# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a63752d-4371-52bf-ba49-890343018be4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 04.10.2011 BRGE II Nrn. 0229-0231/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-II-Nrn--0229-02_2011-10-04.pdf

## Full Text

BRGE II Nrn. 0229 - 0231/2011 vom 4. Oktober 2011 in BEZ 2012 Nr. 17 

5.5. Die Rekurrierenden behaupten, die beiden Antennenelemente der 
vorgesehenen Pipe-Antenne (andere Bezeichnung: Rohrantenne) verursachten 
durch ihre Anordnung in einem engen Rohr sowie wegen ihres relativ kleinen 
Winkelabstandes zueinander Veränderungen und Überlagerungen ihrer Mag-
netfelder. Die dadurch entstehenden Reflexionen führten dazu, dass die 
Grenzwertberechnungen nicht mehr korrekt durchgeführt werden könnten. 

Als Reflexion wird das physikalische Phänomen bezeichnet, wonach 
Wellen – wozu u.a. elektromagnetische Strahlen, Schallwellen oder auch das 
Licht gehören – beim Auftreffen auf eine andere 
Materie (Gebäudeteile, Felsen, Mauern etc.) 
teilweise oder vollständig zurückgeworfen werden 
und sie dadurch veränderte Feldbedingungen 

generieren können (BRKE I Nr. 0310/2009 
vom 20. November 2009, E. 7.5). Auch bei 
der Beugung oder Diffraktion werden 
Strahlen an einem natürlichen oder 
künstlichen Hindernis abgelenkt. Der 
normale geradlinige Strahlenverlauf wird 

dadurch unterbrochen, und die Wellen können sich unter Umständen entlang 
des Hindernisses bis hin in den eigentlichen Hindernisschatten (d.h. 
Strahlenschatten) ausbreiten (Huygensches Prinzip; vgl. 
www.radartutorial.eu/07.waves/wa08.de. html). 

Ob und in welchem Umfang es bei der Ausbreitung von hochfrequenter 
Mobilfunkstrahlung zu Reflexionen und/oder Diffraktionen kommt, hängt also 
ausschliesslich von der konkreten Einzelfallsituation in Kombination mit 
bestimmten physikalischen Gesetzmässigkeiten ab. Müsste dies bei der 
Immissions- und Anlagegrenzwerteruierung stets berücksichtigt werden, führte 
dies zu einem unverhältnismässigen und nicht mehr praktikablen 
Berechnungsaufwand, der in keinem vernünftigen Verhältnis zu einem allenfalls 
physikalisch noch etwas genaueren Rechnungsergebnis stünde, letztlich aber 
keinen zusätzlichen Immissionsschutz zur Folge hätte (BRKE IV Nr. 0081/2007 
vom 7. Juni 2007, E. 9). Ohnehin haben die Mobilfunkgesellschaften ein 
Interesse, Reflexionen und Diffraktionen aus übertragungstechnischen Gründen 
so weit als möglich zu vermeiden, weil sie sich in der Regel qualitätsmindernd 
auswirken. Dementsprechend hat etwa die Firma Kathrein, Produzentin des 
hier vorgesehenen Antennentyps, als Serviceleistung für ihre Kunden auf ihrer 
Website einen Reflexionskalkulator zur Optimierung ihrer Netzstruktur 
eingerichtet (www.kathrein.de/de /mcs; unter Technik Infos).  

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Aus den genannten Gründen basieren die Grenzwertberechnungen für 
Mobilfunkbasisstationen auf den im Baugesuch beantragten maximalen 
Antennenleistungen unter Fernfeldbedingungen und Freiraumausbreitung der 
elektromagnetischen Strahlung, also ohne Einbezug von allfälligen 
Abweichungen von der geradlinigen Strahlenausbreitung durch Reflexionen und 
Beugungen. Massgebend ist die Abstrahlcharakteristik der Antennendiagramme 
des vorgesehenen Antennentyps (Vollzugsempfehlung NISV, S. 24). Diese 
Vollzugsempfehlung gilt ohne Einschränkung auch für Antennen, bei welchen 
die Antennenelemente – wie vorliegend mit einem Winkelabstand von 100° – 
relativ nahe beieinander stehen. Daran ändert nichts, dass die Firma Kathrein 
für die Berechnung des vertikalen Magnetfelds in solchen Fällen, d.h. wenn die 
Sendeantennen nicht mindestens in einem Winkel von 120° zueinander 
angeordnet sind, einen Korrekturfaktor von 10 dB empfiehlt. Wie bereits 
dargelegt, geht es bei den Grenzwertberechnungen schon aus 
Praktikabilitätsgründen nicht darum, jede physikalische Komponente bis ins 

letzte Detail einzubeziehen, sondern den gesetzlich vorgeschriebenen 
Immissionsschutz zu gewährleisten. Dazu ist keine Berechnung «bis zur letzten 
Stelle hinter dem Komma» notwendig, gerade auch angesichts der bei den 
Grenzwertberechnungen konsequent praktizierten Worst-Case-Annahmen. 
Schliesslich bleibt in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass bei knapp 
eingehaltenen Grenzwerten nach Inbetriebnahme der Basisstation sowieso 
zwingend Abnahmemessungen durchgeführt werden, womit allfällige 
Reflexionen und Diffraktionen an den massgebenden OKA und OMEN 
messtechnisch ohne weiteres erfasst würden (BRKE I Nr. 0065/2009 vom 7. 
April 2009, E. 11.2).