# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 307134ce-bb79-5222-9b67-0c68e2b1ae5b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-08-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.08.2014 D-3019/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3019-2014_2014-08-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3019/2014 / mel 

D-3033/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  A u g u s t  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 

mit Zustimmung von Richterin Claudia Cotting-Schalch,  

Gerichtsschreiberin Constance Leisinger. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

(…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Formlose Abschreibung und Wegweisung   

Verfügungen des BFM vom 15. Mai 2014 und 22. Mai 2014 / 

N (…). 

 

 

D-3019/2014  
D-3033/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

     I. 

dass das BFM auf ein erstes Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 

30. Oktober 2013 mit Verfügung vom 26. November 2013 gestützt auf 

den damals geltenden aArt. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31; neu: Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG) nicht 

eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Frankreich anordnete und 

die Beschwerdeführerin aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (Dublin Verfahren), 

dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, ein Abgleich 

der Fingerabdrücke in der Zentraldatenbank EURODAC habe ergeben, 

dass die Beschwerdeführerin am 31. März 2009 in Frankreich ein Asylge-

such gestellt habe, weshalb die Zuständigkeit für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens bei Frankreich liege, dessen zuständi-

ge Behörden das Gesuch um Übernahme gestützt auf Art. 16 Abs. 1 

Bst. e Dublin-II-VO (Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 

18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asylantrags zu-

ständig ist, den ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mit-

gliedstaat gestellt hat) auch gutgeheissen hätten,  

dass die am 24. Januar 2013 erfolgte Heirat der Beschwerdeführerin mit 

dem sri-lankischen Staatsangehörigen B._______, der sich in der 

Schweiz als Asylgesuchsteller aufhalte, an der Zuständigkeit Frankreichs 

zur Durchführung des Asylverfahrens nichts ändere,  

dass durch die Heirat insbesondere keine Zuständigkeit der Schweiz 

nach Art. 2 Bst. i Dublin-II-VO begründet sei, da der Begriff "Familienan-

gehöriger" lediglich Ehegatten oder nicht verheiratete Partner von ge-

suchstellenden Personen erfasse, mit welchen eine dauerhafte Bezie-

hung geführt werde und welche bereits im Herkunftsland bestanden ha-

be, was vorliegend nicht der Fall sei, da weder eine vorbestandene noch 

eine dauerhafte Beziehung zu bejahen sei,  

dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs und die Be-

schwerdeführerin am 15. Dezember 2013 selbständig nach Frankreich 

ausreiste,  

  

D-3019/2014  
D-3033/2014 

Seite 3 

     II. 

dass die Beschwerdeführerin am 3. Februar 2014 erneut in der Schweiz 

um Asyl nachsuchte,  

dass sie zur Begründung ihres zweiten Asylgesuches durch den von ihr 

mandatierten Rechtsvertreter schriftlich ausführen liess, sie sei zum Zeit-

punkt ihrer Ausreise aus der Schweiz schwanger gewesen und nun im 

siebten Monat ihrer Schwangerschaft,  

dass das Bundesverwaltungsgericht den abweisenden Asylentscheid der 

Vorinstanz, welcher ihren Ehemann betroffen habe, mit Urteil vom 

19. November 2013 aufgehoben und zur erneuten Prüfung an das BFM 

zurücküberwiesen habe,  

dass der Ehemann aufgrund seines Status als Asylgesuchsteller in der 

Schweiz ihr in Frankreich weder bei der Schwangerschaft noch der Ge-

burt beistehen könne und diese Situation, namentlich die Trennung vom 

Ehemann und die bevorstehende Geburt des gemeinsamen Kindes in 

Frankreich bei ihr zu psychischen Problemen geführt habe,  

dass die Schweiz sich unter dem Aspekt der Einheit der Familie und des 

Kindeswohls gestützt auf die seit 1. Januar 2014 geltenden Bestimmun-

gen der Dublin-III-VO (Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Krite-

rien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist) 

oder zumindest in Ausübung des Selbsteintrittsrechts zur Durchführung 

des Asylverfahrens für zuständig erklären müsse,  

dass das BFM die französischen Behörden am 19. März 2014 um Wie-

deraufnahme der Beschwerdeführerin ersuchte,  

dass die Beschwerdeführerin am 30. April 2014 in der Schweiz das Kind 

C._______ geboren hat, 

dass die französischen Behörden der erneuten Übernahme der Be-

schwerdeführerin am 13. Mai 2014 unter Hinweis auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d 

der (gemäss Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 mit gewissen 

Ausnahmen ab dem 1. Januar 2014 vorläufig anwendbaren) Dublin-III-VO 

zustimmten,  

D-3019/2014  
D-3033/2014 

Seite 4 

dass das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit Schreiben 

vom 15. Mai 2014 gestützt auf Art. 111c Abs. 2 AsylG formlos abschrieb, 

mit der Begründung, es handle sich bei der Eingabe vom 3. Februar 2014 

um ein wiederholt gleich begründetes Mehrfachgesuch,  

dass das BFM sodann mit Verfügung vom gleichen Tag – eröffnet am 

30. Mai 2014 – gestützt auf Art. 64a des Bundesgesetzes vom 

16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, 

SR 142.20) die Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Frankreich 

und deren Vollzug anordnete und feststellte, einer allfälligen Beschwerde 

komme keine aufschiebende Wirkung zu,  

dass die Beschwerdeführerin, handelnd durch ihren Rechtsvertreter, am 

21. Mai 2014 die Vorinstanz im Hinblick auf die Nichtanhandnahme des 

Asylgesuchs um Erlass einer "beschwerdefähigen" Verfügung ersuchte,  

dass das BFM am 22. Mai 2014 – eröffnet am 30. Mai 2014 – eine ent-

sprechende Verfügung erliess und feststellte, das Asylgesuch vom 

3. Februar 2014 sei wiederholt und gleich begründet, weshalb man es am 

15. Mai 2014 formlos abgeschrieben habe, 

dass die Beschwerdeführerin, handeln durch ihren Rechtsvertreter, am 

3. Juni 2014 sowohl gegen die Feststellungsverfügung vom 22. Mai 2014 

als auch gegen die Wegweisungsverfügung vom 15. Mai 2014 jeweils 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhob, 

dass in der Beschwerde, welche die Feststellungsverfügung betrifft (er-

öffnet unter der Geschäftsnummer D-3019/2014), beantragt wurde, die 

angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das BFM sei anzuweisen, 

das Asylverfahren der Beschwerdeführerin zu eröffnen, sich im Rahmen 

des Selbsteintrittsrechts für die Behandlung des Asylgesuches vom 

3. Februar 2014 für zuständig zu erklären und auf das Asylgesuch einzu-

treten,  

dass in formeller Hinsicht beantragt wurde, im Sinne einer vorsorglichen 

Massnahme sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen 

und das BFM sowie die zuständige kantonale Behörde seien anzuweisen, 

während des Beschwerdeverfahrens von Vollzugshandlungen nach 

Frankreich abzusehen,  

dass sodann allfällige Beschwerdeergänzungen innerhalb der noch lau-

fenden Beschwerdefrist in Aussicht gestellt wurden,  

D-3019/2014  
D-3033/2014 

Seite 5 

dass in der Beschwerde, welche die Wegweisungsverfügung vom 15. Mai 

2014 betrifft (eröffnet unter der Geschäftsnummer D-3033/2014), bean-

tragt wurde, diese sei aufzuheben, eventualiter seien die Ziffern 2 und 3 

der Verfügung aufzuheben und die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzuges festzustellen,  

dass sodann in formeller Hinsicht beantragt wurde, der Beschwerde sei 

im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die aufschiebende Wirkung zu 

erteilen und das BFM sowie die zuständige kantonale Behörde seien an-

zuweisen, während des Beschwerdeverfahrens von Handlungen zum 

Vollzug der Wegweisung nach Frankreich abzusehen,  

dass die zuständige Instruktionsrichterin am 4. Juni 2014 im Sinne einer 

vorsorglichen Massnahme die zuständige kantonale Behörde gestützt auf 

Art. 56 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-

tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) anwies, von Vollzugsmassnahmen 

abzusehen, 

dass mit Verfügung vom 10. Juni 2014 die Beschwerdeverfahren  

D-3019/2014 und D-3033/2014 aufgrund des engen zeitlichen und kausa-

len Zusammenhangs vereinigt wurden und der Beschwerde betreffend 

die angeordnete Wegweisung aus der Schweiz sodann gestützt auf 

Art. 64a Abs. 2 Satz 4 AuG die aufschiebende Wirkung zuerkannt wurde, 

dass am 30. Juni 2014 eine Beschwerdeergänzung eingereicht wurde, in 

welchem auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hingewie-

sen und in diesem Zusammenhang verschiedene medizinische Unterla-

gen eingereicht wurden,  

 

und erwägt,  

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungsge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) für die Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig ist, 

dass es auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – 

endgültig entscheidet (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset-

zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; Art. 105 des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]),  

D-3019/2014  
D-3033/2014 

Seite 6 

dass es überdies im Bereich der Wegweisungen aufgrund der Dublin-

Assoziierungsabkommen (Art. 64a AuG) endgültig entscheidet (Art. 112 

Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 31 und 33 VGG sowie Art. 83 Bst. c Ziff. 4 BGG), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG rich-

tet, soweit das AsylG oder die Spezialgesetzgebung des AuG nichts an-

deres bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),  

dass die Beschwerden frist- und formgerecht eingereicht wurden und die 

Beschwerdeführerin an den Verfahren der Vorinstanz teilgenommen hat, 

durch die angefochtenen Verfügungen (Wegweisuns- und Feststellungs-

verfügung) besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an de-

ren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat, weshalb sie zur Einrei-

chung der Beschwerden legitimiert und auf die Beschwerden einzutreten 

ist (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG, Art. 64a Abs. 2 AuG),  

dass gemäss den Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG 

vom 14. Dezember 2012 bei Wiedererwägungs- und Mehrfachgesuchen 

für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung – d.h. am 1. Februar 

2014 – hängigen Verfahren bisheriges Recht gilt (vgl. AS 2013 4375, 

4387), 

dass das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 3. Februar 2014 datiert, 

weshalb vorliegend die Bestimmungen des AsylG in der Fassung vom 

14. Dezember 2012 anwendbar sind,  

dass die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts sowie die zulässigen 

Rügen sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG bestimmen,  

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass Prozessgegenstand des vorliegenden Verfahrens die Frage bildet, 

ob die Vorinstanz zutreffend das zweite Asylgesuch der Beschwerdefüh-

D-3019/2014  
D-3033/2014 

Seite 7 

rerin im Rahmen einer formlosen Abschreibung gestützt auf Art. 111c 

AsylG nicht anhand genommen und eine Wegweisungsverfügung ge-

stützt auf Art. 64a AuG erlassen hat,  

dass daher auf die Beschwerdeanträge, wonach das BFM anzuweisen 

sei, das Asylverfahren der Beschwerdeführerin zu eröffnen, sich im Rah-

men des Selbsteintrittsrechts für die Behandlung des Asylgesuches vom 

3. Februar 2014 für zuständig zu erklären, nicht einzutreten ist, da diese 

Anträge über den Anfechtungsgegenstand der Beschwerden hinausge-

hen, 

dass gemäss Art. 111c AsylG bei Asylgesuchen, die innert fünf Jahren 

nach Eintritt der Rechtskraft des Asyl- und Wegweisungsentscheides ein-

gereicht werden, die Eingabe schriftlich und begründet zu erfolgen hat, 

wobei die Nichteintretensgründe nach Artikel 31a Absätze 1–3 AsylG An-

wendung finden (Abs. 1),  

dass unbegründete oder wiederholt gleich begründete Mehrfachgesuche 

formlos abgeschrieben werden (Abs. 2), 

dass der Begriff der "formlosen Abschreibung" weder im Asylgesetz noch 

im VwVG rechtlich definiert ist, es jedoch vorliegend offen bleiben kann, 

ob es sich bei einem Entscheid im Sinne einer "formlosen Abschreibung" 

nach Art. 111c Abs. 2 AsylG um eine Verfügung (Art. 5 VwVG) handelt 

und für die Anfechtung einer solchen "Abschreibung" der Rechtsweg an 

das Bundesverwaltungsgericht offen stünde (Art. 105 AsylG),  

dass nämlich die Vorinstanz auf Antrag des Rechtsvertreters eine "fest-

stellende" Verfügung erlassen hat, in welcher festgehalten wurde, das 

Verfahren sei wegen einer wiederholt gleichen Begründung des Asylge-

suches und mangels neuer Sachumstände formlos abgeschrieben wor-

den, 

dass diese mit einer entsprechenden Rechtsmittelbelehrung versehene 

Verfügung, wie bereits festgestellt, auch fristgerecht von der Beschwerde-

führerin angefochten wurde, weshalb ihr kein Rechtsnachteil erwächst,  

dass in dem am 3. Februar 2014 eingereichten Gesuch geltend gemacht 

wird, aufgrund der fortgeschrittenen Schwangerschaft der Beschwerde-

führerin sowie dem Inkrafttreten der neuen Dublin-Bestimmungen zum 

1. Januar 2014 sei die Schweiz nunmehr zuständig für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens bzw. habe sie sich allenfalls im 

D-3019/2014  
D-3033/2014 

Seite 8 

Rahmen des Selbsteintritts für zuständig zur Prüfung des Asylgesuches 

zu erklären,  

dass im Folgenden zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht davon aus-

ging, dass es sich vorliegend um ein wiederholt gleich begründetes Ge-

such handelt, dessen Abschreibung sich formlos rechtfertigt,  

dass für die Beurteilung der Sachverhalt massgebend ist, wie er sich zum 

Zeitpunkt des Entscheids präsentiert, 

dass ein wiederholt gleich begründetes Gesuch dann zu bejahen ist, 

wenn Umstände geltend gemacht werden, welche sich im Vergleich zum 

vorangegangenen Verfahren als nicht neu präsentieren, 

dass sich vorliegend jedoch bereits aufgrund der Geburt des Kindes 

C._______ am 30. April 2014 in der Schweiz (mithin vor Erlass der ange-

fochtenen vorinstanzlichen Entscheide), als dessen Vater der in der 

Schweiz als Asylgesuchsteller lebende sri-lankische Ehemann B._______ 

eingetragen wurde, eine andere Sachlage präsentiert,  

dass sich auch die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin an-

scheinend deutlich verschlechtert hat, 

dass diese Sachlage allenfalls geeignet ist, zur Feststellung der Zustän-

digkeit der Schweiz für die Prüfung des Asylverfahrens oder zum Selbst-

eintritt zu führen, wobei bei der Beurteilung des Selbsteintrittsrechts die 

Frage massgeblich wäre, ob eine Wegweisung der Beschwerdeführerin 

nach Frankreich im heutigen Zeitpunkt gegen Art. 8 der Konvention vom 

4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihei-

ten (EMRK, SR 0.101) verstossen würde oder ob humanitäre Gründe ge-

gen den Vollzug der Wegweisung nach Frankreich sprechen könnten (vgl. 

Art. 29a Abs. 3 AsylV 1),  

dass zudem zu beachten ist, dass inzwischen die Dublin-III-VO anzu-

wenden ist, was ebenfalls gegen das Vorliegen eines wiederholt gleich 

begründeten Gesuches spricht, zumal die Dublin-III-VO dem Schutz der 

Familieneinheit besonderes Gewicht zukommen lässt, 

dass sich schliesslich die angefochtene Feststellungsverfügung – wie im 

Übrigen auch die darauf aufbauende Wegweisungsverfügung – allein auf 

die Beschwerdeführerin bezieht und deshalb unklar bleibt, ob das neuge-

borene Kind beim Vater in der Schweiz verbleiben soll, 

D-3019/2014  
D-3033/2014 

Seite 9 

dass sich die Beschwerde im Hinblick auf die Feststellungsverfügung 

mithin insgesamt als offensichtlich begründet erweist, weshalb diese Ver-

fügung aufzuheben und die Akten zur Prüfung des Gesuches im Sinne 

der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen sind,  

dass mit Aufhebung der angefochtenen Verfügung das Asylverfahren der 

Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz wieder pendent ist, weshalb der 

am 15. Mai 2014 ergangenen Wegweisungsverfügung nach Art. 64a AuG 

die Grundlage entzogen ist,  

dass sich eine andere Beurteilung auch nicht vor dem Hintergrund des 

am 26. November 2013 ergangenen Nichteintretensentscheides ergibt,  

dass nämlich mit der – in Kenntnis der Schweizerischen Behörden – er-

folgten Ausreise der Beschwerdeführerin in den als zuständig erachteten 

Staat Frankreich am 15. Dezember 2013 dieser Nichteintretensentscheid 

vollzogen und die Wegweisungsverfügung somit konsumiert wurde (vgl. 

BGE 140 II 74, Urteil E-1640/2014 vom 25. April 2014 S. 8 f.), weshalb 

sie nicht nochmals als Grundlage für eine Wegweisungsverfügung nach 

Art. 64a AuG ergehen kann,  

dass die Beschwerden somit gutzuheissen sind, soweit auf diese einzu-

treten war, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten aufzuerlegen 

sind (Art. 63 Abs. 1 und 3 VwVG), 

dass die Beschwerdeführerin als in der Hauptsache obsiegende Partei 

Anspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung für die ihr erwach-

senen notwendigen Kosten hat (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), 

dass der Rechtsvertreter zwar keine Kostennote gereicht hat, aber sich 

der notwendige Vertretungsaufwand aufgrund der Akten hinreichend zu-

verlässig abschätzen lässt, weshalb die vom BFM für beide Rechtsmittel-

verfahren zu entrichtende Parteientschädigung unter Berücksichtigung 

der massgebenden Bemessungsfaktoren von Amtes wegen auf insge-

samt Fr. 1200.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist 

(Art. 14 Abs. 2 VGKE). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-3019/2014  
D-3033/2014 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerden werden gutgeheissen, soweit die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügungen beantragt worden ist. 

2.  

Die Verfügungen des BFM vom 15. Mai 2014 und 22. Mai 2014 werden 

aufgehoben. Die Akten werden zum neuen Entscheid im Sinne der Erwä-

gungen an die Vorinstanz überwiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für die beiden Ver-

fahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von 

Fr. 1200.– (inkl. Auslagen und MWSt) auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona-

le Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Constance Leisinger 

 

 

Versand: