# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c62808c5-20c8-5edd-8b46-4e405fa17972
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 27.01.2015 S 2014 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-112_2015-01-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 112

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Vizepräsidentin Moser als Vorsitzende, Verwaltungsrichter 

Stecher und Audétat, Baumann-Maissen als Aktuarin

URTEIL 
vom 27. Januar 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. Die in Bosnien geborene A._____ hält sich seit 1988 ganzjährig in der 

Schweiz auf. Am 4. August 2001 erlitt sie als Beifahrerin einen Autounfall, 

bei dem sie sich Verletzungen zuzog. Nach einigen Monaten nahm sie ih-

re angestammte Tätigkeit als Raumpflegerin in einem reduzierten Pen-

sum wieder auf. Ende Juni 2002 löste ihre damalige Arbeitgeberin in der 

Folge indessen das Arbeitsverhältnis mit A._____ auf. Die Schweizeri-

sche Unfallversicherungsanstalt (SUVA) richtete kurzfristige Versiche-

rungsleistungen aus, verweigerte jedoch Rentenzahlungen, da die fortbe-

stehenden gesundheitlichen Probleme von A._____ nicht in natürlichem 

und adäquatem Kausalzusammenhang zum Unfall vom 4. August 2001 

stünden.

2. Wegen anhaltender gesundheitlicher Probleme meldete sich A._____ am 

21. Juni 2002 bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: 

IV-Stelle) zum Leistungsbezug (berufliche Eingliederungsmassnahmen 

und Rente) an. Mit Verfügung vom 11. Februar 2004 sprach die IV-Stelle 

A._____ bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zu und 

legte die Höhe der ihr zustehenden Renten fest. Im Jahr 2006 überprüfte 

die IV-Stelle den Invaliditätsgrad von A._____ von Amtes wegen. Mit 

Schreiben vom 1. März 2007 teilte sie A._____ mit, keine Änderungen 

festgestellt zu haben, die sich auf ihren Rentenanspruch auswirken wür-

den.

3. Am 1. Februar 2012 leitete die IV-Stelle abermals ein Revisionsverfahren 

ein. Im Rahmen dieses Verfahrens stellte die IV-Stelle bei der Prüfung 

des Dossiers fest, dass A._____ laut den Eintragungen in den für sie von 

den AHV-Kassen geführten individuellen Konten seit Jahren beträchtliche 

Erwerbseinkünfte erzielte. Aufgrund dieser Eintragungen ordnete die IV-

Stelle eine bidisziplinäre Abklärung durch den Regionalen Ärztlichen 

Dienst an und liess A._____ vom 6. Mai 2013 bis zum 2. August 2013 ta-

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geweise observieren. Ausserdem reichte sie Strafanzeige gegen A._____ 

wegen des Verdachts auf Verletzung der Meldepflicht, evtl. Betrugs, ein. 

Auf der Grundlage der durch die RAD-Abklärungen sowie die Observation 

gewonnenen Ergebnisse stellte die IV-Stelle in der Folge mit Zwischen-

verfügung vom 24. Oktober 2013 die Ausrichtung der A._____ zugespro-

chenen Rente per sofort ein und entzog einer allfälligen gegen diese An-

ordnung erhobenen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Mit Vorbe-

scheid vom 13. Dezember 2013 kündigte die IV-Stelle alsdann an, die 

Ausrichtung der Rente rückwirkend per 1. Juni 2013 aufzuheben. An die-

ser Auffassung hielt sie mit Verfügung vom 22. Juli 2014 grundsätzlich 

fest, wobei sie die Ausrichtung der Rente rückwirkend per 31. Mai 2013 

anordnete. Im Übrigen wies sie A._____ – wie bereits im Vorbescheid 

vom 13. Dezember 2013 – darauf hin, es sei davon auszugehen, dass für 

den Zeitraum vom 1. Juni 2013 bis zum 31. Oktober 2013 eine Melde-

pflichtverletzung vorläge, weshalb A._____ die in dieser Zeit zu Unrecht 

bezogenen Versicherungsleistungen zurückzuerstatten habe. Über diese 

Rückforderung werde im Rahmen einer separaten Verfügung entschieden 

werden. Einer Beschwerde gegen die Verfügung vom 22. Juli 2014 ent-

zog die IV-Stelle die aufschiebende Wirkung.

4. Gegen diese Anordnung gelangte A._____ (nachfolgend: Beschwerdefüh-

rerin) mit Beschwerde vom 9. September 2014 an das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden. Darin beantragte sie, die Verfügung der IV-

Stelle vom 22. Juli 2014 sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine un-

befristete IV-Rente auszurichten. In formeller Hinsicht ersuchte sie das 

Verwaltungsgericht um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. 

Zur Begründung dieser Anträge führte die Beschwerdeführerin im We-

sentlichen aus, aufgrund der Aktenlage sei die rückwirkende Aufhebung 

der Rente nicht gerechtfertigt. Die Kehrtwendung des RAD-Psychiaters 

sei ausschliesslich aufgrund der Sichtung des Observationsmaterials zu-

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stande gekommen. Eine weitere ärztliche Untersuchung habe nicht statt-

gefunden. Diese Vorgehensweise sei nicht akzeptabel. Soweit die IV-

Stelle der Beschwerdeführerin ausserdem vorwerfe, ihre Meldepflicht ver-

letzt zu haben, sei anzumerken, dass die der Beschwerdeführerin anläss-

lich der Befragung am 2. Oktober 2013 vorgelegte Lohnabrechnung ihren 

Ehemann betroffen habe. Die auf den Namen der Beschwerdeführerin 

lautende Lohnabrechnung betrage lediglich Fr. 384.--. Ein Einkommen in 

dieser Grössenordnung bewege sich im gesetzlichen Rahmen und müsse 

der IV-Stelle nicht gemeldet werden. Es bestehe deshalb keine Veranlas-

sung, irgendwelche Leistungen von der Beschwerdeführerin zurückzufor-

dern. Zudem sei festzuhalten, dass sich wohl auch ein Durchschnitts-

mensch nicht veranlasst gesehen hätte, die von ihm ausgeübte Gartenar-

beit als Erwerbstätigkeit zu qualifizieren und die IV-Stelle darüber zu in-

formieren. Von einem fahrlässigen oder sogar vorsätzlich rechtswidrigen 

Verhalten könne unter diesen Umständen keine Rede sein. Schliesslich 

sei nicht erstellt, dass sich die gesundheitliche Verfassung der Beschwer-

deführerin erheblich und dauernd verbessert habe. Die angefochtene Ver-

fügung erweise sich demnach als rechtswidrig, weshalb sie in Gutheis-

sung der vorliegenden Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdefüh-

rerin weiterhin eine ganze Rente auszurichten sei. 

5. In der Vernehmlassung vom 29. September 2014 beantragte die IV-Stelle 

die Abweisung der Beschwerde. 

6. Mit prozessleitender Verfügung vom 1. Oktober 2014 wies die zuständige 

Instruktionsrichterin das Gesuch der Beschwerdeführerin um Wiederher-

stellung der aufschiebenden Wirkung ab. 

7. Am 8. Oktober 2014 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

seine Honorarnote ein. Die IV-Stelle nahm dazu mit Schreiben vom 

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14. Oktober 2014 Stellung. Am 17. Dezember 2014 liess die Beschwerde-

führerin den Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste Graubünden, 

vom 12. Dezember 2014 einreichen. Die IV-Stelle hielt dazu mit Schrei-

ben vom 29. Dezember 2014 fest, der eingereichte Arztbericht würde sich 

auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ab Eintritt in die 

psychiatrische Klinik am 7. Oktober 2014 beziehen und vermöge daher 

von vornherein nichts zur Klärung der strittigen Fragen beizutragen. Er sei 

folglich für das vorliegende Verfahren ohne Bedeutung.

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien und die einge-

reichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der 

IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 22. Juli 2014. Eine solche Anord-

nung, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsge-

richt am Ort der IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. 

Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

[IVG; SR 831.20]). Damit fällt die Beurteilung der vorliegenden Beschwer-

de in die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Als formelle und mate-

rielle Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefoch-

tenen Verfügung ausserdem unmittelbar betroffen und hat ein schutzwür-

diges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Demnach ist sie 

zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

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rechts [ATSG; SR 830.1]). Schliesslich hat die Beschwerdeführerin ihre 

Beschwerde frist- und formgerecht beim Verwaltungsgericht eingereicht 

(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG). Auf die vorlie-

gende Beschwerde ist damit einzutreten.

2. In der angefochtenen Verfügung hat die IV-Stelle den Anspruch der Be-

schwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint und 

der Beschwerdeführerin die vormals zugesprochene Rente rückwirkend 

per 31. Mai 2013 aberkannt. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob 

diese rückwirkende Rentenaufhebung zulässig ist.

a) Nach Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Pro-

zent Anspruch auf eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen Versicherten ist 

der rentenbegründende Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensver-

gleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 

ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu-

mutbare Tätigkeit bei ausgE._____chener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid ge-

worden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der Einkommensver-

gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe-

tischen Erwerbseinkommen auf zeitidentischer Basis ziffernmässig mög-

lichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf 

sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad zu bestimmen ist 

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(allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 

E.3.4.2, 128 V 29 E.1).

b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die 

Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entspre-

chend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über die Inva-

lidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche Anpassung 

gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, 

den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die 

Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des 

Gesundheitszustandes, sondern etwa auch dann revidierbar, wenn sich 

die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Ge-

sundheitszustandes erheblich verändert haben oder eine andere Art der 

Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangt (BGE 130 V 343 E.3.5; Ur-

teile des Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.1, 

9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2, I 554/05 vom 3. Januar 2006 

E.2.1, I 212/03 vom 28. August 2003 E.2.2.3). Dagegen bildet die unter-

schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unver-

ändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für sich allein genommen keinen 

Revisionsgrund (Urteil des Bundesgerichts 9C_552/2007 vom 17. Januar 

2008 E.3.1.2).

c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prü-

fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei 

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Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 

Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E.5; vgl. auch SVR 2010 

IV Nr. 54 S. 167 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 

25. Juli 2013 E.3.1.2, 9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1). Wird bei 

dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur 

Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung erfah-

ren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bundesge-

richts 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist das Vorlie-

gen eines Revisionsgrunds zu bejahen und die zugesprochene Rente 

entsprechend der festgestellten Sachverhaltsveränderung abzuändern 

(vgl. ULRICH MEYER / MARCO REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2014, Art. 30-31 N. 13). 

d) Mit Verfügung vom 11. Februar 2004 sprach die IV-Stelle der Beschwer-

deführerin bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab dem 1. August 2002 

eine ganze Rente zu. Ob der rentenbegründende Invaliditätsgrad der Be-

schwerdeführerin seither eine rechtserhebliche Änderung erfahren hat, 

prüfte die IV-Stelle erstmals im Rahmen des von Amtes wegen eingeleite-

ten Revisionsverfahrens, das mit der Mitteilung vom 1. März 2007 seinen 

Abschluss fand (Art. 51 ATSG i.V.m. Art. 74ter lit. f IVV). Darin beschied 

die IV-Stelle der Beschwerdeführerin, bei der Überprüfung des Invali-

ditätsgrads keine Änderung festgestellt zu haben, die sich auf die zuge-

sprochene Rente auswirke (Beilagen der IV-Stelle [IV-act.] 9). Die fragli-

che Anordnung vom 1. März 2007 beruht einerseits auf dem Arztbericht 

des Hausarztes der Beschwerdeführerin vom 28. Dezember 2006 (IV-

act. 6), andererseits auf dem Arztbericht der Psychiaterin der Beschwer-

deführerin vom 23. Februar 2007 (IV-act. 7). In diesen beiden Arztberich-

ten wird die gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin als un-

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verändert geschildert, ohne das eine eingehende Auseinandersetzung mit 

den von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden und der hieraus 

resultierenden funktionellen Beeinträchtigung erfolgt ist. Daraus ergibt 

sich folglich kein vollständiges Bild über den für die Bestimmung des Inva-

liditätsgrads massgebenden medizinischen Sachverhalt. Unter diesen 

Umständen ist mit den Verfahrensbeteiligten davon auszugehen, dass 

diese Sachverhaltsabklärungen nicht genügen, um die Mitteilung vom 

1. März 2007 als Vergleichsbasis für die strittige Rentenrevision anzuse-

hen. Ob sich die gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin 

und, als Folge davon, deren Arbeitsfähigkeit, wie in der angefochtenen 

Verfügung angenommen, in einer für den Rentenanspruch massgeblichen 

Weise verbessert hat, beurteilt sich demnach durch den Vergleich des 

Sachverhalts, welcher der Verfügung vom 11. Februar 2004 zugrunde 

lag, mit jenem Sachverhalt, der sich bis zum Erlass der angefochtenen 

Verfügung am 22. Juli 2014 verwirklicht hat. Davon ausgehend wird an-

schliessend zunächst zu untersuchen sein, auf welchem Sachverhalt die 

Verfügung vom 11. Februar 2004 beruht. Daraufhin wird der rechtserheb-

liche Sachverhalt zu ermitteln sein, der sich bis zum Abschluss des vorin-

stanzlichen Verfahrens zugetragen hat. Schliesslich wird durch Gegenü-

berstellung dieser beiden Sachverhalte zu entscheiden sein, ob die 

massgeblichen Verhältnisse damit eine rechtserhebliche Änderung erfah-

ren haben, welche die Aufhebung der zugesprochenen Rente rechtfertigt.

3. In der Verfügung vom 11. Februar 2004 sprach die IV-Stelle der Be-

schwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente 

zu. In der Beurteilung der dieser Anordnung zugrunde liegenden medizi-

nischen Situation stützte sich die IV-Stelle auf das Gutachten der Medizi-

nischen Begutachtungsstelle (MEDAS), Medizinisches Zentrum Römerhof 

(MZR), vom 4. November 2003 (vgl. Mitteilung des Beschlusses vom 

17. Dezember 2003, Verfügungsteil 2 [Original Akten der IV]). Darin dia-

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gnostizierten drei Ärzte als Krankheit mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin eine schwere depressive Störung ohne psychoti-

sche Symptome (ICD-10: F 32.2). Als Krankheit ohne Einfluss auf die Ar-

beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin stellten sie eine reversible Funkti-

onsstörung des Bewegungsapparates suboccipital links und am cerviko-

thorakalen Übergang, leichte Varikose beidseits sowie Adipositas fest. 

Die Beschwerdeführerin leide derzeit unter Schmerzen im Nackenbereich 

mit Ausstrahlungen in den Schultergürtel beidseits, praktisch immer vor-

handen, verbunden mit Müdigkeit und Antriebsmangel. Bei der rheumato-

logischen Untersuchung zeige sich eine Schulterprotraktion mit Haltungs-

schwäche. Die BewE._____chkeit der Brustwirbelsäule und der Lenden-

wirbelsäule sei nicht eingeschränkt und schmerzfrei. Die Untersuchung 

des cervikalen Achsenskeletts habe eine reversible Bewegungshemmung 

im Bereich C 1/2 links und am cervikothorakalen Übergang sowie eine 

leichte Varikose beidseits ergeben. Die festgestellten rheumatologischen 

Befunde seien gering ausgeprägt und bezüglich der Bewegungshem-

mungen reversibel. In ihrer angestammten Tätigkeit sei die Beschwerde-

führerin deshalb nicht eingeschränkt, weshalb sie aus rheumatologischer 

Sicht als zu 100 % arbeitsfähig einzustufen sei. Aus psychiatrischer Sicht 

leide die Beschwerdeführerin hingegen an einer schweren depressiven 

Episode ohne psychotische Symptome. Diese Krankheit habe sich in den 

letzten zwei Jahren entwickelt und sei als eigenständige psychische Er-

krankung anzusehen. Sie stünde nicht im Zusammenhang mit dem Au-

tounfall vom August 2001. Im Vordergrund des psychischen Beschwerde-

bildes stünden derzeit eine Hemmung bzw. Agitiertheit, der Verlust des 

Selbstwertgefühls, Schuldgefühle, Verzweiflung, Nutzlosigkeit sowie Lust- 

und Freudlosigkeit. Ausserdem bestehe eine latente Suizidalität. Wegen 

dieser psychischen Beschwerden sei die Versicherte gegenwärtig nicht 

arbeitsfähig. Aus psychischer Sicht sei sie zurzeit in jeder beliebigen 

Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig.

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4. a) Um beurteilen zu können, ob sich die gesundheitliche Verfassung der 

Beschwerdeführerin im Vergleich zu diesem der Verfügung vom 11. Fe-

bruar 2004 zugrunde liegenden Gesundheitszustand in einer für den Ren-

tenanspruch massgeblichen Weise verbessert hat, beauftragte die IV-

Stelle den RAD mit einer psychiatrischen sowie rheumatologischen Un-

tersuchung der Beschwerdeführerin. Der RAD-Arzt, med. pract. B._____, 

Facharzt für Psychiatrie- und Psychotherapie, zertifizierter Gutachter SIM, 

untersuchte die Beschwerdeführerin zu diesem Zweck am 19. Dezember 

2012 sowie am 29. Januar 2013 (IV-act. 54 S. 4). Die rheumatologische 

Untersuchung führte die RAD-Ärztin, med. pract. C._____, Fachärztin für 

Physikalische Medizin und Rehabilitation, zertifizierte Gutachterin SIM, 

am 29. Januar 2013 durch (IV-act. 54 S. 24). Auf der Grundlage dieser 

persönlichen Untersuchungen und der medizinischen Vorakten verfassten 

die involvierten RAD-Ärzte am 17. Juli 2013 (IV-act. 54 S. 4 ff.) sowie am 

24. Juli 2013 (IV-act. 54 S. 24 ff.) ihre Einzelbeurteilungen und am 17. Juli 

2013 ihre Konsensbeurteilung als Ergebnis der angeordneten bidiszi-

plinären RAD-Abklärung (IV-act. 54 S. 1 ff.). Vom 6. Mai 2013 bis zum 

2. August 20013 liess die IV-Stelle die Beschwerdeführerin sodann tage-

weise observieren. Das Ergebnis dieser Observation legte sie daraufhin 

dem RAD-Psychiater, med. pract. B._____, vor, der dazu am 8. Novem-

ber 2013 Stellung nahm (IV-act. 66 S. 1 ff.). 

b) Der Beweiswert der durch diese Beweisvorkehren gewonnenen ärztlichen 

Stellungnahmen hängt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung da-

von ab, ob sie für die streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen 

Untersuchungen beruhen, die von der Beschwerdeführerin geklagten Be-

schwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-

geben wurden, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und der medizinischen Situation einleuchten und in den daraus gezoge-

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nen Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen. Ausschlaggebend für 

den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist folglich grundsätzlich weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht 

oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 V 160 

E.1c). Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdi-

gung aufzustellen. Danach haben Gutachten versicherungsexterner Ärz-

te, insbesondere solche von MEDAS der Invalidenversicherung, vollen 

Beweiswert, wenn sie die vorgenannten Anforderungen erfüllen und nicht 

konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 353 

E.3b/bb). Nur wenn die Schlüssigkeit eines solchen Gutachtens in we-

sentlichen Punkten zweifelhaft erscheint, sind ergänzende Beweisvorkeh-

ren in Betracht zu ziehen und nötigenfalls anzuordnen (vgl. BGE 121 Ia 

146 E.1c). Dasselbe gilt grundsätzlich für Gutachten der RAD, die von 

versicherungsinternen Ärzten stammen. Stützt sich eine angefochtene 

Verfügung indessen im Wesentlichen oder ausschliesslich auf solche Be-

weisgrundlagen, sind an die Beweiswürdigung höhere Anforderungen zu 

stellen. Bestehen in einem solchen Fall auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen erweist 

sich das fragliche Gutachten nicht als voll beweiskräftig und es sind weite-

re Beweiserhebungen zu veranlassen (BGE 135 V 465 E.4.4; Urteil des 

Bundesgerichts I 142/04 vom 20. November 2007 E.3.2.1; URS MÜLLER, 

Das Verwaltungserfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010, 

N. 1730; THOMAS FLÜCKIGER, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], 

Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, N. 4.146). Für den vorliegen-

den Fall bedeutet dies, dass die RAD-Beurteilungen vom 17. Juli 2013 

sowie 24. Juli 2013 (IV-act. 54 S. 1 ff.) und die RAD-Stellungnahme vom 

8. November 2013 (IV-act. 66 S. 1 ff.) nur dann als alleinige Grundlage für 

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die angefochtene Rentenaufhebung genügen, wenn nicht die geringsten 

Zweifel an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. 

c) aa) In der RAD-Konsensbeurteilung vom 17. Juli 2013 diagnostizierten die 
RAD-Ärzte, med. pract. C._____ sowie med. pract. B._____, als Krank-
heit ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten eine anhal-
tende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.40 [Vorliegen einer 
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen, F 68.0]), 
ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei ausgeprägter Fehlstatik und 
muskulärer Dysbalance, Adipositas, ein zervico-craniales zerviko-
brachiales Schmerzsyndrom bei ausgeprägter Fehlstatik mit Kopfprotrak-
tion, jeweils ohne sensomotorische Defizite sowie ausreichendem Funkti-
onszustand, Status nach einem 2001 erlittenen zervico-cranialen Be-
schleunigungstrauma mit commotio cerebri und verbliebenen Restkopf-
schmerzen, eine chronisch-venöse Insuffizienz beidseits, eine initiale Re-
tropatellararthrose beidseits sowie Verdacht auf eine Stressfraktur an der 
Basis des os metatarsale II im Bereich des linken Fusses. Mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit stellten die RAD-Ärzte eine psychische Krankheit 
fest, die sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen nach den ICD-10 
Diagnosekriterien nicht zuverlässig einordnen liesse. Deshalb könne die 
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht nicht 
sicher eingeschätzt werden. Sei, wie von den behandelnden Ärzten an-
genommen, von einer schweren depressiven Störung auszugehen, so sei 
die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht vollständig arbeitsun-
fähig. Andernfalls wäre das Ausmass der bestehenden Arbeitsunfähigkeit 
wegen der Zumutbarkeit, das empfundene Leiden zu überwinden, oder 
trotz der psychischen Symptome einer wenigsten teilschichtigen Tätigkeit 
nachzugehen, durchaus strittig (IV-act. 54 S. 2). Wie es sich diesbezüg-
lich verhalte, könne jedoch letztlich offengelassen werden, da eine rele-
vante Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin 
seit 2003 oder das Vorliegen eines erfolgreichen Adaptionsprozesses an 
das Krankheitsgeschehen eindeutig zu verneinen sei. Im Gegenteil läge 
vorliegend eine auffällige Persistenz der Beschwerden vor. Der Gesund-
heitszustand der Beschwerdeführerin habe sich im massgeblichen Zeit-
raum folglich nicht verbessert. Aus rheumatologischer Sicht sei die Be-
schwerdeführerin weiterhin zu 100 % arbeitsfähig, womit insofern eben-
falls keine rechtserhebliche Veränderung des massgeblichen medizini-
schen Sachverhalts vorliege (IV-act. 54 S. 2). Diese Konsensbeurteilung 
stimmt mit den in den Einzelbeurteilungen vom 17. Juli 2013 (IV-act. 54 
S. 4 ff.) sowie 24. Juli 2013 (IV-act. 54 S. 24 ff.) vertretenen Auffassungen 
überein.

bb) Auf diese Beurteilung kam der RAD-Psychiater, med. pract. B._____, in 
seiner Stellungnahme vom 8. November 2013 zurück, nachdem ihm die 

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IV-Stelle die während der Observation gemachten Videoaufnahmen, den 
Observationsbericht, die eingeholten Arbeitsverträge, Lohnabrechnungen, 
den Fragebogen der derzeitigen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin 
und die ärztliche Stellungnahme des RAD-Arztes, med. pract. D._____, 
Allgemeinarzt, vorgelegt hatte (IV-act. 66 S. 1). Danach dokumentiert das 
Videomaterial eine Handlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin, welche 
die angegebene deutlich übersteige. So zeige die Versicherte darin eine 
ruhige, konsequente Arbeitsdurchführung bei Betätigungen im Grünbe-
reich. Die Versicherte sei in den Videosequenzen ausserdem in flüssi-
gem, teils flottem Gehtempo, offensichtlich zielgerichtet unterwegs. Eben-
so sei in einer Filmsequenz eine adäquate soziale Interaktion mit einer 
anderen Frau, die von einem Kind begleitet werde, dokumentiert. Die vor-
liegenden Videoaufnahmen widerlegten die Angaben der Versicherten 
und ihres Umfelds, nahezu keine geordnete Handlung selbständig aus-
führen zu können und selbst bei einfachen Hausarbeiten auf Hilfe ange-
wiesen zu sein. Die in der Konsensbeurteilung vom 17. Juli 2013 und der 
dieser zugrunde liegenden Einzelbeurteilung getroffenen Annahmen und 
die darauf gestützt vorgenommene Beurteilung der gesundheitlichen Ver-
fassung der Beschwerdeführerin sowie deren Arbeitsfähigkeit seien damit 
widerlegt. Die fraglichen Beurteilungen könnten daher nicht mehr verwer-
tet werden. Aufgrund des Observationsmaterials sei eine zumutbare Ar-
beitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ausgewiesen. Deren Höhe sei 
aber für den Unterzeichneten nicht einschätzbar. Die Beurteilung des 
Leistungsvermögens einer Versicherten aus psychiatrischer Sicht beruhe 
immer auch auf den Angaben der Versicherten. Mache diese, wie vorlie-
gend, diesbezüglich falsche Angaben, so sei es ausgesprochen schwie-
rig, deren Leistungsvermögen zuverlässig abzuschätzen. In den Videose-
quenzen arbeite die Versicherte ruhig und gehe mit jedem Eimer voller 
Unkraut einzeln zum Müllcontainer. Extreme Leistungsfähigkeit oder op-
timale Arbeitsökonomie bildeten sich hier nicht ab. Erkennbar sei auf den 
Videoaufnahmen ausserdem ein anhaltend freudloser, wie schwer belas-
tend wirkender Gesichtsausdruck, der gegen das Vorhandensein von Le-
bensfreude und/oder Zufriedenheit mit der bestehenden Lebenssituation 
spreche (IV-act. 66 S. 8). Die früher ausgeübte Tätigkeit der Versicherten, 
aber auch andere Tätigkeiten in ähnlichem Lohn- und Anforderungsni-
veau setzten indes nicht unbedingt einen freundlich-aufgestellten Ge-
sichtsausdruck, extreme Leistungsfähigkeit oder optimale Arbeitsökono-
mie voraus. Ausserdem könnte es der Versicherten durchaus zumutbar 
sein, eine höhere Arbeitsökonomie zu praktizieren als die in den Vi-
deoaufnahmen ausgewiesene. Umgekehrt könnten die vorliegenden Vi-
deoaufnahmen auch "bessere Tage" der Beschwerdeführerin abbilden, 
belegten sie doch konkret nur Fähigkeiten bzw. Zumutbarkeiten für Minu-
ten bis Sekunden. Unter den gegebenen Umständen sehe er sich daher 
ausser Stande, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zuverlässig 
abzuschätzen. Im Fazit sei damit festzuhalten, dass die Aussagen in den 

- 15 -

RAD-Abklärungen vom 17. Juli 2013 widerlegt seien, weshalb darauf bei 
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht mehr 
abgestellt werden könne. Die gesundheitliche Verfassung habe sich seit 
der Rentenzusprache eindeutig verbessert. Eine zumutbare Arbeitsfähig-
keit sei anzunehmen. Deren Höhe könne er jedoch nicht zuverlässig ab-
schätzen (IV-act. 66 S. 8).

d) Die vorangehend auszugsweise wiedergegebenen Ausführungen sind für 

die strittigen Belange umfassend, berücksichtigen die von der Beschwer-

deführerin geklagten Leiden und wurden in Kenntnis der Vorakten sowie 

unter Berücksichtigung der im Rahmen der Observation gemachten Be-

obachtungen erstellt. Zudem beruhen sie auf einer eingehenden persönli-

chen Untersuchung der Beschwerdeführerin, in der sich die begutachten-

den RAD-Ärzte mit der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt haben. 

Schliesslich leuchten sie in der Darlegung der medizinischen Zusammen-

hänge und der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Dies gilt ins-

besondere für die Stellungnahme des RAD-Psychiaters, med. pract. 

B._____, vom 8. November 2013 (IV-act. 66). Darin begründet med. 

pract. B._____ sorgfältig und überzeugend, weshalb er an seiner ur-

sprünglichen Auffassung, wonach sich die psychische Verfassung der 

Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache nicht verbessert habe, 

nach Kenntnisnahme des Observationsmaterials nicht festhalten kann. 

Die fragliche Beurteilung setzt sich mit allen relevanten Aspekten ausein-

ander, ist objektiv begründet, in sich schlüssig und nachvollziehbar. In 

den Akten finden sich damit keine konkreten Indizien, welche auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Richtigkeit der fraglichen RAD-

Beurteilung wecken. Dasselbe gilt für die rheumatologische RAD-

Beurteilung vom 24. Juli 2013 und jene vom 17. Juli 2013 als Teil der 

Konsensbeurteilung. Den fraglichen ärztlichen Stellungnahmen ist damit 

voller Beweiswert zuzuerkennen.

- 16 -

e) Die von der Beschwerdeführerin gegen dieses Beweisergebnis erhobe-

nen Einwände rechtfertigen keine andere Betrachtungsweise. Soweit die 

Beschwerdeführerin vorbringt, es sei willkürlich, wenn med. pract. 

B._____ nach Sichtung des Videomaterials, in dem die Beschwerdeführe-

rin einfachste Gartenarbeiten verrichte, zur Überzeugung gelange, ihre 

gesundheitliche Verfassung habe sich seit der Rentenzusprache verbes-

sert, kann ihr nicht gefolgt werden. Die Beschwerdeführerin gab med. 

pract. B._____ gegenüber an, unter Freudlosigkeit, Schmerzen, 

Schlafstörungen und weiteren typischen depressiven Symptomen zu lei-

den und deshalb selbst bei einfachsten hauswirtschaftlichen Verrichtun-

gen auf Unterstützung angewiesen zu sein. Sie pflege nahezu keine sozi-

alen Kontakte mehr, ziehe sich sogar vor familiären Kontakten zurück, in-

dem sie vermehrt spazieren gehe (IV-act. 54 S. 14). Gleichlautende An-

gaben machte die Beschwerdeführerin gegenüber ihrem Hausarzt, 

Dr. med. E._____, FMH für Innere Medizin (vgl. IV-act. 6 S. 2 f.), ihrer be-

handelnden Psychiaterin, Dr. med. F._____, FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie (vgl. IV-act. 7 S. 3), und in den IV-Fragebögen vom 

11. Dezember 2006 sowie 13. Februar 2012 (vgl. IV-act. 3, 15). Bereits in 

der Einzelbeurteilung vom 17. Juli 2013 wies med. pract. B._____ darauf 

hin, die gestützt auf diese Angaben angenommene vollständige Arbeits-

unfähigkeit der Beschwerdeführerin liesse sich mit einer, auch nur teil-

schichtigen Erwerbstätigkeit, wie sie im Case Report angeführt werde, 

nicht vereinbaren. Sollte die Beschwerdeführerin tatsächlich einer berufli-

chen Tätigkeit nachgehen, wären ihre Angaben sowie die mit der Selbst-

einschätzung der Explorandin übereinstimmenden ärztlichen Einschät-

zungen der Arbeitsfähigkeit derselben vollständig erschüttert und nicht 

mehr glaubwürdig (IV-act. 54 S. 21 f.). Mit diesem Vorbehalt brachte med. 

pract. B._____ zum Ausdruck, dass seine Einschätzung der vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auf deren durchaus plausiblen 

und über die Jahre hinweg gleichgebliebenen Angaben beruhte, praktisch 

- 17 -

keine Arbeiten mehr selbständig verrichten zu können und selbst im 

Haushalt sowie in der Kindererziehung auf Hilfe angewiesen zu sein (vgl. 

IV-act. 3, 6, 7, 15, 54). Diese Angaben erweisen sich aufgrund der 

während der Observation gemachten Beobachtungen als unzutreffend. 

Zwar handelt es sich bei der dadurch dokumentierten Gartenarbeit nicht 

um eine intellektuell anspruchsvolle Tätigkeit. Jedoch liegt die hierdurch 

ausgewiesene Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach der 

fachärztlichen Einschätzung von med. pract. B._____ über dem Leis-

tungsvermögen schwer depressiver Personen. Dabei mag das Vorbringen 

der Beschwerdeführerin, wonach sie von den behandelnden Ärzten zu 

Therapiezwecken zu solchen und ähnlichen Arbeiten, wie Töpfern, Hand-

arbeit und Malen, angehalten worden sei, durchaus zutreffend sein (vgl. 

E-Mail der behandelnden Psychiaterin der Beschwerdeführerin vom 

17. Januar 2014 [IV-act. 75 S. 5]; Schreiben des Hausarztes der Be-

schwerdeführerin vom 5. November 2013 [IV-act. 75 S. 4]). Die Be-

schwerdeführerin hat die dokumentierte Gartenarbeit indes aus eigenem 

Antrieb ohne therapeutische Hilfe aufgenommen und in einer ruhigen, 

konsequenten und organisierten Arbeitsweise zielgerichtet ausgeführt. 

Die sich darin abbildende Leistungsfähigkeit übersteigt nach fachärztli-

cher Einschätzung jene, zu der Personen, die an einer schweren Depres-

sion leiden, fähig sind. Dies gilt selbst dann, wenn die Beschwerdeführe-

rin, wie von ihr geltend gemacht, damit ausschliesslich bezweckt haben 

sollte, eine einfache Tagesstruktur aufrechtzuerhalten. Aufgrund der in 

Berücksichtigung des Observationsmaterials erstellten Stellungnahme 

vom 8. November 2013 ist damit ausgewiesen, dass die Beschwerdefüh-

rerin aus psychischer Sicht nicht mehr vollständig arbeitsunfähig ist.

aa) Dass med. pract. B._____ erst nach Kenntnisnahme des Observations-

materials zu dieser Überzeugung gelangt ist, ändert daran nichts, hat 

doch die Beschwerdeführerin die Rechtmässigkeit der von der IV-Stelle 

- 18 -

vom 6. Mai 2013 bis zum 2. August 2013 durchgeführten Observation zu 

Recht nicht bestritten (vgl. dazu statt vieler: BGE 137 I 327 E.5.2; 135 I 

169 E.4.4; MEYER / REICHMUTH, a.a.O., Art. 59 N. 20 ff.). Solche Observa-

tionen, die im Alltag ausgeübte Handlungen und darin zum Ausdruck 

kommende Fähigkeiten dokumentieren, können neue Erkenntnisse zur 

funktionellen Leistungsfähigkeit einer versicherten Person liefern. Deshalb 

sind sie den Gutachtern vorzulegen, damit diese die gemachten Beobach-

tungen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person 

mit einbeziehen und deren Angaben zum beeinträchtigten Leistungsver-

mögen auf dieser Grundlage einer kritischen Würdigung unterziehen kön-

nen. In der Regel ist hierfür eine persönliche Untersuchung der versicher-

ten Person unerlässlich (Urteil des Bundesgerichts 8C_618/2014 vom 

19. Dezember 2014 E.5.4). Eine solche hat im vorliegenden Fall denn 

auch stattgefunden, hat med. pract. B._____ die Beschwerdeführerin 

doch sowohl am 19. Dezember 2012 als auch am 29. Januar 2013 per-

sönlich untersucht (IV-act. 54 S. 4). Dass eine weitere Untersuchung der 

Beschwerdeführerin nach der Kenntnisnahme des Observationsmaterials 

zu neuen Erkenntnissen geführt hätte, kann aufgrund der Akten ausge-

schlossen werden, zumal die Beschwerdeführerin ihre Leistungsfähigkeit 

gegenüber med. pract. B._____ unrichtig dargestellt hat. Schliesslich hat 

die IV-Stelle die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung vom 2. Ok-

tober 2013 mit dem Observationsmaterial und den eingeholten Lohnab-

rechnungen konfrontiert und ihr Gelegenheit geboten, dazu Stellung zu 

nehmen (vgl. Befragungsprotokoll vom 2. Oktober 2013 im separaten 

Dossier). Dadurch wurde der Anspruch der Beschwerdeführerin auf recht-

liches Gehör gewahrt. Der von der Beschwerdeführerin gegen dieses 

Vorgehen erhobene Einwand, die fraglichen Sachverhaltserhebungen der 

IV-Stelle seien mangelhaft, erweist sich folglich als unbegründet. Auch in 

formeller Hinsicht besteht demnach kein Anlass, den Beweiswert der Stel-

- 19 -

lungnahme von med. pract. B._____ vom 8. November 2013 in Frage zu 

stellen. 

bb) Den Beweiswert der fraglichen Stellungnahme vermag auch das E-Mail 

der behandelnden Psychiaterin der Beschwerdeführerin, Dr. med. 

F._____, vom 17. Januar 2014 nicht zu erschüttern (IV-act. 75 S. 5). Da-

nach erzielt die Familie von A._____ seit 1999 einen Nebenerwerb als 

Hauswart, wobei es der Beschwerdeführerin seit dem Unfall (vom 4. Au-

gust 2001) nicht mehr möglich gewesen sei, diese Arbeiten zu verrichten. 

Ihr Ehemann habe seither diese Aufgaben übernommen. Die Beschwer-

deführerin habe nach Möglichkeit mitgeholfen, was aus psychiatrischer 

Sicht zu begrüssen sei (IV-act. 75 S. 5). Gleichermassen äusserte sich 

der behandelnde Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. E._____, im 

Schreiben vom 5. November 2013, wobei er präzisierend ausführte, die 

Beschwerdeführerin habe vor allem kleinere Gartenarbeiten erledigt (IV-

act. 75 S. 4). Diese Stellungnahmen erfolgten unter dem Eindruck der von 

der IV-Stelle mit Zwischenverfügung vom 24. Oktober 2013 angeordneten 

Renteneinstellung, welche die finanzielle Situation der Beschwerdeführe-

rin verschlechtert und sich belastend auf ihre psychische Verfassung 

ausgewirkt haben soll. Die entsprechenden Einschätzungen der behan-

delnden Ärzte beruhen ausserdem ausschliesslich auf den Angaben der 

Beschwerdeführerin. Im Unterschied zu den RAD-Ärzten hatten die be-

handelnden Ärzte keine Kenntnis vom Gutachten des MZR vom 4. No-

vember 2003 und dem Ergebnis der Observation der Beschwerdeführerin. 

Sie waren daher nicht in der Lage, die Angaben der Beschwerdeführerin 

auf dieser Grundlage einer kritischen Würdigung zu unterziehen und die 

Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus den vom RAD-Psychiater, 

med. pract. B._____, dargelegten Gründen deutlich höher einzustufen als 

angegeben. Im Übrigen ist bei der Würdigung von Stellungnahmen be-

handelnder Ärzte nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Er-

- 20 -

fahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese in Zweifelsfällen eher 

zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5). Dass Dr. 

med. F._____ und Dr. med. E._____ davon ausgehen, die Beschwerde-

führerin sei aus psychischen Gründen seit der Rentenzusprache fort-

während zu 100 % arbeitsunfähig und nur gelegentlich zu leichter Gar-

tenarbeit fähig, vermag unter diesen Umständen nicht die geringsten 

Zweifel an der Schlüssigkeit und Richtigkeit der Einschätzung des RAD-

Psychiaters, med. pract. B._____, zu wecken. 

cc) Nichts anders ergibt sich aus dem von der Beschwerdeführerin während 

des Beschwerdeverfahrens eingereichten Arztbericht der Psychiatrischen 

Dienste Graubünden (PDGR), vom 12. Dezember 2014. Denn dieser 

Arztbericht bezieht sich auf die gesundheitliche Verfassung der Be-

schwerdeführerin vom 7. Oktober 2014 bis zum 5. Dezember 2014 und 

demzufolge auf einen Zustand, der sich nach dem Abschluss des vorin-

stanzlichen Verfahrens zugetragen hat. Über diesen Sachverhalt hat die 

IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung nicht entschieden, weshalb das 

Verwaltungsgericht diesen im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

grundsätzlich nicht beurteilen darf. Aus prozessökonomischen Gründen 

ist es dem beschwerdeweise angerufenen Verwaltungsgericht allerdings 

ausnahmsweise gestattet, auch die Verhältnisse nach dem Erlass der an-

gefochtenen Verfügung zu beurteilen. Dies setzt jedoch voraus, dass die-

se in engem Zusammenhang zum Verfahrensgegenstand stehen und der 

neue Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist (BGE 130 V 138 E.2.1; AN-

DREAS TRAUB, in: STEIGER-SACKMANN / MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozia-

len Sicherheit, a.a.O., N. 5.132). Diese Voraussetzungen sind im vorlie-

genden Fall nicht erfüllt, ist doch der eingereichte Arztbericht allenfalls 

geeignet, eine Verschlechterung der gesundheitlichen Verfassung der 

Beschwerdeführerin seit dem 7. Oktober 2014 glaubhaft zu machen, je-

doch keinesfalls eine solche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus-

- 21 -

zuweisen (vgl. zum Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen behandelnder 

Ärzte im Allgemeinen: THOMAS FLÜCKIGER, in: STIEGER-SACKMANN / MOSI-

MANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, a.a.O., N. 4.145). Der Arztbe-

richt der PDGR vom 12. Dezember 2014 ist im vorliegenden Verfahren 

demnach nicht zu beachten, womit er am bisherigen Beweisergebnis 

nichts zu ändern vermag.

dd) Dass die psychische Verfassung der Beschwerdeführerin die Ausübung 

einer Erwerbstätigkeit in den vergangenen Jahren nicht ausgeschlossen 

hat, zeigen schliesslich die von der Beschwerdeführerin in den vergange-

nen Jahren erzielten Erwerbseinkünfte. Fest steht diesbezüglich, dass die 

Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann mit Wirkung ab dem 1. Novem-

ber 1999 einen Hauswartungsvertrag für die Liegenschaft abgeschlossen 

hat, der nach dem Unfall vom 4. August 2001 nicht aufgelöst wurde (Bei-

lage 1 zum Befragungsprotokoll vom 2. Oktober 2013 im separaten Dos-

sier). Im Gegenteil hat die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem 

Ehemann per 1. Februar 2007 die Hauswartung für eine weitere Liegen-

schaft übernommen (Beilage 2 zum Befragungsprotokoll vom 2. Oktober 

2013 im separaten Dossier). Die der Beschwerdeführerin auf der Grund-

lage dieser Verträge zugeflossenen Gelder werden im individuellen Konto 

(IK) der Beschwerdeführerin ab 2003 mit Fr. 3'276.-- bis 11'400.-- pro 

Jahr angegeben (vgl. IV-act. 14 S. 2 f, 86 S.4, Ermittlungsbericht S. 5 im 

separaten Dossier). Die Beschwerdeführerin behauptet, diese Erwerbs-

einkünfte nicht erzielt zu haben. In Tat und Wahrheit habe nur ihr Ehe-

mann als Hauswart gearbeitet. Sie habe ihn dabei gelegentlich unter-

stützt, wenn sie dazu in der Lage gewesen sei. Dieser Sachverhaltsdar-

stellung stehen nicht nur die anderslautenden IK-Auszüge der Beschwer-

deführerin und ihres Ehemannes entgegen, sondern hinsichtlich des Zeit-

raums von 2009-2011 überdies die definitiven Veranlagungsverfügungen 

für die Kantons- und Gemeindesteuer des Ehepaars (IV-act. 43, 44, 45). 

- 22 -

Diesen zufolge hat die Beschwerdeführerin 2009 Fr. 15'333.-- (IV-act. 45), 

2010 Fr. 8'006.-- (IV-act. 44) und 2011 Fr. 4'613.-- verdient. Die Richtig-

keit dieser Angaben hat die Beschwerdeführerin in den diesen Veranla-

gungsverfügungen zugrunde liegenden Steuererklärungen unterschriftlich 

bestätigt. Auf diese Erklärung ist sie zu behaften. Damit gilt als erstellt, 

dass die Beschwerdeführerin von 2009-2011 ein jährliches Bruttoein-

kommen von Fr. 4'613.-- bis Fr. 15'333.-- erzielt hat. 

ee) In Bezug auf den Zeitraum ab 2012 bis zum Abschluss des vorinstanzli-

chen Verfahrens liegen hingegen weder Veranlagungsverfügungen noch 

IK-Auszüge vor. Die IV-Stelle hat jedoch für diesen Zeitraum vereinzelt 

Lohnabrechnungen eingeholt und die Beschwerdeführerin anlässlich der 

Befragung vom 2. Oktober 2013 mit der Lohnabrechnung vom April 2013 

konfrontiert (vgl. Beilage 3 zum Befragungsprotokoll vom 2. Oktober 2013 

im separaten Dossier). Daraufhin hat die Beschwerdeführerin eingestan-

den, für die Hauswarttätigkeit monatlich mit Fr. 410.-- entschädigt worden 

zu sein. Dabei wies sie daraufhin, diesen Lohn nicht nur für das gelegent-

liche Kontrollieren der Sauberkeit des Treppenhauses und kleinere Putza-

rbeiten, sondern auch für das Rasenmähen erhalten zu haben (Befra-

gungsprotokoll vom 2. Oktober 2013 im separaten Dossier, S. 3). Da-

durch hat sie eingeräumt, die fraglichen Zahlungen als Entgelt für von ihr 

erbrachte Arbeitsleistungen bekommen zu haben. Dass es sich hierbei 

um einmalige Zahlung gehandelt hat, wurde nicht behauptet und kann vor 

dem Hintergrund der bestehenden Hauswartungsverträge ausgeschlos-

sen werden. Bei dieser Sachlage gilt als erwiesen, dass die Beschwerde-

führerin in den Jahren 2012 und 2013 ein jährliches Bruttoeinkommen von 

Fr. 4'920.-- (12 x Fr. 410.--) erzielt hat. Demzufolge sind vorliegend re-

gelmässige Einkünfte der Beschwerdeführerin seit 2009 ausgewiesen, 

welche belegen, dass sich die psychische Verfassung der Beschwerde-

- 23 -

führerin seit der Rentenzusprache verbessert hat und sie nicht mehr als 

zu 100 % arbeitsunfähig einzustufen ist. 

f) In Würdigung der Akten gelangt das Verwaltungsgericht aus den vorge-

nannten Gründen zum Schluss, dass der Gesundheitszustand der Be-

schwerdeführerin seit der Verfügung vom 11. Februar 2004 insoweit keine 

Änderung erfahren hat, als die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähig-

keit aus rheumatologischer Sicht nach wie vor nicht beeinträchtigt ist. Je-

doch steht aufgrund der schlüssigen und widerspruchsfreien Stellung-

nahme des med. pract. B._____ vom 8. November 2013  fest, dass die 

Beschwerdeführerin nicht mehr an einer schweren depressiven Episode 

ohne psychotische Symptome leidet, deretwegen sie vollständig arbeits-

unfähig ist (IV-act. 66). Die seit der massgeblichen Rentenzusprache so-

mit wiedergewonnene Arbeitsfähigkeit hat die Beschwerdeführerin seit 

2009 auf dem Arbeitsmarkt insoweit verwertet, als sie einer teilzeitlichen 

Erwerbstätigkeit nachgegangen ist und dadurch ein jährliches Bruttoein-

kommen von Fr. 4'613.-- bis Fr. 15'333.-- erzielt hat. Ob sie mit dieser Er-

werbstätigkeit ihr Erwerbspotential ausgeschöpft hat, kann aufgrund der 

Akten nicht beantwortet werden, da der RAD-Psychiater, med. pract. 

B._____, wegen der unrichtigen Angaben der Beschwerdeführer nicht in 

der Lage ist, das funktionelle Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin 

zuverlässig abzuschätzen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass auf-

grund der Aktenlage eine erhebliche Besserung des Gesundheitszu-

stands seit dem 11. Februar 2004 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

ausgewiesen ist. Bei dieser Sachlage hat die IV-Stelle das Vorliegen ei-

nes Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 ATSG zu Recht bejaht.

5. a) Liegt ein Revisionsgrund vor, so hat die IV-Stelle und das im Beschwer-

defall angerufene Verwaltungsgericht ohne Bindung an frühere Beurtei-

lungen in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei zu prüfen, ob eine 

- 24 -

Versicherte im Zeitpunkt der Revisionsverfügung in rentenbegründendem 

Umfang invalid ist (BGE 141 V 9 E.2.3 und E.6.1; Urteile des Bundesge-

richts 8C_209/2015 E.6.3, 8C_209/2015 vom 17. August 2015 E.6.2.2). 

Dabei liegt regelässig kein versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit 

die geltend gemachte Leistungseinschränkung auf Aggravation oder ähn-

lichen Erscheinungen beruht. Hinweise auf solche und andere Äusserun-

gen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich namentlich, wenn 

eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und 

dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmer-

zen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; kei-

ne medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; 

demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaub-

würdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, 

das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Dagegen weist 

ein bloss verdeutlichendes Verhalten gerade in der Untersuchungssitua-

tion nicht per se auf Aggravation hin (zur Publikation bestimmtes Urteil 

des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 E.2.2.2). 

b) In Bezug auf die Sachverhaltsermittlung gilt im Rentenrevisionsverfahren, 

wie in der Invalidenversicherung im Allgemeinen, der Untersuchungs-

grundsatz. Danach haben die zuständigen Behörden den rechtserhebli-

chen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die An-

träge der Parteien gebunden zu sein (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c 

ATSG). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne 

der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es − unter Vorbehalt 

der Mitwirkungspflichten der versicherten Person (Art. 43 Abs. 3 ATSG) − 

Sache der zuständigen Behörden ist, für die Zusammentragung des Be-

weismaterials besorgt zu sein. In der Invalidenversicherung tragen die 

Parteien in der Regel nur insofern eine Beweislast, als im Falle der Be-

weislosigkeit der Entscheid nach der allgemeinen Beweislastregel von 

- 25 -

Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 220) zuunguns-

ten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachver-

halt Rechte ableiten wollte. Diese Beweislastregel gelangt allerdings erst 

zur Anwendung, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Un-

tersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sach-

verhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E.3b; Urteil des Bundesge-

richts 9C_336/2012 vom 6. Mai 2013 E.6.3; FLÜCKIGER, in: STEIGER-

SACKMANN / MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, a.a.O., 

N. 4.165).

c) Im vorliegenden Fall ist erstellt und im Übrigen unbestritten geblieben, 

dass die Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht in ihrer Ar-

beitsfähigkeit nicht beeinträchtigt ist. Dagegen steht nicht fest, inwieweit 

die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychische Verfassung in ihrem 

funktionellen Leistungsvermögen beeinträchtigt ist, da die Beschwerde-

führerin sowohl gegenüber den behandelnden Ärzten als auch den Gut-

achtern behauptete, selbst bei einfachsten hauswirtschaftlichen Verrich-

tungen auf Unterstützung angewiesen zu sein. Diese Darstellung ihres 

Leistungsvermögens steht im Widerspruch zu der durch die Observation 

dokumentierten Hauswarttätigkeit, welche ein Leistungsvermögen abbil-

det, welches deutlich über dem von der Beschwerdeführerin angegebe-

nen liegt. Der RAD-Psychiater vermag indessen allein aufgrund des Ob-

servationsmaterials  das funktionelle Leistungsvermögen der Beschwer-

deführerin nicht zuverlässig abzuschätzen (vgl. E.4c/d/e hiervor). Dass 

ein Gutachter hierzu in der Lage wäre, kann solange ausgeschlossen 

werden, als sich die Beschwerdeführerin weigert, ihren tatsächlichen Ta-

gesablauf minutiös zu schildern und den Gutachtern hierdurch zuverlässi-

ge Rückschlüsse auf ihr funktionelles Leistungsvermögen zu ermöglichen. 

Dass sie hierzu bereit ist, hat die Beschwerdeführerin nicht geltend ge-

- 26 -

macht und kann aufgrund der Akten ausgeschlossen werden. Der Bewei-

santrag der Beschwerdeführerin, ein psychiatrisches, allenfalls bidiszi-

plinäres Gutachten bezüglich ihrer Arbeitsfähigkeit einzuholen, ist folglich 

in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen (vgl. dazu statt vieler: Urteil 

des Bundesgerichts 8C_126/2013 vom 19. Juni 2013 E.4, 9C_309/2007 

vom 5. September 2007 E.2.2.1; FLÜCKIGER, in: STEIGER-SACKMANN / MO-

SIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, a.a.O., N. 4.175). Dass sich 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mittels anderer Beweisvor-

kehren zuverlässig ermitteln lässt, durfte die IV-Stelle vorliegend in antizi-

pierter Beweiswürdigung ausschliessen, ohne gegen die Untersuchungs-

maxime zu verstossen (BGE 137 V 64 E.5.2; 134 I 140 E.5.3; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_209/2015 vom 17. August 2015 E.6.3.2). Dies gilt 

insbesondere für eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit 

(EFL), welche in manchen Fällen zusätzlich zu einer medizinischen Be-

gutachtung angeordnet wird, um das arbeitsbezogene Leistungsvermö-

gen einer versicherten Person generell sowie im Hinblick auf deren ange-

stammte Tätigkeit konkret zu beurteilen (vgl. URS MÜLLER, Das Verwal-

tungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010, § 25 N. 1703). 

Eine EFL führt jedoch nur zu zuverlässigen Ergebnissen, wenn die versi-

cherte Person bereit ist, ihr Leistungspotential auszuschöpfen. Diesbe-

züglich ist zu beachten, dass med. pract. B._____ in der RAD-

Einzelbeurteilung vom 17. Juli 2013 im Hinblick auf die Eingliederungs-

fähigkeit der Beschwerdeführerin festhielt, die Beschwerdeführerin gebe 

an, bereit zu sein, probeweise eine zweistündige Reinigungsarbeit aufzu-

nehmen. Es sei jedoch zu erwarten, dass sie den Versuch einer berufli-

chen Wiedereingliederung, sei er auch noch so schonend ausgelegt, dazu 

"nutzen" würde, ihre Leistungsinsuffizienz zu demonstrieren, um (ein wei-

teres Mal) zu versuchen, Anerkennung ihres Krankheitswerts und ihrer 

Leistungsminderung zu erhalten. Aus diesem Grund seien jedwede beruf-

liche Massnahmen auf absehbare Zeit zum Scheitern verurteilt (IV-act. 54 

- 27 -

S. 21). Angesichts dieser Einschätzung ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin bei einer EFL die Grenzen ihres Leistungsvermögens 

nicht ausloten würde, womit die erhaltenen Ergebnisse keine zuverlässi-

gen Rückschlüsse auf ihr funktionelles Leistungsfähigkeit erlauben. Die 

der IV-Stelle zur Sachverhaltserhebung zur Verfügung stehenden Be-

weismittel ermöglichen es folglich nicht, die Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin in einer Weise zu ermitteln, welche zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen. Die Fol-

gen dieser objektiven Beweislosigkeit hat die Beschwerdeführerin zu tra-

gen, die aus dem Vorliegen der Arbeitsunfähigkeit als rentenbegründende 

Tatsache Rechte ableitet. Demzufolge erweist sich die in der angefochte-

nen Verfügung angeordnete Rentenaufhebung als zutreffend.

6. a) Bei diesem Ergebnis bleibt zu untersuchen, ob die IV-Stelle berechtigt 

war, die der Beschwerdeführerin zuerkannte Rente rückwirkend per 

31. Mai 2013 aufzuheben. Gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV darf die IV-

Stelle eine Rente rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erhebli-

chen Änderung aufheben, wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung 

darauf zurückzuführen ist, dass die Bezügerin sie unrechtmässig erwirkt 

hat oder sie einer ihr obliegenden Meldepflicht nicht nachgekommen ist 

(Urteil des Bundesgerichts 9C_1022/2012 vom 16. Mai 2013 E.2.2). 

Gemäss Art. 77 IVV haben die Berechtigte oder ihr gesetzlicher Vertreter 

sowie Behörden oder Dritte, denen die Leistung zukommt, jede für den 

Leistungsanspruch wesentliche Änderung, namentlich eine solche des 

Gesundheitsschadens, der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, des Zustandes 

der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder 

Hilfsbedarfs, des für den Ansatz der Hilfslosenentschädigung und des As-

sistenzbeitrags massgebenden Aufenthaltsorts sowie der persönlichen 

und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten, 

unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen (vgl. ausserdem Art. 31 Abs.1 

- 28 -

ATSG). Für den Tatbestand der Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaf-

tes Verhalten erforderlich, wobei nach ständiger bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung bereits leichte Fahrlässigkeit genügt (BGE 118 V 214 

E.2a, 112 V 97 E.2a, 110 V 180 E.3d). Dabei darf die versicherte Person 

als Arbeitnehmerin zwar von einem pflichtgemässen Vorgehen des Ar-

beitgebers, welcher gehalten ist, der Ausgleichskasse den Lohn zu mel-

den sowie die darauf entfallenden Sozialversicherungsbeiträge zu entrich-

ten, ausgehen. Dies entbindet sie jedoch nicht von der sie persönlich tref-

fenden Meldepflicht. Mit anderen Worten ist das Wissen der Ausgleichs-

kasse nicht der IV-Stelle anzurechnen (Urteil des Bundesgerichts 

9C_245/2012 vom 29. Oktober 2012 E.4.2.2; ZAK 1981 S. 94). 

b) Im vorliegenden Fall ist in tatsächlicher Hinsicht erstellt, dass die IV-Stelle 

der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 11. Februar 2004 bei einem 

Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zusprach. Dieser Verfügung 

liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Beschwerdeführerin wegen ih-

rer psychischen Verfassung nicht in der Lage ist, eine Erwerbstätigkeit 

auszuüben (vgl. E.3 hiervor). Entgegen dieser Annahme hat die Be-

schwerdeführerin seit 2009 durch eine teilzeitliche Tätigkeit als Hauswar-

tin ein Bruttoeinkommen von Fr. 4'613.-- bis Fr. 15'333.-- pro Jahr erzielt 

(vgl. E.4e/f hiervor). Diese Einkünfte, welche die erwerbliche Situation der 

Beschwerdeführerin im Vergleich zu der in der Verfügung vom 11. Febru-

ar 2004 angenommenen wesentlich verbessert haben, stellen einen mel-

depflichtigen Tatbestand dar, über den die Beschwerdeführerin die IV-

Stelle von sich aus, losgelöst von (periodischen) Leistungsüberprüfungen, 

hätte informieren müssen. Diese Obliegenheit hat die Beschwerdeführerin 

missachtet, indem sie es versäumt hat, die IV-Stelle von diesen Einkünf-

ten in Kenntnis zu setzen. Ausserdem erklärte sie im IV-Fragebogen vom 

13. Februar 2012 auf entsprechende Nachfrage hin, kein Erwerbsein-

kommen zu erzielen und bestätigte die Richtigkeit dieser Angabe unter-

- 29 -

schriftlich (IV-act. 15 S. 2). Gleichermassen äusserte sie sich sodann an-

lässlich der Befragung vom 2. Oktober 2013 (vgl. IV-act. 61 S. 2 f.). Mit 

diesem Verhalten hat die Beschwerdeführerin offenkundig gegen die ihr 

obliegende Meldepflicht verstossen. Hätte die IV-Stelle von der verbes-

serten erwerblichen Situation der Beschwerdeführerin bereits 2009 

Kenntnis erhalten, so hätte sie unverzüglich Abklärungen in die Wege ge-

leitet und dadurch von der Zunahme der Erwerbsfähigkeit der Beschwer-

deführerin allenfalls bereits im Jahr 2009 erfahren, was es ihr ermöglicht 

hätte, die Rente auf diesem Zeitpunkt hin an die veränderte Sachlage an-

zupassen. Bei dieser Ausgangslage steht ausser Frage, dass die IV-

Stelle berechtigt war, der Beschwerdeführerin die Rente rückwirkend per 

31. Mai 2013 abzuerkennen. 

c) Was die Beschwerdeführerin dagegen einwendet, vermag nicht zu über-

zeugen. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, das von ihr erzielte 

Einkommen von Fr. 384.-- netto bewege sich im Rahmen von Art. 31 IVG 

und müsse der IV-Stelle daher nicht gemeldet werden, erweist sich als 

unzutreffend. Der im Rahmen der 5. IV-Revision per 1. Januar 2008 in 

das Invalidenversicherungsgesetz aufgenommene Art. 31 IVG bezweckt 

Rentenbezügerinnen und -bezüger, die ihr Erwerbseinkommen erhöhen, 

nicht mehr durch überproportionale Verluste von Versicherungsleistungen 

zu bestrafen, indem bis zu einem Einkommensfreibetrag von Fr. 1'500.-- 

auf eine sofortige revisionsrechtliche Herabsetzung der Rente verzichtet 

wird (BGE 136 V 216 E.5.3). Ob daraus zu folgern ist, dass die versicher-

te Person die IV-Stelle über solche Einkommenssteigerungen nicht zu in-

formieren hat, wurde, soweit ersichtlich, noch nicht entschieden. Diese 

Frage kann im vorliegenden Fall indes offengelassen werden, hat doch 

die Beschwerdeführerin den in Art. 31 IVG vorgesehenen Freibetrag mit 

einem jährlichen Bruttoeinkommen von mindestens Fr. 4'613.-- um mehr 

als das Dreifache überschritten. Ebenfalls nicht gefolgt werden kann der 

- 30 -

Beschwerdeführerin sodann, wenn sie behauptet, eine durchschnittliche 

Versicherte hätte sich nicht veranlasst gesehen, die ausgeübte Gartenar-

beit als Erwerbsarbeit einzustufen und die IV-Stelle über die hierdurch er-

zielten Einkünfte in Kenntnis zu setzen. Nach dem allgemeinen Sprach-

gebrauch handelt es sich beim Erwerbseinkommen um jenes Entgelt, 

welches eine Person für eine von ihr geleistete Arbeitstätigkeit erhält. Vor 

diesem Hintergrund hätte eine durchschnittliche Versicherte das Geld, 

welches die Beschwerdeführerin monatlich im Gegenzug für die von ihr 

übernommene Gartenarbeit erhalten hat, ohne weiteres als Erwerbsein-

kommen eingestuft, zumal dieses Geld der Beschwerdeführerin auf der 

Grundlage zweier Hauswartungsverträge ausgerichtet wurde (vgl. E.4d/ee 

hiervor). Dass die Beschwerdeführerin die entsprechenden Einkünfte 

ebenfalls als Erwerbseinkommen angesehen hat, zeigen die Steuerer-

klärungen 2009, 2010 und 2011 des Ehepaars, in denen die Beschwerde-

führerin die entsprechenden Einkünfte als Erwerbseinkünfte aus un-

selbständiger Erwerbstätigkeit deklariert hat (vgl. E.4d/dd und 4d/ee hier-

vor). Die Beschwerdeführerin war sich somit durchaus bewusst, mit der 

ausgeübten Tätigkeit als Hauswartin ein Erwerbseinkommen zu erzielen. 

Schliessich hat die IV-Stelle die Beschwerdeführerin mehrfach darauf 

aufmerksam gemacht, dass sie verpflichtet ist, der IV-Stelle Änderungen 

ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse, zum Beispiel die Auf-

nahme oder Aufgabe einer Erwerbstätigkeit, zu melden (vgl. etwa Mitte-

lung vom 1. März 2007 [IV-act. 9 S. 1]). Bei Aufbietung der gebotenen 

Sorgfalt wäre die Beschwerdeführerin folglich im Stande gewesen, ihre 

Meldepflicht zu erkennen und die IV-Stelle über das von ihr seit 2009 er-

zielten Erwerbseinkommen zu informieren. Indem sie davon abgesehen 

hat und der IV-Stelle die entsprechenden Einkünfte auf Nachfrage hin so-

gar verschwiegen hat, hat sie ihre Meldepflicht verletzt. Unter diesen Um-

ständen war die IV-Stelle berechtigt, die der Beschwerdeführerin zuge-

sprochene Rente in Anwendung von Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV rückwir-

- 31 -

kend per 31. Mai 2013 aufzuheben. Damit erweist sich die angefochtene 

Verfügung als rechtmässig, was zu ihrer Bestätigung und zur Abweisung 

der dagegen erhobenen Beschwerde führt.

7. Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung 

von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren kosten-

pflichtig. Die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen. Sie 

werden vorliegend ermessensweise auf Fr. 700.-- festgelegt und entspre-

chend dem Verfahrensausgang der Beschwerdeführerin als unterliegen-

der Partei zur Bezahlung auferlegt (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die obsiegende 

IV-Stelle hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 

ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]