# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2fab2e8-42e1-5073-adf4-b7453caeb56b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 03.01.2013 S 2012 118
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2012-118_2013-01-03.pdf

## Full Text

S 12 118

Versicherungsgericht

URTEIL
vom 3. Januar 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

1. Der Beschwerdeführer, geboren 1975, ist ledig und gelernter Projektleiter, als 

was er zuletzt auch tätig war. Am 26. April 2012 meldete er einen Anspruch auf 

Arbeitslosenversicherungstaggeld (ALV) im Umfang von 100 % ab dem 1. Mai 

2012 beim Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich an. Gemäss 

Arztzeugnis wurde der Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt und bis auf 

Weiteres für 50 % arbeitsunfähig erklärt. Per 2. Juli 2012 zog der 

Beschwerdeführer nach Graubünden, wo er sich gleichentags beim Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) in … zur Vermittlung anmeldete.

2. Am 11. Juli 2012 hatte der Beschwerdeführer sein erstes Beratungsgespräch 

beim RAV …, bei welchem er gemäss Sitzungsprotokoll vom RAV die Vorgabe 

erhielt, zehn Arbeitsbemühungen monatlich vorzunehmen.

3. Mit Schreiben vom 18. Juli 2012 wurde der Beschwerdeführer durch das 

kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (nachfolgend: 

KIGA) zur Stellungnahme aufgefordert, nachdem er in der Kontrollperiode Juni 

2012 nur gerade sechs persönliche Arbeitsbemühungen vorgenommen hatte. In 

seiner Stellungnahme vom 22. Juli 2012 hielt der Beschwerdeführer fest, die 

Anzahl von sechs Arbeitsbemühungen entspreche der Vorgabe seiner 

vormaligen Personalberaterin im RAV … Das KIGA verzichtete mit Verfügung 

vom 26. Juli 2012 auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen 

ungenügender Arbeitsbemühungen während der Kontrollperiode Juni 2012.

4. Am 8. August 2012 wurde der Beschwerdeführer vom KIGA erneut zur 

Stellungnahme aufgefordert, nachdem er in der Kontrollperiode Juli 2012 nur 

sechs persönliche Arbeitsbemühungen vorgenommen und mit diesen erst am 

14. Juli 2012 begonnen hatte. In seiner Stellungnahme vom 15. August 2012 

hielt der Beschwerdeführer fest, dass er sich allemal um Arbeit bemüht habe, 

und verwies im Übrigen auf seine im Zusammenhang mit den 

Arbeitsbemühungen für Juni 2012 verfasste Stellungnahme.

5. Mit Verfügung durch das KIGA vom 22. August 2012 wurde der 

Beschwerdeführer wegen ungenügenden Arbeitsbemühungen während der 

Kontrollperiode Juli 2012 für 3 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 14. September 2012 Einsprache. Er 

hielt fest, es könne nicht sein, dass im Vormonat (Juni 2012) der späte Beginn 

der Arbeitsbemühungen akzeptiert und als „kein fehlbares Verhalten“ qualifiziert 

worden sei, im Folgemonat (Juli 2012), als er sogar eine Woche früher mit den 

Arbeitsbemühungen begonnen habe, dafür gerügt und sanktioniert werde. Ein 

solches Verhalten sei nicht nachvollziehbar und willkürlich. Weshalb es zu 

gewissen Lücken bei den Arbeitsbemühungen  gekommen sei, habe nebst 

„arbeitsmarktlichen“ gesundheitliche Gründe. Im Weiteren bestritt er, dass 

anlässlich des ersten Beratungsgesprächs beim RAV … eine Erhöhung der 

monatlichen Arbeitsbemühungen von sechs auf zehn vereinbart worden sei; es 

habe diesbezüglich überhaupt kein Gespräch stattgefunden. Eine solche 

Erhöhung sei denn auch, in Anbetracht seines gesundheitlichen Zustandes, 

nicht realistisch. Aus diesen Gründen halte er sich an die damals mit dem RAV 

… getroffene und für ihn nachwievor gültige Abmachung von sechs monatlichen 

Arbeitsbemühungen.

6. Mit Entscheid vom 21. September 2012 wies das KIGA die Einsprache des 

Beschwerdeführers ab. Es hielt fest, dass die durch ihn angefochtene 

Verfügung rechtens sei. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung beruhe 

auf zwei begründeten Vorwürfen. Zum einen habe er im Monat Juli 2012 erst 

am 14. Juli 2012 mit seinen Arbeitsbemühungen begonnen, obwohl er 

anlässlich des ersten Beratungsgesprächs darüber unterrichtet worden sei, die 

Arbeitsbemühungen über den ganzen Monat verteilt vorzunehmen. Zum 

anderen habe er bis zum Ende des fraglichen Monats nur gerade sechs 

Arbeitsbemühungen vorgenommen, wobei zehn Arbeitsbemühungen 

abgemacht worden seien. Unter Berücksichtigung der konstanten Praxis des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden, welches in der Regel monatlich 

zehn Arbeitsbemühungen verlange, seien seine Arbeitsbemühungen folglich 

ungenügend. Dies gelte auch in Anbetracht seiner gesundheitlichen Situation 

(50 % arbeitsunfähig). Es sei ihm möglich, täglich während 4 – 4 ½ Stunden 

Arbeit zu suchen, weshalb 10 Arbeitsbemühungen pro Monat verlangt werden 

könnten. Der Beschwerdeführer mache denn auch nicht geltend, was ihn vom 

1. bis zum 14. Juli 2012 an der Arbeitssuche gehindert hätte. Im Übrigen könne 

er sich nicht darauf berufen, dass seine Arbeitsbemühungen im Vormonat (Juni 

2012) nicht sanktioniert wurden, weil er damals noch anders instruiert gewesen 

sei. Aus diesen Gründen seien seine Arbeitsbemühungen ungenügend und die 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung mithin rechtens.

7. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 18. Oktober 2012 

beim KIGA sinngemäss Beschwerde, welche am 25. Oktober 2012 

zuständigkeitshalber dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

weitergeleitet wurde. Darin verlangte der Beschwerdeführer sinngemäss die 

Aufhebung des Einspracheentscheids und der diesem zugrunde liegenden 

Verfügung vom 22. August 2012. Er hielt fest, dass die Zahl von zehn 

monatlichen Arbeitsbemühungen nur im Regelfall gelten würden, daneben aber 

auch die objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalles zu 

berücksichtigen seien. Letztere würden in seinem Fall gebieten, bei ihm, 

aufgrund seiner eingeschränkten Arbeitsfähigkeit, von der Regel abzuweichen 

beziehungsweise eine geringere Zahl an monatlichen Arbeitsbemühungen 

festzusetzen. Weiter stellte der Beschwerdeführer in Abrede, dass ein 

Gespräch über eine Erhöhung seines Bewerbungspensums von sechs auf zehn 

monatlichen Bewerbungen überhaupt stattgefunden habe. Im Übrigen verwies 

er auf die bereits im Rahmen der Einsprache vom 14. September 2012 

vorgebrachten Argumente.

8. In der Vernehmlassung vom 6. November 2012 beantragte das KIGA die 

Abweisung der Beschwerde. Es hielt dabei vollumfänglich an den Ausführungen 

im Einspracheentscheid vom 21. September 2012 fest. Dass der 

Beschwerdeführer bestreite, dass am 11. Juli 2012 ein Beratungsgespräch 

stattgefunden habe, sei im Übrigen haltlos. 

9. In seiner Replik vom 16. November 2012 legte der Beschwerdeführer nochmals 

seine Einwände gegen den angefochtenen Entscheid dar. Er präzisierte zudem 

seine Aussagen bezüglich des Beratungsgesprächs vom 11. Juli 2012 insofern, 

als dass dieses sehr wohl stattgefunden habe; nur sei damals über keine 

Erhöhung des Arbeitsbemühungspensums gesprochen worden. Das KIGA 

verzichtete am 21. November 2012 auf die Einreichung einer Duplik.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie auf den angefochtenen 

Entscheid wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. a) Laut Art. 43 Abs. 3 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das 

Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 

5'000.-- nicht überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der 

versicherte Verdienst des Beschwerdeführers beträgt Fr. 2'756.-- und wird ihm 

im Umfang von 80 % entschädigt. Gemäss Art. 40a der Verordnung über die 

obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; 

SR 837.02) erhält der Beschwerdeführer damit ein Taggeld von Fr. 101.60 

(Fr. 2'756.-- : 21.7 Tage x 0.8). Mit der Verfügung des KIGA vom 22. August 

2012 wurde der Beschwerdeführer für drei Tage in der Anspruchsberechtigung 

eingestellt. Somit liegt der Streitwert bei Fr. 304.80 (Fr. 101.60 x 3 Tage) und 

damit unter Fr. 5'000.--. Da das Verwaltungsgericht in vorliegender Streitsache 

nicht in Fünferbesetzung entscheiden muss, ist die Zuständigkeit des 

Einzelrichters offensichtlich gegeben.

b) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid 

des KIGA vom 21. September 2012. Streitig und zu prüfen ist, ob dem 

Beschwerdeführer die Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosentaggelder für 

drei Tage ab dem 1. August 2012 zu Recht wegen ungenügender 

Arbeitsbemühungen abgesprochen worden ist.

2. a) Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) 

hat der Versicherte, der Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit 

Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare zu unternehmen, 

um die Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist er 

verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb seines bisherigen 

Berufes (Satz 2). Die versicherte Person muss sich laut Art. 26 AVIV gezielt um 

Arbeit bemühen, in der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung (Abs. 1). 

Sie muss den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode 

spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen 

Tag folgenden Werktag einreichen (Abs. 2). Wenn sich der Versicherte 

persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht, so ist er gemäss Art. 

30 Abs. 1 lit. c AVIG in der Anspruchsberechtigung einzustellen.

b) Bei den Art. 17 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG handelt es sich um eine 

gesetzliche Umschreibung der im Sozialversicherungsrecht geltenden 

Schadensminderungspflicht. Daraus schliesst die Praxis, dass der Versicherte 

alle Anstrengungen zu unternehmen und jede zumutbare Gelegenheit zu 

ergreifen hat, um seine Arbeitslosigkeit zu beenden (vgl. u.a. das Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 23. November 2001 S 01 

228, E. 2b; CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, 1998, S. 

134).

c) Was die Anzahl der monatlich zu verlangenden Arbeitsbemühungen betrifft, 

nennt das Gesetz weder eine fixe Zahl noch einen hinreichend bestimmten 

Rahmen. Auch bezüglich der qualitativen Anforderungen geben die 

gesetzlichen Bestimmungen nur rudimentäre Anhaltspunkte. Lehre und 

Rechtsprechung haben indes sowohl quantitative wie auch qualitative Kriterien 

entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob jemand genügend persönliche 

Arbeitsbemühungen nachweisen kann, erleichtern. So fordert das 

Verwaltungsgericht in konstanter Praxis, dass – für den Regelfall – acht bis 

zehn persönliche Arbeitsbemühungen pro Kontrollperiode nachzuweisen sind, 

damit sie im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG in quantitativer Hinsicht 

genügend sind (vgl. statt vieler PVG 1996 Nr. 96, E. 3). Auch das 

Bundesgericht hat eine kantonale Praxis, wonach durchschnittlich zehn bis 

zwölf Bewerbungen im Monat verlangt wurden, nicht beanstandet (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts C 258/06 vom 6. Februar 2007, E. 2.2; ferner 

STAUFFER/KUPFER BUCHER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum AVIG, 3. Aufl., 2008, Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG, S. 155 ff.). 

Das Bundesgericht betonte aber auch, dass eine allgemein gültige Aussage 

über die erforderliche Mindestzahl an Bewerbungen nicht möglich sei (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009, E. 5.1). Insofern 

handelt es sich bei den genannten Zahlen um Richtwerte, die für den Regelfall 

gelten. Zu berücksichtigen sind sodann stets die jeweiligen konkreten – 

objektiven wie subjektiven – Umstände und Möglichkeiten, worunter etwa das 

Alter, die Schulbildung, die Berufserfahrung und auch die Arbeitsmarktlage 

fallen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts C 258/06 vom 6. Februar 2007, E. 

2.2). Als subjektiver Umstand ist zum Beispiel auch der Gesundheitszustand 

des Versicherten zu berücksichtigen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 

8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009, E. 5.2).

Im Übrigen ist nicht ausschliesslich die Zahl der Bewerbungen massgebend, 

sondern es kommt auch auf deren Qualität an (vgl. BGE 112 V 217, E. 1b). So 

hat sich der Versicherte gemäss Art. 26 Abs. 1 AVIV gezielt um Arbeit zu 

bemühen, in der Regel durch ordentliche Bewerbung mit schriftlichem Gesuch 

oder persönlicher Vorsprache. Ob sich ein Versicherter genügend um Arbeit 

bemüht hat, hängt einerseits von objektiven Kriterien ab, wie der in Frage 

kommenden Branche und der Arbeitsmarktlage, und andererseits von der 

subjektiven Situation des Arbeitslosen, namentlich von seinem Alter, seiner 

geografischen Mobilität, allfälligen Sprachschwierigkeiten oder Behinderungen.

Bei der Beurteilung der Frage, ob die Bemühungen in quantitativer und 

qualitativer Hinsicht genügend sind, steht der verfügenden Behörde ein 

gewisser Ermessensspielraum zu, wobei die persönlichen Arbeitsbemühungen 

einer versicherten Person in der Regel streng beurteilt werden (vgl. u.a. die 

Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 23. November 

2001 S 01 228, E. 2b, mit weiteren Hinweisen, sowie vom 12. Dezember 2011 

S 11 131, E. 3b; CHOPARD, a.a.O., S. 138).

3. a) Unbestritten ist vorliegend, dass der Beschwerdeführer für die Kontrollperiode 

Juli 2012 sechs Arbeitsbemühungen vorgenommen hatte. Unbestritten ist 

ebenfalls, dass die erste Arbeitsbemühung für den Monat Juli 2012 vom 14. Juli 

2012 datiert. Im Übrigen werden die Arbeitsbemühungen von der Vorinstanz in 

qualitativer Hinsicht nicht beanstandet. Streitig und zu prüfen ist somit nur, ob 

die Anzahl der Arbeitsbemühungen bzw. ihre Verteilung über die genannte 

Kontrollperiode den gesetzlichen Anforderungen genügt.

b) Der Beschwerdeführer war seit 1. Mai 2012 arbeitslos und, gemäss Arztzeugnis 

der behandelnden Psychiaterin (datiert vom 3. Mai 2012), seit diesem Zeitpunkt 

zu 50 % arbeitsunfähig. Aus den Akten ergibt sich sodann, dass das RAV … mit 

dem Beschwerdeführer vor seinem Wohnortswechsel in den Kanton 

Graubünden Arbeitsbemühungen im Umfang von sechs Bewerbungen pro 

Monat vereinbarte. Per 2. Juli 2012 zog der Beschwerdeführer in den Kanton 

Graubünden; gleichentags meldete er sich beim zuständigen RAV an. Dieses 

vereinbarte mit ihm ein erstes Beratungsgespräch für den 11. Juli 2012. 

Gemäss entsprechendem Sitzungsprotokoll wurde anlässlich dieses Gesprächs 

vereinbart, dass der Beschwerdeführer monatliche Arbeitsbemühungen im 

Umfang von zehn Bewerbungen vorzunehmen habe. Dem Sitzungsprotokoll ist 

weiter zu entnehmen, dass dem RAV zu diesem Zeitpunkt das erwähnte 

Arztzeugnis vom 3. Mai 2012 bereits vorgelegen hatte. Dem Sitzungsprotokoll 

kann ebenfalls entnommen werden, dass die genannte Vereinbarung unter 

Berücksichtigung der 50%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers 

erfolgte. Dies geschah grundsätzlich zu Recht, da das genannte Arztzeugnis 

die Arbeitsunfähigkeit von 50 % bis auf Weiteres bescheinigte und diese somit 

auch für die Kontrollperiode Juli 2012 noch galt. Folgerichtig verlangte das RAV 

nur Bewerbungen auf Stellen mit einem Pensum von 50 %.

Was die Zahl der Bewerbungen anbelangt, so bestreitet der Beschwerdeführer, 

dass eine Erhöhung von monatlich sechs auf zehn besprochen wurde. Dem 

Sitzungsprotokoll ist jedoch zu entnehmen, dass eine solche Erhöhung 

abgemacht wurde und auch in Anbetracht der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

als zumutbar angesehen wurde. Inwiefern dieses Protokoll nicht dem 

Besprochenen entsprechen sollte, ist nicht ersichtlich. Fraglich und zu prüfen 

bleibt deshalb, ob Arbeitsbemühungen im Umfang von zehn Bewerbungen pro 

Monat auch im Falle einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % möglich und zumutbar 

sind. Die Vorinstanz ist der Auffassung, dem Beschwerdeführer sei zuzumuten, 

sich täglich während 4 – 4 ½ Stunden um Arbeit zu bemühen, weshalb auch 

zehn Bewerbungen pro Monat im Bereich des Möglichen und Zumutbaren 

seien. Ob dies möglich und zumutbar ist, hängt von den konkret gegebenen 

Umständen im Einzelfall ab, namentlich einer gesundheitsbedingten 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Im konkreten Fall erscheint es jedenfalls 

nicht angemessen, vom Beschwerdeführer Arbeitsbemühungen in einem 

Umfang zu verlangen, die einer 100%igen Arbeitsfähigkeit entsprechen, obwohl 

der Beschwerdeführer gemäss Arztzeugnis nur zu 50 % arbeitsfähig war. Als 

Indiz dafür spricht denn auch, dass das RAV … – offenbar gestützt auf 

denselben Arbeitsunfähigkeitsgrund – vom allgemein üblichen Richtwert (vgl. 

vorne Erw. 2c) abgewichen ist und nur sechs monatliche Arbeitsbemühungen 

verlangt hat. Es ist nicht ersichtlich, warum diese Abweichung angesichts der 

konkreten persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers nicht angebracht 

gewesen wäre. Es erscheint deshalb insgesamt nicht angemessen, die 

verminderte Arbeitsfähigkeit insofern unberücksichtigt zu lassen als an der 

üblichen Zahl von zehn Arbeitsbemühungen pro Monat auch im Falle des 

Beschwerdeführers festgehalten wurde.

c) Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung durch die Vorinstanz stützt sich 

im Weiteren auf den Umstand, dass der Beschwerdeführer für die 

Kontrollperiode Juli 2012 erst am 14. Juli 2012 mit seinen Arbeitsbemühungen 

begonnen hat. Nach Auffassung der Vorinstanz ist dies ungenügend, zumal der 

Beschwerdeführer, wie die Vorinstanz in der Vernehmlassung vom 6. 

November 2012 festhält, anlässlich des Beratungsgesprächs vom 11. Juli 2012 

darüber unterrichtet worden sei, dass Arbeitsbemühungen über den ganzen 

Monat verteilt vorzunehmen seien. Dem entsprechenden Sitzungsprotokoll ist 

eine solche Anweisung allerdings nicht zu entnehmen; es ist lediglich vermerkt, 

dass der Beschwerdeführer im Vormonat (Juni 2012) erst ab dem 21.06.2012 

mit der Stellensuche begonnen habe.

d) Selbst wenn der Beschwerdeführer zu „über den ganzen Monat verteilten“ 

Arbeitsbemühungen angehalten worden wäre, stellte sich die Frage, was 

darunter zu verstehen ist. Nicht gestattet sind jedenfalls zeitlich derart 

konzentrierte Arbeitsbemühungen, die sich negativ auf die Qualität der 

einzelnen Bewerbungen auswirken würden. In qualitativer Hinsicht wurden die 

vom Beschwerdeführer getätigten Arbeitsbemühungen von der Vorinstanz 

indes nicht beanstandet. Eine regelmässige Verteilung der Arbeitsbemühungen, 

die sich von Anfang bis Ende einer Kontrollperiode erstreckt, ist demgegenüber 

nicht in jedem Fall erforderlich und insofern zwingend. Eine solche wird vom 

Gesetz auch nicht vorgeschrieben.

Dass gewisse Unregelmässigkeiten bei der Verteilung der Arbeitsbemühungen 

auftreten, kann sowohl objektive als auch subjektive Gründe haben, die im 

Einzelfall nachvollziehbar und insofern auch nicht (in Form einer Einstellung in 

der Anspruchsberechtigung) vorwerfbar sind. Als objektive Gründe sind etwa 

die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse, branchenspezifische saisonale 

Schwankungen beim Personalbedarf oder überhaupt das Fehlen von 

geeigneten Stelleninseraten zu nennen. Als subjektive Gründe können etwa 

Krankheit wie auch sonst besondere persönliche Situationen angeführt werden. 

Insbesondere wenn erstere schubweise bzw. wellenförmig verläuft, sind in 

bestimmten Phasen Unterbrüche bei den Arbeitsbemühungen durchaus 

denkbar.

Im vorliegenden Fall erwähnt der Beschwerdeführer in seiner Einsprache vom 

14. September 2012 gegen die von der Vorinstanz erlassene Verfügung vom 

22. August 2012 gesundheitsbedingte „Lücken“, die auf solche Phasen 

schliessen lassen. Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass die 

Arbeitsbemühungen für die Kontrollperiode Juli 2012 zwischen dem 14. und 

dem 31. Juli 2012 verteilt waren und sich somit über mehr als die Hälfte eines 

Monats erstreckten.

Dass dies von der Vorinstanz beanstandet wird, erscheint insofern nicht 

nachvollziehbar, weil Beginn und Verteilung der Arbeitsbemühungen für den 

Vormonat (Juni 2012) nicht beanstandet wurden, obwohl der Beschwerdeführer 

in der Kontrollperiode Juni 2012 erst am 21. Juni 2012 und damit eine Woche 

später als in der Kontrollperiode Juli 2012 begonnen hatte. Mit Schreiben vom 

18. Juli 2012 wurde der Beschwerdeführer zwar zur Stellungnahme hinsichtlich 

seiner Arbeitsbemühungen für die Kontrollperiode Juni 2012 aufgefordert, 

jedoch nur was die Anzahl der Arbeitsbemühungen betraf. Der Beginn der 

Arbeitssuche wurde demgegenüber gar nicht erst erwähnt und somit auch nicht 

beanstandet. Mit Verfügung vom 26. Juli 2012 hielt die Vorinstanz sodann fest, 

dass dem Beschwerdeführer in Bezug auf seine Arbeitsbemühungen für die 

Kontrollperiode Juni 2012 kein fehlbares Verhalten vorzuwerfen sei. Weil der 

Beginn der Arbeitsbemühungen gar nicht erst thematisiert wurde, galt die 

Verneinung eines fehlbaren Verhaltens implizit auch hinsichtlich der Verteilung 

der Arbeitsbemühungen für die Kontrollperiode Juni 2012. In Anbetracht dessen 

ist nicht ersichtlich und wird auch von der Vorinstanz nicht dargelegt, warum für 

die Kontrollperiode Juli 2012 der Beginn der Arbeitssuche am 14. Juli 2012 

beanstandet wurde, begann der Beschwerdeführer doch damit eine Woche 

früher als im Vormonat.

Unter diesen Voraussetzungen erscheint es im konkreten Fall denn auch 

nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer – nach erfolgtem 

Wohnortswechsel per 2. Juli 2012 – mit seiner Arbeitssuche bis zum 

Beratungsgespräch mit seiner neuen Personalberaterin, welches am 11. Juli 

2012 stattfand, zugewartet hat. Ihm kann im Übrigen zugute gehalten werden, 

dass er umgehend nach diesem Beratungsgespräch, nämlich am 14. Juli 2012, 

zwei Bewerbungen vorweisen konnte.

Schliesslich erscheint es widersprüchlich, wenn sich die Vorinstanz auf eine 

Vereinbarung beruft, die angeblich am 11. Juli 2012 getroffen wurde und den 

Beschwerdeführer zu Arbeitsbemühungen verteilt auf den ganzen Monat 

verpflichtet habe, ihm gleichzeitig aber vorhält, er habe sich für die Zeit vom 1. 

bis zum 14. Juli 2012 – mithin grösstenteils bevor besagte Vereinbarung 

getroffen wurde – nicht daran gehalten und keine Arbeitsbemühungen 

vorgenommen.

4. Die vom Beschwerdeführer vorgenommenen Arbeitsbemühungen für den 

Monat Juli 2012 sind somit nicht als ungenügend im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. 

c AVIG zu werten, weder was die Anzahl der Arbeitsbemühungen noch was 

ihre Verteilung während der Kontrollperiode Juli 2012 betrifft. Die Beschwerde 

erweist sich demnach als begründet, weshalb der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 21. September 2012 aufgehoben wird.

5. Gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen – ausser bei leichtsinniger 

oder mutwilliger Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten 

erhoben werden. Bei diesem Ausgang des Verfahrens muss über das vom 

Beschwerdeführer gestellte Ersuchen um unentgeltliche Prozessführung nicht 

befunden werden. Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht 

praxisgemäss keine aussergerichtliche Entschädigung zu.

Demnach erkennt die Einzelrichterin

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Einspracheentscheid des Amtes für 

Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden vom 21. September 2012 wird 

aufgehoben.

2. Es werden keine Kosten erhoben.