# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eaf7b95e-02ad-5878-b844-46c6c37c3357
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.11.2021 SB210224
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210224_2021-11-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210224-O/U/cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic. iur. Stiefel und die 

Oberrichterin lic. iur. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw Baechler 

 

Urteil vom 2. November 2021 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. ... 

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter  

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. Kloiber,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

sowie 

 

B._____,  
Privatklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

betreffend sexuelle Nötigung (Rückweisung des Schweizerischen Bundesge-
richtes)  
 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 
13. November 2017 sowie einen Beschluss des Bezirksgerichtes Zürich, 
3. Abteilung, vom 6. Juni 2018 (DG170098); Urteil des Obergerichtes des 
Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 22. Oktober 2019 (SB180143); Urteil 
des Schweizerischen Bundesgerichtes vom 11. März 2021 (6B_1370/2019) 
 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift vom 31. März 2017 (Urk. 54) der Staatsanwaltschaft Zürich – 

Sihl ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der sexuellen Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 StGB. 

2. […] 

3. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 

bis und mit heute 122 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird nicht aufge-

schoben. 

5. […] 

6. […] 

7. Die sichergestellten Gegenstände 

− Damenbekleidung (Ass.-Nr. A008'233'543), 

− Herrenunterwäsche, Marke "Calvin Klein", (Ass.-Nr. A008'233'565), 

− Bettwäsche, 1 Kissenbezug, 1 Deckenbezug, 1 Leintuch, (Ass.-Nr. 

A008'233'781) 

sind dem Beschuldigten A._____ innerhalb von zwei Monaten nach Eintritt 

der Rechtskraft herauszugeben, ansonsten sie der Lagerungsbehörde zur 

Vernichtung überlassen werden. 

8. Der Antrag betreffend Herausgabe des Eherings an den Beschuldigten 

A._____ wird abgewiesen. 

9. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigten gegenüber der Privatklägerin 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

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satzpflichtig sind. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-

satzanspruches wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses ver-

wiesen. 

10. Die Beschuldigten werden solidarisch verpflichtet, der Privatklägerin 

B._____ Fr. 12'000.– als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'200.00   Gebühr für das Vorverfahren 
Fr. 9'172.80   Auslagen (diverse Gutachten) 
Fr.  50.00   Auslagen 
Fr.  16'085.30   Entschädigung amtliche Verteidigerin des Beschuldigten 

Fr.  11'659.10   Entschädigung ehemaliger amtlicher Verteidiger des Be-
schuldigten  

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

[…]. 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._____, 

werden den Beschuldigten je zur Hälfte auferlegt. 

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung durch Rechtsanwältin lic. iur. 

X1._____ von Fr. 16'085.30 werden auf die Gerichtskasse genommen; vor-

behalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO gegenüber 

dem Beschuldigten A._____. 

14. Hinsichtlich der Kosten für die amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt 

lic. iur. X2._____ von Fr. 11'659.10 wird eine Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO gegenüber dem Beschuldigten A._____ vorbehalten. 

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Berufungsanträge im ersten Berufungsverfahren: 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 1: 

(Urk. 135 S. 1 f.; Urk. 165 S. 1, sinngemäss) 

1. In Aufhebung der Ziffern 1, 3 und 4 des vorinstanzlichen Urteils sei der 

Beschuldigte vom Vorwurf der sexuellen Nötigung freizusprechen, und 

es sei von einer Bestrafung des Beschuldigten abzusehen. Ebenso 

wenig sei er wegen einfacher Körperverletzung zu verurteilen und zu 

bestrafen. 

2. Dem Beschuldigten sei Schadenersatz in der Höhe von Fr. 36'927.-- 

auszurichten sowie eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 30'000.--, je 

zuzüglich 5 % Zins ab 1. August 2015. 

3. Ziffer 7 des angefochtenen Urteils sei zu bestätigen. 

4. Die Zivilansprüche der Privatklägerin seien abzuweisen, und die Ziffern 

9 und 10 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben. 

5. Hinsichtlich des nachträglichen Beschlusses der Vorinstanz vom 

6. Juni 2018 wird an den Anträgen gemäss Eingabe vom 21. Juni 2018 

festgehalten. 

6. Von einer hälftigen Kostenauflage an den Beschuldigten hinsichtlich 

des erstinstanzlichen Verfahrens und der Untersuchung sei abzuse-

hen, und diese Kosten seien in Abänderung von Ziffer 12 des ange-

fochtenen Urteils definitiv auf die Staatskasse zu nehmen. 

7. In Abänderung der Ziffern 13 und 14 des angefochtenen Urteils sei von 

einer Nachforderung gegenüber dem Beschuldigten hinsichtlich seiner 

Verteidigungskosten (RA X2._____ und RA X1._____) abzusehen, und 

diese Kosten seien ebenfalls definitiv auf die Staatskasse zu nehmen. 

8. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft sei abzuweisen. 

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9. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien wie die Kosten der amtli-

chen Verteidigung (inkl. MWSt) auf die Staatskasse zu nehmen. 

10. Auf die Anklageergänzung vom 15. Februar 2019 sei nicht einzutreten, 

eventualiter sei der Beschuldigte vom neuen Anklagevorwurf freizu-

sprechen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:  

(Urk. 137 S. 1 f.) 

1. Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs (Urteilsdispositiv Zif-

fer 1); 

2. Bestrafung des Beschuldigten A._____ mit einer Freiheitsstrafe von 4½ 

Jahren, abzüglich der erstandenen Haft (Urteilsdispositiv Ziff. 3); 

3. Verweigerung des bedingten Vollzugs dieser Freiheitsstrafe (Urteils-

dispositiv Ziff. 4); 

4. Im Übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils; 

5. Unter Kostenfolge des zweitinstanzlichen Verfahrens zulasten des Be-

schuldigten A._____. 

c) Der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin: 

(Prot. II S. 24 f., sinngemäss) 

1. Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs und Bestrafung des 

Beschuldigten 1 mit 4½ Jahren Freiheitsstrafe; 

2. Festhalten an der Genugtuung von Fr. 12'000.–; 

3. Festhalten am Antrag betreffend den Beschluss vom 16. Juni 2018 

über die Anwaltskosten. 

 

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Beschluss und Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich vom  
22. Oktober 2019: 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abtei-

lung, vom 13. November 2017 bezüglich der Dispositivziffern 7 und 8 (Her-

ausgabe betr. Beschuldigter 1), 10 2. Satz (Abweisung des Genugtuungs-

begehrens im Fr. 12'000.– übersteigenden Mehrbetrag), 11, 13, teilweise, 

und 14, teilweise (Kostenfestsetzung und Honorare amtliche Verteidigun-

gen) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte 1 A._____ ist schuldig  

- der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB sowie 

- der versuchten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte 1 wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 122 Ta-

ge durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte 1 gegenüber der Privatklägerin 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach solidarisch 

mit der Beschuldigten 2 schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung 

des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

4. Der Beschuldigte 1 wird (solidarisch mit der Beschuldigten 2) verpflichtet, 

der Privatklägerin B._____ Fr. 12'000.– als Genugtuung zu bezahlen. 

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5. Der Privatklägerin wird in Abänderung des Beschlusses vom 6. Juni 2018 für 

das Vorverfahren und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren keine Pro-

zessentschädigung zugesprochen. 

6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 12, 13, teilweise, und 14, teilweise) 

wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 321.75   Gutachten 

Fr. 17'450.00   amtliche Verteidigung 

Fr. 2'952.80   unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatkläge-

rin, werden dem Beschuldigten 1 auferlegt. Die Kosten der amtlichen Vertei-

digung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin werden 

auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldig-

ten 1 im Umfang der Kostenauflage bleibt vorbehalten. 

9. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 1 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl  
− die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin im Doppel für 

sich und zuhanden der Privatklägerin 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich 

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− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 
Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

10. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Urteil des Bundesgerichtes vom 11. März 2021: 

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts 

des Kantons Zürich aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an 

die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewie-

sen. 

2. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdeführer im Umfang von 

Fr. 2'000.-- auferlegt. 

3. Der Kanton Zürich hat dem Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'000.-- zu bezahlen. 

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Berufungsanträge im zweiten Berufungsverfahren: 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 1: 

(Urk. 191 S. 1 f.) 

1. A._____ sei der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen. 

2. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von höchstens zwanzig Monaten zu be-

strafen, wovon 122 Tage als durch Untersuchungshaft erstanden zu 

erklären seien. 

3. A._____ sei der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit 

von zwei Jahren zu gewähren. 

4. A._____ sei solidarisch mit der Beschuldigten 2 zu verpflichten, der 

Privatklägerin eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 8'000.-- zu bezah-

len. 

5. Die Gerichtsgebühr dieses Verfahrens sei auf Fr. 3'000.-- festzusetzen, 

die weiteren Kosten gemäss Ziffer 7 des aufgehobenen Urteils des 

Zürcher Obergerichts SB180143-O/U/cs. 

6. Die Ziffern 3, 5, 6 sowie 8 bis 10 seien analog dem Urteil des Zürcher 

Obergerichts SB180143-O/U/cs zu übernehmen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:  

(Urk. 187 S. 2) 

1. Der Beschuldigte sei der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 

Abs. 1 StGB gemäss Anklage der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 

31. März 2017 schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu bestra-

fen, abzüglich der erstandenen Haft. 

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3. Dem Beschuldigten sei der bedingte Vollzug zu verweigern. 

4. Entscheid über die Ansprüche der Privatklägerin B._____. 

5. Die Kosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

 

__________________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

 1. Gegen das mündlich eröffnete Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abtei-

lung, vom 13. November 2017 liess der Beschuldigte 1 noch vor Schranken Beru-

fung anmelden (Prot. I S. 72; Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Erhalt des begründeten 

Urteils am 27. März 2018 reichte die amtliche Verteidigung am 13. April 2018 

(Poststempel) fristgerecht die Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 

StPO ein, mit dem Antrag auf einen vollständigen Freispruch (Urk. 111; 

Urk. 108/2). Mit Präsidialverfügung vom 17. April 2018 wurde die Berufungserklä-

rung des Beschuldigten 1 der Privatklägerin und der Staatsanwaltschaft zugestellt 

und Frist für Anschlussberufung oder einen begründeten Nichteintretensantrag 

angesetzt. Zudem wurde die Privatklägerin aufgefordert, in der selben Frist mitzu-

teilen, ob sie verlange, dass dem urteilenden Gericht eine Person gleichen Ge-

schlechts angehöre und sie gegebenenfalls von dieser zu befragen sei (Urk. 112). 

Mit Eingabe vom 18. April 2018 erklärte die Staatsanwaltschaft Anschlussberu-

fung, beschränkt auf eine Erhöhung der durch die Vorinstanz ausgefällten Frei-

heitsstrafe von 4 auf die bereits vor Vorinstanz beantragten 4 ½ Jahre (Urk. 114; 

Urk. 83 S. 1 f.). Beweisanträge wurden keine gestellt. 

 2. Die Rechtsvertreterin der Privatklägerin ersuchte um eine Erstreckung der 

Frist für Anschlussberufung, worauf sie fernmündlich darauf hingewiesen wurde, 

dass gesetzliche Fristen nicht erstreckbar sind (Urk. 115 ff.). Mit Eingabe vom 

9. Mai 2018 (Poststempel) beantragte sie, es sei auf die Berufung nicht einzutre-

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ten (gemeint: abzuweisen), und die Privatklägerin sei gegebenenfalls durch eine 

Person gleichen Geschlechts anzuhören. Ausserdem sei der Privatklägerin die 

unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, da sie finanziell nicht in der Lage sei, 

die Anwalts- und Gerichtskosten zu tragen (Urk. 117). Mit Präsidialverfügung vom 

15. Mai 2018 wurde dem Beschuldigten 1 und der Privatklägerin eine Kopie der 

Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zugestellt (Urk. 119). Mit Präsidialver-

fügung vom 28. Mai 2018 wurde der Privatklägerin Frist angesetzt, um eine allfäl-

lige Mittellosigkeit darzulegen (Urk. 121), worauf sie mit Eingabe vom 15. Juni 

2018 einige Unterlagen zu ihren wirtschaftlichen Verhältnissen einreichen liess 

(Urk. 123 f.). 

 3. Mit Beschluss vom 6. Juni 2018 erliess die Vorinstanz nach Gewährung 

des rechtlichen Gehörs (unter dem Titel Berichtigung) eine Ergänzung ihres Ur-

teils vom 13. November 2017, mit einer solidarischen Verpflichtung der (beiden) 

Beschuldigten (1 und 2), der Privatklägerin für das gesamte Verfahren (gemeint: 

für das Vorverfahren und das gerichtliche Verfahren vor der ersten Instanz) eine 

Prozessentschädigung für anwaltliche Vertretung von Fr. 11'954.– zu bezahlen, 

wobei die Rechtsvertreterin der Privatklägerin mangels eines entsprechenden 

Gesuches (im Vorverfahren und vor Vorinstanz) nie als unentgeltliche Geschä-

digtenvertreterin bestellt und keine Mehrwertsteuer geltend gemacht worden sei 

(Urk. 126/1 = Urk. 128, insbes. S. 3 f.; vgl. Urk. 96 f.; Urk. 98; Urk. 111/1-4, vorin-

stanzl. Akturierung; Urk. 113 ff., vorinstanzl. Akturierung). Der Beschluss der Vor-

instanz vom 6. Juni 2018 wurde den Parteien am 15. Juni 2018 zugestellt 

(Urk. 129/1+2; Urk. 129/4). Mit Eingabe vom 21. Juni 2018 liess der Beschuldig-

te 1 Berufung gegen diesen Nachtragsbeschluss erheben, mit den Anträgen, des-

sen Ziffer 1 sei aufzuheben, die amtliche Verteidigung sei mit Fr. 605.10 zu ent-

schädigen, die Kosten seien auf die Staatskasse zu nehmen, und dieses Verfah-

ren sei mit dem (vorliegenden) Verfahren (SB180143) zu vereinigen (Urk. 125). 

 4. Mit Präsidialverfügung vom 6. Juli 2018 wurde der Privatklägerin mit Wir-

kung ab 9. Mai 2018 (Datum des Antrages) die unentgeltliche Rechtspflege ge-

währt und ihre Rechtsvertretung als unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. Zu-

dem wurden ihr und der Staatsanwaltschaft eine Kopie der Berufungserklärung 

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des Beschuldigten 1 vom 21. Juni 2018 (gegen den Beschluss der Vorinstanz 

vom 6. Juni 2018) zugestellt. 

5. Am 3. Oktober 2018 wurde zur Berufungsverhandlung vom 15. Januar 

2019 vorgeladen (Urk. 132). Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde die per-

sönliche Befragung des Beschuldigten 1 durchgeführt, die Parteien hielten ihre 

Parteivorträge, und es wurde die Rückweisung der Anklage zwecks Einladung der 

Anklagebehörde zur Anpassung des Sachverhaltes an das neue Beweisergebnis 

angeordnet, was den Parteien mündlich eröffnet und erläutert wurde (Urk. 135 

S. 1 f.; Urk. 137 S. 1 f.; Prot. II S. 10 ff. und S. 24 ff.). Mit Beschluss vom 15. Ja-

nuar 2019 wurde der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um die Anklage im Sinne 

der Erwägungen, wonach der Beschuldigte 1 anlässlich der anklagegegenständli-

chen Geschehnisse auf seinem Bett in seinem Zimmer die Privatklägerin auch ins 

Gesicht geschlagen, an den Haaren gerissen, und sie dazu aufgefordert habe, die 

Beschuldigte 2 zu küssen und oral zu befriedigen, zu ergänzen (Urk. 142). 

6. Mit Beschluss vom 28. Januar 2019 wurde Dr. phil. C._____, Institut für 

Rechtsmedizin, Forensische Genetik, Universität Zürich, beauftragt, eine Ergän-

zung gemäss separatem Fragenkatalog zum Schreiben vom 24. Juni 2015 an die 

Staatsanwaltschaft betreffend Auswertung von DNA-Spuren in dreifacher Ausfer-

tigung einzureichen, und den Parteien wurde Frist angesetzt, um allfällige Ergän-

zungsfragen zu stellen (Urk. 144; Urk. 145). Mit Eingabe vom 1. Februar 2019 teil-

te die Staatsanwaltschaft innert Frist ihren Verzicht auf Ergänzungsfragen mit 

(Urk. 148), und sowohl die amtliche Verteidigung als auch die unentgeltliche 

Rechtsvertretung der Privatklägerin reichten fristgemäss ihre Ergänzungsfragen je 

mit Eingaben vom 8. Februar 2019 (Urk. 149) und 11. Februar 2019 (Urk. 152) 

ein. Mit Schreiben vom 15. Februar 2019 wurde der Beschluss vom 28. Januar 

2019 (Urk. 144) samt Fragenkatalog Dr. phil. C._____ zugestellt (Urk. 153; 

Urk. 154). 

7. Am 18. Februar 2019 ging die ergänzte Anklageschrift vom 15. Februar 

2019 (Urk. 156) und am 2. Mai 2019 das Schreiben von Dr. phil. C._____ mit den 

Ergänzungen zu den Auswertungen von DNA-Spuren (Urk. 157) ein, welche den 

Parteien je mit Präsidialverfügung vom 3. Mai 2019 zugestellt wurden, und es 

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wurde ihnen Frist zur freigestellten Stellungnahme sowie für die Mitteilung, ob sie 

eine mündliche Eröffnung des Urteils wünschen, angesetzt (Urk. 159). Mit Einga-

be vom 8. Mai 2019 teilte die Staatsanwaltschaft innert Frist ihren Verzicht auf ei-

ne Stellungnahme und eine mündliche Urteilseröffnung mit (Urk. 162). Die 

Rechtsvertretung der Privatklägerin teilte mit Eingabe vom 23. Mai 2018 fristge-

mäss mit, dass sie weder Bemerkungen zur ergänzten Anklageschrift noch zu 

den Beweisergänzungen habe und die Privatklägerin eine mündliche Urteilseröff-

nung wünsche (Urk. 162A). Die Stellungnahme der Verteidigung zur Anklage- und 

Beweisergänzung mit dem Antrag, auf die Anklageergänzung vom 15. Februar 

2019 sei nicht einzutreten, eventualiter sei der Beschuldigte vom neuen Anklage-

vorwurf freizusprechen (vgl. nachfolgend, Erw. II.4. ff.), inkl. Verzicht auf eine 

mündliche Urteilseröffnung ging am 17. Juni 2019 innert erstreckter Frist ein 

(Urk. 165) und wurde der Staatsanwaltschaft sowie der Rechtsvertretung der Pri-

vatklägerin zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 167/1-2). Nach Rücksprache mit 

der Rechtsvertretung der Privatklägerin bestätigte diese ebenfalls den Verzicht 

auf eine mündliche Urteilseröffnung (Urk. 168). 

8. Am 22. Oktober 2019 erging das erste Berufungsurteil (Urk. 173). Die er-

kennende Kammer stellte vorab mittels Beschluss fest, dass das Urteil des Be-

zirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 13. November 2017 bezüglich der Dispo-

sitivziffern 7 und 8 (Herausgabe betr. Beschuldigter 1), 10 2. Satz (Abweisung des 

Genugtuungsbegehrens im Fr. 12'000.– übersteigenden Mehrbetrag), 11, 13, 

teilweise, und 14, teilweise (Kostenfestsetzung und Honorare amtliche Verteidi-

gungen) in Rechtskraft erwachsen sei. Im Erkenntnis sprach sie den Beschuldig-

ten 1 der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB sowie der ver-

suchten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig und bestrafte ihn mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 

122 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. Weiter wurde festgestellt, 

dass der Beschuldigte 1 gegenüber der Privatklägerin B._____ aus dem einge-

klagten Ereignis dem Grundsatze nach solidarisch mit der Beschuldigten 2 scha-

denersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-

satzanspruches wurde die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwie-

sen. Der Beschuldigte 1 wurde zudem solidarisch mit der Beschuldigten 2 ver-

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pflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 12'000.– als Genugtuung zu bezahlen, 

und der Privatklägerin wurde in Abänderung des Beschlusses vom 6. Juni 2018 

für das Vorverfahren und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren keine Prozess-

entschädigung zugesprochen (Urk. 173 S. 54 f.). 

9. Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte 1 mit Eingabe vom 29. No-

vember 2019 Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht erheben (Urk. 176; 

Urk. 177/2). Das Bundesgericht hiess diese mit Urteil vom 11. März 2021 teilwei-

se gut, hob den Entscheid des hiesigen Gerichtes auf und wies die Sache zur 

neuen Entscheidung an das Obergericht des Kantons Zürich zurück. Im Übrigen 

wurde die Beschwerde abgewiesen (Urk. 183 S. 17). 

10. Nachdem sich die Parteien mit der schriftlichen Durchführung des zwei-

ten Berufungsverfahrens einverstanden erklärten (Urk. 184/1-3), wurde dieses mit 

Präsidialverfügung vom 29. April 2021 angeordnet und dem Beschuldigten 1 und 

der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um die Berufungsanträge zum Strafpunkt 

zu stellen und zu begründen sowie letztmals Beweisanträge zu stellen (Urk. 185). 

Mit Eingabe vom 13. Mai 2021 ging die Vernehmlassung der Staatsanwaltschaft 

ein (Urk. 187). Der Beschuldigte 1 liess innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 

19. Juli 2021 seine Vernehmlassung einreichen (Urk. 188-191). Beweisanträge 

wurden keine gestellt. Dem Beschuldigten 1 und der Staatsanwaltschaft wurde je 

Gelegenheit zur Stellungnahme zu den Vorbringen der Gegenpartei eingeräumt 

(Urk. 192). Die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft ging innert erstreckter Frist 

mit Eingabe vom 23. August 2021 ein (Urk. 194; Urk. 197) und wurde dem Be-

schuldigten zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt (Urk. 198). Mit Eingabe 

vom 16. September 2021 liess der Beschuldigte 1 seine Stellungnahme einrei-

chen (Urk. 200), welche der Gegenpartei zur Kenntnisnahme zugestellt wurde 

(Urk. 201/1-2). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

II. Prozessuales 

1. Mit Beschluss vom 22. Oktober 2019 (Urk. 173 S. 54) stellte die hiesige 

Kammer fest, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 

13. November 2017 bezüglich der Dispositivziffern 7 und 8 (Herausgabe betr. Be-

- 16 - 

schuldigter 1), 10 2. Satz (Abweisung des Genugtuungsbegehrens im 

Fr. 12'000.– übersteigenden Mehrbetrag), 11, 13, teilweise, und 14, teilweise 

(Kostenfestsetzung und Honorare amtliche Verteidigungen) in Rechtskraft er-

wachsen war. Daran hat sich nichts geändert, sodass mit Beschluss festzustellen 

ist, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen 

ist. 

2. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde gut und weist es die Angele-

genheit zur neuen Beurteilung an das Berufungsgericht zurück, darf sich dieses 

von Bundesrechts wegen nur noch mit jenen Punkten befassen, die das Bundes-

gericht kassierte. Die anderen Teile des Urteils haben Bestand und sind in das 

neue Urteil zu übernehmen. Irrelevant ist, dass das Bundesgericht mit seinem 

Rückweisungsentscheid formell in der Regel das ganze angefochtene Urteil auf-

hebt. Entscheidend ist nicht das Dispositiv, sondern die materielle Tragweite des 

bundesgerichtlichen Entscheides (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1; Urteil des Bundesge-

richtes 6B_765/2015 vom 3. Februar 2016 E. 4; je mit Hinweisen). Die neue Ent-

scheidung der kantonalen Instanz ist somit auf diejenige Thematik beschränkt, die 

sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen als Gegenstand der neuen Beur-

teilung ergibt. Das Verfahren wird nur insoweit neu in Gang gesetzt, als dies not-

wendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichtes Rechnung zu 

tragen (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichtes 

6B_1366/2016 vom 6. Juni 2017 E. 3.2.1). 

3. Der Beschuldigte 1 rügte das erste Berufungsurteil mit seiner Beschwerde 

in Strafsachen an das Bundesgericht vollumfänglich. Er beantragte in Abänderung 

der Ziffern 1 und 2 des angefochtenen Urteils einen vollumfänglichen Freispruch, 

eventualiter eine Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz zur Vornahme 

weiterer Abklärungen. Die Zivilforderungen der Privatklägerin gegenüber ihm sei-

en in Abänderung der Ziffern 3 und 4 des angefochtenen Urteils auf den Zivilweg 

zu verweisen, und ihm sei für das Strafverfahren eine Entschädigung in der Höhe 

von Fr. 36'927.– auszurichten sowie eine Genugtuung in der Höhe von 

Fr. 30'000.–, je zuzüglich 5 % Zins ab 1. August 2015 (Urk. 177/2 S. 2). Das Bun-

desgericht hob mit Urteil vom 11. März 2021 einzig den Schuldspruch wegen ver-

- 17 - 

suchter sexueller Nötigung gemäss ergänzter Anklageschrift auf (Urk. 183 S. 8) 

und erwog, dass verschuldenserhöhende Elemente, welche zu einem guten Teil 

die unzulässig ergänzte Anklageschrift betreffen würden, für die neu zu bemes-

sende Strafe nicht mehr zu berücksichtigen seien (Urk. 183 S. 16). Nicht bean-

standet wurde vom Bundesgericht der Schuldspruch wegen (vollendeter) sexuel-

ler Nötigung (Urk. 183 S. 8 ff.) und der Entscheid über die Zivilforderungen der 

Privatklägerin (Urk. 183 S. 16). Die Erwägungen aus dem ersten Berufungsurteil 

im Zusammenhang mit dem Schuldspruch wegen sexueller Nötigung im Sinne 

von Art. 189 Abs. 1 StGB und den Zivilforderungen der Privatklägerin sind daher 

in dieses zweite Berufungsurteil zu übernehmen (nachfolgend, Erw. III., IV. und 

VI.). Neu zu entscheiden ist im zweiten Berufungsverfahren somit nur noch über 

den Strafpunkt sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen (nachfolgend, Erw. 

V. und VII.). 

III. Sachverhalt 

 1. Dem Beschuldigten 1 wird vorgeworfen, gemeinsam mit der Beschuldig-

ten 2 (sep. Verurteilung: Urk. 93, rechtskräftig) in gleich massgeblichem Zusam-

menwirken, jeder mit der Tathandlung des anderen zumindest konkludent einver-

standen, am Samstagabend, 23. Mai 2015, in dessen Wohnung an der D._____-

strasse …, … Zürich, der Privatklägerin gemäss vorgängiger Übereinkunft mit der 

Beschuldigten 2 und in der Absicht, die Privatklägerin im Hinblick auf zu bege-

hende sexuelle Handlungen widerstandsunfähig zu machen, anlässlich des 

Abendessens heimlich Schlaftabletten, namentlich das Medikament Zolpidem, 

verabreicht zu haben, nachdem sie diese vorgängig zu einem gemeinsamen 

Abendessen eingeladen hätten. Dabei sei die Privatklägerin aufgrund des ihr 

heimlich verabreichten Medikamentes zu nicht näher bekannter Zeit nach der 

Einnahme des gemeinsamen Abendessens, jedenfalls nach 20.30 Uhr, wie ge-

plant eingeschlafen. In der Folge sei sie schlafend von den Beschuldigten ins Bett 

im Schlafzimmer des Beschuldigten 1 geschafft und anschliessend von ihnen 

gemeinsam vollständig ausgezogen worden. Zu nicht näher bekannter Uhrzeit, 

noch vor ca. 02.00 Uhr und 03.00 Uhr morgens, habe sich der Beschuldigte 1 

schliesslich an der noch immer unter dem Einfluss des Schlafmittels stehenden 

- 18 - 

und somit, wie er wusste, widerstandsunfähigen Privatklägerin vergangen, indem 

er ihr mindestens einen seiner Finger oder einen unbekannten Gegenstand in ihre 

Scheide eingeführt habe (Urk. 54 S. 3 f.). 

2. Der Beschuldigte 1 hat den anklagegegenständlichen Sachverhalt stets 

bestritten. Er hat zwar anerkannt, dass die ihm bis dahin nicht näher bekannte 

Privatklägerin zusammen mit seiner damaligen Freundin, der Beschuldigten 2, bei 

ihm zu Hause zum gemeinsamen Abendessen war und dort nach dem Konsum 

von viel Alkohol übernachtet habe, stellte aber in Abrede, ihr Schlafmittel verab-

reicht und sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen zu haben, nachdem sie wi-

derstandsunfähig geworden sei. Er habe zwar mit der Beschuldigten 2 WhatsApp-

Nachrichten ausgetauscht, in welchen eine heimliche Tablettenverabreichung und 

sexuelle Handlungen mit der Privatklägerin Thema gewesen seien, dies seien 

aber bloss Phantasien und Spinnereien gewesen (Urk. 8 S. 1 ff.; Urk. 9 S. 2 f.; 

Urk. 19 S. 2 ff., insbes. S. 4 f.; Urk. 22 S. 3 ff.; Prot. I S. 26 ff.). 

 Bei dieser Darstellung blieb er auch anlässlich der Berufungsverhandlung 

(Prot. II S. 15 ff.). 

 2.1. Das den eigentlichen Tathandlungen vorausgehende gemeinsame 

Abendessen und die Übernachtung der Privatklägerin in der Wohnung des Be-

schuldigten 1 ist somit unbestritten. 

2.2. Bestritten wird das heimliche Verabreichen von Schlafmitteln, nament-

lich des Medikamentes Zolpidem, die Vornahme sexueller Handlungen zum 

Nachteil der widerstandsunfähigen Privatklägerin durch das Einführen mindestens 

eines seiner Finger oder eines unbekannten Gegenstandes in ihre Scheide. Die 

bestrittenen Elemente des Anklagesachverhaltes sind aufgrund der Untersu-

chungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein-

gültigen Beweisregeln zu würdigen, wobei sich die urteilende Instanz nicht mit al-

len Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vor-

bringen ausdrücklich widerlegen muss (Urteil des Bundesgerichtes 6B_170/2011 

vom 10. November 2011, E. 1.2). 

- 19 - 

 3. Die Grundsätze der richterlichen Beweis- und Aussagenwürdigung wur-

den im angefochtenen Urteil zutreffend wiedergegeben. Es kann darauf verwie-

sen werden (Urk. 109 S. 11 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

3.1. Als verwertbare Personalbeweismittel liegen die Aussagen 

- des Beschuldigten 1 (Urk. 8 S. 1 ff.; Urk. 9 S. 2 f.; Urk. 19 S. 2 ff.; Urk. 22 
S. 3 ff.; Prot. I S. 26 ff.; Prot. II S. 15 ff.), 

- der Beschuldigten 2 (Urk. 15; Urk. 17; Urk. 22; Urk. 30; Prot. I S. 28 ff.) und 
- der Privatklägerin (Urk. 3; Urk. 27; Prot. I S. 12 ff.) 

vor. Als Sachbeweismittel sind 

- die WhatsApp-Chatverlaufsprotokolle der beiden Beschuldigten (Urk. 13/1-
3), 

- das Gutachten des Kantonsspitals Aarau vom 11. Juni 2015 über die körper-
liche Untersuchung des Intimbereichs der Privatklägerin (Urk. 35/3), 

- das Protokoll dieser Untersuchung vom 24. Mai 2015 von 23.00 Uhr bis 
00.05 Uhr (Urk. 35/4), 

- die forensisch-toxikologischen Prüf- bzw. Abschlussberichte des Kantonsspi-
tals Aarau vom 10. Juli 2015 und der Universität Bern vom 18. Juni 2015 be-
treffend die der Privatklägerin am 24. Mai 2015, 23.55 Uhr, entnommene 
Blutprobe mit dem Nachweis von Zolpidem (Urk. 35/5; Urk. 35/7; Urk. 35/4 
S. 4), 

- das forensisch-toxikologische Aktengutachten des Instituts für Rechtsmedi-
zin der Universität Bern vom 26. Juli 2016 betr. zeitliche Nachweisbarkeit 
von Zolpidem im Blut der Privatklägerin (Urk. 37/9), 

- das pharmakologisch-toxikologische Gutachten des Instituts für Rechtsme-
dizin der Universität Zürich vom 6. Oktober 2016 betr. kein Nachweis von 
Zolpidem im Urin der Privatklägerin (Urk. 36/11), 

- die DNA-Kurzberichte der Kantonspolizei Zürich und des Forensischen Insti-
tuts Zürich (Urk. 34/1–10), inkl. Auswertungen durch das Institut für Rechts-
medizin der Universität Zürich (Urk. 34/7–10; Urk. 36/5), 

- das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 
19. April 2016 zur Auswertung und Beweisberechnung von DNA-Spuren in 
Stichproben ab dem Bundbereich innenseitig auf der sichergestellten 
schwarzen Jeanshose der Privatklägerin, ab dem Bundbereich innenseitig 
ihres Slips sowie ab Verschluss und Innenkante der Körbchen ihres Büsten-
halters (Urk. 37/6), 

- das Aktengutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich 
vom 29. November 2016 zu den Ergänzungsfragen der Verteidigung betr. 
mögliche Übertragbarkeit von DNA-Spuren auf Textilien etc. (Urk. 37/14), 

- die vorsorglich sichergestellten Asservate, das Protokoll der ärztlichen Un-
tersuchung des Beschuldigten 1 und das Gutachten des Instituts für 
Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 6. Juli 2015 zu seiner körperlichen 
Untersuchung vom 25. Mai 2015, 21.50 Uhr (Urk. 36/1–3), 

- 20 - 

- die von der Kantonspolizei Zürich erstellten Fotobögen über die Privatkläge-
rin (Urk. 14/1), die Tatörtlichkeit und die Sicherstellungen in der Wohnung 
des Beschuldigten 1 (Urk. 14/2+3) und die Sicherstellungen in der Wohnung 
der Beschuldigten 2, insbesondere Medikamente (Urk. 14/4, insbes. S. 3–
S. 14), 

- das Protokoll der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten 1 vom 25. Mai 
2015 (Urk. 31/1), 

- das Protokoll der Hausdurchsuchung bei der Beschuldigten 2 vom 16. Juni 
2015 (Urk. 32/4), 

- die Sicherstellungslisten (Urk. 33/1; Urk. 33/3-4) und 
- die Ergänzungen des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 

30. April 2019 zu den Auswertungen von DNA-Spuren gemäss Schreiben 
vom 24. Juni 2015 inkl. Ergänzungsfragen der Verteidigung sowie der 
Rechtsvertretung der Privatklägerin (Urk. 157) 

vorhanden. 

 3.2. Die Vorderrichter würdigten die generelle Glaubwürdigkeit der Beteilig-

ten zutreffend (Urk. 109 S. 12 f.). Der Vollständigkeit halber ist nochmals hervor-

zuheben, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei der Würdigung 

von Aussagen nicht mehr wie früher Gewicht auf die generelle Glaubwürdigkeit 

des Einvernommenen im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft gelegt 

wird, sondern diesem Gesichtspunkt kaum mehr relevante Bedeutung zukommt. 

Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung ist die Glaubhaftigkeit der konkre-

ten Aussage, welche durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf überprüft 

wird, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächli-

chen Erleben des Aussagenden entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3). 

 3.3. Die Aussagen der Beschuldigten 1 und 2 (Urk. 109 S. 14–16, resp. 

S. 16–19) sowie jene der Privatklägerin (Urk. 109 S. 19–22) wurden im angefoch-

tenen Urteil korrekt zusammengefasst wiedergegeben und mit überzeugender 

Begründung zusammen mit den weiteren Beweismitteln zutreffend gewürdigt 

(Urk. 109 S. 22 ff. und S. 29 ff.); darauf kann vollumfänglich verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO), mit der Berichtigung, dass die Beschuldigte 2 (und nicht die 

Privatklägerin) die Privatklägerin auf der Toilette aufgesucht habe (Urk. 109 S. 28, 

Ziff. 6.2., 8. Linie). 

3.4. Die beiden Beschuldigten tauschten sich via WhatsApp (vgl. Urk. 13/1) 

mehrfach darüber aus, wie sie den Tatabend mit der Privatklägerin verbringen 

- 21 - 

und was sie mit ihr anstellen wollten. Sie haben sich nicht nur ausgiebig darüber 

unterhalten, dass sie der Privatklägerin an diesem Abend heimlich Tabletten ver-

abreichen wollten, sondern es wurde auch entsprechendes Bildmaterial, Bildan-

hang der Nachricht vom 23. Mai 2015, 09.18 Uhr (weisses Pulver in brauner 

Schale, Urk. 13/4), verschickt. So schrieben die Beschuldigten zusammengefasst 

im Wesentlichen: "Was trinkt die??? Frag sie bitte" (Beschuldigter 1, Urk. 13/1 

S. 115). "Alles was ihr gibst" (Beschuldigte 2, ebenda S. 115). "Aha. Mit Tbl??? 

Oder traust du dir das nicht?" (Beschuldigter 1, ebenda S. 116). "Von mir aus..", 

"Kannste mir auch die Tbl rein mischen, wird lustig.." (Beschuldigte 2, ebenda 

S. 116 und S. 123). "Was soll passieren, wenn du die Tbl nimmst?", "Checkst nur 

nix", "Dann nehme ich auch eine. Hehe", "Dann sind wir alle verpeilt" (Beschuldig-

ter 1, ebenda S. 123 f.). "Haha du bist krank", "Ich liebe es wenn du so Assi Ideen 

hast" (Beschuldigte 2, ebenda S. 124). "Aha. Es war deine Idee. Vielleicht find ich 

ja auf Arbeit noch paar leckere Pillen", "Aber dann nehmen wir alle welche. Ok? 

Versprochen??? Aber der Schlampe geben wir sie heimlich" (Beschuldigter 1, 

ebenda S. 124). "Ja ok. Versprochen.", "Nur pass auf dass du nachher nix mit 

Schlampe machen kannst" (Beschuldigte 2, ebenda S. 124 f.). 

Am Tattag selber schrieben die Beschuldigten im Wesentlichen: "Ich hab 

jetzt das Zeug geholt" (Beschuldigter 1, Urk. 13/1 S. 168), "Haha du Tabletten-

pussy" (Beschuldigte 2, ebenda S. 168), "Ich hol dich um 7 und schreib du der 

Schlampe. Ich habe ihren Cocktail fertig", "Sag ihr, sie soll nix essen!!! Das ist 

wichtig!!!" (Beschuldigter 1, ebenda S. 172). "Du Arsch… nur nicht das sie nach-

her zu irgendjemand was sagt" (Beschuldigte 2, ebenda S. 152). "Nee. Sie checkt 

nix" (Beschuldigter 1, ebenda S. 152). 

3.4.1. Aus diesem Chatverlauf geht unmissverständlich hervor, dass geplant 

war, der Privatklägerin heimlich Tabletten zu verabreichen, dass der Beschuldig-

te 1 diese Tabletten beschaffen sollte, und dass vorwiegend er für die Umsetzung 

dieses Planes zuständig war. Im Blut der Privatklägerin konnte dann für die Tat-

zeit auch der Wirkstoff Zolpidem nachgewiesen werden, was sowohl der Prüfbe-

richt des Kantonsspitals Aarau vom 10. Juli 2015 (Urk. 35/5) als auch der foren-

sisch-toxikologische Abschlussbericht sowie das forensisch-toxikologische Akten-

- 22 - 

gutachten des Instituts für Rechtsmedizin (IRM), Universität Bern, vom 18. Juni 

2015 (Urk. 35/7 S. 2) und vom 26. Juli 2016 (Urk. 37/9 S. 1 f.) belegen. Auch die 

Beschuldigte 2 bestätigte anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung, dass 

sie und der Beschuldigte 1 sich gemeinsam dazu entschlossen hätten, der Privat-

klägerin Tabletten zu verabreichen, wobei diese nicht gewusst habe, dass sie 

Tabletten einnehmen solle. Auch sie und der Beschuldigte 1 hätten am Tatabend 

die gleichen Tabletten konsumiert. Der Beschuldigte 1 habe ihr die Tabletten per-

sönlich gegeben und gesagt, dass diese Zolpidem heissen würden. Als er ihr die 

Tabletten gegeben habe, habe er diese gleichzeitig auch eingenommen (Prot. I 

S. 37 f. und S. 44). Diese Aussagen wirken durchaus glaubhaft, zumal sich die 

Beschuldigte 2 damit selber belastet hat und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, 

dass sie den Beschuldigten 1 mit ihren Aussagen übermässig oder zu Unrecht 

habe belasten wollen. Im Gegenteil sagte sie während ihren Einvernahmen doch 

eher zurückhaltend aus und machte mehrmals geltend, sich nicht mehr an alle 

Geschehnisse erinnern zu können (Urk. 17; Urk. 22; Prot. I S. 36 ff.). Dass es sich 

bei den ausgetauschten WhatsApp-Nachrichten nur um Phantasien der beiden 

Beschuldigten gehandelt haben könnte, wird somit nicht nur durch den Nachweis 

von Zolpidem im Blut der Privatklägerin, sondern auch durch das Eingeständnis 

der Beschuldigten 2 und die ausgetauschten WhatsApp-Nachrichten zwischen 

den beiden Beschuldigten, insbesondere die Nachricht des Beschuldigten 1 nach 

dem Tatabend, "Warum weiss die Schlampe nix mehr??? Hab ich doch gesagt. 

Hehe" (Urk. 13/1 S. 185), widerlegt. 

3.4.2. Die Verteidigung des Beschuldigten 1 machte bezüglich der ausge-

tauschten WhatsApp-Nachrichten ebenfalls geltend, es habe sich dabei nur um 

widerliche Gedanken der beiden Beschuldigten gehandelt, welche nicht in die Tat 

umgesetzt worden seien (Urk. 165 S. 14). Dies vermag vor dem Hintergrund, 

dass sich die Beschuldigten nach dem Tatabend weiterhin darüber unterhalten 

haben, was passiert ist, jedoch nicht zu überzeugen, zumal dieser Nachrichten-

austausch in einem Zeitpunkt erfolgte, als die Beschuldigten noch nicht damit 

rechnen mussten, dass ihr Chatverlauf kontrolliert werden könnte, und sie sich 

deshalb völlig frei äussern konnten. Es ist schlicht unglaubhaft, dass die Beschul-

digten selbst nach dem Tatabend mit ihren WhatsApp-Nachrichten weiterhin nur 

- 23 - 

so getan haben sollen, als hätte das Geschriebene tatsächlich stattgefunden, zu-

mal im Blut der Privatklägerin tatsächlich Zolpidem nachgewiesen wurde (vorste-

hend, Erw. III.3.4.1.) und sie entsprechende Verletzungen erlitten hat (nachfol-

gend, Erw. III.3.5.). Ebenfalls unglaubhaft ist, dass nur ein Teil des Geplanten 

umgesetzt worden sein soll, wie das gemeinsame Essen, Trinken und Fernsehen, 

es zu einer Verabreichung und Einnahme von Tabletten dann aber gerade nicht 

gekommen sein soll, die Beschuldigten somit unter anderem nur von diesem 

Teil des Planes abgewichen sein sollen, obwohl sie sich darüber viel intensiver 

und detailreicher ausgetauscht haben als beispielsweise über die Wahl des Es-

sens oder der Getränke. 

3.4.3. Aufgrund des Chatverlaufes ist entgegen der Verteidigung (Urk. 135 

S. 19 f.) auch nicht davon auszugehen, dass die Beschuldigte 2 der Privatklägerin 

die Tabletten heimlich verabreicht oder sie dazu überredet haben könnte, diese 

selber einzunehmen. Da sich die Beschuldigten jeweils sehr detailliert und frei 

darüber ausgetauscht haben, wie sie vorgehen werden, und vom Beschuldigten 1 

auch klare Anweisungen erteilt wurden, was die Beschuldigte 2 der Privatklägerin 

alles sagen müsse, so beispielsweise, dass diese vorgängig nichts mehr essen 

solle, hätten sich die Beschuldigten wohl auch offen darüber ausgetauscht, wenn 

die Beschuldigte 2 der Privatklägerin die Tabletten hätte verabreichen oder sie zur 

Einnahme hätte überreden sollen. Dem gesamten Chatverlauf ist aber nichts der-

gleichen zu entnehmen (vgl. Urk. 13/1), und es liegen auch keine Hinweise dafür 

vor, dass eine Drittperson der Privatklägerin Tabletten mit dem Wirkstoff Zolpidem 

hätte verabreichen sollen. 

3.4.4. Auch dass sich die Privatklägerin selber in einen Rauschzustand ver-

setzen wollte, und aus diesem Grund an diesem Abend rege Alkohol konsumierte, 

führt entgegen der Verteidigung nicht zu der Annahme, dass die Privatklägerin die 

Tabletten allenfalls selber eingenommen haben könnte (Urk. 135 S. 19), zumal 

sie mit der Einnahme eines Schlafmittels gerade nicht einen Rauschzustand und 

eine lustige Stimmung erreicht hätte. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz 

(Urk. 109 S. 33) sind keine Gründe ersichtlich, weshalb sich die Privatklägerin in 

der Wohnung des Beschuldigten 1, und damit bei einer ihr unbekannten Person, 

- 24 - 

selber mit Schlafmittel hätte betäuben und in einen k.o.-Zustand versetzen sollen, 

um den ganzen Abend zu verschlafen, obwohl ein gemeinsames Fernsehen in 

geselliger Runde vereinbart worden ist. Bei einer bewussten Einnahme von 

Schlafmitteln hätte die Privatklägerin am nächsten Morgen auch nicht bei der Be-

schuldigten 2 nachgefragt, weshalb sie sich an nichts mehr erinnern könne 

(Urk. 13/2 S. 214). 

3.4.5. Der Einwand der Verteidigung, wonach beim Beschuldigten 1 in der 

Wohnung weder eine Schachtel eines Schlafmittels mit dem Wirkstoff Zolpidem 

noch einzelne Tabletten und auch keine Spuren eines solchen Medikamentes in 

den Essens- und Getränkeresten auf dem Geschirr und in den Gläsern gefunden 

werden konnten (Urk. 135 S. 18 f.; Urk. 165 S. 12), belastet den Beschuldigten 1 

zwar nicht, es entlastet ihn entgegen der Auffassung der Verteidigung aber auch 

nicht, da er eine Verpackung ohne Weiteres vorgängig entsorgt respektive die 

Tabletten auch lose ohne Verpackung von der Arbeit mitgenommen haben könn-

te, wo er mühelos Zugang zu entsprechenden Tabletten hatte. Auch brauchte der 

Beschuldigte 1 nicht mehrere dieser Tabletten oder eine ganze Schachtel davon 

mit in seine Wohnung zu nehmen, sondern es reichte, wenn er gerade so viele 

Tabletten mitnahm, wie sie am Tatabend zu konsumieren beabsichtigten. Wie die 

Verteidigung selber ausführte, hat der Beschuldigte 1 das gebrauchte Geschirr 

samt Gläser in die Geschirrspülmaschine geräumt (Urk. 135 S. 18). Entsprechend 

waren bei der Hausdurchsuchung keine Essens- und Getränkereste mehr vor-

handen, und es ist auch nicht auszuschliessen, dass er das Geschirr und die Glä-

ser zusätzlich abspülte, bevor er sie in die Maschine räumte, wodurch allfällige 

Spuren von Zolpidem ohnehin beseitigt worden wären. 

3.4.6. Auch dass der Beschuldigte 1 getestet worden ist und bei ihm kein 

Zolpidem nachgewiesen werden konnte, führt entgegen der Verteidigung nicht zu 

seiner Entlastung, und bestätigt auch nicht, dass er dieses Medikament am Tat-

abend nicht ebenfalls eingenommen hat (Urk. 135 S. 21). Gemäss dem pharma-

kologisch-toxikologischen Gutachten des IRM, Universität Zürich, vom 6. Oktober 

2016 kann aufgrund der grossen Zeitdifferenz zwischen Ereignis und Urinasser-

vierung von 40 ¾ bis 47 ¼ Stunden, und damit von fast 2 Tagen, nicht ausge-

- 25 - 

schlossen werden, dass vom Beschuldigten 1 bis zum Zeitpunkt der Urinasservie-

rung alles Zolpidem inkl. Metaboliten bereits ausgeschieden worden ist 

(Urk. 36/11 S. 2). Somit kann der Beschuldigte 1 dieses Medikament am Tat-

abend durchaus eingenommen haben, ohne dass es aufgrund der langen Zeit-

dauer bei ihm noch nachgewiesen werden konnte. Zudem ist auch nicht klar, ob 

der Beschuldigte 1 die gleich hohe Dosis eingenommen hat, wie sie der Privatklä-

gerin verabreicht worden ist. 

3.4.7. Aufgrund seiner Arbeitsstelle in der Pflege wusste der Beschuldigte 1, 

welche Dosis erforderlich sein und wie lange die Wirkung anhalten würde, zumal 

er auch bestätigte, dieses Medikament selber schon eingenommen zu haben, als 

er Dienstwechsel von Spät- auf Frühdienst gehabt habe (vgl. Prot. I S. 32 f.). Der 

WhatsApp-Chatverlauf weist ebenfalls daraufhin, dass die Beschuldigten bereits 

zuvor Erfahrungen mit Schlaftabletten gesammelt haben und der Beschuldigte 1 

durchaus im Besitz von Schlaftabletten war. So schrieb er (Urk. 13/1 S. 97): "Die 

Schlaftabletten bekommst du nicht.", "Aber die bring ich dir mit.", "Ich hab noch 

welche bei mir…". Zudem haben die Beschuldigten einen Abend vor der Tat das 

gleiche oder zumindest ein ähnliches Medikament eingenommen, weshalb sie im 

Umgang damit und mit dessen Wirkung vertraut waren. So schrieben die Be-

schuldigten am Morgen des Tattages: "Was weisst du von gestern Abend noch?" 

(Beschuldigter 1, Urk. 13/1 S. 162), "Eigentlich alles", "Nur nicht wann ich einge-

schlafen hab sonst alles" (Beschuldigte 2, ebenda S. 162), "Echt? Dann muss ich 

doch noch die Tbl von der Arbeit holen" (Beschuldigter 1, ebenda S. 162). Diese 

Nachrichten hinterlassen den Eindruck, es habe zuerst ein "Probedurchlauf" statt-

gefunden, damit sich die Beschuldigten einen Abend vorher vergewissern konn-

ten, dass diese Tabletten ihre Wirkung nicht verfehlen, bevor sie diese am nächs-

ten Abend der Privatklägerin verabreichen würden. 

3.4.8. Weiter macht die Verteidigung geltend, die Aussage des Beschuldig-

ten 1, es sei wichtig, dass die Privatklägerin vorgängig nichts esse, sei einzig er-

folgt, weil es dem Beschuldigten 1 keinen Spass gemacht hätte, für jemanden zu 

kochen, der keinen Hunger mehr gehabt hätte (Urk. 135 S. 22). Dass die Anwei-

sung des Beschuldigten 1 an die Beschuldigte 2, "Sag ihr, sie soll nix essen!!! 

- 26 - 

Das ist wichtig!!!" (Urk. 13/1 S. 172), jedoch nichts mit einer allfälligen Medika-

menteneinnahme zu tun gehabt haben soll, erscheint wenig glaubhaft, da bekannt 

ist, dass Nahrung die Aufnahme der Wirkstoffe von Medikamenten ins Blut behin-

dern kann, was dem Beschuldigten 1 aufgrund seines Berufes bestens bekannt 

gewesen ist. 

3.4.9. Der Beschuldigte 1 führte aus, das per WhatsApp an die Beschuldig-

te 2 geschickte Foto (Urk. 13/4) zeige Backpulver (Urk. 19 S. 2). Dies erscheint 

wenig glaubhaft, zumal kein Grund ersichtlich ist, wieso er der Beschuldigten 2 

einfach so – zusammenhangslos mitten in einer laufenden Konversation – ein Fo-

to mit Backpulver geschickt haben soll. Zudem hätte er Backpulver wohl kaum in 

einer solch kleinen Menge in einer Schale mit einem Messer daneben abgebildet. 

Naheliegender ist, dass er der Beschuldigten 2 damit zeigen wollte, dass er die 

Tablette mit dem Messer zu Pulver verarbeitet hat, um sie in ein Getränk mischen 

zu können, wozu auch seine nachfolgende Nachricht, der Cocktail für die Privat-

klägerin sei fertig (Urk. 13/1 S. 172), passt. 

3.4.10. Gestützt auf die vorhandenen Beweismittel, insbesondere den 

WhatsApp-Chatverlauf zwischen den Beschuldigten, den Prüfbericht des Kan-

tonsspitals Aarau und den forensisch-toxikologischen Abschlussbericht des IRM, 

Universität Bern, sowie die Aussagen der Beschuldigten 2 bestehen somit keine 

unüberwindbaren Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO, dass der Privatkläge-

rin heimlich Schlaftabletten, namentlich das Medikament Zolpidem, verabreicht 

wurde, um sie widerstandsunfähig zu machen. Dieser Teil des Sachverhaltes ist 

somit anklagegemäss erstellt. 

3.5. Gemäss Gutachten des Kantonsspitals Aarau vom 11. Juni 2015 konnte 

bei der Privatklägerin anlässlich der forensisch-klinischen Untersuchung am 

24. Mai 2015 an der hinteren Verbindungsstelle der grossen Schamlippen ein fri-

scher Schleimhautriss festgestellt werden. Zudem waren eine diffuse Rötung so-

wie linksseitig oberflächliche Verletzungen an der Scheidenschleimhaut abgrenz-

bar. Diese im Genitalbereich festgestellten Verletzungen waren frisch, die Folge 

einer stumpfen Gewalteinwirkung, und würden sich gemäss Gutachter aufgrund 

der wundmorphologischen Aspekte zwanglos dem geltend gemachten Ereignis in 

- 27 - 

der Tatnacht zuordnen lassen. Eine Entstehung der vaginalen Verletzungen durch 

eine gewaltsame Penetration, beispielsweise im Rahmen eines Geschlechtsver-

kehrs komme ohne Weiteres in Frage. Grundsätzlich würden sich die Befunde 

aber auch als Folge von Manipulationen mit anderen Körperteilen, wie Einführen 

von Fingern, respektive mit Gegenständen erklären lassen (Urk. 35/3 S. 2 f.). 

Dem Untersuchungsprotokoll des Kantonsspitals Aarau vom 11. Juni 2015 ist 

ebenfalls zu entnehmen, dass die Privatklägerin an der Vaginalschleimhaut am 

Scheideneingang eine ca. 1.5 cm lange, längs entlang des Scheidenrohres ver-

laufende Schleimhautläsion mit blutigen Auflagerungen aufwies, sich im Schei-

denrohr seitlich eine weitere Schleimhautschürfung nachweisen liess, und das 

gesamte Scheidenrohr vermehrt gerötet war (Urk. 35/4 S. 4). 

3.5.1. Der Argumentation der Verteidigung, wonach die Privatklägerin nichts 

beschrieben habe, was ihre Verletzungen erklären würde, sodass dem Gutachten 

des Kantonsspitals Aarau (Urk. 35/3) nur die Information entnommen werden 

könne, dass die Verletzungen während der Zeit entstanden sein könnten, welche 

die Privatklägerin in der Wohnung des Beschuldigten 1 verbracht habe (Urk. 135 

S. 5), kann nicht gefolgt werden, da im Gutachten klar festgehalten wird, die Pri-

vatklägerin habe anlässlich ihrer Untersuchung angegeben, am Abend des 

23. Mai 2015 in E._____ von einem entfernt Bekannten mutmasslich unter dem 

Einfluss von KO-Tropfen vergewaltigt worden zu sein (Urk. 35/4 S. 2; Urk. 35/3 

S. 1). Dass sie keine näheren Angaben machen konnte, liegt in der Natur der Sa-

che. 

3.5.2. Die beiden Beschuldigten tauschten sich nicht nur vorgängig darüber 

aus, dass es am Tatabend zu sexuellen Handlungen mit der Privatklägerin kom-

men soll, sondern auch ihre Nachrichten nach dem Tatabend enthalten – entge-

gen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 135 S. 11 ff.) – Indizien dafür, dass 

entsprechende Handlungen tatsächlich stattgefunden haben. So schrieben die 

Beschuldigten vor dem Tatabend zusammengefasst im Wesentlichen: "Du willst 

auch nicht, dass ich sie…" (Beschuldigter 1, Urk. 13/1 S. 116). "Willst du das??" 

(Beschuldigte 2, ebenda S. 116). "Gerne." (Beschuldigter 1, ebenda S. 116). "Ehr-

lich?" (Beschuldigte 2, ebenda S. 116). "Klar warum nicht??? Aber wir können es 

- 28 - 

entscheiden. Spontan" (Beschuldigter 1, ebenda S. 116). "Aha…also du willst es. 

Ok. Und nächste für spielen wird Italianer für ihm mach ich ein Plan. Du kannst 

Plan mit ihr machen, Spontan.", "Nee. Ich hab gesagt du kannst für ihr Plan ma-

chen weil ich merk das du irgebdwelche deine Ideen hast.", "Ich mach Plan für 

Italianer. Du kannst sie übernehmen." (Beschuldigte 2, ebenda S. 116). "Hehe… 

Ich kann sie übernehmen… Hehe. Ok", "Mit Bi-Sex…" (Beschuldigter 1, ebenda 

S. 116). "Aha. Du willst doch die ficken haste gesagt also bitteschön", "Lesbefick-

pussyarsch" (Beschuldigte 2, ebenda S. 117). "Sag nur wenn ich es machen 

soll…" (Beschuldigter 1, ebenda S. 117). "Und warum sollte ich sie nicht ficken? 

Sag" (Beschuldigter 1, ebenda S. 120). "Mir ist geil weil wir Pillen nehmen…mit ihr 

machen wir Heut ein Plan" (Beschuldigte 2, ebenda S. 129). "Hehe… Du bist 

sooooo dermassen krank und da steh ich voll drauf!!!!!!!!" (Beschuldigter 1, eben-

da S. 129). "Nenee du bist kraaaaank man und ich LIEBEE das!!!!!!" (Beschuldig-

te 2, ebenda S. 129). "Ich will meinen/unseren Spass haben u dann interessiert 

sie mich nicht mehr" (Beschuldigter 1, ebenda S. 137). 

Nach dem Tatabend schrieben die Beschuldigten im Wesentlichen: "Weil du 

so sehr die Schlampe gequält hast…naja..", "Ja weil du sie ganz fertig machen 

wolltest u dann wird es nicht gut..quälen könntest du trotz", "Odr haste es ge-

macht? Ich erinerre mich die Sachen bissel nicht…" (Beschuldigte 2, Urk. 13/1 

S. 185). "Hey sie hat sich nicht mal gewehrt. Ausser einmal." (Beschuldigter 1, 

ebenda S. 186). "Und denkst dann noch, ich hätte die Lesbe gefickt…" (Beschul-

digter 1, ebenda S. 187). "Tja sorry so hat es ausgesehen" (Beschuldigte 2, 

ebenda S. 187). "Und entblocke die Schlampe wieder. Wir MÜSSEN unbedingt 

nochwas mit ihr machen. Echt.", "Heul wenns dir danach besser geht", "So wie 

die Lesbe heute Nacht" (Beschuldigter 1, ebenda S. 199 und S. 210). "… zieh ihr 

alle kleider aus ich will die töten", "Du wolltest eher nur ficken usw. spass haben" 

(Beschuldigte 2, Urk. 13/2 S. 232). 

3.5.3. Der Beschuldigte 1 bestreitet, dass es zu irgendwelchen sexuellen 

Handlungen mit der Privatklägerin gekommen sei. Seine Bestreitungen wirken al-

lerdings bereits aufgrund seiner eigenen Nachrichten, wonach sich die Privatklä-

gerin gewehrt und an diesem Abend geweint habe (vorstehend, Erw. III.3.5.2.), 

- 29 - 

unglaubhaft. Wenn am Tatabend tatsächlich nichts vorgefallen wäre, hätte sich 

die Privatklägerin weder wehren noch weinen müssen. 

3.5.4. Auch die Nachrichten der Beschuldigten 2 weisen darauf hin, dass es 

zu sexuellen Handlungen zwischen dem Beschuldigten 1 und der Privatklägerin 

gekommen ist. Wäre der Beschuldigte 1 lediglich neben der Privatklägerin gele-

gen, und hätte er diese weder berührt noch sonst etwas mit ihr gemacht, hätte die 

Beschuldigte 2 wohl nicht geschrieben, es habe so ausgesehen, als habe er die 

Privatklägerin "gefickt" (vorstehend, Erw. III.3.5.2.). Einen solchen Eindruck kann 

die Beschuldigte 2 nur erhalten haben, wenn sich der Beschuldigte 1 über der 

Privatklägerin befunden respektive sich zumindest über sie gebeugt hätte. Auch 

dass er die Privatklägerin "so sehr gequält" (vorstehend, Erw. III.3.5.2.) haben 

soll, ist – entgegen der Verteidigung (Urk. 135 S. 12) – ein Indiz dafür, dass es zu 

gewalttätigen Handlungen gekommen sein muss, ansonsten die Beschuldigte 2 

wohl kaum das Wort "quälen" verwendet hätte. Zudem gab die Beschuldigte 2 zu 

Protokoll, dass der Beschuldigte 1 gegenüber der Privatklägerin sehr gewalttätig 

geworden sei und sie nicht gewusst habe, dass er "so weit" gehen und sich auf 

die Privatklägerin einlassen würde (Prot. I S. 55 f.). 

3.5.5. Wie die Verteidigung zutreffend ausführte (Urk. 135 S. 5 ff.), ergab die 

Auswertung von DNA-Spuren des IRM, Universität Zürich, vom 24. Juni 2015, 

dass sich in den von der Privatklägerin entnommenen Abstrichen ab Vulva und 

Vagina weder Spermarückstände noch DNA-Rückstände einer männlichen Per-

son nachweisen liessen (Urk. 36/5), was den Beschuldigten 1 nicht zusätzlich be-

lastet. Allerdings zeugt dies entgegen der Verteidigung nicht von seiner Unschuld, 

und auch die Argumentation, es könne ausgeschlossen werden, dass der Be-

schuldigte 1 mindestens einen seiner Finger oder einen Gegenstand in die Schei-

de der Privatklägerin eingeführt habe, ansonsten er zweifellos DNA-Spuren hätte 

hinterlassen müssen (Urk. 135 S. 6), erweist sich als unzutreffend. In den Ergän-

zungen zu den Auswertungen von DNA-Spuren des IRM, Universität Zürich, vom 

30. April 2019 wird ganz klar festgehalten, dass nach dem Einführen eines Fin-

gers oder Gegenstandes in die Scheide durch die Täterschaft nicht zwingend 

DNA-Spuren der Täterschaft in den Genitalabstrichen nachweisbar sein müssen. 

- 30 - 

Es sei möglich, dass dabei keine oder eine zu geringe, an der Nachweisgrenze 

liegende Menge an Hautzellen bzw. DNA hinterlassen werde und diese metho-

disch bedingt nicht mehr nachweisbar seien. Negative Befunde würden sich auch 

ergeben, wenn das eingeführte Körperteil zum Beispiel mit einem Kondom oder 

Handschuhen geschützt worden sei. Zudem könnten die beim Eindringen mit dem 

Finger in die Scheide allenfalls übertragenen Hautzellen in der Scheidenflora 

rasch wieder abgebaut werden. Entsprechend sei nicht auszuschliessen, dass 

ehemals vorhandene Kontaktspuren in den 26 Stunden, welche zwischen dem 

Ereigniszeitpunkt und der Entnahme des Scheidenabstriches verstrichen seien, 

bereits auf natürliche Weise wieder abgebaut wurden. Im Kantonsspital Aarau 

seien sichtbare Blutspuren im Scheidenbereich der Privatklägerin festgestellt 

worden, weshalb auch denkbar sei, dass ehemals vorhandene Kontaktspuren mit 

dem Blutaustritt aus dem Scheidenbereich wieder entfernt worden seien (Urk. 157 

S. 2 f.). Damit entlastet der Umstand, dass keine DNA-Spuren des Beschuldigten 

1 in den Genitalabstrichen der Privatklägerin gefunden werden konnten, diesen 

entgegen der Auffassung der Verteidigung gerade nicht. Der Beschuldigte 1 kann 

gestützt auf diese Ergänzungen des IRM, Universität Zürich, durchaus wie in der 

Anklage umschrieben mindestens einen seiner Finger oder einen unbekannten 

Gegenstand in die Scheide der Privatklägerin eingeführt haben, ohne dabei zwin-

gend DNA-Spuren zu hinterlassen oder diese könnten sich bis zur Untersuchung 

auch bereits wieder abgebaut haben. 

3.5.6. In der Wohnung des Beschuldigten 1 wurden keine gebrauchten Prä-

servative gefunden, was ihn entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 165 

S. 11) aber nicht entlastet, da er solche im Anschluss einfach entsorgt oder allen-

falls in der Toilette weggespült haben könnte, und auch der Auffassung, es wäre 

höchst lebensfremd, anzunehmen, der Beschuldigte 1 hätte Präservative über 

seine Finger oder einen Gegenstand gestülpt, bevor er die Privatklägerin pene-

triert hätte (Urk. 165 S. 11), kann nicht gefolgt werden, zumal ein Präservativ je 

nach Oberfläche eines Gegenstandes ein besseres Gleiten bewirken kann. Ange-

sichts der Tatsache, dass selbst ohne Verwendung eines Präservativs beim Ein-

führen eines Fingers oder Gegenstandes nicht zwingend DNA-Spuren hinterlas-

sen werden müssen, ist der Umstand, dass in der Wohnung des Beschuldigten 1 

- 31 - 

kein gebrauchtes Präservativ gefunden worden ist, nicht weiter relevant. Dies gilt 

auch für den Einwand, es sei weiter abzuklären, ob die Privatklägerin vor der Un-

tersuchung geduscht oder gebadet habe (ebenda, S. 11). Da eine Penetration 

möglich ist, ohne zwingend DNA-Spuren zu hinterlassen, ist auch dies nicht wei-

ter von Bedeutung. 

3.5.7. Die Verteidigung bringt weiter vor, es erscheine durchaus nicht abwe-

gig, dass die Beschuldigte 2 und die Privatklägerin, die beide zunehmend alkoho-

lisiert waren, von Medikamenten ganz zu schweigen sowie von Cannabis, genü-

gend enthemmt gewesen seien, um sich einer erotischen Spielerei hinzugeben, 

wobei sich die Privatklägerin selber, vielleicht aber auch die Beschuldigte 2 ihr 

etwas in die Scheide eingeführt haben und so deren Verletzungen entstanden 

sein könnten. Die beiden Frauen seien an diesem Abend mehrfach längere Zeit 

im Badezimmer gewesen, wo es durchaus zu sexuellen Handlungen zwischen 

ihnen gekommen sein könnte. Die Vorinstanz habe nicht nur die Affinität der Be-

schuldigten 2 gegenüber weiblicher Homosexualität ignoriert, zumal diese ge-

mäss Auskunft der Privatklägerin ein Jahr zuvor eine lesbische Beziehung gehabt 

habe, und es sei absurd, erotische Handlungen zwischen den beiden Frauen vor 

dem Hintergrund, dass es am Tatabend tatsächlich zu erotischen Handlungen 

zwischen ihnen gekommen sei, vollständig in Abrede zu stellen (Urk. 135 S. 7 ff.). 

3.5.7.1. Im Chatverlauf zwischen den beiden Beschuldigten finden sich we-

der Anhaltspunkte dafür, dass sexuelle Handlungen zwischen den beiden Frauen 

geplant gewesen wären noch dass solche tatsächlich stattgefunden bzw. sich die 

Beschuldigte 2 von der Privatklägerin sexuell angezogen gefühlt haben könnte. 

Im Gegenteil; aus den WhatsApp-Nachrichten zwischen den Beschuldigten geht 

vielmehr klar hervor, dass es der Beschuldigte 1 gewesen ist, der sexuelle Hand-

lungen mit der Privatklägerin mehrmals angesprochen hat und von dieser Idee 

sehr angetan war. Die Beschuldigte 2 schrieb nie, dass sie ebenfalls gerne sexu-

elle Handlungen mit der Privatklägerin vornehmen würde. Es war nicht einmal die 

Rede davon, dass sie nicht abgeneigt wäre, wenn es zu solchen kommen würde. 

Auch zu den vom Beschuldigten 1 klar gewünschten sexuellen Handlungen mit 

der Privatklägerin äusserte sich die Beschuldigte 2 eher ausweichend respektive 

- 32 - 

klar abweisend, und dies in einem Zeitpunkt, als sich die beiden noch völlig frei 

austauschen konnten und nicht damit rechnen mussten, dass irgendjemand ihre 

Nachrichten je überprüfen würde. So schrieb die Beschuldigte 2 zu den geplanten 

sexuellen Handlungen zwischen dem Beschuldigten 1 und der Privatklägerin zu-

sammengefasst im Wesentlichen: "Pussy? Wer will hier irgendwelche Lesbe fi-

cken? Ich nicht.", "Du fickst keine Schlampe am Samstag", "Warum sollte mein 

Freund dort irgendwelche billige Schlampe ficken? Nee das geht nicht" (Urk. 13/1 

S. 117 ff.). Nach dem Tatabend schrieben die Beschuldigten diesbezüglich im 

Wesentlichen: "Ich habe nieee in meinem Leben…aber nieee", "Jemand wer ekli-

ger als die Schlampe küsst geküsst", "Ohne scheiss", "Neee…ich striche nicht ab 

ich hab schon mit frau u man geküsst", "Aber so eklig wie die küsst hat mich si-

cher nicht gefallen", "Ohne scheiss", "Hetero 100%", "Wegen dir", "Weil es wegen 

dir war", "Nur wegen dir", "Doch ich hab dir gesagt nee A._____ ich will es nicht 

usw", "Deswegen", "Hor auf man u erriner mich nie mehr auf dem scheiss" (Be-

schuldigte 2, Urk. 13/1 S. 196 f.). "Geleckt hat sie dich auch noch" (Beschuldigter 

1, Urk. 13/2 S. 228). "Wegen dir war das", "U sag erriner mich an das nieee mehr 

in meinem Leben bitte" (Beschuldigte 2, Urk. 13/2 S. 228). 

3.5.7.2. Aus diesen Nachrichten sind weder Begierde noch Begeisterung der 

Beschuldigten 2 für sexuelle Handlungen mit der Privatklägerin abzuleiten. Auch 

dass sie die Privatklägerin besonders attraktiv finden würde und deshalb nicht 

abgeneigt wäre, wenn die Privatklägerin irgendwelche sexuellen Handlungen vor-

nehmen würde, ist nicht erkennbar. Im Gegenteil, die Beschuldigte 2 bringt ihre 

Abneigung im Gegensatz zur Begeisterung des Beschuldigten 1 im Hinblick auf 

sexuelle Handlungen mit der Privatklägerin mehrfach deutlich zum Ausdruck. Vor 

Vorinstanz führte die Beschuldigte 2 mehrfach aus, sie habe nicht gewollt, dass 

der Beschuldigte 1 Geschlechtsverkehr mit der Privatklägerin habe, und sie per-

sönlich habe überhaupt keinen Geschlechtsverkehr mit der Privatklägerin gewollt. 

Der Beschuldigte 1 hätte sie und die Privatklägerin gezwungen, Dinge zu ma-

chen, die sie nicht hätten machen wollen (Prot. I S. 50, S. 52 und S. 55). Damit 

decken sich ihre Aussagen auch mit ihren WhatsApp-Nachrichten, welche sie 

dem Beschuldigten 1 geschrieben hat. Entsprechend ist nicht nachvollziehbar, 

gestützt auf welches Verhalten oder auf welche Äusserungen der Beschuldigten 2 

- 33 - 

die Verteidigung eine erotische Stimmung zwischen den beiden Frauen respekti-

ve die Vornahme allfällig freiwilliger sexueller Handlungen ableiten will. 

3.5.7.3. Da sich die beiden Beschuldigten jeweils hemmungslos über alles 

per WhatsApp ausgetauscht haben, ist davon auszugehen, dass sie sich auch bis 

ins kleinste Detail darüber ausgetauscht hätten, wenn tatsächlich sexuelle Hand-

lungen zwischen der Beschuldigten 2 und der Privatklägerin geplant gewesen 

respektive solche stattgefunden hätten, insbesondere da es sich der Beschuldig-

te 1 auch nicht verkneifen konnte, der Beschuldigten 2 unverblümt zu schreiben, 

dass die Privatklägerin sie am Tatabend geleckt habe, obwohl sie ihm deutlich zu 

verstehen gab, an das Vorgefallene nicht erinnert werden zu wollen (vorstehend, 

Erw. III.3.5.7.1.). Wenn tatsächlich noch weitere sexuelle Handlungen zwischen 

den beiden Frauen stattgefunden hätten, dann hätte der Beschuldigte 1 wohl 

auch darüber geschrieben und sich damit nicht zurückhalten können. Dem Chat-

verlauf zwischen den beiden Beschuldigten ist aber nichts dergleichen zu ent-

nehmen. 

3.5.7.4. Ebenfalls nicht gefolgt werden kann der Auffassung der Verteidi-

gung, weshalb es ausgerechnet im Badezimmer des Beschuldigten 1 zu eroti-

schen Spielen zwischen den beiden Frauen hätte kommen sollen. Hätten sich 

die beiden Frauen zueinander hingezogen gefühlt und sexuelle Handlungen mit-

einander vornehmen wollen, hätten sie dies wohl eher im Schlafzimmer im Bett 

getan, wo sie beide bereits nackt gelegen sind, als sich dafür ins Badezimmer zu-

rückzuziehen, zumal es auch keinen Grund gegeben hätte, dies vor dem Be-

schuldigten 1 zu verstecken, welcher von sexuellen Handlungen mit der Privat-

klägerin oder zu dritt sehr angetan war, was die Beschuldigte 2 gewusst hat. Die 

beiden Beschuldigten hatten auch keine Hemmungen, Geschlechtsverkehr mitei-

nander zu haben, während die Privatklägerin ebenfalls nackt bei ihnen im Bett lag 

(vgl. Prot. I S. 31 und S. 42). Zudem bestätigte die Privatklägerin auch, dass die 

Beschuldigte 2 am Tatabend keinerlei Andeutungen gemacht habe, dass sie mit 

ihr sexuelle Handlungen vornehmen wolle oder daran interessiert sein könnte 

(Urk. 27 S. 14, Antw. auf Frage 94). 

- 34 - 

3.5.7.5. Da die Privatklägerin in der Tatnacht in einem desolaten Zustand 

gewesen ist, worauf auch die Verteidigung hingewiesen hat (Urk. 135 S. 9), wird 

dies auch Auswirkungen auf ihre Fortbewegung und allgemein die Koordination 

ihrer Bewegungen gehabt haben. Entsprechend wird sie sich wohl auch langsa-

mer bewegt und für sämtliche Handlungen, auch auf der Toilette, mehr Zeit benö-

tigt haben, da in einem solchen Zustand ein koordiniertes Bewegen respektive ein 

zielgerichtetes Gehen erheblich erschwert sein kann. Wenn die Privatklägerin 

aufgrund des verabreichten Schlafmittels in Kombination mit den konsumierten 

alkoholischen Getränken unsicher auf den Beinen und orientierungslos gewesen 

ist, wie sie selber ausführte (Urk. 3 S. 4, Antw. auf Frage 18; Urk. 27 S. 16, Antw. 

auf Frage 105; Prot. I S. 19), dann hätte sie bereits für einen normalen Toiletten-

gang deutlich mehr Zeit benötigt. Aufgrund ihres Zustandes ist zudem auch nicht 

auszuschliessen, dass sie sich im Badezimmer übergeben musste und deshalb 

längere Zeit verschwunden war. Dass die Beschuldigte 2 aufgrund des schlechten 

Zustandes der Privatklägerin nach dieser gesehen und ihr geholfen hat, ist nach-

vollziehbar, und wird so auch von der Privatklägerin bestätigt, welche aussagte, 

dass sie im Badezimmer gewesen sei und die Beschuldigte 2 gebeten habe, ihr 

ihre Kleider zu holen, als diese nach ihr gesehen habe (Prot. I S. 19 und S. 24). 

Auch die Beschuldigte 2 bestätigte, dass die Privatklägerin entweder auf der WC-

Schüssel gesessen sei oder sich im Spiegel angesehen habe. Vor allem sei diese 

nicht so stabil auf den Beinen gewesen, darum sei sie mitgegangen (Urk. 22 

S. 6). Entgegen der Verteidigung liegen damit durchaus glaubhafte Aussagen da-

zu vor, was im Badezimmer jeweils stattgefunden hat. 

3.5.7.6. Selbst wenn sich die beiden Frauen mehrmals für längere Zeit im 

Badezimmer aufgehalten hätten, erscheinen andere Szenarien (vgl. vorstehend, 

Erw. III.3.5.7.5.) als die von der Verteidigung beschriebenen erotischen Spielerei-

en zwischen ihnen (vgl. Urk. 135 S. 7 f.) weitaus naheliegender. Es liegen nicht 

nur keine belegten Zeitangaben darüber vor, wie lange sich die beiden Frauen 

tatsächlich im Badezimmer aufgehalten haben, bei der Angabe von ca. 20 Minu-

ten handelt es sich einzig um eine Einschätzung des Beschuldigten 1, was weder 

von der Privatklägerin noch der Beschuldigten 2 bestätigt worden ist, sondern es 

ist auch davon auszugehen, dass sämtliche Beteiligten aufgrund ihres alkoholi-

- 35 - 

sierten Zustandes und der Einnahme von Zolpidem in einem Zustand waren, in 

welchem die Zeit nicht mehr ganz zuverlässig geschätzt werden konnte. Folglich 

ist es naheliegender, dass dem Beschuldigten 1 die Zeit, welche die beiden Frau-

en im Badezimmer verbracht haben, länger vorgekommen ist, als sie es tatsäch-

lich war. 

3.5.7.7. Gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin, wonach sie verneint 

habe respektive gesagt habe, sich nicht sicher zu sein, ob sie die Beschuldigte 2 

küssen möchte (Prot. I S. 19), ist ebenfalls nicht nachvollziehbar, worauf die Ver-

teidigung ihr Vorbringen, die Privatklägerin habe sich aktiv und gewollt auf sexuel-

le Handlungen mit der Beschuldigten 2 eingelassen, stützt. Die Privatklägerin gab 

zudem glaubhaft zu Protokoll, dass sie die Beschuldigte 2 nicht habe küssen wol-

len (Prot. I S. 19). Sie schilderte in ihren Einvernahmen jeweils sachlich und kon-

stant den Ablauf des Tatabends respektive diejenigen Vorkommnisse, an welche 

sie sich überhaupt zu erinnern vermochte. Für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen 

spricht zudem, dass sie ohne Weiteres einräumte, wenn sie sich nicht sicher war 

oder an etwas nicht erinnern konnte. Weder das Verhalten der Privatklägerin noch 

ihre Aussagen widerspiegeln eine sexuelle Zuneigung zur Beschuldigten 2, und 

es liegen auch keinerlei Anhaltspunkte vor, die darauf hinweisen würden, dass sie 

freiwillig sexuelle Handlungen mit der Beschuldigten 2 vornehmen respektive sich 

solchen hätte hingeben wollen.  

3.5.7.8. In sämtlichen Einvernahmen der Privatklägerin (Urk. 3; Urk. 27; 

Prot. I S. 12-26) finden sich keine Aussagen, wonach die Beschuldigte 2 sexuelle 

Handlungen an ihr vorgenommen habe, respektive dass es zu erotischen Spiele-

reien zwischen ihnen gekommen sei. Die Privatklägerin und die Beschuldigte 2 

waren ursprünglich zwar befreundet, haben nach dem Tatabend allerdings den 

Kontakt zueinander abgebrochen (Prot. I S. 14; Urk. 17 S. 7). Entsprechend ist 

kein Grund ersichtlich, wieso sie die Beschuldigte 2 schützen und allfällig von die-

ser vorgenommene sexuelle Handlungen verschweigen sollte, zumal sie auch 

den ihr bis zum Tatabend unbekannten Beschuldigten 1 nicht übermässig belas-

tete, sondern glaubhaft zu Protokoll gab, nicht mitbekommen zu haben, welche 

Handlungen an ihr vorgenommen worden seien (Prot. I S. 21), und sie anlässlich 

- 36 - 

ihrer körperlichen Untersuchung erklärte, die Blutunterlaufung an ihrem rechten 

Oberschenkel sei aufgrund einer sportlichen Betätigung entstanden (Urk. 35/3 

S. 3). Dabei wäre es für sie ein Leichtes gewesen, auszuführen, dass diese Ver-

letzung durch die Gewalteinwirkung des Beschuldigten 1 entstanden sei. 

3.5.8. Die Verteidigung bringt weiter vor, die Privatklägerin könne sich auch 

beim Einführen eines Tampons verletzt haben, zumal die Beschuldigte 2 dem Be-

schuldigten 1 erklärt habe, sie habe der Privatklägerin geholfen, diese habe ihre 

Tage gehabt (Urk. 135 S. 8 ff.). Gemäss Untersuchungsprotokoll des Kantonsspi-

tals Aarau vom 11. Juni 2015 hatte die Privatklägerin bei ihrer Untersuchung am 

24. Mai 2015 und damit am Tag nach der Tat keine Menstruation mehr, und der 

Beginn der letzten Periode wurde mit 17. Mai 2015 notiert (Urk. 35/4). Selbst 

wenn davon ausgegangen würde, dass die Menstruation der Privatklägerin am 

Tatabend am Ausklingen gewesen wäre und sie diese noch ganz schwach gehabt 

hätte, was die Privatklägerin so auch ausgeführt hat (Urk. 27 S. 12; Prot. I S. 25), 

ist ausgeschlossen, dass durch das Einführen eines Tampons Verletzungen ver-

ursacht werden, für welche gemäss Gutachten des Kantonsspitals Aarau vom 

11. Juni 2015 eine gewaltsame Penetration in Frage kommt, zumal es sich bei ei-

nem Tampon um einen weichen Gegenstand handelt, welcher nicht durch gewalt-

same Penetration eingeführt werden muss. 

3.5.9. Auch der Einwand der Verteidigung, wonach die Verletzungen der 

Privatklägerin durch sexuelle Handlungen mit einer Drittperson entstanden sein 

könnten (Urk. 165 S. 13), vermag nicht zu überzeugen, da die Privatklägerin 

glaubhaft ausführte, noch Jungfrau gewesen zu sein (Urk. 27 S. 15, Antw. auf 

Frage 102), und verneinte, früheren Geschlechtsverkehr oder einen Freund ge-

habt zu haben (Urk. 1 S. 4). Sie bestätigte, an besagtem Wochenende keinerlei 

sexuellen Kontakt zu anderen Personen gehabt zu haben (Urk. 27 S. 13, Antw. 

auf Frage 83). Sie habe noch nie Sex mit einem Mann gehabt, da sie lesbisch sei, 

und auch ihre sexuellen Erfahrungen mit einer Frau seien ohne Penetration ge-

wesen (Urk. 27 S. 9 und S. 13). Es sind keinerlei Gründe ersichtlich, wieso die 

Privatklägerin diesbezüglich nicht die Wahrheit gesagt haben soll. 

- 37 - 

3.5.10. Die Verteidigung führte zutreffend aus, dass an den Kleidern der Pri-

vatklägerin, insbesondere an deren Slip, DNA-Spuren des Beschuldigten 1 fest-

gestellt wurden, was nicht auf ein strafbares Verhalten hindeute, insbesondere 

nicht darauf, dass er sie entkleidet und in der Folge sexuell missbraucht hätte 

(Urk. 135 S. 16). Die Auswertungen des IRM, Universität Zürich, vom 26. August 

2015 sowie vom 19. April 2016 bestätigen, dass in den Stichproben ab dem 

Bundbereich innenseitig des Slips, der Jeanshose sowie beim Verschluss und 

den Innenkanten der Körbchen ihres Büstenhalters DNA-Spuren des Beschuldig-

ten 1 festgestellt wurden (Urk. 34/7; Urk. 34/9; Urk. 37/6). 

3.5.10.1. Zur Beantwortung von Ergänzungsfragen der Verteidigung betref-

fend mögliche indirekte Übertragbarkeit von DNA-Spuren auf Textilien ohne un-

mittelbare Berührung durch den Spurengeber, erstattete das IRM, Universität Zü-

rich, am 29. November 2016 ein Aktengutachten (Urk. 37/14). Daraus geht her-

vor, dass eine Übertragung von DNA-Rückständen beispielsweise von einem 

Bettlaken auf eine Person, welche längere Zeit nackt auf diesem lag, nicht ausge-

schlossen werden kann und auch ein anschliessender weiterer DNA-Transfer 

vom Körper auf einen Slip nicht auszuschliessen und theoretisch denkbar sei. Zu 

beachten sei indessen, dass es bei jedem Transfer auch zu einem Verlust der ur-

sprünglich übertragenen DNA komme, sodass nach mehreren Übertragungen 

immer weniger bis schliesslich keine DNA mehr vorhanden sei. Da bei der geltend 

gemachten DNA-Übertragung zu viele für die Gutachter nicht bekannte Faktoren 

eine Rolle spielten, könne eine solche Übertragung weder ausgeschlossen noch 

bestätigt werden. Aufgrund der nachgewiesenen DNA allein könne nicht verläss-

lich abgeleitet werden, wie die DNA-Spuren auf den Slip gelangt seien. Analog 

fiel die Antwort auch bei einer geltend gemachten Übertragung von DNA-

Rückständen des Beschuldigten 1 an den Beinen der Privatklägerin aus, welche 

sie beim Anziehen des Slips auf diesen hätte übertragen können (Urk. 37/14 

S. 2 f.).  

3.5.10.2. Somit kann aufgrund der Tatsache, dass an den Innenseiten ge-

wisser Kleidungsstücke der Privatklägerin DNA-Spuren des Beschuldigten 1 ge-

funden wurden, nicht darauf geschlossen werden, dass er diese ausgezogen hat. 

- 38 - 

Angesichts der Mehrzahl von DNA-Spuren des Beschuldigten 1 (und der Be-

schuldigten 2) an gleich mehreren spezifischen Stellen von Kleidungsstücken der 

Privatklägerin ist eine indirekte Übertragung ohne unmittelbare Berührung durch 

den Beschuldigten 1 jedoch als eher unwahrscheinlich einzustufen. Die Mehrzahl, 

Qualität und Örtlichkeit der gefundenen DNA-Spuren des Beschuldigten 1 stellen 

vielmehr gewichtige Hinweise auf direkte Berührungen beim Ausziehen der Pri-

vatklägerin dar. Diesen Erkenntnissen ist allerdings lediglich Indiziencharakter zu-

zuerkennen, welche für sich allein ein gemeinsames Ausziehen der Privatklägerin 

durch die Beschuldigten nicht zu beweisen vermöchten. Für die Erstellung des 

Anklagesachverhaltes ist allerdings auch nicht relevant, ob die beiden Beschuldig-

ten gemeinsam oder lediglich die Beschuldigte 2, allenfalls – wie von ihr ausge-

sagt (Prot. I S. 42) – auf Anweisung des Beschuldigten 1, die Privatklägerin aus-

gezogen haben. Denn dass die Privatklägerin vollständig entkleidet im Bett des 

Beschuldigten 1 aufgewacht ist, wurde von ihr mehrfach glaubhaft geschildert 

(Urk. 3 S. 4, Antw. auf Frage 24; Urk. 27 S. 4; Prot. I S. 19). Der Einwand der Ver-

teidigung, wonach es ganz normal, ja geradezu fürsorglich sei, der Privatklägerin 

dabei zu helfen, es sich für die Nacht bequemer zu machen (Urk. 135 S. 15), er-

weist sich als reine Schutzbehauptung, da nicht nachvollziehbar ist, weshalb der 

Privatklägerin dafür nicht nur die Jeanshose, sondern auch ihre Unterwäsche 

ausgezogen worden ist, sodass sie vollständig nackt im Bett des Beschuldigten 1 

gelegen ist. 

3.5.11. Ebenfalls nicht zu überzeugen vermögen die Ausführungen der Ver-

teidigung, wonach ein gewichtiges Indiz für die Unschuld des Beschuldigten 1 der 

Umstand sei, dass sich die beiden Beschuldigten via WhatsApp über alles ausge-

tauscht hätten, es dann aber zu keinen Vertuschungshandlungen oder Abspra-

chen zwischen ihnen gekommen sei (Urk. 135 S. 13). Dieses Verhalten ist – ent-

gegen der Verteidigung – vielmehr darauf zurückzuführen, dass es im Zeitpunkt, 

als sich die beiden Beschuldigten frei über alles ausgetauscht haben, noch keinen 

Grund gegeben hat, wieso sie sich hätten Sorgen machen respektive befürchten 

müssen, dass ihre Taten auffliegen könnten. Ihr ungehemmter Nachrichtenaus-

tausch erfolgte in einem Zeitpunkt, als die beiden Beschuldigten noch in keiner 

Weise damit rechnen mussten, dass ihr Chatverlauf jemals kontrolliert würde. Zu 

- 39 - 

sehr waren beide der Überzeugung, dass sich die Privatklägerin aufgrund des 

verabreichten Zolpidems an nichts mehr würde erinnern können. Dass die Be-

schuldigten keine Vertuschungshandlungen oder Absprachen getroffen haben, ist 

darauf zurückzuführen, dass sie sich in absoluter Sicherheit gewähnt haben. 

3.5.12. Für einen Geschlechtsverkehr mit der Privatklägerin gab es keine 

entsprechende Spurenlage, und ein solcher wird dem Beschuldigten 1 auch nicht 

vorgeworfen. Nach Würdigung sämtlicher Beweismittel, insbesondere gestützt auf 

den WhatsApp-Chatverlauf zwischen den Beschuldigten sowie das Gutachten 

samt Untersuchungsprotokoll des Kantonsspitals Aarau je vom 11. Juni 2015 an-

lässlich der forensisch-klinischen Untersuchung der Privatklägerin am 24. Mai 

2015, verbleiben keine unüberwindbaren Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3 

StPO, dass sich der Beschuldigte 1 an der noch immer unter dem Einfluss eines 

Schlafmedikamentes stehenden und somit, wie er wusste, widerstandsunfähigen 

Privatklägerin verging, indem er ihr mindestens einen seiner Finger oder einen 

unbekannten Gegenstand in deren Scheide einführte, zumal nicht ersichtlich ist, 

dass die bei der Privatklägerin eingetretenen Verletzungen auf eine andere Weise 

entstanden sein könnten und auch keine überzeugenden Anhaltspunkte für eine 

Dritttäterschaft vorliegen. Dieser Teil des Sachverhaltes ist damit ebenfalls ankla-

gegemäss erstellt. 

3.6. Die WhatsApp-Nachrichten zwischen den beiden Beschuldigten erge-

ben zusammen mit den übrigen Beweismitteln ein stimmiges Gesamtbild. Wäre 

an diesem Abend tatsächlich nichts vorgefallen, wie dies der Beschuldigte 1 glau-

ben machen will, hätte die Privatklägerin am Tatabend nicht geweint, sich gewehrt 

und wäre nicht gequält worden, worüber sich die Beschuldigten nach dem Tat-

abend unmissverständlich ausgetauscht haben (vgl. vorstehend, Erw. III.3.5.2.). 

Wäre es am Tatabend tatsächlich nur bei einem gemeinsamen Abendessen mit 

anschliessendem Fernsehen geblieben, hätte die Beschuldigte 2 wohl auch nicht 

ausgesagt, dass sie an jenem Abend nicht gewollt habe, dass es zu dem kommen 

würde, zu was es gekommen sei (Prot. I S. 55). 

3.7. Ergänzend ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten 1 in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 109 S. 22) sehr detailarm sowie kurz 

- 40 - 

ausgefallen sind und er sich im Wesentlichen darauf beschränkt hat, die glaubhaf-

ten Belastungen der Privatklägerin respektive die geschriebenen WhatsApp-

Nachrichten zwischen ihm und der Beschuldigten 2 als blosse Spinnereien bzw. 

Hirngespinste und nichts Ernstzunehmendes abzutun (Prot. I S. 36; Prot. II S. 22). 

Seinen Beteuerungen, darüber zu schreiben, bedeute nicht, solches auch zu tun, 

wird durch die im Intimbereich der Privatklägerin festgestellten frischen Verletzun-

gen und das in ihrem Blut für die Tatzeit nachgewiesene Zolpidem jede entlasten-

de Grundlage entzogen. Seine Aussagen weichen nicht nur deutlich von den 

Sachverhaltsschilderungen der Privatklägerin, sondern auch von denjenigen der 

Beschuldigten 2 ab und stimmen auch nicht mit seinen eigenen WhatsApp-

Nachrichten überein. Er begnügt sich damit, neben den pauschal vorgebrachten 

Bestreitungen nach ausfluchtartigen Erklärungen für den Zustand der Privatkläge-

rin zu suchen. Weiter unterstützend wird die Darstellung der Privatklägerin und 

der dem Beschuldigten 1 zur Last gelegte Anklagesachverhalt durch den Um-

stand untermauert, dass die Beschuldigte 2 die Tatvorwürfe, nach anfänglichem 

Bestreiten bei der Polizei und anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Hafteinver-

nahme (Urk. 15 S. 2 ff.; Urk. 17 S. 2 ff.), schliesslich anerkannt und den vo-

rinstanzlichen Schuldspruch akzeptiert hat. 

4. Der Anklagesachverhalt gemäss Anklageschrift ist damit vollumfänglich 

erstellt. 

IV. Rechtliche Würdigung 

 1. Der sexuellen Nötigung macht sich strafbar, wer eine Person zur Duldung 

einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, nament-

lich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt  

oder zum Widerstand unfähig macht (Art. 189 Abs. 1 StGB). 

 2. Der Beschuldigte 1 hat gemeinsam mit der Beschuldigten 2 die Privatklä-

gerin durch die heimliche Verabreichung des Schlafmittels Zolpidem gegen ihren 

Willen in den Zustand der Widerstandsunfähigkeit versetzt und damit erreicht, 

dass sie widerstandslos duldete, gegen ihren Willen vollständig ausgezogen wor-

den zu sein, und der Beschuldigte 1 in der Folge sexuelle Handlungen an ihr vor-

- 41 - 

nehmen konnte, indem er ihr mindestens einen seiner Finger oder einen unbe-

kannten Gegenstand in ihre Scheide einführte. Damit hat er den objektiven Tat-

bestand der sexuellen Nötigung erfüllt. 

 3. In subjektiver Hinsicht erfordert der Straftatbestand der sexuellen Nöti-

gung eine vorsätzliche Begehung der Tat. Der Täter muss die Tat bewusst, d.h. 

mit Wissen und Willen, begehen. Dabei muss er wissen, dass das Opfer mit den 

sexuellen Handlungen nicht einverstanden ist, wobei Eventualvorsatz genügt 

(Art. 12 StGB). Die Privatklägerin war nach der unbewussten Einnahme des 

Schlafmittels Zolpidem eingeschlafen und dadurch von den Beschuldigten be-

wusst und gewollt in den Zustand der Widerstandsunfähigkeit versetzt worden. 

Die vom Beschuldigten 1 in der Folge an der schlafenden Privatklägerin vorge-

nommenen sexuellen Handlungen erfolgten somit bewusst und gewollt unter 

Ausnützung der herbeigeführten Widerstandsunfähigkeit und ohne ihr Wissen und 

gegen ihren Willen, weshalb auch der subjektive Tatbestand dieser Strafbestim-

mungen erfüllt ist. 

 4. Im angefochtenen Urteil wurde zutreffend erwogen, dass die Tabletten-

verabreichung dazu geführt hatte, dass die Privatklägerin im Sinne von Art. 189 

Abs. 1 StGB zum Widerstand unfähig gemacht wurde, was als Tatmittel der sexu-

ellen Nötigung zu qualifizieren sei. Auch wenn dieses Tatmittel zu einer geringfü-

gigen Schädigung ihrer physischen Integrität geführt habe, liege bei dieser Beein-

trächtigung der körperlichen Integrität eine Handlungseinheit mit der Verletzung 

der sexuellen Integrität der Privatklägerin vor, welche auf dem selben Willensent-

schluss des Beschuldigten 1 beruhe (Urk. 109 S. 40). Es kann darauf verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die einfache Körperverletzung wird daher als Be-

gleitdelikt der sexuellen Nötigung konsumiert (MAIER, in: NIGGLI/WIPRÄCHTIGER, 

Basler Kommentar Strafrecht II, 4. Auflage 2018, N 80 zu Art. 189 StGB). Der Be-

schuldigte 1 hat nicht zusätzlich auch noch den Tatbestand der einfachen Körper-

verletzung erfüllt. Die Staatsanwaltschaft hat diese rechtliche Würdigung zu Recht 

nicht beanstandet. 

- 42 - 

 5. Da weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vorliegen, ist 

der Beschuldigte 1 der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen. 

V. Strafzumessung 

 1. Im Rückweisungsentscheid des Bundesgerichtes wurde erwogen, die  

erkennende Kammer habe bei der Strafzumessung zwar festgehalten, der zusätz-

liche Schuldspruch wegen versuchter sexueller Nötigung begründe keine Strafer-

höhung, sodass es bei einer hypothetischen Einsatzstrafe von 4 Jahren bleibe, 

wie sie für die vollendete sexuelle Nötigung festzulegen sei, allerdings erfasse die 

Vorinstanz für die Beurteilung der objektiven Tatschwere beide Tatvorgänge ge-

meinsam. Gemäss den Ausführungen der erkennenden Kammer schlage sich das 

psychische Leid, welches der Privatklägerin durch die ihr gegenüber erfolgte Ge-

waltanwendung (Schläge und Reissen an ihren Haaren) zugefügt worden sei, 

verschuldenserhöhend nieder, und ihre sexuelle Integrität sowie das Selbstwert-

gefühl seien erheblich verletzt, indem der Beschuldigte 1 sie gedemütigt und wäh-

rend des Tatgeschehens beschimpft und geohrfeigt habe. Weiter erwog das Bun-

desgericht, dass diese verschuldenserhöhenden Elemente zu einem guten Teil 

die unzulässig ergänzte Anklage betreffen würden und deshalb für die neu zu 

bemessende Strafe nicht mehr zu berücksichtigen seien (Urk. 183 S. 16). Diese 

Erwägungen des Bundesgerichtes sind für das erkennende Gericht bindend. 

Demzufolge ist die Strafe des Beschuldigten 1 für die (vollendete) sexuelle Nöti-

gung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB neu zu bemessen. 

 2. Die Staatsanwaltschaft beantragt, der Beschuldigte 1 sei mit einer Frei-

heitsstrafe von 4 Jahren zu bestrafen, abzüglich der bereits erstandenen Haft. Zur 

Begründung führt sie aus, der Wegfall der zusätzlichen Verurteilung wegen ver-

suchter sexueller Nötigung habe keinen Einfluss auf die Dauer der Strafe, da der 

Wegfall dieser Verurteilung im Vergleich mit der zu bestätigenden Verurteilung 

vom Verschulden her nicht massgeblich ins Gewicht falle (Urk. 187 S. 2 f.). Die 

Verteidigung beantragt die Bestrafung des Beschuldigten 1 mit einer bedingten 

Freiheitsstrafe von höchstens 20 Monaten, unter Ansetzung einer Probezeit von 

- 43 - 

2 Jahren und Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 122 Tagen. 

Zusammenfassend macht sie geltend, dass gestützt auf das Urteil des Bundesge-

richtes einige der verschuldenserhöhenden Elemente nicht berücksichtigt werden 

dürften ebenso wenig wie das verschuldenserhöhende Element der Tatmehrheit, 

sodass die Einsatzstrafe substanziell zu kürzen sei (Urk. 191 S. 1 f.). Auf die Vor-

bringen der Verteidigung ist – soweit erforderlich – anlässlich der Würdigung der 

einzelnen Strafzumessungsfaktoren näher einzugehen (nachfolgend, Erw. V.4.1. 

ff.). 

 3. Am 1. Januar 2018 sind die neuen Bestimmungen des Allgemeinen Teils 

des Strafgesetzbuches (Sanktionenrechts) gemäss der Änderung vom 19. Juni 

2015 in Kraft getreten (AS 2016 1249). Die zu beurteilende Straftat wurde vor In-

krafttreten des neuen Rechts begangen. Nach Art. 2 Abs. 1 StGB wird nach neu-

em Recht nur beurteilt, wer nach dessen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Ver-

gehen begangen hat. Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttre-

ten des neuen Rechts begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, ist das 

neue Recht anzuwenden, wenn es für den Täter milder ist (Art. 2 Abs. 2 StGB). 

Ob das neue Recht das mildere ist, hat das Gericht nach der konkreten Methode 

zu ermitteln (DONATSCH, in: DONATSCH/HEIMGARTNER/ISENRING/WEDER, Kommen-

tar Schweizerisches Strafgesetzbuch, 20. Auflage, Zürich 2018, N 10 zu Art. 2 

StGB). Wie zu zeigen sein wird, ist der Beschuldigte 1 mit einer Freiheitsstrafe zu 

bestrafen. Da eine Bestrafung des Beschuldigten 1 nach neuem Recht zur Ausfäl-

lung derselben Strafe, mithin nicht zu einer milderen Bestrafung führen würde, ist 

das alte Recht anzuwenden. 

4. Die allgemeinen Regeln und Kriterien der Strafzumessung wurden im vor-

instanzlichen Urteil unter Hinweis auf Rechtsprechung und Lehre korrekt wieder-

gegeben und unter Berücksichtigung des bei den Beschuldigten anzuwendenden 

besonderen fakultativen Strafschärfungsgrundes von Art. 200 StGB zutreffend 

erwogen, dass keine aussergewöhnlichen Umstände gegeben sind, welche ein 

Verlassen dieses Strafrahmens verlangen würden (Urk. 109 S. 41 f.). Diese vorin-

stanzlichen Erwägungen brauchen nicht wiederholt zu werden. Der für die sexuel-

le Nötigung massgebliche Strafrahmen ist indessen nicht bloss Freiheitsstrafe bis 

- 44 - 

zu zehn Jahre (Urk. 109 S. 41, Ziff. 1.2.); dieser umfasst auch Geldstrafe (Art. 189 

Abs. 1 StGB). Strafmilderungsgründe liegen nicht vor. 

4.1. Bei der objektiven Tatschwere der sexuellen Nötigung ist zu gewichten, 

dass der verheiratete Beschuldigte 1 sich als treibende Kraft die Mitwirkung und 

Unterstützung des Tatvorgehens durch seine damalige, rund 22 Jahre jüngere, 

zur Tatzeit gut 18-jährige und damit unerfahrene Freundin, der Beschuldigten 2, 

zu Nutze machte. Insofern ging die Initiative stärker von ihm aus, wenngleich die 

Tat ohne die Mitwirkung der Beschuldigten 2 nicht möglich gewesen wäre, da nur 

sie die Privatklägerin zuvor bereits aus der Schule gekannt und die Einladung auf 

den Samstagabend, 23. Mai 2015, dieser gegenüber ausgesprochen hatte 

(Urk. 15 S. 8; Urk. 8 S. 2), die eigentlichen Tathandlungen aber alle in der Woh-

nung des Beschuldigten 1 stattfanden. Dass der Beschuldigte 1 die Beschuldig-

te 2 habe überreden müssen, seine Pläne mit ihm umzusetzen, wird dem Be-

schuldigten 1 – entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 191 S. 4) – nicht 

angelastet. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Initiative stärker von ihm aus-

ging. So war es nicht nur seine Idee, der Privatklägerin "Pillen" zu verabreichen, 

sondern er war auch derjenige, welcher sich um die Beschaffung der Tabletten 

kümmerte und entsprechende Vorbereitungshandlungen für das Treffen mit der 

Privatklägerin in seiner Wohnung traf (vgl. vorstehend, Erw. III.3.4.1.). Aus den 

von der Verteidigung zitierten Ausschnitten aus dem Chatverlauf zwischen den 

beiden Beschuldigten (Urk. 191 S. 3 ff.) lässt sich nichts Gegenteiliges ableiten. 

Auch dass die Beschuldigte 2 unerfahrener war als der damals rund 22 Jahre äl-

tere Beschuldigte 1, bezieht sich – entgegen dem Vorbringen der Verteidigung 

(Urk. 191 S. 5) – nicht ausschliesslich auf ihre sexuelle Erfahrung, sondern insbe-

sondere auf ihre Lebenserfahrung. So sollte sich der Beschuldigte 1 aufgrund 

seines Alters und seiner Lebenserfahrung über die Tragweite und Konsequenzen 

seiner Entscheidungen und Handlungen deutlicher im Klaren sein als die gerade 

erst volljährige Beschuldigte 2. Gemeinsam mit dieser trug er die bereits in den 

Zustand der Widerstandsunfähigkeit versetzte Privatklägerin in sein Zimmer, wo 

sie entkleidet wurde, wobei der Argumentation der Verteidigung, wonach sich aus 

dieser Formulierung ergebe, dass der Beschuldigte 1 auch hier die treibende Kraft 

gewesen sei (Urk. 191 S. 6), nicht gefolgt werden kann, zumal von einem ge-

- 45 - 

meinsamen Tragen die Rede ist. Die im Sinne von Art. 200 StGB gemeinsame 

Tatvorbereitung und –begehung wirkt sich spürbar verschuldens- und damit straf-

erhöhend aus. Angesichts der Vorbringen der Verteidigung (Urk. 191 S. 6) ist 

nochmals zu betonen, dass nicht das Vorgehen des Beschuldigten 1 isoliert be-

wertet und straferhöhend berücksichtigt wird, sondern dass sich die Straferhö-

hung aufgrund des gemeinsamen Handelns der beiden Beschuldigten – aufgrund 

ihres Zusammenwirkens – ergibt. 

4.1.1. Die Beschuldigten machten sich weiter zu Nutze, dass die Privatklä-

gerin völlig arg- und ahnungslos war. So konnte sich der Beschuldigte 1 sicher 

sein, dass sie seine Absichten nicht erkennen konnte, zumal sie unter dem Vor-

wand zum gemeinsamen Abendessen eingeladen worden war, den Eurovision 

Song Contest im Fernsehen zu schauen. Er nutzte das Vertrauen der Privatkläge-

rin in die Beschuldigte 2 mit der geplanten heimlichen Verabreichung des Schlaf-

mittels gezielt und perfid aus. Aufgrund seines beruflichen Hintergrundes war ihm 

der Wirkstoff von Zolpidem bekannt. Er kannte somit das Medikament, das der 

Privatklägerin verabreicht wurde. Die Verteidigung macht geltend, dass die Be-

schuldigte 2 ebenfalls das Vertrauen der Privatklägerin ausgenutzt habe und auch 

sie in der Pflege tätig gewesen sei (Urk. 191 S. 7). Dies mag zutreffend sein, ist 

allerdings nicht weiter von Relevanz, da die Beschuldigte 2 nicht Partei dieses 

Verfahrens ist und somit auch nicht für sie die Strafe neu zu bemessen ist (vgl. 

nachfolgend, Erw. V.7.). Zweifellos trifft die Beschuldigte 2 eine nicht unerhebliche 

Mitschuld, wofür sie auch entsprechend bestraft wurde. Sie hat den Schuldspruch 

und die gegen sie ausgefällte Strafe der Vorinstanz akzeptiert. Die vorzunehmen-

de Strafzumessung hat sich somit mit dem Verschulden des Beschuldigten 1 

auseinanderzusetzen und dieses zu gewichten. Lediglich ergänzend ist darauf 

hinzuweisen, dass die Beschuldigte 2 aufgrund ihres jungen Alters nicht bereits 

langjährig in der Pflege tätig war und damit als Lernende deutlich weniger Berufs-

erfahrung aufwies als der Beschuldigte 1, was sich auch auf ihre Erfahrungen im 

Umgang mit dem Medikament Zolpidem und allfälliger (Neben)Wirkungen dieses 

Medikaments bezieht. Mit der Verabreichung dieses rezeptpflichtigen Medikamen-

tes in Kombination mit Alkohol, wurde die Privatklägerin zudem einer erheblichen 

Gesundheitsgefährdung ausgesetzt. 

- 46 - 

4.1.2. Die vom Beschuldigten 1 an der Privatklägerin im Zustand der Wider-

standsunfähigkeit vorgenommenen sexuellen Handlungen sind als verwerflich 

einzustufen, wobei diese keine gravierenden körperlichen Verletzungen zur Folge 

hatten. Das ihr zugefügte psychische Leid schlägt sich verschuldenserhöhend 

nieder. Sie litt ereignisbedingt weiter an Angst- und Konzentrationsstörungen, 

weshalb sie medizinische Behandlung in Anspruch nehmen musste (Prot. I S. 22). 

4.1.3. Durch diese Tat wurde die sexuelle Integrität der Privatklägerin erheb-

lich verletzt. Zugutezuhalten ist dem Beschuldigten 1 lediglich, dass er keine 

schwerwiegende physische Gewalt anwandte und dadurch auch keine gravieren-

deren Verletzungen bei der Privatklägerin, insbesondere in deren Vaginalbereich, 

verursachte. Diese heilten innert kurzer Zeit folgenlos ab (Urk. 35/3 S. 3 u.). 

4.2. Auch hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist der Verteidigung ent-

gegenzuhalten, dass nicht das Verschulden der Beschuldigten 2, sondern dasje-

nige des Beschuldigten 1 zu beurteilen ist (vgl. nachfolgend, Erw. V.7.). Dabei ist 

zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 1 gezielt, vorsätzlich, rücksichtslos und 

aus rein egoistischen Beweggründen handelte, um unter Miteinbezug der Be-

schuldigten 2 seine sexuelle Lust zu befriedigen, ohne dass die Privatklägerin da-

zu auch nur den geringsten Anlass geboten hätte. Wobei zu beachten ist, dass 

jeder sexuellen Nötigung eine egoistische Motivlage immanent ist. Selbst wenn 

der Beschuldigten 2 ebenfalls eine rein egoistische Motivlage zuzuschreiben ist, 

worauf auch die Verteidigung hingewiesen hat (Urk. 191 S. 9), vermag dies die 

subjektive Schwere der Tathandlungen des Beschuldigten 1 nicht zu mindern. Der 

Beschuldigte 1 handelte aus eigenem Antrieb und nach eingehender gemeinsa-

mer Planung mit der Beschuldigten 2, um die so geschaffene Gelegenheit zum 

Nachteil der arglosen Privatklägerin herbeizuführen. Sein gesamtes Vorgehen 

zeugt von einer ausgeprägten kriminellen Energie. Aus dem Umstand, dass der 

Privatklägerin Schlaftabletten verabreicht wurden, um sich so an ihr vergehen zu 

können, ohne dass sie von den Übergriffen etwas mitbekommen würde, lässt sich 

entgegen der Verteidigung gerade nichts zugunsten des Beschuldigten 1 ableiten 

(vgl. Urk. 197 S. 10). Dies macht vielmehr deutlich, mit welcher Skrupellosigkeit 

der Beschuldigte 1 vorging. Die Argumentation der Verteidigung, wonach die Pri-

- 47 - 

vatklägerin im angestrebten Idealfall nie etwas von der strafbaren Handlung erfah-

ren hätte, was sich bei der Strafzumessung auszuwirken habe (Urk. 197 S. 10), 

kann nicht gefolgt werden. Der Beschuldigte 1 hätte sich ohne Weiteres auf seine 

sexuellen Aktivitäten zusammen mit der Beschuldigten 2 beschränken können. 

Die subjektive Schwere seiner Tathandlungen mag deren objektive Tatschwere 

nicht zu mindern. 

4.3. Das Verschulden ist somit als keineswegs mehr leicht einzustufen und 

würde die bereits durch die Vorderrichter im oberen Bereich der unteren Hälfte 

des massgeblichen Strafrahmens von bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe festge-

legte hypothetische Einsatzstrafe von 4 Jahren Freiheitsstrafe rechtfertigen. Ob-

wohl der im ersten Berufungsverfahren (SB180143) zusätzlich ergangene 

Schuldspruch wegen versuchter sexueller Nötigung durch das Urteil des Bundes-

gerichtes aufgehoben wurde, rechtfertigt dies – in Nachachtung der bundesge-

richtlichen Erwägungen (vgl. vorstehend, Erw. V.I.) – lediglich eine marginale Re-

duktion der hypothetischen Einsatzstrafe um 3 Monate, da das Verschulden des 

Beschuldigten 1 bezüglich der versuchten sexuellen Nötigung nur als leicht ein-

gestuft wurde und zu keiner Straferhöhung führte (Urk. 173 S. 47 f.).  

4.4. Für die sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB erscheint 

somit eine hypothetische Einsatzstrafe von 3 ¾ Jahren als angemessen. 

5. Bei der Würdigung der Täterkomponente kann die verschuldensangemes-

sene Strafe aufgrund von Umständen, die mit der Tat grundsätzlich nichts zu tun 

haben, erhöht oder herabgesetzt werden. Massgebend hierfür sind im Wesentli-

che