# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0151b96-5ba3-5e44-8e40-29b8f5e6503d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-11-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 12.11.2003 BK 2003 47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2003-47_2003-11-12.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 12. November 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 03 47

Entscheid
Beschwerdekammer

Vizepräsident Bochsler, Kantonsrichter Heinz-Bommer und Rehli, Aktuar ad hoc 
Walder.

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In der strafrechtlichen Beschwerde

der A . , Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. Claudia Scha-
walder, c/o Advokaturbüro Meisser & Partner, Bahnhofstrasse 8, 7250 Klosters,

gegen

die Einstellungsverfügung des Kreispräsidenten H. vom 4. September 2003, mitge-
teilt am 16. September 2003, in Sachen gegen B., Beschwerdegegner, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr.iur. Luzius Schmid, Villa Fontana, Obere Strasse 22B, 7270 
Davos Platz,

betreffend Veruntreuung,

hat sich ergeben:

A.1. B. lebt seit anfangs 1998 in H.. Er arbeitete bis im April 2001 an der 
Reception des Hotels G. und trat darauf eine Stelle im A. an. Er wurde als Sicher-

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heitsbeamter eingestellt und war daneben auch vertretungsweise für die Informatik 
und Technik zuständig. Am 1. November 2002 wurde zwischen der A. und B. ein 
neuer Arbeitsvertrag abgeschlossen, in welchem das Arbeitsverhältnis eingehend 
umschrieben und sodann auf ein dem Arbeitnehmer ausgehändigtes allgemeines 
Anstellungsreglement der A. mit Anhängen sowie eine Stellenbeschreibung verwie-
sen wurde. Die Stellung B.s wurde als Security/IT/Technik umschrieben. Das mo-
natliche Grundgehalt wurde auf 3'750 Franken brutto festgelegt, zu welchem Betrag 
noch 1'250 Franken monatlich als Akonto für gesetzlich vorgesehene Zuschläge 
kamen. Es wurde sodann auf die Verteilung des sogenannten Tronc (Gesamtheit 
der freiwilligen finanziellen Zuwendungen der Gäste an die Mitarbeiter des A.s) ver-
wiesen, welche auf Grund des jeweils gültigen Tronc-Reglementes im Anhang des 
allgemeinen Anstellungsreglements erfolgen sollte. In einem Verhaltensreglement 
wurde festgehalten, dass Trinkgelder nicht persönlich entgegengenommen würden, 
sondern vom Gast in den Troncbehälter zu geben seien.

2. Als B. in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar 2003 mit der Eingangs-
kontrolle bei der Piano-Bar beschäftigt war, erhielt er von einem Gast, der einen 
grösseren Gewinn gemacht hatte, ein Trinkgeld von zwanzig Franken. B. steckte 
dieses Geld in seine Hosentasche. Es war ihm zwar bekannt, dass Trinkgelder nach 
dem Reglement unverzüglich in einen der dafür bestimmten Tronc-Behälter gege-
ben werden müssen, doch machte er geltend, er habe im fraglichen Moment keine 
Möglichkeit gehabt, dies zu tun. Am Ort, wo er zum fraglichen Zeitpunkt eingesetzt 
gewesen sei, habe sich kein solcher Behälter befunden, und er habe seinen Platz 
als Kontrolleur nicht verlassen dürfen. Die Gelegenheit, die zwanzig Franken einem 
Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin zu übergeben, welche sich kurze Zeit in seiner 
Nähe befunden hätten, habe er verpasst. Als er abgelöst worden und auf dem Weg 
zum Beobachtungsraum an einem Tronc-Behälter vorbeigekommen sei, habe er 
das Geld nicht eingeworfen, weil sich niemand in der Nähe befunden habe. Er habe 
sich daher entschieden, das Trinkgeld später im Beisein von Zeugen zum Tronc zu 
geben. Als sich B. darauf im Videoraum aufhielt, kamen der Geschäftsleiter C. sowie 
zwei weitere Angestellte auf ihn zu und fragten ihn, ob er ein Trinkgeld erhalten 
habe. B. bejahte die Frage und legte die zwanzig Franken auf den Tisch. Man 
schenkte seiner Erklärung, er habe das Geld nicht für sich behalten wollen, keinen 
Glauben, sondern suspendierte ihn sofort vom Dienst. Als er am folgenden Abend 
wieder zur Arbeit antrat, wurde er fristlos entlassen.

B. Am 20. März 2003 stellte D., der Geschäftsführer der A., gegen B. Straf-
antrag wegen Veruntreuung. Anlässlich der am gleichen Tag erfolgten polizeilichen 

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Einvernahme sagte der Anzeigeerstatter aus, es sei im Bundesgesetz über Glück-
spiele und Spielbanken klar geregelt, dass Angestellte keinerlei Trinkgelder persön-
lich annehmen dürften. Im A. existierten neun sogenannte Tronc-Behälter, in welche 
die Gäste Trinkgelder einlegen könnten. Von den eingegangenen Beträgen gehör-
ten 81 % dem Betrieb und 19 % würden auf die Mitarbeiter aufgeteilt. B. sei beob-
achtet worden, wie er von einem Gast ein Trinkgeld entgegengenommen habe. Um 
ihm eine Chance zu geben, habe man nicht sofort etwas unternommen, es hätten 
sich ihm vielmehr vorerst zwei Mitarbeiter genähert, um ihm die Möglichkeit zu ge-
ben, ihnen die Zwanzigernote zuhanden des Tronc auszuhändigen. Nach seiner 
Ablösung sei er auf dem Weg zum Kontrollraum am Hauptbehälter vorbeigekom-
men, habe das Geld aber nicht eingeworfen, worauf er von drei Mitarbeitern gestellt 
worden sei.

Nachdem die Kantonspolizei am 29. März 2003 auch den Angeschuldigten 
einvernommen und den Rapport zuhanden der Staatsanwaltschaft erstellt hatte, er-
liess diese am 15. Mai 2003 einen Kompetenzentscheid, in welchem sie feststellte, 
es falle der Übertretungstatbestand von Art. 138 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 172ter 
Abs. 1 StGB in Betracht; zur Verfolgung der Sache im Strafmandatsverfahren sei 
der Kreispräsident H. zuständig.

C. Mit Verfügung vom 4. September 2003 stellte der Kreispräsident das Straf-
verfahren gegen B. wieder ein. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 738.--  wur-
den auf die Kreiskasse genommen und dem Angeschuldigten eine Entschädigung 
von 400 Franken zugesprochen. Der Kreispräsident stellte fest, das zur Diskussion 
stehende Trinkgeld sei als fremde bewegliche Sache im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Aus dem Tronc-Reglement gehe hervor, dass Trink-
gelder nach Erhalt unverzüglich in einen Tronc-Behälter zu legen seien; mit dem 
Empfang eines Trinkgeldes werde damit jeder Mitarbeitende gleichsam Treuhänder 
seiner Arbeitskollegen. Im Moment, als B. das Trinkgeld entgegengenommen habe, 
sei dieses als anvertraut im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB  zu betrachten 
gewesen. Mit Bezug auf Forderungen habe das Bundesgericht festgestellt, dass 
diese dann als anvertraut gälten, wenn der Bevollmächtigte ohne Mitwirkung des 
Treugebers über die Werte verfügen könne; sobald die unkontrollierbare Verfü-
gungsbefugnis eingeräumt werde, bestehe das Bedürfnis nach strafrechtlichem 
Schutz des Vertrauensverhältnisses. Diese Situation liege im vorliegenden Falle 
vor. Indem B. sodann die Zwanzigernote in seine Hosentasche gesteckt habe, sei 
der Aspekt der Aneignung zum Ausdruck gebracht worden und wenn er auch nach 
seiner Ablösung vom Dienst das Geld nicht in den Tronc-Behälter gelegt habe, so 

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sei dieses Handeln als äusserliches Zeichen eines Zueignungswillens zu werten. 
Der objektive Tatbestand der Veruntreuung sei demnach erfüllt. In subjektiver Hin-
sicht scheine es hingegen, dass trotz gegenteiliger äusserer Anzeichen das Han-
deln von B. nicht vom Willen getragen gewesen sei, sich die zwanzig Franken an-
zueignen. Es sei durchaus vorstellbar, dass der Angeschuldigte die Gelegenheit, 
das Geld an seine Mitarbeiter weiterzugeben, einfach verpasst habe, und es sei 
auch glaubhaft, dass er nach seiner Ablösung das Geld entsprechend dem nach 
der Stellenbeschreibung geltenden Vier-Augen-Prinzip nur im Beisein von Zeugen 
hätte einlegen wollen. Auch der im Verhältnis zu seinem Einkommen geringe Wert 
spreche angesichts der mit der vorschriftswidrigen Verwendung des Geldes verbun-
denen Risiken gegen den Aneignungswillen. Das Verfahren sei daher wegen Feh-
lens des subjektiven Tatbestandes einzustellen.

D. Gegen diese Verfügung beschwerte sich die A. am 7. Oktober 2003 bei 
der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Graubünden. Sie stellte den Antrag, 
die angefochtene Einstellungsverfügung sei aufzuheben und die Strafsache zur 
Neubehandlung an die Vorinstanz zurückzuweisen. B. liess in seiner Vernehmlas-
sung vom 3. November 2003 die Abweisung der Beschwerde beantragen. Das 
Kreisamt H. verzichtete unter Hinweis auf seine Verfügung auf eine Stellungnahme. 
– Auf die Ausführungen in der Beschwerde und in der Beschwerdeantwort wird, 
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

I. Gegen Einstellungsverfügungen des Kreispräsidenten kann gemäss Art. 
176a StPO bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Beschwerde geführt 
werden. Der Beschwerdeführer hat dabei anlog dem Verfahren nach Art. 138 StPO 
darzulegen, die angefochtene Verfügung sei rechtswidrig oder unangemessen. Zur 
Beschwerdeführung ist gemäss Art. 139 Abs. 1 StPO legitimiert, wer durch die Ver-
fügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des Ent-
scheides geltend macht. Insbesondere kann sich der Geschädigte gegen Ableh-
nungs- und Einstellungsverfügungen beschweren. Weil nach dem Tronc-Reglement 
81 % der vereinnahmten Trinkgelder an die Arbeitgeberin gehen, sieht sich die be-
schwerdeführende Strafantragstellerin als Opfer der dem Angeschuldigten vorge-
worfenen Handlungen. Als solches fällt sie in die Kategorie der nach obiger Defini-
tion beschwerdeberechtigten Personen. Auf die frist- und formgerecht eingereichte 
Beschwerde ist somit einzutreten.

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II.1. Der der angefochtenen Einstellungsverfügung zugrunde liegende Sach-
verhalt ist insofern unbestritten, als feststeht, dass B. im Zeitpunkt, als er mit der 
Eingangskontrolle bei der Piano-Bar beauftragt war, von einem Gast, der kurz zuvor 
an einem Geldspielapparat einen grösseren Betrag gewonnen hatte, ein Trinkgeld 
von zwanzig Franken erhalten und die fragliche Banknote dabei in seine Hosenta-
sche gesteckt und diese weder bei der nächsten Gelegenheit einem Arbeitskollegen 
zum Einlegen in einen Tronc-Behälter übergeben noch nach seiner Ablösung selbst 
in einen solchen gelegt hat. Er händigte den Geldschein hingegen sofort einem Mit-
arbeiter aus, als er von Direktor C. im Überwachungsraum in Anwesenheit zweier 
weiterer Angestellter gefragt wurde, ob er ein Trinkgeld erhalten habe. Die Rechts-
vertreterin der A. versucht nun unter Hinweis auf zahlreiche Gesetzesbestimmun-
gen und Reglemente darzutun, dass das Verhalten des Angeschuldigten ein Fehl-
verhalten darstelle, das als Veruntreuung zu qualifizieren sei. Sie weist darauf hin, 
dass Art. 29 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Glückspiele und Spielbanken aus-
drücklich festhalte, dass es dem Spielbankenpersonal untersagt sei, individuelle 
Trinkgelder anzunehmen. Die Eidgenössische Spielbankenkommission habe denn 
auch das A. H. angewiesen, dafür besorgt zu sein, dass im Kursaal für Trinkgelder 
vorgesehene Behälter aufgestellt und die Angestellten instruiert würden, dass die 
Spielgäste Trinkgelder in den Tronc-Behälter einzulegen hätten. Die A. befasse sich 
in verschiedenen Reglementen mit den Trinkgeldern. Das Tronc-Reglement be-
stimme, dass alle Mitarbeiter verpflichtet seien, sämtliche von Gästen erhaltene 
Trinkgelder unverzüglich in einen dafür vorgesehenen Tronc-Behälter abzuführen. 
Verstösse gegen dieses Reglement würden nach dem Anstellungsreglement als 
Grund für eine ausserordentliche Kündigung betrachtet. Im Stellenbeschrieb werde 
auf das Vier-Augen-Prinzip verwiesen, und das Reglement über die Verhaltensre-
geln schreibe vor, dass kein Trinkgeld persönlich entgegengenommen werden 
dürfe, sondern nur direkt vom Gast in den Tronc-Behälter zu geben sei. Die Be-
schwerdeführerin weist sodann darauf hin, dass B. verschiedene Kurse absolviert 
habe, die sich unter anderem mit der Frage der Trinkgelder befasst hätten. Es sei 
ihm bestens bekannt gewesen, dass die Regeln über den Umgang mit Geld in ei-
nem A. ein Grundgesetz darstellten. Dies hätten die Zeugen E., F. und C. im ar-
beitsrechtlichen Verfahren vor dem Bezirksgericht H. anlässlich der Einvernahme 
vom 23. September 2003 bestätigt. Der erstere habe auch klar gemacht, dass B. 
verschiedene Möglichkeiten gehabt hätte, korrekt mit dem Trinkgeld umzugehen 
und die Zeugen F. und C. hätten ausgesagt, dass der Angeschuldigte zuerst erklärt 
habe, persönliches Trinkgeld dürfe man behalten. Zu diesen Zeugenaussagen ist 
festzustellen, dass sie dem Kreispräsidenten am 4. September 2003 bei Erlass der 
angefochtenen Verfügung noch nicht zur Verfügung standen, also im vorliegenden 

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Verfahren nicht verwertet werden dürfen. Es sind in diesen Zeugendepositionen 
aber auch keine neuen Beweismittel zu sehen, welche eine Rückweisung der Sache 
an die Vorinstanz zur Ergänzung der Untersuchung durch Beizug dieser Akten be-
ziehungsweise zur neuerlichen Befragung der Zeugen zu rechtfertigen vermöchten. 
Was diese mit Bezug auf die Handhabung der Trinkgelder und die Ausbildung der 
Angestellten zu bestätigen hätten, ist unbestritten, und mit Bezug auf Einzelheiten 
bei der Aushändigung des Geldes durch den Angeschuldigten bestehen zwischen 
dessen Aussagen und jenen der Zeugen gewisse Widersprüche, die sich – soweit 
die Details überhaupt von Bedeutung sein könnten – nicht in überzeugender Weise 
im einen oder anderen Sinne beseitigen liessen. Es kommt hinzu, dass alle drei im 
Zivilverfahren befragten Zeugen Angestellte der Strafantragstellerin und der Beklag-
ten im arbeitsrechtlichen Verfahren sind, so dass ihre Aussagen ohnehin mit einer 
gewissen Zurückhaltung zu würdigen wären.

Vergleicht man die in der Beschwerde zitierten Gesetzesbestimmungen mit 
den internen Reglementen der Beschwerdeführerin, so stellt man fest, dass offen-
bar im A. H. den gesetzlichen Bestimmungen und den Weisungen der Eidgenössi-
schen Spielbankenkommission nicht ganz konsequent nachgelebt wird. Während 
nämlich nach diesen die Annahme von Trinkgeldern durch Mitarbeiter, die nicht im 
persönlichen Dienstleistungsbereich angestellt sind, schlechthin untersagt ist, sind 
die Vorschriften der A. nicht gleich klar. Zwar untersagt das Anstellungsreglement 
den Arbeitnehmern die Annahme von Geldern oder Leistungen irgendwelcher Art 
und auch im Merkblatt über die Verhaltensregeln wird festgehalten, es dürfe kein 
Trinkgeld persönlich entgegengenommen, sondern nur vom Gast in den Tronc-
Behälter gegeben werden. Auch in den Regeln über das Geldhandling wird vorge-
schrieben, Trinkgeld von einem Gast werde nie persönlich entgegengenommen; der 
Mitarbeiter reiche dem Gast vielmehr den Tronc-Behälter, damit er das Geld selbst 
in diesen legen könne. In dem von der A. aufgestellten Tronc-Reglement werden 
die Mitarbeiter hingegen lediglich verpflichtet, von Gästen erhaltene freiwillige finan-
zielle Leistungen wie Trinkgelder und ähnliches unverzüglich nach Erhalt in einen 
Tronc-Behälter einzulegen. Dass B. die Zwanzigernote entgegennahm, wird ihm 
denn entsprechend der letzteren Vorschrift von seiner damaligen Arbeitgeberin 
auch nicht vorgeworfen. Es wird ihm hingegen zur Last gelegt, dass er die Zwanzi-
gernote in die Hosentasche steckte und nicht dafür besorgt war, dass der Geld-
schein bei der nächstmöglichen Gelegenheit – sei es durch einen Mitarbeiter, der 
an ihm vorbeiging oder durch ihn selbst nach erfolgter Ablösung - in einen Tronc-
Behälter gelangte. 

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2.a) Im angefochtenen Entscheid wird ausgeführt, die im Tronc-Reglement 
verwendete Formulierung, wonach Trinkgelder „unverzüglich nach Erhalt“ in einen 
dafür vorgesehenen Tronc-Behälter abzuführen seien, könne nur so verstanden 
werden, dass der Mitarbeiter verpflichtet sei, das Geld vom Moment der Entgegen-
nahme an getrennt von seinem eigenen Geld aufzubewahren. Somit sei das hier 
zur Diskussion stehende Trinkgeld als fremde bewegliche Sache im Sinne von Art. 
138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Da die Trinkgelder im Verhältnis von 81 % 
zu 19 % zwischen der A. und den Angestellten aufgeteilt würden, werde jeder Mita-
rbeitende beim Empfang eines Trinkgeldes gleichsam zum Treuhänder seiner Ar-
beitskollegen und der Arbeitgeberin, da alle aus der Vereinbarung vermögensrecht-
liche Ansprüche ableiteten. Der Empfang von Trinkgeld sei dem Angeschuldigten 
im Vertrauen darauf gestattet gewesen, dass er es sofort in den Tronc abführe; es 
sei ihm damit vom Moment der Entgegennahme an als anvertraut im Sinne von Art. 
138 Ziff. 1 StGB zu bezeichnen. Das Argument der Verteidigung, wonach es am 
Element des „Anvertrautseins“ fehle, weil im A. H. eine vierundzwanzigstündige 
Überwachung durch ein Kamerasystem bestehe, sei nicht stichhaltig, weil nicht alle 
Arbeitsbereiche von der Überwachungskamera erfasst würden und auch das Vier-
Augen-Prinzip nicht immer gewährleistet sei. Auch das Tatbestandsmerkmal der 
Aneignung sei gegeben, was sich daraus ergebe, dass B. auch nach seiner Ablö-
sung vom Dienst an der Eingangstür das Geld nicht in den Troncbehälter gegeben 
habe; darin sei ein äusserliches Zeichen eines Zueignungswillens zu sehen.

b) Wie sich aus obigen Ausführungen ergibt, hat die Vorinstanz den zu beur-
teilenden Fall unter dem Gesichtspunkt von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB beurteilt. 
Sie ist bei ihrer Argumentation davon ausgegangen, dass B. verpflichtet war, die 
von einem Gast erhaltene Zwanzigernote getrennt von seinem eigenen Geld aufzu-
bewahren und es unverzüglich in den dafür vorgesehenen Tronc-Behälter abzu-
führen. Nach der im Tronc-Reglement verwendeten Formulierung sei das zur Dis-
kussion stehende Trinkgeld damit als fremde bewegliche Sache zu qualifizieren. 
Indem B. sodann den Geldschein in die Hosentasche gesteckt habe, habe er zum 
Ausdruck gebracht, dass er sich diesen habe aneignen wollen. Sein Handeln sei als 
äusserliches Zeichen seines Zueignungswillens zu werten, so dass der objektive 
Tatbestand als erfüllt zu betrachten sei. – Auf die Frage, ob sich diese Betrach-
tungsweise aufgrund der Aktenlage halten lässt, wird später zurückzukommen sein. 
Vorerst soll die Sache hingegen unter dem bei Geld üblichen und nach Auffassung 
der Beschwerdekammer auch vorliegend zur Anwendung gelangenden Gesichts-
punkt beurteilt werden, dass eine Vermischung des von B. entgegengenommenen 
mit seinem eigenen Gelde stattgefunden hat und der Sachverhalt folglich unter Art. 

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138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zu subsumieren ist. Dabei wird sich allerdings herausstellen, 
dass es letztlich einerlei ist, welche Bestimmung herangezogen wird, da das Ergeb-
nis in beiden Fällen das gleiche ist. Im einen wie im anderen Fall wird vorausgesetzt, 
dass dem Angeschuldigten eine fremde bewegliche Sache (Abs. 1) beziehungs-
weise ein Vermögenswert (Abs. 2) anvertraut wird. Eine Sache (oder ein Vermö-
genswert) gilt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als anvertraut, wenn 
sie dem Täter übergeben oder überlassen wird, damit er sie in bestimmter Weise 
im Interesse eines anderen verwende, insbesondere verwahre, verwalte oder ablie-
fere, wobei es gleichgültig ist, ob die entsprechenden Weisungen ausdrücklich oder 
stillschweigend erfolgten (BGE 120 IV 278). Beruht die Verpflichtung, für die fremde 
Sache oder den Vermögenswert im Interesse eines anderen zu sorgen auf Vertrag, 
braucht der Täter die Sache nicht von demjenigen empfangen zu haben, demge-
genüber die Treuepflicht besteht (BGE 118 IV 33). 

c) Als B. die zwanzig Franken Trinkgeld erhielt, war ihm bewusst, dass er 
nach den Vorschriften seines Arbeitsvertrages verpflichtet war, dieses Geld in den 
Tronc abzuliefern. Er war zwar überrascht, dass er als Kontrolleur an der Eingangs-
tür ein Trinkgeld erhielt und steckte dieses offenbar mit einem schlechten Gefühl in 
die Tasche, wollte es aber nach seinen Aussagen später im Beisein von Zeugen in 
den Tronc-Behälter geben. Das Geld war nach den internen Reglementen nicht für 
ihn persönlich bestimmt, sondern es musste in eine gemeinsame Trinkgeldkasse 
abgeführt werden, von welcher 81 % des Geldes an die Arbeitgeberin und 19 % an 
die Mitarbeiter gingen. Ob diese Verwendung des Geldes im Sinne des Gebers lag, 
der wohl eher den Angestellten persönlich beschenken wollte, ist zwar fraglich, aber 
angesichts der klaren und unbestrittenen vertraglichen Regelung ohne Bedeutung. 
Entsprechend der üblichen Betrachtungsweise (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB), wo-
nach Geld grundsätzlich ins Eigentum des Empfängers übergeht, hat B. wohl Ei-
gentum an dem erhaltenen Trinkgeld erworben, nach einer internen vertraglichen 
Regelung war er aber verpflichtet, es in die gemeinsame Trinkgeldkasse abzulie-
fern. Das Bundesgericht hat in einem älteren Entscheid (BGE 98 IV 22 ff.) in einem 
vergleichbaren Fall eines Tankwarts, der von einem Kunden ein Trinkgeld erhalten 
hatte, das er nach einer internen Weisung in eine gemeinsame Trinkgeldkasse der 
Angestellten hätte einlegen müssen, dieses aber für sich behalten hat, ausgeführt, 
jeder Tankwart sei kraft der internen Vereinbarung beim Empfang der Trinkgelder 
gleichsam Treuhänder seiner Arbeitskollegen gewesen, welche gleich dem Täter 
aus der Vereinbarung vermögensrechtliche Ansprüche abgeleitet hätten. Dass die 
Trinkgelder möglicherweise mit der Inempfangnahme zivilrechtlich Eigentum des 
Täters geworden seien, ändere nichts daran, dass sie jedenfalls wirtschaftlich frem-

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des Gut gewesen seien, über das dieser nicht nach Belieben habe verfügen können. 
Diese Rechtsprechung wurde in der Literatur kritisiert. Rehberg (Schweizerische 
Zeitschrift für Strafrecht, Nr. 92 (1976), S. 40 ff.) sieht den Fehlansatz darin, dass 
der Kassationshof das „Anvertrauen“ nach Art. 140 (neu Art. 138) Ziff. 1 Abs. 2 StGB 
in gleicher Weise definiere wie bei Abs. 1 dieser Bestimmung. Anvertraut soll in 
beiden Fällen sein, was dem Täter übergeben oder überlassen werde, damit er es 
in bestimmter Weise im Interesse eines anderen verwende. Liege diese Vorausset-
zung vor, so betrachte das Bundesgericht im Falle von Abs. 2 das dem Täter über-
lassene Gut ohne weiteres auch als für ihn „wirtschaftlich fremd“. Dabei werde aber 
übersehen, dass das Äquivalent dieser Qualifikation beim Grundtatbestand, die 
„rechtliche Fremdheit“ der Sache, zusätzlich zum Tatbestandsmerkmal des „Anver-
trautseins“ hinzukommen müsse. Damit würden solche Gegenstände vom straf-
rechtlichen Schutz ausgenommen, die zwar im Sinne der bundesgerichtlichen De-
finition dem Täter „anvertraut“ erschienen, aber in seinem Eigentum stünden. Ähn-
liche Sachlagen entstünden oft auch bei vertretbaren Sachen und Guthaben, die 
rechtlich gesehen dem Empfänger zustünden. In einem solchen Fall verfüge der 
Täter etwa bei Geld nicht über fremde Mittel, sondern verwende lediglich sein eige-
nes Geld nicht in der versprochenen Weise. Daraus folge, dass die bundesgericht-
liche Definition für das „Anvertrautsein“ bei Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zu weit sei 
und im Grunde genommen auf sämtliche Zahlungs- und Herausgabepflichten zu-
treffe. Sie müsse daher analog zum Grundtatbestand durch ein zusätzliches Ele-
ment der „wirtschaftlichen Fremdheit“ eingeschränkt werden. Auch Stratenwerth 
steht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kritisch gegenüber. Er sieht die 
Schwierigkeit darin, die wirtschaftliche „Fremdheit“ der geschützten Werte genauer 
zu begrenzen. Es könne dabei, wie die Parallele zu Abs. 1 zeige, nicht um eine 
blosse Verpflichtung des Täters gehen, über die betroffenen Werte in bestimmter 
Weise zu verfügen. Diese müssten vielmehr, wenn schon nicht rechtlich, so eben 
doch wirtschaftlich zum Vermögen eines anderen gehören. Da der Tatbestand dies 
nicht ausdrücklich sage, habe die Praxis vielfach versucht, die nötigen Einschrän-
kungen über das Merkmal des „Anvertrautseins“ vorzunehmen, das auch Abs. 2 
enthalte. Danach schieden jedenfalls solche Vermögenswerte aus, die jemand nicht 
für einen anderen, sondern für sich selbst empfangen habe, wie Trinkgelder (und 
hier spricht Stratenwerth den oben erwähnten Bundesgerichtsentscheid an), die ein 
Tankwart in die eigene Tasche stecke, statt sie in die gemeinsame Kasse zu legen. 
Sowohl nach Rehberg als auch nach Stratenwerth ist demnach im Gegensatz zum 
Bundesgericht im Falle des Tankwarts Läderach der Tatbestand der Veruntreuung 
nicht erfüllt, was sie nur tun konnten, indem sie vom Täter aus gesehen die wirt-
schaftliche Fremdheit des empfangenen Trinkgeldes verneinten. Betrachtet man die 

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Sache vom Geber her, war dies sicher sowohl im Falle Läderach als auch im hier 
zu beurteilenden Fall durchaus gerechtfertigt, war es doch zweifellos dessen Wille, 
den Tankwart beziehungsweise den A.-Angestellten persönlich zu beschenken. 
Durch die Entgegennahme des Trinkgeldes wurden aber Läderach und B. auch in 
die Lage versetzt, rechtlich und tatsächlich über das empfangene Geld zu verfügen, 
also die Eigentümerbefugnisse uneingeschränkt auszuüben, womit gesagt werden 
kann, dass für sie das erhaltene Trinkgeld nicht wirtschaftlich fremd war. Daran än-
dert nichts, dass sie auf Grund ihres Arbeitsvertrages verpflichtet waren, das Geld 
in eine gemeinsame Kasse abzuliefern. Gilt dies nach den Ausführungen der zitier-
ten Autoren für den Tankwart Läderach, der an mehreren Tagen erhaltene Trink-
gelder in den eigenen Sack steckte und in eigenem Nutzen verwendete, so muss 
dies erst recht für B. gelten, der die zwanzig Franken lediglich eine Stunde auf sich 
trug, sie sofort aushändigte, als er auf deren Empfang angesprochen wurde und 
nach seinen nicht widerlegbaren Aussagen lediglich auf eine geeignete Gelegenheit 
gewartet hatte, um sie in Gegenwart von Zeugen in einen Tronc-Behälter zu geben. 
Folgt man somit den nach Auffassung der Beschwerdekammer überzeugenden 
Ausführungen von Rehberg und Stratenwerth, so ist der objektive Tatbestand von 
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zu verneinen, weil es am Merkmal des Anvertrautseins 
gebricht.

d) Geht man mit der Vorinstanz davon aus, es habe keine Vermischung des 
Trinkgeldes mit den eigenen Mitteln des Angeschuldigten stattgefunden und es 
müsse das Vorliegen eines Vertrauensverhältnisses angenommen werden, so ist 
näher zu untersuchen, ob auch das Tatbestandsmerkmal der Aneignung als erwie-
sen zu betrachten ist. Dieses ist ein stets auch durch subjektive Momente, durch 
die Willensrichtung des Täters charakterisiertes Verhalten. Der Täter muss mit An-
eignungswillen gehandelt haben, es muss die dauernde Enteignung des bisherigen 
Eigentümers zum Zwecke mindestens vorübergehender Zueignung der Sache an 
den Täter gewollt sein. Dabei kommt es entscheidend auf den Willen des Täters an. 
Der Aneignungswille ist auf dauernde Enteignung des Eigentümers und mindestens 
vorübergehende Zueignung an den Täter selbst, das heisst auf Verwendung der 
Sache zu dessen eigenen Zwecken gerichtet (Stratenwerth, a.a.O., § 13, N. 10, 12 
und 25).

Es erscheint der Beschwerdekammer nun sehr fraglich, ob die geschilderten 
Voraussetzungen im Falle von B. als erwiesen angesehen werden können. Auch 
der Kreispräsident stellte fest, dass sich die Frage, ob sich im Verhalten des Ange-
schuldigten ein Zueignungswille manifestierte, nicht eindeutig beantworten lasse. Er 

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bejahte die Frage dann aber mit der Begründung, vor dem Hintergrund der B. be-
kannten strengen Vorschriften über den Umgang mit Trinkgeldern sei die Tatsache, 
dass dieser auch nach erfolgter Ablösung vom Dienst an der Eingangstüre das Geld 
nicht in den Tronc-Behälter gelegt habe, als Zeichen seines Zueignungswillens zu 
werten. Diese Begründung erscheint etwas dürftig, zumal der Angeschuldigte für 
seine Verhaltensweise eine Erklärung zu geben in der Lage war, welche einiger-
massen plausibel ist. Nimmt man mit dem Kreispräsidenten (und entgegen der von 
der Beschwerdekammer vertretenen Auffassung) an, bei dem von B. entgegenge-
nommenen Geld handle es sich um eine fremde bewegliche Sache, so müsste sich 
der Aneignungswille in deutlicherer Weise manifestiert haben. Der Angeschuldigte 
hat aber nichts unternommen, um die Zwanzigernote auch äusserlich sichtbar in 
sein Vermögen zu überführen. Er hat, nachdem er seinen Einsatzort bei der Ein-
gangstür verlassen hatte, nicht versucht, das Geld irgendwo zu verbergen, sondern 
es im Bewusstsein, dass er mit grosser Wahrscheinlichkeit bei der Entgegennahme 
des Geldscheins von einem Kollegen oder durch die Videoüberwachung beobachtet 
worden war, in der Hosentasche behalten, es auf die erste Aufforderung hin auf den 
Tisch gelegt und keinen Moment bestritten, ein Trinkgeld erhalten zu haben. Ange-
sichts dieser Umstände liegen nach Auffassung der Beschwerdekammer keine 
genügenden Anhaltspunkte vor, welche die Annahme zuliessen, dass der Ange-
schuldigten den Willen gehabt hätte, das Geld für eigene Zwecke zu verwenden. 
Der Aneignungswille ist daher nicht hinreichend dargetan, so dass der objektive Tat-
bestand gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB nicht als erfüllt angesehen werden 
könnte.

e) Mangelt es am Beweis des Aneignungswillens, so spricht schon vieles 
dafür, dass auch der subjektive Tatbestand von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB nicht 
bejaht werden kann, ja es ist ein gewisser Widerspruch, wenn die Vorinstanz zwar 
feststellt, das Handeln des Angeschuldigten sei als äusserliches Zeichen eines Zu-
eignungswillens zu werten, sie dann aber zum Schluss kommt, die Umstände 
sprächen dafür, dass das Verhalten B.s nicht von einem Aneignungswillen motiviert 
gewesen sei. Die Beschwerdekammer ist aber nicht nur der Auffassung, dass sich 
durch keine äusseren Handlungen ein Aneignungswille begründen lässt, sondern 
ist auch überzeugt, dass es sowohl mit Bezug auf Abs. 1 als auch hinsichtlich der 
Tatbestandsvariante gemäss Abs. 2 am subjektiven Tatbestand gebricht. In beiden 
Fällen muss das Verhalten des Täters von der Absicht getragen sein, sich oder ei-
nen anderen unrechtmässig zu bereichern, was in Abs. 1 ausdrücklich gesagt und 
in Abs. 2 durch die Wendung „in seinem oder eines anderen Nutzen“ ausgedrückt 
wird (Stratenwerth, a.a.O. N. 59). Diese Absicht müsste nun in der Tathandlung klar 

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zum Ausdruck gekommen sein. Wie im Falle Läderach, in welchem der Täter die 
Trinkgelder mehrerer Tage an sich genommen und nach Hause getragen hat, 
müsste diese Absicht wohl auch im vorliegenden Falle bejaht werden, wenn B. nach 
Arbeitsschluss das A. verlassen hätte, ohne das Trinkgeld abgeliefert zu haben. 
Dies war aber gerade nicht der Fall. Der Angeschuldigte hat noch während des glei-
chen Arbeitseinsatzes auf die erste Anfrage hin ohne Umschweife sofort bestätigt, 
ein Trinkgeld erhalten zu haben und hat dieses sofort herausgegeben. Der ganze 
Ablauf der Ereignisse war ungewöhnlich, und B. befand sich in einer einmaligen 
Situation, als er während seines Einsatzes als Aufsichtsperson beim Eingang zur 
Bar ein Trinkgeld erhielt. Wenn er in dieser Lage glaubte, er könne das empfangene 
Geld bei Gelegenheit in Anwesenheit von Zeugen in den Tronc-Behälter geben und 
müsse sich des Geldscheins nicht unmittelbar nach der Entgegennahme entledi-
gen, so mochte er sich zwar nicht reglementskonform verhalten haben, doch kann 
darin noch kein strafrechtlich relevantes Benehmen gesehen werden. Die Be-
schwerdekammer ist daher der Auffassung, dass dem Angeschuldigten nicht vor-
geworfen werden kann, in der Absicht gehandelt zu haben, sich unrechtmässig zu 
bereichern. Damit ist aber auch der subjektive Tatbestand nicht dargetan, so dass 
auch aus diesem Grunde die Einstellung des Strafverfahrens gerechtfertigt war. An-
gesichts dieser Sachlage könnte auch der von der Beschwerdeführerin angerufene 
Tatbestand der unrechtmässigen Aneignung gemäss Art. 137 Ziff. 1 StGB nicht zur 
Anwendung gelangen, der ebenfalls als subjektives Tatbestandselement die Ab-
sicht unrechtmässiger Bereicherung erfordert. Da sich die Beschwerdekammer un-
ter dem Gesichtspunkt der Veruntreuung auf den Standpunkt stellt, es liege – weil 
das empfangene Geld keine fremde bewegliche Sache sei – ein Fall gemäss Art. 
138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB vor, könnte auch die Ziffer 2 von Art. 137 StGB nicht zur 
Anwendung gelangen, welche die Tat auf Antrag hin auch ohne Vorliegen einer 
Bereicherungsabsicht für strafbar erklärt.

III. Ist die Beschwerde auf Grund obiger Ausführungen abzuweisen, gehen 
die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Beschwerdeführerin (Art. 160 
Abs. 1 StPO). Dem Beschwerdegegner ist eine angemessene ausseramtliche Ent-
schädigung zu Lasten des Kantons Graubünden auszurichten.

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 1'200 Franken gehen zu Lasten 
der Beschwerdeführerin.

3. Dem Beschwerdegegner wird zu Lasten des Kantons Graubünden eine aus-
sergerichtliche Entschädigung von 1'200 Franken ausgerichtet.

4. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer  des Kantonsgerichts von Graubünden
Der Vizepräsident                           Der Aktuar ad hoc