# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7628f896-4fc5-5cd3-ba64-30d4937a8b8c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 31.03.2015 ST.2014.253
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_ST-2014-253_2015-03-31.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2014.253 
 
 
 
 

Entscheid 
 
 

31. März 2015 
 
 
 
 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsidentin Micheline Roth, Steuerrichter Marcus Thalmann, Steuerrich-
ter Alexander Widl und Gerichtsschreiberin Vivienne Blunschi 
 
 
 

In Sachen 
 
 
A,   
 Rekurrent,  
vertreten durch B,  

 
 
 

gegen 
 
 
 
Staat  Zür ich ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 
 

betreffend 

Steuerhoheit (ab 1.1.2013) 
 

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2 ST.2014.253 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. A (nachfolgend der Pflichtige), unverheiratet, geboren am …. … 1982, ist 

seit dem ... Dezember 2010 in C als Wochenaufenthalter gemeldet und arbeitete seit-

dem bei der D AG in C. Bis zum ... Juli 2013 wohnte er allein in C in einer 2-Zimmer-

Wohnung an der …strasse 3, … C. Vom ... August 2013 bis …. März 2014 wohnte er 

zusammen mit Frau E an der …strasse 333, … C und zog mit ihr am ... April 2014 an 

die …-Strasse 31, … F, wo sie seither ebenfalls in einer 3.5 Zimmer-Wohnung leben.  

 

 Auf Ersuchen des Steueramts der Stadt C füllte der Pflichtige am ... Juli 2013 

den "Fragebogen zur Feststellung des steuerrechtlichen Wohnsitzes" aus. Mit Vorent-

scheid vom 28. Februar 2014 nahm das kantonale Steueramt die Steuerhoheit des 

Kantons Zürich und der Stadt C ab der Steuerperiode 2013 in Anspruch. 

 

 

 B. Am 15. März 2014 erhob der Pflichtige Einsprache und beantragte sinnge-

mäss festzustellen, dass sich sein steuerrechtlicher Wohnsitz in G, Kanton H, befinde. 

Dort lebe er zusammen mit seiner Mutter in einem Einfamilienhaus. Mit ihr pflege er 

einen intensiven Kontakt und zwar nicht zuletzt wegen ihrer gesundheitlichen Proble-

me. Des Weiteren habe er zu dieser Gemeinde starke emotionale Bindungen und dort 

auch sein soziales Umfeld. 

 

 Nach Einforderung weiterer Unterlagen – z.B. detaillierter Nachweis an wel-

chen Tagen sich der Pflichtige im Jahr 2013 am Wochenendort und an anderen Orten 

ausserhalb des Kantons Zürich aufgehalten hat, detaillierter Beschreibung der persön-

lichen und sozialen Beziehungen am Wochenaufenthalts- und Wochenendort, Bank-

auszüge aus dem Jahr 2013 – wies das kantonale Steueramt die Einsprache am 

5. September 2014 ab. Der ausführlichen Begründung des Einspracheentscheids ist zu 

entnehmen, dass vom Pflichtigen weder eine regelmässige Rückkehr nach G noch 

soziale Beziehungen zu Kollegen dort nachgewiesen worden seien. Vielmehr habe er 

im Jahr 2013 an mindestens 36 Samstagen in C Bargeldbezüge, Einkäufe und Kon-

sumationen getätigt. In C lebe er mit einer Frau zusammen und der Mietvertrag für die 

Wohnung in F ab April 2014 sei von beiden unterschrieben worden, so dass wohl von 

mehr als nur von einer Wohngemeinschaftsbeziehung ausgegangen werden könne. 

 

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2 ST.2014.253 

 C. Im Rekurs vom 7. Oktober 2014 liess der Pflichtige nochmals ausführen, 

dass er infolge der ernsten Erkrankung seiner Mutter auch während der Woche zu ihr 

gefahren sei. Zudem habe er im Einfamilienhaus bei seiner Mutter weitaus mehr Platz 

gehabt als in der kleinen Wohnung in C. 

 

 In der Rekursantwort vom 24. Oktober 2014 beantragte das kantonale Steu-

eramt die Abweisung des Rekurses. Nochmals wies es darauf hin, dass eine regel-

mässige Rückkehr des Pflichtigen nach G weder substanziiert dargelegt noch nachge-

wiesen worden sei. Seine Wohnsituation mit einer Frau sowie die häufigen 

Bargeldbezüge, Restaurant- sowie Kinobesuche liessen erkennen, dass der Mittel-

punkt seiner Lebensinteressen in C sei. 

 

 Auf die weiteren Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

 

 1. a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie 

§ 3 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) sind natürliche Personen im 

Kanton Zürich aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren 

steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben.  

 

 b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) ist der steu-

errechtliche Wohnsitz (Hauptsteuerdomizil) einer unselbstständig erwerbenden Person 

derjenige Ort, wo sich die betreffende Person mit der Absicht dauernden Verbleibens 

aufhält (vgl. auch Art. 3 Abs. 2 StHG, § 3 Abs. 2 StG sowie Art. 23 ZGB), bzw. wo sich 

faktisch der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen befindet (BGr, 1. Juli 2013, 

2C_126/2012, E. 3.2, mit weiteren Hinweisen, www.bger.ch). Dieser Mittelpunkt der 

Lebensinteressen bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Um-

stände, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen, nicht nach den bloss erklär-

ten Wünschen der (mutmasslich) steuerpflichtigen Person. Ebenso wenig kommt es 

auf die gefühlmässige Bevorzugung eines Ortes an. Der steuerrechtliche Wohnsitz ist 

http://www.bger.ch/

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2 ST.2014.253 

insofern nicht frei wählbar. Gleichermassen spielen die formellen Kriterien der polizeili-

chen An- und Abmeldung, die Hinterlegung der Schriften oder die Ausübung der politi-

schen Rechte keine entscheidende Rolle. Sie bilden nur dann Indizien für den steuer-

rechtlichen Wohnsitz, wenn auch das übrige Verhalten der Person für diese Annahme 

spricht (BGE 132 I 29 E. 4.1, BGE 131 I 145 E. 4.1; VGr, 18. Dezember 2013, 

SB.2013.00019, E. 2, mit weiteren Hinweisen, www.vgr.zh.ch). Über den Lebensmittel-

punkt und damit den steuerrechtlichen Wohnsitz kann in der Regel kein klarer Beweis 

geführt werden, sondern es ist aufgrund von Indizien eine Gewichtung vorzunehmen, 

wobei sämtliche Berufs-, Familien- und Lebensumstände zu berücksichtigen sind. 

 

 c) Wenn sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist für 

die Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort 

die stärkeren Beziehungen bestehen. Bei unselbstständig Erwerbstätigen ist das ge-

wöhnlich der Ort, wo sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von 

dort aus der täglichen Arbeit nachzugehen, ist doch der Zweck, den Lebensunterhalt 

zu verdienen, dauernder Natur. Die Frage, zu welchem Aufenthaltsort die steuerpflich-

tige Person die stärkeren Beziehungen unterhält, ist jeweils aufgrund der Gesamtum-

stände des Einzelfalls zu beurteilen (BGE 132 I 29 E. 4.2, mit weiteren Hinweisen). 

 

 d) Bei verheirateten Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten werden 

die persönlichen und familiären Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie (Ehegatte und 

Kinder) aufhält, als stärker erachtet als derjenige zum Arbeitsort, wenn sie nicht in lei-

tender Stellung unselbstständig erwerbstätig sind und täglich oder zumindest am den 

Wochenenden regelmässig an den Familienort zurückkehren. Demnach unterstehen 

verheiratete Pendler oder Wochenaufenthalter grundsätzlich ausschliesslich der Steu-

erhoheit des Kantons, in dem sich ihre Familie aufhält (BGE 132 I 29, E. 4.2 und 4.3, 

mit Hinweisen). Ausnahmsweise können jedoch die Bindungen zum Arbeitsort über-

wiegen, wenn die Ausübung der beruflichen Tätigkeit oder andere persönliche oder 

gesellschaftliche Beziehungen zum Arbeitsort die steuerpflichtige Person so intensiv 

erfassen, dass die familiären Verbindungen an den Familienort in den Hintergrund tre-

ten. Stärkere Beziehungen zum Arbeitsort werden unter anderem dann angenommen, 

wenn die steuerpflichtige Person eine leitende Stellung in einem wirtschaftlich bedeu-

tendem Unternehmen bekleidet oder wenn eine ledige Person seit mehr als 5 Jahren 

ununterbrochen am gleichen Arbeitsort tätig ist oder auch, wenn sie über 30 Jahre alt 

ist und/oder am Arbeitsort in einem Konkubinat lebt (sog. Basler Praxis; BGE 132 I 29 

http://www.vgrzh.ch/

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2 ST.2014.253 

E. 4 und 5; BGr, 14. November 2006, 2P.159/2006, E. 3.3.1, mit zahlreichen Hinwei-

sen, www.bger.ch).  

 

 e) Diese Praxis findet auch auf ledige Personen Anwendung, zählt die Recht-

sprechung doch Eltern und Geschwister ebenfalls zur Familie des Steuerpflichtigen. 

Die beruflichen Interessen dürfen nicht vor die affektiven Beziehungen gestellt werden, 

bloss weil der Steuerpflichtige ledig ist (BGr, 2. September 1997, Pra 1998 Nr. 4 E. 2b; 

BGr, 20. Januar 1994, StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836). Allerdings werden die 

Kriterien, nach denen das Bundesgericht entscheidet, wann anstelle des Arbeitsorts 

der Aufenthaltsort der Familie als Hauptsteuerdomizil anerkannt werden kann, beson-

ders streng gehandhabt; dies, weil die Bindung zur elterlichen Familie in der Regel 

lockerer ist als jene unter Lebenspartnern. Bei ledigen Personen ist vermehrt noch als 

bei verheirateten Personen zu berücksichtigen, ob weitere als nur familiäre Beziehun-

gen für ein Übergewicht der Bindungen zum einen oder anderen Ort sprechen. Da-

durch erhält der Grundsatz, wonach das Hauptsteuerdomizil von Unselbstständiger-

werbenden am Arbeitsort liegt, grösseres Gewicht: Selbst wenn ledige Steuerpflichtige 

allwöchentlich zu den Eltern oder Geschwistern zurückkehren, können die Beziehun-

gen zum Arbeitsort überwiegen. Dies kann namentlich dann zutreffen, wenn sie sich 

am Arbeitsort eine Wohnung eingerichtet haben oder dort über einen grösseren Freun-

des- und Bekanntenkreis verfügen. Besonderes Gewicht haben in diesem Zusammen-

hang auch die Dauer des Arbeitsverhältnisses und das Alter des Steuerpflichtigen 

(BGE 125 I 54 E. 2b/bb, mit Hinweisen). 

 

 f) Die geltend gemachten Kontakte müssen sich auf einen bestimmten Ort 

beziehen; es genügt nicht, dass die Beziehungen zu einer ganzen Region bestehen, 

mit der sich der Steuerpflichtige verbunden fühlt (StRK II, 8. September 2004, 

2 ST.2004.381; vgl. BGr, 28. April 2005, 2P.260/2004, E. 3, www.bger.ch). Werden am 

Wochenende und in der Freizeit Beziehungen zu mehreren Orten gepflegt, ist eher 

anzunehmen, dass der Wochenaufenthaltsort der Lebensmittelpunkt und damit der 

steuerrechtliche Wohnsitz ist. 

 

 g) Generell ist somit gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur mit 

Zurückhaltung anzunehmen, die Beziehungen zum Familien- bzw. Wochenendaufent-

haltsort seien stärker als diejenigen zum Arbeitsort. Dementsprechend sind bei ledigen 

Steuerpflichtigen auch die weiteren Erfordernisse für einen Wohnsitz am Ort, wo sie 

http://www.bger.ch/

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2 ST.2014.253 

die Wochenenden verbringen, namentlich hinsichtlich der regelmässigen Rückkehr, 

besonders streng zu handhaben (BGr, 2. September 1997, Pra 1998 Nr. 4; 

BGr, 25. Januar 2006, 2P.171/2005, E. 2.3, auch zum Folgenden, www.bger.ch). Von 

ganz besonderem Gewicht sind die Dauer der Anstellung am Arbeitsort und das Alter 

des Steuerpflichtigen. Mit Berücksichtigung der Dauer des Aufenthalts am Arbeitsort 

trägt das Bundesgericht dem faktischen Umstand Rechnung, dass sich mit dessen 

zunehmender Dauer die Bindungen zur Familie erfahrungsgemäss lockern, während 

sich diejenigen zum Arbeitsort verdichten. Die ständige regelmässige Rückkehr an den 

elterlichen Wohnort vermag deshalb nach einer gewissen Dauer des Aufenthalts am 

Arbeitsort das Steuerdomizil am Ort der Familie nicht mehr ohne weiteres zu begrün-

den, wenn nicht weitere Umstände schlüssig darauf hinweisen, dass die Beziehungen 

zum Familienort diejenigen zum Arbeitsort überwiegen (BGr, 26. Januar 1994, 

StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836). Dies ist im Übrigen durchaus sachgerecht: 

Sinn und Zweck der direkten Steuern ist es, die allgemeinen Leistungen abzugelten, 

die das Gemeinwesen für seine Mitglieder erbringt. Der ledige Steuerpflichtige ohne 

Familie beansprucht die öffentliche Infrastruktur und die Leistungen des Gemeinwe-

sens stärker am Ort, an dem er seiner Erwerbstätigkeit nachgeht und sich demzufolge 

mehrheitlich aufhält, als am Ort, wo er seine Freizeit verbringt. Diesbezüglich unter-

scheidet er sich von jenem Steuerpflichtigen, der über enge familiäre Bindungen am 

Leben teilnimmt, dass sich am Aufenthaltsort der Familie abspielt (BGr, 25. Janu-

ar 2006, 2P.171/2005, E. 2.3, www.bger.ch; BGE 125 I 54 E. 2b/cc, auch zum Folgen-

den). Dergestalt hat das Bundesgericht denn auch festgestellt, dass das Steuerdomizil 

einer ledigen 43-jährigen Frau, die über keine näheren Familienangehörigen verfügt, 

dort liege, wo sie seit acht Jahren arbeitet und während der Woche in einer möblierten 

1-Zimmer-Wohnung lebt; ungeachtet dessen, dass sie andernorts eine 2-Zimmer-

Eigentumswohnung erworben hat, in welcher sie regelmässig Wochenenden und Fe-

rien verbringt, und dass sie ihren ganzen Freundes- und Bekanntenkreis auch dort 

unterhält (BGr, 2. September 1997, Pra 1998 Nr. 4).  

 

 

 2. In Bezug auf die Beweisführung sind folgende Grundsätze massgebend: 

Die Umstände, welche die unbeschränkte Steuerhoheit über eine Person begründen, 

stellen eine steuerbegründende Tatsache dar und müssen daher vom entsprechenden 

Gemeinwesen bzw. von der zuständigen Steuerbehörde bewiesen werden (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 3 N 85 StG). Geht jedoch ein unverheirateter Steuer-

pflichtiger vom Ort aus, wo er sich während der Woche aufhält, einer unselbständigen 

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Erwerbstätigkeit nach, begründet dieser Umstand nach der Rechtsprechung eine na-

türliche Vermutung, dass er dort seinen Lebensmittelpunkt und – als rechtliche Folge 

davon – sein Hauptsteuerdomizil hat. Diese Vermutung lässt sich nur entkräften, wenn 

er regelmässig, mindestens ein Mal pro Woche oder zumindest (bei unregelmässiger 

Arbeitszeit) an den arbeitsfreien Tagen, an den Ort zurückkehrt, wo seine Familie lebt, 

mit welcher er aus bestimmten Gründen besonders eng verbunden ist, und wo er an-

dere persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt (BGr, 8. Mai 2012, 

2C_26/2012, E. 3.3.1, www.bger.ch; BGr, 2. November 2011, 2C_178/2011, E. 2.3, 

www.bger.ch; BGr, 6. Dezember 2010, 2C_397/2010 E. 2.3, www.bger.ch; Martin Ar-

nold, Der steuerrechtliche Wohnsitz natürlicher Personen im interkantonalen Verhältnis 

nach der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung, ASA 68, 462 ff.). Die Anforde-

rungen an die Überzeugungskraft der für die Kontakte zum Wochenendort geltend ge-

machten Umstände werden dabei mit zunehmender Länge des Aufenthalts am Ar-

beitsort höher, geht doch mit wachsender Dauer des Wochenaufenthalts regelmässig 

eine Lockerung der Bindungen zur elterlichen Familie einher (BGr, 26. Januar 1994, 

StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836).  

 

 Dem Entscheid über die Feststellung des Wohnsitzes an einem bestimmten 

Ort liegt eine Gewichtung der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände zugrun-

de, die auf den faktischen Lebensmittelpunkt hinweisen. Bei der Prüfung, ob die ein-

zelnen Sachverhaltselemente erfüllt sind, gilt die freie Beweiswürdigung. Die Behörde 

zieht aus dem Beweisergebnis ihre Schlüsse in freier Überzeugung, ohne an starre 

Beweisregeln gebunden zu sein. Ist eine rechtserhebliche Tatsache nach der Beweis-

würdigung nicht erwiesen, greifen die Beweislastregeln ein, welche bestimmen, zu 

wessen Nachteil im Falle der Beweislosigkeit zu entscheiden ist (Arnold, 462).  

 

 Es ist indessen eine Tendenz erkennbar, für den Nachweis von Behauptun-

gen der Steuerpflichtigen, die nach der allgemeinen Lebenserfahrung als wenig glaub-

würdig erscheinen, das Beweismass zu erhöhen. So erachtet das Bundesgericht die 

Behauptung der steuerpflichtigen Person, dass sie während der schon mehrere Jahre 

dauernden Erwerbstätigkeit am Wochenaufenthaltsort weder zu Berufskollegen noch 

zu Nachbarn irgendwelche Beziehungen geknüpft habe, zum Vornherein als wenig 

glaubwürdig. Vor allem mit zunehmendem Alter und steigender Dauer des Verweilens 

am Wochenaufenthaltsort könne kaum mehr angenommen werden, dass der Steuer-

pflichtige dort keine Kontakte pflege und einzig an ihrem Wochenendort verwurzelt sei, 

an dem sie sich bei voller Beschäftigung doch den kleineren Teil der Zeit aufhalte 

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(Arnold, 466, mit Hinweis auf BGE 125 I 54 und BGr, 2. September 1997, Pra 1998 

Nr. 4). 

 

 

 3. a) Im vorliegenden Fall war der Pflichtige im massgeblichen Steuerjahr be-

reits 32 Jahre alt und arbeitete seit 2010, also seit 3 Jahren, bei der D AG. Wie der 

Steuererklärung H entnommen werden kann, hat er im Jahr 2012 eine Weiterbildung 

bei der I gemacht – J – woraus geschlossen werden kann, dass er sein Wissen vertie-

fen wollte und beabsichtigte, weiterhin bei einer K zu arbeiten. Seit August 2013 gehört 

der Pflichtige zum Kader der D und ist mit Kollektivprokura zu zweit zeichnungsberech-

tigt. Der Pflichtige wohnt seit dem ... August 2013 zusammen mit einer Frau in der 

Stadt C, mit welcher er zudem seit dem ... April 2014 im F gemeinsam eine Wohnung 

gemietet hat. In Anwendung der dargelegten Grundsätze ergibt sich somit eine natürli-

che Vermutung, dass sich sein (Haupt-)Steuerdomizil für die Steuerperiode 2013 in der 

Stadt C und ab ... Januar 2015 in der Gemeinde F befindet. Diese Vermutung liesse 

sich nach diesen Ausführungen aber entkräften, wenn erwiesen ist, dass der Be-

schwerdeführer regelmässig, mindestens ein Mal pro Woche, an den Ort zurückge-

kehrt, wo seine Familie lebt, mit welcher er aus bestimmten Gründen besonders eng 

verbunden ist, und wo er andere persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt. 

 

 b) Der Pflichtige führt aus, dass er zu seiner (schwer) erkrankten Mutter ein 

enges Verhältnis gehabt und sie insbesondere während ihrer Erkrankung durch seine 

Anwesenheit unterstützt habe. Zu ihr sei er häufig am Wochenende und oft auch wäh-

rend der Woche gefahren. Allerdings sei sie im Jahr 2013 mehrheitlich im Spital gewe-

sen. Zudem habe er im Raum H sowie im grenznahen L seine Freunde und Bekannte 

und mache dort Fitness. Er sei jedoch weder in einem Verein noch politisch tätig ge-

wesen. Für die Fahrten nach G habe er die öffentlichen Verkehrsmittel benützt. Ferner 

reichte der Pflichtige Auszüge seiner Kontobewegungen im Jahr 2013 ein.  

 

 c) aa) Insgesamt lassen die Ausführungen des Pflichtigen aber nicht auf einen 

Lebensmittelpunkt und damit Wohnsitz in G schliessen. Es fehlen nähere Angaben, 

was der Pflichtige als "Pflege sämtlicher sozialen Kontakte" versteht. Er macht über-

haupt keine Angaben über allfällige gesellschaftliche Anlässe wie Restaurant-, Kino- 

und Theaterbesuche oder ähnliches. Ferner ergibt sich aus der Durchsicht seiner Kon-

tobewegungen auch nichts zu seinem Freizeitverhalten in der Region H. Des Weiteren 

legt er auch nicht substanziiert dar, was er ansonsten in seiner Freizeit mit seinen Kol-

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legen unternimmt oder seit wann er diese kennt, z.B. Freundschaft seit Primarschulzeit 

oder ähnliches. Während der persönlichen Befragung durch das kantonale Steueramt 

am ... Oktober 2013 kann der Pflichtige auf Nachfrage auch keine Personen nennen, 

die Auskunft über den Ort seines Aufenthalts in der Zeit von August bis Oktober 2013 

geben können. Ebenso wenig werden substanziierte Angaben darüber gemacht, wel-

che "Fitness" er speziell im Raum H betreibt. Hingegen lässt sich seinen Kontoauszü-

gen entnehmen, dass er in C den Fitnessclub M benutzt, Restaurants besucht und ins 

Kino geht. Zudem unternahm er für Einkäufe öfters Fahrten ins grenznahe N. Seine 

Lebensmittel bezieht er nahezu ausschliesslich in C, in der Regel bei Migros und Coop. 

Dazu ergibt sich, dass der weitaus grösste Teil der Geldbezüge im Kanton Zürich, be-

ziehungsweise in der Stadt C, stattgefunden hat. Eine weitere Überprüfung ergab, dass 

der Pflichtige im Raum H im Jahr 2013 an ca. 8 Wochenenden Geld mit der EC-Karte 

bezogen oder eingekauft hat. Auch die Behauptung des Pflichtigen, er sei jedes Wo-

chenende und häufig auch während der Woche jeweils mit dem Zug zu seiner Mutter 

gefahren, lässt sich durch die Kontoauszüge nicht nachweisen. Es findet sich im ge-

samten Jahr 2013 nur eine Buchung betreffend die SBB und zwar am ... März 2013 

über Fr. 179.80. Billette der SBB von C nach G kann er keine vorlegen.  

 

 bb) Im Übrigen ist der Wahrheitsgehalt der Ausführungen des Pflichtigen oh-

nehin zu hinterfragen. Der Veranlagung des Kantons H ist für Fahrkosten zwischen G 

und C zu entnehmen, dass dem Pflichtigen als Wochenaufenthalter Fahrkosten in Hö-

he von Fr. 3'550.- gewährt wurden. Dies entspricht in etwa 26 Hin- und Rückfahrten 

zwischen G und C. Damit kann davon ausgegangen werden, dass der Pflichtige auf-

grund der Akten ca. 13-mal in G gewesen und von dort wieder nach C zurückgefahren 

ist (= 26 x 105 km x Fr. 0.70 = Fr. 3'549.-). Dies entspricht auch in etwa den 

8 Aufenthalten im Raum H, die aufgrund der Kontoauszüge ermittelt werden konnten. 

Ferner führt er in seiner Einsprache vom 13. März 2014 aus, seine Wohnung in der 

Stadt C gekündigt zu haben. Mit Auflage vom 2. Mai 2014 verlangte der Steuerkom-

missär beweiskräftige Unterlagen für einen Umzug nach G. Daraufhin erklärte der 

Pflichtige in seiner Stellungnahme vom 2. Juni 2014, er habe sein persönliches Eigen-

tum schleichend aus der Wohnung entfernt. Dies erweckte den Eindruck, er sei tat-

sächlich nach G umgezogen. Tatsächlich hatte er jedoch bereits am ... Januar 2014 

gemeinsam mit Frau E den Mietvertrag für eine Wohnung im F unterschrieben und 

wohnt dort seit ... April 2014. 

 

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2 ST.2014.253 

 cc) Die Zweifel an einem Lebensmittelpunkt in G werden auch nicht durch die 

vom Pflichtigen hauptsächlich vorgebrachte enge Beziehung zu seiner schwer kranken 

Mutter beseitigt. Es ist sicher richtig, dass besonders in schwierigen Zeiten ein bereits 

bestehender guter Elternkontakt intensiver gepflegt und die Familie auch häufiger be-

sucht wird. Andererseits ist der Pflichtige mit 32 Jahren bereits in einem Alter, in wel-

chem man sich natürlicherweise immer mehr von der elterlichen Familie löst und be-

ginnt, ein eigenes von der Familie unabhängiges Leben aufzubauen und zu leben. 

Dazu gehört auch, dass bestehende Freundschaften intensiver gepflegt und neue 

Freunde gesucht werden. Zudem nehmen auch die eigene Freizeitgestaltung und die 

Verwirklichung eigener Lebensvorstellungen einen grossen Raum ein. Dafür spricht 

das gesamte Verhalten des Pflichtigen in C. Laut den vorgelegten Kontoauszügen hat 

er sich Möbel gekauft und ist mit Frau E zusammengezogen. Zudem ist den Kontoaus-

zügen auch ein gewisses gesellschaftliches Leben – Restaurantbesuche, Kino, 

Fitness – in C zu entnehmen. Für intensive Kontakte zu Kollegen in G gibt es keine 

Nachweise, die auch nur den geringsten Anhaltspunkt für einen Lebensmittelpunkt des 

Pflichtigen in dieser Gegend geben. 

 

 Damit vermag der Pflichtige die natürliche Vermutung für seine Steuerpflicht in 

C und ab ... Januar 2015 in F nicht umzustossen. 

 

 

 4. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten dem Pflichtigen aufzuerle-

gen (§ 151 Abs. 1 StG). Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (§ 152 StG in 

Verbindung mit § 17 des Verwaltungsrechtspflegesetzes vom 24. Mai 1959/22. März 

2010). 

 

 

 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

 

 

1. Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

[…]