# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 453e8fb7-403d-53fe-874f-7385f4befbc8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 03.05.2010 BZ.2009.104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BZ-2009-104_2010-05-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BZ.2009.104

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 03.05.2010

Entscheiddatum: 03.05.2010

Entscheid Kantonsgericht, 03.05.2010
Art. 75, 257d, 266l OR. Ausserordentliche Kündigung des Mietverhältnisses 
durch den Vermieter wegen Rückstands des Mieters mit der Bezahlung des 
Saldos aus der Heiz- und Nebenkostenabrechnung. - Eine Nachforderung für 
Heiz- und Nebenkosten wird mit der Übergabe der Abrechnung fällig; zu 
einem Zahlungsrückstand führt aber erst deren Nichtbezahlung innert der 
Zahlungsfrist, die mangels anderer Abrede oder Einräumung einer längeren 
Frist 30 Tage beträgt. Der Umstand, dass der Mieter die Abrechnung 
bestreitet, verhindert den Eintritt des Zahlungsrückstands nicht; vielmehr ist 
zusätzlich der Rechnungsbetrag - soweit er nicht ohnehin anerkannt und 
bezahlt wird - vor Ablauf der Zahlungsfrist zu hinterlegen. - Im konkreten Fall 
hatte die Mieterin innerhalb der Zahlungsfrist die Schlichtungsstelle 
angerufen und um Überprüfung der Heiz- und Nebenkostenabrechnung 
ersucht. Da sie die geforderte Nachzahlung nur zum Teil bestritt und den 
anerkannten - und damit ausgewiesenen - Teilbetrag weder innerhalb der 
Zahlungsfrist noch innert der mit der Mahnung/Kündigungsandrohung 
angesetzten Nachfrist bezahlte, geriet sie in Zahlungsverzug und war die 
Vermieterin nach Ablauf der Nachfrist zur ausserordentlichen Kündigung 
berechtigt.  - Mit der Zustellung des Kündigungsformulars an den Anwalt der 
Mieterin wurde die Kündigung im konkreten Fall gültig ausgesprochen, da 
die Vermieterin aufgrund der Umstände in guten Treuen annehmen durfte, 
dieser sei zu deren Entgegennahme ermächtigt (Kantonsgericht St. Gallen, 
III. Zivilkammer, 3. Mai 2010, BZ.2009.104).

Erwägungen

 

I.

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1.    Die Parteien schlossen am 21. November 2002 einen Mietvertrag über das Hotel/

Restaurant X. Sie einigten sich auf einen monatlichen Mietzins von Fr. 3'600.- und eine 

monatliche Akontozahlung für die Nebenkosten von Fr. 600.-, wobei letztere später 

einvernehmlich auf Fr. 800.- erhöht wurde (kläg. act. 1, 4 und kläg. act. 6).

2.    Mit Brief vom 30. September 2008 sandte die Klägerin der Beklagten die Heiz- und 

Nebenkostenabrechnung für den Zeitraum 1. Juli 2007 bis 30. Juni 2008, aus der sich 

ein Saldo zu ihren Gunsten von Fr. 7'797.60 ergab; zugleich räumte sie der Beklagten 

eine Zahlungsfrist von 30 Tagen ein (kläg. act. 10 und bekl. act. 13). Die Beklagte 

bezahlte die Nachforderung nicht. Stattdessen gelangte sie mit einer Eingabe vom 

31. Oktober 2008 an die Schlichtungsstelle für Miet- und Pachtverhältnisse und stellte 

sinngemäss den Antrag, die Abrechnung sei auf ihre Übereinstimmung mit dem 

Mietvertrag und den Berechnungsgrundlagen sowie in Bezug auf die angewandten 

Verteilschlüssel zu überprüfen. Zugleich stellte sie eine Ergänzung ihrer Eingabe in 

Aussicht (bekl. act. 14).

Mit eingeschriebenem Brief vom 3. November 2008 mahnte die Klägerin - die vom 

eingeleiteten Schlichtungsverfahren noch keine Kenntnis hatte - die Beklagte für den 

ausstehenden Saldo aus der Heiz- und Nebenkostenabrechnung 2007/08 und drohte 

ihr gestützt auf Art. 257d OR unter Ansetzung einer Zahlungsfrist von 30 Tagen die 

Kündigung an (kläg. act. 11). In der Folge informierte der Vertreter der Beklagten die 

Klägerin mit Brief vom 7. November 2008 über das eingeleitete Schlichtungsverfahren, 

wobei er den Standpunkt vertrat, die Kündigungsandrohung sei damit gegenstandslos 

(bekl. act. 18). Am 18. November 2008 reichte die Beklagte bei der Schlichtungsstelle 

die angekündigte Ergänzung ihrer Eingabe vom 31. Oktober 2008 ein (kläg. act. 12 = 

bekl. act. 28 und kläg. act. 15). Mit Brief vom 20. November 2008 teilte in der Folge 

(auch) die Schlichtungsstelle der Klägerin mit, die Beklagte habe die Heiz- und 

Nebenkostenabrechnung 2007/08 "am 31. Oktober 2008 bzw. 18. November 2008 

(Ergänzung)" angefochten (kläg. act. 13). Die Schlichtungsverhandlung vom 

8. Dezember 2008 führte zu keiner Einigung (kläg. act. 15). Obschon die Beklagte - der 

insoweit die Klägerrolle zugekommen wäre (vgl. anstelle vieler: Peter Higi, Zürcher 

Kommentar, N 47 ff. zu Art. 274f OR und Lachat/Püntener, Mietrecht für die Praxis, 8. 

Aufl., N 5/3.2.1) - darauf verzichtete, innert der im Schlichtungsprotokoll angesetzten 

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Frist bis 7. Januar 2009 den Richter anzurufen, bezahlte sie den Saldo aus der Heiz- 

und Nebenkostenabrechnung 2007/08 vorerst nicht.

Am 23. Januar 2009 (Postaufgabe) kündigte die Klägerin das Mietverhältnis unter 

Verwendung des amtlichen Formulars gestützt auf Art. 257d OR auf den 28. Februar 

2009 (kläg. act. 14 und bekl. act. 4). Das Originalformular sandte sie an die Adresse 

"Hotel X, c/o Rechtsanwalt Y

[= Anwalt der Mieterin]", wo es am 26. Januar 2009 einging. Anfangs Februar 2009 

stellte sie zudem eine Kopie davon der Beklagten zu (bekl. act. 10-12). Ebenfalls 

anfangs Februar 2009 teilte die Beklagte der Klägerin - unter Hinweis auf ein 

Vergleichsangebot, welches sie dieser an der Schlichtungsverhandlung unterbreitet 

hatte (vgl. dazu bekl. act. 8, 4 und 9, 4) - mit, dass sie die Nachforderung aus der Heiz- 

und Nebenkostenabrechnung 2007/08 im Umfang von Fr. 2'892.75 anerkenne, wobei 

sie diesen Betrag mit einem (nicht umstrittenen) Gegenanspruch von Fr. 1'133.90 

verrechnete und der Klägerin den Restbetrag von Fr. 1'758.85 am 11. Februar 2009 

überwies (kläg. act. 16; bekl. act. 8, 4 und 9, 4; bekl. act. 29).

In der Folge gelangte die Beklagte mit zwei Eingaben vom 24. Februar 2009 (betreffend 

die Kündigung mit dem Originalformular) und 6. März 2009 (betreffend die Kündigung 

mit der Kopie) an die Schlichtungsstelle mit dem Antrag, es sei festzustellen, dass die 

Kündigung nichtig sei, eventuell sei die ausserordentliche Kündigung aufzuheben (bekl. 

act. 8 und 9). An der Schlichtungsverhandlung vom 27. April 2009 kam es zu keiner 

Einigung, worauf die Schlichtungsstelle gleichentags entschied, die "ausgesprochene 

Kündigung" sei zwar "grundsätzlich gültig" (Ziffer 1), die "ausserordentliche 

Kündigung" werde indes "aufgehoben" (Ziffer 2; Schlichtungsprotokolle vi-act. 1a und 

bekl. act. 1 und 2, versandt am 7. Mai 2009).

3.    Mit Eingabe vom 9. Juni 2009 gelangte daraufhin die Klägerin fristgerecht an den 

Einzelrichter des Kreisgerichts mit dem Antrag, Ziffer 2 des Entscheids der 

Schlichtungsstelle sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass das Mietverhältnis per 

28. Februar 2009 beendet worden sei (vi-act. 1 = Klage). Mit Eingabe vom 27. Juli 2009 

ersuchte die Beklagte um Feststellung, dass die ausserordentliche Kündigung nichtig 

sei, eventuell sei die Klage abzuweisen (vi-act. 6). Der Einzelrichter wies die Klage mit 

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Entscheid vom 25. September 2009 (begründet versandt am 9. November 2009) ab. 

Die Gerichtskosten von Fr. 1'800.- auferlegte er unter Anrechnung der 

Einschreibgebühr der Klägerin. Zudem verpflichtete er die Klägerin, die Beklagte für 

deren Parteikosten mit Fr. 4'433.10 zu entschädigen (vi-act. 14 = Urteil). In den 

Erwägungen führte er aus, die Mahnung/Kündigungsandrohung vom 3. November 

2008 sei zwar, wie sich nachträglich gezeigt habe, gültig gewesen (Urteil, 4 ff. Erw. 4). 

Die Kündigung vom 23. Januar 2009 sei aber nichtig, da sie vor Ablauf der in der 

Kündigungsandrohung angesetzten 30-tägigen Zahlungsfrist ausgesprochen worden 

sei; diese habe nämlich erst nach Abschluss des Schlichtungsverfahrens bzw. nach 

Ablauf der von der Mieterin in der Folge nicht benützten Klagefrist, d.h. am 8. Januar 

2009 zu laufen begonnen (Urteil, 6 f. Erw. 5).

4.    Am 9. Dezember 2009 erhob die Klägerin die vorliegende Berufung mit dem 

Antrag, die Entscheide der Vorinstanz und der Schlichtungsstelle seien aufzuheben und 

es sei festzustellen, dass das Mietverhältnis am 28. Februar 2009 beendet worden sei 

(B/1 = Berufung). Mit Berufungsantwort vom 18. Januar 2010 liess die Beklagte 

beantragen, die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (B/9 = 

Berufungsantwort). Am 25. Januar 2010 reichte die Klägerin eine nachträgliche Eingabe 

ein (B/13).

 

II.

1.    Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese erfüllt sind (Art. 79, 224 f. und 229 ZPO). Auf die Berufung ist 

einzutreten. Für die Beurteilung zuständig ist die III. Zivilkammer (Art. 20 Abs. 1 lit. a 

ZPO, Art. 15 lit. d GO).

2.    Der Umstand, dass die Klägerin der Beklagten im Zusammenhang mit dem noch 

immer offenen Anteil ihrer Nachforderung aus der Heiz- und Nebenkostenabrechnung 

2007/08 (der mittlerweile Gegenstand eines weiteren Gerichtsverfahrens ist, vgl. bekl. 

act. 30) Ende Oktober 2009 - offensichtlich vorsorglich - erneut die ausserordentliche 

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Kündigung androhte (vgl. bekl. act. 29), macht das vorliegende Berufungsverfahren 

entgegen der Ansicht der Beklagten (Berufungsantwort, 3) nicht gegenstandslos.

3.    Ob die nachträgliche Eingabe der Klägerin vom 25. Januar 2010 zulässig ist (vgl. 

Art. 164 ZPO) kann offen bleiben, da sie für den Ausgang des Verfahrens nicht relevant 

ist.

 

III.

1.    Ist der Mieter von Wohn- oder Geschäftsräumen mit der Zahlung fälliger Mietzinse 

oder Nebenkosten im Rückstand, so kann ihm der Vermieter schriftlich eine 

Zahlungsfrist von mindestens 30 Tagen ansetzen mit der Androhung, dass das 

Mietverhältnis bei unbenütztem Ablauf der Frist gekündigt werde. Bezahlt der Mieter 

innert der angesetzten Frist nicht, kann der Vermieter das Mietverhältnis mit einer Frist 

von mindestens 30 Tagen auf das Ende eines Monats ausserordentlich kündigen (Art. 

257d OR).

2.    Hier ist die Beklagte der Ansicht, sie habe sich im Zeitpunkt der Mahnung/

Kündigungsandrohung nicht im Zahlungsrückstand befunden, da sie nach Erhalt der 

Nachforderung für die Heiz- und Nebenkosten innerhalb der Zahlungsfrist die 

Schlichtungsstelle angerufen und die Abrechnung bestritten habe (Klageantwort, 5). 

Dazu fällt folgendes in Betracht:

a)    Neben dem Akonto- oder Pauschalbetrag für Heiz- und Nebenkosten kann nach 

herrschender Auffassung auch eine Nachforderung aus der Heiz- und 

Nebenkostenabrechnung Gegenstand eines Zahlungsrückstandes im Sinne von Art. 

257d OR sein (Higi, a.a.O., N 10 zu Art. 257d OR; SVIT-Kommentar, 3. Aufl., N 14 zu 

257d OR; Lachat/Béguin, Mietrecht für die Praxis, 8. Aufl., N 14/8.2 und 14/8.4; Lachat/

Spirig, Mietrecht für die Praxis, 8. Aufl., N 27/2.2.2). Die Nachforderung entsteht mit 

Ablauf der Abrechnungsperiode und wird gemäss Art. 75 und 257c OR mit der 

Übergabe der Abrechnung an den Mieter fällig (Higi, a.a.O., N 23 zu Art. 257a-257b 

OR; SVIT-Kommentar, N 4 zu Art. 257c OR). Zu einem den Vermieter zur Mahnung/

Kündigungsandrohung berechtigenden Zahlungsrückstand führt aber erst die 

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Nichtbezahlung innert der Zahlungsfrist, die in der Praxis mangels anderer Abrede oder 

Einräumung einer längeren Frist 30 Tage beträgt (vgl. zu letzterem Lachat/Béguin, 

a.a.O., N 14/8.3 und SVIT-Kommentar, N 14 zu Art. 257d OR). Dies - und nur dies - 

ergibt sich auch aus dem (soweit ersichtlich einzigen) einschlägigen Entscheid des 

Bundesgerichts vom 24. Juni 1998 (4C.479/ 1997, in: mp 2/99, 83 f. [= Teilübersetzung 

aus dem französischen Originaltext]). Soweit aus diesem Entscheid vereinzelt der 

Schluss gezogen wird, die Fälligkeit der Nachforderung trete erst nach Ablauf der 

Zahlungsfrist ein (so Leitsatz mp 2/99, 83 sowie SVIT-Kommentar, N 14 zu Art. 257d 

OR und wohl auch Lachat/ Béguin, a.a.O., N 14/8.4), ist dem nicht beizupflichten: Das 

Bundesgericht hält im erwähnten Entscheid nur (aber immerhin) fest, zur Bezahlung der 

Nachforderung räume die Lehre dem Mieter zu Recht eine Zahlungsfrist von 30 Tagen 

ein; es geht aber - unter Hinweis auf Art. 75 OR - ebenfalls vom Eintritt der Fälligkeit im 

Zeitpunkt der Übergabe der Abrechnung aus. Nicht geteilt werden kann sodann auch 

die in der Lehre vereinzelt vertretene Ansicht, der Eintritt eines Zahlungsrückstands 

werde verhindert, wenn der Mieter die Nebenkostenabrechnung innert der 30-tägigen 

Zahlungsfrist bestreite (vgl. Lachat/Béguin, a.a.O., N 14/8.2, N 14/8.4 und Lachat/

Spirig, a.a.O., N 27/2.2.2, welche sich freilich zur Frage, ob die Zahlungsfrist damit 

bloss zum Stillstand komme oder unterbrochen werde, nicht weiter äussern). Vielmehr 

ist es dem Mieter zuzumuten, dass er - auch wenn er die Heiz- und 

Nebenkostenabrechnung bestreitet und gerichtlich überprüfen lassen will - den 

Rechnungsbetrag, soweit er ihn nicht ohnehin anerkennt und bezahlt, vor Ablauf der 

30-tägigen Zahlungsfrist bei der Hinterlegungsstelle hinterlegt, wenn er einen zur 

Kündigung berechtigenden Zahlungsrückstand vermeiden will, wie es sich auch in 

vergleichbaren Fällen verhält, etwa dann, wenn er fällige Mietzinsschulden mit nicht 

liquiden Gegenforderungen verrechnen will. Im übrigen relativieren selbst Lachat/

Béguin und Lachat/Spirig ihre (hier nicht übernommene) Meinung dahingehend, als die 

Bestreitung der Nebenkostenabrechnung einen Zahlungsrückstand nur in dem Umfang 

zu verhindern vermöge, als die geforderte Nachzahlung auch wirklich umstritten sei 

(vgl. dieselben a.a.O.).

b)    Hier räumte die Klägerin der Beklagten zur Bezahlung der Nachforderung aus der 

Heiz- und Nebenkostenabrechnung 2007/08 - die sie offenbar am 30. September 2008 

versandte und am 1. Oktober 2008 bei der Beklagten eingetroffen ist (vgl. kläg. act. 10 

sowie bekl. act. 13 und 14, 1) - die gemäss Rechtsprechung übliche 30-tägige 

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Zahlungsfrist ein. Wenn und soweit die Nachforderung berechtigt war (dazu sogleich), 

wäre diese daher am 1. Oktober 2008 fällig geworden, womit die Beklagte - welche die 

Nachforderung innerhalb der Zahlungsfrist weder ganz noch teilweise beglich oder 

hinterlegte - ab dem 1. November 2008 im Zahlungsrückstand gewesen wäre, und 

zwar nach dem oben Gesagten (Erw. III.2 a) ungeachtet dessen, dass sie die 

Abrechnung mittels Anrufung der Schlichtungsstelle am 31. Oktober 2008 und damit 

noch vor Ablauf der Zahlungsfrist bestritt (vgl. zu letzterem Schlichtungsprotokoll 

kläg. act. 15, Art. 77 Abs. 1 Ziff. 3 OR, Art. 84 Abs. 2 GerG und Handbuch für das 

Vermittlungsverfahren N 182, wonach im Protokoll als Eingangsdatum das Datum des 

Poststempels zu vermerken ist).

Zu klären bleibt damit die Frage, ob im Zeitpunkt der Mahnung/Kündigungsandrohung 

vom 3. November 2008 aus der Heiz- und Nebenkostenabrechnung 2007/08 

tatsächlich eine Nachforderung - in welcher Höhe auch immer - bestand. In diesem 

Zusammenhang fällt folgendes in Betracht:

Den Eingaben an die Schlichtungsstelle vom 31. Oktober 2008 (bekl. act. 14) und 

17. November 2008 (bekl. act. 28) lässt sich nicht entnehmen, in welchem Umfang die 

Beklagte die Heiz- und Nebenkostenabrechnung 2007/08 bestreiten wollte. Die 

gestellten Anträge samt Begründung lassen aber keine Zweifel offen, dass sie nicht 

jegliche Nachzahlung ablehnte, sondern bloss eine Korrektur zu ihren Gunsten 

erreichen wollte. Demgemäss hat sie denn auch an der Schlichtungsverhandlung vom 

8. Dezember 2008 eine Nachzahlung von Fr. 2'892.75 anerkannt, wobei sie diesen 

Betrag im Februar 2009 teilweise mit einem Gegenanspruch verrechnete und im 

übrigen an die Klägerin überwies (vgl. bekl. act. 8, 4 und 9, 4, kläg. act. 16 und bekl. 

act. 29; oben Erw.I.2). Damit ergibt sich - auch ohne eine Überprüfung der umstrittenen 

Abrechnung - schon aus dem eigenen Verhalten der Beklagten implizit, dass im 

Zeitpunkt der Mahnung/Kündigungsandrohung vom 3. November 2008 durchaus ein 

Zahlungsrückstand mit fälligen Heiz- und Nebenkosten - wenn auch allenfalls nicht in 

der Höhe der vermieterseits geltend gemachten Nachzahlung - bestand. Damit und da 

eine Zahlung und/oder Hinterlegung auch innert der am 3. November 2008 angesetzten 

30-tägigen Nachfrist unterblieb, war die Klägerin nach deren Ablauf berechtigt, das 

Mietverhältnis ausserordentlich zu kündigen.

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3.    Die Beklagte machte im erstinstanzlichen Verfahren eventualiter geltend, die von 

der Klägerin ausgesprochene Kündigung sei auch gemäss Art. 271 ff. OR anfechtbar 

(Klageantwort, 10 f.). In diesem Zusammenhang fällt zunächst in Betracht, dass sich 

die Beklagte zum vornherein nicht auf die Anfechtungsgründe von Art. 271a Abs. 1 lit. 

d und e OR berufen kann, da dies bei einer Kündigung wegen Zahlungsrückstands von 

Gesetzes wegen ausgeschlossen ist (Art. 271a Abs. 3 lit. b OR). Soweit sich die 

Beklagte darüber hinaus auf eine Rachekündigung im Sinne von Art. 271a Abs. 1 lit. a 

OR beruft (Klageantwort, 11), steht dem zwar nicht entgegen, dass die Kündigung 

wegen Zahlungsrückstands erfolgte (vgl. Lachat/Thanei, Mietrecht für die Praxis, 

8. Aufl., N 29.1.5). Die Beklagte hat es indes versäumt, diesen Einwand auch nur 

ansatzweise zu begründen (vgl. Klageantwort, 11). Im übrigen wusste die Klägerin im 

Zeitpunkt, als sie die Mahnung/Kündigungsandrohung aussprach, noch nicht um das 

kurz zuvor eingeleitete Schlichtungsverfahren, weshalb ein missbräuchliches 

Kündigungsmotiv in dieser Hinsicht entfällt, und der blosse Umstand, dass es im Vor- 

und Umfeld der Kündigung zwischen den Parteien noch zu anderen Unstimmigkeiten 

kam (vgl. im einzelnen kläg. act. 6 bis 9 und bekl. act. 18 bis 27), genügt für sich allein - 

ohne zusätzliche Indizien - nicht, um auf eine Rachekündigung zu schliessen. Im 

Berufungsverfahren hat die Beklagte diesen Einwand denn auch zu Recht nicht mehr 

erneuert.

4.    Als unbegründet erweist sich schliesslich auch der Einwand der Beklagten, die am 

23. Januar 2009 erfolgte Kündigung sei nicht gültig ausgesprochen worden, weil die 

Klägerin das Original des Kündigungsformulars nicht an ihre Adresse, sondern an jene 

ihres Vertreters sandte: Eine Kündigung gilt (auch) dann als gültig zugestellt, wenn die 

Zustellung an einen Dritten erfolgt, sofern dieser zur Entgegennahme ermächtigt oder 

nach der Verkehrsauffassung als befugt und geeignet anzusehen ist, die Erklärung in 

Empfang zu nehmen (vgl. SVIT-Kommentar, N 5 Vorbem. zu Art. 266-266o OR, mit 

Hinweisen). Hier liess sich die Beklagte im Zusammenhang mit dem vorliegenden 

Mietverhältnis regelmässig durch ihren Anwalt vertreten, und dieser trat insbesondere 

auch bezüglich der umstrittenen Heiz- und Nebenkostenabrechnung 2007/08 sowohl 

gegenüber der Schlichtungsstelle (bekl. act. 14 und 28) wie auch gegenüber der 

Klägerin (bekl. act. 18) als deren Vertreter auf. Die Klägerin durfte daher in guten Treuen 

annehmen, dieser sei (auch) zur Entgegennahme einer allfälligen Kündigung 

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ermächtigt. Dass - bei dieser Sachlage - die Kündigungsfrist von Art. 257d Abs. 2 OR 

eingehalten wurde, bedarf keiner näheren Erörterung und ist auch unumstritten.

5.    Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Klägerin zur ausserordentlichen 

Kündigung des Mietverhältnisses berechtigt war und sich die Beklagte nicht auf eine 

missbräuchliche Kündigung im Sinne von Art. 271 f. OR berufen kann. Damit - und da 

die Kündigung auch gültig ausgesprochen wurde - ist die Berufung gutzuheissen und 

festzustellen, dass das Mietverhältnis am 28. Februar 2009 endete.

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