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**Case Identifier:** e950588b-e1bf-57a9-89d2-32b45e7bf8fc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.02.2024 100 2023 342
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-342_2024-02-19.pdf

## Full Text

100.2023.342U
STN/MAL/CHS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 19. Februar 2024

Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Marti

A.________
vertreten durch Fürsprecher…
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, Predigergasse 5, 
3011 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung; 
Nichteintreten auf Wiedererwägungsgesuch; vorsorgliche Massnahmen 
(Zwischenverfügung der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 
20. November 2023; 2023.SIDGS.714)  

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Prozessgeschichte und Erwägungen:

1.

1.1 A.________ (Jg. 1975), Staatsangehöriger der Republik Türkiye, 
reiste 1980 in die Schweiz ein und war seither im Besitz einer Nieder-
lassungsbewilligung. Die Einwohnergemeinde (EG) Bern, Einwohner-
dienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF), widerrief mit Verfügung vom 
15. Februar 2023 die Niederlassungsbewilligung von A.________ und wies 
ihn aus der Schweiz weg, dies insbesondere wegen dauerhaften So-
zialhilfebezugs und wiederholter Verstösse gegen die öffentliche Sicherheit 
und Ordnung (insb. wiederholte Straffälligkeit, Schuldenwirtschaft). Diese 
Verfügung erwuchs am 17. April 2023 in Rechtskraft. 

1.2 Am 25. August 2023 stellte A.________ bei der EG Bern ein Wie-
dererwägungsgesuch und ersuchte um Erteilung bzw. Verlängerung der Nie-
derlassungsbewilligung, eventuell um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. 
Er berief sich unter Hinweis auf die Beziehungen zu seiner minderjährigen 
Tochter (geb. 2011) und mit seiner Lebenspartnerin auf das Recht auf Fami-
lienleben nach Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; 
SR 0.101). Gleichzeitig ersuchte er um Aufschub des Wegweisungsvollzugs 
und um unentgeltliche Rechtspflege. 

Die EG Bern trat mit Verfügung vom 21. September 2023 auf das Gesuch in 
der Sache nicht ein und lehnte die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs 
und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab. 

Dagegen erhob A.________ am 25. Oktober 2023 Beschwerde bei der 
Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID) mit dem Hauptantrag, die an-
gefochtene Nichteintretensverfügung sei aufzuheben und die EG Bern sei 
anzuweisen, das Gesuch materiell zu prüfen. In prozessualer Hinsicht er-
suchte er vorsorglich um Bewilligung des vorläufigen Verbleibs in der 
Schweiz sowie um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung seines 
Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt. 

1.3 Die SID wies mit Zwischenverfügung vom 20. November 2023 
sowohl das Gesuch um vorsorgliche Massnahme als auch jenes um unent-

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geltliche Rechtspflege ab; die Verlegung der Verfahrenskosten betreffend 
das Gesuch um vorsorgliche Massnahme verwies sie in das Hauptverfahren 
(Dispositiv-Ziff. 1-3).

1.4 Gegen die Zwischenverfügung der SID hat A.________ am 
21. Dezember 2023 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, 
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei der prozedurale 
Aufenthalt in der Schweiz bis zum Abschluss des ausländerrechtlichen Ver-
fahrens zu gestatten (eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen) und ihm sei die unentgeltliche Rechtspflege im 
Beschwerdeverfahren vor der SID zu bewilligen. Gleichzeitig ersucht er im 
verwaltungsgerichtlichen Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege unter 
amtlicher Beiordnung seines Rechtsvertreters. 

Die EG Bern beantragt mit Beschwerdeantwort vom 26. Januar 2024 die Ab-
weisung der Beschwerde. Die SID stellt mit Vernehmlassung vom 29. Januar 
2024 ebenfalls Antrag auf Beschwerdeabweisung; hinsichtlich des Gesuchs 
um unentgeltliche Rechtspflege vor dem Verwaltungsgericht enthält sie sich 
eines Antrags. 

2.

2.1 Das Verwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 
und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
(VRPG; BSG 155.21) als letzte kantonale Instanz Beschwerden gegen Ver-
fügungen und Entscheide, die sich auf öffentliches Recht stützen. Im Streit 
liegt eine Zwischenverfügung der SID, wonach einerseits der Aufenthalt des 
Beschwerdeführers für die Dauer des Verfahrens betreffend Wieder-
erwägung respektive Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung bzw. 
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (vorsorgliche Massnahme) verweigert 
worden ist, andererseits die unentgeltliche Rechtspflege im Beschwerdever-
fahren vor der SID. Beide Anordnungen unterliegen nach dem Grundsatz der 
Einheit des Verfahrens dem gleichen Rechtsmittel wie die Hauptsache 
(Art. 29 i.V.m. Art. 75 Bst. a VRPG [im Umkehrschluss] sowie Art. 112 Abs. 3 
VRPG; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 

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VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 75 N. 2 und 8). Das Verwaltungsgericht ist daher 
zur Beurteilung der Beschwerde zuständig.

2.2 Zwischenverfügungen und -entscheide über vorsorgliche Massnah-
men sind selbständig anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachen-
den Nachteil bewirken können (Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 Bst. g und 
Abs. 3 Bst. a VRPG). Durch die Verweigerung des prozeduralen Aufenthalts 
hätte der Beschwerdeführer den Entscheid in der Hauptsache im Ausland 
abzuwarten und würde er von seiner Tochter und von seiner Lebenspartnerin 
getrennt. Praxisgemäss ist darin ein derartiger Nachteil zu erblicken. Ziff. 1 
der angefochtenen Zwischenverfügung ist daher selbständig anfechtbar (vgl. 
VGE 2022/344 vom 27.1.2023 E. 2.2; BVR 2012 S. 145 [VGE 2011/3 vom 
8.9.2011] nicht publ. E. 1.2; Daum/Rechsteiner bzw. Michel Daum, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 29 N. 2 f. bzw. Art. 61 N. 32 mit weiteren Hinweisen). Selbständig an-
fechtbar ist kraft der speziellen Regelung von Art. 112 Abs. 3 VRPG eben-
falls die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Ziff. 2 der 
angefochtenen Zwischenverfügung (vgl. Ruth Herzog, a.a.O., Art. 112 N. 7; 
BVR 2012 S. 145 [VGE 2011/3 vom 8.9.2011] nicht publ. E. 1.2; vgl. zum 
Ganzen VGE 2023/142 vom 24.10.2023 E. 2.2).

2.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch die angefochtene Zwischenverfügung besonders berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind einge-
halten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzu-
treten.

2.4 Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und -entscheide behan-
deln die Mitglieder des Verwaltungsgerichts als Einzelrichterin oder Einzel-
richter (Art. 57 Abs. 2 Bst. b des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Orga-
nisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]).

2.5 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

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3.

Umstritten ist zunächst die Regelung des Aufenthalts des Beschwerdefüh-
rers bis zum Entscheid über die Wiedererwägung bzw. Erteilung der nach-
gesuchten Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung. Rechtsgrundlagen 
und Praxis stellen sich wie folgt dar:

3.1 Der dauerhafte Aufenthalt einer Ausländerin oder eines Ausländers 
in der Schweiz bedarf grundsätzlich einer Bewilligung (Art. 10 und 11 des 
Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer und über die Integration [Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; 
SR 142.20]). Das Einreichen eines Bewilligungsgesuchs berechtigt noch 
nicht zum Aufenthalt, ebenso wenig ein Rechtsmittel gegen einen ablehnen-
den Bewilligungsentscheid, und zwar selbst dann nicht, wenn dieses grund-
sätzlich aufschiebende Wirkung hat. Vielmehr bedarf es einer vorsorglichen 
Massnahme zur Regelung des prozeduralen Aufenthalts (vgl. 
BGer 2C_72/2018 vom 15.6.2018 E. 2.2; VGE 2022/344 vom 27.1.2023 
E. 3.1, 2017/303 vom 6.12.2017 E. 3.1; Daum/Rechsteiner, a.a.O., Art. 27 
N. 12 und 24). Der einstweilige Rechtsschutz richtet sich nach Art. 27 ff. 
VRPG unter Berücksichtigung von Art. 17 AIG. Danach kann die instruie-
rende Behörde unter anderem zum Schutz erheblicher öffentlicher oder pri-
vater Interessen vorsorgliche Massnahmen anordnen (Art. 27 Abs. 1 Bst. a 
VRPG). Stehen den Interessen am Erlass vorsorglicher Massnahmen 
andere private oder öffentliche Interessen gegenüber, so ist über den vor-
läufigen Rechtsschutz aufgrund einer Interessenabwägung zu entscheiden 
(BVR 2012 S. 145 E. 3.1; VGE 2022/344 vom 27.1.2023 E. 3.1; 
Daum/Rechsteiner, a.a.O., Art. 27 N. 18). Art. 17 AIG konkretisiert die er-
wähnten Grundsätze für den Fall, dass eine ausländische Person, die für 
einen vorübergehenden Aufenthalt rechtmässig eingereist ist, nachträglich 
ein Bewilligungsgesuch stellt. Sie hat den Entscheid grundsätzlich im Aus-
land abzuwarten (Abs. 1). Nur wenn die Zulassungsvoraussetzungen offen-
sichtlich erfüllt sind, kann die zuständige Behörde den Aufenthalt während 
des Verfahrens im Sinn einer vorsorglichen Massnahme gestatten (Abs. 2). 
Daraus leitet die Rechtsprechung ab, dass der (selbst ursprünglich illegale) 
Aufenthalt während des Bewilligungsverfahrens zu gestatten ist, falls die 

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Voraussetzungen eines gesetzlichen, verfassungs- oder konventionsrechtli-
chen Anspruchs auf die Bewilligung mit grosser Wahrscheinlichkeit gegeben 
sind (BGE 139 I 37 E. 2.1; BGer 2C_1019/2021 vom 17.5.2022 E. 4.2.1; 
Daum/Rechsteiner, a.a.O., Art. 27 N. 24). Hiervon ist insbesondere auszu-
gehen, wenn die eingereichten Unterlagen einen gesetzlichen oder völker-
rechtlichen Anspruch auf die Erteilung einer Kurzaufenthalts- oder Aufent-
haltsbewilligung belegen, keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AIG vorliegen 
und die betroffene Person der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG nach-
kommt (Art. 6 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, 
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]; weiterführend hierzu 
BGE 139 I 37 E. 2.2 mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen VGE 2023/142 vom 
24.10.2023 E. 3.1). 

3.2 Ziel des prozeduralen Aufenthalts nach Art. 17 Abs. 2 AIG ist es, die 
grundsätzliche Ausreisepflicht nach Art. 17 Abs. 1 AIG dann zu mildern, 
wenn sie keinen Sinn macht, weil die Bewilligung vermutlich zu erteilen sein 
wird (BGE 139 I 37 E. 3.4.4; Marc Spescha, in Spescha et al. [Hrsg.], Migra-
tionsrecht, 5. Aufl. 2019, Art. 17 AIG N. 4). Ob die Anspruchsvoraus-
setzungen mit grosser Wahrscheinlichkeit gegeben sind, ist in einer summa-
rischen Würdigung der Erfolgsaussichten (sog. Hauptsachenprognose) zu 
beurteilen, wie dies bei der Anordnung vorsorglicher Massnahmen regel-
mässig der Fall ist. Dabei ist die Pflicht, den Bewilligungsentscheid grund-
sätzlich im Ausland abwarten zu müssen, grundrechtskonform zu konkreti-
sieren (BGE 139 I 37 E. 2.2). Wenn Art. 17 Abs. 2 AIG verlangt, dass die Zu-
lassungsvoraussetzungen «offensichtlich» erfüllt sein müssen, ist der be-
troffenen Person die Anwesenheit im Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK 
bereits dann zu gestatten, wenn die Chancen, dass die Bewilligung zu ge-
währen sein wird, bedeutend höher einzustufen sind als jene, sie verweigern 
zu müssen (BGE 139 I 37 E. 4.1). 

3.3 Die Bewilligungsbehörde (EG Bern) ist davon ausgegangen, dass 
mangels neuer erheblicher Tatsachen oder Beweismittel die Voraussetzun-
gen für eine materielle Neubeurteilung der bewilligungsrechtlichen Situation 
des Beschwerdeführers nicht erfüllt sind, und ist auf das Gesuch daher nicht 
eingetreten (Verfügung vom 21.9.2023; vorne E. 1.2). Wie es sich damit ver-
hält, ist in dem vor der SID rechtshängigen Hauptsacheverfahren vertieft zu 

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prüfen. Selbst wenn aber eine umfassende (Neu-)Beurteilung und Inte-
ressenabwägung erforderlich sein sollte, kann in der Regel nicht gesagt 
werden, die Bewilligungsvoraussetzungen seien offensichtlich erfüllt, wes-
halb vorsorglich der Aufenthalt während des Verfahrens bewilligt werden 
müsste (BGer 2C_253/2017 vom 30.5.2017 E. 4.4; VGE 2017/303 vom 
6.12.2017 E. 3.4).

4.

Ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer den prozeduralen Aufenthalt zu 
Recht verweigert hat, ist wie folgt zu beurteilen:

4.1 Es ist grundsätzlich möglich, nach Widerruf einer Bewilligung die Er-
teilung einer neuen Bewilligung zu beantragen, sofern die gesuchstellende 
Person im Zeitpunkt des ersten Entscheids die Voraussetzungen für diese 
Erteilung erfüllt hatte. Unabhängig davon, ob dieses Gesuch als Wiederer-
wägung oder neuer Antrag bezeichnet wird, kann es jedoch nicht dazu 
dienen, rechtskräftige Verwaltungsentscheide immer wieder infrage zu 
stellen oder die Fristen für die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen. 
Eine Verwaltungsbehörde ist gestützt auf Art. 29 der Bundesverfassung (BV; 
SR 101) verpflichtet, auf ein neues Gesuch einzutreten, wenn die Umstände 
(Sachverhalt oder Rechtslage) sich seit dem ersten Entscheid wesentlich ge-
ändert haben. Gleiches gilt, wenn die gesuchstellende Person erhebliche 
Tatsachen und Beweismittel beibringt, die ihr im früheren Verfahren nicht 
bekannt waren, die sie aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht vor-
bringen konnte oder für deren Geltendmachung im vorangehenden Ver-
fahren kein Anlass bestand (vgl. BGE 146 I 185 E. 4.1 [Pra 110/2021 
Nr. 36]). Ein rechtskräftig erledigtes Verfahren kann mithin nicht beliebig 
wieder aufgenommen werden. Wird ein Gesuch mit Vorbringen begründet, 
die bereits im Rahmen eines früheren Verfahrens rechtskräftig beurteilt 
wurden oder hätten beurteilt werden können, ist darauf nicht einzutreten, 
zumal es nicht angeht, rechtskräftige Verwaltungsentscheide immer wieder 
in Frage zu stellen (BGE 136 II 177 E. 2.1; BVR 2009 S. 557 E. 2.2). Was 
mit zumutbarer Sorgfalt hätte mitgeteilt, vorgelegt oder beigebracht werden 
können, vermag nach einem allgemeinen Grundsatz nicht eine 

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Wiederaufnahme zu bewirken (Markus Müller, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 56 N. 16). Eine 
wesentliche Änderung der rechtserheblichen Sachumstände und damit ein 
Anspruch auf Neubefassung ist zudem nur dann zu bejahen, wenn die 
geltend gemachten Veränderungen grundsätzlich geeignet sind, eine andere 
Beurteilung herbeizuführen und ein für die betroffene Person günstigeres 
Ergebnis damit ernstlich in Betracht fällt (vgl. BGE 136 II 177 E. 2.2.1; BGer 
2C_678/2021 vom 6.12.2021 E. 4.2). 

4.2 Mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 15. Februar 2023 
erwog die EG Bern, der Beschwerdeführer habe dauerhaft Sozialhilfe im Ge-
samtbetrag von bislang rund Fr. 342'000.-- bezogen und es könne ihm keine 
positive Zukunftsprognose gestellt werden. Weiter habe er mutwillig 
Schulden von mehr als Fr. 735'000.-- angehäuft. Damit habe der Beschwer-
deführer die Widerrufsgründe von Art. 63 Abs. 1 Bst. b und c AIG erfüllt. 
Zudem sei er im Strafregister mit drei Verurteilungen verzeichnet, davon eine 
wegen mehrfachen Vergehens und Verbrechens gegen das Betäubungs-
mittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Ferner befänden sich 
etliche Strafbefehle in den Akten, welche zu keinem Eintrag ins Strafregister 
geführt hätten. Der Beschwerdeführer sei geschieden und die gemeinsame 
Tochter lebe bei der Kindsmutter. Die Tochter stehe unter der gemeinsamen 
elterlichen Sorge; die Obhut liege bei der Mutter. Die EG Bern bejahte eine 
besonders enge affektive Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner 
Tochter, verneinte aber eine besonders enge wirtschaftliche Beziehung. Der 
Beschwerdeführer komme seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nach; es 
bestünden Alimentenschulden von insgesamt über Fr. 44'000.--. Zudem 
habe sich der Beschwerdeführer auch keineswegs tadellos verhalten. Das 
private Interesse des Beschwerdeführers, nicht von seiner minderjährigen 
Tochter getrennt zu werden, vermöge das öffentliche Interesse am Widerruf 
der Niederlassungsbewilligung und an seiner Wegweisung aus der Schweiz 
nicht aufzuwiegen (Verfügung der EG Bern vom 15.2.2023, Akten EG Bern 
pag. 697 ff.). 

Mit Verfügung vom 21. September 2023 trat die EG Bern auf das Wiederer-
wägungsgesuch des Beschwerdeführers vom 25. August 2023 nicht ein, da 
keine neuen erheblichen Tatsachen geltend gemacht würden. 

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4.3 Die SID ist in ihrer summarischen Prüfung der beantragten vorsorg-
lichen Massnahme zum Schluss gekommen, die Sachlage habe sich gegen-
über dem rechtskräftigen Wegweisungsentscheid vom 15. Februar 2023 
nicht derart verändert, dass ein anderes Ergebnis ernstlich in Betracht falle 
(vgl. angefochtene Zwischenverfügung S. 4 f.).

4.4 Der Beschwerdeführer hat, wie die EG Bern in ihrer rechtskräftigen 
Verfügung vom 15. Februar 2023 festgestellt hat, mit seiner wiederholten 
Straffälligkeit, der Verschuldung und dem dauerhaften Sozialhilfebezug 
Widerrufsgründe nach Art. 63 Abs. 1 Bst. b und c AIG gesetzt (Akten EG 
Bern pag. 700). Mit der Verurteilung vom 22. Oktober 2014 zu einer Frei-
heitsstrafe von 18 Monaten hätte überdies auch der Widerrufsgrund von 
Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. b AIG bejaht werden müssen. 
Der Beschwerdeführer stellt das Vorliegen von Widerrufsgründen nicht in 
Frage. Er bestreitet ausdrücklich nicht, dass er «seit geraumer Zeit von der 
Sozialhilfe abhängig ist» (Beschwerde S. 5). Mit Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde vom 21. Dezember 2023 macht er im Wesentlichen geltend, die 
Beziehung zu seiner minderjährigen Tochter sei sowohl in affektiver wie auch 
in wirtschaftlicher Hinsicht eng. Das Kriterium des tadellosen Verhaltens sei 
angesichts seiner Lebensgeschichte stark zu relativieren. Zudem sei seine 
Lebenspartnerin seit Kurzem schwanger; eine Heirat sei geplant. Ferner 
habe die drohende Wegweisung bei ihm psychische Probleme ausgelöst 
(insb. Anpassungsstörung und Panikstörung). Schliesslich erweise sich die 
Verweigerung vorsorglicher Massnahmen als unverhältnismässig 
(Beschwerde S. 4 ff.).

4.5

4.5.1 Aus der familiären Beziehung zu seiner minderjährigen Tochter mit 
Schweizer Bürgerrecht kann der Beschwerdeführer aus Art. 8 EMRK und 
Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) einen (potenziellen) An-
spruch auf Anwesenheit in der Schweiz ableiten (sog. «umgekehrter Famili-
ennachzug»; vgl. BGE 144 I 91 E. 5.2 [Pra 108/2019 Nr. 11] mit Hinweisen). 
Dieser (potenzielle) Anspruch umfasst zwar nicht zusätzlich das Recht, den 
Ausgang eines ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahrens entgegen der 
Grundsatzregelung von Art. 17 Abs. 1 AIG im Inland abwarten zu dürfen. Im 
Rahmen der Interessenabwägung bei der Regelung des prozeduralen Auf-

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enthalts muss im Einzelfall jedoch den Vorgaben von Art. 8 Ziff. 2 EMRK 
bzw. Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 BV Rechnung getragen werden (vorne 
E. 3.2; BGE 139 I 37 E. 3.5.1 mit weiteren Hinweisen; BGer 2C_376/2022 
vom 13.9.2022 E. 5.3, 2C_1019/2021 vom 17.5.2022 E. 4.1).

4.5.2 Die familiäre Beziehung zwischen dem ausreisepflichtigen Elternteil 
und seinem Kind kann trotz des Sorgerechts unter dem Gesichtspunkt von 
Art. 8 EMRK grundsätzlich auch vom Ausland her gepflegt werden (vgl. 
BGE 143 I 21 E. 5.3; BGer 2C_8/2023 vom 3.5.2023 E. 3.3). Ein Recht auf 
Aufenthalt des nicht obhutsberechtigten ausländischen Elternteils, der schon 
bisher über eine Aufenthaltsbewilligung verfügte, kann sich hingegen erge-
ben, wenn eine (1) in affektiver und (2) in wirtschaftlicher Hinsicht besonders 
enge Eltern-Kind-Beziehung besteht und (3) diese wegen der Distanz zwi-
schen der Schweiz und dem Staat, in welchen die ausländische Person 
auszureisen hätte, praktisch nicht mehr aufrechterhalten werden könnte, 
sofern (4) die ausreisepflichtige Person sich in der Schweiz bisher weitge-
hend «tadellos» verhalten hat (BGE 144 I 91 E. 5.2 [Pra 108/2019 Nr. 11], 
143 I 21 E. 5.2, 142 II 35 E 6.2, 139 I 315 E. 2.2 und 2.5; BGer 2C_800/2018 
vom 12.2.2020 E. 3.2; VGE 2021/32 vom 8.12.2023 E. 6.3.3).

4.6 Die Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Tochter (geb. 2011) 
wurde bereits im Wegweisungsverfahren geprüft und es wurde festgestellt, 
dass die Beziehung in affektiver Hinsicht, nicht jedoch in wirtschaftlicher Hin-
sicht besonders eng sei. Zudem fehle es an der Voraussetzung des tadel-
losen Verhaltens. Der Beschwerdeführer macht insoweit keine veränderten 
Verhältnisse geltend. Er räumt ein, dass er weiterhin auf Sozialhilfe (bzw. 
Nothilfe) angewiesen ist und keine Unterhaltszahlungen für seine Tochter 
leistet (vgl. vorne E. 4.4 und Beschwerde S. 4). Zwar können bei der Beur-
teilung der wirtschaftlichen Verbundenheit auch Naturalleistungen in Form 
von Betreuungsleistungen eine wesentliche Rolle spielen (vgl. 
VGE 2019/309 vom 17.6.2021 E. 5.4.2 mit Hinweisen). Gemäss dem im 
vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Plan betreut der Beschwerdeführer 
seine Tochter allerdings lediglich jedes zweite Wochenende sowie während 
eines Teils der Schulferien (vgl. Beilage 2 in Akten SID 6A1). Dass die Kinds-
mutter deswegen zu einem höheren Pensum arbeiten kann (vgl. Be-
schwerde S. 4), ist damit nicht glaubhaft. Seine Einwände gegen die Würdi-

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gung der EG Bern hätte er in einem gegen die Wegweisungsverfügung 
geführten Rechtsmittelverfahren einbringen können und müssen. Nach der 
hier gebotenen Hauptsachenprognose dürfte es für einen Bewilligungs-
anspruch des Beschwerdeführers jedenfalls an den Voraussetzungen der 
wirtschaftlich besonders engen Vater-Tochter-Beziehung und des tadellosen 
Verhaltens fehlen.

4.7 Was die Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner aktuellen 
Partnerin betrifft, besteht die Beziehung nach seinen Angaben seit rund ein-
einhalb Jahren. Mit der SID ist deshalb davon auszugehen, dass der 
Beschwerdeführer diesen Umstand ebenfalls bereits in das Wegweisungs-
verfahren bzw. spätestens im Rahmen eines ordentlichen Rechtsmittelver-
fahrens hätte einbringen können und müssen (angefochtene Zwischenver-
fügung S. 4). Soweit er neu geltend macht, seine Lebenspartnerin sei seit 
Kurzem schwanger, bleibt dieses Vorbringen unbelegt. Das vom Beschwer-
deführer eingereichte Schreiben seiner Partnerin ist nicht datiert und diese 
führt darin einzig aus, dass sie «wohl schwanger» sei (vgl. act. 1C Beschwer-
debeilage 2). Bei summarischer Beweiswürdigung und Prüfung kann hierauf 
nicht abgestellt werden. 

4.8 Veränderte Verhältnisse macht der Beschwerdeführer insoweit 
geltend, als dass er aufgrund der drohenden Wegweisung psychische 
Probleme habe. 

Gemäss Arztbericht … vom 20. Oktober 2023 leidet der Beschwerdeführer 
unter einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und einer 
Panikstörung. Eine akute Suizidalität habe der Beschwerdeführer eindeutig 
verneint. Therapeutisch werde zur Behandlung der Anpassungsstörung und 
der Panikstörung eine Kombination aus medikamentöser und 
psychotherapeutischer Behandlung empfohlen. Der Patient lehne eine 
stationäre Therapie vorerst ab und habe sich für eine ambulante 
psychiatrische Behandlung entschieden (vgl. Arztbericht vom 20.10.2023, in 
act. 6A1 Beilage 7 zur Beschwerde vom 20.10.2023). Dass der 
Beschwerdeführer entsprechende Schritte bereits eingeleitet hätte, wird 
nicht geltend gemacht. Eine wegweisungsbedingte Verschlechterung des 
psychischen Zustands kann praxisgemäss für sich allein ohnehin nicht zu 
einer Anwesenheitsregelung in der Schweiz führen. Die schweizerischen 

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Behörden sind vielmehr gehalten, im Rahmen der konkreten 
Rückkehrmassnahmen alles ihnen Zumutbare vorzukehren, um medizinisch 
bzw. betreuungsmässig sicherzustellen, dass das Leben und die Gesundheit 
der rückkehrpflichtigen Person möglichst nicht beeinträchtigt wird; sie sind 
verfassungsrechtlich jedoch nicht verpflichtet, im Hinblick auf eine punktuell 
kritische psychische Situation in Abweichung von den gesetzlichen 
Vorgaben eine Anwesenheitsberechtigung zu gewähren (vgl. BGer 
2C_666/2017 vom 1.2.2018 E. 3.3.4). Bei summarischer Beweiswürdigung 
ist mit der SID auch der aktuelle Gesundheitszustand des Beschwerde-
führers nicht geeignet, eine andere Beurteilung herbeizuführen. 

4.9 Bei dieser Ausgangslage kann nach summarischer Hauptsachen-
prognose nicht mit grosser Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass die EG 
Bern auf das Gesuch vom 25. August 2023 hätte eintreten und eine mate-
rielle Beurteilung hätte vornehmen müssen. Des Weiteren ist auch keine 
unmittelbare, konkrete und erhebliche Gefährdung von privaten Rechts-
gütern ersichtlich. Dem Beschwerdeführer ist es daher möglich und zumut-
bar, den Ausgang des Verfahrens im Heimatland abzuwarten. 

Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die SID das Gesuch um 
Anordnung einer vorsorglichen Massnahme abgewiesen hat. 

5.

Umstritten ist weiter, ob die Vorinstanz die unentgeltliche Rechtspflege zu 
Recht verweigert hat.

5.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 ZPO). Unter den gleichen Voraussetzungen kann 
einer Partei überdies eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet werden, 
wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen 
(Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht aussichtslos, wenn berechtigte 
Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das heisst wenn Gewinnaussichten und 
Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig gerin-

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ger sind als diese. Als aussichtslos sind nach der Rechtsprechung demge-
genüber Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten be-
trächtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als 
ernsthaft bezeichnet werden können (statt vieler BVR 2019 S. 128 E. 4.1; 
BGE 142 III 138 E. 5.1). Ob im Einzelfall genügend Erfolgsaussichten beste-
hen, beurteilt sich in objektivierter Weise aufgrund einer vorläufigen summa-
rischen Prüfung der Prozessaussichten, wie sie sich im Zeitpunkt des Ge-
suchs darstellen (BVR 2016 S. 369 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen; zum 
Ganzen Lucie von Büren, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum berni-
schen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 111 N. 29 ff.).

5.2 Die SID hat die bei ihr anhängig gemachte Beschwerde in der Sache 
als aussichtslos beurteilt, weil Sachumstände geltend gemacht würden, die 
bereits in früheren Verfahren hätten vorgebracht werden können (und 
müssen) oder die nicht zu einer für den Beschwerdeführer günstigeren Be-
urteilung führen könnten. Eine wesentliche Änderung des Sachverhalts seit 
dem Wegweisungsentscheid sei nicht zu erkennen (vgl. angefochtene 
Zwischenverfügung S. 5). Diese Einschätzung überzeugt. Demnach ist nicht 
zu beanstanden, dass die SID die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers 
als aussichtslos beurteilt und sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
abgewiesen hat.

6.

Die angefochtene Zwischenverfügung hält nach dem Erwogenen der 
Rechtskontrolle stand. Es besteht daher kein Anlass, die Sache in Bezug auf 
den prozeduralen Aufenthalt zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen (vgl. Eventualbegehren vorne E. 1.4). Die Beschwerde erweist 
sich als unbegründet und ist abzuweisen.

7.

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer 
grundsätzlich kostenpflichtig und hat seine Parteikosten selber zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG). Er hat indes auch für das verwaltungsge-
richtliche Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege ersucht (vorne E. 1.4).

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7.2 Wie dargelegt kommt für den Beschwerdeführer ein aus der Bezie-
hung zu seiner Tochter abgeleiteter Bewilligungsanspruch nach Art. 8 EMRK 
nicht ernsthaft in Betracht, wobei bereits ein Anspruch auf Neubeurteilung 
wenig wahrscheinlich ist. Ein anspruchsbegründendes Konkubinat ist eben-
falls nicht erkennbar. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss daher 
sowohl in der Sache (prozeduraler Aufenthalt) als auch in Bezug auf die 
vorinstanzlich verweigerte unentgeltliche Rechtspflege als aussichtslos be-
zeichnet werden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher 
abzuweisen, ohne dass die Prozessarmut zu prüfen wäre.

7.3 Da über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erst im Endent-
scheid befunden wird und der Beschwerdeführer deshalb keine Gelegenheit 
hatte, sein Rechtsmittel nach Abweisung des Begehrens zurückzuziehen 
und damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss im Rahmen der 
üblichen Abschreibungsgebühr zu erheben (BVR 2014 S. 437 E. 7.9). Für 
den Entscheid über das Gesuch und über die Beschwerde gegen die Ver-
weigerung der unentgeltlichen Rechtspflege durch die Vorinstanz sind keine 
Kosten zu erheben (Art. 112 Abs. 1 und 3 VRPG; Lucie von Büren, a.a.O., 
Art. 112 N. 1 und 8 mit Hinweisen).

8.

Das Rechtsmittel in vorliegender Streitigkeit folgt demjenigen in der Haupt-
sache. In der Hauptsache geht es materiell um die Erteilung einer Nieder-
lassungs- oder Aufenthaltsbewilligung gestützt auf den konventions- bzw. 
verfassungsmässigen Anspruch nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV, 
womit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zur Verfü-
gung steht (Art. 39 ff., 82 ff., und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 
2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]). 
Da der prozedurale Aufenthalt während des Beschwerdeverfahrens eine vor-
sorgliche Massnahme bildet, kann der vorliegende Entscheid insoweit vor 
Bundesgericht nur wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte ange-
fochten werden (Art. 98 BGG; BGer 2C_1019/2021 vom 17.5.2022 E. 1.2, 
2C_60/2017 vom 30.1.2017 E. 1.2).

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden dem Beschwerde-
führer auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Einwohnergemeinde Bern
- Staatssekretariat für Migration

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.