# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d118277-d26f-55be-a836-b8fb65f7e2bb
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-30
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 30.04.2025 BE.2025.5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BE-2025-5_2025-04-30.pdf

## Full Text

Beschluss vom 30. April 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Patrick Robert-Nicoud, 

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

BUNDESAMT FÜR ZOLL UND GRENZSICHERHEIT, 

 

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

A., 

 

Gesuchsgegner 

 

 

Gegenstand  Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BE.2025.5 

(Nebenverfahren: BP.2025.26)  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Zollfahndung am 18. Februar 2025 um ca. 23.30 Uhr das von A. gelenkte 

Fahrzeug nach dessen Einfahrt ins Schweizerische Zollgebiet anhielt und bei 

dieser Kontrolle insgesamt 297 Stangen Zigaretten und 10.5 Liter Schnaps 

feststellte, ohne dass diesbezüglich eine Zollanmeldung erfolgt war (vgl. 

act. 1, Rz. 13); 

 

- die zuständige Zollfahndung des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit 

(nachfolgend «BAZG») am 19. Februar 2025 gegen A. eine Zollstrafunter-

suchung (Dossier Nr. 71-2023.29809) eröffnete wegen des Verdachts der 

Widerhandlungen gegen Art. 118 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 (ZG; 

SR 631.0), Art. 96 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über die 

Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuergesetz, MWSTG; SR 641.20), Art. 35 des 

Bundesgesetzes vom 21. März 1969 über die Tabakbesteuerung (Tabak-

steuergesetz, TStG; SR 641.31) und Art. 54 des Bundesgesetzes vom 

21. Juni 1932 über die gebrannten Wasser (Alkoholgesetz, AlkG; SR 680) 

(act. 1.1); 

 

- sie ebenfalls am 19. Februar 2025 das Mobiltelefon von A. sicherstellte 

(act. 1.2–1.4); 

 

- A. anlässlich seiner Einvernahme am 19. Februar 2025 dessen Siegelung 

verlangte, weil sich darauf private Daten befänden (act. 1.6 S. 7 f. und 

act. 1.9); 

 

- das BAZG mit Entsiegelungsgesuch vom 5. März 2025 die Beschwerdekam-

mer des Bundesstrafgerichts um Ermächtigung ersuchte, eine forensische 

Sicherungskopie des Mobiltelefons durchführen zu lassen und diese in der 

Folge zu entsiegeln und zu durchsuchen (act. 1); 

 

- das BAZG dabei u.a. die superprovisorischen Anträge stellte, es sei zu 

ermächtigen, das versiegelte Mobiltelefon an das Bundesamt für Polizei 

(fedpol) weiterzuleiten, und Letzteres sei zu beauftragen eine forensische 

Sicherungskopie des Mobiltelefons zu erstellen; 

 

- die Beschwerdekammer das fedpol am 7. März 2025 mit der Erstellung einer 

forensischen Sicherungskopie der sich auf dem Mobiltelefon befindenden 

Daten und der mit diesem Gerät verknüpften Cloud-Daten beauftragte 

(BP.2025.26, act. 2); 

 

- 3 - 

 

 

- der zuständige IT Forensiker des fedpol mit E-Mail vom 24. März 2025 der 

Beschwerdekammer mitteilte, er habe vom Mobiltelefon und der sich darin 

befindenden SIM-Karte lediglich eine Teilsicherung erstellen können 

(BP.2025.26, act. 3; siehe auch den entsprechenden Bericht vom 9. April 

2025 [BP.2025.26, act. 5]); 

 

- sich A. innerhalb der ihm bis 24. März 2025 anberaumten Frist nicht zum 

Entsiegelungsgesuch vernehmen liess (vgl. act. 2); 

 

- der zuständige IT Forensiker des fedpol der Beschwerdekammer am 22. Ap-

ril 2025 das Mobiltelefon sowie zwei Kopien der Teilsicherungen und seinen 

Bericht übermittelte (act. 3, 3.1). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- sich die Verfolgung und Beurteilung der dem Gesuchsgegner zur Last ge-

legten Widerhandlungen nach den jeweiligen Spezialgesetzen und nach 

dem VStrR richtet und das BAZG die verfolgende und urteilende Behörde ist 

(vgl. Art. 128 ZG, Art. 103 Abs. 1 und 2 MWSTG, Art. 43 TStG, Art. 59 AlkG); 

 

- die Beschwerdekammer demnach über die Zulässigkeit der Durchsuchung 

des sichergestellten Mobiltelefons zu entscheiden hat (vgl. Art. 50 Abs. 3 

VStrR); 

 

- bei der Durchsuchung von «Papieren» (bzw. von Aufzeichnungen und Ge-

genständen oder Datenträgern; s. BGE 139 IV 246 E. 3.2; 108 IV 76 E. 1) 

das Amtsgeheimnis sowie Geheimnisse, die Geistlichen, Rechtsanwälten, 

Notaren, Ärzten, Apothekern, Hebammen und ihren beruflichen Gehilfen in 

ihrem Amte oder Beruf anvertraut wurden, zu wahren sind (Art. 50 Abs. 2 

VStrR), wobei die Papiere versiegelt und verwahrt werden, wenn der Inhaber 

gegen deren Durchsuchung Einsprache erhebt (Art. 50 Abs. 3 VStrR); 

 

- der Inhaber von zu Durchsuchungszwecken sichergestellten Papieren und 

Datenträgern die Geheimnisse glaubhaft zu machen hat, die seiner Ansicht 

nach dem öffentlichen Interesse an der Aufklärung und Verfolgung von 

mutmasslichen Straftaten vorgehen; mit der Substantiierungsobliegenheit 

vermieden wird, dass das Entsiegelungsverfahren rechtsmissbräuchlich 

oder trölerisch in Anspruch genommen wird (Urteil des Bundesgerichts 

1B_637/2012 vom 8. Mai 2013 E. 3.6.1 f.; vgl. auch den Beschluss des 

Bundesstrafgerichts BE.2024.19 vom 23. September 2024 E. 3 m.w.H.); 

  

- 4 - 

 

 

- der Gesuchsgegner gegenüber dem Gesuchsteller auf Nachfrage lediglich 

angab, er habe auf dem Mobiltelefon private Daten und er wolle nicht, dass 

diese gesichtet werden (act. 1.9); 

 

- er sich im vorliegenden Verfahren nicht vernehmen liess; 

 

- der Gesuchsgegner keine Amts- oder Berufsgeheimnisse geltend macht und 

seinem allgemeinen Verweis auf die Privatsphäre keine Geheimnisse im 

Sinne von Art. 50 Abs. 2 VStrR zu entnehmen sind; 

 

- er damit seinen oben erwähnten Mitwirkungs- und Substantiierungsobliegen-

heiten im Entsiegelungsverfahren nicht hinreichend nachkommt (siehe u.a. 

auch die Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BE.2023.28 vom 9. Januar 

2024; BE.2022.2 vom 20. Juni 2023 E. 4.2; BE.2020.3 vom 27. Juli 2020 

E. 5.4); 

 

- somit mangels substantiierter Vorbringen des Gesuchsgegners kein Anlass 

besteht, ein förmliches Entsiegelungsverfahren durchzuführen; 

 

- nach dem Gesagten auf das Entsiegelungsgesuch nicht einzutreten ist (vgl. 

hierzu das Urteil des Bundesgerichts 1B_464/2019 vom 17. März 2020) und 

die Gesuchstellerin ohne Weiteres die Durchsuchung, Triage und allfällige 

Beschlagnahme der sichergestellten Daten vornehmen kann; 

 

- die Verfahrenskosten bei der Hauptsache bleiben (vgl. TPF BE.2022.3 vom 

3. Dezember 2024 E. 2.9, zur Publikation vorgeschlagen), d.h. in der Zoll-

strafuntersuchung Nr. 71-2023.29809 des Gesuchstellers; 

 

- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.– festzusetzen ist (vgl. Art. 73 Abs. 2 und 3 

StBOG); 

 

- 5 - 

 

 

und erkennt: 

 

1. Auf das Entsiegelungsgesuch wird nicht eingetreten. Das Mobiltelefon 

iPhone 12 [(…)] und die forensischen Kopien [(…)] werden nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Beschlusses zur Durchsuchung und weiteren 

Verwendung an das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, Direktionsbe-

reich Strafverfolgung, herausgegeben. 

 

2. Die Verfahrenskosten bleiben bei der Hauptsache. Die Gerichtsgebühr wird 

auf Fr. 500.– festgesetzt.  

 

 

Bellinzona, 30. April 2025 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, Direktionsbereich Strafverfolgung 

- A. 

- Bundesstrafgericht, Finanzabteilung 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu 
dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 
konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen 
Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung 
ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für 
die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).