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**Case Identifier:** c73c787f-8a63-5a0e-a69f-86899a8ac4a6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 13.06.2020 B 2020/20, B 2020/21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2020-20--B-2020-21_2020-06-13.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2020/20, B 2020/21

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 18.08.2020

Entscheiddatum: 13.06.2020

Entscheid Verwaltungsgericht, 13.06.2020
Steuerrecht. Art. 58 Abs. 1 und 130 Abs. 2 DBG (SR 642.11). Art. 82 Abs. 1 
lit. a und b sowie Art. 177 StG (sGS 811.1). Das Verwaltungsgericht kam zum 
Schluss, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid die Veranlagung 
der Jahresumsätze 2013 und 2014 (Honorare) der Beschwerdeführerin durch 
die Steuerverwaltung (Beschwerdegegner) nach pflichtgemässem Ermessen 
zu Recht bestätigt und diesbezüglich einen Untersuchungsnotstand bejaht 
habe. Mit Blick auf das Fehlen von detaillierten Angaben betreffend die 
rechtliche und geschäftliche Beziehung der Beschwerdeführerin zur 
gleichnamigen FL-Gesellschaft sei hinsichtlich der Honorare, welche der FL-
Gesellschaft in den streitigen Jahren in Rechnung gestellt worden seien, die 
Vornahme einer Ermessensveranlagung nicht zu beanstanden. Im Weiteren 
seien im vorinstanzlichen Entscheid zu Recht Gewinn-Aufrechnungen für 
2013 und 2014 gestützt auf die Annahme eines (verdeckten) Gewinntransfers 
von der Beschwerdeführerin zur FL-Gesellschaft bestätigt worden 
(Verwaltungsgericht, B 2020/20, B 2020/21).

Entscheid vom 13. Juni 2020  

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Schmid

Verfahrensbeteiligte

A.__AG,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rolf Rüegg, Grynaustrasse 19, 8730 Uznach,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

und

Eidgenössische Steuerverwaltung, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,

Beschwerdebeteiligte,

Gegenstand

Kantonssteuern und direkte Bundessteuer aufgrund der Rechnungsabschlüsse 

per 31. Dezember 2013 und 2014

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  

Die A.__AG wurde am 21. Juni 2018 ins Handelsregister eingetragen. Bis 8. November 

2012 hatte die Unternehmung unter B.__AG und danach unter C.__AG firmiert. In der 

Steuererklärung 2013 deklarierte die C.__AG einen Reinverlust von CHF 32'951 und ein 

steuerbares Eigenkapital von CHF 380'003. In der Steuererklärung 2014 bezifferte sie 

das steuerbare Eigenkapital auf CHF 407'856 und den Reingewinn auf CHF 27'853, 

wobei nach Verlustverrechnung ein steuerbarer Reingewinn von CHF 0 resultierte. Mit 

A.a. 

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E-Mail vom 25. Januar 2016 forderte der Steuerkommissär die Gesellschaft auf, zu der 

gemäss liechtensteinischem Firmenindex seit 4. Oktober 2012 bestehenden 

gleichnamigen C.__AG mit Sitz in Vaduz (nachstehend: FL-Gesellschaft) Unterlagen zur 

Beteiligungsstruktur, den wirtschaftlich Berechtigten, den Geschäftsfeldern und 

allfällige Gesellschaftsverträge einzureichen. Zudem wurde sie aufgefordert, diverse 

Belege zuzustellen und Buchungen zu erläutern (act. G 10/10 III/2). Eine Antwort 

erfolgte am 23. Februar 2016 (act. G 10/10 III/6 Beilage "Steuernachforderung vom 25. 

Januar 2016"). Im Schreiben vom 17. August 2016 ersuchte das Kantonale Steueramt 

die Gesellschaft um detaillierte Offenlegung der Leistungsbeziehungen und der 

Verhältnisse der FL-Gesellschaft. Für den Säumnisfall wurde eine 

Ermessensveranlagung in Aussicht gestellt (act. G 10/10 III/9). Im Antwortschreiben 

vom 11. September 2016 reichte die C.__AG dem Steueramt weitere Unterlagen ein. 

Sie wies darauf hin, dass zwischen ihr und der FL-Gesellschaft nur mündliche 

Vereinbarungen und Verträge bestünden (act. G 10/10 III/11). Hierauf veranlagte das 

Steueramt die Gesellschaft am 31. Januar 2017 (act. G 10/10 I/6) aufgrund des 

Jahresabschlusses per Ende 2013 für die Kantonssteuern 2013 und die direkte 

Bundessteuer 2013 mit einem satzbestimmenden steuerbaren Gewinn von 

CHF 115'600; für die Kantonssteuern 2013 wurde sie mit einem satzbestimmenden 

steuerbaren Kapital von CHF 355'000 veranlagt. Für die Kantonssteuern 2014 und die 

direkte Bundessteuer 2014 erfolgte die Veranlagung mit einem satzbestimmenden 

steuerbaren Gewinn von CHF 111'900 und für die Kantonssteuern 2014 mit einem 

satzbestimmenden steuerbaren Kapital von CHF 359'000. Die von der Steuerbehörde 

vorgenommenen Aufrechnungen zu den deklarierten Jahresgewinnen betrugen 

insgesamt CHF 173'129 (2013) und CHF 107'830 (2014). Hiervon entfielen auf die 

ermessensweise erfolgten Korrekturen des Umsatzes Aufrechnungen von CHF 161'000 

(2013) und CHF 89'000 (2014).

Die dagegen von der C.__AG erhobene Einsprache, welche sich gegen die erwähnten 

Umsatzkorrekturen sowie gegen die Aufrechnung einer geldwerten Leistung an G.S.H. 

von CHF 7'694 (2014) richtete (act. G 10/10 IV/1 und IV/8), wies das Steueramt mit 

Entscheiden 16. Januar 2018 ab (act. G 10/10 IV/18). Die hiergegen von der 

Gesellschaft, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rolf Rüegg, Uznach, mit Eingabe 

vom 19. Februar 2018 erhobenen Rechtsmittel (Rekurs: Kantonssteuern; Beschwerde: 

Direkte Bundessteuer; act. G 10/1) wies die Verwaltungsrekurskommission des 

Kantons St. Gallen (VRK) mit Entscheid vom 16. Dezember 2019 ab (act. G 2).

A.b. 

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B.  

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur 

Ermessensveranlagung und zur Gewinnbesteuerung von Aktiengesellschaften 

vereinheitlicht sind, erledigte die Vorinstanz den Rekurs betreffend die Kantons- und 

Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 

anderseits zu Recht im gleichen Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern; unter 

diesen Umständen durfte auch der Beschwerdeführer die Beschwerden in einer 

gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE 135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, 

dass das Verwaltungsgericht über die Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. 

BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 1.2). Die sachliche Zuständigkeit 

des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung mit Art. 196 Abs. 1 

des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung 

zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes 

über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Die Beschwerdeführerin ist zur 

Beschwerde legitimiert, und die Eingabe vom 5. Februar 2020 entspricht zeitlich, formal 

Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Rüegg für die A.__AG mit Eingabe vom 

5. Februar 2020 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben 

(Ziffer 1) und es sei gemäss Deklaration bzw. den in der Beschwerde gemachten 

Ausführungen zu veranlagen (Ziffer 2); alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zu Gunsten der Beschwerdeführerin für dieses und das vorinstanzliche Verfahren (act. 

G 1, G 7).

B.a. 

Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 26. Februar 2020 Abweisung 

der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen 

Entscheids. Der Beschwerdegegner beantragte im Schreiben vom 16. März 2020 unter 

Verzicht auf eine Vernehmlassung Abweisung der Beschwerde (act. G 12). Die 

Beschwerdebeteiligte und die Beschwerdeführerin verzichteten stillschweigend auf 

eine Stellungnahme (act. G 13).

B.b. 

Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den 

Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

B.c. 

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und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 in Verbindung mit Art. 194 Abs. 

1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 

140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2.  

Streitig ist vorliegend, ob die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht die 

Veranlagung der Jahresumsätze 2013 und 2014 (Honorare) durch den 

Beschwerdegegner bestätigte und diesbezüglich einen Untersuchungsnotstand als 

Grund für eine Ermessensveranlagung bejahte. Im Weiteren ist zu klären, ob im 

vorinstanzlichen Entscheid zu Recht Gewinn-Aufrechnungen von CHF 161'000 (2013) 

und CHF 89'000 (2014) gestützt auf die Annahme eines (verdeckten) Gewinntransfers 

von der Beschwerdeführerin zur FL-Gesellschaft bestätigt wurden.

Nach Art. 82 Abs. 1 lit. a und b StG setzt sich der steuerbare Reingewinn einer 

Aktiengesellschaft aus dem Saldo der Erfolgsrechnung und aller vor Berechnung 

dieses Saldos ausgeschiedener Teile des Geschäftsergebnisses zusammen, die nicht 

zur Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden, wie 

insbesondere offene und verdeckte Gewinnausschüttungen und 

Gewinnvorwegnahmen (Ziff. 5) sowie geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen 

an Dritte (Ziff. 6). Diese Bestimmung deckt sich inhaltlich mit Art. 58 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11; DBG). Verdeckte 

Gewinnausschüttungen sind buchmässig nicht ausgewiesene Leistungen, die unter 

einem Aufwandtitel der Erfolgsrechnung belastet werden (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/

Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., Rz 95 zu Art. 58 DBG; Zigerlig/Oertli/

Hofmann, Das St. Gallische Steuerrecht, 7. A. 2013, III. Rz 111). Nach der 

Rechtsprechung müssen für die Annahme einer verdeckten Gewinnausschüttung die 

folgenden Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein: (1) Die Gesellschaft erbringt eine 

Leistung ohne entsprechende Gegenleistung, wodurch das Geschäftsergebnis 

gemindert wird. (2) Mit der Leistung wird ein Beteiligter oder eine diesem nahestehende 

Person oder Unternehmung begünstigt; ein der Gesellschaft fernstehender Dritter hätte 

sie unter gleichen Bedingungen nicht erhalten; die Leistung ist also ungewöhnlich, mit 

einem sachgemässen Geschäftsgebaren nicht vereinbar. (3) Der Charakter der 

Leistung bzw. das Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung ist für die 

handelnden Gesellschaftsorgane erkennbar (Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., III. Rz 

112). Für die Beweislastverteilung im Zusammenhang mit verdeckten 

Gewinnausschüttungen ist zu differenzieren: Ist streitig, ob einer Leistung der 

2.1. 

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Gesellschaft überhaupt eine Gegenleistung des Beteiligten gegenübersteht, trägt die 

Gesellschaft die Beweislast für das Vorhandensein einer solchen Gegenleistung 

(Beweis der geschäftsmässigen Begründetheit der Leistung). Wenn - bei 

Vorhandensein einer Gegenleistung an die Gesellschaft - umstritten ist, ob zwischen 

den gegenseitigen Leistungen ein offensichtliches Missverhältnis besteht und deshalb 

auf eine verdeckte Gewinnausschüttung zu schliessen ist, so ist - ausgehend von der 

natürlichen Vermutung für die geschäftsmässige Begründetheit der Leistung - die 

Steuerbehörde für das behauptete Missverhältnis beweispflichtig (Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz 109 zu Art. 58 DBG).

Art. 177 StG bestimmt, dass eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen 

vorgenommen wird, wenn Steuerfaktoren oder Steuersubstrat mangels zuverlässiger 

Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können oder der Steuerpflichtige seine 

Verfahrenspflichten trotz Mahnung nicht erfüllt. Aufgrund von Art. 132 Abs. 3 DBG und 

Art. 180 Abs. 2 StG kann eine Ermessensveranlagung nur wegen offensichtlicher 

Unrichtigkeit angefochten werden (Satz 1); die Einsprache ist zu begründen und muss 

allfällige Beweismittel nennen (Satz 2). Die Voraussetzungen einer 

Ermessensveranlagung werden in Art. 46 Abs. 3 und Art. 48 Abs. 2 des 

Steuerharmonisierungsgesetzes (SR 642.14, StHG) sowie Art. 130 Abs. 2 DBG gleich 

umschrieben. Dazu gehört, dass der Steuerpflichtige trotz Mahnung seine 

Verfahrenspflichten nicht erfüllt -oder - die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger 

Unterlagen nicht ermittelt werden können (Looser/Fenners, in: Festgabe Prof. Dr. Ulrich 

Cavelti, St. Gallen 2012, S. 170 ff.). Auch bei einer Ermessensveranlagung müssen alle 

Abklärungen getroffen werden, die sich aufgrund der Aktenlage aufdrängen und ohne 

grossen Aufwand durchführbar sind. Erst wenn sich die Ungewissheit im Sachverhalt 

trotz dieser Untersuchungen nicht beseitigen lässt, ist eine Ermessensveranlagung 

vorzunehmen (Zweifel/Hunziker, in: Zweifel/Beusch Hrsg., Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, Rz. 43 zu Art. 130 DBG). Gemäss Art. 126 

Abs. 1 DBG bzw. Art. 170 StG muss der Steuerpflichtige alles tun, um eine vollständige 

und richtige Veranlagung zu ermöglichen. Zu diesem Zweck muss er auf Verlangen der 

Veranlagungsbehörde unter anderem Belege vorlegen. Kommt der Steuerpflichtige 

seiner Mitwirkungspflicht nicht nach, muss die Veranlagungsbehörde im Sinne einer 

Schliessung von Sachverhaltslücken das steuerbare Einkommen aufgrund von 

Schätzungen ermitteln und eine Ermessensveranlagung vornehmen. Abklärungspflicht 

wie Ermessenseinschätzung bleiben jedoch auf den Bereich beschränkt, für den die 

Steuerbehörde die Beweislast trägt. Das gilt für steuerbegründende Tatsachen, d.h. für 

die Einkommensseite. Für die steuermindernden Tatsachen, also für die Abzugsseite, 

2.2. 

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3.  

liegt dagegen die Beweislast beim Steuerpflichtigen. Soweit das Gesetz dem 

Steuerpflichtigen auferlegt, Behauptungen auf bestimmte Weise zu belegen, dürfen 

diese daher nicht auf dem Umweg über die Ermessenseinschätzung als erwiesen 

hingenommen werden. Vielmehr hat die Einschätzungsbehörde davon auszugehen, 

dass behauptete Tatsachen, die der Steuerpflichtige nachzuweisen unterlässt, obschon 

das Gesetz ihm die Beweispflicht auferlegt, nicht zu berücksichtigen sind (vgl. Zigerlig/

Oertli/Hofmann a.a.O., VII. Rz. 24; BGE 107 Ib 213 E. 5). Immerhin ist es möglich, dass 

auch hinsichtlich steuermindernder bzw. steueraufhebender Tatsachen eine Schätzung 

nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen ist. Dies ist dann der Fall, wenn der 

Grundsachverhalt hinsichtlich der steueraufhebenden bzw. steuermindernden 

Tatsachen bewiesen ist, Unklarheit aber über den Umfang besteht (Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 43 zu Art. 130 DBG; BGer 2C_681/2008 vom 12. 

Dezember 2008, E. 3.5). Die ermessensweise Schätzung (unter anderem anhand von 

Erfahrungszahlen und Vermögensentwicklung) darf sich in der Regel nur auf die Höhe 

der Steuerfaktoren beziehen. Nicht geschätzt werden darf dagegen der 

steuerauslösende Grundsachverhalt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 63, 69 

und 70 zu Art. 130 DBG).

Gemäss den Jahresrechnungen 2013 und 2014 (Beilage zu den Steuererklärungen 

2013 und 2014) verbuchte die Beschwerdeführerin Honorare (Ertragskonto 3000) von 

CHF 833'337 (2013; ohne Mehrwertsteuer) und CHF 755'910 (2014; ohne 

Mehrwertsteuer). Hiervon betrafen CHF 817'300 (2013) und CHF 706'836 (2014) die 

FL-Gesellschaft; die entsprechenden Beträge wurden (mit Mehrwertsteuer) dem 

Aktivkonto 1190 (KK FL-Gesellschaft) belastet (vgl. act. G 10/10 I/2 und I/4 Beilagen). 

Im Nachgang zur Aufforderung des Beschwerdegegners vom 25. Januar 2016, 

Angaben zur Zusammenarbeit mit der FL-Gesellschaft (gemeinsam bearbeitete 

Aufträge, personelle Ressourcen, Infrastruktur u.a) zu machen und Belege über die auf 

dem Konto 1190 verbuchten Beträge (CHF 882'684 für 2013 und CHF 763'383 für 

2014) nachzureichen (act. G 10/10 III/3), gab die Beschwerdeführerin am 23. Februar 

2016 (act. G 10/10 III/6 Beilage "Steuernachforderung vom 25. Januar 2016") unter 

anderem bekannt, beinahe alle Aufträge würden zusammen mit der FL-Gesellschaft 

bearbeitet, je nach Auftrag mit nahezu dem gesamten Personal und dem benötigten 

Teil der Infrastruktur. Schriftliche Verträge zur Zusammenarbeit seien nicht vorhanden. 

Die Beschwerdeführerin legte unter anderem Kopien von Rechnungen bei, mit welchen 

sie der FL-Gesellschaft Architekturleistungen in der vorerwähnten Höhe pauschal (ohne 

3.1. 

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Detailangaben zu den erbrachten Leistungen) und in zusammengefasster Form in 

Rechnung stellte (vgl. act. G 10/10 III/6.3 und 6.4). Auf ein weiteres Schreiben vom 

17. August 2016, mit welchem der Beschwerdegegner weitere Details hinsichtlich des 

Kontos 1190 und der eingereichten Rechnungskopien (Einzelheiten zu den erbrachten 

Leistungen) sowie umfassende Offenlegung der Leistungsbeziehung zur FL-

Gesellschaft verlangte und eine Ermessensveranlagung für den Fall der Nichtlieferung 

der Informationen in Aussicht stellte (act. G 10/10 III/9), äusserte sich die 

Beschwerdeführerin am 11. September 2016. Sie legte unter anderem dar, bis anhin 

hätten sich die Rechnungen jeweils auf das Honorar ohne weitere Details bezogen, was 

nie bemängelt worden sei. Sie erbringe Dienstleistungen für die FL-Gesellschaft, 

welche ihre grösste Auftraggeberin sei. Die Aufträge würden mit fast dem ganzen 

Personal und mit der benötigen Infrastruktur (der Beschwerdeführerin) erledigt. 

Verrechnet würden der FL-Gesellschaft grundsätzlich die Kosten mit einem Zuschlag 

von 5 % ("cost + 5 %"). Verträge/Vereinbarungen würden dabei mündlich 

abgeschlossen (act. G 10/10 III/11).  

Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz unter anderem fest, die 

Beschwerdeführerin habe den wesentlichen Teil ihrer Erträge mit Aufträgen der FL-

Gesellschaft erzielt. Zu den auf dem Konto 3000 verbuchten Erträgen lege sie jedoch 

keine Details offen. Die Leistungen auf sämtlichen Rechnungen seien nur stichwortartig 

zusammengefasst worden. Das Belegprinzip erfordere es jedoch, dass für die 

Buchungen nachvollziehbare Belegnachweise vorhanden seien (Art. 957a Abs. 2 Ziff. 2 

und 5 OR [SR 220]). Vorliegend mangle es offensichtlich an Buchungsbelegen im Sinn 

von Art. 957a OR, weshalb sich die Beschwerdeführerin denn auch nicht auf den 

Grundsatz der Massgeblichkeit der Handelsbilanz berufen könne (Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter a.a.O., Rz. 6 zu Art. 58 DBG). Die FL-Gesellschaft firmiere unter dem 

gleichen Namen wie die Beschwerdeführerin, so dass ein Näheverhältnis offenkundig 

erscheine. In solchen Konstellationen prüfe die Veranlagungsbehörde, ob eine 

Vorteilszuwendung unter verbundenen Unternehmen (verdeckte Gewinnausschüttung) 

in Form eines offensichtlichen Missverhältnisses zwischen Leistung und Gegenleistung 

vorliege. Da auch die Ausführungen vom 11. September 2016 (act. G 10/10 III/11, mit 

nur rudimentärem/schematischem Beschrieb der Geschäftsbeziehungen und 

erbrachten Leistungen) nicht zur Klärung der offenen Fragen beigetragen hätten, sei 

der Beschwerdegegner hinsichtlich der verbuchten Dienstleistungserträge zu Recht 

von einem partiellen Untersuchungsnotstand ausgegangen. Es sei dem 

Beschwerdegegner schon aus zeitlichen Gründen nicht zumutbar, vor Ort (im Rahmen 

einer Steuerrevision) nach Unterlagen zu suchen. Diese seien von der Steuerpflichtigen 

3.2. 

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einzureichen, zumal es um grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen gehe. Das 

Übereinkommen über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen (SR 0.652.1) erfasse 

erst Besteuerungszeiträume ab 1. Januar 2018 und damit nicht die vorliegend streitigen 

Jahre. Die Voraussetzungen für eine ermessensweise Festlegung des Umsatzes seien 

erfüllt, zumal eine Ermessensveranlagung zuvor rechtsgenüglich angedroht worden sei 

(act. G 2 S. 8 f.).

Durch eine verdeckte Gewinnausschüttung werde ein Unternehmen bewusst 

entreichert und der Vorteilsempfänger bewusst bereichert. Mit dem Beschwerdegegner 

sei von einem besonderen Näheverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der 

FL-Gesellschaft auszugehen. So seien auf einer bei den Akten liegenden Rechnung 

beide Gesellschaften unter "C.__" aufgeführt. Sodann bestehe unter der Firma der 

Beschwerdeführerin eine Unternehmung in Vaduz und unter dem Internetlink ___ 

würden beide Gesellschaften unter der Rubrik "Kontakt" gemeinsam auftreten. Im 

Weiteren sei D.__ Verwaltungsrat der FL-Gesellschaft, vom 21. Juni 2012 bis 

10. Oktober 2017 auch Mitglied des Verwaltungsrats der Beschwerdeführerin gewesen. 

Dass der Beschwerdegegner den Leistungsaustausch zwischen den beiden 

Gesellschaften hinsichtlich verdeckter Gewinnausschüttungen habe untersuchen 

wollen, sei nicht zu beanstanden, zumal der Bruttogewinn II (Bruttogewinn abzüglich 

Personalaufwand) im Jahr 2013 (Bruttogewinnmarge 10%) im Vergleich zu 2012 

(Bruttogewinnmarge 24.8%) erheblich gesunken sei. Gemäss den Berechnungen des 

Beschwerdegegners habe die Bruttogewinnmarge in den Jahren 2009 bis 2011 bei 

durchschnittlich 30.47 % gelegen. Abgesehen vom Vorbringen, dass dies eine Folge 

der Restrukturierung und Auslagerung von Betriebsteilen gewesen sei, habe die 

Beschwerdeführerin dazu keine Ausführungen gemacht, so dass nicht nachvollziehbar 

sei, weshalb der Personalaufwand 2013 trotz einer organisatorischen Ausgliederung 

erheblich zugenommen habe. Die Beschwerdeführerin habe auch keine Details zu den 

von ihr fakturierten Leistungen eingereicht, obwohl sie über entsprechende Grundlagen 

verfügen müsse. Es sei nicht davon auszugehen, dass ein Unternehmen eine 

Rechnung über CHF 817'300 ohne vertragliche Abmachung oder Leistungsdetails 

akzeptieren würde. Selbst wenn alle Verträge/Abmachungen mündlich erfolgt sein 

sollten, hätte die Beschwerdeführerin deren Inhalt in den wesentlichen Zügen darlegen 

können, zumal im internationalen Verhältnis erhöhte Beweisanforderungen gelten 

würden. Auch den Abschlussunterlagen der FL-Gesellschaft (act. G 10/10 IV/9 prüfen) 

lasse sich dazu nichts entnehmen, zumal sie keine Details enthalten würden und die 

Jahre 2012 und 2013 in der Erfolgsrechnung zusammengefasst worden seien. Gleiches 

gelte für die Zusammenfassung der Zahlen beider Gesellschaften (act. G 10/7). Es gehe 

nicht um eine konsolidierte Betrachtung der Ergebnisse, sondern um die Vermutung, es 

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habe ein verdeckter Gewinntransfer von der Beschwerdeführerin zu FL-Gesellschaft 

stattgefunden. Die Beschwerdeführerin habe mithin weder die Grundlagen ihrer 

Geschäftsbeziehung mit der FL-Gesellschaft offengelegt noch dargelegt, weshalb die 

Bruttogewinnmarge in den Jahren 2013 und 2014 deutlich tiefer ausgefallen sei als in 

den Vorjahren. Die vom Beschwerdegegner vorgenommenen Gewinnaufrechnungen 

seien nicht zu beanstanden (act. G 2 S. 10-12).  

Die Beschwerdeführerin bestreitet das Vorliegen der Voraussetzungen für eine 

Veranlagung der Jahresumsätze 2013 und 2014 nach Ermessen und das Bestehen 

eines Untersuchungsnotstandes. Die Vorinstanz unterlasse es darzulegen, inwiefern ein 

Untersuchungsnotstand vorgelegen habe. Die Beschwerdeführerin habe umfassend 

Auskunft erteilt, wobei es ihr allerdings nicht gelungen sei, die vorgefasste Meinung 

des Beschwerdegegners zu erschüttern. Auch habe sie erklärende Unterlagen über 

Leistungsbeziehungen und Beteiligungsverhältnisse eingereicht. Die Vorinstanz 

verkenne, dass höchstens eine Gewinnverschiebung von FL nach CH hätte stattfinden 

können, und nicht umgekehrt. Denn dass eine zu tiefe Leistungsverrechnung 

vorgenommen worden sei, hätte der Beschwerdegegner allein aus der eingereichten 

vollständigen und revidierten Jahresrechnung der Beschwerdeführerin erkennen 

müssen. Der Beschwerdegegner habe alle Zahlen zur Verfügung, um eine zu tiefe 

Leistungsverrechnung beurteilen zu können. Es sei unglaubwürdig, wenn er behaupte, 

auf die FL-Zahlen und -Unterlagen angewiesen zu sein. Weder der Beschwerdegegner 

noch die Vorinstanz würden erklären bzw. begründen, worin die verdeckte 

Gewinnausschüttung bestehen solle. Sie würden es als klar erachten, dass eine 

wirtschaftliche und personelle Verbundenheit bestehe, weshalb nach ihrer 

Argumentation auch von einer verdeckten Gewinnausschüttung ausgegangen werden 

müsse. Dies sei Willkür vom Feinsten. Die Begründungspflicht werde im ganzen 

Verfahren verletzt. Worin das behauptete Näheverhältnis bestehe, sei nie begründet 

worden. Ignoriert werde, dass derselbe Frontmann und dieselbe Unternehmung für 

unterschiedliche, unabhängige Aktionäre arbeiten würden. Es sei im Weiteren so, dass 

die FL-Gesellschaft eine Rechnung über CHF 817'300 ohne Leistungsdetails akzeptiert 

habe. Die Zusammenfassung der Zahlen beider Gesellschaften (act. G 7) zeige 

deutlich, dass keine Gewinnverschiebung habe stattfinden können. Die Vorinstanz 

habe ihr Ermessen unterschritten, indem sie nicht geprüft habe, ob die Vermutung der 

Gewinnverschiebung mit Blick auf die zusammengefassten Zahlen überhaupt noch 

Bestand haben könne. Die Beschwerdeführerin habe dargelegt, weshalb die 

Brutttogewinnmarge tiefer ausgefallen sei. Zudem wisse der Beschwerdegegner als 

intimer Aktenkenner, welche Betriebsteile wann ausgelagert worden seien. Im Weiteren 

3.3. 

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sei nicht nachvollziehbar, wie die angewandte Schätzungsmethode bzw. der Satz von 

25 % begründet werde. Der Sachverhalt sei nicht alltäglich. Er dürfe nicht einfach zu 

Lasten der Beschwerdeführerin ausgelegt werden. Der Beschwerdegegner habe alle 

notwendigen Unterlagen und Informationen für eine ordentliche Veranlagung besessen. 

Die FL-Gesellschaft habe erklärt, dass mit Ausnahme einer revidierten Jahresrechnung 

mit Vorjahreszahlen keine weiteren Unterlagen geliefert werden könnten, da dies nicht 

im Interesse der Gesellschaft bzw. der Aktionäre liege. Die Beschwerdeführerin könne 

nur das herausgeben, über was sie rechtlich verfüge. Mehr von ihr zu verlangen, sei 

Willkür. Die Fragen seien von der Beschwerdeführerin nicht "abgeblockt" worden. Der 

Beschwerdegegner habe die Tatsachen unter Weglassung von Wesentlichem für sich 

zurechtgebogen (act. G 1).

 3.4. 

Nach der Rechtsprechung sind erhöhte Beweiserfordernisse zu beachten, wenn es um 

internationale Geschäfts- und Rechtsbeziehungen geht, weil sich die Verhältnisse des 

ausländischen Leistungsempfängers der Kontrolle durch die inländischen 

Steuerbehörden entziehen. Es sind die gesamten Umstände darzulegen, die im 

konkreten Fall zur Ausrichtung von Leistungen geführt haben. Es sind die Verträge der 

jeweiligen Grundgeschäfte vorzuweisen sowie allfällige schriftliche Vereinbarungen, 

ferner die Korrespondenz mit den Leistungsempfängern und den allenfalls involvierten 

Banken. Die geschäftsmässige Begründetheit muss auch in einem solchen Fall derart 

nachgewiesen werden, dass sich die Steuerbehörde vergewissern kann, dass 

geschäftliche Gründe und nicht die engen persönlichen und wirtschaftlichen 

Beziehungen für die geldwerte Leistung ausschlaggebend waren (vgl. BGer 

2C_797/2012 vom 31. Juli 2013, E. 2.2.2 mit Hinweisen, sowie BGer 2C_201/2014 vom 

2. Dezember 2014 E. 6.2 und E. 8.2). Vorliegend ist vom Fehlen von detaillierten und 

belegten Angaben zu Aktionariat, Verwaltungsrat und Geschäftstätigkeit der FL-

Gesellschaft sowie insbesondere zur geschäftlichen Zusammenarbeit mit der 

Beschwerdeführerin auszugehen, da die Beschwerdeführerin die entsprechenden 

Angaben auch auf wiederholte Aufforderung des Beschwerdegegners (vgl. vorstehende 

E. 3.1 m.H. auf act. G 10/10 III/3 und III/9) nicht lieferte und sich im vorliegenden 

Verfahren wie dargelegt (vorstehende E. 3.3.) auf das fehlende Interesse der FL-

Gesellschaft an einer Datenbekanntgabe sowie fehlende rechtliche Voraussetzungen 

berief. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin auch 

hinsichtlich steuererhöhender Tatsachen mitwirkungspflichtig ist; dies selbst dann, 

wenn hierfür die Veranlagungsbehörde die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu 

3.4.1. 

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tragen hat (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 126 DBG). Mit Blick 

auf das Fehlen von detaillierten Angaben betreffend die rechtlichen und geschäftlichen 

Beziehungen der Beschwerdeführerin zur FL-Gesellschaft sowie gestützt auf die 

nachvollziehbar begründeten vorinstanzlichen Darlegungen erfolgte hinsichtlich der 

Honorare, welche der FL-Gesellschaft von der Beschwerdeführerin in den streitigen 

Jahren in Rechnung gestellt wurden, bereits daher zu Recht eine 

Ermessensveranlagung. Die Grundlagen der Aufrechnungen sind schlüssig belegt. Die 

Ermessensveranlagung wurde auch im Sinn von Art. 45 Abs. 3 StHG und Art. 130 Abs. 

2 DBG angedroht (act. G 10/10 III/9).

Wurde zu Recht eine Ermessensveranlagung vorgenommen, so hat der Einsprecher 

(Beschwerdeführerin) die Unrichtigkeit der Veranlagung (Art. 132 Abs. 3 DBG, Art. 180 

Abs. 2 StG) nachzuweisen; es kommt mithin zu einer Umkehr der 

Beweisführungspflicht zu Lasten des Steuerpflichtigen. Die offensichtliche Unrichtigkeit 

der Ermessensveranlagung kann vom Steuerpflichtigen auf zwei Arten nachgewiesen 

werden. Zum einen kann er den wirklichen Sachverhalt dartun und beweisen. Damit 

entfallen die Voraussetzungen einer Ermessensveranlagung, weil die

Steuerfaktoren im Rahmen einer ordentlichen Veranlagung einwandfrei ermittelt werden 

können. Zum anderen steht es dem Steuerpflichtigen auch offen zu beweisen, dass die 

Schätzung an sich offensichtlich unrichtig ist. Die Veranlagungsbehörde ist im Rahmen 

der Einsprache verpflichtet, die Höhe der Schätzung zu überprüfen (vgl. Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 67 zu Art. 132 DBG). Ob die Beschwerdeführerin im 

Einspracheverfahren die offensichtliche Unrichtigkeit der Veranlagungen tatsächlich 

nachgewiesen hat und der Beschwerdegegner zu Recht darauf eingetreten ist, kann 

offenbleiben. Vorliegend begründete die Vorinstanz das Näheverhältnis (im Sinn der 

Rechtsprechung zur verdeckten Gewinnausschüttung; vorstehende E. 2.1 zweiter 

Absatz) zwischen der Beschwerdeführerin und der FL-Gesellschaft und die 

Rechtmässigkeit der Annahme eines verdeckten Gewinntransfers im angefochtenen 

Entscheid einlässlich und überzeugend (act. G 2 S. 11 f.). Das Näheverhältnis zeigt sich 

- neben den im vorinstanzlichen Entscheid angeführten Aspekten - auch darin, dass 

E.__, F.__ und G.__ als Organe der Beschwerdeführerin in den Jahren 2013 und 2014 je 

einen Lohn von der FL-Gesellschaft bezogen (vgl. act. G 10/10 IV/10). Sodann hatte 

E.__ gegenüber dem Beschwerdegegner bereits am 4. Mai 2012 bestätigt, dass die 

Beschwerdeführerin seit 2010 bis dato sämtliche in Liechtenstein ausgeführten 

Aufträge über den Firmensitz in der Schweiz abgerechnet habe; die Niederlassung in 

Vaduz führe keine eigene Buchhaltung (act. G 10/10 V/5). Ein Näheverhältnis kann 

3.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/15

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bereits von daher nicht zweifelhaft sein. Umstände, welche es in Frage stellen könnten, 

werden von der Beschwerdeführerin nicht einmal behauptet.

Erklärungsbedarf ergab sich für Beschwerdegegner und Vorinstanz insbesondere aus 

dem Umstand, dass die Bruttogewinnmarge II von 24.8 % im Jahr 2012 auf 10 % im 

Jahr 2013 gesunken war und 2014 16.6 % betrug. Auch die Tatsache, dass der 

Personalaufwand 2013 (CHF 727'019; act. G 10/10 I/1 f.) im Vergleich zu 2012 

(CHF 622'747; act. G 10/10 I/3 f.) - trotz organisatorischer Ausgliederung von Aufgaben 

an die FL-Gesellschaft - erheblich zugenommen hatte, hätte einer nachvollziehbaren 

Erläuterung der Beschwerdeführerin bedurft. Zu Recht weist die Vorinstanz in diesem 

Zusammenhang darauf hin, dass der Inhalt mündlicher Verträge/Abmachungen - das 

Vorliegen schriftlicher Abmachungen wird von der Beschwerdeführerin verneint - von 

ihr hätte dargelegt werden können und müssen. Sodann konnte der 

Beschwerdegegner - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 3 

Ziff. 3 Absatz 3) - die Angemessenheit der Leistungsverrechnung gegenüber der FL-

Gesellschaft nicht allein anhand der Jahresrechnungen der Beschwerdeführerin 

überprüfen bzw. eine allfällig zu tiefe Leistungsverrechnung erkennen und bemessen. 

Nachdem hierfür vielmehr Details zu den von der Beschwerdeführerin gegenüber der 

FL-Gesellschaft fakturierten Leistungen und Angaben zu (mündlich getroffenen) 

vertraglichen Abmachungen notwendig gewesen wären, solche indes in den 

vorinstanzlichen (und auch im vorliegenden) Verfahren nicht bekannt gegeben und 

Beteiligungsverhältnisse nicht offengelegt wurden, helfen die von der 

Beschwerdeführerin vorgelegten konsolidierten Zahlen beider Gesellschaften (act. G 7) 

in diesem Zusammenhang augenscheinlich nicht weiter. Allein die Behauptung, dass 

die beiden Gesellschaften "unterschiedliche, unabhängige Aktionäre" hätten (act. G 1 

S. 4 Ziff. 4 am Schluss), genügt für eine Offenlegung der Beteiligungsverhältnisse nicht. 

Diese Gegebenheiten bildeten zureichenden Anlass für die Annahme eines 

Gewinntransfers von der Beschwerdeführerin zur FL-Gesellschaft in Form einer zu 

tiefen Leistungsverrechnung gegenüber der FL-Gesellschaft. Diese Annahme/

Vermutung wurde durch die - wie dargelegt mit dem Gegenbeweis belastete - 

Beschwerdeführerin in der Folge nicht ausgeräumt. Aus der Rüge, es sei keine Busse 

ausgesprochen worden, kann nichts zugunsten der Beschwerdeführerin abgeleitet 

werden.

Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 3 f.) wurde ein 

verdeckter Gewinntransfer nicht (nur) mit der wirtschaftlichen und personellen 

Verbundenheit der beiden Gesellschaften begründet, sondern vor allem mit den 

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4.  

 

Veränderungen der Bruttogewinn-Marge im Zeitverlauf, den gestiegenen 

Personalkosten (trotz behaupteter Auslagerung von Aufgaben) und der Beweislage 

hinsichtlich des Umfangs der fakturierten Leistungen und der diesbezüglich fehlenden 

Mitwirkung der Beschwerdeführerin. Damit liegt auf Seiten des Beschwerdegegners 

bzw. der Vorinstanz weder eine Verletzung der Begründungspflicht noch Willkür vor. 

Wenn sich die Beschwerdeführerin - bei bestehendem Näheverhältnis zur FL-

Gesellschaft - darauf beruft, dass die Lieferung von weiteren Unterlagen nicht im 

Interesse der FL-Gesellschaft bzw. von deren Aktionären liege (act. G 1 S. 6), so lässt 

sich als Folge davon die Beurteilung lediglich auf die vorhandene Aktenlage abstützen. 

Die Berechnungsdetails für die Zugrundelegung einer Bruttogewinnmarge von 25 % 

wurden der Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 31. Januar 2017 (vgl. act. G 10/10 I/5 

Beilage S. 2) mitgeteilt. Ausgehend von einer durchschnittlichen Bruttogewinnmarge II 

für die Jahre 2009 bis 2011 von 30 % sowie der Annahme, dass die FL-Gesellschaft 

effektiv bestimmte wirtschaftliche Funktionen ausübt, unterstellte der 

Beschwerdegegner für die CH-Gesellschaft (Beschwerdeführerin) eine 

Bruttogewinnmarge II von 25 %. Diese Pauschalisierung erscheint angesichts dessen, 

dass die Beschwerdeführerin keine Details zu den Aufgaben/Funktionen der FL-

Gesellschaft und zur Zusammenarbeit mit der Beschwerdeführerin offenlegte, 

nachvollziehbar und sachgerecht. Die Annahme eines Gewinntransfers von der 

Beschwerdeführerin zur FL-Gesellschaft sowie die auf einer Bruttogewinnmarge II von 

25 % basierenden Gewinnaufrechnungen 2013 und 2014 von CHF 161'000 und 

CHF 89'000 lassen sich dementsprechend nicht beanstanden.

Somit ist die Beschwerde unter Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids vom 

16. Dezember 2019 abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die 

amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen 

(Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine 

Entscheidgebühr von CHF 3'000 (B 2020/20: CHF 1'800; B 2020/21: CHF 1'200) 

erscheint angemessen (Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG; Art. 7 Ziff. 222 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die amtlichen Kosten werden mit den von der 

Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet.

4.1. 

Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98  VRP; Art. 145 in 

Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren, SR 172.021).

4.2. 
bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/15

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerdeverfahren B 2020/20 und B 2020/21 werden vereinigt.

2.

Die Beschwerde B 2020/20 betreffend Kantonssteuern aufgrund der 

Rechnungsabschlüsse per 31. Dezember 2013 und 2014 wird abgewiesen.

3.

Die Beschwerde B 2020/21 betreffend direkte Bundessteuer aufgrund der 

Rechnungsabschlüsse per 31. Dezember 2013 und 2014 wird abgewiesen.

4.

Die Beschwerdeführerin trägt die amtlichen Kosten von CHF 3'000 (B 2020/20: 

CHF 1'800; B 2020/21: CHF 1'200), unter Verrechnung mit den von ihr geleisteten 

Kostenvorschüssen.

5.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

 

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 13.06.2020
	Steuerrecht. Art. 58 Abs. 1 und 130 Abs. 2 DBG (SR 642.11). Art. 82 Abs. 1 lit. a und b sowie Art. 177 StG (sGS 811.1). Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid die Veranlagung der Jahresumsätze 2013 und 2014 (Honorare) der Beschwerdeführerin durch die Steuerverwaltung (Beschwerdegegner) nach pflichtgemässem Ermessen zu Recht bestätigt und diesbezüglich einen Untersuchungsnotstand bejaht habe. Mit Blick auf das Fehlen von detaillierten Angaben betreffend die rechtliche und geschäftliche Beziehung der Beschwerdeführerin zur gleichnamigen FL-Gesellschaft sei hinsichtlich der Honorare, welche der FL-Gesellschaft in den streitigen Jahren in Rechnung gestellt worden seien, die Vornahme einer Ermessensveranlagung nicht zu beanstanden. Im Weiteren seien im vorinstanzlichen Entscheid zu Recht Gewinn-Aufrechnungen für 2013 und 2014 gestützt auf die Annahme eines (verdeckten) Gewinntransfers von der Beschwerdeführerin zur FL-Gesellschaft bestätigt worden (Verwaltungsgericht, B 2020/20, B 2020/21).

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