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**Case Identifier:** e666addf-2e1d-5910-a00b-830e3e04a0b9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.11.2021 200 2020 894
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-894_2021-11-18.pdf

## Full Text

200 20 894 EL
KNB/IMD/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 18. November 2021

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch B.________
vertreten durch Fürsprecher C.________
Beschwerdeführerin

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern
Abteilung Ergänzungsleistungen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 3. November 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2021, EL/20/894, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1927 geborene A.________ (Beschwerdeführerin) meldete sich im 
April 2019 zum Bezug von Ergänzungsleistungen an (Akten der Aus-
gleichskasse des Kantons Bern [AKB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwort-
beilage [AB] 1). Nach Abklärung der wirtschaftlichen Verhältnisse sprach 
ihr die AKB ab dem 1. Januar 2019 Ergänzungsleistungen zu (AB 19, 21, 
24).

Mit Schreiben vom 23. April 2020 (AB 29) stellte die AKB die bis anhin 
ausgerichteten Ergänzungsleistungen unter Hinweis auf notwendige weite-
re Abklärungen im Zusammenhang der Entschädigung aus einer Nutznies-
sung vorsorglich per 30. April 2020 ein. Nach Vornahme der angekündigten 
Abklärungen verneinte die AKB mit Verfügung vom 7. September 2020 den 
Anspruch auf Ergänzungsleistungen ab 1. Mai 2020 bei Mehreinnahmen 
von Fr. 9'893.--; dabei rechnete sie ein Verzichtseinkommen in der Höhe 
von Fr. 16'850.-- an (AB 33 S. 5 f.). Die dagegen erhobene Einsprache 
(AB 34) wies die AKB mit Einspracheentscheid vom 3. November 2020 
(AB 36) ab.

B.

Hiergegen erhob A.________, vertreten durch B.________, diese vertreten 
durch Fürsprecher C.________, mit Eingabe vom 2. Dezember 2020 Be-
schwerde mit dem Rechtsbegehren, der Einspracheentscheid vom 3. No-
vember 2020 sei aufzuheben und in der Berechnung über die Ergänzungs-
leistung sei kein Vermögens- und Einkommensverzicht aufzurechnen.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 18. März 
2021 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 10. Mai 2021 nahm die Beschwerdeführerin abschlies-
send Stellung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2021, EL/20/894, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 3. Novem-
ber 2020 (AB 36). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Ergänzungs-
leistungen für die Zeit ab dem 1. Mai 2020 und in diesem Zusammenhang 
einzig die Frage, ob bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen zu 
Recht ein Verzichtseinkommen in der Höhe von Fr. 16'850.-- angerechnet 
wurde. Die richterliche Beurteilung hat sich praxisgemäss auf diese Punkte 
zu beschränken, wogegen aufgrund der Akten kein Anlass besteht, die 
übrigen unbestritten gebliebenen Punkte in die Prüfung miteinzubeziehen 
(BGE 131 V 329 E. 4 S. 330).

1.3 Mit Blick darauf, dass ein Entscheid über Ergänzungsleistungen in 
zeitlicher Hinsicht Rechtsbeständigkeit nur für ein Kalenderjahr entfalten 
kann (BGE 128 V 39 E. 3b S. 41) und ohne die Anrechnung eines Ver-
zichtseinkommens die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnah-
men um Fr. 6'957.-- pro 2020 übersteigen würden (vgl. AB 33 S. 6), erreicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2021, EL/20/894, Seite 4

der Streitwert den Betrag von Fr. 20'000.-- nicht. Die Beurteilung der Be-
schwerde fällt damit in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 
GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2021 sind die Änderung vom 22. März 2019 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistungen zur Al-
ters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) und die 
Änderung vom 29. Januar 2020 der Verordnung vom 15. Januar 1971 über 
die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi-
cherung (ELV; SR 831.301) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht 
– vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätz-
lich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des 
rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Gel-
tung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 140 V 41 E. 6.3.1 S. 44, 
132 V 215 E. 3.1.1 S. 220; SVR 2018 KV Nr. 2 S. 14 E. 2), ist der vorlie-
gende Fall aufgrund der bis zum 31. Dezember 2020 gültig gewesenen 
Rechtslage [nachfolgend aArt.] zu beurteilen.

2.2 Gemäss Art. 4 Abs. 1 ELG haben Personen mit Wohnsitz und ge-
wöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz u.a. Anspruch auf Ergänzungsleis-
tungen, wenn sie eine Rente der AHV beziehen. Die Ergänzungsleistungen 
bestehen aus der jährlichen Ergänzungsleistung sowie der Vergütung von 
Krankheits- und Behinderungskosten (Art. 3 Abs. 1 ELG). Die jährliche Er-
gänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausga-
ben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (aArt. 9 Abs. 1 ELG).

2.3 Grundsätzlich sind alle wiederkehrenden Leistungen, die nicht unter 
aArt. 11 Abs. 3 ELG fallen, vollumfänglich als Einnahmen anzurechnen, 
gleichgültig, ob es sich um Geld- oder um Naturalleistungen handelt 
(BGE 139 V 574 E. 3.3.3 S. 578).

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2.4 Als Einkommen anzurechnen sind auch Einkünfte und Vermögens-
werte, auf die verzichtet worden ist (aArt. 11 Abs. 1 lit. g ELG). Mit dieser 
Regelung, welche die Verhinderung von Missbräuchen bezweckt, soll eine 
einheitliche und gerechte Lösung ermöglicht werden, indem sich die 
schwierige Prüfung der Frage erübrigt, ob beim Verzicht auf Einkommen 
oder Vermögen der Gedanke an eine EL tatsächlich eine Rolle gespielt hat 
oder nicht (BGE 131 V 329 E. 4.4 S. 335, 122 V 394 E. 2 S. 397).

2.4.1 Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte Person 
ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate Gegenleistung auf Ein-
künfte oder Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf 
bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht 
Gebrauch macht bzw. ihre Rechte nicht durchsetzt, oder wenn sie aus von 
ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und 
zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (BGE 140 V 267 E. 2.2 S. 270; 
SVR 2018 EL Nr. 10 S. 26 E. 3.1). Die Tatbestandselemente "ohne rechtli-
che Verpflichtung" resp. "ohne adäquate Gegenleistung" sind nicht kumula-
tiv, sondern alternativ (BGE 134 I 65 E. 3.2 S. 70 = Pra 2008 S. 562, 131 V 
329; SVR 2020 EL Nr. 4 S. 13 E. 3.2.2).

2.4.2 Die Einräumung eines unentgeltlichen beschränkten dinglichen 
Rechts (Nutzniessung, Wohnrecht) an der abgetretenen Liegenschaft zu-
gunsten des Abtreters oder der Abtreterin stellt eine Gegenleistung der 
übernehmenden Person dar, welche bei der Berechnung des Verzichts-
vermögens zu berücksichtigen ist. Es muss deshalb der Kapitalwert des 
beschränkten dinglichen Rechts im Zeitpunkt der Abtretung resp. der 
Entäusserung ermittelt und vom Wert der Liegenschaft abgezogen werden. 
Die Kapitalisierung dieses Betrages ist praxisgemäss nach der von der 
Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) herausgegebenen Tabelle vor-
zunehmen (BGE 122 V 394 E. 4b S. 399, 120 V 182 E. 4e S. 186).

2.4.3 Gestützt auf Art. 9 Abs. 5 lit. b ELG hat der Bundesrat in Art. 17a 
ELV nähere Bestimmungen zur Vermögensbewertung erlassen. Danach ist 
das anrechenbare Vermögen nach den Grundsätzen der Gesetzgebung 
über die direkte kantonale Steuer für die Bewertung des Vermögens im 
Wohnsitzkanton zu bewerten (Abs. 1). Dienen Grundstücke dem Bezüger 
oder einer Person, die in der EL-Berechnung eingeschlossen ist, nicht zu 

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eigenen Wohnzwecken, so sind diese zum Verkehrswert einzusetzen 
(Abs. 4). Nach Abs. 5 ist bei der entgeltlichen oder unentgeltlichen Entäus-
serung eines Grundstücks für die Prüfung, ob ein Vermögensverzicht im 
Sinne von aArt. 11 Abs. 1 lit. g ELG vorliegt, der Verkehrswert massge-
bend. Der Verkehrswert gelangt nicht zur Anwendung, wenn von Gesetzes 
wegen ein Rechtsanspruch auf den Erwerb zu einem tieferen Wert besteht. 
Gemäss Abs. 6 der Bestimmung können die Kantone anstelle des Ver-
kehrswertes einheitlich den für die interkantonale Steuerausscheidung 
massgebenden Repartitionswert anwenden. Der Kanton Bern hat von die-
ser mit Art. 17 Abs. 6 ELV eingeräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht 
und stellt für die Bewertung von Grundstücken im Rahmen der Berechnung 
der Ergänzungsleistung einheitlich auf den Repartitionswert ab (Art. 4 des 
kantonalen Einführungsgesetzes vom 27. November 2008 zum Bundesge-
setz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-
versicherung [EG ELG; BSG 841.31]).

3.

3.1 Der Anrechnung eines Verzichtseinkommens in der Höhe von 
Fr. 16'850.-- liegt der folgende Sachverhalt zu Grunde:

3.1.1 Die Beschwerdeführerin bildete zusammen mit ihrem Bruder die 
Erbengemeinschaft ihrer Mutter mit internen Anteilen von je ½. Mit Erbtei-
lungsvertrag vom 18. Dezember 2013 (AB 27 S. 2 ff.) trat die Beschwerde-
führerin aus der Erbengemeinschaft ihrer Mutter aus und übertrug ihrem 
Bruder im Rahmen der erbrechtlichen Auseinandersetzung das Grundstück 
…, Grundbuchnummer … sowie ein Depot bei der Bank D.________ zu 
Alleineigentum (Ziff. 3). Im Gegenzug übernahm der Bruder die auf dem 
Grundstück lastenden Grundpfandrechte und die damit sichergestellten 
Hypothekardarlehen von total restanzlich Fr. 700'000.-- (Ziff. 6). Gleichzei-
tig hat sich die Beschwerdeführerin die lebenslängliche Ertragsnutznies-
sung an der Hälfte des Grundstücks und der Hälfte des Depots vorbehal-
ten. Hierfür wurde zunächst ein lebenslängliches Nutzniessungsrecht er-
richtet (Ziff. 15). Dieses wurde anschliessend in eine Ertragsnutzniessung 
umgewandelt, wobei hierfür ein Entgelt von mindestens Fr. 24'000.-- und 

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maximal Fr. 32'000.-- jährlich, je nach Ergebnis der Liegenschaftsrechnung, 
vereinbart wurde (Ziff. 16). Konkret erhielt die Beschwerdeführerin jährlich 
Fr. 24'800.-- (AB 25). Soweit die Beschwerdeführerin abweichend davon 
von einer jährlichen Zahlung von Fr. 28'000.-- ausgeht (Beschwerde S. 3 
Ziff. 6 und 8), findet dies in den Akten keine Stütze.

3.1.2 Die Beschwerdegegnerin betrachtete die zwei Vorgänge (Einräu-
mung des lebenslänglichen Nutzniessungsrechts an der Hälfte des Grunds-
tücks und der Hälfte des Depots sowie dessen anschliessende Umwand-
lung in eine Ertragsnutzniessung) separat, einerseits unter dem Titel "Ver-
mögensverzicht" und andererseits unter dem Aspekt "Einkommensver-
zicht".

Zunächst berechnete sie den kapitalisierten Wert des lebenslänglichen 
Nutzniessungsrechts (Fr. 308'693.--), stellte diesen dem Wert der erbrecht-
lichen Ansprüche (Fr. 166'067.--) gegenüber und kam zum Schluss, die 
Beschwerdeführerin habe für den Verzicht auf den Erbschaftsanteil eine 
adäquate Gegenleistung erhalten, weshalb kein Vermögensverzicht vorlie-
ge (AB 36 S. 2). In einem zweiten Schritt verglich sie die Nettoerträge aus 
der Nutzniessung an der Hälfte des Grundstücks und der Hälfte des Depots 
(Fr. 41'650.--) mit der erbrachten jährlichen Entschädigung (Fr. 24'800.--), 
verneinte eine adäquate Gegenleistung für den Verzicht auf die
(Real-)Nutzniessung und rechnete die Differenz von Fr. 16'850.-- als Ver-
zichtseinkommen an (AB 36 S. 3).

Zur Begründung führte die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort 
aus, die Ertragsnutzung sei nicht als Gegenleistung für die Abtretung des 
Liegenschafts- und Depotanteils heranzuziehen, sondern die Realnutznies-
sung. Diese sei bedingungslos errichtet und ohne Rechtspflicht in eine Er-
tragsnutzniessung umgewandelt worden. Dies sei freiwillig geschehen und 
sei nicht adäquat entschädigt worden (S. 5 Ziff. 2.4 am Ende).

3.2 Die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin, die Errichtung der 
(Real-)Nutzniessung und deren anschliessende Umwandlung in eine Er-
tragsnutzniessung als zwei unabhängige Rechtsgeschäfte zu betrachten 
(vgl. Beschwerdeantwort S. 5 Ziff. 2.4 oben) und beide separat auf das 
Vorliegen einer Verzichtshandlung zu prüfen, ist nicht korrekt. Mit dem Ab-

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schluss des Erbteilungsvertrages vom 18. Dezember 2013 (AB 27 S. 2 ff.) 
übertrug die Beschwerdeführerin ihre je hälftigen Anteile am Grundstück 
…, Grundbuchnummer … sowie am Depot bei der Bank D.________ an 
ihren Bruder, wobei schlussendlich als Gegenleistung im Rahmen der Er-
tragsnutzniessung ein Entgelt von mindestens Fr. 24'000.-- und maximal 
Fr. 32'000.-- jährlich vereinbart wurde. Dieser Vorgang stellt das einzige 
abgeschlossene und auf eine mögliche Verzichtshandlung zu überprüfende 
Rechtsgeschäft dar. Die Tatsache, dass vertraglich zunächst eine Real-
nutzniessung errichtet und diese anschliessend in eine Ertragsnutznies-
sung umgewandelt worden ist, ändert hieran nichts, erfolgte dies doch ein-
zig mit Blick auf den notwendigen Eintrag der Nutzniessung als Personal-
dienstbarkeit im Grundbuch. Dementsprechend ist auch nicht entschei-
dend, dass die Realnutzniessung bedingungslos errichtet und ohne 
Rechtspflicht in eine Ertragsnutzniessung umgewandelt worden ist. Mass-
gebend ist vorliegend einzig das Resultat der getroffenen Vereinbarung, 
hierzu ist der Erbteilungsvertrag in seiner Gesamtheit zu betrachten.

4.

4.1 Zu prüfen ist, ob die Zahlung in der Höhe von Fr. 24'800.--, welche 
die Beschwerdeführerin jährlich im Rahmen der Ertragsnutzniessung er-
hält, einen adäquaten Gegenwert für die Abtretung ihres Erbanspruches an 
ihren Bruder darstellt, mithin ob ein Vermögensverzicht vorliegt. Massge-
bender Zeitpunkt für die Bewertung der abgetretenen Vermögenswerte ist 
der Zeitpunkt der (vermeintlichen) Verzichtshandlung (vgl. E. 2.4.2 hiervor), 
hier der 8. Januar 2014 (Eintragung im Grundbuch [vgl. AB 27 S. 9]).

4.1.1 Ausgehend vom amtlichen Wert des übertragenen Grundstücks 
von Fr. 893'300.-- (AB 32 S. 3), dem im Jahr 2014 für nichtlandwirtschaftli-
che Grundstücke im Kanton Bern geltenden Repartitionswert von 100 % 
(Schweizerische Steuerkonferenz [SSK], Kreisschreiben Nr. 22 vom 
22. März 2018, geändert am 26. August 2020) sowie der auf dem Grunds-
tück lastenden Hypothekarschuld von Fr. 702'500.-- (AB 32 S. 3) betrug der 
Nettowert des Grundstückes im Jahr 2014 Fr. 190'800.--, wovon die Hälfte 
und damit Fr. 95'400.-- der Beschwerdeführerin zustand. Vom Ende 2013 

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einen Wert von Fr. 141'334.-- aufweisenden Depot bei der Bank 
D.________ stand der Beschwerdeführerin ebenfalls die Hälfte, ausma-
chend Fr. 70'667.--, zu. Demnach wies die für die Prüfung einer Verzichts-
handlung massgebende Leistung der Beschwerdeführerin im Jahr 2014 
einen Wert von Fr. 166'067.-- auf.

4.1.2 Die Gegenleistung in der Höhe von Fr. 24'800.-- ist zu kapitalisie-
ren (vgl. E. 2.4.2). Der Kapitalisierungsfaktor beträgt bei der im Januar 
2014 86 Jahre alt gewesenen Beschwerdeführerin unbestrittenermassen 
7.41 (1'000 / 134.93 [ESTV, Tabelle zur Umrechnung von Kapitalleistungen 
in lebenslängliche Renten]; Bundesamt für Sozialversicherungen, Weglei-
tung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, Rz. 3532.08, Anhang 
14.3). Dementsprechend ergibt sich ein Kapitalwert der Gegenleistung von 
Fr. 183'768.-- (Fr. 24'800.-- x 7.41).

4.2 Nach dem Dargelegten ist der Kapitalwert der jährlich an die Be-
schwerdeführerin ausgerichteten Leistung höher als der Nettowert der von 
ihr im Rahmen der Erbteilung übertragenen Vermögenswerte. Damit ist ein 
Verzicht zu verneinen. Dementsprechend entfällt die Anrechnung eines 
Verzichtsvermögens und ebenso die Berücksichtigung eines darauf entfal-
lenden hypothetischen Ertrages (vgl. BGE 122 V 394 E. 5b S. 401). Wie es 
sich damit verhält, dass die Beschwerdeführerin die im Grundbuch zu ihren 
Gunsten eingetragene Nutzniessung am 27. Mai 2016 löschen liess (AB 25 
S. 10), braucht an dieser Stelle nicht geprüft zu werden, da ihr die mit Erb-
teilungsvertrag vom 18. Dezember 2013 (AB 27 S. 2 ff.) vereinbarte Leis-
tung trotz der Löschung weiterhin ausbezahlt worden ist. Die Folgen einer 
allfälligen zukünftigen Einstellung dieser Leistungen auf den EL-Anspruch 
der Beschwerdeführerin hätte die Beschwerdegegnerin dannzumal zu prü-
fen.

4.3 In Gutheissung der Beschwerde ist der angefochtene Einspra-
cheentscheid vom 3. November 2020 (AB 36) aufzuheben. Die Sache ist 
zur neuen Prüfung des EL-Anspruchs ab 1. Mai 2020 ohne Anrechnung 
eines hypothetischen Einkommens von Fr. 16'850.-- an die Verwaltung 
zurückzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2021, EL/20/894, Seite 10

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 ELG i.V.m. aArt. 61 lit. a ATSG (in 
der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen und hier anwendbaren Fas-
sung; vgl. Art. 82a ATSG) sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Pro-
zesses bemessen (vgl. Art. 1 Abs. 1 ELG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Fürsprecher 
C.________ vom 10. Mai 2021 wird die Parteientschädigung festgesetzt 
auf Fr. 1'899.85 (inkl. Auslagen und MWST). Diesen Betrag hat die Be-
schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheent-
scheid der Ausgleichskasse des Kantons Bern vom 3. November 2020 
aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewie-
sen, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre und neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'899.85 (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher C.________ z.H. der Beschwerdeführerin

- Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Ergänzungsleistungen 
(samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 10. Mai 2021)

- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2021, EL/20/894, Seite 11

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.