# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1bdc2a76-1b32-5493-9572-4f542ea44522
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 16.10.2018 SK 2017 191
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-191_2018-10-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 17 191

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. Oktober 2018 

Besetzung Oberrichterin Bratschi (Präsidentin), Oberrichter Kiener,        
Oberrichter Aebi
Gerichtsschreiberin i.V. Kummer

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigte

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

B.________
vertreten durch Fürsprecher C.________

Straf- und Zivilklägerin/Berufungsführerin

Gegenstand Veruntreuung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 23. März 2017 (PEN 2016 814)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht) erkannte mit Urteil vom 
23. März 2017 (pag. 285 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Veruntreuung, angeblich begangen in der Zeit vom 03.11.2014 bis am 
07.04.2015 in D.________ (Ort) zum Nachteil von B.________ (Gesamtdeliktsbetrag CHF 47‘152.20), 

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und unter Auferlegung der Verfahrenskosten, sich zusam-
mensetzend aus Gebühren von CHF 2‘200.00 und Auslagen von CHF 202.00, insgesamt bestimmt 
auf CHF 2‘402.00, an den Kanton Bern.

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Kosten der Untersuchung CHF 800.00
Kosten des Gerichts (exkl. schriftl. Begründung) CHF 1'400.00
Total CHF 2'200.00

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Entschädigung für Zeugen CHF 102.00
Kosten des Gerichts CHF 100.00
Total CHF 202.00

II. Zivilklage

1. Die Zivilklage der Privatklägerin B.________ wird abgewiesen. 

2. Für den Zivilpunkt werden keine separaten Kosten ausgeschieden.

III.

Weiter wird verfügt:

1. Wird eine schriftliche Urteilsbegründung verlangt oder nötig, kostet diese zusätzlich 
CHF 1‘000.00.

2. Schriftlich zu eröffnen:
- der Privatklägerin B.________ (mit LSI), 
- der Beschuldigten A.________ (anlässlich der Verhandlung gegen Empfangsbestätigung 

ausgehändigt), 
- der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, z.Hd. Staatsanwalt E.________ (mit in-

terner Post).

3. Schriftlich mitzuteilen nach Eintritt der Rechtskraft:
- der Koordinationsstelle Strafregister (KOST)

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2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete B.________ als Straf- und Zivilkläge-
rin/Berufungsführerin (nachfolgend: Privatklägerin), vertreten durch Fürsprecher 
C.________, fristgerecht Berufung an (pag. 329). Die schriftliche Urteilsbegrün-
dung datiert vom 11. Mai 2017 (pag. 289 ff.). Am 1. Juni 2017 reichte die Privatklä-
gerin form- und fristgerecht die Berufungserklärung ein (pag. 343 f.). Die General-
staatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 8. Juni 2017 auf die Teilnahme 
am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 353). A.________ (nachfolgend: Beschuldig-
te) liess sich innert Frist nicht vernehmen.

Am 17. September 2017 stellte die Beschuldigte ein Gesuch um Verschiebung der 
auf den 22. Dezember 2017 angesetzten Berufungsverhandlung (pag. 373). Mit 
Verfügung vom 21. September 2017 nahm und gab die Verfahrensleitung vom 
Verschiebungsgesuch der Beschuldigten Kenntnis und setzte die Berufungsver-
handlung neu auf den 6. März 2018 an (pag. 375 f.). Mit Schreiben vom 15. Febru-
ar 2018 ersuchte die Privatklägerin aufgrund ihrer schweren Krankheit und ihres 
hohen Alters um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung 
(pag. 378). Ihren Gesundheitszustand belegte sie mit einem Arztzeugnis vom 
14. Februar 2018 (pag. 379). Die Verfahrensleitung hiess das Gesuch der Privat-
klägerin gut und dispensierte sie von der Teilnahme an der oberinstanzlichen Ver-
handlung (Verfügung vom 16. Februar 2018; pag. 381 f.). Am 17. Februar 2018 teil-
te die Beschuldigte mit, sie befinde sich derzeit in Sri Lanka und habe sich kürzlich 
einer Notoperation unterziehen müssen. Es sei ihr nicht möglich, bis zum Verhand-
lungstermin zurück in die Schweiz zu reisen und sie ersuche deshalb um eine er-
neute Verschiebung der Berufungsverhandlung (pag. 384 ff.). Auch diesem Gesuch 
gab die Verfahrensleitung statt und setzte den Termin der oberinstanzlichen Ver-
handlung neu auf den 15. Mai 2018 fest (Verfügung vom 19. Februar 2018; 
pag. 388 f.). Dieser Termin wurde auf nochmaliges Ersuchen der Beschuldigten 
wegen gesundheitlicher Probleme mit Verfügung vom 27. April 2018 erneut ver-
schoben auf den 16. Oktober 2018 (pag. 399 f.). Die oberinstanzliche Verhandlung 
fand schliesslich am 16. Oktober 2018 in Anwesenheit der Beschuldigten und Für-
sprecher C.________ statt. 

3. Anträge der Parteien

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung stellte und begründete Fürsprecher 
C.________ namens der Privatklägerin folgende Anträge:

1. A.________ sei schuldig zu sprechen der Veruntreuung, begangen durch Bezug von Geld ab 

dem Konto von B.________ wie folgt:

a. 3. November 2014, 10.41 h 5‘000.-

b. 10. November 2014, 10.23 h 5‘000.-

c. 24. November 2014, 10.47 h 7‘000.-

d. 27. November 2014, 10.14 h 7‘000.-

e. 1. Dezember 2014, 10.21 h 10‘000.-

f. 4. Dezember 2014, 11.08 h 10‘000.-

g. 7. April 2015, 11.17 h 7‘000.-

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und Verwendung von Fr. 47‘152.20 davon für eigene Zwecke

2. A.________ sei angemessen zu bestrafen

3. A.________ sei zu verurteilen, B.________ den Betrag von Fr. 47‘152.20 zurück zu bezahlen, 
zzg. Zins zu 5% seit 1. Dezember 2014 (mittlerer Verfall)

4. A.________ sei zur Tragung der Verfahrenskosten zu verurteilen

5. A.________ sei zu verurteilen, B.________ eine Parteientschädigung für die angemessene Aus-
übung der Parteirechte in der Höhe von Fr. 5‘619.90 zu bezahlen.

Die Beschuldigte stellte sinngemäss den Antrag, das erstinstanzliche Urteil sei zu 
bestätigen und sie sei von der Anschuldigung der Veruntreuung freizusprechen. 
Weiter forderte sie den Ersatz ihrer Kosten für das oberinstanzliche Verfahren.

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden im oberinstanzlichen Verfahren ein aktueller Strafregis-
terauszug vom 3. Oktober 2018 (pag. 412) und ein Leumundsbericht vom 28. Sep-
tember 2018 (pag. 407 ff.) über die Beschuldigte eingeholt. Im Rahmen der Beru-
fungsverhandlung vom 16. Oktober 2018 wurde die Beschuldigte erneut zu den 
Vorwürfen sowie ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen befragt 
(pag. 416 ff.).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das erstinstanzliche Urteil wurde von der Privatklägerin vollumfänglich angefochten 
und ist von der Kammer damit in allen Punkten mit voller Kognition zu überprüfen 
(Art. 398 Abs. 2 und 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Okto-
ber 2007 [StPO; SR 312.0]). Infolge der Berufung der Privatklägerin darf das ange-
fochtene Urteil auch zum Nachteil der Beschuldigten abgeändert werden Das Ver-
schlechterungsverbot gilt mithin nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario). 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Beabsichtigte Verfahrenseinstellung

Die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland beabsichtigte, das Verfahren gegen die Be-
schuldigte wegen Diebstahls betreffend Pendule, Fingerring und Bargeldbetrag von 
USD 50.00 sowie wegen Veruntreuung von CHF 51‘000.00 in Anwendung von 
Art. 391 Abs. 1 Bst. a StPO einzustellen (pag. 232 ff.). Der stellvertretende Leiten-
de Staatsanwalt hat diesem Vorgehen jedoch nur teilweise zugestimmt 
(pag. 238 f.). Er genehmigte die Verfahrenseinstellung betreffend den Vorwurf des 
Diebstahls. Nicht genehmigt hingegen wurde der Antrag auf Verfahrenseinstellung 
betreffend den Vorwurf der Veruntreuung. Er verlangte diesbezüglich, dass Ankla-
ge beim Regionalgericht Bern-Mittelland zu erheben sei. Es handle sich um einen 
Fall Aussage gegen Aussage, wobei sich das Gericht ein unmittelbares Bild der be-
teiligten Personen verschaffen und hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit und der 
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen einen Entschied fällen müsse. In objektiver Hinsicht 
würden denn auch erheblich belastende Momente bestehen, welche eine Anklage-

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erhebung rechtfertigen würden. So sei namentlich u.a. nicht ersichtlich, aus wel-
chem Grund und zu welchem Zweck von anfangs November bis anfangs Dezem-
ber 2014 tranchenweise CHF 44‘000.00 zugunsten der Privatklägerin hätten abge-
hoben werden sollen. Diese Bezüge würden sich weder mit der bevorstehenden 
Ferienabwesenheit der Beschuldigten noch mit der Erledigung/Sicherstellung des 
Zahlungsverkehrs oder von Einkäufen der Privatklägerin erklären lassen. Zudem 
wirke sich auch die Hausdurchsuchung bei der Beschuldigten nicht entlastend aus, 
da zumindest die theoretische Möglichkeit bestehe, dass die Geldbeträge in bar 
ausser Land geschafft worden seien. Auch die Tatsache, dass die Beschuldigte 
selbst in geregelten wirtschaftlichen Verhältnissen lebe, spreche nicht per se gegen 
ihre Täterschaft. In der Folge erhob der zuständige Staatsanwalt Anklage gegen 
die Beschuldigte wegen Veruntreuung beim Regionalgericht Bern-Mittelland.

7. Sachverhalt gemäss Anklageschrift
Der Beschuldigten wird mit Anklageschrift vom 27. September 2016 (pag. 242 f.) 
vorgeworfen, in der Zeit vom 3. November 2014 bis zum 7. April 2015 in 
D.________ (Ort) zum Nachteil der Privatklägerin im Gesamtdeliktsbetrag von 
CHF 47‘152.20 eine Veruntreuung begangen zu haben. Konkret soll die Beschul-
digte zulasten des bei der F.________ (Bank) geführten, auf die Privatklägerin lau-
tenden Sparkontos die nachstehend aufgeführten Bargeldbezüge in Höhe von ge-
samthaft CHF 51‘000.00 mit angeblich von der Privatklägerin ausgestellten Einzel-
vollmachten getätigt haben:

a. Bargeldbezug von CHF 5‘000.00 vom 03.11.2014 10:41 Uhr

b. Bargeldbezug von CHF 5‘000.00 vom 10.11.2014 10:23 Uhr

c. Bargeldbezug von CHF 7‘000.00 vom 24.11.2014 10:47 Uhr

d. Bargeldbezug von CHF 7‘000.00 vom 27.11.2014 10:14 Uhr

e. Bargeldbezug von CHF 10‘000.00 vom 01.12.2014 10:21 Uhr

f. Bargeldbezug von CHF 10‘000.00 vom 04.12.2014 11:08 Uhr

g. Bargeldbezug von CHF 7‘000.00 vom 07.04.2015 11:17 Uhr

Die Beschuldigte habe die unrechtmässig erlangten Geldbeträge – die Privatkläge-
rin machte geltend, nie entsprechende Vollmachten an die Beschuldigte erteilt zu 
haben – mit Ausnahme der am 3. November 2014 und am 4. Dezember 2014 für 
die Privatklägerin erfolgten Posteinzahlungen im Gesamtbetrag von CHF 3‘847.80 
(pag. 77-79) für private Zwecke verwendet.

8. Unbestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz hat zum unbestrittenen Sachverhalt zutreffend Folgendes ausge-
führt (pag. 293 ff.):

1. Der unbestrittene Sachverhalt ergibt sich aus dem Anzeigerapport der Kantonspolizei Bern vom 

11.08.2015 (p. 003 ff.), den Berichtsrapporten der Kantonspolizei Bern vom 06.02.2016 

(p. 010 f.) und vom 26.04.2016 (p. 012 f.), aus der Hausdurchsuchung vom 15.04.2016 

(p. 019 f.), den eingereichten Vollmachten (p. 021 ff. und p. 209/1 ff.), den edierten Vollmachten 

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bei der F.________ (Bank) (p. 038 ff.), aus den Kontoauszügen der Beschuldigten von der 

G.________ (Bank) und F.________ (Bank) (p. 087 ff.), den Kontobelegen und dem Postbüch-

lein der Privatklägerin (p. 070 ff.), aus den polizeilichen Einvernahme vom 27.01.2016 (Privat-

klägerin, p. 052 ff.), vom 29.06.2015 (H.________, p. 056 ff.), vom 20.07.2015 (Beschuldigte, 

p. 063 ff.) und vom 15.04.2016 (Beschuldigte, p. 083 ff.), sowie aus den Einvernahmen an der 

Hauptverhandlung vom 23.03.2017 (p. 261 ff.).

2. Am 29.06.2015 erschien H.________ mit ihrer Patentante B.________, der Privatklägerin, bei 

der Polizeiwache D.________ (Ort) und gab an, ab dem Konto von B.________ sei Geld verun-

treut und aus deren Wohnung seien Gegenstände gestohlen worden. Aufgrund dessen kam es 

in der Folge zu Einvernahmen und Editionen.

3. Unbestritten ist, dass sich die Beschuldigte und die Privatklägerin seit langem als Nachbarn 

kennen. Die betagte Privatklägerin wohnt alleine und benötigt ab und an Hilfe für die Besorgung 

ihrer Geldangelegenheiten. Bis ca. Mitte 2014 wurde diese Aufgabe durch die Nachbarin Frau 

I.________ erledigt. Nachdem diese die Angelegenheiten nicht weiter betreuten wollte, schlug 

die Privatklägerin die Beschuldigte als neue Person vor, welche sie bei Geldangelegenheiten un-

terstützen würde. Folglich wurde am 20.10.2014 für das Konto der Privatklägerin bei der 

F.________ (Bank) eine Vollmacht zu Gunsten der Beschuldigten erstellt (p. 038).

4. Die Frauen A.________, H.________ und J.________ (Nachbarin), sowie die Spitex und die 

Putzfrau besassen alle einen Schlüssel zur Wohnung der Privatklägerin. Im Rahmen von Um-

bauarbeiten im Jahr 2015 konnten auch Handwerker in die Wohnung der Privatklägerin. 

5. Frau I.________ hatte gemäss den Kontoauszügen (p. 070 ff.) jeweils zwischen CHF 3‘000.00 

und CHF 3‘600.00 vom Bankkonto der Privatklägerin abgehoben, letztmals per 11.06.2014 

(p. 071). Davon bezahlte die Privatklägerin ihre Rechnungen und behielt einen gewissen Betrag 

bei sich zu Hause für die Bezahlung von Einkäufen usw.. 

6. Nach Juni 2014 und vor dem ersten Geldbezug durch die Beschuldigte hob Frau H.________ 

am Bankautomaten zweimal CHF 2‘000.00 vom Konto der Privatklägerin ab (p. 072, 072 hinten, 

p. 275 Z. 40). Eine Abhebung vom 07.08.2014 in Höhe von CHF 5‘000.00 (p. 071 hinten) muss 

durch die Privatklägerin selbst am Schalter durchgeführt worden sein. Für diese Abhebung fin-

den sich keine Hinweise auf eine Vollmacht, welche auf eine Abhebung durch eine Drittperson 

hindeuten würde (p. 275 Z. 42 bis p. 276 Z. 7). Am Tag der Vollmachtsunterzeichung z.G. der 

Beschuldigten (20.10.2014) wurde durch die Privatklägerin bzw. die Beschuldigte zudem ein Be-

trag von CHF 3‘000.00 abgehoben (p. 039, p. 039/1, p. 72 hinten). Der Kontostand betrug da-

mals ca. CHF 130‘000.00. All diese Bezüge erfolgten korrekt und gaben zu keinen Beanstan-

dungen Anlass. 

7. Unbestritten ist weiter, dass die Beschuldigte in der Folge mittels ausgefüllter Einzelvollmachten 

(p. 040 ff.) am Schalter der F.________ (Bank) vom Konto der Privatklägerin Geld abhob. Die 

Privatklägerin hatte zur Bevollmächtigung der Beschuldigten Blankovollmachten bei sich zu 

Hause (p. 021 ff. und p. 209/1 ff.). Die Beschuldigte hob ab 03.11.2014 in sieben Tranchen ins-

gesamt CHF 51‘000.00 ab (vgl. auch p. 072 hinten ff.) und wies gegenüber der Bank dabei je-

weils die entsprechenden Einzelvollmachten vor.

8. Die Beschuldigte weilte ca. ab 10.12.2014 bis Ende März 2015 und wieder ab Mai 2015 in Sri 

Lanka. Sechs der Abhebungen fanden somit in der Zeit vor, eine nach ihrer ersten Reise nach 

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Sri Lanka statt. Auf dem Konto der Privatklägerin erfolgten nach dem 04.12.2014 bis Mitte Ju-

ni 2015 im Weiteren ausser der Zahlung für Hypothek und Gebühren, einen Übertrag gemäss 

Telefon mit Frau H.________ in der Höhe von CHF 1‘200.00, und CHF 1‘600.00 für die Einrich-

tung der Wohnung der Privatklägerin nach einem Wasserschaden (p. 276 Z. 41 ff. und p. 278 

Z. 41) keine weiteren Belastungen (p. 073 hinten und p. 074 ff.).

9. Während der Zeit, als sich Frau I.________ um die Geldangelegenheiten der Privatklägerin 

kümmerte, zahlte die Privatklägerin nach Erhalt des Geldes von Frau I.________ ihre Rechnun-

gen mit dem Postbüchlein selbst bei der Post ein. Das Postbüchlein füllte sie in der Regel auch 

danach selber aus (vgl. p. 075 ff.). Einzig die Einträge Nr. 21-23 für die Einzahlungen vom 

04.12.2014 wurden durch die Beschuldigte ausgefüllt (p. 079). In der Zeit, als sich die Beschul-

digte um die Geldangelegenheiten der Privatklägerin kümmerte, tätigte neu die Beschuldigte die 

Einzahlungen der Rechnungen bei der Post (p. 264 Z. 20, p. 269 Z. 39). Sowohl nach den 

(gemäss Anklageschrift deliktischen) Abhebungen vom 03.11.2014 als auch vom 04.12.2014 

durch die Beschuldigte wurden durch die Beschuldigte für die Privatklägerin Rechnungen be-

zahlt (p. 77 bis 79). Die Beschuldigte tätigte daneben auch Einkäufe für die Privatklägerin, wel-

che sie jedoch zuerst aus eigener Tasche bezahlte und wofür sie das Geld später direkt von der 

Privatklägerin zurück erhielt. 

10. Wer die Privatklägerin während der Abwesenheiten der Beschuldigten in Sri Lanka bei den 

Geldangelegenheiten unterstützte, blieb im Beweisverfahren unklar, genannt wurden die Putz-

frau oder die Mithilfe eines Chauffeurs (p. 265, p. 277). 

11. Nach einem Wasserschaden in der Wohnung der Privatklägerin stürzte die Privatklägerin, muss-

te daraufhin ins Spital und schliesslich temporär in eine Alterswohnung. Ihre zweistöckige Woh-

nung wurde während dieser Zeit so umgestaltet, dass die obere Etage nicht mehr benutzt wer-

den musste. Im Zuge der Anschaffungen für die Umgestaltung stellte Frau H.________ fest, 

dass der Kontostand auf dem F.________ (Bank) Konto der Privatklägerin weit tiefer war als am 

20.10.2014. Sie bestellte folglich die Kontoauszüge und entdecke die fraglichen Belastungen, 

worauf es zur Anzeige kam (p. 056 ff.). 

12. Am 15.04.2016 fand bei der Beschuldigten eine Hausdurchsuchung statt, bei welcher Kontoaus-

züge beschlagnahmt wurden (p. 087 ff.). Es ist unbestritten, dass die Beschuldigte regelmässig 

ca. CHF 3‘600.00 von der Pensionskasse auf ihr G.________ (Bank) Konto und CHF 1‘700.00 

von der Ausgleichskasse auf ihr F.________ (Bank) Konto erhält. Im September 2014 erhielt die 

Beschuldigte eine Erbschaftsauszahlung (p. 132), wovon sie einen Teil auf ihr Sparkonto über-

wies. Beide Konti weisen anständige Guthaben auf und betreffend Kontobewegungen finden 

sich keinerlei Auffälligkeiten während, vor oder nach dem Deliktszeitraum. 

13. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 23.03.2017 und der Befragung der Zeugin H.________ 

zeigte sich zudem, dass die gemäss Anklage deliktische Abbuchung von CHF 5‘000.00 vom 

03.11.2014 korrekt, im Auftrag von der Privatklägerin, erfolgt ist (p. 278 Z. 42, p. 279 Z. 18 ff., 

p. 40 f., p. 72 hinten). Der Vorwurf der Anklage, dass diese Auszahlung ohne Vollmacht und Ein-

verständnis der Privatklägerin und zu Gunsten der Beschuldigten erfolgt sei, trifft somit für die 

erste der der Beschuldigten vorgeworfenen sieben Bargeldbezüge nicht zu

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9. Bestrittener Sachverhalt

Die Privatklägerin bestreitet, die Aufträge für die übrigen sechs Kontobelastungen, 
d.h. jene gemäss Ziff. 1.2 bis 1.7 der Anklageschrift, erteilt zu haben. 

Sowohl die Privatklägerin als auch deren Nichte H.________ bezichtigten die Be-
schuldigte mehrfach, die Vollmachten selbst ausgefüllt und die Unterschrift der Pri-
vatklägerin nachgemacht, respektive bei bereits ausgefüllten Vollmachten den Be-
trag abgeändert zu haben. Die Vorinstanz hat diesbezüglich festgehalten, die Un-
terschriften auf den edierten Vollmachten würden jener der Privatklägerin auf den 
Blankovollmachten stark ähneln und keine Hinweise auf Fälschungen aufweisen. 
Insgesamt ergebe sich eher das Bild, dass die Privatklägerin selbst die Vollmach-
ten ausgefüllt und unterzeichnet habe (pag. 302). Diesen korrekten Ausführungen 
kann sich die Kammer vollumfänglich anschliessen. Entgegen den Ausführungen 
von Fürsprecher C.________ kann auch aus der kurzzeitig erfolgten Stornierung 
der Auszahlung durch die Bank vom 14. Dezember 2014 nichts anderes abgeleitet 
werden. Die Darstellung von Fürsprecher C.________, wonach die Bank Zweifel an 
der Vollmacht gehabt haben soll, bleibt eine blosse Vermutung. Genauso könnten 
Stornierung und anschliessende Wiederverbuchung auf ein technisches Problem 
zurückzuführen sein, zumal die Transaktionen innerhalb von nur gerade einer Mi-
nute vorgenommen wurden.

Ob und inwieweit die Beschuldigte Vollmachten abgeändert oder die Unterschrift 
der Privatklägerin nachgemacht haben soll, ist nicht mehr Verfahrensgegenstand. 
Es ist darauf hinzuweisen, dass einzig noch der Vorwurf der Veruntreuung Gegen-
stand der Anklage bildet. Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung führte Für-
sprecher C.________ für die Privatklägerin richtig aus, vorliegend gehe es nur 
noch um die Frage der Veruntreuung bzw. darum zu klären, was mit dem von der 
Beschuldigten abgehobenen Geld geschehen sei. Für die Kammer stellt sich folg-
lich nur noch die Beweisfrage, ob die Beschuldigte das Geld im Umfang von 
CHF 43‘703.25 (sechs Bargeldbezüge von insgesamt CHF 46‘000.00, abzüglich 
CHF 2‘296.75 für Einzahlungen vom 4. Dezember 2014 z.G. der Privatklägerin, 
pag. 79) an sich genommen und für private Zwecke verwendet hat.

10. Erwägungen der Vorinstanz

10.1 Objektive Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen objektiven Beweismittel (Anzeigerapport vom 
11. August 2015, pag. 298 f.; Berichtsrapporte vom 6. Februar 2016 sowie vom 
26. April 2016, pag. 300; Hausdurchsuchung vom 15. April 2016, pag. 300; Voll-
machten sowie bei der F.________ (Bank) edierte Vollmachten, pag. 300; Konto-
auszüge der Beschuldigten von der F.________ (Bank) und der G.________ 
(Bank), pag. 300 f.; Kontobelege und Einzahlungen der Privatklägerin, pag. 301) 
korrekt zusammengefasst und daraus die folgenden Schlüsse gezogen 
(pag. 301 ff.):

1. Die Einträge im Postbüchlein der Privatklägerin tragen grösstenteils, mit Ausnahme der drei Ein-

träge 21-23 am Ende, die Handschrift der Privatklägerin. Auffallend ist, dass nach dem 

19.12.2014 keine weiteren Buchungen mehr eingetragen wurden. Aus den Einträgen im Post-

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büchlein ist ersichtlich, dass an zwei Tagen, an welchen gemäss Anklageschrift durch die Be-

schuldigte zu Unrecht Geld abgehoben worden sei, danach Einzahlungen zu Gunsten der Pri-

vatklägerin getätigt worden sind. Hierbei wurden am 04.12.2014 drei Postbüchleineinträge durch 

die Beschuldigte erstellt. Auch wenn im Verlaufe der Hauptverhandlung klar wurde, dass der 

Geldbezug vom 03.11.2014 rechtmässig war, bleibt doch der Umstand, dass am 04.12.2014 

Einzahlungen zu Gunsten der Privatklägerin getätigt wurden. Die Einträge im Postbüchlein spre-

chen dafür, dass, was vorliegend unbestritten ist, die Einzahlungen der Rechnungen auf der 

Post nicht von der Privatklägerin selbst, sondern für sie von der Beschuldigten getätigt wurden. 

Auch wurde, zumindest am 04.12.2014, nach der Abhebung von Geld dieses Geld mindestens 

teilweise erwiesenermassen sodann zu Gunsten der Privatklägerin verwendet, so wie dies von 

der Beschuldigten geltend gemacht wird. 

2. Die Unterschriften auf den sieben edierten Vollmachten ähneln jener der Privatklägerin auf den 

Blankovollmachten stark und weisen keine Hinweise auf Fälschungen auf. Auch die Daten und 

Worte in den Vollmachten entsprechen mehr der Schrift der Privatklägerin als jener der Be-

schuldigten (Bspw. enthält die „1“ auf den Postquittungen oben einen Bogen, während die Be-

schuldigte die „1“ mehr als Strich schreibt). Somit ist aufgrund der Vollmachten eher davon aus-

zugehen, dass die Unterschriften für die Geldabhebungen von der Privatklägerin und nicht von 

der Beschuldigten stammen. Ob die Privatklägerin die Vollmachten blanko unterzeichnete ist 

damit nicht entschieden, ein exaktes Nachahmen der Unterschrift durch die Beschuldigte bleibt 

grundsätzlich weiterhin möglich, wäre aufgrund der Betragskorrektur (z.B. p. 043/1) dann aber 

wiederum all zu offensichtlich. Die ausgefüllten Vollmachten ergeben insgesamt eher das Bild, 

dass die Privatklägerin selbst die Vollmachten ausgefüllt und unterzeichnet hat (mit Ausnahme 

der Angaben über die Beschuldigte auf p. 046/1, wobei diese Schrift diesbezüglich auch bereits 

bei den Blankovollmachten erscheint, p. 022) und nicht die Beschuldigte. 

3. Aus den Bankunterlagen der Beschuldigten geht keine erkennbare Geldnot hervor. Sie hatte 

keine Schulden zu tilgen und es sind auch sonst keine Auffälligkeiten hinsichtlich Minderausga-

ben, Ein- oder Auszahlungen vor, während oder nach dem Deliktszeitraum ersichtlich.

4. In den Kontounterlagen der Privatklägerin sind ab Dezember 2014 keine zusätzlichen Zahlungen 

(z.B. für Versicherungsprämien, Telefonrechnung o.ä.) ersichtlich, welche über ihr Konto liefen. 

Im Gegenteil, am 19.12.2014 erfolgte noch eine Zahlung über das Postbüchlein, zusätzliches 

Geld wurde aber während eines halben Jahres nicht mehr abgehoben. Somit stellt sich die Fra-

ge, ob die vorher letztmals korrekt abgehobenen CHF 3‘000.00 und CHF 5‘000.00 (am 

20.10.2014 und 03.11.2014) für die Bestreitung des Lebensunterhalts der Privatklägerin für ein 

halbes Jahr ausreichten, oder ob nicht doch Gelder aus den angeblich deliktischen Geldbezügen 

für die Privatklägerin verwendet worden sind, sich noch Geld in der Wohnung der Privatklägerin 

befand. Während der Zeit, in welcher Frau I.________ die Geldangelegenheiten korrekt erledig-

te, benötigte die Privatklägerin ungefähr monatlich zwischen CHF 3‘000.00 und CHF 3‘600.00, 

welche durch Frau I.________ abgehoben wurden, also deutlich mehr als die CHF 8‘000.00 

welche für das halbe Jahr hätten ausreichen müssen. Auch wenn die Privatklägerin in der Folge 

zeitweilig ausser Haus wohnte, spricht der Geldverbrauch im Vorfeld des Deliktszeitraumes eher 

dagegen, dass während eines halben Jahres lediglich die CHF 8‘000.00 verbraucht wurden. Ei-

ne solche Einschränkung war weder nötig noch ist sie nachvollziehbar. Die Zahlungen wurden 

gemäss den amtlichen Akten während und nach dem Deliktszeitraum auch nicht direkt via 

Bankkonto der Privatklägerin abgewickelt; entsprechende Buchungen fehlen. Es ist somit eher 

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davon auszugehen, dass der Privatklägerin zusätzlich Geld aus den angeblich deliktischen Be-

zügen der Beschuldigten zur Verfügung stand. 

5. Aus den Kontounterlagen ist zudem ersichtlich, dass die Privatklägerin zwei Mal CHF 5‘000.00 

abhob (07.08.2014) bzw. von der Beschuldigten abheben liess (03.11.2014). Die Privatklägerin 

hat somit durchaus solch hohe Beträge benötigt. 

6. Bei der unangekündigten Hausdurchsuchung bei der Beschuldigten wurden keine belastenden 

Beweise sichergestellt. Es fanden sich beispielsweise keinerlei Belege für irgendwelche Geld-

transfers und es wurden auch keinerlei Geldbeträge oder angeblich entwendete Gegenstände 

gefunden. 

7. Zusammenfassend muss betreffend objektive Beweismittel Folgendes festgestellt werden:

8. Die Beschuldigte hob vom Konto der Privatklägerin in sechs Bezügen insgesamt CHF 46‘000.00 

ab, dies teilweise in einem kurzen Zeitraum (November/Dezember 2014). Die Privatklägerin hat-

te grundsätzlich keinen derart hohen Bedarf an Geld. Ihre bisherigen Lebenskosten beliefen sich 

auf einen weit tieferen Betrag (ca. CHF 3‘000.00 bis 3‘600.00 pro Monat). Unterlagen, welche 

die Verwendung der Gelder zu Gunsten der Privatklägerin belegen würden, sind keine vorhan-

den. Diese Umstände führen zum logischen, konkreten Verdacht, dass die Beschuldigte mindes-

tens einen Teil der abgehobenen Gelder für sich selbst verwendete, statt zu Gunsten der Privat-

klägerin. Die Privatklägerin benötigte schlicht nicht so viel Geld, auch nicht wenn sie Geldreser-

ven für mehrere Monate, in welchen die Beschuldigte abwesend war, anlegen musste. Sämtli-

che objektiven Beweismittel vermögen jedoch diesen Verdacht nicht zusätzlich zu erhärten. Im 

Gegenteil muss aus den objektiven Beweismitteln eher geschlossen werden, dass die Gelder 

der - offenen und transparenten - Barbezüge, welche der Beschuldigten somit ohne Weiteres 

belastend nachgewiesen werden können, nicht von der Beschuldigten selbst verwendet wurden. 

Beispielsweise sprechen die Vollmachten eher dafür, dass die Privatklägerin selbst die Gelder 

einforderte, sie selbst die Vollmachten ausfüllte und unterzeichnete. Auch hob die Privatklägerin 

mindestens zwei Mal selbst CHF 5‘000.00 ab bzw. liess einen solchen Betrag abheben, obwohl 

sie selbst beteuerte, nie so viel Geld auf einmal abgehoben zu haben. 

9. Die durchaus mögliche Wahrscheinlichkeit, dass die Beschuldigte die durch sie abgehobenen 

Gelder mindestens zum Teil selbst verwendete, erhärtete sich durch die objektiven Beweismittel 

somit nicht zusätzlich, im Gegenteil sprechen die objektiven Beweismittel eher gegen diese 

Wahrscheinlichkeit.

10.2 Subjektive Beweismittel

Die Aussagen der Privatklägerin (pag. 304 ff.), von H.________ (pag. 309 ff.) sowie 
der Beschuldigten (pag. 315 ff.) wurden durch die Vorinstanz ausführlich zusam-
mengefasst und ebenfalls korrekt gewürdigt: 

c) Beweiswürdigung Aussagen B.________

1. Die Aussagen der Privatklägerin sind insoweit logisch nachvollziehbar, als dass sie grundsätz-

lich nicht so viel Geld benötigt hätte, bspw. keine Anschaffungen tätigte und deshalb die Be-

schuldigte als unrechtmässige Bezügerin der Gelder bestimmt. Mit den objektiven Beweismitteln 

stimmt zudem überein, dass sie vor dem Deliktszeitraum monatlich zwischen CHF 2‘000.00 und 

CHF 3‘000.00 abheben liess. Dies passt in etwa auch zu den Kontoauszügen, auf welchen dies-

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bezüglich ca. CHF 3‘000.00 bis CHF 3‘600.00 ausgewiesen sind. Auch ist unbestritten, dass die 

Privatklägerin nach der ersten Rückkehr der Beschuldigten aus Sri Lanka noch mit dieser Kon-

takt hatte, und dass die Beschuldigte die Einzahlungen auf der Post tätigte. 

2. Es finden sich jedoch auch Widersprüche in den Aussagen der Privatklägerin. So blieb unklar, 

ob das Schloss der Wohnung denn nun wegen dem Sturz ausgewechselt worden ist, oder weil 

man der Beschuldigten den Zugang verwehren wollte. Weiter wurde die Pendule zuerst als ge-

stohlen gemeldet, später war es nicht mehr die Pendule, sondern eine andere Uhr, die ver-

schwunden war. Zum Teil stimmen die Aussagen der Privatklägerin zudem auch nicht mit dem 

an sich unbestrittenen Sachverhalt überein. So hob die Privatklägerin selbst am 07.08.2014 und 

03.11.2014 CHF 5‘000.00 ab (bzw. lies einen solchen Betrag abheben), obwohl sie gemäss ihrer 

Aussage niemals so viel Geld abhebe. Weiter behauptete sie, dass die Schrift auf der Vollmacht 

(p. 022) derjenigen der Beschuldigten entspreche, obwohl diese beiden Schriften objektiv keine 

Ähnlichkeit aufweisen. Es ist vielmehr wahrscheinlich, dass diese Vollmachten (p. 022, 023) 

durch eine Bankangestellte ausgefüllt wurden, warum sollte die Beschuldigte denn ihr Geburts-

datum nicht aufschreiben. 

3. Die Privatklägerin machte an der Hauptverhandlung auf der einen Seite für ihr hohes Alter 

grundsätzlich einen guten Eindruck, zog teilweise logische Schlussfolgerungen. Jedoch beant-

wortete sie auf der anderen Seite konkrete Fragen teilweise nicht bzw. erst auf zusätzliches 

Nachfragen hin, schien gewissen Fragen aufgrund ihres hohen Alters nicht ganz folgen zu kön-

nen. 

4. Insgesamt sind die Aussagen der Privatklägerin grundsätzlich glaubhaft. Sie weisen jedoch ge-

wisse Widersprüche auf und es bleiben gewisse Ungereimtheiten bestehen.

[…]

e) Beweiswürdigung Aussagen H.________

1. H.________ schildert ihre Gedanken stimmig und logisch nachvollziehbar. Sie zeigt glaubhaft 

auf, wie genau sie auf den Fehlbetrag gekommen ist, vermutet, dass ihre Gotte die Vollmachten 

blanko unterzeichnet hat, weiss wer alles im Besitz eines Schlüssels der Wohnung war und be-

lastet die Beschuldigte nicht unnötig indem sie bestätigt, dass die Zahlung vom 03.11.2014 im 

Auftrag der Privatklägerin rechtmässig erfolgt sei. Insoweit sagt sie in Übereinstimmung mit den 

objektiven Beweismitteln aus, dass vor der Übernahme der Geldangelegenheiten durch die Be-

schuldigte monatlich ca. CHF 3‘000.00 bis 3‘500.00 abgehoben wurden, sie dann Geld am Au-

tomaten für die Wohnungsumgestaltung bezogen habe und zwei Abhebungen im Umfang von je 

CHF 5‘000.00 durch die Privatklägerin selbst vorgenommen wurden. Die Erklärungen und Ver-

mutungen der Zeugin sind nachvollziehbar, nämlich dass sie aufgrund fehlender Belege, wofür 

das abgehobene Geld gebraucht worden ist, davon ausgeht, dass die Beschuldigte, welche das 

Geld bei der Bank abhob, es für sich selbst benutzt hat. 

2. Mit den objektiven Beweismitteln nicht in Übereinstimmung zu bringen ist jedoch die Angabe 

bzw. Vermutung, dass ein Betrag von CHF 8‘000.00 für ein halbes Jahr Lebensunterhalt der Pri-

vatklägerin genügt habe. Es ist durchaus möglich, dass die Privatklägerin während ihres Spital- 

und Reha-Aufenthalts weniger Geld benötigte. Rechnungen treffen deswegen aber trotzdem ein, 

vor und nach diesen Aufenthalten fallen auch Lebenshaltungskosten an. Die Privatklägerin 

benötigte dafür vorher ca. CHF 3‘000.00 bis 3‘600.00 pro Monat. So bleibt es fraglich, wieso ab 

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November 2014 keine Kontobelastungen mehr ersichtlich sind. Direkte Zahlungen von Rech-

nungen via Bankkonto, wie sie von Frau H.________ geltend gemacht werden, sind ebenfalls 

keine ausgewiesen. Es bleibt somit die Möglichkeit, dass die Privatklägerin doch noch mehr 

Geld zu Hause hatte, als die Zeugin weiss oder vermutet. 

3. Insgesamt sind Frau H.________ Aussagen glaubhaft. Nichts desto trotz erkannte sie selbst erst 
im Juni 2015 die nicht erklärbaren Fehlbeträge und kann deshalb wenig zur Erhellung des vor-
her Geschehenen beitragen. Sie kann auch nicht aus eigener Erfahrung sagen, wie die Geldan-
gelegenheiten zuvor genau abliefen; so wusste sie denn auch nicht, dass die Beschuldigte die 
Einzahlungen der Privatklägerin tätigte, und nicht wie von ihr angenommen die Privatklägerin 
selbst.

[…]

e) Beweiswürdigung Aussagen A.________

1. Die Beschuldigte schildert die Vorkommnisse, insbesondere den Ablauf des Abhebens, Einzah-

lens und Einkaufens mit anschliessender Rückzahlung des Geldes stimmig, logisch, nachvoll-

ziehbar und detailliert.

2. Die Aussagen der Beschuldigten stimmen mit den objektiven Beweismitteln und dem unbestrit-

tenen Sachverhalt überein. So führt die Beschuldigte aus, dass sie die Einzahlungen für die Pri-

vatklägerin tätigte und sie drei Einträge im Postbüchlein der Privatklägerin ausfüllte. Die Konto-

bewegungen ihrer Konti decken sich grundsätzlich mit ihren Aussagen. Die Überweisung der 

Erbschaft ist ausgewiesen, die Abrechnungen der Kreditkarte, mit welcher sie Einkäufe tätigte, 

ebenso wie die ratenweise Abhebung von Geld für die Reise nach Sri Lanka. Auch führt sie mit 

den Kontoauszügen übereinstimmend nachvollziehbar aus, dass sie selbst kein zusätzliches 

Geld nötig hat, genügend Geld erhält. 

3. Sie schildert die Geschehnisse detailliert und wiederholend, so ihre Nachfragen nach der Rück-

kehr aus Sri Lanka oder wie die Privatklägerin die Vollmachten zum Teil in ihrer Anwesenheit 

ausgefüllt habe. Auch gibt sie mit den objektiven Beweismitteln übereinstimmend an, dass ihre 

Anschrift auf den Vollmachten, soweit nicht mit Computer ausgefüllt, nicht mit Schrift der Privat-

klägerin ausgefüllt worden seien. 

4. Auf die Frage, wieso sie die Privatklägerin nicht gefragt habe, für was diese solche Geldbeträge 

benötige, antwortete sie, dass die Privatklägerin älter sei als sie und die Privatklägerin auch 

strikt geantwortet habe, sie deshalb nicht mehr gefragt habe. Dieses Detail kann mit dem kultu-

rellen Hintergrund der Befragten in Übereinstimmung gebracht werden.  

5. Den einzigen offensichtlichen Widerspruch in den Aussagen der Beschuldigten findet sich be-

züglich des Datums, an welchem sie den Schlüssel zur Wohnung der Privatklägerin zurückge-

geben habe. So widersprach sie sich, ob sie den Schlüssel schon im Mai 2015 oder erst im De-

zember 2015 zurückgab. Auf Vorhalt dieses Widerspruches datierte sie die Rückgabe auf Mai 

und begründete dies sodann nachvollziehbar, weil sie nicht genau gewusst habe, wann sie aus 

Sri Lanka zurückkehren werde. Dies stimmt mit den Angaben der Privatklägerin überein, welche 

sogar davon ausging, dass die Beschuldigte überhaupt nicht mehr in die Schweiz zurückkehren 

könnte. 

6. Insgesamt erachtet das Gericht die Aussagen der Beschuldigten als grundsätzlich glaubhaft. 

Ungereimtheiten, Widersprüche oder klare Lügensignale sind kaum oder nicht auszumachen. 

13

7. Die Beschuldigte machte auf das Gericht zudem im persönlichen Auftreten vor Gericht auch 

nicht einen derart abgebrühten Eindruck, dass sie diese in transparenten Bezügen bezogenen 

Gelder ihrer älteren Freundin sodann zu ihren Gunsten an sich genommen hätte, ohne dass in 

der Folge objektive Beweismittel hätten ermittelt werden können, die den gegen sie bestehen-

den Verdacht bestätigt hätten.

11. Erwägungen der Kammer

11.1 Die Vorinstanz hat die vorhandenen objektiven Beweismittel (pag. 298 ff.) sowie die 
Aussagen der Beteiligten (pag. 304 ff.) korrekt zusammengefasst. Es wird diesbe-
züglich vollumfänglich auf das erstinstanzliche Motiv verwiesen. Ebenso wurden 
die theoretischen Ausführungen zu den Grundlagen der Beweiswürdigung – insbe-
sondere der Grundsatz «in dubio pro reo» – von der Vorinstanz zutreffend wieder-
gegeben (pag. 296 ff.). Bereits an dieser Stelle wird festgehalten, dass sich die 
Kammer auch im Beweisergebnis der Vorinstanz anschliessen wird. Diese würdigte 
die vorhandenen Beweismittel umfassend und richtig. Auf diese Ausführungen 
kann – unter Vorbehalt der nachfolgenden Ergänzungen und Präzisierungen ge-
stützt auf die Vorbringen der Privatklägerin – verwiesen werden. 

11.2 Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung verwies Fürsprecher C.________ 
namens der Privatklägerin zunächst auf das Aussageverhalten der Beschuldigten. 
Diese habe im Zusammenhang mit den von ihr abgehobenen Geldbeträgen aus-
weichende und teilweise offensichtlich falsche Aussagen gemacht. So habe die 
Beschuldigte stets behauptet, «plus/minus CHF 3‘000.00» abgehoben zu haben. 
Den Bankauszügen zufolge seien jedoch kein einziges Mal CHF 3‘000.00 abgeho-
ben worden, sondern immer deutlich mehr. Zudem seien die Beträge im Verlauf der 
Zeit wesentlich grösser geworden. 

Es ist zutreffend, dass die Beschuldigte wiederholt ausgesagt hat, jeweils ungefähr 
CHF 3‘000.00 abgehoben zu haben (pag. 64 Z. 61 f.; pag. 84 Z. 31). Aus dieser 
Aussage alleine kann jedoch noch nichts zu ihren Ungunsten abgeleitet werden, 
zumal sie zu keinem Zeitpunkt bestritten hat, auch höhere Beträge bezogen zu ha-
ben (pag. 65 Z. 96; pag. 84 Z. 31 ff.). Die offen formulierten Angaben der Beschul-
digten lassen nicht den Schluss zu, dass diese bewusst falsche und ausweichende 
Aussagen machen wollte.

11.3 Die Verwendung der durch die Beschuldigte abgehobenen Geldbeträge blieb auch 
im oberinstanzlichen Verfahren ungeklärt. Der Vertreter der Privatklägerin wies in 
diesem Zusammenhang auf die Besitztümer der Beschuldigten in Sri Lanka hin und 
machte geltend, diese habe mit dem veruntreuten Geld Wohneigentum erworben. 
Er führte aus, die Beschuldigte habe in Sri Lanka mehrere Häuser, wobei nicht klar 
sei, wann diese gebaut, gekauft oder verkauft wurden. Auf den Konten der Be-
schuldigten seien jedoch keinerlei Bewegungen ersichtlich, die auf einen Hauskauf 
oder Hausbau schliessen lassen würden. Da die Beschuldigte ihre Häuser aber 
zweifelsohne irgendwie habe finanzieren müssen, liege der Schluss nahe, dass sie 
sich dafür des Geldes der Privatklägerin bedient habe. 

Zwar ist der Privatklägerin insoweit Recht zu geben, als dass die Beschuldigte 
mehrere Liegenschaften in Sri Lanka erworben und damit einen erhöhten Geldbe-

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darf aufgewiesen hat. Aus den Aussagen der Beschuldigten geht indes hervor, 
dass sie diesen Geldbedarf anderweitig – ohne Gelder der Privatklägerin – decken 
konnte. So seien die ersten beiden Häuser durch ihren inzwischen verstorbenen 
Ehemann erworben worden (pag. 85 Z. 110 f.; pag. 419 Z. 23). Eines der beiden 
Häuser habe sie dann verkauft und mit diesem Geld eine Wohnung erworben 
(pag. 419 Z. 18 ff.). Schliesslich hat die Beschuldigte aus dem Nachlass ihres ver-
storbenen Ehemannes nachweislich eine Erbschaft in Höhe von über 
CHF 117‘000.00 erhalten (pag. 132; 272 Z. 32 ff.). Gestützt auf diese Ausführun-
gen steht auch fest, weshalb für den Häuserbau kaum Geld vom Konto der Be-
schuldigten abgeflossen ist. Zudem verfügt die Beschuldigte offenbar über ein Kon-
to in Sri Lanka (pag. 85 Z. 86 f.), nur so lässt sich erklären, weshalb nach dem 
Hausverkauf kein Geld auf ihr Schweizer Konto geflossen ist.

11.4 Weiter liess die Privatklägerin anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung aus-
führen, sie selber habe keinen so hohen Bedarf an Geld gehabt. Ihre Lebenshal-
tungskosten seien weitaus tiefer, weshalb es unwahrscheinlich erscheine, dass sie 
derart grosse Beträge per Vollmacht habe abheben lassen. 

Im angeklagten Zeitraum von November 2014 bis April 2015 wurden mehr als 
CHF 45‘000.00 bezogen, was mithin einem monatlichen Geldbetrag von über 
CHF 7‘500.00 entspricht. Dieser Betrag erscheint auf den ersten Blick als für die 
Privatklägerin zu hoch, zumal nur für einen kleinen Teil die Verwendung des Gel-
des nachvollzogen werden kann. Eine genauere Betrachtung der Bankbewegun-
gen zeigt jedoch, dass bereits vor November 2014 regelmässig und teilweise 
mehrmals pro Monat hohe Beträge vom Konto der Privatklägerin abgehoben wur-
den. So bezog I.________ mittels Vollmachten zwischen dem 7. Mai 2014 und dem 
11. Juni 2014 gesamthaft CHF 10‘200.00 (pag. 71). Zuvor wurden am 
17. April 2014 bereits CHF 3‘600.00, wohl durch die Privatklägerin selbst, abgeho-
ben (pag. 71). Innerhalb gut zweier Monate wurden demnach Geldbezüge in Höhe 
von CHF 13‘800.00 getätigt. Dieser Umstand stellte für die Privatklägerin im dama-
ligen Zeitpunkt jedoch keine Unregelmässigkeit dar. Es ist mithin festzuhalten, dass 
die Privatklägerin – zumindest phasenweise – durchaus einen hohen Bedarf an 
Bargeld aufwies.

11.5 In Zusammenhang mit dem Verbleib und der Verwendung des Geldes drängt sich 
unweigerlich die Frage auf, wie die Privatklägerin ab November 2014 ihren Le-
bensunterhalt bestritten hat. Sowohl die Privatklägerin als auch deren Nichte 
H.________ haben ausgesagt, der Chauffeur des Roten Kreuzes, Herr 
K.________, habe die Privatklägerin während der Abwesenheit der Beschuldigten 
in Geldangelegenheiten unterstützt (pag. 54; 264 Z. 45; 266 Z. 20 ff.; 274 Z. 22 ff.; 
275 Z. 10 f.; 278 Z. 38 f.; 280 Z. 11 f.). Gemäss H.________ kümmerte sich sodann 
von Februar bis Mai 2015 die Putzfrau um die Einzahlungen der Privatklägerin, in-
dem diese die eingehenden Rechnungen jeweils direkt der Bank zustellte 
(pag. 57 Z. 34 ff.). Weder die Bankauszüge (pag. 70 ff.) noch das Postbüchlein der 
Privatklägerin (pag. 75 ff.) weisen allerdings einschlägige Buchungen auf. Konkret 
kann den Bankauszügen entnommen werden, dass nach dem Geldbezug durch die 
Beschuldigte vom 4. Dezember 2014 während über dreier Monate keinerlei Abhe-
bungen mehr getätigt worden sind. Erst am 7. April 2015 hob die Beschuldigte 

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nochmals Geld ab, danach wurden bis zum 8. Juni 2015 wiederum keine Bezüge 
mehr getätigt. 

Den Aussagen der Beteiligten zufolge ist die Privatklägerin im Frühjahr 2015 ge-
stürzt, woraufhin sie sich über längere Zeit im Spital, in einer Rehabilitationsklinik 
und schliesslich in einer Alterspflegewohnung aufhalten musste. Obwohl dadurch 
Kosten entstehen, finden sich keinerlei derartige Belege oder Abrechnungen in den 
Unterlagen der Privatklägerin. 

Sofern die Beschuldigte sämtliches Geld an sich genommen haben sollte, ist nicht 
zu erklären, wie die Privatklägerin eingehende Rechnungen und Einkäufe bezahlen 
konnte, wenn daneben weder Geld abgehoben noch Zahlungen direkt via Bank 
verbucht wurden. Wie bereits die Vorinstanz richtig festhielt, muss daher die Mög-
lichkeit in Betracht gezogen werden, dass der Privatklägerin das Geld aus den an-
geblich deliktischen Bezügen der Beschuldigten stets zur Verfügung stand und 
damit sämtliche Lebenskosten bezahlt werden konnten (pag. 303). 

12. Fazit

Die Vorinstanz kam nach Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu folgen-
dem Schluss (pag. 323):

1. Die Bargeldbezüge im Umfang von CHF 46‘000.00 sind grundsätzlich nicht erklärbar, machen 

mit Blick auf die tiefen Lebenskosten der Privatklägerin keinen Sinn. Es drängt sich daher ein 

nicht unerheblicher Verdacht auf, dass die Beschuldigte, welche die Bargeldbezüge tätigte, die 

Gelder teilweise an sich genommen hat. Diese durchaus plausible Möglichkeit hat sich im Be-

weisverfahren jedoch nicht erhärtet. Im Gegenteil ist im Beweisergebnis eher davon auszuge-

hen, dass die betagte Privatklägerin selbst die entsprechenden Vollmachten ausgefüllt und un-

terzeichnet hat; auch wenn diese diesen Umstand vehement bestreitet. Es gibt keine zusätzli-

chen Indizien über den Verbleib des vermissten Betrags von CHF 43‘703.25. Nebst der Möglich-

keit, dass das Geld von der Beschuldigten an sich genommen worden ist, bleiben auch andere 

Möglichkeiten offen, bei welchen das Geld nach Übergabe an die Privatklägerin ab Handen ge-

kommen ist (das Geld wurde von der betagten Privatklägerin verlegt, Zugang zur Wohnung hat-

ten auch Handwerker und andere Dritte, das Geld wurde irrtümlich entsorgt). Das Gericht geht 

davon aus, dass sicherlich nicht die Zeugin H.________, welche auch Zugang zur Wohnung der 

Privatklägerin hatte, das Geld genommen hat, schliesslich brachte sie ja dann im Juni 2015 das 

gesamte Verfahren ins Rollen. 

2. Nach objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses kommt das Gericht zum Schluss, 

dass nicht ohne erhebliche, nicht zu unterdrückende Zweifel davon ausgegangen werden kann, 

dass die Beschuldigte das von ihr abgehobene Geld an sich genommen und für private Zwecke 

verwendet hat. Mithin kann der Beschuldigten dieser Sachverhalt nicht nachgewiesen werden 

und es ist, in Anwendung des Grundsatzes „in dubio pro reo“, von der für die Beschuldigte güns-

tigeren Sachlage auszugehen. 

3. Das der Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfene Verhalten hat somit gemäss Bewei-
sergebnis nicht stattgefunden. Sie ist deshalb vom Vorwurf der Veruntreuung gemäss Anklage-
schrift freizusprechen.

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Die Privatklägerin scheint den Überblick über ihre Finanzen, sowie über die Perso-
nen, welche sie dabei unterstützen sollten, verloren zu haben. Nach Ansicht der 
Kammer müssen die Aussagen der Privatklägerin deshalb in Bezug auf die konkre-
te Abwicklung ihrer Geldangelegenheiten sowie eine allfällige Verwendung der 
Gelder kritisch hinterfragt werden. Zum Lebensstil und den Gewohnheiten der Pri-
vatklägerin konnte letztendlich auch die Nichte H.________ nichts Erhellendes 
aussagen. Generell scheint H.________ zu weit vom Geschehen entfernt zu sein, 
als dass sie zweckdienliche Aussagen dazu machen könnte. Insofern ist auch 
nachvollziehbar, dass sie die Beschuldigte als unrechtmässige Bezügerin des Gel-
des bestimmt, da ihr schlichtweg eine andere Erklärung dafür fehlt. 

Schliesslich ist das Verhalten der Beschuldigten während des gesamten Prozesses 
in die Gesamtwürdigung miteinzubeziehen. Sie stellte sich stets dem Verfahren 
und war offenkundig bemüht, die Angelegenheit aufzuklären. Für die oberinstanzli-
che Verhandlung ist die Beschuldigte gar aus Sri Lanka zurückgekehrt, wo sie sich 
zuvor einer Notoperation unterziehen musste und über längere Zeit gesundheitlich 
angeschlagen war. 

Nach Würdigung der objektiven und subjektiven Beweismittel konnte sich deshalb 
auch die Kammer nicht ohne erhebliche Zweifel von der Täterschaft der Beschul-
digten überzeugen. Die Beschuldigte ist demnach von der Anschuldigung der Ver-
untreuung freizusprechen.

III. Zivilpunkt

13. Für die Prüfung des Anspruchs gemäss Art. 41 Abs. 1 OR kann auf die zutreffen-
den Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 323 f.). Demnach ist die 
Zivilklage mangels entsprechender Grundlage abzuweisen.

IV. Kosten und Entschädigung

14. Verfahrenskosten 1. Instanz

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten werden gemäss Art. 423 StPO vom Kanton 
Bern getragen. Da das Urteil gestützt auf die Berufung der Privatklägerin jedoch 
schriftlich begründet werden musste, werden die dadurch verursachten erstinstanz-
lichen Verfahrenskosten von CHF 1‘000.00 der Privatklägerin auferlegt.

15. Verfahrenskosten 2. Instanz 

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelver-
fahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Die Privatklägerin un-
terliegt oberinstanzlich mit ihren Anträgen, weshalb sie die gesamten Verfahrens-
kosten von CHF 3‘000.00 für das Berufungsverfahren zu tragen hat. Dieser Betrag 
wird mit der von der Privatklägerin geleisteten Sicherheitsleistung von 
CHF 3‘000.00 verrechnet.

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16. Entschädigung 

Der Beschuldigten wird für ihre Aufwendungen im erst- und oberinstanzlichen Ver-
fahren eine Entschädigung von pauschal CHF 300.00 vom Kanton Bern ausgerich-
tet. 

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V. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Veruntreuung, angeblich begangen in der Zeit vom 3. No-
vember 2014 bis am 7. April 2015 in D.________ (Ort) zum Nachteil von B.________ (Ge-
samtdeliktsbetrag CHF 47‘152.20);

unter Auferlegung der auf den Freispruch entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskos-
ten von CHF 2‘402.00 an den Kanton Bern;

unter Ausrichtung einer Entschädigung für das erst- und oberinstanzliche Verfahren an 
A.________ von pauschal CHF 300.00.

II.

1. Die Gebühren für die erstinstanzliche Urteilsbegründung von CHF 1‘000.00 wer-
den B.________ zur Bezahlung auferlegt.

2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 3‘000.00 werden B.________ 
zur Bezahlung auferlegt. Dieser Betrag wird mit der von B.________ geleisteten Si-
cherheitsleistung von CHF 3‘000.00 verrechnet.

III.

Betreffend den Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 Abs. 1 
Bst. b StPO erkannt:

1. Die Zivilklage von B.________ wird abgewiesen.

2. Für die erst- und oberinstanzliche Beurteilung des Zivilpunktes werden keine se-
paraten Verfahrenskosten ausgeschieden.

Zu eröffnen:
- der Beschuldigten
- der Straf- und Zivilklägerin/Berufungsführerin v.d. Fürsprecher C.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz

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Bern, 16. Oktober 2018
(Ausfertigung: 18. Dezember 2018)

Im Namen der 2. Strafkammer

Die Präsidentin:

Oberrichterin Bratschi

Die Gerichtsschreiberin i.V.:

Kummer

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.