# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0d80c26-ab97-564e-8da3-d20863a4bfa5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.06.2021 IV 2020/245
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-245_2021-06-21.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/245

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 22.12.2021

Entscheiddatum: 21.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2021
Art. 28 IVG. Prüfung eines Rentenanspruchs nach Neuanmeldung. 
Beweiskraft Gutachten. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in 
angepassten Tätigkeiten. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Juni 2021, IV 
2020/245).

Entscheid vom 21. Juni 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

IV 2020/245

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Laube, KSPartner, Ulrichstrasse 14, 

8032 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 20. August 2004 unter Hinweis 

auf schwere Depressionen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) 

an. Zuletzt hatte er als (ungelernter) Maschinist/Mitarbeiter Abfüllerei bei der B.___ und 

im Nebenverdienst als Zeitungsverträger/Medienkurier für die C.___ gearbeitet (IV-act. 

3, 13 f.). Die IV-Stelle des Kantons Graubünden holte unter anderem Berichte der 

behandelnden Ärzte ein, welche beim Versicherten eine paranoide Schizophrenie und 

ein chronisches lumbospondylogenes und cervicospondylogenes Syndrom 

diagnostizierten und eine Arbeitstätigkeit für nicht mehr zumutbar erachteten (IV-act. 15 

f., 22). Daraufhin wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 4. Oktober 2006 ab 1. 

August 2004 eine ganze Invalidenrente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 

100 %, zugesprochen (IV-act. 38). Mit Mitteilung vom 4. Juli 2008 bestätigte die IV-

Stelle den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (IV-act. 54).

A.a. 

Im Rahmen eines im Jahr 2011 eingeleiteten Revisionsverfahrens holte die IV-

Stelle des Kantons Graubünden ein neuropsychologisches und ein psychiatrisches 

Gutachten bei Dr. phil. D.___, Diplompsychologe/Klinischer Neuropsychologe, vom 

25. Juni 2012 und Dr. med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

vom 4. Juli 2012 ein (IV-act. 115 f.). Dr. E.___ diagnostizierte eine paranoide 

Schizophrenie, nahm indes zur Arbeitsfähigkeit keine Stellung, weil der Versicherte 

neuropsychologische Einschränkungen simuliert habe und sich deshalb das Ausmass 

von tatsächlich vorliegenden Einschränkungen nicht sicher festlegen lasse (IV-act. 

116-31, 35). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (IV-act. 158) hob die IV-

Stelle des Kantons Graubünden die Rente mit Verfügung vom 8. November 2013 per 

Ende Dezember 2013 auf. Zur Begründung gab sie an, der Gesundheitszustand habe 

A.b. 

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B.  

sich in revisionsrechtlich relevantem Ausmass verbessert (IV-act. 205). Die gegen die 

Verfügung vom 8. November 2013 erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden mit Urteil vom 11. November 2014 ab (IV-act. 223). Die 

Beschwerde ans Bundesgericht wurde ebenfalls abgewiesen (Urteil vom 17. August 

2015, 8C_209/2015; IV-act. 234).

Am 14. Oktober 2015 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von 

Leistungen der IV an (IV-act. 237). Mit Verfügung vom 2. Juni 2016 trat die IV-Stelle des 

Kantons Graubünden auf dieses Begehren nicht ein (IV-act. 255). Die dagegen 

erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

Urteil vom 26. April 2017 ab (IV-act. 263). Die Beschwerde ans Bundesgericht wurde 

ebenfalls abgewiesen (Urteil vom 11. Januar 2018, 8C_513/2017; IV-act. 272).

A.c. 

Am 21. Oktober 2018 meldete sich der Versicherte, mittlerweile wohnhaft im 

Kanton St. Gallen, erneut zum Bezug von Leistungen der IV an (IV-act. 274). Mit 

Verfügung vom 2. Juli 2019 trat die IV-Stelle des Kantons St. Gallen auf das Begehren 

nicht ein (IV-act. 298). Nachdem dagegen Beschwerde beim Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen eingereicht worden war, widerrief die IV-Stelle am 6. November 

2019 die Verfügung vom 2. Juli 2019 und trat auf das neue Gesuch des Versicherten 

materiell ein (IV-act. 320).

B.a. 

Am 19. November 2019 beauftragte die IV-Stelle die medaffairs AG (nachfolgend: 

medaffairs), Basel, mit einer polydisziplinären Begutachtung des Versicherten in den 

Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neuropsychologie und Psychiatrie 

(IV-act. 326 ff.). Die Untersuchungen wurden im Januar und Februar 2020 durchgeführt 

und das Gutachten am 30. April 2020 der IV-Stelle zugestellt (IV-act. 341). Im 

Gutachten diagnostizierten die Fachärzte eine Lumbalgie bei aktivierter 

Osteochondrose L4/5 mit breitbasiger Bandscheibenprotrusion und rezessaler Enge L5 

beidseits sowie eine paranoide Schizophrenie, kontinuierlich. Diesen Befunden massen 

sie Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Weiter diagnostizierten die Ärzte eine 

chronische Virushepatitis B, eine Adipositas, eine Zervikalgie und eine PIP-Arthrose D5 

rechts. Diesen Befunden massen sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (IV-act. 

341 S. 6). Die Gutachter attestierten dem Versicherten eine volle Arbeitsunfähigkeit in 

B.b. 

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C.  

Erwägungen

1.  

der angestammten und eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit (IV-act. 

341 S. 9 f.).

In der Folge wurde das Gutachten dem RAD vorgelegt (IV-act. 342). Mit 

Vorbescheid vom 13. August 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei einem 

Invaliditätsgrad von 20 % die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 

349). Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Laube, 

Zürich, Einwand erheben (IV-act. 352, 355). Mit Verfügung vom 10. November 2020 

verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (IV-act. 357).

B.c. 

Gegen diese Verfügung reichte der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), 

weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Laube, am 26. November 2020 Beschwerde 

beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ein (act. G 1). Die Verfügung vom 

10. November 2020 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer spätestens ab März 

2019 eine ganze Rente der IV zu gewähren. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zu Lasten der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).

C.b. 

In der Folge hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Frist zur 

Einreichung einer Replik verstreichen lassen und das Versicherungsgericht den 

Schriftenwechsel demzufolge abgeschlossen (act. G 6).

C.c. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.d. 

Der Beschwerdeführer hatte sich erstmals im August 2004 zum Bezug von IV-Leis­

tungen angemeldet, wobei ihm mit Verfügung vom 4. Oktober 2006 ab 1. August 2004 

eine ganze Invalidenrente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 %, 

1.1. 

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2.  

zugesprochen wurde (vgl. im Sachverhalt lit. A.a). Mit Verfügung vom 8. November 

2013 wurde die Rente per Ende Dezember 2013 aufgehoben und diese Revision wurde 

gerichtlich bestätigt (vgl. im Sachverhalt lit. A.b). Bei der vorliegend zu prüfenden 

Anmeldung vom 21. Oktober 2018 handelt es sich somit um eine sogenannte 

Neuanmeldung im Sinne von Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201).

Das Eintreten auf diese Neuanmeldung hat die Glaubhaftmachung einer relevanten 

Sachverhaltsveränderung seit der Einstellung der Rente per Ende Dezember 2013 

vorausgesetzt (Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 87 Abs. 2 IVV). Diese 

Voraussetzung ist angesichts der im Mai 2018 mittels MRI neu festgestellten 

Diskusprotrusion mit Kompression der L5 Wurzeln beidseits (IV-act. 294) erfüllt 

gewesen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Neuanmeldung 

eingetreten ist.

1.2. 

Mit der angefochtenen Verfügung vom 10. November 2020 hat die 

Beschwerdegegnerin dann allerdings das Rentengesuch des Beschwerdeführers bei 

einem Invaliditätsgrad von 20 % abgewiesen (IV-act. 357). Nachfolgend ist zu prüfen, 

ob diese Rentenabweisung zu Recht erfolgt ist.

1.3. 

Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 

verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das 

Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der 

Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

2.1. 

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3.

Es sind keine Gründe bzw. konkreten Indizien ersichtlich, weshalb in Bezug auf die 

Arbeitsfähigkeit nicht vollumfänglich auf das polydisziplinäre Administrativgutachten 

der medaffairs abgestellt werden sollte. Es ist für die streitigen Belange umfassend und 

beruht auf allseitigen Untersuchungen in den verschiedenen Disziplinen. Es 

berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis und Würdigung der 

Vorakten abgegeben. Auch leuchtet es in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und medizinischen Situation ein, wobei die Experten ihre 

Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründen. Gestützt auf die Diagnosen (Lumbalgie 

bei aktivierter Osteochondrose L4/5 mit breitbasiger Bandscheibenprotrusion und 

mindestens 50 % vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auf eine Viertelsrente.

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das 

gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und 

das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens formgerecht eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, 

welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4).

2.2. 

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rezessaler Enge L5 beidseits sowie paranoide Schizophrenie; IV-act. 341 S. 6) bzw. 

den damit einhergehenden Einschränkungen leuchtet es ein, dass dem 

Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit (ohne Gewichte über 15 bis 20 Kilogramm; 

ohne Zwangspositionen; ohne vornübergeneigte oder repetitive Arbeit; ohne Arbeit mit 

dauerhaft vorgehaltenen Armen oder mit häufigen Rotationen um die Körperachse; 

Routinearbeiten ohne Zeitdruck und ohne höhere Anforderungen an die 

Konzentrationsfähigkeit, die Ausdauer oder das Durchhaltevermögen; IV-act. 341 S. 10) 

eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit (quantitative Einschränkung aufgrund erhöhter 

Ermüdbarkeit und leicht eingeschränkter Kognition; IV-act. 341 S. 10) attestiert wird. 

Substantiierte Einwände gegen diese Einschätzung der medizinisch-theoretischen 

Arbeitsfähigkeit trägt auch der Beschwerdeführer nicht vor. Sein Rechtsvertreter führt 

in der Beschwerde lediglich aus, dass es nicht nachvollziehbar sei, dass ein solch 

wenig belastungsfähiger Mann mit erheblichen Einschränkungen seine 

Restarbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt wird verwerten können (act. G 1 S. 5). Er 

wendet sich demnach nicht gegen die attestierte medizinisch-theoretische 

Arbeitsfähigkeit von 80 % in adaptierter Tätigkeit, sondern einzig gegen die 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit, welche in der nachfolgenden Erwägung zur 

Beurteilung steht. Letztlich benennen auch die behandelnden (Fach-)Ärzte keine 

wichtigen Aspekte, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 

geblieben wären. Damit ist eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 80 % in 

adaptierten Tätigkeiten überwiegend wahrscheinlich erstellt.

4.  

Zu prüfen bleibt die Verwertbarkeit der 80%-igen Leistungsfähigkeit in 

angepassten Tätigkeiten. Der Beschwerdeführer lässt diese bestreiten und verweist 

insbesondere auf das Alter, die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sowie die 

gesundheitlichen Einschränkungen (act. G 1 S. 5 f.). Fehlt es an einer wirtschaftlich 

verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die 

einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (BGE 138 V 460 E. 3.1 mit 

Hinweisen).

4.1. 

Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf 

nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen und insbesondere dort 

nicht von einer Arbeitsgelegenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur 

in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen 

eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer 

entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint. Ferner 

4.2. 

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umfasst der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses 

Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern 

bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer 

verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten 

beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 

Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide 

Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein 

rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht. Für die 

Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob ein Invalider unter den konkreten 

Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob er die ihm 

verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren 

Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden. Auch das 

fortgeschrittene Alter, obwohl an sich ein invaliditätsfremder Faktor, kann als Kriterium 

anerkannt werden, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen 

Gegebenheiten dazu führen kann, dass die verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4.1 f.).

Für den Beschwerdeführer ist es ohne Zweifel aufgrund seiner gesundheitlichen 

Einschränkungen bzw. in Beachtung des Zumutbarkeitsprofils, des Alters und der 

langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt schwierig, auch auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt eine geeignete Stelle zu finden. Dass dies von vornherein ausgeschlossen 

und damit von einer Unverwertbarkeit auszugehen wäre, kann indes nicht gesagt 

werden. Das Zumutbarkeitsprofil steht beispielsweise der Ausübung von leichten bis 

mittelschweren Kontroll- und Überwachungstätigkeiten sowie unter Umständen auch 

von leichten Sortierarbeiten nicht entgegen, wobei solche Beschäftigungen nicht mit 

einem grossen Einarbeitungsaufwand verbunden sein dürften. Entsprechend steht 

auch das Alter des Beschwerdeführers, welcher im Verfügungszeitpunkt (10. November 

2020) 62 Jahre alt war, womit noch eine dreijährige Dauer bis zum ordentlichen AHV-

Rentenalter vor ihm lag, einer Verwertbarkeit nicht entgegen. Diesbezüglich ist auch zu 

beachten, dass dem Beschwerdeführer zumutbare Hilfsarbeitertätigkeiten auf dem 

hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt werden (vgl. 

dazu unter anderem Urteil des Bundesgerichts vom 14. Dezember 2017, 9C_535/2017, 

E. 4.6). In diesem Sinne kann bei Hilfsarbeitertätigkeiten auch die lange Abwesenheit 

vom Arbeitsmarkt nicht dazu führen, dass die attestierte Arbeitsfähigkeit von 80 % als 

nicht mehr verwertbar zu qualifizieren wäre. Im Übrigen sei diesbezüglich auf die 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort verwiesen, wonach 

die lange Abwesenheit vom ersten Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe 

4.3. 

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5.  

zurückzuführen ist und – isoliert betrachtet – vorliegend nicht zur Annahme einer 

Unverwertbarkeit führen kann (act. G 4 S. 6 f.).

Zu bestimmen bleibt der Invaliditätsgrad. Massgebend für den 

Einkommensvergleich (vgl. dazu vorstehende E. 2.1) ist das Jahr 2019, nachdem bei 

Neuanmeldung am 21. Oktober 2018 ab 1. April 2019 Rentenleistungen zur Diskussion 

stehen (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).

5.1. 

Bei der Bestimmung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt 

erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 

angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 35 

E. 4.1). Der Beschwerdeführer war in der Schweiz in verschiedenen Funktionen stets 

als Hilfsarbeiter tätig. Zuletzt war er im Jahr 2003 erwerbstätig (die Arbeitsunfähigkeit 

trat nach Lage der Akten im August 2003 ein, IV-act. 13 f., 27-3). Im IK-Auszug sind für 

jenes Jahr die Tätigkeiten bei der B.___ AG (als Mitarbeiter Abfüllerei, vgl. IV-act. 13) 

und bei der C.___ AG (als Medienkurier, vgl. IV-act. 14) vermerkt (IV-act. 19). 

Gegenüber dem Gutachter Dr. E.___ erwähnte der Beschwerdeführer, drei 

Arbeitsstellen gleichzeitig gehabt zu haben. Von morgens 0.45 bis 6.00 Uhr habe er 

Zeitungen ausgetragen. Danach habe er von 7.00 bis 17.00 Uhr gearbeitet. 

Anschliessend sei er von 19.00 bis 24.00 Uhr in einer Diskothek tätig gewesen. Zu 

dieser Zeit habe er pro Tag nur ein oder zwei Stunden geschlafen. 2002 habe er damit 

aufgehört und für ein Jahr nur noch in der B.___ AG gearbeitet (IV-act. 116-21 f.). 

Welche Tätigkeiten wie lange zu welchem Lohn tatsächlich ausgeführt wurden, braucht 

im vorliegenden Fall nicht näher erhoben zu werden. Denn selbst wenn sich die 

gegenüber Dr. E.___ geschilderte gesamthafte Arbeitsbelastung mit mehreren 

Arbeitgebern rechtsgenüglich dokumentieren liesse, ist offenkundig, dass der 

Beschwerdeführer diese weit über ein Vollpensum hinausgehenden 

Mehrfachbeschäftigungen nicht über längere Zeit hätte aufrecht erhalten können (vgl. 

zum entsprechenden Erfordernis und zur Praxis, wonach ein zuletzt bezogener 

überdurchschnittlich hoher Lohn nur dann als Valideneinkommen heranzuziehen ist, 

wenn er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin erzielt worden wäre, das Urteil 

des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2015, 8C_85/2015, E. 4.2 und insbesondere E. 

4.3 Mitte). Im für die Invaliditätsbemessung massgebenden Jahr 2019 war der 

Beschwerdeführer über 60 Jahre alt. Dafür, dass sein Einkommensniveau im 

Validitätsfall über dem durchschnittlichen Hilfsarbeiterniveau liegen würde, bestehen 

keine Indizien. Auch mit Blick auf die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt erscheint es 

5.2. 

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6.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 10. November 2020 im 

Ergebnis nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran 

anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

folglich grundsätzlich gerechtfertigt, beim Valideneinkommen auf die 

Durchschnittslöhne der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik 

abzustellen.

Gestützt auf das Belastungsprofil sind dem Beschwerdeführer als 

Verweistätigkeiten leidensangepasste Hilfsarbeiterätigkeiten zuzumuten. Auch sein 

Invalideneinkommen ist grundsätzlich unter Beizug des LSE-Hilfsarbeiterlohns zu 

bestimmen. Bei Zugrundelegung desselben Lohns kann der Einkommensvergleich 

anhand eines sogenannten Prozentvergleichs vorgenommen werden. Dabei entspricht 

der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung 

eines Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Januar, 

9C_734/2016, E. 4.1, mit Hinweis). Bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % würde selbst bei 

Gewährung eines Abzugs vom Tabellenlohn in der Höhe von 20 % kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren (20 % + [80 % x 0.2] = 36 %). Gestützt 

darauf kann die genaue Festsetzung des Tabellenlohnabzugs unterbleiben. Denn der 

Maximalabzug von 25 % ist vor dem Hintergrund dessen, dass die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers bereits durch die quantitative 

Leistungsminderung von 20 % berücksichtigt sind, jedenfalls zu hoch.

5.3. 

bis

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2. Der Beschwerdeführer bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm daran angerechnet.

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