# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27883fa2-0160-5a34-8a28-ff0d8f2cc0df
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-29
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Zivilappellationshöfe 29.04.2024 101 2024 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_001_101-2024-72_2024-04-29.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

101 2024 72
101 2024 73

Urteil vom 29. April 2024

I. Zivilappellationshof

Besetzung Präsident: Jérôme Delabays
Richterinnen: Sandra Wohlhauser 

Cornelia Thalmann El Bachary
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin, vertreten 
durch Rechtsanwalt Manuel Brandenberg

gegen

B.________, Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter, vertreten 
durch Rechtsanwältin Veronica Kuonen-Martin

Gegenstand Dispensation von der Hauptverhandlung

Beschwerde vom 26. Februar 2024 gegen die prozessleitende Verfü-
gung der Präsidentin des Zivilgerichts des Sensebezirks vom 
14. Februar 2024

Gesuch um aufschiebende Wirkung vom 26. Februar 2024

Kantonsgericht KG
Seite 2 von 9

Sachverhalt

A. Am 4. Februar 2022 reichte B.________ beim Zivilgericht des Sensebezirks (hiernach: das 
Zivilgericht) eine Klage auf Abänderung des Ehescheidungsurteils vom 31. Dezember 2009 des 
Bezirksgerichts Schwyz sowie der Verfügung vom 27. Mai 2010 des Kantonsgerichts Schwyz ein 
und beantragte, die Pflicht zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen an seine Tochter A.________, geb. 
2003, sei aufzuheben, eventualiter herabzusetzen (act. 1).

Am 16. Februar 2022 lud die Präsidentin des Zivilgerichts (hiernach: die Präsidentin) die Parteien 
zur Einigungsverhandlung vor (act. 3 f.). Daraufhin ersuchte A.________ am 1. März 2022, dass sie 
aus gesundheitlichen Gründen vom persönlichen Escheinen dispensiert werde (act. 5 f.). Die Präsi-
dentin hiess dieses Gesuch am 2. März 2022 gut (act. 7). Die Einigungsverhandlung an der Sitzung 
vom 29. März 2022 scheiterte (act. 8).

Am 13. Juni 2022 bestätigte und ergänzte B.________ auf Aufforderung der Präsidentin hin seine 
Abänderungsklage (act. 17). A.________ schloss mit Klageantwort vom 7. November 2022 auf 
Abweisung der Klage und beantragte Schutzmassnahmen im Sinne von Art. 156 ZPO (act. 29). Mit 
prozessleitender Verfügung vom 21. Juni 2023 wies die Präsidentin namentlich die beantragten 
Schutzmassnahmen ab (act. 37). Die Instruktionsrichterin des hiesigen Hofs trat mit Urteil 101 2023 
293 + 294 vom 13. September 2023 nicht auf die von A.________ gegen diese Verfügung erhobene 
Beschwerde ein (act. 43).

Mit Schreiben vom 24. Januar 2024 ersuchte A.________ aus medizinischen Gründen um Dispen-
sation von der Einigungs- bzw. Hauptverhandlung (act. 47 f.).

B.________ schloss mit Stellungnahme vom 1. Februar 2024 sinngemäss auf Abweisung des 
Dispensationsgesuchs (act. 50).

B. Mit prozessleitender Verfügung vom 14. Februar 2024 wies die Präsidentin das Dispensations-
gesuch von A.________ ab. 

C. Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 26. Februar 2024 Beschwerde. Sie beantragt, 
dass die Verfügung aufzuheben und sie von der Teilnahme an der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung zu dispensieren sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Gleichzeitig stellt sie ein Gesuch 
um aufschiebende Wirkung.

B.________ schloss mit Beschwerdeantwort vom 2. April 2024 auf Abweisung der Beschwerde, 
soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Erwägungen

1.

1.1. Prozessleitende Verfügungen sind, in den vom Gesetz bestimmten Fällen oder wenn durch 
sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht, mit Beschwerde anfechtbar (Art. 319 Bst. 
b ZPO). 

Kantonsgericht KG
Seite 3 von 9

Die Beschwerdeführerin behauptet, dass ihr durch die angefochtene Verfügung eine Verletzung 
ihrer psychischen Integrität drohe, was vom Beschwerdegegner bestritten wird. 

Eine Verletzung der psychischen Integrität stellt einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil 
dar (vgl. Urteil BGer 5A_745/2014 vom 16. März 2015 E. 1.2.3 m.H.). Ob der Beschwerdeführerin 
eine solche droht, ist erst im materiellen Teil zu prüfen (vgl. u.a. BGE 147 III 159 E. 3 m.H.).

1.2. Die Beschwerdefrist beträgt zehn Tage, da das Gesetz nichts anderes bestimmt (Art. 321 
Abs. 2 ZPO). Die angefochtene Verfügung wurde der Beschwerdeführerin am 15. Februar 2024 
zugestellt (act. 55). Die am Montag, 26. Februar 2024, eingereichte Beschwerde erfolgte somit frist-
gerecht.

1.3. Die Beschwerde ist schriftlich und begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 ZPO), was vorlie-
gend erfüllt ist.

1.4. Mit der Beschwerde kann einerseits eine unrichtige Rechtsanwendung gerügt werden (Art. 
320 Bst. a ZPO). Diesbezüglich entscheidet das Kantonsgericht mit voller Kognition. Andererseits 
kommt als Beschwerdegrund die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts in Frage 
(Art. 320 Bst. b ZPO). In tatsächlicher Hinsicht ist somit lediglich eine Willkürprüfung vorgesehen.

1.5. In Kindesunterhaltsverfahren erforscht das Gericht den Sacherhalt von Amtes wegen und 
entscheidet ohne Bindung an die Parteianträge (Untersuchungs- und Offizialmaxime, Art. 296 Abs. 1 
und 3 ZPO). Diese Bestimmung ist auch auf volljährige Kinder anwendbar (Urteil KG FR 101 2019 
196 vom 5. März 2020 E. 1.2, in FZR 2020 33; vgl. auch den am 1. Januar 2025 in Kraft tretenden 
revArt. 295 ZPO, welcher die Rechtslage konkretisiert und daher für die Gesetzesauslegung beige-
zogen werden kann; vgl. Botschaft vom 26. Februar 2020 zur Änderung der Schweizerischen Zivil-
prozessordnung, BBI 2020 2697, 2766 ff.; BGE 141 II 297 E. 5.5.3; 125 III 401 E. 2a; 124 II 193 
E. 5d; Urteile BGer 4A_84/2021 vom 2. Februar 2022 E. 5.2.1; 5A_274/2023, 5A_300/2023 vom 
15. November 2023 E. 5.3.6; 5A_90/2021 vom 1. Februar 2022 E. 3.2; je m.H.).

1.6. Die Rechtsmittelinstanz kann aufgrund der Akten entscheiden. Sie eröffnet ihren Entscheid 
mit einer schriftlichen Begründung (Art. 327 Abs. 2 und 5 ZPO). Es befinden sich die zur Entschei-
dung nötigen Informationen in den Akten, weshalb auf eine Verhandlung verzichtet wird.

1.7. Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO sind neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue 
Beweismittel ausgeschlossen. Besondere Bestimmungen des Gesetzes bleiben vorbehalten (Abs. 
2). Der Ausschluss von Noven im Beschwerdeverfahren gilt nicht, wenn das Gericht den Sachverhalt 
wie vorliegend von Amtes wegen erforscht (BGE 144 III 349 E. 4.2.1; Urteil BGer 5A_290/2020 vom 
8. Dezember 2020 E. 3.3.5). 

Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Noven sind somit zu berücksichtigen.

1.8. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um aufschiebende Wirkung vom 26. Februar 2024 wird 
mit dem vorliegenden Entscheid als gegenstandslos abgeschrieben.

2.

2.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie verschiedene andere Beweismittel als die 
Parteibefragung offeriert habe, um darzulegen, dass die Voraussetzungen für eine Abänderung des 
Scheidungsurteils nicht gegeben seien. Der Sachverhalt könne somit auch ohne eine persönliche 
Befragung von ihr abgeklärt werden, umso mehr, als kein zweiter Schriftenwechsel stattgefunden 

Kantonsgericht KG
Seite 4 von 9

habe und vor der Hauptverhandlung sogar noch weitere Beweismittel offeriert werden könnten. Die 
von der Vorinstanz analog beigezogenen Art. 273 Abs. 2 und Art. 278 ZPO seien zudem nicht 
anwendbar.

Der Beschwerdegegner bringt dagegen sinngemäss vor, dass die Parteibefragung zur Feststellung 
der materiellen Wahrheit notwendig sei.

2.2. Vorliegend geht es um eine Abänderungsklage gemäss Art. 286 Abs. 2 ZGB (BGE 139 III 
401 E. 3.2.2 m.H.). Offenbleiben kann die in der Lehre strittige Frage, nach welchen Verfahrensbe-
stimmungen sich diese Abänderungsklage richtet (vgl. u.a. BASTONS BULLETTI, in ZPO Online, News-
letter vom 8. April 2022; AESCHLIMANN/SCHWEIGHAUSER, in FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 
4. Aufl. 2022, Allg. Bem. zu Art. 276-293 N. 50a).

Selbst wenn die Art. 273 Abs. 2 und Art. 278 ZPO, wonach die Parteien im Eheschutz- bzw. Schei-
dungsverfahren persönlich zu den Verhandlungen erscheinen müssen, sofern das Gericht sie nicht 
wegen Krankheit, Alter oder anderen wichtigen Gründen dispensiert, nicht (analog) anzuwenden 
wären, so kann das Gericht das persönliche Erscheinen einer vertretenen Partei anordnen (Art. 68 
Abs. 4 ZPO), etwa für die Parteibefragung nach Art. 191 ZPO oder die Beweisaussage nach Art. 
192 ZPO (TENCHIO, in Basler Kommentar, ZPO, 3. Aufl. 2017, Art. 68 N. 20). 

Parteibefragung und Beweisaussage sind gesetzlich vorgesehene (Art. 168 Abs. 1 Bst. f ZPO), 
objektiv taugliche Beweismittel. Der Richter bildet sich seine Überzeugung nach freier Würdigung 
der Beweise (Art. 157 ZPO). Daraus folgt das Verbot fester Beweisregeln. Soweit diese gesetzliche 
Pflicht zur freien Beweiswürdigung Platz greift, ist es nicht zulässig, einem bestimmten, gesetzlich 
vorgesehenen Beweismittel von vornherein jeden Beweiswert, also jede Überzeugungskraft abzu-
sprechen. Dies gilt auch für die Parteibefragung und Beweisaussage im Sinn von Art. 168 Abs. 1 
Bst. f ZPO. Eine geschickte Befragung durch den Richter kann erfahrungsgemäss durchaus ein 
gutes Mittel sein, die Wahrheit zu erforschen, wenn der Befragte - zumal in Konfrontation mit der 
Gegenpartei - eindringlich verhört wird und auf unerwartete Fragen Antwort geben muss, vor allem 
aber, weil der Richter, der die Befragung durchführt, dabei einen persönlichen Eindruck gewinnt, der 
ihm gestatten kann, die Glaubwürdigkeit des Befragten zu beurteilen (BGE 143 III 297 E. 9.3.2 m.H.).

Das Recht auf Beweis ist in Art. 152 ZPO gesetzlich vorgesehen und wurde früher aus Art. 8 ZGB 
abgeleitet. Danach hat die beweispflichtige Partei einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, für 
rechtserhebliche bestrittene Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, wenn ihr Beweisantrag 
nach Form und Inhalt den Vorschriften des anwendbaren Prozessrechts entspricht. Dieser Anspruch 
schliesst eine vorweggenommene (antizipierte) Würdigung von Beweisen nicht aus. Von einer 
solchen kann allerdings nur dort die Rede sein, wo der Richter zum Schluss kommt, ein form- und 
fristgerecht beantragter und an sich tauglicher Beweis vermöge seine aufgrund der bereits abge-
nommenen Beweise gewonnene Überzeugung von der Wahrheit oder Unwahrheit einer behaupte-
ten und bestrittenen Tatsache nicht zu erschüttern. Keine vorweggenommene Beweiswürdigung, 
sondern eine Verletzung des Rechts auf Beweis liegt demgegenüber vor, wenn der Richter objektiv 
taugliche und formgültig beantragte Beweise zu rechtserheblichen Tatsachen nicht abnimmt, obwohl 
er die Sachvorbringen dazu weder als erstellt noch als widerlegt erachtet (BGE 143 III 297 E. 9.3.2 
m.H.).

2.3. Die Vorinstanz ordnete das persönliche Erscheinen der Parteien an, da es offene Fragen 
gebe, welche nur die Parteien beantworten könnten, zumal die rechtserheblichen Tatsachen noch 
nicht erstellt seien. 

Kantonsgericht KG
Seite 5 von 9

Aus den Akten geht denn auch hervor, dass die Umstände, welche zum Kontaktabbruch zwischen 
den Parteien geführt haben, hochstrittig sind. Es stehen schwere Vorwürfe, namentlich der strafba-
ren Handlungen gegen die sexuelle Integrität, im Raum, wobei die pauschalen Behauptungen der 
Beschwerdeführerin in der Beschwerde und ihr Verweis auf S. 8 der Klageantwort den rechtserheb-
lichen Sachverhalt nicht bereits objektiv zu erstellen vermögen. Die Parteibefragung ist geeignet, 
den Sachverhalt zu erhellen, und es kann nicht in antizipierter Beweiswürdigung darauf verzichtet 
werden. 

Die Beschwerdeführerin verliert zudem aus den Augen, dass nicht nur ihr, sondern auch dem 
Beschwerdegegner ein Recht auf Beweis zusteht. Dieser hat zwar – soweit ersichtlich – keinen 
Antrag auf Parteibefragung gestellt. Die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime und der Offizial-
grundsatz gelten jedoch auch zugunsten des Unterhaltsschuldners (u.a. BGE 148 III 270 E. 6.4 
m.H.). In seiner Beschwerdeantwort bringt er zudem zum Ausdruck, dass die Parteibefragung 
seinem Willen entspricht.

Es ist demnach grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Parteien persönlich 
befragen will.

3.

3.1. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass sie nicht verhandlungsfähig sei, wenn sie mit 
dem Beschwerdegegner konfrontiert werde. Auch wenn sie die Befragung selbst beantragt habe, 
sei dieser Beweisantrag in Kombination mit Schutzmassnahmen erfolgt, welche die Vorinstanz 
jedoch abgelehnt habe. Würde man in der Dispensation von der Hauptverhandlung eine Schutz-
massnahme im Sinne von Art. 156 ZPO sehen, so seien die Voraussetzungen ohne Weiteres gege-
ben. Die von der Vorinstanz analog beigezogenen Art. 273 Abs. 2 und Art. 278 ZPO seien nicht 
anwendbar. Es gehe weder um die Dispensation von der Hauptverhandlung noch um die Durchfüh-
rung der Hauptverhandlung per Videokonferenz. Vielmehr gehe es lediglich um die Dispensation 
vom persönlichen Erscheinen an der Hauptverhandlung.

Der Beschwerdegegner bringt dagegen vor, dass das eingereichte Attest, nicht geeignet sei, einen 
durch die Befragung der Beschwerdeführerin vorgebrachten ernstlichen Nachteil im Sinne einer 
Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte zu begründen. Eine allfällige Dispensation käme einem Präju-
diz im Hauptverfahren gleich, da damit die Grundlage geschaffen würde, um ihn zum reinen Zahl-
vater zu degradieren, ohne die materielle Wahrheit feststellen zu können. 

3.2.

3.2.1. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, geht es vorliegend nicht um die Durch-
führung der Hauptverhandlung per Videokonferenz, womit nicht weiter auf den entsprechenden 
Bundesgerichtsentscheid einzugehen ist. Nicht ersichtlich ist hingegen, warum nicht aus den glei-
chen Gründen, wie in Art. 273 Abs. 2 und Art. 278 ZPO, d.h. Krankheit, Alter oder andere wichtige 
Gründe, auf die Anordnung des persönlichen Erscheinens soll verzichtet werden können, selbst 
wenn diese Artikel nicht (analog) anwendbar sein sollten. Gemäss der Lehre vermögen allerdings 
Arztzeugnisse, wonach eine Konfrontation mit der Gegenpartei gesundheitsschädigend wäre, 
keinen Dispens zu rechtfertigen. Den Interessen dieser Partei könne so gedient werden, dass die 
Anhörungen gestaffelt erfolgen und das Fragerecht über die Rechtsbeistände ausgeübt werde 
(BÄHLER, in Basler Kommentar, ZPO, 3. Aufl. 2017, Art. 273 N. 4).

Kantonsgericht KG
Seite 6 von 9

Im Übrigen sieht bereits Art. 156 ZPO vor, dass das Gericht die erforderlichen Massnahmen trifft, 
wenn die Beweisabnahme die schutzwürdigen Interessen einer Partei oder Dritter gefährdet. Zu den 
schutzwürdigen Interessen gemäss Art. 156 ZPO gehören insbesondere auch die Persönlichkeit 
und ihre Bestandteile (Urteil BGer 4A_58/2021 vom 8. Dezember 2021 E. 3.4.1 m.H., nicht publ. in 
BGE 148 III 84). Die Gefährdung muss effektiv und nicht nur abstrakt bestehen. Diejenige Partei, 
die Schutzmassnahmen nach Art. 156 ZPO beantragt, muss folglich substanziiert behaupten, dass 
ihre schutzwürdigen Interessen effektiv gefährdet sind. Es reicht daher nicht aus, wenn von der 
Partei, die Schutzmassnahmen beantragt, pauschal irgendeine theoretische Gefahr behauptet wird. 
Es müssen Anhaltspunkte für eine effektive Gefährdung konkretisiert werden. Dabei ist aber zu 
beachten, dass diesbezüglich die Anforderungen nicht überspannt werden dürfen, zumal der 
Gesetzgeber nur eine Gefährdung schutzwürdiger Interessen oder mit anderen Worten ein Risiko, 
nicht aber eine (bereits) realisierte Gefahr verlangt. Es gilt das Beweismass der Glaubhaftmachung 
(BGE 148 III 84 E. 3.5.2.1 f. m.H.). Glaubhaft gemacht ist eine Tatsache schon dann, wenn für deren 
Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, selbst wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rech-
net, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte (u.a. BGE 132 III 715 E. 3.1 m.H.). Die Schutz-
massnahmen müssen verhältnismässig sein und sind auf das Erforderliche zu beschränken (BGE 
148 III 84 E. 3.2.1; Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBI 2006 
7221, 7314). 

3.2.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sie grundsätzlich verhandlungsfähig ist. In 
Frage steht einzig, ob sie ihren Vater persönlich zu konfrontieren hat. Ihren Interessen kann jedoch 
bereits durch weniger weitgehende Massnahmen als die gänzliche Dispensation von der Hauptver-
handlung und der damit einhergehende Verzicht auf die Parteibefragung Rechnung getragen 
werden. So beantragte auch die Beschwerdeführerin selbst in ihrer Klageantwort vom 7. November 
2022 die Parteibefragung unter Anordnung von Schutzmassnahmen (act. 29/11). Die Präsidentin 
wies den Antrag auf Schutzmassnahmen allerdings mit prozessleitender Verfügung vom 21. Juni 
2023 ab (act. 37) und die Instruktionsrichterin des hiesigen Hofs trat mit Urteil 101 2023 293 + 294 
vom 13. September 2023 nicht auf die von der Beschwerdeführerin hiergegen erhobene Beschwer-
de ein.

Es stellt sich somit zunächst die Frage, ob über allfällige Schutzmassnahmen bereits rechtskräftig 
entschieden wurde. Prozessleitenden Verfügungen kommt jedoch keine materielle Rechtskraft zu, 
so dass das Gericht während des Verfahrens darauf zurückkommen kann (u.a. BGE 142 III 638 
E. 3.4.1; Urteile BGer 5A_1002/2017 vom 12. März 2019 E. 4.3.1; 5A_403/2015 vom 28. August 
2015 E. 7.2; je m.H.). Die Beschwerdeführerin macht ausserdem neue Tatsachen geltend, nämlich 
dass sie sich der entscheidenden Phase ihrer Therapie nähere, welche durch eine Konfrontation mit 
dem Vater beeinträchtigt werden könnte (vgl. nachstehend Bericht vom 20. Februar 2024 von 
Dr. C.________, Beschwerdebeilage 2).

Es kann somit ein neuer Entscheid über Schutzmassnahmen gefällt werden. 

3.3.

3.3.1. Zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdeführerin eine Gefährdung ihrer psychischen Inte-
grität glaubhaft gemacht hat. Sie hat im Laufe des Verfahrens mehrere Arztzeugnisse bzw. Berichte 
von Psychologen eingereicht.

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist und in der Beurteilung der medizinischen 

Kantonsgericht KG
Seite 7 von 9

Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet. Ausserdem ist zu berücksichtigen, 
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (Urteil BGer 5A_239/2017 vom 14. Septem-
ber 2017 E. 2.4 m.H.). Soweit von Ärzten verfasste Dokumente Fragen behandeln, die in gleicher 
Weise zum Gegenstand eines gerichtlichen Gutachtens gemacht werden können, kommt die Recht-
sprechung des Bundesgerichts zu Gutachten zum Zuge. Wurde ein Gutachten nicht von einer 
Behörde in Auftrag gegeben, stellt es ein Parteigutachten dar (Urteil BGer 4A_9/2018 vom 31. Okto-
ber 2018 E. 5.2 ff. m.H.). 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist Parteigutachten nicht die Qualität von Beweis-
mitteln, sondern von blossen Parteibehauptungen beizumessen. Allerdings ist zu beachten, dass 
nur Tatsachenbehauptungen bewiesen werden müssen, die ausdrücklich bestritten sind. Bestreitun-
gen sind so konkret zu halten, dass sich bestimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen des 
Klägers damit bestritten werden; die Bestreitung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, 
dass die Gegenpartei weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung sie beweisen muss. Der Grad 
der Substanziierung einer Behauptung beeinflusst insofern den erforderlichen Grad an Substanziie-
rung einer Bestreitung; je detaillierter einzelne Tatsachen eines gesamten Sachverhalts behauptet 
werden, desto konkreter muss die Gegenpartei erklären, welche dieser einzelnen Tatsachen sie 
bestreitet. Je detaillierter mithin ein Parteivortrag ist, desto höher sind die Anforderungen an eine 
substanziierte Bestreitung. Diese sind zwar tiefer als die Anforderungen an die Substanziierung einer 
Behauptung; pauschale Bestreitungen reichen indessen nicht aus. Erforderlich ist eine klare Äusse-
rung, dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten gegnerischen Behauptung infrage 
gestellt wird. Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, werden meist beson-
ders substanziiert sein. Entsprechend genügt eine pauschale Bestreitung nicht; die Gegenpartei ist 
vielmehr gehalten zu substanziieren, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch 
eine Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei substanziiert bestritten, so vermögen Parteigut-
achten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als Parteibehauptungen mögen 
sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen - Indizien den Beweis zu erbrin-
gen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht 
als erwiesen erachtet werden (BGE 141 III 433 E. 2.6 m.H.).

3.3.2. Aus den Akten erhellt das Folgende:

Dem Arztzeugnis vom 21. Februar 2022 von Dr. med. D.________, Arzt für Allgemeine Medizin (D), 
kann lediglich in pauschaler Weise entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin in Bezug auf 
den Unterhaltsprozess nicht verhandlungsfähig sei (act. 6).

Die Beschwerdeführerin hat weiter ein Schreiben vom 11. August 2022 von E.________, Kognitive 
Verhaltenstherapeutin, eingereicht, wonach sie Symptome einer posttraumatischen Belastungsstö-
rung aufweise (act. 30/10). In der Folge wurde sie an den F.________ verwiesen (act. 30/11) und 
ein Assessment durchgeführt. Gemäss dem Schreiben vom 10. Oktober 2022 von C.________, 
spezialisierte klinische Psychologin beim F.________, erfüllt sie die Kriterien für eine komplexe post-
traumatische Belastungsstörung und es wird ihr empfohlen, sich auf die Warteliste für eine Behand-
lung setzen zu lassen, wobei die Wartezeit 12 bis 18 Monate beträgt (act. 30/8). Dem Schreiben ist 
ausserdem der Bericht des Assessments beigelegt (act. 30/9). Dieser ist detailliert, nimmt Rücksicht 
auf die Lebensgeschichte und die aktuellen Umstände der Beschwerdeführerin und äussert sich 
konkret und ausführlich zu ihrem psychischen Befinden. 

Am 10. August 2023 hat die Beschwerdeführerin erneut ein Arztzeugnis von Dr. med. D.________ 
eingereicht (act. 48). Demnach leide sie an einer komplexen psychischen Belastungsstörung. 

Kantonsgericht KG
Seite 8 von 9

Weiterhin habe die Diagnose Autismus Spectrum Disorder (ASD) Level 1 mit den Co-Morbiditäten 
Angststörung und Depression gestellt werden können, was die posttraumatische Belastungsstörung 
erschwere. Die direkte Konfrontation mit dem Beschwerdegegner, sei es unmittelbar oder mittelbar 
über Video oder Lautsprecher, sei ihr aus medizinischer Sicht nicht zuzumuten. Dies aufgrund der 
Tatsache, dass die schwerwiegenden psychiatrischen / psychologischen Störungen durch eine 
solche Belastung massiv dekompensieren und damit in ihren Ausprägungen verstärkt werden könn-
ten. Dies könne zu schwerwiegenden medizinischen Störungen führen, die dann je nach Situation 
evtl. auch stationäre Behandlungen notwendig machen könnten. 

Im Beschwerdeverfahren reichte die Beschwerdeführerin schliesslich ein Gesuch um Dispensation 
von der Gerichtsverhandlung vom 20. Februar 2024 von Dr. C.________ ein (Beschwerdebeilage 
2). Diesem kann namentlich entnommen werden, welche Symptome die Beschwerdeführerin 
aufweist, und dass sie im Oktober 2023 eine individuelle, Trauma fokussierte Behandlung begonnen 
hat. Die Beschwerdeführerin nähere sich nun der dritten Phase der Behandlung, welche sich auf die 
Verarbeitung der traumatischen Erinnerungen an den sexuellen Missbrauch konzentriere. Dies sei 
eine entscheidende Phase der Trauma fokussierten Behandlung der posttraumatischen Belastungs-
störung, welche nicht unterbrochen werden sollte. Der erfolgreiche Abschluss dieser Phase bedeute, 
dass sich die Beschwerdeführerin von ihren wiederkehrenden Symptomen (Flashbacks, Albträume 
usw.) erholen könne. Müsste die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt vor Gericht erscheinen, 
so würde dies sie zweifellos destabilisieren und sie entweder daran hindern, mit dieser entscheiden-
den Phase der Therapie fortzufahren, oder sie auf unbestimmte Zeit verzögern. Aufgrund der 
vermutlichen Auswirkungen auf ihren Fortschritt und ihre Genesung sei es ethisch nicht vertretbar, 
dass die Beschwerdeführerin im aktuellen Stadium ihrer Therapie vor Gericht gehe. Aus diesem 
Grund sei sie nicht verhandlungsfähig, wenn sie mit ihrem biologischen Vater konfrontiert werde.

Auch wenn die Erwägung der Vorinstanz zutreffen mag, wonach die Arztzeugnisse von Dr. med. 
D.________ für sich alleine für die Anordnung von Schutzmassnahmen nicht genügen, so liegt mit 
dem Gesuch vom 20. Februar 2024 von Dr. C.________ ein aktueller, detaillierter und nachvollzieh-
barer Bericht einer auf diesem Gebiet spezialisierten Psychologin vor, die die Beschwerdeführerin 
bereits seit längerem behandelt und umfassend über ihren psychischen Gesundheitszustand infor-
miert ist. Der Beschwerdegegner setzt sich nicht substanziiert damit auseinander, sondern behaup-
tet in pauschaler Weise, dass der Bericht wenig fundiert sei und sich auf die Aussagen der 
Beschwerdeführerin stütze. Letzteres verwundert jedoch bei einem Bericht über die psychische 
Gesundheit nicht. Im Rahmen der Glaubhaftmachung genügt der Bericht bzw. das Gesuch von 
Dr. C.________. Entgegen den Befürchtungen des Beschwerdegegners bedeutet dies nicht, dass 
die Behauptungen der Beschwerdeführerin wahr sind. Vielmehr wird dies erst im Hauptverfahren zu 
beurteilen sein. 

3.4. Zusammenfassend ist glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin in ihrer psychischen Integrität 
gefährdet wäre, wenn sie den Beschwerdegegner vor Gericht konfrontieren müsste. Es sind jedoch 
nur die erforderlichen und geeigneten Massnahmen anzuordnen, wobei eine gänzliche Dispensation 
unverhältnismässig wäre. Es liegt jedoch nicht am hiesigen Hof, erstmalig über die angemessenen 
Schutzmassnahmen zu entscheiden.

Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und 
die Angelegenheit zur Anordnung der angemessenen Schutzmassnahmen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

Kantonsgericht KG
Seite 9 von 9

4.

4.1. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. 
Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfah-
rens verteilt (Abs. 2). Vorliegend wurde die Beschwerde teilweise gutgeheissen, womit die Prozess-
kosten den Parteien je hälftig aufzuerlegen sind.

4.2. Die Verfahrenskosten werden pauschal auf CHF 600.- festgesetzt (Art. 96 ZPO i.V.m. Art. 19 
des Justizreglements vom 30. November 2010 [JR; SGF 130.11]) und vom geleisteten Vorschuss 
bezogen. Der Beschwerdegegner hat der Beschwerdeführerin CHF 300.- zu erstatten.

4.3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.

Der Hof erkennt: 

I. Das Gesuch um aufschiebende Wirkung wird als gegenstandslos abgeschrieben.

II. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.

Die prozessleitende Verfügung der Präsidentin des Zivilgerichts des Sensebezirks vom 
14. Februar 2024 wird aufgehoben und die Angelegenheit zur Anordnung der angemessenen 
Schutzmassnahmen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

III. Die Gerichtskosten werden pauschal auf CHF 600.- festgesetzt und vom geleisteten 
Vorschuss bezogen. B.________ hat A.________ CHF 300.- zu erstatten.

IV. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.

V. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 29. April 2024/sig

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin