# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3a040d4-3b0e-5564-8774-1550bbd8dba5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 23.10.2014 SB140080
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140080_2014-10-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB140080-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Obergerichtspräsident, und lic. iur. 

M. Langmeier und Ersatzoberrichterin lic. iur. I. Erb sowie die  

Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Grieder 

 

Urteil vom 23. Oktober 2014 

 

in Sachen 
 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Stv. Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 
 

sowie 
 

A._____,  
Privatklägerin sowie Anschlussberufungsklägerin 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 
 

gegen 
 

B._____,  
Beschuldigter und II. Berufungskläger sowie Anschlussberufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend  

mehrfache sexuelle Handlungen  
mit Anstaltspfleglingen etc.  

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom  
17. September 2013 (DG130140) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die korrigierte Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 21. Juni 

2013 (Urk. 38) ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen im Sinne 

von Art. 192 Abs. 1 StGB und 

- der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB. 

2. Vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB wird 

der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf  

2 Jahre festgesetzt. 

5. Von der Erteilung einer Weisung wird abgesehen. 

6. Von der Anordnung einer DNA-Probe im Sinne von Art. 5 des DNA-

Profilgesetzes wird abgesehen. 

7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin  

A._____ aus den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatze nach schaden-

ersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schaden-

ersatzanspruches wird die Privatklägerin A._____ auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ Fr. 8'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 1. März 2008 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

-   3   - 

9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'200.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.         Kosten der Kantonspolizei 

Fr. 2'500.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 574.–   Auslagen Vorverfahren 

Fr. 11'674.90   amtliche Verteidigung durch RAin Y._____ 

Fr. 11'426.80   unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch RAin X._____ 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Rechtsbeistandschaft der Privatklägerin A._____, werden dem Beschuldig-

ten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechts-

beistandschaft der Privatklägerin A._____ – über deren Höhe mit separaten 

Beschlüssen entschieden wird – werden auf die Gerichtskasse genommen. 

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten (übergeben); 

- die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (übergeben); 
- die Vertreterin der Privatklägerin für sich und zuhanden  

der Privat-klägerin (übergeben); 

und hernach als begründetes Urteil an 
- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  

des Beschuldigten; 
- die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat; 
- die Vertreterin der Privatklägerin für sich und zuhanden  

der Privatklägerin 

sowie nach Eintritt der Rechtskraft 
- die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 
 
 

-   4   - 

12. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an  
beim Bezirksgericht Zürich, 1. Abteilung, Badenerstrasse 90, Postfach,  

8026 Zürich, mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden. 

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden: Rechtsverletzungen, ein-

schliesslich Überschreitung des Ermessens, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrichtige Feststellung des 

Sachverhaltes oder Unangemessenheit. 

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 
begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach 2401, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzu-
reichen. Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur 

in Teilen anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie ver-

langt. Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, 

auf welche sich die Berufung beschränkt. 

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungs-

erklärungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 106 S. 1f.) 

1. Es sei in Abänderung von Ziff. 1 Dispositiv des Urteils des Bezirksgerichts 

Zürich vom 17. September 2013 der Beklagte vom Vorwurf der mehrfachen 

sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen im Sinne von Art. 192 Abs. 1 

StGB und der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB vollum-

fänglich freizusprechen.  

Eventualiter sei der Beschuldigte im Falle der Bestätigung des Schuld-

spruchs mit einer bedingten Geldstrafe von maximal 180 Tagessätzen zu 

bestrafen. 

-   5   - 

2. In Abänderung von Ziff. 7 und 8 Dispositiv seien die Zivilansprüche der  

Privatklägerin vollumfänglich abzuweisen.  

3. In Abänderung von Ziff. 10 Dispositiv seien die Kosten der Untersuchung 

und des erstinstanzlichen Verfahrens auf die Staatskasse zu nehmen. Die 

Kosten des Berufungsverfahrens vor Obergericht seien ebenfalls auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

4. Die Kosten für die amtliche Verteidigung für das Berufungsverfahren seien 

auf die Staatskasse zu nehmen.  

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 105 S. 1f.) 

1. Bestätigung der vorinstanzlichen Schuldsprüche gemäss Ziffer 1 des  

bezirksgerichtlichen Urteils; 

2. Aufhebung des vorinstanzlichen Freispruchs gemäss Ziffer 2 des bezirks-

gerichtlichen Urteils und zusätzlicher Schuldspruch bezüglich Vergewalti-

gung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB; 

3. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 48 Monaten; 

4. Vollziehbarerklärung dieser Freiheitsstrafe; 

5. Aussprechen eines Berufsverbots für vier Jahre im Sinne von Art. 67 StGB; 

sich als selbständiger oder angestellter Sozialpädagoge in einem Heim,  

einer Anstalt, einer Klinik oder einer ähnlichen Institution zu betätigen; 

6. Eventualiter: Aussprechung einer entsprechenden Weisung; 

7. Anordnung der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils 

im Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes; 

8. Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens inkl. der Kosten für 

das Vorverfahren seien einstweilen auf die Staatskasse zu nehmen.  

 

-   6   - 

c) Der Vertreterin der Privatklägerin: 

(Urk. 109 S. 1) 

1. Die Berufung der Anklägerin und I. Berufungsklägerin sei gutzuheissen. 

2. Die Berufung des Beschuldigten und II. Berufungsklägers sei vollumfänglich 

abzuweisen. 

3. Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben und der Beschuldigte 

und II. Berufungsklägers sei der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

4. Ziffer 8 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben und der Beschuldigte 

und II. Berufungskläger sei zu verpflichten, der Geschädigten eine Genug-

tuung von Fr. 25'000 zuzüglich Zins von 5% seit dem 1. März 2008 (mittlerer 

Verfall) zu bezahlen. 

5. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin im 

Berufungsverfahren seien dem Beschuldigten und II. Berufungskläger auf-

zuerlegen bzw. eventuell aufgrund der schlechten persönlichen Situation 

des Beschuldigten auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, vom 17. September 2013 

wurde der Beschuldigte der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstalts-

pfleglingen im Sinne von Art. 192 Abs. 1 StGB und der sexuellen Nötigung im 

Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der Vergewal-

tigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB wurde der Beschuldigte freigesprochen. 

Der Beschuldigte wurde mit einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten bestraft, wobei 

ihm unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren der bedingte Strafvollzug  

 

-   7   - 

gewährt wurde. Weiter wurde er verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 8'000.-- als  

Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde das Genugtuungsbegehren  

abgewiesen. Ferner wurde festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der  

Privatklägerin dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist, zur genauen 

Feststellung des Umfangs des Schadenersatzanspruchs wurde die Privatklägerin 

jedoch auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. Die Kosten der Untersuchung 

und des gerichtlichen Verfahrens wurden dem Beschuldigten auferlegt, die  

Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsbeistandschaft 

der Privatklägerin jedoch auf die Gerichtskasse genommen (Urk. 61 S. 71 f.). 

2. Gegen das am 17. September 2013 mündlich eröffnete Urteil meldete sowohl 

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat als auch die amtliche Verteidigerin des  

Beschuldigten rechtzeitig die Berufung an (Urk. 50A und 51A). In der Folge wurde 

der Staatsanwaltschaft, dem Beschuldigten und der Privatklägerin am 11. Februar 

bzw. am 17. Februar 2014 das begründete Urteil zugestellt (Urk. 60/1 - 60/3). Mit 

Eingabe vom 21. Februar 2014 reichte die Staatsanwaltschaft die Berufungs-

erklärung ein und beantragte, der Beschuldigte sei zusätzlich zum vorinstanzli-

chen Schuldspruch der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB  

schuldig zu sprechen und mit einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten zu bestrafen 

(Urk. 62). Die amtliche Verteidigung erklärte mit Schreiben vom 10. März 2014 

ebenfalls Berufung und beantragte, es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der 

mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen und der sexuellen  

Nötigung freizusprechen. Eventualiter sei er im Falle der Bestätigung des Schuld-

spruchs mit einer bedingten Geldstrafe von maximal 180 Tagessätzen zu  

bestrafen. Ferner liess der Beschuldigte beantragen, es sei ein Glaubwürdigkeits-

gutachten über die Geschädigte einzuholen (Urk. 67 S. 1 und 2). Mit Eingabe vom 

18. März 2014 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschlussberufung und  

beantragte gleichzeitig, es sei der Antrag des Beschuldigten, ein Glaubwürdig-

keitsgutachten der Geschädigten einzuholen, abzuweisen (Urk. 74). Sowohl die 

Privatklägerin als auch der Beschuldigte liessen mit Schreiben vom 26. März 

2014 bzw. vom 27. März 2014 Anschlussberufung erklären (Urk. 75 und 77). Mit 

Präsidialverfügung vom 23. Mai 2014 wies der Präsident der Kammer den  

Beweisantrag betreffend Einholung eines Glaubwürdigkeitsgutachten über  

 

-   8   - 

die Privatklägerin ab. Diesbezüglich kann auf die in diesem Entscheid aufge-

führten Erwägungen verwiesen werden (vgl. Urk. 91 S. 2 - 4). Mit Eingabe vom  

7. Oktober 2014 liess die Privatklägerin ihre Anschlussberufung betreffend Fest-

stellung der Schadenersatzpflicht (Disp. Ziff. 7) zurückziehen (Urk. 98).  

3. Wie bereits erwähnt beantragt der Beschuldigte mit der Berufung einen vollum-

fänglichen Freispruch. Demgegenüber beantragt die Staatsanwaltschaft mit ihrer 

Berufung zum vorinstanzlichen Urteil einen zusätzlichen Schuldspruch der Ver-

gewaltigung und eine höhere Strafe. Unangefochten und damit in Rechtskraft  

erwachsen ist einzig die Kostenfestsetzung (Disp. Ziff. 9). Weiter ist vom Rückzug 

der Anschlussberufung der Privatklägerin betreffend Feststellung der Schaden-

ersatzpflicht sowie vom Rückzug der Anschlussberufung des Beschuldigten Vor-

merk zu nehmen. Dies wie auch die Rechtskraft sind vorab mittels Beschluss 

festzustellen. 

II. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf I. Sexuelle Handlungen mit Anstaltspfleglingen  

1.1. Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer 1 im Wesentlichen vorgeworfen, in 

seiner Funktion als Sozialpädagoge und Entscheidungsträger in der Wohngruppe 

"C._____" im Wohn- und Tageszentrum "D._____" zwischen September 2007 

und August 2008 mit der Privatklägerin verschiedentlich sexuelle Handlungen 

vorgenommen zu haben. Dies habe die Privatklägerin nicht gewollt, aber  

geduldet, da sie Angst vor dem Beschuldigten als Entscheidungsträger ihrer 

Wohngruppe und vor einer Wegweisung durch den Beschuldigten aus dem Heim 

gehabt habe. Weiter habe die Privatklägerin befürchtet, keine Zuwendung mehr 

vom Beschuldigten zu erhalten, falls sie sich nicht auf die sexuellen Handlungen 

einlassen würde. Diese Abhängigkeit sei dem Beschuldigten bewusst bzw.  

zumindest erkennbar gewesen. Der Beschuldigte habe aufgrund der intimen 

Äusserungen der Privatklägerin gewusst, wie er mit dieser habe umgehen  

müssen, damit sie ihm sexuell zu Diensten stehe. Der Beschuldigte habe die  

sexuellen Handlungen willentlich und wissentlich vorgenommen in Kenntnis  

 

-   9   - 

seiner Vertrauensstellung als Sozialpädagoge und engste Bezugsperson der  

Privatklägerin sowie in Kenntnis des schweren sexuellen Missbrauchs der Privat-

klägerin durch ihren Onkel und ihrer dadurch leicht zu manipulierenden Psyche 

(Urk. 38 S. 2-5).  

1.2. Der Beschuldigte bestreitet grundsätzlich den ihm vorgeworfenen Sachver-

halt, räumt indessen ein, dass er mit der Privatklägerin eine sexuelle Beziehung 

gehabt habe (Urk. 9 S. 3ff., Urk. 45 S. 2ff., Urk. 104 S. 7). Es kann auf die zu-

treffenden Zusammenfassungen der entsprechenden Aussagen im vorinstanzli-

chen Urteil verwiesen werden (Urk. 61 S. 17 -20; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich 

der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, er sei als Bezugsperson 

der Privatklägerin fallführend gewesen, habe die ganze Administration übernom-

men und Abmachungen mit ihr getroffen. Es stimme, dass sie ihn einmal Papa 

genannt habe, worauf sie darüber gesprochen hätten, dass das nicht gehe. Er sei 

ja nicht ihr Vater. Die Privatklägerin habe ihm vom Missbrauch erzählt, aber nicht 

im Detail. Er habe diesbezüglich auch nicht nachgefragt. Die Privatklägerin habe 

sich in Akutsituationen im D._____ geritzt. Zu den sexuellen Kontakten sei es sei-

ner Meinung nach bei ihm zu Hause gekommen. Sie habe ihn jeweils besucht. Es 

sei von beiden aus gekommen. Die Aussagen seien aber unterschiedlich. Er wis-

se es nicht mehr. Es sei so lange her. Es stimme nicht, dass er der Privatklägerin 

unter Wasser im …-Ssee einen Zungenkuss gegeben habe. Frau  

E._____ sei auch dabei gewesen und dies wäre ihr aufgefallen. Die Privatklägerin 

habe auch andere Aussagen gemacht, die er absurd finde. Der Missbrauch durch 

den Onkel sei schon Thema bei der Einweisung gewesen, als Einweisungsgrund. 

Er wisse auch nicht, wieso die Privatklägerin ausgesagt habe, dass der erste  

Geschlechtsverkehr zwischen ihnen im Büro stattgefunden habe. Das erste Mal 

sei im Herbst oder im Winter bei ihm zu Hause gewesen. Er wisse nicht mehr, wie 

es abgelaufen sei. Er nehme an, man sei sich näher gekommen und im Verlauf 

des Küssens sei es dann weiter gegangen. Er habe die Brüste der Privatklägerin 

nicht eingecremt. Es könne sein, dass er ihren Unterarm eingecremt habe,  

normalerweise mache die Privatklägerin aber die Wundversorgung selber. Wund-

versorgung sei nicht etwas Ausserordentliches im pädagogischen Bereich. Der  

 

-   10   - 

sexuelle Kontakt zur Privatklägerin habe sich auf ein- bis zweimal pro Monat  

beschränkt. Er habe gewisse Dinge ausgeblendet. Er habe in Bezug auf die  

Abgrenzung keine Hilfe geholt, obwohl er das hätte machen sollen. Das sei nicht 

professionell gewesen. Er habe gewusst, dass es dem Betreuungspersonal des 

D._____ strikt untersagt gewesen sei, zu den Bewohnerinnen sexuellen  

Kontakt zu pflegen. Er sehe es als einen Verstoss gegen das Berufsethos, aber 

nicht als Ausnützung einer Abhängigkeit (Urk. 104 S. 5-10). Als Schlusswort  

erklärte der Beschuldigte, er sei in dem Sinne schuldig, als dass er sich hätte  

abgrenzen sollen. Das habe er nie in Abrede gestellt (Prot. II S. 21).   

1.3. Bezüglich der Aussagen der Privatklägerin kann ebenfalls auf die zutreffen-

den Zusammenfassungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 61 S. 11 -16; 

Art. 82 Abs. 4 StPO), genau so betreffend die übrigen Zeugenaussagen (Urk. 61 

S. 21 -30; Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist in diesem Zusammenhang und entgegen 

den Ausführungen der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass die Einvernahme der 

Privatklägerin (Urk. 2) auch zuungunsten des Beschuldigten verwertbar ist, da die 

Teilnahmerechte gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO nicht für polizeiliche Einver-

nahmen (ausser diese seien von der Staatsanwaltschaft delegiert [was vorliegend 

aber nicht der Fall ist], vgl. dazu BSK-Schleiminger, Basel 2011, Art. 147 N6)  

gelten. 

1.4. Zungenkuss im …-See 

Die Privatklägerin schilderte detailliert, wie der Beschuldigte und sie vor dem  

September 2007 am …-See gewesen seien. Er habe sie unter Wasser küssen 

wollen, wobei sie gedacht habe, dass das gar nicht möglich sei. Er habe ihr dann 

unter Wasser einen Zungenkuss gegeben. Er habe ohnehin lieber Zungenküsse 

als normale Küsse gehabt (Urk. 8 S. 7). Bereits in der polizeilichen Einvernahme 

sagte die Privatklägerin aus, der Beschuldigte habe sie im …-See unter  

Wasser geküsst, was sie nicht so toll gefunden habe, da er "voll die grusigen" 

Zähne habe und seine Zunge "mega kurz und spitzförmig" sei (Urk. 2 S. 17). Der 

Beschuldigte bestritt diesen Vorfall explizit und ergänzte, dass E._____ auch da-

bei gewesen sei (Urk. 9 S. 4f.), was diese implizit bestätigte (Urk. 12  

 

-   11   - 

S. 4). Da dieser Zungenkuss jedoch unter Wasser stattfand, ist es gut möglich, 

dass E._____ davon gar nichts mitbekommen hat, selbst wenn sie bei  

diesem Ausflug dabei war. Es ist nur schwer vorstellbar, dass die Privatklägerin 

einen solchen speziellen Vorgang wie einen Zungenkuss unter Wasser erfindet. 

Die Aussagen der Privatklägerin sind konstant, authentisch und glaubhaft und es 

kann darauf abgestellt werden.  

1.5. Erster Geschlechtsverkehr im Büro der Heimleiter 

1.5.1. Weiter hat die Privatklägerin präzis beschrieben, wie es im Büro des Heims 

zu den ersten sexuellen Handlungen zwischen ihr und dem Beschuldigten  

gekommen sei. Sie habe nicht schlafen können, sei im Heim herumgegangen und 

habe dann gesehen, dass die Tür zum Leiterzimmmer offen gestanden habe und 

in diesem dann den Beschuldigten angetroffen. Dieser habe gleich nach ihrem 

Eintreten die Tür von innen mit dem Schlüssel abgeschlossen und den Rollladen 

runtergelassen (vgl. Urk. 2 S. 8ff.). Damit umschreibt die Privatklägerin lebens-

nah, wie der Beschuldigte Massnahmen traf, um nicht von Dritten gestört zu  

werden. In der Folge hätten sie sich über das Ritzen unterhalten. Er habe die 

Schnitte sehen wollen (Urk. 2 S. 8, Urk. 8 S. 8 ganz oben). Er habe sie mit der 

Bepanthensalbe eingecremt und sei weiter als normal gegangen (Urk. 2 S. 8) 

bzw. seine Hände seien plötzlich überall an ihrem Körper gewesen (Urk. 8 S. 8). 

Diese Aussagen der Privatklägerin sind lebensnah. Die Verteidigung weist in  

diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Privatklägerin widersprüchlich dazu 

aussagt, wer nach dem Eincremen der Schnitte an den Brüsten der Privatklägerin 

die Initiative zu weiteren sexuellen Handlungen ergriffen hat (Urk. 49 S.9). Es ist 

hierbei jedoch festzuhalten, dass der Beschuldigte mit dem Eincremen der  

Schnitte an den Brüsten der Privatklägerin – auch wenn dieses vermeintlich  

medizinisch motiviert war – die Grenze zur sexuellen Handlung bereits über-

schritten hat, zumal der Beschuldigte die Privatklägerin "immer mehr gestreichelt" 

hat (Urk. 2 S. 9) bzw. seine Hände plötzlich überall an ihrem Körper gewesen  

seien (Urk. 8 S. 8), woraus sich schliesslich weitere sexuelle Handlungen ergeben 

hätten. Wie es danach genau zum Geschlechtsverkehr kam bzw. welche Hand- 

 

-   12   - 

lungen den anderen folgten, ist letztlich nicht relevant. Eine gewisse Diskrepanz in 

den Aussagen der Privatklägerin lässt sich im Übrigen auch mit dem Zeitablauf 

zwischen den beiden Einvernahmen der Privatklägerin – gut ein Jahr und  

vier Monate – und auch mit demjenigen zwischen dem letzten Vorfall und der  

ersten Einvernahme – mehr als drei Jahre – erklären. Konstant sagte die Privat-

klägerin dagegen aus, der Beschuldigte habe ein Handtuch geholt und dieses auf 

das Pult gelegt, worauf sich die Privatklägerin darauf gesetzt habe. Weiter habe 

er einen Stuhl geholt, um besser in sie eindringen zu können. Sie habe dabei 

noch ein wenig nach vorne rutschen müssen (Urk. 2 S. 9f., Urk. 8 S. 8). Diese 

Schilderungen der Privatklägerin sind nachvollziehbar, realistisch und somit 

glaubhaft.  

1.5.2. Bezüglich dem Einwand der Verteidigung, die Privatklägerin habe be-

treffend BH widersprüchlich ausgesagt, ist auf die zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz zu verweisen, wonach es sich dabei höchstens um ungenaue Aus-

sagen gehandelt habe (Urk. 61 S. 33f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Auch der von der 

Verteidigung behauptete Widerspruch betreffend die Aussagen der Privatklägerin 

in Bezug auf die Verwendung eines Kondoms anlässlich dieses Vorfalls lässt sich 

unter Hinweis auf die Ausführungen der Vorinstanz nicht erhärten (Urk. 61 S. 34; 

Art. 82 Abs. 4 StPO).  

1.5.3. Die Privatklägerin belastet den Beschuldigten nicht übermässig, sie sagt 

beispielsweise aus, er "habe es lieb gemacht, er kam nicht so zack-pum…er  

fragte, ob es mir weh täte oder so…er hat sich gesorgt um mich…ja" (Urk. 2 S. 8). 

Das ist ein Indiz dafür, dass die Privatklägerin den Beschuldigten nicht einfach "in 

die Pfanne hauen" wollte, sondern wahrheitsgemäss ausgesagt hat. Es ist in  

diesem Zusammenhang auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz  

hinzuweisen (Urk. 61 S. 36f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.5.4. Es fällt auf, dass der Beschuldigte sämtliche sexuellen Handlungen, die 

während seiner Arbeitszeit als Sozialpädagoge passiert sein sollen, bestreitet, wie 

den Zungenkuss im …-See oder den ersten Geschlechtsverkehr im Leiterbüro 

des Heims. Er sagte vielmehr aus, der erste Geschlechtsverkehr habe bei ihm zu  

 

-   13   - 

Hause stattgefunden, konnte jedoch keinerlei Details schildern (Urk. 9 S. 6f., 

Urk. 104 S. 9). Dies ist mit der Vorinstanz unglaubhaft, ist doch anzunehmen, 

dass sich ein Sozialpädagoge an den ersten Geschlechtsverkehr mit einer 

Heiminsassin erinnert, zumal solche sexuellen Handlungen verboten sind. Es ist 

davon auszugehen, dass der Beschuldigte mit diesen Bestreitungen eine Distanz 

zwischen den sexuellen Handlungen mit der Privatklägerin und seiner Tätigkeit 

als Sozialpädagoge im Heim schaffen wollte.  

1.5.5. Hinsichtlich des Tatzeitpunkts ist auf die polizeiliche Einvernahme vom 

26. September 2011 hinzuweisen, wonach der erste Geschlechtsverkehr "2007 

um das Knabenschiessen herum" stattgefunden habe (Urk. 2 S. 6 ganz unten), 

was sie später in der selben Einvernahme explizit wiederholte (Urk. 2 S. 9). 

Schliesslich sagte die Privatklägerin gegen Ende der Einvernahme überein-

stimmend dazu aus, dass die sexuellen Handlungen ab September stattgefunden 

hätten (Urk. 2 S. 17). Weiter habe sie am darauffolgenden Tag einen Termin bei 

Dr. F._____ im Triemli abgemacht, um sich einen Verhütungsring geben zu las-

sen (Urk. 2 S. 8). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme erklärte sie dage-

gen, der Beschuldigte sei beim Geschlechtsverkehr jeweils "früher raus gegan-

gen", da er nicht gerne Kondome gehabt habe. Ende 2007/2008 habe er sie dann 

bei der Gynäkologin angemeldet, damit sie sich ein Verhütungsmittel besorgen 

könne. Sie habe sich für den Nuva-Ring entschieden. Es ist davon auszugehen, 

dass die anlässlich der polizeilichen Einvernahme deponierte Aussage, wonach 

sie nach dem ersten Geschlechtsverkehr einen Termin bei der Gynäkologin ver-

einbart habe, nicht zutrifft. Vielmehr ist auf die Aussage der Privatklägerin bei der 

Staatsanwaltschaft abzustellen, dass sie Ende 2007 zur Gynäkologin gegangen 

sei, um sich einen Verhütungsring verschreiben zu lassen, da sich diese Aussage 

auch mit der Äusserung deckt, wonach der Beschuldigte zwischen September 

und Dezember 2007 mit der Privatklägerin ungeschützten Geschlechtsverkehr 

gehabt habe, wobei er bis zum Einsetzen des Nuva-Ringes den Coitus interruptus  

praktiziert habe. Schliesslich passt auch die Aussage der Privatklägerin dazu, 

dass sie anfangs Dezember 2007 einmal die "Pille danach" habe nehmen  

müssen, da der Beschuldigte nicht aufgepasst habe (Urk. 8 S. 9).  

-   14   - 

1.5.6. Es ist folglich davon auszugehen, dass der erste Geschlechtsverkehr  

zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin wie von dieser geschildert im 

Leiterbüro des Heims Mitte September 2007 stattgefunden hat, wobei der genaue 

Ablauf der sexuellen Handlungen nach dem Eincremen der Brüste der Privat-

klägerin offen bleiben kann.  

1.6. Wöchentlicher Geschlechtsverkehr im Heim oder beim Beschuldigten zu 

Hause 

1.6.1. Die Privatklägerin sagte in der polizeilichen Einvernahme aus, sie hätten 

nach dem ersten Geschlechtsverkehr ab Oktober 2007 ein paar Mal wöchentlich 

Geschlechtsverkehr gehabt. Die Wochenenden habe sie jeweils bei ihm verbracht 

und im Heim jeweils angegeben, sie sei bei ihrer Freundin G._____. Sie hätten an 

diesen Wochenenden jeweils mehrmals Geschlechtsverkehr gehabt. Sie habe ihn 

ein- bis zweimal monatlich manuell oder oral befriedigt (Urk. 2 S. 12ff., S. 17).  

Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme relativierte sie dann, dass 

sie sicher einmal pro Woche Sex gehabt hätten. Der Beschuldigte habe gewollt, 

dass sie ihre drei freien Wochenenden pro Monat bei ihm verbringe. Als Alibi  

habe sie ihre alte Schulfreundin G._____ angegeben. Sie hätten Sex beim Be-

schuldigten zu Hause und im Heim gehabt, wenn beispielsweise am Sonntag 

niemand sonst da gewesen sei (Urk. 8 S.10). Die Aussagen der Privatklägerin 

sind glaubhaft, auch betreffend die sexuellen Handlungen im Heim, welche vom 

Beschuldigten bestritten werden (vgl. dazu auch die Erwägungen unter 

Ziff. 1.5.4.). In Bezug auf die Häufigkeit der sexuellen Handlungen sind die Aus-

sagen der Privatklägerin dagegen nicht konstant.  

1.6.2. Der Beschuldigte bestreitet wie erwähnt, dass sexuelle Handlungen mit der 

Privatklägerin im Heim stattgefunden hätten. Ausserdem sagte er aus, er und die 

Privatklägerin hätten nicht einmal wöchentlich, sondern manchmal einmal und 

manchmal zweimal monatlich Geschlechtsverkehr gehabt (Urk. 9 S. 7f.). Es ist 

aufgrund der nicht konstanten Aussagen der Privatklägerin zugunsten des  

Beschuldigten von dessen Zugeständnis auszugehen, dass die sexuellen Hand-

lungen zweimal monatlich stattgefunden hätten. 

-   15   - 

1.6.3. Es ist demnach erstellt, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin ab  

ca. September 2007 bis August 2008 ca. zweimal monatlich Geschlechtsverkehr 

hatten.  

1.7. Ausnützung einer Abhängigkeit 

1.7.1. Es bleibt zu prüfen, ob bezüglich der erstellten sexuellen Handlungen das 

Tatbestandselement der Ausnützung einer Abhängigkeit gegeben ist. Die Vor-

instanz machte hierzu zunächst umfassende und zutreffende Ausführungen zur 

Stellung des Beschuldigten im Heim D._____ und zur den persönlichen Umstän-

den der Privatklägerin. Es kann darauf verwiesen werden (Urk. 61 S. 42 - 44; Art. 

82 Abs. 4 StPO).  

1.7.2. Gemäss Aussagen seiner damaligen Vorgesetzten hätte der Beschuldigte 

faktisch allein über einen Austritt einer Person aus dem Heim entscheiden können 

(Urk. 10 S. 6), wovon auch die Privatklägerin ausging (Urk. 8 S. 12). Der Beschul-

digte habe seine Gruppe sehr eng geführt (Urk. 10 S. 10). 

1.7.3. Die Privatklägerin sagte aus, sie habe das ja machen müssen. Sie habe 

keine Wahl gehabt. Sie sei nicht bereit gewesen, wieder jemanden zu verlieren 

oder auch einfach nein zu sagen, sie wisse nicht, wie das gehe. Wie könne man 

jemandem nein sagen, wenn man dann vielleicht alles verliere (Urk. 2 S. 12f.). 

Der Beschuldigte sei für sie alles gewesen. Sie habe nicht zu ihrer Familie  

zurückgewollt, wo sie sexuell missbraucht worden sei. Der Beschuldigte sei für sie 

wie ein Vater gewesen. Er habe auch viel gefragt, was damals mit ihrem Onkel 

passiert sei, weshalb sie ihm mehr erzählt habe als ihrer Psychotherapeutin. Der 

Beschuldigte habe auch ihre Tagebücher gekannt. Er habe auch ihre Schnitte 

kontrolliert, die sie sich jeweils zugefügt habe (Urk. 8 S. 5f.). Sie habe gemocht, 

dass er sich um sie gekümmert habe. Er habe sie in der Gruppe immer verteidigt, 

wenn sie Streit mit den anderen gehabt habe. Er habe sie in den Arm genommen. 

Sie habe ausserdem tagsüber in einem Zimmer der Sozialpädagogen schlafen 

dürfen. Er habe einfach für sie gesorgt (Urk. 8 S. 10). Sie habe jedoch den  

Geschlechtsverkehr nicht gewollt, der Beschuldigte habe jeweils die Initiative  

ergriffen (Urk. 8 S. 10). Sie habe versucht, sich von den anderen der Gruppe fern 

 

-   16   - 

zuhalten. Wenn sie nicht mitgemacht, sich gewehrt hätte beim Sex oder anderen 

im Heim davon erzählt hätte, hätte er ihr H._____ und I._____ weggenommen. 

Der Beschuldigte habe auch immer gesagt, es würde riesen Ärger mit der Chefin 

geben und dass die Gruppe aufgelöst würde. Davor habe sie Angst gehabt, da sie 

nicht gewusst hätte, wohin sie hätte gehen können. Sie habe diverse Vorteile  

gehabt. Andere Sozialpädagogen hätten den Beschuldigten auf ihre Bevorzugung 

angesprochen, wobei es einmal einen grossen Krach deshalb gegeben habe. Es 

sei grausam: Wenn man versuche, sich zu wehren, tue es einfach weh. Wenn sie 

ihm nicht gehorcht habe, habe er körperlich grob werden können. Ein Papa könne 

ja auch böse werden. Es sei wie ein Automatismus bei ihr, es gehe der Über-

lebensmodus an. Wenn man sich zu wehren versuche, tue es einfach "Scheisse 

weh". Diese Erfahrung habe sie von früher von ihrem Onkel J._____ (Urk. 8 

S. 11ff.).  

1.7.4. Die Zeugin K._____, die mehrere psychotherapeutische Sitzungen mit der 

Privatklägerin hatte, bezeichnete das Verhältnis der Privatklägerin zum Beschul-

digten als eine "klare Abhängigkeitsbeziehung". Für sie sei es auf mehreren  

Ebenen eine ungleiche Beziehung gewesen. Die Privatklägerin hätte sich den 

Annäherungen des Beschuldigten theoretisch widersetzen können, habe aber aus 

der psychischen Situation heraus wohl ein grosses Bedürfnis nach Nähe und 

Schutz gehabt (Urk. 16 S. 7). Diese Einschätzungen der Zeugin K._____ decken 

sich mit den Äusserungen der Privatklägerin.  

1.7.5. Der Zeuge L._____ spricht von einer väterlich wirkenden Zuneigung des 

Beschuldigten gegenüber der Privatklägerin (Urk. 17 S. 6). Auch diese Aussagen 

decken sich mit den übrigen Äusserungen.  

1.7.6. Die Zeugin M._____, die seit Juni 2010 bis mindestens bis zum Zeitpunkt 

der Einvernahme mehrere psychotherapeutische Sitzungen mit der Privatklägerin 

hatte, sagte aus, die Privatklägerin habe ihr erzählt, sie nenne den Beschuldigten 

Papa. Er sei für sie wie ein Adoptivvater gewesen. Der Beschuldigte habe sich 

Zugang verschaffen können zu der Art, wie die Privatklägerin früher manipuliert 

worden sei und er habe dies ausnützen können. Sie finde, dies sei Ausnützung 

  

-   17   - 

einer Abhängigkeit, auch wenn die Privatklägerin bereits volljährig gewesen sei. 

Der Beschuldigte hätte wissen müssen, dass die Privatklägerin von ihrer Seite her 

nicht eine Liebesbeziehung habe erleben können. Der Beschuldigte habe die  

Privatklägerin unter Druck gesetzt, dass das, was sie an sexuellen Handlungen 

gemacht hätten, geheim bleibe. Die Privatklägerin habe unter Druck gestanden 

und Angst gehabt. Der Beschuldigte habe durch sein therapeutisches Arbeiten mit 

der Privatklägerin deren Bewältigungsmechanismen kennengelernt. Er habe sie in 

eine Stimmung bringen können, in der sie sich nicht mehr habe wehren können 

(Urk. 13 S. 4ff.).  

1.7.7. Die Zeugin N._____, die als Sozialpädagogin im D._____ gearbeitet hat, 

sagte aus, dass die Privatklägerin Abende lang mit dem Beschuldigten im 

Teambüro gesprochen habe. Sie habe das auch mit ihnen gemacht, aber mit dem 

Beschuldigten viel intensiver. Die Beziehung des Beschuldigten zur Privatklägerin 

sei anders gewesen als die zu den anderen Jugendlichen. Sie habe gemerkt, wie 

der Beschuldigte schleichend Einfluss auf Personen nehme. Wenn sie sich das in 

Kombination mit der Privatklägerin vorstelle, könne sie sich gut vorstellen, dass 

der Beschuldigte Macht über die Privatklägerin gehabt habe (Urk. 11 S. 5).  

1.7.8. Der Beschuldigte sagte in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

23. November 2012 aus, es treffe nicht zu, dass die Privatklägerin detailliert und 

häufig von ihrer persönlichen Situation erzählt habe, räumte jedoch ein, vom  

sexuellen Missbrauch durch ihren Onkel gewusst zu haben, wenn auch nicht im 

Detail. Bei der Privatklägerin habe die Gefahr bestanden, dass sie pädagogische 

und therapeutische Themen vermische, weshalb er dann auch eine Supervision 

beantragt habe. Er sei Pädagoge und nicht Therapeut. Es treffe zu, dass er die 

Betreuungsperson im D._____ war, die der Privatklägerin am nächsten  

gestanden habe (Urk. 9 S. 3f.). Ihm wäre fristlos gekündigt worden, wenn die  

Beziehung zur Privatklägerin bekannt worden wäre. Er habe die Konsequenzen 

ausgeblendet, da er in die Privatklägerin verliebt gewesen sei. Er denke, sie sei 

auch in ihn verliebt gewesen. Sie habe ihn einmal Papi genannt. Dies sei dann 

auch Thema gewesen, er habe ihr mitgeteilt, dass die Sozialpädagogen weder 

Vater noch Mutter seien. Er könne sich nicht daran erinnern, von den anderen  

 

-   18   - 

Sozialpädagogen auf das spezielle Verhältnis zur Privatklägerin angesprochen 

worden zu sein. Es hätte überhaupt nicht in seiner Kompetenz gelegen, jemanden 

aus der Gruppe auszuschliessen, wie dies die Privatklägerin gesagt habe. Er  

hätte einen begründeten Antrag an die entsprechenden Instanzen stellen können. 

Es treffe dagegen zu, dass er gesagt habe, dass es Riesenärger gebe, falls die 

Chefin von den sexuellen Handlungen zwischen ihnen erfahren würde. Von der 

Auflösung der Gruppe sei dagegen nie die Rede gewesen. Er glaube nicht, dass 

die Privatklägerin den Eindruck gehabt habe, dass er der Chef sei und ent-

scheiden könne, was laufe. Sie sei intelligent und wisse, was die Kompetenzen 

eines Teamleiters seien. Der Entscheid, ob jemand das D._____ verlassen muss, 

habe nicht in seiner Kompetenz gelegen. Er hätte einen begründeten  

Antrag stellen müssen (Urk. 8 S. 8ff.). Es habe zwischen ihnen eine Liebes-

beziehung vorgelegen. Er habe punktuell auch in ihrem Tagebuch lesen dürfen 

(Urk. 9 S. 12f.).  

1.7.9. Die Privatklägerin schilderte eindrücklich, wie sie in ihrer Situation keinen 

anderen Ausweg gesehen hatte, als zu machen, was der Beschuldigte von ihr 

verlangt hatte. Sie hatte Angst, ansonsten ihre Ersatzfamilie, ihren Ersatzvater 

und – aus ihrer Sicht – einzige Wohnmöglichkeit zu verlieren. Dies geht aus den 

Aussagen der Privatklägerin und diverser Zeugen hervor. Der Beschuldigte selbst 

räumte ein, dass er ihr von den Betreuungspersonen am nächsten gestanden  

habe. Es ist auch glaubhaft, dass die Privatklägerin dem Beschuldigten mehr  

erzählt hat als ihren Therapeutinnen. Dies deckt sich auch mit der Wahrnehmung 

der Zeugin N._____, welche ausgesagt hat, dass die Privatklägerin Abende lang 

mit dem Beschuldigten im Teambüro gesprochen habe und zwar viel intensiver 

als mit anderen Betreuungspersonen. Der Beschuldigte wusste viele Details aus 

der Vergangenheit der Privatklägerin, er wusste vom sexuellen Missbrauch durch 

ihren Onkel und von ihren psychischen Problemen (vgl. Austrittsbericht: Urk. 7/2 

Anhang S. 2), aber auch, dass er für sie eine der wichtigsten Bezugspersonen 

überhaupt war. Dank diesem Wissen fand er Zugang zur Privatklägerin, wusste 

mit ihr umzugehen und wie er sie für sexuellen Handlungen gefügig machen 

kann. Der Sachverhalt gemäss Anklageziffer I. ist demnach erstellt.  

 

-   19   - 

Ob aufgrund der erstellten Umschreibung in der Anklageschrift auch das Tat-

bestandsmerkmal der Ausnützung eines Abhängigkeitsverhältnisses erfüllt ist, 

wird als Rechtsfrage weiter unten im Zusammenhang mit der rechtlichen  

Würdigung zu erörtern sein.  

2. Anklagevorwurf II. Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung  

2.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, ca. im Winter / 

Frühjahr 2008 die Privatklägerin in seiner Wohnung in O._____ zunächst oral und 

mit der Hand befriedigt haben zu wollen. Er habe ihr dabei die Beine  

auseinandergedrückt, seinen Kopf in ihren Schambereich gedrückt und  

begonnen, sie oral zu befriedigen. Er habe zwischen den Beinen der Privat-

klägerin "gehockt". Diese habe die Beine zusammengedrückt und den Beschul-

digten gebeten, damit aufzuhören. Er habe jedoch nicht aufgehört, sondern  

gesagt: "Komm ich mach es jetzt auch mal bei dir, du machst es bei mir auch  

immer so schön." Der Beschuldigte habe nicht aufgehört, sondern habe den Oral-

verkehr erzwingen wollen, obwohl die Privatklägerin dauerhaft die Beine zusam-

mengedrückt gehalten und gestrampelt habe. 

In der Folge sei der Beschuldigte mit seinem Penis in die Vagina der Privat-

klägerin eingedrungen, wobei er ihre Handgelenke festgehalten habe und sie mit 

dem Kopf am Bettende angestossen sei. Die Privatklägerin habe diesen Vaginal-

verkehr nicht gewollt, sie sei jedoch nicht in der Lage gewesen, ihm dies  

mitzuteilen, da sie Angst gehabt habe, dass er sonst böse geworden wäre  

(Urk. 38 S. 5 f.). 

2.2. Der Beschuldigte bestreitet, dass es je sexuelle Handlungen gegen den  

Willen der Privatklägerin gegeben habe. Sie habe nie gesagt, dass er aufhören 

solle. Er habe nie das Gefühl gehabt, dass es gegen ihren Willen gewesen sei 

(Urk. 9 S. 10f., S. 14). Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschul-

digte, die Vorwürfe seien absurd und stimmten nicht. Sie hätten immer  

einvernehmlichen Sex gehabt. Er wisse nicht, wieso die Privatklägerin dies  

behaupte (Urk. 104 S. 10).  

-   20   - 

2.3. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin zutreffend zusammen-

gefasst; es kann darauf verwiesen werden (Urk. 61 S. 13f., S. 16f.; Art. 82  

Abs. 4 StPO).  

2.4. Es ist mit der Verteidigung zutreffend, dass die Privatklägerin den Ablauf in 

der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nicht gleich schildert: 

Gemäss den Aussagen in der ersten Einvernahme soll der Beschuldigte zuerst 

von hinten vaginal in die Privatklägerin eingedrungen sein und danach versucht 

haben, sie oral bzw. manuell zu befriedigen. In der zweiten Einvernahme erklärte 

sie dann, der Beschuldigte habe sie manuell bzw. oral zu befriedigen versucht 

und sie hätten danach vaginalen Geschlechtsverkehr gehabt. Da sich der Sach-

verhalt der Vergewaltigung ohnehin nicht erstellen lässt, was noch zu zeigen ist, 

und die Privatklägerin bezüglich dem oralen bzw. manuellen Geschlechtsverkehr 

konstant ausgesagt hat, ist diese Unklarheit für die Erstellung des Sachverhalts 

der sexuellen Nötigung nicht ausschlaggebend. Es ist nur schon aufgrund der 

Häufigkeit der sexuellen Handlungen und des Zeitablaufs zwischen diesen und 

den Einvernahmen sowie zwischen den Einvernahmen selber verständlich, wenn 

gewisse Aussagen divergieren.  

2.5. Die Privatklägerin hat in beiden Einvernahmen detaillierte Angaben zum ora-

len und manuellen Geschlechtsverkehr gemacht. Sie hat dabei authentisch aus-

gesagt, dass es dem Beschuldigten offenbar darum gegangen sei, sie zum  

Orgasmus zu bringen. Sie habe bisher immer einen Orgasmus vorgetäuscht und 

gedacht, er merke es nicht (Urk. 2 S. 15). Sie hat glaubhaft ausgeführt, wie sich 

der Beschuldigte nicht von seinem Vorbringen habe abbringen lassen und sich 

regelrecht zwischen ihre Beine gehockt habe. Sie habe dabei die Beine zusam-

mengedrückt, aber er habe trotzdem weitergemacht, er habe es erzwingen  

wollen. Sie habe ihm gesagt, sie könne das nicht, er solle das sein lassen. Sie hat 

lebensnah erzählt, wie sie ihre Beine zusammengedrückt und gestrampelt habe, 

ihm aber nicht habe weh tun wollen, da es sonst Ärger gegeben hätte (Urk. 8 

S. 14). Es ist nicht davon auszugehen, dass die Privatklägerin eine solche Vor-

gehensweise und insbesondere die nachvollziehbaren Angaben zum Motiv des  

Beschuldigten erfunden hat. Es ist weiter eindrücklich, wenn die Privatklägerin  

-   21   - 

schildert, dass sie weder oralen noch manuellen Verkehr über sich ergehen  

lassen könne, da sie dann so ausgeliefert sei (Urk. 8 S. 14). Aufgrund dieser 

glaubhaften Aussagen ist davon auszugehen, dass sie – anders als sonst – die-

ses Mal dem Beschuldigten mit Worten und Taten deutlich zu verstehen gegeben 

hat, dass sie von ihm nicht oral oder manuell befriedigt werden wollte. Entgegen 

dem Einwand der Verteidigung (Urk. 106 S. 21) sagte die Privatklägerin jedoch 

nicht aus, dass der Beschuldigte sie während des Oralverkehrs an den Händen 

festgehalten habe. Vielmehr gab sie zu Protokoll, er habe seinen Kopf in ihren 

Schambereich gedrückt, wobei seine Hände auch dort gewesen seien (Urk. 8  

S. 14). Erst anlässlich des gemäss der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme im  

Anschluss stattgefundenen Vaginalverkehrs habe der Beschuldigte die Hand-

gelenke der Privatklägerin festgehalten (Urk. 8 S. 14). Weiter führte die Verteidi-

gerin ins Feld, die Schilderungen der Privatklägerin, dass der Beschuldigte immer 

liebevoll mit ihr umgegangen sei, passten überhaupt nicht zum Vorwurf der sexu-

ellen Nötigung (Urk. 106 S. 23). Es ist jedoch lebensnah, dass der Beschuldigte, 

der die Privatklägerin offenbar unbedingt zu einem Orgasmus bringen wollte, bei 

diesem Vorwurf im Gegensatz zu sonst Gewalt angewendet hat, zumal sich die 

Privatklägerin gegen das Vorgehen des Beschuldigten gewehrt hat. Gerade auch 

weil die Privatklägerin in Bezug auf die anderen sexuellen Handlungen – abge-

sehen vom Vorwurf der Vergewaltigung – nie aussagte, dass der Beschuldigte 

Gewalt angewendet hatte, ist die differenzierte Aussage in Bezug auf den  

erzwungenen oralen bzw. manuellen Geschlechtsverkehr plausibel. Es ist auf die 

glaubhaften Aussagen der Privatklägerin abzustellen, wonach der Beschuldigte 

wie eingeklagt unter Anwendung von Gewalt an der Privatklägerin oral wie auch 

manuell sexuelle Handlungen vornahm. Der Sachverhalt ist in Bezug auf den 

Vorwurf der sexuellen Nötigung erstellt. 

2.6. Betreffend den Vergewaltigungsvorwurf ist die rechtliche Würdigung vorweg-

zunehmen: Gemäss Art. 190 StGB macht sich strafbar, wer eine Person weibli-

chen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie  

bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Wider-

stand unfähig macht. Der Tatbestand scheidet jedoch aus, wenn überhaupt kein  

 

-   22   - 

Widerstand überwunden werden muss (Weder, OFK-StGB, 19. Auflage, 2013, 

Art. 189 N 7). Die Privatklägerin hat gemäss eigenen Aussagen ("Das kann ich 

gar nicht sagen, sonst wird er böse." bzw. "Ich habe einfach nur noch an die  

Decke geschaut und die Zeit vergehen lassen." [Urk. 8S. 15]) nicht zum Ausdruck 

gebracht, dass sie mit dem Geschlechtsverkehr nicht einverstanden war und sich 

auch nicht dagegen gewehrt. Folglich war für den Beschuldigten auch nicht  

erkennbar, dass die Privatklägerin mit dem Geschlechtsverkehr nicht einver-

standen war. Damit ist das Verhalten des Beschuldigten mit der Vorinstanz nicht 

tatbestandsmässig (vgl. Urk. 61 S. 59f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Beschuldigte ist 

deshalb vom Vorwurf der Vergewaltigung gemäss Art. 190 StGB freizusprechen.  

 

III. Rechtliche Würdigung 

1. Sexuelle Handlungen mit Anstaltspfleglingen 

1.1. Nach Art. 192 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer unter Ausnützung der 

Abhängigkeit einen Anstaltspflegling, Anstaltsinsassen, Gefangenen, Verhafteten 

oder Beschuldigten veranlasst, eine sexuelle Handlung vorzunehmen oder zu 

dulden. 

1.2. Anstaltspfleglinge sind Personen, die in einer privaten oder öffentlichen  

stationären Einrichtung dauernd zur Pflege oder Behandlung untergebracht sind. 

In Frage kommen namentlich Spitäler, Therapieheime, Einrichtungen für geistig 

und körperlich Behinderte, Entzugskliniken für Süchtige, Alters- und Pflegeheime. 

Es spielt dabei keine Rolle, ob das Opfer freiwillig in die Einrichtung eintrat oder 

zwangsweise eingewiesen wurde (Maier, in: BSK Strafrecht II, 3. Auflage 2013, 

N 4 zu Art. 192 StGB). Die Privatklägerin trat freiwillig in das Wohn- und Tages-

zentrum D._____ ein, welches eine Institution zur Unterstützung von Kindern und 

Jugendlichen in schwierigen Situationen ist und damit unter den Tatbestand von 

Art. 192 StGB fällt.  

 

-   23   - 

1.3. Die Tathandlung besteht darin, die betroffene Person in Ausnutzung ihrer 

Abhängigkeit dazu zu veranlassen, eine sexuelle Handlung vorzunehmen oder zu 

dulden. Das Tatbestandsmerkmal der sexuellen Handlung ist offensichtlich erfüllt 

und erfordert keine weiteren Erörterungen. 

1.4. Das Tatbestandsmerkmal des Ausnützens eines Abhängigkeitsverhältnisses 

ist nachfolgend näher zu prüfen: 

1.4.1. Das Tatbestandsmerkmal der Abhängigkeit beschreibt eine vorbestehende 

strukturelle Zwangswirkung, die bereits auf das Opfer wirkt, wenn der Täter  

seinen Tatentschluss fasst, einen sexuellen Übergriff auf das Opfer auszuführen 

(Maier, a.a.O., N 10 zu Art. 189 StGB). Abhängigkeit besteht dann, wenn das  

Opfer aufgrund eines der im Gesetz genannten Strukturmerkmale nicht ungebun-

den bzw. frei und auf den Täter angewiesen ist. Es genügt schon, wenn eine  

Person auf die Dienste des anderen angewiesen ist (Maier, a.a.O., N 8 zu 

Art. 192 StGB). Stellung und Wesen des Beschuldigten wie auch der Privatkläge-

rin wurden bereits ausführlich dargestellt; darauf kann vollumfänglich verwiesen 

werden (vgl. Ziff. II. 1.7.3. - 1.7.9.). Im Übrigen kann auch auf die Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 61 S. 49ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zusam-

menfassend kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte die engste  

Bezugsperson der Privatklägerin war, der von ihrer Vergangenheit und ihren  

psychischen Problemen wusste und den sie als Vaterfigur betrachtete. Es  

bestand ein Machtgefälle zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin. 

Das Bestehen eines Abhängigkeitsverhältnisses zwischen der Privatklägerin und 

dem Beschuldigten ist zu bejahen. 

1.4.2. Das Bestehen eines Abhängigkeitsverhältnisses allein genügt nicht. Tat-

bestandsmässig handelt nur, wer das Abhängigkeitsverhältnis ausnutzt. Von einer 

Ausnutzung ist dann auszugehen, wenn zwischen der Abhängigkeit des Opfers 

und der sexuellen Handlung insofern ein Motivationszusammenhang besteht, als 

dass das Opfer dem Ansinnen des Täters zwar ablehnend gegenübersteht, ihm 

jedoch aufgrund seiner Unterlegenheit nicht zu widersprechen vermag (Maier, 

a.a.O., N 9 zu Art. 192). Bei der Ausnützung von Abhängigkeitsverhältnissen  

 

 

-   24   - 

macht sich der Täter eine erheblich eingeschränkte Entscheidungsfreiheit oder 

Abwehrfähigkeit der abhängigen Person und ihre dadurch gegebene Gefügigkeit 

bewusst im Hinblick auf ein sexuelles Entgegenkommen zunutze (BGE 133 

IV 52).  

1.4.3. Der Beschuldigte hat die sorgsam aufgebaute Vertrauensbeziehung  

zwischen der Privatklägerin und ihm und die Abhängigkeit der Privatklägerin zu 

ihm benutzt, um eine sexuelle Beziehung mit dieser einzugehen. Der Beschuldig-

te wusste aufgrund der ausführlichen Gespräche mit der Privatklägerin genau, wie 

er sie in eine Situation bringen konnte, in der sie sich nicht mehr wehren konnte 

und dass er ihre einzige Bezugsperson war. Es ist offensichtlich, dass sich die 

Privatklägerin nur aufgrund des Abhängigkeitsverhältnisses zum Beschuldigten 

auf die sexuellen Handlungen eingelassen hat. Sie sah Letztere als eine unver-

meidliche Gegenleistung für die vom Beschuldigten erhaltene Zuwendung und 

Betreuung an. Es kann dabei auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen 

verwiesen werden (Urk. 61 S. 52f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

1.5. Es ist zugunsten des Beschuldigten von dessen Aussagen auszugehen, dass 

er in die Privatklägerin verliebt war. Es ist ausserdem mit der Verteidigung  

(Urk. 106 S. 6) wahrscheinlich, dass die Privatklägerin zum Teil ein übermässig 

sexualisiertes Verhalten an den Tag gelegt hat – was bei Missbrauchsopfern  

häufig vorkommt – und den Beschuldigten damit in Versuchung geführt hat. Der 

Beschuldigte musste aber zumindest damit rechnen, dass sich die Privatklägerin 

nur aufgrund des bestehenden Abhängigkeitsverhältnisses auf sexuelle Handlun-

gen mit ihm einliess und diese nicht ihrem freien Willen entsprachen. Der  

Beschuldigte hat folglich in Kauf genommen, dass die sexuellen Handlungen  

gegen den Willen der Privatklägerin waren und sich dementsprechend eventual-

vorsätzlich verhalten. Es ist dabei entgegen der Verteidigung (Urk. 106 S. 6f.) 

nicht entscheidend, inwiefern die Privatklägerin die Initiative zu den sexuellen 

Handlungen ergriffen hat.  

1.6. Der Beschuldigte erfüllte somit sämtliche objektiven und subjektiven Tatbe-

standsmerkmale von Art. 192 Abs. 1 StGB, weshalb er der mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit Anstaltspfleglingen im Sinne dieser Norm schuldig zu sprechen 

ist.  

-   25   - 

2. Sexuelle Nötigung 

2.1. Es macht sich strafbar, wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnli-

chen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie  

bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Wider-

stand unfähig macht.  

2.2. Betreffend das Kriterium der Ausübung von Gewalt kann auf die Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 61 S. 56f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Es 

muss jedoch präzisiert werden, dass dem Beschuldigten in diesem Zusammen-

hang gar nicht vorgeworfen wird, er habe die Handgelenke der Privatklägerin 

festgehalten (dies wurde ihm erst im Zusammenhang mit der Vergewaltigung zum 

Vorwurf gemacht, vgl. Urk. 38 S. 5f). Der Beschuldigte hat die Privatklägerin  

gegen deren Willen manuell und oral zu befriedigen versucht. Er hat dabei die 

Beine der Privatklägerin auseinandergedrückt – also unter Anwendung von  

Gewalt –, sich zwischen die Beine gehockt und sich weder durch das Strampeln 

der Privatklägerin noch durch deren abwehrende Worte von seinem Vorhaben – 

die Privatklägerin oral und manuell zu befriedigen – abbringen lassen. Demnach 

sind die Tatbestandselemente der Gewaltanwendung, der dadurch abgenötigten 

sexuellen Handlung und des Kausalzusammenhangs zwischen diesen beiden 

Elementen gegeben.  

2.3. Ebenso kann im Zusammenhang mit dem subjektiven Tatbestand auf die 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 61 S. 58f.; Art. 82 Abs. 4 

StPO): Der Beschuldigte handelte im Wissen darum, dass die Privatklägerin diese 

sexuelle Handlung nicht wollte, weshalb er ihr wissentlich und willentlich die Beine 

auseinanderdrückte, um sie zu befriedigen. Der subjektive Tatbestand ist dem-

zufolge ebenfalls zu bejahen.   

2.4. Der Beschuldigte erfüllte somit sämtliche objektiven und subjektiven Tat-

bestandsmerkmale von Art. 189 StGB, weshalb er der sexuellen Nötigung im  

Sinne dieser Norm schuldig zu sprechen ist.  

 

-   26   - 

IV. Strafzumessung 

1. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann bezüglich des relevanten 

Strafrahmens und der Grundsätze der Strafzumessung auf die zutreffenden  

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 61 S. 60 f., Art. 82 Abs. 4 

StPO). Der ordentliche Strafrahmen für die sexuelle Nötigung - als schwerstes zu 

beurteilendes Delikt - geht von Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder Geldstrafe 

aus. Obwohl sowohl der Strafschärfungsgrund der Deliktsmehrheit als auch der 

mehrfachen Tatbegehung vorliegen, ist kein Grund ersichtlich, den ordentlichen 

Strafrahmen zu verlassen. Ein solcher ist nur dann gegeben, wenn ausser-

gewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angeordnete 

Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV E. 5.8.). 

Strafmilderungsgründe liegen keine vor. 

2. Innerhalb des theoretischen Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe nach 

dem Verschulden des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Dieses ist aufgrund der  

konkreten Umstände zu würdigen. Das Gericht berücksichtigt dabei das Vorleben 

und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben 

des Täters. Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefähr-

dung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der Begriff des Verschuldens 

muss sich auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat 

beziehen, wobei zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden ist 

(Hug in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

a.a.O., Art. 47 N 6). 

Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges  

(Deliktsbetrag, Gefährdung des geschützten Rechtsguts, das Risiko, körperliche 

und psychische Schäden beim Opfer, Sachschaden etc.) – das heisst die objekti-

ve Tatschwere – zu berücksichtigen. Es ist in der Folge die subjektive Tatschwere 

zu bestimmen, wobei die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges (Mittel, 

kriminelle Energie, Provokation), die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt  

 

-   27   - 

hat und die Beweggründe des Schuldigen zu beachten sind. Sodann sind für das 

Verschulden auch das „Mass an Entscheidungsfreiheit“ beim Täter sowie die  

sogenannte Intensität des deliktischen Willens bedeutsam (Hug, OFK-StGB,  

19. Auflage, 2013, Art. 47 N 7ff.). Je leichter es für den Täter gewesen wäre, die 

Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie und  

damit seine Schuld (BGE 117 IV 7). 

2.1. Im Rahmen der unter der sexuellen Nötigung denkbaren Handlungen muss in 

objektiver Hinsicht das Verschulden des Beschuldigten als noch leicht eingestuft 

werden. Der Beschuldigte, welcher mit der Privatklägerin bereits eine mehr-

monatige sexuelle Beziehung führte, wollte die Privatklägerin oral bzw. mit der 

Hand befriedigen. Nachdem die Privatklägerin damit nicht einverstanden war, 

drückte er ihre Beine auseinander, obwohl sie ihn mehrfach gebeten hatte, damit 

aufzuhören. Damit verletzte er die sexuelle Integrität der Privatklägerin und nutzte 

dabei seine Vertrauens- und Machtposition aus. Es blieb jedoch bei einem ein-

maligen Übergriff des Beschuldigten. Auch die Gewaltanwendung war nicht allzu 

gross.  

Mit der Vorinstanz, auf deren zutreffenden Erwägungen verwiesen werden kann 

(Urk. 61 S. 62, Art. 82 Abs. 4 StPO), ist in subjektiver Hinsicht festzuhalten, dass 

der Beschuldigte die Privatklägerin zum Orgasmus bringen wollte. Obwohl die 

Privatklägerin gebeten hatte damit aufzuhören, die Beine zusammendrückte und 

strampelte, setzte er sich über ihren Widerstand hinweg. Damit handelte er vor-

sätzlich und mithin aus rein egoistischen Motiven. Er nützte seine übergeordnete 

Stellung aus, um seine eigenen sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Damit wird 

in subjektiver Hinsicht die objektive Tatschwere nicht relativiert. Aufgrund der  

gesamten Tatschwere erscheint die von der Vorinstanz angenommene hypotheti-

sche Einsatzstrafe von 12 Monaten Freiheitsstrafe für die dem Beschuldigten zur 

Last gelegte sexuelle Nötigung als angemessen. 

3. Sexuelle Handlungen mit Anstaltspfleglingen 

3.1. Hinsichtlich der mehrfachen sexuelle Handlungen mit Anstaltspfleglingen ist  

der Vorinstanz zuzustimmen, dass die objektive Tatschwerde indessen keines- 

 

 

-   28   - 

wegs mehr leicht wiegt. Es kann vorab auf ihre sorgfältigen und zutreffenden  

Erwägungen verwiesen werden (Urk. 61 S. 62 f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Zusam-

menfassend bleibt zu erwähnen, dass der Beschuldigte – entgegen allen  

professionellen Regeln – während rund einem Jahr eine sexuelle Beziehung mit 

der Privatklägerin unterhielt. Dies im Wissen um den mehrjährigen sexuellen 

Missbrauch der Privatklägerin durch ihren Onkel. Er wusste auch um ihren labilen 

psychischen Zustand zum Zeitpunkt ihres Eintritts ins Wohn- und Tageszentrum 

D._____. Als ihre Bezugsperson nahm er eine Art Vaterrolle ein und schenkte ihr 

Geborgenheit. Der beinahe 30 Jahre ältere Beschuldigte nutzte seine Ver-

trauens- und Machtposition gegenüber der Privatklägerin massiv aus und miss-

achtete die sexuelle Selbstbestimmung der Privatklägerin schwer. Der Beschul-

digte setzte die Privatklägerin mit seiner Warnung, falls sie jemandem etwas über 

ihr sexuelles Verhältnis erzähle, er den Job verlieren und die Gruppe C._____ 

aufgelöst würde, unter Druck. 

3.2. In subjektiver Hinsicht ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass der Beschuldigte 

zielorientiert handelte. So erfand er eine Kontaktperson der Privatklägerin, zu 

welcher sie am Wochenende offiziell nach Hause ging, wenn sie das Wochenen-

de beim Beschuldigten verbrachte. Seine Übergriffe auf die Privatklägerin waren 

zweifellos auf seinen persönlichen Lustgewinn ausgerichtet. Die Verantwortung 

zur Wahrung der Grenzen liegt immer bei den professionellen Helfern. Auf der 

anderen Seite kann dem Beschuldigten abgenommen werden, dass er in die  

Privatklägerin verliebt gewesen war. Als Sozialpädagoge war ihm jedoch bewusst, 

dass eine sexuelle Beziehung zwischen ihm als 30 Jahre älterer Bereuungsper-

son und der Betreuten deren Entwicklung schädigt. Dies umso mehr, als er genau 

wusste, dass die Privatklägerin jahrelang von ihrem Onkel sexuell missbraucht 

worden war.  

3.3. Insgesamt ist das Verschulden des Beschuldigten bezüglich des Vorwurfs der 

mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen als mittelschwer zu 

qualifizieren. 

4. Es wurde aufgezeigt, dass für die sexuelle Nötigung eine Einsatzstrafe von  

12 Monaten Freiheitsstrafe angemessen erscheint. Diese ist nun unter Einbezug  

 

-   29   - 

der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen zu erhöhen. Aller-

dings können und dürfen die vorhandenen Einsatzstrafen nicht einfach zusam-

mengezählt werden; vielmehr ist das Asperationsprinzip zu beachten. Dennoch 

 ist darauf hinzuweisen, dass sich die Deliktsmehrheit und die mehrfache Tat-

begehung deutlich straferhöhend auswirken. Das Verschulden des Beschuldigten 

bezüglich der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen ist  

insgesamt als mittelschwer zu taxieren. Aufgrund der gesamten Tatschwere  

erscheint eine nach dem Asperationsprinzip erhöhte Einsatzstrafe von 26 Mona-

ten Freiheitsstrafe als angemessen. 

5. Zum Vorleben des Beschuldigten kann einerseits auf die Untersuchungsakten 

(Urk. 18 S. 26 f., Urk. 26/1 - 3), die Befragung durch die Vorinstanz (Urk. 45 S. 1) 

und anderseits auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid (Urk. 61 S. 

64)verwiesen werden. Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschul-

digte, dass sich seine persönlichen Verhältnisse seit der Hauptverhandlung  

massiv verändert hätten: Er habe seine Arbeit verloren und seither keine neue ge-

funden. Er habe zwei Unfälle gehabt. Einerseits einen Velounfall und andererseits 

einen Sturz, bei welchem es ihm sämtliche Sehnen gerissen habe. Dies habe  

wegen seiner Herzerkrankung nicht operiert werden können. Er leide noch immer 

unter den Folgen der Unfälle. Er habe ausserdem zwei Eingriffe am Herzen  

gehabt. Er habe sechs Stents eingesetzt bekommen. Im Januar sei er an Krebs 

erkrankt, was fünf Operationen, Chemo- und radiologische Therapien zur Folge 

gehabt habe. Es sei unklar, ob er dies überlebe. Er sei inzwischen fürsorge-

abhängig und ausgesteuert. Er habe erfolglos querbeet Arbeit gesucht und habe 

Schulden im Betrag von Fr. 15'000.--. Er habe eine erwachsene Tochter und  

keine Unterhaltspflichten. Er sei schon seit längerem wieder in einer Beziehung, 

lebe aber allein. Er mache im Moment keine Pläne, da ungewiss sei, ob er die 

Krankheit überlebe. Im Februar werde beurteilt, ob die Therapien etwas gebracht 

hätten. Im Moment sei er in der Rekonvaleszenz (Urk. 104 S. 2-4). .  

Die zur Zeit prekäre gesundheitliche Situation des Beschuldigten führt zu einer 

erhöhten Strafempfindlichkeit und ist strafreduzierend zu veranschlagen. Der  

Beschuldigte ist nicht vorbestraft und weist auch im Übrigen einen – bis zur Tat-

begehung – makellosen Leumund auf. Die Vorstrafenlosigkeit wirkt sich jedoch 

nur strafmindernd aus, wenn die Straffreiheit auf eine aussergewöhnliche  

-   30   - 

Gesetzestreue hinweist, was nicht leichthin angenommen werden darf (BGE 136 

IV E.2.6.4.). Solche besonderen Voraussetzungen liegen nicht vor, weshalb die 

Vorstrafenlosigkeit strafneutral bleibt.  

Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten eines Täters mitzuberück-

sichtigen. Das Aussageverhalten des Beschuldigten ergibt sich aus den Akten. Er 

zeigte keine Einsicht ins Unrecht der von ihm begangenen Delikte. Die Vorinstanz 

hat indessen zutreffend ausgeführt, dass das teilweise Geständnis des Beschul-

digten betreffend die sexuelle Beziehung zur Privatklägerin leicht strafmindernd 

zu werten ist. Die persönliche Situation und das teilweise Geständnis des  

Beschuldigten führen zu einer Strafreduktion von sechs Monaten. 

In Würdigung all dieser Strafzumessungsgründe ist die Bestrafung des Beschul-

digten mit 20 Monaten Freiheitsstrafe zu bestätigen. 

 

V. Strafvollzug 

1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit 

oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei 

Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, 

um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten 

(Art. 42 Abs. 1 StGB).  

1.1. In objektiver Hinsicht sind die Voraussetzungen zur Gewährung des beding-

ten Strafvollzuges im vorliegenden Fall erfüllt, da der Beschuldigte zu einer Frei-

heitsstrafe verurteilt wird, die sich innerhalb des gesetzlich zulässigen Rahmens 

befindet.  

In subjektiver Hinsicht ist erforderlich, dass eine unbedingte Strafe nicht notwen-

dig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Die günstige Prognose wird vor-

liegend vermutet, da der Beschuldigte noch nie straffällig geworden ist. Er ist  

Ersttäter und es ist daher praxisgemäss anzunehmen, er werde sich durch die 

Untersuchung, das Gerichtsverfahren und die heutige Bestrafung von weiterer 

Delinquenz abhalten lassen. Der Vollzug der Strafe ist daher aufzuschieben. 

-   31   - 

2. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so  

bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 

Abs. 1 StGB). Vorliegend sind keinerlei Gründe ersichtlich, die für eine besonders 

lange Probezeit sprechen würden. Es erscheint vielmehr aufgrund der obigen  

Erwägungen angemessen, eine Probezeit von zwei Jahren anzusetzen. 

 

VI. Berufsverbot und Weisung  

1. Gemäss Art. 67 Abs. 1 StGB kann das Gericht jemandem, der in Ausübung  

eines Berufes, Gewerbes oder Handelsgeschäftes ein Verbrechen oder Vergehen 

begeht, für das er zu einer Freiheitsstrafe von über sechs Monaten oder einer 

Geldstrafe von über 180 Tagessätzen verurteilt worden ist, und die Gefahr eines 

weiteren Missbrauchs besteht, die betreffende oder vergleichbare Tätigkeit für 

sechs Monate bis zu fünf Jahren ganz oder teilweise verbieten. 

2. Bezüglich der theoretischen Grundlagen zur Erteilung einer Weisung kann auf 

die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 61 

S. 66f., Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3. Sowohl die von der Staatsanwaltschaft beantragte Aussprechung eines vierjäh-

rigen Berufsverbot, gemäss welchem der Beschuldigte nicht als Sozialpädagoge 

oder anderweitiger Betreuer in einer Anstalt oder Institution tätig sein dürfte, wie 

auch die eventualiter beantragte entsprechende Weisung, sind grundsätzlich 

möglich. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Beschuldigte aus dem Ver-

fahren seine Lehre gezogen hat und kein derartiges Verhalten mehr an den Tag 

legen wird. Seit den ihm vorgeworfenen Taten (letztes strafbares Verhalten im  

August 2008) hat er sich denn auch nichts mehr zuschulden kommen lassen. 

Ausserdem ist er inzwischen schwer erkrankt. Schliesslich lebt er in einer festen 

Beziehung, was die Gefahr eines erneuten Delinquierens im Rahmen seiner  

beruflichen Tätigkeit weiter verkleinert.  

Es ist aus diesen Gründen sowohl von der Erteilung eines Berufsverbots wie auch 

einer Weisung abzusehen.  

-   32   - 

VII. DNA-Profil 

1. Betreffend die theoretischen Grundlagen ist auf die zutreffenden Ausführungen 

der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 61 S. 67).  

2. Da es sich beim Beschuldigten um einen Ersttäter handelt, bei welchem nicht 

von einer Rückfallgefahr auszugehen ist, ist die Abnahme einer DNA-Probe nicht 

angezeigt. 

VIII. Schadenersatz und Genugtuung 

1. Schadenersatz 

Wie bereits erwähnt, hat die Privatklägerin ihre Anschlussberufung betreffend 

Feststellung der Schadenersatzpflicht und der entsprechenden Forderung im  

Betrag von Fr. 3'131.30 zuzüglich 5% Zins seit 1. Januar 2012 (mittlerer Verfall) 

zurückgezogen (Urk. 98, vgl. Ziff. I.3.). Dementsprechend ist in Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils (Urk. 61 S. 69) festzustellen, dass der Beschuldigte  

gegenüber der Privatklägerin aus den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatze 

nach schadenersatzpflichtig ist, wobei die Privatklägerin zur genauen Feststellung 

des Umfanges des Schadenersatzanspruchs auf den Zivilweg zu verweisen ist.  

2. Genugtuung 

Die Voraussetzungen betreffend Anspruch auf Leistung einer Genugtuung sowie 

die Bemessungskriterien zur Höhe dieser Leistung finden sich im angefochtenen  

Urteil (Urk. 61 S. 70, Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Privatklägerin beantragte vor Vori-

nstanz eine Genugtuung im Betrage von Fr. 25'000.--. Mit zutreffender Begrün-

dung verpflichtete die Vorinstanz den Beschuldigten, der Privatklägerin eine  

Genugtuung in der Höhe von Fr. 8'000.-- nebst 5 % Zins seit dem 1. März 2008 

zu bezahlen. Im Mehrbetrag wies die Vorinstanz das Genugtuungsbegehren ab. 

Mit ihrer Anschlussberufung beantragt die Privatklägerin nun erneut, der Beschul-

digte sei zu verpflichten, ihr eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 25'000.-- zu  

bezahlen (Urk. 109 S. 1). Vorliegend ist der Beschuldigte wegen sexueller  

Nötigung und wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen 

schuldig zu sprechen und vom schwersten Vorwurf der Vergewaltigung freizu-

-   33   - 

sprechen. Nach zu teilender Auffassung der Vorinstanz gründet die Genugtuungs-

forderung der Privatklägerin auf der massiven sexuellen Bedrängung des  

Beschuldigten während rund einem Jahr und auf der Ausnützung seiner Stellung 

als Sozialpädagoge und Bezugsperson. Bezüglich des Verschuldens des  

Beschuldigten kann auf das Vorstehende verwiesen werden. 

In Anbetracht der gesamten Umstände und in Berücksichtigung der Gerichts-

praxis erscheint eine Genugtuung von Fr. 8'000.- nebst 5% Zins seit dem 1. März 

2008 (mittlerer Verfall) als der Intensität der erlittenen Unbill und dem Verschul-

den des Beschuldigten angemessen. Im Mehrbetrag ist die Genugtuungs-

forderung abzuweisen. 

IX. Kosten  

1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu 

bestätigen (Disp. Ziff. 10 1. Absatz). 

Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- anzusetzen. Im 

Berufungsverfahren unterliegt die appellierende Anklagebehörde mit ihren  

Anträgen auf weitergehenden Schuldspruch und auf Straferhöhung vollumfäng-

lich. Der appellierende Beschuldigte unterliegt mit seinem Antrag auf Freispruch 

ebenfalls vollumfänglich. Weiter unterliegt auch die Privatklägerin zu einem  

grossen Teil. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens (ausge-

nommen derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin und der 

amtlichen Verteidigung) zu 2/5 dem Beschuldigten und zu 1/5 der Privatklägerin 

aufzuerlegen und zu 2/5 auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Der Anteil der Privatklägerin ist zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin sind im  

Umfang von 3/5 einstweilen und im Umfang von 2/5 definitiv auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. Hinsichtlich des einstweilen auf die Gerichtskasse genomme-

nen Teils ist im Umfang von 2/5 die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten und 

im Umfang von 1/5 die Rückzahlungspflicht der Privatklägerin vorzubehalten.  

-   34   - 

Es wird beschlossen:  

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 17. Sep-

tember 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"1. (…) 

 2. (…) 

 3. (…) 

 4. (…) 

 5. (…) 

 6. (…) 

 7. (…) 

 8. (…) 

 9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

 

4'200.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

 

        Kosten der Kantonspolizei 

 

2'500.–   Gebühr Anklagebehörde 

 

574.–   Auslagen Vorverfahren 

 

11'674.90   amtliche Verteidigung durch RAin Y._____ 

 
11'426.80   unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch RAin X._____ 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

 10. (…) 

 11. (Mitteilungen) 

 12. (Rechtsmittel)." 

2. Vom Rückzug der Anschlussberufung der Privatklägerin betreffend Fest-

stellung der Schadenersatzpflicht sowie vom Rückzug der Anschluss-

berufung des Beschuldigten wird Vormerk genommen.  

3. Gegen Ziffer 2 dieses Entscheids kann bundesrechtliche Beschwerde in 

Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

-   35   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig  

- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen im Sinne 

von Art. 192 Abs. 1 StGB  

- der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Vergewaltigung. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf  

2 Jahre festgesetzt. 

5. Von der Erteilung einer Weisung wird abgesehen.  

6. Von der Anordnung der Abnahme einer DNA-Probe im Sinne von Art. 5 des 

DNA-Profilgesetzes wird abgesehen. 

7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus 

den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig 

ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches 

wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 8'000.-- zuzüglich 

5 % Zins ab 1. März 2008 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Die erstinstanzliche Kostenauflage wird bestätigt. 

10. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-   36   - 

Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 8'829.--   amtliche Verteidigung 

Fr. 3'700.--   unentgeltliche Verbeiständung  

11. Die Kosten des Berufungsverfahrens, ausgenommen derjenigen der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin und der amtlichen 

Verteidigung, werden zu 2/5 dem Beschuldigten und zu 1/5 der Privat-

klägerin auferlegt sowie zu 2/5 auf die Gerichtskasse genommen. Der Anteil 

der Privatklägerin wird zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden 

im Umfang von 3/5 einstweilen und im Umfang von 2/5 definitiv auf die  

Gerichtskasse genommen. Hinsichtlich des einstweilen auf die Gerichtskas-

se genommenen Teils bleibt im Umfang von 2/5 die Rückzahlungspflicht des 

Beschuldigten und im Umfang von 1/5 die Rückzahlungspflicht der 
Privatklägerin vorbehalten. 

12. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (übergeben) 
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden  

der Privatklägerin A._____ (übergeben) 
 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden  

der Privatklägerin A._____ 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 

-   37   - 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
 

13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 23. Oktober 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Grieder 
 

 
 

	Urteil vom 23. Oktober 2014
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen im Sinne von Art. 192 Abs. 1 StGB und
	- der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB.

	2. Vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf  2 Jahre festgesetzt.
	5. Von der Erteilung einer Weisung wird abgesehen.
	6. Von der Anordnung einer DNA-Probe im Sinne von Art. 5 des DNA-Profilgesetzes wird abgesehen.
	7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin  A._____ aus den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schaden-ersatzanspruches wird die Privatklä...
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ Fr. 8'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 1. März 2008 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsbeistandschaft der Privatklägerin A._____, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechts-beistandschaft der Privatklägerin A._____ – über deren Höhe mit separaten Beschlüssen entschieden wird – werden auf die Gerichtskasse genommen.
	11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten (übergeben);
	- die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (übergeben);
	- die Vertreterin der Privatklägerin für sich und zuhanden  der Privat-klägerin (übergeben);
	- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten;
	- die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat;
	- die Vertreterin der Privatklägerin für sich und zuhanden  der Privatklägerin
	sowie nach Eintritt der Rechtskraft
	- die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	12. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an  beim Bezirksgericht Zürich, 1. Abteilung, Badenerstrasse 90, Postfach,  8026 Zürich, mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden.
	Berufungsanträge:
	1. Es sei in Abänderung von Ziff. 1 Dispositiv des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 17. September 2013 der Beklagte vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen im Sinne von Art. 192 Abs. 1 StGB und der sexuellen Nötig...

	Eventualiter sei der Beschuldigte im Falle der Bestätigung des Schuldspruchs mit einer bedingten Geldstrafe von maximal 180 Tagessätzen zu bestrafen.
	2. In Abänderung von Ziff. 7 und 8 Dispositiv seien die Zivilansprüche der  Privatklägerin vollumfänglich abzuweisen.
	3. In Abänderung von Ziff. 10 Dispositiv seien die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens auf die Staatskasse zu nehmen. Die Kosten des Berufungsverfahrens vor Obergericht seien ebenfalls auf die Staatskasse zu nehmen.
	4. Die Kosten für die amtliche Verteidigung für das Berufungsverfahren seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	1. Bestätigung der vorinstanzlichen Schuldsprüche gemäss Ziffer 1 des  bezirksgerichtlichen Urteils;
	2. Aufhebung des vorinstanzlichen Freispruchs gemäss Ziffer 2 des bezirks-gerichtlichen Urteils und zusätzlicher Schuldspruch bezüglich Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB;
	3. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 48 Monaten;
	4. Vollziehbarerklärung dieser Freiheitsstrafe;
	5. Aussprechen eines Berufsverbots für vier Jahre im Sinne von Art. 67 StGB; sich als selbständiger oder angestellter Sozialpädagoge in einem Heim,  einer Anstalt, einer Klinik oder einer ähnlichen Institution zu betätigen;
	6. Eventualiter: Aussprechung einer entsprechenden Weisung;
	7. Anordnung der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes;
	8. Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens inkl. der Kosten für das Vorverfahren seien einstweilen auf die Staatskasse zu nehmen.
	1. Die Berufung der Anklägerin und I. Berufungsklägerin sei gutzuheissen.
	2. Die Berufung des Beschuldigten und II. Berufungsklägers sei vollumfänglich abzuweisen.
	3. Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben und der Beschuldigte und II. Berufungsklägers sei der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
	4. Ziffer 8 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben und der Beschuldigte und II. Berufungskläger sei zu verpflichten, der Geschädigten eine Genug-tuung von Fr. 25'000 zuzüglich Zins von 5% seit dem 1. März 2008 (mittlerer Verfall) zu bezahlen.
	5. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin im Berufungsverfahren seien dem Beschuldigten und II. Berufungskläger aufzuerlegen bzw. eventuell aufgrund der schlechten persönlichen Situation des Beschuldigten auf die Gerich...
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte
	1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, vom 17. September 2013 wurde der Beschuldigte der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstalts-pfleglingen im Sinne von Art. 192 Abs. 1 StGB und der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. ...
	gewährt wurde. Weiter wurde er verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 8'000.-- als  Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde das Genugtuungsbegehren  abgewiesen. Ferner wurde festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der  Privatklägerin dem Grund...
	2. Gegen das am 17. September 2013 mündlich eröffnete Urteil meldete sowohl die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat als auch die amtliche Verteidigerin des  Beschuldigten rechtzeitig die Berufung an (Urk. 50A und 51A). In der Folge wurde der Staatsanwalt...
	die Privatklägerin ab. Diesbezüglich kann auf die in diesem Entscheid aufge-führten Erwägungen verwiesen werden (vgl. Urk. 91 S. 2 - 4). Mit Eingabe vom  7. Oktober 2014 liess die Privatklägerin ihre Anschlussberufung betreffend Feststellung der Schad...
	3. Wie bereits erwähnt beantragt der Beschuldigte mit der Berufung einen vollumfänglichen Freispruch. Demgegenüber beantragt die Staatsanwaltschaft mit ihrer Berufung zum vorinstanzlichen Urteil einen zusätzlichen Schuldspruch der Vergewaltigung und e...
	II.  Sachverhalt
	1. Anklagevorwurf I. Sexuelle Handlungen mit Anstaltspfleglingen
	1.1. Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer 1 im Wesentlichen vorgeworfen, in seiner Funktion als Sozialpädagoge und Entscheidungsträger in der Wohngruppe "C._____" im Wohn- und Tageszentrum "D._____" zwischen September 2007 und August 2008 mit der P...
	seiner Vertrauensstellung als Sozialpädagoge und engste Bezugsperson der  Privatklägerin sowie in Kenntnis des schweren sexuellen Missbrauchs der Privatklägerin durch ihren Onkel und ihrer dadurch leicht zu manipulierenden Psyche (Urk. 38 S. 2-5).
	1.2. Der Beschuldigte bestreitet grundsätzlich den ihm vorgeworfenen Sachverhalt, räumt indessen ein, dass er mit der Privatklägerin eine sexuelle Beziehung gehabt habe (Urk. 9 S. 3ff., Urk. 45 S. 2ff., Urk. 104 S. 7). Es kann auf die zu-treffenden Zu...
	sexuelle Kontakt zur Privatklägerin habe sich auf ein- bis zweimal pro Monat  beschränkt. Er habe gewisse Dinge ausgeblendet. Er habe in Bezug auf die  Abgrenzung keine Hilfe geholt, obwohl er das hätte machen sollen. Das sei nicht professionell gewe...
	1.3. Bezüglich der Aussagen der Privatklägerin kann ebenfalls auf die zutreffenden Zusammenfassungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 61 S. 11 -16; Art. 82 Abs. 4 StPO), genau so betreffend die übrigen Zeugenaussagen (Urk. 61 S. 21 -30; Art. 82 A...
	1.4. Zungenkuss im …-See
	Die Privatklägerin schilderte detailliert, wie der Beschuldigte und sie vor dem  September 2007 am …-See gewesen seien. Er habe sie unter Wasser küssen wollen, wobei sie gedacht habe, dass das gar nicht möglich sei. Er habe ihr dann unter Wasser einen...
	S. 4). Da dieser Zungenkuss jedoch unter Wasser stattfand, ist es gut möglich, dass E._____ davon gar nichts mitbekommen hat, selbst wenn sie bei  diesem Ausflug dabei war. Es ist nur schwer vorstellbar, dass die Privatklägerin einen solchen speziell...
	1.5. Erster Geschlechtsverkehr im Büro der Heimleiter
	1.5.1. Weiter hat die Privatklägerin präzis beschrieben, wie es im Büro des Heims zu den ersten sexuellen Handlungen zwischen ihr und dem Beschuldigten  gekommen sei. Sie habe nicht schlafen können, sei im Heim herumgegangen und habe dann gesehen, das...
	lungen den anderen folgten, ist letztlich nicht relevant. Eine gewisse Diskrepanz in den Aussagen der Privatklägerin lässt sich im Übrigen auch mit dem Zeitablauf zwischen den beiden Einvernahmen der Privatklägerin – gut ein Jahr und  vier Monate – u...
	1.5.2. Bezüglich dem Einwand der Verteidigung, die Privatklägerin habe be-treffend BH widersprüchlich ausgesagt, ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen, wonach es sich dabei höchstens um ungenaue Aus-sagen gehandelt habe (Ur...
	1.5.3. Die Privatklägerin belastet den Beschuldigten nicht übermässig, sie sagt beispielsweise aus, er "habe es lieb gemacht, er kam nicht so zack-pum…er  fragte, ob es mir weh täte oder so…er hat sich gesorgt um mich…ja" (Urk. 2 S. 8). Das ist ein In...
	1.5.4. Es fällt auf, dass der Beschuldigte sämtliche sexuellen Handlungen, die während seiner Arbeitszeit als Sozialpädagoge passiert sein sollen, bestreitet, wie den Zungenkuss im …-See oder den ersten Geschlechtsverkehr im Leiterbüro des Heims. Er s...
	Hause stattgefunden, konnte jedoch keinerlei Details schildern (Urk. 9 S. 6f., Urk. 104 S. 9). Dies ist mit der Vorinstanz unglaubhaft, ist doch anzunehmen, dass sich ein Sozialpädagoge an den ersten Geschlechtsverkehr mit einer Heiminsassin erinnert...
	1.5.5. Hinsichtlich des Tatzeitpunkts ist auf die polizeiliche Einvernahme vom 26. September 2011 hinzuweisen, wonach der erste Geschlechtsverkehr "2007 um das Knabenschiessen herum" stattgefunden habe (Urk. 2 S. 6 ganz unten), was sie später in der s...
	1.5.6. Es ist folglich davon auszugehen, dass der erste Geschlechtsverkehr  zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin wie von dieser geschildert im Leiterbüro des Heims Mitte September 2007 stattgefunden hat, wobei der genaue Ablauf der sexuel...
	1.6. Wöchentlicher Geschlechtsverkehr im Heim oder beim Beschuldigten zu Hause
	1.6.1. Die Privatklägerin sagte in der polizeilichen Einvernahme aus, sie hätten nach dem ersten Geschlechtsverkehr ab Oktober 2007 ein paar Mal wöchentlich Geschlechtsverkehr gehabt. Die Wochenenden habe sie jeweils bei ihm verbracht und im Heim jewe...
	1.6.2. Der Beschuldigte bestreitet wie erwähnt, dass sexuelle Handlungen mit der Privatklägerin im Heim stattgefunden hätten. Ausserdem sagte er aus, er und die Privatklägerin hätten nicht einmal wöchentlich, sondern manchmal einmal und manchmal zweim...
	1.6.3. Es ist demnach erstellt, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin ab  ca. September 2007 bis August 2008 ca. zweimal monatlich Geschlechtsverkehr hatten.
	1.7. Ausnützung einer Abhängigkeit
	1.7.1. Es bleibt zu prüfen, ob bezüglich der erstellten sexuellen Handlungen das Tatbestandselement der Ausnützung einer Abhängigkeit gegeben ist. Die Vor-instanz machte hierzu zunächst umfassende und zutreffende Ausführungen zur Stellung des Beschuld...
	1.7.2. Gemäss Aussagen seiner damaligen Vorgesetzten hätte der Beschuldigte faktisch allein über einen Austritt einer Person aus dem Heim entscheiden können (Urk. 10 S. 6), wovon auch die Privatklägerin ausging (Urk. 8 S. 12). Der Beschuldigte habe se...
	1.7.3. Die Privatklägerin sagte aus, sie habe das ja machen müssen. Sie habe keine Wahl gehabt. Sie sei nicht bereit gewesen, wieder jemanden zu verlieren oder auch einfach nein zu sagen, sie wisse nicht, wie das gehe. Wie könne man jemandem nein sage...
	zuhalten. Wenn sie nicht mitgemacht, sich gewehrt hätte beim Sex oder anderen im Heim davon erzählt hätte, hätte er ihr H._____ und I._____ weggenommen. Der Beschuldigte habe auch immer gesagt, es würde riesen Ärger mit der Chefin geben und dass die ...
	1.7.4. Die Zeugin K._____, die mehrere psychotherapeutische Sitzungen mit der Privatklägerin hatte, bezeichnete das Verhältnis der Privatklägerin zum Beschuldigten als eine "klare Abhängigkeitsbeziehung". Für sie sei es auf mehreren  Ebenen eine ungle...
	1.7.5. Der Zeuge L._____ spricht von einer väterlich wirkenden Zuneigung des Beschuldigten gegenüber der Privatklägerin (Urk. 17 S. 6). Auch diese Aussagen decken sich mit den übrigen Äusserungen.
	1.7.6. Die Zeugin M._____, die seit Juni 2010 bis mindestens bis zum Zeitpunkt der Einvernahme mehrere psychotherapeutische Sitzungen mit der Privatklägerin hatte, sagte aus, die Privatklägerin habe ihr erzählt, sie nenne den Beschuldigten Papa. Er se...
	einer Abhängigkeit, auch wenn die Privatklägerin bereits volljährig gewesen sei. Der Beschuldigte hätte wissen müssen, dass die Privatklägerin von ihrer Seite her nicht eine Liebesbeziehung habe erleben können. Der Beschuldigte habe die  Privatklägeri...
	1.7.7. Die Zeugin N._____, die als Sozialpädagogin im D._____ gearbeitet hat, sagte aus, dass die Privatklägerin Abende lang mit dem Beschuldigten im Teambüro gesprochen habe. Sie habe das auch mit ihnen gemacht, aber mit dem Beschuldigten viel intens...
	1.7.8. Der Beschuldigte sagte in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. November 2012 aus, es treffe nicht zu, dass die Privatklägerin detailliert und häufig von ihrer persönlichen Situation erzählt habe, räumte jedoch ein, vom  sexuellen Mi...
	Sozialpädagogen auf das spezielle Verhältnis zur Privatklägerin angesprochen worden zu sein. Es hätte überhaupt nicht in seiner Kompetenz gelegen, jemanden aus der Gruppe auszuschliessen, wie dies die Privatklägerin gesagt habe. Er  hätte einen begrün...
	1.7.9. Die Privatklägerin schilderte eindrücklich, wie sie in ihrer Situation keinen anderen Ausweg gesehen hatte, als zu machen, was der Beschuldigte von ihr verlangt hatte. Sie hatte Angst, ansonsten ihre Ersatzfamilie, ihren Ersatzvater und – aus i...
	2. Anklagevorwurf II. Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung
	2.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, ca. im Winter / Frühjahr 2008 die Privatklägerin in seiner Wohnung in O._____ zunächst oral und mit der Hand befriedigt haben zu wollen. Er habe ihr dabei die Beine  auseinandergedrückt, seinen ...
	2.2. Der Beschuldigte bestreitet, dass es je sexuelle Handlungen gegen den  Willen der Privatklägerin gegeben habe. Sie habe nie gesagt, dass er aufhören solle. Er habe nie das Gefühl gehabt, dass es gegen ihren Willen gewesen sei (Urk. 9 S. 10f., S. ...
	2.3. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin zutreffend zusammen-gefasst; es kann darauf verwiesen werden (Urk. 61 S. 13f., S. 16f.; Art. 82  Abs. 4 StPO).
	2.4. Es ist mit der Verteidigung zutreffend, dass die Privatklägerin den Ablauf in der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nicht gleich schildert: Gemäss den Aussagen in der ersten Einvernahme soll der Beschuldigte zuerst von hinten...
	2.5. Die Privatklägerin hat in beiden Einvernahmen detaillierte Angaben zum oralen und manuellen Geschlechtsverkehr gemacht. Sie hat dabei authentisch ausgesagt, dass es dem Beschuldigten offenbar darum gegangen sei, sie zum  Orgasmus zu bringen. Sie ...
	schildert, dass sie weder oralen noch manuellen Verkehr über sich ergehen  lassen könne, da sie dann so ausgeliefert sei (Urk. 8 S. 14). Aufgrund dieser glaubhaften Aussagen ist davon auszugehen, dass sie – anders als sonst – dieses Mal dem Beschuldig...
	2.6. Betreffend den Vergewaltigungsvorwurf ist die rechtliche Würdigung vorwegzunehmen: Gemäss Art. 190 StGB macht sich strafbar, wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie  bedroht, Gewalt anwend...
	Widerstand überwunden werden muss (Weder, OFK-StGB, 19. Auflage, 2013, Art. 189 N 7). Die Privatklägerin hat gemäss eigenen Aussagen ("Das kann ich gar nicht sagen, sonst wird er böse." bzw. "Ich habe einfach nur noch an die  Decke geschaut und die Z...
	III.  Rechtliche Würdigung
	1. Sexuelle Handlungen mit Anstaltspfleglingen
	1.1. Nach Art. 192 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer unter Ausnützung der Abhängigkeit einen Anstaltspflegling, Anstaltsinsassen, Gefangenen, Verhafteten oder Beschuldigten veranlasst, eine sexuelle Handlung vorzunehmen oder zu dulden.
	1.2. Anstaltspfleglinge sind Personen, die in einer privaten oder öffentlichen  stationären Einrichtung dauernd zur Pflege oder Behandlung untergebracht sind. In Frage kommen namentlich Spitäler, Therapieheime, Einrichtungen für geistig und körperlich...
	1.3. Die Tathandlung besteht darin, die betroffene Person in Ausnutzung ihrer Abhängigkeit dazu zu veranlassen, eine sexuelle Handlung vorzunehmen oder zu dulden. Das Tatbestandsmerkmal der sexuellen Handlung ist offensichtlich erfüllt und erfordert k...
	1.4. Das Tatbestandsmerkmal des Ausnützens eines Abhängigkeitsverhältnisses ist nachfolgend näher zu prüfen:
	1.4.1. Das Tatbestandsmerkmal der Abhängigkeit beschreibt eine vorbestehende strukturelle Zwangswirkung, die bereits auf das Opfer wirkt, wenn der Täter  seinen Tatentschluss fasst, einen sexuellen Übergriff auf das Opfer auszuführen (Maier, a.a.O., N...
	1.4.2. Das Bestehen eines Abhängigkeitsverhältnisses allein genügt nicht. Tatbestandsmässig handelt nur, wer das Abhängigkeitsverhältnis ausnutzt. Von einer Ausnutzung ist dann auszugehen, wenn zwischen der Abhängigkeit des Opfers und der sexuellen H...
	macht sich der Täter eine erheblich eingeschränkte Entscheidungsfreiheit oder Abwehrfähigkeit der abhängigen Person und ihre dadurch gegebene Gefügigkeit bewusst im Hinblick auf ein sexuelles Entgegenkommen zunutze (BGE 133 IV 52).
	1.4.3. Der Beschuldigte hat die sorgsam aufgebaute Vertrauensbeziehung  zwischen der Privatklägerin und ihm und die Abhängigkeit der Privatklägerin zu ihm benutzt, um eine sexuelle Beziehung mit dieser einzugehen. Der Beschuldigte wusste aufgrund der ...
	1.5. Es ist zugunsten des Beschuldigten von dessen Aussagen auszugehen, dass er in die Privatklägerin verliebt war. Es ist ausserdem mit der Verteidigung  (Urk. 106 S. 6) wahrscheinlich, dass die Privatklägerin zum Teil ein übermässig sexualisiertes V...
	1.6. Der Beschuldigte erfüllte somit sämtliche objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 192 Abs. 1 StGB, weshalb er der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen im Sinne dieser Norm schuldig zu sprechen ist.
	2. Sexuelle Nötigung
	2.1. Es macht sich strafbar, wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie  bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht.
	2.2. Betreffend das Kriterium der Ausübung von Gewalt kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 61 S. 56f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Es muss jedoch präzisiert werden, dass dem Beschuldigten in diesem Zusammenhang gar nicht vorgeworf...
	2.3. Ebenso kann im Zusammenhang mit dem subjektiven Tatbestand auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 61 S. 58f.; Art. 82 Abs. 4 StPO): Der Beschuldigte handelte im Wissen darum, dass die Privatklägerin diese sexuelle Handlung nic...
	2.4. Der Beschuldigte erfüllte somit sämtliche objektiven und subjektiven Tat-bestandsmerkmale von Art. 189 StGB, weshalb er der sexuellen Nötigung im  Sinne dieser Norm schuldig zu sprechen ist.
	IV.  Strafzumessung
	1. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann bezüglich des relevanten Strafrahmens und der Grundsätze der Strafzumessung auf die zutreffenden  Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 61 S. 60 f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Der ordentliche Stra...
	2. Innerhalb des theoretischen Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Dieses ist aufgrund der  konkreten Umstände zu würdigen. Das Gericht berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlich...
	Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges  (Deliktsbetrag, Gefährdung des geschützten Rechtsguts, das Risiko, körperliche und psychische Schäden beim Opfer, Sachschaden etc.) – das heisst die objektive Tatschwere – zu berücksic...
	2.1. Im Rahmen der unter der sexuellen Nötigung denkbaren Handlungen muss in objektiver Hinsicht das Verschulden des Beschuldigten als noch leicht eingestuft werden. Der Beschuldigte, welcher mit der Privatklägerin bereits eine mehr-monatige sexuelle ...
	3. Sexuelle Handlungen mit Anstaltspfleglingen
	3.1. Hinsichtlich der mehrfachen sexuelle Handlungen mit Anstaltspfleglingen ist  der Vorinstanz zuzustimmen, dass die objektive Tatschwerde indessen keines-
	wegs mehr leicht wiegt. Es kann vorab auf ihre sorgfältigen und zutreffenden  Erwägungen verwiesen werden (Urk. 61 S. 62 f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Zusammenfassend bleibt zu erwähnen, dass der Beschuldigte – entgegen allen  professionellen Regeln – wäh...
	3.2. In subjektiver Hinsicht ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass der Beschuldigte zielorientiert handelte. So erfand er eine Kontaktperson der Privatklägerin, zu welcher sie am Wochenende offiziell nach Hause ging, wenn sie das Wochenende beim Beschu...
	3.3. Insgesamt ist das Verschulden des Beschuldigten bezüglich des Vorwurfs der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen als mittelschwer zu qualifizieren.
	4. Es wurde aufgezeigt, dass für die sexuelle Nötigung eine Einsatzstrafe von  12 Monaten Freiheitsstrafe angemessen erscheint. Diese ist nun unter Einbezug   der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Anstaltspfleglingen zu erhöhen. Allerdings können un...
	5. Zum Vorleben des Beschuldigten kann einerseits auf die Untersuchungsakten (Urk. 18 S. 26 f., Urk. 26/1 - 3), die Befragung durch die Vorinstanz (Urk. 45 S. 1) und anderseits auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid (Urk. 61 S. 64)verwiesen wer...
	V.  Strafvollzug
	1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von ...
	1.1. In objektiver Hinsicht sind die Voraussetzungen zur Gewährung des bedingten Strafvollzuges im vorliegenden Fall erfüllt, da der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wird, die sich innerhalb des gesetzlich zulässigen Rahmens befindet.
	In subjektiver Hinsicht ist erforderlich, dass eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Die günstige Prognose wird vor-liegend vermutet, da der ...
	2. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so  bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB). Vorliegend sind keinerlei Gründe ersichtlich, die für eine besonders lange Probeze...
	VI.  Berufsverbot und Weisung
	1. Gemäss Art. 67 Abs. 1 StGB kann das Gericht jemandem, der in Ausübung  eines Berufes, Gewerbes oder Handelsgeschäftes ein Verbrechen oder Vergehen begeht, für das er zu einer Freiheitsstrafe von über sechs Monaten oder einer Geldstrafe von über 180...
	2. Bezüglich der theoretischen Grundlagen zur Erteilung einer Weisung kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 61 S. 66f., Art. 82 Abs. 4 StPO).
	3. Sowohl die von der Staatsanwaltschaft beantragte Aussprechung eines vierjährigen Berufsverbot, gemäss welchem der Beschuldigte nicht als Sozialpädagoge oder anderweitiger Betreuer in einer Anstalt oder Institution tätig sein dürfte, wie auch die ev...
	Es ist aus diesen Gründen sowohl von der Erteilung eines Berufsverbots wie auch einer Weisung abzusehen.
	VII.  DNA-Profil
	1. Betreffend die theoretischen Grundlagen ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 61 S. 67).
	2. Da es sich beim Beschuldigten um einen Ersttäter handelt, bei welchem nicht von einer Rückfallgefahr auszugehen ist, ist die Abnahme einer DNA-Probe nicht angezeigt.
	VIII.  Schadenersatz und Genugtuung
	IX.  Kosten
	1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen (Disp. Ziff. 10 1. Absatz).
	Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- anzusetzen. Im Berufungsverfahren unterliegt die appellierende Anklagebehörde mit ihren  Anträgen auf weitergehenden Schuldspruch und auf Straferhöhung vollumfänglich. Der appellierend...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerich