# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bf7b8cb-946a-53aa-8546-e5574c4015b5
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-08-17
**Language:** de
**Title:** Neufestsetzung des kantonalen Inventars der Landschaftsschutzobjekte (KILO)
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0133/2022
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_brge_iii_nr._0133_2022_vom_17._august_2022.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

3. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE III Nr. 

R3.2022.00033 
0133/2022   

Entscheid vom 17. August 2022   

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Felix Müller, Baurichterin Sabine Ziegler, Baurichterin 
Marlen Patt, Gerichtsschreiber Paul Wegmann 

in Sachen 

Rekurrierende 

1.  A AG, […] 
2.  B AG, […] 

beide vertreten durch […]  

gegen 

Rekursgegnerin 

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

Mitbeteiligter 

2.  Gemeinderat Lindau, Tagelswangerstrasse 2, 8315 Lindau 

betreffend 

Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich (AREV-Nr. 1124/22) vom 14. Ja-
nuar  2022;  Neufestsetzung  kantonales  Inventar  der  Landschaftsschutzob-
jekte, Entlassung des Objekts Nr. 9237 (alt Nr. 101_106) "Glazial geprägte 
Form Vorwalden", Lindau 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Verfügung Nr. 1124/21 vom 14. Januar 2022 (publiziert am 17. Januar 

2022)  setzte  die  Baudirektion  Kanton  Zürich,  Amt  für  Raumentwicklung 

(ARE), das Kantonale Inventar der Landschaftsschutzobjekte (nachfolgend 

Landschaftsschutzinventar bzw. KILO) fest. Im Einzelnen wurde verfügt, der 

Teilbereich  "Landschaftsschutz"  mit  den  Landschaftsschutzobjekten  von 

überkommunaler  Bedeutung  werde  vom  Inventar  der  Natur-  und  Land-

schaftsschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung vom 4. Januar 1980 

(RRB Nr. 0126/1980; "Inventar 80") in das neue kantonale Inventar der Land-

schaftsschutzobjekte überführt (Dispositivziffer I), wobei für den Teilbereich 

"Naturschutz" das "Inventar 80" weiterhin seine Gültigkeit behalte (Disposi-
tivziffer II). In Dispositivziffer III werden sodann - im Sinne der eigentlichen 

Festsetzung  des  kantonalen  Inventars  der  Landschaftsschutzobjekte  -  zu-

nächst  die  229  vom  Landschaftsschutzinventar  umfassten  Objekte  aufge-

führt  (Ziff.  1),  und  sodann  diejenigen  überkommunal  eingestuften  Objekte 

aus dem Inventar 80 aufgelistet, bei denen vollständig (Ziff. 2) oder teilweise 

(Ziff. 3) auf eine Festsetzung verzichtet wird. Dabei gehört zu den in Dispo-

sitivziffer  III.2  genannten  Objekten,  für  die  auf  eine  Festsetzung  verzichtet 

wird, unter anderem das vorliegend streitbetroffene, auf dem Gebiet der Ge-

meinde Lindau gelegene Objekt Nr. 9237 (entsprechend Obj.-Nr. I80 [Inven-

tar 80] 101_106), "Glazial geprägte Form Vorwalden", das im Inventar 80 als 

Geomorphologisches  Objekt  mit  regionaler  Bedeutung  (Region  Winterthur 

und Umgebung) erfasst war (act. 3 S. 19). 

B. 

Mit gemeinsamer Eingabe vom 16. Februar 2022 erhoben die A AG und die 

B AG fristgerecht Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und 

stellten folgende Anträge: 

  " 1. Die Entlassung des Objekts 101_106 "Glazial geprägte Form Vorwal-
den", Lindau, aus dem Inventar der Natur- und Landschaftsschutzob-
jekte  von  überkommunaler  Bedeutung  (alt)  bzw.  dem  Kantonalen  In-
ventar der Landschaftsschutzobjekte (neu) sei aufzuheben. 

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    2. Dementsprechend sei das Objekt 101_106 "Glazial geprägte Form Vor-
walden", Lindau, in das Kantonale Inventar der Landschaftsschutzob-
jekte aufzunehmen. 

    3. Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  des  Rekursgeg-

ners." 

C. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  18.  Februar  2022  wurde  vom  Rekurseingang 

Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet, wobei der 

Gemeinderat  Lindau  als  Mitbeteiligter  in  das  Rekursverfahren  einbezogen 

wurde. Die aufschiebende Wirkung des Rekurses wurde "auf die Entlassung 

des Objekts Nr. 9237 (alt Nr. 101_106) beschränkt". 

D. 

Mit Vernehmlassung vom 9. März 2022 beantragte der Gemeinderat Lindau, 

der Rekurs sei vollumfänglich abzuweisen. Die Baudirektion beantragte mit 

Schreiben  vom  17.  März  2022  unter  Verweis  auf  den  Mitbericht  des  ARE 

vom 13. März 2022 ebenfalls die Abweisung des Rekurses (wobei der Antrag 

im Mitbericht dahingehend lautet, der Rekurs sei abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten sei, unter Kostenfolge zulasten der Rekurrentinnen). 

E. 

Mit Replik vom 11. April 2022 und Duplik vom 2. Mai 2022 (unter Verweis auf 

den Mitbericht des ARE vom gleichen Datum) hielten die Rekurrentinnen und 

die  Vorinstanz  an  ihren  Anträgen  fest.  Die  Mitbeteiligte  verzichtete  still-

schweigend auf Einreichung einer Duplik. Mit Eingabe vom 16. Mai 2022 ha-
ben die Rekurrentinnen eine weitere Stellungnahme eingereicht. 

F. 

Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit zur Entscheidbegründung erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

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Es kommt in Betracht: 

1.1 

Das  streitbetroffene,  südwestlich  des  Dorfes  Tagelswangen  (Gemeinde 

Lindau) und nördlich der in diesem Bereich befindlichen Kreuzung von Nati-

onalstrasse  und  Eisenbahnlinie  liegende  Landschaftsschutzobjekt  "Glazial 

geprägte  Form  Vorwalden"  war  im  Inventar  der  Natur-  und  Landschafts-

schutzobjekte  von  überkommunaler  Bedeutung  (Inventar  80)  als  Teil  der 

Drumlinlandschaft Nürensdorf-Lindau-Illnau (Nr. 101_106 bzw. gemäss dem 

Objektblatt  Nr. 101;  vgl.  act.  6.8  sowie  [derzeit  noch]  die  Angaben  in  der 

Karte "Natur- und Landschaftsschutzinventar 1980" und in der Ebene "Land-

schaftsschutz-Inventar 80" der Karte "Kantonales Inventar der Landschafts-

[GIS-
schutzobjekte" 
Browser;  https://maps.zh.ch/],  auch  zum  Folgenden)  verzeichnet.  Diese 

im  Geoinformationssystem  des  Kantons  Zürich 

wurde wie folgt umschrieben: "Drumlinflur des Linthgletschers, die während 

der Hochwürmzeit geprägt wurde. Durch die Bewaldung der Kuppen und die 

Felder in den Senken dazwischen tritt die typische Hügelform noch verstärkt 

in Erscheinung." Als Ziel wurde die "ungeschmälerte Erhaltung des glazial 

geprägten  und  bislang  unversehrt  gebliebenen  Landschaftsbildes"  und  als 

Massnahmen  "keine  beeinträchtigenden  Geländeveränderungen"  genannt; 

die  Bedeutung  wurde  als  regional  eingestuft.  Zur  genannten  Drumlinland-

schaft zählten neben der streitbetroffenen "Glazial geprägten Form Vorwal-

den"  (Nr.  101.1)  die  weiter  nördlich  gelegenen  Drumlins  Müliberg-Büel 

(101.2),  Buech  (101.3),  Linggisbüel/Hakaberg  (101.4) und  Herdloh  (101.5) 

sowie  die  östlich  gelegenen  Drumlins  Tannenberg-Holziberg-Schlimperg 

(101.6). 

Im Rahmen der Neufestsetzung des Kantonalen Inventars der Landschafts-

schutzobjekte  (Landschaftsschutzinventar;  KILO)  wurden  die  genannten 

Drumlins  Nrn.  101.2 und 101.5  zusammen mit der  -  gemäss Inventar 80 - 

Drumlinlandschaft Lattenbuck-Chellerholz-Egg (Nr. 103_57 bzw. im Objekt-

blatt  Nr.  103)  sowie  gewissen  zusätzlichen  Verbindungsflächen  neu  als 

"Drumlinlandschaft  Lindau  -  Nürensdorf"  in  der  Objektkategorie  "Geomor-

phologisch geprägte Landschaften" unter der Nr. 1091 als Objekt regionaler 

Bedeutung erfasst (vgl. act. 16.6 sowie die Karte "Kantonales Inventar der 

Landschaftsschutzobjekte"  im  GIS-Browser,  auch  zum  Folgenden).  Die 

Drumlins Nrn. 101.4 und 101.5 wurden je selbständig in der Objektkategorie 

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"Geologische Zeitzeugen" unter den Nrn. 7053 und 7054, ebenfalls mit regi-

onaler Bedeutung, verzeichnet. Die Drumlins Nr. 101.6 bilden neu - zusam-

men  mit  anderen,  weiter  östlich  gelegenen  Drumlins  -  Teil  des  Objekts 

"Drumlins bei Illnau-Effretikon" (Nr. 7179, kantonale Bedeutung), das eben-

falls zur Kategorie "Geologische Zeitzeugen" gehört. Demgegenüber wurde 

die  streitbetroffene  Glazial  geprägte  Form  Vorwalden  (Nr.  101.1)  nicht  ins 

neue Landschaftsschutzinventar aufgenommen. 

1.2 

Die Grundstücke der Rekurrentin 1 (Kat.-Nr. 1) und der Rekurrentin 2 (Kat.-

Nrn. 2 und 3) liegen am westlichen Dorfrand von Tagelswangen in der Ge-

werbezone G3b. Gemäss den im GIS-Browser überprüfbaren Angaben der 

Rekurrentinnen  befindet  sich  das  erstgenannte  Grundstück  in  einem  Ab-

stand von (minimal) ca. X m zur Perimetergrenze des streitbetroffenen Land-

schaftsschutzobjekts  (das  seinerseits  zur  kantonalen  Landwirtschaftszone 

gehörende  sowie  als  Wald  ausgewiesene  Flächen  umfasst),  während  das 

Grundstück Kat.-Nr. 2 einen (minimalen) Abstand zur fraglichen Perimeter-

grenze von ca. Y m aufweist. 

2. 

Es  wird  -  im  Sinne  einer  Beweisofferte  -  die  Durchführung  eines  Augen-

scheins  beantragt  (vgl.  §  7  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  [VRG]). 

Das Baurekursgericht hat unbesehen von Parteianträgen nur dann einen Au-

genschein durchzuführen, wenn die Verhältnisse vor Ort zwar entscheidre-

levant, auf Grund der Akten aber noch unklar sind. Diese Voraussetzung ist 

vorliegend nicht erfüllt, so dass kein Augenschein durchzuführen war. 

3.1.1 

Die Rekurrentinnen halten einleitend fest, beim im angefochtenen Beschluss 

erwähnten Verzicht auf eine Festsetzung handle es sich in Tat und Wahrheit 

um eine Entlassung aus dem Inventar. 

Spezifisch  unter  dem  Titel  der  Legitimation  führen  die  Rekurrentinnen  so-

dann aus, das Gebiet des streitbetroffenen Landschaftsschutzobjekts solle 

durch ein grosses Kiesabbauprojekt zerstört werden, wobei sich der im kan-

tonalen  Gestaltungsplan  -  der  im  Oktober/November  2020  zur  Mitwirkung 

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aufgelegen sei - ersichtliche Nordteil des Abbaugebiets tief in den Perimeter 

des  Landschaftsschutzobjekts  hineinerstrecke.  Während  aktuell  aufgrund 

des Landschaftsschutzes eine Wiederherstellung des heutigen Terrains ge-

plant sei, würde die Entlassung aus dem Inventar die ursprünglich vorgese-

hene Überfüllung des Geländes um mehrere Meter ermöglichen, womit die 

bestehende, geomorphologisch interessante Landschaft in der Aussicht der 

rekurrentischen Liegenschaften nachhaltig negativ verändert würde. Vor al-

lem aber sei ungeachtet der Frage der Wiederherstellung - die ohnehin nur 

eine  "künstliche  Disney-Land-Landschaft"  schaffen  würde  -  ein  Kiesabbau 

im  Perimeter  des  Schutzobjekts  nicht  zulässig,  da  es  sich  um  eine  beein-

trächtigende Geländeveränderung handle, die massiv gegen das Schutzziel 

der ungeschmälerten Erhaltung verstosse. Das inventarisierte Landschafts-

schutzgebiet  stelle  somit  für  das  Kiesabbauprojekt  ein  Hindernis  dar  bzw. 

werde der Kiesabbau durch die Inventarentlassung ermöglicht. Der Kiesab-

bau werde für die Anstösser - auch aufgrund der erhöhten Lage der Häuser 

am Ortsrand von Tagelswangen - massive Immissionen mit Lärm, Staub und 

Erschütterungen  und  entsprechende  Beeinträchtigungen  zur  Folge  haben. 

Der  Rekurrentin  1  würden  aufgrund der  Immissionen  und der dadurch  be-

dingten Mietzinsreduktionen für ihre Gewerbeliegenschaft bezogen auf die 

gesamte Dauer des Abbaus bei Vollvermietung Fr. 1,5 bis 1,75 Mio. Verlust 

entstehen, wobei überdies zu befürchten sei, dass das Kiesgrubenprojekt zu 

grossen Leerständen führen werde. Hinzu kämen erhebliche Reinigungskos-

ten. Für die Rekurrentin 2, die hauptsächlich in der […] tätig sei, ergebe sich 

das Problem, dass die Anlagen für den Auswuchtungsprozess (als Kernpro-

zess in der Fertigung und grösstes Know-How des Unternehmens) auf die 

kleinsten Erschütterungen reagieren würden, was zu erheblichen Produkti-

onsverzögerungen, Preiserhöhungen, Verlust der Konkurrenzfähigkeit oder 

gar Verunmöglichung der Produktion führe. Probleme bereiteten weiter der 

erhöhte  Lärm,  da  für  verschiedene  Produkte  Schallmessungen  vorzuneh-
men seien, sowie die erhöhte Staubbelastung. Die Rekurrentin 2 würde bei 

Realisierung der Kiesgrube diverse bauliche Massnahmen treffen müssen, 

wobei mit Investitionskosten von über zwei Millionen Franken zu rechnen sei. 

Hinzu kämen die erhöhten Reinigungskosten. 

3.1.2 

Die Vorinstanz hält dafür, auf den Rekurs sei nicht einzutreten. Beim ange-

fochtenen Beschluss handle es sich um eine Neufestsetzung im Sinne von 

§ 7 Abs. 1 lit. b der Kantonalen Natur- und Heimatschutzverordnung (KNHV) 

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und nicht um eine Nachführung, wobei Aufnahmekriterien und Methodik für 

das Landschaftsschutzinventar wesentlich von denjenigen des Inventars 80 

abweichen würden. Während im Stand der Anhörung noch von einer Über-

arbeitung des Inventars 80 mit entsprechenden Entlassungen und Neuauf-

nahmen  ausgegangen  worden  sei,  habe  der  Methodenwechsel  mit  neuen 

Aufnahmekriterien dazu geführt, ein neues separates Inventar für den Sach-

bereich Landschaft festzusetzen, das den Teil Landschaft des Inventars 80 

vollständig ablöse, wobei insgesamt 136 Objekte aus dem Inventar 80 nicht 

ins neue Landschaftsschutzinventar aufgenommen worden seien. Gemäss 

ständiger Rechtsprechung sei die Aufnahme eines Schutzobjekts in ein In-

ventar  eine  blosse  Verwaltungshandlung  ohne  Verfügungscharakter,  wes-

halb denn auch mit der Publikation des neuen Landschaftsschutzinventars 

kein Rechtsmittel eröffnet worden sei. 

Selbst wenn sodann entgegen der dargelegten Auffassung von einer Nach-

führung und damit einer Entlassung des streitbetroffenen Objekts ausgegan-

gen würde, fehle es den Rekurrentinnen an der erforderlichen Beziehungs-

nähe  und  am  Berührtsein  von  qualifizierten  eigenen  Interessen.  Mit  einer 

Aufnahme des Objekts in das Landschaftsschutzinventar würde der Kiesab-

bau in diesem Gebiet nicht verhindert. Im Zeitpunkt der Auflage zur Mitwir-

kung im Jahr 2020 sei das streitbetroffenen Objekt im Gestaltungsplan als 

Inventarobjekt des Inventars 80 berücksichtigt worden und eine Wiederher-

stellung  des  heutigen  Terrains  vorgesehen  worden.  Auch  mit  einer  Auf-

nahme im Landschaftsschutzinventar wäre wiederum im Rahmen einer Inte-

ressenabwägung ein vorübergehender Eingriff in das Schutzobjekt zu beur-

teilen.  Würde  ein  solcher  als  zulässig  beurteilt,  hätte  der  Gestaltungsplan 

entsprechende  Vorgaben  und  Auflagen  einzuhalten.  Im  Stand  Entwurf  sei 

der Eingriff in das Inventarobjekt aus dem Inventar 80 als vertretbar beurteilt 

worden.  Selbst  wenn  schliesslich  ein  Eingriff  als  nicht  zulässig  erachtet 
würde,  führte  die  Aufnahme  des  Objekts  ins  Landschaftsschutzinventar 

höchstens zu einer Reduktion des Abbaugebiets. Namentlich befände sich 

die am nächsten bei den rekurrentischen Grundstücken befindliche nördlich 

gelegene Abbaufläche nicht im Perimeter des streitbetroffenen Inventarob-

jekts, so dass in diesem Bereich der Kiesabbau unabhängig  vom Bestand 

oder  Nichtbestand  des  Inventareintrags  möglich  wäre.  Auch  eine  Inven-

taraufnahme des Objekts führe damit nicht zum angestrebten Ziel der Re-

kurrentinnen,  den  Kiesabbau  im  näheren  Umfeld  ihrer  Liegenschaften  zu 

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verhindern, so dass diese zur Rekurserhebung nicht legitimiert seien. Auch 

aus diesen Gründen sei auf den Rekurs nicht einzutreten. 

3.1.3 

In der Replik führen die Rekurrentinnen aus, es treffe zu, das der Status als 

Inventarobjekt für sich allein die Zerstörung durch den Kiesabbau noch nicht 

zwingend  verhindere.  Der  Entwurf  des  Gestaltungsplans  habe  die  Zerstö-

rung trotz des Inventareintrags vorgesehen. Diese Frage sei aber noch nicht 

geklärt.  Es  bestehe  eine  realistische  Möglichkeit,  dass  die  Zerstörung  im 

Rahmen des Verfahrens betreffend den kantonalen Gestaltungsplan als un-

zulässig taxiert werde. Weiter habe die K. AG, welche den Kiesabbau betrei-

ben möchte, mehrfach ausdrücklich klargestellt, dass sich die Erstellung der 

Infrastruktur finanziell nur lohne, wenn das gesamte Abbaugebiet im geplan-

ten Ausmass abgebaut werden könne. Sollte dies seitens der Vorinstanz be-

stritten  werden,  werde  die  Nennung  von  Zeugen  vorbehalten.  Könne  auf-

grund des Landschaftsschutzes ein Teil im Norden nicht abgebaut werden, 

falle somit das gesamte Projekt mangels Wirtschaftlichkeit dahin. 

Die Vorinstanz hält in der Duplik fest, wie sich bei Erarbeitung des Gestal-

tungsplans unter Berücksichtigung des im Inventar 80 enthaltenen Objekts 

gezeigt habe, sei bei Wiederherstellung des ursprünglichen Reliefs ein land-

schaftsverträglicher Kiesabbau gewährleistet, weshalb die rekurrentische Ar-

gumentation betreffend die finanzielle Sinnhaftigkeit der Erstellung der Infra-

struktur  ins Leere  ziele.  Ob  der  Kiesabbau finanziell  für  die  Betreiberin  at-

traktiv sei, wenn nur Teilflächen abgebaut werden könnten, sei eine offene 

Frage, die nicht vorliegend, sondern im Rahmen eines Gestaltungsplanver-

fahrens zu klären sei. Grundsätzlich könne Kies auch ausserhalb des Inven-

tarobjekts abgebaut werden. 

In einer triplizierenden Eingabe legen die Rekurrentinnen dar, der kantonale 

Gestaltungsplan  sei  nun  am  6.  Mai  2022  publiziert  und  der  Kiesabbau  im 

Landschaftsschutzperimeter  zugelassen  worden.  Die  Rekurrentinnen  wür-

den  auch  dort  u.a.  wegen  der  Verletzung  der  Anliegen  des  Landschafts-

schutzes Rekurs einlegen. 

3.2 

Im  angefochtenen Beschluss  wird  ausgeführt,  mit  Beschluss  Nr.  126/1980 

vom  4.  Januar  1980  habe  der  Regierungsrat  das  Inventar  der  Natur-  und 

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Landschaftsschutzobjekte  von  überkommunaler  Bedeutung  (Inventar  80) 

festgesetzt. Seit der Festsetzung seien - mit Ausnahme von Nachträgen bei 

den  Naturschutzobjekten  -  keine  Aktualisierungen  vorgenommen  worden. 

Viele  Landschaftsschutzobjekte  des  Inventar  80  hätten  zwischenzeitlich 

starke  Veränderungen  wie  Überbauungen,  Geländeveränderungen  oder 

Trennwirkungen durch Verkehrsinfrastrukturen erfahren. Sodann seien unter 

den Landschaftsschutzobjekten im Inventar 80 vorwiegend Einzelobjekte in-

ventarisiert  worden,  während  §  19  KNHV  als  Landschaftsschutzgebiete 

ganze Landschaften und damit zusammenhängende Räume bezeichne. Im 

Sinne von § 8 KNHV sei deshalb für die Landschaftsschutzobjekte eine ge-

samthafte Prüfung und Aktualisierung erforderlich gewesen. § 7 KNHV for-

dere  die  jeweils  separate  Erstellung  von  Fachinventaren.  Das  Sachgebiet 

Landschaftsschutz mit den Landschaftsschutzobjekten von überkommunaler 

Bedeutung werde deshalb aus dem Inventar 80 herausgelöst und gestützt 

auf  §  7  lit.  b  KNHV  in  ein  separates  neues  kantonales  Inventar  der  Land-

schaftsschutzobjekte  (Landschaftsschutzinventar)  überführt.  Dabei  sei  bei 

einzelnen  Objekten  aufgrund  von  irreversibler  Beeinträchtigung  oder  auf-

grund von geringer landschaftlicher Prägnanz und Einzigartigkeit der Objekte 

im  kantonalen  Vergleich  auf  die  Überführung  ins  neue  Inventar  verzichtet 

worden.  Das  Inventar  80  werde  für  den  Sachbereich  Landschaftsschutz 

durch das neue Landschaftsschutzinventar ersetzt (vgl. zum Ganzen act. 3 

S. 1).  Insgesamt  seien  136  Objekte  aus  dem  Inventar  80  nicht  im  neuen 

Landschaftsschutzinventar aufgenommen worden (act. 3 S. 5 und S. 15 ff.). 

Wie sich dieser Darstellung entnehmen lässt, trifft es zwar zu, dass vorlie-

gend formell die Neufestsetzung eines Inventars erfolgt ist. Dies war schon 

allein deshalb geboten, weil § 7 KNHV für fünf im Einzelnen genannte Sach-

gebiete  -  zu  denen  unter  anderem  Objekte  des  Naturschutzes  (lit.  a)  und 

Objekte des Landschaftsschutzes (lit. b) gehören - die Erstellung je separater 
Inventare verlangt, so dass eine Aufteilung des bisherigen Inventars 80, das 

diese  beiden  Sachgebiete  vereinte,  bzw.  die  Herauslösung  des  einen  Be-

reichs aus dem Inventar 80 zwingend erforderlich war. Nichtsdesto-trotz han-

delt  es  sich  bei  der  Festsetzung  des  Landschaftsschutzinventars  (KILO) 

nach  dem  Gesagten  gerade  nicht  um  die  erstmalige  Erfassung  der  Land-

schaftsschutzobjekte  von  überkommunaler  Bedeutung.  Entsprechend  bil-

dete Ausgangspunkt des zur Festsetzung des neuen Landschaftsschutzin-

ventars  führenden  Inventarisierungsprozesses  denn  auch  die  Überprüfung 

der bereits im Inventar 80 erfassten Landschaftsschutzobjekte (vgl. act. 3 S. 

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Seite 9 

 
 
3). Auch wenn in der Folge eine Neuausrichtung und Neukategorisierung der 

bisherigen  Landschaftsschutzobjekte  nach  Massgabe  einer  angepassten 

Methodik erfolgte (act. 3 S. 2 f.; vgl. näher E. 4.3.1), vermag dies nichts daran 

zu  ändern,  dass  sich  aufgrund  des  angefochtenen  Beschlusses  -  der  sich 

explizit dazu äussert, dass (lediglich) für den Teilbereich "Naturschutz" das 

Inventar 80 seine Gültigkeit behalte (vgl. Dispositiv-Ziff. II), womit es diese 

bezüglich  des  Bereichs  "Landschaftsschutz"  aufgrund  dieses  Beschlusses 

verliert) - der Status derjenigen Objekte, die im Inventar 80 verzeichnet wa-

ren, jedoch nicht ins Landschaftsschutzinventar aufgenommen wurden, da-

hingehend  ändert,  dass  eine  bisher  gegebene  Inventarisierung  als  Land-

schaftsschutzobjekt  überkommunaler  Bedeutung  zukünftig  entfällt.  Damit 

handelt es sich jedenfalls materiell - wenn nicht sogar formell aufgrund der 

Teilaufhebung des Inventars 80 - um eine Inventarentlassung, wofür im Üb-

rigen auch der Umstand spricht, dass die fraglichen 136 Objekte (wie auch 

weitere  67  mit  gegenüber  dem  Inventar  80  verändertem  Perimeter festge-

setzte Objekte) im Dispositiv des angefochtenen Beschlusses ausdrücklich 

und im Einzelnen aufgeführt sind (was bei einer erstmaligen Inventarisierung 

praxisgemäss nicht der Fall wäre). Entgegen der Vorinstanz steht somit der 

Umstand, dass es sich bezüglich des neuen Landschaftsschutzinventars for-

mell um eine Neufestsetzung handelt, der Anfechtung der Nichtberücksichti-

gung eines Objekts (die bei erstmaliger Inventarisierung - gleich wie umge-

kehrt die Inventarisierung - nicht justiziabel wäre) nicht entgegen. Vielmehr 

kann gegen diese unter den gleichen Voraussetzungen, wie sie für eine förm-

liche  Inventarentlassung  gelten  würden,  rekurriert  werden  (weshalb  insbe-

sondere auch hinsichtlich der nachfolgend zu prüfenden Legitimation die für 

Inventarentlassungen  entwickelten  Grundsätze  zumindest  analog  anwend-

bar  sind).  Dass  der  angefochtene  Beschluss  keine  Rechtsmittelbelehrung 

enthält, erweist sich insofern als fehlerhaft, woraus den Rekurrierenden in-

dessen - wie diese selbst anerkennen (vgl. act. 2 Rz. 4) - kein Nachteil er-
wachsen ist. 

3.3.1 

Zum Rekurs und zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochtene 

Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung 

oder Änderung hat (§ 338a Satz 1 des Planungs- und Baugesetzes [PBG]). 

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Seite 10 

 
 
Mit  dieser  Umschreibung  der  Legitimation  verlangt  das  Gesetz  zunächst, 

dass  der  Rekurrent  über  eine  hinreichend  enge  nachbarliche  Raumbezie-

hung zum Baugrundstück verfügt, kraft derer er stärker als beliebige Dritte 

oder die Allgemeinheit von der angefochtenen Anordnung betroffen ist. Das 

vom  Gesetz  alsdann  verlangte  schutzwürdige  Interesse  (Anfechtungsinte-

resse) setzt voraus, dass der Rekurrent mit der Gutheissung des Rechtsmit-

tels einen Nutzen erlangt bzw. einen Nachteil abwendet. Das Interesse des 

Rekurrenten kann rechtlicher oder tatsächlicher Natur sein. Allerdings ver-

mag nicht jeder noch so geringfügige Nachteil ein schutzwürdiges Interesse 

zu begründen (BRGE II Nr. 0124/2013 in BEZ 2013 Nr. 46; www.baurekurs-

gericht-zh.ch). Der angestrebte Nutzen muss stets ein eigener sein. Der Re-

kurrent muss zudem von der Anordnung unmittelbar betroffen sein. Mithin ist 

zu  prüfen,  ob die  Gutheissung des  Rekurses für  sich  betrachtet  ausreicht, 

um den angestrebten Nutzen herbeizuführen (Martin Bertschi, in: Kommen-

tar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 21 Rz. 10 ff. und 53 ff.). 

Ein legitimationsbegründender Nachteil kann für den Rekurrenten auch dann 

vorliegen, wenn mit der angefochtenen Anordnung die Entlassung eines Ob-

jekts aus einem Schutzinventar erfolgt und die damit verbundene, rein abs-

trakte  Möglichkeit  der  Neuüberbauung  eines  Grundstücks  eine  Minderung 

des ideellen oder materiellen Werts der Liegenschaft des Nachbarrekurren-

ten  zur  Folge  hat  (VB.2009.00498  vom  25.  Mai  2011,  E.  1.2.2;  Bertschi, 

a.a.O.,  § 21  Rz.  61;  vgl.  zur  zumindest  analogen  Anwendbarkeit  dieser 

Rechtsprechung vorstehend E. 3.2). 

3.3.2 

Wie  vorstehend  dargelegt,  leiten  die  Rekurrentinnen  ihre  Legitimation  aus 

dem Umstand her, dass ihres Erachtens die Frage der Inventarisierung des 

streitbetroffenen Objekts sich (zumindest potentiell) auf die Realisierung ei-
nes Kiesabbauprojekts in ihrer Nachbarschaft auswirken würde, von dessen 

Immissionen sie nachteilig betroffen wären. Wie sich dem seitens der Rekur-

rierenden ins Recht gelegten Situationsplan - Stand Herbst 2020 (öffentliche 

Auflage zur Mitwirkung) - entnehmen lässt, befände sich ein Teil des geplan-

ten Abbaugebiets innerhalb des Perimeters des streitbetroffenen Inventarob-

jekts, der am nächsten bei den rekurrentischen Grundstücken gelegene Teil 

des  Abbaugebiets  indessen  ausserhalb  des  fraglichen  Perimeters  (vgl. 

act. 6.6), was zwischen den Parteien nicht umstritten ist (vgl. die - anhand 

von  act.  6.6  sowie  der  Karte  "Amtliche  Vermessung  in  Farbe"  im  GIS-

R3.2022.00033 

Seite 11 

 
 
Browser  näherungsweise  verifizierbare  -  Angabe  der  Rekurrentinnen,  wo-

nach sich ihre Grundstücke in einem Abstand von ca. X m von der Grenze 

der geplanten Kiesgrube - und damit im Lichte des in E. 1.2 Ausgeführten 

näher bei derselben als beim streitbetroffenen Inventarobjekt - befinden wür-

den). 

Mit Blick auf die Legitimation der Rekurrentinnen ist vorab zu berücksichti-

gen, dass sich die Frage der Inventarisierung des streitbetroffenen Objekts 

jedenfalls insoweit auswirken dürfte, als bei gegebener Inventarisierung im 

fraglichen Bereich eine Wiederherstellung der heute vorhandenen Topogra-

phie und entsprechend der Verzicht auf eine Überhöhung angeordnet würde. 

Zumindest sieht Art. 29 der als act. 6.7 im Recht liegenden Gestaltungsplan-

vorschriften (Stand Herbst 2020 [öffentliche Auflage zur Mitwirkung]), der von 

der Erfassung des streitbetroffenen Objekts im Inventar 80 ausging, dies so 

vor. Würde bei Wegfall der Inventarisierung stattdessen eine Überfüllung er-

möglicht, so ergäbe sich bereits in optischer Hinsicht eine (nachteilig) verän-

derte Situation, die überdies für die Rekurrentinnen aufgrund der Randlage 

ihrer Grundstücke, der konkret gegebenen Höhenlagen (vgl. die Karte "Digi-

tale Höhenmodelle 2017 Bund" im GIS-Browser) sowie der Dimensionen des 

geplanten Kiesabbauprojekts trotz der relativ grossen Distanz zwischen re-

kurrentischen Liegenschaften und Inventarobjekt (vgl. E. 1.2) wahrnehmbar 

wäre. Schon dies spricht dafür, ihnen die Legitimation zum vorliegenden Re-

kurs nicht abzusprechen. 

Es kommt hinzu, dass die Realisierbarkeit des Kiesabbauvorhabens im Pe-

rimeter  eines  Landschaftsschutzobjekts  -  sofern  dessen  Inventarisierung 

(bzw.  materiell:  der  Verzicht  auf  die  Inventarentlassung)  im  vorliegenden 

Verfahren durchgesetzt werden könnte - jedenfalls nicht von vornherein of-

fenkundig ist. Vielmehr wäre die entsprechende Frage - wie von den Rekur-
rentinnen in Aussicht gestellt - im Rahmen eines allfälligen Rekursverfahrens 

betreffend den kantonalen Gestaltungsplan zu klären, wobei aber die Inven-

tarisierung des Objekts gerade Voraussetzung einer entsprechenden Über-

prüfung wäre. In diesem Sinn lässt sich nicht von der Hand weisen, dass eine 

Inventarisierung zunächst hinsichtlich des Umfangs des Kiesabbaus poten-

tiell  ein  zusätzliches  Hindernis  darstellen  könnte.  Dass offenbar  bereits  im 

öffentlich aufgelegten wie auch im nunmehr festgesetzten und genehmigten 

Gestaltungsplan  keine  entsprechende  Einschränkung  vorgesehen 

ist, 

R3.2022.00033 

Seite 12 

 
 
spricht  nicht  gegen  diese  -  einzig  die  Legitimationsfrage  betreffende  -  Be-

trachtungsweise, da andernfalls gestützt auf den Inhalt des Gestaltungsplans 

eine gerichtliche Überprüfung der Frage der Inventarisierung und damit - zu-

folge Wegfalls der Inventarisierung - indirekt eine auf den Gestaltungsplan 

selbst bezogene gerichtliche Überprüfung der Zulässigkeit des Kiesabbaus 

im  Perimeter  des  entsprechenden  Objekts  von  vornherein  verunmöglicht 

würde. 

Zwar macht nun die Vorinstanz wie gesehen geltend, dass selbst bei Unzu-

lässigkeit des Kiesabbaus im Perimeter des streitbetroffenen Objekts für die 

Rekurrentinnen  kein  Vorteil  resultieren  würde,  da  der  Kiesabbau  im  näher 

bei  den  rekurrentischen  Grundstücken  gelegenen  Teil  des  Abbaugebiets 

hiervon gar nicht betroffen wäre. Auch wenn dieser Hinweis wie vorstehend 

dargelegt (vgl. auch act. 6.6) grundsätzlich zutreffend ist, erscheint es nicht 

ausgeschlossen, dass - wie von den Rekurrentinnen behauptet - die Reali-

sierung  des  Abbauvorhabens  faktisch  von  der  umfassenden  Inanspruch-

nahme  des  geplanten  Abbaugebiets  abhängen  könnte,  da  andernfalls  die 

Wirtschaftlichkeit des Vorhabens in Frage gestellt wäre. Zwar unterlassen es 

die Rekurrentinnen, die Behauptung entsprechender Aussagen der vorgese-

henen Betreiberin des Kiesabbaus zu belegen, wobei allerdings auch die in 

der Duplik erfolgenden Entgegnungen der Vorinstanz in diesem Punkt wenig 

substantiiert erscheinen (vgl. E. 3.1.3). Da nun ein rekurrentisches Interesse 

tatsächlicher Natur für die Anerkennung der Legitimation ausreichend ist und 

die Argumentation, wonach sich eine allfällige Verunmöglichung des Kiesab-

baus im Perimeter des streitbetroffenen Objekts faktisch auf die Realisierung 

des gesamten Abbauvorhabens auswirken könnte, nicht von vornherein ab-

wegig erscheint, kann entgegen der Vorinstanz im Rahmen der Prüfung der 

Legitimationsvoraussetzungen auch ein entsprechend umschriebenes (indi-

rektes und teilweise hypothetisches) Interesse als ausreichend erachtet wer-
den.  Umgekehrt betrachtet  würden die  Rekurrentinnen  im  Falle  des  bean-

tragten Nichteintretens auf ihren Rekurs (womit die fehlende Inventarisierung 

nicht  mehr  hinterfragt  werden  könnte)  von  vornherein  der  Möglichkeit  be-

raubt, das Kiesabbauprojekt zunächst im Rahmen eines gegen den Gestal-

tungsplan gerichteten Rekurses mit entsprechenden (auf die Lage des vor-

liegend streitbetroffenen Landschaftsschutzobjekts bezogenen) Argumenten 

zu bekämpfen und damit - im Obsiegensfall - zumindest die Attraktivität des 

gesamten  Vorhabens  für  die  zukünftige  Betreiberin  qua  Verschlechterung 

der Wirtschaftlichkeit zu reduzieren bzw. auf diese Weise gegebenenfalls die 

R3.2022.00033 

Seite 13 

 
 
Realisierung faktisch überhaupt zu verunmöglichen. Anzumerken ist, dass in 

einem entsprechenden Szenario die Abwendung eines nicht lediglich gering-

fügigen  Nachteils  offenkundig  erscheint, dürften doch  mit  dem  Kiesabbau-

projekt in der Tat erhebliche Immissionen wie Lärm, Staub und Erschütterun-

gen  verbunden  sein,  wobei  die  Rekurrentinnen  -  auch  unter  Berücksichti-

gung der Distanz ihrer Liegenschaften zum Perimeter des Abbauvorhabens 

- plausibel dargetan haben, inwiefern sie hiervon in besonderer Weise be-

troffen wären (was im Übrigen seitens der Vorinstanz nicht in Frage gestellt 

wird, weshalb sich auch der angebotene Augenschein zur Verifizierung na-

mentlich der betrieblichen Prozesse der Rekurrentin 2 erübrigt). 

Zusammengefasst ergibt sich, dass die Rekurrentinnen gemäss § 338a PBG 

zur Rekurserhebung legitimiert sind. Da auch die übrigen Prozessvorausset-

zungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

4.1.1 

In materieller Hinsicht machen die Rekurrentinnen geltend, entgegen einem 

-  in Beantwortung  einer  Anfrage betreffend Zustellung der Begründung für 

den  Verzicht  auf  Aufnahme  des  streitbetroffenen  Objekts  ins  Landschafts-

schutzinventar  (act.  6.4)  erhaltenen  -  Hinweis  des  ARE  könne  vorliegend 

keine  Aufnahme  in  ein  kommunales  Inventar  erfolgen,  da  die  Gemeinde 

Lindau  aufgrund  eines  privatrechtlichen  Vertrags  mit  der  K.  AG  (act.  6.9) 

keine  Schritte unternehmen  könne, mit  welchen  sie  der  Kiesgrube  Hinder-

nisse in den Weg legen würde. Sodann seien die materiellen Begründungen, 

weshalb das Objekt, wenn überhaupt, dann höchstens von kommunaler Be-

deutung sein solle, sachverhaltswidrig. Die sowohl in der erwähnten E-Mail 

des ARE (act. 6.4) als auch in der Begründung für die Nichtaufnahme ge-

mäss Stand des Entwurfs für die Anhörung (act. 16.10) enthaltene Anmer-
kung, dass das Objekt nicht von regionaler oder kantonaler Bedeutung sei, 

sei  das  Resultat  der  Überprüfung  und  keine  Begründung  der  Abweichung 

von der früheren Einschätzung. Die angebliche Überprägung sei nicht nach-

vollziehbar. Auch treffe es nicht zu, dass das Objekt landschaftlich nicht mar-

kant sei; besonders von Brüttisellen herkommend sei die Erhebung durchaus 

markant. Nicht jedes Teilobjekt müsse für sich allein einzigartig und prägnant 

sein,  und  schützenswert  sei  nicht  nur  das,  was  jeder  Laie  auf  Anhieb  als 

schützenswert erkenne. Das Objekt sei gemäss Inventar 80 einer von meh-

reren Bestandteilen der Drumlinlandschaft Nürensdorf-Lindau-Illnau, wobei 

R3.2022.00033 

Seite 14 

 
 
der Auszug aus dem Inventar 80 im GIS-Browser die Einbettung des Objekts 

in  die  umgebenden  Objekte  zeige.  Sowohl  die  Drumlins  auf  der  anderen 

Seite  der  Bahnlinie  als  auch  die  Drumlin-Landschaft  nördlich  des  Objekts 

seien in das neue Inventar übernommen worden, letztere sogar in erweiterter 

Form.  Das  streitbetroffene  Objekt  sei  Bestandteil  der  gleichen  Landschaft, 

und es sei nicht nachvollziehbar, weshalb es anders behandelt werde. Von 

Bedeutung sei vorliegend der gesamte Raum mit den umliegenden Objek-

ten; das streitbetroffene Objekt bilde zusammen mit den umliegenden Ob-

jekten ein Ensemble, welche die glaziale Geschichte erst in einem breiteren 

Kontext erfahrbar machten. Der Verlust dieses Teilobjekts würde zu einem 

Verlust  für  diese  gesamte  glazial  geprägte  Landschaft  führen  und  hätte 

dadurch einen klar negativen Einfluss auch auf die Bedeutung und Einord-

nung der im Inventar verbleibenden Objekte. Weiter wird ausgeführt, bei den 

vorhandenen Strassen handle es sich um schmale Waldstrassen, die in der 

Landschaft kaum in Erscheinung treten würden. Andere Beeinträchtigungen 

seien nicht ersichtlich; vielmehr stelle das Objekt eine in der sonst dicht ge-

nutzten Landschaft deutlich sicht- und erfahrbare, ungestörte landschaftliche 

Einheit dar. 

4.1.2 

Die  Vorinstanz  hält  vernehmlassungsweise  fest,  im  Einwendungsbericht 

(act. 16.2) fänden sich keine Ausführungen zum streitbetroffenen Objekt, da 

im Rahmen der Anhörung zu diesem Objekt keine einzige Einwendung vor-

gebracht worden sei. Das Objekt sei aufgrund seiner Lage und Bedeutung 

nicht der zusammenhängenden Drumlinlandschaft Lindau - Nürensdorf (Nr. 

1091),  die  im  Landschaftsschutzinventar  als  geomorphologisch  geprägte 

Landschaft verzeichnet sei, zugeordnet worden. Einzelne Objekte, die nicht 

einer Landschaft angehörten, seien als geologische Zeitzeugen aufgenom-

men  worden.  Aus  dem  Inventareintrag  im  Inventar  80  lasse  sich  aufgrund 
der veränderten Aufnahmekriterien nicht die Aufnahme in eine geomorpho-

logisch geprägte Landschaft ableiten. Geologische Zeitzeugen seien beson-

ders landschaftsprägende Einzelobjekte. Es sei im kantonsweiten Vergleich 

eine Auswahl der landschaftlich bedeutendsten Objekte ins Inventar aufge-

nommen worden, wozu das streitbetroffene Objekt nicht gehöre. Für die Be-

urteilung der geologischen Zeitzeugen sei im Rahmen der Erarbeitung des 

Landschaftsschutzinventars  ein  Fachgutachten  erstellt  worden.  Bei  dieser 

Beurteilung habe das Objekt lediglich 9 von möglichen 20 Punkten erreicht, 

R3.2022.00033 

Seite 15 

 
 
wobei der Schwellenwert für eine Aufnahme bei 15 Punkten gelegen sei. Ins-

besondere die fehlende Sichtbarkeit und die fehlende Einzigartigkeit und Be-

deutung im regionalen oder kantonalen Kontext hätten zu dieser Einschät-

zung  geführt. Die Begründung für die Nichtaufnahme des streitbetroffenen 

Objekts sei gestützt auf eine wissenschaftliche Untersuchung und Analyse 

erfolgt.  Das  Objekt  erweise  sich  im  kantonsweiten  Vergleich  als  nicht  von 

regionaler oder kantonaler Bedeutung. 

4.1.3 

In  der  Replik  kritisieren  die  Rekurrentinnen  das  Fachgutachten  betreffend 

geologische Zeitzeugen. Dies zum einen hinsichtlich der im Gutachten de-

klarierten Zielsetzung, wonach eine Auswahl von maximal 50 Objekten habe 

getroffen werden sollen, zum anderen hinsichtlich der gewählten Vorgehens-

weise einer reinen Punktebewertung. Objekte, die für sich allein wenig ein-

zigartig seien, aber in den Gesamtzusammenhang eines grösseren, wichti-

gen Objekts fallen und zusammen mit diesem ein Ensemble bilden würden, 

fielen aus diesem Raster heraus. Dies sei vorliegend für das zwischen zwei 

grösseren  Drumlinlandschaften  liegende,  zwischen  diese eingebettete  und 

mit diesen zusammen den erlebbaren Raum bildende Objekt der Fall. Weiter 

widerspreche  die  tiefe  Einstufung  der  Kriterien  landschaftliche  Bedeutung 

und Sichtbarkeit/Wahrnehmbarkeit in der Punktetabelle zum Fachgutachten 

dem Beschrieb des Objekts im Entwurf für die Fachstellenkonsultation (act. 

16.8). 

Die Vorinstanz entgegnet in der Duplik, das neue Landschaftsschutzinventar 

solle nur die jeweils wertvollsten und typischsten Objekte enthalten. Die Auf-

nahme von unzähligen geologischen Objekten, insbesondere auch solchen, 

die für sich allein gar keinen Schutzwert hätten, würde zu einer Verwässe-

rung dieser Ziele führen. Das streitbetroffene Objekt sei deutlich niedriger als 
die nördlich gelegenen Drumlins; zudem lägen zwischen Ersterem und Letz-

teren  das  Siedlungsgebiet  von  Tagelswangen  und  die  Hauptverbindungs-

strasse  (Kantonsstrasse),  so dass eine Erweiterung  der  Drumlinlandschaft 

Lindau-Nürensdorf in Richtung Süden zu einem zerschnittenen Inventarob-

jekt führen würde, was gerade nicht dem neuen Verständnis und Anspruch 

von zusammenhängenden Landschaften im KILO entsprechen würde. Aus 

diesem Grund sei die glaziale Form Vorwalden als eigenständiger geologi-

scher  Zeitzeuge  eingestuft  worden.  Das  Objekt  habe  jedoch  gemäss  dem 

Gutachten zu den drei am schlechtesten bewerteten Objekten gezählt. Aus 

R3.2022.00033 

Seite 16 

 
 
fachlicher Sicht seien daher die Voraussetzungen für eine Aufnahme als ge-

ologischer Zeitzeuge nicht erfüllt gewesen. Zurückgewiesen werden weiter 

die Einwände gegen das angewandte Punktesystem. Schliesslich wird da-

rauf hingewiesen, der von den Rekurrentinnen zitierte Beschrieb im Entwurf 

für die Fachstellenkonsultation stamme aus dem veralteten und aufgehobe-

nen Inventar 80. Durch das Fachgutachten seien die geologischen Objekte 

explizit anhand der neuen und erweiterten Kriterien für das Landschaftsin-

ventar überprüft worden. 

4.2.1 

Gemäss  §  203  Abs.  1  PBG  zählen  zu  den Schutzobjekten  unter anderem 

(lit. a) im Wesentlichen unverdorbene Natur- und Kulturlandschaften sowie 

entsprechende  Gewässer,  samt  Ufer  und  Bewachsung.  §  19  KNHV  um-

schreibt Landschaftsschutzgebiete als bestimmt abgegrenzte Landschaften 

oder Geländeabschnitte und ihre Bestandteile wie schöne oder typische Hü-

gel und Täler, Flüsse und Seen und deren Ufer, Moorlandschaften, bedeu-

tende geologische Formationen (z.B. Moränen, Drumlins, Giessen, Wasser-

fälle,  Grundwasseraufstösse,  aufgeschlossene  Gesteinsprofile,  erratische 

Blöcke, Fossilfundstellen), kennzeichnende Elemente bestimmter Kulturfor-

men  (z.B.  Rebberge),  Heckenlandschaften,  Baumbestände,  wertvolle  Ein-

zelbäume, Parkanlagen oder andere landschaftsprägende Elemente. 

4.2.2 

Bei sich auf § 203 Abs. 1 PBG stützenden Schutzentscheiden - und damit in 

gleicher Weise bei der vorliegend strittigen Anordnung einer (zumindest ma-

teriellen; vgl. E. 3.2) Inventarentlassung - kommt den kommunalen und kan-

tonalen Behörden eine gewisse Entscheidungsfreiheit zu. Diese bezieht sich 

vor allem auf die Qualifikation eines Objektes als Schutzobjekt, auf den kon-

kreten  Umfang  einer  Schutzmassnahme,  gegebenenfalls  auf  die  Auswahl 
unter mehreren in Betracht fallenden Schutzobjekten oder aber auf den Ver-

zicht  auf  Schutzmassnahmen.  Insoweit  hat  sich  die  Rekursinstanz  bei  der 

Entscheidüberprüfung Zurückhaltung aufzuerlegen. Beruht der kommunale 

Entscheid auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, 

so  hat  ihn  die  Rekursinstanz  zu  respektieren.  Die  Rekursinstanz  darf  nur 

dann einschreiten, wenn die Behörde ihren Ermessensspielraum überschrei-

tet,  indem  sie  sich  von  unsachlichen,  dem  Zweck  der  in  Frage  stehenden 

Regelung  fremden  Erwägungen  leiten  lässt  oder  allgemeine  Rechtsprinzi-

R3.2022.00033 

Seite 17 

 
 
pien, wie das Verbot von Willkür oder den Grundsatz der Verhältnismässig-

keit, verletzt. Dabei darf sich die Rekursinstanz jedoch nicht auf eine blosse 

Willkürprüfung beschränken, vielmehr muss die Eingriffsschwelle tiefer ge-

setzt werden (vgl. BGE 145 I 52, E. 3.6., mit Hinweisen). Die Entscheidungs-

freiheit der Denkmalpflegebehörde ist stets gegen den Anspruch auf wirksa-

men  Rechtsschutz  abzuwägen  (Art.  77  der  Kantonsverfassung  [KV]  und 

Art. 29a der Bundesverfassung [BV]; Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 20 Rz. 64 ff.). 

4.2.3 

Behördlich angeordneten Gutachten kommt - unbeschadet des Grundsatzes 

der  freien  Beweiswürdigung  -  in  der  Regel  ein  erhöhter  Beweiswert  zu. 

Weicht die Rekursinstanz in Fachfragen von der Auffassung des Gutachtens 

ab, so hat sie hierfür triftige Gründe anzuführen. Als solche gelten namentlich 

Irrtümer, Lücken oder Widersprüche im Gutachten. Abweichungen sind aber 

auch etwa dann gerechtfertigt, wenn die Schlüssigkeit des Gutachtens in we-

sentlichen  Punkten  zweifelhaft  erscheint,  wenn  die  Erkenntnisse  des  Gut-

achtens nicht oder nur unzureichend begründet oder wenn gestellte Fragen 

ungenügend oder überhaupt nicht beantwortet wurden (vgl. Kaspar Plüss, in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2014,  § 7  Rz.  66 ff.  und  136 

ff.). Gutachten sind demnach nur, aber immerhin insoweit bindend, als sich 

die darin getroffenen Feststellungen und Schlüsse nicht als mangelhaft er-

weisen und ihnen nicht eine zutreffendere Auffassung des Gerichtes entge-

gensteht. 

4.3.1 

Gemäss  dem  angefochtenen  Beschluss  (vgl.  auch  die  Darstellung  auf 

https://www.zh.ch/de/planen-bauen/raumplanung/landschaftsschutz.html, 

zuletzt  besucht  am  8.  Juli  2022)  fand  im  Rahmen  der  grundlegenden  und 
systematischen Überprüfung der Landschaften im Kanton Zürich im neuen 

Landschaftsschutzinventar  eine Erweiterung  der  Landschaftsschutzobjekte 

von drei auf neun Objektkategorien statt. Die neuen Objektkategorien orien-

tieren sich an der Typisierung der Landschaften des Bundesamtes für Um-

welt (BAFU) und am Katalog der charakteristischen Kulturlandschaften der 

Schweiz.  Vier  Kategorien  (geologische  Zeitzeugen,  geomorphologisch  ge-

prägte  Landschaften,  Gewässerlandschaften  und  Waldlandschaften)  kön-

nen mehrheitlich dem Oberbegriff "Naturlandschaften" zugeordnet werden, 

R3.2022.00033 

Seite 18 

 
 
fünf Kategorien (Agrarlandschaften, Kulturerbelandschaften, Reblandschaf-

ten,  Heckenlandschaften,  Hochstammobstlandschaften)  demjenigen  der 

"Kulturlandschaften". Während im Inventar 80 vorwiegend Einzelobjekte in-

ventarisiert  wurden  (Hecken,  heckenreiche  Hänge  sowie  Geomorphologi-

sche  Objekte,  insbesondere  einzelne  geomorphologische  Ausprägungen 

wie Findlinge, Moränen, Drumlins oder Schmelzwasserrinnen), wurde diese 

Methodik bei der Überführung in das neue Landschaftsschutzinventar ange-

passt. Bei Letzterem stehen neu gestützt auf § 19 KNHV die Landschaften 

als zusammenhängende Räume im Vordergrund. Die Objektperimeter wur-

den grösser ausgeschieden und beinhalten nun verschiedene einzelne geo-

morphologische Ausprägungen, die im Inventar 80 noch als einzelne Objekte 

aufgeführt wurden (vgl. zum Ganzen act. 3 S. 2 f.). 

4.3.2 

Für den Inventarisierungsprozess wurde ein dreistufiges Vorgehen gewählt, 

indem zunächst die Landschaftsschutzobjekte aus dem Inventar 80 auf ihre 

Unversehrtheit geprüft, sodann nach Rückmeldung von verschiedenen kan-

tonalen Fachstellen die qualitative Verifizierung im Feld durch einen externen 

Fachexperten durchgeführt und schliesslich - nach Durchführung eines Ver-

nehmlassungsverfahrens, zu dem neben der kantonalen Natur- und Heimat-

schutzkommission (NHK) alle 162 Zürcher Gemeinden und elf Planungsre-

gionen sowie acht grössere kantonale Fachverbände eingeladen waren - die 

im Rahmen der Anhörung eingegangenen Rückmeldungen detailliert geprüft 

wurden  (vgl.  act.  3  S. 3  f.  sowie  zum  letztgenannten  Schritt  den  Einwen-

dungsbericht [act. 16.2]). 

Wie sich den im Recht liegenden Dokumenten entnehmen lässt, wurde das 

streitbetroffene Objekt im Rahmen des Entwurfs für die Fachstellenkonsulta-

tion noch in Anlehnung an die Erfassung im Inventar 80 (vgl. zu dieser E. 1.1) 
umschrieben, wobei spezifisch auf die typischen länglichen Hügel mit steiler 

Luv-  und  flacherer  Leeseite  hingewiesen  und  angemerkt  wurde,  durch  die 

Bewaldung der Kuppen und die Felder in den Senken dazwischen trete die 

typische Hügelform noch verstärkt in Erscheinung (act. 16.8). Im Entwurf für 

die Anhörung wurde das Objekt sodann als "zur Entlassung beantragtes Ob-

jekt"  aufgeführt  und  zur  Begründung  festgehalten,  das  Objekt  sei  nur  mit 

fachlichen Erläuterungen in der Landschaft erkennbar, es trete landschaftlich 

nicht markant in Erscheinung bzw. sei überprägt, es sei nicht von regionaler 

R3.2022.00033 

Seite 19 

 
 
oder kantonaler Bedeutung und es werde durch Strassen beeinträchtigt (act. 

16.10). 

4.3.3 

Unbehelflich ist vorab das rekurrentische Vorbringen betreffend die behaup-

tete Unmöglichkeit einer kommunalen Inventarisierung. Im Rahmen der vor-

liegend vorzunehmenden Prüfung, ob auf die Inventarisierung des streitbe-

troffenen Objekts nicht hätte verzichtet und dieses daher bei der Überführung 

des Inventars 80 ins neue Landschaftsschutzinventar in Letzterem hätte er-

fasst werden müssen, sind einzig die Kriterien der Aufnahme in das entspre-

chende Inventar zu prüfen. Unerheblich ist demgegenüber, ob im Falle des 

Verzichts auf Inventarisierung stattdessen eine kommunale Inventarisierung 

denkbar  wäre,  wobei  bemerkungsweise  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  dies 

entgegen  den  Rekurrentinnen  nicht  von  vornherein  ausgeschlossen  er-

scheint, soweit nämlich seitens der Gemeinde argumentiert würde, eine In-

ventarisierung stehe der Realisierung des Kiesabbaus im fraglichen Perime-

ter nicht entgegen (vgl. zu diesem Argument im umgekehrten Sinn bereits 

E. 3.3.2). 

Was  sodann  die  konkret  in  Betracht  fallenden  Aufnahmekategorien  des 

streitbetroffenen  Objekts  und  die  entsprechende  Kritik  der  Rekurrentinnen 

anbelangt, so ist zunächst nicht zu beanstanden, dass die Glazial geprägte 

Form  Vorwalden  nicht  selbständig  oder  im  Verbund  mit  anderen  Objekten 

als geomorphologisch geprägte Landschaft erfasst worden ist. Wie vorste-

hend dargelegt, sind aufgrund des veränderten Landschaftsbegriffs im Sinne 

grösserer zusammenhängender räumlicher Einheiten Abweichungen bei der 

Auswahl und Umschreibung der Landschaftsschutzobjekte im neuen Land-

schaftsschutzinventar gegenüber den im Inventar 80 erfassten Objekten ge-

rade intendiert, so dass sich aus der Nennung eines bestimmten Einzelob-
jekts im Verbund mit weiteren Einzelobjekten im Inventar 80 nicht ableiten 

lässt, dass es sich auch im Rahmen des neuen Landschaftsschutzinventars 

bei  der  Gesamtheit  dieser  Einzelobjekte  um  eine  Landschaft  im  Sinne  der 

neuen  Objektkategorien  handeln  müsste.  Während  nun  -  wie  in  E.  1.1  im 

Einzelnen dargelegt - bestimmte der als Teil der Drumlinlandschaft Nürens-

dorf-Lindau-Illnau im Inventar 80 erfassten Objekte zusammen mit weiteren 

Objekten auf dem Gebiet der angrenzenden Gemeinde neu in der Objektka-

tegorie  geomorphologisch  geprägte  Landschaften  zur  Drumlinlandschaft 

R3.2022.00033 

Seite 20 

 
 
Lindau-Nürensdorf (Nr. 1091) zusammengefasst wurden, werden die weite-

ren ursprünglich zur Drumlinlandschaft Nürensdorf-Lindau-Illnau zählenden 

Objekte  -  die  im  Unterschied  zum  streitbetroffenen  Objekt  weiterhin  im  In-

ventar verzeichnet sind - selbständig oder im Verbund mit weiteren Objekten 

als geologische Zeitzeugen, jedoch gerade nicht als Teil einer geomorpholo-

gisch  geprägten  Landschaft  erfasst.  Dies  lässt  sich  aufgrund  des  im  GIS-

Browser einsehbaren Kartenmaterials nachvollziehen, sind doch insbeson-

dere die zum neuen Objekt Nr. 7179 gehörenden Drumlins im östlichen Be-

reich  (ehemalige  Nr.  101.6)  vom  Objekt  Nr.  1091  räumlich  durch  die  zwi-

schen beiden verlaufende Nationalstrasse klar getrennt. Entsprechendes gilt 

nun aber auch für das streitbetroffene Objekt, weist dieses doch schon bei 

Zugrundelegung der Perimeter gemäss Inventar 80 einen wesentlich grös-

seren Abstand  zu  den  nördlich  gelegenen  Objekten  -  die  nun als geomor-

phologisch geprägte Landschaft fungieren - auf als deren jeweilige Perimeter 

vor ihrer Zusammenfassung im neuen Landschaftsschutzinventar wechsel-

seitig  aufwiesen,  wobei sich  teilweise  zudem das  Siedlungsgebiet  von Ta-

gelswangen im dazwischenliegenden Bereich befindet. Entsprechend ist es 

ohne Weiteres nachvollziehbar, dass entgegen dem rekurrentischen Dafür-

halten das streitbetroffene Objekt schon aufgrund seiner Lage nicht als Teil 

der neuen geomorphologisch geprägten Landschaft Nr. 1091 erfasst wurde. 

Insbesondere  trifft  es  gerade  nicht  zu,  dass  sich  -  wie  die  Rekurrentinnen 

behaupten  -  das  fragliche  Objekt  zwischen  zwei  grösseren  Drumlinland-

schaften befindet und in diese eingebettet ist (was  gleichsam eine Verbin-

dungsfunktion des streitbetroffenen Objekts suggeriert), verhält es sich doch 

vielmehr  so,  dass  sich  die  Glazial  geprägte  Form  Vorwalden  südlich  des 

neuen Objekts Nr. 1091 und westlich des neuen Objekts Nr. 7179 befindet, 

wobei überdies Letzteres wie dargelegt im Sinne der verwendeten Objektka-

tegorien gerade nicht als geomorphologisch geprägte Landschaft aufgefasst, 

sondern  der  speziellen  Kategorie  der  geologischen  Zeitzeugen  (vgl.  dazu 
E. 4.3.4) zugewiesen wird. Nachdem sich die räumliche Lage der genannten 

Objekte und ihr Verhältnis zueinander bereits anhand des entsprechenden 

Kartenmaterials hinreichend überprüfen liess, erübrigte sich sodann auch die 

Durchführung  eines  -  im  Sinne  einer  Beweisofferte  erwähnten  -  Augen-

scheins.  Lediglich  Bemerkungsweise  ist  schliesslich  darauf  hinzuweisen, 

dass die behauptete Einbettung des streitbetroffenen Objekts in Bezug auf 

die  benachbarten  Inventarobjekte  auch  dann  nicht  erkennbar  wäre,  wenn 

ausgehend vom nördlich gelegenen Objekt Nr. 1091 ein Zusammenhang mit 

dem  weiter  südlich  gelegenen  Inventarobjekt  herzustellen  versucht  würde, 

R3.2022.00033 

Seite 21 

 
 
handelt es sich bei Letzterem doch um eine Moränenlandschaft (Ofengup-

fen-Wollwisli-Ghangenrüti,  Nr.  101_63  im  Inventar  80  bzw.  Nr.  1055  im 

KILO), die sich in einer Entfernung von minimal ca. 1,3 km vom streitbetroffe-

nen  Objekt  und  von  diesem  durch  Nationalstrasse  und  Bahnlinie  getrennt 

befindet. 

4.3.4 

Wurde somit die Glaziale Form Vorwalden zu Recht nicht als Teil einer geo-

morphologisch geprägten Landschaft (namentlich auch nicht im Sinne einer 

Erweiterung des Objekts Nr. 1091) im Inventar erfasst, so verbleibt als mög-

liche  Objektkategorie  lediglich  diejenige  der  geologischen  Zeitzeugen.  Zur 

Bestimmung der in dieser Kategorie ins neue Landschaftsschutzinventar auf-

zunehmenden  Objekte  wurde  ein  durch  Dr.  sc.  nat.  P.H.  erstelltes,  vom 

5. April 2019 datierendes Fachgutachten eingeholt (act. 16.7), dem sich Fol-

gendes entnehmen lässt: 

Da  die  Aufnahmekriterien  des  neuen  Landschaftsschutzinventars  darauf 

ausgerichtet  seien,  die  schützenswerten  Landschaften  der  jeweiligen  Ob-

jektkategorien  zu  inventarisieren,  während  im  bisherigen  Inventar  80  der 

Schutz von Einzelobjekten und Landschaftselementen im Vordergrund ge-

standen sei, hätten die geologisch wertvollen Objekte, welche landschaftlich 

nicht oder wenig relevant seien, keinen Schutzstatus mehr, sofern sie nicht 

ins neue Landschaftsschutzinventar mit aufgenommen würden. Viele dieser 

landschaftlich wenig bzw. nicht relevanten Objekte hätten jedoch nach wie 

vor eine Bedeutung als geologische Zeitzeugen und seien somit schutzwür-

dig. Sie seien im Rahmen eines Fachgutachtens auf eine prägnante und da-

mit relevante Anzahl Objekte zu fokussieren gewesen, wobei analog zu den 

anderen  Objektkategorien  landschaftliche  Aspekte  besonders  zu  berück-

sichtigen gewesen seien (act. 16.7 S. 3 f.). Konkret sei es Ziel des Experten-
gutachtens gewesen, eine qualifizierte und nachvollziehbare Auswahl einer 

beschränkten  Anzahl  von  maximal  50  Objekten  (anstelle  der  bisher  rund 

160) zu treffen, die als geologische Zeitzeugen in das neue Inventar aufge-

nommen würden. Dabei seien die Objekte entsprechend ihrer Genese und 

Phänomenologie in Unterkategorien eingeteilt und durch den Experten ge-

mäss einem vordefinierten (durch das ARE aufgestellten) Kriterienraster be-

urteilt und (für jedes Kriterium auf einer Skala von 1 bis 5) benotet worden. 

Wichtigstes  Kriterium  sei  die  Einzigartigkeit  eines  Objekts  im  Sinne  der 

Frage,  ob  dieses  im  nationalen,  kantonalen,  regionalen,  überkommunalen 

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Seite 22 

 
 
oder kommunalen Kontext einzigartig sei. Weitere Kriterien seien die land-

schaftliche Bedeutung (im Sinne der Frage, wie stark das Objekt die Land-

schaft  präge und  welche Bedeutung  es für  die  Entstehung der Landschaft 

habe, bezogen wiederum auf die fünf vorgenannten Kontexte), die Sichtbar-

keit / Wahrnehmbarkeit (im Sinne der Frage, ob/wie ein Objekt in der Land-

schaft  sichtbar und  in seiner  speziellen  Morphologie durch  den  Fachmann 

oder den Laien als solches zu erkennen sei) sowie die Unversehrtheit (die 

umso besser beurteilt werde, je weniger ein Objekt durch menschliche Akti-

vitäten  in  seinem  Erscheinungsbild  beeinträchtigt  werde;  vgl.  zum  Ganzen 

act. 16.7 S. 6 f., 8 f.). 

Für die vorliegend interessierende Unterkategorie "Drumlins" ergab sich eine 

Auswahl von neu 5 (gegenüber ursprünglich 25) Objekten (act. 16.7 S. 10). 

Dabei  lassen  sich  die  Bewertungen  der  im  Recht  liegenden  Tabelle 

(act. 16.9) entnehmen. Diese verzeichnet für das streitbetroffene, unter der 

Nr.  7050  (entsprechend  act.  16.8)  geführte  Objekt  folgende  Bewertungen: 

Einzigartigkeit:  2  ("im  überkommunalen  Kontext");  Landschaftliche  Bedeu-

tung  (genetisch):  2  ("im  überkommunalen  Kontext");  Sichtbarkeit  /  Wahr-

nehmbarkeit: 1 ("nur mit spezifischem Fachwissen erkennbar"); Unversehrt-

heit:  4  ("leichte  Einschränkungen  [z.B.  Hochspannungsleitung,  Einzelbau-

ten]"), womit eine Gesamtbewertung von 9 resultiert, die weit unter der als 

Grenze für eine Aufnahme ins Inventar definierten Schwelle von 15 Punkten 

liegt. 

Dieses methodische Vorgehen ist entgegen den Rekurrentinnen nicht zu be-

anstanden, sondern erweist sich im Gegenteil als schlüssig und sachgerecht. 

Zu beachten ist zunächst, dass sich die Kategorie der geologischen Zeitzeu-

gen insofern von den übrigen Objektkategorien des Inventars unterscheidet, 

als es sich - ungeachtet der ebenfalls zu beachtenden landschaftlichen As-
pekte  -  nicht  um  Landschaften  handelt,  sondern  (entsprechend  der  Um-

schreibung in den Erläuterungen zur Anwendung und Umsetzung des KILO, 

vgl. act. 16.3) um "einzigartige und landschaftsprägende Elemente der Erd-

geschichte, wobei es sich bei diesen Objekten - aufgrund ihrer zumeist nur 

lokalen Sichtbarkeit - um besonders landschaftsprägende Einzelobjekte han-

delt" (act. 16.3 S. 6). Entsprechend ist nachvollziehbar, dass in dieser Kate-

gorie einer vergleichenden Betrachtung hohes Gewicht zukommen musste 

und diese grundsätzlich als Schlüssel zur Bestimmung der letztlich zu inven-

tarisierenden Objekte diente. Dabei dient das verwendete Kriterienraster mit 

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Seite 23 

 
 
entsprechender Punktevergabe der Transparenz des Bewertungsvorgangs, 

ohne deswegen einer qualitativen Betrachtung entgegenzustehen, nachdem 

die entsprechenden Bewertungen jeweils überhaupt nur aufgrund einer qua-

litativen Einschätzung festgelegt werden können. Was sodann die als Ziel-

grösse genannte Zahl von 50 Objekten anbelangt, so ist zum einen das Be-

streben einer entsprechenden Beschränkung insofern unproblematisch, als 

damit gerade dem Definitionsmerkmal, wonach es sich um "einzigartige" Ele-

mente handeln solle, Nachachtung verschafft wird. Es kommt hinzu, dass in 

der Umsetzung durchaus eine gewisse Flexibilität gewahrt wurde, indem sei-

tens des Gutachters zunächst lediglich 45 Objekte zur Aufnahme ins neue 

Inventar vorgeschlagen wurden, diese Zahl sich aber in der Folge aufgrund 

der Einwendungen im Anhörungsverfahren auf letztlich 56 Objekte erhöhte 

(vgl. act. 21 Rz. 11 sowie als Beispiel das vorerwähnte Objekt Nr. 7179 und 

dazu die Erwähnung - im Gegensatz zum streitbetroffenen Objekt - im Ein-

wendungsbericht [act. 16.2 S. 37 und 40]). Damit besteht kein Anlass, dass 

Fachgutachten in methodischer Hinsicht in Frage zu stellen. 

Was  sodann  die  konkret  das  streitbetroffene  Objekt  betreffende  Einschät-

zung anbelangt, so zielen die rekurrentischen Einwände ebenfalls ins Leere. 

Vorauszuschicken  ist,  dass  sich  den  rekurrentischen  Ausführungen  keine 

Hinweise darauf entnehmen lassen (und auch nicht anderweitig ersichtlich 

ist), dass das insbesondere im Zusammenhang mit den Kriterien der Einzig-

artigkeit und der landschaftlichen Bedeutung wesentliche Erfordernis einer 

kantonsweit  (bzw.  sogar  schweizweit)  vergleichenden  Betrachtung  in  un-

sachgemässer  Weise  umgesetzt  worden  wäre.  Insbesondere  ist  auch  der 

Hinweis in der Rekursschrift, wonach das streitbetroffene Objekt besonders 

von Brüttisellen herkommend durchaus markant in Erscheinung trete, nicht 

geeignet, die Einschätzung, wonach es sich vergleichsweise lediglich um ein 

Objekt mit landschaftlicher Bedeutung im überkommunalen (und nicht in ei-
nem grösseren) Kontext handle, in Frage zu stellen. Gerade mit Blick auf den 

vergleichenden Charakter der genannten Bewertungen, hätte sich im Übri-

gen  auch  ein  Augenschein  als  nicht  zielführend  erwiesen.  Sodann  trifft  es 

zwar zu, dass schützenswert nicht nur das von einem Laien auf Anhieb als 

schützenswert Erkennbare ist, doch steht dieser Umstand weder der Sach-

gerechtigkeit einer entsprechenden Differenzierung im Rahmen des Kriteri-

ums Sichtbarkeit / Wahrnehmbarkeit (wonach am höchsten zu bewerten ist, 

was "von Weitem in der Landschaft sichtbar / von Laien erkennbar" ist, wäh-

rend für "nur mit spezifischem Fachwissen erkennbar[e]" Objekte die tiefste 

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Seite 24 

 
 
Bewertung resultiert), noch der konkreten Einschätzung, wonach das streit-

betroffene Objekt nur mit fachlichen Erläuterungen in der Landschaft erkenn-

bar sei, entgegen. Unbehelflich ist schliesslich der Hinweis auf den Charakter 

der  vorhandenen  Strassen  und  das  Fehlen  weiterer  Beeinträchtigungen, 

nachdem das fragliche Objekt bezüglich des Kriteriums der Unversehrtheit 

ohnehin mit der hohen Bewertung von 4 Punkten versehen wurde. Schliess-

lich  trifft  es  zwar  zu,  dass  der  Hinweis  im  Entwurf  für  die  Anhörung 

(act. 16.10), wonach das Objekt nicht von regionaler oder kantonaler Bedeu-

tung sei, das Resultat der Überprüfung zum Ausdruck zu bringen scheint; im 

Zusammenspiel mit dem Fachgutachten und der Tabelle der Beurteilungs-

kriterien (act. 16.9) kann jedoch davon ausgegangen werden, dass insoweit 

auch die Bestimmung der massgeblichen Kontexte im Rahmen der erwähn-

ten vergleichenden Betrachtung (namentlich betreffend das ansonsten uner-

wähnt bleibende Kriterium der Einzigartigkeit) angesprochen ist, was als not-

wendiger Teil der Überprüfung selbst und damit durchaus als wesentlicher 

Aspekt  der  Begründung  einer  von  der  ursprünglichen  Inventarisierung  ab-

weichenden Einschätzung erscheint. 

Damit  ergibt  sich  zusammenfassend,  dass  die  Rekurrentinnen  keine  Ein-

wände vortragen, die geeignet wären, die gutachterliche Einschätzung, wo-

nach die Glazial geprägte Form Vorwalden nicht als geologischer Zeitzeuge 

ins neue Landschaftsschutzinventar aufzunehmen sei, in Zweifel zu ziehen. 

Es  besteht  nach  dem  Gesagten  seitens  des  Gerichts  kein  Anlass  von  der 

gutachterlichen Einschätzung abzuweichen, so dass sich die rekurrentische 

Rüge auch in diesem Punkt als unbegründet erweist. Fällt somit auch diese 

Objektkategorie zu Recht ausser Betracht, so ist die fehlende Erfassung des 

streitbetroffenen Objekts im neuen Landschaftsschutzinventar bzw. dessen 

- zumindest materielle - Inventarentlassung zu Recht erfolgt. 

5. 

Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen. 

6.1 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den solidarisch haftenden Re-

kurrentinnen aufzuerlegen (§ 13 VRG). 

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Seite 25 

 
 
Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren  Streitwert  oder dem  tatsächlichen  Streitinteresse fest.  Liegt  wie  hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Rekursinstanz  ein 

grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  VRG,  3. 

Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'500.-- festzusetzen. 

6.2 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens steht den Rekurrentinnen von vornhe-

rein keine Umtriebsentschädigung zu. 

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