# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1b13926-9fe6-5d58-9874-03cf01d328cd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.12.2023 D-6384/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6384-2023_2023-12-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6384/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 

mit Zustimmung von Richterin Deborah D'Aveni;   

Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Erlöschen des Asyls;  

Verfügung des SEM vom 13. November 2023 / N (…). 

 

 

 

D-6384/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der zu jenem Zeitpunkt (…)-jährige Beschwerdeführer durch das da-

malige Bundesamt für Migration (BFM; heute: Staatssekretariat für Migra-

tion [SEM]) mit Verfügung vom 21. März 2012 und gestützt auf Art. 51 

Abs. 1 AsylG (SR 142.31) in die Flüchtlingseigenschaft des Vaters einbe-

zogen und ihm Asyl gewährt wurde,  

dass dem SEM am 8. September 2023 vom Migrationsamt zur Kenntnis 

gebracht wurde, dass der Beschwerdeführer mit Urteil (…) vom (…) 2023 

der versuchten schweren Körperverletzung sowie der Sachbeschädigung 

schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten verurteilt 

worden sei,  

dass er zudem in Anwendung von Art. 66a StGB (SR 311.0) für die Dauer 

von sechs Jahren des Landes verwiesen worden und das Urteil inzwischen 

in Rechtskraft erwachsen sei, womit das ihm gewährte Asyl gemäss Art. 64 

Abs. 1 Bst. e AsylG (SR 142.31) erloschen sei,  

dass das Migrationsamt dem SEM neben einer Kopie des Strafurteils vom 

(…) 2023 auch einen sogenannten Behördenauszug aus dem Strafregis-

ter-Informationssystem zukommen liess, in welchem das Urteil als in 

Rechtskraft erwachsen verzeichnet ist,  

dass das SEM den Beschwerdeführer am 25. Oktober 2023 unter Bezug-

nahme auf das genannte Strafurteil zur ʺStellungnahme im Hinblick auf ei-

nen eventuellen Asylwiderrufʺ innert Frist aufforderte,  

dass es dabei zuhanden des Beschwerdeführers ausführte, es erachte auf-

grund der gegen ihn verhängten Freiheitsstrafe und nach Art. 66a StGB 

ausgesprochenen Landesverweisung die Voraussetzungen für einen Wi-

derruf des Asyls als erfüllt, zumal nach der Bestimmung Art. 63 Abs. 2 

Bst. a AsylG das Asyl widerrufen werde, wenn Flüchtlinge die innere oder 

die äussere Sicherheit der Schweiz verletzt haben oder gefährden oder 

wenn sie besonders verwerfliche strafbare Handlungen begangen haben,  

dass es ausserdem festhielt, ein allfälliger Asylwiderruf habe grundsätzlich 

keinen Einfluss auf seine Anerkennung als Flüchtling, sondern in erster Li-

nie [lediglich] zur Folge, dass er nicht mehr dem AsylG, sondern den allge-

meinen Bestimmungen des Ausländerrechts unterstehe, wobei er sich für 

diesbezügliche Fragen an das Migrationsamt seines Wohnsitzkantons zu 

wenden habe,  

D-6384/2023 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer die ihm mit diesem Schreiben gesetzte Frist 

zur Stellungnahme ungenutzt verstreichen liess,  

dass das SEM mit Verfügung vom 13. November 2023 (eröffnet am folgen-

den Tag) und gestützt auf Art. 64 Abs. 1 Bst. e AsylG feststellte, dass das 

dem Beschwerdeführer in der Schweiz gewährte Asyl erloschen sei,  

dass für die vorinstanzliche Entscheidbegründung, soweit nicht nachfol-

gend darauf eingegangen wird, auf die Akten verwiesen werden kann,  

dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid am 20. November 

2023 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben hat, 

dass auf die mit der Beschwerde eingebrachten Anträge und zugehörige 

Begründung, soweit wesentlich, nachfolgend eingegangen wird,  

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM ist, wobei das 

Gericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –

endgültig entscheidet (vgl. dazu Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG und 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass sich die Kognition des Gerichts und die zulässigen Rügen im Asylbe-

reich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),  

dass der Beschwerdeführer legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und er 

seine Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht hat (Art. 108 Abs. 6 

AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Beschwerde einzutreten ist, 

dass die Beschwerde indes – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensichtlich 

unbegründet zu erkennen ist, weshalb über diese in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten 

Richterin, mit summarischer Begründung und praxisgemäss auch ohne 

Durchführung eines Schriftenwechsels zu entscheiden ist (vgl. Art. 111 

Bst. e sowie Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG), 

D-6384/2023 

Seite 4 

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde zur Hauptsache die Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung beantragt,  

dass er gleichzeitig – dem wesentlichen Sinngehalt nach – auch darum 

ersucht, dass aufgrund seiner persönlichen Umstände von einem Erlö-

schen des Asyls abzusehen sei (vgl. dazu nachfolgend), 

dass nach der Bestimmung von Art. 64 Abs. 1 Bst. e AsylG das Asyl in der 

Schweiz unter anderem dann erlischt, wenn eine Landesverweisung nach 

Art. 66a StGB (SR 311.0) rechtskräftig geworden ist, 

dass gemäss dem bei den Akten liegenden Auszug aus dem Strafregister 

das (… [Strafgericht]) mit Urteil vom (…) 2023 gestützt auf Art. 66a StGB 

gegen den Beschwerdeführer eine Landesverweisung von sechs Jahren 

angeordnet hat und dieses Urteil rechtskräftig ist, 

dass damit die gesetzlichen Voraussetzungen für das Erlöschen des Asyls 

im Sinne von Art. 64 Abs. 1 Bst. e AsylG offensichtlich erfüllt sind,  

dass der Beschwerdeführer nichts einbringt, was diese Feststellung er-

schüttern könnte, sondern er sich in seiner Beschwerde zur Hauptsache 

für sein bisheriges deliktisches Verhalten entschuldigt und um die Gewäh-

rung einer Chance ersucht, zumal er sich in Zukunft auch hinsichtlich sei-

ner Berufsfindung bemühen werde, was ihm bei einem Entzug des Asyls 

massgeblich erschwert werde,  

dass damit allerdings nichts eingebracht wird, was zu einer Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und zum sinngemäss beantragten ̋ Verzichtʺ auf 

das Erlöschen des Asyls führen könnte, da das Erlöschen des Asyls die 

gesetzliche Folge einer rechtskräftig gewordenen strafrechtlichen Landes-

verweisung ist,  

dass daran auch nichts zu ändern vermag, dass die Gewährung des recht-

lichen Gehörs vom 25. Oktober 2023 durch das SEM zu einem allfälligen 

Asylwiderruf gemäss Art. 63 Abs. 2 Bst. a AsylG diesbezüglich wohl für 

Verwirrung gesorgt haben dürfte, zumal dieser Gesetzesartikel vorliegend 

gar nicht zur Anwendung gelangen kann,  

dass wie erwähnt bei vorliegender Verfahrenskonstellation in Anwendung 

von Art. 64 Abs. 1 Bst. e AsylG einzig massgeblich ist, dass gegen den 

Beschwerdeführer eine strafrechtliche Landesverweisung ausgesprochen 

worden und diese auch in Rechtskraft erwachsen ist, und den Asylbehör-

den in diesem Zusammenhang kein Ermessensspielraum zusteht, 

D-6384/2023 

Seite 5 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung denn auch zu Recht einzig 

auf Art. 64 Abs. 1 Bst. e AsylG abstellt,  

dass schliesslich weder die Frage nach der Ausfällung einer strafrechtli-

chen Landesverweisung noch jene nach deren Umsetzung im Kompetenz-

bereich der Asylbehörden liegt, sondern ausschliesslich in jenem der dafür 

zuständigen Strafbehörden (vgl. Art. 66a–66d StGB),  

dass es daher auch zu Recht festgestellt hat, dass das dem Beschwerde-

führer gewährte Asyl erloschen ist,  

dass demzufolge die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die Be-

schwerde als offensichtlich unbegründet abzuweisen ist,  

dass dem Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens grund-

sätzlich Kosten aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1‒3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),  

dass indes vor dem Hintergrund der verwirrlichen Verfahrensführung der 

Vorinstanz von einer Kostenauflage abzusehen ist (Art. 6 Bst. b VGKE),  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-6384/2023 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer 

 

 

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