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**Case Identifier:** 9c33de04-d371-5595-8b3e-2c623d357eca
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.07.2009 IV 2007/500
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-500_2009-07-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/500

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.07.2020

Entscheiddatum: 02.07.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 02.07.2009
Art. 28 IVG. Beweiswürdigung bei bidisziplinärem (internistisch-
rheumatologischem/psychiatrischem) Gutachten und abweichenden 
Beurteilungen der behandelnden Ärzte. Einkommensvergleich (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Juli 2009, IV 
2007/500). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2009.

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug 

und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 2. Juli 2009

in Sachen

K.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Willi Füchslin, Zürcherstrasse 49, Postfach 644, 

8853 Lachen SZ,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.   

A.a Die 1966 geborene K.___ beantragte mit Anmeldung vom 7. Juni 2004 bei der 

Invalidenversicherung eine Rente. Nach dem Besuch der Volksschule habe sie keinen 

Beruf erlernt. Sie sei 1991 in die Schweiz gekommen. Seit 14. August 2000 arbeite sie 

bei der A.___ AG mit einem Monatslohn von Fr. 3'000.--. Seit 24. September 2002 sei 

sie bis auf weiteres nur noch zu 50 % arbeitsfähig. Sie leide an Schmerzen im linken 

Arm, einer Beweglichkeitseinschränkung und Kraftlosigkeit, an einer Depression, 

Ängsten, Schlaflosigkeit und Müdigkeit (IV-act. 51).

A.b Die Arbeitgeberin bestätigte am 21. Juni 2004, die Versicherte sei seit

1. September 2000 als Betriebsmitarbeiterin angestellt und werde weiterhin 

beschäftigt. Ihr Monatslohn mache seit 1. Januar 2003 Fr. 3'000.-- aus. Ab 24. 

September 2002 wurden verschiedentlich Absenzen wegen Arbeitsunfähigkeit (im 

Umfang von 50 % und 100 %) angegeben, zuletzt von 50 % bis 31. Mai 2004 (IV-act. 

48).

A.c Dr. med. B.___, FMH für Physikalische Medizin, bezeichnete mit Bericht vom 

21. Juni 2004 als Diagnose ein chronisches Cervicobrachialsyndrom linksbetont, 

bestehend seit 2000. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bleibe ein seit 2002 

vorliegendes retropatelläres Schmerzsyndrom links. Die Versicherte sei nach einer 

Phase der 50-prozentigen Arbeitsunfähigkeit vom 16. April bis 15. Mai 2002 ab 

27. November 2002 stets ganz oder zu 50 % arbeitsunfähig gewesen und sei seit dem 

4. Dezember 2003 dauernd zu 50 % arbeitsunfähig. Sie bleibe an ihrer gegenwärtigen 

Arbeitsstelle mit erheblicher Arbeitsmonotonie und hoch repetitiver Belastung des 

Schultergürtels zu 50 % eingeschränkt, d.h. nur halbtags arbeitsfähig. Es entstünden 

bei dieser Arbeit regelmässig vermehrt Schmerzen, welche die Arbeitszeit 

einzuschränken zwängen. In einer anderen Arbeit, die weniger hoch repetitiv sei und 

kein Arbeiten über Schulterhöhe verlange, sei eine Arbeitszeit von sieben bis acht 

Stunden pro Tag, d.h. eine ganztägige Arbeitszeit mit zweimal einer halben Stunde 

zusätzliche Pausen zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit sei ganztags mit reduzierter Leistung 

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möglich, so dass schliesslich eine Arbeitsfähigkeit von 85 bis 90 % resultiere. Der 

Gesundheitszustand sei noch besserungsfähig. Eine ergänzende Abklärung und 

berufliche Massnahmen halte er für angezeigt. Der Arzt legte einen Bericht des 

Departements Innere Medizin, Rheumatologie und Rehabilitation, am Kantonsspital 

St. Gallen vom 14. August 2003 bei, wo bildgebende Befunde erhoben worden waren 

(Sonographie der Handgelenke und Unterarme, MRI C1-Th5) und die genannte 

Hauptdiagnose gestellt worden war (IV-act. 46).

A.d Dr. med. C.___, Allgemeine Medizin FMH, gab am 22. Juni 2004 bekannt, es liege 

als Hauptdiagnose eine hyperkyphotische HWS/BWS vor mit chronisch rezidivierenden 

cervicozephalen und cervicobrachialen Schmerzzuständen und dorsolumbalen 

Verspannungen, derentwegen die Versicherte bei Dr. B.___ in Behandlung stehe. Ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Zustand nach zweimaliger Pyelonephritis 

2001 und rezidivierende Infekte der oberen Luftwege. In seiner Behandlung stehe sie 

immer wieder wegen solcher Infekte. Von dieser Seite sehe er keinen Grund für eine 

Berentung (IV-act. 45).

