# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58309d9b-0acd-527d-a8c8-09b72faead7f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.06.2017 200 2017 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-38_2017-06-06.pdf

## Full Text

200 17 38 IV
SCJ/BRM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Juni 2017

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 30. Dezember 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ meldete sich am 22. Oktober 2012 wegen 
eines im Mai 2012 diagnostizierten Mammakarzinoms zur Beruflichen Inte-
gration/Rente bei der IV-Stelle Bern (IVB) an (Akten der IVB [act. II] 12). 

Die IVB holte erwerbliche (act. II 18, 26) und medizinische (act. II 20, 23, 
25, 28) Unterlagen sowie eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) ein (act. II 33). Die auf rad-ärztliche Empfehlung ab Anfang 
2014 eingeholten Verlaufsberichte (act. II 35, 40) liessen nach dem Bericht 
der RAD-Ärztin Dr. med. C.________, FMH Innere Medizin, noch keine 
Definition eines Zumutbarkeitsprofils zu, sodass sie vorschlug, ein polydis-
ziplinäres Gutachten (gynäkologisch, orthopädisch, psychiatrisch und inter-
nistisch) einzuholen (act. II 44). Das in der Folge damit beauftragte 
D.________ (MEDAS) … (act. II 51) erstattete das Gutachten am 13. Fe-
bruar 2015 (act. II 54.1).

Sodann liess die IVB einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb erstellen 
(act. II 66). 

Nachdem der RAD nochmals Stellung genommen (act. II 69 S. 3 ff.) und 
die Einschätzung der Gutachter als insgesamt nachvollziehbar beurteilt 
hatte, holte die IVB Zwischenberichte der behandelnden Ärzte ein (act. II 
99, 102, 103, 108) und veranlasste – aufgrund zwischenzeitlich geänderter 
Rechtsprechung – eine Verlaufsbegutachtung in der MEDAS (act. II 81, 
85); das Gutachten wurde am 28. Juni 2016 erstattet (act. II 111.1). Im 
Rahmen der anschliessenden Aktualisierung des Abklärungsberichts 
Haushalt/Erwerb wurde ab Mai 2013 ein Invaliditätsgrad von 82% und ab 1. 
Januar 2014 ein solcher von 32% ermittelt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 3

B.

Gestützt auf diese Abklärungen stellte die IVB der Versicherten mit Vorbe-
scheid vom 23. August 2016 die Ausrichtung einer vom 1. Mai 2013 bis 
31. März 2014 befristeten ganzen Rente in Aussicht (act. II 117) und ver-
fügte, nachdem sie den Abklärungsdienst zu den von der Versicherten, 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 11. Oktober 2016 erhobe-
nen Einwänden (act. II 121) hatte Stellung nehmen lassen (act. II 124), am 
30. Dezember 2016 entsprechend dem Vorbescheid (act. II 128). 

C.

In der dagegen erhobenen Beschwerde vom 13. Januar 2017 lässt die 
Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt B.________, beantra-
gen, die Verfügung vom 30. Dezember 2016 sei aufzuheben und der Be-
schwerdeführerin sei von Mai 2013 bis März 2014 eine ganze Rente sowie 
ab April 2014 eine Dreiviertelrente auszurichten. Eventualiter sei die Verfü-
gung vom 30. Dezember 2016 aufzuheben und der Beschwerdeführerin 
von Mai 2013 bis März 2014 eine ganze Rente sowie ab April 2014 eine 
Viertelrente auszurichten; subeventualiter sei die Verfügung vom 30. De-
zember 2016 aufzuheben und der Beschwerdeführerin von Mai 2013 bis 
März 2014 eine ganze Rente sowie ab April 2014 bis September 2016 eine 
Dreiviertelrente, eventuell eine Viertelrente, auszurichten. Gerügt wird, 
dass das zweite Gutachten eine unzulässige second opinion darstelle und 
deshalb darauf nicht darauf abgestellt werden könne, dass für die Invali-
ditätsbemessung zu Unrecht die gemischte Methode angewendet worden 
sei und dass sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen falsch 
berechnet worden seien. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. Februar 2017 beantragt die IVB, es sei 
auf die Beschwerde nicht einzutreten, soweit sie die Zusprache einer gan-
zen Rente ab Mai 2013 bis März 2014 zum Gegenstand habe; im Übrigen 
sei die Beschwerde abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 30. Dezember 2016 (act. II 
128), mit welcher die Beschwerdegegnerin rückwirkend eine vom 1. Mai 
2013 bis 31. März 2014 befristete ganze Rente zugesprochen hat. Geltend 
gemacht wird die Ausrichtung einer (Teil-)Rente über diesen Zeitpunkt hin-
aus. Rechtsprechungsgemäss ist die richterliche Überprüfungsbefugnis 
nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene Bezugszei-
ten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 V 413 
E. 2d S. 418). Zu prüfen ist somit der grundsätzliche Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf eine Invalidenrente. Dem in der Beschwerdeantwort 
gestellten Antrag, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, soweit die Zeit 
von Mai 2013 bis März 2014 betreffend, ist somit nicht zu entsprechen. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 5

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 6

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 
142 V 290 E. 4 S. 293). Die gemischte Methode bezweckt eine möglichst 
wirklichkeitsgerechte Bemessung des IV-Grades. Entscheidend ist nicht, 
welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Ge-
sundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie 
hypothetisch, d.h. ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Ver-
hältnissen, erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 7

2.5.1 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Ren-
tenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge-
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho-
ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 
130 V 343 E. 3.5 S. 349).

2.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]). 

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Im Arztbericht der behandelnden Onkologin, Dr. med. E.________, 
vom 22. November 2012 wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit ein Mammakarzinom rechts, anamnestisch ein Status nach 
Burnout 2006 sowie ein Status nach Eisenmangel festgehalten und eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 1. Juni 2012 bescheinigt (act. II 20). 

3.1.2 Die Hausärztin Dr. med. F.________ bestätigte die Hauptdiagnose 
(Mammakarzinom) am 23. November 2012 und attestierte eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit vom 4. Mai 2012 bis mindestens 30. Juni 2013 (act. II 
23). In den Verlaufsberichten vom 9. Juli 2013 und 17. März 2014 beschei-
nigte sie einen stationären Gesundheitszustand sowie eine 100%ige Ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 8

beitsunfähigkeit bis voraussichtlich 31. August 2013 (act. II 25) bzw. bis 31. 
März 2014 (act. II 40).

3.1.3 Im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung wurden als Diagno-
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine atypische Depression ICD-
10: F32.8 (mit/bei St. n. Mammakarzinom mit operativer, radiotherapeuti-
scher und chemotherapeutischer Behandlung, V. a. schizoide Persönlich-
keitsstörung ICD-10 F60.1) sowie ein Mammakarzinom rechts (mit/bei 
Lymphknotenmetastase axillär rechts, St. n. wiederholter neoadjuvanter 
Chemotherapie mit verschiedenen Präparaten, St. n. Ablatio mammae 
rechts, St. n. lokoregionärer Bestrahlung, endokriner Therapie [vorgesehe-
ne Laufzeit 5 Jahre] und Tumor-assoziierter Fatigue) festgehalten; ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein St. n. Tuberculum majus-
Fraktur links 05/2013, weitgehend ausgeheilt, sowie ein ausgeprägter tho-
rakal fixierter Hohlrundrücken nach wahrscheinlichem Morbus Scheuer-
mann diagnostiziert. Im Vordergrund stünden die subjektiv angegebenen 
kognitiven Störungen/Schwächen im Sinne einer geistigen Ermüdbarkeit. 
Im orthopädischen Bereich fänden sich keine Hinweis auf eine verminderte 
Leistungsfähigkeit, aber geringe Einschränkungen der Schulterbeweglich-
keit, welche eine repetitive Tätigkeit über Kopf oder eine Tätigkeit mit He-
ben und Tragen von Lasten über fünf Kilogramm (in Kombination mit dem 
gynäkologischen Leiden) ausschlössen. Aus psychiatrischer Sicht finde 
sich eine atypische Depression, kompliziert durch das somatische Leiden 
(Erschöpfungssyndrom), mit Müdigkeit, rascher Überforderung und Kon-
zentrationsstörungen sowie durch eine Alexithymie, eine ausgeprägte inne-
ren Leere, deutliche Ängste und die diagnostizierte schizoide Persönlich-
keitsstörung. In der zuletzt ausgeübten und 2006 wegen eines Erschöp-
fungssyndroms aufgegebenen Tätigkeit als kaufmännische Angestellte in 
einem Garagenbetrieb sei die Explorandin spätestens seit dem Jahr 2012 
nicht mehr arbeitsfähig. In einer adaptierten Tätigkeit (körperlich leichte 
Tätigkeiten ohne repetitive Überkopfarbeit, ohne repetitives Heben und 
Tragen von Lasten über fünf Kilogramm und ohne repetitive Belastung so-
wie Verletzungsgefahr des rechten Armes in einer den intellektuellen 
Fähigkeiten angepassten Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an Flexibi-
lität, Stressresistenz) bestehe heute eine Restarbeitsfähigkeit von 60%, 
dies ab Januar 2014. Die Diagnose der atypischen Depression mit Neuras-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 9

thenie-ähnlicher Symptomatik könne im Sinn einer sogenannten „Päusbo-
nog-Diagnose“ verstanden werden. Im Falle dieser Versicherten bestehe 
aber eine Polymorbidität, d.h. ein heute nicht sicher abgrenzbarer Anteil der 
aktuellen Fatigue-Symptomatik müsse mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit als Folge der Behandlung des Mammakarzinoms gewertet werden; 
hinzu trete die Persönlichkeitsstörung sowie das Verarbeiten einer solch 
schweren Diagnose (Karzinom mit hohem Rezidivrisiko). Indiziert wären 
stützende hausärztliche, allenfalls auch fachpsychiatrische Gespräche; 
berufliche Massnahmen wären der – hierfür wenig motivierten – Versicher-
ten ab sofort zumutbar. Durch diese Massnahmen sei gesamthaft keine 
wesentliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (act. II 54.1 insb. 
S. 35 ff.).

3.1.4 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, FMH Psychiatrie und Psycho-
therapie, schloss sich – auch wenn er in psychiatrischer Hinsicht eine di-
vergierende Diagnose als näherliegend erachtete – gesamthaft der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter an (act. II 69).

3.1.5 Verschiedene Untersuchungen betreffend die bestehende allgemei-
ne Müdigkeit ergaben kein somatisches Korrelat für deren Erklärung (act. II 
99, 102, 103).

3.1.6 Im Verlaufsgutachten vom 28. Juni 2016 hielt die MEDAS als Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Bewegungseinschrän-
kung der rechten Schulter leichten bis mässigen Grades (bei Narbenkon-
traktur und Lymphödem des rechten Armes mit leichter Kraftminderung 
nach axillärer Lymphadenektomie sowie Nachbestrahlung bei Mammakar-
zinom), einen thorakal fixierten Hohlrundrücken (V. a. Morbus Scheuer-
mann, indolent) sowie ein Mammakarzinom rechts (mit/bei Lymphknoten-
metastase axillär rechts, St. n. wiederholter neoadjuvanter Chemotherapie 
mit verschiedenen Präparaten, St. n. Ablatio mammae rechts, St. n. lokore-
gionärer Bestrahlung, endokriner Therapie [vorgesehene Laufzeit 8 Jahre]) 
fest; als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine 
Epicondylopathia humeri radialis beidseits (geringgradig ausgeprägt), ein 
Patellaspitzensyndrom beidseits (geringgradig ausgeprägt), ein Hallux val-
gus et rigidus beidseits (geringgradig ausgeprägt), ein St. n. Tuberculum 
majus-Fraktur links 05/2013 (folgenlos ausgeheilt), ein St. n. Eisenmangel 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 10

bei Hypermenorrhoe mit St. n. parenteraler Eisensubstitution sowie ein 
Vitamin D-Mangel genannt. Eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit auf-
grund einer somatischen oder psychiatrischen Erkrankung könne nicht 
festgestellt werden. Anders als im Gutachten von 2015 müsse davon aus-
gegangen werden, dass die Versicherte den damals gestiegenen Anforde-
rungen in der freien Wirtschaft und am damaligen Arbeitsplatz nicht mehr 
gewachsen gewesen sei, dies wegen ihrer schon vorbestehenden Konstitu-
tion. In einer einfachen, kaufmännischen Tätigkeit ohne hohe Anforderun-
gen an die Flexibilität sei die Versicherte voll arbeitsfähig. Aufgrund der 
aktuellen gutachterlichen Untersuchung bestehe auch in einer adaptierten 
körperlich leichten Tätigkeit ohne vermehrte Beanspruchung des rechten 
Armes und der rechten Schulter ab Gutachtensdatum eine volle Arbeits-
fähigkeit; diese Verbesserung gegenüber dem vorangegangenen Gutach-
ten sei mit der konsolidierten Situation bezüglich des onkologischen Lei-
dens zu erklären (act. II 111.1 insb. 44 ff.).

3.2 Es wird nicht grundsätzlich bestritten, dass der medizinische Sach-
verhalt hinreichend abgeklärt ist; die Beschwerdeführerin lässt allerdings 
geltend machen, dass das zweite Gutachten eine unzulässige second   
opinion darstelle und deshalb darauf nicht abgestellt werden dürfe. Diese 
Frage braucht indessen – wie nachfolgend dargelegt wird (vgl. E. 3.2.3 
hiernach) – nicht entschieden zu werden. 

Ferner wird geltend gemacht, dass bei der Invaliditätsbemessung zu Un-
recht die gemischte Methode angewendet (vgl. E. 3.2.1 hiernach) und bei-
de Vergleichseinkommen falsch berechnet (vgl. E. 3.2.3 hiernach) worden 
seien. 

3.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, da sie ledig sowie kinderlos und 
somit nicht als im Aufgabenbereich tätige Hausfrau einzustufen sei, müsse 
vorliegend zur Invaliditätsbemessung die allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs zur Anwendung gelangen. Auszugehen sei ferner da-
von, dass die Beschwerdeführerin bei vollständiger Gesundheit im Zeit-
punkt des Rentenbeginns überwiegend wahrscheinlich zu 100% erwerbs-
tätig wäre. Dass sie vor der vollständigen Aufgabe der Erwerbstätigkeit im 
Jahre 2006 in einem Pensum von 80% gearbeitet habe, sei ausschliesslich 
auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen; schon Jahre vor der Kündi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 11

gung hätten – wie im MEDAS-Gutachten vom 13. Februar 2015 sowie in 
der RAD-Stellungnahme vom 30. Juli 2015 beschrieben – akzentuierte 
schizoid, zwanghaft-selbst-unsichere und asthenische Persönlichkeitszüge 
bzw. eine Persönlichkeitsstörung bestanden.

Tatsächlich ist aufgrund der Akten, insbesondere den Angaben und Erhe-
bungen im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb (act. II 66 S. 9), davon aus-
zugehen, dass die ledige und kinderlose Beschwerdeführerin, die in einer 
Wohnung ohne Garten lebt, keinen Aufgabenbereich im Haushalt hat, der 
eine Bemessung der Invalidität nach der gemischten Methode implizieren 
würde. Dies wird denn auch von der Beschwerdegegnerin anerkannt (vgl. 
Beschwerdeantwort, C. Ziff. 11). Die Invalidität ist deshalb ausschliesslich 
nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu bemessen 
(vgl. E. 2.3 hiervor; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

Zu prüfen bleibt indessen, in welchem zeitlichen Pensum die Beschwerde-
führerin im Validitätsfall, d.h. ohne gesundheitliche Beeinträchtigung, heute 
tätig wäre. Im Rahmen der Erhebung vor Ort zur Erstellung des Ab-
klärungsberichtes Haushalt/Erwerb vom 20. Juli 2015 hat sie angegeben, 
sie habe bereits vor der Krebserkrankung neben der Arbeit keine Freizeit 
gehabt (act. II 66 S. 2 unten); dies sei der Grund gewesen, weshalb sie an 
ihrer letzten Stelle bei der Firma H.________ AG zu 80% gearbeitet und 
die Stelle dann wegen zunehmender Überforderung am Arbeitsplatz 
gekündigt habe. In der Beschwerde (Art. 7, S. 10) macht sie geltend, ohne 
den vorbestehenden Gesundheitsschaden hätte sie damals das Arbeits-
pensum nicht reduziert, und schliesst daraus, dass sie bei guter Gesund-
heit heute überwiegend wahrscheinlich zu 100% erwerbstätig wäre. In der 
Arbeitgeberbescheinigung vom 8. August 2013 (act. II 26 S. 2) wird festge-
halten, die Beschwerdeführerin habe das Arbeitsverhältnis aus gesundheit-
lichen Gründen per Ende Juli 2006 ausgelöst. Dies entspricht ihren Anga-
ben im ersten MEDAS-Gutachten vom 13. Februar 2015 (act. II 54.1 S. 10 
Ziff. 3.2), wonach sie ihre letzte Tätigkeit wegen eines Burnouts aufgege-
ben habe. In der Folge hat die Beschwerdeführerin keine Stelle mehr ange-
treten. Unter diesen Umständen kann – auch wenn keine Arztberichte über 
den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Kündi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 12

gung vorliegen – als erstellt gelten, dass die Aufgabe der Stelle bei der 
Firma H.________ AG in erster Linie gesundheitlich bedingt war. 

In der oben genannten Arbeitgeberbescheinigung werden lediglich das 
Pensum und der Lohn ab 1. April 2006 ausgewiesen, nicht dagegen der in 
den davor liegenden Jahren – allenfalls unterschiedlich – vereinbarte Be-
schäftigungsgrad. Aus der Kündigung vom 26. April 2006 lässt sich immer-
hin schliessen, dass die Beschwerdeführerin zuletzt mit einem Pensum von 
80% gearbeitet hat (act. II 26 S. 9). Gleiches ergibt sich auch aus dem IK-
Auszug: Danach hat die Beschwerdeführerin bis im Jahr 2000, eventuell 
auch noch teilweise im Jahr 2001, wohl einen höheren Beschäftigungsgrad 
aufgewiesen, verdiente sie z.B. im Jahr 1999 Fr. 66‘033.— (act. II 18 S. 4), 
was einem vollen Pensum entsprochen haben dürfte; vergleichbar sind die 
Jahre 1995, 1998 und 2000. Anschliessend betrugen die abgerechneten 
Einkommen im Durchschnitt ca. Fr. 54‘000.—, sodass der angegebene 
Beschäftigungsgrad von 80% vor Beendigung ihres letzten Arbeitsverhält-
nisses als nachvollziehbar erscheint. Indessen liegen keine echtzeitlichen 
medizinischen Unterlagen bei den Akten, die über die gesundheitlichen 
Verhältnisse der Beschwerdeführerin ab Beginn der Tätigkeit für die Firma 
H.________ AG im Jahre 1993 bis zum Ausbruch der Krebserkrankung im 
Jahre 2012 Auskunft geben würden; insbesondere wurde für die Zeit vor 
2012 ärztlich keine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Angesichts dessen ist es 
bloss möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwer-
deführerin ihr anfänglich höheres Pensum bei der Firma H.________ AG 
im Verlauf der Zeit aus gesundheitlichen Gründen auf 80% reduziert hat. 
Die Folgen dieser Beweislosigkeit hat die Beschwerdeführerin zu tragen 
(BGE 138 V 218 E. 6 S. 222). Es kann deshalb entgegen ihrer Auffassung 
nicht davon ausgegangen werden, dass sie ohne Gesundheitsschaden 
heute mit einem Pensum von 100% arbeiten würde. Vielmehr erweist es 
sich als sachgerecht, aufgrund des zuletzt betragenden Pensums von 80% 
im Validitätsfall auf eine Beschäftigung im Rahmen von ebenfalls 80% zu 
schliessen. 

Die Invaliditätsbemessung ist nach dem Gesagten einzig anhand eines 
Einkommensvergleichs vorzunehmen, wobei – anders als von der Be-
schwerdeführerin geltend gemacht – davon auszugehen ist, dass sie ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 13

gesundheitliche Beeinträchtigung mit einem Pensum von 80% erwerbstätig 
wäre.

3.2.2 Im Hinblick auf die Beurteilung des Rentenanspruchs ergibt sich aus 
den Akten Folgendes:

Eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit von 100% ist nach dem Bericht 
der Hausärztin Dr. med. F.________ vom 23. November 2012 (samt den 
beigelegten spezialärztlichen Berichten) ab 4. Mai 2012 ausgewiesen (act. 
II 23). Angesichts der Anmeldung zur Beruflichen Integration/Rente vom 
22. Oktober 2012 (act. II 12) kann ein Rentenanspruch frühestens ab Mai 
2013 entstehen (Art. 29 Abs. 1 IVG). Im ersten – unbestritten gebliebenen 
– MEDAS-Gutachten vom 13. Februar 2015 wurde davon ausgegangen, 
dass nach Abschluss der therapeutischen Massnahmen aufgrund des 
Mammakarzinoms im Februar 2013 noch eine volle Arbeitsunfähigkeit be-
standen und sich die Arbeitsfähigkeit im Verlauf des Jahres 2013 sukzessi-
ve auf das ab Januar 2014 in einer adaptierten Tätigkeit attestierte Aus-
mass von 60% gesteigert habe. Darüber hinaus sei die Versicherte wegen 
der Tuberculum majus-Fraktur ab Mai 2013 für ca. drei Monate voll arbeits-
unfähig gewesen (act. II 54.1 S. 37 f.). 

Bei diesen Gegebenheiten lässt es sich nicht beanstanden und wirkt sich 
jedenfalls nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin aus, wenn die Be-
schwerdegegnerin nach Ablauf der Wartefrist (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) von 
Mai bis Dezember 2013 von einer anhaltenden somatisch bedingten 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist. Dies führt unter Berück-
sichtigung eines Pensums im Gesundheitsfall von 80% (vgl. E. 3.2.1 hier-
vor) zu einer Invalidität von ebenfalls 80% (BGE 142 V 290, insb. E. 7 S. 
297 f.). Damit ist der Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversiche-
rung ab Mai 2013  ausgewiesen, was letztlich auch unbestritten ist.

3.2.3 Aufgrund der im MEDAS-Gutachten von 13. Februar 2015 ausge-
wiesenen Verbesserung des Gesundheitszustandes ab Januar 2014 hat 
die IVB die zugesprochene Rente revisionsweise per Ende März 2014 auf-
gehoben. Die Beschwerdegegnerin hat eine revisionsrechtlich relevante 
Veränderung der medizinischen Situation erst gegen Ende 2013 ange-
nommen und die Invalidität ausgehend davon neu bemessen. Angesichts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 14

der gutachterlichen Beurteilung, nach Abschluss der Therapie betreffend 
das Mammakarzinom habe sich die Arbeitsfähigkeit ab Februar 2013 suk-
zessive auf das attestierte Ausmass von 60% gesteigert und ab Mai 2013 
habe wegen der Tuberculum majus-Fraktur für ca. drei eine volle Arbeits-
unfähigkeit bestanden (act. II 54.1 S. 37 f.), könnte durchaus diskutiert 
werden, eine solche Veränderung bereits auf einen früheren Zeitpunkt hin 
anzunehmen. Wenn die Verwaltung dies nicht tat, wirkt sich das allerdings 
(auch) nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin aus und ist letztlich 
nicht zu beanstanden.

Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, dass der Beschwerde-
führerin gemäss dem ersten MEDAS-Gutachten vom 13. Februar 2015 ab 
Januar 2014 eine Leistung von 60% in einer angepassten Tätigkeit zuge-
mutet werden kann. Dies wird auch von der Beschwerdeführerin anerkannt 
(vgl. Beschwerde Art. 8 S. 10 f.). Ob angesichts der Ausführungen im zwei-
ten MEDAS-Gutachten vom 28. Juni 2016 (vgl. E. 3.1.6 hiervor) ab Januar 
2014 überhaupt noch von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf-
grund einer psychiatrischen Erkrankung auszugehen war oder ob die redu-
zierte Leistungsfähigkeit ab Januar 2014 bereits damals auf die vorbeste-
hende Konstitution zurückzuführen und deshalb unter iv-rechtlichen Ge-
sichtspunkten nicht von Belang war, kann letztlich offenbleiben, würde dies 
doch zu keinem anderen Ergebnis führen, als wenn auf das erste MEDAS-
Gutachten abgestellt wird. Damit muss auch nicht abschliessend beurteilt 
werden, ob es sich beim zweiten MEDAS-Gutachten um eine unzulässige 
second opinion handelt (vgl. E. 3.2 hiervor).

3.2.4 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 15

bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 30. Oktober 
2002, I 517/02, E. 1.2).

Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen anhand der Lohn-
strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2014 ermittelt. Dies 
erscheint fraglich, wenn davon ausgegangen wird, dass die Beschwerde-
führerin ihre letzte Stelle bei der Firma H.________ AG in erster Linie aus 
gesundheitlichen Gründen aufgegeben hat. Würde man das im Jahre 2005 
ausgewiesene Einkommen bei dieser Firma in Höhe von Fr. 54‘093.— auf 
das vorliegend massgebende Jahr 2014 indexieren, resultierte ein hypothe-
tisches Valideneinkommen von Fr. 61‘091.— (Index 2005: Basis 100, Index 
2009: 107, Veränderung 2009 – 2010: 1.1%, Index 2010: neue Basis 100, 
Index 2014: 104.4). Ausgehend vom zuletzt im Jahre 2006 erzielten Ver-
dienst (Fr. 33‘191.— für Januar bis Juli 2006), hochgerechnet auf ein Jahr, 
indexiert auf das Jahr 2014 (Index 2006: 100.2, Index 2009: 107, Verände-
rung 2009 – 2010: 1.1%, Index 2010: neue Basis 100, Index 2014: 104.4), 
ergäbe sich ein noch leicht höheres Valideneinkommen in Höhe von 
Fr. 61‘794.—. Der von der Beschwerdegegnerin nach LSE 2014, Tabelle 
T17, Pos. 41, Total, Frauen ermittelte Wert für eine 80% Tätigkeit liegt bei 
Fr. 59‘623.—. Dass dabei der Totalwert und nicht derjenige des Lebensal-
ters herangezogen wurde, ist entgegen der Auffassung der Beschwerde-
führerin korrekt (vgl. Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV], Kreis-
schreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung 
[KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, Anhang VII; früher IV-Rundschreiben Nr. 
328 vom 22. Oktober 2014).

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-
kret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 
2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 16

strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Für die Bemessung des Invalideneinkommens hat die IVB ebenfalls auf die 
Tabelle T17, Pos. 41, Total, Frauen der LSE abgestellt, allerdings auf die 
Version 2012. Dies ist nicht nachvollziehbar, nachdem die LSE 2014 be-
reits verfügbar war und die IVB für die Bemessung des Valideneinkom-
mens ebenfalls darauf abgestellt hat. Damit ist – im Lichte des gutachterlich 
definierten Zumutbarkeitsprofils – vom gleichen Tabellenwert wie zur Be-
stimmung des Valideneinkommens auszugehen, sodass das Invalidenein-
kommen unter Berücksichtigung des noch zumutbaren Pensums von 60% 
sowie eines allfälligen leidensbedingten Abzuges vom Tabellenlohn von 
15%, was letztlich offen blieben kann, mit Fr. 38‘010.— zu veranschlagen 
ist (Fr. 5‘915 x 12 : 40 x 42 x 0.6 x 0.85). 

Eine Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt selbst in der für 
die Beschwerdeführerin günstigsten Variante mit einem Valideneinkommen 
in Höhe von Fr. 61‘794.— (vgl. oben) eine erwerbliche Einbusse von 
38.49%. Dieser Wert ist nach der Rechtsprechung gemäss BGE 142 V 290 
entsprechend dem Beschäftigungsgrad von 80 % mit dem Faktor 0.8 zu 
gewichten, was zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 
gerundet 30.8% führt (vgl. auch Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
21. März 2017, 9C_615/2016, E. 5.5 f.).

3.3 Der Invaliditätsgrad liegt ab Januar 2014 mithin klar unter 40%, was 
nach drei Monaten (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV) zur Aufhebung der ganzen 
Rente ab April 2014 führt.

Die angefochtene Verfügung erweist damit im Ergebnis als rechtmässig, 
die dagegen erhobene Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 17

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.—, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art.  1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.— werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2017, IV/17/38, Seite 18

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.