# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35009794-3aa0-5783-a251-533e025db8a0
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-23
**Language:** de
**Title:** Neuanmeldung. Revisionsgrund gegeben; vorübergehende Erwerbsunfähigkeit in der angepassten Tätigkeit führt zu einer befristeten Rente, nachdem die Wartezeit in der angestammten Tätigkeit und die Karenzfrist der Anmeldung abgelaufen sind; teilweise Gutheissung der Beschwerde.
**Docket/Reference:** IV.2020.00414
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2020.00414.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2020.00414
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Reiber
Urteil
vom
2
3.
März 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1961, war seit dem
1. Februar 2012 bei der
Y.___
als Gipser beschäftigt, als er am 31. Mai 2012
auf einer Treppe
auf der Baustelle stürzte und anschliessend Schmerzen im rechten Knie und Rücken hatte (Urk. 10/16/149, Urk. 10/16/129). Im Anschluss daran war der Versicherte
ab 1. Juni 2012
zu 100 % arbeitsunfähig und bezog Unfalltaggelder (Urk. 10/16/110). Am
16. August 2012 unterzog
er sich
aufgrund einer medialen Meniskusläsion im
Hinterhorn
des rechten Knies einer Kniegelenksarthroskopie sowie einer medialen
Teilmeniskektomie
rechts (Urk. 10/16/
28
).
Im November 201
2
liess der Versicherte der Unfallversicherung mitteilen, er arbeite seit länge
rer Zeit wieder 100 %, woraufhin diese den Fall formlos abschloss (Urk. 10/16/100).
1.2
Der Versicherte war ferner ab dem 1. September 2014 bei der
Z.___
als
Gipser
angestellt. Am 12. Januar 2015 erlitt er einen weiteren Unfall, als er ausrutschte, von einer Leiter stürzte und sich wiederum das rechte Knie verletzte (Urk. 10/16/95). Gleichentags
und fortlaufend
wurde ihm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
,
und er bezog Unfalltaggelder (Urk. 10/16/74, Urk. 10/
39/258 ff.).
Am 25. März 2015 löste der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis per 10. April 2015
auf
(Urk. 10/8). Der Versicherte
unterzog sich
ferner
am 13. Mai 2015 aufgrund degenerativer Veränderungen am
Hinterhorn
des Innen
meniskus am rechten Knie einer weiteren Kniegelenksarthroskopie (Urk. 10/16/84).
1.3
Am 25. Februar 2016 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Knie
be
schwerden
sowie
den
Sturz von der Arbeitsleiter bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/9/5 f.). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle,
klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog wiederholt Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 10/12, Urk. 10/16, Urk. 10/30 f.).
Diese
stellte die Heilbehandlung per 3
1.
März 2016 ein. Sie
richtete
bis 3
1.
Mai 2016 Taggelder
aus
und stellte diese hernach ein (
Urk.
10/16/17).
Sie verfügte am 3
0.
Januar 2017 eine Rente von 14
% ab
1.
Juni 2016 (
Urk.
10/35).
Mit Verfügung vom 1. Februar 2017 verneinte
die IV-Stelle
einen Anspruch auf eine Invalidenrente sowie berufliche Massnahmen (Urk. 10/36).
Die Unfallversi
cherung hingegen nahm ihre Rentenverfügung vom 30. Januar 2017 am 10. Mai 2017 zurück, führte weitere Abklärungen durch und richtete rückwirkend ab 1. April 2016 weitere Heilkosten und rückwirkend ab 1. Juni 2016 weitere Tag
gelder aufgrund des Unfalles vom 31. Mai 2012 aus (
Urk.
10/38,
Urk. 10/39/42, Urk. 10/39/82).
1.4
Am 6. November 2018 (Eingangsdatum, vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 10/44) meldete sich der Versicherte
nach Aufforderung durch die Unfallversicherung
(
Urk.
10/43/59)
erneut bei der
IV-Stelle
aufgrund einer V
erschlechter
ung
des
Gesundheitszustandes zum Leistungsbezug an (Urk. 10/44/1).
Im
Februar 2018 war eine periphere Affektion des
Nervus
peroneus
erkannt worden, die man operativ angehen wollte.
Der Versicherte
unterzog
sich am 20. August 2019 auf
grund
von
Restbeschwerden am rechten Knie
der
Neurolyse
des
Nervus
peroneus
sowie einer Revision und
Arthrolyse
des proximalen
Tibiofibulargelenks
des rechten Knies (Urk. 10/51/29).
