# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a54bbd99-4569-5134-97b7-dde41809edba
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.04.2010 B-4848/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4848-2009_2010-04-14.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-4848/2009
{T 1/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  A p r i l  2 0 1 0

Richter David Aschmann (Vorsitz), Richter Hans Urech, 
Richter Claude Morvant, 
Gerichtsschreiberin Sibylle Wenger Berger.

B-4848/2009 und B-4851/2009
Volkswagen AG, DE-38436 Wolfsburg,
vertreten durch Frédéric Brand, Isler & Pedrazzini AG, 
Patent- & Markenanwälte, Postfach 1772, 8027 Zürich,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE,
Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verfügungen vom 23. Juni 2009 betreffend die 
Markeneintragungsgesuche Nr. 56773/2008 TRENDLINE 
und Nr. 56774/2008 COMFORTLINE.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-4848/2009

Sachverhalt:

A.
Mit Gesuchen Nr. 56773/2008 und Nr. 56774/2008 vom 29. Mai 2008 
beantragte die Beschwerdeführerin beim Eidgenössischen Institut für 
Geistiges  Eigentum  (Vorinstanz)  die  Eintragung  der  Wortmarken 
TRENDLINE und COMFORTLINE für folgende Waren und Dienstleis-
tungen der Klasse 12: 

Kraftfahrzeuge und deren Teile, soweit in Klasse 12 enthalten, Anhänger und 
Sattelauflieger für Kraftfahrzeuge und deren Teile, soweit in Klasse 12 enthal-
ten,  Motoren für  Landfahrzeuge, Reifen (Pneus),  Felgen und Kompletträder 
sowie deren Teile für Landfahrzeuge, Alarmanlagen für Kraftfahrzeuge, Dieb-
stahlsicherungen für Kraftfahrzeuge.

B.
Mit  Schreiben vom 4. September  2008  beanstandete  die  Vorinstanz 
die  Anmeldung  mit  der  Begründung,  die  angemeldeten  Zeichen  ge-
hörten zum Gemeingut  und könnten deshalb nach Art. 2  Bst. a  des 
Markenschutzgesetzes  vom  28.  August  1992  (MSchG,  SR  232.22) 
nicht  als  Marken geschützt  werden. Die  schweizerische Bevölkerung 
verfüge  über  ein  Mass  an  Englischkenntnissen,  das  zumindest  den 
Grundwortschatz umfasse. Die verwendeten englischen Worte TREND 
bzw. COMFORT und LINE zählten zum Grundwortschatz. Daher  sei 
ihre  deutsche  Bedeutung,  "die  Trend-Linie"  bzw. "die  Komfort-Linie", 
dem Schweizer Abnehmer bekannt und geläufig. In der Werbung wür-
de TREND als Umschreibung für modische, neue Entwicklungen ver-
wendet  und  COMFORT  bzw.  "Komfort"  sei  im  Zusammenhang  mit 
Fahrzeugen  ein  beliebtes  Wort,  da  es  auf  Fahrzeuge  hinweise,  die 
Bequemlichkeit  und  Behaglichkeit  vermittelten. LINE bzw. "Linie"  sei 
die übliche Bezeichnung für eine Produktelinie. In Zusammenhang mit 
der  umschriebenen  Ware  werde  also  von  einer  "trendigen"  bzw. 
"komfortablen" Produktelinie ausgegangen, was direkt und unmittelbar 
die  Qualität  der  beanspruchten  Waren  umschreibe  und  gleichzeitig 
auch eine werbemässige Anpreisung darstelle. 

C.
Mit Schreiben vom 5. November 2008 widersprach die Beschwerdefüh-
rerin dieser Beanstandung. Sie führte aus, dass die erwähnten engli -
schen Begriffe eine Vielzahl von verschiedenen Bedeutungen hätten, 
so dass die zu prüfenden Marken von den Markenadressaten im Zu-
sammenhang mit den beanspruchten Waren auf vielfältige Weise inter-

