# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a49665da-219e-5132-b893-e3d908836cb2
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-30
**Language:** de
**Title:** Invaliditätsbemessung im Laufe der Zeit bei Änderungen in gesundheitlicher Hinsicht und in erwerblicher Hinsicht (Verlust einer stabilen Arbeitsstelle). (BGE 9C_864/2013)
**Docket/Reference:** IV.2012.00350
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00350.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00350
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Kobel
Urteil
vom
30. September 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
Advokaturbüros
Metzger Wüst
Blöchlinger
Figi
Seefeldstrasse 62, 8008 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geb
o
ren 1977,
verfügt über eine zweijährige
Anlehre
als Schneiderin (vgl.
den Bericht der
Klinik Y.___
über
die
„Sprechstunde Berufliche Eingliederung“ vom 25. Januar 2005,
Urk.
7/54 S. 213) und
arbeitet
e ab Juli 1997 vollzeitlich
in der
Z.___
AG (Anstellungsvertrag vom 30. Juni 1997,
Urk.
7/54 S. 227), zuletzt in der Stellung einer Gruppenleiterin der
Hefterei
(vgl.
Urk.
7/54 S. 322).
Sie war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (
Suva
) für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert.
Am 16. August 2002 war
X.___
während der Ferien in
A.___
von einem Verkehrsunfall betroffen, bei dem ein entgegenkommender Wagen fron
tal in den Personenwagen prallte, in dem sie als Mitfahrerin auf dem Rücksitz sass (vgl. die
Unfallmeldung UVG vom
9. September 2002,
Urk.
7/54 S.
322, und die
Angaben
der Versicherten
vom
Oktober 2002,
Urk.
7/54 S. 303
305). Sie erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma in Form einer Commotio oder
Contusio
ce
rebri, eine Nasenbeinfraktur und eine Rissquetschwunde i
m Gesicht, war zuerst in A.___
hospitalisiert und kehrte am 9. Oktober 2002 in die Schweiz zurück, wo sie die Hausärzte
Dr.
med. B.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
und
Dr.
med.
C.___
, Spezialarzt für Innere Medizin, konsultierte (
vgl. die me
dizinischen Unterlagen
aus
A.___
in
Urk.
7/54 S. 313
321
und die Berichte von
Dr.
B.___
und
Dr.
C.___
vom
2.
und vom 18. November 2002,
Urk.
7/54
S. 307-308 und
Urk.
7/54 S. 302).
Im November 2002 wurde eine Magnetresonanztomographie
des Schädels erstellt (Bericht der Klinik
D.___
vom 26. November 2002,
Urk.
7/54 S. 299),
im Dezember 2002 wurde eine Septum
-
plastik wegen der posttraumatischen
Septumdeviation
sowie eine
Abrasion
der Narbe auf der Stirn vorgenommen (Bericht des Spitals
E.___
vom 13. Dezember 2002,
Urk.
7/
54
S.
294
),
und
im
Januar und
März 2003
e
rfolgte
n
neurologische Untersuchung
en
im
Spital F.___
(Bericht
e
vom
9. und vom
28. Januar 2003,
Urk.
7/1 S. 3-4
,
Urk.
7/54 S.
291
292)
.
Die
Suva
an
erkannte ihre Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom 16. August 2002.
1.2
Im Februar 2003 nahm
X.___
die
Arbeit
bei der Z.___ AG
wäh
rend zwei Stunden im Tag, im April 2003 während drei Stunden im Tag
wieder auf, war ihrer Funktion als Gruppenleiterin
allerdings
enthoben (Bericht von
Dr.
C.___
vom 24. A
pril 2003,
Urk.
7/54 S. 289
; Berichte
der
Suva
v
om
2.
Oktober
,
vom 24. November
und vom 19
. Dezember 2003
über Besprechun
g
en am Arbeitsplatz,
Urk.
7/54 S. 287-288
,
Urk.
7/54 S. 283-284
und
Urk.
7/54 S. 275-276
).
Auch nach der zwischenzeitlichen Exzision
eines Ganglions am rechten
Handgelenk (Operationsbericht von
Dr.
med. G.___
, Spezialarzt für Handchirurgie, vom 23. Mai 2003,
Urk.
7/1 S. 8)
hielten die Schmerzen an
(vgl. den Bericht des neuen Hausarztes
Dr.
med. H.___
, Spezialarzt für Innere Me
dizin, vom 3. November 2003,
Urk.
7/54 S. 285),
und
im November 2003 schei
terte
der Versuch einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit
auf 50
%
(vgl.
Urk.
7/54 S. 283).
Von
Januar bis März 2004
folgten
neurologische, rheumatologische und psychiatrische Ab
klärungen im Spital F.___
(vgl. die Berichte in
Urk
7/54 S. 272-274, S.
266-268 und S.
259-262
).
X.___
erhöhte das Arbeit
s
pensum daraufhin ab dem 5. April 2004
versuchsweise
um eine Stunde (vgl. die
Berichte
vom 26. März und vom 28. April 2004
über Bespre
chungen am Arbeitsplatz
, Urk.
7/54 S. 270-271 und
Urk.
7/54 S. 263-264)
.
1.3
Am 6. November 2003
hatte sich
X.___
bei der Invalidenversicherung an
gemeldet
(
Urk.
7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle,
holte die Angaben der
Z.___
AG vom 17. November 2003 ein (
Urk.
7/4) und beschaffte den Bericht des
Spitals F.___
vom 27./28. Januar 2004 (
Urk.
7/9), die Berichte von
Dr.
G.___
über die
Ganglionexzision
vom Mai 2003 (
Urk.
7/10) und den Bericht von
Dr.
H.___
vom 3. Mai 2004 (
Urk.
7/11 S. 1-4)
. Ferner zog sie die Akten der
Suva
bei und wartete daraufhin zwecks Koordination das weitere Vorgehen der Unfallversicherin ab (vgl. das Feststellungsblatt in
Urk.
7/12).
1.4
Die
Suva
liess sich am 1
2.
Mai 2004 ebenfalls nochmals durch
Dr.
H.___
Bericht erstatten (
Urk.
7/54 S. 256-257), und auf dessen Empfehlung hin hielt sich
X.___
vom 18. August bis zum 29. September 2004 in der
Klinik Y.___
auf
(Austrittsbericht
vom 29. September 2004 einschliesslich einer neuropsychologischen Beurteilung vom 23. August 2004,
Urk.
7/54 S. 232-245)
. In der Folge gelang es
X.___, das Arbeitspensum bei
der
Z.___ AG
ab dem 21. Oktober 2004 auf
fixe
50
%
zu steigern
, wobei sie von der bis
herigen Arbeit an der Heftmaschine in einen anderen Tätigkeitsbereich versetzt wurde
(vgl. die Besprechungsberichte
der
Suva
vom 13. September sowie vom 11. und vom 29. Oktober 2004,
Urk.
7/54 S. 246, S. 231 und S. 229).
Am
2.
November 2004 kündigte die
Z.___
AG
das Arbeitsver
hältnis indessen wegen mangelnder Leistungen auf Ende Janua
r 2005 (
Urk.
7/54 S. 226). D
ie
Suva
leitete daraufhin
mit Hilfe der Unternehmung
I.___
AG beruf
l
iche Wiedereingliederungsmassnahmen in die Wege (vgl.
den Besprechungsbericht der
Suva
vom 23.
Dezember 2004,
Urk.
7/54 S. 224
225,
den Bericht von
Dr.
H.___
vom 13. Januar 2005,
Urk.
7/54 S. 222,
den Bericht der
K
linik
Y.___
über die „Sprechstunde Berufliche Einglie
derung“ vom 25. Januar 2005,
Urk.
7/54 S. 213-216
,
und die
Dokumentationen der
I.___
AG in
Urk.
7/54 S.
221,
Urk.
7/54 S. 217
218,
Urk.
7/54 S
. 209
-211
,
Urk.
7/54 S. 201-202 und
Urk.
7/54 S. 191
192
mit dem
Schlussbericht vom 27.
Oktober 2005,
Urk.
7/54 S. 186
187
). Als Resultat dieser Massnahmen konnte
X.___
Anfang Mai 2005 eine 50%-Stelle
bei der
J.___
AG
antreten (Arbeitsvertrag vom 1. Mai 2005,
Urk.
7/54 S. 195-200
; Besprechungsberichte der
Suva
vom
28. Juni und vom
10. Oktober 2005
,
Urk.
7/54 S. 193-194,
Urk.
7/54 S. 189-190
).
1.5
In der Folge dokumentierte sich die
Suva
über den
Behandlungsverlauf (Bericht de
r p
sych
iatrischen
Einrichtung K.___
von
6. März 2006 über die im Oktober 2004 aufgenommene Behandlung,
Urk.
7/54 S. 183; Berichte von Dr.
H.___
vom 26. April und vom 26. Juni 2006,
Urk.
7/54 S. 181 und
Urk.
7/54 S. 167) und über den Verlauf
am neuen Arbeitsplatz der V
ersicherten (Besprechungsberic
h
t
vom 11. Mai 2006,
Urk
7/54 S. 178-180)
. Schliesslich liess die
Suva
die Versicherte im
Institut L.___
inter
disziplinär - neurologisch, psych
i
atrisch
und neuropsychologisch
-
begutachten; es fand am 21. September 200
7
eine erste Untersuchung und am 10. September 2007 eine Ve
r
lauf
s
anamnese statt (
Gutachten vom 26. September 2007
von
Dr.
med. M.___
, Facharzt für Neurologie, von
Dr.
med.
dipl.
psych.
N.___
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und von der Neu
ropsychologin
l
ic
. psych. O.___
,
Urk.
7/29
).
1.6
Mit Verfügung vom 10. März 2008 sprach die
Suva
der Versicherten für die Zeit ab dem 1. April 2008 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 30
%
und eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 20
%
zu (
Urk.
7/54 S.
107-109).
Mit
Einspracheentscheid
vom 25. März 2009
erhöhte sie den Invaliditätsgrad
auf 34
%
(
Urk.
7/54 S
.
61-67).
X.___
erhob gegen diesen Entscheid Beschwerde, liess diese jedoch
am 15.
September 2010 zurückziehen (
Urk.
7/54 S. 5; Prozess Nr. UV.2009.00168).
1.7
Die IV-Stelle
hatte den Verlaufsbericht von
Dr.
H.___
vom 27. Oktober 2006
(
Urk.
7/25)
und
den Bericht der p
sychiatri
schen
Einrichtung K.___
vom 14.
November 2006 (
Urk.
7/27 S. 1-8) beigezogen,
die Angaben
der
J.___
AG vom 6. November 2006 eingeholt (
Urk.
7/26) und das Gutach
ten
des Instituts L.___
vom 26. September 2007 (
Urk.
7/29)
sowie
weitere
Unterlagen
der
Suva
zu den Akten genommen
.
Mit Vorbescheid vom 19. Januar 2010 hatte die IV-Stelle
X.___
mitgeteilt, dass sie ihr ab dem 1. August 2003 eine
Dreiviertelsrente
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 66
%
und für die Zeit vom 1. Februar 2005 bis zum 31. Dezember 2006 eine befristete halbe Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 54
%
zuzusprechen gedenke. Ab dem 1. Januar 2007 stehe ihr bei einem
Invalidität
s
grad von 34
%
keine Rente mehr zu (
Urk.
7/48; vgl. auch das Feststellungsblatt vom 20. Januar 2010,
Urk.
7/46).
X.___
, vertreten durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
, hatte mit den Eingaben vom 25. Januar und vom 4. März 2010 Einwendungen erheben und beantragen lassen, ihr sei ab dem 1. Januar 2007 weiterhin
und unbefristet
mindestens ein
e
halbe Rente zu
zusprechen und es sei festzustellen,
dass die Ansprüche auf eine
Dreiviertelsrente
vom 1. August 2003 bis zum 31. Januar 2005 und auf eine halbe Rente vom 1. Februar 2005 bis zum 31. Dezember 2006 unbestritten seien
(
Urk.
7/50 und
Urk.
7/53)
. Nach
Beizug
der vollständi
gen Akten der
Suva
(Urk.
7/54)
er
liess die IV-Stelle die V
erfügungen vom 23. Februar 201
2.
Damit gewährte sie der Versicherten für die Zeit von August bis Dezember 2003 eine halbe Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 66
%
, für die Zeit von Januar 2004 bis Januar 2005 eine
Dreiviertelsrente
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 66
%
und für die Zeit von Februar 2005 bis Dezember 2006 eine halbe Rente aufgrund ei
nes Invaliditätsgrades von 54
%
.
Für die Zeit ab Januar 2007 verneinte sie den Rentenanspruch
unter Annahme eines Invaliditätsgrades von 34
%
(
Urk.
2/1-3,
Urk.
7/65-67)
.
2.
Gegen diese Verfügungen liess
X.___
durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
mit Eingabe vom 26. März 2012
(
Urk.
1)
Beschwerde erheben
und wiede
rum beantragen, es sei ihr ab dem 1. Januar 2007 weiterhin und unbefristet mindestens eine halbe Rente zuzusprechen, zudem sei ihr für den Zeitraum vom 1. August 2003 bis zum 31. Januar 2005 durchgehend eine
Dreiviertelsrente
zu
zusprechen, eventualiter sei ein umfassendes polydisziplinäres Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben und
nach Vorliegen dieses Gutachtens neu zu entschei
den (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Be
schwerdeantwort vom 11. Mai 2012
au
f Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). In der Replik vom 1
2.
Juni 2012 (
Urk.
9) liess die Versicherte in Modifikation ihrer Anträge die Zusprechung einer ganzen Rent
e
für die Zeit vom 1. August bis zum 31. Dezember 2003 bean
tragen (
Urk.
9
S. 2). Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 10. Juli 2012 darauf, eine Duplik zu erstatten (
Urk.
11), was der Versicherten am 1
2.
Juli 2012 mitgeteilt wurde (
Urk.
12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2004, am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 4, 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtenen Verfügungen sind am 23. Februar 2012 ergangen. Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestim
mungen der 4. IV-Revision am 1. Januar 2004, der 5. IV
Revision am 1. Januar 2008 und der IV-Revision 6a begonnen hat - zur Diskussion steht der Anspruch auf eine Rente aufgrund eines Unfalles, der sich bereits im Jahr 2002 ereignet hat -, und die Verfügung
en
eine Dauerleistung betr
e
ff
en
, ist
entsprechend der dargelegten in
tertemporalrechtlichen Regelung für die Zeit b
is Ende 2003 auf die damals gül
tig gewesenen Bestimmungen und für die Zeiten ab dem 1. Januar 2004, ab dem 1. Januar 2008 und ab dem 1. Januar 2012 auf die je
weils neuen Normen der Revisionen 4, 5 und 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV-Re
vision:
BGE 130 V 445
; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 1).
Soweit jedoch die
se
Revisionen keine substanziellen Änderungen gegen
über der früheren Rechtslage gebracht haben, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009, E. 2).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG). Die Regelung in Art. 7
Abs.
2
ATSG, die anlässlich der 5.
IV-Revision kodifiziert worden ist, hat bereits unter der Herrschaft des früheren Rechts gegolten.
2.2
Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG
(ab dem 1. Januar 2008:
Abs.
2) haben
Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Drei
viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind. Bis Ende 2003 war der Anspruch auf eine ganze Rente bereits bei einem Invaliditätsgrad von 66
2
/
3
% und der Anspruch auf eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad zwischen 50 % und 66
2
/
3
% gegeben, wogegen die
Drei
viertelsrente
noch nicht eingeführt gewesen war.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das
Er
werbseinkommen
, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Bei der Ermitt
lung des
zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens sind grundsätzlich die Verdienstmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt massgebend. Übt die versicherte Person jedoch nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der sie im Rahmen eines stabilen Arbeitsverhältnisses die ihr verblie
bene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft und dabei ein Ein
kommen erzielt, das der Arbeitsleistung angemessen ist und nicht als Soziallohn erscheint, so gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invaliden
lohn (vgl. BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweisen).
Wird eine Schätzung der hypothetischen Erwerbseinkommen vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser
Pro
zentzahlen
genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische
Erwerbsein
kommen
ist alsdann mit 100
%
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, sodass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
2.3
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 29 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 in Kraft gewesenen Fassung
frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40
%
bleibend erwerbsunfähig geworden ist (
lit
. a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens zu 40
%
arbeitsunfähig war (
lit
. b). Eine entsprechende Regelung ist in
Art. 28
Abs.
1
lit
. b und c IVG in der ab Anfang 2008 gültigen Fassung statu
iert. Zusätzlich kann der Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2008 gemäss Art. 29
Abs.
1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung entstehen.
Während bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinbusse und da
mit die Höhe des Einkommens eine entscheidende Rolle spielt, das auf dem ge
samten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheitsschaden angepassten zumutbaren Tätigkeit erzielbar ist (Art. 7 ATSG), beurteilt sich die Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) im Sinne von Art. 29
Abs.
1
lit
. b IVG (bis Ende 2007) beziehungsweise von Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG (ab Anfang 2008) nach der durch einen Gesundheitsschaden bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschrän
kungen im bisherigen Beruf an (vgl. BGE 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E. 2a, 97 V 226 E. 2). Zwischen der durchschnittlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfä
higkeit während eines Jahres und der nach Ablauf der Wartezeit bestehenden Erwerbsunfähigkeit besteht aber insofern ein Zusammenhang, als beides kumu
lativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein muss, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zuge
sprochen werden kann (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/cc).
Die Wartezeit im Sinne von Art. 29
Abs.
1
lit
. b IVG (bis Ende 2007) beziehungs
weise von Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG (ab Anfang 2008) gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit eingetreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeits
unfähigkeit von 20
%
(AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgericht
s I
10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen).
2.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Renten
bezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern unter anderem auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Unerheblich unter revisionsrechtlichen Ge
sichtspunkten ist dagegen nach der Rechtspre
chung die
unterschiedliche Beur
teilung eines im
wesentlichen
unverändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 387 E. 1b mit Hinweisen).
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, und sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist nach Art. 88a Abs. 2 IVV zu berück
sichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat.
3.
3.1
Gegenstand der Verfügungen vom 23. Februar 2012 (
Urk.
2/1-3)
ist der Renten
anspruch der Beschwerdeführerin ab dem 1. August 2003. Überprüfungsgegenstand ist dieser gesamte Rentenanspruch,
ungeachtet dessen, dass die Beschwer
deführerin für einzelne Zeitspannen die Höhe der ihr zugesprochenen Rente grundsätzlich akzeptiert. Denn
nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung bildet dort, wo eine Rente rückwirkend zugesprochen und gleichzeitig revisionsweise herauf- oder herabgesetzt oder aufgehoben wird, nicht nur der bean
standete Teil der Verfügung Gegenstand der richterlichen Überprüfungsbefugnis, sondern es sind grundsätzlich auch die unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten in die gerichtliche Beurteilung einzubeziehen, damit die Frage nach der Rechtmässigkeit der Rentenabstufung oder -befristung sachgerecht beurteilt werden kann (vgl. BGE 131 V 164, 125 V 413 E. 2d).
3.2
Was die Diagnosen betrifft, so
erlitt die Beschwerdeführerin gemäss den Berich
ten der erstbehandelnden schweizerischen Ärzte
Dr.
B.___
und Dr.
C.___
vom
2.
und vom 18. November 2002 beim Unfall vom August 2002 ein Schä
del-Hirn
-T
rauma (
Urk.
7/54 S. 307-308 und
Urk.
7/54 S. 302), das zwar nach dem Bericht der Klinik
D.___
vom
26. November 2002
keine
intrakraniel
len Befunde nach sich zog (vgl.
Urk.
7/54 S. 299), jedoch mit einer
Nasenbeinfraktur und
einer
Rissquetschwunde
einherging. In der Folge persistierte ein Beschwerdebild mit
Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule,
Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Konzentrationsstör
ungen und Beeinträchtigungen des
psychischen
Zustands
, wie namentlich den Berichten des
S
pitals
F.___
von Anfang 2003 und
Anfang 2004, den Berichten
der
K
linik
Y.___
vom August/September 2004
, den Berichten
der p
sychiatrischen
Einrichtung K.___
aus dem Jahr 2006 und dem Gutachten
des
Instituts L.___
vom 26. September 2007
zu entneh
men ist
(
Urk.
7/54 S. 292, Urk.
7/54 S. 272,
Urk.
7/54 S. 266-267,
Urk.
7/54
S. 260,
Urk.
7/54 S. 183, Urk.
7/27 S.
4 und S. 6 ff.,
Urk.
7/29 S. 10
und S. 20 ff.).
3.3
Hinsicht
l
ich der
Auswirkungen der beschriebenen gesundheitli
chen Beeinträchti
gungen s
teht v
orab fest, dass die Beschwerdeführerin
nach dem Unfall vom 16. August 2002 während
de
s Wartejahres nach dem damals in Kraft gewesenen
Art. 29 Abs. 1
lit
. b
IVG
für ihre angestammte Tätigkeit in der
Z.___
AG nicht mehr arbeitsfähig war.
Sie arbeitete dort zwar ab Februar 2003 wieder stundenweis
e (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.2), anlässlich der Besprechung vom 1. Oktober 2003
gab die Personalverantwortliche jedoch an, sie sei in Bezug auf die Funktion der Abteilungsleiterin zurückgestuft worden, da für diese Funktion ein Vollzeitpensum voraus
gesetzt werde (vgl.
Urk.
7/54 S. 288).
Dass der Beschwerdeführerin jedoch wäh
rend des ersten Jahres nach dem Unfall kein Vollzeitpensum in der
Z.___ AG
zumutbar war, ist medizinisch hinreichend belegt
. Im Bericht der
neurologi
schen Klinik des
S
pitals
F.___
vom 28. Januar 200
3
wurde der Be
schwerdeführerin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
attestiert
(
Urk.
7/54 S. 291), und
in der Folge attestierten ihr die
Hausärzte
Dr.
C.___
und
Dr.
H.___
zu
nächst (
ab
Februar/März 2003)
eine 75%ige
und danach (
ab
April 2003)
eine
66%ige Arbeitsunfähigkeit
(Urk.
7/54 S. 290
,
Urk.
7/54 S. 285)
. Nachdem eine
Pensumssteigerung
im November 2003 gescheitert war
(vgl.
Urk.
7/54 S. 283)
,
nannte
Dr.
H.___
im Bericht vom 3. Mai 2004
eine Arbeitsunfähigkeit
von 66
2
/
3
%
(
Urk.
7/11 S. 2)
, u
nd
die neurologische Klinik des
S
pitals
F.___
notierte
in den Berichten vom 19. Januar
, vom 27./28. Januar
und vom 9. März 2004
wiederum
den Arbeitsunfähigkeitsgrad von 66
%
(
Urk.
7/54 S.
273
,
Urk.
7/9 S. 1
und
Urk.
7/54 S. 272).
Die Beschwerdegegnerin befand daher zutreffend, dass der Beschwerdeführerin ab dem 1. August 2003 eine Rente auf der Basis der ab dann vorliegenden Erwerbseinbusse zustehe.
3.
4
3.4
.1
Die Beschwerdeführerin
war zur Zeit des Unfalles
vom August 2002
bereits seit mehr als fünf Jahren in der
Z.___
AG tätig gewesen, hatte nach diesem Ereignis die Arbeit im Februar 2003 stundenweise wieder aufge
nommen und hatte sich in der Folge immer wieder um eine
Pensumssteigerung
bemüht, die ihr bis zu einem Beschäftigungsgrad von 50
%
auch gelungen war (Sachverhalt Ziffern 1.2 - 1.4). Bei dieser Sachlage konnte von ihr bis zur Auf
lösung des
Arbeitsverhältnisses auf Ende Januar 2005 nicht verlangt werden, eine Stelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu suchen. Vielmehr ist ihr Ren
tenanspruch
für die Zeit von August 2003 bis Januar 2005 anhand der Leistungs- und Erwerbseinbusse im angestammten Arbeitsverhältnis zu bemessen.
3.4
.2
Die Beschwerdegegnerin ging
für die Zeit
vom 1. August
bis zum 20. Oktober 2004
gemäss ihren Aufzeichnungen im Feststellungsblatt (
Urk.
7/46 S. 8)
auch in di
eser Weise vor. Dabei
nahm
sie
eine Arbeitsunfähigkeit von 66
%
an, wie sie der Beschwerdeführerin in den vorstehend zitierten Berichten (vgl. E.
3.3
) attestiert wurde, und schloss von dieser Arbeitsunfähigkeit unmittelbar auf eine Erwerbseinbusse gleichen Grades (
Urk.
2/3 S. 4).
D
ie Beschwerdeführerin
bean
standete
die Höhe des Invaliditätsgrades von 66
%
in der Beschwerdeschrift noch nicht
explizit
(vgl.
Urk.
1 S
.
12 f.). Erst in der
Replik liess sie vorbringen,
Dr.
H.___
habe ihr in seinem Bericht vom 26. März 2004 (richtig: 3. Mai 2004
;
Urk.
7/11
) ab Anfang August
2003
nicht eine Arbeitsunfähigkeit von 66
%
, sondern eine solche von 66
2
/
3
%
attestiert. Deshalb habe sie bei einem Invaliditätsgrad in entsprechender Höhe bis Ende Dezember 2003
Anspruch auf eine ganze Rente, in Anwendung des bis dahin gültig gewesenen Art. 28
Abs.
1 IVG, und ab Januar 2004 dann Anspruch auf die von der Beschwerdegegnerin festgelegte
Dreiviertelsrente
, in Anwendung der
neuen Fassung von Art. 28 Abs.
1 IVG (
Urk.
9 S. 2 und S. 4).
Den Berichten über die verschiedenen Besprechungen am Arbeitsplat
z, welche die Suva
durchgeführt hatte, lassen sich keine prozentgenauen Angaben zum tatsächlich geleisteten Arbeit
spensum in der Zeit bis zum 20.
Oktober 2004 ent
nehmen.
So
erklärte
die Beschwerdeführerin a
m 1. Oktober 2003
, sie
vermöge nur während etwa drei Stunden im Tag jeweils vormittags zu arbeiten, da nach
her di
e Kopfschmerzen zu s
tark würden (
Urk.
7/54 S. 287). Im Bericht vom
26. März 2004 hielt d
er Schaden
sach
bearbeiter sodann die Aussage der Beschwer
deführerin fest, sie arbeite - unverändert - zu 34
%
oder anders gesagt während zweieinhalb Stunden am Vormittag (
Urk.
7/54 S. 270
)
, und i
m Bericht vom 28. Ap
ril 2004
wurde
dann
die
Pensumss
teigerung
ab dem 5. April 2004
auf drei
einhalb Stunden vormittags
oder nachmittags
erwähnt
(
Urk.
7/54 S. 263
264). Zudem war
vom Vorhaben einer weiteren Steigerung auf 50
%
die Rede
(
Urk.
7/54 S. 264), was jedoch gemäss
dem Besprechungsbericht vom 29.
Oktober 2004 erst
per 21. Oktober 2004,
nach dem Aufenthalt der Be
schwerdeführerin in der
K
linik
Y.___
,
gelang (
Urk.
7/54 S. 229). Die
Arbeitspensen
variierten demnach
in der Zeit ab August 2003 immer wieder leicht, und es kann nicht von einer durchgehend konstanten Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen werden.
Unter diesen Umständen kommt den ärztlichen Angaben zur Arbeitsfähigkeit
kein
höherer Genauigkeitsgrad zu.
Vielmehr
können
die Prozentzahlen, wie sie vorstehend
für die Zeit bis Frühjahr wiedergegeben wurden
(
vgl.
E. 3.3)
und wie
Dr.
H.___
sie
im Bericht vom 3.
Mai
2004
zusammenfasste
(
Urk.
7/11
S. 1), nur
als Attest einer Leistungseinbusse von schätzungsweise zwei Dritteln verstanden werden, was abgerundet 66
%
und genauer 66
2
/
3
%
ausmacht.
3.4.3
Was die Erwerbseinbusse betrifft,
so gilt es zu beachten, dass die Beschwerdeführerin
ihre frühere Funktion als Abteilungsleiterin nach dem Un
fall nicht mehr ausüben konnte.
Daher
muss
die Erwerbseinbusse bei der attes
tierten Arbeitsunfähigkeit von zwei Dritteln höher
sein
al
s diese zwei Drittel
. Aufgrund eines derartigen Prozentvergleichs ist die beantragte Zusprechung ei
ner ganzen Rente für die Zeit von August bis Dezember 2003 gerechtfertigt.
Was die Zeit vom 1. Januar bis zum 20. September 2004 anbelangt, so würde die Weiterführung der ganzen Rente aufgrund des geänderten Rechts nunmehr einen Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
erfordern. Ein Invaliditätsgrad in dieser Höhe ist indessen nicht überwiegend wahrscheinlich im Sinne des mass
gebenden Beweisgrades. Denn zum einen gab die Personalverantwortliche an
lässlich der Besprechung vom 1. Oktober 2003 an, die Beschwerdeführerin habe auch in ihrer leitenden Funktion „voll mitarbeiten“
müssen (
Urk.
7/54 S.
288), was
darauf hin
deutet
, dass die Führungsaufgaben
einen
untergeordneten Stel
lenwert
im Rahmen der Gesamttätigkeit einnahmen und de
r Positionsverlust deshalb
nur eine bescheidene Lohneinbusse bewirkte.
Und zum ander
n gelang es der Beschwerdeführerin phasenweise, auch ein etwas höheres Pensum als ein solches von einem Drittel der normalen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden (vgl.
Urk.
7/4 S. 2) zu verrichten.
Damit steht
ihr
vom
1.
Januar
bis zum 20. Oktober 2004
die zugesprochene und unbeanstandet gebliebene
Dreiviertelsrente
zu.
3.5
3.5.1
Für die Zeit ab dem 21. Oktober 2004 nahm die Beschwerdegegnerin gemäss ihrem Feststellungsblatt eine gesundheitliche Verbesserung im Sinne einer Er
höhung der Ar
beitsfähigkeit auf 50
%
an (
Urk.
7/46 S. 8).
Tatsächlich attestierten die medizinischen Fachpersonen der
K
linik
Y.___
, wo sich die Beschwerdeführerin von Mitte August bis Ende September 2004 mit dem expliziten Ziel der Steigerung der Belastbarkeit aufhielt, für die Zeit nach dem Austritt eine 50%ige Arbeitsfähigkeit am angestammten Arbeits
platz, mit möglicher Steigerung bis auf 100
%
ab M
itte November 2004 (
Urk.
7/54 S
. 232-233). Dieses Attest ist plausibel. Die Beschwerdeführerin schilderte bei
m
Austritt zwar
nur eine leichte Besserung der Schmerzen in Na
cken und Schulter
(vgl.
Urk.
7/54 S. 239)
, sie zeigte jedoch im Rahmen einer berufsorientierten Ergotherapie und einer Evaluation der beruflichen Leis
tungsfähigkeit eine höhere Belastbarkeit als
bisher im Betrieb (
Urk.
7/54 S.
233). Diese höhere Belastbarkeit vermochte sie ab dem 21. Oktober 2004 auch in der Praxis zu
realisieren
; im Besprechungsbericht vom 29. Oktob
er 2004 wurde festgehalten, sie arbeite
nunmehr viereinhalb Stunden am Vormittag
mit
voller Leistung (
Urk.
7/5
4 S. 229). Allerdings wurde
protokolliert, die Beschwerdefüh
rerin habe aus organisatorischen Gründen in einen anderen Arbeitsbereich ver
setzt werden müssen und der Arbeitsplatz sei als unstabil zu bezeichnen, da der Einsatz jeweils dort erfolge, wo Arbeitsspitzen zu erwarten seien oder wo Perso
nal fehle,
sodass b
ei normalen Verhältnissen keine Arbeit für die Beschwerde
führerin vorhanden sei (
Urk.
7/54 S. 230). Dementsprechend
kündigte die Ar
beitgeberin das
Arbeitsver
hältnis denn auch bereits am 2.
November 2004 auf Ende Januar (
Urk.
7/54 S. 226
), nachdem sich die Beschwerdeführerin eine weitere
Pensumssteigerung
nicht hatte vorstellen können (vgl.
Urk.
7/54 S. 230).
Die
50%ige Arbeitsfähigkeit für geeignete Arbeiten
blieb jedoch erhalten. D
enn
Dr.
H.___
hielt
in seinem Bericht vom 13. Januar 2005 fest, die Beschwerde
führerin arbeit
e
in diesem Pensum
noch bis zu ihrem letzten Arbeitstag in der
Z.___ AG
weiter (
Urk.
7/54 S. 222)
, und im
50%-
Arbeitsverhältnis
mit
der
J.___
AG ab
Anfang Mai 2005 (Urk.
7/54 S. 195-200)
war man gemäss dem Besprechungsbericht vom 30. Juni 2005 mit ihren Leistungen von Anfang an sehr zufrieden (
Urk.
7/54 S. 193).
Damit ist die gesundheitliche und leistungsmässige Verbesserung für die Zeit ab dem 21. Oktober 2004 ausgewiesen.
3.5.2
Eine weitere gesundheitliche Verbesserung nahm die Beschwerdegegnerin für die Zeit ab der ersten Untersuchung vom 21. September 2006 durch die Gut
achter des
Instituts L.___
an (vgl.
Urk.
7/46 S. 8).
Die Gutachter hielten in der
Gesamtb
eurteilung fest, die gegenwärtig ausgeübte Arbeit - Arbeiten im Lager der
J.___
AG
, bestehend in der Or
ganisation der Infrastruktur von Messeständen (vgl.
Urk.
7/29 S. 11) -
sei annä
hernd ideal angepasst, da sie körperlich wechselbelastend, mental leicht belas
tend und leistungsmässig leicht ford
ernd sei. Aus
somatischer Sicht sei
eine Einschränkung von 2,5 Stunden
pro Arbeitstag
durch die verstärkte Ermüdbar
keit, die Schmerzzunahme und verminderte Beweglichkeit des Nackens und des Kopfes, durch die kognitiven Störungen und das Bedürfnis nach verlängerter Ruhe erklärbar (
Urk.
7/29
S. 21 und
S. 26).
Au
ch au
s spezifisch neuropsycholo
gischer Sicht
wurde die aktuelle Tätigkeit als geeignet beurteilt, und es wurde dargetan, die Beschwerdeführerin vermöge sie zu 75
%
in vollem Umfang des Aufgabenspektrums zu verrichten (
Urk.
7/29 S. 28). Der Psychiater
schliesslich
schrieb der Beschwerdeführerin
a
us der Sicht seines Fachgebiets
aufgrund der
festgestellten
leichtgradigen
depressiven Störung
eine 80%ige Leistungsfähig
keit für jegliche den Fähigkeiten entsprechende Arbeit
zu
(
Urk.
7/29
S. 23 und
S. 31).
Diese Arbeitsfähigkeitsbeu
rteilungen im Gutachten des Instituts L.___
leuchten ein. Die neurologische Untersuchung ergab nur eine
geringgradige
Einschränkung der Kopfbeweglichkeit bei spontanen Bewegungen,
d
ie passive Beweglichkeit der Brust- und der Lenden
wirbelsäule war uneingeschränkt und die Halswirbelsäule war auf Palpation und Druck hin nur leicht schmerzhaft
(
Urk.
7/29 S. 16)
.
Ent
gegen der Ansicht in der
Beschwerde
schrift
(
Urk.
1
S. 4 f.,
S.
9
und S. 13
) bedarf es unter diesen Umständen keiner zusätzlichen rheumatologischen Untersu
chung
. Denn
der Neurologe
berücksichtigte
die Schmerz-Aspekte, die bei Schä
del-Hirn-Traumata und HWS-Distors
ionen meist eine Rolle spielen,
und hatte zudem Kenntnis
von der früheren rheumatologischen Untersuchung
im
S
pital
F.___
von Anfang 2004
(
Urk.
7/54 S. 266-267; vgl.
Urk.
7/29 S. 7).
Die
neurospychologische
Abklärung sodann ergab in Übereinstimmung mit der Abklärung in der
K
lini
k
Y.___
(
Urk.
7/54 S. 241-244
) ein (lediglich) leicht beeinträchtigtes neuropsychologisches Leistungsprofil, dessen Ursachen zudem - ebenfalls übereinstimmend mit der früheren Abklärung (vgl.
Urk.
7/54 S. 243)
-
teilweise auch als krankheitsfremd beurteilt wurden
(Urk.
7/29 S. 22).
Schliesslich stimmt auch die Diagnose einer nur
leichtgradigen
depressiven Episode
(
Urk.
7/29
S. 19 und
S. 22 ff.)
mit derjenigen im
neuropsychologischen B
ericht der
K
linik
Y.___
vom 23. August 2004
(
Urk.
7/54 S. 241) über
ein.
Da
zudem
die psychiatrische Einrichtung K.___
in den Berichten des Jahres 2006
eine langsame, aber stetige Besserung seit der Behandlungsaufnahme im
Okto
ber 2004 konstatierte (
Urk.
7/54 S. 183,
Urk.
7/27 S. 7),
ist
aufgrund des Gut
achtens
des Instituts L.___
tatsächlich eine
gesundheitliche
Verbesser
ung
seit dem 21.
Oktober 2004 ausgewiesen
.
Die Beschwerdegegnerin
ging
daher für die Zeit ab dem 21. September 2006 zu Recht
nicht mehr
von der
früher attestierte
n
50%ige
n
Arbeitsfähigkeit
aus
, sondern
stellte
neu
auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Gutachten des
Instituts L.___
ab. Dies gilt auch für die nachfolgende Zeit bis zum Erlass der Verfügungen vom 23. Februar 2012, da
sich
der Gesund
heitszustand anlässlich der Verlaufsana
m
nese im
Institut L.___
vom 10.
September
2007 als gl
eich geblieben präsentierte
(
Urk.
7/29 S. 11) und
keine Anhalts
punkte für eine wesentliche Veränderung in der Zeit danach vorhanden sind.
Die beantragte weitere Sachverhaltsabklärung (vgl.
Urk.
9 S. 3 f.)
ist daher nicht erforderlich.
Un
d soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung ihre
s rechtli
chen Gehörs rügen lässt
(
Urk.
9 S. 3), so hatte sie Gelegenheit, im vorliegenden Verfahren im Rahmen zweier Schriftenwechsel zu sämtlichen Aspekten Stellung zu nehmen. Zudem hatte sie
sich
schon
im Verfahren gegen die
Suva
äussern können, und jene Akten waren von der Beschwerdegegnerin beigezogen wor
den. Ein allfälliger Gehörsmangel muss daher als im vorliegenden Verfahren geheilt beurteilt werden
(vgl.
BGE 132 V 387
E. 5.1).
3.6
3.6.1
Was
den Invaliditätsgrad ab dem 21.
Oktober
2004 betrifft, so ist dieser nach dem
bereits Ausgeführten
(E. 3.4.1) bis Ende Januar 2005 noch anhand der Erwerbseinbusse im Arbeitsverhältnis mit der
Z.___
AG zu be
messen.
Die
vorstehende Überlegung
, wonach ein Prozentvergleich zu einer Einkommenseinbusse führt, die etwas höher ist als die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit (E. 3.4.3), gilt hier ebenfalls. Sie führt zu einem Invalid
itätsgrad zwischen 50 und 60
%
.
Aufgrund diese
s
Invaliditätsgrades hat d
ie Beschwerdeführerin
bis zum Ablauf der dreimonatigen Frist nach Art. 88a
Abs.
1 IVV
, also bis Ende Januar 2005,
noch Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und ab dem 1. Februar 2005
neu
Anspruch auf eine halbe Rente.
3.
6.2
Am 1. Februar 2005 ist zwar keine gesundheitliche Veränderung eingetreten, jedoch eine Veränderung
in erwerblicher Hinsicht. Da die Beschwerdeführerin ab dann ihre angestammte Arbeitsstelle
nicht mehr
hatte, kann das Einkommen, das sie unter Berücksichtigung ihrer gesundheitlichen Einschränkungen zu er
zielen in der Lage ist, nicht mehr anhand des Einkommens bei der
Z.___
AG bestimmt werden.
Es stellt sich somit die Frage, ob
sich
daraus ein Invaliditätsgrad ergibt, der
- wiederum nach Ablauf der dreimonatigen Frist nach Art. 88a
Abs.
1 und
Abs.
2 IVV -
eine tiefere oder eine höhere Rente
zur Folge hat.
Die Beschwerdeführerin nahm ihre 50%-Stelle bei der
J.___
AG erst am
2.
Mai 2005 auf. Zudem konnte zumindest während der Probezeit noch nicht von einem besonders stabilen Arbeitsverhältnis gesprochen werden, auch wenn es sich in der Folge zu einem solchen entwickelt haben mag. Des
halb ist das Einkommen, das die Beschwerdeführerin
von
Feb
ruar 2005 bis zur Zeit der Erhöhung ihrer Arbeitsfähigkeit ab dem 21. September 2006 mit dem zumutbaren 50%igen Pensum zu erzielen in der Lage war, anhand der Verhält
nisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bestimmen.
Gemäss der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ist für das Jahr 2004 (S. 53 Tabelle TA
1) für Arbeitnehmerinnen des An
forderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im Privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von Fr. 3'893.-- angegeben (Lohn, über dem be
ziehungsweise unter dem
sich 50 % aller Lohnangaben be
finden [so genannter Zentralwert], unter anteilsmäs
siger Berücksichtigung des 13. Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wo
chenstunden). Umgerechnet auf die im Jahr 2005 be
triebsübliche wö
chentliche Arbeitszeit von 41,
6
Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft
1/2-2010
, S. 94, Tabelle B9.2) ergibt sich für das Jahr 2005 (unter Berücksichtigung der T
euerung, näm
lich
für Frauen von 2360 Indexpunkten auf 2386 Indexpunkte; vgl. Die Volks
wirtschaft 1/2-2010, S. 95, Ta
belle B10.3)
ein Monatslohn von Fr. 4'093.30 be
ziehungsweise ein Jahreslohn von Fr. 49'120.-- (12 x Fr. 4'093.30).
Aufgrund des lediglich 50%igen Pensums ist
dieser Betrag auf Fr.
24‘
560.-- zu halbieren. Nach der Rechtsprechung ist
sodann durch eine Reduktion des tabellarisch er
mitt
elten Lohnes um maximal 25
%
verschiedenen Umständen
Rechnung zu tragen,
die ein Abweichen vom Zentralwert nach unten rechtfertigen. Aufge
zählt werden hier die lohnmässige Benachteiligung von
gesundheitlich beein
trächtigte
n
Personen
sowie persönliche und berufliche Umstände wie
Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschä
ftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 472 E
. 4.2.3 mit Hinweisen).
Vorliegendenfalls
ist ein solcher Abzug indessen
entgegen den Vorbringen in der Be
schwerdeschrift (vgl.
Urk.
1 S. 11 f.)
nicht angebracht.
Denn die Beschwerde
führerin erwies sich im Rahmen der attestierten 50%igen Arbeitsfähigkeit als voll leistungsfähig, sowohl in der verbleibenden Zeit bei der angestammten Ar
beitgeberin (vgl.
Urk.
7/54 S. 229) als auch bei der
J.___
AG (vgl.
Urk.
7/54 S. 193
sowie E. 3.5.1 vorstehend
).
Überdies
ist der Lohn von
Frauen mit einer Teilzeitstelle von 50
%
im Vergleich zum Lohn für eine Vollzeitarbeit proze
ntual nicht tiefer, sondern sogar etwas
höher (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 112/05 vom
2.
August 2005
, E. 5.2.2; LSE 2004 S.
25 Tabelle T6*). Das Invalideneinkommen im Jahr 2005 beläuft sich damit, umgerechnet auf ein ganzes Jahr, auf
die tabellarisch ermittelten
Fr.
24‘560.--
.
Zum
Valideneinkommen
liegen
zum einen
die Angaben der
Z.___
AG
vom 17. November 2003
im Fragebogen für den Arbeitgeber
vor. Danach
erzielte
die Beschwerdeführeri
n
im Janua
r 2000 einen Monatslohn von Fr.
3‘180.--, im Januar 2001 einen
solchen
von
Fr.
3'550.
-- und i
m Januar 2002 einen solchen
von
Fr.
3'750.--
(
Urk.
7/4 S. 2). Zum andern gab
die
Z.___
AG am
30. Januar 2008 gegenüber der
Suva
an, die Beschwerdefüh
rerin hätte bei beibehaltener vollzeitlicher Beschäftigung im Jahr 2007 einen Bruttolohn von
Fr.
4‘500.-- und im
Jahr 2008 einen solchen von Fr.
5‘000.-- erzielt (
Urk.
7/54 S. 118).
Die
Suva
versah
diese
Angaben mit der Bemerkung, es handle sich um eine hypothetische Annahme, die sich auch auf die
früher
e Po
sition als Gruppenleiterin beziehe.
Die mutmasslichen Löhne der Jahre 2007 und 2008 basieren demnach auf einer groben Schätzung, und sie lassen keine di
rekten Schlüsse auf die mutmasslichen Löhne in den hier massgebenden Jahren 2005 und 2006 zu.
Aus
den Angaben ist aber immerhin eine kontinuierliche
jährliche Lohnsteigerung
ersichtlich, und diese beläuft sich in Anbetracht des
sen,
dass sich der Lohn vom Jahr 2002 bis zum Jahr 200
8 von
Fr.
3‘750.-- auf
Fr.
5‘000
.-- erhöht hat,
auf
rund
Fr.
200.--
im Jahr.
Damit kann für das Jahr 2005 schätzungsweise ein
Monatslohn von
Fr.
4‘
350
.-- (
Fr.
3‘750.-- + 3 x
Fr.
200.--
)
beziehungsweise
ein Jahreslohn von
Fr.
56
‘
550
.-- (13 x Fr.
4‘
350
.--)
als
Valideneinkommen
eingesetzt
werden.
Dieses ist höher als das von der Beschwerdegegnerin angenommene (vgl.
Urk.
7/46 S. 8).
Die Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
vo
n
Fr.
56‘550.
-- und des
Inva
-
lideneinkommens
von
Fr.
24‘560.--
ergibt ei
nen Invaliditätsgrad von
auf
ge
rund
et
57
%
.
Der
Verlust der alten Arbeitsstelle per Ende Januar 2005 und der Antritt einer neuen Stelle Anfang Mai 2005 führen
somit zu keiner Ände
rung des bisherigen Anspruchs auf die halbe
Invalidenrente.
3.6.3
Eine weitere Veränderung - nunmehr wieder gesundheitlicher Art in Form einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit - ist ges
tützt auf das Gutachten des Instituts L.___
für die Zeit ab dem 21. September 2006 anzunehmen. Hier stellt sich die Frage, ob daraus nach Ablauf der dreimonatigen Frist nach Art. 88a
Abs.
1 IVV eine tie
fere Rente oder eine Rentenaufhebung resultiert.
Die Beschwerdegegnerin nahm gestützt auf die massgebende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Gutachten des
Instituts L.___
eine Ein
busse
in der
Leis
tungs
fähigkeit von 30
%
an (vgl.
Urk.
7/46 S. 8). Diese
r Prozentsatz
erscheint
entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift (vgl.
Urk.
1 S. 8 f.)
als zu grosszügig bemessen.
Denn
die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit beläuft sich
im massgebenden Zeitraum bis ins Jahr 2012 durchgehend auf 41,6 oder 41,7 Wochenstunden (vgl. Die Volkswirtschaft 7/8-2013, S. 94, Tabelle B9.2), was einem Tagespensum von annähernd 8,5 Stunden entspricht. Mit der E
in
schränkung
um
2,5 Stunden, welche in der Gesamtbeurteilung angenommen wurde (
Urk.
7/29
S. 21 und
S. 26)
, verbleibt somit
ein
etwa
6-stündige
r
Ar
beitstag. Ein solcher erscheint
als zumutbar
angesichts dessen, dass die Be
schwerdeführerin
bis
dahin
jeweils während eines halben Tages eine durchge
hende Leistungsfähigkeit
ge
zeigt
hatte
und dass die Gutachter die Einschrän
kung insbesondere mit einem Bedürfnis nach verlängerter Ruhe
begründeten. D
enn unter diesen Umständen
erscheint
eine Verteilung
von sechs
Arbeitsstun
den über einen ganzen Tag mit vermehrten Ruhepausen
als realisierbar
. Bei der betriebsüblichen wöc
hentlichen Arbeitszeit von 41,6
Stunden im Jahr 2006 (vgl. Die Volkswirtschaft 1/2-2010, S. 94, Tabelle B9.2) beträgt die Einschränkung aufgerundet 28
%
. Eine Kumulation mit den Einschränkungen von 75
%
bezie
hungsweise von 80
%
, wie sie der Beschwerdeführerin aus neuropsychologi
scher beziehungsweise aus psychiatrischer Sicht attestiert wurden (
Urk.
7/29
S. 23, S. 28 und S. 31), verbietet sich
wegen der Wechselwirkungen zwischen Schmerzen und neuropsychologischer sowie psychischer Symptomatik (vgl.
Urk.
7/29 S. 27). Besonders deutlich brachte dies die Neuropsychologin zum Ausdruck, die als Ursache für die attestierte Arbeitsunfähigkeit die verstärkte geistige und körperliche Ermüdbarkeit als Folge der Schmerzen und der depres
siven Versti
mmung nannte (
Urk.
7/29 S.
28).
Der Auffassung der Beschwerde
führerin, aufgrund einer Gesamtbetrachtung müsse eine Einschränkung von mindestens 50
%
angenommen werden (
Urk.
1 S. 11), kann somit nicht zuge
stimmt werden.
Gemäss der LSE
des Jahres 2006 (S. 25 Tabelle TA1)
beträgt der Bruttolohn der vorstehend herangezogenen Kategorie
Fr.
4'019.--
im Monat. Umgerechnet auf die massgebende betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden
re
-
sultiert
ein Monatslohn von
Fr.
4‘179.75 und ein Jahreslohn von
Fr.
50‘157.--. Dieser ist aufgrund der ermittelten Einschränkung von 28
%
auf 36‘113.-- zu reduzieren. Eine weitere Reduktion rechtfertigt sich aus den oben genannten
Gründen wiederum nicht (
für das Argument der proportional höheren
Entlöhnung
bei Teilzeitarbeit
vgl.
LSE 2006 S. 16 Tabelle T2*).
Aufgrund der vorstehenden Überlegungen ist sodann für das Jahr 2006 schätzungsweise ein Mo
natslohn von
Fr.
4‘
5
50.-- (
Fr.
3‘750 + 4 x
Fr.
200.--
) beziehungsweise ein Jahreslohn von
Fr.
5
9‘150
.-- (13 x
Fr.
4'
5
50.--
) als
Valideneinkommen
anzuneh
men
.
Die Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von
Fr.
59‘150.--
und des
Invali
deneinkommens
von
Fr.
36‘113.--
ergibt einen Invaliditätsgrad von
auf
ge
rund
et
3
9
%
. Die Beschwerdeführerin hat somit
nach Ablauf der dreimonati
gen Frist nach
Art.
88a
Abs.
1 IVV
ab dem
1. Januar 2007 gemäss dem zutref
fenden Entscheid der Beschwerdegegnerin keinen
Anspruch
mehr auf eine
Inva
-
lidenrente
. Für die Folgezeit bis zum Datum der angefochtenen Verfügungen ändert sich daran nichts. Denn nach der Rechtsprechung
führen
geringfügige Änderungen allgemeiner statistischer Daten, die ausserhalb des Umfelds der versicherten Person liegen, nicht zu einer
Rentenrevision
, selbst wenn durch solche Veränderungen der Schwellenwert
über- oder unterschritten würde (BGE 133 V 545 E. 7).
Vorliegendenfalls
wurde das
Valideneinkommen
zwar
nicht anhand statistischer Werte, sondern anhand von Angaben der ehemaligen Ar
beitgeberin ermittelt. Diese basieren jedoch wie gesagt auf einer groben Schät
zung
, sodass die zitierte Rechtsprechung hier ebenfalls anwendbar ist.
3.7
Zusammengefasst hat die Beschwerdeführerin somit für die Zeit von August bis
Dezember 2003 Anspruch auf
eine ganze Rente, für die Zeit von
Januar 2004
bis Januar 2005 Ansp
ruch auf eine
Dreiviertelsrente
und
für die Zeit von Februar 2005 bis Dezember 2006 Anspruch auf eine halbe Rente. Ab Januar 2007 besteht kein Rentenanspruch mehr.
Damit sind die angefochtenen Verfügungen vom 23. Februar 2012 in teilweiser Gutheissung
der Beschwerde
dahingehend zu ändern, dass die Beschwerdefüh
rerin von August bis Dezember 2003 Anspruch auf eine ganze Rente hat. Im Übrigen ist die
Beschwerde abzuweisen.
4.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Partei kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des
gesetzlichen Rah
mens (
Fr.
200.--
bis
Fr.
1'000.
--
) auf
Fr.
900.--
zu bemessen.
Die Beschwerdeführerin obsiegt in Bezug auf den Rentenanspruch
nur für die Ze
it von August bis Dezember 2003;
in Bezug auf den Rentenanspruch
für die
Zeit danach
, insbesondere für die Zeit ab Januar 2007, unterliegt sie.
Da der Rentenanspruch von August bis Dezember 2003
zeitlich begrenzt ist,
währenddem
die Verneinung des Rentenanspruchs
ab Januar 2007
vorbehältlich einer Sachverhaltsänderung auf unbestimmte Zeit hin andauert,
ist ermessensweise von einem Obsiegen zu einem Fünftel und von einem Unterliegen zu vier Fünfteln auszugehen. Die Kosten sind den Parteien daher in diesem Verhältnis aufzuerlegen.
5.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
bühren,
Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
D
ie Prozessentschädigung der Beschwerdeführerin
ist aufgrund der vorstehen
den Überlegungen
zu den Kosten
auf einen
Fünftel
jener Entschädigung zu be
messen, die sie bei vollständigem Obsiegen erhielte. Ermessensweise ist sie auf
Fr.
800.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Das Gericht verfügt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügungen vom 2
3.
Februar 2012 dahingehend geändert, dass die Beschwerdeführerin von Au
gust bis Dezember 2003 Anspruch auf eine ganze Rente hat. Im Übrigen wird die Be
schwerde abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
900
.-- werden
der Beschwerdeführerin zu vier Fünfteln sowie der Beschwerdegegnerin zu einem Fünftel
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungs
schein werden
den
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3
.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessentschädigung von
Fr.
800
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
) zu bezahlen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Tobias
Figi
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
-
Personalvorsorgestiftung der
Z.___
AG
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigKobel
SP/KB/JMversandt