# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2d11315-cae2-59a6-abce-01b18155a9f0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.09.2009 E-5460/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5460-2009_2009-09-03.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5460/2009/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Einzelrichter Kurt Gysi,
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach 
Gerichtsschreiber Nicholas Swain.

X._______, geboren (...),
Senegal,

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 17. August 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5460/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest 

dass der aus A._______, Senegal stammende Beschwerdeführer am 
3. März 2003 in seinem Heimatstaat eine Schweizerbürgerin heiratete 
und in der Folge am 15. Dezember 2003 in die Schweiz einreiste, wo 
ihm am 4. Januar 2003 eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde,

dass die Aufenthaltsbewilligung auf Antrag des Beschwerdeführers hin 
mit Verfügung vom 26. Januar 2005 bis am 14. Dezember 2005 verlän-
gert wurde,

dass der Beschwerdeführer am 6. Dezember 2005 bei den kantonalen 
Behörden erneut um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ersuch-
te,

dass die Ehe zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau am 
30. Oktober 2008 geschieden und in der Folge sein Gesuch um Ver-
längerung der Aufenthaltsbewilligung vom 6. Dezember 2005 mit Ver-
fügung des (...) vom 23. Januar 2009 abgewiesen wurde,

dass  dem  Beschwerdeführer  zugleich  Frist  zum  Verlassen  des  (...) 
Kantonsgebiets bis am 31. März 2009 gesetzt wurde,

dass das (...)  mit  Verfügung vom 3. April  2009 die verfügte Wegwei-
sung auf  das  gesamte schweizerische  Stasatsgebiet  ausdehnte  und 
dem  Beschwerdeführer  Frist  zum  Verlassen  der  Schweiz  bis  am 
30. April 2009 ansetzte,

dass der Beschwerdeführer am 5. Mai 2009 von der Stadtpolizei (...) 
festgenommen  und  mit  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  (...)  vom 
6. Mai 2009 wegen eines Vergehens gegen Art. 115 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20) zu einer Freiheitsstrafe von 30 Tagen 
verurteilt wurde,

dass der Beschwerdeführer in der Folge dem (...) zugeführt wurde und 
dieses am 8. Mai 2009 die Ausschaffungshaft bis am 5. August 2009 
anordnete,

dass  diese  Verfügung  vom  Haftrichter  des  (...)  mit  Entscheid  vom 
selben Datum bestätigt wurde,

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dass der Beschwerdeführer am 8. Juni 2009 der senegalesischen Bot-
schaft in Genf vorgeführt wurde und gleichentags ein Gesuch um Haft-
entlassung stellte, 

dass hinsichtlich dieses Gesuchs am 10. Juni 2009 vor dem (...) eine 
Anhörung  stattfand,  im  Verlaufe  welcher  der  Beschwerdeführer  ein 
Asylgesuch stellte,

dass  das  Haftentlassungsgesuch  mit  Verfügung  vom  10.  Juni  2009 
abgewiesen wurde,

dass am 9. Juli 2009 eine Anhörung des Beschwerdeführers durch das 
BFM zu seinen Asylgründen gemäss Art. 29 Abs. 1  des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) stattfand,

dass  er  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  vor-
brachte, er und sein Onkel seien im Jahre 1999 im Verlaufe der Rebel-
lion in seiner Heimatregion B._______ von Rebellen angegriffen wor-
den, 

dass die  Rebellen seinen Onkel  getötet,  ihn selber  verletzt  und ihre 
Viehherde gestohlen hätten, 

dass er nach diesem Vorfall, beziehungsweise in den Jahren 1998 bis 
2000, als Informant der Armee tätig gewesen und dieser die Identität 
von Rebellenangehörigen verraten habe,

dass viele dieser Rebellen festgenommen und getötet oder inhaftiert 
worden seien,

dass er deswegen von Rebellen und deren Angehörigen in A._______ 
beschuldigt worden sei,  für das Schicksal der Festgenommenen ver-
antwortlich zu sein und bedroht worden sei, 

dass  er  aufgrunddessen  im  Jahre  2000  in  das  Dorf  C._______ 
umgezogen sei, wo er bis zur Ausreise in die Schweiz versteckt gelebt 
und seine frühere Ehefrau kennengelernt habe,  

dass  er  im  Verlaufe  seines  Aufenthalts  in  der  Schweiz  vernommen 
habe, dass die Leute in A._______ ihm immer noch schlecht gesinnt 
seien, 

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dass er daher befürchte, im Falle der Rückkehr in den Senegal umge-
bracht zu werden,

dass das (...)  mit  Verfügung vom 24. Juli  2009 die Vorbereitungshaft 
gemäss Art. 75 Abs. 1 AuG anordnete und diese Verfügung vom Haft-
richter des (...) am 25. Juli 2009 bestätigt wurde,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  17.  August  2009  –  eröffnet  am 
20. August  2009 –  in  Anwendung  von  Art. 33  Abs. 1  AsylG auf  das 
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat und die Wegweisung 
aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  es  wäre 
dem  Beschwerdeführer  möglich  und  zumutbar  gewesen,  bereits  zu 
einem früheren Zeitpunkt (Ehescheidung, Nicht-Verlängerung der Auf-
enthaltsbewilligung, Festnahme und Verfügung der Ausschaffungshaft) 
zu stellen,

dass er die Vermutung, das Gesuch in engem zeitlichem Zusammen-
hang mit der bevorstehenden Ausschaffung gestellt zu haben, nicht zu 
widerlegen vermöge,

dass seine Ausführungen zu seinen angeblichen Problemen im Hei-
matstaat widersprüchlich und unplausibel und zum Teil mit seinen Aus-
sagen anlässlich früherer Einvernahmen nicht vereinbar seien,

dass  es  sich  somit  bei  seinen  Asylvorbringen  offensichtlich  um  ein 
haltloses Konstrukt handle und sie unglaubhaft seien,

dass ferner keine Anhaltspunkte für eine dem Beschwerdeführer dro-
hende,  gegen  Art.  3  der  Konvention vom  4. November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) 
verstossende Strafe oder Behandlung vorliegen und weder die allge-
meine  Lage  im  Heimatstaat  noch  individuelle  Gründe  gegen  eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers nach Senegal sprechen würden,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  an  das  Bundesverwaltungsgericht 
gerichteter Eingabe vom 20. August 2009 den Erhalt der vorinstanzli-
chen Verfügung bestätigte und um ein persönliches Gespräch ersuch-
te,

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dass das Gericht dem Beschwerdeführer mit  Schreiben vom 26. Au-
gust 2009 mitteilte, diesem Wunsch könne nicht entsprochen werden, 
die  Eingabe  vom  20.  August  2009  könne  mangels  erkennbarem 
Beschwerdewillen nicht  als  Beschwerde entgegengenommen werden 
und eine allfällige Beschwerde sei schriftlich einzureichen,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 27. August 2009 gegen 
die  Verfügung  des  BFM  vom  17.  August  2009  beim  Bundesverwal-
tungsgericht  Beschwerde  erhob  und  und  sinngemäss  deren  Aufhe-
bung  sowie  die  Rückweisung  an  die  Vorinstanz  zur  Neubeurteilung 
beantragte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 2. September 2009 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  im  Übrigen  form-  und  fristgerecht  eingereichte 
Beschwerde einzutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6  AsylG 
i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 

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überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf das Asylgesuch einer Person, die sich illegal in der Schweiz 
aufhält,  nicht eingetreten wird, wenn sie offensichtlich bezweckt,  den 
drohenden Vollzug einer Wegweisung oder Ausweisung zu vermeiden 
(Art. 33 Abs. 1 AsylG),

dass  mithin  jene  Asylgesuche  erfasst  werden,  die  von  einer  in  der 
Schweiz  nicht  aufenthaltsberechtigten  Person  einzig  zum Zweck der 
Verzögerung einer allfällig drohenden Weg- oder Ausweisung gestellt 
werden,

dass ein solcher Zweck zu vermuten ist, wenn das Gesuch in engem 
zeitlichem Zusammenhang mit einer Verhaftung, einem Strafverfahren, 
dem Vollzug  einer  Strafe  oder  dem Erlass  einer  Wegweisungsverfü-
gung eingereicht wird (Art. 33 Abs. 2 AsylG),

dass diese Missbrauchsvermutung umgestossen werden kann,  wenn 
eine  frühere  Einreichung  des  Gesuches  nicht  möglich  oder  nicht 

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zumutbar war oder sich Hinweise auf eine Verfolgung ergeben (Art. 33 
Abs. 3 AsylG),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung dargelegt hat, weshalb 
die  Voraussetzungen  für  einen  Nichteintretensentscheid  gemäss 
Art. 33 AsylG gegeben sind und weshalb die Wegweisung zu verfügen 
und der Vollzug anzuordnen ist, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeeingabe im Wesentli-
chen lediglich auf seine Gefährdung im Senegal verweist, ohne im Ein-
zelnen auf die Erwägungen der Vorinstanz einzugehen,

dass  der  Beschwerdeeingabe  keine  Anhaltspunkte  dafür  zu  entneh-
men sind, die Erwägungen des BFM seien unzutreffend, 

dass der Beschwerdeführer insbesondere die Vermutung, sein Asylge-
such  sei  einzig  zum Zweck der  Verzögerung  einer  drohenden  Weg- 
oder Ausweisung gestellt worden, nicht auszuräumen vermag, 

dass  es  dem  Beschwerdeführer  ohne  weiteres  zumutbar  gewesen 
wäre, zu einem früheren Zeitpunkt ein Asylgesuch zu stellen, 

dass  seine  Vorbringen  bezüglich  einer  aktuell  bestehenden  Gefähr-
dung  im  Heimatstaat  überaus  oberflächlich,  undetailliert  und  wider-
sprüchlich erscheinen und damit als unglaubhaft zu bewerten sind, 

dass die vom Beschwerdeführer vorgebrachten gesundheitlichen Prob-
leme nicht dokumentiert  sind und nicht derart gravierend erscheinen, 
dass sie es rechtfertigen würden, den Wegweisungsvollzug als unzu-
mutbar zu bezeichnen, 

dass aus den Akten nicht ersichtlich wird, inwiefern die angefochtene 
Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist, 

dass  unter  diesen Umständen ohne weitere  Erörterungen  und unter 
Verweis auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfü-
gung  festzustellen  ist,  dass  das  BFM  zu  Recht  in  Anwendung  von 
Art. 33 AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist und die Weg-
weisung sowie den Vollzug angeordnet hat, weshalb die Beschwerde 
abzuweisen ist,

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dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zustän-
dige kantonale Behörde: 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Nicholas Swain

Versand: 

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