# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdbe0fc8-5c13-55b7-a6c5-33d394586a3e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-10-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.10.2021 E-2943/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2943-2021_2021-10-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2943/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  O k t o b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler;  

Gerichtsschreiberin Nina Ermanni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sierra Leone,   

vertreten durch Linda Spähni, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 20. Mai 2021 / N (…). 

 

 

 

E-2943/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer stellte am 7. Januar 2021 im Bundesasylzen-

trum (BAZ) B._______ ein Asylgesuch, nachdem er gleichentags aufgrund 

der Bestimmungen der Verordnung der Europäischen Union (EU) Nr. 

604/2013 (Dublin-III-Verordnung) von Amsterdam nach Zürich überstellt 

worden war. Zur Überstellung kam es, weil der Beschwerdeführer am 

14. September 2019 in Rotterdam, Niederlande, unter den Personalien 

C._______, geb. (…), ein Asylgesuch gestellt hatte, ihm aber gemäss Mel-

dung des zentralen Visa-Informationssystems (CS-VIS) am 20. Juni 2019 

auf der Schweizer Botschaft in D._______, E._______, ein Schengen-Vi-

sum unter den rubrizierten Personalien erteilt worden war, welches vom 

29. Juni 2019 bis 13. Juli 2019 gültig war, und somit die Schweiz für die 

Prüfung seines Asylgesuchs zuständig sei. 

A.b Der Beschwerdeführer wurde nach Einreichung seines Asylgesuchs 

dem BAZ (…) zugeteilt. Anlässlich der dort durchgeführten Personalienauf-

nahme (PA) vom 18. Januar 2021, der Anhörung zu den Asylgründen vom 

5. Februar 2021 sowie der ergänzenden Anhörung vom 15. April 2021 

(nach Zuteilung vom 15. Februar 2021 ins erweiterte Verfahren) machte er 

im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Er sei sierraleonischer Staatsangehöriger und am (…) geboren. Aufge-

wachsen sei er als Sohn eines strengen Imams in ärmlichen Verhältnissen. 

Die Schule habe er (nur) bis zur Sekundarstufe besucht, weil sich seine 

Eltern die Schulgebühren nicht mehr weiter hätten leisten können. Danach 

habe er nichts mehr gemacht. Sein streng muslimischer Vater habe ihn 

wiederholt aufgefordert, sich um seine Heirat zu kümmern. Konkrete An-

stalten, um ihn zu verheiraten, habe sein Vater jedoch nicht getroffen.  

Anfangs zwanzig habe er sein Elternhaus verlassen und sei zu einem Kol-

legen nach F._______ gezogen. Während er mit seinem Kollegen in des-

sen Wohnung zusammengewohnt habe, sei er von seinem Kollegen und 

dessen Familie finanziert worden. In jener Zeit sei er von seinen Freunden 

oftmals wegen seines weiblichen Körperbaus und Verhaltens gemobbt 

worden, weshalb er seinen Körper als weiblich wahrgenommen habe und 

nicht mehr mit Frauen habe zusammen sein wollen. Während des Zusam-

menlebens mit seinem Kollegen habe er dann bemerkt, dass er sich kör-

perlich zu Männern und vor allem zu seinem Kollegen hingezogen gefühlt 

habe. Er habe dies, sowie die Tatsache, dass er sich als Frau wahrnehme, 

jahrelang geheim gehalten. Anfangs Juli 2019 habe er diese Situation nicht 

E-2943/2021 

Seite 3 

mehr ertragen. Er habe versucht, sich seinem Kollegen, mit welchem er im 

gleichen Bett geschlafen habe, körperlich zu nähern. Da dieser nicht darauf 

reagiert habe, habe er (der Beschwerdeführer) ihn aufgeweckt, um mit ihm 

über seine Gefühle zu sprechen. Daraufhin sei sein Kollege wütend gewor-

den, habe ihn beschimpft, mit einem Stock geschlagen und gedroht, wei-

teren Personen von seinen sexuellen Neigungen zu erzählen. Er sei des-

wegen aus der Wohnung zu einer Organisation namens «(…)» geflohen. 

Bei dieser Organisation habe er G._______ kennengelernt und diesem von 

seinen Problemen berichtet. Dieser habe ihn bei sich wohnen lassen und 

Abklärungen zu seinen geschilderten Problemen vorgenommen. 

G._______ habe herausgefunden, dass Bilder von ihm (dem Beschwerde-

führer) aufgehängt worden seien und er aufgrund seiner Sexualität von der 

Polizei gesucht werde. Daraufhin habe G._______ ihm mitgeteilt, dass er 

Dokumente vorbereitet beziehungsweise organisiert habe, damit er das 

Land verlassen könne. Vorgesehen sei gewesen, dass er für die Reise 

nach Europa in den Restaurants von G._______ arbeiten würde, um 

dadurch die finanziellen Schulden zu begleichen. Eine direkte Gegenleis-

tung sei nicht vereinbart worden. 

Am 22. oder 23. Juli 2019 habe er Sierra Leone verlassen und sei über 

Guinea an die Elfenbeinküste gereist. Dort habe er auf der Schweizer Bot-

schaft die von einem Bekannten von G._______ erhaltenen Unterlagen 

eingereicht und daraufhin ein Schengen-Visum erhalten, mit welchem er 

am 29. Juli 2019 von Guinea über Marokko in die Schweiz gereist sei. Bei 

seiner Ankunft in der Schweiz habe eine Kontaktperson von G._______ 

ihm seinen Pass abgenommen und ihn in die Niederlande gebracht, wo er 

nach der Stellung seines Asylgesuchs Mitglied einer LGBTQ-Gemeinschaft 

geworden sei. Dort habe er dann H._______ kennengelernt, mit welchem 

er in den Niederlanden eine (auch körperliche) Beziehung geführt habe. 

Er befürchte, dass er bei einer Rückkehr nach Sierra Leone aufgrund sei-

ner Sexualität sowie seiner Identifizierung als Frau von der Gesellschaft 

diskriminiert werde. 

Zum Beweis seiner Vorbringen legte er Kopien verschiedener Mitgliedskar-

ten und Ausweisen sowie eine Mitgliedskarte der LQBTQ+-Organisation 

aus den Niederlanden im Original und drei Schreiben von Drittpersonen ins 

Recht. 

E-2943/2021 

Seite 4 

A.c Mit Schreiben vom 20. April 2021 gewährte die Vorinstanz dem Be-

schwerdeführer das rechtliche Gehör betreffend seine Identitätstäuschung, 

da das SEM davon ausgehe, dass die Personalien des Beschwerdeführers 

A._______, geboren (…), lauten würden und nicht, wie im Asylgesuch gel-

tend gemacht, C._______, geboren (…). 

A.d Mit Stellungnahme vom 4. Mai 2021 reichte der Beschwerdeführer 

eine Kopie eines Fotos einer im Jahr 2006 ausgestellten Geburtsurkunde, 

die seine Schwester im Haus seiner Mutter gefunden habe, ein. Dies be-

lege seine Identität beziehungsweise sein Geburtsdatum. 

B.  

Mit Verfügung vom 20. Mai 2021 – eröffnet am 26. Mai 2021 – stellte die 

Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch vom 7. Januar 2021 ab und ordnete die Weg-

weisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. 

C.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 25. Juni 2021 liess der Be-

schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und 

beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, ihm sei Asyl zu 

gewähren, eventualiter sei die Unzulässigkeit allenfalls Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzuges festzustellen und ihm sei die vorläufige Auf-

nahme zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses und die Beiordnung eines amtlichen 

Rechtsbeistands. 

 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 30. Juni 2021 wies die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bei-

ordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes – nach summarischer Prüfung 

infolge Aussichtslosigkeit – ab und forderte den Beschwerdeführer zur 

Leistung eines Kostenvorschusses auf. 

  

E-2943/2021 

Seite 5 

E.  

Am 12. Juli 2021 ging der Kostenvorschuss fristgerecht beim Bundesver-

waltungsgericht ein.  

 

F.  

Mit Schreiben vom 12. Juli 2021 – Eingang beim Bundesverwaltungsge-

richt am 14. Juli 2021 – reichte der Beschwerdeführer eine Fürsorgebestä-

tigung zu den Akten und setzte das Bundesverwaltungsgericht davon in 

Kenntnis, dass seine Geburtsurkunde sowie ein Schulzertifikat zuhanden 

des SEM sichergestellt worden seien. 

 
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

E-2943/2021 

Seite 6 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

5.  

5.1 Das SEM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, weil die-

ser das SEM willentlich habe über seine Identität täuschen wollen und er 

auch durch andere tatsachenwidrige und unglaubhafte Angaben generell 

nicht habe glaubhaft machen können, dass er aufgrund einer Verfolgung 

im Sinne von Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 AsylG schutzbedürftig sei. 

5.1.1 Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen aus, dass ihm eine 

CS-VIS Meldung vom 11. Januar 2021 vorliege, wonach dem Beschwer-

deführer bereits am 20. Juni 2019 auf der Schweizer Botschaft in 

E-2943/2021 

Seite 7 

D._______, E._______, ein Schengen-Visum erteilt worden sei. Gemäss 

diesen Unterlagen würden die Personalien des Beschwerdeführers 

A._______, geboren am (…), Zivilstatus: «verheiratet», lauten. Gemäss ei-

nem offiziellen Bestätigungsschreiben vom 5. Juni 2019 des Ministeriums 

für Information und Kommunikation, welches sich ebenfalls bei den Unter-

lagen befinde, sei er seit März 2013 als (…) tätig. Ein entsprechendes Ein-

stellungsschreiben sowie drei Lohnauszüge von Anfang 2019 seien zur Be-

stätigung eingereicht worden. Er hätte denn auch im Rahmen dieser Tätig-

keit vom 1. bis 12. Juli 2019 an einem offiziellen Meeting beziehungsweise 

Kongress der (…) in der Schweiz teilnehmen sollen. Weiter würde sich bei 

den Visumsunterlagen ein an die Schweizer Botschaft adressiertes Schrei-

ben der (…) in I._______ vom 3. Juni 2019 befinden, worin eine Einladung 

zur Veranstaltung (…) vom 1. bis 12. Juli 2019 bestätigt und um Beschleu-

nigung der Prüfung des Visumantrages gebeten worden sei. Diesem 

Schreiben sei zudem ein Visa-Request-Formular von Ende Mai 2019, in 

welchem bereits alle persönlichen Daten des Beschwerdeführers, wie Ge-

burtstag, Geburtsort sowie alle Informationen zu seinem Pass wie die 

Passnummer, das Ausstellungs- und Ablaufdatum des Passes sowie An-

gaben zu seinem aktuellen Arbeitgeber und dem Reisegrund, aufgelistet 

seien, angehängt worden. Die Online-Recherche des SEM habe sodann 

ergeben, dass die im Schreiben an die Botschaft aufgelisteten Kontaktda-

ten mit denjenigen auf der offiziellen (…)-Webseite übereinstimmten. So-

dann fänden sich verschiedene auf den Beschwerdeführer lautende Bestä-

tigungen (Reiseversicherung, Flugbuchungen, Hotelreservation) in den Vi-

sumsunterlagen. Gemäss den Flugbuchungen habe der Reiseweg direkt 

vom internationalen Flughafen in Freetown (Lunig International Airport, 

Sierra Leone) über Conakry (Guinea) und Paris (Frankreich) in die Schweiz 

geführt. Eine entsprechende Einreise in die Schweiz sei nicht erfasst wor-

den. Es wirke realitätsfremd, dass die Zufallsbekanntschaft G._______, zu 

welchem der Beschwerdeführer keinerlei substanziierte Informationen 

habe geben können, innerhalb von zwei bis drei Wochen sämtliche Unter-

lagen für den Visumsantrag organisiert sowie den Pass beschafft haben 

wolle. Zudem würden die vom Beschwerdeführer gemachten Aussagen, er 

habe erst nach dem Vorfall Anfang Juli 2019 mit der Planung seiner Aus-

reise begonnen, sowie die Pass- und Unterlagenerhaltung Mitte Juli 2019 

den vom SEM festgestellten Tatsachen des zeitlich viel früher gestellten 

Visumsantrags widersprechen. Insgesamt würden zwischen den Angaben 

des Beschwerdeführers und den im Visumsantrag festgehaltenen Informa-

tionen unvereinbare Widersprüche bestehen. Darauf angesprochen, habe 

er lediglich ausgesagt, dass das SEM seine vorgebrachte Biografie halt 

nachforschen müsse, wenn es ihm nicht glaube. 

E-2943/2021 

Seite 8 

Zur in Fotokopie eingereichten Geburtsurkunde führte das SEM aus, dass 

nur amtliche Dokumente im Original für den Beweis der Identität als taug-

lich erachtet würden. Da der Beschwerdeführer zudem während des gan-

zen Asylverfahrens stets angegeben habe, keine Dokumente zu besitzen, 

die seine Identität nachweisen beziehungsweise belegen würden, gehe es 

davon aus, dass er sich diese Geburtsurkunde erst vor Kurzem habe an-

fertigen lassen. So stimme denn auch der Name der Mutter, welchen er bis 

anhin mit J._______ angegeben habe, nicht mit demjenigen auf der Ge-

burtsurkunde überein, wonach seine Mutter K._______ heisse. Ebenfalls 

nicht übereinstimmend sei sein angegebener Geburtsort L._______, Pro-

vinz Western Area, da er laut Urkunde im 200 Kilometer entfernten 

M._______, Provinz Northern, geboren sei. Somit müsse davon ausgegan-

gen werden, dass er beabsichtigt habe, das SEM willentlich über seine 

Identität zu täuschen. 

5.1.2 Betreffend den biografischen Hintergrund des Beschwerdeführers 

führte das SEM aus, dass seine diesbezüglichen Angaben generell sehr 

vage und unverbindlich ausgefallen seien. Über sein Leben nach dem Um-

zug zu seinem Kollegen sowie zur Beziehung zu diesem habe er nur 

knapp, vage und unpersönlich zu berichten vermocht. Auch sei er nicht im 

Stande gewesen sein eigenes Alter korrekt zu benennen. Weshalb er sein 

Alter mehrmals falsch angegeben habe, habe er nicht darzulegen ver-

mocht. 

Weiter seien die Schilderungen betreffend die Auseinandersetzung mit sei-

ner sexuellen Orientierung plakativ und wenig realitätsnah ausgefallen. Die 

geschilderten Erfahrungen und Emotionen des Beschwerdeführers zu sei-

nem ersten sexuellen Kontakt sowie die Beziehung zu H._______ in den 

Niederlanden seien ferner knapp, widersprüchlich, stereotyp und kaum er-

lebnisprägend ausgefallen. Zudem habe er kein differenziertes Bild seiner 

Gedanken beziehungsweise Gefühlswelt nach dem ersten gleichge-

schlechtlichen sexuellen Kontakt zu zeichnen vermocht. Die in diesem Zu-

sammenhang eingereichten Schreiben von Dritten bezüglich seiner Sexu-

alität sowie der Zugehörigkeit zur LQBTQ+-Gemeinschaft seien als Gefäl-

ligkeitsschreiben zu taxieren. Sodann werde seine Mitgliedschaft in der 

LQBTQ+-Vereinigung als rein berechnendes Verhalten angesehen, wel-

ches nur den Zweck erfüllen solle, die konstruierten Asylvorbringen zu un-

termauern.  

 

E-2943/2021 

Seite 9 

5.2  

5.2.1 In der Beschwerde wird dagegen im Wesentlichen eingewendet, 

dass die Ausführungen des Beschwerdeführers allesamt glaubhaft seien, 

und die vorinstanzliche Verfügung damit Art. 7 AsylG aber zudem auch 

Art. 3 AsylG und damit Bundesrecht verletze.  

5.2.1.1 Der Beschwerdeführer habe sämtliche ihm möglichen Aussagen zu 

seiner Visumserteilung gemacht. Weitere Erklärungen könne er nicht lie-

fern, da G._______ sämtliche Unterlagen beschafft habe. Er habe diese 

lediglich auf der Botschaft vorgewiesen, ohne sie vorher anzuschauen. 

G._______ müsse für die unterschiedlichen Angaben verantwortlich sein. 

Es erstaune sodann nicht, dass dieser Zugang zu Fälschern und behördli-

chen Dokumenten gehabt habe, handle es sich bei ihm doch um einen 

europäischen Grosseigentümer mit mehreren Etablissements in Europa 

und dementsprechenden Einfluss in Sierra Leone. Einige der in den Unter-

lagen verwendeten E-Mail-Adressen begründeten jedoch den Verdacht, 

dass G._______ lediglich Namen von Staatsdienern verwendet habe, um 

so gefälschte Unterlagen produzieren zu können. Hinzukomme, dass 

Sierra Leone beim (…) 2019 nicht vertreten gewesen sei. Folglich habe die 

Schweizer Vertretung in D._______ die überaus auffälligen Unterlagen 

nicht genügend geprüft.  

Sodann sei entgegen der vorinstanzlichen Behauptung sehr wohl eine Ge-

genleistung für die Beschaffung der Unterlagen vereinbart worden. Der Be-

schwerdeführer hätte, um seine Schulden abzubezahlen, in den Restau-

rants von G._______ in Europa arbeiten sollen. Nur weil die Schweizer 

Vertretung bei der Visumausstellung getäuscht worden sei, könne nicht da-

von ausgegangen werden, dass die Angaben der CS-VIS Meldung mit den 

tatsächlichen Angaben des Beschwerdeführers übereinstimmten. Ausser-

dem werde durch die nunmehr auf beschwerdeebene im Original einge-

gangene Geburtsurkunde bestätigt, dass er am (…) geboren sei. Verheira-

tet mit einer Frau sei er als homosexueller Mann nicht gewesen. 

Weiter führte er aus, dass, wenn er eine höhere Schule für Informatik 

besucht hätte und einer gut bezahlten Tätigkeit in der sierraleonischen 

Verwaltung nachgegangen wäre, er wohl kaum sein Leben aufgegeben 

hätte, um in der Schweiz Asyl zu beantragen. Von der Vorinstanz dürfe 

erwartet werden, dass sie bei solch widersprüchlichen Biografien 

Abklärungen tätige und selbstständig die Biografie des Beschwerdeführers 

nachprüfe, bevor sie seine Schilderungen als unglaubhaft einstufe, zumal 

der Beschwerdeführer die Vorinstanz auch dazu aufgefordert habe. 

E-2943/2021 

Seite 10 

Die angeblichen Widersprüche zwischen den Angaben der 

Geburtsurkunde und den Aussagen des Beschwerdeführers liessen sich 

damit erklären, dass er gar nicht gewusst habe, wo genau er geboren 

worden sei, weshalb er den Ort N._______ genannt habe, wo er seine 

ersten Lebensjahre verbracht habe. Den Namen seiner Mutter habe er 

nicht richtig angegeben, weil er nur an ihren umgangssprachlichen Namen 

gedacht habe. Sodann habe er die Geburtsurkunde nicht früher einreichen 

können, weil er sein Elternhaus bereits vor vielen Jahren verlassen und 

nichts über die Existenz der Urkunde gewusst habe, weshalb er 

angenommen habe, dass er seine Identität nicht nachweisen könne. 

Nachdem die Vorinstanz ihm mitgeteilt habe, dass sie mangels eines 

Identitätsnachweises seine Biografie nicht glaube, habe er seine 

Schwester gebeten, das Haus nach allfälligen Unterlagen zu durchforsten. 

Es handle sich diesbezüglich um eine legitime und glaubwürdige 

Erklärung. Insofern sei nicht nachvollziehbar, wie die Vorinstanz zum 

Schluss gelange, dass es sich bei der Geburtsurkunde um eine kürzlich 

angefertigte Fälschung handle, da diesbezüglich keinerlei Hinweise 

bestehen würden. 

5.2.1.2 Betreffend die Freundschaft zu seinem Kollegen in Sierra Leone sei 

seinen Schilderungen deutlich zu entnehmen, dass das Fundament der 

gemeinsamen Freundschaft ihr offener Umgang miteinander gewesen sei.  

Er habe sodann ausgesagt, seinen Geburtstag jeweils nicht zu feiern, wes-

halb er sein konkretes Alter nicht immer genau wisse. Er könne sich jeweils 

nur merken, wie alt er im jeweiligen Jahr sein werde, was der Grund für 

seine falschen Angaben gewesen sei. 

Was seine Homosexualität anbelange, habe er davon berichtet, wie er sich 

zu seinem Kollegen in Sierra Leone hingezogen gefühlte habe, was er an 

Männern anziehend finde, seine erste sexuelle Erfahrung mit einem Mann 

geschildert und von seiner Beziehung mit H._______ berichtet. Die be-

schwerdeweise neu ins Recht gelegten Fotos, würden ihn sowie auch 

H._______ im LGBTIQ freundlichen Umfeld zeigen. Den ebenfalls neu zu 

den Akten gereichten Chatverläufen und Anruflisten lasse sich zudem ent-

nehmen, dass er weiterhin eine Fernbeziehung mit H._______ führe und 

sie täglich telefonieren oder sich Sprachnachrichten schicken würden. So-

dann müsse berücksichtigt werden, dass die ergänzende Anhörung nicht 

in seiner Muttersprache stattgefunden habe, sondern in Englisch. Er sei 

somit «gezwungen» gewesen, über seine Gefühle und seine Beziehung in 

einer Fremdsprache zu berichten. Die Vorinstanz habe ihn gefragt, ob er 

E-2943/2021 

Seite 11 

mehr hätte erzählen können, wenn die Anhörung in seiner Muttersprache 

stattgefunden hätte, was er bejaht habe. Der Vergleich mit der ersten An-

hörung, welche in Krio stattgefunden habe und wonach der Beschwerde-

führer weniger detailliert ausgesagt habe, greife nicht, da bei der ergän-

zenden Anhörung Vertrauenspersonen von Queeramnesty ihn begleitet 

und ihn dadurch ermutigt hätten, offen über seine Sexualität und die damit 

einhergehenden Erfahrungen zu sprechen. Es liege somit ein Verfahrens-

mangel vor.  

Weiter brachte der Beschwerdeführer vor, dass die Vorinstanz seine Ge-

schlechteridentifikation nicht genügend geprüft habe, obwohl diese einen 

wichtigen Bestanteil seiner Fluchtgründe darstelle. 

6.  

Vorab ist die durch den Beschwerdeführer monierte Verletzung des recht-

lichen Gehörs im vorinstanzlichen Verfahren zu prüfen. 

Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes we-

gen fest. Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 

Abs. 2 BV, Art. 29 und Art. 32 Abs. 1 VwVG), welches alle Befugnisse um-

fasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie ihren Standpunkt wirk-

sam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 

E. 6.4.1). Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich zur 

Sache zu äussern, erhebliche Beweismittel beizubringen und mit erhebli-

chen Beweisanträgen gehört zu werden. Mit dem Gehörsanspruch korre-

liert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft 

zu prüfen und in ihrer Entscheidung angemessen zu berücksichtigen. Die 

Begründung muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person den Ent-

scheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (vgl. BGE 136 I 184 

E. 2.2.1, 126 I 97 E. 2.b). 

Den Akten lässt sich entnehmen, dass für die ergänzende Anhörung des 

Beschwerdeführers vom 15. April 2021 eine Krio sprechende Dolmetsche-

rin vorgesehen war, diese jedoch am Abend des 14. April 2021 den Termin 

absagte. Infolge dieser späten Mitteilung sei bei der damaligen Rechtsver-

tretung des Beschwerdeführers niemand mehr erreichbar gewesen, wes-

halb am 15. April 2021 der Beschwerdeführer, seine damalige Rechtsver-

treterin sowie eine Begleitperson anreisten. Auf Bitten der damaligen 

Rechtsvertreterin und unter ihrem ausdrücklichen Einverständnis sowie 

demjenigen des Beschwerdeführers sei daraufhin ein Englisch sprechen-

der Ersatzdolmetscher für den Nachmittag aufgeboten worden. Am Morgen 

E-2943/2021 

Seite 12 

– vor der Buchung des Nachmittagstermins – habe ein kurzes Telefonge-

spräch zwischen dem Beschwerdeführer und dem Ersatzdolmetscher 

stattgefunden, um zu prüfen, ob die beiden sich verstehen würden (vgl. 

zum Ganzen SEM-Akte 1085199-30/1). Von einem angeblichen «Zwang», 

in einer Fremdsprache berichten zu müssen, kann somit - entgegen den 

Ausführungen der jetzigen Rechtsvertreterin - offensichtlich nicht gespro-

chen werden. Dem Anhörungsprotokoll lässt sich sodann entnehmen, dass 

der Beschwerdeführer angegeben hat, den Dolmetscher gut beziehungs-

weise sehr gut verstanden zu haben (SEM-Akte 1085199-29/16, F1 und 

F127). Der Beschwerdeführer wurde zudem ausdrücklich danach gefragt, 

ob er sich in seiner Muttersprache mehr hätte äussern können. Diese 

Frage bejahte er zwar. Auf Nachfrage hin, was er denn mehr hätte berich-

ten können, wusste er aber keine Antwort zu geben (SEM-Akte 1085199-

29/16, F90 – F94). Hätte der rechtlich vertretene Beschwerdeführer tat-

sächlich weitere Ausführungen machen wollen, hätte er sich auch selbst-

ständig mit einem Schreiben direkt an die Vorinstanz wenden können. So-

dann wird in der Beschwerdeschrift nicht konkret dargelegt, was die Vor-

instanz betreffend die sexuelle Orientierung des Beschwerdeführers noch 

an Sachverhaltsabklärungen hätte vornehmen sollen, zumal er ja selbst 

ausführt, dass er sich anlässlich der Anhörung intensiv mit seiner eigenen 

Sexualität auseinandergesetzt und sein Interesse an Männern detailreich 

und voller persönlicher Elemente mit den Anwesenden Personen geteilt 

habe (vgl. N 41 der Beschwerdeschrift). Die formelle Rüge erweist sich 

dementsprechend als unbegründet. 

7.  

In der Beschwerde wird sodann in materieller Hinsicht gerügt, das SEM 

habe Bundesrecht verletzt, indem es die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers zu Unrecht als unglaubhaft erachtet habe. 

 

7.1  

7.1.1 Der Beschwerdeführer hält beschwerdeweise daran fest, dass er 

sämtliche Dokumente, welche er zur Visumserteilung bei der Botschaft vor-

gelegt habe, von G._______ erhalten und diese selbst nicht angeschaut 

habe. Seine Personalien liessen sich der im Original bei den Akten liegen-

den Geburtsurkunde entnehmen.  

Nach Durchsicht der Akten kommt das Gericht zum Schluss, dass die vor-

instanzlichen Erwägungen nicht zu beanstanden sind. In der angefochte-

nen Verfügung wird einlässlich dargelegt, weshalb die Vorbringen des Be-

schwerdeführers unglaubhaft ausgefallen sind. Um Wiederholungen zu 

E-2943/2021 

Seite 13 

vermeiden, kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen in der 

angefochtenen Verfügung verwiesen werden mit folgenden Ergänzungen:  

Bei den vom Beschwerdeführer beschwerdeweise geltend gemachten Un-

gereimtheiten in Bezug auf die bei der CS-VIS Meldung verwendeten E-

Mailadressen und Teilnehmerlisten, sowie beim Hinweis, bei G._______ 

müsse es sich um einen europäischen Grosseigentümer mit entsprechen-

dem Einfluss handeln, handelt es sich um blosse Behauptungen. Diese 

vermögen nichts daran zu ändern, dass der Visumsantrag mit den rubri-

zierten Personalien des Beschwerdeführers bereits am 3. Juni 2019 ge-

stellt worden ist, zu einem Zeitpunkt also, als der Beschwerdeführer noch 

überhaupt keinen Fluchtgrund hatte. Gibt er doch selbst zu Protokoll, dass 

sich der Vorfall mit seinem Kollegen, welcher das ausschlaggebende Er-

eignis für seine Flucht gewesen sei, erst anfangs Juli 2019 ereignet habe 

(SEM-Akte 1085199-18/12, F77, F80, F82; 1085199-29/16, F77 und F78). 

Zur nunmehr im Original eingegangenen Geburtsurkunde sowie den vom 

Beschwerdeführer behaupteten Personalien ist folgendes festzuhalten: 

Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits früher festgestellt, dass 

Geburtsurkunden Sierra Leones nicht fälschungssicher sind und diese 

Dokumente käuflich erworben werden können (vgl. Urteil des BVGer D-

7271/2014 vom 28. Juli 2015 E. 4.3). Vorliegend füllte der 

Beschwerdeführer das Personalienblatt eigenständig aus, gab dabei das 

rubrizierte Geburtsdatum ([…]) sowie den Namen seiner Mutter mit 

«J._______» an (SEM-Akte 1085199-1/2). Anlässlich der PA gab er dann 

zu Protokoll, er sei am (…) in N._______ geboren. Der Name seiner Mutter 

entsprach demjenigen des Personalblatts (SEM-Akte 085199-11/9). Im 

weiteren Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens hielt der 

Beschwerdeführer sodann an seinem behaupteten Geburtsdatum ([…]) 

fest. Weiter führte er aus, dass er keinen Kontakt mehr zu seiner Familie 

habe (SEM-Akte 1085199-18/12, F22; 1085199-29/16, F35). Erst auf 

ausdrückliche Nachfrage seiner Rechtsvertreterin sowie Ergänzungsfrage 

der fragestellenden Person hin, gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, er 

habe nach seiner Ausreise Kontakt über WhatsApp mit seiner Schwester 

und seiner Mutter gehabt (SEM-Akte 1085199-29/16, F68 und F69). 

Zudem hielt er bis und mit seiner ergänzenden Anhörung vom 15. April 

2021 beharrlich daran fest, dass es ihm nicht möglich sei, Identitätspapiere 

zu beschaffen (SEM-Akte 1085199-18/12, F51 und F52; 1085199-29/16, 

F124). Erst nachdem er damit konfrontiert worden war, dass dem SEM 

Beweise vorlägen, wonach seine Personalien beziehungsweise seine 

gesamte Lebensgeschichte nicht derjenigen entspreche, welche er im 

E-2943/2021 

Seite 14 

Verfahren geltend gemacht habe, war es ihm innert 18 Tagen ohne jegliche 

Schwierigkeiten möglich, ein Foto seiner (angeblichen) Geburtsurkunde 

einzureichen. Als Begründung führte er an, seine Schwester habe die 

Geburtsurkunde im Elternhaus gefunden. Weshalb er seine Schwester – 

mit welcher er in Kontakt stand – nicht schon früher angewiesen hat, nach 

allfälligen Dokumenten zu suchen, welche seine Geschichte sowie seine 

Identität belegen könnten, ist für das Gericht nicht nachvollziehbar, 

insbesondere deshalb, weil er während des Verfahrens oft genug auf seine 

Mitwirkungspflicht hingewiesen wurde (SEM-Akte 1085199-11/9, S. 3; 

1085199-18/12, F2; 1085199-29/16, F2, F124). Da die Fotokopie mit der 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eingereichten Geburtsurkunde 

übereinstimmt, kann auch diesbezüglich auf die korrekten Ausführungen 

des SEM verwiesen werden. Zumal der beschwerdeweise geltend 

gemachte Einwand, der Name seiner Mutter stimme nur deshalb nicht mit 

demjenigen der Geburtsurkunde überein, weil er den 

umgangssprachlichen Namen genannt habe, schlicht nicht zu überzeugen 

vermag, da es sich dabei um zwei komplett unterschiedliche Namen 

handelt.  

7.1.2 Asylsuchende sind gesetzlich dazu verpflichtet, an der Feststellung 

des Sachverhalts mitzuwirken. Insbesondere müssen sie ihre Identität of-

fenlegen und Reisepapiere sowie Identitätsausweise abgeben (Art. 8 

Abs. 1 Bst. a und b AsylG). Eine Verletzung der Mitwirkungspflicht im Rah-

men der freien Beweiswürdigung ist bei der Entscheidfindung zu berück-

sichtigen und die beweisbelastete Partei, die ihre Mitwirkungspflicht ver-

letzt, hat die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen, indem die 

Behörde auf weitere Abklärungen verzichtet und aufgrund der bestehen-

den Aktenlage entscheidet (vgl. BVGE 2008/46 E. 5.6.1; Urteil des BVGer 

A-1987/2016 vom 6. September 2016 E. 8.7.4.1; siehe ferner Art. 40 BZP 

i.V.m. Art. 19 VwVG; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 3.123; CLÉMENCE GRISEL, 

L'obligation de collaborer des parties en procédure administrative, 2008, 

Rz. 795 ff.).  

Aufgrund dieser Rechtsprechung ist es vorliegend nicht Aufgabe der Vor-

instanz, die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Identität noch weiter 

zu überprüfen. Das Bundesverwaltungsgericht kommt somit nach dem Ge-

sagten in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass der Be-

schwerdeführer willentlich versucht hat, die Asylbehörden über seine Iden-

tität zu täuschen. 

E-2943/2021 

Seite 15 

7.2 Betreffend die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Homosexua-

lität und dem damit einhergehenden Ereignis, welches ihn (angeblich) zur 

Flucht veranlasst habe, ist folgendes festzuhalten: Der Beschwerdeführer 

gibt an, dass er mehrere Jahre mit seinem besten Kollegen in einer Woh-

nung gewohnt habe. Was genau er während dieser Jahre getan habe, ver-

mochte er nicht zu schildern (SEM-Akte 1085199-29/16, F11 – F15). Weiter 

war es ihm nicht möglich, ausführlich von seiner langen Freundschaft zu 

seinem Kollegen zu berichten, er gab lediglich an, dass sie gemeinsam zu 

Schule gegangen seien, er ihn finanziell unterstützt habe und sie alles mit-

einander geteilt hätten (SEM Akte 1085199-18/12, F12; 1085199-29/16, 

F24 – F28). Von konkreten gemeinsamen Erlebnissen während ihrer 

Freundschaft vermochte er nicht zu berichten, insgesamt fielen die Aussa-

gen des Beschwerdeführers nur vage, allgemein beziehungsweise gera-

dezu nichtssagend aus (SEM-Akte 1085199-29/16, F25).  

Der Beschwerdeführer gab betreffend seine Homosexualität sowie seine 

Identifizierung als Frau primär folgendes, ausschlaggebendes Ereignis an: 

Bevor er bei seinem Kollegen eingezogen sei, sei er von seinen Freunden 

gemobbt worden. Diese hätten gesagt, dass er sich wie eine Frau be-

nehme und auch so bewege. Sein Körper sehe aus, wie der einer Frau und 

daraufhin habe er sich entschieden, nicht mehr mit Frauen zusammen zu 

sein, woraufhin er dann Gefühle für seinen Kollegen entwickelt habe (SEM-

Akte 1085199-18/12, F55; 1085199-29/16, F40 und F41). Anlässlich der 

ergänzenden Anhörung führte der Beschwerdeführer zwar etwas ausführ-

licher aus, was ihm an Männern gefalle, sowie von ersten sexuellen Erfah-

rungen mit Männern, die Aussagen fielen jedoch auch diesbezüglich wenig 

differenziert und erlebnisprägend aus (SEM-Akte 1085199-29/16, F50 – 

F63). Daran vermögen auch die neu ins Recht gelegten Fotos und 

Screenshots von WhatsApp nichts zu ändern, da sie nicht geeignet sind, 

um daraus auf die Homosexualität beziehungsweise die Identifizierung des 

Beschwerdeführers als Frau zu schliessen. Den Fotos lässt sich entgegen 

den Behauptungen in der Beschwerdeschrift nicht entnehmen, dass diese 

in einem LGBTIQ freundlichen Umfeld aufgenommen wurden, da jegliche 

Hinweise, welche auf ein solches Umfeld schliessen lassen könnten, feh-

len. Genau so wenig beweisen die WhatsApp Screenshots, dass der Be-

schwerdeführer sich nach wie vor ihn einer Beziehung mit H._______ be-

findet.  

7.3 Das Bundesverwaltungsgericht kommt demnach in Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht 

E-2943/2021 

Seite 16 

standhalten. Andere Asylgründe als die als unglaubhaft qualifizierte Homo-

sexualität bringt er nicht vor und sind auch nicht ersichtlich. Dementspre-

chend erfüllt der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht. Das 

SEM hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.  

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Wegweisungshindernisse sind grundsätzlich von Amtes wegen zu prü-

fen. Diese Untersuchungspflicht findet jedoch nach Treu und Glauben ihre 

Grenzen in der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person (Art. 8 

AsylG), die im Übrigen auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG). 

Es kann daher nicht Sache der Asylbehörden sein, nach allfälligen Weg-

weisungsvollzugshindernissen zu forschen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 

E. 3.2.2 S. 4 f.). 

9.3 Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, besteht, da der Be-

schwerdeführer über die Identität getäuscht hat, kein Grund zur Annahme 

allfälliger Hinweise auf die Flüchtlingseigenschaft. Bei dieser Sachlage 

kann auch der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 

AsylG nicht angewandt werden. Die allgemeine Menschenrechtslage in 

Sierra Leone lässt den Vollzug der Wegweisung zum heutigen Zeitpunkt 

E-2943/2021 

Seite 17 

nicht als unzulässig erscheinen. Ferner ergeben sich aus den Akten keine 

Anhaltspunkte dafür, dass dem Beschwerdeführer im Fall einer Rückkehr 

in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 

EMRK verbotene Strafe oder Behandlung droht. Im Übrigen ist vollumfäng-

lich auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen, wonach 

keine Gründe vorliegen, welche gegen die Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs sprechen würden.  

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Deckung 

dieser Kosten zu verwenden. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2943/2021 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 750.– wird zur Bezahlung der 

Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Nina Ermanni 

 

 

Versand: