# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c0763ff-6ab7-5a62-8c85-e085a9faf537
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.02.2023 A-179/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-179-2022_2023-02-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 21.03.2023 (2C_156/2023) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-179/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  F e b r u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz) 

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner,  

Richterin Annie Rochat Pauchard 

Gerichtsschreiberin Corinne Scagnet. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______ (…), 

2. B._______ Ltd. (…),  

3. C._____ [Firma] (…),  

alle vertreten durch  

lic. iur. Dina Raewel, Rechtsanwältin,  

Raewel Advokatur, (…), 

Beschwerdeführende,   
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI,  

Eigerstrasse 65, 3003 Bern,    

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Amtshilfe (MAC). 

  A-179/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Mit Schreiben vom 17. März 2021 stellte die Israel Tax Authority, 125, 

Menachem Begin Rd., P.O. Box 7008, 61070 Tel Aviv, Israel (nachfolgend: 

ersuchende Behörde) ein Amtshilfeersuchen gestützt auf Art. 5 des Über-

einkommens vom 25. Januar 1988 über gegenseitige Amtshilfe in Steuer-

sachen (MAC, SR 0.652.1, für die Schweiz in Kraft getreten am 1. Januar 

2017) betreffend A._______ (nachfolgend: betroffene Person) an die Eid-

genössische Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV). Das Ersuchen be-

zieht sich auf die Steuerjahre 2014 bis 2019. 

A.b Die ersuchende Behörde führte in ihrem Amtshilfeersuchen aus, die 

betroffene Person sei alleinige Anteilseignerin einer israelischen Gesell-

schaft mit umfangreichen wirtschaftlichen Aktivitäten ausserhalb Israels. Im 

Rahmen einer Steuerprüfung habe die ersuchende Behörde festgestellt, 

dass die betroffene Person zudem Anteilseignerin ausländischer Unterneh-

men sei, was diese der ersuchenden Behörde trotz bestehender Melde-

pflicht nicht gemeldet habe. Weiter sei die betroffene Person Inhaberin von 

mehreren nicht deklarierten ausländischen Bankkonten, u.a. in der 

Schweiz. 

A.c Die ersuchende Behörde führte aus, sie benötige Informationen zum 

besagten Bankkonto in der Schweiz, um die Höhe der von der betroffenen 

Person geschuldeten Steuer zu ermitteln sowie für ein eventuelles  

steuerstrafrechtliches Verfahren. Trotz entsprechender Aufforderung der 

ersuchenden Behörde vom November 2019 habe die betroffene Person bis 

zum Datum des Amtshilfeersuchens diesbezüglich jedoch nur unvollstän-

dige Informationen geliefert, womit die ersuchende Behörde sämtliche 

diesbezüglich verfügbaren Mittel ausgeschöpft habe. Weiter erklärte die 

ersuchende Behörde, dass sämtliche im Rahmen des vorliegenden Amts-

hilfeersuchens erhaltenen Informationen vertraulich behandelt würden und 

ausschliesslich für im MAC vorgesehene Zwecke genutzt würden. Die er-

suchende Behörde ersuchte die ESTV für den Zeitraum vom 1. Januar 

2014 bis 31. Dezember 2019 um nachstehende Informationen betreffend 

das bei der E._______ AG (nachfolgend: CH-Bank) unter dem Namen von 

A._______ geführte Portfolio [Nummer]:  

  

  A-179/2022 

Seite 3 

1. For the account mentioned above, please provide the following:  

1.1. Identification (first name, last name, address, date of birth, ID number/passport 

number) of all the account holder(s), the beneficial(s) owner(s) and/or the autho-

rized person(s), signatory(ies) in the relevant period. 

1.2. a copy of the following documents: 

1.2.1. Account opening form(s) (incl. Form A or other documents assessing the 

beneficial ownership) during the relevant period; 

1.2.2. Identification documents of the persons mentioned under section 1.1 

above, if available; 

1.2.3. Power of attorney of the persons mentioned under section 1.1 above, if 

available; 

1.2.4. Statements of assets as of each year in the relevant period; 

1.2.5. Account statements from 1 January 2014 lo 31 December 2019; 

1.3. The closing date of the account and a copy of the closing order; 

1.4. Details of the delivery address(es) of the bank documents, if not already visible in 

the opening form; 

1.5. If an e-banking contract exists/existed, details of the authorized person(s).  

1.6. In case other bank accounts would exist at the above mentioned Bank, with the 

concerned as the holder, the beneficial owner or an authorized person, please 

provide all the information required section 1. 

A.d Mit E-Mail vom 31. März 2021 lehnte die ESTV den Antrag der ersu-

chenden Behörde, die vom Amtshilfeersuchen betroffene Person sei nicht 

vorgängig über das Amtshilfeverfahren zu informieren, mit der Begründung 

ab, diese sei bereits entsprechend informiert worden. Mit E-Mail vom 6. Ap-

ril 2021 teilte die ersuchende Behörde der ESTV mit, dass das ordentliche 

Verfahren mit Notifikation eingeleitet werden könne.  

A.e Mit Editionsverfügung vom 7. April 2021 teilte die ESTV der CH-Bank 

mit, dass sie (die ESTV) zum Schluss komme, die Voraussetzungen ge-

mäss Art. 4 und Art. 5 MAC sowie Art. 6 des Bundesgesetzes vom 28. Sep-

tember 2012 über die internationale Amtshilfe in Steuersachen (StAhiG; 

SR 651.1) hinsichtlich des Eintretens auf besagtes Amtshilfeersuchen 

seien im vorliegenden Fall erfüllt. Mit Schreiben vom 16. April 2021 liess 

die CH-Bank im Anschluss an die Editionsverfügung der ESTV Informatio-

nen zu folgenden Konten zukommen: 

  

  A-179/2022 

Seite 4 

A Stamm-Nummer: [Nummer] 

 Vertragspartner: B._______ 

   

B Stamm-Nummer: [Nummer] 

 Vertragspartner: A._______ 

   

C Stamm-Nummer: [Nummer] (saldiert [Datum]) 

 Vertragspartner: [Kürzel], C._______ [Firma] 

 

Die ESTV betrachtet die B._______ Ltd. (nachfolgend: beschwerdeberech-

tigte Person 1) und die C._______ [Firma] (nachfolgend: beschwerdebe-

rechtigte Person 2) als im vorliegenden Verfahren beschwerdelegitimiert. 

 

A.f Mit Schreiben vom 11. August 2021 und 27. August 2021 teilte Rechts-

anwältin Dina Raewel (nachfolgend: Bevollmächtigte) der ESTV mit, sie sei 

von der betroffenen Person sowie von den beschwerdeberechtigten Per-

sonen 1 und 2 als Zustellungsbevollmächtigte in der Schweiz bestimmt 

(Art. 14 Abs. 3 StAhiG) und mit der Wahrung derer Interessen bestimmt 

worden. Des Weiteren beantragte sie namens und auftrags ihrer Mandan-

ten Akteneinsicht, welche die ESTV mit Schreiben vom 13. September 

2021 (verschlüsselter USB-Stick) gewährte. Mit Schreiben vom 24. Sep-

tember 2021 liessen die betroffene Person sowie die beschwerdeberech-

tigten Personen 1 und 2 der ESTV mitteilen, dass sie die Zustimmung zur 

Übermittlung der Informationen an die ersuchende Behörde verweigerten. 

B.  

Mit Stellungnahme vom 8. November 2021 liessen die betroffene Person 

und die beschwerdeberechtigten Personen 1 und 2 bei der ESTV diverse 

Einwände gegen die zur Übermittlung vorgesehenen Bankunterlagen er-

heben. Sie liessen insbesondere ausführen, mangels Klarheit bezüglich 

des Wohnsitzes der betroffenen Person sei Israel überhaupt nicht befugt, 

die erfragten Informationen zu ersuchen. Zudem sei bei der ersuchenden 

Behörde vor Weitergabe der ersuchten Informationen eine (detaillierte) Be-

stätigung einzuholen betreffend die Einhaltung des Subsidiaritäts- und Ge-

genseitigkeitsprinzips sowie betreffend ein eventuell bereits laufendes 

Strafverfahren gegen die betroffene Person. Weiter sei dem Amtshilfeersu-

chen zumindest in Bezug auf die Anfrage nach weiteren möglichen Bank-

konten der betroffenen Person nicht stattzugeben. 

 

  

  A-179/2022 

Seite 5 

C.  

Mit Schlussverfügung vom 13. Dezember 2021 ordnete die ESTV an, der 

ersuchenden Behörde sei mit Bezug auf die betroffene Person Amtshilfe 

zu leisten (Dispositiv Ziff. 1). Zu übermitteln seien die von der ersuchenden 

Behörde erfragten und von der CH-Bank edierten Bankkundeninformatio-

nen (vgl. Bst. A.e), worin auch die beschwerdeberechtigten Personen 1 

und 2 erscheinen. Informationen, die nicht amtshilfefähig seien und nicht 

ausgesondert werden könnten, habe die ESTV geschwärzt (Ziff. 2). Zudem 

werde die ESTV die ersuchende Behörde darauf hinweisen, dass die unter 

Ziffer 2 genannten Informationen im ersuchenden Staat nur in Verfahren 

gegen die betroffene Person und nur für den im Amtshilfeersuchen genann-

ten Sachverhalt verwertet werden dürften (Ziff. 3 Bst. a), und dass die er-

haltenen Informationen – wie die aufgrund des innerstaatlichen Rechts be-

schafften Informationen – geheim zu halten seien und nur Personen oder 

Behörden (einschliesslich Gerichte und der Verwaltungsbehörden) zu-

gänglich gemacht werden dürften, die mit der Veranlagung oder der Erhe-

bung, mit der Vollstreckung oder der Strafverfolgung oder mit der Entschei-

dung von Rechtsmitteln hinsichtlich der in Art. 4 und 5 MAC genannten 

Steuern befasst seien. Diese Personen oder Behörden dürften die Infor-

mationen nur für diese Zwecke verwenden (Ziff. 3 Bst. b).  

D.  

Gegen die Schlussverfügung der ESTV (nachfolgend: Vorinstanz) vom 

13. Dezember 2021 lassen die betroffene Person (nachfolgend: Beschwer-

deführer 1) und die beschwerdeberechtigten Personen 1 und 2 (nachfol-

gend Beschwerdeführerin 2 und 3) (nachfolgend insgesamt: Beschwerde-

führende) am 13. Januar 2022 beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde erheben. Sie beantragen, die Schlussverfügung der ESTV sei 

aufzuheben, eventualiter sei der Fall zur weiteren Abklärung an die ESTV 

zurückzuweisen. Den Beschwerdeführenden seien keine Kosten aufzuer-

legen, und es sei ihnen eine Parteientschädigung zuzusprechen; eine ent-

sprechende Honorarnote werde auf entsprechende Aufforderung hin zu 

den Akten gegeben.  

E.  

Mit Vernehmlassung vom 5. April 2022 schliesst die Vorinstanz auf kosten-

pflichtige Abweisung der Beschwerde. 

F.  

Mit Stellungnahme vom 19. April 2022 halten die Beschwerdeführenden an 

ihren Anträgen und an ihrem Standpunkt fest.  

  A-179/2022 

Seite 6 

Auf die Parteivorbringen und die eingereichten Akten wird nachfolgend in-

soweit eingegangen, als sie für das vorliegende Urteil entscheidwesentlich 

sind. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das vorliegende Amtshilfeersuchen vom 17. März 2021 stützt sich auf 

das MAC. Dieses hält in seinem Art. 21 Abs. 1 ausdrücklich fest, dass die 

Rechte und Sicherheiten, die Personen durch das Recht oder die Verwal-

tungspraxis des ersuchten Staates gewährt werden, nicht berührt werden. 

Die Schweiz ist also explizit befugt, ihr innerstaatliches Verfahren durchzu-

führen, um zu entscheiden, ob dem ersuchenden Staat Amtshilfe zu leisten 

ist. 

Das entsprechende Verfahren richtet sich nach dem StAhiG (Art. 1 Abs. 1 

Bst. b StAhiG, Art. 24 StAhiG e contrario), soweit das MAC keine abwei-

chenden Bestimmungen enthält (Art. 1 Abs. 2 StAhiG). Gemäss Art. 19 

Abs. 5 StAhiG gelten die Bestimmungen über die Bundesrechtspflege, so-

weit das StAhiG keine abweichenden Bestimmungen aufstellt. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Bundes-

gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, 

SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge-

setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 

SR 172.021). Zu den beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbaren Verfü-

gungen gehören auch Schlussverfügungen der ESTV im Bereich der inter-

nationalen Amtshilfe in Steuersachen (vgl. Art. 32 VGG e contrario sowie 

Art. 19 Abs. 1 und 5 StAhiG). Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungs-

gerichts zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde ist somit gegeben. 

1.3 Gemäss vorliegendem Amtshilfeersuchen führt die ersuchende Be-

hörde eine Untersuchung in Bezug auf den Beschwerdeführer 1 durch. 

Dieser ist damit eine vom Amtshilfeersuchen formell betroffene Person und 

hat zudem am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen. Die von der CH-

Bank edierten Unterlagen beinhalten zudem Kontoinformationen bezüglich 

der Beschwerdeführerinnen 2 und 3. Diese sind daher vom Amtshilfeersu-

chen materiell betroffen und zudem Adressatinnen der angefochtenen Ver-

fügung. Aufgrund des Gesagten sind die Beschwerdeführenden zur Be-

schwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 StAhiG). 

  A-179/2022 

Seite 7 

1.4 Die Beschwerde wurde überdies form- und fristgerecht eingereicht 

(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 19 Abs. 5 StAhiG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführenden können neben der 

Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen 

oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

(Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c 

VwVG). 

2.  

2.1 Sowohl Israel als auch die Schweiz sind Vertragsparteien des MAC, 

worauf sich das vorliegende Amtshilfeersuchen vom 17. März 2021 stützt. 

Unter anderem ist in diesem Staatsvertrag die Leistung von Amtshilfe auf 

Ersuchen vorgesehen (Art. 5 MAC). 

2.2 Gemäss Art. 5 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 MAC erteilt der 

ersuchte Staat auf Ersuchen des anderen Staates letzterem alle Informati-

onen, die für die Anwendung beziehungsweise Durchsetzung seines inner-

staatlichen Rechts betreffend die unter das MAC fallenden Steuern voraus-

sichtlich erheblich sind. In Bezug auf die unter das MAC fallenden Steuern 

(Art. 2 MAC) hat die Schweiz jedoch einen Vorbehalt im Sinne von Art. 30 

Abs. 1 Bst. a MAC angebracht und leistet keine Amtshilfe hinsichtlich Steu-

ern, die unter eine der in Art. 2 Abs. 1 Bst. b Ziff. ii bis iv MAC aufgeführten 

Kategorien fallen (der Vorbehalt ist am Ende der SR 0.652.1 unter «Vorbe-

halte und Erklärungen» als Ziff. 1 publiziert). Unter anderem leistet die 

Schweiz demnach keine Amtshilfe für allgemeine Verbrauchssteuern wie 

Mehrwert- und Umsatzsteuern (Art. 2 Abs. 1 Bst. b Ziff. iii Bst. C MAC). 

2.3  

2.3.1 Nach Art. 28 Abs. 6 MAC gilt dieses Übereinkommen für die Amtshilfe 

im Zusammenhang mit Besteuerungszeiträumen, die am oder nach dem 

1. Januar des Jahres beginnen, das auf das Jahr folgt, in dem das Über-

einkommen in der durch das Protokoll von 2010 geänderten Fassung für 

eine Vertragspartei in Kraft getreten ist. Für die Schweiz ist das Überein-

kommen am 1. Januar 2017 in Kraft getreten, weshalb diese grundsätzlich 

Amtshilfe gewähren kann für Besteuerungszeiträume ab dem 1. Januar 

2018.  

  A-179/2022 

Seite 8 

2.3.2 Allerdings wird – vom Grundsatz von Art. 28 Abs. 6 MAC abweichend 

– gemäss Art. 28 Abs. 7 MAC der zeitliche Anwendungsbereich des MAC 

für Fälle im Zusammenhang mit vorsätzlichem Verhalten, das nach dem 

Strafrecht der ersuchenden Vertragspartei der strafrechtlichen Verfolgung 

unterliegt, ausgeweitet, und zwar ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens für 

eine Vertragspartei im Zusammenhang mit früheren Besteuerungszeiträu-

men oder Steuerverbindlichkeiten. Eine Einschränkung der amtshilfefähi-

gen Besteuerungszeiträume bzw. Steuerverbindlichkeiten geht aus dem 

Wortlaut von Art. 28 Abs. 7 MAC nicht hervor. Indessen hat die Schweiz 

von der Möglichkeit des Vorbehalts nach Art. 30 Abs. 1 Bst. f MAC Ge-

brauch gemacht und hat erklärt, sie wende in Fällen, in denen es einen 

Besteuerungszeitraum gebe, Art. 28 Abs. 7 MAC nur auf Amtshilfe im Zu-

sammenhang mit Besteuerungszeiträumen an, die am oder nach dem 

1. Januar des dritten Jahres vor dem Jahr beginnen, in dem das Überein-

kommen für eine Vertragspartei in Kraft getreten ist (vgl. Urteil des BVGer 

A-6857/2019 vom 13. Dezember 2019 E. 3.1.5). 

2.3.3 Damit Amtshilfe geleistet werden kann, muss das Amtshilfeabkom-

men für beide Parteien anwendbar sein (vgl. Botschaft vom 5. Juni 2015 

zur Genehmigung des Übereinkommens des Europarats und der OECD 

über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen und zu seiner Umsetzung 

[Änderung des Steueramtshilfegesetzes]; nachfolgend: Botschaft zum 

Übereinkommen; BBl 2015 5585 5619 f.).  

Für die Schweiz ist das Übereinkommen am 1. Januar 2017 in Kraft getre-

ten, für Israel am 1. Dezember 2016. Unter Berücksichtigung der Bestim-

mungen von Art. 30 Abs. 1 Bst. f MAC (vgl. E. 2.3.2) kann somit in Fällen 

von gestützt auf Art. 28 Abs. 7 MAC erfolgten Amtshilfeersuchen ab dem 

1. Januar 2014 Amtshilfe geleistet werden (vgl. Urteil des BVGer 

A-6857/2019 vom 13. Dezember 2021 E. 3.1.5).  

2.4 Gemäss Art. 18 Abs. 1 MAC muss ein Ersuchen um Informationen, so-

weit erforderlich, Angaben über jene Behörde oder Stelle enthalten, von 

der das durch die zuständige Behörde gestellte Ersuchen ausgeht (Bst. a), 

sowie Namen, Anschrift oder alle sonstigen Angaben, welche die Identifi-

zierung der Personen, derentwegen das Ersuchen gestellt wird, ermögli-

chen (Bst. b). Weiter hat die ersuchende Behörde anzugeben, in welcher 

Form sie die Informationen, um die sie ersucht, erhalten möchte (Bst. c) 

bzw. Angaben zu machen über die Art und den Gegenstand von Schriftstü-

cken, um deren Zustellung ersucht wird (Bst. e). Schliesslich hat das Ersu-

  A-179/2022 

Seite 9 

chen Angaben darüber zu enthalten, ob es dem Recht und der Verwal-

tungspraxis des ersuchenden Staates entspricht (Bst. f) und ob der ersu-

chende Staat alle angemessenen und nach seinem Recht oder seiner Ver-

waltungspraxis zur Verfügung stehenden Massnahmen ausgeschöpft hat, 

es sei denn, das Zurückgreifen auf diese Massnahmen würde unverhält-

nismässig grosse Schwierigkeiten mit sich bringen (Bst. f i.V.m. Art. 21 

Abs. 2 Bst. g MAC). Zudem ist das Amtshilfeersuchen in einer der Amts-

sprachen der OECD und des Europarats oder einer von den betreffenden 

Vertragsparteien zweiseitig vereinbarten Sprache abzufassen (Art. 25 

MAC). 

Die ähnlich lautenden Voraussetzungen gemäss Art. 6 Abs. 1 und 2 StAhiG 

treten hinter diese Bestimmungen des MAC grundsätzlich zurück (Art. 1 

Abs.  2 StAhiG; zum Ganzen: Urteile des BVGer A-4300/2021 vom 13. Juli 

2022 E. 4.3, A-3576/2020 vom 1. März 2021 E. 2.2.6). 

2.5 Die nachfolgend erwähnte Rechtsprechung betreffend die Leistung von 

Amtshilfe auf Ersuchen gestützt auf ein Doppelbesteuerungsabkommen, 

kann für das MAC insoweit übernommen werden, als die entsprechenden 

Bestimmungen unter rechtswesentlichen Aspekten inhaltlich vergleichbar 

sind (vgl. Urteil des BVGer A-3576/2020 vom 1. März 2021 E. 2.2.2). 

2.5.1 Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit 

bildet der Grundsatz, wonach – ausser bei offenbarem Rechtsmissbrauch 

oder bei berechtigten Fragen im Zusammenhang mit den in Art. 7 StAhiG 

genannten Konstellationen – prinzipiell kein Anlass besteht, an Sachver-

haltsdarstellungen und Erklärungen (wie etwa jene, das Subsidiaritätsprin-

zip sei eingehalten worden) anderer Staaten zu zweifeln (sog. völkerrecht-

liches Vertrauensprinzip; BGE 144 II 206 E. 4.4, 142 II 218 E. 3.3, 142 II 

161 E. 2.1.3 f.). Auf diesem Vertrauen gründet letztlich das ganze Amtshil-

feverfahren. Dementsprechend ist die ESTV an die Darstellung des Sach-

verhalts im Ersuchen insoweit gebunden, als diese nicht wegen offensicht-

licher Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet werden kann 

(BGE 139 II 451 E. 2.2.1; Urteile des BVGer A-5383/2019 vom 24. Novem-

ber 2020 E. 2.4). Gleiches gilt für die vom ersuchenden Staat abgegebe-

nen Erklärungen (BGE 142 II 218 E. 3.3; Urteile des BVGer A-2664/2020 

vom 26. Januar 2021 E. 6.1.1 f., A-105/2020 vom 22. Januar 2021 E. 2.3.1, 

A-4228/2018 vom 26. August 2019 E. 2.2; vgl. zum Ganzen: Urteil des 

BVGer A-3576/2020 vom 1. März 2021 E. 2.2.5). 

  

  A-179/2022 

Seite 10 

2.5.2  

2.5.2.1  Als zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen 

Rechts voraussichtlich erheblich gelten Informationen, die für den ersu-

chenden Staat notwendig sind, um eine in diesem Staat steuerpflichtige 

Person dort korrekt zu besteuern (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1., 141 II 436 

E. 4.4.3; Urteile des BVGer A-4228/2018 vom 26. August 2019 

E. 2.4, A-4592/2018 vom 21. März 2019 E. 3.1.2).  

Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, wenn im 

Zeitpunkt der Einreichung des Amtshilfeersuchens eine vernünftige Mög-

lichkeit besteht, dass sich die verlangten Informationen als erheblich erwei-

sen werden (BGE 144 II 206 E. 4.3, 143 II 185 E. 3.3.2; Urteil 

des BVGer A-2676/2017 vom 3. April 2019 E. 3.3.1). Keine Rolle spielt, ob 

sich diese Informationen letzten Endes als nicht erheblich herausstellen 

sollten (vgl. BGE 144 II 206 E. 4.3, 142 II 161 E. 2.1.1).  

2.5.2.2 Ob eine Information tatsächlich erheblich ist, kann in der Regel nur 

der ersuchende Staat abschliessend feststellen. Die Rolle des ersuchten 

Staates bei der Beurteilung der voraussichtlichen Erheblichkeit beschränkt 

sich somit darauf, zu überprüfen, ob die vom ersuchenden Staat verlangten 

Informationen und Dokumente einen Zusammenhang mit dem im Ersu-

chen dargestellten Sachverhalt haben und ob sie möglicherweise dazu ge-

eignet sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu werden (BGE 145 II 

112 E. 2.2.1). Vor diesem Hintergrund darf der ersuchte Staat Auskünfte 

– mit der Begründung, dass die verlangten Informationen nicht «voraus-

sichtlich erheblich» im Sinne von Art. 4 Abs. 1 MAC seien – nur verweigern, 

wenn ein Zusammenhang zwischen den verlangten Angaben und der im 

ersuchenden Staat durchgeführten Untersuchung wenig wahrscheinlich 

bzw. unwahrscheinlich erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer 

A-2664/2020 vom 26. Januar 2021 E. 6.2, A-5695/2018 vom 22. April 2020 

E. 3.3.1 f., A-4218/2017 vom 28. Mai 2018 E. 2.3.1).  

In letzterem Sinne ist auch Art. 17 Abs. 2 StAhiG zu verstehen, wonach 

Informationen, welche voraussichtlich nicht erheblich sind, nicht übermittelt 

werden dürfen und von der ESTV auszusondern oder unkenntlich zu ma-

chen sind (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer A-5383/2019 vom 24. No-

vember 2020 E. 2.2.3, A-4163/2019 vom 22. April 2020 E. 3.1.3 f.). Auch 

wenn damit die «Hürde der voraussichtlichen Erheblichkeit» gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung nicht sehr hoch ist (BGE 145 II 112 

E. 2.2.1; zum Ganzen: BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil 

des BVGer A-4167/2020 und A-4169/2020 vom 18. Januar 2021 E. 6.3), 

http://links.weblaw.ch/BVGer-A-4228/2018
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-4592/2018
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-2676/2017

  A-179/2022 

Seite 11 

so ist sie dennoch vorhanden und zu beachten (zum Ganzen: Urteile des 

BVGer A-4588/2018 vom 22. Juli 2019 E. 3.4.3, A-2830/2018 vom 17. Sep-

tember 2018 E. 3.1). 

2.5.2.3 Bei der Beurteilung, ob die verlangten Informationen voraussicht-

lich erheblich sind, hat der ersuchte Staat nicht die Anwendung des inner-

staatlichen Verfahrensrechts des ersuchenden Staates zu prüfen. Es ge-

nügt, dass die Informationen möglicherweise geeignet sind, um im auslän-

dischen Verfahren verwendet zu werden. Der ersuchte Staat kann die 

Frage, ob das Steuerverfahren im Ausland begründet ist, nur einer Plausi-

bilitätskontrolle unterziehen. Auch hat er nicht zu prüfen, ob prozedurale 

Hindernisse – in Anwendung des internen Rechts des ersuchenden Staa-

tes – der Verwendung der erhaltenen Informationen entgegenstehen könn-

ten. Eine solche Herangehensweise wäre im Kontext der internationalen 

Zusammenarbeit und mit Blick auf die Besonderheiten jedes nationalen 

Verfahrensrechts nicht haltbar. Der ersuchte Staat verfügt im Übrigen nicht 

über die notwendigen Grundlagen, um die Korrektheit der Vorbringen der 

betroffenen steuerpflichtigen Person in Bezug auf die Prozessregeln des 

ersuchenden Staates zu prüfen (zum Ganzen: BGE 144 II 206 E. 4.3 zwei-

ter Absatz m.w.H; Urteil des BVGer A-2324/2021 vom 26. Oktober 2022 

E. 2.5.3).  

2.5.3 Nach dem in Art. 21 Abs. 2 Bst. g MAC statuierten Subsidiaritätsprin-

zip muss der ersuchende Vertragsstaat, bevor er ein Amtshilfeersuchen 

stellt, alle angemessenen und nach seinem Recht oder seiner Verwal-

tungspraxis zur Verfügung stehenden Massnahmen ausgeschöpft haben, 

es sei denn, das Zurückgreifen auf diese Massnahmen würde unverhält-

nismässig grosse Schwierigkeiten mit sich bringen (vgl. auch Urteil des 

BVGer A-2725/2019 vom 25. Februar 2020 E. 2.6.1). 

2.5.4  

2.5.4.1 Gemäss Art. 21 Abs. 2 Bst. c MAC ist die Schweiz als ersuchter 

Staat nicht verpflichtet, Informationen zu erteilen, die nach seinem eigenen 

Recht oder seiner eigenen Verwaltungspraxis oder nach dem Recht des 

ersuchenden Staates oder dessen Verwaltungspraxis nicht beschafft wer-

den können. Das Prinzip der Reziprozität bezieht sich somit nicht bloss auf 

die Möglichkeit, im jeweils anderen Staat ein Amtshilfeersuchen stellen zu 

können, sondern es beinhaltet auch die Erhältlichkeit der Informationen in 

einem innerstaatlichen Verfahren. 

  A-179/2022 

Seite 12 

In der Praxis ist es jedoch häufig schwierig zu ermitteln, ob der um Amts-

hilfe ersuchende Staat nach seinem Recht die fraglichen Informationen be-

schaffen könnte bzw. Amtshilfe leisten dürfte, weshalb das OECD-Amtshil-

femusterabkommen vorsieht, dass der ersuchende Staat mit dem Amtshil-

feersuchen eine entsprechende Bestätigung abgeben muss. Liegt eine 

entsprechende Bestätigung des ersuchenden Staates vor, darf der um 

Amtshilfe ersuchte Staat aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprin-

zips die Gewährung von Amtshilfe wegen fehlender Reziprozität nur dann 

ablehnen, wenn er Gründe dafür hat, dass die abgegebene Erklärung klar-

erweise unzutreffend ist (zum Ganzen: Urteil des BGer 2C_646/2017 vom 

9. April 2018 E. 2.1 und E. 2.4; Urteil des BVGer A-2725/2019 vom 

20. Februar 2020 E. 2.7).  

2.5.5  

2.5.5.1 Gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts bedeu-

tet das Spezialitätsprinzip, dass der ersuchende Staat die vom ersuchten 

Staat erlangten Informationen einzig in Bezug auf Personen oder Handlun-

gen verwenden darf, für welche er sie verlangt und für welche der ersuchte 

Staat sie gewährt hat (vgl. Urteile des BVGer A-1502/2020 vom 17. August 

2021 E. 2.2.2, A-1348/2019 vom 3. März 2020 E. 4.5.1 [vom BGer mit Ur-

teil 2C_253/2020 vom 13. Juli 2020 bestätigt], A-108/2018 vom 13. Feb-

ruar 2020 E. 10.1 und A-5047/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.5 [vom BGer 

mit Urteil 2C_540/2019 vom 22. Mai 2019 bestätigt]). Das Bundesgericht 

hat in BGE 147 II 13 festgehalten, dass die Verwendungsbeschränkung 

gemäss Art. 26 Abs. 1 aDBA CH-USA ihren Zweck – den Schutz der Sou-

veränität des ersuchten Staats und die korrekte Allokation der Verantwor-

tung für Grundrechtseingriffe unter den Vertragsstaaten – nur erreichen 

könne, wenn ihr nicht nur eine sachliche, sondern auch eine persönliche 

Dimension zuerkannt werde. Deshalb dürfe der ersuchende Staat die nach 

Art. 26 Abs. 1 aDBA CH-USA übermittelten Informationen nicht gegenüber 

Personen verwenden, die von seinem Ersuchen nicht betroffen waren (vgl. 

dazu ausführlich E. 3.1 ff. des genannten Urteils sowie zur Auseinander-

setzung mit den von der ESTV vorgebrachten Argumenten insbesondere 

E. 3.6; Urteil des BGer 2C_545/2019 vom 13. Juli 2020 E. 4.7 m.w.H.). 

2.5.5.2 Gemäss dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung – welche 

grundsätzlich auch auf das vorliegend relevante MAC  anwendbar ist (vgl. 

E. 2.5) – ist es angezeigt, dass die Vorinstanz die ersuchende Behörde 

anlässlich der Übermittlung der ersuchten Informationen über den Umfang 

der Verwendungsbeschränkung informiert (vgl. BGE 147 II 13 E. 3.7; Urteil 

  A-179/2022 

Seite 13 

des BGer 2C_545/2019 vom 13. Juli 2020 E. 4.7; Urteil des BVGer A-

3576/2020 vom 1. März 2021 E. 3.2.6).  

2.6 Zum Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundes-

verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 

(SR 101; nachfolgend: BV) gehört, dass die Behörde die Vorbringen der 

Verfahrensbeteiligten tatsächlich hört, prüft und in ihrer Entscheidfindung 

berücksichtigt. Damit hängt die Pflicht der Behörde zusammen, ihre Verfü-

gung zu begründen, da sich meist nur anhand der Begründung feststellen 

lässt, ob die Behörde ihrer Prüfungs- und Berücksichtigungspflicht nach-

gekommen ist. Die Begründungspflicht soll verhindern, dass sich die ver-

fügende Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und soll den Be-

troffenen ermöglichen, eine Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzu-

fechten. Die sachgerechte Anfechtung einer Verfügung ist nur dann mög-

lich, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz ein 

Bild über deren Tragweite machen können. Deshalb müssen in jedem Fall 

kurz die wesentlichen Überlegungen angeführt werden, von denen sich die 

zuständige Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihre Verfügung stützt. 

Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-

ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-

lich widerlegt (zum Ganzen statt vieler BGE 136 I 184 E. 2.2.1 und Urteil 

des BVGer A-4588/2018 vom 22. Juli 2019 E. 2.3 mit Hinweisen). 

3.  

Im vorliegenden Fall ist streitig, ob und wie im Rahmen des Amtshilfever-

fahrens sicherzustellen ist, dass prozessuale Grundrechte, welche im Rah-

men des Steuerstrafverfahrens Anwendung finden, nicht verletzt werden. 

In diesem Zusammenhang ist zudem streitig, ob die Vorinstanz die ange-

fochtene Schlussverfügung ausreichend begründet hat bzw. ihre Begrün-

dungsflicht verletzt hat. Die Beschwerdeführenden rügen weiter eine Ver-

letzung des Erhältlichkeits- und Gegenseitigkeitsprinzips sowie, dass die 

Vorinstanz die Rechtsgüterabwägung zwischen dem Interesse des ersu-

chenden Staates an einer korrekten Steuerveranlagung und dem Recht 

der Beschwerdeführenden auf Privatsphäre gemäss Art. 8 der Konvention 

vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-

heiten (SR 0.101; nachfolgend: EMRK) nicht vorgenommen habe. 

Schliesslich habe die Vorinstanz den Grundsatz des fairen Verfahrens ver-

letzt, indem sie die ersuchende Behörde nicht darauf hingewiesen habe, 

dass das Subsidiaritätsprinzip verletzt sei. 

  A-179/2022 

Seite 14 

Zurecht nicht im Streit liegt dagegen, dass die formellen Voraussetzungen, 

denen ein Amtshilfeersuchen gemäss Art. 18 Abs. 1 MAC zu genügen hat, 

vorliegend erfüllt sind (vgl. Sachverhalt Bst. A.a, A.b, A.c, E. 2.4). 

3.1  

3.1.1 Die Beschwerdeführenden machen eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs gemäss Art. 29 Abs. 2 BV geltend mit der Begründung, die  

Vorinstanz habe sich zu wenig vertieft mit der grundlegenden Rechtsfrage 

auseinandergesetzt, wie im Rahmen eines Steueramtshilfeverfahrens si-

chergestellt werden könne, dass nicht gleichzeitig prozessuale Grund-

rechte, welche im Rahmen eines Steuerstrafverfahrens Anwendung finden, 

verletzt würden. Angesichts der Wichtigkeit dieser Grundsatzfrage wäre 

eine detailliertere Auseinandersetzung mit der Materie geboten gewesen 

(Rz. 16 der Beschwerde). 

3.1.2 In der angefochtenen Schlussverfügung (S. 5 und 6) und im Übrigen 

danach auch in der Vernehmlassung (S. Rz. 16 ff.) stellt die Vorinstanz die 

entscheidwesentlichen Faktoren hinlänglich dar und würdigt diese auch 

entsprechend, wodurch sie deren sachgerechte Anfechtung ermöglicht. 

Schliesslich ist anzuführen, dass die Vorinstanz – entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführenden – nicht pauschal auf das völkerrechtliche Vertrau-

ensprinzip verwiesen hat, sondern in der Schlussverfügung klar darlegte, 

weshalb vorliegend von diesem Prinzip nicht abzuweichen ist (Schlussver-

fügung S. 5, 6 und 8). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist vorlie-

gend daher insofern zu verneinen. 

3.2  

3.2.1 Die Beschwerdeführenden bringen vor, dass auch im internationalen 

Steuerrechtsverhältnis den Verfahrensgrundsätzen des allgemeinen Straf-

rechts Rechnung zu tragen sei, wobei jeweils klar zwischen einem Nach-

steuerverfahren und einem Steuerstrafverfahren zu unterscheiden sei. Da-

mit stellten sich nicht zuletzt auch im Rahmen der Amtshilfe immer auch 

Fragen zum Beweisverwertungsverbot. Mit Blick auf Art. 6 EMRK könnten 

daher Beweismittel aus dem Nachsteuerverfahren unter bestimmten Um-

ständen nicht im Rahmen eines Steuerstrafverfahrens verwendet werden 

(Rz. 13 und Rz. 14 der Beschwerde). Die Vorinstanz hätte von der ersu-

chenden Behörde eine explizite Zusicherung verlangen müssen, dass letz-

tere die Informationen, welche sie im Rahmen eines Amtshilfeübereinkom-

mens gegebenenfalls erhalten würde, unter Wahrung von rechtsstaatlich 

gebotenen Massnahmen auch im Rahmen einer steuerstrafrechtlichen Un-

tersuchung hätte herausverlangen können (Rz. 18 der Beschwerde). 

  A-179/2022 

Seite 15 

3.2.2 Den Ausführungen der Beschwerdeführenden, die in Art. 6 EMRK 

verankerten (straf-)prozessualen Grundrechte seien auch im Rahmen von 

Amtshilfeverfahren zu berücksichtigen (Rz. 14 der Beschwerde), ist nicht 

zu folgen. Gemäss Rechtsprechung ist die Anwendung der strafprozessu-

alen Verfahrensgarantien von Art. 6 EMRK für das Amtshilfeverfahren 

grundsätzlich abzulehnen (Urteil des BVGer A-1883/2021 vom 22. Februar 

2022 E. 4.8.2). Denn die vom ersuchten Staat durchgeführte Prüfung be-

inhaltet keine Untersuchung der Schuld oder Unschuld der betroffenen 

Person, sondern erfasst nur die Einhaltung der formellen Bedingungen der 

Amtshilfe. Personen, die im ersuchenden Staat jeweils angeklagt werden, 

können sich in einem allfälligen Strafverfahren nach dem Recht des ersu-

chenden Staats verteidigen und bspw. geltend machen, das Ersuchen der 

zuständigen Behörde bzw. die Informationsübermittlung durch die ESTV 

sei im Lichte dieser strafrechtlichen Verfahrensgarantien rechtswidrig ge-

wesen (BGE 139 II 404 E. 6). Damit hat vorliegend der Sachrichter in Israel 

die entsprechende Beweiswürdigung vorzunehmen und allenfalls das von 

den Beschwerdeführenden vorgebrachte Beweisverwertungsverbot zu 

prüfen (Urteil des BVGer A-3004/2021 vom 12. Juli 2022 E. 4.4.3.2). 

Zudem handelt es sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung beim 

Amtshilfeverfahren um ein Verwaltungsverfahren besonderer Art, welches 

sich lediglich auf die Übermittlung von Informationen und Unterlagen be-

zieht, die sich in der Verfügungsgewalt von Dritten befinden. Die von den 

Unterlagen betroffenen Personen müssen dabei weder selber Informatio-

nen oder Unterlagen liefern, noch sind sie von weiteren Mitwirkungspflich-

ten betroffen, weshalb die Anwendung der strafprozessualen Garantien 

von Art. 6 EMRK für das Verfahren im ersuchten Staat grundsätzlich abzu-

lehnen ist (BGE 139 II 404 E. 6).  

3.2.3  

3.2.3.1 Im vorliegenden Amtshilfeersuchen beantragte die ersuchende Be-

hörde Informationen zu Kontoverbindungen des Beschwerdeführers 1 bei 

einer Bank in der Schweiz, um die Höhe seiner im ersuchenden Staat ge-

schuldeten Steuer zu ermitteln, sowie für ein eventuelles steuerstrafrecht-

liches Verfahren (vgl. Sachverhalt Bst. A.c). Eine allfällige Verwendung der 

ersuchten Informationen in einem Steuerstrafverfahren ist im Rahmen des 

MAC vorgesehen (Art. 22 Abs. 2 MAC, Art. 27 Abs. 8 MAC) und daher 

auch grundsätzlich zulässig.  

  

  A-179/2022 

Seite 16 

3.2.3.2 Allerdings müssen die ersuchende und die ersuchte Behörde je-

weils das Spezialitätsprinzip beachten, wonach die ersuchende Behörde 

die von der ersuchten Behörde verlangten Informationen einzig für Zwecke 

verwenden darf, für welche sie verlangt und gewährt wurden (vgl. 

E. 2.5.5.1). In ihrem Amtshilfeersuchen erklärte die ersuchende Behörde, 

die erhaltenen Informationen geheim zu halten und ausschliesslich für die 

gemäss MAC vorgesehenen Zwecke zu nutzen (vgl. Sachverhalt Bst. A.c). 

Aufgrund des in der internationalen Zusammenarbeit geltenden völker-

rechtlichen Vertrauensprinzips (vgl. E. 2.5.1) besteht prinzipiell kein An-

lass, an Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln. Vorliegend sind keine 

offensichtlichen Fehler, Lücken oder Widersprüche aktenkundig, aufgrund 

derer vorgenannte Erklärung sofort entkräftet werden würde, weshalb an 

dieser nicht zu zweifeln ist.  

3.2.3.3 Schliesslich weist die Vorinstanz im Dispositiv ihrer Schlussverfü-

gung (vgl. Sachverhalt Bst. 0) die ersuchende Behörde an, die ersuchten 

Informationen dürften nur für den im Amtshilfeersuchen genannten Sach-

verhalt verwertet werden und seien zudem geheim zu halten. Damit kommt 

die Vorinstanz der Informationspflicht betreffend den Verwendungszweck 

nach, die vom Bundesgericht in seiner neueren Rechtsprechung postuliert 

wird (vgl. E. 2.5.5.2).  

3.2.4 Aufgrund des vorstehend Ausgeführten ist dem Einwand der Be-

schwerdeführenden betreffend Verletzung strafprozessualer Rechte und 

deren Ausführungen zum Nach- und Steuerstrafverfahren nicht zu folgen. 

Das Einholen der erwähnten Zusicherung (vgl. E. 3.2.1) bei den ersuchen-

den Behörden ist daher nicht angezeigt. Dies gilt umso mehr, als gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung (Urteil BGer 2C_780/2018 vom 

1. Februar 2021 E. 3.7.2) zum Abkommen vom 26. Februar 2010 zwischen 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich der Nieder-

lande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern 

vom Einkommen (DBA CH-NL; SR 0.672.963.61) sogar Informationen im 

Rahmen eines Amtshilfeverfahrens übermittelt werden, welche aus-

schliesslich – und nicht wie vorliegend (möglicherweise) auch – der steu-

errechtlichen Sanktionierung dienen. Diese Rechtsprechung ist grundsätz-

lich auch auf das vorliegend relevante MAC anwendbar (vgl. E. 2.5). 

  

  A-179/2022 

Seite 17 

3.3  

3.3.1 Die Beschwerdeführenden beanstanden weiter, die Vorinstanz habe 

sich mit dem Einwand betreffend die Verletzung des Erhältlichkeits- und 

Gegenseitigkeitsprinzip nicht ernsthaft auseinandergesetzt. Angesichts 

des Umstands, dass die ersuchende Behörde Informationen verlange, die 

sie u.a. auch in einem Strafverfahren geltend machen könnte, hätte diese 

substantiiert darlegen müssen, wie und ob unter Beachtung von strafpro-

zessualen Minimalrechten solche Informationen in Israel überhaupt hätten 

erhältlich gemacht werden können. Ein wie vorliegend pauschaler Verweis 

der Vorinstanz auf das völkerrechtliche Vertrauensprinzip sei nicht hinrei-

chend, und eine Rückfrage bei der ersuchenden Behörde hätte sich aufge-

drängt (Rz. 19 und 20 der Beschwerde). Indem die Vorinstanz die ersu-

chende Behörde nicht mit dem bereits im Vorverfahren geltend gemachten 

Einwand konfrontiert habe, das Erhältlichkeits- und Gegenseitigkeitsprinzip 

sei verletzt, habe diese den Grundsatz des fairen Verfahrens verletzt, wes-

halb keine Amtshilfe zu leisten sei bzw. der Fall zur weiteren Abklärung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen sei (Rz. 22 der Beschwerde). 

3.3.2 In ihrer Schlussverfügung (S. 7 bis 8) setzte sich die Vorinstanz aus-

führlich mit den rechtlichen Voraussetzungen zum Erhältlichkeits- und Ge-

genseitigkeitsprinzips auseinander. Betreffend den vorliegenden Fall führte 

die Vorinstanz aus, die ersuchende Behörde habe im Amtshilfeersuchen 

die Zusicherung ausgesprochen, dass es in Israel möglich wäre, die er-

suchten Informationen, wenn sie sich innerhalb der Landesgrenzen befin-

den würden, nach innerstaatlichem Recht zu beschaffen und dass daher 

das Gegenseitigkeitsprinzip gewährleistet sei. Aufgrund des völkerrechtli-

chen Vertrauensprinzips bestünden aus Sicht der Vorinstanz kein Anlass, 

an der Richtigkeit dieser Zusicherung zu zweifeln. Zudem bestehe mit 

Art. 21 Abs. 4 MAC eine gesetzliche Grundlage, welche die Erhältlichkeit 

von Bankinformationen festhalte. Aufgrund des geltenden Grundsatzes 

von Treu und Glauben zwischen den Staaten stehe es dem ersuchten 

Staat zudem nicht zu, im Rahmen der Abklärung der voraussichtlichen Re-

levanz des Ersuchens innerstaatliches Recht zu überprüfen, wobei die Vo-

rinstanz auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung verweist (Urteil des 

BGer 2C_241/2016 vom 7. April 2017 E. 5.6). Die Vorinstanz sei daher an 

die Zusicherung der ersuchenden Behörde hinsichtlich Einhaltung des Ge-

genseitigkeitsprinzips gebunden, weshalb eine diesbezügliche Rückfrage 

nicht angezeigt sei.  

  A-179/2022 

Seite 18 

3.3.3 Aufgrund des Gesagten hat sich die Vorinstanz entgegen der vorste-

henden Einwendungen der Beschwerdeführenden in ihrer Schlussverfü-

gung mit dem Einwand betreffend die Verletzung des Erhältlichkeits- und 

Gegenseitigkeitsprinzips ernsthaft auseinandergesetzt (Schlussverfügung 

S. 7 bis 8). Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt auch hier nicht 

vor. Im Weiteren sind die betreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu be-

stätigen. Im Kontext der Amtshilfe in Steuersachen besteht grundsätzlich 

kein Anlass, an der Richtigkeit und Einhaltung der Sachverhaltsdarstellung 

und an Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (vgl. zum völkerrechtli-

chen Vertrauensprinzip E. 2.5.1). Die vorgenannte Erklärung von Israel 

wird nicht sofort wegen offensichtlichen Fehlern, Lücken oder Widersprü-

chen entkräftet. Die Vorinstanz kam zu Recht zum Schluss, dass das Er-

hältlichkeits- und Gegenseitigkeitsprinzip gewahrt und dass eine Rück-

frage an die ersuchende Behörde daher nicht angezeigt ist. 

3.4  

3.4.1 Die Beschwerdeführenden wenden zudem ein, im Rahmen einer fun-

dierten Rechtsgüterabwägung hätte die Vorinstanz festlegen müssen, ob 

das Interesse des ersuchenden Staates an einer korrekten Steuerveranla-

gung das Interesse von betroffenen Personen an der Gewährleistung ihrer 

Privatsphäre gemäss Art. 8 EMRK bzw. gemäss Art. 6 Abs. 1 des Daten-

schutzgesetzes vom 19. Juni 1992 (DSG, SR 235.1) überwiege. Diese 

Rechtsgüterabwägung habe jedoch nicht stattgefunden (Rz. 15 der Be-

schwerde).  

3.4.2 Die wirtschaftlichen Verhältnisse einer Person gehören zu deren  

Privatleben, die einen Teilgehalt des Grundrechts auf Schutz der  

Privatsphäre gemäss Art. 13 BV und Art. 8 EMRK bildet. Als Einschrän-

kung dieses Grundrechts dürfen Bankkundendaten unter den Vorausset-

zungen von Art. 36 BV bzw. Art. 8 Ziff. 2 EMRK ins Ausland weitergegeben 

werden, sofern eine gesetzliche oder staatsvertragliche Grundlage sowie 

ein öffentliches Interesse bestehen. Zudem muss die entsprechende  

Massnahme dem Gebot der Verhältnismässigkeit genügen (vgl. statt vieler: 

BGE 139 II 404 E. 7.1; Urteil des BVGer A-4218/2017 vom 28. Mai 2018 

E. 2). 

3.4.3 Vorliegendes Amtshilfeersuchen stützt sich auf das MAC und somit 

auf eine staatsvertragliche Grundlage. Kommt die ersuchte Behörde bzw. 

vorliegend das Gericht im Rahmen der Überprüfung eines Amtshilfeersu-

chens zum Schluss, dass dieses den im MAC statuierten Voraussetzungen 

genügt, wird das Interesse des ersuchenden Staates an einer korrekten 

  A-179/2022 

Seite 19 

Steuerveranlagung somit gegenüber dem Interesse der betroffenen Per-

son an der Wahrung ihrer Privatsphäre als höher gewichtet und zudem die 

Verhältnismässigkeit der Massnahme bestätigt. Entgegen der Auffassung 

der Beschwerdeführenden findet also sehr wohl eine fundierte Interessen-

abwägung statt. Diese hat auch die Vorinstanz mit dem Erlass der Schluss-

verfügung vorgenommen. Spezifische private Interessen, die gegen die 

Gewährung der Amtshilfe sprechen würden, sind vorliegend nicht akten-

kundig und werden von den Beschwerdeführenden auch nicht substantiiert 

geltend gemacht.  

3.5  

3.5.1 Die Beschwerdeführenden rügen weiter, die ersuchende Behörde 

habe in ihrem Amtshilfegesuch nicht substantiiert, inwiefern dem Subsidia-

ritätsprinzip tatsächlich Genüge getan wurde. Indem die Vorinstanz die er-

suchende Behörde nicht mit dem bereits im Vorverfahren geltend gemach-

ten Einwand der Beschwerdeführenden konfrontiert habe, dass das Subsi-

diaritätsprinzip in Bezug auf die Steuerunterlagen verletzt sei, habe diese 

den Grundsatz des fairen Verfahrens verletzt, weshalb keine Amtshilfe zu 

leisten sei bzw. der Fall zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen sei (Rz. 27 der Beschwerde). 

3.5.2 In ihrer Schlussverfügung (S. 8 bis 9) setzte sich die Vorinstanz aus-

führlich mit den rechtlichen Voraussetzungen zum Subsidiaritätsprinzip 

auseinander. Betreffend den vorliegenden Fall führte die Vorinstanz aus, 

die ersuchende Behörde habe in ihrem Amtshilfeersuchen präzise und 

nachvollziehbar sämtliche Informationen zur von der Steuerprüfung be-

troffenen Person und zum dazugehörigen Sachverhalt aufgezeigt und 

habe zudem mit ihrer Erklärung dargelegt, dass sie sämtliche innerstaatli-

chen Instrumente ausgeschöpft habe. Da keine Anhaltspunkte vorlägen, 

an der Richtigkeit dieser Erklärung zu zweifeln, und da die betroffene Per-

son und die beschwerdeberechtigten Personen auch keine konkreten Ar-

gumente geltend machten, die eine Verletzung des Subsidiaritätsprinzips 

nahelegten, könne aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips nicht 

von einer Verletzung des in Art. 21 Abs. 2 Bst. g MAC statuierten Subsidi-

aritätsprinzips ausgegangen werden. Das Einholen einer zusätzlichen Be-

stätigung bei der ersuchenden Behörde sei daher nicht angezeigt.  

3.5.3 Entgegen der Rüge der Beschwerdeführenden hat sich die  

Vorinstanz in ihrer Schlussverfügung wie gezeigt mit dem Einwand betref-

fend die Verletzung des Subsidiaritätsprinzips genügend auseinanderge-

  A-179/2022 

Seite 20 

setzt. Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt nicht vor. Die Ausfüh-

rungen der Vorinstanz sind sodann zu bestätigen. Die ersuchende Behörde 

hat ausdrücklich festgehalten, ihre innerstaatlichen Mittel ausgeschöpft zu 

haben, woran nach dem völkerrechtlichen Vertrauensprinzip und unter den 

gegebenen Umständen denn auch nicht zu zweifeln ist (E. 2.5.1). Die Be-

schwerdeführenden bringen denn nichts Stichhaltiges vor, was geeignet 

wäre, Zweifel an der Erklärung der ersuchenden Behörde zu wecken. Die  

Vorinstanz kam zu Recht zum Schluss, dass das Subsidiaritätsprinzip ge-

wahrt und dass eine Rückfrage an die ersuchende Behörde nicht angezeigt 

ist. 

4.  

Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen für die in der Schlussver-

fügung vorgesehene Amtshilfeleistung erfüllt. Die Beschwerde erweist sich 

somit als unbegründet und ist vollumfänglich abzuweisen. 

5.  

5.1 Ausgangsgemäss haben die Beschwerdeführenden die auf Fr. 5'000.-

festzusetzenden Verfahrenskosten zu tragen (vgl. Art  63 Abs. 1 VwVG und 

Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in glei-

cher Höhe ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.  

5.2 Den unterliegenden Beschwerdeführenden ist keine Parteientschädi-

gung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 

VGKE e contrario). 

6.  

Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer-

sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen nur dann mit 

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesge-

richt weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet 

das Bundesgericht. 

Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite. 

  

  A-179/2022 

Seite 21 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.- werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der in derselben Höhe geleistete Kostenvorschuss wird für die 

Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter:  Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jürg Steiger Corinne Scagnet 

 

  

  A-179/2022 

Seite 22 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). 

Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der 

Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schwei-

zerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). In der 

Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung erfüllt 

ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und 

hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 

Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit-

tel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizule-

gen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 

 

  

  A-179/2022 

Seite 23 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. [Nummer]; Gerichtsurkunde)