# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 100b8cb7-35d4-5255-ba2c-77d7d91e8171
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-29
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 29.10.2009 RR.2009.277
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2009-277_2009-10-29.pdf

## Full Text

Entscheid vom 29. Oktober 2009  
II. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Jean-Luc Bacher,  
Gerichtsschreiberin Andrea Bütler  

   
 
Parteien 

  
A., 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

STAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS 
ST. GALLEN, 

Beschwerdegegnerin 
 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an das 
Fürstentum Liechtenstein  
 
Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  RR.2009.277 
 
 
 

 

 

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Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass 

 
- das fürstliche Landgericht in Vaduz gegen A. ein Strafverfahren wegen Ver-

dacht des schweren Betrugs führt; 
 
- das fürstliche Landgericht in diesem Zusammenhang mit einem Rechtshil-

feersuchen vom 15. Juni 2009 an die Schweiz gelangt ist und um Heraus-
gabe von Bankunterlagen betreffend Konti bei der Bank B. und der Bank 
C., lautend auf A., ersucht hat (act. 2.5, 2.6, 2.7); 

 
- die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen (nachfolgend „Staatsanwalt-

schaft“) dem Rechtshilfeersuchen mit Eintretens- und Zwischenverfügun-
gen vom 25. Juni 2009 entsprochen und die Bank B. sowie die Bank C. zur 
Herausgabe der im Rechtshilfeersuchen verlangten Bankunterlagen aufge-
fordert hat (act. 2.3, 2.4); 

 
- die Staatsanwaltschaft mit Schlussverfügungen vom 7. und 17. Juli 2009 

die Herausgabe der von den Banken eingereichten Dokumente verfügte 
(act. 2.1, 2.2); 

 
- A. mit Schreiben vom 18., 20. und 22. August 2009 bei der Staatsanwalt-

schaft und beim Bezirksgericht Altstätten „Einsprache“ betreffend ein gegen 
ihn allenfalls laufendes Rechtshilfeverfahren erhebt und sinngemäss bean-
tragt, die beschlagnahmten Bankunterlagen seien zu versiegeln und nicht 
an die ausländische Behörde herauszugeben; er zudem um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht hat (act. 1, 3.2, 3.3, 6.1; 
RP.2009.36 act. 1);  

 
- die Staatsanwaltschaft die genannten Schreiben am 21., 25. und 

28. August 2009 zuständigkeitshalber an das Bundesstrafgericht weiter lei-
tete (act. 2, 3, 6); 

 
- das Bundesstrafgericht A. am 27. August 2009 um Mitteilung ersuchte, ob 

es sich bei den Eingaben um eine Beschwerde handle sowie um Angabe 
des Anfechtungsobjekts, ihm zudem ein Formular betreffend unentgeltliche 
Rechtspflege zugestellt hat und er aufgefordert wurde, dieses bis am 
7. September 2009 ausgefüllt zu retournieren (act. 5 bzw. RP.2009.36 
act. 2); 

 
- das Bundesstrafgericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit 

Zwischenentscheid RP.2009.36 vom 6. Oktober 2009 abgewiesen hat und 
A. eingeladen wurde, bis zum 19. Oktober 2009 einen Kostenvorschuss 

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von Fr. 4’000.-- zu leisten, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten 
wird; die Kosten des Entscheids über die unentgeltliche Rechtspflege dabei 
bei der Hauptsache belassen wurden; 

 
- die Poststelle in Z. den genannten (per Gerichtsurkunde versandten) Ent-

scheid am 8. Oktober 2009 in sein Postfach avisiert und am 22. Oktober 
2009 wegen Nichtabholen an das Bundesstrafgericht zurückgeschickt hat 
(RP.2009.36 act. 4, 5); 

 
- A. der Post anscheinend einen Zurückbehaltungsauftrag erteilt hat 

(act. 7, 8, RP.2009.36 act. 4, 5); 
 

- eingeschriebene Sendungen bei Zurückbehaltungsaufträgen am siebten 
Tag nach ihrem Eintreffen auf dem Postbüro am Wohnort des Empfängers 
als zugestellt gelten, sofern der Empfänger mit solchen Zustellungen mit 
einer gewissen Wahrscheinlichkeit rechnen musste (vgl. Art. 20 Abs. 2bis 
VwVG; MAITRE / THALMANN / (PLÜSS) in WALDMANN / WEISSENBERGER 
[Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfah-
ren, Zürich / Basel / Genf 2009, Art. 20 N. 37, 39, 42 – 46 sowie MARTAN-
TELLI-SONANINI / HUBER, a.a.O., Art. 11b FN. 11; je mit Hinweisen auf die 
Rechtsprechung);  

 
- obgenannter Zwischenentscheid mit der Einladung zur Leistung des Kos-

tenvorschusses A. damit am 15. Oktober 2009 als zugegangen gilt, zumal 
er mit behördlichen Zustellungen rechnen musste (vgl. dazu Zwischenent-
scheid des Bundesstrafgerichtes RP.2009.36 vom 6. Oktober 2009, E. 1.2, 
1.3); 

 
- die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Be-

trag rechtzeitig zu Gunsten der Behörde der Schweizerischen Post überge-
ben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist 
(Art. 21 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG); 

 
- der Beschwerdeführer den verlangten Kostenvorschuss nicht bezahlt hat; 
 
- auf die Beschwerde daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 63 

Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG); 
 
- der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens als unterlie-

gende Partei zu gelten und die Verfahrenskosten inklusive die Kosten des 
Entscheids über die unentgeltliche Rechtspflege zu tragen hat (Art. 63 
Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG); die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- 

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anzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 i.V.m. Art. 3 des Reglements vom 
11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht, 
SR 173.711.32); 

 
- der Untersuchungsrichter darauf aufmerksam gemacht wird, dass Schluss-

verfügungen – entgegen seinem Eröffnungsvermerk – in keinem Fall dem 
ersuchenden Staat herausgegeben werden dürfen (Urteil des Bundesge-
richts 1A.43/2003 vom 23. April 2003, E. 3.2; Entscheid des Bundesstrafge-
richts RR.2008.149 vom 11. Dezember 2008, E. 2.2). 

 
 

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Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer: 
 
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 
 

Bellinzona, 2. November 2009 
 
Im Namen der II. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- A., 
- Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, 
- Bundesamt für Justiz, 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).