# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f89b38aa-6216-591f-bb1d-41a8aed8fed3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-28
**Language:** de
**Title:** Sexualfunktionsstörung ohne nachweisbares organisches Korrelat nach Skrotaltrauma; Verneinung der Adäquanz nach der Psycho-Praxis
**Docket/Reference:** UV.2024.00087
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2024.00087.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2024.00087
V. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Philipp, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Curiger
Sozialversicherungsrichter Kübler
Gerichtsschreiberin Bonetti
Urteil
vom
28. April 2025
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Lotti Sigg
Sigg Schwarz Advokatur
Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren
1988, war
ab 3
0.
Mai 2022
als Gerüstbauer bei der
Y.___
GmbH tätig und über dieses Anstellungsverhältnis bei der Suva obli
gatorisch gegen die Folgen von Unfall versichert
(
vgl.
Urk.
8/1)
, als er
tags
darauf
auf einem Gerüst ausrutscht
e. Er konnte sich festhalten, stiess jedoch mit einem Sicherungshaken zusammen
(
vgl.
Urk. 8/51/4 oben)
.
Das
hierbei
erlittene
Skrotal
trauma links
wurde
noch
gleichentags operativ versorgt
(
vgl.
Urk.
8
/
2
/2 f. und 8/57/2
f.
).
In der Folge
beklagte er
eine Sexualfunktionsstörung
(
etwa
Urk.
8/67/1 und
8/38/2
f.)
. Daran änderte
sich
auch
nach der ventralen
Skroto
-/Phalloplastik bei Narbenplatte am
4.
Juli 2023
nichts
(Urk. 8/114/5 f.).
Die Suva übernahm
zunächst
die Heilkosten und leistete Taggelder (
etwa
Urk.
8/4
,
8/
154
und 8/63
).
Gestützt
auf die Beurteilung ihres Versicherungsmediziners
Dr.
med.
Z.___
, Praktischer Arzt, vom
8.
September 2023 (
Urk.
8/131) kündigte
sie
dem Versicherten mi
t
Schreiben vom 1
2.
September 2023 an, die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 3
0.
September 2023 einzustellen
, da eine
weitere unfallbedinge Arbeitsunfähigkeit nicht mehr erklärbar sei (
Urk.
8/135/1
f.).
Der
Versicherte
brachte hierauf
eine Stellungnahme seines Hausarztes bei (Urk. 8/137) und verlangte eine anfechtbare Verfügung (
Urk.
8/139).
Ferner
liess er sich am 2
4.
Oktober 2023 in der Klinik
A.___
psychiatrisch abklären (Urk. 8/142).
Gestützt auf eine weitere Aktenbeurteilung von
Dr.
Z.___
vom
5.
November 2023 (
Urk.
8/144)
verneinte die Suva mit Verfügung vom 21. November 2023
ihre
Leistungspflicht für die über den 3
0.
September 2023 hinaus geklagten Beschwerden
(
Urk.
8/153/1-3).
Dagegen
liess der Versicherte Einsprache erheben (
Urk.
8/163, 8/171 und 8/174)
unter Beilage eines
urologische
n
Berichts
vom 23.
Februar 2024 (
Urk.
8/175) sowie eine
r
psychiatrische
n
Verlaufsbeurteilung vom
9.
Februar 2024
(
Urk.
8/176).
Die
se
Unterlagen legte die Suva nochmals Dr.
Z.___
zur Prüfung vor (vgl.
Urk.
8/178), bevor sie die Einsprache des Versicherten mit
E
ntscheid vom 2
8.
März 2024 abwies (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte, vertreten durch Rechts
anwältin Sigg, mit Eingabe vom
3.
Mai 2024 Beschwerde (
Urk.
1
; Beilagen Urk.
3/3-4
). Darin beantragte er, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Taggelder und Heilkosten sowie bei Erreichen des Endzustandes eine Rente und Integritätsentschädigung zuzusprechen. Eventualiter
seien weitere medizinische Abklärungen in Auftrag zu geben; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Suva (Urk. 1 S. 1). Diese schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
3.
Mai 2024 auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2024 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
10). In der innert erstreckter Frist (vgl. Urk. 11-13) eingereichten Replik vom
1.
Oktober 2024 (
Urk.
14; Beilagen Urk. 15/1-3) hielt der
Versicherte
an seinen Anträgen fest (
Urk.
14 S. 1).
Ebenso hielt die Suva in der Duplik vom 1
6.
Oktober 2024 (
Urk.
18) unter Beilage einer
neuen
Beurteilung von
Dr.
Z.___
(
Urk.
19) an ihrem Antrag fest.
Hierzu
äus
serte sich der Versicherte mit Eingabe vom
4.
November 2024
und beantragte
ein neurologisches und psychiatrische
s
Gutachten
(Urk. 22). Die Eingabe wurde der Suva mit Verfügung vom
6.
November 2024
zugestellt
(
Urk.
23).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art. 6
Abs.
1
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
gewährt der Unfallversichere
r
seine Leistungen bei
Berufsunfällen
, wie dem vor
liegenden.
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art.
16
Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen
des ordentlichen Rentenalters
(
in der bis 3
1.
Dezember 2023 geltenden Fassung)
ereignet hat (Art.
18
Abs. 1 UVG)
.
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Integrität, so hat sie
überdies
Anspruch auf eine angemessene Integritäts
entschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt dabei (u.a.) voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher
u
nd adäquater Kausalzusammenhang besteht.
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Als adä
quate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg
von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Ein
tritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint
(
vgl. BGE 148 V 356 E. 3 mit diversen Hinweisen
).
Die Adäquanz spielt im Sozialversicherungsrecht als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfall
versicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 138 V 248 E. 4 S. 250 f. mit Hinweisen). Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwer
den. Hier ist bei der Adäquanzprüfung vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, wobei zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischenliegenden mittleren Bereich unterschieden wird, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen.
Hat die versicherte Person beim Unfall eine Verletzung erlitten, welche die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so sind die durch BGE 134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grundsätzlich die Adäquanzkriterien, die für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden (sog. Psycho-Praxis, BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
), anzuwenden (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Zu betonen ist, dass bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft werden
(
zum Ganzen: BGE 140 V 356 E 3.2
und Urteil des Bundesgerichts 8C_698/2021 vom
3.
August 2022 E. 3.4
).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_
527/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2
). Bei
Anwendung de
r
Praxis zu den psychischen Unfallfolgen (
sog.
Psycho-Praxis
)
ist die Adäquanzprüfung also
in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fort
setzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_674/2019
vom
3.
Dezember 2019
E. 4.1
und
8C_81/2024 vom 28. Oktober 2024 E. 3.1
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog,
beim Beschwerdeführer
bestünden
diverse
un
fallfremde Lei
den
(Urk.
2 E. 2
; Urk.
8
Ziff.
8.6
;
Urk.
18 S. 2
)
.
Hinsichtlich der
ge
–
klagten psychischen Beschwerden handle es sich beim Ereignis vom 3
1.
Mai 2022 um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen,
zumal
ein
gewöhnliche
r
Sturz oder Ausrutschen als leichter Unfall
zu quali
fizieren sei
.
Alsdann sei keines der
Adäquanzkriterien erfüllt
. I
nsbesondere liege keine beson
ders ausgeprägte Eindrücklichkeit
des Unfalls
vor
, sei
nur
das Skrotum verletzt worden
und der Beschwerdeführer nach einem dreitägigen Spitalaufenthalt nur noch m
edikamentös behandelt worden. Der Heilverlauf
nach den Eingriffen sei
komplikationslos gewesen. Eine Arbeitsfähigkeit sei
anhand der klinischen und bildgebenden Befunde bereits
nach der Verlaufskontrolle
vom 26.
September 2022 gegeben gewesen
–
unterbrochen während zwei Wochen im Rahmen des Wahleingriffs vom
4.
Juli 2023
(
Urk.
2 E. 3
;
Urk.
7
Ziff.
8.3
-5
; Urk.
18 S. 1
).
Die Beurteilung
von
Dr.
Z.___
stimme mit den Akten überei
n;
allein der
Hausarzt
habe
die Lokalisation
von Verletzung und Beschwerden
missachtet
.
Eine nam
hafte Verbesserung des Gesundheitszustandes sei nicht mehr zu erwarten, womit
kein Anspruch mehr auf Heilbehandlung bestehe.
Eine unfallbedingte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
infolge der
g
eklagte
n
Störung der Sexualfunk
tion
bestehe nicht
, womit
kein
Anspruch auf
weitere
Taggelder
oder
eine Rente bestehe
(
Urk.
2 E. 4
;
Urk.
8
Ziff.
9.3 f.
; 18 S. 2 f.
). Nachvollziehbar habe Dr.
Z.___
aufgrund der festgehaltenen Restbeschwerden einen dauer
nden und erheblichen Integritätsschaden verneint (
Urk.
2 E. 5
;
Urk.
8
Ziff.
10
;
Urk.
18 S. 4
).
Die urologischen Befunde seien unbestritten
, daher sei
von
weitere
n
Abklärung
en
kein Erkenntniszugewinn zu erwarten
(
Urk.
2 E. 6
;
Urk.
8 Ziff.
11
;
Urk.
18 S.
4
).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, er leide an ständigen starken Schmer
zen und psychischen Beschwerden, die gemäss Behandler unfallbedingt seien.
Gemäss Hausarzt sei mit Sicherheit von einer
unfallbedingten
Verletzung von Nerven auszugehen
, welche von der
MRI-Auflösung nicht
erfasst werde
.
Das Unfallereignis
und die Verletzung seien schwer und eindrücklich gewesen. Er habe massivste Schmerzen gehabt und es habe lange gedauert, bis die Ambulanz vor Ort gewesen sei. Infolge des Unfalls sei er immer noch arbeitsunfähig und Geschlechtsverkehr
sei
nur unter starken Schmerzen möglich.
Die Heil
behandlung sei nicht abgeschlossen
, der Endzustand noch nicht erreicht
.
Die psychischen Folgen seien natürlich und adäquat kausal.
Bis auf die ärztliche Fehlbehandlung seien alle Kriterien erfüllt. Zudem müsse aufgrund der Probleme davon ausgegangen werden, dass Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe. Vor dem Unfall habe er weder Potenzprobleme noch andere urologische Beschwerden gehabt.
Leider liege seitens der Beschwerdegegnerin nur eine Abklärung durch einen Allgemeinarzt vor,
womit sie ihre
Untersuchungspflicht verletz
t habe
. Es sei ein urologisches und allenfalls psychiatrisches Fachgutachten notwendig
(
Urk.
1
, 14 und 22
).
3.
3.1
Strittig ist
somit
zunächst
, ob der
Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen
per 3
0.
September 2023 verfrüht
abgeschlossen wurde
.
Ob
im Rahmen der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch
eine namhafte Besserung möglich ist, bestimmt sich insbesondere
nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfall
bedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Fest
stellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_
459/2023
vom
18. Juni 2024 E. 4.3
mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3).
Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Aus
künfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundes
gerichts 8C_81/2024 vom 28. Oktober 2024 E. 3.1 und 8C_640/2022 vom 9. August 2023 E. 4.1.2, je mit Hinweisen).
3.2
Zu Recht unbestritten ist
, dass
vorliegend
die
Psycho-Praxis
anwendbar ist
(zur Abgrenzung zur Schleudertrauma-
Rechtsprechung
: Urteil des Bundesgerichts 8C_12/2016 vom 1. Juni 2016 E. 7.1)
. Damit müssen die vom Beschwerdeführer geklagten psychischen Beschwerden bei der Adäquanzprüfung ausser Acht bleiben
, weshalb diese
– entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 3 f.) –
ungeachtet
einer allfälligen
Therapierbarkeit von vornherein
keinen
Aufschub des Fallabschlusses zu rechtfertigen
vermögen
(vgl. E. 1.2
-3
; auch Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2021 vom 1
7.
Februar 2022 E. 7)
.
Dabei umschr
eibt
d
ie Rechtsprechung den Begriff der organisch objektiv aus
gewiesenen Unfallfolge
als Differenzierungsmerkmal für das Erfordernis einer Adäquanzprüfung
wie folgt: Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, das eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erscheinen liesse. Auch aus dem Vorliegen von Schmerzen kann noch nicht auf organisch (hinreichend) nachweisbare Unfallfolgen geschlossen werden, weil sich die Feststellung von Schmerzen einer wissenschaftlichen Beweisführung entzieht. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst
dann
gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissen
schaftlich anerkannt sind. Ob eine organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge vorliegt, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. obgenanntes Bundesgerichts
urteil
8C_698/2021
E. 4.2).
B
elanglos
für den Fallabschluss
sind
allfällige Restbeschwerde
n
infolge
von Krankheiten
oder
anderen Unfällen.
Beim Beschwerdeführer konkret zu nennen
sind ein
frühere
r
subkutane
r
Skrotalabszess links (Abszess
exzision am 27. De
zember 2019, etwa
Urk.
8/66), ein
e
zwischenzeitlich aufge
tretene
Ureterolithiasis
rechts (primäre
Ureterorenoskopie
mit Steinextraktion und
Pigtailkathetereinlage
rechts am 28.
November 2022, etwa
Urk.
8/74)
sowie eine
frühere Knieverletzung (im Jahr 2019, vgl. Urk.
8/142/2 oben)
.
3.3
Der Fallabschluss beurteilt sich somit anhand der Frage,
ob
am 30. September 2023
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
noch
eine namhafte Besserung der auf den Unfall vom 31. Mai 202
2
zurückzuführenden, organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen zu erwarten
war
.
4.
4.1
Gemäss den aufgelegten medizinischen Unterlagen klag
te
der Beschwerdeführer
nach der
Versorgung der ca. 10 cm langen Schnittwunde skrotal links mit Beginn an der Penisbasis (
Urk.
8/57/3: mit Eröffnung der Tunica
d
artos
, aber ohne Hinweise auf eine Eröffnung der Tunica
vaginalis
parietalis;
vgl. auch
Fotodoku
mentation
Urk.
3/4)
über eine seit dem Unfallereignis aufgetretene Sexualfunk
tionsstörung
in Form von
Schmerzen währen
d
der Erektion am basalen
Penis
schaft
ventral mit konsekutiver erektiler Dysfunktion
(vgl. Urk.
8/67). Bei un
klarer Ursache
erfo
lgte
am 2
4.
Oktober 2022 eine MRI-Untersuchung
(
Urk.
8/52). Da sich bildgebend keine Hinweise auf eine Schwellkörperverletzung zeigten, wurde
von einem
Traktionsschmerz aufgrund der Vernarbungen am
pen
os
kro
talen
Übergang ausgegangen (vgl.
Urk.
8/38/3 und 8/76/2) und am 4.
Juli 2023 eine ventrale
Skroto
-/Phalloplastik durchgeführt (vgl.
Urk.
8/114/6).
Zur Ver
laufskontrolle vom 1
0.
August 2023 in der Klinik für Urologie des Kantonsspitals
B.___
wurde festgehalten, die Wund
e
sei regelrecht abgeheilt und die initial störende Narbenplatte nicht mehr vorhanden, jedoch beklage der Beschwerdeführer weiterhin eine erektile Dysfunktion (
mehrmals e
rfolgreich behandelt mittels
Kamagra
) sowie Schmerzen bei der Erektion.
Die Sensibilität sei seit dem Unfall dorsalseits vermindert,
auch
habe er eben da auf Druck ein Schmerzgefühl,
das
sich wie kleinste Nadelstiche
anfühle
.
Aufgrund der störenden Schmerzsymptomatik erfolge ein probatorischer Versuch mittels trans
kutaner elektrischer Nervenstimulation
penil
; der Termin zur Instruktion sei am 3
1.
August 2023
(vgl. Urk. 8/128).
4.2
Am 2
4.
Oktober 2023 suchte der Beschwerdeführer einen Psychiater auf.
I
hm gegenüber gab er
an, er sei beinahe impotent geworden und habe beim Ge
schlechtsverkehr (unter Viagra) massive Schmerzen
, was ihn massiv psychisch belaste
(vgl.
Urk.
8/142/2).
In
seiner
Stellungnahme
im
Einsprachverfahren
, datiert vom 9. Februar 2024
,
hielt der Psychiater fest,
es bestünden eine schwere sexuelle Störung, die auf alle bekannten Potenzmittel in der maximalen Do
sierung therapieresistent geblieben sei, sowie Schmerz
en
im Genitalbereich und insbesondere schwere emotionale Belastungen (vgl.
Urk.
8/176).
4.3
Alsdann
suchte der Beschwerdeführer am
9.
Februar 2024
Dr.
med.
C.___ fü
r eine
urologische
Zweitmeinung
auf.
Der Urologe
berichtete am 2
3.
Februar 2024, nach Angaben des Beschwerdeführers leide
dieser
seit dem Arbeitsunfall am 31.
Mai 2022 unter der erektilen Dysfunktion. Der Beschwerdeführer habe meh
rere Versuche der medikamentösen Therapie vorgenomme
n, auch
die Anwendung einer Penispumpe sei ausprobiert worden. Leider sei keine ausreichende Potenz zustande gekommen. Zur Optimierung der Gesamtsituation könne eine SKAT-Therapie (Selbstinjektion in die Schwellkörper) bzw. eine Prothese für die Schwellkörper operativ angewendet werden (Urk.
8/175).
4.4
Der
ersten Stellungnahme
des Hausarztes
vom
1
9.
September 2023 (Urk.
8/137/1)
folgte im Prozess
die
E-Mail, datiert
vom 1. September 202
4.
Darin brachte der Hausarzt
erstmals vor, beim Unfall sei es mit 100%iger-Sicherheit zur Verletzung von Nerven im Bereich des dorsalen Penisteils am Ansatz gekommen, auch wenn
in der MRI-Untersuchung keine Verletzung des Penisschwellkörpers nachweisbar gewesen sei. Die Auflösung des MRI gehe nicht bis
«
auf dünne Nervenfasern runter
»
. Die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden seien nachvoll
ziehbar.
Bei
Schmerzen bei der Erektion
sei es
verständlich, dass die Sexualität erschwert bis unmöglich sei. Die psychischen Probleme würden wesentlich da
durch verursacht, dass sich der Beschwerdeführer
nicht mehr als Mann fühle. Bagatellisieren helfe da nicht; für den Psychiater sei es mit Sicherheit nicht ein
fach, eine Bewältigungsstrategie zu finden
(vgl.
Urk.
15/3).
5.
5.1
Am
5.
November 2023 fasste
Dr.
Z.___
die
damal
s
vorhandenen
Berichte dahingehend zusammen
,
dass
der Beschwerdeführer
gemäss den klinischen und bildgebenden urologischen Behandlungsberichten lediglich eine oberflächige Riss
wunde im Bereich des bereits voroperierten linken Hodensackes/Skrotums erlitten
habe
.
Eine darüberhinausgehende Mitverletzung der in der Tiefe gelege
nen Strukturen, des Hodens
,
der Schwellkörper des Penis und der umgebenden Schutzhülle/Tunica
albuginea
sei mittels MRI-Untersuchung vom 2
4.
Oktober 2022 ausgeschlossen worden. Nach einer elektiven Narbenkorrektur mit Anlage einer Z-Plastik am 4.
Juli 2023
mit
Beseitigung einer störenden Narbenplatte und
eines
entsprechenden Narben-/Traktionszuges mit einem wi
e
derholt re
izlos bestätigten Lokalbefund lasse sich pathophysiologisch keine weiter anhaltende, insofern unklare Sexualfunktionsstörung mit einer medikamentös erfolgreich eintretenden Erektion erklären
(vgl.
Urk.
8/144/6)
.
Die
Befunde
seien
umfang
reich, aussagekräftig und nachvollziehbar
. V
on einer zusätzlichen versicherungs
medizinischen Untersuchung
seien
keine neuen Erkenntnisse oder anderslautende Beurteilungen zu erwarten
(vgl.
Urk.
8/144/7).
Eine
initial ventrale/vorderseitige Verletzung und Beschwerdelokalisation
erkläre
zudem keine
im Verlauf wechselnd beschriebene dorsale/rückseitige Beschwerde
symp
to
matik
.
Darüber hinaus
begründ
e
eine ausgeheilte Narbe des Hodensack
s
oder
chronische erektile Dysfunktion/Sexualfunktionsstörungen mit Beschwer
den beim Geschlechtsverkehr
keine qualitative oder quantitative Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit im angestammten Berufsbild oder dem all
gemeinen Arbeitsmarkt.
Derartige
körperliche erektile Funktionen
seien
während der Arbeitsausübung nicht erforderlich
(
vgl.
Urk.
8/144/6)
.
In der Stellungnahme vom
8.
September 2023 hatte
Dr.
Z.___
diesbezüglich bereits präzisiert, dass nach der Verlaufskontrolle vom 2
6.
September 2022, bei der ein reizloser Narben
befund festgestellt und bildgebend eine Mitverletzung tieferer Strukturen
urogenital/am Penis ausgeschlossen worden sei, bis zum Wahleingriff am
4.
Juli 2023 eine Arbeitsfähigkeit bestanden habe.
Auch erkläre sich nach
der Verlaufs
kontrolle am 1
0.
August 2023 bei reizloser Narbenabheilung keine weitere unfall
bedingte Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urk. 8/131/2).
5.2
Daran
hielt
Dr.
Z.___
auch in Kenntnis der späteren Berichte fest. I
n seiner Stellungnahme vom
1
1.
März 2024
fügte er z
ur
urologischen Zweitmeinung
im Besonderen
an,
darin werde keine somatische
Unfallfolge begründet, sondern nur die subjektive Mitteilung des Beschwerdeführers wiedergegebe
n
. Sowohl die Medikamenteneinspritzung
in den Schwellkörper
als auch die prothetische funk
tionelle Ersatzversorgung
dieser vom
Unfall
gar nicht
betroffene
n
organische
n
Strukture
n seien unfallfremd
(vgl.
Urk.
8/178/2 f.).
Er betonte alsdann
erneut
, die Narbe am Hodensack sei dokumentiert reizlos ausgeheilt und es werde angegeben, die störende Narbenplatte und damit ein allfälliger Narbenzug seien erfolgreich beseitigt worden. Unfallursächlich lasse sich somit keine bleibende funktionelle Störung der erektilen Funktion erklären. Die vom Beschwerdeführer anhaltend beklagten Beschwerden se
ien
zudem un
abhängig von der Risswunde wechselhaft lokalisiert worden. Auch sei er schon vorher mehrfach krankheitsbedingt
urologisch
behandelt worden, einschliesslich einer Voroperation am linken Hodensack bei einem eitrigen Abszess sowie mit invasiven künstlichen Harnableitungen mit Komplikationen
bei
einem krank
haften Harnsteinleiden
. Die fachklinische Behandlung sei abgeschlossen; die medikamentöse Injektionsbehandlung oder prothetische Behandlung der
am 3
1.
Mai 2022 nicht mitverletzten
Schwellkörper des Penis
sei nicht als unfall
ursächlich einz
u
ordnen (vgl.
Urk.
8/178/2-4).
5.3
Nichts an
dieser
Beurteilung zu ändern
vermochten
auch die
jüngsten
Einwände des Hausarztes. Vielmehr führte
Dr.
Z.___
dazu
am
1
2.
Oktober 2024
aus, es sei die persönliche Meinung des Hausarztes, dass
es beim Beschwerdeführer zu einer Verletzung von Nerven im Bereich des dorsalen Penisteils gekommen sei und sich dadurch eine erektile Dysfunktion und psychische Beeinträchtigung be
gründe
(vgl.
Urk.
19 S. 2)
.
Der
Unfall habe gemäss
fachärztlicher
Berichte und tomografisch ergänzender Diagnostik lediglich zu einer oberflächlichen Riss
wunde im Bereich des linken Hodensacks ohne Mitverletzung der in der Tiefe gelegenen, dort geschützt
en
Strukturen geführt. Eine Begleitverletzung des davon in der L
o
kalisa
ti
on abweichenden dorsalen Penis(
rückens
) sei urologisch nicht objektivierbar dokumentiert und auch nicht behandelt worden.
Eine Verletzung von «dünnen Nervenfasern» der nur oberflächlich betroffenen Hautschichten könne weder im Bereich des Hodensacks noch des ansatznahen Penisrückens pathophysiologisch eine – insofern auch aus fachärztlicher
Sicht
unklare –
erektile Dysfunktion erklären. Ein derartiger Zusammenhang zwischen sensiblen Hautnervenendästen und einer Funktion des männlichen Schwellkörpers, der durch eine erfolgreich durchgeführte symptomatische SKAT-Therapie oder eine erwogene Schwellkörperprothetik behandelt werden könne, sei nicht bekannt
. Auch fachärztlich sei
keine Nervenverletzung im Bereich des dorsalen Penisteils als ursächlich diskutiert und dementsprechend keine lokale Nerventherapie durchgeführt worden,
die ansonsten erfolgsversprechend wäre
(
vgl.
Urk.
19 S. 3).
6.
6.1
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5).
N
icht auf eigenen Untersuchungen der versicherten Person beruhende kreisärztliche Stellungnahmen können
dabei
beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2021
vom 17.
Februar 2022
E. 5.2)
6.
2
Wie die Zusammenfassung der medizinischen Unterlagen in
E. 4
zeigt, hat
Dr.
Z.___
die von den Behandlern erhobenen bildgebenden und klinischen Befunde
zutreffend wiedergegeben
.
Sodann
legte er anhand derselben
nachvoll
ziehbar
dar
, dass für die noch geklagten Beschwerden
im Genitalbereich
kein im Sinne der Rechtsprechung (vgl. E.
3.2) objektivierbares organisches Korrelat besteht,
dass
diese
zudem
nicht zur Lokalisation der Schnittwunde passen und
dass diese
ohnehin
keine Auswirkungen auf die funktionelle Leistungsfähigkeit mit Bezug auf den ersten Arbeitsmarkt
zeitigen (vgl. E. 5).
Dabei ist
zu
betonen
, dass der Beschwerdeführer
– entgegen seiner Darstellung in der Beschwerde (vgl.
Urk.
1 S. 3 unten) – gemäss den medizinischen Unterlagen
einzig über Beschwerden im Rahmen des Geschlechtsverkehrs (erektile Dys
funktion und
Errektionsschmerz
, etwa
Urk.
8/67/1, 8/38/2 und 8/76/2
)
bzw.
Schmerzen
auf Druck
klagte
(
vgl.
Urk.
8/67/2 und
8/128/3
)
.
Ein erheblicher
Dauerschmer
z
im Genitalbereich
wurde indes (ausserhalb der Wundheilungen
,
Urk.
8/114/6
)
weder
anamnestisch festgehalten noch
analgetisch
behandelt
.
Dem
e
ntsprechend wurden
von Dr
.
C.___
einzig Massnahme
n
zur Beseitigung der
erektile
n
Dysfunktion
und nicht
etwa
zur Schmerzlinderung
vorgeschlagen
(Selbstinjektion oder prothetische Versorgung der Schwellkörper).
Daran ändert nichts, dass
die
Beschwerdeklage
rund
zwei Jahre nach dem Unfall unter dem Eindruck der Leistungseinstellung ausgeweitet wurde. So berichtete der Psy
chiater zuletzt, dass kein Potenzmittel
in der Maximaldosis
helfen soll
(vgl. E.
4.2), und in der Beschwerde wurden «ständig starke Schmerzen»
angegeben
(vgl.
Urk.
1 S. 3).
Was der Hausarzt
gegen die versicherungsinterne Beurteilung
vorbrachte
(vgl. E.
4.
4
)
,
überzeugt nicht
. Wie Dr.
Z.___
anhand der Akte
n
schlüssig
erörterte, korrespondieren die
beklagten
Schmerzen
nicht mit der Lokalisation der
unfall
bedingten Wunde
.
Selbst wenn somit eine Nervenverletzung
– wie vom Hausarzt behauptet –
bestünde
, liesse sich diese nicht auf die am 3
1.
Mai 2022
erlittene
Risswunde
zurückführen.
Fachärztlich
wurde
als Ursache der geklagten Sexual
funktionsstörung
sodann
primär
eine Schwellkörperverletzung in Betracht
gezogen
,
die
sich bildgebend
indes
nicht
bestätigte.
Ferner
wurde ein
mögliche
r
Traktionsschmerz
infolge der Narbenplatte
vermutet
,
jedoch brachte
auch
die
Z-Plastik gemäss Angaben des Beschwerdeführers keine
rlei
Besserung.
Schliesslich
erfolgte
gemäss den
Behandler
n
probatorisch
noch
ein Versuch mittels transku
taner elektrischer Nervenstimulation
penil
(vgl. E. 4.1)
.
Nachdem der Beschwerde
führer
indes
bis heute
über
k
eine Beschwerdebesserung berichtete
,
wurde eine Nerventherapie
nachvollziehbar nicht weiterverfolg
t
.
Letztlich
vermag
der
Hausarzt kein Indiz für eine unfallbedingte Nervenver
letzung
zu benennen
, das nach Abschluss der
umfassenden
fachärztlichen
Behandlung noch weitere Abklärungen
erfordern würde
.
Allein die Tatsache, dass der Beschwerdeführer einige Monate nach dem Unfall über
Beschwerden
klagte
,
ist
hierfür
nicht ausreichend
, nachdem
die Urologen
alle
ansatzweise als
Unfallfolge
(oder zumindest als Folge irgendeiner Verletzung)
in Betracht fallenden
somatischen
Ursachen
bildgebend
oder
diagnostisch therapeutisch
aus
schliessen konnten
.
Allfällige
Krankheiten und psychische Unfallfolge
n
sind
für den Fallabschluss indes nicht relevant.
6.
3
Nach dem Ausgeführten
kommt den Aktenbeurteilungen von
Dr.
Z.___
voller Beweiswert zu
;
die fachärztlichen
Abklärungen waren umfassend, ihre
Befunde sind
unbestritten und
die Einschätzung
von
Dr.
Z.___
entspricht derjenigen der Fachärzte.
Weder
der fehlende Facharzttitel des Versicherungsmediziners in Urologie noch die vorderhand auf der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc» beruhende Argu
ment
ation
des Hausarztes
vermögen hieran
somit
Zweifel zu wecken.
Es ist deshalb mit dem im Sozialversicherungsrecht nötigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass spätestens
nach
der
Rekonvaleszenz
zeit
nach der Narbenkorrektur keine organisch
objektiv aus
gewiesenen Unfallfolgen
, wie sie
die
Rechtsprechung
im Rahmen der
Adäquanz
prüfung
definiert,
mehr vorhanden waren.
Folglich ist
nicht zu
beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin den
Fall
nach der Verlaufskontrolle vom 1
0.
August 2023
, bei der eine regelrechte Abheilung
festgestellt wurde
(vgl. E. 4.1)
,
per
30. September 2023
abschloss
.
Doch selbst
wenn angenommen würde,
den geklagten Beschwerden beim Ge
schlechtsverkehr
läge
eine
objektivierbare
somatische Ursache zugrunde, würde
n
dies
e Beschwerden
keinen
Aufschub des Fallabschlusses rechtfertigen.
Wie
Dr.
Z.___
darlegte
, begründen allfällige Beschwerden beim Geschlechts
verkehr keine somatische Arbeitsunfähigkeit. Die
Heilbehandlung
setzt
alsdann
zwar nicht zwingend eine
Arbeitsunfähigkeit
,
sondern nur eine Behandlungs
bedürftigkeit
voraus
(
vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_354/2014 vom 1
0.
Juli 2014 E.
3.2
und
8C_620/2020 vom 3.
Februar 2021 E.
2.4 mit Hinweisen)
.
Dennoch
muss
von der Fortsetzung der
ärztlichen
Behandlung eine namhafte gesundheitliche Besserung
und damit verbesserte Funktionalität erwartet werden können. Ob dies bei
der vorliegend
höchstens
punktuellen Einschränkung im Alltag überhaupt möglich ist,
erscheint fraglich. Darüber hinaus klagte der Beschwerdeführer i
m September 2023 seit mindestens einem Jahr über unver
änderte Beschwerden
, standen
damals
– ausser dem Besuch der Psychotherapie – keine weiteren medizinischen Massnahmen
an und wurden solche
soweit ersichtlich auch
na
ch Einholung einer urologischen Zweitmeinung nicht ernsthaft
vom Beschwerdeführer
in Betracht gezogen
.
7.
7.
1
Der Anspruch auf eine
Rente
oder
Integritätsentschädigung
setzt
einen natür
lichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und
dem Erwerbs- bzw. Integritätsschaden voraus. Wie
vorstehend
erörtert, fand sich für die über den 3
0.
September 2023 hinaus geklagten Beschwerden kein
natür
lich (
unfall
)kausales
objektivierbares organisches Korrelat.
Ausgangspunkt der Adäquanzprüfung für die nicht objektiv organisch ausgewiesenen Unfallfolgen bildet das (objektiv erfassbare) Unfallereignis
.
Die Unfallschwere ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen. Irrelevant sind die Unfallfolgen
oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können; solchen Faktoren ist gegebe
nenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen (BGE 148 V 301 E. 4.3.1).
7.2
Es
ist
unbestritten, dass der
Beschwerdeführer auf dem Baugerüst ausrutschte, sich festhalten konnte,
jedoch
mit einem Sicherungshaken zusammenstiess, der
ihm die Hosen aufschlitze und eine ca. 10 cm lange Schnittwunde skrotal links zufügte (vgl.
Urk.
2 E. 3.3
und
Urk.
7
Ziff.
6.1 und 8.3
;
Urk.
1 S. 4).
Die
Beschwerdegegnerin
qualifizierte
d
as
Ereignis
unter Hinweis
auf die Kasuistik des Bundesgerichts zu gewöhnlichen Stürzen und Ausrutschern
schlüssig
als
mittelschweren Unfall
im Grenzbereich zu den leichten
Unfällen
(vgl.
Urk.
2 E.  3.3)
.
Der
Beschwerdeführer
brachte nichts
Substantiiertes
gegen diese Quali
fizierung
vor. Er machte zwar einen schweren Unfall geltend,
berief sich hierzu jedoch weder auf
konkrete Entscheide aus der
reichhaltigen
bundesgerichtlichen Kasuistik
noch konkrete Tatsachen
– abgesehen vom späten Eintreffen der Ambulanz
bei schmerzhafter Verletzung
(
Urk.
1 S.
4 f.)
.
Ergänzt
werden kann
dies durch
das
jüngere
Urteil des Bundesgerichts 8C_384/2023 vom 4. April 2024 E. 3.2.
2.
Unfallereignis war ein Arbeitsunfall mit der Motortrennfräse, bei dem sich deren Blatt in der zu durchtrennenden Leitplanke verkeilte, zurückschlug und dem mit kompletter Schutzausrüstung (Schutzkleidung, Helm, Schutzbrille und Sicherheitsschuhe) ausgestatteten
Ver
sicherten
in der rechten Gesichtshälfte eine grosse Schnittwunde zuführte.
Jenes Ereignis wurde vom Bundesgericht als
mittelschwere
r
Unfall im engeren Sinne
qualifiziert
mit der Begründung, d
ie
besondere Eindrücklichkeit des Hergangs sowie die Verletzungen, erst recht nur hypothetische
[schwerere]
Verletzungen,
würde
bei der Beurteilung der Schwere des Unfalls
rechtsprechungsgemäss nicht miteinbezogen, sondern gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien berücksichtigt
(vgl. auch Urteil 8C_596/2022 vom 1
1.
Januar 2023 E. 4.4.1 mit Hinweisen).
Die Kraftentwicklung beim
Zusammentreffen
von
Gesicht
und
Blatt einer
plötzlich
zurückschlagenden Motortrennfräse
erscheint dabei klar grösser als beim
Zusam
menstoss
von
G
enitalbereich
und Sicherungshaken während eines auf
gefangenen
Sturz
es.
Auch mit Blick auf dieses Urteil ist die Qualifikation des Ereignisses als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen nicht zu beanstanden.
7.
3
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage der Adäquanz nicht aufgrund des Unfalls allein beantworten.
Es
sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als
(in)
direkte
Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Solche
(
unfallbezogenen
)
Umstände können als Beurteilungskriterien dienen, weil sie ihrerseits nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sind, in Verbindung mit dem Unfall zu einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit zu führen oder diese zu verstärken.
Als wichtigste Kriterien sind zu nennen (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
)
: (1)
beson
ders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrück
li
chkeit des Unfalls
, (2)
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen
, (3)
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung
, (4)
körperliche Dauer
schmerzen
, (5)
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver
schlimmert
, (6)
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
sowie (7)
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_518/2023 vom 23. November 2023 E. 4.2.1).
Bei mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen
- wie hier –
kann die adäquate Unfallkausalität des Gesundheitsschadens nur bejaht werden, wenn mindestens vier der sieben Kriterien (BGE 133 V 109 E. 10.3) in einfacher Form erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 8C_478/2025 vom 5. Februar 2025 E. 7.1).
Bei einem mittel
schweren
Unfall
im engeren Sinne
bedürfte es
d
er Erfüllung von
mindestens drei Adäquanzkriterien
in einfacher oder einem in besonders ausgeprägter Form
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_581/2022 vom 15. Juni 2023 E. 5.3
).
Der Be
schwerdeführer machte geltend, es seien alle Kriterien ausser jenes der ärztlichen Fehlbehandlung erfüllt (vgl.
Urk.
1 S. 5 f.). Die Beschwerdegegnerin erachtete allesamt als nicht erfüllt (vgl.
Urk.
18 S. 1).
8.
8.1
Ob das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der beson
deren Eindrücklichkeit erfüllt ist, wird objektiv und nicht aufgrund des subjek
tiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person beurteilt. Zu beachten ist zudem, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, die somit noch nicht für dessen Bejahung ausreichen kann. Das Kriterium kann als gegeben gelten, wenn objektiv eine unmittelbare Lebensbedrohung bestand
(vgl. oberwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_384/2023 E. 3.3.2). Eine solche
ist vorliegend nicht ersichtlich und wurde auch nicht behauptet. Das allenfalls (subjektiv oder objektiv) späte
Eintreffen der Ambulanz genügt für die Erfüllung dieses Kriterium
s
nicht
. Das Verletzungsbild wie auch die Schmerzhaftigkeit sind als eigene Kriterien ausgestaltet
(vgl.
Urk.
1 S. 4 f.).
8.2
Die
Verletzung betraf ein Körperteil
,
das
als sensibel gilt,
war
jedoch
nur
ober
flächlich
.
Weder i
ntraoperativ
noch
bildgeben
d
ergaben sich Anhaltspunkte für die
Mitverletzung relevanter Strukturen. Die Narbenplatte
,
die
optisch oder funk
tionell
allenfalls
noch
störte
,
wurde plastisch-chirurgisch beseitigt (vgl. E.
4.1).
Es
kann somit nicht von einer schweren Verletzung gesprochen werden.
Zu
prüfen
wäre
allenfalls
eine besondere Art der Verletzung, s
ollte beim Beschwerdeführer
eine
Sexualfunktionsstörung bestehen
,
für die sich
nicht nur keine
organisch
unfallbedingte, sondern auch keine unfallfremde
(vorab organische)
Ursache findet
. Doch selbst wenn
eine
Verletzung im Genitalbereich als besonders ge
eignet erachtet würde
, eine erektile
Dysfuktion
zu verursachen
(
ähnlich dem
Urteil des Bundesgerichts 8C_435/2011 vom 13.
Februar 2011 E.
4.2.7
betreffend
Phobie vor Hitzequellen nach Verbrühungen)
, könnte das
Kriterium Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung
bei einer
nur
oberflächlichen Risswunde
am Skrotum
höchstens
als
in einfacher Form erfüllt gelten.
S
eitens des Psychiaters
wurde
aber ohnehin
einzig
eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Re
a
ktion gemischt
diagnostiziert
(vgl.
Urk.
8/176
und 8/142/2
)
.
8.3
Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung somatischer Beschwerden ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind vielmehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer gegeben sein.
Manualtherapeutische Massnahmen in Form von Physio- und Ergotherapie, ärztliche Abklärungen und Verlaufskontrollen sowie medikamentöse Schmerzbe
kämpfung genügen diesen Anforderungen nicht
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_632/2018 vom 1
0.
Mai 2019 E. 10.1
und 8C_81/2024 vom 28. Oktober 2024 E. 7
). Das Kriterium ist
hier
nicht erfüllt, da
–
abgesehen von der Wundversorgung am Unfalltag un
d
der
späteren
Narbenkorrektur
–
keine
entsprechende
ärztliche Behandlung
von
objektivierbar
somatisch
en
Unfallfolgen erfolgte.
Die medika
mentöse Behandlung der erektilen Dysfunktion sowie die
Psychotherapie können
nach der Rechtsprechung nicht
berücksichtigt werden
;
andere
medizinische Be
handlungen
wurden nicht
behauptet
(vgl.
Urk.
1
S. 3
und
5).
8.4
Beim Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist massgebend, ob über den gesamten Zeitraum andauernde Beschwerden vorlagen. Bei zeitweiser Besserung des Gesundheitszustands oder bei Verringerung der Frequenz bzw. Einstellung der ärztlichen Behandlung ist es nicht erfüllt. Ebenso spricht gegen
die Annahme körperlicher Dauerschmerzen, wenn sich die Schmerzen stets nur belastungs
abhängig auf den Gesundheitszustand auswirken
.
Psychische
bzw. organisch objektiv nicht hinreichend nachweisbare Beschwerden
sind in diesem Zusam
menhang nicht miteinzubeziehen, auch wenn sie körperlich imponieren
(vgl. oberwähnte Bundesgerichtsurteil
e
8C_81/2024 E.
8.1
und 8C_632/2018 E.
10.2)
.
Die vom Beschwerdeführer geklagt
e
n,
primär
beim Geschlechtsverkehr vorhan
den
en
Beschwerden
sowie ein angegebener Druckschmerz
vermögen das Krite
rium
somit
von vorherein
nicht zu erfüllen
, selbst wenn
hierfür
ein organisches Korrelat objektivierbar wäre
, was
indes
nicht der Fall ist
.
8.5
Eine ärztliche Fehlbehandlung liegt unstrittig nicht vor
(vgl.
Urk.
1 S. 5).
8.6
Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Kompli
kationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben. Die Ein
nahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien ge
nügen nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte (
vgl. oberwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_81/2024 E. 9.1
).
Der Beschwerde
führer behauptet, das Kriterium sei erfüllt, ohne dies zu begründen (vgl.
Urk.
1 S.
5).
Tatsächlich
ergeben sich aus den Akten keine Hinweise auf Komplikationen im Rahmen der
beiden Eingriffe und des jeweiligen
postoperativen Verlaufs
(etwa
Urk.
8/67,
8/114/6
und 8/128/2
)
, womit dieses Kriterium nicht bejaht werden kann.
8.7
Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsun
fähigkeit bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf. Das Bundesgericht erachtete das Kriterium bei einer dreijährigen durchgehenden Arbeitsunfähigkeit als erfüllt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_803/2017 vom 1
4.
Juni 2018 E. 3.7 mit Hinweisen) und verneinte es bei Wiedererreichen einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten nach einem Jahr (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_12/2016 vom 1.
Juni 2016 E. 7.3.3)
. Es gilt also eine rein physische Betrachtungsweise
, so dass ohne weiteres der Arbeitsfähigkeitseinschätzung von
Dr.
Z.___
zu folgen ist, wonach aus urolo
gischer Sicht Arbeitsunfähigkeit
en
nur vom 3
1.
Mai bis 22. September 2022 und 4. Juli bis 1
0.
August 2023 bestand
en
(vgl. E. 5.1)
, womit das Kriterium klar nicht erfüllt ist.
9.
9.1
Zusammenfassend
ist
der per 3
0.
September 2023
erfolgte Fallabschluss
rechtens. Trotz umfassender urologischer Abklärungen konnte kein unfallbedingtes orga
nisches Korrelat für die weiterhin vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden beim Geschlechtsverkehr objektiviert werden.
Anlass für ein urologisches Gut
achten besteht nicht.
9.2
Die
Unfallschwere und die
weiteren
zu berücksichtigenden
Kriterien
vermögen
alsdann
k
einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem am
31. Mai 2022
erlittenen Unfall und
den über den 3
0.
September 2023 hinaus geklagten, organisch objektiv
somit
nicht ausgewiesenen
Beschwerden
zu begründe
n. Erfüllt
wäre
höchstens das Kriterium der besonderen Art der Verletzung in einfacher Form mit Bezug auf die geklagte Sexualfunktionsstörung, falls es sich hierbei um eine psychische Unfallfolge
handeln würde und ihr nicht beispielsweise eine somatische Erkrankung zugrunde läge. Dies reicht
indes
selbst bei einem mittel
schweren Unfall im engeren Sinn nicht zur Bejahung der Adäquanzfrage.
Es kann somit
o
ffen
bleiben
, ob
solche nicht objektivierbaren
Beschwerden überhaupt bestehen und
zumindest
natürlich kausal zum Unfallereignis sind
(was
klar nicht der Fall wäre, läge der geklagten Sexu
al
funktionsstörung eine somatische Erkrankung zugrunde). Insbesondere bedarf es keiner psychiatrischen Begut
achtung.
9.3
Da keine
objektivierbare
Unfallfolge
im Sinne einer
Sexualfunktionsstörung
verblieben
und allfällige psychische
(
auch wenn
körperlich imponierende
)
Unfallfolgen nicht adäquat zum Unfallereignis sind, besteht nach korrekt erfolgtem Fallabschluss
weder Anspruch auf eine Rente noch auf eine Integritätsentschädigung gemäss Suva-Tabelle 22 «Integritätsschaden bei Verlust der Geschlechtsorgane oder der Fortpflanzungsfähigkeit».
Es
bleibt anzufügen,
dass die Angaben des Beschwerdeführers
zur
Frage, ob die erektile Dysfunktion auf eine orale Medikation ansprich
t, inkonsistent sind
(
vgl.
E. 4.1
versus E.
4.3).
9.4
Diese Erwägungen
führ
en
zur Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Lotti Sigg
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
PhilippBonetti