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pretiert werden könnten. Deshalb beschreibe keiner der vielen mögli-
chen  Sinngehalte  der  Marken  TRENDLINE und  COMFORTLINE die 
Waren in direkter Weise oder preise deren Qualität direkt an. Der Mar -
kenadressat müsse Gedankenarbeit leisten und seine Fantasie walten 
lassen,  um  diese  Zeichen  in  einen  konkreten  Bezug  zu  den  bean-
spruchten  Waren  zu  setzen. Folglich  seien  die  Marken  TRENDLINE 
und COMFORTLINE weder direkt beschreibend noch unmittelbar an-
preisend. Schliesslich wies die Beschwerdeführerin auf eine Reihe be-
reits bestehender Registrierungen hin, die das Wortelement "line" ent -
halten  und  aufgrund  ihrer  Struktur  mit  den  vorliegend  zu  prüfenden 
Marken vergleichbar seien (Swissline,  Bio-Line,  Job-Line,  Color  Line 
etc.).

D.
Die Vorinstanz hielt mit Schreiben vom 5. Februar 2009 an ihrer Ein-
schätzung der Rechtslage fest. 

E.
Die Beschwerdeführerin teilte der Vorinstanz mit zwei Schreiben vom 
23.  März  2009  mit,  dass  auf  eine  weitere  Stellungnahme verzichtet 
und der Erlass von beschwerdefähigen Verfügungen erbeten werde.

F.
Mit  Verfügungen vom 23. Juni 2009 wies die Vorinstanz die Marken-
eintragungsgesuche Nr. 56773/2008 TRENDLINE und Nr. 56774/2008 
COMFORTLINE für  sämtliche beanspruchten Waren ab. Zur Begrün-
dung hielt sie fest, dass die Kennzeichen einen direkt beschreibenden 
Sinngehalt bezüglich der Qualität der beanspruchten Waren aufwiesen 
und es sich dabei auch um werbemässige Anpreisungen handle.

G.
Gegen diese Verfügungen erhob die Beschwerdeführerin am 24. Juli 
2009 Beschwerden vor dem Bundesverwaltungsgericht und stellte die 
Rechtsbegehren,  dass die  Verfügungen der  Vorinstanz vom 23. Juni 
2009 aufzuheben seien,  den Schweizer Markeneintragungsgesuchen 
Nr. 56773/2008 und Nr. 56774/2008 stattzugeben sei und die Marken 
für die beantragten Waren der Klasse 12 einzutragen seien, alles unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz. Zur Begrün-
dung verwies sie auf die Ausführungen in den vorinstanzlichen Verfah-
ren.

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H.
Mit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2009 wurden die Verfahren unter 
der Nummer B-4848/2009 vereinigt.

I.
Mit  Vernehmlassung  vom  21.  September  2009  beantragte  die  Vor-
instanz die Beschwerden vollumfänglich abzuweisen. Zur Begründung 
verwies sie auf ihre Ausführungen in den vorinstanzlichen Verfahren.

J.
Eine Parteiverhandlung wurde nicht durchgeführt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung von Beschwerden 
gegen  Eintragungsverfügungen  der  Vorinstanz  in  Markensachen  zu-
ständig (Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR  173.32]).  Die  Beschwerde  wurde  innert  der  gesetzlichen 
Frist von Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsver-
fahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) eingereicht, und 
der verlangte Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet. Durch die 
angefochtene Verfügung ist die Beschwerdeführerin besonders berührt 
und zur Beschwerde legitimiert. Auf die Beschwerde ist darum einzu-
treten.

2.

2.1 Nach Art. 2 Bst. a MSchG sind Zeichen, die zum Gemeingut ge-
hören,  vom Markenschutz  ausgeschlossen,  sofern  sie  sich  nicht  im 
Verkehr durchgesetzt haben.

2.2 Als Gemeingut gelten einerseits Zeichen, die für den Wirtschafts-
verkehr freizuhalten sind, und andererseits Zeichen, denen die für die 
Individualisierung  der  Ware oder  Dienstleistung des Markeninhabers 
erforderliche Unterscheidungskraft  fehlt  (Eidgenössische Rekurskom-
mission für geistiges Eigentum [RKGE] in: Zeitschrift für Immaterialgü-
ter-, Informations- und Wettbewerbsrecht [sic!] 2003 S. 495 E. 2 Royal 
Comfort;  CHRISTOPH WILLI,  Markenschutzgesetz,  Kommentar  zum 
schweizerischen  Markenrecht  unter  Berücksichtigung  des  europäi-

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schen  und  internationalen  Markenrechts,  Zürich  2002,  Art.  2  N.  34; 
EUGEN MARBACH,  Markenrecht,  in:  Roland  von  Büren/Lucas  David 
[Hrsg.], Schweizerisches Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, Bd. 
III/1,  Basel 2009, N. 247). Zu den Zeichen mit fehlender Unterschei-
dungskraft zählen u.a. Sachbezeichnungen sowie Hinweise auf Eigen-
schaften wie die Beschaffenheit, die Bestimmung, den Verwendungs-
zweck, die Zeit der Erzeugung oder die Wirkungsweise der Waren oder 
Dienstleistungen, für welche das Zeichen hinterlegt wurde (BGE 128 
III 447 E. 1.5 Prèmiere; BGE 127 III 160 E. 2b/aa Securitas; RKGE in: 
sic!  2003 S. 495 E. 2  Royal Comfort,  mit  Verweis auf das Urteil  des 
Bundesgerichts vom 23. März 1998  Avantgarde, in: sic! 1998 S. 397; 
vgl. auch Art. 6quinquies lit. b Ziff. 2 der Pariser Verbandsübereinkunft zum 
Schutz des gewerblichen Eigentums, revidiert in Stockholm am 14. Juli 
1967  [PVÜ,  SR 0.232.04]).  Als  Gemeingut  schutzunfähig  sind  auch 
Zeichen,  die  sich  in  allgemeinen  Qualitätshinweisen  oder  rekla-
mehaften  Anpreisungen  erschöpfen  (Urteil  des  Bundesgerichts 
4A.161/2007 vom 18. Juli 2007 E. 4.3 we make ideas work; BGE 129 
III 225 E. 5.1 Masterpiece).

2.3 Der Umstand, dass die Marke Gedankenassoziationen weckt oder 
Anspielungen enthält, die nur entfernt auf die Waren oder Dienstleis-
tungen hindeuten, macht ein Zeichen aber nicht schon zum Gemein-
gut. Der gedankliche Zusammenhang mit den Waren oder Dienstleis-
tungen muss vielmehr derart sein, dass der beschreibende Charakter 
der Marke für einen wesentlichen Teil der schweizerischen Markenad-
ressaten ohne Zuhilfenahme der Fantasie zu erkennen ist (BGE 128 III 
447 E. 1.5  Première; BGE 127 III  160 E. 2b/aa  Securitas; Urteil  des 
Bundesgerichts 4A_265/2007 vom 26. September 2007 E. 2.1  Ameri-
can Beauty).

2.4 Setzt sich die Marke aus Wörtern einer anderen als einer schwei -
zerischen Landessprache zusammen, so ist auf die Sprachkenntnisse 
der angesprochenen schweizerischen Verkehrskreise abzustellen. Die 
englische Sprache ist dem schweizerischen Durchschnittsverbraucher 
zumindest  in  den  Grundzügen  vertraut,  so  dass  nicht  nur  einfache 
Wörter  mit  leicht verständlichem Sinngehalt,  sondern auch komplexe 
Aussagen verstanden werden (WILLI,  a.a.O.,  Art. 2  N. 17). Englische 
Begriffe müssen mit anderen Worten berücksichtigt werden, sofern sie 
einem wesentlichen Teil der Bevölkerung unseres Landes bekannt sind 
(BGE 129 III 225 E. 5.1 Masterpiece; Urteile des Bundesverwaltungs-

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gerichts  B-516/2008  vom  23.  Januar  2009  E.  3  After  hours; 
B-8371/2007 vom 19. Juni 2008 E. 5 Leader).

2.5 Bei Wortverbindungen oder  aus mehreren Einzelwörtern  zusam-
mengesetzten Zeichen ist  zunächst der Sinn der einzelnen Bestand-
teile zu ermitteln und dann zu prüfen, ob sich aus ihrer Verbindung im 
Gesamteindruck ein die Ware oder die Dienstleistung beschreibender, 
unmittelbar verständlicher Sinn ergibt (Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts  B-516/2008 vom 23. Januar  2009 E. 3  After  hours;  B-5518/ 
2007 vom 18. April  2008 E. 4.2  Peach Mallow). Dabei  ist  darauf  zu 
achten, ob sich die Sinngehalte der Einzelwörter zunächst zu einem 
Gesamtsinn kombinieren und semantisch verbinden oder aber je ein-
zeln auf die gekennzeichneten Waren oder Dienstleistungen beziehen.

2.6 Auf jeder Stufe dieser Sinnermittlung, sei es der Einzelwörter oder 
des Zeichens als Ganzem, können mehrere Sinngehalte zur Auswahl 
stehen. Diese  Mehrdeutigkeit der Zeichen kann unter Umständen zur 
Schutzfähigkeit  als  Marke führen (Urteile  des Bundesverwaltungsge-
richts  B-958/2007  vom 9. Juni  2008  E. 4.5  Post; B- 2125/2008  vom 
15. Mai  2009  E.  2.3  Total  Trader; RKGE  in:  sic!  2007  S.  269  E.  4 
Royal).  Vorausgesetzt  wird,  dass  im  konkreten  Zusammenhang  mit 
den gekennzeichneten Waren und Dienstleistungen entweder ein nicht 
beschreibender  Sinngehalt  im  Vordergrund  steht  und  den  beschrei-
benden Sinngehalt verdrängt (BGE 128 III 451 E. 1.6 Premiere; Urteil 
des  Bundesgerichts  4A.1/2005  vom  8. April  2005,  in:  sic!  2005 
S. 650 f. E. 2.3  Globale Post) oder keine der möglichen Bedeutungen 
dominiert (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-7395/2006 vom 16. 
Juli 2007 E. 7 Projob; vgl. WILLI, a.a.O., Art. 2 N. 90). An die Stelle einer 
bei  abstrakter  Betrachtung  vorhandenen  Mehrdeutigkeit  eines  Zei-
chens kann andererseits auch ein eindeutiger Sinn mit  beschreiben-
dem Charakter treten,  wenn das Zeichen in Beziehung zu einer  be-
stimmten Ware oder Dienstleistung gesetzt wird (Urteil des Bundesge-
richts 4A.5/2004 vom 25. November 2004, in: sic! 2005 S. 279 E. 3.3 
Firemaster).

3.
Die  strittigen  Zeichen  sind  hinterlegt  für  verschiedene  Waren  und 
Dienstleistungen der Klasse 12 und richten sich sowohl an Fachleute 
als auch an Durchschnittskonsumenten. Dies sind vorliegend vor allem 
fahrfähige  Erwachsene,  die  ein  Fahrzeug  für  private  oder  berufliche 
Zwecke erwerben wollen  und  bei  welchen somit  auch  eine entspre-

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chende Aufmerksamkeit erwartet werden kann. Für die Beurteilung der 
Unterscheidungskraft  der  Zeichen  ist  darum vom Verständnis  dieser 
Durchschnittskonsumenten auszugehen.

4.
Die Beschwerdeführerin gibt  zu  bedenken,  die  Zeichen TRENDLINE 
bzw. COMFORTLINE liessen sich nicht ohne Weiteres in die Wortbe-
standteile TREND und LINE bzw. COMFORT und LINE zerlegen. Die-
se Annahme der Vorinstanz sei falsch, weil die Marken aus je einem 
einzigen Begriff bestünden.

Soweit  sich  ein  Zeichen  in  der  Wahrnehmung  der  Verkehrskreise 
naheliegenderweise in zwei oder mehr verständliche Wortteile zer legt, 
erfordert  diese  Aufgliederung  keinen  speziellen  Gedankenaufwand, 
der  der  Qualifizierung  des  Zeichens  als  direkt  beschreibend  ent-
gegenstünde (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-7395/ 2006 
vom 16. Juli 2007 E. 6  Projob). Vorliegend wird die Gliederung durch 
das in einem Begriff unübliche Zusammenstossen von drei Konsonan-
ten,  nämlich  ND-L  bzw.  RT-L  nahegelegt.  Die  strittigen  Zeichen 
TRENDLINE und COMFORTLINE gliedern sich dadurch für aufmerk-
same Betrachter mit elementaren Englischkenntnissen ohne Weiteres 
in TREND, COMFORT und LINE. Diese haben ihren Ursprung in der 
englischen Sprache, existieren aber in fast gleicher Schreibweise auch 
auf  Deutsch  als  "Trend",  "Komfort"  und  "Linie",  auf  Französisch  als 
"trend", "confort" und "ligne" und auf Italienisch als "trend", "conforto" 
und "linea". Der Abnehmer spaltet die Zeichen automatisch in Begriffe, 
die er kennt; übersetzt also TREND bzw. COMFORT und LINE je ein-
zeln.

5.

5.1 Bei den Zeichenkombinationen TRENDLINE und COMFORTLINE 
handelt es sich damit um Wortneuschöpfungen, die je aus zwei Wör-
tern zusammengesetzt sind. Die englischen Zeichenelemente TREND 
bzw.  COMFORT  bedeuten  "Bestrebung,  Entwicklung,  Entwicklungs-
tendenz, Lauf, Neigung" bzw. "Behaglichkeit, Bequemlichkeit, Komfort, 
Liebesgabe,  Trost". LINE wird  ins  Deutsche übersetzt  mit  "Linie  (für 
Richtung  oder  für  Strich),  Falte,  Gesichtszug,  Zeile,  Richtlinien,  Art 
und  Weise,  Grenze"  (LANGESCHEIDTS e-Handwörterbuch  Englisch-
Deutsch  5.0).  TREND, COMFORT und  LINE sind  aufgrund  der  Ver-
breitung der englischen Sprache und der Ähnlichkeiten der verwende-
ten Wörter mit ihren Entsprechungen in den schweizerischen Landes-

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sprachen für die massgeblichen Abnehmerkreise verständlich. Es kann 
davon  ausgegangen  werden,  dass  sie  zum  englischen  Grundwort-
schatz des durchschnittlichen Fahrzeugkäufers gehören. In diesem Zu-
sammenhang  ist  zu  berücksichtigen,  dass  die  Sinngehalte  TREND 
bzw. COMFORT und LINE sich zu einem Gesamtsinn kombinieren. LI-
NE bezieht  sich  als  Wortgruppe semantisch auf  TREND bzw. COM-
FORT. Erst die Kombinationen TRENDLINE und COMFORTLINE erge-
ben einen Gesamtsinn in Bezug auf die Ware. Dieser ist im Folgenden 
zu erörtern.

5.2 Mit dem Begriff "Komfort" wird allgemein eine gewisse besondere 
Annehmlichkeit  einer  Ware  (z.B. Sitzkomfort)  oder  ihre  Handhabung 
(z.B. Bedienungskomfort) ausgedrückt. Es handelt sich um eine direkte 
und auf zahlreiche Waren anwendbare Qualitätsangabe (RKGE in: sic! 
1998 S. 476, Finn comfort). Diese Bedeutung liegt im Zusammenhang 
mit den in Frage stehenden Waren näher als die von der Beschwerde-
führerin  vorgeschlagenen  weiteren  Übersetzungen  wie  "Trost", 
"Tröstung" oder "Liebesgabe". So steht im Zusammenhang mit Kraft-
fahrzeugen  und  deren  Teilen  die  Bedeutung  "Bequemlichkeit  oder 
Behaglichkeit"  im  Vordergrund. Auch  im  Zeichen  "Trend"  ist  ein  Be-
schaffenheitshinweis zu erkennen. Produkte, die mit  diesem Zeichen 
versehen  sind,  sollen  einer  neuen  Moderichtung  oder  Entwicklung 
entsprechen (Urteil des Bundesgerichts in: PMMBI 1984 S. 80 Trend). 
Es  ist  darum  naheliegend,  dass  im  Zusammenhang  mit  den  be-
anspruchten  Waren  der  Klasse  12  an  "die  Richtung  einer  neuen 
modischen Entwicklung" gedacht wird und die anderen Bedeutungen 
wie  "Bestrebung",  "Lauf"  oder  "Neigung"  in  den  Hintergrund  rücken. 
Setzt  man  TRENDLINE  bzw. COMFORTLINE  in  Bezug  zu  den  an-
gemeldeten  Waren  der  Klasse  12,  steht  schliesslich  auch  der  Be-
standteil  LINE  naheliegenderweise  für  eine  Produktlinie  der  ange-
sprochenen  Waren.  Die  weiteren  Bedeutungen  wie  "Telefonlinie", 
"linienmässig  verkehrende  Transportmittel"  oder  "Linienführung" 
rücken in diesem Sachzusammenhang in den Hintergrund. Der Bun-
desgerichtsentscheid "Swissline", nach welchem das Zeichenelement 
LINE nicht nur die Vorstellung eines Angebotssortiments weckt,  son-
dern  auch  die  oben  genannten  Assoziationen  wie  "Telefonlinie", 
"linienmässig  verkehrende  Transportmittel"  etc.  aufruft,  lässt  sich 
darum nicht  analog auf den vorliegenden Fall  übertragen (Urteil  des 
Bundesgerichts  in:  sic!  1999  S.  30  E.  4  Swissline).  Denn  wie  die 
Vorinstanz  richtig  annahm,  weist  SWISS  nicht  so  direkt  auf  eine 
Produktelinie  hin,  wie  dies  bei  TREND und  COMFORT der  Fall  ist.  

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Diese  sind  aus  diesem  Grund  auch  mehrdeutiger.  Vorliegend  kann 
mithin  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Markenadressaten  die 
Zeichen  TRENDLINE  bzw.  COMFORTLINE  ohne  Zuhilfenahme  der 
Fantasie  im  Sinne  von  "trendiger  Produktlinie"  bzw.  "komfortabler 
Produktlinie" verstehen.

5.3 Die Marken erweisen sich damit als nicht unterscheidungskräftig.

6.
Nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz sind juristische Sachverhalte 
nach  Massgabe  ihrer  Gleichheit  gleich  zu  behandlen  (Art.  8  Abs. 1 
BV). Die gleiche Behörde darf nicht ohne sachlichen Grund zwei recht -
lich  gleiche  Sachverhalte  unterschiedlich  beurteilen  (WILLI,  a.a.O., 
Art. 2 N. 28). Wegen der Problematik einer erneuten Beurteilung der 
Eintragungsfähigkeit  einer  Marke,  die  seit  Jahren  im  Markenregister 
eingetragen ist, muss das Kriterium, wonach Sachverhalte "ohne Wei-
teres" vergleichbar sein müssen, restriktiv angewendet werden, zumal 
bereits geringfügige Unterschiede im Hinblick auf die Beurteilung der 
Schutzfähigkeit  eines  Zeichens  von grosser  Bedeutung  sein  können 
(Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-653/2009 E. 7.1 Express Ad-
vantage). Es muss sich für  eine Vergleichbarkeit  allerdings nicht  um 
die  gleichen  Waren  oder  Dienstleistungen  handeln  (RKGE  in:  sic! 
2004, S. 575 E. 8 Swiss Business Hub; Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts  B-1710/2008  vom  6.  November  2008  E.  4.1  Swistec).  Ein 
Anspruch  auf  Eintragung  eines  Zeichens  unter  dem  Titel  der 
Gleichbehandlung  besteht  nur,  wenn  beim  Präzedenzfall  das  Recht 
richtig angewendet worden ist. Weicht  die Praxis in Einzelfällen vom 
Recht  ab,  kann  aufgrund  eines  solchen  Voreintrags  kein  Recht  auf 
Gleichbehandlung im Unrecht geltend gemacht werden. Der Anspruch 
auf  Gleichbehandlung im Unrecht  wird indessen ausnahmsweise an-
erkannt,  wenn  eine  ständige  gesetzeswidrige  Praxis  einer  rechtsan-
wendenden Behörde vorliegt und die Behörde zu erkennen gibt, dass 
sie auch in Zukunft nicht von dieser Praxis abzuweichen gedenke (Ur-
teil  des  Bundesgerichts  4A.5/2004  vom 25.  November  2004  E.  4.3 
Firemaster; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B-2052/2008 vom 
6. November 2008 E. 4.2  Kugeldreieck [fig.]; B-7412/2006 vom 1. Ok-
tober  2008  E. 9  Chocolat  Pavot  [fig.]).  Vorliegend  beantragt  die  Be-
schwerdeführerin  eine  Gleichbehandlung  mit  folgenden  schweizeri-
schen Eintragungen mit der Endung "line": "Bio-Line", "Job-Line", "Co-
lor-Line", "Lack-Line", "Secur-Line", "Power-Line", "Slim-Line", "Direct-
Line",  "Direct  Line",  "Swiss  Ticket  Line",  "Xund-Line",  "Farmer-Line", 

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"Smart-Line", "Driver's Line", "Trim-Line", "Flex-Line", "Harmony-Line" 
und "Easy Line". Des Weiteren nennt sie auch die internationalen Re-
gistrierungen  "Speed-Comfort",  "Rain  Comfort",  "Comfort  Plug"  und 
"Comfort-Life".

Für  die  Vergleichbarkeit  der  angeführten Zeichen ist  allerdings  nicht 
ausreichend,  dass  die  genannten  Marken  gleich  wie  die  Zeichen 
TRENDLINE bzw. COMFORTLINE aufgebaut sind, d.h. aus englischen 
Wörtern bestehen, zum Teil das Zeichen LINE als Endung haben und 
mit oder ohne Bindestrich geschrieben werden. Die von der Beschwer-
deführerin genannten Marken ergeben im Gesamteindruck nämlich in 
der  Regel  keinen  direkt  beschreibenden  Sinngehalt  für  die  bean-
spruchten Waren. Die zusätzlichen Wortelemente verleihen den mei-
sten  Zeichen  Kennzeichnungskraft,  so  dass  dadurch  entweder  eine 
unübliche oder eine unbestimmte Bezeichnung im Zusammenhang mit 
den  beanspruchten  Waren  und  Dienstleistungen  entsteht.  Mehrere 
Markeneintragungen datieren aus den Jahren vor 2000, widerspiegeln 
so aufgrund ihres Alters nicht die aktuelle Praxis der Vorinstanz und 
müssen unter dem Aspekt der Gleichbehandlung unbeachtet bleiben.

7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz die Eintragung der 
Marken  TRENDLINE und  COMFORTLINE zu  Recht  zurückgewiesen 
hat, weshalb die Beschwerde unbegründet und daher abzuweisen ist.

8.
Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem 
geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.

Die  Gerichtsgebühren  sind  nach  Umfang  und  Schwierigkeiten  der 
Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien 
festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 
21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  73.320.2]).  Bei  Markeneintra-
gungen geht es um Vermögensinteressen, die Gerichtsgebühr bemisst 
sich  folglich  in  erster  Linie  nach  dem Streitwert  (Art.  4  VGKE).  Die 
Schätzung des Streitwerts hat sich nach Lehre und Rechtssprechung 
an Erfahrungswerten aus der Praxis zu orientieren, wobei bei eher un-
bedeutenden  Zeichen  grundsätzlich  ein  Streitwert  zwischen 
Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– pro strittiger Markenhinterlegung ange-
nommen werden darf (BGE 133 III 490 E. 3.3 Turbinenfuss [3D]; ferner 

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statt  anderer  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-958/2007  vom 
9. Juni 2008 E. 9  Post). Die Kosten des vorliegenden Verfahrens, das 
zwei Beschwerden vereinigt, sind damit total auf Fr. 3'000.– festzule-
gen. Der Vorinstanz als Bundesbehörde ist keine Parteientschädigung 
auszurichten (Art. 7 Abs. 3 VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen und die angefochtenen Entscheide 
werden bestätigt.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 3'000.– werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 6'000.– verrechnet.  Die  Differenz  von  Fr.  3'000.– wird  der  Be-
schwerdeführerin nach Eintritt  der  Rechtskraft  dieses Urteils  zurück-
erstattet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde;  Beilage;  Rückerstat-
tungsformular)

- die Vorinstanz (Ref; ghc; Gerichtsurkunde)
- das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  EJPD 

(Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

David Aschmann Sibylle Wenger Berger

Seite 11

B-4848/2009

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen geführt 
werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 72 ff., 90 ff. und 
100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (BGG,  SR 
173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache ab-
zufassen  und hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 20. April 2010

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