# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7949637a-0241-5425-aa5e-bdb480054bad
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-29
**Language:** de
**Title:** Fallabschluss nicht verfrüht, da die noch zu erwartende Besserung des Gesundheitszustands nicht als namhaft zu bezeichnen ist. Keine Prozessentschädigung an die Beschwerdegegnerin.
**Docket/Reference:** UV.2019.00291
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00291.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00291
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Widmer
Urteil
vom
2
9.
März 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Lerch
Grieder
Baumann Lerch
Epprecht
, Rechtsanwälte
Badenerstrasse
21, Postfach, 8021 Zürich 1
gegen
SWICA Versicherungen AG
Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
1.
1.1
D
ie
197
9 geborene
X.___
arbeitete seit
1.
August 2014
als
Senior Consultant
bei der
Y.___
(
vgl.
Urk.
8/1
) und war bei der
SWICA Versiche
rungen AG (nachfolgend:
S
wica
) obligato
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Mit Bagatellunfallmeldung UVG vom 1
6.
Dezember 2015 liess sie einen Schadenfall vom
3.
Dezember 2015 melden. Der Unfallmeldung ist zu ent
nehmen, sie habe
beim Fahrradfahren
jemandem ausweichen müssen und sei
dabei
mit e
ine
m Rad an einer Wurzel
im offenen Asphalt
hängen geblieben
und kopfvoran auf den rechten Arm gestürzt
, wobei sie sich Verletzungen an beiden Händen, am linken Knie und am rechten Fussknöchel zugezogen habe
(
Urk.
8/
1
).
Die Erstbehandlung erfolgte
gleichentags in der
Z.___
(Urk. 8/3, 8/6).
Im weiteren Verlauf begab sich die Versicherte bei
Dr.
med. A.___
, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie, in Behandlung
(Urk. 8/
3, 8/7)
, liess am 3
1.
März 2016 eine MRT
Arthrographie
des rechten Schultergelenkes vor
nehmen
(Urk. 8/
10) und konsultierte
Dr.
med. B.___
,
Facharzt
für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
C.___
(Urk. 8/
11).
Dr.
A.___
überwies die
Versicherte
zudem
an
Dr.
med.
D.___
(Urk. 8/
7)
,
Facharzt
für orthopädische Chirurgie und Traumatologie
, we
lcher in seinem Bericht vom 26.
April 2016 eine intramuskuläre Infiltration sowie eine
Triggerpunktbehandlung
empfahl und letztere verordnete
(Urk. 8/
12)
.
Weil die Schulterbeschwerden trotz konservativer Therapiemassnahmen persistierten und eine beginnende
K
apsulitis
angenommen wurde, führte der behandelnde Orthopäde
Dr.
B.___
am 2
3.
und 30.
Mai 2016 je eine intraartikuläre Infiltration durch
(Urk.
8/14,
8/
19).
Zudem
wurde
Physiotherapie
verordnet
(Urk. 8/13
, 8/29
, 8/38, 8/46, 8/51-52
).
Nachdem die Beschwerden nie ganz verschwunden waren
(
Urk.
8/33, 8/35-36
, 8/40, 8/44, 8/49, 8/50, 8/55),
wurde der Versicherten am 1
1.
Januar 2017
bei
der Diagnose
einer
progressiven
Humeruskopf
- und
Glenoid
-Nekrose rechts bei Status nach
Plexus
n
euritis
eine Schulter-
Totalendoprothese
rechts
eingesetzt (
Urk.
8/68, 8/72, 8/73).
Für die Zeit vom 2
5.
Mai 2016 bis am 2
6.
Oktober 2017 wurde ihr eine
Arbeitsun
fähigkeit
attestiert
;
vorerst eine vollumfängliche, später eine teilweise, ab der
Hospitalisation
zwecks Operation wiederum eine vollumfängliche und ab dem 20. Februar 2017 erneut eine teilweise Arbeitsunfähigkeit unterschiedlichen Aus
masses
(Urk. 8/
106
).
S
eit dem 2
7.
Oktober 2017
ist sie wieder voll arbeitsfähig
(Urk. 8/
111
S. 1
).
Die
Swica
erbrachte die
gesetzlichen Versicherungsleistungen (
Urk. 1 S. 3,
8/59
).
1.2
Mit Schreiben vom
1.
November 2018
stellte
die
S
wica
der Versicherten gestützt auf die Aktenbeurteilung
ihres beratenden Expertenarztes (vgl.
Urk.
8/128 S. 1)
Dr.
med. E.___
, Facharzt für Allgemei
n- und Unfallchirurgie, vom 29.
Oktober
2018 (Urk. 8/129) die Einstellung der Leistungen (
Heilbehandlung und
Taggelder)
per 3
1.
Dezember
2018
und
die Zusprechung einer
auf einer Integritätseinbusse von 20 % basierende
n
Integritätsentschädigung von Fr. 25'200.--
in Aussicht
(Urk. 8/
130
).
Gegen den Fallabschluss opponierte die Versicherte
am 27. Dezember 2018 (Urk. 8/
138
)
und reichte zusätzliche
Berichte ein (
Urk.
8/134 und 8/140, vgl. auch
Urk.
8/141
)
.
Nach Rüc
ksprache mit Dr.
E.___
, welcher am 1
7.
Januar 2019
Stellung nahm
(Urk.
8/
141-142
)
,
und nach Eingang eines weiteren
medizinischen Berichts (Urk. 8/
143)
verfügte die
S
wica
am 2
4.
Januar 20
19 im angekündigten Sinne, wobei sie angab, für zwei zusätzliche Serien Physiotherapie werde sie auf freiwilliger Basis noch auf
kommen (Urk.
8/
144
).
Die dagegen vo
n der Versicher
ten am
28.
Februar 2019
erhobene Einsprache (Urk.
8/
145
) wies die
S
wica
mit
Einspracheentscheid
vom
1
1.
November 2019
ab (Urk.
8/
152
= Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der
S
wic
a
vom
1
1.
November
2019 erhob d
ie
Versicherte mit Eingabe vom
5.
Dezember
2019 Beschwerde u
nd beantragte, dieser sei aufzuhe
ben und es sei
vom Fallabschluss abzusehen. Es seien ihr weiterhin beziehungsweise über den 3
1.
Dezember 2018 hinaus die vorüber
gehenden Leistungen, namentlich Heilbehandlungskosten
zu gewähren
(Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort
vom
7. Januar 2020
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
7 S. 2
), was
der Beschwer
deführer
in
mit Gerichtsverfügung vom
8.
Januar 2020
mitgeteilt wurde (Urk.
9
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfall
folgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie durch den
Chiropraktor
und die ambulante Behandlung in einem Spital (
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c),
die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dienli
chen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
1.2
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG in Verbindung mit Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
; BGE 137 V 199 E. 2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3), mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versi
cherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesge
richts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1
UVG
verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_363/2020 vom 29. September 2020 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Ver
siche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
11. November
2019 aus, laut der
Aktenb
eurteilung
von
Dr.
E.___
vom 29.
Oktober 2018 bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit
und
die ärztliche Behand
lung sei vorerst abgeschlossen worden. Es sei keine na
mhafte Besserung der Gesundheits
schädigung mehr zu erwarten
, a
uch nicht durch die physiotherapeu
tische Behandlung, welche in nächster Zeit sistiert werden könne. Laut Mitteilung von
Dr.
E.___
vom 1
7.
Januar 2019 sei der Endzustand nach Abschluss der Physiotherapie erreicht und die weitergeführte Physiotherapie betreffe aus
schliesslich eine neurologische Symptomatik, welche nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal sei. Eine Indikation für eine Langzeitphysiothe
rapie sei nicht gegeben
. Im Übrigen sei durch die Behandlungen ab dem
1.
Januar 2019 keine namhafte Besserung zu erwarten
(
Urk.
2 S. 5).
Des Weiteren hielt
die Beschwerdegegnerin
fest, es bestehe unbestrittenermassen kein Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 S. 5) und die Integritätsentschädigung sei korrekt auf 20
%
festgesetzt worden (
Urk.
2 S. 6).
In ihrer Beschwerdeantwort vom
7.
Januar 2020
wies sie zudem dara
uf hin, dass
Dr. med. F.___
, Facharzt für Neurologie,
C.___
,
weder die angegebene
n Fortschritte näher beschreibe
noch ein Therapieziel angebe und auch keine weitere Kontrolle vereinbart worden sei, um einen allfälligen Thera
piefortschritt zu prüfen (
Urk.
7 S. 6). Zudem halte
Dr.
F.___
aus neurologischer Sicht keine spezifischen Massnahmen für erforderlich, womit er die Schlussfol
gerungen von
Dr.
E.___
in Bezug auf fehlende neurologische Unfallfolgen bestätige
. Betreffend
Plexusneuritis
habe
Dr.
E.___
sämtliche Akten studiert und sei gestützt darauf zum Schluss gekommen, der Endzustand sei nach Abschluss der Physiotherapie erreicht
(
Urk.
7 S. 7).
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte hiergegen in
ihrer
Beschwerde vom
5. Dezember 2019
vor,
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vermöge allein das Wiedererlangen der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ein Dahinfallen des Anspruchs auf Heilbehandlung nicht zu begründen. Auf die versicherungsintern eingeholten Akten-Kurzbeurteilungen könne sodann bereits bei geringen Zweifeln an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit nicht abgestellt werden (Urk. 1 S. 6).
Es treffe nicht zu, dass die ärztliche Behandlung abgeschlossen sei. Betreffend die Unfallkausalität der Symptomatik, wegen welcher die Physio
therapie weitergeführt werde,
sei
Dr.
E.___
nicht auf die ihm widersprechen
den Einschätzungen der behandelnden Ärzte eingega
ngen. Eine leistungsbe
gründende
(Teil-)Ursächlichkeit entfalle erst mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante und die Beschwerdegegnerin trage die Beweislast hierfür (
Urk.
1 S. 7).
Sodann sei die neurologische Symptomatik nicht unfallunabhängig. Des Weiteren habe die Beschwerdegegnerin auch für Schädigungen während der unfallbedingten Heilbehandlung aufzukommen. Ferner seien stetige langsame Fortschritte dank Physio- und Neuraltherapie zu verzeichnen. Insgesamt sei
bei der hochkomplexen medizinischen Ausgangslage
ein unabhängiges Fach
gut
achten erforderlich (
Urk.
1 S. 8).
Jedenfalls sei der Fallabschluss per Ende 2018 verfrüht (
Urk.
1 S. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob eine über den Ze
itpunkt der erfolgten Leistungs
ein
stellung per
3
1.
Dezember 2018
hinausgehende Leistungspflicht der Beschwerde
gegnerin
für vorübergehende Leistungen
besteht
.
3.
3
.1
Dem Austrittsbericht der
C.___
, vom 2
3.
Januar 2017 betreffend die stationäre Behand
lung vom 1
0.
bis am 2
1.
Januar 2017 ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führerin am 1
1.
Januar 2017 rechts eine Schulter-
Totalendoprothese
eingesetzt worden
ist
. Postoperativ
hätten in allen fünf intraoperativ gewonnenen Gewebe
proben
gram-
positive
Kokken nachgewiesen werden können. Tags darauf habe die Differenzierung jeweils
Staphylococc
i
aure
i
in den Proben gezeigt. Der Beschwerdeführerin seien entsprechende Medikamente verabreicht worden. Der weitere Verlauf habe sich ansonsten regelrecht gestaltet (Urk. 8/73).
3.2
Am 1
6.
Februar 2017 berichtete
Dr.
B.___
über einen problemlosen weiteren Verlauf
. Die Beschwerdeführerin habe praktisch keine Schmerzen und berichte von einer langsamen, aber kontinuierlichen Bewegungsverbesserung. Ab dem 20. Februar 2017 bestehe wieder eine 20%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/76).
In seinem Bericht vom 3
0.
März 2017 nannte
Dr.
B.___
von Seiten der Schulter nach wie vor bei Bewegung laterale Oberarm-Schmerzen. Die Beweglichkeit könne passiv weiter verbessert werden und aktiv in der Folge langsam ebenfalls. Ab dem 17. April 2017 bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/82).
Dem Bericht der
C.___
vom 1
2.
Mai 2017 ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin habe sich durch die Kollegen der Physiotherapie notfall
mässig vorstellen lassen bei
Schmerzexazerbation
und Verdacht auf eine Schwellung im Bereich der rechten Schulter. Die Beschwerdeführerin führe regel
mässig zweimal
pro Woche Physiotherapie durch (Urk. 8/88 S. 1). Es sei kein Hin
weis auf einen Infekt zu finden gewesen. Man sehe die
Reinnervation
nach der neuralgischen
Schulteramyotrophie
sowie die vermehrte Mobilisation der rechten Schulter als Ursache der in erster Linie muskulären Beschwerden an (Urk. 8/88 S. 2).
Anlässlich der Konsultation vom 2
9.
Mai 2017 klagte die Beschwerde
führerin über seit einer Woche wieder eher vermehrte Schmerzen im
anterolate
ralen
Schulterbereich nach Belastungen. Es komme morgens nach leichten Belastungen zum Auftreten der Beschwerden und dadurch auch zu einer Reduk
tion des Bewegungsumfangs.
Dr.
B.___
beurteilte diese Beschwerden als ver
stärkte
antero
-laterale Weichteil-Reizung, möglicherweise auch im Sinne einer vegetativen Überreaktion. Zur Durchbrechung des überreaktiven Zustandes empfehle er eine Neuraltherapie (
Bericht vom 30. Mai 2017,
Urk. 8/89 S. 1).
3.3
Dr.
med.
G.___
, Leitender Arzt Sportmedizin der
C.___,
nannte in seinem Bericht vom
9.
Juni 2017 die Diagnose einer somatischen Dysfunktion der schulterführenden Muskulatur mit Betonung des
Musculus
deltoideus
Pars
clavicularis
. In der Anamnese führte er aus, die Beschwerden seien seit dem
Gelenkersatz vom 1
1.
Januar 2017 deutlich rückläufig, der Arm zunehmend belastbarer und beweglich. Das
Bodytec
-Training bringe derzeit gute Erfolge. Es persistierten Schmerzen bei Abduktion und Anteversion des Armes im vorderen
Deltoidaspekt
(Urk. 8/99 S. 1). Die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden interpretierten sie als Ausdruck einer somatischen Dysfunktion der schulterführenden Muskulatur. Man rate zu einer Neuraltherapie. Sodann habe man eine Infiltration vorgenommen (Urk. 8/99 S. 2).
3.4
In seinem Bericht vom 2
0.
Juli 2017 hielt
Dr.
B.___
fest, die Neuraltherapie von Dr.
G.___
habe zu einer deutlichen Reduktion der Reizbarkeit und der musku
lären Hypertonie geführt. Deswegen sei eine reguläre Neuraltherapie geplant nebst der Weiterführung der Physiotherapie. Die Beschwerdeführerin habe die Schmerzmittel in der Folge komplett absetzen können. Die 80%ige Arbeitsfähig
keit
stelle
im Moment noch das absolute Maximum dar und sei weiterzuführen. Abendlich bestünden wieder Schmerzen aufgrund der erhöhten Ermüdbarkeit. Insgesamt zeige sich klinisch und bildgebend ein stabiler Verlauf mit langsamer, aber kontinuierlicher Verbesserung (Urk. 8/100).
Am 26. Oktober 2017 legte
Dr.
B.___
bei einem erfreulichen Verlauf mit
Regredienz
der
Plexus
n
euritis
ab dem Folgetag wieder eine volle Arbeitsfähigkeit fest.
Weiterzuführen seien Physiotherapie mit Mobilisation und Kräftigung sowie Neuraltherapie bei ent
sprechenden Schmerzpunkten (Urk. 8/111 S. 1).
Am 11.
Januar 2018 berichtete er über eine stabile Heilung mit nach wie vor
regredientem
Funktionsdefizit. Dies sei als Folge der Heilung von der Operation zu sehen, sowie als Folge der nach wie vor andauernden Heilungsphase nach
Plexus
n
euritis
(Urk. 8/112 S. 1).
Vor allem auch vor dem Hintergrund der nach wie vor
dokumentierbaren
Verbesse
rungs
-Tendenz sei eine Physiotherapie für die nächsten drei Monate sicher sinn
voll (Urk. 8/112 S. 2).
3.5
In seinem Bericht vom 1
2.
April 2018 gab
Dr.
B.___
an, es liege nach wie vor eine deutliche Besserungstendenz vor, welche höchst wahrscheinlich auch als Besse
rungszeichen der Residuen nach
Plexus
n
euritis
zu sehen sei. Dementsprechend sei die Physiotherapie mit Stabilisierung und Kräftigung sicher weiterzuführen, wobei die Frequenz sukzessive reduziert werden könne. Das
TecnoBody
-Training könne ebenfalls deutlich reduziert und im Sommer abgeschlossen werden. Der Arm dürfe bis zur Schmerzgrenze voll eingesetzt werden und es bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Belaste
nde
Aktivitäten körperfern würden der Beschwerde
führerin nach wie vor deutlich Mühe bereiten (Urk. 8/116 S. 1).
3.6
Am 2
2.
Oktober 2018 beschrieb
Dr.
B.___
subjektiv und objektiv nach wie vor eine Besserungstendenz. Er hielt fest, die Physiotherapie werde weiter sukzessive
reduziert, wobei ein Abschluss noch nicht möglich sei (Urk. 8/127 S. 2). Immer noch sehr empfindlich sei die Narbe, die bei entsprechender Belastung in den ganzen Arm ausstrahlende Schmerzen auslöse (Urk. 8/127 S. 1).
3.7
Am 2
9.
Oktober 2018 nahm
Dr.
E.___
als beratender Expertenarzt der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
8/128 S. 1)
eine Aktenbeurteilung vor (Urk. 8/129
S. 2 ff.
). Darin führte er aus, die von der Beschwerdeführerin subjektiv geklagten Beschwerden könnten anhand der Unterlagen objektiviert werden. Es bestehe ein Restzustand nach Implantation der Schulterprothese rechts mit klinisch aber gutem Resultat. Die Prognose sei relativ günstig, jedoch werde eine leichte Rest
symptomatik an der rechten Schulter bestehen bleiben. Ebenso sei die Funktiona
lität
geringgradig
eingeschränkt. Es bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Die ärztliche Behandlung sei vorerst abgeschlossen worden und eine weitere Kon
trolle sei erst in zwei Jahren vorgesehen. Auch die physiotherapeutische Behand
lung könne in nächster Zeit sistiert werden. Nach Abschluss der Physiotherapie sei von keiner namhaften Besserung der Gesundheitsschädigung mehr auszuge
hen
(Urk. 8/129 S.
3).
Den Integritätsschaden
legte Dr.
E.___
aufgrund der schweren
Omarthrose
auf 20
%
fest (Urk. 8/129 S. 3 f.).
3.8
Am 2
6.
November 2018 berichtete
Dr.
F.___
,
C.___
,
über die gleichen
tags erfolgte neurologische Verlaufsk
ontrolle bei Status nach
Plexus
neuritis
(Urk. 8/134 S. 1).
Er schilderte in der Anamnese, die Beschwerdeführerin habe sich nach Einsetzen der
Schultertotalendoprothese
rechts im Januar 2017 gut erholt. Der rechte Arm könne nun wieder nach vorne und zur Seite angehoben werden. Das Bewegungsausmass sei
endgradig
noch leicht eingeschränkt. Bei ver
mehrter körperlicher Tätigkeit mit dem rechten Arm träten Schmerzen auf, die einschränkend seien. Die Schmerzen seien im proximalen Oberarmbereich loka
lisiert. Im Alltag bemerke die Beschwerde
führerin Einschränkungen, wenn
sie den ganzen Tag am Schreibtisch arbeite oder zum Beispiel beim Einwerfen der Müll
säcke. Die sensiblen Störungen hätten sich zurückgebildet und seien nun im Bereich des vorderen Deltamuskels lokalisiert. Bezüglich der Narbe hätten mit Neuraltherapie gute Erfolge erzielt werden können. Im Alltag habe die Beschwer
deführerin wenig Schmerzen. Alle paar Wochen komme es indes - ausgelöst durch eine bestimmte Bewegung - zu einer Blockade, welche sehr schmerzhaft sei und über
längere Zeit schmerzhaft bleibe
. Die Beschwerdeführerin mache weiterhin Fortschritte. Alle sechs bis acht Wochen finde eine Neuraltherapie der Narbe statt, sowie wöchentlich Physiotherapie
(Urk. 8/134 S. 2)
.
Insgesamt liege ein erfreulicher Verlauf vor im Anschluss an das Einsetzen einer
Schultertotalen
doprothese
und einer verdächtigen
Plexus
neuritis
rechts, we
lche sich mittlerweile sehr gut
erholt habe mit noch leichten Rest
defiziten motorisch und sensibel und
intermittierend bewegungs- beziehungs
weise belastungsabhängig
en
Schmerzen. Elektrophysio
lo
gisch liessen sich aktuell lediglich aus dem
Musculus
infra
spinatus
auf der rechten Seite wenig chronisch neurogene Veränderungen ableiten. Nachdem die Beschwerdeführerin weiterhin von der Therapie profitiere und Fortschritte
erziel
e, empfehle er, diese vorerst beizubehalten. Aus neurologi
scher Sicht seien keine spezifischen Massnahmen erforderlich (Urk. 8/134 S. 2 f.).
3.9
Dem Bericht der behandelnden Physiotherapeuten der
C.___
vom 27. Dezember 2019
(richtig: 2018)
ist zu entnehmen, im Fokus der Therapie stehe die Kräftigung respektive Ansteuerung der
Rotatorenmanschette
, die
Scapulastabi
lisation
und -koordination, um im Schultergelenk eine optimale Führung zu gewährleisten. Dies ermögliche eine weitere Verbesserung auf funktioneller Ebene - Abfallsack in den Container bringen, Haushaltsarbeiten mit vermehrter Belastung/Druck ausführen, Büroarbeiten ohne zunehmende Ver
spannungen erledigen (Urk. 8/140 S. 2).
Bei der Beschwerdeführerin zeige sich ein verzögerter Verlauf, was sich durch die komplexe Vorgeschichte mit neuraler Beteiligung erklären lasse. Sie weise eine vorbildliche Compliance auf. Somit sei in der Physiotherapie weiterhin eine stetige Verbesserung zu verzeichnen, wie ein Vermindern des «Knackens» im Gelenk bei Überkopfbewegungen, eine deutliche Abnahme der Muskelspannungen im
Musculus
trapezius
descendens
und
Muscu
lus
pectoralis
major
, sowie eine sichtbare Besserung der Narbenverhältnisse und de
r
damit verbundenen Schmerzen im ventralen Bereich des Schultergelenkes. Objektivierbar seien ferner Fortschritte in der Bewegungskontrolle und Ausdauer, wobei die Beschwerdeführerin dies in einer Verbesserung des Bewegungsaus
masses und der Kraftverhältnisse angebe. In der Therapie seien immer länger dauernde gute Phasen zu sehen, jedoch sei dies noch nicht ganz stabil. Es komme immer wieder mal zu kleinen Rückschlägen, die therapeuti
s
ch aufgefangen werden müssten, um weiterhin die positive Entwicklung zu gewährleisten. Daher
würden
sie die Weiterfü
hrung
der Physioth
e
rapie im bestehenden Rhythmus von einmal pro
W
oche
empfehlen
(Urk. 8/140 S. 3).
3.10
Am 1
7.
Januar 2019 hielt
Dr.
E.___
fest,
er habe darauf hingewiesen, dass der Endzustand nach Abschluss der Physiotherapie erreicht sei. Gemäss vorliegendem Bericht werde aber nach wie vor eine physiotherapeutische Behandlung durchge
führt, wobei die neurologische Symptomatik sicher eine Rolle spiele, welche aber
nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht unfallkausal sei
. Zwei Serien Physio
therapie könnten nach Abschluss der Behandlung noch übernommen werden, die Indikation für eine Langzeitphysiotherapie sei jedoch prinzipiell nicht gegeben (Urk. 8/142).
3.11
Am 2
2.
Januar 2019 erstattete
Dr.
med.
H.___
, Fachärztin für R
heumatologie und Rehabilitation und Nachfolge von
Dr.
G.___
(vgl.
Urk. 8/114 S. 1),
Bericht über die neuraltherapeutische Behandlung vom
8.
März bis 2
0.
Dezember 201
8.
Sie führte aus, unter dieser Behandlung als auch
der
Fort
setzung der Physiotherapie sei eine Verbesserung der schmerzfreien Schulterge
lenksbeweglichkeit sowie der Belastbarkeit in kombinierten Bewe
gungen in Aus
senrotation als auch Abduktion gelungen. Eine ausreichende Stabilis
i
e
ru
ng sei noch nicht erreicht, da nach forcierten Belastungen (zum Beispiel gezielte wiederholte Krafttestungen) jeweils ein deutlicher Rückschritt der Beweglichkeit und
eine
Zunahme der Schmerzsymptomatik zu verzeichnen sei. Durch die in lä
ng
eren Abschnitten durchgeführte Infiltrationsbehandlung gelinge jeweils eine Beschwerdestabilisierung, sodass durch die Fortsetzung der Behandlung eine weitere Zustandsbesserung angenommen werden könne. Passend zu den Palpations
befunden und therapeutischen E
r
gebnissen zeige sich in der neurolo
gischen Untersuchung eine chronische neurogene Veränderung des
Musculus
infraspinatus
. Der verzögerte R
e
habilitationsverlauf sei sicherlich auch auf die komplexe Vorgeschichte mit einer posttraumatischen
Capsulitis
und einer
peri
operativ
aufgetretenen
Plexusne
ur
itis
rechts zurückzuführen (
Urk.
8/143).
3.1
2
Dem Bericht von
Dr.
B.___
vom
1.
Februar 2019 ist zu entnehmen, die
Beschwerde
führerin
beschreibe nach wie vor unter Physiotherapie und Kraf
t
training eine langsame
,
aber kontinuierliche Besserung der
Situation
. Dies decke sich mit dem Verlauf, wie er von der Phy
s
iotherapie objektiv beschrieben werde (
Urk.
8/148 S.3).
K
linisch zeige
d
ie
Beschwerdeführerin
nach wie vor eine leichte B
e
sserungstendenz im Bereich der rechten Schulter, was auch der neurologischen Verlaufskontr
o
lle bei
Dr.
F.___
entspreche. Zur Stabilisierung der Situation mache es deshalb durchaus Sinn, die Physiotherapie noch bis in den Sommer weiterzu
z
i
ehen. Bis dahin sei auch die Neuraltherapie weiterzuführen (
Urk.
8/148 S.4).
4.
4.1
Zu prüfen ist vorab, ob der Fallabschluss per
3
1.
Dezember 2018
- wie von der Beschwerdeführerin beanstandet (Urk. 1 S.
2
) - verfrüht war. In diesem Zusammen
hang stellt sich die Frage, ob für die Zeit ab
1.
Januar 2019 noch eine namhafte Besserung zu erwarten war (vgl. vorstehende E. 1.
2
).
4.2
Dem von der Beschwerdeführerin angeführten (vgl.
Urk.
1 S. 6) Urteil des Bun
desgerichts 8C_354/2014 vom 1
0.
Juli 2014 ist zu entnehmen, dass die trotz des Unfalls uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein ein Dahinfallen des Anspruchs
auf Heilbehandlung nicht zu begründen vermag.
In jenem
Fall war die für den Anspruch auf Heilbehandlung vorausgesetzte namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes von vornherein nicht anhand der zu erwartenden Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu bestimmen, da der Versicherte in seiner angestammten Tätig
keit - abgesehen von einer kurzen operationsbedingten Abwesenheit vom Arbeitsplatz - gar nicht eingeschränkt war (E. 3.2).
Bei der Beschwerdeführerin stellt sich die Ausgangslage bereits anders dar, zumal sie vom
2
5.
Mai 2016 bis am 2
6.
Oktober 2017, mithin deutlich länger als ein Jahr, in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war (
Urk.
8/106).
Hinzu kommt aber, dass die Beschwerdegegnerin den Fall nicht wegen des Wiedererlangens der uneingeschränkten Arbeitsfähig
keit abschloss, ansonsten der Fall wohl bereits früher abgeschlossen worden wäre, nachdem die Beschwerdeführerin
ab
dem 27. Oktober 2017 (
Urk.
8/111 S. 1), also mehr als ein Jahr vor dem Fallabschluss,
wieder vollumfänglich arbeitet
e
.
Soweit die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin sinngemäss vorwirft, sie habe den Fall allein wegen des Wiedererlangens der uneingeschränkten Arbeitsfähig
keit abgeschlossen (
Urk.
1 S. 6), geht dieser Einwand vor dem Hintergrund der
geschilderten
Sachlage fehl.
Ebenso stand vorliegend - anders als im Urteil des Bundesgerichts 8C_614/2019 vom 2
9.
Januar 2020 E. 5.3 - nach dem Fallabschluss auch keine Operation oder Ähnliches mehr an, wovon aus prospektiver Sicht
regelmässig
nicht nur eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats beziehungsweise
nicht bloss
ein geringfügiger therapeutischer Fortschritt zu erwarten wäre.
4.3
Im April 2018 beschrieb
Dr.
B.___
noch «deutliche» Besserungstendenzen und hielt erstmals eine sukzessive Reduktion der Therapiefrequenz sowie einen Abschluss der
Tecnobody
-Therapie im Sommer 2018 für angezeigt (Urk. 8/
116 S. 1).
Am 26. November 2018 führte
Dr.
F.___
dann aus, im Alltag bestünden nur noch wenig Schmerzen
,
und
er
gab an, die Beschwerdeführerin habe sich auch von der
Plexusneuritis
sehr gut erholt und weise nur noch leichte Restdefizite auf (Urk. 8/
134 S. 2).
Vor diesem Hintergrund und
bei seit Oktober 2017 gefestigter 100%iger Arbeitsfähigkeit
sind
die weiterhin zu erwartenden Fortschritte respek
tive
eine noch zu erzielende Besserung
nicht
als namhaft an
zu
sehen.
Dies gilt namentlich auch für die von den Physiotherapeuten als Therapieziele genannten
anzustrebenden
Verbesserungen auf funktioneller Ebene (Abfallsack in den Container bringen, Haushaltsarbeiten mit vermehrter Belastung/Druck ausführen, Büroarbeiten ohne zunehmende Verspannungen erledigen;
Urk.
8/140 S. 2).
Hinzu kommt, dass Verbesserungen wie Fortschritte in der Ausdauer und bei den Kraftverhältnissen (vgl.
Urk.
8/140 S. 3) wohl auch bei den meisten gesunden Menschen zu erwarten wären, wenn sie regelmässig und
sehr
motiviert eine
Physiotherapie wahrnehmen würden. Allein an solchen Fortschritten kann eine Kostenübernahme durch die Unfallversicherung nicht festgemacht werden.
Dies mit Blick auf die vorstehend zitierte Rechtsprechung, wonach die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss, wohingegen ein zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt nicht aus
reicht (vgl. E. 1.2 vorstehend)
.
In diesem Sinne hat das Bundesgericht festge
halten, dass es nicht genügt, dass die versicherte Person von Physiotherapie profitieren kann (
Urteil des Bundesgerichts 8C_306/20
16 vom 22.
September 2016 E. 5.3 mit Hinweis
en
)
.
4.4
Aus dem Bericht über die bis Ende 2018 erfolgte Neuraltherapie geht hervor, dass während der Behandlung noch eine Verbesserung erreicht wurde,
hingegen noch keine ausreichende Stabilisierung (
Urk.
8/143 S. 1). Demnach wurde
für die Zukunft
respektive ab 2019 eine Stabilisierung angestrebt, wobei auch Dr.
B.___
in seinem Bericht
vom
1.
Februar 2019
eine Stabilisierung der Situation als Grund für die Weiterführung der Physiotherapie
nannte
(
Urk.
8/148 S. 4).
Von einer solchen ärztlichen Behandlung, welche lediglich der Stabilisierung des Erreichten dient, kann aber rechtsprechungsgemäss
keine namhafte Verbesserung
des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 23. April 2008 E. 5.1.2.2).
4.5
Im Übrigen gilt d
ie zum Zeitpunkt des Fallabschlusses noc
h durchgeführte Physiotherapie
als
manualtherapeutische
Massnahme und daher nicht als kontinuierliche, mit einer gewis
sen Planmässigkeit auf eine nam
hafte Verbesse
rung des Gesundheitszustandes g
erichtete ärztliche Behandlung
im Sinne der Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2016 vom 22. September 2016 E. 5.3 mit Hinweis).
Auch soweit die Physio- und Neuraltherapie nicht auf die Heilung des Gesund
heitsschadens, sondern auf die blosse Symptombekämpfung gerichtete Mass
nahmen darstellen, stehen sie einem Fallabschluss rechtsprechungsgemäss nicht entgegen
. Namentlich eine Schmerzlinderung
, wie sie von der Beschwerde
führerin angestrebt wurde (
Urk.
8/
114 S. 2 in Verbindung mit Urk. 8/140 S. 2
),
stellt keine namhafte Besserung dar
(Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_363/2020 vom 29. September 2020
E. 4.1 mit Hinweis
,
8C_402/2007 vom 23.
April 2008 E.
5.1.2.2
).
4.6
Der Fallabschluss setzt zudem lediglich voraus, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine erhebliche Verbesserung mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist
(
Urteil
des Bun
desgerichts
8C_729/2012 vom
4.
April
2013
E. 5.2 mit Hinweisen). Folglich ist
dem Einwand der Beschwerdeführerin, eine Weiterführung von Physio- und Neuraltherapie werde
fachärztlicherseits
nachvollziehbar begründet (Urk. 1 S. 8
Rz
24), nicht zu folgen.
4.7
Insgesamt war nach dem Gesagten gestützt auf die Berichte der behandelnden Fachpersonen von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung über den 31. Dezember 2018 hinaus keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin mehr zu erwarten, weshalb d
er Zeitpunkt des Fall
ab
schlusses nicht zu beanstanden
ist
.
Die
Stellungnahmen von
Dr.
E.___
spielen bei dieser Einschätzung keine massgebende Rolle, weshalb nicht näher auf ihren Beweiswert
einzugehen ist
(vgl. die Einwände in
Urk.
1 S. 6 ff.).
Von weiteren Abklärungen
(vgl. den Antrag in
Urk.
1 S. 8
Rz
25)
ist vor diesem Hintergrund denn auch kein relevanter
zusätzlicher
Erkenntnisgewinn zu erwarten (
antizi
pierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d,
136 I 229 E. 5.3).
5.
Schliesslich ist auch die Bemessung des Integritätsschadens durch
den
die Beschwerdegegnerin
beratenden Expertenarzt
Dr.
E.___
(Urk. 8/129 S. 3-4)
nicht zu beanstan
den
. Weder
stehen ihr medi
zinisch begründete anderslautende Einschätzungen entgegen
, noch brachte die Beschwerdeführerin in der Beschwer
deschrift etwas dagegen vor, was zu einer anderen Beurteilung führen könnte
.
Es hat deshalb damit sein Bewenden.
6.
Damit erweist sich der
Einspracheentscheid
vom
1
1.
November
2019 als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit
öf
fent
lichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Re
gel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In An
wen
du
ng dieser Bestimmung hat das Bundesgericht der S
uva
und den privaten UVG-Versiche
rern so
wie – von Sonderfällen abgesehen – den Krankenkassen keine Partei
ent
schädigungen zugesprochen, weil sie als Orga
nisa
tionen mit
öffentlich
rechtlichen
Aufgaben zu qua
lifizieren sind (BGE 112 V 356 E. 6 mit Hinweisen).
Mithin steht der Beschwerdegegnerin trotz ihres Obsiegens und entgegen ihrem dies
bezügli
chen Antrag (vgl.
Urk.
7 S. 2) keine Parteientschädigung zu.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der Beschwerdegegnerin
wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Patrick Lerch
-
SWICA Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
FehrWidmer