A.e Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen veranlasste nach 

Rücksprache mit dem RAD am 28. Dezember 2004 eine rheumatologische und 

psychiatrische Begutachtung.

A.f  Im Arztbericht vom 2. Mai 2005 benannte Dr. D.___ als Diagnosen eine (seit ca. drei 

Jahren bestehende) mittelgradige bis schwere depressive Störung mit 

Beziehungsideen auf dem Boden einer ängstlichen Persönlichkeit und ein 

chronifiziertes Schmerzsyndrom. Die Versicherte sei aus rein psychiatrischer Sicht seit 

Dezember 2004 zu 100 % arbeitsunfähig, sei es in der bisherigen oder in einer anderen 

Tätigkeit. Sie leide schon lange unter körperlichen und psychischen Beschwerden, die 

sich chronifiziert und einen invalidisierenden Verlauf genommen hätten. Die Versicherte 

habe depressiv und ängstlich gewirkt. Sie habe über die für sie unerträgliche Situation 

bei der Arbeit geklagt, wo sie sich beobachtet und verspottet fühle. Sie konzentriere 

sich nur auf ihre Probleme (IV-act. 38).

A.g Gemäss dem Gutachten vom 25. April 2007 von Dr. med. E.___, Facharzt FMH 

Innere Medizin sowie Physikalische Medizin und Rehabilitation, kamen er und Dr. med. 

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F.___, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in einer interdisziplinären 

Stellungnahme zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten betrage insgesamt in 

angestammter wie angepasster Tätigkeit 70 %. Aus somatischer Sicht hätten die 

Abklärungen kein organmedizinisches Leiden ergeben, das die beklagten 

Körperbeschwerden erklären würde. Unter psychiatrischem Aspekt seien die 

diagnostischen Kriterien einer anhaltenden somatoformen Schmerzkrankheit mit 

komorbider Angst und depressiver Störung gegeben. Diese bedinge eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 %. In therapeutischer Hinsicht bestehe ein 

noch nicht optimal ausgeschöpftes Potential. Mit einer Verbesserung der 

Arbeitsfähigkeit sei allerdings nicht zu rechnen. Dr. E.___ hatte als Diagnosen 

chronische, teils akut exacerbierende unspezifische Nacken- und Rückenbeschwerden 

und eine Adipositas Klasse 2 sowie Arterielle Hypertonie erhoben. Dr. F.___ hatte im 

Teilgutachten vom 12. April 2007 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine 

leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom und soziale Phobien als 

Diagnosen bezeichnet (IV-act. 23).

A.h Das polydisziplinäre Gutachten wurde vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der 

Invalidenversicherung (Dr. med. G.___) am 13. Juni 2007 als in sich widerspruchsfrei, 

konsistent und nachvollziehbar beurteilt. Gestützt auf diese Einschätzung eröffnete die 

IV-Stelle der damaligen Rechtsvertretung der Versicherten am 3. Juli 2007 einen 

ablehnenden Vorbescheid. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 37'332.-- und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 26'132.-- ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 30 %. Ein 

Rentenanspruch bestehe nicht (IV-act. 16 f.).

A.i In ihrer Stellungnahme vom 3. September 2007 liess die Versicherte die Ausrichtung 

einer Invalidenrente beantragen, eventualiter seien ergänzende Abklärungen 

anzuordnen. Der Rechtsvertreter der Versicherten wandte ein, es könne in somatischer 

Hinsicht keinesfalls von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Das 

Gutachten von Dr. E.___ beruhe weder auf allseitigen Untersuchungen noch 

berücksichtige es die geklagten Beschwerden. Es leuchte nicht ein und sei in seinen 

Schlussfolgerungen nicht begründet. Die Versicherte habe sich von Dr. E.___ nicht 

ernst genommen gefühlt und sei eingeschüchtert gewesen. Er habe ihr die Schmerzen 

und den Medikamentenbedarf nicht geglaubt und sei gar wütend geworden. Seine 

Schlussfolgerung sei verharmlosend. Dr. B.___, der die Versicherte besser einschätzen 

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könne, habe ihr eine Restarbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht von 85 bis 90 % 

attestiert. Auch das psychiatrische Gutachten überzeuge nicht. Die Untersuchung habe 

lediglich eine bis eineinhalb Stunden gedauert. Dr. F.___ habe ebenfalls versucht, die 

Beschwerden der Versicherten zu verharmlosen. Der behandelnde Arzt Dr. D.___ habe 

die Versicherte voll arbeitsunfähig geschrieben. Er sehe sie regelmässig und könne sie 

daher besser einschätzen. Sollte an den Einschätzungen der behandelnden Ärzte noch 

Zweifel bestehen, wären ergänzende Abklärungen anzuordnen. Selbst wenn man von 

einer Restarbeitsfähigkeit von 70 % ausginge, was bestritten werde, resultierte ein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad. Das Valideneinkommen 2004 betrage nämlich 

Fr. 39'351.-- (13x Fr. 3'000.-- zuzüglich eine Nominallohnentwicklung von 0.9 %) und 

das Invalideneinkommen Fr. 22'038.-- (bei einem Durchschnittslohn von Fr. 48'585.--, 

mit einer Arbeitsfähigkeit von 70 %, bei einer Reduktion um 19 % wegen 

Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens und mit einem Abzug von 

mindestens 20 %). Der Invaliditätsgrad machte diesfalls 44 % aus (IV-act. 9).

A.j Mit Verfügung vom 12. November 2007 lehnte die IV-Stelle das Rentengesuch der 

Versicherten ab. Mit den vorgebrachten Einwänden seien keine neuen objektivierbaren 

anamnestischen Fakten oder medizinischen Sachverhalte dokumentiert worden, 

welche die bidisziplinär gutachterlichen Schlussfolgerungen substanziell und in 

erheblicher Weise in Frage stellen würden. Die Beurteilung des Schmerzsyndroms 

erfolge versicherungsrechtlich nach den Kriterien des Bundesgerichts, an der 

Valideneinkommensbestimmung von Fr. 37'332.-- werde festgehalten (das Abstellen 

auf LSE-Tabellenlöhne könne nur ausnahmsweise in speziell begründeten Fällen 

erfolgen), und ein Abzug könne nicht gewährt werden, da die Arbeitsunfähigkeit von 

30 % rein psychiatrisch begründet werde (IV-act. 7).

B.   

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Willi Füchslin für die 

Betroffene am 14. Dezember 2007 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei dahingehend 

abzuändern, dass ihr eine Invalidenrente zustehe, eventualiter sei die Sache zu 

ergänzenden Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die 

Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör verletzt, indem sie es an einer 

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konkreten, nachvollziehbaren inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Stellungnahme 

zum Vorbescheid habe fehlen lassen. Auf den Einwand betreffend die 

unterdurchschnittliche Entlöhnung sei sie mit keinem Wort eingegangen. Von einer 

Rückweisung aus diesem formellen Grund könne indessen abgesehen werden, weil die 

Beschwerde im Übrigen gutzuheissen sei. Weder könne in somatischer Hinsicht von 

einer vollständigen, noch in psychiatrischer von einer 70-prozentigen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen werden. Dr. D.___ habe in einem beigelegten Bericht vom 22. November 

2007 erklärt, in letzter Zeit, als ihr Kind für gewisse Verhaltensstörungen in der Schule 

zu Unrecht beschuldigt worden sei, hätten sich die paranoiden Ideen der 

Beschwerdeführerin verstärkt. Objektiv hätten die ganze Zeit über eine gedrückte 

Stimmung, intensive Ängste, Interesse- und Lustlosigkeit, Beziehungsideen, 

Schuldgefühle der Familie gegenüber und Zukunftsängste bestanden, dazu zeitweise 

starke Konzentrationsschwierigkeiten und eine schnelle Ermüdbarkeit, ferner 

Schlafprobleme. Der Arzt gehe davon aus, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der 

psychiatrischen Begutachtung zum Teil dissimuliert habe und deswegen die 

paranoiden Symptome vom Gutachter nicht erfasst worden seien. Durch die kurze Zeit 

der Untersuchung sei es wahrscheinlich auch nicht möglich gewesen, den depressiven 

Zustand richtig zu beobachten. Nach seiner Auffassung lägen eine mittel- bis 

schwergradige depressive Störung mit Beziehungsideen auf dem Boden einer 

ängstlichen Persönlichkeit und ein chronifiziertes Schmerzsyndrom vor. Die Versicherte 

sei noch immer voll arbeitsunfähig. Sie könnte durch eine Beschäftigung im 

geschützten Rahmen mit fachgerechter Betreuung allmählich wieder in den 

Arbeitsprozess eingeführt werden. In keinem Fall sei sie aber in der freien Wirtschaft 

einsetzbar. Diese Einschätzung von Dr. D.___ sei umfassend begründet und schlüssig, 

weshalb darauf abzustellen sei. Sie sei auch geeignet, die Beurteilung des Sachverhalts 

im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen. Selbst bei einer Arbeitsfähigkeit 

von 70 % betrüge der Invaliditätsgrad 44 %, und auch wenn lediglich ein Abzug von 

15 % vorgenommen würde, läge er noch bei 40 %. Die Beschwerdegegnerin habe 

ohne nähere Begründung einen Abzug verweigert, was nicht angehe.

C.   

In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Sie habe ihre Begründungspflicht wahrgenommen 

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und das rechtliche Gehör nicht verletzt. Auf das Gutachten sei abzustellen. Aus 

psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %, weshalb der Einwand, 

aus somatischer Sicht sei die Beschwerdeführerin nicht voll, sondern nur zu 85 bis 

90 % arbeitsfähig, nicht relevant sei. Die Einwände gegen die psychiatrische 

Begutachtung seien nicht stichhaltig. So mache etwa die Begutachtungsdauer sie nicht 

von vornherein unzulänglich. Die Differenz in den Arbeitsfähigkeitsschätzungen der 

Psychiater sei darin begründet, dass in einem Gutachten die Zumutbarkeit einer 

allfälligen Arbeitstätigkeit zu beurteilen sei, und sich diese Beurteilung nicht auf die 

subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung einer versicherten Person abstütze. Die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch behandelnde Ärzte richte sich erfahrungsgemäss 

nach andern Gesichtspunkten als diejenige externer Gutachter. Der RAD habe 

festgehalten, dass auf das Gutachten abgestellt werden könne. Da die 

Beschwerdeführerin auch in ihrer angestammten Tätigkeit noch zu 70 % arbeitsfähig 

sei, rechtfertige es sich, dass das Invalideneinkommen 70 % des Valideneinkommens 

ausmache. Wo es genau angesetzt werde, sei daher nicht relevant. Ein Abzug 

rechtfertige sich bei einer Einschränkung aus rein psychiatrischer Sicht nicht. Der 

Invaliditätsgrad betrage 30 %. Der RAD hatte am 11. Januar 2008 dafürgehalten, auch 

im Bericht von Dr. D.___ vom 22. November 2007 würden keine neuen, 

richtungsweisenden medizinischen Fakten mitgeteilt, die nicht bereits im 

psychiatrischen Teilgutachten berücksichtigt worden wären.

D.   

Replicando hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 11. März 2008 an der 

Rüge der Gehörsverletzung fest. Nach Angaben von Dr. med. H.___, Rheumatologie 

FMH, in dem beigelegten Bericht vom 22. Februar 2008 liege bei der 

Beschwerdeführerin ausserdem eine praktisch verwertbare Arbeitsfähigkeit von mehr 

als 30 % sicherlich nicht vor. Es bestehe eine chronische und komplexe 

muskuloskelettale Schmerzproblematik in Form eines vorwiegend tendomyotischen 

Zervikothorakobrachialsyndroms links und lumbospondylogenen Syndroms rechts. 

Diese Problematik werde ungünstig beeinflusst durch eine chronische Depression. Bei 

der Beurteilung von Dr. D.___ handle es sich nicht um eine Übernahme der 

"subjektiven Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung" der Beschwerdeführerin, sondern um 

die Einschätzung des behandelnden Psychiaters. Dieser komme sehr wohl Beweiswert 

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zu. Dr. D.___ sei im Gegensatz zum involvierten RAD-Arzt Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie. Es gehe überdies nicht an, den Aussagen des behandelnden Arztes 

ohne nähere und unter dem Gesichtspunkt des Willkürverbots haltbare Begründung die 

Glaubwürdigkeit von vornherein abzusprechen. Eine eingehende Exploration habe 

anderseits bei der psychiatrischen Begutachtung nicht stattgefunden. Der Gutachter 

sei gegenüber dem behandelnden Psychiater auch nicht besser qualifiziert.

E.  

Die Beschwerdegegnerin hat am 14. April 2008 an ihrem Antrag festgehalten und im 

Übrigen auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:

1.  

1.1  Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung am 12. November 2007 entwickelt hat, sind die auf den 

1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.

1.2  Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt. Diese lässt in diesem Verfahren im 

Hauptstandpunkt (wie schon im Verwaltungsverfahren) allein Rentenleistungen 

beantragen. Strittig ist demnach zunächst der Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, 

dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage steht, so gehörte 

zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der 

Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.

2.  

Die Beschwerdeführerin lässt zunächst eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches 

Gehör rügen. Die Beschwerdegegnerin habe sich in der angefochtenen Verfügung mit 

den Einwänden zum Vorbescheid nicht ausreichend auseinander gesetzt. Insbesondere 

sei sie auf den Einwand betreffend die unterdurchschnittliche Entlöhnung nicht 

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eingegangen. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) folgt unter 

anderem die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Die 

Begründung eines Entscheids muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person 

diesen in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann; in diesem 

Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 

Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt 

(Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 4. Mai 2009, 8C_541/2008; BGE 134 I 83 E. 4.1). 

Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt 

(Bundesgerichtsentscheid i/S A. vom 28. Oktober 2008, 9C_508/2008; BGE 133 III 439 

E. 3.3). Die Beschwerdegegnerin hat zu den Einwänden der Beschwerdeführerin unter 

anderem insofern Stellung genommen, als sie angab, gemäss ihrem RAD sei auf das 

Gutachten abzustellen, da keine neuen Fakten vorgebracht worden seien, welche 

dessen Schlussfolgerungen in Frage stellen würden. Bezüglich des 

Einkommensvergleichs hat sie dafürgehalten, ein Valideneinkommen nach den 

Tabellenlöhnen zu bestimmen, komme nur in besonderen Fällen in Betracht. Einen 

Abzug zu machen, lehne sie deswegen ab, weil die Arbeitsunfähigkeit rein 

psychiatrisch begründet sei. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Verfügung somit unter 

den wesentlichen Aspekten kurz begründet. Falls dennoch von einer Verletzung der 

Begründungspflicht ausgegangen werden müsste, so jedenfalls lediglich von einer 

leichten, welche zudem als geheilt gelten könnte (zum Ganzen: 

Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 26. Juni 2007, I 496/06). Im Übrigen würde eine 

Rückweisung der Sache zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen 

Verzögerungen führen, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der 

betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung nicht zu vereinbaren wären 

(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S Z. vom 14. Juli 2006, 

I 193/04; BGE 116 V 187 E. 3d). Die Beschwerdeführerin selber gibt der materiellen 

Behandlung der Sache den Vorzug.

3.  

3.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung) 

besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie wenigstens zur 

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Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vor, so besteht 

Anspruch auf eine Viertelsrente oder, sofern ein Härtefall gegeben ist, auf eine halbe 

Rente (Art. 28 Abs. 1  IVG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis 

31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

3.2  Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen 

von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in 

der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch 

tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 

des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).

3.3  Die Beschwerdegegnerin stellt auf das Ergebnis des bidisziplinären Gutachtens 

der Dres. E.___ und F.___ ab, wonach die Beschwerdeführerin in angestammter wie 

angepasster Tätigkeit insgesamt zu 70 % arbeitsfähig sei. Die Beschwerdeführerin 

hingegen ist der Ansicht, weder das rheumatologische noch das psychiatrische 

(Teil-)Gutachten sei beweistauglich. Höher einzustufen seien die Beurteilungen von 

Dr. B.___ und Dr. D.___. In der Replik beruft sie sich ausserdem auf den Bericht von 

Dr. H.___.

3.4  Dr. E.___ hat sein internistisch-rheumatologisches Gutachten nach einer 

Kenntnisnahme von den Akten abgegeben. Er hat die Angaben der 

Beschwerdeführerin zu ihrer Herkunftsfamilie, zur sozialen und beruflichen Anamnese 

und zum jetzigen Leiden aufgenommen. Ferner hat er den klinischen 

Untersuchungsstatus erhoben und ein Röntgenbild der HWS vom 4. Juni 2002 und ein 

MRI der HWS vom 11. April 2003 beurteilt. Der Gutachter hat unter anderem einen 

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konsistenzvermehrten Gewebs- und muskulären Verkürzungsbefund der Nacken- und 

absteigenden und transversalen Schulterblattmuskulatur und der dorsalseitigen LWS-

Strukturen mit reduzierter LWS-Beugeentfaltung, einen Schürzengriff mit beidseits DVP 

[-Abstand] von 26 cm, eine retropatelläre Crepitation und vereinzelte Fibromyalgie 

definierende Tenderpoints (≤ 11/18) gefunden. Er diagnostizierte chronische, teils akut 

exacerbierende unspezifische Nacken- und Rückenbeschwerden sowie Adipositas und 

arterielle Hypertonie. Nach seiner Beurteilung seien für die Schmerzbeschwerden - bei 

die eigenen Möglichkeiten übersteigenden Bewältigungsanforderungen - über eine 

neurovegetative und -muskuläre Hyperreagibilität somatisierte psychosoziale 

Belastungsfaktoren hauptverantwortlich (beruflich-familiäre Mehrfachbelastung bei 

durch Kindsverluste in der Schwangerschaft bzw. nach Geburt belasteter 

Vorgeschichte). Relevante, primär im Bewegungsapparat wurzelnde Krankheitsfaktoren 

seien nicht zu diagnostizieren gewesen. Es habe sich kein organmedizinisches Leiden 

gezeigt, das die beklagten Körperbeschwerden erklären würde.

3.5  Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, eine volle Arbeitsfähigkeit (aus 

somatischer Sicht) sei angesichts des Beschwerdebildes nicht nachvollziehbar. Die 

Schlussfolgerung, es lasse sich somatischerseits keine Arbeitsunfähigkeit ableiten, weil 

keine primär im Bewegungsapparat wurzelnden Krankheitsfaktoren hätten 

diagnostiziert werden können, sei verharmlosend. Und die Beschwerdeführerin habe 

sich nicht ernst genommen gefühlt. Der behandelnde Arzt, dessen Einschätzung 

beweiskräftiger sei, habe ihr denn auch aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 

nur noch 85 bis 90 % attestiert. Es lässt sich feststellen, dass die beiden 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht sehr weit auseinander liegen. Dem Arztbericht von 

Dr. B.___ ist kein Befund zu entnehmen, der im Gutachten nicht berücksichtigt worden 

wäre. Der Gutachter hat den Krankheitsfaktoren im Bewegungsapparat im Unterschied 

zu Dr. B.___ allerdings keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Bedeutung 

zugemessen. Er hat auf HWS-Bilder vom Juni 2002 und vom April 2003 abgestellt und 

eine neue bildgebende Diagnostik nicht für erforderlich gehalten. Dieser ärztliche 

Entscheid, auf das Erheben aktueller Befunde mit bildgebenden Verfahren zu 

verzichten, ist zwar nicht ohne weiteres erklärlich, sind doch die vorhandenen Bilder 

immerhin bereits mehrere Jahre alt. Er kann aber nach den vorliegenden Umständen 

gerade noch als vertretbar betrachtet werden, da nach den diesbezüglichen Angaben 

der Beschwerdeführerin und der Aktenlage offenbar keine Anhaltspunkte für eine 

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allfällige somatisch ausgelöste Progredienz vorlagen. Angesichts der - wie unten 

darzulegen sein wird - höheren Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht kommt der 

Differenz der Arbeitsunfähigkeitsschätzungen aus somatischen Gründen durch 

Dr. B.___, auf den sich die Beschwerdeführerin beruft, und durch den Gutachter 

ausserdem keine ausschlaggebende Bedeutung zu. Erwähnt werden kann aber, dass 

sich die Beurteilung des Gutachters nicht nur auf eine eigene Untersuchung, sondern 

wie erwähnt auch auf eine Kenntnisnahme von den Akten stützt und insofern - wenn 

das Gutachten auch knapp gefasst ist - umfassender ist, was ihr mehr Gewicht 

verleiht. Dass die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden als verharmlost und sich als 

nicht ernst genommen empfunden hat, findet möglicherweise eine Erklärung in ihrer 

paranoid-ängstlichen Verarbeitungstendenz. Was die abweichende Beurteilung von 

Dr. H.___ vom 22. Februar 2008 betrifft, vermag diese keine relevanten Zweifel an der 

gutachterlichen Beurteilung zu rechtfertigen. Wenn Dr. H.___ dafürhält, eine praktisch 

verwertbare Arbeitsfähigkeit von mehr als 30 % liege sicherlich nicht vor, macht er 

einen Unterschied zur medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit, welcher nicht 

erklärt und begründet wird. Die kurzen Angaben des - offenbar ebenfalls behandelnden 

- Dr. H.___ sind jedenfalls für den vorliegend massgeblichen Sachverhalt (bis zum 

Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung) nicht geeignet, den Beweiswert 

des Gutachtens umzustossen.

3.6  Das Ergebnis der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. F.___ wird von der 

Beschwerdeführerin deswegen beanstandet, weil die Untersuchung mit einer Dauer 

von einer bis eineinhalb Stunden zu kurz ausgefallen sei. Der Gutachter selber hat 

angegeben, die Untersuchung habe zwei Stunden und 15 Minuten gedauert. Wie viel 

Zeit für eine Exploration erforderlich ist, schwankt nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 

13. Juni 2006, I 58/06 E. 2.2) in weiten Grenzen und ein genereller Zeitrahmen lässt 

sich nicht verbindlich angeben. Der bei einer psychiatrischen Untersuchung zu 

betreibende zeitliche Aufwand ist von der Fragestellung und der zu beurteilenden 

Psychopathologie abhängig (Urteil des Bundesgerichts i/S L. vom 14. November 2007, 

I 1094/06 E. 3.1.1). Die bezeichnete Untersuchungsdauer erscheint vorliegend nicht als 

ungenügend. Auch der Einwand, der Arzt habe die Beschwerdesituation der 

Beschwerdeführerin verharmlost und habe, da sie wohl teilweise dissimuliert habe, die 

paranoiden Symptome nicht erfasst, lässt sich nicht bestätigen. Vielmehr zeigt sich, 

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dass der Gutachter und der behandelnde Arzt die psychiatrischen Symptome als 

solche übereinstimmend beschreiben. Dr. F.___ hat eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung, eine leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom und 

soziale Phobien diagnostiziert. Er gab an, es lasse sich eine leicht depressive 

Grundstimmung mit massivstem Belastungserleben durch die bis heute nicht 

verarbeitete, das Krankheitsgeschehen entscheidend aufrecht erhaltende Kränkung 

(am letzten Arbeitsplatz), damit verbundener affektiver Instabilität, Wut, sozialen 

Ängsten, mit zum Teil paranoiden Verarbeitungsmustern, sozialem Rückzug und 

berichteten Suizidgedanken feststellen. Dr. D.___ gab als Diagnosen eine mittelgradige 

bis schwere depressive Störung mit Beziehungsideen auf dem Boden einer ängstlichen 

Persönlichkeit und ein chronifiziertes Schmerzsyndrom an. Die Berichte der 

psychiatrischen Fachpersonen unterscheiden sich hingegen bezüglich der 

Einschätzung des Schweregrads der depressiven Störung und wesentlich unter dem 

Aspekt der Arbeitsfähigkeitsschätzung.

3.7  Liegen - wie hier - unterschiedliche ärztliche Beurteilungen vor, so hat der 

Sozialversicherungsrichter aufgrund des im Sozialversicherungsrecht geltenden 

Grundsatzes der freien Beweiswürdigung (BGE 125 V 352 E. 3a) alle Beweismittel, 

unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 

entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Gutachten und Berichte Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen 

(BGE 125 V 352 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte 

Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 

und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb; Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S G. vom 4. September 2006, I 713/05). Nach 

der Rechtsprechung ist bei der Beweiswürdigung der Erfahrungstatsache Rechnung zu 

tragen, dass Hausärzte und über eine längere Zeit hinweg regelmässig behandelnde 

Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 

Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (so etwa der Entscheid des 

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Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 6. Dezember 2006, I 329/06; BGE 

125 V 353 E. 3b/cc), oder es ist damit zu rechnen, dass sie sich durch die "Macht des 

Faktischen" von der pessimistischen subjektiven Einstellung ihrer Patienten 

überzeugen lassen (so der nicht veröffentlichte Entscheid des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen i/S A.M.-C. vom 27. März 2003). Das Bundesgericht hat 

anderseits festgehalten, der Richter könne auch auf die speziellen, etwa dank der 

langjährigen Betreuung nur einem Hausarzt zugänglichen Kenntnisse des 

Gesundheitszustandes eines Versicherten abstellen (nicht veröffentlichter Entscheid 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 255/96, zit. im Entscheid des 

Schweizerischen Bundesgerichts vom 21. Dezember 2005, 4P.254/2005). Es geht 

jedenfalls nicht an, den Aussagen des Hausarztes ohne nähere und unter dem 

Gesichtspunkt des Willkürverbotes haltbare Begründung die Glaubwürdigkeit von 

vornherein abzusprechen (Bundesgerichtsentscheid 4P.254/2005).

3.8  Als seit längerem behandelnder Arzt hat Dr. D.___ die Beschwerdeführerin und ihre 

jeweilige gesundheitliche Situation nicht nur einmal (wie der Gutachter), sondern immer 

wieder beobachten können. In dieser Funktion besitzt er wohl auch das erwähnte 

auftragsrechtliche Vertrauen der Beschwerdeführerin. Beides verhilft ihm zu einem 

Überblick und einer gründlichen Kenntnis des ihm präsentierten medizinischen 

Sachverhalts. Da Dr. D.___ unter diesen Umständen - auch im jüngeren Bericht vom 

22. November 2007 - keine Gesichtspunkte erwähnt, welche bei der Begutachtung 

unberücksichtigt geblieben wären, kommt dem Gutachten ein grosser Stellenwert zu. 

Der psychiatrische Gutachter konnte seine Beurteilung ferner im Unterschied zum 

behandelnden Arzt mit Aktenkenntnis abgeben. Von Dr. D.___ lag ihm der Bericht vom 

2. Mai 2005 vor. Von der Beschwerdeführerin erfragte er die soziale und berufliche 

Anamnese und ihre Angaben zur Krankheitsentwicklung und zu den aktuellen 

Beschwerden. Er beschrieb im Gutachten die bei der eigenen fachärztlichen 

Untersuchung erhobenen psychopathologischen Befunde. Das Gutachten erscheint 

daher als umfassend abgestützt. Seine Schlussfolgerungen sind ausserdem 

nachvollziehbar begründet. Die Beschwerdeführerin macht zwar geltend, die 

Beurteilung von Dr. D.___ sei objektiv erfolgt und es handle sich nicht um die 

Übernahme ihrer subjektiven Einschätzung. Es ist aber doch zu beachten, dass er ihre 

Beschwerdesituation als Arzt betrachtet, der sich auf die Behandlung ihrer Leiden 

ausrichtet. Seine Beurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit erwächst daher doch aus einer 

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anderen als einer gutachterlichen Perspektive, nämlich aus dem therapeutischen 

Auftrag. Seine Schlussfolgerung, die Beschwerdeführerin sei in keinem Fall in der freien 

Wirtschaft einsetzbar, erscheint weniger überzeugend als die gutachterliche. Diese 

lautet dahingehend, dass die psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit objektiv mit 

30 % zu beziffern sei, wobei gewisse Schwankungen berücksichtigt werden müssten. 

In Anbetracht der letztgenannten Feststellung vermag das Schreiben von Dr. D.___ 

vom 22. November 2007, der von einer gewissen Verstärkung der paranoiden Ideen 

und depressiven Zustände aus einem bestimmten (wohl vorübergehenden) Anlass 

berichtete, das Ergebnis des Gutachtens nicht in Frage zu stellen. Es kann 

zusammenfassend auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die beiden Gutachter 

abgestellt werden.

4.  

4.1  In erwerblicher Hinsicht wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades nach 

Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach der 

Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend, was sie 

im massgebenden Zeitpunkt auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen 

Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu 

erfolgen. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im 

Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung 

des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der 

Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 325 E. 4.1). Für die 

Vornahme des Einkommensvergleichs ist allerdings grundsätzlich auf die 

Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 

222), vorliegend somit auf das Jahr 2003. In jenem Jahr hätte die Beschwerdeführerin 

bei einer vollzeitlichen Anstellung einen Monatslohn von Fr. 3'000.-- erzielt. Ein 

13. Monatslohn war nach Angaben in der Arbeitgeberbescheinigung nicht ausbezahlt 

worden, hingegen in beiden Jahren eine Gratifikation in dieser Höhe. An ihrer konkreten 

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Stelle hat die Beschwerdeführerin dennoch unterdurchschnittlich verdient. Frauen 

konnten nämlich im statistischen Mittel (Zentralwert; vgl. AHI 1999 S. 50) im Jahr 2002 

mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten im privaten Sektor Fr. 45'840.-- (12mal 

Fr. 3'820.--) erzielen (vgl. Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik, LSE 2002), aufwertet auf das Jahr 2003 Fr. 46'596.-- und 

korrigiert um die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von damals 41.7 Stunden 

pro Woche (vgl. T2.5.2; statt 40 Stunden, wie sie der Tabellengruppe A generell 

zugrunde liegt) bei 100 % Beschäftigung Fr. 48'579.-- (vgl. Anhang 2 der Textausgabe 

IV, Gesetze und Verordnungen).

4.2  Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 

Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die 

ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das 

Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, 

gilt grundsätzlich der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person 

nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 

472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Es kann 

vorliegend davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführerin auf einem 

hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt, wie er für die Invaliditätsbemessung 

massgebend ist, ausreichend viele adaptierte Arbeitsmöglichkeiten offen stehen. Die 

Beschwerdeführerin hat aber, wie oben dargelegt, als Gesunde an der zufällig 

innegehabten konkreten Stelle unterdurchschnittlich verdient. Es ist nicht anzunehmen, 

dass sie sich mit einem solchen Lohn aus freien Stücken begnügt hat, sondern es 

werden hierfür wohl eher invaliditätsfremde Gründe verantwortlich gewesen sein. Um 

einen Einfluss solcher Umstände auf die Invaliditätsbemessung zu eliminieren, ist bei 

der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigen, dass die 

Beschwerdeführerin auch als gesundheitlich Beeinträchtigte von

vornherein nicht das durchschnittliche statistische Lohnniveau erreichen dürfte. Wird 

von der gesundheitlichen Einschränkung (samt einem allfälligen Abzug vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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Tabellenlohn für invaliditätsbedingte Aspekte) abgesehen, kann angenommen werden, 

dass die ausbildungsmässigen und persönlichen Faktoren sich grundsätzlich auf 

beiden Seiten gleich auf das erreichbare Lohnniveau niederschlagen. Unterschiede, die 

durch die konkrete Stellenwahl bedingt sind, sind nicht massgeblich. Es rechtfertigt 

sich deshalb, sowohl für das Valideneinkommen wie für das Invalideneinkommen von 

demselben Lohnniveau bei voller Beschäftigung auszugehen.

4.3  In der Praxis werden die zur Bestimmung des Invalideneinkommens 

herangezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn Versicherte, die in ihrer letzten Tätigkeit 

körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für 

leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, wenn sie - unabhängig von der 

früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter 

Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder wenn weitere 

persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die 

Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der 

Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im 

Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der 

Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden 

Merkmale auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75). Da die 

Beschwerdeführerin leidensbedingt einer gewissen Rücksicht von Seiten eines 

potentiellen Arbeitgebers bedarf und weil aus Gründen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung nicht damit gerechnet werden kann, dass sie die 

Durchschnittseinkommen wird erreichen können, da doch die statistischen Erhebungen 

die durchschnittlichen Lohnverhältnisse gesunder Arbeitnehmer widerspiegeln, 

rechtfertigt es sich, einen Abzug von 10 % vorzunehmen. Zusammen mit der 

Arbeitsunfähigkeit von 30 % ergibt sich auf diese Weise ein Invaliditätsgrad von 37 % 

(30 % zuzüglich 0.1x 70 %).

4.4  Im Ergebnis ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgewiesen hat. Allenfalls könnte die 

Beschwerdeführerin Unterstützung bei der Stellensuche beantragen.

5.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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5.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

5.2  Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als 

unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. 

Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit 

dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr 

getilgt. 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin bezahlt die Gerichtskosten von Fr. 600.-- unter Anrechnung 

des bezahlten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 02.07.2009
	Art. 28 IVG. Beweiswürdigung bei bidisziplinärem (internistisch-rheumatologischem/psychiatrischem) Gutachten und abweichenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte. Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Juli 2009, IV 2007/500). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2009.

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