# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73f02e42-435e-529e-b389-043d96bc9b15
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-30
**Language:** de
**Title:** Fallabschluss und IE-Entscheid rechtens; Rückweisung zur AF-Beurteilung
**Docket/Reference:** UV.2019.00254
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00254.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00254
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Fankhauser
Gerichtsschreiberin Hediger
Urteil
vom
3
0.
September 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
Rechtsanwalt Michael Steudler, Kundenrechtsdienst Zürich
Postfach, 8010 Zürich
gegen
AXA Versicherungen AG
Generaldirektion
General
Guisan
-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
vertreten durch
lic
.
iur
.
Y.___
Krepper
Spring Partner
Sophienstrasse 2, Postfach, 8032 Zürich
Sachverhalt:
1.
Die 1964
geborene
X.___
war
seit dem 1.
Januar 2004 als diplo
mierte Pflegefachfrau
(80
%
)
in der Neonatologie
des
Universitätsspital
s
Z.___
angestellt
(vgl.
Urk.
11/A1,
Urk.
11/A48
f.
)
und dadurch
bei der AXA
Ver
sicherungen AG
(nachfolgend: AXA) obligato
risch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsu
nfällen versichert
. Am
2.
Mai 2013 stiess sie zu Hause beim Tangotanzen mit dem linken Fuss gegen eine Schwelle
,
woraufhin
sie
über
Schmerzen und eine
Fehlstellung des v
ierten
Zehens
am linken Fuss klagte
(
vgl.
Unfallmeldung vom
6.
Mai 2013,
Urk.
11/A1). Der tags darauf erst
behandelnde Arzt der Klinik für Unfallchirurgie,
Z.___
, diagnostizierte
bildgebend
eine wenig dislozierte Zehenfraktur
Dig
. IV links (
Phalanges
proximal)
, verschrieb eine kon
servative Therapie und attestierte der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit vom
2.
bis
8.
Mai 2013 (
Urk.
11/M2
f.).
Die AXA anerkannte den Schadenfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Bei persistierenden Beschwerden wurde
Ende
Mai 2013
verdachtsweise ein
Morbus
Sudeck
festgehalten
u
nd nebst
einer
Analgesie eine Physiot
herap
ie verordnet
(vgl. Bericht des
Z.___
vom 2
3.
Mai 2013,
Urk.
11/M4).
Im
Juli 2013
berichtete der
behandelnde Rheumatologe der Universitätsklinik
A.___
einen erfreulichen Verlauf und schloss die Behandlung
per Ende
Juli 2013 ab. Zudem attestierte er
der Versicherten ab dem
5.
August 2013 eine 100
%ige Arbeitsfähigkeit
(vgl. Berichte vom 2
5.
Juli und
3.
September 2013,
Urk.
11/M8,
Urk.
11/M13
).
Von September
2013 bis anfangs 2017 doku
mentierte die behandelnde
Hausärztin
unverändert
belastungsabhängige Schmer
zen und eine leichte chronische Lymphschwellung bei jedoch
durchgehend
erhal
tener 100%iger Arbeitsfähigkeit (vgl. Berichte vom 1
2.
September 2013,
5.
Juni 2014, 2
5.
September 2014, 2
2.
Februar 2016,
2
0.
Juni 2016 und 1
0.
Januar 2017
,
Urk.
11/M14,
Urk.
11/M16 f.,
Urk.
11/M21 f.
,
Urk.
11/M24;
vgl. auch die
zwischenzeitlich abgegebenen
Stellungnahme
n
des die AXA beratenden
Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Me
dizin,
vom 1
7.
De
zember 2014 und 1
8.
August 2017,
Urk.
11/M19
,
Urk.
11/M23). In seiner Stellungnahme vom
2
7.
Januar 2017 kam
Dr.
B.___
zum Schluss, der End
zustand sei nunmehr erreicht
(
Urk.
11/M25)
. Gestützt darauf stellte die AXA die
Heilbehandlungskosten
mit Verfügung vom 1
5.
Februar 2017 per 3
1.
Januar 2017 ein; zudem verneinte sie einen Anspruch der Versicherten auf Integritäts
entschädigung (
Urk.
11
/
A35,
vgl. auch Schreiben vom
3.
Februar 2017,
Urk.
11/A32).
Auf die dagegen erhobene Einsprach
e
der
Versicherte
n
vom
2
1.
Februar 2017 (
Urk.
11/A36;
mit Ergänzung vom 1
4.
März 2017,
Urk.
11/A38)
veranlasste
die AXA die
ärztliche
Untersuchung durch den
sie beratenden
Dr.
med. C.___
, Facharz
t FMH für Chirurgie, vom
4.
D
ezember 2017
(vgl.
Untersuchungsbe
richt vom
4.
Dezember 2017,
Urk.
11/M26/2; mit Ergänzung vom
8.
Januar 2018,
Urk.
11/M26/1).
Gestützt darauf hob die AXA die Verfügung vom 1
5.
Februar 2017 auf (vgl. Schreiben vom
7.
Dezember 2017,
Urk.
11/A51). Mit neuer Verfügung vom
2.
November 2018 stellte
sie
die
Heilbehandlungs
kosten
bei Erreichen des Endzustandes per
3
0.
November 2018 ein
.
Hinsichtlich des zu prüfenden Rentenanspruches stellte die AXA in Aussicht, diesen nach Abschluss der Eingliederungsmassnahmen durch die Invaliden
versicherung zu prüfen und forderte die Versicherte hierzu auf, sich bis zum
1.
Dezember 2018 bei der Invalidenversicherung zur Durchführung beruflicher Massnahmen (Umschulung) zu melden, speziell zur Durchführung der für die Anerkennung der Deutschen Diplome erforderlichen MAS Gesundheitswesen. Sollte bis zum
1.
Dezember 2018 keine Neuanmeldung bei der Invaliden
versicherung erfolgt sein, so würde der Einkommensvergleich auf denjenigen Einkommen basieren, wie sie nach der Umschulung zu erzielen in der Lage wäre, was kein
en
Renten
anspruch begründen würde. Bei der Invaliditätsbemessung stellte die AXA beim Invalideneinkommen schliesslich auf die Dozententätigkeit, hochgerechnet auf ein volles Pensum ab, was einen Invaliditätsgrad von 0
%
ergab. Sie vereinte daher einen Rentenanspruch und wies das Begehren um eine Integritätsentschä
digung ab
(
Urk.
11/A77). Die am 2
8.
November 2018 dagegen erhobene Einspra
che
(
Urk.
11/A78) wies die AXA
mit
Einspracheentscheid
vom 2
0.
September 2019 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am 2
3.
Oktober 2019 Beschwerde und beantragte, (1) es sei die Sache in Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom 2
0.
September 2019 an die AXA zurückzuweisen, damit diese ein neutrales, fuss
chirurgisches Guta
chten auf eigene Kosten einhole; (2) e
s seien ihr (der Beschwer
deführerin) über den 3
0.
November 2018 die gesetzlichen Leistungen (insbeson
de
re Heilungskosten) auszurichten; (3) e
s sei ihr eine Invalidenrente entsprechend eines Invaliditätsgrades von 30
%
, mindesten
s jedoch von 20
%
, zuzusprechen; (4) e
s sei ihr (der Beschwerdeführerin) eine Integritätsentschädigung auszurichten (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Februar 2020 schloss die Beschwer
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10)
, was der Beschwerdeführerin am 1
7.
Februar 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Aufgrund der im Februar 2018 erfolgten Anmeldung bei der Eidgenössischen Invalidenversiche
rung
(vgl.
Urk.
11/A69) zog das Gericht die
Akten der Invalidenversicherung bei (
vgl. Verfügung vom 2
4.
Juni 2020,
Urk.
14,
Urk.
15,
Urk.
16/1-50).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
che
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu b
eurteilende Unfall hat sich am
2.
Mai 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6
des
UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil
des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu wer
den, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfall
versicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.5
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16
des Bundes
ge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
der
medizinische
Endzustand
des
linken Fuss
es
sei bereits
im Januar 2017 erreicht
worden; die Einstellung der
Heilbehandlungskosten
per 3
0.
November 2018 sei damit rech
tens.
Sodann sei die Beschwerdeführerin
gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
C.___
in ihr
er bisherigen Tätigkeit zu 80
%, hinsichtlich einer – näher umschriebe
nen Verweistätigkeit –
seit dem 4.
Dezember 2017 (Untersuchungs
datum) jedoch zu 100 % arbeitsfähig
.
Die von der Beschwerdeführerin bereits heute zeitweise ausgeübte Lehrtätigkeit sei eine dem genannten Zumutbarkeits
profil optimal angepasste Tätigkeit. Mit Unterstützung der Invalidenversicherung wäre es der Beschwerdeführerin möglich gewesen, sich ein Fähigkeitszeugnis für eine leidensangepasste Tätigkeit als Dozentin oder als medizinische
Kodiererin
anzueignen, wobei letzteres gar ohne grossen Aufwand möglich gewesen wäre. Als Bildungsverantwortliche wäre es der Beschwerdeführerin gemäss Angaben des
Z.___
, Direktion Human Resources Management, bei vollem Pensum möglich, einen Lohn von Fr. 118'000.-- zu verdienen, als medizinische
Kodiererin
einen solchen von Fr. 110'000.--. Dem
Valideneinkommen
von
Fr.
112'557.65.-- gegenübergestellt, resultiere in beiden Fällen kein rentenbegründender Invalidi
tätsgrad. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht sei der Beschwerdeführerin ein Berufs- und Stellenwechsel zumutbar und die damit zu erzielenden Ein
kommen anzurechnen. Auf den effektiv erzielten Lohn sei nicht abzustellen, weil die Beschwerdeführerin die ihr zumutbare Erwerbsfähigkeit nicht voll ausschöpfe. Selbst ohne die erforderliche Weiterbildung ergäbe sich kein Rentenanspruch. Würde auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres 2016, Tabelle 11, abgestellt, betrüge das auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeits
zeit von 41,7
Wochenstunden hochgerechnete Invalideneinkommen Fr. 120'597.65 (Fachhochschule, Total Frauen, Stufe 1+2) bzw. Fr. 108'933.-- (Höhere Berufsausbildung Fachschule, Total Frauen, Stufe 1+2). Ein leidensbe
dingter Abzug vom Tabellenlohn sei nicht angebracht.
Schliesslich
liege gemäss
Dr.
C.___
kein
Integritätsschaden
vor
(
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte die
Beschwerdeführerin
ein
,
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
C.___
überzeuge nicht, weshalb darauf
nicht abgestellt werden
könne. Zudem habe er nicht begründet, weshalb der Endzustand im Januar 2017 erreicht
worden sei.
Ginge man von der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit von
Dr.
C.___
aus, würde eine 20%ige Einschränkung und damit zumindest ein Invaliditätsgrad von 20
%
resultieren. Die Annahme, die Beschwerdeführerin könnte als Dozentin oder als medizinische
Kodiererin
die verbliebene Arbeitsfähigkeit voll ausschöpfen und damit einen finanziell besseren Verdienst erzielen, sei völlig realitätsfern. Es gäbe Probleme hinsichtlich der Anerkennung der Deutschen Ausbildungstitel in der Schweiz. Auch die von der Invalidenversicherung beauftragte Berufsberaterin habe bestätigt, dass die Beschwerdeführerin schlechte Aussichten auf einen Einstieg als vollzeitige Berufsschullehrerin habe. Auf das Einkommen als medizinische
Kodiererin
dürfe nicht abgestellt werden, unter anderem weil der zugrunde gelegte Lohn gemäss Rückfrage beim Leiter Medizinische Kodierung viel zu hoch sei und die Beschwer
deführerin die Anforderungen für diesen Job nicht ohne Weiteres erfülle. Falls auf Tabellenlöhne abgestellt würde, so wäre die Stufe 1+2, Fachhochschule viel zu hoch angesetzt und wäre ein Leidensabzug von mindestens 25
%
angezeigt.
Schliesslich sei aufgrund der
Stellungnahme von
Dr.
B.___
vom 1
8.
August 2016 sowie mit Blick auf die
dauernden und erheblichen Beeinträchtigung
en
die
Erheblichkeitsschwelle
für die
Zuspra
ch
e
einer Integritätsentschädigung vor
liegend erreicht (
Urk.
1).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort stellte sich die Beschwerdegegnerin auf den Stand
punkt, auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
C.___
könne nicht abgestellt werden. Vielmehr sei gestützt auf die übrige Aktenlage von einer 100%iger Arbeitsfähigkeit als Pflegefachfrau auszugehen. Damit bestehe auch kein Renten
anspruch
. Ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung sei gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
C.___
zu Recht verneint worden
(
Urk.
10).
3.
3
.1
Im
Bericht vom
3.
Mai 2013 diagnostizierte der erstbehand
elnde Arzt
des
Z.___
bildgebend
eine wenig dislozierte Zehenfraktur
Dig
. IV links (
Phalanges
proximal).
Klinisch zeigten sich
eine kleine Fehlstellung des
Zehens
(
Dig
.
IV) sowie Schmerzen über
dem proximalen Gelenk links
.
Es wurde
eine konservative Therapie mit harter Sohle und Tapeverband
verordnet
und der Beschwerdeführe
rin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
2.
bis
8.
Mai 2013 attestiert
(
Urk.
11/M2, vgl. auch den Rönt
genbefund vom
3.
Mai 2013, Urk.
11/M3).
3
.2
Bei persistierenden Schmerzen und Hypothermie im linken Fuss wurde die Beschwerdeführer
in
Ende
Mai 2013 erneut im
Z.___
vorstellig
Klinisch zeigten sich
ein Hämatom über den Zehen II-IV, eine
Druckdolenz
im vierten Zehen,
Stauchungsschmerzen und eine bläuliche Verf
ärbung über dem Fussrücken. Der beurteilende Facharzt für Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Oberarzt kam zum Schluss, es handle
sich
dabei
am ehesten um einen Morbus
Sudeck
.
Nebst einer Analgesie
wurde eine
Physiotherapie
verordnet
(Urk.
11/M4, vgl. auch Röntgenbefund vom 2
3.
Ma
i 2013,
Urk.
11/M5). Zudem nahm die Beschwerdeführerin im weiteren Verlauf eine Osteopathie sowie
Craniosacraltherapie
wahr
.
Ende Juli 2013 wurde die
Behandlung im
A.___
abgeschlossen
und der Beschwerdeführerin ab dem
5.
August
2013
eine 100
%
ige A
rbeitsfähig
keit attestiert
(
Bericht vom
3.
September 2013,
Urk.
11/M13, Urk.
11/M14
).
3
.3
Von Ende 2013 bis anfangs 2017 dokumentierte die behandelnde
Dr.
med. D.___
, Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin,
unverändert belastungs
ab
hängige Schmerzen und eine leichte chronische Lymphschwellung bei jedoch erhaltener 100%iger Arbeitsfähigkeit (vgl. Berichte vom 1
2.
September 2013, 5.
Juni 2014, 2
5.
September 2014, 2
2.
Februar 2016, 2
0.
Juni 2016 und 10.
Januar 2017
;
Urk.
11/M14,
Urk.
11/M16 f.,
Urk.
11/M21 f.,
Urk.
11/M24; vgl.
auch die zwischenzeitlich abgegebenen Stellungnahmen des die
Beschwer
degegnerin
beratenden
Dr.
B.___
vom 1
7.
De
zember 2014 und 18.
August 2017,
Urk.
11/M19,
Urk.
11/M23).
Gestützt darauf kam
Dr.
B.___
mit
Stellungnahme vom 2
7.
Januar 2017 zum Schluss, der Endzustand sei nunmehr erreicht
; mittels Lymphdrainagen könne höchstens der Status Quo aufrechterhalten werden
(
Urk.
11/M25).
3
.4
Im
chirurgisch-
traumatologischen
Untersuchung
sbericht vom
4.
Dezember 2017
stellte
Dr.
C.___
mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
folgende Diagnose (Urk.
11/M26/2 S. 5):
-
Anpralltrauma im linken Fuss am
2.
Mai 2013 mit/bei
-
gerin
g dislozierter Zehenfraktur D4 links
-
Status nach konservativer Behandlung, darunter CRPS mit rezidi
vierender Schwellneigung im linken Fuss
Ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit hielt er einen Senkspreizfuss beidseits sowie einen beginnenden
Halux
valgus
beidseits fest (
Urk.
11/M26/2 S. 5).
Im Rahmen der Anamnese habe
die Beschwerdeführerin rezidivierende Schmer
zen im Bereich des linken Sprunggelenks sowie zwischen den Zehen 2 und 4 links
beklagt
. Die Schmerzen träten insbesondere bei längere
m Stehen oder Gehen auf unebenem Gelände
ab ca. 15 Minuten
auf
. Als Pflegefachfrau in der Neonatologie müsse sie aufgrund beengter Platzverhältnisse das Gewicht häufig auf ein Bein verlagern. Zudem arbeite sie häufig in der Hocke. Dies belaste den
Vorfuss
zusätzlich. Alsdann
müsse sie bei Entbindungen lange
s
tehen und beim Verlegen
von Frühgeburten schwere Lasten zum
Transportfahrzeug anheben. All
dies löse zusätzliche Beschwerden aus im linken Fuss. Aufgrund krampfartiger Beschwer
den im linken
Vorfuss
sei der Nachtschlaf gestört. Aktuell absolviere sie alle 2 Tage ein
Kiesertraining
sowie im wöchentlichen Rhythmus eine Physio- sowie
Craniosakraltherapie
. Zudem erfolgten Lymphdrainagen ca. einmal monatlich und nehme sie eine Bedarfsanalgesie (
Diclofenac
) ein (
Urk.
11/M26/2 S. 3).
In klinischer Hinsicht notierte
Dr.
C.___
im Wesentlichen reproduzierbare Druckschmerzen im Bereich der
Kal
kaneus
, der vorderen Fusswurzel, plantar des vorderen Fussgewölbes
und über den Grundgelenken der Zehen 1-4
bei
jedoch
erhalten
er Beweglichkeit der Zehengelenke. Typische Sudeckzeichen
wie Hyper
hidrose, Glanzhaut,
Schwellung, Temperatursprung und Änderung des Haar- und Nagelwuch
s
es hätten sich indes n
icht gezeigt (
Urk.
11/M26/2 S. 4 f.).
In ihrer bisherigen Tätigkeit als Pflegefachfrau in der Neonatologie sei die Beschwerdeführerin weiterhin zu 80
%
arbeitsfähig; die fehlenden 20
%
seien einem erhöhten Pausenbedarf geschuldet.
In
einer wechselbelastenden, über
wiegend (das heisse über 50
%
)
sitzenden Tätigkeit, ohne Lastentragen insbeson
dere
auf unebenem Gelände, ohne repetitives Treppengehen, ohne das Besteigen von Leitern u
nd Gerüsten und ohne repetitive
h
ockende, kniende und kauernde
Tätigkeiten sei die Beschwerdeführerin seit dem
4.
Dezember 2017 (Untersu
chungsdatum) zu 100
%
arbeitsfähig. Eine unfallbedingte entschädigungspflich
tige Einschränkung im Sinne von
Art.
24 UVG bestehe nicht (
Urk.
11/M26/2 S.
5).
3
.5
Am
8.
Januar 2018 führte
Dr.
C.___
im Wesentlichen
ergänzend aus,
betreffend den Morbus
Sudeck
sei der Endzustand erreicht, zumal von weiteren medizini
schen Massnahmen keine namhafte Besserung zu erwarten sei
(
Urk.
11/M26/1).
4
.
Es ist unbestritten und erstellt, dass
die Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt des Fallabschlusses
an einer
belastungsabhängigen
,
rezidivierenden Schwellneigung
sowie Schmerzen
im linken Fuss
litt
. D
ie
spezialärztliche B
ehandlung
im
A.___
wurde
bereits
Ende Juli 2013 abgeschlossen
; s
eit dem
5.
August 2013
wu
r
de der
Beschwerdef
ührerin
seitens der behandelnden Ärzte
durchgehend
eine
100
%
ige A
rbeitsfähig
keit attestiert
(E.
3
.2, E.
3
.
3)
. E
ntsprechend
stellte die Beschwerde
gegnerin
die Taggelder
per
4
.
August 2013
ein
(vgl.
Urk.
11/M77
,
Urk.
10
Ziff.
10
),
w
as seitens der
Beschwerdeführerin
-
nach Lage der vorliegenden Akten
unbeanstandet blieb
.
Für die Zeit danach liegen keine sp
ezialärztlichen Unter
lagen vor.
Dr.
D.___
berichtete
von September 2013
bis
anfangs
2017
durchge
hend
einen unveränderte
n Zustand und hielt
seit September 2014
zudem
fest,
die Beschwerdeführerin
benötige
-
abgesehen von sporadisch durchge
führten Lymphdrainagen
-
keine
spezifischen
Behandlungen/
Therapien
(
vgl.
Urk.
11/M21
). Dazu
passend datiert die zuletzt erteilte
Ph
ysiotherapiever
ordnung
vom Juli
2014 (
Urk.
7/M20
).
Mit anderen Worten
wurden ärztlicherseits
jedenfalls seit September 2014
keine
medizinische
n
Massnahmen mit Aussicht auf eine namhafte Besserung
genannt
. Bei dieser Sachlage war der medizinische Endzu
stand erreicht und ist
– entgegen der Beschwerdeführerin - nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin die Heilkostenbehandlungen
(in wohlwollender Weise erst)
per 3
0.
November 2018 einstellt
e
.
5.
Hinsichtlich des streitigen Rentenanspruchs ergibt sich Folgendes:
5.1
Während das massgebliche
Valideneinkommen
unbestritten blieb und sich aus dem effektiv erzielten Erwerbseinkommen, hochgerechnet auf ein volles Pensum herleitet, stellte die Beschwerdegegnerin in Bezug auf das Invalideneinkommen auf verschiedene, allesamt rentenausschliessende Varianten ab. Hierbei ist fest
zuhalten, dass gestützt auf den vorliegenden Bericht von
Dr.
C.___
jedenfalls in einer den linken Fuss weniger belastenden Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfä
higkeit gegeben ist. Dies blieb dem Grundsatz nach unbestritten.
Strittig und zu prüfen ist das anrechenbare Invalideneinkommen.
5.2
Nach der Rechtsprechung ist beim Invalideneinkommen auf den aktuell erzielten Lohn abzustellen, sofern der ausbezahlte Lohn keinen Soziallohn darstellt, die versicherte Person in einem besonders stabilen Arbeitsverhältnis steht und anzu
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301). Ist die versicherte Person in geringerem Ausmass erwerbstätig als ihr zumutbar wäre, kann das Invalidenein
kommen durch Aufrechnen des aktuell erzielten Lohnes auf das zumutbare Arbeitspensum ermittelt werden, sofern der Arbeitgeber einer entsprechenden
Pensenaufstockung
auch zustimmen würde (SVR 2014 IV Nr. 37 S. 130, 8C_7/2014 E. 7.2). Ferner gilt aufgrund der im gesamten Gebiet der Sozialversi
cherung geltenden Schadenminderungspflicht (BGE 138 V 457 E. 3.2 S. 461), dass der versicherten Person ein Berufswechsel zumutbar ist, wobei die Anforderungen dort strenger zu beurteilen sind, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Versiche
rung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vor
kehren Rentenleistungen auslöst (SVR 2014 IV Nr. 37 S. 130, 8C_7/2014 E. 8.1 mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts 8C
_543/2019 vom 2
5.
Oktober 2019).
Das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (
Art.
16
ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis). Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss
keine übermässigen Anforderungen
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 3
0.
März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1).
5.3
Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin
– entgegen
ihrer
Auffassung (vgl.
Urk.
1 S. 14 f.) –
grundsätzlich
ein Berufs- oder Stellenwechsel
zuzumuten wäre
bzw. sie sich den damit zu erzielenden Lohn anzurechnen hat.
Dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids 55 Jahre alt war, steht der Zumutbarkeit einer beruflichen Neuausrichtung und der dazu erforder
lichen Stellensuche nicht entgegen. Bei den dabei allenfalls zu Tage tretenden und unter Umständen mit gewissen Unannehmlichkeiten verbundenen Schwierigkeiten handelt es sich um Gegebenheiten, welche ein entsprechendes Unterfangen nicht als unzumutbar erscheinen lassen. Sie sind im Rahmen der einer verunfallten und deshalb Versicherungsleistungen beanspruchenden Person obliegenden Schadenminderungspflicht (BGE 123 V 230 E. 3c, 117 V 275 E. 2b, 400, je mit Hinweisen; Riemer-Kafka, Die Pflicht zur Selbstverantwortung, Frei
burg 1999, S. 57, 551 und 572;
Landolt
, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweize
rischen Sozialversicherungsrecht,
Diss
. Zürich 1995, S. 61) in Kauf zu nehmen. Davon abgesehen würde der Beschwerdeführerin mit rund 10 Jahren bis zur ordentlichen Pensionierung mit 64 Jahren eine relativ lange Aktivitätsdauer bevorstehen (vgl. Bundesgerichtsentscheid 8C_13/2017 vom 2
1.
Juni 2017, E.
3.3.3).
5.4
5.4.1
Soweit die Beschwerdegegnerin darauf abstellte, dass die Beschwerdeführerin als Berufsschullehrerin ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen könnte, ist auf das Ergebnis der durch die Invalidenversicherung initiierte
n
Lauf
bahn- bzw. Berufsberatung zu verweisen. Bereits die erstmalige Laufbahnbera
tung ergab, dass die Beschwerdeführerin die im Nebenerwerb ausgeübte Tätigkeit als Dozentin an der Höheren Fachschule
E.___
infolge Änderung im Schulsystem längerfristig nicht behalten und somit auch das Pensum nicht erhöhen könne. Hierfür müsste sie den Master nach
holen, was die Beschwerdeführerin als aktuell zu grossen Aufwand erachtete (
Urk.
16/28/1-2). Weitere geeignete weiterbildende Kurs
e
im Hinblick auf eine Beratungstätigkeit, wie Mütter- und Väterberatung oder das CAS Stillberatung, wurden geprüft, aber nach Lage der Akten nicht weiterverfolgt, wobei die Erwerbsaussichten nicht genannt werden (
Urk.
16/28/6).
Die Eingliederungsbe
mühungen seitens der Invalidenversicherung wurden schliesslich ein erstes Mal am 1
3.
September 2018 abgeschlossen mit der Begründung, die Beschwerde
führerin werde an ihrem bisherigen Arbeitsplatz verbleiben (
Urk.
16/27). Im November 2018 (
Urk.
16/32) meldete sich die Beschwerdeführer
in
erneut für beruf
liche Massnahmen an (vgl. auch
Urk.
16/35) und bat insbesondere unter Hinweis auf den Standpunkt der Beschwerdegegnerin, den Umschulungsanspruch im Hin
blick auf eine Dozententätigkeit zu prüfen (Urk.
16/37). Im Bericht vom 1
3.
März 2019 (
Urk.
16/45) führte die von der IV
Stelle beauftragte Berufsberaterin aus, dass die Beschwerdeführerin fachlich, gesundheitlich und erfahrungs
mässig
zu wenig Kompetenzen mitbringe, als dass sie aktuell Chancen hätte für eine Anstellung an einer Bildungsinstitution. Sie müsste zuerst gewisse methodisch-didaktische Kompetenzen in der Praxis aufbauen, beispielsweise als Berufsbild
nerin oder LTT-Trainerin. Parallel dazu müsste sie einen Bachelor
lehrgang als Berufsschullehrerin beginnen, der jedoch Praxiserfahrung in der Bildung voraus
setze. Des Weiteren sei die Beschwerdeführerin pflegefachlich sehr spezialisiert, was ebenfalls eine Anstellung in einem Bildungszentrum erschwere.
Hieraus ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Dozentin zu einem vollen Pensum wie auch die Voraussetzungen, eine entsprechende Ausbildung erfolgreich abzuschliessen, nach Ansicht der beruflichen Fachpersonen persönlich und fachlich nicht erfüllt. Die Anrechnung eines entsprechenden Lohnes verbietet sich daher, ungeachtet dessen, ob die Beschwerdeführerin ihre Schadenminderungspflicht im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 ATSG verletzte und/oder die Beschwerdegegnerin die Formerfordernisse des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
einhielt.
5.4.2
Die Beschwerdegegnerin beruft sich ferner auf den Lohn als medizinische
Kodiererin
. Die Beschwerdeführerin selber berichtete der IV
Eingliederungs
beraterin gegenüber davon, dass
sie
das Angebot erhalten habe, intern bei ihrer Arbeitgeberin als
Kodiererin
zu schnuppern. Hierfür bräuchte sie keine Ausbildung, sondern könnte drei Jahre lang intern auf der Abteilung lernen und anschliessend die Prüfung absolvieren (
Urk.
16/28/3). Die Beschwerdegegne
rin erhielt vom Fachspezialisten Lohn der Direktion Human Resources Management (HRM) des
Z.___
die Auskunft, als medizinische
Kodiererin
würde die Beschwerdeführerin einen Jahreslohn von
Fr.
110'000.-- verdienen (
Urk.
11/A94).
Gegenüber der Beschwerdeführerin erteilte
Dr.
med.
F.___
, Leiter Medizinische Kodierung am
Z.___
, mit, dass eine neu eingestellte
Kodiererin
ohne
eidg
. Berufsprüfung SBFI
realistischerweise
einen Einstiegslohn von <
Fr.
100'000.-- erhalte. Ausserdem verlange er - nebst entsprechender Aus
bildung
und Berufserfahrung in der Pflege - mindestens eine zweijährige Berufs
erfahrung in der medizinischen Kodierung in einem Schweizer Spital unter
SwissDRG
(
Urk.
3/2).
Ob die Beschwerdeführerin effektiv beim bisherigen Arbeitgeber als medizinische
Kodiererin
zu einem rentenausschliessenden Einkommen hätte einge
stellt
werden können oder gar ein konkretes Stellenangebot ausgeschlagen hat, lässt sich auf
grund dieser divergenten und unklaren Auskünfte nicht behaupten. Damit darf ohne weitere Abklärungen nicht auf einen zu er
zielenden Lohn von Fr. 110'000.
- abgestellt bzw. von einem entsprechenden hypothetischen Invalideneinkommen ausgegangen werden.
5.4.3
Soweit die Beschwerdegegnerin sich auf die Tabelle T11 der LSE 2014 stützt bleibt festzuhalten, dass die von ihr herangezogenen Wert der Stufe 1+2 unabhängig davon, ob auf den Ausbildungsgang «Fachhochschule» oder «Höhere Berufsaus
bildung, Fachschule» abgestellt wird, dem obersten, oberen und mittleren Kader zuzuordnen sind. Die Beschwerdeführerin besuchte in Deutschland die Fachober
schule für Sozialp
ädagogik/Sozialarbeit, womit sie
das Zeugnis der Fachhoch
schulreife erlangte (
Urk.
16/2/7) und bildete sich anschliessend als Kinder
krankenschwester aus (
Urk.
16/2/6 und
Urk.
16/2/9). Ferner erlangte sie das Zertifikat des Berufsverbandes Deutscher Laktationsberaterinnen zur Still- und Laktationsberaterin IBCLC (
Urk.
16/2/13) und an der
Universität
G.___
das Zertifikat
Berufspraktrischer
Trainer (BPT). Eine Ausbildung an einer Fachhoch
schule ist damit nicht dargetan. Am Universitätsspital
Z.___
arbeitet sie als Fachexpertin Pflege, Neonatologie IMC, Stillverantwortliche Neonatologie und Ansprechperson für Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (vgl.
Urk.
16/2/1-2,
Urk.
16/2/6). Hieraus lässt sich keine Führungsverantwortung ableiten und ist eine Einstufung in mittleres oder gar oberstes Kader nicht zu erwarten. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin seit August 2013 nebenberuflich zu einem offensichtlich sehr kleinen Pensum (Jahreslohn 201
7. Fr.
990.--;
Urk.
16/2/5) an der Höheren Fachschule
E.___
als Dozentin in ihrem Erfahrungsbereich wirkt (vgl.
Urk.
16/2/4).
5.5
Zusammengefasst lässt sich demnach aufgrund der vorliegenden Akten weder unter der Annahme eines - grundsätzlich zumutbaren (vgl. E. 5.3)
–
Berufs
wech
sels zur Dozentin bzw. medizinischen
Kodiererin
noch gestützt auf die von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Tabellenwerte mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darlegen, dass es der Beschwerdeführerin ohne berufliche Weiterausbildung möglich wäre, in einer anderen, ihren Ein
schränkungen angepassten Stelle, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, das min
destens 90,5
%
ihres bisher erzielten Lohnes bei vollem Pensum entspräche. Zwar
scheint es nicht ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin ihre Ausbildung und berufliche Erfahrung an einer anderen Stelle (beispielsweise im ambulanten Bereich auch beim bisherigen Arbeitgeber), wo geringere körperliche Anforde
rungen insbesondere an den linken Fuss gestellt würden (vgl. E. 3.4
Abs.
2), zu einem vollen Pensum ohne Lohneinbusse verwerten könnte, indes lässt
sich
diese Annahme
weder in erwerblicher noch in medizinischer Hinsicht
(vgl.
nachfol
gende E. 6.2)
auf die Akten stützen
.
6.
6.1
In der Beschwerdeantwort vom 1
2.
Februar 2020 (
Urk.
10 Ziffer 23 ff.) stellt sich die Beschwerdegegnerin schliesslich auf den Standpunkt, dass die medizinische Aktenlage nicht nahelege, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätig
keit als Pflegefachkraft in der Neonatologie unfallbedingt zu 20
%
eingeschränkt sei.
Dr.
C.___
gehe offenkundig unzutreffend von der Annahme aus, sie habe ihr vollzeitliches Arbeitspensum unfallbedingt auf 80
%
reduziert. Nach Ein
schätzung der behandelnden Ärzte sei die Beschwerdeführer
in
als Pflegefachfrau während mehr als fünf Jahren in derselben Funktion zu 100
%
arbeitsfähig gewesen. Es sei nicht einzusehen, weshalb sie nunmehr unfallbedingt einen erheblichen Pausenbedarf (12 Minuten pro Arbeitsstunde) habe. Der Beschwerde
führerin sei es (dank Einsatzanpassungen und Erleichterungen am Arbeitsplatz) möglich gewesen, ihr angestammtes Pensum von 80
%
zu bewältigen, womit es sich um einen den beklagten Beeinträchtigungen vollumfänglich angepassten Arbeitsplatz handeln müsse, und es sei nicht nachvollziehbar, weshalb der den beklagten Beeinträchtigungen angepasste Arbeitsplatz im Rahmen eines 80%-Pensum eine praktisch uneingeschränkte Einsatzmöglichkeit, derselbe Arbeits
platz in einem Vollzeitpensum indes nur eine 80%ige Leistung erlaube.
6.2
Seitens der behandelnden Ärzteschaft wurde wiederholt festgehalten, die Beschwerdeführerin leide vor allem nach intensiven Arbeitstagen, an denen sie beträchtliche Strecken in hohem Tempo zu Fuss zurücklegen müsse, an Schmer
zen und Schwellungen im linken Fuss. Gleichwohl attestierten sie ihr seit dem 5. August 2013 durchgehend eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (E. 3.2, E. 3.3). Dem
gegenüber kam Dr.
C.___
zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau zu 80 % arbeitsfähig; die fehlenden 20
%
seien einem erhöhten Pausenbedarf geschuldet. Zur Begründung führte
Dr.
C.___
lediglich aus, eine Schwellneigung des linken Fusses sei aufgrund der reproduzierbaren Druckschmerzen sowie beim Residualzustand nach Morbus
Sudeck
nachvollziehbar. In klinischer Hinsicht zeigten sich indes weder eine
Fussschwellung noch die übrigen typischen Sudeckzeichen wie Hyperhidrose, Glanzhaut, Temperatursprung und Änderung des Haar- und Nagelwachstums (
Urk.
11/M26 S. 5).
Der Beschwerdegegnerin ist darin zuzustimmen, dass die Begründung für eine 20%ige Einschränkung, wonach an der bisherigen Stelle ein erhöhter Pausenbe
darf bestehe, nicht zu überzeugen vermag. Es scheint nicht schlüssig, dass der Pausenbedarf in einem 80%igen Pensum berücksichtigt werden kann, nicht so jedoch in einem Vollzeitpensum, obwohl sich der tägliche Dienst wohl kaum unterscheidet bzw. das Pensum sich ausschliesslich in den monatlichen Einsatz
plänen auswirken wird.
Aufgrund der vorliegenden Ungereimtheiten sowie fehlenden resp. spärlichen Begründungen ist somit nicht nachvollzieh- und rechtskonform feststellbar, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin aufgrund der unfallkausalen Folgen
im Zeitpunkt des Fallabschlusses
in
ihrer bisherigen Tätigkeit
arbeits
(
un
)
fähig war
. Angesichts der unklaren Verdienstmöglichkeiten ohne Zusatzausbildungen (E.
5.4) ist dies von Relevanz.
6.3
Mithin
erweist sich der medizinische Sachverhalt hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als ergänzungsbedürftig und ist die Sache zur Vornahme entsprechender Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Unter Hinweis auf
E. 5.4
wird sie dabei
gegebenenfalls
auch
hinsichtlich des
Invaliden
einkommen
s
(beispielsweise den
etwaigen Einstiegslohn als
Kodiererin
, oder wei
tere Einsatzmöglichkeiten als Fachperson Gesundheit und den zu erwartenden Lohn) berufliche Abklärungen zu tätigen haben.
7
.
Schliesslich verlangte die Beschwerdeführerin die
Zusprache
einer Integritätsent
schädigung
(
Urk.
1 S.
2 und S.
15 f.)
.
7
.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er
voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
7
.2
Anlässlich der Untersuchung vom
4.
Dezember 2017 konnte
Dr.
C.___
keine typischen Sudeckzeichen feststellen. Zudem war die Beweglichkeit der Zehenge
lenke uneingeschränkt. Es zeigten sich einzig verschiedentlich Druckschmerzen im Bereich des linken Fusses. Vor diesem Hintergrund sowie mit Blick auf die seit anfangs A
ugust 2013 durchgehend erhaltene 100%ige Arbeitsfähigkeit
sowie bei fehlender subjektiver
Behandlunsgbedürftigkeit
erweist es sich als luzid
, wenn
Dr.
C.___
zum Schluss kam
, die bestehenden Beschwerden würden
die entschä
digungspflichtige
Erheblichkeitsgrenze
nicht überschreiten
(vgl.
Urk.
11 /M26/2 S. 5). Daran vermag auch die vage Prognose von
Dr.
B.___
vom 1
8.
August 2016, wonach ein Integritätsschaden im Rahmen einer späteren Beurteilung im Bereich von 5
%
liegen werde (
Urk.
11/M23 S. 2), nichts zu ändern. Insbesondere hielt
Dr.
B.___
gleichzeitig ausdrücklich fest, ein allfäl
liger Integritätsschaden liesse
sich zum jetzigen Zeitpun
kt noch nicht beurteilen.
Im Übrigen greift das Gericht nicht ohne Not bzw. nur insoweit ein, als dass die unfallmedizinische Beurteilung sachlich nicht gerechtfertigt ist und zu stossenden Ungleichheiten führen würde. Dies ist nach dem Gesagten vorliegend offensichtlich nicht der Fall.
8
.
Zusammenfassend
ist d
i
e Beschwerde
in dem Sinne
teilweise gutzuheissen
, dass die Sache zur ergänzenden Abklärung
im Sinne der Erwägungen
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist
.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuwei
sen.
9
.
Ausgangsgemäss
hat die
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine um
die Hälfte
reduzierte Parteientschädigung, welche nach
Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
zu bemessen und auf Fr.
900
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
in dem Sinne
teilweise
gutgeheissen, dass der
angefochtene
Ent
scheid
vom
20
.
September 2019
hinsichtlich des Rentenanspruchs
aufgehoben und die Sache an die
AXA Versicherungen AG
zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen,
darüber
neu
entscheide
.
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von Fr.
900
.-- (inkl. Bar
auslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
3
.
Das Verfahren ist kostenlos.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
-
lic
.
iur
.
Y.___
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstHediger