# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d68486c-1998-585e-9384-b7603c4d72cb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1995-11-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 14.11.1995 BRKE II Nr. 0219/1995
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-II-Nr--0219-199_1995-11-14.pdf

## Full Text

BRKE II Nr. 219/1995 vom 14. November 1995 in BEZ 1996 Nr. 9

8. Die Firsthöhe ist nach § 281 PBG zu berechnen. Der First eines Schrägda-
ches muss innerhalb von Ebenen liegen, die unter 45° an die Schnittlinien zwischen 
der Dachfläche und der zugehörigen Fassade angelegt werden und höchstens bis 
zu einer oberen Ebene ansteigen, die in 5 m Höhe parallel zur Verbindung zwischen 
den massgeblichen Schnittlinien verläuft (§ 281 Abs. 1 PBG in Verbindung mit Art. 3 
BZO). Ist die Dachneigung steiler als 45°, ist die Gebäudehöhe auf die Ebene zu 
projizieren, die das Dach unter 45° berührt (§ 281 Abs. 2 PBG).

Die Vorinstanz stellt sich sinngemäss auf den verallgemeinernden Standpunkt, 
die Nichtausschöpfung der zulässigen Gebäudehöhe dürfe jeweils durch eine ent-
sprechende Erhöhung der zulässigen Firsthöhe kompensiert werden. Diese Auffas-
sung ist indessen so nicht zutreffend. Die Firsthöhe ist der Abstand zwischen zwei 
genau bestimmbaren Messebenen; dieser Abstand muss auch dann eingehalten 
werden, wenn die höchstzulässige Gebäudehöhe nicht ausgeschöpft wird.

§ 281 Abs. 1 lit. a PBG erklärt für die Bestimmung der unteren Messebene der
Firsthöhe die Schnittlinie zwischen der Dachfläche und der "zugehörigen Fassade" 
für massgeblich, womit nur die tatsächlich geplante Fassade und nicht deren hypo-
thetische Verlängerung gemeint sein kann. Wäre die höchstzulässige Gebäudehöhe 
massgebend, so würde es der Schnittbildkonstruktion im Sinne von § 281 Abs. 1 
lit. a PBG gar nicht bedürfen, da ja der Ansatz der unteren Ebene durch die zonen-
gemässe Gebäudehöhe als solche bereits schon bestimmt wäre. In den Fällen von 
§ 281 Abs. 1 PBG, d.h. also bei Dächern, deren Neigung 45° oder weniger beträgt,
ist daher die Firsthöhe stets ab einer unteren Ebene zu messen, die an den tatsäch-
lichen Schnittlinien zwischen Dachflächen und zugehörigen Fassaden und nicht an 
irgendwelchen hypothetischen Schnittlinien angesetzt wird. Lediglich bei Dächern, 
die steiler sind als 45°, wird die Schnittlinie nicht von der tatsächlich realisierten Ge-
bäudehöhe bestimmt, weil § 281 Abs. 2 PBG in diesen - und nur in diesen - Fällen 
für die Ermittlung der Firsthöhe auf eine Projektion (der unteren Ebene) abstellt; die-
se Projektion bedingt eine (bis zum Mass der zonengemässen Gebäudehöhe mögli-
che) hypothetische vertikale Verlängerung der Fassade (vgl. die Skizzen im Anhang 
zur Allgemeinen Bauverordnung).

Das zu beurteilende Projekt stellt einen Anwendungsfall von § 281 Abs. 2 PBG 
dar, da bei allen drei Schrägdächern eine Dachhälfte - die aussenliegenden der Ge-
bäude A und B - oder beide Dachhälften steiler als 45° sind. Die untere Messebene 
der Firsthöhe bestimmt sich an diesen Stellen somit nicht aufgrund der tatsächlichen 
Schnittlinien von Fassaden und Dachflächen, sondern aufgrund der erwähnten Pro-
jektion; bei den 45°-Dachhälften ist die tatsächliche Schnittlinie massgeblich. Die 
entsprechende Messung aus den Bauplänen ergibt, dass die Firsthöhen bei den 
Gebäuden A und B 4,8 m und beim Gebäude C gerade 5 m betragen und damit 
bauordnungskonform sind. Die Gebäudehöhe, die nach Massgabe der Projektion 
der unteren Messebene hypothetisch verlängert werden muss, unterschreitet bei fast 
allen Fassaden der drei Gebäude das zulässige Mass von 8,1 m; dieses muss ledig-

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lich an der Nordfassade der zusammengebauten Gebäude A und B - nämlich im Be-
reich der Ostecke und der gemeinsamen Mauer - voll ausgeschöpft werden.

Demnach erweist sich auch die Rüge, die Firsthöhe sei überschritten, als unbe-
gründet.