# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07be0c55-15a8-5816-8872-5b4a2ab90b86
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bildungs- und Kulturdirektion 13.05.2022 2021.BKD.22326
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Weitere/BE_VB_002_2021-BKD-22326_2022-05-13.pdf

## Full Text

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Bildungs- und Kulturdirektion 

 

Sulgeneckstrasse 70 

3005 Bern 

+41 31 633 84 31 

www.bkd.be.ch 
 

 

 

Unsere Referenz: 2021.BKD.22326 / 964889  

Beschwerdeentscheid vom 13. Mai 2022 

A___, 

vertreten durch Rechtsanwalt B___ 

Beschwerdeführerin 

gegen 

Kantonale Berufsmaturitätskommission, 

Berner Fachhochschule, Geschäftsstelle Berufsmaturität, Falkenplatz 24, 3012 Bern 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 20. Dezember 2021 (Berufsmaturitätsabschluss) 

  

2021.BKD.22326 

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Ausgangslage 

A.  

A___ absolviert an der F___ AG die Vorbereitung auf die Berufsmaturität nach Erwerb des eidgenös-

sischen Fähigkeitszeugnisses in einem voll- oder teilzeitlichen Unterricht (BM 2). Im September 2021 

reichten C___ und A___ als Zweierarbeit die interdisziplinäre Projektarbeit (IDPA) ein. 

Mit Verfügung vom 20. Dezember 2021 ordnete die kantonale Berufsmaturitätskommission (KBMK) 

das Folgende an: (1) Die IDPA "Glücksspiel – Folgen der Glückspielsucht aus der wirtschaftlichen und 

kulturellen Aspekt" wird als Vollplagiat eingestuft. (2) Die IDPA ist nicht bewertbar. (3) Es ist eine neue 

IDPA zu erstellen, eine Überarbeitung der eingereichten Arbeit wird nicht zugelassen. (4) Die Prüfung 

kann im Folgejahr als zweiter Versuch abgelegt werden unter Voraussetzung der Einreichung einer 

bewertbaren IDPA. 

B.  

Gegen diese Verfügung erhob A___, vertreten durch ihren Rechtsanwalt, am 23. Dezember 2021 

Beschwerde bei der Bildungs- und Kulturdirektion (Posteingang am 27. Dezember 2021). Sie bean-

tragte in der Hauptsache, ihr sei eine Frist von drei Monaten zu setzen, um eine neue IDPA einzu-

reichen. Zudem beantragte sie, sie sei superprovisorisch zur Abschlussprüfung, die vom 3. bis am 

12. Januar 2022 stattfinde, zuzulassen. 

C.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. Dezember 2021 bewilligte der Rechtsdienst der Bildungs- und Kul-

turdirektion das Gesuch um Anordnung einer superprovisorischen Massnahme und A___ wurde vor-

sorglich zu den Abschlussprüfungen zugelassen, die vom 3. bis am 12. Januar 2022 stattfanden. 

D.  

Am 8. Februar 2022 reichte die KBMK eine Stellungnahme und die Vorakten ein. Sie beantragte, die 

Beschwerde sei abzuweisen. 

E.  

Am 14. Februar 2022 teilte A___, vertreten durch ihren Rechtsanwalt, mit, dass sie keine weiteren 

Bemerkungen einreiche. 

2021.BKD.22326 

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F.  

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 16. Februar 2022 wurde den Parteien der Entscheid der Bil-

dungs- und Kulturdirektion in Aussicht gestellt. 

Rechtliche Prüfung und Begründung 

1. Sachurteilsvoraussetzungen 

1.1 Anfechtungsobjekt und Zuständigkeit der KBMK 

Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der KBMK vom 20. Dezember 2021, 

die vom Präsident der KBMK unterzeichnet worden ist. Zu prüfen ist, ob die KBMK zum Erlass dieser 

Verfügung zuständig war. 

Die Kantone sorgen für die Durchführung der Berufsmaturitätsprüfungen und stellen die Zeugnisse 

aus (Art. 39 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 13. Dezember 2002 über die Berufsbildung [BBG; 

SR 412.10]). Die KBMK leitet und koordiniert die eidgenössisch anerkannten Berufsmaturitätsprüfun-

gen und stellt die Qualität sicher (Art. 22 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes vom 14. Juni 2005 über die 

Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsberatung [BerG; BSG 435.11]). Die KBMK beaufsich-

tigt und koordiniert die Berufsmaturitätsprüfungen (Art. 71 Abs. 1 der Verordnung vom 9. November 

2005 über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsberatung [BerV; BSG 435.111]). Sie 

verfügt das Prüfungsresultat der Berufsmaturitätsprüfungen auf Antrag der Schulleitung (Art. 71 Abs. 4 

Satz 1 BerV). Die IDPA ist Teil der Berufsmaturitätsprüfung (vgl. Art. 11 Abs. 4 Satz 2 der Verordnung 

vom 24. Juni 2009 über die eidgenössische Berufsmaturität [BMV; SR 412.103.1], Art. 53 Abs. 1 der 

Direktionsverordnung vom 6. April 2006 über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsbe-

ratung [BerDV; BSG 435.111.1] in Verbindung mit dem Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität vom 

18. Dezember 2012, Ziffer 9.1.5.1 [abrufbar unter www.sbfi.admin.ch → Bildung → Berufliche Grund-

bildung → Berufsmaturität → Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität, zuletzt besucht am 12. Mai 

2022]). Unregelmässigkeiten im Ablauf der Prüfungen oder Unredlichkeiten einer Kandidatin oder ei-

nes Kandidaten, insbesondere die Benützung, Bereitstellung oder Vermittlung unerlaubter Hilfen, sind 

unverzüglich der Chefexpertin oder dem Chefexperten zu melden (Art. 83 Abs. 2 BerV). Sie oder er 

kann der KBMK folgende Massnahmen gegen fehlbare Kandidatinnen und Kandidaten beantragen: 

(a) Notenabzug bei der betreffenden Unterposition oder Position, (b) Prüfungsausschluss bzw. Ungül-

tigerklärung oder Wiederholung der Prüfung im betreffenden Fach oder der gesamten Prüfung, (c) 

Entzug des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses oder des Attests durch das Mittelschul- und Be-

rufsbildungsamt bei nachträglicher Feststellung von Unregelmässigkeiten (Art. 83 Abs. 3 BerV). In 

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leichten Fällen kann die Prüfungsexpertin oder der Prüfungsexperte eine Verwarnung aussprechen 

(Art. 83 Abs. 4 BerV). 

Die KBMK stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf Art. 71 Abs. 1 und 83 BerV. Ebenfalls 

verweist sie auf das Geschäftsreglement der KBMK vom 24. November 2021 sowie die Weisungen 

der KBMK vom 1. Juni 2015 (beides abrufbar unter www.bkd.be.ch → Themen → Bildung → 

Berufsbildung → Berufsmaturität → Rund um die Berufsmaturität → Berufsmaturitätsprüfungen; 

zuletzt besucht am 12. Mai 2022). Weiter ist aus der angefochtenen Verfügung zu schliessen, dass 

die KBMK die IDPA als ungültig qualifiziert und die Wiederholung als zweiter Versuch anordnet 

(Dispositiv der angefochtenen Verfügung). Aus den genannten Aufgaben und Befugnissen der KBMK 

als Prüfungsbehörde (Art. 71 Abs. 1 und 4 sowie 83 BerV) ist zu schliessen, dass sie für eine Diszip-

linarmassnahme zuständig ist, die einen Teil der Berufsmaturitätsprüfung als ungültig deklariert. Damit 

war die KBMK zuständig, die angefochtene Verfügung zu erlassen. 

1.2 Zuständigkeit der Bildungs- und Kulturdirektion 

Rechtsmittelbehörde für Verfügungen kantonaler Behörden und von Anbietern mit kantonalem 

Auftrag ist eine vom Kanton bezeichnete kantonale Behörde (vgl. Art. 61 Abs. 1 Bst. a BBG). Die 

angefochtene Verfügung wurde von einer kantonalen Behörde erlassen. Somit ist das kantonale 

Recht zur Bestimmung der Rechtsmittelbehörde heranzuziehen. Gegen Verfügungen, die aufgrund 

dieses Gesetzes erlassen werden, kann Beschwerde bei der Bildungs- und Kulturdirektion geführt 

werden (Art. 55 Abs. 1 BerG). Die Bildungs- und Kulturdirektion ist somit für die Beurteilung der vor-

liegenden Beschwerde zuständig. 

1.3 Beschwerdebefugnis 

Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene 

Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ände-

rung (Art. 65 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 

BSG 155.21]). Die Beschwerdeführerin wird rechtmässig durch ihren Rechtsanwalt vertreten (Art. 15 

Abs. 1 und 4 VRPG). 

1.4 Form, Frist und Überprüfungsbefugnis 

Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 67 VRPG). 

Die Überprüfungsbefugnis der Bildungs- und Kulturdirektion ist umfassend und richtet sich nach 

Art. 66 VRPG. 

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2. Materielles 

Umstritten ist, ob die IDPA zu Recht als ungültig qualifiziert und die Wiederholung als zweiter Versuch 

angeordnet wurde. Es ist zunächst der Sachverhalt festzustellen (Ziffer 2.1). Weiter ist zu prüfen, ob 

die Beschwerdeführerin eine Unredlichkeit begangen hat und ob zu Recht eine Disziplinarmassnahme 

angeordnet wurde (Ziffer 2.5). 

2.1 Rechtserheblicher Sachverhalt 

Im September 2021 reichten C___ und die Beschwerdeführerin als Zweierarbeit die IDPA mit dem 

Titel "Glücksspiel – Folgen der Glückspielsucht aus der wirtschaftlichen und kulturellen Aspekt" (Bei-

lage 1 zur Stellungnahme der KBMK) ein. 

In der von C___ und der Beschwerdeführerin am 17. September 2021 unterzeichneten Selbstreflexion 

(Beilage 8 zur Stellungnahme der KBMK) halten sie fest, dass sie mit der Arbeitshaltung zufrieden 

seien. Sie hätten alles zusammen gemacht. Auf die Frage, ob sie von den anderen Gruppenmitglie-

dern unterstützt worden seien, haben sie geantwortet, dass sie alles zu zweit gemacht hätten. In der 

Auswertung zur Selbstreflexion vom 18. September 2021 (Beilage 9 zur Stellungnahme der KBMK), 

welche nur von C___ unterzeichnet wurde, wurde unter anderem festgehalten, dass es Konflikte ge-

geben habe wegen der Wohndistanz und der Arbeitszeit. Daher hätten sie sich nicht oft in der Freizeit 

treffen können und hätten mehrheitlich getrennt gearbeitet. Gegen Ende der Arbeit hätten sie zusam-

men in der Schule die Arbeit fertiggestellt. 

C___ und die Beschwerdeführerin unterzeichneten am 18. September 2021 jeweils eine ehrenwörtli-

che Erklärung (Beilage 7 zur Stellungnahme der KBMK), die wie folgt lautete: 

Ich bestätige hiermit, dass 

 die vorliegende IDPA selbständig durch den Verfasser / die Verfasserin und ohne 

Benützung anderer als der angebebenen Quellen und Hilfmittel angefertigt wurde, 

 die benutzten Quellen wörtlich und inhaltlich als solche kenntlich gemacht wurden, 

 diese Arbeit in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner Prüfungskommission vorgelegt 

wurde. 

Am 1. Dezember 2021 wurde die IDPA mittels einer Software auf textliche Übereinstimmungen mit 

anderen Dokumenten geprüft (Beilage 3 zur Stellungnahme der KBMK). Dabei wurden 183 Sätze 

überprüft. Das Programm hat 57 Sätze, ausmachend 31,15 Prozent, in anderen Dokumenten gefun-

den (Beilage 3 zur Stellungnahme der KBMK). 

Am 14. Dezember 2021 führte Schulleiter D___ mit C___ und der Beschwerdeführerin ein Gespräch 

über das allfällige Plagiat ihrer IDPA. C___ und die Beschwerdeführerin bestritten in diesem Gespräch 

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nicht, dass sie längere Textpassagen aus anderen Quellen übernommen hatten, ohne diese Quellen 

zu bezeichnen. Sie machten jedoch geltend, ohne betrügerische Absicht gehandelt zu haben. Auf 

Grund eines nicht verwertbaren Interviews seien sie unter Zeitdruck gestanden und hätten ihre Arbeit 

rasch füllen müssen (Gesprächsprotokoll vom 15. Dezember 2021 [Beilage 5 zur Stellungnahme der 

KBMK]). 

Die Beschwerdeführerin teilte mit E-Mail vom 15. Dezember 2021 dem Schulleiter mit (E-Mail vom 

15. Dezember 2021 [Beilage 3 zur Beschwerde]), dass sie auch eine Plagiatsüberprüfung vorgenom-

men habe. Diese zeige, dass sie nur einen kleinen Teil der Plagiate zu verantworten habe. Das Meiste 

habe ihre Kollegin aus dem Internet kopiert. Sie habe hingegen die Quellen ihrer Kollegin nicht mehr 

geprüft, weil sie ihr vertraut habe. 

Mit E-Mail vom 15. Dezember 2021 teilte C___ dem Schulleiter mit (E-Mail vom 15. Dezember 2021 

[Beilage 3 zur Beschwerde]), dass die Beschwerdeführerin auch eine Plagiatsüberprüfung vorgenom-

men habe. Diese zeige, dass C___ die meisten Plagiate zu verantworten habe. Sie hält fest, sie die 

Plagiate nicht mit Absicht eingefügt habe. Es sei gut möglich, dass sie der Beschwerdeführerin die 

falsche Fassung der IDPA geschickt habe, ohne die Arbeit nochmals anzuschauen. Sie hält fest, dass 

sie nicht möchte, dass die Beschwerdeführerin wegen ihres Fehlverhaltens büssen müsse. 

Mit Verfügung vom 20. Dezember 2021 verfügte die kantonale Berufsmaturitätskommission das Fol-

gende (Beilage 2 zur Beschwerde): (1) Die IDPA "Glücksspiel – Folgen der Glückspielsucht aus der 

wirtschaftlichen und kulturellen Aspekt" wird als Vollplagiat eingestuft. (2) Die IDPA ist nicht bewertbar. 

(3) Es ist eine neue IDPA zu erstellen, eine Überarbeitung der eingereichten Arbeit wird nicht zuge-

lassen. (4) Die Prüfung kann im Folgejahr als zweiter Versuch abgelegt werden unter Voraussetzung 

der Einreichung einer bewertbaren IDPA. Die KBMK begründete, dass die Ergebnisberichte der Pla-

giatssoftware aufzeigen würden, dass grosse Teile der Arbeit abgeschriebene Textstellen umfasse. 

Insgesamt seien rund 30 Prozent der analysierten Sätze nicht ausgewiesene übernommene Textpas-

sagen. Auch das Fazit der Arbeit sei eine wörtlich übernommene Textstelle aus einer anderen Arbeit. 

Für die Einstufung als Plagiat sei es unerheblich, ob dieses mit böswilliger Absicht eingereicht worden 

sei. Da der Inhalt der Arbeit zu rund 30 Prozent aus plagiierten Textpassagen bestehe, könne sie nicht 

mehr als eigene Arbeit gelten. 

2.2 Argumente der Beschwerdeführerin 

Die Beschwerdeführerin rügt, dass sie keine Verantwortung für die Verwendung der Plagiate in der 

IDPA trage. Alle Plagiate würden von C___ stammen, was diese in der E-Mail von 15. Dezember 2021 

auch zugegeben habe. Die Beschwerdeführerin beanstandet, dass sie durch die angefochtene Verfü-

gung unverhältnismässig bestraft werde, weil sie durch den Entscheid ein halbes Jahr und damit einen 

Schulkostenbeitrag von 7'800 Franken verliere. 

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2.3 Stellungnahme der KBMK 

Die KBMK hält fest, der Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität lasse für die IDPA Teamarbeiten aus-

drücklich zu. Solche dienten dem Erwerb und dem Nachweis überfachlicher Kompetenzen. Eine Ei-

genart von Gruppenarbeiten sei, dass alle Beteiligten für die gleichen Inhalte und damit grundsätzlich 

gleich beurteilt würden, obwohl die Inhalte von den verschiedenen Mitgliedern der Gruppe erarbeitet 

worden seien. Dies gelte bei hervorragenden Noten, aber auch bei mässiger oder gar schlechter Qua-

lität. 

Im Falle eines Plagiats könne sich die Frage stellen, ob dieses nur der Person zuzurechnen sei, die 

diese Stellen eingebracht habe. Daneben sei fraglich, ob einzelne Co-Autorinnen und Co-Autoren for-

dern könnten, nur für den eigenen Teil bewertet zu werden und falls ja, ob diese Bewertung so zu 

erfolgen habe, als wären die Teile als vollständige Arbeit abgegeben worden. Fraglich sei auch, ob 

insbesondere bei nicht klarer vorgängiger Ausscheidung der erarbeiteten Teile automatisch ein An-

spruch bestehe, im Sinne einer Nachbesserung eine weitere IDPA einreichen zu dürfen. 

Eine explizite rechtliche Festlegung bestehe dazu nicht. Die Eidgenössische Technische Hochschule 

Zürich verlange bei der Eigenständigkeitserklärung eine gemeinsame Bürgschaft; in Hamburg werde 

teilweise verlangt, dass innerhalb von Gruppenarbeiten die Einzelbeiträge ausgewiesen werden müss-

ten. Für die IDPA hätten die beiden Co-Autorinnen je eine Eigenständigkeitserklärung (Beilage 7 zur 

Stellungnahme) abgegeben. Die KBMK halte dafür, dass die Eigenständigkeitserklärung aller Grup-

penmitglieder den Charakter einer Bürgschaft für den gesamten Inhalt der schriftlichen Arbeit auf-

weise. Auch bei ungenügenden Leistungen müssten diese für alle Gruppenmitglieder gelten. 

Eine gemeinsam erstelle IDPA lasse sich aufgrund des gewollt gemeinschaftlichen Erarbeitens kaum 

je nachvollziehbar aufteilen. Dies wäre selbst bei detaillierterer Arbeitsplanung als im vorliegenden Fall 

nicht immer einfach. Dass die Arbeitsplanung vorliegend nicht detailliert erfolgt sei, müsse geschlos-

sen werden, weil die Beschwerdeführerin mit der Beschwerde keine entsprechenden Unterlagen ein-

gereicht habe. Anders wäre die Sachlage, wenn sich aus der Dokumentation der Erarbeitungsprozes-

ses Konflikte und Probleme gezeigt hätten und diese nicht hätten beigelegt werden können. Der Be-

schwerdeführerin wäre auf Antrag hin erlaubt worden, eine Einzelarbeit zu erstellen. In diesem Fall 

wäre aber auch keine Eigenständigkeitserklärung für die Gruppenarbeit unterzeichnet worden. Auf 

inhaltliche Konflikte deute nichts hin. Die Arbeit sei lediglich nicht im empfohlenen Zeitplan erstellt 

worden und die Autorinnen seien unter Druck geraten. Ihre Arbeit sei als Gesamtheit und für beide 

Co-Autorinnen gleichermassen zu beurteilen. 

Als sinngemässer – aber nicht belegter Grund – für das Plagiat werde der Rückzugs des Einverständ-

nisses zur Verwendung eines Interviews geltend gemacht. In der Folge wäre von der Beschwerdefüh-

rerin zu erwarten gewesen, dass sie ihre Co-Autorin hinterfragt, woher die sprachlich in einem ganz 

anderen Stil und Qualität verfassten Texten stammen. Sie hätte die Co-Autorin zu fragen gehabt, ob 

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sie diese tatsächlich selbst erstellt habe – auch im Rahmen ihrer überfachlichen Kompetenzen. Der 

Gutglaubensschutz, der zu Recht nicht geltend gemacht worden sei, könne nicht greifen. 

Die Beschwerdeführerin mache geltend, alles was plagiiert sei, sei der Beitrag der Co-Autorin. Die Co-

Autorin nehme im E-Mailverkehr sinngemäss alle Schuld auf sich, ohne aber konkret anzugeben, wel-

che Teile im Einzelnen von ihr stammen würden. Gegenüber der Schule habe die Beschwerdeführerin 

eine Aufteilung der ihr zuzurechnenden Passagen vorgenommen. Die Aufgabenteilung könne jedoch 

nicht überprüft werden, da Belege von der Beschwerdeführerin, die die vor der Erarbeitung der IDPA 

erfolgte detaillierte und bestätigte Aufteilung zeige, nicht beigebracht worden seien und keine Auftei-

lungsdokumentation vorgegeben sei. Die konkrete Autorenschaft liesse sich daher nicht schlüssig 

nachvollziehen. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Angaben würden lediglich durch 

eine pauschale Schuldübernahme der Co-Autorin gestützt. Dies vermöge die KBMK nicht zu widerle-

gen, auch wenn sie diese Einseitigkeit nicht überzeuge. 

Die KBMK hält abschliessend fest, dass es nicht rechtmässig wäre, Absolvierende einer Privatschule 

in Bezug auf die Schwere des Plagiats milder zu beurteilen, weil sie ein zahlpflichtiges Angebot besu-

chen, als Personen, die die Ausbildung an einer öffentlichen Schule absolvieren. Dadurch würden die 

Personen, die die Ausbildung an einer öffentlichen Schule absolvieren, in unzulässiger Weise benach-

teiligt. 

2.4 Rechtliche Grundlagen zu Massnahmen bei Unredlichkeiten 

Die Konsequenzen bei Unredlichkeiten können die Bewertung betreffen (insbesondere Art. 83 Abs. 3 

Bst. a BerV) oder in disziplinarischen Massnahmen bestehen (insbesondere Art. 83 Abs. 3 Bst. b und 

c BerV). Vorliegend hat die KBMK mit der Ungültigerklärung der IDPA eine disziplinarische Mass-

nahme erlassen. 

Disziplinarische Massnahmen sind Sanktionen gegenüber Personen, die in einem besonderen 

Rechtsverhältnis zum Staat stehen wie etwa die Benützer einer öffentlich-rechtlichen Anstalt. Im All-

gemeinen gelten disziplinarische Massnahmen als administrative Sanktionen und nicht als Strafen im 

Rechtssinne, da ihnen kein vergeltender Charakter zukommt. Die Disziplinarmassnahmen einer An-

stalt haben zum primären Ziel, einen geordneten Anstaltsbetrieb sicherzustellen. Die Anordnung einer 

Disziplinarmassnahme setzt einen Verstoss gegen Amts- oder Berufspflichten oder eine Übertretung 

der Anstaltsordnung voraus. Zudem bedürfen Disziplinarmassnahmen einer gesetzlichen Grundlage 

– ausser im Disziplinarrecht der Anstalten – und müssen verhältnismässig sein (Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts A‑4366/2020 vom 18. Mai 2021, E. 6.4 mit Hinweisen auf Lehre und Rechtspre-

chung). 

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Die Beschwerdeführerin steht als Berufsfachschülerin und Teilnehmerin an den Berufsmaturitätsprü-

fungen in einem besonderen Rechtsverhältnis zum Staat. Somit sind die Bestimmungen der Berufs-

bildungsgesetzgebung unbestritten anwendbar. Gemäss Art. 59 Abs. 2 Bst. e BerG regelt der Regie-

rungsrat die disziplinarischen Massnahmen durch Verordnung. Die KBMK kann gemäss Art. 83 Abs. 3 

BerV bei Unredlichkeiten folgende Massnahmen aussprechen: (a) Notenabzug bei der betreffenden 

Unterposition oder Position, (b) Prüfungsausschluss bzw. Ungültigerklärung oder Wiederholung der 

Prüfung im betreffenden Fach oder der gesamten Prüfung, (c) Entzug des eidgenössischen Fähig-

keitszeugnisses oder des Attests durch das Mittelschul- und Berufsbildungsamt bei nachträglicher 

Feststellung von Unregelmässigkeiten. Zur Berufsmaturitätsprüfung wird zugelassen, wer (a) an der 

BM 2 bis zum Notenschluss in jedem Fach mindestens 80 Prozent des Unterrichts besucht und (b) 

eine bewertbare IDPA fristgerecht abgeliefert hat (Art. 52 Abs. 1 BerDV). 

Die KBMK hat folgende Weisungen im Umgang mit Plagiaten definiert (Ziffer 10.4.3 der Weisungen): 

10.4.3 Plagiat 

a) Eine IdPA mit namhaft plagiierten Teilen gilt als Vollplagiat und kann nicht bewertet 

werden. 

b) Ein(e) Schüler(in), deren bzw. dessen Arbeit als Vollplagiat eingestuft wurde, hat 

frühestens nach einem Jahr die Gelegenheit, die BMS mit der Folgeklasse 

abzuschliessen und die Berufsmaturitätsprüfung nach den Bestimmungen von Artikel 

26 BMV vom 24. Juni 2009 abzulegen. 

10.4.3.1 Definition Vollplagiat 

Wenn namhafte Bestandteile der interdisziplinären Projektarbeit (IDPA) innerhalb sämtlicher 

BM-Bildungsgänge aus einer schon einmal eingereichten interdisziplinären Projektarbeit, 

einem Text aus Internet oder einer Publikation entnommen wurden und durch fehlende 

Quellenangabe vorgetäuscht wird, es handle sich um eine eigene Leistung, dann gilt die 

Arbeit als Vollplagiat. Eine interdisziplinäre Projektarbeit welche als Vollplagiat eingestuft 

wird, gilt als nicht bewertbar. 

10.4.3.2 Folgen der Einstufung als Vollplagiat 

 Berufsmaturandinnen oder -maturanden der BMS 1, deren IDPA als Vollplagiat 

eingestuft wurde, werden nicht zur BMP zugelassen und können den Abschluss 

(Unterricht und Berufsmaturitätsprüfung) in der BM2 machen. 

- Berufsmaturandinnen oder -maturanden der BMS 2, deren IDPA als Vollplagiat 

eingestuft wurde, werden nicht zur BMP zugelassen und können den Abschluss 

(Unterricht und Berufsmaturitätsprüfung) mit der Folgeklasse machen. 

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- Berufsmaturandinnen oder -maturanden der WMS, deren IDPA als Vollplagiat eingestuft 

wurde, werden nicht zur BMP zugelassen und können die theoretische 

Berufsmaturitätsprüfung (Unterricht und Berufsmaturitätsprüfung) mit der Folgeklasse 

ablegen. 

10.4.3.3 Definition Teilplagiat 

In den übrigen Fällen (z. B. Übernahme von Textpassagen ohne Quellenangabe, etc.) 

handelt es sich um ein Teilplagiat, welches unterschiedliche Massnahmen zur Folge haben 

kann (Überarbeitung, Notenabzug, etc.). 

Verwaltungsverordnungen (auch Weisungen, Richtlinien etc.) dienen einer einheitlichen und rechts-

gleichen Rechtsanwendung durch die Verwaltung. Sie stellen Meinungsäusserungen der Verwaltung 

über die Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen dar (BGE 128 I 167 E. 4.3 und 121 

II 473 E. 2b). Die Weisungen zum Umgang mit Plagiaten stellt eine solche Verwaltungsverordnung 

dar (vgl. auch Entscheid der Bildungs- und Kulturdirektion 2019.ERZ.6457 vom 15. Januar 2020, 

E. 1.1 und 2.2 [Hinweis in BVR 2021 S. 126]). 

2.5 Würdigung 

2.5.1 Vorliegen einer Unredlichkeit 

Ausgangspunkt jeder disziplinarischen Massnahme ist ein Disziplinarfehler. Der zu disziplinierende 

Schüler hat mit einer ihm zurechenbaren Handlung oder – sofern eine Handlungspflicht besteht – einer 

Unterlassung gegen eine aus dem Schulverhältnis fliessende Pflicht verstossen. Er hat sich nicht an 

die Hausordnung der Schule gehalten, hat einer Aufforderung einer Lehrperson nicht Folge geleistet 

oder ist in einer anderen Art und Weise den schulischen Pflichten nicht genügend nachgekommen. 

Die Disziplinarmassnahme – als Folge des Pflichtverstosses – soll vorab die objektive Schwere des 

begangenen Disziplinarfehlers widerspiegeln. Zu berücksichtigen ist insbesondere, ob es sich um ei-

nen einmaligen Verstoss handelt oder der Schüler bereits mehrfach undiszipliniert gehandelt hat. We-

sentlicher Einfluss auf die Beurteilung des Verstosses ist den betroffenen Rechtsgütern beizumessen: 

Regelverstösse, die sich direkt auf Individualrechte – insbesondere die Persönlichkeitsrechte wie phy-

sische und psychische Integrität – der Lehrpersonen, Mitschüler oder sonstigen involvierten Drittper-

sonen auswirken, wiegen schwerer als solche ohne individualrechtliche Berührungspunkte. Neben der 

objektiven Schwere beeinflusst auch der Grad der Vorwerfbarkeit des pflichtwidrigen Verhaltens – 

mithin das Verschulden der Betroffenen – die Gewichtung des Disziplinarfehlers (Rahel Rohr, Der 

disziplinarische Schulausschluss, Zürich/St. Gallen 2010, S. 169 f.). 

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Ein Plagiat alleine ist als schwerer Disziplinarverstoss zu qualifizieren, wenn praktisch der ganze Auf-

satz kopiert oder unkorrekt zitiert wird. Dies bereits deshalb, da dabei die Arbeit des wahren Urhebers 

als die eigene ausgegeben wird. Mit dem Plagiat erspart sich der Beschwerdeführer zudem Arbeit, 

versucht, sich in einem besseren Licht zu präsentieren und kann so ohne grossen eigenen Aufwand 

sein Studium vorantreiben. Diese Beweggründe wirken sich negativ aus (Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts A-4236/2008 vom 1. April 2009, E. 7.8.3). In Plagiatsfällen an Universitäten sind die 

Hochschulinteressen wesentlich tangiert, da die Einreichung eines Plagiats den Versuch darstellt, die 

Zulassung zum Universitätsabschluss mit unerlaubten Mitteln zu erlangen. Die Aufdeckung derartiger 

Machenschaften bedeutet zudem für die involvierten Personen einen erheblichen Mehraufwand, der 

unnötige Arbeitsstunden generiert. Des Weiteren sind auch die Interessen der Öffentlichkeit tangiert, 

da ein Plagiat (sofern es unentdeckt bleibt) mittelbar den Erwerb eines akademischen Titels ermög-

licht, der auf diese Weise nicht hätte erlangt werden dürfen (Gian Martin, Universitäres Disziplinarrecht 

– unter besonderer Berücksichtigung der Handhabung von Plagiaten, in: AJP 2007 S. 481). Diese 

Ausführungen beziehen sich zwar auf Hochschulen, sie müssen aber auch für Berufsbildung gelten, 

weil auch an einer Berufsfachschule nicht erlaubt sein darf, Arbeiten von anderen Personen als die 

eigenen auszugeben und sich entsprechend unrechtmässig geistiges Eigentum anderer anzueignen, 

zudem fliesst die Note für die IDPA zur Hälfte in die Note für das interdisziplinäre Arbeiten ein, welche 

für das Bestehen der Berufsmaturität mitentscheidend ist (Art. 24 Abs. 5 und Art. 25 Abs. 1 BMV) 

(vgl. Entscheid der Erziehungsdirektion 2019.ERZ.5955 vom 19. Dezember 2019, E. 2.4.1 zu Plagia-

ten an Mittelschulen). 

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass jede wissenschaftliche Arbeit, bei welcher wesentliche Ele-

mente aus nicht genannten Quellen stammen oder der in der Rechtswissenschaft üblichen Art des 

Zitierens in keiner Weise entsprechen, als disziplinarrechtlich relevantes Plagiat zu bezeichnen ist. Für 

die Beurteilung massgebend sind qualitative und quantitative Kriterien. Insofern lösen drei fehlende 

Quellenangaben in einer Dissertation von 250 Seiten kein Disziplinarverfahren aus, 20 mittels Satz-

umstellung oder sogar wörtlich von fremden Autoren übernommene Seiten ohne Quellenangabe in 

einer Seminararbeit von insgesamt 35 Seiten hingegen schon (Gian, S. 484). Im Entscheid der Erzie-

hungsdirektion 320.04/05 vom 11. August 2005, E. 2c, wurde das Einreichen von zwei Arbeiten, wel-

che nicht oder nur teilweise von einem Schüler der Fachmittelschule selber verfasst wurden, als 

schwerwiegende Disziplinarverstösse qualifiziert. Auch im Fall einer Dissertation, welche elf falsche 

und sieben gänzlich fehlende Quellenangaben beinhaltete und in welcher zudem mit Primärdaten 

nicht korrekt umgegangen worden war, ging die Erziehungsdirektion von einem schweren Verstoss 

aus (Entscheid der Erziehungsdirektion 400.02/13 vom 15. November 2013, E. 2.2.5). Ebenfalls von 

einem schweren Verstoss gegen die Schulordnung ist die Erziehungsdirektion ausgegangen, als im 

Rahmen einer Prüfung während des Semesters eine Person ein Essay abgegeben hatte, der gröss-

tenteils kopiert worden war (Entscheid der Erziehungsdirektion 2019.ERZ.5955 vom 19. Dezember 

2019, E. 2.4.1). 

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Es ist unbestritten geblieben, dass die Plagiatssoftware bei 57 der 183 Sätze der IDPA, was 31,15 

Prozent des Textes der 19-seitigen IDPA ausmacht, festgestellt hat, dass sie in anderen Dokumenten 

vorkommen. Ebenfalls ist unbestritten, dass die Autorinnen der IDPA diese Sätze nicht mit Quellen-

angaben versehen haben. Mit Blick auf die Rechtsprechung liegt damit eine Unredlichkeit im Sinne 

von Art. 83 Abs. 2 und 3 BerV vor. 

Weiter ist zu prüfen, wie schwer der Verstoss gegen die Prüfungsordnung wiegt. Es ist unbestritten 

geblieben, dass es sich vorliegend um ein Vollplagiat im Sinne der Weisungen der KBMK handelt. Es 

wurden namhafte Bestandteile der IDPA aus Texten, die im Internet publiziert wurden, entnommen 

und keine Quellen angegeben. Die Schwere eines Verstosses gegen die Disziplinarordnung misst sich 

an den Umständen des Einzelfalls (Entscheid der Bildungs- und Kulturdirektion 2019.ERZ.497 vom 

29. Januar 2020, E. 2.2 mit Hinweis auf die Rechtsprechung). Mit der Einordnung als Vollplagiat alleine 

kann jedoch noch nicht auf die Schwere des Verstosses gegen die Prüfungsordnung und damit auf 

die Konsequenzen geschlossen werden. Insofern ist fraglich, ob die Kategorisierung in Teil- und Voll-

plagiate, wie sie in den Weisungen der KBMK vorgenommen wird, dem Einzelfall gerecht werden 

kann. Für die Gewichtung des Verstosses sind jedenfalls auch die nachfolgenden Überlegungen ein-

zubeziehen. Vorliegend handelt es sich um eine vergleichsweise kurze Arbeit, wobei sich die kopierten 

und nicht mit Quellenangaben versehenen Textstellen über die ganze Arbeit verteilen (Beilage 3 zur 

Stellungnahme der KBMK). Zudem wurde diese kurze Arbeit durch zwei Autorinnen verfasst. Es kann 

deshalb und auf Grund der Aussagen von C___ und der Beschwerdeführerin am Gespräch vom 

14. Dezember 2021 (Gesprächsprotokoll vom 15. Dezember 2021 [Beilage 5 zur Stellungnahme der 

KBMK]) nicht davon ausgegangen werden, dass die Plagiate Flüchtigkeitsfehler darstellen. Mit Blick 

auf die Rechtsprechung ist auf Grund der Anzahl plagiierten Textpassagen bezogen auf den kurzen 

Text von einem schweren Verstoss gegen die Prüfungsordnung auszugehen. Diese Einordnung recht-

fertigt sich zudem durch den Umstand, dass die IDPA Teil der Berufsmaturitätsprüfung ist und damit 

für das Bestehen der Berufsmaturität mitentscheidend ist. 

Schliesslich ist streitig, ob die plagiierten Stellen von der Beschwerdeführerin zu verantworten sind. 

Deshalb ist zu prüfen, ob der Einzelbeitrag der Beschwerdeführerin bei der gemeinsamen Bearbeitung 

des Themas eindeutig abgrenzen lässt. Zunächst ist festzuhalten, dass die Richtlinien für die IDPA 

der F___ AG vom November 2019 (Beilage 6 zur Stellungnahme) im Grundsatz keine solche Auftei-

lung kennt, da festgehalten ist, dass die Gruppenarbeiten nur mit einer Note bewertet werden (Richt-

linien, S. 17). Den Selbstreflexionen vom 17. und 18. September 2021 (Beilagen 8 und 9 zur Stellung-

nahme der KBMK) kann nicht eindeutig entnommen werden, ob eine Aufteilung vorgenommen wurde. 

Einerseits wird festgehalten, dass die Autorinnen alles zusammen gemacht hätten, anderseits wird 

festgehalten, dass zunächst getrennt gearbeitet und am Schluss die Arbeit zusammen fertig gestellt 

worden sei. In jedem Fall kann aus den Selbstreflexionen nicht geschlossen werden, wie die Arbeit 

aufgeteilt wurde. Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Erklärung vom 18. September 2021 (Beilage 

7 zur Stellungnahme der KBMK), die unter anderem festhält, dass die Beschwerdeführerin die Arbeit 

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selbstständig verfasst und die benutzten Quellen angegeben hat, von der Beschwerdeführerin unter-

zeichnet wurde und sich auf die gesamte Arbeit bezieht. Aus diesen Umständen kann geschlossen 

werden, dass keine klare Arbeitsaufteilung gemacht wurde. Dies deckt sich mit den Aussagen von 

C___ und der Beschwerdeführerin im Rahmen des rechtlichen Gehörs. Sie gaben beide zu, dass sie 

längere Textpassagen aus anderen Quellen übernommen hatten, ohne diese Quellen zu bezeichnen 

(Gesprächsprotokoll vom 15. Dezember 2021 [Beilage 5 zur Stellungnahme der KBMK]). Zwar be-

hauptet die Beschwerdeführerin, dass sie nur die in der Beilage 10 der Stellungnahme markierten 

Passagen der IDPA verfasst habe (und damit keine plagiierten Textpassagen von ihr stammen wür-

den), doch sie belegt dies nicht weiter. Zudem hat die Beschwerdeführerin die behauptete Arbeitstei-

lung erst mitgeteilt, nachdem die Beschwerdeführerin Einsicht in die Auswertung der IDPA durch die 

Plagiatssoftware hatte. Sie kannte somit die Passagen, in denen die plagiierten Stellen gefunden wor-

den waren. Zwar bestätigt die Co-Autorin, dass sie die plagiierten Textstellen zu verantworten hat. 

Dennoch bleibt folgender Umstand zu berücksichtigen: Die Beschwerdeführerin hat selbst angegeben 

(Beilage 10 der Stellungnahme), dass sie das Quellenverzeichnis und das Abbildungsverzeichnis (für 

die gesamte IDPA) erstellt hat. Es ist wenig glaubhaft, dass die Erstellung der Verzeichnisse ohne 

Absprachen möglich gewesen wäre, da gemäss der Darstellung der Beschwerdeführerin (Beilage 10 

zur Stellungnahme) der überwiegende Teil der schriftlichen Arbeit von C___ stammen soll. Auf Grund 

dieser Erwägungen ist davon auszugehen, dass sich kein Einzelbeitrag der Beschwerdeführerin bei 

der gemeinsamen Bearbeitung des Themas eindeutig abgrenzen lässt. Damit ist die festgestellte Un-

redlichkeit auch der Beschwerdeführerin zuzurechnen. 

2.5.2 Verhältnismässigkeit 

Jedes staatliche Handeln ist an den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Verhältnismässigkeit ge-

bunden (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 [BV; SR 101]; vgl. Benjamin Schindler, in: St. Galler Kommentar zu Art. 5 BV, Rz. 49). Eine 

Verwaltungsmassnahme ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung verhältnismässig, 

wenn sie sich als zur Erreichung des im öffentlichen Interesse liegenden angestrebten Ziels geeignet, 

erforderlich und zumutbar erweist (BGE 129 I 35 E. 10.2). Die Disziplinarmassnahme muss geeignet 

sein, die Erfüllung der Dienstpflicht sowie das gute Funktionieren und die Vertrauenswürdigkeit der 

Verwaltungsbehörden sicherzustellen. Bei der Wahl der zur Erreichung dieses Zwecks erforderlichen 

Massnahme steht der Behörde ein gewisses Ermessen zu. Sie berücksichtigt dabei objektive und 

subjektive Elemente und kann auf Grund des Opportunitätsprinzips auch ganz auf die Verhängung 

einer Massnahme verzichten, wenn sie zum Schluss kommt, der Zweck des Disziplinarrechts verlange 

keine Sanktion (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, 

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Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 1517). Die Disziplinarmassnahme hat weiter in einem angemessenen Ver-

hältnis zur Pflichtverletzung zu stehen (Pierre Tschannen/Ulrich Zimmerli/Markus Müller, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 4. Auflage, Bern 2014, S. 334). 

Die Ungültigerklärung der IDPA ist geeignet, den geordneten Ablauf der Berufsmaturitätsprüfungen 

sicherzustellen und wirkt präventiv-erzieherisch. Wie dargelegt, liegt eine Unredlichkeit vor. Die Erfor-

derlichkeit der Massnahme ergibt sich aus folgenden Überlegungen: Die Unredlichkeit wiegt mit Blick 

auf den Einbezug der Bewertung der IDPA in den Berufsmaturitätsabschluss schwer. Damit ist die 

Massnahme erforderlich, um eine genügende Warnwirkung zu erzielen. Zwar sieht die Berufsbildungs-

gesetzgebung mildere Disziplinarmassnahmen vor, wie die Überarbeitung der Arbeit oder den Noten-

abzug. Beide Massnahmen sind im vorliegenden Fall nicht sinnvoll anwendbar, da die plagiierten Text-

passagen über die gesamte IDPA verteilt sind. Es lässt sich nicht ohne Weiteres ein Teil der Arbeit 

abgrenzen, der die Leistung der Beschwerdeführerin umfasst, die tatsächlich bewertbar ist. Dies ist 

offenbar auch der Beschwerdeführerin klar, da sie die Einreichung einer neuen IDPA selbst beantragt. 

Die Ungültigkeit der IDPA ist schliesslich auch zumutbar, obwohl die Beschwerdeführerin die Ausbil-

dung dadurch erst ein halbes Jahr später abschliessen kann. Diese Frist ist vergleichbar, mit der Ver-

längerung der Ausbildung, wenn sie einen anderen Prüfungsteil der Berufsmaturität nicht bestanden 

hätte und wiederholen müsste. Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin Schulkosten für ein 

weiteres Semester tragen muss, wenn sich ihr Abschluss verzögert. Die Höhe des Schulgeldes hängt 

jedoch damit zusammen, dass sie den Bildungsgang an einer Privatschule absolviert. Es wäre sach-

lich nicht zu rechtfertigen, die Höhe der Schulkosten massgeblich zu berücksichtigen, da sie beim 

Absolvieren des Bildungsgangs an einer öffentlichen Schule nicht in dieser Höhe anfallen. Damit er-

weist sich die Ungültigkeit der IDPA auch in dieser Hinsicht als verhältnismässig. 

Zusammenfassend ist die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen. 

3. Verfahrens- und Parteikosten 

Infolge Unterliegens im Beschwerdeverfahren hat die Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten, be-

stimmt auf 400 Franken, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 der Ver-

ordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung [GebV; BSG 154.21]). Es 

sind keine Parteikosten zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). 

Aus diesen Gründen entscheidet die Bildungs- und Kulturdirektion: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

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2.  

Die Kosten des Verfahrens vor der Bildungs- und Kulturdirektion, bestimmt auf 400 Franken, werden 

A___ zur Bezahlung auferlegt. 

3.  

Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4.  

Zu eröffnen: 

‒ Rechtsanwalt B___ (Einschreiben) 

‒ Kantonale Berufsmaturitätskommission, Berner Fachhochschule, Geschäftsstelle Berufsmatu-

rität, Falkenplatz 24, 3012 Bern (Einschreiben) 

und mitzuteilen: 

‒ F___ AG  

‒ Mittelschul- und Berufsbildungsamt (zur Kenntnisnahme) 

 

Bildungs- und Kulturdirektion 

 

 

 

 

Christine Häsler 

Regierungsrätin 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Zustellung schriftlich und begründet beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, Speichergasse 12, 

3011 Bern, Beschwerde geführt werden.