# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cec12a0-d83e-5d25-b042-090be1403235
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 23.05.2019 B 2019/46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2019-46_2019-05-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2019/46

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 12.12.2019

Entscheiddatum: 23.05.2019

Entscheid Verwaltungsgericht, 23.05.2019
Ausländerrecht. Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Scheinehe. 
Art. 23 Abs. 1 VEP, Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG. Es liegen gewichtige Indizien für 
eine Scheinehe (kein Erlangen einer Aufenthaltsbewilligung ohne Heirat, die 
Umstände des Kennenlernens, der Altersunterschied, geringe Kenntnisse 
eines Ehegatten über den anderen, das Fehlen einer Wohngemeinschaft) 
vor. Damit besteht ein Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG. Die 
damit verbundene Wegweisung ist recht- und verhältnismässig. Abweisung 
der Beschwerde (Verwaltungsgericht, B 2019/46). Die gegen dieses Urteil 
erhobene Beschwerde ans Bundesgericht wurde mit Urteil vom 14. 
November 2019 gutgeheissen (Verfahren 2C_613/2019).

Entscheid vom 23. Mai 2019

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; 

Gerichtsschreiberin Schambeck

Verfahrensbeteiligte

X.__,

B.__,

C.__,

Beschwerdeführer,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

alle vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Virginia Demuro, Raggenbass 

Rechtsanwälte, Rheinstrasse 8, 8280 Kreuzlingen,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Widerruf der Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  

a. Der am 24. Februar 1975 geborene X.__ ist (nord)mazedonischer Staatsangehöriger 

und hielt sich im Jahr 1994 zu Erwerbszwecken illegal in der Schweiz auf. Er wurde am 

5. Oktober 1994 nach Mazedonien ausgeschafft und mit einem zweijährigen 

Einreiseverbot belegt (act. Migrationsamt von X.__ [nachfolgend: MA] 83 ff.).

b. Am 5. November 2013 heiratete X.__ die slowakische Staatsangehörige Y.__, 

geboren am 27. März 1987, in Mazedonien. Die Ehefrau reiste am 1. Oktober 2014 in 

die Schweiz ein, um einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Sie verfügt über eine 

Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit Gültigkeit bis am 19. April 2020. X.__ reiste am 

29. Juni 2015 als Tourist in die Schweiz ein und erhielt am 13. Juli 2015 im Rahmen 

des Familiennachzuges seiner Ehegattin eine bis am 12. Juli 2020 gültige 

Aufenthaltsbewilligung.

c. Aus einer früheren Beziehung hat X.__ zwei Kinder, eine Tochter namens B.__ 

(geboren 2002) und einen Sohn C.__ (geboren 2004). Die beiden Kinder reisten am 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

25. Mai 2016 als Touristen zu ihrem Vater in die Schweiz ein und erhielten am 22. Juli 

2016 im Rahmen des Familiennachzuges zum Vater eine Aufenthaltsbewilligung.

d. Die Ehegatten X./Y.__ wohnen in W.__. X.__ arbeitet seit dem 1. September 2015 bei 

der K.__ in Z.__ als Plattenleger. Im Verlaufe der Abklärungen betreffend das 

Familiennachzugsgesuch für die beiden Kinder wurde bekannt, dass die Ehefrau seit 

dem 1. Mai 2016 einer Erwerbstätigkeit in einem 50% Pensum im L.__ nachging. Sie 

arbeitete bei ihrer Schwester im Restaurant E.__ in U.__ und fuhr eigenen Angaben 

zufolge wegen der grossen Entfernung und der unregelmässigen Arbeitstage in der 

Freizeit nach W.__ zurück (act. MA 58f.). Aufgrund dieser Erkenntnisse bat das 

Migrationsamt die örtlich zuständige Polizeistation um diskrete Umfeldabklärungen, da 

der Verdacht auf eine Scheinehe bestehe. Im Bericht vom 2. März 2017 hielt die Polizei 

fest, dass der Briefkasten und die Türglocke mit dem Namen der beiden Ehepartner 

angeschrieben seien. Bei den Kontrollen seien jedoch keine Personen angetroffen 

worden. In der Folge wurden die beiden Ehepartner am 25. Juli 2017 je voneinander 

getrennt polizeilich befragt. Bei verschiedenen Fragen gaben die Ehepartner 

voneinander abweichende Antworten (so etwa bezüglich Trauung, Namen 

Schwiegereltern, Konfession, usw., act. MA 127 - 154).

e. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse und unter Würdigung der Indizien kam das 

Migrationsamt mit Schreiben vom 19. Juni 2017 zum Schluss, es liege eine Scheinehe 

vor, welche lediglich zur Umgehung der ausländerrechtlichen Vorschriften eingegangen 

worden sei. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs nahm die Rechtsvertreterin von X.__ 

mit Schreiben vom 27. Juli 2017 zu den Vorwürfen Stellung und reichte diverse Fotos 

der Trauung, von Ferienaufenthalten und aus der Freizeit ein, aufgrund derer der 

Vorwurf der Scheinehe in Abrede gestellt wurde.

B. Mit Verfügung vom 4. Januar 2018 widerrief das Migrationsamt die 

Aufenthaltsbewilligungen von X.__ und den beiden Kindern und wies alle drei an, die 

Schweiz innert 60 Tagen nach Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Zur 

Begründung führte es im Wesentlichen an, es müsse davon ausgegangen werden, 

dass X.__ und Y.__ eine Scheinehe eingegangen seien. Damit sei ein Widerrufsgrund 

gegeben. Selbst wenn das Vorliegen einer Scheinehe verneint werden müsste, würde 

sich die Berufung auf die Ehe letztlich als rechtsmissbräuchlich erweisen, weil keine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eheliche Gemeinschaft mehr vorliege. Die eheliche Gemeinschaft in der Schweiz habe 

jedenfalls keine drei Jahre angedauert, weshalb er – und die im Rahmen des 

Familiennachzugs erteilten Aufenthaltsbewilligungen der Kinder – keine Ansprüche auf 

Beibehalt der Aufenthaltsbewilligung geltend machen könne. Die Rückkehr in sein 

Heimatland sei X.__ und seinen Kindern zumutbar, zumal er sich erst seit Juni 2015 

(bzw. die Kinder seit 25. Mai 2016) in der Schweiz aufhalten würden. Den grössten Teil 

seines Lebens hätten er wie auch die beiden Kinder im Heimatland verbracht und er 

pflege mit der dort ansässigen Familie weiterhin intensive Kontakte. Den gegen die 

abschlägige Verfügung von X.__ und den beiden Kindern erhobenen Rekurs wies das 

Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 11. Februar 2019 ab.

C. X.__ und seine Kinder (Beschwerdeführer) reichten am 27. Februar 2019 vertreten 

durch ihre Rechtsvertreterin Beschwerde gegen den Entscheid des Sicherheits- und 

Justizdepartements (Vorinstanz) beim Verwaltungsgericht ein mit dem Rechtsbegehren, 

der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und vom Widerruf der 

Aufenthaltsbewilligungen sei abzusehen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 25. März 2019 die Abweisung 

der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen 

Entscheids.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die 

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.  Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerde 

wurde mit Eingabe vom 27. Februar 2019 rechtzeitig erhoben und erfüllt formal wie 

inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und 

Art. 48 Abs. 1 VRP). Als gesetzlicher Vertreter (vgl. Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches; SR 210, ZGB) ist der Beschwerdeführer zur Ergreifung des 

Rechtsmittels auch im Namen der beiden Kinder befugt (vgl. B 2017/247 vom 

25. Juni 2018, www.gerichte.sg.ch). Sowohl der Beschwerdeführer selbst als auch die 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beiden Kinder sind Adressaten des angefochtenen Entscheids und ist damit als im 

Rekursverfahren Unterlegene zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2.  Mit der am 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Revision des (vormaligen) 

Ausländergesetzes (Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer; AuG), 

welches neu Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration (AIG, SR 142.20) heisst, erfuhr das Gesetz einige – für die vorliegende 

Streitsache indes nicht massgebende – Anpassungen. Art. 126 Abs. 1 AIG bestimmt, 

dass auf Gesuche, die vor dem Inkrafttreten des AIG eingereicht worden sind, das 

bisherige Recht anwendbar bleibt. Das Verfahren richtet sich demgegenüber nach dem 

neuen Recht (Art. 126 Abs. 2 AIG). Da die Überprüfung der Scheinehe im Rahmen des 

Gesuchs um Familiennachzug der Kinder vom 27. Mai 2016 zu diesem Zeitpunkt 

startete, ist die Angelegenheit nach dem bis zum 31. Dezember 2018 geltenden 

Ausländergesetz (AuG) in der Fassung vom 1. Oktober 2015 zu beurteilen.

3.  Die Vorinstanz stützt sich im Wesentlichen auf die Befragungsprotokolle der 

Ehegatten vom 25. April 2017 (act. MA 126 ff.) und die daraus gewonnenen 

Erkenntnisse und gewichtigen Indizien. Der Beschwerdeführer behauptet, dass diese 

Protokolle nicht verwertet werden dürfen, weil die falschen Angaben der Ehepartner auf 

Zwang und Druck während der Befragung beruhen würden. Die Polizei habe die beiden 

Ehepartner als beschuldigte Personen einvernommen, obwohl kein Strafverfahren 

gegen sie hängig gewesen sei. Trotz Hinweis des Migrationsamtes habe die 

Kantonspolizei sie auf das Aussageverweigerungsrecht hingewiesen und nicht 

angemerkt, dass die Befragung im Auftrag des Migrationsamtes durchgeführt werde. 

Darin sei eine rechtswidrige Beweisbeschaffung zu erblicken, weshalb die Protokolle 

denn auch nicht verwertet werden dürften. Dies umso weniger, als der 

Beschwerdeführer zwar auf einen Dolmetscher verzichtet habe, jedoch nicht sehr gut 

deutsch spreche und Mühe habe, Sachverhalte im Detail wiederzugeben. Des Weiteren 

habe er das Protokoll weder durchgelesen noch visiert.

3.1.  Vorab ist demnach zu klären, ob das Befragungsprotokoll vom 25. April 2017 

verwertet werden darf. Im Verwaltungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. 

Grundsätzlich muss die Migrationsbehörde das Vorliegen einer Scheinehe nachweisen. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dazu hat sie den Sachverhalt von Amtes wegen möglichst zuverlässig abzuklären. Der 

Untersuchungsgrundsatz wird indes durch die Mitwirkungspflichten der Parteien 

relativiert (vgl. Art. 90 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und 

über die Integration, SR 142.20, AuG, in der ab 1. Januar 2019 gültigen Fassung). 

Diese kommen naturgemäss bei Tatsachen zum Tragen, die eine Partei besser kennt 

als die Behörden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem 

Aufwand erhoben werden können (BGer 2C_981/2017 vom 18. Februar 2019 E. 3.1, 

2C_292/2017 vom 8. März 2018 E. 4.2).  Die Mitwirkungspflicht gemäss Art. 90 AuG 

verpflichtet die betroffenen Ausländerinnen und Ausländer an der Feststellung des für 

die Anwendung des Ausländergesetzes massgebenden Sachverhalts mitzuwirken, 

wobei sie insbesondere zutreffende und vollständige Angaben über die für die 

Regelung des Aufenthalts wesentlichen Tatsachen machen müssen (lit. a). Nach 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt daher dem strafprozessualen 

Schweigerecht im Verwaltungsverfahren in aller Regel keine direkte Bedeutung zu. Eine 

Ausnahme besteht lediglich dann, wenn bei den Sachverhaltsermittlungen im 

Verwaltungsverfahren Zwang oder Druck ausgeübt wird und die Möglichkeit besteht, 

die auf diesem Wege gewonnenen Informationen in einem laufenden Strafprozess 

gegen dieselbe Person zu verwenden. Die Mitwirkungspflicht gemäss Art. 90 AuG stellt 

in aller Regel daher keinen Zwang oder Druck dar (BGer 2C_595/2017 vom 13. April 

2018 E. 4, 2C_118/2017 vom 18. August 2017 E. 3.3). Die Parteibefragungen sowie die 

Anhörungen der Partner oder von Bekannten sind rechtsprechungsgemäss ein 

taugliches und sachdienliches Beweismittel für die Abklärung eines Verdachts auf eine 

Scheinehe (BGer 2C_868/2015 vom 27. Januar 2016 E. 3.5.1).

3.2.  Weil hinreichend Indizien für die Möglichkeit des Vorliegens einer Scheinehe 

ersichtlich waren, war das Migrationsamt im Zuge der notwendigen 

Sachverhaltsermittlung und Beweismittelerhebung nach Art. 12 Abs. 1 VRP befugt, die 

Stadtpolizei W.__ mit einer Befragung der Ehepartner zu beauftragen. Obwohl das 

Migrationsamt die Stadtpolizei im Schreiben vom 30. März 2017 darauf aufmerksam 

gemacht hatte, dass der Hinweis betreffend Aussageverweigerungsrecht im 

Verwaltungsverfahren nicht notwendig sei, wurden anlässlich der Befragung sowohl 

der Beschwerdeführer als auch seine Ehefrau auf das Aussageverweigerungsrecht 

hingewiesen (act. MA 126 und 141). Daraus kann der Beschwerdeführer indes nichts 

zugunsten seiner Anliegen ableiten. Aufgrund der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AuG 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

waren sowohl er als auch seine Ehegattin verpflichtet, wahrheitsgetreue Angaben zu 

machen. Weder aus dem Protokoll noch aus den Ausführungen des 

Beschwerdeführers in der Beschwerdeschrift ergeben sich Hinweise, dass während der 

Befragung auf die Befragten Zwang oder Druck ausgeübt wurde. Ebenso wenig ist 

ersichtlich, dass der Beschwerdeführer und die Ehegattin angehalten worden sein 

könnten, sich gegenseitig zu belasten. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs des 

Beschwerdeführers ist, nachdem ihm unbestrittenermassen die Möglichkeit gegeben 

wurde, das Befragungsprotokoll durchzulesen und dazu Stellung zu nehmen, nicht 

ersichtlich. Entgegen seiner Darstellung im Beschwerdeverfahren las er das Protokoll 

auch durch. Jedenfalls versah das Protokoll mit einer Anmerkung bei der Frage 5 und 

bestätigte dieses auch unterschriftlich. Im Übrigen konnte er in seinem Schreiben vom 

27. Juli 2017 zu den Protokollen Stellung nehmen. Auf einen Übersetzer verzichtete der 

Beschwerdeführer freiwillig. Dem Protokoll ist auch nichts zu entnehmen, das den 

Schluss zuliesse, er hätte der Befragung nicht folgen können. Vielmehr beantwortete er 

jede Frage. Bei dieser Sachlage steht fest, dass das Migrationsamt die Beweismittel in 

rechtlich zulässiger Art und Weise, mithin nicht rechtswidrig erhob und daher denn 

auch darauf abstellen durfte.

4.   

4.1.  Gemäss Art. 3 Abs. 1 Anhang I des Abkommens zwischen der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren 

Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA) haben die 

Familienangehörigen einer Person, die Staatsangehörige einer Vertragspartei ist und 

ein Aufenthaltsrecht hat, das Recht, bei ihr Wohnung zu nehmen. Es handelt sich dabei 

um ein abgeleitetes Aufenthaltsrecht des Ehegatten, das dazu bestimmt ist, durch 

Ermöglichung des gemeinsamen Familienlebens die Wirksamkeit der Freizügigkeit der 

EU-Angehörigen sicherzustellen und das nur so lange dauert, als das originäre 

Aufenthaltsrecht des EU-Angehörigen besteht (BGE 144 II 1 E. 3.1, BGE 139 II 393 E. 

2.1). Der Beschwerdeführer erlangte seine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des 

Familiennachzuges aufgrund seiner Ehe mit einer EU-Staatsangehörigen und dem 

damit verbunden Recht, bei ihr Wohnung zu nehmen. Gestützt auf das 

Freizügigkeitsrecht hat er grundsätzlich einen Anspruch auf die Bewilligung unter dem 

Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Die beiden Kinder des Beschwerdeführers erhielten 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_873%2F2013&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-393%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page393

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ihre Aufenthaltsbewilligungen wiederum gestützt auf das (abgeleitete) Aufenthaltsrecht 

des Vaters.

4.2.  Die Bewilligungsvoraussetzungen entfallen bei der rechtsmissbräuchlichen 

Berufung auf eine inhaltsleere (Schein-)Ehe. Diesfalls entfällt der Zweck, zu welchem 

das (abgeleitete) Aufenthaltsrecht erteilt wurde, weshalb gestützt auf Art. 23 Abs. 1 der 

Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs (SR 142.203, VEP) und 

Art. Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden kann, da das 

Freizügigkeitsabkommen diesbezüglich keine eigenen abweichenden Bestimmungen 

enthält (vgl. Art. 2 Abs. 2 AuG). Nach Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG liegt ein Widerrufsgrund 

vor, wenn der Ausländer im Bewilligungsverfahren falsche Angaben macht oder 

wesentliche Tatsachen verschwiegen hat. Falsche Angaben oder Verschweigen 

wesentlicher Tatsachen im Sinne von Art. 62 lit. a AuG liegen insbesondere dann vor, 

wenn die Behörde über den fehlenden Willen zur Aufnahme einer tatsächlichen 

ehelichen Lebensgemeinschaft getäuscht wird (Schein- oder Ausländerrechtsehe, BGE 

135 II 1 E. 4.2, BGer 2C_403/2018 vom 19. Februar 2019 E. 3, 2C_1012/2017 vom 

28. Mai 2018 E. 2.2).  

4.3.  Eine Scheinehe liegt nicht bereits dann vor, wenn auch ausländerrechtliche Motive 

den Eheschluss beeinflusst haben. Erforderlich ist vielmehr, dass der Wille zur Führung 

der Lebensgemeinschaft im Sinne einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, 

körperlichen und spirituellen Verbindung zumindest bei einem der Ehepartner fehlt 

(BGer 2C_1077/2017 vom 8. Januar 2019 E. 4.1, 2C_292/2017 vom 8. März 2018 

E. 4.2). Ob eine Scheinehe geschlossen wurde bzw. ob die Ehe bloss formell besteht, 

entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und ist nur durch Indizien zu erstellen 

(BGE 130 II 113 E. 10.2 und 10.3 mit Hinweisen). Solche Indizien können äussere 

Gegebenheiten, aber auch innere, psychische Vorgänge betreffen (Wille der 

Ehegatten). Zu diesen Indizien zählen namentlich folgende Umstände: Die Tatsache, 

dass die nachzuziehende Person von einer Wegweisung bedroht ist oder ohne Heirat 

keine Aufenthaltsbewilligung erlangen kann; das Vorliegen eines erheblichen 

Altersunterschieds zwischen den Ehegatten; die Umstände des Kennenlernens und der 

Beziehung, so etwa eine kurze Bekanntschaft vor der Heirat oder geringe Kenntnisse 

eines Ehegatten über den anderen; die Vereinbarung einer Bezahlung für die Heirat; die 

Tatsache, dass die Ehegatten nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben (BGer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2C_782/2018 vom 21. Januar 2019 E. 3.2.2, 2C_279/2017 vom 25. September 2017 E. 

3.1). Dass eine Scheinehe vorliegt, darf dabei nicht leichthin angenommen werden, 

insbesondere wenn auf der Basis von Indizien auf eine Scheinehe geschlossen wird. 

Letztere müssen klar und konkret sein (BGer 2C_981/2017 vom 18. Februar 2019 E. 

3.1, und 2C_292/2017 vom 8. März 2018 E. 4.2).  

4.4.  Im Lichte der geschilderten Rechtsprechung betrachtet, lassen sich in der 

vorliegend zu beurteilenden Streitsache unter verschiedenen Aspekten gewichtige 

Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe (kein Erlangen einer Aufenthaltsbewilligung 

ohne Heirat; die Umstände des Kennenlernens; der Altersunterschied; geringe 

Kenntnisse eines Ehegatten über den anderen; das Fehlen einer Wohngemeinschaft) 

erblicken. So ist vorliegend offensichtlich, dass sich der ausländerrechtliche Status des 

Beschwerdeführers aufgrund der Heirat mit einer EU-Staatsbürgerin erheblich 

verbessert hat, weil es ihm als (nord)mazedonischer Staatsangehöriger nicht ohne 

weiteres möglich gewesen wäre, eigenständig eine Aufenthaltsbewilligung für die 

Schweiz zu erhalten (keine abweichende Sicht des Beschwerdeführers: 

Beschwerdeschrift Ziff. 41). In Bezug auf die Umstände des Kennenlernens ist mit der 

Vorinstanz davon auszugehen, dass erwartet werden darf, dass den Ehepartnern ihr 

erstes Treffen gut in Erinnerung bleibt. Die diesbezüglich gemachten Angaben der 

Ehepartner sind aber weitgehend detailarm und divergierend (keine Namen der 

besuchten Lokale, divergierende Aussagen betreffend die Drittperson, act. MA 129, 

Fragen 23 - 26, act. 144 Fragen 29 - 42). Hinzu kommt, dass beide Ehegatten im Jahr 

des Kennenlernens noch in langjährigen Beziehungen standen bzw. sich gerade 

getrennt haben mussten (act. MA 127, Frage 4 an die Frau: sechs Jahre Beziehung von 

2007 bis 2012; act. 142, Frage 6 an den Mann: Er lebte zehn bis elf Jahre mit einer Frau 

zusammen, war aber nicht verheiratet; act. 145 Frage 45: Zeitpunkt der Verlobung: Er 

war fast ein Jahr von seiner ehemaligen Freundin getrennt). Der Beschwerdeführer ist 

sodann zwölf Jahre älter als die Ehegattin. Im Zeitpunkt des Kennenlernens im Jahr 

2012 war der Beschwerdeführer 37 Jahre alt und hatte bereits zwei Kinder (Jahrgang 

2002 und 2004). Die Ehegattin war demgegenüber erst 25-jährig und stand damit an 

einem anderen Lebenspunkt als der Beschwerdeführer. Bemerkenswert ist, dass 

sowohl der Beschwerdeführer trotz über zehnjähriger Beziehung mit der Mutter seiner 

zwei Kinder als auch seine heutige Partnerin nach sechsjähriger Beziehung mit ihrem 

damaligen Partner nicht verheiratet waren. Wohingegen sich die beiden bereits relativ 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

kurz nach dem Kennenlernen, nach gut einem Jahr, zur Heirat entschlossen. Auffallend 

ist ferner, dass die Aussagen der Eheleute über ihre Hochzeit nicht übereinstimmen. 

Dies mutet insofern seltsam an, als der Tag der Hochzeit normalerweise eine grosse 

Bedeutung in einer Beziehung hat und entsprechend auch in nachhaltiger Erinnerung 

bleibt. Nicht nachvollziehbar ist, weshalb sich die von den Eheleuten gemachten 

Angaben bezüglich Kleidung, Ort und Anwesende an den Feierlichkeiten, Geschenke 

sowie die Ringe derart wesentlich unterscheiden (act. MA 131, Fragen 50 – 58, act. 145 

Fragen 53 – 66). Sodann vermitteln auch die weiteren von den Ehegatten gemachten 

Angaben über die Ausbildung, das Vorleben und die Interessen des Partners den 

Eindruck, dass sie nach fünfjähriger Beziehung (Zeitpunkt Befragung 25. April 2017, 

Kennenlernen Juli 2012) bestenfalls nur sehr allgemeine und sehr bescheidene 

Kenntnisse voneinander haben. So sticht beispielsweise hervor, dass die Ehefrau den 

Jahrgang ihres Mannes nicht kannte und auch nicht wusste, dass er vorgängig nicht 

verheiratet war (act. MA 133, Frage 71 und 73). Der Beschwerdeführer seinerseits gab 

etwa an, seine Ehefrau gehe einmal im Monat zur Kirche; wohingegen sie sich als nicht 

religiös bezeichnete und den monatlichen Kirchgang auch mit keinem Wort erwähnte 

(act. MA 151, Frage 126). Beide Ehepartner wussten sodann über die Verwandtschaft 

des anderen sehr wenig und nur rudimentär Bescheid. Letzteres erscheint vor allem 

beim Beschwerdeführer bereits daher äusserst merkwürdig, weil er eigenen Angaben 

zur Folge vor seiner Einreise in die Schweiz fast zwei Jahre bei der Familie seiner 

Ehefrau in der Slowakei gelebt haben will, aber nicht einmal den Namen der Mutter 

seiner Partnerin angeben konnte (act. MA 133, Frage 65, act. 147 Frage 74). Die 

Ehepartnerin wiederum gab an, der Beschwerdeführer habe lediglich einen Bruder; 

demgegenüber hat er zwei Schwestern und einen Bruder. Die Namen der Eltern und 

des Bruders ihres Mannes kannte sie nicht, obwohl sie bei Besuchen in 

(Nord)Mazedonien im Haus der Schwiegereltern wohnte (act. MA 133, Frage 65, act. 

146, Frage 71). Sodann bestehen aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse auch 

erhebliche Zweifel am Leben in der Wohngemeinschaft. Unbestritten ist, dass sich die 

Ehegattin mindestens unter der Woche im L.__ aufhielt, um dort einer Erwerbstätigkeit 

im Restaurant ihrer Schwester nachzugehen. In zeitlicher Hinsicht fällt dabei auf, dass 

der Beschwerdeführer Ende Juni 2015 in die Schweiz einreiste und die Ehegattin 

bereits am 1. Mai 2016 die unbefristete Stelle im L.__ antrat. Gemäss den Angaben der 

Ehegatten war diese Erwerbstätigkeit zwar nur als vorübergehende Lösung gedacht. Im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ergebnis dauerte sie schliesslich nun doch fast zwei Jahre, nachdem sie im Februar 

2018, erst nach Erlass der abschlägigen Verfügung des Migrationsamtes vom 4. Januar 

2018, beendet wurde. Als Grund für die relativ rasche Heirat nach gut einem Jahr 

Beziehung gaben die Ehepartner unter anderem an, dass sie endlich zusammenleben 

wollten (act. MA 130, Frage 31, act. 145, Frage 45). Nach dem Kennenlernen hätten sie 

zwischen Wien und Mazedonien hin- und herpendeln müssen, um sich zu sehen. Nach 

der Heirat wollten sie dann zusammenleben. Entgegen diesem verständlichen Ansinnen 

lebten die Ehepartner indes zufolge der auswärtigen Arbeit der Ehegattin aber während 

weiteren fast zwei Jahren freiwillig voneinander getrennt. Dass der Beschwerdeführer 

allenfalls Anstrengungen tätigte, einen Job im L.__ zu suchen, damit das gemeinsame 

Eheleben gelebt werden könnte, ist nicht ersichtlich und wurde auch nicht dargetan. 

Vielmehr führten die Ehepartner gar getrennte Konten, bezahlten ihre Krankenkassen 

und sonstige Ausgaben getrennt und wussten auch über die Einkommensverhältnisse 

ihres Partners nicht Bescheid (act. MA 134, Fragen 84, 94, 95, act. 149 Fragen 90, 102, 

103). Auch bei den Angaben bezüglich der Freizeitaktivitäten variierten die Aussagen 

der Ehepartner: die Ehegattin bezeichnet Fernsehen als gemeinsames Hobby, 

wohingegen laut Beschwerdeführer sie kein gemeinsames Hobby hätten (act. MA 136, 

Frage 106, act. 150 Frage 113). Der Beschwerdeführer behauptete, dass sie am 

Wochenende etwas mit den Kindern unternehmen und/oder Bekannte oder die Familie 

besuchen würden (act. MA 150 Frage 115). Diesbezüglich gab die Ehefrau an, dass sie 

eigentlich keine gemeinsamen Bekannten hätten. Mit einem würden sie ab und zu 

gemeinsam einen Kaffee trinken gehen (act. MA 136, Frage 100). Über die beiden 

Kinder des Beschwerdeführers konnte sie praktisch keine Angaben machen. Sie weiss 

weder welche Schule sie besuchen, noch in welche Klasse sie gehen oder was für 

Hobbies sie ausüben (act. MA 135f., Fragen 98 und 99). Auch wenn gemäss Angaben 

der Ehegattin eine Abmachung bezüglich der alleinigen Verantwortung des 

Beschwerdeführers für seine Kinder bestehen mag, scheint die Ehegattin trotz des 

Zusammenlebens in einer Patchworkfamilie ein sehr geringes Interesse am Leben der 

Kinder ihres Partners zu haben. Auffallend ist auch, dass die gemachten Angaben 

betreffend die letzten Ferien nicht übereinstimmen (act. MA 137 Frage 110 an die Frau: 

waren vom 7.-12.4. in der Slowakei, act. MA 150, Frage 100 an den Mann: 7.4. nach 

Mazedonien, 13.4. in die Slowakei). Insgesamt kann aufgrund der äusserst dürftigen 

Kenntnisse über den Partner, dem gezeigten geringen Interesse am Leben des anderen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sowie der - zumindest unter der Woche - räumlichen aber auch der finanziellen 

Trennung (getrennte Konten, jeder bezahlt seine Ausgaben selbst) vorliegend nicht 

mehr von einer hinreichenden gemeinsamen Basis für ein Eheleben ausgegangen 

werden. Zur Führung einer Lebensgemeinschaft bedarf es einer auf Dauer angelegten 

wirtschaftlichen, körperlichen und spirituellen Verbindung, an welcher es vorliegend 

überwiegend fehlt.

4.5.  Der Beschwerdeführer versucht im Wesentlichen den vorinstanzlichen Schluss auf 

das Vorliegen einer Scheinehe insofern in Frage zu stellen, als er für jedes einzelne der 

angeführten Indizien einen alternativen Schluss präsentiert. Durchaus zutreffend ist, 

dass Ehepartner nicht alles voneinander wissen müssen bzw. dass gewisse 

Einzelheiten aus dem Leben des Partners nicht immer genau wiedergegeben werden 

können. Dies vermag ihm indes bei der oben skizzierten Sachlage nicht zu helfen. 

Selbst wenn sich einzelne Indizien isoliert betrachtet durchaus im Sinne des 

Beschwerdeführers noch umdeuten liessen, so lässt deren Gesamtbetrachtung die 

gestützt darauf getroffene Annahme einer Scheinehe ohne weiteres zu. Auf jeden Fall 

ist der gezogene Schluss einer Scheinehe nicht als willkürlich anzusehen. Letzteres 

umso weniger, als vom Beschwerdeführer im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht 

erwartet werden kann und muss, dass er konkrete Umstände vorbringt, die den echten 

Ehewillen nachweisen (vgl. BGer 2C_1077/2017 vom 8. Januar 2019 E. 4.1). Mit der 

Vorinstanz ist davon auszugehen, dass den geltend gemachten Chatnachrichten und 

den ins Recht gelegten Fotos in diesem Zusammenhang nur wenig Beweiswert 

einzuräumen ist. So etwa bereits daher, weil die Fotos undatiert sind, obwohl dies 

sowohl bei Smartphones als auch Digitalkameras durchaus Standard ist. Auch durch 

die Chatnachrichten vermag der Beschwerdeführer lediglich aufzuzeigen, dass die 

Ehegatten über die elektronischen Kommunikationsmittel in Kontakt standen. Diese 

Nachrichten wurden in unregelmässigen Zeitabständen (Zeitraum März 2016 bis April 

2017) ausgetauscht und beinhalten eher oberflächliche, allgemein gehaltene - und mit 

Blick auf den behaupteten Ehewillen – bereits daher nicht aussagekräftige 

Unterhaltungen. Angesichts der räumlichen Trennung, welche zumindest unter der 

Woche arbeitsbedingt war, und dem behaupteten Willen, nach der Eheschliessung 

zusammenzuleben, wäre zu erwarten gewesen, dass ein intensiverer Austausch 

stattfindet und aufgezeigt werden kann. Die vom Beschwerdeführer angebotene 

Befragung der Nachbarn kann unterbleiben, da unbestritten ist, dass die Ehegattin sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unter der Woche im L.__ aufhielt und seit Februar 2018 wieder in der gemeinsamen 

Wohnung lebt. Auch von einer Befragung weiterer aus dem Umfeld des 

Beschwerdeführers stammender Personen kann abgesehen werden, zumal damit die 

Widersprüche in den Befragungsprotokollen vom 25. April 2017 nicht ausgeräumt 

werden können. Im Übrigen darf auf die Abnahme an sich tauglicher Beweise 

verzichtet werden, wenn das Gericht auf Grund der bereits abgenommenen Beweise 

seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener 

Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere 

Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGer 2C_868/2015 vom 27. Januar 2016 

E. 3.5.1). Dem Beschwerdeführer gelingt es jedenfalls damit nicht, die zahlreichen 

Indizien (äusserst bescheidene gegenseitige Kenntnisse; zahlreiche Widersprüche in 

den Befragungen; räumliche und finanzielle Trennung), welche letztlich für das 

Vorliegen einer Scheinehe sprechen, zu widerlegen oder zumindest ernsthaft in Frage 

zu stellen. Rechtsprechungsgemäss müssten nach einer mehr als fünfjährigen 

Partnerschaft wesentliche Unterlagen vorhanden sein, welche einen echten 

Partnerschaftswillen dokumentieren können (BGer 2C_1127/ 2014 vom 2. Juli 2015 

E. 5.2). Solches ist vorliegend indes nicht der Fall. Der Beschwerdeführer hat 

stattdessen einzig einige nicht aussagekräftige Chatnachrichten sowie eine geringe 

Anzahl undatierter Fotos vorgelegt. Auch im Beschwerdeverfahren hat er sich 

weitgehend darauf beschränkt, die ihm entgegen gehaltenen Indizien zu relativieren, 

und unsubstantiiert zu bestreiten, dass daraus das Bestehen einer Scheinehe 

abgeleitet werden könne (vgl. BGer 2C_868/2015 vom 27. Januar 2016 E. 3.5.1). Bei 

dieser Sachlage ging die Vorinstanz zu Recht vom Vorliegen einer Scheinehe aus, 

welche in erster Linie zum Ziel hatte, dem Beschwerdeführer ein Anwesenheitsrecht in 

der Schweiz zu verschaffen und ihm (gestützt darauf auch) den Familiennachzug seiner 

beiden Kinder zu ermöglichen. Das Vorliegen des Widerrufsgrundes nach Art. 62 Abs. 1 

lit. a AuG wurde daher denn auch zu Recht bejaht.

5.   

5.1.  Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes führt noch nicht zwingend zum Widerruf 

einer Aufenthaltsbewilligung. Soweit kein gesetzlicher oder völkerrechtlicher 

Bewilligungsanspruch besteht, liegt die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung indes 

im Ermessen der Behörde (vgl. P. Bolzli, Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N 4 zu Art. 33 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

AuG). Die zuständigen Behörden haben bei der Ermessensausübung die öffentlichen 

Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration der 

Ausländerinnen und Ausländer zu berücksichtigen (Art. 96 Abs. 1 AuG). In die 

Ermessensausübung der Vorinstanzen wird vom Verwaltungsgericht nicht eingegriffen, 

solange diese nicht mit Rechtsfehlern behaftet ist (vgl. Art. 61 Abs. 1 VRP; Cavelti/

Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 739 ff., 

VerwGE B 2015/45 vom 19. Juli 2016 E. 6.1, B 2016/131 vom 16. Januar 2018 E. 3.6, 

www.gerichte.sg.ch).

5.2.  Der Beschwerdeführer reiste im Juni 2015 im Alter von 40 Jahren in die Schweiz 

ein und hält sich somit seit nunmehr fast vier Jahren ununterbrochen in der Schweiz 

auf. Seine mehrjährige Anwesenheit beruhte angesichts der Scheinehe im 

Wesentlichen auf einer Täuschung der Behörden. Eine besonders starke Integration in 

der Schweiz fand nicht statt. Er arbeitet zwar seit dem 1. September 2015 als 

Plattenleger. Seine sozialen Kontakte beschränken sich vorwiegend auf zwei hier 

lebende Cousins. Über weitere vertiefte soziale Kontakte scheint er nicht zu verfügen 

und solche werden von ihm auch nicht geltend gemacht. Sprachlich kann er ebenso 

nicht als weitergehend integriert gelten; jedenfalls gibt er selbst an, dass er nicht so gut 

deutsch spreche. Den grössten Teil seines Lebens und insbesondere die prägenden 

Kindheits- und Jugendjahre wie auch einen grossen Teil seines Erwachsenenlebens hat 

er in seinem Herkunftsland verbracht. Er besuchte dort die Schule, absolvierte die 

Berufsschule in einer Textilschule, führte ein kleines Restaurant und arbeitete als 

Plattenleger. Er hält seine Beziehungen zum Heimatstaat, wo u.a. seine Eltern und 

seine Geschwister leben, mit regelmässigen Besuchen und wöchentlichen Telefonaten 

von der Schweiz aus aufrecht. Bei einer Rückkehr kann er von einem intakten sozialen 

Netz profitieren, zumal er mit den dortigen Verhältnissen, der Sprache und der 

Mentalität noch bestens vertraut ist. Es ist ihm bereits daher ohne weiteres zuzumuten, 

in sein Heimatland zurückzukehren und dort eine neue Existenz aufzubauen. 

Spezifische Gründe, die einer Rückkehr entgegenstehen würden, bringt der 

Beschwerdeführer keine vor, und es sind auch keine solchen aufgrund der Akten 

ersichtlich. Seine finanzielle Unabhängigkeit und seine straf- und betreibungsrechtliche 

Unbescholtenheit in der Schweiz sind zwar durchaus zugunsten des 

Beschwerdeführers zu werten. Rechtsprechungsgemäss besteht jedoch ein 

erhebliches öffentliches Interesse an einem Widerruf von Aufenthaltsbewilligungen, die 

http://www.gerichte.sg.ch/

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auf einer Scheinehe beruhen (BGer 2C_1077/2017 vom 8. Januar 2019 E. 5.3). Das 

Wohlverhalten des Beschwerdeführers vermag daher das öffentliche Interesse an der 

Fernhaltung nicht aufzuwiegen. Auch die übrigen Vorbringen des Beschwerdeführers 

vermögen keinen wichtigen persönlichen Grund darzustellen, welcher einen weiteren 

Verbleib in der Schweiz rechtfertigen würde. Insgesamt betrachtet erweist sich der 

Widerruf der (abgeleiteten) Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und die 

damit verbundene Wegweisung als recht- und verhältnismässig.

6.   

6.1.  Zu prüfen bleiben damit noch der Widerruf der (abgeleiteten) 

Aufenthaltsbewilligungen der beiden (unmündigen) Kinder des Beschwerdeführers. 

Diesbezüglich ist vorweg festzuhalten, dass das unmündige Kind grundsätzlich schon 

aus familienrechtlichen Gründen (Art. 25 Abs. 1 und Art. 301 Abs. 3 ZGB; BGE 133 III 

505 E. 3.3 S. 306 ff.) das ausländerrechtliche Schicksal des sorge- bzw. 

obhutsberechtigten Elternteils teilt und gegebenenfalls mit diesem das Land zu 

verlassen hat, wenn der Elternteil keine Bewilligung (mehr) hat (BGE 143 I 21 E. 5.4, 

139 II 393 E. 4.2.3, Urteil 2C_154/2016 vom 3. Oktober 2016 E. 3.3). Ist dem Kind die 

Ausreise zumutbar (was grundsätzlich zu bejahen ist, wenn es sich in einem 

anpassungsfähigen Alter befindet), liegt kein Eingriff in das durch Art. 8 EMRK 

geschützte Recht auf Familienleben vor (BGE 135 I 153 E. 2.1 S. 155; 122 II 289 E. 3c 

S. 298; Urteil 2C_656/2011 vom 8. Mai 2012 E. 3.2).

Die beiden unmündigen Kinder (Jahrgang 2002 und 2004) teilen das 

ausländerrechtliche Schicksal des Beschwerdeführers. Sie reisten erst im Mai 2016 im 

Rahmen des Familiennachzugs zu ihrem Vater in die Schweiz ein. Bei diesem kurzen 

Aufenthalt in der Schweiz können die Kinder noch keine vertiefteren Beziehungen zur 

Schweiz aufweisen und seitens der Beschwerdeführer wird auch nichts vorgebracht, 

was einen anderen Schluss nahelegen würde. Insbesondere bringen sie dazu auch 

keinerlei Beweismittel vor. Hält man sich vor Augen, dass sie den weitaus grösseren 

Teil ihres Lebens, ihrer Kinder- und Jugendjahre und insbesondere auch die Zeit ihrer 

Schulbildung in ihrem Heimatland verbrachten, mit der dortigen Sprache und den 

Gegebenheiten bestens vertraut sind, wie auch dass sie durch regelmässige 

Ferienbesuche im Heimatland mit diesem verbunden geblieben sind, erhellt, dass ihnen 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_154%2F2016&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-497%3Ade&number_of_ranks=0#page505
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_154%2F2016&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-497%3Ade&number_of_ranks=0#page505
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_154%2F2016&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-393%3Ade&number_of_ranks=0#page393
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_154%2F2016&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-393%3Ade&number_of_ranks=0#page393
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_154%2F2016&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-153%3Ade&number_of_ranks=0#page153
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_154%2F2016&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-289%3Ade&number_of_ranks=0#page289

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die Ausreise zusammen mit ihrem Vater ohne weiteres zumutbar ist. Rechtlich 

relevante Gründe aufgrund derer ihr weiterer Verbleib in der Schweiz geboten wäre, 

sind keine ersichtlich.

Die Beschwerde erweist sich damit als vollständig unbegründet und ist abzuweisen.

7.  (…).

(…).

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2‘000 bezahlen die 

Beschwerdeführer unter Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher 

Höhe.

3.  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

Der Abteilungspräsident                                Die Gerichtsschreiberin

Zürn                                                               Schambeck

 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht, 23.05.2019
	Ausländerrecht. Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Scheinehe. Art. 23 Abs. 1 VEP, Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG. Es liegen gewichtige Indizien für eine Scheinehe (kein Erlangen einer Aufenthaltsbewilligung ohne Heirat, die Umstände des Kennenlernens, der Altersunterschied, geringe Kenntnisse eines Ehegatten über den anderen, das Fehlen einer Wohngemeinschaft) vor. Damit besteht ein Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG. Die damit verbundene Wegweisung ist recht- und verhältnismässig. Abweisung der Beschwerde (Verwaltungsgericht, B 2019/46). Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde ans Bundesgericht wurde mit Urteil vom 14. November 2019 gutgeheissen (Verfahren 2C_613/2019).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T04:59:59+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen