] ZM2-ZM9). Die Zürich anerkannte für dieses Ereignis ihre Leis-
tungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (vgl. 
u.a. act. II ZK7). Dabei nahm sie unter Berücksichtigung weiterer operativer 
Eingriffe (act. IIA ZM57 f., ZM62, ZM65, ZM72, ZM83, ZM91) und eines 
stationären Aufenthalts in der Klinik D.________, vom 5. April bis 15. Mai 
2018 (act. IIA ZM129; Akten der Zürich [act. IIB] 109) diverse Abklärungen, 
namentlich durch die Gutachterstelle E.________ für interdisziplinäre Be-
gutachtungen (Gutachten vom 21. Februar 2011; act. IIA ZM56), durch die 
Klinik F.________ (Gutachten vom 19. Juli 2016 [act. IIA ZM120] inkl. Eva-
luation der funktionellen Haushaltsfähigkeit [act. IIA ZM121]) und durch das 
G.________ (MEDAS; Gutachten vom 20. Oktober 2020 [act. IIB 150]; vgl. 
auch die Ergänzungen zum Gutachten vom 29. März 2021 [act. IIB 171]) 
vor. Gestützt auf die Ergebnisse der getätigten Erhebungen stellte die 
Zürich mit Verfügung vom 30. April 2021 (act. IIB 186) die Taggeld- und 
Heilbehandlungsleistungen rückwirkend per 31. August 2020 ein, ohne 
jedoch eine Rückforderung für bereits ausgerichtete Taggelder geltend zu 
machen. Ferner sprach sie eine Integritätsentschädigung bei einer Inte-
gritätseinbusse von 10 % zu und verneinte einen Anspruch auf eine Invali-
denrente. Nachdem die Versicherte hiergegen Einsprache erhoben hatte 
(act. IIB 188), änderte die Zürich die besagte Verfügung mit Verfügung vom 
9. März 2022 (act. IIB 205) insoweit ab, als sie der Versicherten ab dem 
1. September 2020 eine Invalidenrente in der Höhe von Fr. 1'123.-- bei 
einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 20 % zusprach und soweit nach dem 

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31. August 2020 Taggelder ausgerichtet worden waren Verrechnung erklär-
te. Daran hielt sie auf Einsprache hin (act. IIB 210, 216, 232) mit Entscheid 
vom 24. November 2022 (act. IIB 240) fest.

Im Jahr 2009 meldete sich die Versicherte zudem bei der Invalidenversi-
cherung (IV) zum Leistungsbezug an (vgl. Akten der IV [act. III] 1.154), wo-
bei das entsprechende Verfahren noch hängig ist. 

B.

Gegen den Einspracheentscheid vom 24. November 2022 (act. IIB 240) 
erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
B.________, am 14. Dezember 2022 Beschwerde und beantragte die Auf-
hebung des angefochtenen Einspracheentscheids und die Ausrichtung der 
gesetzlichen Leistungen über den 31. August 2020 hinaus. Eventualiter 
wurde die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks 
ergänzender Abklärungen beantragt. 

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Januar 2023 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

Am 7. Februar 2023 edierte der Instruktionsrichter bei der IV-Stelle Bern 
die amtlichen Akten, welche in der Folge am 9. Februar 2023 beim Gericht 
eingingen.

Mit Schlussbemerkungen vom 1. März 2023 hielt die Beschwerdeführerin 
an ihren Anträgen und Ausführungen fest. Mit Eingaben vom 13. und 
21. März 2023 hielt die Beschwerdegegnerin ebenfalls an ihren Anträgen 
fest. 

Am 29. März 2023 ging eine weitere Stellungnahme der Beschwerdeführe-
rin beim Gericht ein. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 24. Novem-
ber 2022 (act. IIB 240). Streitig und zu prüfen ist er Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im 
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 29. August 2008 und dabei insbe-
sondere die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leis-
tungen zu Recht per 31. August 2020 einstellte (Fallabschluss) und ab 
1. September 2020 eine Invalidenrente bei einem IV-Grad von 20 % und 
eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 10 % zu-
sprach. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin (zumindest im-
plizit) eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Die Beschwerde-
gegnerin habe sich im angefochtenen Einspracheentscheid nicht mit den in 
der Einsprache vorgebrachten Argumenten namentlich zum Erreichen des 
medizinischen Endzustandes und zum natürlichen Kausalzusammenhang 
zwischen den bestehenden psychischen Problemen und dem Unfall vom 
29. August 2008 auseinandergesetzt (Beschwerde S. 5 Ziff. 6).

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Die Begründungspflicht ist wesentli-
cher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 
Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung ge-
gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies 
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a 
S. 181; SVR 2022 IV Nr. 37 S. 122 E. 5.1).

2.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspra-
cheentscheid einlässlich dargelegt, warum der Endzustand per 31. August 
2020 erreicht war resp. warum ab dem 1. September 2020 Anspruch auf 
eine Invalidenrente bei einem IV-Grad von 20 % besteht. Dabei hat sie sich 
zulässigerweise auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränkt (vgl. 
E. 2.2 hiervor). Der Beschwerdeführerin war es denn auch ohne weiteres 
möglich, gestützt auf die Ausführungen im Einspracheentscheid und die 
zugestellten amtlichen Akten eine ausführlich begründete Beschwerde ein-
zureichen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs resp. der Begrün-
dungspflicht ist vorliegend nicht erfolgt (vgl. BGE 142 III 433 E. 4.3.2 S. 
436). Selbst wenn von einer leichten Gehörsverletzung auszugehen wäre, 

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würde diese geheilt, da die Beschwerdeführerin sich vor dem angerufenen 
Gericht, das sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprü-
fen kann, äussern konnte (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b 
S. 132; SVR 2021 IV Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 
3.3.1).

3.

Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des Bun-
desgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem In-
krafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet ha-
ben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen 
sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG). Anwend-
bar sind demnach vorliegend die bis 31. Dezember 2016 geltenden Nor-
men.

3.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallver-
sicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

3.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 12. Juli 2022, 8C_596/2021 [zur Publikati-
on vorgesehen], E. 3).

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3.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

3.2.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181; BGer 8C_596/2021, E. 3). Bei organisch 
objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate Kausalität 
weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch 
keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358; SVR 2020 
UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

3.2.3 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die 
Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge-
hen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubezie-
hen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 

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Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 
V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleuder-
traumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schä-
del-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi-
schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 
2018 UV Nr. 29 S. 101 E. 2.2). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist 
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder-
trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verlet-
zung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder 
ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 
S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwen-
dung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Be-
schwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule (HWS) manifestieren 
(SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzun-
gen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle 
mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung.

3.3 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 40 
S. 163 E. 2.3).

3.4 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers ist die Ver-
waltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, 
die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheits-

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zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 
und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurtei-
lung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet 
werden können (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; 
SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

4.

4.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass die Be-
schwerdeführerin am 29. August 2008 (vgl. act. II ZK1) einen Unfall im 
Rechtssinne erlitten hat (vgl. E. 3.1 hiervor) und danach unfallkausale Be-
schwerden – namentlich am rechten Unterarm, am rechten Bein und am 
rechten Fuss – aufgetreten sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch 
entsprechende Versicherungsleistungen erbracht (vgl. u.a. act. II ZK7). 
Umstritten ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht per 
31. August 2020 abgeschlossen und der Beschwerdeführerin bei einem 
IV-Grad von 20 % eine Rente sowie eine Integritätsentschädigung bei einer 
Integritätseinbusse von 10 % zugesprochen hat.

4.2 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten – soweit entscheid-
wesentlich – das Folgende entnehmen:

4.2.1 Nach dem Unfall vom 29. August 2008 war die Beschwerdeführerin 
vom 29. August bis 13. September 2008 im Spital H.________ hospitali-
siert. Im Austrittsbericht vom 13. September 2008 (act. IIA ZM9) wurden 
eine dislozierte laterale Malleolarfraktur rechts, eine dislozierte isolierte 
diaphysäre distale Ulnafraktur rechts, eine dislozierte subkapitale Fraktur 
Metatarsale ll-IV rechts und eine Metatarsale V-Köpfchenfraktur mit Ge-
lenkflächenbeteiligung, eine leichtgradige HWS-Distorsion und eine leichte 
normozytäre, normochrome Anämie diagnostiziert. Die besagten Frakturen 
wurden zeitnah am 29. August resp. 3. September 2008 im Spital 
H.________ operativ behandelt (act. IIA ZM9). Eine Amnesie oder Be-
wusstlosigkeit liege nicht vor. Die Beschwerdeführerin gebe starke 
Schmerzen im Bereich des rechten Fusses, OSG (oberes Sprunggelenk) 
und Unterarm an (act. IIA ZM9). Im Eintritts- und Untersuchungsbefund 

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wurden der Kopf und die HWS als unauffällig beschrieben; Hirnnerven in-
takt, Pupillen prompt reaktiv, isokor, symmetrisch (act. IIA ZM8). Während 
der Hospitalisation habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen im HWS-
Bereich paravertebral geklagt; diese hätten sich unter der analgetischen 
Therapie deutlich regredient gezeigt. Speziell die Therapie mit Sirdalud 
habe diesbezüglich Erfolg gezeigt. Die Beschwerdeführerin sei in gutem 
Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden (act. IIA ZM7).

Im Bericht des Spitals H.________ vom 11. Dezember 2008 (act. IIA 
ZM14) wurde der Verdacht auf ein CRPS (komplexes regionales Schmerz-
syndrom) diagnostiziert. Der Beschwerdeführerin gehe es etwas besser, 
aber noch immer nicht sehr gut. Insbesondere im Nacken seien die 
Schmerzen stärker geworden. Die Arbeit habe sie noch nicht wieder aufge-
nommen (S. 1). Es werde der Übergang zu Vollbelastung und die Weiter-
führung der intensiven Physiotherapie empfohlen. Eine möglichst rasche 
Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag wenigstens zu einigen Prozent 
sollte angestrebt werden (S. 2). 

