# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** edec251c-1367-5fac-b6c4-43afe3b96ec6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.08.2014 200 2014 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-54_2014-08-25.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 9. Januar 2015 gutgeheissen und das Urteil aufgehoben 
(8C_784/2014).

200 14 54 IV
LOU/SCM/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. August 2014

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch B.________,
Fürsprecher C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. November 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 6. April 2009 unter Hinweis auf Depressionen bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV [act. II] 2). Nach Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hin-
sicht, insbesondere der Einholung zweier interdisziplinärer Gutachten 
(act. II 25.1 f.), sowie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens 
(act. II 27, 29 f.) verfügte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegne-
rin) am 18. Oktober 2010 (act. II 31) die Abweisung des Rentenbegehrens. 
Dabei erwog sie im Wesentlichen, dass der Versicherten gemäss den in-
terdisziplinären Gutachten aus psychiatrischer Sicht bei einer Leistungsein-
schränkung von 10 - 15 % ein volles Arbeitspensum zumutbar sei. Gegen 
diese Verfügung wurde keine Beschwerde erhoben.

Am 22. Oktober 2010 (act. II 34) teilte die IVB der Versicherten mit, dass 
sie den am 19. Oktober 2010 eingegangenen Bericht von Dr. med. 
D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 
15. Oktober 2010 (act. II 33) dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor-
legen und bis am 30. Oktober 2010 über das weitere Vorgehen informieren 
werde. Nach zweimaliger Rücksprache mit dem RAD (act. II 35, 45), einer 
weiteren Stellungnahme durch den psychiatrischen Gutachter (act. II 37) 
sowie nach Einholung eines Abklärungsberichts Haushalt (act. II 51 bzw. 
67) stellte die IVB der Versicherten mit Vorbescheid vom 2. Februar 2012 
(act. II 52) die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Dagegen er-
hob die Versicherte Einwand (act. II 53), woraufhin eine erneute Stellung-
nahme des RAD (act. II 54) und zusätzlich ein versicherungspsychiatri-
sches Gutachten (act. II 65.1) eingeholt wurden. Am 29. November 2013 
(act. II 75) verfügte die IVB – nach Durchführung des Vorbescheidverfah-
rens (act. II 68, 70, 74) – bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 31 % 
(Status von  80 % Erwerb mit einer gewichteten Invalidität von 30 % sowie 
Haushaltsanteil von 20 % mit einer gewichteten Invalidität von 0.8 %) die 
Abweisung des Rentenbegehrens.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher C.________ 
von B.________, am 17. Januar 2014 Beschwerde und beantragte – unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge – die Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung sowie die Zusprache einer IV-Rente.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2014 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 26. März 2014 bzw. mit Duplik vom 2. Mai 2014 hielten die 
Parteien an ihren jeweiligen Ausführungen fest.

Aufforderungsgemäss reichte Fürsprecher C.________ am 19. Mai 2014 
seine auf das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht beschränkte Kosten-
note ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 

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über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 29. November 2013 (act. II 75). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Zunächst ist zu klären, ob die angefochtene Verfügung aufgrund einer 
Neuanmeldung erlassen wurde oder ob es sich dabei um eine Wiederer-
wägung der gestützt auf die Erstanmeldung vom 6. April 2009 (act. II 2) 
erlassenen ursprünglichen Verfügung vom 18. Oktober 2010 (act. II 31) 
handelt.

2.1 Die Beschwerdegegnerin qualifizierte das Telefonat vom 17. Mai 
2011, mit welchem sich Dr. med. D.________ nach dem Verfahrensstand 
erkundigte (act. II 38), als Neuanmeldung. Dabei verkennt sie, dass der 
Anruf nicht durch die Beschwerdeführerin selbst erfolgte, sondern durch 
deren behandelnde Psychiaterin.  

Nach Art. 29 Abs. 1 ATSG hat, wer eine Versicherungsleistung bean-
sprucht, sich beim zuständigen Versicherungsträger in der für die jeweilige 
Sozialversicherung gültigen Form anzumelden. Ein Verfahren wird dem-
nach nicht von Amtes wegen eingeleitet. Eine Anmeldung zum Leistungs-
bezug bei der IV hat mittels eines amtlichen Formulars zu erfolgen (Art. 65 

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Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 [IVV; SR 831.201]). War bereits früher eine Anmeldung erfolgt, ist für 
die Geltendmachung neuer Leistungen (Neuanmeldung) zumindest ein 
formloses schriftliches Begehren notwendig (Kreisschreiben über das Ver-
fahren in der Invalidenversicherung per 1. Januar 2014 [KSVI], Rz. 1006). 
Ein blosser Telefonanruf dürfte diese formale Anforderung für eine Neuan-
meldung nicht erfüllen. Weiter sind zur Geltendmachung des Anspruchs die 
Versicherten, deren gesetzliche Vertreter bzw. Vertreterinnen sowie Behör-
den oder Dritte, welche die Versicherten regelmässig unterstützen oder 
dauernd betreuen, befugt (Art. 66 Abs. 1 IVV). Behandelnde Ärzte oder 
Ärztinnen sind unter Umständen zwar zur Anmeldung einer versicherten 
Person legitimiert, jedoch haben sie sich mittels entsprechender Vollmacht 
auszuweisen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Mai 2011, 
9C_61/2011, E. 2.4; vgl. auch KSVI, Rz. 1019). In den Akten befindet sich 
– soweit ersichtlich – keine entsprechende Vollmacht, die die behandelnde 
Psychiaterin zu einer Anmeldung zum Leistungsbezug namens der Be-
schwerdeführerin ermächtigt hätte. Demnach dürfte die telefonische Nach-
frage von Dr. med. D.________ vom 17. Mai 2011 den formalen Voraus-
setzungen insgesamt nicht genügen. Letztlich kann aber aus den nachste-
henden Gründen (E. 2.2 f. hiernach) offen bleiben, ob die Formvorschriften 
einer Neuanmeldung eingehalten wurden. 

2.2 Gegen die am 18. Oktober 2010 (act. II 31) ergangene Verfügung 
ist unbestritten keine Beschwerde erhoben worden. 

Bereits mit Schreiben vom 6. Oktober 2010 (Eingang bei der Beschwerde-
gegnerin am 8. Oktober 2010) hatte die behandelnde Dr. med. D.________ 
kurz begründet, weshalb sie die Beschwerdeführerin für eingeschränkt ar-
beitsfähig hält (act. II 29). Zudem wies sie darauf hin, dass sie vom 
13. September bis zum 4. Oktober 2010 abwesend und deshalb nicht in der 
Lage gewesen sei, zu dem von der Beschwerdeführerin am 30. September 
2010 erhobenen Einwand (vgl. act. II 30) eine medizinische Begründung 
abzugeben. Dr. med. D.________ stellte ausdrücklich in Aussicht, einen 
entsprechenden Bericht so bald als möglich nachzureichen. Sie verfasste 
den derart angekündigten Arztbericht am 15. Oktober 2010 (act. II 33). Die-
ser ging bei der Beschwerdegegnerin am 19. Oktober 2010 und somit ei-

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nen Tag nach Verfügungserlass ein. Mit Schreiben vom 22. Oktober 2010 
(act. II 34) teilte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit, sie 
werde den eingegangenen Arztbericht dem RAD zur Prüfung unterbreiten 
und sie bis spätestens zum 30. Oktober 2010 über das weitere Vorgehen 
informieren. Konkret werde sie ihr bis zu diesem Zeitpunkt mitteilen, ob am 
Entscheid festgehalten oder darauf zurückgekommen werde. Bereits am 
21. Oktober 2010 hatte die Beschwerdegegnerin eine Anfrage beim RAD-
Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
getätigt (act. II 35 S. 1 f.). Dessen Beurteilung erfolgte wegen eines verwal-
tungsinternen Fehlers indessen erst am 13. Januar 2011 (act. II 35 S. 3 f., 
act. II 45 S. 1 Ziff. 1). In Beantwortung der von der Beschwerdegegnerin 
am 21. Oktober 2010 an ihn gerichteten Fragen hielt Dr. med. E.________ 
darin fest, der Arztbericht von Dr. med. D.________ vom 15. Oktober 2010 
müsse noch berücksichtigt werden, zumal auch er der Ansicht sei, die 
psychiatrische Hauptdiagnose im Gutachten von Dr. med. F.________ 
(act. II 25.1), Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, könne 
nicht zutreffend sein. Dieser solle dazu Stellung nehmen. Diese Beurteilung 
durch Dr. med. E.________ löste weitere Abklärungen beim Gutachter 
Dr. med. F.________ aus. Letzterer reichte in der Folge seine ergänzende 
Stellungnahme vom 18. Januar 2011 ein (act. II 37), worauf am 5. Januar 
2013 eine neuerliche Begutachtung durch Dr. med. G.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, veranlasst wurde (act. II 65.1). 

Mit der Stellungnahme von Dr. med. E.________ vom 13. Januar 2011 
(act. II 35 S. 3 f.) wurden die Abklärungen zum medizinischen Sachverhalt 
fortgesetzt, so wie es die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ja 
bereits am 22. Oktober 2010 (act. II 34), gestützt auf den Bericht von 
Dr. med. D.________ vom 15. Oktober 2010 (act. II 33), in Aussicht gestellt 
hatte. Die am 21. Oktober 2010 (act. II 35 S. 1 f.) und somit unmittelbar 
nach Erlass der ursprünglichen Verfügung vom 18. Oktober 2010 
(act. II 31) in die Wege geleiteten Sachverhaltsergänzungen erfolgten 
demnach von Amtes wegen und ohne das Dazutun der Beschwerdeführe-
rin. Sie konnten somit gar nicht infolge des erst im Mai 2011 erfolgten Tele-
fonats von Dr. med. D.________ veranlasst werden. Die Fortsetzung bzw. 
Wiederaufnahme der Abklärungen im Januar 2011 (vgl. act. II 36) und letzt-
lich der Erlass der neuen hier angefochtenen Verfügung am 29. November 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 7

2013 (act. II 75) erfolgten offensichtlich ausschliesslich aufgrund der Er-
kenntnis der Beschwerdegegnerin, dass sowohl die Berichte von Dr. med. 
D.________ vom 15. Oktober 2010 (act. II 33) wie auch des RAD-Arztes 
vom 13. Januar 2011 (act. II 35 S. 3 f.) das Gutachten von Dr. med. 
F.________ (act. II 25.1) als nicht nachvollziehbar qualifizierten und des-
halb im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung vom 18. Oktober 2010 
(act. II 31) von einem unvollständig erstellten Sachverhalt ausgegangen 
werden musste. Folgerichtig wurden denn aus diesem Grund auch die wei-
teren Abklärungen eingeleitet.

2.3 Verfahrensrechtlich steht unter diesen Umständen fest, dass die 
Verfügung vom 29. November 2013 (act. II 75) nicht aufgrund der angebli-
chen Neuanmeldung vom Mai 2011 erlassen wurde, weshalb hier – wie 
gesagt – deren Zulässigkeit nicht geprüft zu werden braucht (vgl. E. 2.1 
hiervor). Vielmehr ist die angefochtene Verfügung (auch) als Wiedererwä-
gungsverfügung zu qualifizieren, mit der die ursprüngliche, unangefochten 
in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 18. Oktober 2010 (act. II 31) 
aufgehoben wurde, weil sie sich als zweifellos unrichtig erwiesen hatte und 
deren Berichtigung von erheblicher Bedeutung war (vgl. Art. 53 Abs. 2 
ATSG). Gemäss der Rechtsprechung dient die Wiedererwägung im Sinne 
dieser Bestimmung der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsan-
wendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung 
des Sachverhalts (BGE 117 V 8 E. 2c S. 17, 115 V 308 E. 4a cc S. 314). 
Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung 
aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. 
Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG), was hier der Fall ist (E. 2.2 
hiervor). Offen bleiben kann, ob die Beschwerdegegnerin durch die ange-
ordneten Abklärungsmassnahmen die Verfügung vom 18. Oktober 2010 
(act. II 31) nicht bereits zu diesem Zeitpunkt de facto in Wiedererwägung 
gezogen hat.

Bei diesem Zwischenergebnis braucht nicht geklärt zu werden, ob das 
Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 22. Oktober 2010 (Zusicherung 
der Bekanntgabe des weiteren Vorgehens bis zum 30. Oktober 2010 
[act. II 34]) als bindende Zusicherung zu qualifizieren ist und die Verwal-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 8

tung im Rahmen des Vertrauensschutzprinzips somit daran gebunden ge-
wesen wäre (vgl. Art. 9 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). 

2.4 Mit der wiedererwägungsweisen Aufhebung der Verfügung vom 
18. Oktober 2010 (act. II 31) ist der Leistungsanspruch auf den Zeitpunkt 
der ursprünglichen Anmeldung vom 6. April 2009 (act. II 2) hin zu beurtei-
len. Vorliegend streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdefüh-
rerin frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung 
ihres Anspruchs, mithin ab dem 1. Oktober 2009, einen Rentenanspruch 
hat (Art. 29 IVG i.V.m. Art. 29 Abs. 1 ATSG; vgl. auch E. 6.4 hiernach).

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 9

3.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b). 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invaliden-
rente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter 
Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der 
Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbe-
reichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b 
S. 199; Entscheid des BGer vom 25. Juli 2013, 8C_441/2012, E. 3.1.1).

3.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 10

nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

4.

Der medizinische Sachverhalt präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:

4.1 Am 11. bzw. 16. August 2010 wurde die Beschwerdeführerin von 
den Dres. med. F.________ und H.________, Facharzt für Allgemeine In-
nere Medizin FMH und Rheumatologie FMH, interdisziplinär begutachtet 
(Gutachten vom 24. August 2010 [act. II 25.1 und 26.1]).

Dr. med. F.________ diagnostizierte in seinem psychiatrischen Teilgutach-
ten (act. II 25.1) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Dysthymia 
(ICD-10 F 34.1), bestehend seit zirka April 2010. Ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig remittiert (ICD-10 F 33.4), bestehend seit den 80er Jahren, 
exakter Zeitpunkt des Beginns nicht klar zu evaluieren, mit depressiven 
Phasen 2001 und 2005, eine Akzentuierung der Persönlichkeit mit 
selbstunsicheren, zwanghaften und dependenten Zügen (ICD-10 Z 73.1), 
bestehend seit der Adoleszenz sowie einen schädlichen Gebrauch von 
Tabak (ICD-10 F 17.1), bestehend seit Jahren. Weiter stellte er folgende 
Diagnosen, deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer 
Sicht nicht beurteilt werden konnte: ein rezidivierendes Lumbovertebral-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 11

syndrom, mittelgradige Osteochondrose von LWK5 / SWK1, am 9. August 
2010 einen Velosturz mit Kontusionsmarken und Erosionen im Bereich 
Kinn und präpatellar linksbetont sowie einen Verdacht auf subklinische Hy-
pothyreose (S. 26 f. Ziff. 4). Dr. med. F.________ führte aus, die depressi-
ven Beschwerden hätten aktuell nicht ein Ausmass, welches die Diagnose 
einer depressiven Episode rechtfertige (S. 29). Aus psychiatrischer Sicht 
bestünden keine körperlichen Einschränkungen, die Beschwerdeführerin 
habe jedoch leichte Defizite in den Bereichen Flexibilität und Umstellungs-
fähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit, Fähigkeit zu 
familiären bzw. intimen Beziehungen sowie Fähigkeit zu Spontan-
Aktivitäten. In der bisherigen Tätigkeit als Hilfe im Bereich Hausdienst und 
Buffet in einem Hotelzentrum (S. 3) sei ihr aktuell ein volles zeitliches Ar-
beitspensum bei einer verminderten Leistungsfähigkeit von 10 - 15 % zu-
mutbar (S. 32 Ziff. 1, 3 f., vgl. auch S. 33 f. Ziff. 9 f., 12 f.).

Dr. med. H.________ diagnostizierte in seinem rheumatologischen Teilgut-
achten (act. II 26.1) eine Dysthymie, eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig remittiert, eine Akzentuierung der Persönlichkeit mit 
selbstunsicheren, zwanghaften und dependenten Zügen, ein rezidivieren-
des Lumbovertebralsyndrom, mittelgradige Osteochondrose von LWK5 / 
SWK1, einen Nikotinkonsum von zirka 15 pack years sowie am 9. August 
2010 einen Velosturz mit Kontusionsmarken und Erosionen im Bereich 
Kinn und präpatellar linksbetont (S. 5 Ziff. III). Aus rein somatisch-
rheumatologischer Sicht bestünden in den bisher ausgeführten Tätigkeiten 
(als …, …, …, …, … und … [S. 3 Ziff. I lit. D]) wie auch für Haushaltsarbei-
ten mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich belastendem Arbeitsprofil 
keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (S. 8).

In der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die sowohl die 
somatisch-rheumatologische als auch die psychosomatisch-psychiatrische 
Komponente mitberücksichtigte, kamen die Gutachter zum Schluss, dass 
derzeit für die bisher ausgeübten Tätigkeiten auf die Einschätzungen aus 
psychosomatisch-psychiatrischer Sicht – volles zeitliches Arbeitspensum 
bei einer verminderten Leistungsfähigkeit von 10 - 15 % – abgestützt wer-
den könne (act. II 26.1 S. 8).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 12

4.2 Dr. med. D.________ hielt in ihrer Stellungnahme vom 15. Oktober 
2010 (act. II 33) zum Gutachten von Dr. med. F.________ (act. II 25.1) fest, 
dass die Beschwerdeführerin – entgegen der vom Gutachter gestellten 
Diagnose (act. II 25.1 S. 26 Ziff. 4.1) – nicht an einer Dysthymia, sondern 
an schweren depressiven Episoden mit teilweise psychotischen Sympto-
men leide (vgl. auch Diagnose gemäss Zwischenbericht vom 20. Juni 2011 
[act. II 40]). Dies ergebe sich insbesondere mit Blick auf die ICD-10-
Beschreibung der Dysthymia: „[…] In der Anamnese und insbesondere bei 
Beginn der Störung können allerdings die Beschreibungen und Leitlinien 
der leichten depressiven Episode erfüllt gewesen sein. […] Das wesentli-
che Kennzeichen ist die langdauernde depressive Verstimmung, die nie-
mals oder nur sehr selten ausgeprägt genug ist, um die Kriterien für eine 
rezidivierende leichte oder mittelgradig depressive Störung zu erfüllen.“ Die 
Diagnosestellung und Therapieempfehlungen seien aus fachlicher Sicht 
nicht nachvollziehbar. Aufgrund der psychiatrischen Krankheit bestehe le-
diglich eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit.

4.3 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ diagnostizierte in seiner Stel-
lungnahme vom 13. Januar 2011 (act. II 35 S. 3 f.) eine rezidivierende De-
pression wechselnder Schweregrade. Weiter führte er aus, Dr. med. 
D.________ habe recht, auch für ihn sei klar, dass im Krankheitsverlauf 
früher mindestens drei dokumentierte schwere depressive Episoden aufge-
treten seien. Auch die bisher erfolgreiche Behandlungsstrategie mit Lithium 
durch Dr. med. D.________ sei eine ausreichende Begründung, weshalb 
es sich hier nicht um eine Dysthymie handle. Nach seinem Eindruck habe 
Dr. med. F.________ eine Dysthymie diagnostiziert (act. II 25.1 S. 26 
Ziff. 4.1), weil die Symptomatik bei seiner Untersuchung insgesamt leicht-
gradig gewesen sei. Dabei übersehe er aber, dass früher schwere Episo-
den vorgekommen seien. Diese wiederum habe er korrekt als rezidivieren-
de depressive Episoden, jedoch ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-
keit, eingeordnet. In Beantwortung der Fragen der Beschwerdegegnerin 
hielt Dr. med. E.________ fest, dass der Bericht von Dr. med. D.________ 
vom 15. Oktober 2010 (E. 4.2 hiervor) noch berücksichtigt werden müsse. 
Die psychiatrische Hauptdiagnose im Gutachten von Dr. med. F.________ 
könne aus den von Dr. med. D.________ dargelegten Gründen nicht zu-
treffend sein. Der Gutachter solle sich hierzu äussern.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 13

4.4 Bezugnehmend auf die Stellungnahme von Dr. med. D.________ 
(act. II 33) räumte Dr. med. F.________ am 18. Januar 2011 (act. II 37) ein, 
dass die von ihm gestellte Diagnose der Dysthymia dahingehend kritisch 
diskutiert werden könnte, als gemäss der Klassifikation gemäss ICD-10 ein 
mindestens mehrere Jahre dauernder Verlauf gefordert werde. Es handle 
sich um einen Problembereich von Klassifikationssystemen. Hier bestünde 
das Dilemma, dass bei der Beschwerdeführerin zum Untersuchungszeit-
punkt zwar eine gewisse diskrete depressive Symptomatik bestanden ha-
be, diese sich aber nicht eindeutig in eine passgenaue Diagnoseschublade 
zwängen lasse. Die Kompromisslösung der Diagnose der Dysthymia bilde 
die diskrete depressive Symptomatik zum Untersuchungszeitpunkt von der 
Symptombeschreibung her zwar am besten ab, habe aber bei genauer 
Anwendung der ICD-10-Kriterien in jedem Fall den „Pferdefuss“ des zeitli-
chen Kriteriums. Vice versa lasse sich aber für den damaligen Zeitpunkt die 
Symptomatik von der Ausprägung her in keinem Fall als eine mindestens 
leichtgradige depressive Episode bewerten, schon gar nicht als schwere 
depressive Episode mit psychotischen Symptomen. Unbestritten sei weiter, 
dass eine rezidivierende depressive Störung bestehe. Deren Remission  
begründe sich damit, dass zum Untersuchungszeitpunkt keine so ausge-
prägte depressive Symptomatik bestanden habe, welche die Diagnose ei-
ner depressiven Episode rechtfertige. Deshalb habe er dieser Diagnose 
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Auch hier bestehe 
wiederum ein Problem der Darstellung im ICD-10-Klassifikationssystem. 
Zusammenfassend habe die psychiatrische Symptomatik zum Untersu-
chungszeitpunkt höchstens eine leichtgradige Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit im gemäss Gutachten vom 24. August 2010 beschriebenem Aus-
mass (vgl. E. 4.1 hiervor) gerechtfertigt.

4.5 Im Zwischenbericht vom 20. Juni 2011 (act. II 40) diagnostizierte Dr. 
med. D.________ rezidivierende schwere depressive Episoden mit Nei-
gung zu psychotischen Symptomen und mehreren Suizidversuchen, unter 
Lithiumtherapie und Remeron aktuell symptomfrei, ICD-10 F 32.3. Sie führ-
te aus, die Beschwerdeführerin sei vom 26. Juni bis 8. Oktober 2001 erst-
mals wegen depressiver Episoden hospitalisiert gewesen (vgl. act. II 25.2 
S. 16 f.). Seit damals hätten immer wieder auch schwere depressive Epi-
soden mit psychotisch anmutenden Symptomen und Suizidalität mit wie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 14

derholten Suizidversuchen und weitern psychiatrischen Hospitalisationen 
vorgelegen. Da die Krankheit nicht geheilt werden könne, gehe die Be-
handlung auf unbestimmte Zeit weiter (S. 1 Ziff. 1 - 3). Die Beschwerdefüh-
rerin sei zu 50 % arbeitsunfähig (S. 1 Ziff. 5). Sie könne zu 50 % im … ar-
beiten, vorausgesetzt die Arbeiten seien einfach und es bestehe kein gros-
ser Zeitdruck. Weiter müsse genügend auf Ruhezeiten geachtet werden 
und es sollte nicht mehrere ganze Tage am Stück gearbeitet werden, son-
dern regelmässig jeweils ein halber Tag (S. 3 Ziff. 2).

4.6 Med. pract. I.________, Praktischer Arzt FMH, diagnostizierte in 
seinem Bericht vom 10. Oktober 2011 (act. II 44) eine schwere depressive 
Episode mit fraglichen psychotischen Symptomen unter Lithiumtherapie 
sowie eine chronische Eisenmangelanämie. In der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit bestehe laufend eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit, wobei mit der 
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit nicht gerechnet werden könne.

4.7 Im Bericht des RAD vom 14. November 2011 (act. II 45) bestätigte 
Dr. med. E.________ die im psychiatrischen Gutachten gestellten Diagno-
sen (vgl. E. 4.1 hiervor) und führte aus, in den ärztlichen Berichten werde 
seit 2009 nirgends von einer „Verschlechterung“ gesprochen. Damit sei 
davon auszugehen, dass es sich bei den unterschiedlichen Diagnosestel-
lungen von Dr. med. F.________ (vgl. E. 4.1 und 4.4 hiervor) und Dr. med. 
D.________ (vgl. E. 4.2 und 4.5 hiervor) um eine differente Beurteilung 
desselben Sachverhalts handle, weshalb die gutachterliche Beurteilung 
weiterhin massgeblich sei. Seit April 2010 bestehe eine volle Arbeitsfähig-
keit bei einer Leistungsverminderung von 10 % bis 15 %.

4.8 In seinem Gutachten vom 5. Januar 2013 (act. II 65.1) diagnostizier-
te Dr. med. G.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezi-
divierende depressive Störung im Sinne einer anhaltenden Depression mit 
mittelgradigen bis einzelnen schwerer ausgeprägten Symptomen (ICD-10 
F 33.1) sowie Zeichen eines residuellen Zustandsbildes (S. 16 Ziff. 4). Es 
seien erhebliche residuelle Beeinträchtigungen festzustellen, wobei vor 
allem erhebliche Antriebsverlangsamung, psychomotorische Hemmung, 
nivellierte Grundstimmung und Affektivität, psychomotorische Blockierun-
gen, reduzierte psychische Reagibilität mit Ratlosigkeit, erhöhte Ermüdung 
und Erschöpfbarkeit und einzelne mnestische Einschränkungen bezüglich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 15

Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit zu nennen seien. Diese 
Beeinträchtigungen wirkten sich auf die bestehende Tätigkeit als Mitarbei-
terin in einem … ungünstig auf Ausdauer, Konzentration, Flexibilität sowie 
anhaltend speditives und sorgfältiges Arbeiten aus. Diese Tätigkeit sei wei-
terhin in einem Pensum von fünf Stunden pro Tag an fünf Wochentagen 
zumutbar. Dabei bestehe eine Leistungsverminderung von durchschnittlich 
10 % (bezogen auf ein Pensum von 8.5 Stunden pro Tag). Eine psychia-
trisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20 % oder mehr sei von Dr. med. 
D.________ bescheinigt, wobei in den Zeugnissen und Berichten explizit 
keine Zeitangabe vorliege. Faktisch habe die Beschwerdeführerin seit der 
ersten psychiatrischen Hospitalisation in der psychiatrischen Klinik X im 
Jahr 2001 mit grosser Wahrscheinlichkeit keine anhaltende Leistungsfähig-
keit von über 50 % mehr erbracht. Ab Zeitpunkt der vorliegenden Untersu-
chung vom 18. Juni 2012 könne eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert 
werden. In einer anderen Tätigkeit könnten die verbleibenden Fähigkeiten 
nicht besser verwertet werden (S. 23 ff., Ziff. 1 f., 4 - 6, 10).

4.9 Auf das Gutachten von Dr. med. G.________ vom 5. Januar 2013 
(act. II 65.1) kann vorliegend abgestellt werden. Es erfüllt die rechtspre-
chungsgemäss an den Beweiswert eines ärztlichen Berichts gestellten An-
forderungen (vgl. E. 3.5 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt. 
Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen 
und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der ge-
klagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezo-
genen Schlussfolgerungen zum aktuellen Gesundheitszustand und zur 
Arbeitsfähigkeit werden nachvollziehbar begründet, so dass darauf abge-
stellt werden kann. Der Gutachter legt überzeugend dar, dass Dr. med. 
F.________ in seinem Schreiben vom 18. Januar 2011 (vgl. E. 4.4 hiervor) 
diagnostisch vor allem vom Zustand zum Zeitpunkt der damaligen Begut-
achtung ausgegangen sei. Im Rahmen einer Begutachtung bestimmten 
jedoch nicht vor allem der aktuelle Zustand, sondern insbesondere auch 
Anamnese, Krankengeschichte und Verlauf den versicherungspsychiatri-
schen Sachverhalt mit und es sei auf dieser umfassenden Basis eine pro-
gnostische Stellungnahme und Ableitung der Arbeitsfähigkeit vorzuneh-
men. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit müsse die Krankengeschichte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 16

seit 1996 einbezogen werden (act. II 65.1 S. 20). Diese zeige, dass die 
Beschwerdeführerin im Jahre 2001 aufgrund einer mittelgradigen Episode 
im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F 33.1) drei 
Monate in der psychiatrischen Klinik X hospitalisiert gewesen sei (vgl. 
act. II 25.2 S. 16 f.), in deren Verlauf sich eine gefährliche Suizidalität ge-
zeigt habe. Im Jahr 2005 sei nach einer weiteren sechsmonatigen Hospita-
lisation eine schwere depressive Episode diagnostiziert worden, die bei 
Austritt remittiert gewesen sei (vgl. act. II 25.2 S. 13 - 15). Insbesondere 
seit diesen beiden schweren depressiven Phasen könne die Beschwerde-
führerin gemäss den nachvollziehbaren Darlegungen der behandelnden 
Ärzte (Berichte bzw. Stellungnahme von Dr. med. D.________ [act. II 6 
S. 2, act. II 33, 40 f.]; Bericht von Dr. med. J.________, Facharzt für Allge-
meine Innere Medizin FMH [act. II 19]; Bericht von Dr. med. I.________ 
[act. II 44]) noch eine Leistung von 50 % erbringen und seit 2001 sei eine 
regelmässige psychiatrische Behandlung erfolgt (vgl. act. II 33 S. 1), die 
auch einer stets drohenden Verschlechterung vorbeuge (act. II 65.1 S. 16, 
18 f.). Zwar attestiert Dr. med. G.________ die 50 %ige Arbeitsunfähigkeit 
erst ab dem Zeitpunkt seiner Untersuchung vom 18. Juni 2012. Auf Frage 
hielt er aber fest, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit seit dem Jahr 2001 
keine anhaltende Leistungsfähigkeit von über 50 % mehr erbracht worden 
sei (vgl. E. 4.8 hiervor). Insofern ist der im Sozialversicherungsrecht erfor-
derliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 
138 V 218 E. 6 S. 221) nicht erfüllt. Mit Blick auf die von ihm, Dr. med. 
D.________ (act. II 6 S. 2, act. II 33, 40 f.) und dem ehemaligen Hausarzt 
Dr. med. J.________ (act. II 19) übereinstimmend vorgenommenen Ein-
schätzungen, besteht allerdings seit 2001 eine grundsätzlich unveränderte 
gesundheitliche Situation mit einzelnen schlechteren Phasen bzw. stärke-
rem Auftreten der depressiven Symptome. Dr. med. G.________ führt aus, 
der von Dr. med. D.________ am 15. Oktober 2010 geschilderten erneuten 
Exazerbation depressiver Symptome beim Versuch, die Arbeitstätigkeit im 
Mai 2009 zu steigern (act. II 41 S. 2), könne gefolgt werden (act. II 65.1 
S. 21 f.). In Würdigung dieser ärztlichen Beurteilungen ist somit überwie-
gend wahrscheinlich, dass sie jedenfalls ab dem hier relevanten Zeitpunkt 
der Erstanmeldung vom 6. April 2009 (act. II 2) schon länger als ein Jahr zu 
50 % arbeitsunfähig war (Voraussetzung der einjährigen durchschnittlich 
mindestens 40 %igen Arbeitsunfähigkeit ohne wesentlichen Unterbruch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 17

gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Was schliesslich die Diagnose einer Dys-
thymia gemäss ICD-10 F 34.1 betreffe, so führt Dr. med. G.________ aus, 
diese Diagnose könne im Rückblick aus hiesiger Sicht weder in nosologi-
scher noch in faktischer Hinsicht nachvollzogen werden. Wie Dr. med. 
D.________ in ihrer Stellungnahme vom 15. Oktober 2010 (vgl. E. 4.2 hier-
vor) ausführe, seien die diesbezüglichen ICD-10-Kriterien alleine schon 
aufgrund der im Jahre 2001 und 2005 vorhandenen langwierigen schweren 
depressiven Episoden gerade nicht erfüllt (act. II 65.1 S. 20). 

Demnach hat als erstellt zu gelten, dass bei der Beschwerdeführerin min-
destens im hier relevanten Zeitraum (vgl. E. 6.4 hiernach) eine Beeinträch-
tigung der Arbeitsfähigkeit bzw. eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % vorliegt. 

Sofern der RAD-Arzt Dr. med. E.________ in seinen Kurzantworten vom 
14. November 2011 (E. 4.7 hiervor) zu einem anderslautenden Schluss 
kommt, kann darauf nicht abgestellt werden, zumal seine Diagnosestellung 
seiner eigenen Einschätzung vom 13. Januar 2011 (E. 4.3 hiervor) wie 
auch derjenigen der Dres. med. D.________ (E. 4.2 und 4.5 hiervor) und 
G.________ (E. 4.8 hiervor) widerspricht und er bezüglich der Arbeitsfähig-
keit offenbar ausschliesslich auf das wie dargelegt nicht überzeugende 
Gutachten von Dr. med. F.________ vom August 2010 (E. 4.1 hiervor) ab-
stellt.

5.

5.1 Umstritten ist zunächst der Status der Beschwerdeführerin. 
Während die Beschwerdegegnerin bei Anwendung der gemischten Metho-
de den Anteil der Erwerbstätigkeit auf 80 % beziffert (act. II 51 S. 5 Ziff. 4, 
act. II 67 S. 8 Ziff. 7), stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Stand-
punkt, im Gesundheitsfall wäre sie heute zu 100 % erwerbstätig (vgl. Be-
schwerde S. 5 f.).

5.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 18

fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508). Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Be-
sonderen entscheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig 
Erwerbstätige zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat er-
werbstätig war oder nicht. Es ist vielmehr zu prüfen, ob sie im Gesundheits-
fall mit Rücksicht auf die gesamten Umstände vorwiegend erwerbstätig 
oder im Haushalt beschäftigt wäre. Nebst den finanziellen Verhältnissen 
sind sämtliche weiteren Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichti-
gen, wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kin-
dern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 
persönlichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person (BGE 
125 V 146 E. 2c S. 150; AHI 1997 S. 289 E. 2b). Dabei sind die konkrete 
Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der 
allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (BGE 117 V 194 E. 3b S. 195).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung (vgl. BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) entwickelt haben, wobei für die hy-
pothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs-
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150, 
117 V 194 E. 3b S. 195).

5.3 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin nach 
Ende der obligatorischen Schulzeit keinen Beruf erlernt hat (vgl. act. II 2 
S. 4 Ziff. 6.2, act. II 13). Sie arbeitete von 1979 bis 1989 als … in einer … 
(act. II 71 S. 3) sowie von Juli 1989 bis im Juni 1990 als … im K.________ 
(act. II 71 S. 2). Gemäss eigenen Angaben hatte sie in der Zeit von 1979 
bis 1989 weitere Stellen u.a. als …, als … sowie als … inne (act. II 13, 25.1 
S. 3, act. II 26.1 S. 3, act. II 65.1 S. 9). Im Jahre 1990 gab sie die Erwerbs-
tätigkeit aus familiären Gründen auf (act. II 71 S. 2; Geburt der Tochter) 
und war bis im Jahr 2007 Hausfrau und Mutter (act. II 2 S. 5 Ziff. 6.4.1). Im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 19

Jahre 2008 hat sie wiederum mehrere Erwerbstätigkeiten aufgenommen 
(act. II 2 S. 5 Ziff. 6.3.1 und 6.5). Seit März 2011 ist sie während fünf Stun-
den pro Tag als Mitarbeiterin in einem … tätig, wobei sie dieses Pensum 
seit Juni 2013 auf 2.5 - 3 Stunden pro Tag reduziert hat (act. II 66 S. 1 f. 
Ziff. 2.1 und 2.9). In den vorhandenen Arbeitszeugnissen (act. II 71 S. 2 f.) 
lassen sich keine Angaben zum von 1979 bis 1990 ausgeführten Pensum 
finden. Unter Berücksichtigung der fehlenden Ausbildung, der Tieflohn-
branchen, in welchen die Beschwerdeführerin tätig war, und mit Blick auf 
die gemachten Ausführungen für die Zeit vor der Geburt der Tochter, ist 
von einem 100 %-Pensum mit teilweisen Unterbrüchen auszugehen. Dies 
entspricht auch den anlässlich des Intakes der Beschwerdegegnerin vom 
19. Mai 2009 (act. II 11 S. 4 Ziff. 11) sowie den im Abklärungsbericht 
Haushalt vom 25. Januar 2012 (act. II 51) bzw. 13. September 2013 
(act. II 67) gemachten Angaben, wonach die Beschwerdeführerin bei guter 
Gesundheit 100 % arbeiten würde. Sie erhalte von ihrem Exmann keine 
Alimente und müsste bereits aus finanziellen Gründen 100 % arbeiten 
(act. II 51 S. 4 Ziff. 3.4, act. II 67 S. 4 Ziff. 3.4). Dass sie in nahezu allen 
Tätigkeiten nur ein geringes Einkommen erzielte (vgl. act. II 8 S. 2), ist für 
die Statusfestsetzung unerheblich.

5.4 Insgesamt ist demnach in Würdigung aller Umstände und unter 
Berücksichtigung des Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit (vgl. E. 5.2 hiervor) erstellt, dass die Beschwerdeführerin ohne Ge-
sundheitsschaden, entsprechend dem vor der Geburt ihrer Tochter jeweils 
ausgeübten Pensum zu 100 % erwerbstätig wäre. 

6.

6.1 Ausgehend von der vorliegend bei einem Status von 100 % Erwerb 
(vgl. E. 5.4 hiervor) anwendbaren Einkommensvergleichsmethode (vgl. 
E. 3.3 hiervor) ist nachfolgend der IV-Grad zu ermitteln.

6.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 20

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325).

6.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine 
Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsver-
hältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende 
Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem 
das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als So-
ziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invaliden-
lohn (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 110 E. 4.1). Hat 
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder 
jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenom-
men, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom 
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 
herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 
S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 21

6.4 Die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 50 % hat im 
Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug am 6. April 2009 (act. II 2) 
schon seit längerer Zeit, sicher aber bereits seit mehr als einem Jahr be-
standen und das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war somit be-
reits erfüllt (vgl. E. 4.9 hiervor). In Anwendung von Art. 29 Abs. 1 IVG, wo-
nach der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 
Geltendmachung des Leistungsanspruchs entsteht, liegt der frühestmögli-
che Rentenbeginn somit im Oktober 2009 und der Einkommensvergleich ist 
demnach für das Jahr 2009 vorzunehmen (vgl. BGE 129 V 222). 

6.5

6.5.1 Die Beschwerdeführerin hat ihre letzte Stelle vor Eintritt des Ge-
sundheitsschadens im Jahre 1990 nicht aus gesundheitlichen, sondern aus 
familiären und demnach invaliditätsfremden Gründen verlassen (vgl. 
act. II 71 S. 2). Sie wäre somit auch ohne Gesundheitsschaden nicht mehr 
an diesem Arbeitsplatz tätig, weshalb für die Bestimmung des Validenein-
kommens nicht vom zuletzt bei der ehemaligen Arbeitgeberin K.________ 
erzielten Einkommen ausgegangen werden kann, sondern die Tabellenlöh-
ne gemäss LSE heranzuziehen sind (SVR 2009 IV Nr. 58 S. 182 E. 2.3; 
Entscheid des BGer vom 10. Juni 2011, 9C_234/2011, E. 3.3). Im Jahr 
2009 arbeitete die Beschwerdeführerin offenbar von Januar bis April 2009 
als … im Stundenlohn (auf Abruf) im L.________ und von Mai bis Septem-
ber 2009 zu 60 % als … im M.________ (act. II 67 S. 3 Ziff. 3.2). Es lag 
demnach kein besonders stabiles Arbeitsverhältnis vor und das tatsächlich 
ausgeübte Pensum lässt sich auch nicht abschliessend ermitteln, womit 
nicht auf den tatsächlich erzielten Verdienst im Jahr 2009 abgestellt werden 
kann und auch das Invalideneinkommen anhand von LSE-Werten zu ermit-
teln ist (vgl. E. 6.3 hiervor). Für die beiden Vergleichseinkommen ist von 
der Tabelle TA1, Total, Frauen, Anforderungsniveau 4, auszugehen. Sind 
Validen- und Invalideneinkommen aufgrund des gleichen Tabellenlohnes 
festzusetzen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung und der IV-Grad ent-
spricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfäl-
ligen Abzuges vom Tabellenlohn (SVR 2008 IV Nr. 2 S. 5 E. 5.4). Da die 
behinderungsbedingten Einschränkungen mit der Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit auf 50 % bereits berücksichtigt wurden, rechtfertigt sich vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 22

liegend kein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn (vgl. E. 6.3 hiervor). 
Entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit beträgt der IV-Grad der 
Beschwerdeführerin ab dem 1. Oktober 2009 50 %, womit ihr eine halbe 
IV-Rente zuzusprechen ist (vgl. E. 3.2 hiervor). 

6.5.2 Seit März 2011 war die Beschwerdeführerin während fünf Stunden 
pro Tag bzw. 25 Stunden pro Woche als Mitarbeiterin in einem … tätig (vgl. 
E. 5.3 hiervor), womit sie die ihr noch zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50 % 
(vgl. E. 4.9 hiervor) verwertet hat. Es liegt ein erwerblicher Revisionsgrund 
vor (vgl. E. 3.4 hiervor), womit ein neuer Einkommensvergleich vorzuneh-
men ist. Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist hierbei auf die LSE 
2010, Tabelle TA1, Total, Frauen, Anforderungsniveau 4, abzustellen 
(Fr. 4‘225.-- x 12 = Fr. 50‘700.--). Angepasst an die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit (Fr. 50‘700.-- / 40 x 41.7 = Fr. 52‘854.75) sowie an 
den Index für das Jahr 2011 (Nominallohnindex 2010/2011: Tabelle T39 
des Bundesamtes für Statistik [BFS], Entwicklung der Nominallöhne, der 
Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2012, Index Frauen von 
2010 [2579 Punkte] und 2011 [2604 Punkte]; abrufbar unter 
www.bfs.admin.ch) resultiert für das Jahr 2011 ein Valideneinkommen von 
Fr. 53‘367.10 (Fr. 52‘854.75 / 2579 x 2604). Das Invalideneinkommen ist 
nunmehr anhand des effektiv erzielten Verdienstes zu bestimmen. Dieser 
betrug im Jahr 2011 Fr. 21‘273.-- (act. II 66 S. 8) bzw. aufgerechnet auf ein 
ganzes Kalenderjahr Fr. 25‘527.60 (Fr. 21‘273.-- / 10 [Stellenantritt im März 
2011] x 12). 

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 53‘367.10 und einem Invalidenein-
kommen von Fr. 25‘527.60 ergibt sich ab dem 1. März 2011 eine Erwerbs-
einbusse von Fr. 27‘839.50, was einem IV-Grad von gerundet 52 % (vgl. 
zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) bzw. weiterhin einem 
Anspruch auf eine halbe IV-Rente (vgl. E. 3.2 hiervor) entspricht. 

6.5.3 Gemäss den vorliegenden Akten war die Beschwerdeführerin ab 
dem 1. Januar 2012 nicht mehr im Stundenlohn (act. II 66 S. 8), sondern zu 
einem fixen Pensum von 60 % bei der bisherigen Arbeitgeberin angestellt 
(act. II 66 S. 7). Demnach liegt erneut ein erwerblicher Revisionsgrund vor 
(vgl. E. 3.4 hiervor) und es ist ein weiterer Einkommensvergleich vorzu-
nehmen. Für die Bestimmung des Valideneinkommens ist vom soeben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 23

ermittelten, arbeitszeitbereinigten Einkommen gemäss LSE 2010, Tabelle 
TA1, Total, Frauen, Anforderungsniveau 4,  in der Höhe von Fr. 52‘854.75 
auszugehen (vgl. E. 6.5.2 hiervor). Angepasst an den Nominallohnindex für 
das Jahr 2012 (Nominallohnindex 2010/2012: Tabelle T39 des BFS, Index 
Frauen von 2010 [2579 Punkte] und 2012 [2630 Punkte], vgl. E. 6.5.2 hier-
vor) resultiert für das Jahr 2012 ein Valideneinkommen von Fr. 53‘899.95 
(Fr. 52‘854.75 / 2579 x 2630). Das Invalideneinkommen wird aufgrund des 
tatsächlich erzielten Verdienstes ermittelt und betrug im Jahr 2012 
Fr. 26‘520.-- (act. II 66 S. 7).

Wird das Valideneinkommen (Fr. 53‘899.95) mit dem Invalideneinkommen 
(Fr. 26‘520.--) verglichen, so resultiert ab dem 1. Januar 2012 eine Er-
werbseinbusse von Fr. 27‘379.95, was einem gerundeten IV-Grad von 
51 % entspricht. Damit besteht der Anspruch auf eine halbe IV-Rente im 
Jahr 2012 fort (vgl. E. 3.2 hiervor). 

6.5.4 Mit der gesundheitsbedingten Reduktion des Arbeitspensums auf 
2.5 - 3 Stunden pro Tag bzw. zirka 13 Stunden pro Woche (30 %-Pensum) 
seit 11. Juni 2013 (act. II 66 S. 2 Ziff. 2.9, act. II 67 S. 4 Ziff. 3.2 [aufgrund 
von Konzentrationsschwierigkeiten]), verwertet die Beschwerdeführerin die 
ihr zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 50 % (vgl. E. 4.9 hiervor) nicht mehr 
vollumfänglich. Es liegt ein weiterer erwerblicher Revisionsgrund vor (vgl. 
E. 3.4 hiervor). Erneut ist sowohl für die Ermittlung des Valideneinkommens 
wie auch für diejenige des Invalideneinkommens vom selben Tabellenlohn 
gemäss LSE, Tabelle TA1, Total, Frauen, Anforderungsniveau 4, auszuge-
hen, womit sich deren genaue Ermittlung erübrigt und der IV-Grad dem 
Grad der Arbeitsunfähigkeit entspricht. Bezüglich eines allfälligen Abzuges 
vom Tabellenlohn kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen werden (vgl. 
E. 6.5.1 hiervor). Entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit beträgt 
der IV-Grad der Beschwerdeführerin ab dem 1. Juni 2013 50 %, womit die 
bis dahin zu gewährende halbe IV-Rente zu bestätigen ist (vgl. E. 3.2 hier-
vor). 

7.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 24

Nach dem Dargelegten ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochte-
ne Verfügung vom 29. November 2013 (act. II 75) aufzuheben und der Be-
schwerdeführerin rückwirkend ab dem 1. Oktober 2009 eine halbe IV-Rente 
(vgl. E. 6.5 hiervor) zuzusprechen. 

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

8.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 25

der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenan-
satz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- und bei einer 
fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- festgelegt.

Im vorliegenden Fall wird die Beschwerdeführerin durch Fürsprecher 
C.________ von B.________, vertreten. Der mit Kostennote vom 19. Mai 
2014 geltend gemachte zeitliche Aufwand von 9.6 Stunden ist nicht zu be-
anstanden. Entsprechend wird die Parteientschädigung auf Fr. 1‘248.-- (9.6 
Stunden x Fr. 130.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 72.90 (Fr. 52.-- Fotokopi-
en und Fr. 20.90 Portokosten) und 8 % Mehrwertsteuer im Betrag von 
Fr. 105.65, somit auf total Fr. 1‘426.55, festgesetzt. Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 29. November 2013 aufgehoben und der Be-
schwerdeführerin ab dem 1. Oktober 2009 eine halbe IV-Rente zuge-
sprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘426.55 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, IV/14/54, Seite 26

- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.