# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 006dcfde-7e2c-5349-85cb-0ff1d95aeab1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 22.09.2015 ZK1 2015 94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-94_2015-09-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 22. September 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 94 12. Oktober 2015

Entscheid
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Schnyder
Aktuarin ad hoc Dedual

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Boris 
Banga, Bettlachstrasse 8, 2540 Grenchen, 

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Prättigau/Davos vom 
2. Juli 2015, mitgeteilt am 3. Juli 2015, in Sachen Y._____, Beschwerdegegner, 
gegen die Beschwerdeführerin,

betreffend Besuchsrecht (vorsorgliche Massnahmen),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Der am _____2006 geborene A._____ ist der Sohn der unverheirateten 
Eltern X._____ und Y._____. Das Elternpaar hat ein weiteres gemeinsames Kind, 
die am _____2009 geborene B._____. X._____ und Y._____ leben seit mehreren 
Jahren getrennt und sind mittlerweile beide neue Partnerschaften eingegangen. 
A._____ und B._____ wohnen bei der Mutter, welche das alleinige Sorgerecht 
innehat.

B. Y._____ und X._____ wandten sich Anfang 2015 beide unabhängig von-
einander an die KESB Prättigau/Davos und ersuchten um Unterstützung hinsicht-
lich der Besuchsregelung. Eine Einigung war zwischen den Eltern bis anhin nicht 
zustande gekommen. Die KESB Prättigau/Davos eröffnete daraufhin am 24. Fe-
bruar 2015 ein Abklärungsverfahren.

C. Im Rahmen eines gemeinsamen Gesprächs erläuterten Y._____ und 
X._____ gegenüber der KESB ihre Probleme im Zuge der Ausübung des Be-
suchsrechts des Kindsvaters (vgl. vorinstanzliche Akten, act. 7).

D. In den folgenden Gesprächen, welche Vertreter der KESB mit A._____ führ-
ten, kam am 12. März 2015 zum Ausdruck, dass sich der Sohn wegen des gestör-
ten Verhältnisses seiner Eltern untereinander sowie aufgrund des Gesundheitszu-
standes seines Vaters Sorgen mache. A._____ stört sich an gewissen Verhal-
tensweisen des Vaters während der Besuchszeiten. Er brachte zum Ausdruck, 
dass er die Besuche beim Vater deswegen aber nicht abbrechen wolle (vgl. vor-
instanzliche Akten, act. 8, 14-16).

E. Am 08. April 2015 teilte X._____ der KESB Prättigau/Davos ihre Erfahrun-
gen und Wahrnehmungen bezüglich der psychischen Erkrankung von Y._____ mit 
und äusserte diesbezüglich Sorgen um das Wohl ihres Sohnes (vorinstanzliche 
Akten, act. 22). 

F. Y._____ erklärte sich am 08. April 2015 im Rahmen einer Besprechung mit 
der KESB Prättigau/Davos dazu bereit, sich bezüglich seines Gesundheitszustan-
des begutachten zu lassen (vorinstanzliche Akten, act. 25). Am 16. April 2015 kam 
diesbezüglich ein erster Kontakt zwischen der KESB und einem möglichen Gut-
achter zustande (vorinstanzliche Akten, act. 26). Anlässlich der Anhörung vom 16. 
April 2015 erklärte sich Y._____ mit der Erstellung des Gutachtens durch Dr. 
C._____ einverstanden (vorinstanzliche Akten, act. 28) und gab die Zustimmung 

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zur Einholung von weiteren Informationen bei seinem früher behandelnden Arzt, 
Dr. D._____ (vorinstanzliche Akten, act. 27 i.V.m. act. 29).

G. Im Rahmen der Anhörung der Mutter durch die KESB am 16. April 2015 
gab jene zu Protokoll, dass sie sich nicht grundsätzlich gegen ein begleitetes Be-
suchsrecht stelle (vorinstanzliche Akten, act. 30).

H. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 23. April 2015 hat die KESB Prätti-
gau/Davos im Sinne einer vorsorglichen Massnahme eine Beistandschaft bezüg-
lich des persönlichen Verkehrs von Y._____ mit seinem Sohn A._____ errichtet 
sowie E._____ zur Beiständin von A._____ ernannt (vorinstanzliche Akten, 
act. 34).

I. Das instruierende Mitglied der KESB Prättigau/Davos hat mit verfahrenslei-
tender Verfügung vom 01. Mai 2015 die ambulante Begutachtung von Y._____ 
durch C._____ und F._____ vom Fachzentrum Forensik Ostschweiz in O.1_____ 
angeordnet. Dem Begutachtungsauftrag wurde ein Fragenkatalog beigegeben, zu 
dem auch die Mutter von A._____ Fragen beifügen durfte (vorinstanzliche Akten, 
act. 39).

J. Da es für die zwischenzeitlich eingesetzte Beiständin nicht möglich war, mit 
der Mutter eine Einigung über die Besuche von A._____ beim Vater zu finden (vgl. 
vorinstanzliche Akten, act. 42), stellte sie am 22. Juni 2015 der KESB Prätti-
gau/Davos einen Antrag um Genehmigung einer sozialpädagogischen Familien-
begleitung (SPF) über 9 Stunden pro Monat und des Besuchsrechtsplans (vor-
instanzliche Akten, act. 42a).

K. Am 02. Juli 2015 wurden sodann beide Elternteile hinsichtlich der Kindes-
schutzmassnahmen getrennt voneinander von der KESB Prättigau/Davos an-
gehört. X._____ äusserte sich dahingehend, dass sie grundsätzlich nichts gegen 
Besuche von A._____ beim Vater sowie eine sozialpädagogische Familienbeglei-
tung habe; dies werde schon dadurch bestätigt, dass es bei der Ausübung des 
Besuchsrechts bezüglich B._____ kaum Probleme gebe. Sie habe aber Vorbehal-
te gegen gewisse Verhaltensweisen des Vaters bei den Besuchen von A._____ 
(vorinstanzliche Akten, act. 47). Im Rahmen seiner Anhörung erklärte sich 
Y._____ mit den vorgesehenen Entscheiden der KESB Prättigau/Davos einver-
standen (vorinstanzliche Akten, act. 48).

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L. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme entschied die KESB Prätti-
gau/Davos als Kollegialbehörde am 02. Juli 2015, mitgeteilt am 03. Juli 2015, dar-
aufhin Folgendes (vorinstanzliche Akten, act. 53):

"1. Für A._____ wird im Sinne vorsorglicher Massnahmen (Art. 445 
Abs. 1 ZGB) was folgt angeordnet:

a. Y._____ (Vater) wird das Recht auf durch die SPF begleiteten 
persönlichen Verkehr mit A._____ eingeräumt und das Besuchs-
recht wird vorläufig für folgende Daten festgesetzt und wie folgt 
geregelt:

– 17.07.2015 13.00 – 16.00 Uhr
– 12.08.2015 13.00 – 16.00 Uhr
– 19.08.2015 13.00 – 16.00 Uhr
– 05.09.2015 13.00 – 16.00 Uhr
– 30.09.2015 13.00 – 16.00 Uhr

b. X._____ bzw./und Y._____ wird:

1. die Weisung erteilt (Art. 307 Abs. 1 ZGB), im Sinne der Erwä-
gungen und für die Dauer der angeordneten Besuchstermine 
aktiv an einer von der Beiständin zu organisierenden SPF mit-
zuwirken. Die Mitwirkung ist während der Dauer des Besuchs 
durch den Vater (13.00 – 16.00 Uhr) und danach während einer 
Stunde nach Rückkehr von A._____ bei der Mutter erforderlich.

2. die Weisung erteilt (Art. 273 Abs. 2 ZGB), A._____ an den un-
ter lit. a genannten Daten an seinem Wohnort jeweils von 13.00 
bis 16.00 an die von der Beiständin zu bezeichnenden Person 
der SPF und Y._____ zur Durchführung begleiteter Besuche zu 
übergeben.

 2. E._____, Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos, wird angewiesen 
(Art. 50a Abs. 1 EGzZGB), die angeordnete Begleitung der Besuchs-
kontakte durch die SPF sicherzustellen und diese zu organisieren. 
Ausserdem soll – zusammen mit den Eltern und A._____ – nach Mög-
lichkeit ein Besuchsplan ab Oktober 2015 erstellt werden bzw. sind der 
KESB Prättigau/Davos bei Scheitern einer einvernehmlichen Regelung 
erneut Anträge zu stellen. Die Beiständin soll einen Bericht der SPF 
bis Mitte September über den Verlauf der Besuchstermine einholen 
und der KESB Prättigau/Davos zustellen.

 3. (Kosten)

 4. (Rechtsmittelbelehrung)

 5. (Mitteilung)"

M. Am 14. Juli 2015 ging der KESB Prättigau/Davos sodann ein Schreiben der 
Kinderärztin G._____, O.1_____, ein, worin sie neue "Symptome, die hoch alar-
mierend sind", bei A._____ beschreibt (vorinstanzliche Akten, act. 56). Neben 
psychischen Symptomen wie Weinen, Schreien, vermehrten Ängsten und aggres-
sivem Verhalten vor Gesprächen mit der Beiständin seien jetzt auch körperliche 
Beschwerden wie Erbrechen sowie massive Ein- und Durchschlafstörungen auf-

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getreten. Eine kinderpsychiatrische Behandlung sei in dieser Lage notwendig und 
werde kurzfristig aufgegleist; sie bitte deshalb dringend darum, die Termine (ge-
meint sind die geplanten Besuche beim Vater) auszusetzen, bis die Situation zum 
Wohle des Kindes geklärt sei. Ansonsten sei eine weitere Verschlechterung der 
psychischen und physischen Gesundheit des Kindes zu erwarten (zum Ganzen 
vorinstanzliche Akten, act. 56).

N. Am 12. Juli 2015 reichte X._____ eine Beschwerde gegen die Handlungen 
und Anordnungen der Beiständin bei der KESB Prättigau/Davos ein.

O. Am 15. Juli 2015 liess X._____ gegen den Entscheid der KESB vom 02. 
Juli 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden einreichen. Ihre 
Rechtsbegehren lauten neben einem Verfahrensantrag auf unentgeltliche Rechts-
pflege wie folgt (act. A.1):

"1. Die Ziffern 1-3 des Entscheides der Vorinstanz (Beschluss i.S. 
Schmutz A._____ vom 2. Juli 2015) seien vollumfänglich aufzuheben;

 2. der vorliegenden Beschwerde sei wiederum die aufschiebende Wir-
kung zu erteilen;

 3. unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates."

P. Die Beiständin, Y._____ sowie die KESB Prättigau/Davos trugen in ihren 
Vernehmlassungen vom 22., 23. und 27. Juli 2015 auf Abweisung der Beschwer-
de an (vgl. act. A.2, A.3 sowie A.4).

Q. Am 06. August 2015 reichte X._____ einen weiteren Bericht der Kinderärz-
tin G._____ vom 05. August 2015 ein, worin diese über zwei Behandlungstermine 
mit A._____ Auskunft gibt (17. und 22. Juli 2015). Zusammengefasst habe 
A._____ um das Gespräch mit ihr ersucht. Darin habe er zum Ausdruck gebracht, 
dass er momentan keine Besuche beim Vater wolle. Trotzdem würden seine Wor-
te von den Leuten (gemeint sind KESB sowie insbesondere die Beiständin) so 
umgedreht, als ob er gerne zum Vater gehe. Weiter habe er angegeben, er wolle 
auch nicht dazu überredet werden, mit dem Vater zu telefonieren. Frau E._____ 
höre nicht, wenn er nein sage. Die Ärztin kommt zum Schluss, dass die von 
A._____ berichteten Eindrücke altersentsprechend seien, adäquat wirkten und 
eine Beeinflussung durch eine Drittperson nicht zu erkennen gewesen sei (zum 
Ganzen act. B.12).

R. Y._____, die Beiständin und die KESB Prättigau/Davos konnten dazu Stel-
lung nehmen, was nur Ersterer mit Schreiben vom 12. August 2015 tat; die Bei-
ständin sowie die KESB Prättigau/Davos verzichteten (vgl. act. A.6-A.8).

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S. Der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
hat der Beschwerde am 09. September 2015 die aufschiebende Wirkung erteilt 
(act. D.5).

T. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, im angefochtenen Entscheid 
sowie in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Er-
wägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Vorliegend geht es um die Anfechtung eines Entscheids der KESB Prätti-
gau/Davos, mit welchem diese im Rahmen von Kindesschutzmassnahmen 
gemäss Art. 273 ff. ZGB den persönlichen Verkehr zwischen dem Vater Y._____ 
und seinem Sohn A._____ vorläufig geregelt hat. Da im Kindesschutzverfahren 
gemäss Art. 314 Abs. 1 ZGB die Bestimmungen über das Verfahren vor der Er-
wachsenenschutzbehörde sinngemäss anwendbar sind, kann gegen solche Ent-
scheide der KESB gestützt auf Art. 450 Abs. 1 ZGB beim zuständigen Gericht Be-
schwerde erhoben werden. Nach Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum 
Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden 
die einzige kantonale Beschwerdeinstanz. Beim vorliegenden Entscheid geht es 
um vorsorgliche Massnahmen, sodass die Beschwerdefrist gemäss Art. 445 
Abs. 3 ZGB 10 Tage beträgt. Der am 03. Juli 2015 (Freitag) zugestellte Entscheid 
wurde von Rechtsanwalt Boris Banga am 06. Juli 2015 (Montag) in Empfang ge-
nommen (act. B.3). Damit ist die am 15. Juli 2015 bei der Post aufgegebene Be-
schwerde rechtzeitig eingegangen. Sie ist zudem im Sinne von Art. 450 
Abs. 3 ZGB als formgerecht zu beurteilen.

a) Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB die am 
Verfahren beteiligten Personen und damit in erster Linie die von der Anordnung 
der KESB direkt betroffene Person (Daniel Steck, in: Geiser/Reusser, Basler 
Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 29 zu Art. 450 ZGB; Her-
mann Schmid, Erwachsenenschutz Kommentar, Zürich/St. Gallen 2010, N 21 zu 
Art. 450 ZGB). Der Beschwerdeführerin ist als Mutter von A._____ und direkt am 
Verfahren beteiligte Person ohne weiteres beschwerdeberechtigt.

b) Grundsätzlich gelten die Bestimmungen der ZPO subsidiär (Art. 450f ZGB, 
Art. 60 Abs. 2 EGzZGB). Allerdings besteht von Bundesrecht wegen freie Kogniti-
on (Art. 450a ZGB), weshalb im Kindesschutzverfahren die Bestimmungen über 

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neue Tatsachen und Beweismittel der ZPO keine Anwendung finden (Art. 60 
Abs. 3 EGzZGB). Neue Tatsachen und Beweismittel können daher auch im Ver-
fahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz vorgebracht werden (vgl. Bot-
schaft vom 20. September 2011 zur Teilrevision EGzZGB, S. 1069). Die Einrei-
chung des Berichtes der Kinderärztin G._____ vom 05. August 2015 war somit 
zulässig (act. B.12).

c) Die KESB Prättigau/Davos hat im angefochtenen Entscheid einer allfälligen 
Beschwerde gestützt auf Art. 450c ZGB die aufschiebende Wirkung entzogen 
(Dispositiv Ziff. 4). Nach Prüfung der Akten hat der Voristzende der I. Zivilkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden dem Antrag der Beschwerdeführerin ent-
sprochen und der Beschwerde am 09. September 2015 gestützt auf Art. 314 
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 450c ZGB die aufschiebende Wirkung erteilt (act. 
D.5).

2. Im vorliegenden Fall ist die vorsorgliche Massnahme der KESB Prätti-
gau/Davos vom 02. Juli 2015 zu beurteilen, wonach dem Vater von A._____ für 
fünf Mal drei Stunden ein von der SPF begleitetes Besuchsrecht eingeräumt und 
die Beiständin beauftragt wurde, ab Oktober 2015 in Absprache mit den Eltern 
weitere derartige Besuchstage festzulegen und zu organisieren. Die Beschwerde-
führerin wehrt sich dagegen und begründet dies vorab mit den psychischen Pro-
blemen des Vaters, deren Auswirkungen auf die Kinder noch nicht geklärt seien. 
Y._____ dagegen sieht sich dank erfolgreicher Behandlung als nunmehr psy-
chisch stabil und wirft X._____ vor, sie beabsichtige mit ihrem jetzigen Lebens-
partner ohne Grund, das Besuchsrecht zu unterbinden.

a) Die Eltern von A._____ waren nie verheiratet, wohnen seit längerer Zeit 
nicht mehr zusammen und es besteht auch keine Besuchsrechtsregelung. Das 
laufende Verfahren vor der KESB Prättigau/Davos dient gerade dazu, eine solche 
zu finden. Grundsätzlich steht dem Vater von Gesetzes wegen ein Anspruch auf 
angemessenen persönlichen Verkehr mit dem minderjährigen Kind zu (Art. 273 
Abs. 1 ZGB). Wird das Kindeswohl aber durch die Ausübung des Besuchsrechts 
gefährdet, so kann es durch die zuständige Behörde eingeschränkt, verweigert 
oder entzogen werden (vgl. Art. 274 Abs. 2 ZGB). Verlangt werden hierfür triftige, 
das Kindeswohl nachhaltig berührende Gründe. Diese sind etwa zu bejahen, wenn 
der persönliche Verkehr vom besuchsberechtigten Elternteil pflichtwidrig ausgeübt 
wird, wenn sich der besuchsberechtigte Elternteil nicht ernsthaft um das Kind 
kümmert oder wenn andere wichtige Gründe vorliegen. Voraussetzung für eine 
Beschränkung des Rechts auf persönlichen Verkehr ist also stets eine Gefährdung 

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des Kindeswohls aufgrund der Ausübung des Besuchsrechts. Eine solche ist zu 
bejahen, wenn das Besuchsrecht die gedeihliche Entwicklung des Kindes beein-
trächtigt oder zu beeinträchtigen droht. Nicht erforderlich ist hingegen ein pflicht-
widriges oder schuldhaftes Verhalten des Besuchsberechtigten. Die Gefährdung 
kann schon in der immer wieder neuen Störung des seelischen Gleichgewichts 
des Kindes liegen (Cyril Hegnauer, Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl., Bern 
1999, N 19.21; ders., Berner Kommentar, Bd. II/2/2/1, Bern 1997, N 23 zu Art. 274 
ZGB). Da heute anerkannt ist, dass aufgrund des schicksalshaften Eltern-Kind-
Verhältnisses die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen sehr wichtig ist und 
bei dessen Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen kann, kommt der 
gänzliche Ausschluss eines Elternteils vom persönlichen Verkehr nur als ultima 
ratio in Frage. Dies ist nur dann der Fall, wenn den befürchteten negativen Aus-
wirkungen auch nicht durch ein begleitetes Besuchsrecht gegengesteuert werden 
kann (vgl. Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], 
Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, N. 5 zu 
Art. 274 ZGB mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Als "an-
dere wichtige Gründe" im Sinne des Gesetzes werden in der Lehre und Recht-
sprechung zudem etwa die unbeeinflusste, beharrliche und unüberwindliche Ab-
lehnung durch das Kind angeführt (vgl. Cyril Hegnauer, Berner Kommentar, 
a.a.O., N 33 zu Art. 274 mit Hinweisen; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, Bas-
ler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, Bd. I, 5. Aufl., Basel 2014, N 13 zu Art. 274). 
Im Gegensatz zu früher sind die Wünsche und Meinungen des Kindes hierbei vor-
rangig zu berücksichtigen. Solange sich das Kind ernsthaft weigert, mit dem ande-
ren Elternteil zusammenzukommen, ist eine mit dem Kindeswohl zu vereinbaren-
de Durchführung der Kontakte nicht möglich. Ein erzwungener Besuchskontakt 
wäre unter diesen Umständen mit dem Zweck des Umgangsrechts im Allgemei-
nen ebenso unvereinbar wie mit dem Persönlichkeitsrecht des Kindes. Auch bei 
jüngeren Kindern muss den Ursachen für die Ablehnung von Besuchskontakten 
nachgegangen werden (Schwenzer/Cottier, a.a.O., N. 11 zu Art. 273 und N. 13 zu 
Art. 274 ZGB u.a. unter Hinweis auf die in der FamPra.ch 2011, S. 740 ff. und 
S. 491 ff. publizierten Bundesgerichtsentscheide vom 29.03.2011 und 
23.02.2011).

b) Im vorliegenden Fall lässt sich in den Akten kein schuldhaftes Verhalten 
des Vaters gegenüber A._____ erkennen, welches eine Einschränkung des Be-
suchsrechts rechtfertigen liesse, auch wenn die Mutter mit Blick auf die Besuchs-
rechtsausübung von B._____ und früher auch im Falle von A._____ immer wieder 
das Gegenteil insinuiert hat (vgl. jüngst etwa vorinstanzliche Akten, act. 55). Im 

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Gegenteil ist dem Vater zugute zu halten, dass er sich um Kontakte zu seinem 
Sohn bemüht, ein gutes Verhältnis mit ihm anstrebt, sich erklärt und sich nach 
dem Zusammensein mit ihm sehnt. Dies allein genügt indes nicht, um Besuchs-
kontakte anzuordnen. Die KESB schloss aus der Anhörung von A._____ vom 12. 
März 2015 (vorinstanzliche Akten, act. 14-16) und aufgrund der Äusserungen der 
Beiständin (vgl. vorinstanzliche Akten, act. 42a) offenbar vorschnell, dass A._____ 
seinen Vater gerne besuchen wolle. Sie hat daher auf eine weitere, direkte An-
hörung des Kindes vor ihrem Entscheid über die vorsorglichen Massnahmen ver-
zichtet. Dies erweist sich als Fehler, wie die weitere Entwicklung eindrücklich 
zeigt. Hellhörig hätte man schon aufgrund der ersten Anhörung von A._____ wer-
den müssen. Seinen Antworten kann nämlich entnommen werden, dass er sich für 
einen neunjährigen Knaben ungewöhnlich intensiv mit den gesundheitlichen Pro-
blemen des Vaters, dessen dadurch verursachten Verhaltensweisen und der Not-
wendigkeit einer Therapie befasst. Es braucht keine weitergehenden Fachkennt-
nisse, um feststellen zu können, dass sich A._____ in der Vergangenheit sehr 
stark mit den zweifellos bestehenden oder bestandenen psychischen Problemen 
des Vaters und ihren konkreten Auswirkungen beschäftigt hat, was für ein Kind in 
diesem Alter nicht zuträglich sein kann. Wenn die Schilderungen der Mutter in ih-
rem Bericht an die KESB vom 08. April 2015 auch nur annähernd zutreffen, so war 
die Belastung der damaligen Familie durch die Krankheit Y._____ enorm hoch 
(vgl. vorinstanzliche Akten, act. 22). Die KESB hat wohl nicht verkannt, dass die 
Probleme im Zusammenhang mit dem Besuchsrecht unter Umständen in der psy-
chischen Erkrankung des Vaters liegen könnten und hat daher mit Zustimmung 
von Y._____ ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben, welches noch 
nicht vorliegt. Dieses sich nur auf Y._____ beziehende Gutachten kann aber nur 
darüber Auskunft geben, ob auf Seiten des Vaters Gründe vorliegen, welche eine 
Einschränkung des Besuchsrechts rechtfertigen könnten. Ausgeklammert bleibt 
dabei die Situation von A._____ selbst. Um seine Befindlichkeit zu erfassen, wäre 
dessen direkte Anhörung unmittelbar vor dem Entscheid ein geeignetes Mittel ge-
wesen. Ob A._____ der KESB die gleichen Antworten gegeben hätte wie der Kin-
derärztin G._____ (vgl. act. B.12; nicht zu berücksichtigen ist hier die vorinstanzli-
che Akte, act. 56, da der damalige Bericht offensichtlich nicht aufgrund einer un-
mittelbar vorausgegangenen Untersuchung von A._____ erstellt wurde) oder ob 
A._____ die seinen wirklichen Empfindungen entsprechenden Antworten nur 
durch eine Fachperson zu entlocken sind, kann dahingestellt bleiben. Auf jeden 
Fall kann der neuerliche Bericht der Fachärztin nicht unberücksichtigt bleiben. Im 
Gegenteil ist ihm ein erhebliches Gewicht beizumessen. Darin kommt nämlich 
zum Ausdruck, dass A._____ derzeit Besuche beim Vater und allgemein Kontakte 

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wie Telefongespräche mit ihm – begleitet oder allein – ablehne und die ganze Si-
tuation für ihn derart belastend sei, dass er gesundheitlichen Beschwerden ausge-
setzt sei. A._____ habe das Gefühl, dass ihm insbesondere von der Beiständin 
das Wort im Mund umgedreht würde, wenn es um seinen Kontaktwunsch zum 
Vater gehe. Im Bericht kommt zum Ausdruck, A._____ Beweggrund, den Kontakt 
zum Vater auszusetzen, liege in dessen Krankheit. Zudem kommt die Ärztin im 
Rahmen eines zweiten Gesprächs zum Schluss, dass es A._____ wieder besser 
gehe, da Ferien mit Mutter und Schwester anstünden. Es wird Sache der KESB 
sein, den Aussagegehalt dieses Berichtes zu verifizieren. Im Gegensatz dazu ste-
hen nämlich die Aussagen im Rahmen von sog. Satzergänzungen von A._____, 
wonach er "[d]ie grösste Freude hatte […], als Papi und Mami noch zusammen 
waren" und dass ihn "[a]m meisten ärgerte […], dass es immer wieder Streit gibt" 
(vorinstanzliche Akten, act. 15 f.). Von Y._____ wird dann auch der Einwand erho-
ben, dass es vor allem an der Mutter und an ihrem aktuellen Partner liege, dass 
Probleme mit dem Besuchsrecht bestünden. X._____ bringt dagegen vor, dass sie 
sich der Ausübung des Besuchsrechts von Y._____ bezüglich der gemeinsamen 
Tochter B._____ auch nicht in den Weg stelle. Ebenso habe das Besuchsrecht 
bezüglich A._____ bis Ende 2014 ohne grössere Probleme funktioniert (vgl. vorin-
stanzliche Akten, act. 3). Dass im Verhältnis des Elternpaares Probleme auftreten, 
wird an diversen Stellen erkennbar. So fährt die Mutter dem Vater und Tochter 
B._____ etwa mit dem Auto nach, um zu dokumentieren, dass Y._____ entgegen 
ihres ausdrücklichen Wunsches der gemeinsamen Tochter im Rahmen seiner Be-
suchsrechtsausübung auf dem Trottinett keinen Helm anziehe. Dieses Verhalten 
spricht nicht für eine harmonische Abwicklung des Besuchsrechts. Insofern schei-
nen sich hier diverse Problematiken zu überlagern. Da die Kausalität der Besuchs-
rechtsverweigerung, welche bei A._____ im Moment offensichtlich besteht, im Zu-
ge seiner indifferenten Äusserungen nicht geklärt ist, fehlt dem Kantonsgericht von 
Graubünden die Grundlage, um die Weiterführung der begleiteten Besuche und 
die Ausarbeitung einer Besuchsrechtsvereinbarung abschliessend zu beurteilen. 
Einerseits ist ohne weiteres denkbar, dass A._____ ein Alter erreicht hat, in dem 
er vermehrt über die gesundheitlichen Probleme des Vaters nachdenkt und des-
sen Verhaltensweisen hinterfragt, andererseits könnte eine Verbesserung des el-
terlichen Verhältnisses im Rahmen einer klaren Besuchsrechtsvereinbarung Ent-
spannung in die Situation bringen, was unter Umständen auch den Kontakt zwi-
schen Vater und Sohn wieder ermöglichte. Um diese Frage zu klären, würde sich 
ein von der KESB Prättigau/Davos in Auftrag gegebenes interventionsorientiertes 
Gutachten eignen. Das vorsorglich erlassene begleitete Besuchsrecht ist unter 
den gegebenen Umständen vorerst auszusetzen und die KESB Prättigau/Davos 

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hat im Sinne der Erwägungen das weitere Vorgehen zu prüfen. Erst wenn geklärt 
ist, worin die Kontaktverweigerung von Seiten A._____ gründet, kann sodann über 
die Weiterführung des Besuchsrechts befunden werden. Zudem hat die KESB das 
Ergebnis des Gutachtens bezüglich des Krankheitsbildes von Y._____ abzuwarten 
und in ihr weiteres Vorgehen miteinzubeziehen. Sollte sich die KESB Prätti-
gau/Davos für das erwähnte interventionsorientierte Gutachten entscheiden, so 
läge es im Ermessen des Gutachters, im Rahmen der Expertise Kontakte zwi-
schen Vater und Sohn aufzubauen. Die Beschwerde ist deshalb im Sinne der vor-
stehenden Erwägungen gutzuheissen.

3. Bei diesem Ausgang verbleiben die Kosten des Beschwerdeverfahrens 
beim Kanton Graubünden, welcher die Beschwerdeführerin aussergerichtlich an-
gemessen zu entschädigen hat. Eine Honorarnote wurde vom Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin nicht eingereicht, sodass die Entschädigung nach Ermessen 
des Gerichts festzulegen ist (Art. 2 HV). Als angemessen erweist sich vorliegend 
ein Betrag von CHF 1'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). 
Vor diesem Hintergrund wird das von der Beschwerdeführerin eingereichte Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen und der an-
gefochtene Entscheid wird aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von CHF 1'500.-- verblei-
ben beim Kanton Graubünden, welcher die Beschwerdeführerin ausserge-
richtlich mit CHF 1'500.-- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu entschädigen 
hat.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 
Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: