# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 986378ef-cc78-57c0-856b-f3bad4e6c671
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-09-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 14.09.2006 R 2006 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2006-37_2006-09-14.pdf

## Full Text

R 06 37
R 06 39

4. Kammer 

URTEIL
vom 14. September 2006

in den verwaltungsrechtlichen Streitsachen

betreffend Baueinsprache

1. Nachdem er ein erstes Baugesuch zurückgezogen hatte, reichte … am 19. 

Dezember 2005 bei der Gemeinde … ein neues Gesuch für den Bau eines 

Mehrfamilienhauses auf seiner in der Dorfkernzone gelegenen Parzelle 2222, 

Gebiet …, ein. Das Projekt umfasst den Bau einer 1 ½-Zimmerwohnung, 

dreier 3 ½-Zimmerwohnungen und von sechs 4 ½-Zimmerwohnungen. Gegen 

das ordnungsgemäss publizierte Gesuch reichten verschiedene Nachbarn 

(u.a. … und Mitbeteiligte sowie die Eheleute …) Einsprache ein. Im 

Wesentlichen rügten die Einsprecher allesamt eine Verletzung des in Art. 69 

BG statuierten Eingliederungsgebotes. Die Baute habe ein enormes Volumen 

(über 5'000 m3 umbauter Raum bei einer Grundfläche ca. 18 x 18 m und die 

Firsthöhe ca. 13 resp. 16.5 m). Auch wenn das Projekt sei gegenüber dem 

ersten um ca. 15° gegen Nordwesten gedreht und um einen halben Meter 

tiefer in den Boden verlegt worden, werde es wie eine riesige Wand vor der 

… zustehen kommen. Auch diese sei gross, aber befinde sich an der 

Bauzonengrenze und grenze das Baugebiet gegen den Wald hinauf ab, wirke 

somit nicht störend. Das Projekt passe auch nicht in den gesamten Komplex 

… Sinnvollerweise müsste ein Quartierplanverfahren durchgeführt werden. 

Ferner brachten sie vor, das Grundstück sei für die geplanten 7 Parkplätze 

und die Tiefgarage mit 22 Parkplätzen ungenügend erschlossen. Die 

bestehende, ca. 3,5 m breite und zum Teil eine Neigung von 13% 

aufweisende Zufahrt genüge für den zu erwartenden Mehrverkehr nicht. 

Gefährlich werde es vor allem im Winter. Auch die Lärmimmissionen würden 

zunehmen; entsprechend sei eine Lärmprognose einzuholen. Auch aus 

dieser Sicht dränge sich ein Quartierplanverfahren auf. Mindestens 50% 

müssten sodann Erstwohnungen sein und ein Spielplatz sei, soweit 

ersichtlich, ebenfalls nicht projektiert.

Am 21. März 2006 wies der Gemeindevorstand die Einsprachen ab, soweit 

darauf eingetreten wurde und bewilligte das Baugesuch mit separatem 

Entscheid. Die Legitimation der Einsprecher wurde hinsichtlich der gerügten 

Verletzung des Eingliederungsgebotes und der angeblich mangelhaften 

Erschliessung bejaht, nicht aber hinsichtlich der Nichterstellung eines 

Spielplatzes. Sie hielt im Entscheid aber fest, dass sie die Erstellung eines 

Spielplatzes zur Bauauflage machen werde. In materieller Hinsicht führte sie 

im Wesentlichen aus, dass die behaupteten Beeinträchtigungen hinsichtlich 

Besonnung, etc. die logische Folge einer zonenkonformen Überbauung 

gemäss Art. 69 des Baugesetzes … (BG) seien. Zutreffend sei sodann, dass 

selbst ein zonenkonformer Neubau die gestalterischen Vorgaben des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG) und des BG 

verletzen könne. Das Vorliegen einer solchen verneinte sie aber. Der nach 

Westen abgedrehte Baukörper vermöge sich mit den geplanten Ausmassen 

durchaus in die Umgebung einzufügen, welche für eine Dorfkernzone typisch 

sei. Auch im alten Dorfkern stünden relativ massive Bauten neben solchen mit 

geringeren Gebäudeabmessungen. Diesen Vorgaben trage das Projekt 

angemessen Rechnung. Mehr könne unter dem Titel „Ästhetik“ nicht verlangt 

werden; auf eine weitere Optimierung habe ein Nachbar keinen Anspruch. 

Ebenso verhalte es sich bei der Erschliessung, welche zwar nicht optimal sei, 

indessen in den engen Verhältnissen im Kanton Graubünden und 

insbesondere den Dorfkernen des Oberengadins hingenommen werden 

müsse. Aus Sicht der Rekurrenten bestünde das Problem ohnehin nur auf der 

gemeinsamen Zufahrtsachse, welche in Anbetracht der in diesem Bereich 

praktisch ebenen Topographie aber ausreichend sei. Sonst hätte ja auch die 

Chesa … nicht bewilligt werden können. Die Zufahrtsrampe zur Einstellhalle 

sei zwar steil, entspreche aber den einschlägigen Normen. Valable 

Alternativen stünden nicht zur Verfügung und eine Expertise würde keine 

neuen Erkenntnisse bringen. Für das Neubauprojekt müssten 17 Parkplätze 

erstellt werden und würden auch ausgewiesen. Für die Pension … würden 13 

Parkplätze ausgewiesen, 15 seien erforderlich und die zwei fehlenden würden 

in den Auflagen zur Bewilligung gefordert. Die offenen Parkplätze 1 und 2 

könnten nicht bewilligt werden. Vor Baubeginn müsse ein überarbeiteter 

Parkplatzplan nachgereicht werden. Die Einsprachen seien somit auch 

diesbezüglich abzuweisen. In der gleichentags beschlossenen und am 24. 

März 2006 mitgeteilten Baubewilligung wurden u.a. als Auflagen die 

Überarbeitung und Nachreichung des Parkplatzplanes, der Nachweis der 15 

Parkplätze für das Restaurant … und die Nachreichung des 

Erstwohnungsnachweises zur Auflage gemacht. Am 20. Mai 2006 wurde auch 

noch eine Erstwohnungsanteilsberechnung nachgereicht und von der 

Gemeinde am 29. Mai 2006 genehmigt.

2. Am 28. April 2006 liessen … und die weiteren im Rubrum (R 06 37) erwähnten 

Stockwerkeigentümer beim Verwaltungsgericht frist- und formgerecht Rekurs 

erheben mit dem Antrag, es sei der angefochtene Bau- und 

Einspracheentscheid vom 21. März 2006 aufzuheben, unter Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung für das vorliegende Rekursverfahren. Dieselben 

Anträge liessen mit separater Eingabe (R 06 39) … am 1. Mai 2006 stellen. 

Mit im Wesentlichen denselben Überlegungen vertieften die 

Rekurrentschaften noch einmal ausführlich die bereits ihren Einsprachen 

zugrunde liegenden Motive der ihres Erachtens im Lichte der massgebenden 

kantonalen und kommunalen Bestimmungen ungenügenden Eingliederung 

und Erschliessung des Bauprojekts. Ferner bekräftigten sie ihre Einwände 

hinsichtlich des fehlenden Kinderspielplatzes, des fehlenden 

Erstwohnungsnachweises sowie des für Zweitwohnungen erforderlichen 

Kontingents.

3. Mit prozessleitender Verfügung vom 15. Mai 2006 gewährte der 

Instruktionsrichter die von den Rekurrenten beantragte aufschiebende 

Wirkung und vereinigte gleichzeitig gestützt auf Art. 32 VGG die beiden 

Rekursverfahren.

4. a) Die Gemeinde … liess Abweisung der beiden Rekurse beantragen, soweit auf 

diese überhaupt eingetreten werden könne. Hinsichtlich des von den 

Rekurrenten gerügten fehlenden Kinderspielplatzes und des fehlenden 

Erstwohnungsnachweises bzw. der Verletzung von 

Kontingentierungsvorschriften erachtete die Gemeinde die Rekurrenten als 

nicht legitimiert; dies umso weniger, als die beiden letzterwähnte Einwände 

erstmals im Rekursverfahren vorgebracht worden seien. In materieller 

Hinsicht legte sie, wie bereits in den angefochtenen Einspracheentscheiden, 

noch einmal ausführlich die Überlegungen dar, aufgrund derer sie die Rügen 

der Verletzung des Einordnungsgebotes sowie der unzureichenden 

Erschliessung als unzutreffend erachtete.

b) Mit im Wesentlichen denselben Überlegungen wie die Gemeinde … liess auch 

… Abweisung der beiden Rekurse, soweit auf diese eingetreten werden 

könne, beantragen.

5. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels erhielten die Parteien die 

Gelegenheit, die von ihnen eingenommenen Rechtsstandpunkte zu ergänzen 

und zu vertiefen. Zudem wurde den Rekursgegnern auch noch separat die 

Möglichkeit gegeben, zu einer von den Rekurrenten 1 eingeholten Expertise 

betreffend „Parkierung und Erschliessung“ Stellung zu nehmen.

6. Am 14. September 2006 führte die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts einen 

Augenschein durch, an welchem Vertreter der Rekurrenten 1 und 2 

zusammen mit ihren Rechtsvertretern, der Bausekretär der Gemeinde … mit 

dem gemeindlichen Anwalt sowie der Bauherr zusammen mit seinem 

Rechtsvertreter und seinen beiden Architekten teilnahmen. Allen 

Anwesenden wurde dabei an verschiedenen Standorten die Gelegenheit 

geboten, sich anhand der Pläne und der Örtlichkeiten auch noch mündlich 

ausführlich zu allen sich stellenden Fragen zu äussern.

Auf die Ausführungen am Augenschein und die weiteren Darlegungen der 

Parteien in ihren Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die Gemeinde stellt vorweg die Legitimation der Rekurrenten hinsichtlich 

verschiedener, von diesen ins Feld geführten Einwände (u.a. Spielplatz, 

Erstwohnungsnachweis und Kontingent) in Frage, da es ihnen diesbezüglich 

an einem schutzwürdigen Interesse fehle. Ihr Einwand zielt ins Leere. 

Gemäss der in PVG 2003 Nr. 34 publizierten Praxisänderung ist derjenige 

zum Rekurs berechtigt, der durch den angefochtenen Entscheid berührt ist 

und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung 

geltend macht. Als schutzwürdig wird danach auch ein bloss faktisches 

Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung 

erachtet; es genügt dabei bereits die sogenannte formelle Beschwer. 

Drittpersonen müssen aber neben der formellen Beschwer zusätzlich auch 

ein materielles Schutzbedürfnis ausweisen, d.h. sie müssen durch eine 

Verfügung in höherem Masse als eine beliebige Drittperson betroffen sein. 

Eine besondere Beziehungsnähe zum Streitgegenstand ist dabei 

vorausgesetzt, nicht aber, dass die Vorschriften, deren Anwendung ein 

Betroffener rügen will, diesen besonders schützen. Es muss keine Verletzung 

rechtlich geschützter Interessen mehr dargelegt werden und es genügt, wenn 

ein tatsächliches, z.B. wirtschaftliches oder ideelles Anfechtungsinteresse 

vorliegt. Dies hat zur Konsequenz, dass dann, wenn jemand in seinen 

schutzwürdigen Interessen betroffen ist, er grundsätzlich alle Rügen 

anbringen kann und darf, die für seine Position Vorteile erwarten lassen und 

den Streitgegenstand betreffen. Vorliegend ist die formelle und materielle 

Beschwer der Rekurrenten unbestrittenermassen vorhanden. Ihr Grundstück 

grenzt unmittelbar an dasjenige des Bauherrn. Neben ihrer formellen 

Beschwer haben sie als Nachbarn und zukünftig vom Bau auf Parzelle 2222 

Betroffene ein faktisches Interesse an der Aufhebung der erteilten 

Baubewilligung, nur schon deshalb, weil von der unüberbauten Parzelle 

praktisch keine Immissionen ausgehen und sie zukünftig mit vermehrten 

Emissionen (z.B. Lärm) zu rechnen haben werden. Im Lichte der zitierten 

Praxisänderung zur bisherigen Legitimationspraxis betrachtet, können die 

Rekurrenten deshalb alle Rügen vorbringen, die ihnen nützlich erscheinen, 

den geplanten Bau zu verhindern. Dazu zählen auch die Rügen betreffend 

Spielplatz, Erstwohnungsnachweis und Kontingent. Auf die entsprechenden 

Rügen ist daher ebenfalls einzutreten.

2. a) Die Rekurrenten rügen vorweg die Eingliederung bzw. die Ästhetik des 

streitigen Bauvorhabens. Unbestritten ist, dass Bauten nicht nur die geltenden 

Bau- und Zonenvorschriften einzuhalten, sondern auch allfällig strengere 

ästhetische Schutzvorschriften zu erfüllen haben (BGE 115 Ia 370), weil 

letzteren insofern eine eigenständige Bedeutung zukommt. Als solche sind sie 

nicht bereits dann eingehalten, wenn die Bauvorschriften respektiert sind, da 

sich der Schutzbereich der Ästhetik- bzw. der Bauvorschriften nicht zwingend 

decken. Den Gemeinden wiederum steht nach konstanter Rechtsprechung 

bei der Auslegung von Ästhetikfragen bzw. bei der Prüfung der Frage der 

Eingliederung von Bauten in eine bestehende Umgebung ein geschützter 

Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das Gericht nur 

eingreift, wenn die Gemeinde diesen Spielraum missbraucht oder 

überschritten hat.

b) Bei der Beurteilung der sich stellenden Fragen ist von Art. 72 ff. KRG 

auszugehen, welche direkt und unmittelbar anwendbar sind und 

Minimalvorschriften für den Fall darstellen, dass die Gemeinden in diesem 

Sachbereich noch eigene Vorschriften erlassen, wobei diese aber nur noch 

schärfer als die kantonalrechtlichen Vorgaben sein können. Nach Art. 73 KRG 

sind Bauten und Anlagen nach den Regeln der Baukunst so zu gestalten und 

einzuordnen, dass mit der Umgebung und der Landschaft eine gute 

Gesamtwirkung entsteht. Art. 22 BG enthält eine im Wesentlichen 

vergleichbare Formulierung sowie verschiedene Kriterien, welche bei der 

Beurteilung der guten Gesamtwirkung (Stellung, Form, Proportionen und 

Dimensionen eines Gebäudes, Ein- und Ausfahrten, Abstellplätze) 

heranzuziehen sind. Unbestritten ist, dass aufgrund der umschriebenen 

Regelungen aus ästhetischer Sicht relativ hohe Anforderungen an ein 

Bauvorhaben gestellt werden, genügt es doch mithin nicht mehr, dass ein 

solches nicht störend wirkt (negative Ästhetikklausel). Doch dürfen die 

Anforderungen „trotz der positiven Ausgestaltung auch nicht allzu hoch 

angesetzt werden, derart hoch gesetzt werden, wie dies etwa der Fall wäre, 

wenn eine optimale Gesamtwirkung verlangt würde“ (Botschaft der Regierung 

zum neuen KRG, S. 343). Ergänzend zu den „normalen“ Zonenvorgaben und 

den erwähnten Ästhetikvorschriften ist sodann auch Art. 69 BG zu beachten, 

welcher besagt, dass die Lage der Bauten entlang von Strassen durch die 

bestehenden Baufluchten bestimmt wird (Abs. 2 in fine), und dass sofern - wie 

vorliegend - Vorgaben im Generellen Gestaltungsplan fehlen, eine 

Ausnützungsziffer von 1.0 als Richtwert gilt und der Grenzabstand 2.5 m 

beträgt (Abs. 3). Damit soll die vom Gesetzgeber in der Dorfkernzone 

ausdrücklich gewünschte dichte Überbauung erreicht werden, was bei der 

Beurteilung einer guten Gesamtwirkung zu beachten ist. 

c) Wie dem Gericht bereits aus früheren, dieselbe Gemeinde betreffenden 

Verfahren bekannt ist und der Augenschein auch bekräftigt hat, sind gerade 

in den der Dorfkernzone zugeschiedenen Bereichen des Baugebietes der 

Rekursgegnerin 1 mit den althergebrachten Siedlungsstrukturen oftmals 

„Häuserschluchten“ mit weit engeren Verhältnissen anzutreffen, als sie es 

nach einer Überbauung der im Streite stehenden Parzelle und der bereits mit 

der Chesa … überbauten Liegenschaft der Rekurrenten sein werden. 

Abgesehen von dem am Augenschein gewonnenen Eindruck bestätigt dies 

letztlich auch ein Vergleich zwischen dem alten (zurückgezogenen) und dem 

neuem (nunmehr angefochtenen) Projekt. Jedenfalls wurden mit dem 

Abdrehen des überarbeiteten Baukörpers die befürchtete 

„Schluchtenwirkung“ massgeblich entschärft und zudem die Aussicht und 

Besonnung der rekurrentischen Parzelle erheblich verbessert. Selbst wenn 

die erzielten Verbesserungen geringer gewesen wären oder mit anderen 

Varianten noch Verbesserungen möglich wären, könnten die Rekurrenten 

nichts zu ihren Gunsten ableiten; sie scheinen nämlich übersehen zu haben, 

dass ihnen gestützt auf die angerufenen Gestaltungsvorschriften (Art. 73 KRG 

und Art. 22 BG) kein Anspruch auf eine bestimmte Positionierung der 

Neubaute zusteht, es mithin auch nicht entscheidend sein kann, ob allenfalls 

noch Varianten möglich sind. Den Rahmen für eine konkrete Positionierung 

bilden - ausgehend von der konkreten Parzellenform und der vorhandenen 

Bebauung - die gemeindlichen Zonen- und Bauabmessungsvorschriften, 

welche vorliegend aber unbestrittenermassen eingehalten worden sind. 

Unbestritten ist im Übrigen auch, dass das Projekt aus gestalterischer Sicht 

ohne weiteres zu überzeugen vermag. Streitig ist lediglich, ob damit eine gute 

Gesamtwirkung im Sinne der eingangs zitierten Bestimmung erzielt werden 

kann.

d) Die Rekurrenten erachten die Dimensionierung des projektierten 

Mehrfamilienhauses als übermässig und einer guten Gesamtwirkung 

entgegenstehend. Ihnen ist mit der Gemeinde entgegenzuhalten, dass der 

fragliche Bauzonenbereich aktuell eher noch unternutzt ist. Jedenfalls weisen 

einige der im Nahbereich des geplanten Mehrfamilienhauses gelegenen 

ältere Wohnbauten in der Tat nicht die für eine Dorfkernzone typischen Masse 

auf. Vergleichbar grosse Dimensionierungen zeigen - abgesehen vom 

oberhalb gelegenen Wohnhaus „…“ - demgegenüber die in den letzten Jahren 

auf umliegenden Parzellen erstellten Neubauten, so u.a. unterhalb der 

Bauparzelle, sowie insbesondere die den Rekurrenten gehörende „Chesa …“ 

auf, welche hinsichtlich ihrer Abmessungen und des umbauten Raumes ohne 

weiteres mit dem im Streit stehenden Projekt vergleichbar ist. Was die 

Rekurrenten in diesem Zusammenhang vorbringen lassen (u.a. Lage an der 

nordöstlichen Bauzonengrenze, Abgrenzung Baugebiet gegenüber Wald, 

Überprüfung der Zonenordnung), zielt angesichts des Umstandes, dass die 

gemeindliche Zonenordnung neueren Datums ist und der geplante Neubau 

die Zonenvorgaben einhält, ins Leere. Im Vergleich mit der bestehenden 

vermag das Projekt gestalterisch ohne weiteres zu überzeugen und es wird 

sich auch hinsichtlich seiner Dimensionierung gut einzuordnen; insbesondere 

auch unter Berücksichtigung der im fraglichen Gebiet noch bestehenden 

Baureserven und -möglichkeiten. Angesichts des einer Gemeinde 

zustehenden weiten Planungsermessens ist mit ihr davon auszugehen, dass 

mit dem im Streit liegenden Bauprojekt die von Art. 73 KRG und Art. 22 BG 

geforderte gute Gesamtwirkung ohne weiteres erzielt werden kann und in die 

effektiv bestehende bzw. auch die künftig mögliche Überbauung passt. Auf 

die zutreffende Argumentation im angefochtenen Einspracheentscheid kann 

verwiesen werden. Die beiden Rekurse erweisen sich diesbezüglich als 

offensichtlich unbegründet.

3. a) Als unbegründet erweisen sich die beiden Rekurse aber auch hinsichtlich der 

gerügten ungenügenden Zufahrt und internen Erschliessung der Bauparzelle. 

Die Vorinstanz ist im angefochtenen Einspracheentscheid zum Schluss 

gelangt, dass sowohl das ab der Via … auf der Höhe der Pension … 

abgehende Stichsträsschen als auch die interne Erschliessung via eine 

Rampe in eine Tiefgarage den Anforderungen an eine hinreichende 

Erschliessung im Sinne von Art. 19 RPG bzw. Art. 72 KRG gerecht werde. 

Dieser Schluss lässt sich nicht beanstanden. 

b) Unbestritten ist, dass die Erschliessung bzw. die Zufahrt zur Bauparzelle mit 

dem rund 3,5 m breiten, von der Via … abgehenden Stichsträsschen nicht 

unbedingt optimal ist. Aufgrund der konkreten rechtlichen und tatsächlichen 

Gegebenheiten (planerische Vorgaben; Stichstrasse; Topographie, 

bestehende Erschliessung für die Parzellen Nr. 1947, 2222 und 2273; 

aktuelles und zu erwartendes künftiges Verkehrsaufkommen; 

Überbauungsstand im fraglichen Gebiet, grosser Anteil an bestehenden und 

neuen Ferienwohnungen, Nutzung als Zufahrt für Gäste der Pension, etc.) 

lässt es sich aber nicht beanstanden, wenn die Gemeinde die Zufahrt, 

insgesamt betrachtet, als hinreichende Erschliessung im Sinne der zitierten 

Bestimmungen erachtet hat. Dies umso mehr, als die Zufahrtsverhältnisse 

bereits für die Überbauung der rekurrentischen Liegenschaft (10 Wohnungen) 

und die Nutzung der Gästeparkplätze der Pension als hinreichend erachtet 

wurden. Bereits erwähnt wurde, dass die Zufahrtsverhältnisse vor Ort 

vergleichbar sind mit verschiedenen anderen Zufahrten in der Dorfkernzone 

auf Gemeindegebiet bzw. in vielen anderen Oberengadiner Dorfkernen. Hält 

man sich sodann die Ergebnisse des von den Rekurrenten ins Recht gelegten 

Privatgutachtens vor Augen, erhellt ohne weiteres, dass die vorhandene 

Zufahrt für den verfolgten Zweck (Erschliessung zweier Mehrfamilienhäuser 

sowie Zufahrt zur Parkierung einer Pension, insgesamt rund 50 Parkplätze) 

und das aufgrund der Nutzung zu erwartende Verkehrsaufkommen 

hinreichend dimensioniert und zweckmässig ist und dass insbesondere aus 

der Sicht der Verkehrssicherheit auch keine rechtlich relevanten Probleme zu 

erwarten sind. Wenn die Rekurrenten ihr eigenes Gutachten in diesem 

Zusammenhang anders interpretiert haben wollen, so vermag dies am 

geschilderten Schluss nichts zu ändern; dies umso weniger, als das 

Gutachten in sich schlüssig und die Ergebnisse des Berichterstatters leicht 

überprüfbar sind.

c) Ebenso wenig lässt sich die geklagte interne Erschliessung der Bauparzelle 

über eine einspurige Rampe (ca. 30 m lang, 3 m breit, Längsneigung 13%) in 

die Tiefgarage bemängeln. Abgesehen davon, dass der Augenschein 

aufgezeigt hat, dass sich dafür auch keine andere Erschliessungsvariante 

zwingend aufdrängen würde, selbst wenn andere Varianten (Autolift, Zugang 

über Parzelle 2308, Zufahrt direkt neben Pension …, etc.) technisch und 

baulich grundsätzlich nicht ausgeschlossen aber wohl nur mit 

unverhältnismässig grossem finanziellem Aufwand realisierbar gewesen 

wären, hat auch der von den Rekurrenten beigezogene Gutachter erkannt, 

dass angesichts des geringen Verkehrsaufkommens mit keinen 

Überschreitungen irgendwelcher Belastungsgrenzwerte (u.a. der 

Planungswerte gemäss LSV) zu rechnen sein wird. Dass die interne 

Erschliessung, die im Bereich der vergleichbare Immissionen erzeugende 

Zufahrt zur Chesa … zu liegen kommt, ein gewisses Lärmmehraufkommen 

(im Vergleich zur aktuellen Situation werden zusätzlich 13 neue Parkplätze 

erstellt, wobei diese grösstenteils in der neu vorgesehenen Tiefgarage zu 

liegen kommen) mit sich bringen wird, liegt in der Natur der Sache, ist aber 

letztlich hinzunehmen, dies umso mehr, als ein Nachbar im Rahmen der 

zonenkonformen Nutzung und der für diese vorgesehenen Grenzwerte keinen 

Anspruch auf Immissionsfreiheit hat und vorliegend auch keine mit 

verhältnismässigem Aufwand realisierbaren Alternativen vorhanden sind. 

Letztlich kann daher auch hinsichtlich der beanstandeten internen 

Erschliessung nicht gesagt werden kann, dass die Gemeinde mit der von ihr 

favorisierten Lösung ihr Planungsermessen überschritten habe. 

4. a) Hinsichtlich der geklagten Verletzung von Art. 48 BG (fehlender Spielplatz) ist 

die Gemeinde an der im Einspracheentscheid gemachten Aussage, wonach 

sie diese Frage von Amtes wegen prüfen werde, zu behaften, wobei eine 

parzellenübergreifende, gebietsbezogene Betrachtung Sinn machen könnte.

b) Hinsichtlich der Rüge des fehlenden Erstwohnungsnachweises kann auf die 

bei den Akten liegende „calcolazione Erstwohnungen“ vom 20. Mai 2006 

verwiesen werden, welche von der Bauherrschaft in Nachachtung an eine 

entsprechende, in der mitangefochtenen Baubewilligung enthaltene Auflage 

eingereicht hat. Zusammen mit dem Kontrollblatt vom 29. Mai 2006 zeigt es 

sich, dass 50,32% als Erstwohnungen, resp. 49,68% als Zweitwohnungen 

ausgeschieden worden sind. Für letztere wird ein Kontingent gemäss dem 

kommunalen Gesetz über die Etappierung und Kontingentierung des 

Wohnungsbaus benötigt. Der Umstand, dass der Kontingents- und 

Freigabeentscheid der Baubehörde noch aussteht, ist für die Beurteilung der 

Rechtmässigkeit der mitangefochtenen Baubewilligung nicht entscheidend. 

c) Was die Rekurrenten sonst noch gegen das streitige Bauvorhaben 

vorbringen, ist ebenfalls nicht geeignet, am umschriebenen Ergebnis etwas 

zu ändern. Die Rekurse erweisen sich aufgrund des Gesagten als 

vollumfänglich als unbegründet und sind daher abzuweisen.

5. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten je zur Hälfte zulasten der 

Rekurrenten 1 und 2, welche überdies die anwaltlich vertretenen 

Rekursgegner im selben Verhältnis angemessen aussergerichtlich zu 

entschädigen haben.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Rekurse R 06 37 und R 06 39 werden abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 8'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 288.--

zusammen Fr. 8'288.--

gehen je zur Hälfte zulasten der Rekurrenten 1 und 2. Die Rekurrenten 1 unter 

sich und die Rekurrentin 2 unter sich haften für ihre Kostenanteile jeweils 

solidarisch. Die entsprechenden Kostenanteile sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Rekurrenten 1 und 2 haben hälftig die Gemeinde … mit Fr. 3'000.-- (inkl. 

MWST) und … mit ebenfalls Fr. 3'000.-- (inkl. MWST) aussergerichtlich zu 

entschädigen. Die Rekurrenten 1 unter sich und die Rekurrentin 2 unter sich 

haften für ihre Entschädigungsanteile jeweils solidarisch.