# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ab82fd8-d338-5b92-b6e0-873d436421d2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-07-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.07.2015 C-1499/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1499-2015_2015-07-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-1499/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  J u l i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richterin Marianne Teuscher,  

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,    

Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. 
 

 
 

Parteien 
 1. A.X._______,  

2. B.X._______,  

Beschwerdeführende,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken. 

 

 

 

C-1499/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 13. Oktober 2014 beantragte der aus Marokko stammende Z._______ 

(geb. 1971, im Folgenden: Gesuchsteller/Eingeladener) bei der Schweize-

rischen Botschaft in Rabat ein Schengen-Visum für die Dauer vom 15. Ok-

tober 2014 bis 5. November 2014 (Akten des SEM [nachfolgend: SEM act.] 

20-22). Als Zweck der beabsichtigten Reise gab er an, das im Kanton Zü-

rich wohnhafte Ehepaar X._______ (nachfolgend: Gastgeber bzw. Be-

schwerdeführende) besuchen zu wollen. Diese hatten am 26. September 

2014 ein Einladungsschreiben an die Schweizer Botschaft gerichtet (SEM 

act. 17). 

B.  

Mit Formularentscheid vom 13. Oktober 2014 lehnte es die Schweizer Ver-

tretung in Rabat ab, das gewünschte Visum auszustellen (SEM act. 18-19). 

Sie führte aus, die vorgelegten Informationen über den Zweck und die Be-

dingungen des beabsichtigten Aufenthalts des Gesuchstellers erschienen 

nicht glaubhaft. Zudem fehle die Gewähr für eine fristgerechte Wiederaus-

reise des Eingeladenen aus dem Schengen-Raum nach Ablauf des Vi-

sums. 

C.  

Gegen diesen Entscheid erhoben die Beschwerdeführenden am 15. Okto-

ber 2014 bei der Vorinstanz Einsprache (SEM act. 5). 

D.  

Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich ergänzende Auskünfte 

eingeholt und an das SEM weitergeleitet hatte, wies dieses die Einsprache 

mit Verfügung vom 25. Februar 2015 ab. Dabei machte es geltend, die an-

standslose und fristgerechte Wiederausreise des Gesuchstellers nach ei-

nem Besuchsaufenthalt könne nicht als hinreichend gesichert betrachtet 

werden. Dieser lebe in einer Region, aus welcher als Folge der insbeson-

dere in wirtschaftlicher Hinsicht herrschenden Verhältnisse ein anhaltend 

starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. Wie die Erfahrung gezeigt 

habe, versuchten viele Personen, sich insbesondere auch im westlichen 

Ausland eine vermeintlich bessere Zukunft aufzubauen. Bestehe dort zu-

dem bereits ein gewisses Beziehungsnetz, müsse das Risiko einer nicht 

fristgerechten und anstandslosen Rückkehr als grundsätzlich hoch einge-

stuft werden. Beim Gesuchsteller handle es sich zudem um einen verhei-

rateten und kinderlosen Mann. Er habe ein Taxi-Unternehmen und sein 

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Einkommen sei daher schwankend. Vor dem allgemeinen und persönli-

chen Hintergrund des Gesuchstellers bestünden keine hinreichenden 

Gründe für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise nach ei-

nem Besuchsaufenthalt.  

E.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 4. März 2015 beantragen die Beschwerde-

führenden beim Bundesverwaltungsgericht sinngemäss die Aufhebung der 

vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung eines Besuchervisums. Sie 

machen im Wesentlichen geltend, sie würden ihren Gast seit Oktober 1998 

als sehr zuverlässigen und freundlichen Taxiunternehmer kennen. Er habe 

inzwischen die Verwaltung ihrer Eigentumswohnung in Rabat übernom-

men. Er sei verheiratet und habe 3 Kinder im Alter von 10 und Zwillinge 

von 5 Jahren.  

F.  

In ihrer Vernehmlassung vom 13. April 2015 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde. Ergänzend führt sie aus, aus den ihr vorlie-

genden Unterlagen gehe nicht hervor, dass der Gesuchsteller drei minder-

jährige Kinder habe. Dennoch rechtfertige dies eine Änderung ihres Ent-

scheids nicht. Die Erfahrung zeige nämlich, dass die Existenz eigener Kin-

der die Gesuchsteller häufig nicht daran hindere, den Entschluss zur Emig-

ration zu fassen.  

G.  

In ihrer Replik vom 22. April 2015 halten die Beschwerdeführenden an ih-

ren Anträgen fest.  

H.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

 

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht – unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen – Beschwerden ge-

gen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer in Art. 33 VGG auf-

geführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des 

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Seite 4 

SEM, mit denen die Erteilung eines Schengen-Visums zu Besuchs-zwe-

cken verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet 

sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG 

(Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführenden sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-

schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 

49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfah-

ren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 

VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-

punkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eines marokkanischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen 22-tägigen Aufent-

halt in der Schweiz zugrunde. Da sich der Gesuchsteller nicht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beab-

sichtigte Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt die vorlie-

gende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbe-

reich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den 

Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen 

Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und 

seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als 

die Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmun-

gen enthalten (Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 

 

 

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Seite 5 

4.   

 

4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht verpflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu 

gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich 

dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 

über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; 

BGE 135 II 1 E. 1.1). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatlichen 

Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Einreise 

und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. 

das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Ei-

nen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt jedoch auch das Schen-

gen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 

des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, de-

ren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz ei-

nes Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsan-

gehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum 

benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gültigen Aufenthaltsti-

tels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfristigen Aufenthalt ver-

fügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. 

Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] 

i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen 

Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen 

[nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105/1 vom 

13.04.2006], Art. 4 VEV). 

4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um-

stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei-

chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 

VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a-c der 

Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Ra-

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tes vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nachfol-

gend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu 

belegen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien 

Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte 

Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako-

dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI/MEYER, in: Stämpflis Hand-

kommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, 

2010, Art. 5 N. 33). Des Weiteren dürfen Drittstaatsangehörige nicht im 

Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge-

schrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere 

Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehun-

gen eines Mitgliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 

Bst. d und e SGK). 

4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. 

e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige Person 

nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wie-

der zu verlassen (vgl. dazu EGLI/MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; ferner Urteil 

des deutschen Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 

Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drittstaatsangehörige 

Personen zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswidrigen Einwanderung 

oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d 

und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesicherten Wiederaus-

reise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorübergehender 

Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang (vgl. 

BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusammenhangs zum Einrei-

seerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c 

SGK). 

4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom-

men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen-Raum geltendes 

"einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 

VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Grün-

den, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler 

Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der drittstaatsangehö-

rigen Person, welche die ordentlichen Einreisevoraussetzungen nicht er-

füllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit" zu 

erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für 

das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 

Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Voraussetzungen kann einer 

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drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestat-

tet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 

5.   

 

5.1 Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung des beantragten SchengenVi-

sums mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederaus-

reise des Gesuchstellers nach einem Besuchsaufenthalt in der Schweiz 

erscheine nicht als hinreichend gesichert. 

5.2 Wie oben erwähnt, unterliegt der Gesuchsteller als marokkanischer 

Staatsangehöriger der Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung [EG] 

Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001). Bei der Prüfung der Einrei-

sevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK stehen die Fragen nach dem 

Zweck des geplanten Aufenthalts und nach der gesicherten Wiederaus-

reise im Vordergrund. Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten 

Feststellungen, sondern nur Prognosen treffen. Dabei sind sämtliche Um-

stände des Einzelfalles zu würdigen.  

5.3 Marokko ist grundsätzlich wirtschaftlich stabil, der langjährige Auf-

schwung hält an. Dennoch sind noch immer weite Bevölkerungsschichten 

von verhältnismässig schwierigen Verhältnissen betroffen. Ein zentrales 

Hindernis ist dabei das geringe Bildungsniveau: Offiziell gelten mehr als 40 

Prozent der über 15-Jährigen als Analphabeten. Besonders Frauen und 

Mädchen in ländlichen Gebieten haben keinen ausreichenden Zugang zu 

Bildung. Das Königreich hat mit weiteren sozialen Problemen zu kämpfen, 

die durch Verstädterung und Industrialisierung entstehen. Die Kluft zwi-

schen Arm und Reich ist groß. Die Arbeitslosigkeit lag 2013 bei 9.2 %. Auf-

grund dieser Umstände begeben sich viele Menschen auf der Suche nach 

besseren ökonomischen und/oder sozialen Bedingungen in die städtischen 

Zentren (z.B. Rabat, Casablanca oder Marrakesch) – wodurch sich dort die 

Probleme verschärfen – oder gar in Richtung Europa. Der Umstand, dass 

viele Menschen aus Marokko emigrieren, wirkt sich auch auf die Schweizer 

Asylstatistik aus, in der Marokko seit geraumer Zeit zu den Hauptherkunfts-

ländern gehört (Quellen: Staatssekretariat für Migration, www.bfm.ad-

min.ch > Publikationen & Service > Asylstatistik > Jahresstatistiken > Kom-

mentierte Asylstatistik 2014 > Asylgesuche nach Nationen, S 11; Deut-

sches Auswärtiges Amt, www.auswaertiges-amt.de > Reise & Sicherheit > 

Reise- und Sicherheitshinweise: Länder A-Z > Marokko > Wirtschaft bzw. 

Innenpolitik, Stand: Juli 2015; Deutsches Bundesministerium für wirtschaft-

liche Zusammenarbeit und Entwicklung, www.bmz.de > Was wir machen > 

http://www.bfm.admin.ch/
http://www.bfm.admin.ch/
http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.bmz.de/

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Länder > Naher Osten und Nordafrika > Marokko > Informationen zum 

Land > Wirtschaft, Stand Juli 2015, alle Websites besucht im Juli 2015). 

Auch die Schweiz gilt als Zielland vieler Auswanderer im erwerbsfähigen 

Alter, welche sich hier unter besseren Lebensbedingungen eine (neue) 

Existenz aufbauen möchten. Diese Tendenz zur Immigration wird erfah-

rungsgemäss dort noch begünstigt, wo durch die Anwesenheit von Ver-

wandten oder Bekannten bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz 

im Ausland besteht. Angesichts der restriktiven Zulassungsregelung wer-

den dabei nicht selten ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen, in-

dem – einmal eingereist – versucht wird, den Aufenthalt auf eine ganz an-

dere rechtliche oder faktische Basis zu stellen und sich so der Pflicht zur 

Wiederausreise zu entziehen. Solche Umstände und Erfahrungen sind 

beim Entscheid über die Erteilung eines Visums mit zu berücksichtigen. 

5.4 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Um-

stände und Erfahrungen, sondern auch, wie erwähnt, sämtliche Gesichts-

punkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Ge-

suchsteller oder einer Gesuchstellerin im Heimatstaat beispielsweise eine 

besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann 

dies die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen (vgl. 

Urteil des BVGer C-2785/2012 vom 17. Juli 2013 E. 6.4). So besteht denn 

auch für marokkanische Staatsangehörige durchaus die Möglichkeit, eine 

Einreisebewilligung zu erhalten, sofern die persönlichen Verhältnisse auf 

eine fristgerechte Rückkehr ins Heimatland schliessen lassen. Anderer-

seits muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflich-

tungen haben, aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risiko für ein 

ausländerrechtlich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Ein-

reise zu einem Besuchsaufenthalt) als hoch eingeschätzt werden. 

6.   

  

6.1  Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 44-jährigen verheirate-

ten Mann. Gemäss den Aussagen der Beschwerdeführenden ist ihr Gast 

Vater eines Knaben im Alter von 10 und Zwillingen im Alter von 5 Jahren 

(vgl. Beschwerde vom 4. März 2015). Grundsätzlich ist der Vorinstanz in-

sofern zuzustimmen, als dass zurückgelassene Familienmitglieder für sich 

allein noch keine Garantie für eine anstandslose und fristgerechte Wieder-

ausreise nach einem Besuchsaufenthalt darstellen (vgl. Vernehmlassung 

vom 13. April 2015). Nicht unbeachtlich kann vorliegend hingegen sein, 

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dass der Gesuchsteller von Anfang an einen Besuchsaufenthalt von ledig-

lich 22 Tagen in der Schweiz plante (vgl. SEM act. 20), was zumindest ein 

Hinweis darauf ist, dass seine Abwesenheit von zu Hause nur für eine 

kurze, eng begrenzte Zeit möglich ist. Entgegen den Ausführungen der Vo-

rinstanz kann somit durchaus auf familiäre Verpflichtungen des Gesuch-

stellers in seinem Heimatland geschlossen werden.  

 

6.2 Weiter gilt es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Gesuchstellers in 

Marokko zu prüfen. Die Beschwerdeführenden machen im Fragebogen 

des Migrationsamtes des Kantons Zürich vom 10. Februar 2015 diesbe-

züglich geltend, ihr Gast habe ein Taxi-Unternehmen in Rabat (SEM  

act. 47). Zwar anerkennt die Vorinstanz diesen Umstand, wendet aber ein, 

das Einkommen des Gesuchstellers sei schwankend, weshalb keine ge-

nauen Schlüsse gezogen werden können, in welchen wirtschaftlichen Ver-

hältnisse er lebe (vgl. Verfügung vom 25. Februar 2015). Mit diesen Vor-

bringen übersieht das SEM hingegen, dass der Gesuchsteller nebst seiner 

Tätigkeit als Taxichauffeur auch als Verwalter der Eigentumswohnung der 

Beschwerdeführenden eingesetzt wird. So führen die Gastgeber  aus, ihr 

Gast verwalte ihre Eigentumswohnung in Rabat; er habe einen Mieter ge-

sucht und gefunden. Er zahle die Miete regelmässig auf ihr Konto ein, be-

zahle den Hausabwart, die Stromrechnung und er kenne die Fachleute, 

welche die entsprechenden Reparaturen nach Rücksprache mit ihnen 

dann ausführen würden. Der Gesuchsteller habe zudem ein eigenes Bank-

konto, auf welches der Beschwerdeführer die Aufwendungen seines Gas-

tes per E-Banking überweisen könne. Dieser sei sehr wichtig für die Gast-

geber (vgl. Beschwerde vom 4. März 2015 sowie Replik vom 22. April 

2015). Dass der Gesuchsteller in soliden finanziellen Verhältnissen lebt, 

ergibt sich auch aus seinen den Vorakten beiliegenden Kontoauszügen der 

Bank Populaire vom Juli bis August 2014 (SEM act. 11 – 14), welche je-

weils Kontostände zwischen ca. Fr. 6'000.- und Fr. 7'300.- aufweisen. Zum 

Vergleich lag das jährliche Bruttoeinkommen in Marokko im Jahr 2011 bei 

$ 2'970.- (Quelle: Durchschnittseinkommen > http://durchschnittseinkom-

men.net > Durchschnittseinkommen > Liste der Durchschnittseinkommen 

aller Länder der Welt > Marokko, besucht im Juli 2015).  

6.3 Insgesamt betrachtet verfügt der Gesuchsteller somit durchaus über 

eine massgebliche familiäre wie auch wirtschaftliche Verankerung in sei-

nem Heimatland. Nachvollziehbar erscheint dabei auch der Wunsch der 

Beschwerdeführenden, ihrem Gast mit der Einladung in die Schweiz ihren 

Dank auszudrücken. Immerhin kennen sich Gastgeber und Gast bereits 

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Seite 10 

seit dem Jahr 1998, wobei sich in den letzten Jahren nicht nur ein geschäft-

liches, sondern auch ein fast freundschaftliches Verhältnis entwickelt habe 

(vgl. Beschwerde vom 4. März 2015).  

6.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass dem Gesuchsteller die 

Erteilung eines Visums nicht mit der Begründung verweigert werden kann, 

die Wiederausreise erscheine nicht gesichert. Indem die Vorinstanz den 

rechtserheblichen Sachverhalt wesentlich anders beurteilt hat, hat sie Bun-

desrecht verletzt (vgl. Art. 49 Bst. a VwVG). Die Beschwerde ist demnach 

gutzuheissen und die Sache zur neuerlichen Beurteilung an die  

Vorinstanz zurückzuweisen. Dieser bleibt zu prüfen, ob die übrigen Einrei-

sevoraussetzungen (noch) erfüllt sind oder allenfalls gemäss Art. 2 Abs.4 

VEV aus humanitären Gründen ein Visum mit räumlich beschränkter Gül-

tigkeit in Frage kommt. 

7.   

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art.63 Abs. 1 und 2 VwVG) und der geleistete Kostenvorschuss ist zu-

rückzuerstatten. 

7.2 Die Beschwerdeführenden haben Art. 64 Abs. 1 VwVG Anrecht auf ei-

ne Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten 

(vgl. auch Art. 7 ff. des Reglements vom 21.Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Von einer solchen kann abgesehen werden, wenn die Kos-ten 

verhältnismässig gering sind (Art. 7 Abs. 4 VGKE). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

 

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung vom  

25. Februar 2015 wird aufgehoben und die Sache zur Abklärung und neu-

erlichen Beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und der bereits geleistete Kos-

tenvorschuss von Fr. 800.- wird den Beschwerdeführenden zurückerstat-

tet.  

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführenden (Einschreiben; Beilage: Formular 

Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour)   

– das Migrationsamt des Kantons Zürich  

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer 

 

 

 

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