# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25878fee-c3cd-544e-8e25-a6af029e2021
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.06.2009 D-3875/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3875-2009_2009-06-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3875/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u n i  2 0 0 9

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Markus König;
Gerichtsschreiberin Corinne Krüger.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 5. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3875/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer, ein katholischer Igbo mit letztem Wohnsitz 
in  X._______  (...),  seinen  Heimatstaat  Nigeria  eigenen  Angaben 
zufolge im Dezember 2008 verliess und am 14. Dezember  2008 auf 
dem Luftweg in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl er-
suchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum Y._______ vom 17. Dezember 2008 sowie der direkten Anhö-
rung  vom  8. April  2009  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen geltend machte, er sei in Z._______ (...) geboren,

dass seine Eltern im Jahre 1995 nach X._______ (...) gezogen seien, 
er  jedoch bei  seinem Onkel  B._______ in  Z._______ geblieben und 
dort aufgewachsen sei, 

dass  er  schliesslich  im  Jahre  2004  seinen  Eltern  nach  X._______ 
gefolgt sei,

dass er im Januar 2008 mit seinem muslimischen Freund M. eine ein-
malige sexuelle Erfahrung gemacht habe,

dass sowohl er als auch M. sich danach komisch gefühlt hätten,

dass M. deshalb seinen Eltern davon erzählt habe und diese daraufhin 
die beiden bei der Scharia angezeigt hätten, die für dieses Delikt die 
Todesstrafe durch Erhängen vorsehe,

dass ihm mitgeteilt worden sei, ihm werde eine Frist von zwei respekti-
ve drei  Monaten gewährt,  um sich beim Gericht  zu stellen,  anderer-
seits werde er mit Gewalt vorgeführt,

dass er  vor Ablauf der Frist  nach Z._______ gegangen sei  und sich 
dort versteckt habe,

dass er einige Monate später nach X._______ zurückgekehrt sei, weil 
er gedacht habe, die Sache wäre inzwischen vergessen,

dass er in X._______ wieder seinen Freund M. getroffen habe, der ihm 
geraten  habe,  sich  weiterhin  zu  verstecken,  was  er  auch  gemacht 

Seite 2

D-3875/2009

habe – tagsüber sei er im Wald gewesen und nachts im Haus seiner 
Eltern,

dass am 28. November 2008 in X._______ blutige Unruhen zwischen 
Moslems und  Christen  ausgebrochen  seien  und  die  Moslems dabei 
das Haus des Beschwerdeführers in Brand gesteckt hätten,

dass dabei seine Eltern ums Leben gekommen seien,

dass der Beschwerdeführer selber rechtzeitig durch die Hintertür habe 
entkommen können,

dass er sich am darauffolgenden Tag zusammen mit sehr vielen ande-
ren Flüchtlingen beim Roten Kreuz in X._______ gemeldet habe,

dass er dort  einige Tage geblieben sei, bis ihm eine Schweizerin ge-
holfen habe, Nigeria zu verlassen,

dass er in ihrer Begleitung am 14. Dezember 2008 auf dem Luftweg in 
die Schweiz eingereist sei,

dass das BFM mit Verfügung vom 5. Juni 2009 – eröffnet am 8. Juni 
2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf das Asylgesuch des Beschwer-
deführers nicht eintrat und seine Wegweisung aus der Schweiz sowie 
deren Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  es  lägen 
keine entschuldbaren Gründe für  das Nichteinreichen von Identitäts- 
oder Reisepapieren vor, da die Behauptung des Beschwerdeführers, 
er sei ohne Ausweisschriften auf dem Luftweg in die Schweiz gereist 
und seine Begleiterin habe für ihn unterwegs alle Kontrollen erledigt, 
den stereotypen Vorbringen vieler Gesuchsteller entspreche, die nicht 
bereit seien, ihre Identität mittels Dokumenten zu belegen und dies in 
Anbetracht des geltend gemachten Reiseweges nicht der Realität ent-
spreche,

dass  sich  der  Beschwerdeführer  des  Weiteren  widersprochen  habe, 
wenn er einmal per Direktflug von X._______ nach Genf gelangt sein 
und  ein  andermal  in  Lagos  eine  Zwischenlandung  gemacht  haben 
wolle,

Seite 3

D-3875/2009

dass seine Aussagen, wonach er einmal etwa um 11 Uhr morgens und 
ein andermal am Abend in X._______ abgeflogen sein wolle, ebenfalls 
widersprüchlich seien,

dass der Beschwerdeführer bezeichnenderweise keine weiteren Anga-
ben zu diesen Flügen habe machen können,

dass  zudem die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  insgesamt  nicht 
geglaubt werden könnten, weshalb davon auszugehen sei, dass er mit 
entsprechenden Dokumenten in die Schweiz eingereist sei,

dass  er  sich  inzwischen bereits  seit  etwa einem halben Jahr  in  der 
Schweiz aufhalte und den Schweizer Behörden bis dato weder einen 
Reisepass noch seinen ID-Ausweis ausgehändigt habe,

dass  der  Beschwerdeführer  somit  keine  plausiblen  Gründe  für  das 
Fehlen von Ausweispapieren vorzubringen vermöge,

dass die Asylvorbringen des Beschwerdeführers widersprüchlich sei-
en,

dass er beispielsweise einerseits angegeben habe, die Eltern von M. 
hätten ihn dem Gericht zugeführt,  andererseits zu Protokoll  gegeben 
habe, er habe eine Vorladung erhalten,

dass er diese Vorladung, welche ihm angeblich sowohl eine Frist ge-
stellt als auch eine entsprechende (Todes-)Androhung bei Nichtbefol-
gen beinhaltet habe, bei der Erstbefragung mit keinem Wort erwähnt 
habe,

dass  er  die  ihm angeblich  angesetzte  Frist  einmal  mit  zwei  und ein 
andermal mit drei Monaten angegeben habe,

dass auch die Aussage, wonach er sich unmittelbar vor der Ausreise 
einmal zwischen fünf und sieben und ein andermal etwa 15 Tage im 
Büro des Roten Kreuzes in X._______ aufgehalten haben wolle,

dass schliesslich auch das Verhalten des Beschwerdeführers nicht der 
geltend gemachten Verfolgung entspreche, wenn er kurze Zeit später 
wieder  nach  X._______  zurückgekehrt  sei,  wo  ihm seinen  Angaben 
zufolge  aufgrund  des  begangenen  Deliktes  die  Todesstrafe  gedroht 
habe,

Seite 4

D-3875/2009

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und 
zusätzliche Abklärungen zum Vorliegen derselben oder eines Wegwei-
sungsvollzugshindernisses  aufgrund  der  Aktenlage  nicht  erforderlich 
seien,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 15. Juni 2009 gegen die-
sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei beantragte, die Verfügung des Bundesamtes für Migration vom 
5. Juni 2009 sei vollumfänglich aufzuheben und sein Asylgesuch vom 
14. Dezember 2008 sei gutzuheissen, eventuell sei die Wegweisungs-
verfügung aufzuheben und die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass er zudem in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen liess, es 
sei  ihm die  unentgeltliche  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren,

dass die vorinstanzlichen Akten am 17. Juni 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen  (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 

Seite 5

D-3875/2009

überprüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbstständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.11. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass nach dem vorstehend Gesagten auf den Antrag, das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers sei gutzuheissen, nicht einzutreten ist,

dass auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwer-
de einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

Seite 6

D-3875/2009

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde lediglich den zur Be-
gründung des Asylgesuches geltend gemachten Sachverhalt rudimen-
tär wiederholt und zudem geltend macht, er sei gemäss dem Wortlaut 
von  Art.  1  A.  Abs.  2  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  klarerweise  als 
Flüchtling anzusehen,

dass er zudem anfügt, er habe keine Garantie für eine Rückkehr nach 
Nigeria in Sicherheit und Würde, da eine begründete Furcht bestehe, 
dass  er  dort  Behandlungen  ausgesetzt  würde,  die  gegen Art.  3  der 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verstiessen,

dass  der  Beschwerdeführer  keine  entschuldbaren  Gründe  für  die 
Nichtabgabe eines beweistauglichen Identitätsdokuments (vgl. BVGE 
2007/7 E. 4-6) innerhalb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des 
Asylgesuchs  glaubhaft  zu  machen  vermag  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  a 
AsylG),

dass  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers,  er  habe  die  ganze 
Reise aus Nigeria bis in die Schweiz ohne Reisepapiere zurückgelegt, 
nicht den tatsächlichen Begebenheiten entsprechen können, 

dass er in seiner Beschwerde keinen Bezug auf die ausführlichen und 
zutreffenden Erörterungen der Vorinstanz nimmt, weshalb vollumfäng-
lich auf diese zu verweisen ist,

Seite 7

D-3875/2009

dass sich der Beschwerdeführer zudem offensichtlich in keiner Weise 
um  den  Erhalt  von  Identitätspapieren  bemühte,  und  auch  weiterhin 
nicht gewillt ist, solche zu beschaffen,

dass er lediglich angab, nie einen Pass besessen, im Jahr 2007 aber 
eine Identitätskarte beantragt zu haben (vgl. act. A4/11, S. 3 sowie Be-
schwerde S. 3),

dass er  jedoch nicht  erwähnte,  weshalb er  die angeblich beantragte 
ID-Karte nie erhalten haben soll,

dass sodann im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach der Direktanhörung vom 8. April 2009 präsentierte, unter Verzicht 
auf  zusätzliche  tatbestandliche Abklärungen  im Rahmen einer  bloss 
summarischen Prüfung der Schluss gezogen werden konnte, er erfülle 
die  Flüchtlingseigenschaft  offenkundig  nicht  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b 
AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 5.5. und 5.6.),

dass  der  Beschwerdeführer  den  diesbezüglichen  Erwägungen  des 
BFM nichts Konkretes und Substanziiertes entgegenhält, sondern sich 
mit der Behauptung, er erfülle die Anforderungen an die Flüchtlingsei-
genschaft, begnügt, weshalb anstelle von Wiederholungen auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen ist,

dass  abgesehen  von  den  bereits  von  der  Vorinstanz  richtigerweise 
festgestellten  Widersprüchen  in  den  Vorbringen  des  Beschwerdefüh-
rers noch weitere bestehen, 

dass er beispielsweise anlässlich der Kurzbefragung vom 17. Dezem-
ber  2008  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  Y._______  angab, 
nachdem er sich in Z._______ versteckt habe, sei er im August 2008 
nach X._______ zurückgekehrt (vgl. act. A4/11, S. 6), an der direkten 
Anhörung vom 8. April 2009 jedoch aussagte, er sei erst im November 
2008 nach X._______ zurückgegangen (vgl. act. A10/19, S. 10),

dass er sich mehrmals bezüglich seiner Verwandten widersprach, so 
einmal von zwei Onkeln väterlicherseits und drei Tanten/Onkeln müt-
terlicherseits sprach, dann aber mehrfach ausdrücklich erklärte, nur ei-
nen einzigen Onkel zu haben (vgl. act. A4/11, S. 3 und act. A10/19, 
S. 6),

Seite 8

D-3875/2009

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers somit aufgrund ihrer zahl-
reichen Widersprüche und der fehlenden Realkennzeichen als haltlos 
zu werten sind,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in Nigeria droht,

Seite 9

D-3875/2009

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las-
sen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass im Heimatdorf (Z._______) des Beschwerdeführers mehrere Ver-
wandte – insbesondere sein Onkel B._______, bei dem er bis zu sei-
nem 14. Lebensjahr wohnte – leben und er dort somit über ein tragfä-
higes  Familiennetz  verfügt,  welches  ihm  eine  Rückkehr  dorthin  we-
sentlich erleichtern wird,

dass deshalb insgesamt keine Gefahr besteht, der Beschwerdeführer 
gerate nach einer Rückkehr nach Nigeria in eine existenzbedrohende 
Lage,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass der Antrag, dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechts-
pflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren, zufolge Aussichtslo-
sigkeit der Beschwerde abzuweisen ist,

Seite 10

D-3875/2009

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

Seite 11

D-3875/2009

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilagen: angefochtene Ver-
fügung im Original, Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Telefax und Kurier)

- (kantonale Behörde)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Corinne Krüger

Versand: >

Seite 12