# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff0caa45-a99b-50f0-a035-386049f15cf9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-06-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.06.2019 D-2388/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2388-2019_2019-06-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2388/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  J u n i  2 0 1 9   

Besetzung 
 Richter Jürg Marcel Tiefenthal (Vorsitz), 

Richter Walter Lang, Richter Yanick Felley, 

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Irak,   

vertreten durch Ali Tüm, Asylum Rechtsberatung, 

Gesuchsteller,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 8. März 

2019 / D-4695/2018 

 

 

 

D-2388/2019 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Gesuchsteller, ein irakischer Staatsangehöriger kurdischer Eth-

nie, am 8. Oktober 2015 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,  

dass das SEM mit Entscheid vom 18. November 2015 in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers nicht eintrat und seine Wegweisung aus der Schweiz 

nach Ungarn anordnete,  

dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 

1. Dezember 2015 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob, 

dass das SEM seinen Entscheid am 3. Juni 2016 wiedererwägungsweise 

aufhob und entschied, das Asylgesuch des Beschwerdeführers in der 

Schweiz zu prüfen, woraufhin das Bundesverwaltungsgericht das Be-

schwerdeverfahren D-7764/2015 am 9. Juni 2016 als gegenstandslos ge-

worden abschrieb, 

dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuches im We-

sentlichen geltend machte, er sei in B._______ (C._______) in der Auto-

nomen Region Kurdistan (Region des „Kurdistan Regional Government“, 

nachfolgend: KRG) geboren und habe bis im Jahr 2012 dort gelebt, 

dass sein Vater früher der Baath-Partei angehört habe, weshalb er nach 

dem Sturz von Saddam Hussein durch die kurdischen Behörden ständig 

belästigt worden sei, 

dass er nach dem Abschluss seines Studiums im Jahr 2012 zu seinem Va-

ter nach D._______ gegangen sei und dort als Lehrer an einer Schule un-

terrichtet sowie bei der Wahlkommission gearbeitet habe,  

dass er bei Einrücken des Islamischen Staates (IS) D._______ verlassen 

und von einem bei der Sicherheitsbehörde der KRG tätigen Bekannten von 

der behördlichen Suche (wohl aufgrund seiner regimekritischen Äusserun-

gen auf Facebook) nach ihm erfahren habe,  

dass er deshalb mithilfe eines Schleppers in das KRG-Gebiet gereist sei 

und sich bei einem Studienkollegen in der Nähe von E._______ versteckt 

gehalten habe, bevor er schliesslich über die nahegelegene Grenze in die 

Türkei ausgereist sei, 

D-2388/2019 

Seite 3 

dass er zur Stützung seiner Vorbringen zwei Haftbefehle des Ermittlungs-

gerichts Sarseng vom 27. August 2014 und vom 18. August 2015 ein-

reichte, 

dass das SEM mit Entscheid vom 17. Juli 2018 das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers wegen Unglaubhaftigkeit der Vorbringen ablehnte, des-

sen Wegweisung aus der Schweiz anordnete und den Vollzug als zulässig, 

zumutbar und möglich erachtete,   

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-4695/2018 vom 8. März 

2019 eine dagegen erhobene Beschwerde abwies, womit der Entscheid 

des SEM vom 17. Juli 2018 in Rechtskraft erwuchs, 

dass der Gesuchsteller mit als «Wiedererwägungsgesuch» bezeichneter 

Eingabe vom 12. April 2019 unter Einreichung mehrerer Dokumente (Irak-

Update der Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH] vom 28. März 2015, 

Haftbefehl vom […]) an das SEM gelangte und um Neubeurteilung des 

Entscheides des SEM vom 17. Juli 2018 ersuchte,  

dass die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, eventualiter die 

Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs festzustellen sei, 

dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nach Aufforderung des 

SEM vom 24. April 2019 die Übersetzung des eingereichten Haftbefehls 

vom (…) in deutscher Sprache einreichte,  

dass das SEM mit Schreiben vom 16. Mai 2019 die Eingabe vom 12. April 

2019 dem Bundesverwaltungsgericht als Revisionsgesuch zuständigkeits-

halber überwies,  

dass der zuständige Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 4. Juni 

2019 den Vollzug der Wegweisung provisorisch aussetzte,  

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 105 AsylG (SR 142.31) 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Beschwerden gegen 

Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG) ent-

scheidet und es ausserdem zuständig ist für die Revision von Urteilen, die 

D-2388/2019 

Seite 4 

es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 

2007/21 E. 2.1),  

dass die als «Wiedererwägungsgesuch» bezeichnete Eingabe vom 12. Ap-

ril 2019 an das SEM, welche in der Folge dem Bundesverwaltungsgericht 

zuständigkeitshalber überwiesen wurde, als Revisionsgesuch gegen das 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4695/2018 vom 8. März 2019 ent-

gegengenommen wird,  

dass gemäss Art. 45 VGG für die Revision von Urteilen des Bundesverwal-

tungsgerichts die in Art. 121–128 BGG aufgeführten Revisionsgründe sinn-

gemäss gelten,  

dass nicht Gründe als Revisionsgründe gelten, welche die Partei, die um 

Revision nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte 

geltend machen können (sinngemäss Art. 46 VGG), 

dass nach Art. 47 VGG auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsge-

suches Art. 67 Abs. 3 VwVG Anwendung findet,  

dass das Bundesverwaltungsgericht in der Regel Revisionsgesuche in der 

Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen entscheidet, sofern das Re-

visionsgesuch nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters fällt (Art. 21 

Abs. 1 und Art. 23 VGG i.V.m. Art. 111 AsylG), 

dass der Gesuchsteller durch das angefochtene Urteil berührt ist und ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat, 

dass in der Eingabe vom 12. April 2019 im Wesentlichen geltend gemacht 

wird, dass mit dem neu eingereichten Haftbefehl vom 3. Januar 2019 die 

geltend gemachte Verfolgung des Gesuchstellers belegt werden könne,  

dass das SEM die im abgeschlossenen Asylverfahren eingereichten Be-

weismittel nicht näher überprüft habe, was eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs darstelle,  

dass sowohl die bisher eingereichten Dokumente als auch der neu ins 

Recht gelegte Haftbefehl vom (...) einer näheren Prüfung durch die zustän-

dige Botschaft zu unterziehen seien,  

D-2388/2019 

Seite 5 

dass der Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers in die Provinz 

Ninawa nicht zumutbar sei,  

dass der Gesuchsteller mit der Einreichung des Haftbefehls vom (...) sinn-

gemäss den Revisionsgrund neuer erheblicher Tatsachen oder Beweismit-

tel anruft,  

dass die Beweiskraft des lediglich in Kopie eingereichten Haftbefehls vom 

(...) vor dem Hintergrund der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen als gering 

einzustufen ist,  

dass bei dieser Sachlage der in der Eingabe vom 12. April 2019 gestellte 

Antrag, wonach der Haftbefehl vom (...) einer näheren Prüfung durch die 

zuständige Botschaft zu unterziehen sei, mangels Notwendigkeit abzu-

lehnen ist,  

dass angesichts der mangelnden Beweistauglichkeit des mit dem Revisi-

onsgesuch eingereichten Dokuments die weitere Frage, weshalb dieses 

nicht im ordentlichen Verfahren hätte beigebracht werden können (vgl. 

Art. 124 Abs. 2 Bst. a BGG), nicht näherer Erörterung bedarf, 

dass die Kritik, wonach das SEM die im abgeschlossenen Asylverfahren 

eingereichten Beweismittel nicht näher überprüft habe, was eine Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs darstelle, nicht Gegenstand eines Revisions-

verfahrens sein kann,  

dass auch das – im Zusammenhang mit der Frage der Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs – eingereichte Irak-Update der Schweizerischen 

Flüchtlingshilfe (SFH) vom 28. März 2015 revisionsrechtlich unerheblich 

ist,  

dass somit der vom Gesuchsteller angerufene Revisionsgrund nicht geeig-

net ist, eine revisionsweise Aufhebung des Urteils des Bundesverwaltungs-

gerichtes vom 8. März 2019 herbeizuführen, weshalb das sinngemässe 

Revisionsgesuch vom 12. April 2019, soweit darauf einzutreten ist, abzu-

weisen ist,  

dass das Revisionsgesuch im Zeitpunkt der Einreichung aussichtslos er-

schien, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, 

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Seite 6 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrenskosten in der 

Höhe von Fr. 1‘500.– dem Gesuchsteller aufzuerlegen sind (Art. 37 VGG 

i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

D-2388/2019 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘500.– werden dem Gesuchsteller auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die kantonale Mig-

rationsbehörde. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

 

Jürg Marcel Tiefenthal Daniel Merkli 

 

 

 

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