# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c3d8034-1db9-56da-819b-cb4b816b0310
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.06.2008 D-3718/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3718-2008_2008-06-12.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3718/2008
law/joc
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  J u n i  2 0 0 8

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richterin Marianne Teuscher,
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

A._______, geboren (...),
Afghanistan,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 2. Juni 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3718/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer,  eigenen  Angabe  zufolge  afghanischer 
Staatsangehöriger  aus  C._______ (Bezirk  Musa  Qala,  Provinz 
Helmand) am 7. April 2008 in die Schweiz einreiste, wo er am gleichen 
Tag im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen um Asyl 
nachsuchte, 

dass das BFM am 14. April 2008 im EVZ Kreuzlingen die Personalien 
des Beschwerdeführers erhob und ihn summarisch zum Reiseweg und 
zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes befragte,

dass das BFM am 14. April 2008 bei zwei Experten ein  Sprach- und 
Herkunftsanalyse (Lingua-Test) in Auftrag gab,

dass  der  Beschwerdeführer  am  19.  April  2008  einen  afghanischen 
Identitätsausweis  (Tazkara),  ausgestellt  am  14.  Juni  2005  in  Musa 
Qala, einreichte,

dass die vom BFM am 14. April 2008 beauftragten Experten mit dem 
Beschwerdeführer  am 24. April  2008  Telefongespräche  führten,  auf-
grund dessen diese ihre  vom 6. bzw. 7. Mai  2008 datierenden Gut-
achten verfassten,

dass das BFM den Beschwerdeführer am 20. Mai 2008 zu den Asyl-
gründen anhörte  und ihm das rechtliche Gehör  zu  den Ergebnissen 
der Lingua-Gutachten gewährte,

dass das BFM mit Verfügung vom 2. Juni 2008 – eröffnet am selben 
Tag – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die 
Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug anordnete,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. Juni 2008 gegen die-
sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
beantragte, es sei die Verfügung der Vorinstanz vollumfänglich aufzu-
heben und es sei die Sache zur Prüfung des Asylgesuches (Eintreten) 
an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

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dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht zudem beantragte, es sei auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und es sei  die 
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der  Beschwerdeführer  durch den angefochtenen Entscheid  be-
rührt  ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  (Art. 32-35 
AsylG) die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätz-
lich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 
Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

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dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdever-
fahren ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs ma-
teriell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich vol-
le Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine solche handelt,  weshalb der  Beschwerdeentscheid  nur  summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass der  Beschwerdeführer  ausführt,  da  die Beschwerdefrist  extrem 
kurz  bemessen  sei  und  ihm zudem im EVZ keine  genügende  Infra-
struktur zur Verfügung stehe, sehe er sich ausser Stande, hier seine 
Fluchtgründe im Detail wiederzugeben, 

dass ihm innert Beschwerdefrist kein Zugang zu freiberuflichen Anwäl-
ten  möglich  sei  und  er  diese  mangels  Mitteln  auch  nicht  bezahlen 
könnte,

dass er deshalb das Bundesverwaltungsgericht bitte, sich für die Beur-
teilung seiner Beschwerde auf die Akten zu stützen, d.h. insbesondere 
die Protokolle der Befragungen,

dass er angesichts der rechtsstaatlich bedenklich kurzen Beschwerde-
frist  und  der  geschilderten  Lage  im  EVZ  darum  bitte,  den  Unter-
suchungsgrundsatz  mit  grösstmöglichem Wohlwollen  nachzukommen 

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und sich ein von der Wertung der Vorinstanz unabhängiges Bild seiner 
Akten zu machen,

dass diesen Anliegen mit der materiellen Behandlung der vorliegenden 
Beschwerde nachgekommen wird,

dass gemäss der Verordnung des EJPD zum Betrieb von Unterkünften 
des Bundes im Asylbereich vom 24. November 2007 (SR 142.311.23) 
den  Asylsuchenden  Telefonautomaten  zur  Verfügung  stehen  (Art. 7 
Abs.  1)  und  ihnen  auch  die  Nutzung  von  Telefaxgeräten  ermöglicht 
wird, sofern dies für die Kontaktaufnahme mit einer Rechtsberatungs-
stelle oder Rechtsvertretung erforderlich ist (Art. 7 Abs. 2), 

dass ferner in den Unterkünften des Bundes Listen mit Adressen von 
Rechtsberatungsstellen  und  Rechtsvertretungen  frei  zugänglich  sind 
(Art. 7 Abs. 2) und der persönliche Kontakt zwischen der Rechtsvertre-
tung oder Rechtsberatung und ihrer Mandantin oder ihrem Mandanten 
während den Besuchszeiten ermöglicht wird (Art. 9 Abs. 2),

dass  der  Beschwerdeführer  nicht  geltend  macht,  diese  Vorschriften 
würden im EVZ Kreuzlingen generell oder in Bezug auf seine Person 
nicht eingehalten,

dass er auch nicht darlegt, aus welchen Gründen er trotz der grund-
sätzlich bestehenden Möglichkeit, einen Rechtsvertreter zu konsultie-
ren, nicht in der Lage gewesen sein soll, dies zu tun,

dass mithin nicht ersichtlich ist, inwiefern dem Beschwerdeführer auf-
grund der Beschwerdefrist von fünf Arbeitstagen (vgl. Art. 108 Abs. 2 
AsylG) konkret ein Rechtsnachteil erwachsen sein soll, zumal er offen-
sichtlich in der Lage war, innerhalb von fünf Arbeitstagen Beschwerde 
zu erheben (vgl. auch EMARK 2004 Nr. 25 E. 3c S. 165 ff.),

dass sich der Beschwerdeführer zwar Ergänzungen und weitere Aus-
führungen  zur  Beschwerde  ausdrücklich  vorbehält,  solche  indessen 
bis zum Ablauf der Beschwerdefrist und bis heute (vgl. Art. 32 Abs. 2 
VwVG) nicht nachgereicht wurden,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

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dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass der Beschwerdeführer es unterliess, im Moment der Einreichung 
des Asylgesuches im EVZ bzw. in den 48 Stunden nach der diesbe-
züglichen Aufklärung durch Vorhalt eines Informationsblattes ein Doku-
ment zur seiner zweifelsfreien Identifizierung abzugeben,

dass damit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Grundvoraus-
setzung für ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere vorliegend er-
füllt ist,

dass der Beschwerdeführer als Ursache der Nichtabgabe von Reise- 
oder Identitätspapieren im EVZ am 7. April 2008 erklärte, er besitze le-
diglich eine Identitätskarte, die sich bei seinem Bruder in Afghanistan 
befinde (act. A1/10, S. 4); er werde seinem Bruder telefonieren, damit 
dieser ihm die Identitätskarte in die Schweiz schicke (act. A1/10, S. 5),

dass er am 19. April 2008, eine am 14. Juni 2005 im Bezirk Musa Qala 
ausgestellten Identitätsausweis einreichte und bei der Anhörung vom 
20. Mai 2008 erklärte, sein Bruder habe diesen damals für ihn ausstel-
len lassen; da er selbst im Iran ohne Papiere gelebt habe, habe er den 
Identitätsausweis dort nicht gebraucht, zumal die iranischen Behörden 
so oder so keinen Flüchtlingsausweis ausstellen würden (act. A21/16, 
S. 10),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung in diesem Zusammen-
hang festhält, der Identitätsausweis gebe Paschtun als Ethnie der da-
rin genannten Person an, aufgrund der Sprach- und Herkunftsanalyse 
(Lingua-Test)  vom  24.  April  2008  stehe  jedoch  fest,  dass  der  Be-
schwerdeführer in einem darisprachigen Milieu sozialisiert worden und 
das von ihm gesprochene Paschto nicht  als  seine Muttersprache,  in 
welcher er aufgewachsen und sozialisiert worden sei, gelten könne, 

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dass zudem auch seine Aussagen betreffend den Verwaltungsbezirk 
Musa Qala  und der  Provinz  Helmand ungenau bzw. falsch gewesen 
seien,

dass  somit  feststehe,  dass  der  Beschwerdeführer  weder  in  einem 
paschtosprachigen Milieu noch im Bezirk Musa Qala, bzw. der Provinz 
Helmand aufgewachsen und sozialisiert worden sei,

dass daran weder die Beteuerungen des Beschwerdeführers anläss-
lich des ihm zu den Lingua-Tests gewährten rechtlichen Gehörs noch 
der von ihm eingereichte Identitätsausweis etwas zu ändern vermöch-
ten,  zumal  afghanische  Papiere  jeder  Art  grundsätzlich  leicht  ge-
fälscht,  bzw.  ebenso  leicht  käuflich  erworben  werden  könnten,  und 
auch Blankodokumente leicht erhältlich seien, weshalb der Beweiswert 
von afghanischen Dokumenten –  mit  Ausnahme von Reisepässen – 
generell als niedrig eingestuft werde,

dass insbesondere auch die Erklärungen des Beschwerdeführers be-
treffend die Beschaffung dieses Identitätsausweises durch seinen Bru-
der im Jahre 2005 nicht geglaubt werden könnten; es sei  auch nicht 
nachvollziehbar, weshalb der Bruder diesen schon im Jahr 2005 be-
schafft hat, ihn aber erst jetzt dem Beschwerdeführer hätte zukommen 
lassen sollen,

dass der Beschwerdeführer auf der Echtheit des eingereichten Identi-
tätsausweises  beharrt  und  geltend  macht,  allein  weil  in  Afghanistan 
Vieles gefälscht  werde, könne nicht  geschlossen werden,  der einge-
reichte Identitätsausweis sei gefälscht, zumal keine Analyse durchge-
führt worden sei,

dass  er  nicht  über  seine  Identität  täusche  und  er  ausserdem  das 
Lingua-Gutachten in Zweifel ziehe,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Lingua-Analyse  des  BFM 
nicht  als  Sachverständigengutachten (Art. 12 Bst. e  VwVG; Art. 57 ff. 
des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilpro-
zess [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG), sondern als schriftliche Aus-
künfte  einer  Drittperson  (Art. 12  Bst. c  VwVG;  Art. 49  BZP  i.V.m. 
Art. 19  VwVG)  anerkennt,  ihr  indessen –  sofern  bestimmte  Anforde-
rungen an die fachliche Qualifikation, Objektivität und Neutralität des 
Experten wie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit  und Nachvollzieh-

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barkeit  der  Analyse erfüllt  sind  –  erhöhten Beweiswert  zumisst  (vgl. 
EMARK 2003 Nr. 14 E. 7 S. 89; 1998 Nr. 34 S. 284 ff.),

dass den vorliegend zu beurteilenden, ausführlichen und sorgfältig be-
gründeten LINGUA-Analysen  nach  den  erwähnten Kriterien  erhöhter 
Beweiswert  zu attestieren sind und die vom BFM daraus gezogenen 
Schlussfolgerungen vollumfänglich zu überzeugen vermögen,

dass aufgrund der zutreffenden Erwägungen des BFM davon auszuge-
hen  ist,  der  Beschwerdeführer  sei  entgegen  seinen  Angaben  nicht 
Paschtune und stamme auch nicht aus dem Bezirk Musa Qala in der 
Provinz Helmand,

dass das BFM vor diesem Hintergrund aus den von ihm dargelegten 
Gründen zu Recht davon ausgegangen ist, beim eingereichten Identi-
tätsausweis handle es sich um eine Fälschung,

dass das BFM ferner ausführt, da der Beschwerdeführer geltend ma-
che, ein Paschtune aus dem Bezirk Musa Qala zu sein, was nicht ge-
glaubt werden könne, müsse davon ausgegangen werden, dieser habe 
zur  Verschleierung  seiner  wahren  Ethnie  und  Herkunftsregion  einen 
gefälschten  Identitätsausweis  zu  den  Akten  gereicht  und  seinerseits 
kein  Interesse bestanden  habe,  einen echten Identitätsnachweis  mit 
der Nennung seiner echten Ethnie und Herkunftsprovinz einzureichen 
und so eine mögliche Wegweisung aus der Schweiz zu verhindern,

dass das  BFM damit -  nach Prüfung der  Akten auch aus Sicht  des 
Bundesverwaltungsgerichts - überzeugend dargelegt hat, weshalb für 
das Nichteinreichen von Reise- oder Identitätspapieren innerhalb der 
Frist  von  48  Stunden  nach  Einreichen  des  Asylgesuchs  keine  ent-
schuldbaren Gründe vorliegen, zumal in der Beschwerde nichts Stich-
haltiges  geltend gemacht  wird,  was diesbezüglich  allenfalls  zu  einer 
anderen Beurteilung führen könnte,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuches im 
Kern geltend machte, er habe nach seiner Rückkehr aus dem Iran, wo 
er sich 18 bis 19 Jahren aufgehalten und gearbeitet habe, nicht in sein 
Heimatdorf C._______ zurückkehren und dort leben können, weil dort 
alles  zerstört  sei;  wegen  der  aus  Pakistan  einsickernden  Taliban-
kämpfer sei die Lage in seiner Heimatprovinz Helmand unsicher, wes-
halb er sein Heimatland aus Angst  um sein Leben wieder verlassen 
habe,

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dass für  die  weiteren Einzelheiten  des zur  Begründung des Asylge-
suchs geltend gemachten Sachverhalts auf  die Protokolle der Befra-
gung vom 14. April 2008, der Anhörung vom 20. Mai 2008 und die Ver-
fügung vom 2. Juni 2008 zu verweisen ist,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht auf verschie-
dene Unglaubhaftigkeitsmerkmale in der Gesuchsbegründung des Be-
schwerdeführers hinweist,

dass diesbezüglich zur Vermeidung von Wiederholungen auf die  Er-
wägungen des BFM in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang geltend macht, 
er wisse, dass der Dolmetscher ihm "unmögliche Sachen untergescho-
ben" habe, 

dass dem Beschwerdeführer die Protokolle der Befragung im EVZ und 
der Anhörung zu den Asylgründen indessen rückübersetzt wurden und 
er unterschriftlich bestätigte, die Protokolle seien vollständig und wür-
den seine Aussagen enthalten  bzw. seinen  freien  Äusserungen  ent-
sprechen (vgl. act. A1/10, S. 10 und A/21/16, S. 15), weshalb er sich 
auf seinen protokollierten Aussagen behaften lassen muss,

dass der Beschwerdeführer unter anderem einwendet, er habe im Iran 
zunächst 12'000 Toman und nach 7-8 Jahren 15'000 Toman pro Tag 
verdient,  und  geltend  macht,  er  habe  nicht  gesagt,  er  habe  12'000 
Toman pro Monat verdient,

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung auf die Frage, wie 
viel er im Iran so verdient habe, jedoch entgegen seinen Ausführungen 
in der Beschwerde erklärte: "Anfänglich habe ich so zirka 1'200 Toman 
verdient. Zuletzt zirka 5'000 Toman, monatlich." (vgl. act. A/21/16, S. 9 
Frage 73),

dass auch die weiteren Einwände in der Beschwerde im Zusammen-
hang  mit  der  Protokollierung  seiner  Aussagen  nicht  zu  überzeugen 
vermögen, weshalb auf  diese nicht  näher einzugehen ist,  zumal das 
BFM zu Recht festgehalten hat, dass selbst wenn die Vorbringen des 
Beschwerdeführers geglaubt werden könnten, diese keine Verfolgung 
im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen würden, da es sich um Nachteile 
handle, welche auf die allgemeinen politischen,  wirtschaftlichen oder 
sozialen  Lebensbedingungen  in  Afghanistan  zurückzuführen  wären, 

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bzw.  im  Rahmen  von  Krieg  oder  Situationen  allgemeiner  Gewalt 
stünden, und nicht auf der Absicht beruhen würden, einen Menschen 
aus einem der in Art. 3 AsylG erwähnten Gründen zu treffen,

dass  unter  diesen  Umständen  übereinstimmend  mit  der  Beurteilung 
des BFM festzuhalten bleibt, dass das Bestehen der Flüchtlingseigen-
schaft ohne  weiteres  ausgeschlossen  werden  kann  und  zusätzliche 
Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG offensichtlich 
nicht notwendig sind,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  in  Anbetracht  der  jüngsten  Entwicklung  in  Afghanistan für  das 
Bundesverwaltungsgericht kein Anlass besteht, von seiner bisherigen, 
in Übereinstimmung mit jener der ehemaligen Schweizerischen Asylre-
kurskommission (ARK) stehenden Praxis  abzuweichen,  gemäss wel-
cher die Situation in Afghanistan differenziert zu beurteilen ist,

dass demnach eine Rückkehr abgewiesener Asylsuchender lediglich in 
die Provinz Kabul (vgl. bereits EMARK 2003 Nr. 10), die nördlich der 
Hauptstadt  gelegenen  Provinzen  Parwan,  Baghlan,  Takhar, 
Badakhshan,  Kunduz,  Balkh,  Sari  Pul  sowie  die  Gebiete  um 
Samangan, die nicht zum Hazarajat gehören (traditionelles Siedlungs-
gebiet der Hazara, vgl. EMARK 2003 Nr. 30 E. 7a S. 193) sowie die 
Provinz Herat im Westen des Landes als zumutbar gilt  (vgl. EMARK 
2006 Nr. 9 E. 7.8. S. 102), sofern sie aus diesen Regionen stammen 
oder dort über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügen und konkrete 
Möglichkeiten der Sicherung des Existenzminimums und der Wohnsi-
tuation bestehen (vgl. dazu EMARK 2003 Nr. 10 E. 10b.cc S. 68; Nr. 30 
E. 7b S. 193 f.),

dass  zudem  die  Rückkehr  in  diese  Provinzen  nur  zumutbar  ist  bei 
jungen,  unverheirateten  Personen  oder  kinderlosen  Paaren  ohne 
schwere gesundheitliche Probleme (vgl. EMARK 2006 Nr. 9 E. 7.8. S. 
102),

dass  -  wie  bereits  dargelegt  -  nicht  davon  auszugehen  ist,  der  Be-
schwerdeführer  sei  ein  ursprünglich  aus  C._______ in  der  Provinz 
Helmand stammender Paschtune,

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dass der eigenen Angaben zufolge verwitwete, kinderlose und damit 
alleinstehende  48-jährige  Beschwerdeführer –  soweit  aktenkundig  – 
bei guter Gesundheit ist,

dass zudem anzunehmen ist, der Beschwerdeführer könne sich in der 
Provinz Baghlan niederlassen, wo sein jüngerer Bruder lebt,  welcher 
ihn beim Aufbau einer Existenz behilflich sein kann,

dass unter diesen Umständen kein Grund zur Annahme besteht,  der 
Beschwerdeführer könnte im Falle der Rückkehr nach Afghanistan aus 
individuellen  Gründen wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher 
Art in eine existenzbedrohende Situation geraten, zumal übereinstim-
mend mit dem BFM festzuhalten ist, dass es bei fehlenden Hinweisen 
seitens  des  Beschwerdeführers  nicht  Aufgabe  der  Asylbehörden  ist, 
nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen, insbesondere 
dann nicht,  wenn dieser seiner  Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht  im 
Rahmen der Sachverhaltsermittlung nicht nachgekommen ist und die 
Asylbehörden zu täuschen versucht hat,

dass der Vollzug der Wegweisung sich nach dem Gesagten nicht als 
unzumutbar erweist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache das Gesuch 
um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstands-
los geworden ist,

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde 
abzuweisen ist,

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dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  des  (...)  (Einschreiben; 
Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, (...) (per Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N_______, mit der 
Bitte  um Eröffnung des Urteils  an  den Beschwerdeführer  und um 
Zustellung  der  beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das 
Bundesverwaltungsgericht)

- das (...) (in Kopie) 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg

Versand: 

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