# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee468a0e-dfe5-55e2-ae1e-612c6a69afac
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-01-02
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 02.01.2019 RH.2018.17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RH-2018-17_2019-01-02.pdf

## Full Text

Entscheid vom 2. Januar 2019 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Roy Garré und Stephan Blättler,  

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

A.,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe-

rung,  

Beschwerdegegner 

 

 

Gegenstand  Auslieferung an Polen 

 

Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RH.2018.17 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») am 10. Dezember 2018 gegen 

A. einen Auslieferungshaftbefehl erliess (act. 2); 

 

- A. am 13. Dezember 2018 mit in englischer Sprache verfasster Eingabe an 

die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte und darin sinnge-

mäss geltend machte, er sei nicht mit seiner Auslieferung nach Polen einver-

standen und er warte noch auf einen Rechtsanwalt (act. 1); 

 

- einer Telefonnotiz des BJ entnommen werden kann, dass A. bereits am 

11. Dezember 2018 eine Liste mit Rechtsanwälten zur Auswahl ausgehän-

digt worden ist (act. 5.1); 

 

- die Beschwerdekammer A. am 17. Dezember 2018 darauf hinwies, dass er 

zwar Gründe darlege, welche seiner Ansicht nach gegen eine Auslieferung 

an sich sprechen, seiner Beschwerde aber keine Ausführungen zur Auslie-

ferungshaft zu entnehmen seien (act. 3);  

 

- A. deswegen u.a. aufgefordert wurde, bis 27. Dezember 2018 mitzuteilen, 

ob er mit seiner Eingabe eine Beschwerde gegen den Auslieferungshaftbe-

fehl erheben möchte oder nicht, und gegebenenfalls genau anzugeben, wel-

che Punkte des Auslieferungshaftbefehls er anfechte, welche Gründe einen 

anderen Entscheid nahe legen und welche Beweismittel er anrufe (act. 3); 

 

- A. unter Hinweis auf Art. 385 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 48 Abs. 2 IRSG ange-

droht wurde, dass auf seine Eingabe nicht eingetreten werde, wenn diese 

auch nach Ablauf der Nachfrist nicht den gesetzlichen Anforderungen ent-

spreche (act. 3); 

 

- A. mit einer in deutscher Sprache verfassten Eingabe vom 20. Dezember 

2018 mitteilte, er wolle Beschwerde gegen eine Auslieferung nach Polen er-

heben und er benötige dafür einen Anwalt (act. 4). 

 

 

  

- 3 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- die verfolgte Person gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ innert zehn 

Tagen ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der Beschwerdekam-

mer des Bundesstrafgerichts führen kann, wobei für das Beschwerdeverfah-

ren die Art. 379–397 StPO sinngemäss gelten (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 

IRSG); 

 

- im Übrigen die allgemeinen Bestimmungen des IRSG und des VwVG gelten 

(vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG); 

 

- in einer Beschwerde gegen einen Auslieferungshaftbefehl genau anzugeben 

ist, welche Punkte angefochten werden, welche Gründe einen anderen Ent-

scheid nahe legen und welche Beweismittel angerufen werden (Art. 385 

Abs. 1 StPO); 

 

- die Beschwerde zur Verbesserung innerhalb einer kurzen Nachfrist zurück-

gewiesen wird, wenn sie diese Anforderungen nicht erfüllt, unter Androhung 

des Nichteintretens für den Fall, dass sie auch nach Ablauf dieser Frist die-

sen Anforderungen nicht genüge (Art. 385 Abs. 2 StPO; siehe auch Art. 52 

Abs. 2 und 3 VwVG); 

 

- die Verhaftung der verfolgten Person während des ganzen Auslieferungsver-

fahrens die Regel bildet (BGE 136 IV 20 E. 2.2 S. 23; 130 II 306 E. 2.2 

S. 309) und eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haft-

entlassung sich nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen 

rechtfertigen, so z.B. wenn sich die Auslieferung als offensichtlich unzulässig 

erweist (Art. 51 Abs. 1 IRSG); 

 

- sich der Beschwerdeführer vorliegend zwei Mal gegen seine Auslieferung 

nach Polen aussprach, eine solche zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch gar 

nicht bewilligt worden ist und es diesbezüglich an einem Anfechtungsobjekt 

fehlt; 

 

- die Eingaben des Beschwerdeführers auch nach entsprechender Nachfrist 

keine Ausführungen zum bestehenden Auslieferungshaftbefehl enthalten, 

womit unklar bleibt, welche Punkte der Beschwerdeführer anfechten will; 

 

- auf dessen Eingabe daher androhungsgemäss und ohne weiteren Schriften-

wechsel (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario; siehe auch Art. 57 Abs. 1 VwVG) 

nicht einzutreten ist; 

 

- 4 - 

 

 

- selbst bei einer Umdeutung der Eingaben des Beschwerdeführers in eine 

Beschwerde gegen den Auslieferungshaftbefehl keine Gründe erkennbar 

sind, welche eine allfällige Auslieferung bereits jetzt als offensichtlich unzu-

lässig erscheinen liessen; 

 

- dem Verfolgten von Amtes wegen ein rechtlicher Beistand bestellt wird, wenn 

er selber davon absieht und es die Wahrung seiner Interessen erfordert 

(Art. 21 Abs. 1 IRSG); 

 

- das mit Eingabe vom 20. Dezember 2018 gestellte Gesuch um unentgeltli-

che Rechtspflege aufgrund des vorstehend Ausgeführten zufolge Aussichts-

losigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG); 

 

- dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zur Bestellung eines Rechtsanwalts 

im Auslieferungsverfahren gewährt worden ist (act. 5.1) und er auch beim 

Ausgang des vorliegenden Beschwerdeverfahrens in jedem Fall berechtigt 

ist, jederzeit ein begründetes Haftentlassungsgesuch einzureichen (Art. 50 

Abs. 3 Satz 2 IRSG); 

 

- daher von einer Bestellung eines rechtlichen Beistandes für das Beschwer-

deverfahren abzusehen ist; 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen wären, ihm diese aufgrund des geringen 

Aufwands in der Sache und seiner womöglich schwierigen finanziellen Situ-

ation jedoch ausnahmsweise erlassen werden können (vgl. Art. 63 Abs. 1 

VwVG); 

 

- 5 - 

 

 

und erkennt: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Das Gesuch um Bestellung eines amtlichen Rechtsbeistands und um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen. 

 

3. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben.  

 

 

Bellinzona, 2. Januar 2019 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A.  

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können später 
nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). 
 
Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete Vor- 
und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen Entscheide 
über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegen-
ständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder wenn die 
Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden 
Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (vgl. Art. 93 Abs. 1 
und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid gemäss Art. 93 Abs. 1 
und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so sind die betreffenden Vor- 
und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar, soweit sie sich auf 
dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 
 
Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim 
Bundesgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).