# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e5b66ec-8548-5df4-a19b-b3f5ec15366c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.08.2018 E-3788/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3788-2018_2018-08-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3788/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  A u g u s t  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Luterbacher, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer, 

Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. Okan Manav,  

Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 31. Mai 2018 / N (…) 

 

 

 

E-3788/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben 

zufolge am 24. Juni 2013. Er reiste über Äthiopien, Sudan, Libyen und Ita-

lien am 15. Juni 2015 in die Schweiz, wo er am 18. Juni 2015 um Asyl 

nachsuchte. Am 23. Juni 2015 wurde er summarisch zu seinen Asylgrün-

den befragt (Befragung zur Person, BzP). Die ausführliche Anhörung zu 

den Asylgründen fand am 27. Dezember 2017 statt. 

A.b Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch im Rahmen seiner 

Befragungen im Wesentlichen damit, dass er in seiner Heimat von den Sol-

daten zwecks Zwangsrekrutierung gesucht worden sei. Dies habe ihn dazu 

veranlasst, seinen Heimatstaat zu verlassen. Bei seiner illegalen Ausreise 

habe man auf ihn geschossen; er sei aber unversehrt geblieben. 

A.c Während des erstinstanzlichen Asylverfahrens wurden ein Schuldoku-

ment, ein Schulzeugnis und ein Taufschein des Beschwerdeführers sowie 

Kopien der Identitätskarten der Eltern zu den Akten gereicht. 

B.  

Mit Verfügung vom 31. Mai 2018 – eröffnet am 2. Juni 2018 – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht 

(Dispositivziffer 1); es lehnte das Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2), ver-

fügte die Wegweisung aus der Schweiz (Dispositivziffer 3) und ordnete den 

Vollzug der Wegweisung an (Dispositivziffern 4 und 5). 

C.  

Diese Verfügung liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter 

mit Eingabe vom 29. Juni 2018 teilweise beim Bundesverwaltungsgericht 

anfechten. Er beantragte die Aufhebung der Dispositivziffern 3 und 4 der 

angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Unzulässigkeit bezie-

hungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und die Anord-

nung der vorläufigen Aufnahme. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um 

Befreiung von der Kostenvorschusspflicht, um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung und um Beiordnung des Rechtsvertreters als unent-

geltlicher Rechtsbeistand. 

D.  

Mit Instruktionsverfügung vom 5. Juli 2018 hielt die Instruktionsrichterin 

fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der 

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Seite 3 

Schweiz abwarten und forderte ihn auf, bis zum 20. Juli 2018 einen Nach-

weis seiner Bedürftigkeit einzureichen. 

E.  

Mit Eingabe vom 17. Juli 2018 reichte der Beschwerdeführer eine Fürsor-

gebestätigung, ausgestellt am 11. Juli 2018, zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

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Seite 4 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Die Beschwerde richtet sich ausschliesslich gegen den von der Vorinstanz 

angeordneten Vollzug der Wegweisung (Dispositivziffern 3 und 4). Die Dis-

positivziffern 1–2 der angefochtenen Verfügung des SEM sind mangels An-

fechtung in Rechtskraft erwachsen und bilden nicht Gegenstand des Ver-

fahrens.  

5.  

Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, der Wegweisungsvollzug sei an-

gesichts der drohenden Einziehung in den eritreischen Nationaldienst und 

einer damit verbundenen Verletzung von Art. 3 und Art. 4 Abs. 2 EMRK als 

unzulässig oder zumindest unzumutbar anzusehen (vgl. dazu nachfolgend 

E. 5.2 - 5.4). 

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von 

Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwal-

tungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flücht-

lingseigenschaft; das heisst, sie sind wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 

BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

5.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).  

E-3788/2018 

Seite 5 

Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, 

dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements nur Perso-

nen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da rechtskräftig fest-

gestellt ist, dass der Beschwerdeführer keine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachgewiesen oder glaubhaft gemacht hat (vgl. oben, E. 4), kann 

der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorlie-

genden Verfahren keine Anwendung finden. 

5.3  

5.3.1 Die Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bei anstehen-

der Einziehung in den eritreischen Nationaldienst ist vom Bundesverwal-

tungsgericht in einem jüngst ergangenen Grundsatzurteil geklärt worden 

(vgl. Urteil des BVGer E-5022/2017 vom 10. Juli 2018 [BVGE-Publikation 

vorgesehen], E.6.1). Das Gericht hat die Zulässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs im genannten Urteil sowohl unter dem Gesichtspunkt des Zwangs-

arbeitsverbots (Art. 4 Abs. 2 EMRK; vgl. dazu nachfolgend, E. 5.3.3) als 

auch unter jenem des Verbots der Folter und der unmenschlichen und er-

niedrigenden Behandlung (Art. 3 EMRK; vgl. dazu nachfolgend, E. 5.3.4) 

geprüft.  

5.3.2 Nach einer umfassenden Analyse der verfügbaren Quellen gelangte 

das Bundesverwaltungsgericht im genannten Urteil in tatsächlicher Hin-

sicht zum Ergebnis, dass die Bemessung der Dienstdauer und die Gewäh-

rung von Urlauben im eritreischen Nationaldienst für die Einzelperson 

kaum vorhersehbar seien. Die durchschnittliche Dienstdauer lasse sich 

nicht genau beziffern, auszugehen sei jedoch davon, dass sie zwischen 

fünf und zehn Jahre betrage und in Einzelfällen darüber hinausgehen 

könne. Die Lebensbedingungen gestalteten sich sowohl in der Grundaus-

bildung als auch im militärischen und im zivilen Nationaldienst schwierig; 

im zivilen Nationaldienst insbesondere deshalb, weil Verpflegung und Un-

terkunft nicht immer zur Verfügung gestellt würden und der Nationaldienst-

sold – trotz einzelner Verbesserungen in jüngster Zeit – kaum ausreiche, 

um den Lebensunterhalt zu decken. Darüber hinausgehend stellte das 

Bundesverwaltungsgericht fest, dass es im eritreischen Nationaldienst – 

insbesondere in der Grundausbildung und im militärischen National-

dienst – zu Misshandlungen und sexuellen Übergriffen komme (vgl. zum 

Ganzen Urteil des BVGer E-5022/2017, a.a.O., E. 6.1.5.2).  

5.3.3 In rechtlicher Hinsicht führte das Bundesverwaltungsgericht aus, 

Art. 4 Abs. 2 EMRK stehe dem Wegweisungsvollzug nur dann entgegen, 

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wenn das ernsthafte Risiko einer flagranten Verletzung des Zwangsarbeits-

verbots anzunehmen wäre. Der im eritreischen Nationaldienst effektiv zu 

befürchtende Nachteil, auf unabsehbare Zeit eine niedrig entlöhnte Arbeit 

für den Staat ausführen zu müssen, sei zwar als unverhältnismässige Last 

zu qualifizieren. Der Nachteil beraube jedoch Art. 4 Abs. 2 EMRK nicht sei-

nes essenziellen Gehalts; insofern sei keine flagrante Verletzung anzuneh-

men. Nicht erstellt sei zudem, dass die kolportierten Misshandlungen und 

sexuellen Übergriffe derart systematisch stattfänden, dass jede National-

dienstleistende und jeder Nationaldienstleistende dem ernsthaften Risiko 

ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden. Auch insofern sei 

eine Verletzung von Art. 4 Abs. 2 EMRK durch den Wegweisungsvollzugs 

zu verneinen (vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer E-5022/2017, a.a.O., 

E. 6.1.5.2). 

5.3.4 Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte 

(EGMR) müsste der Beschwerdeführer mit Blick auf Art. 3 EMRK das ernst-

hafte Risiko ("real risk") nachweisen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung 

Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse 

Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Nr. 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Im Grundsatzurteil E-5022/2017 führte das Bundes-

verwaltungsgericht diesbezüglich aus, dass keine hinreichenden Belege 

dafür existieren, dass Misshandlungen und sexuelle Übergriffe im Natio-

naldienst derart flächendeckend stattfänden, dass jede Dienstleistende 

und jeder Dienstleistender dem ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, selbst 

solche Übergriffe zu erleiden. Es besteht daher kein ernsthaftes Risiko ei-

ner Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle einer Einziehung in den eritrei-

schen Nationaldienst (a.a.O., E. 6.1.6). 

5.3.5 Weitere Gründe für die Annahme der Unzulässigkeit des Wegwei-

sungsvollzugs ergeben sich weder aus den Akten noch aus der Beschwer-

deschrift. Der Wegweisungsvollzug ist folglich als zulässig zu betrachten. 

5.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

5.4.1 Gemäss aktueller Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem 

Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungs-

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Seite 7 

weise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausge-

gangen werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen in ei-

nigen Bereichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor 

schwierig. Die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation, 

der Zugang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. Der 

Krieg ist seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Kon-

flikte sind nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch die 

umfangreichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil der 

Bevölkerung profitiert. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage des 

Landes muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenzbedro-

hung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Anders 

als noch unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende individu-

elle Faktoren jedoch nicht mehr zwingende Voraussetzung für die Zumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer  

D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 16 f.). 

5.4.2 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen und gesun-

den Mann, der in Eritrea die Schule bis zur (…) Klasse besucht hat und in 

seinem Heimatstaat noch über ein familiäres Beziehungsnetz verfügt 

(A17/20 F 18ff., F 33f.). Besondere Umstände, aufgrund derer von einer 

Existenzbedrohung ausgegangen werden müsste, sind vorliegend keine 

ersichtlich. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegwei-

sung nicht als unzumutbar. Soweit in der Beschwerdeschrift vorgebracht 

wird, die allgemeine Situation in Eritrea mache den Wegweisungsvollzug 

unzumutbar, widerspricht dies ohne substantiierte Begründung der aktuel-

len Länderpraxis der Vorinstanz und des Bundesverwaltungsgerichts. Seit 

Einreichung der Beschwerde haben sich überdies weitere Veränderungen 

ergeben; namentlich haben Äthiopien und Eritrea jüngst ein Friedensab-

kommen geschlossen (vgl. Neue Zürcher Zeitung, Trotz Friedensabkom-

men in Eritrea – Asylpraxis bei Eritreern ändert sich vorerst nicht, 11. Juli 

2018). 

5.5 Zwar ist darauf hinzuweisen, dass derzeit die zwangsweise Rückfüh-

rung nach Eritrea generell nicht möglich ist. Die Möglichkeit der freiwilligen 

Rückkehr steht jedoch praxisgemäss der Feststellung der Unmöglichkeit 

des Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AuG entgegen. Es 

obliegt daher dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung 

des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu 

beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 

(Art. 83 Abs. 2 AuG). 

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Seite 8 

5.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat 

in seiner Rechtsmitteleingabe jedoch Gesuche um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung gestellt, über welche 

noch nicht entschieden wurde. 

7.2 Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf An-

trag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begeh-

ren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Die Erfolgsaussich-

ten respektive die Aussichtslosigkeit einer Beschwerde ist mit Bezug auf 

den Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs um unentgeltliche Rechts-

pflege zu beurteilen (vgl. BGE 128 I 225 E. 2.5.3 und EMARK 2000 Nr. 6 

E. 9, je m.w.H.). Zu diesem Zeitpunkt – vor Ergehen des oben zitierten 

Grundsatzurteils – war die vorliegende Beschwerde nicht aussichtslos. 

Zwar decken sich die Begriffe der Aussichtslosigkeit (Art. 65 Abs. 1 VwVG) 

und der offensichtlichen Unbegründetheit (Art. 111 Bst. e AsylG) materiell 

weitgehend. Für die Prüfung der offensichtlichen Unbegründetheit (Art. 111 

Bst. e AsylG) ist jedoch der Urteilszeitpunkt massgebend, während für die 

Beurteilung der Aussichtslosigkeit der Beschwerdebegehren (Art. 65 Abs. 

1 VwVG) auf den Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung abzustellen ist (BGE 

133 III 614 E. 5). Eine bei ihrer Einreichung nicht aussichtslose Be-

schwerde kann sich im Verlauf des Beschwerdeverfahrens aufgrund neuer 

Erkenntnisse oder einer geänderten Rechtsauffassung nachträglich als of-

fensichtlich unbegründet erweisen (vgl. Urteil des BVGer E-8098/2015 vom 

26. April 2016, E. 2.2.2). Dies ist nach dem Ergehen des zitierten Grund-

satzurteils vom 10. Juli 2018 auch vorliegend der Fall. 

7.3 Nachdem die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers belegt worden ist, 

sind die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

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Seite 9 

pflege samt Rechtsverbeiständung erfüllt, womit die entsprechenden Ge-

suche gutzuheissen sind. Dem Beschwerdeführer ist die unentgeltliche 

Prozessführung zu gewähren und lic. iur. Okan Manav wird ihm als amtli-

cher Rechtsbeistand beigeordnet. 

7.4  Demnach sind keine Verfahrenskosten zu erheben und es ist dem amt-

lichen Rechtsbeistand ein Honorar auszurichten. Das Gesuch um Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit dem vorliegenden Di-

rektentscheid in der Hauptsache gegenstandslos geworden. 

7.5 Der amtliche Rechtsbeistand hat keine Kostennote zu den Akten ge-

reicht, weshalb der Vertretungsaufwand von Amtes wegen und gestützt auf 

die Akten festzulegen ist (Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Unter Berücksichtigung der in Betracht zu 

ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) und der dem Rechts-

vertreter aus anderen Beschwerdeverfahren bekannten Stundenansätze 

(für nichtanwaltliche Rechtsvertreter Fr. 100.– bis Fr. 150.–) ist das Honorar 

des amtlichen Rechtsbeistands zulasten des Gerichts auf insgesamt 

Fr. 600.– (inkl. sämtlicher Auslagen) zu bestimmen.  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und amtliche Rechtverbei-

ständung werden gutgeheissen. Dem Beschwerdeführer wird lic. iur. Okan 

Manav als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird durch das Bundesverwaltungsgericht 

ein Honorar in der Höhe von Fr. 600.– ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Lhazom Pünkang 

 

 

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