# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bf83964-0952-5357-bcc2-6832ead60792
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-16
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 16.02.2024 OG.2023.00044 (OGS.2025.178)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2023-00044_2024-02-16.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtsvizepräsidentin MLaw Sarina Dreyer,
  Oberrichter MLaw Mario Marti, Oberrichterin Ruth Hefti, Oberrichter Martin
  Ilg und Kantonsrichterin Anita Staub sowie Gerichtsschreiberin
  MLaw Jasmin Marlovits. 

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 16. Februar 2024

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2023.00044

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Beschuldigter und

  
	
  Berufungskläger

  
	
   

  
	
  verteidigt durch MLaw Jacques Marti, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staats- und
  Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
  Anklägerin und

  
	
  Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
  vertreten durch lic.
  iur. Dorothea Speich, Staatsanwältin

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Qualifiziert
  grobe Verletzung von Verkehrsregeln etc.

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Anträge des Beschuldigten und
  Berufungsklägers (gemäss Eingabe vom 17. Juli 2023
  [act. 29] ergänzt anlässlich der Berufungsverhandlung vom
  24. November 2023 [act. 43, S. 2], sinngemäss):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es seien Dispositiv-Ziff. 2 bis
    5 und 7 des Urteils der II. Kammer des Kantonsgerichts Glarus vom
    21. Juni 2023 vollumfänglich aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Der Beschuldigte sei
    vollumfänglich freizusprechen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Eventualiter sei der
    Beschuldigte mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu
    bestrafen, wobei sechs Monate unbedingt und 18 Monate teilbedingt mit
    einer Probezeit von fünf Jahren ausgesprochen werden sollen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Das beschlagnahmte Fahrzeug sei
    dem Beschuldigten herauszugeben.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Alles unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

     

    

  

  
	
   

  
	
  Anträge der
  Anklägerin und Berufungsbeklagten (gestellt anlässlich der
  Hauptverhandlung vom 24. November 2023 [act. 43, S. 2],
  sinngemäss):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die Berufung des
    Berufungsklägers vom 17. Juni 2023 in allen Punkten abzuweisen und das
    Urteil der II. Kammer des Kantonsgerichts vom 21. Juni 2023 zu
    bestätigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Unter entsprechender
    Kostenfolge zulasten des Berufungsklägers. 

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I. Prozessgeschichte

   

  
	
  1.         

  
	
  Am 15. Februar 2022 erhob die Staats-
  und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus (nachfolgend "Staatsanwaltschaft")
  Anklage gegen A.______ (nachfolgend "Beschuldigter") wegen
  qualifiziert grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90
  Abs. 3 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 4 lit. c SVG, Art. 27
  Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV, des Führens
  eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs gemäss Art. 93 Abs. 2
  lit. a SVG i.V.m. Art. 29 SVG, Art. 57 Abs. 1 VRV, Art.
  34 Abs. 2 lit. k VTS und Art. 219 Abs. 1 lit. c VTS,
  eventualiter der Übertretung der Verordnung über die technischen
  Anforderungen an Strassenfahrzeuge gemäss Art. 219 Abs. 2
  lit. f VTS i.V.m. Art. 34 Abs. 2 lit. k VTS, sowie der
  Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über den Strassenverkehr gemäss
  Art. 99 Abs. 1 lit. b SVG i.V.m. Art. 10 Abs. 4 SVG
  (act. 1).

   

  
	
  2.         

  
	
  2.1.      Mit
  Urteil vom 21. Juni 2023 sprach die II. Kammer des Kantonsgerichts
  Glarus den Beschuldigten der qualifiziert groben Verletzung von
  Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG i.V.m. Art. 90
  Abs. 4 lit. c SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a
  Abs. 1 lit. b VRV schuldig (act. 25, S. 29, Dispositiv-Ziff. 2).
  Betreffend die Vorwürfe des Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs
  (Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 29 SVG,
  Art. 57 Abs. 1 VRV, Art. 34 Abs. 2 lit. k VTS und
  Art. 219 Abs. 1 lit. c VTS) sowie des Fahrens ohne
  Führerausweis (Art. 99 Abs. 1 lit. b SVG i.V.m. Art. 10
  Abs. 4 SVG) stellte sie das Verfahren hingegen ein
  (Dispositiv-Ziff. 1). Sie verurteilte den Beschuldigten – unter
  Berücksichtigung des Widerrufs der bedingten Freiheitsstrafe gemäss dem
  Urteil des Kreisgerichts Toggenburg vom 11. Mai 2017 – zu einer
  unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten (Dispositiv-Ziff. 3).
  Zudem widerrief es die mit Urteil des Obergerichts Thurgau vom
  10. Februar 2020 ausgesprochene bedingte Geldstrafe von
  180 Tagessätzen zu je CHF 90.− und ordnete deren Vollzug an
  (Dispositiv-Ziff. 4).

   

  
	
  2.2.      Sie
  verfügte ausserdem, dass das beschlagnahmte Fahrzeug, Subaru WRX, [...],
  eingetragen auf B.______, eingezogen und verwertet werde. Der
  Verwertungserlös sei nach Abzug der Verwertungskosten B.______ auszubezahlen
  (Dispositiv-Ziff. 5). Die Gerichtsgebühr setzte die II. Kammer des
  Kantonsgerichts Glarus fest auf CHF 4'000.− und auferlegte diese
  zusammen mit den weiteren Verfahrenskosten von CHF 12'775.15 dem
  Beschuldigten. Die Kosten der amtlichen Verteidigung würden dabei erst vom
  Beschuldigten bezogen, sobald es dessen wirtschaftlichen Verhältnisse
  erlauben (Dispositiv-Ziff. 6 und 7). Für das Verfahren vor
  Kantonsgericht erkannte die Vorinstanz dem amtlichen Verteidiger eine
  Entschädigung von CHF 6'509.60 zu (Dispositiv-Ziff. 8).

   

  
	
  3.         

  
	
  Gegen dieses Urteil erhob der Beschuldigte
  am 17. Juli 2023 fristgerecht Berufung beim Obergericht des Kantons
  Glarus und beantragte dabei, das vorinstanzliche Urteil sei bezüglich der
  Dispositiv-Ziff. 2 (Schuldspruch), Dispositiv-Ziff. 3 und 4 (Strafe
  und Widerruf bedingter Strafen), Dispositiv-Ziff. 5 (Einziehung und
  Verwertung des Fahrzeuges) und Dispositiv-Ziff. 7 (Kostenauferlegung)
  aufzuheben. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen und das beschlagnahmte
  Fahrzeug dem Beschuldigten herauszugeben (act. 29, S. 2).

   

  
	
  4.         

  
	
  Die Berufungsverhandlung fand am
  24. November 2023 statt. Dabei liess der Beschuldigte die gestellten
  Anträge um einen Eventualantrag ergänzen, wonach der Beschuldigte mit einer
  teilbedingten Freiheitstrafe von 24 Monaten zu bestrafen sei, wobei
  sechs Monate unbedingt und 18 Monate bedingt bei einer Probezeit von fünf
  Jahren auszusprechen seien  (act. 43, insbes. S. 2). Am
  16. Februar 2024 fällte das Obergericht seinen Entscheid (act. 49).
  Der Entscheid wird schriftlich eröffnet, nachdem die Parteien auf eine
  mündliche Urteilseröffnung ausdrücklich verzichtet haben (Art. 84
  Abs. 3 StPO; act. 43, S. 9).

   

  
	
   

  
	
  II.
  Prozessuales

   

  
	
  1.         

  
	
  Das vorliegend angefochtene Strafurteil der
  Vorinstanz (act. 25) ist der Berufung zugänglich (Art. 398
  Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte ist zur Berufung legitimiert
  (Art. 382 Abs. 1 StPO) und das Obergericht ist als
  Rechtsmittelinstanz in Strafsachen für die Behandlung von Berufungen
  zuständig (Art. 17 Abs. 1 lit. a GOG [GS III A/2]). Der
  Beschuldigte hat mit der Berufung vom 17. Juli 2023 die
  Rechtsmittelfrist gewahrt und erhebt zulässige Rügen (Art. 398
  Abs. 3 StPO; Art. 399 StPO; vgl. act. 29).

   

  
	
  2.         

  
	
  Nach Art. 398 Abs. 3 StPO können
  mit der Berufung Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und
  Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerungen und Rechtsverzögerungen (lit.
  a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b)
  sowie Unangemessenheit (lit. c) gerügt werden.

   

  
	
  3.         

  
	
  Die Berufungsinstanz überprüft das Urteil
  nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Wird gegen
  einzelne Punkte eines erstinstanzlichen Urteils kein Rechtsmittel ergriffen,
  erwachsen die betreffenden Urteilspunkte rückwirkend auf den Tag der Entscheidung
  in Rechtskraft (Art. 437 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StPO). Die rechtskräftigen Punkte sind im Dispositiv des Berufungsentscheids
  vorab aufzuführen (Daniel
  Jositsch/Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 4. Aufl.
  2023, N. 1 f. zu Art. 408 StPO). Gemäss
  Art. 408 StPO hat das Berufungsgericht (wenn es auf die Berufung
  eintritt) in jedem Fall ein neues Urteil zu fällen, welches das
  erstinstanzliche Urteil ersetzt. Darin wird unabhängig
  von einem allfälligen Antrag der Parteien auch über die von der Vorinstanz
  getroffene Kostenregelung neu befunden (Art. 428 Abs. 3 StPO;
  Urteil BGer 6B_580/2019 vom 8. August 2019, E. 2.2 f.).

   

  
	
  4.         

  
	
  Vorliegend sind die
  folgenden Punkte des vorinstanzlichen Entscheids unangefochten in Rechtskraft
  erwachsen: Dispositiv-Ziff. 1 (Einstellung des Verfahrens betreffend
  Führen eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs sowie Fahren ohne
  Führerausweis) sowie Dispositiv-Ziff. 6 und 8 (Gerichtsgebühr,
  Verfahrenskosten und Entschädigung der amtlichen Verteidigung).

   

  
	
  5.         

  
	
  Die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens
  SG.2022.00016 (act. 1-28) wurden beigezogen. Integrierender Bestandteil
  dieser Akten bilden die Strafuntersuchungsakten (Verfahren SA.2020.00408;
  act. 2/1.0.00 ff.). Die Akten des Berufungsverfahrens werden im
  gleichen Dossier geführt (ab act. 29).

  
	
   

   

  
	
  III. Sachverhalt

   

  
	
  1.         

  
	
  Wie bereits erwähnt, sind das Führen eines
  nicht betriebssicheren Fahrzeuges sowie das Fahren ohne Führerausweis nicht
  mehr Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Der Sachverhalt ist deshalb nachfolgend
  nur noch in Bezug auf den Vorwurf der qualifiziert groben Verletzung von
  Verkehrsregeln zu überprüfen.

   

  
	
  2.         

  
	
  2.1.      Die
  Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, er habe am
  Freitag, 15. Mai 2020, um 19.35 Uhr den Personenwagen "Subaru
  WRX", [...], ausserorts auf der Landstrasse in Mitlödi (Gemeinde Glarus
  Süd) in Richtung Schwanden gelenkt. Auf der Höhe des [...] habe er dabei eine
  Geschwindigkeit von mindesten 148 km/h erreicht. Durch die massive
  Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit habe er die übrigen
  Verkehrsteilnehmer sowie seine Mitfahrerin [...] erheblich gefährdet. Dabei
  sei er sich des hohen Risikos eines Unfalls mit Schwerverletzten oder
  Todesopfern bewusst gewesen, was er zumindest in Kauf genommen habe (vgl. zum
  Ganzen act. 1, S. 2 f.). Die Vorinstanz erachtete diesen
  Sachverhalt als erstellt, nachdem sie das METAS-Gutachten für vollständig
  nachvollziehbar und schlüssig erachtete, woran auch das Privatgutachten des
  Beschuldigten nichts zu ändern vermochte (vgl. act. 25, S. 13 ff.,
  E. III.6.1).

   

  
	
  2.2.      Der
  Beschuldigte bringt vor, dass die von der Staatsanwaltschaft verwendeten
  Messungen nicht verwertbar seien und daher die Höhe der Geschwindigkeit nicht
  richtig festgestellt worden sei. Der Beschuldigte habe auf dieser kurzen
  Strecke die gemessene Geschwindigkeit gar nicht erreichen können, was mittels
  einer Tatrekonstruktion festzustellen sei. Die dritte Messung gemäss dem
  METAS-Gutachten verletze die Toleranz von 10 %. Das METAS-Gutachten sei
  im Übrigen nicht nachvollziehbar, da die Unsicherheit nur geschätzt wurde und
  nicht erläutert worden sei, wie die Pixelbreite betreffend die vierte Messung
  bestimmt worden sei. Da keine einheitliche Plausibilisierung für alle
  Messungen bestehe, könne eine Fehlmessung nicht ausgeschlossen werden. Hinzu
  komme, dass der vorausfahrende BMW im Video mit 93 km/h gemessen worden
  sei, dessen Fahrer aber eine Busse für eine Geschwindigkeit von 101 km/h
  erhalten habe. Der Sachverhalt sei dementsprechend nicht erstellt, weshalb
  der Beschuldigte vollumfänglich freizusprechen sei (vgl. zum Ganzen
  act. 29, S. 2 f., act. 46, S. 4 f., und
  act. 43, S. 6 f.).

   

  
	
  2.3.      Die
  Staatsanwaltschaft beantragt die Abweisung der Berufung und verweist auf die
  Anklageschrift, das vorinstanzliche Urteil sowie die weiteren
  Verfahrensakten. Eine Tatrekonstruktion sei gestützt auf die klare Aktenlage
  vollkommen unnötig und nicht beweiserheblich (act. 43,
  S. 2 ff.).

   

  
	
  3.         

  
	
  3.1.      Das
  Gericht würdigt nach Art. 10 Abs. 2 StPO die Beweise frei nach seiner
  aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Liegt ein amtliches
  Gutachten vor, hat das Gericht zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen
  Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die
  Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Das Gericht darf
  dabei in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe vom Gutachten abrücken und
  muss Abweichungen begründen. Auf das amtliche Gutachten ist dann nicht
  abzustellen, wenn gewichtige, zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien
  die Überzeugungskraft des Gutachtens ernstlich erschüttern. Insbesondere ist
  dies dann der Fall, wenn die Schlussfolgerungen des Gutachtens unbegründet,
  in sich widersprüchlich sind oder andere offensichtliche Mängel vorliegen
  (vgl. zum Ganzen BGE 141 IV 369 E. 6.1).

   

  
	
  3.2.      Privatgutachten
  haben gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung hingegen nicht den
  gleichen Stellenwert wie ein Gutachten, das von der Untersuchungsbehörde oder
  vom Gericht eingeholt wurde. Vielmehr bilden diese bloss Bestandteil der
  Parteivorbringen und haben nicht die Qualität von Beweismitteln. Nach der
  Auffassung des Bundesgerichts ist zweifelhaft, ob ein Privatgutachten die
  Überzeugungskraft eines gerichtlich angeordneten Gutachtens zu erschüttern
  vermag. Zumindest kann ein Privatgutachten aber dazu geeignet sein, Zweifel
  an der Schlüssigkeit eines Gerichtsgutachtens oder die Notwendigkeit eines
  (zusätzlichen) Gutachtens zu begründen. Das Gericht hat daher zu prüfen, ob
  das Privatgutachten die Schlussfolgerungen des behördlich bestellten Gutachters
  derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (vgl. zum Ganzen
  BGE 141 IV 369 E. 6.2, BGE 127 I 73 E. 3.f.bb,
  Urteil BGer 6B_215/2013 vom 27. Januar 2014, E. 1.2).

   

  
	
  4.         

  
	
  Vorliegend ist
  unbestritten, dass der Beschuldigte am Freitag, 15. Mai 2020, um
  19.35 Uhr den Personenwagen "Subaru WRX", [...], ausserorts
  auf der Landstrasse in Mitlödi (Gemeinde Glarus Süd) in Richtung Schwanden
  lenkte und [...] dabei seine Mitfahrerin war (vgl. act. 2/10.1.04,
  S. 2, N. 24 ff.; act. 45, S. 8, Frage 27;
  act. 19, S. 4, Fragen 11 f.; act. 2/10.1.01,
  S. 2 f. und S. 4, Ziff. 7 und 19, sowie
  act. 2/10.1.03, S. 2, Ziff. 7). Zu prüfen bleibt damit einzig,
  welche Geschwindigkeit er auf der Höhe des [...] erreichte.

   

  
	
  5.         

  
	
  5.1.      Gemäss
  dem Messprotokoll wurde der Beschuldigte an der erwähnten Stelle mit 151 km/h
  gemessen, wobei von einer Toleranz von 5 km/h auszugehen sei
  (act. 2/8.1.02). Die Beurteilung der Messung durch das METAS
  (Eidgenössisches Institut für Metrologie) ergab, dass die mindestgefahrene
  Geschwindigkeit unter Berücksichtigung der maximalen Messunsicherheit
  148 km/h beträgt (act. 2/11.1.09, S. 10 und S. 14,
  Ziff. 3.5 und 4.2; Art. 21 Weisungen über polizeiliche
  Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr). Das
  Fahrzeug sei messtechnisch korrekt gemessen worden (act. 2/11.1.09,
  S. 14, Ziff. 4.1). So habe das Messmittel im Zeitpunkt der Messung
  eine gültige Eichung aufgewiesen und habe dementsprechend für amtliche
  Messungen eingesetzt werden dürfen (act. 2/8.1.04 und act. 2/11.1.09,
  S. 3, Ziff. 3.1; vgl. Art. 6 Abs. 2
  Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung [SR 941.261]). Die Schwenkungen
  zwischen dem Start und dem Ende der vierten Messung würden als unkritisch
  eingestuft werden können, da das Fadenkreuz zu jedem Zeitpunkt das Heck des
  Fahrzeuges treffe. Zudem würde der Auswertealgorithmus des Messmittels eine
  unlogische Abstufung oder Unterbrüche im Distanzänderungsverlauf erkennen,
  was zu einem Abbruch oder einer Verlängerung der Messphase führen würde.
  Aufgrund der Videodokumentation könne zudem ausgeschlossen werden, dass die
  Messung ein anderes bewegtes Objekt als das Fahrzeug des Beschuldigten
  getroffen habe (act. 2/11.1.09, S. 7 f., Ziff. 3.2).
  Fehlmessungen aufgrund von weiteren Umgebungseinflüssen konnte das
  METAS-Gutachten ebenfalls ausschliessen (act. 2/11.1.09, S. 9 und
  S. 15 f., Ziff. 3.3 f. und 4.4 ff.).