Im Bericht des Spitals H.________ vom 10. Februar 2009 (act. IIA ZM16) 
wurde – neben dem Heilungsverlauf hinsichtlich des rechten Handgelenks 
und des rechten Fusses – ausgeführt, von Seiten der rezidivierenden Kopf-
schmerzen gehe es eher besser. Die Schmerzen seien seltener geworden, 
aber umso heftiger. Weiter wurde festgehalten, in beschränktem Umfang 
z.B. zwei Stunden täglich sei allenfalls ein Arbeitsversuch möglich. Als … 
könnte die Beschwerdeführerin allenfalls in dieser Zeit kleinere …, wo sie 
sitzen könnte.

4.2.2 Im Bericht des Zentrums I.________ vom 23. Juni 2009 (act. IIA 
ZM22) wurden der Verdacht auf ein CRPS rechter Fuss (ICD-10 M89.9) 
und der Verdacht auf Spannungskopfschmerzen (ICD-10 G44.2) diagnosti-
ziert. Die Beschwerden im Nacken/Kopfbereich seien auf myofaszielle 
Schmerztrigger zurückzuführen, die wahrscheinlich konsekutiv die beklag-
ten Kopfschmerzen auslösen würden. Als schmerzunterhaltende Co-
Faktoren seien die mangelnde Entspannungsfähigkeit und das nicht verar-
beitete Unfallereignis zu werten (S. 1). 

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Im Bericht des Zentrums I.________ vom 25. August 2009 (act. IIA ZM26) 
wurden ein Schmerzsyndrom rechter Fuss (ICD-10 M89.9), ein chronischer 
Kopfschmerz nicht spezifiziert (ICD-10 G44.2) und ein variables sensibles 
Hemisyndrom rechts neurologisch nicht zuordenbar (ICD-10 R20.8) dia-
gnostiziert (S. 1). Die Ursache des Nackenschmerzes mit Ausstrahlung 
nach bifrontal, welcher ständig vorhanden sei mit einer Schmerzstärke von 
max. 9 von 10, sei neurologisch aktuell nicht zuordenbar. Bei Sturz mit dem 
Motorrad, beschädigtem Visier des Sturzhelms sowie anschliessend aufge-
tretener Gesichtsschwellung sei ein Kopfschmerz nach leichtgradigem 
Schädel-Hirntrauma in Betracht zu ziehen. Aktuell würden Gedächtniss-
törungen beklagt. Bei Analgetika-Übergebrauch von Dezember 2008 bis 
April 2009 sei das Vorliegen eines Medikamentenübergebrauchskopf-
schmerzes in Betracht zu ziehen, jedoch seit Absetzen dieser Medikamen-
te im April 2009 sei es zu keiner Besserung des Kopfschmerzes gekom-
men. Das MRI des Schädels von Juli 2009 sei unauffällig gewesen (S. 4).

Im Bericht des Zentrums I.________ vom 18. Februar 2010 (act. IIA ZM34) 
wurden ein Schmerzsyndrom rechter Fuss (ICD-10 M89.9), ein chronischer 
Kopfschmerz nicht spezifiziert (ICD-10 G44.2), ein variables sensibles He-
misyndrom rechts (ICD-10 R20.8), eine Schmerzstörung in Verbindung mit 
Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54) 
und diskrete neuropsychologische attentionale Funktionsbeeinträchtigun-
gen der Daueraufmerksamkeit bei chronischen Schmerzen und verminder-
ter Belastbarkeit (ICD-10 F07.8) diagnostiziert (S. 1). Es sei darauf hinzu-
weisen, dass die subjektiven Beschwerden die tatsächlich objektivierbaren 
übersteigen würden. Die Verhaltensbeobachtung weise dabei darauf hin, 
dass die Wahrnehmung und die Verarbeitung subjektiv erlebter kognitiver 
Einbussen durch Katastrophisierung und Verunsicherung zu charakterisie-
ren seien. Ätiologisch seien die beschriebenen leichten Einschränkungen 
attentionaler Funktionen im Sinne einer reduzierten Daueraufmerksamkeit 
und erhöhter Ermüdbarkeit mit den chronifizierten Schmerzen vereinbar. 
Differenzialdiagnostisch seien die reduzierte Daueraufmerksamkeit sowie 
die subjektiv beklagte gesteigerte Ermüdbarkeit auch mit den Folgen eines 
leichten Schädel-Hirntraumas vereinbar. Aktenanamnestisch wie auch in 
der von der Beschwerdeführerin berichteten Unfallanamnese zeigten sich 
nicht eindeutige Verweise auf das Vorliegen eines leichten Schädel-

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Hirntraumas, wobei zeitnahe Dokumente zum Unfallereignis fehlten. Aller-
dings könne das beschädigte Helmvisier wie auch die Schwellung im unte-
ren Kieferbereich auf eine Mitbeteiligung des Kopfes im Rahmen des Ver-
kehrsunfalls hinweisen (S. 4).

4.2.3 Im interdisziplinären (chirurgischen, neurologischen, neuropsychia-
trischen) Gutachten der Begutachtungsstelle E.________ vom 21. Februar 
2011 (act. IIA ZM56) wurde ein Status nach Verkehrsunfall vom 29. August 
2008 festgehalten (S. 60 Ziff. 6). Die Beschwerdeführerin leide an noch 
erheblichen Restbeschwerden am rechten Fuss (S. 57). Einzig ein operati-
ves Vorgehen mit Korrektur des Vorfusses könne längerfristig der Be-
schwerdeführerin ein einigermassen befriedigendes Resultat, das heisse 
weitgehende Beschwerdefreiheit bieten. Infolge der jetzigen Vorfussbe-
schwerden sei eine Arbeitsfähigkeit als … in einem weitgehend stehenden 
Beruf höchstens teilweise gegeben. Dagegen sei der Beschwerdeführerin 
eine Verweistätigkeit hauptsächlich sitzend, mit gelegentlichem Stehen 
oder Gehen in vollem Pensum mit guter Schuhzurichtung, das heisse mit 
idealer retrokapitaler Abstützung, zumutbar. Nach gelungener Vorfusskor-
rektur sollte auch die Tätigkeit als … wieder möglich sein (S. 58). Bezüglich 
der während des Unfalls erlittenen lateralen Malleolarfraktur rechts und der 
distalen Ulnaschaft-Fraktur rechts könne der Fall als folgenlos abgeheilt 
abgeschlossen werden (S. 59). Bezüglich der geklagten Kopf- und Na-
ckenschmerzen hielten die Gutachter fest, beim Unfall habe keine Be-
wusstlosigkeit und/oder Amnesie bestanden und die Beschwerdeführerin 
habe während den ersten Tagen keinerlei Schmerzen des Nackens und 
des Kopfes beklagt. Eine Commotio cerebri oder ein noch schwereres 
Schädel-Hirntrauma sei somit ausgeschlossen. Die Beschwerdeführerin 
habe schon vor dem Unfall unter gelegentlichen Kopfschmerzen gelitten. 
Bezüglich einer Verletzung der Nackenwirbelsäule sei grundsätzlich ein 
komplexer Unfallmechanismus mit Kontusion/Distorsion beim erlittenen 
Sturz denkbar. Gemäss den früh angefertigten bildgebenden Untersuchun-
gen hätten sich jedoch keine strukturellen Verletzungen (im Übrigen auch 
keine nennenswerten degenerativen Veränderungen) gezeigt. Bei den gut-
achterlichen Untersuchungen sei die Beschwerdeführerin in keiner Hinsicht 
in ihrer Nackenbeweglichkeit eingeschränkt gewesen und habe auch kei-
nerlei muskuläre Verspannungen und Dolenzen des Nackens und des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 13

Schultergürtels aufgewiesen. Allfällige Verletzungen hätten folglich unfall-
kausal im Mikrobereich (z.B. Muskelfaserläsionen) bestanden. Solche Ver-
letzungen verheilten in aller Regel innerhalb weniger Wochen residuenfrei 
aus. Die jetzt noch bestehenden Nackenbeschwerden/Kopfschmerzen sei-
en unspezifisch und stünden nur im möglichen unfallkausalen Zusammen-
hang (S. 60).

4.2.4 Im Verlauf erfolgten am 30. November 2011, am 6. Juni 2012, am 
19. September 2012, am 6. März 2013, am 15. Oktober 2014 und am 
7. Mai 2015 weitere operative Eingriffe insbesondere am rechten Fuss 
(act. IIA ZM57 f., ZM62, ZM65, ZM72, ZM83, ZM91). 

4.2.5 Im interdisziplinären (orthopädisch-traumatologischen und psychia-
trischen) Gutachten der Klinik F.________ vom 19. Juli 2016 (act. IIA 
ZM120) wurden ein "Töff-Unfall" vom 29. August 2008 mit dislozierter late-
raler Malleolarfraktur rechts (ICD-10 S82.6), mit dislozierter distaler Ulna-
fraktur rechts (ICD-10 S52.8) und mit dislozierten subkapitalen Frakturen 
Metatarsale II bis IV rechts, Metatarsale V-Köpfchenfraktur mit Gelenk-
flächenbeteiligung (ICD-10 T14.2), eine mittelgradige depressive Episode 
mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) und kein Hinweis auf eine an-
haltende somatoforme Schmerzstörung oder eine psychische Störung im 
Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung festgehalten. Nicht un-
fallkausal seien Kopfschmerzen unklarer Genese (S. 3 - 5). 

Aus orthopädischer Sicht wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei 
seit ihrem Unfall am rechten Vorfuss mehrfach operiert worden, ohne dass 
sich ihre Schmerzsituation wesentlich gebessert habe. Es zeige sich auch 
jetzt ein unbefriedigender, korrekturbedürftiger, schmerzhafter Befund. Die 
Beschwerdeführerin sei dadurch nicht nur beruflich und im Haushalt stark 
eingeschränkt, sondern auch in ihren sportlichen Aktivitäten, welche sie 
allesamt nicht mehr ausüben könne. Insgesamt liessen sich die geklagten 
Beschwerden in Einklang bringen mit den erhobenen radiologischen und 
klinischen Befunden. Es zeige sich kein Anhalt für Aggravation (S. 2). 

Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, es werde zum ersten Mal die 
Diagnose einer relevanten Depression gestellt. Im Vordergrund stehe dabei 
eine schwere Antriebsstörung. Man könne davon ausgehen, dass die psy-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 14

chische Verschlechterung in Richtung einer eigentlichen Depression laut 
Angaben der Beschwerdeführerin erst seit gut einem Jahr begonnen habe 
bzw. relevant geworden sei. Das aktuelle Schmerzerleben einerseits und 
auch die schlechte Funktionsfähigkeit (gerade im Alltag und im Haushalt) 
sei in wesentlichen Teilen auch ein Ausdruck der aktuellen, relevanten de-
pressiven Verstimmung (S. 4). Zusammenfassend liege bereits seit länge-
rem durch die insgesamt unbefriedigende Situation ein grosser psychischer 
Leidensdruck vor, der zumindest seit einem Jahr zu einer bisher unbehan-
delten depressiven Störung geführt habe. Man könne davon ausgehen, 
dass dieser psychische Leidensdruck auch die empfundene Schmerzinten-
sität zusätzlich negativ beeinflusst habe (S. 5). Die Depression sei mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall und seine Folgen als un-
erlässliche Teilursache zurückzuführen (S. 6).

Aus interdisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, die Be-
schwerdeführerin sei in ihrem bisherigen Beruf als … seit dem Unfallereig-
nis zu 100 % beeinträchtigt. Die Arbeitsfähigkeit in einer anderen Tätigkeit 
lasse sich nicht abschliessend beantworten, da noch kein Endzustand er-
reicht sei. Bei Besserung der Beschwerden durch konservative und/oder 
operative Massnahmen seien auf rein somatischem Fachgebiet vorwiegend 
sitzende, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, ohne häufige Geh- und 
Stehbelastungen denkbar. Dabei müsste die Beschwerdeführerin Gelegen-
heit haben, ihr rechtes Bein gelegentlich auf einen Stuhl hochzulegen (S. 7 
Ziff. 8.1 f.).

4.2.6 Im weiteren Verlauf war die Beschwerdeführerin vom 5. April bis am 
15. Mai 2018 in der Klinik D.________ in stationärer psychiatrischer Be-
handlung. Im vorläufigen Austrittsbericht vom 15. Mai 2018 (act. IIA ZM129; 
vgl. auch act. IIB 109) wurde eine mittelgradige depressive Episode (ICD-
10 F32.1) diagnostiziert. Bei Aufnahme habe ein mittelgradig depressives 
Syndrom mit im Vordergrund stehendem Antriebs- und Freudverlust sowie 
Konzentrationsminderung imponiert. Die Beschwerdeführerin sei durch die 
Symptomatik in ihrer Funktionalität in den meisten Lebensbereichen deut-
lich eingeschränkt. In der durchgeführten Diagnostik hätten sich keine Hin-
weise auf eine organische Genese der Beschwerden ergeben (S. 1). Unter 
einer multimodalen Therapie im Rahmen des stationären Behandlungskon-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 15

zepts für affektive Störungen sei es zu einer Teilremission der zur Aufnah-
me führenden Symptomatik und zur Verbesserung der Funktionalität im 
Alltag gekommen. Zum Entlassungszeitpunkt habe weiterhin eine Affektla-
bilität und eine verminderte Stresstoleranz bestanden. Zur Verringerung 
des Rückfallrisikos bei einer rezidivierenden depressiven Störung werde 
empfohlen, die medikamentöse Therapie bei guter Verträglichkeit in unver-
änderter Dosis bis zur Vollremission fortzuführen (S. 2).

4.2.7 Im interdisziplinären (internistischen, orthopädischen, psychiatri-
schen, neurologischen, neuropsychologischen) MEDAS-Gutachten vom 
20. Oktober 2020 (act. IIB 150) wurden eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom 
(ICD-10 F33.11), ein Status nach Motorradunfall am 29. August 2008 mit 
dislozierter lateraler Malleolarfraktur rechts, dislozierter distaler Ulnafraktur 
rechts, dislozierter subkapitaler Fraktur Metatarsale II bis V rechts sowie 
chronische Kopfschmerzen vom Spannungskopfschmerztyp diagnostiziert 
(S. 8 f. Ziff. 3).

Aus internistischer Sicht bestünden keine Befunde oder Diagnosen, welche 
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründeten (S. 5).

Aus orthopädischer Sicht wurde ausgeführt, die Funktion des rechten Ar-
mes und des rechten Sprunggelenkes sei völlig uneingeschränkt, die Be-
schwerdeführerin nenne an diesen beiden Verletzungsbereichen keine Be-
wegungs- oder Druckschmerzhaftigkeit. Am rechten Fuss liege eine aus-
geprägte Fehlstellung des vorderen Fussgewölbes und der Zehen D1 bis 
D4 vor. Die Beweglichkeit der Zehengelenke sei stark eingeschränkt, zum 
Teil seien diese eingesteift. Die ausgeprägten Hyperkeratosen an beiden 
Füssen liessen eine deutliche Geh- und Stehleistung im Alltag ableiten. Bei 
der Messung der Beinumfänge ergebe sich im Seitenvergleich eine leichte 
Minderung des Wadenumfangs rechts als möglicher Hinweis auf eine ver-
minderte Belastung des rechten Beins. Die Einlagenversorgung sei als völ-
lig insuffizient zu betrachten. Die Vorfusspelotte sei nicht in der Lage, das 
hohe vordere Fussgewölbe zu stützen. Dies drücke sich auch in einer ver-
stärkten Belastung der Einlage im Bereich des Grosszehengrundgelenks 
aus. Zudem seien die flexiblen Sportschuhe und die flexible Einlage nicht 
geeignet den Reizzustand im Grosszehengrundgelenk zu mildern (S. 6 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 16

Aus neurologischer Sicht wurde ausgeführt, es bestünden chronische 
Schmerzen im Bereiche des rechten Fusses, für welche sich keine neur-
opathische Ursache finde. Ein komplexes regionales Schmerzsyndrom 
(Morbus Sudeck) liege heute nicht (mehr) vor. Es sei möglich, dass sich die 
im Rahmen des Morbus Sudeck in der Vergangenheit aufgetretenen 
Schmerzen chronifiziert hätten. Bei den Kopfschmerzen handle es sich am 
ehesten um einen Spannungskopfschmerz. Ein direkt kausaler Zusam-
menhang mit dem Unfall im Jahr 2008 - etwa im Rahmen einer Mitverlet-
zung im Bereiche des Schädels - sei in der Vergangenheit diskutiert wor-
den. Heute liessen sich weder aufgrund der aktuellen noch der aktenkundi-
gen Befunde sichere Hinweise darauf finden, dass die Beschwerdeführerin 
2008 ein Schädel-Hirntrauma erlitten habe. Es sei aber denkbar, dass die 
Kopfschmerzen durch den übermässigen Gebrauch von Analgetika ver-
schlechtert oder unterhalten würden, im Sinne eines Medikamentenüber-
gebrauchkopfschmerzes. Die Beschwerdeführerin gebe an, sehr häufig 
NSAR und Analgetika einzunehmen. Sie klage über eine verminderte Kon-
zentrationsfähigkeit. Aus neurologischer Sicht sei diese eher nicht als Un-
fallfolge (etwa als Folge einer Hirnverletzung durch ein leichtes Schädel-
Hirntrauma) zu interpretieren (S. 7).

Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine mittelgradige depressive Störung. 
Sämtliche Medikamente seien nicht messbar, das heisse, dass die Be-
schwerdeführerin weder die Antidepressiva noch die Analgetika regelmäs-
sig einnehme. Es handle sich bei der Beschwerdeschilderung um vorwie-
gend subjektive Angaben. Objektive Befunde seien in ihrer Bedeutung 
schwer zuzuordnen. Die Beschwerdeführerin sei in ihrem Verhalten sehr 
auffällig, demonstrativ. Die Schilderungen wirkten zum Teil übertrieben, 
zum Teil auch unglaubhaft (S. 7 f.).

Aus neuropsychologischer Sicht hätten sich in ihrer Ausprägung nicht-
authentische kognitive Minderleistungen in den Bereichen Informationsver-
arbeitungsgeschwindigkeit, Aufmerksamkeit, mnestische Funktionen, Exe-
kutivfunktionen, Visuo-Konstruktion und Kulturtechniken mit/bei Leistungs-
verzerrung unbekannter Ursache ergeben. Die von der Beschwerdeführerin 
gezeigten Leistungen entsprächen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
nicht der tatsächlichen Leistungsfähigkeit. Grundsätzlich könnten kognitive 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 17

Defizite mit Auswirkungen auf die Alltags- und Berufsfunktionalität vorlie-
gen, mit den aktuellen Befunden könne hinsichtlich Art, Ausmass und Ätio-
logie jedoch keine Aussage getroffen werden. Mögliche Ursachen für allfäl-
lig bestehende neurokognitive Minderleistungen könnten in der gesundheit-
lichen Gesamtsituation (rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, und die Schmerzproble-
matik) zu finden sein. Jedoch könnten diese möglichen Ursachen weder 
das Ausmass der nicht validen Befunde noch die Resultate in der Perfor-
manzvalidierung (auch nicht in Kombination) erklären (S. 8).

Aus interdisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, die belas-
tungsabhängigen Schmerzen im Vorfuss, insbesondere im Bereich des 
Grosszehengrundgelenks, seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 
das Unfallereignis zurückzuführen. Allerdings sei das Ausmass der ange-
gebenen Beschwerden und insbesondere der angegebenen Leistungsein-
schränkung nicht vollumfänglich nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin 
trage keine Einlagen oder Spezialschuhe, durch welche die aktuell beklag-
ten Fussbeschwerden sicher deutlich verbessert würden. Zudem zeige eine 
deutliche Hyperkeratose, dass sie deutlich mehr als angegeben gehfähig 
sein dürfte. Die Beschwerdeführerin sei erstmals im Gutachten der Klinik 
F.________ vom 19. Juli 2016 als psychisch belastet beschrieben worden. 
Eine erste schwerwiegende psychische Symptomatik sei erst sieben Jahre 
nach dem Unfall dokumentiert. Aufgrund dieses Zeitabstandes zum Unfal-
lereignis könne ein Zusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der 
heute vorliegenden mittelschweren Depression nicht mehr hergestellt wer-
den. Ein Kausalzusammenhang sei damit als eher unwahrscheinlich zu 
werten (S. 10 Ziff. 4.5.1; vgl. auch S. 11 ff. Ziff. 4.5.2.1 f.). Der Endzustand 
könne anatomisch/funktionell als erreicht betrachtet werden, dies spätes-
tens ab dem Gutachtenzeitpunkt. Allerdings wäre durch eine adäquate Ein-
lagen-/Schuhversorgung eine rasche Schmerzminderung zu erwarten. Aus 
psychiatrischer Sicht könne aufgrund der vorliegenden Inkonsistenzen zum 
Endzustand keine schlüssige Aussage gemacht werden (S. 15 Ziff. 4.6.2). 
Die Beschwerdeführerin könne alleine aufgrund der unfallbedingten ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen eine mehrheitlich im Sitzen ausgeführte 
Tätigkeit als …, zum Beispiel bei einem …, zu 80 % ausführen. Arbeiten, 
bei denen längere Gehstrecken zurückgelegt oder Gewichte über 5 kg ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 18

tragen werden müssten, führten auch bei optimaler Einlagenversorgung zu 
einer Schmerzverstärkung im Bereich des rechten Fusses (S. 15 
Ziff. 4.7.1). Bei einer klassischen …tätigkeit, welche grösstenteils im Ste-
hen durchgeführt werde und zudem repetitiv kleine Wegstrecken zurückge-
legt werden müssten, liege die Beeinträchtigung bei 50 %. Diese gelte auch 
für die Arbeit einer …. Es gebe jedoch Arbeitsbereiche, in denen die … 
mehrheitlich im Sitzen arbeiten könne (zum Beispiel bei einem …). Ange-
passt an die Schmerzverstärkung durch längeres Stehen und Gehen be-
stehe in einer solchen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (S. 16 
Ziff. 4.8.1). Eine wechselbelastende leichte körperliche Tätigkeit mehrheit-
lich im Sitzen mit kurzen Gehstrecken wäre zu 80 % ausführbar. Dabei 
wäre das repetitive Hantieren von Gewichten bis maximal 5 kg genauso 
möglich wie Arbeiten über Kopfhöhe. In optimal angepasster Tätigkeit er-
gäben sich keine zeitlichen Einschränkungen aufgrund der Unfallfolgen. 
Die 20 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Sinne einer Rende-
mentverminderung erkläre sich mit den belastungsabhängigen Schmerzen 
und dadurch erhöhtem Pausenbedarf. Schwerarbeiten und mittelschwere 
Arbeiten, Arbeiten mit längeren Gehstrecken und repetitives Heben von 
Gewichten über 5 kg seien nicht möglich. Bezüglich Arbeiten über Schul-
terhöhe bestünden keine zusätzlichen Einschränkungen (S. 17 Ziff. 4.8.2).

4.2.8 Nachdem die Beschwerdeführerin Kritik am MEDAS-Gutachten vom 
20. Oktober 2020 (act. IIB 150) geäussert hatte (act. IIB 159 und 169), 
nahmen die MEDAS-Gutachter am 29. März 2021 Stellung (act. IIB 171). 
Aus psychiatrischer Sicht sei bereits eingehend begründet worden, weswe-
gen die psychische Funktionsstörung, welche zudem mit deutlichen Inkon-
sistenzen behaftet sei und welche ausschliesslich auf subjektiven Angaben 
gründe, nicht in einem Zusammenhang mit dem Unfallereignis von 2008 
stehe (S. 2). Insbesondere aufgrund der Chronologie der (psychiatrischen) 
Behandlungen sei davon auszugehen, dass die psychische Situation der 
Beschwerdeführerin nicht mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit mit 
dem Unfallereignis zusammenhänge. Zudem liessen sich in der psychiatri-
schen Untersuchung sehr deutliche Inkonsistenzen finden, sei dies bezüg-
lich der Medikamenteneinnahme, in der neuropsychologischen Testung 
oder auch den angegebenen Funktionseinschränkungen, die nicht mit einer 
mittelschweren depressiven Episode in Einklang stünden, sondern als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 19

deutlich übertrieben bezeichnet werden müssten. Deshalb müsse auf eine 
hochwahrscheinliche Aggravation, wenn nicht Simulation hingewiesen wer-
den (S. 4). Die Beschwerdeführerin habe ohne Zweifel eine komplexe und 
langwierige Problematik im Bereich des rechten Fusses hinter sich. Dies 
werde im orthopädischen Teil des Gutachtens ausführlich und vollumfäng-
lich gewürdigt. Auch sei die residuale Symptomatik keineswegs als befrie-
digend zu betrachten. Aufgabe der Begutachtung sei jedoch gewesen, die 
aktuelle Funktionsstörung des Fusses möglichst nach objektiven Kriterien 
zu beurteilen. Hierbei spielten unter anderem auch indirekte Zeichen des 
Leidensdruckes und der eigentätigen Massnahmen zur Minimierung der 
Funktionsstörung eine Rolle. Insofern sei die spontane Wahl des getrage-
nen Schuhwerkes auch ein Hinweis auf die Funktionsstörung des Fusses. 
Da die Symptomatik am Fuss ausschliesslich auf den Vorfuss lokalisiert 
worden sei, seien seitens der Beschwerdeführerin Massnahmen zu erwar-
ten, welche zu einer Verminderung der statischen und dynamischen Belas-
tung des Vorfusses führten. Insofern sei auffällig, dass die Beschwerdefüh-
rerin Sportschuhe getragen habe mit ausgeprägter Biegsamkeit im Bereich 
der Metatarsalia (S. 4 f.). Posttraumatische Kopfschmerzen bildeten sich 
nur bei sehr wenigen Patienten nicht innert einem Jahr nach Unfall zurück. 
Es sei auch nicht plausibel, dass unfallverursachte Beschwerden nach dem 
Unfall an Intensität zunähmen. Das Gegenteil sei normal: Nach einem Un-
fall trete in der Regel ein Genesungsprozess ein und die unfallbedingten 
Beschwerden nähmen dadurch ab (S. 6). Zudem habe die Beschwerdefüh-
rerin kein Schädel-Hirntrauma erlitten und ein HWS-Trauma sei nicht nach-
gewiesen worden (S. 7). 

4.2.9 Vom 9. Mai bis 12. Juni 2021 war die Beschwerdeführerin im Zen-
trum J.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 12. Juni 2021 
(act. IIB 195) wurden ein hirnorganisches Psychosyndrom nach leichtem 
Schädel-Hirntrauma 2008 (ICD-10 F07.2) und eine rezidivierende depres-
sive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.11), diagnostiziert 
(S. 1). Die Beschwerdeführerin sei zur neurologischen Rehabilitation bei 
bestehenden neuropsychologischen Defiziten und reduzierter Leistungs-
fähigkeit bei Status nach Motorradunfall im Jahr 2008 überwiesen worden. 
Im Rahmen der Rehabilitation hätten die guten Ressourcen (unauffällige 
mnestische Funktionen, gute Bereitschaft, objektiv deutlich bessere Leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 20

tungsfähigkeit als subjektiv geschätzt) objektiviert werden können. Die Be-
schwerdeführerin sei darauf hingewiesen und ermutigt worden, im klini-
schen Alltag aktiv zu bleiben. Weiterhin seien Strategien erlernt worden, 
um täglich die Leistungsfähigkeit zu trainieren ohne in Überforderung zu 
kommen. Im Rahmen des arbeitsorientierten Programms hätten bis zum 
Austritt eine dreistündige Präsenzzeit mit einer einstündigen Pause dazwi-
schen erreicht werden können. Die Beschwerdeführerin sei in deutlich ver-
bessertem allgemeinen Zustand nach Hause entlassen worden (S. 2).

4.2.10 Dr. med. K.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 
20. Oktober 2022 (act. IIB 231) einen Hallux flexus bei eingesteiftem MTP1 
und Metatarsalgie MT1 Fuss rechts. Die Beschwerdeführerin leide an zu-
nehmenden Beschwerden plantar unter dem Metatarsale 1-Köpfchen. Sie 
habe täglich Schmerzen, welche bei Belastung zunähmen. Ausserdem 
könne sie wegen den Schmerzen im Fuss auch nicht längere Strecken lau-
fen oder länger stehen (S. 1). Mit einer Operation könne wahrscheinlich ein 
Teil der Beschwerden verbessert werden. Dabei seien zwei Operationsva-
rianten denkbar. Es gebe jedoch keine Operation, welche die Beschwerde-
führerin schmerzfrei mache. Sie werde auch mit keiner Operation je wieder 
in ihren Beruf als … zurückkehren können. Es sei nicht klar, warum in den 
letzten 14 Jahren keine Umschulung seitens der Unfallversicherung bzw. 
kein Bestreben seitens der Beschwerdeführerin diesbezüglich erfolgt sei. 
Ferner gebe die Beschwerdeführerin an, eine orthopädietechnische Ver-
sorgung zu besitzen, habe diese aber nicht zur Untersuchung mitgebracht 
(S. 2). 

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 21

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.4 Das MEDAS-Gutachten vom 20. Oktober 2020 (act. IIB 150) erfüllt 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer 
Expertise gestellten Anforderungen und überzeugt. Die Beurteilung basiert 
auf umfassenden Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwer-
den und wurde in Kenntnis und nach Auseinandersetzung mit den Vorakten 
erstattet. Sie leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 
und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Folglich kommt dem 
Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353 sowie 
E. 4.3 hiervor). Ferner haben die Gutachter in ihrer Stellungnahme vom 
29. März 2021 (act. IIB 171) einlässlich und überzeugend zur Kritik des 
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin Stellung genommen. Auf dieses 
Gutachten samt Stellungnahme ist abzustellen.

4.4.1 Die MEDAS-Gutachter haben einleuchtend und nachvollziehbar 
dargelegt, dass die Beschwerdeführerin insbesondere an einem Status 
nach Motorradunfall am 29. August 2008 mit dislozierter lateraler Malleolar-
fraktur rechts, dislozierter distaler Ulnafraktur rechts, dislozierter subkapita-
ler Fraktur Metatarsale II bis V rechts, an chronischen Kopfschmerzen vom 
Spannungskopfschmerztyp und an einer rezidivierenden depressiven 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, 
leidet (act. IIB 150 S. 8 f. Ziff. 3). Die bestehenden belastungsabhängigen 
Schmerzen im Vorfuss sind auf den Unfall vom 29. August 2008 zurückzu-
führen, was unbestritten ist und Rückhalt in den vorliegenden Akten findet. 
Gleichzeitig legten die Gutachter wohlbegründet und in Übereinstimmung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 22

mit den Akten dar, warum die bestehenden Kopfschmerzen und die de-
pressive Symptomatik nicht auf das besagte Unfallereignis zurückzuführen 
sind (act. IIB 150 S. 7, S. 10 Ziff. 4.5.1). 

4.4.2 Die gegen die Einschätzung der MEDAS-Gutachter beschwerde-
weise vorgebrachte Kritik verfängt nicht. Namentlich ändert nichts, dass im 
Gutachten der Klinik F.________ vom 19. Juli 2016 (act. IIA ZM120) die 
Unfallkausalität der Depression bejaht worden war (S. 6 oben). Die 
MEDAS-Gutachter haben sich einlässlich mit der Unfallkausalität der be-
stehenden depressiven Symptomatik auseinandergesetzt. Dabei haben sie 
schlüssig und mit den Akten in Übereinstimmung stehend dargelegt, dass 
namentlich aufgrund des grossen Zeitabstandes zwischen dem Unfaller-
eignis und dem erstmaligen Auftreten der (psychischen) Beschwerden im 
Jahr 2016 – d.h. sieben Jahre nach dem Unfall – ein Zusammenhang zwi-
schen der bestehenden depressiven Symptomatik und dem Unfall vom 
29. August 2008 zu verneinen ist (act. IIB 150 S. 10 Ziff. 4.5.1; act. IIB 171 
S. 4).  

Weiter ist hervorzuheben, dass die MEDAS-Gutachter bezüglich des be-
stehenden Leidensdrucks zutreffend auf diverse Inkonsistenzen hingewie-
sen haben: Aus psychiatrischer Sicht legten sie dar, dass der Medikamen-
tenspiegel nicht messbar war (weder Antidepressiva noch Analgetika) und 
dass die angegebenen Funktionseinschränkungen nicht mit einer mittel-
schweren depressiven Episode in Einklang stehen. Die neuropsychologi-
sche Abklärung erbrachte keine validen Befunde und schlechte Resultate 
in der Performance-Validierung (act. IIB 171 S. 4; act. IIB 150 S. 7 f.). 
Nichts an der Überzeugungskraft der gutachterlichen Beurteilung ändert 
– entgegen der Behauptung in den Schlussbemerkungen vom 1. März 
2023 (S. 6 f.) –, dass bei der Beschwerdeführerin gewisse Antidepressiva 
resp. deren Wirkstoffe beschleunigt abgebaut werden sollen (Bericht der 
L.________ AG vom 31. Mai 2019; Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 
5), zumal das von ihr eingenommene Antidepressivum Trittico (act. IIB 150 
S. 51) den Wirkstoff Trazodon hydrochlorid aufweist (vgl. die entsprechen-
den Angaben unter: www.compendium.ch), welcher nicht auf der Liste der 
Wirkstoffe ist, die vom beschleunigten Abbau betroffen sein sollen (act. I 5 
S. 4). Diesbezüglich ist zudem darauf hinzuweisen, dass es während des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 23

Aufenthalts in der Klinik D.________ insbesondere unter medikamentöser 
Therapie zu einer Teilremission der depressiven Symptomatik gekommen 
ist (act. IIA ZM129 S. 2). Damit scheinen Antidepressiva bei der Beschwer-
deführerin durchaus zu wirken, auch wenn sie allenfalls beschleunigt abge-
baut werden (ob diese Wirkung durch eine höhere Dosis oder das Auswei-
chen auf einen Alternativwirkstoff – wie im besagten Bericht empfohlen – 
erreicht wurde, kann hier offen bleiben). Und schliesslich sind Analgetika, 
welche ebenfalls im Medikamentenspiegel nicht messbar waren (act. IIB 
150 S. 7), offenbar vom beschleunigten Abbau nicht betroffen (vgl. act. I 5). 
All dies spricht klar gegen einen massgeblichen Leidensdruck. Weiter wie-
sen die MEDAS-Gutachter auch aus somatischer Sicht auf Inkonsistenzen 
hin, nämlich auf die festzustellende Fussbeschwielung und den Umstand, 
dass eine vollständig ungenügende Einlagenversorgung festzustellen war 
(act. IIB 171 S. 4 f.; act. IIB 150 S. 6 f. und S. 10 Ziff. 4.5.1). Diesbezüglich 
ist insbesondere bemerkenswert, dass die Beschwerdeführerin, obwohl 
über massive Schmerzen klagend, die orthopädietechnische Versorgung 
selbst zur Untersuchung bei Dr. med. K.________ (und nicht nur anlässlich 
der Begutachtung durch die MEDAS-Gutachter) nicht getragen bzw. mitge-
bracht hat (vgl. act. IIB 231 S. 2). Ferner ist zusätzlich zu erwähnen, dass 
die Angabe der Beschwerdeführerin selbst, sie sei stark im Nehmen und 
könne mehrere Stunden stehen und auch mehrere Stunden gehen, mit der 
angeblich vollständigen Inaktivität nicht, jedoch mit der erwähnten Fussbe-
schwielung, korrelierend ist. Berichtet wird weiter von regelmässigem Fahr-
radfahren. In der täglichen Routine gehe sie maximal zwei Stunden. Sie 
breche diese kürzeren Spaziergänge jedoch nicht schmerzbedingt ab, son-
dern weil sie einerseits müde sei und andererseits auch noch andere Dinge 
zu tun habe (act. IIB 150 S. 3, S. 46, S. 82). An den aufgezeigten Inkonsis-
tenzen ändert auch nichts, dass im Bericht zur Evaluation der funktionellen 
Haushaltstätigkeit der Klinik F.________ vom 19. Juli 2016 (act. IIA ZM121 
S. 21) die Konsistenz als gut beurteilt worden war (Schlussbemerkungen 
der Beschwerdeführerin vom 1. März 2023 S. 6 Ziff. 5). Denn diese beruht 
fast ausschliesslich auf den von der Beschwerdeführerin subjektiv geklag-
ten Einschränkungen, berücksichtigt jedoch nicht die tatsächlichen, objektiv 
medizinisch zu begründenden Einschränkungen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 24

Nichts an der Massgeblichkeit des MEDAS-Gutachtens ändert weiter, dass 
im (nach dem Gutachten erstellten) Austrittsbericht des Zentrums 
J.________ vom 12. Juni 2021 (act. IIB 195) ein hirnorganisches Psycho-
syndrom nach leichtem Schädel-Hirntrauma 2008 und eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig, diagnostiziert wird (S. 1). So 
findet in diesem Bericht keine Auseinandersetzung mit der umfangreichen 
Aktenlage und der Gesamtproblematik statt. Vielmehr wird auf die subjekti-
ve Überzeugung der Beschwerdeführerin, leistungsunfähig zu sein, abge-
stellt. Aus den echtzeitlichen Akten geht – entgegen der Auffassung in der 
Beschwerde (S. 5) – nicht hervor, dass die Beschwerdeführerin beim Unfall 
vom 29. August 2008 ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Das Gegenteil ist 
der Fall. Alle massgeblichen Anzeichen für ein Schädel-Hirntrauma waren 
negativ. Nach dem Unfall traten namentlich keine Bewusstlosigkeit und 
keine Amnesie auf und die Befunde bei der Spitalaufnahme wie auch 
während der darauf folgenden Tage waren unauffällig (act. IIA ZM8). Im 
echtzeitlichen Austrittsbericht des Spitals H.________ vom 13. September 
2008 (act. IIA ZM9) wurde – neben den Frakturen die rechte Körperseite 
betreffend – einzig eine leichtgradige HWS-Distorsion diagnostiziert. Das 
MRI vom 31. August 2008 zeigte ausser einer Streckhaltung der HWS kei-
ne Auffälligkeiten (act. IIA ZM8). Die im Verlauf geltend gemachten Be-
schwerden im Nacken/Kopfbereich (vgl. Berichte des Spitals H.________ 
vom 11. Dezember 2008 [act. IIA ZM14] und vom 10. Februar 2009 [act. IIA 
ZM16]) wurden auf myofaszielle Schmerztrigger – und nicht auf ein Schä-
del-Hirntrauma – zurückgeführt. Ferner wurden als Co-Faktoren die man-
gelnde Entspannungsfähigkeit und das nicht verarbeitete Unfallgeschehen 
erwähnt (Bericht des Zentrums I.________ vom 23. Juni 2009 [act. IIA 
ZM22]). Auch das MRI des Schädels nativ und mit Kontrastmittel vom 
16. Juli 2009 zeigte einen normalen Befund und somit keinen Hinweis auf 
eine organische Hirnschädigung (act. IIA ZM26.2). Erstmals im Bericht des 
Zentrums I.________ vom 25. August 2009 (act. IIA ZM26) – und damit ein 
Jahr nach dem Unfallereignis – wurde ein chronischer Kopfschmerz nach 
leichtgradigem Schädel-Hirntrauma in Betracht gezogen, wobei im selben 
Bericht von einer nach dem Unfall aufgetretenen Gesichtsschwellung ge-
sprochen wird, welche jedoch nicht ausgewiesen ist. In keinem echtzeitli-
chen Arztbericht wurde eine solche Gesichtsschwellung dokumentiert. Im 
Gegenteil, im Austrittsbericht des Spitals H.________ vom 13. September 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 25

2008 (act. IIA ZM9) wurden der Kopf und die HWS als unauffällig beschrie-
ben (act. IIA ZM8), was klar gegen eine Gesichtsschwellung und damit ge-
gen ein Schädel-Hirntrauma spricht. Dass später behandelnde Ärzte die 
Darstellung der Beschwerdeführerin unkritisch (und unzutreffend) über-
nommen und zur Basis ihrer Beurteilung gemacht haben, ist nicht geeignet, 
Zweifel am MEDAS-Gutachten zu wecken. 

Dass die Beschwerdeführerin am 12. Dezember 2008 anlässlich eines Pa-
tientenbesuchs angegeben hat, dass am zweiten Tag nach dem Unfall ihr 
Gesicht geschwollen gewesen sei (act. IIA Z18 S. 2), ändert daran eben-
falls nichts. Es handelt sich hierbei einzig um subjektive Angaben der Be-
schwerdeführerin, die echtzeitlich nie objektiviert worden waren. Gestützt 
auf die Akten und die eigene Untersuchung wurde im Übrigen bereits im 
Gutachten der Begutachtungsstelle E.________ vom 21. Februar 2011 
(act. IIA ZM56) nachvollziehbar und überzeugend ausgeschlossen, dass 
die Beschwerdeführerin beim Unfall ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat 
(S. 60). Schliesslich gab die Beschwerdeführerin gegenüber dem neuro-
psychiatrischen Gutachter der Begutachtungsstelle E.________ selber an, 
dass die Kopfschmerzen nicht sofort nach dem Unfall auftraten, sondern 
sich erst im Dezember 2008 deutlich manifestierten bzw. ihr bewusst wur-
den (act. IIA ZM56 S. 38). Diese Beurteilung wurde in der Folge vom ME-
DAS-Neurologen überzeugend bestätigt (act. IIB 150 S. 7).

4.4.3 Weiter kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Beschwerdefüh-
rerin in ihrer angestammten Tätigkeit als … (wenn mehrheitlich im Sitzen 
ausgeführt) wie auch in einer anderen angepassten Tätigkeit (wechselbe-
lastend, körperlich leicht, mehrheitlich im Sitzen, mit kurzen Gehstrecken, 
mit repetitivem Hantieren von Gewichten bis maximal 5 kg) zu 80 % ar-
beits- und leistungsfähig ist. Dabei erklärten sie die bestehende 20 %-ige 
Rendementverminderung plausibel mit dem erhöhten Pausenbedarf auf-
grund der belastungsabhängigen Schmerzen (S. 16 f. Ziff. 4.8.1 f.). Dass 
die Gutachter mit Verweis auf die Tätigkeit als … zur Frage des Betäti-
gungsfeldes Stellung genommen haben, ist hier nicht zu beanstanden. 
Zwar sind erwerbliche Fragen grundsätzlich von der Verwaltung zu beurtei-
len. Im Bereich der medizinischen Berufe sind indessen die Gutachter mit 
den dortigen Anforderungen bestens vertraut und sie verfügen über das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 26

entsprechende vertiefte Wissen, auch Aspekte der konkreten Anwendbar-
keit des medizinischen Zumutbarkeitsprofils in ihrem Fachbereich zu beur-
teilen. 

5.

5.1 Auf der Basis ihrer medizinischen Beurteilung haben die MEDAS-
Gutachter hinsichtlich der Frage des Fallabschlusses (vgl. E. 3.3 hiervor) in 
schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dargelegt, dass – im Zusammen-
hang mit den unfallkausalen belastungsabhängigen Beschwerden am rech-
ten Vorfuss (vgl. E. 4.4.1 hiervor) – der Endzustand per Gutachtenszeit-
punkt, d.h. per August 2020 (act. IIB 150 S. 2), erreicht ist (S. 15 Ziff. 4.6.2) 
und damit von weiteren medizinischen Behandlungen – namentlich von 
weiteren operativen Massnahmen (S. 14 Ziff. 4.6.1) – keine namhafte Bes-
serung des unfallbedingten Gesundheitszustandes erwartet werden kann. 
Dass die Gutachter gleichzeitig zum Schluss kamen, dass durch eine 
adäquate Einlagen-/Schuhversorgung eine rasche Schmerzminderung zu 
erwarten wäre (S. 15 Ziff. 4.6.2), ist für die Beurteilung des Fallabschlusses 
im Übrigen nicht relevant, zumal diese einfach und kostengünstig verfügba-
re Versorgung keine ärztliche Behandlung darstellt. 

Dass Dr. med. K.________ im Bericht vom 20. Oktober 2022 (act. IIB 231 
S. 2) eine weitere Operation am rechten Fuss als notwendig erachtet (vgl. 
auch Beschwerde S. 6 Ziff. 8.1), vermag die Beurteilung der MEDAS-
Gutachter bezüglich des Endzustandes nicht in Zweifel zu ziehen. Diesbe-
züglich wies die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hin (Beschwerde-
antwort S. 3 f. Ziff. 8), dass sich aus dem besagten Bericht gerade nicht 
ergibt, dass durch eine weitere Operation eine namhafte Besserung erwar-
tet werden kann und die Orthopädin lediglich von einer wahrscheinlichen 
Beschwerdeverbesserung sprach sowie gleichzeitig hervorhob, dass mit 
keiner Operation eine Beschwerdefreiheit erreicht werden könne. Zudem 
reicht gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung eine noch zu erwartende 
Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht aus, um auf den Fallab-
schluss zu verzichten; Taggeld und Heilbehandlung sind so lange zu ge-
währen, wie die prognostizierte Verbesserung noch namhaft ist, unbedeu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 27

tende Verbesserungen genügen nicht. Die namhafte Verbesserung bezieht 
sich hierbei in erster Linie auf die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit (BGE 
134 V 109 E. 4.3 S. 115). Ist eine versicherte Person wieder in der Lage, in 
der angestammten Tätigkeit vollzeitlich erwerbstätig zu sein, so wird der 
Fall in der Regel abzuschliessen sein, selbst wenn die Befindlichkeit der 
versicherten Person durch die Fortsetzung der medizinischen Behandlung 
noch verbessert werden könnte (RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über 
die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 144; Entscheid des BGer vom 
2. November 2009, 8C_432/2009, E. 5.1). Dies trifft hier zu. Die Beschwer-
deführerin ist gemäss dem nachvollziehbaren und überzeugenden MEDAS-
Gutachten in ihrer angestammten Tätigkeit als … mit eingeschränktem Ein-
satzgebiet und einer 20 %-igen Rendementverminderung zu 100 % arbeits-
fähig (vgl. E. 4.4.3 hiervor). Soweit Dr. med. K.________ kritisiert, dass 
seitens der Beschwerdegegnerin keine Umschulung erfolgt ist (act. IIB 231 
S. 2), ist festzuhalten, dass nicht die Unfallversicherung, sondern die IV für 
berufliche Massnahmen zuständig ist. Durch ihren Wegzug nach und jahre-
langem Verbleiben in … waren solche Bemühungen der IV nicht möglich 
(vgl. act. III 1.105, 1.112, 1.130, 1.138, 1.143). 

Letztlich bleibt hervorzuheben, dass die psychischen Beschwerden keinen 
Aufschub des Fallabschlusses bewirken, da sie für die Beurteilung der 
Adäquanz bei der hier zur Anwendung gelangenden sog. Psychopraxis 
(vgl. hierzu E. 6.1 hiernach) unberücksichtigt zu bleiben haben (Entscheid 
des BGer vom 12. September 2018, 8C_493/2018, E. 3.2).

Zusammenfassend können keine auch nur geringen Zweifel an der Beurtei-
lung der MEDAS-Gutachter zum Erreichen des Endzustandes per 31. Au-
gust 2020 ausgemacht werden. Da sich nach dem Ausgeführten der Sach-
verhalt als hinreichend abgeklärt erweist und weitere Beweismassnahmen 
keinen Erkenntniszuwachs bringen, ist – entgegen der Auffassung in der 
Beschwerde (S. 5 Ziff. 7) – auf weitere Beweiserhebungen zu verzichten 
(antizipierte Beweiswürdigung: BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 
E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

5.2 Abschliessend bleibt festzuhalten, dass selbst wenn zwischen den 
psychischen Beschwerden resp. den organisch nicht hinreichend nach-
weisbaren Unfallfolgen und dem Unfall vom 29. August 2008 ein natürlicher 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 28

Kausalzusammenhang bestehen würde, es vorliegend an dem für die Leis-
tungspflicht im Weiteren vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammen-
hang fehlen würde (vgl. E. 6 hiernach).

6.

Die Adäquanzprüfung allfälliger psychischer Gesundheitsschäden wäre 
hier (unbestrittenermassen) nach der sogenannten Psychopraxis durchzu-
führen (vgl. E. 3.2.3 hiervor). Zwar erlitt die Beschwerdeführerin anlässlich 
des Unfalls vom 29. August 2008 unter anderem eine leichtgradige HWS-
Distorsion (act. IIA ZM9) und damit grundsätzlich eine unter die sog. 
Schleudertraumapraxis (BGE 134 V 109) fallende Verletzung, jedoch prä-
sentierte sich nicht innerhalb der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden ein bun-
tes Beschwerdebild in der Halsregion und der HWS, sodass psychische 
Aspekte bei der nachfolgenden Prüfung der Adäquanz auszunehmen sind.

6.1 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 
S. 138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei 
– ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei 
entwickelnden Kräften – eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (bana-
le), im mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. 
Die erlittenen Verletzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die 
sich beim Unfall entwickelt haben, gestatten. Abhängig von der Unfall-
schwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubezie-
hen. Diese werden unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 
140 V 356 E. 5.1 S. 359, 129 V 177 E. 4.1 S. 183; SVR 2018 UV Nr. 21 
S. 76 E. 4.2, 2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2).

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausal-
zusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 29

antworten. Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, objektiv 
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammen-
hang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien sind zu 
nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-
keit des Unfalles;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verlet-
zungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische 
Fehlentwicklungen auszulösen;

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 
jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 
kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allen-
falls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es 
sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittle-
ren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Un-
fall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch einem im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt nur dann 
im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die aktuelle 
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfallbezoge-
nen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber diese in 
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 548 S. 232 
E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien 
in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein 
(SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um einen mittelschwe-
ren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Beja-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 30

hung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2018 UV Nr. 29 
S. 102 E. 4.2.2). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objekti-
ven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (BGE 117 
V 359 E. 6b S. 367, 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 1997 U 272 
S. 174 E. 4b).

6.2 Der Unfallhergang wurde im Polizeirapport der Kantonspolizei 
M.________ vom 19. September 2008 (act. II [amtliche Akten] S. 7) wie 
folgt beschrieben: Objekt 1 fuhr mit seinem Personenwagen auf der Haupt-
strasse von … Richtung …. Gemäss seinen Aussagen beabsichtigte der 
Lenker von Objekt 1 auf der Höhe der … Station nach links abzubiegen. 
Dazu stellte er angeblich den linken Blinker und holte leicht nach rechts 
aus, um auf die linksseitigen Parkplätze zu gelangen. Die hinter ihm fah-
rende Motorradlenkerin, Objekt 2 (d.h. die Beschwerdeführerin), erklärte, 
dass sie nur die Bremslichter jedoch keinen gestellten Blinker gesehen 
habe. Als gemäss ihren Aussagen Objekt 1 nach rechts an den Strassen-
rand (auf den dortigen Parkplatz) fuhr, begann Objekt 2 das Überholmanö-
ver. Folglich kam es zwischen den beiden Fahrzeugen zu einer heftigen 
seitlichen Kollision. Dabei zog sich die Lenkerin von Objekt 2 schwere Ver-
letzungen zu.

6.3 Die Beschwerdegegnerin qualifizierte das Ereignis vom 29. August 
2008 als mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen 
(act. IIB 240 S. 5 Ziff. 9.2.2). Dies ist – entgegen der Auffassung in der Be-
schwerde (S. 8) – nicht zu beanstanden. Zwar zeigt die reiche Kasuistik 
bezüglich Unfällen zwischen Autos und Motorrädern, dass Kollisionen in 
der Regel als mittelschwere Unfälle im engeren Sinne beurteilt werden 
(Entscheid des BGer vom 10. März 2020, 8C_627/2019, E. 5.3.3, mit zahl-
reichen Beispielen). Mit Blick auf die ermittelte Relativgeschwindigkeit der 
beiden Fahrzeuge bei der Erstberührung vom maximal 25 km/h, auf die 
Tatsache, dass die Fahrzeuge nur geringe Deformationen aufwiesen und 
auf den Umstand, dass das Motorrad der Beschwerdeführerin erst umkipp-
te, nachdem sich die Fahrzeuge getrennt hatten (Biomechanische Beurtei-
lung der N.________ vom 3. Mai 2010; act. II ZK 104 S. 2), ist die Be-
schwerdegegnerin jedoch zu Recht von einem mittelschweren Unfall im 
Grenzbereich zu den leichten ausgegangen. Damit müssten von den hier-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 31

vor dargestellten Adäquanzkriterien mindestens vier in der einfachen Form 
oder aber eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit der 
adäquate Kausalzusammenhang bejaht werden könnte (vgl. E. 6.1 hiervor).

6.4 Die Prüfung der einzelnen adäquanzrelevanten Kriterien ergibt fol-
gendes Bild:

6.4.1 Dem Unfallereignis vom 29. August 2008 muss bei objektiver Be-
trachtung eine besondere Eindrücklichkeit abgesprochen werden, zumal 
jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit ei-
gen ist (BGE 148 V 301 E. 4.4.3 S. 308). Besonders dramatische Begleit-
umstände sind nicht auszumachen. Das Kriterium wurde bzw. wird denn 
auch nur in deutlich gravierenderen Fällen bejaht (RUMO-JUNGO/HOLZER, 
a.a.O., S. 69 f.). Das entsprechende Adäquanzkriterium ist somit nicht er-
füllt.

6.4.2 Die Beschwerdeführerin erlitt beim Unfall vom 29. August 2008 ins-
besondere eine dislozierte laterale Malleolarfraktur rechts, eine dislozierte 
isolierte diaphysäre distale Ulnafraktur rechts, eine dislozierte subkapitale 
Fraktur Metatarsale ll-IV rechts und eine Metatarsale V-Köpfchenfraktur mit 
Gelenkflächenbeteiligung (act. IIA ZM9). Diese Verletzungen sind von einer 
gewissen Schwere, jedoch nicht von einer derart besonderen Art, dass sie 
geeignet wäre, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Insoweit traten 
psychische Beschwerden denn auch erst Jahre nach dem Unfall auf.

6.4.3 Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Be-
handlung setzt eine länger dauernde, kontinuierliche und zielgerichtete 
Behandlung somatisch begründbarer Beschwerden voraus (BGE 140 V 
356 E. 5.6.2 S. 366). Es waren operative Massnahmen zur Behandlung der 
unfallbedingten Beschwerden notwendig, wobei sieben Eingriffe allein am 
rechten Fuss erfolgten in zunehmenden zeitlichen Abständen (2008 - 2015; 
vgl. u.a. act. IIA ZM9, ZM57 f., ZM62, ZM65, ZM72, ZM83, ZM91). Dieses 
Kriterium ist damit insgesamt erfüllt, wenn auch nicht in ausgeprägter Form 
(vgl. Entscheide des BGer vom 8. November 2022, 8C_394/2022, E. 9.1, 
und vom 10. Dezember 2020, 8C_627/2020, E. 4.1.2).

6.4.4 Was die körperlichen Dauerschmerzen anbetrifft, ist vorab festzu-
halten, dass bei der Beurteilung dieses Kriteriums die somatisch nicht hin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 32

reichend erklärbaren Beschwerden auszuklammern sind und zwar nament-
lich auch dann, wenn sie körperlich imponieren (Entscheide des BGer vom 
15. Januar 2016, 8C_568/2015, E. 3.6, und vom 9. April 2009, 
8C_825/2008, E. 4.6). Unbestrittenermassen leidet die Beschwerdeführerin 
seit dem Unfall an Schmerzen im rechten Vorfuss. Diesbezüglich wiesen 
die MEDAS-Gutachter jedoch darauf hin, dass das Ausmass der angege-
benen Beschwerden nicht vollumfänglich nachvollziehbar ist. Dabei 
bemängelten sie insbesondere, dass die Beschwerdeführerin keine Einla-
gen oder Spezialschuhe trägt, obwohl damit eine rasche Schmerzminde-
rung zu erwarten wäre. Zudem zeigte eine deutliche Hyperkeratose, dass 
sie deutlich mehr als angegeben gehfähig bzw. auch aktiv gehend ist (zum 
Ganzen vgl. E. 4.4.2 hiervor). Unter diesen Umständen ist das Kriterium 
der Dauerschmerzen grundsätzlich nicht erfüllt, keinesfalls jedoch in be-
sonders ausgeprägter Weise.

6.4.5 Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen 
erheblich verschlimmert hätten, finden sich in den Akten nicht. Nur aus dem 
Umstand, dass die Beschwerdeführerin wiederholt am rechten Fuss ope-
riert wurde, kann nicht auf eine ärztliche Fehlbehandlung geschlossen wer-
den (Beschwerde S. 9). 

6.4.6 Ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sind 
nicht ersichtlich. Insbesondere geht – entgegen den Behauptungen in der 
Beschwerde (S. 9) – aus den Akten nicht hervor, dass die diversen Opera-
tionen am rechten Fuss vorwiegend aufgrund erheblicher Komplikationen 
erfolgt sind. Zudem darf aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung 
und der geklagten Beschwerden nicht schon auf einen schwierigen Hei-
lungsverlauf und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es be-
darf hiezu besonderer Umstände, welche die Heilung beeinträchtigt haben 
(BGE 140 V 356 E. 5.6.3 S. 367, 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129; SVR 2019 
UV Nr. 11 S. 85 E. 8.5, 2007 UV Nr. 25 S. 85 E. 8.5). 

6.4.7 Bereits im Bericht des Spitals H.________ vom 11. Dezember 2008 
wurde eine möglichst rasche Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag emp-
fohlen (act. IIA ZM14 S. 2) und im Bericht des Spitals H.________ vom 
10. Februar 2009 ein Arbeitsversuch von zwei Stunden täglich im ange-
stammten Beruf für möglich erachtet (act. IIA ZM16 S. 1). Im späteren Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 33

lauf attestierten die Experten der Begutachtungsstelle E.________ im Gut-
achten vom 21. Februar 2011 (act. IIA ZM56) – d.h. rund zweieinhalb Jahre 
nach dem Unfall – überzeugend und nachvollziehbar in der angestammten 
Tätigkeit eine 50 %-ige und in der angepassten Tätigkeit eine 100 %-ige 
Arbeitsfähigkeit (S. 71 Ziff. 4.1). Selbst wenn das Kriterium des Grades und 
der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit gegeben wäre, träfe 
dies jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise zu. Dieses Kriterium 
bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Be-
ruf (Entscheid des BGer vom 18. September 2018, 8C_123/2018, 
E. 5.2.2.3).

6.5 Nach dem Dargelegten sind höchstens drei der erwähnten 
Adäquanzkriterien, wenn überhaupt jedoch nicht in ausgeprägter Weise, 
erfüllt. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 
29. August 2008 und den weiterhin geklagten (psychischen) Beschwerden 
ist dementsprechend nicht gegeben. 

7.

7.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). Der 
Bundesrat regelt die Bemessung des IV-Grades in Sonderfällen. Er kann 
dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 UVG).

7.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

7.1.2 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 34

nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

7.1.3 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). Lässt sich aufgrund 
der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statisti-
sche Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen 
der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöh-
nung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen 
Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2022 IV 
Nr. 22 S. 71 E. 4.2).

7.1.4 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den LSE herangezogen werden (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 
143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten 
behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend ein-
setzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der 
Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem 
Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 
134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 35

welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtli-
chen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles 
ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufent-
haltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale 
auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamt-
haft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu be-
grenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 
322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, 
dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit 
enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Be-
messung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppel-
ten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 148 V 174 
E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

7.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung er-
gibt sich der massgebliche Zeitpunkt aus Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG, wo-
nach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärzt-
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands 
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 
Invalidenversicherung abgeschlossen sind (BGE 143 V 148 E. 3.1.1 
S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Der frühest mögliche Rentenbeginn fällt 
demnach unter Berücksichtigung des Fallabschlusses per 31. August 2020 
(vgl. E. 5.1 hiervor) auf den 1. September 2020.

7.3 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesund-
heit weiterhin ihren angestammten Beruf als … ausüben würde. Mit Blick 
darauf, dass seit der (gesundheitsbedingten) Kündigung der letzten Ar-
beitsstelle beim C.________ per 30. September 2010 (act. II ZK112) über 
zehn Jahre vergangen sind, die Beschwerdeführerin ihre Weiterbildung zur 
… erst kurz vor dem Unfall im Jahr 2008 abgeschlossen hatte und sich 
seither gesundheitsunabhängig im Leben der Beschwerdeführerin umfang-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 36

reiche Änderungen ergeben haben (Geburt zweier Kinder [Jahrgang 2010 
und 2016], Rückzug nach … mit selbstständiger Erwerbstätigkeit des Ehe-
mannes; erneuter Zuzug in die Schweiz; act. IIB 150 S. 47 Ziff. 6.1.3.2; act. 
IIA ZM121 S. 3), ist es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sie als Ge-
sunde die damalige Stelle beim C.________ noch inne hätte. Es ist dem-
entsprechend nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für die 
Festlegung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne abgestellt hat 
(act. IIB 205 S. 8). Dabei ist angesichts der Ausbildung der Beschwerdefüh-
rerin als … auf die Ziff. 86-88 (Gesundheits- und Sozialwesen) abzustellen. 
Ob, wie von der IV-Stelle Bern angenommen (act. III 43 S. 12), dabei das 
höhere Kompetenzniveau 4 oder nicht korrekterweise das Kompetenzni-
veau 3 anzuwenden wäre, braucht hier nicht abschliessend geklärt zu wer-
den, da Validen- und Invalideneinkommen auf dem gleichen Tabellenlohn 
zu berechnen sind (vgl. hiernach). Ferner hat die Beschwerdeführerin, die 
in der angestammten Tätigkeit als …, wenn diese mehrheitlich im Sitzen 
z.B. bei einem … ausgeübt wird, zu 80 % arbeits- und leistungsfähig ist 
(vgl. E. 4.4.3 hiervor), keine Tätigkeit im zumutbaren Rahmen aufgenom-
men. Damit ist das hypothetische Invalideneinkommen anhand des glei-
chen Tabellenlohnes zu bestimmen. 

Somit ist sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen auf der 
gleichen Basis zu ermitteln, weshalb sich die Durchführung eines zahlen-
mässigen Einkommensvergleichs erübrigt. Der IV-Grad entspricht dem Um-
fang der Arbeits- und Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfäl-
ligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt im Übrigen – entgegen der Auf-
fassung der Beschwerdegegnerin (act. II 205 S. 8) – keinen "Prozentver-
gleich" im Sinne von BGE 114 V 310 E. 3a dar, sondern eine rein rechneri-
sche Vereinfachung (Entscheid des BGer vom 27. Juni 2022, 8C_104/2021 
[zur Publikation vorgesehen], E. 6.2). Da die behinderungsbedingten Ein-
schränkungen bereits mit der verminderten Leistungsfähigkeit von 20 % 
berücksichtigt wurden und keine anderweitigen Faktoren ersichtlich sind, 
die zu einer Einkommenseinbusse führen könnten (vgl. E. 7.1.4 hiervor), 
rechtfertigt sich vorliegend kein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn. Ein 
solcher wurde von der Beschwerdegegnerin denn auch nicht vorgenom-
men (act. IIB 205 S. 8). Es besteht folglich – wie von der Beschwerdegeg-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 37

nerin zugesprochen – ab dem 1. September 2020 ein Anspruch auf eine 
Invalidenrente bei einem IV-Grad von 20 %.

8.

Zu prüfen bleibt der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.

8.1

8.1.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

8.1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung 
der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch 
gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als 
dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindes-
tens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, 
geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, 
augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die 
Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 
3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab-
schliessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden prozen-
tual gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht aufge-
führte Integritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der 
Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; BGE 
116 V 156 E. 3a S. 157).

Art. 36 Abs. 3 UVV bestimmt, dass die Integritätsentschädigung nach der 
gesamten Beeinträchtigung festgesetzt wird, wenn mehrere körperliche, 
geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Un-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 38

fällen zusammenfallen. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach 
dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet. 
Diese Regelung ist auch in Bezug auf aus mehreren Unfällen hervorge-
gangene Gesundheitsschäden verfassungs- und gesetzeskonform (SVR 
2018 UV Nr. 20 S. 72 E. 6.1; Entscheid des BGer vom 2. Mai 2011, 
8C_812/2010, E. 6.3 und 6.5).

8.1.3 Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der 
Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizini-
schen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsscha-
den für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen 
(BGE 124 V 29 E. 3c S. 35).

8.2 Die Beschwerdegegnerin gewährte eine Integritätsentschädigung 
nach Massgabe eines Integritätsschadens von 10 % (act. IIB 205 S. 10 
Ziff. 2.6). Sie stützte sich dabei auf die Beurteilung der MEDAS-Gutachter. 
Diese hielten im Gutachten vom 20. Oktober 2020 (act. IIB 150) fest, dass 
auch unter optimaler Einlagenversorgung mit belastungsabhängigen 
Schmerzen im Bereich des rechten Vorfusses zu rechnen sei. Diese 
schmerzbedingte Beeinträchtigung werde zeitlebens bestehen bleiben 
(S. 17 Ziff. 4.9.1). Analog der "UVG Tabelle 2" könne unter Berücksichti-
gung der aktuellen Befunde und Belastungsschmerzangaben ein Inte-
gritätsschaden von 10 % beziffert werden (S. 18 Ziff. 4.9.2). Diese Beurtei-
lung ist mit Blick auf die medizinische Aktenlage und die Suva-Tabelle 2 
(schmerzhafte Funktionsstörung nach Luxationsfrakturen im Lisfranc oder 
nach Mittelfussfrakturen: 10 - 20 %; abrufbar unter www.suva.ch) nachvoll-
ziehbar und überzeugend begründet. In den Akten finden sich keine ärztli-
chen Berichte, welche auch nur geringe Zweifel an dieser Beurteilung zu 
wecken vermöchten bzw. aufgrund der verbleibenden somatischen Unfall-
folgen eine höhere Entschädigung postulieren würden. Dies wird im Übri-
gen von der Beschwerdeführerin auch nicht in Frage gestellt. Damit hat die 
Beschwerdegegnerin zu Recht eine Integritätsentschädigung basierend auf 
einem Integritätsschaden von 10 % zugesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 39

9.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
24. November 2022 (act. IIB 240) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde 
ist deshalb abzuweisen.

10.

10.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben. 

10.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Zürich Versicherungsgesellschaft AG (samt Stellungnahme der Be-

schwerdeführerin vom 27. März 2023)
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, UV/22/765, Seite 40

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.