# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d8b557f-e93a-5202-96a9-7df926d5fc45
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.03.2024 D-1715/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1715-2024_2024-03-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1715/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Susanne Bolz-Reimann (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richter Simon Thurnheer,    

Gerichtsschreiberin Regula Aeschimann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Liberia,   

vertreten durch Kerstin Krüger, HEKS Rechtsschutz  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 11. März 2024 / N (…). 

 

 

 

D-1715/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 11. September 2023 in der Schweiz um 

Asyl nach und gab an, er sei am (…) geboren und damit noch minderjährig.  

B.  

B.a Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank Eurodac 

ergab, dass der Beschwerdeführer am 18. Juli 2023 in Italien (Lampedusa) 

aufgegriffen und drei Tage später daktyloskopiert worden war.  

B.b Das SEM ersuchte die italienischen Behörden am 9. November 2023 

gestützt auf Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europä-

ischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) um Übernahme des Beschwerdeführers.  

B.c Am 17. November 2023 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer 

eine Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (nachfol-

gend: EB UMA) durch. Das Gespräch fand in englischer Sprache statt, 

nachdem sich herausstellte, dass der Beschwerdeführer die vom Dolmet-

scher gesprochene Sprache («gambisches Mandinka») nicht verstand.  

C.  

Aufgrund von Zweifeln an dem vom Beschwerdeführer angegebenen Alter 

beauftragte das SEM das Institut für Rechtsmedizin der Universität 

B._______ (nachfolgend: IRM) mit einer forensischen Lebensaltersschät-

zung. Dieses kam in seinem rechtsmedizinischen Gutachten vom 5. De-

zember 2023 zum Schluss, der Beschwerdeführer habe mit an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit das 18. Lebensjahr vollendet und die Voll-

jährigkeit erreicht. Das Mindestalter betrage 19 Jahre.  

D.  

Das SEM setzte die italienischen Behörden am 8. Dezember 2023 über die 

durchgeführte Altersabklärung in Kenntnis und übermittelte ihnen das Gut-

achten des IRM sowie eine automatisierte Übersetzung desselben.  

E.  

Mit Schreiben vom 12. Dezember 2023 gewährte das SEM dem Beschwer-

deführer das rechtliche Gehör zum rechtsmedizinischen Gutachten vom 

D-1715/2024 

Seite 3 

5. Dezember 2023 und gab ihm die Gelegenheit, zu diesem sowie zur be-

absichtigten Anpassung des Geburtsdatums des Beschwerdeführers im 

Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf den (…) Stellung zu 

nehmen. Gleichzeitig teilte es ihm mit, mutmasslich sei Italien für die Prü-

fung seines Asylgesuchs zuständig und das SEM werde voraussichtlich 

nicht auf dieses eintreten und ihn nach Italien wegweisen. Es wurde ihm 

die Möglichkeit eingeräumt, sich auch hierzu schriftlich zu äussern.  

F.  

Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 

19. Dezember 2023 eine Stellungnahme ein. In dieser wurde auf die in 

BVGE 2018 VI/3 entwickelten Kriterien zur Beurteilung von Altersabklärun-

gen verwiesen und festgehalten, das Gutachten des IRM vom 5. Dezember 

2023 stelle lediglich ein schwaches Indiz für die Volljährigkeit dar. Diesem 

stehe eine vom Beschwerdeführer vorgelegte «Wählerkarte» gegenüber. 

Weiter wurde darauf hingewiesen, dass asylsuchende Personen das Recht 

hätten, in einer ihnen verständlichen Sprache angehört zu werden. Der Be-

schwerdeführer habe bei der EB UMA bereits zu Beginn angegeben, dass 

er die Sprache des Dolmetschers nicht verstehe und selbst nur wenig Eng-

lisch spreche. Aus dem Protokoll sei denn auch ersichtlich, dass es mehr-

fach Verständigungsprobleme zwischen ihm und dem Dolmetscher gege-

ben habe. Es werde daher beantragt, die EB UMA neu anzusetzen mit ei-

nem korrekt sprachkundigen Dolmetscher. Die Altersanpassung werde be-

stritten und es werde die Anbringung eines Bestreitungsvermerks im 

ZEMIS beantragt. Ferner sei eine Verfügung betreffend die Altersanpas-

sung zu erlassen und er sei in den UMA-Strukturen zu belassen.  

G.  

Die italienischen Behörden liessen die vorgesehene Frist für die Beantwor-

tung des Übernahmeersuchens ungenutzt verstreichen. 

H.  

Mit Verfügung vom 11. März 2024 trat das SEM in Anwendung von Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdefüh-

rers nicht ein. Es ordnete die Wegweisung nach Italien an und forderte ihn 

auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. 

Gleichzeitig beauftragte es den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der 

Wegweisung, verfügte die Aushändigung der editionspflichtigen Akten ge-

mäss Aktenverzeichnis und hielt fest, einer allfälligen Beschwerde komme 

keine aufschiebende Wirkung zu. Ausserdem wurde in Dispositivziffer 2 der 

D-1715/2024 

Seite 4 

Verfügung festgestellt, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers sei im 

ZEMIS mit dem (…) mit Bestreitungsvermerk registriert worden.  

I.  

Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 

18. März 2024 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diesen 

Entscheid. Darin beantragte er, die Ziffern 1, 3, 4 und 5 der angefochtenen 

Verfügung seien aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf sein 

Asylgesuch einzutreten, eventualiter sei sie Sache zur rechtsgenüglichen 

Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Weiter sei die Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung aufzuheben 

und sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) anzupassen. Die Vorinstanz 

sei anzuweisen, ihn bis zum Ausgang des Beschwerdeverfahrens in den 

UMA-Strukturen unterzubringen. Ferner werde ausdrücklich beantragt, 

keine vorsorglichen Massnahmen im Sinne von Art. 56 VwVG zu treffen, 

um die aufschiebende Wirkung zu erteilen. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht wurde zudem um unentgeltliche Prozessführung und Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht.  

J.  

Die Instruktionsrichterin setzte den Vollzug der Wegweisung mit superpro-

visorischer Massnahme vom 20. März 2024 – ungeachtet des in der Be-

schwerde gestellten, nicht weiter begründeten Antrags um Verzicht auf vor-

sorgliche Massnahmen – per sofort einstweilen aus.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

D-1715/2024 

Seite 5 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und […] AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asyl- 

suchende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zu-

ständigen Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss  

Dublin-III-VO. Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mit-

gliedstaat für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, 

nachdem der betreffende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküber-

stellung zugestimmt hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 

VI/5 E. 6.2). 

4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfah-

ren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, so-

bald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 

Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens 

(engl.: take charge) sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genann-

ten Zuständigkeitskriterien anzuwenden (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Ge-

mäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO ist in Verfahren von unbegleiteten Minder-

jährigen ohne familiäre Anknüpfungspunkte (zu einem anderen Mitglied-

staat) derjenige Staat zuständig, in welchem der Antrag gestellt wurde.  

D-1715/2024 

Seite 6 

5.  

5.1 Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung hinsichtlich des Alters 

des Beschwerdeführers aus, es obliege der asylsuchenden Person, ihre 

Minderjährigkeit glaubhaft zu machen. Anlässlich der Erstbefragung habe 

er wenig stichhaltige oder substanziierte Angaben gemacht, welche für das 

von ihm angegebene Alter sprechen würden. Der Beschwerdeführer habe 

zwar eine Geburtsurkunde erwähnt, welche jedoch bei einem Brand verlo-

ren gegangen sei. Zudem habe er auf seinem Smartphone eine Wähler-

karte vorgewiesen. Er habe diese jedoch nicht nachträglich zu den Akten 

gereicht und es handle sich dabei per se nicht um ein rechtsgenügliches 

Dokument. Das durchgeführte Altersgutachten habe sodann ergeben, dass 

von einem Mindestalter von 19 Jahren auszugehen sei und der Beschwer-

deführer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das 18. Lebens-

jahr vollendet habe. Dies sei – entgegen der in der Stellungnahme vom 

19. Dezember 2023 vertretenen Auffassung – als starkes Indiz für die Voll-

jährigkeit zu werten und dem Gutachten komme ein erhöhter Beweiswert 

zu. Angesichts der Verfristung des Übernahmeersuchens sei überdies an-

zunehmen, dass auch die italienischen Behörden von seiner Volljährigkeit 

ausgingen. Vor diesem Hintergrund sei der Beschwerdeführer als volljäh-

rige Person zu betrachten.  

Hinsichtlich der angeblichen sprachlichen Probleme bei der EB UMA sei 

festzustellen, dass sachliche Diskrepanzen vorlägen, welche nicht durch 

eine ungenaue Übersetzung erklärbar seien. Aus dem Protokoll der EB 

UMA ergebe sich, dass der Beschwerdeführer dem Befragungsverlauf 

habe folgen können und immer die Möglichkeit gehabt habe, Unklarheiten 

zu klären oder bei Missverständnissen nachzufragen. Eine Neuansetzung 

der Befragung erweise sich daher als nicht gerechtfertigt und der betref-

fende Antrag sei abzulehnen.  

5.2 In der Beschwerde wurde unter anderem eine Verletzung des rechtli-

chen Gehörs gerügt. Gestützt auf Art. 5 Abs. 1 und 5 Dublin-III-VO hätten 

Gesuchsteller das Recht auf ein persönliches Gespräch unter Bedingun-

gen, die eine angemessene Vertraulichkeit gewährleisteten. Dies ergebe 

sich auch aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör, wobei das Erfordernis 

der «Persönlichkeit» dazu diene, den Sachverhalt vollumfänglich zu ermit-

teln und auch zwischenmenschlich-nonverbale Kommunikationselemente 

zu erfassen. Das Gespräch sei in einer Sprache zu führen, welche der An-

tragsteller verstehe, wobei bei Bedarf ein Dolmetscher hinzuzuziehen sei 

(Art. 5 Abs. 4 Dublin-III-VO). Die Muttersprache des Beschwerdeführers sei 

Mandingo im liberischen Dialekt, wobei diese Sprache – wie auch 

D-1715/2024 

Seite 7 

Mandinka – zum Mande-Vai-Zweig der Mande-Sprachen gehöre, welche 

in grossen Teilen Westafrikas gesprochen würden. Mandingo selbst werde 

jedoch nur von einer Minderheit in Sierra Leone und Teilen Liberias gespro-

chen. Darüber hinaus besitze der Beschwerdeführer einen geringen Wort-

schatz in Englisch. Bei der EB UMA sei ein Dolmetscher für gambisches 

Mandinka eingesetzt worden und der Beschwerdeführer habe diesen nicht 

verstanden. Nach mehreren Anläufen mit Verständigungsschwierigkeiten 

sei entschieden worden, die Befragung in englischer Sprache durchzufüh-

ren. Der Beschwerdeführer habe diesem Vorgehen unter der Bedingung 

zugestimmt, dass er stets Rückfragen stellen könne und Übersetzungsfeh-

ler nicht zu seinen Lasten gingen. In der Folge sei es mehrfach zu Proble-

men bei der Verständigung gekommen. Es sei darauf hinzuweisen, dass 

der Dolmetscher keine Zertifizierung für die englische Sprache besessen 

und bei den Aussagen dennoch auf Englisch Zwischenfragen gestellt habe. 

Weiter sei der Beschwerdeführer immer wieder vom Englischen in das 

Mandingo gerutscht, wobei der Fachspezialist nicht an der Übersetzung in 

einer Sprache festgehalten habe, sondern mit einer Mischung beider Spra-

chen versucht habe, verständliche Aussagen zu erhalten. Der Beschwer-

deführer habe so keine Möglichkeit gehabt, Angaben zu seinem Alter oder 

seinen Lebensumständen durch detaillierte Beschreibungen, versehen mit 

Realkennzeichen, glaubhaft darzulegen. Vielmehr habe er nur kurze Ant-

worten geben können. Durch diese Umstände seien ihm Nachteile entstan-

den und sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden. Bei der 

Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Altersangaben müsse eine Gesamt-

würdigung vorgenommen werden, wobei im Zweifelsfall von der Minder-

jährigkeit auszugehen sei.  

6.  

6.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 VwVG) umfasst als Mitwir-

kungsrecht alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in 

einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann 

(vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3). Das Recht auf vorgängige Anhörung im Sinne 

von Art. 30 Abs. 1 VwVG als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs sieht insbe-

sondere vor, dass die Behörde sich beim Erlass ihrer Verfügung nicht auf 

Tatsachen abstützen darf, zu denen sich die von der Verfügung betroffene 

Person nicht vorgängig äussern und diesbezüglich Beweis führen konnte. 

Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes we-

gen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufgelis-

teten Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an 

der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG).  

D-1715/2024 

Seite 8 

Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet 

einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-

sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. BVGE 2014/2 E. 5.1 

m.w.H.).  

6.2 Grundsätzlich trägt die asylsuchende Person die Beweislast für die be-

hauptete Minderjährigkeit (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.3 m.w.H.). Im Asyl-

verfahren ist das Geburtsdatum von der asylsuchenden Person zumindest 

glaubhaft zu machen. Die Minderjährigkeit gilt dabei als glaubhaft gemacht, 

wenn für deren Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, selbst wenn 

das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass die gesuchstellende 

Person bereits volljährig ist (vgl. BGE 140 III 610 E. 4.1 m.w.H.).  

6.3 Bei der Einschätzung des Alters von angeblich minderjährigen Asylsu-

chenden ist – sofern keine Reise- oder Identitätspapiere vorliegen – eine 

Gesamtwürdigung vorzunehmen, bei der namentlich die protokollierten 

Aussagen zu den persönlichen Lebensumständen zu berücksichtigen sind. 

Dabei interessieren insbesondere die Angaben zum Alter, zu Identitätspa-

pieren respektive den Gründen für deren Nichteinreichung, zu den familiä-

ren Umständen, zum Schulbesuch, zu den Ausreiseumständen sowie ge-

gebenenfalls länderspezifische Angaben zum behaupteten Herkunftsge-

biet (vgl. etwa Urteile des BVGer D-264/2022 vom 14. März 2022 E. 6.2.1 

oder D-102/2022 vom 17. Januar 2022 E. 4.5 und 5). 

6.4 Vor der geplanten Überstellung einer asylsuchenden Person im Rah-

men eines Dublin-Verfahrens ist gemäss Art. 5 Dublin-III-VO den Antrag-

stellenden ein "persönliches Gespräch" durchzuführen, um die Bestim-

mung des zuständigen Mitgliedstaats zu erleichtern. Dieses Gespräch ist 

– unter Vorbehalt der in Art. 5 Abs. 2 Dublin-III-VO genannten Ausnahme-

tatbestände – in Form einer Befragung durchzuführen, auf die nicht ver-

zichtet und die nicht durch eine schriftliche Stellungnahme ersetzt werden 

kann (vgl. Urteil des BVGer E-6348/203 vom 24. November 2023 [zur Pub-

likation vorgesehen] E. 6.6 m.H.).  

7.  

7.1 Für den vorliegenden Fall ist festzuhalten, dass mit dem Beschwerde-

führer kein Dublin-Gespräch, aber eine EB UMA durchgeführt wurde. Der 

D-1715/2024 

Seite 9 

anwesende Dolmetscher sprach indessen eine als «gambisches 

Mandinka» bezeichnete Sprache, die nicht der Muttersprache des Be-

schwerdeführers («Mandingo») entspricht. Bereits zu Beginn kam es zu 

Verständigungsschwierigkeiten und der Dolmetscher führte aus, er glaube, 

zwischen den beiden Sprachen gebe es einen grossen Unterschied. Der 

Beschwerdeführer erklärte sodann auf Englisch, er verstehe gambisches 

Mandinka nicht. Auf Wunsch des Sachbearbeiters des SEM wurde die Be-

fragung in englischer Sprache fortgesetzt, wobei der Beschwerdeführer – 

der bereits zu diesem Zeitpunkt angab, er spreche nicht gut Englisch – 

aufgefordert wurde, nachzufragen, wenn er etwas nicht verstehe (vgl. vgl. 

SEM-Akte […]-17/9 [nachfolgend Akte 17], S. 2). Dem Protokoll der Befra-

gung lässt sich entnehmen, dass es an verschiedenen Stellen zu Verstän-

digungsschwierigkeiten kam. Entsprechende Probleme gab es etwa bei 

Nachfragen zu einem Unfall respektive Brand, bei welchem der Beschwer-

deführer seine Angehörigen respektive seine Dokumente verloren habe 

(vgl. Akte 17, Ziff. 1.06). Teilweise konnten auch relativ einfache Fragen, 

wie der genaue Herkunftsort (Provinz und Distrikt) wegen Übersetzungs-

schwierigkeiten nicht geklärt werden (vgl. Akte 17, Ziff. 1.07). Zu erhebli-

chen Problemen bei der Übersetzung kam es weiter bei der Frage, mit wel-

chem Geburtsdatum der Beschwerdeführer in Italien erfasst worden sei, 

wobei er sich offenbar in Englisch nicht auszudrücken vermochte und 

Mandinka sprach. Im Protokoll findet sich an dieser Stelle die Bemerkung, 

dass er und der Dolmetscher sich nicht verstanden hätten (vgl. Akte 17, 

Ziff. 2.06). Es ist somit zweifelhaft, ob die diesbezüglichen Angaben des 

Beschwerdeführers korrekt erfasst worden sind. Schliesslich wurde ein 

Versuch, kurz die Gründe für das Asylgesuch zu erheben, abgebrochen, 

weil eine Verständigung nicht möglich war (vgl. Akte 17, Ziff. 7.01).  

Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-

rer nicht über ausreichende Englischkenntnisse verfügte, um sich zu ver-

schiedenen Aspekten, welche in die Gesamtwürdigung bei der Einschät-

zung seines Alters einzubeziehen wären (vgl. oben E. 6.3), zu äussern. 

Auch wenn er der Befragung in den Grundzügen folgen konnte und ein-

zelne Fragen zu beantworten vermochte, konnten verschiedene Punkte 

nicht geklärt werden, weil eine Verständigung nicht möglich war.  

7.2 Im Rahmen der Stellungnahme vom 19. Dezember 2023 wurde der 

Antrag gestellt, die EB UMA neu anzusetzen mit einem entsprechend 

sprachmächtigen Dolmetscher. Das SEM lehnte dieses Begehren unter 

anderem mit der Begründung ab, dass es sich «hinsichtlich der angeblich 

durch sprachliche Probleme bedingten Substanziiertheit» um sachliche 

D-1715/2024 

Seite 10 

Diskrepanzen handle, welche nicht durch eine ungenaue Übersetzung er-

klärbar seien (vgl. die angefochtene Verfügung, S. 5 letzter Abschnitt). Zu 

Recht wird in der Beschwerde darauf hingewiesen, dass aus der Verfügung 

nicht hervorgeht, welche Diskrepanzen hierbei gemeint sind, zumal dem 

Beschwerdeführer keine widersprüchlichen Angaben vorgeworfen werden. 

Entgegen der implizit vom SEM vertretenen Auffassung ist es überdies 

durchaus als möglich zu erachten, dass allfällige zu wenig substanziierte 

Aussagen auf die beschränkten Englischkenntnisse des Beschwerdefüh-

rers zurückzuführen sind. Wie oben dargelegt wurde, geht aus dem Proto-

koll der EB UMA klar hervor, dass er sich teilweise nicht in Englisch aus-

drücken konnte, in das Mandingo wechselte und so wiederum vom Dol-

metscher nicht verstanden wurde. Die Begründung des SEM, warum es 

auf die erneute Durchführung der Befragung mit einem Dolmetscher, wel-

cher die Sprache des Beschwerdeführers versteht, verzichtete, erweist 

sich daher als nicht nachvollziehbar.  

7.3 An dieser Stelle ist ferner darauf hinzuweisen, dass eine medizinische 

Altersabklärung nicht den Beweis für das Vorliegen der Minder- bezie-

hungsweise Volljährigkeit einer Person erbringt, sondern lediglich als Indiz 

hierfür zu gelten vermag (vgl. Urteil E-6348/2023 [zur Publikation vorgese-

hen] E. 8.2 m.H.a BVGE 2018 VI/3). Die für eine umfassende Beurteilung 

erforderlichen Angaben lassen sich aus den vorliegenden Akten – nament-

lich dem Altersgutachten, der impliziten Zustimmung der italienischen Be-

hörden zum Übernahmeersuchen sowie der mangelhaften EB UMA – nicht 

entnehmen. Der Sachverhalt erweist sich daher als nicht vollständig fest-

gestellt.  

7.4  

7.4.1 Weiter wurde der Beschwerdeführer während der (unzureichenden) 

EB UMA nicht zu einer allfälligen Zuständigkeit Italiens und einer möglichen 

Wegweisung im Rahmen einer Dublin-Überstellung dorthin befragt. In die-

sem Zusammenhang wurde einzig die Frage gestellt, mit welchem Ge-

burtsdatum er in Italien registriert worden sei, wobei es sich hierbei um ei-

nen Aspekt handelt, bei welchem es zu massgeblichen Übersetzungs-

schwierigkeiten kam (vgl. Akte 17, Ziff. 2.06). Selbst bei einer korrekten 

Übersetzung würde dies indessen den Anforderungen an ein persönliches 

Gespräch im Sinne von Art. 5 Dublin-III-VO nicht genügen, nachdem dem 

Beschwerdeführer nicht die Gelegenheit eingeräumt wurde, sich zur mög-

lichen Zuständigkeit Italiens und eventuellen Gründen, welche gegen eine 

Wegweisung dorthin sprechen könnten, zu äussern.  

D-1715/2024 

Seite 11 

7.4.2 Bei Nichteintretensentscheiden nach Art. 31a Abs. 1 AsylG wird einer 

asylsuchenden Person das rechtliche Gehör gewährt (Art. 36 Abs. 1 

AsylG). Dies geschieht in der Regel in der Vorbereitungsphase; eine Anhö-

rung zu den Asylgründen findet dagegen nicht statt (Art. 36 Abs. 2 AsylG e 

contrario). Bei einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG, welcher gestützt auf die Dublin-III-Verordnung ergeht, wird 

das aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende Recht auf vorgän-

gige Anhörung im Rahmen eines persönlichen Gesprächs nach Art. 5 Dub-

lin-III-VO ausgeübt (vgl. BVGE 2023 VI/2 E. 5.4). Dieses Gespräch ermög-

licht es dem Betroffenen, allfällige Einwände gegen die Zuständigkeit eines 

Dublin-Mitgliedstaates sowie einer Überstellung dorthin vorzubringen, wo-

bei dies nicht durch eine schriftliche Stellungnahme ersetzt werden kann 

(vgl. Urteil des BVGer F-2619/2022 vom 24. Juni 2022 E. 5.3 m.H).  

7.4.3 Das SEM hat bei der Prüfung der Zuständigkeit eines anderen Dub-

lin-Staates neben dem Abgleich der Fingerabdrücke einer asylsuchenden 

Person mit der Eurodac-Datenbank auch weitere relevante Sachverhalts-

elemente abzuklären. Dabei ist insbesondere an Angaben zur Reiseroute, 

zu allfälligen Asylgesuchen in anderen Staaten sowie mögliche Überstel-

lungshindernisse zu denken. Diese Abklärung erfolgt in der Regel im Rah-

men einer ersten summarischen Befragung, wobei auch Sachverhaltsele-

mente, welche zu einem Selbsteintritt verpflichten oder zu einem solchen 

aus humanitären Gründen Anlass geben könnten, zu erfragen sind 

(vgl. BVGE 2011/23 E. 5.4.3).  

7.4.4 Vorliegend wurde der Beschwerdeführer bei der EB UMA zu keinem 

Zeitpunkt über eine mögliche Zuständigkeit Italiens für die Durchführung 

seines Asylverfahrens in Kenntnis gesetzt oder nach allfälligen Überstel-

lungshindernissen gefragt. Dies obwohl ein entsprechender Eurodac-Tref-

fer vorlag und das SEM bereits am 9. November 2023 ein Übernahmeer-

suchen an die italienische Dublin-Unit gerichtet hatte. Die Vorinstanz hat 

es somit versäumt, den Beschwerdeführer gezielt im Rahmen eines per-

sönlichen Gesprächs im Sinne von Art. 5 Dublin-III-VO zu einer Überstel-

lung nach Italien zu befragen. Die spätere schriftliche Gewährung des 

rechtlichen Gehörs, welche vorliegend zusammen mit der Möglichkeit zur 

Stellungnahme zum Altersgutachten erfolgt ist, reicht – wie oben in E. 6.4 

dargelegt wurde – nicht aus (vgl. zu ähnlichen Ausgangslagen die Urteile 

des BVGer D-5220/2022 vom 14. Dezember 2022. F-2619/2022 E. 5.1 ff. 

und E-1462/2024 vom 25. März 2024). Das SEM hat folglich Art. 5 Abs. 1 

Dublin-III-VO und damit auch den Anspruch des Beschwerdeführers auf 

rechtliches Gehör verletzt. Dass eine Konstellation vorliegen würde, 

D-1715/2024 

Seite 12 

aufgrund derer ausnahmsweise auf eine Durchführung einer persönlichen 

Befragung verzichtet werden könnte (Art. 5 Abs. 2 Dublin-III-VO), wird in 

der angefochtenen Verfügung nicht einmal behauptet. Entsprechendes 

ergibt sich auch nicht aus den Akten.  

7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass das SEM vorliegend den 

Sachverhalt unvollständig festgestellt und das rechtliche Gehör des Be-

schwerdeführers (sowie die Begründungspflicht) verletzt hat.  

8.  

8.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück.  

8.2 Der Verzicht auf die Durchführung eines persönlichen Gesprächs, ohne 

dass einer der in Art. 5 Abs. 2 Bst. b Dublin-III-VO genannten Tatbestände 

erfüllt wäre, ist gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-

richts als schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs zu werten. 

Nachdem das persönliche Gespräch, wie oben ausgeführt, nicht durch 

eine schriftliche Stellungnahme der antragstellenden Person ersetzt wer-

den kann, wird die Gehörsverletzung auch nicht dadurch geheilt, dass die 

betroffene Person die Möglichkeit zur schriftlichen Äusserung gegenüber 

dem SEM erhielt. Vielmehr müsste dazu das persönliche Gespräch nach-

geholt werden. Einer Heilung der Gehörsverletzung im Beschwerdeverfah-

ren steht überdies die eingeschränkte Kognition des Bundesverwaltungs-

gerichts entgegen. Folglich ist die angefochtene Verfügung in derartigen 

Konstellationen ungeachtet der Verfahrensaussichten in der Sache zu kas-

sieren (vgl. Urteil des BVGer F-4528/2022 vom 15. Dezember 2022 E. 3.3 

m.H.).  

8.3 Weiter ist der Sachverhalt vorliegend als nicht ausreichend festgestellt 

zu erachten. Nach dem Gesagten kann die fehlende Entscheidungsreife 

nicht durch die Beschwerdeinstanz herbeigeführt werden, weshalb die an-

gefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Diese hat mit dem Beschwerdeführer 

ein persönliches Gespräch durchzuführen, welches den Anforderungen an 

Art. 5 Dublin-III-VO genügt. Zudem hat sie – im Rahmen einer Befragung 

in einer Sprache, in welcher der Beschwerdeführer sich genügend differen-

ziert ausdrücken kann – die erforderlichen Informationen einzuholen, wel-

che für die Beurteilung der geltend gemachten Minderjährigkeit erforderlich 

sind.  

D-1715/2024 

Seite 13 

8.4 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass in der Beschwerde gerügt 

wird, das SEM habe der Rechtsvertretung keine Einsicht in ein als «Car-

Ticket» bezeichnetes Beweismittel gegeben (vgl. Beschwerde, Ziff. 19). 

Tatsächlich dürfte es sich dabei um ein Zugticket respektive eine Quittung 

für ein solches zuzüglich einer Strafzahlung – weil der Beschwerdeführer 

ohne gültige Fahrkarte unterwegs war – handeln (vgl. Beweismittelver-

zeichnis zu Vorhaben […]-001/1). Aufgrund der Akten lässt sich nicht fest-

stellen, ob Einsicht in dieses Beweismittel gewährt worden ist. Das SEM ist 

daher gehalten, der Rechtsvertretung im Rahmen des wiederaufzuneh-

menden Verfahrens entsprechend Akteneinsicht zu gewähren. Gleichzeitig 

ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass eine von ihm erwähnte 

«Wählerkarte», welche er anlässlich der EB UMA auf seinem Smartphone 

vorgewiesen habe (vgl. Akte 17, Ziff. 1.06), sich nicht bei den Akten befin-

det und folglich auch nicht in die Beurteilung miteinbezogen werden kann. 

Sollte er sich im Folgenden auf dieses Beweismittel berufen wollen, wird er 

dieses nachzureichen haben.  

9.  

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen. Die angefochtene 

Verfügung ist aufzuheben und die Sache zur vollständigen Feststellung 

des Sachverhalts und zur Durchführung eines korrekten Verfahrens an die 

Vorinstanz zurückzuweisen.  

Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die weiteren Be-

schwerdevorbringen einzugehen.  

10.  

Mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache werden die in der Be-

schwerde gestellten verfahrensrechtlichen Anträge um unentgeltliche Pro-

zessführung, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und Be-

lassung des Beschwerdeführers in den UMA-Strukturen gegenstandslos.  

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer 

keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

11.2 Weiter ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung auszu-

richten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche Rechts-

vertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen vom 

Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch 

Art. 111ater AsylG). 

D-1715/2024 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt wird.  

2.  

Die Verfügung des SEM vom 11. März 2024 wird aufgehoben und die Sa-

che wird im Sinne der Erwägungen zur vollständigen Feststellung des 

Sachverhalts und zur korrekten Durchführung des Verfahrens an die Vor-

instanz zurückgewiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Bolz-Reimann Regula Aeschimann 

 

 

Versand: