# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** adc8bd49-2309-561f-8714-d3fa35db130b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 14.07.2009 A 2009 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2009-8_2009-07-14.pdf

## Full Text

A 09 8

URTEIL
vom 14. Juli 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kantonssteuer

1. Am 26. März 2008 reichte …, gelernte Pharmaassistentin und zuletzt als 

Pflegerin tätig, ihre Steuererklärung für das Jahr 2007 ein. Bei den 

Berufsauslagen machte sie Fahrkosten in Höhe von Fr. 28'600.-- geltend. 

Dieser Betrag ergebe sich aus der viermal täglichen Fahrt zwischen ihrem 

Wohn- und Arbeitsort. Ferner zog die Steuerpflichtige einen Betrag über Fr. 

15'632.-- für allgemeine Berufsauslagen ab. Gemäss Angaben in der 

Steuererklärung, die jedoch nicht weiter belegt wurden, setzt sich dieser 

Betrag aus Weiterbildungs- und Umschulungskosten in Höhe von Fr. 1'877.-- 

sowie aus Anwalts- und Gerichtskosten über insgesamt Fr. 13'755.-- 

zusammen.

2. Am 10. Juli 2008 erliess die kantonale Steuerverwaltung die definitive 

Veranlagungsverfügung für die Kantons- und die direkte Bundessteuer 2007. 

Statt der geltend gemachten viermal täglichen Fahrt zwischen Wohn- und 

Arbeitsstätte, liess die Steuerverwaltung nur einen Abzug für zwei Fahrten pro 

Tag zu. Stattdessen wurde der Steuerpflichtigen ein Abzug für auswärtige 

Verpflegung gewährt, dies jedoch in reduziertem Masse, da eine 

Kantinenverpflegung möglich sei. Für die Weiterbildungskosten bestünden 

keine Nachweise und auch Anwalts- und Gerichtskosten seien nicht 

abziehbar, weshalb statt der geltend gemachten effektiven Kosten der 

Pauschalabzug über Fr. 2'800.-- gewährt werde. 

3. Gegen diese Veranlagungsverfügung der Kantons- und Gemeindesteuern 

2007 erhob die Steuerpflichtige am 10. August 2008 Einsprache und 

beantragte sinngemäss deren Aufhebung. Zur Begründung führte sie aus, 

dass ihre Mittagszeit sehr lange (11.00 bis 16.00 Uhr) daure, weshalb sie 

jeweils zur Verpflegung nach Hause gefahren sei. Andernfalls müsse sie 

einen Abzug für Hotelübernachtungen verlangen, da es ihr vor allem im Winter 

kaum möglich sei, von ihrer Arbeits- zur Wohnstätte zu fahren. Ferner 

erläuterte die Steuerpflichtige, dass der Abzug der geltend gemachten 

Prozesskosten gerechtfertigt sei, da diese Kosten durch ein von ihrer 

Arbeitgeberin angezeigtes Strafverfahren entstanden seien. Sie habe die 

angezeigte Tat jedoch nicht begangnen, was die eingereichte 

Einstellungsverfügung bestätige. Schliesslich lege sie zum Nachweis der 

angefallenen Weiterbildungskosten die entsprechenden Belege des Instituts 

für berufliche Weiterbildung Graubünden (IBW) bei. 

4. Mit Entscheid vom 9. September 2008 hiess die kantonale Steuerverwaltung 

die Einsprache teilweise gut. Die Weiterbildungskosten wurden aufgrund der 

eingereichten Belege gewährt. Im Übrigen wurde die Einsprache aber 

abgewiesen. Zur Begründung betreffend Fahrkosten führte die 

Steuerverwaltung aus, dass gemäss Praxis für die Hin- und Rückfahrt über 

Mittag höchstens der Pauschalansatz für Mehrkosten bei auswärtiger 

Verpflegung gemäss Art. 31 lit. b des kantonalen Steuergesetzes (StG; BR 

720.000) gewährt werden könne. Soweit die Fahrkosten die Mehrkosten der 

auswärtigen Verpflegung nämlich überschreiten würden, handle es sich um 

Lebenshaltungskosten, die nicht zum Abzug zugelassen seien. Betreffend die 

Prozesskosten werde die Einsprache abgewiesen, weil Kosten aus 

Rechtsstreitigkeiten nur dann abzugsfähig seien, wenn sie zur Erhaltung, 

Sicherung oder Mehrung des beruflichen Einkommens aufgewendet worden 

seien. Ein solcher Zusammenhang mit der Erzielung des Einkommens fehle 

aber im vorliegenden Fall, weshalb die Beträge nicht zum Abzug zugelassen 

seien. 

5. Gegen diesen Entscheid erhob die Steuerpflichtige am 30. September 2008 

erneut Einsprache. Sie verlangte unter anderem einen Pauschalabzug von Fr. 

100.-- für auswärtige Übernachtungen während den Wintermonaten. Diese 

Beiträge habe sie jeweils ihrem Kollegen in bar bezahlt. Entgegen ihrer 

Ankündigung wurde kein entsprechender Mietvertrag beigelegt. Der Abzug 

der Anwalts- und Gerichtskosten sei gerechtfertigt, da sie um Lohnzahlungen 

habe kämpfen müssen, zumal ihr die damalige Arbeitgeberein die ihr 

zustehenden Löhne beinahe nicht ausbezahlt hätte. Schliesslich verlangte die 

Steuerpflichtige in der Einsprache die Berücksichtigung für Zinsen von 

Sparkapitalien von Fr. 700.-- bzw. Fr. 298.-- sowie für Krankheits- und 

Unfallkosten von Fr. 971.--. 

6. Am 17. Februar 2009 erliess die Steuerverwaltung Graubünden erneut einen 

Einspracheentscheid. Sie wies die Einsprache betreffend Übernachtungen 

sowie Anwalts- und Gerichtskosten ab. Die Fahrkosten für den Arbeitsweg 

seien ihr für das ganze Jahr gewährt worden, weshalb auch Kosten für 

allfällige einzelne Übernachtungen am Arbeitsort gedeckt seien. Bezüglich 

Anwalts- und Gerichtskosten wiederholte die Steuerverwaltung die 

Ausführungen von ihrem vorhergehenden Entscheid. 

7. Gegen diesen Entscheid erhob die Steuerpflichtige am 15. März 2009 

Einsprache (recte: Beschwerde) an das Verwaltungsgericht und beantragte 

sinngemäss deren Aufhebung und die Gewährung des Abzugs der Anwalts- 

und Gerichtskosten sowie jener für die Nachtarbeit. In ihrer Begründung zu 

den Anwalts- und Gerichtskosten wiederholte sie, dass ein solcher Abzug 

gerechtfertigt sei, weil sie aufgrund des Strafverfahrens für ihre 

Lohnzahlungen habe kämpfen müssen. Teilweise seien ihr gar zustehende 

Löhne nicht überwiesen worden. Ferner würden betreffend ihrer Einsprache 

gegen das kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) wegen der 

verhängten Einstelltage noch die Kosten des Verwaltungsgerichts 

hinzukommen. Auch diese Kosten hätten nämlich direkt etwas mit dem 

Einkommen zu tun. Total handle es sich demnach für das Jahr 2007 um einen 

Betrag in Höhe von Fr. 13'085.40. Ferner habe sie im Jahr 2007 70 Nächte 

gearbeitet, was durch die beigelegten Lohnabrechnungen bestätigt werde. Es 

seien ihr deshalb auch diesbezüglich die entsprechenden Abzüge zu 

gewähren. 

8. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden beantragte in ihrer 

Vernehmlassung vom 8. Mai 2009 die Abweisung der Beschwerde. Es gehe 

im vorliegenden Fall lediglich um die Frage, ob es sich bei den durch die 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Abzügen um notwendige 

Berufskosten handle. Nur dann nämlich seien diese gestützt auf Art. 31 Abs. 

1 StG bzw. Art. 26 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

(DBG; SR 642.11) abziehbar. Prozesskosten seien nur abzugsfähig, wenn sie 

im Zusammenhang mit der Sicherung des Berufseinkommens entstünden. 

Dies gelte insbesondere bei der Geltendmachung von Lohnansprüchen, nicht 

jedoch bei einem Strafverfahren, zumal bei einem solchen die persönliche 

Verantwortung der Steuerpflichtigen im Vordergrund stehe. Da es sich beim 

in casu geltend gemachten Betrag in Höhe von Fr. 13'085.40 gerade um 

Kosten aus einer Strafuntersuchung handle, sei ein Abzug nicht gerechtfertigt. 

Die Beschwerdeführerin behaupte zwar zumindest teilweise einen 

Zusammenhang mit der Einkommenserzielung, jedoch habe dieser Aufwand 

anhand der eingereichten Unterlagen nicht geprüft werden können, da sie die 

ziffernmässigen Belege der diesbezüglichen Aufwendungen des 

Anwaltsbüros nicht beigebracht habe. Betreffend das zweite Vorbringen der 

Beschwerdeführerin machte die Steuerverwaltung geltend, dass wenn eine 

Hauptmahlzeit aus beruflichen Gründen nicht zu Hause eingenommen 

werden könne, die dadurch bedingten Mehrkosten als notwendige 

Berufskosten abziehbar seien. Dies gelte auch bei durchgehender, 

mindestens achtstündiger Schicht- oder Nachtarbeit. Der entsprechende 

Abzug für auswärtige Verpflegung betrage täglich Fr. 15.-- bzw. jährlich Fr. 

3'200.--. Gebe es am Arbeitsort die Möglichkeit einer Verpflegung in der 

Kantine, so reduziere sich der mögliche Abzug um die Hälfte. In casu habe 

die Beschwerdeführerin genau diese Möglichkeit, weshalb ihr mit dem Abzug 

von Fr. 1'600.-- pro Jahr bereits das Maximum gewährt worden sei. Es sei 

somit auch gar nicht relevant, ob sie tagsüber oder im Rahmen 

durchgehender, mindestens achtstündiger Schicht- oder Nachtarbeit 

gearbeitet habe. Im Übrigen sei es sogar fraglich, ob und während wie vieler 

Nächte die Beschwerdeführerin im Jahr 2007 überhaupt mindestens 

achtstündige Nachtarbeit geleistet habe. Aus den eingereichten Kopien der 

Lohnabrechnung gehe das nicht hervor. 

9. Am 15. Juni 2009 reichte die Beschwerdeführerin ihre Einsprache (recte: 

Replik) ein. Sie wiederholte darin weitgehend die Ausführungen der 

Beschwerde. Die Steuerverwaltung ihrerseits verzichtete mit Schreiben vom 

2. Juli 2009 auf die Einreichung einer ausführlichen Duplik. Auch sie verwies 

auf ihre Ausführungen in der Vernehmlassung, an denen sie weiter festhalte. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das 

Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 

5'000.-- nicht überschreitet und keine Rechtsfragen von grundsätzlicher 

Bedeutung zu entscheiden sind. Da der Streitwert vorliegend höchstens Fr. 

415.-- (gesamter Steuerbetrag für die Kantonssteuer für das Jahr 2007) 

beträgt und es keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung zu 

entscheiden gilt, ist die Zuständigkeit des Einzelrichters offensichtlich 

gegeben.

2. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid der Steuerverwaltung vom 17. Februar 2009, in 

welchem die für das Jahr 2007 massgebenden Steuerfaktoren betreffend die 

Kantonssteuern festegelegt wurden. Streitig und zu prüfen ist nachfolgend, ob 

sich die kantonale Steuerverwaltung zu Recht dagegen ausgesprochen hat, 

die geltend gemachten Anwalts- und Gerichtskosten abzuziehen sowie 

weitere Abzüge für die Nachtarbeit zu gewähren. 

3. a) Gemäss Art. 31 Abs. 1 lit. c StG bzw. der gleich lautenden Bestimmung in Art. 

26 Abs. 1 lit. c DBG können unselbständig Erwerbende „übrige für die 

Ausübung des Berufes erforderliche Kosten“ als Berufskosten vom 

Einkommen abziehen. Als abziehbare Berufskosten gelten gemäss Art. 1 Abs. 

1 der Verordnung über den Abzug von Berufskosten der unselbständigen 

Erwerbstätigkeit bei der direkten Bundessteuer (BKV; SR 642.118.1) 

Aufwendungen, die für die Erzielung des Einkommens erforderlich sind und 

in einem direkten ursächlichen Zusammenhang stehen. Gemäss der 

Rechtsprechung reicht es, wenn die Kosten im Wesentlichen durch die 

Erzielung von Einkommen verursacht bzw. veranlasst worden sind (BGE 124 

II 29 E. 3a). Zum Abzug gebrachte Gewinnungskosten müssen grundsätzlich 

in der massgebenden Steuerperiode angefallen sein und mit dem in dieser 

Periode erzielten Einkommen in Beziehung stehen. Für den Abzug von 

Anwaltskosten im Besonderen gilt, dass die entsprechenden Aufwendungen 

des Rechtsvertreters veranlasst und für die Erzielung des Einkommens nicht 

zum vornherein völlig unnütz waren. Solche Kosten sind gemäss der Praxis 

des Bundesgerichts grundsätzlich zum Abzug zugelassen. Dies gelte selbst 

dann, wenn die Konsultation des Anwalts nur zu einem geringen Teil 

erfolgreich sei und nur zu einer geringen Erhöhung des Einkommens führe. 

Erforderlich sei aber auf jeden Fall ein direkter Zusammenhang des 

Anwaltsaufwands mit der Einkommenserzielung, was allgemeine 

Rechtsberatung sowie Mandate, die ausserhalb der streitigen 

Einkommensquelle stehen, ausschliesse (Entscheid des Bundesgerichts 

2C_266/2008 vom 16. Dezember 2008, E. 5.2 f.). Auslagen für Strafprozesse 

sind grundsätzlich nicht zu den Berufsauslagen zu zählen, ausgenommen 

allenfalls solche im Bereich besonderer Berufsrisiken. Strafprozesse betreffen 

nämlich primär die Person des Steuerpflichtigen und nicht bzw. nur mittelbar 

dessen Berufstätigkeit, weshalb der nötige Zusammenhang zur 

Einkommenserzielung nicht gegeben ist (Thomas Koller, Bemerkungen zum 

Urteil 2.A.90/2001 und 2A.91/2001 vom 25. Januar 2002, in: AJP 2003, S. 

1232 bis 1240, Ziffer 6.1 mit weiteren Hinweisen).

b) Im vorliegenden Fall geht es primär um ein Strafverfahren gegen die 

Beschwerdeführerin. Sie wurde von ihrer Arbeitgeberin verdächtigt, mehrmals 

Geld entwendet zu haben. Das wegen Verdachts auf Veruntreuung am 19. 

Juni 2002 eröffnete Strafverfahren wurde von der Staatsanwaltschaft 

Graubünden mit Verfügung vom 7. August 2003 jedoch wieder eingestellt. 

Aufgrund des Beweisergebnisses könne der Angeschuldigten ein 

strafrechtlich relevantes Verhalten nicht rechtsgenüglich nachgewiesen 

werden. Während diesem Strafverfahren liess sich die Beschwerdeführerin 

anwaltlich vertreten. Da die Arbeitgeberin sich zwischenzeitlich auch noch 

geweigert hatte, der Beschwerdeführerin die dieser zustehenden Löhne 

auszuzahlen, kümmerte sich deren Rechtsvertreter auch um dieses Anliegen. 

Dies bestätigen die eingereichten Kopien der Anwaltskorrespondenz, wobei 

sich bei den Aktennotizen an die Klientin bereits in der Betreffzeile der Hinweis 

auf „ausstehende Löhne“ findet. Es ging demnach bei dieser Rechtsvertretung 

nicht nur um das Strafverfahren an sich, sondern auch um geschuldete 

Lohnzahlungen. Diese haben zwar insofern einen Zusammenhang mit dem 

Strafverfahren, als dass dieses für die Arbeitgeberin den Ausschlag zur 

Nichtbezahlung gab. Trotzdem sind die beiden Streitobjekte in casu getrennt 

anzuschauen. Beim Eintreiben der offenen Lohnforderungen geht es 

demnach nicht um das eigentliche Strafverfahren und somit um die Person 

der Steuerpflichtigen, sondern es steht der Lohn im Vordergrund. Ein direkter 

Zusammenhang des Anwaltsaufwands mit der Einkommenserzielung ist 

diesbezüglich demnach gegeben. Bezüglich dem zeitlichen Element ist zu 

beachten, dass die eingereichte Anwaltsrechnung mit dem Betreff „… 

Apotheke / Strafverfahren / Kündigung“ (Strafverfahren war hängig in den 

Jahren 2002 und 2003) gemäss Auflistung der Beschwerdeführerin erst vom 

9. Januar 2006 datiert. Bezahlt wurde die Rechnung im Jahr 2007, weshalb 

die Beschwerdeführerin den Betrag auch für dieses Jahr zum Abzug bringen 

möchte. Nicht geprüft, wurde durch die Steuerverwaltung, ob dadurch 

allenfalls das Periodizitätsprinzip verletzt ist. Wie erwähnt, hat sie sich in ihrer 

Begründung lediglich darauf berufen, dass der erforderliche Zusammenhang 

zwischen den Anwaltskosten und dem Einkommen nicht gegeben sei, was mit 

den vorigen Erwägungen aber zumindest teilweise widerlegt wurde. Es bleibt 

Sache der Steuerverwaltung, sich nach der Rückweisung mit dieser Thematik 

zu befassen. Das Gleiche gilt für die geltend gemachten Rechnungen des 

Kreisamtes … bzw. des Bezirksgerichts. Auch bei diesen Zahlungen ist 

einerseits zu prüfen, ob der erforderliche Zusammenhang mit der 

Einkommenserzielung gegeben ist und andererseits, ob ein allfälliger Abzug 

den Grundsätzen des Periodizitätsprinzips stand hält. Bezüglich der Kosten 

der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Graubünden betreffend 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung (S 07 162 und S 07 163) ist 

anzumerken, dass es sich bei den Bezahlungen durch die 

Arbeitslosenversicherung um einen Einkommensersatz handelt. Wenn sich 

die Beschwerdeführerin nun gegen eine Einstellung dieser Bezahlungen 

wehrt, so ist ein ausreichender Zusammenhang zum Einkommen gegeben. 

Deren Bezahlung ist aber ratenweise erst im Jahr 2008 aufgenommen worden 

und läuft für den noch offenen Betrag von Fr. 450.-- heute noch, sodass ein 

Abzug allenfalls für die Steuerjahre 2008 und 2009 gegeben sein kann, nicht 

aber für das hier zur Diskussion stehende Steuerjahr 2007. 

c) Betreffend die Höhe der angefallenen Anwalts- und Gerichtskosten macht die 

Steuerpflichtige in ihrer Beschwerde geltend, dass sie den gesamten Betrag 

in Höhe von Fr. 13'085.40 in der Steuererklärung zum Abzug bringen könne. 

Entsprechend den obigen Ausführungen ist ein Abzug jedoch nur insoweit 

rechtens, als dass die betreffenden Kosten in engem Zusammenhang mit der 

Einkommenserzielung stehen. Nicht abgezogen werden dürfen in casu die 

Aufwendungen des Rechtsvertreters bzw. des Gerichts betreffend das 

Strafverfahren. 

Es stellt sich nun die Frage, in welchem betragsmässigen Umfang die geltend 

gemachten Kosten im konkreten Fall zum Abzug gebracht werden können. 

Die Steuerverwaltung führt in ihrer Vernehmlassung diesbezüglich aus, dass 

der entsprechende Aufwand anhand der von der Beschwerdeführerin 

eingereichten Unterlagen weder im Veranlagungs- und Einspracheverfahren 

noch im Rahmen der zu beurteilenden Beschwerde geprüft werden könne, 

weil sie die ziffernmässigen Belege, wie Rechnungskopien und 

Zahlungsnachweise, der diesbezüglichen Aufwendungen des Anwaltsbüros 

nicht beigebracht habe. Mit dieser Begründung macht es sich die 

Steuerverwaltung jedoch zu einfach. Statt lediglich im Nachhinein 

auszuführen, dass keine Kosten abgezogen werden können, da nicht alle 

relevanten Unterlagen eingereicht worden seien, hätte die Steuerverwaltung 

bei der Beschwerdeführerin zuvor konkrete Belege einfordern müssen. Dies 

umso mehr, als dass es aufgrund der eingereichten Anwaltskorrespondenz 

auch für sie ersichtlich war, dass zumindest bei einigen Aufwendungen der 

erforderliche Zusammenhang mit der Einkommenserzielung gegeben ist. Es 

ist nicht die Aufgabe des Verwaltungsgerichts, abzuklären in welchem 

Umfang die Kosten mit der Einkommenserzielung zusammenhängen und 

somit abziehbar sind. Aus diesem Grund wird der Entscheid der 

Steuerverwaltung an diese zurückgewiesen mit dem Auftrag, die 

entsprechenden Kosten abzuklären. Gegen diesen Entscheid wiederum gibt 

es dann eine Weiterzugsmöglichkeit an das Verwaltungsgericht. Auch 

betreffend die Höhe der geltend gemachten Kosten ist nochmals auf BGE 

2C_266/2008 zu verweisen. In diesem Fall wurde die Hälfte des im relevanten 

Jahr an den Anwalt bezahlten Betrages zum Abzug zugelassen. Das 

Bundesgericht führte diesbezüglich aus, dass dies im Rahmen des der 

kantonalen Behörde in diesem Bereich zustehenden Ermessens liege. Für 

einen weitergehenden Abzug fehle der dafür erforderliche Nachweis eines 

direkten Zusammenhangs zwischen dem Anwaltsaufwand und der 

Einkommenserzielung.

An dieser Stelle ist auch die Beschwerdeführerin darauf hinzuweisen, dass 

sie eine Mitwirkungspflicht trifft. Mit der Steuererklärung hat die Pflichtige den 

Steuerbehörden nämlich in allen Einzelheiten über ihre persönlichen und 

wirtschaftlichen Verhältnisse, die für den Bestand und die Höhe der 

Steuerschuld massgebend sind, Auskunft zu erteilen. Fehlen im 

Steuererklärungsformular die Beilagen oder wichtige Angaben, so wird dieses 

der Pflichtigen unter Ansetzung einer angemessenen Frist, zur 

Vervollständigung zurückgegeben (Art. 128 Abs. 1 StG, Art. 124 Abs. 3 DBG). 

Lässt sich die Veranlagung aufgrund der eingereichten Unterlagen nicht ohne 

weiteres vornehmen, sind die für die Ermittlung der tatsächlichen Verhältnisse 

erforderlichen Untersuchungen durchzuführen. Die Veranlagungsbehörde 

kann den Pflichtigen befragen, Urkunden und Belege einfordern etc. Dabei ist 

sie immer an den Grundsatz der Verhältnismässigkeit gebunden. Bleibt eine 

feststellungsbedürftige Tatsache trotzdem unbewiesen, so gilt in Anwendung 

des Grundsatzes von Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; 

SR 210) der allgemeinen Regel über die Verteilung der objektiven Beweislast 

folgend, dass die Steuerbehörde für die steuerbegründenden Tatsachen den 

Beweis zu erbringen hat, währenddem dem Steuerpflichtigen der Nachweis 

derjenigen Tatsachen obliegt, welche die Steuerschulden mindern oder 

aufheben (BGE 121 II 257 E. 4c/aa). Werden Nachweise für geltend 

gemachte Abzüge nicht erbracht, handelt es sich um ein Verfahrensrecht der 

Steuerpflichtigen, weshalb bei Nichterbringung des Beweises die geltend 

gemachten Aufwendungen abzuerkennen sind. Wie erwähnt, bedeutet das für 

den vorliegenden Fall einerseits, dass von Seiten der Steuerverwaltung eine 

klare Aufforderung verlangt wird und dass die Beschwerdeführerin 

andererseits zur Einreichung der entsprechenden Dokumente verpflichtet ist. 

4. Überdies verlangt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde die 

Gewährung eines Abzuges für die geleistete Nachtarbeit. Gemäss Art. 31 

Abs. 1 lit. b StG und Art. 26 Abs. 1 lit. b DBG sind Mehrkosten, die dadurch 

entstehen, dass eine Hauptmahlzeit aus beruflichen Gründen nicht zu Hause 

eingenommen werden kann, als abziehbare Berufskosten zu qualifizieren. 

Dasselbe gilt gestützt auf die erwähnten Bestimmungen auch für die bei 

durchgehender Schicht- oder Nachtarbeit entstehenden Mehrkosten. 

Abziehbar sind aber nicht die effektiven, sondern lediglich die notwendigen 

Mehrkosten, das heisst jene, deren Vermeidung nicht zumutbar ist. Diese 

Kosten sind gemäss Art. 6 Abs. 1 (in fine) BKV pauschalisiert, wobei der 

Nachweis höherer Kosten diesbezüglich ausgeschlossen ist. Gestützt auf Art. 

6 Abs. 2 BKV wird nur der halbe Abzug gewährt, wenn die Möglichkeit der 

Verpflegung in einer Kantine oder einem Personalrestaurant des Arbeitgebers 

besteht, zumal in diesen Fällen auch geringere Verpflegungskosten anfallen. 

Nicht möglich ist die Kumulation des Abzugs für Mehrkosten auswärtiger 

Verpflegung und des Abzugs für Schichtarbeit (vgl. Locher, Kommentar zum 

DBG, I. Teil, Therwil/Basel 2001, S. 650 ff.; Höhn/Waldburger, Steuerrecht, 

Band II, 9. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2002, S. 261). 

Gestützt auf diese Ausführungen hat die kantonale Steuerverwaltung der 

Beschwerdeführerin, welche die Möglichkeit einer Kantinenverpflegung hat, 

mit der definitiven Veranlassungsverfügung für das Jahr 2007 am 10. Juli 

2008 die Hälfte des Pauschalabzuges in Höhe von jährlich Fr. 1'600.-- 

gewährt. Da die Kumulation dieses gewährten Abzuges mit einem solchen für 

Schichtarbeit nicht möglich ist, ändert sich nichts daran, wenn die 

Beschwerdeführerin geltend macht, dass sie teilweise auch über Nacht 

gearbeitet habe. Der maximale Abzug wurde ihr damit nämlich bereits 

gewährt. Es kann demnach auch offen bleiben, ob und während wie vieler 

Nächte die Beschwerdeführerin im Jahr 2007 tatsächlich mindestens 

achtstündige Nachtarbeit geleistet hat. Die Beschwerde ist diesbezüglich 

abzuweisen. 

5. Zusammenfassend wird die Beschwerde betreffend die Abzüge für Anwalts- 

und Gerichtskosten gutgeheissen und an die Vorinstanz zurückgewiesen. Es 

ist an ihr zu eruieren, welche der geltend gemachten Kosten im materiellen 

und zeitlichen Zusammenhang mit der Einkommenserzielung stehen und 

somit zum Abzug gebracht werden können und welche nicht. Betreffend die 

Abzüge für geleistete Nachtarbeit ist die Beschwerde abzuweisen. 

6. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zur Hälfe zulasten der 

Beschwerdeführerin und zur Hälfte zulasten der Beschwerdegegnerin. Den 

Parteien steht keine aussergerichtliche Entschädigung zu.

Demnach erkennt der Einzelrichter

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid aufgehoben und zur Neuveranlagung im Sinne der 

Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 400.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 284.--

zusammen Fr. 684.--

gehen zur Hälfte zulasten von … und zur anderen Hälfte zulasten des Kantons 

Graubünden (kantonale Steuerverwaltung). Die entsprechenden 

Kostenanteile sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.