# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3e1c873-0883-5dca-b962-3e54edc74e04
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.11.2023 E-5536/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5536-2023_2023-11-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5536/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger;   

Gerichtsschreiber Stefan Trottmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch MLaw Saban Murat Özten,  

Verein Rechtsbüro,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 12. September 2023 / N (…). 

 

 

 

E-5536/2023 

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 26. Juli 2021 in der Schweiz um Asyl nach-

suchte und am 30. Juli 2021 im Rahmen der Personalienaufnahme (PA) 

angehört wurde (vgl. Akten der Vorinstanz 1103812-[nachfolgend: SEM-

act.] 1/2 und 10/5), 

dass am 5. August 2021 das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 der Ver-

ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-

mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats-

angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags 

auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO [Dub-

lin-Gespräch]) stattfand (vgl. SEM-act. 13/2), 

dass der Beschwerdeführer am 17. September 2021 nach Art. 29 AsylG 

(SR 142.31) angehört wurde (vgl. SEM-act. 20/16), 

dass er dabei im Wesentlichen ausführte, er sei türkischer Staatsbürger 

kurdischer Ethnie, und in der Stadt B._______ geboren und aufgewach-

sen, 

dass er im Jahr 20(…) ins Kriegsgebiet nach Syrien gereist sei, sich dort 

bis im Jahr 20(…) aufgehalten und für die kurdischen Volksverteidigungs-

einheiten (Yekîneyên Parastina Gel [YPG]) in der Logistik-Abteilung ge-

dient habe, 

dass er nach seiner Rückkehr in die Türkei verhaftet und bis zum (…) 2019 

– während (…) – inhaftiert und anschliessend bedingt entlassen worden 

sei,  

dass er in der Folge einer Ausreisesperre unterstanden habe und sich ein-

mal wöchentlich bei der Polizei habe melden müssen, 

dass zwar ein Verfahren gegen ihn wegen Unterstützung einer terroristi-

schen Organisation eingeleitet worden sei, er aber im Laufe des Verfahrens 

vom Reuegesetz profitiert habe und am (…) 2020 freigesprochen worden 

sei,  

dass die Ausreisesperre trotzdem noch Bestand gehabt habe und erst zu 

einem unbekannten Zeitpunkt in der Zukunft aufgehoben worden wäre, 

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dass er nach seiner Freilassung immer wieder auf den Polizeiposten zitiert 

und auch telefonisch belästigt worden sei,  

dass man mehrmals versucht habe, ihn als Spion zu gewinnen, und ihn 

bedroht habe,  

dass man ihn trotz seiner Weigerung aber immer wieder habe gehen las-

sen, 

dass er sich zur Ausreise entschieden habe, weil sein Leben schwierig und 

mühsam gewesen sei, die Belästigungen durch die Polizei nur schwer aus-

zuhalten gewesen seien, seine Zukunft unsicher gewesen sei und er Prob-

leme bei der Arbeitssuche gehabt habe,  

dass er sich gefürchtet habe, auch künftig eine willkürliche Zielscheibe der 

Behörden zu sein, 

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 12. September 2023 (eröffnet am 

Folgetag) feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, sein Asylgesuch ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz 

verfügte, den Vollzug der Wegweisung anordnete und ihm die editions-

pflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, 

dass das SEM zur Begründung des Entscheids im Wesentlichen ausführte, 

es habe zwar keine Zweifel am Engagement des Beschwerdeführers in 

Syrien, seiner strafrechtlichen Verurteilung und seiner Haftzeit, 

dass er aber am (…) 2020 freigesprochen worden und die staatliche Ver-

folgung damit abgeschlossen sei, weshalb die strafrechtliche Verfolgung 

nicht asylrelevant sei,  

dass die vom Beschwerdeführer geschilderten Anwerbeversuche durch die 

Polizei und die damit einhergehenden Drohungen und Schikanen – auch 

unter Berücksichtigung seiner vergangenen Haft, der ausgrenzenden Re-

aktionen seiner Umwelt und der Auswirkungen der Erlebnisse auf seine 

psychische Verfassung – nicht die für eine Asylgewährung erforderliche In-

tensität erfüllten,  

dass, selbst wenn die Behelligungen durch die Polizei ein asylrelevantes 

Ausmass angenommen hätten, davon auszugehen sei, diese Massnah-

men wären örtlich auf B._______ und Umgebung beschränkt gewesen; 

womit er die Möglichkeit gehabt hätte, sich durch einen Umzug in einen 

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anderen Landesteil, beispielsweise Istanbul, der behördlichen Verfolgung 

zu entziehen, weshalb die Anwerbeversuche seitens der Behörden eben-

falls nicht asylrelevant seien, 

dass die seit seiner Haftentlassung beziehungsweise seit seinem Frei-

spruch erlittenen Schikanen keine flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteile 

darstellten, und auch keine besonderen Umstände vorlägen, die seine 

Furcht vor flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung als begründet erschei-

nen liessen, 

dass kein Grund zur Annahme bestehe, der Beschwerdeführer werde im 

Zusammenhang mit seiner früheren Inhaftierung sowie dem über ihn be-

stehenden Datenblatt mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehba-

rer Zukunft von flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung betroffen sein,  

dass unklar sei, weshalb die am (…) 2019 angeordnete Ausreisesperre 

und Meldepflicht zum Zeitpunkt seiner Ausreise nach wie vor bestand ge-

habt hätten; zudem würden illegale Ausreisen lediglich mit einem Verwal-

tungsbussgeld bestraft, so dass ein Freispruch aufgrund einer illegalen 

Ausreise grundsätzlich nicht widerrufen werden könne, 

dass er nach seiner Haftentlassung in der Türkei nicht politisch aktiv gewe-

sen sei und sich in der Schweiz nicht auf exponierte Art und Weise exilpo-

litisch betätigt habe,  

dass aus dem Umstand, dass die Behörden sich nach seinem Weggang 

bei seinen Verwandten nach dem Beschwerdeführer erkundigt hätten, 

ebenfalls nicht zu folgern sei, es drohe ihm bei einer Rückkehr eine Verfol-

gung in asylrelevantem Ausmass, 

dass davon auszugehen sei, er könne sich den Behelligungen durch die 

Behörden in B._______ mithilfe eines Umzugs in eine andere Region der 

Türkei entziehen,  

dass er demzufolge die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, so dass das 

Asylgesuch abzulehnen sei,  

dass er nach Ablehnung des Asylgesuchs zur Ausreise aus der Schweiz 

verpflichtet sei (Art. 44 AsyIG), 

dass sich der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich 

erweise, namentlich mangels Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft der 

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Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsyIG nicht ange-

wandt werden könne,  

dass im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit keine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung 

drohe, 

dass weder die in seinem Heimatstaat herrschende politische Situation 

noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der Rückführung in den Hei-

matstaat sprechen würden, dies auch unter Berücksichtigung der Lage 

nach der Niederschlagung des Militärputschversuches vom 15./16. Juli 

2016 in der Türkei,  

dass sich aus den Akten weder individuelle Gründe noch besondere Um-

stände ergeben würden, welche auf eine Existenzbedrohung schliessen 

und den Wegweisungsvollzug als unzumutbar erscheinen lasse,  

dass der Beschwerdeführer aus B._______ stamme, wo zahlreiche seiner 

Verwandten lebten, mithin ein tragfähiges Beziehungsnetz bestehe, wel-

ches ihn bei der Reintegration unterstützen könne, 

dass, auch wenn er als ehemaliger Strafgefangener gewissen Schwierig-

keiten bei der beruflichen Integration begegnen könnte, angenommen wer-

den könne, dass er in der Lage sein werde, sich eine wirtschaftliche Exis-

tenz aufzubauen,  

dass auch die von ihm geltend gemachten «(…)kopfschmerzen» einer 

Wegweisung nicht entgegenstünden, da diese in der Türkei behandelt wer-

den könnten,  

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. Oktober 2023 gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 

darin beantragt, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefochtene Ver-

fügung sei aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm 

Asyl zu gewähren, eventualiter sei die vorläufige Aufnahme zu verfügen, 

subeventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und die Beiordnung des unterzeichnenden Rechtsvertreters als 

amtlicher Rechtsbeistand beantragt, 

dass er zudem die Erteilung der aufschiebenden Wirkung beantragt,  

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dass der Beschwerde eine Vertretungsvollmacht vom 3. November 2022, 

die angefochtene Verfügung, eine Kopie des Zustellcouverts, eine Sen-

dungsverfolgung der Post, diverse – nicht in einer Amtssprache verfassten 

– Dokumente sowie eine Fürsorgebestätigung vom 9. Oktober 2023 beige-

legt wurden, 

dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 17. Oktober 

2023 auf das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung nicht ein-

trat, die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, um 

Beiordnung des unterzeichnenden Rechtsvertreters als amtlicher Rechts-

beistand sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, innert Frist einen Kosten-

vorschuss zu leisten,  

dass der Beschwerdeführer am 1. November 2023 den Kostenvorschuss 

innert der ihm angesetzten Frist bezahlte,  

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

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einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel han-

delt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass die Argumentation des Beschwerdeführers, der rechtserhebliche 

Sachverhalt sei unrichtig und unvollständig festgestellt worden, da nicht 

nachvollziehbar sei, dass die Vorinstanz den Druck, der auf ihm gelastet 

habe, nicht als intensiv genug angesehen habe, die materielle Würdigung 

und nicht den Untersuchungsgrundsatz betrifft, 

dass auch keine Verletzung der Begründungspflicht vorliegt, zumal die Vor-

instanz rechtsgenüglich begründet hat, weshalb sie bei den vom Be-

schwerdeführer vorgebrachten Anwerbeversuchen durch die Polizei von 

einem lokalen Sachverhalt ausging und eine innerstaatliche Aufenthaltsal-

ternative prüfte,  

dass das im Subeventualpunkt gestellte Kassationsbegehren folglich ab-

zuweisen ist, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss und dies der Fall ist, wenn die Behörde ihr Vorhan-

densein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, die Vor-

bringen hingegen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-

sentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, 

den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder 

verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG), 

dass die vorinstanzliche Verfügung in ihren Erwägungen zu bestätigen ist, 

namentlich die vom Beschwerdeführer geschilderten Fluchtgründe flücht-

lingsrechtlich nicht relevant sind und diesbezüglich auf die zutreffenden 

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Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen ist (vgl. angefochtene Verfü-

gung Ziff. II),  

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde erstmals vorbringt, ge-

gen ihn sei in der Türkei am (…) 2023 ein strafrechtliches Ermittlungsver-

fahren aufgrund von ihm verbreiteter Berichte in den sozialen Medien be-

treffend den Straftatbestand «Beleidigung des Staatspräsidenten» einge-

leitet worden,  

dass diesbezüglich gegen ihn ein Haftbefehl vom «B._______» vorliege,  

dass er Beweismittel einreichte, welche dieses Vorbringen belegen sollten,  

dass der Beschwerdeführer mit keinem Wort erwähnt, wie er diese Beweis-

mittel, welche teilweise vom (…) 2023 datieren (vgl. Beweismittel 6 und 7) 

und somit einen Tag nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung ent-

standen sein sollen, erlangt habe,   

dass der Beweiswert der auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismit-

tel äusserst fraglich erscheint, 

dass zwar gegen den Beschwerdeführer ein Strafverfahren wegen Mit-

gliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Organisation geführt 

wurde, dieses aber am (…) 2020 mit einem Freispruch abgeschlossen wor-

den ist,  

dass daher kein Grund zur Annahme besteht, der Beschwerdeführer weise 

in den Augen der türkischen Justizbehörden ein besonders geschärftes po-

litisches Profil auf, das im Rahmen eines gegen ihn allfällig hängigen Straf-

verfahrens zu einem Politmalus führen könnte,  

dass zwar – bei Wahrunterstellung seiner Vorbringen und bei Annahme, 

die eingereichten Beweismittel seien nicht gefälscht – nicht ausgeschlos-

sen werden kann, dass der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in 

die Türkei vorübergehend festgenommen werden könnte,  

dass aber aus mehreren Gründen nicht anzunehmen ist, ihm drohe dabei 

mit hoher Wahrscheinlichkeit eine menschenrechtswidrige Behandlung 

und Verurteilung,  

dass erstens in der türkischen Justizpraxis eine Verurteilung nach einge-

leitetem Strafverfahren gestützt auf Art. 299 TCK (Türk Ceza Kanunu; 

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türkisches Strafgesetzbuch) nicht quasi automatisch erfolgt und die statis-

tische Wahrscheinlichkeit von ungefähr einem Drittel die Vermutung nahe-

legt, dass die türkische Justiz die einzelnen Vorwürfe nicht gänzlich undif-

ferenziert beurteilt (vgl. Urteil des BVGer E-3593/2021 vom 8. Juni 2023 

E. 6.2.2 m.w.H.),  

dass, zweitens, da der Beschwerdeführer nach seinem Freispruch straf-

rechtlich nicht vorbelastet ist und daher in einem allfälligen Strafverfahren 

als "Ersttäter" gelten dürfte, im Falle einer Verurteilung auch nicht von vorn-

herein vom Ausfällen einer unbedingten mehrjährigen Freiheitsstrafe aus-

zugehen ist, sondern nach Praxis der türkischen Gerichte eine allfällige 

Haftstrafe vielmehr bedingt ausgesprochen (Art. 51 TCK) respektive die 

Verkündigung des Strafurteils aufgeschoben werden dürfte (Art. 231 Abs. 5 

der türkischen Strafprozessordnung; vgl. Urteile des BVGer E-90/2023 

vom 14. März 2023 E. 6.1 S. 9 f., D-2098/2021 vom 24. November 2022 

E. 3 und 5.3.4), 

dass nach dem Gesagten ein allfälliges Strafverfahren wegen Präsidenten-

beleidigung im Sinne von Art. 3 AsylG flüchtlingsrechtlich nicht relevant ist, 

dass der Beschwerdeführer seine Rechtsbegehren betreffend Wegwei-

sung und Wegweisungsvollzug nicht substantiiert respektive gar nicht be-

gründet hat, 

dass diesbezüglich vollumfänglich auf die angefochtene Verfügung verwie-

sen wird (vgl. angefochtene Verfügung Ziff. III) und weder aus den Akten 

noch aus der Beschwerde Gründe ersichtlich sind, die der Wegweisung 

oder deren Vollzug entgegenstehen,  

dass insbesondere in der Türkei weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

landesweite Situation allgemeiner Gewalt herrscht, aufgrund welcher eine 

Rückkehr generell unzumutbar wäre – auch nicht für Angehörige der kur-

dischen Ethnie, 

dass an dieser Einschätzung weder das Wiederaufflammen des türkisch-

kurdischen Konflikts seit Juli 2015 noch die sicherheitspolitische Entwick-

lung nach dem Putschversuch im Juli 2016 etwas zu ändern vermögen 

(vgl. statt vieler die Urteile des BVGer D-1920/2023 vom 14. Juni 2023 

E. 9.4.1 sowie E-2377/2023 vom 2. Juni 2023 E. 9.4.2, je mit weiteren Hin-

weisen; anders ausschliesslich betreffend die Provinzen Hakkâri und 

Şırnak: BVGE 2013/2 E.9.6 und Referenzurteil des BVGer E-1948/2018 

vom 12. Juni 2018 E. 7.3.1), 

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dass die Provinz B._______, in welcher der Beschwerdeführer insbeson-

dere von (…) 2019 bis zu seiner Ausreise am (…) 2021 lebte (vgl. SEM-

act. 20/16 F7 und F31), von den verheerenden Erdbeben vom 6. Februar 

2023 nicht stark betroffen ist, weshalb der Vollzug von Wegweisungen in 

diese Provinz auch unter diesem Blickwinkel nicht generell unzumutbar ist 

(vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-5546/2023 vom 19. Oktober 

2023 E. 9.3.3),  

dass somit die von der Vorinstanz verfügte Wegweisung und der Vollzug 

der Wegweisung zu bestätigen sind, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen sind (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]), 

dass der einbezahlte Kostenvorschuss zur Begleichung der Verfahrens-

kosten zu verwenden ist. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Gabriela Freihofer Stefan Trottmann 

 

 

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