# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7dc1dee3-4d77-5c06-ad95-ebff46bedf20
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2010 D-5850/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5850-2010_2010-09-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5850/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richter Maurice Brodard, 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann.

A._______, geboren (...),
Algerien,
vertreten durch Samuel Häberli,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin-Verfahren);
Verfügung des BFM vom 6. August 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5850/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 5. April  2010 im Empfangs- und Ver-
fahrenszentrum (EVZ) (...) um Asyl nachsuchte,

dass er am 22. April 2010 im Transitzentrum (TZ) (...) summarisch zum 
Reiseweg sowie  zu den Asylgründen befragt  wurde,  und ihm in  der 
Folge noch gleichentags das rechtliche Gehör betreffend eine allfällige 
Wegweisung nach Griechenland beziehungsweise die Anwendung von 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 
142.31) gewährt wurde (vgl. A1, S. 7 f.),

dass  das  BFM  am  29.  April  2010,  gestützt  auf  die  einschlägigen 
staatsvertraglichen  Bestimmungen,  an  die  zuständigen  Behörden 
Griechenlands  ein  Gesuch  um  Übernahme  des  Beschwerdeführers 
richtete,

dass das BFM mit Verfügung vom 6. August 2010 – eröffnet am 16. Au-
gust  2010 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  AsylG auf  das 
Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Grie-
chenland sowie den Vollzug bis  spätestens am Tag nach Ablauf  der 
Beschwerdefrist  anordnete  und des Weiteren  festhielt,  eine  allfällige 
Beschwerde habe keine aufschiebende Wirkung,

dass Griechenland gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäi-
schen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 
des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat 
oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  ([Dublin-Assoziierungs-
abkommen,  SR  0.142.392.68];  Verordnung  [EG]  Nr. 343/2003  des 
Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und 
Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung 
eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat 
gestellten  Asylantrag  zuständig  ist  [Dublin-II-VO];  Verordnung  [EG] 
Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durchfüh-
rungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates 
[DVO Dublin]) sowie gestützt auf das Übereinkommen vom 17. Dezem-
ber 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft,  der Re-
publik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, An-
wendung und  Entwicklung des  Schengen-Besitzstands und über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für 

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die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestell -
ten  Asylantrags  (SR 0.362.32)  für  die  Durchführung  des  Asylverfah-
rens zuständig sei und angesichts dessen, dass Griechenland innert 
Frist nicht geantwortet habe, von seiner Zustimmung auszugehen sei 
(vgl. Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO),

dass die zuständigen griechischen Behörden innerhalb der festgeleg-
ten Frist nicht geantwortet hätten und daher die Zuständigkeit betref-
fend  Durchführung  des  Asylverfahrens  gestützt  auf  Art.  20  Abs.  1 
Bst. c Dublin-II-VO auf Griechenland übergegangen sei,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
oder Verlängerung (vgl. Art. 19 Abs. 3 und 4 Dublin-II-VO) – bis spätes-
tens am 31. Dezember 2010 zu erfolgen habe,

dass  die  vom  Beschwerdeführer  anlässlich  des  rechtlichen  Gehörs 
vom 22. April 2010 geltend gemachten Gründe – er werde nicht nach 
Griechenland zurückkehren, da dort Ausländer auch durch die Behör-
den  sehr  schlecht  behandelt  würden,  Griechenland  seine  eigenen 
Schwierigkeiten habe und man dort keine Unterstützung und keine Ar -
beit bekomme – kein Hindernis für eine Wegweisung nach Griechen-
land darstelle, da Griechenland ein Rechtsstaat sei  und gemäss Du-
blin-Abkommen zur Rückübernahme verpflichtet sei,

dass der Beschwerdeführer sich bezüglich seiner persönlichen Situati -
on  und  seiner  Lebensbedingungen an  die  für  die  Durchführung des 
Asylverfahrens staatsvertraglich zuständigen Behörden und karitativen 
Einrichtungen in Griechenland zu wenden habe,

dass Griechenland die Mindestnormen der EU für die Aufnahme der 
Asylgesuchsteller  anwende  und  demzufolge  Aufnahmestrukturen  zur 
Verfügung stelle,

dass der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland ferner zulässig, 
zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 
18. August 2010  die  Verfügung  des  BFM  beim  Bundesverwaltungs-
gericht anfechten liess,

dass in  der Hauptsache beantragt  wird,  die angefochtene Verfügung 
sei  aufzuheben  und  die  Vorinstanz  anzuweisen,  ihr  Recht  zum 

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Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  das  Asylgesuch  zuständig  zu 
erachten,

dass – sollte der Beschwerdeführer bereits nach Griechenland über-
stellt worden sein – das BFM anzuweisen sei, die Rückführung in die 
Schweiz zu veranlassen,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  der  Beschwerde  die  aufschiebende 
Wirkung  zuzuerkennen  sei  und  entsprechende  vollzugshemmende 
Massnahmen anzuordnen seien,

dass zudem um Verzicht auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses 
und um Gewährung  der  unentgeltlichen Prozessführungen  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  ersucht  und  die 
Nachreichung  einer  Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung  in  Aussicht 
gestellt wurde,

dass  auf  die  Beschwerdeanträge  und  die  Beschwerdebegründung  – 
soweit  erforderlich  –  in  den  nachfolgenden  Erwägungen einzugehen 
ist,

dass das Bundesverwaltungsgericht die zuständigen Behörden per Te-
lefax vom 19. August 2010 aufforderte, von allfälligen Vollzugshandlun-
gen einstweilen abzusehen (Art. 56 VwVG),

dass  am 20. August  2010  die  in  Aussicht  gestellte  Fürsorgebestäti -
gung beim Bundesverwaltungsgericht einging,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

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dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilge-
nommen hat und durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert  ist,  weshalb  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art.  105 AsylG 
i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden 
können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  Ent-
scheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 
S. 240 f.),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass im vorliegenden Fall zunächst Anlass zur Frage besteht, ob die 
Vorinstanz im Rahmen der  angefochtenen Verfügung ihren Pflichten, 
die  sich  aus  dem  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  rechtliches 
Gehör ergeben, hinreichend nachgekommen ist,

dass der Anspruch auf rechtliches Gehör durch Art. 29-33 VwVG kon-
kretisiert  wird  und  verschiedene  Teilaspekte  umfasst,  nämlich  einen 
Anspruch der  Parteien auf  vorgängige  Anhörung durch die  Behörde 
(Art. 30 und 30a VwVG), auf Anhörung in Bezug auf  erhebliche Vor-
bringen einer Gegenpartei (Art. 31 VwVG), auf Prüfung eigener erheb-
licher Vorbringen durch die Behörde (Art. 32 VwVG) und auf Abnahme 

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der angebotenen und tauglichen Beweise durch die Behörde (Art.  33 
VwVG),

dass Antworten auf die Frage, welche spezifischen Teilgehalte der An-
spruch  des  rechtlichen  Gehörs  im  Einzelnen  umfasse,  sich  darüber 
hinaus auch unmittelbar aus dem übergeordneten Verfassungsrecht in 
Gestalt von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ergeben können,

dass der mit Grundrechtsqualität ausgestattete Grundsatz des rechtli -
chen  Gehörs  im  Sinne  von  Art. 29  Abs. 2  BV  unbestrittenermassen 
eine Anzahl verschiedener verfassungsrechtlicher Verfahrensgarantien 
umfasst (vgl. aus der Literatur MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässi-
ge Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des mo-
dernen  Staates,  Bern  2000,  S. 202 ff.;  ANDREAS AUER/GIORGIO 
MALINVERNI/MICHEL HOTTELIER,  Droit  constitutionnel  suisse.  Vol. II.  Les 
droits  fondamentaux,  2. Aufl.,  Bern  2006,  S. 606 ff.;  BENOIT BOVAY, 
Procédure administrative,  Bern  2000,  S. 207 ff.;  ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf/St. Gallen  2006,  S. 360 ff.;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE 
HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bun-
des, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 46, 107 ff.;  MARKUS SCHEFER, Grundrechte 
in der Schweiz, Bern 2005, S. 285 ff.),

dass dazu zunächst – und für die Prozessparteien regelmässig im Vor-
dergrund stehend – das Recht auf vorgängige Äusserung und Anhö-
rung gehört, welches den Betroffenen einen Einfluss auf die Ermittlung 
des wesentlichen Sachverhaltes sichert,

dass  unerlässliches  Gegenstück  der  Mitwirkungsrechte  der  Parteien 
ausserdem als  weiterer  Teilgehalt  des rechtlichen Gehörs die Pflicht 
der  Behörden  bildet,  die  Vorbringen  der  Betroffenen  sorgfältig  und 
ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen,

dass daraus schliesslich aber auch die grundsätzliche Pflicht der Be-
hörden  folgt,  ihren  Entscheid  zu  begründen  (BGE  123 I 31  E. 2c; 
vgl. etwa  AUER/MALINVERNI/  HOTTELIER,  a.a.O.,  S. 611 ff.;  REINHOLD HOTZ, 
St. Galler  Kommentar  zu  Art. 29  BV,  Rz. 34  ff.;  KÖLZ/HÄNER,  a.a.O., 
S. 119; SCHEFER, a.a.O., S. 300 ff.),

dass der angefochtene Entscheid des BFM diesen Kriterien nicht ge-
recht wird,

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dass das BFM hinsichtlich der Frage der Wegweisung nach Griechen-
land einzig pauschal festhält, Griechenland wende die Mindestnormen 
der EU für die Aufnahme der Asylgesuchsteller an und stelle demzufol-
ge Aufnahmestrukturen zur Verfügung,

dass das BFM dabei ohne inhaltliche Ausführungen lediglich auf ein – 
eine andere Sachlage aufweisendes – Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts vom 24. Juni 2009 (E-3805/2009) sowie einen Entscheid des 
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR; Az. 32733/08) 
verweist und daraus den pauschalen Schluss zieht, es würden keine 
konkreten Anhaltspunkte vorliegen, wonach Griechenland sich nicht an 
die  aus  der  EMRK  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen 
halte,

dass sich diese einseitig gedrängte, vorinstanzliche Schlussfolgerung 
vor dem Hintergrund zahlreicher, weitgehend übereinstimmender und 
dem BFM bekannter – und insbesondere aktueller – Lageberichte zur 
prekären  Situation  von  Asylsuchenden  in  Griechenland  (vgl.  bspw. 
BVGE 2010/1 E. 5.6 S. 16) in dieser Form als simple Feststellung er-
weist, welche nicht vertieft und seriös genug begründet oder auf ange-
messene und fundierte Weise erläutert wird,

dass  das  BFM  damit  offensichtlich  seine  Begründungspflicht  bezie-
hungsweise den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Ge-
hör verletzt hat,

dass dies im vorliegenden Fall umso stossender anmutet, als den Ak-
ten konkrete Sachverhaltselemente zu entnehmen sind, welche einer 
rechtsgenüglichen Begründung der vorinstanzlichen Schlussfolgerung 
durchaus hätten dienen können (siehe untenstehende Ausführungen),

dass insofern auch die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung zu be-
mängeln ist, beschränkt sich diese doch auf die Feststellung, es beste-
he für den Beschwerdeführer ein EURODAC-Treffer der Kategorie 2 (il -
legale Einreise) mit Griechenland vom 7. Oktober 2009,

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  eigenen  Aussagen  rund  sieben 
Monate illegal  in  der Nähe von B._______ verbracht  habe, wobei  er 
teilweise in der Landwirtschaft gearbeitet habe, und er danach in die 
Schweiz weitergereist sei, ohne vorgängig in Griechenland ein Asylge-
such gestellt zu haben,

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dass sich nunmehr die Frage stellt, ob die festgestellte Verletzung des 
Anspruchs auf rechtliches Gehör geheilt werden kann oder zur Kassa-
tion der angefochtenen Verfügung führen muss,

dass der Gesetzgeber aus prozessökonomischen Gründen die Verwal-
tungsbeschwerde  grundsätzlich  reformatorisch  ausgestaltet  hat  und 
gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG eine Kassation und Rückweisung an die 
Vorinstanz nur ausnahmsweise erfolgen darf,  so etwa, wenn weitere 
Tatsachen festgestellt  werden müssen und ein umfassendes Beweis-
verfahren durchzuführen ist,

dass eine sachgerechte Lösung im Sinne einer Heilung oder Kassation 
sich ferner entscheidend an der Schwere der Verletzung einer Verfah-
rensvorschrift,  aber auch daran zu orientieren hat,  ob die Verletzung 
auf einem Versehen beruht oder das Resultat einer gehäuften unsorg-
fältigen Verfahrensführung ist,

dass im vorliegenden Fall – wie nachfolgende Ausführungen ergeben – 
die Gehörsverletzungen geheilt werden können, da sich das Verfahren 
aufgrund der  dem Bundesverwaltungsgericht  vorliegenden  Akten als 
entscheidreif erweist und mithin keine weiteren Tatsachen mehr festge-
stellt werden müssen und dem Beschwerdeführer dabei aufgrund der 
im Ergebnis zutreffenden vorinstanzlichen Verfügung kein Nachteil er-
wächst,

dass  trotz  mangelhafter  Begründungsdichte  eine  sachgerechte  An-
fechtung und Beschwerdebegründung möglich war,

dass es im Übrigen auch im Interesse der Beschwerde führenden Par-
tei  liegt,  innert  nützlicher  Frist  den für  die Behandlung ihres Asylge-
suches zuständigen Staat zu kennen,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass aufgrund der Abklärungen des BFM in der EURODAC-Datenbank 
die Zuständigkeit Griechenlands für die Durchführung des Asylverfah-
rens feststeht,

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dass der Beschwerdeführer diese Zuständigkeit und seinen Aufenthalt 
in Griechenland – bevor er in der Schweiz um Asyl nachsuchte – auch 
gar nicht bestreitet,

dass in der Rechtsmittelschrift indessen unter Hinweis auf diverse Be-
richte und europäische Gerichtsentscheide geltend gemacht wird, der 
Beschwerdeführer  laufe  bei  einer  Rückweisung  nach  Griechenland 
grosse Gefahr, direkt in sein Heimatland zurückgeschafft  zu werden, 
und das Asylverfahren in Griechenland verletze fundamentale Garanti -
en,

dass daher das BFM verpflichtet sei, gestützt auf Art. 3 Abs. 2 Dublin-
II-VO vom Selbsteintrittsrecht Gebrauch zu machen,

dass das Bundesverwaltungsgericht diese Sichtweise im Falle des Be-
schwerdeführers zurückweist,  da sich der Beschwerdeführer eigenen 
Angaben zufolge vor seiner Einreise in die Schweiz etwa sieben Mona-
te in  Griechenland aufgehalten (vgl. A1,  S. 6),  dort  in  der  Landwirt -
schaft gearbeitet und gar kein Asylgesuch gestellt hat (vgl. A1, S. 7 f.),

dass er seine Heimat Algerien aus Armut und mithin einzig aus wirt-
schaftlichen Gründen verlassen habe,

dass er in seinem Heimatland keine Probleme mit den Behörden, der 
Polizei,  dem Militär, einer Partei  oder sonstigen Organisation gehabt 
habe und nie verhaftet, angeklagt oder verurteilt worden sei,

dass er gemäss eigenen Angaben keine Mühe bekunde, nach Algerien 
zurückzukehren und immer für sich selber habe sorgen können,

dass seine Mutter jedoch seit Jahren schwer krank sei, und er sie fi-
nanziell und medizinisch unterstützen wolle (vgl. A1, S. 5 f.),

dass  der  Beschwerdeführer  somit  seine  Heimat  nicht  als  Flüchtling 
sondern aus rein wirtschaftlichen Gründen verlassen hat,

dass ihm in Algerien keine asylrelevante Verfolgung droht,

dass vor diesen Hintergründen die Gefahr einer Verletzung des flücht-
lingsrechtlichen Non-Refoulements (Art. 5 AsylG) – auch im Falle einer 
allfälligen Kettenabschiebung – mithin ausgeschlossen werden kann,

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dass  sich  der  ungebundene  und  gemäss  Aktenlage  gesunde  Be-
schwerdeführer  gemäss  eigenen  Angaben  anlässlich  der  Befragung 
vom 22. April 2010 während seines sieben Monate dauernden Aufent-
halts in Griechenland auf einer Insel namens C._______ in der Stadt 
D._______ aufgehalten sowie in der Landwirtschaft gearbeitet hat und 
dort – wie auf Landwirtschaftsbetrieben üblich – soziale und familiäre 
Kontakte knüpfen konnte (vgl. A1, S. 7),

dass es ihm in dieser Zeit gelang, für sich selber zu sorgen,

dass unter diesen Umständen – auch unter Berücksichtigung der be-
reits erwähnten Mängel im griechischen Asylverfahren – keine konkre-
ten  Anhaltspunkte  für  eine  drohende  Verletzung  der  massgebenden 
völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101), im Falle einer Rückkehr des Beschwerde-
führers nach Griechenland vorliegen,

dass  daher  keine  Veranlassung  besteht,  die  Bestimmung  über  das 
Selbsteintrittsrecht im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dubli-II-VO anzuwenden,

dass das BFM somit in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG –  
im  Ergebnis  (siehe  oben)  –  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, auf die übrigen Ausführun-
gen in der Beschwerdeschrift einzugehen, zumal sich diese einzig zur 
allgemeinen Situation in  Griechenland,  nicht  aber  zu den konkreten, 
den Beschwerdeführer persönlich betreffenden Umständen äussern,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeord-
net wurde,

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-
stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständi -
gen Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum bleibt  für  Ersatzmass-
nahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des 

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Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20),

dass mithin eine entsprechende Prüfung, soweit notwendig, vielmehr 
bereits im Rahmen des Dublin-Verfahrens stattfinden muss (vgl. vorge-
hende Erwägungen),

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Griechenland im Ergebnis zu Recht als zulässig, zumutbar und 
möglich erachtete,

dass der Beschwerdeführer demnach nicht darzutun vermag, inwiefern 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den rechtserhebli-
chen Sachverhalt  unrichtig oder unvollständig feststellt  oder unange-
messen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,

dass mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache das Gesuch 
um Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde 
(Art. 107a AsylG) gegenstandslos geworden ist,

dass auch das Rechtsbegehren betreffend die Rückführung des Be-
schwerdeführers von Griechenland in die Schweiz gegenstandslos ge-
worden ist, da der Beschwerdeführer bis anhin noch nicht nach Grie -
chenland überstellt worden ist, und er den Ausgang des Verfahrens in 
der Schweiz abwarten konnte,

dass es sich gleichermassen betreffend die Gegenstandslosigkeit des 
Gesuchs um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ver-
hält,

dass  der  Beschwerdeführer  sodann  nur  durch  das  Ergreifen  eines 
Rechtsmittels  zu  einem rechtskonformen  respektive  hinreichend  be-
gründeten  Entscheid  gelangt  ist  und  ihm  dadurch  kein  finanzieller 
Nachteil erwachsen darf (BVGE 2008/47 E. 5 S. 680 f., BVGE 2007/9 
E. 7.2 S. 109),

dass deshalb in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG i. V. m.  
Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2) keine Kosten aufzuerlegen sind,

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dass damit  das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechts-
pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gegenstandslos geworden 
ist,

dass dem Beschwerdeführer aufgrund des soeben Gesagten trotz Un-
terliegens  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  eine  angemessene 
Parteientschädigung für die ihm aus der Beschwerdeführung erwach-
senen notwendigen Kosten zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG),

dass seitens  der  Rechtsvertretung bis  dato keine Kostennote einge-
reicht wurde, indessen auf die Nachforderung einer solchen verzichtet 
wird,  weil  im vorliegenden Verfahren der  Aufwand zuverlässig  abge-
schätzt werden kann,

dass gestützt  auf  die in  Betracht  zu ziehenden Bemessungsfaktoren 
(Art.  9-13  VGKE)  die  Parteientschädigung  auf  Grund  der  Akten  auf 
pauschal Fr. 500.-- festgesetzt wird, welche das BFM dem Beschwer-
deführer zu entrichten hat.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 12

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 500.-- zu entrichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Stadelmann

Versand:

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