Am 11. Oktober 2019 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, auf sein neues Leistungsbegehren nicht einzutreten (Urk. 10/50/1). Nachdem die Unfallversicherung am 19. November 2019 bei der IV-Stelle interveniert
und diese am 1. November 2019 telefonisch mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Rücksprache genommen hatte
(Urk. 10/55
, Urk. 10/64/1
)
,
trat
die IV-Stelle
am 22. November 2019 auf das Gesuch ein (Urk. 10/56/1). Sie
zog erneut Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 10/43, Urk. 10/45, Urk. 10/47, Urk. 10/51, Urk. 10/57, Urk. 10/60, Urk. 10/63) und holte mehrere Stellungnahmen des
RAD,
insbesondere von Dr.
med. A.___
, Facharzt für Chirurgie, vom 3. März
und 9. April 2020
,
ein (Urk. 10/
64/3 f.
, Urk. 10/49/2 ff.
).
Wie mit
neuem
Vorbescheid vom
27. April 2020 angekündigt,
verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 8. Juni 2020
einen Rentenanspruch
des Versicherten
bei einem Invaliditätsgrad von 13 %
(Urk. 10/65, Urk. 10/66 = Urk. 2).
Mit Verfügung vom 25. Juni 2020 richtete die Unfallversicherung dem Versicher
ten aufgrund der Unfälle aus den Jahren 2012 und 2015 ab dem 1. Juni 2020 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 13 % aus und verneinte den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (Urk. 10/67/2 ff.).
2.
Am 21. Juni 2020 erhob der
Versicherte
Einwände gegen die Verfügung vom 8. Juni 2020 und bat die IV-Stelle, die Verfügung nochmals zu überarbeiten (Urk. 1 S. 2). Dieses Schreiben schickte er nicht der Sozialversicherungsanstalt, sondern dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
zu
.
Nach Klärung der Sachlage nahm das Gericht die Eingabe als Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle entgegen (
Urk.
3,
Urk.
6,
Urk.
7).
Die IV-Stelle
schloss in ihrer
Beschwerdeantwort
vom 23. September 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Der Beschwerdeführer reichte innert Frist
(
Urk.
11-12)
keine Replik ein, was der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 9. November 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG
).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.4
Anlass zur Rentenrevision
gemäss Art. 17 ATSG
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbeson
dere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeu
tung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Metho
denwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die
lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung,
der Beschwer
deführer sei ab Mai 2015
und weiterhin
vollständig arbeitsunfähig in seiner ang
e
stammten Tätigkeit als Gipser.
Aus ärztlicher Sicht sei ihm eine angepasste Tätigkeit, überwiegend sitzend, mit leichter Wechselbelastung, ab Februar 2016 zu 100 % zumutbar (Urk. 2 S. 1). Für die Ermittlung des Einkommens ohne gesundheitliche Einschränkung werde auf den erzielten Stundenlohn als Gipser abgestellt. D
as gestützt darauf errechnete Jahreseinkommen
betrage Fr. 78'455.3
2.
Sein Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung liege bei Fr. 68'132.25, wobei auf die Durchschnittslöhne aller Branchen des Bundesamtes für Statistik abzustellen sei. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditäts
grad von 13 %. Die Voraussetzung
en
für
die
Zusprache
eine
r
Rente der Invali
denversicherung seien nicht erfüllt (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer kritisierte in seiner Beschwerde die Berechnung des Inva
lideneinkommens und machte geltend, er als 59-jähriger Versicherter, der nichts
auf Deutsch
schreiben könne und die deutsche Sprache nicht hinreichend beherrsche
, könne nicht ein Jahresgehalt von Fr. 68'132.25 erzielen
. Er könne nicht mehr als Gipser arbeiten und auch nicht in der Reinigungsbranche, als Lagerist, Chauffeur, Bote
,
Kellner oder Büroangestellter. Er könne die Anforde
rungen nicht erfüllen, weshalb ihn niemand
anstellen
würde. Ein Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung von Fr. 68'132.25 sei absolut nicht realistisch
(Urk. 1 S. 1). Es könne keine Arbeit gefunden werden,
in welcher
er dieses Ein
kommen erzielen werde (Urk. 1 S. 2).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ergänzte in ihrer Beschwerdeantwort, beim Invaliden
einkommen sei vorliegend der Durchschnittswert über alle Hilfsarbeitertätig
keiten herangezogen worden (Urk. 9 S. 1). Entgegen der Ansicht des Beschwer
deführers existierten auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt genügend Tätigkeiten, welche dem Anforderungsprofil entsprächen. Zu denken sei an einfache Kontroll- und Überwachungsarbeiten. Das Alter sowie die fehlende Ausbildung und die mangelnden Deutschkenntnisse stünden
der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähig
keit in
einer einfachen, keine spezifische Berufsausbildung erfordernden Hilfs
arbeit nicht entgegen (Urk. 9 S. 2).
2.4
Strittig und zu prüfen ist
der Rentenanspruch des Beschwerdeführers
im Rahmen der Neuanmeldung von November 2018, die nach der rechtskräftig gewordenen, rentenabweisenden Verfügung vom
1.
Februar 2017 erfolgt war.
3
.
3.1
Im Zuge der anspruchsverneinenden Verfügung vom 1. Februar 2017
waren die folgenden ärztlichen Unterlagen aktenkundig:
3.2
Nachdem der Beschwerdeführer am 31. Mai 2012 gestürzt war und sich am rechten Knie verletzt hatte (Urk. 10/16/149, Urk. 10/16/129), unterzog er sich
aufgrund einer medialen Meniskusläsion im
Hinterhorn
des rechten Knies
am
16. August 2012 einer Kniegelenksarthroskopie sowie einer medialen
Teil
meniskektomie
rechts (Urk.
10/16/28
). Im Anschluss daran bezog der Beschwerdeführer weiterhin Unfalltaggelder (Urk. 10/16/147 f.). Im November 2012 liess er mitteilen, dass er seit längerer Zeit wieder 100 % arbeite (Urk. 10/16/100).
3.3
Am 12. Januar 2015 erlitt der Beschwerdeführer erneut einen Unfall, indem er ausrutschte, von einer Leiter stürzte und sich wiederum am rechten Knie verletzte (Urk. 10/16/95).
Es wurde
n
am 13. Mai 2015 eine Kniegelenksarthroskopie sowie eine Meniskusteilresektion und eine Glättung des
Hinterhorns
des Innenmeniskus und des Aussenmeniskus vorgenommen
(Urk. 10/16/84).
Das
aufgrund noch immer vorhandener Kniebeschwerden erfolgte
MRI vom
8.
September 2015 zeigte eine Knochenmarksveränderung am
Tibiakopf
, die man mit einer aktivierten Arthrose in Verbindung brachte (
Urk.
10/16/66).
Es wurden in der Folge mehr
fache Infiltrationen gemacht, die zeitweise erfolgreich waren (
Urk.
10/16/26).
3.4
Am 23. Februar 2016 wurde der Beschwerdeführer durch den Kreisarzt der Unfallversicherung untersucht (Urk. 10/16/24 ff.).
Dieser nannte als Diagnose
anterolaterale
Knieschmerzen bei Status
nach
den Operationen in den Jahren 2012 und 2015 (Urk. 10/16/28). Dazu ergänzte er, der Beschwerdeführer
klage
über mässige Schmerzen des rechten Kniegelenks unter Belastung oder Bewe
gung. Er berichte
,
praktisch keine Ruheschmerzen zu haben. Zudem
klage
er über ausstrahlende Schmerzen im Bereich der rechten Hüfte entlang der Aussenseite des gesamten rechten Beines bis zum Fuss sowie
über
ein Taubheitsgefühl. Die klinische Untersuchung habe eine uneingeschränkte schmerzfreie Beweglichkeit beider Kniegelenke gezeigt. Klinisch zeige sich eine minimale Schwellung des rechten Kniegelenks, kein Erguss, eine deutlich
e
Druckdolenz
über dem lateralen Gelenkspalt ohne Bandinstabilität. Ausserdem hätten sich
nebenbefundlich
Hin
weise für eine Lumbalgie sowie eine beginnende
Coxarthrose
rechts gezeigt (Urk. 10/16/28).
Die bisherige berufliche Tätigkeit als Gipser sei aus unfall
chirurgischer/ver
sicherungsmedizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Im Idealfall sei eine ange
passte Tätigkeit wechselbelastend, körperlich leicht bis mittelschwer, überwiegend stehend, gehend und sitzend
möglich
. Die Einnahme von Zwangs
haltungen,
das
Knien, Kauern sowie
Vibrationen für die untere rechte Extremität seien nicht mehr zumutbar. Zudem seien Arbeiten auf Gerüsten nicht mehr möglich. Die genannten Einschränkungen würden sich allesamt auf die rechte untere Extremität beziehen, weiter bestünden keine Einschränkungen, insbeson
dere nicht zeitlicher Natur (Urk. 10/16/28). Bei der erwähnten Lumbalgie beziehungsweise der beginnenden
Coxarthrose
seien weitere diagnostische Abklärungen und eine Therapie zu empfehlen. Diesbezüglich handle es sich um keine Unfallfolgen (Urk. 10/16/29).
3.5
Die
persistierende
n
laterale
n
Knieschmerzen wurde
n
erneut in der
B.___
, Kniechirurgie,
abgeklärt. Die
Ärzte diagnostizierten e
ine post
traumatische Arthrose/
Instabilität des proximalen
Tibiofibulargelenkes
(Urk. 10/31/109).
Am 5. Oktober 2016 unterzog sich der Beschwerdeführer sodann einer Stabilisation
soperation
des proximalen
Tibiofibulargelenks
rechts (Urk. 10/31/155).
In einem
Bericht vom 22. September 2016 nannten die Ärzte
der
Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie
des
B.___
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine diffuse Hypästhesie des rechten Beines sowie lateralseitige Kniegelenksschmerzen rechts (Urk. 10/25/6).
Die Rückenschmerzen hatten sie abgeklärt und
ergänzten
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
mit Bezug auf das MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 7. Juni 2016, es liege eine
Anterolisthese
L5/S1
Meyerding
Grad I
,
vor. Zudem bestehe eine
Fazettengelenksarthrose
L5/S
1.
Ansonsten ergebe sich ein altersentsprechender Normalbefund ohne
Foramenstenosen
oder Spinalkanalstenosen oder Diskushernien. Wirbelsäulen
chirurgisch bestehe keine Beeinträchtigung der Gesundheit (Urk. 10/25/7).
3.
6
Die Beschwerdegegnerin stellte in ihrer leistungsabweisenden Verfügung vom 1. Februar 2017
schliesslich
auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 23. Februar 2016
ab
. Sie stellte daher fest, dass dem
Beschwerdeführer aufgrund seiner Kniebeschwerden die bisherige Tätigkeit als Gipser nicht mehr, eine leidensadaptierte Tätigkeit hingegen zu 100 % zumutbar sei. Betreffend die Rückenproblematik hielt sie fest, laut der
B.___
bestehe keine Beeinträchtigung. Gestützt darauf wies sie das Leistungsbegehren
bei einem Invaliditätsgrad von 13 % ab (Urk. 10/36/1 f.).
4.
4.1
Im Zuge der
Neuanmeldung vom
6.
November
2018 (Urk. 10/44/1) gingen im Wesentlichen folgende Berichte ein:
4.2
Aufgrund anhaltender Kniebeschwerden erfolgten
von November 2017 bis März 2018
weitere Abklärungen in der
B.___
(
Abte
ilungen für Wirbelsäulenchirurgie,
Kniechirurgie
sowie im Zentrum
für
Paraplegie, Urk. 10/39/200 f., Urk. 10/39/221, Urk. 10/39/226 ff.) und in der
C.___
. Mit Bericht vom 1. Oktober 2018
nannten die Ärzte der
C.___ a
ls Diagnose Restbeschwerden im rechten Knie bei peripherer Affektion des
Nervus
peroneus
rechts (Erstdiagnose Februar 2018
B.___
)
sowie eine
Hypertonie und Adipositas
(Urk. 10/43/37).
Die Beschwerden
- Knieschmerzen auch in Ruhe -
seien durch eine Affektion des
Nervus
peroneus
verursacht. Eine
Neurolyse
des
Nervus
peroneus
bei neurophysiologisch nachge
wiesener Irritation sei sinnvoll (Urk. 10/43/38).
4.3
Am 19.
August 2019
unterzog sich der Beschwerdeführer daraufhin
dieser
Neurolyse
des
Nervus
peroneus
sowie einer Revision und
Arthrolyse
des proxi
malen
Tibiofibulargelenks
des rechten Knies (Urk. 10/51/29). Dem Operationsbe
richt lässt sich ein komplikationsloser Operationsverlauf entnehmen. Zudem empfahlen die Ärzte schmerzlimitierte Teilbelastung während der ersten paar Tage und das Gehen an Stöcken während etwa einer Woche (Urk. 10/51/30).
Am
17. Dezember 2019 berichteten die behandelnden Ärzte, rund vier Monate nach der Revisionsoperation am rechten Kniegelenk habe sich die Situation gebessert.
Der Versicherte habe keine Ruhe- und Nachtschmerzen mehr.
Wie zu erwarten gewesen sei, verbleibe nach dieser langen Leidenszeit unverändert eine
Einschränkung, insbesondere, was die Belastung des rechten Kniegelenkes anbe
lange. Aus orthopädischer Sicht sei keine weitere konkrete operative Behandlung indiziert. Es sei anzunehmen, dass der Beschwerdeführer durch das Fortführen der Therapie, insbesondere durch verbesserten Kraftaufbau die Situation insge
samt etwas verbessern könne. Trotzdem sei davon auszugehen, dass ein Endzu
stand erreicht sei. Die Behandlung werde abgeschlossen (Urk. 10/57/16).
4.4
In der
Stellungnahme vom 3. März 2020 nannte der RAD-Arzt Dr.
A.___
als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit den Zustand nach
Neurolyse
der
Nervus
peroneus
sowie eine Revision und
Arthrolyse
des proximalen
Tibiofibulargelenkes
des rechten Knies (19. August 2019), ferner den Zustand nach
arthroskopischer
medialer und lateraler
Teilmeniskektomie
des rechten Knies (13. Mai 2015) sowie den Zustand nach Sturz mit Distorsion des rechten Kniegelenkes (13. Januar 2015). Die arterielle Hypertonie, die Adipositas,
d
er
Diabetes mellitus Typ II (Erstdiagnose Januar 2019) und der Zustand nach Appendektomie (Dezember 2018) seien demgegenüber ohne leistungsmindernde Auswirkung.
In seiner bisherigen Tätigkeit als Gipser sei der Beschwerdeführer aufgrund seiner belastungsabhängigen Schmerzen am rechten Knie seit dem 13. Mai 2015 und bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit sei bei instabilem Gesundheitszustand nicht in Zahlen zu fassen. Es werde empfohlen, bei der Unfallversicherung nachzufragen, ob eine kreisärztliche Untersuchung geplant sei respektive, ob schon entschieden worden sei (Urk. 10/64/3).
4.
5
Am 2. April 2020 erstattete der Kreisarzt seine Aktenbeurteilung zuhanden der Unfallversicherung. Dieser statuierte, aufgrund der vorliegenden medizinischen Dokumentation sei festzustellen, dass aktuell keine weiteren chirurgischen Massnahmen indiziert seien. Es handle sich von chirurgischer Seite her um einen medizinisch stabilen Zustand.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei aktuell und auch in Zukunft die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Gipser wegen sehr schwerer kniegelenkbelastender Arbeit nicht mehr zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit sei leicht bis mittelschwer, wechselbelastend (sitzend, gehend, stehend), ohne das permanente, repetitive Besteigen von Treppen und Leitern, ohne das Laufen auf unebenem Gelände, ohne das Einnehmen von Zwangshaltungen wie Kauern oder Knien und ohne Gerüstarbeiten. In dieser Tätigkeit sei
derzeit
und künftig eine ganztägige Arbeitsfähigkeit gegeben. Weitere Einschränkungen bestünden nicht, insbesondere nicht zeitlicher Natur (Urk. 10/60/11).
4.
6
Mit Stellungnahme vom 9. April 2020
bestätigte der RAD
-Arzt
seine genannten Diagnosen und die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit. Betreffend die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit statuierte er, es bestehe eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit seit dem 23. Februar 2016 (erste kreisärztliche Beurteilung). Das Belastungsprofil umfasse überwiegend sitzend ausgeübte (angepasste) Tätigkeiten mit leichter Wechselbelastung (Urk. 10/64/4).
5.
5.1
Bei der Anmeldung des Beschwerdeführers vom
6.
November
2018 (
Eingangs
datum;
Urk. 10/44/1) handelt es sich um eine neue Anmeldung, nachdem die Beschwerdegegnerin
sein
Leistungsbegehren
mit Verfügung vom
1. Februar 2017 abgewiesen hatte
mittels Zugrundelegung einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
(Urk. 10/36). Nach der Neuanmel
dung wurde beim Beschwerdeführer am 19. August 2019
insbesondere
eine
Neurolyse
des
Nervus
peroneus
sowie eine Revision und
Arthrolyse
des proxima
len
Tibiofibulargelenks
des rechten Knies
durchgeführt
(Urk. 10/51/29).
Zudem wurden neue Diagnosen erhoben, wie insbesondere die arterielle Hypertonie, d
er
Diabetes mellitus Typ II, Erstdiagnose Januar 2019, und der Zustand nach Appendektomie im Dezember 2018 (Urk. 10/64/3).
Damit liegt eine seit der erst
maligen Rentenabweisung wesentliche Änderung
im Sinne von Art. 17 ATSG
vor, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen.
Dies sah auch der RAD-Arzt so (Urk. 10/64/1).
Der Rentenanspruch ist daher in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen (vgl.
E. 1.
4
).
5.2
Gestützt auf die nachvollziehbare kreisärztliche Beurteilung vom 2. April 2020
ist erstellt, dass der Beschwerdeführer
aufgrund der Beschwerden im rechten Knie
nach wie vor in seiner angestammten Tätigkeit als Gipser nicht mehr arbeitsfähig,
in einer leidensadaptierten
Beschäftigung
jedoch nach dem operativen Eingriff
vo
m
August 2019
im Zeitpunkt der kreisärztlichen
Beurteilung
wieder gänzlich arbeitsfähig war
(Urk. 10/61/11). Dieser Beurteilung schloss sich
im Wesentlichen
auch der RAD-Arzt an
(Urk. 10/64/4). Gegenteilige medizinische Einschätzungen lassen sich den Akten nicht entnehmen.
Zwar erwähnte der RAD
-Arzt
die durch den Kreisarzt festgestellte Lumbalgie respektive
die
beginnende
Coxarthrose
nicht (Urk. 10/16/29). In Anbetracht des Umstandes, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2017 und 2018 einlässlich in der
B.___
abgeklärt wurde, dort
über
keine Rückenschmerzen
ge
klagt hatte und die Behandler ein
radikuläres
Ausfallbild verneinten (Urk. 10/39/228, Urk. 10/39/233), ist
jedoch
nicht davon auszugehen, dass
diese
s Beschwerdebild
die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinflusst
.
Mit Bezug auf die neu erkannte arterielle Hyper
tonie, die Adipositas
und
d
en
Diabetes mellitus Typ II ist gestützt auf die Ein
schätzung des RAD davon auszugehen, dass diese keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben
(Urk. 10/64/3),
was nachvollziehbar ist,
zumal sich den Akten nichts Gegenteiliges entnehmen lässt
. Es ist denn auch nicht ersichtlich, inwiefern diese Krankheitsbilder die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leichten bis mittelschwere
n
, wechselbelastenden Tätigkeit beeinflussen sollten
.
5.3
Anders als der Kreisarzt
in seiner Aktenbeurteilung
legte der RAD-Arzt diese gänzliche Arbeitsfähigkeit für
die
gesamte Dauer ab 2
3.
Februar 2016, mithin ab dem Zeitpunkt der ersten kreisärztlichen Untersuchung, fest (
Urk.
10/64/4).
Dem kann allerdings nicht gefolgt werden. Denn in Folge der am 1
9.
August 2019
vorgenommene
n
Neurolyse
noperation
trat eine
Verschlimmerung der Situation
mit anschliessender Rekonvalesze
nz
und einer zwischenzeitlichen Arbeitsun
fähigkeit
in jeglicher Tätigkeit
mit Gehunfähigkeit ein.
Der Beschwerdeführer zeigte sich bei der Kontrolluntersuchung vom 3
0.
August 2019 mit weniger Schmerzen als vor der Operation sehr zufrieden mit dem Operationsresultat, auch wenn aufgrund des Eingriffs am Nerv ärztlicherseits eine langdauernde Rekon
valeszenz prognostiziert worden war (
Urk.
10/51/28). Am 15.
Oktober 2019 war er vor allem über den Wegfall der Ruhe- und Nacht
schmerzen froh, es waren einzig noch belastungsabhängige Beschwerden vorhanden (
Urk.
10/51/8). Der definitive Abschluss der Kontrolluntersuchungen und der Fallabschluss in der Klinik
aufgrund des Endzustandes
erfolgte sodan
n bei
gebesserter Situation gegenüber derjenigen präoperativ
am 1
7.
Dezember 2019 (
Urk.
10/57/15).
5.4
Diese Sachlage führt dazu, dass de
m
Beschwerdeführer, dem die angestammte Tätigkeit als Gipser seit dem
2.
Unfall durchwegs nicht mehr zumutbar
war und weiterhin
nicht mehr
ist
und der auch in der ab 2017
zumutbaren
angepassten Tätigkeit ab 1
9.
August 2019 eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit erlitt,
nach seiner Neuanmeldung am
6.
November 2018
ab
1.
August 2019 eine ganze Rente zusteht. Denn
im Zeitpunkt
dieser
Verschlechterung war
die Wartezeit mit der erforderlichen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit während eines Jahres gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG längstens erfüllt und erstmals reihte sich im August 2019 eine gänzliche Erwerbsunfähigkeit daran an (
Art.
29
Abs.
3 IVG), sodann war auch die Ka
renzfrist von sechs Monaten ab Neua
nmeldung (
Art.
29
Abs.
1 IVG) in jenem Zeitpunkt erfüllt
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_878/2017 vom 1
9.
Februar 2018 E. 5.3, 5.4, 9C_412/2017 vom
5.
Oktober 2017 E. 3)
. Diese vorü
bergehende Verschlechterung mit einer gänzlichen Arbeits
unfähigkeit für alle Tätigkeiten wurde seitens des Kreisarztes am
2.
April 2020 für beendet erklärt, indem er dem Beschwerdeführer ab dann wieder eine gänzli
che Arbeitsfähigkeit für das angepasste Profil attestierte (
Urk.
10/60/11).
Dass sich seit der Abschlussuntersuchung in der behandelnden Klinik im Dezember 2019 noch eine wesentliche Verbesserung ergeben hätte, dafür spricht nichts, der
Zeitpunkt der
reinen
Aktenbeurteilung durch den Kreisarzt mit der ab dann attestierten wiedererlangten Arbeitsfähigkeit scheint
damit
zufällig.
Deshalb
kann gesagt werden, dass
im Sinne von
Art.
88a
Abs.
1 Satz 1 IVV
bereits am 17.
Dezember 2019
die Verbesserung
der Erwerbsfähigkeit mit der Wieder
erlangung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit eingetreten war, von der davon ausgegangen werden durfte, dass sie voraussichtlich anhalten würde, so
dass ab
Dezember 2019 ei
ne Neuberechnung des Invaliditätsgrades auf
grund
der
gänzlichen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vor
zu
nehmen ist.
6.
6.1
Damit bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen
ab
Dezember 201
9.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6.2
Die
Parteien gehen übereinstimmend
von einem
Valideneinkommen
von Fr.
78'455.32 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Gipser bei der
Z.___
aus
(Urk. 1 S. 1, Urk. 2 S. 2). Darauf ist abzustellen
, zumal sich diese Grundlage nicht zu Ungunsten des
Beschwerdeführers
auswirkt
.
Würde man nämlich in Anbetracht der Tatsache, dass die
Z.___
nachträglich in Liqu
i
dation fiel, entsprechend dem Vorgehen der Unfallversicherung auf die statistischen Angaben des Bundes im Baugewerbe abstellen, weil der Beschwer
deführer nicht mehr in dieser Unternehmung arbeiten würde, ergäbe sich ein geringeres
Valideneinkommen
als
Fr.
74'238.53 per 2019 (
Urk.
10/67/4).
6.
3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht
(BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Übt eine versicherte Person nach Eintritt eines unfallbedingten Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aus, so dass bei der Bestimmung des
Invaliden
einkommen
s nicht von dem mit der aktuellen erwerblichen Betätigung erzielten Verdienst ausgegangen werden kann,
können
nach der Rechtsprechung bei der Invaliditätsbemessung
die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
herange
zo
gen werden
(BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ve
rwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b/
aa
-cc).
Der Arbeitgeber löste das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer per 10. April 2015 auf (Urk. 10/8).
Im Dezember
2019 war
der Beschwerdeführer nicht erwerbstätig.
Daher kann die Ermittlung des Invalideneinkommens nicht nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles erfolgen und es sind die Tabellenlöhne der
im Verfügungszeitpunkt aktuellsten
LSE
2018
heran
zuziehen.
Dabei ist auf den monatlichen Bruttolohn
für Hilfsarbeitertätigkeiten
männlicher
Angestellter im untersten Kompetenzniveau
1 von Fr. 5'417.-- abzu
stellen
(LSE 201
8
,
TA1
, monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total).
Aufgerechnet
auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für
männliche
Arbeitskräfte von
2260
Punkten im Jahr
2018
auf
2279
Punkte im Jahr
2019
(vgl. Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik, T 39,
Männer
) resultiert ein Invalideneinkommen von gerundet Fr.
5
‘
695
.-- pro Monat (Fr.
5‘417
.--: 40.0 x 41.7 :
2260
x
2279
) respektive gerundet Fr.
68‘336
.-- pro Jahr.
6.4
Ein Abzug vom Tabellenlohn ist nicht gerechtfertigt. Insbesondere verfängt
die
Argumentation
des Beschwerdeführers
,
es gebe keine Stelle, die auf einen Menschen mit seinen Einschränkungen zugeschnitten sei (Urk. 1 S. 1), nicht.
Denn
der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG
ist
ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1 und 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
Dem Beschwerdeführer ist eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit (sitzend gehend und stehend), ohne das permanente, repetitive Besteigen von Treppen und Leitern, ohne das Laufen auf unebenem Gelände, ohne das Ein
nehmen von Zwangshaltungen wie Kauern und Knien, ohne Gerüstarbeiten, ganztägig zumutbar (Urk. 10/60/11).
Damit ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen
. Zu denken ist dabei an einfache Kontroll- und Überwachungstätigkeiten
. Der Umstand
allein
, dass nur noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind, ist kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2).
Mangelnde Sprachkenntnisse oder
eine
ungenügende Ausbildung sind nicht abzugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. No
vember 2019 E. 7.7). Das vorliegend massgebende Kompetenzniveau 1 umfasst nicht nur rein handwerkliche Tätigkeiten, wie die vom Beschwerdeführer ange
gebenen Tätigkeiten als Lagerist, Chauffeur, Bote oder Kellner (Urk. 1 S. 1),
sondern auch ihm zumutbare leichte
bis mittelschwere
körperliche Beschäfti
gungen, die keine besonderen sprachlichen oder schulischen Kenntnisse erfordern (Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.3).
Auch das Alter
des 1961 geborenen Beschwerdeführers
begründet
keinen Abzug vom Tabellenlohn.
Denn ein
fortgeschrittenes Alter wirkt sich auf dem hypothe
tischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht zwingend lohnsenkend aus
. Zudem werden
Hilfsarbeiten auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt alters
unabhängig nachgefragt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen).
Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer die ihm verbleibende 100%ige Rest
arbeitsfähigkeit auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten kann.
6.5
Vergleicht man das
Valideneinkommen
von
Fr. 78'455.32 mit dem
Invalidenein
kommen von Fr. 68‘336.-- resultiert ein invaliditätsbedingter Minderverdienst von gerundet Fr. 10‘119.-- und somit
ein
Invaliditätsgrad von gerundet 13 % (Fr. 10‘119.-- x 100 / Fr. 78‘455.32, zum Runden: BGE 130 V 121). Da der Inva
liditätsgrad unter 40 % liegt (
vgl
.
E. 1.2
), besteht
ab Januar 2020
kein Anspruch
mehr
auf eine Rente der Invalidenversicherung.
Dies führt zur
teilweisen
Gutheissung
der Beschwerde
, indem dem Beschwerde
führer eine befristete ganze Rente während des Zeitraums vom 1.
August 2019 bis 3
1.
Dezember 2019 zusteht.
7.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 3
1.
Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung (
Art.
83 ATSG) kostenpflichtig.
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensauf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00
.
--
anzusetzen
. Ausgangsgemäss
, weil der Beschwerdeführer sinngemäss eine unbefristete Invalidenrente verlangt
und er mit seinen Argumenten zum Invalideneinkommen nicht durchdringt
,
sind sie dem Beschwerdeführer
zu drei Vierteln und der Beschwerdegegnerin zu einem Viertel
aufzuerlegen
.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom
8.
Juni 2020 dahin
gehend
aufgehoben
,
als f
estgestellt
wird
, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
ganze Rente vom
1.
August 2019 bis 3
1.
Dezember 2019 hat
.
I
m
Ü
brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
zu drei Vierteln und der Beschwerdegegnerin zu einem Viertel
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
den
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
-
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
FehrReiber