# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3080dabe-aa3f-5ffe-9da1-510edadfae3c
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-07
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 07.02.2014 A1 13 320
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_A1-13-320_2014-02-07.pdf

## Full Text

56 RVJ / ZWR 2015 

Gebühren und Abgaben 
Emoluments et taxes 

KGE (öffentlichrechtliche Abteilung) A1 13 320 vom 7. Februar 
2014 

Grundeigentümerbeiträge 

- Allgemeine Voraussetzungen zur Erhebung von Grundeigentümerbeiträgen (Art. 3 
Abs. 2 GEGB; E. 6.1). 

- Durch den Neubau der Strasse entstehender wirtschaftlicher Sondervorteil bejaht, 
auch wenn die Parzelle bereits erschlossen war (E. 6.1.2 - 6.1.4). 

- Grundsatz der Rechtsgleichheit nicht verletzt (Art. 8 Abs. 1 BV; E. 6.2.2). 

Contributions des propriétaires fonciers 

- Conditions auxquelles de telles contributions peuvent être perçues (art. 3 al. 2 de la 
loi concernant la perception des contributions des propriétaires fonciers aux frais 
d'équipement et aux frais d'autres ouvrages publics ; consid. 6.1). 

- La route nouvellement construite représente un avantage économique particulier, 
quand bien même la parcelle était déjà raccordée (consid. 6.1.2 - 6.1.4). 

- Non-violation du principe de l’égalité de traitement (art. 8 al. 1 Cst. ; consid. 6.2.2). 

 

Erwägungen 
(…) 

6.  In materieller Hinsicht verneinen die Beschwerdeführer einen wirt-
schaftlichen Sondervorteil, da dieser aufgrund der bereits bestehen-
den Erschliessung (durch die Blattenstrasse sowie die nördlich an-
grenzende Privatstrasse) nicht gegeben sei. 

6.1  Gemäss Art. 3 Abs. 2 GEGB schulden nur diejenigen Grundei-
gentümer Beiträge, denen das Werk einen wirtschaftlichen 
Sondervorteil bringt (BGE 110 Ia 205). Beim Werk, welches die Son-
dervorteile bewirkt, muss es sich um eine öffentliche Einrichtung han-
deln (Alexander Ruch, Die Bedeutung des Sondervorteils im Recht 
der Erschliessungsbeiträge, ZBl 12/1996, S. 532). Der erwachsende 
Vorteil muss ausserdem wirtschaftlicher Art sein, d.h. er muss als 
Vermögenszuwachs in Erscheinung treten. Ob der Vorteil tatsächlich 
realisiert wird, ist nicht von Bedeutung (Alexander Ruch, a.a.O., 
S. 532 f. mit weiteren Verweisen). Schliesslich muss es sich um einen 
besonderen Vorteil handeln: Es geht also um das Ausmass des durch 

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die Möglichkeit der Benutzung der öffentlichen Einrichtung erlangten 
Vorteils, wobei Erschliessungsanlagen eine weite Skale von Nutz-
niessern (bspw. direkte Anstösser, Hinterlieger, bereits Erschlossene, 
die nochmals eine Verbesserung oder Erleichterung erfahren, 
Passanten, Berufs- und Schleichverkehr mit Wegverkürzungen usw.) 
aufweisen (Alexander Ruch, a.a.O., S. 533). Dieser besondere Vorteil 
bzw. der Mehrwert bildet denn auch der Massstab der Bemessung 
des Beitrags (Alexander Ruch, a.a.O., S. 534). 

6.1.1  Bei der Haselmattenstrasse, welche als Sackgasse konzipiert 
ist, handelt es sich unbestritten um eine kommunale Strasse, womit 
eine öffentliche Einrichtung im vom Gesetz geforderten Sinne vorliegt.  

6.1.2  Die Beitragspflicht wird dadurch ausgelöst, dass der Grundei-
gentümer Empfänger einer Leistung ist (Alexander Ruch, a.a.O., 
S. 537). Die „Leistung“ der Gemeinde bestand in vorliegendem Fall in 
der Erstellung einer kommunalen Strasse (konzipiert als Sackgasse), 
mit welcher unter anderem das Gebiet „Massegga“ erschlossen 
wurde. Die Strasse ist beleuchtet und weist ein Trottoir auf. Überdies 
beinhaltet der Strassenkörper Werkleitungen für Kanalisation, 
Wasserversorgung, Strom und Kommunikation. 

Die Beschwerdeführer profitieren von der Haselmattenstrasse in dem 
Masse, dass ihre Parzellen, welche sich etwa 70 Meter nördlich (berg-
aufwärts) dieser Strasse befinden, mit den erwähnten Erschliessungs-
einrichtungen versorgt werden. Mit anderen Worten haben die 
Beschwerdeführer durch die Haselmattenstrasse die Möglichkeit zur 
(Fein)Erschliessung ihrer Parzellen, wodurch die Parzellen einen 
Mehrwert bzw. wirtschaftlichen Vorteil erhalten. Ob sie diesen Vorteil 
tatsächlich nutzen, ist wie bereits dargelegt, unbeachtlich. Für die 
Beschwerdeführer ist dieser Vorteil besonders, weil sie im Vergleich 
zur Allgemeinheit in erhöhtem Masse von den Erschliessungsanlagen 
profitieren. 

6.1.3  Bei der Festsetzung der Grundeigentümerbeiträge geht es um 
die individuelle Zuteilung von Anteilen der Werkkosten an die zu 
verpflichtenden Eigentümer. Zweifellos wäre es wünschenswert, für 
jeden Eigentümer individuell die Beiträge festzulegen. Aufgrund der 
grossen Anzahl von Eigentümern ist die Umsetzung dieser individuali-
sierten Vorgehensweise aus praktischen Gründen nicht realisierbar 
(Urteil des Kantonsgerichts vom 07. Juli 2003 i.S. M.R und A.R. c/ 
Staatsrat). Eine schematische Unterteilung der Beiträge ist laut 

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konstanter Rechtsprechung und Praxis möglich (ZWR 1986, S. 49; 
Vera Marantelli-Sonanini, Erschliessung von Bauland, S. 98 mit 
Hinweisen). Der verfügenden Instanz steht dazu ein weites Ermessen 
offen, welches dann überschritten oder missbraucht wird, wenn ihr 
Entscheid nicht mehr objektiv nachvollziehbar ist (Art. 16 GEGB; Urteil 
des Kantonsgerichts vom 07. Juli 2003 i.S. M.R und A.R. c/ Staatsrat 
mit Hinweisen; Vera Marantelli-Sonanini, a.a.O., S. 98). Sie miss-
braucht ihr Ermessen, wenn die Beitragsverfügung das Rechtsgleich-
heitsprinzip verletzt (Art. 14 Abs. 1 GEBG; Max Imboden/René 
Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, 6. Aufl., S. 417). 

Der wirtschaftliche Sondervorteil für die Parzellen der Beschwerde-
führer ist verglichen mit anderen Parzellen, welche näher an der 
Erschliessungsstrasse liegen, kleiner. Dieser vergleichsweise tiefere 
Mehrwert ist jedoch bei der Beitragsbemessung bzw. Beitragshöhe 
berücksichtigt worden. Aus diesem Grund wurden die Parzellen der 
Beschwerdeführer zu Recht flächenmässig grösstenteils der Beitrags-
klasse 3 zugeteilt. Dies ist im Lichte des Grundsatzes der Rechts-
gleichheit nicht zu beanstanden, insbesondere weil die sich ebenfalls 
im Mehrwertperimeter befindenden übrigen Parzellen, welche an die 
Parzelle der Beschwerdeführer angrenzen (Nrn. 1854, 2386, 2387, 
2380 und 2381) allesamt mehrheitlich der Beitragsklasse 2 zuge-
ordnet wurden und diese demnach höhere Beiträge zu leisten haben. 
Vor diesem Hintergrund gelangt das Kantonsgericht zum Schluss, 
dass die Vorinstanz ihr diesbezügliches Ermessen nicht überschritten 
hat. 

6.1.4  Es ist somit festzuhalten, dass die Vorinstanz den wirt-
schaftlichen Sondervorteil der Beschwerdeführer zu Recht bejaht hat. 
Dieser kann, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer, selbst 
dann vorliegen, wenn das Grundstück bereits anderweitig erschlossen 
ist. Massgebend ist nämlich einzig, ob dem fraglichen Grundstück 
durch die Erstellung der öffentlichen Einrichtung bzw. Werk ein 
Mehrwert erwächst, was in casu richtigerweise bejaht wurde (vgl. 
auch Art. 70 Abs. 1 des Strassengesetzes vom 3. September 1965 
(StrG; SGS/VS 725.1). 

6.2  Die Beschwerdeführer legen weiter dar, dass sämtliche (mehrere 
Dutzend) an die Blattenstrasse angrenzenden Parzellen durch die 
Blattenstrasse erschlossen seien. Weshalb dies für die Parzelle der 
Beschwerdeführer (Nr. 2378) nicht gelten solle, sei nicht ersichtlich, 

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insbesondere liege hierfür mit Blick auf das Raumplanungsrecht und 
die Rechtsgleichheit kein objektiver Grund vor. 

6.2.1  Welche Norm des Raumplanungsrechts die Vorinstanz mit 
ihrem Entscheid konkret verletzt haben soll, legen die Beschwerde-
führer nicht dar und ist für das urteilende Gericht prima vista nicht 
ersichtlich, weshalb diese Rüge offensichtlich unbegründet und dem-
nach abzuweisen ist, insofern darauf eingetreten werden kann. 

6.2.2  Der Rechtsgrundsatz der Rechtsgleichheit im Sinne von Art. 8 
Abs. 1 BV wird verletzt, wenn zwei tatsächlich gleiche Situationen 
ohne sachlichen Grund unterschiedlich und zwei tatsächlich verschie-
dene Situationen ohne sachlichen Grund gleich behandelt werden. 
Dabei ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung entscheidend, 
dass die zu behandelnden Sachverhalte in Bezug auf die relevanten 
Tatsachen gleich bzw. ungleich sind (BGE 127 I 202 E. 3f). 

In vorliegendem Fall verhält es sich so, dass für einige Parzellen, die 
an die Blattenstrasse angrenzen, ein Grundeigentümerbeitrag entrich-
tet werden muss und für andere, ebenfalls angrenzende Parzellen, 
kein Beitrag bezahlt werden muss. Für diese unterschiedliche 
Behandlung liegt jedoch ein sachlicher Grund vor: In casu werden 
Grundeigentümerbeiträge lediglich für diejenigen Parzellen erhoben, 
welche durch den Neubau der Erschliessungsstrasse Haselmatten 
einen Mehrwert aufweisen. Aus diesem Grund rechtfertigt sich eine 
Ungleichbehandlung der zwei gleichen Situationen. Der Rechtsgrund-
satz der Rechtsgleichheit wurde nicht verletzt.