# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ab36a49-0db0-5e25-bf0f-60b90841d574
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.08.2020 F-6205/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6205-2019_2020-08-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6205/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  A u g u s t  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 

Richter Fulvio Haefeli,  

Richterin Regula Schenker Senn,  

Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken  

B._______. 

 

 

 

F-6205/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A. A._______, eine 1994 geborene kosovarische Staatsangehörige (nach-

folgend: Gesuchstellerin bzw. Eingeladene), beantragte am 5. Juli 2019 bei 

der Schweizerischen Botschaft in Pristina ein Schengen-Visum für einen 

30–tägigen Besuchsaufenthalt in der Schweiz. Die im Kanton (…) wohn-

hafte Gastgeberin (und spätere Beschwerdeführerin) hatte zuvor am 

27. Juni 2019 ein entsprechendes Einladungsschreiben zuhanden der 

Schweizerischen Botschaft in Pristina verfasst, sich dabei als Schwägerin 

zu erkennen gegeben und erklärt, sie wolle die Gesuchstellerin für einen 

Familienbesuch in die Schweiz einladen (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 

2/13 und 3/27 ff.). 

Im Antragsformular vom 5. Juli 2019 vermerkte die Gesuchstellerin unter 

einer entsprechenden Rubrik, sie habe im Jahr 2017 schon einmal ein 

Schengen-Visum erhalten. Ebenfalls unter einer entsprechenden Rubrik 

(zur Frage nach Arbeitgeber bzw. besuchter Bildungseinrichtung) hielt sie 

auf dem Formular fest, sie studiere an einer Universität in [in Kosovo] 

(SEM-act. 3/28). Dem Gesuch war die Kopie einer Studienbescheinigung 

vom 26. Juni 2019 beigelegt, aus welcher hervorgeht, dass sie 2014 ihre 

Studien an der medizinischen Fakultät [einer Universität in Kosovo] aufge-

nommen hatte und sich im dritten Studienjahr auf Bachelor-Level befand 

(SEM-act. 3/20). Des Weiteren edierte die Gesuchstellerin – ebenfalls in 

Form von Kopien – einen Notenspiegel vom 3. Juli 2019, gemäss dem sie 

bis dahin 96 Kreditpunkte erhalten hatte sowie einen Studentenausweis 

(SEM-act. 3/19 und 3/18).  

B.  

Mit Formularverfügung vom 5. August 2019 verweigerte die Schweizeri-

sche Botschaft in Pristina das Visum, weil sie die Absicht der Gesuchstel-

lerin, vor Ablauf des Visums wieder aus dem Hoheitsgebiet der Schengen-

Mitgliedstaaten auszureisen, nicht als hinreichend gesichert erachtete 

(SEM-act. 4/35). 

C.  

Gegen die Verweigerung des Visums erhob die Gastgeberin am 11. August 

2019 Einsprache bei der Vorinstanz. Dabei rügte sie im Wesentlichen, die 

Einschätzung der schweizerischen Vertretung sei falsch. Die Eingeladene 

wolle wirklich nur für einen Monat zu Besuch kommen und danach ihr Stu-

dium in [Kosovo] fortsetzen. Sie (die Gastgeberin) habe bereits viele ihrer 

Familienmitglieder in die Schweiz eingeladen und alle seien fristgerecht 

wieder zurückgekehrt (SEM-act. 5/37). 

F-6205/2019 

Seite 3 

D.  

Im Rahmen des Einspracheverfahrens richtete die Migrationsbehörde des 

Kantons (…) im Auftrag der Vorinstanz einen Fragenkatalog an die Gast-

geberin, den diese umgehend beantwortete (SEM-act. 8/47). 

E.  

Mit Verfügung vom 24. Oktober 2019 wies die Vorinstanz die Einsprache 

ab. In der Begründung teilte sie die Einschätzung der schweizerischen 

Auslandvertretung, wonach die anstandslose und fristgerechte Wiederaus-

reise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt nicht als hinrei-

chend gesichert betrachtet werden könne. Dabei sei zu berücksichtigen, 

dass Kosovo gemessen am dort erzielten Bruttoinlandprodukt als eines der 

ärmsten Länder Europas gelte und die Schweiz eines der beliebtesten Ziel-

länder für kosovarische Emigranten sei. In den persönlichen, familiären 

und wirtschaftlichen Verhältnissen der Eingeladenen seien keine Verpflich-

tungen zu erkennen, die geeignet wären, das allgemein anzunehmende 

Risiko einer nicht anstandslosen Wiedereinreise entscheidend zu relativie-

ren. Die Gesuchstellerin sei jung, ledig und kinderlos. Sie lebe in wirtschaft-

lich bescheidenen Verhältnissen in der Familie eines Onkels. Zweifel seien 

auch in Bezug auf die Ernsthaftigkeit anzubringen, mit der sie ihr Studium 

betreibe. So habe sie offensichtlich schon seit Beginn des Studiums Mühe, 

die jährlich notwendigen Kreditpunkte zu erreichen (SEM-act. 9/50 ff.). 

F.  

Am 24. November 2019 gelangte die Gastgeberin mit einer Beschwerde 

an das Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte darin sinngemäss die 

Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Ausstellung eines 

Schengen-Visums zugunsten der Gesuchstellerin (Akten des Bundesver-

waltungsgerichts [BVGer-act.] 1). 

G.  

In ihrer Vernehmlassung vom 9. Januar 2020 hielt die Vorinstanz an ihrem 

Einspracheentscheid fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

Die Vernehmlassung wurde der Beschwerdeführerin am 15. Januar 2020 

zur Kenntnis gebracht (BVGer-act. 5 und 6). 

H.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

F-6205/2019 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM bezüglich Schengen-Visa sind mit Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 AIG 

[SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Das Rechtsmittelverfahren richtet sich 

nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).  

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am vorangegangenen Einspracheverfah-

ren teilgenommen und ist Gastgeberin und Verwandte der Gesuchstellerin. 

Sie ist zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist daher einzutreten (vgl. 

Art. 50 und 52 VwVG).  

1.3 In der vorliegenden Angelegenheit entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerügt werden (vgl. 

Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdever-

fahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 

VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen. Massgeblich ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-

punkt seines Entscheids (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer kosovarischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen Besuchsaufenthalt 

im Schengen-Raum zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beab-

sichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Ta-

gen nicht überschreitet, fällt die Streitsache in den persönlichen und sach-

lichen Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit 

denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen ge-

meinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat (BVGE 2014/1 E. 3; 

2011/48 E. 3). Das Ausländer- und Integrationsgesetz und seine Ausfüh-

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Seite 5 

rungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schen-

gen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthal-

ten (Art. 2 Abs. 4 AIG). 

4.  

4.1 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz eines Visums sind, falls 

ein solches nach Massgabe der Verordnung (EU) 2018/1806 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 14. November 2018 (Aufstellung der 

Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aus-

sengrenzen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Dritt-

länder, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind [ABl. L 

303/39 vom 28.11.2018; nachfolgend: Verordnung [EU] 2018/1806; in Kraft 

seit 15. Februar 2019]) erforderlich ist (Art. 6 Abs. 1 Bst. b der Verordnung 

[EG] Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

9. März 2016 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der 

Grenzen durch Personen [Kodifizierter Text] [Schengener Grenzkodex, 

SGK, Abl. L 77/1 vom 23.03.2016]; Art. 6 Abs. 1 der Verordnung vom 

15. August 2018 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 

142.204]); vgl. auch Art. 2 Ziff. 6 SGK; Art. 5 Abs. 1 Bst. a AIG). Als Staats-

angehörige der Republik Kosovo unterliegt die Eingeladene unbestrittener-

massen der Visumpflicht (Anhang I der bereits erwähnten Verordnung 

Nr. 2018/1806; Art. 8 Abs. 1 VEV). 

4.2 Voraussetzung zur Visumerteilung und zur Einreise ist unter anderem, 

dass die drittstaatsangehörige Person keine Gefahr für die öffentliche Ord-

nung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internatio-

nalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellt (Art. 6 Abs. 1 Bst. e SGK) 

und Gewähr für die gesicherte Wiederausreise bietet (Art. 32 Abs. 1 Bst. b 

der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visako-

dex, VK, ABl. L 243/1 vom 15.09.2009]; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2011/48 

E. 4.5; 2009/27 E. 5.2). Wenn die betreffende Person nicht bereit ist, das 

Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen, ist 

eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. e 

SGK anzunehmen (BVGE 2014/1 E. 4.3 m.H.). Die Behörden haben daher 

zu prüfen und drittstaatsangehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr 

einer rechtswidrigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Aus-

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reise nicht besteht respektive dass die gesuchstellende Person für die ge-

sicherte Wiederausreise Gewähr bietet (Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 21 

Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.4; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2009/27 E. 5.2). 

4.3 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher grundsätzlich nicht gehalten, 

drittstaatsangehörigen Personen die Einreise zu gestatten. Das Schengen-

Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es ein-

heitliche Voraussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitglied-

staaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die 

Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Vi-

sum vermittelt aber auch das Schengen-Recht nicht (BVGE 2014/1 E. 4.1.1 

und E. 4.1.5; 2011/48 E. 4). 

4.4 Sind sämtliche Voraussetzungen für die Visumerteilung erfüllt, ist das 

Schengen-Visum auszustellen. Ist hingegen einer der in Art. 32 Abs. 1 VK 

(nicht abschliessend) aufgelisteten Tatbestände gegeben, darf ein einheit-

liches Visum nicht erteilt werden (vgl. Art. 21 Abs. 1 und Abs. 3 VK; Art. 32 

Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.5; 2011/48 E. 4.6; Urteil des BVGer 

F-7617/2016 E. 4.1). Das Schengen-Visum ist deshalb unter anderem zu 

verweigern, wenn Zweifel an der von der drittstaatsangehörigen Person 

bekundeten Absicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor 

Ablauf der Gültigkeit des beantragten Visums wieder zu verlassen (Art. 32 

Abs. 1 Bst. b VK; BVGE 2014/1 E. 4.4). Den Behörden kommt bei der Be-

urteilung, ob die Voraussetzungen für die Visumerteilung erfüllt sind, ein 

weiter Beurteilungsspielraum zu (BVGE 2014/1 E. 4.1.5 in fine). 

4.5 Sind – abgesehen vom Visum selbst – die Einreisevoraussetzungen 

nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen ein Visum mit räumlich beschränkter 

Gültigkeit erteilt werden, das nur für das Hoheitsgebiet des betreffenden 

Mitgliedstaats gilt. Von dieser Möglichkeit kann der betreffende Mitglied-

staat unter anderem Gebrauch machen, wenn er es aus humanitären 

Gründen, aus solchen des nationalen Interesses oder aufgrund internatio-

naler Verpflichtungen für erforderlich hält (vgl. Art 3 Abs. 4 VEV; Art. 25 Abs. 

1 Bst. a VK; Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK). 

5.  

5.1 In der Regel lassen sich keine gesicherten Feststellungen darüber tref-

fen, ob eine drittstaatsangehörige Person tatsächlich beabsichtigt, den 

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Schengen-Raum vor Ablauf des Visums wieder zu verlassen, weshalb dar-

über eine Prognose zu erstellen ist. Hierzu sind alle Umstände des Einzel-

falles zu würdigen. Die Beweisführungslast obliegt dabei der drittstaatsan-

gehörigen Person (Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 14 Abs. 3 i.V.m. Anhang II 

VK; Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2014/1 E. 4.4 und 

E. 6.1). Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte 

Wiederausreise können sich zunächst aus der allgemeinen Situation im 

Herkunftsland der drittstaatsangehörigen Person ergeben. Namentlich bei 

Einreisegesuchen von Personen aus Staaten bzw. Regionen mit politisch, 

wirtschaftlich und sozial ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine 

strenge Praxis, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen erfah-

rungsgemäss häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten 

Einreisebewilligung im Einklang steht (BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 

5.2 Im Zusammenhang mit der allgemeinen Lage im Kosovo weist die  

Vorinstanz auf die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse und den damit 

verbundenen Migrationsdruck hin. Diese Einschätzung ist nicht zu bean-

standen (vgl. etwa Urteil des BVGer F-7232/2018 vom 8. August 2019 

E. 5.2 m.H.). Nach Angaben der Weltbank lag das Pro-Kopf-Einkommen 

im Jahr 2015 bei 4'000 USD, das Brutto-Inland-Produkt (BIP) bei insge-

samt etwa 5,5 Mrd Euro. Damit bleibt Kosovo das ärmste Land auf dem 

Balkan. Offiziellen Angaben zufolge liegt die Arbeitslosigkeit bei über 35 %, 

bei Jugendlichen sogar deutlich höher. Hauptmotor der Wirtschaft bilden 

nach wie vor die aus der Diaspora fliessenden Transferleistungen (Website 

der Deutschen Botschaft Pristina: https://pristina.diplo.de > Themen > 

Wirtschaft > Wirtschaftsübersicht Kosovo [Artikel], zuletzt besucht im Juni 

2020). 

5.3 Statistisch gesehen sind allein im Jahr 2018 2'491 Personen kosovari-

scher Staatsangehörigkeit in die Schweiz eingewandert. Die grosse Mehr-

heit dieser Personen gehört zur Altersgruppe der 20- bis 39-jährigen (1’949 

Personen) (vgl. dazu Bundesamt für Statistik (Bfs): https://www.bfs.ad-

min.ch > Statistiken > Kataloge-Datenbanken > Tabellen > Einwanderung 

der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit, 

Geschlecht und Alter, 1991-2018, zuletzt besucht im Juni 2020).  

5.4 Aufgrund des erhobenen statistischen Materials, der hohen Arbeitslo-

sigkeit bei kosovarischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie 

der Tatsache, dass Transferzahlungen aus der Diaspora eine wichtige 

Rolle in der Wirtschaft Kosovos zukommt, ist nicht zu beanstanden, dass 

https://www.bfs.admin.ch/
https://www.bfs.admin.ch/

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die Vorinstanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise allge-

mein als erheblich einschätzt. Dieses Risiko wird erfahrungsgemäss noch 

akzentuiert, wenn durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden 

in der Schweiz bereits ein soziales Beziehungsnetz besteht. Angesichts 

der restriktiven Zulassungsregelung führt dies nicht selten zur Umgehung 

von ausländerrechtlichen Bestimmungen, indem nach erfolgter Einreise 

versucht wird, den Aufenthalt auf eine andere rechtliche oder faktische Ba-

sis zu stellen (BVGE 2014/1 E. 6.2.2 m.H.). 

6.  

6.1 Neben den allgemeinen Umständen im Herkunftsland sind – wie er-

wähnt – sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berück-

sichtigen. Obliegt der gesuchstellenden Person im Heimatland beispiels-

weise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verant-

wortung, kann dies die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise 

begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine be-

sonderen Verpflichtungen haben, das Risiko eines ausländerrechtlich nicht 

regelkonformen Verhaltens nach einer bewilligten Einreise als hoch einge-

schätzt werden (BVGE 2014/1 E. 6.3.1 m.H.). 

6.2  

6.2.1 Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Gesuchstellerin 

im Kosovo keine besonderen familiären oder gesellschaftlichen Verpflich-

tungen obliegen, welche vor dem Hintergrund der allgemeinen Situation in 

diesem Land das Risiko einer nicht anstandslosen Wiederausreise als ge-

ring erscheinen liessen. Die Gesuchstellerin ist jung, ledig und hat keine 

Kinder. Zu ihren familiären Verhältnissen gab sie gegenüber der schweize-

rischen Vertretung offenbar telefonisch zur Auskunft, ihr Vater sei im Krieg 

ums Leben gekommen. Ihre Mutter habe später wieder geheiratet. Deshalb 

lebten sie und ihre Schwester bei der Familie ihres Onkels (Telefonnotiz 

vom 5. August 2019 [SEM-act. 3/24]). Letzterer Umstand wird mit einer 

eingereichten «Declaration on Joint Household» vom 1. Juli 2019 belegt 

(SEM-act. 3/21).  

Die Beschwerdeführerin vertritt den Standpunkt, dass das von der Gesuch-

stellerin betriebene Studium an einer Universität in [Kosovo] wesentliche 

Gewähr biete für eine Rückkehr dorthin nach dem angestrebten Besuchs-

aufenthalt in der Schweiz. Die Vorinstanz stellte in der angefochtenen Ver-

fügung die Ernsthaftigkeit dieses Studiums in Zweifel, zumal die Gesuch-

stellerin im Jahr 2014 begonnen und bis 2017 insgesamt bloss 85, bis Ende 

Oktober 2019 total lediglich 96 Kreditpunkte gesammelt habe, anstelle der 

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jährlich zu erbringenden 60. Dabei stützte sich die Vorinstanz zum einen 

auf entsprechende Belege der Gesuchstellerin, zum anderen – insbeson-

dere was die Anforderungen an das Studium betrifft – auf Auskünfte der 

Schweizerischen Botschaft (Aktennotizen der Vertretung vom 19. Juli 2017 

[elektronisches Dossier des SEM p. 166] und 5. August 2019 [SEM-act. 

3/23]). Gemäss einem von der Beschwerdeführerin mit ihrer Rechtsmitte-

leingabe edierten neueren Beleg («transkripta e notave» vom 26. Oktober 

2019) verbuchte die Gesuchstellerin bis zu diesem Zeitpunkt total 106 Kre-

ditpunkte. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass die Gesuchstelle-

rin damit möglicherweise universitäre Vorgaben nicht erfüllt. In ihrer Be-

schwerde geht sie gar nicht auf diese Umstände ein. In einer unaufgefor-

dert eingereichten Eingabe vom 25. Mai 2010 (BVGer-act. 7) weist sie zwar 

darauf hin, dass es für die Gesuchstellerin «wegen Corona» sehr schwierig 

sei, das angefangene Studium weiterzuführen. Das kann allerdings keine 

Erklärung für offenbar schon seit Jahren in zu geringem Umfang erbrachte 

Leistungen sein.  

Ebenfalls keine Erklärung dafür kann ein als Beilage zur Beschwerde edier-

tes, undatiertes Schreiben sein, in welchem die Gesuchstellerin ausführt, 

sie müsse, da sie keine Eltern mehr habe, im Kosovo neben dem Studium 

einer Arbeit nachgehen, um wirtschaftlich überleben zu können. Darunter 

hätten anfänglich ihre Leistungen im Studium gelitten. Dieser Darstellung 

steht entgegen, dass die Gesuchstellerin die meisten Kreditpunkte in den 

ersten Jahren ihres Studiums gesammelt hat, und der mit der Beschwerde 

kommentarlos eingereichte Arbeitsvertrag vom 1. September 2019 datiert.  

6.2.2 Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, wenn die Vor-

instanz in diesem Studium keine besondere Gewähr für eine fristgerechte 

Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt in der Schweiz zu erbli-

cken vermochte.  

6.2.3 Unerheblich ist schliesslich, dass die Beschwerdeführerin für die 

Rückkehr der Gesuchstellerin persönlich bürgen will. Gastgeber können für 

ein bestimmtes Tun oder Unterlassen ihres Gastes nicht rechtswirksam 

einstehen (BVGE 2014/1 E. 6.3.7; 2009/27 E. 9). 

7.  

Mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose Wiederausreise ist eine 

zwingende Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen-Visums nicht er-

füllt. Gründe humanitärer oder anderer Art, die die Erteilung eines Visums 

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Seite 10 

mit räumlich beschränkter Gültigkeit gerechtfertigt hätten (vgl. dazu E. 4.5 

vorstehend), wurden nicht geltend gemacht. 

8.  

Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-

gung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be-

schwerde ist daher abzuweisen. 

9.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ge-

deckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] zurück) 

 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Andreas Trommer Ulrike Raemy 

 

 

 

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