# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de786580-c826-5208-9ba0-4e847499ba93
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.05.2021 200 2020 470
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-470_2021-05-04.pdf

## Full Text

200 20 470 UV
WIS/ZID/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 4. Mai 2021

Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

AXA Versicherungen AG 
General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 20. Mai 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, UV/20/470, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1973 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre berufliche Tätigkeit bei der AXA Versicherungen AG (AXA 
bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch nach dem Bundesgesetz vom 
20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) versichert, 
als sie gemäss Unfallmeldung UVG vom 7. Februar 2019 am 5. Februar 
2019 beim ... auf den Rücken stürzte und sich die ... verkeilte, wobei sie bei 
der Befreiung aus dem ... bei einer Drehbewegung einen "Knacks" und 
danach starke Schmerzen im linken Knie verspürte; als Verletzung wurde 
in der Unfallmeldung einzig ein Bänderriss am linken Knie genannt (Akten 
der AXA [act. II] A2). In Bezug auf diese Ruptur des vorderen Kreuzbandes 
(vgl. Akten der AXA [act. II] M3) gewährte die AXA Kostengutsprache für 
die unfallbedingte stationäre Behandlung im C.________ und die physio-
therapeutische Nachbehandlung (act. II A3, A16, A22; vgl. auch act. II 
A20).

Telefonisch teilte die Versicherte am 11. Februar 2019 mit, die Anästhesie 
habe festgestellt, dass der "Vorderzahn" beim Sturz dahingehend verletzt 
worden sei, dass dieser nun locker sei (act. II A9). Am 15. Februar 2019 
wurden ihr vom D.________ zwei Zähne (13, 14; richtig: 14, 15 [vgl. act II 
A55 S. 10 oben]) extrahiert (act. II A20). Diesbezüglich führte die Versicher-
te im Fragebogen zum Ereignis vom 5. Februar 2019 am 24. April 2019 
aus, beim Sturz habe sie die ... gegen die Zähne gestossen (act. II A26). 
Entsprechend tätigte die AXA weitere medizinische Abklärungen, unter 
anderem beim D.________ (Formular Zahnschäden vom 4. April 2019 [act. 
II M8] sowie Röntgenbilder [act. II M11 f.]) und beim C.________ (Anästhe-
siefragebogen vom 7. Februar 2019 [act. II M13]). Nach Vorlage der medi-
zinischen Unterlagen an ihren beratenden Arzt Dr. med. dent. E.________ 
(Aktenbeurteilung vom 12. Juli 2019 [act. II M14]) teilte sie der Versicherten 
am 24. Juli 2019 formlos mit, für die zahnärztlichen Behandlungen bestehe 
kein Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung 
(act. II A38; vgl. auch act. II A39). Da sich die Versicherte damit nicht ein-
verstanden erklärte (act. II A47; vgl. auch act. II A40 ff.), verfügte die AXA 

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am 28. Februar 2020 entsprechend (act. II A48). Hiergegen erhob die Ver-
sicherte am 30. März 2020 Einsprache (act. II A52; dies unter Beilage einer 
fachärztlichen Bestätigung des C.________ vom 13. Dezember 2019 [act. 
II M15]). Mit Entscheid vom 20. Mai 2020 wies die AXA die Einsprache 
(nach Einholung eines Arztberichts des erstbehandelnden Arztes [act. II 
M17]) ab (act. II A55).

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 17. Juni 2020 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern 
Beschwerde und beantragte – unter Aufhebung des angefochtenen Ein-
spracheentscheids – die Erbringung der gesetzlichen Leistungen nach 
UVG betreffend Zahnschädigung, eventualiter die Rückweisung der Sache 
an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen und neuem Ent-
scheid, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Mit Eingabe vom 2. Oktober 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 
die Einreichung einer Beschwerdeantwort und beantragte unter Verweis 
auf den angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Be-
schwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 20. Mai 
2020 (act. II A55). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerde-
führerin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hinsichtlich 
der geltend gemachten Zahnschädigung im Zusammenhang mit dem Er-
eignis vom 5. Februar 2019.

1.3 Der Kostenvoranschlag für die Zahnextraktion beträgt Fr. 828.20 
und für die Implantate Fr. 4'692.15 (act. II M8 f.). Der Streitwert liegt damit 
unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzel-
richterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

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2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 
Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten 
Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht 
werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 
entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 
3.1 S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Für die Bejahung 
des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für 
eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 
134 V 109 E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 
E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.2.2 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

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2.2.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entwe-
der der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 
bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich 
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 55). Trifft ein Unfall auf einen vorgeschä-
digten Körper und steht aus ärztlicher Sicht fest, dass weder der Status quo 
ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können, so liegt 
eine richtunggebende Verschlimmerung vor (SVR 2019 IV Nr. 9 S. 27 
E. 3.2; BGer 8C_781/2017, E. 5.1).

2.2.4 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 
E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Hinsichtlich des Geschehensablaufs hat gestützt auf die insoweit 
konsistenten Angaben der Beschwerdeführerin als erstellt zu gelten, dass 
sie am 5. Februar 2019 beim ... gestürzt ist und sich dabei einen Bänder-
riss am linken Knie zugezogen hat (act. II A2 und A26). Dementsprechend 
hat sie unbestrittenermassen einen Unfall im Rechtssinne erlitten (vgl. 
E. 2.1 hiervor).

Zu prüfen ist aber, ob beim besagten Unfall – entsprechend der Auffassung 
in der Beschwerde – auch die Zähne 14 und 15 geschädigt worden sind 
und bejahendenfalls, ob die stattgehabten (Extraktion dieser beiden Zähne 
[vgl. act. II A20 und M9]) und bevorstehenden (Implantation dieser beiden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, UV/20/470, Seite 7

Zähne [vgl. act. II M8]) zahnärztlichen Behandlungen in einem natürlichen 
und adäquaten Kausalzusammenhang zum Sturz vom 5. Februar 2019 
stehen.

3.2 Diesbezüglich ergibt sich aus den Akten zum Geschehensablauf 
und zu den Verletzungen der Beschwerdeführerin das Folgende:

3.2.1 In der Unfallmeldung vom 7. Februar 2019 wurde ausgeführt, die 
Beschwerdeführerin sei am 5. Februar 2019 beim ... auf den Rücken ge-
stürzt und habe die ... verkeilt, wobei sie bei der Befreiung aus dem ... bei 
einer Drehbewegung einen "Knacks" und danach starke Schmerzen im 
linken Knie verspürt habe; als Verletzung wurde einzig ein Bänderriss am 
linken Knie genannt (act. II A2).

3.2.2 Im Rahmen der notfallmässigen Behandlung des gerissenen vorde-
ren Kreuzbandes (vgl. Arztbericht des erstbehandelnden Arztes vom 
16. Mai 2020 [act. II M17; Datum offensichtlich falsch], MR-Befund vom 
6. Februar 2019 [act. II M1] und Operationsbericht vom 7. Februar 2019 
[act. II M3]) findet sich einzig im Anästhesiefragebogen vom 7. Februar 
2019 (act. II M13) der Hinweis auf einen "wackeligen bzw. beschädigten" 
Zahn (act. II M13 S. 2 Ziff. 14). Unter Verweis hierauf bestätigte das 
C.________ nachträglich am 13. Dezember 2019, dass im Zusammenhang 
mit dem Unfall vom 7. (richtig: 5.) Februar 2019 eine Gesichtsverletzung 
(Schwellung und Verfärbung der Lippe, der Oberlippe und des Philtrums) 
vorgelegen habe und die fraglichen Zähne bereits im Zeitpunkt der Notfall-
behandlung beschädigt gewesen seien (act. II M15).

3.2.3 Telefonisch teilte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin 
am 11. Februar 2019 mit, die Anästhesie habe festgestellt, dass der "Vor-
derzahn" beim Sturz dahingehend verletzt worden sei, dass dieser nun 
locker sei (act. II A9).

3.2.4 Am 15. Februar 2019 bestätigte das D.________, dass die Be-
schwerdeführerin dieses aufgrund eines Unfalls vom 5. Februar 2019 auf-
gesucht habe und zudem zwei Zähne (13, 14; richtig: 14, 15) hätten extra-
hiert werden müssen (act. II A20).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, UV/20/470, Seite 8

Im Formular Zahnschäden vom 4. April 2019 bestätigte das D.________ 
unter Hinweis auf die Erstbehandlung vom 15. Februar 2019 und einen 
...unfall (act. II M10 S. 1 Ziff. 1) die erfolgte Extraktion (act. II M10 S. 2 
Ziff. 5) und bevorstehende Implantation (act. II M10 S. 2 Ziff. 7) der "unfall-
bedingt" luxierten bzw. gelockerten Zähne 13 und 14 (richtig: 14 und 15; 
act. II M10 S. 1 Ziff. 3).

Am 20. Juni 2019 reichte das D.________ die entsprechenden Röntgenbil-
der nach (act. II M11 f.; vgl. auch act. II A32).

3.2.5 Im Fragebogen zum Ereignis vom 5. Februar 2019 führte die Be-
schwerdeführerin am 24. April 2019 aus, beim Sturz mit Riss des linken 
Kreuzbandes habe sie zudem die ... gegen die Zähne gestossen (act. II 
A26 S. 1 Ziff. 1).

3.2.6 Der beratende Dr. med. dent. E.________ gelangte im Bericht vom 
12. Juli 2019 zum Schluss, dass die Zahnschädigungen nicht mit einer 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang mit dem Ereignis 
vom 5. Februar 2019 stünden (act. II M14; vgl. auch act. II A38). Weder in 
der Unfallmeldung (vgl. act. II A2) noch im Fragebogen zum Ereignis vom 
5. Februar 2019 (vgl. act. II A26) stehe, dass die Zähne 14 und 15 beim 
Unfall vom 5. Februar 2019 traumatisiert worden seien. Zudem werde in 
der Telefonnotiz vom 11. Februar 2019 (vgl. act. II A9) ein lockerer "Vor-
derzahn" erwähnt. Das erste Orthopantomogramm des D.________ (vgl. 
act. II M11 f.) zeige bei den Zähnen 15 und 14 vorbestehende, massiv ver-
kürzte Wurzeln; diese verkürzten Wurzeln seien im Zusammenhang mit 
dem parodontalen Knochenverlust die Ursache der erhöhten Zahnbeweg-
lichkeit. Das verkürzte Wurzelwachstum dieser beiden Zähne sei mit gros-
ser Wahrscheinlichkeit auf den retinierten Zahn 13 zurückzuführen.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, UV/20/470, Seite 9

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Die Berichte und Gutachten ständiger Vertrauensärzte haben in 
beweisrechtlicher Hinsicht grundsätzlich den gleichen Stellenwert wie die 
verwaltungsinternen Arztberichte und Gutachten der UVG-Versicherer 
(RKUV 2001 KV 189 S. 492 E. 5b). Den Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei-
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und 
keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 
E 3b/ee S. 353 f.).

Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens ent-
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen 
zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der 
versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und 
Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der 
versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Be-
richt eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pau-
schale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 
E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das 
Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, UV/20/470, Seite 10

nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.3.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte 
und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 
S. 134 E. 4.3).

3.4 Entgegen der Darstellung in der Beschwerde hat gestützt auf die 
vorliegenden Akten nicht als überwiegend wahrscheinlich erstellt zu gelten 
(vgl. E. 2.2.1 zweiter Abschnitt hiervor), dass beim Sturz vom 5. Februar 
2019 auch die Zähne 14 und 15 beschädigt worden sind:

3.4.1 Aufgrund der Akten ist zwar erstellt, dass die Beschwerdeführerin 
die Zahnschäden – nur wenige Tage nach dem Unfall vom 2. Februar 
2019 – am 11. Februar 2019 gemeldet hat (act. II A9) und am 15. Februar 
2019 erstmals behandeln liess (act. II A20). Soweit es bei der erwähnten 
Meldung um einen "Vorderzahn" ging, alsdann aber zwei Backenzähne 
behandelt wurden, ist dies deshalb nicht weiter von Belang (vgl. auch Be-
schwerdeantwort, S. 5 f. Ziff. 3.2), weil im Anästhesiefragenbogen vom 
7. Februar 2019 tatsächlich ein Backenzahn als locker bezeichnet worden 
ist (act. II M13 S. 2 Ziff. 14). Auch wenn aufgrund dieses durch die Patientin 
auszufüllenden und durch den Anästhesisten bloss zu signierenden Anäs-
thesiefragebogens (vgl. act. II A9) und der nachträglichen Bestätigung des 
C.________ vom 13. Dezember 2019 (act. II M15) davon auszugehen ist, 
dass im Zeitpunkt der Notfallbehandlung Zähne beschädigt gewesen sind, 
lässt sich aus diesen Dokumenten – entgegen der Mitteilung der Be-
schwerdeführerin vom 11. Februar 2019 (act. II A9) – nicht ableiten, der 
Anästhesist habe diese Schädigungen festgestellt und diese seien auf den 
Sturz zurückzuführen. Diese könnten denn auch vorbestanden haben. Für 
den Nachweis einer unfallkausalen gesundheitlichen Schädigung ist die 
Formel "post hoc, ergo propter hoc", nach deren Bedeutung eine gesund-
heitliche Schädigung schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, 
wenn sie nach diesem aufgetreten ist, nicht massgebend (BGE 119 V 335 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, UV/20/470, Seite 11

E. 2b bb S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 E. 7.2). Tatsächlich aber wer-
den weder in der Unfallmeldung (act. II A2) – wobei solche "Aussagen der 
ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als 
spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein 
können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47) – noch in 
den echtzeitlichen medizinischen Unterlagen (vgl. E. 3.2.2 hiervor) Zahn-
schäden als Unfallfolge aufgeführt. Hinzu kommt, dass die geltend ge-
machten Gesichtsverletzungen (Schwellung und Verfärbung der Lippe, der 
Oberlippe und des Philtrums; act. II M15) eher auf einen Stoss der ... im 
Bereich der Schneide- und Eckzähne als im Bereich der Backenzähne 
schliessen lassen.

3.4.2 Aktenkundig sind demgegenüber die massiv verkürzten Wurzeln 
und der paradontale Knochenverlust (act. II M14 i.V.m. act. II M11 f.), was 
denn auch zu Recht nicht bestritten ist. Auf diese schlüssige und nachvoll-
ziehbare (vgl. E. 3.3.1 ff. hiervor) Beurteilung des beratenden Arztes ist 
abzustellen. Damit ist erstellt, dass die verkürzten Wurzeln in Zusammen-
hang mit dem paradontalen Knochenverlust Ursache der erhöhten Zahn-
beweglichkeit sind. Einzig dieser bestehende (Vor-)Zustand ist gemäss Dr. 
med. E.________ für die erhöhte Zahnbeweglichkeit verantwortlich, nicht 
aber (auch) die von ihm durchaus in Betracht gezogene, alsdann aber in 
Abrede gestellte Traumatisierung der Zähne. Entsprechend vermag die 
Beschwerdeführerin mit ihren Ausführungen in der Beschwerde, S. 8 ff. 
Art. 3, nicht durchzudringen. In den Akten finden sich keine Berichte, ins-
besondere auch nicht der behandelnden Zahnärzte, welche auch nur ge-
ringe Zweifel an den Feststellungen des beratenden Arztes zu erwecken 
vermögen. Dass die vom D.________ erhobenen Befunde im Bericht vom 
4. April 2019 als "unfallbedingt" bezeichnet werden (act. II M10 S. 1 Ziff. 3), 
stützt sich offenbar primär auf anamnestische Angaben der Beschwerde-
führerin und nicht auf fachärztlich erhobene objektive Befunde, bleiben 
doch in dessen Bericht die offenkundig verkürzten Wurzeln in Zusammen-
hang mit dem paradontalen Knochenverlust gänzlich unerwähnt. 

3.5 Unter diesen Umständen ist bloss möglich, aber nicht überwiegend 
wahrscheinlich, dass sich die Beschwerdeführerin beim Sturz vom 5. Fe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, UV/20/470, Seite 12

bruar 2019 eine Verletzung der Zähne 14 und 15 zugezogen hat, welche 
zumindest als Teilursache der bereits durchgeführten Zahnextraktion und 
der noch ausstehenden Implantation (act. II M8 f.) gelten kann. Die Be-
schwerdeführerin hat somit hinsichtlich der Behandlung der Zähne 14 und 
15 keinen Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung.

Der medizinische Sachverhalt wurde seitens der Verwaltung in Nachach-
tung der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) rechtsgenüglich 
abgeklärt, weshalb sich weitere Erhebungen erübrigen (antizipierte Be-
weiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). 

3.6 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 20. Mai 2020 (act. II A55) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobe-
ne Beschwerde ist unbegründet und abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. aArt. 61 lit. a ATSG in 
der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen und hier anwendbaren Fas-
sung (vgl. Art. 83 ATSG) sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2021, UV/20/470, Seite 13

- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- AXA Versicherungen AG
- Bundesamt für Gesundheit

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.