# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b42adad-500b-50fa-b3a9-1edf8c4dad40
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-23
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung; Würdigung zweier von der IV-Stelle eingeholter Gutachten, welche vor bzw. nach der Observation des Beschwerdeführers ergingen; keine Invalidität ausgewiesen.
**Docket/Reference:** IV.2014.00421
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00421.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00421
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Ersatzrichterin Buchter
Gerichtsschreiber Sonderegger
Urteil
vom
23. Oktober 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Reto
Caflisch
Fankhauser Rechtsanwälte
Rennweg 10, 8022 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1980 in der
Y.___
geborene
X.___
, ohne schulische und berufliche Ausbildung, reiste im Oktober 1999 (Urk. 8/6) als Asylsuchender in die Schweiz ein, wo er nach der Eheschliessung mit einer Schweizerin im September 2000 (Urk. 8/3) – unterbrochen durch eine
längere
Phase der Arbeitslosigkeit
– vor
wiegend im Gastge
werbe arbeitete
(
Urk.
8/1
-2, Urk. 8/12, Urk.
8/23-24)
, zuletzt ab 10.
Juli 2006 bei der
Z.___
AG
(Urk. 8/15)
.
Am 19.
Juni 2009 zog er sich am Arbeitsplatz beim Hantieren mit einer Gasflasche
Kontusionen
an der linken unteren Extremität zu
(Urk.
8/1
6/9).
Am 23.
Dezember 2009 meldete sich
X.___
–
zwischenzeitlich
zum zweiten Mal verheiratet mit
einer
Landsfrau
, welche
2010 eine ge
meinsame Tochter gebar (
Urk. 8/27 S.
9 Mitte
) –
unter
Angabe von
Schmerzen, Kraftlos
igkeit, Depressionen und Ängste
n
, be
stehend seit dem Unfall vom 19.
Juni 2009, bei der Invalidenversicherung zu
m Leistungsbezug an (Urk.
8/5).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog
im Rahmen ihrer Abklärungen unter anderem
die Akten des Erwerbsausfallversicherers, be
inhaltend ein von diesem eingeholtes
medizinisches
Gutachten
, datiert
vom 26.
Februar 2010 (
Urk.
8/17/2-46), bei und
gab
bei
l
ic
.
phil.
A.___
,
Fachpsy
chologie
für Psychotherapie FSP, und Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein
e
Expertise in Auftrag, welche
am
18.
November 2010
(Urk. 8/26) erstattet und am 1. Februar 2011 (Urk.
8/31) ergänzt wurde. Gestützt darauf stellte
sie
mit Vorbescheid vom 29. März 2011 (Urk.
8/36) die
Zusprache
einer ganzen Rente nach Massgabe eines Invalidi
tätsgrades von 80 beziehungsweise 70 % ab 1.
Juni 2010 in Aussicht.
Nach Zugang zweier Verdachtsmeldungen betreffend ungerech
tfertigten
Leis
tungsbezug
(Urk. 8/56 S. 1, Urk.
8/58/1) liess
die IV-Stelle
den Versicherte
n im Juli und August 2011 (Urk. 8/53-
57) observieren.
Überdies
holte sie das inter
disziplinäre Gutachten
der
Klinik C.___
vom 18. Juli 2012 (Urk.
8/99
/2-40
) ein. Am 23. Mai 2013 (Urk.
8/106) erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbe
scheid und stellte die Abweisung des Rentengesuchs mangels Invalidität in Au
ssicht. Dagegen erhob
der Versicherte
am
12.
Juni 2013 (
Urk.
8/108)
vor
sorglich Ein
wand, welchen er a
m 4.
Oktober 2013 (
Urk. 8/114) sowie
14. und
15.
Januar 2014 (
Urk.
8/119-120) unter Auflage
der
Berichte des
D.___
vom 3. September 2013
(
Urk. 8/113
) und 14. Januar 2014 (
Urk.
8/118) begründete
. Am 10.
März 2014 (Urk.
2) verfügte die IV
-Stelle im angekündigten Sinne.
Mit
Verfügung vom 3. April 2014 (Urk.
8/124) wies sie das Gesuch des Versi
cherten um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung
vom 29. Januar 2014 (Urk. 8/121)
zufolge Aussichtslosigkeit ab, was unangefochten blieb.
2.
Gegen die Verfügung vom 10.
März 2014 erhob
X.___
am 11.
Apr
il 2014 Beschwerde (Urk.
1) und beantragte, diese sei aufzuhebe
n und ihm sei mit Wir
kung ab 1.
Juni 2010 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ein psy
chiatrisches Obergutachten einzuholen und gestützt darauf über sein
Leis
tungs
begehren
neu
zu ent
scheiden (S.
2).
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 20.
Mai 2014 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde,
was dem Beschwerdeführer am 22. Mai 2014 (Urk.
10) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.1.3
Es liegt
regelmässig keine versicherte Gesundhe
itsschädigung vor
, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung be
ruht. Herrscht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschlussgründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so besteht von vornhe
rein keine Grundlage für eine Invalidenrente (
BGE 141 V 281 E. 2.2, 131 V 49).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
1.3.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.3.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte im angefochtenen
Rentenentscheid (Urk. 2)
aus, ein allfälliger Rentenanspruch habe frühestens am 1. Juni 2010 entstehen kön
nen. Zu diesem Zeitpunkt sei der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit in körperlicher wie auch in psychischer Hinsicht in der bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig gewesen, weshalb sein Rentengesuch abzuwei
sen sei.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei
im Wesentlichen auf das interdis
ziplinäre Gutachten der
Klinik C.___
vom 18. Juli 2012 und hielt im vorliegenden Verfahren unter Hinweis auf ihre Akten an diesem Standpunkt fest (Urk. 7).
2.2
Dem
hielt der Beschwerdeführer zusammengefasst
entgegen (Urk. 1 S. 2 ff.
mit Hinweis auf Urk. 3/3 S. 2 ff.
),
das Gutachten der
Klinik C.___
vom 18. Juli 201
2 stelle hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes
keine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage dar. Massgebend sei
viel
mehr die Einschätzung von
lic
. phil.
A.___
und Dr.
B.___
, welche
anlässlich ihrer
imm
erhin dreimaligen Untersuchung
keine Hinweise auf eine Simulation vorgefunden
und in ihrem Gutachten vom 18.
November 2010 plausibel darge
legt
hätten
, weshalb vom Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung auszugehen sei.
3.
3.1
Die Ärzte der chirurgischen Notfallstation des Spitals
E.___
hielten i
n ihre
m Bericht vom Unfalltag (Urk. 8/16/9) fest,
eigenen Angaben zufolge sei dem Be
schwerdeführer am 19.
Juni 2009
bei der Arbeit
eine schwere Gasflasche zuerst auf das linke Knie, anschliessend
auf
das linke obere Sprunggelenk und zuletzt a
uf den linken
Vorfuss
gefallen.
Gestützt auf klinische und bildgebende Unter
suchungen diagnostizierten sie Kontusionen des linken Knies, der linken
Tibia
vorderkante
sowie des linken Vorfusses und attestierten eine Arbeitsunfähigkeit bis 22. Juni 2009.
3.2
Im Bericht vom 17. Juli 2009 betreffend die klinische Untersuchung vom Vortag (Urk. 8/14/5-6 S. 2) führte Dr. med.
F.___
, Spezialarzt FMH für
Rheumaer
krankungen
, zuhanden des zuweisenden Hausarztes aus, anamnestisch seien
ungefähr zwei Tage nach dem
– als Bagatelltrauma einzustufenden (Urk. 8/14/2 Ziff. 1.1) –
Unfall
vom 19. Juni 2009
Rückenschmerzen aufgetreten, welche aktuell eine erhebliche Generalisierungstendenz zeigten und zu starken Ängsten führten, da der Beschwerdeführer zum einen den Zusammenhang mit der am 19. Juni 2009 erlittenen, zwischenzeitlich weit im Hintergrund stehenden linksseitigen Knie-
und Fussverletzung nicht verstehe und zum anderen einen Stellenverlust befürchte. Bei unauffällig ausgefallenen strukturellen Abklä
run
gen
(Röntgenaufnahmen Knie links, OSG links und
Vorfuss
links vom
Un
falltag
[Spital
E.___
] sowie CT LWS L1-S1 vom 29. Juni 2009 [
G.___
])
lasse ihn dies an eine Form einer posttraumatischen Belastungsstörung denken. Rein so
matisch sei der Beschwerdeführer für seine vorh
erige Arbeit voll ein
satzfähig
.
3.3
Die während der
Hospitalisation
vom 11. November 2009 bis 11. Februar 2010 mit dem Beschwerdeführer befassten Ärzte der
H.___
,
I.___
, diagnostizierten im Bericht vom 12. März 2010 (Urk. 8/18) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische
Be
lastungsstörung
(ICD-10 F43.1) seit Juni 2009 und eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) seit zirka September 2009 (S. 2 Ziff. 1.1). Sie attestierten für die Dauer der stationären Behandlung eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit (S. 4 Ziff. 1.6) und empfahlen als Prozedere eine ambulante Weiterführung der medikamentösen und psychiatrisch-psycho
therapeutischen Therapie (S. 3 Ziff. 1.5).
3.4
Dr.
med.
J.___
,
gemäss eidgenössischem
Medizinalberuferegister
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit privatrechtlicher Weiterbildung im Bereich Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (http://www.medregom.admin.ch, besucht am
20
. Oktober 2015)
verwarf in seinem
im Auftrag des
Erwerbsausfall
versicherers
erstellten
Gutachten vom 26.
Februar 2010 (Urk.
8/17/2-46) die Di
a
gnose einer posttraumat
ischen Belastungsstörung (S. 30
ff.) und nannte statt
dessen insbesondere einen Verdacht auf artifizielle Störung (absichtliches Er
zeugen
oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen, ICD-10 F68.1) respektive einen Verdacht a
uf Simulation (ICD-10 Z76.5; S. 16 und S.
39). Er
ging davon aus, dass die
beim
Bagatell
ereignis
vom 19.
Juni 2009 erlitte
nen unmittelbaren Unfallfolgen, eine
Prellung des lin
ken Knies und des (linken) Fusses,
bereits am vierten Tag nach dem Un
fall aus
geheilt gewesen seien und spätestens vier Wochen nach
diesem
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe (S. 40 f.).
3.5
Der
den
Beschwerdeführer
ab
Mitte 2009
im Rahmen von
dreiwöchentlichen (anderen Angaben zufolge
zwei- respektive
wöchentlichen
, vgl. S. 3 Mitte und
S. 4 unten)
Therapiesitzungen
behandelnde med.
pract
.
K.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bestätigte am 21. Juni 2010 (Urk. 8/20) die von den Ärzten der
H.___
gestellten Diagnosen und attestierte eine
Arbeits
–
fähigkeit
von mindestens 80 %.
3.
6
Lic
.
phil.
A.___
und Dr.
B.___
schlossen
im
von
der Beschwerdegegnerin
ver
anlassten
Gutach
ten vom 18.
November 2010 (Urk.
8/26)
ausgehend von
eine
r
posttraumatische
n
Belastungsstörung, depressiver und
somatoformer
Typus (ICD-10 F43.1),
eine
r
gegenwärtig mittelschwere
n
depressive
n
Episode (ICD-10 F32.1) und eine
r
Angststörung (ICD-10 F
41) auf e
ine
70%ige
Arbeitsunfähigkeit
sowohl
in der
angestammte
n
als auch
in einer
angepasste
n
Tätigkeit (S.
14).
Sie konstatierten, i
m Rahmen ihrer Abklärungen hätten sich absolut keine Hinweise
auf eine Simulation ergeben (S. 17 Mitte).
An dieser Einschätzung hielten
die beiden Gutachter in ihrer ergän
zenden Stel
lungnahme vom 1. Februar 2011 (Urk. 8/31) auf Rückfrage der
Beschwerdegeg
nerin
vom 14. Januar 2011 (Urk. 8/30)
hin
, veranlasst durch den regionalen ärztlichen Dienst (RAD; vgl. Stellungnahme von Dr. med.
L.___
, Psychiat
rie und Psychotherapie FMH, vom 13. Januar
2011 [Urk. 8/33 S. 6-8]), fest.
3.7
Anlässlich der im Juli und August 2011 an
insgesamt
acht Tagen im Auftrag der Beschwerdegegnerin durchgeführten Observation – ü
ber welche
Videoauf
nahmen
(Urk.
9/3) und zwei
B
erichte mit Bilddokumentation (Urk.
9/1-2) Aus
kunft geben – wurde dokumentiert, wie der B
eschwerdeführer am Samstag, 16.
Juli 2011
,
nachmittags in Arbeitskleidung an sein
en Wohnort zurückkehrte
(Urk. 9/2 S. 8)
. Am 20., 21. und
22. Juli 2011 verliess er
jeweils
um 5.45 Uhr
in Arbeitsk
leidung der
M.___
AG
seinen Wohnort
und fuhr als
Lenker eines Personenwagens
– nach einem Zwischenhalt im Industriequartier in
N.___
, wo offenbar Arbeitskollegen zustiegen – nach
O.___
. Dort verrichtete er im Geschäftshaus, in de
m
sich der dannzumal wegen Betriebsrevision ge
schlossene
P.___
befindet, ganztags Reinigungsarbeiten
. Dabei konnte er bei verschiedenen Bewegungen (rennen, bücken, sitzen
, stehen, gehen
)
sowie
beim Tragen von
Lasten (mehrere Liter Flüssigkeit umfassende Plastikkanister, Aluminiumleiter, einseitig umgehängter Rucksack)
, beobachtet werden (
S. 2 und
S. 8-12
).
Am 24. und 27.
August 2011
wurde
der Beschwerde
führer (auch)
in Arbeitsklei
dung der
Q.___
GmbH gesichtet, wobei er jedenfalls am zweitge
nannten Datum in einer
sich
im Umbau
befindenden
R.___
-Halle in
S.___
auf einer Leiter stehend zirka drei Meter über Boden mit Reinigungsarbeiten b
e
schäftigt war (Urk. 9/1
S. 8 f. und S. 10 f.)
.
Am 25.
August 2011 wurde er
zu
hause
auf dem Balkon beim Kaffee trinken und im Freien mit einem Kleinkind beobachtet, wobei er dieses herumtrug und mit ihm spielt
e
(S. 1 und
S. 9).
So
dann wurde
er
am Freitag, 26.
August 2011, vormittags mit einer Begleitperson beim Einrichten eines Kebab-Standes für das
Fest T.___
in
U.___
beobachtet.
Dabei lud
er
verschiedene
Waren
aus seinem Personenwagen aus, darunter
eine Gasflasche von
offensichtlich erheblichem Gewicht, und
trug
diese an ihren Bestimmungsort
(
S. 2 und
S. 9 f.
).
3.8
Beim Gespräch mi
t der Beschwerdegegnerin vom 8. September 2011 (Urk.
8/57) klagte der Beschwerdefü
hrer über multiple Beschwerden in Form von
Schmer
zen am Rücken und in den Beinen, Kopfweh, Nervosität, „schlechte Gedan
ken“, Kraft- und Freudlosigkeit
. Er
gab an, er wolle immer liegen
und könne lediglich noch Gewichte b
is zu fünf Kilogramm tragen (S.
2). Auch im Haushalt könne er nicht mehr mithelfen. Er habe gar keine Freude am Kontakt mit Leuten und wolle nur alleine sein. Ab und zu spiele er etwas
mit seiner zirka 8.5 Kilogramm schweren Tochter, welche
er
jedoch
insbesondere schmerzbedingt nicht
herum
tragen könne. Er ertrage es nicht, wenn sie etwas mache, das ihm nicht passe; er habe keine Nerven und keine Geduld. Das Auto benutze er ab und zu zum Einkaufen. Er wolle nicht jeden Tag
fahren, das könne er nicht
(S.
3). Sein Ge
sundheitszustand sei immer gleich schlecht seit
dem
Eintritt der gesundheitli
chen Beschwerden. Er könne sich nicht vorstellen, wieder erwerbstätig zu sein, würde aber gerne ferienhalber in seine Heimat nach
V.___
reisen
, was je
doch aus finanziellen Gründen nicht mögl
ich sei. Manchmal gehe er
während
10-15
Minuten, maximal eine
r
halbe
n
Stunde, im Garten spazieren oder besu
che die Cafeteria beim Schwimmbad. Danach müsse er sich
aber sofort wieder hinlegen (S.
4). Bis auf einen unmittelbar nach dem Unfall bei der
früheren
Ar
beitgeberin unternommenen Arbeitsversuch habe er nicht mehr gearbeitet. Er habe auch keine Nachbarschaftshilfe oder
Fre
undschaftsdienste
geleistet (S.
2 unten).
3.9
Auf Anfrage der Be
schwerdegegnerin berichtete
med.
pract
.
K.___
am
3
0. De
–
zember
2011 (Urk.
8/80/5), seit dem letzten Bericht vom Juni 2010 habe sich das Zustandsbild des Beschwerdeführers nicht verändert. Nebst der unverändert fort
gesetzten Medikation
umfasse die Behandlung
stützende Gesp
räche alle drei bis vier Wochen
. Die Beurteilung der langfristigen Arbeitsfähigkeit wolle er den versicherungsrechtlichen Experten überlassen.
3.10
Im Rahmen der Begutach
tung in der
Klinik C.___
wu
rde der Beschwer
deführer am 28. und 30.
März 2012 im Beisei
n einer Dolmetscherin durch Dr.
med.
W.___
, Facharzt Allgemein- und Unfallchirurgie, Oberarzt Orthopädische und Handchirurgische Rehabi
litation (S
tellungnahme vom 18. Juli 2012
[
Urk. 8/99/7-23
]
)
,
und med.
pract
.
AA.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Konsiliarärztin
BB.___
(Stellungnahme vo
m 4. Juli 2012 [
Urk.
8/99/24-34
]
), unt
ersucht. E
rgänzend
wurden
am 8. Mai 2012 –
ebenfalls i
n Gegenwart eines Dolmetschers –
ein
e
neuropsycholog
ische Un
tersuchung samt
Symptomva
lidierungstest
(Bericht vom 26. Juni 2012 [
Urk.
8/99/35-40
]
)
sowie
am 21. Juni 2012 ein
Schädel-MRI
zum Ausschluss ei
ner strukturellen Hirnverletzung
durchgeführt
.
In ihrer interdisziplinären Stellungnahme vom 18. Juli 2012 (Urk. 8/99/2-6
S. 4 Mitte
) gelangten die
Gutachter
zusammengefasst
z
um Schluss
, auf
unfallchirur
gischem
Fachgebiet habe es sich
um eine Bagatellverletzung (
Kniekontusion links [
ICD-10 S80.0
]
,
Tibiavorderkantenkontus
ion
links [
ICD-10 S80.1
]
und Fus
skontusion links [
ICD-10 S90.3
], S. 2 unten
) g
ehandelt, welche mit Sicher
heit spätestens vier Wochen nach dem Unfall folgenlos ausgeheilt gewesen sei. Die
aktuell
noch aus diesem Unfall geklagten körperlichen Beschwerden seien im Rahmen einer bewusstseinsnahen Aggravation oder möglicherweise sogar Simulation zu sehen, was auch die neuropsychologische Testung bestätigt habe. Entsprechend habe vier Wochen nach dem Unfall auf somatischem Fachgebiet keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr bestanden. Auf psychiatrischem Fachgebiet habe der bereits v
on Dr.
J.___
im
Gutachten vom 26.
Februar 2010
geäusserte
Verdacht auf eine Simulation bestätigt werden können. Bis zu wel
chem Zeitpunkt mögliche Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer allfälligen Depression noch zu einer Einschränkung der Arbeitsfähig
keit geführt hätten und ab wann
die Simulation in den Vordergrund getreten sei, lasse sich retrospektiv schwer beantworten. Im Mindesten aber
sei
seit dem Zeitpu
nkt der ersten Observation
, also ab
16.
Juli 2011
,
von einer in allen Fachgebieten uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen.
3.11
Zuhanden des Rechtsvertreters d
es Beschwerdeführers nahmen Dr.
med.
CC.___
, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, und Dr.
phil.
klin
. psych.
DD.___
, Klinischer Psychologie und Supervisor,
im Bericht des
D.___
vo
m 3. September 2013 (Urk.
8/113) Stellung zum Gutachten der
Klinik C.___
und kritisierten dies
es in verschiedenen Punkten (S.
2-4). Sie erklärten, im Rahmen der achtwöchigen tagesklinischen Langzeitbehandlung im
EE.___
seien im Verlauf keine Inkonsistenzen festgestellt worden. Die richtige Diagnose laute somit in psychiatrischer Hinsicht auf eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), eine posttraumatische
Belas
tungsstörung
(ICD-10 F43.1) und einen Bruxismus (ICD-10 F45.8; S.
4). Hin
sichtlich des Leistungsvermögens führten sie aus, aufgrund der Diagnosen, der Traumatisierung sowie des positiven (zwei Stunden Autofahren noch möglich;
Mithilfe im Haushalt: Teller waschen und staubsaugen) und negativen (kein schweres Tragen, kein Stress, keine längeren einseitigen Tätigkeiten, keine schwereren Arbeiten) Leistungsbildes bestehe selbst für angepasste Tätigkeiten
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S.
5).
Diese Einschätzung w
urde
im Bericht des
D.___
vom 14. Januar 2014 (Urk. 8/118)
durch
med.
pract
.
FF.___
, Facharzt für Psychiatrie FMH,
bekräftigt. Zusätzlich wurde
n
nun auch aus anästhesiologischer und
wirbelsäulenchirurgi
scher
Sicht Einschränkung
en
der Arbeitsfähig
keit beschrieben (S.
7).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch
des Beschwerdeführers
auf eine
Rente der Invalidenversicherung
und
dabei
die Frage, ob
er
an einem (invalidisieren
den
) psychis
chen Gesundheitsschaden
, insbesondere an einer posttraumatischen Belastungsstörung,
leidet
.
Hingegen
ist unstreitig
, dass
von
somatischer
Seite
eine
unvermindert
e
Einsatz
fähigkeit besteht
. Ernsthafte Anhaltspunkte, welche zu einem gegenteiligen Schluss Anlass gäben, sind – auch unter Berücksichtigung des Berichts des
D.___
vom 14. Januar 2014 (Urk. 8/118) – nicht
ersichtlich
, was
beschwerdeweise
auch nicht geltend gemacht wurde. Entsprechend erübrigen sich diesbezügliche Weiterungen.
4.2
4.2.1
Die Expertise der
Klinik C.___
v
om 18.
Juli 2012
entspricht den
praxis
gemässen
Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidungs
grundlage
(vgl. E.
1.3.2
hiervor). Sie ist für
die
streitigen Belange umfassend, beruht auf eingehenden fachärztlichen Untersuchungen und erging unter Be
rücksichtigung der geklagten Beschwerden wie auch der relevanten
Vorakten
einschliesslich der Ergebnisse der Observation, welche vorliegend unbestritte
nermassen rechtmässig erfolgte (zur Beweissicherung un
d Observation vor Ort vgl. Art. 59 Abs. 5 IVG und Art.
43 in Verbindung mit Art.
28
Abs.
2 ATSG; BGE 137 I 327 E.
5.2 ff.). Zudem leuchtet sie in der Beurteilung der medizini
schen Verhältnisse ein und die darin gezogenen Schlussfolgerungen sind be
gründet, nachvollziehbar und in sich schlüssig. Anhand der Aktenlage ergeben sich keine Hinweise darauf, dass die
Sachverständigen, namentlich die
psychiat
rische Gutachterin Dr.
AA.___
,
objektiv wesentliche Tatsachen nicht be
rücksichtigt hätte
n
oder nicht lege
artis
vorgegangen wäre
n
. Im Zusammenhang mit seiner Rüge, ein einziges psychiatrisches Explorationsgespräch müsse als
„äusserst
mager“ bezeichnet werden (Urk. 3/3 S.
2), legt der Beschwerdeführer nicht konkret dar, welcher wesentliche Aspekt unerkannt geblieben sein sollte. Die
Fachärztin
konnte denn auch aufgrund de
r
ihr zur Verfügung gestellten
Unterlagen
den psychischen Gesundheitszustand zumindest indirekt über einen längeren Zeitraum beobachten und hat den Beschwerdeführer
immerhin
wäh
rend einer Dauer von rund zwei Stunden exploriert (vgl.
fachärztliche Stellung
nahme S.
8).
4.2.2
Dr.
AA.___
hat ihre Schlussfolgerung, wonach das Verhalten des Be
schwer
deführers als Simulation zu interpretieren sei, in ihrer psyc
hiatrischen Stellungnahme vom 4. Juli 2012 (Urk. 8/99/24-
34
S. 9 f.
)
schlüssig und über
zeugend begründet.
Dabei zeigte die Fachärztin Inkonsistenzen in der
be
schwerdeführerischen
Schilderung der Lebensgeschichte und des Unfallhergangs auf und stellte fest, dass die subjektiv geklagten Beschwerden mit Blick auf das im Wesentlichen unauffällige psychopathologische Zustandsbild nicht nachvoll
ziehbar seien. Insbesondere fänden sich keine Hinweise auf eine psychopatholo
gische Symptomatik, wie sie bei
Traumafolgestörungen
zu beobachten wäre. So sei der Beschwerdeführer bei der Schilderung des Unfallerlebnisses wie auch der lebensgeschichtlichen Hintergründe emotional unbeteiligt und ruhig gewesen, es hätten keine erhöhte Vigilanz oder Flashbacks beobachtet werden können. Auch seien im Rahmen der zirka zweistündigen Untersuchung weder
Konzent
rations
-, Aufmerksamkeits- oder Gedächtnisstörungen noch eine Müdigkeit nachweisbar gewesen. Die Glaubwürdigkeit werde durch verschiedene Umstände in Frage gestellt, insbesondere bestünden erhebliche Diskrepanzen zwischen den Angaben des Beschwerdeführers und dem Observationsmaterial, welches diesen in deutlich gelockerter Stimmung bei körperlicher Aktivität und Arbeit sowie beim Autofahren zeige. Schliesslich seien die angegebenen Medikamente im Blutspiegel überhaupt nicht oder nur weit unter dem therapeutischen Bereich nachweisbar gewesen.
4.2.3
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass
im Rahmen der Begut
achtung in der
C.___
auch
d
er somatische Gutachter
Dr.
W.___
(Stellungnahme vom 18. Juli 2012 [Urk. 8/99/7-23 S. 16
f.])
und
die mit der neuropsychologi
schen Untersuchung betraute
n
Sachverständigen
(Bericht vom 26. Juni 2012 [Urk.
8/99/35-40 S.
5
f.)
–
bei fehlenden pathologischen Befunden respektive bei überwiegend weit unterdurchschnittlichen, zuweilen unterhalb der
Zufalls
wahrscheinlichkeit
liegenden Testergebnissen
–
ebenfalls von
einer
bewusst
seinsnahen
Aggravation
–
wenn nicht sogar Simulation
–
ausgingen.
Gewisse Zweifel an der
Zuverlässigkeit
der Angaben des Beschwerdeführers
hegte
offenbar
auch
Dr.
F.___
,
welcher sich in der Untersuchung vom 1
6
. Juli
2009 (Bericht vom
1
7
. Juli 2009
[Urk. 8/14/5-6 S. 1 unten]) mit erheblichen Schmerzklagen und angstbetontem Gegenspannen gegen die palpi
erende Hand konfrontiert sah, hin
gegen bei der spont
anen Bewegung (Gehen, An- und Aus
ziehen) keine wesentliche Bewegungsbehinderung feststellen konnte.
So
erach
tete es
der Rheumatologe
im Bericht vom 31. Juli 2009 (Urk. 8/14/7-8 S. 2) als angezeigt, die Angaben des Beschwerdeführers bezüglich früherer Absenzen am Arbeitsplatz mit der Arbeitgeberin z
u verifizieren, um so die Konsistenz seiner Aussagen besser beurteilen zu können.
Schliesslich verfügte Dr.
J.___
(vgl. E. 3.4
hiervor)
als
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
zwar
nicht über die fachärztliche Ausbildung
zur Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes,
indes
ist ihm gleichwohl zu
zutrauen, dass er im Rahmen des Untersuchungsgesprächs
Auffälligkeiten und Widersprü
che in den Angaben des Beschwerdeführers
erkannte
–
etwa dass
die Darstel
lung des Beschwerdeführers
wie gelernt wirkte (S. 21)
–
und
dies
in seiner Ex
pertise entsprechend wiedergab.
4.3
Soweit
der Beschwerdeführer
auf die
Einschätzun
g von
lic
.
phil.
A.___
und Dr.
B.___
vom 18.
November 20
10 und 1.
Februar 2011 (vgl. E.
3.6
hiervor)
abgestellt haben will
,
übersieht er,
dass diese –
ebenso wie
diejenige der Ärzte der
H.___
(
vgl. E. 3.3
hiervor) – massgeblich auf der
Basis
von subjektiven, grösstenteils unkritisch übernommenen
Angaben des Beschwerdeführers
erging
(zur Bedeutung wahrheitsgetreuer Aussagen für die Diagnose einer posttrauma
tischen Belastungsstörung vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_953/2012 vom 5.
April 2013
E. 3.2.2). So liessen die Gutachter etwa unkommentiert, dass der Beschwerdeführer, angesprochen auf die geltend gemachten Ereignisse in
V.___
,
ein zwiespältiges Gebaren zeigte (aktiviertes Verhalten seitens der Füsse und Hände bei jedoch gleichzeitig auffällig
ruhigem
und unbewegtem Gesichts
ausdruck) und zunächst angab, er könne nicht ausführlich über seine Erlebnisse sprechen, in der Folge jedoch – nachdem die Gutachter auf eine vertiefte Befra
gung verzichten wollten und ihn gebeten hatten, nur Überschriften der Ereig
nisse zu nennen – einige Begebenheiten ausführlich schildern
wollte
(
Gutachten
S. 13). Gleiches gilt für den Umstand, dass an immerhin vier Untersuchungsta
gen (
Gutachten
S. 2 oben) trotz geklagter Schmerzen von Seiten der Mimik, der Gestik oder des Verhaltens keine Anzeichen auf eine Schmerzempfindung aus
zumachen waren und der Beschwerdeführer diesbezüglich angab, er wolle sich die Schmerzen vor anderen Menschen nicht anmerken lassen (
Gutachten
S. 14 oben). Dies lässt die Einschätzung der Gutachter nicht nur als nicht nachvoll
ziehbar erscheinen, sondern erschwert auch eine fundierte Auseinandersetzung mit den darin getroffenen Feststellungen erheblich. Insofern überrascht es nicht,
dass Dr.
AA.___
in ihrer fachärztlichen Stellungnahme (
vgl. dort
S. 11) die Annahme einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit unter Hinweis auf die von ihr ge
führte Diskussion als schwer nachvollziehbar bezeichnete und erklärte,
der Einschätzung der Vorgutachter
könne nicht vorbehaltlos zugestimmt werden.
Der
Beweiswert
der
Expertise
von
lic
. phil.
A.___
und Dr.
B.___
wird
sodann
durch die im weiteren Verlauf an den Tag gebrachten Erkenntnisse empfin
dlich geschmälert
. Insbesondere die Ergebnisse der
– aus Anlass zweier am 20. April und 14. Juni 2011 ergangener Verdachtsmeldungen, wonach der Beschwerde
führer jeweils frühmorgens seine Wohnung verlasse und einer Arbeit nachgehe (Urk. 8/56/1) –
nur
rund ein halbes Jahr
nach der Begutachtung
durchgeführten Observation
vom Juli und August 2011
stehen in erheblichem Widerspruch zu dem im
angerufenen
Gutachten beschriebenen Bild
einer
angst- und
schmerz
geplagten
, depressiven
Person, welche
kaum mehr einsatzfähig sein soll. So w
ar der Beschwerdeführer im Sommer
2011 nachweislich in der Lage, ohne ersicht
liche Beeinträchtigung physischer oder psychischer Natur ganztags einer Ar
beitstätigkeit nachzugehen, längere Strecken einen Personenwagen zu lenken und mit einer Gasflasch
e – mithin dem gleichen Objekt, welches den fraglichen Unfall vom 19.
Juni 2009 ausgelöst hatte
–
zu hantieren.
Dies spricht
in einem Masse
gegen das Vorliegen eines invalidisierenden psychischen
Gesundheits
schadens
, dass auf die gutachterliche Einschätzung von
lic
. phil.
A.___
und
Dr.
B.___
nicht abgestellt werden kann.
Hinzu kommt, dass eine
posttraumatische Belastungsstörung
– welche
defini
tionsgemäss
nur anerkannt wird
, wenn sie mit einer Latenz von wenigen Wo
chen bis Monaten nach einem Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass auftritt
–
praxisgemäss
nur
nach Massgabe
der mit BGE
141 V 281
geänderten und präzisi
erten Rechtsprechung gemäss BGE
130 V 352
invalidisierende Wirkung zu zeitigen vermag
(Urteil des Bun
desgerichts 9C_671/2012 vom 1
5.
November 2012 E. 4
.3).
4.4
Auch
aus den
nach Erlass des negativen Vorb
escheids vom 23. Mai 2013 (Urk.
8/106) ergangenen
Berichte des
D.___
vom 3.
September
2013 und 14.
Januar 2014 (vgl. E. 3.11
hiervor)
vermag der Beschwerdeführer
nichts
zu seinen Gunsten abzuleiten
. Sie beschränken sich im Wesentlichen auf
– gröss
tenteils –
unerhebliche respektive unbegründete formelle Einwände und sind nicht derart substantiiert und überzeugend, als dass sie geeignet wären, die fachärztliche Einschätzung der
C.___
-Gutachter ernsthaft in Frage zu stellen. Soweit darin abweichende Schlüsse gezogen werden, beruht dies weitgehend auf den subjektiven Schilderungen und Selbsteinschätzungen des Beschwerde
führers, ohne dass seine Angaben einer Plausibilitäts- und Konsistenzprüfung
unterzogen worden wären.
Sodann fehlt eine Begründung, weshalb der Be
schwerdeführer trotz erwiesener Arbeitsfähigkeit arbeitsunfähig sein soll.
Ins
gesamt kann auf ihre Einschätzung mangels Nachvollziehbarkeit nicht abge
stellt werden, zumal sie aus einem therapeuti
schen Kontext erstattet wurde und darin die Nähe zum Beschwerdeführer deut
lich zum Ausdruck kommt.
4.5
Was die Zeit vor der
am Mitte Juli 2011 erfolgten
Observation
be
trifft, sind mit Blick auf Art. 28 Abs. 1
lit
.
b IVG, wonach (bei rechtzeitiger Anmeldung im Sinne von A
rt. 29 Abs.
1 IVG) ein etwaiger Rentenanspruch grundsätzlich nach Ablauf der einjährigen Wa
rtezeit entstehen kann (vgl. E.
1.2
h
iervor), die Ver
hältnisse ab 1.
Juni 2010 zu betrachten. Anhaltspunkte für eine zwischen Juni 2010 und Mitte Juli 2011 eingetretene Verbesserung des beruflichen Leistungs
vermögens sind nicht greifbar. So
ging
der behandelnde Psychiater
med.
pract
.
K.___
in seinem Verlaufsbericht vom
20.
Dezember 2011 (vgl. E.
3.9
hiervor) von einem unveränderten Zustandsbild seit Juni 2010
aus
, wobei die von ihm genannte drei- bis vierwöche
ntliche Therapiefrequenz
nicht für einen erhebli
chen Leidensdruck
und
gegen ein gravierendes psychisches Leiden spricht. Schliesslich liess auch der Beschwerdeführer anlässlich des Gesprächs mit der Beschwerdegegnerin vo
m
8.
September 2011 (vgl. E. 3.8
hiervor) selber verlau
ten, die Beschwerden seien
im Nachgang zum Unfall
ereignis
vom 19. Juni 2009
immer gleich gewesen. Soweit er nun die Verhältnisse im zeitlichen Verlauf an
ders dargestellt haben will, fehlt es an einer tragfähigen medizinischen Grund
lage, welche diesen Schluss mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überw
iegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.
5b
) zu
liesse.
4.6
Von weit
eren medizinischen Abklärungen –
insbesondere der vom
Beschwerde
führer
beantragten Anordnung eines psychiatrischen Obergu
tachtens (Urk.
1 S. 2
)
–
sind keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb im Sinne einer an
tizipierten Beweiswürdigung
davon abzusehen ist
(BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E.
1d
)
.
4.7
Nach dem Ausgeführten erweist sich die
einen Rentenanspruch verneinende
Verfügung
vom 10. März 2014
(Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
4.8
Eine allfällige Strafanzeige ist von der Beschwerdegegnerin einzureichen.
5.
Nach Art. 69 Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherung
sgericht in Abweichung von Art. 61
lit
.
a ATSG kostenpflichtig
,
wobei d
ie Kosten nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt
werden
.
Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens sind die
ermessens
weise
auf Fr.
8
00.-- festzusetzen
den
G
erichtskosten dem Beschwerdeführer
auf
zuerlegen
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Reto
Caflisch
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSonderegger