# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3c46bd7-e24e-5b0e-bffb-06d9e02ab1ad
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.01.2013 UV 2012/8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-8_2013-01-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/8

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.09.2019

Entscheiddatum: 03.01.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 03.01.2013
Art. 6, 18 und 24 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden. 
Bemessung der Rente und der Integritätsentschädigung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Januar 2013, UV 
2012/8).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 3. Januar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Marisa Graf, Schwager Mätzler Schneider, 

Poststrasse 23, Postfach 1936, 9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ war als Haustechnikinstallateur bei der B.___ AG mit einem 90%-Pensum 

angestellt und dadurch bei der Suva unfallversichert, als er am 19. März 2009 auf einer 

Baustelle von einem ca. 25 kg schweren, mit Karton und Resten von Dachpappe 

gefüllten Sack, der von Dachdeckern vom Dach des ca. 12 m hohen Gebäudes 

heruntergeworfen worden war, am Kopf und am linken Fuss getroffen wurde (UV-act. 

1, 18). Im Kantonsspital St. Gallen wurden eine Kneifzangenfraktur LWK3 und eine 

Lisfranc- Luxationsfraktur am Fuss links diagnostiziert und operativ behandelt (UV-act. 

4, 7-10). Hieran schloss sich eine mehrwöchige Rehabilitation im C.___ an (vgl. UV-act. 

28). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht. Das Arbeitsverhältnis des Versicherten 

wurde auf den 31. Dezember 2009 aufgelöst (UV-act. 84).

A.b Nach Durchführung von weiteren Behandlungen und Abklärungen gab die Suva 

dem Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt Dr. E. Mätzler, St. Gallen, am 

3. März 2011 bekannt, entgegen der anlässlich der Besprechung vom 17. Februar 2011 

(UV-act. 184) gemachten Vorschläge und Zusagen könne sie sich nicht an einer 

Begutachtung beteiligen. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit genüge für ihre Zwecke 

die Abschlussuntersuchung durch einen Kreisarzt. Die Taggelder würden, vorbehältlich 

der medizinischen Schlussbeurteilung, noch bis zum 31. Mai 2011 ausgerichtet (UV-

act. 187). Nach Vorliegen des kreisärztlichen Berichts von Prof. Dr. med. D.___, 

Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 5. April 2011 (UV-act. 194) sprach die 

Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 7. September 2011 eine Rente mit Wirkung 

ab 1. Juli 2011 aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 26% (Valideneinkommen von 

Fr. 79'560.--, Invalideneinkommen von Fr. 58'572.--) und eines versicherten 

Verdienstes von Fr. 67'950.-- sowie eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer 

Integritätseinbusse von 20% zu (UV-act. 212). Die gegen diese Verfügung erhobene 

Einsprache (UV-act. 215) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 15. Dezember 

2011 ab (UV-act. 226).

B.   

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B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwältin lic. iur M. Graf, St. 

Gallen, für den Versicherten mit Eingabe vom 31. Januar 2012 Beschwerde mit den 

Anträgen, der Entscheid und die ihm zugrunde liegende Verfügung vom 7. September 

2011 seien aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen 

zuzusprechen; eventuell sei die Sache zur Vornahme der notwendigen 

Beweisergänzungen, insbesondere einer interdisziplinären medizinischen Beurteilung, 

zurückzuweisen. Zur Begründung führte sie unter anderem aus, die Rechtsprechung 

zum adäquaten Kausalzusammenhang bei psychischen Fehlreaktionen (BGE 115 V 

133) komme vorliegend nicht zur Anwendung, da die psychische Komponente nicht im 

Vordergrund stehe und zudem posttraumatische Residuen am linken Fuss und im 

Bereich der Lendenwirbelsäule bestehen würden. Es liege keine psychische 

Fehlreaktion vor. Die bestehenden psychischen Beeinträchtigungen würden mit den 

physischen Befunden zusammenwirken und zu einem komplexen Schmerzbild führen. 

Die psychischen Befunde dürften nicht isoliert betrachtet werden. Somatoforme 

Beschwerden würden rechtsprechungsgemäss unter die Kategorie der psychischen 

Leiden fallen, für die grundsätzlich ein psychiatrisches Gutachten erforderlich sei, wenn 

über die durch sie bewirkte

Arbeitsunfähigkeit zu befinden sei. Selbst wenn die Rechtsprechung gemäss BGE 115 

V 133 anwendbar wäre, liesse sich der Einspracheentscheid nicht aufrecht erhalten. 

Der Beschwerdeführer habe einen schweren Unfall erlitten. Auch wenn von einem 

mittelschweren Ereignis ausgegangen werde, sei die Adäquanz zu bejahen, da mehrere 

Adäquanzkriterien erfüllt seien. Die Beschwerdegegnerin mache es sich auch insoweit 

zu leicht, als sie die beantragten neurologischen und rheumatologischen Beurteilungen 

des vorliegenden komplexen Schmerzbildes ablehne. Die Rheumatologie befasse sich 

routinemässig mit dem Verhältnis und den Zusammenhängen zwischen Schmerz und 

Arbeitsunfähigkeit. Eine entsprechende Untersuchung sei mithin sinnvoll und 

notwendig. Ebenso gerechtfertigt und notwendig sei eine fachneurologische 

Untersuchung, nachdem gemäss kreisärztlichem Bericht (S. 3) lediglich eine 

"kursorische" neurologische Untersuchung ohne Beteiligung eines Neurologen 

stattgefunden habe. Die Beschwerdegegnerin hätte sich mit wenig Aufwand an der von 

der Invalidenversicherung in Auftrag gegebenen Medas-Begutachtung beteiligen, 

jedenfalls aber diese abwarten können, um die orthopädische Beurteilung zu ergänzen. 

