# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa6290ed-2023-5363-963a-a9c2d3f103f1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 27.07.2017 HG160187
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG160187_2017-07-27.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG160187-O  U/dz 

(vorher: HG150263-O)  

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. George Daetwyler, Präsident, und Roland 

Schmid, die Handelsrichter Dr. Alexander Müller, Patrick Lerch und 

Hans-Ruedi Müller sowie Gerichtsschreiberin Claudia Iunco-Feier 

Urteil vom 27. Juli 2017 
 

in Sachen 

1. A._____ Company, 
2. B._____, 

Klägerinnen und Widerbeklagte 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. X1._____ 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X2._____ 

gegen 

C._____ Ltd., 

Beklagte und Widerklägerin 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y3._____ 

betreffend Forderung 

 

 

 

 

- 2 - 

Inhaltsverzeichnis 

Rechtsbegehren: ................................................................................................................ 4 
 
Rechtsbegehren der Widerklage: .................................................................................... 4 
 
Sachverhalt und Verfahren ............................................................................................... 5 
 
A. Sachverhaltsübersicht ............................................................................................... 5 
a. Parteien und ihre Stellung ........................................................................................ 5 
b. Hintergrund und Prozessgegenstand ..................................................................... 6 
 
B. Prozessverlauf ............................................................................................................ 8 
 
Erwägungen ......................................................................................................................10 
 
1. Formelles ...................................................................................................................10 
1.1. Tragweite der Rückweisung ...................................................................................10 
1.2. Zuständigkeit.............................................................................................................12 
1.2.1. Örtliche Zuständigkeit...........................................................................................12 
1.2.2. Sachliche Zuständigkeit .......................................................................................12 
1.3. Unaufgeforderte Eingaben .....................................................................................12 
 
2. Inhalt und Qualifikation der Policen.......................................................................13 
2.1. Rechtliche Grundlagen............................................................................................13 
2.1.1. Technische Versicherungen................................................................................13 
2.1.2. Montageversicherung ...........................................................................................13 
2.1.3. Bauwesenversicherung........................................................................................14 
2.1.4. Versicherung auf erstes Risiko ...........................................................................15 
2.1.5. Eigen- und Fremdversicherung ..........................................................................15 
2.1.6. Mitversicherung .....................................................................................................16 
2.2. C._____-Police .........................................................................................................16 
2.3. A._____ CAR-Police................................................................................................17 
2.4. B._____ CAR-Police................................................................................................19 
 
3. Ansprüche der Klägerin 1 aus der C._____-Police ............................................20 
3.1. Doppelversicherung .................................................................................................20 
3.1.1. Anwendbares Recht .............................................................................................20 
3.1.2. Rechtliche Grundlagen.........................................................................................21 
3.1.3. Würdigung ..............................................................................................................24 
3.1.4. Fazit.........................................................................................................................36 
3.2. Subsidiärklausel und Captive-Versicherung ........................................................36 
3.2.1. Parteistandpunkte .................................................................................................36 
3.2.2. Rechtliche Grundlagen.........................................................................................37 
3.2.3. Würdigung ..............................................................................................................39 
3.2.4. Fazit.........................................................................................................................41 
3.3. "Excess Insurance"-Klausel in der A._____ CAR-Police...................................42 
3.3.1. Parteistandpunkte .................................................................................................42 

- 3 - 

3.3.2. Würdigung ..............................................................................................................42 
3.3.3. Fazit.........................................................................................................................43 
3.4. Verletzung vertraglicher Mitwirkungspflichten .....................................................43 
3.4.1. Parteistandpunkte .................................................................................................43 
3.4.2. Rechtliche Grundlagen.........................................................................................44 
3.4.3. Würdigung ..............................................................................................................46 
3.4.4. Fazit.........................................................................................................................49 
3.5. Deckungsausschluss ...............................................................................................49 
3.5.1. Parteistandpunkte .................................................................................................49 
3.5.2. Rechtliche Grundlagen.........................................................................................50 
3.5.3. Würdigung ..............................................................................................................50 
3.5.4. Fazit.........................................................................................................................50 
3.6. Abtretung der Ansprüche aus der C._____-Police .............................................50 
3.6.1. Unbestrittener Sachverhalt ..................................................................................50 
3.6.2. Parteistandpunkte .................................................................................................51 
3.6.3. Anwendbares Recht .............................................................................................52 
3.6.4. Rechtliche Grundlagen.........................................................................................52 
3.6.5. Würdigung ..............................................................................................................54 
3.6.6. Fazit.........................................................................................................................55 
3.7. Währung ....................................................................................................................56 
3.7.1. Parteistandpunkte .................................................................................................56 
3.7.2. Rechtliche Grundlagen.........................................................................................56 
3.7.3. Würdigung ..............................................................................................................57 
3.7.4. Fazit.........................................................................................................................58 
 
4. Ansprüche der Klägerin 1 aus Subrogation bzw. Regressrecht.......................58 
4.1. Parteistandpunkte ....................................................................................................58 
4.2. Anwendbares Recht ................................................................................................59 
4.3. Rechtliche Grundlagen............................................................................................59 
4.4. Würdigung .................................................................................................................61 
4.5. Fazit............................................................................................................................61 
 
5. Verzugszins...............................................................................................................62 
5.1. Parteistandpunkte ....................................................................................................62 
5.2. Rechtliche Grundlagen............................................................................................62 
5.3. Würdigung .................................................................................................................63 
5.4. Fazit............................................................................................................................63 
 
6. Zusammenfassung ..................................................................................................63 
 
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen ......................................................................64 
7.1. Gerichtskosten..........................................................................................................64 
7.2. Parteientschädigungen ...........................................................................................65 

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Rechtsbegehren: 

(act. 1 S. 2) 

" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, 

 - der Klägerin 1 CHF 3'216'715.63 und 
 - den Klägern 2 CHF 1'072'238.20, 

 insgesamt CHF 4'288'953.83 zu bezahlen, zuzüglich Zins zu 5% seit 8. 
Juni 2005. 

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten." 

 
Rechtsbegehren der Widerklage: 

(act. 11 S. 2 sinngemäss) 

1. Die Klägerinnen seien solidarisch zu verpflichten, der Beklagten 
USD 174'045.40 nebst Zinsen von 5% 
auf USD 14'093.18 seit 22. März 2006, 

auf USD 14'432.81 seit 19. April 2006, 
auf USD 12'023.48 seit 18. Mai 2006, 

auf USD 398.00 seit 17. Juni 2006, 
auf USD 4'169.10 seit 15. Juli 2006, 
auf USD 6'171.07 seit 19. August 2006, 

auf USD 3'358.00 seit 17. September 2006, 
auf USD 1'899.03 seit 21. Oktober 2006, 
auf USD 1'943.80 seit 17. November 2006, 

auf USD 294.28 seit 7. Dezember 2006, 
auf USD 5'289.82 seit 3. Januar 2007, 

auf USD 226.70 seit 18. Februar 2007, 
auf USD 3'312.04 seit 17. März 2007, 
auf USD 613.50 seit 15. April 2007, 

auf USD 3'308.68 seit 16. Mai 2007, 
auf USD 18'766.24 seit 11. Juli 2007, 

auf USD 1'650.00 seit 10. August 2007, 
auf USD 20'538.11 seit 12. September 2007, 
auf USD 2'066.86 seit 12. Oktober 2007, 

auf USD 4'003.14 seit 1. November 2007, 

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auf USD 4'657.89 seit 14. Dezember 2007, 

auf USD 210.09 seit 4. Januar 2008, 
auf USD 967.81 seit 14. Februar 2008, 

auf USD 2'451.36 seit 13. März 2008, 
auf USD 4'951.00 seit 11. April 2008, 
auf USD 14'739.70 seit 14. Mai 2008, 

auf USD 10'120.15 seit 11. Juni 2008, 
auf USD 8'685.00 seit 11. Juli 2008, 

auf USD 95.03 seit 17. Oktober 2008, 
auf USD 695.03 seit 2. Januar 2009, 
auf USD 262.50 seit 9. Mai 2009, 

auf USD 262.50 seit 5. November 2009, 
auf USD 337.50 seit 3. Dezember 2009, 

auf USD 3'482.00 seit 8. April 2010, 
auf USD 2'230.00 seit 13. Mai 2010, 
auf USD 225.00 seit 6. Juni 2010, 

auf USD 412.50 seit 9. Juli 2010, 
auf USD 232.50 seit 1. September 2010 und 

auf USD 470.00 seit 7. Oktober 2010 zu zahlen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inkl. Mehrwertsteuerzusatz 

von 8 %, zulasten der Klägerinnen. 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die Klägerin 1 ist ein sogenannter Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, ge-

gründet unter dem Recht von Rhode Island mit Sitz in …, Rhode Island (USA) 

(act. 1 Rz. 13). Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sind dem schweizeri-

schen Recht nicht bekannt, aber vergleichbar mit der hiesigen Genossenschaft. 

Es handelt sich um mit Mitgliedschaftsrechten gekoppelte Versicherungsverhält-

nisse, in welchen der Versicherungsnehmer zwingend auch Vereinsmitglied wird 

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(SCHAER, Modernes Versicherungsrecht, Das Privatversicherungsrecht und seine 

Schnittstellen zum Sozialversicherungs- und Haftpflichtrecht, 2007, S. 138). 

Bei der Klägerin 2 handelt es sich um einen dem englischen Recht unterstehen-

den internationalen Versicherungsmarkt mit Hauptsitz in London, also kein eigent-

liches Versicherungsunternehmen. Sie ist als Sonderfall in der Schweiz zum Ver-

sicherungsgeschäft zugelassen und wird hier durch eine Niederlassung mit einem 

Generalbevollmächtigten vertreten (LANG, BSK VAG, 2013, N. 9 zu Art. 15).  

Die Beklagte ist eine schweizerische Versicherungsgesellschaft mit Sitz in Zürich, 

welche Risikoversicherungen für Strom-, Energie- und weitere Projekte und Instal-

lationen anbietet. Sie verfügt in der Schweiz über eine Bewilligung für die Betrei-

bung des Versicherungsgeschäfts (act. 1 Rz. 17, act. 4/6). Die Rechtsvorgänge-

rinnen der Beklagten waren die D._____ mit Sitz in …, Guernsey und die E._____ 

Ltd. mit Sitz in … (act. 1 Rz. 15 f.). Die Beklagte bzw. deren Rechtsvorgängerin-

nen werden nachfolgend ohne Unterscheidung als Beklagte bezeichnet. 

b. Hintergrund und Prozessgegenstand 

Die E1._____ (Schweiz) AG bzw. deren Rechtsvorgängerin D1._____ AG, … 

[Ort] (nachfolgend ohne Unterscheidung als E1._____ Schweiz bezeichnet), hat 

am 28. Juni 1999 mit der F1._____ Limited Partnership (nachfolgend als 

F1._____ bezeichnet), einer Tochtergesellschaft der F._____ (nachfolgend als 

F.____ bezeichnet), mit Sitz in …, Texas, einen "Construction Contract" über den 

Bau eines Kraftwerks abgeschlossen. Der Vertrag beinhaltete hauptsächlich die 

Lieferung und Montage von vier grossen Einheiten von Kombi-Turbogeneratoren. 

Die in … domizilierte Tochtergesellschaft der E1._____ Schweiz, die E1._____ … 

bzw. deren Rechtsvorgängerin D1._____ Inc. (nachfolgend ohne Unterscheidung 

als E1._____ USA bezeichnet), trat als Generalunternehmerin für das ganze Pro-

jekt auf. Die Turbinen für die Generatoren, sog. GT24-Gasturbinen, wurden von 

der E1._____ Schweiz hergestellt (act. 1 Rz. 9 und Rz. 24 ff., act. 4/9 und 

act. 4/10). Nach Beendigung der Arbeiten wurde das Werk von F1._____ abge-

nommen und am 16. August 2002 kommerziell in Betrieb genommen. Nach der 

Inbetriebnahme gab es jedoch Probleme, den Leistungsstand zu erreichen, was 

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zu übermässiger Abnützung der LP1-Niederdruckturbinenschaufeln führte. Um 

dieses Problem zu beheben, stimmte E1._____ (wo die Unterscheidung zwischen 

E1.______ Schweiz und USA keine Rolle spielt, wird der Einfachheit halber von 

"E1._____" gesprochen) zu, Garantiearbeiten an den Generatoreneinheiten 

durchzuführen, indem sie die Turbinenschaufeln entfernte und mit einer technisch 

verbesserten Version ersetzte. Am 23. März 2003 wurden die Garantiearbeiten an 

der Einheit 3 abgeschlossen. Als die Installation beendet und die Maschine ge-

schlossen war, wurde ein Testlauf durchgeführt. Während dieses Testlaufs wurde 

die GT24-Gasturbine der Einheit 3 durch einen in der Maschine liegengebliebe-

nen Gegenstand beschädigt, was nach der Öffnung der Maschine am 24. März 

2003 festgestellt wurde. Es entstand dabei ein Schaden von USD 6'968'095.–. 

Geschädigte war die E1._____ Schweiz (act. 1 Rz. 9 und Rz. 27 ff.). Der Schaden 

bestand schwergewichtig aus den Materialkosten für den Ersatz der Turbinen-

schaufeln, Leitschaufeln und Hitzeschilder. Hinzu kamen unter anderem Kosten 

aus geleisteten Arbeitsstunden, aus dem Beizug von technischen Arbeitern und 

aus Werkzeugleihe (act. 1 Rz. 87 ff.).  

Die Arbeiten im Zusammenhang mit den Bauarbeiten am Kraftwerk bildeten Ge-

genstand mehrerer Versicherungen. Auf der einen Seite bestehen die Versiche-

rungen der Klägerinnen 1 und 2, welche als Mitversicherer unter zwei Program-

men auftreten (act. 1 Rz. 10). Nachfolgend wird die Police der Klägerin 1 als 

A._____ CAR-Police, die Police der Klägerin 2 als B._____ CAR-Police oder – wo 

die Unterscheidung keine Rolle spielt – die beiden Policen zusammen als CAR-

Policen bezeichnet. Auf der anderen Seite besteht die Police der Beklagten 

(nachfolgend als C._____-Police bezeichnet). Die Muttergesellschaft der 

F1._____, F._____, hatte noch eine weitere Versicherung mit der Klägerin 1 ab-

geschlossen, nämlich die Industrial All Risk Insurance-Police (nachfolgend als F-

Police bezeichnet), welche gemäss unbestrittenen Ausführungen der Klägerinnen 

vorliegend aber nicht zur Anwendung gelangt (act. 1 Rz. 120, act. 11 Rz. 37).  

Der Schaden fiel unter die Deckung der CAR-Policen. Die Klägerinnen leisteten 

der E1._____ Schweiz zusammen eine Zahlung von USD 4'968'095.– (act. 1 

Rz. 118 f.; entspricht dem Schaden abzüglich des Selbstbehaltes von 

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USD 2'000'000.–). Die Beklagte leistete keine Zahlung. Mit Abtretungsvertrag vom 

21. Dezember 2005 trat E1._____ sämtliche Rechte, Forderungen, Vorteile und 

Ansprüche, welche ihr gegen die Beklagte aus der C._____-Police aus dem 

Schadenfall vom 23. März 2003 zustanden, an die Klägerinnen ab. Der Abtre-

tungsvertrag enthielt die Bedingung, dass die Klägerinnen entweder Klage gegen 

die Beklagte zu erheben oder die Angelegenheit anderweitig bis zum 6. Oktober 

2006 zu regeln haben, andernfalls die Abtretung hinfällig würde (act. 1 Rz. 124 

ff.). Indem die Klägerinnen am 27. Dezember 2005 beim G._____ County District 

Court (erstinstanzliches Gericht des Staates Texas) Klage einreichten, erfüllten 

sie diese Bedingung (act. 1 Rz. 127). Am 3. Oktober 2007 entschied der G._____ 

County District Court, mangels Zuständigkeit auf die Klage nicht einzutreten. Der 

Entscheid wurde von den Klägerinnen weitergezogen. Der Court of Appeals 

(zweitinstanzliches Gericht) hat den erstinstanzlichen Entscheid am 12. Februar 

2010 bestätigt (act. 20 Rz. 3 ff.). 

Mit der vorliegenden Klage verlangen die Klägerinnen von der Beklagten die Be-

zahlung eines Teils der Schadenssumme. Sie stützen sich einerseits auf Ansprü-

che aus der C._____-Police. Andererseits machen sie ein Rückgriffsrecht gegen 

die Beklagte gestützt auf Art. 51 Abs. 2 OR i.V.m. Art. 50 Abs. 2 OR und Art. 71 

Abs. 1 VVG geltend. Die Beklagte bestreitet die Forderung aus verschiedenen 

Gründen (act. 11 Rz. 5). 

B. Prozessverlauf  

Die Klägerinnen machten die Klage mit vorgenanntem Rechtsbegehren am 

23. März 2012 (Datum Poststempel) beim Handelsgericht des Kantons Zürich 

rechtshängig (act. 1). Die ihnen auferlegten Gerichtskostenvorschüsse leisteten 

sie fristgerecht (Prot. S. 2 f., act. 8/1). Die Klageantwort datiert vom 20. August 

2012 und enthält eine Widerklage (act. 11). Der Beklagten wurde daher ebenfalls 

Frist zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses angesetzt, welchen sie frist-

gerecht leistete (Prot. S. 5, act. 14). Mit Eingabe vom 21. November 2012 reichten 

die Klägerinnen innert angesetzter Frist die Widerklageantwort ein (act. 20). Vor 

Durchführung einer Vergleichsverhandlung liessen die Klägerinnen dem Gericht 

mit Eingabe vom 30. Januar 2012 unaufgefordert diverse Beweismittel zukommen 

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(act. 24, act. 25/51-53). Die Beklagte opponierte gegen dieses Vorgehen (act. 28). 

Mit Verfügung vom 25. Februar 2013 erwog der Instruktionsrichter, dass die 

Durchführung einer Vergleichsverhandlung unter diesen Umständen nicht sinnvoll 

erscheine und ordnete einen weiteren Schriftenwechsel an (Prot. S. 11 f.). Die 

Replik datiert vom 13. Juni 2013 und die Duplik vom 23. Oktober 2013 (act. 32, 

act. 37). Die Duplik wurde den Klägerinnen mit Verfügung vom 29. Oktober 2013 

zugestellt, worauf sie (die Klägerinnen) am 14. November 2013 eine Stellung-

nahme zu Noven und Verfahrensanträgen in der Duplik in Aussicht stellten 

(Prot. S. 14, act. 41). Mit Eingabe vom 20. November 2013 reichten die Klägerin-

nen unaufgefordert die genannte Stellungnahme ein (act. 42). Die Klägerinnen 

hielten darin auch fest, dass sie das Abhalten einer Referentenaudienz (Ver-

gleichsverhandlung) nicht mehr befürworten. Diese wurde der Beklagten zuge-

stellt. Mit Verfügung vom 3. Oktober 2014 wurde den Parteien Frist angesetzt, um 

zu erklären ob sie auf die Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung ver-

zichten, unter Hinweis darauf, dass bei Stillschweigen ein Verzicht angenommen 

würde (act. 45). Mit Eingabe vom 7. Oktober 2014 verzichteten die Klägerinnen 

auf die Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung (act. 47). Die Beklagte 

liess sich innert Frist nicht vernehmen, weshalb androhungsgemäss davon aus-

zugehen ist, dass auch sie auf die Durchführung einer Hauptverhandlung verzich-

tete.  

Mit Urteil vom 12. Januar 2015 (HG120065) trat das Handelsgericht auf die Klage 

der Klägerin 2 nicht ein und hiess die Klage der Klägerin 1 im Betrag von 

CHF 2'103'300.– nebst Zins gut. Im darüber hinausgehenden Betrag wies es die 

Klage ab. Die Widerklage wies es vollumfänglich ab (act. 48).  

Gegen das Urteil erhoben die Parteien Beschwerde ans Bundesgericht. Das Bun-

desgericht wies die Beschwerde der Klägerinnen mit Urteil vom 9. November 

2015 ab. Die Beschwerde der Beklagten hiess es aber teilweise gut, hob die Dis-

positiv-Ziffern 1, 4, 6 und 7 des Urteils des Handelsgerichts auf und wies die Sa-

che zur Ergänzung des Sachverhalts und neuer Entscheidung ans Handelsgericht 

zurück (Urteil 4A_116/2015 │4A_118/2015 vom 9. November 2015, act. 56). Mit 

Urteil vom 20. April 2016 entschied das Handelsgericht den Fall erneut, wobei es 

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die Klage der Klägerin 1 abwies (act. 57 S. 55). Gegen dieses Urteil erhob die 

Klägerin 1 erneut Beschwerde in Zivilsachen. Sie beantragte, das Urteil sei auf-

zuheben und die Klage sei gutzuheissen; eventualiter sei die Sache zur Vervoll-

ständigung an das Handelsgericht zurückzuweisen. Das Bundesgericht hiess die 

Beschwerde gut, soweit es darauf eintrat. Es hob das Urteil des Handelsgerichts 

vom 20. April 2016 auf und wies die Sache zur Ergänzung des Sachverhalts und 

neuer Entscheidung an das Handelsgericht zurück (act. 64, Urteil des Bundesge-

richts 4A_333/2016 vom 18. August 2016). 

Mit Verfügung vom 15. September 2016 wurde den Parteien Frist zur Stellung-

nahme im Sinne bestimmter bundesgerichtlicher Erwägungen angesetzt (act. 65). 

Die Parteien reichten daraufhin je zwei Stellungnahmen dazu ein (act. 72, 75, 81, 

85). Mit Eingabe vom 6. Januar 2017 äusserte sich die Klägerin 1 noch ein drittes 

Mal (act. 88). 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Tragweite der Rückweisung 

Hebt das Bundesgericht einen Entscheid auf und weist es die Sache zur neuen 

Beurteilung an die kantonale Instanz zurück, wird der Streit in jenes Stadium vor 

der kantonalen Instanz zurückversetzt, in dem er sich vor Erlass des angefochte-

nen Entscheids befand. Die kantonale Behörde hat ihre neue Entscheidung auf 

die rechtlichen Erwägungen des bundesgerichtlichen Entscheids zu stützen. Wie 

weit die Gerichte und Parteien an die erste Entscheidung gebunden sind, ergibt 

sich aus der Begründung des Rückweisungsentscheides, der sowohl den Rah-

men für die neuen Tatsachenfeststellungen als auch jenen für die neue rechtliche 

Begründung vorgibt. Soweit das Bundesgericht sich nicht ausgesprochen hat, fällt 

die kantonale Instanz ihre neue Entscheidung frei, ohne an ihren ersten Entscheid 

gebunden zu sein (BGE 135 III 334 E. 2 und 2.1). 

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Vorliegend hat das Bundesgericht nur einen Teil des handelsgerichtlichen Ent-

scheides vom 12. Januar 2015 aufgehoben. Damit sind Teile dieses handelsge-

richtlichen Entscheides, namentlich das Nichteintreten auf die Klage der Klägerin 

2 mangels Parteifähigkeit und die Abweisung der Widerklage rechtskräftig gewor-

den. Die damit zusammenhängenden Fragen sind daher im vorliegenden Urteil 

nicht mehr zu thematisieren bzw. zu entscheiden. Entsprechende Erwägungen 

des Urteils vom 12. Januar 2015 sind deshalb nachfolgend nicht erneut wiederzu-

geben.  

Das handelsgerichtliche Urteil vom 12. Januar 2015 ist insofern aufgehoben, als 

es sich mit der Leistungspflicht der Beklagten aus der C._____-Police und den 

damit zusammenhängenden Fragen befasst. Diesbezüglich ist ein neuer Ent-

scheid zu fällen. Dabei ist vom Vorliegen einer Doppelversicherung auszugehen, 

wobei zur Berechnung der Ersatzpflicht der Beklagten in Anwendung von Art. 71 

Abs. 1 VVG auf das Verhältnis abzustellen ist, in dem die Versicherungssumme 

der C._____-Police zum Gesamtbetrag der Versicherungssummen steht. Hierzu 

ist nicht die gesamte Versicherungssumme der Sektionen 1-3 der A._____ CAR-

Police heranzuziehen, sondern nur jene Teilversicherungssumme, welche auf die 

Gasturbine der Einheit 3 entfällt. Diesbezüglich ist der Sachverhalt zu ergänzen 

(Urteil des Bundesgerichts 4A_116/2015 │4A_118/2015 vom 9. November 2015, 

E. 5.9). Die Beweislast für die Höhe dieser Teilversicherungssumme trägt die Be-

klagte. Die Klägerinnen trifft eine Mitwirkungspflicht (Urteil des Bundesgerichts 

4A_333/2016 vom 18. August 2016, E. 3.4.2). 

Die Kosten- und Entschädigungsfolgen sind ebenfalls neu zu beurteilen. Jene Er-

wägungen des handelsgerichtlichen Urteils vom 12. Januar 2015, die unbean-

standet blieben, sind im Wesentlichen in den vorliegenden Entscheid aufzuneh-

men. 

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1.2. Zuständigkeit 

1.2.1. Örtliche Zuständigkeit 

Die Klägerinnen stützen die örtliche Zuständigkeit der Gerichte in Zürich für die 

Hauptklage bezüglich der Ansprüche aus der C._____-Police auf eine Gerichts-

standsvereinbarung in Ziffer 5 der Police und bezüglich der Regressansprüche 

auf Art. 5 Abs. 1 IPRG (act. 1 Rz. 3 f.). Die Beklagte anerkennt die so hergeleitete 

örtliche Zuständigkeit der zürcherischen Gerichte (act. 11 Rz. 15). Die zürcheri-

schen Gerichte sind demnach örtlich zuständig. 

1.2.2. Sachliche Zuständigkeit 

Da der Streitwert CHF 30'000.– übersteigt, die geschäftliche Tätigkeit der Partei-

en betroffen ist und die Beklagte im schweizerischen Handelsregister eingetragen 

ist, erweist sich das Handelsgericht des Kantons Zürich für die Hauptklage ge-

mäss Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG auch als sachlich zuständig.  

1.3. Unaufgeforderte Eingaben 

Nach Durchführung des ersten Schriftenwechsels haben die Klägerinnen mit Ein-

gabe vom 30. Januar 2013 im Hinblick auf eine Vergleichsverhandlung unaufge-

fordert weitere Beweismittel, insbesondere zwei Rechtsgutachten, eingereicht 

(act. 24, act. 25/51-53). Gegen dieses Vorgehen protestierte die Beklagte mit Ein-

gabe vom 21. Februar 2013, da damit ausserhalb des ordentlichen Schriften-

wechsels neue Argumente in den Prozess eingebracht würden. Sie ersuchte da-

rum, dass die beiden Rechtsgutachten aus dem Recht zu weisen seien, eventuali-

ter, dass der Beklagten im Sinne der Wahrung der Waffengleichheit mit Blick auf 

eine Vergleichsverhandlung Frist zur schriftlichen Stellungnahme angesetzt werde 

(act. 28). In der Folge wurde – wie erwähnt – keine Vergleichsverhandlung durch-

geführt. Stattdessen erfolgte ein zweiter Schriftenwechsel. Dennoch hat die Be-

klagte ihr Ersuchen, dass die klägerischen Rechtsgutachten aus dem Recht zu 

weisen seien, mit der Duplik erneuert (act. 37 Rz. 12). 

- 13 - 

Vor dem Hintergrund einer bevorstehenden Vergleichsverhandlung mag der Ein-

wand der Beklagten nachvollziehbar erscheinen. Es hat jedoch keine Vergleichs-

verhandlung stattgefunden, welche von den unaufgeforderten Eingaben der Klä-

gerinnen hätte beeinflusst werden können. Überdies wurde das rechtliche Gehör 

der Beklagten gewahrt, indem sie sich im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels 

zu den Gutachten eingehend äussern und entsprechende Gegengutachten ein-

reichen konnte (act. 38/23, act. 38/24). Vor diesem Hintergrund besteht kein An-

lass, die entsprechende Eingabe der Klägerinnen aus dem Recht zu weisen. Im 

Übrigen kommt den eingereichten Gutachten ohnehin keine entscheidende Be-

deutung zu, da es sich lediglich um Rechtsgutachten handelt und das Gericht das 

Recht von Amtes wegen anzuwenden hat. 

2. Inhalt und Qualifikation der Policen 

2.1. Rechtliche Grundlagen 

2.1.1. Technische Versicherungen 

Gemeinsames Merkmal der Technischen Versicherungen ist die Eigenart der ver-

sicherten Sachen, bei welchen es sich regelmässig um Maschinen oder Gebäude 

handelt. Die Technischen Versicherungen sind in der Regel sogenannte "All 

Risks"-Versicherungen. Diese kennzeichnen sich dadurch, dass in der Regel nicht 

die versicherten, sondern die ausgeschlossenen Risiken abschliessend aufge-

zählt sind. Es wird unterschieden zwischen Versicherungen für Bestandesrisiken 

und Versicherungen für Objekte mit vorgegebener Erstellungszeit. Bei der ersten 

Kategorie werden Maschinen, Geräte und Anlagen versichert, die beim Versiche-

rungsnehmer bereits im Einsatz stehen. Zur zweiten Kategorie gehören die Bau-

wesen- und die Montageversicherungen. Umfang und Dauer dieser Versicherun-

gen schliessen in der Regel das ganze Werk von Baubeginn bis zur Fertigstellung 

ein (BÜNZLI, Technische Versicherungen, 1. Auflage, 2003, S. 29 f.).  

2.1.2. Montageversicherung 

Die Montageversicherung versichert einzelne Maschinen oder ganze Anlagen. 

Zweck der Montageversicherung ist es, den Unternehmen, die an der Montage 

- 14 - 

von Maschinen oder Anlagen beteiligt sind, einen möglichst umfassenden und 

sachgerechten Versicherungsschutz gegen bestimmte Risiken zu bieten, die wäh-

rend der Montagezeit und Inbetriebsetzung bis zur Übergabe auftreten können. 

Die Montageversicherung ist eine "All Risks"-Versicherung. Sie übernimmt grund-

sätzlich alle Schäden, die unvorhergesehen und plötzlich während der Versiche-

rungsdauer eintreten, soweit diese in der Police nicht ausdrücklich ausgeschlos-

sen sind. Der Versicherer ersetzt regelmässig die Kosten für die Wiederherstel-

lung einer versicherten Sache in den Zustand vor dem Schaden. Die Montagever-

sicherung beginnt in der Regel nach Abladen der versicherten Sachen auf den 

Montageplatz und endet an dem in der Police vereinbarten Tag, spätestens je-

doch nach Abschluss der Montagearbeiten inkl. Probebetrieb oder sobald der Be-

steller die provisorische Abnahme genehmigt hat oder Betriebsbereitschaft erklärt 

wurde. Montageversicherungen erscheinen bisweilen in der Form des Rahmen-

vertrages. Dieser eignet sich für Versicherungsnehmer, die regelmässig Monta-

gen aus einer vordefinierten Produktpalette ausführen. In der Regel hat der Versi-

cherungsnehmer dabei jedes Montageobjekt dem Versicherer anzumelden. Die 

"Erection All Risks"-Versicherung (EAR-Versicherung) ist eine international ge-

bräuchliche Montageversicherung für Grossprojekte mit maschinellen Einrichtun-

gen (BÜNZLI, Technische Versicherungen, 1. Auflage, 2003, S. 193 ff.).  

2.1.3. Bauwesenversicherung 

Die Bauwesenversicherung ist eine Sachversicherung für Hoch- und Tiefbauten, 

die für die Dauer der Bauphase eines Bauvorhabens abgeschlossen wird. Sie soll 

alle an einem Bauwerk Beteiligten während der Bauzeit vor finanziellen Verlusten 

infolge von Bauunfällen schützen. Versichert sind die in der Police bezeichneten 

Bauleistungen einschliesslich aller zugehörigen Baustoffe und Bauteile. In der 

Regel ist die schlüsselfertige Ausführung versichert. Auch die Bauwesenversiche-

rung ist eine "All Risks"-Versicherung. Versichert sind Schäden an versicherten 

Sachen, die durch unvorhergesehene Bauunfälle während der Versicherungs-

dauer eintreten, soweit diese in der Police nicht ausdrücklich ausgeschlossen 

sind. Der Versicherer ersetzt bei Beschädigung oder Zerstörung von versicherten 

Bauleistungen die Kosten, die entstehen, um den Zustand unmittelbar vor dem 

- 15 - 

Schadenereignis wieder herzustellen. Die Versicherung beginnt an dem in der Po-

lice vereinbarten Zeitpunkt und endet, wenn sämtliche versicherten Bauleistungen 

abgenommen sind. Auch die Bauwesenversicherung kann in der Form eines Ein-

zelvertrages oder eines Rahmenvertrages abgeschlossen werden. Eine besonde-

re Art der Bauwesenversicherung ist die "Contractors All Risks"-Versicherung 

(CAR-Versicherung). Es handelt sich dabei um eine international gebräuchliche 

Bauwesenversicherung für Risiken im Ausland im Zusammenhang mit Grosspro-

jekten (BÜNZLI, Technische Versicherungen, 1. Auflage, 2003, S. 229 ff.). 

2.1.4. Versicherung auf erstes Risiko 

Ist der Versicherer unterversichert, so ist der Schaden gemäss Art. 69 Abs. 2 

VVG vom Versicherer in dem Verhältnis zu ersetzen, in dem die Versicherungs-

summe zum Ersatzwert steht (BOLL, BSK VVG, 2001, N 6 zu Art. 69). Diese Be-

stimmung kann durch Vereinbarung einer Versicherung auf erstes Risiko abgeän-

dert werden. Bei einer Versicherung auf erstes Risiko wird der Schaden auch bei 

Vorhandensein einer Unterversicherung bis zur Höhe der Versicherungssumme 

voll vergütet. Deckt die Versicherungssumme den Teil- oder Totalschaden nicht 

voll, trägt der Versicherungsnehmer den die Versicherungssumme übersteigen-

den Schaden. Diese Versicherung eignet sich namentlich dort, wo ein Versiche-

rungswert nicht bestimmbar oder wo von vornherein nur mit einem Teilschaden zu 

rechnen ist (BOLL, BSK VVG, 2001, N 11 zu Art. 69). 

2.1.5. Eigen- und Fremdversicherung 

Versichert der Versicherungsnehmer seine Sache, sein Vermögen oder seine ei-

gene Person, liegt eine Eigenversicherung vor. Versichert er dagegen eine frem-

de Sache, ein fremdes Vermögen oder eine fremde Person, handelt es sich um 

eine Fremdversicherung (BOLL, BSK VVG, 2001, N 19 zu Art. 48). Die Frage, ob 

ein fremdes Objekt versichert ist, richtet sich gemäss HASENBÖHLER nach der in 

der schweizerischen Lehre und Rechtsprechung verbreiteten Gegenstandslehre 

(HASENBÖHLER, BSK VVG, 2001, N 3 zu Art. 16). 

- 16 - 

2.1.6. Mitversicherung 

Bei der Mitversicherung transferiert der Versicherungsnehmer sein Risiko mittels 

mehrerer Versicherungsverträge auf die beteiligten Mitversicherer. Dabei hat je-

der Versicherer einen prozentualen oder betragsmässig definierten Anteil der 

Versicherungssumme zu übernehmen. Es handelt sich um mehrere rechtlich 

selbständige Verträge. Die Beteiligung mehrerer Versicherer an einem Risiko ist 

einvernehmlich. Dadurch lässt sich die Mitversicherung auch von der Mehrfach-

versicherung abgrenzen, bei welcher keine vereinbarte Beteiligung vorliegt. Eine 

zentrale Stellung kommt dem führenden Versicherer zu, der das Scharnier zwi-

schen den beteiligten Versicherern und dem Versicherungsnehmer bildet. Zwi-

schen dem führenden und den beteiligten Versicherern besteht ein Auftragsver-

hältnis. Dessen Inhalt und die zusammenhängende Vollmacht können frei be-

stimmt werden. Mitversicherer haften nicht solidarisch, sondern jeder nur für die 

von ihnen gezeichnete Quote (FUHRER, Schweizerisches Privatversicherungs-

recht, 2011, N 18.12 ff.). 

2.2. C._____-Police 

Versicherungsnehmerin der C._____-Police ist die D2._____ Schweiz, Versicher-

te sind die D2._____ Schweiz sowie deren Konzerngesellschaften (act. 4/3 S. 3). 

Mit Bezug auf die D2._____ Schweiz liegt eine Eigenversicherung, mit Bezug auf 

die Konzerngesellschaften eine Fremdversicherung vor. Es handelt sich um eine 

Rahmenversicherung für Schäden an bestimmten Maschinen, namentlich ver-

schiedenen Typen von Gasturbinen. Die Konkretisierung dieses Rahmens erfolg-

te vorliegend mit "Declaration Form" vom 6. Januar 2003 bzw. 24. Januar 2003. 

Darin werden das Projekt, für welches Versicherungsschutz bestehen soll, und 

die versicherten Maschinen näher bezeichnet. Versichert sind namentlich die 

GT24-Gasturbinen der Einheiten 3 und 4 (act. 4/19). Dieses "Declaration Form" 

wurde am 24. Januar 2003 von der E1._____ Schweiz und am 6. Januar 2003 

von der Beklagten unterzeichnet und ist somit Teil der C._____-Police geworden. 

Die Versicherungsperiode für die Einheit 3 begann gemäss "Declaration Form" 

am 17. Februar 2003 und endete am 6. April 2003. Versichert waren folgende, für 

- 17 - 

die Erfüllung von vertraglichen Verpflichtungen notwendigen Arbeiten: Wechsel 

der Schaufeln an der LP-Turbine 1 und der Auslaufleitschaufeln, Wieder-

Inbetriebnahme der Gasturbine, Reparaturarbeiten an Generatoren (ohne Entfer-

nung des Rotors) und deren Wieder-Inbetriebnahme sowie weitere allenfalls not-

wendige auf dem Baugelände auszuführende geringfügige Arbeiten (act. 4/19). 

Das "Declaration Form" vom 24. Januar 2003 bzw. 6. Januar 2003 betraf dem-

nach nur jene Arbeiten, welche vorzunehmen waren um die Probleme, die zu 

übermässiger Abnützung der LP1-Niederdruckturbinenschaufeln führten, zu be-

heben. Es ging also nicht um die ursprüngliche Erstellung der Maschine, sondern 

nur noch um die Garantiearbeiten an einem bestimmten Maschinenteil. Die Versi-

cherungssumme wurde pro Gasturbine auf CHF 6'000'000.– festgelegt. Der 

Selbstbehalt für die Wieder-Inbetriebnahme und die Tests der Gasturbinen be-

trägt CHF 500'000.– pro Einheit (act. 4/19). Für die übrigen Konditionen verweist 

das "Declaration Form" auf den Rahmenvertrag. Darin wird unter anderem festge-

legt, dass die Versicherungssumme im Sinne einer Erstrisikoversicherung zu ver-
stehen ist. Dies ergibt sich aus der Formulierung "(…) on first loss basis (…)" in Ziff. 1 

des "Schedule" der C._____-Police (act. 4/3 S. 9). Weiter wird festgelegt, dass 

während der Versicherungsperiode für alle Schäden Deckung besteht, die Repa-

ratur oder Ersatz erforderlich machen, sofern die Haftung nicht ausdrücklich aus-

geschlossen wurde (act. 4/3 S. 7). Bei der C._____-Police handelt es sich mithin 

um eine "All Risks"-Versicherung. Falls eine Deckung besteht, werden von der 

Beklagten im Falle eines Schadens, der repariert werden kann, die Reparaturkos-

ten soweit ersetzt, als sie nötig sind, um die Sache wieder in den Zustand vor 

dem Schadensereignis zu versetzen. Im Falle eines Totalschadens wird der aktu-

elle Wert der Sachen unmittelbar vor dem Schadensereignis ersetzt (act. 4/3 

S. 8). Vor diesem Hintergrund weist die C._____-Police alle Merkmale einer Mon-

tageversicherung auf. Sie bezeichnet sich denn auch selber als "Erection Insu-

rance", was mit Montageversicherung übersetzt werden kann. 

2.3. A._____ CAR-Police  

Versicherungsnehmerin der A._____ CAR-Police ist F1:_____. Versichert sind 

nebst F1._____ weitere beteiligte Unternehmer, insbesondere auch die Auftrag-

- 18 - 

nehmerin D2._____ Schweiz und deren Konzerngesellschaften, Verkäufer, Liefe-

ranten, technische Berater und Finanzinstitute. Versichert wird ein Bauprojekt auf 

dem Grundstück der F1._____, namentlich der Bau eines 1050 Megawatt-

Kraftwerks und dessen angegliederte Nebenbetriebe (act. 4/15 S. 3). Versichert 

werden demnach Hochbauten. Die umfangreiche Police ist in folgende Sektionen 

unterteilt (act. 4/15 S. 2): 

" Section 1 - Construction All Risks 
 Section 2 - Operational All Risks 

 Section 3 - Operational Machinery Breakdown 

 Section 4 - Delay in Start-Up 
 Section 5 - Business Interruption" 

Die Sektionen entsprechen verschiedenen Versicherungstypen. Teilweise handelt 

es sich um Sachversicherungen und teilweise um Vermögensversicherungen. 

Soweit dabei nicht Schäden der F1._____ an ihren Sachen oder an ihrem Vermö-

gen gedeckt werden, handelt es sich um Fremdversicherungen. 

Die Beklagte macht geltend, die Klägerin 1 hätte ihre Versicherungsleistung allein 

gestützt auf Sektion 1 der Police erbracht (act. 37 Rz. 272). Die Klägerinnen wen-

den dagegen ein, es seien auch Leistungen aus den Sektionen 2 und 3 erbracht 

worden und verweisen dazu auf Rz. 90 ff. der Klageschrift (act. 42 Rz. 33). Aus 

diesen Ausführungen ergibt sich indessen nicht, dass die strittige Versicherungs-

leistung auch gestützt auf andere Sektionen erbracht wurde. Vielmehr stützen 

sich die Klägerinnen zur Begründung ihrer Klage nur auf die Sektion 1 (act. 1 

Rz. 40). Von anderen Sektionen ist darin nicht die Rede. Es ist daher davon aus-

zugehen, dass die streitgegenständliche Versicherungsleistung in Anwendung der 

Sektion 1 der A._____ CAR-Police erbracht wurde. Es ist daher vorliegend nur die 

Sektion 1 zu qualifizieren. Die anderen Sektionen sind ausser Acht zu lassen. 

In der Sektion 1 wird festgehalten, dass die Klägerin 1 die Versicherten gegen alle 

Gefahren von Verlust und Beschädigung des versicherten Besitzes versichert, un-

ter Vorbehalt definierter Haftungsausschlüsse, was sie zu einer "All Risks"-

Versicherung macht (act. 4/15 S. 9). Versichert sind die Arbeiten am Kraftwerk 

sowie alle Materialien oder Sachen der Versicherten, die zum Bau notwendig 

- 19 - 

sind. In zeitlicher Hinsicht haftet die Klägerin 1 a) für alle Schäden am versicher-

ten Besitz, die bis zum Datum der gewerblichen Inbetriebnahme auftreten und b) 

unter bestimmten Voraussetzungen für Schäden, die während der Garantiefrist 

auftreten (act. 4/15 S. 6). Unter dem Titel Versicherungsperiode wird für die Sek-

tionen 1 und 4 konkretisiert, dass der Versicherungsschutz für die Bauperiode am 

19. Juli 1999 beginnt und bis zur vertraglich vorgesehenen gewerblichen Inbe-

triebnahme fortdauert, welche für die verschiedenen Einheiten auf unterschiedli-

che Zeitpunkte festgelegt wurde. Für die Einheit 3 wurde diesbezüglich der 1. Juni 

2003 vorgesehen. Für die in der Sektion 1 versicherte Garantiefrist wird festgehal-

ten, dass diese mit der gewerblichen Inbetriebnahme der jeweiligen Einheit be-

ginnt und nicht länger dauert als 36 Monate (act. 4/15 S. 4). Die Versicherungs-

summe für die Sektionen 1 bis 3 beträgt USD 479'000'000.– (act. 4/15 S. 5). Der 

Selbstbehalt wurde mit "Endorsement Nr. 5" vom 17. Mai 2002 für unter Sektion 1 

versicherte Schäden an Gasturbinen-Generatoren auf USD 2'000'000.– festgelegt 

(act. 25/51). Wie bereits die C._____-Police versichert die A._____ CAR-Police 

die Reparatur- bzw. Ersatzkosten. Sektion 1 der A._____ CAR-Police weist somit 

alle Merkmale einer Bauwesenversicherung auf. Auch ihre Bezeichnung als 

"Construction Insurance" deutet darauf hin. Es handelt sich um die besondere 

Form der international gebräuchlichen CAR-Versicherung. 

2.4. B._____ CAR-Police 

Es ist unbestritten, dass sich die Klägerin 1 und die Klägerin 2 als Mitversicherer 

zusammengetan haben. Es wurde dabei vereinbart, dass die Klägerin 1 75 % des 

Risikos und die Klägerin 2 25 % des Risikos versichert (act. 1 Rz. 36 f). Die 

A._____ CAR-Police und die B._____ CAR-Police entsprechen sich hinsichtlich 

der Vertragsbedingungen (act. 1 Rz. 36). Ein einziger Unterschied ergibt sich mit 

Bezug auf die Selbstbehalte. Ursprünglich betrugen die Selbstbehalte sowohl der 

A._____ CAR-Police als auch der B._____ CAR-Police USD 500'000.–. Für die 

A._____ CAR-Police konnten die Klägerinnen die Erhöhung des Selbstbehaltes 

auf USD 2'000'000.– mit Einreichung des unterzeichneten "Endorsements Nr. 5" 

nachweisen (act. 25/51). Für die B._____ CAR-Police bestreitet die Beklagte eine 

Erhöhung (act. 37 Rz. 344)  

- 20 - 

Bezüglich der B._____ CAR-Police haben die Klägerinnen kein Endorsement ein-

gereicht, welches eine Erhöhung des Selbstbehaltes belegen würde. Sie leiten ei-

ne entsprechende Erhöhung aber daraus ab, dass die Klägerin 2 Mitversichererin 

sei und der Selbstbehaltserhöhung stillschweigend bzw. konkludent zugestimmt 

habe, weshalb der erhöhte Selbstbehalt automatisch auch für sie gelte (act. 42 

S. 15). Dem kann nicht zugestimmt werden. Abgesehen davon, dass die Kläge-

rinnen nicht hinreichend darlegen, woraus sich eine konkludente Zustimmung zur 

Selbstbehaltserhöhung durch die Klägerin 2 ergeben sollte, würde eine solche – 

selbst wenn sie vorliegen würde – nicht genügen. Vielmehr wäre erforderlich, 

dass die F1._____ als Versicherungsnehmerin einer solchen zugestimmt hat. Ei-

ne solche Zustimmung wird von den Klägerinnen nicht behauptet. Es ist daher für 

die Klägerin 1 von einem Selbstbehalt von USD 2'000'000.– und für die Klägerin 2 

von einem solchen von USD 500'000.– auszugehen. 

Abgesehen vom tieferen Selbstbehalt in der B._____ CAR-Police sind die 

A._____ CAR Police und die B._____ CAR-Police als identisch zu betrachten. 

Bezüglich der Qualifikation der B._____ CAR-Police kann daher auf die Ausfüh-

rungen zur A._____ CAR-Police verwiesen werden.  

3. Ansprüche der Klägerin 1 aus der C._____-Police 

3.1. Doppelversicherung 

3.1.1. Anwendbares Recht 

Das IPRG regelt nicht, welches Recht auf die Frage anzuwenden ist, ob eine 

Doppelversicherung vorliegt. Diese Frage ist vor allem deshalb relevant, weil das 

schweizerische Recht bei Vorliegen einer Doppelversicherung von einer anteils-

mässigen Haftung der Versicherer ausgeht und nicht etwa von einer Solidarhaf-

tung. Da es dabei im Grunde um die Frage des Aussenverhältnisses geht, recht-

fertigt es sich, für die Frage des anwendbaren Rechts auf Art. 143 IPRG zurück-

zugreifen. Art. 143 IPRG beruht auf dem stillschweigend vorausgesetzten Grund-

satz der unabhängigen Anknüpfung mehrerer Schuldverhältnisse. Die Bestim-

mung selbst normiert aber nicht diesen Grundsatz, sondern bloss die Frage der 

- 21 - 

Folgen solcher selbständiger Anknüpfungen auf das gegenseitige Verhältnis meh-

rerer Forderungen gegenüber mehreren Schuldnern. Zu diesen möglichen 

Rechtsfolgen gehören insbesondere die Fragen, ob der in Anspruch genommene 

Schuldner primär oder subsidiär, solidarisch oder anteilsmässig haftet. Diese 

Rechtsfolgen werden für jeden einzelnen in Anspruch genommenen Schuldner 

akzessorisch an das jeweilige Schuldstatut angeknüpft. Damit werden die Erwar-

tungen des Schuldners geschützt, der sich auf das eigene Schuldstatut verlassen 

kann, ohne wissen zu müssen, nach welchem Recht allfällige Mitschuldner haften 

(DASSER, BSK IPRG; 2013, N 3 f. zu Art. 143). Zum gleichen Ergebnis gelangt 

JÄGER, indem er ausführt: "Auf ein dem ausländischen Recht unterliegendes Versicherungs-
verhältnis kann der Grundsatz des Art. 71 nicht zur Anwendung kommen. Das hindert aber nicht, 

dass für die Reduktion der Leistungspflicht aus dem vom schweizerischen Recht beherrschten Ver-
sicherungsvertrag auf die Tatsache der Doppelversicherung Rücksicht genommen wird (JÄGER, 

Kommentar zum Schweizerischen Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag, 

1932, N 4 zu Art. 71). 

Demnach ist auf die Frage, ob die Beklagte gegenüber der Klägerin 1 solidarisch 

haftet oder ob es sich um eine anteilsmässige Haftung handelt, schweizerisches 

Recht anzuwenden, vor allem auch, da die C._____-Police schweizerischem 

Recht unterstellt wurde. Es rechtfertigt sich daher, auch auf die Frage, ob eine 

Doppelversicherung vorliegt sowie auf die Frage, welche Folgen dies für die Leis-

tungspflicht der Beklagten hat, schweizerisches Recht anzuwenden. 

3.1.2. Rechtliche Grundlagen 

Eine Doppelversicherung liegt vor, wenn dasselbe Interesse gegen dieselbe Ge-

fahr und für dieselbe Zeit bei mehr als einem Versicherer dergestalt versichert ist, 

dass die Versicherungssummen zusammen den Versicherungswert übersteigen 

(Art. 53 Abs. 1 VVG). Zur Ermittlung des versicherten Interesses stellt BOLL auf 

die sachenrechtliche Lehre ab, wonach das versicherte Interesse dem versicher-

ten Objekt gleichzusetzen sei, wobei in der Sachversicherung die versicherte Sa-

che und in der Vermögensversicherung das versicherte Vermögen Gegenstand 

der Versicherung sei. Zeitlich liegt eine Doppelversicherung nur vor, wenn mehre-

re Versicherungen gleichzeitig bestehen und in diesem Zeitraum nebeneinander 

- 22 - 

Deckung gewähren. Nicht vorausgesetzt ist dagegen, dass die Verträge zur glei-

chen Zeit abgeschlossen werden oder für einen identischen Zeitraum Geltung ha-

ben (BOLL, BSK VVG, 2001, N 6 und 8 zu Art. 53). 

Art. 53 VVG ist eine zwingende Vorschrift. Sie darf weder zugunsten des Versi-

cherungsnehmers noch zugunsten des Versicherers abgeändert werden. Zulässig 

sind hingegen Klauseln, welche die Entstehung einer Doppelversicherung ver-

meiden sollen. Dies kann mit einer sog. Subsidiärklausel erreicht werden, womit 

vereinbart wird, dass die Leistungspflicht des Versicherers entfällt, wenn ein an-

derer Versicherer leistungspflichtig ist (BOLL, BSK VVG, 2001, N 26 zu Art. 53; 

vgl. dazu Erw. 3.2.). 

Liegt eine Doppelversicherung vor, so hat dies nach schweizerischem Recht 

Auswirkungen auf die Leistungspflicht der Versicherer. Das in der Schadensversi-

cherung geltende Entschädigungsprinzip verbietet eine Überentschädigung. Zur 

Vermeidung einer Überentschädigung hat bei Doppelversicherung daher jeder 

Versicherer nur für einen Teil des Ersatzwerts Leistungen zu erbringen. Dieser 

Teil berechnet sich nach dem Verhältnis in dem die jeweilige Versicherungssum-

me zum Gesamtbetrag der Versicherungssumme steht. Dabei handelt es sich 

nach Intention des Gesetzgebers um eine anteilsmässige Ersatzpflicht und nicht 

um eine Solidarhaftung (BOLL, BSK VVG, 2001, N 1 und N 7 zu Art. 71). Sowohl 

Art. 53 VVG als auch Art. 71 VVG sind auf die Sachversicherung zugeschnitten. 

Die Vorschriften gelangen indes auch bei der Vermögensversicherung zur An-

wendung. Denn diese beruht ebenso auf dem Entschädigungsprinzip (BOLL, BSK 

VVG, 2001, N 6 zu Art. 71). Für die Vermögensversicherung wird in der Lehre 

aber die Ansicht vertreten, dass es an einem Konnex zwischen der Versiche-

rungssumme und dem Versicherungswert fehle, weshalb die Höhe der Versiche-

rungssumme oft von Zufälligkeiten abhänge. Bei der Ermittlung der Entschädi-

gung könne daher nicht auf die Versicherungssumme abgestellt werden. Vielmehr 

sei die Höhe der Entschädigung, die jeder Versicherer zu erbringen hätte, wenn 

neben ihm kein weiterer Versicherer leistungspflichtig wäre, massgeblich. Der 

einzelne Versicherer habe in dem Umfang zu leisten, in dem seine Leistung zur 

Gesamtsumme der Leistungen sämtlicher Vermögensversicherer stehe (BOLL, 

- 23 - 

BSK VVG, 2001, N 10 zu Art. 71; MAURER, Schweizerisches Privatversicherungs-

recht, 3. Auflage, 1995, S. 408; FISCHER, Die mehrfache Versicherung in der 

Schadenversicherung nach Schweizerischem Privatversicherungsrecht, Diss., 

1963, S. 123 ff.). 

Die Frage der Unterscheidung von Sach- und Vermögensversicherungen ist eine 

Frage nach dem Gegenstand der Versicherung. Gegenstand der Schadensversi-

cherung kann gemäss Art. 48 VVG jedes wirtschaftliche Interesse sein, das je-

mand am Ausbleiben eines befürchteten Ereignisses hat. Darüber, wie dieses In-

teresse zu definieren ist, bestehen zwei Lehrmeinungen. Die Gegenstandslehre 

oder sachenrechtliche Lehre knüpft am sachenrechtlichen Eigentum am zu versi-

chernden Gegenstand an. Im Gegensatz dazu versteht die Interessenlehre als 

jeweils vertragsrelevantes Interesse die Beziehung einer Person zu einem Objekt, 

kraft welcher die Person durch Tatsachen, welche dieses Objekt betreffen, einen 

Schaden erleiden kann. Gewichtige Teile der schweizerischen Lehre folgen der 

Gegenstandslehre, obwohl Art. 48 VVG dem Wortlaut nach auf dem Boden der 

Interessenlehre steht (so insb. KÖNIG, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 

1967, S. 200 ff.; KELLER/TÄNNLER, Kommentar zum Schweizerischen Bundesge-

setz über den Versicherungsvertrag, Band I, 1968, S. 11 f. und S. 282; BOLL, BSK 

VVG, 2001, N 3 zu Art. 48; BOLL/STÖCKLI, BSK VVG Nachführungsband, 2012, ad 

N 4 zu Art. 48; a.M. FUHRER, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 2011, 

N 4.9 ff.). 

BOLL/STÖCKLI vertreten die Meinung, dass wenn ein Dritter die vermögenswerten 

Folgen aus der Beschädigung einer Sache zu tragen hat, von welcher der Dritte 

nicht selbst Eigentümer ist, nach der sachenrechtlichen Lehre keine Sach-, son-

dern eine Vermögensversicherung vorliege, da nicht schon die Vernichtung oder 

Schädigung dieser Sache den Versicherungsfall auslöst, sondern erst die Schädi-

gung des Vermögens des versicherten Dritten (BOLL/STÖCKLI, BSK VVG, Nach-

führungsband, 2012, ad N 4 zu Art. 48, S. 179 ff.). 

- 24 - 

3.1.3. Würdigung 

3.1.3.1. Vorliegen einer Doppelversicherung 

Zur Bejahung einer Doppelversicherung ist nicht erforderlich, dass die Versiche-

rungen gesamthaft deckungsgleich sind. Vielmehr genügt es, wenn in einem 

Schnittbereich, welchem der eingetretene Versicherungsfall zuzuordnen ist, dop-

pelte Deckung besteht. Die Klägerinnen haben ihre Zahlung der E1._____ allein 

gestützt auf Sektion 1 der A._____ CAR-Police geleistet. Daraus ergibt sich, dass 

nur die Sektion 1 der A._____ CAR-Police mit der C._____-Police zu vergleichen 

ist und zwar nur soweit sie sich auf die mitversicherte Unternehmerin E1._____ 

bezieht. Dass die A._____ CAR-Police daneben weitere Sektionen enthält und 

weiteren Versicherten Schutz gewährt, spielt für die Frage der Doppelversiche-

rung keine Rolle. Vorliegend ist daher einzig von Bedeutung, ob das Risiko, das 

sich für die E1._____ verwirklicht hat und für welches die Klägerinnen bereits eine 

Versicherungsleistung erbracht haben, auch durch die C._____-Police gedeckt 

war. 

Gegenstand der Sektion 1 der CAR-Policen sind die Arbeiten am Bau des Kraft-

werks inklusive die Garantiearbeiten. Versichert ist unter anderem die E1._____. 

Gegenstand der C._____-Police sind nur bestimmte Garantiearbeiten an den 

GT24-Turbinen der Einheiten 3 und 4 dieses Kraftwerks. Versichert ist auch hier 

die E1._____. Die Versicherungen überschneiden sich demnach. Die Schnitt-

menge enthält eine Versicherung für Schäden zulasten der E1._____, die durch 

Beschädigung der GT24-Turbinen der Einheiten 3 und 4 im Rahmen der Durch-

führung der Garantiearbeiten entstehen. Beide Policen versichern sodann die Re-

paratur- bzw. Ersatzkosten. Sodann handelt es sich bei beiden Versicherungen 

um sog. All-Risks-Versicherungen, d.h. sie übernehmen grundsätzlich alle Schä-

den, die sich während der Versicherungsdauer ereignen, soweit diese nicht aus-

drücklich ausgeschlossen sind. Wie es für solche Versicherungen üblich ist, versi-

chern beide Policen ein breites Gefahrenspektrum mit Ausnahme einiger ausge-

schlossener Gefahren, wobei sich die Ausschlusskataloge sehr ähnlich sind 

(act. 4/3 S. 5 und 7, act. 4/15 S. 9 und 37 f.). Beide Versicherungen decken das 

- 25 - 

Risiko von Bauunfällen in der Art des Vorliegenden. Dass derartige Bauunfälle in 

einen Ausschlusskatalog fallen, wird zumindest nicht substantiiert geltend ge-

macht (vgl. dazu Erw. 3.5.). 

Auch in zeitlicher Hinsicht überschneiden sich die Versicherungen. Die Deckung 

der C._____-Police für die Garantiearbeiten an der Einheit 3 begann am 

17. Februar 2003 und dauerte bis zur Beendigung dieser Arbeiten, längstens aber 

bis am 6. April 2003 (act. 4/19, act. 4/3 S. 3). Die Deckung der CAR-Policen be-

gann für die in Sektion 1 versicherten Garantiearbeiten im Zeitpunkt der kommer-

ziellen Inbetriebsetzung und dauerte 36 Monate (act. 25/51). Der Zeitpunkt der 

kommerziellen Inbetriebsetzung für die Einheit 3 war unbestrittenermassen der 

16. August 2002 (act. 1 Rz. 43). Die Zeitperiode ab 17. Februar 2003 bis zum 

Schadenereignis, in welcher Garantiearbeiten vorgenommen wurden, war dem-

nach durch beide Versicherungen gedeckt. 

Demnach bestand ab dem 17. Februar 2003 für die in der C._____-Police defi-

nierten Garantiearbeiten an den GT24-Turbinen der Einheit 3 Versicherungs-

schutz für die E1._____ sowohl durch die CAR-Policen als auch durch die 

C._____-Police. Es ist daher von einer Doppelversicherung im Sinne von Art. 53 

VVG auszugehen. Dies entspricht auch der Auffassung des Bundesgerichts (Ur-

teil des Bundesgerichts 4A_116/2015 │4A_118/2015 vom 9. November 2015, 

E. 5). 

Die Klägerinnen bestreiten das Vorliegen einer Doppelversicherung zu Unrecht 

unter anderem gestützt auf folgende Klausel der A._____ CAR-Police, welche sie 

einer Subsidiärklausel gleichsetzen: 

" Other Insurance 

 Notwithstanding anything contained herein to the contrary, this Policy shall be primary to and take 
precedence over any other insurance arranged by or on behalf of the Insured, and de Insurers 

shall indemnify the Insured subject to the terms of this policy as if such other insurances did not 
exist." (act. 4/15 S. 36) 

- 26 - 

Es ist zutreffend, dass mit der Verwendung einer Subsidiärklausel die Entstehung 

einer Doppelversicherung ausgeschlossen werden kann. Die angeführte Klausel 

ist aber gerade das Gegenteil einer Subsidiärklausel. Vielmehr handelt es sich um 

eine Art "Prioritärklausel". Sie legt fest, dass die A._____ CAR-Police gerade nicht 

subsidiär haftet, sondern so, als ob keine andere Versicherung existieren würde. 

Dadurch verzichteten die Klägerinnen auf eine allfällige Begrenzung ihrer Ersatz-

pflicht im Falle des Vorliegens einer Doppelversicherung. Sie waren E1._____ 

gegenüber ungeachtet der bestehenden C._____-Police voll ersatzpflichtig und 

haben dementsprechend auch vollen Ersatz geleistet. Anders als eine Subsidiär-

klausel schliesst diese Klausel das Vorliegen einer Doppelversicherung nicht aus. 

Da ihr Wortlaut klar ist, besteht kein Auslegungsspielraum. Es stellt sich daher 

auch nicht die Frage, wie die Klausel nach New Yorker Recht auszulegen wäre. 

Die "Other Insurance"-Klausel beeinflusst auch die Leistungspflicht der Beklagten 

aus der C._____-Police nicht, da sich die Beklagte nicht auf diese Klausel hätte 

berufen können, zumal sie nicht Partei dieser Abrede ist. Somit machen die Klä-

gerinnen zu Unrecht geltend, im Zeitpunkt des Schadensereignisses sei die 

E1._____ aufgrund der "Other Insurance"-Klausel in den CAR-Policen gegenüber 

der Beklagten nicht anspruchsberechtigt gewesen, was eine Doppelversicherung 

ausschliesse.  

Die Beklagte macht geltend, die "Excess Insurance"-Klausel in Ziff. 19 der 

A._____ CAR-Police würde das Vorliegen einer Doppelversicherung ausschlies-

sen, da sie eine Leistungspflicht der Beklagten ausschliesse, solange die Versi-

cherungssumme der A._____ CAR-Police noch nicht ausgeschöpft sei (act. 11 

Rz. 109). Wie in Erw. 3.3. noch darzulegen sein wird, beeinflusst die "Excess In-

surance"-Klausel die Leistungspflicht der Beklagten nicht. Aus den gleichen 

Gründen verhindert sie auch nicht das Vorliegen einer Doppelversicherung. 

3.1.3.2. Berechnung der Leistungspflichten / Sach- oder Vermögensversicherung 

Die Fragen, ob es sich bei den vorliegenden Versicherungen um Sach- oder Ver-

mögensversicherungen handelt, nach welchen Kriterien die Abgrenzung vorzu-

nehmen ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, haben im vorliegen-

- 27 - 

den Rechtsstreit viel Raum eingenommen. Das Bundesgericht hat hierzu Folgen-

des ausgeführt: 

"[5.5] ln der Lehre wird vorgebracht, die Regelung der Aufteilung der Leistungs-
pflicht nach Art. 71 Abs. 1 VVG sei auf die Sachversicherung zugeschnitten (STE-
PHAN FUHRER, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 2011, N. 12.16; ALFRED 
MAURER, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 3. Aufl. 1995, S. 408). Bei 
Vermögensversicherungen führe die Anwendung dieser Bestimmung zu willkürli-
chen Ergebnissen (FUHRER, a.a.O., N. 12.16). Denn in der Vermögensversiche-
rung - namentlich der Haftpflichtversicherung - fehle eine Beziehung zwischen der 
vereinbarten Versicherungssumme und einem die Schadenhöhe begrenzenden 
Sachwert (oder: Versicherungswert); würden keine Sachen versichert, fehle ein 
Sachwert (CHRISTIAN BOLL, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über den Versi-
cherungsvertrag [VVG], 2001, N. 10 zu Art. 71 VVG; MAURER, a.a.O., S. 408). Die 
Höhe der Versicherungssumme hänge deshalb in der Vermögensversicherung oft 
von Zufälligkeiten ab (BOLL, a.a.O., N. 10 zu Art. 71 VVG; MAURER a.a.O., S. 408). 
Zudem sei eine Aufteilung im Verhältnis der Versicherungssummen bei betraglich 
unbegrenzter Deckung unmöglich (BOLL, a.a.O., N. 10 zu Art. 71 VVG; ROLAND 
BREHM, Le contrat d'assurance RC, 1997, N. 459; FUHRER, a.a.O., N. 12.16; vgl. 
auch HANS FISCHER Die mehrfache Versicherung in der Schadenversicherung 
nach Schweizerischem Privatversicherungsrecht, 1963, S. 124). Art. 71 Abs. 1 
VVG sei daher entgegen seinem Wortlaut so auszulegen, dass auf die Höhe der 
Entschädigung abzustellen sei, die jeder Versicherer zu erbringen hätte, wenn 
neben ihm kein weiterer Versicherer leistungspflichtig wäre; der einzelne Versi-
cherer leiste in dem Umfang, in dem seine Leistung zur Gesamtsumme der Leis-
tungen sämtlicher Vermögensversicherer stehe (BOLL, a.a.O.,·N. 10 zu Art. 71 
VVG; BREHM, a.a.O., N. 463 ff.; FUHRER, a.a.O., N. 12.16; MAURER, a.a.O., S. 
408). Nach der Botschaft vom 2. Februar 1904 zu dem Entwurfe eines Bundesge-
setzes über den Versicherungsvertrag (BBI 1904 I 308 Ziff. 3b zu Art. 46, 47, 59 
Abs. 1, 60, 61 und 62 Entwurf) setzt bereits der Begriff der Doppelversicherung 
voraus, dass der Versicherungswert feststellbar ist. 
 
[5.6] Die Beklagte bringt richtig vor, dass die Vorinstanz die Sektion 1 der CAR-
Policen als Bauwesenversicherung qualifiziert und in ihren allgemeinen Erwägun-
gen ausgeführt hat, eine Bauwesenversicherung sei eine Sachversicherung. Es 
kann indessen offenbleiben, nach welchen Grundsätzen die Abgrenzung zwi-
schen Sach- und Vermögensversicherungen zu erfolgen hat (sachenrechtliche 
Lehre/Gegenstandslehre oder lnteressenlehre) und ob tatsächlich bloss deshalb 
eine Sachversicherung verneint werden muss, weil die Beklagte nicht sachen-
rechtlich als Eigentümerin betroffen ist, obwohl sie die Gefahr einer Beschädigung 
und damit das wirtschaftliche Risiko trägt. Denn entscheidend ist vorliegend, dass 
in Bezug auf die Eigentümerin F1._____ auch nach Ansicht der Vorinstanz eine 
Sachversicherung vorliegt und der Gegenstand der Versicherung in Bezug auf die 
F1._____ und die Rechtsvorgängerin der E1._____ identisch definiert ist. Daraus 
ergibt sich notwendigerweise, dass bei den CAR-Policen eine Beziehung zwi-
schen der vereinbarten Versicherungssumme und einem die Schadenhöhe be-
grenzenden Sachwert vorliegt. Auch bei der C._____-Police liegt eine Beziehung 
zwischen der vereinbarten Versicherungssumme und einem Sachwert vor: Bei 

- 28 - 

dieser Versicherung handelt es sich um eine Rahmenversicherung für Schäden 
an bestimmten Maschinen. Versichert sind namentlich die Gasturbinen der Ein-
heiten 3 und 4. Die Versicherungssummen sind in der C._____-Police denn auch 
pro Gasturbine festgelegt worden. Auch daraus darf geschlossen werden, dass 
die Versicherungssumme im Zusammenhang steht mit dem Wert der Turbinen. 
Nun wird gerade das Fehlen einer solchen Beziehung als Argument dafür vorge-
bracht, dass vom Wortlaut von Art. 71 Abs. 1 VVG abzuweichen und auf die Höhe 
der Entschädigung abzustellen sei, die jeder Versicherer zu erbringen hätte, wenn 
neben ihm kein weiterer Versicherer leistungspflichtig wäre. Liegt eine solche Be-
ziehung - wie hier - aber vor, besteht kein Raum, vom klaren Wortlaut von Art. 71 
Abs. 1 VVG abzuweichen." (Urteil des Bundesgerichts 4A_116/2015 │ 
4A_118/2015 vom 9. November 2015 Erw. 5.5 und 5.6). 

Da eine Beziehung zwischen der Versicherungssumme und dem Sachwert vor-

liegt, ist für die Berechnung der Ersatzpflicht der Beklagten nach Art. 71 Abs. 1 

VVG auf das Verhältnis abzustellen, in dem die Versicherungssumme der Beklag-

ten zum Gesamtbetrag der Versicherungssummen steht (Urteil des Bundesge-

richts 4A_116/2015 │ 4A_118/2015 vom 9. November 2015 Erw. 5.6). 

Für die Berechnung ihrer Leistungspflicht setzt die Beklagte die Versicherungs-

summe der CAR-Policen von insgesamt USD 479 Mio. in ein Verhältnis zur Versi-

cherungssumme der C._____-Police von Fr. 6 Mio. pro Gasturbine. Nach Ansicht 

der Beklagten beträgt ihre so berechnete anteilsmässige Leistungspflicht null. Die 

Klägerinnen machen demgegenüber geltend, dass das Abstellen auf die Versi-

cherungssummen zu willkürlichen Resultaten führen würde, zumal es sich um 

Vermögensversicherungen handle. Die Gesamtversicherungssumme der CAR-

Police sei deshalb viel höher, weil sie umfassenden Versicherungsschutz für die 

ganze Infrastruktur inkl. Maschinenpark biete (act. 42, S. 14). 

Zur Berechnung der Leistungspflichten in der vorliegenden Konstellation führte 

das Bundesgericht Folgendes aus:  

"Eine Doppelversicherung liegt nach Art. 53 Abs. 1 VVG (nur) vor, wenn dasselbe 

Interesse gegen dieselbe Gefahr und für dieselbe Zeit bei mehr als einem Versi-

cherer dergestalt versichert wird, dass die Versicherungssummen zusammen den 

Versicherungswert übersteigen. Eine Doppelversicherung setzt mithin voraus, 

dass sich die Verträge auf dieselbe Sache oder dasselbe Vermögen beziehen 

(BOLL, a.a.O., N. 6 zu Art. 53). Da Art. 71 Abs. 1 VVG die Aufteilung der Ersatz-

- 29 - 

pflicht nur insoweit regelt, als eine Doppelversicherung vorliegt, ist mithin für die 

Aufteilung von derjenigen Versicherungssumme auszugehen, welche für das be-

treffende Risiko vereinbart ist (FISCHER, a.a.O., S. 122). Dies kann anspruchsvoll 

sein, wenn ein Versicherungsvertrag mehrere Gegenstände unter einer einheitli-

chen Versicherungssumme versichert hat und davon im Versicherungsfall nur ein 

Teil vernichtet oder beschädigt wurde, welcher in einem anderen Versicherungs-

vertrag mit eigener Versicherungssumme versichert ist (FISCHER, a.a.O., S. 122; 

CARL JAEGER/HANS ROELLI, Kommentar zum Schweizerischen Bundesgesetz über 

den Versicherungsvertrag, Zweiter Band, 1932, N. 12 zu Art. 71 VVG). Deshalb 

muss in einem solchen Fall eine Ausscheidung vorgenommen werden, um den 

vernichteten oder beschädigten Teilwerten eine möglichst genau entsprechende 

Teilversicherungssumme zuzuordnen (FISCHER, a.a.O., S. 122). Dabei ist auf das 

Verhältnis vom Ersatzwert des betroffenen Gegenstandes zum Ersatzwert aller 

versicherter Gegenstände abzustellen (JAEGER/ROELLI, a.a.O., N. 12 zu Art. 71 

VVG). Mit der so ermittelten Teilversicherungssumme ist in der Folge nach Art. 71 

Abs. 1 VVG das Verhältnis zu berechnen, in dem jeder Versicherer für den Scha-

den haftet. Jeder Versicherer hat den jeweiligen Betrag grundsätzlich voll zu leis-

ten; ein allfällig vereinbarter Selbstbehalt ist davon nicht zusätzlich abzuziehen. 

Denn der Versicherungsnehmer hat bei Vorliegen einer Doppelversicherung An-

spruch auf den Ersatz des gesamten Schadens; allfällige Selbstbehalte aus ei-

nem Vertrag sind durch Leistungen aus dem anderen auszugleichen (FUHRER, 

a.a.O., N. 12.15). Dies gilt unter zwei Vorbehalten: Erstens deckt eine Schadens-

versicherung (nur) den entstandenen Schaden. Der Versicherte soll aus dem 

Schadenereignis keinen wirtschaftlichen Vorteil ziehen können (vgl. nur BOLL, 

a.a.O., N. 2 Vorbemerkungen zu Art. 48 VVG). Hat ein Versicherer dem Versi-

cherten bereits einen höheren Betrag geleistet, als er nach der Berechnung ge-

mäss Art. 71 Abs. 1 VVG schulden würde, so ist der zweite Versicherer nur noch 

zum Ersatz des verbliebenen Schadens verpflichtet. Zweitens ist ein Versicherer 

nicht zu einer höheren Leistung als jener verpflichtet, die er als einziger Versiche-

rer zu erbringen hätte. Die Ersatzpflicht wird mithin beschränkt durch die Versi-

cherungssumme (oder den Schaden, falls dieser tiefer ausfällt) abzüglich des 

- 30 - 

vereinbarten Selbstbehalts (Urteil des Bundesgerichts 4A_116/2015 

│4A_118/2015 vom 9. November 2015, E. 5.7.1)." 

Vorliegend wurde eine Gasturbine der Einheit 3 beschädigt. In der C._____-Police 

beträgt die Versicherungssumme pro Gasturbine Fr. 6 Mio. Das Bundesgericht 

verlangte vom Handelsgericht Ergänzung des Sachverhalts zur Frage, ob auch in 

den CAR-Policen die Versicherungssumme für die Sektionen 1 bis 3 von insge-

samt USD 479 Mio. detaillierter aufgegliedert ist (Urteil des Bundesgerichts 

4A_116/2015 │4A_118/2015 vom 9. November 2015, E. 5.7.2). Das Handelsge-

richt habe die (Teil-)Versicherungssumme der CAR-Policen zu ermitteln, welche 

mit der Versicherungssumme der C._____-Police von Fr. 6 Mio. für die beschä-

digte Gasturbine der Einheit 3 in ein Verhältnis gesetzt werden kann, um nach 

Art. 71 Abs. 1 VVG die Ersatzpflicht der Beklagten zu bestimmen (Urteil des Bun-

desgerichts 4A_116/2015 │4A_118/2015 vom 9. November 2015, E. 5.9). 

Da es sich bei der Höhe der Teilversicherungssumme um eine Tatfrage handelt, 

stellt sich die Frage nach der Beweislast. Das Bundesgericht hielt hierzu fest, 

dass im Falle einer Doppelversicherung der Versicherer, der auf die ganze Er-

satzsumme belangt werde, gestützt auf Art. 71 Abs. 1 VVG die "Einrede der Tei-

lung" habe. Da die Einrede der Doppelversicherung die Befreiung von der eige-

nen durch den Vertrag ausgewiesenen Leistungspflicht bezwecke, habe die Ver-

sicherung zu beweisen, dass dem Versicherten aus einem anderen Versiche-

rungsvertrag ein Anspruch auf Deckung seines Schadens zustehe. Die Beweis-

last für die Doppelversicherung liege demnach bei der Beklagten als Versiche-

rung. Das Bundesgericht hielt indessen auch fest, dass die Versicherung (d.h. 

vorliegend die Beklagte) auf die Angaben des Versicherungsnehmers (zufolge 

Abtretung vorliegend die Klägerin 1) angewiesen sei, da es um die Teilversiche-

rungssumme eines Versicherungsvertrags mit einer weiteren Versicherung gehe 

(Urteil des Bundesgerichts 4A_333/2016 E. 3.4.1 f.). Entsprechende Mitwirkungs-

pflichten der Klägerin 1 stützt das Bundesgericht auf Art. 53 Abs. 1 VVG. Danach 

ist ein Versicherungsnehmer im Fall einer Doppelversicherung verpflichtet, hier-

von allen Versicherern ohne Verzug schriftlich Kenntnis zu geben. Dabei ist laut 

Bundesgericht auch die Versicherungssumme anzugeben, wozu auch die Teilver-

- 31 - 

sicherungssumme der umfassenderen Versicherung gehöre. Unterlässt der Ver-

sicherungsnehmer die Angaben auch noch trotz entsprechender Aufforderung 

durch die Versicherung im Prozess, so hat dies zwar selbst dann keine Beweis-

lastumkehr zur Folge, wenn das Verhalten als Beweisvereitelung zu qualifizieren 

ist; das Unterlassen der nach Treu und Glauben gebotenen Mitwirkung im Be-

weisverfahren kann indessen bei der Beweiswürdigung berücksichtigt werden (Ur-

teil des Bundesgerichts 4A_333/2016 E. 3.4.2). Was darunter genau zu verstehen 

ist, ergibt sich aus der vom Bundesgericht in diesem Zusammenhang zitierten 

Rechtsprechung, z.B. dem Urteil 5P_200/2005 vom 2. November 2005, E. 4.3.1, 

wo es um einen Erbteilungsstreit ging. Demnach kann eine Verweigerungshaltung 

"als Basis einer tatsächlichen Vermutung – den Beweis für den Hauptbeweis-

pflichtigen schaffen, d.h. zur Folge haben, dass das Gericht beweiswürdigend an-

nimmt, die Aussagen des die Auskunft verweigernden Erben seien ganz oder 

teilweise falsch bzw. die Angaben der beweisbelasteten Erben richtig". 

Die Klägerin 1 hat der Beklagten unbestrittenermassen weder vor dem Prozess 

noch im Prozess bis zum Ende des Schriftenwechsels eine Teilversicherungs-

summe bekanntgegeben. Hierzu wurde sie von der Beklagten auch nie aufgefor-

dert. Der Umstand, dass die Teilversicherungssumme zwischen den Parteien nie 

thematisiert wurde, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass keine der Parteien 

diese Information als relevant betrachtet hat. Die Relevanz der Teilversicherungs-

summe wurde erst durch das Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2015 

eminent. Die den entsprechenden Ausführungen des Bundesgerichts zugrunde-

liegende Rechtsauffassung ist indessen nicht derart offensichtlich, dass sie von 

den Klägerinnen (auch bei sorgfältigem Tätigwerden) hätte erkannt (und geteilt) 

werden müssen. Bis zum Ende des Schriftenwechsels haben die Klägerinnen ihre 

Mitwirkungspflichten nach Art. 53 VVG daher nach Treu und Glauben erfüllt. An-

lass, sich konkret zur Teilversicherungssumme zu äussern, bestand erst mit dem 

Bundesgerichtsurteil vom 18. August 2016 bzw. der prozessleitenden Verfügung 

des handelsgerichtlichen Instruktionsrichters vom 15. September 2016. Aufgrund 

dieser Verfügung haben sich die Parteien entsprechend zur Teilversicherungs-

summe geäussert. 

- 32 - 

Da der Schriftenwechsel bereits abgeschlossen ist, sind die aufgrund der bun-

desgerichtlichen Entscheidung bzw. der darauf folgenden prozessleitenden Ver-

fügung des Handelsgerichts (act. 65) gemachten neuen Vorbringen der Parteien 

vor dem Hintergrund von Art. 229 ZPO zu beurteilen. 

Die Klägerinnen führen in ihrer Eingabe vom 27. Oktober 2016 aus, der (Teil-

)Versicherungswert für die Gasturbine unter der A._____ CAR-Police betrage 

CHF 12'229'100.– (act. 72 Rz. 9). Diesen Betrag stützen sie vor allem auf die 

Aussage von I._____, wonach sich die Kosten der Gasturbine, welche von 

E1._____ (Schweiz) in die USA geliefert wurde auf CHF 16'303'250.– (mithin 

USD 11'624'380.–) beliefen. Da die Gasturbine unter der A._____ CAR-Police zu 

75% versichert gewesen sei, betrage die (Teil-)Versicherungssumme 75% dieses 

Werts. Nicht mehr ermittelbar sei der Ersatzwert der gesamten Anlage (act. 72 

Rz. 7 f.).  

Bei diesen neuen Vorbringen der Klägerinnen handelt es sich um unechte Noven, 

da sie bei Abschluss des Schriftenwechsels bereits vorhandene Tatsachen betref-

fen (Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO). Die Vorbringen der Klägerinnen zur Teilversiche-

rungssumme wurden letztlich durch den Entscheid des Bundesgerichts veran-

lasst, in welchem eine aus Sicht der Parteien unerwartete rechtliche Würdigung 

vorgenommen wurde. Es stellt sich die Frage, wie neue Vorbringen vor diesem 

Hintergrund zu beurteilen sind. Die Frage, ob das verspätete Vorbringen ent-

schuldbar ist, muss anhand sämtlicher Umstände nach einem objektiven Mass-

stab geprüft werden. Bei Vertretung durch einen Anwalt ist ein Einreichen von 

Noven nur noch zulässig, wenn das späte Vorbringen derselben dem Anwalt – 

gemessen an der Sorgfalt eines ordentlichen Vertreters in der konkreten Prozess-

situation – nicht zum Vorwurf gemacht werden kann. Die Voraussetzung der zu-

mutbaren Sorgfalt ist dann nicht erfüllt, wenn die verspätete Einreichung der An-

griffs- oder Verteidigungsmittel auf ein Verhalten schliessen lässt, das den im 

konkreten Fall einzuhaltenden objektiv typisierten beruflichen Sorgfaltspflichten 

der Anwaltschaft nicht entspricht und daher als unsorgfältig bezeichnet werden 

kann. Bei der Beurteilung des konkret in Frage stehenden Verhaltens ist dem Ge-

richt ein gewisses Ermessen zu gewähren, da die Vielzahl der möglichen Konstel-

- 33 - 

lationen keine genauere generelle Bestimmung des Begriffs "trotz zumutbarer 

Sorgfalt" erlaubt (KLINGLER, Die Eventualmaxime in der Schweizerischen Zivilpro-

zessordnung, 2010, Rz. 434 ff.). 

Die vom Bundesgericht dargelegte Vorgehensweise zur Bestimmung der Leis-

tungspflichten ist nicht derart offensichtlich, dass sie von den Klägerinnen hätte 

erkannt (und geteilt) werden müssen. Dies gilt umso mehr, als die Klägerinnen 

von Beginn an den Standpunkt vertraten, dass es sich bei den beteiligten Versi-

cherungen um Vermögensversicherungen handle (act. 1 Rz. 148 ff.). Im Rahmen 

ihrer Argumentationslinie stellte sich die Frage der Aufgliederung der Versiche-

rungssumme gar nicht. Die verspäteten Vorbringen der Klägerinnen zur Teilversi-

cherungssumme sind daher zulässig. 

Nichtsdestotrotz helfen die unter dem Titel der Mitwirkungspflicht gemachten neu-

en klägerischen Angaben bei der Bezifferung der Teilversicherungssumme nicht 

weiter, da sich auch unter Berücksichtigung dieser Angaben die Teilversiche-

rungssumme, selbst wenn die Klägerinnen die neuen Behauptungen auf ein soli-

des Beweisfundament stellen könnten, was die Beklagte zu Recht verneint, nicht 

wie vom Bundesgericht vorgegeben bestimmen lässt. Namentlich wäre zur Be-

stimmung der Teilversicherungssumme eine Ausscheidung vorzunehmen, um 

den vernichteten oder beschädigten Teilwerten eine möglichst genau entspre-

chende Teilversicherungssumme zuzuordnen. Dabei wäre auf das Verhältnis vom 

Ersatzwert des betroffenen Gegenstandes zum Ersatzwert aller versicherter Ge-

genstände abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 4A_116/2015 │ 4A_118/2015 

vom 9. November 2015, E. 5.7.1). Die Klägerinnen konnten eigenen Angaben zu-

folge zwar die Kosten der Gasturbine, welche von E1._____ (Schweiz) in die USA 

geliefert wurde, in Erfahrung bringen, sie haben jedoch keine Angaben zum Ge-
samtersatzwert der Anlage gemacht, wohl weil "(…) keine Dokumentation für Informatio-

nen in Bezug auf den Gesamtersatzwert der Anlage [besteht] und der für die A._____ CAR-Police 
direkt zuständige Underwriter, welcher bei der Aushandlung der CAR-Policen mit der Versiche-

rungsnehmerin den "lead" hatte, verstorben [ist]." (act. 72 Rz. 7). Hingegen zitieren die 

Klägerinnen J._____, einen langjährigen Mitarbeiter der Klägerin 1, dessen Ver-

antwortungsbereich unter anderem CAR-Policen seien. Dieser habe bezeugt, 

- 34 - 

dass sich der Totalwert aus der Addition der Werte der verschiedenen Gegen-

stände der Ausrüstung und der Infrastruktur, einschliesslich der Anlage, sowie 

des Werts eines potentiellen Betriebsausfalls der gesamten Anlage berechne 

(act. 72 Rz. 8). Falls die Klägerinnen mit diesen Ausführungen von J._____ an-

deuten wollten, dass die Gesamtversicherungssumme dem Gesamtersatzwert 

entspreche, so kann dem nicht gefolgt werden. Der von J._____ einbezogene 

"Wert" eines Betriebsausfalls gehört jedenfalls nicht zum Ersatzwert (vgl. Art. 63 

Abs. 1 Ziff. 2 VVG, welcher sich zwar auf die Feuerversicherung bezieht, aber 

auch auf andere Sachversicherungsbranchen analog anwendbar ist [BRUNNER, in: 

BSK VVG, Rz. 3 zu Art. 63]).  

Es stellt sich nun die Frage, ob die Klägerinnen ihrer Mitwirkungspflicht durch ihre 

neuen Vorbringen zur Teilversicherungssumme trotz des Umstandes, dass diese 

wenig hilfreich sind, hinreichend nachgekommen sind. Die Beklagte moniert in 

diesem Zusammenhang, das behauptete Fehlen von Dokumenten, die eine 

Überprüfung der klägerischen Behauptungen ermöglichen würden, "erstaune und 
vermindere die Glaubwürdigkeit der gemachten Aussagen zusätzlich" (act. 75 Rz. 26). Sie 

wirft den Klägerinnen Vernichtung von Beweismitteln vor (act. 75 Rz. 28 ff.). Wel-

che Dokumente oder Beweismittel noch vorhanden sein sollten bzw. vorhanden 

waren und dann vernichtet wurden, welche Rückschlüsse auf die Teilversiche-

rungssumme zuliessen, führt die Beklagte aber nicht aus. Dass allfällige bei Ab-

schluss der Versicherung noch vorhandene Informationen heute nicht mehr er-

hältlich sind, ist angesichts der verstrichenen Zeit und des Umstandes, dass der 

für die A._____ CAR-Police zuständige Underwriter verstorben ist, plausibel und 

kann den Klägerinnen nicht zum Vorwurf gemacht werden. Mangels eines Hin-

weises darauf, welche Dokumente mit weiterführenden Informationen zur Teilver-

sicherungssumme noch bestehen bzw. mutwillig vernichtet worden sein sollen, 

kann den Klägerinnen keine Verletzung ihrer Mitwirkungspflichten vorgeworfen 

werden. Von einer Verweigerungshaltung, welche im Sinne der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung bei der Beweiswürdigung berücksichtigt werden könnte, 

kann nicht die Rede sein.  

- 35 - 

Im Folgenden ist zu prüfen, ob die beweisbelastete Beklagte selber hinsichtlich 

der Teilversicherungssumme weiterführende neue Ausführungen gemacht hat. 

Aus den gleichen Gründen wie bei den Klägerinnen sind auch die neuen Ausfüh-

rungen der Beklagten als zulässig zu erachten. Bezüglich der Teilversicherungs-

summe hat die Beklagte folgende Behauptungen aufgestellt: Sie habe sich immer 

auf den Standpunkt gestellt, dass für die Berechnung der jeweiligen Leistungs-

pflicht auf den Betrag von USD 479 Mio. abzustellen sei. Dieser Betrag entspre-

che auch der Teilversicherungssumme (act. 75 Rz. 77 f.). Eventualiter sei auf-

grund der Parteivorbringen und der Prozessakten darauf zu schliessen, dass die 

Teilversicherungssumme für die Einheit 3 mindestens USD 119.75 Mio. betrage 

(act. 75 Rz. 79). Den letzteren Betrag leitet die Beklagte daraus ab, dass der Bau 

der F1._____ Fabrik hauptsächlich die Lieferung und Aufstellung von vier grossen 

Einheiten von Kombi-Turbogeneratoren beinhaltet habe. Die Gesamtversiche-

rungssumme von USD 479 Mio. sei daher zur Ermittlung der Versicherungssum-

me für die Turbine einer Einheit durch vier zu teilen (act. 75 Rz. 81 ff.). 

Das Bundesgericht erachtet die Ausscheidung einer Teilversicherungssumme für 

die Turbine der Einheit 3 aus der Gesamtversicherungssumme entsprechend dem 

Verhältnis vom Ersatzwert der Turbine der Einheit 3 zum Ersatzwert der gesam-

ten Anlage als notwendig (Urteil des Bundesgerichts 4A_116/2015 │ 

4A_118/2015, E. 5.7.1, E. 5.9). Damit hat es den Hauptstandpunkt der Beklagten 

bereits verworfen, woran das Handelsgericht in seiner neuen Entscheidung ge-

bunden ist. Der neu vorgebrachte Eventualstandpunkt der Beklagten entspricht 

ebenfalls nicht den Vorgaben des Bundesgerichts hinsichtlich der Berechnung der 

Teilversicherungssumme: Zur Ermittlung der Teilversicherungssumme teilt die 

Beklagte die Gesamtversicherungssumme durch vier mit der Begründung, dass 

der Bau der F1._____ Fabrik hauptsächlich die Lieferung von vier Kombi-

Turbogeneratoren beinhaltet habe. Behauptungen zum Ersatzwert der Gasturbine 

der Einheit 3 und zum Ersatzwert der gesamten Anlage stellt die Beklagte hinge-

gen nicht auf. 

Selbst wenn man davon ausgehen würde, dass die Klägerinnen ihre Mitwirkungs-

pflicht in Bezug auf die Teilversicherungssumme treuwidrig nicht erfüllt hätten und 

- 36 - 

dies bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen wäre, könnte auf die Eventual-

behauptung der Beklagten, wonach die Teilversicherungssumme USD 119.75 

 Mio. betrage, nicht abgestellt werden, da sie offenkundig auf einer falschen Be-

rechnung beruht. Ein Abstellen auf diese Behauptung wäre geradezu willkürlich, 

zumal mit der A._____ CAR-Police der Bau des gesamten Kraftwerks versichert 
wird (vgl. act. 4/15, S. 3, wo das versicherte Projekt definiert wird mit "All works in 

connection with the construction of 1050 MW electric Power Station and associated ancillary facili-
ties"). Bei diesem Kraftwerk handelt es sich laut dem "construction contract" um 

ein "Natural gas fired combined cycle combustion turbine facility", also ein Gas-Kombi-

Kraftwerk (act. 4/9 S.2). Ein solches Kraftwerk weist neben den Gas-Turbinen be-

kanntlich noch weitere Bestandteile von erheblicher Bedeutung auf, wie die Gene-

ratoren um nur ein Beispiel zu nennen. Weitere Bestandteile bleiben bei der Be-

rechnung der Beklagten aber gänzlich unberücksichtigt.  

3.1.4. Fazit 

Bezüglich der Höhe der auf die Gas-Turbine der Einheit 3 entfallenden Teilversi-

cherungssumme der A._____ CAR-Police fehlt es an schlüssigen Behauptungen 

und Beweismitteln. Die Nachteile der Beweislosigkeit trägt die beweisbelastete 

Beklagte. Das bedeutet, dass allfällige Ansprüche der Klägerinnen aus der 

C._____-Police (zufolge Abtretung; vgl. Erw. 3.6.) nicht wegen der Doppelversi-

cherung zu reduzieren sind.  

3.2. Subsidiärklausel und Captive-Versicherung 

3.2.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte macht geltend, die C._____-Police enthalte eine stillschweigend 

vereinbarte Subsidiärklausel (act. 37 Rz. 100). Dies könne insbesondere aus der 

Entstehungsgeschichte der C._____-Police geschlossen werden sowie aus den 

Umständen im Zeitpunkt des Abschlusses der Police, dem Verhalten der Parteien 

bei Vertragsabschluss und dem nachträglichen Parteiverhalten. Zudem spielten 

auch der Zweck der C._____-Police und die Interessenlage der Parteien eine Rol-

le sowie die Sachgerechtigkeit einer Lösung (act. 37 Rz. 101). Von einer still-

- 37 - 

schweigend vereinbarten Subsidiärklausel sei insbesondere deshalb auszugehen, 

weil die Beklagte das Eigenversicherungsunternehmen bzw. die "Captive Insu-

rance Company" der D2._____ Gruppe und seit 2002 der E1._____ Gruppe ge-

wesen sei. Die C._____-Police sei demnach eine konzerninterne Versicherung. 

Daher sei für die unterzeichnenden K._____ (handelnd für die Beklagte) und 

L._____ (handelnd für E1._____) klar gewesen, dass die Leistungspflicht unter 

der C._____-Police entfalle, wenn ein anderer Versicherer für den gleichen Versi-

cherungsfall leistungspflichtig sei (act. 37 Rz. 107 ff.). Lediglich aufgrund geringe-

rer Massstäbe an die Vollständigkeit der Vertragsgestaltung im Konzernverhältnis 

enthalte die C._____-Police keine explizite Subsidiärklausel (act. 37 Rz. 110). Der 

Umstand, dass E1._____ zunächst nicht Deckung von ihrer eigenen Versiche-

rungsgesellschaft gesucht habe, spreche ebenfalls für die implizite Vereinbarung 

einer Subsidiärklausel (act. 37 Rz. 113). Auch die Interessenlage der Vertragspar-

teien spreche dafür, dass ein gemeinsames Verständnis bestanden habe, dass 

aus der C._____-Police nur Leistungen zu erbringen seien, wenn kein anderer 

(konzernexterner) Versicherer leistungspflichtig sei (act. 37 Rz. 118). Da die Klä-

gerinnen vorliegend geleistet hätten, fehle es aufgrund der stillschweigend ver-

einbarten Subsidiärklausel an einer Leistungspflicht der Beklagten (act. 37 

Rz. 124). 

Die Klägerinnen bestreiten, dass die C._____-Police eine ihre Versicherungsleis-

tungen einschränkende Klausel enthalte. Die Beklagte sei keine "Captive Insu-

rance". Dieser Beweis sei nicht erbracht worden. Im Übrigen würde auch die Qua-

lifikation der Beklagten als "Captive Insurance" nichts an der Leistungspflicht der 

Beklagten ändern. Die C._____-Police enthalte keinerlei Restriktionen (act. 32 

Rz. 29 f., Rz. 41 und Rz. 227). 

3.2.2. Rechtliche Grundlagen 

Mit einer Subsidiärklausel kann vereinbart werden, dass die Leistungspflicht des 

Versicherers entfällt, wenn ein anderer Versicherer leistungspflichtig ist (BOLL, 

BSK VVG, 2001, N 26 zu Art. 53). Solche Subsidiärklauseln sollen (u.a.) verhin-

dern, dass der Versicherte aus einem Versicherungsfall überentschädigt wird, d.h. 

mehr als die volle Schadensdeckung erhält. Die Subsidiärklausel befreit den Ver-

- 38 - 

sicherer von seiner Leistungspflicht, da ein Dritter grundsätzlich für den gleichen 

Schaden leistungspflichtig ist (MAURER, Schweizerisches Privatversicherungs-

recht, 3. Auflage, 1995, S. 373 ff.). 

Zum Abschluss eines Vertrages ist die übereinstimmende gegenseitige Wil-

lensäusserung der Parteien erforderlich. Sie kann eine ausdrückliche oder still-

schweigende sein (Art. 1 OR). Eine abschliessend-umfassende Typologie der 

Umstände, welche den Schluss auf den massgeblichen Vertragswillen erlaubt, ist 

nicht möglich. Immerhin sind hier zu nennen Rechtshandlungen oder  

-erklärungen, welche die Einnahme eines bestimmten Rechtsstandpunktes impli-

zieren. Wichtig sind auch Handlungen, welche den intendierten Vertrag bereits in 

Vollzug setzen. Auch im Falle konkludenter Äusserungen dürfen nur Fakten be-

rücksichtigt werden, die vom Erklärenden selber gesetzt sind und daher ihm zuge-

rechnet werden dürfen (BUCHER, BSK OR I, 5. Auflage, N. 18 f.). 

Captive-Versicherungen oder Captives sind konzerneigene Versicherungsgesell-

schaften, welche die gesamten Konzernrisiken oder einen Teil derselben decken. 

Es handelt sich zumeist um Tochtergesellschaften grosser Industrie- oder Dienst-

leistungsunternehmen. Captives werden ausschliesslich im Grossrisikobereich 

eingesetzt, oft in Ergänzung zu internationalen Versicherungsprogrammen. Ver-

breitet sind Lösungen, bei denen die Captive als Rückversicherer fungiert. In ihrer 

wirtschaftlichen Funktion gleichen Captives ausgelagerten, juristisch selbständi-

gen Selbstbehalts- oder Rücklagefonds. Der Risikotransfer findet innerhalb des-

selben wirtschaftlichen Interessenbereiches statt, so dass man auch von einer ex-

ternen Selbstversicherung sprechen kann (NEBEL, BSK VVG, 2001, N 63 zu 

Art. 101). Der Einbezug von Captives in das Risiko-Management-Konzept eines 

Konzerns ist auf vielseitige Weise möglich: Sie können zum Beispiel als Erstversi-

cherungscaptive das Risiko zeichnen und auf dem Rückversicherungsmarkt plat-

zieren. Als Versicherungsgesellschaft haben sie einen direkten Zugang zum 

Rückversicherungsmarkt. Oftmals tragen die Captives einen Teil des Risikos 

selbst, in Ausnahmefällen sogar das gesamte Risiko (FUHRER, Schweizerisches 

Privatversicherungsrecht, 2011, N 18.38). 

 

- 39 - 

3.2.3. Würdigung 

Unbestrittenermassen enthält die C._____-Police keine explizite Subsidiärklausel 

und keinerlei Hinweise auf die Absicht, eine solche abzuschliessen. Ungeachtet 

dessen macht die Beklagte einen stillschweigenden übereinstimmenden tatsächli-

chen Parteiwillen hinsichtlich einer Subsidiärklausel geltend. Die Umstände, auf 

welche sie sich dabei stützt, sind nachfolgend näher zu prüfen. 

Nachdem die Klägerinnen bestritten hatten, dass es sich bei der Beklagten um ei-

ne Captive handelt, reichte die Beklagte zwei Beweismittel dazu ein. Dabei han-

delt es sich einerseits um einen Auszug aus der Internetseite der Beklagten, worin 

unter dem Titel "About us" die wichtigsten "Meilensteine" in der Geschichte der 

Beklagten aufgeführt sind. Insbesondere wird darin geschrieben, dass die 

D._____ 1996 als "Captive Insurance Company" gegründet wurde, um Versiche-

rungen für Gasturbinen und kombinierte Kraftwerke zur Verfügung zu stellen 

(act. 38/27). Andererseits reichte die Beklagte einen Handelsregisterauszug ein, 

worin die Entwicklung von der E._____ AG zur C._____ AG inklusive deren Sitz-

verlegung von … [Ort in Grossbritannien] nach … [Ort in der Schweiz] nachvoll-

zogen werden kann (act. 38/28). Entgegen der Meinung der Beklagten belegen 

beide Beweismittel nicht rechtsgenügend, dass es sich bei der D._____, welche 

die C._____-Police abgeschlossen hat, um eine Captive-Versicherung handelte. 

Welche Inhalte die Beklagte auf ihrer Internetseite publiziert, steht ihr völlig frei, 

weshalb die genannten "Meilensteine" nicht mehr als blosse Parteibehauptungen 

sind. Inwiefern aus dem eingereichten Handelsregisterauszug eine konzernmäs-

sige Verbindung hervorgehen sollte, legt die Beklagte nicht näher dar. Eine kon-

zernmässige Verbindung kann sich durch verschiedene tatsächliche Umstände 

ergeben. Woraus sie sich im vorliegenden Fall ergeben sollte, ist den beklagti-

schen Ausführungen nicht zu entnehmen. Der Handelsregisterauszug alleine gibt 

hierüber jedenfalls keinen Aufschluss. Der eingereichte Handelsregisterauszug 

beleuchtet sodann auch nicht den hier interessierenden Zeitpunkt des Abschlus-

ses der C._____-Police im Jahr 1999, sondern erst den Zeitraum ab 25. März 

2002 (act. 38/28). 

- 40 - 

Wenn es auch durchaus als möglich erscheint, dass die D._____ bei Abschluss 

der C._____-Police eine konzerneigene Captive-Versicherung der D1._____ AG 

war, so gelang es der Beklagten nicht, dies rechtsgenügend darzutun. Selbst 

wenn man davon ausgehen würde, dass es sich um eine Captive-Versicherung 

handelt, so kann weder daraus allein noch in Verbindung mit den anderen – noch 

zu behandelnden – Umständen geschlossen werden, dass die C._____-Police ei-

ne stillschweigende Subsidiärklausel enthält. Wie ausgeführt, gibt es verschiede-

ne Gründe, die zum Einsatz einer Captive-Versicherung führen können. Wie FUH-

RER hierzu festhielt, kann es dabei durchaus auch vorkommen, dass eine Captive-

Versicherung ein Risiko teilweise oder ganz allein trägt.  

Die Beklagte sieht im Umstand, dass sich E1._____ zunächst an die Klägerinnen 

gewandt habe, um Deckung zu erhalten, ein auf eine Subsidiärklausel hindeuten-

des nachträgliches Parteiverhalten. Mit E-Mail vom 8. Juni 2005 habe die Beklag-

te auch festgehalten, dass ihre Entschädigungspflicht nicht unabhängig sei von 

anderen Deckungen (act. 37 Rz. 113 ff., act. 4/35). Beides reicht jedoch nicht, um 

auf eine stillschweigende Subsidiärklausel zu schliessen. Dass sich E1._____ an 

die Klägerinnen gehalten hat, kann beliebige Gründe haben, impliziert aber keine 

Subsidiärklausel. Es wäre durchaus denkbar, dass dieses Vorgehen mit den Ver-

sicherungsbedingungen zusammenhing, z.B. der erheblich höheren Versiche-

rungssumme in den CAR-Policen. Auch aus der Feststellung, dass die Entschä-

digungspflicht der Beklagten nicht unabhängig von anderen Deckungen sei, muss 

nicht auf eine Subsidiärklausel geschlossen werden. Ebenso könnte eine solche 

Bemerkung auf die anteilsmässige Haftung bei Doppelversicherungen im Sinne 

von Art. 71 VVG anspielen (vgl. dazu Erw. 3.1.).  

Zur Interessenlage macht die Beklagte geltend, aus der konzernmässigen Ver-

bundenheit der Beklagten und der E1._____ müsse geschlossen werden, dass 

beabsichtigt gewesen sei, dass die C._____-Police lediglich Deckung für den Fall 

bieten sollte, in welchem "alle Stricke reissen". Anderes mache keinen Sinn 

(act. 37 Rz. 119). Abgesehen davon, dass auch hier festzuhalten ist, dass die 

konzernmässige Verbundenheit zwischen der Beklagten und der E1._____ von 

der Beklagten nicht rechtsgenüglich nachgewiesen wurde, kann der Abschluss 

- 41 - 

einer konzerneigenen Versicherung auch ohne Subsidiärklausel seine Gründe 

haben. Zu nennen sind etwa die steuerlichen Vorteile, die sich daraus für den 

Konzern ergeben (vgl. dazu z.B. LEHMANN/ARZETHAUSER, Bausteine einer steuer-

effektiven internationalen Konzernstruktur Teil 2, in: StR 58/2003, S. 729), die 

Möglichkeit auf den Rückversicherungsmarkt zuzugreifen und der Anreiz zur Risi-

koreduktion, da sowohl Versicherungsprämien als auch Schadenleistungen im 

Konzern verbleiben. 

Die von der Beklagten geltend gemachten Umstände und offerierten Beweismittel 

genügen nicht, um die stillschweigende Vereinbarung einer Subsidiärklausel 

nachzuweisen. Mangels einer entsprechenden tatsächlichen Vereinbarung ist ei-

ne normative Auslegung vorzunehmen. Bei der normativen Auslegung ist in erster 

Linie auf den klaren Wortlaut abzustellen. Die C._____-Police enthält keine Sub-

sidiärklausel und keinerlei Hinweise auf die Absicht, eine solche abzuschliessen. 

Aus dem Wortlaut lässt sich demnach keine Subsidiärklausel ableiten. Auch die 

Umstände des Vertragsschlusses und die Interessenlage drängen keinen ande-

ren Schluss auf. Angesichts dessen, dass es sich bei den Parteien der C._____-

Police um geschäftsgewandte Personen handelt und es sich bei der Subsidiär-

klausel um eine Klausel von grosser Tragweite handelt, die über die Leistungs-

pflicht der Versicherung entscheiden kann, erscheint es als sehr unwahrschein-

lich, dass die Parteien – wenn sie eine solche Klausel hätten vereinbaren wollen – 

dies nicht in der schriftlichen Police getan hätten. Bei dieser Sachlage muss ver-

nünftigerweise davon ausgegangen werden, dass keine Subsidiärklausel verein-

bart wurde; auch nicht stillschweigend. 

3.2.4. Fazit 

Zwischen der E1._____ und der Beklagten wurde weder explizit noch stillschwei-

gend eine Subsidiärklausel vereinbart. 

 

 

 

- 42 - 

3.3. "Excess Insurance"-Klausel in der A._____ CAR-Police 

3.3.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte macht geltend, der E1._____ sei es aufgrund nachfolgender Klausel 

in der A._____ CAR-Police nur gestattet gewesen, eine Exzedentenversicherung 

über der Limite der A.______ CAR-Police abzuschliessen: 

" 19. Excess Insurance 

 Permission is granted for the Insured to have excess insurance over the limit of liability set forth in 
this Policy without prejudice to this Policy and the existence of such insurance, if any, shall not re-

duce any liability under this Policy." (act. 4/15 S. 36) 

Die C._____-Police stelle eine solche Exzedentenversicherung dar. Da die Versi-

cherungssumme der A._____ CAR-Police nicht ausgeschöpft worden sei, treffe 

die Beklagte keine Leistungspflicht (act. 11 Rz. 105 ff.). 

Die Klägerinnen entgegnen dem, dass mit der "Excess Insurance"-Klausel der 

Versicherten der Abschluss weiterer Versicherungen zwar erlaubt werde, eine Be-

reicherung jedoch vermieden werden sollte. Wesentlich sei, dass die C._____-

Police keine Exzedentenversicherung sei (act. 32 Rz. 70 ff.).  

3.3.2. Würdigung 

Die Parteien verstehen unter einer Exzedentenversicherung eine zusätzlich zu ei-

ner anderen Versicherung abgeschlossene Versicherung, die nur in dem Umfang 

Deckung gewährt, als der Schaden die Versicherungssumme der anderen Versi-

cherung überschreitet. Die Parteien sind sich einig, dass die "Excess Insurance"-

Klausel der E1._____ gestattet, weitere Versicherungen für den die Versiche-

rungssumme der CAR-Policen übersteigenden Bereich abzuschliessen und dass 

eine allfällige derartige Versicherung die Haftung unter den CAR-Policen nicht 

beeinflusst. Dies ergibt sich auch aus dem klaren Wortlaut der Klausel. Hingegen 

ergibt sich aus dem Wortlaut nicht, dass es der E1._____ untersagt ist, weitere 

Versicherungen abzuschliessen, die keine Exzedentenversicherungen sind. Dies 

stünde auch im Widerspruch zur nachfolgenden Klausel mit dem Titel "Other Insu-

- 43 - 

rance", welche vorsieht, dass die Klägerinnen aus den CAR-Policen im Verhältnis 

zu jeglicher anderer vom Versicherten abgeschlossenen Versicherung prioritär 

leistungspflichtig sind ("[…] this Policy shall be primary to and take precedence over any other 
insurance arranged by or on behalf of the Insured"; act. 4/15 S. 36). Unabhängig davon ist 

nicht ersichtlich, wie sich die zwischen E1._____ und den Klägerinnen vereinbarte 

"Excess Insurance"-Klausel auf das Verhältnis zwischen der E1._____ und der 

Beklagten auswirken könnte, da die beiden Vertragsverhältnisse auseinanderzu-

halten sind. Die C._____-Police enthält keine Bestimmung, wonach sie nur in dem 

Umfang Deckung gewährt, als der Schaden die Versicherungssumme allfälliger 

anderer Versicherungen übersteigt. Dies wird auch nicht behauptet. Mithin han-

delt es sich bei der C._____-Police nicht um eine Exzedentenversicherung. Selbst 

wenn die "Excess Insurance"-Klausel in den CAR-Policen der E1._____ vor-

schreiben würde, dass sie weitere Versicherungen nur in der Form von Exzeden-

tenversicherungen abschliessen darf, so ändert dies nichts daran, dass die 

C._____-Police keine solche darstellt. In diesem Fall hätte sich die E1._____ zwar 

über die "Excess Insurance"-Klausel in den CAR-Policen hinweggesetzt; dies 

kann sich aber nicht auf die Leistungspflicht der Beklagten aus der C._____-

Police auswirken. 

3.3.3. Fazit 

Die "Excess Insurance"-Klausel in den CAR-Policen hat keinen Einfluss auf eine 

allfällige Leistungspflicht der Beklagten. 

3.4. Verletzung vertraglicher Mitwirkungspflichten 

3.4.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte macht als Eventualstandpunkt geltend, E1._____ habe ihre Mitwir-

kungspflichten verletzt, insbesondere indem sie trotz mehrmaligen Hinweisen sei-

tens der Beklagten dieser nie zeitnah von sich aus Informationen bekannt gege-

ben habe, ab Juni 2005 überhaupt keine Informationen mehr geliefert habe und 

der Beklagten ins