# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b3a8cdb-61f4-5920-acf2-ad0af327b0c3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.10.2010 E-7121/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7121-2010_2010-10-11.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7121/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von François Badoud;
Gerichtsschreiberin Carmen Wittwer.

A._______, geboren (...), Afghanistan,
vertreten durch Christian Hoffs, HEKS, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin-Verfahren);
Verfügung des BFM vom 27. September 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7121/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer sein Heimatland eigenen Angaben zufolge 
ungefähr am 1. Januar 2010 verlassen hat und am 24. Mai 2010 in die 
Schweiz gelangt ist, wo er gleichentags im B._______ um Asyl nach-
gesucht hat,

dass  er  anlässlich  der  summarischen  Befragung  im B._______ vom 
10. Juni  2010  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  angab,  von  den 
Taliban als Spion verdächtigt zu werden,

dass das BFM dem Beschwerdeführer  anlässlich  der  Kurzbefragung 
das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Griechen-
land, Ungarn oder Österreich, in welchen Ländern er daktyloskopisch 
erfasst worden war, gewährte,

dass der Beschwerdeführer hierzu anführte,  in Griechenland würden 
die  Menschenrechte  nicht  geachtet  und  die  Flüchtlinge nicht  akzep-
tiert, zudem  habe er dort einen Landesverweis erhalten,

dass er in Ungarn nicht eingereist, sondern an der Grenze festgenom-
men worden sei und man ihn von dort nach Serbien deportieren wür-
de,

dass nämlich auch Ungarn die Flüchtlinge nicht anerkenne und er aus-
serdem einen Landesverweis erhalten habe,

dass er von Österreich einen negativen Asylentscheid erhalten habe 
und man ihn nach Griechenland deportieren wolle,

dass das BFM dem Rechtsvertreter  des Beschwerdeführers auf  ent-
sprechende Anfrage mit Schreiben vom 20. September 2010 erklärte, 
Ungarn sei hinsichtlich der Aufnahme des Beschwerdeführers deshalb 
angefragt worden, weil die Zuständigkeit Griechenlands durch dessen 
Verlassen des Dublin-Raums - ohne ein Asylgesuch einzureichen - er-
loschen sei,

dass diesbezüglich auf die entsprechende Rechtsmeinung in CHRISTIAN 
FILZWIESER/ANDREA SPRUNG,  Dublin  II-Verordnung,  3.  Aufl.,  Wien/Graz 
2010, S. 107 verwiesen werde,

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dass  das  Bundesamt  mit  Verfügung  vom 27. September 2010  –  er-
öffnet  am  28. September  2010  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2 
Bst. d  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31) auf 
das Asylgesuch nicht eintrat und den Beschwerdeführer nach Ungarn 
wegwies,

dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  gleichzeitig  aufforderte,  die 
Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-
lassen, den Kanton C._______ mit dem Vollzug der Wegweisungsver-
fügung beauftragte und festhielt, eine Beschwerde gegen diese Verfü-
gung habe keine aufschiebende Wirkung,

dass die Vorinstanz zur Begründung anführte, gemäss Art. 34 Abs. 2 
Bst. d AsylG werde auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen könnten, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig sei,

dass  der  Beschwerdeführer  angegeben  habe,  über  Griechenland, 
Serbien, Ungarn und Österreich in die Schweiz gelangt zu sein, wobei  
Ungarn ihn nach Serbien deportiert habe,

dass zudem drei Eurodac-Treffer (Abgleich von Fingerabdrücken) vom 
28. Januar  2010  in  Mytilini,  Griechenland,  vom  5. März  2010  in 
Békéscsaba, Ungarn,  und vom 11. März 2010 in Traiskirchen, Öster-
reich, vorliegen würden,

dass  Ungarn  für  die  Durchführung des Asylverfahrens zuständig  sei, 
dies  aufgrund  des  Abkommens  vom 26. Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zu-
ständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziierungsabkommen 
[DAA,  SR 0.142.392.68]) beziehungsweise  des Übereinkommens vom 
17. Dezember 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, 
der  Republik  Island  und  dem Königreich  Norwegen  über  die  Umset-
zung,  Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen-Besitzstands  und 
über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen 
Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwe-
gen gestellten Asylantrags,

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dass Ungarn innerhalb der festgelegten Frist auf die Anfrage um Auf-
nahme des Beschwerdeführers nicht geantwortet habe  und daher die 
Zuständigkeit  gestützt  auf  Art. 18  Abs. 7  und  Art. 10  Dublin-II-Ver-
ordnung  (Verordnung  [EG]  Nr. 343/2003  des  Rates  vom 18. Februar 
2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 
Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den 
ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt 
hat) auf dieses Land übergegangen sei,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
oder Verlängerung – bis spätestens am 18. Februar 2011 zu erfolgen 
habe,

dass dem Beschwerdeführer am 10. Juni  2010 das rechtliche Gehör 
zu einer allfälligen Wegweisung nach Ungarn gewährt worden sei und 
er  dabei  Gründe  geltend  gemacht  habe,  welche  praxisgemäss  eine 
Wegweisung nach Ungarn nicht verhindern würden,

dass er erwähnt habe, in Ungarn nur an der Grenze gewesen zu sein 
und einen  Landesverweis für  ein  Jahr  und acht  Monate  erhalten zu 
haben,

dass er weiter erwähnt habe, Ungarn würde die Flüchtlinge nicht an-
erkennen und er würde nach Serbien deportiert,

dass Ungarn jedoch seinen aus der FK (Abkommen vom 28. Juli 1951 
über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 0.142.30])  und  der 
EMRK  (Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Men-
schenrechte  und  Grundfreiheiten  [EMRK,  SR  0.101])  erwachsenen 
Verpflichtungen  nachkomme  und  der  Beschwerdeführer  nicht  damit 
rechnen  müsse,  von  Ungarn  aus  in  einen  möglichen  Verfolgerstaat 
ausgeschafft zu werden, wenn er eine entsprechende Gefährdung gel-
tend mache,

dass auf das Asylgesuch somit nicht einzutreten und der Vollzug der 
Wegweisung nach Ungarn zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  mit 
Rechtsmitteleingabe  vom 1. Oktober  2010  in  materieller  Hinsicht 
– unter Kosten- und Entschädigungsfolge – beantragt,  die angefoch-
tene Verfügung sei aufzuheben und das Bundesamt anzuweisen, sein 
Recht  zum Selbsteintritt  auszuüben beziehungsweise sich  für  vorlie-

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gendes  Asylgesuch  für  zuständig  zu  erachten,  eventualiter  sei  die 
Sache zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass er in  prozessualer  Hinsicht  darum ersucht,  der Beschwerde im 
Sinne einer vorsorglichen Massnahme die aufschiebende Wirkung zu 
erteilen und die Vollzugsbehörden anzuweisen, bis zum Entscheid des 
Bundesverwaltungsgerichts  von einer  Überstellung  nach  Ungarn  ab-
zusehen,

dass er weiter beantragt, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
sei  zu verzichten und es sei  ihm die unentgeltliche Rechtspflege im 
Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewäh-
ren,

dass der Beschwerde ein Bescheid des Bundesasylamtes Österreich, 
eine Verfügung des Tribunal administratif de Paris und eine Fürsorge-
bestätigung des Zentrums für Asylsuchende (...) als Beweismittel bei-
gelegt wurden,

dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren,  soweit  für  den  Ent-
scheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung  vom  4. Oktober 
2010 den Vollzug der Wegweisung per sofort aussetzte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 6. Oktober 2010 beim Gericht ein-
gingen,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsge- 
richtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilge-
nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, 

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ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung hat  und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli- 
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell  geprüft  hat,  weshalb  dem Bundesverwaltungsgericht  diesbezüg-
lich grundsätzlich volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich diese Fragen 
– namentlich  diejenigen hinsichtlich  des  Bestehens  von Vollzugshin-
dernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zuständigen 
Staat)  – in  den  Dublin-Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintre-
tensentscheides stellen,

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dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass in der Beschwerde die Zuständigkeit Ungarns für die Durchfüh-
rung des Asylverfahrens bestritten wird,

dass  zur  Begründung  ausgeführt  wird,  der  Beschwerdeführer  habe 
den  Schengen/Dublin-Raum  nachweislich  erstmals  in  Griechenland 
betreten,  wobei  die  Grenze  illegal  überschritten  und  somit  die  Zu-
ständigkeit Griechenlands begründet worden sei,

dass entgegen der Auffassung des BFM kein Erlöschensgrund vorlie-
ge, da hierfür weder die Voraussetzungen von Art. 10 Abs. 1 noch von 
Art. 16 Abs. 3 Dublin-II-Verordnung erfüllt seien,

dass es jedoch unmöglich sei, in Griechenland ein Asylgesuch zu stel-
len,  weshalb  die  Schweiz  vom Selbsteintrittsrecht  Gebrauch  zu ma-
chen habe, 

dass  das  Gericht  die  vom  BFM  zitierte  Lehrmeinung  von  Filzwie-
ser/Sprung (s. vorstehend S. 2)  teilt,  gemäss welcher der  als  erstes 
über eine Aussengrenze illegal  überschrittene Mitgliedstaat  nicht  zu-
ständig ist, wenn der Asylbewerber den Dublin-Raum vor der Stellung 
eines Asylgesuches wieder verlässt und sich über einen anderen Mit -
gliedstaat erneut (illegal) in den Dublin-Raum begibt,

dass  dadurch  nämlich  die  Anknüpfungskette  unterbrochen  wird  und 
der Erstmitgliedstaat im massgeblichen Zeitpunkt der Asylantragsstel-
lung für das Aufhalten des Asylbewerbers im Dublin-Raum nicht ver-
antwortlich ist,

dass  dies  auf  den  vorliegenden  Fall  übertragen  bedeutet,  dass  im 
massgeblichen Zeitpunkt  der Asylantragsstellung nicht Griechenland, 
sondern  Ungarn  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig 
war,  da  dieses  Land  für  den  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  im 
Dublin-Raum verantwortlich ist,

dass entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung Art. 16 
Abs. 3  Dublin-II-Verordnung  nicht  auf  den  vorliegenden  Sachverhalt 
zugeschnitten ist, da diese Bestimmung regelt, wann ein gemäss Zu-

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ständigkeitskatalog zuständiger  Mitgliedstaat  von seinen sich daraus 
ergebenden Pflichten befreit wird,

dass Griechenland jedoch zum Zeitpunkt der Asylantragstellung nicht 
zuständig  war  und  somit  keine  Verpflichtung  zur  Prüfung  des  Asyl -
gesuches des Beschwerdeführers bestand, mithin gar keine Verpflich-
tung erlöschen konnte,

dass  die  Zuständigkeit  Ungarns  jedoch  voraussetzt,  dass  der  Be-
schwerdeführer  nicht,  wie  von  ihm behauptet,  von  den  ungarischen 
Behörden nach Serbien deportiert wurde,

dass andernfalls aus denselben Gründen wie bei Griechenland auch 
Ungarn nicht für die Prüfung des Asylverfahrens zuständig wäre,

dass jedoch die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Deportation 
nach Serbien aus verschiedenen Gründen nicht glaubhaft erscheint,

dass nämlich die zuständige Behörde Ungarns die Antwortfrist  kaum 
hätte  unbenutzt  verstreichen  lassen,  sondern  die  Zuständigkeit  bei 
einer vorgenommenen Deportation nicht anerkannt hätte,

dass  der  Beschwerdeführer  entgegen seinen Aussagen (Akten BFM 
A 1/11 S. 8)  auch nicht  unmittelbar  an der  Grenze von Serbien  und 
Ungarn  aufgegriffen  wurde,  sondern  gemäss  Eurodac-Treffer  in  Bé-
késcsaba (A 12/1),

dass ein Eurodac-Treffer der Kategorie 2, wie er von Ungarn besteht, 
gemäss  Art. 8  Abs. 1  Eurodac-Verordnung  (Verordnung  [EG] 
Nr. 2725/2000  des  Rates  vom  11. Dezember  2000  über  die  Ein-
richtung  von  "Eurodac"  für  den  Vergleich  von  Fingerabdrücken  zum 
Zwecke  der  effektiven  Anwendung  des  Dubliner  Übereinkommens) 
dann zustandekommt, wenn der Ausländer in Verbindung mit dem il-
legalen Überschreiten der Grenze aus einem Drittstaat kommend von 
den  zuständigen  Kontrollbehörden  aufgegriffen  und  nicht  zurück-
gewiesen wird,

dass  weiter  gegen  eine  Deportation  nach  Serbien  spricht,  dass  der 
Beschwerdeführer in diesem Falle auf seiner Weiterreise nach Öster-
reich  erneut  eine  Dublin-Aussengrenze  hätte  überschreiten  müssen, 
ein entsprechender Eurodac-Treffer jedoch nicht existiert,

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dass nach dem Gesagten vielmehr davon ausgegangen werden muss, 
der Beschwerdeführer sei direkt von Ungarn nach Österreich gereist,  
weshalb das BFM seine Anfrage vom 17. Juni 2010 um Aufnahme des 
Beschwerdeführers korrekterweise an Ungarn richtete,

dass die ungarischen Behörden die Frist zur Stellungnahme ungenutzt 
verstreichen liessen und demnach angesichts der Verfristung eine still-
schweigende Zusage zur  Aufnahme des Beschwerdeführers gemäss 
Art. 18 Abs. 7 Dublin-II-Verordnung vorliegt,

dass  die  ungarischen  Behörden  im  Schreiben  an  das  BFM  vom 
24. August  2010  ihre  Zuständigkeit  infolge  Ablaufs  der  Antwortfrist 
anerkannten und die Überstellungsmodalitäten bekanntgaben,

dass  bei  dieser  Sachlage,  gestützt  auf  das  Dublin-Assoziierungsab-
kommen und Art. 10 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 7 Dublin-II-Verordnung, 
Ungarn für die Prüfung des Asylgesuches des Beschwerdeführers zu-
ständig ist, 

dass der Beschwerdeführer somit  in  einen Drittstaat  (vorliegend Un-
garn)  ausreisen  kann,  welcher  für  die  Prüfung  seines  Asylantrages 
staatsvertraglich zuständig ist,

dass in der Beschwerde unter Hinweis auf eine Verfügung des Tribunal 
administratif  de Paris  vom 28. Juli  2010 geltend gemacht wird,  auch 
bei  einer  allfälligen  Zuständigkeit  Ungarns  hätte  das  BFM  vom 
Selbsteintrittsrecht Gebrauch machen müssen,

dass der als Beweismittel eingereichten erwähnten Verfügung zu ent-
nehmen ist,  dass  der  Vollzug der  Wegweisung  nach  Ungarn  ausge-
setzt  und  die  untere  Instanz  aufgefordert  wurde,  eine  nochmalige 
Überprüfung  des  Gesuches  um  Aufnahme  in  Frankreich  unter  dem 
Titel des Asyls durchzuführen,

dass  der  Beschwerdeführer  aus  dieser  Verfügung  jedoch  nichts  für 
sich ableiten kann, da in den Erwägungen explizit auf die besonderen 
Umstände des zu beurteilenden Falles hingewiesen wird,

dass Ungarn unter anderem Signatarstaat des FK, der EMRK und des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  ist  und  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen, 

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Ungarn missachte das Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen 
Normen der EMRK,

dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  daher  im  vorliegenden  Fall 
keine Gründe ersichtlich sind, die das BFM zur Ausübung des Selbst -
eintrittsrechts der Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung) hätten 
veranlassen sollen,

dass das BFM demzufolge zu Recht in Anwendung von Art.  34 Abs. 2 
Bst. d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein-
getreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei in 
Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der Zuläs-
sigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs regelmässig bereits 
Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des  Nichteintretensent-
scheides und deshalb vorliegend nicht zu prüfen ist,

dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt 
von  Art. 83  Abs. 1  und  4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) stellt, 
sondern allenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens im Rahmen der 
Ausübung des Selbsteintrittsrechts  (Art. 3  Dublin-II-Verordnung)  oder 
gegebenenfalls - falls sich Familienmitglieder in verschiedenen Dublin-
Mitgliedstaaten befinden und allenfalls zusammengeführt werden sol-
len - bei der Ausübung der sogenannten Humanitären Klausel (Art. 15 
Dublin-II-Verordnung),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, darzutun, inwiefern 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den rechtserhebli-
chen Sachverhalt  unrichtig oder unvollständig feststellt  oder unange-
messen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,

dass mit dem Entscheid in der Hauptsache ohne vorgängige Instruk-
tion der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses gegenstandslos wird, 

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dass der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der bestehenden Bedürftigkeit 
des Beschwerdeführers abzuweisen ist,  da die Beschwerdebegehren 
nach dem Gesagten als aussichtslos zu bezeichnen sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.− 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Carmen Wittwer

Versand:

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