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**Case Identifier:** d31b6845-f6e4-5456-a411-e595b260aebe
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.11.2023 200 2023 126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-126_2023-11-14.pdf

## Full Text

200 23 126 AHV
FUE/LUB/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. November 2023

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Ausgleichskasse SPIDA
Bergstrasse 21, Postfach, 8044 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 17. Januar 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2023, AHV/23/126, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die C.________ AG (vormals D.________ AG) war seit ihrer Gründung im 
Februar 19.. als beitragspflichtige Arbeitgeberin der Ausgleichskasse Spida 
(Spida bzw. Beschwerdegegnerin) angeschlossen (Akten der Spida 
[act. II] 1/1; Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. II). A.________ war vom 
TT. August 2017 bis TT. Mai 2019 als einzelzeichnungsberechtigtes Ver-
waltungsratsmitglied der C.________ AG im Handelsregister eingetragen. 
Am TT. Oktober 2019 wurde über die C.________ AG der Konkurs eröffnet 
und das Konkursverfahren wurde am TT. Februar 2020 mangels Aktiven 
eingestellt (act. II 1/2; vgl. <www.zefix.ch>). Mit Verfügung vom 29. Juli 
2022, bestätigt mit Einspracheentscheid vom 17. Januar 2023, verpflichtete 
die Spida A.________ zur Bezahlung von Schadenersatz für entgangene 
Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von Fr. 48'072.47 für die Beitrags-
jahre 2018 und 2019 (act. II 3, 8).

B.

Mit Eingabe vom 17. Februar 2023 erhob A.________ (Beschwerdeführer), 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und stellte folgen-
de Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid vom 17. Januar 2023 ist aufzuheben.
2. Es ist eine parteiöffentliche Verhandlung durchzuführen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Mit Beschwerdeantwort vom 27. April 2023 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Bezugnehmend auf die prozessleitende Verfügung vom 8. Mai 2023 ver-
zichtete der Beschwerdeführer mit Zuschrift vom 17. Mai 2023 auf die 
Durchführung einer Instruktions- bzw. EMRK-Schlussverhandlung.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 52 Abs. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Da 
auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 17. Januar 
2023 (act. II 8). Streitig und zu prüfen ist die gegenüber dem Beschwerde-
führer geltend gemachte Schadenersatzforderung für entgangene Sozial-
versicherungsbeiträge für die Beitragsjahre 2018 und 2019 in der Höhe von 
Fr. 48'072.47 (act. II 8).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Miss-
achtung von Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er 
diesen zu ersetzen. Die zuständige Ausgleichskasse macht den Schaden-
ersatzanspruch durch Erlass einer Verfügung geltend (Art. 52 Abs. 1 und 4 
AHVG).

2.2 Handelt es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so 
haften subsidiär die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäfts-
führung oder Liquidation befassten Personen (Art. 52 Abs. 2 Satz 1 AHVG; 
BGE 129 V 11, 123 V 12 E. 5b S. 15). Wer als Organ einer juristischen 
Person belangt werden kann, beurteilt sich nicht allein nach formellen Krite-
rien, sondern danach, ob die betreffende Person Organen vorbehaltene 
Entscheide getroffen oder die eigentliche Geschäftsführung besorgt und so 
die Willensbildung der Gesellschaft massgebend beeinflusst hat (BGE 132 
III 523 E. 4.5 S. 528, 114 V 213; SVR 2020 AHV Nr. 8 S. 23 E. 2.2).

Ein neues Verwaltungsratsmitglied hat die Pflicht, für die Bezahlung der vor 
und während seiner Verwaltungsratstätigkeit angefallenen Beitragsschul-
den besorgt zu sein; entsprechend haftet es grundsätzlich für die laufenden 
wie auch die bereits vor Aufnahme seines Mandats fälligen Sozialversiche-
rungsabgaben. Ein neues Verwaltungsratsmitglied haftet aber nicht für den 
der Ausgleichskasse vor seinem Eintritt zugefügten Schaden, weil dieser 
bereits eingetreten war, ohne dass das neue Mitglied daran noch etwas 
ändern konnte (SVR 2020 AHV Nr. 25 S. 78 E. 3).

2.3 Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verantwortlich, so 
haften sie für den ganzen Schaden solidarisch (Art. 52 Abs. 2 Satz 2 
AHVG). Die solidarische Haftung erlaubt der Ausgleichskasse, gegen alle 
oder lediglich einige von ihnen, allenfalls nur einen Einzelnen, vorzugehen 
(BGE 134 V 306 E. 3.1 S. 308, 114 V 213 E. 3 S. 214). Eine Haftungsbe-
schränkung wegen mitwirkenden Drittverschuldens eines solidarisch Haft-
pflichtigen zieht das Bundesgericht bloss als eher theoretische Möglichkeit 
in Betracht, die nur bei einer ganz besonderen Sachlage von praktischer 
Bedeutung sein kann; so etwa, wenn das Verschulden des in Anspruch 
genommenen Haftpflichtigen als so leicht erscheint und in einem derartigen 

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Missverhältnis zum Verschulden des Dritten steht, dass es offensichtlich 
ungerecht wäre, wenn jener den ganzen Schaden tragen müsste (SVR 
2020 AHV Nr. 25 S. 80 E. 6.1).

2.4 Der für eine Haftung nach Art. 52 AHVG vorausgesetzte Schaden 
entsteht dann, wenn der Ausgleichskasse ein ihr gesetzlich geschuldeter 
Betrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dem Betrag, dessen die 
Kasse verlustig geht. Dazu gehören die von den Arbeitgebenden geschul-
deten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge, die Verwaltungs- und Be-
treibungskosten, Veranlagungs- und Mahngebühren sowie die Verzugszin-
sen (BGE 121 III 382 E. 3b bb S. 384; SVR 2007 AHV Nr. 2 S. 6 E. 5, 1999 
AHV Nr. 16 S. 45 E. 5).

2.5 Der Schaden muss durch eine Missachtung von Vorschriften ent-
standen sein. Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. der Verord-
nung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung (AHVV; SR 831.101) schreibt vor, dass der Arbeitgeber bei jeder 
Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug bringt und zusammen mit 
den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Ar-
beitgeber haben den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungsunterlagen 
über die von ihnen an ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausbe-
zahlten Löhne zuzustellen, damit die entsprechenden paritätischen Beiträ-
ge ermittelt und verfügt werden können. Die Beitragszahlungs- und Ab-
rechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine gesetzlich vorgeschriebene öf-
fentlichrechtliche Aufgabe. Die Nichterfüllung dieser öffentlichrechtlichen 
Aufgabe bedeutet eine Missachtung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 
AHVG und zieht die volle Schadensdeckung nach sich (BGE 118 V 193 E. 
2a S. 195).

2.6 Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht 
nach dem Wortlaut des Art. 52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber absicht-
lich oder grobfahrlässig Vorschriften verletzt hat und dass durch diese 
Missachtung ein Schaden verursacht worden ist. Absicht bzw. Vorsatz und 
Fahrlässigkeit sind verschiedene Formen des Verschuldens. Art. 52 AHVG 
statuiert demnach eine Verschuldenshaftung, und zwar handelt es sich um 
eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht (BGE 108 V 183 E. 1b S. 
186).

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2.6.1 Grobe Fahrlässigkeit liegt praxisgemäss vor, wenn ein Arbeitgeber 
das ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage 
und unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen 
(SVR 2011 AHV Nr. 14 S. 49 E. 3.2). Das Mass der zu verlangenden Sorg-
falt ist abzustufen entsprechend der Sorgfaltspflicht, die in den kaufmänni-
schen Belangen jener Arbeitgeberkategorie, welcher der Betreffende an-
gehört, üblicherweise erwartet werden kann und muss. Dabei sind an die 
Sorgfaltspflicht einer Aktiengesellschaft hinsichtlich der Einhaltung gesetzli-
cher Vorschriften grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen. Ähnlich 
ist zu differenzieren, wenn es darum geht, die subsidiäre Haftung der Or-
gane eines Arbeitgebers zu ermitteln (BGE 112 V 156 E. 4 S. 159, 108 V 
199 E. 3a S. 202).

Nach Art. 717 Abs. 1 i.V.m. Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 des Schweizerischen 
Obligationenrechts (OR; SR 220) gehört die Oberaufsicht über die mit der 
Geschäftsführung betrauten Personen, namentlich im Hinblick auf die Be-
folgung der Gesetze, zu den unübertragbaren und unentziehbaren Aufga-
ben des Verwaltungsrates. Diese Aufgaben müssen "mit aller Sorgfalt" er-
füllt werden. Dies setzt unter anderem voraus, dass der Verwaltungsrat die 
ihm unterbreiteten Berichte kritisch liest, nötigenfalls ergänzende Auskünfte 
verlangt und bei Irrtümern oder Unregelmässigkeiten einschreitet. Dabei 
wird es aber einem Verwaltungsratspräsidenten einer Grossfirma nicht als 
grobfahrlässiges Verschulden angerechnet werden können, wenn er nicht 
jedes einzelne Geschäft, sondern nur die Tätigkeit der Geschäftsleitung 
und den Geschäftsgang im allgemeinen überprüft und daher beispielsweise 
nicht beachtet, dass in Einzelfällen die Abrechnung über Lohnbeiträge nicht 
erfolgt ist (BGE 108 V 199 E. 3a S. 202; SVR 2010 AHV Nr. 4 S. 14 E. 6.1). 
Demgegenüber muss bei einfachen Verhältnissen vom einzigen Verwal-
tungsrat und faktischen Geschäftsführer einer Aktiengesellschaft, der als 
solcher die Verwaltung der Gesellschaft als einzige Person in Organstel-
lung zu besorgen hat, der Überblick über alle wesentlichen Belange der 
Firma verlangt werden, und zwar selbst dann, wenn er seine Befugnisse 
weitgehend an Dritte delegiert hat (BGE 108 V 199 E. 3b S. 203; SVR 2007 
AHV Nr. 9 S. 25 E. 6). Nach ständiger Rechtsprechung dauert die Verant-
wortlichkeit eines Verwaltungsrates in der Regel bis zum Moment seines 
tatsächlichen Austritts aus dem Verwaltungsrat, und nicht bis zum Zeit-

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punkt der Löschung seiner Funktion im Handelsregister. Das gilt jedenfalls 
in denjenigen Fällen, in denen die Betroffenen, nach ihrer Demission, kei-
nen Einfluss mehr auf den Gang der Geschäfte und keine Entschädigung 
für ihre Verwaltungsratsstellung erhalten haben (BGE 134 V 401 E. 5.1 S. 
402, 126 V 61 E. 4a S. 61).

2.6.2 Gemäss ständiger Rechtsprechung ist nicht jede Verletzung der 
öffentlichrechtlichen Aufgaben der Arbeitgeber als Institution der Versiche-
rungsdurchführung ohne weiteres als qualifiziertes Verschulden ihrer Orga-
ne im Sinne von Art. 52 AHVG zu werten. Das absichtliche oder grobfahr-
lässige Missachten von Vorschriften verlangt vielmehr einen Normverstoss 
von einer gewissen Schwere. Dagegen kann beispielsweise die relativ kur-
ze Dauer des Beitragsausstandes sprechen, wobei aber immer eine Wür-
digung sämtlicher konkreter Umstände des Einzelfalls Platz zu greifen hat. 
Zudem dürfen die Nichtabrechnung wie auch die Nichtbezahlung der Bei-
träge als solche nicht einem qualifizierten Verschulden gleichgesetzt wer-
den, weil dies auf eine nach Gesetz und Rechtsprechung unzulässige, da 
in Art. 52 AHVG gerade nicht vorgesehene Kausalhaftung hinausliefe. 
Vielmehr sind auch in dieser Hinsicht die gesamten Umstände zu würdigen. 
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht dürfen sich bei festgestellter 
Verletzung der AHV-Vorschriften daher nicht auf die Prüfung beschränken, 
ob Exkulpations- oder Rechtfertigungsgründe vorliegen, sondern haben 
vorgängig festzustellen, ob ein qualifiziertes Verschulden im Sinne von Art. 
52 AHVG anzunehmen ist (BGE 136 V 268 E. 3 S. 274, 121 V 243 E. 4b 
und 5 S. 244; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute Bundesgericht {BGer}] vom 4. Oktober 2004, H 273/03, E. 3.2.1).

2.6.3 Bei feststehender Widerrechtlichkeit gilt jedoch die Vermutung eines 
absichtlichen oder grobfahrlässigen Verhaltens des Arbeitgebers resp. sei-
ner Organe. Dies bedeutet eine gesteigerte Mitwirkungspflicht der ins 
Recht gefassten Person bei der Abklärung resp. Feststellung des für die 
Beurteilung des Verschuldens rechtserheblichen Sachverhalts von Amtes 
wegen durch die Ausgleichskasse und das kantonale Versicherungsgericht 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Es obliegt grundsätzlich dem Ar-
beitgeber oder seinen Organen, Gründe, welche ein Verschulden im Sinne 
von Absicht oder Grobfahrlässigkeit ausschliessen, zu behaupten, diesbe-

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zügliche Beweise zu liefern oder zu beantragen. Werden solche entlasten-
de Umstände nicht geltend gemacht oder nicht hinreichend substanziiert, 
sind solche nicht ohne weiteres ersichtlich oder führen die Abklärungen zu 
keinem schlüssigen Ergebnis, hat die ins Recht gefasste Person die Folgen 
der Beweislosigkeit zu tragen. Diese Regelung gilt auch in Bezug auf allfäl-
lige Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe (SVR 2019 AHV Nr. 14 S. 
40 E. 4.2.2, 2011 AHV Nr. 13 S. 44 E. 4.1).

2.7 Die Schadenersatzpflicht ist im konkreten Fall nur dann begründet, 
wenn nicht Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des 
Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen lassen oder sein Verschulden im 
Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit ausschliessen. In diesem 
Sinne ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber zwar in vorsätzlicher Missach-
tung der AHV-Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden zufügt, 
aber trotzdem nicht schadenersatzpflichtig wird, wenn besondere Umstän-
de die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht 
schuldhaft erscheinen lassen. So kann es sein, dass es einem Arbeitgeber, 
der sich in schwieriger finanzieller Lage befindet, durch das Nichtbezahlen 
der Beiträge gelingt, die Existenz seines Unternehmens zu retten. Ein sol-
ches Vorgehen führt allerdings nur dann nicht zu einer Haftung gemäss Art. 
52 AHVG, wenn der Arbeitgeber im Zeitpunkt seiner Entscheidung auf-
grund der objektiven Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage 
damit rechnen durfte, dass die Unternehmung überlebt und er die Forde-
rung der Ausgleichskasse innert nützlicher Frist würde befriedigen können 
(BGE 108 V 183 E. 1b S. 186 und 189 E. 2b S. 193; SVR 2020 AHV Nr. 25 
S. 80 E. 6.2, 2017 AHV Nr. 13 S. 41 E. 7.2; AHI 2003 S. 100 E. 3a). Eine 
kurze Dauer bzw. "nützliche Frist" in diesem Sinne ist z.B. überschritten, 
wenn die Beitragszahlungspflicht über ein Jahr lang verletzt wird, zumal 
wenn dabei kein gezieltes, auch in zeitlicher Hinsicht konkretes Sanie-
rungskonzept vorliegt oder wenn eine Sanierung erst nach einem jahrelang 
defizitären Geschäftsgang erwartet werden kann. Nicht entschuldbar ist die 
Beitragsrückbehaltung, wenn eine Sanierung überhaupt nicht ernsthaft er-
wartet werden kann (SVR 2017 AHV Nr. 19 S. 64 E. 8.2).

2.8 Schliesslich setzt die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers nach 
Art. 52 AHVG voraus, dass zwischen der absichtlichen oder grobfahrlässi-

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gen Missachtung von Vorschriften und dem eingetretenen Schaden ein 
adäquater Kausalzusammenhang gegeben ist (BGE 119 V 401 E. 4a S. 
406). Daran fehlt es, wenn auch ein pflichtgemässes Verhalten den Scha-
den nicht hätte verhindern können. Indessen vermag die blosse Hypothese, 
der Schaden wäre auch bei pflichtgemässem Verhalten eingetreten, die 
Adäquanz nicht zu beseitigen. Dass ein Schaden ohnehin eingetreten wä-
re, muss vielmehr mit Gewissheit oder doch mit hoher Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Das schuldhafte Verhalten eines solidarisch Ersatz-
pflichtigen kann nur dann als inadäquat für den eingetretenen Schaden 
gelten, wenn das Verschulden des Dritten oder des Geschädigten dermas-
sen schwer wiegt, dass das eigene Fehlverhalten eindeutig in den Hinter-
grund tritt und damit nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der Le-
benserfahrung nicht mehr als adäquate Schadensursache erscheint (SVR 
2011 AHV Nr. 16 S. 60 E. 4.3.1).

2.9 Der Schadenersatzanspruch verjährt nach den Bestimmungen des 
OR über die unerlaubten Handlungen (Art. 52 Abs. 3 AHVG). Gemäss 
Art. 60 Abs. 1 OR verjährt der Anspruch auf Schadenersatz oder Genugtu-
ung mit Ablauf von drei Jahren von dem Tage an gerechnet, an welchem 
der Geschädigte Kenntnis vom Schaden und von der Person des Ersatz-
pflichtigen erlangt hat, jedenfalls aber mit Ablauf von zehn Jahren, vom 
Tage an gerechnet, an welchem das schädigende Verhalten erfolgte oder 
aufhörte.

Kenntnis des Schadens hat die Ausgleichskasse im Zeitpunkt, in welchem 
sie unter Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit erkennen muss, 
dass es die tatsächlichen Umstände nicht mehr erlauben, die geschuldeten 
Beiträge einzufordern, dass sie aber wohl eine Schadenersatzpflicht zu 
begründen vermögen (BGE 129 V 193 E. 2.1 S. 195; SVR 2022 AHV 
Nr. 12 S. 31 E. 4.1). Entsteht der Schaden durch Konkurs, so fällt dieser 
Zeitpunkt nicht notwendigerweise mit jenem zusammen, in welchem die 
Ausgleichskasse die Schlussabrechnung oder einen Verlustschein zuge-
stellt erhält. Die Rechtsprechung geht vielmehr davon aus, dass der Gläu-
biger, welcher den Ersatz eines durch Konkurs oder durch einen Liquidati-
onsvergleich erlittenen Schadens geltend machen will, diesen normaler-
weise im Zeitpunkt der Auflegung des Kollokationsplans genügend kennt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2023, AHV/23/126, Seite 10

Er kann in diesem Zeitpunkt den Wert des Inventars, die Rangfolge seiner 
Forderung sowie die voraussichtliche Dividende kennen (BGE 128 V 15 E. 
2a S. 17). Wird der Konkurs weder im ordentlichen noch im summarischen 
Verfahren durchgeführt, so ist davon auszugehen, dass die Kenntnis des – 
im Zeitpunkt der Konkurseröffnung entstandenen – Schadens in der Regel 
dann vorliegt, wenn das Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt 
wird. Massgebend ist dabei der Zeitpunkt, in dem die Einstellung im SHAB 
veröffentlicht wird (BGE 129 V 193 E. 2.3 S. 196).

3.

3.1 Es steht fest, dass der Beschwerdeführer bei der C.________ AG 
vom TT. August 2017 bisTT Mai 2019 als Verwaltungsratsmitglied mit Ein-
zelunterschrift (act. II 1/2; vgl. <www.zefix.ch>) und damit als formelles Or-
gan dieser Gesellschaft fungierte, womit er der Haftungsbestimmung von 
Art. 52 AHVG unterliegt (vgl. E. 2.2 hiervor). Im Weiteren wurde das am 
TT. Oktober 2019 eröffnete Konkursverfahren am TT. Februar 2020 man-
gels Aktiven eingestellt (act. II 1/1; vgl. <www.zefix.ch>) und die 
C.________ AG vermochte die Beitragsforderungen nicht mehr zu beglei-
chen und kann auch der geltend gemachten Schadenersatzpflicht nicht 
mehr genügen, weshalb subsidiär grundsätzlich die solidarische Haftung 
ihrer Organe und damit diejenige des Beschwerdeführers greift (vgl. E. 2.3 
hiervor). Ferner ist erstellt, dass die C.________ AG die Sozialversiche-
rungsbeiträge im Zeitraum zwischen Dezember 2018 und April 2019 nicht 
im geschuldeten (und zu keinem Zeitpunkt bestrittenen) Umfang erbracht 
hat (act. II 9-19).

3.2

3.2.1 Der Beschwerdeführer rügt, bei den von der Beschwerdegegnerin 
geltend gemachten Beiträgen handle es sich grösstenteils um Akontorech-
nungen. Es sei gar nicht belegt, ob aus diesen Akontorechnungen ein ent-
sprechender Schaden erwachsen sei (Beschwerde S. 5 N 19). Dieser Ein-
wand geht fehl. Die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge werden in aller 
Regel – was auch in concreto der Fall war (vgl. Beschwerdeantwort S. 4) – 
im Pauschalverfahren entrichtet, bei welchem während des Jahres Akonto-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2023, AHV/23/126, Seite 11

beiträge geleistet werden und zu Beginn des Folgejahres die definitive Ab-
rechnung samt Ausgleich stattfindet. Nach der Rechtsprechung besteht 
nicht nur Haftung für die erst nachträglich zu ermittelnden effektiven Beiträ-
ge, sondern auch für die geschuldeten Pauschalen. Dies auch dann, wenn 
die zu entrichtenden Pauschalen im Verhältnis zu den im jeweiligen Zeit-
raum tatsächlich geschuldeten Beiträgen zu hoch waren, solange das Total 
der im Zeitpunkt des Ausscheidens des Organs nicht bezahlten Pauschal-
beträge den effektiv ermittelten Schaden für die relevante Periode nicht 
übersteigt (MARCO REICHMUTH, Die Haftung des Arbeitgebers und seiner 
Organe nach Art. 52 AHVG, Diss. Freiburg 2008, S. 114 N. 483 ff.; Ent-
scheid des BGer vom 17. August 2010, 9C_355/2010, E. 5.2.2). Dass die 
zu entrichtenden Pauschalen zu hoch gewesen wären bzw. gar den effektiv 
ermittelten Schaden überstiegen, ist nicht erkennbar und wurde von der 
C.________ AG oder vom Beschwerdeführer zu keiner Zeit geltend ge-
macht.

3.2.2 Ferner bezweifelt der Beschwerdeführer mit Blick auf nicht im Recht 
liegende Verlustscheine, dass das Inkasso bei der konkursiten C.________ 
AG erfolglos gewesen und ein Schaden der Beschwerdegegnerin über-
haupt ausgewiesen sei (Beschwerde S. 5 N. 19). Wie die Beschwerdegeg-
nerin in der Beschwerdeantwort (S. 3 und S. 4 jeweils unten) zutreffend 
bemerkte, gilt nach der Rechtsprechung der Schaden jedoch bereits als 
eingetreten, wenn die Beitragsforderungen nicht mehr im ordentlichen Ver-
fahren geltend gemacht werden können, was mit der Konkurseröffnung der 
Fall ist (REICHMUTH, a.a.O., S. 87 f. N. 357 m. H.). Mithin setzt die Recht-
sprechung für die Anerkennung eines Schadens nicht voraus, dass Ver-
lustscheine vorliegen, sondern es genügt, dass über die C.________ AG 
der Konkurs eröffnet wurde, was am 2. Oktober 2019 geschah (act. II 1/1; 
vgl. <www.zefix.ch>).

3.2.3 Ob ein allfälliges Inkasso gegenüber dem Inhaber der C.________ 
AG erfolgte bzw. rechtlich überhaupt möglich wäre (Beschwerde S. 5 N. 20; 
Beschwerdeantwort S. 5 oben), ist nicht von Belang, weil die solidarische 
Haftung gemäss Art. 52 Abs. 2 Satz 2 AHVG es der Ausgleichskasse er-
laubt, gegen alle oder lediglich einige von ihnen, allenfalls nur einen Ein-
zelnen, vorzugehen (vgl. E. 2.3 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2023, AHV/23/126, Seite 12

3.2.4 Der Schaden wird vom Beschwerdeführer lediglich pauschal bestrit-
ten (Beschwerde S. 5 N. 21), ohne dass konkrete, überprüfbare Einwände 
erhoben wurden, was nicht genügt (vgl. dazu Entscheid des EVG vom 
31. August 2005, H 80/05, E. 2.3). Da der Untersuchungsgrundsatz an der 
Mitwirkungspflicht der Parteien seine Grenze findet (BGE 144 V 427 E. 3.2 
S. 429, 122 V 157 E. 1a S. 158) und sich auch in den Akten keinerlei An-
haltspunkte finden, die Anlass geben, auf die Schadenhöhe zurückzukom-
men (vgl. BGE 110 V 48 E. 4a S. 53), hat bloss eine summarische Prüfung 
der aufgelegten Schadenersatzsaldobelege, Kontokorrentauszüge, Akon-
toabrechnungen, Zinsdetails sowie Verrechnungs- und Rückverteilungsan-
zeigen (act. II 9-21) zu erfolgen.

Gemäss diesen Unterlagen setzt sich der Schaden im Bereich "…" der 
C.________ AG zusammen aus den offenen monatlichen Akontoabrech-
nungen für Dezember 2018 bis April 2019 von Fr. 32'332.-- (inkl. gesetzli-
che Mahngebühr; act. II 10/1-10), einem Differenzsaldo bzw. Jahresend-
ausgleich für 2018 von Fr. 18'628.-- (act. II 10/11), Zinsen von Fr. 1'454.70 
(act. II 12; vgl. auch act. II 9/2-4 [Verzugszins]) und Inkassokosten von 
Fr. 780.40 (act. II 9/2-3 [Zahlungsbefehl, Pfändungsurkunde, Pfändungs-
ankündigung, Ausstellung Zahlungsbefehl]) sowie abzüglich einer Abrech-
nungsgutschrift von Fr. 5'203.50 (act. II 9/2 [Abrechnung]), betreibungsamt-
lichen Abschlagszahlungen von Fr. 775.33 (act. II 9/2 [Einzahlung]) und 
Rückverteilungen der Erträge aus CO2-Abgaben von Fr. 413.80 (act. II 9/2, 
14), woraus ein Saldo von Fr. 46'802.47 resultiert (vgl. auch act. II 9/1). Im 
Bereich "…" der C.________ AG setzt er sich zusammen aus den offenen 
monatlichen Akontoabrechnungen für April 2019 von Fr. 2'150.85 
(act. II 16/1), Zinsen von Fr. 38.75 (act. II 17; vgl. auch act. II 15/2 [Ver-
zugszins]) sowie abzüglich einer Abrechnungsgutschrift von Fr. 748.80 
(act. II 15/1 [Abrechnung]) und Rückverteilungen der Erträge aus CO2-
Abgaben von Fr. 170.80 (act. II 15/2, 19), woraus ein Saldo von Fr. 1'270.-- 
resultiert (vgl. auch act. II 15/1). In concreto sind keine Unstimmigkeiten 
erkennbar, so dass von einem Schaden von insgesamt Fr. 48'072.47 
(Fr. 46'802.47 + Fr. 1'270.--) auszugehen ist.

3.3 In Bezug auf die Widerrechtlichkeit steht dem bereits Dargelegten 
zufolge fest, dass die C.________ AG in der fraglichen Zeit ihrer Pflicht, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2023, AHV/23/126, Seite 13

Sozialversicherungsbeiträge abzurechnen und zu leisten, nicht bzw. nur 
ungenügend nachgekommen ist. Mithin kam die C.________ AG der ge-
setzlich vorgeschriebenen öffentlich-rechtlichen Aufgabe zur Melde-, Bei-
tragszahlungs- und Abrechnungspflicht nicht (hinreichend) nach. Dies stellt 
eine Missachtung von Art. 14 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 34 und 35 Abs. 2 
AHVV und damit eine Widerrechtlichkeit im Sinne von Art. 52 AHVG dar 
(zu den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Gründen [Beschwerde 
S. 6 N. 24 ff.], die gegen die Widerrechtlichkeit sprächen, vgl. E. 3.3.1 hier-
nach).

