# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed23f3cb-a93c-5b15-87b5-7f978a858fa5
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-25
**Language:** de
**Title:** Kein langandauernder Gesundheitsschaden.
**Docket/Reference:** IV.2014.01101
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.01101.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.01101
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin F. Brühwiler
Urteil
vom
25. November 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
Advokatur
Glavas
AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1968, war seit 1998
bei der
Z.___
AG erwerbstätig, ab September 20
0
0
als Filialleiterin
(
Urk. 10/11/4
, Urk. 10/21/1
f.).
N
achdem
im Februar 2012
bei einem diagnostizierten
Mammakarzinom
rechts eine
Tumo
rektomie
durchgeführt worden war (
Urk. 10/24/11 f.)
, meldete
sie sich
am 27. Juni 2012
bei der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle
zum Leistungsbezug (Berufliche Integration/Rente) an (Urk. 10/11).
Nach durch
geführtem Standortgespräch (Urk. 10/16) teilte die IV-Stelle der Versicherten
am 13. Juli 2012
mit, dass aufgrund ihres
Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Einglied
erungsmassnahmen möglich seien (Urk. 10/17).
Zur Klärung des Rentenanspruches
tätigte
die IV-Stelle
daraufhin
erwerblic
he und medizi
nische Abklärungen
, i
n
deren Rahmen sie die
Versicherte
am
17. Juli
2013 von Dr.
med.
A.___
, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
psychiatrisch begu
t
achten
liess
(
Gutachten vom 8. April 2014, Urk. 10/46).
D
ie Arbeitgeberin
kündigte
das Arbeitsverhältnis mit der Versicherte
n
im Okto
ber 2012
per Ende Januar 2013 (
Angaben der Versicherten, siehe
Urk. 10/28
und Urk. 10/34/2
, Urk. 10/46/8
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk. 10/48-58)
wies
die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
26. September
2014 (Urk. 2)
ab.
2.
Dagegen erhob
X.___
am
23. Oktober
2014 Beschwerde (Urk. 1) und be
an
tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Ausrichtung
einer ganzen Rente von Januar 2013 bis Oktober 2013 sowie einer halben Rente ab November 201
3.
Gleichzeitig seien berufliche Massnahmen zu initialisieren.
In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
sowie um Bestellung von
Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
zum unent
geltlichen Rechtsbeistand (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
24. November
2014 (Urk.
9
unter Beilage ihrer Akten, Urk.
10
/1-
64
) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde, was der
Beschwerdeführe
r
in
am
26. November 2014
mitgeteilt wurde
(Urk. 11
).
Mit Eingabe vom 21. September 2015 (Urk. 12) reichte die Beschwerdeführerin weitere medizinische Unterlagen ein (Urk. 13/1-4), welche der
Beschwerdegeg
nerin
mit Schreiben vom 24. September 2015 (Urk. 14) zur Kenntnis gebracht wurden.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerde
gegnerin
erwog
in der angefochtenen Verfügung
,
es sei keine langandauernde Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Die
Brustkrebserkrankung habe
ledig
l
ich
vom 26. Januar 2012 bis Ende Oktober 2012
zu einer
A
rbeitsun
fähigkeit
geführt und
die psychischen Beschwerden (Anpassungsstörung und
Somatisierungsstörung
) blieben ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Das Leistungsbegehren sei somit abzuweisen (Urk. 2).
1.2
Demgegenüber brachte die Beschwer
deführerin vor, die Beschwerdegegnerin habe ihren Gesundheitszustand respektive ihre Arbeitsfähigkeit ungenügend abgeklärt. So habe die Beschwerdegegnerin trotz
vorliegender
Krebserkrankung
lediglich
eine psychiatrische Abklärung veranlasst. Sie leide jedoch auch an diversen somatischen Beschwerden (Diabetes mellitus II, Rücken
– und
Handbe
schwerden
, etc.
). Entgegen den Ausführungen des psychiatrischen Gutachters Dr.
A.___
leide sie sodann nicht an einer
somatoformen
Schmerzstörung, sondern a
n einer psychischen Erkrankung, welche sich auf
der Basis der kör
perlichen
Komorbiditäten
(Krebserkr
ankung, Diabetes mellitus, Rück
en- und Handschmerzen)
manifestiere, wobei die Schmerzen trotz
Kortisonbehandlung
gleich geblieben seien.
Die Beschwerdeführerin wandte schliesslich ein, ihr sei z
umindest bis drei Monate nach der von der Beschwerdegegnerin behaupteten gesundheitlichen Verbesserung,
somit
von Januar
bis Ende Oktober 2013, eine ganze Rente zu gewähren
(Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitge
hend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Aus
übung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psy
chischen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenom
men werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen)
.
2.
3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erle
di
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fre
den
hagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Am 17. Februar
2012
wurde
bei
einem
diagnostizier
ten
Mammak
arzinom
rechts sowie einem
Fibroadenom
links
im
B.___
, Klinik für Gynäko
logie,
eine Tumorektomie
beidseits
vorgenommen
(
Urk. 10/24/11 f.
).
Anschlies
send wurde vo
n
März 2012
bis
August 2012
eine
Chemotherapie
(Urk. 10/25/8 f.)
sowie
von September 2012
bis Oktober 2012 eine
Radiothera
pie
durchgeführt
(
Urk. 10/33/1
, siehe auch Urk. 10/25/8 f.
).
3.2
Im September 2012 berichteten die behandelnden Ärzte zuhanden der
Beschwer
degegnerin
,
es sei
noch bis Ende November 2012 von einer vollständi
gen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Danach sei mit einer progressiven Wieder
aufnahme der Arbeitstätigkeit zu rechnen, welche im Verlauf mit grosser Wahrscheinlichkeit erneut zu 100 % aufgenommen werden könne. Wahrschein
lich bestehe ab Januar 2013 eine vollständige Arbeitsfähigkeit
(Bericht von Dr.
C.___
, Oberärztin am
B.___
, Klink für Gynäkologie, vom 15. September 2012 [Urk. 10/25] sowie Bericht von Dr.
D.___
, Innere Medizin FMH, vom 9. September 2012 mit Verweis auf die
radioonkolo
gische
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit [Urk. 10/24/4]).
3.3
Gemäss Angaben der
Beschwerdeführerin
kündigte die Arbeitgeberin
in der Folge
das Arbeitsverhältnis im Oktober 2012 per Ende Januar 2013 (Urk. 10/28, Urk. 10/34/2). Die Beschwerdeführerin gab diesbezüglich an,
ihr sei mitgeteilt worden,
dass
der Chef
erwartet
habe
, dass sie
die Arbeit
ab
1. November 2012
wieder
zu 100 %
aufnehmen würde
. Sie sei
dazu
jedoch
noch nicht bereit gewesen (Urk. 10/46/8).
3.4
Im
Verlaufsbericht vom 19. Dezember 2012 (Urk. 10/27)
führte
Dr.
D.___
als
zusätzlich
e Diagnose
eine depressive Entwicklung bei generali
sierten Arthralgien und
bei
Zukunftsangst (Jobverlust)
auf
und hielt dafür, die Arthralgien seien wahrscheinlich Folge der Chemotherapie. Ab Dezember 2012 bestehe in angepassten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 20 %. Abklärun
gen auf der Onkologie seien noch im Gange (Urk. 10/27/2, 5).
3.5
Dr.
E.___
,
Oberärztin am
B.___
, Klink für Gynäkologie,
teilte der Beschwerdegegnerin am
27. März 2013 (
Bericht undatiert, am 27. März 2013 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen,
Urk. 10/33)
mit, die Beschwerdefüh
rerin leide an einem stark einschränkenden, generalisierten
Schmerzsyndrom mit Polyarthralgien bisher unklarer Ätiologie, DD medikamentös nach Chemo
therapie
, DD psychisch
aggraviert
bei Anpassungsstörung
aufgrund der Diag
nose des
Mammakarzinoms
, DD
exazerbiert
nach unerwa
rteter Kündigung durch die
Arbeitgeber
in (Urk. 10/33/1)
. Seitens des
Mammakarzinoms
bestehe
bei bisher unauffälliger Nachkontrolle momentan keine
Arbeitsunfähigkeit
.
Jedoch sei die Beschwerdeführerin durch das generalisierte Schmerzsyndrom bisher unklarer Ätiologie bzw. wahrscheinlich multifaktorieller Ätiologie stark eingeschränkt
(Urk. 10/33/2)
.
Zurzeit
würden
eine
analgetische Therapie, inten
sive Physiotherapie sowie Psychotherapie durchgeführt und es fänden weitere diagnostische Abklärungen in der Klinik für Rheumatologie sowie im Schmerzambulatorium statt (Urk. 10/33/2).
3.6
Dr. med.
F.___
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, behandelnde Psychi
aterin der Beschwerdeführerin seit dem 9. November 2012 (Urk. 10/34/1), hielt im Bericht vom
5. April 2013 (Urk. 10/34)
dafür,
d
ie Beschwerdeführerin sei aufgrund des
Mammakarzinoms
rechts, einer
schweren depressiven Episode
(ICD-10 F32.2)
sowie
eines
Ganzkörperschmerzsyndroms in der angestammten Tätigkeit bis auf weiteres vollständig arbeitsunfähig. Aufgrund dieser Leiden bestünden Konzentrationsschwierigkeiten, eine depressive Antriebs- und
Stim
mungslage
, Ängste, eine extreme Müdigkeit und
eine
rasche Erschöpfbarkeit. Auch behinderungsangepasste Tätigkeiten seien aktuell nicht möglich (Urk. 10/34/3).
Die Ärztin berichtete ausserdem, dass v
erschiedene rheumatolo
gische Untersuchungen durchgeführt worden
seien
, jedoch kein pathologischer Befund
habe erhoben werden können
.
Aktuell
sei
eine Schmerztherapie veran
lasst worden
(Urk. 10/34/2)
.
3.7
Am 8. April 201
4 erstattete der Psychiater Dr.
A.___
das von der
Beschwer
degegnerin
veranlasste Gutachten (Urk. 10/46).
Der Gutachter diagnostizierte
kein Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachtete er
eine undifferen
zierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F34.1) sowie ein
en
Zustand nach
Anpas
sungsstörung
mit verschiedenen affektiven Qualitäten (ICD-10 43.23; Ärger, Wut, Empörung, Kränkung nach Kündigung)
. Der Gutachter hielt dafür, die Beschwerdeführerin zeige aktuell eine eingeschränkte Aktivität und Partizipa
tion, jedoch seien diese nicht völlig
z
um Erliegen gekommen.
Die Beschwerde
führerin
könne Termine mittels einer Agenda verwalten und wahrnehmen, sie könne spazieren und ihre Funktionen in der Familie erfüllen. Ein genaues Eru
ieren, wie die Beschwerdeführerin ihren Alltag gestalte, sei aufgrund des ausge
prägten Dramatisierens nicht möglich gewesen. Es sei
en
eine deutliche Krän
kung, ein Bilanzieren, ein Dramatisieren, ein
Aggravieren
sowie ein kompensa
torischer Gedanke zu beobachten gewesen (Urk. 10/46/12 f). Der Beschwerde
führerin sei es spätestens ab dem Zeitpunkt der Untersuchung
(Juli 2013)
zumutbar, zu 100 % in der bisherigen Tätigkeit zu arbeiten
(Urk. 10/46/13)
.
Aufgrund der zahlreichen aufmerksamkeitssuchenden Verhaltensweisen, wozu auch die demonstrative Beschwerdeschilderung zähle, sei eine Tendenz zu beobachten, den Schweregrad der depressiven Symptome sowie der
Angst
symptome
zu
überbewerten, was zur Differenz in der Diagnose im Vergleich zur behandelnden Psychiaterin führe (Urk. 10/46/14 f.).
4.
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (E. 1.2) erweist sich der vorlie
gende medizinische Sachverhalt als genügend abgeklärt.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringen lässt, sie leide unter massiven somati
schen Beschwerden, welche weder untersucht noch in die
Gesamtbeur
teilung
miteinbezogen worden seien (Urk. 1 S. 3), ist sie nicht zu hören. Im September 2012 hatte Dr.
C.___
, Oberärztin Gynäkologie, auf eine nach abgeschlossener Radiotherapie progressive Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit und damit vollständige Arbeitsfähigkeit ab Januar 2013 geschlossen (E. 3.2). Bei unauffälliger Nachsorgekontrolle bestätigte denn Dr.
E.___
mit Bericht vom März 2013, dass eine Arbeitsunfähigkeit seitens des
Mammakarzinoms
nicht mehr bestehe (E. 3.5). Für die in diesem Zeitpunkt dennoch geklagten Beschwerden und Einschränkungen (E. 3.4 - 3.5) liess sich in der Folge aber keinerlei Pathologie somatischen Ursprungs finden (E. 3.6). Inwiefern über den von Dr.
F.___
als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bezeichneten Diabetes (Urk. 10/34/1) hinaus somatische Pathologien bestünden, legte die Beschwerdeführerin nicht substantiiert dar, wofür die blosse Nennung von „Rückenbeschwerden, Handproblematik beidseits etc.“ (Urk. 1 S. 3) nicht zu genügen vermag. Mangels entsprechender Anhaltspunkte war die
Beschwerde
gegnerin
mithin nicht verpflichtet, weitere Abklärungen in somatischer Hinsicht zu tätigen.
Zur Beurteilung der psychischen Gesundheit der Beschwerdeführerin stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das von Dr.
A.___
erstattete Gutachten. Die
ses beruht auf umfassenden Untersuchungen, es setzt sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander und leuchtet in der Schlussfolgerung ein. Soweit der Gutachter zu einer von der behandelnden Psychiaterin abweichenden Einschätzung gelangte, zeigte er nachvollziehbar auf, weshalb die von Dr.
F.___
gestellte Diagnose einer depressiven Störung nicht schlüssig ist (Urk. 10/46/16). Nicht zu beanstanden
ist sodann, dass Dr.
A.___
der von ihm diagnostizierten
Somatisierungs
störung
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bei
mass, waren anlässlich der Begutachtung ein Dramatisieren und ein
Aggravie
ren
allgegenwärtig (E. 3.7). Eine invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der - andernorts als Ganzkörperschmerzsyndrom benannten -
Somatisierungsstö
rung
fällt mithin zum Vornherein ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4.2.4). Hinzu kommt, dass die Beschwerde
führerin über nicht unerhebliche Ressourcen verfügt (E. 3.7; Urk. 10/46/11 am Ende), der psychiatrische Befund sich als unauffällig erwies (Urk. 10/46/12) und zahlreiche psychosoziale Faktoren imponierten (Urk. 10/46/13). Dass der psy
chiatrische Gutachter angesichts dieser Gegebenheiten auf eine uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit schloss (E. 3.7), ist infolgedessen nicht zu beanstanden.
Schliesslich vermag die Beschwerdeführerin auch nicht mit ihrem Vorbringen, es sei zumindest eine befristete Rente von Januar bis Ende Oktober 2013 zuzu
sprechen (E. 1.2), durchzudringen. Auch wenn es Dr.
A.___
als denkbar erachtete, dass nach der Kündigung eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Anpassungsstörung bestanden haben könnte (E. 3.7), vermag dies keinen Ren
tenanspruch zu begründen. Zum einen handelte es sich bei
Anpassungsstörun
gen
um vorübergehende Störungen (Urteile des Bundesgerichts 9C_4/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 2.2 und 8C_322/2010 vom 9. August 2010 E. 5.2; vgl. auch
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F
], 9. Auflage, Bern 2014, S. 209). Zum andern fehlte es an einer hinreichend ausgeprägten Psychopathologie, ist doch eine Anpassungsstörung im Grenzbereich dessen zu situieren, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potenziell invalidisieren
des Leiden gelten kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2014 vom 30. April 2014 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
4.2
Zusammenfassend besteht
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
a
ufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage kein weiterer
Abklä
rungsbedarf
und hat die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin verneint.
Dies führt zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Die Voraussetzungen gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
(
GSVGer
) sind erfüllt (Urk. 5, Urk. 6/1-8), weshalb der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und ihr in der Person von Rechtsanwalt Dr.
Kreso
Glavas
ein unentgeltlicher Rechtsver
treter zu bestellen ist. Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hin
zuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der ihr erlassenen Gerichtskosten sowie der Auslagen für die unentgeltliche Rechtsvertretung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
5.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 500.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
5.3
Rechtsanwalt Dr.
Kreso
Glavas
machte mit Honorarnote vom 17. November 2015 einen Gesamtaufwand von 7,43 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 65.40 geltend (Urk. 15), was gerade noch
angemessen erscheint
.
Bei einem
gerichtsüb
lichen
Stundenansatz von Fr. 200.-- für Aufwendungen bis Ende 2014 sowie von Fr. 220.-- für solche ab dem 1. Januar 2015 ergibt dies eine Entschädigung von Fr. 1‘702.70 (6,17 Stunden à Fr. 200.--, 1,26 Stunden à Fr. 220.--,
Baraus
lagen
von Fr. 65.40, plus 8 % Mehrwertsteuer). Rechtsanwalt Dr.
Kreso
Glavas
ist daher mit Fr. 1‘702.70 (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom 23. Oktober 2014 wird der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und es wird ihr Rechtsanwalt Dr.
Kreso
Glavas
als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt,
und erkennt:
1.
Die Beschwerde wird
abgewiesen
.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Dr.
Kreso
Glavas
, wird mit Fr. 1‘702.70 (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse
ent
schädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hin
gewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Dr.
Kreso
Glavas
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstF. Brühwiler