   

  
	
  5.2.      Das
  METAS-Gutachten nahm ausserdem eine Weg-Zeit-Rechnung anhand von
  Referenz-Positionen aus den einzelnen Bildern des Videos und dem Orthobild
  vor, um die vorstehende Geschwindigkeit zu plausibilisieren. Dabei stellte es
  zwischen Sekunde 5.08 und 6.58 des Videos (ca. 19:35:28 Uhr bis 19:35:29 Uhr)
  eine Geschwindigkeit von durchschnittlich 119.8 km/h mit einer
  Unsicherheit von +/‑ 6.4 km/h und zwischen Sekunde 6.58 und
  7.98 (ca. 19:35:29 Uhr bis 19:35:31 Uhr) eine Geschwindigkeit von
  durchschnittlich 141.0 km/h mit einer Unsicherheit von
  +/- 10.6 km/h fest (act. 2/11.1.09, S. 10 ff.,
  Ziff. 3.6, und act. 2/8.1.10). Schliesslich ergänzte das METAS sein
  Gutachten noch um eine dritte Berechnung, welche es anhand von zwei Bildern
  aus dem Messvideo (ca. 19:35:29 Uhr und 19:35:33 Uhr) und der jeweiligen
  Distanz zum Messgerät vornahm. Dabei stellte es auf die Pixelbreite ab und
  kam auf eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 148.8 km/h mit einer
  Unsicherheit von +/- 9.6 km/h (vgl. act. 2/11.1.15 und
  act. 2/8.1.10). Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt,
  erscheint auch dem Obergericht das METAS-Gutachten (inkl. dessen Ergänzung)
  verständlich, schlüssig, widerspruchsfrei und vollständig nachvollziehbar.

   

  
	
  5.3.      Wie
  erwähnt, stellt das METAS-Gutachten für die vom Beschuldigten bemängelte
  dritte Berechnung auf die "Pixelbreite" von 314 bzw. 217 ab. Dabei
  handelt es sich um die Anzahl Pixel, welche sich in der Breite des jeweiligen
  Bildes befinden. Da das Bild "Record-Nr. 1195" stärker
  vergrössert wurde, ist ein einzelnes Pixel desselben grösser als im Bild
  "Record-Nr. 1142". In letzterem haben deshalb in derselben
  Breite mehr Pixel Platz. Dies ist auch an der Qualität der Auflösung der
  beiden Bilder erkennbar (vgl. zum Ganzen act. 2/11.1.15). Wie breit ein
  einzelnes Pixel dabei tatsächlich ist bzw. um wie viel die Bilder im
  Vergleich zum Original vergrössert wurden, ist nicht relevant, was die
  nachfolgenden Ausführungen zeigen. 

   

  
	
  Bei der dritten Berechnung geht es darum,
  wie stark sich die Distanz zum Messgerät zwischen den beiden Bildern
  vergrössert hat. Das Gutachten stellt dies fest, indem es die Autos in beiden
  Bildern auf dieselbe Grösse vergrössert und anschliessend darauf abstellt, um
  wie viel mehr das spätere Bild hierzu vergrössert werden musste. Anstelle der
  Pixel könnte dabei auch auf die Distanz in cm zwischen den jeweiligen
  horizontalen Balken des Fadenkreuzes abgestellt werden, welche in beiden
  Originalbildern ursprünglich gleich gross war. Dies würde zwar zu einem
  ungenaueren, jedoch ähnlichen Wert führen (9.25 cm / 6.4 cm ≈
  1.44). Schliesslich könnte auch direkt auf den Originalbildern (vgl. dazu
  act. 2/8.1.10) die Grösse des Autos gemessen und ermittelt werden, wie
  viel kleiner dieses zwischen Record-Nr. 1142 und Record-Nr. 1195
  wurde. Wird dies anhand der im Gutachten abgedruckten Videoausschnitte "Record-Nr. 1195" und "Record-Nr. 1144" (etwa 0.08 Sekunden nach Record-Nr. 1142
  [vgl. act. 2/11.1.09, S. 12]) vorgenommen, erhält man ebenfalls
  einen Wert von etwa 1.44 (≈
  1.3 cm / 0.9 cm; vgl. zum Ganzen act. 2/11.1.09, S. 5 und
  S. 7).

   

  
	
  Die Bestimmung der Unsicherheit von +/-
  0.014 schliesslich ergibt sich daraus, wie genau die jeweilige Pixelbreite
  festgelegt werden konnte bzw. wie genau die Grösse der Autos übereinstimmt.
  Es handelt sich dabei um eine fachliche Einschätzung, welche vom Obergericht
  nicht detailliert zu überprüfen ist. Dass diese mögliche Abweichung
  offensichtlich falsch sein soll, ist nicht ersichtlich. Entgegen der
  Auffassung des Beschuldigten (act. 43, S. 7) ist damit auch die
  Berechnung in der Ergänzung des Gutachtens nachvollziehbar.

   

  
	
  5.4.      Gemäss
  Art. 3.2 der Weisungen über polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen und
  Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr ist eine Messung dann zu verwenden,
  wenn die Abweichung zwischen dem Messwert, den die Überprüfung der
  Bilddokumentation ergibt und demjenigen des Messsystems bei Geschwindigkeiten
  über 100 km/h nicht grösser als 10 % ist. Die Überprüfung der
  Bilddokumentation anhand der Pixel ergab, dass der Beschuldigte unter
  Berücksichtigung der Unsicherheiten mind. 139.2 km/h gefahren ist
  (= 148.8 km/h - 9.6 km/h). Dieser Wert liegt weniger als
  10 % unter der gemessenen Geschwindigkeit von 151 km/h, womit offen
  bleiben kann, ob die Unsicherheiten bei der Überprüfung der Messung zu
  berücksichtigen sind oder nicht. Entgegen der Auffassung des
  Berufungsbeklagten (act. 46, S. 4 f.) wurde daher die vierte
  Messung anhand der Pixelbreite plausibilisiert und darf verwendet werden.
  Anzumerken ist ausserdem, dass die dritte Messung von 143 km/h ebenfalls
  weniger als 10 % von der zweiten Berechnung abweicht, wonach unter
  Berücksichtigung der Unsicherheiten die Geschwindigkeit mind. 130.4 km/h
  betrug (= 141.0 km/h - 10.6 km/h). Damit wurde auch die
  dritte Messung plausibilisiert. Eine einheitliche Plausibilisierung über alle
  Messungen ist dabei nicht erforderlich. Vielmehr genügt es, dass die
  Messungen auf eine der vorgeschriebenen Weisen rekonstruiert werden können
  (vgl. Art. 3.2 der Weisungen über polizeiliche
  Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr). 

   

  
	
  6.         

  
	
  6.1.      Im
  Gegensatz zum erwähnten METAS-Gutachten widerspricht das Privatgutachten
  (act. 2/15.1.02-1) mehrfach den vorliegenden Akten und ist grösstenteils
  nicht nachvollziehbar. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Ausführungen
  der Vorinstanz verwiesen werden (act. 25, S. 13 ff.,
  E. III.6.1.3), bringt doch der Beschuldigte in diesem Zusammenhang vor
  Obergericht nichts Neues vor und setzt sich auch mit den vorinstanzlichen
  Erwägungen in keiner Weise auseinander (act. 46, S. 4 f.).
  Hinzuweisen ist insbesondere nochmals darauf, dass das Fadenkreuz auch im
  beanstandeten Bild 9 des Gutachtens sichtbar mehr als die Hälfte des
  Hecks erfasst (act. 2/11.1.09, S. 7). Das Privatgutachten stellt
  ausserdem mehrfach auf eine Gebrauchsanweisung bzw. Richtlinie des
  Herstellers ab, wobei nähere Angaben hierzu fehlen (act. 2/15.1.02-1).
  Die gemäss dem Privatgutachten fehlende Position des Messgerätes geht zudem
  aus dem Fotobogen der Polizei hervor und konnte auch durch das
  METAS-Gutachten bestätigt werden (act. 2/8.1.08, S. 1 f., und
  act. 2/11.1.09, S. 8 f., Ziff. 3.2). Ebenso sprechen die
  weiteren dem Gericht vorliegenden Akten nicht gegen die Schlüssigkeit des
  METAS-Gutachtens bzw. bestätigen dieses sogar. So ist z.B. auf dem Video
  optisch wahrnehmbar, dass sich der Abstand zwischen dem Fahrzeug des
  Beschuldigten und dem vor ihm fahrenden BMW verringerte (act. 2/8.1.10).
  Der Beschuldigte fuhr damit bedeutend schneller als dieser BMW, welcher mit
  93 km/h bereits zu schnell fuhr.

   

  
	
  6.2.      Daran
  ändert auch die vom Beschuldigten eingereichte Ordnungsbusse für den
  erwähnten BMW nichts (vgl. act. 46, S. 5, act. 47/2 und
  act. 2/8.1.02). Zwar ist zutreffend, dass diese Busse für eine gemessene
  Geschwindigkeit von 101 km/h ausgestellt wurde (act. 47/2) und der
  BMW kurz bevor das Fahrzeug des Beschuldigten im Bild erschien mit
  93 km/h gemessen wurde. Allerdings wurde der BMW davor im Video mit
  94 km/h gemessen und war bereits im Bild, als das Video um
  19:35:23 Uhr begann. Bereits aus den beiden vorstehenden Messungen geht
  hervor, dass der BMW-Fahrer im Video dabei war, seine Geschwindigkeit zu
  reduzieren. Dies wird zusätzlich dadurch bestätigt, dass vor ihm ein Fahrzeug
  nach links in Richtung Ennenda (Gemeinde Glarus) abbog (vgl. zum Ganzen act.
  2/8.1.10). Es ist daher naheliegend, dass der BMW, bevor das Video startete,
  tatsächlich eine Geschwindigkeit von 101 km/h erreichte und mit dieser
  gemessen wurde. Dementsprechend kann auch aus der ausgestellten Ordnungsbusse
  an den BMW-Fahrer keine falsche Messung durch das Messgerät abgeleitet
  werden. Zusammengefasst liegen vorliegend deshalb keine Indizien vor, welche
  Zweifel an der Schlüssigkeit des amtlichen Gutachtens hervorrufen könnten.

   

  
	
  7.         

  
	
  Den vorstehenden Ausführungen zufolge ist
  erstellt, dass der Beschuldigte (nach Abzug der Toleranz) eine
  Geschwindigkeit von 148 km/h erreichte. Demgemäss erübrigt es sich,
  weitere Beweise darüber abzunehmen, ob eine solche Geschwindigkeit auf der
  erwähnten Strecke mit dem Fahrzeug des Beschuldigten erreicht werden kann
  (antizipierte Beweiswürdigung). Hinzu kommt, dass auch keine objektiven
  Anhaltspunkte ersichtlich sind, weshalb der Beschuldigte auf der genannten
  Strecke mit seinem Auto die Geschwindigkeit von 148 km/h nicht hätte
  erreichen können sollen (vgl. act. 29, S. 2). So fuhr der
  Beschuldigte einen Sportwagen mit 300 PS (vgl. https://www.subaru.de/fileadmin/downloads/prospektarchiv/wrx-sti/wrx-sti-allrad-legende-MY-2012.pdf;
  act. 2/8.1.01, S. 2; act. 2/8.1.09 und act. 2/12.1.04,
  S. 5, E. II.3.2.3) und zwischen der Ortsausfahrt und der Messtrecke
  befanden sich auch keine scharfen Kurven (vgl. dazu die nachfolgende Grafik).
  Der Beweisantrag des Beschuldigten, es sei eine Tatrekonstruktion mit seinem
  Fahrzeug durchzuführen, ist daher abzuweisen.

   

  
	
  

  
	
  Ausschnitt GeoViewer Kanton Glarus mit
  Strecke aus Video (gelb) und vorherigem Strassenverlauf. 

  
	
   

   

  
	
  IV. Rechtliches

   

  
	
  Die von der Vorinstanz zutreffend
  vorgenommene rechtliche Würdigung des vorliegenden Sachverhalts blieb im
  Berufungsverfahren zu Recht unbestritten. In Anwendung von Art. 82
  Abs. 4 StPO kann deshalb integral darauf verwiesen werden (vgl.
  act. 25, S. 16 ff., E. IV.1). Da weder Schuldausschliessungs-
  noch Rechtfertigungsgründe ersichtlich sind, ist der erstinstanzliche
  Schuldspruch vollumfänglich zu bestätigen (act. 25, S. 29,
  Dispositiv-Ziff. 2).

   

  
	
   

  
	
  V. Widerruf bedingter Strafen

   

  
	
  1.         

  
	
  Das Kreisgericht Toggenburg verurteilte den
  Beschuldigten am 11. Mai 2017 wegen qualifiziert grober Verletzung der
  Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG i.V.m. Art. 90
  Abs. 4 lit. c SVG zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie zu
  einer Busse von CHF 1’500.−. Die Freiheitsstrafe wurde bedingt
  aufgeschoben bei einer Probezeit von vier Jahren
  (Dispositiv-Ziff. 1 f.), wobei diese mit dem Urteil des Obergerichts
  des Kantons Thurgau vom 10. Februar 2020 um ein Jahr verlängert wurde
  (Dispositiv-Ziff. 3). Zudem verurteilte das Obergericht des Kantons
  Thurgau den Beschuldigten mit dem erwähnten Urteil wegen grober Verletzung
  der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu einer
  Gelstrafe von 180 Tagessätzen à je CHF 90.‒ sowie zu einer
  Busse von CHF 3'000.‒. Die Geldstrafe wurde erneut bedingt
  aufgeschoben bei einer Probezeit von vier Jahren (Dispositiv-Ziff. 2;
  vgl. zum Ganzen act. 3). Noch während diesen beiden Probezeiten beging
  der Beschuldigte die dem vorliegenden Verfahren zugrundeliegende Straftat
  (vgl. E. III.4 ff. vorstehend).

   

  
	
  2.         

  
	
  Die Vorinstanz hat sowohl die bedingte
  Freiheitsstrafe von 18 Monaten als auch die bedingte Geldstrafe von
  180 Tagessätzen à je CHF 90.− widerrufen. Sie begründete dies
  damit, dass der Beschuldigte das Vertrauen, welches ihm durch das Obergericht
  Thurgau entgegen gebracht wurde, durch die erneute Tat nur drei Monate nach
  dessen Urteil missbraucht und damit verspielt habe. Zudem habe er sich bei
  den Einvernahmen im vorliegenden Verfahren nicht besonders einsichtig
  gezeigt. Aufgrund der Schwere des vorliegenden Delikts seien die beiden
  bedingt ausgesprochenen Strafen daher zu widerrufen (act. 25, S. 23
  ff., E. V.2, E. V.3 und E. V.4). Die Staatsanwaltschaft
  erachtet diese Widerrufe als gerechtfertigt. Der Beschuldigte äussert sich
  diesbezüglich – abgesehen von seinen Anträgen – nicht im Berufungsverfahren
  (vgl. act. 43, S. 4 und S. 6 f., und act. 46).

   

  
	
  3.         

  
	
  3.1.      Eine
  bedingte Strafe wird widerrufen, wenn der Verurteilte während der Probezeit
  ein Verbrechen oder Vergehen begeht und deshalb zu erwarten ist, dass er
  weitere Straftaten verüben wird (Art. 46 Abs. 1 StGB). Ist nicht zu
  erwarten, dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, verzichtet
  das Gericht auf einen Widerruf (Art. 46 Abs. 2 StGB). Für einen
  Widerruf der bedingten Strafe muss dabei die neu begangene Straftat eine
  gewisse Mindestschwere aufweisen. Zudem muss eine ungünstige Prognose vorliegen,
  also davon auszugehen sein, dass sich der Verurteilte nicht bewähren werde
  (BGE 134 IV 140 E. 4.2 f.).

   

  
	
  3.2.      Die
  Bewährungsaussichten des Beschuldigten sind anhand einer Gesamtwürdigung
  aller wesentlichen Umstände zu prüfen. Darin einzubeziehen sind die Tatumstände,
  das Vorleben und der Leumund sowie weitere Tatsachen, welche gültige Schlüsse
  auf den Charakter des Beschuldigten und die Aussichten auf seine Bewährung
  zulassen. Zu beachten sind deshalb beispielsweise strafrechtliche
  Vorbelastungen, das Arbeitsverhalten sowie die sozialen Bindungen des
  Beschuldigten. Für einen Verzicht auf den Widerruf müssen zwar nicht
  besonders günstige Umstände im Sinne von Art. 42 Abs. 2 StGB
  vorliegen, allerdings sind die Art und Schwere der erneuten Straftat dennoch
  bei der Prognosestellung zu berücksichtigen. So erlaubt nämlich das
  Verschulden betreffend die neue Tat Rückschlüsse auf die Legalbewährung des
  Beschuldigten. Die Prognose für den Entscheid über den Widerruf kann deshalb
  umso eher negativ ausfallen, je schwerer die während der Probezeit begangenen
  Delikte wiegen (vgl. zum Ganzen BGE 134 IV 140 E. 4.4 f.).

   

  
	
  4.         

  
	
  4.1.      Bei
  der dem vorliegenden Entscheid zugrundeliegenden Straftat handelt es sich um
  eine qualifiziert grobe Verletzung von Verkehrsregeln durch eine Geschwindigkeitsüberschreitung
  (vgl. E. III und E. IV). Dabei handelt es sich um ein Verbrechen
  und damit um eine schwere Straftat im Sinne der vorstehenden Erwägungen (vgl.
  Art. 90 Abs. 3 SVG i.V.m. Art. 10 Abs. 2 StGB). Die erforderliche
  Mindestschwere der neuen Straftat wird demgemäss vorliegend ohne Weiteres
  erreicht, womit noch die Prognose zu prüfen bleibt.

   

  
	
  4.2.      Aus den vorstehenden Erwägungen geht hervor, dass die beiden
  vorliegend zu beurteilenden bedingten Strafen aus den Jahren 2017 und 2020
  beide für einen Verstoss gegen Art. 90 SVG (Verletzung der
  Verkehrsregeln) ausgesprochen wurden (vgl. E. V.1). Zudem liegt eine
  weitere Vorstrafe gegen den Beschuldigten aus dem Jahr 2014 vor, welche
  ebenfalls aufgrund einer groben Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90
  Abs. 2 SVG) ausgesprochen wurde. Bei allen drei Delikten verstiess der
  Beschuldigte gegen die Verkehrsregeln, indem er die maximal erlaubte
  Höchstgeschwindigkeit (in jeweils unterschiedlichem Ausmass) überschritt
  (vgl. act. 3). Es handelt sich demgemäss bei allen drei Vorstrafen um
  einschlägige Delikte, was für eine negative Legalprognose spricht. Hinzu
  kommt, dass die neue Tat lediglich drei Monate nach dem letzten Urteil verübt
  wurde und sich der Beschuldigte auch im vorliegenden Verfahren nicht besonders
  einsichtig zeigt, lässt er doch die Tat weiterhin abstreiten (vgl.
  act. 29, S. 2, und act. 46, S. 2 ff.). Zudem nahm der Beschuldigte auch seine zunächst zugegebene
  Geschwindigkeitsüberschreitung, indem er 139 km/h gefahren sei, im Laufe
  des Verfahrens wieder zurück (vgl. act. 2/10.1.04, S. 4,
  N. 80 f.).

