# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38ec3e95-3a0d-5f90-81a3-14484596e895
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-01
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 01.06.2017 725 17 47 / 139
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-17-47---139_2017-06-01.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 1. Juni 2017 (725 17 47 / 139) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Natürlicher Kausalzusammenhang verneint, weil der Unfall nur Gelegenheits- bzw. Zu-

fallsursache war. 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Margit Campell 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 GENERALI Allgemeine Versicherungen AG, Generaldirektion, 
Departement Leistungen / Rechtsdienst, Avenue Perdtemps 23, 
1260 Nyon 1, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A.1 Die 1966 geborene A.____ arbeitet als Sekretärin bei der B.____ und ist aufgrund die-
ses Anstellungsverhältnisses bei der GENERALI Allgemeine Versicherungen AG (Versiche-
rung) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versi-
chert. Gemäss Bagatellunfallmeldung der Arbeitgeberin vom 30. Mai 2016 erlitt die Versicherte 
am 20. Mai 2016 einen Unfall, indem ihr Sohn ihr auf dem Sofa unbeabsichtigt auf die linke 
Hand gesessen sei. Danach habe sie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen des Dau-

 

 
 
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mens verspürt. Das noch am Unfalltag aufgesuchte Spital C.____ hielt im Bericht vom 8. Juli 
2016 fest, dass ein Extensionsdefizit des linken Daumens vorliege. Gleichzeitig schloss es eine 
Fraktur oder eine Luxation aus. Die vorläufige Diagnose lautete auf Ruptur der Extensor-
pollicis-langus-Sehne Dig 1 links. Die Versicherte wurde sodann dem Spital D.____ überwie-
sen, wo sie am 21. Mai 2016 operiert wurde. Dabei wurde eine EIP auf EPL-Transfer links vor-
genommen. Gemäss Arztzeugnis vom 21. Mai 2016 war A.____ bis zum 27. Mai 2016 zu 100% 
und danach zu 50% krankgeschrieben. 
 
A.2 Nachdem sich der Gesundheitszustand der Versicherten in den folgenden Monaten trotz 
intensiver medizinischer Betreuung nicht wesentlich verbesserte und sie weiterhin keine volle 
Arbeitsfähigkeit aufwies, ersuchte die Versicherung ihren beratenden Arzt Dr. med. E.____, 
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, um eine Beurtei-
lung. Am 14. Oktober 2016 führte er im Wesentlichen aus, dass das von der Versicherten ge-
schilderte Ereignis nicht geeignet sei, bei einer gesunden EPL-Sehne eine Ruptur zu verursa-
chen. Gestützt auf diese Angaben des Vertrauensarztes teilte die Versicherung A.____ am 
20. November 2016 mit, dass sie keine gesetzlichen Leistungen für das Ereignis vom 20. Mai 
2016 erbringen werde. Mit Verfügung vom 23. November 2016 lehnte sie den Leistungsan-
spruch von A.____ mangels natürlichen Kausalzusammenhangs ab. Daran hielt sie auch auf 
Einsprache der Versicherten hin mit Entscheid vom 11. Januar 2017 fest. 
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ am 9. Februar 2016 Beschwerde beim Kantons-
gericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte sinngemäss, dass 
der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 11. Januar 2017 aufzuheben und diese 
zu verpflichten sei, für die Folgen des Unfalls vom 20. Mai 2016 die gesetzlichen Versiche-
rungsleistungen zu erbringen. 
 
C. Am 24. März 2016 ging die Beschwerdeantwort der Versicherung ein. Sie beantragte 
unter Hinweis auf die Ausführungen im Einspracheentscheid vom 11. Januar 2017 die Abwei-
sung der Beschwerde.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g  
 
1.1 Auf die frist- und formgerecht beim örtlich wie sachlich zuständigen Gericht erhobene 
Beschwerde der Versicherten vom 9. Februar 2017 ist einzutreten.  
 
1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1984 
sowie der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 in Kraft ge-
treten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten 
Bestimmungen ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro-
chen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (vgl. Übergangsbestimmung in Art. 118 Abs. 
1 UVG). So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend auf das bisherige 
Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird.  

 

 
 
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2. Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Übernahme der im Zusam-
menhang mit dem Ereignis vom 20. Mai 2016 entstandenen Kosten (Taggel-
der/Heilbehandlung) zu Recht abgelehnt hat. Unbestritten ist hingegen, dass das Ereignis vom 
20. Mai 2016 als Unfall im Rechtssinne zu qualifizieren ist (Art. 4 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) und es sich bei 
der dabei zugezogenen Verletzung um eine unfallähnliche Körperschädigung (UKS) im Sinne 
von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV handelt. 
 
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsun-
fähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit-
ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, 
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG 
gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfal-
les zu mindestens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten 
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver-
sicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die 
Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 
 
3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt - unter anderem - vo-
raus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, 
Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang be-
steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen-
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-
treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal-
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache ge-
sundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 
Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, 
das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetre-
tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen ei-
nem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusam-
menhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung 
oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin-
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leis-
tungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 

 

 
 
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3.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 
manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natür-
liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch 
und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der 
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 
ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo si-
ne), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinwei-
sen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahin-
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 
dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglich-
keit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es 
sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als 
bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - 
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; 
RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). 
Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfall-
fremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den 
negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versi-
cherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursa-
chen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen 
sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 
 
3.4.1 Nach der Rechtsprechung gehören zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG massgeben-
den Ursachen auch Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchti-
gung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine schadenauslösende traumatische Einwir-
kung wirkt also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne 
das versicherte Ereignis später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des 
Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war. Anders verhält es sich, wenn der 
Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen 
Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des 
Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen (Urteil des 
Bundesgerichts vom 7. Juli 2016, 8C_337/2016, E. 4.1.1 mit Hinweis auf SVR 2012 UV Nr. 8 S. 
27, 8C_380/2011, E. 4.2.1; ANDREAS TRAUB, Natürlicher Kausalzusammenhang zwischen 
Unfall und Gesundheitsschädigung bei konkurrierender pathogener Einwirkung: Abgrenzung 
der wesentlichen Teilursache von einer anspruchshindernden Gelegenheits- oder Zufallsursa-
che, in: SZS 2009 S. 479).  
 
3.4.2 Einem Ereignis kommt nach dem Gesagten der Charakter einer anspruchsbegründen-
den Teilursache zu, wenn das aus der potentiellen pathogenen Gesamtursache resultierende 
Risiko zuvor nicht dermassen gegenwärtig war, dass der auslösende Faktor gleichsam beliebig 

 

 
 
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und austauschbar erschiene. Dagegen entspricht die unfallbedingte Einwirkung - bei erstelltem 
Auslösezusammenhang - einer (anspruchshindernden) Gelegenheits- oder Zufallsursache, 
wenn sie auf einen derart labilen, prekären Vorzustand trifft, dass jederzeit mit einem Eintritt der 
(organischen) Schädigung zu rechnen gewesen wäre, sei es aus eigener Dynamik der patho-
genen Schadensanlage oder wegen Ansprechens auf einen beliebigen anderen Zufallsanlass. 
Wenn ein alltäglicher alternativer Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Ge-
sundheitsschädigung hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kausal signifikantes 
Ereignis, sondern als austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungspflicht des obli-
gatorischen Unfallversicherers (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2016, 8C_337/2016, 
E. 4.1.2 mit Hinweis auf SVR 2012 UV Nr. 8 S. 27, 8C_380/2011, E. 4.2.2.). 
 
4.1 Die rechtsanwendende Behörde ist zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der 
Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürli-
cher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin - regelmässig auf Unterlagen angewiesen, 
die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat diese 
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. 
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 
Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem 
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es 
bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei-
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit 
der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach 
alleine ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger nicht schon auf man-
gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be-
richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie 
sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer 
Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7).  
 

 

 
 
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5.1 Für die Beurteilung der strittigen Fragen sind vorliegend im Wesentlichen folgende ärzt-
liche Berichte zu berücksichtigen: 
 
5.2 Gemäss der Unfallmeldung des Spitals C.____ vom 30. Mai 2016/8. Juli 2016 hat sich 
die Beschwerdeführerin am 20. Mai 2016 eine Ruptur der Extensor-pollicis-longus-Sehne Dig. 1 
links zugezogen als sich ihr Sohn auf ihre linke Hand gesetzt habe. Danach habe sie Schmer-
zen und eine Bewegungseinschränkung am linken Daumen verspürt.  
 
5.3 Am 21. Mai 2016 wurde die Beschwerdeführerin im Spital D.____ operiert. Im gleichen-
tags erstellten Operationsbericht diagnostizierte Dr. med. F.____ eine degenerative EPL-
Ruptur, wahrscheinlich Strecksehnenzone VII, ausgelöst durch Minimaltrauma, möglicherweise 
im Zusammenhang mit der vorbestehenden Rhizarthrose und STT-Arthrose mit Synovialitis, 
differentialdiagnostisch: rheumatologische Genese. Betreffend die Operationsindikation wurde 
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin plötzlich an einer Streckunfähigkeit gelitten habe, 
nachdem ihr Sohn ihr unbeabsichtigt auf dem Sofa den Daumen bzw. die Hand belastet habe. 
Danach sei ein Geräusch des Reissens zu hören gewesen, aber es hätten keine wesentlichen 
Schmerzen bestanden. Aufgrund der im Spital C.____ erstellten Röntgenbilder würden sich 
eine fortgeschrittene Rhizarthrose, die vor 10 Jahren diagnostiziert worden sei, sowie zusätzlich 
eine STT-Arthrose zeigen. Eine rheumatologische Genese sei nicht bekannt. Die Beschwerde-
führerin würde belastungsabhängige und Ruheschmerzen sowie unterschiedliche Schwellungs-
zustände über dem CMC I-Gelenk beschreiben. Die Indikation für die Operation sei deshalb 
gegeben. Es sei mit ihr im Vorfeld besprochen worden, dass der Grund für die Operation kein 
traumatischer, sondern eine wahrscheinlich degenerative Veränderung der Sehne sei. Im Wei-
teren ist dem Operationsbericht zu entnehmen, dass die EPL-Sehne deutlich degenerativ ver-
ändert sei. Auf der einen Seite sei sie verlängert sowie stark verdünnt und habe noch zu 10% in 
der Tiefe gehalten.  
 
5.4 Im Arztzeugnis vom 25. Juli 2016 verneinte das Spital D.____ zuhanden der Beschwer-
degegnerin einen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 20. Mai 2016 und den 
weiterhin geltend gemachten Beschwerden. 
 
5.5 Dr. E.____ hielt in seinem Bericht vom 14. Oktober 2016 fest, dass das Ereignis nicht 
geeignet sei, eine gesunde EPL-Sehnenruptur zu verursachen. Intraoperativ seien ausgeprägte 
degenerative Veränderungen der Sehne gefunden worden, verursacht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit durch eine vorbestehende Rhizarthrose und eine STT-Arthrose. Von den 
behandelnden Handchirurgen werde geäussert, dass die Sehnenruptur degenerativ und nicht 
traumatisch verursacht worden sei. Aus diesem Grund verneinte Dr. E.____ auch das Vorliegen 
einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von Art. 9 lit. 2 f. UVV. 
 
5.6 Der Sprechstundenbericht des Spitals D.____ vom 24. November 2016 nennt als Diag-
nosen ein beginnendes CRPS der linken Hand bei Status nach EIP auf EPL-Transfer links am 
21. Mai 2016 bei degenerativer EPL-Ruptur, wahrscheinlich Strecksehnenzone VII, ausgelöst 
durch ein Trauma, möglicherweise im Zusammenhang mit der vorbestehenden Rhizarthrose 
und STT-Arthrose mit Synovialitis. Differentialdiagnostisch wurden eine rheumatologische Ge-

 

 
 
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nese, eine Rhizarthrose sowie eine STT-Arthrose links genannt. Dem Befund ist zu entnehmen, 
dass die linke Hand ein unauffälliges Hautkolorid und keine vermehrte Schweissigkeit aufweise. 
Die Trophik habe sich komplett normalisiert. Nach erfolgter Infiltration zeige sich nun eine deut-
liche Verbesserung der Beschwerdesituation sowohl betreffend die Beweglichkeit als auch be-
züglich der Beschwerdelinderung. Die Beschwerdeführerin habe im Rahmen der Sprechstunde 
zudem angegeben, dass die Unfallversicherung nicht bereit sei, die Kosten zu übernehmen. 
Dazu führte Dr. F.____ aus, es sei sowohl initial wie auch im Operationsbericht erwähnt wor-
den, dass vorliegend in dem Sinne ein Trauma vorliege, als sich der Sohn der Beschwerdefüh-
rerin auf ihre linke Hand gesetzt und sie in diesem Zusammenhang ein Geräusch des Reissens 
gehört habe. Degenerative Veränderungen auf Höhe des Handgelenkes, die zu einer EPL-
Ruptur führen würden, seien jedoch nicht bekannt.  
 
6.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrem Einspracheentscheid vom 11. Januar 2017 
auf die Ausführungen von Dr. E.____ vom 14. Oktober 2016. Sie kommt dabei zum Schluss, 
dass sie keine Leistungen schulde, weil die Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 20. Mai 
2016 und dem eingetretenen Schaden zu verneinen sei. Dieser Auffassung ist letztlich zu fol-
gen. Zunächst ist aber festzustellen, dass Dr. E.____ als Vertrauensarzt ein verwaltungsinterner 
Arzt ist. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seines 
Berichts, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 
E. 4.4, je mit Hinweisen). Solche Zweifel sind vorliegend nicht von der Hand zu weisen. Dr. 
E.____ führt zunächst aus, dass das Ereignis vom 20. Mai 2016 nicht geeignet sei, eine Ruptur 
einer gesunden EPL-Sehne zu verursachen. Im Widerspruch dazu stand aufgrund der Berichte 
des Spitals D.____ jedoch unbestritten fest, dass die EPL-Sehne der linken Hand der Be-
schwerdeführerin degenerative Veränderungen in Form einer Rhizartrose und einer SST-
Arthrose aufwies und daher nicht als gesund bezeichnet werden konnte. Bereits aufgrund die-
ser Ungereimtheiten bestehen geringe Zweifel an der Beweistauglichkeit des vertrauensärztli-
chen Berichts, weshalb weitere Abklärungen vorzunehmen wären (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2 
und 135 V 465 E. 4.4 i.f.). Darauf kann aber insbesondere mit Blick auf den Operationsbericht 
des Spitals D.____ vom 21. Mai 2016 verzichtet werden. Dieser erfüllt ohne weiteres die bun-
desgerichtlichen Vorgaben an die Verwertbarkeit medizinischer Unterlagen. Die Darlegungen 
sind nachvollziehbar, widerspruchsfrei und leuchten sowohl in Bezug auf die medizinische Situ-
ation wie auch betreffend die daraus gezogenen Schlüsse ein. Es wird deutlich, dass die Ursa-
che für die EPL-Ruptur mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht der Unfall vom 20. Mai 2016 
war, sondern der bereits bestehende degenerative Zustand der Sehne in Form einer fortge-
schrittenen Rhizarthrose und einer STT-Arthrose. Dementsprechend wurde die Beschwerdefüh-
rerin bereits im Vorfeld darüber aufgeklärt, dass die Operation nicht aus traumatischen Grün-
den, sondern aufgrund dieser deutlichen degenerativen Veränderungen der Sehne notwendig 
sei. Während des Eingriffs zeigte sich denn auch deutlich eine stark verdünnte EPL-Sehne, die 
nur noch zu 10% in der Tiefe hielt. Aus diesem Grund kommt dem Unfall vom 20. Mai 2017 
nicht der Charakter einer anspruchsbegründenden Teilursache zu. Vielmehr stellt er bei diesem 
labilen und schwerwiegenden Vorzustand der EPL-Sehne mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit lediglich eine Gelegenheits- oder Zufallsursache dar, die keine Leistungspflicht des obliga-
torischen Unfallversicherers verursacht (vgl. vorstehend E. 3.4.2). Dies entspricht auch den An-

 

 
 
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gaben im Bericht des Spitals D.____ vom 25. Juli 2016, wonach kein Kausalzusammenhang 
bestehe zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Gesundheitsschaden.  
 
6.2.1 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, ist nicht geeignet, diese Beurteilung in Frage zu 
stellen. Sie beruft sich in ihrer Beschwerde zunächst im Wesentlichen darauf, dass die geklag-
ten Beschwerden auf den Unfall vom 20. Mai 2017 zurückzuführen seien, da sie vor diesem 
Zeitpunkt keinerlei Beschwerden im linken Daumen gehabt habe. Diese Aussage läuft im Er-
gebnis jedoch auf die Beweisformel "post hoc ergo propter hoc" hinaus, wonach eine gesund-
heitliche Schädigung bereits deshalb als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem 
aufgetreten ist (vgl. BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb). Eine solche Beweiswürdigung erweist sich im 
unfallversicherungsrechtlichen Bereich aber nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung als un-
zureichend (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 2010, 8C_309/2010). Daran än-
dert der Hinweis der Beschwerdeführerin auf den Sprechstundenbericht des Spitals D.____ 
vom 24. November 2016 nichts. Diesem ist zwar zu entnehmen, dass es am 20. Mai 2016 zu 
einem Trauma gekommen ist. Dabei ist zu beachten, dass sich der medizinische Begriff des 
Traumas nicht mit dem Unfallbegriff deckt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar 2013, 
8C_909/2012, E. 4.3 mit Hinweis auf in BGE 130 V 380 nicht publ. E. 1 des Urteils U 199/03 
vom 10. Mai 2004; RKUV 2003 Nr. U 485 S. 253, U 307/01 E. 5; RKUV 1996 Nr. U 253 S. 199 
E. 4b). Der Bericht wurde zudem erst verfasst, nachdem die Beschwerdeführerin der behan-
delnden Ärztin mitgeteilt hat, dass die Unfallversicherung die Kosten für das Ereignis vom 
20. Mai 2016 nicht übernehme. Dabei ist zu beachten, dass Dr. F.____ im Operationsbericht 
vom 21. Mai 2016 die Ursache der Ruptur unmissverständlich als degenerativ bezeichnete. 
Wenn sie nunmehr im Bericht vom 24. November 2016 unbegründet festhält, dass degenerative 
Veränderungen auf Höhe des Handgelenkes, die zu einer EPL-Ruptur führen würden, nicht 
bekannt seien, widerspricht sie ihren eigenen Angaben in den echtzeitlichen Unterlagen, wes-
halb darauf nicht abgestellt werden kann. 
 
6.2.2 Auch aus der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin das Ereignis zunächst als Unfall 
behandelt hat, kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Aufgrund der 
Schilderungen in der Schadenmeldung der Arbeitgeberin vom 30. Mai 2016 war die Beschwer-
degegnerin verpflichtet, die Angelegenheit zunächst als Unfall an Hand zu nehmen. In der Fol-
ge klärte sie den rechtserheblichen Sachverhalt ab (vgl. Art. 43 Abs. ATSG). Dabei stellte sie 
fest, dass zwischen dem Unfall vom 20. Mai 2017 und den angegebenen Beschwerden kein 
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Da die Anspruchsvoraussetzungen unter diesen 
Umständen nicht erfüllt waren (vgl. oben. E. 3.2), durfte die Beschwerdegegnerin ihre Leis-
tungspflicht ablehnen (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1).  
 
6.3 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin nicht verpflich-
tet ist, die gesetzlichen Leistungen für das Ereignis vom 20. Mai 2016 zu erbringen. Der ange-
fochtene Einspracheentscheid vom 11. Januar 2017 erweist sich daher als rechtens, weshalb 
die Beschwerde abzuweisen ist. 
 

 

 
 
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7. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Ge-
richt für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine 
Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.  
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht