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**Case Identifier:** 7a3c7c57-5a49-5528-a0b9-b3b3d10c5ab4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.05.2022 200 2021 865
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-865_2022-05-11.pdf

## Full Text

200 21 865 IV
KOJ/PES/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Mai 2022

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. November 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/865, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Eine erste Anmeldung bei der Invalidenversicherung (IV) für den 2001 ge-
borenen A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
erfolgte anfangs 2008 wegen eines Asperger-Syndroms (Antwortbeilage 
[AB] 2). Die IV erteilte in der Folge Kostengutsprache für medizinische 
Massnahmen (AB 7). 

Anfang Dezember 2015 ging der IV eine weitere Anmeldung zu mit dem 
Antrag um Massnahmen für die berufliche Eingliederung (AB 9). Die IV-
Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) übernahm in 
der Folge die Kosten für eine Erstabklärung von Personen mit Autismus-
Spektrum-Störungen bezüglich der Ausbildungsfähigkeit durch den 
D.________ vom 6. Juli bis 5. August 2016 (AB 23). Sodann erteilte sie 
Kostengutsprache für ein Coaching durch den D.________ im Rahmen der 
Berufsfindung vom 22. August 2016 bis 10. Mai 2017 (AB 27, 33). Vom 27. 
bis 31. März 2017 fand eine berufsspezifische Abklärung (Schnupperwo-
che) in der Abklärungsstelle E.________ im Bereich ... statt (AB 36). Mit 
Mitteilung vom 20. Juni 2017 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für 
eine erstmalige berufliche Ausbildung vom 1. August 2017 bis 31. Juli 2019 
in der Abklärungsstelle E.________ zum ... EBA (AB 41) – ab dem 2. Ok-
tober 2017 inklusive betreutem Wohnen (AB 48, 54). Im Juli 2019 schloss 
der Versicherte diese Ausbildung erfolgreich ab (AB 69 S. 12).

Mit Mitteilung vom 21. Mai 2019 gewährte die IV-Stelle Beratung und Un-
terstützung bei der Stellensuche (AB 63). Nach entsprechendem Vorbe-
scheid (AB 73) verneinte sie mit Verfügung vom 26. September 2019 einen 
Anspruch auf eine Invalidenrente (AB 80). Für die Zeit vom 21. Oktober 
2019 bis 19. Januar 2020 sprach sie einen Arbeitsversuch bei der 
F.________ AG inklusive Coaching zu (AB 88, 94).

Mit Verfügung vom 28. August 2020 schloss die IV-Stelle nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (AB 101, 105) die Arbeitsvermittlung ab. Die 
Unterstützungsmöglichkeiten seien nach elf Monaten Begleitung ausge-
schöpft (AB 107). Diese Verfügung ist unangefochten geblieben.

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B.

Mit Schreiben vom 9. November 2020 ersuchte der Versicherte, fortan ver-
treten durch den B.________, lic. iur. C.________, um berufliche Mass-
nahmen im Sinne einer EFZ-Ausbildung (AB 114). 

Mit Vorbescheid vom 11. Dezember 2020 stellte die IV-Stelle ein Nichtein-
treten auf das neue Leistungsbegehren in Aussicht (AB 115). Hiergegen 
erhob der Versicherte unter Beilage der Ergebnisse eines IQ-Tests (AB 118 
S. 3) Einwand (AB 116, 118). Nach Einholung einer Stellungnahme des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) zu den neu zugestellten Befunden 
(AB 120 S. 3 ff.) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. März 2021 auf das 
neue Leistungsbegehren nicht ein (AB 121). Diese Verfügung hob sie nach 
hiergegen erhobener Verwaltungsgerichtsbeschwerde (AB 125) mit Wie-
dererwägungsverfügung vom 20. Mai 2021 (AB 127) pendente lite auf (vgl. 
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2021, 
IV/2021/282; AB 130) und stellte mit Vorbescheid vom 14. Juli 2021 die 
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 133). Unter Beilage 
eines Berichts der psychiatrischen Dienste G.________ vom 1. September 
2021 (AB 136 S. 4 f.) erhob der Versicherte hiergegen wiederum Einwand 
(AB 136). Mit Verfügung vom 15. November 2021 wies die IV-Stelle das 
Leistungsbegehren – unter Stellungnahme zu den erhobenen Einwänden – 
ihrem Vorbescheid vom 14. Juli 2021 entsprechend ab (AB 138).

C.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, wiederum vertreten durch 
den B.________, lic. iur. C.________, am 13. Dezember 2021 Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene 
Verfügung sei aufzuheben und es seien berufliche Massnahmen zuzuspre-
chen – unter Entschädigungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2022 beantragt die Beschwerde-
gegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
15. November 2021 (AB 138). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des 
Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen im Sinne einer Neuausbil-
dung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der streitige Anspruch nach den bis 
31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). 

Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweili-
gen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, 
nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkeh-
ren (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG). Das Gesetz will die Eingliederung lediglich so 
weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend 
ist (BGE 142 V 523 E. 6.3 S. 535).

2.3 Anders als im Rentenrecht (Art. 28 Abs. 1 IVG) nennt das Gesetz 
keinen Mindestgrad der Invalidität, damit Eingliederungsmassnahmen ge-
währt werden können (BGE 116 V 80 E. 6a S. 81). Eingliederungsmass-
nahmen unterliegen jedoch den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen 
des Art. 8 Abs. 1 IVG. Eine Eingliederungsmassnahme hat somit neben 
den dort ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Not-
wendigkeit auch demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im 
engeren Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsat-
zes zu genügen. Danach muss sie unter Berücksichtigung der gesamten 
tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles in einem ange-
messenen Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel stehen. Hin-

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sichtlich der Angemessenheit lassen sich vier Teilaspekte unterscheiden, 
nämlich die sachliche, die zeitliche, die finanzielle und die persönliche An-
gemessenheit. Danach muss die Massnahme prognostisch ein bestimmtes 
Mass an Eingliederungswirksamkeit aufweisen; sodann muss gewährleistet 
sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg voraussichtlich von einer 
gewissen Dauer ist; des Weiteren muss der zu erwartende Erfolg in einem 
vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkreten Eingliederungsmass-
nahme stehen; schliesslich muss die Massnahme dem Betroffenen auch 
zumutbar sein (BGE 142 V 523 E. 2.3 S. 526).

2.4 Gemäss aArt. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht 
erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen berufli-
chen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, 
Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten 
des Versicherten entspricht. Der erstmaligen beruflichen Ausbildung 
gleichgestellt ist nach aArt. 16 Abs. 2 lit. b IVG die berufliche Neuausbil-
dung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine unge-
eignete und auf die Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen 
haben. Bei der Beurteilung, ob versicherten Personen die Fortsetzung der 
begonnenen Erwerbstätigkeit zugemutet werden kann, sind neben den 
Erwerbsaussichten auch die persönlichen Berufseignungen zu berücksich-
tigen. Nach der Rechtsprechung setzt eine Leistungsgewährung gestützt 
auf aArt. 16 Abs. 2 lit. b IVG voraus, dass der Versicherte nach Eintritt der 
Invalidität eine ungeeignete und auf Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit 
aufgenommen hat, wobei die Unzumutbarkeit unmittelbar durch das Leiden 
im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG verursacht sein muss (AHI 1998 S. 117 
E. 3b mit Hinweis; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG; heute Bundesgericht] vom 11. Juni 2003, I 93/03, E. 3.3; Bundesamt 
für Sozialversicherungen, Kreisschreiben über die Eingliederungsmass-
nahmen beruflicher Art [KSBE], gültig ab 1. Januar 2014, Rz. 3015). 

3.

3.1 Im Juli 2019 hat der Beschwerdeführer seine erstmalige berufliche 
Ausbildung zum ... EBA, für welche die Beschwerdegegnerin die invali-

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ditätsbedingten Mehrkosten (ab 2. Oktober 2017 inklusive der Kosten für 
ein betreutes Wohnen) übernommen hat, erfolgreich abgeschlossen (vgl. 
AB 41, 48, 54 und 69 S. 12). Dieser Ausbildung gingen eine umfangreiche 
Erstabklärung von Personen mit Autismus-Spektrum-Störungen bezüglich 
der Ausbildungsfähigkeit durch den D.________ inklusive einem Coaching 
und eine berufsspezifische Abklärung (Schnupperwoche) in der Ab-
klärungsstelle E.________ im Bereich ... voraus (AB 23, 27, 29, 32 ff.). 
Aufgrund dieser Abklärungen wurden alternativ der Besuch einer längeren 
Vorlehre und anschliessend eine Ausbildung zum ... EFZ oder eine Ausbil-
dung zum ... EBA oder zum ... EBA vorgeschlagen. Die gezeigten schuli-
schen Leistungen seien für den Einstieg in eine EBA-Ausbildung gut aus-
reichend, für eine Ausbildung auf 3-jährigem EFZ-Niveau – ohne vorgängi-
ge Vorlehre – eher knapp. Es wurde der Besuch einer längeren Vorlehre 
empfohlen (AB 36 S. 6). In der EBA-Ausbildung würde der Beschwerdefüh-
rer wohl schnell unterfordert sein (AB 136 S. 3). 

In der Folge unterstützte die Beschwerdegegnerin anstelle einer Vorlehre 
den direkten Einstieg in die zweijährige Attestlehre zum ... EBA in der Ab-
klärungsstelle E.________. Nach einem Jahr werde geprüft, ob die Ausbil-
dung im ersten Arbeitsmarkt weitergeführt werden könne. Falls ja, werde 
weiter geprüft, ob der Beschwerdeführer dannzumal die Voraussetzungen 
für eine dreijährige EFZ-Ausbildung erfülle. Wenn dies der Fall sei, könne 
nach dem ersten oder dem zweiten Ausbildungsjahr das Ausbildungsni-
veau entsprechend angepasst werden. Falls nicht, werde der Beschwerde-
führer trotzdem nach zwei Jahren eine abgeschlossene Ausbildung haben 
(AB 37).

3.2 Zu einer (schulischen) Unterforderung, wie im Rahmen der berufs-
spezifischen Abklärungen befürchtet (vgl. AB 36 S. 3 und AB 42 S. 2), kam 
es in der Folge nicht. Wenn der Beschwerdeführer sich vorbereiten konnte, 
lief es in der Schule gut, ansonsten war es schwieriger (AB 49; siehe auch 
AB 53 S. 9 f., AB 57 S. 12 f., AB 58 S. 12 f., AB 69 S.4 und 11 ff.). Gemäss 
Bildungsbericht zum 2. Semester empfand der Beschwerdeführer das Aus-
bildungstempo gar als zu schnell (AB 57 S. 10 Ziff. 7). Schon bald zeigte 
sich ein gutes theoretisches Wissen (inklusive dem Verstehen selbst kom-
plexer Aufgaben), aber keine brauchbare Umsetzung in die Praxis (AB 53 

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S. 6 Ziff. 1, AB 55 S. 2, AB 57 S. 9 Ziff. 2, AB 58 S. 3 und S. 7 Ziff. 1 und 2, 
AB 69 S. 4, 6 und 8). Bei produktiven Arbeiten erreichte der Beschwerde-
führer bei gut vorbereiteten seriellen Arbeiten mit intensiver Einarbeitung 
und enger Begleitung eine Leistung von ca. 80%. Bei selbständig ausge-
führten Arbeiten sank die Leistung deutlich (auf unter 30%), da sich der 
Versicherte jeweils nicht für eine Vorgehensweise habe entscheiden kön-
nen und sich in Details verloren habe (AB 69 S. 4 und 6; vgl. AB 58 S. 3 
und 7 Ziff. 1).

3.3 Gemäss RAD-Bericht von Dr. med. H.________, Fachärztin für 
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, vom 16. Juli 2019 zei-
ge der Beschwerdeführer die typische Symptomatik eines Asperger-
Syndroms: Grosses Detailwissen, Unfähigkeit, dieses praktisch und ge-
winnbringend umzusetzen, Kompliziertheit des Denkens, mangelnde Flexi-
bilität, Festhalten an eigenen Strategien, Sich-Verlieren in Details, Blocka-
den, wenn etwas nicht funktioniere, Kommunikation mit Logorrhoe und Ab-
schweifen. Dies belaste Arbeitsabläufe erheblich und schränke den Versi-
cherten in der Selbständigkeit und im Arbeitstempo ein. Führe er einfache 
serielle Arbeiten aus, so erreiche er einen recht hohen Leistungsgrad, vor 
allem, wenn er genügend auf die Arbeit vorbereitet werde. In Bereichen, die 
einen selbständigen Wissenstransfer und selbständiges Planen und Aus-
führen von Arbeiten verlangten, werde die Leistungsfähigkeit einiges tiefer 
liegen. Bei solchen Aufgaben sei der Beschwerdeführer nach wie vor auf 
Begleitung und Unterstützung angewiesen. Es sei deshalb wichtig, dass ein 
zukünftiger Arbeitgeber auf diesen Umstand vorbereitet werde (AB 68 
S. 5). Der Versicherte sei körperlich nicht beeinträchtigt. Es bestehe also 
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, wobei das Leistungspotential im freien Ar-
beitsmarkt bei einfachen seriellen Arbeiten bei 80 - 90% liege (AB 68 S. 6).

4.

4.1 Mit Schreiben vom 9. November 2020 (AB 114) ersuchte der Be-
schwerdeführer um erneute berufliche Massnahmen im Sinne einer Neu-
ausbildung auf EFZ-Niveau. Es sei davon auszugehen, dass die Ausbil-
dung als ... EBA (den es gemäss einem Schreiben seines Coachs in der 

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Privatwirtschaft so nicht gebe) angesichts der ihm attestierten guten kogni-
tiven Leistungsfähigkeit und Intelligenz der Behinderung nicht angepasst 
sei und seinen Fähigkeiten nicht entspreche. Deshalb habe er weiterhin 
Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinne einer EFZ-Ausbildung. Eine 
Lehre als ... EFZ sei im Rahmen eines Arbeitsversuchs nicht ausgeschlos-
sen worden und der Psychologe lic. phil. I.________ erachte serielle Arbei-
ten als nicht geeignet für ihn. Er könne die Konzentration nicht aufrecht 
halten, da sein Hirn nicht genug gefordert werde (AB 114 S. 2). Eine IQ-
Abklärung durch Herrn I.________ habe gezeigt, dass er in den Bereichen 
Logik und Sprachanalyse über einen IQ von 134 resp. 126 verfüge. Hinge-
gen betrage der IQ auf der Handlungsebene (exekutive Funktionen) 76. Es 
sei deshalb davon auszugehen, dass die Tätigkeit als ... für ihn ungeeignet 
resp. eine Tätigkeit, in welcher er seine kognitive/intellektuelle Stärke ein-
setzen könne, sicher geeigneter sei (AB 116 S. 1; siehe auch AB 118 S. 1). 

4.2 Mit Stellungnahme vom 15. März 2021 hielt Dr. med. H.________ 
vom RAD hierzu fest, die Intelligenztestung zeige noch einmal die grosse 
Diskrepanz zwischen den kognitiven Fähigkeiten und den exekutiven Funk-
tionen auf. Dies stehe im Einklang mit den Schwierigkeiten während der 
Ausbildung zum ... EBA. Da die Probleme vor allem im Bereich der exeku-
tiven Funktionen lägen, sei nicht davon auszugehen, dass bei einer EFZ-
Ausbildung oder bei einer Ausbildung in einem anderen beruflichen Bereich 
sich diese Problematik nicht zeige. Im Gegenteil sei davon auszugehen, 
dass bei einer Ausbildung mit höheren Anforderungen diese Probleme 
noch mehr in Erscheinung treten würden. Das Leistungsprofil habe sich 
nicht grundsätzlich verändert. Der junge Versicherte sei nach wie vor kör-
perlich gesund und zu einer 100%igen Präsenz fähig. Gehe es um einfa-
ches, serielles Arbeiten, so könne er eine Leistung von 80% erreichen. Bei 
selbständig ausgeführten Arbeiten müsse man aufgrund der Einschränkung 
in den exekutiven Funktionen von einer Leistung von bis zu 30% ausgehen 
(AB 120 S. 4).

4.3 Mit Stellungnahme vom 1. September 2021 hielten Assistenzpsy-
chologe lic. phil. I.________ und Dr. med. J.________, Fachärztin für Kin-
der- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, von den psychiatrischen 
Diensten G.________ fest, die Ausprägung des Asperger-Syndroms beim 

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Beschwerdeführer, seine weit überdurchschnittlichen kognitiven Fähigkei-
ten und seine intrinsisch hoch ausgeprägte Motivation sprächen deutlich 
gegen eine berufliche Tätigkeit, die lediglich serielles Arbeiten zum haupt-
sächlichen Inhalt habe. Der Beschwerdeführer verfüge in den verschie-
densten Bereichen über ein umfangreiches Wissen, weswegen er in einer 
Tätigkeit als ... EBA kognitiv deutlich unterfordert sein würde. Darunter 
würde seine psychische Verfassung leiden und sein Arbeitstempo durch 
innere Ablenkung weiterhin sinken, anstatt sich sukzessive weiterzuentwi-
ckeln. Menschen mit Autismus, so zeige die Erfahrung, würden schneller 
im Arbeitstempo, wenn eine hohe intrinsische Motivation vorhanden sei und 
sie ihre Spezialinteressen beruflich um- und einsetzen könnten. Eine kogni-
tive Unterforderung werde das Arbeitstempo nicht beschleunigen, sondern 
verlangsamen und die berufliche Eingliederung verhindern. Bei hoher int-
rinsischer Motivation und unter Einbezug der speziellen Interessen seien 
die Probleme im Bereich der exekutiven Funktionen bei Patienten mit 
Asperger-Syndrom weniger ausgeprägt bzw. es könne deutlich einfacher 
daran gearbeitet werden, was einen positiven Verlauf unterstütze. Eine 
Ausbildungsfähigkeit im Bereich EFZ sei klar gegeben (AB 136 S. 4 f.).

5.

5.1 Wie sich aus den gesamten Akten ergibt, entsprach und entspricht 
eine Ausbildung und Tätigkeit im Bereich der ... den Interessen des Be-
schwerdeführers (AB 29 S. 2, AB 32 S. 3, AB 36 S. 3, AB 42 S. 1, AB 90 
S. 1 [=AB 92 S. 2], AB 113 S. 3). Schon in der Schnupperwoche und dann 
auch in der Ausbildung wurde der Beschwerdeführer als sehr motiviert und 
interessiert (teilweise gar als übermotiviert, geradezu euphorisch) wahrge-
nommen (AB 36 S. 3, AB 46 S. 4 Ziff. 4, AB 53 S. 7 Ziff. 4, AB 57 S. 10 
Ziff. 4, AB 69 S. 8). Seine Einstellung zum Beruf, seine Begeisterungs-
fähigkeit und seine Lernbereitschaft entsprachen stets den Anforderungen 
(AB 46 S. 4 Ziff. 4.4, AB 53 S. 7 Ziff. 4.4, AB 57 S. 10 Ziff. 4.4, AB 58 S. 8 
Ziff. 4.4). Auch nach Abschluss der Ausbildung als ... EBA zog es den Be-
schwerdeführer im Rahmen eines Arbeitsversuchs im Bereich ... (vgl. 
AB 88, AB 90 S. 2 ff.) von Anfang an zur ... (AB 113 S. 3). 

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Die bisherige Ausbildung zum ... EBA erfolgte nach dem Dargelegten bei 
hoher intrinsischer Motivation und unter Einbezug der speziellen Interessen 
des Beschwerdeführers. Entsprechend konnte er die Ausbildung denn auch 
erfolgreich abschliessen. Eine fehlende Berufseignung oder das Vorliegen 
einer ungeeigneten Ausbildung ist damit hinsichtlich Interessenslage klar 
zu verneinen. Auch das Argument des Psychologen lic. phil. I.________, 
wonach bei hoher intrinsischer Motivation und unter Einbezug der speziel-
len Interessen die Probleme im Bereich der exekutiven Funktionen bei Pa-
tienten mit Asperger-Syndrom weniger ausgeprägt seien bzw. deutlich ein-
facher daran gearbeitet werden könne, geht damit ins Leere, waren diese 
Grundvoraussetzungen bei der bisherigen Ausbildung des Beschwerdefüh-
rers doch bereits erfüllt. Dass die Probleme im Bereich der exekutiven 
Funktionen bei einer neuen Ausbildung auf EFZ-Niveau weniger in Er-
scheinung treten dürften, erscheint damit nicht überwiegend wahrschein-
lich. Umso weniger, als sich aus den Bildungsberichten ergibt, dass der 
Beschwerdeführer schon jetzt fast zu viel theoretisches Wissen hat und er 
sein breites theoretisches Wissen dann mit instruierten Arbeitsschritten 
mischt, was oft zu einem Chaos führt (AB 53 S. 6 Ziff. 1, AB 57 S. 9 Ziff. 2). 
Entgegen der Darstellung in der Beschwerde (vgl. Beschwerde S. 4 f. 
Ziff. II und IV) gründen die Probleme bei der Umsetzung des (unstrittig gu-
ten) theoretischen Wissens des Beschwerdeführers in die Praxis nicht auf 
mangelnden manuellen Fertigkeiten (solche sind nur in Bezug auf die Pro-
bezeit und das erste Semester dokumentiert [AB 46 S. 3 Ziff. 1, AB 53 
S. 3]; anschliessend finden sich keine diesbezüglichen Einträge mehr; im 
Schlussbericht zur Ausbildung sind die Anforderungen an die Motorik viel-
mehr ohne Einschränkungen als erfüllt festgehalten [AB 69 S. 7] und im 
Schlussbericht zur Ermittlung der Arbeitsmarktfähigkeit ist zudem doku-
mentiert, dass der Versicherte gute feinmotorische Fähigkeiten gezeigt 
habe und in der Lage gewesen sei, Hand- und Fingerbewegungen auch mit 
kleinen Gegenständen oder Werkzeugen kontrolliert durchzuführen 
[AB 114 S. 10]), sondern vielmehr auf der Schwierigkeit, sich für eine Vor-
gehensweise zu entscheiden, der Unfähigkeit, sich auf den gerade anfal-
lenden Arbeitsschritt zu fokussieren sowie einem Mangel an Strategien, 
psychische Blockaden bei Fehlern zu lösen (AB 53 S. 6 Ziff. 1, AB 57 S. 9 
Ziff. 1 und 2, AB 58 S. 3 und S. 7 Ziff. 1 und 2, AB 69 S. 4, 6 und 7). Dass 
diese Probleme bei einer Ausbildung auf EFZ-Niveau weniger in Erschei-

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nung treten sollten, ist nicht nachvollziehbar. Vielmehr ist in Übereinstim-
mung mit der RAD-Ärztin Dr. med. H.________ davon auszugehen, dass 
sich diese bei einer Ausbildung mit höheren Anforderungen und damit auch 
vermehrt gefordertem selbständigem Wissenstransfer und vermehrtem 
selbständigem Planen und Ausführen von Arbeiten noch viel stärker nega-
tiv auf die Leistungsfähigkeit auswirken würden (vgl. AB 68 S. 5 f. und 
AB 120 S. 4). Dass der Beschwerdeführer intelligenzmässig unstrittig in der 
Lage ist, selbst komplexe Aufgaben zu verstehen (vgl. AB 57 S. 9 Ziff. 13, 
AB 113 S. 3 f. Ziff. 3), ändert daran nichts, besteht das Problem doch in der 
Umsetzung dieser Aufgabe (vgl. E. 3.2 vorne; AB 113 S. 3 Ziff. 3).

5.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, den Beruf ... gebe es 
in der Privatwirtschaft so nicht, womit die Erwerbsaussichten schlecht seien 
(vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. VI), kann ihm nicht gefolgt werden. ... ist ein 
anerkannter Beruf (siehe die Verordnung des Staatssekretariats für Bil-
dung, Forschung und Innovation [SBFI] vom TT. MM.JJJJ über die berufli-
che Grundbildung ... mit eidgenössischem Berufsattest [EBA; SR ...]). ... 
EBA übernehmen Aufgaben im ..., in der ... oder im ...- und .... Sie führen 
einfachere Arbeiten in der ... aus. Nach Anleitung bedienen sie ...-, ...- und 
..., auf denen Teile aus ... oder ... hergestellt werden. Ihr Arbeitsgebiet um-
fasst die ..., die ..., die ..., die ... und die ... Sie montieren auch ... zusam-
men oder führen ... aus. Die Produkte prüfen sie auf ihre Qualität 
um zu gewährleisten, dass sie den Anforderungen entsprechen (vgl. 
www.gateway.one/de-CH/berufe-von-a-z/berufsbeschreibung/....html und 
www.berufsberatung.ch/... sowie Art. 1 Abs. 2 und 3 der genannten Ver-
ordnung). Sowohl gemäss berufsberatung.ch, dem offiziellen schweizeri-
schen Informationsportal der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung, als 
auch gemäss gateway.one als national aktivem Netzwerk für die duale Be-
rufsbildung finden die meisten Berufsleute nach einer Ausbildung zum ... 
EBA eine Anstellung. 

Das Berufsbild ... EBA entspricht nach dem Dargelegten den Interessen 
und Fähigkeiten des Beschwerdeführers (vgl. E. 5.1 hiervor). Dass eine 
Tätigkeit als ... für den Beschwerdeführer aufgrund seines Leidens unge-
eignet und auf die Dauer unzumutbar wäre, wie dies Gesetz und Recht-
sprechung für einen Anspruch auf eine berufliche Neuausbildung im Sinne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/865, Seite 13

von aArt. 16 Abs. 2 lit. b IVG verlangen (vgl. E. 2.4 hiervor), trifft nicht zu. 
Weder die Erwerbsaussichten noch die persönlichen Berufseignungen las-
sen auf eine invaliditätsbedingte Unzumutbarkeit schliessen. Kommt hinzu, 
dass eine berufliche Massnahme im Sinne einer Neuausbildung nun auf 
EFZ-Niveau im Falle des Beschwerdeführers prognostisch keine Eingliede-
rungswirksamkeit aufweist, zumal davon auszugehen ist, dass sich seine 
Probleme im Bereich der exekutiven Funktionen bei Arbeiten auf EFZ-
Niveau noch viel stärker negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken (sie-
he E. 5.1 hiervor). Damit wäre ein Anspruch auf eine Neuausbildung auf 
EFZ-Niveau derzeit selbst dann zu verneinen, wenn dem Beschwerdefüh-
rer eine Tätigkeit als ... EBA auf Dauer unzumutbar wäre (vgl. E. 2.3 hier-
vor).

6.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegne-
rin vom 15. November 2021 (AB 138) nicht zu beanstanden und die dage-
gen erhobene Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/865, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, lic. iur. C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.