# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f2afc6c-5f59-57e4-b95c-c58fdada94a1
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-12
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 12.11.2025 502 2025 89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2025-89_2025-11-12.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2025 89

Urteil vom 12. November 2025

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Alessia Chocomeli
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Nadine Durot

Parteien A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer

gegen

JUGENDRICHTER, Vorinstanz

und 

B.________, Beschuldigte und Beschwerdegegnerin, vertreten 
durch Rechtsanwältin Anna Gruber, 

Gegenstand Einstellung des Verfahrens (Art. 319 ff. StPO)

Beschwerde vom 27. März 2025 gegen die Verfügung des Jugend-
richters vom 14. März 2025

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Sachverhalt

A. Am 30. Juli 2021 stellte A.________ Strafantrag gegen Unbekannt wegen übler Nachrede und 
Verleumdung, begangen zwischen dem 1. Juni 2021 und dem 28. Juli 2021 (act. 1009 f.). Gemäss 
seiner Aussage seien Gerüchte im Umlauf, er habe B.________ vergewaltigt. Er denke, dass 
B.________ dies ihren Freunden erzählt habe (act. 1006 f.).

Am 16. August 2021 reichte B.________ eine Strafklage gegen A.________ ein wegen 
Vergewaltigung und sexueller Nötigung, begangen am 5. Februar 2021 in Tafers und am 7. Februar 
2021 in Plaffeien (act. 3009 ff.).

Am 23. August 2021 wurde B.________ aufgrund des Strafantrags von A.________ als beschuldigte 
Person einvernommen (act. 1002 ff.) und mit Polizeirapport vom 8. September 2021 beim 
Jugendgericht wegen Verleumdung verzeigt (act. 1000 ff.).

Mit Verfügung vom 23. März 2022 sistierte der Jugendrichter das gegen B.________ geführte 
Jugendstrafverfahren wegen Verleumdung und übler Nachrede (act. 9002 f.). Am 29. November 
2023 verfügte er die Wiederanhandnahme des Verfahrens (act. 9006), nachdem die Staatsanwalt-
schaft das gegen A.________ geführte Verfahren wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung 
am 5. September 2023 eingestellt hatte (act. 3103 ff.).

B. Mit Strafbefehl vom 19. März 2024 wurde B.________ wegen Verleumdung zu einer bedingten 
Strafe von zwei Tagen Arbeitsleistung mit einer Probezeit von sechs Monaten verurteilt. Sie wurde 
verpflichtet, A.________ eine Entschädigung von CHF 548.50 zu bezahlen, und es wurde 
festgestellt, dass sie für Anwaltskosten von A.________ in der Höhe von CHF 974.95 haftet. Zudem 
wurden B.________ und ihrer gesetzlichen Vertretung die Verfahrenskosten in der Höhe von 
CHF 125.- auferlegt (act. 9011 ff.).

Am 20. März 2024 wurde das gegen B.________ eröffnete Verfahren wegen übler Nachrede 
aufgrund des Eintritts der Verfolgungsverjährung eingestellt, Kosten zu Lasten des Staates (act. 
9009 f.). Diese Einstellungsverfügung ist in Rechtskraft erwachsen (act. 5016 f.).

Am 27. März 2024 erhob B.________ Einsprache gegen den Strafbefehl vom 19. März 2024 wegen 
Verleumdung (act. 9032 f.). An der Sitzung vom 24. Juli 2024 nahm der Jugendrichter Vormerk, dass 
betreffend den Vorwurf der Verleumdung am 28. Juli 2024 die Verfolgungsverjährung eintreten 
werde, und beschloss, das entsprechende Verfahren zu einem späteren Zeitpunkt, unter Vorbehalt 
der Genehmigung der Staatsanwaltschaft, einzustellen. Der Antrag des damaligen Rechtsvertreters 
von A.________ auf Ausdehnung des Verfahrens auf falsche Anschuldigung werde geprüft (act. 
5007 ff.). Mit Verfügung vom 26. Juli 2024 ordnete der Jugendrichter die Ausdehnung des 
Strafverfahrens auf falsche Anschuldigung an (act. 5010 f.). Anlässlich der Sitzung des Jugend-
richters vom 18. Dezember 2024 gab dieser bekannt, dass die hängigen Strafverfahren wegen 
Verleumdung und falscher Anschuldigung eingestellt würden (act. 5016 ff.).

Mit Verfügung vom 14. März 2025 wurde das Verfahren gegen B.________ wegen Verleumdung 
und falscher Anschuldigung eingestellt, Kosten zu Lasten des Staates.

C. Gegen diese Verfügung erhob A.________ (im Folgenden: der Beschwerdeführer) am 
27. März 2025 Beschwerde. Er beantragt, die Einstellungsverfügung sei aufzuheben und der 
Jugendrichter anzuweisen, das Verfahren wegen falscher Anschuldigung fortzuführen.

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Mit Eingabe vom 30. April 2025 verzichtete der Jugendrichter auf eine Stellungnahme.

B.________ (im Folgenden: die Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer Stellungnahme vom 
5. November 2025 die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen

1.

1.1. Enthält die Schweizerische Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009 (Jugendstraf-
prozessordnung, JStPO; SR 312.1) keine besondere Regelung, so sind die Bestimmungen der 
Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO) anwendbar (Art. 3 Abs. 1 JstPO). 

1.2 Gegen Verfügungen des Jugendrichters kann Beschwerde erhoben werden. Die Zulässigkeit 
der Beschwerde und die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 393 StPO (Art. 39 Abs. 1 JstPO).

1.3. Gegen Einstellungsverfügungen kann innert 10 Tagen bei der Strafkammer Beschwerde 
geführt werden (Art. 7 Abs. 1 Bst. c, 39 Abs. 3 JstPO; Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 85 Abs. 1 des 
Justizgesetzes vom 31. Mai 2010 [JG; SGF 130.1]). Aus den Akten ist nicht ersichtlich, wann dem 
damaligen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Einstellungsverfügung vom Freitag, 14. März 
2025, zugestellt wurde. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Zustellung frühestens 
am Montag, 17. März 2025, erfolgt ist, so dass die Beschwerdeschrift in jedem Fall rechtzeitig 
eingereicht wurde.

1.4. Die Beschwerde muss eine Begründung enthalten (Art. 396 Abs. 1 StPO), d.h. der Beschwer-
deführer muss genau angeben, welche Punkte des Entscheides er anficht, welche Gründe einen 
anderen Entscheid nahelegen und welche Beweismittel er anruft (Art. 385 Abs. 1 StPO), was hier 
der Fall ist.

1.5. Nach Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Partei im Strafverfahren 
ist auch die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO). Der Beschwerdeführer ist als 
Privatkläger und durch die vorgeworfenen Delikte betroffene Person zur Beschwerde legitimiert. 

Keinen Einfluss auf die Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers hat die Tatsache, dass er 
für seine Beschwerde offensichtlich Briefpapier seines vorinstanzlichen Rechtsvertreters benutzt 
hat, wie dies die Beschwerdegegnerin geltend macht.

Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

1.6. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Feststel-
lung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).

1.7. Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt (Art. 397 Abs. 1 StPO). Die 
Strafkammer verfügt dabei grundsätzlich über volle Kognition (Art. 391 Abs. 1, Art. 393 Abs. 2 StPO).

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2.

2.1. Der Jugendrichter erwägt in der angefochtenen Verfügung, eine Strafuntersuchung gegen 
den Beschwerdeführer sei bereits anhängig gemacht worden, als der Beschwerdeführer durch 
seinen Anwalt den Antrag gestellt habe, das Verhalten der Beschwerdegegnerin auf den Tatbestand 
der falschen Anschuldigung auszudehnen. Die Beschwerdegegnerin habe nach der Einstellung des 
Verfahrens gegen den Beschwerdeführer wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung an ihren 
Aussagen festgehalten, aber nicht ein neues Verfahren gegen ihn eingeleitet und auch keine neuen 
Vorbringen gemacht. Sie habe während der gesamten Dauer der Strafuntersuchung dieselben 
Aussagen gemacht und es habe sich jeweils um denselben Lebenssachverhalt gehandelt. Die 
Tatbestandsvoraussetzungen von Art. 303 StGB seien eindeutig nicht erfüllt. Die Einstellungen der 
Verfahren wegen übler Nachrede und Verleumdung stünden aufgrund ihrer Sperrwirkung wegen 
des Grundsatzes «ne bis in idem» einer Verurteilung des gleichen Lebenssachverhalts wegen 
falscher Anschuldigung entgegen. Es liege Tatidentität vor, da dem ersten Strafverfahren (üble 
Nachrede und Verleumdung) und dem zweiten Strafverfahren (falsche Anschuldigung) identische 
Tatsachen zugrunde lägen.

2.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Anzeige der Beschwerdegegnerin vom 16. August 
2021 gegen ihn stelle eine falsche Anschuldigung dar. Dies sei ein Offizialdelikt, welches ab 
Einreichung der Anzeige der Beschwerdegegnerin automatisch hätte geprüft werden müssen. Sollte 
der Lebenssachverhalt, der seiner Strafklage zugrunde liege, derselbe sein wie für die falsche 
Anschuldigung, sei das Verfahren wegen Verleumdung bisher noch nicht rechtskräftig eingestellt 
worden und somit noch offen. Der Jugendrichter könne diese Einstellung nicht vorwegnehmen und 
gleichzeitig das Verfahren wegen falscher Anschuldigung einstellen. Ohne materielle Prüfung des 
Sachverhalts, welche bei der Verjährung unterbleibe, trete keine Sperrwirkung ein. Sollte es sich um 
zwei verschiedene Lebenssachverhalte handeln, hindere eine Einstellung wegen Verleumdung die 
Strafverfolgung wegen falscher Anschuldigung nicht. In beiden Fällen sei die angefochtene 
Verfügung falsch.

Die Beschwerdegegnerin führt aus, die sehr gut begründete Einstellungsverfügung des Jugend-
richters sei rechtlich korrekt.

2.3.

2.3.1. Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft resp. der Jugendrichter die 
vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine 
Anklage rechtfertigt (Bst. a), kein Straftatbestand erfüllt ist (Bst. b), Rechtfertigungsgründe einen 
Straftatbestand unanwendbar machen (Bst. c), Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt 
werden können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind (Bst. d), oder nach gesetzlicher Vorschrift 
auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann (Bst. e). Eine rechtskräftige Ein-
stellungsverfügung kommt einem freisprechenden Endentscheid gleich (Art. 320 Abs. 4 StPO). 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur (impliziten) Teileinstellung muss die Staats-
anwaltschaft sowohl einen Strafbefehl als auch eine beschwerdefähige, formelle Teileinstellungs-
verfügung erlassen, wenn sie nur einen Teil der vom Opfer behaupteten Taten verfolgt (BGE 148 IV 
124 E. 2.6.5 mit Hinweisen). Eine solche Teileinstellung kommt grundsätzlich nur in Betracht, wenn 
mehrere Lebensvorgänge oder Taten im prozessualen Sinn zu beurteilen sind, die einer separaten 
Erledigung zugänglich sind. Soweit es sich hingegen lediglich um eine andere rechtliche Würdigung 
desselben Lebensvorgangs handelt, scheidet eine teilweise Verfahrenseinstellung aus. Wegen ein 
und derselben Tat im prozessualen Sinn kann nicht aus einem rechtlichen Gesichtspunkt verurteilt 

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und aus einem anderen das Verfahren eingestellt werden. Es muss darüber einheitlich entschieden 
werden (BGE 144 IV 362 E. 1.3.1 mit Hinweisen). 

Wer in der Schweiz rechtskräftig verurteilt oder freigesprochen worden ist, darf wegen der gleichen 
Straftat nicht erneut verfolgt werden (Art. 11 Abs. 1 StPO; Grundsatz «ne bis in idem»). Tatidentität 
liegt vor, wenn dem ersten und dem zweiten Strafverfahren identische oder im Wesentlichen gleiche 
Tatsachen zugrunde liegen. Auf die rechtliche Qualifikation dieser Tatsachen kommt es nicht an 
(BGE 144 IV 362 E. 1.3.2). Wird das Verfahren teilweise eingestellt, obwohl hierfür kein Raum 
besteht, und erwächst die Teileinstellung in Rechtskraft, steht deren Sperrwirkung einer Verurteilung 
wegen des gleichen Lebenssachverhalts entgegen (BGE 144 IV 362 E. 1.4 mit Hinweisen).

Das Verbot der doppelten Strafverfolgung gelangt nur bei Sachurteilen, nicht indes bei Prozess-
urteilen zur Anwendung. Dies erscheint denn auch adäquat, zumal bei einem Prozessurteil der dem 
Strafverfahren zugrunde liegende Sachverhalt materiell erst gar nicht geprüft wird. Soweit im ersten 
Strafverfahren noch keine Beurteilung des Sachverhalts erfolgte, kann dieses Verfahren konsequen-
terweise keine Sperrwirkung entfalten, zumal mangels Sachverhaltsabklärung gar nicht bestimmt 
werden kann, ob tatsächlich Tatidentität im Sinne von Art. 11 Abs. 1 StPO vorliegt. Auch die der 
Sperrwirkung zugrundeliegende Ratio, dass der gegenüber dem Beschuldigten erhobene Vorwurf 
nicht zweimal Gegenstand der Prüfung sein soll, d.h. dass der Beschuldigte nicht mehrfach den 
grossen Belastungen eines Strafverfahrens ausgesetzt wird und die Strafverfolgungsbehörde durch 
Mehrfachverfolgung in ihrer Effizienz beeinträchtigt wird, spricht dafür, dass sich das Verbot der 
Doppelbestrafung ausschliesslich auf Sachurteile bezieht (Urteil OG BE BK 2020 341 vom 
27. Oktober 2020 E. 4.6 mit Hinweisen).

2.3.2. Der üblen Nachrede macht sich schuldig, wer jemanden bei einem andern eines 
unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, 
beschuldigt oder verdächtigt, oder wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterver-
breitet (Art. 173 Ziff. 1 StGB). Der Verleumdung macht sich schuldig, wer dies wider besseres 
Wissen tut (Art. 174 Ziff. 1 StGB). Die Strafverfolgung für Verleumdung verjährt in drei Jahren (Art. 
36 Abs. 1 Bst. b JStG i.V.m. Art. 174 Ziff. 1 StGB).

Der falschen Anschuldigung nach Art. 303 StGB macht sich schuldig, wer einen Nichtschuldigen 
wider besseres Wissen bei der Behörde eines Verbrechens, Vergehens oder einer Übertretung 
beschuldigt, in der Absicht, eine Strafverfolgung gegen ihn herbeizuführen, oder wer in anderer 
Weise arglistige Veranstaltungen trifft, in der Absicht, eine Strafverfolgung gegen einen Nichtschul-
digen herbeizuführen. Der objektive Tatbestand erfordert, dass eine Mitteilung, in der einer Person 
fälschlicherweise die Begehung eines Verbrechens oder Vergehens unterstellt wird, an die Behörde 
gerichtet wurde. Eine Anschuldigung ist nur dann falsch, wenn die beschuldigte Person nicht 
schuldig ist, was bedeutet, dass sie die ihr fälschlicherweise unterstellten Straftaten nicht begangen 
hat. Als nicht schuldig gilt insbesondere, wer durch einen Freispruch oder eine Verfahrenseinstellung 
vom Vorwurf entlastet worden ist. Der Richter, der über die falsche Anschuldigung entscheidet, ist, 
sofern keine neuen Tatsachen oder Beweismittel vorliegen, an eine solche Entscheidung gebunden. 
Es liegt im Interesse der Rechtssicherheit, dass eine rechtskräftige Entscheidung in einem späteren 
Verfahren nicht mehr angefochten werden kann. Eine frühere Entscheidung ist jedoch nur dann 
bindend, als diese sich über Schuld oder Nichtschuld der angeschuldigten Person ausspricht. 
Soweit das frühere Verfahren aus Opportunitätsgründen oder gestützt auf Art. 54 StGB 
eingestellt worden ist, hindert dies den Richter im Verfahren der falschen Anschuldigung nicht, 
über die Schuld der angeschuldigten Person erneut zu befinden. Der subjektive Tatbestand der 
falschen Anschuldigung setzt voraus, dass der Täter weiss, dass die von ihm angezeigte Person 

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unschuldig ist. Es handelt sich um eine Kenntnis im engen Sinn. Eventualvorsatz reicht nicht aus 
(BGE 136 IV 170 E. 2.1; Urteil BGer 6B_372/2022 vom 1. März 2023 E. 3.2; je mit Hinweisen).

2.4.

2.4.1. Das gegen die Beschwerdegegnerin geführte Verfahren wegen übler Nachrede wurde 
wegen Eintritts der Verfolgungsverjährung und somit aufgrund einer fehlenden Prozessvoraus-
setzung bereits mit Verfügung vom 20. März 2024 in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 Bst. d StPO 
rechtskräftig eingestellt, während das Verfahren wegen Verleumdung aufgrund der Einsprache 
gegen den Strafbefehl vom 19. März 2024 offenblieb und am 26. Juli 2024 auf falsche Anschuldigung 
ausgedehnt wurde. Folgt man der Annahme des Jugendrichters in der angefochtenen Verfügung, 
wonach es sich bei allen Vorwürfen um denselben Lebenssachverhalt handle, hätte keine Teilein-
stellung für den Vorwurf der üblen Nachrede erfolgen dürfen. Obwohl diese in Rechtskraft 
erwachsen ist, entfaltet sie keine Sperrwirkung. Denn in der Einstellungsverfügung vom 20. März 
2024 beschränkte der Jugendrichter seine Prüfung auf den Eintritt der Verfolgungsverjährung. Der 
zu Grunde liegende Lebenssachverhalt und dessen Subsumtion unter den Straftatbestand von Art. 
173 StGB war demgegenüber nicht Gegenstand der Prüfung. Wie der Beschwerdeführer zudem zu 
Recht geltend macht, wurde das Verfahren wegen Verleumdung bisher nicht rechtskräftig 
eingestellt, auch wenn die Verfolgungsverjährung diesbezüglich ebenfalls bereits eingetreten ist. 
Das Verfahren wegen falscher Anschuldigung durfte somit nicht gestützt auf den Grundsatz «ne bis 
in idem» eingestellt werden.

2.4.2. Der Jugendrichter prüfte in der angefochtenen Verfügung, ob die Tatbestandsvorausset-
zungen der falschen Anschuldigung nach Art. 303 StGB während der Dauer der Strafuntersuchung 
resp. im Zeitpunkt, als der ehemalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Ausdehnung des 
Verfahrens auf Art. 303 StGB verlangt hat, erfüllt waren und kam zum Schluss, dass dies nicht der 
Fall war. Nicht geprüft hat er jedoch, ob die Tatbestandsvoraussetzungen mit der Strafklage der 
Beschwerdegegnerin vom 16. August 2021 erfüllt wurden. Wie der Beschwerdeführer zu Recht 
ausführt, handelt es sich bei der falschen Anschuldigung um ein Offizialdelikt, so dass es keine Rolle 
spielt, wann die Ausdehnung des Verfahrens beantragt wurde. Es muss somit geprüft werden, ob 
die Einreichung der Strafklage durch die Beschwerdegegnerin wegen Vergewaltigung und sexueller 
Nötigung eine falsche Anschuldigung im Sinne von Art. 303 StGB darstellt.

Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen den Beschwerdeführer wegen Vergewaltigung 
und sexueller Nötigung am 5. September 2023 mit folgender Begründung ein: «Vorliegend gehen 
die Aussagen der Parteien diametral auseinander. Es besteht nicht einmal über die Häufigkeit der 
Treffen zwischen den Parteien Einigkeit, geschweige denn über das, was sich zwischen den 
Parteien auf intimer Ebene abgespielt hat. Vorliegend liegen keine weiteren Beweismittel vor, welche 
die Aussagen von B.________ stützen könnten. Auch wenn das Gutachten nicht vorbringt, dass die 
Aussagen von B.________ mit Sicherheit nicht der Wahrheit entsprechen, kann doch auch nicht mit 
hoher Wahrscheinlichkeit ein Erlebnishintergrund angenommen werden. Dies reicht vorliegend auch 
unter dem Grundsatz «in dubio pro duriore» nicht aus, um einen genügenden Tatverdacht gegen 
A.________ zu erhärten und eine Anklage zu rechtfertigen.» 

Der Richter, der über die falsche Anschuldigung entscheidet, ist grundsätzlich an diese Einstellungs-
verfügung gebunden, so dass der Beschwerdeführer als nicht schuldig im Sinne von Art. 303 StGB 
zu gelten hat. In der vorliegenden Konstellation führt dies jedoch nicht automatisch dazu, dass sich 
die Beschwerdegegnerin mit ihrer Anzeigeerstattung der falschen Anschuldigung schuldig gemacht 
hat. Der Tatbestand der falschen Anschuldigung setzt nicht nur eine Beschuldigung gegenüber 

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einem Nichtschuldigen voraus, sondern eine solche wider besseres Wissen. Für eine strafrechtliche 
Verantwortlichkeit der Beschwerdegegnerin bedürfte es eines Hinweises darauf, dass sie bewusst 
falsche Behauptungen gemacht hat. Da sie zum Vorwurf der falschen Anschuldigung vom 
Jugendrichter nie angehört worden ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, 
dass der Tatbestand erfüllt ist. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, die 
Einstellungsverfügung aufzuheben und die Sache zur Weiterführung des Verfahrens im Sinne der 
Erwägungen an den Jugendrichter zurückzuweisen.

3.

Nach Art. 428 Abs. 4 StPO trägt der Bund oder der Kanton die Kosten des Rechtsmittelverfahrens, 
wenn die Rechtsmittelinstanz einen Entscheid aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung an 
die Vorinstanz zurückweist. Die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 500.- (Gerichtsgebühr: 
CHF 400.-; Auslagen: CHF 100.-) sind somit dem Staat Freiburg aufzuerlegen.

Es sind keine Parteientschädigungen zuzusprechen.

Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Die Einstellungsverfügung des Jugendrichters vom 14. März 2025 wird aufgehoben und die 
Sache zur Weiterführung des Verfahrens an den Jugendrichter zurückgewiesen.

II. Die Verfahrenskosten werden auf CHF 500.- (Gebühr: CHF 400.-, Auslagen: CHF 100.-) fest-
gesetzt und dem Staat Freiburg auferlegt.

III. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 12. November 2025/ndu

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin