# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea1e4815-2b4e-5485-b54f-33b2c9a4fd24
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.12.2012 IV 2011/417
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-417_2012-12-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/417

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: FL - Familienzulagen in der Landwirtschaft

Publikationsdatum: 19.06.2020

Entscheiddatum: 13.12.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2012
Art. 17 IVG. Grundsätzlicher Anspruch auf eine Umschulung bejaht. 
Rückweisung zur Prüfung einer Austauschbefugnis (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Dezember 2012, IV 
2011/417).

Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2012

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, 

a.o.

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 13. Dezember 2012

in Sachen 

A.___,  

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend 

berufliche Massnahmen (Umschulung)

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Sachverhalt: 

A.      

A.a  Der 1975 geborene A.___ meldete sich am 14. Oktober 2010 zum Bezug von IV-

Leistungen (Massnahmen für die berufliche Eingliederung) an. Wegen einer 

Hüfterkrankung habe er Ende Juni 2010 den Beruf als Tänzer vollständig aufgeben 

müssen (act. G 4.1.4 und 5). Dr. med. B.___, hielt mit Arztzeugnis vom 14. September 

2010 als Diagnose eine Chondropathie Grad III Hüftkopf und Acetabulum sowie 

Limbuspathologie mit Degeneration und feinen Einrissen links bei mässiger 

Hüftdysplasie fest. Er bestätigte, dass die Arbeitsfähigkeit des Versicherten im alten 

Beruf als Tänzer noch bis Juni 2010 habe erhalten werden können. In Zukunft seien 

aber schwere körperliche Arbeiten für den Versicherten nicht mehr möglich (act. 

G 4.1/3). RAD-Arzt Dr. med. C.___ nahm am 28. Oktober 2010 dahingehend Stellung, 

dass bei den ärztlich beschriebenen Veränderungen am linken Hüftgelenk in der 

angestammten Tätigkeit als Tänzer eine dauerhafte (mindestens 20%ige) 

Arbeitsunfähigkeit bestehe, womit aus medizinischer Sicht die Voraussetzungen für 

berufliche Massnahmen gegeben seien (act. G 4.1/7). 

A.b  Anlässlich eines Assessmentgesprächs zwischen dem Versicherten und der 

Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle vom 24. Februar 2011 gab jener an, sich 

zum Bachelorstudiengang "Kommunikation: Journalismus/

Organisationskommunikation" an der D.___ angemeldet zu haben, weshalb er um 

Unterstützung durch die IV ersuche. Am 7. April 2011 teilte ihm die 

Eingliederungsverantwortliche mit, dass auf Grund des im bisher ausgeübten Beruf als 

Tänzer erzielten geringen Verdienstes kein Umschulungsanspruch bestehe (act. 

G 4.1/21, 22 und 23). 

A.c  Mit Vorbescheid vom 15. August 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, das Leistungsbegehren für eine Umschulung abzuweisen. Da die gelernte 

Tätigkeit im kaufmännischen Bereich optimal adaptiert sei und eine volle 

Arbeitsfähigkeit bestehe, sei ein dauerhafter Minderverdienst nicht gegeben. Eine 

Umschulung sei daher nicht angezeigt. Das Studium würde auf Grund des vormals 

erzielten Einkommens zu einer Besserqualifizierung führen. Weiter wies die IV-Stelle 

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darauf hin, dass der Anspruch auf Unterstützung bei der Stellensuche oder 

Wiedereingliederung in den kaufmännischen Bereich jedoch gegeben sei. Es stehe 

dem Versicherten offen, sich zur Arbeitsvermittlung zu melden (act. G 4.1/27). 

A.d  Mit Eingaben vom 29. August 2011 bzw. 4. Oktober 2011 liess der Versicherte 

durch Rechtsanwältin lic. iur. Y. Schweri, Zürich, gegen den Vorbescheid Einwand 

erheben. Die Rechtsvertreterin machte geltend, dass der Versicherte gerade nicht über 

eine Berufsausbildung im kaufmännischen Bereich verfüge. Er habe die 

Handelsmittelschule gemacht und im Jahr 1994 abgeschlossen. Ein Praxisjahr sei nicht 

erfolgt: Ebenso habe er nie irgendeine kaufmännische Tätigkeit ausgeübt. Das vor 

mittlerweile über 17 Jahren erworbene Diplom entspreche einer Berufsmaturität und 

ermögliche ihm den Zugang zu einer Fachhochschule; es handle sich aber keineswegs 

um eine kaufmännische Berufsausbildung, die den Versicherten ohne Weiteres zur 

Aufnahme einer entsprechenden Tätigkeit befähigen würde. Für eine kaufmännische 

Tätigkeit, die über blosse Hilfsarbeiten hinausgehe, müsste er deshalb erst die 

erforderlichen Qualifikationen erwerben. Auch das von der IV-Stelle angenommene 

Valideneinkommen entspreche nicht der Realität, da lediglich der im Jahr 2000 erzielte 

Verdienst am F.___ hochgerechnet worden sei. Da der Versicherte sich auf Grund einer 

Laufbahnberatung weniger hin zu einer kaufmännischen als vielmehr zu einer 

künstlerisch/kommunikativen Tätigkeit orientieren wolle, wäre eine Unterstützung durch 

die IV zumindest im Rahmen einer Austauschbefugnis zu prüfen (act. G 4.1/30, 32). 

A.e  Mit Verfügung vom 15. November 2011 hielt die IV-Stelle am Vorbescheid fest. In 

Bezug auf den Einwand blieb sie dabei, dass das erworbene Handelsdiplom einer 

kaufmännischen Ausbildung ohne Praxiserfahrung entspreche und verwertet werden 

könne, zumal die IV für eine entsprechende Eingliederung Unterstützung leisten würde. 

Eine Austauschbefugnis komme nur dann zum Tragen, wenn ein 

Umschulungsanspruch vorhanden sei, die Kosten der gewünschten Ausbildung jedoch 

den üblichen finanziellen und/oder zeitlichen Rahmen übersteigen würden. Da der 

Umschulungsanspruch nicht gegeben sei, könne darauf nicht weiter eingegangen 

werden (act. G 4.1/33).

B.      

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B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom 27. 

Dezember 2011 mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und Übernahme der Kosten der Umschulung. Der Beschwerdeführer führte 

aus, dass er nach einer professionellen Ausbildung zum Tänzer an der E.___ von 

August 1994 bis Juni 1996 eine Festanstellung im F.___ von August 1996 bis Juni 2001 

erhalten habe. Von September 2001 bis Juli 2010 habe er eine Anstellung als Tänzer an 

der G.___ innegehabt. Er habe diesen Beruf somit während 14 Jahren zu 100% und mit 

vollem Körpereinsatz ausgeübt, bis eine im November 2009 erstmals manifest 

gewordene Hüfterkrankung eine weitere Tätigkeit auf diesem Gebiet verunmöglicht 

habe. Im letzten September habe er dank seines Handelsmittelschuldiploms der H.___ 

sowie des bestandenen Eintritt-Assessments ein Bachelorstudium in Kommunikation, 

Vertiefung Journalismus/Organisationskommunikation, an der D.___ aufnehmen 

können. Weiter machte er geltend, dass er für eine Arbeit im kaufmännischen Bereich 

gewiss ähnlich viel Einarbeitung und Einschulung benötigen würde wie für das 

gegenwärtige Studium. Es könne keine Rede davon sein, dass seine gelernte Tätigkeit 

im kaufmännischen Bereich optimal adaptiert sei. Er verstehe daher nicht, weshalb 

man ihn nur im kaufmännischen Bereich unterstützen würde. Hinsichtlich des 

Arguments, die Ausbildung würde zu einer Besserqualifizierung führen, könne aus der 

Tatsache, dass Tänzer generell trotz ihrer körperlich und geistig überaus 

anspruchsvollen und intensiven Arbeit einen relativ geringen Lohn erhielten, nicht 

abgeleitet werden, dass sie auch später keinen besser bezahlten Beruf ausüben 

könnten. Ausserdem könne auch nicht davon ausgegangen werden, dass ein 

Medienschaffender mit Sicherheit besser verdiene als ein kaufmännisch Tätiger, eher 

treffe das Gegenteil zu (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 2. März 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung hielt sie fest, dass die Umschulung die 

wegen Eintritt der Invalidität ganz oder teilweise verloren gegangene Erwerbsfähigkeit 

so weit als möglich wieder herstellen sollte. Hierzu sei in der Regel ein dem bisherigen 

gleichwertiger Beruf geeignet, sofern er den Fähigkeiten des Versicherten entspreche. 

Dem Beschwerdeführer wäre es vorliegend möglich, eine Tätigkeit als kaufmännischer 

Angestellter aufzunehmen. Die nötige Einstiegshilfe würde von Seiten der IV 

angeboten. Schliesslich unterlasse es der Beschwerdeführer, den Betrag des 

Valideneinkommens genau zu beziffern. Auf Grund der Ausführungen im Einwand 

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könne jedoch davon ausgegangen werden, dass dieses Einkommen seiner Meinung 

nach rund Fr. 60'000.-- ausmachen müsse. Der Umschulungsanspruch setze eine 

invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von rund 20% voraus. Gemäss der Ermittlung 

durch die IV-Stelle würde das Einkommen als kaufmännischer Angestellter 

Fr. 63'872.-- betragen. Somit hätte der Beschwerdeführer über Fr. 76'000.-- in der 

bisherigen Tätigkeit verdienen müssen, um überhaupt einen Anspruch auf Umschulung 

zu erhalten, was er jedoch nicht getan habe und auch für die Zukunft nicht habe 

glaubhaft machen können (act. G 4).

B.c  Mit Replik vom 21. April 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinem Antrag fest 

(act.

G 6).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 8). 

Erwägungen: 

1.       

Gegenstand der angefochtenen Verfügung und damit zu prüfen ist der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Umschulung. Die IV-Stelle wies nicht nur einen Anspruch 

auf Übernahme der Kosten des Bachelorstudiums ab, sondern verneinte auch eine 

teilweise Unterstützung im Rahmen einer Austauschbefugnis mit der Begründung, dass 

der Umschulungsanspruch grundsätzlich nicht gegeben sei. 

2.     

2.1   Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder 

herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 

Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die 

Eingliederungsmassnahmen bestehen u.a. in Massnahmen beruflicher Art: 

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Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung 

sowie Kapitalhilfe (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). 

2.2   Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine 

neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und 

dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert 

werden kann. Gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung 

(IVV; SR 831.201) gelten als Umschulung unter anderem Ausbildungsmassnahmen, die 

Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach 

Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer 

Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen. Nach der 

Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der 

Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und 

geeignet sind, dem vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen 

Versicherten eine seiner früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu 

vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in 

erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter 

Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein 

Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen 

Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen 

Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich soweit sicherstellen, als 

diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 110 E. 2a mit 

Hinweisen). Das Erfordernis der Gleichwertigkeit begrenzt den Umschulungsanspruch 

"nach oben" (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. 

Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 2. Februar 1998, 

I 448/96). Denn es ist nicht Aufgabe der IV, einen behinderten Versicherten in eine 

bessere beruflich-erwerbliche Stellung zu führen, als er sie vorher innehatte. Hingegen 

steht der Gesichtspunkt der Beschränkung auf das vor dem Invaliditätseintritt 

beruflich-erwerblich Erreichte denjenigen Umschulungen nicht entgegen, die den 

Versicherten zu einem bescheideneren beruflichen Ziel führen, was in vielen Fällen - 

invaliditätsbedingt - zutreffen dürfte. Erforderlich ist einzig, dass sich der erwartete 

Teilerfolg noch als genügend eingliederungswirksam bezeichnen lässt. 

Ausnahmsweise, sofern nämlich Art und Schwere des Gesundheitsschadens und ihre 

beruflichen Auswirkungen derart schwer wiegen, dass nur eine verglichen mit der vor 

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dem Invaliditätseintritt ausgeübten Erwerbstätigkeit anspruchsvollere Ausbildung zu 

einer optimalen Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf einer höheren Berufsstufe führt, 

geht in diesem Sonderfall die Umschulung zu Lasten der IV. Für die Beurteilung der 

annähernden Gleichwertigkeit ist nicht auf die Erwerbsmöglichkeiten im bisherigen 

Beruf abzustellen, die der Versicherte ohne Gesundheitsschaden durch berufliche 

Weiterentwicklung allenfalls (hypothetisch) erreicht hätte; entscheidend sind vielmehr 

die erwerblichen Verhältnisse im Zeitpunkt des Invaliditätseintritts. Andererseits ist bei 

der Beurteilung der annähernd gleichwertigen Erwerbsmöglichkeit nicht nur der 

Gesichtspunkt der aktuellen Verdienstmöglichkeit, sondern der für die künftige 

Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der 

angestrebten Ausbildung mit zu berücksichtigen (ulrich meyer, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2. Aufl. Zürich 2010, S. 195f. mit 

Hinweisen). 

3.       

3.1   Dr. B.___ hielt im Arztzeugnis vom 14. September 2010 fest, dass die 

Arbeitsfähigkeit im Beruf als Tänzer auf Grund der Hüftproblematik mittels 

Cortisoninfiltration noch knapp bis zum Schluss der damaligen Anstellung habe 

erhalten werden können. Im Verlauf hätten sich aber immer mehr Probleme seitens der 

linken Hüfte gezeigt. In Zukunft seien schwere körperliche Tätigkeiten nicht mehr 

durchführbar, da sie zu einer Beschleunigung der Arthroseentwicklung der linken Hüfte 

führen würden (act. G 4.1/3). Demnach ist der Beschwerdeführer auf eine Tätigkeit 

angewiesen, die seinem Hüftproblem angepasst ist und daher nur körperlich leichte bis 

höchstens mittelschwere Arbeiten umfasst. Diese Voraussetzung sollte in der Regel bei 

Tätigkeiten sowohl im kaufmännischen Bereich als auch im Bereich Journalismus/

Organisationskommunikation gegeben sein.

3.2   Was das Erfordernis der Gleichwertigkeit einer neuen Tätigkeit anbelangt, so übte 

der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben nach Abschluss der 

Handelsmittelschule im Jahr 1994 weder ein darauf aufbauendes Praktikum aus noch 

arbeitete er überhaupt je als kaufmännischer Angestellter. Vielmehr habe er direkt im 

Anschluss eine Ausbildung zum klassischen Tänzer an der E.___ aufgenommen, nach 

deren Beendigung er im August 1996 eine Festanstellung im Ensemble des F.___ 

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bekommen habe. Nach knapp fünfjähriger Tätigkeit habe er ab September 2001 als 

Tänzer an die G.___ gewechselt, wo er bis zur Hüfterkrankung im Sommer 2010 tätig 

gewesen sei (act. G 1). Damit muss der Beschwerdeführer hinsichtlich seines Berufs 

als qualifizierter Tänzer und nicht als Kaufmann betrachtet werden, da er bei Eintritt des 

Gesundheitsschadens seit 16 Jahren in diesem tätig gewesen war und sich hierin 

offensichtlich die erforderlichen Profikenntnisse erworben hatte. Mithin ist auch für die 

Bestimmung des im Gesundheitsfall mutmasslich erzielten Verdienstes auf diesen 

Beruf abzustellen. Die IV-Stelle rechnete das vom Beschwerdeführer als Tänzer beim 

F.___ vor seinem Wegzug nach H.___ erzielte Einkommen 2000 auf und ermittelte für 

das Jahr 2008 einen Betrag von Fr. 51'500. Demgegenüber setzte die 

Arbeitslosenkasse für die am 16. August 2010 beginnende Rahmenfrist einen 

versicherten Verdienst von Fr. 4'767.--, umgerechnet Fr. 57'204.-- pro Jahr, fest (act. G 

4.1/13), wobei sie sich auf den gemäss Auskunft des F.___ maximalen Lohn für einen 

Tänzer mit der Ausbildung des Beschwerdeführers abstützte (act. G 4.1/16). Im 

Einwand liess der Beschwerdeführer geltend machen, es könne nicht allein auf den 

Lohn im Rahmen der Anstellung bei einem Tanztheater abgestellt werden. Mit 

zunehmender Erfahrung (und wohl auch mit zunehmendem Alter) wäre er daneben im 

Ausbildungsbereich tätig gewesen oder hätte Choreographien gemacht, was zu 

weiterem Einkommen geführt hätte (act. G 4.1/32). Zum Valideneinkommen sind somit 

weitere Erhebungen durchzuführen. Allenfalls ist zu prüfen, ob ein Tabellenlohn der 

LSE beigezogen werden kann, wobei zu beachten ist, dass der Beschwerdeführer mit 

seinen beruflichen Kenntnissen und Erfahrungen mindestens im Anforderungsniveau 3 

(z.B. T1 Nr. 92 [Unterhaltung, Kultur, Sport) einzustufen wäre.

3.3   Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass der Beschwerdeführer auf Grund 

seines 1994 erzielten Handelsmittelschulabschlusses eine zumutbare adaptierte 

Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter ausüben könnte. Wie der Beschwerdeführer 

zu Recht einwendet, kann nicht angenommen werden, dass der Wechsel in eine 

kaufmännische Tätigkeit ohne vorgängige schulische/berufliche Massnahmen erfolgen 

könnte, nachdem der Diplomabschluss von 1994 zeitlich lange zurückliegt und ohne 

jegliche berufliche Praxiserfahrung nicht direkt auf dem Arbeitsmarkt als ausreichende 

Qualifikation eingesetzt werden kann, mindestens nicht in einer - im IV-rechtlichen Sinn 

- gleichwertigen Tätigkeit zum Tänzer-Beruf. Daran vermag auch die von der 

Beschwerdegegnerin angebotene Arbeitsvermittlung nichts zu ändern. Folglich ist ein 

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Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Umschulung grundsätzlich zu bejahen. Die 

IV-Stelle wird prüfen müssen, mit welchen Eingliederungsmassnahmen der 

Beschwerdeführer im kaufmännischen Bereich eingesetzt werden könnte und welche 

Verdienstmöglichkeiten sich ihm dabei eröffnen würden. Dabei müssten die 

Eingliederungsmassnahmen auf eine Tätigkeit ausgerichtet sein, welche das Kriterium 

der Gleichwertigkeit bezogen auf die frühere Tänzer-Tätigkeit erfüllt; ebenfalls hätten 

die Eingliederungsmassnahmen hinsichtlich Kosten- und Zeitaufwand verhältnismässig 

zu sein. Nun hat der Beschwerdeführer das Bachelor-Studium der Kommunikation mit 

Vertiefungsfach Journalismus und Organisationskommunikation an der D.___ 

begonnen mit der Absicht, sich zu einer kommunikativen/journalistischen Tätigkeit 

umzuorientieren. Er ersucht um finanzielle Unterstützung dieser Ausbildung seitens der 

IV. Es stellt sich daher die Frage, ob und inwieweit diese Ausbildung - verglichen mit 

einer tauglichen Eingliederungsmassnahme im kaufmännischen Bereich - als 

zweckmässige und verhältnismässige Massnahme zur Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit anerkannt und finanziell unterstützt werden kann.

3.4   Wählt eine versicherte Person ohne invaliditätsbedingte Notwendigkeit eine 

Ausbildung, die den Rahmen der Gleichwertigkeit sprengt, kann die IV daran Beiträge 

gewähren im Ausmass des Leistungsanspruchs auf eine gleichwertige 

Umschulungsmassnahme (sog. Austauschbefugnis, AHI 2002 105ff.). Die 

Austauschbefugnis kommt jedoch insbesondere nur zum Tragen, wenn zwei 

unterschiedliche, aber von der Funktion her austauschbare Leistungen in Frage stehen. 

Vorausgesetzt wird also ein substitutionsfähiger gesetzlicher Leistungsanspruch (vgl. 

BGE 120 V 280 E. 4). Über das Ausmass des Leistungsanspruchs hinausgehende 

Beiträge fallen ausser Betracht.

3.5   Die IV-Stelle verneinte eine Austauschbefugnis mit der Begründung, dass kein 

Anspruch auf Umschulung im Sinn der IV-rechtlichen Eingliederungsmassnahmen 

bestehe. Nachdem ein Anspruch auf Umschulung, wie dargelegt wurde, jedoch zu 

bejahen ist, wird die IV-Stelle zu prüfen haben, ob die vom Beschwerdeführer gewählte 

Ausbildung als verhältnismässige, zu einer gleichwertigen Tätigkeit hinführende 

Eingliederungsmassnahme zu qualifizieren ist. Übersteigt jedoch der gewählte 

Lehrgang den Rahmen der Gleichwertigkeit oder Verhältnismässigkeit, so wird die IV-

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Stelle den Anspruch auf eine Austauschbefugnis zu prüfen und gegebenenfalls die an 

die Ausbildung zu leistenden Beiträge festzusetzen  haben. 

3.6   Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Sachverhalt keine abschliessende 

Beurteilung der Streitsache zulässt. Die Beschwerdegegnerin wird daher im Sinn der 

Erwägungen weitere Abklärungen zum Umschulungsanspruch tätigen und eine 

allfällige Austauschbefugnis prüfen sowie über das Leistungsgesuch des 

Beschwerdeführers neu befinden müssen.

4.     

4.1   Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 15. November 2011 teilweise gutzuheissen und die 

Sache zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung im Sinn der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 15. November 

2011 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung im 

Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

bis

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