# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73bf2d02-f41f-5ea7-b860-cd7aa3df159f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-20
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 20.10.2008 SK 2007 473
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2007-473_2008-10-20.pdf

## Full Text

SK-Nr. 2007/473

Urteil der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern,
unter Mitwirkung von Oberrichter Zihlmann (Präsident i.V.), Obergerichtssuppleantin Bratschi 

und Oberrichterin Schnell sowie Kammerschreiber Feigenwinter

vom 17. April 2008

in der Strafsache gegen

A.

Angeschuldigter/Appellant

wegen Betrugs und Versuchs dazu sowie Urkundenfälschung

Generalprokuratur des Kantons Bern, Hochschulstrasse 17, Postfach 7475, 3012 Bern
Staatsanwaltschaft/Appellantin

B.
Privatklägerin

Regeste
Bei der Strafzumessung sind innerhalb der verschuldensangemessenen Strafe auch die 

Auswirkungen der Sanktion auf das künftige Berufsleben des Täters zu berücksichtigen 

(Folgeberücksichtigung).

Redaktionelle Vorbemerkungen:
Der Angeschuldigte wurde vorinstanzlich wegen Betrugs und mehrfach begangener 

Urkundenfälschung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten Dauer verurteilt. 

Vor oberer Instanz erfolgte in einem der Anklagepunkte neu ein Freispruch, das Strafmass 

wurde um 2 Monate reduziert.

Auszug aus den Erwägungen:

(...)

2

III. Strafzumessung

(…)

2.4 Strafzumessung i.e. Sinn

Die Vorinstanz erachtete ein Strafmass von 14 Monaten Freiheitsstrafe als dem 

Gesamtsverschulden des Angeschuldigten angemessen. Berücksichtigt man den 

Umstand, dass die Strafzumessungsfaktoren abgesehen von der verminderten 

Schuldfähigkeit allesamt strafschärfend bzw. straferhöhend ins Gewicht fallen und 

insbesondere den zahlreichen zum Teil einschlägigen Vorstrafen eine stark 

straferhöhende Wirkung attestiert werden muss, erscheint die von der Vorinstanz 

ausgesprochene Strafe für die Summe der von ihr beurteilen Delikte auch in Anbetracht 

der verminderten Schuldfähigkeit, für welche vorliegend eine Reduktion der Strafe um 

rund ein Drittel gerechtfertigt erscheint, grundsätzlich als nicht zu hoch bemessen. 

Jedenfalls kann mit Blick auf die zurückhaltende Praxis der Strafkammer in 

Strafzumessungsfragen nicht gesagt werden, dass dieses Strafmass als unangemessen 

hoch erschiene, wesentliche Zumessungsfaktoren unberücksichtigt geblieben oder falsch 

gewichtet worden wären oder die Strafzumessung im Widerspruch zu vergleichbaren 

kantonalen Entscheiden stünde. Zufolge des vor oberer Instanz neu erfolgten Freispruchs 

wegen Urkundenfälschung im Überweisungspunkt Ziff. II. 2.1 ist dieses Strafmasses 

jedoch zu reduzieren, wobei der Kammer eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten als dem 

Verschulden des Angeschuldigten gerechtfertigt erscheint. Eine Reduktion auf dieses 

Strafmass ist auch unter dem Aspekt der bei der Strafzumessung Rechnung zu 

tragenden Folgeberücksichtigung angezeigt, steht dem Angeschuldigten doch 

grundsätzlich die Möglichkeit offen, beim zuständigen Regierungsstatthalter ein Gesuch 

um Verbüssung der Strafe in Form des Electronic-Monitoring (EM) zu stellen (vgl. Art. 2 

Abs. 1 lit. a EM-Verordnung). Dabei ist es nicht Aufgabe der Kammer, im Einzelnen das 

Vorliegen der weiteren gesetzlichen und tatsächlichen Voraussetzungen für den EM-

Vollzug zu prüfen.

(…)