# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0873774b-78c5-5047-9f30-900ab4a23d47
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.04.2013 UV 2012/41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-41_2013-04-22.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/41

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 22.04.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 22.04.2013
Art. 6 UVG. Art. 11 UVV. Art. 37 Abs. 4 ATSG. Neuanmeldung von Unfallfolgen 
im Rahmen einer Rückfallmeldung nach vorangegangener rechtskräftiger 
Ablehnung weiterer Geldleistungen (Taggeld, Rente). Unentgeltliche 
Verbeiständung im Einsprache- und Beschwerdeverfahren (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 22. April 2013, UV 
2012/41).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 22. April 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherungsleistungen (Taggelder, IV-Rente)

Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ war bei der B.___ AG seit 11. März 1985 als angelernter Anschläger für 

Schiebe- sowie Spezialtüren tätig und dadurch bei der Suva unfallversichert. Am 29. 

Juli 2003 zog er sich während den Betriebsferien eine Schnittverletzung an der linken 

Mittelhand zu (UV-act. 1, 4). Die Suva anerkannte ihrer Leistungspflicht. Nach ärztlichen 

Behandlungen und Abklärungen stellte sie die Taggeldleistungen mit Verfügung vom 

27. Januar 2005 per 31. Januar 2005 ein. Da dem Versicherten die Möglichkeit zur 

Verfügung stehe, eine seinem Leiden angepasste Tätigkeit ohne Lohneinbusse 

auszuführen, seien die Voraussetzungen für die Ausrichtung weiterer Geldleistungen 

(Taggeld, Rente) nicht erfüllt. Gemäss kreisärztlicher Beurteilung könne der Anspruch 

auf Ausrichtung einer Integritätsentschädigung erst später geprüft werden (UV-act. 55). 

Diese Verfügung wurde im anschliessenden Einspracheverfahren (Entscheid vom 11. 

Juli 2005; UV-act. 79) und im Beschwerdeverfahren (Entscheid des st. gallischen 

Versicherungsgerichts vom 28. Februar 2006, UV 2005/77; UV-act. 83) bestätigt. Mit 

Verfügung vom 16. Oktober 2006 sprach die Suva dem Versicherten eine 

Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 15% zu (UV-act. 

91). Diese Verfügung bestätigte sie mit Einspracheentscheid vom 1. Juni 2007 (UV-act. 

112).

A.b Am 14. September 2009 reichte die Arbeitslosenversicherung der Suva für den 

Versicherten eine Schadenmeldung (Rückfall) ein (UV-act. 121), nachdem der Ver­

sicherte seit Juni 2009 im Kantonsspital St. Gallen untersucht und behandelt worden 

war (UV-act. 121a, 131). Die Suva erbrachte Versicherungsleistungen und stellte diese 

mit Schreiben vom 5. Dezember 2009 wieder ein mit dem Hinweis, dass von weiteren 

Therapien keine wesentliche Verbesserung der Situation zu erwarten sei (UV-act. 137). 

Anlässlich einer erneuten Konsultation im Kantonsspital St. Gallen am 17. Dezember 

2009 klagte der Versicherte über eine zunehmende Hyposensibilität an den Fingern II 

und IV der linken Hand (UV-act. 138). In der Verfügung vom 17. Januar 2012 hielt die 

Suva fest, dass sich (seit Frühling 2008) im Vergleich zur kreisärztlichen Abschluss­

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

untersuchung vom 9. Oktober 2006 keine Verschlechterung ergeben habe, womit auch 

weiterhin von einer vollen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit für die bei Fallabschluss 

vorhandene Schontätigkeit bestehe. Es seien daher keine weiteren Geldleistungen 

(Taggelder, Integritätsentschädigung, Rentenleistungen) geschuldet (UV-act. 170). Die 

gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur. D. Ehrenzeller, Teufen, für den Ver­

sicherten erhobene Einsprache (UV-act. 171) wies die Suva mit Einspracheentscheid 

vom 19. März 2012 ab (UV-act. 174).

B.   

B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Ehrenzeller für den Ver­

sicherten mit Eingabe vom 4. Mai 2012 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid 

sei aufzuheben, und dem Beschwerdeführer seien spätestens ab August 2009 die 

gesetzlichen Leistungen zu erbringen (Taggelder, eventualiter UVG-Invalidenrente in 

der Höhe von mindestens 50%; die bisherige Integritätsentschädigung von 15% sei auf 

35% zu erhöhen). Eventualiter sei der Einspracheentscheid aufzuheben und eine 

neutrale Begutachtung anzuordnen. Insbesondere sei auch Ziff. 3 der Verfügung 

(Einspracheentscheid) vom 19. März 2012 aufzuheben und die unentgeltliche 

Verbeiständung im Anhörungs- und Einspracheverfahren zu gewähren. Für das 

Beschwerdeverfahren sei die unentgeltliche Verbeiständung ebenfalls zu gewähren. Zur 

Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, ein Einkommensvergleich, 

wie er in einem vergleichbaren Fall (Unbrauchbarkeit einer Hand; Urteil des 

Bundesgerichts vom 22. November 2007, U 499/06) zur Rentenzusprechung geführt 

habe, sei vorliegend nicht angestellt worden. Der Integritätsschaden sei mit dem 

Verlust einer Hand (40%) gleichzusetzen. Dr. med. J.___, Facharzt FMH für Neurologie 

und für Psychiatrie und Psychotherapie, sei erst im November 2010 aufgrund der sich 

weiter verschlechternden Situation eingeschaltet worden, nachdem zuvor eigentliche 

neurologische Fachabklärungen unterblieben seien. Von Anfang an sei eine neutrale 

Abklärung an einer handchirurgischen Abteilung unter Beizug eines Neurologen 

verlangt worden. Hierauf sei die Beschwerdegegnerin nicht eingegangen, weshalb 

zusätzlich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. der Abklärungspflicht geltend 

gemacht werde. Ein Rückfall liege zweifellos vor, z.B. ab dem Frühling 2008, wo 

erstmals ein CRPS diagnostiziert worden sei. Dies gehe einher mit der zunehmenden 

Hypersensibilität der linken Hand, wodurch die medizinische und erwerbliche Situation 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht mehr vergleichbar gewesen sei mit dem Zustand während des ersten 

Einspracheverfahrens. Der Kreisarzt habe seine Einschätzung (UV-act. 166) nicht auf 

objektivierbare medizinische Sachverhalte abgestützt, sondern sich mit 

Äusserlichkeiten beschäftigt, welche belanglos seien. Dass der Beschwerdeführer 

seine Jacke und auch sonst die Kleidung angeblich ohne sichtbare Probleme habe 

ablegen können, erstaune nach sieben Jahren Übung nicht besonders. Es handle sich 

um fixe Bewegungsmuster, welche einem eingespielten Schmerz-Vermeidungsmuster 

folgen würden. Mit der Arbeitsfähigkeit habe dies nichts zu tun. Die gesundheitliche 

Verschlechterung könne von der Beschwerdegegnerin gar nicht rechtsgenüglich 

bestritten werden, weil keine diesbezüglichen Abklärungen getroffen worden seien. Die 

Aussagen von Prof. Dr. med. C.___, Kantonsspital St. Gallen, würden eine relevante 

Beschwerdeverstärkung gegenüber den früheren ärztlichen Feststellungen belegen. 

Heute lägen klare Belege für insbesondere neurologische Probleme vor, welche 

deckungsgleich seien mit den Unfallfolgen, und zu einer praktischen Einarmigkeit 

führen würden. Es könne sodann nicht behauptet werden, die Ausführungen in der 

Einsprache seien als aussichtslos einzustufen. Die unentgeltliche Verbeiständung im 

Einspracheverfahren und auch im vorgängigen Verwaltungsverfahren sei daher zu 

gewähren.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Zur 

Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Einspracheentscheid 

und führte unter anderem aus, nach Lage der Akten könne in keinem Zeitpunkt von 

einer Verschlechterung des Gesundheitszustands die Rede sein. Dieser sei vielmehr 

seit dem ablehnenden Rentenbescheid der Beschwerdegegnerin von Anfang 2005 

unverändert und stabil geblieben. Da anspruchsbegründende Tatsachen zur 

Diskussion stehenden würden, trage der Beschwerdeführer die Folgen der 

Beweislosigkeit. Weitere medizinische Abklärungen würden sich erübrigen. Den 

kreisärztlichen Ausführungen (UV-act. 166) komme volle Beweiskraft zu. Ob die 

Diagnose eines CRPS (Complex Regional Pain Syndrome) auf das Beschwerdebild des 

Beschwerdeführers zutreffe, sei nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erstellt. Ein solches werde lediglich verdachtsweise angenommen 

bzw. für möglich gehalten (UV-act. 117, 161, 166.1). Ohne Verschlechterung des 

Gesundheitszustands könne weder eine Revision des Rentenentscheids noch ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erneuter Anspruch auf Taggeld oder eine Erhöhung der Integritätsentschädigung zur 

Diskussion stehen.

B.c Mit Replik vom 20. September 2012 bestätigte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers seine Anträge und Ausführungen (act. G 12). In der Duplik vom 8. 

Oktober 2012 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest (act. G 14).

B.d Auf das Schreiben des Versicherungsgerichts vom 15. Februar 2013 (act. G 16) 

reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 18. Februar 2013 eine Kopie 

seines Schreibens an die Beschwerdegegnerin vom 19. August 2010 ein (act. G 17). 

Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 28. Februar 2013 Stellung und 

hielt unter anderem fest, dass auf den Antrag betreffend die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren nicht eingetreten werden könne (act. G 

19).

Erwägungen:

1.

Streitig ist vorliegend, ob sich seit der am 27. Januar 2005 verfügten und mit 

Einspracheentscheid vom 11. Juli 2005 sowie Entscheid des Versicherungsgerichts 

vom 28. Februar 2006 (UV 2005/77) bestätigten Einstellung der Taggeldleistungen ohne 

Rentenzusprechung bzw. nach der am 16. Oktober 2006 verfügten und mit 

Einspracheentscheid vom 1. Juni 2007 bestätigten Zusprechung einer 

Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 15% beim 

Beschwerdeführer eine Verschlechterung des Gesundheitszustands an der linken Hand 

ergeben hat. Ändern sich die tatsächlichen Verhältnisse nach einem verfügten 

Fallabschluss (ohne Rentenzusprache), entfällt zwar die Möglichkeit einer 

Rentenrevision gemäss Art. 17 ATSG (früher: Art. 22 Abs. 1 UVG), weil sich diese 

Bestimmung auf die Revision laufender Renten bezieht. Eine Anpassung an geänderte 

unfallkausale Verhältnisse kann im Unfallversicherungsrecht aber dadurch bewirkt 

werden, dass ein Rückfall oder Spätfolgen des seinerzeit rechtskräftig beurteilten 

Unfallereignisses geltend gemacht werden (Urteil des Bundesgerichts [bis 31. 

Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG]) vom 24. Juni 2002, U 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

109/01, E. 4b mit Hinweis auf RKUV 1994 Nr. U 189 S. 139). Die Beschwerdegegnerin 

legte im angefochtenen Einspracheentscheid (E. 1) die rechtlichen Voraussetzungen 

der Leistungspflicht bei Rückfällen/Spätfolgen zutreffend dar; hierauf ist zu verweisen.

2.  

2.1  Im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen, Klinik für Orthopädische Chirurgie, vom 

1. Juli 2004, wurden beim Beschwerdeführer ein chronisches Schmerzsyndrom der 

linken Hand bei Status nach komplexer Handverletzung sowie Status nach 

Ringbandrekonstruktion von Mittel- und Ringfinger und Rekonstruktion der radialen 

Fingernerven vom 17. Februar 2004 bestätigt. Bezüglich der Schmerzen sei 

chirurgischerseits keine Besserung zu erwarten. Eine Schmerztherapie werde für 

sinnvoll gehalten. Aus chirurgischer Sicht bestünden keine Bedenken, dass der 

Beschwerdeführer die linke Hand zumindest teilweise zur Arbeit einsetze (UV-act. 42). 

Am 31. August 2004 bestätigten die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie, dass 

keine Operationsindikation bestehe und die Behandlung abgeschlossen werden könne 

(UV-act. 47). Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, berichtete am 10. 

September 2004, dass seines Erachtens ein ausgesprochenes Rentenbegehren des 

Patienten vorliege. Es seien jedoch primär berufliche Massnahmen angezeigt (UV-act. 

49). Vom 13. Oktober bis zum 24. November 2004 hielt sich der Beschwerdeführer in 

der Rehaklinik E.___ auf. Ab dem 25. November 2004 wurde ihm für eine ganztägige 

leichte Arbeit, initial mit vermehrten Pausen von 40 Minuten pro Tag, eine volle 

Arbeitsfähigkeit attestiert. Obwohl die funktionellen Einbussen an der linken Hand 

erheblich seien, sei aber doch mehr Restfunktionalität möglich, als er zeige. Den durch 

die Klinik organisierten Arbeitsversuch zur Anpassung und Angewöhnung habe der 

Beschwerdeführer nicht wahrnehmen wollen. Bei absolut fehlender Motivation und 

Verantwortungsbereitschaft werde eine Kündigung von Seiten des Arbeitgebers nicht 

zu vermeiden sein (UV-act. 50, 51). Am 26. Januar 2005 teilte der Arzt der Rehaklinik 

E.___ ergänzend mit, nach ca. 4 Wochen könne davon ausgegangen werden, dass 

keine zusätzlichen Pausen mehr nötig seien (UV-act. 54). Einen zumutbaren 

Arbeitsplatz bei der bisherigen Arbeitgeberin lehnte der Beschwerdeführer in der Folge 

ab (UV-act. 66, 67). Am 29. April 2005 kündigte er das Arbeitsverhältnis (UV-act. 71). 

Kreisarzt Dr. med. F.___, Facharzt FMH für Chirurgie, hielt im Bericht der ärztlichen 

Abschlussuntersuchung vom 9. Oktober 2006 unter anderem fest, subjektiv habe sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Zustand an der linken Hand nicht verbessert, aber auch nicht wesentlich 

verschlechtert. Objektiv würden sich reizfreie Narben mit einer mässiggradigen 

Bewegungseinschränkung im Bereich der Langfinger II-IV sowie fortgesetzter 

Überempfindlichkeit mit elektrisierenden Schmerzangaben zeigen. Die Kraftentfaltung 

der linken Hand sei deutlicher eingeschränkt, insbesondere für den Faustschluss. Auch 

würden sich fortgesetzt trophische Störungen im Bereich der Langfinger II-IV zeigen. 

Es sei von einem Dauerzustand auszugehen. Weitere ärztliche Behandlungen seien 

derzeit nicht notwendig. Das Rückfallrecht bleibe vorbehalten (UV-act. 89). Den 

Integritätsschaden schätzte der Arzt gleichentags auf 15%. Nach Tabelle 3 werde der 

Verlust der Finger (Mittel- und Endglieder) II bis IV mit 15% eingestuft. In Analogie 

entspreche im vorliegenden Fall der funktionelle Verlust diesem Zustand (UV-act. 90). 

Am 10. Januar 2007 hielt Dr. F.___ ergänzend fest, ein Fingerverlust liege beim 

Beschwerdeführer anatomisch nicht vor. Er habe gewisse Funktionseinschränkungen 

im Bereich der Finger II bis IV. Die Finger seien jedoch in ihrer Funktion nicht abhanden 

gekommen. Somit sei die Einschätzung mit 15% schon sehr grosszügig ausgelegt. Sie 

resultiere vor allem daraus, dass die Sensibilitätsstörungen im Bereich der Hohlhand 

hier als erschwerend mit eingerechnet worden seien, welche für sich allein die 

Erheblichkeitsgrenze nicht erreichen würden (UV-act. 106).

2.2  Dr. med. G.___, Facharzt für Anästhesie, berichtete am 5. März 2008 über die 

Behandlung des Beschwerdeführers, welcher ihm zur Schmerztherapie bei CRPS 

(Complex Regional Pain Syndrome) zugewiesen worden war (UV-act. 117). Im Bericht 

vom 9. Mai 2008 hielt Dr. med. H.___, FMH für Chirurgie, unter anderem fest, die 

Beschwerden seien mehr oder weniger die ähnlichen, wie sie bereits im November 

2004 von der Rehaklinik E.___ beschrieben worden seien. Die dort aktuellen Probleme 

mit Hyperpathie sowie Bewegungseinschränkung, Kälteempfindlichkeit etc. könnten 

unter dem Titel CRPS (Sudeck) subsumiert werden. Dies sei bereits im August 2004 im 

Kantonsspital St. Gallen beschrieben worden. Da aus handchirurgischer Sicht keine 

Optimierungsmöglichkeit bestehe, habe er den Beschwerdeführer dem 

Schmerztherapeuten Dr. G.___ vorgestellt. Nach seiner Beurteilung vom 5. März 2008 

bestünden die ganze Zeit starke Schmerzen. Dieser Befund sei typisch für ein CRPS. 

Aufgrund der Anamnese und der Verletzungen müsse von einem CRPS Typ II 

ausgegangen werden. Für jede Arbeit mit Belastung der linken Hand, welcher Art auch 

immer, sei keine Arbeitsfähigkeit gegeben. Eine Arbeitsfähigkeit für die Hand nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

belastende Arbeiten müsse im Rahmen einer Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit eruiert werden. Eine Arbeitsfähigkeit sei seines Erachtens aufgrund 

der Fähigkeiten des Beschwerdeführers nicht gegeben. Der Beschwerdeführer stehe 

seit Februar 2008 wegen CRPS der linken Hand bei ihm in Behandlung. Die Rehaklinik 

Belllikon habe im Bericht vom 23. November 2004 die entscheidende Diagnose des 

CRPS nicht gestellt. Somit sei ihre weitere Schlussfolgerung als nicht relevant zu 

betrachten. Aufgrund der Akten seit August 2004 und seinem Befund vom Februar 

2008 gehe er von einem stabilen Zustand aus. Eine Verbesserung sei nicht aufgetreten 

(UV-act. 152). Nachdem die Beschwerdegegnerin hierfür für drei Monate 

Kostengutsprache geleistet hatte (UV-act. 119), brach der Beschwerdeführer die 

Behandlung im Juli 2008 ab (UV-act. 120). Prof. C.___ hielt im Bericht vom 23. Juni 

2009 unter anderem fest, die Möglichkeiten einer erneuten operativen Therapie an der 

linken Hand seien sehr eingeschränkt. Mit dem Patienten sei die Neurolyse im Bereich 

der Hohlhand besprochen worden, um den Versuch der Schmerzreduktion zu 

unternehmen (UV-act. 121a). Diese Neurolyse wurde in der Folge durchgeführt (UV-act. 

130) und anschliessend Ergotherapie zur Desensibilisierung empfohlen (UV-act. 132). 

Hierfür erteilte die Beschwerdegegnerin Kostengutsprache (UV-act. 133). Dr. med. 

I.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, bescheinigte eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 

10. August bis 2. September 2009. Ab 3. September 2009 bestand gemäss diesem 

Arzt wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (UV-act. 132a). Am 12. November 2009 

bestätigte Prof. C.___, die Neuronombeschwerden seien unverändert im Vergleich zum 

Zustand vor der Operation; diese hätten aber nicht zugenommen. Bei unveränderter 

klinischer Situation ohne Verschlechterung sei keine weitere operative Therapie als 

sinnvoll zu erachten. Die Fortsetzung der Ergotherapie wie auch der analgetischen 

Therapie werde empfohlen. Eine Reintegration in Bezug auf manuelle Tätigkeiten der 

linken Hand sei nicht möglich (UV-act. 135). Im Bericht vom 18. Dezember 2009 

wiederholte Prof. C.___ diese Einschätzung und bescheinigte für die linke Hand eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres (UV-act. 138). Kreisarzt Prof. Dr. 

Engelhardt hielt hierzu am 12. Januar 2010 fest, bei der Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit durch das Kantonsspital St. Gallen handle sich um eine isolierte 

Betrachtung der linken Hand. Sie sei daher nur eingeschränkt verwertbar. Unter 

Berücksichtigung von Adaptionen sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit (eines 

funktionellen Einhänders) auszugehen (UV-act. 140; vgl. auch UV-act. 139). Dr. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schaden legte im Bericht vom 20. November 2010 unter anderem dar, es sei denkbar 

("senkbar"), dass der aktuelle Zustand mit der ausgeprägten Kausalgie der linken Hand 

als Folge eines CRPS anzusehen sei. Aktuell seien die erforderlichen Kriterien eines 

CRPS nicht (mehr) gegeben. Er habe den Patienten im Verlauf nicht beurteilen können. 

Er empfehle die Anbindung des Patienten an eine handchirurgische oder 

schmerztherapeutische Ambulanz (UV-act. 166.1). Prof. C.___ bestätigte am 20. Juli 

2011 auf Anfrage der Beschwerdegegnerin, dass der eigentliche Begriff des CRPS Typ 

II in keinem der Berichte (des Kantonsspitals von 2004) genannt werde, so dass davon 

auszugehen sei, dass diese Diagnose im Rahmen der Nachkontrollen nicht gestellt 

worden sei. Definitionsgemäss liege beim CRPS Typ II eine Läsion eines Nervs vor. 

Dies sei sicher beim Beschwerdeführer der Fall. Auch die geschilderten Beschwerden 

und Befunde mit Hypersensibilität und Schmerzauslösung seien bei einem CRPS Typ II 

zu finden, so dass retrospektiv ein CRPS Typ II wohl kaum ausschliessbar sei. 

Prinzipiell sei es denkbar, dass nach vier Jahren eines posttraumatischen Verlaufs, 

insbesondere bei stattgehabten Revisionen, sich ein CRPS Typ II entwickeln könne 

(UV-act. 161). Dr. Schaden bestätigte am 5. Dezember 2011 seine früheren 

Ausführungen. Der Befund sei seit dem Erstkontakt in seiner Sprechstunde, am 17. 

November 2010, unverändert. Aus seiner Sicht bestehe für die linke Hand eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 169).

3.  

3.1  Unbestritten ist, dass hinsichtlich der Verletzung der linken Hand des 

Beschwerdeführers und der daraus resultierenden Beschwerden und Einschränkungen 

ein kausaler Zusammenhang zum Unfall vom 29. Juli 2003 besteht. Fest steht im 

Weiteren, dass die Ablehnung von Geldleistungen (Taggeld, Rente), unter 

Zugrundelegung einer uneingeschränkten Zumutbarkeit einer dem Handschaden 

adaptierten Tätigkeit, mit dem Entscheid des Versicherungsgerichts vom 28. Februar 

2006 (UV 2005/77) in Rechtskraft erwuchs. Gestützt auf die Beurteilung der Rehaklinik 

E.___ (vgl. UV-act. 50, 51, 54) wurde dabei von der ganztägigen uneingeschränkten 

Zumutbarkeit einer leichten Tätigkeit ausgegangen, wie sie dem Beschwerdeführer von 

seiner Arbeitgeberin - bei gleichem Lohn wie für die früher ausgeübte (nicht mehr 

zumutbare) Tätigkeit - angeboten und von diesem abgelehnt worden war (vgl. UV-act. 

66, 67). Als nicht zumutbar wurden Tätigkeiten bezeichnet, bei denen mit der linken 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Hand repetitiv oder mit Kraft Gegenstände im Grobgriff gehalten werden müssen, 

feinmotorische Tätigkeiten links, Tätigkeiten mit Vibrationen/Schlägen auf die linke 

Hand, Tätigkeiten mit Kälteexposition und Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten. Der 

Beschwerdeführer hatte sich in der Rehaklinik E.___ als "funktioneller Einhänder" 

präsentiert (vgl. UV-act. 51 S. 3). Im Entscheid vom 28. Februar 2006 (UV 2005/77) war 

das Versicherungsgericht zum Schluss gekommen, durch die Ablehnung der ihm 

angebotenen Tätigkeit habe der Beschwerdeführer seine Schadenminderungspflicht 

verletzt, weshalb er bei der Prüfung der Rentenfrage so behandelt werde, als ob er die 

angebotene Arbeit angenommen hätte (Hinweis im Entscheid auf Urteil des EVG vom 

22. Oktober 2001, I 224/01, E. 3b/bb). Da es dem Beschwerdeführer mit der 

angebotenen Arbeitsstelle möglich gewesen wäre, trotz seiner körperlichen Limitierung 

an einem gesicherten Arbeitsplatz ohne Einbusse denselben Lohn wie bei seiner 

angestammten Tätigkeit zu erzielen, verbleibe kein Erwerbsausfall (Entscheid, a.a.O., E. 

3f). Wenn der Beschwerdeführer in diesem Verfahren geltend machen lässt, dass 

angesichts der Berichte von Prof. C.___ und Dr. J.___ die Verfügung vom 27. Januar 

2005, der Einspracheentscheid vom 11. Juli 2005 (UV-act. 79) und der 

Gerichtsentscheid vom 28. Februar 2006 (UV-act. 83) in Wiedererwägung zu ziehen 

seien (act. G 12 S. 5), ist festzuhalten, dass eine Wiedererwägung des - den 

Einspracheentscheid vom 11. Juli 2005 bestätigenden - 

Versicherungsgerichtsentscheids zum vornherein als unzulässig ausser Betracht fällt 

(vgl. Art. 58 Abs. 2 VRP/SG; sGS 951.1). Ebenfalls rechtskräftig wurde die Verfügung 

betreffend Integritätsentschädigung (15% Einbusse) vom 16. Oktober 2006. Die 

Beschwerdegegnerin anerkennt sodann die Heilkostenübernahme für die ab 2008 

durchgeführten Behandlungen der linken Hand (vgl. UV-act. 119, 120, 133, 166 S. 8). 

Abzuklären ist dementsprechend ausschliesslich, ob ab Frühling 2008 sich die 

Situation an der linken Hand in einer Weise verschlechtert hat, dass Arbeitsfähigkeit 

und Integritätsschaden neu festgelegt werden müssen.

3.2  Hinsichtlich der im Frühling 2008 erstmals gestellten Diagnose eines CRPS an der 

linken Hand (UV-act. 117, 152) ist festzuhalten, dass Dr. H.___ (UV-act. 152 S. 1) ein 

Beschwerdebild bestätigte, welches mit dem bereits im November 2004 von den 

Ärzten der Rehaklinik E.___ (UV-act. 51) bzw. von Dr. F.___ im Oktober 2006 (UV-act. 

89) angeführten Beschwerdebild übereinstimmt. Dr. H.___ ging denn auch von einem 

stabilen Zustand der linken Hand seit August 2004 aus (UV-act. 152 S. 2 Ziff. 3). Wenn 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dieser Arzt festhielt, dass ein CRPS (Sudeck) bereits im August 2004 im Kantonsspital 

beschrieben worden sei (UV-act. 152 S. S. 1), so trifft dies mit Blick auf den 

entsprechenden Bericht (UV-act. 47) und auch gemäss den nachträglichen 

Darlegungen von Prof. C.___ (UV-act. 161) nicht zu. Sodann erscheint das Abstellen 

auf Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers ("..es bestehen die ganze Zeit 

starke Schmerzen.."; UV-act. 152 S. 1) vom Beweiswert her insofern eher 

problematisch, als der damalige Hausarzt Dr. K.___ bereits im September 2004 ein 

"ausgesprochenes Rentenbegehren" (UV-act. 49 und 45) vermerkt und die Rehaklinik 

E.___ im November 2004 fehlende Compliance, Motivation und 

Verantwortungsbereitschaft konstatiert hatte (UV-act. 51 S. 2). Der Hinweis von Dr. 

H.___, wonach störend sei, dass die Rehaklinik E.___ von einem Arbeitsversuch 

abgesehen und diesem keine Chance gegeben habe, realistischerweise erfüllt zu 

werden (UV-act. 152 S. 2 Mitte), bedarf insofern einer wesentlichen Ergänzung, als vor 

dem Klinikaufenthalt bereits mehrere Arbeitsversuche mit leichter Arbeit gescheitert 

waren und der Beschwerdeführer ein nach dem Klinikaufenthalt unterbreitetes 

zumutbares Arbeitsangebot seiner Arbeitgeberin überhaupt nicht nutzte und das 

Arbeitsverhältnis in der Folge selbst auflöste (UV-act. 66, 67, 71). Im Entscheid vom 28. 

Februar 2006 bejahte das Versicherungsgericht diesbezüglich wie erwähnt 

(vorstehende E. 3.1) eine Verletzung der Schadenminderungspflicht. Hätte der 

Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis nicht aufgelöst bzw. den angebotenen 

Arbeitsplatz angetreten, wäre er aller Wahrscheinlichkeit nach wie vor dort tätig, zumal 

die Arbeitgeberin damals ein langfristiges Arbeitsverhältnis in Aussicht gestellt hatte. 

Sodann vermag die Feststellung des Psychiaters und Neurologen Dr. Z.___, dass ein 

CRPS "denkbar" sei (UV-act. 166.1, 169), noch keine solche Diagnose darzutun oder 

sogar zu belegen. Dies umso weniger, als dieser Arzt die Kriterien eines CRPS im 

November 2010 als nicht gegeben erachtete; dies bestätigte er Ende 2011 (UV-act. 

166.1, 169). Im Bericht von Dr. Z.___ vom 25. April 2012 wurde die CRPS-Diagnose 

überhaupt nicht mehr angeführt (act. G 1.2).

3.3  Nachdem Prof. C.___ in den früheren Berichten vom 31. August 2004 (UV-

act. 47) und vom 23. Juni und 12. November 2009 (UV-act. 121a, 135) ein CRPS weder 

diskutiert noch erwähnt hatte, erachtete er es retrospektiv als "kaum ausschliessbar" 

bzw. "denkbar", dass sich ein CRPS Typ II unter den konkreten Verhältnissen 

entwickeln könne (UV-act. 161). Auch auf der Grundlage dieser Darlegungen lässt sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eine CRPS-Diagnose im Nachhinein nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit belegen; die blosse Möglichkeit genügt hierfür nicht. Die 

Bescheinigung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres (UV-act. 138) durch 

Prof. C.___ erfolgte in ausschliesslicher Betrachtung der Situation an der linken Hand, 

ohne Einbezug einer adaptierten Tätigkeit. Bereits im Entscheid vom 28. Februar 2006 

(UV 2005/77, E. 3e) wurden die Angaben von Prof. C.___ als nicht aussagekräftig 

angesehen. Konkrete medizinische Gründe, aus welchen der Beschwerdeführer mit der 

unversehrten (dominanten) rechten Hand und der linken Hand in Zudien-Funktion im 

Sinn der Festlegung der Rehaklinik E.___ (UV-act. 51 S. 2 oben) nicht vollumfänglich 

tätig sein könnte, lassen sich den Akten nicht entnehmen. Hierbei ist zu beachten, dass 

auch der Hausarzt Dr. I.___ nach vorübergehender operationsbedingter 

Arbeitsunfähigkeit im August 2009, welche von der Beschwerdegegnerin anerkannt 

wurde (vgl. UV-act. 161 S. 8; Beschwerdeantwort, II.2. 2. Absatz), ab 3. September 

2009 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bescheinigte (UV-act. 132a). Im Übrigen lässt 

sich die Feststellung von Dr. J.___ betreffend das Bestehen von relevanten 

Einschränkungen an der linken Hand (act. G 1.2) bereits dem Abschlussbericht der 

Rehaklinik E.___ von 2004 entnehmen (UV-act. 51 S. 3). 

3.4  Im Nachgang zum Bericht von Prof. C.___ vom 20. Juli 2011 ordnete die 

Beschwerdegegnerin eine Untersuchung des Beschwerdeführers an. Nach 

Durchführung derselben kam der Suva-Kreisarzt und Orthopädische Chirurg Dr. med. 

L.___ im Bericht vom 20. Oktober 2011 zum Schluss, objektiv würden sich in der 

Hohlhand reizfreie Narbenverhältnisse mit einer Bewegungseinschränkung im Bereich 

der Langfinger II bis IV sowie Überempfindlichkeit mit elektrisierenden 

Schmerzangaben vor allem im Bereich der Fingerbeeren, aber auch der linken 

Hohlhand zeigen. Die Kraftentfaltung sei deutlich herabgesetzt. In der Hohlhand seien 

trophische Störungen vor allem im Narbenbereich erkennbar. Durch den letztmaligen 

operativen Eingriff am 11. August 2009 habe sich keine wesentliche Veränderung im 

objektiven Befund ergeben. Die Symptomatik sei weitgehend gleich geblieben. Eine 

Verschlechterung im Vergleich zur kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 9. 

Oktober 2006 sei nicht festzustellen. Aus Untersuchersicht sei dem Beschwerdeführer 

daher auch weiterhin die ihm angebotene Schonarbeit zuzumuten. Diese Einschätzung 

betreffe auch den Zeitraum seit Fallabschluss im Jahr 2006, ausgenommen den 

üblichen prä- und postoperativen Zeitrahmen nach letztmaligem operativem Eingriff im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

August 2009. Die Notwendigkeit einer gutachterlichen Stellungnahme hinsichtlich einer 

allfälligen Zustandsverschlimmerung sei nicht nachzuvollziehen (UV-act. 166 S. 7, 8). 

Das von Dr. L.___ geschilderte Beschwerdebild stimmt mit dem seit 2004 ärztlich 

bestätigten Beschwerdebild überein. Die kreisärztliche Berichterstattung, welche auch 

die medizinischen Vorbefunde anführt, hatte denn auch in erster Linie den Zweck, eine 

Veränderung/Verschlechterung der Situation an der linken Hand aufgrund einer 

konkreten Untersuchungssituation zu eruieren. Dabei kam vorab den klinischen 

Befunden und Beobachtungen eine erhebliche Bedeutung zu. Die Feststellungen im 

Bericht, wonach der Beschwerdeführer die linke Hand unter anderem beim Ablegen 

der Kleider ohne sichtbare Probleme einsetze und nach Abschluss der Untersuchung 

die Jacke problemlos unter Zuhilfenahme der linken Hand wieder anziehen könne (UV-

act. 166 S. 7), geben einen Hinweis auf das Alltagsverhalten mit Bezug auf den 

Gebrauch der linken Hand und sind in diesem Sinn - zusammen mit den medizinischen 

Befunden - beweisrelevant. Angesichts der in E. 3.1. und 3.2 geschilderten Umstände 

erscheint die Beurteilung als nachvollziehbar, überzeugend und mit den früheren Akten 

in Einklang stehend. Konkrete Anhaltspunkte, welche gegen die Beurteilung von Dr. 

L.___ sprechen würden, liegen nicht vor. Im Übrigen ergibt sich die Feststellung, dass 

keine Zustandsverschlechterung an der linken Hand überwiegend wahrscheinlich 

dokumentiert ist, unabhängig vom kreisärztlichen Bericht bereits aus den weiteren 

ärztlichen Stellungnahmen (vorstehende E. 3.2 und 3.3). Dementsprechend fehlt es 

auch an einem Anlass für weitere medizinische Abklärungen. Eine Rückfallmeldung 

führt bei unveränderten medizinischen Verhältnissen nicht zu einer Neuprüfung der 

bereits im Zeitpunkt des Fallabschlusses bestehenden gesundheitlichen 

Einschränkungen bezüglich Unfallkausalität und deren Auswirkungen auf die Arbeits- 

und Erwerbsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts U 109/01, a.a.O., E. 4c). Damit ist in 

diesem Verfahren auch ein Einkommensvergleich, wie ihn der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers verlangt (act. G 1 S. 4 unten), nicht vorzunehmen. Es bleibt 

vielmehr im Ergebnis bei den Feststellungen des Versicherungsgerichts im Entscheid 

vom 28. Februar 2006 (vgl. vorstehende E. 3.1).

4.  

4.1  Gemäss Art. 37 Abs. 4 ATSG wird einer gesuchstellenden Person im 

Verwaltungsverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, "wo die Verhältnisse 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

es erfordern". Nach der Praxis wird ein entsprechender Anspruch im 

Verwaltungsverfahren und im Einspracheverfahren unter engen Voraussetzungen 

bejaht, nämlich wenn die gesuchstellende Person finanziell bedürftig ist, die 

Rechtsbegehren bzw. die verfolgten Rechtsansprüche nicht aussichtslos sind und die 

(anwaltliche) Verbeiständung geboten ist (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., Art. 

37 Rz 18 und Art. 52 Rz 46; Urteil des EVG vom 25. März 2003, I 864/2002, E. 3). Ein 

Verfahren gilt als aussichtslos, wenn die Gewinnaussichten kaum mehr als ernsthaft 

bezeichnet werden können und eine Anhebung eines Verfahrens geradezu als 

rechtsmissbräuchlich zu bezeichnen wäre (Kieser, a.a.O., Art. 61 Rz 107 mit Hinweis 

auf BGE 98 V 119). Dagegen hat ein Begehren nicht als aussichtslos zu gelten, wenn 

sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur 

wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die 

notwendigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess 

entschliessen oder davon absehen würde (BGE 129 I 135, 128 I 236). Hinsichtlich der 

sachlichen Gebotenheit der unentgeltlichen anwaltlichen Verbeiständung sind die 

Umstände des Einzelfalls, die Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften 

sowie die Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens zu berücksichtigen. Dabei fallen 

neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des Sachverhalts 

auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in Betracht, wie etwa seine 

Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden. Falls ein besonders starker Eingriff in die 

Rechtsstellung des Bedürftigen droht, ist die Rechtsverbeiständung grundsätzlich 

geboten, andernfalls bloss, wenn zur relativen Schwere des Falls besondere 

tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen die gesuchstellende 

Person auf sich alleine gestellt nicht gewachsen ist (Urteil des EVG vom 29. September 

2005, I 369/2005, E. 2.2). Die sachliche Notwendigkeit wird nicht allein dadurch 

ausgeschlossen, dass das in Frage stehende Verfahren von der Offizialmaxime oder 

dem Untersuchungsgrundsatz beherrscht wird, die Behörde also gehalten ist, an der 

Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhaltes mitzuwirken. Abgesehen davon, dass 

die Offizialmaxime allfällige Fehlleistungen der Behörde nicht zu verhindern vermag, ist 

zu bedenken, dass sie nicht unbegrenzt ist. Sie entbindet die Beteiligten nicht davon, 

durch Hinweise zum Sachverhalt oder Bezeichnung von Beweisen am Verfahren 

mitzuwirken (BGE 130 I 183f. Erw. 3.2 und 3.3 mit Hinweisen). Die Offizialmaxime 

rechtfertigt es jedoch, an die Voraussetzungen, unter denen eine anwaltliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verbeiständung sachlich geboten ist, einen strengen Massstab anzulegen (AHI 2000 

S. 164 Erw. 2b; Urteil des EVG vom 7. September 2004, I 75/04, E. 2.2). Die 

Notwendigkeit einer anwaltlichen Mitwirkung wurde vom EVG etwa bejaht mit dem 

Hinweis auf den eingetretenen geteilten Verfahrensgang betreffend berufliche 

Massnahmen und Rente sowie einen im fraglichen Verfahren ergangenen kantonalen 

Nichteintretens- und Überweisungsbeschluss, wodurch sich die Situation anders 

darstelle als "in einem erstmaligen, weitgehend vorgezeichneten und damit 

problemlosen Abklärungsverfahren" (Urteil des EVG vom 30. Mai 2001, I 686/2000, E. 

2b).

4.2 

4.2.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers stellte den Antrag auf unentgeltliche 

Verbeiständung am 23. Juli 2010 bereits für das Verwaltungsverfahren (UV-act. 149). 

Diesen Antrag wiederholt er in der Beschwerdebegründung des vorliegenden 

Verfahrens ausdrücklich (act. G 1 S. 9), wobei im formellen Antrag von 

"Anhörungsverfahren" die Rede ist (act. G 1 S. 2), und stellt ihn zudem auch für das 

Einspracheverfahren. Die Beschwerdegegnerin hatte den Antrag für das 

Verwaltungsverfahren im Schreiben vom 12. August 2010 abgelehnt mit der 

Begründung, dass der blosse Hinweis auf eine "Komplexität" noch keinen 

entsprechenden Anspruch begründe. Hierfür notwendige qualifizierte Gründe seien aus 

den Akten nicht ersichtlich (UV-act. 151). In der Eingabe vom 14. November 2011 wies 

der Rechtsvertreter darauf hin, dass er gegen die Ablehnung der unentgeltlichen 

Verbeiständung am 19. August 2010 protestiert habe und der Antrag weiterhin erhoben 

bleibe (UV-act. 168 S. 4). Das Schreiben vom 19. August 2010 reichte er in diesem 

Verfahren nachträglich ein (act. G 17).

4.2.2 Die Eingabe des Rechtsvertreters vom 19. August 2010, mit welcher er sich 

gegen die Ablehnung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im 

Abklärungsverfahren verwahrte, erfolgte kurz nach Zustellung der formlosen Mitteilung 

vom 12. August 2010 (UV-act. 151), wobei er den Anspruch auf unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung in der Eingabe vom 14. November 2011 erneut bekräftigte (UV-

act. 168 S. 4). Die formlose Mitteilung der Ablehnung der unentgeltlichen 

Verbeiständung für das Verwaltungsverfahren konnte somit keine Rechtsbeständigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erlangen (vgl. BGE 134 V 145; BGE 122 V 367 E. 3 mit Hinweisen). In dieser Situation 

hätte die Ablehnung formell verfügt werden müssen, was nach Lage der Akten bislang 

noch nicht geschehen ist. In der Einsprache gegen die Verfügung vom 17. Januar 2012 

beantragte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung ausschliesslich für das Einspracheverfahren (UV-act. 171, 

Anträge Ziff. 3). Der Einspracheentscheid vom 13. März 2012 konnte somit die Frage 

der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren zum vornherein 

nicht zum Gegenstand haben. Hierauf kann dementsprechend im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren nicht eingetreten werden.

4.3  Den Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das 

Einspracheverfahren (UV-act. 171 Anträge Ziff. 3) lehnte die Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Einspracheentscheid (Dispositiv Ziff. 3) ab mit dem Hinweis auf die 

Aussichtslosigkeit des Verfahrens. - Die Anspruchsvoraussetzung der Bedürftigkeit ist 

unbestritten und aktenkundig (act. G 4.3) erfüllt. Zu klären ist die Frage, ob die 

Voraussetzungen der Erforderlichkeit und der fehlenden Aussichtslosigkeit gegeben 

sind. Die ab 2008 erstellten ärztlichen Berichte der Dres. H.___, G.___, C.___ und J.___ 

schufen eine aktenmässige Ausgangslage, welche eine Interpretation der zum Teil 

gegensätzlichen ärztlichen Feststellungen und eine eingehende Würdigung erforderlich 

machte (vgl. vorstehende E. 3). Durch die medizinisch nicht zum vornherein klare 

Situation mit Vermutungsdiagnosen von Spezialärzten und Bescheinigung von nicht 

näher begründeten Arbeitsunfähigkeiten ergab sich eine Ausgangslage, welche nicht 

mit einem weitgehend vorgezeichneten und damit problemlosen Abklärungsverfahren 

(vgl. vorstehende E. 4.1) gleichgesetzt werden kann. Die medizinische Aktenlage bei 

Anhängigmachung der Beschwerde war insbesondere nicht dergestalt, dass die 

Notwendigkeit weiterer Abklärungen zum vornherein ausgeschlossen werden konnte. 

In diesem Sinn lässt sich die Anspruchsvoraussetzung der Erforderlichkeit der 

unentgeltlichen Verbeiständung nicht in Abrede stellen. Die Beschwerde war auch nicht 

offensichtlich aussichtslos. Bei dieser Sach- und Rechtslage ist die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung für das Einspracheverfahren zu bewilligen. Die Angelegenheit ist 

zur Festlegung der Entschädigungshöhe an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf 

einzutreten ist, unter Aufhebung von Ziff. 3 des Einspracheentscheids vom 19. März 

2012 teilweise gutzuheissen und die Sache zur betraglichen Festlegung der 

Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung für das Einspracheverfahren 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde 

abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

5.2  Der Beschwerdeführer lässt auch für dieses Verfahren die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung beantragen. Die diesbezüglichen Voraussetzungen sind erfüllt, 

wenn der Prozess nicht offensichtlich aussichtslos, die Partei bedürftig und die 

Verbeiständung durch einen Anwalt notwendig oder doch geboten ist (Art. 61 lit. f 

ATSG; BGE 103 V 47; Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., Art. 61 ATSG Rz 104). Die 

vorstehenden Erwägungen (E. 4.2) kommen sinngemäss auch hier zur Anwendung, so 

dass die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen ist. Zufolge Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung hat der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers Anspruch auf Ersatz der Kosten der Prozessführung und 

Vertretung nach gerichtlicher Festsetzung durch den Staat. Im Umfang des teilweisen 

Obsiegens, welches ermessensweise auf einen Viertel festgelegt wird, hat der 

Beschwerdeführer Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Ausgehend 

von der Pauschalentschädigung bei vollem Obsiegen von Fr. 4'000.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer 

mit Fr. 1'000.-- zu entschädigen. Für die verbleibenden Fr. 3'000.-- hat der Staat 

aufgrund der bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Umfang von 80% 

(Art. 31 Abs. 3 AnwG; sGS 963.75), d.h. mit einem Betrag von Fr. 2'400.-- 

aufzukommen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, in dem Sinn teilweise 

gutgeheissen, dass Ziff. 3 des Einspracheentscheids vom 19. März 2012 aufgehoben 

und die Sache zur betraglichen Festlegung der Entschädigung aus unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung für das Einspracheverfahren an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 1'000.-- zu 

entschädigen.

4. Der Staat hat den Rechtsbeistand des Beschwerdeführers mit Fr. 2'400.-- zu 

entschädigen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 22.04.2013
	Art. 6 UVG. Art. 11 UVV. Art. 37 Abs. 4 ATSG. Neuanmeldung von Unfallfolgen im Rahmen einer Rückfallmeldung nach vorangegangener rechtskräftiger Ablehnung weiterer Geldleistungen (Taggeld, Rente). Unentgeltliche Verbeiständung im Einsprache- und Beschwerdeverfahren (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 22. April 2013, UV 2012/41).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T10:48:40+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen