# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 930b6667-61d8-529a-8003-9112e90f2005
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 20.05.2020 LD200002
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LD200002_2020-05-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LD200002-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, 

Oberrichterin Dr. S. Janssen und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga 

sowie Gerichtsschreiber Dr. O. Hug 

Beschluss und Urteil vom 20. Mai 2020 

 
in Sachen 

 
A._____,  
Gesuchsgegner und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  
 
 
 

gegen 

 
1. B._____,  
2. C._____,  
3. Stadt D._____,  
Gesuchstellerinnen und Berufungsbeklagte 

 
1, 2 vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge E._____,  

 

1, 2, 3 vertreten durch Amt für Jugend und Berufsberatung 

  

 

 
betreffend Anweisung an den Schuldner   
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Hinwil vom 24. Februar 2020 (EF190002-E) 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

der Gesuchstellerinnen 1 bis 3 (Urk. 1 S. 2; sinngemäss): 

Es sei die Arbeitgeberin des Gesuchsgegners, die F._____ AG, ... [Ad-
resse], unter Androhung der doppelten Zahlungspflicht anzuweisen, 
den monatlichen Unterhaltsbeitrag für die Gesuchstellerinnen 1 und 2 
von gegenwärtig je Fr. 1'200.– sowie die zukünftigen Teuerungsanpas-
sungen gemäss geltendem Rechtstitel, ab 1. Januar 2020 (Dezember-
lohn 2019) an das Amt für Jugend und Berufsberatung, ... [Adresse], 
D._____ ZH an die folgende Zahladresse zu überweisen: Amt für Ju-
gend und Berufsberatung Kanton Zürich, Region ..., Alimentenhilfe Be-
zirk Hinwil, ... D._____, Postcheckkonto 1, IBAN CH2, Mitteilung: 
A._____ / Fall-Nr. 3. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Gesuchs-
gegners. 

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht 
Hinwil vom 24. Februar 2020: 

(Urk. 13 = Urk. 16) 

1. Die F._____ AG, ... [Adresse], wird angewiesen, ab sofort vom mo-
natlichen Lohnanspruch des Gesuchsgegners den Fr. 3'313.– über-
steigenden Betrag, maximal aber Fr. 2'383.60 pro Monat zugunsten 
der Gesuchstellerinnen auf das Konto des Amts für Jugend und Be-
rufsberatung Kanton Zürich, Region …, Alimentenhilfe Bezirk Hinwil, 
... D._____ (Postcheckkonto 1; IBAN CH2) mit der Mitteilung: 
"A._____ / Fall-Nr. 3" zu überweisen, unter Androhung doppelter 
Zahlungspflicht im Unterlassungsfall.  

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt und dem Ge-
suchsgegner auferlegt, jedoch zufolge der ihm gewährten unentgelt-
lichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 
Eine Nachforderung im Sinne von Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.  

3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, dem Amt für Jugend und Be-
rufsberatung eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 300.– 
zu bezahlen.  

4. (Schriftliche Mitteilung). 
5. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist: 10 Tage sowie Hinweis auf 

fehlenden Fristenstillstand gemäss Art. 145 Abs. 2 ZPO). 

Berufungsanträge: 

des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 15 S. 2): 

- 3 - 

" 1. Das Urteil vom 24. Februar 2020 des Bezirksgerichts Hinwil, Ein-
zelgericht im summarischen Verfahren (Geschäfts-Nr. EF190002), 
sei aufzuheben und die Klage der Gesuchstellerinnen vom 
11. Dezember 2019 sei abzuweisen; 

 2. Eventualiter sei die F._____ AG, ... [Adresse], anzuweisen, ab so-
fort vom monatlichen Lohnanspruch des Gesuchsgegners den 
CHF 3'718.– übersteigenden Betrag, maximal aber CHF 2'383.60 
pro Monat zu Gunsten der Gesuchstellerinnen auf das Konto des 
Amts für Jugend und Berufsberatung Kanton Zürich, Region …, 
Alimentenhilfe Bezirk Hinwil, ... D._____ (Postcheckkonto 1; IBAN 
CH2) mit der Mitteilung "A._____ / Fall-Nr. 3" zu überweisen, unter 
Androhung der doppelten Zahlungspflicht im Unterlassungsfall; 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuch-
stellerin 3." 

 Prozessuale Anträge (Urk. 15 S. 2): 

1. Das Berufungsverfahren sei bis zum Entscheid der KESB Hinwil 
(Dossiers 4 sowie 5) über die provisorische (vorsorgliche) Zuteilung 
des Aufenthaltsbestimmungsrechts gemäss Art. 301 a ZGB (Obhut) 
über C._____ und B._____  zu sistieren; 

2. Es sei dem Appellanten die unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh-
ren und es sei ihm in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu ernennen. 

der Gesuchstellerinnen und Berufungsbeklagten 1 bis 3 (Urk. 21 S. 1; sinnge-

mäss): 

Die Berufung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des 
Berufungsklägers abzuweisen. 

 Prozessualer Antrag (Urk. 21 S. 1): 

Der Antrag des Berufungsklägers auf Sistierung des Berufungsverfah-
rens sei abzuweisen. 

Erwägungen: 

I. 

1. Der Gesuchsgegner und Berufungskläger (fortan Gesuchsgegner) und 

E._____ (fortan Mutter) sind die unverheirateten Eltern der Gesuchstellerinnen 1 

und 2 sowie Berufungsbeklagten 1 und 2 (fortan Gesuchstellerinnen 1 und 2), 

welche beide am tt.mm.2017 zur Welt kamen. Mit Urteil vom 14. Mai 2019 ge-

- 4 - 

nehmigte das Einzelgericht im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Hinwil 

unter anderem die Unterhaltsvereinbarung der Eltern für die Gesuchstellerinnen 1 

und 2, welche wie folgt lautet (Urk. 2/1 S. 7 f.):  

 5. Unterhalt 
Der Vater [Gesuchsgegner] verpflichtet sich, für die Kinder C._____ und 
B._____ [Gesuchstellerinnen 1 und 2] bis zum Abschluss einer angemesse-
nen Erstausbildung pro Kind folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zu be-
zahlen: 

– rückwirkend ab 1. November 2018 bis und mit August 2023: 
Fr. 633.– Barunterhalt und Fr. 567.– Betreuungsunterhalt 

– von September 2023 bis und mit Dezember 2028: 
Fr. 833.– Barunterhalt und Fr. 285.– Betreuungsunterhalt 

– von Januar 2029 bis und mit August 2033: 
Fr. 833.– Barunterhalt und Fr. 150.– Betreuungsunterhalt 

– ab September 2033: 
Fr. 833.– Barunterhalt. 

Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar je monatlich im Voraus an die Mutter 
der Kinder, auch über die Mündigkeit der Kinder hinaus, solange diese in ih-
rem Haushalt leben und keine eigenen Ansprüche gegen den Vater erheben. 
(Regelung betreffend die Kinder- und Ausbildungszulagen). 
(Mankohinweis betreffend den Betreuungsunterhalt). 

6. Indexierung 
Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumenten-
preise des Bundesamtes für Statistik, Stand April 2019 von 102,4 Punkten 
(Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Die Beträge sind jährlich jeweils auf 
den ersten Januar, erstmals auf den 1. Januar 2020, an den Indexstand vom 
November des Vorjahres nach folgender Formel anzupassen: 

                                         ursprünglicher Unterhalsbetrag x neuer Index 
neuer Unterhaltsbeitrag = ––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 
                                                                     102,4 

2. Mit Eingabe vom 11. Dezember 2019 reichten die Gesuchstellerinnen 1 und 

2 zusammen mit der Gesuchstellerin 3 und Berufungsbeklagten 3 (fortan Ge-

suchstellerin 3) bei der Vorinstanz ein Begehren um Schuldneranweisung ein und 

stellten das eingangs aufgeführte Rechtsbegehren (Urk. 1). Der weitere Prozess-

verlauf kann den Erwägungen des vorinstanzlichen Urteils entnommen werden 

(Urk. 16 S. 2). Am 24. Februar 2020 erliess die Vorinstanz das eingangs wieder-

gegebene Urteil (Urk. 16).  

- 5 - 

3. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob der Gesuchsgegner mit Eingabe 

vom 9. März 2020 rechtzeitig (vgl. Urk. 14) Berufung mit den vorgenannten Anträ-

gen (Urk. 15). In der Folge wurde den Gesuchstellerinnen 1 bis 3 mit Verfügung 

vom 20. März 2020 Frist zur Beantwortung der Berufung angesetzt (Urk. 20), wel-

che innert Frist einging (Urk. 21). Die Berufungsantwort wurde dem Gesuchsgeg-

ner mit Verfügung vom 1. April 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 22). Er 

liess sich hierzu nicht vernehmen. 

4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-14). Das Verfahren 

erweist sich als spruchreif. 

II. 

1. Die Gesuchstellerinnen 1 und 2 beantragen gestützt auf das Unterhaltsurteil 

des Bezirksgerichts Hinwil vom 14. Mai 2019 (Urk. 2/1 S. 7 f.) eine Schuldneran-

weisung nach Art. 291 ZGB und damit eine privilegierte Zwangsvollstreckungs-

massnahme sui generis (vgl. BGE 137 III 193 E. 1.1). Die Gesuchstellerin 3 bringt 

ihrerseits vor, den Unterhalt der Gesuchstellerinnen 1 und 2 im Umfang von mo-

natlich Fr. 948.– pro Kind zu bevorschussen. Kraft Subrogation (Art. 289 Abs. 2 

ZGB) sei in entsprechendem Umfang der Unterhaltsanspruch der Gesuchstelle-

rinnen 1 und 2 an sie übergegangen (Urk. 21 S. 1 f.; vgl. BGE 137 III 193 E. 2 ff.). 

Der Gesuchsgegner wehrt sich seinerseits mit seinem Hauptberufungsantrag 

vollumfänglich gegen die Schuldneranweisung und zielt mit seinem Eventualan-

trag darauf ab, dass ihm bei einer Schuldneranweisung zumindest sein Existenz-

minimum belassen werde. Dieses beziffert er auf Fr. 3'718.– und damit Fr. 405.– 

höher als die Vorinstanz (Urk. 15 S. 2 und 5). 

2. 

2.1. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-

stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis der Streitsa-

che, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-

schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; 

BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). Daraus folgt auch die Zulässigkeit 

- 6 - 

der sog. Motivsubstitution, wonach die Berufungsinstanz die Berufung aus ande-

ren als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den Entscheid mit einer 

anderen Begründung bestätigen kann (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 318 N 21; Do-

minik Seiler, Die Berufung nach ZPO, 2013, § 17 N 1507; BGE 138 III 537 E. 2.2). 

In der Berufungsbegründung ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der 

erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-

trachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet. Die Berufungsinstanz hat 

sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurtei-

lung der Beanstandungen zu beschränken, die in der Berufungsschrift in rechts-

genügender Weise erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4; BGE 134 I 83 

E. 4.1). 

2.2. Für Zivilprozesse, welche Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegen-

heiten betreffen, worunter auch die Anweisung an den Schuldner nach Art. 291 

ZGB fällt, gelten die Untersuchungs- und Offizialmaxime nach Art. 296 Abs. 1 und 

3 ZPO uneingeschränkt (vgl. Art. 302 Abs. 1 lit. c ZPO; ZK ZPO-Schweighauser, 

Art. 302 N 8; Martina Patricia Steiner, Die Anweisungen an die Schuldner, 2015, 

S. 240 f.). Das Gericht hat somit den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen 

und entscheidet ohne Bindung an die Parteianträge. Ausserdem können die Par-

teien neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen. Das Novenre-

gime nach Art. 317 Abs. 1 ZPO gelangt in diesen Fällen nicht zur Anwendung 

(BGE 144 III 349, E. 4.2.1). 

3. 

3.1. In prozessualer Hinsicht ist vorab auf den Sistierungsantrag des Gesuchs-

gegners einzugehen. Hierzu bringt er vor, die KESB Hinwil habe der Mutter und 

Vertreterin der Gesuchstellerinnen 1 und 2 am 14. Februar 2020 superproviso-

risch die Obhut über die Kinder entzogen und sie ausserfamiliär untergebracht 

(Urk. 18/2-3). Es stünde ihm nunmehr frei, die veränderten Verhältnisse in einem 

Abänderungsverfahren geltend zu machen. Ein solches Verfahren sei jedoch vor 

Erlass der vorsorglichen Anschlusslösung betreffend die Betreuung der Kinder 

unverhältnismässig, da er keine Unterhaltszahlungen mehr zu leisten hätte, würde 

die Obhut ihm zugewiesen. Aus prozessökonomischer Sicht sei es somit ange-

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zeigt, das Berufungsverfahren bis zum Entscheid über die Anschlusslösung zu 

sistieren (Urk. 15 S. 6). 

3.2. Die Gesuchstellerinnen 1 bis 3 stellen sich gegen die Sistierung und wenden 

ein, eine Sistierung des Berufungsverfahrens sei nicht angezeigt, zumal die mit 

Urteil vom 14. Mai 2019 festgesetzten Unterhaltsbeiträge geschuldet seien und 

die Schuldneranweisung zur Sicherstellung des Lebensunterhalts der Gesuchstel-

lerinnen 1 und 2 notwendig sei. Wann die Kindesschutzbehörde über den künfti-

gen Aufenthalt der Kinder entscheide, sei ausserdem unbekannt (Urk. 21 S. 3). 

3.3. Das Gericht kann das Verfahren sistieren, wenn die Zweckmässigkeit dies 

verlangt (Art. 126 Abs. 1 ZPO), z.B. wenn der Entscheid vom Ausgang eines an-

deren Verfahrens abhängig ist (Art. 126 Abs. 2 ZPO). Wann eine Sistierung 

zweckmässig ist, liegt im Ermessen des Gerichts. Im Zweifel ist von einer Verfah-

renssistierung abzusehen (BSK ZPO-Gschwend, Art. 126 N 2). Ein Zuwarten er-

scheint vorliegend weder mit dem Beschleunigungsgebot (Art. 29 BV; Art. 124 

Abs. 1 ZPO) noch mit dem Kindswohl vereinbar. Darüber hinaus ist entgegen den 

Überlegungen des Gesuchsgegners das Anweisungsverfahren nicht massgeblich 

vom Entscheid der KESB Hinwil abhängig, da diese keinen neuen Unterhaltstitel 

schafft, sondern lediglich vorsorglich über den Aufenthalt der Kinder zu entschei-

den hat. Die Voraussetzungen nach Art. 126 ZPO sind somit nicht gegeben und 

das Gesuch auf Sistierung des Berufungsverfahrens ist abzuweisen.  

III. 

1. Im angefochtenen Entscheid erwog die Vorinstanz zusammengefasst, die 

Voraussetzungen für eine Schuldneranweisung seien gegeben, wobei dem Ge-

suchsgegner folgende Bedarfspositionen und -beträge als Notbedarf zu belassen 

seien (Urk. 16 S. 5 ff.): 

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Grundbetrag  Fr. 1'100.– 
Wohnkosten Fr. 1'250.– 
TV/Radio/Telefon/Internet  Fr. 100.– 
Krankenkasse  Fr. 381.– 
Hausrat- und Haftpflichtversicherung Fr. 20.– 
Mehrkosten auswärtiger Verpflegung Fr. 220.– 
Fahrt zur Arbeit Fr. 242.– 
Total  Fr. 3'313.– 

2. 

2.1. Mit seiner Berufung rügt der Gesuchsgegner, die formellen Voraussetzun-

gen für die Anweisungsklage seien entfallen. Der Mutter der Gesuchstellerinnen 1 

und 2 sei am 14. Februar 2020 die Obhut entzogen worden (Urk. 18/2-3). Demzu-

folge sei sie nicht mehr berechtigt, die Gesuchstellerinnen 1 und 2 zu vertreten 

oder die Gesuchstellerin 3 für das Inkasso zu bevollmächtigen (Urk. 15 S. 4). 

2.2. Wie die Gesuchstellerinnen 1 bis 3 zutreffend ausführen (Urk. 21 S. 2), ver-

kennt der Gesuchsgegner in seiner Überlegung, dass die Vertretungsbefugnis für 

das unmündige Kind bei einer Schuldneranweisung nach Art. 291 ZGB auch bei 

einer Fremdplatzierung beim nicht verpflichteten Elternteil verbleibt, sofern dieser 

die elterliche Sorge innehat. Wird den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht 

gestützt auf Art. 310 ZGB entzogen, so verbleibt ihnen je nach konkreter Ausge-

staltung eine entsprechende elterliche Restsorge (BSK ZGB I-Breitschmid, 

Art. 310 N 1). Mit den beiden superprovisorischen Entscheiden vom 14. Februar 

2020 der KESB Hinwil wurde die Vertretungsbefugnis der Mutter in Bezug auf die 

Wahrung der finanziellen Interessen der Gesuchstellerinnen 1 und 2 nicht einge-

schränkt (Urk. 18/2-3 je S. 4). Den Akten ist zudem nichts zu entnehmen, was da-

rauf schliessen liesse, die Mutter der Gesuchstellerinnen 1 und 2 sei nicht zu de-

ren Vertretung berechtigt. Die von ihr unterzeichnete Bevollmächtigung des Amts 

für Jugend und Berufsberatung vom 8. Juli 2019 zur Vertretung der Gesuchstelle-

rinnen 1 und 2 vor allen Gerichten sowie zur Antragsstellung auf Schuldneranwei-

sung liegt zudem bei den Akten (Urk. 2/2). 

2.3. Die Gesuchstellerin 3 wendet zusätzlich ein, sie sei im Umfang der von ihr 

erbrachten Bevorschussungen selbst Gläubigerin und entsprechend antragsbe-

rechtigt (Urk. 21 S. 2). Der Einwand der Gesuchstellerin 3 ist zutreffend. Sofern 

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das Gemeinwesen für den Unterhalt des Kindes aufkommt, geht der Unterhalts-

anspruch mit allen Rechten auf das Gemeinwesen über (Art. 289 Abs. 2 ZGB) 

und damit auch das Recht, die Schuldneranweisung gemäss Art. 291 ZGB zu ver-

langen (BGE 137 III 193 E. 3.3 ff.). Die Bevorschussung der Unterhaltsbeiträge 

durch das Gemeinwesen bleibt auch dann bestehen, wenn einem Elternteil das 

Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Kinder gestützt auf Art. 310 ZGB entzogen 

wird, da der Anspruch dem unterhaltsberechtigten Kind und nicht dem obhutsbe-

rechtigten Elternteil zusteht (Art. 289 Abs. 2 ZGB). 

2.4. Die Gesuchstellerin 3 führt weiter aus, der Entscheid der Stadt D._____ be-

treffend die Bevorschussung der Unterhaltsbeiträge für die Gesuchstellerinnen 1 

und 2 vom 29. Juli 2019 (Urk.  2/3) sei noch immer massgebend und sie komme 

weiterhin für den monatlichen Unterhalt der Gesuchstellerinnen 1 und 2 von je 

Fr. 948.– mittels Bevorschussung auf (Urk. 21 S. 2). Gegenteiliges ist den Akten 

nicht zu entnehmen. Eine Sistierung der Alimentenbevorschussung, wie sie der 

Gesuchsgegner vermutet, ist somit nicht ersichtlich, weshalb seine Rüge, für die 

Schuldneranweisung sei inhaltlich die Grundlage nicht gegeben (Urk. 15 S. 4), 

ebenso dahinfällt. 

2.5. Nach dem Gesagten sind sowohl die formellen als auch die materiellen Vo-

raussetzungen für die Schuldneranweisung (vgl. Urk. 16 S. 5 f.) gegeben, wes-

halb der Hauptberufungsantrag des Gesuchsgegners auf Abweisung der Klage 

unbegründet ist. 

3. 

3.1. Sind die Voraussetzungen nach Art. 291 ZGB erfüllt, ist die Schuldneran-

weisung für den im Unterhaltstitel festgesetzten Betrag grundsätzlich auszuspre-

chen, ohne dass sich das Anweisungsgericht mit dem Sachverhalt und den recht-

lichen Themen des Unterhaltstitels erneut zu befassen hat (BGer 5A_791/2012 

vom 18. Januar 2013, E. 3; 5A_578/2011 vom 11. Januar 2012, E. 2.1). Gleich-

wohl dürfen die grundlegenden Persönlichkeitsrechte des Unterhaltsschuldners 

nicht verletzt werden (BGE 110 II 9 E. 4b). Hat sich die finanzielle Lage des Un-

terhaltsschuldners seit Erlass des Unterhaltstitels in einer Weise verschlechtert, 

dass die Anweisung in sein Existenzminimum eingreifen würde, hat das Anwei-

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sungsgericht die Grundsätze über die Festsetzung des betreibungsrechtlichen 

Existenzminimums bei der Lohnpfändung sinngemäss anzuwenden und dem Un-

terhaltsschuldner einen entsprechenden Notbedarf zu belassen (BGer 

5A_791/2012 vom 18. Januar 2013, E. 3; BGer 5A_578/2011 vom 11. Januar 

2012, E. 2.1; BGer 5P.85/2006 vom 5. April 2006, E. 2; BGer 5P.138/2004 vom 

3. Mai 2004, E. 5.3; Roger Weber, Anweisung an die Schuldner, Sicherstellung 

der Unterhaltsforderung und Verfügungsbeschränkung, AJP 2002 235, 239; Stei-

ner, a.a.O., S. 100). In diesem Zusammenhang wendete der Gesuchsgegner mit 

seinem Eventualbegehren ein, die Vorinstanz habe sein Existenzminimum zu tief 

angesetzt. 

3.2. 

3.2.1. In Bezug auf die Wohnkosten moniert der Gesuchsgegner, der ausgewie-

sene monatliche Mietzins für die 3.5-Zimmer-Wohnung, welche er mit seiner 

Partnerin bewohne, betrage gesamthaft Fr. 3'250.– (Urk. 12/9). Bei hälftiger Tei-

lung entfielen auf ihn monatlich Fr. 1'625.–. Mit der Herabsetzung habe die Vo-

rinstanz seiner familiären Situation unzureichend Rechnung getragen. So benöti-

ge er zur Ausübung des Besuchsrechts für die Gesuchstellerinnen 1 und 2 ein 

zusätzliches Zimmer und diese Kosten könnten nicht seiner Partnerin angelastet 

werden. Ausserdem würden gleich hohe Wohnkosten anfallen, wenn er alleine ei-

ne Wohnung mieten würde, da er aufgrund des Besuchsrechts für die Gesuch-

stellerinnen 1 und 2 ebenfalls auf eine 3.5-Zimmer-Wohnung angewiesen wäre 

(Urk. 15 S. 5). Die Gesuchstellerinnen 1 bis 3 halten demgegenüber die von der 

Vorinstanz angerechneten monatlichen Wohnkosten von Fr. 1'250.– für ange-

messen (Urk. 21 S. 2). 

3.2.2. Generell gilt für das betreibungsrechtliche Existenzminimum, dass der 

Schuldner seine Wohnkosten so tief wie möglich zu halten hat (BGE 129 III 526 

E. 2). Der effektiv bezahlte Mietzins kann nur dann vollumfänglich berücksichtigt 

werden, wenn er der familiären und wirtschaftlichen Situation des Schuldners und 

den ortsüblichen Ansätzen entspricht (BGer 5A_397/2014 vom 11. Juli 2014, 

E. 2.4). Benützt der Schuldner lediglich zu seiner grösseren Bequemlichkeit eine 

teure Wohnung oder ein teures Zimmer, so kann der Mietzinszuschlag spätestens 

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nach Ablauf des nächsten gesetzlichen Kündigungstermins auf ein Normalmass 

herabgesetzt werden (BGE 109 III 52; BGE 119 III 70 E. 3c und d). In Bezug auf 

die Grösse der Wohnung, kann als Grundsatz festgehalten werden, dass bei ei-

nem Einpersonenhaushalt der Zuschlag für eine 1- oder 1.5-Zimmer-Wohnung 

und für einen Zweipersonenhaushalt eine 2- oder 2.5-Zimmer-Wohnung ange-

messen erscheint (SK SchKG-Winkler, Art. 93 N 38). Dabei ist aber auch einem 

allfälligen Besuchsrecht des Schuldners für Kinder, die sich nicht unter seiner Ob-

hut befinden, entsprechend Rechnung zu tragen (BGer 7B.145/2005 vom 

11. Oktober 2005, E. 3.3; BGer 5A_390/2012 vom 21. Januar 2013, E. 6.4). Die 

Frage, ob und in welchem Umfang zukünftig ein Besuchsrecht seitens des Ge-

suchsgegners ausgeübt wird, was der Gesuchsgegner bejaht und die Gesuchstel-

lerinnen 1 bis 3 bezweifeln (Urk. 15 S. 5; Urk. 21 S. 3), kann gegenwärtig nicht 

beurteilt werden. Gemäss Urteil vom 14. Mai 2019 steht dem Gesuchsgegner je-

doch ein Besuchsrecht für die Gesuchstellerinnen 1 und 2 zu (Urk. 2/1 S. 6 f.), 

welches entgegen der Ansicht der Gesuchstellerinnen 1 bis 3 (Urk. 21 S. 2) selbst 

bei knappen finanziellen Verhältnissen angemessen zu berücksichtigen ist, an-

sonsten dieses ins Leere laufen würde. Inwieweit nun eine Herabsetzung der 

Wohnkosten zu erfolgen hat, entscheidet sich daran, ob auf dem Wohnungsmarkt 

insbesondere am Wohnort des Schuldners oder in dessen Umgebung eine güns-

tigere angemessene Wohnung erhältlich ist (BSK SchKG I-Vonder Mühll, Art. 93 

N 26). Dass dies der Fall sei, wurde weder von den Gesuchstellerinnen 1 bis 3 

behauptet noch nachgewiesen und kann den Akten eben so wenig entnommen 

werden. Die Erwägung der Vorinstanz, zwei Personen könnten ohne weiteres be-

reits für Fr. 2'500.– eine komfortable Wohnung finden (Urk. 16 S. 7), reicht hierfür 

ohne weitergehende Begründung ebenfalls nicht aus. Insbesondere wäre nicht 

von einem Zweipersonenhaushalt auszugehen, sondern – wie vom Gesuchsgeg-

ner vorgebracht – von einem Einpersonenhaushalt, da den Akten nicht zu ent-

nehmen ist, dass die Partnerin des Gesuchsgegners mit ihm in eine andere Woh-

nung ziehen würde. Da somit nicht ersichtlich ist, ob auf dem umliegenden Woh-

nungsmarkt angemessene und günstigere Wohnungen für den Gesuchsgegner 

effektiv erhältlich sind, ist der bezahlte Mietzins von Fr. 1'625.– im Existenzmini-

mum des Gesuchsgegners zu berücksichtigen. 

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3.3. Die Gesuchstellerinnen 1 bis 3 wenden ihrerseits weiter ein, dass der 

Grundbetrag des Gesuchsgegners auf Fr. 850.– anzupassen sei, sofern die effek-

tiven Wohnkosten dem Gesuchsgegner angerechnet würden (Urk. 21 S. 2). Eine 

entsprechende Herabsetzung des Grundbetrages kann erfolgen, wenn der 

Schuldner zusammen mit seiner Partnerin in einer kinderlosen, kostensenkenden, 

auf Dauer angelegten Wohn- und Lebensgemeinschaft lebt und die Partnerin 

ebenfalls über Einkommen verfügt (BGE 130 III 765 E. 2.3 f.). Obgleich die Vo-

rinstanz hiervon ausging, verzichtete sie auf eine entsprechende Herabsetzung 

(Urk. 16 S. 7). Dass die Vorinstanz dabei ihr Ermessen überschritten hat, ist an-

gesichts der kurzen Dauer der Haushaltsgemeinschaft (ab 1. Juni 2019) nicht 

dargetan. Der Grundbetrag ist bei Fr. 1'100.– zu belassen. 

3.4. Weiter macht der Gesuchsgegner geltend, seinem Notbedarf seien zur Aus-

übung des Besuchsrechts zusätzlich monatlich Fr. 50.– pro Kind und Besuchs-

tag/-wochenende anzurechnen. Diese Bedarfsposition habe er im vorinstanzli-

chen Verfahren noch nicht geltend gemacht, da ihm das Besuchsrecht von der 

Mutter verweigert worden sei. Weder geht aus den Ausführungen des Gesuchs-

gegners zureichend hervor, inwiefern er unter den derzeitigen Umständen sein 

Besuchsrecht von 8h die Woche wahrnimmt (Urk. 2/1 S. 6), noch substantiiert er 

die behaupteten Kosten der Besuchsrechtsausübung (vgl. Urk. 15 S. 5). Die von 

ihm beantragten Besuchsrechtskosten sind daher in seinem Notbedarf nicht zu 

veranschlagen. 

3.5. In Bezug auf die weiteren Bedarfspositionen ist Folgendes festzuhalten: 

 Einen Zuschlag für die Kommunikationskosten ist dem Kreisschreiben der 

Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich zu den Richtlinien 

für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. Sep-

tember 2009 (fortan Kreisschreiben) nicht zu entnehmen. Demnach sind sie im 

Gegensatz zum familienrechtlichen Existenzminimum aus dem monatlichen 

Grundbetrag zu begleichen und nicht als zusätzliche Bedarfsposition dem Notbe-

darf des Gesuchsgegners anzurechnen.  

- 13 - 

 Weiter setzt der Zuschlag für auswärtige Verpflegung einen Nachweis von 

Mehrauslagen voraus (Kreisschreiben Ziff. III.3.2 S. 3). Allfällige Belege, wonach 

ihm regelmässig Mehrkosten für die auswärtige Verpflegung anfielen und bezahlt 

werden, erbrachte der Gesuchsgegner jedoch weder im vorinstanzlichen Verfah-

ren (Urk. 16 S. 7) noch im Berufungsverfahren. Demensprechend ist ihm auch 

kein entsprechender Zuschlag anzurechnen. 

 Für die Fahrkosten zur Arbeit stellte die Vorinstanz auf die ZVV-Tarife ab 

(Urk. 16 S. 8). Der Gesuchsgegner benötigt von seinem Wohnort in G._____ bis 

zu seinem Arbeitsort in H._____ jedoch keinen ZVV-Netz-Pass für alle Zonen 

(Fr. 242.– pro Monat), sondern maximal für fünf Zonen (Fr. 202.–/pro Monat). 

Ausserdem ist ihm für die Ferienzeit kein Zuschlag zu gewähren, weshalb ihm le-

diglich ein monatlicher Betrag von gerundet Fr. 186.– (Fr. 202.– * 11 / 12; ZVV-

Broschüre: Tickets und Preise, Gültig 15.12.2019 bis 12.12.2020, S. 10) ange-

rechnet werden kann. 

 Die Erwägungen der Vorinstanz zu den weiteren Positionen sind nicht zu 

beanstanden (Urk. S. 7 f.).  

3.6. Aus dem Gesagten ergibt sich ein betreibungsrechtliches Existenzminimum 

für den Gesuchsteller von Fr. 3'312.–, welches sich aus folgenden Bedarfspositio-

nen und -beträgen zusammensetzt: 

Grundbetrag  Fr. 1'100.– 
Wohnkosten Fr. 1'625.– 
TV/Radio/Telefon/Internet  Fr. 0.– 
Krankenkasse  Fr. 381.– 
Hausrat- und Haftpflichtversicherung Fr. 20.– 
Mehrkosten auswärtiger Verpflegung Fr. 0.– 
Fahrt zur Arbeit (gerundet) Fr. 186.– 
Total  Fr. 3'312.– 

 Das so errechnete Existenzminimum des Gesuchsgegners entspricht dem 

von der Vorinstanz berücksichtigten Notbedarf von Fr. 3'313.–, weshalb dieser als 

angemessen und sich die Berufung des Gesuchsgegners auch hierzu als unbe-

gründet erweist.  

- 14 - 

4. Zu berücksichtigen bleibt aber, dass die Schuldneranweisung nicht nur 

durch den Notbedarf des Unterhaltsschuldners als Untergrenze, sondern auch 

durch die Unterhaltsforderung als Obergrenze eingegrenzt wird (vgl. Steiner, 

a.a.O., S. 98). Dementsprechend wies die Vorinstanz die Arbeitgeberin des Ge-

suchsgegners an, von dessen monatlichen Lohn den Fr. 3'313.– übersteigenden 

Betrag, maximal aber Fr. 2'383.60 pro Monat an die von den Gesuchstellerinnen 

1 bis 3 bezeichnete Stelle zu überweisen. Als Obergrenze ging sie von den aktu-

ellen und an die Indexierung angepassten monatlichen Unterhaltsbeiträgen von 

Fr. 1'191.80 je Kind aus (Urk. 16 S. 2), was seitens des Gesuchsgegners unange-

fochten geblieben ist (Urk. 15 S. 5). Einen Verweis auf die weiteren Phasen oder 

die Indexierung, wurde nicht in die Anweisung aufgenommen. Da aber nicht mehr 

angewiesen werden kann, als wozu die Anweisungsforderung berechtigt, hat vor-

liegend auch die Schuldneranweisung sich an den vier Phasen und die Indexie-

rung des Unterhaltstitels (Urk. 2/1 S. 8, wiedergegeben in E. I.1.) zu orientieren. 

5. Entsprechend ist der vorinstanzliche Entscheid neu zu fassen und die Ar-

beitgeberin des Gesuchsgegners – unter Androhung doppelter Zahlungspflicht im 

Unterlassungsfall – anzuweisen, zu Gunsten der Gesuchstellerinnen 1 bis 3 vom 

monatlichen Lohn des Gesuchsgegners ab sofort den Fr. 3'313.– übersteigenden 

Betrag, maximal aber die geschuldeten Unterhaltsbeiträge der Gesuchstellerinnen 

1 und 2, an die von den Gesuchstellerinnen bezeichnete Stelle zu überweisen. 

IV. 

1. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erst- und 

zweitinstanzlichen Verfahrens zu befinden. 

2. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie 

auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 

ZPO). Die von der Vorinstanz festgesetzten, in ihrer Höhe unangefochtenen wie 

auch angemessenen Gerichtskosten von Fr. 1'000.– (Urk. 16 S. 10) sind aus-

gangsgemäss dem unterliegenden Gesuchsgegner aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 

ZPO). Zufolge der ihm gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 16 S. 9) sind 

- 15 - 

sie jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Eine Nachforderung im 

Sinne von Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.  

3. Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren ist in Anwendung 

von § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 4 Abs. 1 und 3 GebV OG 

und § 8 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 1'500.– festzusetzen. Die Gerichtskosten sind 

ausgangsgemäss dem beinahe gänzlich unterliegenden Gesuchsgegner aufzuer-

legen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Zufolge der ihm zu gewährenden unentgeltlichen 

Rechtspflege (vgl. E. IV.5.) sind sie jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. Eine Nachforderung im Sinne von Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

4. Dem Gesuchsgegner ist weder für das erstinstanzliche noch das zweitin-

stanzliche Verfahren eine Parteientschädigung zuzusprechen, da er in beiden 

Verfahren unterliegt. Die Gesuchstellerinnen 1 und 2 wurden von einer Amtsstelle 

und nicht durch einen im kantonalen Anwaltsregister aufgenommenen Anwalt ver-

treten (Art. 95 Abs. 3 lit. b und Art. 68 Abs. 2 ZPO). Für sie käme lediglich eine 

angemessene Umtriebsentschädigung in Betracht. Ihr Antrag auf eine Parteient-

schädigung wurde jedoch nicht begründet (Urk. 21), weshalb die Gesuchstellerin-

nen 1 und 2 den gesetzlichen Erfordernissen gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO 

nicht nachkommen. Es wurde zudem nicht geltend gemacht, dass die Rechtsver-

tretung durch das Amt für Jugend und Berufsberatung den Gesuchstellerinnen 1 

und 2 in Rechnung gestellt werde. Entsprechend ist nicht davon auszugehen, 

dass ihnen Kosten für die Rechtsvertretung anfallen. Die Gesuchstellerin 3 wird 

ihrerseits vertreten durch eine Verwaltungsbehörde, die lediglich ihre Amtspflicht 

wahrnimmt. Sie ist damit ebenfalls nicht berufsmässig vertreten und begründet 

keinen entschädigungspflichtigen Aufwand. Nach dem Gesagten besteht weder 

im erstinstanzlichen noch im zweitinstanzlichen Verfahren für die Gesuchstellerin-

nen 1 bis 3 ein Anspruch auf eine Parteientschädigung. 

5. Wie den vorgängigen Erwägungen zu entnehmen ist, verfügt der Gesuchs-

gegner nicht über die erforderlichen Mittel zur Bezahlung der Gerichtskosten und 

der Kosten seines Rechtsvertreters, dessen Zuzug zur Wahrung seiner Rechte 

notwendig war. Das Begehren des Gesuchsgegners war zudem nicht aussichts-

los, weshalb ihm auch für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspfle-

- 16 - 

ge zu bewilligen und ihm in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ein un-

entgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen ist (Art. 117 und Art. 118 Abs. 1 lit. c 

ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Der Antrag des Gesuchsgegners auf Sistierung des Berufungsverfahrens 

wird abgewiesen. 

2. Dem Gesuchsgegner wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege gewährt, und es wird ihm in der Person von Rechtsanwalt 

lic. iur X._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Die Nachzah-

lungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung erfolgen mit dem nachste-

henden Erkenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Die F._____ AG, ... [Adresse], wird angewiesen, ab sofort vom monatlichen 

Lohnanspruch des Gesuchsgegners den Fr. 3'313.– übersteigenden Betrag, 

maximal aber die geschuldeten Unterhaltsbeiträge der Gesuchstellerinnen 1 

und 2 auf das Konto des Amts für Jugend und Berufsberatung Kanton Zü-

rich, Region …, Alimentenhilfe Bezirk Hinwil, ... D._____ (Postcheckkonto 1; 

IBAN CH2) zu Gunsten der Gesuchstellerinnen 1 bis 3 mit der Mitteilung: 

"A._____ / Fall-Nr. 3" zu überweisen, unter Androhung doppelter Zahlungs-

pflicht im Unterlassungsfall. 

Die Unterhaltsbeiträge betragen pro Kind: 

– bis und mit August 2023: Fr. 1'200.–; 

– von September 2023 bis und mit Dezember 2028: Fr. 1'118.–; 

– von Januar 2029 bis und mit August 2033: Fr. 983.–; 

– ab September 2033 bis zum Abschluss einer angemessenen 

Erstausbildung: Fr. 833.–. 

- 17 - 

Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumenten-

preise des Bundesamtes für Statistik, Stand April 2019 von 102,4 Punkten 

(Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Die Beträge sind jährlich jeweils auf 

den ersten Januar, erstmals auf den 1 Januar 2020, an den Indexstand vom 

November des Vorjahres nach folgender Formel anzupassen: 

                                          ursprünglicher Unterhalsbetrag x neuer Index 

neuer Unterhaltsbeitrag = –––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 

                                                                        102.4 

2. Im darüber hinausgehenden Umfang wird das Gesuch der Gesuchstellerin-

nen 1 bis 3 um Schuldneranweisung abgewiesen. 

3. Die Entscheidgebühr für das erstinstanzliche Verfahren wird auf Fr. 1'000.– 

festgesetzt und dem Gesuchsgegner auferlegt, jedoch zufolge der ihm ge-

währten unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Eine Nachforderung im Sinne von Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

4. Für das erstinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zu-

gesprochen. 

5. Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren wird auf Fr. 1'500.– 

festgesetzt und dem Gesuchsgegner auferlegt, jedoch zufolge Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege auf die Gerichtkasse genommen. Die 

Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

6. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen.  

7. Schriftliche Mitteilung 

 – an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein;  

 – an die F._____ AG, ... [Adresse], und das Betreibungsamt Meilen-

Herrliberg-Erlenbach in Meilen, je im Auszug der Dispositiv-Ziffern 1 

und 7, je gegen Empfangsschein. 

- 18 - 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG (Anweisung) sowie ein 
Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG (Sistierung).  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert übersteigt 
Fr. 30'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG 
 
Zürich, 20. Mai 2020 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. O. Hug 
 
versandt am: 
sf 

	Beschluss und Urteil vom 20. Mai 2020
	Rechtsbegehren:
	Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 24. Februar 2020: (Urk. 13 = Urk. 16)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.

	Es wird beschlossen:
	1. Der Antrag des Gesuchsgegners auf Sistierung des Berufungsverfahrens wird abgewiesen.
	2. Dem Gesuchsgegner wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt, und es wird ihm in der Person von Rechtsanwalt lic. iur X._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO blei...
	3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung erfolgen mit dem nachstehenden Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Die F._____ AG, ... [Adresse], wird angewiesen, ab sofort vom monatlichen Lohnanspruch des Gesuchsgegners den Fr. 3'313.– übersteigenden Betrag, maximal aber die geschuldeten Unterhaltsbeiträge der Gesuchstellerinnen 1 und 2 auf das Konto des Amts ...
	Die Unterhaltsbeiträge betragen pro Kind:
	– bis und mit August 2023: Fr. 1'200.–;
	– von September 2023 bis und mit Dezember 2028: Fr. 1'118.–;
	– von Januar 2029 bis und mit August 2033: Fr. 983.–;
	– ab September 2033 bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung: Fr. 833.–.
	Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand April 2019 von 102,4 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Die Beträge sind jährlich jeweils auf den ersten Januar, erstmals auf den...
	ursprünglicher Unterhalsbetrag x neuer Index
	neuer Unterhaltsbeitrag = ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
	102.4
	2. Im darüber hinausgehenden Umfang wird das Gesuch der Gesuchstellerinnen 1 bis 3 um Schuldneranweisung abgewiesen.
	3. Die Entscheidgebühr für das erstinstanzliche Verfahren wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt und dem Gesuchsgegner auferlegt, jedoch zufolge der ihm gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung im...
	4. Für das erstinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren wird auf Fr. 1'500.– festgesetzt und dem Gesuchsgegner auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege auf die Gerichtkasse genommen. Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 1...
	6. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	7. Schriftliche Mitteilung
	– an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein;
	– an die F._____ AG, ... [Adresse], und das Betreibungsamt Meilen-Herrliberg-Erlenbach in Meilen, je im Auszug der Dispositiv-Ziffern 1 und 7, je gegen Empfangsschein.
	8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...