# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88d825a4-1660-50fb-8c89-b277eaa01594
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 29.08.2017 S 2017 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2017-29_2017-08-29.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 29

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 29. August 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____ SA,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Orlando Rabaglio,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend AHV-Beiträge

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1. Anlässlich einer am 21. September 2016 bei der A._____ SA 

durchgeführten Arbeitgeberkontrolle wurden von der Revisionsstelle der 

Ausgleichskassen im Zeitraum vom 1. November 2011 bis 31. Dezember 

2015 an B._____ ausgerichtete, nicht abgerechnete Lohnsummen in der 

Höhe von gesamthaft Fr. 180'714.-- deklariert. Dabei wurden von der 

Revisionsstelle durch die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden im 

Rahmen eines Nach- und Strafsteuerverfahrens aufgerechnete geldwerte 

Leistungen als Lohn qualifiziert. Mit Nachzahlungsverfügungen vom 6. 

bzw. 13. Oktober 2016 verpflichtete sie die AHV-Ausgleichskasse des 

Kantons Graubünden (Ausgleichskasse) die A._____ SA zur 

Nachzahlung paritätischer Beiträge für die Jahre 2011 bis 2015 auf 

diesen auf Bruttolöhnen aufgerechneten Zahlungen. Die dagegen 

erhobene Einsprache vom 3. November 2016 mit dem Antrag auf 

Stornierung der Nachzahlungsverfügungen wies die Ausgleichskasse mit 

Entscheid vom 23. Dezember 2016 ab. 

2. Dagegen erhob die A._____ SA (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 

1. Februar 2017 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit folgenden Anträgen:

"In teilweiser Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids seien die durch 
die Beschwerdeführerin getragenen Mietkosten in der Höhe von CHF 31'000.-- 
(2011), CHF 32'500.-- (2012), CHF 20'400.-- (2013 und 2014) bzw. CHF 8'500.-- 
(2015) nicht als massgebender Lohn zu qualifizieren und aus der 
Bemessungsgrundlage zu entfernen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin[.]"

Begründend führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, bei den 

irrtümlich zulasten der Geschäftsbuchhaltung bezahlten Mietzinsen 

handle es sich nicht um Vergütungen, die ihren Grund im 

Arbeitsverhältnis von B._____ hätten. Vielmehr habe die Leistung ihre 

ausschliessliche Begründung im Gesellschaftsverhältnis und gelte daher 

nicht als massgebender Lohn. 

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3. Die AHV-Ausgleichskasse des Kantons Graubünden (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin) beantragte am 27. Februar 2017 unter Verweis auf 

die Begründung im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung 

der Beschwerde.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtschriften, auf 

den angefochtenen Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2016 sowie 

auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) entscheidet − in 

Abweichung von Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) − das 

Versicherungsgericht am Ort der Ausgleichskasse über Beschwerden 

gegen Verfügungen und Einspracheentscheide kantonaler 

Ausgleichskassen. Der Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2016, 

mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen 

Beschwerdeführerin abgewiesen und gleichzeitig ihre 

Nachzahlungsverfügungen vom 6. sowie vom 13. Oktober 2016 bestätigt 

hat, stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor 

dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche 

Zuständigkeit des angerufenen Gerichtes zur Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100), wonach das Verwaltungsgericht als kantonales 

Versicherungsgericht Beschwerden gegen Einspracheentscheide und 

Verfügungen in Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss 

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Bundesrecht der Beschwerde unterliegen. Als formelle und materielle 

Adressatin des angefochtenen Einspracheentscheids ist die 

Beschwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen form- und 

fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

b) Nachdem die Beschwerdeführerin den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2016 hinsichtlich der 

Repräsentationsspesen, des Privatanteils für das Geschäftsauto sowie 

hinsichtlich Kontokorrentzinsen akzeptiert hat, ist im vorliegenden 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren einzig noch streitig und zu 

prüfen, ob die Aufrechnung der Mietkosten für die 4.5-Zimmerwohnung 

des Alleinaktionärs B._____ zu Recht erfolgt ist bzw. ob die 

Beschwerdegegnerin diese zu Recht als massgebenden Lohnbestandteil 

qualifiziert hat. Dabei ist insbesondere die Frage zu beantworten, ob die 

zulasten der Geschäftsbuchhaltung bezahlten Mietzinsen für die private 

Mietwohnung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in kausalem 

Zusammenhang mit der Arbeitstätigkeit von B._____ stehen.

