# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c736eb40-0383-5805-994c-77490468c6d1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-12-21
**Language:** de
**Title:** MEDAS Gutachten beweiskräftig und gestützt darauf vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in der angestammten als auch einer angepassten Tätigkeit.  (BGE 9C_132/2016)
**Docket/Reference:** IV.2014.01026
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.01026.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.01026
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Schwegler
Urteil
vom
21. Dezember 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin
Dr.
Barbara Wyler
Wyler Koch Rechtsanwälte, Business Tower
Zürcherstrasse
310, Postfach 1011, 8501 Frauenfeld
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 197
4
, meldete sich am 2
2.
April 2013 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf regelmässige Schmerzen in den Nackenwirbeln und der Lendenwirbelsäule (LWS) zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/7).
Die IV-Stelle tätigte berufliche sowie medizinische Abklärungen und holte insbesondere das interdisziplinäre Gut
achten de
s
Y.___
vom 1
1.
April 2014 ein (
Urk.
9/39). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
3.
Mai 2014,
Urk.
9/43; Einwand vom 1
6.
Juni 2014,
Urk.
9/47) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
2.
September 2014 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob der
Versicherte
am
2.
Oktober 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte
F
olgendes:
„
1.
Die angefochtene Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
2.
September
2014
sei aufzuheben.
2.
Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten des
Y.___
vom 1
1.
April 2014 sei wegen Persönlichkeitsverletzung des Beschwerdeführers aus dem Recht zurückzuweisen.
Es sei ein neues interdisziplinäres Gutachten durch unbefangene Gutach
ter anzufertigen.
Ev.
f
ür den Fall, dass kein neues interdisziplinäres Gutachten angefertigt wird, sei das interdisziplinäre Gutachten des
Y.___
vom 1
1.
April 2014 punkto medizinische Befunde und erwerbliche Auswirkungen zu berich
tigen. Der rheumatologische Teilgutachter, Herr
Dr.
med.
Z.___
, sei aufzufordern, sein rheumatologisches Teilgutachten zu überarbeiten und die angeblichen, immer wieder vorkommenden Widersprüche des Beschwerdeführers und die Ablenkungsmanöver bei der Untersuchung der Wirbelsäule genau zu detaillieren und anzugeben, worin diese beste
hen sollen.
Es sei eine EFL durchzuführen, um die Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers abzuklären.
3.
Es sei auf jeden Fall ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und unent
geltliche
Verbeiständung
für das Beschwerdeverfahren zu gewäh
ren.“
Mit Beschwerdeantwort vom
7.
November 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8 und
Urk.
9/1-64).
Mit Verfügung vom 1
3.
November 2014 (
Urk.
10) setzte das hie
sige Gericht den Beschwerdeführer darüber in Kenntnis, wies das Gesuch um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels
ab
, gewährte dem Beschwerdefüh
rer die unentgeltliche Prozessführung und bestellte ihm Rechtsanwältin Barbara Wyler als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür (
Urk.
2), dass aus dem
Y.___
-Gutachten keine dauerhafte Diagnose hervorgehe, welche die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Gipser beeinträchtige, so dass kein IV-relevanter Gesundheitsschaden vorliege.
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
das
Y.___
-Gutachten sei nicht verwertbar: Zum Einen werde der Beschwerdeführer insbe
sondere durch den rheumatologischen Gutachter zu Unrecht
ohne dezidierte und konkrete Angaben
als Simulant hingestellt, was persönlichkeitsverletzend
sei und sowohl zivil-
als auch sozialversicherungsrechtlich nicht hingenommen werden könne
(
Urk.
1 S. 5
f.). Des Weiteren kämen die begutachtenden Ärzte zu falschen Schlüssen bezüglich Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, da
sie
die Tätigkeit als Gipser auf dem Bau nicht als schwere, sondern als leichte bis mittelschwere Tätigkeit beurteil
en
würden
. Der rheumatologische Gutachter führe aus, die 100%ige Arbeitsfähigkeit gelte auch für jegliche dem Alter und Habitus des Beschwerdeführers entsprechende leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne
Leis
tungseinbusse
- schwere Tätigkeiten seien entsprechend nicht zumutbar (
Urk.
1 S. 6 f.).
In der Beschwerdeantwort wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass bereits im Bericht des
A.___
von erheblicher Selbstlimitierung, Symptomausweitung und minimalster Leistungsbereitschaft die Rede sei. Es gehöre zu den Pflichten eines sorgfältigen Gutachters, auf Dis
krepanzen, Ungereimtheiten und Widersprüche aufmerksam zu machen, so dass die Bemerkung, eine Simulation sei nicht völlig auszuschliessen, aufgrund der Diskrepanzen der geklagten Beschwerden und den nicht vorhandenen objekti
vierbaren Befunden, nicht zu
beanstanden sei. Des Weiteren wies die
Beschwer
degegnerin
darauf hin, dass auch bei den Einkommensverhältnissen Diskrepan
zen auffielen (
Urk.
7).
2.
2.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen
Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Die bis zur polydisziplinären Begutachtung aufliegenden Arztberichte wurden in der Expertise vom
1
1.
April 2014
zusammengefasst (
Urk.
9/39 S. 2 ff.)
, weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
3.2
Die begutachtenden Ärzte hielten im Gutachten vom 1
1.
April 2014 keine Diag
nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit diagnostizierten sie ein chronisches
zervikozephales
und
zervikobra
chiales
Schmerzsyndrom links mit/bei (
Urk.
9/39 S. 35):
-
geringgradiger
degenerativer
Veränderung der Halswirbelsäule (HWS)
-
fehlender neurologischer Reiz- oder Ausfallsymptomatik
-
Verdacht auf Symptomausweitung (Differentialdiagnose: Simulation)
Die allgemein-internistische Untersuchung habe das Bild eines 40-jährigen,
alters
entsprechend
aussehenden, athletisch gebauten Beschwerdeführers in sehr gutem Allgemeinzustand ergeben. Der internistische Status sei an sich völlig unauffällig
,
ohne Nachweis einer kardiopulmonalen oder abdominellen Patho
logie
,
und auch der detaillierte Neurostatus sei - abgesehen von einer diffusen Sensibilitätsverminderung der linken Gesichtshälfte und der linken oberen Ext
remität - unauffällig. Das EKG zeige einen unauffälligen Erregungsablauf und die Spirometrie liefere keine Hinweise für eine obstruktive oder restriktive
Ven
tilationsstörung
. Die Laboruntersuchungen lägen alle im Normbereich, aller
dings liege der
Remeron
-Spiegel weit unter dem therapeutischen Bereich, so
dass angenommen werden müsse, dass der Beschwerdeführer dieses Medika
ment nicht regelmässig einnehme. Aus internistischer Sicht liessen sich keine Diagnosen stellen, welche einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Der Beschwerdeführer sei somit aus allgemein-medizinischer Sicht als zu 100
%
arbeitsfähig zu betrachten
(
Urk.
9/39 S. 39)
.
Bei der rheumatologischen Untersuchung zeige sich ein muskulär bestens aufge
bauter, gesunder junger Mann, welcher sich bei der Anamneseerhebung immer wieder widerspreche und welcher beim Untersuch der Wirbelsäule unter Ablenkungsmanövern eine völlig freie und schmerzlose Beweglichkeit zeige. Eigentliche pathologische Befunde im Rheumastatus, aber auch im grob geprüften Neurostatus
,
hätten nicht erhoben werden können. Die nicht
derma
tombezogene
Hypästhesie im Bereiche des linken Armes und der linken Gesichtshälfte sowie der linken oberen und mittleren
Thoraxapertur
habe keinen Krankheitswert und sei funktionell. Gegen einen pathologischen Prozess im Bereich der HWS und BWS mit fehlenden neurologischen Ausfällen sprächen auch die MRI von HWS (01/13) und BWS (04/13), welche durchwegs als normal beurteilt worden seien. Dementsprechend finde man aus rheumatologischer Sicht keinen Grund, welcher die Beschwerden des Beschwerdeführers erklären könnte. Aus rheumatologischer Sicht sei er in seiner zuletzt ausgeübten Tätig
keit als Gipser dementsprechend
zu
100
%
arbeitsfähig. Diese vollumfänglich
e
Arbeitsfähigkeit gelte auch für jegliche, dem
Alter und Habitus entsprechende leichte
bis mittelschwere Tätigkeit, ohne Leistungseinbusse
(
Urk.
9/39 S. 39 f.)
.
Bei der neurologischen
Untersuchung habe sich kein objektivierbares
fokalneuro
logisches
Defizit objektivieren lassen. Die angegebene
Sensibilitäts
störung
sei streng mittellinienbegrenzt und lasse sich keiner organischen Genese zuordnen. In der Kernspintomographie der HWS und der BWS finde sich kein bildmorphologisches Korrelat für die vom Beschwerdeführer beklagten,
attackenartig
auftretenden, für mehrere Stunden anhaltenden,
messersticharti
gen
Schmerzen maximaler Intensität. Insbesondere erscheine die beklagte aus
geprägte
Hyp
- bis Anästhesie des linken oberen Quadranten angesichts der erhaltenen T
iefensensibilität mit einer
Pall
ästhesie
von 8/8 am linken Zeigfinger in einer Attacke und des unauffälligen Finger-Nase-Versuchs links sowie der im Übrigen normale Gebrauch der linken Hand auch in der Attacke nicht plausibel. Die übrigen Sinnesmodalitäten seien erhalten. Die kernspintomographisch beschriebenen,
leichtgradigen
degenerativen HWS-Veränderungen hätten kein klinisches Korrelat und legitimierten deshalb auch aus neurologischer Sicht keine Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/39 S. 40).
Im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Exploration habe eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge
schlossen werden können. Die Schmerzen seien während des ganzen 50-minüti
gen Gespräches nicht im Hauptfokus der Aufmerksamkeit des Beschwerdefüh
rers gestanden und das inhaltliche Denken sei nicht auf die Schmerzen einge
engt. Während des Gespräches sei es nur einmalig zu einer schmerzinduzierten Positionsveränderung gekommen, ansonsten sei er relativ ruhig und entspannt im Sessel gesessen. Eine Bewegungseinschränkung lasse sich
nicht erkennen, in der Schmerzschilderung sei kein Leidensdruck spürbar, er wirke nicht
schmerz
geplagt
. Teils seien seine Äusserungen sehr vage, dies gelte insbesondere bei den Einschränkungen durch die Schmerzen; bezüglich Sitzdauer gebe er an, je nachdem 20 Minuten, manchmal eine Stunde sitzen zu können, es sei ihm hin
gegen möglich, mit dem Auto als Beifahrer nach
B.___
zu fahren. Er berichte auch bezüglich des Gehens, dass dies unterschiedlich sei - je nachdem bis zu 30 Minuten. Es lasse sich auch kein Konflikt oder eine psychosoziale Belastungssituation erkennen, die als entscheidender, ursächlicher Faktor gelten könn
t
e. Es liege auch keine andere Diagnose aus dem psychiatrischen Fachge
biet vor, insbesondere könne eine Depression bzw. Angststörung verneint wer
den. Der Beschwerdeführer könne Freude empfinden, er zeige Interessen, es liege kein sozialer Rückzug vor. Er berichte nicht über eine vermehrte Müdigkeit oder eine rasche Erschöpfbarkeit. Die Ein- und Durchschlafstörungen seien schmerzbedingt, der Appetit sei gut. Der Beschwerdeführer berichte zwar sub
jektiv über hin und wieder auftretende Konzentrationsstörungen, diese seien im Gespräch allerdings nicht objektivierbar: Der Beschwerdeführer habe die Auf
merksamkeit während der ganzen 50 Minuten halten können und habe Daten und anamnestische Zusammenhänge detailliert und klar strukturiert und nach
vollziehbar wiedergegeben. Objektiv liessen sich keine depressiven Symptome erkennen, der Beschwerdeführer wirke nicht deprimiert, die affektive
Schwin
gungsfähigkeit
sowie die Gestik und Mimik seien nicht eingeschränkt, der Affekt sei unauffällig.
Er spreche mit klarer, fester, gut modulierter Stimme. Auch pathologische Ängste oder Zwänge würden von ihm verneint. Aus
versi
cherungspsychiatrischer
Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, er sei demzufolge zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
9/39 S. 40 f.).
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde
hielten die begutachtenden Ärzte fest, dass
der Beschwerdeführer weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
sei
. Für seine Schmerzen liesse sich keinerlei organische Erklä
rung finden. Ausser diskreten radiologischen Veränderungen im Bereich der HWS seien keine pathologischen Befunde am Bewegungsapparat oder am Ner
vensystem nachweisbar, viel mehr imponierten starke Diskrepanzen zwischen den subjektiv beklagten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden. Die Schmerzen seien auch nicht Ausdruck einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung
oder einer sonstigen psychiatrischen Erkrankung. Hingegen fielen viele Ungereimtheiten zwischen der Anamnese und den Akten sowie zahlreiche Widersprüche auf, welche an der Glaubwürdigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers zweifeln liessen. Eine Simulation sei daher nicht völlig aus
zuschliessen (
Urk.
9/39 S. 41).
Der Beschwerdeführer sei aus interdisziplinärer Sicht in seiner zuletzt ausgeüb
ten Tätigkeit als Gipser als auch in einer sonstigen Verweistätigkeit vollum
fänglich arbeitsfähig und es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzu
nehmen, dass er auch früher nie in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewe
sen sei (
Urk.
9/39 S. 41 f.).
4.
4.1
Das
polydisziplinäre
Gutachten vom
1
1.
April 2014
erfüllt sämtliche
rechtspre
chungsgemäss
erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche
Entschei
dungsgrundlagen
(vgl. E.
2.3
). Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter (
Urk.
9/39 S. 16 ff.;
Urk.
9/39 S. 21 ff.;
Urk.
9/39 S. 25 ff.;
Urk.
9/39 S. 31 ff.
) und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(
Urk.
9/39
S.
2 ff.
) abgegeben. Es würdigt die vorha
ndenen Arztberichte sorgfältig (
Urk.
9/39 S. 9 ff.;
Urk.
9/39 S. 42).
Es berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander.
Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gut
-
achten ist schlüssig.
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer bra
chte vor, dass die Gutachter ihn
zu Unrecht
als Simu
lant hingestellt hätten, ohne dies konkret zu begründen.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die begutachtenden Ärzte den Beschwerde
führer nicht als Simulanten hinstellten, sondern lediglich festhielten, dass eine Simulation nicht völlig ausgeschlossen werden könne. Dies führten sie zusam
mengefasst darauf zurück, dass keine
objektivierbaren Befunde vorlä
gen, wel
che die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen begründen würden (vgl.
E.
3.2). Die begutachtenden Ärzte hielten des Weiteren fest, dass die starken Dis
krepanzen zwischen den subjektiv geklagten Beschwerden und den objektiven Befunden imponiere und viele Ungereimtheiten zwischen der Anamnese und den Akten sowie zahlreiche Widersprüche auffielen, welche an
der Glaubwür
digkeit des Beschwerdeführers zwei
feln liessen (
Urk.
9/39
S. 41). Konkret führ
ten sie den
weit unter dem therapeutischen Bereich liegende
n
Remeron
-Spiegel, die freie und schmerzlose Beweglichkeit der Wirbelsäule unter Ablenkung, widersprüchliche Angaben bei der Anamneseerhebung sowie die widersprüchli
chen Angaben zur Sitz- und
Gehdauer
an
. Au
ch sei
die beklagte
Hyp
- bis Anästhesie des linken Quadranten angesichts der erhaltenen Tiefensensibilität mit einer
Pallästhesie
von 8/8 am linken Zeigfinger in einer Attacke und des unauffälligen Finger-Nase Versuchs links sowie de
s
im Übrigen normale
n
Gebrauch
s
der linken Hand auch in der A
ttacke nicht plausibel (vgl. E.
3.2).
Die Feststellung der Gutachter, dass eine Simulation nicht ausgeschlossen werden könne, ist damit schlüssig und nachvollziehbar.
4.2.2
Auch ist darauf hinzuweisen, dass
die Gutachter mit ihren Feststellungen nicht von der Beurteilung behandelnder Ärzte abweichen:
So hielt
Dr.
med.
C.___
, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, in sei
nem zuhanden des Hausarztes des Beschwerdeführers erstellten Bericht vom
1.
März 2013 fest, dass die objektivierbaren Befunde nicht ausreichen würden, um eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit rheumatologisch zu begründen. Bei Ver
dacht auf Sym
ptomausweitung empfehle er
die Situation psychiatrisch beurtei
len zu lassen (
Urk.
9/11 S. 72 f.).
Auch die Ärzte der Klinik
D.___
notierten in ihrem Bericht über die interdiszipli
näre arbeitsspezifische Abklärung vom 1
1.
April 2013 (
Urk.
9/16
S.
6 ff.), dass rein aus somatischer Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollzogen werden könne, zeigten die ergonomischen Untersuchungen zwar erhebliche Inkonsistenzen und eine fehlende Leistungsbereitschaft, jedoch habe der Beschwerdeführer durchaus gezeigt, dass er in der Lage sei
,
leichte bis mit
telschwere Gegenstände sicher zu hantieren (
Urk.
9/16 S. 9; vgl. auch
Resul
-
tate
des
Job Match vom 1
1.
April 2013,
Urk.
9/11 S. 59 ff.).
Auch unter Berücksichtigung der
Vorakten
ist die Feststellung der Gutachter, dass eine Simulation nicht ausgeschlossen werden könne, somit durchaus schlüssig und nachvollziehbar.
4.3
Der Beschwerdeführer bringt des Weiteren vor, dass d
ie Tätigkeit als Gipser als schwere Arbei
t einzustufen sei. Der rheumatologische Gutachter
habe ausge
führt
, die 100%ige Arbeitsfähigkeit gelte in einer leichten bis mittelschweren Verweistätigkeit. Somit sei die Einschätzung, der Beschwerdeführer sei
zu
100%ig arbeitsfähig als Gipser, falsch.
De
m ist entgegenzuhalten, dass sowohl allgemein-internistisch, neurologisch, rheumatologisch und auch psychiatrisch kein Grund für eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit vorliegt
(vgl.
Urk.
9/39 S. 39 ff.)
.
Die
begutachtenden Ärzte
hielten entsprechend
interdisziplinär fest, dass der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Gipser trotz seiner Schmerzen nach wie vor zu 100
%
arbeitsfähig sei. Auch in einer sonstigen Verweistätigkeit bestehe eine qualitativ und quantitativ uneingeschränkte 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/39 S. 42).
Des Weiteren geht aus dem Arbeitgeberfragebogen vom 2
6.
Juli 2013 (Eingangs
datum,
Urk.
9/19) her
vor, dass der Beschwerdeführer nur selten
(1-5
%
oder bis ca. 0.5h/Tag) Lasten über 25 kg heben musste. Ob dies als schwere Tätigkeit zu qualifizieren ist, ist demnach ohnehin fraglich (
Urk.
9/19 S. 5).
Zusammenfassend ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Gipser nach wie vor in vollumfängli
chem Pensum zumutbar ist, so dass kein invalidenversicherungsrechtlich rele
vanter Invaliditätsgrad resultiert. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen.
5.2
Mit Verfügung vom 1
3.
November 2014 (
Urk.
10) wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt und es wurde i
hm Rechtsanwältin Barbara Wyler
als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfah
ren bestellt. Die dem Beschwerdeführer auferlegten Gerichtskosten sind dem
nach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Rechtsanwältin Barbara Wyler machte mit ihrer Honorarnote vom
1
4.
Dezember 2015 (
Urk.
1
2
) einen Aufwand von
11.5
Stunden und Barauslagen von
Fr.
91.60
geltend, was angemessen erscheint. Daraus resultiert eine En
tschädigung von insgesamt
Fr.
2‘582.95
(inklusive Mehrwertsteuer von 8
%
)
,
weshalb Rechtsan
wältin Barbara Wyler in diesem Umfang aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche
Rechtspflege verpflichten (
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
,
GSVGer
).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten
von
Fr.
600
.--
werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Dr. Barbara Wyler, Frauenfeld,
wird mit
Fr.
2‘582.95
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die
Nachzahlungs
pflicht
gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin
Dr.
Barbara Wyler
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstSchwegler