# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6bd611b7-45c6-5c9d-8cdd-ccd5b65780d3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 07.02.2012 S 2011 134
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2011-134_2012-02-07.pdf

## Full Text

S 11 134

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 7. Februar 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. Die Beschwerdeführerin, …, geb. 1948, arbeitete seit 1987 in 

Restaurationsbetrieben, welche sie zusammen mit ihrem Ehemann pachtete. 

Das Ehepaar führte zuletzt das Restaurant … in … von 2002 bis zur Übergabe 

an einen neuen Pächter im Sommer 2010 als kleinen Familienbetrieb. Die 

Beschwerdeführerin arbeitete dort als Geschäftsführerin, wobei ihr auch 

Servicetätigkeiten im Restaurant und administrative Arbeiten im Büro 

oblagen. Im Rahmen dieser Anstellung war sie bei der Beschwerdegegnerin 

obligatorisch unfallversichert.

2. Am 27. März 2008 stürzte die Beschwerdeführerin beim Skifahren. Der 

erstbehandelnde Arzt, Dr. med. …, stellte radiologisch eine 

Tibiaplateaufraktur links fest und überwies die Beschwerdeführerin 

gleichentags ans Spital ... Dort ergab eine Computertomographie des linken 

Kniegelenks eine bikondyläre Tibiakopfluxationsfraktur links mit medialer 

Tibiaplateauabscherfraktur, latero-dorsaler Impressionsfraktur und 

mehrfragmentärer indercondylaerer Impressionszone. Infolge des 

Unfallereignisses wurde die Beschwerdeführerin vom 27. März 2008 bis am 

10. April 2008 hospitalisiert. Am 27. März 2008 erfolgte eine erste und am 1. 

April 2008 eine zweite Operation des linken Knies. Nach dem 10. April 2008 

fanden die ärztlichen Nachbehandlungen beim Hausarzt der 

Beschwerdeführerin, Dr. med. …, statt. Ferner wurden zwei bis drei Mal die 

Woche eine Physiotherapie und im Spital … Wassertherapien durchgeführt. 

Nach anfänglicher Verzögerung des Heilungsverlaufs infolge eines Infekts 

verlief die Genesung des linken Knies erfreulich, sodass die Arbeitsfähigkeit 

von vormals 0 % ab 1. Oktober 2008 auf 50 % gesteigert werden konnte. 

Aufgrund der belastungsabhängigen Beschwerden konnte im weiteren 

Verlauf keine dauerhafte Steigerung des Arbeitspensums mehr erreicht 

werden. Am 21. August 2009 wurden im linken Knie zunehmende Zeichen 

einer femoro-tibialen Arthrose mit Verschmälerung des Gelenkspaltes und 

Randzackenbildung am lateralen Tibiaplateau festgestellt. Die 

Beschwerdegegnerin kam im Anschluss an das Unfallereignis vom 27. März 

2008 für die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen auf.

3. Am 11. Februar 2009 rutschte die Beschwerdeführerin bei Glatteis aus und 

stürzte auf ihre linke Hand, worauf sie über Schmerzen im Bereich des linken 

Vorderarms sowie eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung klagte. Die 

Erstbehandlung im Spital … am 12. Februar 2009 ergab eine distale 

intraartikuläre Radiusfraktur links. Am 16. Februar 2009 erfolgte die Operation 

des Handgelenkbruchs mit anschliessender Hospitalisation bis zum 18. 

Februar 2009. Nach einem erfreulichen Heilungsverlauf konnte die 

Arbeitsfähigkeit am 15. April 2009 von 0 % wiederum auf 50 % gesteigert 

werden. Im Anschluss an das Unfallereignis vom 11. Februar 2009 übernahm 

die Beschwerdegegnerin die Heilbehandlungskosten und richtete 

Taggeldleistungen aus.

4. Nachdem aufgrund belastungsabhängiger Beschwerden im linken Knie und 

im linken Handgelenk keine dauerhafte Steigerung des Arbeitspensums mehr 

erreicht werden konnte, liess die Beschwerdegegnerin eine orthopädische 

und rheumatologische Begutachtung der Beschwerdeführerin durchführen. 

Die Klink … erstellte am 13. Dezember 2010 das Gutachten samt Evaluation 

der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL). Gutachterlich festgehalten wurde 

insbesondere, dass der Beschwerdeführerin eine körperlich leichte bis 

mittelschwere Arbeit mit maximalen Gewichtsbelastungen bis 15 kg (Heben 

horizontal) ganztags möglich wäre. In der bisherigen Tätigkeit als 

selbständige Restaurant-Geschäftsführerin sei ihr eine Tätigkeit mit einem 

Pensum von 50 % zumutbar.

5. Auf ein Gesuch der Beschwerdeführerin vom 4. Juni 2009 hin führte die IV-

Stelle des Kantons Graubünden (IV-Stelle) eine Rentenbeurteilung durch. Mit 

Verfügung vom 9. März 2011 wurde der Beschwerdeführerin, mit Wirkung ab 

1. Dezember 2009 eine halbe Invalidenrente zugesprochen, da diese seit dem 

Unfall vom 27. März 2008 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei 

und die spezialärztlichen Abklärungen ergeben hätten, dass ihr die bisherige 

Tätigkeit nur noch im Rahmen von 50 % zugemutet werden könne.

6. Mit Verfügung vom 14. März 2011 stellte die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungen für Taggelder auf den 31. Januar 2011 und für Heilbehandlungen 

auf den 30. April 2011 ein. Gleichzeitig sprach sie der Beschwerdeführerin 

eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer 30%igen Einschränkung in 

der Höhe von Fr. 37'800.-- zu. Im Gegensatz zur IV-Stelle verneinte sie aber 

einen Rentenanspruch mangels Erheblichkeit. Die Beschwerdeführerin hätte 

im bisherigen Tätigkeitsgebiet zur Zeit des Unfalles gemäss ihrem 

individuellen Kontoauszug 2006/2007 ein Valideneinkommen von Fr. 48'000.-

- erzielen können. In einer angepassten, leichten Tätigkeit sei es ihr möglich, 

ohne Belastung des Knies noch zu 100 % zu arbeiten. Gemäss den 

statistischen Zahlen der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 

(LSE) des Jahres 2008, Tabelle TA 1, Anforderungsniveau 4, Sektor 3 

(Dienstleistungen), könnte sie mit einem Bruttomonatslohn von Fr. 4'089.-- bei 

einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden und abzüglich eines 

leidensbedingten Abzuges von 10 % ein Invalideneinkommen von 

durchschnittlich Fr. 45'927.-- erzielen, was eine Erwerbseinbusse von Fr. 

2'073.-- pro Jahr bedeute und bezogen auf den Validenlohn einer 

Erwerbseinbusse von gerundet 5 % entspreche. Gegen die Verfügung vom 

14. März 2011 erhob die Beschwerdeführerin Einsprache, welche mit 

Entscheid vom 24. August 2011 abgewiesen wurde.

7. Am 26. September 2011 reichte die Beschwerdeführerin Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht ein und beantragte die Aufhebung des 

Einspracheentscheides vom 24. August 2011 sowie die Zusprechung einer 

halben IV-Rente – eventuell einer nach objektivem Ermessen. Als 

Begründung wurde ausgeführt, dass sich die Beschwerdeführerin von den 

Unfällen nicht mehr vollständig erholt habe. Gemäss dem bei der Klinik … 

eingeholten Fachgutachten könnten vor allem die am linken Kniegelenk 

vorhandenen Schäden nicht mehr angegangen werden. Somit sei von einer 

bleibenden Invalidität auszugehen. Die IV-Stelle habe auf einen IV-Grad von 

50 % erkannt und der Beschwerdeführerin eine halbe Rente zugesprochen. 

Die Beschwerdegegnerin sei gemäss einer Telefonnotiz der IV-Stelle mit 

deren Entscheid einverstanden gewesen. In der Folge habe die 

Beschwerdegegnerin aber mit der Behauptung, die IV-Stelle habe keinen 

Lohnvergleich erstellt, sondern nur auf den Arbeitsunfähigkeitsgrad der 

Beschwerdeführerin im angestammten Beruf abgestellt, lediglich eine 

Erwerbseinbusse von 4.32 % errechnet. Es treffe aber nicht zu, dass die IV-

Stelle keinen Einkommensvergleich vorgenommen habe. So habe sie in ihrem 

umfassenden Case Report unter anderem festgehalten, dass in vorliegendem 

Fall ein Betätigungsvergleich wenig Sinn mache und sich eine 

Verweistätigkeit nicht aufdränge. Die IV-Stelle habe richtig erkannt, dass zur 

Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit einer versicherten Person stets der für 

diese Person in Betracht fallende Arbeitsmarkt massgebend sei. Dass die 

Beschwerdeführerin bei leichter Bürotätigkeit noch zu 100 % arbeiten und ein 

Invalideneinkommen von durchschnittlich Fr. 45'928.-- erzielen könne, sei 

schlichtweg weltfremd. Die Beschwerdeführerin sei im 64. Lebensjahr und seit 

1987 zusammen mit ihrem Mann als selbständige Wirtin in einem eigenen 

Lokal erwerbstätig. Mit dieser Tätigkeit habe sie ihre Leistungsfähigkeit 

optimal ausgenutzt. An ein Umsatteln in eine reine Bürotätigkeit sei nicht zu 

denken, zumal auch die von der Beschwerdeführerin im eigenen Betrieb 

verrichtete, eingeschränkte Büroarbeit unmöglich in einem normalen 

Anstellungsverhältnis verwirklicht werden könne. Es sei mit der IV-Stelle 

davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem unfallbedingt 

angeschlagenen Gesundheitszustand in ihren letzten Erwerbsjahren 

unmöglich durch eine andere zumutbare Tätigkeit einen mit ihrem 

Valideneinkommen vergleichbaren Verdienst erzielen könnte. Etwas anderes 

ergebe sich auch nicht aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, zumal 

dort verlangt werde, dass der Versicherte zumutbarerweise in der Lage sein 

müsse, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Gerade 

dies sei bei der Beschwerdeführerin nicht der Fall. 

8. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung 

der Beschwerde. Zur Annahme der Beschwerdeführerin, ihr sei eine 

(rentenausschliessende) Verweistätigkeit nicht zumutbar, führte sie aus, dass 

die Beschwerdeführerin zum massgebenden Zeitpunkt der Rentenprüfung 

das 63. Altersjahr noch nicht erreicht habe. Sie habe als Geschäftsführerin mit 

Servicetätigkeit im Restaurant … in … gearbeitet und ihre Einkünfte als 

unselbständige Tätigkeit deklariert. Gemäss dem Gutachten der Klinik … vom 

13. Dezember 2010 sei sie ferner in ihrer angestammten Tätigkeit, 

insbesondere im Service, eingeschränkt. In einer angepassten Tätigkeit, etwa 

einer körperlich leichten bis mittelschweren Arbeit mit maximalen 

Gewichtsbelastungen von 15 kg (Heben horizontal), sei sie aber ganztags 

arbeitsfähig. Somit seien auf dem hypothetischen, als ausgeglichen 

unterstellten Arbeitsmarkt genügend angepasste und dem 

Zumutbarkeitsprofil entsprechende Tätigkeiten zu finden. Gestützt auf das 

einschlägige Gutachten der Klinik … vom 13. Dezember 2010 sei nach 

Durchführung des Einkommensvergleichs ein Rentenanspruch mangels 

Erheblichkeit verneint worden. Es sei dabei beim Invalideneinkommen 

berücksichtigt worden, dass der Beschwerdeführerin eine ganztätige 

Bürotätigkeit zugemutet werden könne. Eine solche Tätigkeit entspreche 

überdies ihrer Ausbildung, habe sie doch einst die Handelsschule absolviert. 

Da sie ihre verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll 

ausschöpfe, rechtfertige es sich, auf ein hypothetisch ermitteltes 

Invalideneinkommen abzustellen. Zugunsten der Beschwerdeführerin sei 

lediglich auf das Anforderungsniveau 4 und den Sektor 3 (Dienstleistungen) 

der Lohnstrukturerhebungstabelle 2008 (LSE) abgestellt worden. Aufgrund 

der über Jahre hinweg ausgeübten Tätigkeit als Geschäftsführerin und des 

Handelsabschlusses der Beschwerdeführerin käme aber auch die 

Anwendung eines höheren Anforderungsprofils und ein Totalwert über alle 

Sektoren in Betracht. Am Ergebnis änderte sich nichts, wenn davon 

ausgegangen würde, dass die Beschwerdeführerin altershalber ihre 

zumutbare Erwerbstätigkeit nicht mehr aufgenommen hätte. Dies entspräche 

einem Anwendungsfall von Art. 28 Abs. 4 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202). In Anbetracht, dass die 

Beschwerdeführerin nach wie vor in einer Bürotätigkeit vollumfänglich 

arbeitsfähig sei, was auch ihrer Berufsausbildung entspreche, würde ein 

Einkommensvergleich auf der Basis des mittleren Alters ebenso zur 

Verneinung eines Rentenanspruchs führen. 

9. Replicando hielt die Beschwerdeführerin fest, dass die Voraussetzungen für 

die Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV nicht gegeben seien. Einerseits sei 

es unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ihre Erwerbstätigkeit nach der 

unfallbedingten Auszeit sogleich wieder im angestammten Beruf 

aufgenommen habe. Andererseits sei auch der zweite Tatbestand der 

Bestimmung, wonach sich das vorgerückte Alter einer versicherten Person 

erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auszuwirken 

hat, vorliegend nicht erfüllt. Es bestünden keine Anhaltspunkte, dass der 

physiologischen Altersgebrechlichkeit verglichen mit den anderen Ursachen 

der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin eine 

wesentliche Bedeutung zukomme. Es sei im Gutachten der Klinik … vom 13. 

Dezember 2010 explizit festgehalten, dass die bei der Beschwerdeführerin 

vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf den Unfall als alleinige 

Ursache zurückzuführen seien. Unter den gegebenen Umständen sei es 

somit klar, dass es sich vorliegend nicht um einen Anwendungsfall von Art. 28 

Abs. 4 UVV handle. 

10. Duplicando hielt die Beschwerdegegnerin entgegen, dass die Anwendung der 

Sonderregelung von Art. 28 Abs. 4 UVV voraussetze, dass die versicherte 

Person altershalber die Erwerbstätigkeit nicht mehr aufnehme oder ein 

Gesundheitsschaden vorliege, der bei jüngeren Versicherten wesentlich 

geringere Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit hätte. Vorliegend komme 

Art. 28 Abs. 4 UVV zur Anwendung, da der Wortlaut der Bestimmung e maiore 

minus die im Rahmen der Schadenminderungspflicht gebotene Aufnahme 

einer Verweisungstätigkeit einschliesse. Von der Aufnahme einer 

Verweistätigkeit sei vorliegend einzig aufgrund der baldigen Pensionierung, 

d.h. aus Gründen des Alters der Beschwerdeführerin abgesehen worden. 

Gemäss dem Gutachten der Klinik … vom 13. Dezember 2010 habe die 

Beschwerdeführerin bis Ende Juni 2010 mit ihrem Ehemann zusammen 

mehrere Restaurantbetriebe geführt. Obschon die zum massgebenden 

Zeitpunkt 62-jährige Beschwerdeführerin in Bezug auf die Bürotätigkeit nicht 

eingeschränkt sei und sie diesbezüglich auch über eine entsprechende 

Ausbildung, d.h. eine Berufsausbildung im Büro bzw. der Handelsschule 

verfüge, habe sie in der Verweistätigkeit die Arbeit nicht mehr aufgenommen. 

Es sei davon auszugehen, dass die Nichtaufnahme der Arbeitstätigkeit einzig 

aus Gründen des Alters erfolgt sei, zumal der Beschwerdeführerin gemäss 

dem einschlägigen Gutachten eine körperlich leichte bis mittelschwere Arbeit 

mit maximaler Gewichtsbelastung bis 15 kg (Heben horizontal) ganztags 

möglich sei. Nehme die versicherte Person jedoch altershalber die 

Verweistätigkeit nicht mehr auf, so gelange Art. 28 Abs. 4 UVV zur 

Anwendung. In diesem Fall sei beim Einkommensvergleich nicht vom 

tatsächlichen Alter der versicherten Person, sondern von einer Person 

mittleren Alters auszugehen. Es würden dabei die gleichen beruflichen und 

persönlichen Fähigkeiten wie beim Versicherten angenommen. In diesem 

Zusammenhang sei bei der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen, dass ihr 

praktisch das gleiche Tätigkeitsprofil zur Verfügung stehe. War sie vor dem 

Unfall als Geschäftsführerin eines Restaurantbetriebes tätig, könne sie die 

gleiche Arbeit bis auf die Servicefunktion auch nach dem Unfall ausüben. 

Demgemäss wäre beim Einkommensvergleich eine Geschäftsführung eines 

Restaurantbetriebes ohne Servicefunktion anzurechnen. Dies führte jedoch 

zu keinem rentenbegründenden Unterschied und wäre betragsmässig kaum 

von Relevanz. Eine rein administrative und leitende Funktion würde sich 

vorliegend ohnehin lohnerhöhend auswirken.

11. Wie von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 26. September 

2011 und von der Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 11. 

Oktober 2011 beantragt, zog die Instruktionsrichterin die Akten bei der IV-

Stelle bei und gab den Parteien die Möglichkeit zur Stellungnahme. Beide 

Parteien verzichteten indes auf eine Stellungnahme. Ebenso editierte die 

Instruktionsrichterin weitere Akten betreffend das Unfallereignis vom 11. 

Februar 2009 von der Beschwerdegegnerin und gab der Beschwerdeführerin 

die Möglichkeit zur Stellungnahme. Die Beschwerdeführerin verzichtete auch 

hier auf eine Stellungnahme.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und auf den 

angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt der vorliegenden Beschwerde bildet der 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 24. August 2011. Streitig 

und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin zu Recht verneint hat. Nicht streitig sind hingegen die 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen, der Zeitpunkt des Fallabschlusses 

sowie die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Ebenfalls 

nicht Streitgegenstand der vorliegenden Beschwerde ist die 

Integritätsentschädigung. Im Folgenden gilt es zunächst abzuklären, ob die 

Beschwerdegegnerin an die Invaliditätsbemessung der IV-Stelle gebunden 

ist. Danach ist die Anwendbarkeit von Art. 28 Abs. 4 UVV zu prüfen und die 

Rentenfrage zu klären.

2. a) In ihrer Beschwerde vom 26. September 2011 führt die Beschwerdeführerin 

aus, dass gemäss dem Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) im ganzen 

Sozialversicherungsrecht vom gleichen Invaliditätsbegriff auszugehen sei. 

Diese Aussage ist dahingehend zu relativieren, dass zwar Art. 8 ATSG den 

Begriff der Invalidität auf allgemeine Weise definiert, es sich jedoch nicht so 

verhält, dass der Invaliditätsbegriff im schweizerischen Recht einheitlich 

verwendet wird (Ueli Kieser, Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, 

Zürich/St. Gallen 2008, S. 169). Ähnlich trägt es sich mit der Einheitlichkeit 

des Invaliditätsgrades zu. In Art. 16 ATSG hat der Gesetzgeber zwar eine 

Definition des Invaliditätsgrades festgeschrieben, welche im ganzen 

Sozialversicherungsrecht Platz greift, doch gilt diese einheitlich nur unter 

Vorbehalten. So ist beispielsweise zu beachten, dass die Rechtsprechung die 

einzelnen Beziehungen unter den verschiedenen Sozialversicherungsträgern 

unterschiedlich betrachtet und damit eine Bindungswirkung von Entscheiden 

eines Sozialversicherungsträgers für andere Sozialversicherungsträger 

grundsätzlich nicht anerkennt (Ueli Kieser, a.a.O., S. 174; vgl. BGE 133 V 549; 

131 V 362 E. 2.2 betreffend der gegenseitigen Bindungswirkung von 

Invaliditätsschätzungen der Unfallversicherung und der 

Invalidenversicherung; ferner AHI 2004 S.181 E. 4.3). Die einzelnen 

Sozialversicherungsträger haben somit den Invaliditätsgrad einer 

versicherten Person stets selbständig zu ermitteln und sind nicht an 

Bemessungen anderer Sozialversicherungsträger gebunden, obschon sie 

bereits abgeschlossene Invaliditätsfestlegungen mit zu berücksichtigen 

haben (BGE 126 V 288; Ueli Kieser, a.a.O., S. 174). Die aus BGE 126 V 288 

abgeleitete Koordination der IV-Bemessung, wonach unterschiedliche 

Festlegungen des IV-Grades aus Gründen der Rechtssicherheit und im 

Interesse der Versicherten zu vermeiden sind, hat gemäss neuster 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung an Bedeutung verloren (vgl. dazu BGE 

133 V 549 E. 6.2).

b) Vorliegend haben zwei Sozialversicherungsträger den Invaliditätsgrad der 

Beschwerdeführerin unterschiedlich bemessen und gestützt darauf 

unterschiedliche Rechtsfolgen verfügt. Die IV-Stelle erkannte auf einen 

Invaliditätsgrad von 50 % und sprach der Beschwerdeführerin eine halbe 

Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Dezember 2009 zu. Im Gegensatz dazu 

verneinte die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch bei einem von ihr 

ermittelten IV-Grad von 5 % mangels Erheblichkeit (Art. 18 Abs. 1 UVG). Wie 

sich aus den vorstehenden Ausführungen ergibt, durfte respektive musste die 

Beschwerdegegnerin ihre eigene Bemessung des IV-Grades anstellen, da die 

Invaliditätsschätzung der IV-Stelle ihr gegenüber keine Bindungswirkung 

entfaltete (vgl. BGE 131 V 362 E. 2.2). Dass die Beschwerdegegnerin sich 

zunächst mit dem Entscheid der IV-Stelle einverstanden gezeigt haben soll, 

wie dies die Beschwerdeführerin aus einer Telefonnotiz der IV-Stelle vom 11. 

Januar 2011 ableitet, spielt indes keine Rolle, da die Beschwerdegegnerin 

danach noch immer den IV-Grad für ihren Entscheid vom 14. März 2011 

eigenständig und losgelöst von der Schätzung der IV-Stelle ermitteln durfte 

bzw. musste. 

Vorliegend erscheint ein Abweichen der Beschwerdegegnerin von der 

Invaliditätsschätzung der IV-Stelle insbesondere auch deshalb angezeigt, da 

davon ausgegangen werden kann, dass diese von einer Verweistätigkeit wohl 

auch aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin 

abgesehen hat. So hat die IV-Stelle in ihrem Case Report am 9. September 

2009 und am 7. Januar 2011 festgehalten, dass die Versicherte 61 Jahre alt 

sei, immer im angestammten Beruf gearbeitet habe und sich sodann eine 

Verweistätigkeit nicht aufdränge. Ein Abweichen von der 

Invaliditätsschätzung der IV-Stelle erscheint ferner auch deshalb angezeigt, 

weil zum Zeitpunkt der Rentenprüfung durch die Beschwerdegegnerin im 

März 2011 die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann den gepachteten 

Restaurationsbetrieb … bereits aufgegeben hatten. Vorliegend ist nun die 

Rechtmässigkeit der Verneinung des Rentenanspruchs durch die 

Beschwerdegegnerin zu überprüfen, respektive sind die relevanten 

rechtlichen Grundlagen zur Berechnung des IV-Grades zu klären. Dabei steht 

für das Gericht die Frage der Anwendbarkeit von Art. 28 Abs. 4 UVV im 

Vordergrund. 

3. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 24. August 2011 erwähnte die 

Beschwerdegegnerin, dass vorliegend nicht von einem Anwendungsfall von 

Art. 28 Abs. 4 UVV auszugehen sei. Stattdessen sei ein 

Einkommensvergleich im Zeitpunkt der Rentenverfügung vorzunehmen. 

Mangels Erreichen eines (erheblichen) IV-Grads von 10 % müsse vorliegend 

ein Rentenanspruch verneint werden. Hiernach erklärte die 

Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 11. Oktober 2011 und 

ihrer Duplik vom 31. Oktober 2011 die Bestimmung von Art. 28 Abs. 4 UVV 

für anwendbar. In ihrer Begründung verneinte die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin, wobei sie die Ablehnung des 

Rentenanspruches aufgrund von Art. 28 Abs. 4 UVV nicht weiter mit 

Berechnungen belegte. Vorliegend ist das Vorgehen der 

Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Die Begründung des 

angefochtenen Einspracheentscheides erging substantiiert. Im 

Beschwerdeverfahren hielt die Beschwerdegegnerin an ihrer Begründung 

fest, machte aber zusätzliche Ausführungen und erklärte dabei Art. 28 Abs. 4 

UVV für anwendbar. Die Beschwerdeführerin konnte sich im Rahmen des 

zweiten Schriftenwechsels vor dem Verwaltungsgericht dazu äussern. Von 

dieser Möglichkeit hat sie Gebrauch gemacht und dem Gericht ihre 

Argumente bezüglich der Anwendbarkeit von Art. 28 Abs. 4 UVV vorgetragen. 

Dabei machte sie geltend, dass keiner der beiden Tatbestände von Art. 28 

Abs. 4 UVV vorliegend erfüllt sei. Zum einen habe die Beschwerdeführerin 

ihre Erwerbstätigkeit nach der unfallbedingten Auszeit sogleich wieder im 

angestammten Beruf aufgenommen. Zum anderen bestünden keine 

Anhaltspunkte, dass der physiologischen Altersgebrechlichkeit der 

Beschwerdeführerin verglichen mit den anderen Ursachen der 

Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit eine wesentliche Bedeutung 

zukomme. 

4. a) Nach Art. 18 Abs. 1 UVG hat ein Versicherter Anspruch auf eine 

Invalidenrente, wenn er infolge eines Unfalls zu mindestens 10 % invalid ist. 

Die Invalidenrente beträgt gemäss Art. 20 Abs. 1 UVG bei Vollinvalidität 80 

Prozent des versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie entsprechend 

gekürzt. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 

ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung des 

Valideneinkommens ist nach der Rechtsprechung entscheidend, was die 

versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. 

Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und 

der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da 

erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 59). 

b) Art. 18 Abs. 2 UVG ermächtigt den Bundesrat, die Bemessung des 

Invaliditätsgrades in Sonderfällen in Abweichung von 16 ATSG zu regeln. 

Gestützt auf diese Ermächtigung ist in Art. 28 Abs. 4 UVV bezüglich 

Valideneinkommen folgendes festgelegt: Nimmt ein Versicherter nach dem 

Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr auf oder wirkt sich das 

vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der 

Erwerbsfähigkeit aus, so sind für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die 

Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei 

einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte. Zur 

Bemessung des hypothetischen Invalideneinkommens ist massgebend, was 

diese Person auf dem ihr offenstehenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise 

verdienen könnte (BGE 114 V 315 E. 4a). Bei der Ermittlung des 

hypothetischen Invalideneinkommens stützt sich die Unfallversicherung 

jeweils auf den Verdienst, welcher der Versicherte im konkreten Fall an einem 

zumutbaren Arbeitsplatz erzielen könnte (sog. DAP-Arbeitsplätze). Gemäss 

Rechtsprechung ist für die Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV das Vorliegen 

einer persönlichen und einer sachlichen Komponente vorausgesetzt (RKUV 

1990, U 115, E. 4b). Dabei wird in persönlicher Hinsicht verlangt, dass der 

Versicherte kurz vor der beruflichen Aufgabe der Erwerbstätigkeit steht und in 

sachlicher Hinsicht, dass ein Gesundheitsschaden vorliegt, der bei einem 

jüngeren Versicherten mit wesentlich geringeren Auswirkungen auf 

Erwerbsfähigkeit verbunden wäre (Peter Omlin, Die Invalidität in der 

obligatorischen Unfallversicherung, 1995, S. 252). Die Altersgrenze, ab 

welcher Art. 28 Abs. 4 UVV zur Anwendung gelangt, ist bei rund 60 Jahren 

anzusiedeln (vgl. u.a. Urteile des Bundesgerichts 8C_164/2010 vom 30. Juni 

2010 E. 5.2 und U 313/06 vom 14. August 2007 E. 3.4 je mit weiteren 

Hinweisen). Bei der Bestimmung der Altersgrenze im konkreten Fall ist zudem 

berufsspezifischen Gewohnheiten und allenfalls besonderen Umständen des 

Einzelfalls Rechnung zu tragen. Ausschlaggebend ist dabei das Alter bei 

Rentenbeginn (BGE 123 V 419 E. 1b und 2; Alexandra Rumo-Jungo, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Auflage, zu Art. 18 Abs. 3, S. 

142 f.). Gemäss Rechtsprechung wird mit dieser Bestimmung bei der 

Invaliditätsbemessung zum einen dem Umstand Rechnung getragen, dass 

nebst der – grundsätzlich allein versicherten – unfallbedingten Invalidität auch 

das Alter eine Ursache der Erwerbslosigkeit oder -unfähigkeit bildet. Zum 

andern wird berücksichtigt, dass die Invalidenrenten der Unfallversicherung 

bis zum Tod der Versicherten zur Ausrichtung gelangen (Art. 19 Abs. 2 UVG), 

wobei sie – in Abweichung von Art. 17 Abs. 1 ATSG – nach dem Monat, in 

dem Männer das 65. und Frauen das 62. Altersjahr vollendet haben, nicht 

mehr revidiert werden können (vgl. Art. 22 UVG in der bis Ende 2011 

geltenden Fassung). Damit soll mit Art. 28 Abs. 4 UVV verhindert werden, 

dass bei älteren Versicherten zu hohe Invaliditätsgrade resultieren und 

Dauerrenten zugesprochen werden, wo sie mit Blick auf die unfallbedingte 

Invalidität eher die Funktion von Altersrenten aufweisen (Urteil des 

Bundesgerichts U 313/06 vom 14. August 2007; BGE 122 V 418, E. 3a mit 

weiteren Hinweisen). 

c) Gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV sind also zur Bestimmung des Invaliditätsgrades 

die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter, 

d.h. bei etwa 42 Jahren oder zwischen 40 und 45 Jahren (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts U 313/06 vom 14. August 2007 E. 3.4 mit weiteren 

Hinweisen), bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen 

könnte, wenn dieser grundsätzlich über 60 Jahre alt ist und er entweder nach 

dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt (Variante I) 

oder sich sein vorgerücktes Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung 

der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). Die Beschwerdeführerin war im 

Zeitpunkt der Einstellung der Taggeldzahlungen am 31. Januar 2011 – und 

insofern bei Rentenbeginn – knapp 63 Jahre alt. Bei Erlass des 

Einspracheentscheides am 24. August 2011 stand sie bereits im 64. 

Lebensjahr. Die altersmässige Voraussetzung für die Anwendung von Art. 28 

Abs. 4 UVV ist somit zweifellos erfüllt. In Frage steht im Weiteren die Erfüllung 

der zweiten Variante des Tatbestandes der Norm. 

d) Gemäss dem Gutachten der Klink … vom 13. Dezember 2010 ist die 

Beschwerdeführerin bei der (zuletzt ausgeübten) Servicetätigkeit zu 50 % 

arbeitsunfähig. Die EFL hat gezeigt, dass für die Beschwerdeführerin eine 

erhebliche Belastung (67 % bis 100 %) beim Stehen und Gehen besteht. Beim 

Hantieren von leichten Lasten, der Handkraft und vorgeneigten Stehen ist von 

einer mittleren Belastung (34 % bis 67 %) und beim Treppensteigen und 

Sitzen von einer leichten Belastung (0 % bis 33 %) auszugehen. Die Klinik … 

kam in ihrem Gutachten aufgrund dessen zum Schluss, dass eine körperlich 

leichte bis mittelschwere Arbeit mit maximalen Gewichtsbelastungen bis 15 

kg (Heben horizontal) für die Beschwerdeführerin weiterhin ganztags möglich 

ist. Da gemäss Aktenlage der bisherige Restaurantbetrieb im Sommer 2010 

aufgegeben und an einen neuen Pächter übergeben wurde, bestand für die 

Beschwerdeführerin keine Möglichkeit mehr zur Weiterbeschäftigung im 

eigenen Betrieb. Laut IV-Stelle wäre sie dort optimal eingegliedert gewesen. 

Mit Blick auf die Schadenminderungspflicht der Beschwerdeführerin (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts K 97/02 vom 16. September 2003 E. 2 in fine; U 

339/03 vom 19. August 2004 E. 3.3 je mit Hinweisen) hätte diese unter den 

gegebenen Umständen zur Verwertung der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit 

auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nach einer Stelle suchen müssen. Ihr 

fortgeschrittenes Alter wäre hierbei mit grösster Wahrscheinlichkeit ein 

erhebliches Hindernis gewesen. Davon scheint im Übrigen auch die 

Beschwerdeführerin selbst auszugehen, wenn in der Beschwerde erwähnt 

wird, dass sie „mit ihrem unfallbedingt angeschlagenen Gesundheitszustand 

in ihren letzten Erwerbsjahren unmöglich durch eine andere zumutbare 

Tätigkeit einen mit ihrem Valideneinkommen vergleichbaren Verdienst 

erzielen könnte“. Hingegen ist davon auszugehen, dass sie im mittleren Alter 

eine geeignete Stelle hätte finden können (vgl. hier auch Urteil des 

Bundesgerichts U 538/06 vom 30. Januar 2007 E. 3.2).

e) Vorliegend bestätigt sich, dass das fortgeschrittene Alter die Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin in einer Verweistätigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt relevant begrenzt. Mit Blick auf die jüngere bundesgerichtliche 

Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts 8C_164/2010 vom 30. Juni 

2010 E. 5; U 313/06 vom 14. August 2007 E. 3.4; U 357/06 vom 28. Februar 

2007 E. 5.2; U 538/06 vom 30. Januar 2007 E. 3.2; U 332/05 vom 17. März 

2006 E. 2.2.2) ist die Anwendbarkeit von Art. 28 Abs. 4 UVV (Variante II) 

vorliegend zu bejahen. Der Invaliditätsbemessung sind deshalb 

entsprechende Vergleichseinkommen einer Person im mittleren Alter 

zugrunde zu legen. Einen entsprechenden Einkommensvergleich hat die 

Beschwerdegegnerin vorliegend allerdings nicht vorgenommen. Lediglich hat 

sie in ihrer Vernehmlassung vom 11. Oktober 2011 festgehalten, dass ein 

solcher Vergleich auf der Basis des mittleren Alters zur Verneinung eines 

Rentenanspruchs führen würde. In ihrer Duplik erwähnte sie, dass „[…] unter 

anderem beim Einkommensvergleich eine Geschäftsführung eines 

Restaurantbetriebs ohne Servicefunktion anzurechnen [wäre]. Dies führt 

jedoch nicht zu einem rentenbegründenden Unterschied und dürfte wohl 

kaum betragsmässig von Relevanz sein. Ohnehin würde sich eine rein 

administrative und leitende Funktion eher lohnerhöhend auswirken.“ Diese 

Ausführungen genügen allerdings nicht, um einen Rentenanspruch aufgrund 

von Art. 28 Abs. 4 UVV zu verneinen. Aus diesem Grund ist die Beschwerde 

gutzuheissen, der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die 

Invalidenrente bzw. den Invaliditätsgrad nach UVG ausgehend vom 

Einkommensvergleich nach Art. 28 Abs. 4 UVV neu berechne. 

5. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos (Art. 61 

lit. a ATSG). Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die obsiegende 

Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g 

ATSG). Auf die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eingereichte 

Kostennote kann indes nicht abgestellt werden. Einerseits werden dort die 

Aufwendungen betragsmässig nicht, wie verlangt, detailliert aufgeführt. 

Andererseits enthält die Kostennote – ebenfalls betragsmässig nicht detailliert 

– auch den Aufwand für das Verwaltungsverfahren („Diverse Besprechungen 

und Telefongespräche mit Ihnen, Studium der Akten und der Rechtsfragen, 

Einsprache vom 14.04.2011 […]“), welcher hier nicht zu entschädigen ist (Art. 

52 Abs. 3 ATSG). Das geltend gemachte Honorar von Fr. 4'276.80 (15.5 Std. 

zu Fr. 250.--, zuzüglich Fr. 85.-- Spesen und MWST) ist vorliegend unter 

Abzug des Aufwands für das vorinstanzliche Verfahren ermessensweise zu 

reduzieren. Ermessensweise legt das Gericht das Honorar pauschal auf Fr. 

3'500.-- (inkl. MWST) fest. Dieses ist von der Beschwerdegegnerin zu tragen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Einspracheentscheid vom 24. August 

2011 aufgehoben und die Sache zur Vornahme der Rentenberechnung 

gestützt auf Art. 28 Abs. 4 UVV sowie zu neuem Entscheid an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin zahlt der Beschwerdeführerin eine reduzierte 

Parteientschädigung von pauschal total Fr. 3'500.-- (inkl. MWST).