# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ffd14c5-a512-50c9-81ac-42e700ef78ca
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.06.2018 100 2018 121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2018-121_2018-06-27.pdf

## Full Text

100.2018.121U
DAM/MAM/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 27. Juni 2018 

Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiberin Marti

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführer

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Wiedererwägung, Härtefallbewilligung; vorsorgliche Massnahme 
(Verfügung der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 17. April 
2018; 2018.POM.231)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.06.2018, Nr. 100.2018.121U, 
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Sachverhalt:

A.

A.________, brasilianischer Staatsangehöriger (geb. … 2002), reiste am 
26. Februar 2010 im Rahmen des Familiennachzugs zwecks Verbleibs bei 
seiner hier aufenthaltsberechtigten Mutter, B.________, in die Schweiz ein. 
Mit Verfügung vom 6. Februar 2017 widerrief das Amt für Migration und 
Personenstand des Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), 
B.________ und A.________ die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, wies sie 
aus der Schweiz weg und setzte ihnen eine Ausreisefrist auf den 30. April 
2017 an. Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 
B.________ ersuchte am 15. März 2017 um eine Härtefallbewilligung für 
sich und ihren Sohn. Das MIP trat auf dieses Gesuch am 27. März 2017 
nicht ein, und die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM) 
wies mit Entscheid vom 31. Juli 2017 die gegen die Nicht-
eintretensverfügung erhobene Beschwerde ab, soweit sie darauf eintrat. 
Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das Verwaltungsgericht am 
6. September 2017 wegen Nichtwahrung der Beschwerdefrist nicht ein 
(VGE 2017/251 vom 6.9.2017). 

B.

B.________ stellte am 10. Januar 2018 für sich und ihren Sohn ein «Ge-
such um Wiedererwägung [der] Entscheide vom 6. Februar und 27. März 
2017». Auf dieses Begehren trat das MIP am 15. Februar 2018 nicht ein. 
Hiergegen erhob A.________ am 19. März 2018 bzw. mit verbesserter 
Eingabe vom 3. April 2018 Beschwerde bei der POM und beantragte unter 
anderem, dass ihm im Sinn einer vorsorglichen Massnahme der Aufenthalt 
in der Schweiz während der Dauer des Beschwerdeverfahrens zu gestatten 
sei. Die POM wies dieses Gesuch mit Zwischenverfügung vom 17. April 
2018 ab. 

Am 19. April 2018 eröffnete die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
(KESB) … ein Kindesschutzverfahren und beauftragte den Beistand von 

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A.________ mit der Abklärung des Sachverhalts und der anschliessenden 
Berichterstattung. Die POM lehnte es am 20. April 2018 ab, auf ihre Ver-
fügung zurückzukommen und den Aufenthalt in der Schweiz wie beantragt 
mindestens während der Dauer des eröffneten Kindesschutzverfahrens zu 
gestatten.

C.

Am 20. April 2018 hat A.________ gegen die Zwischenverfügung der POM 
vom 17. April 2018 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, 
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei der Aufenthalt in 
der Schweiz während der Dauer des Verfahrens, mindestens für die Dauer 
des eröffneten Kindesschutzverfahrens, im Sinn einer vorsorglichen 
Massnahme zu gestatten. Weiter sei das MIP im Sinn einer 
superprovisorischen Massnahme anzuweisen, unverzüglich auf sämtliche 
Vollzugshandlungen zu verzichten.

Mit Zwischenverfügung vom 23. April 2018 hat der Abteilungspräsident i.V. 
den Antrag auf Anordnung einer superprovisorischen Massnahme abge-
wiesen und den Schriftenwechsel eingeleitet. A.________ und seine Mutter 
haben den vorgängig gebuchten Flug nach Brasilien vom 23. April 2018 
nicht angetreten; A.________ gilt seither als untergetaucht. 

A.________ hat am 8. Mai 2018 in Ergänzung der Beschwerde um 
unentgeltliche Rechtspflege und um Beiordnung seiner Rechtsvertreterin 
als amtliche Anwältin ersucht.

Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 22. Mai 2018 die Abweisung 
der Beschwerde. Zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hat sie sich 
eines Antrags enthalten.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht beurteilt als letzte kantonale Instanz Be-
schwerden unter anderem gegen Verfügungen und Entscheide, die sich auf 
öffentliches Recht stützen (Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Geset-
zes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]). Angefochten ist eine Zwischenverfügung, mit welcher die 
POM ein Begehren um vorsorgliche Massnahmen abgewiesen hat (vgl. 
Art. 61 Abs. 1 Bst. g VPRG). Diese Verfügung unterliegt dem gleichen 
Rechtsmittel wie die Sache selber (Art. 75 Bst. a VRPG im Umkehr-
schluss). In der Hauptsache ist strittig, ob das MIP mit Verfügung vom 
15. Februar 2018 zu Recht auf das Gesuch um Wiedererwägung nicht ein-
getreten ist (vgl. vorne Bst. B). Solche Verfügungen unterliegen in zweiter 
Instanz der Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Somit steht auch ge-
gen die angefochtene Zwischenverfügung der POM grundsätzlich die Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde offen.

1.2 Zwischenverfügungen betreffend vorsorgliche Massnahmen sind al-
lerdings nur dann selbständig anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gut-
zumachenden Nachteil bewirken können (Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 
Abs. 3 Bst. a VRPG). – Die hier interessierende vorsorgliche Massnahme 
hat das prozessuale Aufenthaltsrecht des Beschwerdeführers zum Gegen-
stand. Wird ihm der prozessuale Aufenthalt nicht gestattet, hätte er die 
Schweiz kurz vor Abschluss der obligatorischen Schulzeit und vor Ab-
schluss des vor der KESB hängigen Verfahrens zu verlassen. Nachdem 
der Beschwerdeführer am 23. April 2018 von der Möglichkeit der freiwilli-
gen Ausreise keinen Gebrauch gemacht hat und untergetaucht ist (vgl. 
vorne Bst. C), droht ihm nun auch der zwangsweise Vollzug der Wegwei-
sung bzw. die Ausschaffung. Mit einem günstigen Endentscheid, der zur 
Folge hätte, dass das MIP das Wiedererwägungsgesuch materiell prüfen 
müsste, könnten die genannten Nachteile nicht beseitigt werden. Die hier 
strittige Zwischenverfügung ist somit selbständig anfechtbar (vgl. BVR 2012 
S. 145 [VGE 2011/3 vom 8.9.2011] nicht publ. E. 1.2; Merkli/Aeschlimann/
Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 61 N. 5).

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1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen, ist durch die angefochtene Zwischenverfügung besonders 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht einge-
reichte Beschwerde ist somit einzutreten.

1.4 Der Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 
Abs. 2 Bst. b des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Zwischenverfü-
gung auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Aufgrund der Akten ist sachverhaltlich vorab Folgendes festzustellen:

2.1 Der Beschwerdeführer hat die ersten sieben Jahre seines Lebens in 
Brasilien verbracht, wo er auch zwei Schuljahre absolviert hat. Nach eige-
nen Angaben hat er bei einer Tante gelebt (Ausreisegespräch vom 
6.12.2017; Akten MIDI [act. 6D] pag. 793 ff., 797). Am 26. Februar 2010 
reiste er zu seiner sorgeberechtigten Mutter in die Schweiz ein. Am 
23. März 2012 wurde für den Beschwerdeführer eine Beistandschaft er-
richtet, die seit 1. August 2017 von einer neuen Person geführt wird. Dem 
Beistand ist zunächst die Aufgabe zugekommen, die Inhaberin der elterli-
chen Sorge mit Rat und Tat zu unterstützen (Ernennungsurkunde vom 
18.8.2017; Akten MIDI [act. 6D] pag. 807). 

2.2 Der Beschwerdeführer hätte nach Massgabe der rechtskräftigen 
Verfügung des MIP vom 6. Februar 2017 die Schweiz bis am 30. April 2017 
(zusammen mit seiner Mutter) verlassen müssen. Die beiden liessen die 
Ausreisefrist indes ungenutzt verstreichen. Im Sommer 2017 begann der 
Beschwerdeführer mit dem letzten obligatorischen Schuljahr an der Sekun-
darschule .... Am 31. August 2017 unterzeichnete er einen Lehrvertrag als 
Florist für die Zeit nach dem Schulabschluss (Akten MIDI [act. 6D] pag. 
809 f.).

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2.3 Am Ausreisegespräch vom 6. Dezember 2017 hat die Mutter des 
Beschwerdeführers zu Protokoll gegeben, es sei keine Option, dass ihr 
Sohn in der Schweiz bleibe («Keine Chance»). Ihr Sohn beherrsche die 
portugiesische Sprache in Wort und Schrift. Er könne auch in Brasilien die 
Schule besuchen und eine Lehre absolvieren. Sie wolle, dass er mit ihr 
nach Brasilien ausreise, wo viele Familienangehörige lebten («grosse Fa-
milie»). Der Beschwerdeführer hat angegeben, nicht willens zu sein, nach 
Brasilien zurückzukehren. Er habe fast sein ganzes Leben in der Schweiz 
verbracht, habe hier die Schule absolviert und per 1. August 2018 eine 
Lehrstelle als Florist gefunden. Die Beziehung zu seiner Mutter sei schon 
immer sehr schwierig gewesen. Sie würde sich nicht für ihn interessieren. 
Sie beschimpfe ihn und sage ihm öfters, dass sie gar nichts mit ihm zu tun 
haben wolle. Aus diesen Gründen wolle er nicht mit seiner Mutter nach 
Brasilien zurückkehren. Er könnte sich vorstellen, in einer Pflegefamilie zu 
leben. Selbst eine Adoption käme für ihn in Betracht (Ausreisegespräch 
vom 6.12.2017; Akten MIDI [act. 6D] pag. 793 ff.).

2.4 Der Beistand hat am 12. Dezember 2017 die Auffassung vertreten, 
dass es «aus psychologischer Sicht fatal» sei, wenn der Beschwerdeführer 
aus der Schweiz ausreisen müsste. Seine berufliche und soziale Zukunft 
sei unsicher und seine Entwicklung würde nachhaltig beeinträchtigt. Dies 
hätte eine erhebliche Gefährdung des Kindeswohls zur Folge (Stellung-
nahme vom 12.12.2017; Akten MIDI [act. 6D] pag. 805). Eine Fachperson 
der Kinder- und Jugendpsychologie der Erziehungsberatung Bern stellt sich 
ebenfalls auf den Standpunkt, eine Ausreise sei aus psychologischer Sicht 
nicht zumutbar (Akten MIDI [act. 6D] pag. 808). 

2.5 Die KESB … errichtete am 29. März 2018 für den Be-
schwerdeführer in Erweiterung der bestehenden Beistandschaft eine Kolli-
sionsbeistandschaft. Sie erteilte dem Beistand die Aufgabe, die Interessen 
des Beschwerdeführers im ausländerrechtlichen Verfahren zu vertreten, 
wozu sie ihn zur Prozessführung mit Substitutionsrecht bevollmächtigte 
(verfahrensleitender Entscheid der KESB … vom 19.4.2018; Akten POM 
pag. 75).

2.6 Am 9. April 2018 ist bei der KESB … eine Gefährdungsmeldung der 
Sekundarschule … eingegangen. Danach sei der Kontakt zwischen dem 

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Beschwerdeführer und seiner Mutter abgebrochen. Die Mutter scheine sich 
in keiner Weise für die Bedürfnisse ihres Sohnes zu interessieren. Er sei 
auf sich alleine gestellt. Dies gelte insbesondere auch mit Blick auf die 
bevorstehende Rückkehr ins Heimatland. Der Beschwerdeführer hat am 
10. April 2018 gegenüber der KESB wie bereits am Ausreisegespräch vom 
Dezember 2017 ausgeführt, dass das Verhältnis zu seiner Mutter seit 
Jahren stark belastet sei. Er werde von seiner Mutter erniedrigt und 
beleidigt. Auch habe sie ihn öfters zu schlagen versucht. Er wolle nicht mit 
seiner Mutter nach Brasilien zurückkehren, sondern hier in der Schweiz 
bleiben. Er beantrage daher, dass seiner Mutter die elterliche Sorge 
entzogen werde. Dem Beistand waren die geschilderten Verhältnisse bis 
anhin nicht bekannt. Er erachtete die Ausführungen des Be-
schwerdeführers aber als glaubwürdig. Er könne indes nicht beurteilen, ob 
eine Kindeswohlgefährdung vorliege. Vor diesem Hintergrund hat die KESB 
… am 19. April 2018 ein Kindesschutzverfahren eröffnet und den Beistand 
aufgefordert, den Sachverhalt abzuklären und bis am 19. Juli 2018 einen 
Bericht zu verfassen (vgl. verfahrensleitender Entscheid der KESB … vom 
19.4.2018; Akten POM pag. 74 f.). 

2.7 Den auf den 23. April 2018 gebuchten Flug nach Brasilien haben 
weder der Beschwerdeführer noch dessen Mutter angetreten. Der Be-
schwerdeführer gilt seither als untergetaucht. Er ist seit dem 27. April 2018 
im automatisierten Fahndungssystem des Bundes (RIPOL) ausgeschrie-
ben. Mutter und Beistand haben offenbar keine Kenntnis vom Aufenthalts-
ort des Beschwerdeführers (vgl. Aktennotiz des MIDI vom 27.4.2018; 
act. 6A). Am 8. Mai 2018 hat die Mutter gegenüber dem MIDI bestätigt, 
immer noch keinen Kontakt mir ihrem Sohn zu haben. Sie habe aber 
festgestellt, dass er Fotos von sich auf Facebook gepostet habe. Zudem 
melde er sich täglich bei ihrer in Brasilien lebenden Schwester 
(Gesprächsnotiz vom 8.5.2018; act. 6A). 

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3.

Im Streit liegt, ob dem Beschwerdeführer im Sinn einer vorsorglichen Mass-
nahme der prozessuale Aufenthalt zu gestatten ist. 

3.1 Vorsorgliche Massnahmen können nach Art. 27 Abs. 1 Bst. a VRPG 
angeordnet werden zum Schutz erheblicher öffentlicher oder privater Inter-
essen. Vorausgesetzt ist eine unmittelbare, konkrete und erhebliche Ge-
fährdung oder Beeinträchtigung geschützter Rechtsgüter; im Vordergrund 
steht der Schutz von wichtigen Polizeigütern wie Leib und Leben, Gesund-
heit usw. (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 27 N. 16). Zusätzlich 
muss eine gewisse Dringlichkeit gegeben sein. Ob einstweilige Anordnun-
gen geboten sind, ist unter Abwägung aller in Betracht fallender Interessen 
zu entscheiden (vgl. BVR 2012 S. 145 E. 3.1; BGE 130 II 149 E. 2.2; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 27 N. 12). In dieser Interessenab-
wägung können auch die Erfolgsaussichten in der Hauptsache beleuchtet 
werden. Diese fallen praxisgemäss allerdings nur ins Gewicht, wenn der 
Prozessausgang als eindeutig erscheint (BVR 2012 S. 145 E. 3.1; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 27 N. 12). Entsprechend dem vor-
läufigen Charakter des einstweiligen Rechtsschutzes muss in der Regel 
ohne weitere Beweiserhebungen, aufgrund der Akten, entschieden werden. 
Es genügt, wenn eine Gefährdung aufgrund summarischer Prüfung als 
wahrscheinlich erscheint, auch wenn die Möglichkeit einer Fehlannahme 
nicht ausgeschlossen werden kann (BVR 2011 S. 508 E. 2.3, 2008 S. 433 
E. 2.3; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 27 N. 3). Beim Entscheid 
über vorsorgliche Massnahmen steht den zuständigen Behörden ein er-
heblicher Ermessens- und Beurteilungsspielraum zu (BGE 129 II 286 E. 3).

3.2 Der Beschwerdeführer und seine Mutter sind rechtskräftig aus der 
Schweiz weggewiesen (Verfügung des MIP vom 6.2.2017). Seit dem 1. Mai 
2017 halten sie sich illegal in der Schweiz auf. Den für den 23. April 2018 
gebuchten Flug haben sie nicht angetreten (vgl. vorne E. 2.7). Das Ver-
waltungsgericht geht damit mit der Vorinstanz überein, dass ein gewichti-
ges öffentliches Interesse an der Durchsetzung der rechtskräftigen Weg-
weisung sowie der daraus fliessenden Ausreiseverpflichtung besteht (vgl. 
angefochtene Zwischenverfügung S. 4). Dieses Interesse spricht gegen die 
Bewilligung des prozessualen Aufenthalts. 

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3.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, sowohl das Kindeswohl als 
auch die Erfolgsaussichten in der Hauptsache würden das öffentliche Inter-
esse am Wegweisungsvollzug überwiegen und für den Erlass der bean-
tragten vorsorglichen Massnahme sprechen. Nach Art. 3 des Übereinkom-
mens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (Kinderrechts-
konvention, KRK; SR 0.107) sei das Kindeswohl vorrangig zu berücksichti-
gen. Daher seien zunächst die für das Kindesschutzverfahren erforderli-
chen Abklärungen durchzuführen, weshalb ihm der Aufenthalt mindestens 
während der Dauer dieses Verfahrens zu gestatten sei. Andernfalls würde 
dem kindesschutzrechtlichen Entscheid vorgegriffen. Werde ihm der pro-
zessuale Aufenthalt nicht gestattet, werde er vom Zugang zur Kindes-
schutzbehörde einzig aufgrund seines fehlenden Aufenthaltstitels ausge-
schlossen, was eine Diskriminierung im Sinn von Art. 2 Abs. 1 KRK dar-
stelle. Mit Blick auf die Hauptsache macht der Beschwerdeführer geltend, 
seine Beschwerde sei «durchaus aussichtsreich» (Beschwerdeergänzung 
S. 5; act. 4). 

3.4 Die POM stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass der 
Beschwerde in der Hauptsache keine guten Erfolgschancen beschieden 
seien, was die Verweigerung des beantragten prozessualen Aufenthalts 
des Beschwerdeführers nahe lege. Auch im Licht der neusten Sachver-
haltsentwicklung sei die Gewährung des prozessualen Aufenthalts nach 
wie vor nicht angezeigt. Da der Beschwerdeführer untergetaucht sei und 
sich damit in Illegalität begeben habe, sei weder ein ordentlicher Schulbe-
such noch die Durchführung eines Kindesschutzverfahrens möglich (Ver-
nehmlassung vom 22.5.2018; act. 6). 

4.

Soweit der Beschwerdeführer im Kindeswohl ein überwiegendes privates 
Interesse erblickt, ergibt sich was folgt:

4.1 Minderjährige teilen aus familienrechtlichen Gründen das ausländer-
rechtliche Schicksal des sorgeberechtigten Elternteils und haben gegebe-
nenfalls mit diesem das Land zu verlassen, wenn der Elternteil keine Bewil-

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ligung (mehr) erhält. Ausländerrechtlich sind grundsätzlich die zivilrechtli-
chen Verhältnisse massgebend, wie sie zum Urteilszeitpunkt bestehen und 
tatsächlich gelebt werden (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.4, 139 II 393 E. 4.2.3; 
BGer 2C_76/2017 vom 1.5.2017 E. 3.2.3; zum Begriff der Sorge und Obhut 
BGE 142 III 612 E. 4.1 f.). – Im vorliegenden Fall ist die Mutter des Be-
schwerdeführers alleinige Inhaberin der elterlichen Sorge. Sie verfügt auch 
über das Aufenthaltsbestimmungsrecht, weshalb der Beschwerdeführer ihr 
grundsätzlich ins Heimatland zu folgen hat. Er ist denn auch zusammen mit 
seiner Mutter weggewiesen worden (vgl. vorne Bst. A).

4.2 Es ist dem Beschwerdeführer zunächst darin beizupflichten, dass 
nach Art. 3 Abs. 1 KRK das Kindeswohl vorrangig zu berücksichtigen ist. 
Bei der vorrangigen Berücksichtigung des Kindeswohls handelt es sich 
praxisgemäss um eine Interpretationsmaxime, die bei Erlass wie Ausle-
gung des Gesetzes zu beachten ist. Daraus kann jedoch kein Leistungsan-
spruch abgeleitet werden (BGE 136 I 297 E. 8.2; vgl. bezüglich der Ertei-
lung einer ausländerrechtlichen Bewilligung: BGE 126 II 377 E. 5d, 
124 II 361 E. 3b; BGer 2C_775/2017 vom 28.3.2018 E. 1.3.3; Peter 
Uebersax, Das AuG von 2005: zwischen Erwartungen und Erfahrungen, in 
Achermann et al. [Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht 2011/2012, 2012, 
S. 3 ff., 34). Art. 3 Abs. 1 KRK verlangt zudem die vorrangige und nicht die 
ausschlaggebende bzw. ausschliessliche Massgeblichkeit des Kindes-
wohls, weshalb auch andere Interessen der Sorgeberechtigten und des 
Staates zu berücksichtigen sind (BGE 136 I 297 E. 8.2).

4.3 Unstrittig hat das Kindesschutzverfahren Auswirkungen auf das 
ausländerrechtliche Verfahren und umgekehrt (vgl. BGer 2C_581/2014 
vom 12.8.2014 E. 2.5, wo von einer wechselseitigen Abhängigkeit die Rede 
ist). Ein gegenseitiges Weisungsrecht besteht indes nicht. Vielmehr hat 
jede der involvierten Behörden zur Kenntnis zu nehmen, was die jeweils 
andere entschieden hat. Entzieht die Kindesschutzbehörde der Inhaberin 
oder dem Inhaber der elterlichen Sorge das Recht, den Aufenthaltsort des 
Kindes zu bestimmen, kann die Mutter oder der Vater das Kind nicht ohne 
Weiteres ins Ausland mitnehmen. Muss das Kind aus ausländerrechtlichen 
Gründen die Schweiz verlassen, kann die Kindesschutzbehörde dies nicht 
verhindern (zum Ganzen BGer 5A_618/2016 vom 26.6.2017, in FamPra.ch 

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2017 S. 1148 E. 2.1; für das Verhältnis von Kindesschutz- und Asylverfah-
ren vgl. auch BVGer D-7321/2014 vom 24.2.2015 E. 5.2). 

4.3.1 Die KESB … hat mit verfahrensleitendem Entscheid vom 19. April 
2018 ein Kindesschutzverfahren eröffnet. Gleichzeitig hat sie den Beistand 
aufgefordert, umgehend die erforderlichen Abklärungen zu treffen und bis 
am 19. Juli 2018 einen Bericht zu erstellen (vgl. vorne E. 2.6). Dringenden 
Handlungsbedarf hat die KESB aber nicht erblickt, andernfalls sie 
vorsorgliche Anordnungen getroffen hätte. Es bestehen keine Gründe, im 
ausländerrechtlichen Verfahren von dieser Beurteilung abzuweichen, zumal 
weitere Abklärungen hier nicht angezeigt sind (vorne E. 3.1). Die Mutter 
des Beschwerdeführers ist nach wie vor Inhaberin der elterlichen Sorge, 
weshalb ihr auch das Recht zukommt, über den Aufenthaltsort ihres 
Sohnes zu bestimmen. 

4.3.2 Der Beschwerdeführer geht sodann fehl in der Auffassung, dass 
das ausländerrechtliche Verfahren die Durchführung des Kindesschutz-
verfahrens ermöglichen müsse. Es ist nicht angängig, über ein Verfahren, 
welches das Nichteintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch betreffend Be-
willigungswiderruf zum Gegenstand hat, auf ein hängiges Kindesschutz-
verfahren Einfluss zu nehmen (so bereits Zwischenverfügung vom 
23.4.2018; vgl. auch BGer 5A_618/2016 vom 26.6.2017 E. 4 betreffend 
Kindesschutz- und Asylverfahren). Vor diesem Hintergrund hat der Be-
schwerdeführer auch mit der Rüge keinen Erfolg, wonach er aufgrund sei-
nes ausländerrechtlichen Status diskriminiert würde, wenn ihm die Auslän-
derbehörden den Aufenthalt während des Verfahrens vor der KESB nicht 
gestatten würden. Wie bereits erwähnt hat die KESB … keinen dringenden 
Handlungsbedarf erblickt und insbesondere davon abgesehen, der Mutter 
des Beschwerdeführers das Aufenthaltsbestimmungsrecht gestützt auf 
Art. 310 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 
210) vorübergehend zu entziehen (insb. zur Untersuchung, ob eine 
Schutzmassnahme erforderlich ist). 

4.3.3 Im Umstand allein, dass die KESB ein Kindesschutzverfahren eröff-
net hat, ist somit kein überwiegendes privates Interesse zu erblicken, das 
die Anordnung einer vorsorglichen Massnahme verlangt.

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4.4 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, es widerspreche dem Kin-
deswohl, wenn er kurz vor dem Abschluss der obligatorischen Schulzeit in 
ein ihm grossmehrheitlich fremdes Land und in ein gänzlich unbekanntes 
Ausbildungssystem zurückgeschickt werde (Beschwerdeergänzung S. 4; 
act. 4), ergibt sich was folgt: Das Verwaltungsgericht anerkennt zwar, dass 
der Beschwerdeführer ein beachtliches persönliches Interesse an einem 
weiteren Verbleib in der Schweiz hat. Er muss sich aber vorhalten lassen, 
dass er die Schweiz bis Ende April 2017 hätte verlassen müssen. Dies hat 
er indes nicht getan, sondern im Sommer 2017 mit dem letzten obligatori-
schen Schuljahr begonnen. Vorteile, die er sich seit der rechtskräftigen Ver-
fügung vom 6. Februar 2017 verschafft hat, gewichten kaum zu seinen 
Gunsten. Zudem hat er die ersten sieben Jahre seines Lebens in Brasilien 
verbracht, wo er auch die ersten beiden Schuljahre absolviert hat. Nach 
Angaben der Mutter beherrscht der Beschwerdeführer die portugiesische 
Sprache in Wort und Schrift (vorne E. 2.1 und 2.3). Weiter hat er zwar den 
Kontakt zu seiner Mutter und zu seinem Beistand, nicht aber zu seiner in 
Brasilien lebenden Tante abgebrochen. Mit dieser soll er täglich in Kontakt 
stehen (vgl. vorne E. 2.7). Somit liegen Hinweise vor, dass die Situation in 
Brasilien besser ist als dargestellt, zumal der Beschwerdeführer dort auf ein 
Beziehungsnetz zurückgreifen kann. Über ein solches verfügt er in der 
Schweiz unbestrittenermassen nicht. Inwiefern die Unterbringung und der 
Lebensunterhalt des minderjährigen Beschwerdeführers bei einem weite-
ren Verbleib in der Schweiz hinreichend gesichert wären, ist nicht ersicht-
lich. Die nicht näher dokumentierte Bereitschaft der Familie eines Schul-
freundes, den Beschwerdeführer «im Sinn einer Übergangslösung» bei 
sich wohnen zu lassen (verfahrensleitender Entscheid der KESB … vom 
19.4.2018, Akten POM pag. 74; Beschwerdeergänzung S. 5, act. 4), reicht 
jedenfalls nicht aus. Vor diesem Hintergrund gibt es auch Interessen des 
Kindeswohls, die gegen einen weiteren Verbleib desselben in der Schweiz 
sprechen. 

4.5 Nach dem Gesagten ist im geltend gemachten Kindeswohl kein 
überwiegendes privates Interesse zu erblicken.

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5.

Zu beleuchten sind auch die Erfolgsaussichten in der Hauptsache. 

5.1 Am 10. Januar 2018 hat die Mutter des Beschwerdeführers ein 
«Gesuch um Wiedererwägung [der] Entscheide vom 6. Februar und 
27. März 2017» gestellt (Akten MIDI [act. 6D] pag. 801), auf welches das 
MIP am 15. Februar 2018 nicht eingetreten ist (Akten MIDI [act. 6D] 
pag. 870). Hiergegen hat der Beschwerdeführer (ohne seine Mutter) bei der 
POM Beschwerde erhoben. Das Verfahren ist hängig (vgl. Bst. B). 

5.2 Der Beschwerdeführer macht mit Blick auf die Hauptsache geltend, 
das MIP habe übersehen, dass mehrere Gründe vorlägen, die für die Wie-
deraufnahme der ursprünglichen Verfügung sprächen. Weiter hätte auch 
aufgrund nachträglich veränderter Umstände auf sein Gesuch vom 
10. Januar 2018 eingetreten werden müssen (vgl. Beschwerdeergänzung 
S. 5; act. 4). 

5.3 Die Wiederaufnahme eines rechtskräftigen Verwaltungsverfahrens 
wegen ursprünglicher Fehlerhaftigkeit ist nur unter qualifizierten Vorausset-
zungen möglich (Art. 56 VRPG; BVR 2002 S. 464 E. 2b, 1993 S. 244 E. 2c; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 56 N. 3 f.). – Der Beschwerdefüh-
rer stellt sich auf den Standpunkt, dass das MIP mit der Widerrufsverfü-
gung vom 6. Februar 2017 «elementare rechtsstaatliche Grundsätze» ver-
letzt habe, da es keine umfassende Verhältnismässigkeitsprüfung vorge-
nommen habe. Zudem habe es die Behörde unterlassen, die «Vereinbar-
keit der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung» (richtig: Widerruf 
der Aufenthaltsbewilligung) mit dem Recht auf Achtung des Privat- und 
Familienlebens zu prüfen (vgl. Beschwerdeergänzung S. 5; act. 4). – Bei 
summarischer Prüfung der Angelegenheit ist nicht ersichtlich, weshalb das 
rechtskräftig abgeschlossene Verfahren aufgrund der geltend gemachten 
rechtlichen Einwände wiederaufgenommen werden sollte. Diese Einwände 
hätten allenfalls dazu gedient, die Verfügung des MIP vom 6. Februar 2017 
bei der POM anzufechten. Der Beschwerdeführer hätte Gelegenheit ge-
habt, im ursprünglichen Verfahren seine Sicht der Dinge darzulegen und 
Beweismittel beizubringen. Allfällige Versäumnisse des (damaligen) 
Rechtsvertreters muss er sich anrechnen lassen. Beweismittel, die erst 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.06.2018, Nr. 100.2018.121U, 
Seite 14

nach der Verfügung vom 6. Februar 2017 entstanden sind, gelten nicht als 
Wiederaufnahmegrund im Sinn von Art. 56 Abs. 1 Bst. b VRPG. Nichts 
anderes gilt hinsichtlich des Zurückkommens auf die Nichteintretensverfü-
gung des MIP vom 27. März 2017 bzw. das Urteil des Verwaltungsgerichts 
vom 6. September 2017 (Revision nach Art. 95 VRPG). Ob mit den Ein-
schätzungen der Fachpersonen allenfalls ein seinerzeit zum Nachteil des 
Beschwerdeführers unbewiesen gebliebener Umstand belegt wird (vgl. 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 56 N. 13), wird die POM im 
Hauptverfahren zu beurteilen haben.

5.4 Gestützt auf Art. 29 der Bundesverfassung (BV; SR 101) ist auf ein 
neues Gesuch wegen nachträglicher Fehlerhaftigkeit einzutreten bzw. die 
rechtskräftige Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen, wenn die Um-
stände sich seit dem ersten Entscheid wesentlich geändert haben oder die 
gesuchstellende Person erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft 
macht, die ihr im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon 
damals geltend zu machen für sie rechtlich oder tatsächlich unmöglich war 
oder keine Veranlassung bestand (BGE 136 II 177 E. 2.1; BVR 2009 
S. 557 E. 2.2). – Als neue Sachumstände bringt der Beschwerdeführer die 
Stellungnahmen des Beistands vom 12. Dezember 2017 und der Fachpsy-
chologin der Erziehungsberatung Bern vom 7. Dezember 2017 sowie den 
Lehrvertrag vom 31. August 2017 vor (vorne E. 2.3 f.; Beschwerdeergän-
zung S. 5; act. 4). Der Beschwerdeführer legt aber nicht dar, weshalb er die 
das Kindeswohl betreffenden Gesichtspunkte nicht bereits im ursprüngli-
chen Rechtsmittelverfahren gegen die Widerrufsverfügung geltend ge-
macht hat. Aus dem aktenkundigen Lehrvertrag vom 31. August 2017 kann 
der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Er hat diesen 
Vertrag im Wissen um seine rechtskräftige Wegweisung unterzeichnet (vgl. 
vorne E. 2.2). Der Beschwerdeführer übersieht, dass er sich nicht auf Um-
stände berufen kann, die darauf zurückzuführen sind, dass er der Wegwei-
sung nicht nachgekommen ist (vgl. BGer 2C_900/2013 vom 3.4.2014 
E. 2.1 f.). Auch der Umstand, dass die KESB … ein Kindesschutzverfahren 
eröffnet hat, wirkt sich nicht zum Vorteil des Beschwerdeführers aus. Ein 
hängiges Verfahren vor der KESB mit offenem Verfahrensausgang belegt 
noch keine veränderte Sachlage, die eine Anpassung eines rechtskräftigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.06.2018, Nr. 100.2018.121U, 
Seite 15

Entscheids rechtfertigen würde (vgl. BVGer E-4243/2016 vom 14.7.2016 
E. 5). 

5.5 Wie es sich mit den geltend gemachten Rückkommens- bzw. 
Wiedererwägungsgründen genau verhält, bildet Gegenstand des vor der 
POM hängigen Hauptverfahrens und ist im vorliegenden Verfahren nicht 
abschliessend zu beurteilen. Aufgrund der summarischen Prüfung können 
jedenfalls keine eindeutigen Schlüsse für den Ausgang der Hauptsache zu 
Gunsten des Beschwerdeführers gezogen werden. Vielmehr ist mit der 
POM von eher geringen Erfolgsaussichten in der Hauptsache auszugehen. 

6.

6.1 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass ein gewichtiges öffentliches 
Interesse an der Durchsetzung der rechtskräftigen Wegweisung besteht 
(vgl. vorne E. 3.2). Das private Interesse (Kindeswohl) vermag dieses öf-
fentliche Interesse nicht zu überwiegen (vgl. vorne E. 4). Kommt hinzu, 
dass die Interessen hinsichtlich des Kindeswohls widerstreitend sind: Ent-
gegen der Auffassung des minderjährigen Beschwerdeführers spricht das 
Kindeswohl nicht ausschliesslich für einen weiteren Verbleib in der 
Schweiz. Ein weiterer Verbleib in der Schweiz liegt insofern nicht im Kin-
deswohl, als der Beschwerdeführer hier – neben seiner ebenfalls rechts-
kräftig weggewiesenen Mutter – über kein familiäres Netz verfügt und seine 
Unterkunft und sein Unterhalt nicht hinreichend gesichert wären. In Brasi-
lien verfügt er demgegenüber über eine grosse Familie und insbesondere 
über eine Tante, mit der er offenbar täglich in Kontakt steht. Auch die 
Hauptsachenprognose fällt nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers aus 
(vgl. vorne E. 5). 

6.2 Der POM ist im Übrigen darin zuzustimmen, dass sich der bean-
tragte prozessuale Aufenthalt auch nicht auf Art. 17 des Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; 
SR 142.20) stützen lässt (angefochtene Zwischenverfügung S. 3). Der Be-
schwerdeführer wendet hiergegen mit Recht nichts ein. Nur wenn die Zu-
lassungsvoraussetzungen offensichtlich erfüllt sind, kann die zuständige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.06.2018, Nr. 100.2018.121U, 
Seite 16

Behörde den Aufenthalt während des Verfahrens gestatten (Art. 17 
Abs. 2 AuG; weitergehend dazu BGE 139 I 37 E. 2; BGer 2C_253/2017 
vom 30.5.2017 E. 4.2). 

6.3 Die Abweisung des Gesuchs um vorsorgliche Massnahmen für das 
Beschwerdeverfahren vor der POM hält damit der Rechtskontrolle stand. 
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 

7.

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer 
grundsätzlich kostenpflichtig und hat keinen Anspruch auf Ersatz der Par-
teikosten (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG); die gleiche Kostenverlegung gilt 
für das Verfahren auf Erlass einer superprovisorischen Massnahme (vgl. 
Zwischenverfügung vom 23.4.2018). Der Beschwerdeführer hat jedoch für 
das verwaltungsgerichtliche Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege un-
ter Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin ersucht.

7.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 
Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den 
gleichen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder 
ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen 
Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht 
aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das 
heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos 
sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren 
anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 
die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel 
verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen 
oder aber davon absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.06.2018, Nr. 100.2018.121U, 
Seite 17

auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb austra-
gen können, weil er sie nichts kostet (BVR 2016 S. 369 E. 3.1, 2015 S. 487 
E. 7.1; BGE 142 III 138 E. 5.1).

7.3 Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers geht mit hinreichender 
Deutlichkeit aus den Akten hervor. Seiner Mutter ist angesichts der kon-
kreten Verhältnisse (rechtskräftig weggewiesen und ohne Erwerbseinkom-
men) die Unterstützung nicht zumutbar (vgl. zur familienrechtlichen Unter-
stützungspflicht BVR 2016 S. 65 E. 3.2.2). Mit Blick auf die besondere 
Problematik der Koordination von ausländerrechtlichen Verfahren und Kin-
desschutzverfahren kann die Beschwerde sodann nicht als geradezu aus-
sichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
ist somit gutzuheissen, und dem Beschwerdeführer ist für das verwaltungs-
gerichtliche Verfahren seine Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin beizu-
ordnen.

7.4 Die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege entfaltet 
grundsätzlich Wirkung ab dem Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (vgl. 
BGE 122 I 322 E. 3b; BGer 7.11.1997, in BVR 1998 S. 472 E. 5b; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 111 N. 26). – Die Rechtsvertreterin 
des Beschwerdeführers hat zwar nicht mit der Beschwerde vom 20. April 
2018, sondern erst am 8. Mai 2018 – auf die Aufforderung zum Leisten 
eines Kostenvorschusses hin – um unentgeltliche Rechtspflege ersucht. 
Dies schadet aber nicht, denn zwischen der Einreichung der Beschwerde 
und des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege liegen, abgesehen von 
der Zwischenverfügung vom 23. April 2018 (Superprovisorium), keine Ver-
fahrensschritte. Solange das Gesuch innert der angesetzten Frist zur Be-
zahlung des Vorschusses gestellt wird, gilt es ab Prozesseingabe (so je-
denfalls Hansjörg Seiler, Handkommentar BGG, 2. Aufl. 2015, Art. 64 
N. 36). Selbst wenn es sich anders verhielte, wäre die unentgeltliche 
Rechtspflege hier gestützt auf Art. 111 Abs. 3 VRPG aufgrund der zeitli-
chen Dringlichkeit der gebotenen Prozesshandlung auf den Beginn des 
verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu bewilligen (vgl. dazu allgemein 
BGE 122 I 203 E. 2f; BGer 7.11.1997, in BVR 1998 S. 472 E. 5b; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 111 N. 27). Dies gilt aber nicht 
ohne weiteres hinsichtlich des Superprovisoriums, das mit der Zwischen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.06.2018, Nr. 100.2018.121U, 
Seite 18

verfügung vom 23. April 2018 beurteilt worden ist. Dass die Kosten insoweit 
(noch ohne Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege) nicht sofort liquidiert 
worden sind, sondern erst mit der Sache verlegt werden, kann nicht aus-
schlaggebend sein. Eine abweichende Kostenverlegung rechtfertigt sich 
angesichts des beschränkten zusätzlichen Aufwands, der in diesem Punkt 
angefallen ist, aber nicht.

7.5 Mit Blick auf den in der Sache gebotenen Zeitaufwand, die Bedeu-
tung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses gibt die Kosten-
note der Rechtsvertreterin zu keinen Bemerkungen Anlass. Der tarifmäs-
sige Parteikostenersatz ist entsprechend auf Fr. 1ʹ729.--, zuzüglich Fr. 6.30 
Auslagen und Fr. 133.60 MWSt (7,7 % von Fr. 1ʹ735.30), insgesamt 
Fr. 1ʹ868.90, festzusetzen (vgl. Art. 41 Abs. 3 i.V.m. Art. 42a Abs. 3 des 
Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]). – 
Die amtliche Entschädigung bestimmt sich nach Art. 112 Abs. 1 VRPG 
i.V.m. Art. 42 KAG. Demnach bezahlt der Kanton den amtlich bestellten 
Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich 
nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar 
gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht (Art. 42 
Abs. 1 Satz 1 KAG). Der Stundenansatz beträgt Fr. 200.-- (Art. 42 
Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die 
Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; 
BSG 168.711]). Bei einem massgeblichen Zeitaufwand von 6,92 Stunden 
(415 Minuten) ist die amtliche Entschädigung auf Fr. 1ʹ384.-- (6,92 x 
Fr. 200.--), zuzüglich Fr. 6.30 Auslagen und Fr. 107.05 MWSt (7,7 % von 
Fr. 1ʹ390.30), insgesamt Fr. 1ʹ497.35, festzusetzen. Die Rechtsvertreterin 
ist vorerst aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Der Beschwerdeführer 
ist gegenüber dem Kanton bzw. der Rechtsvertreterin zur Nachzahlung 
verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 42a 
Abs. 2 KAG und Art. 123 ZPO).

8.

Der Beschwerdeweg der vorliegenden Streitigkeit folgt demjenigen in der 
Hauptsache. Soweit der Beschwerdeführer in der Hauptsache auf die Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.06.2018, Nr. 100.2018.121U, 
Seite 19

teilung einer neuen Aufenthaltsbewilligung infolge nachträglich veränderter 
Umstände abzielt, steht eine Ermessensbewilligung nach Art. 30 Abs. 1 
Bst. b AuG zur Diskussion, womit die subsidiäre Verfassungsbeschwerde 
zu ergreifen ist (Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 
2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]). 
Soweit er aufgrund ursprünglicher Fehlerhaftigkeit des Bewilligungswider-
rufs und der Wegweisung einen Aufenthaltsanspruch geltend machen will, 
steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheit zur Verfügung 
(Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG). Dementsprechend wird in der Rechts-
mittelbelehrung auf beide Rechtsmittel verwiesen. Da der prozessuale Auf-
enthalt während des Beschwerdeverfahrens eine vorsorgliche Massnahme 
bildet, kann sie vor Bundesgericht in beiden Fällen nur wegen Verletzung 
verfassungsmässiger Rechte angefochten werden (Art. 98 BGG; 
BGer 2C_60/2017 vom 30.1.2017 E. 1.2). 

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 1ʹ000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Die Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers. 

4. Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht wird dem Be-
schwerdeführer Rechtsanwältin …, Bern, als amtliche Anwältin 
beigeordnet. Der tarifmässige Parteikostenersatz wird in diesem 
Verfahren auf Fr. 1ʹ868.90 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt. 
Davon wird Rechtsanwältin … aus der Gerichtskasse eine auf 
Fr. 1ʹ497.35 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzte Entschädigung ver-

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Seite 20

gütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdefüh-
rers.

5. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern 
- dem Staatssekretariat für Migration

und mitzuteilen:
- B.________
- der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde …

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) bzw. subsidiäre Verfas-
sungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt werden.