# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 962fb285-5cd3-5742-be5a-aa436a58be8d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2011 C-712/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-712-2010_2011-08-19.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung III
C­712/2010

U r t e i l   v om   1 9 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz),
Richter Blaise Vuille, Richter Antonio Imoberdorf,   
Gerichtsschreiberin Barbara Giemsa­Haake.

Parteien A._______,   
vertreten durch Dr. iur. Willi Egloff, Fürsprecher,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
und Wegweisung.

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Sachverhalt:

A. 
Der  (…)  1977  geborene  A._______,  Staatsangehöriger  von  Guinea, 
reiste  am  18.  Oktober  2003  in  die  Schweiz  ein.  Unter  dem  Namen 
Z._______, geboren (…) 1986, stellte er am gleichen Tag ein Asylgesuch 
und gab dabei an, von der Elfenbeinküste zu stammen. Dieses Gesuch 
wurde  am  11.  Februar  2004  unter  Anordnung  der  Wegweisung 
abgelehnt.  Der  Wegweisungsvollzug  konnte  aufgrund  der  falschen 
Personalien nicht durchgeführt werden.  

B. 
Aufgrund seiner  falschen  Identität – als angeblich Jugendlicher – wurde 
A._______ mit Urteil des Jugendgerichts Bern­Mittelland vom 17. Februar 
2004 zu einer Arbeitsleistung von zwei Tagen verpflichtet. Grund hierfür 
waren Widerhandlungen  gegen  das  Betäubungsmittelgesetz  in  der  Zeit 
vom 1. November 2003 bis zum 1. Januar 2004 sowie  ein am 8. Februar 
2004  begangener  Verstoss  gegen  eine  amtliche  Verfügung  vom  20. 
November 2003, mit der  ihm ein Aufenthalt auf der Grossen Schanze  in 
Bern  verboten  worden  war.  Weitere  Verurteilungen  durch  das 
Jugendgericht  –  als  Verweis  bzw.  als  Busse  –  erfolgten  am  29. April 
2004,  am  12.  Mai  2004  und  am  26.  Mai  2004  wegen  wiederholter 
Missachtung einer Ausgrenzungsverfügung der Gemeinde Bern vom   5. 
Februar 2004. 

C.  
Unter  Offenlegung  der  wirklichen  Identität  heiratete  A._______  am  19. 
November 2004 die Schweizerin B._______ und erhielt aufgrund dessen 
im  Kanton  Bern  eine  Aufenthaltsbewilligung,  die  regelmässig  verlängert 
wurde.  Seine  Berufstätigkeit  im  Zeitraum  August  2005  bis  Juli  2008 
bestand aus mehreren Anstellungen, die jeweils auf wenige Wochen oder 
Monate befristet waren und bei denen es sich überwiegend um öffentliche 
Beschäftigungsprogramme handelte.   

D. 
Am  28.  Juni  2005  wurde  A._______  vom  Untersuchungsrichteramt  III 
Bern­Mittelland  wegen  Gewalt  und  Drohung  gegen  Behörden  und 
Beamte  sowie  wegen  Hinderung  einer  Amtshandlung  zu  einer  bedingt 
vollziehbaren  Gefängnisstrafe  von  drei  Tagen  verurteilt.  Die  gleiche 
Behörde  verurteilte  ihn  am  21.  November  2005  wegen  Erschleichung 
einer  falschen Beurkundung und wegen Betruges, beides  in mehrfacher 
Begehung, zu einer Gefängnisstrafe von 30 Tagen. 

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E. 
Eigenen Angaben zufolge trennte sich A._______ Ende 2007 von seiner 
Ehefrau,  weil  sich  diese  in  einen  anderen Mann  verliebt  hatte  und  von 
diesem ein Kind erwartete. Die Scheidung der Ehegatten wurde am 16. 
September 2008 ausgesprochen.

F. 
Am 23. September 2008 ersuchte A._______ bei der Migrationsbehörde 
der  Stadt  Bern  (Einwohnerdienste,  Migration  und  Fremdenpolizei;  im 
Folgenden:  EMF)  um  Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung.  Die 
EMF,  die  hiergegen  keine  Einwände  hatte,  unterbreitete  das  Begehren 
dem  BFM  an  19.  Juni  2009  zur  Zustimmung.  Da  das  BFM  die 
Verweigerung  der  Zustimmung  ins  Auge  fasste,  gewährte  es  dem 
Gesuchsteller  hierzu  mit  Schreiben  vom  22.  Dezember  2009  das 
rechtliche  Gehör.  Dieser  nahm  am  30.  Dezember  2009  durch  seinen 
Rechtsvertreter  Stellung.  Gleichzeitig  führte  er  an,  er  habe  am  4.  Mai 
2009  ein  Gesuch  um  unentgeltliche  Prozessführung  gestellt,  welches 
sinngemäss auch im Zustimmungsverfahren gelte.  

G. 
Mit  Verfügung  vom  12.  Januar  2010  verweigerte  das  BFM  die 
Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung.  Gleichzeitig 
wies  es  den Gesuchsteller  aus  der  Schweiz  weg  und  räumte  ihm  eine 
Ausreisefrist  von  acht  Wochen  ab  Eintritt  der  Rechtskraft  dieser 
Verfügung ein. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, sie gehe zwar 
davon aus, dass die eheliche Gemeinschaft von A._______ mehr als drei 
Jahre gedauert habe; dies alleine begründe aber noch keinen Anspruch 
auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Vielmehr erfordere Art. 50 Abs. 
1  Bst. a  des  Ausländergesetzes  vom  16. Dezember  2005  (AuG,  SR 
142.20)  neben  diesem  zeitlichen  Element  eine  erfolgreiche  Integration. 
Diese liege beim Gesuchsteller  jedoch nicht vor. Zum einen habe dieser 
sich mehrfach strafbar gemacht, und es seien gegen ihn Betreibungen in 
Höhe von Fr. 1'373.­ offen. Zum anderen lebe er erst seit etwas mehr als 
sechs  Jahren  in  der  Schweiz,  was  im  Falle  einer  Ausreise  für  ihn  zu 
keiner besonderen Härte führen würde. Zudem habe er sich in beruflicher 
Hinsicht  nicht  nennenswert  entwickelt  und  bekleide  keine  Position, 
welche  ihn  für  den  schweizerischen  Arbeitsmarkt  in  besonderer  Weise 
interessant machen würde. Er habe  im Teilzeitpensum  für verschiedene 
Programme  der  Gemeinde  gearbeitet  und  arbeite  nun,  anlässlich  der 
Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung im Jahre 2009, bei der Firma 
H._______  rund  30  Stunden  die Woche.  Dass  er,  eigenem  Vorbringen 

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zufolge,  in  einem  Verein  Fussball  spiele,  sei  kein  aussergewöhnliches 
Integrationsmerkmal  und  spreche  –  isoliert  betrachtet  –  nicht  für  eine 
besonders  tiefe  Beziehung  zur  Schweiz.  Schliesslich  sei  in  seinem Fall 
der Vollzug der Wegweisung möglich, zulässig und zumutbar.

H. 
Am  5.  Februar  2010  hat  A._______  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht  erhoben  mit  den  Anträgen,  es  sei  die 
vorinstanzliche  Verfügung  aufzuheben  und  die  Zustimmung  zur 
Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen.  Weiterhin 
beantragt  er,  ihm  sei  sowohl  für  das  erstinstanzliche 
Verwaltungsverfahren  und  das  Zustimmungsverfahren  als  auch  für  das 
Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  die  unentgeltliche 
Rechtspflege  unter  Beiordnung  des  unterzeichnenden  Anwalts  zu 
gewähren. Diesbezüglich macht er geltend, er habe am 4. Mai 2009 bei 
der  Fremdenpolizei  der  Stadt  Bern,  dann  am  30.  Dezember  2009  im 
Zustimmungsverfahren  beim  BFM  ein  Gesuch  um  unentgeltliche 
Rechtspflege  gestellt.  Dieses  Gesuch  habe  die  Vorinstanz  nicht 
behandelt  und  sich  dazu  auch  nicht  in  der  angefochtenen  Verfügung 
geäussert.  In  materieller  Hinsicht  führt  der  Beschwerdeführer  aus,  die 
Fremdenpolizei  sei  bei  ihren  Sachverhaltsabklärungen  völlig  zutreffend 
zum Schluss  gekommen,  dass  er  sich  erfolgreich  in  die  schweizerische 
Gesellschaft  integriert  habe.  Er  habe  während  seines  hiesigen 
Aufenthalts  immer Schulen  besucht  oder  sei  erwerbstätig  gewesen  und 
sei  nie  der  Sozialhilfe  zur  Last  gefallen.  Eine  der  Landessprachen 
spreche  er  fliessend,  eine  zweite  sehr  gut.  Ausserdem  habe  er  einen 
grossen  Freundeskreis  und  gehöre  zum  Kader  seines  lokalen 
Fussballklubs.  Alle  diese  Elemente  seien  durch  die  Vorakten 
ausgewiesen.  Anders  als  die  städtische  Fremdenpolizei  habe  die 
Vorinstanz diese Elemente aber nicht hinreichend gewürdigt. Was seine 
strafrechtlichen  Verurteilungen  angehe,  so  handele  es  sich  um 
geringfügige  bzw.  alles  andere  als  schwere  Straftaten.  Zudem  habe  er 
sich  in  den  letzten  vier  Jahren  nichts  zuschulden  kommen  lassen.  Er 
habe  auch  bereits  den  von  der  Vorinstanz  monierten 
Betreibungsausstand bezahlt. Seine Integration und damit sein Anspruch 
auf  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  stehe  damit  ausser  Frage. 
Ob  ihm  zugemutet  werden  könne,  den  Aufenthalt  in  der  Schweiz 
aufzugeben  und  wieder  in  seine  Heimatland  zurückzukehren,  sei  somit 
nicht  relevant.  Diesbezüglich  habe  die  Vorinstanz  auch  gar  keine 
Abklärungen  getroffen. Hinsichtlich  ihrer Einschätzung  der  Zumutbarkeit 

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des  Wegweisungsvollzugs  habe  sie  ihm  zudem  das  rechtliche  Gehör 
nicht gewährt.

I. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  13.  April  2010  hat  das 
Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um 
unentgeltliche  Rechtspflege  im  Rechtsmittelverfahren  abgewiesen,  dies 
deshalb, weil der Beschwerdeführer nur unvollständige bzw. nicht belegte 
Auskünfte zu seiner finanziellen Situation erteilt hatte. 

J. 
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  25.  Mai  2010  verweist  die  Vorinstanz 
inhaltlich  auf  die  angefochtene Verfügung und beantragt  die Abweisung 
der Beschwerde.

K. 
Der  weitere  Akteninhalt  –  einschliesslich  der  der  beigezogenen 
fremdenpolizeilichen  Akten  –   wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den 
Erwägungen Berücksichtigung finden. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  genannten  Ausnahmen  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  nach  Art.  5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer der in Art. 33 
aufgeführten  Behörden  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  Verfügungen 
des  BFM,  welche  sowohl  die  Zustimmung  zur  Erteilung  bzw. 
Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung  als  auch  die  Wegweisung 
betreffen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  endgültig,  soweit 
nicht  die  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  an  das 
Bundesgericht  offen  steht  (vgl.  Art.  83  Bst.  c  Ziff.  2  und  4  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Gesetz  nichts 
anderes bestimmt.

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1.3.  Als  Adressat  der  Verfügung  ist  der  Beschwerdeführer  zu  deren 
Anfechtung  legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG).   Auf  die  frist­  und 
formgerechte Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  –  soweit  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 
2007/41  E.  2  und  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2682/2007 
vom 7. Oktober 2010 E. 1.2 und 1.3).

3. 
Am  1.  Januar  2008  traten  die  neuen  gesetzlichen  Bestimmungen  des 
AuG und seine Ausführungsbestimmungen  in Kraft – unter anderem die 
Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und 
Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201).  In  Verfahren,  die  vor  diesem 
Zeitpunkt  anhängig  gemacht  wurden,  bleibt  nach  der 
übergangsrechtlichen  Ordnung  des  AuG  das  alte  materielle  Recht 
anwendbar, wobei es ohne Belang ist, ob das Verfahren auf Gesuch hin – 
so explizit Art. 126 Abs. 1 AuG – oder von Amtes wegen eröffnet wurde 
(vgl. BVGE 2008/1 E. 2).

3.1.  Dem  Beschwerdeführer  ist  zwar  noch  unter  dem  Geltungsbereich 
des  Bundesgesetzes  vom  26. März  1931  über  Aufenthalt  und 
Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121)  eine  erstmalige 
Aufenthaltsbewilligung  erteilt worden;  da er  jedoch mit Gesuch  vom 23. 
September 2008 die Verlängerung dieser Bewilligung beantragt hat, ist im 
vorliegenden Verfahren neues Recht anwendbar.

3.2. Gemäss Art. 40 AuG sind die Kantone zuständig für die Erteilung und 
Verlängerung  von  Bewilligungen.  Vorbehalten  bleibt  jedoch  die 
Zustimmung durch das BFM. Dessen Zustimmungserfordernis ergibt sich 
im vorliegenden Fall aus Art. 99 AuG i.V.m. Art. 85 Abs. 1 Bst. a VZAE. 

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Letztgenannte Bestimmung wird präzisiert durch die Weisungen des BFM 
im  Ausländerbereich  in  der  Fassung  vom  1.  Juli  2009  (www.bfm.ch  > 
Dokumentation  >  Rechtliche  Grundlagen  >  Weisungen  und 
Kreisschreiben).  Sie  sehen  in  Ziffer  1.3.1.4  Bst. e  vor,  dass  die 
Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  nach  der  Auflösung  der 
ehelichen  Gemeinschaft  mit  dem  schweizerischen  oder  ausländischen 
Ehegatten  oder  nach  dessen  Tod  dem  BFM  zur  Zustimmung  zu 
unterbreiten ist, falls die betroffene ausländische Person nicht aus einem 
Mitgliedstaat der EFTA oder der EG stammt.

4. 
Gemäss  Art.  42  Abs.  1  AuG  haben  ausländische  Ehegatten  von 
Schweizerinnen  und  Schweizern,  wenn  sie  mit  diesen 
zusammenwohnen,  Anspruch  auf  Erteilung  und  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  und  –  nach  einem  ordnungsgemässen  und 
ununterbrochenen  Aufenthalt  von  fünf  Jahren  –  Anspruch  auf  Erteilung 
einer  Niederlassungsbewilligung  (Art.  42  Abs.  3  AuG).  Nach  Auflösung 
der  Ehe  oder  Familiengemeinschaft  –  mitgemeint  ist  auch  die  eheliche 
Gemeinschaft – besteht der Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung  weiter,  wenn  die  Ehegemeinschaft  mindestens 
drei  Jahre  bestanden  hat  und  eine  erfolgreiche  Integration  besteht  (Art. 
50  Abs.  1  Bst.  a  AuG)  oder  wenn  wichtige  persönliche  Gründe  einen 
weiteren  Aufenthalt  in  der  Schweiz  erforderlich machen  (Art.  50  Abs.  1 
Bst. b AuG).

5.  
Die Ehe des Beschwerdeführers wurde  im Jahre 2008 geschieden  (vgl. 
Sachverhalt Bst. E). Damit steht ihm kein Anspruch auf Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 42 Abs. 1 AuG mehr zu.

Aus den vorliegenden Akten ist nicht ersichtlich, wann genau die eheliche 
Gemeinschaft aufgelöst wurde. Ob die Gemeinschaft drei Jahre lang, d.h. 
bis  zum  19.  November  2007,  oder  –  wie  vom  Beschwerdeführer 
behauptet und von der Vorinstanz angenommen – sogar noch länger, bis 
Ende  2007,  bestand,  ist  fraglich,  da  die  Ehefrau  mit  einem  anderen 
Partner ein Kind zeugte, welches bereits am 11. September 2008 auf die 
Welt  kam.  Angesichts  der  nachfolgenden  Erwägungen  braucht  diese 
Frage aber nicht abschliessend geklärt werden.

6. 
Selbst  bei  Vorliegen  einer  vorherigen  dreijährigen  Ehegemeinschaft 

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könnte  der  Beschwerdeführer  aus  Art.  50  Abs.  1  Bst.  a  AuG  nur  dann 
einen Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung ableiten, 
wenn er sich in der Schweiz erfolgreich integriert hätte. Diesbezüglich ist 
insbesondere zu beurteilen, ob die Umstände, mit denen er seine soziale 
und  berufliche  Eingliederung  zu  belegen  bzw.  glaubhaft  zu  machen 
versucht, genügen.

6.1.  Das  AuG  enthält  keine  Legaldefinition  des  Begriffs  Integration, 
verwendet  diesen  Begriff  aber  im  Sinne  eines  gesamtgesellschaftlichen 
Ziels.  Art.  4  Abs.  1  und  Abs.  2  AuG  umschreiben  dieses  Ziel  als 
Zusammenleben auf der Grundlage der Werte der Bundesverfassung und 
gegenseitiger Achtung und Toleranz und als Teilhabe der Ausländerinnen 
und  Ausländer  am  wirtschaftlichen,  sozialen  und  kulturellem  Leben. 
Nachfolgend  wird  festgehalten,  dass  diese  Ziele  den  entsprechenden 
Willen  der  ausländischen  Personen  sowie  die  Offenheit  der 
schweizerischen Bevölkerung  voraussetzen  (Art.  4 Abs.  3 AuG)  und  es 
erforderlich  sei,  dass  sich  Ausländerinnen  und  Ausländer  mit  den 
gesellschaftlichen Verhältnissen und Lebensbedingungen in der Schweiz 
auseinandersetzen und  insbesondere eine Landessprache erlernen (Art. 
4  Abs.  4  AuG).  Art.  4  der  Verordnung  vom  24.  Oktober  2007  über  die 
Integration  von  Ausländerinnen  und  Ausländern  (VIntA,  SR 142.205) 
präzisiert,  welche  Leistungen  von  ausländischen  Personen  im  Hinblick 
auf ihre Integration erwartet werden.

6.2.  Festzustellen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Jahr  2004 
insgesamt  viermal  verurteilt  wurde,  zum  einen wegen Drogenvergehen, 
zum  anderen  wegen  Missachtung  von  Verfügungen,  mit  denen  sein 
Aufenthalt  in  der  Drogenszene  unterbunden  werden  sollte.  Dabei 
handelte  es  sich  zwar  um  relativ  geringfügige  Verurteilungen,  dies 
allerdings  nur  deshalb,  weil  A._______  seinerzeit  eine  falsche  Identität 
verwendete  und  unzutreffenderweise  von  einem  Jugendgericht  zur 
Verantwortung  gezogen  wurde.  Im  Jahre  2005  erfolgten  zwei 
Verurteilungen zu Gefängnisstrafen von 3 bzw. 30 Tagen. Letztere wurde 
verhängt, weil er –   ebenfalls unter falschem Namen – mehr als ein Jahr 
lang ein Gleis­7­Abonnement der SBB benutzt hatte, obwohl er die dafür 
zulässige  Altersgrenze  längst  überschritten  hatte.  Die  strafbaren 
Handlungen  des  Beschwerdeführers  sind  nicht  als  Bagatellen  zu 
betrachten, zeigen sie doch, dass er über einen langen Zeitraum hinweg 
nicht  gewillt  war,  die  schweizerische  Rechtsordnung  zu  respektieren. 
Angesichts  seines Alters – das Geburtsjahr  ist  1977 –  kann  ihm  für  die 

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jeweilige  Tatzeit  auch  keine  Unreife  bzw.  jugendliche  Uneinsichtigkeit  
zugutegehalten werden.

6.3.  In  Bezug  auf  die  wirtschaftliche  Selbständigkeit  des 
Beschwerdeführers  ist  festzustellen,  dass  er  seit  seiner  Heirat  im 
November  2004  offensichtliche  keine  Fürsorgeleistungen  in  Anspruch 
genommen  und  die  bisher  entstandenen  Schulden  getilgt  hat.  Der 
Akteninhalt  sowie  das  Beschwerdevorbringen  werfen  aber  dennoch 
erhebliche Zweifel an der beruflichen Integration des Beschwerdeführers 
auf.  Dieser  war  von  August  2004  bis  Juli  2008  bei  insgesamt  acht 
Arbeitgebern,  jeweils  für  wenige  Wochen  oder  Monate,  und  dabei 
überwiegend  in  öffentlichen Beschäftigungsprogrammen  tätig. Dies mag 
ein  Indiz  für  anfängliches  Integrationsbemühen  darstellen;  das  weitere 
berufliche  Engagement  des  Beschwerdeführer  reicht  allerdings  kaum 
darüber hinaus, zumal aus den Akten nicht ersichtlich ist, dass er – auch 
wenn er selbst anderes behauptet und  in den Arbeitsverträgen  teilweise 
als  Student  bezeichnet  wird  –irgendeine  Aus­  oder  Weiterbildung  in 
Angriff genommen hätte.

6.4.  In  dem  gleichzeitig  mit  der  Beschwerde  eingereichten  Gesuch  um 
unentgeltliche  Rechtspflege  vom  5.  Februar  2010  hat  der 
Beschwerdeführer  geltend  gemacht,  er  beziehe  nach  wie  vor  ein 
Bruttoeinkommen  von  Fr.  2'100.­,  und  insoweit  auf  ein 
Beschäftigungsverhältnis  mit  der  Firma  H._______  verwiesen.  Der 
entsprechende,  in den Vorakten befindliche Arbeitsvertrag  ist zwar – mit 
fünf  von  insgesamt  sechs  Seiten  –  unvollständig;  allerdings  –  und 
offenbar  in  Übereinstimmung  mit  dem  Beschwerdeführer,  der  insoweit 
dem Inhalt der Verfügung nicht widersprochen hat –  ist das BFM davon 
ausgegangen,  dass  dieser  Vertrag,  mit  der  Vereinbarung  eines 
Arbeitspensums  von  30  Wochenstunden,  im  Zeitpunkt  des 
Verfügungserlasses  noch  aktuell  war.  Aufgrund  der  nachfolgenden 
Ereignisse  bestehen  hieran  jedoch  Zweifel.  Nachdem  das 
Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung 
vom  13.  April  2010  aufgefordert  hatte,  das  für  sein  Gesuch  um 
unentgeltliche Rechtspflege erforderliche Formular auszufüllen und damit 
seine Bedürftigkeit nachzuweisen, hat dieser  in seiner Eingabe vom 12. 
Februar  2010  behauptet,  weiterhin  bei  der  Firma  H._______  zu  einem 
unveränderten  Lohn  von  Fr.  2'100.­  brutto  beschäftigt  zu  sein.  Sein 
Arbeitgeber stelle ihm jedoch keine monatlichen Lohnabrechnungen aus, 
und  er  habe  von  ihm  trotz  entsprechender  Aufforderung  auch  keine 
aktuelle  Abrechnung  erhalten;  daher  könne  er  nur  den  zuletzt 

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ausgestellten  Lohnausweis  von  April  2009  beilegen.  Warum  der 
Beschwerdeführer  seinerzeit  keinen  aktuellen  Beleg  vorweisen  konnte, 
wird  allerdings  klar,  nachdem er  den EMF drei Arbeitsbescheinigungen, 
sogenannte Einsatzverträge der Arbeitsvermittlungsfirma R._______ AG, 
alle datierend vom 13. April  2011, zur Verfügung gestellt hat. Eine dieser 
Bescheinigungen  bestätigt  dem  Beschwerdeführer  einen  Arbeitseinsatz 
ab 30. September 2009, mit einer Arbeitszeit von ca. 40 Wochenstunden 
und  einer  Einsatzdauer  von  maximal  3  Monaten.  Diese  Bescheinigung 
zeigt,  dass  der  Beschwerdeführer  spätestens  ab  dem  30.  September 
2009 nicht mehr bei der Firma H._______ gearbeitet hat. Damit  ist aber 
auch  zu  vermuten,  dass  dieses  Arbeitsverhältnis  über  den  Monat  April 
2009 hinaus gar nicht mehr Bestand hatte.

6.5. Mit  seiner Behauptung,  bei  der  Firma H._______ nach wie  vor  ein 
Bruttoeinkommen von Fr. 2'100.­ zu beziehen, hat der Beschwerdeführer 
in seiner Rechtsmitteleingabe glaubhaft  zu machen versucht, er befinde 
sich  in  einem  festen  und  unbefristeten  Arbeitsverhältnis.  Das Gegenteil 
war bisher der Fall. Abgesehen von jenem umstrittenen Arbeitsverhältnis 
hat  der  Beschwerdeführer  lediglich  kurzzeitige Anstellungen  für  die  Zeit 
vom 1. August 2005 bis zum 4. Mai 2007 nachgewiesen (vgl. die an die 
Vorinstanz  gerichtete  Eingabe  vom  15.  September  2009).  Aus  ihnen 
ergibt  sich  eine  Gesamtbeschäftigungsdauer  von  rund  12  Monaten,  in 
denen  der  Beschwerdeführer,  soweit  aus  den  eingereichten Unterlagen 
ersichtlich, maximal Fr. 1'410.­ brutto pro Monat verdient hat. Ein weiterer 
Vertrag  mit  der  Firma  V._______  vom  28.  Juli  2008  sah  zwar  einen 
unbefristeten  Einsatz  vor;  dieser  Vertrag,  ohne  Angabe  zur  Arbeitszeit 
und  damit  ohne  Aufschluss  über  den  Gesamtverdienst,  lässt  ebenso 
wenig auf ein  längerfristiges Arbeitsverhältnis schliessen, da  für die Zeit 
ab März 2009 bereits die Beschäftigung bei der Firma H._______ geltend 
gemacht wird.  

6.6.  All  dies  spricht  nicht  für  eine  berufliche  Integration  des 
Beschwerdeführers.  Eine  andere  Einschätzung  erlauben  auch  nicht  die 
Arbeitsbestätigungen  der  R._______  AG  vom  13.  April  2011,  die  dem 
Beschwerdeführer  ab  dem  30.  September  2009,  ab  dem  28.  Oktober 
2010  und  ab  dem  24.  Januar  2011  einen  jeweiligen  Arbeitseinsatz  von 
maximal drei Monaten bescheinigen. Dem Beschwerdeführer ist es somit, 
zusammenfassend  betrachtet,  immer  nur  sporadisch  gelungen,  eine 
Beschäftigung  –  und  dies  auch  nur  im Rahmen  von  Zeitverträgen  –  zu 
finden. Mit den bisher von  ihm ausgeübten Tätigkeiten, überwiegend als 
Reinigungsmitarbeiter,  hat  er  bisher  auch  kein  existenzsicherndes 

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Einkommen erreichen können. Die sich daraus  für sein Aufenthaltsrecht 
ergebende  Problematik  scheint  dem  Beschwerdeführer  auch  bewusst 
gewesen zu sein, hätte er doch ansonsten wohl kaum unter Berufung auf 
ein nicht bzw. nicht mehr existentes unbefristetes Arbeitsverhältnis seine 
berufliche Integration vorzuspiegeln versucht.

6.7.  Ansonsten  sind  Bemühungen  des  Beschwerdeführers,  am 
gesellschaftlichen  Leben  in  der  Schweiz  teilzunehmen,  festzustellen. 
Abgesehen  davon,  dass  er  Französisch  –  Amtssprache  seines 
Heimatlandes spricht – verfügt er mittlerweile auch über Kenntnisse der 
deutschen Sprache. Er engagiert sich auch, wie er selbst betont, in einem 
lokalen Fussballclub. Diese Kompetenzen fallen angesichts der fehlenden 
beruflichen  Eingliederung  und  der  damit  einhergehenden  fehlenden 
finanziellen Absicherung  jedoch nicht  ins Gewicht.  Insgesamt betrachtet 
kann  daher  nicht  von  einer  erfolgreichen  Integration  des 
Beschwerdeführers in der Schweiz gesprochen werden. 

6.8. Im Ergebnis steht damit fest, dass Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG auf den 
Beschwerdeführer  keine  Anwendung  findet,  denn  selbst  wenn  seine 
eheliche Lebensgemeinschaft drei Jahre gedauert haben sollte, so wäre 
das kumulativ erforderliche Kriterium der Integration nicht erfüllt. 

7. 
Gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG besteht – unabhängig von den in Bst. 
a  genannten  Kriterien  –  der  Anspruch  auf  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  weiter,  wenn  wichtige  persönliche  Gründe  einen 
weiteren Aufenthalt  in der Schweiz erforderlich machen. Solche Gründe 
können namentlich – so explizit Art. 50 Abs. 2 AuG – vorliegen, wenn der 
betreffende  Ehegatte  Opfer  ehelicher  Gewalt  wurde  und  seine  soziale 
Wiedereingliederung  im  Herkunftsland  stark  gefährdet  erscheint;  beide 
Bedingungen müssen nicht kumulativ erfüllt sein (BGE 136 II 1 E. 5 S. 3 
ff.). Weitere  wichtige  –  und  im  Zusammenhang mit  der  Ehe  stehenden 
Gründe  –  können  sich  auch  daraus  ergeben,  dass  der  in  der  Schweiz 
lebende  Ehepartner  gestorben  ist  oder  gemeinsame  Kinder  vorhanden 
sind  (vgl.  MARC  SPESCHA  in:  Spescha/Thür/Zünd/Bolzli  [Hrsg.], 
Kommentar Migrationsrecht, 2. aktualisierte Auflage, Zürich 2009, Art. 50 
AuG  N  7,  sowie  MARTINA  CARONI  in:  Caroni/Gächter/Thurnherr  [Hrsg.], 
Stämpflis  Handkommentar  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG], Bern 2010, Art. 50 N 23 f.).

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7.1. Im Falle des Beschwerdeführers sind jedoch keine spezifischen, auf 
seiner Ehe bzw. deren Auflösung beruhenden Gründe ersichtlich, die ihm 
einen  Anspruch  auf  weiteren  Verbleib  in  der  Schweiz  verschaffen 
könnten. Insbesondere lässt der Umstand, dass seine Ehe gescheitert ist, 
nicht erkennen, dass seine soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland 
(Guinea)  stark  gefährdet  wäre.  Da  aus  seiner  Ehe  keine  Kinder 
hervorgegangen  sind  –  die  Vaterschaft  für  das  innerhalb  der  Ehezeit 
geborene  Kind  wurde  aberkannt  –  können  auch  keine  entsprechend 
engen  familiären  Beziehungen  einen  wichtigen  Grund  für  die 
Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung darstellen.

7.2.  Anspruchsbegründend  können  aber  auch  sonstige  wichtige 
persönliche Gründe sein, da Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG bewusst auf eine 
abschliessende  Aufzählung  der  Gründe  verzichtet.  Auch  die  in  Art.  31 
Abs. 1 VZAE genannten, aber nicht erschöpfenden Kriterien können  für 
die  Beurteilung  eines  Härtefalls  herangezogen  werden  (BGE 
2C_784/2010 E. 3.2.3 mit weiteren Hinweisen). Ausdrücklich werden dort 
aufgeführt: die Integration (Bst. a), die Respektierung der Rechtsordnung 
(Bst.  b),  die  Familienverhältnisse  (Bst. c),  die  finanziellen  Verhältnisse 
sowie  der Wille  zur  Teilhabe  am Wirtschaftsleben  und  zum Erwerb  von 
Bildung  (Bst.  d),  die  Dauer  der  Anwesenheit  (Bst.  e),  der 
Gesundheitszustand  (Bst.  f)  und  die  Möglichkeiten  der 
Wiedereingliederung im Herkunftsland (Bst. g).

7.3. Aufgrund der bisherigen Erwägungen  fallen die unter Art. 31 Abs. 1 
Bst.  a  –  d VZAE  aufgeführten  Kriterien  von  vornherein  nicht  zugunsten 
des  Beschwerdeführers  in  Betracht.  Aber  auch  aus  den  weiteren 
Aspekten  (Bst.  e  –  g  )  lässt  sich  nicht  ableiten,  dass  sich  der 
Beschwerdeführer  in  einer  Härtefallsituation  befindet,  die  die 
Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung  erfordern  würde. 
Gesundheitliche  Probleme  sind  bei  ihm  nicht  ersichtlich,  und  seine 
Anwesenheit in der Schweiz  ist nicht von derart langer Dauer, dass sie in 
beruflicher  und  wirtschaftlicher  Hinsicht  zu   einer  nennenswerten 
Anpassung  geführt  hätte.  Erst  recht  führt  die  hiesige  Aufenthaltsdauer 
nicht  dazu,  dass die Wiedereingliederung  in  seinem Heimatland,  das er 
erst  im  Jahr  2003  mit  knapp  26  Jahren  verlassen  hat,  unmöglich 
erscheint.

7.4.    Der  Beschwerdeführer  hat  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  zwar 
gerügt,  die  Vorinstanz  habe  zum  letztgenannten  Aspekt  gar  keine 
Abklärungen  getroffen  und  ihm  insbesondere  auch  nicht  das  rechtliche 

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Gehör gewährt;  dieser Einwand  ist  jedoch unerheblich. Fest  steht,  dass 
ihm die Vorinstanz mit Schreiben vom 22. Dezember 2009 mitteilte,  sie 
erwäge, die Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu 
verweigern  und  ihn  aus  der  Schweiz  wegzuweisen.  Hierzu  hat  ihm  die 
Vorinstanz auch ausdrücklich das  rechtliche Gehör eingeräumt. Sie war 
in diesem Rahmen nicht  verpflichtet,  sich zu  jedem möglichen Ergebnis 
der  künftigen  Verfügung  zu  äussern  bzw.  deren  Begründung  oder 
einzelne  Aspekte  davon  vorwegzunehmen  (vgl.  BERNHARD 
WALDMANN/JÜRG  BICKEL  in:  Praxiskommentar  VwVG,  Waldmann/ 
Weissenberger  [Hrsg.],  Zürich  2009,  Art. 29  N 74  mit  Hinweisen).  Der 
Beschwerdeführer hätte im Anschluss daran zur gesamten Tragweite der 
in Aussicht genommenen Verfügung Stellung nehmen können;  in seiner 
Eingabe  vom 30. Dezember  2009 hat  er  allerdings  nur  seine Ehedauer 
und seine Integration thematisiert. Für die Vorinstanz bestand angesichts 
dessen  keine  Notwendigkeit,  zusätzliche  Abklärungen  zu  seiner 
Wiedereingliederung  im  Heimatland  zu  treffen.  Warum  diese  nicht 
gelingen  sollte,  hat  der  Beschwerdeführer  auch  nicht  im 
Rechtsmittelverfahren dargelegt. 

8. 
Der  Beschwerdeführer  besitzt  somit  weder  gestützt  auf  Art.  50  Abs.  1 
Bst. a  AuG  (dreijährige  Ehegemeinschaft  und  erfolgreiche  Integration) 
noch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG (wichtige persönliche Gründe) 
einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Dafür, dass 
die  Vorinstanz  innerhalb  des  Beurteilungsspielraums  der  Art.  18  –  30 
AuG  einen  fehlerhaften  Ermessensentscheid  getroffen  haben  könnte, 
bestehen  keine  Anhaltspunkte;  insbesondere  wäre  in  diesem  Rahmen 
auch keine Härtefallregelung nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG in Betracht 
gekommen  (vgl.  in  diesem  Zusammenhang  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_365/2010 vom 22. Juni 2011 E. 3.6 und 3.7). Dass die Vorinstanz die 
Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigert hat, 
kann daher nicht beanstandet werden.

9. 
Als gesetzliche Folge der nicht mehr verlängerten Aufenthaltsbewilligung 
hat der Beschwerdeführer die Schweiz zu verlassen (Art. 64 Abs. 1 Bst. c 
AuG). Es bleibt aber zu prüfen, ob Hinderungsgründe für den Vollzug der 
Wegweisung anzunehmen sind  (Art.  83 Abs.  2  –  4 AuG) und das BFM 
gestützt hierauf die vorläufige Aufnahme hätte verfügen müssen.

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9.1. Die Möglichkeit  und  Zulässigkeit  des Wegweisungsvollzugs  stehen 
im vorliegenden Fall ausser Frage. Demzufolge wäre allenfalls  relevant, 
ob  die  zwangsweise Rückkehr  für  den Beschwerdeführer  eine  konkrete 
Gefährdung mit sich brächte und damit nicht zumutbar wäre.

9.2. Der Wegweisungsvollzug kann für die betroffene Person unzumutbar 
sein,  wenn  sie  in  ihrem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  Situationen  wie 
Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt oder einer medizinischen Notlage 
ausgesetzt  wäre.  Wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  von  welchen  die 
ansässige Bevölkerung regelmässig betroffen ist, wie Wohnungsnot oder 
ein  schwieriger  Arbeitsmarkt,  vermögen  jedoch  keine  konkrete 
Gefährdung  zu  begründen.  Dagegen  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 
nicht  zumutbar,  wenn  dieser  für  die  ausländische  Person 
höchstwahrscheinlich  zu  einer  existenziellen  Bedrohung  führen  würde, 
beispielsweise  dann,  wenn  sie  sich  nach  ihrer  Rückkehr  mit  völliger 
Armut,  Hunger,  Invalidität  oder  Tod  konfrontiert  sähe  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C­6627/2008  vom 26. März 2010 E.  8.2 mit 
Hinweisen).

9.3.  Der  Beschwerdeführer  hat  sich  nicht  zur  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzug  geäussert.  Auch  die  vorliegenden  Akten  lassen 
nicht  darauf  schliessen,  dass  die  Wegweisung  für  ihn  zu  einer 
existenzbedrohenden Situation  führen  könnte.  A._______ muss  zwar  in 
Kauf  nehmen,  dass  die  wirtschaftlichen  und  sozialen  Bedingungen  in 
seinem Heimatland nicht denen der Schweiz entsprechen; dies ist jedoch, 
wie dargelegt, unbeachtlich. Der Vollzug seiner Wegweisung ist damit als 
zumutbar zu erachten.

10. 
Der Beschwerdeführer  hat  in  seiner Rechtsmitteleingabe  beantragt,  ihm 
sei  sowohl  für  das  erstinstanzliche  Verwaltungsverfahren  und  das 
Zustimmungsverfahren  als  auch  für  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

10.1. Hinsichtlich des Verfahrens  vor dem Bundesverwaltungsgericht  ist 
dieses Gesuch mit  Zwischenverfügung  vom  13.  April  2010  abgewiesen 
worden.

10.2. Soweit  der  Beschwerdeführer  verlangt,  ihm  sei  für  das  –  bei  den 
EMF  hängige  –  Verfahren  um  Verlängerung  der  kantonalen 
Aufenthaltsbewilligung  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  bewilligen,  ist 

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festzustellen,  dass  dieses  Verfahren  nicht  der  Überprüfung  durch  das 
Bundesverwaltungsgereicht unterliegt (vgl. Art. 31 und Art. 33 VGG). Auf 
das entsprechende Gesuch ist daher nicht einzutreten.

10.3. Schliesslich  wird  in  der  Beschwerdeschrift  beanstandet,  das  BFM 
habe  sich mit  dem Gesuch  vom  30. Dezember  2009  um  unentgeltliche 
Rechtspflege gar nicht befasst. Dieser Vorwurf  ist allenfalls nur teilweise 
berechtigt. Zum einen hat der Beschwerdeführer mit diesem Gesuch auf 
ein  angeblich  bei  den  EMF  am  4.  Mai  2009  gestelltes  Begehren  um 
unentgeltliche Rechtspflege verwiesen und das Bundesamt ersucht, auch 
darüber  zu  entscheiden,  ein  Entscheid,  der  jedoch  allein  im 
Kompetenzbereich der EMF läge, weshalb auf eine entsprechende Rüge 
von  vornherein  nicht  einzutreten  ist.  Zum  anderen  hat  der 
Beschwerdeführer –   immerhin anwaltlich vertreten und damit auch über 
seine Mitwirkungspflichten  informiert  –   bezüglich  des Gesuchs  für  das 
Zustimmungsverfahren  nicht  einmal  seine  aktuelle  Bedürftigkeit 
nachgewiesen.  Ob  das  BFM  die  angeblich  acht  Monate  zuvor  bei  den 
EMF  eingereichten  Unterlagen   –  welche  sich  übrigens  nicht  in  den 
beigezogenen  Akten  befinden  –  hätte  berücksichtigen  können  und 
müssen,  kann  jedoch  dahingestellt  bleiben.  Inhaltlich  hätte  dabei  der 
Arbeitsvertrag mit der Firma H._______ überprüft werden müssen. Dieser 
Vertrag bzw. das dort bezeichnete Einkommen hätte jedoch aufgrund der 
täuschenden  Angaben  des  Beschwerdeführers,  der  im  Zeitpunkt  des 
beim BFM eingereichten Gesuchs bereits woanders beschäftigt war, nicht 
zum  Nachweis  seiner  Bedürftigkeit  dienen  können.  Gestützt  auf  die 
damalige Aktenlage hätte dem Gesuch daher nicht entsprochen werden 
können. Das BFM hätte das Gesuch allerdings explizit abweisen müssen, 
ein Mangel,  der  aber  insofern  irrelevant  ist,  als  der Beschwerdeführer – 
wie  gezeigt  –  gegen  die  verweigerte  unentgeltliche  Rechtspflege 
Beschwerde  führen konnte und dabei nicht die Rückweisung der Sache 
an die Vorinstanz beantragt hat.

11. 
Aus  diesen  Darlegungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  im 
Ergebnis  als  rechtmässig  zu  bestätigen  ist  (Art.  49  VwVG).  Die 
Beschwerde ist demzufolge abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

12. 
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer 
die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 des 

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Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2).

Dispositiv nächste Seite

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird – soweit darauf einzutreten ist – abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  900.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (…)
– Einwohnerdienste,  Migration  und  Fremdenpolizei  der  Stadt  Bern 

(EMF) 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Giemsa­Haake

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die 
Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in 
Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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