# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6fc4515f-743d-50f0-b94e-c0f516de91d8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.04.2010 A-7657/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-7657-2009_2010-04-29.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-7657/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  A p r i l  2 0 1 0

Richter Markus Metz (Vorsitz), Richter Beat Forster, 
Richter André Moser, 
Gerichtsschreiberin Anita Schwegler.

A._______, vertreten durch B._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Billag AG,
av. de Tivoli 3, 1700 Freiburg,
Erstinstanz,

Bundesamt für Kommunikation BAKOM,
Abteilung Aufsicht und Funkkonzessionen, 
Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel,
Vorinstanz.

Radio- und Fernsehempfangsgebühren.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-7657/2009

Sachverhalt:

A.
A._______  und  C._______ bezahlten  seit  dem 1. Januar 1998  unter 
der Kundennummer 300385850 Gebühren für den privaten Radio- und 
Fernsehempfang.  Im  März  2004  –  nach  der  Verehelichung  mit  dem 
heutigen Vertreter von A._______ – änderte C._______ ihren Namen 
in D._______. Mit  dem Schreiben vom 25. August 2008 an die Billag 
AG (nachfolgend Billag) wünschten der Vertreter von A._______ und 
dessen  Ehefrau  C._______  die  Abtretung  der  Kundennummer 
300385850 allein an A._______ und wiesen darauf hin, dass letztere, 
die  in  ihrer  Eigentumswohnung  in  E._______  lebe,  Ergänzungs-
leistungen beziehe.

B.
Mit Verfügung vom 1. September 2008 teilte die Billag A._______ mit, 
sie  sei  ab  dem  1. September 2008  von  den  Empfangsgebühren  für 
Radio und Fernsehen befreit. Am 8. September 2008 reichte der Ver-
treter  von  A._______  gegen  die  Verfügung  vom  1. September 2008 
Beschwerde  beim  Bundesamt  für  Kommunikation  (BAKOM)  ein  mit 
dem  Begehren,  die  Befreiung  von  der  Gebührenpflicht  habe  rück-
wirkend  auf  den  Beginn  der  Ausrichtung  der  Ergänzungsleistungen 
(i.e. 1. Juni 2005) zu erfolgen. Er wies auch darauf hin, er habe früher 
bezüglich  der  Gebührenpflicht  von  der  Billag  eine  falsche  Auskunft 
erhalten.

C.
Am  17.  November  2009  wies  das  BAKOM  die  Beschwerde  von 
A._______ ab im Wesentlichen mit  der Begründung, erst auf schrift-
liches Gesuch hin könne die Befreiung von der Gebührenpflicht  ein-
treten; eine rückwirkende Befreiung sei nicht möglich.

D.
Gegen  diese  Verfügung  reicht  A._______  (nachfolgend  Beschwer-
deführerin)  am 9. Dezember 2009  durch  ihren  Vertreter  Beschwerde 
beim Bundesverwaltungsgericht ein mit den sinngemässen Begehren, 
die angefochtene Verfügung aufzuheben und per sofort eine Revision 
des  Bundesgesetzes  durchzuführen  oder  einen  Zusatz  einzufügen, 
damit  nicht  geschuldete  Empfangsgebühren  (rückwirkend)  zurück-
erstattet würden. Sie macht geltend, sich vor ein „paar“ Jahren bei der 
Billag  wegen  der  Gebührenbefreiung  erkundigt,  aber  die  Mitteilung 

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erhalten zu haben, eine solche sei nicht möglich, da sie im gleichen 
Haushalt  wie  ihr  Vertreter  und  dessen  Ehefrau  wohne.  Gleichzeitig 
beantragt  die Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung. 
Sie reicht dem Bundesverwaltungsgericht am 21. Dezember 2009 die 
Unterlagen bezüglich des Gesuchs um unentgeltliche Prozessführung 
ein und ergänzt ihre Beschwerdebegründung.

E.
Mit  Vernehmlassung  vom  15. Januar 2010  reicht  das  BAKOM  die 
Unterlagen ein und beantragt die Abweisung der Beschwerde, soweit 
darauf eingetreten werde. Ebenfalls beantragt die Billag mit Stellung-
nahme vom 20. Januar 2010 und unter Einsendung der Akten, auf die 
Beschwerde nicht einzutreten, sie eventualiter abzuweisen.

F.
Am  25. März 2010  lässt  die  Beschwerdeführerin  eine  ausführliche 
Stellungnahme  zum  Schreiben  der  Billag  vom  20. Januar 2010  ein-
reichen und hält an ihren Begehren fest.

G.
Auf  die  weiteren entscheidrelevanten Begründungen  der  Verfahrens-
beteiligten  wird  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Rahmen  der 
Erwägungen eingehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gemäss  Art. 31  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  (VGG,  SR  173.32) 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern sie von Behörden erlassen wurden, die gemäss 
Art. 33 VGG als  Vorinstanzen gelten,  und überdies  keine Ausnahme 
nach Art. 32 VGG vorliegt. Das BAKOM gehört zu den Behörden nach 
Art. 33 Bst. d VGG und ist daher Vorinstanz des Bundesverwaltungs-
gerichts. Eine Ausnahme betreffend das Sachgebiet ist nicht gegeben. 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zur Beurteilung der vorliegen-
den Beschwerde zuständig.

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1.2 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach  dem  VwVG,  soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt  (vgl. 
Art. 37 VGG).

1.3 Die  Beschwerdeführerin  ist  Adressatin  des  angefochtenen  Ent-
scheids und wird durch diesen beschwert. Sie ist damit gemäss Art. 48 
Abs. 1 VwVG zur Beschwerde berechtigt.

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann kein vom Parlament als Bun-
desgesetzgeber beschlossenes Bundesgesetz ändern oder ergänzen 
(vgl.  Art. 190  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenos-
senschaft  vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). Auf  das  diesbezügliche 
Begehren der Beschwerdeführerin ist deshalb nicht einzutreten.

1.5 Im  Übrigen  ist  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde (vgl. Art. 50 und Art. 52 VwVG) einzutreten.

1.6 Die Beschwerdeführerin stellt  ein Gesuch um unentgeltliche Pro-
zessführung. Auf  Grund der  eingereichten Unterlagen,  die  Nachweis 
über  ihr  Einkommen  und  ihr  Vermögen  erbringen,  kann  ihr  diese 
gewährt  werden,  zumal  ihr  Begehren  nicht  aussichtslos  erscheint 
(Art. 65 Abs. 1 VwVG).

2.
Am  1. April 2007  sind  das  neue  Bundesgesetz  vom  24. März 2006 
über Radio- und Fernsehen (RTVG, SR 784.40) und die dazugehörige 
Radio- und Fernsehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV, SR 784.401) 
in  Kraft  getreten. Da  sich  der  hier  zu  beurteilende  Sachverhalt  teil-
weise  unter  dem  bis  zum 31. März 2007 geltenden  Recht,  dem 
Bundesgesetz vom 21. Juni 1991 über Radio- und Fernsehen (aRTVG, 
AS 1992 601 mit weiteren Änderungen) und der Radio- und Fernseh-
verordnung vom 6. Oktober 1997 (aRTVV, AS 1997 2903 mit weiteren 
Änderungen), ereignet hat, ist für die Beurteilung der sich stellenden 
Rechtsfragen  bis  zum  31. März 2007  noch  das  alte,  ab  dem 
1. April 2007  das  neue  Recht  anwendbar  (vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht, Basel 2008, S. 91 Rz. 2.202 mit Hinweisen).

2.1 Personen,  welche  Radio-  und  Fernsehprogramme  empfangen 
wollen,  müssen  dies  der  zuständigen  Behörde  vorgängig  melden 
(Art. 55 Abs. 1 aRTVG). Art. 55 Abs. 1 aRTVG sieht zudem vor, dass 
der Betrieb von Radio- und Fernsehprogrammen gebührenpflichtig ist 

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(Empfangsgebühr).  Die  Empfangsgebühren  werden  in  Art. 55  Abs. 2 
und  3 aRTVG  weiter  ausgeführt  und  sind  vom  Bundesrat  in 
Art. 44 ff. aRTVV konkret festgelegt worden.

Art. 41  Abs. 2  aRTVV  (in  der  Fassung  des  aRTVV,  welche  am 
1. August 2001 in Kraft gesetzt wurde; AS 2001 1680) legt hinsichtlich 
Empfangsgebühren eine Mitwirkungs- und Meldepflicht fest: Änderung-
en  des  meldepflichtigen  Sachverhalts  müssen  in  schriftlicher  Form 
ergehen  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C.629/2007  vom 13. März 
2008  E. 2.1  und  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-4466/2008 
vom 3. Februar 2009 E. 5.1).

2.2 Nichts Wesentliches hat  in  dieser Hinsicht  durch das ab 1. April 
2007  in  Kraft  getretene  RTVG  und  die  RTVV  geändert.  Personen, 
welche  Radio-  und  Fernsehprogramme  empfangen  wollen,  müssen 
dies der zuständigen Behörde vorgängig melden. Ebenso zu melden 
sind  Änderungen  der  meldepflichtigen  Sachverhalte  (Art. 68  Abs. 3 
RTVG). Art. 68 Abs. 1 RTVG sieht  zudem vor,  dass  der  Betrieb von 
Radio-  und  Fernsehprogrammen  gebührenpflichtig  ist  (Empfangs-
gebühr).  Beginn  und  Ende  der  Gebührenpflicht  werden  in  Art. 68 
Abs. 4  und  5 RTVG weiter  ausgeführt  und  sind  gestützt  auf  Art. 68 
Abs. 6  RTVG  vom  Bundesrat  in  Art. 57 ff. RTVV  konkret  festgelegt 
worden.

Auch Art. 60 Abs. 1 RTVV legt hinsichtlich der Empfangsgebühr unver-
ändert eine Mitwirkungs- und Meldepflicht fest: Änderungen des mel-
depflichtigen Sachverhalts müssen in schriftlicher Form ergehen. Von 
der Gebühren- (aber nicht von der Melde-) pflicht (vgl. zur Befreiung 
von der Meldepflicht Art. 63 RTVV) sind auf schriftliches Gesuch hin 
AHV- oder IV-Berechtigte befreit, die jährliche Leistungen nach Art. 3 
Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die 
Alters-  und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10)  erhalten 
und  einen  rechtskräftigen  Entscheid  über  den  Anspruch  auf  Ergän-
zungsleistungen einreichen (Art. 64 Abs. 1 RTVV). Wird das Gesuch 
gutgeheissen,  so  endet  die  Gebührenpflicht  am  letzten  Tag  des 
Monats,  in  dem  das  Gesuch  um  Gebührenbefreiung  eingereicht 
worden ist (Art. 64 Abs. 2 RTVV).

2.3 Die Praxis des Bundesgerichts stellt  klare Anforderungen an die 
Melde-  bzw. Mitwirkungspflicht  derjenigen  Personen,  die  Radio-  und 
Fernsehprogramme  empfangen,  den  Empfang  einstellen  oder  ihre 
Gebührenpflicht aufheben wollen. So hält die konstante Rechtsprech-

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ung fest,  es sei  nicht  zu beanstanden,  dass  die  Billag  diese Mitwir-
kungspflicht  relativ  streng  handhabe  und  eine  deutliche  Mitteilung 
verlange, wenn die Gebührenpflicht ablaufe, da es sich beim Inkasso 
der  fraglichen  Gebühren  um  Massenverwaltung  handle  (vgl.  Urteile 
des  Bundesgerichts  2A.621/2004  vom  3. November 2004  E. 2.2  , 
2C.629/2007  vom  13. März  2008  E. 2.1;  Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-4466/2008 vom 3. Februar 2009 E. 5.1, A-2348/2006 
vom 14. August 2007 E. 4.2, A-2276/2006 vom 1. März 2007 E. 7).

3.
Der in Art. 9 BV verankerte Schutz von Treu und Glauben bedeutet, 
dass  der  Bürger  Anspruch  darauf  hat,  in  seinem  berechtigten  Ver-
trauen in behördliche Zusicherungen oder in anderes, bestimmte Er-
wartungen  begründendes  Verhalten  der  Behörden  geschützt  zu 
werden. Zunächst einmal bedarf jedoch der Vertrauensschutz einer ge-
wissen  Grundlage.  Die  Behörde  muss  nämlich  durch  ihr  Verhalten 
beim  Bürger  eine  bestimmte  Erwartung  ausgelöst  haben.  Dies  ge-
schieht oft durch Auskünfte oder Zusicherungen, welche auf Anfragen 
von  Bürgern  erteilt  werden,  kann  aber  auch  durch  sonstige 
Korrespondenz entstehen. Es müssen indessen verschiedene Voraus-
setzungen kumulativ erfüllt sein, damit sich der Private mit Erfolg auf 
Treu und Glauben berufen kann.

Die unrichtige Auskunft der Verwaltungsbehörde ist nur bindend wenn 
(vgl.  PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER,  Allgemeines Ver-
waltungsrecht,  3. Aufl.,  Bern  2009,  § 22 Rz. 15;  ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich/ 
Basel/Genf 2006, Rz. 668 ff.):

• die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte 
Personen gehandelt hat;

• wenn sie dabei für die Erteilung der betreffenden Auskunft zustän-
dig  war  oder  wenn  der  Bürger  die  Behörde  aus  zureichenden 
Gründen als zuständig betrachten durfte;

• wenn gleichzeitig der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft  nicht 
ohne weiteres erkennen konnte;

• wenn er im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositio-
nen  getroffen  hat,  die  nicht  ohne  Nachteil  rückgängig  gemacht 
werden können und

• wenn die gesetzliche Ordnung seit  der  Auskunftserteilung keine 
Änderung erfahren hat.

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In Bezug auf mündliche und im Speziellen telefonische Zusicherungen 
und Auskünfte  genügt  die  blosse,  unbelegte  Behauptung  einer  tele-
fonischen Auskunft  oder  Zusage nicht,  um einen Anspruch aus dem 
Grundsatz des Vertrauensschutzes zu begründen. Eine nicht schriftlich 
belegte  telefonische  Auskunft  ist  zum  Beweis  von  vornherein  kaum 
geeignet  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.191/2002  vom 21. Mai 2003 
E. 3.2.2;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-2036/2008  vom 
19. August 2009  E. 2.4.2,  A-1681/2006  vom  13. März 2008  E. 5.2.7; 
Entscheid  der  Eidgenössischen  Steuerrekurskommission  [SRK]  vom 
6. März 2006, veröffentlicht in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden 
[VPB] 70.78 E. 5c mit  Hinweisen). Eine Auskunft  muss durch schrift-
liche  Unterlagen  belegt  werden  können  und  es  wird  beispielsweise 
verlangt, dass derjenige, der sich auf eine Auskunft oder Zusicherung 
berufen will, sich diese von der Verwaltung schriftlich bestätigen lässt 
(vgl.  auch  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-2036/2008  vom 
19. August 2009 E. 2.4.2, A-1391/2006 vom 16. Januar 2008 E. 3.2).

4.
4.1 Im  vorliegenden  Fall  hat  die  Beschwerdeführerin,  die  seit  dem 
1. Januar 1998  (Mit-)Inhaberin  einer  privaten  Radio-  und  Fernseh-
empfangsbewilligung  war,  erstmals  mit  Schreiben  vom  25. August 
2008 unter Hinweis auf den Bezug von AHV-Ergänzungsleistungen auf 
den Anspruch nach Gebührenbefreiung hingewiesen. Dass sie schon 
früher  eine  unrichtige  Auskunft  in  Bezug  auf  ihre  Gebührenpflicht 
erhalten hätte, an die die Billag gebunden wäre, oder aus der sie für 
sich etwas ableiten könnte, ist  weder den Akten der Billag noch des 
BAKOM  zu  entnehmen.  Ohnehin  müsste  eine  solche  (falsche) 
Auskunft  schriftlich  festgehalten  werden  (vgl.  oben  E. 3;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-2348/2006 vom 14. August 2007 E. 4.3).

4.2 Auf Grund der  gesetzlich  klar  und eindeutig  verankerten Melde- 
und Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführerin und der diesbezüglich 
konstanten  Rechtsprechung  (E. 2.1  und  2.2)  durfte  die  Billag  die 
Beschwerdeführerin nach deren Schreiben vom 25. August 2008 erst 
auf den 1. September 2008 von der Gebührenpflicht befreien, was sie 
denn auch richtigerweise sofort getan hat. Die Beschwerdeführerin ist 
insbesondere  auch nicht  von der  Meldepflicht  gemäss Art. 63  RTVV 
befreit.  Eine  rückwirkende  Befreiung  von  der  Gebührenpflicht  und 
damit  eine  rückwirkende Rückerstattung geleisteter  Empfangsgebüh-
ren ist  gesetzlich nicht  vorgesehen. An diese gesetzlichen Vorgaben 

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haben sich sowohl die Billag wie auch das Bundesverwaltungsgericht 
zu halten, wie dies auch Art. 190 BV vorschreibt.

Die Beschwerde ist mithin abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.
Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als unter-
liegend. Ihr sind deshalb grundsätzlich die Verfahrenskosten aufzuer-
legen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG). Diese  sind  auf  Fr. 500.--  festzusetzen. 
Infolge der Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die 
Verfahrenskosten zu Lasten des Staates. Eine Parteientschädigung ist 
nicht zu entrichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen soweit darauf eingetreten wird.

2.
Der  Beschwerdeführerin  wird  die  unentgeltliche  Prozessführung 
gewährt.

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- gehen zufolge der Gewährung der 
unentgeltlichen Prozessführung zu Lasten des Staates.

4.
Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.

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5. Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 1000242313/bee; Einschreiben)
- Billag AG (Einschreiben)
- das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus Metz Anita Schwegler

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne, Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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