# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c329807-5fed-55a5-bc7f-f06fefd0edac
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.05.2015 200 2015 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-54_2015-05-26.pdf

## Full Text

200 15 54 UV
FUR/RUM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Mai 2015

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

SUVA
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2014 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, UV/15/54, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1970 geborene A.________ (fortan Versicherte bzw. Beschwerdeführe-
rin) ist im Rahmen ihrer Erwerbstätigkeit bei der Schweizerischen Unfall-
versicherungsanstalt (fortan SUVA bzw. Beschwerdegegnerin) obligato-
risch gegen Unfallfolgen versichert. Gemäss Schadenmeldung vom 13. Au-
gust 2012 erlitt die Versicherte am 6. August 2012 einen Auffahrunfall. Als 
Verletzung wurde eine Stauchung der Halswirbelsäule angegeben (Dossier 
der SUVA, Antwortbeilage [AB] 1). Die SUVA nahm die Abklärungen auf 
und erbrachte Leistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeldern 
(AB 17). Mit Verfügung vom 11. Juni 2013 stellte sie die Versicherungsleis-
tungen per 30. Juni 2013 mangels adäquat kausaler Unfallfolgen ein 
(AB 57). Dagegen liess die Versicherte am 11. Juli 2013 Einsprache erhe-
ben (AB 63). Mit Schreiben vom 30. August 2013 teilte die SUVA mit, die 
Einsprache könne gutgeheissen werden und die gesetzlichen Versiche-
rungsleistungen würden wieder erbracht, die angefochtene Verfügung gelte 
somit als gegenstandslos und das Einspracheverfahren als abgeschlossen 
(AB 69). Nach Einholung von Verlaufsberichten des behandelnden Arztes 
stellte die SUVA mit Verfügung vom 31. März 2014 die Versicherungsleis-
tungen per 30. April 2014 erneut wegen Fehlens eines adäquaten Kausal-
zusammenhangs zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall 
ein (AB 88). Die dagegen von der Versicherten am 13. Mai 2014 erhobene 
Einsprache (AB 91) wies die SUVA nach Einholung eines vertrauensärztli-
chen Berichts vom 27. Mai 2014 (AB 96) mit Einspracheentscheid vom 
3. Dezember 2014 ab (AB 100).

B.

Mit Eingabe vom 16. Januar 2015 liess die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________, Beschwerde erheben. Sie beantragt:

1. Der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, UV/15/54, Seite 3

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlich ge-
schuldeten Leistungen zu erbringen, insb. weiterhin Taggelder, 
evtl. eine Rente und eine Integritätsentschädigung.

In der Begründung wird im Wesentlichen eine unvollständige Feststellung 
bzw. unrichtige Würdigung des rechtserheblichen medizinischen Sachver-
halts gerügt.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2015 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der – auf der Verfügung vom 31. März 2014 (AB 88) 
basierende – Einspracheentscheid vom 13. Mai 2014 (AB 100). Streitig ist 
der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung ab 
30. April 2014 für die Folgen des Unfalls vom 6. August 2012.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalls, eines Nicht-
berufsunfalls oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Der Unfallver-
sicherer haftet für einen Gesundheitsschaden jedoch nur insoweit, als die-
ser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versi-
cherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 
UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind al-
le Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(„conditio sine qua non“; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Für die Bejahung des natürli-
chen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimm-

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te gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 
E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö-
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worü-
ber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm 
obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli-
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. 
Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die Begründung 
eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 
UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3 Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Recht-
sprechung hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung 
(und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des 
Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung 
abzuschliessen (BGE 140 V 130 E. 2.2 S. 132, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). 
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes der ver-
sicherten Person zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit 
Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf 
die erwerbstätigen Personen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich 
nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der 
Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei ver-
deutlicht die Verwendung des Begriffes „namhaft“ durch den Gesetzgeber, 
dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Ge-
wicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 
134 V 109 E. 4.3 S. 115). Die Frage einer zu erwartenden gesundheitlichen 
Verbesserung ist nur prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Fest-
stellungen zu beurteilen (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2).

2.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

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ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.

3.1 Zwischen den Parteien ist zu Recht unbestritten, dass das Ereignis 
vom 6. August 2012 als Unfall im Rechtssinne (vgl. E. 2.1 hiervor) zu quali-
fizieren ist. Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die Versicherungsleistungen zu 
Recht per 30. April 2014 (AB 88/1) eingestellt hat.

3.2 Die Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, der Fallab-
schluss per 30. April 2014 sei zu früh erfolgt, da ohne weitere Abklärungen 
nicht erstellt sei, dass von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine 
namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kön-
ne (Beschwerde, S. 4 ff.). Wie es sich damit verhält, kann jedoch offen blei-
ben. Denn eine allenfalls zu erwartende namhafte Besserung des Gesund-
heitszustands kann dem Fallabschluss nur entgegenstehen, wenn sich die 
entsprechende ärztliche Behandlung überhaupt (noch) auf die Behandlung 
von Unfallfolgen bezieht. Mit anderen Worten hat der Unfallversicherer die 
Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld aner-

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kannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung 
auf den Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der prozessualen Re-
vision einzustellen, d.h. den Fall abzuschliessen mit der Begründung, ein 
versichertes Ereignis liege – bei richtiger Betrachtungsweise – gar nicht 
vor. In gleichem Sinne ist auch hinsichtlich der Prüfung der adäquaten Kau-
salität zwischen Unfall und Gesundheitsschaden zu entscheiden. Danach 
kann der Unfallversicherer – wie im hier zu beurteilenden Fall – trotz vorhe-
riger Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld ohne Berufung auf Wie-
dererwägung oder prozessuale Revision die Adäquanz verneinen und ge-
stützt hierauf die Leistungen ex nunc einstellen (vgl. BGE 130 V 380 
E. 2.3.1 S. 384).

Wie es sich vorliegend im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 30. April 
2014 mit der Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem 
Unfall vom 6. August 2012 verhält, ist nachfolgend zu prüfen.

4.

4.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen:

4.1.1 Eine am 24. August 2012 in der Klinik C.________ durchgeführte 
Magnetresonanztomographie (MR, MRT) der Halswirbelsäule (HWS) ergab 
bei einer Streckhaltung der HWS mit multisegmentaler Chondrose eine la-
terale rechtsbetonte Diskushernie HWK 3/4 mit foraminaler Einengung und 
Tangierung der Nervenwurzel C4 rechts, eine leichte Chondrose HWK 4/5, 
eine Diskusprotrusion und Unkarthrosenbildung HWK 5/6 mit beginnender 
foraminaler Einengung und Tangierung der Nervenwurzel C6 linksbetont, 
eine Chondrose und rechtsbetonte kleine laterale Diskushernie HWK 6/7 
mit foraminaler Einengung und Tangierung der Nervenwurzel C7 rechts 
und eine Chondrose HWK 7/TH1 (AB 19).

4.1.2 Im Arztbericht vom 26. September 2012 führte Dr. med. 
D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, als Diagnose 
eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) vom 6. August 2012 auf. Es be-
stünden noch ausgeprägte Nackenbeschwerden und intermittierend mehr-

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mals Kribbelparästhesien bis in den linken Arm. Per 13. August 2012 sei 
die Arbeit zu 50 % aufgenommen worden. Zwischenzeitlich sei die Arbeits-
unfähigkeit wegen Beschwerden wieder auf 70 % erhöht worden (AB 11).

Im Verlaufsbericht vom 9. August 2012/9. Januar 2013 hielt der Praxispart-
ner und Hausarzt Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, weiter fest, problematisch sei zur Zeit insbesondere die 
Ausstrahlung in die rechte obere Extremität. Es sei beim Wechsel der Ar-
beitsunfähigkeit von 50 % auf 30 % zu einer deutlichen Verschlechterung 
gekommen, weshalb sie wieder auf 50 % erhöht worden sei. Ziel sei die 
schrittweise Reduktion der Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2013 (AB 30).

Im Verlaufsbericht vom 13. März 2013 hielt der Hausarzt fest, es bestehe 
ein protrahierter, aber insgesamt positiver Verlauf. Das Arbeitspensum ha-
be im Verlauf des Dezembers 2012 reduziert werden müssen, ab Januar 
aber wieder erhöht werden können. Es bestehe bei der aktuellen Arbeitsun-
fähigkeit von 20 % weiterhin ein stabiler Verlauf mit Tendenz zur Besse-
rung. Es seien folgende Arbeitsunfähigkeiten attestiert worden; ab 10. Sep-
tember 2012 70 %, ab 15. Oktober 50 %, ab 19. November 30 %, ab 3. De-
zember 50 %, ab 4. Januar 2013 40 %, ab 28. Januar 30 % und ab 25. Fe-
bruar 20 % (AB 47; vgl. AB 35).

4.1.3 Dem Bericht vom 3. Mai 2013 des Spitals F.________ ist zu entneh-
men, die Beschwerdeführerin habe am 6. August 2012 bei einem Verkehrs-
unfall ein Schleudertrauma erlitten. Im aktuellen Neurostatus sei eine Hy-
pästhesie für Berührung am Finger V rechts und an der ulnaren Seite der 
rechten Hand zu objektivieren. Ansonsten sei die detaillierte neurologische 
Untersuchung normal ausgefallen. Die Hypästhesie am Finger V rechts und 
der ulnaren Seite der rechten Hand könnte die Konsequenz einer Irritation 
bzw. Läsion der Wurzel C8 rechts im Rahmen des Schleudertraumas sein 
(AB 50). 

4.1.4 Am 28. Mai 2013 hielt der SUVA-Kreisarzt Dr. med. G.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates FMH, fest, es bestünden rechts betonte Nackenschmerzen, ein 
„schwerer“ Arm sowie eine Hypästhesie Dig. V rechts. Von einer weiteren 
ärztlichen Behandlung sei keine erhebliche Besserung mehr zu erwarten. 

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Sämtlichen Beschwerden fehle ein organisches Substrat im Sinne einer un-
fallbedingten strukturellen Veränderung. Alle Beschwerden könnten auch 
psychisch verursacht werden und seien mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit unfallfremd (AB 51).

4.1.5 Im Verlaufsbericht vom 15. Oktober 2013 hielt der Hausarzt fest, es 
bestünden subjektiv Nackenschmerzen und objektiv eine eingeschränkte 
Flexion, Extension und Rotation nach rechts der HWS und eine eindeutige 
Verspannung bzw. Verhärtung des Trapezius sowie wahrscheinlich des le-
vator scapulae rechts. Die Prognose sei gut. Seit dem 30. September 2013 
arbeite die Beschwerdeführerin wieder zu 90 % (AB 75).

Im Verlaufsbericht vom 3. Dezember 2013 hielt der Hausarzt eine stetige 
Besserung fest. Aktuell bestehe ein Problem mit der 90 %igen Arbeitsfähig-
keit. Es sei jedoch in einigen Monaten mit einer vollen Arbeitsfähigkeit zu 
rechnen (AB 78).

Dem Verlaufsbericht vom 5. März 2014 ist zu entnehmen, es bestünden 
mehrheitlich bei vermehrter Arbeitsbelastung (z.B. am PC) weiterhin rezidi-
vierende Ausstrahlungen Dig. V rechts mit Nackenschmerzen. Alles in al-
lem handle es sich um einen langsamen jedoch positiven Verlauf bei suk-
zessiver Verminderung der Beschwerden (AB 83).

4.1.6 Am 19. März 2014 hielt der SUVA-Kreisarzt Dr. med. G.________ 
fest, von einer weiteren Behandlung sei bezogen auf die Arbeitsfähigkeit 
keine namhafte Besserung mehr zu erwarten (AB 85).

Im Arztbericht vom 27. Mai 2014 führte der SUVA-Kreisarzt weiter aus, ei-
ne unfallbedingte strukturelle Läsion im Bereich der HWS habe nie nachge-
wiesen werden können. Das MR der HWS vom 24. August 2012 zeige mul-
tiple degenerative Vorzustände im Bereich der HWS mit Pathologien des 
Diskus auf verschiedenen Etagen. Die neurologische Beurteilung des Spi-
tals F.________ vom 24. April 2013 sei unspezifisch, der Hinweis, dass die 
Hypästhesie am Finger V der rechten Hand Ausdruck einer Irritation der 
Wurzel C8 rechts sei, sei wohl unbestritten, der weitere Inhalt des Satzes, 
wonach dies eine Folge des Schleudertraumas sein könnte, sei versiche-
rungsmedizinisch eindeutig zu interpretieren; der Begriff „sein könnte“ ent-
spreche dem versicherungsmedizinschen Begriff „möglich“, aber keinesfalls 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, UV/15/54, Seite 10

dem Begriff „überwiegend wahrscheinlich“. Schliesslich heisse „keine Ver-
besserung der Arbeitsunfähigkeit mehr zu erwarten“ nicht, dass überhaupt 
keine Verbesserung mehr möglich sei, sondern nur, dass keine Verbesse-
rung der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit mehr zu erwarten sei. Denn ei-
ne unfallbedingte strukturelle Läsion, welche eine Arbeitsunfähigkeit be-
gründen würde, habe gar nie vorgelegen (AB 96/2 f.).

4.1.7 Im Bericht vom 27. Juni 2014 des Spitals F.________ wurde fest-
gehalten die Beschwerdeführerin klage weiterhin über intermittierende, 
aber abklingende Zervikobrachialgien rechts mit einer Intensität von 2-4/10. 
Im Neurostatus bestünden minime neurologische Ausfälle mit einer Hypäs-
thesie für Berührung und Schmerzen an Finger V und an der ulnaren Seite 
der Hand rechts. Trotz des langen Verlaufes könne auf einen günstigen 
weiteren Verlauf gehofft werden. Die Beschwerdeführerin könne in ca. 
sechs Monaten ihre berufliche Tätigkeit wieder zu 100 % aufnehmen. Es 
werde die Weiterführung der Physiotherapie empfohlen, da diese eine sehr 
gute Wirkung habe (AB 98).

4.2 Die bildgebende Untersuchung vom 24. August 2012 wenige Wo-
chen nach dem Unfallereignis (vgl. E. 4.1.1 hiervor) ergab in organ-patholo-
gischer Hinsicht zwar multiple degenerative Veränderungen im Bereich der 
HWS (vgl. E. 4.3 hiernach), eine – potentiell durch den Unfall verursachte – 
strukturelle Schädigung der HWS kann gestützt darauf jedoch nicht nach-
gewiesen werden (AB 19; Bericht des SUVA-Kreisarztes vom 27. Mai 2014 
[AB 96/2]). Die neurologische Untersuchung vom April 2013 fiel abgesehen 
von einer Hypästhesie (herabgesetzte Empfindung von Sinnesreizen 
[PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. 2014, S. 949]) am Finger 
V rechts und an der ulnaren Seite der rechten Hand normal aus (AB 50/2). 
Eine Ursache für die Hypästhesie konnte nicht erhoben werden (AB 50 u. 
98). Zwar zog der untersuchende Neurologe als mögliche Ursache eine Irri-
tation bzw. Läsion der Wurzel C8 in Betracht (AB 50/2 f.); eine solche ist je-
doch bildgebend – wie erwähnt – nicht nachzuweisen (AB 19). Auch in den 
verschiedenen Berichten des Hausarztes finden sich keine Anhaltspunkte 
für eine strukturelle Schädigung der HWS. Vielmehr beschränken sich die-
se Berichte auf Angaben zu den geklagten Beschwerden, zu Behandlungs-
massnahmen und zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeit (AB 11, 30, 47, 75, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, UV/15/54, Seite 11

78, 83). Damit ist eine unfallbedingte strukturelle Schädigung der HWS 
nicht erstellt. In Anbetracht der insoweit übereinstimmenden und klaren Ak-
tenlage sind von weiteren medizinischen Abklärungen keine anderen Er-
gebnisse zu erwarten, sodass in antizipierter Beweiswürdigung darauf zu 
verzichten ist (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236).

4.3 Was die im August 2012 bildgebend erhobenen Befunde der HWS 
(Streckhaltung der HWS mit multisegmentaler Chondrose, zwei Diskusher-
nien, einer Diskusprotrusion und Unkarthrosenbildung [AB 19; vgl. E. 4.1.1 
hiervor]) anbelangt, handelt es sich dabei – wie dies der SUVA-Kreisarzt im 
Bericht vom 27. Mai 2014 nachvollziehbar festgehalten hat – um multiple 
degenerative, mithin unfallfremde Vorzustände (AB 96/2). Es entspricht ei-
ner medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungs-
rechts, dass praktisch alle Diskushernien bei – wie hier – Vorliegen dege-
nerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis 
nur ganz ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als Ursa-
che in Betracht fällt (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 E. 2.3). Eine solche Ausnah-
me liegt hier nicht vor, was zu Recht auch nicht geltend gemacht wird. Ins-
besondere finden sich in den Akten keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der 
Auffahrunfall von besonderer Schwere und damit geeignet gewesen wäre, 
die bildgebend erhobenen Bandscheibenvorfälle herbeizuführen.

Wäre – wie in der Beschwerde implizit vorgebracht wird (S. 5) – davon aus-
zugehen, dass die beschriebenen Bandscheibenvorfälle bei degenerativem 
Vorzustand durch den Unfall bzw. durch die HWS-Distorsion aktiviert wor-
den wären, müsste aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der 
Status quo sine bereits vier Monate nach dem Unfall bzw. bei einer – vor-
liegend bildgebend jedoch nicht ausgewiesenen (AB 19; vgl. AB 96) – rich-
tunggebenden Verschlimmerung spätestens nach einem Jahr als erreicht 
betrachtet werden (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 E. 2.3.1 f.). Damit entfiele der 
natürliche Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden 
und dem Unfall vom 6. August 2012 im für die Beschwerdeführerin günstig-
sten Fall spätestens ab September 2013, mithin acht Monate vor der vorlie-
gend umstrittenen Leistungseinstellung per 30. April 2014.

4.4 Indessen steht unabhängig von den vorbestehenden, durch den Un-
fall möglicherweise aktivierten Bandscheibenvorfällen fest, dass die erstbe-

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handelnden Ärzte auf der Basis einer rechtsgenüglichen Dokumentation 
des Unfallhergangs und der initial aufgetretenen Beschwerden im Rahmen 
ihrer Untersuchungen zum Ergebnis gelangten, es liege ein Schleudertrau-
ma mit dem hierfür typischen bunten Beschwerdebild vor (AB 5, 11, 30; vgl. 
AB 41). Damit hat die Beschwerdegegnerin nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung (BGE 134 V 109 E. 9.2 S. 123) zu Recht vorübergehende 
Leistungen für Heilbehandlung ausgerichtet.

Wie es sich darüber hinaus mit der Frage der natürlichen Kausalität unter 
dem Aspekt des von den Ärzten diagnostizierten Schleudertraumas (vgl. 
dazu grundlegend BGE 134 V 109 E. 9.2 ff. S. 123) genau verhält, kann je-
doch offen bleiben. Denn aufgrund der Akten und des hiervor Festgehalte-
nen steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, 
dass jedenfalls spätestens im Zeitpunkt des Fallabschlusses vom 30. April 
2014 keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen mehr vorgele-
gen haben, sodass die weitere Leistungspflicht für die geklagten Beschwer-
den davon abhängt, ob zusätzlich ein adäquater Kausalzusammenhang ge-
geben ist, wobei für die Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Ge-
schehensablauf auszugehen ist und weitere unfallbezogene Kriterien ein-
zubeziehen sind (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; dazu sogleich).

Unter diesen Umständen erübrigen sich weitere medizinische Abklärungen 
zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang, zumal die Aktenla-
ge, soweit erforderlich, ein rechtsgenügliches Beweisergebnis zulässt (vgl. 
E. 4.2 [am Schluss] hiervor). Einer polydisziplinären Begutachtung bedarf 
es deshalb im Gegensatz zur Auffassung der Beschwerdeführerin nicht.

5.

5.1 Nach der Schleudertrauma-Praxis ist für die Bejahung des adäqua-
ten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall ei-
ne massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbs-
unfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere 
aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beur-
teilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausge-
hend vom augenfälligen Geschehensablauf – zwischen banalen bzw. leich-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, UV/15/54, Seite 13

ten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem 
dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der 
adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne 
Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich 
die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf-
grund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, 
objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zu-
sammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erschei-
nen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittle-
ren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne 
dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müs-
sen mehrere herangezogen werden (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126).

Gemäss Bundesgericht lautet der Katalog der adäquanzrelevanten Kriteri-
en wie folgt, wobei deren Aufzählung abschliessend ist (BGE 134 V 109 E. 
10.3 S. 130):

 besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrück-
lichkeit des Unfalls;

 die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
 fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
 erhebliche Beschwerden;
 ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver-

schlimmert;
 schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
 erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

5.2 Einfache Auffahrunfälle werden rechtsprechungsgemäss in der Re-
gel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert 
(statt vieler Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 6. Juni 2012, 
8C_906/2011, E. 5.2). Davon ist auch dann auszugehen, wenn es sich – 
wie hier (AB 16/4) – um eine Doppelkollision mit primärer Heck- und sekun-
därer Frontkollision handelt. Vereinzelt hat das Bundesgericht einen leich-
ten Unfall angenommen, insbesondere bei einer niedrigen kollisionsbeding-
ten Geschwindigkeitsänderung (Delta-v unter 10 [bis 15 km/h]) und zusätz-
lich weitgehendem Fehlen von unmittelbar im Anschluss an den Unfall auf-

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tretenden Beschwerden (Entscheid des BGer vom 30. August 2010, 
8C_580/2010, E. 5.2; SVR 2010 UV Nr. 10 S. 42 E. 4.2.2). In Anbetracht 
der in der – vom Haftpflichtversicherer in Auftrag gegebenen – Unfallanaly-
se vom 27. Mai 2013 errechneten kollisionsbedingten Geschwindigkeitsän-
derung von 11.5 bis 16.6 km/h beim primären Heckanstoss und von 2.7 bis 
6.2 km/h beim sekundären Frontanstoss (AB 52/2) ist der Auffahrunfall vom 
6. August 2012 knapp nicht mehr als leichter Unfall zu qualifizieren, son-
dern einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfäl-
len zuzuordnen. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit nur 
dann zu bejahen, wenn eines der relevanten Adäquanzkriterien in beson-
ders ausgeprägter oder diese Kriterien in gehäufter Weise, d.h. vier davon, 
erfüllt wären (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 102 E. 4.5).

5.3 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht 
aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten 
Person. Jedem mindestens mittelschweren Unfall ist eine gewisse Ein-
drücklichkeit eigen, welche somit noch nicht für die Bejahung des Kriteri-
ums ausreichen kann (BGE 134 V 109 E. 10.2.1 S. 127; SVR 2013 UV 
Nr. 3 S. 9 E. 6.1). In den Akten sind keine Umstände ersichtlich, die das Er-
eignis vom 6. August 2012 objektiv als besonders dramatisch oder beson-
ders eindrücklich erscheinen liessen. Daran vermag namentlich auch nichts 
zu ändern, dass es zu einer Doppelkollision gekommen ist, indem das 
Fahrzeug der Beschwerdeführerin nach dem Heckaufprall in das vor ihr 
stehende Auto gestossen wurde (Entscheid des BGer vom 6. Juni 2012, 
8C_906/2011, E. 5.3).

Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer anderen, adäquanzrecht-
lich gleich behandelten Verletzung genügt für sich allein nicht zur Bejahung 
des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung. 
Es bedarf dazu vielmehr einer besonderen Schwere der für das Schleuder-
trauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das 
Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer 
beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch 
bewirkten Komplikationen bestehen. Auch erhebliche Verletzungen, welche 
sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma zugezogen hat, 

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können bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127; SVR 2010 UV 
Nr. 10 S. 42 E. 4.3). Zu beachten ist, dass eine Distorsion einer erheblich 
vorgeschädigten Halswirbelsäule eher geeignet ist, die typischen Sympto-
me hervorzurufen, und deshalb als Verletzung besonderer Art qualifiziert 
werden kann (SVR 2009 UV Nr. 30 S. 108 E. 6.3.2, 2007 UV Nr. 1 S. 3 
E. 3.4.2). Zwar wurden mittels MR der HWS vom August 2012 multiple de-
generative Veränderungen erhoben (AB 19; vgl. E. 4.3 hiervor). Jedoch ist 
weder hinsichtlich dieser Vorzustände eine krankheitsbedingte Arbeitsunfä-
higkeit aktenkundig – vielmehr gab die Beschwerdeführerin an, vor dem 
Unfall nie an entsprechenden Beschwerden gelitten zu haben (AB 55) – 
noch wurde von den Ärzten je vorgebracht, dass die vorbestehenden dege-
nerativen Veränderungen die Entwicklung des Beschwerdebilds besonders 
bzw. zusätzlich beeinflusst hätten. Unter diesen Umständen kann das Krite-
rium nicht als erfüllt betrachtet werden.

Die nach dem Unfall vom 6. August 2012 erfolgten Behandlungen bestan-
den im Wesentlichen aus Physiotherapie und ärztlichen Verlaufskontrollen 
(AB 11, 30, 47, 75, 78, 83) und sind insoweit nicht im Sinne der Rechtspre-
chung als belastend zu qualifizieren (SVR 2007 UV Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; 
Entscheid des BGer vom 1. Juni 2011, 8C_174/2011, E. 2.4). Gleiches gilt 
hinsichtlich der in den Rahmen der üblichen Sachverhaltsabklärung fallen-
den fachärztlichen Explorationen, wie vorliegend die neurologischen Unter-
suchungen im Spital F.________ (AB 50, 98; Entscheid des BGer vom 
16. Februar 2009, 8C_327/2008, E. 4.2). Das Kriterium der fortgesetzt spe-
zifischen, belastenden ärztlichen Behandlung ist somit nicht erfüllt. Ebenso 
wenig ist eine ärztliche Fehlbehandlung aktenkundig.

Für die Adäquanzfrage wesentlich können im Weiteren in der Zeit zwischen 
Unfall und Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erheb-
liche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaf-
ten Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Per-
son durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 
E. 10.2.4 S. 128). Die Beschwerdeführerin berichtete im Wesentlichen über 
Beschwerden am Arbeitsplatz namentlich bei vermehrter Arbeitsbelastung 
primär im Nacken- und Schulterbereich, teils mit Ausstrahlungen in den Rü-
cken und die Arme (AB 4, 8, 22, 44, 39/1, 83). Abgesehen von den in die-

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sem Zusammenhang hausärztlicherseits attestierten Teilarbeitsunfähigkei-
ten (vgl. E. 5.3 am Schluss) sind den Akten jedoch keine Angaben zu ent-
nehmen, die überdies auf eine relevante Beeinträchtigung im Alltag hinwei-
sen würden. Vermerkt wurde dagegen etwa, dass die Beschwerdeführerin 
in den Ferien gewesen sei und die Erholung zu einer Beschwerdebesse-
rung geführt habe (AB 34). Unter diesen Umständen liegt das Kriterium „er-
hebliche Beschwerden“ eher nicht, jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise, 
vor. Die Frage braucht mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen nicht 
abschliessend beantwortet zu werden.

Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Be-
schwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und er-
hebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer 
Umstände, die die Heilung beeinträchtigt haben (BGE 134 V 109 E. 10.2.6 
S. 129; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 85 E. 8.5). In den medizinischen Unterla-
gen finden sich keine Hinweise auf solche besonderen Umstände; das Kri-
terium ist nicht erfüllt.

Die Beschwerdeführerin war nach dem Unfallereignis vom 6. bis 12. August 
2012 voll und danach während rund vier Monaten im Durchschnitt 50 % ar-
beitsunfähig. Von Januar bis Februar 2013 steigerte sie das Arbeitspensum 
schrittweise auf 80 % (AB 35). Seit 30. September 2013 arbeitete die Be-
schwerdeführerin wieder zu 90 % (AB 75, 78, 83). Eine andauernd erhebli-
che Arbeitsunfähigkeit bis zum Fallabschluss vom 30. April 2014 liegt damit 
nicht vor, womit es schliesslich auch an diesem Kriterium fehlt (BGE 134 V 
109 E. 10.2.7 S. 130; SVR 2009 UV Nr. 13 S. 56 E. 7.7.1).

5.4 Zusammenfassend sind vorliegend weder eines der relevanten Adä-
quanzkriterien in besonders ausgeprägter noch die Kriterien in gehäufter 
Weise erfüllt. Somit hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Ein-
spracheentscheid die Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhangs 
zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 6. Au-
gust 2012 zu Recht verneint, was im Übrigen in der Beschwerde auch nicht 
substantiiert bestritten wird.

Weil spätestens im Zeitpunkt des Fallabschlusses keine organisch objektiv 
ausgewiesenen Unfallfolgen mehr vorgelegen haben (vgl. E. 4.4 hiervor) 

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und es bezüglich der (weiterhin) geklagten Beschwerden jedenfalls an der 
Adäquanz des Kausalzusammenhangs mit dem Unfall vom 6. August 2012 
fehlt, hat die Beschwerdegegnerin, entgegen der in der Beschwerde vertre-
tenen Auffassung, zu Recht ihre Leistungen per 30. April 2014 eingestellt 
und eine weitere Leistungspflicht verneint.

Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.

6.

Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. a ATSG). Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch 
auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten noch eine Parteientschädigung zu-
gesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- SUVA
- Bundesamt für Gesundheit 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.