# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25520706-609c-5b25-88f0-1aa78e564f39
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.08.2023 UE220306
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE220306_2023-08-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE220306-O/UU/SBA 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, Oberrichterin lic. iur. C. Ger-

wig und Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Mathieu sowie Gerichtsschrei-

berin Dr. iur. I. Babic 

 

 

Beschluss vom 8. August 2023 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Einstellung  
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zü-
rich-Sihl vom 19. Oktober 2022, F-1/2022/10025369 
 
  

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Am 15. Juli 2022 um ca. 08.00 Uhr wurde †B._____ in seinem Zimmer in der 

Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK) an der … [Adresse], leblos im Bett 

liegend aufgefunden. In der Folge konnte nur noch dessen Tod festgestellt wer-

den. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) eröff-

nete eine Strafuntersuchung betreffend aussergewöhnlichem Todesfall und be-

auftragte am 18. Juli 2022 das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich 

(nachfolgend: IRM) mit der Erstellung eines Obduktionsgutachtens des Verstor-

benen (Urk. 13/7). Das IRM erstattete am 14. Oktober 2022 das Obduktionsgut-

achten inkl. pharmakologisch-toxikologisches Gutachten (Urk. 13/10 = Urk. 3/3; 

nachfolgend: Gutachten), worauf die Staatsanwaltschaft am 19. Oktober 2022 die 

Einstellung des Verfahrens mit der Begründung verfügte, die Untersuchung habe 

keinerlei Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten beim Tode von 

†B._____ ergeben (Urk. 3/2 = 5).  

2. Mit Eingabe vom 3. November 2022 liess die Mutter des Verstorbenen, 

A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), gegen die Einstellungsverfügung der 

Staatsanwaltschaft vom 19. Oktober 2022 Beschwerde erheben und folgende An-

träge stellen (Urk. 2 S. 2): 

"1. Die Verfügung vom 19. Oktober 2022 sei aufzuheben. 
 2. Es sei festzustellen, dass sich die Beschwerdeführerin als Privat-

klägerin konstituiert hat. 
 3. Es sei ein Strafverfahren zu führen, formell gegen Unbekannt, 

und die Beschwerdeführerin sei dabei als Privatklägerin mitwirken 
zu lassen. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten 
der Beschwerdegegnerin." 

3. Mit Verfügung vom 10. November 2022 wurde der Beschwerdeführerin Frist 

zur Leistung einer Prozesskaution von einstweilen Fr. 1'800.– angesetzt (Urk. 7). 

Diese wurde von ihr fristgerecht geleistet (Urk. 9). Mit Verfügung vom 7. Dezem-

ber 2022 wurde der Staatsanwaltschaft die Beschwerdeschrift samt Beilagen zur 

Stellungnahme übermittelt und sie wurde ersucht, die Akten einzureichen 

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(Urk. 10). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 9. Dezember 2022 

auf eine Stellungnahme zur Beschwerdeschrift (Urk. 12) und reichte die Untersu-

chungsakten ein (Urk. 13). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

II. 

1. 

1.1 Angefochten ist eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Dage-

gen ist die Beschwerde beim Obergericht zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO und 

§ 49 GOG). 

1.2 Zur Beschwerde befugt ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interes-

se an der Aufhebung des angefochtenen Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). 

Partei ist unter anderem die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Als 

Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am 

Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). 

Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten 

unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Die geschädigte Person, 

die durch die Straftat in ihrer körperlichen Integrität unmittelbar beeinträchtigt 

worden ist, gilt gemäss Art. 116 Abs. 1 StPO (neben weiteren) als Opfer. Machen 

die Angehörigen des Opfers (dazu gehören namentlich die Eltern, Art. 116 Abs. 2 

StPO) Zivilansprüche geltend, so stehen ihnen die gleichen Rechte zu wie dem 

Opfer (Art. 117 Abs. 3 StPO). 

1.3 †B._____ ist Opfer i. S. v. Art. 116 Abs. 1 StPO. Gestützt auf Art. 121 Abs. 1 

StPO sind die Angehörigen einer verstorbenen unmittelbar geschädigten Person, 

welche nicht auf ihre Verfahrensrechte als Privatklägerschaft verzichtet hat, auch 

zur Strafklage berechtigt. Damit steht der Beschwerdeführerin als seiner Mutter 

auch das Recht zu, gegen Einstellungsverfügungen Beschwerde zu erheben. Die 

Beschwerdeführerin hat mit Einreichung der Beschwerde vom 3. November 2022 

erklärt, sich als Privatklägerin konstituieren zu wollen. Damit ist vorliegend von ei-

ner Legitimation der Beschwerdeführerin zur Beschwerdeerhebung auszugehen. 

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1.4 Nachdem die weiteren Eintretensvoraussetzungen zu keinen besonderen 

Bemerkungen Anlass geben, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, 

den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass 

das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks 

steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere 

hat sie diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falls Wesentli-

ches beizutragen vermögen. Sie ist aber nicht verpflichtet, alle erdenklichen Un-

tersuchungshandlungen vorzunehmen oder Ermittlungshandlungen vornehmen 

zu lassen. Nach Beendigung des Untersuchungsverfahrens entscheidet die 

Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage zu erheben oder das 

Verfahren einzustellen ist (Art. 318 StPO). 

Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO eine Einstellung des 

Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt 

(lit. a), kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), Rechtfertigungsgründe einen Straftat-

bestand unanwendbar machen (lit. c), Prozessvoraussetzungen definitiv nicht er-

füllt werden können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d) oder nach 

gesetzlicher Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden 

kann (lit. e). 

Der Entscheid über die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grund-

satz "in dubio pro duriore" zu richten. Danach darf eine Einstellung durch die 

Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich 

fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden. Hingegen ist, sofern die 

Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, 

wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Frei-

spruch genauso wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, 

insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf. Bei zweifelhafter 

Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit 

des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beur-

teilung zuständige Gericht. Der Grundsatz, dass im Zweifel nicht eingestellt wer-

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den darf, ist auch bei der Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten 

(BGE 143 IV 241 E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen). 

3. 

3.1 Die Staatsanwaltschaft erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentli-

chen, aus dem Obduktionsgutachten des IRM vom 14. Oktober 2022 ergebe sich, 

dass bei den forensisch-toxikologischen Analysen die Benzodiazepine (Beruhi-

gungsmittel) Diazepam, Nordazepam und Temazepan sowie die Antipsychotika/-

Neuroleptika Quetiapin und Haloperidol und das Antiepileptikum Valproinsäure 

und Lithium hätten festgestellt werden können, wobei sämtliche Medikamenten-

wirkstoffe in einem subtherapeutischen, bzw. niedrig therapeutischen Bereich ge-

legen hätten. Bei der Obduktion hätten sich frische, die Gefässlichtung okkludie-

rende Blutgerinnsel in den mittelkalibrigen Lungenschlagadern beider Lungenflü-

gel gefunden. Durch diese Verlegung der Blutstrombahn sei es zu einem Druck-

anstieg in der rechten Herzkammer und dem rechten Vorhof des Herzens ge-

kommen, was zu einer akuten Überlastung und in der Folge zu einem todesur-

sächlichen akuten Rechtsherzversagen geführt habe. Passend zu einem todesur-

sächlichen akuten Rechtsherzversagen hätten sich eine Überwässerung der Lun-

ge und des Gehirns und eine obere Einflussstauung gezeigt. Zudem hätten sich in 

den feingeweblichen Untersuchungen unter anderem ein krankhaft verändertes 

Herz, welches eine um die Gefässe akzentuierte Fett- und Bindegewebevermeh-

rung aufgewiesen habe, gezeigt, welche den tödlichen Verlauf begünstigt habe. 

Da sich keine Anhaltspunkte für eine todesursächlich relevante mechanische 

Fremd-einwirkung ergeben hätten und aufgrund der wenig oder gar nicht wirksa-

men Konzentration an Psychopharmaka auch hier ein Einfluss am Tod von 

†B._____ mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden könne, sei 

aus rechtsmedizinischer Sicht als Todesart von einem natürlichen inneren Ge-

schehen auszugehen bei einem akuten Rechtsherzversagen als Todesursache. 

Die Untersuchung habe keinerlei Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Ver-

halten beim Tode von †B._____ ergeben (Urk. 5 S. 1 f.). 

3.2 Die Beschwerdeführerin entgegnet im Wesentlichen, der Aufenthalt von 

†B._____ in der PUK vom 7. bis 15. Juli 2022 stelle lediglich das Ende von meh-

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reren vorangegangenen Aufenthalten in verschiedenen psychiatrischen Kliniken 

dar. Er habe sich im August 2020 während rund 14 Tagen in der Psychiatrischen 

Klinik Münsterlingen aufgehalten und dabei ein Blutgerinnsel im Kopf erlitten, wo-

bei gemäss ihrem Wissen ein Zusammenhang mit einer hohen Dosierung von 

Psychopharmaka nicht auszuschliessen gewesen sei. Im Juni 2022 sei †B._____ 

unmittelbar vor dem Aufenthalt in der PUK, im Sanatorium Kilchberg im Rahmen 

einer fürsorgerischen Unterbringung, medizinischen Zwangsmassnahmen sowie 

Einschränkungen der Bewegungsfreiheit unterzogen worden. Die in diesem Zu-

sammenhang tätige Gutachterin, Frau Dr. C._____, habe festgehalten, dass die 

damalige Medikation hoch gefährlich gewesen sei und das Risiko einer Thrombo-

se – mithin eines Blutgerinnsels – drastisch erhöht habe. Nachdem sich dieses 

Risiko offenbar verwirklicht habe, indem frische, die Gefässlichtung okkludierende 

Blutgerinnsel in den mittelkalibrigen Lungenschlagadern beider Lungenflügel zu 

einem todesursächlichen Rechtsherzversagen geführt hätten, müsse von einem 

hinreichenden Anfangsverdacht eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen 

der Medikation und dem Herzversagen ausgegangen werden. Damit liessen sich 

die Erkenntnisse des pharmakologisch-toxikologischen Gutachtens vom 12. Okto-

ber 2022 erklären, wonach im Urin von †B._____ zahlreiche Stoffe hätten nach-

gewiesen werden können. Wenn auch bei keinem der Stoffe eine Überdosierung 

vorliegen soll, ergebe die Vielzahl der Stoffe doch den Verdacht, dass sie ursäch-

lich mit dem Tod von †B._____ zusammenhingen, insbesondere, dass sie das Ri-

siko des Auftretens eines Blutgerinnsels drastisch erhöht hätten. Kurze Zeit vor 

dem Tod von †B._____ sei im Juni 2022 eine Abklärung seiner Herztätigkeit mit-

tels EKG im Spital Affoltern durchgeführt worden. Das Ergebnis dieser Herzabklä-

rungen sei absolut unauffällig und vollständig zufriedenstellend ausgefallen. Umso 

eher ergebe sich dadurch der Verdacht, dass das akute Rechtsherzversagen, 

welches zum Tod geführt habe, im Zusammenhang mit der Medikation, allenfalls 

der weitergehenden Medikation, welche im Rahmen seines Aufenthaltes im Sana-

torium Kilchberg durchgeführt worden sei, einen ursächlichen Zusammenhang 

aufweise. Auch bestehe bei einer derartigen Vielzahl von Medikamentenwirkstof-

fen die naheliegende Möglichkeit von gegenseitigen Beeinflussungen, welchen im 

Rahmen der Abklärungen der Todesursache nachzugehen sei. Aus dem Verdacht 

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eines ursächlichen Zusammenhangs der (Zwangs-)Medikation im Rahmen der 

gegen seinen Willen angeordneten fürsorgerischen Unterbringung würden sich 

sodann weitere zusätzliche Abklärungsschritte aufdrängen. Insbesondere auch, 

ob bei der erfolgten Medikation die ärztliche Sorgfaltspflicht im Hinblick auf zu er-

wartende Risiken und Komplikationen wie das Auftreten eines Blutgerinnsels be-

achtet worden seien bzw. diese Folge erkennbar gewesen sei und allfällige Be-

gleitmassnahmen zur Begrenzung der Risiken vorgenommen worden seien 

(Urk. 2 S. 4 ff.).  

4. 

4.1 Vorliegend fiele der Straftatbestand der fahrlässigen Tötung gemäss 

Art. 117 StGB in Betracht. Eine solche kann auch durch pflichtwidriges Untätig-

bleiben, durch Unterlassen begangen werden. Pflichtwidrig untätig bleibt, wer die 

Gefährdung oder Verletzung eines strafrechtlich geschützten Rechtsgutes nicht 

verhindert, obwohl er aufgrund seiner Rechtsstellung dazu verpflichtet ist (Art. 11 

StGB). Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folgen seines 

Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht 

Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht 

nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen 

Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Die Erfüllung des Tatbestan-

des der fahrlässigen Tötung setzt voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verlet-

zung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Wo besondere Normen ein bestimmtes 

Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der dabei zu beachtenden Sorgfalt in 

erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 134 IV 175 E. 3.1 m. w. H.). 

Der Arzt verletzt seine Pflichten (nur) dort, wo er eine Diagnose stellt bzw. eine 

Therapie oder ein sonstiges Vorgehen wählt, das nach dem allgemeinen fachli-

chen Wissensstand nicht mehr als vertretbar erscheint und daher den objektivier-

ten Voraussetzungen der ärztlichen Kunst nicht genügt (Urteil des Bundesgerichts 

1B_113/2012 vom 28. Dezember 2012 E. 6.3.1 m. w. H.). Der Arzt handelt mithin 

unsorgfältig, wenn sich sein Vorgehen nicht nach den durch die medizinische 

Wissenschaft aufgestellten und generell anerkannten Regeln richtet und dem je-

weiligen Stand der Wissenschaft nicht entspricht (BGE 130 IV 7 E. 3.3 m. w. H.). 

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Die nachträgliche Beurteilung aufgrund eines Verletzungs- oder Todesfalls hat ex 

ante zu erfolgen, d. h. aus dem Kenntnisstand vor Eintritt des fatalen Ereignisses, 

zu den Zeitpunkten, in welchen die Diagnose gestellt bzw. die Therapie oder das 

sonstige Vorgehen gewählt werden mussten. Dass man im Nachhinein (vielleicht) 

ein anderes Vorgehen gewählt hätte, ist nicht von Belang (Urteil des Bundesge-

richts 1B_113/2012 vom 28. Dezember 2012 E. 6.3.3).  

4.2 Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin einzig beanstandet, 

dass die Gutachter des IRM die Aus- resp. Wechselwirkungen der jeweiligen Me-

dikamente nicht in hinreichendem Masse geprüft hätten. Sie macht nicht geltend, 

es lägen Hinweise auf eine todesursächlich relevante mechanische Fremdeinwir-

kung vor (Urk. 2 S. 3 ff.). Damit stellt sich einzig die Frage, ob die verordnete 

(Zwangs-) Medikation in Missachtung der ärztlichen Sorgfaltspflichten erfolgte. 

Für die Beantwortung der Rechtsfrage, ob den behandelnden Ärzten sowie dem 

Pflegepersonal eine für den Tod von †B._____ adäquat-kausale Sorgfaltspflicht-

verletzung vorzuwerfen ist, ist zu beurteilen, ob die Verordnung der verschiede-

nen Medikamente zum damaligen Zeitpunkt, ex ante, nach dem allgemeinen fach-

lichen (medizinischen) Wissensstand als nicht mehr vertretbar erscheint und da-

her den objektivierten Voraussetzungen der ärztlichen Kunst nicht genügte. 

5. 

5.1 Die Staatsanwaltschaft gab am 18. Juli 2022 beim IRM ein Gutachten in Auf-

trag, wobei sie folgende Fragen stellte: Woran ist †B._____ gestorben? Wann trat 

der Tod ein? Gibt es Anhaltspunkte für Fremdverschulden? Gibt Ihnen der Fall zu 

weiteren Bemerkungen Anlass? (Urk. 13/7 S. 1 f.). 

Das Gutachten vom 14. Oktober 2022 (Urk. 13/10) hält zum Sachverhalt – soweit 

unstrittig – fest, †B._____ habe an einer schizoaffektiven Störung (psychische 

Störung mit Psychosen und Stimmungsschwankungen) gelitten und sei am 6. Juli 

2022 per fürsorgerische Unterbringung (FU) bei Fremdgefährdung der PUK zuge-

führt worden. Des Weiteren habe er an einem obstruktiven Schlafapnoesyndrom 

(Atemaussetzer während des Schlafs), einer Blutzuckerkrankheit sowie an Über-

gewicht gelitten und habe diverse Medikamente eingenommen. Bis auf die etwas 

erhöhte Rektaltemperatur des Leichnams (37.3 °C) habe man anlässlich der Le-

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galinspektion keine Auffälligkeiten an der Leiche festgestellt. Die Todeszeit sei am 

15. Juli 2022 zwischen ca. 01.35 Uhr und 07.35 Uhr eingegrenzt worden (S. 2). 

Bezüglich der eigenen Untersuchungen führt das Gutachten als todesursächlich 

relevante Befunde folgende an: In den mittelkalibrigen Lungenschlagaderästen 

beidseits sehr frische, die Gefässlichtung okkludierende Blutgerinnsel, Erweite-

rung des rechten Herzens, obere Einflussstauung mit Blaufärbung des Kopfes mit 

einzelnen Punktblutungen der Augenbindehäuten, Schaum im Mund und in den 

oberen Atemwegen, Überwässerung und Blutstauung der Lunge und des Ge-

hirns. Zudem wurden die folgenden (sonstigen) Befunde festgehalten: Mässige 

perivaskuläre (um die Gefässe akzentuierte) Fett- und Bindegewebsvermehrung 

der Herzmuskulatur, Fettleber, Zeichen einer chronischen Bauchspeicheldrüsen-

entzündung, extremes Übergewicht mit BMI von 41.1kg/m2 (Adipositas Grad 3), 

degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule, Zustand nach Kreuzbandope-

ration am linken Knie, verschiedene alte Blutergüsse und Hautabschürfungen an 

der Bauchdecke und an den unteren Extremitäten (S. 3). 

Das pharmakologisch-toxikologische Gutachten vom 12. Oktober 2022 (Urk. 10, 

Anhang zum Gutachten vom 14.10.22) kam zum Ergebnis, dass im Blut von 

†B._____ Diazepam, Nordazepam, Oxazepam, Temazepam, Haloperidol, 

Quetiapin, Lithium und Valproinsäure hätten nachgewiesen werden können. Die 

im Blut ermittelten Konzentrationen an Diazepam und seinen Metaboliten (Norda-

zepam, Oxazepam, Temezepam) hätten für den Zeitpunkt des Todes im subthe-

rapeutischen (bei ausgeprägter Gewöhnung) bis niedrig therapeutischen (bei feh-

lender Gewöhnung) Bereich gelegen. Ob im Zeitpunkt des Todes eine Wirkung 

durch Diazepam vorgelegen habe, könne nicht sicher beurteilt werden. Eine 

Überdosierung von Diazepam könne jedoch ausgeschlossen werden. Die im Blut 

ermittelte Konzentration an Haloperidol habe im Zeitpunkt des Todes im subthe-

rapeutischen Bereich gelegen und es habe keine Wirkung durch Haloperidol vor-

gelegen. Eine Intoxikation mit Haloperidol könne ausgeschlossen werden. Die im 

Blut ermittelte Konzentration an Quetiapin habe im therapeutischen Bereich gele-

gen und es habe im Zeitpunkt des Todes eine Wirkung durch Quetiapin vorgele-

gen. Konzentrationen in der nachgewiesenen Grössenordnung liessen sich mit 

einer bestimmungsgemässen Anwendung von Quetiapin vereinbaren. Die im Blut 

- 10 - 

ermittelte Konzentration von Lithium habe im subtherapeutischen bis niedrig the-

rapeutischen Bereich gelegen und im Zeitpunkt des Todes habe allenfalls eine 

schwache Wirkung durch Lithium vorgelegen. Konzentrationen in der ermittelten 

Grössenordnung sprächen nicht gegen eine bestimmungsgemässe Anwendung. 

Eine Lithiumintoxikation habe nicht vorgelegen. Die im Blut ermittelte Konzentrati-

on von Valproinsäure liege im therapeutischen Bereich. Eine Wirkung habe im 

Zeitpunkt des Todes vorgelegen. Die Konzentration lasse sich mit einer bestim-

mungsgemässen Anwendung vereinbaren. Das nachgewiesene Zuclopenthixol 

habe im subtherapeutischen Bereich gelegen und es habe im Zeitpunkt des To-

des keine Wirkung vorgelegen. Eine Intoxikation mit Zuclopenthixol könne ausge-

schlossen werden.  

Das IRM kam im "Gutachten zum Todesfall" unter der Fragestellung "Woran ist 

B._____ gestorben?" zum Schluss, dass sich bei der Obduktion frische, die Ge-

fässlichtung okkludierende Blutgerinnsel in den mittelkalibrigen Lungenschlag-

adern beider Lungenflügel gefunden hätten. Durch diese Verlegung der Blut-

strombahn sei es zu einem Druckanstieg in der rechten Kammer und dem rechten 

Vorhof des Herzens gekommen, was zu einer akuten Überlastung und in der Fol-

ge zu einem todesursächlichen akuten Rechtsherzversagen geführt habe. Pas-

send zu einem todesursächlichen, akuten Herzversagen habe sich eine Überwäs-

serung der Lunge und des Gehirns sowie eine obere Einflussstauung gezeigt. 

Zudem habe man in den feingeweblichen Untersuchungen ein krankhaft verän-

dertes Herz gefunden, welches eine um die Gefässe akzentuierte Fett- und Bin-

degewebsvermehrung aufgewiesen habe. Diese Herzvorerkrankung dürfte den 

tödlichen Verlauf begünstigt haben (Urk. 10 S. 4 f.).  

Gemäss IRM ergäben sich keine Anhaltspunkte für eine todesursächlich relevante 

mechanische Fremdeinwirkung. Die klinisch-chemischen Untersuchungen zeigten 

keinen Hinweis auf eine Entgleisung des Zuckerstoffwechsels. In den pharmako-

logisch-toxikologischen Untersuchungen hätten Psychopharmaka in wenig oder 

gar nicht wirksamer Konzentration festgestellt werden können, sodass deren Ein-

fluss mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden könne (Urk. 10 

S. 5).  

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5.2 Das Gutachten des IRM und die darin festgehaltenen Schlussfolgerungen 

sind als schlüssig und nachvollziehbar begründet zu qualifizieren. So haben die 

Gutachter einleuchtend dargelegt, dass †B._____ an einem natürlichen inneren 

Geschehen gestorben ist. Aus dem pharmakologisch-toxikologischen Gutachten 

und den darin festgestellten Konzentrationen der jeweiligen Medikamente lässt 

sich nicht ableiten, dass auch nur eines davon als todesursächlich relevant zu 

werten ist oder klar als Todesursache bestimmt werden kann. Vielmehr steht auf-

grund des schlechten Gesundheitszustands von †B._____ ein inneres Gesche-

hen im Rahmen eines akuten Herzversagens klar im Vordergrund.  

Soweit die Beschwerdeführerin nun geltend macht, dass die Medikamentenkom-

bination ursächlich für den Tod von †B._____ gewesen sein könnte, kann ihr nicht 

gefolgt werden. Einerseits können weder dem Gutachten des IRM noch den wei-

teren Akten Hinweise auf eine problematische Wechselwirkung oder ungewöhnli-

che Kombination der verabreichten Medikamente entnommen werden. Wenn die 

Beschwerdeführerin andererseits auf die "Gutachterin Dr. C._____" verweist, wel-

che ausgesagt haben soll, dass die (im Sanatorium Kilchberg im Juni 2022) ver-

abreichte Medikation "hoch gefährlich sei und das Risiko einer Thrombose dras-

tisch erhöhe" (vgl. Urk. 2 S. 4), kann daraus ebenfalls nichts abgeleitet werden. 

Bei den Akten befinden sich weder eine entsprechende Aussage bzw. Stellung-

nahme von "Dr. C._____" noch sonstige Nachweise, welche eine konkrete Ge-

fährlichkeit bestimmter, von †B._____ eingenommene Medikamente oder Medi-

kamentenkombination belegen und damit die Schlussfolgerungen des Gutachtens 

des IRM, dass die eingenommenen Medikamente keinen Einfluss auf die Todes-

ursache hatten, in Frage stellen könnten. Die Beschwerdeführerin reicht mit ihrer 

Beschwerde auch keine solchen Nachweise ein. Sie bringt auch nicht konkret vor, 

weshalb welche Medikamentenkombination eine todesursächliche Wirkung ge-

habt haben könnte. Abgesehen davon, dass die weiteren Vorbringen der Be-

schwerdeführerin, wonach im Juni 2022 eine Abklärung der Herztätigkeit mittels 

EKG im Spital Affoltern erfolgt und absolut unauffällig und vollständig zufrieden-

stellend ausgefallen sei, keine strafrechtliche Relevanz zu begründen vermögen, 

bleibt auch diese Behauptung unsubstantiiert. Die Beschwerdeführerin legt in der 

Beschwerde weder dar, um welche konkreten Untersuchungen es sich gehandelt 

- 12 - 

haben soll, noch was daraus Relevantes für das diesem Verfahren zugrundlie-

gende Strafverfahren abgeleitet werden könnte. Letztlich lässt sich damit kein 

Tatverdacht erhärten, der die Eröffnung einer Strafuntersuchung wegen fahrlässi-

ger oder vorsätzlicher Tötung rechtfertigt, nachdem einer Anklage jederzeit ent-

gegenstünde, dass die Todesursache abschliessend geklärt werden konnte und 

ein vollständiger pharmakologisch-toxikologischer Bericht bereits vorliegt.   

6. Nach dem Gesagten liegen, wie in der angefochtenen Verfügung festge-

stellt, keine Hinweise für ein strafrechtlich relevantes Verhalten beim Tod von 

†B._____ vor. Es handelt sich um einen äusserst tragischen Todesfall, für den in 

strafrechtlicher Hinsicht jedoch niemand verantwortlich ist. Die Einstellungsverfü-

gung ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

III. 

1. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind der unterliegenden Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist in Beach-

tung der Bemessungskriterien gemäss § 2 Abs. 1 lit. b–d GebV OG (Bedeutung 

des Falls, Zeitaufwand des Gerichts, Schwierigkeit des Falls) und gestützt auf 

§ 17 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 1'500.– festzusetzen und aus der geleisteten Pro-

zesskaution zu beziehen. Im verbleibenden Betrag (Fr. 300.–) ist die Kaution der 

Beschwerdeführerin zurückzuerstatten, vorbehältlich des staatlichen Verrech-

nungsrechts.  

2. Aufgrund ihres Unterliegens ist der Beschwerdeführerin keine Entschädi-

gung zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'500.– fest-

gesetzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und in diesem Umfang aus der 

von ihr geleisteten Prozesskaution bezogen. 

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Im Restbetrag (Fr. 300.–) wird der Beschwerdeführerin die von ihr geleistete 

Prozesskaution zurückerstattet. Vorbehalten bleiben allfällige Verrech-

nungsansprüche des Staats. 

3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, zweifach, für sich und die Beschwerde-
führerin (per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad F-1/2022/10025369 (gegen 
Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad F-1/2022/10025369, unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 13; gegen Empfangsbe-
stätigung)  

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch). 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei 
der gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. 
 
 

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Zürich, 8. August 2023 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer 

 
Der Präsident: 

 
 
 

lic. iur. A. Flury 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

Dr. iur. I. Babic 
 
 
 

	Beschluss vom 8. August 2023
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'500.– festgesetzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und in diesem Umfang aus der von ihr geleisteten Prozesskaution bezogen.
	Im Restbetrag (Fr. 300.–) wird der Beschwerdeführerin die von ihr geleistete Prozesskaution zurückerstattet. Vorbehalten bleiben allfällige Verrechnungsansprüche des Staats.
	3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, zweifach, für sich und die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad F-1/2022/10025369 (gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad F-1/2022/10025369, unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 13; gegen Empfangsbestätigung)
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch).

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000...
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.  Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu d...