# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b89af47b-810a-5c09-aadd-a92f00ba4035
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-08-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.08.2021 E-1694/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1694-2020_2021-08-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1694/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  A u g u s t  2 0 2 1   

Besetzung 
 Richter Markus König (Vorsitz), 

Richter Walter Lang,  

Richterin Gabriela Freihofer,    

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

amtlich verbeiständet durch Fürsprecher Daniel Weber, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. Februar 2020 / N (…). 

 

 

 

E-1694/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reiste gemäss seinen Angaben am 20. Oktober 

2016 in die Schweiz ein und stellte am folgenden Tag im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ ein Asylgesuch. Am 31. Oktober 

2016 fand die Kurzbefragung zur Person (BzP) im EVZ und am 4. April 

2018 seine Anhörung zu den Asylgründen gemäss Art. 29 Abs. 1 AsylG 

(SR 142.31) statt. Am 17. Dezember 2019 erfolgte eine ergänzende Anhö-

rung. 

B.  

B.a Der Beschwerdeführer brachte zur Begründung seines Asylgesuchs im 

Rahmen der BzP sowie der ersten Anhörung vor, er sei tadschikischer  

Ethnie und stamme aus dem Dorf C._______, Distrikt D._______, Provinz 

E._______. Er habe insgesamt zwölf Jahre lang die Schule besucht, die 

ersten fünf Jahre in Kabul und dann in der Provinz Panjshir. Nach dem 

Schulabschluss habe er in Kabul als (…) gearbeitet und sei danach nach 

E._______ zurückgekehrt. Dort habe er in E._______-(…) ein (...)geschäft 

betrieben. Sein Vater und ein Onkel väterlicherseits – die mittlerweile beide 

verstorben seien – hätten der Jamiat-Partei angehört. Sein Onkel sei ein 

hochrangiges Parteimitglied gewesen und habe als Kommandant eines Mi-

litärlagers in F._______ eine einflussreiche Position bei den Regierungs-

kräften bekleidet. Er selber vertrete auch die Ideologie der Jamiat-Partei 

und betrachte sich als Mitglied derselben. Regelmässige Kunden seines 

(...)geschäfts, mutmasslich Angehörige der Taliban oder des Daesh (vgl. 

Protokoll Anhörung vom 4. April 2018, Akten SEM A15 F68), respektive 

"Dashat Afghand" (a.a.O. F77) hätten zunächst von ihm verlangt, mehrere 

Motorräder für sie zu beschaffen. Danach hätten sie ihn genötigt, auch 

Waffen (Pistolen) zu beschaffen. Er habe dann für diese Gruppierung viele 

Waffen respektive zwei Pistolen auf dem Schwarzmarkt gekauft. Er habe 

diese Tätigkeit für die Terroristen eigentlich nicht fortsetzen wollen, sei von 

ihnen aber mit dem Tod bedroht worden, falls er ihre Forderungen nicht 

weiterhin erfülle. Nach einiger Zeit hätten die Sicherheitskräfte von seinen 

Waffenkäufen Kenntnis erhalten. Er habe von Nachbarn sowie von seiner 

Mutter erfahren, dass Angehörige der Sicherheitskräfte ihn – sowohl an 

seinem Geschäftssitz als auch zu Hause – gesucht hätten. Er habe be-

fürchtet, deswegen von den Sicherheitskräften festgenommen zu werden. 

Waffenhandel sei ein schweres Verbrechen, das mit einer Gefängnisstrafe 

von 10 bis 15 Jahren bestraft werde. Zudem habe er Angst davor gehabt, 

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Seite 3 

von den Terroristen weiterhin unter Druck gesetzt oder gar getötet zu wer-

den, um zu verhindern, dass sie entdeckt würden. Aufgrund dieser Situa-

tion habe er sich zunächst einen Monat lang bei einer Tante väterlicherseits 

in G._______ aufgehalten. Während dieser Zeit habe er gehört, dass re-

gelmässig Sicherheitskräfte vor seinem Geschäft und unbekannte Perso-

nen vor dem Haus seiner Familie stehen würden. Etwa ein Jahr vor der 

Einreise in die Schweiz habe er seinen Heimatstaat verlassen, und er sei 

illegal über Pakistan, Iran, wo er sich ein paar Tage (Protokoll BzP Akten 

SEM A8 S. 7) respektive etwa acht Monate lang (Protokoll Anhörung vom 

4. April 2018 Akten SEM A15 F27, F151, F159 f.) aufgehalten habe, und 

die Türkei nach Griechenland gereist. Dort sei er sechs bis sechseinhalb 

Monate im Gefängnis gewesen und danach über Italien in die Schweiz wei-

tergereist.  

Im Übrigen sei er Schriftsteller und Dichter; er habe Texte verfasst, in  

denen er sich kritisch mit der Handlungsweise der Mullahs auseinander-

gesetzt habe. Diese habe er im Internet, namentlich auf Facebook, veröf-

fentlicht. Er habe seine Haltung auch in Diskussionen vertreten. Er sei  

deshalb von vielen Leuten, vor allem von den Mullahs, verachtet und aus-

gegrenzt worden.  

B.b Im Rahmen der ergänzenden Anhörung gab der Beschwerdeführer zu-

dem zu Protokoll, seine Mutter lebe nun bei seiner Tante väterlicherseits in 

G._______. Zu seiner in Kabul wohnhaften Tante mütterlicherseits sowie 

zu deren Kindern habe er keinen Kontakt. Sein Vater sowie zwei Onkel 

väterlicherseits seien umgebracht worden. Er sei nebst den bereits geschil-

derten Problemen auch in Gefahr geraten, weil er Nachforschungen zu den 

Umständen der Ermordung des Onkels angestellt habe, der zur Zeit der 

Regierung Karzai Kommandant der Garnison von F._______ gewesen sei.  

Im Weiteren habe er nach Abschluss der Schule erst als (...) in E._______ 

und danach, während weniger als einem Jahr, als (...) in Kabul gearbeitet. 

Mehr als sechs Monate vor seiner Ausreise sei er wieder nach E._______ 

zurückgekehrt, wo seine Mutter und er von der Landwirtschaft und ihren 

Obstgärten gelebt hätten.  

C.  

Mit Verfügung vom 27. Februar 2020 (eröffnet am 4. März 2020) stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Vollzug an. 

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Seite 4 

D.  

Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 24. März 2020 (Datum 

Poststempel) erhob der Beschwerdeführer Beschwerde gegen die Verfü-

gung der Vorinstanz und beantragte die Feststellung seiner Flüchtlingsei-

genschaft und die Asylgewährung, eventuell die Anordnung seiner vorläu-

figen Aufnahme. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung, um amtliche Verbeiständung so-

wie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. In der Beilage 

wurde eine Fürsorgebestätigung von (…) vom 20. März 2020 eingereicht.  

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. März 2020 forderte der Instruktionsrichter 

den Beschwerdeführer zur Beschwerdeverbesserung (Beschwerdeschrift 

mit Unterschrift) sowie zur Nennung des ihm beizuordnenden Rechtsbei-

stands auf. 

F.  

Mit Eingabe vom 3. April 2020 zeigte der Rechtsvertreter des Beschwer-

deführers die Übernahme des Vertretungsmandats an. Zudem wurde die 

eingeforderte Beschwerdeverbesserung (Beschwerdeeingabe mit Origi-

nalunterschrift des Beschwerdeführers) eingereicht und es wurde ergän-

zend zu den in der Eingabe vom 24. März 2020 gestellten Rechtsbegehren 

beantragt, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und die Sache zu 

neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Schliesslich wurde 

darum ersucht, der neu mandatierte Rechtsvertreter sei dem Beschwerde-

führer als unentgeltlicher Rechtsbeistand beizuordnen. In der Beilage 

wurde nebst einer Kopie der Fürsorgebestätigung ein Vorlehrvertrag vom 

9. April 2019 eingereicht. 

G.  

Der Instruktionsrichter hiess mit Zwischenverfügung vom 14. April 2020 die 

Gesuche um unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG 

sowie um unentgeltliche Verbeiständung gemäss aArt. 110a AsylG gut, 

setzte antragsgemäss Fürsprecher Daniel Weber als unentgeltlichen 

Rechtsbeistand ein und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. Ferner wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, die in Aus-

sicht gestellten Beweismittel innert 30 Tagen nachzureichen. Schliesslich 

machte der Instruktionsrichter den Rechtsvertreter auf verschiedene For-

mulierungen in seiner Eingabe aufmerksam, die gegenüber der Vorinstanz 

unnötig scharf und verletzend formuliert seien; der Rechtsbeistand wurde 

unter Hinweis auf die Bestimmung von Art. 60 Abs. 1 VwVG aufgefordert, 

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Seite 5 

den Anstand zu wahren und sich einer sachlichen Ausdrucksweise zu be-

dienen. 

H.  

Mit Eingabe seines Rechtsbeistands vom 15. Mai 2020 reichte der Be-

schwerdeführer zwei von ihm verfasste fremdsprachige Texte ein. Im 

Schreiben entschuldigte sich der Rechtsvertreter für die teilweise "inadä-

quaten Formulierungen". 

I.  

Mit Instruktionsverfügung vom 20. Mai 2020 lud der Instruktionsrichter die 

Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung ein.  

Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 4. Juni 2020 vollumfänglich 

an seinen Erwägungen fest. 

J.  

Mit Eingabe vom 26. Juni 2020 machte der Beschwerdeführer von dem 

ihm (mit Instruktionsverfügung vom 11. Juni 2020) eingeräumten Recht zur 

Replik Gebrauch, wobei er an den gestellten Beschwerdeanträgen vollum-

fänglich festhielt. In der Beilage wurde ein Identitätsdokument (Tazkira) so-

wie ein handschriftliches Schreiben, beide in Kopie, eingereicht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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Seite 6 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.5 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen mit der Un-

glaubhaftigkeit der geltend gemachten Asylgründe. 

3.1.1 Dem Beschwerdeführer sei es nicht gelungen, die Angaben zu seiner 

Person, seiner Familie sowie seinem Werdegang in Afghanistan in ein 

schlüssiges Gesamtbild zu bringen. Namentlich habe er nicht nachvollzieh-

bar darzulegen vermocht, weshalb er die Schule in Kabul sowie im 

Panjshir-Tal besucht habe, und seine Angaben zu seiner beruflichen Tätig-

keit und seinen Aufenthaltsorten nach Abschluss der Schulausbildung wür-

den erhebliche Diskrepanzen aufweisen. Ferner habe der Beschwerdefüh-

rer trotz mehrmaliger Aufforderung und Zusicherungen seinerseits keinerlei 

Dokumente zu den Akten gereicht. Es entstehe der Eindruck, dass er aus 

einer bessergestellten Familie stamme, jedoch im Laufe des Verfahrens 

versucht habe, deren Status und Einfluss zu verschleiern. Aus den Anga-

ben des Beschwerdeführers sei zu schliessen, dass er mindestens zwei-

mal für längere Zeit in Kabul gelebt und gearbeitet habe und dort eine Tante 

mit ihrer Familie ansässig sei. Es könne davon ausgegangen werden, dass 

er mit diesen Verwandten jeweils in Kontakt gestanden habe. Vor diesem 

Hintergrund seien Vorbehalte an dem Aussageverhalten und der persönli-

chen Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers anzubringen.  

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Seite 7 

3.1.2 Im Weiteren seien seine Schilderungen zu den Asylgründen in Kern-

elementen unsubstanziiert, realitätsfremd, unlogisch und teilweise wider-

sprüchlich ausgefallen. Seine Angaben zum konkreten Ablauf der Ereig-

nisse seien trotz vieler Nachfragen oberflächlich und ungenau geblieben. 

Er habe die angeblichen Probleme mit den afghanischen Behörden und 

den Taliban, respektive der Gruppe "Dashat Afghand", nicht in der zu er-

wartenden Subjektivität und Erlebnisnähe zu schildern vermocht und keine 

Angaben zu Zeit und Ort der einzelnen Ereignisse gemacht. In der ergän-

zenden Befragung habe der Beschwerdeführer seine Fluchtgründe nicht 

zu konkretisieren vermocht, sondern in den Kernpunkten ausweichende 

Antworten gegeben. Dass die Gruppe "Dashat Afghand" sich für die Be-

schaffung von Motorrädern und Waffen gerade an ihn gewendet habe, 

mute realitätsfremd an, und er habe hierfür keine nachvollziehbare Erklä-

rung geben können. Seine Darlegungen zum Hergang der geschilderten 

Ereignisse seien über weite Strecken oberflächlich, vage und realitäts-

fremd; seine Ausführungen würden insgesamt wenig schlüssig und kon-

struiert wirken. Während der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben 

bei der ersten Anhörung wiederholt Waffen sowie mehrere Fahrzeuge habe 

beschaffen müssen, habe er gemäss einer Darstellung in der ergänzenden 

Befragung lediglich zwei Waffen beschafft. Zudem habe er divergierende 

Angaben zu der Identität der Gruppe gemacht, die ihn angeblich zur Be-

schaffung von Waffen genötigt habe. Im Weiteren erschliesse sich aus den 

auch diesbezüglich übersteigert und konstruiert wirkenden Schilderungen 

des Beschwerdeführers nicht, wie es zu der behaupteten behördlichen Ver-

folgung habe kommen können. Er habe keine Angaben dazu gemacht, wie 

die Behörden von seiner Tätigkeit erfahren hätten, und seine Schilderun-

gen der mutmasslichen Waffenübergabe und Bespitzelung durch die  

Sicherheitskräfte seien äusserst vage und oberflächlich. Die angebliche 

behördliche Verfolgung fusse auf subjektiven Befürchtungen und Auskünf-

ten von Drittpersonen und lasse sich nicht mit der Aussage des Beschwer-

deführers anlässlich der BzP vereinbaren, dass er den Behörden mit An-

gaben zu den Milizen gedient habe, wonach diese aufgeflogen seien. 

Schleierhaft sei im Übrigen auch, weshalb er seine familiären Kontakte zu 

der Regierung nicht genutzt habe, um Massnahmen zu seiner Sicherheit 

zu ergreifen. 

3.1.3 Hinsichtlich der behaupteten Schwierigkeiten des Beschwerdefüh-

rers mit den Mullahs und der afghanischen Gesellschaft wegen seiner lite-

rarischen Tätigkeit würden sich Zweifel rechtfertigen, weil er diese bei der 

Anhörung erst auf konkrete Nachfrage hin erwähnt habe. Seinen Ausfüh-

rungen seien zudem keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass er in 

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diesem Zusammenhang je persönlich von asylbeachtlichen Nachteilen  

betroffen gewesen sei. Seine diesbezüglichen Vorbringen würden stark  

gesteigert und überzeichnet wirken und seien somit als unglaubhaft zu 

qualifizieren. Schliesslich seien auch keine konkreten Hinweise dafür er-

sichtlich, dass der Beschwerdeführer von behördlichen Massnahmen  

aufgrund des Tätigkeit seines Onkels für die Partei Jamiat e-Islami sowie 

seiner eigenen Parteimitgliedschaft betroffen gewesen sei. Bei der allge-

meinen Kriegssituation sowie der Präsenz der Taliban handle es sich um 

Ereignisse im Kontext der bewaffneten Auseinandersetzungen in Afghanis-

tan, von welchen viele Leute in ähnlicher Weise betroffen seien. Es seien 

aus den Akten des Beschwerdeführers keine Hinweise für eine gezielte 

Verfolgungsabsicht aus einem Motiv im Sinne von Art. 3 AsylG ersichtlich. 

3.1.4 In Bezug auf die Frage des Wegweisungsvollzugs sei zunächst fest-

zustellen, dass sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergeben  

würden, dass dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in den  

Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK 

verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Schliesslich sei es dem SEM 

aufgrund der unglaubhaften Angaben des Beschwerdeführers zu seinem 

Lebenslauf, zu seinen Eltern und zu den übrigen Verwandten nicht mög-

lich, sich in voller Kenntnis seiner tatsächlichen persönlichen und familiä-

ren Situation zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu äussern.  

Die Untersuchungspflicht finde ihre Grenzen an der Mitwirkungs- und 

Wahrheitspflicht der Gesuchstellenden. Es sei nach ständiger Rechtspre-

chung nicht Aufgabe der Asylbehörden, bei fehlenden Hinweisen seitens 

der Gesuchsteller nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen. 

Dennoch sei zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer angeblich aus einer 

besser gestellten Familie mit guten Verbindungen zur afghanischen Regie-

rung stamme. Es handle sich bei ihm um einen jungen, alleinstehenden 

Mann bei guter Gesundheit, der über einen Schulabschluss verfüge und in 

Kabul gelebt und gearbeitet habe. Dadurch habe er bewiesen, dass er 

durchaus in der Lage sei, für seinen Lebensunterhalt selbständig auf- 

zukommen.  

3.2  

3.2.1 In der Beschwerdeeingabe wurde zunächst gerügt, die Vorinstanz 

habe den Sachverhalt unvollständig und falsch festgestellt. In den beiden 

Anhörungen sei dem Beschwerdeführer wenig Raum zur freien Erzählung 

gelassen worden und Fragen seien ihm zum Teil so gestellt worden, dass 

sie für ihn nicht verständlich gewesen seien. Zudem seien ihm immer wie-

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der bereits beantwortete Fragen gestellt worden, so dass der Eindruck ent-

stehe, die befragende Person habe ihm nicht zugehört. An mehreren Stel-

len des Protokolls seien Übersetzungsfehler festzustellen: Er habe bei der 

ersten Anhörung nicht ausgesagt, er habe viele Waffen beschafft, sondern 

nur zwei. Der Begriff "Dashat Afghand" stehe nicht für den Namen einer 

Gruppierung, sondern sei ein allgemeiner Begriff für Terroristen bezie-

hungsweise Gewalttäter. In der zweiten Anhörung habe er gesagt, er habe 

nach der Arbeit als (...) mit (...) gehandelt und nicht – wie fälschlicherweise 

protokolliert – vor jener Tätigkeit. 

3.2.2 Seine Aussagen im Rahmen der Befragungen würden zahlreiche Re-

alkennzeichen enthalten, wie Schilderungen eigenpsychischer Vorgänge 

mit Details an Emotionalität, subjektiver Wahrnehmung und persönlicher 

Betroffenheit (individuell durchzeichnete Darstellungen, chronologisch  

unstrukturierte Schilderungen, nebensächliche Details und quantitativer 

Detailreichtum). Diese würden klar darauf hindeuten, dass es sich nicht um 

einen konstruierten Sachverhalt handle, sondern er effektiv selbst Erlebtes 

geschildert habe. Bei der BzP gemachte Aussagen seien für die Beurtei-

lung der Glaubwürdigkeit nur sehr beschränkt tauglich und dürften nicht 

gegen Angaben in den ausführlichen Anhörungen "ausgespielt" werden.  

Es treffe nicht zu, dass sich aus seinen Angaben kein schlüssiges Gesamt-

bild betreffend seine Person, seine Familie und seinen Werdegang ergebe. 

Er sei nie nach Aufenthalten in F._______ gefragt worden, und beim Ein-

druck, er stamme aus einer bessergestellten Familie, handle es sich um 

eine eigene Wertung der Vorinstanz, die zudem nicht wesentlich sei. Er 

habe die Gründe nicht kennen können, die seine Mutter veranlasst hätten, 

ihn in Kabul und Panjshir in die Schule zu schicken. Vermutlich sei die Si-

cherheitslage dafür ausschlaggebend gewesen. Die Behauptungen des 

SEM, er habe ausgesagt, er sei für ein Studium nach Kabul gegangen und 

habe dort ein eigenes Geschäft betrieben, seien aktenwidrig. Nachdem die 

Missverständnisse bezüglich der zeitlichen Abfolge seiner Tätigkeiten hät-

ten ausgeräumt werden können, bestehe kein Anlass zu Zweifeln an sei-

nen Angaben. Er habe seine Tazkira nicht im Heimatstaat zurückgelassen, 

sondern diese zusammen mit anderen Dokumenten auf der Reise an der 

Grenze zwischen der Türkei und Griechenland verloren. Seine diesbezüg-

lichen Darlegungen würden viele Realkennzeichen enthalten. Das Fehlen 

von Identitätsdokumenten könne ihm daher nicht vorgehalten werden. Die 

Argumentation der Vorinstanz, er habe versucht, den Status und Einfluss 

seiner Familie zu schmälern beziehungsweise zu verschleiern, sei nicht 

nachvollziehbar. Entgegen den Erwägungen der angefochtenen Verfügung 

habe er nicht "mindestens zweimal für längere Zeit in Kabul gelebt und 

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gearbeitet", sondern er habe dort die Grundschule besucht und nach dem 

Schulabschluss weniger als ein Jahr dort gearbeitet. Es sei nicht ersicht-

lich, weshalb seine diesbezüglich klaren Angaben angezweifelt werden 

sollten. Insgesamt seien seine Ausführungen in den Befragungen weder 

oberflächlich noch ungenau; die Vorinstanz habe die Behauptung, seine 

Ausführungen seien ausweichend gewesen, nicht substanziiert. Er könne 

nicht wissen, weshalb die Terroristen ihn für die Waffenbeschaffung aufge-

sucht hätten; diesbezügliche Erklärungen wären spekulativ. Er habe nicht 

ausgesagt, wiederholt Waffen beschafft zu haben. Es sei weder erstellt 

noch relevant, welchen Aufwand die Verfolger für die Beschaffung von Waf-

fen getrieben hätten. Ebenso habe er nie geäussert, dass er sich an die 

Taliban gewandt habe. Die entsprechende Behauptung der Vorinstanz sei 

wahrheitswidrig.  

3.2.3 Die Identität seiner Verfolger sei ihm nach wie vor nicht genau  

bekannt. Er denke, dass es sich um Mitglieder der "Daesh" (sogenannter 

Islamischer Staat) oder der Taliban gehandelt habe. Er könne keine Anga-

ben dazu machen, wie die afghanischen Behörden von seinen Waffen- 

geschäften erfahren hätten, weil er die Verfolgung durch diese nicht selbst 

erlebt, sondern nur durch Drittpersonen (Mutter, Nachbarn des Geschäfts) 

davon erfahren habe. Die Behauptung, er habe angegeben, den Behörden 

mit Angaben zu den Milizen gedient zu haben, sei absurd und aktenwidrig. 

Er habe keine familiären Verbindungen zu den Behörden gehabt, welche 

er hätte nutzen können. Die Vorstellung, er hätte bereits nach dem Erst-

kontakt mit den Terroristen die Behörden um Hilfe ersuchen können, sei 

realitätsfremd. Von den Differenzen mit den Mullahs wegen seiner schrift-

stellerischen Tätigkeit habe er sowohl bei der BzP als auch anlässlich der 

ergänzenden Anhörung berichtet. Auch diese Angaben seien detailreich 

und würden viele Realkennzeichen enthalten sowie nicht überzeichnet wir-

ken. Diese Probleme seien zudem nicht als fluchtauslösende Gründe gel-

tend gemacht worden, ebenso wenig wie die Nähe zur Partei Jamiat-e-

Islami. Hingegen habe er geltend gemacht, er habe sich verdächtig  

gemacht, weil er den Gründen für den Tod seines Onkels auf den Grund 

habe gehen wollen. Seine Schilderungen seien in sich schlüssig, kohärent, 

widerspruchsfrei, plausibel, genügend substanziiert sowie reich an Details, 

und er sei persönlich glaubwürdig. Demnach könne aus objektivierter Sicht 

kein Zweifel daran aufkommen, dass er die geschilderten Vorfälle tatsäch-

lich selbst erlebt habe. Die Unglaubwürdigkeitsargumentation der Vor-

instanz sei nicht haltbar, und die Sache sei deshalb zur Prüfung der Asyl-

relevanz zurückzuweisen. 

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3.2.4 Angesichts seiner glaubhaften Asylvorbringen habe er begründete 

Furcht davor, bei einer Rückkehr in seine Heimat verfolgt zu werden, wes-

halb ihm Asyl zu gewähren sei. Im Übrigen habe er nie geltend gemacht, 

wegen der allgemeinen Situation in Afghanistan geflüchtet zu sein, wes-

halb die Vorinstanz zu Unrecht die Asylrelevanz eines solchen Vorbringens 

geprüft habe. 

3.2.5 Die Argumentation der Vorinstanz hinsichtlich der Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs sei willkürlich. Es gebe überhaupt keine Gründe zur 

Annahme, er habe die Behörden über seine Biografie und seine Familien-

verhältnisse getäuscht. Ein Wegweisungsvollzug in seinen Herkunftsort 

E._______ sei offensichtlich nicht zulässig und nicht zumutbar. Die Vermu-

tung der Vorinstanz, es lägen keine Vollzugshindernisse vor, entbehre je-

der Grundlage und sei völlig willkürlich. Sie verletze ihre Amtspflicht, wenn 

sie die offensichtlich vorliegenden Vollzugshindernisse mit einer faden-

scheinigen Begründung nicht prüfe. Sein Leben wäre bei einer Rückkehr 

in seine Heimat bedroht. Zudem sei der Vollzug der Wegweisung aktuell 

gar nicht möglich. 

3.3 In der ergänzenden Eingabe vom 15. Mai 2020 führte der Beschwer-

deführ namentlich aus, sein-Facebook-Profil sei gesperrt und ihm nicht  

zugänglich, weshalb auch keine Details hierzu oder publizierte Texte ein-

gereicht werden könnten. Die eingereichten Texte habe er aus dem  

Gedächtnis neu verfasst. 

3.4 In ihrer Vernehmlassung führte die Vorinstanz namentlich aus, die an 

den Übersetzungen durch den Dolmetscher geäusserten Zweifel seien 

nicht gerechtfertigt. Den Befragungsprotokollen seien keine konkreten An-

haltspunkte für allfällige derartige Schwierigkeiten zu entnehmen. Zudem 

habe der Beschwerdeführer jeweils bestätigt, die Dolmetscher zu verste-

hen, und auch die Richtigkeit der Protokolle unterschriftlich bestätigt. Es 

entstehe der Eindruck, er versuche, seine Aussagen rückwirkend anzupas-

sen. Es werde daran festgehalten, dass seine Aussagen zu seinen Lebens-

umständen und seiner Familie bei genauer Betrachtung wenig konsistent 

seien und sich nicht in ein stimmiges Gesamtbild bringen liessen, nament-

lich hinsichtlich seiner männlichen Verwandten. Dass diese alle verstorben 

sein sollten, erscheine auffällig. Das Fehlen von Kontakten zu den verblei-

benden Familienmitgliedern und Verwandten sei schwer nachvollziehbar, 

insbesondere hinsichtlich der Familie des in F._______ ansässigen On-

kels. Dass der Beschwerdeführer angesichts seiner widrigen Lebensum-

stände und der späteren Bedrohungslage nicht – respektive nur für eine 

E-1694/2020 

Seite 12 

kurzzeitige Unterkunft – auf sein verwandtschaftliches Beziehungsnetz und 

allfällige Verbindungen zurückgegriffen habe, mute realitätsfern an. Auch 

seine Angaben zu seinen Tätigkeiten und Aufenthalten in Kabul sowie den 

Umständen seiner Ausreise seien in keiner Weise konsistent. Das schwer 

nachvollziehbare Aussageverhalten des Beschwerdeführers zeige sich 

auch anhand seiner Angaben zum Verbleib seiner Tazkira, zur Identität der 

Terroristen, die ihn unter Druck gesetzt hätten, sowie zur Anzahl der Waf-

fen, die er hätte beschaffen sollen. Er habe in der BzP ausdrücklich zu 

Protokoll gegeben, dass die Sicherheitskräfte durch seine Suche nach 

Waffen auf die Gruppe, die ihn dazu aufgefordert gehabt habe, aufmerk-

sam geworden seien. Die in der Beschwerdeschrift erhobenen Einwände 

vermöchten die Vielzahl an Widersprüchen, Ungereimtheiten und logi-

schen Lücken in den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht zu ent-

kräften. 

3.5 In seiner Replik hielt der Beschwerdeführer zunächst an der in der  

Beschwerde geäusserte Kritik an der Vorgehensweise der Vorinstanz,  

namentlich der unvollständigen und teilweise falschen Sachverhalts- 

feststellung, fest. Bei den Übersetzungen komme es immer wieder zu Un-

genauigkeiten, die bei einer genauen Prüfung der Protokolle ersichtlich 

würden, ohne dass sich aus diesen aber Anhaltspunkte für Probleme bei 

der Übersetzung ergeben würden. Es gehe nur darum, den Sachverhalt zu 

klären und auf Ungenauigkeiten oder Missverständnisse bei der Über- 

setzung hinzuweisen. Die Ausführungen der Vorinstanz in der Vernehmlas-

sung betreffend seine Angaben zu seinen Familienverhältnissen und des 

verwandtschaftlichen Beziehungsnetzes seien weiterhin nicht nachvoll-

ziehbar und es sei nicht ersichtlich, inwiefern sie nicht konsistent seien.  

Er habe nie behauptet, er habe ein "enges Beziehungsverhältnis" zu sei-

nem Onkel gepflegt, und sei auch nie danach gefragt worden, ob er in 

F._______ gewesen sei. Es gebe keinen Widerspruch zwischen den an-

geblich knappen finanziellen Ressourcen der Familie in seiner Kindheit und 

seinem späteren geschäftlichen Erfolg als Erwachsener. Realitätsfern sei 

die Vorstellung, er hätte sich zur Lösung seiner Probleme auf sein ver-

wandtschaftliches Beziehungsnetz stützen können. Sein Vater und sein 

Onkel väterlicherseits seine verstorben, und bloss aufgrund von deren gu-

tem Ruf habe er von niemandem Hilfe einfordern können. Seine Schilde-

rungen würden sehr wohl ein stimmiges Gesamtbild seiner Verwandtschaft 

und seiner Lebensumstände in Afghanistan ergeben. Er habe im Übrigen 

nie behauptet, in der Landwirtschaft gearbeitet zu haben, sondern viel-

mehr, dass er von der Landwirtschaft gelebt habe. Er habe bereits in der 

E-1694/2020 

Seite 13 

BzP ausgesagt, dass seine Tazkira auf der Flucht zusammen mit allen an-

deren Papieren (Schulzeugnissen) verloren gegangen sei. Wenn er in der 

Folge von diesem Dokument gesprochen habe, sei es jeweils darum ge-

gangen, eine Kopie zu beschaffen Diese Aussagen seien in keiner Weise 

widersprüchlich oder ausweichend. Auf seine Bitte hin habe ein früherer 

Schulkollege in E._______ ein Duplikat seiner Tazkira beschafft und ihm 

diese per E-Mail zugeschickt; eine Zustellung des Originals per Post sei 

nicht möglich. Im Weiteren seien seine Aussagen zu den Waffenkäufern 

weder inkohärent noch unschlüssig. Der von der Vorinstanz erhobene Vor-

wurf der oberflächlichen, ungenauen und ausweichenden Antworten werde 

in der Vernehmlassung nicht substanziiert, und das SEM habe ausserdem 

nicht Stellung genommen zur Kritik an den Ausführungen zur Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs. Es könne keinen Zweifel daran geben, dass er 

aus E._______ stamme und dort zuletzt gelebt habe. Die Vernehmlassung 

belege die unseriöse Arbeit der Vorinstanz. 

4.  

4.1 Zu den formellen Rügen des Beschwerdeführers ist Folgendes festzu-

stellen: 

4.2 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet 

gemäss Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG einen Beschwerdegrund. Unrichtig ist 

die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und akten-

widriger Sachverhalt zugrunde gelegt oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid wesentli-

chen Sachumstände berücksichtigt wurden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes; 3. Aufl. 

2013, Rz. 1043). 

4.3  

4.3.1 Es trifft zu, dass die Vorinstanz einzelne protokollierte Aussagen des 

Beschwerdeführers in der angefochtenen Verfügung falsch zitiert hat. So 

hat er tatsächlich nie zu Protokoll gegeben, er habe in Kabul ein eigenes 

Geschäft betrieben, sondern sagte vielmehr mehrmals aus, er habe dort 

als Angestellter gearbeitet. Ebenso lässt sich den Befragungsprotokollen 

nicht entnehmen, dass er die Taliban um Hilfe ersucht hätte. Letzteres 

Falschzitat wurde vom SEM in seiner Vernehmlassung ausdrücklich ein- 

gestanden.  

E-1694/2020 

Seite 14 

Auch die Aussage in den Erwägungen in der angefochtenen Ver- 

fügung, wonach der Beschwerdeführer ein Studium in Kabul begonnen 

habe, entspricht genau besehen nicht seinen protokollierten Aussagen, 

welche vielmehr darauf schliessen lassen, dass er zwar das Ziel hatte, zu 

studieren, ihm dies indessen nicht möglich war und er stattdessen begann, 

als (...) zu arbeiten (Protokoll BzP A8 S. 4; Protokoll erste Anhörung A15 

F27, F32 f., F128; Protokoll zweite Anhörung A17 F93, F127).  

4.3.2 Im Übrigen ist der Vorwurf, die Erwägungen der Vorinstanz enthielten 

aktenwidrige Angaben, jedoch nicht berechtigt:  

Die Formulierung, der Beschwerdeführer habe zweimal länger in Kabul ge-

lebt und gearbeitet, ist jedenfalls nicht gänzlich unvereinbar mit seinen An-

gaben, wonach er zweimal dort gelebt habe, einmal zum Besuch der 

Grundschule und später nach dem Schulabschluss um als (...) zu arbeiten.  

Die Aussagen des Beschwerdeführers zur Anzahl der von ihm getätigten 

Waffenkäufe waren unpräzise und uneinheitlich, sagte er doch sowohl aus, 

"viele kleine Waffen" (vgl. Protokoll erste Anhörung A15 F64) als auch zwei 

Pistolen (vgl. a.a.O. F107 f., F116) besorgt zu haben. Die Formulierung in 

der angefochtenen Verfügung, er habe "wiederholt Waffen […] besorgt", ist 

mit diesen Aussagen vereinbar.  

Ebenso uneindeutig war die Angabe des Beschwerdeführers in der BzP, 

die ihn verfolgenden Terroristen seien aufgedeckt worden, weil die Sicher-

heitskräfte erfahren hätten, dass er nach Waffen gesucht habe, und hätten 

wissen wollen, weshalb und für wen diese seien (vgl. Protokoll BzP A8 

S. 9 f.). Auch wenn von einer Zusammenarbeit des Beschwerdeführers mit 

den Behörden nicht explizit die Rede ist, ist die dahingehende Interpreta-

tion seiner Aussage nicht eindeutig aktenwidrig.  

Die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der BzP zum Verbleib 

seiner Tazkira ("A: Ich habe sie momentan nicht dabei. Damals war sie bei 

meiner Mutter, aber wie ich Ihnen zuvor sagte: Ich weiss nicht, wo sie sich 

jetzt befindet"; vgl. Protokoll BzP A8 S. 6 Ziff. 4.03) sowie seiner übrigen 

Dokumente (" Die Schulzeugnisse hatte ich noch. Aber die sind auch zu-

rückgeblieben. Als ich hierher kam, konnte ich nichts mitnehmen. Ich 

wünschte, ich hätte das mitnehmen können"; a.a.O. Ziff. 4.04) sind eben-

falls nicht klar, legen aber den Schluss nahe, dass er diese zu Hause zu-

rückliess. Dass die Vorinstanz einen Widerspruch zwischen diesen Anga-

E-1694/2020 

Seite 15 

ben und den späteren Vorbringen des Beschwerdeführers erkannte, wo-

nach er diese Dokumente auf seiner Reise in die Schweiz verloren habe, 

ist nicht aktenwidrig.  

4.4 Insgesamt ist festzustellen, dass einzelne Punkte der Sachverhaltsdar-

stellung in der angefochtenen Verfügung nicht den protokollierten Angaben 

des Beschwerdeführers entsprechen, während andere auf Interpretationen 

seiner Aussagen beruhen, die nicht aktenwidrig sind.  

4.5 Die zu Recht beanstandeten Erwägungen betreffen indessen durch-

wegs nebensächliche Aspekte der vom Beschwerdeführer dargelegten 

Asylgründe und waren für deren Beurteilung letztlich nicht von ausschlag-

gebender Bedeutung. Auch wenn sich die Rüge des Beschwerdeführers 

insoweit als berechtigt erweist, kann jedenfalls festgestellt werden, dass 

die Vorinstanz sich in ihren Erwägungen auf einen in den wesentlichen 

Punkten korrekt und vollständig erfassten Sachverhalt abgestützt hat. 

4.6 Bei dieser Aktenlage besteht keine Veranlassung, die Sache zur ergän-

zenden Sachverhaltsfeststellung an die Vorinstanz zurückzuweisen.    

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

  

E-1694/2020 

Seite 16 

6.  

6.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie ge-

nügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich 

nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht 

widersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder den Tatsachen  

oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Vorbringen sind substan-

ziiert, wenn sie sich auf detaillierte, präzise und konkrete Schilderungen 

stützen. Als schlüssig gelten Vorbringen, wenn sie innerhalb einer Anhö-

rung, zwischen Anhörungen oder im Vergleich zu Aussagen Dritter keine 

Widersprüche aufweisen. Allerdings sollten kleine, marginale Widersprü-

che sowie solche, die nicht die zentralen Asylvorbringen betreffen, zwar in 

die Gesamtbetrachtung einfliessen, jedoch nicht die alleinige Begründung 

für die Verneinung der Glaubhaftigkeit darstellen. Darüber hinaus muss die 

gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbe-

sondere dann nicht der Fall ist, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt 

oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen aus-

wechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die nötige Mitwir-

kung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachen bedeutet ferner – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der 

gesuchstellenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche für die 

Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. 

Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2012/5 

E. 2.2, BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3; Entscheidungen und Mitteilungen 

der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 

S. 190 f.; ANNE KNEER und LINUS SONDEREGGER, Glaubhaftigkeitsprüfung 

im Asylverfahren – Ein Überblick über die Rechtsprechung des Bundesver-

waltungsgerichts, in: ASYL 2015/2 S. 5 ff.). 

Aussagewidersprüche zwischen den Protokollen der summarischen ersten 

Befragung und der einlässlichen Anhörung dürfen gemäss konstanter  

Praxis für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit herangezogen werden, wenn 

klare Angaben bei der Befragung zur Person in wesentlichen Punkten der 

Asylbegründung von späteren Aussagen in der Anhörung zu den Asylgrün-

den diametral abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürch-

tungen, welche später als zentrale Asylgründe genannt werden, nicht be-

reits in der Empfangsstelle zumindest ansatzweise erwähnt werden (vgl. 

bereits EMARK 1993 Nr. 3). 

  

E-1694/2020 

Seite 17 

6.2  

6.2.1 Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze der Glaubhaftigkeits- 

prüfung gelangt das Gericht in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum 

Schluss, dass die Asylvorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft 

zu erachten sind. Seine Darstellung, er sei von nicht näher identifizierten 

Terroristen zu Waffenkäufen genötigt worden, muss als unplausibel und 

realitätsfremd bezeichnet werden. Gemäss eigenen Aussagen hatte er  

keinerlei Bezug zu Waffen oder zum Handel mit solchen; überdies waren 

mehrere Familienangehörige bekannte Mitglieder der regierungstreuen 

Jamiat-e-Islami-Partei und ein Onkel bekleidete gar ein hohes Amt bei den 

Regierungsbehörden. Unter diesen Umständen erscheint nicht nachvoll-

ziehbar, dass die Terroristen sich zur Beschaffung von Waffen ausgerech-

net an ihn gewendet haben sollen. Dieses Vorgehen erscheint umso  

abwegiger als die afghanischen Sicherheitskräfte gerade aufgrund seiner 

Suche nach Waffenverkäufern auf ihn und die Terroristen aufmerksam  

geworden sein sollen. Es ist demnach von einem offensichtlich konstruier-

ten Sachverhalt auszugehen.  

6.2.2 Diese Einschätzung wird dadurch untermauert, dass die Schilderun-

gen des Beschwerdeführers im Rahmen der Befragungen generell zwar 

sehr ausführlich und wortreich waren, seine Angaben zu den wesentlichen 

Elementen seiner Asylgründe aber, auch auf wiederholte Nachfragen hin, 

auffallend vage, unpräzise und ausweichend ausfielen. So vermochte er 

weder zur Identität der Gruppe, welche ihn zu den Waffenkäufen genötigt 

habe, noch zum genauen Ablauf dieser Waffenbeschaffungen schlüssige 

Angaben zu machen. Seine Aussagen dazu, wie oft er Waffen gekauft 

habe, sowie zu der Anzahl der von ihm beschafften Waffen waren unklar 

und widersprüchlich: Wie erwähnt, gab er bei der ersten Anhörung zu-

nächst an, viele kleine Waffen beschafft zu haben, während er im späteren 

Verlauf derselben Befragung auf Nachfrage hin zu Protokoll gab, nur zwei 

Waffen gekauft zu haben (vgl. oben E. 4.2.2). Ferner vermochte der Be-

schwerdeführer nicht nachvollziehbar dazulegen, auf welche Weise die af-

ghanischen Behörden von seinen Waffenkäufen Kenntnis erhalten hätten 

und den "Terroristen" auf die Spur gekommen seien, sowie wie er selber 

überhaupt von den Erkenntnissen der Sicherheitskräfte erfahren habe.  

6.2.3 Diffus und wenig stichhaltig sind im Weiteren auch die Angaben des 

Beschwerdeführers zu den angeblich von den Sicherheitskräften gegen ihn 

ergriffenen Verfolgungsmassnahmen. Gemäss seinen Angaben hätten sie 

mehrmals sowohl bei seinem Geschäftssitz als auch zu Hause nach ihm 

gesucht, wobei er aber jeweils nicht anwesend gewesen sei, und nachdem 

E-1694/2020 

Seite 18 

er zu seiner Tante nach G._______ umgezogen sei, seien jeweils Angehö-

rige der Sicherheitskräfte vor seinem Geschäft gestanden. Indessen fehlen 

stichhaltige Anhaltspunkte für einen konkreten Zusammenhang dieses Vor-

gehens der Sicherheitskräfte mit der Tätigkeit des Beschwerdeführers für 

die "Terroristen"; den Akten sind überdies keine Hinweise auf weiterge-

hende Verfolgungsmassnahmen der Behörden zu entnehmen, welche in 

einem solchen Fall zu erwarten gewesen wären.  

6.2.4 Erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen des Be-

schwerdeführers erwecken ferner seine durchgehend äusserst vagen An-

gaben hinsichtlich der zeitlichen Einordnung sowohl der geschilderten Er-

eignisse als auch seines Lebenslaufes. Seine Erklärungen, dass er sich an 

diese Daten nicht erinnern könne, weil er diese Angaben im damaligen 

Zeitpunkt nicht für relevant erachtet habe, respektive man solche Sachen 

schnell vergesse (vgl. Protokoll BzP A8 Ziff. 1.17.05 und 2.01; Protokoll 

1. Anhörung A15 F34; Protokoll 2. Anhörung A17 F29), vermögen ange-

sichts dessen, dass er gemäss seiner Darstellung als Geschäftsmann tätig 

war und über eine gute Schuldbildung verfügt, nicht zu überzeugen. Zudem 

lagen die angeblichen Verfolgungshandlungen zumindest im Zeitpunkt der 

BzP noch nicht sehr lange zurück.  

6.2.5 Schliesslich werden die Asylvorbringen des Beschwerdeführers auch 

durch massive Diskrepanzen in seinen Aussagen zur zeitlichen Abfolge 

seiner Aufenthalts- und Arbeitsorte in Frage gestellt. Sowohl bei der BzP 

als auch der ersten Anhörung legte er dar, er habe nach dem Schul- 

abschluss zunächst als (...) in Kabul und danach als (...) in E._______ ge-

arbeitet, an welchem Ort er auch von den Terroristen kontaktiert worden 

sei. Im Gegensatz hierzu gab er im Rahmen der zweiten Anhörung zu Pro-

tokoll, er sei zuerst in E._______ als (...) tätig gewesen und habe erst da-

nach in Kabul als (...) gearbeitet. Nach dem Aufenthalt in Kabul habe er 

nicht mehr im (...) gearbeitet (vgl. Protokoll Anhörung vom 17. Dezember 

2019 A17 F114, F119, F120 S. 12). Angesichts dessen, dass er diese Ab-

folge seiner Aufenthalts- und Arbeitsorte auch auf zweimalige Nachfrage 

des Befragers hin und in unterschiedlicher Formulierung bekräftigte, kann 

ein blosser Übersetzungsfehler des Dolmetschers oder ein Missverständ-

nis, wie dies vom Beschwerdeführer geltend gemacht wurde, ausgeschlos-

sen werden.   

  

E-1694/2020 

Seite 19 

6.2.6 Die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe vermögen keine an-

dere Einschätzung zu rechtfertigen. Namentlich vermag der Umstand, 

dass die Ausführungen des Beschwerdeführers in den Befragungen ge-

wisse Eigenheiten aufweisen, die als Realkennzeichen gedeutet werden 

können (quantitativer Detailreichtum, Unstrukturiertheit, Schilderungen von 

Nebensächlichkeiten), die dargelegten gravierenden Ungereimtheiten,  

Widersprüche und unlogischen Darstellungen, die letztlich gegen die 

Glaubhaftigkeit der Angaben den Ausschlag geben, nicht auszuräumen.  

6.3 Nach dem Gesagten gelangt das Gericht in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz zum Schluss, dass es sich bei den vom Beschwerdeführer zur 

Begründung seines Asylgesuchs vorgebrachten Verfolgung durch Terroris-

ten sowie durch die afghanischen Sicherheitsbehörden um einen konstru-

ierten und damit unglaubhaften Sachverhalt handelt.  

6.4 Damit erweist sich die Frage, ob der Beschwerdeführer die heimatli-

chen Behörden um Schutz vor den Nötigungen durch die Terroristen hätte 

ersuchen können, als nicht relevant.  

6.5 Soweit der Beschwerdeführer Probleme namentlich mit religiösen Füh-

rern aufgrund der von ihm in publizierten Texten sowie in Diskussionen ver-

tretenen Haltung in religiösen Fragen, sowie eine Gefährdung wegen von 

ihm getätigten Nachforschungen zu den Todesumständen eines Onkels 

väterlicherseits geltend machte, ist festzustellen, dass auch seine dies- 

bezüglichen Ausführungen vage und unsubstanziiert ausgefallen sind.  

Jedenfalls ergeben sich aus den Akten keine stichhaltigen Anhaltspunkte 

dafür, dass er in diesen Zusammenhängen Nachteile asylrechtlich relevan-

ten Ausmasses erlitten oder zu befürchten hätte. Die mit der Eingabe vom 

15. Mai 2020 eingereichten Texte hat der Beschwerdeführer gemäss sei-

nen Angaben nachträglich neu verfasst, weil er keinen Zugang mehr zu 

seinem Facebook-Account habe. Ob diese je öffentlich publiziert und im 

Heimatstaat des Beschwerdeführers zur Kenntnis genommen wurden, 

steht demnach nicht fest, weshalb ihnen von vornherein kein Beweiswert 

in Bezug auf eine asylrelevante Gefährdung beigemessen werden kann. 

Auf eine Übersetzung derselben kann unter diesen Umständen verzichtet 

werden. 

6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, eine im Sinne von Art. 3 AsylG relevante Verfolgungs-

gefahr nachzuweisen oder glaubhaft darzutun. Die Vorinstanz hat sein 

Asylgesuch demzufolge zu Recht abgelehnt. 

E-1694/2020 

Seite 20 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Die Wegweisungsvollzugshindernisse (Unzulässigkeit, Unzumutbar-

keit, Unmöglichkeit) sind alternativer Natur: Sobald eines von ihnen erfüllt 

ist, ist der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und 

die weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über 

die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4). 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.4  

8.4.1 Die Vorinstanz stellte sich auf dem Standpunkt, der Beschwerdefüh-

rer habe unglaubhafte Angaben zu seinem Lebenslauf sowie seinem fami-

liären und verwandtschaftlichen Beziehungsnetz gemacht und dadurch 

seine Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht verletzt. Es sei ihr unter diesen 

E-1694/2020 

Seite 21 

Umständen nicht möglich, sich in voller Kenntnis seiner tatsächlichen per-

sönlichen und familiären Situation zur Zumutbarkeit des Vollzugs der Weg-

weisung zu äussern. 

8.4.2 Dieser Auffassung schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht nicht 

an. 

8.4.3 Von der Vorinstanz nicht bestritten wurden die Angaben des Be-

schwerdeführers zu seiner Identität sowie seine Herkunft aus der Provinz 

E._______. Diese Angaben werden im Übrigen durch die mit Eingabe vom 

26. Juni 2020 eingereichten fremdsprachigen Dokumente (Duplikat der 

Tazkira, Schulbestätigung) gestützt, deren Übersetzung der Instruktions-

richter veranlasst hat. Zwar trifft es zu, dass afghanische Tazkiras nicht fäl-

schungssicher sind (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.2) und Kopien grundsätzlich 

geringere Beweiskraft haben als Originaldokumente. Dies bedeutet aber 

nicht, dass sämtliche afghanischen Tazkiras gefälscht und für das Asylver-

fahren unbeachtlich sind. Vorliegend kann dieses Dokument immerhin als 

Indiz für die Richtigkeit der Identitätsangaben des Beschwerdeführers ge-

wertet werden. Seine widersprüchlichen Angaben im Rahmen der Befra-

gungen zum Verbleib dieses Dokuments vermögen daran nichts zu än-

dern. 

8.4.4 Die Aussagen des Beschwerdeführers zu seinen Aufenthaltsorten 

nach dem Schulabschluss weisen zwar Diskrepanzen auf, die er nicht 

überzeugend zu erklären vermochte. Im Übrigen sind seine biografischen 

Angaben aber im Wesentlichen stimmig und widerspruchsfrei. Entgegen 

der Argumentation in der angefochtenen Verfügung findet sich im Protokoll 

der ersten Anhörung nirgends die Aussage des Beschwerdeführers, er 

habe in Kabul ein eigenes (...) betrieben. Vielmehr gab er in der zweiten 

Anhörung explizit zu Protokoll, dort angestellt gewesen zu sein (vgl. Akten 

SEM A17 F90). Auch hinsichtlich seiner Absichten bei der Rückkehr nach 

Kabul nach dem Schulabschluss sind keine nennenswerten Unstimmigkei-

ten in seinen Angaben festzustellen. Seine diesbezüglichen Aussagen an-

lässlich der zweiten Anhörung sind ohne weiteres so zu verstehen, dass er 

zwar gerne studiert hätte, dies aber aus finanziellen und familiären Grün-

den nicht möglich war, und er deshalb die Arbeitsstelle in einer (...) annahm 

(vgl. Akten SEM A17 F93, F127). Die Angabe des Beschwerdeführers bei 

der zweiten Anhörung, er und seine Mutter hätten vom Ertrag ihres Land-

wirtschaftsbetriebes sowie Obstgärten gelebt (vgl. a.a.O. F41, F72, 

F101 f., F112, F177), ist nicht unvereinbar mit der von ihm ebenfalls vorge-

E-1694/2020 

Seite 22 

brachten Tätigkeit als (...). Die Feststellung in der angefochtenen Verfü-

gung, der Beschwerdeführer habe "mindestens zwei Mal für längere Zeit in 

Kabul gelebt und gearbeitet", ist eine nicht sehr präzise Beschreibung sei-

ner protokollierten Aussagen (vgl. auch oben E. 4.2.2): Der erste von ihm 

geschilderte Aufenthalt in Kabul war im Kindesalter zum Zweck des Schul-

besuchs; der zweite Aufenthalt dauerte gemäss seiner Darstellung weniger 

als ein Jahr (vgl. Protokoll 2. Anhörung A17 F99). Betreffend seine Fami-

lienangehörigen sowie deren Aufenthaltsorte gab der Beschwerdeführer in 

allen drei Befragungen übereinstimmend zu Protokoll, seine männlichen 

Verwandten (Vater, Onkel) seien verstorben, seine Mutter und eine Tante 

väterlicherseits würden in E._______ respektive G._______, Provinz 

E._______, leben und eine Tante mütterlicherseits sowie deren Kinder 

seien in Kabul wohnhaft. Dass er engere Kontakte zu seiner Tante in Kabul 

sowie deren Angehörigen gepflegt habe, als von ihm angegeben, ist eine 

blosse Mutmassung des SEM, für welche sich aus den Akten keine stich-

haltigen Anhaltspunkte ergeben. Dies trifft ebenso auf die Vorhaltung zu, 

er habe zu verschleiern versucht, dass er aus einer bessergestellten Fami-

lie stamme. 

8.4.5 Insgesamt weisen die Angaben des Beschwerdeführers zu seiner  

Biografie sowie seinem sozialen Umfeld im Heimatstaat zwar gewisse Un-

stimmigkeiten auf. Diese sind aber nicht derart gravierend, dass sie eine 

Prüfung des Vorliegens von Wegweisungshindernissen verunmöglichen 

würden. Der Vorwurf der Verletzung der Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht 

erweist sich deshalb als nicht gerechtfertigt. 

8.5 Unter diesen Umständen wäre die Zumutbarkeit des Vollzugs der Weg-

weisung des Beschwerdeführers vom SEM inhaltlich zu prüfen gewesen. 

8.6  

8.6.1 Das Bundesverwaltungsgericht nahm mit seinem Referenzurteil  

D-5800/2016 vom 13. Oktober 2017 eine Lageeinschätzung zu Afghanis-

tan, insbesondere zu Kabul, wobei es eine deutliche Verschlechterung der 

Sicherheitslage seit dem letzten Länderurteil des Bundesverwaltungsge-

richts im Jahr 2011 (BVGE 2011/7) über alle Regionen hinweg feststellte. 

Das Gericht kam zum Schluss, dass in weiten Teilen von Afghanistan un-

verändert eine derart schlechte Sicherheitslage und derart schwierige hu-

manitäre Bedingungen bestehen würden, dass die Situation als existenz-

bedrohend im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG zu qualifizieren und somit der 

Wegweisungsvollzug nach wie vor als unzumutbar zu beurteilen sei. Die 

Sicherheitslage und die allgemeine humanitäre Situation in Kabul seien 

E-1694/2020 

Seite 23 

aus verschiedenen Gründen differenziert und gesondert zu analysieren. Im 

heutigen Zeitpunkt würden sich sowohl die Sicherheitslage, die als volatil 

und von zahlreichen Anschlägen geprägt zu bezeichnen sei, als auch die 

humanitäre Situation in Kabul im Vergleich zu der in BVGE 2011/7 be-

schriebenen Situation klar verschlechtert darstellen. Die Lage in Kabul sei 

daher grundsätzlich als existenzbedrohend und demnach unzumutbar ge-

mäss Art. 83 Abs. 4 AIG zu beurteilen. Von dieser Regel könne nur abge-

wichen werden, falls besonders begünstigende Faktoren vorliegen würden, 

aufgrund derer ausnahmsweise von der Zumutbarkeit des Vollzugs ausge-

gangen werden könne (vgl. vorgenanntes Referenzurteil E. 8.2 ff.). 

8.6.2 Solche günstigen Voraussetzungen könnten namentlich dann gege-

ben sein, wenn es sich bei der rückkehrenden Person um einen jungen, 

gesunden Mann handle. Unabdingbar sei in jedem Fall ein soziales Netz, 

das sich im Hinblick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rück-

kehrenden als tragfähig erweise. Es liege in der Natur der Sache, dass bei 

Personen, bei denen Kabul lediglich eine Aufenthaltsalternative darstelle 

und die somit kaum oder nie in Kabul gelebt haben, eine Bejahung eines 

solchen tragfähigen sozialen Netzes noch grösserer Zurückhaltung be-

dürfe. Angesichts der festgestellten Verschlechterung der Lage in Kabul 

verstehe es sich von selbst, dass das Vorliegen dieser strengen Anforde-

rungen in jedem Einzelfall sorgfältig geprüft werde und diese erfüllt sein 

müssen, um einen Wegweisungsvollzug nach Kabul als zumutbar zu be-

trachten (vgl. vorgenanntes Referenzurteil E. 8.4.1). 

8.7 Bekanntlich hat sich die Situation in Afghanistan mit der Übernahme 

der Kontrolle über den grössten Teil des Landes durch die Taliban und dem 

Fall von Kabul Mitte August 2021 rasch und dramatisch verändert. Das 

SEM hatte kurz zuvor zwangsweise Ausschaffungen nach Afghanistan so-

wie Anordnungen des Vollzugs von Wegweisungen in dieses Herkunfts-

land ausgesetzt (vgl. etwa NEUE ZÜRCHER ZEITUNG vom 11. August 2021,  

Die Schweiz stoppt Ausschaffungen von abgewiesenen Asylbewerbern). 

Die in E. 8.6 dargestellte bisherige Zumutbarkeitspraxis des Bundesver-

waltungsgerichts wird nach der Konsolidierung der Verhältnisse zu über-

prüfen und gegebenenfalls anzupassen sein. Eine solche Anpassung der 

Vollzugspraxis braucht für die Behandlung des vorliegenden Verfahrens 

nicht abgewartet zu werden, weil die Zumutbarkeit des Vollzugs der Weg-

weisung des Beschwerdeführers nach Afghanistan – anders als von der 

Vorinstanz festgestellt – bereits nach der bisherigen Praxis nicht zu beja-

hen war: 

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Seite 24 

8.8 Der Beschwerdeführer stammt aus dem Dorf C._______, Distrikt 

D._______, Provinz E._______, wohin der Vollzug von Wegweisungen ge-

mäss bisheriger Rechtsprechung des Gerichts generell unzumutbar ist. 

Den Akten lassen sich keine konkreten Informationen über die wirtschaftli-

che Lage sowie die Wohnsituation seiner in Kabul wohnhaften alleinste-

henden Tante und deren Angehörigen entnehmen. Zudem lassen die ge-

mäss seiner Darstellung in den letzten Jahren vor seiner Ausreise besten-

falls losen Kontakte nicht auf eine besonders enge Beziehung schliessen. 

Unter diesen Umständen kann nicht als gesichert erachtet werden, dass 

der Beschwerdeführer in Kabul über ein tragfähiges soziales Beziehungs-

netz verfügt, das ihm eine angemessene Unterkunft, Grundversorgung so-

wie Hilfe zur sozialen und wirtschaftlichen Reintegration bieten könnte res-

pektive hätte bieten können. Demnach war schon vor der kürzlichen Macht-

übernahme der Taliban davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr in 

eine existenzielle Notlage geraten würde. Folglich liegen im Falle des Be-

schwerdeführers – in Anbetracht der schon bisher strengen Anforderungen 

– keine besonders begünstigenden Faktoren vor, die es erlaubten, von der 

bisherigen Regel der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach  

Kabul abzuweichen.  

8.9 Da den Akten keine Gründe im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AIG zu entneh-

men sind, ist der Beschwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. 

9.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde, soweit den Vollzug der Wegwei-

sung betreffend, gutzuheissen; die Dispositivziffern 4 und 5 der vorinstanz-

lichen Verfügung vom 27. Februar 2020 sind aufzuheben. Im Übrigen ist 

die Beschwerde abzuweisen. Das SEM ist anzuweisen, den Beschwerde-

führer wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der 

Schweiz aufzunehmen (vgl. Art. 44 AsylG und Art. 83 Abs. 4 AIG). 

10.  

Bei diesem Verfahrensausgang wären ein Teil der Verfahrenskosten  

praxisgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 

VwVG). Da das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung mit Zwischenverfügung vom 14. April 2020 gutgeheissen wurde und 

den Akten keine Hinweise auf eine relevante Veränderung seiner finanziel-

len Verhältnisse zu entnehmen sind, ist jedoch von einer Kostenauflage 

abzusehen. 

  

E-1694/2020 

Seite 25 

11.  

11.1 Sodann ist dem vertretenen Beschwerdeführer angesichts seines teil-

weisen Obsiegens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine praxis- 

gemäss um die Hälfte reduzierte Entschädigung für die ihm notwendiger-

weise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Der in der Kostennote 

vom 26. Juni 2020 ausgewiesene zeitliche Vertretungsaufwand erscheint 

grundsätzlich angemessen. Die reduzierte Parteientschädigung, die durch 

das SEM zu vergüten ist, ist auf der Basis des in der Honorarnote ausge-

wiesenen Stundenansatzes von Fr. 270.– somit auf insgesamt Fr. 2614.– 

(inkl. die Hälfte der Auslagen und Mehrwertsteueranteil) festzulegen. 

11.2 Mit der Zwischenverfügung vom 14. April 2020 wurde ausserdem das 

Gesuch des Beschwerdeführers um amtliche Verbeiständung gutgeheis-

sen (aArt. 110a Abs. 1 VwVG) und sein Rechtsvertreter als amtlicher 

Rechtsbeistand eingesetzt. Dieser hat, soweit die Beschwerdeführenden 

im Verfahren unterlegen sind, Anspruch auf Übernahme der notwendiger-

weise erwachsenen Vertretungskosten durch das Bundesverwaltungs- 

gericht (vgl. Art. 8–14 VGKE). Wie in der Zwischenverfügung vom 14. April 

2020 angekündigt, ist bei anwaltlichen Rechtsbeiständen von einem Stun-

denansatz von maximal Fr. 220.– auszugehen. Demzufolge ist dem amtli-

chen Rechtsbeistand ein Gesamtbetrag von Fr. 2136.– (inkl. die Hälfte der 

Auslagen und Mehrwertsteueranteil) durch das Gericht zu vergüten. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird, soweit den Vollzug der Wegweisung betreffend, gut-

geheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen.  

2.  

Die Dispositivziffern 4 und 5 der Verfügung vom 27. Februar 2020 werden 

aufgehoben und das SEM angewiesen, den Beschwerdeführer wegen  

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

4.1 Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung 

von Fr. 2614.– auszurichten. 

4.2 Das verbleibende Honorar des amtlichen Rechtsbeistands wird auf 

Fr. 2136.– bestimmt und durch die Gerichtskasse vergütet. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain