# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26b097a8-176f-50d4-a844-9570b4268114
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-24
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 24.02.2014 400 2013 285 (400 13 285)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-2013-285_2014-02-24.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

 

vom 24. Februar 2014 (400 13 285) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Zivilprozessrecht 

 

 

Rechtsmittel gegen die Gutheissung eines Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung? 

 

 

Besetzung  Präsident Thomas Bauer; Gerichtsschreiber Hansruedi Zweifel 
  

 

Parteien  A.____, 
vertreten durch Advokat Bruno Muggli, Hauptstrasse 53, Postfach 564, 
4127 Birsfelden,  
Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte 

  gegen 

  B.____ AG, 
vertreten durch Advokat Dr. Matthias Aeberli, Freie Strasse 82, Post-
fach, 4051 Basel,  
Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin 

   

Gegenstand  Vorsorgliche Beweisführung  
Berufung gegen die Verfügung der Bezirksgerichtspräsidentin Arlesheim 
vom 22. Oktober 2013 

 
 

A. Am 06.01.2004 ereignete sich in X.____ ein Verkehrsunfall, bei welchem A.____ Verlet-
zungen erlitt. Der Unfallbeteiligte, der bei der B.____ AG haftpflichtversichert war, anerkannte 
sein Verschulden am Zustandekommen des Verkehrsunfalls. Die B.____ AG bezahlte akonto 

 
 
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Haushaltsführungsschaden bis zum 31.08.2004 einen Betrag von CHF 11‘086.00 und einen 
weiteren Betrag von CHF 5‘000.00 für etwaige weitere Schadenspositionen. Am 23.09.2008 trat 
bei A.____ ein krankheitsbedingtes Ereignis (diskretes, motorisches, ataktisches Hemisyndrom 
links unklarer Ätiologie) auf. A.____ klagt noch heute über Beschwerden, welche ihre Arbeitsfä-
higkeit einschränken und sich auf die berufliche Entwicklung auswirken. Für den Zeitraum vom 
19.01.2004 bis zum 21.01.2011 liegen diverse ärztliche Berichte und Diagnosen vor.  
Die Unfallversicherung der Berufungsbeklagten, die C.____, veranlasste sozialversicherungs-
rechtliche Abklärungen. Zunächst wurde bei Dr. D.____ ein interdisziplinäres Gutachten einge-
holt, welches dieser am 10.12.2007 erstattete. Nach dem krankheitsbedingten Ereignis vom 
23.09.2008 ordnete die C.____ ein weiteres interdisziplinäres medizinisches Gutachten beim 
E.____ an, welches am 13.01.2011 vorgelegt wurde. Nachdem A.____ das rechtliche Gehör 
gewährt worden war, erliess die C.____ am 26.09.2011 eine Verfügung folgenden Inhalts: „Zwi-
schen den andauernden HWS- und Schultergürtelbeschwerden links, dem krankheitsbedingten 
Ereignis vom 23.09.2008 und den damit verbundenen Behandlungen und Arbeitsunfähigkeit 
und dem Ereignis vom 06.01.2004 besteht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein natürli-
cher und adäquater Kausalzusammenhang mehr. Sämtliche Versicherungsleistungen werden 
per 31.07.2011 eingestellt“. A.____ verzichtete auf die Ergreifung eines Rechtsmittels. 

B. Am 20.07.2013 beantragte A.____ Folgendes: „Es sei in vorsorglicher Beweisabnahme 
ein gerichtliches medizinisches polydisziplinäres Gutachten zu den Folgen des von der Ge-
suchstellerin am 06.01.2004 in X.____ erlittenen Unfalls zu erstellen, unter Einschluss der 
Fachdisziplinen Neurologie, Rheumatologie, Psychiatrie und Neuropsychologie und unter Zu-
grundelegung der Erstdiagnosen nach Unfall, der weiteren Arztberichte und der bisherigen Gut-
achten Dr. D.____ vom 10.12.2007 und E.____, Dr. F.____, vom 13.01.2011 und unter Zugrun-
delegung der unter Ziffer 25 der nachfolgenden Begründung formulierten Fragen der Gesuch-
stellerin.“ Sie verwies auf die eingeschränkten Mitwirkungsmöglichkeiten im sozialversiche-
rungsrechtlichen Verfahren, auf die ungenügende Beweisqualität der sozialversicherungsrecht-
lichen Gutachten in einem Zivilprozess und auf die unterschiedlichen Befunde des Gutachtens 
Dr. D.____ und des Gutachtens E.____. Ferner beanstandete sie die federführende Mitwirkung 
von Dr. F.____, der früher in den Diensten der B.____ AG gestanden sei, am Gutachten 
E.____. Dieser erscheine befangen, weshalb es dem E.____-Gutachten an der nötigen Objekti-
vität und Neutralität mangle.   
Die B.____ AG beantragte am 02.09.2013 die kostenfällige Abweisung des Gesuchs mangels 
Vorliegens eines schutzwürdigen Interesses. Das Rechtsbegehren sei falsch gestellt, weil sich 
mit der Abklärung der Unfallfolgen die Prozesschancen nicht besser abschätzen liessen. Die 
Frage nach der natürlichen Kausalität stehe im Vordergrund. Die Unfallfolgen seien durch die 
bereits vorhandenen zahlreichen Arztberichte und insbesondere zwei Gutachten hinreichend 
festgestellt. Mit den dokumentierten Fachmeinungen sei die Gesuchstellerin in der Lage, ihre 
Prozesschancen abzuschätzen. Dr. F.____ sei nicht der federführende Gutachter des E.____-
Gutachtens gewesen. Eine allfällige frühere Tätigkeit von Dr. F.____ für die Gesuchsgegnerin in 
Einzelfällen begründe keine Befangenheit, zumal die Auftraggeberin im vorliegenden Fall nicht 
die Gesuchsgegnerin, sondern die C.____ gewesen sei. Die Gesuchstellerin habe eine Stel-
lungnahme vor Erlass der Verfügung der C.____ vom 26.09.2011 unterlassen und diese Verfü-
gung auch nicht angefochten, obwohl dies zur späteren Einschätzung der Prozesschancen ge-

 
 
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gen den Haftpflichtversicherer gedient hätte. Auf das Gutachten von Dr. D.____ habe nicht ab-
gestellt werden können, weil es nicht polydisziplinär erstellt worden sei und auch den „Schlag-
anfall“ vom 23.09.2008 nicht berücksichtigt habe.  
Mit Stellungnahme vom 02.10.2013 beantragte die Gesuchstellerin eine „Berichtigung resp. 
Verdeutlichung“ des Rechtsbegehrens, wonach das Gutachten insbesondere zur Frage der 
natürlichen Kausalität zwischen den heutigen Beschwerden und dem Unfall vom 06.01.2004 
erstellt werden soll.  
Mit Verfügung vom 22.10.2013 nahm die Bezirksgerichtspräsidentin Arlesheim von der Ergän-
zung des Rechtsbegehrens der Gesuchstellerin Kenntnis, hiess den Antrag der Gesuchstellerin 
auf Anordnung eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens gut und stellte der Gesuchsgegnerin 
die Replik der Gesuchstellerin zu. Die Gesuchstellerin mache zu Recht geltend, dass es sich 
bei den beiden Gutachten, welche im Rahmen eines sozialversicherungsrechtlichen Verfahrens 
erstellt worden seien, um keine Gerichtsgutachten im zivilrechtlichen Sinn handle, sondern bei-
de für das Zivilverfahren den Status von Parteigutachten aufwiesen. Zudem sei der Gesuchstel-
lerin beizupflichten, dass ihre Mitwirkungsrechte im Zusammenhang mit den im Sozialversiche-
rungsverfahren erstellten Gutachten erheblich eingeschränkt gewesen seien im Vergleich zu 
den Mitwirkungsrechten im Rahmen eines zivilrechtlichen Verfahrens. Die Prüfung des Vorlie-
gens der Kausalität sei im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren im Übrigen nicht de-
ckungsgleich mit derjenigen in einem Haftpflichtprozess. Folglich sei das schutzwürdige Inte-
resse der Gesuchstellerin an der vorsorglichen Beweisführung zu bejahen und ihrem Gesuch 
stattzugeben. 

C. Mit Berufung vom 04.11.2013 beantragte die Gesuchsgegnerin die Aufhebung der Verfü-
gung des Bezirksgerichts Arlesheim vom 22.10.2013 und die Abweisung des Gesuchs um An-
ordnung eines gerichtlichen polydisziplinären Gutachtens im Rahmen der vorsorglichen Beweis-
führung, unter o/e-Kostenfolge für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren.  
Für das falsch gestellte Rechtsbegehren der Gesuchstellerin habe kein schutzwürdiges Interes-
se bestanden. Die Berichtigung des Rechtsbegehrens gemäss Eingabe der Gesuchstellerin 
vom 02.10.2013 stelle eine unzulässige Klageänderung dar. Zudem hätte der Gesuchsgegnerin 
nach Eingang der Stellungnahme der Gesuchstellerin vom 02.10.2013 das rechtliche Gehör 
eingeräumt werden müssen, weshalb die angefochtene Verfügung auch aus diesem Grund auf-
zuheben sei. Die Gesuchstellerin verfüge mit den Gutachten von Dr. D.____ und des E.____, 
welche sich auch zur Kausalität geäussert hätten, sowie den weiteren medizinischen Berichten 
bereits über zahlreiche Fachmeinungen. Folglich bestehe für sie kein schutzwürdiges Interesse 
an der Erstellung eines gerichtlichen medizinischen polydisziplinären Gutachtens, um ihre Pro-
zesschancen besser abschätzen zu können. Die Feststellung in der angefochtenen Verfügung, 
dass die Gesuchstellerin in ihren Mitwirkungsrechten erheblich eingeschränkt gewesen sei, sei 
unzutreffend. Zudem werde bestritten, dass Dr. F.____ für die Berufungsklägerin je Gutachten 
erstellt habe. Selbst wenn er in anderen Fällen für die Berufungsbeklagte schon einmal tätig 
gewesen sein sollte, begründe dies keine Befangenheit. Die Frage der natürlichen Kausalität 
beurteile sich nach dem UVG gleich wie nach den haftpflichtrechtlichen Bestimmungen, wes-
halb die Gesuchstellerin im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren die Möglichkeit gehabt 
hätte, Ergänzungsfragen zu stellen oder ein Rechtsmittel zu ergreifen, um die späteren Pro-
zesschancen gegen den Haftpflichtversicherer besser abschätzen zu können. Selbst wenn ein 

 
 
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neues gerichtliches Gutachten die Frage der natürlichen Kausalität bejahe, könnten damit die 
Prozesschancen nicht besser abgeschätzt werden, weil das Problem der sich widersprechen-
den Gutachten weiterbestehe. Die Vorinstanz habe aufgrund der genannten Umstände den 
Sachverhalt in zentralen Punkten falsch festgestellt und auch Recht unrichtig angewendet. 

D. Mit Berufungsantwort vom 11.01.2014 beantragte die Berufungsbeklagte die kostenfällige 
Abweisung der Berufung, und zwar aus folgenden Gründen:  
Das schutzwürdige Interesse liege vor, um die Prozessaussichten in einem prozessökonomi-
schen Verfahren zu klären. Es liege ein Sachverhalt vor, der im Rahmen der Abklärungen des 
Sozialversicherers unterschiedlich beurteilt worden sei. Nur das E.____-Gutachten sei von einer 
zum Unfall nichtkausalen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Das Gutachten von Dr. D.____ und 
die zahlreichen Arztberichte und Beurteilungen würden von der Berufungsklägerin nicht akzep-
tiert. Damit habe sie selbst Anlass für den Antrag der Berufungsbeklagten auf Erstellung eines 
gerichtlich verwertbaren Gutachtens gegeben und das vorliegende Verfahren erst notwendig 
gemacht. Das Rechtsbegehren sei nicht komplett geändert worden, sondern nur durch den Ein-
schub „insbesondere zur Frage der natürlichen Kausalität zwischen den heutigen Beschwerden 
und dem Unfall vom 06.01.2004“ ergänzt worden. Dies stelle eine blosse Verdeutlichung dar. 
Zudem seien unklare Rechtsbegehren im Zusammenhang mit der Begründung zu interpretie-
ren. Das Prozessthema sei auch der Berufungsklägerin klar gewesen, ergebe es sich doch aus 
dem Fragenkatalog. Aufgrund der geringen Einschiebung in das Rechtsbegehren ohne inhaltli-
che Änderung sei es zulässig gewesen, dass die Vorinstanz keine Duplik angeordnet habe. Es 
lägen zahlreiche bestrittene Fachmeinungen und bestrittene Gutachten vor, welche in einem 
Hauptprozess als Parteigutachten zu qualifizieren seien. Ein gerichtliches Gutachten liege nicht 
vor, weshalb die Prozesschancen auch unter diesem Aspekt nicht beurteilt werden könnten, wie 
wenn ein entsprechendes unbestrittenes Parteigutachten vorläge. Selbst die Berufungsklägerin 
bestreite nicht, dass Dr. F.____ einst in ihren Diensten gestanden sei. Die Berufungsbeklagte 
habe von der Auswahl der Experten durch den Sozialversicherer keine Kenntnis gehabt, wes-
halb ihr nicht angelastet werden könne, wenn sie sich in diesem Zeitpunkt noch nicht gegen Dr. 
F.____ zur Wehr gesetzt habe. Dass die Berufungsbeklagte den sozialversicherungsrechtlichen 
Entscheid nicht angefochten habe, sei absurd. Im Sozialversicherungsrecht gelte die Überwind-
barkeitspraxis, welche der Haftpflichtwelt fremd sei. Das E.____-Gutachten sei mit inneren Wi-
dersprüchlichkeiten gespickt, und dessen Schlussfolgerungen seien nicht nachvollziehbar. 

E. Mit Verfügung vom 14.01.2014 wurde der Schriftenwechsel geschlossen und der Ent-
scheid des Präsidiums aufgrund der Akten in Aussicht gestellt. Mit Eingabe vom 07.02.2014 
reichte die Berufungsklägerin zwei nach Einreichung der Berufungsbegründung ergangene Ent-
scheide des Bundesgerichts zu den Akten. 

Erwägungen 

1. Der angefochtene Entscheid wurde der Gesuchsgegnerin am 24.10.2013 zugestellt. Die 
Rechtsmittelfrist ist durch die Eingabe vom 04.11.2013 (Montag) eingehalten. Gemäss § 5 
Abs. 1 lit. a und b EG ZPO ist das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für 
die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Bezirksgerichte, die im 
summarischen Verfahren ergangen sind, und für Beschwerden gegen Entscheide der Präsidien 

 
 
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der Bezirksgerichte sachlich zuständig. Unabhängig davon, welches Rechtsmittel gegen die 
angefochtene Verfügung zulässig ist, setzt jeder Anspruch auf staatlichen Rechtsschutz eine 
Beschwer voraus. Die formelle Beschwer ist gegeben, wenn der Partei nicht zugesprochen 
worden ist, was sie beantragt hatte. Zudem muss aber auch eine materielle Beschwer vorlie-
gen, d.h. der angefochtene Entscheid muss die Partei in ihrer Rechtsstellung treffen, für sie in 
ihrer rechtlichen Wirkung nachteilig sein, und die Partei muss deshalb an der Abänderung inte-
ressiert sein. Ein solches Interesse ist in aller Regel ohne Weiteres gegeben, wenn eine formel-
le Beschwer vorliegt (vgl. BGE 120 II 7 E. 2.a mit weiteren Hinweisen). Allerdings gibt es auch 
diesbezüglich Ausnahmen, insbesondere wenn es dem Rechtsmittelkläger trotz formeller Be-
schwer an einem eigenen, aktuellen Rechtsschutzinteresse fehlt (vgl. ZPO-Rechtsmittel-Kunz, 
Vor Art. 308 ff. N 52). Die Beschwer ist eine von Amtes wegen zu prüfende Prozessvorausset-
zung des Rechtsmittelverfahrens. Fehlt sie, so ist auf das Rechtsmittel nicht einzutreten (vgl. 
Zürcher, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 2. Aufl., Art. 59 N 14).  
Die Rechtsmittelklägerin ist durch die Verfügung vom 22.10.2013 zwar formell beschwert, weil 
die Vorinstanz ihrem Abweisungsantrag keine Folge gegeben hatte. Eine materielle Beschwer 
ist jedoch nicht auszumachen. Die Durchführung eines Verfahrens betreffend vorsorgliche Be-
weisführung ist kein typischer Zweiparteienstreit und verschafft der mutmasslichen Gegenpartei 
der Gesuchstellerin nur ein Anhörungsrecht, jedoch keine Mitwirkungspflicht (vgl. Botschaft zur 
ZPO, S. 7315; Zürcher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 158 N 18; insbes. zur Urkundenedition Fell-
mann, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 2. Aufl., Art. 158 N 31). Eine 
fehlende Mitwirkung der mutmasslichen Gegenpartei am Verfahren betreffend vorsorgliche Be-
weisführung kann dieser nicht zum Nachteil gereichen, sind doch im nachfolgenden ordentli-
chen Prozess die Parteirechte umfassend zu wahren (vgl. Zürcher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 158 
N 11; Fellmann, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 2. Aufl., Art. 158 
N 46; Brönnimann, in: Berner Kommentar ZPO, Art. 158 N 27; Schweizer, Vorsorgliche Be-
weisabnahme, in: ZZZ 2010 S. 15). Auch wenn im Verfahren betreffend vorsorgliche Beweis-
führung ein Gutachter zu einem anderen Befund als frühere Gutachter im sozialversicherungs-
rechtlichen Verfahren kommen sollte, entstünde dadurch kein Nachteil für die Berufungskläge-
rin, weil die Würdigung der verschiedenen Gutachten ohnehin dem für den ordentlichen Pro-
zess zuständigen Gericht vorbehalten bliebe (vgl. Zürcher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 158 N 28; 
Brönnimann, in: Berner Kommentar ZPO, Art. 158 N 28). Auch in finanzieller Hinsicht trägt die 
mutmassliche Gegenpartei kein Kostenrisiko, weil die Gesuchstellerin selbst bei Gutheissung 
des Gesuchs nebst der Tragung der Gerichts- und Beweiskosten der mutmasslichen Gegenpar-
tei eine Parteientschädigung zu leisten hat (vgl. BGer 4D_54/2013 E. 3). Das Verfahren erfolgt 
ausschliesslich im Interesse der Gesuchstellerin, ohne die Rechtsstellung der mutmasslichen 
Gegenpartei zu beeinträchtigen. Insbesondere unterbricht das Gesuch um vorsorgliche Beweis-
führung die Verjährung nicht (vgl. Fellmann, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO 
Komm., 2. Aufl., Art. 158 N 49). Da die Rechtsmittelklägerin durch die angefochtene Verfügung 
materiell nicht beschwert ist, ist auf die Rechtsmitteleingabe vom 04.11.2013 nicht einzutreten. 

2. Selbst wenn das Vorliegen einer materiellen Beschwer für die Rechtsmittelklägerin bejaht 
würde, könnte aus den nachfolgenden Gründen auf das am 04.11.2013 erklärte Rechtsmittel 
nicht eingetreten werden.  
Da auf die vorsorgliche Beweisführung gemäss Art. 158 Abs. 2 ZPO die Bestimmungen über 

 
 
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die vorsorglichen Massnahmen anwendbar sind, unterliegt die Abweisung eines Gesuchs um 
vorsorgliche Beweisführung der Berufung, sofern in vermögensrechtlichen Streitigkeiten ein 
Streitwert von mindestens CHF 10'000.00 erreicht ist (vgl. Art. 308 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 
ZPO). Wird ein solcher Streitwert nicht erreicht, bleibt gemäss Art. 319 lit. a ZPO nur die Be-
schwerde (vgl. Fellmann, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 2. Aufl., 
Art. 158 N 43; Schweizer, Vorsorgliche Beweisabnahme, in: ZZZ 2010, S. 28 f.; Brönnimann, in: 
Berner Kommentar ZPO, Art. 158 N 32; ZPO-Rechtsmittel-Hoffmann-Nowotny, Art. 308 N 29; 
Seiler, Die Berufung nach der Schweizerischen ZPO, § 7 N 367).  
Die Gutheissung des Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung schliesst das Verfahren in erster 
Instanz jedoch nicht ab; es ist erst nach Abnahme der Beweise abgeschlossen. Der Entscheid, 
den beantragten Beweis abzunehmen, ist daher als prozessleitende Verfügung zu qualifizieren. 
Diese ist gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO mit Beschwerde anfechtbar, wenn durch sie ein nicht 
leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (vgl. Fellmann, in: Sutter-Somm/Hasenböh-
ler/Leuenberger, ZPO Komm., 2. Aufl., Art. 158 N 44a; Schweizer, Vorsorgliche Beweisabnah-
me, in ZZZ 2010, S. 30 f.; Entscheid der Dritten Zivilkammer des Appellationsgerichts Tessin 
Nr. 13.2012.53, E. 2 und 3; Entscheide des Kantonsgerichts Waadt vom 05.09.2011 und vom 
13.10.2011, wiedergegeben in BGer 4A_635/2011 = Praxis 2012 Nr. 93 und in BGer 
4A_712/2011; offen gelassen von Brönnimann, in: Berner Kommentar ZPO, Art. 158 N 32; a.M. 
ZPO-Rechtsmittel-Hoffmann-Nowotny, Art. 308 N  29; ebenso Entscheid des Obergerichts Zü-
rich vom 11.04.2012 LF110134, E. 2.3; ebenso Seiler, Die Berufung nach der Schweizerischen 
ZPO, § 7 N 367, wobei sich die in FN 1149 zitierten Entscheide des Kantonsgerichts St. Gallen 
und Graubünden und der Entscheid Nr. 12.2012.41 der Zweiten Zivilkammer des Appellations-
gerichts Tessin auf Fälle beziehen, in denen die Vorinstanz das Gesuch um vorsorgliche Be-
weisführung abgewiesen hat).  
Da die angefochtene Verfügung vom 22.10.2013, mit welcher die Vorinstanz eine vorsorgliche 
Begutachtung angeordnet hat, das Verfahren auf vorsorgliche Beweisführung noch gar nicht 
abgeschlossen hat, ist deren Anfechtbarkeit mittels Berufung zu verneinen. Sie kann wie jede 
andere prozessleitende Verfügung nur mittels Beschwerde angefochten werden, wenn durch 
sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht. Der Rechtsmittelklägerin drohende 
Nachteile i.S.v. Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO sind von dieser im vorliegenden Fall weder geltend 
gemacht worden noch ersichtlich. Mangels Vorliegens dieser Voraussetzung kann auch offen 
gelassen werden, ob die erklärte Berufung überhaupt in eine Beschwerde umgedeutet werden 
könnte. 

3. Bei diesem Ausgang des Rechtsmittelverfahrens gehen die Prozesskosten zulasten der 
Berufungsklägerin. Die Gerichtsgebühr ist in Anwendung von § 9 Abs. 2 lit. a GebT auf 
CHF 1‘200.00 festzusetzen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Ferner 
hat die Berufungsklägerin der obsiegenden Berufungsbeklagten eine angemessene Parteient-
schädigung zu leisten. Eine Honorarnote wurde nicht eingereicht. Gemäss § 2 Abs. 1 der Tarif-
ordnung für die Anwältinnen und Anwälte ist in Verfahren betreffend Anordnung einer vorsorgli-
chen Expertise und in Beschwerdesachen die Berechnung nach dem Zeitaufwand anwendbar. 
Dieser wird auf 8 Stunden à CHF 275.00 geschätzt, was eine Parteientschädigung von 
CHF 2‘200.00 zuzüglich MWST ergibt. 

 
 
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Demnach wird erkannt: 

://: 1. Auf die Berufung vom 4. November 2013 wird nicht eingetreten. 

 2. Die Gerichtsgebühr von pauschal CHF 1‘200.00 wird der Berufungsklä-
gerin auferlegt. Die Berufungsklägerin hat der Berufungsbeklagten eine 
Parteientschädigung von pauschal CHF 2‘376.00 inkl. MWST von 
CHF 176.00 zu bezahlen. 

Präsident 
 
 
Thomas Bauer 

Gerichtsschreiber 
 
 
Hansruedi Zweifel 

 
 
Gegen den Entscheid hat die Berufungsklägerin Beschwerde an das Bundesgericht erhoben 
(4A_225/2014).