   

  
	
  4.3.      Der Beschuldigte geht zwar einer regelmässigen Arbeitstätigkeit nach
  und scheint auch in sozialer Hinsicht gut eingebettet sowie eine Stütze zu
  sein (vgl. act. 45, S. 4, Fragen 12 f., act. 47/1
  und act. 43, S. 8 f.). Allerdings war dies auch bereits bei
  den durch den Beschuldigten begangenen Delikten der Fall (vgl. act. 3,
  Einvernahmeprotokoll Untersuchungsamt Uznach vom 9. Dezember 2016,
  S. 5, Ziff. 36; act. 2/10.1.04, S. 5, N. 123, und
  act. 2/12.1.01-6). Der Beschuldigte liess sich dementsprechend trotz
  dieser grundsätzlich positiven Faktoren sowie auch den verhängten bedingten
  Strafen und den jeweiligen Verbindungsbussen bisher nicht von weiteren
  Tatbegehungen abhalten. Auch zum heutigen Zeitpunkt kann deshalb nicht davon
  ausgegangen werden, dass diese die aufgrund der einschlägigen Vortaten
  negative Prognose zu beeinflussen vermögen. Dem Beschuldigten muss vorliegend
  deshalb eine negative Legalprognose für beide bedingt ausgesprochenen Strafen
  gestellt werden. Insbesondere konnten den Beschuldigten bisher die
  finanziellen Auswirkungen seiner Straftaten (Bussen und Verfahrenskosten)
  nicht von der Begehung weiterer Straftaten abhalten, weshalb auch ein
  Widerruf der Geldstrafe alleine den Beschuldigten nicht von der Begehung
  weiterer Straftaten abhalten können wird. Aus diesem Grund sind sowohl die
  bedingte Geldstrafe als auch die bedingte Freiheitsstrafe zu widerrufen.

   

  
	
   

  
	
  VI. Strafzumessung

   

  
	
  1.          

  
	
  1.1.      Die
  Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten für die qualifiziert grobe
  Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG i.V.m.
  Art. 90 Abs. 4 lit. c SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG und
  Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV unter Berücksichtigung des Widerrufs
  der bedingten Freiheitsstrafe gemäss dem Urteil des Kreisgerichts Toggenburg
  vom 11. Mai 2017 zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten
  (act. 25, S. 29, Dispositiv-Ziff. 2 und 3). Hinzu kommt die
  widerrufene bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen à je
  CHF 90.− gemäss dem Urteil des Obergerichts Thurgau vom
  10. Februar 2020 (act. 25, S. 29, Dispositiv-Ziff. 4).

   

  
	
  1.2.      Der
  Beschuldigte erachtet dieses Strafmass als zu hoch und beantragt mit seinem
  Eventualbegehren eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten (act. 43,
  S. 2). Der Beschuldigte bitte dabei insbesondere um eine tiefere Strafe,
  damit er seine Familie unterstützen könne (vgl. act. 43, S. 9). Die
  Staatsanwaltschaft erachtet die vorinstanzliche Freiheitsstrafe von
  30 Monaten insbesondere unter Berücksichtigung der einschlägigen
  Vorstrafen als praxisgemäss (act. 43, S. 5).

   

  
	
  2.         

  
	
  2.1.      Das
  Gericht bemisst die Strafe nach dem Verschulden des Täters. Dabei sind das
  Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkungen der Strafe auf
  das Leben des Täters zu berücksichtigen (Art. 47 Abs. 1 StGB). Was
  die Methodik der Strafzumessung sowie die detaillierten
  Strafzumessungskriterien betrifft, kann auf die zutreffenden Ausführungen der
  Vorinstanz verwiesen werden (act. 25, S. 18 ff., E. V.1).
  Zu ergänzen ist allerdings, dass von der Tatkomponente die Täterkomponente zu
  unterscheiden ist. Diese umfasst neben den Vorstrafen auch die persönlichen
  Verhältnisse, das allgemeine Vorleben sowie das Verhalten nach der Tat und im
  Strafverfahren, insbesondere gezeigte Reue und Einsicht oder ein abgelegtes
  Geständnis (Hans Mathys,
  Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, N. 34 und
  N. 311 ff.; Hans
  Wiprächtiger/Stefan Keller, in: Basler Kommentar Strafrecht,
  4. Aufl. 2019, N. 85 ff. zu Art. 47 StGB).

   

  
	
  2.2.      Sind
  eine widerrufene sowie die neue Strafe gleicher Art, ist in sinngemässer
  Anwendung von Art. 49 StGB eine Gesamtstrafe zu bilden (Art. 46
  Abs. 1 StGB). Dabei ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
  zunächst die Strafe für die während der Probezeit neu verübte Straftat nach
  Art. 47 ff. StGB festzulegen. Diese bildet die
  "Einsatzstrafe", welche anschliessend aufgrund der zu widerrufenden
  Vorstrafe angemessen auf eine Gesamtstrafe zu erhöhen ist (BGE 145 IV
  146 E. 2.4.2).

   

  
	
  3.         

  
	
  3.1.      Die
  qualifiziert grobe Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90
  Abs. 3 SVG wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren
  bestraft. Demzufolge kommt vorliegend ausschliesslich eine Freiheitsstrafe in
  Frage. Der Tatbestand von Art. 90 Abs. 3 SVG dient dabei dem Schutz
  von Leib und Leben (Gerhard Fiolka,
  Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 18 zu Art. 90
  SVG). Im Rahmen der objektiven Tatschwere ist insbesondere die Höhe der
  Geschwindigkeit, die zurückgelegte Strecke sowie das Gefährdungspotential,
  welches vom Verhalten des Täters ausgeht, zu berücksichtigen (Hans Mathys, a.a.O., N. 115).

   

  
	
  3.2.      Der
  Beschuldigte überschritt die maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit von
  80 km/h um 68 km/h, wobei bereits ab einer Überschreitung um
  60 km/h eine qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung besteht
  (Art. 90 Abs. 4 lit. c i.V.m. Art. 90 Abs. 3 SVG).
  Der Beschuldigte hat demgemäss die Grenze zur qualifiziert groben
  Verkehrsregelverletzung bedeutend überschritten, wobei aber dennoch weit
  höhere Geschwindigkeitsüberschreitungen denkbar sind. Der Beschuldigte
  überschritt die Geschwindigkeit ausserdem auf einer übersichtlichen mehr oder
  weniger geraden Strecke. Zwar können dem Video zwei weitere
  Verkehrsteilnehmer auf der vom Beschuldigten befahrenen Strecke entnommen
  werden. Dass der Beschuldigte konkret beinahe mit einem dieser Fahrzeuge zusammengestossen
  wäre, kann dem Video hingegen nicht entnommen werden (vgl.
  act. 2/8.1.10). Die objektive Tatschwere ist daher noch im unteren
  Bereich (konkret bei 16 Monaten) einzuordnen. Wie bereits die Vorinstanz
  zutreffend festhielt (act. 25, S. 23, E. V.2), ist als Motiv
  einzig die Freude des Beschuldigten am schnellen Fahren ersichtlich. Es
  handelt sich dabei um ein egoistisches Motiv, was als verwerflich und damit
  verschuldenserhöhend zu qualifizieren ist. Dementsprechend erscheint nach Berücksichtigung der subjektiven Elemente eine
  Einsatzstrafe von 17 Monaten angemessen.

   

  
	
  3.3.      Im Rahmen der Täterkomponente sind schliesslich die drei
  einschlägigen Vorstrafen des Beschuldigten zu berücksichtigen (vgl.
  E. V.4.2 vorstehend). Insbesondere die Deliktsbegehung lediglich drei
  Monate nach dem Urteil des Obergerichts Thurgau lässt auf eine besondere
  Uneinsichtigkeit schliessen. Die Vorstrafen sind daher erheblich
  straferhöhend zu berücksichtigen. Weitere Gründe für eine Straferhöhung oder ‑senkung
  sind nicht ersichtlich. Insbesondere ist der Beschuldigte nicht geständig,
  womit er auch keine Reue betreffend die verübte Straftat zeigen konnte. Die
  Freiheitsstrafe ist daher aufgrund der drei einschlägigen Vorstrafen um fünf
  Monate auf 22 Monate zu erhöhen.

   

  
	
  4.         

  
	
  4.1.      Wie
  bereits erwähnt, muss nun aus der Strafe für die während der Probezeit
  begangene Straftat sowie der widerrufenen gleichartigen Strafe eine
  Gesamtstrafe gebildet werden. Dabei ist von der vorstehend festgelegten
  Freiheitsstrafe von 22 Monaten auszugehen und diese aufgrund der zu
  widerrufenden durch das Kreisgericht Toggenburg verhängten bedingten
  Freiheitsstrafe von 18 Monaten angemessen zu erhöhen. Die vom
  Obergericht des Kantons Thurgau verhängte Gelstrafe von 180 Tagessätzen
  à je CHF 90.‒ ist nicht gleichartig und daher unverändert zu
  vollziehen.

   

  
	
  4.2.      Bei
  der Festlegung der Gesamtstrafe sind namentlich das Verhältnis der einzelnen
  Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere
  Selbstständigkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten
  Rechtsgüter und Begehensweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag
  des einzelnen Delikts wird dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die
  Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammenhang stehen (BGE
  144 IV 217 E. 3.5.4; Urteil BGer 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013,
  E. 2.3.4; Urteil BGer 6B_905/2018 vom 7. Dezember 2018,
  E. 4.3.3; vgl. auch Hans Mathys,
  a.a.O., N. 500 ff.). Zwar liegen sowohl der neuen Strafe als auch
  der zu widerrufenden Strafe jeweils eine qualifiziert grobe
  Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG zugrunde,
  womit der Beschuldigte zumindest abstrakt dieselben Rechtsgüter gefährdete.
  Allerdings stehen die Delikte ansonsten weder zeitlich noch örtlich noch sonst
  irgendwie in einem Zusammenhang. Insbesondere gefährdete der Beschuldigte bei
  den beiden Straftaten deshalb auch ganz unterschiedliche Personen. Da es sich
  dementsprechend um zwei vollkommen selbständige Straftaten handelt, ist die
  zu widerrufende Freiheitsstrafe von 18 Monaten in erheblichem Umfang
  anzurechnen. Die für das neue Delikt festgesetzte Freiheitsstrafe von
  22 Monaten ist daher um 14 Monate auf 36 Monate zu erhöhen.

   

  
	
  4.3.      Nach
  Art. 391 Abs. 2 StPO darf das Urteil jedoch nicht zum Nachteil des
  Beschuldigten abgeändert werden (Verbot der reformatio in peius), wenn das
  Rechtsmittel nur zu seinen Gunsten ergriffen wurde. Massgebend ist dabei das Dispositiv (BGE 148 IV 89 E. 4.3;
  BGE 139 IV 282 E. 2.6). Weil die Vorinstanz lediglich eine
  Freiheitsstrafe von 30 Monaten angeordnet hat, darf diese nicht auf
  36 Monate erhöht werden. Die Freiheitsstrafe ist daher bei 30 Monaten zu
  belassen.

   

  
	
   

  
	
  VII. Vollzug

   

  
	
  1.         

  
	
  1.1.      Die
  Vorinstanz hat den unbedingten Strafvollzug angeordnet. Sie begründete dies
  mit den zahlreichen Vorstrafen des Beschuldigten sowie seinem bisherigen
  Verhalten im aktuellen Verfahren. Es könne deshalb lediglich von einer
  unbedingten Freiheitsstrafe erwartet werden, dass diese beim Beschuldigten
  eine Verhaltensänderung zu bewirken vermöge (vgl. act. 25,
  S. 23 f., E. V.2).

   

  
	
  1.2.      Der
  Beschuldigte bringt dagegen vor, dass ihm eine günstige Prognose zu stellen
  sei. Er habe aus seinen Fehlern gelernt und seit Mai 2020 nicht mehr
  delinquiert. Ihm solle noch eine allerletzte Chance gegeben werden, indem
  eine teilbedingte Strafe auszusprechen sei. Es seien lediglich
  sechs Monate unbedingt auszusprechen, sodass Halbgefangenschaft möglich
  bleibe (vgl. zum Ganzen act. 46, S. 6). Nach Ansicht der
  Staatsanwaltschaft hingegen könne dem Beschuldigten keine günstige Prognose
  gestellt werden und komme aufgrund der drei einschlägigen Vorstrafen auch
  keine teilbedingte Strafe in Frage. Weil der Beschuldigte seit längerer Zeit
  keinen Ausweis habe, habe er sich ausserdem auch in der Sache nicht wirklich
  bewähren können (act. 43, S. 5 und S. 8).

   

  
	
  2.         

  
	
  2.1.      Das
  Gericht kann gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB den Vollzug einer
  Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilweise
  aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend
  Rechnung zu tragen. Damit eine teilbedingte Strafe verhängt werden kann,
  müssen die materiellen Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten
  Strafvollzuges (Art. 42 StGB) gegeben sein (BGE 134 IV 1
  E. 5.5.1; Roland M. Schneider/Roy
  Garré, in: Basler Kommentar Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 11
  zu Art. 43 StGB). Erforderlich ist demgemäss, dass eine begründete
  Aussicht auf Bewährung besteht (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1;
  BGE 134 IV 1 E. 5.3.1). Wurde der Beschuldigte in den letzten fünf
  Jahren vor der Tat zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten
  verurteilt, ist allerdings auch eine teilbedingte Strafe nur möglich, wenn
  besonders günstige Umstände vorliegen (vgl. Art. 42 Abs. 2 StGB
  sowie BGE 144 IV 277 E. 3.2).

   

  
	
  2.2.      Als
  besonders günstig gelten Umstände, welche ausschliessen, dass die Vortat die
  Prognose verschlechtert (BGE 134 IV 1 E. 4.2.3;
  BGE 134 IV 140 E. 4.5). Der Rückfall in die Straffälligkeit stellt
  dabei aber keinen objektiven Ausschlussgrund für eine bedingte oder
  teilbedingte Strafe dar (BGE 144 IV 277 E. 3.1.2). Vielmehr stellt
  die frühere Verurteilung lediglich ein Indiz dafür dar, dass befürchtet
  werden muss, der Täter begehe weitere Straftaten. Damit dennoch eine
  (teil-)bedingte Strafe ausgefällt werden kann, muss die Gesamtwürdigung der
  Umstände den Schluss zulassen, dass trotz der Vortat begründete Aussicht auf
  Bewährung besteht. Möglich ist dies beispielsweise, wenn die neue Straftat
  mit der Vortat in keinerlei Zusammenhang steht, oder bei einer besonders
  positiven Veränderung der Lebensumstände des Täters
  (BGE 134 IV 1 E. 4.2.3). Zudem ist auch die
  voraussichtliche Wirkung der teilbedingten Strafe zu berücksichtigen
  (BGE 144 IV 277 E. 3.2). Kein Hindernis ist sodann, dass der
  bedingte Vollzug einer früheren Strafe widerrufen wird. Vielmehr ist ihr
  nachträglicher Vollzug zu berücksichtigen, sodass aufgrund dieses Widerrufes
  eine Schlechtprognose allenfalls verneint werden kann (BGE 134 IV 140
  E. 4.5). Ist zwischen der neuen und der alten Strafe eine Gesamtstrafe
  zu bilden, hat das Bundesgericht bisher auch einen teilbedingten Vollzug
  nicht ausgeschlossen (vgl. Urteil BGer 6B_1421/2021 vom 25. Mai 2022,
  E. 5.2). Fehlt es auch unter Berücksichtigung all dieser Faktoren an
  besonders günstigen Umständen, ist die neue Strafe zu vollziehen (BGE 134
  IV 140 E. 4.5).

   

  
	
  3.         

  
	
  3.1.      Der
  Beschuldigte wird vorliegend zu einer (Gesamt-)Freiheitsstrafe von
  30 Monaten verurteilt (vgl. E. VI.4.3 vorstehend) und wurde
  ausserdem bereits am 11. Mai 2017 zu einer Freiheitsstrafe von
  18 Monaten verurteilt (vgl. act. 3, Urteil des Kreisgerichts
  Toggenburg). Dementsprechend müssen besonders günstige Umstände im Sinne von
  Art. 42 Abs. 2 StGB vorliegen, damit eine teilbedingte
  Freiheitsstrafe ausgesprochen werden kann. Gegen den Beschuldigten wurden
  ausserdem in den Jahren 2014 und 2020 je eine Geldstrafe ausgesprochen. Alle
  drei Vorstrafen ergingen dabei aufgrund einer (qualifiziert) groben
  Verletzung von Verkehrsregeln durch eine Geschwindigkeitsüberschreitung
  (act. 3). Da auch das im vorliegenden Verfahren untersuchte Delikt eine
  qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung durch eine
  Geschwindigkeitsüberschreitung ist, bilden diese einschlägigen Vorstrafen ein
  starkes Indiz gegen die Bewährung des Beschuldigten.

   

  
	
  3.2.      Wie
  bereits erwähnt (E. V.4.3), weist der Beschuldigte stabile soziale
  Verhältnisse auf und geht einer regelmässigen Arbeitstätigkeit nach. Zwar war
  der Beschuldigte zwischenzeitlich selbständig, arbeitete aber sowohl während
  der Tatbegehung als auch zum heutigen Zeitpunkt wieder in einem
  Anstellungsverhältnis (vgl. act. 19, S. 3, Frage 5;
  act. 2/10.1.04, S. 5, N. 122 f., und act. 45,
  S. 4, Fragen 12 f.). Abgesehen davon, dass der Beschuldigte
  heute für einen anderen Arbeitgeber als noch im Zeitpunkt der Tatbegehung
  arbeitet, haben sich die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten seither
  dementsprechend nicht geändert. Die grundsätzlich als positiv zu wertenden
  persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten können daher vorliegend noch
  nicht vermeiden, dass sich die Prognose aufgrund der einschlägigen Vortaten
  verschlechtert. 

   

  
	
  3.3.      Dasselbe
  gilt auch dafür, dass seit dem Juli 2020 keine neuen Strafverfahren gegen den
  Beschuldigten eingeleitet wurden (act. 42). Dem Beschuldigten wurden der
  Lernfahrausweis sowie der Führerausweis auf Probe ab dem 15. Mai 2020
  vorsorglich entzogen (act. 2/1.1.08), womit ihm das Führen eines
  Motorfahrzeuges seither gar nicht erlaubt war. Wie die Staatsanwaltschaft
  zutreffend vorbringt (act. 43, S. 8), konnte sich der Beschuldigte
  daher in der Sache bisher nicht bewähren. Der Beschuldigte plant aber, auch
  in Zukunft wieder Auto zu fahren (act. 45, S. 6, Frage 22).
  Zwar erklärte er, seine Fahrweise ändern zu wollen (act. 45, S. 7,
  Frage 23), allerdings erklärte er dies auch bereits an seiner Einvernahme
  vom 9. Dezember 2016 beim Untersuchungsamt Uznach (act. 3,
  Einvernahmeprotokoll, S. 5, Ziff. 31 f.). Trotz dieser Aussage
  im Jahr 2016 wurde der Beschuldigte aber auch danach noch zweimal mit einer
  (massiven) Geschwindigkeitsübertretung gemessen, was nicht für die Glaubhaftigkeit
  dieser erneuten Aussage spricht. 

   

  
	
  3.4.      Wie erwähnt, kommt vorliegend aber ohnehin bloss eine teilbedingte
  Strafe in Frage, weshalb auch der unbedingt zu vollziehende Teil der Strafe
  bei der Prognosebildung zu berücksichtigen ist. Zu beachten ist dabei, dass
  dem Beschuldigten bisher – soweit ersichtlich – nur Freiheits- und
  Geldstrafen angedroht wurden. Ein Vollzug wurde bisher hingegen nur bei
  Bussen angeordnet. Zwar muss vorliegend aufgrund der früheren Busse davon
  ausgegangen werden, dass der Vollzug von rein finanziellen Strafen und damit
  auch einer Geldstrafe den Beschuldigten nicht von erneuten Straftaten
  abhalten können wird. Angesichts dessen, dass sich der Beschuldigte aber –
  soweit ersichtlich – bisher noch nie in Haft befand, gilt dies nicht für die
  Freiheitsstrafe. Vielmehr ist davon auszugehen, dass bereits der Vollzug
  eines (erheblichen) Teils der Freiheitsstrafe in Verbindung mit dem Vollzug
  der Geldstrafe eine starke Warnwirkung für den Beschuldigten haben wird. In
  einer Gesamtwürdigung ist deshalb davon auszugehen, dass trotz der Vorstrafen
  ein teilbedingter Vollzug der Freiheitsstrafe den Beschuldigten genügend
  beeindrucken wird, um ihn von weiteren Straftaten abzuhalten.

   

  
	
  4.         

  
	
  4.1.      Wird
  eine teilbedingte Strafe ausgesprochen, darf der unbedingt vollziehbare Teil
  die Hälfte der Strafe nicht übersteigen und beide Teile müssen mindesten
  sechs Monate betragen (Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3 StGB). Das
  Verhältnis der Strafteile ist dabei anhand der Wahrscheinlichkeit der
  Bewährung sowie des Verschuldens des Beschuldigten festzusetzen. Insbesondere
  darf der unbedingte Strafteil das aufgrund des Verschuldens gebotene Mass
  nicht unterschreiten (BGE 134 IV 1 E. 5.6). Nach ähnlichen
  Grundsätzen ist auch die Probezeit innerhalb der gesetzlichen Schranken von zwei
  bis fünf Jahren festzusetzten (Art. 44 Abs. 1 StGB). Neben der
  Rückfallgefahr sind dabei auch die Persönlichkeit und der Charakter des
  Beschuldigten zu berücksichtigen (vgl. Urteil BGer 6B_1133/2019 vom
  18. Dezember 2019, E. 4.3; Urteil BGer 6B_1040/2022 vom
  23. August 2023, E. 4.4.1; BGE 95 IV 121 E. 1).

   

  
	
  4.2.      Aus
  den vorstehenden Ausführungen geht hervor, dass dem Beschuldigten nur sehr
  knapp eine positive Legalprognose gestellt werden kann (E. VII.3).
  Insbesondere aufgrund des verwerflichen Motives und der zahlreichen
  Vorstrafen muss dem Beschuldigten ausserdem ein ernstzunehmendes Verschulden
  zur Last gelegt werden (vgl. dazu auch E. VI vorstehend). Vor diesem
  Hintergrund sind der bedingte und der unbedingte Teil der Strafe je auf
  15 Monate festzusetzen. Aufgrund der erheblichen Rückfallgefahr ist
  ausserdem auch eine lange Probezeit anzuordnen. Um sicherzustellen, dass der
  Beschuldigte sich nachhaltig bewährt, ist daher eine Probezeit von fünf
  Jahren festzulegen.

   

  
	
   

  
	
  VIII.
  Beschlagnahmtes Fahrzeug

   

  
	
  1.         

  
	
  Die Vorinstanz hat die Einziehung und
  Verwertung des beschlagnahmten Fahrzeuges Subaru WRX, [...], angeordnet,
  wobei der Verwertungserlös (abzgl. der Verwertungskosten) an B.______
  auszubezahlen sei (act. 25, S. 29, Dispositiv-Ziff. 5). Der
  Beschuldigte bringt dagegen vor, dass er aktuell 15 km von seinen Eltern
  entfernt wohne und daher nicht einfach auf das Fahrzeug zugreifen könne.
  Seine Mutter dürfe zudem frei entscheiden, ob sie ein Sportfahrzeug fahren
  wolle oder nicht. Der Beschuldigte arbeite ausserdem in der Automobilbranche,
  weshalb er täglich Zugriff auf diverse Fahrzeuge habe. Die Einziehung des
  Fahrzeuges erweise sich deshalb als unverhältnismässig und das Fahrzeug sei
  dem Beschuldigten herauszugeben (act. 46, S. 2 und S. 7 f.).
  Die Staatsanwaltschaft erachtet die von der Vorinstanz angeordnete Einziehung
  und Verwertung des Fahrzeuges hingegen als korrekt (act. 43,
  S. 5 f.).

   

  
	
  2.         

  
	
  2.1.      Gemäss
  Art. 90a Abs. 1 SVG kann das Gericht die Einziehung eines
  Motorfahrzeuges anordnen, wenn damit eine grobe Verkehrsregelverletzung in
  skrupelloser Weise begangen wurde (lit. a) und der Täter durch die
  Einziehung von weiteren groben Verkehrsregelverletzungen abgehalten werden
  kann (lit. b). Das Gericht kann dabei die Verwertung des Motorfahrzeugs
  anordnen und die Verwendung des Erlöses (unter Abzug der Verwertungs- und
  Verfahrenskosten) festlegen (Art. 90a Abs. 2 SVG; vgl. auch Art.
  267 Abs. 3 StPO). Eine Sicherungseinziehung ist dabei grundsätzlich auch
  bei Motorfahrzeugen im Eigentum von Drittpersonen zulässig, wenn der
  Beschuldigte weiterhin über das verwendete Fahrzeug verfügen kann und die
  Beschlagnahme geeignet erscheint, weitere grobe Verkehrsregelverletzungen zu
  verhindern oder zumindest zu verzögern bzw. zu erschweren (BGE 140 IV
  133 E. 3.5).

   

  
	
  2.2.      Nach
  der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind die Einziehungsvoraussetzungen bei
  Verkehrsdelikten im Sinne von Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG in der Regel
  gegeben. Das Gericht hat aber zu prüfen, ob das Fahrzeug in der Hand des
  Täters in der Zukunft die Verkehrssicherheit gefährdet und ob die Einziehung
  verhältnismässig ist (BGE 139 IV 250 E. 2.3.3 und E. 2.4 sowie
  BGE 140 IV 133 E. 3.4). Hat der Beschuldigte nach der Einziehung
  Zugriff auf weitere Fahrzeuge und ist das Tatfahrzeug damit ohne weiteres
  ersetzbar, kann ihn die Einziehung kaum im Sinne von Art. 90a
  Abs. 1 lit. b SVG von weiteren groben Verkehrsregelverletzungen
  abhalten (Markus Husmann, Basler
  Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 93 zu Art. 90a SVG).

   

  
	
  3.         

  
	
  3.1.      Der
  Beschuldigte hat vorliegend den Tatbestand der qualifiziert groben
  Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG erfüllt, wobei er
  mit dem beschlagnahmten Subaru WRX, [...], fuhr. Aufgrund seines egoistischen
  Motives, der im Video ersichtlichen Verkehrsteilnehmer sowie der Gefährdung
  seiner Beifahrerin handelte der Beschuldigte klar skrupellos (vgl.
  E. III und E. VI.3 vorstehend), weshalb offenbleiben kann, ob diese
  Voraussetzung bei einem Verstoss gegen Art. 90 Abs. 3 SVG überhaupt
  zusätzlich zu prüfen ist (vgl. Urteil BGer 1B_193/2014 vom 2. September 2014,
  E. 2.3.2).

   

  
	
  3.2.      Der
  Beschuldigte erklärte an seiner Einvernahme vor Obergericht, dass er in
  Zukunft gerne wieder Autofahren würde (act. 45, S. 6,
  Frage 22). Zurzeit arbeite er bei der [...] als Automechaniker, wobei er
  mit jeder Art von Fahrzeugen und damit auch mit Sportwagen zu tun habe
  (act. 45, S. 4 und S. 10, Fragen 13 und 37). Auf diese
  Fahrzeuge habe er auch Zugriff, denn die Schlüssel würden sich jeweils im
  Betrieb befinden (act. 45, S. 10, Frage 38). Dementsprechend
  kann der Beschuldigte den Subaru WRX jederzeit ohne weiteres durch einen
  anderen Sportwagen ersetzen. Die Einziehung des Subaru WRX wird daher kaum
  dazu beitragen können, den Beschuldigten von einer erneuten
  Verkehrsregelverletzung abzuhalten. Angesichts dessen, dass dem Beschuldigten
  nach Verbüssung der teilbedingten Freiheitsstrafe ohnehin keine ungünstige
  Prognose mehr gestellt werden muss (vgl. E. VII.3.4 vorstehend),
  erscheint die Einziehung des Subaru WRX, [...], daher nicht verhältnismässig.

   

  
	
  3.3.      Den
  übereinstimmenden Angaben der Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten
  zufolge ist der Subaru WRX, [...], auf B.______ eingetragen
  (act. 2/5.1.01; act. 19, S. 5, Frage 15, und
  act. 2/10.1.03, S. 3, Ziff. 17). Dieser kann das Fahrzeug
  allerdings aufgrund einer Hirnblutung nicht mehr selbst fahren
  (act. 2/12.1.01-6). Seine Ehefrau C.______ sei daher gemäss ihren
  eigenen Angaben sowie denjenigen des Beschuldigten die faktische Halterin des
  erwähnten Fahrzeuges (act. 2/12.1.01-5; act. 19, S. 5,
  Frage 15; act. 2/10.1.01, S. 6, Ziff. 34, und
  act. 2/10.1.03, S. 3, Ziff. 17; vgl. auch act. 2/5.1.04,
  S. 2, und act. 2/10.1.04, S. 3, N. 52). Der Subaru WRX,
  [...], ist daher an C.______ zurückzugeben. Da der Beschuldigte jedoch an
  diesem Fahrzeug Änderungen vorgenommen hat, welche trotz der Pflicht dazu
  weder gemeldet noch überprüft wurden (vgl. act. 25, S. 16,
  E. IV.2), ist C.______ auf Art. 29 SVG sowie den Straftatbestand von
  Art. 93 SVG (Nicht betriebssichere Fahrzeuge) i.V.m. Art. 219
  Abs. 1 lit. c und Abs. 2 lit. f VTS hinzuweisen. Wird das
  Fahrzeug nicht innert 120 Tagen seit Rechtskraft dieses Entscheides
  herausverlangt, wird es vernichtet.

   

  
	
   

  
	
  IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen

   

  
	
  1.         

  
	
  1.1.      Die
  Vorinstanz hat die Kosten von insgesamt CHF 16'775.15 (Gerichtsgebühr von CHF
  4'000.− und weitere Verfahrenskosten von CHF 12'775.15 [inkl. Kosten
  der amtlichen Verteidigung von CHF 7'559.60]) vollumfänglich dem
  Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien dabei
  erst dann vom Beschuldigten zu beziehen, wenn es seine finanziellen
  Verhältnisse erlauben (vgl. zum Ganzen act. 25, S. 29, Dispositiv-Ziff. 6 und
  7). 

   

  
	
  1.2.      Da das
  Obergericht als Rechtsmittelinstanz vorliegend einen neuen Entscheid fällt,
  ist auch über die vorstehende Kostenregelung neu zu befinden. Der
  Beschuldigte trägt die Verfahrenskosten, wenn er verurteilt wird
  (Art. 426 Abs. 1 StPO). Das Obergericht bestätigt den Schuldspruch
  der Vorinstanz vollumfänglich, wobei kein sachlicher Grund ersichtlich ist,
  welcher eine Änderung der Kostenregelung nahelegen würde. Entsprechend sind
  dem Beschuldigten betreffend das erstinstanzliche Verfahren die
  Gerichtsgebühr in Höhe von CHF 4'000.− und die weiteren
  Verfahrenskosten in Höhe von insgesamt CHF 12'775.15 vollumfänglich
  aufzuerlegen.

   

  
	
  2.         

  
	
  2.1.      Die
  Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf CHF 3'500.−
  festzusetzen (Art. 6 und Art. 8 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 der Zivil- und
  Strafprozesskostenverordnung; GS III A/5). Die Kosten des
  Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder
  Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

   

  
	
  2.2.      Im vorliegenden Berufungsverfahren waren der Schuldpunkt, das
  Strafmass und die Vollzugsform, der allfällige Widerruf und Vollzug der
  bedingten Vorstrafen sowie die Einziehung des beschlagnahmten Fahrzeuges
  strittig. In Bezug auf den Schuldpunkt, das Strafmass sowie den Widerruf der
  Vorstrafen unterliegt der Beschuldigte vollständig. Betreffend die
  Vollzugsform sowie die Einziehung des beschlagnahmten Fahrzeuges ist die
  Berufung hingegen teilweise begründet. Allerdings ist zu beachten, dass der
  Beschuldigte einen wesentlich tieferen Teil der Freiheitsstrafe unbedingt
  verbüssen wollte und auch dies nur im Eventualstandpunkt. Zudem verlangte er
  die Herausgabe des Fahrzeuges an sich selbst und nicht an seine Mutter. Der
  Beschuldigte unterlag den vorstehenden Ausführungen zufolge mit seinem
  Hauptbegehren betreffend den Schuldspruch und drang nur mit geringfügigeren
  Nebenbegehren teilweise durch. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind
  damit die Gebühren für das Berufungsverfahren zu einem wesentlichen Teil dem
  Beschuldigten aufzuerlegen. Der Beschuldigte hat daher die Gerichtsgebühr für
  das Berufungsverfahren im Umfang von CHF 3'000.− zu tragen. Im Mehrbetrag wird die Gebühr auf die Staatskasse genommen.

   

  
	
  3.         

  
	
  3.1.      Zu den
  Kosten des Berufungsverfahrens zählen auch die Kosten der amtlichen
  Verteidigung (Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO). Die vom
  Rechtsvertreter des Beschuldigten für das Berufungsverfahren geltend
  gemachten Aufwendungen in Höhe von CHF 3'227.‒ (inkl. Auslagen und
  MwSt.) erscheinen angemessen (act. 48; Art. 3 Abs. 1 i.V.m.
  Art. 6 Abs. 1 des Tarifs für die Entschädigung der öffentlichen
  Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung [GS III I/5]).

   

  
	
  3.2.      Angesichts
  des vorliegenden Ausgangs des Verfahrens hat der Beschuldigte die Kosten des
  Berufungsverfahrens nicht vollumfänglich zu tragen, sondern lediglich zu
  sechs Siebtel (vgl. E. IX.2.2 vorstehend). Demgemäss können ihm auch die
  Verteidigungskosten des Berufungsverfahrens nur teilweise auferlegt werden.
  Insofern hat der Beschuldigte dem Staat von den Kosten der amtlichen
  Verteidigung im Berufungsverfahren, sobald es seine wirtschaftlichen
  Verhältnisse erlauben, CHF 2'766.‒ zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es wird
    vorgemerkt, dass die nachfolgenden Dispositiv-Ziffern des Urteils der
    II. Kammer des Kantonsgerichts Glarus vom 21. Juni 2023 im
    Verfahren SG.2022.00016 unangefochten in Rechtskraft erwachsen sind und
    nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens bildeten:

    

  

  
	
  	
    "1.

    	
    Das Verfahren gegen A.______
    wegen

    
	
     

    	
    Führens eines nicht
    betriebssicheren Fahrzeugs gemäss Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG in Verbindung
    mit Art. 29 SVG, Art. 57 Abs. 1 VRV, Art. 34 Abs. 2 lit. k VTS und Art. 219
    Abs. 1 lit. c VTS;

    
	
     

    	
    Fahrens ohne Führerausweis gemäss
    Art. 99 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 4 SVG

    
	
     

    	
    wird wegen eingetretener
    Verjährung eingestellt.

    
	
    6.

    	
    Die Gerichtsgebühr wird
    festgesetzt auf CHF 4'000.−.

    
	
     

    	
    Die weiteren Verfahrenskosten
    betragen:

    
	
     

    	
    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    	
    2'400.−

    2'155.60

    659.95

    1'050.−

    6'509.60

    12'775.15

    	
    Untersuchungsgebühr
    (SA.2020.00408)

    METAS-Gutachten

    Ergänzung METAS-Gutachten

    amtliche Verteidigung in der
    Untersuchung

    amtliche Verteidigung vor
    Kantonsgericht

    TOTAL

    
	
    8.

    	
    Rechtsanwalt MLaw Jacques Marti
    wird als amtliche Verteidigung im Verfahren vor Kantonsgericht mit
    CHF 6'509.60 aus der Gerichtskasse entschädigt."

    

  

  
	
  	
    2.

    	
    A.______ ist schuldig:

    
	
     

    	
    der qualifiziert groben
    Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG i.V.m.
    Art. 90 Abs. 4 lit. c SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG und
    Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Der bedingte Vollzug der mit
    Urteil des Kreisgerichts Toggenburg vom 11. Mai 2017 ausgesprochenen
    Freiheitsstrafe von 18 Monaten wird widerrufen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Der bedingte Vollzug der mit
    Urteil des Obergerichts Thurgau vom 10. Februar 2020 ausgesprochenen
    Geldstrafe von 180 Tagessätzen à je CHF 90.‒ wird
    widerrufen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    A.______
    wird unter Berücksichtigung der widerrufenen Strafen gemäss
    Dispositiv-Ziff. 3 und 4 zu folgenden Strafen verurteilt:

    
	
     

    	
    Freiheitsstrafe
    von 30 Monaten;

    
	
     

    	
    Geldstrafe von
    180 Tagessätzen à je CHF 90.‒.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Der
    Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 15 Monaten aufgeschoben
    und die Probezeit auf fünf Jahre festgesetzt. Im Übrigen (15 Monate)
    wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

    
	
     

    	
    Die Geldstrafe wird vollzogen.

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    Das
    beschlagnahmte Fahrzeug Subaru WRX, [...], wird der faktischen Halterin
    C.______ unter Hinweis auf Art. 29 SVG und Art. 93 SVG
    auf erstes Verlangen herausgegeben.

    
	
     

    	
    Wird das Fahrzeug nicht innert
    120 Tagen seit Rechtskraft dieses Entscheides herausverlangt, wird es
    vernichtet.

    
	
     

    	
     

    
	
    8.

    	
    Die Gerichtsgebühr und die
    weiteren Kosten für das erstinstanzliche Verfahren SG.2022.00016 und das
    Untersuchungsverfahren SA.2020.00408 von insgesamt CHF 9'215.55 (exkl.
    Kosten der amtlichen Verteidigung) werden A.______ vollumfänglich auferlegt
    und von ihm bezogen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das
    Untersuchungsverfahren und das erstinstanzliche Verfahren von insgesamt CHF 7'559.60 werden von A.______
    bezogen, wenn es dessen wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. Die
    wirtschaftlichen Verhältnisse von A.______ werden spätestens im Juni 2028
    überprüft.

    
	
     

    	
     

    
	
    9.

    	
    Die Gerichtsgebühr für das
    Berufungsverfahren wird auf CHF 3'500.‒ festgesetzt. Diese
    Gebühr wird A.______ im Umfang von CHF 3'000.‒ auferlegt und von
    ihm bezogen. Im Mehrbetrag wird die Gebühr auf die Staatskasse genommen.

    
	
     

    	
     

    
	
    10.

    	
    Rechtsanwalt MLaw Jacques Marti
    wird für das Berufungsverfahren als amtlicher Verteidiger von A.______ aus
    der Gerichtskasse mit insgesamt CHF 3'227.‒ (inkl. Auslagen und MwSt.) entschädigt.
    A.______ wird verpflichtet, der Gerichtskasse die Kosten der amtlichen
    Verteidigung für das Berufungsverfahren im Umfang von CHF 2'766.‒
    zurückzuerstatten, wenn es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

    
	
     

    	
     

    
	
    11.

    	
    Schriftliche
    Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]