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**Case Identifier:** 1d50f4ee-7171-5260-882c-83acc65f52d6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.01.2019 200 2018 376
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-376_2019-01-08.pdf

## Full Text

200 18 376 IV
FUE/LUB/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Januar 2019

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch B.________, MLaw C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. April 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1972 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
die über keine Berufsbildung verfügt, meldete sich am 7. September 2006 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV, [act. II] 1 S. 58 ff.). Die IV-Stelle Obwalden tätigte erwerb-
liche und medizinische Abklärungen und verneinte am 28. Februar 2007 
den Anspruch auf IV-Leistungen (act. II 1 S. 5 f.).

Am 13. April 2012 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug 
an (act. II 2), woraufhin die nunmehr zuständige IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) eine Arbeitsmarktlich-Medizinische Abklärung (AMA) 
bei der abklärungsstelle D.________ von 27. August bis 23. September 
2012 veranlasste (Bericht vom 4. Oktober 2012; act. II 32) und durch ihren 
Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht Haushalt in Auftrag gab, der am 
10. Juni 2013 erstattet wurde (act. II 46). Eine Verfügung vom 17. Sep-
tember 2013 (act. II 53), mit der ein Anspruch auf eine Invalidenrente ver-
neint wurde, zog die IVB lite pendente in Wiedererwägung (AB 63), worauf 
das Beschwerdeverfahren mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 12. Dezember 2013, IV/2013/878, als gegenstandslos geworden 
abgeschrieben wurde (act. II 68). In der Folge liess die IVB die Versicherte 
durch die E.________ (MEDAS) untersuchen (Expertise vom 6. Juni 2014; 
act. II 76.1; Ergänzung vom 10. Dezember 2014; act. II 81) und veranlasste 
eine erneute Abklärung im Haushalt (Bericht vom 16. Dezember 2014; 
act. II 82 S. 2 ff.). Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens (act. II 83, 92) 
unterbreitete die IVB das Gutachten der MEDAS dem Regionalen Ärztli-
chen Dienst (RAD; Bericht von Dr. med. F.________, Fachärztin für Psych-
iatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, vom 6. März 2015; 
act. II 96; Stellungnahme von Dr. med. G.________ [keine Weiterbildungs-
titel im Medizinalberuferegister des Bundesamtes für Gesundheit verzeich-
net] vom 12. März 2015; act. II 97 S. 2) und ordnete eine Begutachtung 
durch Dr. med. H.________, Fachärztin für Neurologie, an (Gutachten vom 
29. September 2015; Akten der IV, [act. IIA] 104.1). Auf Empfehlung der 
Dr. med. F.________ (Stellungnahme vom 28. Dezember 2015; 

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act. IIA 112) unterbreitete die IVB Dr. med. H.________ Ergänzungsfragen 
(Antwortschreiben vom 8. Februar 2016; act. IIA 123) und nahm hernach 
erneut Rücksprache mit Dr. med. F.________ (Stellungnahmen vom 
21. Oktober 2016 und 17. März 2017; act. IIA 127 S. 3 ff., act. IIA 133), 
welche die Versicherte am 26. April 2017 neurologisch-psychiatrisch unter-
suchte (Bericht vom 19. Dezember 2017, Aktennotiz vom 8. Februar 2018; 
act. IIA 150, 153). Gestützt auf diese Abklärungen stellte die IVB mit neuem 
Vorbescheid vom 14. Februar 2018 bei einem in Anwendung der gemisch-
ten Methode (50 % Erwerb, 50 % Haushalt) ermittelten Invaliditätsgrad (IV-
Grad) von 9.5 % ab Februar 2012 bzw. bei einem in Anwendung der allge-
meinen Methode des Einkommensvergleichs ermittelten IV-Grad von 16 % 
ab August 2013 die Ablehnung eines Rentenanspruchs in Aussicht 
(act. IIA 154). Nach Einwand der Versicherten (act. IIA 159) verneinte die 
IVB mit Verfügung vom 12. April 2018 (act. IIA 161) entsprechend dem 
Vorbescheid einen Rentenanspruch.

B.

Mit Eingabe vom 14. Mai 2018 erhob die Versicherte, vertreten durch 
MLaw C.________ vom B.________, Beschwerde. Sie beantragt, die Ver-
fügung vom 12. April 2018 sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzu-
sprechen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten für die Klärung des medi-
zinischen Sachverhalts in Auftrag zu geben.

Mit Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2018 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. April 2018 
(act. IIA 164). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig 
sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet wer-
den kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird für die Bemes-
sung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in 
welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 
(Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; BGE 142 
V 290 E. 4 S. 293).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 

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oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 
142 V 290 E. 4 S. 293, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351). 

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 

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die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom 13. April 2012 
(act. II 2) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft, 
womit die Eintretensfrage vom Gericht nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 
108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeit-
raum zwischen der Verfügung vom 28. Februar 2007 (act. II 1 S. 5 f.) und 
der angefochtenen Verfügung vom 12. April 2018 (act. IIA 161) eine Ver-
änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet 
ist, den IV-Grad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise zu 
beeinflussen (vgl. E. 2.5 hiervor).

3.2 Die IVB stützte sich bei Erlass der Verfügung vom 28. Februar 2007 
(act. II 1 S. 5 f.) massgeblich auf die RAD-Stellungnahme vom 7. Novem-
ber 2006, wonach kein somatischer Gesundheitsschaden mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit vorliege (act. II 1 S. 15), und die Stellungnahme des 
RAD vom 25. Januar 2007, wonach sich auch von psychiatrischer Seite 
keine Hinweise auf eine erhebliche affektive Störung mit langandauerndem 
Charakter mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit ergäben (act. II 1 S. 10). Eine depressive Stimmung könne nicht 
ausgeschlossen werden, sei bei der vorliegenden psychosozialen Situation 
auch nicht erstaunlich. Es müsse aber festgehalten werden, dass eine de-
pressive Stimmung (im umgangssprachlichen Sinne) nicht mit einer erheb-
lichen affektiven Störung mit langandauerndem Charakter und Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit gleichzusetzen sei (act. II 1 S. 11). 

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 28. Februar 2007 (act. II 1 S. 5 f.) lässt sich den Akten 
im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Dr. med. I.________, Facharzt für Chirurgie, nannte im Abklärungs-
bericht AMA vom 4. Oktober 2012 (act. II 32) als Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine zervikale Myelopathie mit segmentalem 

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Schmerzsyndrom am rechten Arm und ein Brown-Séquard-Syndrom bei 
Status nach einer Operation einer Diskushernie C6. Als Diagnose ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vermerkte er gelegentliche psychische 
Probleme aufgrund der bestehenden neurologischen Situation (S. 7). Die 
Versicherte habe eine beeindruckende Fähigkeit gezeigt, ihren rechten Arm 
geschickt einzusetzen, was sich letztlich in einer Leistung von 50 % geäus-
sert habe. Geeignet seien alle Tätigkeiten gewesen, welche vorwiegend mit 
der linken Hand möglich gewesen seien, wobei die rechte Hand zum Hal-
ten von groben Gegenständen habe eingesetzte werden können. Vermehrt 
sei es zu Schmerzen im Nacken-Schulterbereich gekommen. Weiter seien 
zunehmend Sensibilitätsstörungen in Daumen und Zeigefinger rechts sowie 
neu Sensibilitätsstörungen am Stamm rechtsseitig ähnlich wie auf der lin-
ken Seite aufgetreten. Die Versicherte habe psychische Probleme verneint. 
Diese hätten während der Abklärung auch nicht festgestellt werden kön-
nen. Die Leistungsminderung von 50 % sei medizinisch erklärbar, aller-
dings lasse sich wegen der progredienten Verschlechterung während der 
AMA kein Zumutbarkeitsprofil festlegen (S. 8). 

3.3.2 Im polydisziplinären – die Fachdisziplinen Neurologie (Feder-
führung), Orthopädie, Allgemeine Innere Medizin und Psychiatrie umfas-
senden – Gutachten der MEDAS vom 6. Juni 2014 (act. II 76.1) wurden als 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) ein 
Syndrom der spinalen inkompletten Halbseitenläsion (Brown-Séquard-
Syndrom) rechts und ein chronisches Cervicovertebralsyndrom und Status 
nach Dekompression, Nukleotomie und interkorporeller Spondylodese 
C 5/6 aufgeführt. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
(letzte Tätigkeit) wurden ein pertrochantäres Schmerzsyndrom rechts bei 
Verdacht auf Bursitis trochanterica und Status nach mehrfachen operativen 
Kniegelenkbehandlungen wegen Patellaluxationen ohne verbleibende 
Funktionseinbussen, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
remittiert (ICD-10 F33.4), und eine Adipositas angegeben (S. 17). 

Im neurologischen Teilgutachten vom 14. Mai 2014 rapportierte Dr. med. 
J.________, Facharzt für Neurologie, im Rahmen der Operation vom 
19. Juli 2011 (Ausräumen Bandscheibe C5/6 und interkorporelle Spondylo-
dese) sei es offenbar zu einer Komplikation mit einer cervicalen Myelopa-

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thie gekommen. Klinisch habe sich ein Brown-Séquard-Syndrom sowie auf 
der linken Gegenseite eine gestörte Schmerz- und Temperaturempfindung 
bei normalen Berührungsreizen entwickelt. Vor allem gestört und im Alltag 
behindernd sei die eingeschränkte Gebrauchsfähigkeit der rechten Hand, 
wobei das Ausmass der fehlenden Willküraktivität allerdings erstaune. 
Wenn sich die Versicherte unbeobachtet fühle, würden Hand und Finger 
rechts jedenfalls partiell bewegt. Die leichte motorische Schwäche am rech-
ten Bein sei für den Alltag nicht wesentlich behindernd und habe wenig 
Einfluss auf das Belastungsprofil. Seit der Operation im Juli (2011) sei die 
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als … in einer … nicht mehr 
zumutbar. In einer leidensadaptierten Tätigkeit sei die Versicherte aus neu-
rologischer Sicht zu 50 % bei einem 100 % Pensum arbeitsfähig 
(act. II 76.1 S. 13 f, act. II 76.2 S. 5).

Dr. med. K.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, erläuterte im Teilgutachten vom 1. April 
2014, bei der klinischen Untersuchung zeige sich die HWS in ihrer Funktion 
bewegungseingeschränkt. Die Beweglichkeit der Schulter- und Ellenbo-
gengelenke sei nahezu frei. Die Funktion der rechten Hand und des Hand-
gelenks könne nur passiv untersucht werden. Bei der Untersuchung liessen 
sich keine trophischen Störungen nachweisen. Die Muskulatur der Hand-
binnenmuskulatur, des Unterarms und des Oberarms seien seitengleich. 
Zeichen der Gebrauchsminderung rechtsseitig ergäben sich keine. Im Hin-
blick auf die bestehende Funktionseinschränkung der HWS seien die 
Tätigkeiten in der zuletzt ausgeübten Anstellung als … zu 80 % möglich. 
Cervicale Funktionseinschränkungen limitierten das Arbeitstempo und die 
Produktivität entsprechend einer Leistungsminderung von 20 %. In Tätig-
keiten, welche mit dem Belastungsprofil korrelierten, bestehe eine Arbeits-
fähigkeit von 100 % (act. II 76.1 S. 14 f., act. II 76.3 S. 8 f.).

Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, legte im 
internistischen Teilgutachten vom 22. April 2014 dar, die Versicherte sei 
voll arbeitsfähig. Sie sei in der Lage, eine leichte bis gelegentlich auch mit-
telschwere Arbeit auszuführen. Eingeschränkt sei sie vor allem wegen ihres 
neurologischen Problems (act. II 76.1 S. 16, act. II 76.4 S. 9).

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Im Teilgutachten vom 15. Mai 2014 erläuterte Dr. med. M.________, Fach-
arzt für Neurologie und Psychiatrie und Psychotherapie, es zeige sich trotz 
der nunmehr seit Jahren anhaltenden Schmerzen keine Symptomatik, die 
an eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischen Schmerzen 
(ICD-10 F62.8) denken liesse. Eine depressive Symptomatik von Krank-
heitswert lasse sich derzeit ebenfalls nicht abgrenzen. Vor diesem Hinter-
grund könne eine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nicht ge-
stellt werden. Wiederkehrende depressive Episoden in der Vergangenheit, 
welche eng mit psychosozialen Belastungsfaktoren verknüpft gewesen 
seien, seien derzeit weitgehend remittiert. Die diagnostischen Algorithmen 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung seien ebenso wenig 
erfüllt wie die Merkmale einer andauernden Persönlichkeitsänderung bei 
chronischen Schmerzen. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte in 
der Lage, jegliche ihrem körperlichen Belastbarkeitsprofil angepassten 
Tätigkeit auszuüben (act. II 76.1 16 f., act. II 76.5 S. 8).

In der Konsensbesprechung gaben die Gutachter an, die Arbeitsfähigkeit 
sei in der angestammten Tätigkeit als … in einer … nicht mehr gegeben, in 
einer Verweistätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (volles Pen-
sum, Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 50 %) seit Oktober 2012. 
Auf der neurologischen Ebene bestehe eine eingeschränkte Gebrauchs-
fähigkeit der rechten Hand. Die zentralen Ausfälle am rechten Bein seien 
untergeordnet, längeres Gehen und Stehen lägen allerdings nicht drin. Sit-
zende Arbeiten, welche mit der linken Hand ausgeübt würden unter Assis-
tenz der rechten oberen Extremität, seien zumutbar. Zusätzliche cervicale 
Funktionseinschränkungen limitierten das Arbeitstempo und die Produkti-
vität. Die Versicherte sei in der Lage, körperlich leichte Tätigkeiten mit He-
ben und Tragen von Lasten bis zu 10 kg durchzuführen. Sie könne durch-
aus im Sitzen arbeiten. Tätigkeiten mit Zwangshaltungen (ständiges Vor-
beugen und Überkopfarbeiten) sollten vermieden werden. Aus psychiatri-
scher Sicht sei die Versicherte in der Lage, Tätigkeiten, die ihrem Ausbil-
dungs- und Kenntnisstand entsprächen, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 
auszuüben. Tätigkeiten mit besonderen psychischen Belastungsfaktoren 
wie Zeitdruck, besonderen Anforderungen an die Konfliktfähigkeit oder 
Nachtarbeitsbedingungen seien aber mit Blick auf die Schmerzen sowie die 

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Anamnese mit früheren depressiven Episoden möglichst zu vermeiden 
(act. II 76.1 S. 19 f.).

In der Ergänzung vom 10. Dezember 2014 (act. II 81) hielten die Gutachter 
hinsichtlich des Zumutbarkeitsprofils in einer leidensangepassten Tätigkeit 
fest, dass das Arbeitstempo und die Produktivität reduziert seien und sich 
dadurch eine Leistungseinschränkung von 50 % unabhängig von der tägli-
chen Arbeitszeit ergebe (act. II 81 S. 2).

3.3.3 Dr. med. F.________ erläuterte in der Stellungnahme vom 6. März 
2015 zum Gutachten der MEDAS (act. II 96), seit der Entlassung aus dem 
Rehabilitationszentrum am 13. August 2011 sei es zu einer Symptomaus-
weitung gekommen. Während im Entlassungszeitpunkt der Faustschluss 
beidseits möglich, wenn auch rechts kraftgemindert, gewesen sei, und die 
Versicherte im Haus ohne Mobilitätshilfen gehfähig gewesen sei, habe sie 
anlässlich der polydisziplinären Untersuchung im April/Mai 2014 eine Ge-
brauchsunfähigkeit der rechten Hand demonstriert und sei mit einer links 
geführten Unterarmstütze erschienen. Der orthopädische Gutachter habe 
im April 2014 kein Muskelminus und keine Zeichen eines Mindergebrauchs 
an Armen und Beinen feststellen können. Auch die Hohlhandbeschwielung 
sei seitengleich und das Fussgewölbe beidseits abgeflacht gewesen (bei-
des spreche gegen das Vorliegen von schlaffen oder spastischen Lähmun-
gen). Sowohl vom neurologischen, orthopädischen als auch vom psychia-
trischen Gutachter sei beobachtet worden, dass die Versicherte in schein-
bar unbeobachteten Momenten die rechte Hand eingesetzt habe. Der nor-
male Muskelumfang an Armen und Beinen und das leichte Umfangplus am 
rechten Oberschenkel als auch die erhaltene Fähigkeit sich zu Hocken und 
sich aus gehockter Position selbständig aufzurichten ständen in deutlicher 
Diskrepanz zu den demonstrierten Bewegungsstörungen. Die Diskrepan-
zen seien vom neurologischen Gutachter zwar gesehen, jedoch in der gut-
achtlichen Gesamtbetrachtung nicht kritisch gewürdigt worden (S. 6). Die 
fehlenden Muskelatrophien, die an den Beinen beidseits symmetrisch ver-
minderte Tiefensensibilität und die Fähigkeit, komplexe Bewegungen 
selbständig und zügig durchzuführen (Positionswechsel, Hocken und Auf-
richten aus gehockter Position, Zehenspitzengang), sprächen eindeutig 
gegen das Vorliegen eines Brown-Séquard-Syndroms. Elektrophysiologi-

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sche Messungen zur Objektivierung der Diagnose einer cervicalen Myelo-
pathie seien nicht erfolgt (S. 6). Seitens des neurologischen Hauptgutach-
ters sei als leistungsrelevante Diagnose eine chronische Schmerzproble-
matik im rechten Arm genannt worden. Es sei weder eine detaillierte 
Schmerzanamnese erhoben noch die Funktion und der Gebrauch des 
Elektrostimulators noch die Medikamentencompliance überprüft worden. 
Von den Gutachtern sei lediglich eine Schonhaltung des rechten Arms und 
ein überwiegend fehlender Einsatz der rechten Hand beschrieben worden. 
Kein Gutachter habe klinische Korrelate eines chronischen Schmerzsyn-
droms (keine Zwangshaltung, keine Affektstörung, keine gedankliche Ein-
engung, keine generalisierte Muskeltonuserhöhung, keine vegetative Labi-
lität) beschrieben. Nach der ventralen interkorporellen Spondylodese der 
HWS Höhe C5/6 am 19. Juli 2011 sei orthopädischerseits eine mässiggra-
dige Bewegungseinschränkung der HWS festgestellt worden. Kernspinto-
mographisch (MRI vom 3. Oktober 2012) seien in den übrigen Segmenten 
normalkonfigurierte Bandscheiben und ein insgesamt normalkalibriges 
Myelon beschrieben worden. Unter Berücksichtigung der funktionellen Ein-
schränkungen (mässiggradige Bewegungseinschränkungen der HWS) 
müsse somit von einer Einschränkung des qualitativen Leistungsvermö-
gens auf körperlich leichte Tätigkeiten als auch von Einschränkungen be-
züglich Überkopftätigkeiten und für Arbeiten mit Zwangshaltungen ausge-
gangen werden. Objektive Befunde für das Vorliegen einer Lähmung fän-
den sich nicht. Zusammengefasst könne weder der diagnostischen Beurtei-
lung noch der Leistungsbeurteilung des Hauptgutachters Dr. med. 
J.________ gefolgt werden (S. 7).

3.3.4 Im neurologischen Gutachten vom 29. September 2015 (act. IIA 
104.1) diagnostizierte Dr. med. H.________ mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit ein chronifiziertes Zervikobrachialsyndrom rechts (ICD-10 M54.0), 
einen Status nach inkomplettem Transversalsyndrom postoperativ mit 
rechtsbetonter Tetraparese 2011, eine chronische Überlastung linker Arm, 
den hochgradigen Verdacht auf psychische Komorbidität und den Verdacht 
auf frühkindliche Hirnschädigung, ätiologisch nicht geklärt. Ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte die Neurologin einen Status 
nach Knieoperation beidseits, eine Migräne mit Aura und eine chronisch 
venöse Insuffizienz mit Phlebitis rechtes Bein April 2006 (S. 20). Die Be-

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schwerden der Explorandin müssten zusammengefasst als alltags- und 
berufsrelevant betrachtet werden. Aufgrund der zwischenzeitlich aufgetre-
tenen Überlastungsproblematik in der linken Hand – welche als Folge der 
Funktionseinschränkung rechts zu erklären sei – seien aktuell und auch in 
näherer Zukunft bimanuelle Tätigkeiten nicht denkbar. Die Arbeitsfähigkeit 
sei deshalb im angestammten Bereich nicht zumutbar. Ob letztlich im Ver-
lauf nach Behandlung der Problematik in der linken Hand monomanuelle 
Tätigkeiten links (nicht dominante Hand) unter Zuhilfenahme der rechten 
oberen Extremität (Stützfunktion) im Rahmen einer anderen Tätigkeit rea-
listisch seien, bleibe abzuwarten. Sollte ein Einsatz der linken Hand im Ver-
lauf wieder möglich sein, könnte eine körperlich leichte Tätigkeit (bimanuell: 
Haupttätigkeit mit der nicht dominanten Hand; Zuhilfenahme der rechten 
Hand begrenzt, höchstens stützend) in sitzender Position ohne Heben oder 
Tragen von Lasten möglich sein. Ob eine solche Tätigkeit eventuell sogar 
in einem Nischenbereich bzw. in einem geschützten Rahmen stattfinden 
sollte, müsste aufgrund der kognitiven und psychischen Negativressourcen 
aus psychiatrischer Sicht evaluiert werden (S. 22).

Auf Nachfrage des RAD hin teilte Dr. med. H.________ am 8. Februar 
2016 mit, zusammengefasst sprächen insbesondere die positiven Pyrami-
denbahnzeichen, die spastische Tonuserhöhung des rechten Hemikörpers 
und auch die leichte Dysmetrie rechts für eine Myelonschädigung. Die 
Schmerzen über dem M. trapezius rechts könnten als Differenzialdiagnose 
(DD) im Rahmen einer Radikulopathie gewertet werden, ebenso spreche 
der abgeschwächte Bicepssehnenreflex rechts für eine Radikulopathie C6 
rechts. Die Trophik der Beine sei seitengleich, ebenso diejenige der Füsse. 
Auch die Trophik der Hände imponiere symmetrisch, es zeige sich kein 
Oedem der Arme resp. der Hände, so dass klinisch keine sicheren objekti-
ven Befunde für einen Mindergebrauch einer Extremität vorlägen. Die Ver-
sicherte habe keine Schon- und Zwangshaltung im Stehen, Sitzen oder 
Liegen gezeigt. Während der neurologischen Untersuchung sei das Aus-
ziehen des T-Shirts und der leichten Sommerhose alleine unter Zuhilfe-
nahme der linken Hand, welche jedoch eingeschränkt benutzt worden sei, 
gelungen (act. IIA 123 S. 2). Neben der therapieresistenten Zervikobrachi-
algie bestehe eine bimanuelle Funktionseinschränkung, was mono- und 
bimanuelle Tätigkeiten beeinträchtige. Hier sei deshalb einerseits eine 

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handchirurgische Mitbeurteilung im Hinblick auf etwaige therapeutische 
Konsequenzen bei Überlastungstendinopathie der linken Hand empfohlen. 
Aufgrund der kognitiven und psychischen Negativressourcen sei jedoch 
davon auszugehen, dass auch bei erlangter Handfunktion links eine erneu-
te psychiatrische Evaluation notwendig sei (act. IIA 123 S. 3). 

3.3.5 Am 21. Oktober 2016 hielt Dr. med. F.________ fest, die elektro-
physiologischen Befunde vom 14. August 2015 schlössen sowohl eine ra-
dikuläre Schädigung C5/C6 rechts als auch ein Karpaltunnelsyndrom und 
ein Sulcus nervi ulnaris Syndrom rechts aus. Die bisher fehlenden objekti-
ven Zeichen eines Mindergebrauchs und das seit 2012 dokumentierte si-
tuativ-wechselnde motorisch-funktionelle Leistungsprofil als auch der bisher 
fehlende Nachweis eines Muskelschwundes sprächen mehrheitlich gegen 
ein organisches Schädigungsmuster und für ein willentlich gesteuertes 
zweckgerichtetes Verhalten. Aufgrund der normalen elektrophysiologischen 
Befunde und dem fehlenden Nachweis eines Mindergebrauchs (keine um-
schriebenen Atrophien, keine trophischen Störungen) könne der diagnosti-
schen wie auch der Leistungsbeurteilung im Gutachten der Dr. med. 
H.________ vom 29. September 2015 ebenso wenig gefolgt werden wie 
dem neurologischen Hauptgutachter Dr. med. J.________ im Gutachten 
vom der MEDAS 6. Juni 2014 (act. IIA 127 S. 8). Zur abschliessenden Be-
urteilung des (Rest-)Leistungsvermögens sei eine neurologisch-
psychiatrische und orthopädische Nachuntersuchung im RAD empfohlen 
(act. IIA 127 S. 9).

3.3.6 Im Untersuchungsbericht vom 19. Dezember 2017 (act. IIA 150) 
diagnostizierte Dr. med. F.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine interkorporelle Spondylodese mittels Cage C5/6 am 19. Juli 2011 
bei kernspintomografisch präoperativem Nachweis osteo- und diskogener 
Veränderungen HWK 5/6 mit beginnender intraforaminaler Kompression 
der C6-Wurzel rechts (ICD-10 M54) mit/bei Implantation eines Rückmark-
stimulators am 27. November 2013 (S. 21), klinisch leicht- (bis mässig-
)gradige Bewegungseinschränkung der HWS, keine meningeale Reizsym-
ptomatik, keine radikulären und spinalen Ausfälle, leicht- bis mittelgradige 
Muskelverspannungen. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit erwähnte sie eine Präadipositas (Fettstoffwechselstörung), eine 

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Operation an beiden Kniegelenken (>20 Jahren anamnestisch wegen Knie-
scheibenluxation, klinisch keine Instabilität, keine akute/chronische Reiz-
symptomatik, keine Bewegungseinschränkung), einen Bewegungsschmerz 
in Höhe des rechten grossen Trochanter, allenfalls leichtgradige Bewe-
gungseinschränkung der rechten Hüfte, keine Beeinträchtigung der Wege-
fähigkeit, eine Stammvarikosis beidseits, klinisch keine Zeichen eines post-
thrombotischen Syndroms (S. 22). Bei insgesamt kräftig ausgebildetem 
Muskelrelief an Armen und Beinen bestehe ein harmonisches Umfangplus 
am linken Arm von 1 cm und am linken Bein von 2 cm. Klinisch führe die 
rechte Hand, obwohl die Versicherte beide Hände wechselseitig einsetze. 
Es bestünden keine handmotorischen Einschränkungen weder der rechten 
noch der linken Hand. Klinisch führe das linke Bein. Es fänden sich keine 
umschriebenen Lähmungen und keine Zeichen eines chronischen Minder-
gebrauchs. Anlässlich der gezielten Kraftprüfung zeige die Versicherte teils 
ein selbstlimitierendes Verhalten, nicht aber bei komplexen spontanen Be-
wegungsfolgen. Hinweise auf eine primäre Erkrankung des psychiatrischen 
Formenkreises lägen weder anamnestisch noch klinisch vor. Zusammenge-
fasst könne der im neurologischen Teilgutachten der MEDAS (Untersu-
chung am 4. Juli 2014) gestellten Diagnose einer spinalen inkompletten 
Halbseitenlähmung und der hieraus abgeleiteten Leistungsbeurteilung nicht 
gefolgt werden. Zum Zeitpunkt der Begutachtung der MEDAS habe somit 
mindestens eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
vorgelegen. Aufgrund der Spondylodese C5/6 mit der hierin begründeten 
Bewegungseinschränkung der HWS und den Myogelosen bestehe ein 
Leistungsvermögen von mehr als 6 Stunden für körperlich leichte bis mit-
telschwere Tätigkeiten (S. 21). Aufgrund der erhobenen Befunde werde die 
Versicherte spätestens ab dem Tag der Untersuchung im RAD am 26. April 
2017 noch für fähig erachtet, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkei-
ten, ohne Heben und Tragen von dauernd mittelschweren und schweren 
Lasten (ohne mechanische Hilfsmittel), ohne ständige Überkopftätigkeiten, 
ohne anhaltende Zwangshaltungen, ohne ständiges Knien oder Hocken, 
überwiegend in geschlossenen Räumen, entsprechend ihren Fähigkeiten 
und Fertigkeiten, mindestens 6 Stunden arbeitstäglich an 5 Tagen pro Wo-
che zu verrichten (S. 22).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 16

In der Aktennotiz vom 8. Februar 2018 (act. IIA 153) präzisierte Dr. med. 
F.________, bereits zum Zeitpunkt der AMA vom 27. August bis 21. Sep-
tember 2012 habe die im RAD-Untersuchungsbericht vom 19. Dezember 
2017 (Untersuchung vom 26. April 2017) genannte leistungsrelevante 
Hauptdiagnose vorgelegen. Die spätere Implantation des Rückenmarksti-
mulators am 27. November 2013 bedinge keine zusätzlichen Leistungsein-
schränkungen. Aus dem Umstand der interkorporellen Spondylodese mit-
tels Cage C5/6 am 19. Juli 2011 und der hieraus resultierenden leicht- (bis 
mittel-)gradigen Bewegungseinschränkung der HWS und ohne objektiven 
Nachweis radikulärer oder spinaler Ausfälle habe seit der Operation am 
19. Juli 2011 ein qualitatives Leistungsvermögen für körperlich leichte bis 
mittelschwere Tätigkeiten, ohne ständige Überkopftätigkeiten, ohne anhal-
tende Zwangshaltungen und ohne ständiges Knien oder Hocken, überwie-
gend in geschlossenen Räumen bestanden. Spätestens sechs Monate 
nach einsegmentaler zervikaler Spondylodese bestehe ein quantitatives 
Leistungsvermögen von 6 – 8 Stunden an 5 Tagen pro Woche mit den be-
triebsüblichen Pausen, so dass dies für die Versicherte ab Februar 2012 
gegolten habe. Die Versicherte habe 2012 an der AMA mit 40 Stunden 
wöchentlich teilgenommen, so dass ihr bereits zu diesem Zeitpunkt – unter 
Berücksichtigung der Absenzen – ein Leistungsvermögen von 7 Stunden 
arbeitstäglich möglich gewesen sei (S. 1). 

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 17

gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). Den Berichten und Gut-
achten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als 
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. 
Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis 
zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objekti-
vität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Um-
stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung ob-
jektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). 
Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2017 IV Nr. 13 S. 31 E. 3, 
2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). 

3.5 Was die Disziplinen Orthopädie, Allgemeine Innere Medizin und 
Psychiatrie betrifft, kann auf das Gutachten der MEDAS vom 6. Juni 2014 
(act. II 76.1) abgestellt werden, wonach in einer angepassten Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von 100 % besteht (act. II 76.1 S. 18 f. lit. G). Die Experten 
der MEDAS haben in den genannten Fachdisziplinen in Kenntnis der ge-
samten medizinischen Akten eine ausführliche Anamnese und die objekti-
ven Befunde erhoben (Orthopädie; act. II 76.3 S. 2 ff.; Allgemeine Innere 
Medizin; act. II 76.4 S. 2 ff.; Psychiatrie; act. II 76.5 S. 2 ff.). Sie haben sich 
in ihren Beurteilungen zu den Befunden geäussert und die Diagnosen 
nachvollziehbar begründet. Die enthaltenen Feststellungen beruhen damit 
auf eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Aus-
führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind ein-
leuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand werden nachvollziehbar, umfassend und einlässlich begründet. Diese 
Teilgutachten sind beweiskräftig. Es ist zulässig, überzeugenden Teilkonsi-
lien vollen Beweiswert zuzuerkennen, auch wenn einem weiteren Teil des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 18

Gutachtens die Beweiskraft fehlt (BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128). Die 
fachärztlichen Einschätzungen in den besagten Disziplinen sind denn auch 
unbestritten. Was die Disziplin der Psychiatrie betrifft, wird das entspre-
chende Teilgutachten der MEDAS, wonach keine Diagnose mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit bestehe (act. 76.5, act. II 76.1 S. 16, 18), überdies 
durch den Untersuchungsbericht der RAD-Ärztin Dr. med. F.________ vom 
19. Dezember 2017 bestätigt (act. IIA 150 S. 21). 

3.6 Zum neurologischen Teilgutachten des Dr. med. J.________ vom 
14. Mai 2014 (act. II 76.2) führte die RAD-Neurologin Dr. med. F.________ 
zutreffend aus, dass der Experte zwar erstaunt über das Ausmass der 
praktisch fehlenden Innervation von Hand und Fingern gewesen sei und er 
beobachtet habe, dass die Beschwerdeführerin in scheinbar unbeobachte-
ten Momenten die rechte Hand in einem gewissen Ausmass betätigt habe, 
er indes keine Zusatzuntersuchungen zur Objektivierung der Diagnose ei-
ner cervicalen Myelopathie im Sinne eines Brown-Séquard-Syndroms 
durchgeführt habe (act. II 96 S. 4 und S. 6). Ebenfalls nachvollziehbar und 
schlüssig ist ihre Darlegung der Klinik des Brown-Séquard-Syndroms und 
zu den erhobenen Befunden, die gegen diese Diagnose sprächen, nament-
lich die fehlenden Muskelatrophien, die an den Beinen beidseits symme-
trisch verminderte Tiefensensibilität und die Fähigkeit, komplexe Bewegun-
gen selbständig und zügig durchzuführen (act. II 96 S. 6). Angesichts die-
ser nachvollziehbaren und einleuchtenden fachärztlichen Einwände kann 
nicht auf das neurologische Teilgutachten abgestellt werden.

Ebenso wenig beweiskräftig stufte die RAD-Ärztin das neurologische Gut-
achten der Dr. med. H.________ vom 29. September 2015 (act. IIA 104.1) 
samt Ergänzung vom 8. Februar 2016 (act. IIA 123) ein. Dr. med. 
F.________ hat schlüssig dargelegt, dass die nunmehr vorliegenden elek-
trophysiologischen Befunde sowohl eine radikuläre Schädigung C5/C6 
rechts als auch ein Karpaltunnelsyndrom sowie ein Sulcus nervi ulnaris 
Syndrom rechts ausschliessen (act. IIA 127 S. 8). In diesem Sinne hat 
Dr. med. H.________ ausgeführt, im Vergleich zur aktenkundigen anfäng-
lich postoperativ weitestgehend als normal beschriebenen Handfunktion 
rechts zeige die aktuelle Untersuchung eine eingeschränkte Handfunktion 
rechts, welche aufgrund der elektrophysiologischen Untersuchungen „als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 19

nicht rein neurologisch bedingt“ beurteilt werden könne. Die Funktionsein-
busse der Hand entspreche in der klinischen Untersuchung weder einer 
typisch zentral nervös bedingten Störung noch bei symmetrischer Trophik 
einem peripheren Schädigungsmuster (act. IIA 104.1 S. 21 f.) und lasse 
sich durch die zervikale Myelopathie nicht hinreichend erklären 
(act. IIA 104.1 S. 27). Am wahrscheinlichsten sei die Funktionseinbusse als 
Ausdehnung der Beschwerden im Sinne einer Verdeutlichung einzuordnen 
(act. IIA 104.1 S. 22) bzw. als eine Verdeutlichungstendenz im Sinne einer 
bewusstseinsfernen, teilweise auch appellativ wirkenden Akzentuierung der 
Symptome. Hierdurch lasse sich auch das in den Vorgutachten beschrie-
bene, in der aktuellen Untersuchung allerdings nicht beobachtete variable 
Erscheinungsbild der Funktionsstörung erklären (act. IIA 104.1 S. 27). Auf 
Nachfrage der Verwaltung legte Dr. med. H.________ dar, klinisch lägen 
keine sicheren objektiven Befunde für einen Mindergebrauch einer Extre-
mität vor (act. IIA 123 S. 2 Ziff. 3). Trotz Fehlens solcher Befunde und ob-
schon Dr. med. H.________ die Funktionseinbusse der rechten Hand als 
„nur teilweise neurologisch bedingt“ qualifizierte, gelangte sie zum Schluss, 
es seien weder mono- noch bimanuelle Tätigkeiten mehr zumutbar 
(act. IIA 104.1 S. 24 Ziff. 2). Diese Einschätzung, wonach eine Unzumut-
barkeit mono- und bimanueller Tätigkeiten bestehe, obschon die Ein-
schränkungen der rechten Hand nur „teilweise neurologisch bedingt“ seien 
und sich daher somatisch nicht hinreichend erklären lassen, überzeugt 
nicht. Das neurologische Gutachten der Dr. med. H.________ ist daher 
ebenfalls nicht beweiskräftig.

3.7 Der neurologisch-psychiatrische Untersuchungsbericht der RAD-
Ärztin Dr. med. F.________ vom 26. April 2017 (act. IIA 150) samt Ergän-
zung vom 8. Februar 2018 (act. IIA 153) ist für die streitigen Belange um-
fassend, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, beruht auf eigener 
klinischer und neuropsychologischer Untersuchung (samt Laboruntersu-
chungen), wurde in Kenntnis der Vorakten – namentlich der zwei Gutach-
ten – abgefasst, leuchtet in der Darstellung der medizinischen Zusammen-
hänge ein und ist für die Beurteilung der medizinischen Situation nachvoll-
ziehbar und schlüssig. Daher erfüllt er die Anforderungen an die Beweis-
kraft eines ärztlichen Berichts (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 
E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352) und er hat einen vergleichbaren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 20

Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2017 IV Nr. 13 S. 31 E. 3, 
2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Darauf kann abgestellt werden. 

Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, verfängt nicht. Entgegen 
der Beschwerdeführerin war die Verwaltung nicht verpflichtet, auf das Gut-
achten der Dr. med. H.________ abzustellen (Beschwerde S. 5. Ziff. 4), 
nachdem auch dieses – wie bereits das neurologische Teilgutachten der 
MEDAS – die hiervor genannten Unzulänglichkeiten bzw. keine überzeu-
gende Diagnosestellung und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit enthielt (vgl. 
E. 3.6 hiervor). Des Weiteren trifft nicht zu, dass der hauptsächliche Grund 
für das Nichtabstellen auf die zwei Gutachten die von Dr. med. F.________ 
angerufenen Leitlinienempfehlungen der Deutschen Rentenversicherung 
zur sozialmedizinischen Begutachtung sei (Beschwerde S. 5 Ziff. 5). Viel-
mehr bewog insbesondere die Diskrepanz zwischen den klinischen Befun-
den (namentlich fehlende Muskelatrophien, die an den Beinen beidseits 
symmetrisch verminderte Tiefensensibilität; act. II 96 S. 6; die fehlenden 
objektiven Zeichen eines Mindergebrauchs [einer Extremität]; act. IIA 127 
S. 8) und der Diagnose eines Brown-Séquard-Syndroms bzw. der daraus 
abgeleiteten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit den RAD, die beiden Ex-
pertisen nicht als Entscheidgrundlage heranzuziehen. Die besagte Leitlinie 
zog die Expertin des RAD einzig heran, um einen Richtwert für die Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht unter Berücksichti-
gung der Bewegungseinschränkung der HWS, die auf die Spondylodese 
C5/6 zurückzuführen ist, und der Myogelosen zu erhalten (act. IIA 150 
S. 21). Die RAD-Ärztin stützte sich in der Präzisierung des Zumutbar-
keitsprofils indes nicht einzig auf die Richtlinie, sondern berücksichtigte 
auch das in der AMA gezeigte Leistungsvermögen von 40 Stunden 
wöchentlich bzw. 8 Stunden pro Tag, wobei sie diesen Wert um die Absen-
zen bereinigte und eine Arbeitsfähigkeit von 7 Stunden pro Tag attestierte 
(act. IIA 153 S. 1). Davon, dass diese Einschätzung „rein theoretisch“ und 
überdies aufgrund der Untersuchungen widerlegt sei (Beschwerde S. 5 Ziff. 
5), kann somit keine Rede sein.

3.8 Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt hinreichend erstellt; Anlass 
für weitere Abklärungen besteht nicht (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 
122 V 157 E. 1d S. 162). Demnach ist festzuhalten, dass der Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 21

führerin körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Heben und 
Tragen von dauernd mittelschweren und schweren Lasten, ohne ständige 
Überkopfarbeiten und anhaltende Zwangshaltungen sowie ständiges Knien 
und Hocken an 6 – 8 Stunden an 5 Tagen pro Woche ab Februar 2012 
(sechs Monate nach der Operation vom 19. Juli 2011) zumutbar sind 
(act. IIA 150 S. 22, act. IIA 153 S. 1). Aufgrund der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 21. April 2005, I 822/04, 
E. 4.4) ist auf den Mittelwert, d.h. 7 Stunden täglich, abzustellen.

In Anbetracht, dass sich die Beschwerdeführerin am 19. Juli 2011 einer 
Rückenoperation (Ausräumen der Bandscheibe C5/6 und interkorporelle 
Spondylodese [Versteifung]) unterzog, die Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit bzw. das qualitative Leistungsvermögen zeitigt, ist im massgebli-
chen Zeitraum (vgl. E. 2.5 und 3.1 hiervor) eine anspruchsbegründende 
Veränderung der erheblichen Tatsachen eingetreten, weshalb ein (medizi-
nischer) Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegt. Damit 
ist der Rentenanspruch allseitig zu prüfen (vgl. E. 2.5 hiervor). Ausgehend 
vom erwähnten Zumutbarkeitsprofil ist nachfolgend die Invaliditätsbemes-
sung vorzunehmen.

4.

Was den Status anbelangt (Ausmass der Erwerbstätigkeit im Gesundheits-
fall), nahm die Beschwerdegegnerin an, die Beschwerdeführerin wäre im 
hypothetischen Gesundheitsfall ab Februar 2012 zu 50 % erwerbstätig und 
zu 50 % im Haushalt beschäftigt bzw. ab August 2013 zu 100 % erwerbs-
tätig (act. IIA 161 S. 2). Dieser Status ist unbestritten. Aufgrund der Akten 
ergibt sich kein Anlass, hiervon abzuweichen: Namentlich übte die Be-
schwerdeführerin von März 2007 bis Oktober 2010 ein Teilzeitpensum aus 
und gab anlässlich der AMA im Herbst 2012 überdies an, sie möchte mit 
einem Pensum von 50 % erwerbstätig sein (act. II 32 S. 2 und 6). Die Pen-
senerhöhung ab August 2013 erscheint aufgrund der Trennung vom Ehe-
mann (act. II 76.4 S. 5, act. IIA 104.1 S. 12) und unter Berücksichtigung 
des Alters der im April 1994 und Oktober 1995 geborenen Kinder (act. II 2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 22

S. 2) nachvollziehbar und schlüssig. Die Statusänderung per August 2013 
stellt einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG dar, wobei keine 
Di Trizio-ähnliche Ausgangslage (vgl. BGE 144 I 103 E. 4.1 f. S. 107) vor-
liegt, womit die Beschwerdegegnerin korrekterweise eine weitere Invali-
ditätsbemessung durchführte (act. IIA 161 S. 2; vgl. E. 6.3 ff. hiernach).

5.

Im Folgenden sind die Einschränkung bzw. der Invaliditätsgrad im Aufga-
benbereich zu ermitteln (vgl. E. 2.3 hiervor).

5.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

5.2 Der aktualisierte Abklärungsbericht Haushalt vom 16. Dezember 
2014 (act. II 82 S. 2 ff.) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung 
(E. 5.1 hiervor) und ist damit beweiskräftig. Die Beschwerdeführerin be-
streitet die Feststellungen im Abklärungsbericht nicht. Insbesondere legt sie 
nicht dar, welche spezifischen Aufgaben (vgl. Rz. 3087 des 
Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit [KSIH] des Bundesamtes 
für Sozialversicherungen [BSV]) aus welchen Gründen unzutreffend beur-
teilt worden sein sollten. Damit ist im Aufgabenbereich Haushalt bis August 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 23

2013 von einem Invaliditätsgrad von 19 % bzw. gewichtet (Anteil der Haus-
haltstätigkeit von 50 %; vgl. E. 4 hiervor) von 9.5 % auszugehen (act. II 82 
S. 9-12, 17). Dass die Beschwerdeführerin ab August 2013 nicht mehr zu-
sammen mit ihrem Partner wohnte bzw. ab Februar 2015 über eine neue 
Wohnung verfügt, ändert daran nichts, da sie ab August 2013 unbestritte-
nermassen als Vollerwerbstätige eingestuft wird (vgl. E. 4 hiervor).

6.

6.1 Sodann ist zu prüfen, wie es sich mit der Invalidität im Erwerbsbe-
reich verhält. Dabei ist der IV-Grad nach der allgemeinen Methode des 
Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.3 hiervor).

6.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Tabellenlöhnen 
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen (BGE 139 V 
28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG, heute BGer vom 30. Oktober 2002, I 
517/02, E. 1.2).

6.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss der vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden 
(BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 24

6.2 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
Neuanmeldung vom 13. April 2012 (act. II 2) und in Anwendung von Art. 29 
Abs. 1 IVG (Entstehung des Rentenanspruchs frühestens nach Ablauf von 
sechs Monaten nach der Geltendmachung) der 1. Oktober 2012. Ein erster 
Einkommensvergleich ist auf diesen Zeitpunkt hin vorzunehmen (BGE 143 
V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222).

6.3

6.3.1 Hinsichtlich des Valideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin 
in der angefochtenen Verfügung vom 12. April 2018 (act. IIA 161) auf Ta-
bellenlöhne gemäss LSE abgestellt (act. IIA 161 S. 2). Dies ist nicht zu be-
anstanden, zumal die Beschwerdeführerin über keine Berufsbildung ver-
fügt, in der Vergangenheit jeweils bei verschiedenen und wechselnden Ar-
beitgebern tätig war (act. II 32 S. 2) und auch Arbeitslosenentschädigung 
bezog (act. II 2 S. 3). Bei einem massgebenden Tabellenlohn von 
Fr. 4‘112.-- monatlich (LSE 2012, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1 [einfa-
che Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art], Frauen, Total), um-
gerechnet auf ein Jahr und angepasst an die betriebsübliche wöchentliche 
Arbeitszeit von 41,7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen, Abschnitt Total) resultiert bei einem Pensum von 50 % 
ein Valideneinkommen von Fr. 25‘720.55 (Fr. 4‘112.-- x 12 Mt. / 40 h x 
41,7 h x 50 %). 

6.3.2 Das Invalideneinkommen ist mit Blick auf das ärztlich attestierte 
Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.8 hiervor) und den Umstand, dass die Be-
schwerdeführerin keine Verweistätigkeit im zumutbaren Rahmen aufge-
nommen hat, aufgrund desselben Tabellenlohns zu ermitteln. Aufgrund 
ihrer Einschränkungen wäre der Beschwerdeführerin ein Pensum von ge-
rundet 84 % (7 Stunden x 5 Tage / 41.7 Stunden x 100) zumutbar, d.h. ihr 
ist eine Arbeit gemäss ihrem Status (Erwerb zu 50 %) möglich. Damit resul-
tiert ein Invalideneinkommen von ebenfalls Fr. 25‘720.55 (Fr. 4‘112.-- x 
12 Mt. / 40 h x 41,7 h x 50 %). Da die invaliditätsbedingten Einschränkun-
gen bereits mit der reduzierten Leistungsfähigkeit (vgl. E. 3.8 hiervor) 
berücksichtigt wurden und keine weiteren Gründe, die zu einer Einkom-
menseinbusse führen könnten, ersichtlich sind, rechtfertigt sich kein Abzug 
vom Tabellenlohn. Überdies wären invaliditätsfremde Gründe (Alter, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 25

Dienstjahre, Beschäftigungsgrad) bei beiden Einkommen zu berücksichti-
gen (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5).

6.3.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen (Validen- 
und Invalideneinkommen von jeweils Fr. 25‘720.55) resultiert keine 
Erwerbseinbusse und damit ein IV-Grad von 0 % im Erwerbsbereich.

6.4 Mangels einer Erwerbseinbusse (vgl. E. 6.3.3 hiervor) entspricht die 
Einschränkung im Aufgabenbereich von gewichtet 9.5 % (vgl. E. 5.2 hier-
vor) dem Gesamt-IV-Grad von gerundet 10 % (zur Rundung: BGE 130 V 
121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Damit besteht für die Zeit ab Oktober 2012 kein 
Anspruch auf eine Invalidenrente.

6.5 Ab August 2013 ist aufgrund der Statusänderung (100 % Erwerb; 
vgl. E. 4 hiervor) der IV-Grad mittels Einkommensvergleich neu zu bestim-
men (vgl. E. 2.3 hiervor).

Die in den vorstehenden Erwägungen 6.3.1 und 6.3.2 gemachten Aus-
führungen zu den Vergleichseinkommen haben auch hier Geltung. Das 
Valideneinkommen beträgt demnach bei einem Vollpensum und indexiert 
auf das Jahr 2013 Fr. 51‘743.70 (Fr. 4‘112.-- x 12 Mt. / 40 h x 41,7 h / 102.0 
x 102.6 [BFS, Nominallöhne Frauen 2011-2015, Tabelle T1.2.10, Total). 
Das Invalideneinkommen ist – ausgehend von der 84 %-igen (7 Stunden x 
5 Tage / 41.7 Stunden x 100) Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig-
keit und indexiert auf das Jahr 2013 auf Fr. 43‘464.70 (Fr. 4‘112.-- x 12 Mt. 
/ 40 h x 41,7 h x 84 % / 102.0 x 102.6) festzulegen. Damit ergibt sich ein 
rentenausschliessender IV-Grad von 16 % ([Fr. 51‘743.70 – Fr. 43‘464.70] / 
Fr. 51‘743.70 x 100).

6.6 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 
12. April 2018 (act. IIA 161) nicht zu beanstanden und die dagegen erho-
bene Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 26

Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Bei diesem Ausgang des 
Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Verfahrenskos-
ten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men.

7.2 Die Beschwerdeführerin hat nach Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. 
g ATSG (Umkehrschluss) keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2019, IV/18/376, Seite 27

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.