# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 475c5a78-f561-51f4-a3e5-6fc0289a27cb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.11.2011 D-3812/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3812-2009_2011-11-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­3812/2009

U r t e i l   v om   7 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz),
Richterin Emilia Antonioni, Richter Fulvio Haefeli,
Gerichtsschreiberin Viktoria Szczepinski.

Parteien A._______, geboren (…),
Afghanistan,
vertreten durch Klausfranz Rüst­Hehli,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 12. Mai 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a. Der Beschwerdeführer  suchte  am 14. Mai  2007  im Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  erstmals  in  der  Schweiz  um  Asyl 
nach.  Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  machte  er  unter  anderem 
geltend,  er  sei  ein  afghanischer  Staatsangehöriger,  welcher  seit  der 
Geburt im Iran gelebt habe. Als er etwa elf Jahre alt gewesen sei, hätten 
drei Onkel mütterlicherseits  seine Eltern  umgebracht, weshalb  er  in  der 
Folge  bei  seiner  Tante  väterlicherseits  aufgewachsen  sei.  Er  habe  das 
Haus seiner Tante unter Druck ihres ältesten Sohnes verlassen müssen, 
weil  dieser  nicht  länger  für  seinen  Lebensunterhalt  habe  aufkommen 
wollen.  Ausserdem  fürchte  er  sich  vor  den  Mördern  seiner  Eltern.  Mit 
Verfügung  vom  13. Juli 2007  lehnte  das  BFM  sein  Asylgesuch  ab  und 
verfügte gleichzeitig die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug.

Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

A.b.  Mit  Verfügung  vom  8. Oktober 2009  lehnte  die  Vorinstanz  das 
Wiedererwägungsgesuch  vom  18. Juli 2009  ab  und  bestätigte  die 
Rechtskraft und Vollstreckbarkeit der Verfügung vom 13. Juli 2007.

Die  gegen  diese  Verfügung  des  BFM  erhobene  Beschwerde  vom 
15. November 2009  wurde  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
D­8148/2009 vom 20. August 2010 abgewiesen.

B. 
Mit Schreiben seines zwischenzeitlich mandatierten Rechtsvertreters vom 
28. Mai 2008 (Poststempel sowie Eingangsdatum des Telefaxes)  reichte 
der Beschwerdeführer ein zweites Asylgesuch beim Bundesamt ein und 
ersuchte  die  Schweiz  erneut  um  Schutz  vor  drohender  Verfolgung, 
insbesondere  um  die  Flüchtlingsanerkennung.  Dabei  machte  er  im 
Wesentlichen  geltend,  er  habe  sich  im  Rahmen  seines  ersten 
Aufenthaltes  in einem von der Aufklärung geprägten Land nachhaltig  für 
deren  Mehrheitsreligion  zu  interessieren  begonnen  und  bekenne  sich 
heute  aktiv,  intensiv  und  (nach  menschlichen  Ermessen)  irreversibel 
dazu. In Afghanistan sei die Konversion ein hochpolitisches Verbrechen, 
welches  mit  der  Höchststrafe  belegt  sei.  Das  herrschende  Regime 
betrachte  deshalb  die  Ermordung  von  Konvertiten  als  angemessene 
Sanktion dieses an sich völlig legitimen Vorgangs.

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Um seine Konversion zu untermauern, legte er ein Bestätigungsschreiben 
der  Freien  Evangelischen  Gemeinde  (FEG)  C._______  vom 
20. April 2008 sowie eine  "Taufbestätigung" vom 25. März 2008 bei, aus 
welcher  hervorgeht,  dass  er  den  Wunsch  nach  einer  Glaubenstaufe 
geäussert habe und anlässlich einer Taufveranstaltung  in der Gemeinde 
getauft werden solle.

Die  Eingabe  ergänzte  er  mit  Kopien  aus  den  Büchern  "Religionen  der 
Welt"  und  "Christentum  und  Christen  im  Denken  zeitgenössischer 
Muslime". Gleichzeitig  legte er Auszüge aus einem "Islam­Lexikon" über 
den  "Abfall  vom  Glauben/Apostasie",  den  "Frieden"  sowie  die 
"Säkularisierung" bei. Schliesslich  reichte er den  "International Religious 
Freedom Report  2007" über Afghanistan des United States Department 
of State (USDS) ein.

Am  5. September 2008  ging  beim  BFM  der  Taufschein  des 
Beschwerdeführers vom 29. Juni 2008 mit einem Begleitschreiben ein.

C. 
Am  25. November 2008  wurde  der  Beschwerdeführer  gemäss  Art. 29 
Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  durch 
das  BFM  angehört.  In  Ergänzung  zu  seinen  bisherigen  Äusserungen 
brachte  der Beschwerdeführer  vor,  er  habe  sich  bereits  im  Iran  für  das 
Christentum  interessiert  und  in  der  Bibel  seines  Vaters  gelesen.  Von 
einem  Freund,  welcher  sich  ebenfalls  für  das  Christentum  interessiert 
habe,  habe  er  ein  Hemd  mit  einem  aufgedruckten  Kreuz  geschenkt 
bekommen. Obwohl es verboten gewesen sei, habe er dieses Hemd drei 
Monate  lang in der Öffentlichkeit getragen. Da er das Hemd auch in der 
Schule getragen habe,  habe  ihm die durch die Schulleitung angerufene 
Polizei  die  Haare  geschnitten.  Um  die  Schule  weiterhin  besuchen  zu 
dürfen, habe er daraufhin eine Geldstrafe bezahlen müssen. Hierauf habe 
ihm ein Familienmitglied das Hemd weggenommen. Der Freund, der ihm 
das Hemd geschenkt habe, sei später ermordet worden. Am Tag, als er 
den  Iran  verlassen  habe,  hätten  seine  Nachbarn  seinen  Weggang 
gefeiert.  In der Schweiz gehe er  regelmässig  in die Kirche und besuche 
Bibelkurse.  Da  er  auch  die  Bibel  verteile,  hätten  ihn  afghanische  und 
iranische Staatsangehörige bedroht.

D. 
Mit  –  am 14. Mai 2009  eröffneter  – Verfügung  vom 12. Mai 2009  lehnte 
das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete dessen 

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Wegweisung  aus  der  Schweiz  an.  Den  Wegweisungsvollzug  nach 
Afghanistan  erachtete  es  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich.  Zudem 
auferlegte  das  Bundesamt  dem  Beschwerdeführer  für  die 
Verfahrenskosten eine Gebühr von Fr. 600.­.

E. 
Mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  13. Juni 2009  erhob  der 
Beschwerdeführer  gegen  diese  Verfügung  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht  und  beantragte  die  Aufhebung  der 
angefochtenen  Verfügung,  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
sowie die Gewährung von Asyl.  In prozessualer Hinsicht ersuchte er um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021).

Dazu  wurden  verschiedene  Beweisanträge  gestellt;  es  sei  eine 
Journalistin,  welche  die  Konversion  untersucht  habe,  als  Zeugin  zu 
befragen  und  ein  Bericht  der  Sozialpsychiatrischen  Beratungsstelle 
C._______ bezüglich der Traumatisierung des Beschwerdeführers wegen 
des Verlustes beider Elternteile einzuholen. Ferner wurde eine Befragung 
der  ehrenamtlichen  Betreuerin  D._______  (M.  L.),  welche  den 
Beschwerdeführer zur Anhörung begleitete, verlangt.

Mit der Beschwerdeschrift  reichte er ein Bestätigungsschreiben der FEG 
C._______  vom  19. Mai 2009,  ein  Schreiben  von  M.  L.  vom 
20. August 2008,  ein  Schema  "Wahrnehmungskanäle"  (abrufbar  auf 
www.joejoehl.ch/dokumentation/psychologie.html),  einen  Internetartikel 
zum  Thema  "Wahrnehmungskanäle  und  Sprachmuster"  (abgerufen  auf 
www.auto­tipp.com  am  13. Juni 2009),  einen  Auszug  aus  dem  Buch 
"Warum Männer nicht  zuhören und Frauen schlecht einparken können", 
einen  Auszug  der  Homepage  der  Arbeitsgemeinschaft  Interkulturell 
(AGiK)  vom  10. Juni 2009  (www.agik.ch),  eine  undatierte  Telefonnotiz 
von M.L.  über  ein  Gespräch mit  dem  Pastor  E._______,  einen  auf  der 
Domain  www.faithfreedom.org  veröffentlichen  Artikel  mit  dem  Titel 
"Islam's Law of Apostasy  in Our Globalized World", den Ausdruck eines 
Foto des Beschwerdeführers, auf welchem er das Hemd mit dem Kreuz 
trägt,  sowie  diverse  Zeitungsartikel  zu  den  Akten.  Zudem  legte  er 
Buchauszüge aus "25 Fragen zum Islam", "Gewalt in den Weltreligionen", 
"Islam und Terrorismus",  "Wir  leben, um zu  lieben – Die Grundbotschaft 
des  Christlichen",  "Was  sagt  der  Koran  zum  Heiligen  Krieg?", 
"Christentum  und  Christen  im  Denken  zeitgenössischer  Muslime", 

http://www.joejoehl.ch/dokumentation/psychologie.html
http://www.auto-tipp.com
http://www.agik.ch
http://www.faithfreedom.org

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"Miteinander reden: Störungen und Klärungen", "Feindbild Christentum im 
Islam",  "Als  Christ  dem  Islam  begegnen"  sowie  Auszüge  aus  der 
Theologischen  Realenzyklopädie  und  dem  Lexikon  "Religion  in 
Geschichte und Gegenwart" über "Paulus" bei.

Auf  die  Begründung  der  Beschwerde,  die  Beweisanträge  und  die 
eingereichten Beweismittel wird,  soweit  für den Entscheid wesentlich,  in 
den Erwägungen eingegangen.

F. 
Mit  Folgeeingabe  vom  28. Juni 2009  (Poststempel)  reichte  der 
Beschwerdeführer  das  in  der  Beschwerdeschrift  erwähnte  Foto  im 
Original  sowie  einen  Bericht  der  Tante  väterlicherseits  über  seine 
"Vollverwaisung"  mit  deutscher  Übersetzung  versehen  in  Kopie  zu  den 
Akten.

G. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  29. Juni 2009  teilte  der  Instruktionsrichter 
dem Beschwerdeführer mit, er könne den Ausgang des Verfahrens in der 
Schweiz  abwarten.  Gleichzeitig  verfügte  er,  dass  über  das  Gesuch  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG  im  Endentscheid  befunden  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  verzichtet  werde.  Zudem  lud  er  die  Vorinstanz  zur 
Einreichung einer Stellungnahme bis zum 15. Juli 2009 ein.

H. 
Das  Bundesamt  beantragte  in  seiner  Vernehmlassung  vom  3. Juli 2009 
die  Abweisung  der  Beschwerde  und  hielt  fest,  die  Beschwerdeschrift 
enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  welche 
eine  Änderung  des  vorinstanzlichen  Standpunktes  zu  rechtfertigen 
vermöchten.  Im  Übrigen  werde  auf  die  Erwägungen  in  der  Verfügung 
verwiesen, an welchen es vollumfänglich  festhalte. Die Vernehmlassung 
wurde  dem  Beschwerdeführer  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  am 
7. Juli 2009 zur Kenntnisnahme zugestellt.

I. 
Mit  Telefax  vom  18. Juli 2009  stellte  der  Rechtsvertreter  einen  Auszug 
aus  dem  Handbuch  "Kirchen,  Sekten,  Religionen"  über  "Freie 
Evangelische  Gemeinden  (FEG)"  per  Post  in  Aussicht,  welcher  am 
22. Juli 2009 beim Gericht eintraf.

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J. 
Am  26. Oktober 2009  übermittelte  der  Rechtsvertreter  dem  Gericht  ein 
Schreiben der F._______  in G._______, aus welchem hervorgeht,  dass 
der  Beschwerdeführer  bei  ihnen  nach  persischen  Bibeln  für  Freunde 
nachgefragt und diese auch umgehend erhalten habe.

K. 
Mit  –  per  Telefax  übermittelter  –  Eingabe  vom  31. Oktober 2009 
schilderte  der  Rechtsvertreter  einen  "bedeutsamen  Vorfall".  Der 
Beschwerdeführer  sei  ein Hobby­Fussballspieler  und habe  seit  Frühjahr 
2008 in einer afghanischen Fussballmannschaft in Zürich gespielt, welche 
hauptsächlich aus Muslimen bestehe. Vor etwa vier Monaten sei er vom 
Trainer  der  Mannschaft  ausgeschlossen  worden,  da  dieser  von  seiner 
Konversion erfahren habe.

L. 
Mit  Telefax­Schreiben  vom  11. November 2009  machte  der 
Rechtsvertreter in Ergänzung der Eingabe vom 26. Oktober 2009 geltend, 
dass  der  Beschwerdeführer  in  den  letzten  sechs Monaten  zirka  einmal 
pro  Woche  das  Durchgangszentrum  H._______  aufgesucht  habe,  um 
dort Gesprächspartner für den religiösen Austausch zu finden. In diesem 
Zusammenhang habe er  sich  von  der F._______ Bibeln  in Farsi  geben 
lassen, die er bei Bedarf weiterreiche. Nachdem er einem Interessenten 
eine  signierte  Bibel  übergeben  habe,  habe  dieser  den  Kontakt  zu  ihm 
abgebrochen.  Er  nehme  deshalb  an,  dass  diese  Bibel  der  iranischen 
Botschaft  in  Bern  überreicht  worden  sei.  Am  1. August 2009  sei  er 
ausserdem  von  einem  muslimischen  Iraner  wegen  seiner  religiösen 
Zugehörigkeit beschimpft worden. Weiter habe  ihn ein anderer Mann zu 
einem  Essen  eingeladen  und  diese  Gelegenheit  zur  Missbilligung  von 
dessen  religiösen  Überzeugung  genutzt.  Der  Rechtsvertreter  stellte 
schliesslich  den  Antrag,  dass  der  Beschwerdeführer  hierzu  durch  den 
Instruktionsrichter zu befragen sei.

M. 
Zur  Untermauerung  der  am  31. Oktober 2009  geltend  gemachten 
Vorbringen  reichte  der  Rechtsvertreter  am  14. November 2009  per 
Telefax  eine  Kopie  eines  auf  den  Namen  des  Beschwerdeführers 
ausgestellten  Mitgliederausweises  des  Schweizerischen 
Fussballverbandes (SFV) ein.

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N. 
In  Ergänzung  der  Eingabe  vom  11. November 2009  stellte  der 
Rechtsvertreter  mit  Telefax­Eingabe  vom  20. November 2009  den 
Beweisantrag,  dass  der  Asylsuchende,  welcher  die  signierte  Bibel  vom 
Beschwerdeführer empfangen habe, zu befragen sei.

O. 
Mit  Telefax  vom  24. Juli 2010  äusserte  der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers  Bedenken  wegen  des  an  der  Anhörung  vom 
25. November 2008  anwesenden  Dolmetschers.  Es  habe  eine 
Ausstandspflicht  des  Übersetzers  wegen  Voreingenommenheit 
vorgelegen,  weshalb  die  Anhörung  ungültig  und  die  "Streitsache"  zur 
Behebung  des  "schweren  Mangels"  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen 
sei. Gleichzeitig übermittelte er eine Kopie des Schreibens von M. L. an 
das BFM vom 20. Juli 2010, aus welchem hervorgeht, dass beim Verhör 
vom 27. März 2008 beim Untersuchungsrichter  in  I._______ und bei der 
Anhörung  vom  25. November 2008  der  gleiche  Dolmetscher  eingesetzt 
worden sei. Dieser sei voreingenommen, da er in einem Gespräch mit M. 
L. nach dem Verhör gesagt habe, die Konversion des Beschwerdeführers 
sei nur vorgetäuscht.

P. 
Am 23. August 2010 wandte sich der Rechtsvertreter per Telefax an das 
Gericht  und  kündigte  die  Einreichung  einer  Studie  zur  Gewalt  mit  dem 
Titel  "Skizze  zur  Thematik  Religion  und Gewalt  (insbes.  am Bsp.  Islam 
und Christentum)" an, welche am 24. August 2010 eintraf.

Q. 
Der  Rechtsvertreter  leitete  am  11. September 2010  ein 
Bestätigungsschreiben  vom  8. September 2010  per  Telefax  an  das 
Gericht  weiter.  Darin  wird  bekräftigt,  dass  der  Beschwerdeführer  seit 
Februar  2008  die  Jugendgruppe  der  FEG  C._______  alle  14  Tage 
besuche und sich aktiv beteilige.

R. 
Mit  Schreiben  vom  30. Juni 2011  (Poststempel)  wiederholte  der 
Rechtsvertreter im Wesentlichen die Vorbringen des Beschwerdeführers. 
Zudem  beantragte  er  eine  erneute  Befragung  des  Beschwerdeführers 
durch  das  Gericht  oder  durch  einen  von  der  Vorinstanz  beschäftigten, 
lizenziierten  Religionswissenschaftler,  sofern  an  der  Konversion  Zweifel 
bestünden. Neben einer Kostennote reichte er ein Bestätigungsschreiben 

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des  Präsidenten  der  FEG  C._______  vom  18. Oktober 2010  und  einen 
"Leserbrief"  (Anm.  des  Gerichts:  Datum,  Ort  der  Veröffentlichung  und 
Autor unbekannt) zu den Akten.

S. 
Mit Eingabe vom 11. Juli 2011  (Poststempel)  reichte der Rechtsvertreter 
ein weiteres  auf  den  30. Juni 2011  datiertes  Bestätigungsschreiben  des 
Präsidenten  der  FEG  C._______  ein.  Dabei  wiederholte  er  seinen 
Beweisantrag  auf  instruktionsrichterliche  Befragung  des 
Beschwerdeführers  zur  Konversion,  wobei  der  FEG­Präsidenten  diese 
anlässlich einer Befragung ebenfalls bestätigen könne.

T. 
Mit  Telefax­Eingabe  vom  7. September 2011  stellte  der  Rechtsvertreter 
die  Zusendung  weiterer  Bücherauszüge  sowie  den  Artikel  "Islam"  aus 
Wikipedia  in  Aussicht,  welche  mit  undatierter  Eingabe  am 
12. September 2011 beim Gericht eintrafen.

U. 
Die  mit  Telefax­Eingabe  vom  31.  Oktober  2011  gestellte  Anfrage  des 
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers,  in welchem Zeitraum mit einer 
Urteilsfällung  zu  rechnen  sei,  beantwortete  das  Gericht  mit  Schreiben 
vom 2. November 2011.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

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Eine  solche  Ausnahme  liegt  vorliegend  nicht  vor,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Das  BFM  führte  zur  Begründung  seines  ablehnenden 
Asylentscheides vom 12. Mai 2009 im Wesentlichen aus, aufgrund der in 
der Anhörung geltend gemachten Angaben sei davon auszugehen, dass 
die behauptete Konversion zum Christentum nur formal erfolgt sei, um ein 
Aufenthaltsrecht  in  der  Schweiz  zu  erlangen.  Auffallend  sei,  dass  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  des  ersten Asylgesuches mit  keinem Wort 
erwähnt  habe,  dass  er  sich  bereits  im  Iran  für  das  Christentum 
interessierte.  Überdies  habe  er  nicht  überzeugend  darlegen  können, 
weshalb  er  zum  Christentum  konvertiert  sei.  Es  sei  jedoch  davon 
auszugehen, dass eine Person stichhaltige Argumente für einen Wechsel 
der  Religionsgemeinschaft  habe.  Im  Weiteren  seien  seine  Kenntnisse 
über das Christentum wenig fundiert. Da die Konversion nicht auf einem 
ernst  gemeinten  religiösen  Gesinnungswandel  mit  einer  festen 
Überzeugung beruhe, könne dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr 
zugemutet  werden,  seine  christliche  Glaubenszugehörigkeit  zu 
widerrufen,  zu  verleugnen  oder  abzustreiten,  um  sich  so  allfälligen 
Repressionen  zu  entziehen.  Die  Täuschung  Andersgläubiger  durch  die 
Verstellung  des  eigenen  Glaubens  sei  bei  den  Schiiten  ausdrücklich 
erlaubt. In der Diaspora werde die Täuschung von Andersgläubigen auch 
durch die Sunniten als  legitim erachtet. Den afghanischen Behörden sei 

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zudem bewusst, dass viele Afghanen in der Schweiz unter Vorspiegelung 
falscher Gründe ein Asylgesuch stellten, um sich hier ein Bleiberecht zu 
sichern. Der Beschwerdeführer müsse  deshalb  nicht  befürchten, wegen 
seiner  rein  formal  aus  asyltaktischen Gründen  erfolgten  Konversion  bei 
einer Rückkehr asylrelevante Nachteile zu erleiden. Die Vorbringen seien 
deshalb asylrechtlich nicht beachtlich.

3.2.  Der  Beschwerdeführer  führt  in  seiner  Beschwerdeeingabe  vom 
13. Juni 2009  im  Wesentlichen  aus,  dass  er  sich  intensiv  ins 
Gemeindeleben  seiner  Ortskirche  integriert  habe.  Er  scheue  keinen 
Kontakt und keine Exponierung innerhalb der Gemeinde, weshalb er der 
– unbewussten – sozialen Kontrolle unterworfen sei. Die Vorinstanz habe 
keine  explizite  Beweiswürdigung  der  eingereichten  Berichte  vom 
25. März 2008  respektive  20. April 2008  vorgenommen.  Wegen 
mangelnder  religionswissenschaftlicher  Kenntnisse  des 
Konversionsvorgangs  habe  es  das  BFM  unterlassen,  die  sozialen  und 
sonstigen genaueren Umstände der Konversion unter  allfälligem Beizug 
der  Vorakten  abzuklären,  weshalb  der  Untersuchungsgrundsatz  verletzt 
sei. Durch den Verlust  seiner Eltern,  sei  er  schwer  traumatisiert. Es  sei 
deshalb ein Bericht der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle C._______ 
einzuholen.  Den  Befragungsprotokollen  vom  21. November 2007  (recte: 
21. Mai 2007  bzw.  27.  Juni  2007)  und  25. November 2008  liessen  sich 
keine  Hinweise  entnehmen,  dass  die  Befragungsleitung  fachlich 
kompetent  gewesen  sei,  Beobachtungen  zu  machen  und  klärende 
Fragen zu einer allfälligen Traumatisierung zu stellen. In der Folge seien 
damals  keine Abklärungen zu Aktenniederschlägen der mindestens drei 
Todesopfer  der  Familienfehde  unternommen  worden.  Die  Vorinstanz 
habe  diese  Gewalterfahrung  nicht  beachtet.  Seine  an  der  Befragung 
anwesende  ehrenamtliche  Betreuerin  M.  L.  sei  zum  selbstverfassten 
Taufzeugnis  anzuhören.  Zudem  behaupte  die  Vorinstanz 
aktenwidrigerweise,  dass  er  kein  christliches  Fest  gekannt  habe.  Die 
Vorinstanz  habe  es  auch  versäumt,  eine  fachgerechte,  kompetente 
Befragung  durchzuführen.  Der  Dolmetscher  sei  für  den  Auftrag  nicht 
geeignet gewesen, da er die deutschsprachigen Namen von christlichen 
Leitfiguren  offensichtlich  nicht  gekannt  habe.  Seine  Konversion  sei  ein 
biografisch  tief  abgestützter  Vorgang.  Bei  einer  Wegweisung  nach 
Afghanistan  würde  er  die  Todesstrafe  erleiden.  Einerseits  sei  er  nicht 
imstande,  seine  religiöse Orientierung  zu  verheimlichen;  dies  dürfe  ihm 
auch  keinesfalls  abverlangt  werden.  Anderseits  sei  der  Staat  zur 
Verhängung und Durchführung der Todesstrafe für Konvertiten imstande 
und bereit.

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4. 
4.1.  Der  Beschwerdeführer  rügt  in  formeller  Hinsicht  mehrmals  die 
Verletzung  des  Untersuchungsgrundsatzes  durch  das  BFM  sowie  des 
rechtlichen Gehörs. Er beantragt deshalb, er sei erneut bzw. ergänzend 
zu befragen und mit allen von der Vorinstanz angeführten Widersprüchen 
zu konfrontieren.

4.2. Im Asylverfahren – wie im übrigen Verwaltungsverfahren – gelten der 
Untersuchungsgrundsatz  und  die  Pflicht  zur  vollständigen  und  richtigen 
Abklärung des  rechtserheblichen Sachverhalts  (Art. 12 VwVG; vgl. auch 
Art. 49 Bst. b VwVG; für das Asylverfahren ausserdem Art. 6 AsylG). Die 
zuständige  Behörde  ist  demnach  verpflichtet,  den  für  die  Beurteilung 
eines  Asylgesuchs  relevanten  Sachverhalt  von  Amtes  wegen 
festzustellen. Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, er findet 
sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person (Art. 13 
VwVG und Art. 8 AsylG). Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 
Abs. 2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
vom  18. April  1999  [BV,  SR  101],  Art. 29  VwVG,  Art. 32  Abs. 1  VwVG) 
verlangt  dabei,  dass  die  verfügende  Behörde  die  Vorbringen  des 
Betroffenen  tatsächlich  hört,  sorgfältig  und  ernsthaft  prüft  und  in  der 
Entscheidfindung  berücksichtigt,  was  sich  entsprechend  in  der 
Entscheidbegründung  niederschlagen  muss  (Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2004 
Nr. 38 E. 6.3 S. 264). Die Begründungsdichte richtet sich dabei nach den 
Verfahrensumständen,  dem  Verfügungsgegenstand  und  den  Interessen 
der  Betroffenen,  wobei  die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung  bei 
schwerwiegenden  Eingriffen  in  die  rechtlich  geschützten  Interessen  der 
Betroffenen – was bei der Frage der Gewährung des Asyls immer der Fall 
ist  –  eine  sorgfältige  Begründung  verlangt  (vgl.  BVGE  2008/47  E. 3.2 
S. 674  f.;  EMARK  2006  Nr. 24  E. 5.1  S. 256  f.).  Die  Abfassung  der 
Begründung  soll  ferner  dem  Betroffenen  ermöglichen,  den  Entscheid 
gegebenenfalls sachgerecht anzufechten, was nur der Fall ist, wenn sich 
sowohl  der  Betroffene  als  auch  die  Rechtsmittelinstanz  über  die 
Tragweite  des  Entscheides  ein  Bild  machen  können,  wobei  sich  die 
verfügende  Behörde  allerdings  nicht  ausdrücklich  mit  jeder 
tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand 
auseinander  setzen  muss,  sondern  sich  auf  die  wesentlichen 
Gesichtspunkte beschränken kann.

4.3. Vorab ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer den Wortlaut des 
Anhörungsprotokolls  mit  seiner  Unterschrift  genehmigt  hat  und  sich 

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deshalb  seine  Aussagen  grundsätzlich  entgegenhalten  lassen  muss, 
zumal er auf  seine Wahrheitspflicht  aufmerksam gemacht wurde und er 
die Richtigkeit seiner Aussagen unterschriftlich bestätigte. Sein Einwand 
der  bei  der  Anhörung  anwesende  Dolmetscher  sei  befangen  gewesen 
oder hätte den Beschwerdeführer unter Druck gesetzt, findet in den Akten 
keine  Stütze,  weshalb  der  Antrag  auf  Ungültigerklärung  der  Anhörung 
und Rückweisung an die Vorinstanz abzuweisen ist. Ergänzend ist hierzu 
festzuhalten, dass der Dolmetscher wortgetreu zu übersetzen und keinen 
Einfluss  auf  den  Inhalt  der  Verfügung  des  BFM  hat.  Wäre  der 
Beschwerdeführer  –  wie  er  behauptet  –  schon  zum  Zeitpunkt  der 
Anhörung  mit  dem  Dolmetscher  nicht  einverstanden  gewesen,  hätte  er 
dies  zu  Beginn  derselben  erwähnen  können.  Vielmehr  wurde  dieses 
Vorbringen  erst  am  20. Juli 2010  –  also  beinahe  zwei  Jahre  nach  der 
Anhörung  –  durch  M.  L.  vorgebracht.  Es  ist  auch  nicht  ersichtlich, 
weshalb  M.  L.,  welche  als  ehrenamtliche  Betreuerin  des 
Beschwerdeführers  teilnahm, nicht schon damals oder kurze Zeit später 
diese Rüge vorgebracht hat, zumal sie im Anschluss an die Anhörung die 
Möglichkeit  erhalten  hatte,  Ergänzungsfragen  zu  stellen  oder 
Bemerkungen  anzubringen.  Der  an  der  Anhörung  teilnehmende  Pastor 
E._______  hat  diesbezüglich  ebenso  wenig  eine  Schlussbemerkung 
angebracht.  Des  Weiteren  veranlasste  das  Aussageverhalten  des 
Beschwerdeführers  oder  das  Verhalten  des  Dolmetschers  während  der 
Anhörung weder die Befragerin noch den Hilfswerkvertreter zu etwaigen 
Unterbrüchen.  Der  Beschwerdeführer  machte  in  dieser  Hinsicht  denn 
auch  keinerlei  Andeutungen.  Der  bei  der  Anhörung  anwesende 
Hilfswerkvertreter  hielt  in  seiner  Bestätigung  ebenfalls  keine  gegen  die 
Aussagefähigkeit  des  Beschwerdeführers,  den  Befragungsstil  oder  die 
Korrektheit der Anhörung sprechende Einwände fest. Dessen ungeachtet 
konnte der Beschwerdeführer  in seinen Eingaben auf Beschwerdeebene 
umfänglich  zur  vorinstanzlichen  Verfügung  schriftlich  Stellung  nehmen, 
weshalb  kein  Grund  besteht,  ihn  ein  weiteres  Mal  mündlich  dazu  zu 
befragen.  Die  diversen  Anträge,  der  Beschwerdeführer  sei  erneut  zu 
befragen,  sind  deshalb  abzuweisen  und  die  entsprechende  Rüge  der 
inkompetenten Befragungsleitung erweist sich als unbegründet.

4.4.  In der Beschwerde wird unter anderem geltend gemacht,  das BFM 
habe  keine  explizite  Beweiswürdigung  der  eingereichten  Berichte  vom 
25. März 2008  respektive  20. April 2008  vorgenommen.  Dem  ist 
entgegenzuhalten,  dass  das  BFM  –  soweit  ersichtlich  –  die  nötigen 
Beweise  abgenommen  hat.  In  der  angefochtenen  Verfügung  vom 
12. Mai 2009  wird  alsdann  der  Inhalt  der  beiden  Bestätigungsschreiben 

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im  Sachverhalt  teilweise  wiedergegeben  und  die  eingereichten 
Beweismittel als solche aufgeführt. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass sich 
das BFM bei der Begründung seiner Verfügung auf die für den Entscheid 
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken durfte und nicht gehalten war, 
sich ausdrücklich mit  jeder  tatbeständlichen Behauptung auseinander zu 
setzen (BGE126 I 97 E. 2.b S.102 f.). Sodann ist festzustellen, dass den 
Akten  keine  Hinweise  zu  entnehmen  sind,  wonach  das  BFM  den 
Sachverhalt  ungenügend  festgestellt  beziehungsweise  sich  mit  diesem 
nicht  auseinandergesetzt  hätte.  Der  Vorwurf,  die  Vorinstanz  hätte  die 
nötigen  Abklärungen  (soziale  und  sonstige  Verumständung  der 
Konversion sowie Aktenniederschläge der Todesopfer der Familienfehde) 
unter  allfälligen  Beizug  der  Vorakten  unterlassen,  erweist  sich  als 
unbegründet. Der Sacherhalt wurde von der Vorinstanz somit genügend 
festgestellt  und  der  vorinstanzliche  Entscheid  konnte  von  dem 
Beschwerdeführer sodann sachgerecht angefochten werden.

Aufgrund  der  bestehenden  Aktenlage  kann  der  entscheidrelevante 
Sachverhalt  als  rechtsgenüglich  erstellt  erachtet  und  vorweg  die 
Annahme  getroffen  werden,  dass  weitere  Beweiserhebungen  keine 
wesentlichen Erkenntnisse zu vermitteln vermöchten und mithin zu keiner 
anderen  Entscheidung  führen  (sog.  antizipierte  Beweiswürdigung;  vgl 
BVGE  2008/24  E. 7.2,  EMARK  2003  Nr.  13  E. 4a  S. 84).  Aus  diesem 
Grund  besteht  keine  Veranlassung  zu  weiteren  Abklärungen,  wie  der 
erneuten  Anhörung  des  Beschwerdeführers,  der  Einholung  eines 
Berichtes der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle C._______ oder der 
Zeugenbefragung der  Journalistin,  der  ehrenamtlichen Betreuerin M.  L., 
des  Asylsuchenden,  sowie  des  FEG­Präsidenten.  Die  Beweisanträge – 
sofern sie überhaupt in die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts 
fallen – sind deshalb abzuweisen.

4.5. Zusammenfassend steht fest, dass keine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs oder  des Untersuchungsgrundsatzes  zu erkennen  ist. Es  liegen 
daher kein Verfahrensmängel vor.

5. 
5.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 

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werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG).

5.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

Wer  sich  darauf  beruft,  dass  durch  seine  Ausreise  oder  sein  Verhalten 
nach  der  Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  eine 
Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  ist,  sich  somit  auf  das 
Vorliegen  subjektiver  Nachfluchtgründe  (Art.  54  AsylG)  beruft,  hat 
begründeten  Anlass  zur  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung,  wenn  der 
Heimat­  oder Herkunftsstaat mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von den 
Aktivitäten  im  Ausland  erfahren  hat  und  die  Person  deshalb  bei  einer 
Rückkehr  in  flüchtlingsrechtlich  relevanter Weise  verfolgt  würde  (BVGE 
2009/29  E. 5.1  S. 376  f.,  BVGE  2009/28  E. 7.1  S. 352,  EMARK  2006 
Nr. 1 E. 6.1 S. 10, UNHCR, Handbuch über Verfahren und Kriterien  zur 
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf 1979, Rz. 80).

6. 
6.1.  Vorweg  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  das  erste  Asylverfahren  des 
Beschwerdeführers,  nachdem  der  erstinstanzliche  Entscheid 
unangefochten  blieb,  rechtskräftig  abgeschlossen  ist.  Revisionsgründe 
wurden  nicht  geltend  gemacht  und  sind  aufgrund  der  Aktenlage  auch 
nicht  von  Amtes  wegen  anzunehmen.  Demnach  ist  im  vorliegenden, 
zweiten Asylverfahren nur noch zu prüfen, ob seit Abschluss des ersten 
Asylverfahrens neue Asylgründe entstanden sind.

6.2.  Der  Beschwerdeführer  begründet  sein  Asylgesuch  im  Wesentlich 
damit,  er  habe  sich  vom  Islam  abgewandt  und  sei  in  der  Schweiz  zum 
Christentum  konvertiert.  Er  befürchte  deshalb,  bei  einer Rückkehr  nach 
Afghanistan umgebracht zu werden.

6.3. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Befürchtung, bei einer 
Rückkehr  nach  Afghanistan  wegen  der  Abkehr  vom  Islam 

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beziehungsweise  der  Konversion  zum  Christentum  ernsthaften 
Nachteilen  im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu sein, gründet somit 
auf  einem  Verhalten  nach  der  Ausreise  aus  dem  Herkunftsstaat  und 
damit  auf  subjektiven  Nachfluchtgründen,  welche  von  Gesetzes  wegen 
zum  Ausschluss  des  Asyls  führen.  Da  der  Beschwerdeführer  seit 
Abschluss  des  ersten  Asylverfahrens  auf  Beschwerdeebene  keine 
weiteren Gründe geltend gemacht hat,  ist der Antrag auf Asylgewährung 
abzuweisen.

6.4. Es stellt sich demnach die Frage, ob der Beschwerdeführer aufgrund 
seiner Konversion zum Christentum die Flüchtlingseigenschaft erfüllt.

6.4.1. Weniger als 1% der Bevölkerung Afghanistans sind Christen (84% 
sind  sunnitische  und  15%  sind  schiitische  Muslime).  Bei  afghanischen 
Christen handelt es sich im Wesentlichen um vom Islam zum Christentum 
konvertierte  Personen.  Für  sie  gibt  es  keine  Möglichkeit  der  offenen 
Religionsausübung  ausserhalb  des  häuslichen  Rahmens.  Auch 
ausländische  Christen  üben  ihre  Religion  grundsätzlich  zurückhaltend 
aus. Afghanen, die verdächtigt oder beschuldigt werden, vom Islam zum 
Christentum  übergetreten  zu  sein,  können  einem  Verfolgungsrisiko 
ausgesetzt  sein.  Das  Risiko  geht  dabei  von  Familien­  und 
Sippenmitgliedern wie auch von Angehörigen der weiteren Gemeinschaft 
aus.  Auch  Übergriffe  von  staatlicher  Seite  gegen  Konvertiten  sind 
denkbar. In Kabul und im ganzen Land wird heute praktisch wieder nach 
der  Scharia  geurteilt,  nach  der  „Abtrünnige  vom  Islam“  streng  bestraft 
werden.  Die  Verhältnisse  in  den  Provinzen  sind  nicht  anders.  Je  nach 
Interpretation der Scharia können Konvertiten auch mit dem Tode bestraft 
werden (vgl. zum Ganzen: UNHCR Eligibility Guidelines for Assessing the 
International  Protection  Needs  of  Asylum­Seekers  from  Afghanistan, 
17. Dezember  2010,  S. 18  ff.;  Corinne  Troxler  Gulzar  [Schweizerische 
Flüchtlingshilfe, SFH], Afghanistan: Update, Die aktuelle Sicherheitslage, 
23. August 2011, S. 15; U.S. Department of State, International Religious 
Freedom Report 2010 – Afghanistan, 13. September 2011).

Trotz dieser Feststellungen kann nicht von einer allgemeinen, alleine an 
das Bekenntnis  zum Christentum anknüpfenden Verfolgungssituation  im 
Sinne einer Kollektivverfolgung ausgegangen werden. Die Anforderungen 
an die Feststellung einer Kollektivverfolgung sind, gemäss einer auch für 
das  Bundesverwaltungsgericht  nach wie  vor  geltenden Rechtsprechung 
der Schweizerische Asylrekurskommission (ARK), sehr hoch. Alleine die 
Zugehörigkeit  zu  einem  Kollektiv,  welches  in  seinen  spezifischen 

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Eigenschaften  Ziel  einer  Verfolgungsmotivation  ist,  reicht  in  der  Regel 
nicht, um eine Kollektivverfolgung zu begründen. Vielmehr kommen auch 
bei geltend gemachter Verfolgung aufgrund der blossen Zugehörigkeit zu 
einem bestimmten Kollektiv  die Kriterien  der  ernsthaften Nachteile  oder 
der  begründeten  Furcht  gemäss  Art. 3  AsylG  zur  Anwendung.  Solange 
die Übergriffe  gegen  das Kollektiv  nicht  derart  intensiv  und  häufig  sind, 
dass  jedes  Gruppenmitglied  mit  guten  Gründen  befürchten  muss, 
getroffen  zu  werden,  müssen  besondere  Umstände  vorliegen,  damit 
bereits  aufgrund  der  blossen  Zugehörigkeit  zu  einem  bestimmten 
Kollektiv die Ernsthaftigkeit  der Nachteile oder Begründetheit der Furcht 
als erfüllt betrachtet werden können (vgl. EMARK 2006 Nr. 1 E. 4.3, S. 3 
f.,  mit  weiteren  Hinweisen).  Solche  Umstände  liegen  zur  Zeit  in 
Afghanistan nicht vor. Namentlich geht auch das UNHCR nicht von einer 
Kollektivverfolgung  aus,  sondern  betont  die  Notwendigkeit  der 
individuellen Prüfung in jedem Fall, ob konkret eine Gefährdung aufgrund 
der  Konversion  bestehe  (vgl.  dazu  insbesondere  UNHCR  Eligibility 
Guidelines  for  Assessing  the  International  Protection  Needs  of  Asylum­
Seekers from Afghanistan, Juli 2009, S. 18).

6.4.2. Vorliegend  ist einerseits  festzustellen, dass der Beschwerdeführer 
im Verlaufe des zweiten Asylverfahrens zwar Unterlagen zu seiner erst in 
der  Schweiz  durchgeführten  Konversion  zu  den  Akten  reichte,  jedoch 
ausser der generellen Aussage, wegen derselben bei einer Rückkehr an 
Leib  und  Leben  gefährdet  zu  sein,  keine  Ausführungen  zu  einer 
allfälligen,  individuell drohenden Gefährdung aufgrund seiner Konversion 
zum  Christentum  machte.  Auch  die  Argumentation  des  BFM  in  der 
angefochtenen  Verfügung,  dass  der  Beschwerdeführer  eine  allfällige 
Konversion  widerrufen,  verheimlichen  oder  abstreiten  könnte,  um  sich 
allfälligen  Repressionen  zu  entziehen,  vermag  nicht  zu  überzeugen.  Im 
Ergebnis würde sie dazu führen, jedes vom Verfolgerstaat nicht gebilligte 
Verhalten  zum  Vornherein  als  nicht  asylrelevant  zu  erachten.  Indessen 
ergeben  sich  aufgrund  der  Aktenlage  keine  hinreichend  konkreten 
Anhaltspunkte  auf  eine  begründete  Furch  vor  künftiger  Verfolgung  (vgl. 
EMARK  2004  Nr. 1  E. 6a  S. 9  f.).  Insbesondere  wird  in  keiner  Art 
aufgezeigt, dass die Konversion überhaupt jemanden in Afghanistan, wo 
er weder  aufgewachsen noch  sozialisiert worden  ist,  bekannt  geworden 
wäre.  Weshalb  gerade  er  individuelle  und  gezielte  Übergriffe  von 
staatlicher  Seite  gewärtigen  müsste,  wird  nicht  hinlänglich  deutlich 
aufgezeigt  und  es  ist  nicht  ersichtlich,  wie  oder  durch  wen  der 
afghanische Staat Kenntnis von seiner Konversion erhalten haben sollte. 
Der  in  der  Eingabe  vom  20.  November  2009  gestellte  Antrag  auf 

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Befragung eines gewissen B. F. ist allein schon deshalb abzuweisen, weil 
der  Beschwerdeführer  annimmt,  die  signierte  Bibel  sei  an  die  iranische 
Botschaft weitergeleitet worden (vgl. vorstehend Bstn. L. und N.).

Anderseits  kommt  das  Gericht  in  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz 
zum  Schluss,  dass  die  angebliche  Konversion  aufgrund  der  gesamten 
Verfahrensumstände  ohnehin  als  unglaubhaft  qualifiziert  werden  muss. 
Es  fällt  auf,  dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  des  ersten 
Asylgesuchs  sein  Interesse  für  das  Christentum  mit  keinem  Wort 
erwähnte, obschon er im Iran die Bibel gelesen habe (Akten BFM B10/14 
S. 3) und sich der Gefahr, eine solche zu besitzen, durchaus bewusst war 
(Akten BFM B10/14 S. 3 und 4). Er liess auch unerwähnt, dass er im Iran 
Schwierigkeiten mit den Schulbehörden und der Polizei gehabt habe, weil 
er ein Hemd getragen habe, auf welchem ein Kreuz abgebildet gewesen 
sei. Die Polizei habe ihm auch deshalb mehrmals die Haare geschnitten. 
Dieses Hemd habe er von einem Freund, welcher Muslim gewesen sei, 
aber  das Christentum geliebt  habe,  erhalten.  Irgendein  Familienmitglied 
habe das Hemd verschwinden  lassen und sein Freund sei auch getötet 
worden.  Es  ist  nicht  ersichtlich,  weshalb  der  Beschwerdeführer  diese 
zentralen  Vorbringen  erst  anlässlich  des  zweiten  Asylgesuchs  geltend 
gemacht  hat.  Es  erscheint  insbesondere  unplausibel,  dass  er  solch 
einschneidenden  Erlebnissen,  wie  den  Schulausschluss  aufgrund  des 
Tragens eines Hemdes oder den Tod eines Freundes, keine Relevanz für 
das asylrechtliche Verfahren beimass. Es ist weiter nicht nachvollziehbar, 
dass  er  dieses Hemd  drei Monate  in  der Öffentlichkeit  getragen  haben 
will,  obwohl  dies, wie  von  ihm geltend  gemacht,  verboten  gewesen  sei. 
Es  ist davon auszugehen, dass er – bei  tatsächlichem Interesse  für das 
Christentum  –  bedeutend  vorsichtiger  vorgegangen  wäre.  Seine 
Erklärung, Christus habe sein Leben gerettet,  vermag  in Anbetracht der 
rigorosen  Vorgehensweise  der  iranischen  Sicherheitskräfte  nicht  zu 
überzeugen.  In  diesem  Zusammenhang  erstaunt  jedoch,  dass  der 
Beschwerdeführer  nach  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  bei  der 
Erstbefragung  angab,  er  sei  Schiite  (Akten  BFM  A1/12  S. 3).  Er  wies 
dabei  in  keiner  Art  und  Weise  bei  der  Befragung  oder  anlässlich  der 
Anhörung vom 27. Juni 2007 auf seine Hinwendung zum Christentum hin. 
Weiter  schliesst  sich  das  Gericht  vorliegend  –  mit  Ausnahme  des 
nachstehenden Vorbehaltes – den von der Vorinstanz im angefochtenen 
Entscheid  angeführten  Erwägungen  respektive  Zweifeln  bezüglich  der 
geltend gemachten Konversion des Beschwerdeführers zum Christentum 
an, weshalb  zur Vermeidung  von Wiederholungen  grundsätzlich  auf  die 
entsprechenden Ausführungen des BFM zu verweisen ist.

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Der  Beschwerdeführer  macht  in  der  Beschwerdeschrift  geltend,  es  sei 
aktenwidrig,  wenn  das  BFM  behaupte,  er  habe  kein  christliches  Fest 
gekannt.  Diese  Aussage  des  BFM  ist  insoweit  zu  relativieren,  als  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  der  Anhörung  das  Weihnachtsfest  als 
"bekannte  Nacht"  benennen  konnte  und  auch  dessen  Bedeutung, 
nämlich  die  "Geburt  Jesu"  kannte  (Akten  BFM  B10/14  S. 5).  Dieser 
Vorbehalt vermag allerdings nichts an den vorstehenden Erwägungen zu 
ändern, da er einerseits behauptete, er habe eine enorme Kenntnis über 
alle Religionen und könne jede Frage hierzu beantworten. Als ihm in der 
Folge spezifische Fragen zum Christentum gestellt worden sind, habe er 
anderseits  angegeben,  er  habe  die  Bibel  gelesen,  um  sich  informieren 
und  nicht  um  Priester  zu  werden.  Er  kannte  weder  den  Begriff 
"Abendmahl" noch konnte er dessen Bedeutung erklären. Sein Argument, 
er habe den Inhalt der gelesenen Bücher teilweise vergessen, als er nach 
Europa  gekommen  sei  oder  neige  zur  Überschätzung  seiner 
intellektuellen  Kompetenz,  müssen  als  Schutzbehauptungen  qualifiziert 
werden.  An  diesen  Feststellungen  vermögen  die  eingereichten 
Bestätigungen,  wonach  sich  der  Beschwerdeführer  aktiv  in  der 
christlichen Gemeinde engagiere und der Jugendgruppe angehöre, nichts 
zu ändern.

6.4.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt.  Es  erübrigt  sich,  auf  die  weiteren 
Vorbringen  in den Eingaben auf Beschwerdeebene einzugehen, weil sie 
an  dieser Würdigung  nichts  zu  ändern  vermögen.  Nach  dem Gesagten 
besteht  kein  Anlass,  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  zur 
Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Der  Antrag  ist 
abzuweisen.  Die  Vorinstanz  hat  aus  diesem  Grund  zu  Recht  und  im 
Wesentlichen mit zutreffender Begründung die Flüchtlingseigenschaft des 
Beschwerdeführers verneint.

7. 
7.1.  Seitens  des  Beschwerdeführers  liegen  keine  (konkreten)  Anträge 
bezüglich  der  Anordnung  der  Wegweisung  und  hinsichtlich  des 
Bestehens  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  vor.  Allerdings 
verlangt  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerdeeingabe  vom  13. 
Juni  2009  die  Aufhebung  der  (ganzen)  vorinstanzlichen  Verfügung, 
weshalb die Dispositivziffern 3 bis 5 und 6 als mitangefochten gelten.

7.2. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 

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ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.3. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2008/34 E. 9, EMARK 2001 Nr. 21).

7.4.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Gemäss ständiger Rechtsprechung sind die genannten drei Bedingungen 
für  einen  Verzicht  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung  alternativer  Natur. 
Sobald  eine  davon  erfüllt  ist,  ist  der  Vollzug  als  undurchführbar  zu 
betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  der  betroffenen  Person  in  der 
Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu 
regeln.  Gegen  eine  allfällige  Aufhebung  dieser  vorläufigen  Aufnahme 
steht dem weggewiesenen Asylsuchenden wiederum die Beschwerde an 
das Bundesverwaltungsgericht  offen  (Art. 112 AuG  i.V.m. Art. 84 Abs. 2 
AuG).  In diesem Verfahren wäre dann der Vollzug der Wegweisung vor 
dem Hintergrund sämtlicher Vollzugshindernisse von Amtes wegen nach 
Massgabe der  in diesem Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse zu prüfen 
(vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4, EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54 f.).

7.5.  Weil  sich  vorliegend  der  Vollzug  der  Wegweisung  –  aus  den 
nachfolgend  aufgeführten  Gründen  –  als  unzumutbar  erweist,  ist 
dementsprechend  auf  eine  Erörterung  der  beiden  anderen  Kriterien  zu 
verzichten.

7.5.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83  Abs. 7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 

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vom 8. März 2002, BBl 2002 3818; BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 
2009/52 E. 10.1 S. 756 f.).

7.5.2. Das Bundesverwaltungsgericht verfolgt die Entwicklung der Lage in 
Afghanistan kontinuierlich. Im zur Publikation vorgesehen Grundsatzurteil 
E­7625/2008  vom  16.  Juni  2011  hat  es  eine  aktuelle  Einschätzung 
vorgenommen,  gemäss  welcher  in  weiten  Teilen  von  Afghanistan – 
ausser  allenfalls  in  den  Grossstädten  –  eine  derart  prekäre 
Sicherheitslage  und  derart  schwierige  humanitäre  Bedingungen 
bestehen, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 
Abs. 4 AuG zu qualifizieren ist.

Von  dieser  allgemeinen  Feststellung  ist  die  Situation  in  der  Hauptstadt 
Kabul  zu  unterscheiden. Angesichts  des Umstandes,  dass  sich  dort  die 
Sicherheitslage  im  Verlauf  des  vergangenen  Jahres  nicht  weiter 
verschlechtert  hat  und  die  humanitäre  Situation  im  Vergleich  zu  den 
übrigen  Gebieten  etwas  weniger  dramatisch  ist,  kann  der  Vollzug  der 
Wegweisung nach Kabul unter Umständen als zumutbar erachtet werden.

Solche Umstände könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, 
wenn  es  sich  beim  Rückkehrer  um  einen  jungen,  gesunden  Mann 
handelt. Angesichts der konstanten Verschlechterung der Lage über die 
vergangenen Jahre hinweg und der auch  in Kabul schwierigen Situation 
versteht  es  sich  indessen  von  selbst,  dass  die  bereits  in  EMARK  2003 
Nr. 10  formulierten  strengen  Bedingungen  in  jedem  Einzelfall  sorgfältig 
geprüft  und  erfüllt  sein  müssen,  um  einen  Wegweisungsvollzug  nach 
Kabul  als  zumutbar  zu  qualifizieren.  Unabdingbar  ist  in  erster  Linie  ein 
soziales  Netz,  das  sich  im  Hinblick  auf  die  Aufnahme  und 
Wiedereingliederung  des  Rückkehrers  als  tragfähig  erweist.  Ohne 
Unterstützung  durch  Familie  oder  Bekannte  würden  die  schwierigen 
Lebensverhältnisse auch in Kabul unweigerlich in eine lebensbedrohende 
Situation führen. Für einen Rückkehrer aus Europa besteht, aufgrund der 
Vermutung, dass er Devisen auf sich trägt, gleich nach seiner Ankunft in 
Kabul ein erhöhtes Risiko, entführt oder überfallen zu werden. Verfügt er 
auf der anderen Seite über keine genügenden finanziellen Mittel, hätte er 
ohne soziale Vernetzung kaum Aussicht auf eine zumutbare Unterkunft. 
Auch  bei  der  Arbeitssuche  ist  die  Anstellung  selbst  von  unqualifizierten 
Arbeitskräften  regelmässig  von  persönlichen  Beziehungen  abhängig. 
Eine  die  Gesundheit  nur  einigermassen  garantierende  Ernährung  wäre 
ohne  die  Hilfe  von  nahe  stehenden  Personen  ebenfalls  kaum möglich, 
und  der  Zugang  zu  sauberem  Trinkwasser  schwierig; 

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Unterstützungsmassnahmen  der  Regierung  oder  internationaler 
Organisationen  können  laut  zuverlässigen Quellen  daran nichts  ändern. 
Kämen  in  einer  solchen  Situation  noch  gesundheitliche 
Umstellungsschwierigkeiten  hinzu,  geriete  auch  ein  junger  gesunder 
Mann  ohne  soziale  Vernetzung  unweigerlich  innert  absehbarer  Zeit  in 
eine existenzbedrohende Situation (vgl. a.a.O. E. 9.9.1 f.). Die Frage, ob 
hinsichtlich  der  Städte  Mazar­i­Sharif  und  Herat  in  Bezug  auf  die 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  Ähnliches  gesagt  werden 
könne wie zu Kabul, wurde im erwähnten Grundsatzurteil offen gelassen, 
weil  von  vornherein  ungenügende  Anknüpfungspunkte  bestanden  (vgl. 
a.a.O. E. 9.9.3).

7.5.3. Aus  den  Akten  ergibt  sich,  dass  der  junge  und  ursprünglich  aus 
Afghanistan  stammende  Beschwerdeführer  im  Iran  geboren  ist  und 
seither  dort  lebte.  Er  habe  die  Matur  zwei  bis  drei  Monate  vor  seiner 
Ausreise  aus  dem  Iran  bestanden  und  verfüge  deshalb  über  keine 
Berufserfahrung. Sein Vater stamme aus Mazar­i­Sharif und seine Mutter 
aus  Ghazni.  Seine  Eltern  hätten  Afghanistan  jedoch  bereits  vor  seiner 
Geburt  verlassen.  Er  habe  auch  keine  Verwandte  in Mazar­i­Sharif.  Zu 
seinen  Onkeln  mütterlichseits,  wovon  einer  in  Kabul  und  die  anderen 
beiden  in  Ghazni  leben  würden,  habe  er  keinen  Kontakt,  da  sie  seine 
Eltern  und  einen  weiteren  Onkel  getötet  hätten.  Der  Beschwerdeführer 
hat gemäss den Akten nie  in Afghanistan gelebt und wurde dort  folglich 
auch nie sozialisiert. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass 
er  in Afghanistan über kein tragfähiges soziales Beziehungsnetz verfügt, 
auf  welches  er  bei  einer  allfälligen  Rückkehr  zurückgreifen  könnte.  Die 
vom  BFM  vorgeschlagene  Aufenthaltsalternative  in  J._______  kommt 
aufgrund der vorstehenden Erwägungen (vgl. E. 7.5.2.) ebenfalls nicht in 
Frage.  Mit  Blick  auf  die  dargelegte  Situation  im  Heimatland  ist  der 
Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers nach Afghanistan somit als 
unzumutbar zu qualifizieren.

7.6. Der Vollzug der Wegweisung nach Afghanistan im Sinne von Art. 83 
Abs. 4  AuG  erweist  sich  insgesamt  als  unzumutbar. Den Akten  können 
ausserdem  keine  Ausschlussgründe  im  Sinne  von  Art. 83  Abs. 7  AuG 
entnommen werden, weshalb die Voraussetzungen für die Anordnung der 
vorläufigen Aufnahme erfüllt sind.

8. 
Die  Beschwerde  ist  gutzuheissen,  soweit  sie  den  Vollzug  der 
Wegweisung betrifft.  Im Übrigen  ist  sie abzuweisen. Die Ziffern 4 und 5 

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des  Dispositivs  der  vorinstanzlichen  Verfügung  vom  12. Mai 2009  sind 
demnach aufzuheben und das BFM  ist anzuweisen, den Aufenthalt  des 
Beschwerdeführers  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die 
vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  (vgl.  Art. 44  Abs. 2  AsylG  und  Art. 83 
Abs. 4 AuG).

9. 
Aufgrund  der  teilweisen  Gutheissung  der  Beschwerde  ist  die  von  der 
Vorinstanz  für  das  erstinstanzliche  Verfahren  erhobene  Gebühr 
(Dispositivziffer 6) auf Fr. 300.­ herabzusetzen.

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10. 
10.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wäre dem Beschwerdeführer 
grundsätzlich  ein  reduzierter  Anteil  der  Verfahrenskosten  aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Dieser hat im Rahmen seiner Beschwerde 
ein  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG gestellt. Weil er aufgrund der Akten nachwievor 
als mittellos zu erachten und die Beschwerde aufgrund der vorstehenden 
Erwägungen  nicht  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  ist,  sind  beide 
kumulativ  erforderlichen  Voraussetzungen  von  Art. 65  Abs. 1  VwVG 
erfüllt. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  ist 
deshalb – soweit nicht durch die  teilweise Gutheissung der Beschwerde 
hinfällig geworden – gutzuheissen und der Beschwerdeführer ist von der 
Pflicht zur Kostentragung zu befreien.

10.2.  Eine  teilweise  obsiegende  Partei  hat  Anspruch  auf  eine 
Entschädigung  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen  und 
verhältnismässig  hohen Kosten  (Art. 64  Abs. 1  VwVG  und Art. 7  ff.  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Nachdem 
der  rechtlich  vertretene  Beschwerdeführer  teilweise  –  hinsichtlich  der 
Frage  des  Wegweisungsvollzuges  –  mit  seiner  Beschwerde 
durchgedrungen  ist,  ist  ihm  eine  um  die  Hälfte  reduzierte 
Parteientschädigung zuzusprechen. Der  in der eingereichten Kostennote 
vom  30. Juni 2011  geltend  gemachte  Arbeitsaufwand  von  15  Stunden 
und  45  Minuten  zu  einem  Stundenansatz  von  Fr. 180.­  erscheint  unter 
Berücksichtigung  von  Umfang  und  Schwierigkeit  des  vorliegenden 
Verfahrens  nicht  angemessen,  zumal  in  der  Beschwerde  hauptsächlich 
zur  Asylgewährung  und  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  Bezug 
genommen  wird.  Unter  Berücksichtigung  der  massgeblichen 
Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE), der Praxis in Vergleichsfällen 
und  der  bis  zur  Urteilsfällung  erfolgten  weiteren  Eingaben  des 
Rechtsvertreters  ist  die  Vorinstanz  anzuweisen,  dem  Beschwerdeführer 
eine  reduzierte  Parteientschädigung  von  insgesamt  Fr. 500.­  (inklusive 
Auslagen und allfällige Mehrwertsteuer) auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  sie  die  Feststellung  der 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  und  die  Anordnung  der 
vorläufigen  Aufnahme  betrifft.  Im  Übrigen  wird  die  Beschwerde 
abgewiesen.

2. 
Die  Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  der  Verfügung  des  BFM  vom 
12. Mai 2009 werden aufgehoben.

3. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführer  vorläufig 
aufzunehmen.

4. 
Der Beschwerdeführer hat für das vorinstanzliche Verfahren eine Gebühr 
von Fr. 300.­ zu bezahlen.

5. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

6. 
Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 500.­ 
auszurichten.

7. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Viktoria Szczepinski