# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3bbdd4b7-6520-53bc-90f5-4c4983773e1e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-02-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.02.2015 E-4235/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4235-2013_2015-02-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-4235/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  F e b r u a r  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richter Bendicht Tellenbach, Richter Walter Stöckli,    

Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic. 

   Parteien 
 

A._______ geboren am (…), 

Eritrea, 

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für 

Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Flüchtlingseigenschaft und Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des BFM vom 25. Juni 2013 / N (…). 

 

 

E-4235/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 

am 2. Juli 2011 und reiste über den Sudan am 11. Oktober 2011 in die 

Schweiz ein, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Kurz-

befragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) (…) vom 26. Ok-

tober 2011 sowie der einlässlichen Anhörung vom 26. April 2013 zu seinen 

Ausreise- und Asylgründen machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Er sei eritreischer Herkunft, ethnischer Tigriner beziehungsweise (…) und 

in Asmara geboren sowie aufgewachsen. Er habe gemeinsam mit seinen 

Eltern und Geschwistern im Quartier B._______ gewohnt und von (…) bis 

(…) die Schule C._______ besucht. Mit [Teenager] sei er einmal von Poli-

zisten auf dem Schulweg nach seinen Personalien und Ausweispapieren 

gefragt worden. Im Jahr (…), als er in der (…) Klasse gewesen sei, sei sein 

Vater, welcher sich für die (…) eingesetzt habe, aufgrund seiner Tätigkeit 

verhaftet und inhaftiert worden. Er habe seither keinen Kontakt mit seinem 

Vater gehabt. Einzig die Mutter des Beschwerdeführers habe ihn eine Zeit 

lang im Gefängnis besuchen könne; bald habe auch sie ihn jedoch nicht 

mehr sehen dürfen. Nach der Verhaftung des Vaters habe er die Schule 

abbrechen müssen. Er sei kaum mehr aus dem Haus gegangen, weil er 

sich davor gefürchtet habe, dass er wie sein Vater festgenommen werden 

könnte, zumal er vernommen habe, dass die Kinder anderer Gefangener 

später auch festgenommen worden seien. Er habe insbesondere Angst ge-

habt, bei einer Festnahme geschlagen oder gar umgebracht zu werden. 

Seine Familie und er seien in einer schwierigen Situation gewesen und 

hätten zudem zu wenig zu essen gehabt. Aufgrund der Probleme sei er mit 

seiner Mutter und seinen Geschwistern (vgl. Beschwerdeverfahren 

E-4236/2013 betreffend seine Mutter sowie seine minderjährigen Ge-

schwister und die beiden seinen volljährigen Bruder betreffenden abge-

schlossenen Verfahren E-4314/2013 sowie E-4818/2013) sowie der Gross-

mutter und einem Onkel mütterlicherseits aus Eritrea ausgereist und in den 

Sudan gegangen. Im Sudan habe seine Mutter die Tasche mit den Doku-

menten verloren.  

Zum Beleg der geltend gemachten Vorbringen reichte er folgende Doku-

mente ein: eritreischer Fahrzeugausweis, Business-Lizenz sowie Diplom 

einer politischen Organisation (alles im Original und seinen Vater betref-

fend) und eine Farbkopie der eritreischen Identitätskarte seiner Grossmut-

ter (inkl. Übersetzung).  

E-4235/2013 

Seite 3 

B.  

Mit Verfügung vom 25. Juni 2013 – eröffnet am 27. Juni 2013 – wies das 

BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete seine Weg-

weisung aus der Schweiz an, schob den Vollzug der Wegweisung jedoch 

infolge Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf.  

Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids im 

Wesentlichen an, es würden erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt der 

geltend gemachten Asylvorbringen des Beschwerdeführers bestehen, zu-

mal diese unsubstantiiert aufgefallen seien und insgesamt unlogisch sowie 

lebensfremd wirken würden. Die Fragen nach der Verhaftung seines Vaters 

und dessen Verbleib habe er lediglich mit wenigen Worten beantwortet, 

ohne dabei konkrete Erinnerungen zu beschreiben (A 13/24 S. 12ff.). Auch 

auf zahlreiches Nachfragen hin habe er sich nicht erlebnisgeprägt geäus-

sert. Stattdessen habe er eine vage Geschichte erzählt, die keine Real-

kennzeichen oder eine individuelle Färbung enthalte und insgesamt als 

wenig logisch zu qualifizieren sei. Insbesondere habe er die Frage zu sei-

nen persönlichen Ängsten nur vage beantwortet und auch seine Furcht vor 

einer Inhaftierung nicht genau beschreiben können (A13/24 S. 15). Ebenso 

habe er den Zusammenhang zwischen seinen Ängsten und den angebli-

chen Verhaftungen der Kinder von Freunden seines Vaters nicht ausführ-

lich darlegen können. Im Übrigen habe er nicht angeben könne, in welchem 

Gefängnis diese Personen inhaftiert seien. Sodann habe er die genauen 

Gründe, welche drei Jahre nach den angeblich fluchtrelevanten Ereignis-

sen zur Ausreise geführt hätten, nur sehr allgemein und oberflächlich nen-

nen können (vgl. A13/24 S. 16 f.). Weiter könnten seine Ausführungen zum 

Lebensalltag in Eritrea aufgrund der teilweisen Gegensätzlichkeit zu den 

Länderkenntnissen der Vorinstanz nicht geglaubt werden. Seinen Schilde-

rungen hierzu fehle ausserdem der Realitätsbezug (vgl. beispielsweise 

A13/24 S. 21). Namentlich habe er in keiner Weise den Nationaldienst er-

wähnt (A13/24 S. 12, 16, 21), von dem er und Gleichaltrige betroffen ge-

wesen wären, hätte er sich in Eritrea aufgehalten. Ebenso sei die Darstel-

lung seiner Ausreise aus Eritrea in den Sudan unsubstantiiert ausgefallen 

und entbehre jeglicher erlebnisgeprägter Schilderungen (vgl. A13/24 S. 16 

ff.). Die Zeitangabe zu den einzelnen Etappen, die Landschaft sowie die 

passierten Städte habe er nicht den Tatsachen entsprechend wiedergege-

ben. Er habe diese Reise aber als (…)-Jähriger – angeblich in der Rolle 

des Familienvaters (A13/24 S. 21) – unternommen, weshalb von ihm habe 

erwartet werden können, dass er wenigstens über einzelne Informationen 

– wie beispielsweise zum angeblich passierten Ort D._______, zur Land-

schaft sowie zum Grenzübertritt – verfüge. Ferner würden seine Angaben 

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Seite 4 

in Bezug auf die angebliche Kontrolle durch eritreische Polizisten in As-

mara (A13/24 S. 3 f.) den gesicherten Ländererkenntnissen der Vorinstanz 

widersprechen: So sei man in Asmara weder mit Tuk-Tuks unterwegs noch 

seien dort die Uniformen der Polizisten hellblau. Zudem könne der Be-

schwerdeführer auch auf Nachfrage hin nicht substantiiert erklären, wes-

halb er kontrolliert worden und wie diese Kontrolle abgelaufen sei (A13/24 

S. 4). Im Übrigen würden zwischen den Schilderungen seiner Familienan-

gehörigen und seinen eigenen Aussagen erhebliche Widersprüche beste-

hen, wobei die Vorbringen der Familienangehörigen bezüglich dem angeb-

lichen Aufenthalt in Eritrea genauso unglaubhaft seien wie diejenigen des 

Beschwerdeführers. Es erübrige sich an dieser Stelle aufgrund der bereits 

festgestellten Unglaubhaftigkeit, auf diese Widersprüche einzugehen.  

Angesichts der dargelegten Unglaubhaftigkeit der Vorbringen könne auf 

eine eingehende Würdigung der eingereichten Dokumente verzichtet wer-

den. Dennoch sei festzuhalten, dass aufgrund des Gesamtkontextes die 

eingereichten Beweismittel über keinen Beweiswert verfügten, weshalb sie 

an den ausgeführten Feststellungen nichts zu ändern vermöchten. Na-

mentlich handle es sich bei der Business Lizenz und beim Diplom offen-

sichtlich um Fälschungen. Auch sei die Beziehung zwischen der Besitzerin 

der Identitätskarte beziehungsweise dem Besitzer des Fahrzeugausweises 

und dem Beschwerdeführer unklar respektive nicht belegt. Diese Doku-

mente würden überdies in keinem Zusammenhang mit den geltend ge-

machten Vorbringen des Beschwerdeführers stehen. Schliesslich sei nicht 

nachvollziehbar, weshalb er Dokumente des Vaters und der Grossmutter 

habe einreichen können, eigene Identitätsausweise jedoch alle verloren 

gegangen sein sollen.  

C.  

Mit Eingabe vom 25. Juli 2013 (Datum Poststempel) erhob der Rechtsver-

treter namens und im Auftrag des Beschwerdeführers beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde und beantragte, die Dispositivziffern 1 bis 3 der 

angefochtenen Verfügung seien aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung, inklusive Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschus-

ses, und der unentgeltlichen Verbeiständung ersucht. 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der Beschwer-

deführer die Verhaftung seines Vaters nicht genau beschreiben könne, 

liege daran, dass er nicht dabei gewesen sei. Er kenne jedoch den Grund 

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für die Verhaftung und wisse Bescheid über die politischen Aktivitäten sei-

nes Vaters (A13/24 S. 12 f.). Auch sei es ihm bekannt gewesen, dass sein 

Vater im Gefängnis gewesen sei und dort schlimme Sachen geschehen 

seien. Zudem habe er erklärt, seine Familie und er hätten Angst gehabt, 

dass er selber verhaftet werde. Überdies müsse beachtet werden, dass er 

seit der Verhaftung seines Vaters unter psychischen Problemen leide und 

es ihm sehr schwer falle, über das Erlebte zu reden. Ausserdem sei zu 

betonen, dass die Folgen für die Familien von Verschwundenen sehr 

schlimm seien. Sie würden nicht wissen, ob ihre Verwandten überhaupt 

noch leben und ob sie diese je wiedersehen würden. Weiter bemängle die 

Vorinstanz die lange Zeitdauer zwischen der Verhaftung des Vaters und 

der Ausreise. Damit verkenne sie jedoch die tatsächlichen Lebensum-

stände des Beschwerdeführers und seiner Familie, denn sie hätten sich 

bereits seit der Verhaftung auf die Flucht – wobei lange die Hoffnung be-

standen habe, dass der Vater doch noch freigelassen werde – vorbereitet 

und seien untergetaucht; sie seien innerhalb des Quartiers B._______ 

umgezogen, um sich eine Weile zu verstecken und Geld für die Ausreise 

der elfköpfigen Familie zu sparen. Da das Geld kaum gereicht habe, hätten 

die Kinder gar aus der Schule genommen werden müssen. Das Geld für 

die Ausreise habe zuerst vom in [EU-Raum] lebenden [Verwandter] ver-

dient werden müssen. In Bezug auf den Nationaldienst stimme die Aus-

sage des Beschwerdeführers exakt überein mit der Auskunft der Schwei-

zerischen Flüchtlingshilfe (SFH; vgl. SFH-Bericht: "Eritrea: Rekrutierung 

von Kindern in den Nationaldienst" vom 15. September 2011).  

Ferner sei hinsichtlich der Schilderung der Ausreise aus Eritrea festzuhal-

ten, dass der Beschwerdeführer mit dem Rest der Familie übereinstim-

mende, detaillierte sowie erlebnisgeprägte Aussagen gemacht habe 

(A13/24 F210). Ausserdem habe er sehr gute Ortskenntnisse bezüglich As-

mara; namentlich habe er viele Quartiere aufzählen und zahlreiche Ge-

bäude sowie Wege beschreiben können (A13/24 S. 6 ff.). Sodann scheine 

die Vorinstanz offenbar auf veraltete Informationen zurückzugreifen, denn 

die Uniform von Polizisten, welche auch in Eritrea nicht mit dem Militär ver-

wechselt werden sollten, bestehe aus einem hellblauen Hemd, einer dun-

kelblauen Jacke sowie einer schwarzen Hose (vgl. http://www.inter-

pol.int/Member-countries/Africa/Eritrea). Auch Tuk-Tuks seien inzwischen 

in Eritrea weit verbreitet. Zudem habe er genaue Auskunft über den Ablauf 

der Kontrolle geben können (A13/24 F26).  

In Bezug auf die Originaldokumente sei festzuhalten, dass diese nicht hät-

ten eingereicht werden können, da die Familie sie im Sudan am Flughafen 

http://www.interpol.int/Member-countries/Africa/Eritrea
http://www.interpol.int/Member-countries/Africa/Eritrea

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verloren habe. Die Mutter des Beschwerdeführers habe alle Papiere in ei-

ner kleinen Tasche gehabt, welche sie jedoch in der Hektik – sie habe zu 

ihren Kindern schauen müssen – verloren habe. Laut der Vor-instanz wür-

den Widersprüche zwischen den Schilderungen des Beschwerdeführers 

und denen seiner Familie bestehen. Welche Widersprüche dies genau 

seien, werde jedoch nicht näher erläutert, womit die Begründungspflicht 

verletzt werde. In jedem Fall sei festzuhalten, dass die Aussagen hinsicht-

lich des Ausreisewegs in den wesentlichen Punkten übereinstimmen wür-

den. Zudem gebe er dieselbe langjährige Wohnadresse an und wisse, dass 

die Mutter die Tasche mit den Identitätspapieren verloren habe. Im Übrigen 

führe er dieselben Gründe für den Umzug – nämlich zu hohe Mieten – wie 

seine Mutter an.  

Weiter gebe die Vorinstanz an, bei der eingereichten Business-Lizenz so-

wie dem Anerkennungsdiplom der (…)-Partei handle es sich offensichtlich 

um Fälschungen. Woran sie dies jedoch erkannt haben wolle, werde wie-

derum nicht näher erläutert. Auch in diesem Punkt verletze sie ihre Begrün-

dungspflicht. Ferner würden – anders als von der Vorinstanz behauptet 

worden sei – die Dokumente in einem Zusammenhang zum Vorbringen 

des Beschwerdeführers stehen, weil sie seine eritreische Identität belegen 

würden, welche die Vorinstanz bestreite. Der Umstand, dass eine eritrei-

sche Identitätskarte leicht zu fälschen sei, könne keinesfalls dem Be-

schwerdeführer zu Last gelegt werden. Im Übrigen habe er lediglich die 

Pflicht, seine Vorbringen darzulegen; eine abschliessende Beweislast sei 

ihm indes keinesfalls aufzuerlegen. Dass er die Papiere seiner Verwand-

ten, jedoch keine eigenen habe einreichen können, liege daran, dass seine 

Dokumente sowie die seiner Mutter und seiner Geschwister am Flughafen 

im Sudan verloren gegangen seien. Die Grossmutter ihrerseits habe ihre 

Dokumente stets auf sich getragen und den Sudan nicht verlassen. Die 

Dokumente des Vaters, welche sich in Eritrea befunden hätten, hätten Be-

kannte nachschicken können.  

Ausserdem verletze die Vorinstanz ihre Begründungspflicht, indem sie der 

Ansicht sei, es erübrige sich, auf weitere Ungereimtheiten einzugehen, da 

die bisher genannten angeblichen Widersprüche allesamt hätten beseitigt 

werden können. Für die Wahrung der Interessen des Beschwerdeführers 

sei es jedoch von grosser Bedeutung, welche weiteren Ungereimtheiten 

mutmasslich vorhanden seien. Mit der Asylrelevanz setze sich die Vo-

rinstanz erst gar nicht auseinander, diese sei jedoch zweifelsfrei gegeben. 

Im Übrigen gebe es für den Beschwerdeführer auch keine innerstaatliche 

Fluchtalternative. 

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Schliesslich erfülle der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft auch 

aufgrund seiner illegalen Ausreise aus Eritrea, wie dies der ständigen Pra-

xis der Schweizerischen Asylbehörden entspreche. Bei einer Rückkehr 

habe er mit ernsthaften flüchtlingsrechtlichen relevanten Nachteilen zu 

rechnen. Seine bereits zweijährige Auslandabwesenheit sowie die Tatsa-

che, dass er in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht habe, würden er-

schwerend hinzukommen.  

D.  

Mit Verfügung vom 20. August 2013 hielt das Bundesverwaltungsgericht 

fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden, auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses werde verzichtet und das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung werde abgewiesen. Zu-

dem lud es das BFM zur Einreichung einer Vernehmlassung ein.  

E.  

In seiner Vernehmlassung vom 11. September 2013 hielt das BFM fest, die 

Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Be-

weismittel, welche eine Änderung des vorinstanzlichen Standpunktes zu 

rechtfertigen vermöchten. Ebenfalls würden keine neuen Elemente vorge-

bracht, welche nicht bereits Gegenstand des vorinstanzlichen Entscheids 

gewesen seien. Aufgrund der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen habe es 

darauf verzichtet, die asylrechtliche Relevanz der Vorbringen zu prüfen. 

Diesbezüglich sei dennoch festzuhalten, dass der zeitliche Zusammen-

hang zwischen den vorgebrachten Ereignissen, die zur Flucht geführt hät-

ten (Inhaftierung des Vaters im Jahr (…)) und dem Zeitpunkt der Flucht im 

Juli 2011 nicht gegeben sei. Der Beschwerdeführer und seine Familie hät-

ten sich demnach [einige] Jahre lang nach dem entscheidenden Ereignis – 

ohne Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden gehabt zu haben – in 

Asmara aufgehalten. Weiter würden die Lektüre der Dossiers der Mutter 

und der Geschwister des Beschwerdeführers sowie die entsprechenden 

Verfügungen die Einschätzung untermauern, dass der langjährige Aufent-

halt der Familie in Eritrea und somit die Vorbringen des Beschwerdeführers 

insgesamt als unglaubhaft einzustufen seien. Widersprüche zwischen den 

Schilderungen des Beschwerdeführers und seiner Familie habe das BFM 

in seinen Erwägungen jedoch nicht aufgeführt. Sodann sei aufgrund der 

(fehlenden) Kenntnisse des Beschwerdeführers über das Heimatland, die 

dortigen Lebensumstände sowie die eritreische Gesellschaft nicht genü-

gend substantiiert und individuell dargelegt, dass er in jüngster Zeit noch 

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Seite 8 

über einen längeren Zeitraum bis Juli 2011 in Asmara wohnhaft gewesen 

sei. Seine Kenntnisse würden eher Aufzählungen von leicht zugänglichen 

Informationen entsprechen. Auch würden seine Aufzählungen erlebnisge-

prägte Merkmale vermissen lassen. Sodann gebe der Rechtsvertreter zu 

bedenken, dass die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht in Bezug auf die 

eingereichten Beweismittel nicht nachkomme. Hierzu sei festzuhalten, 

dass bei der Business-Lizenz das Foto offensichtlich manipuliert worden 

sei. Der Stempel auf dem Foto und der Stempel auf der Lizenz seien ver-

schoben, so dass davon auszugehen sei, dass der Stempel nicht auf bei-

den Elementen gleichzeitig angebracht worden sei. Es sei überdies nicht 

nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer Dokumente anderer Fa-

milienangehöriger habe einreichen können, eigene Dokumente jedoch alle 

verloren gegangen sein sollten. Schliesslich sei aufgrund des vorinstanzli-

chen Entscheides zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme infolge Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auf weitere Abklärungen zur Fest-

stellung der tatsächlichen Herkunft des Beschwerdeführers bewusst ver-

zichtet worden. 

F.  

Mit Verfügung vom 12. September 2013 räumte das Bundesverwaltungs-

gericht dem Beschwerdeführer Gelegenheit zur Einreichung einer Replik 

ein.  

G.  

In der Replik vom 27. September 2013 wurde ausgeführt, das Vorbringen 

der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe mit seiner Familie [einige] 

Jahre ohne Schwierigkeiten gelebt, entspreche nicht seinen Ausführungen. 

Die Familie des Beschwerdeführers habe sich seit der Verhaftung des Va-

ters nicht mehr sicher gefühlt und habe grosse Angst gehabt, auch verhaf-

tet zu werden. Aus diesem Grund sei sie untertaucht (sie seien umgezogen 

und die Kinder seien nicht mehr zur Schule gegangen) und habe sich auf 

die Flucht vorbereitet. Für die sofortige Flucht habe die elfköpfige Familie 

jedoch vorerst kein Geld gehabt und habe daher in Asmara ausharren so-

wie auf eine Gelegenheit zur Flucht warten müssen. Erst als die Familie 

von dem in [EU-Raum] lebenden [Verwandter] genügend Geld erhalten 

habe, habe sie die Flucht wagen können. Dass es möglich sei, in Asmara 

unterzutauchen, bestätige auch das im Jahr 2011 erschienene Buch "Hoff-

nung im Herzen, Freiheit im Sinn", welches die Flucht von Zekarias 

Kebraeb aus Eritrea schildere; er habe sich vor seiner Flucht auch ver-

steckt in Asmara aufgehalten. Die Familie des Beschwerdeführers habe 

sich jedenfalls nicht völlig unbehelligt und frei bewegen können. Vielmehr 

http://www.amazon.de/s/ref=ntt_athr_dp_sr_1/279-7272761-0546127?_encoding=UTF8&field-author=Zekarias%20Kebraeb&search-alias=books-de&sort=relevancerank
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hätten sie jeden Tag Angst gehabt, von der Polizei aufgegriffen und eben-

falls verhaftet zu werden. Die Familienmitglieder seien aus diesem Grund 

so wenig wie möglich aus dem Haus gegangen und hätten sich verdeckt 

gehalten. Weiter sei die Erwägung der Vorinstanz, die Lektüre der Dossiers 

der Familienangehörigen untermauere die vorinstanzliche Einschätzung, 

wonach der langjährige Aufenthalt der Familie in Eritrea und daher die Vor-

bringen des Beschwerdeführers insgesamt als unglaubhaft einzuschätzen 

seien, äusserst pauschal und enthalte keinerlei Begründung, weshalb die 

Aussage als reine Behauptung zu werten sei. Sodann sei erneut behauptet 

worden, zwischen den Schilderungen des Beschwerdeführers und seiner 

Familie, die jedoch in den Erwägungen der Vorinstanz nicht verwendet wor-

den seien, würden Widersprüche bestehen. Um was für Widersprüche es 

sich hierbei handle, werde jedoch wiederum nicht erläutert. Zur Wahrung 

der Interessen des Beschwerdeführers sei es aber von grosser Bedeutung, 

welche Widersprüche gemeint seien. Nur auf diese Weise könnten mögli-

che Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. Ferner habe er an-

lässlich der Anhörung seine sehr guten Ortskenntnisse betreffend Asmara 

unter Beweis gestellt. Namentlich habe er zahlreiche Quartiere, Gebäude 

und Wege beschreiben können (vgl. A13/24 S. 6 ff.). Dies wäre für jeman-

den, der weder in jüngerer Zeit noch über einen längeren Zeitraum dort 

gewesen wäre, nicht möglich gewesen. Dass er erlebnisprägende Kennt-

nisse eventuell habe vermissen lassen, liege daran, dass er das Haupter-

eignis – die Verhaftung seines Vaters – nicht selber miterlebt habe; er habe 

von diesem Vorfall nur durch seine Mutter erfahren, welche ihm jedoch we-

nig darüber erzählt habe, da es einerseits für sie schmerzhaft gewesen sei, 

über dieses Ereignis zu reden und sie andererseits ihre Kinder nicht allzu 

sehr damit habe belasten wollen. Im Übrigen halte er in Bezug auf die ein-

gereichte Business-Lizenz an der Echtheit des Dokuments fest und bitte 

um Prüfung der Urkunde durch eine unabhängige Stelle. Ausserdem sei 

sowohl in der Anhörung als auch in der Beschwerdeschrift ausgeführt wor-

den, weshalb er keine eigenen Dokumente habe einreichen können.  

Zur Untermauerung der geltend gemachten Vorbringen wurde ein Foto in 

Kopie eingereicht (welches [Verwandte] aus Eritrea per E-Mail geschickt 

habe [das Original werde noch nachgereicht]), welches in Eritrea aufge-

nommen worden sei und den Beschwerdeführer mit seiner Familie zeige. 

Weitere Beweise würden gesammelt und nachgereicht, sobald diese beim 

Beschwerdeführer eintreffen würden.   

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Seite 10 

H.  

Mit Eingabe vom 26. März 2014 reichte der Rechtsvertreter eine Kopie ei-

ner Bestätigung der Primarschule ein, welche der Beschwerdeführer in As-

mara besucht habe. Das Dokument sei vom lokalen Schuldirektor ausge-

stellt und vom eritreischen Erziehungsminister beglaubigt worden. Somit 

werde belegt, dass der Beschwerdeführer von (…) bis (…) die erste bis 

fünfte Klasse besucht und in Asmara gelebt habe. Im Übrigen wurde in 

Aussicht gestellt, sobald wie möglich eine Übersetzung des Dokuments 

nachzureichen. Weder diese Übersetzung noch das Original der Bestäti-

gung sind in der Folge eingereicht worden. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM beziehungsweise 

SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vo-

rinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 

Ausnahme i.S. von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsge-

richt ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend 

– endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, 

SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 [BGG, SR 173.110]).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung bzw. Änderung; er ist daher zur Einreichung 

der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 

Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 

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Seite 11 

eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AS 2013 4375) verab-

schiedet, welche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Art. 1 

der diesbezüglichen Übergangsbestimmungen gilt für die im Zeitpunkt des 

Inkrafttretens hängigen Asylverfahren das neue Recht. 

2.  

Mit Beschwerde kann im Asylbereich die Verletzung von Bundesrecht (ein-

schliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die un-

richtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG sind Personen, die in 

ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer 

Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen 

Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachtei-

len ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen 

ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen. Aufgrund der Subsidiarität des 

flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigen-

schaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimat- oder 

Herkunftsstaat keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 

2008/12 E.7.2.6.2, 2008/4 E. 5.2, 2011/51 E. 6). Massgeblich für die Beur-

teilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Ent-

scheides – nicht diejenige im Zeitpunkt der Ausreise –, wobei allerdings 

erlittene Verfolgung oder im Zeitpunkt der Ausreise bestehende begrün-

dete Furcht vor Verfolgung auf andauernde Gefährdung hinweisen kann. 

Veränderungen der Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asyl-

entscheid sind zu Gunsten und zu Lasten der asylsuchenden Person zu 

berücksichtigen (BVGE 2010/57 E. 2, BVGE 2010/9 E. 5.2, BVGE 2007/31 

E. 5.3 f., jeweils m.w.H.). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält (Art. 7 AsylG). Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genü-

gend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich 

nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht 

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widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den 

Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus 

muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was 

insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf ge-

fälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG). 

Entscheidend ist, ob eine Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass 

die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung der asylsu-

chenden Person sprechen, überwiegen oder nicht (vgl. BVGE 2010/57 E. 

2.6, Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs-

kommission [EMARK] 2004 Nr. 1 E. 5, m.w.H.). 

4.  

4.1 Vorab ist festzuhalten, dass die sowohl die Befragung wie auch die An-

hörung zu keinen Beanstandungen Anlass geben, weshalb sie durchaus 

verwertbar sind.  

Zudem ist hinsichtlich des Vorwurfs, die Vorinstanz habe zwar aufgeführt, 

zwischen den Schilderungen des Beschwerdeführers und den Aussagen 

seiner Familie würden Widersprüche bestehen, jedoch nicht erläutert, um 

was für Ungereimtheit es sich hierbei handle, festzuhalten, dass der 

Rechtsvertreter die betreffenden Familienmitglieder vertritt und somit Ak-

teneinsicht in alle Verfahren gehabt hat. Im Übrigen wird zur Begründung 

des vorliegenden Urteils auf keine Querverweise abgestellt.  

4.2 Die Durchsicht der Akten ergibt, dass es dem Beschwerdeführer nicht 

gelungen ist aufzuzeigen, dass er im Zeitpunkt der Ausreise aus seinem 

Heimatland aufgrund der geltend gemachten Verhaftung seines Vaters im 

Fokus der eritreischen Sicherheitskräfte stand und bei einer allfälligen 

Rückkehr mit ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG rechnen 

müsste.  

Das vorgebrachte Ereignis im Jahr (…) – die angebliche Gefangennahme 

des Vaters – ist mangels zeitlicher und sachlicher Kausalität ohnehin als 

asylrechtlich irrelevant zu bezeichnen. Im Übrigen erklärte der Beschwer-

deführer, er habe erfahren, dass die Kinder der Väter, welche wie sein Va-

ter festgenommen worden seien, auch verhaftet worden seien (A13/24 

S. 15). Aus den Protokollen geht jedoch nicht hervor, dass er selber jemals 

bis zur Ausreise behelligt worden sei (A13/24 S. 16). Zudem wurden ge-

mäss eigenen Angaben auch keine staatlichen Repressalien gegenüber 

den anderen Familienangehörigen ausgeübt. Dass er und seine Familie 

überdies vor lauter Angst, ihnen könnte etwas zustossen, nicht oft aus dem 

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Seite 13 

Haus gegangen seien (A13/24 S. 17), überzeugt insofern nicht, als dass 

sie etwa ein bis zwei Jahre nach der Verhaftung des Vaters an derselben 

Wohnadresse gelebt hätten, wo die Behörden sie jederzeit hätten aufsu-

chen können. Fest steht aber, dass sie nie zu Hause aufgesucht worden 

sind. Damit bestand zum Zeitpunkt ihrer Ausreise auch keine Gefahr einer 

Reflexverfolgung wegen des Vaters.  

Ferner ist in Bezug auf seinen von der Vorinstanz bestritten Aufenthalt in 

Asmara zwar festzuhalten, dass der Beschwerdeführer teilweise durchaus 

korrekte Angaben zu Protokoll gegeben hat; er konnte insbesondere ver-

schiedene Quartiere, Strassen und Schulen in Asmara anführen sowie auf 

Fragen hin teils spontane Wegbeschreibungen machen (A13/24 S. 6 ff., 

20). Dennoch weist er auffällige und nicht nachvollziehbare Wissenslücken 

auf und seine Angaben fallen überwiegend unsubstantiiert respektive wi-

dersprüchlich aus; gänzlich unsubstantiiert waren seine Aussagen im EVZ 

(vgl. A4/9 S. 5 ff.). Namentlich ist anzuführen, dass er, während er in der 

EVZ-Befragung die Adresse der Familie in Asmara nicht nennen konnte 

(A4/9 S. 4), in der Anhörung sowohl den Strassennamen wie auch die 

Hausnummer wiedergeben konnte (A13/24 S. 5). Seine diesbezügliche Er-

klärung (A13/24 S. 20) überzeugt indes nicht. Sodann gab er an, von (…) 

bis (…) die Schule in Asmara besucht zu haben (A13/24 S. 8). Die einge-

reichte Kopie einer Bestätigung seiner angeblichen Primarschule, welche 

vom lokalen Schuldirektor ausgestellt sowie vom eritreischen Erziehungs-

minister beglaubigt worden sei, belege gemäss eigenen Angaben demge-

genüber, dass er von (…) bis (…) die erste bis fünfte Klasse besucht und 

in Asmara gelebt habe. Diese unterschiedlichen Datenangaben hinsichtlich 

seines Schuleintritts sind indes nicht einleuchtend. Auch ist nicht nachvoll-

ziehbar, von wem er dieses nur in Kopie vorgelegte Schulzeugnis erhalten 

hat. Zudem gab er an, Eritrea habe seine Unabhängigkeit am 24. Mai 1991 

erlangt (A13/24 S. 9). Eritrea erlangte jedoch seine Unabhängigkeit am 

24. Mai 1993, wobei der Unabhängigkeitskrieg im Mai 1991 endete. Die 

korrekte Nennung dieses wichtigen Datums hätte von einer volljährigen 

Person, die angeblich bis zum Alter von (…) Jahren in Eritrea gelebt habe, 

indes erwartet werden können. Überdies gab er zwar den angeblichen Na-

men der Moschee an, die er besucht habe, und erklärte, wo sie sich befin-

det. Den Namen des Imams konnte er jedoch nicht nennen, sondern führte 

lediglich aus, es handle sich um eine grosse Persönlichkeit (A13/24 S. 8). 

Des Weiteren erstaunt der Umstand, dass weder er noch ein anderes Fa-

milienmitglied jemals zum Militärdienst einberufen worden seien (A13/24 

S. 16), denn zumindest die Eltern – wenn weder der Beschwerdeführer sel-

ber noch sein älterer Bruder (vgl. Verfahren E-4314/2013 und 

E-4235/2013 

Seite 14 

E-4818/2013) – hätten aufgrund der in Eritrea herrschenden National-

dienstpflicht vom 18. bis zum 40. Altersjahr der Regel nach zum Militär-

dienst aufgeboten oder zumindest (temporär) dispensiert werden müssen 

(vgl. dazu EMARK 2006 Nr. 3), wobei die Altersobergrenze zur Ausübung 

des Nationaldienstes in den letzten Jahren auf über 50 Jahre bei Männern 

und 47 Jahre bei Frauen gestiegen sein soll (vgl. Landinfo Norwegen vom 

28. Juli 2011, Eritrea: Nationaldienst, Inoffizielle Übersetzung einer Analyse 

von Land-info Norwegen vom BFM, Schweiz, Ziff. 4 S. 8). Auf Nachfragen 

hin führte der Beschwerdeführer hierzu aus, die Behörden würden einen 

von der Schule mitnehmen, wenn man die 11. Klasse besuche (A13/24 S. 

21). Dies erklärt gleichwohl nicht, weshalb seine Eltern nicht zum Militär-

dienst einberufen oder davon befreit worden sind.  

Hinsichtlich der eingereichten Business-Lizenz seines Vaters ist der Vor-

instanz ferner beizupflichten, dass der Stempel auf dem Foto und der 

Stempel auf der Lizenz nicht übereinstimmen, so dass anzunehmen ist, 

dass dieser nicht auf beiden Elementen gleichzeitig angebracht wurde. Der 

Einwand seitens des Beschwerdeführers, woran die Vorinstanz erkannt ha-

ben wolle, dass es sich hierbei um eine Fälschung handle, kann nach dem 

soeben Gesagten nicht gehört werden. Im Übrigen ist auch die Schilde-

rung, wie er an diese Dokumente gelangt sein wolle – seine Grossmutter 

habe sie ihm aus dem Sudan geschickt (A13/24 S. 2) beziehungsweise 

Bekannte hätten diese nachschicken können (vgl. Beschwerde S. 7; in der 

Replik wird wiederum dargelegt, die Grossmutter im Sudan habe die Do-

kumente bei sich gehabt; vgl. Replik S. 4) –, wenig überzeugend, zumal 

weder ein Zustellcouvert eingereicht wurde noch nachvollziehbar ist, wa-

rum die Grossmutter mütterlicherseits Dokumente seines Vaters bei sich 

haben sollte. Seine Begründung, weshalb er die Dokumente seines Vaters 

nicht unmittelbar nach der EVZ-Befragung besorgt habe (A13/24 S. 11), 

erscheint im Übrigen nicht plausibel. Nach dem Gesagten ist sein Antrag 

auf Prüfung der Echtheit der Urkunde durch eine unabhängige Stelle ab-

zuweisen.  

Bezüglich der Beschreibung des Reisewegs ist festzuhalten, dass er die 

passierten Städte zwar aufzählen konnte (A13/24 S. 17). Jedoch fallen alle 

weiteren Angaben zum Reiseverlauf und zur Finanzierung der Ausreise 

vage und teils völlig unsubstantiiert (vgl. A4/9 S. 5 f.) aus und leuchten 

überwiegend nicht ein (A13/24 S. 18), weshalb das illegale Verlassen des 

Heimatlandes nicht geglaubt werden kann.  

E-4235/2013 

Seite 15 

Schliesslich vermögen auch die übrigen Beweismittel sowie Ausführungen 

auf Beschwerdestufe obige Einschätzung nicht umzustossen. 

5.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht 

gelungen ist, eine im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Eritrea bestehende o-

der drohende, asylrechtlich relevante Gefährdung glaubhaft zu machen. 

Ferner ist nicht davon auszugehen, dass er sein Heimatland illegal verlas-

sen hat. Die Vorinstanz hat somit zu Recht zwar seine eritreische Staats-

angehörigkeit bejaht, indessen seine Flüchtlingseigenschaft zu Recht ver-

neint und das Asylgesuch zu Recht abgewiesen. 

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 

1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. 

Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 

142.20]). 

7.2 Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer in der angefochtenen Verfü-

gung vom 25. Juni 2013 wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegwei-

sung vorläufig aufgenommen. Praxisgemäss stellen sich in diesem Zusam-

menhang keine weiteren Fragen mehr, zumal die Wegweisungsvollzugs-

hindernisse alternativer Natur sind und bei Vorliegen eines dieser Hinder-

nisse der Vollzug als nicht durchführbar gilt. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

E-4235/2013 

Seite 16 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem 

Gesagten abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

Nachdem mit Verfügung vom 20. August 2013 das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung auf einem späteren Zeitpunkt verscho-

ben wurde, ist im Urteilszeitpunkt darüber zu befinden. Das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist gutzu-

heissen, nachdem die Rechtsbegehren nicht aussichtlos waren und auf-

grund der Akten von der prozessuale Bedürftigkeit des Beschwerdeführers 

auszugehen ist. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird gutgeheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Natasa Stankovic 

 

 

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