2. a) Gemäss Art. 1a Abs. 1 lit. a und b AHVG sind die natürlichen Personen, 

die in der Schweiz ihren zivilrechtlichen Wohnsitz haben oder in der 

Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben, obligatorisch nach diesem 

Gesetz versichert. Die erwerbstätigen Versicherten schulden auf dem aus 

einer selbständigen oder unselbständigen Erwerbstätigkeit fliessenden 

Einkommen Beiträge (Art. 4 Abs. 1 AHVG). Zum Erwerbseinkommen 

gehört das im In- und Ausland erzielte Bar- oder Naturaleinkommen aus 

einer Tätigkeit einschliesslich der Nebenbezüge, soweit nicht ausdrücklich 

Ausnahmen vorgesehen sind (Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die 

Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]). 

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b) Gemäss Art. 4 und 5 AHVG werden Sozialversicherungsbeiträge nur vom 

Erwerbseinkommen erhoben, nicht aber vom Vermögensertrag (BGE 

122 V 178 E.3b). Dividenden sind grundsätzlich beitragsfreier 

Vermögensertrag (vgl. Rz. 2011 der Wegleitung des Bundesamts für 

Sozialversicherungen [BSV] über den massgebenden Lohn in der AHV, 

IV und EO vom 1. Januar 2008, Stand 1. Januar 2016 [WML]). Richtet 

eine Aktiengesellschaft Leistungen an Arbeitnehmer aus, die gleichzeitig 

Inhaber gesellschaftlicher Beteiligungsrechte sind oder Inhabern solcher 

Rechte nahestehen, stellt sich bei der Festsetzung sowohl der direkten 

Bundessteuer als auch der Sozialversicherungsbeiträge die Frage, ob 

und inwieweit es sich um Arbeitsentgelt (massgebenden Lohn) oder aber 

um eine verdeckte Gewinnausschüttung (Kapitalertrag) handelt. Als 

verdeckte Gewinnausschüttungen werden Leistungen der Gesellschaft an 

die Inhaber von Beteiligungsrechten bezeichnet, denen (aus Sicht der 

Gesellschaft) erkennbarerweise keine oder keine genügenden Leistungen 

gegenüberstehen und die einem an der Gesellschaft nicht beteiligten 

Dritten nicht oder in wesentlich geringerem Umfang erbracht worden 

wären (vgl. BRÜLISAUER/MÜHLEMANN, in: ZWEIFEL/BEUSCH [Hrsg.], 

Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die 

direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 58 Rz. 221 ff.). Sie 

gehören gemäss Art. 58 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die direkte 

Bundessteuer (DBG; SR 642.11) zum im Rahmen der direkten 

Bundessteuer steuerbaren Reinertrag der Gesellschaft. Durch diese 

Regelung wird vermieden, dass Gesellschaftsgewinne der 

Reinertragsbesteuerung entzogen werden. Im Beitragsrecht der AHV gilt 

es demgegenüber zu verhindern, dass massgebender Lohn 

fälschlicherweise als Kapitalertrag deklariert wird und dadurch der 

Beitragserhebung entgeht. Vergütungen, die als reiner Kapitalertrag zu 

betrachten sind, gehören nicht zum massgebenden Lohn. Ob dies zutrifft, 

ist nach Wesen und Funktion einer Zuwendung zu beurteilen. Deren 

rechtliche oder wirtschaftliche Bezeichnung ist nicht entscheidend und 

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höchstens als Indiz zu werten. Unter Umständen können auch 

Zuwendungen aus dem Reingewinn einer Aktiengesellschaft 

massgebender Lohn sein; dies gilt laut Art. 7 lit. h AHVV namentlich für 

Tantiemen. Es handelt sich dabei um Vergütungen, die im 

Arbeitsverhältnis ihren hinreichenden Grund haben. Zuwendungen, die 

nicht durch das Arbeitsverhältnis gerechtfertigt werden, gehören nicht 

zum massgebenden Lohn, sondern sind Gewinnausschüttungen, welche 

eine Gesellschaft ihren Gesellschaftern ohne entsprechende 

Gegenleistung zuwendet, aber unbeteiligten Dritten unter den gleichen 

Umständen nicht erbringen würde (BGE 134 V 297 E.2 mit Hinweisen auf 

103 V 3 E.2b; Urteil des Bundesgerichtes 9C_89/2017 vom 19. Mai 2017 

E.4.2; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes H 93/06 vom 

19. Oktober 2006 E.3.1, H 49/02 vom 19. November 2002 E.4.1). 

c) Dabei muss im Lichte der gesetzlichen Grundentscheidung, wonach nur 

Erwerbseinkommen, nicht aber Vermögensertrag beitragspflichtig ist, bei 

der Beurteilung von Leistungen, welche eine Aktiengesellschaft an 

Personen ausrichtet, die zugleich Arbeitnehmer und Aktionäre sind, 

einerseits eine angemessene Entschädigung für die geleistete Arbeit und 

anderseits ein angemessener Vermögensertrag zugrunde gelegt werden. 

Die Gesellschaft hat hier einen erheblichen Ermessensspielraum. Den 

Steuerbehörden steht nicht zu, die Angemessenheit des Lohns bzw. der 

Dividende frei zu überprüfen. Von der durch die Gesellschaft gewählten 

Aufteilung ist nur dann abzuweichen, wenn ein offensichtliches 

Missverhältnis zwischen Arbeitsleistung und Lohn bzw. zwischen 

eingesetztem Vermögen und Dividende besteht (vgl. Rz. 2011.2 WML; 

BRÜLISAUER/MÜHLEMANN, a.a.O., Art. 58 Rz. 223; 

RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., 

Zürich 2016, Art. 58 Rz. 102). Dabei ist − wie im AHV-Recht (vgl. E.2b 

vorstehend), aber mit umgekehrten Vorzeichen − auf einen Drittvergleich 

abzustellen: Es ist zu prüfen, ob unter Berücksichtigung aller objektiven 

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und subjektiven Faktoren die gleiche Leistung auch einem 

aussenstehenden Dritten erbracht worden wäre (vgl. BGE 141 V 634 

E.2.2.1, 134 V 297 E.2.2, 131 II 593 E.5.2).

d) Hinsichtlich der Frage, ob ein offensichtliches Missverhältnis zwischen 

Arbeitsleistung und Lohn bzw. zwischen eingesetztem Vermögen und 

Dividende besteht, hat sich eine Praxis entwickelt, die laut BGE 

134 V 297 in modifizierter Form bundesrechtskonform ist (sog. 

"Nidwaldner Praxis"). Demnach werden deklariertes AHV-Einkommen und 

branchenübliches Gehalt einerseits und Dividendenzahlung und 

Aktienwert anderseits zueinander in Beziehung gesetzt, um zu 

bestimmen, ob ein Teil der ausgeschütteten Dividende als 

beitragsrechtlich massgebendes Einkommen aufzurechnen ist. Vom 

Bundesgericht ist die genannte Praxis lediglich insofern korrigiert worden, 

als die Angemessenheit des (beitragsfreien) Vermögensertrags nicht in 

Relation zum Nennwert (Nominalwert), sondern zum effektiven 

wirtschaftlichen Wert der Aktien (Eigenkapital inkl. offene und stille 

Reserven) zu beurteilen ist (BGE 141 V 634 E.2.2.2). 

e) Während also die Steuerbehörden allenfalls eine als Lohn deklarierte 

Leistung als verdeckte Gewinnausschüttung qualifizieren, wenn sie einem 

Arbeitnehmer, der nicht zugleich Aktionär wäre, nicht erbracht worden 

wäre, können umgekehrt die AHV-Behörden eine als 

Gewinnausschüttung deklarierte Leistung als massgeblichen Lohn 

qualifizieren, wenn sie einem Aktionär, der nicht zugleich Arbeitnehmer 

wäre, nicht erbracht worden wäre. Praxisgemäss ist es Sache der 

Ausgleichskassen, selbstständig zu beurteilen, ob ein 

Einkommensbestandteil als massgebender Lohn oder als Kapitalertrag 

qualifiziert werden muss. Der in Art. 23 AHVV enthaltenen Ordnung 

entspricht es jedoch, dass sich die Ausgleichskassen in der Regel an die 

bundessteuerrechtliche Betrachtungsweise halten. Um der Einheit und 

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Widerspruchslosigkeit der gesamten Rechtsordnung willen soll eine 

verschiedene Betrachtungsweise der Steuerbehörde und der AHV-

Verwaltung vermieden werden, ausser wenn dafür ausschlaggebende 

Gründe vorliegen. Die Parallelität zwischen sozialversicherungs- und 

steuerrechtlicher Qualifikation ist nicht leichthin preiszugeben (BGE 

141 V 634 E.2.5, 134 V 297 E.2.3, 103 V 1 E.2c; Urteil des 

Bundesgerichtes 9C_89/2017 vom 19. Mai 2017 E.4.3; Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichtes H 49/02 vom 19. November 

2002 E.4.2). 

3. a) Vorliegend wurden von der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden 

im Rahmen eines Nach- und Strafsteuerverfahrens verschiedene 

Positionen, unter anderem die von der Beschwerdeführerin für die Jahre 

2011 bis 2015 bezahlten Mietzinsen für die Privatwohnung des 

Alleinaktionärs B._____, bei der Beschwerdeführerin bei der 

Gewinnsteuer wie auch beim Alleinaktionär B._____ bei der 

Einkommenssteuer (unter Berücksichtigung der Teilbesteuerung) 

aufgerechnet. Die Beschwerdegegnerin ist der Auffassung, dass die 

entsprechenden Zahlungen in einem Zusammenhang mit dem 

Arbeitsverhältnis des Alleinaktionärs B._____ stehen und qualifiziert die 

von der kantonalen Steuerverwaltung aufgerechneten geldwerten 

Leistungen als massgebenden Lohnbestandteil. Begründend hat die 

Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 

23. Dezember 2016 erwogen, dass es für die Abgrenzung massgebender 

Lohn/Kapitalertrag rechtsprechungsgemäss darauf ankomme, ob die 

streitigen Vergütungen ihren ausschlaggebenden Grund im bestehenden 

Arbeitsverhältnis hätten. Vorliegend stünden die Mietkosten mit dem im 

Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit in kausalem Zusammenhang mit der Tätigkeit. Es sei 

eine Erfahrungstatsache und entspreche den allgemeinen 

Geschäftsgepflogenheiten, dass Firmen aussenstehenden nicht 

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mitarbeitenden Aktionären keine Kosten übernähmen, welche privaten 

Zwecken dienten. Bei der Übernahme von Mietkosten handle es sich um 

eine geldwerte Naturalleistung gemäss Art. 13 AHVV, die im Arbeits- und 

nicht im Gesellschaftsverhältnis ihren hinreichenden Grund habe und als 

solche massgebenden Lohn darstelle. 

b) Dagegen wendet die Beschwerdeführerin ein, die irrtümlich zulasten der 

Geschäftsbuchhaltung bezahlten Mietzinsen für die private Mietwohnung 

hätten nichts mit dem Arbeitsverhältnis zu tun. Die Mietzinsen für die 

Wohnung des Alleinaktionärs B._____ seien diesem nicht durch die 

Gesellschaft bezahlt worden, weil er Arbeitnehmer der Gesellschaft sei, 

sondern ausschliesslich, weil er als Aktionär eine solche Bezahlung 

anordnen oder nachträglich billigen könne. Die Leistung habe ihre 

ausschliessliche Begründung im Gesellschaftsverhältnis. Dem entspreche 

die allgemeine Lebenserfahrung, wonach solche geldwerten Leistungen 

nie an unbeteiligten Arbeitnehmer, wohl aber an Gesellschafter oder 

Nahestehende erbracht würden. Die Mietkosten wären für irgendeinen 

Arbeitnehmenden nie übernommen worden. Die Kostenübernahme habe 

nichts mit dem Arbeitsverhältnis zu tun.

c) Nach den vorstehend dargestellten Rechtsprechungsgrundsätzen 

gehören Vergütungen, die als reiner Kapitalertrag zu betrachten sind, 

nicht zum massgebenden Lohn. Verdeckte Gewinnausschüttungen gelten 

dabei regelmässig als nicht massgebender Lohn (BGE 103 V 1 E.2b; 

Urteile des Bundesgerichtes 9C_89/2017 vom 19. Mai 2017 E.5.3, 

9C_302/2011 vom 22. Juni 2011 E.3.1), zumal diese wie Dividenden zum 

steuerbaren Vermögensertrag (vgl. Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG) und zum 

steuerbaren Reingewinn der Gesellschaft (Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG) zu 

rechnen sind. Entgegen der Betrachtungsweise der Beschwerdegegnerin 

sind vorliegend keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass die von der 

Beschwerdeführerin für die Jahre 2011 bis 2015 bezahlten Mietkosten für 

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die Privatwohnung des Alleinaktionärs B._____ in kausalem 

Zusammenhang mit dessen Arbeitstätigkeit stehen. Insbesondere vermag 

sich das streitberufene Gericht der beschwerdegegnerischen 

Begründung, wonach es eine Erfahrungssache sei und den allgemeinen 

Geschäftsgepflogenheiten entspreche, dass Firmen aussenstehenden 

nicht mitarbeitenden Aktionären keine Kosten übernähmen, welche 

privaten Zwecken dienten, nicht anzuschliessen. Entgegen der 

beschwerdegegnerischen Auffassung ist es nämlich keineswegs abwegig, 

dass Gesellschaften auch für nicht mitarbeitende (Allein-)Aktionäre 

privaten Zwecken dienende Kosten übernehmen. Indes kann vorliegend 

aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass die von der 

Beschwerdeführerin übernommenen Mietkosten für die Privatwohnung 

des Alleinaktionärs B._____ − entsprechend der Auffassung der 

Beschwerdegegnerin − eben doch in kausalem Zusammenhang mit 

dessen Arbeitstätigkeit stehen. Den bei den Akten liegenden Unterlagen 

lässt sich hinsichtlich der fraglichen Liegenschaft lediglich entnehmen, 

dass es sich dabei um eine 4.5-Zimmerwohnung in X._____ handelt. Ob 

diese dem mitarbeitenden Alleinaktionär B._____ als Wohnsitz oder gar 

als Familienwohnung dient, oder ob er diese nur temporär als 

Zweitwohnung oder überhaupt benutzt, ist nicht bekannt. Diese 

Informationen sind allerdings zwingend erforderlich, um die Angelegenheit 

beurteilen zu können. Wenn die fragliche Wohnung dem mitarbeitenden 

Alleinaktionär nämlich als ständiger Wohnsitz bzw. gar als 

Familienwohnung dienen sollte, spräche dies gegen einen 

Kausalzusammenhang zwischen der Arbeitstätigkeit des Alleinaktionärs 

und den von der Beschwerdeführerin übernommenen Mietkosten. 

Demgegenüber liesse sich der kausale Zusammenhang zwischen der 

Arbeitstätigkeit und den von der Beschwerdeführerin übernommenen 

Mietkosten eher begründen, wenn die fragliche Wohnung vom 

Alleinaktionär nur temporär während dessen Arbeitstätigkeit oder gar als 

Büro genutzt würde (wobei dies wenig wahrscheinlich ist, liegt der Sitz der 

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Beschwerdeführerin als Arbeitgeberin doch nicht an der Adresse der 

Privatwohnung des Alleinaktionärs in X._____, sondern in Y._____). 

Ebenfalls nicht bekannt sind vorliegend der Lohn, welchen der 

Alleinaktionär für seine Tätigkeit für die Beschwerdeführerin bezieht und 

auch, ob und − falls ja − in welcher Höhe die Beschwerdeführerin in den 

Jahren 2011 bis 2015 Dividenden an ihren Alleinaktionär ausgeschüttet 

hat. Auch diese Informationen wären aber für die Beurteilung der 

Angelegenheit erforderlich, muss bei der Beurteilung von Leistungen, 

welche eine Aktiengesellschaft an Personen ausrichtet, die zugleich 

Arbeitnehmer und Aktionäre sind, doch einerseits eine angemessene 

Entschädigung für die geleistete Arbeit und anderseits ein angemessener 

Vermögensertrag zugrunde gelegt werden (vgl. vorstehend E.2c). 

d) Nach dem vorstehend Gesagten sowie aufgrund der bei den Akten 

liegenden Informationen und Unterlagen lässt sich nicht abschliessend 

beurteilen, ob die von der Beschwerdeführerin in den Jahren 2011 bis 

2015 bezahlten Mietzinsen für die 4.5-Zimmerwohnung des 

Alleinaktionärs B._____ in einem Zusammenhang mit dem 

Arbeitsverhältnis desselben bei der Beschwerdeführerin stehen oder die 

Übernahme der Mietkosten ihre Begründung ausschliesslich im 

Gesellschaftsverhältnis hat. Es fehlt eine schlüssige Begründung und ist 

darüber hinaus aktenmässig auch nicht belegt, weshalb die Mietkosten für 

die Privatwohnung des Alleinaktionärs in X._____ massgebenden Lohn 

respektive eben nicht darstellen sollen. Die Beschwerdegegnerin hätte 

weitere diesbezügliche Abklärungen vornehmen und die Sache 

aktenmässig nachvollziehbar belegen müssen. Die von ihr vorgebrachte 

Begründung, wonach es den allgemeinen Geschäftsgepflogenheiten 

entspreche, dass Firmen aussenstehenden nicht mitarbeitenden 

Aktionären keine Kosten übernähmen, welche privaten Zwecken dienten, 

reicht hierzu offenkundig nicht aus. Die Sache erweist sich somit als nicht 

spruchreif, weshalb die Beschwerde gutzuheissen, der angefochtene 

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Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2016 aufzuheben und die 

Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu 

neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 

4. a) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen − ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung − kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben 

werden.

b) Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung 

und neuem Entscheid gilt als vollständiges Obsiegen, weshalb die 

anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung hat. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat 

mit Schreiben vom 8. März 2017 eine Honorarnote im Umfang von 

gesamthaft Fr. 2'160.-- eingereicht. Dieser Betrag setzt sich zusammen 

aus einem Honorar von Fr. 2'000.-- für fünf Arbeitsstunden à Fr. 400.-- 

zuzüglich 8 % MWST (= Fr. 160.--). Der geltend gemachte 

Arbeitsaufwand von fünf Arbeitsstunden erscheint dem Gericht als 

angemessen. Hingegen kann nicht von einem Stundenansatz von 

Fr. 400.-- ausgegangen werden, da dieser Ansatz ausserhalb des 

Rahmens gemäss Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des 

Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) liegt, wonach ein Stundenansatz 

zwischen Fr. 210.-- und Fr. 270.-- als üblich gilt. Da der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin keine Honorarvereinbarung eingereicht, ist von 

einem mittleren Stundenansatz von Fr. 240.-- auszugehen. Bezüglich der 

beantragten Mehrwertsteuer gilt es sodann festzuhalten, dass die 

Beschwerdegegnerin gemäss UID-Register mehrwertsteuerpflichtig und 

damit vorsteuerabzugsberechtigt ist. Die ihr zustehende 

Parteientschädigung ist dementsprechend ohne Mehrwertsteuer 

zuzusprechen. Folglich ergibt sich eine aussergerichtliche Entschädigung 

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von Fr. 1'200.-- (= 5 x Fr. 240.--). In diesem Umfang hat die 

Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin aussergerichtlich zu 

entschädigen. 

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2016 aufgehoben und die 

Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu 

neuem Entscheid an die AHV-Ausgleichskasse des Kantons Graubünden 

zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die AHV-Ausgleichskasse des Kantons Graubünden entschädigt die 

A._____ SA aussergerichtlich mit Fr. 1'200.--.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]