# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c880a513-b2f3-541b-a0b6-1029883f15e2
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-02
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 02.09.2025 WPR.2025.83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-83_2025-09-02.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.83 / Ch / vk / sa  
ZEMIS [***]; N [***] 

 

 

Urteil vom 2. September 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Ch. Huber, Vorsitz  

Gerichtsschreiberin i.V. Kuzmanović  

Rechtspraktikantin Angliker 

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

vertreten durch Marija Buzek, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von der Türkei  

z.Zt. im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft, 8058 Zürich 

amtlich vertreten durch lic. iur. Thomas Plüss, Rechtsanwalt, 

Zwischen den Toren 4, 5000 Aarau  

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste am 18. Juni 2010 in die Schweiz ein und 

heiratete am 20. August 2010 die Schweizer Staatsangehörige B._____ 

(Akten des Amts für Migration und Integration [MI-act. 82, 157 f.]). Die 

Ehegatten trennten sich am 16. November 2010 (MI-act. 145); am 

9. September 2013 wurde die Ehe geschieden (MI-act. 191 ff.). Nach der 

Scheidung wurde das Gesuch des Gesuchsgegners um Erneuerung der 

Aufenthaltsbewilligung abgewiesen und ihm eine Frist zur Ausreise aus der 

Schweiz bis zum 22. Juli 2014 gesetzt (MI-act. 82 f.). 

 

Am 29. September 2017 stellte die Schweizer Staatsangehörige C._____ 

ein Gesuch um Familiennachzug (MI-act. 173 ff.). Das Amt für Migration 

des Kantons Schwyz verfügte am 28. Dezember 2017, dass der 

Gesuchsgegner den Entscheid betreffend das Gesuch um Familien-

nachzug resp. Vorbereitung der Heirat im Ausland abzuwarten habe (MI-

act. 46 ff.). Zu einer Eheschliessung kam es in der Folge nicht. 

 

Am 5. Oktober 2023 stellte die Schweizer Staatsangehörige D._____ beim 

Amt für Migration und Integration Kanton Aargau (MIKA) ein Gesuch um 

Familiennachzug zwecks Vorbereitung der Heirat (MI-act. 21 ff.). Dem 

Gesuchsgegner wurde zu diesem Zweck am 27. Oktober 2023 vom MIKA 

eine Aufenthaltserlaubnis erteilt (MI-act. 195 f.). Daraufhin reiste der Ge-

suchsgegner am 17. November 2023 erneut in die Schweiz ein (MI-

act. 207) und heiratete am 29. November 2023 D._____ (MI-act. 200 ff.). 

Im Anschluss daran wurde das Gesuch um Familiennachzug bewilligt und 

dem Gesuchsgegner eine Aufenthaltsbewilligung erteilt (MI-act. 205). 

 

Der Gesuchsgegner wurde am 11. Dezember 2024 und am 24. Dezember 

2024 jeweils wegen häuslicher Gewalt vorläufig festgenommen (MI-

act. 236 ff., 248 ff.). Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau 

versetzte ihn nach der zweiten Festnahme am 27. Dezember 2024 

einstweilen bis zum 24. März 2025 in Untersuchungshaft (MI-act. 215 ff.). 

Diese wurde am 25. März 2025 bis zum 24. Juni 2025 verlängert (MI-

act. 255 ff.). Nach am 26. März 2025 erfolgter Anklageerhebung ordnete 

das Zwangsmassnahmengericht am 10. April 2025 eine Sicherheitshaft bis 

zum 26. Juni 2025 an (MI-act. 273 ff.). 

 

Mit Verfügung vom 2. Mai 2025 widerrief das MIKA die Aufenthaltsbewilli-

gung und wies den Gesuchsgegner aus der Schweiz und dem Schengen-

Raum weg. Es ordnete an, dass der Gesuchsgegner die Schweiz und den 

Schengen-Raum innert sieben Tagen nach Rechtskraft dieser Verfügung 

bzw. nach Entlassung aus der Sicherheitshaft (gegebenenfalls dem Straf-

vollzug) zu verlassen habe (MI-act. 278 ff.). Der Gesuchsgegner quittierte 

den Empfang der Verfügung am 5. Mai 2025 (MI-act. 288). 

 - 3 - 

 

 

 

Mit Urteil des Präsidiums des Familiengerichts Lenzburg vom 20. Mai 2025 

wurde die Ehe des Gesuchsgegners mit D._____ geschieden (MI-

act. 289 f.). Am 28. Mai 2025 wurde der Gesuchsgegner aus der Haft 

entlassen (MI-act. 291 f.). Das MIKA forderte den Gesuchsgegner in der 

Folge mit Schreiben vom 18. Juni 2025 auf, die Schweiz bis zum 25. Juni 

2025 zu verlassen (MI-act. 307). Gleichentags quittierte er den Empfang 

dieses Schreibens (MI-act. 309). Daraufhin war der Gesuchsgegner ab 

dem 26. Juni 2025 unbekannten Aufenthalts (MI-act. 311), weshalb er am 

27. Juni 2025 im RIPOL ausgeschrieben wurde (MI-act. 310). 

 

Am 30. August 2025 um 12.05 Uhr wurde der Gesuchsgegner von der 

deutschen Bundespolizei am Grenzübergang Basel-Hiltalingerstrasse im 

Tram bei der Ausreise aus der Schweiz kontrolliert und um 17.15 Uhr dem 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) übergeben. Um 18.30 Uhr 

wurde er in Rheinfelden der Kantonspolizei Aargau übergeben und von 

dieser auf Anordnung des MIKA vorläufig festgenommen (MI-act. 312 ff., 

323 ff.). 

 

B. 

Am 31. August 2025 wurde dem Gesuchsgegner durch das MIKA das 

rechtliche Gehör betreffend die Wegweisung aus der Schweiz und dem 

Schengen-Raum sowie die Anordnung einer Ausschaffungshaft gewährt, 

wobei der Gesuchsgegner ein Asylgesuch stellte (MI-act. 337 ff.). Im 

Anschluss an die Befragung wies das MIKA den Gesuchsgegner aus der 

Schweiz und dem Schengen-Raum weg (MI-act. 333 ff.) und eröffnete ihm 

die Anordnung der Ausschaffungshaft wie folgt (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 30. August 2025, 17:15 Uhr. Sie wird in Anwendung 
von Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 29. November 2025, 12.00 Uhr, 
angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut vollzogen. Soweit für die Befragung 
oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaf-
tierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des Verwal-

tungsgerichts wurden Marija Buzek für das MIKA und der Gesuchsgegner 

befragt. 

 

 - 4 - 

 

 

D. 

Das MIKA beantragte die Bestätigung der Haftanordnung (Protokoll S. 4, 

act. 1 ff.). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 5, act. 42): 

 

1. 
Die Haftanordnung der Gesuchstellerin vom 30. August 2025 sei aufzu-
heben und der Gesuchsgegner sei mit sofortiger Wirkung aus der Haft zu 
entlassen. 
 
2. 
Eventuell sei die Haftentlassung mit Auflagen zu verbinden. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemes-

senheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft aufgrund 

einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 80 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die Haftüberprüfungsfrist be-

ginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen 

Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2 b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 30. August 2025, 

17.15 Uhr, angehalten. Die mündliche Verhandlung begann am 2. Septem-

ber 2025, 11.30 Uhr; das Urteil wurde um 12.15 Uhr eröffnet. Die richter-

liche Haftüberprüfung erfolgte somit innerhalb der Frist von 96 Stunden. 

 

II. 

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landes-

verweisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist bei 

migrationsamtlichen Wegweisungen gemäss § 13 Abs. 1 EGAR und bei 

Landesverweisungen gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von 

 - 5 - 

 

 

Strafen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugsver-

ordnung, SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den Gesuchs-

gegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug sicher-

stellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche Lan-

desverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG). Mit Verfügung 

vom 31. August 2025 wies das MIKA den Gesuchsgegner aus der Schweiz 

und dem Schengen-Raum weg (MI-act. 333 ff.). Diese Verfügung wurde 

dem Gesuchsgegner gleichentags eröffnet (MI-act. 336). Damit liegt ein 

rechtsgenüglicher Wegweisungsentscheid vor. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist.  

 

Es sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaffungsmöglichkeit 

des Gesuchsgegners in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel 

aufkommen lassen würden. Daran vermag nichts zu ändern, dass der 

Gesuchsgegner anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 

31. August 2025 ein Asylgesuch gestellt hat. Dieses Asylgesuch wurde 

vom MIKA umgehend mit der Bitte um dringliche Behandlung an das SEM 

weitergeleitet (Protokoll S. 2, act. 33). Deshalb ist davon auszugehen, dass 

das Asylverfahren in absehbarer Zeit abgeschlossen und die Ausschaffung 

innert der gesetzlich vorgesehenen Haftdauer vollzogen werden kann (vgl. 

BGE 125 II 377 Erw. 5b, 140 II 409 Erw. 2.3.3).  

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Art. 47 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

(AsylG, SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzes-

bestimmung konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person 

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der Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige Anhalts-

punkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung entziehen 

und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der Weg-

weisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kom-

mentar Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE 

SERT, in: Caroni/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Aus-

länder- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl., Bern 2024, N. 17 zu Art. 76). 

 

Der Gesuchsgegner ist aufgrund der Wegweisungsverfügungen des MIKA 

vom 2. Mai 2025 sowie vom 31. August 2025 verpflichtet, die Schweiz zu 

verlassen (MI-act. 278 ff., 333 ff.). Anlässlich der Gewährung des rechtli-

chen Gehörs durch das MIKA erklärte sich der Gesuchsgegner am 

31. August 2025 nicht bereit, die Schweiz in Richtung Türkei zu verlassen 

(MI-act. 339). Auch an der heutigen mündlichen Verhandlung gab der 

Gesuchsgegner an, er wolle nicht in die Türkei zurückkehren (Protokoll 

S. 3 f., act. 34 f.). In der stetigen Weigerung, der Ausreisepflicht nachzu-

kommen ist ein klares Anzeichen dafür zu erkennen, dass sich der 

Gesuchsgegner der Ausschaffung entziehen will. Hinzu kommt, dass der 

Gesuchsgegner bis zu seiner Anhaltung durch die deutsche Bundespolizei 

am 30. August 2025 unbekannten Aufenthalts war, nachdem er vom MIKA 

mit Schreiben vom 18. Juni 2025 zur Ausreise bis am 25. Juni 2025 

aufgefordert worden war. 

 

Nach dem Gesagten steht im vorliegenden Fall fest, dass beim Gesuchs-

gegner klare Anzeichen für eine Untertauchensgefahr bestehen. Es ist 

unter diesen Umständen nicht davon auszugehen, dass er nach einer Ent-

lassung aus der Ausschaffungshaft die Schweiz auf direktem Weg freiwillig 

in Richtung Türkei verlassen würde. Damit ist der Haftgrund von Art. 76 

Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG erfüllt. 

 

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3.2. 

Ein weiterer Haftgrund besteht gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. 

Art. 75 Abs. 1 lit. f AIG zudem, wenn sich ein Betroffener rechtswidrig in der 

Schweiz aufhält, ein Asylgesuch einreicht und damit offensichtlich be-

zweckt, den drohenden Vollzug seiner Weg- oder Ausweisung zu ver-

meiden. Ein solcher Zweck ist zu vermuten, wenn eine frühere Einreichung 

des Asylgesuchs möglich und zumutbar war und wenn das Gesuch unter 

anderem in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit einer Wegwei-

sungsverfügung eingereicht wurde.  

 

Der Gesuchsgegner verfügt über keinen Aufenthaltstitel mehr und hätte die 

Schweiz bis am 25. Juni 2025 verlassen müssen (MI-act. 307). Somit hält 

er sich seit diesem Zeitpunkt rechtswidrig in der Schweiz auf. Der Gesuchs-

gegner hat sein Asylgesuch am 31. August 2025 anlässlich des durch das 

MIKA gewährten rechtlichen Gehörs zur Anordnung einer Wegweisung 

sowie Anordnung einer Ausschaffungshaft eingereicht. Die Einreichung 

des Asylgesuchs steht damit in einem auffälligen zeitlichen und sachlichen 

Konnex zur entsprechenden Haftanordnung beziehungsweise dem dro-

henden Vollzug der Wegweisung.  

 

Auf die anlässlich der heutigen Verhandlung gestellte Frage, weshalb der 

Gesuchsgegner das Asylgesuch nicht früher eingereicht habe, gab er zu 

Protokoll, er habe nicht gewusst, ob er zur Stellung eines Asylgesuchs 

berechtigt sei, da er aufgrund seiner Ehe mit einer Schweizer Bürgerin 

bereits drei Jahre legal in der Schweiz gelebt habe. Aus diesem Grund 

habe er das Asylgesuch erst im Rahmen der Gewährung des rechtlichen 

Gehörs gestellt (Protokoll S. 4, act. 35). 

 

Diese Argumentation vermag nicht zu überzeugen. Anlässlich der Ge-

währung des rechtlichen Gehörs durch das MIKA gab er an, er habe aus 

politischer Überzeugung keinen Militärdienst geleistet, weswegen er 

bereits seit 20 Jahren in der Türkei gesucht werde. Ihm drohe bei einer 

Rückkehr in die Türkei eine Busse, die später in eine Haftstrafe umge-

wandelt werden könne, weshalb er ein Asylgesuch stelle. Zudem könne er 

dort aufgrund des verweigerten Militärdienstes keiner Arbeit nachgehen 

(MI-act. 338). Auch in der heutigen Verhandlung gab er zu Protokoll, den 

Militärdienst aus konfessioneller und politischer Überzeugung verweigert 

zu haben. Die Polizei würde dies bei der Einreise bemerken. Eine 

strafrechtliche Verurteilung sei bislang jedoch nicht erfolgt (Protokoll S. 3 f., 

act. 34 f.). 

 

Der Gesuchsgegner hatte sich jedoch bereits im Jahr 2013 von seiner 

ersten Ehefrau scheiden lassen, worauf im Jahr 2014 seine Aufent-

haltsbewilligung nicht verlängert, er aus der Schweiz weggewiesen und ihm 

eine Ausreisefrist angesetzt wurde. Dennoch stellte er damals kein 

Asylgesuch, obwohl der von ihm angeführte Asylgrund bereits bestand. 

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Ausserdem war es dem Gesuchsgegner gemäss eigenen Angaben 

möglich, in den letzten Jahren mehrfach für familiäre Besuche und Urlaub 

in die Türkei zu reisen (MI-act. 32 f.; Protokoll S. 3, act. 34). Dabei wurde 

er weder strafrechtlich belangt noch zwangsweise in den Militärdienst 

eingezogen, weshalb der geltend gemachte Asylgrund nicht plausibel 

erscheint. Zudem machte er keine glaubhaften Angaben dazu, ob und 

inwiefern sich seine Situation seit 2014 wesentlich verändert habe. Der 

Gesuchsgegner hat folglich nicht überzeugend dargelegt, weshalb eine 

frühere Einreichung des Asylgesuchs nicht möglich oder nicht zumutbar 

gewesen sein soll.  

 

Somit muss davon ausgegangen werden, dass der Gesuchsgegner das 

Asylgesuch offensichtlich nur deshalb eingereicht hat, um den drohenden 

Vollzug der Wegweisung zu vermeiden. Demnach ist auch der Haftgrund 

von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. f AIG gegeben. 

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor (Proto-

koll S. 4, act. 35). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem Beschleu-

nigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung geschenkt 

hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen Ge-

wohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, ein 

Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Ver-

hältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur Sicher-

stellung des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Bezüglich der 

familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche gegen 

eine Haftanordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner macht auch 

nicht geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig, und führt auch sonst nicht 

aus, inwiefern die Haft unverhältnismässig wäre. Insgesamt sind keinerlei 

Gründe ersichtlich, welche die angeordnete Haft als unverhältnismässig 

erscheinen liessen. 

 - 9 - 

 

 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da das MIKA eine Haft für eine Dauer von 

mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungs-

gesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt werden 

kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 

EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 ff., Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen Haftverlänge-

rung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor Ablauf der 

bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 31. August 2025 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

29. November 2025, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

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2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der Be-

fragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die Inhaf-

tierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Der Gesuchsgegner ist spätestens am 3. September 2025 ins Zentrum für 

ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich oder in eine andere Haft-

anstalt, welche den Anforderungen an eine Haftanstalt für Ausschaffungs-

haft entspricht, zu überführen. Erfolgt keine Überführung, ist der Gesuchs-

gegner aus der Haft zu entlassen. 

 

4. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

5. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Thomas Plüss, Rechtsanwalt, 

Aarau, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftentlas-

sung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 

 - 11 - 

 

 

   

Aarau, 2. September 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Ch. Huber Kuzmanović