# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e3a29f6-afcf-58b2-862f-339eef987cfd
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-16
**Language:** de
**Title:** Ungenügende medizinische Abklärungen; Rückweisung.
**Docket/Reference:** UV.2022.00121
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2022.00121.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2022.00121
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Senn
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiber Stocker
Urteil
vom
16. November 2022
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Dr.
iur
. Alexander Müller
Im Grindel 29, Postfach, 8932 Mettmenstetten
gegen
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
Dufourstrasse 40, 9001 St. Gallen
Beschwerdegegnerin
Zustelladresse: Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
Rechtsdienst Personenversicherung
Postfach 99, 8010 Zürich
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1976, war als Geschäftsleiter bei der
Y.___
angestellt (Anstellungsverhältnis seit dem 1. Oktober 2002) und bei der
Hel
vetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
(nachfolgend: Helvetia) gegen die Folgen und Berufs- und Nichtberufsunfällen
versichert, als er am 12. Juni
2021 beim Fussballspielen auf sein
verdrehtes
linkes
Knie fiel und sich dabei verletzte (Urk. 8/1).
Die medizinische Erstversorgung fand bei Dr. med.
Z.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
, statt
(vgl. Urk. 8/13)
, der einen kom
plexen medialen Meniskusriss links diagnostizierte und den Versicherten am 15. Juli 2021 in der
A.___
in
B.___
operierte (Urk. 8/18).
Der bera
tende Arzt der Helvetia, Dr. med.
C.___
,
Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
nahm am 21. Oktober 2021
zur
Unfallkausalität Stellung (Urk. 8/29). Mit Schreiben vom 28. Oktober 2021 (Urk. 8/30) teilte die Helvetia dem Versi
cherten mit, dass der Status quo sine spätestens am 15. Juli 2021 erreicht gewesen sei und dass sie ihre Leistungspflicht ab dem Operationstag verneine.
Am 13. Januar 2022 übte Dr.
Z.___
Kritik an der Einschätzung des beratenden Arztes der Helvetia (Urk. 8/37). Mit E-Mail vom 17. Januar 2022 (Urk. 8/40/5) liess der Versicherte den Erlass einer
einsprachefähigen
Verfügung beantragen. Am 4. Februar 2022 reichte Dr.
C.___
seine versicherungsmedizinische Stel
lungnahme zu den Akten
(Urk. 8/41)
.
In ihrer Verfügung vom 16. Februar 2022 (Urk. 8/46) hielt die Helvetia
im Dispo
sitiv
Folgendes fest:
1.
Die linken Kniebeschwerden, insbesondere die Operation vom 15.07.2021 stehen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr im Kausalzusammenhang zum Unfall vom 12.06.2021.
2.
Es besteht ab 15.07.2021 keine Leistungspflicht des gesetzlichen Unfallversicherers mehr.
Die dagegen mit Eingabe vom 7. März 2022 (Urk. 8/55) erhobene Einsprache des Versicherten wies die Helvetia mit Entscheid vom 25. Mai 2022 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 21. Juni 2022 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:
1.
Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 25.05.2022 sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen
nach UVG auszurichten, namentlich die Übernahme der Heilbe
handlungskosten und die Ausrichtung eines Taggeldes.
2.
Eventualiter sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 25.05.2022 aufzuheben und zur Beurteilung des Leistungs
anspruchs des Beschwerdeführers ein gerichtliches orthopädi
sches Gutachten zur Frag
e
der Unfallkausalität einzuholen, und es sei nach Vorliegen dieses Gutachtens neu über den Leistungs
anspruch gemäss Ziff. 1 des Rechtsbegehrens zu entscheiden.
3.
Subeventualiter
sei der Einspracheentscheid vom 25.05.2022 auf
zuheben und an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und diese zu verpflichten, ein gerichtliches orthopädisches Gutachten zur Frage der Unfallkausalität einzuholen, und es sei nach Vor
liegen dieses Gutachtens neu über den Leistungsanspruch
gemäss Ziff. 1 des Rechtsbegehrens zu entscheiden.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwer
degegnerin.
Die Helvetia schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 25. August 2022 (Urk. 7) auf kosten- und entschädigungsfällige Abweisung der Beschwerde, was dem Ver
sicherten mit Verfügung vom 30. August 2022 (Urk. 10) mitgeteilt wurde.
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die z
weckmässige Behandlung ihrer Un
fall
folgen. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die ver
sicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) noch nicht abgeschlo
ssen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario).
Ist sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente
, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der
körperlichen
,
geistigen
oder psychischen
Integrität, so ha
t sie Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Einspracheentscheid vom
25. Mai 2022 (Urk. 2) im Wesentlichen aus (insbesondere auf S. 8), es sei gestützt auf die Beurteilung von Dr.
C.___
erstellt, dass die Beschwerden am linken Knie des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit
dem Unfallereignis vom 12. Juni
2021 stünden. Dies treffe insbesondere in Bezug auf die Behandlung(en) ab dem 15. Juli 2021 zu. Daher entfalle die Leistungspflicht der Beschwer
degegnerin für die Behandlungen der Kniebe
schwerden links ab dem 15. Juli
2021.
Im Rahmen des vorliegenden Prozesses hielt die Beschwerdegegnerin an dieser Sichtweise fest und ergänzte (Urk. 7), dass den Berichten Dr.
C.___
s voller Beweiswert zukomme und dass
kein Anlass bestehe, ein Gerichtsgutachten ein
zuholen. Die versicherungsmedizinische Stellungnahme von Dr.
C.___
vom 4. Februar 2022 setze sich ausführlich mit sämtlichen medizinischen Unterlagen
, so
auch mit der Stellungnahme von Dr.
Z.___
vom 13. Januar 2022 auseinander.
2.2
Demgegenüber liess der Beschwerdeführer im Wesentlichen vortragen (Urk. 1), dass
die Stellungnahme
von Dr.
C.___
nicht valid sei. Er habe zwar längere Ausführungen gemacht und Behauptungen aufgestellt, aber keinerlei Beweise geliefert. Seine Behauptung, dass
die degenerativen Veränderungen im Vorder
grund stünden, habe er nicht bewiesen; er habe sie lediglich durch die ständige Wiederholung der Aussage zu belegen versucht, dass der angegebene isolierte Meniskusschaden und der Unfallmechanismus nicht zusammenpassten. Damit sei der Wegfall der einmal bejahten Kausalität nicht belegt. Bei der Stellungnahme von Dr.
C.___
handle es sich um eine reine Parteibehauptung, deren Beweiswert gering sei. Der behandelnde Orthopäde Dr.
Z.___
habe
als Facharzt bestätigt, dass das Unfallereignis vom 12. Juni 2021 geeignet gewesen sei, eine Meniskus
verletzung auszulösen. Sodann habe er bestätigt, dass keine Degeneration des Meniskusgewebes habe festgestellt werden können.
Im Zweifel sei ein medizini
sches Gutachten einzuholen (Eventualantrag).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht mit Wirkung ab 15. Juli 2021 eingestellt hat, weil der Status quo sine (
spätestens) am 14. Juli 2021 er
reicht
worden war beziehungsweise
die ab 15. Juli 2021 noch
bestehenden Gesundheitsbeeinträchtigungen am linken Knie
nicht mehr auf das Unfallereignis vom 12. Juni 2021 zurückzuführen waren.
3.
3.1
Dr. med.
D.___
, Facharzt für Radiologie und Neuroradiologie
,
erhob anlässlich der radiologischen Untersuchung vom 2
3
. Juni 2021 folgenden Befund (Urk. 8/24): Unter Belastung geringe, mediale Einengung des Gelenkspaltes. In der Rosenberg-Aufnahme diskrete Ausziehung der Processus
interkondylares
bds
. Leichte
Mehrsklerosierung
aller Gelenkflächen. Keine höhergradigen degenerati
ven Veränderungen. Erhaltene Artikulationsverhältnisse. Orthotope Lage der Patella im femoropatellaren Gleitlager. Kein Nachweis einer Fraktur. Mässiger Kniegel
e
nkserguss
suprapatellär
.
3.2
Dr.
Z.___
führte in seinem Operationsbericht vom 15. Juli 2021 (Urk. 8/18)
zur Operationsindikation
aus, dass klinisch der eindeutige Verdacht auf eine mediale Rissbildung links bestehe, weshalb ein operatives Vorgehen im Sinne der Arthro
skopie indiziert sei. Medial zeige sich eine Knorpelunregelmässigkeit Grad II,
tibial
Grad I. Medial ansonsten komplexer eingerissener Meniskus radiär am Übergang vom Hinterhorn zur Pars intermedia mit zusätzlicher Längskomponente und kleinem
Flap
.
3.3
Dr.
C.___
hielt in seinem E-Mail vom 21. Oktober 2021 (Urk. 8/29) fest, dass die Meniskusläsion Knie links abnützungsbedingt sei. Ein isolierter Meniskusriss ver
lange den Mechanismus eines Drehsturzes, mithin eines Ereignisses, bei dem mit rotiertem und flektiertem Knie bei fixiertem Fuss eine passive plötzliche Über
streckung hinzukomme. Dieser Ereignismechanismus fehle. Intraoperativ sei keine Einblutung nachgewiesen, auch keine Begleitverletzungen. Es bestünden aber bereits relevante Knorpelschäden mit freien Gelenkkörper
n
als Beweis der medialen Abnützung. Die Operation sei unfallfremd. Es sei eine mediale Degene
ration mit Meniskusläsion symptomatisch geworden. Distorsionen und Kontusi
onen alleine seien keine OP-Indikation. Deshalb sei bereits 1 Tag vor der Opera
tion der Status quo sine erreicht worden.
3.4
Dr.
Z.___
äusserte sich in seinem Bericht vom 13. Januar 2022 (Urk. 8/37) dahingehend, dass die Beurteilung von Dr.
C.___
nicht nachvollziehbar sei. Das Unfallereignis sei plötzlich, unvorhergesehen und unerwartet gewesen. Es habe sich um einen Sturz mit Kniedistorsion gehandelt; das sei absolut geeignet, eine Meniskusver
letzung auszulösen, insbesondere,
wenn wie vorliegend eine intrao
perativ festgestellte Verletzung mit radiärem Riss und
Flap
-Bildung gegeben sei. Intraoperativ habe keine Degeneration des Meniskusgewebes festgestellt werden
können. Die Operationsindikation habe darauf beruht, dass das Kniegelenk in der Funktion klar eingeschränkt und die Arbeitsfähigkeit gefährdet gewesen sei; zudem seien die starken Schmerzen und die Blockierungserscheinungen ohne Operation nicht zu beheben gewesen. Es sei schon gar nicht so, dass der Status quo sine 1 Tag vor der Operation erreicht worden sei. Die Knieverletzung sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen, insbe
sondere weil die geringen degenerativen Veränderungen vor allem in der
Trochlea
wie auch anterior im Kniegelenk zu sehen gewesen sei
en
und nicht im Zusammenhang mit dem Meniskus stünden.
3.5
Dr.
C.___
führte in seinem Bericht vom 4. Februar 2022 (Urk. 8/41) aus, dass beim Beschwerdeführer keine Begleitverletzungen dokumentiert seien. Es handle sich also um einen isolierten Meniskusschaden nach einem Trauma. Isolierte Meniskusrisse seien selten. Meist handle es sich um Kombinationsverletzungen
. Sofern ein isolierter Meniskusschaden vorliege, bedürfe es eine
s
sogenannten Ereignismechanismus eines Drehsturzes. Darunter werde ein Ereignismechanis
mus verstanden, bei dem das gebeugte und rotierte Kniegelenk bei fest fixiertem Fuss plötzlich passiv in die Streckung gezwungen werde, sodass die physiologi
sche Schlussrotation nicht mehr korrekt ablaufen könne und damit der Meniskus zwischen Schienbeinkopf und Oberschenkel eingeklemmt werde und dadurch reissen könne. Vorliegend fehle ein solcher Ereignismechanismus, insbesondere fehlten die geforderte Fixation des Fusses und die plötzliche passive Überstre
ckung des Beins. Der vom Beschwerdeführer beschriebene Sachverhalt sei kein geeignetes Ereignis, welches den Meniskus isoliert verletzen könne. Ebenfalls gegen eine traumatische Ursache sprächen der intraoperative Befund sowie die Bildgebung. So zeige das mediale Kniegelenkskompartiment radiologisch bereits Unregelmässigkeiten im Knorpel, was auf eine Degeneration hinweise. Intraope
rativ zeigten sich bereits deutliche
Chondropathien
im medialen Kniegelenksspalt mit bereits kleinen freien Gelenkkörpern. Das mediale Kniegelenk weise also bereits relevante degenerative Veränderungen auf. Auch
,
dass keine spezifischen traumatischen Befunde vorlägen, wie etwa Blutungen oder Begleitverletzungen, spreche gegen eine traumatische Ursache. Es gelinge nicht
,
einen traumatischen Meniskusschaden zu beweisen.
W
ahrscheinlicher
sei
, dass ein vorgeschädigter Meniskus durch das Sturzereignis vom 12. Juni 2021 symptomatisch geworden sei. Dies bedeute nun, dass mit einer Arthroskopie u
nd
Teilmeniskektomie
nicht ein
traumatischer Schaden saniert worden
sei, sondern ein degenerativer (S. 4 f.). Der Unfall habe eine vorübergehende Verschlimmerung hervorgerufen; ein vor
geschädigter asymptomatischer Meniskusschaden sei durch den Unfall akut
symptomatisch geworden. Es könne aber kein Dauerschaden oder eine richtungs
gebende Verschlechterung geltend gemacht werden. Der Status quo sine sei «per 14.07.2021 festzusetzen» (S. 5).
4.
4.1
Aus den
oben
wiedergegebenen Arztberichten von
Dr.
Z.___
und Dr.
C.___
ist ersichtlich, dass beim Beschwerdeführer auch noch am/ab 15. Juli 2021 erhebli
che Gesundheitsbeeinträchtigungen am linken Knie vorhanden waren. Diesbe
züglich herrscht zwischen den medizinischen Experten Einigkeit.
Zu vollkommen unterschiedlichen Beurtei
lungen kamen Dr.
Z.___
und Dr.
C.___
hingegen in Bezug auf die Unfallkausalität
des Meniskusrisses
. Einerseits ver
trat
Dr.
Z.___
, der den Beschwerdeführer behandelt und ihn am 15. Juli 2021 operiert hatte, die A
uffassung
, dass zwischen den vorhandenen Gesundheitsbe
einträchtigungen und dem Unfall vom 12. Juni 2021 nach wie vor ein Kausalzu
sammenhang bestehe (vgl. oben E. 3.4)
. Andererseits
war Dr.
C.___
, der bera
tende Arzt der Beschwerdegegnerin, genau entgegengesetzter Ansicht. Seiner Ansicht
nach
endete der Kausalzusammenhang mit dem Erreichen des Status quo ante just am Tag vor der Operation vom 15. Juli 2021 (vgl. oben E. 3.5).
Beide Ärzte begründen ihre
Auffassungen nachvollziehbar, aber eben ganz unterschiedlich. Während Dr.
Z.___
den Unfallmechanismus durchaus für geeig
net hielt, um
den medialen Meniskusriss
zu bewirken
,
und zudem das Vorliegen einer relevanten Degeneration verneint
e
(vgl. E. 3.4), war Dr.
C.___
dezidiert anderer Meinung
und schloss eine traumatische Genese des Meniskusschadens klar aus
. Seiner Ansicht nach
ist
die Gesundheitsbeeinträ
chtigung ab 15. Juli
2021 degenerativer Genese. Und der Unfallmechanismus sei nicht geeig
net gewesen, einen isolierten Meniskusschaden zu verursachen (vgl. E. 3.5).
Dieser Expertenstreit lässt sich mit Blick auf die vorliegenden Akten durch das erkennende Gericht nicht entscheiden.
4.2
Gemäss ständiger Praxis (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4) ist auf eine kreisärztliche Einschätzung ohne Weiteres abzustellen, so lange
keine Zweifel an ihrer Richtig
keit bestehen. Bestehen allerdings auch nur geringe Zweifel, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen beziehungsweise ist ein Gutachten einzuholen.
Dies gilt nicht nur für Beurteilungen von Suva-Kreisärzten
,
sondern auch für solche von beratenden Ärzten von anderen (privaten) Unfallversicherungen.
4.3
Vorliegend bestehen solche (zumindest geringen) Zweifel. Das Gericht ist - wie ausgeführt - nicht in der Lage, den zwischen den
Dres
.
C.___
und
Z.___
ent
standenen Expertenstreit zu entscheiden. Zwar i
st zu berücksichtigen, dass Dr.
Z.___
der behandelnde Arzt des Beschwerdeführers ist. Das ändert allerdings nichts daran, dass es sich bei ihm um einen ausgewiesenen Experten handelt, dessen Beurteilung nicht ohne Weiteres ignoriert werden kann. Entsprechendes gilt
umgekehrt
auch für Dr.
C.___
.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Sache nicht spruchreif ist. Es besteht wei
terer Abklärungsbedarf. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 25. Mai 2022 (Urk. 2) ist demzufolge aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie weitere medizinische Abklärungen veranlasse und her
nach über ihre Leistungspflicht ab 15. Juli 2021 neu verfüge. Angesichts
der Umstände ist die Einholung eines versicherungsunabhängigen Gutachtens not
wendig.
5.
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Demzufolge ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung in der Höhe von Fr.
1'
2
00.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene Einsprache
entscheid vom 25. Mai 2022 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit
sie
Abklärungen im Sinne der Erwägungen veranlasse und hernach über ihre Leistungspflicht ab 15. Juli 2021 neu verfüge.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schädigung von Fr.
1'
2
00.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Dr.
iur
. Alexander Müller
-
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubStocker