# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6cac64fc-eb9a-5f58-93d9-8934d6b895fd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.03.2014 200 2013 360
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-360_2014-03-11.pdf

## Full Text

200 13 360 UV
FUR/REL/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. März 2014

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
Beschwerdeführerin

gegen

AXA Versicherungen AG 
Generaldirektion, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 18. März 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, UV/13/360, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war seit dem 1. März 1989 bei M.________ als ... angestellt und damit bei 
der AXA Versicherungen AG (AXA bzw. Beschwerdegegnerin) gegen die 
Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert (Korre-
spondenzakten der AXA [act. II] A1).

Am 8. Januar 2011 erlitt sie als Beifahrerin in einem Auto eine Frontalkolli-
sion und verletzte sich dabei an der Wirbelsäule (Medizinische Akten der 
AXA [act. IIA] M2). Vom Unfalldatum bis zum 11. Januar 2011 war die Ver-
sicherte im Spital K.________ hospitalisiert und es wurde eine Kompressi-
onsfraktur Brustwirbelkörper 12 (BWK 12), eine Thorax- und Sternumkon-
tusion und eine Beckenkontusion rechts diagnostiziert und eine Arbeitsun-
fähigkeit von 100 % bis zum 28. Februar 2011 (act. IIA M2) bzw. bis zum 
3. April 2011 attestiert (act. IIA M7). In der Folge holte die AXA medizini-
sche Unterlagen ein und erbrachte verschiedene Leistungen (vgl. act. II A8 
bis A17).

Nach Rücksprache mit ihrem beratenden Arzt, Dr. med. C.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates (act. IIA M18), teilte die AXA der Versicherten mit Schreiben vom 
20. Juni 2012 (act. II A18) formlos mit, dass sie ab diesem Datum keinen 
Anspruch mehr auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung ha-
be. Nachdem sich die Versicherte – vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________ – damit nicht einverstanden erklärt hatte (vgl. die beiden 
Schreiben vom 9. Juli [act. II A19] und vom 29. Oktober 2012 [act. II A21]), 
verfügte die AXA am 14. November 2012 die Einstellung ihrer Leistungen 
per 20. Juni 2012 (act. II A22). Dagegen erhoben sowohl die Versicherte 
als auch die KPT Krankenkasse AG – als Krankenversicherung der Versi-
cherten und unter Hinweis auf die Stellungnahme ihres Vertrauensarztes 
vom 13. Dezember 2012 (act. II A24 S. 2) – Einsprache (act. II A24 und 
act. II A25). Die AXA wies diese Einsprachen mit Entscheid vom 18. März 
2013 ab (act. II A30).

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B.

Dagegen erhob die Versicherte – weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________ – am 3. Mai 2013 Beschwerde. Sie beantragt die Aufhebung 
des angefochtenen Einspracheentscheids und die Ausrichtung der gesetz-
lichen Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung. Eventualiter 
sei ein gerichtliches Gutachten zur strittigen Frage der natürlichen Kausa-
lität in Auftrag zu geben.

In der Beschwerdeantwort vom 5. September 2013 beantragt die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 18. März 
2013 (act. II A30). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerde-

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führerin auf (weitere) Leistungen der Unfallversicherung und dabei insbe-
sondere, ob die Diskushernie Th 9/10 bzw. die aktuell geklagten Be-
schwerden über den 20. Juni 2012 hinaus in einem natürlichen Kausalzu-
sammenhang zum Ereignis vom 8. Januar 2011 stehen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 Bun-
desgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Der Unfall-
versicherer haftet jedoch für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als 
dieser nicht nur in einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten 
Kausalzusammenhang zu einem versicherten Ereignis steht.

2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 

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("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 

2.3 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 

3.

3.1 Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass die Beschwerde-
führerin am 8. Januar 2011 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat (vgl. 
E. 2.1 vorstehend) und sich bei diesem Ereignis Verletzungen, namentlich 
eine Kompressionsfraktur BWK12, eine Thorax- und Sternumkontusion 
sowie eine Beckenkontusion, zugezogen hat.

Umstritten ist hingegen, ob die Beschwerdeführerin – basierend auf dem 
besagten Unfall – über die von der Beschwerdegegnerin verfügte Leis-
tungseinstellung per 20. Juni 2012 (vgl. act. II A22) hinaus weiterhin An-
spruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Dabei ist 
zu prüfen, ob die weiterhin geklagten gesundheitlichen Einschränkungen 
bzw. die Anfang 2012 aufgetretene Diskushernie Th 9/10 in einem an-
spruchsbegründenden natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall 
vom 8. Januar 2011 stehen bzw. steht. Die massgeblichen medizinischen 
Unterlagen zeigen diesbezüglich das folgende Bild:

3.1.1 Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals K.________, Dr. med. 
D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates FMH, und der Assistenzarzt E.________, diagnosti-
zierten in ihrem Bericht vom 11. Januar 2011 (act. IIA M2) eine Kompressi-
onsfraktur BWK 12, eine Thorax- und Sternumkontusion und eine Becken-
kontusion rechts. Es bestehe eine Druckdolenz beim Übergang BWS/LWS, 

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jedoch keine Druckdolenz und freie Beweglichkeit über der HWS. Nach 
stationärer Aufnahme zur Analgesie und Mobilisation erhole sich die Be-
schwerdeführerin sehr gut und nach der Anlage eines 3-Punkte-Korsetts 
sei die Mobilisation mittels Physiotherapie mühelos gelungen. Sie habe in 
gutem Allgemeinzustand und beschwerdearm nach Hause entlassen wer-
den können. Zudem wurde eine 100 % Arbeitsunfähigkeit bis zum 28. Fe-
bruar 2011 attestiert (S. 2). 

3.1.2 Im Bericht vom 13. April 2011 (act. IIA M10) hielten Dr. med. 
D.________ und die Assistenzärztin Dr. med. F.________ die Diagnose 
eines Status nach BWK 12 Impressionsfraktur vom 8. Januar 2011 fest. Im 
Alltag sei die Beschwerdeführerin weitgehend beschwerdefrei, lediglich 
nach längerer Anstrengung verspüre sie Schmerzen im Rücken. Ein Ar-
beitsversuch habe gut funktioniert. Zwar habe sie nach dem Arbeiten eine 
Ruhepause einlegen müssen, sei jedoch im Anschluss weiterhin be-
schwerdefrei gewesen. Es zeige sich ein regelrechter Heilungsverlauf und 
die angestammte Arbeit (40 %) könne wieder voll aufgenommen werden.

3.1.3 Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. G.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, diagnostizierte in seinem 
Bericht vom 2. September 2011 (act. IIA M13) eine BWK 12-Kompressions-
fraktur, eine Thorax- und Sternumkontusion, eine Beckenkontusion rechts, 
eine Daumenkontusion rechts und eine Zeigefingerkontusion links. Natur-
gemäss zeige sich im Rahmen der Fraktur ein zögerlicher Verlauf, wobei 
noch muskuläre Verspannungen dorsal, paraventebral im Bereich der mitt-
leren und unteren BWS vorgelegen hätten. Die Fraktur sei geheilt.

3.1.4 Im Bericht vom 27. April 2012 (act. IIA M16 S. 2) führte Dr. med. 
G.________ aus, dass wegen den vermehrten Rückenschmerzen im Ver-
laufe des Januars/Februars 2012 ein MRI angefertigt worden sei. Es hätte 
sich eine konsolidierte Deckplattenimpressions-Fraktur BWK 12 sowie eine 
nach kranial umgeschlagene Diskushernie Th 9/10 gezeigt, die die Be-
schwerdesymptomatik erkläre. Es müsse noch längere Zeit mit weiterbe-
stehenden Beschwerden bei der als posttraumatisch zu identifizierenden 
Hernie gerechnet werden. Aus der Sicht des Hausarztes handle es sich um 
Unfallfolgen. Dem beiliegenden Bericht zum Röntgenbefund der 
L.________ vom 30. März 2012 (act. IIA M16 S. 1) ist zudem zu entneh-

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men, dass die bei der Untersuchung noch miterfassten Bandscheiben-
fächer kranial davon eine generalisierte Signalminderung als Ausdruck der 
beginnenden Chondrose der unteren Bewegungssegmente der BWS zeig-
ten.

3.1.5 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. C.________, 
hielt in seiner Stellungnahme vom 15. Juni 2012 (act. IIA M18 S. 2) fest, 
dass der Einschätzung von Dr. med. G.________, nach welcher die Dis-
kushernie BWK9/10 die Beschwerdesymptomatik erkläre, nicht gefolgt 
werden könne. Überwiegend wahrscheinlich handle es sich dabei nicht um 
eine Unfallfolge. 

3.1.6 Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, diagnostiziere in seinem 
Bericht vom 4. Oktober 2012 (act. IIA M19) einen Status nach Autofrontal-
kollision am 8. Januar 2011 mit/bei Status nach BWK 12-Kompressions-
fraktur und Status nach traumatischer Diskushernie Th 9/10 nach kranial 
sequestriert rechtsbetont. Die Beschwerdeführerin sei nach dem Unfall 
wieder rehabilitiert worden und habe die Arbeit wieder aufgenommen, wo-
bei sie tagsüber mit den Schmerzen relativ gut habe umgehen können. Die 
Schmerzen seien konstant vorhanden, der störende Charakter sei aber erst 
wieder im Januar aufgetreten. Nach der Darstellung der Beschwerdeführe-
rin und dem Unfallmechanismus sei der Kausalzusammenhang der Dis-
kushernie mit dem Unfall eindeutig gegeben und sehr wahrscheinlich. Ins-
besondere weil sie in den kaudalen lumbalen Abschnitten normale Band-
scheiben aufweise und kein Hinweis auf Degenerationen zeige, so dass 
vom genetischen Material her davon ausgegangen werden müsse, dass in 
der BWS, wo Bandscheibenhernien sehr selten seien, ebenfalls kein Hin-
weis auf genetisch bedingte fortgeschrittene Degenerationen zu erwarten 
seien. Eine solche Hernie könne nur traumatisch passieren. 

3.1.7 Dr. med. C.________ war in seiner Stellungnahme vom 9. Novem-
ber 2012 (act. IIA M20) der Meinung, dass die Annahme von Dr. med. 
H.________, wonach die Diskushernie traumatisch ausgelöst sein solle, 
reichlich spekulativ sei, kaum jedoch überwiegend wahrscheinlich korrekt. 
Thorakale Diskushernien kämen zwar sicher viel weniger häufig vor, als 
lumbale oder zervikale, seien jedoch durchaus nicht ganz so selten. In Be-

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zug auf die BWK 12-Fraktur sei insofern von einem Endzustand auszuge-
hen, als keine weiteren spezifischen Behandlungen nötig seien.

3.1.8 Der Vertrauensarzt der zuständigen Krankenversicherung KPT, 
Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt in 
seinem Bericht vom 13. Dezember 2012 (act. II A24 S. 2) fest, dass die 
schwere Autofrontalkollision und die damit verbundene Heftigkeit der Ener-
gieeinwirkung, die zu der BWK 12-Fraktur führten, sowie die in unmittelbare 
Nähe der Wirbelfraktur bestehenden Diskushernie und das Fehlen von 
massgebenden Krankheitsbefunden deutlich machten, dass mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit auch die Diskushernie unfallbedingt sei. 

3.1.9 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. J.________, 
Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH und für Rheu-
matologie FMH, fasste in seinem Bericht vom 4. September 2013 
(act. IIA M23) die vorliegenden medizinischen Akten zusammen und hielt 
fest, aufgrund der wieder vermehrt aufgetretenen Rückenschmerzen im 
März 2012 eine Kernspintomographie der Lenden- und der distalen Brust-
wirbelsäule durchgeführt wurde, anlässlich welcher eine nach kranial um-
geschlagene subligamentäre Diskushernie Th 9/10 objektiviert wurde (S. 1) 
und dass die miterfassten Bandscheibenfächer kranial der Frakturzone 
(Th 12) generalisiert signalvermindert seien. Dies sei als Ausdruck einer 
beginnenden Chondrose der unteren Bewegungssegmente der Brustwir-
belsäule im Sinne einer regional generalisierten, beginnenden Degenerati-
on interpretiert worden (S. 2). Diese Chondrosen entsprächen einer Dege-
neration der Bandscheiben dieser Region entsprechend einem regionalen 
multisegmentalen Vorzustand. Zudem führte er aus, dass das von der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung zur Bejahung einer traumatischen Band-
scheibenläsion nötige schwere Trauma hier wohl gegeben zu sein scheine. 
Andererseits zeige die hier vorliegende Verletzung gerade, dass ein derar-
tiger Unfallmechanismus am ehesten eine Wirbelfraktur und nicht einen 
traumatischen Bandscheibenvorfall verursache. Es sei überwiegend wahr-
scheinlich, dass nicht traumatische Ursachen am Befund Th 9/10 beteiligt 
seien. Auch wenn einräumend eine traumatische Entstehung des Band-
scheibenvorfalls Th 9/10 immerhin als Möglichkeit angenommen werde, sei 
dessen ursächliche Entstehung mit dem Ereignis vom 8. Januar 2011 kei-

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neswegs erwiesen (S. 3). Die für eine Diskushernie typische Ausstrah-
lungssymptomatik im Sinne einer „eventuellen radikulären Reizung“ thora-
kal rechts erscheine erst 12 Monate nach dem Ereignis erstmals in den 
medizinischen Akten. Die Diskushernie Th 9/10 sei nicht überwiegend 
wahrscheinlich traumatisch und das Ereignis vom 8. Januar 2011 sei nicht 
geeignet, bei einwandfrei gesunder Bandscheibe eine solche auf der Höhe 
Th 9/10 zu verursachen (S. 3 Ziff. 1 und Ziff. 2). Eine radikuläre Symptoma-
tik sei unmittelbar nach dem Unfall nicht dokumentiert und die vertebrale 
Symptomatik sei überwiegend wahrscheinlich durch die Fraktur des 
BWK 12 verursacht worden (Ziff. 3). Eine wesentliche Verbesserung der 
unfallkausal bedingten Beeinträchtigung – sofern sie überhaupt noch 
nachweisbar wären – sei durch weitere Behandlungen nicht mehr zu erwar-
ten (Ziff. 4).

3.2 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich 
des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vor-
liegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Un-
fallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als 
eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann 
eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von beson-
derer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe her-
beizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radi-
kuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftre-
ten. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für 
Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 
E. 2.3).

3.3

3.3.1 Dass bei der Frontalkollision vom 8. Januar 2011 von einer gewis-
sen Schwere auszugehen ist, zeigt bereits die Tatsache, dass sie zu einer 
Kompressionsfraktur des 12. Brustwirbelkörpers geführt hat, obwohl bzw. 
gerade weil die Beschwerdeführerin Sicherheitsgurte getragen hat und der 
Airbag ausgelöst wurde (vgl. act. IIA M2 und act. IIA M23). Es kann aber 
hier offen gelassen werden, ob dieses Ereignis von genügender Schwere 
war um den Anforderungen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu 
genügen und damit geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe her-

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vorzurufen. Denn selbst bei Annahme eines Unfallereignisses von beson-
derer Schwere ist das zweite Kriterium zu verneinen, wie nachfolgend dar-
zulegen ist (E. 3.3.2 hiernach).

3.3.2 Aus den hiervor zusammengefassten medizinischen Berichten er-
gibt sich, dass zunächst unmittelbar nach dem Autounfall am 11. Januar 
2011 von den erstbehandelnden Ärzten ausschliesslich eine BWK 12-
Kompressions-Fraktur sowie eine Thorax-, Sternum- und Beckenkontusion 
rechts diagnostiziert worden ist (act. IIA M2). Auch im Laufe der weiteren 
Behandlung im Frühjahr 2011 fanden sich keine Hinweise auf weiterge-
hende Befunde: Sowohl in der Nachkontrolle vom 28. Februar 
(act. IIA M11) wie auch in derjenigen vom 13. April 2011 (act. IIA M10) dia-
gnostizierte der behandelnde Orthopäde Dr. med. D.________ aussch-
liesslich einen Status nach BWK 12-Fraktur und sah keine Notwendigkeit, 
ein MRI zu machen. Auch der behandelnde Hausarzt Dr. med. G.________ 
hielt im Bericht zu Handen der Beschwerdegegnerin am 2. September 
2011 (act. IIA M13) nur die Kompressionsfraktur BWK 12 fest. Er führte 
sodann aus, dass ein im Rahmen der Fraktur naturgemäss zögerlicher Ver-
lauf vorliege (Ziff. 2), dass die Beschwerdeführerin jedoch angesichts des 
Traumas einen insgesamt günstigen Verlauf zeige (Ziff. 6). 

Erst Ende April 2012 – und damit mehr als ein Jahr nach dem hier interes-
sierenden Unfall vom 8. Januar 2011 – dokumentierte der behandelnde 
Hausarzt Dr. med. G.________ das Auftreten von vermehrten Rücken-
schmerzen im Verlaufe des Januars bzw. Februars 2012 mit möglicher 
radikulärer Reizsymptomatik der distalen BWS (act. IIA M16 S. 2). Er hatte 
deshalb Ende März 2012 ein MRI anfertigen lassen, welches neben der 
konsolidierten Deckplattenimpressions-Fraktur der BWK 12 eine nach kra-
nial umgeschlagene Diskushernie Th 9/10 und beginnende Chondrosen 
zeigte (act. IIA M16 S. 1). Von Dr. med. G.________ wurde nach dieser 
Diagnose der Diskushernie Th 9/10 ab Ende März 2012 eine volle Arbeits-
unfähigkeit während einer Woche attestiert. Unmittelbar nach dem Unfall 
vom 8. Januar 2011 war bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 
3. April 2011 attestiert worden, damals jedoch aufgrund der BWK 12-
Fraktur (act. IIA M2 und act. IIA M7). Danach war es der Beschwerdeführe-
rin trotz angeblich anhaltender Schmerzen jedoch wieder möglich, ihre an-

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gestammte Tätigkeit im ursprünglichen Pensum aufzunehmen 
(act. IIA M10) und bis Ende März 2012 dieses Pensum zu halten. Damit ist 
davon auszugehen, dass die von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
geforderten Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres 
Syndrom) nicht unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetre-
ten sind, sondern erst nach einer Latenzzeit von ungefähr einem Jahr. 
Wenn Dr. med. H.________ in seinem Bericht vom 4. Oktober 2012 
festhält (act. IIA M19), dass die Beschwerdeführerin während des ganzen 
Jahres unter Schmerzen gelitten habe, ändert dies daran nichts, denn es 
ist nicht ungewöhnlich, dass nach einer Wirbelkörperfraktur Rücken-
schmerzen auftreten: so hält auch Dr. med. J.________ in seinem Bericht 
vom 4. September 2013 (act. IIA M23) fest, dass die vertebrale Symptoma-
tik überwiegend wahrscheinlich durch die Fraktur des BWK 12 verursacht 
worden sei.

Die mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit verbundenen Symptome der Diskus-
hernie (hier: radikuläre Reizsymptomatik) sind bei der Beschwerdeführerin 
nicht unmittelbar nach dem Unfall sondern erst gut ein Jahr später aufge-
treten, womit das zweite zur Bejahung der natürlichen Kausalität notwendi-
ge Kriterium (vgl. E. 3.2 vorstehend) nicht erfüllt ist. 

3.4 Damit sind die von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gefor-
derte Kriterien zur Annahme einer ausnahmsweise als unfallbedingt zu 
betrachtenden Diskushernie nicht erfüllt (vgl. E. 3.2 vorstehend) und die 
natürliche Kausalität der noch bestehenden Beschwerden zum Unfall vom 
8. Januar 2011 ist zu verneinen. 

3.5 Ist die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall 
nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung 
nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall ste-
hende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach dem derzeitigen medizini-
schen Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttrau-
matischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten 
erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimme-
rung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen 
Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines 
klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der 

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Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als 
abgeschlossen zu betrachten (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 E. 2.3.1 und 2.3.2).

Die Beurteilung des Dr. med. J.________, wonach es sich bei der zur Dis-
kussion stehenden Diskushernie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um 
ein degeneratives Geschehen und nicht um einen unfallbedingten Zustand 
handelt, überzeugt. Aufgrund der im Röntgenbefund vom 30. März 2012 
(act. IIA M16) nachgewiesenen beginnenden Chondrosen der unteren Be-
wegungselemente der BWS legt er nachvollziehbar dar, dass diese Chon-
drosen einer Degeneration der Bandscheiben dieser Region im Sinne eines 
regional generalisierten, multisegmentalen Vorzustandes entsprechen (vgl. 
act. IIA M23 S. 2). Daran ändert nichts, dass der Vorzustand der Band-
scheiben im Zeitpunkt des Unfallereignisses nicht bekannt war. Denn die 
hier zu beurteilende Diskushernie ist erst mit einer Latenz von einem Jahr 
nach dem Unfallereignis vom 8. Januar 2011 aufgetreten, was gegen eine 
unfallbedingte Genese spricht, zumal eine unfallbedingte Aktivierung eines 
klinisch stummen degenerativen Vorzustandes nach den hiervor dargeleg-
ten medizinischen Erfahrungssätzen nach sechs bis neun Monaten als ab-
geschlossen zu betrachten gewesen wäre. Somit handelt es sich bei den 
festgestellten beginnenden Chondrosen um einen degenerativen Vorzu-
stand im Zeitpunkt des Eintritts der Diskushernie und nicht um einen unfall-
bedingten Zustand.

3.6 Schliesslich sind von weiteren Beweismassnahmen und insbeson-
dere von der Erstellung eines gerichtlichen Gutachtens – wie es die Be-
schwerdeführerin beantragt (Rechtsbegehren Ziff. 2, Eventualbegehren, 
Beschwerde vom 3. Mai 2013 S. 2) – keine zusätzlichen Erkenntnisse zu 
erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162), da 
auch damit das Vorliegen der Diskushernie bereits unmittelbar nach dem 
Unfall nicht bewiesen werden könnte.

3.7 Bei der Fraktur des BWK 12, welche als einzige in natürlichem Kau-
salzusammenhang mit dem Unfall vom 8. Januar 2011 steht, ist aufgrund 
der medizinischen Akten von einem Endzustand auszugehen und eine we-
sentliche Verbesserung der unfallkausal bedingten Beeinträchtigungen ist 
durch weitere spezifische Behandlungen nicht mehr zu erwarten (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, UV/13/360, Seite 13

act. IIA M20 und act. IIA M23). Der Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG 
ist damit zu Recht erfolgt.

4.

Fehlt es wie vorliegend bei der Beschwerdeführerin an der natürlichen 
Kausalität zwischen den nach dem Fallabschluss noch bestehenden Be-
schwerden und dem zu beurteilenden Unfall, ist jegliche Leistungspflicht 
der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit der Diskushernie ausge-
schlossen. Nach dem Dargelegten ist die mit Einspracheentscheid vom 
18. März 2013 (act. II A30) bestätigte Leistungseinstellung per 20. Juni 
2012 nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61 lit. a 
ATSG werden keine Verfahrenskosten erhoben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
UVG in Verbindung mit Art.  61 lit. g ATSG kein Anspruch auf eine Partei-
entschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014, UV/13/360, Seite 14

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- AXA Versicherungen AG, Generaldirektion 
- Bundesamt für Gesundheit 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.