# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c08e0d0c-ad36-55d0-b8f3-3a0ccad9dde7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2010 E-5973/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5973-2010_2010-08-26.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5973/2010L/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______, geboren _______,
Guinea-Bissau,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 16. August 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5973/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
Ende  November/Anfangs  Dezember  2008  auf  dem  Seeweg  verliess 
und über Italien am 15. Januar 2009 in die Schweiz gelangte, wo er 
gleichentags um Asyl nachgesuchte,

dass er zu seinem Asylgesuch am  20. Januar 2009 im Empfangs- und 
Verfahrenszentrum  Vallorbe  und  am  26.  Januar  2009  vom BFM  er-
gänzend angehört wurde,

dass bezüglich  des geltend gemachten Sachverhaltes  auf  die Akten 
und  die  entsprechenden  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Ver-
fügung verwiesen werden kann,

dass das BFM mit Verfügung vom 16. August 2010 in Anwendung von 
Art. 32  Abs. 2  Bst. a  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus 
der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das Bundesamt zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer 
habe innerhalb  der  eingeräumten Frist  von 48 Stunden keine Reise- 
oder  Identitätspapiere  abgegeben  und  dafür  keine  entschuldbaren 
Gründe angegeben,

dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art.  3 
und Art. 7 AsylG nicht erfülle,

dass  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigen-
schaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses aufgrund der Ak-
tenlage nicht erforderlich seien,

dass daher auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,

dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle und der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich 
sei, da weder die im Heimatland des Beschwerdeführers herrschende 
politische Situation noch andere Gründe dagegen sprechen würden,

dass angesichts der Aktenlage (Strafanzeigen wegen Vergehen gegen 
das  Betäubungsmittelgesetz)  und  der  Unbegründetheit  des  Asyl-
gesuches das öffentliche Interesse der Schweiz am Vollzug der Weg-

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weisung  gegenüber  dem  persönlichen  Interesse  des  Beschwerde-
führers, sich bis zum rechtskräftigen Abschluss des Asylverfahrens in 
der Schweiz aufhalten zu dürfen, überwiege, weshalb einer allfälligen 
Beschwerde gegen diesen Entscheid die aufschiebende Wirkung ent-
zogen werde,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 23. August 2010 (Post-
stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob und in materieller  Hinsicht  beantragt,  die Verfügung 
des BFM sei aufzuheben, es sei auf das Asylgesuch einzutreten und 
es sei ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Verfügung des BFM 
aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen,  subeventualiter  sei  festzustellen,  dass  die  Weg-
weisung unzulässig sei und es sei ihm in der Folge die vorläufige Auf-
nahme zu gewähren,

dass er  in  prozessualer  Hinsicht  um Gewährung der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines Kostenvor-
schusses ersucht,

dass  der  Beschwerdeführer  am  25.  August  2010  dem  Bundesver-
waltungsgericht  eine  durch  die  zuständige  Gemeindebehörde  mit 
elektrischer  Post  übermittelte  Bestätigung  seiner  Fürsorgeabhängig-
keit zukommen liess,

dass die vorinstanzlichen Akten am 25. August 2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsver-
fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021])  des 
BFM entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 31-33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

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beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  ist,  so  dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  ein-
gereichte  Beschwerde,  unter  Vorbehalt  der  nachstehenden  Er-
wägungen, einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG sowie Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  -  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (Ent-
scheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren,  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides,  auch die Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (a.a.O. E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs ma-
teriell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

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dass auf den Antrag bezüglich der Gewährung von Asyl nicht einzu-
treten  ist,  da  dies  nicht  Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens 
bildet,

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  ent-
schieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie 
nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a Abs. 2 
AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art.  32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren  Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG),  auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder 
sich auf  Grund der Anhörung erweist,  dass zusätzliche Abklärungen 
zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungs-
vollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  ein  Reisepapier  im  Sinne  von  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  zur 
Einreise in den Heimatstat oder in andere Staaten berechtigt, während 
unter einem Identitätspapier ein Ausweis zu verstehen ist, der haupt-
sächlich  zwecks  des  Identitätsbeweises  von  den  heimatlichen  Be-
hörden ausgestellt wird (BVGE 2007/7 E. 6),

dass der Beschwerdeführer kein solches Identitätsdokument innert der 
Frist  von  48 Stunden  nach  Einreichen  des  Asylgesuchs  vorweisen 
konnte,

dass er keine entschuldbaren Gründe für die Nichtabgabe eines sol-
chen beweistauglichen Identitätsdokuments glaubhaft zu machen ver-
mochte (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG; BVGE 2007/8 E. 3.2),  da seine 
Erklärung,  er  habe  nie  solche  Papiere  besessen,  und  er  sei,  ohne 

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jemals kontrolliert worden zu sein, von Bissau in die Schweiz gereist,  
als stereotypes Vorbringen zu qualifizieren ist,

dass vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen in der angefoch-
tenen Verfügung verwiesen werden kann und der Beschwerdeführer in 
der Rechtsmitteleingabe auch nicht nur ansatzweise etwas vorzubrin-
gen vermag, das gegen die Erkenntnisse des BFM sprechen würde,

dass aufgrund der Aktenlage geschlossen werden kann, dass der Be-
schwerdeführer seine Identität nicht belegen und eine all fällige Rück-
kehr in seinen Heimatstaat erschweren will, um den Aufenthalt in der 
Schweiz zu verlängern (BVGE 2010/2 E. 5),

dass  das  blosse  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  in  der  Rechts-
mitteleingabe,  es  sei  zutreffend,  dass  er  nie  einen  Pass  oder  eine 
Identitätskarte besessen habe, er wisse auch nicht, wie er  sich eine 
Identitätskarte  beschaffen  könnte  und  er  habe  mit  niemandem  in 
Guinea-Bissau  Kontakt  herstelllen  können,  an  dieser  Einschätzung 
nichts zu ändern vermag,

dass,  wie  nachfolgend aufgezeigt  wird,  aufgrund  der  Aktenlage,  wie 
sie sich nach der Direktanhörung vom 26. Januar 2009 präsentierte, 
unter Verzicht  auf  zusätzliche tatbeständliche oder rechtliche Abklär-
ungen  im  Rahmen  einer  bloss  summarischen  Prüfung  der  Schluss 
gezogen  werden  konnte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flücht-
lingseigenschaft  offenkundig  nicht,  und  ebenso  offenkundig  stünden 
einem Vollzug der  Wegweisung  keine Hindernisse  entgegen  (Art. 32 
Abs. 3 Bst. b und c AsylG; BVGE 2007/8 E. 5.5 f.),

dass das BFM in  der  angefochtenen Verfügung zu Recht  feststellte, 
aus den Aussagen des Beschwerdeführers gehe hervor, dass er einen 
(Auto-)Unfall, bei dem Personen verletzt worden seien, verursacht und 
Fahrerflucht  begangen  habe  und  dass  allfällige  staatliche  Mass-
nahmen rechtsstaatlich legitimen Zwecken dienen würden,

dass auch die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung nicht zu 
beanstanden  sind,  wonach  insgesamt  überwiegende  Zweifel  am 
geltend  gemachten  Unfall  und  seinen  Folgen  bestehen  würden  und 
bezüglich  der  Unstimmigkeiten  in  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers  auf  die  entsprechenden  Ausführungen  des  BFM  verwiesen 
werden kann,

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dass  die  diesbezüglichen  Entgegnungen  in  der  Rechtsmitteleingabe 
offenkundig nicht zu überzeugen vermögen,

dass im Weiteren die Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe, der Be-
schwerdeführer  fürchte  sich  nicht  vor  den Behörden seines Heimat-
landes,  sondern  vor  den  Angehörigen  der  Verletzten,  und  da  es  in 
seinem Heimatland  oft  zu  Lynchjustiz  von  Angehörigen  komme,  sei 
sein  Leben  in  Gefahr,  wovor  ihn  die  heimatlichen  Behörden  nicht 
schützen könnten und wollten, in entscheidwesentlicher Hinsicht nichts 
zu ändern vermögen,

dass Behelligungen durch private Dritte nur dann asylrechtlich relevant 
sein  können,  wenn  kein  staatlicher  Schutz  vor  nichtstaatlicher  Ver-
folgung erhältlich ist (EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.3),

dass der Beschwerdeführer sich jedoch schon gar nicht darum bemüht 
hat,  in  seinem  Heimatstaat  die  Unterstützung  staatlicher  Organe  in 
Anspruch zu nehmen und es somit unterlassen hat, dem heimatlichen 
Staat  die  Möglichkeit  zu  gewähren,  seiner  Schutzfähigkeit  und 
Schutzpflicht nachzukommen,

dass sich der Beschwerdeführer demnach nicht in dieser pauschalen 
Form  auf  eine  Schutzunfähigkeit  und  einen  Schutzunwillen  der  Be-
hörden seines Heimatlandes berufen kann,

dass der dem Asylgesuch zugrundeliegende Sachverhalt, selbst wenn 
er als glaubhaft zu erachten wäre, offenkundig flüchtlingsrechtlich nicht 
relevant erscheint,

dass das BFM demnach zu Recht  gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Weg-
weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht  und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

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dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweis-
standard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, dass heisst, sie sind 
zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Ueber-
sax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel 
2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip des flüchtlingsrecht -
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung im Sinne von Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, 
SR 0.101) ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder 
Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 

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Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatland  des  Beschwerde-
führers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  des 
Beschwerdeführers  im Falle  einer  Rückkehr  schliessen lassen,  wes-
halb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass auch diesbezüglich auf die zutreffenden Erwägungen in der an-
gefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, und der Beschwerde-
führer  in  der  Rechtsmitteleingabe  in  entscheidwesentlicher  Hinsicht 
nichts Stichhaltiges zu entgegnen hat,

dass  das  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe,  der  Beschwerde-
führer leide an Ohnmachtsanfällen und Schmerzen an seiner rechten 
Körperseite, an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermag, zumal 
eine konkrete Gefährdung im Sinne einer von der Rechtsprechung ge-
forderten  lebensbedrohlichen  Ernsthaftigkeit  des  Krankheitsbildes 
nicht erkennbar ist,

dass  der  Beschwerdeführer  zudem  vorbringt,  trotz  mehrmaligen 
Untersuchungen  im  Spital  habe  man  die  Ursachen  der  gesundheit-
lichen Beschwerden nicht eruieren können, weshalb auch keine Arzt -
berichte ausgestellt worden seien,

dass dieses Vorbringen selbstredend nicht gehört werden kann,

dass es in diesem Zusammenhang zudem festzustellen gilt, dass der 
Beschwerdeführer  in  Verletzung  seiner  Mitwirkungspflicht  im  erst-
instanzlichen  Verfahren  gegenüber  den  zuständigen  Behörden  keine 
gesundheitlichen Beschwerden geltend machte,

dass  bei  Bestehen  eines  ernsthaften  Krankheitsbildes  zu  erwarten 
gewesen wäre, dass der Beschwerdeführer dies den zuständigen Be-
hörden  in  geeigneter  Weise  unaufgefordert  zur  Kennntnis  gebracht 
hätte,

dass  der  Beschwerdeführer  auch  gehalten  gewesen  wäre,  die 
gesundheitlichen  Beschwerden  zumindest  mit  einem  ärztlichem 
Kurzbericht  oder  Attest  bestätigen  zu  lassen  und  dies  innert  Be-
schwerdefrist dem Bundesverwaltungsgericht einzureichen,

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dass  bei  dieser  Sachlage  der  sinngemässe  Antrag  auf  Ansetzung 
einer  Frist  zur  Einreichung entsprechender  Beweismittel  abzuweisen 
ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers schliesslich 
möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art.  83  Abs.  2 
AuG),  und  es  dem  Beschwerdeführer  obliegt,  bei  der  Beschaffung 
gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  demnach  nicht  darzutun  vermochte,  in-
wiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der Frage der Bedürftigkeit 
des Beschwerdeführers abzuweisen sind, da die Beschwerdebegehren 
nach dem Gesagten als aussichtslos zu bezeichnen sind,

dass bei  diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.  – 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 
1 VwVG),

dass das Gesuch um Verzicht der Erhebung eines Kostenvorschusses 
mit vorliegendem Urteil gegenstandslos ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des vorliegenden 
Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM und  die  zu-
ständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

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