Dies habe sie nicht getan. Gründe dafür seien nicht ersichtlich. Der angefochtene 

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Entscheid stelle sodann insoweit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, als 

zentrale Annahmen (Anwendbarkeit der Rechtsprechung nach BGE 115 V 133, 

Qualifikation des Unfalls als mittelschwer) ohne Begründung getroffen worden seien.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 6. März 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Zur 

Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid. Sie hielt 

unter anderem fest, in physischer Hinsicht sei der medizinische Endzustand rund ein 

Jahr nach der operativen Versorgung der LWK3-Kneifzangenfraktur und der Lisfranc-

Luxationsfraktur am linken Fuss erreicht gewesen. Zusätzliche rheumatologische und 

neurologische Abklärungen seien obsolet, da sich aus den Akten keinerlei Hinweise auf 

ein pathologisches Geschehen rheumatologischer oder neurologischer Natur ergeben 

würden. Da in Bezug auf die unfallbedingten Frakturen der Genesungsverlauf, der 

medizinische Endzustand und die Frage der zumutbaren Verweisungstätigkeiten 

bereits mit den vorhandenen ärztlichen Berichten genügend erstellt bzw. geklärt seien, 

erübrige sich auch, das von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebene Gutachten 

abzuwarten. Hinsichtlich der psychischen bzw. der physisch nicht objektivierbaren 

Probleme habe die Adäquanzprüfung nach der Rechtsprechung zu den psychischen 

Fehlentwicklungen, nicht nach der Schleudertrauma-Praxis zu erfolgen. Auszugehen 

sei von einem mittelschweren Unfall im mittleren Bereich. Es sei kein einziges 

massgebendes Kriterium erfüllt, weshalb die adäquate Unfallkausalität der physisch 

nicht objektivierbaren Beschwerden zu verneinen sei. Es liege auch keine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs (Begründungspflicht) vor.

B.c Mit Replik vom 7. Juni 2012 bestätigte die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers ihre Anträge und Ausführungen (act. G 11). Das 

Versicherungsgericht forderte am 25. September 2012 das von der 

Invalidenversicherung in Auftrag gegebene Gutachten des Zentrums für Medizinische 

Begutachtung (ZMB), Basel, vom 18. September 2012 an (act. G 15). Die Parteien 

äusserten sich dazu mit Stellungnahmen vom 9. Oktober 2012 (UV-act. 17) und 9. 

November 2012 (act. G 20).

Erwägungen:

1.

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1.1  Streitig ist, inwieweit die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers in 

einem adäquat-kausalen Zusammenhang zum Unfall vom 19. März 2009 stehen. 

Streitig sind sodann die Höhe der ihm ab 1. Juli 2011 zustehenden Invalidenrente (IV-

Grad) und der Integritätsentschädigung. Die Beschwerdegegnerin legte im 

angefochtenen Entscheid (E. 1, 3, 5, 6) die rechtlichen Voraussetzungen eines 

adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Gesundheitsschädigung und Unfall sowie 

der Bemessung von Invalidenrenten und Integritätsentschädigungen zutreffend dar; 

darauf ist zu verweisen.

1.2  In formellrechtlicher Hinsicht macht der Beschwerdeführer geltend, der 

angefochtene Entscheid stelle insoweit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, als 

zentrale Annahmen (Anwendbarkeit der Rechtsprechung nach BGE 115 V 133, 

Qualifikation des Unfalls als mittelschwer) ohne Begründung getroffen worden seien. 

Eine Auseinandersetzung mit diesen Annahmen sei dem Beschwerdeführer erstmals im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren möglich gewesen; damit sei sein rechtliches Gehör 

verletzt worden (act. G 1 S. 7). - Art. 52 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den 

allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) schreibt vor, dass 

Einspracheentscheide zu begründen und mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen 

sind. Hinsichtlich der Begründung gelten die von der Rechtsprechung zu Art. 29 Abs. 2 

der Bundesverfassung (SR 101) und Art. 4 Abs. 1 aBV entwickelten Grundsätze. 

Danach soll die Begründungspflicht dem Betroffenen ermöglichen, die Verfügung 

gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die 

Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf 

welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich 

ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung oder jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b/dd mit Hinweis). 

Diesen Anforderungen genügt der angefochtene Entscheid. Es wird darin zu den 

wesentlichen tatsächlichen und rechtlichen Fragen Stellung genommen und 

insbesondere dargelegt, dass nach Meinung der Beschwerdegegnerin auf die 

kreisärztliche Beurteilung abzustellen und ein adäquater Kausalzusammenhang, 

ausgehend von einem mittelschweren Unfall, zu verneinen sei (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] 

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vom 6. November 2006, U 444/05, E. 1). Eine Gehörsverletzung ist dementsprechend 

zu verneinen.

2.  

2.1  Gestützt auf eine berufliche Abklärung des Beschwerdeführers in der Rehaklinik 

Bellikon empfahlen die Berichterstatter am 15. Februar 2010 eine zweimonatige 

vertiefte berufliche Abklärung im Bereich Büro der Abteilung Berufliche Eingliederung 

der Rehaklinik (UV-act. 103). Nach einer weiteren beruflichen Abklärung wurde im 

Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 13. April 2010 vorgeschlagen, die medizinische 

Situation/Zumutbarkeit zu klären, bevor weitere berufliche Massnahmen angegangen 

würden (UV-act. 120). Eine ambulante Untersuchung im Kantonsspital St. Gallen ergab 

gemäss Bericht vom 19. Mai 2010, ein Jahr postoperativ sei nicht zu erklären, warum 

wechselnd sitzende und stehende Verrichtungen noch zu so starken subjektiven 

Beschwerden führen würden. Objektiv sei eine stabile Situation vorhanden, es seien 

keinerlei Anschlussdegenerationen ersichtlich. Mittelfristig sei eine wechselnd sitzend/

stehende Tätigkeit mit leichter körperlicher Belastung möglich. Eine vom Kantonsspital 

angebotene Facettengelenksinfiltration zur Beeinflussung der subjektiven 

Beschwerdesymptomatik werde definitiv abgelehnt (UV-act. 139). In einem weiteren 

Bericht des Kantonsspitals vom 21. Juni 2010 wurde festgehalten, insgesamt sei ein 

erstaunlich guter Befund des Lisfrancgelenkes festzustellen. Die Arbeitsfähigkeit sei 

momentan für sitzende bzw. gelegentlich wechselnd stehende Tätigkeiten von Seiten 

des linken Fusses zu einem sehr hohen Prozentsatz machbar. Dies sei insbesondere in 

der beschwerdearmen Mobilisation teilweise auch ohne Einlage begründet (UV-act. 

143). Nach einer Computertomographie des linken Fusses vom 22. Juni 2010 wurde 

von Seiten des Kantonsspitals berichtet, dass das Beschwerdebild (geringe 

Beschwerden) mit dem der computertomographischen Diagnostik vereinbar sei. Von 

Seiten des linken Fusses sei eine Arbeitstätigkeit mit wechselnden sitzenden und 

stehenden Komponenten möglich (UV-act. 150).

2.2  Im Bericht vom 4. Januar 2011 hielt lic. phil. E.___, Psychologe FSP, unter 

anderem fest, ihm sei der Beschwerdeführer zu einem Coaching überwiesen worden, 

und es sei auch eine Zielvereinbarung unter den Beteiligten formuliert worden. Der 

Beschwerdeführer habe die Zielvereinbarung nicht unterzeichnet, sich jedoch mit den 

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Zielen "im Prinzip" einverstanden erklärt, weshalb man übereingekommen sei, mit dem 

Coaching fortzufahren. Es sei nicht gelungen, ihn vom gewählten Ansatz zu 

überzeugen, damit er aktiv und motiviert an seiner Situation arbeiten könne. Nach 

sechs Sitzungen habe nochmals über Sinn und Zweck dieser Beratung diskutiert 

werden müssen. Der Beschwerdeführer sei zum Schluss gekommen, dass sich nichts 

verändert habe und dass er im Gegenteil eher eine höhere Belastung empfinde durch 

die vertieften Gespräche über seine Situation. Sie hätten gemeinsam festgestellt, dass 

es wenig Sinn mache, das Coaching weiter zu führen. Es sei nicht gelungen, eine 

Verbesserung der Lebensqualität (und damit: der Schmerzsituation) herbeizuführen 

(UV-act. 179). Gestützt auf eine diagnostische Abklärung der LWS und des linken 

Fusses vom 4. April 2011 (UV-act. 193) und die ärztliche Abschlussuntersuchung kam 

Kreisarzt-Stellvertreter Prof. Dr. med. D.___ im Bericht vom 5. April 2011 zum Schluss, 

die beim Beschwerdeführer vorliegende Situation sei stark von subjektiv sehr 

beeinträchtigenden Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Fusses 

dominiert. Eine Erklärung könne aufgrund der Befunde nicht gegeben werden: 

Komplikationen durch und nach Behandlungsmassnahmen seien nicht aufgetreten. 

Auch seien keine neurogenen Schäden gesetzt worden. Da keine restitutio ad integrum 

eingetreten sei, werde eine Integritätsentschädigung ausgerichtet. Radiologisch sei die 

Wirbelsäule perfekt in ihrem Alignement ausgeheilt. Es sei in absehbarer Zeit nicht mit 

Anschlusschondrosen zu rechnen. Ganztägig seien abwechselnd sitzend/stehende 

Tätigkeiten ohne regelmässiges Herunterbeugen unter Tischniveau möglich. Nicht 

möglich seien Arbeiten in Zwangshaltung bzw. in stärker vornüber geneigter Haltung 

und Gehstrecken von mehr als 20 Minuten. Überkopf-Arbeiten könnten kurzfristig ohne 

wesentliche Lastanhebung (maximal 2-5 kg) wiederholt am Tag ausgeübt werden. 

Therapeutisch könnten keine Empfehlungen mehr zur Schmerzlinderung abgegeben 

werden. In absehbarer Zeit sei nicht mit einer nachweisbaren Verschlechterung im 

Bereich des Fusses und der Wirbelsäule zu rechnen. Künftig sei regelmässig die 

Einlagenversorgung bei posttraumatischer Verschlimmerung eines vorbestehenden 

Hohlfusses links zu übernehmen. Ein Zuschuss für das Fitnesszentrum sei bis drei 

Jahre nach dem Unfall zu übernehmen (UV-act. 194). Am 15. Juli 2011 ergänzte Prof. 

D.___, dass kurzfristiges Herunterbeugen unter Tischniveau mit dem gelegentlichen 

Anheben von leichteren Gegenständen durchaus mit der Wirbelsäule des 

Beschwerdeführers vereinbar sei; dies insbesondere, weil unter dem Aspekt der 

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Rückenhygiene solche Tätigkeiten mit dem starken Anwinkeln der Knie- und 

Hüftgelenke durchgeführt würden und nicht so sehr durch eine Beugung der LWS (UV-

act. 206). Anlässlich einer Besprechung vom 29. August 2011 erklärte die 

Beschwerdegegnerin, dass sie an der von der Invalidenversicherung in Auftrag 

gegebenen ZMB-Begutachtung nicht teilnehmen bzw. dieses Gutachten nicht 

abwarten wolle (UV-act. 208).

2.3  Die interdisziplinäre (internistisch-orthopädisch-psychiatrische) ZMB-

Begutachtung ergab gemäss Bericht vom 18. September 2012 die Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eines chronischen lumbovertebralen Syndroms, 

eines intermittierenden chronischen Schmerzsyndroms des linken Fusses, eines 

beidseitigen Hohlfusses und einer rezidivierenden depressiven Störung. Die Gutachter 

bestätigten als Konsens unter anderem eine Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit (ohne körperliche Schwerarbeiten, repetitives Lastenheben, körperliche 

Zwangshaltungen und repetitives Bücken). Sie wiesen darauf hin, dass sich für eine 

solche Tätigkeit auch gewisse Einschränkungen aufgrund des psychischen Leidens 

ergeben würden und der Beschwerdeführer aufgrund der somatischen 

Einschränkungen vermehrt Pausen einlegen müsse. Daraus resultiere eine 

Arbeitsfähigkeit von 60% seit dem 19. März 2009. Die Arbeitsfähigkeits-Beurteilung 

des Kreisarztes habe auf somatischen Befunden beruht und die psychische 

Komponente nicht berücksichtigt (Gutachten S. 31-34). Der an der Begutachtung 

beteiligte Psychiater schätzte die Arbeitsunfähigkeit auf 40% (Gutachten S. 30).

3.  

3.1  Von organisch-strukturell objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann 

gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden 

Abklärungen bestätigt werden können (vgl. BGE 134 V 109 E. 9, 117 V 359 E. 5d/aa; 

SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese 

Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 

231 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 

8C_124/2008, mit vielen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und 

3.3). - Der ZMB-Orthopäde begründete die von ihm bestätige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit unter Hinweis auf eine klinisch auffallende Bewegungseinschränkung 

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am lumbosacralen Übergang mit einer Muskelverspannung und einer Druck- und 

Klopfempfindlichkeit. Bei der Funktionsprüfung der LWS würden Schmerzen 

angegeben. Klinisch objektivierbar sei ein beidseitiger Hohlfuss. Am linken Mittelfuss 

bestehe eine diffuse Druckempfindlichkeit. Ansonsten sei der Befund des athletisch 

gebauten Beschwerdeführers unauffällig. Bildgebend finde sich ein einwandfrei 

sitzendes Osteosynthesematerial. Mit Ausnahme einer Steilstellung des linken 

Fersenbeins sei auch das Operationsergebnis am linken Mittelfuss zufriedenstellend. 

Der ZMB-Orthopäde bestätigte gestützt hierauf, dass leichte bis mittelschwere, 

wechselbelastende Tätigkeiten vollschichtig möglich seien. Er ging jedoch dennoch 

von einer Einschränkung von 30% aus, da der Beschwerdeführer schmerzbedingt die 

Möglichkeit haben müsse, Ruhepausen einzulegen (act. G 15 S. 23f).

3.2. Der ZMB-Orthopäde stützte die von ihm bestätigte 

Arbeitsfähigkeitseinschränkung, wie vorstehend dargelegt, im Wesentlichen auf 

klinische Befunde und Schmerzangaben. Er bezog somit organisch-strukturell nicht 

zureichend nachweisbare Symptome mit ein und vermochte damit nicht zu begründen, 

wieso selbst in einer dem somatischen Gesundheitsschaden adaptierten, 

wechselbelastenden Tätigkeit aus somatischen Gründen noch eine zusätzliche 

Pausenbedürftigkeit im zeitlichen Umfang von 30% bestehen sollte. Die kreisärztliche 

Beurteilung vom April 2011 ging wie dargelegt davon aus, dass dem Beschwerdeführer 

- bei Vorliegen von organischen Unfallrestfolgen mit Auswirkung auf die Integrität im 

Bereich der LWS und des linken Fusses (UV-act. 195) - aus orthopädischer Sicht 

ganztägig abwechselnd sitzend/stehende Tätigkeiten ohne regelmässiges 

Herunterbeugen unter Tischniveau möglich sind, wobei Arbeiten in Zwangshaltung 

bzw. in stärker vornüber geneigter Haltung und Gehstrecken von mehr als 20 Minuten 

ausser Betracht fallen. Überkopf-Arbeiten könnten kurzfristig ohne wesentliche 

Lastanhebung (maximal 2-5 kg) wiederholt am Tag ausgeübt werden (UV-act. 194). 

Diese Beurteilung ist von der Begründung und vom Ergebnis her vereinbar mit den 

Berichten des Kantonsspitals vom Mai, Juni und Juli 2010 bzw. stimmt mit diesen 

überein (UV-act. 139, 143, 150). Hinsichtlich der LWS wurde von Seiten des 

Kantonsspitals insbesondere festgehalten, dass die vom Beschwerdeführer geklagten 

starken Beschwerden bei abwechselnd sitzenden und stehenden Positionen objektiv 

nicht erklärbar seien. Sowohl bezüglich LWS (UV-act. 139) als auch hinsichtlich des 

Fussschadens links findet sich eine Zumutbarkeitsbeurteilung bestätigt (vgl. UV-act. 

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143, 150), wie sie sich - in ausführlicherer Form - auch der späteren kreisärztlichen 

Beurteilung entnehmen lässt. Die ZMB-Gutachter umschrieben im Gutachter-Konsens 

die qualitativen Einschränkungen für eine zumutbare adaptierte Tätigkeit (keine 

körperliche Schwerarbeiten, kein repetitives Lastenheben, keine körperlichen 

Zwangshaltungen und kein repetitives Bücken) im Wesentlichen übereinstimmend mit 

den vorerwähnten Arztberichten. Die von den Gutachtern bescheinigte Einschränkung 

von 40% in einer dem Gesundheitsschaden adaptierten Tätigkeit wurde im 

Wesentlichen mit Hinweis auf die psychopathologischen Befunde begründet. Die 

40%ige Einschränkung geht denn auch wie dargelegt auf die Einschätzung des 

psychiatrischen ZMB-Konsiliararztes zurück. Die Divergenz zur kreisärztlichen 

Einschätzung begründeten die ZMB-Gutachter im Konsens ausdrücklich und 

ausschliesslich damit, dass der Kreisarzt die psychische Komponente unberücksichtigt 

gelassen habe (act. G 15 S. 30-34). Insofern brachte das ZMB-Gutachten im Vergleich 

zu den früheren Arztberichten und Gutachten entgegen der Auffassung des 

Beschwerdeführers in somatischer Hinsicht keine neuen Erkenntnisse; dies gilt wie 

dargelegt insbesondere auch für die Befunde des ZMB-Orthopäden. Anhaltspunkte für 

neurologische oder rheumatologische Probleme bzw. ein entsprechender 

Abklärungsbedarf sind aus den erwähnten Berichten des Kantonsspitals und aus dem 

Kreisarzt-Bericht (vgl. UV-act. 194 S. 3: kursorische neurologische Untersuchung) nicht 

ersichtlich. Auch die ZMB-Gutachter verzichteten auf diesbezügliche eingehende 

Untersuchungen. Aus der vorinstanzlichen Ablehnung der Durchführung von weiteren 

Abklärungen lässt sich bei dieser Aktenlage keine Verletzung der Untersuchungspflicht 

ableiten.

3.3  Der Abschluss des Falles (im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG) durch den Unfallver­

sicherer bedingt lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, 

dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Für die Annahme 

einer Weiterdauer der Behandlungskostenübernahme genügt es nicht, dass eine 

Therapie lediglich eine unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine 

namhafte Besserung nur eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, 

Unfallversicherungsrecht, 2. A., Bern 1989, 274). Von einer namhaften Besserung des 

Gesundheitszustands kann auch dann nicht gesprochen werden, wenn eine 

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therapeutische Massnahme mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus 

einem stationären Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte 

Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines medizinischen 

Endzustands wird keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145). - Dass sich der 

Beschwerdeführer nach Juni 2011 einer Therapie mit Aussichtauf eine namhafte 

Verbesserung des Gesundheitszustands unterzogen hätte, wird von ihm weder geltend 

gemacht noch ergibt sich solches aus den Akten. Von den ZMB-Gutachtern wurden im 

Wesentlichen krampflösende bzw. stabilisierende bzw. schmerzlindernde Massnahmen 

empfohlen (act. G 15 S. 34). Bei dieser Sachlage lässt sich nicht beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin die Adäquanz per Ende Juni 2011 prüfte.

3.4  In den Akten sind psychische Gesundheitsprobleme des Beschwerdeführers bzw. 

ein psychologischer Betreuungsbedarf angesprochen (vgl. UV-act. 152 S. 2, UV-act. 

179, act. G 1 S. 3; act. G 15). Der vom Beschwerdeführer angeführte Umstand, wonach 

die psychischen Beeinträchtigungen (chronische Schmerzen, Einschränkung der 

Konzentrationsfähigkeit, schmerzbedingte Aggressivität, nicht erklärbarer ausgeprägter 

subjektiver Leidenszustand) mit den physischen Befunden zusammenwirken würden 

bzw. Ausfluss der körperlichen Beschwerden seien (act. G 11 S. 6), soll nicht in Abrede 

gestellt werden. Dies gilt auch für das Vorbringen, dass der Ausdruck "psychische 

Fehlreaktion" die beim Beschwerdeführer vorliegende Situation unter Umständen 

unzutreffend umschreibe. Dies vermag jedoch nichts daran zu ändern, dass die in 

physischer Hinsicht nicht objektivierbaren Beschwerden (vgl. dazu UV-act. 139 S. 2, 

143, 150 und 194 S. 4; act. G 15) von den somatischen Unfallfolgen insofern zu 

unterscheiden sind, als für sie - nach Abschluss der Behandlung der somatischen 

Unfallfolgen (vorstehende E. 3.3) - eine separate Adäquanzprüfung zu erfolgen hat (vgl. 

BGE 134 V 109 E. 2.1). Die Tatsache, dass daneben auch unfallkausale somatische 

Unfallfolgen bestehen, welche dem Beschwerdeführer eine Weiterarbeit in der 

angestammten Tätigkeit verunmöglichen, erlaubt nicht den Verzicht auf die separate 

Adäquanzprüfung. Da keine Folgen eines Schleudertraumas oder eines dem 

Schleudertrauma ähnlichen Sachverhalts vorliegen, sind bei der Adäquanzprüfung die 

psychischen/organisch nicht objektivierbaren Aspekte ausser Betracht zu lassen (vgl. 

BGE 134 V 109 E. 2.1). Für die Beurteilung der Adäquanz dieser Beschwerden wandte 

die Beschwerdegegnerin somit zu Recht die Rechtsprechung nach BGE 115 V 133 an. 

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Der Standpunkt des Beschwerdeführers, dass diese Rechtsprechung nur dort 

anwendbar sei, wo psychische Fehlentwicklungen alleinige oder weit überwiegende 

Folge eines Unfalls seien (act. G 1 S. 4), trifft nicht zu, zumal hier wie dargelegt kein 

Schleudertrauma- oder schleudertraumaähnlicher Sachverhalt zur Diskussion steht, wo 

diese Unterscheidung unter Umständen zu treffen wäre. Die Frage der natürlichen 

Unfallkausalität der psychischen/nicht organischen Gesundheitsprobleme (vgl. act. G 

20 S. 6) kann offen bleiben, da - wie sich nachstehend ergeben wird - die Adäquanz zu 

verneinen ist (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23, S. 68 E. 3c; BGE 135 V 465 E. 5.1). Aus 

demselben Grund nicht näher zu prüfen ist der Standpunkt des Beschwerdeführers, 

dass die Einschätzung einer 40%igen psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit durch 

die ZMB-Gutachter nicht nachvollziehbar sei (act. G 20 S. 5). Eine entsprechende 

medizinische Abklärung kann daher unterbleiben.

3.5  Die Beschwerdegegnerin ging beim Unfall vom 19. März 2009 - ein ca. 25 kg 

schwerer, mit Karton und Resten von Dachpappe gefüllter Sack, der von Dachdeckern 

vom Dach des ca. 12 m hohen Gebäudes heruntergeworfen worden war, traf den 

Beschwerdeführer am Kopf und am linken Fuss (UV-act. 1, 18) - von einem 

mittelschweren Ereignis im mittleren Bereich aus, wobei sie auf ein Urteil des EVG vom 

12. Dezember 1994 (U 164/94), E. 4b, verwies (act. G 3 S. 6). In Anbetracht der 

unmittelbaren Verletzungsfolgen (Kneifzangenfraktur von LWK3, Lisfranc-

Luxationsfraktur links) und mit Blick auf die bisherige Praxis (vgl. A. Rumo-Jungo, 

a.a.o., 3. A., S. 54-56) erscheint diese Einstufung gerechtfertigt. Ein im Grenzbereich zu 

den schweren Unfällen liegendes mittelschweres Ereignis lässt sich allein wegen der 

von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers angeführten Tatsache, dass mit 

höherem Gewicht und grösserer Abwurfhöhe die Kräfte exponentiell zunehmen würden 

(act. G 11 S. 7), nicht bejahen. Dies insbesondere deshalb, weil die Unfallschwere 

vorab durch die Art des Auftreffens des abgeworfenen Gegenstands auf den Körper 

und nicht (nur) durch die dem abgeworfenen Gegenstand innewohnenden (potentiellen) 

Kräfte bestimmt wird. Was die in diesem Zusammenhang von der Rechtsprechung 

aufgestellten Kriterien betrifft (vgl. angefochtener Entscheid, E. 3a), können 

dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit nicht bejaht 

werden; solche lassen sich insbesondere aus der Spitalüberführung mit der REGA 

nicht ableiten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2009, 8C_574/2009, 

E. A. und 7.2). Die erlittenen Verletzungen waren zwar zweifellos erheblich; ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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besonderer Schweregrad oder die erfahrungsgemässe Eignung, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen, kann jedoch nicht angenommen werden.

3.5.1 Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung 

beinhaltet eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit durchgeführte 

Behandlung des somatischen Leidens (Urteil des Bundesgerichts vom 3. August 2009, 

8C_249/2009, E. 8.4). Die versicherte Person hat solange Anspruch auf die 

zweckmässige Behandlung (Art. 10 Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen, als von ihrer 

Fortsetzung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden 

kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario). Nach dem stationären Spitalaufenthalt vom 19. 

März bis 7. April 2009 mit operativer Versorgung der erlittenen Frakturen (UV-act. 6-10) 

erfolgten bis ca. Mitte 2010 regelmässige ärztliche Verlaufskontrollen (UV-act. 35, 38, 

53, 54, 76, 85, 125, 139, 143, 150) und physiotherapeutische Massnahmen (UV-act. 60, 

70, 71, 98, 101, 110). Die Ärzte des Kantonsspitals hatten am 18. November 2009 über 

einen insgesamt positiven Verlauf im linken Fuss berichtet (UV-act. 85). Anlässlich einer 

ambulanten Abklärung im Kantonsspital zeigte sich gemäss Bericht vom 19. Mai 2010 

eine stabile Situation hinsichtlich der Lendenwirbelsäule. Eine 

Facettengelenksinfiltration zur Beeinflussung der Beschwerdesymptomatik lehnte der 

Beschwerdeführer ab (UV-act. 139). Ein weiterer Spitalbericht vom 21. Juni 2010 

vermerkte einen erstaunlich guten Befund des Lisfranc-Gelenkes (UV-act. 143). Die 

weiteren ärztlichen Bemühungen umfassten in somatischer Hinsicht im Wesentlichen 

Abklärungsmassnahmen (UV-act. 150, 193, 194). Mit Blick auf die gut einjährige 

Behandlung von körperlichen Unfallfolgen kann nicht von einer ungewöhnlich langen 

Dauer der ärztlichen Behandlung gesprochen werden. Sodann lagen weder ein 

schwieriger Heilungsverlauf noch erhebliche Komplikationen oder eine die Unfallfolgen 

erheblich verschlechternde ärztliche Behandlung vor.

3.5.2 Die Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen gingen, bezogen auf die Situation an der 

Lendenwirbelsäule und am linken Fuss, im Mai/Juni/Juli 2010 von der Zumutbarkeit 

einer wechselnd sitzend/stehenden Tätigkeit aus (UV-act. 139, 143, 150 ["…

Arbeitsfähigkeit… zu einem sehr hohen Prozentsatz…"]). Die kreisärztliche Abklärung 

vom April 2011 ergab wie erwähnt die aus somatischer Sicht vollzeitliche Zumutbarkeit 

einer leichteren Tätigkeit (UV-act. 194). Eine lang dauernde, somatisch begründete 

Arbeitsunfähigkeit lag damit ebenfalls nicht vor. Auch körperliche Dauerschmerzen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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waren insofern nicht gegeben, als die Beschwerden jeweils als belastungs- sowie 

bewegungsabhängig geschildert (UV-act. 53, 57, 85, 87, 99, 125, 147) und Mitte 2010 

als organisch nicht mehr erklärbar bezeichnet wurden (UV-act. 139, 143, 150, 194). Bei 

den Ausführungen von Suva-Arzt Prof. D.___ vom 4. April 2011 betreffend geringe 

"Dauerschmerzen, bei Belastung verstärkt" (UV-act. 195) handelt es sich um ein Zitat 

aus Suva-Tabelle 7 (Integritätsentschädigung gemäss UVG, Integritätsschaden bei 

Wirbelsäulenaffektionen) und bezieht sich nicht direkt auf den beim Beschwerdeführer 

vorliegenden Sachverhalt. Weiter unten ging Prof. D.___ denn auch lediglich von einem 

"mässigen" Schmerzcharakter aus (UV-act. 195). Konkret auf den Beschwerdeführer 

bezogen finden sich im erwähnten Bericht Dauerschmerzen nicht bestätigt. Anlässlich 

der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 5. April 2011 hatte der Beschwerdeführer 

zwar "in der Intensität und in ihrer Art gleichbleibende" Schmerzen angegeben. Diese 

liessen sich jedoch nicht mit objektiven (physischen) Befunden erklären (UV-act. 194; 

vgl. auch UV-act. 139, 143, 150). Gegenüber den ZMB-Gutachtern führte der 

Beschwerdeführer aus, es bestehe ein ständiger Grundschmerz, die Intensität sei aber 

wechselhaft (ZMB-Gutachten S. 17). Somatisch bedingte Dauerschmerzen erscheinen 

bei diesem Sachverhalt nicht belegt. Aber selbst wenn solche (in geringem Umfang) zu 

bejahen wären, müsste der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und 

den psychischen Beschwerden - bei Erfüllung nur eines Kriteriums - verneint werden. 

Für eine Bejahung der Kausalität müssten mindestens drei Adäquanz-Kriterien erfüllt 

sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5). Für die 

Bemessung der unfallbedingten Invalidität können dementsprechend lediglich die 

unfallkausalen Beeinträchtigungen in somatischer Hinsicht mit einbezogen werden.

4.

4.1  Zur Festlegung des Valideneinkommens 2011 von Fr. 79'560.-- (100%-Pensum) 

ging die Beschwerdegegnerin von den Angaben der früheren Arbeitgeberin aus, welche 

einen Grundlohn pro Monat (13x) von Fr. 5'508.-- für ein 90%-Pensum meldete (UV-

act. 201). Von diesem unbestritten gebliebenen Betrag ist nachstehend auszugehen.

4.2  Das Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin gestützt auf DAP-Zahlen, 

d.h. die Arbeitsplätze Nr. 10152, 979, 9302, 4352 und 8921 in UV-act. 208, mit 

Fr. 58'572-- (Durchschnitt) fest. Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die Beschwerdegegnerin 

nach der Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, 

Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in 

Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn 

sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil 

entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen 

Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, 

gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-

Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil 

des EVG vom 28. August 2003, U 35/00, E. 4.2.2). Konkret liegen die von der 

Rechtsprechung geforderten Angaben vor und die von der Beschwerdegegnerin 

ausgewählten DAP-Arbeitsplätze sind den behinderungsbedingten Einschränkungen 

des Beschwerdeführers angepasst (vgl. dazu UV-act. 205 und 206 bezüglich der 

Arbeitsplätze 9302, 979 und 8921). Wenn ein DAP-Profil mit einem Lohnband versehen 

ist, ist für die betreffende, dem Zumutbarkeitsprofil der versicherten Person 

entsprechende Tätigkeit grundsätzlich der Minimal- oder der Maximallohn erreichbar, je 

nach weiteren zu berücksichtigen Umständen wie Alter, Anzahl Dienstjahre usw. 

Praxisgemäss wird der Durchschnittswert beigezogen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 26. Juni 2008, 8C_72/2008, E. 5.2). Was die erwähnte Pausenbedürftigkeit des 

Beschwerdeführers betrifft (vgl. E. 3.2), ist festzuhalten, dass die Möglichkeit, Pausen 

einzuschalten, für alle in Frage stehenden DAP-Arbeitsplätze bejaht wurde (vgl. UV-act. 

207). Die Einschaltung von Pausen ist arbeitsrechtlich an jedem Arbeitsplatz ohne 

weiteres gewährleistet. Von daher konnte die Frage, ob das Einschalten von Pausen 

mit Blick auf den Arbeitsablauf möglich sei (vgl. UV-act. 207), zum vornherein lediglich 

Pausen betreffen, die der Arbeitnehmer von sich aus und spontan (bei entsprechender 

Notwendigkeit) einschalten kann.

4.3  Die Bemessung des Invalideneinkommens anhand statistischer Löhne sähe wie 

folgt aus: Aus der LSE 2008 TA 1 Niveau 4 ist für Männer ein durchschnittliches 

Monatssalär von Fr. 4'806.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär von 

Fr. 57'672.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche 

durchschnittliche Arbeitszeit 2011, d.h. auf 41.6 Stunden, aufzurechnen, woraus sich 

ein Betrag von Fr. 59'979.-- ergibt. Nach Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung (Männer) 2008-2011 resultiert für 2011 ein Betrag von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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Fr. 62'244.--. Unter Berücksichtigung eines 10%igen Leidensabzuges ergäbe sich ein 

Betrag von Fr. 56'019.--. Die Abweichung von rund 4% im Vergleich zum DAP-

Einkommen liegt im Streubereich unter 5%, für welche auch keine 

Einkommensparallelisierung (BGE 135 V 297) vorgenommen wird. Es erscheint 

dementsprechend gerechtfertigt, auf das DAP-Einkommen von Fr. 58'572.-- 

abzustellen. Die Gegenüberstellung dieses Betrags mit dem Valideneinkommen von 

Fr. 79'560.-- ergibt eine Erwerbsunfähigkeit von 26.39% (gerundet 26%; BGE 130 V 

122 E. 3.2).

5.

Zu prüfen bleibt die Höhe des unfallbedingten Integritätsschadens. Prof. D.___ kam in 

der Beurteilung vom 4. April 2011 zum Schluss, am linken Fuss sei es im Gefolge einer 

partiellen Luxationsfraktur des Lisfranc-Gelenkes zu einer Versteifung der Tarso-

Metatarsal-Gelenke II und III, teilweise auch des ersten Strahls gekommen. Eine 

radiologisch manifeste Arthrose habe sich nicht entwickelt; eine solche sei im Bereich 

des Lisfranc-Gelenkes auch nicht die Regel. Entsprechend Suva-Tabelle 5 liege bei 

einer Arthrodese im Bereich des Lisfranc-Gelenkes eine Situation vor, die mit einer 

Integritätsentschädigung von 15 % eingeschätzt werde. Vorliegend handle es sich nur 

um eine partielle Arthrodese, so dass die Integritätsentschädigung mit 10 % 

veranschlagt werde. Die LWS sei auf Höhe L2 bis L4 durch eine Spondylodese versorgt 

worden. Die angrenzenden Bewegungssegmente würden keine posttraumatischen 

Veränderungen erkennen lassen. Entsprechend Tabelle 7 sei bei einer Spondylodese 

ohne wesentliche kyphotische Komponente bei geringen Dauerschmerzen, bei 

Belastung verstärkt, eine Integritätsentschädigung von 5-10 % auszurichten und bei 

starken Dauerschmerzen von 10-20 %. Eine Integritätsentschädigung von 10 % sei 

angezeigt, da keine Deformation der LWS vorliege und der Schmerzcharakter an der 

LWS nicht kontinuierlich "stark", sondern "mässig" sei. Insgesamt resultiere eine 

Integritätsentschädigung von 20 % (UV-act. 195). Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit 

dieser Einschätzung lassen sich den Akten nicht entnehmen. Solche werden auch vom 

Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. Da es an der adäquaten Unfallkausalität des 

psychiatrischen Befunds fehlt, lässt sich hieraus kein zusätzlicher unfallbedingter 

Integritätsschaden ableiten.

6.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

Publikationsplattform

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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.01.2013
	Art. 6, 18 und 24 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden. Bemessung der Rente und der Integritätsentschädigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Januar 2013, UV 2012/8).

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		2025-07-19T11:06:01+0200
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