3.3.1 Umstritten ist, ob die unterbliebenen Beitragszahlungen als qualifi-
ziert schuldhaftes Verhalten der nachmals konkursiten Arbeitgeberin sowie 
des Beschwerdeführers zu werten sind. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, E.________ habe beim Verkauf der 
C.________ AG seinen Sohn über die Substanz des Unternehmens 
getäuscht (in puncto höhere Miete der Geschäftsräumlichkeiten, erhebliche 
Garantieforderungen, ausstehende Sozialversicherungsbeiträge; Be-
schwerde S. 6 N. 26 ff.). Deshalb sei die Liquidität ungenügend gewesen 
und die C.________ AG habe zunächst die für das Überleben des Unter-
nehmens wesentlichen Forderungen beglichen (Beschwerde S. 9 N. 41). 

Die kumulativen Voraussetzungen für die Annahme des Rechtfertigungs-
grundes eines vorübergehenden Liquiditätsengpasses (vgl. REICHMUTH, 
a.a.O., S. 157 ff. N. 671 ff.) sind vorliegend nicht gegeben: Zunächst ist 
nach der Aktenlage nicht erstellt, dass die Nichtbezahlung der Sozialversi-
cherungsbeiträge auf einem bewussten, vom Verwaltungsrat gestützt auf 
ausreichende Informationen und einem korrekten Verfahren getroffenen 
unternehmerischen Entscheid beruhte (REICHMUTH, a.a.O., S. 158 N. 672; 
vgl. E. 2.7 hiervor); auch im Rahmen der vorliegenden Beschwerde wurden 
diesbezüglich keine substanziierten Angaben gemacht oder Beweismittel 
aufgelegt, wozu der Beschwerdeführer aufgrund seiner Mitwirkungspflicht 
gehalten gewesen wäre (vgl. E. 2.6.3 hiervor). Ebenso fehlen konkrete An-
gaben darüber, welche wesentlichen Drittforderungen für das Überleben 
der Gesellschaft befriedigt worden sind (REICHMUTH, a.a.O., S. 158 N. 674). 
Sodann kann auch mit Blick darauf, dass bereits im Frühjahr 2018 Bei-
tragsausstände gemahnt und in Betreibung gesetzt werden mussten und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2023, AHV/23/126, Seite 14

ab Juli 2018 die Ausstände nur noch durch die Anrechnung von perioden-
fremden Akontogutschriften abgedeckt werden konnten (vgl. Beschwerde-
antwort S. 6 und act. II 20), von einem bloss vorübergehenden Liquidität-
sengpass im Sinne der Rechtsprechung – dort wird von wenigen Monaten 
und von einer zuvor klaglosen Erfüllung der sozialversicherungsrechtlichen 
Pflichten ausgegangen (vgl. Entscheide des EVG vom 13. Februar 2002, 
H 438/00, E. 4b bb, und vom 4. Dezember 2003, H 173/03, E. 4.3.2) – nicht 
die Rede sein (REICHMUTH, a.a.O., S. 159 N. 675). Damit kann die Dauer 
des Beitragsausstandes weder als vorübergehend noch das Verhalten der 
Arbeitgeberin bei der Beitragsentrichtung als (grösstenteils) so tadellos 
betrachtet werden, dass es ein qualifiziertes Verschulden auszuschliessen 
vermöchte. Das Zurückhalten von Beiträgen ist nur dann entschuldbar, 
wenn es dazu dient, einen kurzfristigen Liquiditätsengpass zu überbrücken 
(ZAK 1992 S. 248 E. 4b mit Hinweisen; Entscheid des EVG vom 16. Mai 
2002, H 61/01, E. 3b), während bei längerdauernden Engpässen – und 
damit im Fall der C.________ AG – uneingeschränkt gilt, dass nur so viel 
Lohn ausbezahlt werden darf, als die darauf unmittelbar ex lege geschulde-
ten Beiträge gedeckt sind (REICHMUTH, a.a.O., S. 158 N. 674, S. 162 
N. 694).

3.3.2 Nach dem Dargelegten steht fest, dass die Arbeitgeberin keine 
Gründe anrufen kann, die eine Verletzung der Melde-, Abrechnungs- und 
Beitragszahlungspflicht als gerechtfertigt erscheinen liessen oder ein Ver-
schulden im Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit auszuschliessen 
vermöchten; mithin hat sie die einschlägigen Vorschriften mindestens grob-
fahrlässig missachtet.

3.4 Damit ist noch der Frage nachzugehen, ob das der konkursiten Ar-
beitgeberin anzulastende Verschulden auch ein solches ihrer Organe, ins-
besondere des Beschwerdeführers ist.

Zu den betrieblichen Verhältnissen ist im Hinblick auf die subsidiäre Haf-
tung eines (oder mehrerer) Organe der konkursiten C.________ AG auf 
Folgendes hinzuweisen: Bei der C.________ AG handelte es sich um ein 
kleineres Unternehmen mit einfacher Verwaltungsstruktur. Der Verwal-
tungsrat setzte sich im hier interessierenden Zeitraum aus F.________ als 
Verwaltungsratspräsident (Sohn des Beschwerdeführers) und dem Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2023, AHV/23/126, Seite 15

schwerdeführer als Verwaltungsratsmitglied, beide mit Einzelunterschrift 
zusammen (act. II 1/2; vgl. <www.zefix.ch>). Bei derartigen Unternehmen 
beurteilen sich die Anforderungen an die Wahrnehmung der Aufsichts- und 
Kontrollpflichten nach einem strengen Massstab (REICHMUTH, a.a.O., 
S. 148 N. 638). Der Beschwerdeführer führt ins Feld, er sei nicht operativ 
tätiges Verwaltungsratsmitglied gewesen und habe überdies die Geschäfts-
führung laufend überprüft und Auskünfte eingeholt (Beschwerde S. 7 N. 33, 
S. 9 N. 42).

Ungeachtet der internen Aufgabenteilung oblagen dem Beschwerdeführer 
als Verwaltungsratsmitglied die obligationenrechtlichen Sorgfalts- und 
Überwachungspflichten (vgl. SVR 2023 AHV Nr. 10 S. 28 E. 5). Nach 
Art. 717 Abs. 1 OR haben die Mitglieder des Verwaltungsrates ihre Aufga-
ben mit aller Sorgfalt zu erfüllen und die Interessen der Gesellschaft in gu-
ten Treuen zu wahren. Zu den unübertragbaren und unentziehbaren Auf-
gaben des Verwaltungsrates gehört unter anderem die Oberaufsicht über 
die mit der Geschäftsführung betrauten Personen, namentlich im Hinblick 
auf die Befolgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen (Art. 
716a Abs. 1 Ziff. 5 OR; vgl. E. 2.6.1 hiervor). Ungeachtet der innerhalb des 
Verwaltungsrates allenfalls bestehenden Kompetenz- und Aufgabenteilung 
hat jedes Verwaltungsratsmitglied sich periodisch über den Geschäftsgang 
und über wichtige Geschäfte auch ausserhalb des ihm zugewiesenen Res-
sorts informieren zu lassen, Rapporte zu verlangen, diese sorgfältig zu stu-
dieren, nötigenfalls ergänzende Auskünfte einzuholen, Irrtümer abzuklären 
und bei Unregelmässigkeiten einzuschreiten. Ergibt sich aus diesen Infor-
mationen der Verdacht falscher oder unsorgfältiger Ausübung der an einen 
Mitverwaltungsrat delegierten Geschäftsführungs- und Vertretungsbefug-
nisse, ist jedes andere Verwaltungsratsmitglied verpflichtet, auch ausser-
halb seines Zuständigkeitsbereiches die erforderlichen Abklärungen zu 
treffen oder (nötigenfalls durch Sachverständige) treffen zu lassen sowie 
eine genaue und strenge Kontrolle hinsichtlich der Beobachtung der ge-
setzlichen Vorschriften auszuüben (Entscheid des EVG vom 24. Juni 2005, 
H 112/04, E. 3.1; vgl. auch REICHMUTH, a.a.O., S. 141 ff. N. 613 und N. 615 
und THOMAS NUSSBAUMER, Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 
AHVG, in: AJP 9/96, S. 1078). Gerade bei einem Kleinunternehmen fami-
liären Charakters – welche Konstellation hier mit Vater und Sohn im Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2023, AHV/23/126, Seite 16

waltungsrat gegeben ist – empfiehlt sich für einen nicht geschäftsführenden 
Verwaltungsrat besondere Aufmerksamkeit (REICHMUTH, a.a.O., S. 143 N. 
617), insbesondere hat er darauf zu achten, dass ein geordnetes Beitrags-
wesen geführt wird und keine Beitragsausstände entstehen. Besonders bei 
einer finanziell angespannten Lage, die der Beschwerdeführer hätte erken-
nen müssen, wenn er sich – wie er selbst angibt – laufend über den Ge-
schäftsgang informiert hätte (Beschwerde S. 9 N. 42), hätte er die nötigen 
Massnahmen für die ordnungsgemässe Bezahlung der Sozialversiche-
rungsbeiträge treffen und durchsetzen müssen (REICHMUTH, a.a.O., S. 145 
N. 628). Mit anderen Worten wäre der Beschwerdeführer gehalten gewe-
sen, dafür besorgt zu sein, dass bei den fortgesetzten Lohnzahlungen die 
darauf von Gesetzes wegen geschuldeten paritätischen Beiträge abgelie-
fert und nicht für andere Zwecke verwendet werden (Entscheid des BGer 
vom 10. August 2016, 9C_66/2016, E. 5.4). Weil der Beschwerdeführer 
diesen Pflichten nicht nachgekommen ist, muss er sich vorwerfen lassen, 
sich grobfahrlässig verhalten zu haben.

Soweit der Beschwerdeführer ein grobfahrlässiges Verhalten unter Hinweis 
darauf in Abrede stellt, dass E.________ sich schuldhaft verhalten habe, 
indem er seinen Sohn über die Substanz des Unternehmens getäuscht 
habe (Beschwerde S. 9 N. 40), kann ihm nicht gefolgt werden. Eine Haf-
tungsbeschränkung wegen mitwirkenden Drittverschuldens eines (ehe-
mals) solidarisch Haftpflichtigen zieht das Bundesgericht bloss als eher 
theoretische Möglichkeit in Betracht, die, wenn überhaupt, nur bei einer 
ausgesprochen exzeptionellen Sachlage von praktischer Bedeutung sein 
kann; so etwa, wenn das Verschulden des in Anspruch genommenen Haft-
pflichtigen als so leicht erscheint und in einem derartigen Missverhältnis 
zum Verschulden des Dritten steht, dass es offensichtlich ungerecht wäre, 
wenn jener den ganzen Schaden tragen müsste (vgl. BGer 9C_66/2016, E. 
5.4). Von einer solchen Konstellation kann hier nicht gesprochen werden. 
Dies umso weniger, als der Sohn des Beschwerdeführers bzw. der diesen 
unterstützende Beschwerdeführer (Beschwerde S. 6 N. 25) vom Verkäufer 
des Unternehmens vor der Geschäftsübernahme eine Bestätigung von 
Seiten der Beschwerdegegnerin hätte verlangen können, dass keine Bei-
tragsausstände bestünden, womit hätte ausgeschlossen werden können, 
dass "Sozialabgaben aus früheren Jahren in erheblicher Höhe ausstehend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2023, AHV/23/126, Seite 17

waren" (Beschwerde S. 7 N. 29). Sich allein auf (allfällige) mündliche Zusi-
cherungen zu verlassen, genügt den strengen, mit einem Verwaltungs-
ratsmandat verbundenen Anforderungen in keiner Weise. Im Übrigen wird 
nicht geltend gemacht, es sei gegen den Verkäufer des Unternehmens ein 
Strafverfahren eingeleitet worden. 

3.5 Schliesslich setzt eine Haftung im Sinne von Art. 52 AHVG voraus, 
dass zwischen der absichtlichen oder grobfahrlässigen Verletzung von 
Vorschriften und dem Eintritt des Schadens ein adäquater Kausalzusam-
menhang besteht (vgl. E. 2.8 hiervor). Dass ein pflichtgemässes Verhalten 
den Schaden nicht hätte verhindern können, wird vom Beschwerdeführer 
weder geltend gemacht noch steht dies aufgrund der Aktenlage zur Dis-
kussion. Demnach ist ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen der 
Missachtung der Vorschrift und dem eingetretenen Schaden gegeben. Ein 
allenfalls zu einer Reduktion der Schadenersatzpflicht führendes Mitver-
schulden der Verwaltung ist auch nicht ersichtlich und wird ebenso wenig 
geltend gemacht.

3.6 Hinsichtlich der Frage der Verjährung ist darauf hinzuweisen, dass 
Art. 52 Abs. 3 AHVG im Zuge der Revision des Verjährungsrechts im Obli-
gationenrecht per 1. Januar 2020 angepasst wurde (siehe dazu AS 2018 
5343). Mangels diesbezüglich besonderer übergangsrechtlicher Regelun-
gen sind nach dem allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsatz dieje-
nigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ord-
nenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213).

Nachdem über die C.________ AG am TT. Oktober 2019 der Konkurs 
eröffnet und dieser mangels Aktiven per TT. Februar 2020 eingestellt wur-
de (act. II 1/1; vgl. <www.zefix.ch>), realisierte sich der Schaden als Auslö-
ser für den Beginn der Verjährungsfristen nach der Änderung der Ver-
jährungsregelung. Demnach gelangen vorliegend die Verjährungsbestim-
mungen gemäss Art. 52 Abs. 3 AHVG in der ab 1. Januar 2020 gültigen 
Fassung zur Anwendung. Danach verjährt der Schadenersatzanspruch drei 
Jahre, nachdem die zuständige Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis 
erhalten hat, spätestens aber zehn Jahre nach Eintritt des Schadens. Diese 
Fristen können unterbrochen werden (vgl. E. 2.9 hiervor). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2023, AHV/23/126, Seite 18

Der für die relative dreijährige Verjährungsfrist massgebende Zeitpunkt ist 
die im SHAB Nr. … vom TT. Februar 2020 erfolgte Publikation der Einstel-
lung des Konkurses über die C.________ AG mangels Aktiven am 
TT. Februar 2020 (vgl. <www.zefix.ch>). Mit Erlass der Schadenersatzver-
fügung vom 29. Juli 2022 (act. II 3) hat die Beschwerdegegnerin sowohl die 
relative drei- als auch die absolute zehnjährige Verjährungsfrist gewahrt 
(vgl. UELI KIESER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AHVG, 4. Aufl. 
2020, Art. 52 N. 126 und 139). Dass die Verjährung eingetreten wäre, 
macht der Beschwerdeführer denn auch nicht geltend.

3.7 Zusammenfassend sind sämtliche Haftungsvoraussetzungen von 
Art. 52 AHVG erfüllt. Der Sachverhalt ist gestützt auf die vorliegenden Ak-
ten hinreichend erstellt, weshalb auf weitere Beweiserhebungen verzichtet 
werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 
124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 
E. 4). 

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
17. Januar 2023 (act. II 8) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 Das vorliegende Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 61 Ingress ATSG 
i.V.m. Art. 102 ff. VRPG und Art. 1 des Dekrets vom 24. März 2010 betref-
fend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der Gerichts-
behörden und der Staatsanwaltschaft [Verfahrenskostendekret; VKD; BSG 
161.12]; vgl. auch BBl 2018 1639). Die Verfahrenskosten bestehen aus 
einer Pauschalgebühr (Art. 103 Abs. 1 Satz 1 VRPG). Die Behörde setzt 
die Gebühr gestützt auf die gesetzliche Gebührenordnung nach pflicht-
gemässem Ermessen fest (Art. 103 Abs. 2 VRPG). Die Gebühren für die 
Beurteilung von Streitigkeiten durch das Verwaltungsgericht betragen auf 
dem Gebiet des Sozialversicherungsrechts Fr. 200.-- bis Fr. 2'500.-- (Art. 4 
Abs. 2 i.V.m. Art. 51 lit. e VKD).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Nov. 2023, AHV/23/126, Seite 19

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'000.--, werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Be-
zahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 61 lit. 
g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Ausgleichskasse SPIDA  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden. Der Streitwert im Sinn von Art. 51 ff. BGG beträgt Fr. 48'072.47.