# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0511b136-2206-559b-b246-019aa5d5b677
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 29.04.2015 FO.2015.2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_FO-2015-2_2015-04-29.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FO.2015.2

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 29.04.2015

Entscheiddatum: 29.04.2015

Entscheid Kantonsgericht, 29.04.2015
Art. 301a Abs. 2 ZGB: Für die Prüfung der Bewilligung zum Wegzug ins 
Ausland bei Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht ist eine sorgfältige 
Interessensabwägung vorzunehmen, wobei an das behördliche Verbot eines 
Aufenthaltsortswechsels des Kindes, welches auch den Umzug des 
hauptsächlich betreuenden Elters verunmöglicht, hohe Anforderungen zu 
stellen sind (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 29. April 2015, FO.2015.2). 

Aus den Erwägungen:

1.    …

Aufenthaltsbestimmungsrecht / Bewilligung zum Wegzug

2.    Im Mittelpunkt der elterlichen Auseinandersetzung steht die Frage, ob der Mutter 

zu bewilligen sei, mit den Kindern (A und B) nach (…) Österreich wegzuziehen. Davon 

hängen sämtliche anderen umstrittenen Scheidungsfolgen ab.

Die Mutter äusserte (…) 2014 den Wunsch, mit den Kindern nach Z in Österreich zu 

ziehen (…). Sie begründete das namentlich damit, sie sei dort aufgewachsen, habe dort 

eine Arbeitsstelle und finde leichter einen Hortplatz für die Kinder. Sie empfinde Z als 

ihre Heimat, sei dort verwurzelt und habe immer Kontakte gepflegt (…). Der Vater war 

und ist mit einem Umzug nicht einverstanden (…). Ein solcher liege nicht im Wohl der 

Kinder (…).

(…)

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Vorinstanz erteilte der Mutter die Bewilligung zum Wegzug mit der Begründung 

(…), es könne nicht um eine grundsätzliche Verweigerung eines Umzugs gehen. Eine 

Zustimmung sei nur in Ausnahmeverfällen abzulehnen. Vorliegend seien die Gründe für 

den Wohnortswechsel plausibel und nicht rechtsmissbräuchlich. Es sei 

nachvollziehbar, dass die Mutter zurück zu ihren Wurzeln wolle. Ein faktisch 

aufwändigeres Besuchsrecht sei kein Grund für eine Verweigerung des Wegzugs - 

andernfalls wäre die vom Gesetzgeber vorgesehene Möglichkeit einer behördlichen 

oder gerichtlichen Zustimmung überflüssig -, sondern bewirke einen Bedarf nach einer 

Anpassung des Umgangsrechts. Es bestünden keine Anhaltspunkte für eine 

Gefährdung des Kindeswohls. Vielmehr sei es indirekt positiv für das Wohlbefinden der 

Kinder, wenn sich die Mutter in einer stützenden, positiven Umgebung aufhalte (…). Die 

bei einem Umzug notwendige Integration am neuen Ort stelle nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung (m.V.a. BGE 136 III 353, E. 3.3) keine ernsthafte 

Kindeswohlgefährdung dar.

3.    Grundsätzlich haben Eltern, die das gemeinsame Sorgerecht innehaben, beide das 

Recht, den Aufenthaltsort der Kinder zu bestimmen (Art. 301a Abs. 1 ZGB). Nach Art. 

301a Abs. 2 ZGB bedarf es daher der Zustimmung des andern Elternteils oder eines 

Entscheids des Gerichts bzw. der Kindesschutzbehörde, wenn ein Elternteil den 

Aufenthaltsort der Kinder ins Ausland verlegen will.

4.    In der Literatur wird, soweit ersichtlich, überwiegend die Meinung vertreten, an das 

behördliche Verbot eines Aufenthaltsortswechsels des Kindes, welches faktisch auch 

den Umzug des hauptsächlich betreuenden Elters verunmögliche, seien sehr hohe 

Anforderungen zu stellen; ein Verbot solle nur in Extremfällen ausgesprochen werden, 

wenn das Kindeswohl in Anlehnung an Art. 310 ZGB schwerwiegend gefährdet werde 

(Fassbind, Inhalt des gemeinsamen Sorgerechts, der Obhut und des 

Aufenthaltsbestimmungsrechts im Lichte des neuen gemeinsamen Sorgerechts als 

Regelfall, AJP 2014 692, 697 f.). Begründet wird das damit, dass der Versuch der 

Perpetuierung des Ist-Zustandes jeglicher Alltagserfahrung und Vernunft widerspreche. 

Motive des Aufenthaltswechsels seien demnach nicht zu ergründen (Fassbind, a.a.O., 

AJP 2014 692, 699). Nach dem Basler Kommentar steht dem nicht umzugswilligen 

Elternteil kein eigentliches Vetorecht zu (BaslerKomm/Schwenzer/Cottier, Art. 301a 

ZGB, N 10); ein Wegzug dürfe nur aus Gründen des Kindeswohls verboten werden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(BaslerKomm/Schwenzer/Cottier, Art. 301a ZGB, N 10, 13). Nicht vereinbar mit dem 

Kindeswohl sei ein Ortswechsel, wenn die Interessen des Kindes im Hinblick auf den 

Erhalt der Beziehung zum andern Elternteil, seine soziale Integration und sein 

schulisches/berufliches Fortkommen schwerer wögen als die berechtigten Interessen 

des umzugswilligen Elternteils, namentlich dann, wenn der Wegzug ohne plausible 

Gründe bzw. zur ausschliesslichen Kontaktvereitelung erfolge. Unzulässig wäre der 

Ortswechsel z.B., wenn eine Krankheit bestünde, die am neuen Ort medizinisch nicht 

behandelbar wäre, oder wenn das Kind kurz vor dem Schulabschluss stünde 

(BaslerKomm/Schwenzer/Cottier, Art. 301a ZGB, N 15). Anfängliche 

Integrationsschwierigkeiten, die bei jedem Umzug üblich seien, begründeten 

demgegenüber in aller Regel keine ernsthafte Gefährdung des Kindeswohls 

(BaslerKomm/Schwenzer/Cottier, Art. 301a ZGB, N 15). Ein Gesuch um Verlegung des 

Aufenthaltsorts ist auch nach Meinung von Bucher (Elterliche Sorge im 

schweizerischen und internationalen Kontext, in: Familien in Zeiten 

grenzüberschreitender Beziehung, 7. Symposium zum Familienrecht 2013, 37, N 142) 

in der Regel gutzuheissen. Gemäss Büchler/Maranta (Das neue Recht der elterlichen 

Sorge, Jusletter vom 11. August 2014, Rz. 84) entspricht es dem Willen des 

Gesetzgebers, einen Umzug nur ausnahmsweise - wie bei einem offenbaren 

Rechtsmissbrauch - zu untersagen. Entsprechend heisst es im Bericht des 

Bundesamtes für Justiz vom Mai 2014, der 'Zügelartikel' habe nicht die Absicht, einem 

umzugswilligen Elternteil den Umzug zu verbieten, sondern es gehe vielmehr darum, 

bei Bedarf den persönlichen Verkehr und den Unterhalt anzupassen (S. 15, mit 

Verweisung auf das Votum von Bundesrätin Simonetta Sommaruga). Gloor/

Schweighauser (Die Reform des Rechts der elterlichen Sorge – eine Würdigung aus 

praktischer Sicht, FamPra.ch 2014 1, 4) verweisen ebenfalls auf das entsprechende 

Votum von Bundesrätin Simonetta Sommaruga und auf die vorrangige Orientierung am 

Kindeswohl (so auch OGer ZH in ZR 2013 157, E. 4.5). Möckli nimmt an, es seien die 

im konkreten Einzelfall bestehenden Interessen und Aspekte gegeneinander 

abzuwägen, bei grossem Ermessen für den Richter und vorrangiger Orientierung am 

Kindeswohl (Relocation: Die Schweizer Sicht, 9th German-Anglophone Judicial 

Conference 2012, 159). Es seien insbesondere den Kriterien der Erziehungskontinuität, 

der Stabilität der Verhältnisse, der Bindungstoleranz und der Eigenbetreuung der Eltern 

Rechnung zu tragen. Eine faktische Residenzpflicht wäre unhaltbar, da sie der heutigen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mobilität und den beruflichen wie privaten Realitäten widerspräche (Möckli, a.a.O., 

160). Es gehe auch darum, wie der andere Elternteil die elterliche Sorge konkret 

wahrnehme. So bestünde ein gewaltiger Unterschied, ob jemand 'nur' ein 

Besuchsrecht über das Wochenende ausübe, das problemlos auch über grössere 

Distanzen wahrgenommen werden könne, oder ob dieser die Kinder auch unter der 

Woche teilbetreue. Massgeblich könne auch sein, ob ein Wechsel über die 

Sprachgrenze erfolge. Nach Durel (Obhut und Sorgerecht und internationale 

Kindsentführung, ZKE 2013, 174, 217 ff.) ist der Schutz der Beziehung des Kindes zu 

beiden Eltern anerkennenswert, wenn sie dem Kind förderlich sei, und deren 

Modalitäten seien vor einem Wegzug ins Ausland zu regeln; dieser Aspekt geniesse 

aber keinen absoluten Vorrang (Durel, a.a.O., 218). Vielmehr sei nämlich der Nutzen für 

das Kind von Beziehungen zu beiden in seiner Nähe lebenden Elternteilen dem Nutzen 

für das Kind gegenüberzustellen, in einer Umgebung zu leben, in welcher der die 

faktische Obhut ausübende Elternteil es am besten wird aufziehen können. Diese 

Interessenabwägung falle nicht nur dann zu Gunsten des die faktische Obhut 

ausübenden Elternteils aus, wenn die Beziehungen des Kindes zum anderen Elternteil 

nicht besonders tief und fruchtbar seien, sondern auch dann, wenn der Inhaber der 

faktischen Obhut in einem Umfeld ohne Beziehungen, Unterstützung und 

Zukunftsperspektiven lebe, könne doch dies zu einer Beeinträchtigung des 

Wohlbefindens dieses Elternteils führen, was sich dann wiederum auf das Wohl des 

Kindes selbst auswirken werde. Auf der anderen Seite solle der die faktische Obhut 

innehabende Elternteil nicht eigenmächtig mit dem Kind ins Ausland ziehen dürfen, 

wenn er über die materiellen und sozialen Mittel verfüge, die ihm ermöglichten, das 

Wohl des Kindes sicherzustellen, und der andere Elternteil, der sich einem Wegzug 

widersetze, zum Kind eine für dessen Wohl fruchtbare Beziehung unterhalte. 

Abschliessend bleibt zu bemerken, dass eine Weisung an die Eltern, ihr Kind nicht ins 

Ausland zu verbringen, grundsätzlich ein schwer wiegender Eingriff in die persönliche 

Freiheit der Eltern und des Kindes bedeutet (Cottier, Weibliche Genitalverstümmelung, 

zivilrechtlicher Kindesschutz und interkulturelle Verständigung, FamPra.ch 2005, 698, 

711).

5.    Die Rechtsprechung zum sogenannten Zügelartikel ist notgedrungen noch 

spärlich. Das Bundesgericht führte im Zusammenhang mit einer Kindesentführung aus 

(BGE 141 IV 10, E. 4.5.5), dass die elterliche Sorge unter anderem das Recht umfasse, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen und über dessen Erziehung zu 

entscheiden. Dabei seien die Eltern jedoch nicht völlig frei, sondern hätten sich am 

Wohl des Kindes zu orientieren und dessen Persönlichkeit zu achten. Beim 

Aufenthaltsbestimmungsrecht seien Aspekte der Stabilität und Kontinuität von 

besonderer Bedeutung. Geringfügige Beeinträchtigungen der Interessen des Kindes, 

die mit einer Veränderung des Aufenthaltsortes zwangsläufig einhergingen, genügten 

nicht, um eine Kindeswohlgefährdung anzunehmen. Zusammengefasst sei 

grundsätzlich jeder Elternteil, der das Recht habe, über den Aufenthaltsort des Kindes 

zu bestimmen, berechtigt, diesen zu verändern, ohne eine Entführung im Sinne von Art. 

183 Ziff. 2 StGB zu begehen. Greife die Verbringung des Kindes an einen anderen Ort 

allerdings massiv in dessen Interessen ein, lasse sich die Tat nicht mit dem 

Aufenthaltsbestimmungsrecht rechtfertigen. Einem Entscheid des Obergerichts Bern ist 

zu entnehmen, dass Art. 301a ZGB dem ebenfalls sorgeberechtigten, aber nicht 

hauptbetreuenden Elternteil kein Vetorecht gegen eine Übersiedlung des 

hauptbetreuenden Elternteils mit dem Kind ins Ausland einräume, weil sonst das 

Selbstbestimmungsrecht des umzugswilligen Elternteils übermässig beeinträchtigt 

würde (OGer BE, 26.5.14 FamPra.ch 2015, 249). Abzuwägen seien im Licht des 

Kindeswohls die Übersiedlung mit dem hauptbetreuenden Elternteil ins Ausland und 

der Verbleib beim bisher nicht hauptbetreuenden Elternteil in der Schweiz, was 

voraussetze, dass dieser eine (Betreuungs-)Alternative anbiete. Der Einzelrichter des 

Kantonsgerichts St. Gallen (KGer SG, Nachrichten zum Familienrecht 2/14, FS.

2014.30-EZE2, www.gerichte.sg.ch) entschied für die vorliegend betroffene Familie im 

Berufungsverfahren bezüglich vorsorglicher Massnahme, dass an das behördliche 

Verbot eines Aufenthaltsortswechsels der Kinder, welches auch den Umzug des 

hauptsächlich betreuenden Elters verunmögliche, sehr hohe Anforderungen zu stellen 

seien. Ohnehin könne es nicht Sache des Gerichts sein, im Einzelnen zu prüfen, wo die 

Voraussetzungen für ein gutes Gedeihen der Kinder besser seien, zumal auch das - 

nicht überprüfbare - subjektive Wohlbefinden der Bezugsperson deren Gesundheit 

wesentlich beeinflusse. Vielmehr müsse sich ein Gericht vor allem darauf beschränken 

können, zu überprüfen, ob, basierend auf dem Kindeswohl, ein Umzug sorgfältig 

überlegt und nicht rechtsmissbräuchlich sei.

6.    Auf der einen Seite ist es offensichtlich, dass hier ein Wegzug den Umgang 

zwischen den Kindern und dem Vater erschweren würde. Besuche würden seltener 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

stattfinden, die Reisewege würden länger und spontane Kontakte wären kaum mehr 

möglich. Zudem trifft es zu, dass Kinder grundsätzlich Anspruch auf beide Elternteile 

haben.

Auf der anderen Seite hat die Mutter ihren Umzugswunsch gut begründet; ihre 

Überlegungen sind nachvollziehbar (…). So ist es nicht abwegig, dass sie nach der 

Trennung vom Ehemann zu ihren Wurzeln und in ihr Heimatland zurückkehren will, 

zumal sie sich selbst nach Angaben des Ehemanns hier nicht integriert fühlt (…). Trotz 

kultureller Nähe bestehen zwischen der Schweiz und Österreich gewisse 

Mentalitätsunterschiede, die vorstellbar dazu führen können, dass man sich im einen 

oder anderen Land nie ganz zu Hause fühlt. Auch dass die Mutter für sich und die 

Kinder sowohl punkto Arbeitsbedingungen, subjektives Wohlbefinden und 

Kinderfremdbetreuung in Z bessere Perspektiven sieht, erscheint mit Blick auf die 

Arbeitssituation im österreichischen (…)gewerbe und das beschränkte 

Kinderfremdbetreuungsangebot in der Schweiz verständlich. Von der Mutter darf zum 

heutigen Zeitpunkt und in einer unsicheren Situation auch keine pfannenfertige Lösung 

betreffend Arbeit, Kinderkrippe und Wohnung erwartet werden. Vielmehr spricht es 

einerseits für sie, dass sie sich wohlverhalten will und nicht ohne Bewilligung ausreisen 

mag, und andererseits hat der Vater die ungeklärte Situation mitzuverantworten, weil er 

den Wegzug seiner Kinder mit allen ihm rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln 

hinauszögert, was menschlich gleichermassen verständlich sein mag. Weiss die Mutter 

aber nicht, ab wann sie in Z wohnen darf, kann sie weder einen Miet- noch einen 

Arbeitsvertrag abschliessen und die Kinder auch nicht in Schule oder Kindergarten 

anmelden. Ohnehin handelt es sich bei Z aber um eine Stadt, welche in einem 

westlichen Land liegt, das gute Arbeits-, Sozial-, Gesundheits- und Wohnverhältnisse 

bietet, so dass ohne weiteres angenommen werden kann, dass die Mutter und die 

Kinder dort kein Leben in Armut oder Obdachlosigkeit werden fristen müssen, wie der 

Vater befürchtet. Ökonomische Gesichtspunkte sind hier ohne Belang, zumal ein 

Grund, wieso die Mutter, welche über jahrelange Erfahrung im (…)gewerbe verfügt, 

gerade in dieser Branche (…) keine Stelle finden sollte, nicht leichthin ersichtlich ist. 

Auch für die Behauptung des Ehemanns, die Ehefrau werde sich in Z nicht integrieren 

können, lassen sich den Unterlagen keine Hinweise entnehmen. Die Mutter pflegt 

glaubhaft Kontakte nach Z und hat konkrete Vorstellungen, wie sie mit ihren Kindern 

dort leben will. Selbst in der Schweiz ist es ihr gelungen, eine Arbeit zu finden und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kontakte zu knüpfen, obwohl sie sich hier nie ganz wohl fühlte. Jegliche Anhaltspunkte, 

dass die Mutter keine sozial kompetente Frau wäre, fehlen. Sogar der Ehemann kennt 

eine nette Verwandte der Ehefrau, welche in Z lebt (…). Seine Argumente erscheinen 

vor diesem Hintergrund als blosse Stimmungsmache bzw. Unterstellungen. Das 

Gleiche gilt für dessen subtil gehaltenen Bemerkungen, die Mutter oder die Kinder 

bedürften seiner Stabilisierung oder seiner Unterstützung und die Mutter sei womöglich 

überfordert, zumal der Vater in der alltäglichen Betreuung offenbar nie eine grosse 

Rolle gespielt hat. Erziehungseignung setzt eine echte Zuneigung zum Kind, ein 

waches Interesse an ihm und seiner Entwicklung voraus (BGE 111 II 225, E. 2; 

BernerKomm/Bühler/Spühler, aArt. 156 ZGB, N 89). Der Elternteil, dem ein Kind als 

Erzieher anvertraut ist, muss genügend Gespür für die Bedürfnisse des Kindes haben, 

ein Klima der Wärme vermitteln, vernünftige Grenzen setzen, das Kind aber auch zur 

Selbständigkeit anleiten können (KGer SG, FamPra.ch 2003, 192). Nach den Akten 

erfüllt die Mutter diese Voraussetzungen; sie ist offensichtlich erziehungsfähig und 

psychisch stabil. (…)

Ferner würde der Vater die Kinder zwar seltener sehen, wenn diese in Z wohnen, das 

Betreuungsverhältnis würde sich aber nicht erheblich verschieben. Der Vater ist seit der 

Geburt der Kinder v.a. der Freizeit- und Wochenendpapi und war für die 

Alltagsbetreuung nicht zuständig. Auch in seinen neusten Eingaben zeigt sich kein 

besonders inniges und vertrautes Verhältnis zu seinen Kindern. Die seit jeher gelebte 

Betreuungssituation würde sich mit einem Wegzug nicht verändern. Nach wie vor wäre 

die Mutter die Hauptbezugsperson der Kinder, würde in alltäglichen Belangen für sie 

sorgen und der Vater übernähme die gelegentliche Betreuung an deren freien Tagen. 

Die Grundstruktur mit der Mutter als Hauptbetreuerin und dem Vater, der Kontakte im 

Rahmen eines Besuchsrechts pflegt, würde sich nicht verändern. Der Vater verlangt 

denn auch weiterhin 'bloss' einen üblichen, auf jedes zweite Wochenende 

beschränkten persönlichen Verkehr (plus wenige Stunden jeden zweiten 

Mittwochnachmittag) und will oder kann weiterhin keinen namhaften Betreuungsanteil 

übernehmen. Er bietet also keinen alternativen Betreuungsplan für die Kinder an, 

würden sie ohne Mutter in der Schweiz bleiben; das könnte er infolge seiner vollen 

Erwerbstätigkeit und seiner beschränkten Erziehungserfahrung auch gar nicht. Dafür, 

dass der Vater weiterhin Kontakte zu den Kindern pflegen kann und seine Beziehung 

aufrecht erhalten bleibt, hat ein geeignetes Besuchsrecht zu sorgen. Der Mutter 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

deshalb den Wegzug zu verbieten, wäre ein unangemessenes Mittel. Das gilt umso 

mehr, als der öffentliche Verkehr für die Reise nach Z ein gutes Angebot bereit hält und 

die Mutter sich bereit erklärt hat, den Besuchsweg gelegentlich selbst auf sich zu 

nehmen. Gewisse Erschwernisse beim Besuchsrecht sind hinzunehmen, solange ein 

Besuchsrecht nicht praktisch verunmöglicht wird. Zudem werden sich mit steigendem 

Alter der Kinder zusätzliche Kontaktmöglichkeiten ergeben (z.B. Skype, E-Mail, 

WhatsApp).

Die Kinder sind (…) und (…) Jahre alt. In diesem Alter sind stabile Verhältnisse 

besonders wichtig. Stabilität und Kontinuität beziehen sich im Vorschulalter aber noch 

auf die Bindung zu den Hauptbezugspersonen bzw. bedeuten vor allem 

Beziehungskontinuität (FamKomm Scheidung/Vetterli, Art. 176 ZGB, N 2; auch BGE 

138 III 565, E. 4.3, erwähnt die Hauptbezugsperson als massgeblichen Faktor), wobei 

infolge der klassischen Rollenteilung und der Situation nach der Trennung (vgl. dazu 

weiter hinten) hier die Mutter die Hauptbezugsperson der Kinder ist. Deren 

Anwesenheit führt vornehmlich dazu, dass sich Kinder dieses Alters wohl und 

geborgen fühlen. Ein fester Kollegenkreis oder die sonstige Umgebung ist noch kaum 

entscheidend. Ein Wegzug nach Z würde für die Kinder in Bezug auf die Stabilität der 

Verhältnisse also nichts Ausschlaggebendes verändern, zumal die Mutter bereit ist, die 

Kinder weiterhin persönlich zu betreuen. Der Vater kann und will eine solche 

Eigenbetreuung nicht anbieten. Der persönlichen Betreuung kommt aber eine sehr 

hohe Bedeutung zu, insbesondere bei Kindern im Vorschulalter (BGer 5A_834/2012, E. 

4.1; Arntzen, Elterliche Sorge und Umgang mit Kindern, 16).

Zu prüfen ist sodann die Bereitschaft der Eltern, Kontakte der Kinder zum anderen 

Elternteil zu bejahen und zu fördern. Es ist für deren Entwicklung sehr bedeutsam, dass 

sie einen möglichst spannungsfreien Kontakt zu dem Elternteil halten können, mit dem 

sie nicht zusammenleben, und ohne Schuldgefühle ein von Zuneigung getragenes 

Verhältnis zu beiden Eltern pflegen dürfen (Arntzen, a.a.O., 20). Die Bereitschaft der 

Eltern, dies zu ermöglichen, wird gemeinhin als Bindungstoleranz bezeichnet. Der Vater 

rügt, die Mutter zeige ein Verhalten, welches auf eine Beeinträchtigung des 

Besuchsrechts abziele. Obwohl die Eltern hier einen Streit führen, bei dem es um die 

wichtige Frage geht, wo die Kinder fortan leben sollen, funktioniert das Besuchsrecht 

nach Darstellung beider seit längerem gut. Würde die Mutter die Kinder wirklich vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vater entfremden wollen, kämen solche positiven Kontakte erfahrungsgemäss kaum 

mehr zustande. Auch die Tatsache, dass die Mutter ihren per (…) 2014 geplanten 

Umzug hinauszögerte, um das Verfahren abzuwarten, spricht dafür, dass sie die 

wichtige Rolle des Vaters im Leben der Kinder anerkennt und die Paar-Konflikte hinter 

die kindlichen Bedürfnisse zurückzustellen vermag. Vielmehr erscheint die 

Wertschätzung gegenüber dem anderen Elternteil bzw. die Bindungstoleranz beim 

Vater (…) als eher fraglich.

Insgesamt ergeben sich keine Hinweise, dass ein Wegzug den Kindern schaden würde 

bzw. das Kindeswohl gefährdet wäre. Kontakte zum Vater würden zwar erschwert, 

aber nicht verunmöglicht. Die bei einem Umzug notwendige Integration am neuen Ort 

stellt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine Gefährdung des Kindeswohls 

dar (BGE 136 III 353, E. 3.3), zumal die Kinder ebenfalls österreichische 

Staatsangehörige sind (…) und sie fortan im gleichen sprachlichen Umfeld leben 

können. Ein rechtsmissbräuchliches Verhalten der Mutter ist nicht ersichtlich. Vielmehr 

ist es für Kinder sogar förderlich wenn nicht unabdingbar, dass sich auch die Mutter 

wohl fühlt (Staub/Felder, Scheidung und Kindeswohl, S. 59). Die Voraussetzungen 

dafür scheinen in Z besser zu sein als in der Schweiz. Würde man die Mutter nämlich in 

Lebensumständen 'festketten', die sie nicht will und nicht erträgt, würde sich das wohl 

auf ihre Gesundheit und damit auch auf diejenige der Kinder auswirken. Dass ein 

Umzug nicht verboten werden darf, gilt umso mehr, als der Vater hier wiederholt und 

schon im Eheschutz seinen Wegzug nach Frankreich angekündigt hatte (…), ohne 

Rückkehroption in die Schweiz (…). Erst an der Hauptverhandlung gab er an, er gehe 

nicht nach Frankreich zurück (…). Es erscheint als nahezu rechtsmissbräuchlich, wenn 

der Vater einen Wegzug aus der Schweiz für sich immer wieder als Möglichkeit offen 

hält, dasselbe der Mutter aber verbieten will. Zudem sind die Eltern hier wissentlich 

eine binationale Ehe eingegangen, die Mutter ist im üblicherweise international 

ausgerichteten (…)gewerbe tätig und sie hat nach Wahrnehmung des Vaters in der 

Schweiz keine Wurzeln und keine Zukunft mehr (…). Aufgrund all dieser 

Gesichtspunkte würde es übermässig in ihre Freiheitsrechte eingreifen, würde man ihr 

einen Wechsel des Aufenthaltsorts nach Z versagen.

Dieses Ergebnis ist nun offenkundig schwer erträglich für einen Vater, der seine Kinder 

liebt und sie nun an einen weiter entfernten Ort ziehen lassen muss. Nach dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

heutigen Erkenntnisstand verlangt das Kindeswohl aber die Bewilligung des Wegzugs 

ins Ausland. Die Mutter bietet zudem glaubwürdig Hand, dem Vater weiterhin eine 

wichtige Rolle im Leben der Kinder zuzugestehen. Väter, die sich echt um die Vater-

Kind-Beziehung bemühen, gelingt es denn in der Regel auch, diese zu erhalten (Largo, 

Scheidungsväter, in: Büchler/Simoni, Kinder und Scheidung, 340).

Betreuungsanteil Vater bei Aufenthalt der Kinder in Z

7.    Zu regeln bleibt der Betreuungsanteil des Vaters, welcher sich in Anbetracht der 

erheblichen räumlichen Distanz inhaltlich auf ein Besuchsrecht beschränken muss.

Der persönliche Umgang will es dem Kind ermöglichen, auch nach der Trennung seine 

Beziehung zu beiden Eltern fortzusetzen, und demjenigen Elternteil, bei dem es nicht 

wohnt, erlauben, weiterhin ein Stück Verantwortung für das Kind zu übernehmen. In 

der Regel wird damit der wichtigste Wunsch des Kindes, die Eltern möchten sich 

wieder vertragen, auf die bestmögliche Weise erfüllt. Alle Fachleute stimmen darin 

überein, wie förderlich es längerfristig für die Entwicklung eines Kindes, sein 

Selbstwertgefühl, sein Sozialverhalten und seine Schulleistung ist, wenn der nicht zur 

Hauptsache betreuende Elternteil – hier der Vater – engen Kontakt zu ihm hält und sich 

an seiner Erziehung beteiligt (Arntzen, a.a.O., 33 ff.; Dettenborn/Walter, 

Familienrechtspsychologie, 180 f.; Vetterli, Das Recht des Kindes auf Kontakt zu seinen 

Eltern, Fampra.ch 2009, 23, 27).

(…)

8.    (…) Mit Blick auf das Alter der Kinder wären regelmässige, kurze Besuchskontakte 

in niedriger Kadenz zugegebenermassen ideal. Hier erscheinen solche oder auch nur 

ein übliches Besuchsrecht angesichts der grossen räumlichen Distanz aber weder als 

sinnvoll noch als zumutbar. Dennoch soll die Beziehung der Kinder zum Vater erhalten 

und gefördert werden und es ist danach zu fragen, wie das am ehesten sichergestellt 

werden kann. Die Vorinstanz ordnete vor diesem Hintergrund Kontakte an jedem ersten 

Wochenende im Monat in Z und zusätzlich viermal im Jahr an jedem dritten 

Wochenende in der Schweiz an. Darüber hinaus sollte der Vater zwei Wochen Ferien 

im Jahr mit den Kindern verbringen können. Der Vater fordert für sich mehr Zeit mit den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kindern und ein fixes, 14-tägiges Besuchsrecht über Weihnachten, ein wöchentliches 

Besuchsrecht über Ostern und zusätzlich noch vier Wochen Ferien im Jahr. Hinzu 

kommen die Wochenendbesuche. Ausserdem müsse ihm die Mutter für jeden Besuch 

Fr. xxx bezahlen.

Der Wunsch des Vaters nach mehr Umgang mit seinen Kindern ist achtenswert und es 

ist grundsätzlich auch üblich, dass Feiertage alternierend verbracht werden. Dessen 

Vorstellungen aber, wie solche Kontakte auszusehen haben, zeugen von wenig Gespür 

für die kindlichen Bedürfnisse bzw. erscheinen übermässig. Allein schon der Gedanke, 

die Kinder müssten jedes Jahr sämtliche hohen Feiertage mit ihm verbringen, weckt 

Bedenken. Dem Vater als verantwortungsvolle Erziehungsperson sollte bewusst sein, 

dass A und B wie alle Kinder diese emotional wichtigen Tage auch mit ihrer Mutter 

feiern wollen. Zudem wird der Vater wohl kaum sieben Wochen Ferien im Jahr haben. 

Schliesslich ist dem langen Reiseweg Rechnung zu tragen. Die Fahrt zwischen (der 

Ostschweiz) und Z dauert rund (…) Stunden (www.sbb.ch). Gerade für kleine Kinder ist 

eine solche Reise eine Belastung, stört sie doch ihren Lebensrhythmus empfindlich. 

Wenn sie diese Reise jeden dritten Monat auf sich nehmen, scheint ihnen das gerade 

noch zumutbar. Hinzu kommen die Fahrten zu den Ferienaufenthalten beim Vater, 

wobei die Ferien in As und Bs Alter auf je eine Woche aufgeteilt werden sollten, da ein 

längeres Wegbleiben von ihrer Hauptbezugsperson noch belastend sein kann 

(FamKomm/Schreiner, Anh. Psych, N 172). Bei der Regelung der Vorinstanz haben die 

Kinder also zwölfmal im Jahr (zweimal hin und zurück für die Ferienaufenthalte, viermal 

hin und zurück für die Wochenendbesuche) diese lange Zugreise auf sich zu nehmen. 

Das ist schon recht viel. Weitere Aufenthalte beim Vater bzw. damit verbundene 

Reisewege können den kleinen Kindern nicht zugemutet werden. Zusätzliche 

Besuchstage in der Schweiz (sei das über die Feiertage oder über die Ferien) liegen 

daher nicht im Kindeswohl. Vielmehr muss es dem Einvernehmen der Eltern überlassen 

bleiben, die Besuchskontakte im Rahmen der jetzigen Regelung so zu legen, dass der 

Vater mit den Kindern auch einen Teil der Festtage verbringen kann. Wenn die Kinder 

grösser werden und eine tragfähige Beziehung zum Vater pflegen, sind längere 

Ferienaufenthalte beim Vater begrüssenswert (FamKomm/Schreiner, Anh. Psych, N 

173). Dann ist allenfalls eine Ausweitung des Ferienbesuchsrechts zu empfehlen, weil 

die Kinder die Mutter auch zwei Wochen am Stück verlassen können. Ob dannzumal 

die Voraussetzungen für ein erweitertes Besuchsrecht erfüllt sein werden, lässt sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

heute aber noch nicht abschätzen, zumal der Vater noch nie Ferien mit ihnen verbracht 

hat und er geltend macht, er werde den Kontakt zu den Kindern verlieren, wenn sie in Z 

leben. Mit der Zeit werden die Kinder auch alleine anreisen können und eigene 

Freizeitpläne verfolgen, was zu weiteren Anpassungen im persönlichen Verkehr führen 

kann.

Die von der Vorinstanz verfügte Betreuungsregelung belastet die Kinder nicht 

übermässig, ermöglicht es dem Vater aber dennoch, die Beziehung zu seinen Kindern 

zu pflegen, und erscheint daher als angemessen.

Dieser Entscheid wurde an das Bundesgericht weitergezogen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Kantonsgericht, 29.04.2015
	Art. 301a Abs. 2 ZGB: Für die Prüfung der Bewilligung zum Wegzug ins Ausland bei Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht ist eine sorgfältige Interessensabwägung vorzunehmen, wobei an das behördliche Verbot eines Aufenthaltsortswechsels des Kindes, welches auch den Umzug des hauptsächlich betreuenden Elters verunmöglicht, hohe Anforderungen zu stellen sind (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 29. April 2015, FO.2015.2). 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:06:24+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen