# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b0743f8-6b42-58a3-bbc2-5d4925e8062d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.12.2016 SB160340
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160340_2016-12-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB160340-O/U/cs 
 

Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, die Oberrichterin lic. iur. 

Affolter und der Ersatzoberrichter lic. iur. Wenker sowie der Ge-

richtsschreiber lic. iur. Hafner 

Urteil vom 2. Dezember 2016 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 
betreffend Drohung etc.   

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht 

Strafsachen, vom 29. Januar 2016 (GG150091) 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 27. No-

vember 2015 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 22). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Drohung im Sinne von Art. 180 

Abs. 1 und 2 lit. a StGB, der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 

123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 4 StGB und der Tätlichkeiten im Sinne von 

Art. 126 Abs. 1 StGB.  

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 11 Monaten, wo-

von 170 Tage (12. August 2015 bis 29. Januar 2016) durch Haft erstanden 

sind, sowie einer Busse von Fr. 400.–.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 

Jahre festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

5. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten die Weisung erteilt, das 

Lernprogramm Partnerschaft ohne Gewalt (PoG) (Häusliche Gewalt) zu ab-

solvieren und an den Nachkontrollgesprächen beim Amt für Justizvollzug 

des Kantons Zürich, Bewährungs- und Vollzugsdienste, Lernprogramme, 

8090 Zürich, teilzunehmen. 

Das Amt für Justizvollzug wird ersucht, die Einhaltung der Weisung zu 

überwachen.  

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 1'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 12. August 2015 als Genugtuung zu bezahlen.  

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7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 2'400.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'500.00   Gebühr für das Vorverfahren; 

Fr. 612.45   Auslagen Vorverfahren 

Fr. 350.00   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 250.00   Gutachten/Expertisen 

Fr. 20'631.00   Kosten für die amtliche Verteidigung 

Fr. 6'861.90   Kosten für unentgeltliche Rechtsvertretung der Privat- 
klägerin (1/2) 

Fr. 33'605.35   Total 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten des Vorverfahrens (Gebühr Vorverfahren sowie Auslagen Vor-

verfahren, Auslagen Polizei, Gutachten/Expertisen) und des gerichtlichen 

Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung sowie der 

Hälfte der Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin, 

werden dem Beschuldigten auferlegt, diejenigen der amtlichen Verteidigung 

sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin indessen 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Art. 135 Abs. 4 StPO  und 

Art. 138 StPO bleiben vorbehalten.  

9. Mitteilungssatz. 

10. Rechtsmittel. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 92 S. 2) 

1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen. 

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Eventualiter sei der Beschuldigte aufgrund von Art. 126 Abs. 1 des 

Strafgesetzbuches zu verurteilen und mit einer Busse in Höhe von 

Fr. 200.– zu bestrafen. 

2. Die Kosten der Untersuchung, der gerichtlichen Verfahren sowie der 

amtlichen Verteidigung seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

3. Dem Beschuldigten sei infolge des Freispruchs eine Genugtuung für 

die zu Unrecht angeordnete Haft in Höhe von Fr. 25'200.– zuzuspre-

chen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
(schriftlich, Urk. 86 bzw. sinngemäss) 

 
 Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils. 

c) Des Vertreters der Privatklägerin 
 
 Keine Vernehmlassung. 
 

 

_____________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Umfang der Berufung 

1. Vorinstanzliches Urteil 

1.1. Mit Urteil vom 29. Januar 2016 sprach das Einzelgericht am Bezirksgericht 

Winterthur den Beschuldigten A._____ der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

und 2 lit. a StGB, der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

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Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 4 StGB und der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB schuldig und bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 11 Monaten, wovon 

170 Tage bereits durch Haft erstanden seien, sowie einer Busse von Fr. 400.–. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jah-

re festgesetzt. Demgegenüber wurde festgehalten, dass die Busse zu bezahlen 

sei, wobei die schuldhafte Nichtbezahlung der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe 

von 4 Tagen nach sich ziehen würde. Für die Dauer der Probezeit wurde dem 

Beschuldigten die Weisung erteilt, das Lernprogramm Partnerschaft ohne Gewalt 

(PoG) (Häusliche Gewalt) zu absolvieren und an den Nachkontrollgesprächen 

beim Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich teilzunehmen. Das Amt für Justiz-

vollzug wurde ersucht, die Einhaltung der Weisung zu überwachen. Ferner wurde 

der Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 

12. August 2015 als Genugtuung zu bezahlen. Die Kosten, einschliesslich derje-

nigen der amtlichen Verteidigung sowie der Hälfte der Kosten der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung der Privatklägerin, wurden dem Beschuldigten auferlegt, wobei 

diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung 

der Privatklägerin einstweilen – unter dem Nachforderungsvorbehalt von Art. 135 

Abs. 4 StPO – auf die Gerichtskasse genommen wurden. 

1.2. Gegen das Urteil wurde seitens der Verteidigung im Anschluss an die Ur-

teilseröffnung am 29. Januar 2016 und damit rechtzeitig Berufung angemeldet 

(vgl. Prot. I S. 37). Mit Eingabe vom 18. August 2016 erstattete die Verteidigung 

daraufhin rechtzeitig die schriftliche Berufungserklärung (Urk. 83; Empfangsbestä-

tigung betr. schriftlich begründetes Urteil: Urk. 79). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 29. August 2016 wurde der Staatsanwaltschaft 

IV des Kantons Zürich (hernach Staatsanwaltschaft oder Anklagebehörde) sowie 

der Privatklägerin unter Zustellung einer Kopie der Berufungserklärung der Ver-

teidigung Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen. Dem Beschuldigten wurde dieselbe Frist ange-

setzt, um das Datenerfassungsblatt und mehrere spezifisch bezeichnete Urkun-

den zu seinen finanziellen Verhältnissen einzureichen (Urk. 84; Empfangsschei-

ne: Urk. 85/1-3). 

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1.4. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde mit Eingabe vom 1. September 2016 

Verzicht auf Anschlussberufung erklärt und die Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils beantragt (Urk. 86). 

1.5. Die Privatklägerin liess sich demgegenüber innert der ihr angesetzten Frist 

nicht vernehmen. 

1.6. Mit Eingabe vom 21. September 2016 liess der Beschuldigte das Datener-

fassungsblatt sowie mehrere Belege zu seinen finanziellen Verhältnissen einrei-

chen (Urk. 87 u. 88/1-6). 

1.7. Am 24. Oktober 2016 ergingen die Vorladungen an die Staatsanwaltschaft, 

die Privatklägerin und den Beschuldigten zur heutigen Berufungsverhandlung 

(vgl. Urk. 89). 

 

2. Umfang der Berufung 

Die Verteidigung beantragt einen vollumfänglichen Freispruch sowie die vollstän-

dige Kostenauflage zulasten der Staatskasse. Die Kostenfestsetzung durch die 

Vorinstanz (Dispositiv-Ziff. 7) wurde nicht beanstandet (vgl. Urk. 83 S. 1 f. und 

Urk. 92 S. 2 und S. 10), weshalb diese in Rechtskraft erwachsen ist, was vorab 

mit Beschluss festzustellen ist. 

 

II. Prozessuales 

1. Die seitens der Vorinstanz gemachten detaillierten Ausführungen zur seitens 

der Verteidigung im vorinstanzlichen Verfahren monierten Unverwertbarkeit der 

polizeilichen Einvernahme des Beschuldigten infolge unterlassener Übersetzung 

(Urk. 60 S. 9) sind zutreffend und geben zu keinen weiteren Bemerkungen An-

lass, weshalb vollumfänglich auf diese verwiesen werden kann (vgl. Urk. 82 

E. II.2.). Die anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 13. August 2015 

(Urk. 6/1) seitens des Beschuldigten gemachten Aussagen sind demnach ver-

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wertbar. Abgesehen davon ist diese Einvernahme für die Erstellung des Anklage-

sachverhaltes auch nicht in erster Linie massgebend, da die darin gemachten 

Aussagen des Beschuldigten seine übrigen Aussagen nicht widerlegen und ihn 

zwar nicht belasten, aber auch nicht zu entlasten vermögen (vgl. hinten insb. un-

ter E. III.3.4.3.). 

2.1. Weiter wurde seitens der Verteidigung im vorinstanzlichen Verfahren vorge-

bracht, dass dem Sohn der Privatklägerin und des Beschuldigten, B._____, an-

lässlich seiner staatsanwaltlichen Einvernahme vom 20. Oktober 2015 (Urk. 9/2, 

Fragen 30, 38 u. 42) wie auch dem Beschuldigten selbst in der staatsanwaltlichen 

Einvernahme vom 10. November 2015 (Urk. 6/4: Frage 16) Suggestivfragen bzw. 

unzulässige Fragen gestellt worden seien (Urk. 60 S. 10; Prot. I S. 26 f.).  

2.2. In Art. 140 StPO findet sich eine Auflistung der verbotenen Beweiserhe-

bungsmethoden, worunter Zwangsmittel, Gewaltanwendung, Drohungen, Ver-

sprechungen, Täuschungen und Mittel, welche die Denkfähigkeit oder die Willens-

freiheit einer Person beeinträchtigen können, fallen. Art. 143 StPO schreibt vor, 

wie eine Einvernahme durchzuführen ist, wobei in Absatz 4 festgehalten wird, 

dass die einzuvernehmende Person sich zum Gegenstand der Einvernahme äus-

sern kann und in Absatz 5 vorausgesetzt wird, dass durch klar formulierte Fragen 

und Vorhalte die Vollständigkeit der Aussagen und die Klärung von Widersprü-

chen angestrebt werden soll. Die Zulässigkeit von Suggestivfragen, die der einzu-

vernehmenden Person von vornherein eine bestimmte Antwort nahelegen, wird in 

der Strafprozessordnung nicht ausdrücklich geregelt. Suggestivfragen sind in An-

betracht des Gebots der Verfahrensfairness (Art. 3 Abs. 2 lit. d i.V.m. Art. 140 

StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK), der staatlichen Objektivitäts-

pflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 StPO und des Grundsatzes von Treu und Glauben 

gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO zu vermeiden. Verboten sind sie indessen nicht, 

weshalb ein Spielraum für eine situationsangepasste Einvernahmetechnik bleibt. 

Eine verbotene Untersuchungsmethode ist mittels Stellen von Suggestivfragen in 

jedem Fall gegeben, wenn sie einer Täuschung im Sinne von Art. 140 StPO ent-

sprechen. Falls dem nicht so ist, können Suggestivfragen allenfalls den Beweis-

wert der daraufhin gemachten Angaben in Frage stellen (GODENZI in: DO-

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NATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, STPO KOMM., 2. A., Art. 140 StPO N 12 u. Art. 143 

StPO N 33 m.w.H.; SCHMID, STPO PRAXISKOMMENTAR, 2. A., Zürich/St. Gallen 

2013, ART. 140 StPO N 5). Das Verbot von Suggestivfragen wie auch Verstösse 

gegen die in Art. 143 Abs. 4 und 5 StPO normierten Grundsätze sind jedenfalls 

als Ordnungsvorschriften ausgestaltet, weshalb Antworten trotz suggestiver bzw. 

unzulässiger Frageweise grundsätzlich verwertbar sind. Der Art, wie sie erlangt 

wurden, ist bei der Würdigung der entsprechenden Aussagen Rechnung zu tra-

gen (Urteil des Bundesgerichts 6B_89/2014 vom 1. Mai 2014, E. 1.4.5.; BSK-

STPO-HÄRING, Art. 143 StPO N 36a u. 37). Zu beachten ist hierbei, dass Kinder 

schon aufgrund ihres Alters erhöht suggestionsanfällig sind. Bei ihnen ist beson-

ders die Neigung ausgeprägt, immer – auch auf "unsinnige" Fragen – Antworten 

geben zu wollen (MARTIN HUSSELS, Fragen der Vernehmungstechnik und -taktik 

bei der Einvernahme von Zeugen/Auskunftspersonen, Forum Poenale 2011, 

S. 357 f. m.w.H.). 

2.3. In casu ist offensichtlich, dass anlässlich der Befragung von B._____, wel-

cher im Zeitpunkt seiner korrekt gemäss Art. 178 lit. b StPO erfolgten Einvernah-

me als Auskunftsperson erst knapp neunjährig war, aufgrund seines kindlichen Al-

ters eine besonders zurückhaltende Befragungstechnik anzuwenden war, um all-

fällige Beeinflussungen auszuschliessen. Allerdings tangieren die seitens der Ver-

teidigung gerügten Fragestellungen allesamt Ordnungsvorschriften und demnach 

nicht die (prozessual relevante) Verwertbarkeit der Aussagen sondern – allenfalls 

– bloss deren (materiell relevante) Würdigung, worauf später eingegangen wird 

(s. hernach unter E. III.3.4.2.2.). Gleiches gilt für die Rüge der Verteidigung hin-

sichtlich einer unzulässigen Frage anlässlich der Schlusseinvernahme des Be-

schuldigten (s. hernach unter E. III.3.4.3.2.).  

3. Ferner wurde von der Vorinstanz zutreffend festgehalten (Urk. 82 E. II.1.), 

dass es sich bei den dem Beschuldigten vorgeworfenen Tatbeständen der Dro-

hung und der einfachen Körperverletzung (wie auch bei der Nötigung) um Offizi-

aldelikte handelt, welche von Amtes wegen zu verfolgen sind und deshalb keines 

Strafantrages der Privatklägerin bedürfen, da der Beschuldigte im Zeitpunkt der 

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ihm vorgeworfenen Taten mit der Privatklägerin verheiratet war (Art. 180 Abs. 1 

und 2 lit. a StGB und Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 4 StGB).  

4. Schliesslich wurde seitens der Vorinstanz ebenso zutreffend erwogen 

(Urk. 82 E. II.1. bzw. IV.1.), dass in casu hinsichtlich der Geschehnisse vom 

12. August 2015 nicht von mehreren Vorfällen sondern vielmehr von lediglich ei-

nem Vorfall auszugehen sei, welcher dem Beschuldigten als strafbare Tätlichkeit 

zur Last gelegt werde: So sei er gegen die Privatklägerin tätlich geworden, indem 

er diese gepackt und in Richtung Balkontüre geschleppt habe, wodurch sie 

Hautschürfungen und Rötungen erlitten habe. Anders als bei wiederholten Tät-

lichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 2 StGB handelt es sich bei einer einzigen 

Tätlichkeit um ein Antragsdelikt (Art. 126 Abs. 1 StGB), wofür der erforderliche 

Strafantrag vorliegt (Urk. 2). Hinsichtlich des Vorfalls vom Juli 2014 befindet sich 

demgegenüber -– obschon gestützt auf Art. 126 Abs. 1 StGB erforderlich – kein 

Strafantrag bei den Akten bzw. wurde die entsprechende Dreimonatsfrist gemäss 

Art. 31 StGB verpasst. Ein Offizialdelikt gemäss Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB liegt 

demgegenüber nicht vor, da die beiden Vorfälle vom Juli 2014 und 12. August 

2015 zusammen noch keine wiederholten Tätlichkeiten im Sinne des Gesetzes 

darstellen, welche einen Strafantrag obsolet machen würden, soll die Amtsverfol-

gung doch erst dann einsetzen, wenn die Begehung von Tätlichkeiten derart re-

gelmässig erfolgt, dass damit die Ausübung physischer Gewalt zur Methode wird 

(BSK STGB- II-ROTH/KESHELAVA, Art. 126 StGB N 9 m.w.H.). Da der Vorfall vom 

Juli 2014 hinsichtlich des Sachverhalts erstellt ist (s. nachstehend unter 

E. III.3.5.), die rechtliche Würdigung indes ergibt, dass es sich dabei nicht um eine 

einfache Körperverletzung, sondern um eine Tätlichkeit des Beschuldigten han-

delt (s. nachstehend unter E. IV.3.1.-3.2.), ist demnach diesbezüglich nicht auf die 

Anklage einzutreten. 

5. Auf die Stellung von Beweisanträgen wurde seitens der Parteien verzichtet 

(Prot. II S. 7 und S. 26). Eine vom Amtes wegen vorzunehmende erneute Be-

weisabnahme gestützt auf Art. 389 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 343 Abs. 3 

StPO ist in vorliegender Konstellation ausserdem nicht erforderlich. So liegt in 

casu insbesondere keine klassische "Aussage gegen Aussage"-Situation vor, 

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welche die unmittelbare Kenntnis eines der Beweismittel für die Urteilsfällung 

notwendig erscheinen lassen würde (s. hierzu folgende Urteile des Bundesge-

richts: 6B_620/2014 vom 25. September 2014, E. 1.4.2. m.w.H., sowie 

6B_98/2014 E. 3.8. vom 30. September 2014).  

6. Ebenso wurden im Berufungsverfahren seitens der Parteien keine (weiteren) 

prozessualen Einwendungen vorgebracht (vgl. dazu Prot. II S. 12). 

 

III. Sachverhalt  

1. Unbestrittener Sachverhalt 

1.1. Der Beschuldigte zeigte sich anlässlich der heutigen Berufungsverhand-

lung wie auch bereits vor Vorinstanz und im Vorverfahren hinsichtlich des Vorfalls 

vom 12. August 2015 insofern geständig, als er zugab, die Privatklägerin (am 

Oberkörper) gepackt und diese vom Mitbeschuldigten weg bis zur Balkontür weg-

gezogen zu haben. Ebenso anerkannte er, von B._____ gebissen worden zu sein 

und daraufhin von der Privatklägerin abgelassen zu haben (Urk. 6/1 S. 3 ff.; Urk. 

6/2 S. 5 ff.; Urk. 6/3 S. 2 f.; Urk. 6/4 S. 2 ff.; Prot. I S. 9 ff.; Prot. II S. 18). 

1.2. Hinsichtlich des Vorfalls vom Juli 2014 anerkannte der Beschuldigte einzig, 

einen Tisch samt den darauf stehenden Blumentöpfen vom Balkon der ehelichen 

Wohnung im 3. Stock in den Garten geworfen zu haben (Urk. 6/2 S. 6 f.; Urk. 6/3 

S. 3; Urk. 6/4 S. 5 f. u. 8; Prot. I S. 18 ff.; Prot. II S. 19 f.). 

2. Bestrittener Sachverhalt 

2.1. Demgegenüber machte der Beschuldigte anlässlich der heutigen Beru-

fungsverhandlung wie auch bereits vor Vorinstanz und im Vorverfahren hinsicht-

lich des Vorfalls vom 12. August 2015 geltend, dass er die Privatklägerin nicht mit 

beiden Händen an den Füssen/Unterschenkeln festgehalten habe. Ferner habe er 

diese von seinem Vater bis zur Balkontür, nicht aber auf den Balkon, weggezo-

gen. Ferner habe er die Privatklägerin weder vom Balkon werfen wollen noch ha-

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be er ihr damit gedroht (Urk. 6/1 S. 3 ff., Urk. 6/2 S. 5 ff., Urk. 6/3 S. 2 f., Urk. 6/4 

S. 2 ff., Prot. I S. 9 ff.; Prot. II S. 17-20). 

2.2. Hinsichtlich des Vorfalles vom Juli 2014 bestritt der Beschuldigte den gan-

zen vorstehend unter E. 1.2. nicht anerkannten übrigen ihm zur Last gelegten An-

klagesachverhalt (Urk. 6/2 S. 6 f.; Urk. 6/3 S. 3; Urk. 6/4 S. 5 f. u. 8; Prot. I S. 18 

ff.; Prot. II S. 19 f.). 

2.3. Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich die beiden bestrittenen Anklagesachver-

halte vom Juli 2014 und August 2015 rechtsgenügend erstellen lassen. Dabei ge-

bietet es der Anspruch auf das rechtliche Gehör (Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO, Art. 29 

Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK), dass das Gericht die Vorbringen des vom 

Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in 

der Entscheidfindung berücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass es sich mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentli-

chen Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen ge-

nannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich sein 

Entscheid stützt (BGer 6B_42/2016 vom 26. Mai 2016 E. 4.1.). 

3. Beweiswürdigung 

3.1. Glaubwürdigkeit der Beteiligten 

Die Glaubwürdigkeit einer Person ergibt sich aus deren prozessualen Stellung, ih-

ren wirtschaftlichen Interessen am Ausgang des Verfahrens sowie vor allem an-

hand ihrer persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Prozessbe-

teiligten. Die seitens der Vorinstanz gemachten Erwägungen zur Glaubwürdigkeit 

des Beschuldigten (Urk. 82 E. III.5.1.a), des Mitbeschuldigten C._____ (Urk. 82 E. 

III.5.2.a), der Privatklägerin (Urk. 82 E. III.5.3.a), B._____ (Urk. 82 E. III.5.4.a) so-

wie von D._____ (Urk. 82 E. III.5.5.a), E._____ (Urk. 82 E. III.5.5.a) und F._____ 

(Urk. 82 E. III.5.5.a) sind zutreffend, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen 

werden kann. In casu ist offensichtlich, dass die persönlichen Beziehungen und 

Bindungen zwischen insbesondere dem Beschuldigten, dem Mitbeschuldigten 

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und der Privatklägerin von nicht unbeträchtlicher Bedeutung und insbesondere 

hinsichtlich der Motivlage der erwähnten Personen, so oder anders auszusagen, 

aufschlussreich sind. Darauf ist im Rahmen der Würdigung der Aussagen insbe-

sondere zur Vorgeschichte zum Vorfall vom August 2015 näher einzugehen (s. 

nachstehend unter E. III.3.4.1.). Weiter ist darauf zu verweisen, dass für den Be-

weiswert sämtlicher Aussagen der Beteiligten deren Glaubhaftigkeit das massge-

bende Kriterium bleibt.  

3.2. Glaubhaftigkeit der Aussagen 

3.2.1. Bei der Bewertung der Glaubhaftigkeit einer Aussage ist zu prüfen, ob die 

Sachverhaltsdarstellungen in wesentlichen Punkten Widersprüche enthalten, ob 

ihr Kerngehalt stimmig und ihr Ablauf logisch und schlüssig ist, sowie ob sie – so-

weit möglich – anhand objektiver Umstände verifizierbar sind. Zu achten ist insbe-

sondere auf Strukturbrüche innerhalb einer Aussage, Über- oder Untertreibungen, 

das Vorhandensein einer hinreichenden Zahl von Realitätskriterien sowie das 

Fehlen von Lügensignalen (BENDER, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung 

von Zeugenaussagen, SJZ 81, S. 53 ff.). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer 

Aussagen sind spontane, detailreiche Schilderungen zu werten, welche sich allen-

falls auch mit bewiesenen, zur Tatzeit vorhandenen äusseren Umständen ver-

flechten lassen. Als Hinweis für unglaubhafte Aussagen gelten Strukturbrüche in 

den Schilderungen des Aussagenden, welche in Widerspruch zu bereits erstellten 

Fakten stehen. Entscheidend ist letztendlich der innere Gehalt der Aussagen, 

verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. Steht Aussage ge-

gen Aussage, so bedeutet dies also nicht, dass der Beschuldigte schon aus die-

sem Grund nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" freigesprochen werden muss. 

Vielmehr ist auf die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussa-

gen abzustellen. Diese sind einer Analyse bzw. einer kritischen Würdigung zu un-

terziehen. Nur wenn weder in der einen noch in der anderen Richtung eine Über-

zeugung zu gewinnen ist, hat das Gericht im Zweifel für den Beschuldigten zu 

entscheiden (BENDER, a.a.O., S. 53 ff.; BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststel-

lung vor Gericht, 4. Aufl., München 2014, S. 76 ff.). 

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3.2.2. Die wesentlichen, seitens des Beschuldigten, des Mitbeschuldigten 

C._____, der Privatklägerin, der Auskunftspersonen B._____ und D._____ sowie 

der Zeugen E._____ und F._____ gemachten Aussagen wurden von der Vo-

rinstanz sehr ausführlich und korrekt wiedergegeben (s. Urk. 82 E. III.4.7.-4.11.), 

weshalb vorab darauf – wie auch auf die zutreffenden theoretischen Ausführun-

gen zur freien richterlichen Beweiswürdigung und Aussagewürdigung (Urk. 82 

E. III.3.1.-3.2.) – verwiesen werden kann. Im Rahmen der nachfolgenden konkre-

ten Würdigung der Beweise ist die Glaubhaftigkeit der seitens der Beteiligten ge-

machten massgeblichen Aussagen zu erörtern. 

3.2.3. Weiter ist hier wiederzugeben, welche Aussagen der Beschuldigte anläss-

lich der Berufungsverhandlung machte. So sei er am 12. August 2015 um ca. 

20.00 Uhr von der Arbeit nach Hause gekommen. Da es am Abend vorher bereits 

einen Streit zwischen seiner Frau und seinem Vater gegeben habe, habe er die-

sem gesagt, er solle ins Bett gehen, bevor seine Frau von der Arbeit zurückkehre. 

Diese sei aber früher als erwartet zurück gekommen und habe seinen Vater als 

Lügner und Betrüger bezeichnet, als sie auf dem Balkon geraucht habe. Als der 

Vater des Beschuldigten sagte, sie sei das selbst, habe sie ihn angegriffen, wo-

rauf der Beschuldigte sie gepackt und zur offenen Balkontüre geführt habe, damit 

sie seinen Vater nicht schlagen konnte. Sein Vater habe sie nicht gehalten. Sein 

Sohn B._____ habe ihn gebissen, um die Mutter zu verteidigen (Prot. II S. 17 ff.). 

Zum Vorfall im Juli 2014 führte er aus, er habe in die Ferien mit seiner Frau reisen 

wollen. Sie habe gesagt, sie könne nicht frei nehmen, was er akzeptiert habe. Als 

sie ihn beleidigt habe, habe er einen Tisch vom Balkon geworfen. Er habe sie 

nicht berührt; es sei nur zu einem Schubs in der Türe gekommen, weil sie sich 

ihm in den Weg gestellt habe, als er in die Wohnung gewollt habe (Prot. II S. 19 

f.). 

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3.3. Weitere Beweismittel 

Nebst den bereits erwähnten Beweismitteln liegen – wie von der Vorinstanz zu-

treffend erwähnt (Urk. 82 E. III.4.) – eine Fotodokumentation der Wohnung 

(Urk. 3) sowie der Verletzungen der Privatklägerin und des Beschuldigten 

(Urk. 4/1), ein Gutachten über die körperliche Untersuchung der Privatklägerin 

(Urk. 4/3), ein Spurenbericht des Forensischen Instituts Zürich (Urk. 4/5), ein 

Kurzbericht zur körperlichen Untersuchung des Beschuldigten (Urk. 33) sowie ein 

ärztlicher Bericht betreffend einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand-

lung der Privatklägerin (Urk. 59) vor.  

3.4. Konkrete Würdigung des Vorfalls vom 12. August 2015 

3.4.1. Aussagen zur Vorgeschichte 

3.4.1.1. In casu ist offensichtlich, dass zwischen der Privatklägerin und dem 

Mitbeschuldigten C._____, ihrem Schwiegervater, im Allgemeinen wie auch im 

Speziellen kurz vor dem fraglichen Vorfall im August 2015 erhebliche Animositä-

ten bestanden und Feindseligkeiten ausgetauscht wurden. 

Dies wird einerseits seitens des Beschuldigten bestätigt, welcher davon berichte-

te, dass es unter anderem am Vorabend und am Vormittag des 12. August 2015 

Streitereien zwischen der Privatklägerin und dem Mitbeschuldigten gegeben ha-

be. Dem liege gemäss den Aussagen des Beschuldigten der Umstand zugrunde, 

dass die Privatklägerin mit dem Besuch des Mitbeschuldigten nicht einverstanden 

gewesen sei und sich daran gestört habe, dass der Mitbeschuldigte bei einem 

Nachbarn EUR 1'000.– ausgeliehen habe (Urk. 6/1 S. 1 ff.; Urk. 6/2 S. 2 ff.; 

Urk. 6/3 S. 2; Prot. I S. 12 f.). 

Auch die Privatklägerin bestätigte das Konfliktpotential in der Beziehung zu 

C._____ (Urk. 7/1 S. 7 u. 7/2 S. 23; Urk. 57 S. 17, 23 u. 25): So sagte sie unter 

anderem aus, mit dem Mitbeschuldigten praktisch immer, wenn sie ihn sehe, 

Auseinandersetzungen zu haben, was bereits elf Jahre so gehe. Aus ihren Aus-

sagen geht hervor, dass ihre Animositäten gegenüber ihrem Schwiegervater ins-

- 15 - 

besondere darin begründet sind, dass ihrem inzwischen verstorbenen Vater – im 

Gegensatz zum Schwiegervater – der Kontakt zur Familie verwehrt worden sei (s. 

Urk. 7/2 S. 8 f.) sowie dass ihre Schwiegereltern einen grossen Einfluss auf ihren 

Mann hätten, was dazu führe, dass alles gemäss deren Wünschen geschehe. 

Das Vermögen, das sie und ihr Ehemann gespart hätten, hätten die Schwiegerel-

tern erhalten. Sie erwähnte mehrere zehntausend Franken, die diesen überwie-

sen worden seien, wobei ein Teil hiervon ohne ihr Wissen transferiert worden sei 

(Urk. 7/2 S. 9 f. u. 24). Die Privatklägerin bestätigte, auch am Vormittag des 

12. August 2015 eine verbale Auseinandersetzung mit dem Mitbeschuldigten ge-

habt zu haben, anlässlich welcher dieser sie beleidigt und gesagt habe, dass sie 

keinen Respekt habe, sie die falsche Frau für seinen Sohn und eine schlechte 

Mutter sei sowie dass sie schon noch etwas erleben werde (Urk. 7/2 S. 5 u. 18). 

Weiter führte sie aus, dass C._____ bei ihren Nachbarn Schulden habe machen 

wollen, ohne sie oder ihren Ehemann zu informieren (Urk. 7/2 S. 7 u. 18). 

Den Streit am Morgen des 12. August 2015 bestätigte auch der Mitbeschuldigte 

C._____. Allerdings stellt er diese Auseinandersetzung anders als die Privatkläge-

rin dar: Die Privatklägerin habe ihn beschimpft, von hinten mit den Füssen getre-

ten und bedroht (Urk. 8/1 S. 2). Weiter führte er aus, dass er im August 2015 zum 

ersten Mal in die Schweiz gekommen sei, und zwar, um seinen Sohn zu besu-

chen. In der Vergangenheit habe es mit der Privatklägerin nie Probleme gegeben 

und wenn sie ihn beleidigt habe, habe er das mit Zurückhaltung aufgenommen 

(Urk. 8/2 S. 5). Finanziell seien er und seine Ehefrau von der Privatklägerin noch 

nie unterstützt worden. Nicht einmal zur Beschneidung ihres Sohnes B._____ ha-

be sie etwas beigetragen. Seit ca. zwei bis drei Wochen vor der Beschneidung 

von B._____ habe die Privatklägerin nicht mehr mit ihm sprechen wollen (Urk. 8/2 

S. 6 f.). Auch wenn der Mitbeschuldigte damit mehrfach durchblicken lässt, dass 

die Privatklägerin und nicht er die Ursache für ihre belastete Beziehung sei, ge-

hen die sich kurz vor dem Vorfall noch erheblich intensivierenden Animositäten 

und Spannungen zwischen ihnen beiden auch aus seinen Aussagen deutlich her-

vor. 

- 16 - 

3.4.1.2. Die Beziehung zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin, 

welche verheiratet sind und zwei gemeinsame Kinder (geb. 2006 und 2011) ha-

ben, zeichnet sich dadurch aus, dass sie bereits seit mehreren Jahren belastet 

erscheint. Aus den Akten geht hervor, dass die Polizei bereits mehrfach wegen 

Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten ausrücken musste, wobei es zu 

Gewaltschutzmassnahmen, nicht aber zu strafrechtlichen Verurteilungen kam 

(Urk. 17/1-3; Beizugsakten B-3/2009/6217 der Staatsanwaltschaft Winterthur-

Unterland: Urk. 7; Prot. I S. 23 f.). Nach einer Auseinandersetzung im Jahre 2009, 

bei welcher die Polizei erscheinen musste, sei der Beschuldigte laut der Privat-

klägerin für drei Monate ausgezogen (Urk. 7/3 S. 11; Urk. 6/4 S. 6; Urk. 17/3). Seit 

dem Vorfall im Juli 2014, als er im Streit mit der Privatklägerin einen Tisch vom 

Balkon in den Garten hinuntergeworfen habe, hätten die Eheleute gemäss dem 

Beschuldigten einmal monatlich ein Gespräch bei der KESB gehabt (Urk. 6/2 

S. 6 f.). Die Nacht vor dem Vorfall hätten sie getrennt voneinander geschlafen 

(Prot. I S. 12; s. zudem nachstehend unter E. III.3.4.1.3.). Aus diesen Erwägun-

gen folgt, dass die Beziehung zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 

zwar von erheblichen Schwierigkeiten beeinträchtigt worden war, die Eheleute 

sich indes wiederholt zusammengerauft haben und im Zeitpunkt des Vorfalls vom 

12. August 2015 mit behördlicher Unterstützung an ihrer Beziehung zu arbeiten 

schienen. 

3.4.1.3. Die Beziehung zwischen dem Beschuldigten und dem Mitbeschuldigten 

C._____, seinem Vater, welchen der Beschuldigte freiwillig regelmässig finanziell 

unterstützt (s. Prot. I S. 23), erscheint gut zu sein. Aus den Akten wie auch den 

gemachten Erwägungen geht klar hervor, dass dem Beschuldigte in den Tagen 

vor dem Vorfall eine durchaus schwierige Vermittlungsrolle und Scharnierfunktion 

zwischen seinem Vater und seiner Ehefrau zukam, deren Beziehung wiederum – 

wie bereits erwähnt – von Animositäten und Feindseligkeiten geprägt war. Der 

Beschuldigte legte mehrfach unmissverständlich dar, dass er der Meinung sei, 

dass es der Privatklägerin in ihrem Verhalten gegenüber dem Mitbeschuldigten an 

Respekt gemangelt habe (Urk. 6/1 S. 2; Prot. I S. 11 f. und Prot. II S. 17). Die 

Nacht vor dem Vorfall hätten sie laut seiner Aussage getrennt voneinander ge-

schlafen, da es am Vortag Beleidigungen seitens der Privatklägerin gegenüber 

- 17 - 

dem Mitbeschuldigten gegeben habe (Prot. I S. 12). Demgegenüber lassen sich 

aus den Akten keine Aussagen des Beschuldigten finden, in welchen er das Ver-

halten seines Vaters kritisiert. Gestützt auf diese Ausgangslage erscheint es na-

heliegend, dass sich der Beschuldigte in diesem Loyalitätskonflikt zwischen den 

beiden ihm nahestehenden Personen im Zweifelsfalle auf die Seite des Mitbe-

schuldigten schlägt, welchem er sich – zumindest für die Tage dessen Besuchs in 

der Schweiz – offensichtlich mehr verpflichtet fühlt als der Privatklägerin. Dies 

scheint nicht zuletzt auch in einem Schamgefühl gegenüber seinem Vater für die 

sehr eigenständig auftretende Privatklägerin, welche sich den hierarchischen Ge-

pflogenheiten im familiären Verhältnis im Gegensatz zum Beschuldigten nicht oh-

ne Weiteres unterordnet, zu gründen. So gab der Beschuldigte denn auch zu Pro-

tokoll, dass er seinem Vater vorgängig nicht mitgeteilt habe, dass seine Ehefrau 

mit seinem Besuch nicht einverstanden sei, da er sich geschämt habe (Urk. 6/2 

S. 2). 

3.4.1.4. Wie seitens der Vorinstanz ausgeführt wurde, dürfte sich B._____ als 

Sohn des Beschuldigten und der Privatklägerin sowie als Enkel des Mitbeschul-

digten aufgrund dieser familiären Beziehungen zu den Parteien in einem Loyali-

tätskonflikt befinden, weshalb von der Vorinstanz erwogen wurde, dass seine 

Aussagen trotz eigentlich uneingeschränkter Glaubwürdigkeit mit gewisser Vor-

sicht zu würdigen seien (Urk. 82 III.5.4.a), was nicht zu beanstanden ist. 

3.4.1.5. Die erörterten Spannungen in den Beziehungen zwischen dem Be-

schuldigten, dem Mitbeschuldigten und der Privatklägerin geben in casu nicht un-

beträchtliche Aufschlüsse über ihr Aussageverhalten, was sich nicht zuletzt auch 

daran zeigt, dass keine dieser drei Personen umfassend wahrheitsgemäss aus-

sagte. Darauf ist nachfolgend einzugehen. 

3.4.2. Aussagen von B._____ im Zentrum 

3.4.2.1. Seitens der Vorinstanz wurde zutreffend festgehalten, dass B._____ 

den ganzen Vorfall bildlich und nachvollziehbar zu schildern vermocht habe, wes-

halb seine Aussagen als glaubhaft eingestuft wurden und es als plausibel erachtet 

worden ist, dass sich der Vorfall so abspielte, wie er ihn geschildert habe (Urk. 82 

- 18 - 

E. III. 5.4.b). Auch seitens der Verteidigung wird vorgebracht, dass die Aussagen 

von B._____ besonders zu berücksichtigen seien (Urk. 60 S. 9; Urk. 92 S. 6). 

Ferner ging auch der Beschuldigte selbst davon aus, dass sein Sohn immer bei 

ihm gewesen sei und alles mitbekommen habe (Urk. 6/1 S. 5). Seitens der Vo-

rinstanz wurde deshalb richtigerweise auf seine Schilderung abgestellt. 

3.4.2.2. Wie von der Vorinstanz korrekt wiedergegeben wurde (Urk. 82 

E. III.5.4.b), ist B._____ lediglich einmal staatsanwaltlich – am 20. Oktober 2015 – 

einvernommen worden (Urk. 9/2). Hinsichtlich der Glaubhaftigkeit seiner Einver-

nahmen wurde seitens der Vorinstanz zutreffend darauf hingewiesen, dass er zu-

vor direkt nach dem Vorfall mündlich polizeilich befragt wurde (Urk. 82 E. 

III.5.4.b). Der Polizeirapport vom 13. August 2015 (Urk. 1 S. 4 f.) stellt grundsätz-

lich ein zulässiges und taugliches Beweismittel dar (vgl. BGer 6B_1057/2013 E. 

23 und BGer 6B_721/2011 E. 9.2.1.). Auch wenn vorliegend dem Beschuldigten 

das rechtliche Gehör nicht gewährt wurde, so ist der Rapport auf jeden Fall zu-

gunsten des Beschuldigten verwertbar. Da die anlässlich der staatsanwaltlichen 

Einvernahme gemachten Aussagen mit denjenigen des Polizeirapports im We-

sentlichen übereinstimmen, wirken sie sich aber in casu nicht entlastend aus. Zu-

treffend wurde von der Vorinstanz ebenfalls erwogen (Urk. 82 E. III.5.4.b), dass 

auch deshalb kein Anlass bestehe, an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zu 

zweifeln, weil es – entgegen der Auffassung des Beschuldigten und C._____s – 

keine Hinweise dafür gebe, dass B._____s Aussagen in irgendeiner Form beein-

flusst worden seien. Richtig verweist die Vorinstanz darauf, dass B._____ mit sei-

nen Aussagen nicht nur seinen Vater und seinen Grossvater belastet, sondern 

teilweise auch deutlich von der Sachverhaltsdarstellung seiner Mutter, der Privat-

klägerin, abweicht. Von einer Wiederholung der seitens der Vorinstanz ausführlich 

wiedergegeben, auch auf jeweilige Konfrontation mit den anderslautenden Ant-

worten der Privatklägerin erfolgten Ausführungen von B._____ kann deshalb an 

dieser Stelle abgesehen und vollumfänglich auf diese verwiesen werden (Urk. 82 

E. III.5.4.b) S. 51). Die von der Vorinstanz daraus gezogene Schlussfolgerung, 

dass sein Aussageverhalten neutral wirkt und weder einseitig belastend noch 

durch die Privatklägerin instruiert erscheint, ist deshalb richtig (Urk. 82 E. III.5.4.b) 

S. 51).  

- 19 - 

Daran vermögen auch die seitens der Verteidigung vorgebrachten Rügen hin-

sichtlich unzulässiger Suggestionen (Urk. 60 S. 10; Prot. I S. 26; s. auch vorste-

hend unter E. II.2.1.-2.3.) nichts zu ändern. So ist in Bezug auf die vorliegend von 

der Verteidigung als suggestiv monierte Frage 30 seiner staatsanwaltlichen Ein-

vernahme zu bemerken, dass das Hinunterfallen der Privatklägerin vom Balkon 

bereits früher in derselben Einvernahme von der Auskunftsperson B._____ im 

Kontext damit, wovor er Angst gehabt habe, selbst aufgebracht wurde (Antworten 

auf Fragen 13 und 14). In Frage 29 wurde B._____ gefragt, ob er wisse, ob seine 

Mutter Angst gehabt habe, dass ihr etwas passieren werde, was von B._____ mit 

der Begründung bejaht wurde, weil sie geweint habe. Die logische nächste Frage 

wäre diejenige gewesen, wovor die Mutter aus seiner Sicht Angst gehabt habe. 

An deren Stelle wurde in der Frage 30 die Angst der Privatklägerin mit dem vom 

Balkon Geworfenwerden verknüpft. Da diese Möglichkeit aber – wie zuvor er-

wähnt – bereits von B._____ thematisiert worden ist, ist eine unzulässige Beein-

flussung zu verneinen. So oder anders fällt die Antwort von B._____ auf Frage 30 

("Weil sie traurig ist, wenn zum Beispiel ihr Mann vom Balkon runter fallen sollte. 

Sie hat Gefühle…") dermassen interpretationsbedürftig aus, dass ihr kein Be-

weiswert zukommt und sie weder geeignet ist, den Beschuldigen zu belasten 

noch diesen zu entlasten. Auch die nachfolgende Frage 31 ("Hat jemals die Ge-

fahr bestanden, dass Deine Mutter vom Balkon fallen könnte?") ist gestützt auf 

die vorherige Thematisierung dieser Möglichkeit, nicht auf unzulässige Art und 

Weise gestellt worden.  

Ebenso wenig ist die seitens der Verteidigung ferner monierte Frage 38 unzuläs-

sig, mittels welcher gefragt wurde, ob er gesehen habe, ob der Beschuldigte und 

der Mitbeschuldigte die Privatklägerin hin und her geschaukelt hätten. Die Rüge 

des Verteidigers, dass diese Frage obsolet gewesen sei, nachdem B._____ be-

reits zuvor bestätigt gehabt habe, dass die Privatklägerin nie in die Luft gehoben 

worden sei (Antwort auf Frage 26), geht fehl. Die Wiederholung von auch anders 

formulierten Fragen zielt vielmehr dahin, die Konstanz des Aussageverhaltens zu 

überprüfen. So oder anders sagte B._____ gleichlautend aus, weshalb dies die 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen stützt. 

- 20 - 

Ferner rügt der Verteidiger Frage 42, mittels welcher B._____ an seine bei der 

Polizei gemachte – anderslautende – Aussage erinnert wurde. Es erscheint je-

denfalls nicht unzulässig, die einvernommene Person mit früheren Aussagen zu 

konfrontieren, zumal B._____ zu Beginn der staatsanwaltlichen Befragung die 

Wahrheit seiner vor Polizei gemachten Aussagen bestätigte (Antwort auf Frage 

8). Die Frage erweist sich deshalb als zulässig. Aus der Würdigung der Antwort 

von B._____ ergeben sich allerdings Widersprüche in Bezug auf den letzten 

Standort der Privatklägerin, bevor diese die Wohnung verliess. Diese Unklarheit 

ist so oder anders nicht zu Ungunsten des Beschuldigten zu berücksichtigen (s. 

nachstehend E. III.3.4.2.7.). 

Im Nachfolgenden ist auf einige wesentliche Geschehnisse am Abend des 

12. August 2015 bzw. die diesbezüglichen Schilderungen von B._____ nochmals 

näher einzugehen. 

3.4.2.3. Die Vorgeschichte und Ausgangslage für das den beiden Beschuldig-

ten hernach folgende zur Last gelegte strafbare Verhalten schildert B._____ de-

ckungsgleich mit seinem Vater (so auch die Vorinstanz: Urk. 82 E. III.5.4.b) 

S. 52), wonach seine Mutter, nachdem sie zusammen ins Wohnzimmer gekom-

men seien, auf den Balkon gegangen sei, und durch Beleidigungen einen verba-

len Streit mit seinem Grossvater begonnen habe: Im Einzelnen habe sein Vater 

erwähnt, dass sie am folgenden Tag einen Termin hätten, woraufhin seine Mutter 

okay gesagt und ergänzt habe, dass er, der Grossvater, zum Glück nicht mit-

komme. Sie habe weiter ausgeführt, dass dieser für sie wie nicht am Leben sei, 

woraufhin C._____ erwidert habe, sie sei nichts. Seine Mutter habe sich dann 

gewehrt und sein Vater habe versucht einen (weiteren) Streit zwischen den bei-

den zu verhindern und sei dazwischen gegangen (Urk. 9/2 S. 3 u. 5). Wie von der 

Vorinstanz zutreffend erwogen wurde (Urk. 82 E. III.5.4.b) S. 52), wurde von 

B._____ lebensnah und nachvollziehbar beschrieben, wie aus einem Gespräch 

und einer Bemerkung von seiner Mutter ein Streit zwischen ihr und seinem 

Grossvater entstand. Daran vermag auch der Umstand, dass die Privatklägerin 

bestritt, ihren Schwiegervater beleidigt zu haben, nichts zu ändern, weil ein Motiv 

für eine Falschbelastung durch ihren Sohn nicht ersichtlich ist und ein entspre-

- 21 - 

chender Irrtum über das Vorgefallene gestützt auf seine detaillierten Ausführun-

gen ausgeschlossen werden kann. 

3.4.2.4. Auch die darauf folgende Beschreibung des Verhaltens seines Vaters 

und seines Grossvaters durch B._____, welcher während des Vorfalls auf der 

Wohnzimmercouch gesessen sei (Urk. 9/2 S. 5 f.) – erscheint lebensnah. So sei 

sein Vater dazwischen gegangen, um den Streit zu verhindern, woraufhin es dann 

"losgegangen sei". Sein Vater und sein Grossvater hätten seine Mutter gepackt. 

Seine Mutter habe dann "Lasst mich los" geschrien (Urk. 9/2 S. 3). Auf spätere 

Nachfrage schilderte B._____, dass sein Grossvater seine Mutter zuerst "irgend-

wie so am Bauch" und sein Vater sie an den Füssen gepackt habe (Urk. 9/2 S. 4 

und 8). Er habe seinen Vater gefragt: "Machsch du das würklich jetzt?", woraufhin 

dieser ihn böse angeschaut habe (Urk. 9/2 S. 4). Sie hätten seine Mutter nicht 

mehr losgelassen und seien mit ihr zur Balkontür gegangen, welche offen gestan-

den sei. Dort habe er angefangen, seinen Vater zu beissen (Urk. 9/2 S. 5). Der 

Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass diese Schilderungen eindrücklich und 

bildlich vorstellbar erscheinen und sowohl seine bereits im Polizeirapport festge-

haltenen Aussagen (Urk. 1 S. 5) wie auch grundsätzlich diejenigen der Privatklä-

gerin bestätigen (Urk. 82 E. III 5.4.b) S. 52 f.). Es besteht demnach kein Anlass, 

an der Richtigkeit seiner Ausführungen zu zweifeln.  

3.4.2.5. Eindrücklich schilderte B._____ überdies seine Emotionen während 

des Vorfalls: Er sei erschrocken, als er das am Anfang gesehen habe. Er habe 

gedacht, dass sie böse werden wollen zu seiner Mutter (Urk. 9/2 S. 5). Er habe 

Angst gehabt, Angst davor, dass seine Mutter in den Garten hinunterfalle 

(Urk. 9/2 S. 4). Er sei deshalb auf seinen Vater losgegangen und habe ihn in den 

Rücken gebissen. Dieser habe sich an die Bissstelle gefasst und seine Mutter 

losgelassen (Urk. 9/2 S. 6). Sein Grossvater habe seine Mutter zu fangen ver-

sucht und sie dabei am Nacken gepackt bzw. mit den Händen am Hals gekratzt 

(Urk. 9/2 S. 4 u. 7). Seine Mutter habe sich losreissen können, worauf sie zu-

sammen weg, nach draussen gegangen seien (Urk. 9/2 S. 3 f.). Auch die wieder-

gegebenen Schilderungen seiner Emotionen wirken sehr überzeugend und lassen 

klar auf selbst Erlebtes schliessen. 

- 22 - 

3.4.2.6. B._____ verneinte hingegen, dass seine Mutter vom Beschuldigten und 

Mitbeschuldigten in die Luft gehoben und dabei hin und her geschaukelt worden 

sei (Urk. 9/2 S. 5 f.; und auch bereits bei der Polizei: Urk. 1 S. 5), wie es seitens 

der Privatklägerin vorgebracht wird (s. nachstehend E. III.3.4.5.2.). Diesbezüglich 

ist vorab zu beachten, dass dem Beschuldigten in der Anklage lediglich zur Last 

gelegt wird, die Privatklägerin zusammen mit dem Mitbeschuldigten "in der Luft 

tragend" "zur Balkontüre und von dort auf den Balkon" geschleppt zu haben, nicht 

aber, diese hin- und hergeschaukelt zu haben (Urk. 22 S. 2). Allerdings bestätigte 

B._____, dass sein Vater seine Mutter an den Füssen gepackt habe (Urk. 9/2 S. 

4), was mit seinen bei der Polizei gemachten Aussagen insofern übereinstimmt, 

als dort protokolliert wurde, dass sein Vater versucht habe, seine Mutter an den 

Füssen zu packen (Urk. 1 S. 5). Ausserdem führte B._____ auf die Frage, was 

der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte mit der Privatklägerin gemacht hätten, 

als sie sie gepackt gehabt hätten, dass sie diese dann nicht mehr losgelassen 

hätten und mit ihr zur Balkontüre gegangen seien, wo er angefangen habe, sei-

nen Vater zu beissen (Urk. 9/2 S. 5). Aus seinen Aussagen geht demzufolge deut-

lich hervor, dass der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte die Privatklägerin ge-

gen deren Willen zur Balkontüre verbrachten. Insofern ist der Anklagesachverhalt 

erstellt. Ob die Privatklägerin sich dabei zumindest teilweise in der Luft befand, 

was angesichts des Packens am Oberkörper durch den Mitbeschuldigten und an 

den Füssen durch den Beschuldigten logisch wäre, kann demgegenüber offen 

bleiben.  

3.4.2.7. Nicht erstellt ist gestützt auf die Aussagen von B._____, dass die Pri-

vatklägerin auf den Balkon verbracht wurde, sagte er doch aus, dass sie zur offe-

nen Balkontüre gegangen seien, wobei weder sein Vater noch sein Grossvater 

jemals auf dem Balkon gestanden seien (Urk. 9/2 S. 5 f.). Entgegen der Auffas-

sung der Vorinstanz (Urk. 82 E. III.5.4.b) S. 51) machte B._____ in Bezug auf den 

Standort der Mutter konträre Aussagen: Nachdem er ausgesagt hatte, dass es in 

der Wohnung drin gewesen sei, wo sie sich losgerissen habe, bestätigte er da-

raufhin seine bei der Polizei gemachte Aussage als richtig, wonach die Privatklä-

gerin mit dem rechten Fuss auf dem Balkon und mit dem linken Fuss noch im 

Wohnzimmer gewesen sei (Urk. 9/2 S. 7 u. 9; Urk. 1 S. 5). Die Dynamik des vor-

- 23 - 

liegenden Geschehens ist allerdings nicht zu unterschätzen, zumal sich die Pri-

vatklägerin laut den Aussagen von B._____ auch noch an der Balkontüre festge-

halten habe (Urk. 9/2 S. 9), was durchaus plausibel erscheinen lässt, dass sich 

die Privatklägerin zumindest mit einem Teil ihres Körpers noch im Wohnzimmer 

befunden hat. Auch wenn die Aussagen von B._____ zum Standort seiner Mutter 

nicht einheitlich waren, lässt sich der vermeintliche Widerspruch auflösen. Erstellt 

ist jedenfalls, dass die Privatklägerin zur Balkontüre, nicht aber auf den Balkon, 

geschleppt worden ist. 

3.4.2.8. Seitens der Verteidigung vorgebrachte Zweifel (Prot. I S. 26) an der 

Aussage von B._____, dass der Beschuldigte dem Mitbeschuldigten gesagt habe, 

dass sie nun beide zusammen auf die Privatklägerin losgehen würden (Urk. 9/2 S. 

8), wirken überdies wenig überzeugend, da das erstellte darauf folgende Handeln 

des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten genau eine solche Vorgehensweise 

aufzeigt, was die Aussage plausibel erscheinen lässt. Ein blosses auf Schlichtung 

des Streits zwischen dem Mitbeschuldigten und der Privatklägerin mit anschlies-

sender räumlicher Trennung der Streitenden bedachtes Handeln des Beschuldig-

ten, wie es die Verteidigung geltend machte (Urk. 60 S. 9 ff.), erscheint auch des-

halb ausgeschlossen. 

3.4.2.9. Ferner ist mit der Vorinstanz (Urk. 82 E. III.5.6.a) davon auszugehen, 

dass in casu nicht erstellt ist, dass der Mitbeschuldigte der Privatklägerin mit den 

Worten drohte "du hast keinen Respekt, jetzt ist fertig, jetzt werfen wir dich über 

den Balkon und bringen dich um", weil B._____ solche Aussagen seines Gross-

vaters nicht bestätigte (Urk. 9/2 S. 4 f. u. 8).  

3.4.2.10. Die Verursachung des angeklagten Verletzungsbilds der Privatklägerin 

ist unter Berücksichtigung der geschilderten Vorgehensweise des Beschuldigten 

und des Mitbeschuldigten sowie der mehrfach vorgebrachten Aussage von 

B._____, wonach sein Grossvater die Privatklägerin am Hals gekratzt habe (Urk. 

9/2 S. 4 f.), ebenfalls als erstellt anzusehen. Die seitens der Verteidigung vorge-

brachte Darstellung, wonach die Verletzungen der Privatklägerin allein durch den 

Beschuldigten beim Wegziehen derselben beigebracht worden seien (Urk. 60 

S. 11) oder dass diese einen anderen Ursprung haben könnten (Urk. 92 S. 8), er-

- 24 - 

scheint angesichts des klaren Aussageverhaltens von B._____ unrealistisch und 

geht deshalb fehl. 

3.4.2.11. Schliesslich ist es aufgrund der Umstände und insbesondere der ag-

gressiven Vorgehensweise des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten als plau-

sibel zu erachten, dass B._____ gestützt auf sein eigenes Erleben der Situation – 

und nicht aufgrund entsprechender Darstellungen der Privatklägerin – davon aus-

ging, dass sein Vater und sein Grossvater seine Mutter vom Balkon hinunterwer-

fen würden. Obschon er anlässlich seiner staatsanwaltlichen Einvernahme auch 

darauf verwies, dass seine Mutter gedacht habe, sie werde "runter geschupft vom 

Balkon" (Urk. 9/2 S. 6), führte er nämlich davor aus, er habe Angst gehabt, dass 

sie in den Garten hinunter falle (Urk. 9/2 S. 4). Für ein eigenes Erleben dieser 

Angst spricht auch sein eindrückliches und aussergewöhnliches Einschreiten in 

die Auseinandersetzung mittels Beissens seines Vaters, welches für den Bestand 

einer hohen Gefährdungslage betreffend die Privatklägerin spricht, welche er da-

mit zu beseitigen suchte. Ferner ist erstellt, dass der Beschuldigte und der Mitbe-

schuldigte die Privatklägerin gegen ihren Willen zur offenen Balkontüre verbrach-

ten, an welcher sich die Privatklägerin festhielt, was nahe legt, dass sie dadurch 

der Bewegungsrichtung etwas entgegensetzen wollte. Dieser Ablauf spricht klar 

dafür, dass die Privatklägerin auf den Balkon gebracht werden sollte, was wiede-

rum ein Hinunterwerfen der Privatklägerin bzw. ein entsprechendes Angsteinja-

gen bei der Privatklägerin im Sinne einer Lektionserteilung beim vorliegenden 

Kräfteungleichgewicht und der Dynamik des Geschehens als plausibel erscheinen 

lässt. Es ist naheliegend, dass das von B._____ geschilderte Rufen der Privatklä-

gerin ("Lass mich los": Urk. 9/2 S. 3 u. 5) zu seiner aussergewöhnlichen Reaktion 

zum Schutze der Privatklägerin beigetragen hat, wobei es indes – entgegen der 

Ansicht der Verteidigung (Urk. 60 S. 11) – vor dem Hintergrund des übrigen Ge-

schehens eine blosse Mitursache für seine Reaktionsweise darstellte. Ob der 

frühere Vorfall, anlässlich welchem der Beschuldigte während eines Streits mit 

der Privatklägerin wütend einen Tisch vom Balkon geworfen hat (s. Urk. 6/2 S. 6 

f.), bei den Angstgefühlen von B._____ eine Rolle spielte, ist nicht auszuschlies-

sen, aber gleichzeitig auch nicht von Relevanz. 

- 25 - 

3.4.2.12. Gestützt auf die glaubhaften Aussagen von B._____ ist – im Wesentli-

chen einhergehend mit der Vorinstanz (Urk. 82 E. III.5.6.a) – erstellt, dass die Pri-

vatklägerin von der Arbeit nach Hause kam und, nachdem sie zusammen mit ihm 

ins Wohnzimmer gekommen sei, auf den Balkon ging. Von dort aus entstand ein 

zunächst verbaler Streit zwischen ihr und C._____, in dessen Folge die Privatklä-

gerin auf C._____ zugegangen ist, worauf sie von ihm zuerst am Oberkörper und 

sogleich vom Beschuldigten an den Füssen gepackt wurde. Darauf haben die 

beiden Beschuldigten die Privatklägerin nicht losgelassen und sie gewaltsam bis 

zur offenen Balkontür verbracht. B._____ hat aufgrund dieser Vorgehensweise 

des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten dermassen Angst um seine Mutter 

bekommen, dass er befürchtete, dass seine Mutter vom Balkon geworfen werde, 

weshalb er sich veranlasst sah, seinen Vater in den Rücken zu beissen, worauf-

hin dieser die Privatklägerin losliess, sie sich von C._____ losreissen und mit 

B._____ nach draussen flüchten konnte.  

 

3.4.3. Aussagen des Beschuldigten 

3.4.3.1. Seitens der Vorinstanz wurden die Aussagen des Beschuldigten ein-

gehend und zutreffend gewürdigt, weshalb grundsätzlich vollumfänglich auf die 

von ihr diesbezüglich gemachten Erwägungen verwiesen werden kann (Urk. 82 

E. III.5.1.).  

3.4.3.2. Erwähnenswert erscheinen indes die nachfolgenden Umstände: Auffäl-

lig ist – wie von der Vorinstanz korrekt erwogen (Urk. 82 E. III.5.1.b) S. 39) – dass 

der Detaillierungsgrad beim Beschuldigten stark schwankte: Während der Beginn 

der Auseinandersetzung zwischen dem Mitbeschuldigten und der Privatklägerin 

ausführlich und genau geschildert wird, erfolgten zum eigentlichen Kerngesche-

hen, welches ihm vorliegend als strafbares Verhalten zum Vorwurf gemacht wird, 

nur vage Angaben: So wurde von der Vorinstanz zutreffend ausgeführt, dass sei-

ne Angaben hinsichtlich des "Losgehens" seiner Frau auf seinen Vater unter-

schiedlich sind (Urk. 82 E. III.5.1.b) S. 34 betr. Urk. 6/1 S. 3; Urk. 6/4 S. 2; Prot. I 

S. 11) wie auch diejenigen hinsichtlich der Beschreibung, auf welche Weise er die 

- 26 - 

Privatklägerin gepackt habe (Urk. 82 E. III.5.1.b) S. 34 f: betr. Urk. 6/1 S. 3 f.; Urk. 

6/2 S. 5; Urk. 6/3 S. 2; Urk. 6/4 S. 3; Prot. I S. 11). Der Verteidiger bezeichnete al-

lerdings eine anlässlich der Schlusseinvernahme des Beschuldigten gestellte 

Frage als aktenwidrig und unzulässig, weil der Beschuldigte – entgegen dem ihm 

gemachten Vorhalt (Urk. 6/4 Frage 16) – im Rahmen der staatsanwaltlichen Ein-

vernahme vom 20. Oktober 2015 nicht zu Protokoll gab, die Privatklägerin ledig-

lich und ausschliesslich an den Füssen gepackt zu haben (Prot. I. S. 26 f.). Dem 

Einwand der Verteidigung ist zu folgen, da aus der bezeichneten früheren Einver-

nahme keine entsprechende Aussage des Beschuldigten hervorgeht. Die seitens 

des Beschuldigten gegebene Antwort vermag sich indes so oder anders nicht zu 

seinen Ungunsten auszuwirken, da er ein blosses Packen der Privatklägerin an 

deren Oberkörper zu Protokoll gab, was eine Beeinflussung seitens der Staats-

anwaltschaft ausschliesst. Zu Gunsten des Beschuldigten ist bezüglich seiner vor 

Polizei gemachten Aussage, gemäss welcher er erwähnte, die Privatklägerin auf 

den Balkon gezogen zu haben, um zu verhindern, dass sie seinen Vater schlage 

(Urk. 6/1 Frage 12), von einem Protokollfehler auszugehen, da er in derselben 

Befragung mehrfach zu Protokoll gab, nie auf dem Balkon gewesen zu sein (Urk. 

6/1 Fragen 24, 32 u. 34).  

3.4.3.3. Mit der Vorinstanz (Urk. 82 E. III.5.1.b) S. 36) ist zudem festzustellen, 

dass die Angaben des Beschuldigten hinsichtlich des Zeitpunkts, in welchem er 

die Privatklägerin losgelassen habe, unpräzise erscheinen (Urk. 6/1 S. 3; Urk. 6/2 

S. 5; Prot. I S. 15). Klar widersprüchlich sagte der Beschuldigte – wie es die Vor-

instanz richtig anführte (Urk. 82 E. III.5.1.b) S. 36) – in Bezug auf die Frage, ob 

die Balkontüre im massgebenden Zeitpunkt offen oder geschlossen war, aus: 

Während er zu Beginn ausführte, die Balkontür sei geschlossen gewesen, da er 

sie aufgrund des lauter werdenden Streits geschlossen habe, damit die Nachbarn 

den Streit nicht hörten (Urk. 6/1 S. 5, Urk. 6/2 S. 5), gab er anlässlich der vor-

instanzlichen Hauptverhandlung zu Protokoll, seine Frau nütze es aus, dass die 

Balkontür offen gewesen sei (Prot. I S. 18), was in Bezug auf die offene Türe 

auch von B._____ bestätigt wird (Urk. 9/2 S. 5). Der Vorinstanz ist darin beizu-

pflichten (Urk. 82 E. III.5.1.b) S. 36), dass sich dieser Widerspruch in den Ausfüh-

rungen des Beschuldigten nicht begründen lasse, weshalb aufgrund des Gesag-

- 27 - 

ten davon auszugehen sei, dass es sich bei den Aussagen des Beschuldigten zu 

Beginn der Untersuchung um eine reine Schutzbehauptung handle. 

3.4.3.4. Ferner wurde seitens der Vorinstanz richtig erwogen, dass die Aussa-

gen des Beschuldigten keinen endgültigen Schluss bezüglich des Tatbeitrags von 

C._____ zulassen. Sie legte unter Bezugnahme auf seine Aussagen zutreffend 

und ausführlich dar, dass seine entsprechenden Aussagen stark relativierend, zu-

rückhaltend und teilweise auch uneinheitlich erfolgten (Urk. 82 E. III.5.1.b) 

S. 36 ff.). Hierfür bezeichnend erscheint seine Aussage anlässlich der staatsan-

waltlichen Einvernahme vom 20. Oktober 2015, wonach er die Privatklägerin mit 

den Armen an den Hüften gepackt habe, selber aber nicht gesehen habe, ob sein 

Vater die Privatklägerin irgendwo gepackt habe, woraufhin er die Privatklägerin 

dann mit Gewalt in Richtung der Balkontüre geschleppt habe (Urk. 6/3 S. 2), 

nachdem er in den ersten beiden Einvernahmen noch die klaren Aussagen getrof-

fen hatte, dass sein Vater seine Frau nicht gepackt, nicht einmal angefasst oder 

gar berührt habe (Urk. 6/1 S. 3 f., Urk. 6/2 S. 5 f.). Ausserdem erscheint die Un-

kenntnis über eine allfällige tätliche Beteiligung des Mitbeschuldigten als vorge-

schoben und unglaubhaft. Es ist demnach offensichtlich, dass der Beschuldigte 

den Mitbeschuldigten nicht belasten will, was in ihrer verwandtschaftlichen Bezie-

hung begründet liegt. Ausserdem muss – wie bereits ausführlich dargelegt wurde 

(s. E. 3.4.1.3. vorstehend) – davon ausgegangen werden, dass sich der Beschul-

digte – zumindest für die Tage des Besuchs von C._____ in der Schweiz – sei-

nem Vater gegenüber mehr verpflichtet fühlte als seiner Ehefrau, weshalb die Zu-

rückhaltung in den entsprechenden Aussagen naheliegend erscheint. Deshalb ist 

die von der Vorinstanz aus der Würdigung der Aussagen des Beschuldigten zum 

Verhalten seines Vaters gewonnene Schlussfolgerung, dass die Tendenz zu er-

kennen sei, dass er seinen Vater in Schutz nehmen und aus dem Konflikt heraus-

halten wolle, indem er nur zurückhaltende Äusserungen mache und den Tatbei-

trag seines Vaters immer wieder als gering darstelle bzw. seinen Vater sogar als 

Streitschlichter bezeichne, richtig (Urk. 82 E. III.5.1.b) S. 37).  

3.4.3.5. Schliesslich wurde seitens der Vorinstanz auch zutreffend festgestellt, 

dass der Beschuldigte keine nachvollziehbare Begründung für die festgestellten 

- 28 - 

Verletzungen seines Vaters liefert (Urk. 82 E. III.5.1.b) S. 38). Als reine Schutzbe-

hauptung wirkt seine Darlegung, dass es vielleicht möglich sei, dass seine Frau 

und sein Vater am Vormittag eine Auseinandersetzung gehabt hätten (Urk. 6/4 

S. 4). Dazu weist die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass nie jemand ausge-

führt habe, dass es am Vormittag des 12. August 2015 zu einer tätlichen Ausei-

nandersetzung gekommen sei (Urk. 82 E. III.5.1.b) S. 38).  

3.4.3.6. Unter Berücksichtigung dieser Erwägungen geben die Aussagen des 

Beschuldigten keinen Anlass, die seitens seines Sohnes zum relevanten Kernge-

schehen gemachten Ausführungen ernsthaft in Zweifel zu ziehen. 

3.4.4. Aussagen von C._____  

3.4.4.1. Auch in Bezug auf die von C._____ gemachten Aussagen ist die – ein-

gehende – Würdigung durch die Vorinstanz in keiner Weise zu beanstanden, 

weshalb grundsätzlich vollumfänglich darauf verwiesen werden kann (Urk. 82 E. 

III.5.2.b). Beizupflichten ist der Vorinstanz im Ergebnis darin, dass seine Aussa-

gen von Widersprüchen, Strukturbrüchen, Ungereimtheiten, Inkonstanz und teil-

weise ausweichendem Verhalten geprägt sind, was gegen deren Glaubhaftigkeit 

spricht (Urk. 82 E. III.5.2.b) S. 44 f.). Im Nachfolgenden ist das Aussageverhalten 

von C._____ nochmals zu erörtern. 

3.4.4.2. Zum Ausgangspunkt der Auseinandersetzung – das Beschimpfen 

durch die Privatklägerin – äusserte sich der Mitbeschuldigte C._____ insbesonde-

re in Bezug auf die seitens der Privatklägerin initiierte verbale Auseinanderset-

zung ähnlich wie der Beschuldigte und B._____. Allerdings erwähnte er konstant, 

dass er von der Privatklägerin überdies bespuckt worden sei (Urk. 8/1 S. 4 f.; 

Urk. 8/2 S. 3; Urk. 8/3 S. 3; Prot. GG150090 S. 12), was allerdings von nieman-

dem sonst bestätigt wurde. Wesentlich erscheint in diesem Zusammenhang, dass 

gestützt auf die Aussagen von C._____ davon auszugehen ist, dass es die Pri-

vatklägerin war, welche den Streit vom Zaun gebrochen und den Mitbeschuldigten 

C._____ provoziert hat, was seinen Niederschlag auch im übrigen Beweisergeb-

nis findet. Mit der Vorinstanz als wenig überzeugend ist aber die Begründung von 

C._____ einzustufen, weshalb er erst in der Schlusseinvernahme vom 

- 29 - 

10. November 2015 vorbrachte, dass die Privatklägerin ihm fünf bis sechs sehr 

feste Boxschläge bzw. sechs bis zehn Boxschläge zugefügt habe: So habe er 

dies verschwiegen, weil es ihm als Mann nicht wohl sei zu sagen, dass er von ei-

ner Frau geschlagen worden sei (Urk. 8/4 S. 2 ff.). Seine weitere Behauptung, 

dass der Beschuldigte diese Boxschläge nicht gesehen haben soll (Urk. 8/4 S. 4), 

teilweise mit der Begründung, weil er zu diesem Zeitpunkt hinter ihm gestanden 

sein soll (Prot. GG150090 S. 11 und Prot. II S. 25), erscheint bereits unter Einbe-

zug der behaupteten Vielzahl an Boxschlägen wie auch deren Heftigkeit abwegig, 

war doch die Situation derart, dass die Privatklägerin durch ihr Hereinstürmen in 

das Wohnzimmer die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben musste. Ausser-

dem behauptete er andernorts wiederum, dass der Beschuldigte eingegriffen ha-

be, weil er nicht gewollt habe, dass seine Frau seinen Vater schlage (Prot. 

GG150090 S. 16), was vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte die Schläge 

nicht gesehen habe, wenig Sinn ergibt. Den Umstand, dass auch B._____ die 

Schläge nicht gesehen habe, erklärt C._____ ferner ausschliesslich damit, dass 

dieser kleiner sei als seine Mutter und auch als der Beschuldigte, weshalb er nicht 

habe sehen können, was seine Mutter ihm angetan habe (Urk. 8/4 S. 7), was un-

ter Berücksichtigung der übrigen Erwägungen ebenso wenig überzeugend er-

scheint. Ferner soll C._____ der Privatklägerin nämlich noch gesagt haben "Ich 

erdulde sogar deine Schläge, aber sei ruhig, nicht dass alle dies mitbekommen. 

Schämst du dich nicht, dich so zu verhalten" (Urk.8/4 S. 4), was die Glaubhaf-

tigkeit seiner Aussagen nochmals herabsetzt, weil diese Äusserungen von nie-

mandem bestätigt werden und es sich dabei offensichtlich um einen – sehr plum-

pen – Versuch handelt, eine Erklärung zu liefern, weshalb niemand die (vermeint-

lichen) Schläge der Privatklägerin mitbekommen haben soll.  

3.4.4.3. In Bezug auf das Eingreifen des Beschuldigten hielt die Vorinstanz zu-

treffend fest (Urk. 82 E. III.5.2.b) S. 41 f.), dass Ungereimtheiten bezüglich der 

Position des Beschuldigten sowie hinsichtlich des Zeitpunkts seines Eingreifens 

bestehen würden: Während C._____ anlässlich der vorinstanzlichen Hauptver-

handlung zunächst angegeben habe, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt der 

Schläge hinter ihm gestanden sei, hat er später ausgeführt, dass der Beschuldigte 

die Privatklägerin von hinten gepackt habe, und zwar noch bevor sie ihn, 

- 30 - 

C._____, geschlagen habe (GG150090 Prot. S. 11). Die seitens der Vorinstanz 

daraus gezogene Schlussfolgerung, dass es in diesem Fall schlicht unmöglich 

sei, dass der Beschuldigte zugleich hinter C._____ gestanden sei (Urk. 82 E. 

III.5.2.b) S. 42), ist richtig. 

3.4.4.4. Weitere Inkohärenzen ergeben sich auch aus seinen Aussagen zu den 

weiteren Handlungen des Beschuldigten. Die Vorinstanz hat zutreffend erwogen, 

dass uneinheitlich und unbestimmt bleibt, wann und vor allem wie der Beschuldig-

te die Privatklägerin gepackt haben soll (Urk. 82 E. III.5.2.b) S. 42). So sagte 

C._____ zunächst aus, dass der Beschuldigte sich zwischen ihn und die Privat-

klägerin gestellt habe bzw. diese von der Seite her kommend seitlich bzw. von 

hinten gepackt habe, nachdem sie auf ihn, C._____, losgekommen sei und sich 

ca. einen halben Meter vor ihm befunden habe. Der Beschuldigte habe sie über 

ihren Oberarmen umklammert und sie dann nach hinten gezogen (Urk. 8/1 

S. 4 f.). Hernach gab er wiederum an, der Beschuldigte habe sie seitlich mit den 

Armen umfasst (Urk. 8/2 S. 3), demgegenüber er sich anlässlich der Schlussein-

vernahme dahingehend äusserte, dass der Beschuldigte versucht habe, die Pri-

vatklägerin an der Taille, den Schultern und am Nacken zu halten (Urk. 8/4 S. 4). 

Zusammen mit den zuvor in Bezug auf die Position und den Zeitpunkt des Ein-

greifens des Beschuldigten wiedergegebenen widersprüchlichen Aussagen von 

C._____ im Rahmen der vorinstanzlichen Hauptverhandlung (s. vorstehend unter 

E. III.3.4.4.3.) folgt, dass sich aus der Darstellung von C._____ kein kohärentes 

Bild des Geschehens ergibt. 

3.4.4.5. Bezüglich seiner eigenen Handlungen und seiner damaligen Emotions-

lage äusserte sich C._____ ebenfalls nicht kohärent. So wurde seitens der Vo-

rinstanz zutreffend darauf hingewiesen (Urk. 82 E. III.5.2.b) S. 43), dass Relativie-

rungen und Verharmlosungen erkennbar seien, weil er zunächst aussagte, per-

plex und sprachlos (Urk. 8/1 S. 5) gewesen und zurückgewichen zu sein (Urk. 8/1 

S. 7), wohingegen er später geltend machte, etwas auf die Privatklägerin zuge-

gangen zu sein, aber bei den Schlägen auf seine Brust ganz ruhig und still dort 

gestanden (Urk. 8/4 S. 2 ff.) und auch sonst ruhig und besonnen (Prot. GG150090 

S. 12) gewesen zu sein (Urk. 82 E. III.5.2.b) S. 43). Dass sich diese Selbstdarstel-

- 31 - 

lung mit den Aussagen von B._____, wonach sein Grossvater wütend gewesen 

sei (Urk. 9/2 S. 8), nicht deckt, ist offensichtlich, und erscheint im Übrigen ange-

sichts des behaupteten vorangehenden Angriffs der Privatklägerin mit Beleidigun-

gen, Bespucken und mehreren Boxschlägen – wie die Vorinstanz zutreffend her-

vorhebt (Urk. 82 E. III.5.2.b) S. 43) – völlig unglaubhaft und lebensfremd, was er 

an anderer Stelle, wo er angibt, angesichts der üblen Schimpfworte seitens der 

Privatklägerin wütend geworden zu sein (Urk. 8/2 S. 3), sinngemäss auch einge-

steht. Für das Bestehen einer wütenden Befindlichkeit sprechen zudem teilweise 

auch seine Ausführungen, was er im damaligen Zeitpunkt zur Privatklägerin ge-

sagt haben soll. Auf die entsprechenden zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

zur Unterschiedlichkeit dieser Aussagen, welche sich nicht rational begründen 

lassen würden (Urk. 82 E. III.5.2.b) S. 43 f.), kann vollumfänglich verwiesen wer-

den und bedürfen keiner Ergänzungen. 

3.4.4.6. Auffällig ist zudem, wie offensiv C._____ der Privatklägerin im Rahmen 

seiner Befragungen ein Motiv für eine Falschbelastung zuweist und ihr überdies 

unterschiebt, B._____ für ihre Zwecke instrumentalisiert zu haben (Urk. 8/1 S. 4). 

So machte C._____ mehrmals geltend, die Privatklägerin habe durch die Falsch-

belastung die Ausgangslage für den am nächsten Tag anstehenden gerichtlichen 

Scheidungstermin bzw. für die bevorstehende Scheidung ändern wollen (Urk. 8/1 

S. 6; Urk. 8/2 S. 5; Urk. 8/4 S. 2), was in den Akten keinen Niederschlag findet, 

bzw. habe sie ihnen eine Falle stellen (Prot. GG150090 S. 10) und sich rächen 

wollen (Urk. 8/4 S. 2). Es drängt sich auch deshalb die Vermutung auf, dass 

C._____ seine entsprechenden Aussagen nach dem Motto "Angriff ist die beste 

Verteidigung" traf. 

3.4.4.7. Schliesslich bringt C._____ auch eine doch recht abenteuerliche und 

unglaubhafte Erklärung für die bei der Privatklägerin festgestellten Verletzungen 

vor: So könne es sein, dass sie sich die Verletzungen beim Passieren der Balkon-

türe zugezogen habe, welche nicht sehr breit, vielleicht ca. 70 cm breit sei, als sie 

von der Küche auf den Balkon gegangen sei (Urk. 8/4 S. 5). Bezeichnend ist, 

dass er diese Behauptungen später relativierte, indem er auf die Frage, ob der 

Beschuldigte ihr die Verletzungen beigebracht habe, ausweichend ausführte, 

- 32 - 

dass seine Versuche [die des Beschuldigten] in dieser Sache menschlicher Art 

gewesen seien und er einen Exzess habe verhindern wollen (Prot. GG150090 S. 

15 f.), was klarerweise eine Zufügung (zumindest eines Teils) der Verletzungen 

durch den Beschuldigten nahe legt. 

3.4.4.8. Gestützt auf dieses Aussageverhalten von C._____ kann, wie die Vo-

rinstanz – unter Anwendung erheblicher Zurückhaltung – richtig folgert (Urk. 82 

E. III.5.2.b) S. 45), zur Sachverhaltserstellung nicht auf seine Aussagen abgestellt 

werden. 

3.4.5. Aussagen der Privatklägerin 

3.4.5.1. Auch in Bezug auf die seitens der Privatklägerin gemachten Aussagen 

ist die sorgfältige Würdigung der Vorinstanz im Wesentlichen zutreffend und nicht 

zu beanstanden, weshalb auf diese verwiesen werden kann (Urk. 82 E. III.5.3.b). 

Zutreffend wurde von der Vorinstanz vorab auch erwähnt, dass ihre Aussagen 

insbesondere unter Berücksichtigung der belasteten Beziehung zum Beschuldig-

ten und des schlechten Verhältnisses zum Mitbeschuldigten mit entsprechender 

Vorsicht zu würdigen seien (Urk. 82 E. III.5.3.a). Auf die entsprechenden Animosi-

täten und Spannungen zwischen der Privatklägerin einerseits und dem Beschul-

digten wie dem Mitbeschuldigten andererseits wurde bereits ausführlich hinge-

wiesen (s. vorstehend unter E. III.3.4.1.1.-2.). Ungeachtet dessen steht indes die 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen im Zentrum. 

3.4.5.2. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten (Urk. 82 E. III.5.3.b) S. 45 f.), 

dass die Privatklägerin den grundlegenden Ablauf des Vorfalls stets gleich schil-

dert: Sie sei nach Hause gekommen und ins Schlafzimmer gegangen, um sich 

umzuziehen, wohin ihr B._____ gefolgt sei. Daraufhin sei sie ins Wohnzimmer in 

Richtung Balkon gegangen, um zu rauchen, sei jedoch in der Mitte des Raumes 

von hinten durch ihren Schwiegervater an den Schultern/Oberarmen und am Hals 

gepackt und nach hinten gezogen sowie von ihrem Mann an den Füssen gepackt 

und angehoben worden. Beide hätten sie mit Gewalt auf den Balkon gezerrt, an 

ihr gerissen und sie dort hin und her geschwungen. Ihre rechte Schulter sei am 

Balkongeländer angelehnt gewesen bzw. habe über das Geländer hinausgeragt. 

- 33 - 

Sie habe Todesangst gehabt. Sie habe sich gewehrt und versucht, sich loszureis-

sen. Sie habe dann plötzlich wieder Bodenkontakt erhalten, nachdem ihr Mann 

sie losgelassen habe und habe sich dadurch losreissen und durch die Küche 

flüchten können und sei dann mit dem Sohn B._____ ins Treppenhaus gelaufen 

und habe die Polizei verständigt (Urk. 82 E. III.5.3.b) S. 45 f. betr. Urk. 7/1 S. 4 ff., 

Urk. 7/2 S. 5 f. und 10 ff., Urk. 57 S. 5 ff. und 22). 

3.4.5.3. Allerdings bestehen bei gewissen Ausführungen der Privatklägerin 

nicht unerhebliche Zweifel. In Bezug auf die angeblichen Drohungen und übrigen 

Äusserungen, welche anlässlich des Vorfalls von Seiten von C._____ ausgespro-

chen worden seien, kann auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 82 E. III.5.3.b) S. 46 ff.), wonach die anfänglich beschrie-

benen Drohungen und übrigen Aussagen ihres Schwiegervaters später erheblich 

relativiert wurden. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass nicht erstellt ist, 

dass von Seiten von C._____ ausdrücklich Drohungen ausgesprochen wurden 

(Urk. 82 E. III.5.3.b) S. 47 f.), ist jedenfalls nicht zu beanstanden und erweist sich 

insbesondere auch vor dem Hintergrund des übrigen Beweisergebnisses – wobei 

den glaubhaften Aussagen von B._____, welcher keine Drohungen wahrgenom-

men hat (s. vorstehend unter E. III.3.4.2.9.), eine bedeutende Rolle zukommt – als 

richtig. Unsicherheiten bestehen aufgrund der uneinheitlichen Aussagen sowie 

der offensichtlichen Tendenz der Privatklägerin zu Übertreibungen auch in Bezug 

auf die übrigen von Seiten von C._____ angeblich gemachten Äusserungen. Vor 

dem Hintergrund der angespannten Lage zwischen der Privatklägerin und ihrem 

Schwiegervater am fraglichen Abend und den situativen Gegebenheiten ist von 

einem verbalen Streit zwischen der Privatklägerin und C._____ auszugehen, auch 

wenn im Einzelnen nicht wortwörtlich erstellt werden kann, was gesprochen wur-

de. 

3.4.5.4. Die Vorinstanz würdigte die Neigung der Privatklägerin zu Übertreibun-

gen – die Verteidigung verweist auf Dramatisierungen (Urk. 60 S. 5) – gestützt auf 

eine sorgfältige Analyse ihrer Äusserungen zutreffend, weshalb vollumfänglich auf 

die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden kann (Urk. 82 E. III.5.3.b) 

insb. S. 48 f.). Ergänzend ist festzustellen, dass ihre Äusserungen bezüglich ihres 

- 34 - 

Verbringens durch den Beschuldigten und C._____ auf den Balkon widersprüch-

lich erscheinen, was sich insbesondere an der Reihenfolge, in welcher die drei 

Personen auf den Balkon hinausgegangen sein sollen, festmachen lässt: Anfäng-

lich sagte die Privatklägerin aus, ihr Schwiegervater sei voraus- und ihr Ehemann 

hinterhergelaufen (Urk. 7/1 S. 5). Anlässlich ihrer zweiten Einvernahme sprach die 

Privatklägerin demgegenüber davon, dass der Beschuldigte den Balkon zuvor-

derst betreten, sie selbst dazwischen gewesen und C._____ zuletzt gekommen 

sei (Urk. 7/2 S. 23). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung gab die 

Privatklägerin zu Protokoll, sie wisse nicht mehr, wer den Balkon zuerst betreten 

habe, wobei sie selbst zuerst mit dem Oberkörper auf dem Balkon gewesen sei 

(Urk. 57 S. 9). Bereits angesichts dieser uneinheitlichen Angaben der Privatkläge-

rin kann in casu nicht mit rechtsgenügender Sicherheit erstellt werden, dass diese 

auf den Balkon verbracht worden ist. Da sie selbst davon ausgeht, dass sie der 

Länge nach getragen worden sei (Urk. 57 S. 9), erscheint auch ein nachvollzieh-

barer Irrtum über die vor und hinter ihr befindliche Person ausgeschlossen, dass 

diese den Balkon – mit der Privatklägerin in der Mitte – allenfalls auf etwa dersel-

ben Höhe betreten haben könnten. Abgesehen davon werden diese Angaben der 

Privatklägerin auch von B._____ nicht bestätigt. Dieser befürchtete zwar, dass 

sein Vater und sein Grossvater seine Mutter vom Balkon hinunterwerfen würden, 

gab aber gleichzeitig an, nicht wahrgenommen zu haben, dass die Privatklägerin 

tatsächlich auf den Balkon hinaus verbracht wurde (s. vorstehend unter 

E. III.3.4.2.7. u. 3.4.2.11). Ebenso wenig bestätigte B._____ überdies ihre Aussa-

gen (Urk. 7/1 S. 4; Urk. 7/2 S. 11 u. 13; Urk. 7/3 S. 4; Urk. 57 S. 7 ff.), dass sie 

vom Beschuldigten und C._____ in der Luft, das heisst, ohne jeglichen eigenen 

Bodenkontakt, getragen und hernach hin und her geschaukelt worden sei, wohin-

gegen der Anklagesachverhalt gestützt auf seine glaubhaften Aussagen insofern 

erstellt ist, dass der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte die Privatklägerin ge-

gen deren Willen zur Balkontüre verbrachten (s. vorstehend unter E. III.3.4.2.6. u. 

3.4.2.7.). Deshalb bestätigt sich die seitens der Vorinstanz vorgenommene Ein-

schätzung, dass die Aussagen der Privatklägerin teilweise uneinheitlich, ungenau 

und übertrieben erscheinen (Urk. 82 E. III.5.3.b) S. 48 f.). 

- 35 - 

3.4.5.5. In Bezug auf die seitens der Privatklägerin vorgebrachte damalige Be-

fürchtung, vom Balkon hinuntergeworfen zu werden, kann gestützt auf ihre Aus-

sagen wie auch die gesamten Umstände davon ausgegangen werden, dass diese 

Angst real war. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten (Urk. 82 E. III.5.3.b) 

S. 48 f.), dass sie glaubhaft machen konnte, dass sie bei diesem Vorfall in nicht 

unerheblichem Masse in Angst und Schrecken versetzt wurde, was durch ihre 

teils spontanen Gemütsbewegungen während diverser Einvernahmen (Urk. 7/2 

S. 5, Urk. 7/3 S. 6), welche für tatsächlich Erlebtes sprechen würden, wie auch 

durch den ärztlichen Bericht betreffend ihre psychiatrisch-psychotherapeutische 

Behandlung (Urk. 59), aus dem hervorgehe, dass der Vorfall einen bleibenden 

Eindruck hinterlassen habe, belegt würde. In Detaillierung dazu ist festzuhalten, 

dass der Privatklägerin im erwähnten ärztlichen Bericht von Dr. med. G._____, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine posttraumatische Belastungs-

störung diagnostiziert wird, wobei gestützt auf die Darlegungen im Bericht nahe 

liegt, dass der Vorfall vom 12. August 2015 hierfür (zumindest überwiegend) kau-

sal war (s. hierzu auch die nachstehend unter E. VII.4. gemachten Erwägungen). 

Weiter spricht auch die Dynamik des Handlungsgeschehens und die Aufge-

brachtheit des Beschuldigten und C._____s für das Vorliegen der geschilderten 

Angst: So wurde erstellt (vorstehend E. III.3.4.2.11.), dass der Beschuldigte und 

der Mitbeschuldigte die Privatklägerin gegen ihren Willen zur offenen Balkontüre 

verbrachten, an welcher sich die Privatklägerin festhielt, um der Bewegungsrich-

tung etwas entgegenzusetzen. Diesbezüglich wurde bereits erwogen, dass dieser 

Ablauf klar dafür spricht, dass die Privatklägerin auf den Balkon gebracht werden 

sollte, was wiederum ein Hinunterwerfen der Privatklägerin bzw. ein entsprechen-

des Angsteinjagen bei der Privatklägerin im Sinne einer Lektionserteilung beim 

vorliegenden Kräfteungleichgewicht und der Dynamik des Geschehens als plau-

sibel erscheinen lässt (E. III.3.4.2.11.). Dass auch B._____ Angst gehabt hatte, 

dass seine Mutter vom Balkon gestossen werden sollte (E. III.3.4.2.5.), stellt 

überdies ein weiteres Indiz für das Vorliegen derselben Befürchtung bei der Pri-

vatklägerin dar. 

3.4.5.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gestützt auf die gemachten 

Erwägungen zum Aussageverhalten der Privatklägerin für die Erstellung des An-

- 36 - 

klagesachverhalts im Wesentlichen weiterhin von der Sachdarstellung von 

B._____ auszugehen ist, wobei zusätzlich erstellt ist, dass die Privatklägerin in 

Angst geriet, weil sie befürchtete, vom Balkon hinunter geworfen zu werden. 

3.4.6. Aussagen von E._____, F._____ und D._____ 

In Bezug auf die Befragungen von E._____, F._____ und D._____ wurde seitens 

der Vorinstanz zutreffend erwogen, dass sich aus ihren Aussagen wenig Relevan-

tes ableiten lasse, aber immerhin festzustellen sei, dass sie mit der Sachverhalts-

darstellung von B._____ nicht im Widerspruch stehen würden (Urk. 82 E. 

III.5.5.b). Ergänzend ist festzuhalten, dass aus dem Umstand, dass das Vorbrin-

gen der Verteidigung, wonach D._____ ausgeführt habe, die Privatklägerin und 

B._____ hätten die Wohnung "normal" verlassen, was er durch den Türspion be-

obachtet habe (Urk. 60 S. 11 in Bezug auf Urk. 9/5 S. 5), nichts am Beweisergeb-

nis zu ändern vermag. So handelt es sich bei der entsprechenden Wahrnehmung 

der Auskunftsperson um einen subjektiven Eindruck, welcher auf einer sehr kur-

zen Beobachtung mit eingeschränktem Blickfeld basiert. Ferner befanden sich die 

Privatklägerin und B._____ in diesem Augenblick bereits nicht mehr in der Woh-

nung, was deren Sicherheitsgefühl verstärkt und ihre Geschwindigkeit durchaus 

gedrosselt haben könnte. 

3.4.7. Übrige Beweismittel 

Wie seitens der Vorinstanz zutreffend ausgeführt wurde, sind die Verletzungen 

der Privatklägerin rechtsgenügend und auch gutachterlich dokumentiert (Urk. 4/1 

u. 4/3), wobei – ebenso korrekt – diejenigen an ihren Füssen und Beinen dem 

Beschuldigten und diejenigen an ihrem Oberkörper dem Mitbeschuldigten 

C._____ zuzurechnen sind (Urk. 82 E. III.4.2., 4.3. u. 5.6). 

3.4.8. Ergebnis 

Gestützt auf die Beweiswürdigung ist – im Wesentlichen einhergehend mit der 

Vorinstanz (Urk. 82 E. III.5.6.a) – erstellt, dass die Privatklägerin von der Arbeit 

nach Hause kam und, nachdem sie zusammen mit B._____ ins Wohnzimmer ge-

kommen sei, auf den Balkon ging. Von dort aus entstand ein zunächst verbaler 

- 37 - 

Streit zwischen ihr und C._____, in dessen Folge die Privatklägerin auf C._____ 

zugegangen ist, worauf sie von ihm zuerst am Oberkörper und sogleich vom Be-

schuldigten an den Füssen gepackt wurde. Darauf haben die beiden Beschuldig-

ten die Privatklägerin nicht losgelassen und sie gewaltsam bis zur offenen Balkon-

tür verbracht. B._____ hat aufgrund dieser Vorgehensweise des Beschuldigten 

und des Mitbeschuldigten dermassen Angst um seine Mutter bekommen, dass er 

befürchtete, dass seine Mutter vom Balkon geworfen werde, weshalb er sich ver-

anlasst sah, seinen Vater in den Rücken zu beissen, woraufhin dieser die Privat-

klägerin losliess, sie sich von C._____ losreissen, mit B._____ nach draussen 

flüchten und die Polizei rufen konnte. Durch diesen Vorfall erlitt die Privatklägerin 

die in der Anklageschrift erwähnten Verletzungen, wobei ihr diejenigen an ihren 

Füssen und Beinen vom Beschuldigten und diejenigen an ihrem Oberkörper vom 

Mitbeschuldigten C._____ zugefügt worden sind. Durch das gewaltsame Verbrin-

gen in Richtung des Balkons geriet die Privatklägerin in Angst, weil sie befürchte-

te, vom Balkon hinunter geworfen zu werden. 

3.5.  Konkrete Würdigung des Vorfalls vom Juli 2014 

3.5.1. Erhebliche Beweismittel 

Hinsichtlich des dem Beschuldigten zur Last gelegten Vorfalls vom Juli 2014 lie-

gen als bedeutsame Beweismittel die Aussagen der Privatklägerin einerseits und 

diejenigen des Beschuldigten andererseits vor. Seitens der Vorinstanz wurde zu-

treffend erwogen, dass die Aussagen von B._____ zum besagten Vorfall nicht zur 

Klärung des diesbezüglichen Sachverhalts beitragen, weil er lediglich eine Situa-

tion beschreiben konnte, die noch in der Wohnung stattgefunden habe (Urk. 82 

E. III.5.4.c), was grundsätzlich stimmt. Allerdings weisen seine glaubhaften Aus-

führungen, wonach der Beschuldigte die Privatklägerin an die Wand gedrückt ha-

be (Urk. 9/2 S. 7 f.), immerhin auf die damals an den Tag gelegte Aggressivität 

des Beschuldigten hin, was auch durch das – unbestrittene – Hinunterwerfen des 

Tisches vom Balkon belegt wird. Für die Erstellung des Kerngehalts des Anklage-

sachverhalts, demgemäss der Beschuldigte der Privatklägerin auf dem Balkon 

von hinten einen wuchtigen Stoss gegen die Schultern versetzt habe, woraufhin 

diese sich verletzte, tragen diese indes nichts bei. 

- 38 - 

3.5.2. Aussagen des Beschuldigten 

Während der Beschuldigte anlässlich der Hafteinvernahme vom 14. August 2015 

noch keine Angaben dazu machte, seine Ehefrau anlässlich des Streits angegan-

gen oder berührt zu haben (Urk. 6/2 S. 6 f.), räumte er in der Einvernahme vom 

20. Oktober 2015 ein, dass er sie ein bisschen zur Seite geschubst habe und her-

nach den Tisch genommen und hinuntergeworfen habe (Urk. 6/3 S. 3). In der 

Schlusseinvernahme stellte der Beschuldigte die Sachlage so dar, dass er sie mit 

seinem Oberarm verletzt habe, als er den Tisch hochgehalten habe und es sein 

könne, dass seine Frau vielleicht denke, dass er sie so weggestossen habe 

(Urk. 6/4 S. 6). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung bestritt der Be-

schuldigte demgegenüber (erneut), seine Ehefrau überhaupt berührt zu haben 

(Prot. I S. 20). Der Vorinstanz ist sowohl darin beizupflichten, dass gestützt auf 

die Ausführungen des Beschuldigten unklar bleibt, was damals genau geschehen 

ist, wie auch darin, dass die starken Relativierungen durch den Beschuldigten auf-

fallen (Urk. 82 E. III.5.1.c): So habe er seine Frau ein bisschen zur Seite ge-

schubst (Urk. 6/3 S. 3) bzw. könne es sein, dass seine Frau vielleicht denke, dass 

er sie weggestossen habe (Urk. 6/4 S. 6). Weiter erwähnte er, das Tischbein habe 

vielleicht einen Topf mitgezogen (Prot. I S. 20) bzw. habe er sich etwas aufgeregt 

und den Tisch hinuntergeworfen (Prot. I S. 19). Es ist – wie seitens der Vorinstanz 

korrekt festgestellt (Urk. 82 E. III.5.1.b) S. 40) – kaum vorstellbar, dass sich der 

Beschuldigte lediglich etwas aufgeregt hat, wenn er im Streit einen Balkontisch 

aus der dritten Etage in den Garten hinuntergeworfen und unter Umständen 

dadurch sogar die Gefährdung von Drittpersonen in Kauf genommen hat. Der von 

der Vorinstanz daraus gezogene Schluss, dass es daher äusserst fraglich sei, ob 

der Beschuldigte in seiner Wut seine Frau nur ein bisschen zur Seite geschubst 

habe, ist richtig. Aus dem Gesagten resultiert vielmehr, dass der Beschuldigte der 

Privatklägerin einen Stoss versetzt hat, dessen Wucht indes gestützt auf seine 

Aussagen nicht feststeht. 

3.5.3. Aussagen der Privatklägerin 

Die Privatklägerin sagte demgegenüber aus, der Beschuldigte habe sie mit voller 

Kraft geschubst, als er anlässlich eines Streits einen Tisch in den Garten hinun-

- 39 - 

tergeworfen habe (Urk. 7/2 S. 6 und S. 16). Er habe sie so stark gestossen, dass 

sie vornüber gefallen sei. Wenn sie sich nicht am Sessel festgehalten hätte, wäre 

sie "vielleicht" bzw. "zu 100%" vom Balkon gefallen (Urk. 7/2 S. 17). In Bezug auf 

die dadurch erlittenen Verletzungen führte die Privatklägerin uneinheitlich aus, 

sich das linke Knie bzw. das Schienbein verletzt zu haben (Urk. 7/3 S. 7 u. 9). Die 

Verletzung habe nicht geblutet, aber mindestens einen Monat lang geschmerzt. 

Sie sei aber noch in der Lage gewesen, ohne hinken zu laufen (Urk. 7/3 S. 9 u. 

Urk. 57 S. 19). Sie habe monatelang blaue Flecken gehabt. Zum Arzt sei sie aber 

nicht gegangen (Urk. 57 S. 19). Wie bereits bezüglich des Vorfalls vom 12. Au-

gust 2015 festgestellt wurde (vorstehend unter E. III.3.4.5.4.), zeichnen sich die 

Ausführungen der Privatklägerin durch gewisse Übertreibungstendenzen aus, 

was auch hinsichtlich des Vorfalls vom Juli 2014 zutrifft. Auf die zum gleichen 

Schluss gelangende sorgfältige Würdigung der Vorinstanz (Urk. 82 E. III.5.3.c) 

kann deshalb vollumfänglich verwiesen werden. Dass ein Stoss seitens des Be-

schuldigten erfolgte, ist gestützt auf ihre Aussagen jedenfalls glaubhaft. Nicht 

durch ihre Aussagen als erstellt anzusehen sind allerdings eine erhebliche Wucht 

des Stosses und die damit verbundene Schwere der behaupteten dadurch zuge-

zogenen Verletzungen. Einerseits erscheint denn auch auffällig – wie die Vertei-

digung zutreffend geltend macht (Urk. 60 S. 5 f.) – dass die Verletzungen nicht 

protokolliert bzw. der Staatsanwaltschaft rapportiert wurden. Andererseits sah die 

Privatklägerin keinen Anlass, einen Arzt aufzusuchen. Diese nicht unerheblichen 

Umstände vermögen sich vorliegend nicht zu Ungunsten des Beschuldigten aus-

zuwirken. 

3.5.4. Ergebnis 

Hinsichtlich des Vorfalls vom Juli 2014 ergibt sich aus den gemachten Erwägun-

gen, dass es damals zu einem Streit gekommen ist, anlässlich dessen der Be-

schuldigte einen Tisch in den Garten geworfen hat und der Privatklägerin einen 

Stoss versetzte, wodurch sie sich am linken Bein anstiess und blaue Flecken er-

litt, die für eine gewisse Zeit schmerzten.  

 

- 40 - 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Würdigung der Staatsanwaltschaft 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, er habe sich durch sein Ver-

halten der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, der Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. a StGB, der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

und 2 lit. b StGB sowie in Bezug auf den Vorfall im Juli 2014 der einfachen Kör-

perverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig gemacht 

(Urk. 22). 

 

2. Vorfall vom 12. August 2015 

2.1. Tätlichkeiten 

2.1.1. Wie bereits ausgeführt, ist vorliegend in Bezug auf den Vorfall vom 

12. August 2015 von einer Tätlichkeit und nicht von wiederholten Tätlichkeiten 

auszugehen (s. vorstehend unter E. II.4.). Eine Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 

Abs. 1 StGB ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung anzunehmen bei ei-

ner das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass überschreitenden 

physischen Einwirkung auf einen Menschen, die keine Schädigung des Körpers 

oder der Gesundheit zur Folge hat. Die Verursachung von Schmerzen ist nicht er-

forderlich (BGE 117 IV 16 f.; BGE 134 IV 191). 

2.1.2. In casu ist erstellt, dass der Beschuldigte die Privatklägerin an den Füssen 

und C._____ sie am Oberkörper gepackt und gemeinsam gewaltsam bis zur offe-

nen Balkontür verbracht haben, wodurch die Privatklägerin die in der Anklage-

schrift umschriebenen Hautrötungen, Kratzverletzungen, Hautschürfungen am 

Oberkörper bzw. eine Hautläsion am linken Fussrücken erlitt (E. III.3.4.8.). Wie 

seitens der Vorinstanz zutreffend erwogen (Urk. 82 E. IV.1.2.), hat der Beschul-

digte damit den objektiven Tatbestand der Tätlichkeiten erfüllt. Da es lediglich zu 

einer vorübergehenden Beeinträchtigung des Wohlbefindens der Privatklägerin 

- 41 - 

kam, wurde die Schwelle zur einfachen Körperverletzung durch sein Handeln 

nicht überschritten. 

2.1.3. Wie seitens der Vorinstanz zutreffend festgehalten wurde (Urk. 82 

E. IV.1.3.), haben der Beschuldigte und C._____ die Privatklägerin willentlich ge-

packt und gewaltsam zur Balkontür verbracht und dabei kleinere Verletzungen in 

Kauf genommen. Die unmittelbar durch C._____ verursachten Einwirkungen auf 

den Körper der Privatklägerin waren vom Willen des Beschuldigten mindestens 

eventuell mitumfasst. Der Tatbestand der Tätlichkeiten ist damit auch in subjekti-

ver Hinsicht erfüllt. 

2.1.4. Mangels Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen hat sich der Be-

schuldigte demnach der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig 

gemacht. 

2.2.  Nötigung 

2.2.1. Gemäss Art. 181 StGB begeht eine Nötigung, wer jemanden durch Gewalt 

oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner 

Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Diese 

Strafnorm schützt die freie Willensbildung und Willensbetätigung (BGE 129 IV 8; 

BGE 129 IV 264; BGE 134 IV 221). Nicht vom geschützten Rechtsgut erfasst ist 

dagegen die körperliche Integrität (BGE 99 IV 210). Unter Gewalt ist die physi-

sche Einwirkung auf den Körper eines Menschen zu verstehen. Ist die Nötigung 

eine blosse Begleiterscheinung von Tätlichkeiten oder vorsätzlicher Körperverlet-

zung, so gehen diese Tatbestände demjenigen von Art. 181 StGB vor (DONATSCH, 

Strafrecht III, 9. A., Zürich 2008, S. 415; BGE 104 IV 73). Art. 126 StGB konsu-

miert demnach nur (aber immerhin) die Nötigung, welche unmittelbar mit dem An-

griff gegen den Körper einhergeht (TRECHSEL/FINGERHUTH, in: TRECHSEL/PIETH 

(HRSG.), StGB Praxiskommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 181 StGB 

N 18). 

2.2.2. In casu wurde die Privatklägerin vom Beschuldigten und C._____ gepackt 

und gewaltsam gegen ihren Willen zur offenen Balkontür verbracht, was sie dul-

- 42 - 

den musste. Ihre Willensfreiheit wurde deshalb durch die Gewaltanwendung des 

Beschuldigten und C._____ klarerweise tangiert. Allerdings geht die Nötigungs-

handlung vorliegend nicht über die erstellten Tätlichkeiten hinaus, weshalb erstere 

von letzteren konsumiert wird. Deshalb kann vorliegend offen bleiben, ob der Be-

schuldigte nebst den Tätlichkeiten auch den Tatbestand der Nötigung erfüllt hat. 

Im Übrigen ist – mit der Vorinstanz (Urk. 82 E. IV.2.2.) – darauf zu verweisen, 

dass die in Frage stehende gegen den Willen der Privatklägerin erfolgte Gewalt-

anwendung überdies in einer Handlungseinheit mit der – nachfolgend zu prüfen-

den – Drohungshandlung steht. 

2.3.  Drohung 

2.3.1. Den Tatbestand der Drohung erfüllt, wer jemanden durch schwere Drohung 

in Schrecken oder Angst versetzt (Art. 180 Abs. 1 StGB). Der Begriff der Drohung 

bezieht sich auf das in Aussicht Stellen eines künftigen schweren Übels bzw. 

Nachteils, dessen Verwirklichung vom Willen des Drohenden abhängig ist 

(BGE 81 IV 106; BGE 99 IV 215; BGE 106 IV 128; TRECHSEL/FINGERHUTH, a.a.O., 

Art. 180 StGB N 1). Unter einer Drohung ist nicht nur eine blosse ausdrückliche 

Erklärung des Drohenden zu verstehen, sondern jegliches Verhalten, durch wel-

ches das Opfer vom Drohenden bewusst in Schrecken und Angst versetzt wird. 

Das in Aussicht gestellte Übel kann auf irgendeine Weise angekündigt werden, so 

durch Wort, Schrift, Gesten oder konkludentes Verhalten. Der Tatbestand ist voll-

endet, wenn das Opfer in seinem Sicherheitsgefühl tatsächlich schwer beeinträch-

tigt bzw. "in Schrecken oder Angst versetzt" wird. Das Opfer muss die Verwirkli-

chung des angedrohten Übels befürchten, was bedeutet, dass es die Zufügung 

für möglich hält oder tatsächlich damit rechnet, und andererseits, dass der ange-

drohte Nachteil von solcher Schwere ist, dass er Schrecken und Angst auszulö-

sen vermag (BSK STGB II-DELNON/RÜDY, Art. 180 StGB N 14, 24 u. 31). Die 

Äusserung, das Gegenüber Töten zu wollen, stellt einen schweren Nachteil dar 

(BGer 6B_765/2010 vom 28. Februar 2011). 

2.3.2. In casu ist erstellt, dass die Privatklägerin vom Beschuldigten und C._____ 

am Oberkörper und an den Füssen gepackt gegen ihren Willen gewaltsam zur of-

fenen Balkontüre verbrachte wurde und dadurch in Angst geriet, weil sie befürch-

- 43 - 

tete, dass sie vom Balkon hinunter geworfen werden sollte (s. vorstehend E. 

III.3.4.5.5.). Diese Handlungsweise des Beschuldigten war denn auch ohne Wei-

teres geeignet, diese Angst bei der Privatklägerin zu verursachen, auch wenn es 

zu keiner ausdrücklichen, sondern nur einer konkludenten Drohung kam. Wie be-

reits ausgeführt (E. III.3.4.5.5.), sind diesbezüglich auch die Dynamik des Hand-

lungsgeschehens, die Aufgebrachtheit des Beschuldigten bzw. seines Mitstreiters 

und das Kräfteungleichgewicht zwischen den Kontrahenten von Bedeutung, wel-

che – nebst den entsprechenden Aussagen der Privatklägerin – dazu führen, 

dass die Angst der Privatklägerin real erscheint. Mit der Vorinstanz ist festzustel-

len (Urk. 82 E. IV.3.1.), dass es nur darauf ankommt, dass die Privatklägerin zum 

damaligen Zeitpunkt tatsächlich Angst hatte, vom Balkon hinuntergeworfen zu 

werden, unabhängig davon, ob diese Angst effektiv berechtigt gewesen ist. Der 

objektive Tatbestand der Drohung ist durch das Verhalten des Beschuldigten da-

mit erfüllt worden. 

2.3.3. Der Vorinstanz ist ferner darin beizupflichten (Urk. 82 E. IV.3.2.), dass in 

casu davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte und C._____ die Privatkläge-

rin gefügig machen wollten und ihr durch Angsteinflössen Respekt beibringen 

bzw. demonstrieren wollten, dass sie ihren Schwiegervater mit Respekt zu be-

handeln habe. Der Beschuldigte handelte demzufolge mit direktem Vorsatz. Der 

subjektive Tatbestand ist somit ebenfalls als erfüllt zu erachten. 

2.3.4. Mangels Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen macht sich der 

Beschuldigte folglich der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. a StGB schul-

dig. 

3. Vorfall vom Juli 2014 

3.1. Einfache Körperverletzung 

3.1.1. Unter Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB fallen diejenigen Verletzungen, welche 

weder die Voraussetzungen von Art. 122 StGB noch von Art. 126 StGB erfüllen. 

Die körperliche Integrität ist im Sinne einer Körperverletzung beeinträchtigt, wenn 

innere oder äussere Verletzungen oder Schädigungen zugefügt werden, die min-

- 44 - 

destens eine gewisse Behandlung und Heilungszeit erfordern, also etwa Kno-

chenbrüche, auch wenn sie unkompliziert sind und verhältnismässig rasch und 

problemlos ausheilen, aber auch bereits Hirnerschütterungen, Quetschungen mit 

Blutergüssen und Schürfungen, sofern sie um einiges über blosse Kratzer hin-

ausgehen. Dass die körperliche Beeinträchtigung den Beizug eines Arztes nötig 

machen, ist jedoch nicht gefordert. In Abgrenzung zum Tatbestand der Tätlichkei-

ten im Sinne von Art. 126 StGB muss der Eingriff in die körperliche Integrität mehr 

als geringfügig sein und mehr als eine vorübergehende Beeinträchtigung des 

Wohlbefindens mit sich bringen. Auf blosse Tätlichkeiten ist zu erkennen, wenn 

Schürfungen, Kratzwunden, Quetschungen oder bloss blaue Flecken offensicht-

lich so harmlos sind, dass sie in kürzester Zeit vorübergehen und ausheilen (BSK 

STGB II-ROTH / BERKEMEIER, Art. 123 StGB N 3 f.). 

3.1.2. In casu ist erstellt, dass der Beschuldigte bei einem Streit einen Tisch in 

den Garten geworfen hat und der Privatklägerin einen Stoss versetzte, wodurch 

sie sich am linken Bein anstiess und blaue Flecken erlitt, die für eine gewisse Zeit 

schmerzten (E. III.3.5.4.). Entgegen der Vorinstanz (Urk. 82 E. IV.4.1.-3.) ist vor-

liegend nicht davon auszugehen, dass die erlittene körperliche Beeinträchtigung 

der Privatklägerin eine Intensität erreichte, welche über blosse Tätlichkeiten hin-

ausging. Auch wenn es für die Annahme einer Körperverletzung nicht erforderlich 

ist, einen Arzt aufzusuchen, spricht vorliegend insbesondere der Umstand, dass 

von der Polizei über die Verletzungen kein Bericht oder Rapport erstellt wurde (s. 

vorstehend unter E. III. 3.5.3.) gegen das Vorliegen einer Körperverletzung im ge-

setzlich geforderten Sinne. 

3.2. Tätlichkeiten 

3.2.1. Bezüglich der gesetzlichen Anforderungen betreffend Tätlichkeiten kann an 

dieser Stelle auf die vorliegend gemachten Erwägungen verwiesen werden 

(E. IV. 2.1.1. u. 3.1.1.).  

3.2.2. Der Beschuldigte hat der Privatklägerin einen Stoss versetzt, wodurch sie 

sich am linken Bein anstiess und blaue Flecken erlitt, die für eine gewisse Zeit 

- 45 - 

schmerzten (E. III.3.5.4.). Durch diese Handlungsweise hat der Beschuldigte den 

objektiven Tatbestand der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB erfüllt. 

3.2.3. Auch der subjektive Tatbestand der Tätlichkeiten wurde in casu vom Be-

schuldigten erfüllt. Da er um die engen Platzverhältnisse auf dem Balkon wusste, 

musste er zumindest damit rechnen, dass sich die Privatklägerin durch den Stoss 

verletzten könnte, was er auch in Kauf nahm. 

3.2.4. Mangels Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen hätte sich der 

Beschuldigte demnach der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht. Da in Bezug auf den Vorfall vom Juli 2014 kein Strafantrag der 

Privatklägerin vorliegt, ist indes, wie bereits ausgeführt wurde, auf die entspre-

chende Anklage nicht einzutreten (s. vorstehend unter E. II.4.). 

4. Ergebnis 

Der Beschuldigte machte sich demzufolge der Drohung im Sinne von Art. 180 

Abs. 1 und 2 lit. a StGB und der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

schuldig.  

 

- 46 - 

V. Sanktion 

1. Strafrahmen 

1.1. Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des or-

dentlichen Strafrahmens der schwersten anzuwendenden Strafbestimmung fest-

zusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst 

worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Der ordentli-

che Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen 

und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. 

zu milde erscheint. Entgegen einer auch in der Praxis weit verbreiteten Auffas-

sung wird der ordentliche Strafrahmen nicht automatisch erweitert, worauf dann 

innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den üblichen Strafzumessungs-

kriterien festzusetzen wäre. Zwar ist auch in der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung darauf hingewiesen worden, das Gesetz sehe eine Strafrahmenerweite-

rung vor. Damit sollte aber nur ausgedrückt werden, dass der Richter infolge ei-

nes Strafschärfungs- bzw. Strafmilderungsgrundes nicht mehr in jedem Fall an die 

Grenze des ordentlichen Strafrahmens gebunden ist. Der vom Gesetzgeber vor-

gegebene ordentliche Rahmen ermöglicht in aller Regel, für eine einzelne Tat die 

angemessene Strafe festzulegen. Er versetzt den Richter namentlich in die Lage, 

die denkbaren Abstufungen des Verschuldens zu berücksichtigen (BGE 136 IV 55 

E. 5.8.). 

1.2. Zutreffend erwogen hat die Vorinstanz, dass eine Erweiterung des Strafrah-

mens nach oben aufgrund der Deliktsmehrheit nicht in Betracht fällt (Urk. 82 

E. V.1.2.).  

1.3. Der vorliegend für die Drohung gemäss Art. 180 StGB als schwerste Straftat 

massgebende Strafrahmen bemisst sich – wie seitens der Vorinstanz zutreffend 

festgestellt (Urk. 82 E. V.1.1.) – auf einen Tagessatz Geldstrafe bis drei Jahre 

Freiheitsstrafe. 

1.4. Ebenso wurde von der Vorinstanz richtig festgehalten (Urk. 82 E. V.1.1.), 

dass Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB mit Busse bestraft werden. Der 

- 47 - 

anwendbare Strafrahmen für Übertretungen reicht gemäss Art. 106 Abs. 1 StGB 

von Fr. 1.– bis Fr. 10'000.– Busse. 

2. Strafzumessungsfaktoren 

Im Übrigen wurden seitens der Vorinstanz zu den Kriterien der Strafzumessung 

die nötigen theoretischen Ausführungen gemacht. Darauf und auf die aktuelle 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Thema (BGE 136 IV 55 E. 5.4. ff.; 135 

IV 130 E. 5.3.1; 132 IV 102 E. 8.1; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen wer-

den. Zutreffend wurde auch festgehalten, dass zwischen der Tat- und Täterkom-

ponente sowie der objektiven und subjektiven Tatschwere zu unterscheiden ist (s. 

Urk. 82 E. V.2.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3. Konkrete Strafzumessung 

3.1. Drohung 

3.1.1. Von der Vorinstanz wu