# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44375c41-5ced-545a-896b-b3a7a7479971
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 13.09.2025 VBE.2024.580
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-580_2025-09-13.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

VBE.2024.580 / ss / nl 
Art. 112 

 

 

Urteil vom 13. September 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Vizepräsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichter Roth 

Gerichtsschreiber Siegenthaler  

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____ 

vertreten durch Prof. Dr. iur. Hardy Landolt, Rechtsanwalt, 

Schweizerhofstrasse 14, Postfach, 8750 Glarus  

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 13. November 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1968 geborene Beschwerdeführerin meldete sich am 23. November 

2022 bei der Beschwerdegegnerin unter Angabe einer Handproblematik 

(bestehend seit einem Autounfall im Jahr 1992) und einer Nierenkrankheit 

(Transplantation im Jahr 2012) zum Bezug von Leistungen (berufliche In-

tegration / Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. 

Nach medizinischen und persönlichen Abklärungen, Rücksprache mit ih-

rem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) und einer Abklärung bei der Be-

schwerdeführerin zu Hause betreffend deren Leistungsfähigkeit im Haus-

haltsbereich stellte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit 

Vorbescheid vom 29. Juli 2024 die Abweisung des Leistungsbegehrens in 

Aussicht. Nach Eingang dagegen gerichteter Einwände nahm die Be-

schwerdegegnerin Rücksprache mit dem internen Abklärungsdienst und 

entschied gestützt darauf mit Verfügung vom 13. November 2024 wie vor-

beschieden. 

 

2. 

2.1. 

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 10. Dezember 

2024 fristgerecht Beschwerde und beantragte Folgendes: 

 

"1. Es sei die Verfügung der SVA Aargau vom 13.11.2024 aufzuheben und 
der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 24.11.2022 (unter Berück-
sichtigung der gesetzlichen Wartefristen) mindestens eine Dreiviertels-
rente zuzusprechen, eventuell sei die Angelegenheit im Sinne der Er-
wägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 
 2. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten 

der Beschwerdegegnerin und unter Gewähren der unentgeltlichen 
Rechtspflege und -verbeiständung." 

 

2.2. 

Mit Schreiben vom 12. Dezember 2024 reichte die Beschwerdeführerin 

weitere Unterlagen ein. 

 

2.3. 

Mit Vernehmlassung vom 17. Januar 2025 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin unter Verweis auf eine neuerliche Stellungnahme des RAD die Ab-

weisung der Beschwerde. 

 

2.4. 

Am 6. Juni 2025 reichte die Beschwerdeführerin weitere medizinische Un-

terlagen ein. 

 

  

 - 3 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 13. No-

vember 2024 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 48) zu Recht verneint hat. 

 

2. 

Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 

sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 

13. November 2024 (VB 48) im Wesentlichen auf den Bericht vom 14. Juni 

2024 über die Abklärung betreffend die Leistungsfähigkeit im Haushaltsbe-

reich vom 12. Juni 2024 bei der Beschwerdeführerin zu Hause (Abklä-

rungsbericht; VB 39) und die ergänzende Stellungnahme der Fachspezia-

listin des Abklärungsdienstes vom 8. Oktober 2024 (VB 47). Dabei stützte 

sich die Fachspezialistin betreffend den Gesundheitszustand der Be-

schwerdeführerin in erster Linie auf die Beurteilung des RAD-Arztes 

Dr. med. B._____, Praktischer Arzt und Facharzt für Gynäkologie und Ge-

burtshilfe, vom 4. September 2023 (VB 29). Dieser hielt darin im Wesentli-

chen fest, dass bei der Beschwerdeführerin durch den Unfall im Jahr 1992 

und die dabei erlittene Schädigung der rechten Hand (Fallhand) und des 

rechten Armes eine funktionelle Einarmigkeit bestehe. Tätigkeiten, die den 

Einsatz beider Arme oder Hände erfordern würden, seien dadurch nur noch 

sehr eingeschränkt möglich. Durch die chronische Anämie im Rahmen der 

Nierenerkrankung und die fortlaufende Immunsuppression durch die Nie-

rentransplantation im Jahr 2012 bestehe eine zusätzliche Einschränkung 

der Leistungsfähigkeit im Sinne von erhöhter Müdigkeit und Leistungsein-

schränkung. Weitere Einschränkungen bestünden durch die chronisch ve-

nöse Insuffizienz beider Beine. In einer angepassten körperlich leichten Tä-

tigkeit bestehe medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 60 bis 

70 % (VB 29 S. 3 f.). 

 

Diese Einschätzungen durch Dr. med. B._____ blieben grundsätzlich un-

bestritten. Die Beschwerdeführerin bestreitet hingegen die Korrektheit der 

von der Fachspezialistin des Abklärungsdienstes der Beschwerdegegnerin 

gewählten Methode der Invaliditätsbemessung (Beschwerde, Ziff. 9 ff.) und 

deren Beurteilung der Einschränkungen der Beschwerdeführerin im 

 - 4 - 

 

 

Haushalt, insbesondere des Ausmasses der berücksichtigten Schadenmin-

derungspflicht der Schwiegertochter (Beschwerde, Ziff. 21 ff.). 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 

13. November 2024 unter anderem fest, im Abklärungsbericht der Fach-

spezialistin vom 14. Juni 2024 (vgl. VB 39) werde dargelegt, dass die Be-

schwerdeführerin auch heute – ohne gesundheitliche Einschränkungen – 

ausschliesslich im Haushalt tätig wäre. Folglich ermittelte die Beschwerde-

gegnerin den Invaliditätsgrad mittels Betätigungsvergleichs, woraus sich 

ein Invaliditätsgrad von 23 % ergab (VB 48 S. 1). Die Beschwerdegegnerin 

wies diesbezüglich auf die ergänzende Stellungnahme vom 8. Oktober 

2024 (vgl. VB 47) hin, in der sich die Fachspezialistin des Abklärungsdiens-

tes zu den Einwänden der Beschwerdeführerin geäussert und dabei voll-

umfänglich an der Methodenwahl des Bestätigungsvergleichs festgehalten 

habe (VB 48 S. 2). 

 

Die Beschwerdeführerin bringt hiergegen vor, sie sei zuerst mit der Betreu-

ung ihrer drei Kinder, namentlich mit der Pflege ihres gesundheitlich beein-

trächtigten Sohnes, beschäftigt gewesen und habe sich danach mehrfach 

um eine Anstellung als Reinigungskraft bemüht. Sie würde daher im Ge-

sundheitsfall heute sehr wohl arbeiten, weshalb ihr Invaliditätsgrad nach 

der Einkommensvergleichsmethode, eventuell nach der gemischten Me-

thode, nicht aber nach der Betätigungsvergleichsmethode zu bemessen sei 

(Beschwerde, Ziff. 9 ff.). 

 

4.2. 

Die im konkreten Fall anzuwendende Methode der Invaliditätsbemessung 

(Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) ist da-

von abhängig, ob die versicherte Person als ganztägig, zeitweilig erwerbs-

tätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist (vgl. Art. 28a IVG). Entschei-

dend dabei ist, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen 

täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 

146 E. 2c S. 150 mit Hinweis u.a. auf BGE 117 V 194 E. 3b S. 194 f.; vgl. 

auch BGE 133 V 477 E. 6.3 S. 486 f. und 133 V 504 E. 3.3 S. 507 f.). 

 

Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie 

sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei 

für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten  

(Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 V 427 

E. 3.2 S. 429; 125 V 146 E. 2c S. 150; 117 V 194 E. 3b S. 195). Es hat 

immer eine einlässliche Würdigung der gesamten Verhältnisse des Einzel-

falles Platz zu greifen; Erfahrungssätzen kommt in diesem Kontext eine 

Hilfsfunktion zu (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

 - 5 - 

 

 

zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversiche-

rung [IVG], 4. Aufl. 2022, N. 22 ff. zu Art. 5 IVG mit Hinweisen).  

 

4.3. 

4.3.1. 

Hinsichtlich der Frage der für die Bemessung der Invalidität anzuwenden-

den Methode stellte die Fachspezialistin in ihrem Abklärungsbericht vom 

14. Juni 2024 im Wesentlichen fest, die Beschwerdeführerin habe im "Fra-

gebogen betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt" vom 31. Januar 2023 (vgl. 

VB 11) angegeben, nie gearbeitet zu haben – auch vor ihrem Autounfall im 

Jahr 1992 in ihrem Heimatland nicht (Einreise in die Schweiz im Jahr 2002; 

vgl. VB 1 S. 2). Sie sei aufgrund der Kinderbetreuung und des Haushalts 

immer Hausfrau gewesen. Der jüngste Sohn leide an einer Cerebralparese 

und sei rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen. Er habe immer zu 

Hause gelebt. Heute bzw. seit die Kinder grösser seien und die Schule be-

sucht hätten, würde die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall, auch aus 

finanziellen Gründen, in einem 60-70%-Pensum arbeiten (vgl. VB 11 

S. 1 f.). Anlässlich des Gesprächs vor Ort habe die Beschwerdeführerin an-

gegeben, sie würde in gesundem Zustand in einem 80-100%-Pensum ar-

beiten. Sie habe wegen der Nierenerkrankung keine Anstellung gesucht, 

die Kinder seien auch noch kleiner gewesen. Sie habe auch wegen der 

Behinderung des Sohnes nicht arbeiten können, sei sie dadurch doch völlig 

beschäftigt gewesen. Etwa zwei Jahre nach der Transplantation habe sie 

sich nach Reinigungsarbeiten umgesehen, aber aufgrund ihrer Einarmig-

keit nie etwas gefunden (VB 39 S. 3). 

 

4.3.2. 

Die Fachspezialistin hielt daraufhin fest, die Beschwerdeführerin habe im 

Jahr 1988 geheiratet, habe 1988, 1990 und 1995 Kinder bekommen und 

sei 2002 in die Schweiz eingereist. Sie habe keine Berufsausbildung und 

sei nie einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgegangen. Sie wohne 

seit jeher mit dem Ehemann in einem Mehrgenerationenhaushalt (VB 39 

S. 3). Der jüngste Sohn mit der Cerebralparese habe eine heilpädagogi-

sche Sonderschule besucht und habe sich auch über Mittag dort aufgehal-

ten. Im Jahr 2011 habe er das 16. Altersjahr erreicht und arbeite seit Schul-

austritt ganztags ausser am Freitag (gemeint ist Montag bis Donnerstag; 

vgl. VB 47 S. 1) in der Stiftung. Die Nierentransplantation sei im Jahr 2012 

erfolgt. Weder davor noch bis zur Abstossungsreaktion im Dezember 2023 

habe die Beschwerdeführerin – trotz Bestehens einer teilzeitlichen Er-

werbsfähigkeit – eine ausserhäusliche Erwerbstätigkeit ausgeübt – auch 

nicht ansatzweise in kleinen teilzeitlichen Pensen. Dass die Beschwerde-

führerin – wie im Fragebogen vom 31. Januar 2023 ausgesagt – in einem 

60-70%-Pensum bzw. – wie vor Ort ausgesagt – in einem 80-100%-Pen-

sum ausserhäuslich erwerbstätig wäre (dies seit die Kinder die Schule be-

sucht hätten), könne aufgrund der ausgeführten Gegebenheiten nicht als 

überwiegend wahrscheinlich betrachtet werden. Vielmehr sei überwiegend 

 - 6 - 

 

 

wahrscheinlich, dass sie auch im Gesundheitsfalle nicht ausserhäuslich er-

werbstätig wäre (VB 39 S. 4). Entsprechend sei zur Invaliditätsgrad-Be-

messung die spezifische Methode des Betätigungsvergleichs anwendbar 

(VB 39 S. 7). In ihrer Stellungnahme vom 8. Oktober 2024 hielt die Fach-

spezialistin an dieser Methodenwahl fest (VB 47 S. 1).  

 

4.3.3. 

Die Ausführungen der Fachspezialistin betreffend die anzuwendende Be-

messungsmethode im Abklärungsbericht vom 14. Juni 2024 sind nachvoll-

ziehbar und schlüssig. Was die Beschwerdeführerin hiergegen vorbringt, 

vermag nicht zu überzeugen. Da die Kinderbetreuung angesichts des Al-

ters der Kinder (*1988, *1990 und *1995; vgl. VB 1 S. 4) und dabei insbe-

sondere die Pflege des beeinträchtigten jüngsten Sohnes durch sie spätes-

tens seit der Aufnahme seiner ganztägigen Arbeit in einer Stiftung (vgl. 

VB 39 S. 4) und dem Entstehen der ehelichen Beistandspflichten der Ehe-

frau durch die Heirat im Jahr 2020 (vgl. VB 39 S. 7) kaum mehr notwendig 

sein dürfte, sowie unter Berücksichtigung der angespannten finanziellen 

Lage der Beschwerdeführerin (VB 39 S. 3; vgl. auch die eingereichten Un-

terlagen der Beschwerdeführerin zum Gesuch um unentgeltliche Rechts-

pflege), wäre die hypothetische Ausübung einer zumindest teilzeitlichen Er-

werbstätigkeit durch die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nahelie-

gend. Die Tatsache aber, dass die Beschwerdeführerin nicht nur vor dem 

Autounfall im Jahr 1992 (vgl. VB 11 S. 1 f. sowie etwa 9 S. 3), sondern auch 

darauffolgend bis zur Nierentransplantation im Jahr 2012 (vgl. VB 11 S. 1 f. 

sowie etwa VB 9 S. 2) und auch in der Zeit danach bis zur Abstossungsre-

aktion im Dezember 2023 (vgl. VB 11 S. 1 f. und VB 34 S. 13 ff.; 35 

S. 22 ff.) sowie trotz seither verbesserter Gesundheitssituation (vgl. dazu 

RAD-Arzt Dr. med. B._____ nachvollziehbar in VB 51 insb. unter Verweis 

auf Beschwerdebeilage [BB] 13) auch bis zum Verfügungszeitpunkt nie 

auch nur eine teilzeitliche ausserhäusliche Erwerbstätigkeit aufgenommen 

hat, erweckt begründete Zweifel an ihren Angaben, wonach sie im Gesund-

heitsfall 60-70% (vgl. VB 11 S. 2) oder gar 80-100% (vgl. VB 39 S. 3; 45 

S. 1) arbeiten oder überhaupt ausserhäuslich erwerbstätig sein würde. Eine 

solche Teilzeit-Anstellung wäre der Beschwerdeführerin nicht nur aus me-

dizinischer Sicht (vgl. VB 29 S. 3 zur Beurteilung per September 2023; vgl. 

auch VB 51), sondern auch unter Berücksichtigung des Alters der Kinder 

(vgl. VB 1 S. 4) und des Pflegebedarfs des invaliden Sohnes, welcher zu-

erst ganztags (auch über Mittag) an der heilpädagogischen Sonderschule 

und danach aufgrund seiner Erwerbstätigkeit ganztags von Montag bis 

Donnerstag (vgl. VB 47 S. 1) auf der Arbeit war bzw. ist, seit längerem zu-

mutbar gewesen und ist ihr auch heute noch zumutbar. 

 

Dass die Beschwerdeführerin sich in jener Zeit – wie sie beschwerdeweise 

behauptet (vgl. Beschwerde, Ziff. 15 f.) – ernsthaft (aber erfolglos) nach 

passenden Stellen umgesehen bzw. sich darauf beworben hat, wurde nicht 

glaubhaft dargelegt. So sagte sie anlässlich der Abklärung vom 12. Juni 

 - 7 - 

 

 

2024 selbst aus, dass sie sich erst etwa zwei Jahre nach der Nierentrans-

plantation – damit erst 2014, als das jüngste Kind bereits 19-jährig und seit 

längerem ganztags abwesend war – nach Jobs umgesehen habe (vgl. 

VB 39 S. 3). Die angeblichen Bemühungen blieben jedoch nach Lage der 

Akten ebenso unbewiesen wie die behauptete Stellensuche über Bekannte 

(Beschwerde, Ziff. 15). Einzig im beschwerdeweise eingereichten Schrei-

ben vom 5. Dezember 2024 bestätigte Herr C._____, bei dem es sich of-

fenbar um den Schwiegersohn der Beschwerdeführerin handelt, eine Be-

werbung der Beschwerdeführerin als Reinigungskraft "[v]or etwa 6 bis 7 

Jahren" (BB 15), ohne dies aber weiter zu belegen. Erst ab Januar 2024 

und gemäss Aussage der Beschwerdeführerin lediglich nach entsprechen-

der Aufforderung durch die kantonale Ergänzungsleistungsbehörde (Be-

schwerde, Ziff. 16) sind Bewerbungsschreiben dokumentiert (BB 4-7 sowie 

9-12). Dabei ist jedoch einerseits auffallend, dass diese Bewerbungsschrei-

ben zeitlich bereits mitten im Abklärungsverfahren der Beschwerdegegne-

rin, praktisch zeitgleich mit der Übernahme des Mandats durch den Rechts-

vertreter der Beschwerdeführerin (vgl. VB 31 f.) und widersprüchlicher-

weise gerade nach Eintritt der gesundheitlichen Verschlechterung im Rah-

men einer akuten Nierenfunktionseinschränkung Mitte Dezember 2023 

(VB 34 S. 13 ff.; 35 S. 22 ff.) erstellt wurden. Andererseits ist doch ausser-

gewöhnlich, dass sich die Beschwerdeführerin (wie bereits "[v]or 6 bis 7 

Jahren" [BB 15] bzw. im Zeitpunkt der angeblichen Bewerbungen in ihrem 

Bekanntenkreis [Beschwerde, Ziff. 15]) trotz ihrer bestehenden funktionel-

len Einarmigkeit anscheinend grösstenteils auf Reinigungstätigkeiten be-

worben hat (BB 4-7, 10 und 11), was einer körperlich intensiven und insbe-

sondere beide Arme und Hände stark beanspruchenden Tätigkeit ent-

spricht. Dasselbe gilt etwa für die Tätigkeiten als Hilfsarbeiterin Gemüse-

bau (BB 7), als Montagemitarbeiterin (BB 9) und als Küchenangestellte 

(BB 11). Dies wirft begründete Zweifel an der Motivation und am Willen der 

Beschwerdeführerin auf, tatsächlich eine (vor dem Hintergrund ihrer funkti-

onellen Einschränkungen realistische) berufliche Tätigkeit aufzunehmen. 

Vielmehr scheint die Beschwerdeführerin mit ihren Stellenbewerbungen 

einzig darauf abgezielt zu haben, der Aufforderung der Ergänzungsleis-

tungsbehörde, sich zu bewerben, nachzukommen. 

 

4.3.4. 

Es ist nach dem Gesagten nicht zu erkennen, dass sich die Beschwerde-

führerin jemals und insbesondere nebst oder nach der Pflege ihres behin-

derten Sohnes ernsthaft um eine (zumindest teilzeitliche) Arbeitsstelle be-

müht hat. Es ist demnach – der Fachspezialistin in ihrem Abklärungsbericht 

vom 14. Juni 2024 und ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 8. Oktober 

2024 folgend (vgl. E. 4.3.2. hiervor) – mit überwiegender Wahrscheinlich-

keit (vgl. Verweis in E. 4.2. hiervor) davon auszugehen, dass die Beschwer-

deführerin im Gesundheitsfall weder vollzeitlich noch auch nur im Teilzeit-

pensum ausserhäuslich erwerbstätig wäre. Vor diesem Hintergrund ist die 

von der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 13. November 2024 

 - 8 - 

 

 

(VB 48) vorgenommene Bemessung des Invaliditätsgrades mittels der Me-

thode des Betätigungsvergleichs nicht zu beanstanden. Daran ändert auch 

der Hinweis der Beschwerdeführerin auf statistische Angaben betreffend 

die Erwerbsquote von Frauen verschiedenen Alters (SAKE-Statistik 2024; 

Beschwerde, Ziff. 14) nichts, lassen solch allgemeine statistische Werte 

doch keine Rückschlüsse für den konkret zu beurteilenden Einzelfall zu. 

 

Zu klären bleibt, ob die Fachspezialistin die Einschränkungen der Be-

schwerdeführerin im Haushalt anlässlich der Abklärung vom 12. Juni 2024 

zutreffend beurteilt und dabei die Schadenminderungspflicht der Angehöri-

gen korrekt berücksichtigt hat (Beschwerde, Ziff. 21 ff.). 

 

5. 

5.1. 

Die Fachspezialistin des Abklärungsdienstes der Beschwerdegegnerin 

stellte bei ihrer Abklärung vom 12. Juni 2024 fest, dass der Mehrgenerati-

onenhaushalt der Beschwerdeführerin vier Personen umfasse. Dies seien 

nebst der Beschwerdeführerin ihr Ehemann (vormals IV-, mittlerweile AHV-

Rentner), ihr gesundheitlich beeinträchtigter Sohn (Bezüger einer IV-Rente 

und einer mittleren Hilflosenentschädigung) und dessen (stundenweise ar-

beitende) Ehefrau und Schwiegertochter der Beschwerdeführerin (VB 39 

S. 2; 4 f.). Die Fachspezialistin prüfte die Einschränkungen der Beschwer-

deführerin in den einzelnen Haushaltsbereichen unter Berücksichtigung 

der den anderen Haushaltsparteien – namentlich dem Ehemann und der 

Schwiegertochter (der beeinträchtigte Sohn sei ganztags von Montag bis 

Donnerstag auf der Arbeit [VB 39 S. 4; vgl. VB 47 S. 1]) – obliegenden 

Schadenminderungspflicht (VB 39 S. 4 ff.). Schliesslich erkannte sie, dass 

die Beschwerdeführerin im Haushalt zu 23 % eingeschränkt sei (VB 39 

S. 7). 

 

Die Beschwerdeführerin rügt die von der Beschwerdegegnerin angenom-

mene Schadenminderungspflicht. Insbesondere sei die von der Fachspe-

zialistin der Schwiegertochter zugemutete Schadenminderungspflicht an-

gesichts der Umstände zu hoch (Beschwerde, Ziff. 21 ff.; vgl. Eingabe vom 

12. Dezember 2024). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Abklärungsberichtes ist wesentlich, 

dass er von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtli-

chen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen 

Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. 

Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wo-

bei die divergierenden Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen 

sind. Der Berichtstext muss plausibel, begründet und angemessen detail-

liert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in 

 - 9 - 

 

 

Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. 

Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungs-

grundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die 

Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschät-

zungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fach-

lich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als 

das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547; 

133 V 450 E. 11.1.1 S. 468; Urteil des Bundesgerichts 8C_748/2019 vom  

7. Januar 2020 mit Hinweisen). 

 

5.2.2. 

Bei der Ermittlung der gesundheitsbedingten Beeinträchtigungen im Haus-

haltsbereich wird die Schadenminderungspflicht in Rechnung gestellt 

(BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 510; 130 V 97 E. 3.3.3 S. 101; Urteil des Bun-

desgerichts 8C_748/2019 vom 7. Januar 2020 E. 6.6; MEYER/REICHMUTH, 

a.a.O., N. 166 zu Art. 28a IVG). Kann die versicherte Person wegen ihrer 

Behinderung gewisse Haushaltsarbeiten nur noch mühsam und mit viel hö-

herem Zeitaufwand erledigen, muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen 

und die Mithilfe von Familienangehörigen beanspruchen. Diese geht weiter 

als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unter-

stützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509 f.; vgl. präzisierend zum Ganzen 

Rz. 3613 bis 3615 des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Rente 

in der Invalidenversicherung [KSIR; Stand 1. Januar 2025]; zur Verbindlich-

keit von Verwaltungsweisungen für die Gerichte vgl. BGE 144 V 195 E. 4.2 

S. 198, 141 V 365 E. 2.4 S. 368 und 140 V 543 E. 3.2.2.1 S. 547). 

 

5.3. 

5.3.1. 

Die Fachspezialistin des Abklärungsdienstes gewichtete die Aufgaben im 

Haushalt in ihrem Bericht vom 14. Juni 2024 wie folgt: "Ernährung" 40 %, 

"Wohnungs- und Hauspflege" 30 %, "Einkauf und weitere Besorgungen" 

10 %, "Wäsche und Kleiderpflege" 20 %, "Pflege und Betreuung von Kin-

dern und/oder Angehörigen" sowie "Garten-/Umgebungspflege und Haus-

tierhaltung" je 0 % (VB 39 S. 5 ff.). Diese Gewichtung blieb – nach Lage 

der Akten, insbesondere angesichts der praktisch vollzeitigen Berufstätig-

keit bzw. Abwesenheit des verheirateten beeinträchtigten Sohnes (vgl. 

E. 4.3.3. hiervor) und des fehlenden Gartens (VB 39 S. 4) und nichtvorhan-

dener Haustiere – zu Recht unbestritten. 

 

5.3.2. 

Zum Bereich "Ernährung" hielt die Fachspezialistin fest, dass die Be-

schwerdeführerin in einem Mehrgenerationenhaushalt wohne und bereits 

zuvor die eine Schwiegertochter für beide Parteien gekocht habe. Die Be-

schwerdeführerin helfe aus Langeweile mit. Sei die Schwiegertochter zur 

Mahlzeit nicht da, koche diese vor. Beim Kochen der Hauptmahlzeit falle 

ein Teil der im selben Haushalt lebenden Partei, namentlich der 

 - 10 - 

 

 

Schwiegertochter, zu. Die Beschwerdeführerin könne (aufgrund der funkti-

onsunfähigen rechten und der schnell verkrampfenden linken Hand) weder 

rüsten noch schwere Dinge tragen und nur erschwert Verpackungen öffnen 

oder einen Lappen auswringen. Die Unterstützung, die die Beschwerdefüh-

rerin benötige, um sich morgens und abends kalt oder mit Fertigprodukten 

oder gewärmten Mahlzeiten zu verpflegen, sei dem Ehemann zumutbar. 

Selbes gelte für die Mithilfe beim Aufräumen der Küche. Das Auf- und Ab-

tischen von Tellern und das Einräumen einzelner Geschirrteile in die Ab-

waschmaschine sollte der Beschwerdeführerin mit der linken Hand möglich 

sein. Die Fachspezialistin erkannte eine Einschränkung der Beschwerde-

führerin im Bereich "Essen" von 20 %, was durch die Gewichtung des Be-

reichs mit 40 % eine Einschränkung von insgesamt 8 % ergab (VB 39 S. 5). 

 

5.3.3. 

Auch hinsichtlich des Bereichs "Wohnungs- und Hauspflege" erkannte die 

Fachspezialistin, dass, wie bereits zuvor, eine Schwiegertochter – unter 

Mithilfe der Beschwerdeführerin – die Wohnung für beide Parteien reinige, 

womit ein Teil der Wohnungspflege der anderen Partei zufalle (VB 39 S. 5). 

Alles, was mit der linken Hand gemacht werden könne, sei der Beschwer-

deführerin – mit genügenden Pausen – möglich. Staubsaugen oder die 

nasse Bodenpflege tätige die Beschwerdeführerin nie selbst. Ersteres 

sollte ihr aber nach Ansicht der Fachspezialistin möglich sein. Im Badezim-

mer reinige die Beschwerdeführerin ein Lavabo oder das WC, was ihr zu-

mutbar sei. Eine wöchentliche Reinigung des Badezimmers sei der Schwie-

gertochter zumutbar. Die Mithilfe bei der gründlichen Reinigung der Woh-

nung sei der Beschwerdeführerin nur bedingt möglich. Das Wechseln der 

Bettwäsche, die Reinigung des Schlafzimmers und die Entsorgung des Ab-

falls sei dem Ehemann zumutbar (VB 39 S. 6). Entsprechend erkannte die 

Fachspezialistin im Bereich "Wohnungs- und Hauspflege" eine Einschrän-

kung der Beschwerdeführerin von 30 %, was durch die Gewichtung des 

Bereichs mit 30 % eine Einschränkung von insgesamt 9 % ergab (VB 39 

S. 5). 

 

5.3.4. 

In Bezug auf den Bereich "Einkauf und weitere Besorgungen" hielt die 

Fachspezialistin fest, dass die Einkaufsliste gemeinsam mit der Schwieger-

tochter während der Menüplanung geschrieben werde. Der Ehemann fahre 

seit jeher mit dem Auto zum Einkauf, die Beschwerdeführerin begleite ihn. 

Dies wäre im Gesundheitsfalle nicht anders. Der Zahlungsverkehr erfolge 

durch die Beschwerdeführerin selbst, bei Administrativem benötige sie auf-

grund sprachlicher Probleme "(IV-fremd)" Unterstützung. Den Kleiderein-

kauf tätige sie gemeinsam mit den Schwiegertöchtern. Die Fachspezialistin 

erkannte in diesem mit 10 % gewichteten Bereich eine Einschränkung der 

Beschwerdeführerin von 10 %, was insgesamt eine Einschränkung von 

1 % ergab (VB 39 S. 6). 

 

 - 11 - 

 

 

5.3.5. 

Betreffend den Bereich "Wäsche und Kleiderpflege" hielt die Fachspezia-

listin fest, dass die Schwiegertochter die gesamte Wäschepflege tätige. Die 

Beschwerdeführerin helfe nur beim Zusammenlegen kleinerer Wäscheteile 

mit. Das Sortieren der normalgrossen Wäscheteile sei der Beschwerdefüh-

rerin mit der linken Hand ebenso möglich wie das Ein- und Umfüllen der 

Wäscheteile in die Maschine oder den Tumbler. Das Tragen der Wäsche 

in den Keller hinunter und wieder hoch sei dem Ehemann zumutbar. Das-

selbe gelte für das Sortieren der Bettwäsche oder der grossen Badetücher 

sowie das Versorgen ihrer Wäsche. Hilfe benötige die Beschwerdeführerin 

beim Auf- und Abhängen von Wäscheteilen, die nicht getumblert würden. 

Auch Bügeln sei ihr nicht möglich. Bügelwäsche falle jedoch nicht viel an. 

Die Fachspezialistin erkannte eine Einschränkung der Beschwerdeführerin 

im Bereich "Wäsche und Kleiderpflege" von 25 %, was durch die Gewich-

tung des Bereichs mit 20 % eine Einschränkung von insgesamt 5 % ergab 

(VB 39 S. 6). Daraus ergab sich, unter Nichtberücksichtigung der Bereiche 

"Pflege und Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen" und "Garten-

/Umgebungspflege und Haustierhaltung" (vgl. E. 5.3.1. dazu hiervor), eine 

gesamthafte Einschränkung im Haushalt von 23 % (VB 39 S. 7). In ihrer 

Stellungnahme vom 8. Oktober 2024 hielt die Fachspezialistin vollumfäng-

lich an ihrer Beurteilung fest (VB 47). 

 

5.4. 

5.4.1. 

Die von der Fachspezialistin vorgenommene Beurteilung der Einschrän-

kungen der Beschwerdeführerin im Haushalt, namentlich welche Tätigkei-

ten dieser inwieweit möglich seien und welche nicht oder nur beschränkt, 

blieben beschwerdeweise ungerügt. Dies nach Lage der Akten zu Recht, 

hat die Fachspezialistin doch bei sämtlichen Tätigkeiten die fehlende Funk-

tionalität der rechten Hand der Beschwerdeführerin und die schnelle Ver-

krampfung der linken Hand sowie die schnelle Erschöpfung mitberücksich-

tigt und daraus nachvollziehbare Schlüsse gezogen.  

 

5.4.2. 

Die Beschwerdeführerin rügt die von der Beschwerdegegnerin bzw. der 

Fachspezialistin berücksichtigte Schadenminderungspflicht der Familien-

angehörigen, insbesondere jene der Schwiegertochter (Beschwerde, 

Ziff. 21 ff.). Wenn die Beschwerdeführerin diesbezüglich vorbringt, die im 

Haushalt lebende Schwiegertochter sei "nicht beistandspflichtig" im Sinne 

von Art. 163 ZGB, verkennt sie jedoch, dass sich der Begriff "Familienan-

gehörige" (etwa in Rz. 3614 KSIR; vgl. E. 5.2.2. hiervor) nicht nach der er-

wähnten ZGB-Norm richtet, welche ohnehin nur die eheliche Unterhalts-

pflicht zwischen den Ehepartnern regelt, sondern auch die Schwiegertoch-

ter als im gleichen Haushalt lebende Ehefrau des im gleichen Haushalt le-

benden Sohnes als (angeheiratete) Familienangehörige umfasst. Es wäre 

selbst bei normalen Verhältnissen – mit ausschliesslich gesunden 

 - 12 - 

 

 

Beteiligten – nur normal, wenn die im selben Haushalt lebenden Personen 

gewisse, ihr zumutbare Haushaltsaufgaben in den gemeinsam benutzten 

Räumen (wie etwa die Reinigung des Bads und der Küche oder die Ab-

fallentsorgung) übernehmen würden. Erst recht hat dies vorliegend zu gel-

ten, wo die zu erwartende und zumutbare Mithilfe gesunder Angehöriger 

aufgrund der gesundheitlich beeinträchtigten Beschwerdeführerin (und ih-

res gesundheitlich beeinträchtigten Ehemannes und des ebenso beein-

trächtigten Sohnes) weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung übli-

cherweise zu erwartende Unterstützung (vgl. E. 5.2.2. hiervor). Von der im 

gemeinsamen Haushalt lebenden Schwiegertochter kann folglich durchaus 

eine gewisse, angesichts der gesundheitlich eingeschränkten Mitbewohner 

erhöhte, Mithilfe in der Haushaltsführung verlangt werden. 

 

Eine solche Mithilfe ist ihr auch angesichts der Tatsache zumutbar, dass 

sie lediglich stundenweise (nach Aussage der Beschwerdeführerin in ei-

nem 30-40%-Pensum; Beschwerde, Ziff. 23; vgl. auch BB 18 f.) erwerbstä-

tig ist (VB 39 S. 2; 4 f.). Dass sie "eigentlich einem höheren Erwerbspen-

sum nachgehen möchte" (Beschwerde, Ziff. 23; vgl. die E-Mail von Herrn 

Ramadani in BB 15), ist weder schlüssig nachgewiesen, noch steht ein (um 

einige Prozent) höheres Arbeitspensum der von ihr verlangten Mithilfe 

grundsätzlich entgegen. Zudem ist anzumerken, dass sich nach Aussage 

der Beschwerdeführerin "schon immer ihre Schwiegertöchter [um den 

Haushalt] gekümmert" hätten – früher die Ehefrau des älteren Sohnes, nun 

jene des jüngsten Sohnes. Die Beschwerdeführerin selbst helfe bloss mit 

(VB 39 S. 2). Die Haushaltsführung durch die im gemeinsamen Haushalt 

lebende Schwiegertochter scheint demnach normal zu sein. 

 

5.5. 

Somit ist die von der Fachspezialistin im Rahmen ihrer Haushaltsabklärung 

vom 12. Juni 2024 vorgenommene Beurteilung, insbesondere auch die Art 

und das Ausmass der von ihr dabei berücksichtigten Schadenminderungs-

pflicht der Angehörigen, inklusive der im selben Haushalt lebenden Schwie-

gertochter, nicht zu beanstanden, geschweige denn offensichtlich falsch 

(vgl. E. 5.2.1. hiervor), womit auf den Abklärungsbericht vom 14. Juni 2024 

und die diesen bestätigende ergänzende Stellungnahme der Fachspezia-

listin vom 8. Oktober 2024 abgestellt werden kann. Es ergibt sich demnach 

im Haushaltsbereich eine Einschränkung von 23 %. 

 

6. 

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver-

fügung vom 13. November 2024 (VB 48) zu Recht auf den Haushalts-Ab-

klärungsbericht vom 14. Juni (VB 39) und die ergänzende Stellungnahme 

der Fachspezialistin vom 8. Oktober 2024 (VB 47) abgestellt. Demnach ist 

davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auch ohne Gesundheitsschaden nicht erwerbstätig 

 

 - 13 - 

 

 

wäre (E. 4 hiervor) und im Haushalt unter Mitberücksichtigung der zumut-

baren Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen zu 23 % einge-

schränkt ist (E. 5 hiervor). 

 

Weitere Abklärungen (vgl. Rechtsbegehren Ziff. 1, letzter Teilsatz; Be-

schwerde, Ziff. 4; 5; 19; 25) versprechen keine zusätzlichen wesentlichen 

Erkenntnisse, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 124 

V 90 E. 4b S. 94) zu verzichten ist. Unter diesen Umständen erübrigen sich 

Ausführungen zu den weiteren Vorbringen in der Beschwerde vom 10. De-

zember 2024 (insb. Ziff. 20). 

 

Angesichts des – der Einschränkung im Haushaltsbereich entsprechenden 

(vgl. Art. 28a Abs. 2 IVG) – Invaliditätsgrades von 23 % hat die Beschwer-

degegnerin das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin zu Recht abge-

wiesen. 

 

7. 

7.1. 

Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei ihr die unentgeltliche Rechts-

pflege zu gewähren und Rechtsanwalt Dr. iur. Hardy Landolt als unentgelt-

licher Rechtsbeistand zuzuweisen (Rechtsbegehren Ziff. 2). 

 

7.2. 

Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, einschliesslich unentgeltli-

che Rechtsverbeiständung, besteht nach ständiger Rechtsprechung des 

Bundesgerichts aufgrund von Art. 29 Abs. 3 BV in jedem staatlichen Ver-

fahren, in welches die gesuchstellende Person einbezogen wird oder des-

sen sie zur Wahrung ihrer Rechte bedarf. Der verfassungsmässige An-

spruch auf unentgeltliche anwaltliche Verbeiständung besteht indessen 

nicht vorbehaltlos. In jedem Falle verlangt ist die Bedürftigkeit des Recht-

suchenden, die Nichtaussichtslosigkeit des verfolgten Verfahrensziels und 

die sachliche Gebotenheit der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im 

konkreten Fall (BGE 132 V 200 E. 4.1 S. 200 f.; 128 I 225 E. 2.5 S. 232 ff.; 

125 V 32 E. 4b S. 35 f.). 

 

7.3. 

Die Beschwerdeführerin hat sich über ihre Mittellosigkeit ausgewiesen und 

auch die übrigen Voraussetzungen sind erfüllt. Die unentgeltliche Rechts-

pflege ist ihr daher zu bewilligen und Dr. iur. Hardy Landolt, Rechtsanwalt, 

Glarus, zu ihrem unentgeltlichen Vertreter zu ernennen. 

 

8. 

8.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

 - 14 - 

 

 

8.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00 und sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Da dieser die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt wurde, sind die Kosten einstweilen lediglich vorzu-

merken.  

 

8.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu. Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter wird das an-

gemessene Honorar nach Eintritt der Rechtskraft des versicherungsge-

richtlichen Urteils aus der Obergerichtskasse zu vergüten sein (Art. 122 

Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. § 34 Abs. 3 VRPG). 

 

8.4. 

Es wird ausdrücklich auf Art. 123 ZPO verwiesen, wonach eine Partei, der 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung der vor-

gemerkten Gerichtskosten sowie der dem Rechtsvertreter ausgerichteten 

Entschädigung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht beschliesst: 

 

Der Beschwerdeführerin wird die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und 

zu ihrem unentgeltlichen Vertreter wird Dr. iur. Hardy Landolt, Rechtsan-

walt, Glarus, ernannt. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege werden sie 

einstweilen vorgemerkt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

  

 - 15 - 

 

 

4. 

Das Honorar des unentgeltlichen Rechtsvertreters wird richterlich auf 

Fr. 2'500.00 festgesetzt. 

 

Die Obergerichtskasse wird gestützt auf § 12 Anwaltstarif angewiesen, 

dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Dr. iur. 

Hardy Landolt, Rechtsanwalt, Glarus, nach Eintritt der Rechtskraft das Ho-

norar von Fr. 2'500.00 auszurichten. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 13. September 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Der Vizepräsident:   Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner     Siegenthaler