# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b38d5fd-1445-5310-9350-22a29e5fb398
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-29
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 29.04.2025 WPR.2025.41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-41_2025-04-29.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.41 / Bu / lm  
ZEMIS 21974101; N 797 848 

 

 

Urteil vom 29. April 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Gerichtsschreiber Manz    

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch Samira Oppiller, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Algerien,  

alias B._____, von Algerien, 

alias B._____, von Algerien, 

alias C._____, von Algerien, 

alias B._____, von Algerien, 

alias D._____, von Algerien, 

z.Zt. im Zentralgefängnis, 5600 Lenzburg   

amtlich vertreten durch lic. iur. Christoph Waller, Rechtsanwalt, 

Postplatz 3, Postfach, 5610 Wohlen    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste eigenen Angaben zufolge am 7. November 

2022 illegal in die Schweiz ein und stellte gleichentags unter der Identität 

B._____ ein Asylgesuch (Akten des Amts für Migration und Integration [MI-

act.] 13 f., 20).  

 

Nachdem der Gesuchsgegner am 8. Januar 2023 die ihm zugeteilte 

Asylunterkunft verlassen hatte und ab diesem Datum als unbekannten 

Aufenthalts galt (MI-act. 20, 289), schrieb das Staatsekretariat für Migration 

(SEM) das Asylverfahren des Gesuchsgegners am 31. Januar 2023 

formlos ab (MI-act. 20 ff.). 

 

Am 23. März 2023 wurde der Gesuchsgegner im Rahmen des Dublin-

Verfahrens von den belgischen Behörden in die Schweiz rücküberstellt (MI-

act. 24), worauf das SEM das Asylverfahren des Gesuchsgegners wieder 

aufnahm (MI-act. 24 ff.). Mit Entscheid vom 6. Dezember 2023 lehnte das 

SEM das Asylgesuch des Gesuchsgegners ab und wies ihn gleichentags 

aus der Schweiz und dem Schengen-Raum weg (MI-act. 46 ff.). Der 

Entscheid erwuchs am 8. Januar 2024 in Rechtskraft (MI-act. 53). 

 

Nachdem der Gesuchsgegner ab April 2023 diverse Strafbefehle gegen 

sich erwirkt hatte, wurde er am 16. August 2023 zunächst im Kanton Bern 

und anschliessend im Kanton Neuenburg in den Strafvollzug versetzt (MI-

act. 476 ff., 158, 169 ff.). Am 8. Januar 2024 wurde der Gesuchsgegner im 

Kanton Neuenburg aus dem Strafvollzug entlassen und sogleich im Kanton 

Aargau wegen laufenden Strafverfahren in Untersuchungshaft genommen 

(MI-act. 82 ff., 477). 

 

Mit Urteil vom 27. Juni 2024 verurteilte das Bezirksgericht Lenzburg den 

Gesuchsgegner unter anderem wegen gewerbsmässigen Diebstahls, 

Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs zu einer Frei-

heitsstrafe von zehn Monaten und einer Busse von Fr. 300.00. Zudem 

wurde er gestützt auf Art. 66a des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 

21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0) für die Dauer von zwölf Jahren des 

Landes verwiesen (MI-act. 358 ff.). Das Urteil ist offenbar unangefochten 

in Rechtskraft erwachsen (MI-act. 392). 

 

Nachdem das SEM am 8. Juli 2024 eine Identifikationsanfrage an die 

algerischen Behörden übermittelt (MI-act. 366 f.) und die ausstehende 

Antwort am 16. Oktober 2024 moniert hatte (MI-act. 383 ff.), wurde der 

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Gesuchsgegner am 26. November 2024 durch die algerischen Behörden 

identifiziert unter der Identität A._____ (MI-act. 417). 

 

Am 6. Dezember 2024 sowie am 18. Dezember 2024 machte der 

Gesuchsgegner gegenüber dem Amt für Migration und Integration Kanton 

Aargau (MIKA) Aufschubgründe gegen den Vollzug der Landesverweisung 

nach Art. 66d Abs. 1 StGB geltend (MI-act. 418, 420, 428). Mit Verfügung 

vom 21. Januar 2025 stellte der Rechtsdienst des MIKA fest, dass der 

Vollzug der Landesverweisung nicht aufgeschoben wird (MI-act. 443 ff.). 

Auf die dagegen erhobene Beschwerde des Gesuchsgegners trat das 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 31. März 2025 

aufgrund des nicht bezahlten Kostenvorschusses nicht ein (MI-act. 470 ff.). 

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

28. April 2025 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft auf den Zeitpunkt der Entlassung aus dem Strafvollzug 

gewährt (MI-act. 488 ff.). Der Gesuchsgegner verweigerte dabei 

grösstenteils die Aussage, gab jedoch an, dass er keinen Kontakt mit den 

algerischen Behörden aufnehmen werde und nicht bereit sei, nach Algerien 

zurückzukehren (MI-act. 489, 491). Im Anschluss an die Befragung wurde 

dem Gesuchsgegner die Anordnung der Ausschaffungshaft wie folgt 

eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft beginnt am 7. Mai 2025, 08:00 Uhr. Sie wird in Anwendung von 
Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 6. August 2025, 12.00 Uhr, 
angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut vollzogen. Soweit für die Befragung 
oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt die 
Inhaftierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des 

Verwaltungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner 

befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 3, act. 31). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 4, act. 32): 

 

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1. 
Die mit Verfügung vom 28. April 2025 angeordnete Haft per 7. Mai 2025, 
08.00 Uhr, bis 6. August 2025, 12.00 Uhr, sei nicht zu bestätigen. Der 
Gesuchsgegner sei mit sofortiger Wirkung aus der Haft zu entlassen. 
 
2. 
Der Sprechende sei als amtlicher Rechtsvertreter zu bestätigen und 
angemessen aus der Staatskasse zu honorieren. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemes-

senheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft aufgrund 

einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 80 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die Haftüberprüfungsfrist 

beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen 

Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wird der Gesuchsgegner am 7. Mai 2025, 8.00 Uhr, 

aus dem Strafvollzug entlassen. Die mündliche Verhandlung wurde bereits 

am 29. April 2025 und damit noch vor Beginn der Ausschaffungshaft 

durchgeführt, womit die Haftüberprüfungsfrist selbstredend eingehalten ist. 

 

II. 

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landesver-

weisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist bei 

Landesverweisungen gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von 

Strafen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugs-

verordnung, SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Landesverweisung durch das Bezirksgericht Lenzburg angeordnet, womit 

der Kanton Aargau diese zu vollziehen hat. Die Haftanordnung wurde durch 

das MIKA und damit durch die zuständige Behörde erlassen (act. 1 ff.). 

 

 - 5 - 

 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG). 

 

Das SEM wies den Gesuchsgegner mit mittlerweile rechtskräftigem 

Entscheid vom 6. Dezember 2023 aus der Schweiz weg (MI-act. 46 ff., 53). 

Zudem wurde der Gesuchsgegner mit rechtskräftigem Urteil des 

Bezirksgerichts Lenzburg vom 27. Juni 2024 für zwölf Jahre des Landes 

verwiesen (MI-act. 358 ff., 392). Damit liegt nicht nur eine erstinstanzliche, 

sondern sogar eine rechtskräftige Landesverweisung sowie ein rechts-

kräftiger Wegweisungsentscheid vor. Die Voraussetzung von Art. 76 Abs. 1 

AIG ist damit erfüllt. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Es sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaffungsmöglichkeit 

in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen 

würden. 

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 

SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzesbestimmung 

konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person der 

Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige 

Anhaltspunkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung 

entziehen und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

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Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER 

BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar 

Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE SERT, in: 

MARTINA CARONI/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar 

zum Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl., Bern 2024, N. 17 zu 

Art. 76). 

 

Der Gesuchsgegner ist aufgrund des rechtskräftigen Wegweisungs-

entscheids des SEM (MI-act. 46 ff.) sowie aufgrund der rechtskräftigen 

Landesverweisung gemäss Art. 66a StGB (MI-act. 358 ff.) verpflichtet, die 

Schweiz auf legalem Weg zu verlassen. Dennoch gab der Gesuchsgegner 

sowohl gegenüber dem MIKA als auch anlässlich der heutigen Verhand-

lung vor dem Einzelrichter des Verwaltungsgerichts an, er werde nicht 

freiwillig in sein Heimatland zurückkehren (MI-act. 491, Protokoll S. 3, 

act 31). In dieser konsequenten Weigerung, seiner Ausreisepflicht nachzu-

kommen, ist ein klares Anzeichen dafür zu erkennen, dass sich der 

Gesuchsgegner der Ausschaffung entziehen will (vgl. BGE 130 II 377, 

Erw. 3.2.2). Daran vermögen auch die Vorbringungen des Vertreters des 

Gesuchsgegners nichts zu ändern, wonach sich der Gesuchsgegner allein 

deshalb weigere, nach Algerien zurückzukehren, weil ihm nach seiner 

festen Überzeugung in seinem Heimatland der Tod drohe (vgl. act. 35). So 

wurden diese Vorbringungen bereits im Rahmen des Asylverfahrens durch 

das SEM sowie aufgrund der Geltendmachung von Aufschubgründen nach 

Art. 66d Abs. 1 StGB durch den Rechtsdienst des MIKA geprüft. Beide 

Behörden qualifizierten die vom Gesuchsgegner vorgebrachten Behaup-

tungen als unglaubhaft und sahen keine rechtlichen Hindernisse im Vollzug 

der Ausschaffung (MI-act. 49 f., 446 f.). Anlässlich der heutigen münd-

lichen Verhandlung wurden keine neuen Tatsachen oder Belege 

vorgebracht, die zu einer anderen Einschätzung als derjenigen des SEM 

und des Rechtsdiensts des MIKA führen würden.  

 

Ferner wird die Untertauchensgefahr des Gesuchsgegners dadurch 

bestärkt, dass dieser im Rahmen des Asylverfahrens eine falsche Identität 

benutzt hatte und sich aktuell kategorisch weigert, seiner gesetzlichen 

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Mitwirkungspflicht bei der Papierbeschaffung nachzukommen (MI-

act. 13 f., 489). 

 

Unter diesen Umständen steht fest, dass der Gesuchsgegner mit seinem 

bisherigen Verhalten klare Anzeichen für eine Untertauchensgefahr gesetzt 

hat und es ist nicht davon auszugehen, dass er nach einer Entlassung aus 

der Haft die Schweiz auf direktem Weg freiwillig in Richtung Algerien 

verlassen würde. Damit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b 

Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt.  

 

3.2. 

Weiter stützt das MIKA seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG, wonach eine Person in Haft genommen 

werden kann, wenn sie wegen eines Verbrechens verurteilt worden ist. 

Verbrechen sind gemäss Art. 10 Abs. 2 StGB Taten, die mit einer 

Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht sind. Für den Haftgrund 

nach Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG ist erforderlich, 

dass eine rechtskräftige Verurteilung vorliegt (ZÜND, a.a.O., N. 12 zu 

Art. 75 AIG). 

 

Gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist keine Prog-

nose darüber erforderlich, ob sich der Ausländer dem Vollzug der Weg-

weisung tatsächlich entziehen wird. Vielmehr besteht aufgrund der 

schweren Straffälligkeit eine gesetzliche Vermutung, dass sich eine wegen 

eines Verbrechens verurteilte Person behördlichen Anordnungen wider-

setzen und versuchen wird, sich der Ausschaffung zu entziehen (Urteile 

des Bundesgerichts 2C_455/2009 vom 5. August 2009, Erw. 2.1 und 

2C_312/2018 vom 11. Mai 2018, Erw. 3.2). 

 

Das Bezirksgericht Lenzburg hat den Gesuchsgegner mit Urteil vom 

27. Juni 2024 unter anderem wegen gewerbsmässigen Diebstahls nach 

Art. 139 Ziff. 1 und 3 lit. a StGB rechtskräftig verurteilt (MI-act. 358 ff.). 

Gewerbsmässiger Diebstahl wird mit einer Freiheitsstrafe von sechs 

Monaten bis zu zehn Jahren bestraft, weshalb dieser Straftatbestand ein 

Verbrechen nach Art. 10 Abs. 2 StGB darstellt. 

 

Liegt ein Haftgrund vor, weil die betroffene Person wegen eines Verbre-

chens verurteilt wurde, kann sich die Anordnung einer Haft allenfalls dann 

als nicht notwendig und damit unverhältnismässig erweisen, wenn sich die 

betroffene Person proaktiv um eine Rückkehr in ihr Heimatland bemüht und 

so ihre Ausreisebereitschaft untermauert. Ein derartiges Verhalten ist beim 

Gesuchsgegner jedoch nicht erkennbar. 

 

Nach dem Gesagten ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. 

Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG ebenfalls erfüllt. 

 

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3.3. 

Zusammenfassend steht fest, dass die Haftgründe gemäss Art. 76 Abs. 1 

lit. b Ziff. 3 und Ziff. 4 AIG (Untertauchensgefahr) sowie gemäss Art. 76 

Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG (Verurteilung wegen eines 

Verbrechens) erfüllt sind. Damit kann offenbleiben, ob weitere Haftgründe 

erfüllt sind.  

 

4. 

Da sich der Gesuchsgegner aktuell noch im Strafvollzug befindet, erübrigen 

sich Ausführungen zu den Haftbedingungen. 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich, da sich 

der Gesuchsgegner beharrlich weigert, nach Algerien zurückzukehren. 

Bezüglich der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, 

welche gegen eine Haftanordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner 

macht auch nicht geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig und führt auch 

sonst nicht aus, inwiefern die Haft unverhältnismässig wäre. Insgesamt 

sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche die angeordnete Haft als 

unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

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2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungs-

gesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt werden 

kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 

EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen Haftver-

längerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor 

Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 28. April 2025 per 7. Mai 2025 angeordnete Ausschaffungshaft wird 

bis zum 6. August 2025, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der 

Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die 

Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau 

erfolgen. 

 

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3. 

Der Gesuchsgegner ist spätestens am 8. Mai 2025 ins Zentrum für 

ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich oder in eine andere Haft-

anstalt, welche den Anforderungen an eine Haftanstalt für Ausschaffungs-

haft entspricht, zu überführen. Erfolgt keine Überführung, ist der Gesuchs-

gegner aus der Haft zu entlassen. 

 

4. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

5. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Christoph Waller, Rechtsanwalt, 

Wohlen, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftentlas-

sung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 

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Aarau, 29. April 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Busslinger Manz