# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cab3f835-3fee-557b-ab88-08d54f117455
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-06-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 10.06.2003 SF 2003 17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2003-17_2003-06-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 10. Juni 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 03 17 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Jegen, Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer 
und Burtscher, Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser.

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In der Strafsache

des A., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fry-
berg, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. April 2003, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. A. wurde am 14. September 1957 in C. geboren. Als er ungefähr ein 
Jahr alt war, zogen seine Eltern mit ihm nach D., wo sein Vater fortan als selbstän-
diger Heizungsmonteur tätig war. A. hat zwei Geschwister, eine ältere und eine jün-
gere Schwester. In D. besuchte er fünf Jahre die Primar- und drei Jahre die Bezirks-
schule. Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit trat er 1971 in das Internat in 
E. ein, um das Wirtschaftsgymnasium zu absolvieren. Diese Ausbildung konnte er 
nicht abschliessen, weil seinen Eltern das Geld fehlte. Nach dem Abbruch des Gym-
nasiums absolvierte A. eine Kochlehre, die er im Jahre 1978 erfolgreich abschloss. 
Anschliessend arbeitete er einige Jahre als Koch und Eisenleger bei verschiedenen 
Arbeitgebern. Unter anderem war er während eines halben Jahres in Nigeria tätig. 
Nach seiner Rückkehr in die Schweiz betätigte er sich wiederum als Eisenleger re-
spektive als Taglöhner. In den Jahren 1986 bis 1988 verbüsste er in J. eine Haft-
strafe. In der Folge hatte er in J. wiederum diverse Arbeitsstellen inne. Ungefähr im 
Jahre 1990 ging A. nach Thailand, wo er mehrere Jahre lebte und sich mit einer 
Einheimischen verheiratete. Die Ehe wurde in der Schweiz nicht anerkannt. Nach-
dem seine Frau verstarb, kehrte er anfangs 1999 in die Schweiz zurück und arbei-
tete zunächst einige Monate bei der I. in J. als Koch. In der Folge kam er nach K., 
wo er im November 2000 einen Hanfladen eröffnete. Diesen Hanfladen führt er nach 
wie vor, wobei er gerade so viel verdient, um damit über die Runden zu kommen. 
A. bewohnt zusammen mit seinen Eltern in L. ein Mietshaus. Er hat weder Schulden 
noch Vermögen. Er ist ledig und hat keine Unterhaltsverpflichtungen.

A. weist zwei Vorstrafen auf: Das Bezirksgericht J. bestrafte ihn am 7. Okto-
ber 1982 wegen wiederholten und fortgesetzten Diebstahls etc. mit 42 Tagen Ge-
fängnis, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren. Im schweizerischen Strafre-
gister ist diese Strafe gelöscht. Verzeichnet ist er indes mit folgender Vorstrafe: Am 
5. März 1987 verurteile ihn das Bezirksgericht J. wegen gewerbsmässiger Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer 2 ½ -jährigen Gefängniss-
trafe. Diese Strafe hat A. vom 10. Dezember 1986 bis zum 9. August 1988 verbüsst.

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. April 2003 
wurde A. wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG sowie wegen 
mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG in Anklagezustand ver-
setzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubün-
den vom 8. April 2003 folgender Sachverhalt zu Grunde:

"1. Im November 2000 eröffnete A. an der F. in K. einen Hanfladen 
mit dem Namen G.. In der Absicht, sich mit den Einnahmen aus 
diesem Geschäft den Lebensunterhalt zu finanzieren, verkaufte er 
dort von anfangs Juli 2001 bis zur polizeilichen Kontrolle vom 23. 

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Mai 2002 neben unbedenklichen Hanfprodukten auch als Betäu-
bungsmittel geltende Produkte, nämlich Minigrip-Säcklein, deren 
Inhalt aus rauchfertigen Hanfblüten bestand, also dem gassenüb-
lichen Marihuana entsprach. Diese Hanfbeutel hat der Angeklagte 
selber hergestellt, indem er getrocknete Hanfblüten zum Kilopreis 
zwischen Fr. 4'000.-- und Fr. 6'000.-- ankaufte und diese dann ei-
genhändig in Säcklein von 8 und 16 Gramm abportionierte. Für 1 
Gramm Hanfblüten aus Indoorproduktion verlangte er rund Fr. 9.--
; Outdoorhanf kostete Fr. 6.25 pro Gramm. Die Hanfblüten waren 
immer von etwa gleicher Qualität und wiesen einen THC-Gehalt 
von 6.2 bis 9.7 % auf und waren somit reich an THC. A. verkaufte 
demnach als Betäubungsmittel geltende Produkte, wobei er 
wusste, dass die Abnehmer die gekauften Produkte nahezu aus-
schliesslich zum Zwecke des Konsums des berauschenden In-
halts, praktisch immer durch Rauchen, ankaufen. Total verkaufte 
der Angeklagte in seinem Hanfladen in K. mindestens 43 kg Hanf-
blüten für total Fr. 267'000.-- an ihm namentlich nicht bekannte 
Abnehmer. Der Gewinn beläuft sich auf über 50'000.--.

2. Anlässlich einer am 23. Mai 2002 beim Angeklagten durchgeführ-
ten Hausdurchsuchung konnten 2'868 Gramm Hanfblüten sicher-
gestellt werden. Teilweise waren diese Blüten bereits in Säcklein 
à 8 bzw. 16 Gramm abportioniert. Die Hanfblüten, die einen THC-
Gehalt von über 6 % aufwiesen, waren für den Verkauf an Dritt-
personen bestimmt, obschon der Angeklagte wusste, dass die Ab-
nehmer die gekauften Produkte nahezu ausschliesslich zum Zwe-
cke des Konsums des berauschenden Inhalts, praktisch immer 
durch Rauchen, ankaufen.

3. Am 5. August 2002, also zu einem Zeitpunkt, als gegen ihn bereits 
ein Verfahren wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz angehoben worden war, übergab A. an der M. in K. 
102.8 Gramm Marihuana in Form von getrockneten Hanfblüten 
sowie 20.3 Gramm Haschisch an B. in Kommission. Gleichentags 
verkaufte er 100 Gramm getrocknete Hanfblüten an 8 namentlich 
nicht bekannte Personen für Fr. 900.--; sodann trug er 235.4 
Gramm Hanfblüten und 96 Gramm Haschisch auf sich in der Ab-
sicht, diese Betäubungsmittel zu verkaufen. Bei all diesen Hand-
lungen wusste A., dass die verkauften bzw. zum Verkauf vorgese-
henen Hanfblüten von den Käufern zum Rauchen angekauft wer-
den.

4. Die gesamten Aktivitäten A.s im Zusammenhang mit dem Verkauf 
der unerlaubten und dem Betäubungsmittelgesetz unterstellten 
Hanfprodukten sind Ausübung eines Berufs. Diese Tätigkeiten 
führten nämlich zu regelmässigem Einkommen, mit welchem A. 
seinen Lebensunterhalt massgeblich bestritt. Allein der mit dem 
Verkauf der Hanfblüten in der Zeit vom 1. Juli 2001 bis 23. Mai 
2002 erzielte Umsatz beläuft sich sodann auf Fr. 267'000.-- und 
war damit erheblich.

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5. Einnahmen aus dem Verkauf der unerlaubten Hanfprodukte flos-
sen unter anderem auf das Konto Nr. X. bei der Postfinance. Auf 
diesem Konto wurden insgesamt Fr. 1'509.70 (Saldo per 
28.2.2003) beschlagnahmt. Sodann wurde am 5. August 2002 bei 
A. aus dem Verkauf von Betäubungsmittel stammendes Bargeld 
in Höhe von Fr. 1'000.-- sichergestellt und beschlagnahmt.

6. Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 23. Mai 2002 sowie der 
polizeilichen Kontrolle vom 5. August 2002 wurden bei A. zudem 
2'868 Gramm Hanfblüten, 236 Gramm Marihuana und 96 Gramm 
Haschisch sichergestellt und anschliessend beschlagnahmt. 
Sämtliche Produkte waren für den Weiterverkauf an Drittpersonen 
bestimmt.

7. In den letzten Jahren bis heute konsumierte A. in K., L. und an-
derswo gelegentlich etwas Marihuana und Haschisch durch Rau-
chen, letztmals am 23. März 2003."

C. Am 10. Juni 2003 fand die Hauptverhandlung vor der Strafkammer des 
Kantonsgerichts Graubünden statt. Anwesend waren der Angeklagte A. sowie sein 
amtlicher Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg. Die Anklage wurde 
von Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel mündlich vertreten. Gegen Zuständigkeit und 
Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben. In der Befra-
gung bestätigte A. die von ihm in den polizeilichen und untersuchungsrichterlichen 
Einvernahmen gemachten Aussagen. Insbesondere bestätigte er die errechneten 
Verkaufsmengen an Indoor- und Outdoorhanf sowie die errechneten Umsätze und 
Gewinne. 

Der Staatsanwalt stellte und begründete in seinem Plädoyer die folgenden 
Anträge:

„1. Der Angeklagte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 18 Monaten Gefängnis zu bestrafen.

3. Die sichergestellten und beschlagnahmten Betäubungsmittel 
(2'868 g Hanfblüten, 236 g Marihuana, 96 g Haschisch) und 
Betäubungsmittelutensilien seien richterlich einzuziehen und der 
Vernichtung zuzuführen.

4. Der Betrag von EUR 1'509.70, welcher auf dem Konto des Ange-
klagten bei der Postfinance gesperrt und beschlagnahmt wurde 
sowie die Fr. 1'000.--, welche anlässlich der Hausdurchsuchung 
sichergestellt wurden, seien im Sinne von Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB richterlich einzuziehen.

5. Das Gericht habe darüber zu befinden, ob der Angeklagte zu einer 
Ersatzleistung zu verpflichten sei und wenn ja, in welcher Höhe.

6. Gesetzliche Kostenfolge.“

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Der Anklagevertreter hielt hinsichtlich des inkriminierten Sachverhaltes fest, 
dass dieser vom Angeklagten nicht bestritten sei und der Angeklagte die Umsatz-
zahlen und Mengen der Hanfprodukte vollumfänglich anerkannt habe. Es stehe zu-
dem fest, dass der THC-Gehalt der vom Angeklagten vertriebenen Hanfprodukte 
deutlich mehr als 0,3 % betragen habe. Der objektive Tatbestand des Verkaufs von 
Betäubungsmitteln sei daher erfüllt. Subjektiv habe der Angeklagte nach eigenen 
Angaben gewusst, dass die rauchfertigen Hanfblüten durch die Abnehmer auch 
durch Rauchen konsumiert werden würden, weshalb er vorsätzlich gehandelt habe. 
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung könne ein schwerer Fall gemäss Art. 19 
Ziff. 2 BetmG in Fällen, in denen sich die Widerhandlung gemäss Art. 19 Ziff. 1 
BetmG auf Cannabissubstanzen beziehe, nicht vorliegen. Ausdrücklich habe aber 
das Bundesgericht festgehalten, dass eine qualifizierte Tatbegehung weiterhin an-
zunehmen sei, wenn der Täter durch gewerbsmässiges Handeln einen grossen Um-
satz oder einen erheblichen Gewinn erzielt habe. Der Angeklagte habe mit seinem 
illegalen Verkaufsgeschäft sowohl einen grossen Umsatz als auch einen erhebli-
chen Gewinn erzielt. Dabei handle der Inhaber eines entsprechenden Ladenge-
schäfts mit regelmässigen Öffnungszeiten und angestelltem Personal auch berufs-
mässig. Der vom Angeklagten aus dem Verkauf der Hanfblüten erzielte Gesamtum-
satz habe den grössten Teil seines ganzen Geschäftes ausgemacht. Mit dem Net-
togewinn habe er den grössten Teil seines Lebensunterhaltes gedeckt. Die Voraus-
setzungen für eine Verurteilung wegen Verstosses gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG 
seien somit objektiv und subjektiv erfüllt. Bezüglich der Strafzumessung sei festzu-
halten, dass der Angeklagte intensiv delinquiert und dabei einen bedeutenden Um-
satz und einen namhaften Gewinn erzielt habe. Erschwerend falle ins Gewicht, dass 
der Angeklagte auch nach der polizeilichen Intervention nicht davon abgelassen 
habe, weiterhin Handel mit Betäubungsmitteln zu treiben. Er habe den Handel zu-
dem aus egoistischen Motiven betrieben. Ganz erheblich straferhöhend wirke die 
Vorstrafe aus dem Jahre 1987. Strafmindernd sei dem Angeklagten sein Geständ-
nis und sein kooperatives Verhalten während der Untersuchung sowie sein allge-
mein guter Leumund zugute zu halten. In Würdigung sämtlicher Strafzumessungs-
gründe sei eine Strafe von 18 Monaten Gefängnis angemessen. Vorliegend seien 
im Weiteren die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten 
Strafvollzuges erfüllt. In subjektiver Hinsicht bestünden jedoch schwerste Beden-
ken, sei der Angeklagte doch weder durch die Verbüssung einer 2 ½-jährigen Ge-
fängnisstrafe noch durch die polizeilichen Interventionen davon abgehalten worden, 
ein Hanfgeschäft zu eröffnen und illegale Hanfprodukte gewerbsmässig zu vertrei-
ben. Unter diesen Umständen könne ihm keine günstige Prognose gestellt werden. 
Die sichergestellten und beschlagnahmten Drogen und Geldbeträge seien gericht-

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lich einzuziehen. Bezüglich einer Ersatzforderung sei der Entscheid dem Gericht 
überlassen.

Der Verteidiger von A., Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, hielt in 
seinem Plädoyer fest, dass sein Mandant unbestritten gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG 
verstossen habe. Das Bundesgericht habe jedoch in seinem Entscheid in BGE 120 
IV 256 festgehalten, dass Cannabis-Produkte nicht geeignet seien, die Gesundheit 
vieler Menschen in Gefahr zu bringen, weshalb Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG bei Can-
nabis-Produkten keine Anwendung finden könne. Diesen Entscheid dürfe man nicht 
umgehen, indem man nun Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG zur Anwendung bringe. Der 
Grundgedanke des Betäugungsmittelgesetzes sei der Schutz der Gesundheit der 
Konsumenten. Ein schwerer Fall liege daher nur vor, wenn gegen diesen Grundge-
danken verstossen werde, das heisst, wenn viele Konsumenten geschädigt werden 
könnten. Da nach Auffassung des Bundesgerichts nun aber Cannabis-Produkte 
nicht geeignet seien, die Gesundheit vieler Konsumenten zu gefährden, könne bei 
Cannabis-Produkten grundsätzlich kein schwerer Fall angenommen werden. Ein 
Umgehen dieser Folge der bundesgerichtlichen Rechtsprechung durch Anwendung 
von Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG sei nicht statthaft. Ein schwerer Fall sei bei Cannabis-
Produkten nicht möglich, ansonsten Tür und Tor für Verurteilungen wegen schwerer 
Fälle geöffnet würden. Im Weiteren habe das Bundesgericht in einem Entscheid 
vom 26. November 2002 festgehalten, dass ein Umsatz in Höhe von Fr. 80'000.--, 
erzielt über die Dauer von drei Monaten, noch nicht gross sei. Vorliegend könne 
daher weder von einem grossen Umsatz - der Angeklagte habe zwar mehr Umsatz 
als im erwähnten Entscheid des Bundesgerichtes erzielt, dafür aber in einer bedeu-
tend längeren Zeitspanne - noch von einem erheblichen Gewinn gesprochen wer-
den. Der Angeklagte habe sich somit lediglich einer Widerhandlung gegen Art. 19 
Ziff. 1 BetmG schuldig gemacht. Unbestritten sei der eigene Konsum. Bezüglich der 
Strafzumessung sei festzuhalten, dass die Strafe weit unter den von der Staatsan-
waltschaft beantragten 18 Monaten Gefängnis liegen müsse, da kein schwerer Fall 
angenommen werden könne. Eine Strafe von allerhöchstens sechs Monaten Ge-
fängnis sei angemessen, da auch das Geständnis und das kooperative Verhalten 
des Angeklagten stark strafmindernd Beachtung finden müssten. Im Weiteren seien 
die objektiven Voraussetzungen für den bedingten Strafvollzug erfüllt. In subjektiver 
Hinsicht habe die Staatanwaltschaft vor allem auf die Vorstrafe verwiesen. In die-
sem Zusammenhang sei jedoch von entscheidender Bedeutung, dass seit der Ver-
büssung der Strafe 16 Jahre vergangen seien, in denen sich der Angeklagte wohl 
verhalten habe. Heute verkaufe der Angeklagte keine unerlaubten Hanfprodukte 
mehr. Er habe zudem immer nur an Personen Hanfprodukte verkaufen wollen, die 

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über 18 Jahre alt gewesen seien. Die subjektiven Voraussetzungen für die Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges seien vorliegend daher auch gegeben. Der 
Entscheid über die Länge der Probezeit sei dem Gericht zu überlassen. Zu der be-
antragten Einziehung habe er keine weiteren Bemerkungen. Von einer Ersatzforde-
rung sei jedoch abzusehen, da sie die Sozialisation des Angeklagten massiv behin-
dern würde. Er beantrage daher eine milde Strafe, insbesondere aber die Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges.

In seiner Replik wies der Staatsanwalt darauf hin, dass Art. 19 Ziff. 2 lit. c 
BetmG nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sehr wohl auch bei Canna-
bissubstanzen anwendbar sei. Bezüglich des bedingten Strafvollzuges sei festzu-
halten, dass nur sehr schwer nachvollziehbar sei, warum der Angeklagte nach so 
vielen Jahren wieder angefangen habe, mit illegalen Hanfprodukten zu handeln. Er 
habe im Weiteren auch an junge Leute verkauft, habe gute Ware geliefert zu einem 
angemessenen Preis, aber der Handel sei illegal gewesen. Der bedingte Strafvoll-
zug sei daher nicht mehr zu gewähren.

Duplizierend führte Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg aus, dass die 
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz nicht bestritten sei. Aber bei der 
Strafzumessung sei zu beachten, dass der Angeklagte Handel mit Betäubungsmit-
teln betrieben habe, die nach Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht die Ge-
sundheit vieler Menschen gefährden würden. Dies sei auch beim Entscheid über 
die Gewährung des bedingten Strafvollzuges zu beachten.

In seinem Schlusswort schloss sich A. den Ausführungen seines Verteidigers 
an. Er führte aus, er könne nicht einsehen, dass er durch sein Verhalten jemanden 
gefährdet oder geschädigt habe. Er sei selbst ein Präzedenzfall, denn es gehe ihm 
körperlich mehr oder weniger gut, obwohl er seit 30 Jahren Hanfprodukte konsu-
miere. Er erachte es als viel bedrohlicher, wenn jemand betrunken Auto fahre.

Auf die weiteren Ausführungen in den mündlichen Vorträgen wird, soweit er-
forderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. a) Art. 1 Abs. 1 BetmG definiert den Begriff Betäubungsmittel als ab-
hängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Morphin, Kokain 
und Cannabis. Ausdrücklich wird damit Cannabis als abhängigkeitserzeugender 

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Stoff unter Art. 1 Abs. 1 BetmG subsumiert. Weiter fällt Hanfkraut als Rohmaterial 
(Art. 1 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 BetmG) sowie als Wirkstoff das Harz der Drüsenhaare (Art. 
1 Abs. 2 lit. b Ziff. 3 BetmG) unter die vom Betäubungsmittelgesetz erfassten Sub-
stanzen, ohne Rücksicht auf den Gehalt an psychoaktiven Substanzen (bei Hanf 
insbesondere Delta-Tetrahydrocannabinol). Es schliesst sodann weitere Stoffe ein, 
die "eine ähnliche Wirkung haben wie die Stoffe der Gruppen a oder b dieses Ab-
satzes" (Art. 1 Abs. 2 lit. c BetmG). Handel und Umgang mit Hanfkraut unterstehen 
der staatlichen Kontrolle (Art. 2 BetmG). Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG hält fest, dass 
"Hanfkraut zur Betäubungsmittelgewinnung und das Harz seiner Drüsenhaare (Ha-
schisch)" nicht angebaut, eingeführt, hergestellt oder in Verkehr gebracht werden 
darf. Im Verzeichnis der verbotenen Stoffe (Anhang a und d zur Verordnung des 
Bundesamtes für Gesundheitswesen über die Betäubungsmittel und psychotropen 
Stoffe [BetmV]) sind das Hanfkraut (Cannabis) zur Betäubungsmittelgewinnung, 
Cannabisextrakte zur Betäubungsmittelgewinnung, Cannabisharz etc. und Tetrahy-
drocannabinol (THC) ebenfalls als Betäubungsmittel aufgeführt. Wann Hanfkraut 
als Rohmaterial respektive als gebrauchsfertiges Betäubungsmittel zu gelten hat, 
geht aus dem Betäubungsmittelgesetz zwar nicht hervor, lässt sich nach dem Bun-
desgericht aber aus der Gesetzgebung zu den Lebensmitteln und der Landwirt-
schaft herleiten (BGE 126 IV 199).

Der Bundesrat hat in bestimmten Fällen Anbau und Verkauf von Hanf gestat-
tet. So können Hanf und Hanfprodukte zugelassene Bestandteile von Lebensmitteln 
sein (Art. 1 und 2 in Verbindung mit Anhang 4, S. 88, der Verordnung über Fremd-
Inhaltsstoffe in Lebensmitteln vom 26. Juni 1995, gestützt auf Art. 7, 9 Abs. 2 und 
16 Abs. 3 der Lebensmittelverordnung vom 1. März 1995). Die Vorschriften zur 
Landwirtschaft erlauben den Anbau einiger namentlich aufgeführter Hanfsorten ("In-
dustriehanf", Art. 4 und Anhang 4, S. 18, der Verordnung des Bundesamtes für 
Landwirtschaft über den Sortenkatalog für Getreide, Kartoffeln, Futterpflanzen und 
Hanf vom 7. Dezember 1998; Delegation der Zuständigkeit an das Bundesamt für 
Landwirtschaft in Art. 4 Abs. 3 der Verordnung über die Produktion und das Inver-
kehrbringen von pflanzlichem Vermehrungsmaterial vom 7. Dezember 1998, ge-
stützt insbesondere auf Art. 162 des Bundesgesetzes über die Landwirtschaft vom 
29. April 1998). In allen genannten Fällen haben die zuständigen Bundesämter 
Grenzwerte für den Gehalt an THC festgesetzt, die nicht überschritten werden dür-
fen, damit die zugelassenen Produkte und Hanfsorten nicht als Betäubungsmittel 
missbraucht werden. Bei Industriehanf liegt der Grenzwert bei einem THC-Gehalt 
von 0,3 %, bei Lebensmitteln je nach Produkt zwischen 0,2 und 50 mg THC/kg. 
Diese Grenzwerte dienen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes als Mass-

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stab dafür, ab welchem Gehalt an THC ein Hanfprodukt als Betäubungsmittel gelten 
muss und nach Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG nicht mehr in Verkehr gebracht werden 
darf (BGE 126 IV 200).

Gemäss Art. 19 Ziff. 1 BetmG macht sich strafbar, wer unbefugt alkaloidhal-
tige Pflanzen und Hanfkraut zur Gewinnung von Betäubungsmitteln anbaut (Abs. 
1), wer Betäubungsmittel unbefugt herstellt, auszieht, umwandelt oder verarbeitet 
(Abs. 2), wer sie unbefugt lagert, versendet, befördert, einführt, ausführt oder durch-
führt (Abs. 3), wer sie unbefugt anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt, verschafft, ver-
ordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), ebenso wer sie unbefugt besitzt, auf-
bewahrt, kauft oder sonst wie erlangt (Abs. 5), wer hierzu Anstalten trifft (Abs. 6), 
wer den unerlaubten Verkehr mit Betäubungsmitteln finanziert oder seine Finanzie-
rung vermittelt (Abs. 7) und wer öffentlich zum Betäubungsmittelkonsum auffordert 
oder öffentlich Gelegenheit zum Erwerb oder Konsum von Betäubungsmitteln be-
kannt gibt (Abs. 8). Die Strafe ist bei vorsätzlicher Tatbegehung Gefängnis oder 
Busse, in schweren Fällen Zuchtshaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr, al-
lenfalls verbunden mit einer Busse bis zu Fr. 1'000'000.--. Soweit vorerwähnte 
Handlungen dem Eigenkonsum dienen, erfahren sie gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
eine privilegierte Behandlung; als Strafe drohen in diesem Falle - wie für den unbe-
fugten Konsum von Betäubungsmitteln selbst - Haft oder Busse. In leichten Fällen 
kann das Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen werden. Es kann 
eine Verwarnung ausgesprochen werden (Art. 19a Ziff. 2 BetmG).

Ein schwerer Fall liegt gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG einmal vor, wenn 
der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge 
von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr 
bringen kann. In BGE 117 IV 314 ff. legte das Bundesgericht fest, dass Art. 19 Ziff. 
2 lit. a BetmG in Fällen, in denen sich die Widerhandlung gemäss Art. 19 Ziff. 1 
BetmG auf Cannabissubstanzen bezieht, nicht anwendbar ist. Ausdrücklich hielt 
das Bundesgericht im selben Entscheid aber fest, dass eine qualifizierte Tatbege-
hung weiterhin anzunehmen ist, wenn der Täter als Mitglied einer Bande gehandelt 
hat, die sich zur Ausübung des unerlaubten Betäubungsmittelverkehrs zusammen-
gefunden hat (Art. 19 Ziff. 2 lit. b BetmG), oder wenn er durch gewerbsmässiges 
Handeln einen grossen Umsatz oder einen erheblichen Gewinn erzielt hat (Art. 19 
Ziff. 2 lit. c BetmG). Gewerbsmässig im Sinne von lit. c handelt, wer die deliktische 
Tätigkeit nach Art eines Berufes ausübt (BGE 116 IV 325 ff., 119 IV 132). Der Täter 
handelt berufsmässig, wenn aus den gesamten Umständen geschlossen werden 
muss, dass er sich darauf eingerichtet hat, durch deliktische Handlungen Einkünfte 

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zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Le-
bensgestaltung darstellen. Als Indiz für die Gewerbsmässigkeit gelten beispiels-
weise die Anzahl oder Häufigkeit der während eines bestimmten Zeitraums bereits 
verübten Taten oder auch die Entwicklung eines Systems beziehungsweise einer 
bestimmten Methode (BGE 116 IV 319 f.). Es ist dabei notwendig, dass der Täter 
die Tat bereits mehrfach begangen hat, dass er in der Absicht handelte, ein Er-
werbseinkommen zu erlangen, und dass aufgrund seiner Taten geschlossen wer-
den muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestand fallenden 
Taten bereit gewesen (Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, BT I, Bern 1993, 
S. 331; BGE 116 IV 325 ff., 119 IV 132). Auf die zusätzlichen Voraussetzungen des 
grossen Umsatzes oder erheblichen Gewinns findet die in BGE 117 IV 63 entwi-
ckelte Rechtsprechung Anwendung, wonach der erzielte Bruttoumsatz beziehungs-
weise Nettoerlös massgebend ist, wobei ein Betrag in der Grössenordnung von Fr. 
110'000.-- als grosser Umsatz gilt (BGE 117 IV 64, bestätigt in BGE 122 IV 216 und 
in BGE 129 IV 188, wo ein Umsatz von Fr. 100'000.-- oder mehr als gross bezeich-
net wird). Ein erheblicher Gewinn im Sinne des Gesetzes liegt gemäss dem Kan-
tonsgericht Graubünden bei einer Nettoertragssumme von Fr. 35'000.-- vor (vgl. Ur-
teil des Kantonsgerichtes Graubünden vom 22. April 1986 in Sachen P.R.K.; vgl. 
zum Ganzen sodann SJZ 94 (1998) Nr. 24, S. 541 f.). Laut einem neuesten - hier 
bei der Entscheidung noch nicht berücksichtigten - Urteil des Bundesgerichts hat 
derjenige, welcher durch gewerbsmässigen Handel mit Betäubungsmitteln Fr. 
10'000.-- oder mehr verdient, einen „erheblichen Gewinn“ erzielt (6S.38/2003 vom 
9. Juli 2003).

b) A. eröffnete im November 2000 an der F. in K. einen Hanfladen mit dem 
Namen G.. Er führte diesen Laden als Inhaber und Geschäftsführer zusammen mit 
einer Teilzeitangestellten, H.. Neben unbedenklichen Hanfprodukten verkaufte er in 
seinem Laden von anfangs Juli 2001 bis zur polizeilichen Kontrolle vom 23. Mai 
2002 auch in Minigrip-Säcklein abgepackte, rauchfertige Hanfblüten. Die Hanf-
blüten bezog er von ihm unbekannten Personen, welche ihn in seinem Laden auf-
suchten und die Hanfblüten zum Kauf anboten (polizeiliche Einvernahme vom 23. 
Mai 2002, act. 8.1, S. 1 unten; polizeiliche Einvernahme vom 27. Juni 2002, act. 8.2, 
S. 2 Mitte). Anschliessend füllte A. die Hanfblüten in Minigrip-Säcklein ab (polizeili-
che Einvernahme vom 23. Mai 2002, act. 8.1, S. 3 Mitte; polizeiliche Einvernahme 
vom 27. Juni 2002, act. 8.2, S. 3 unten; untersuchungsrichterliche Einvernahme 
vom 6. November 2002, act. 8.3, S. 5 oben). Er konsumierte auch selber von den 
Hanfblüten und bezeichnete deren Qualität als gut (polizeiliche Einvernahme vom 
23. Mai 2002, act. 8.1, S. 2 oben; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 6. 

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November 2002, act. 8.3, S. 4 oben). Gemäss eigenen Angaben hat A. auf diese 
Weise in der Zeit von anfangs Juli 2001 bis zum 23. Mai 2002 mindestens 40 kg 
Outdoorhanf und etwa 3 kg Indoorhanf (untersuchungsrichterliche Einvernahme 
vom 6. November 2002, act. 8.3, S. 5 Mitte) in seinem Laden an der F. in K. an 
verschiedene, ihm namentlich nicht bekannte Personen verkauft. A. hat diesen 
Sachverhalt einschliesslich der Betäubungsmittelmengen in der Strafuntersuchung 
und auch vor Schranken des Kantonsgerichts als zutreffend anerkannt. Anlässlich 
der Hausdurchsuchung vom 23. Mai 2002 wurden in der Wohnung von A. 2‘260 g 
Indoorhanf und 608 g Outdoorhanf sichergestellt (vgl. Fotoblatt, act. 5.5, S. 1). Von 
diesen Hanfblüten wurden drei Proben zur Bestimmung des THC-Gehaltes an das 
Institut für Rechtsmedizin, St. Gallen, geschickt. Die Analyse ergab THC-Gehalte 
zwischen 6.2 % und 9.7 % (act. 5.12, S. 2). Gemäss Schreiben des Institutes für 
Rechtsmedizin, St. Gallen, vom 29. Mai 2002 handelt es sich bei Marihuana, wel-
ches einen THC-Gehalt von über 3 % aufweist, um gute und bei solchem mit einem 
THC-Gehalt von über 8 % um ausgezeichnete Qualität (act. 5.12, S. 2). A. hat an-
gegeben, dass die Qualität der Hanfblüten, die er verkaufte, immer in etwa dieselbe 
gewesen sei (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 6. November 2002, act. 
8.3, S. 4). Dies konnte er mit Sicherheit beurteilen, da er nach eigener Aussage 
selbst immer wieder von den Hanfblüten konsumierte. Die Hanfblüten, die A. in sei-
nem Laden verkaufte, waren daher von guter bis ausgezeichneter Qualität. Ihr THC-
Gehalt lag um ein vielfaches über dem gesetzlich festgesetzten Grenzwert von 0.3 
%. Damit ist erstellt, dass A. in der Zeit von anfangs Juli 2001 bis zum 23. Mai 2002 
insgesamt mindestens 43 kg Hanfblüten, welche einen THC-Gehalt von weit über 
0.3 % aufwiesen und damit gemäss Gesetz als Betäubungsmittel zu betrachten wa-
ren, an unbekannt viele Personen verkauft hat. A. konsumiert gemäss seinen Aus-
sagen vor Schranken des Kantonsgerichts seit etwa 30 Jahren Hanfprodukte, wes-
halb er ohne Zweifel in der Lage war, zu erkennen, dass der THC-Gehalt der Hanf-
blüten, die er verkaufte und von denen er selbst konsumierte, über dem vom Gesetz 
vorgesehenen Grenzwert lag. Er hat denn auch in der polizeilichen Befragung vom 
27. Juni 2002 angegeben, dass er den THC-Gehalt der Hanfblüten, die er verkaufte, 
auf 6 bis 7 % schätzte (act. 8.2, S. 4 unten). A. war sich zudem bewusst, dass die 
Käufer die Hanfblüten zum Konsum mittels Rauchen erwarben (vgl. auch Dossier 
6). In der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 6. November 2002 hat er 
ausdrücklich festgehalten, dass es für ihn klar gewesen sei, dass jemand, der Fr. 
100.-- für ein Säcklein Hanfblüten ausgebe, diese anschliessend auch rauche (act. 
8.3, S. 4 unten). Damit ist erstellt, dass A. bewusst Hanfblüten, die als Betäubungs-
mittel zu gelten hatten, an Personen verkauft hat, die die Hanfblüten mittels Rau-
chen konsumieren wollten. A. hat damit ohne Frage sowohl den objektiven als auch 

12

den subjektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 BetmG erfüllt. Dies hat sein Verteidi-
ger vor Schranken des Kantonsgerichts auch ohne Einschränkung anerkannt. 

Am 5. August 2002 übergab A. an B. 102,8 Gramm Marihuana und 20,3 
Gramm Haschisch in Kommission, damit dieser die Betäubungsmittel für ihn weiter-
verkaufe. A. selbst verkaufte am Abend des 5. August 2002 100 Gramm Marihuana 
an acht namentlich nicht bekannte Personen. Als er am selben Abend von der Po-
lizei kontrolliert wurde, führte er in seinem Rucksack weitere 235,4 Gramm Marihu-
ana und 96 Gramm Haschisch mit sich, welche er verkaufen wollte (polizeiliche Ein-
vernahme vom 9. August 2002, act. 9.3). A. hat vor Schranken des Gerichts betont, 
dass er immer nur gute Ware verkauft habe. Es ist daher ohne Weiteres davon 
auszugehen, dass auch die von ihm in Kommission gegebenen, selbst verkauften 
und zum Verkauf vorgesehenen Hanfblüten sowie das Haschisch von guter Qualität 
waren, einen hohen THC-Gehalt aufwiesen und somit als Betäubungsmittel zu gel-
ten hatten. A. war sich mit Sicherheit auch bewusst, dass die Käufer die Drogen 
konsumieren würden. Damit ist erstellt, dass A. mit seinem Verhalten gegen Art. 19 
Ziff. 1 BetmG verstiess. Auch dies wurde vom Verteidiger anlässlich der Hauptver-
handlung vor dem Kantonsgericht Graubünden anerkannt.

c) Die Staatsanwaltschaft Graubünden macht geltend, A. habe berufsmässig 
gehandelt sowie einen grossen Umsatz und einen erheblichen Gewinn erzielt, wes-
halb er den qualifizierten Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG erfüllt habe. Der 
Verteidiger von A. hat in seinem Plädoyer bestritten, dass Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG 
bei Cannabissubstanzen überhaupt Anwendung finden dürfe. Er macht geltend, der 
Grundgedanke des Betäubungsmittelgesetzes sei, die Gesundheit der Konsumen-
ten zu schützen. Ein schwerer Fall sei daher von Anfang an nur denkbar, wenn 
überhaupt die Möglichkeit bestehe, gegen diesen Grundgedanken in schwerwie-
gender Weise zu verstossen, mithin die Gesundheit vieler Konsumenten zu gefähr-
den. Da gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts Cannabissubstanzen gar 
nicht die Gesundheit vieler Menschen zu schädigen vermöchten, könne bei Canna-
bissubstanzen nie ein schwerer Fall vorliegen. Dieser Auffassung des Verteidigers 
kann nicht gefolgt werden. Richtig ist, dass es dem Gesetzgeber bei der Unterstel-
lung der verschiedenen Drogen unter das Betäubungsmittelgesetz und dessen 
Strafbestimmungen darum ging, Menschen vor seelischen, körperlichen und sozia-
len Schäden zu bewaren (BGE 117 IV 318). Daneben hat der Gesetzgeber jedoch 
mit dem Erlass des Betäubungsmittelgesetzes auch bezweckt, den Handel mit Dro-
gen zu unterbinden, soweit dieser gemäss Gesetz nicht ausdrücklich erlaubt ist. Ein 
weiterer Grundgedanke des Betäubungsmittelgesetzes ist daher neben dem Schutz 

13

der Gesundheit der Konsumenten auch die Verhinderung des Handels mit illegalen 
Drogen. Der Gesetzgeber hat nun entschieden, dass der Unrechtsgehalt eines 
schwerwiegenden Verstosses gegen das Verbot des Handels mit illegalen Drogen 
demjenigen der Gefährdung der Gesundheit vieler Menschen gleich zu setzen ist, 
weshalb er auch den schwerwiegenden Verstoss gegen das Verbot des Handels 
mit Drogen unter die schwerere Strafdrohung des Art. 19 Ziff. 2 BetmG gestellt hat. 
Ein schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG ist daher ohne Zweifel 
auch beim Handel mit Cannabissubstanzen möglich. Dies hat im übrigen das Bun-
desgericht in BGE 117 IV 314 bereits festgehalten. Es hat in diesem Entscheid zwar 
zunächst entschieden, dass Cannabis nach dem Stand der Erkenntnisse auch in 
grossen Mengen die Gesundheit vieler Menschen im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG nicht in Gefahr zu bringen vermöge. Diese Rechtsprechung hat es in BGE 
120 IV 256 bestätigt. In Erwägung 2 h von BGE 117 IV 314 hat das Bundesgericht 
im Weiteren jedoch ausdrücklich festgehalten, dass ein schwerer Fall im Sinne von 
Art. 19 Ziff. 2 BetmG bei Cannabissubstanzen weiterhin anzunehmen sei, wenn der 
Täter als Mitglied einer Bande gehandelt habe, die sich zur Ausübung des unerlaub-
ten Betäubungsmittelverkehrs zusammengefunden habe (Art. 19 Ziff. 2 lit. b 
BetmG), oder wenn er durch gewerbsmässigen Handel einen grossen Umsatz oder 
einen erheblichen Gewinn erzielt habe (Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG). Steht somit fest, 
dass auch bei Cannabissubstanzen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG Anwendung finden 
kann, so ist zu prüfen, ob A. mit seinem Verhalten diesen qualifizierten Tatbestand 
erfüllt hat, wie es die Staatsanwaltschaft Graubünden geltend macht. Gewerbsmäs-
sig im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG handelt, wer die deliktische Tätigkeit 
nach Art eines Berufes ausübt. Der Täter handelt berufsmässig, wenn aus den ge-
samten Umständen geschlossen werden muss, dass er sich darauf eingerichtet hat, 
durch deliktische Handlungen Einkünfte zu erzielen, die einen namhaften Beitrag 
an die Kosten zur Finanzierung seiner Lebensgestaltung darstellen (vgl. BGE 129 
IV 191). A. hat die Hanfblüten in seinem Laden an der F. in K. verkauft. Er hat folglich 
eine geschäftliche Struktur für den Vertrieb der Hanfblüten benutzt. Er hatte den 
Laden in der Regel nur am Nachmittag geöffnet. Dabei hat er gemäss seiner Aus-
sage vor Schranken des Gerichts jeden Nachmittag im Durchschnitt etwa 20 bis 30 
Minigrip-Säcklein Hanfblüten verkauft. Im weiteren hat er bei der Befragung durch 
den Vorsitzenden ausgesagt, dass er etwa zwei Drittel seines Umsatzes aus dem 
Verkauf von Hanfblüten erzielt habe und einen Drittel aus dem Verkauf anderer Pro-
dukte. Seine Lebenshaltungskosten sowie die Kosten seines Geschäfts habe er 
etwa im selben Verhältnis aus dem Einkommen aus dem Verkauf der Hanfblüten 
und der anderen Produkte bestritten. Augenscheinlich hatte sich A. darauf einge-
richtet, durch den Verkauf der Hanfblüten einen namhaften Beitrag an seine Le-

14

benshaltungskosten zu erwirtschaften. Er hat bereits in unbekannt vielen Fällen 
Hanfblüten verkauft und er war ohne Zweifel bereit, in unbestimmt vielen weiteren 
Fällen Hanfblüten zu verkaufen; der Verkauf der Hanfblüten war auf Dauer ausge-
richtet. A. handelte offenkundig berufs- und damit gewerbsmässig im Sinne des Ge-
setzes. Bezüglich des Umsatzes ist festzuhalten, dass dieser in der Untersuchung 
(vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 6. November 2002, act. 8.3, S. 5 
Mitte) sowie anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht Graubünden 
errechnet wurde. Für die Zeit von anfangs Juli 2001 bis zum 23. Mai 2002 erwirt-
schaftete A. gemäss dieser Berechnung, die er auch vor Schranken des Gerichts 
als richtig anerkannte, mit dem Verkauf der Hanfblüten einen Umsatz von ca. Fr. 
267'000.--. Dieser Umsatz ist ohne Zweifel als gross zu bezeichnen. Der Verteidiger 
hat in seinem Plädoyer dagegen vorgebracht, das Bundesgericht habe in einem 
Entscheid vom 26. November 2002 entschieden, dass ein Umsatz von Fr. 80'000.-
- in drei Monaten nicht als gross im Sinne des Gesetzes bezeichnet werden könne. 
A. habe zwar einen grösseren Umsatz erzielt, dafür aber auch während einer we-
sentlich längeren Zeitspanne als drei Monate. Auf die ganzen 11 Monate betrachtet, 
während denen A. Hanfblüten verkauft habe, habe er somit keinen grossen Gewinn 
erzielt. In dem vom Verteidiger zitierten Bundesgerichtsentscheid 6S.320/2002 vom 
26. November 2002 (BGE 129 IV 188) hat das Bundesgericht zunächst in Ziffer 
3.1.3 ganz klar ausgeführt, dass ein Umsatz ab Fr. 100'000.-- als gross im Sinne 
des Gesetzes zu gelten habe. Anschliessend hat es sich mit der Frage auseinander 
gesetzt, ob sich der Zeitraum, in welchem ein bestimmter Umsatz erzielt worden ist, 
auf die rechtliche Qualifikation des Umsatzes auswirke oder ob dieser vom Zeitfak-
tor unabhängig sei. Es hat in diesem Zusammenhang auf seinen Entscheid 
6S.226/1999 vom 3. Mai 1999 verwiesen, in dem es bereits die explizit geprüfte 
Frage, ob der Zeitfaktor für die Qualifikation des Umsatzes zu berücksichtigen sei, 
verneint hatte. Damals hatte es schon festgestellt, dass die grössere kriminelle 
Energie desjenigen, der den Umsatz in kürzerer Zeit erwirtschafte, durch die längere 
Dauer der kriminellen Aktivität des anderen Täters ausgeglichen werde. Mit anderen 
Worten ist es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts für die Bewertung der 
Umsatzgrösse unerheblich, ob der Umsatz bei geringerer Intensität der gewerbs-
mässigen Tätigkeit in längerer Zeit oder bei grösserer Intensität in kürzerer Zeit er-
zielt wurde. Diesem Argument liegt der Gedanke zu Grunde, dass es sich beim gros-
sen Umsatz um ein objektives und von der Zeit unabhängiges Mass für das verwirk-
lichte Unrecht handelt, welches die Anwendung des qualifizierten Tatbestandes ab-
solut begrenzt. Diese Grenze liegt, wie bereits ausgeführt, gemäss Bundesgericht 
bei Fr. 100'000.--. A. hat einen Umsatz von anerkanntermassen ca. Fr. 267'000.-- 
erzielt. Damit jedoch ist vorliegend das Qualifikationsmerkmal des grossen Umsat-

15

zes ohne weiteres erfüllt. Nachdem bereits die Voraussetzung des gewerbsmässi-
gen Handels bejaht werden musste, ist vorliegend der qualifizierte Tatbestand 
gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG erfüllt. Lediglich der Vollständigkeit halber sei 
darauf hingewiesen, dass A. in der Zeit von anfangs Juli 2001 bis zum 23. Mai 2002 
mit dem Verkauf der Hanfblüten auch einen erheblichen Gewinn im Sinne des Ge-
setzes erwirtschaftet hat. Gemäss Berechnung anlässlich der Hauptverhandlung 
vor dem Kantonsgericht Graubünden erzielte A. einen Bruttogewinn von Fr. 89'000.-
-. Nach Abzug der anteilsmässigen Kosten seines Geschäftes, welche er mit dem 
Gewinn aus dem Verkauf der Hanfblüten beglich, bleibt ein Nettogewinn von über 
Fr. 50'000.--. Gemäss Rechtsprechung des Kantonsgerichts Graubünden liegt ein 
erheblicher Gewinn im Sinne des Gesetzes bei einer Nettoertragssumme von Fr. 
35'000.-- vor. Auch diese Grenze wurde vorliegend augenscheinlich weit überschrit-
ten. 

Aus dem Gesagten erhellt, dass sich A. eines Verstosses gegen Art. 19 Ziff. 
2 lit. c BetmG schuldig gemacht hat. 

d) A. hat in der Strafuntersuchung und auch vor Schranken des Gerichts zu-
gestanden, dass er immer wieder in unregelmässigen Abständen selbst Hanfpro-
dukte konsumierte (vgl. polizeiliche Einvernahme vom 23. Mai 2002, act. 8.1, S. 4 
unten: ein bis zwei Joints pro Woche; polizeiliche Einvernahme vom 9. August 2002, 
act. 9.3, S. 3 Mitte: abendlich ein Joint). Mit diesem Eigenkonsum und den damit 
zusammenhängenden Widerhandlungen gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG hat A. die ob-
jektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 19a Ziff. 1 BetmG erfüllt. In subjektiver Hin-
sicht ist davon auszugehen, dass A. wusste, dass sowohl der Eigenkonsum als 
auch die darauf hinführenden Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
verboten sind. Dies allein schon aufgrund der Tatsache, dass er sich nach eigenen 
Angaben auf der Homepage der "Schweizer Hanfkoordination" immer wieder über 
den neuesten Stand der Dinge informierte. A. ist daher schuldig der mehrfachen 
Widerhandlung gegen Art. 19 a Ziff. 1 BetmG. Auch dies hat sein Verteidiger vor 
Schranken des Gerichts vorbehaltslos anerkannt.

2.a) Bei der Strafzumessung hat der Richter die Strafe nach dem Verschul-
den des Täters zu bemessen, wobei er die Beweggründe, das Vorleben und die 
persönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). In BGE 117 
IV 112 ff. hat das Bundesgericht grundsätzliche Bemerkungen zur Frage der Straf-
zumessung angebracht. Demnach muss sich der Begriff des Verschuldens auf den 
gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei der Tat-

16

komponente sind insbesondere zu beachten das Ausmass des verschuldeten Erfol-
ges, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe, die 
Art. 63 StGB ausdrücklich erwähnt. Die Täterkomponente umfasst demgegenüber 
das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat und im 
Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit (vgl. auch 
BGE 118 IV 14). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd 
oder -erhöhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen 
des Richters nachvollziehbar sein müssen. Im weiteren ist der Richter nicht an die 
Höhe des von der Anklage geforderten Strafmasses gebunden. Vielmehr hat er das 
Strafmass innerhalb des gesetzlichen Rahmens nach sorgfältiger Würdigung des 
Falles und unter Berücksichtigung der Milderungs- und Schärfungsgründe zu be-
stimmen (vgl. Art. 126 Abs. 2 StPO). 

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen Freiheitsstrafen verwirkt 
hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der Strafe der 
schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste 
Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschreiten und ist 
dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 Ziff. 1 
StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe be-
drohten Tatbestand fällt. Grundlage der Strafzumessung im vorliegenden Fall ist die 
in Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG vorgesehene Strafe von 
Zuchthaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr. Der Gesetzgeber hat damit zu 
erkennen gegeben, dass die Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG als 
ernst zu nehmendes Delikt zu qualifizieren ist. Die objektive Schwere des Deliktes 
im konkreten Einzelfall zeigt sich aber insbesondere anhand des Ausmasses des 
Erfolges und der Art der Ausführung des Verbrechens. Dies erlaubt dem Richter 
eine Verfeinerung der Wertung, die der Gesetzgeber vorgezeichnet hat. Die Menge 
der umgesetzten Drogen ist zwar für die Strafzumessung nicht von ausschlagge-
bender Bedeutung; sie bildet indessen einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt 
für den kriminellen Willen des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 1996 Nr. 28).

b) Der Angeklagte hat in einem Zeitraum von ungefähr 11 Monaten mindes-
tens 43 kg Hanfblüten verkauft, mithin eine erhebliche Menge. Er hat über eine län-
gere Zeitspanne intensiv delinquiert und dabei einen bedeutenden Umsatz von ca. 
Fr. 267'000.-- sowie einen namhaften Gewinn von mehr als Fr. 50'000.-- erzielt. Mit 
diesem Gewinn konnte er sich einen grossen Teil seines Lebensunterhaltes finan-
zieren. A. offenbarte damit einen nicht unerheblichen kriminellen Willen. Allerdings 
ist zu berücksichtigen, dass sich der Handel ausschliesslich auf Hanf beschränkte. 

17

Dieser gilt als weiche Droge, dessen Sucht- und Gefährdungspotential vom Bun-
desgericht im Vergleich mit Heroin und Kokain oder gar Alkohol als verhältnismässig 
gering erachtet wird (vgl. BGE 117 IV 323; 120 IV 256 ff.). Erschwerend zu gewich-
ten ist jedoch, dass A. die Betäubungsmittel aus rein finanziellen Erwägungen, also 
aus rein egoistischen Motiven, verkauft hat. Seine Beteuerungen, er habe darauf 
geachtet, die Hanfblüten nur an über 18-jährige zu verkaufen (polizeiliche Einver-
nahme vom 23. Mai 2002, act. 8.1, S. 2 Mitte), und er habe darauf hingewiesen, 
dass die Hanfblüten nicht geraucht werden dürften (untersuchungsrichterliche Ein-
vernahme vom 6. November 2002. act. 8.3, S. 4 unten), ändern daran nichts. Die 
Verkaufszahlen haben einen deutlichen Hinweis darauf ergeben, dass die Möglich-
keit des Missbrauchs rege genutzt wurde (vgl. auch Dossier 6). Dennoch hat er den 
Verkauf von Hanfblüten nicht eingestellt. Erschwerend fällt weiter ins Gewicht, dass 
A. auch nach der polizeilichen Intervention vom 23. Mai 2002 nicht davon abliess, 
Handel mit Hanfprodukten zu treiben. Straferhöhend sind die Vorstrafen aus den 
Jahren 1982 und 1987 zu werten. Die Staatsanwaltschaft Graubünden macht gel-
tend, dass insbesondere die Strafe aus dem Jahre 1987, die wegen verschiedener 
Drogendelikte ausgesprochen worden ist und die A. verbüssen musste, massiv 
straferhöhend wirke. In diesem Zusammenhang ist jedoch zu beachten, dass diese 
Strafe 16 Jahre zurückliegt und A. sich von dieser Zeit an bis zum vorliegenden 
Verfahren nichts mehr hat zu Schulden kommen lassen. Das Kantonsgericht wertet 
die Vorstrafen daher nur leicht straferhöhend (vgl. Praxis 12/2001 Nr. 197). Straf-
mindernd sind A. sein Geständnis, sein kooperatives Verhalten während der Stra-
funtersuchung sowie sein ansonsten guter Leumund zu Gute zu halten. Strafschär-
fend ist die mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu wer-
ten. Strafmilderungsgründe liegen keine vor. 

In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erachtet das Kantonsge-
richt den Antrag der Staatsanwaltschaft, der Angeklagte sei mit 18 Monaten Ge-
fängnis zu bestrafen, als etwas zu hoch. In Anbetracht der gesamten Umstände 
erscheint dem Gericht eine Gefängnisstrafe von 15 Monaten dem Verschulden des 
Angeklagten angemessen.

3. a) Im folgenden ist nun zu prüfen, ob A. die Rechtswohltat des beding-
ten Strafvollzuges gewährt werden kann. Die diesbezüglichen Anforderungen be-
stimmen sich nach Art. 41 StGB. Danach kann der Richter den Vollzug einer Frei-
heitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben, wenn die objektiven und 
subjektiven Voraussetzungen hierfür gegeben sind. Objektiv darf der Angeklagte 
innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen 

18

Verbrechens oder Vergehens keine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als 
drei Monaten verbüsst haben. Subjektiv ist erforderlich, dass Vorleben und Charak-
ter des Angeklagten erwarten lassen, er werde durch den Aufschub der Freiheits-
strafe von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Mit anderen Worten, es 
muss ihm eine günstige Prognose gestellt werden können (Trechsel, Schweizeri-
sches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich 1997, N 13 zu Art. 41 
StGB).

Dabei ist es aber auch unter den nach Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu berück-
sichtigenden Umständen nicht zulässig, einzelnen Kriterien eine vorrangige Bedeu-
tung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder überhaupt ausser Acht zu 
lassen, also etwa einseitig auf die Umstände der Tat abzustellen. Vielmehr sind 
auch in Betäubungsmittelfällen neben den Tatumständen, das Vorleben und der 
Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, welche gültige Schlüsse auf den Charak-
ter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen, in die Beurteilung 
miteinzubeziehen, um aufgrund einer Gesamtwürdigung zu entscheiden, ob der 
Verurteilte für dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet oder nicht (BGE 118 IV 100 
f.; PKG 1994 Nr. 28, PKG 1993 Nr. 24 mit Hinweisen). Dabei genügt für eine positive 
Prognose weder die vage Hoffnung auf Bewährung (BGE 115 IV 82; 100 IV 133, 
102 IV 63) noch die Annahme, der bedingte Strafvollzug vermöge den Verurteilten 
eher zu bessern als die Vollstreckung der Strafe (BGE 74 IV 195). In erster Linie ist 
also der Grundsatz der Spezialprävention massgebend (BGE 118 IV 100). Es ist 
jedoch offensichtlich, dass sich selbst durch eine umfassende und intensive Aus-
einendersetzung mit der Täterpersönlichkeit keine absolut zuverlässige Zukunfts-
voraussage treffen lässt. Bei der Prüfung der günstigen Prognose im Sinne von Art. 
41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB steht daher die Frage im Vordergrund, unter welchen Vor-
aussetzungen einem Verurteilten trotz unsicherer Zukunftsaussicht Vertrauen ge-
schenkt werden kann (PKG 1993 Nr. 24 mit weiteren Hinweisen). Vermag der Rich-
ter begründetes Vertrauen zu gewinnen, so ist der Vollzug aufzuschieben. Der Rich-
ter muss von der Besserungsaussicht mit Begründung überzeugt sein. Wo zwischen 
vager Hoffnung und Bedenken geschwankt wird, ist die Gewährung des bedingten 
Strafvollzuges nicht angezeigt (BGE 100 IV 133; 115 IV 82; 118 IV 97; PKG 1993 
Nr. 24), weil dann kein Vertrauen auf Bewährung herrscht. 

b) In casu wird eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten verhängt. Zudem musste 
A. in den letzten fünf Jahren vor der Tat weder eine Zuchthaus- noch eine Gefäng-
nisstrafe verbüssen. Die objektiven Voraussetzungen zur Gewährung des beding-
ten Strafvollzuges sind somit erfüllt. In subjektiver Hinsicht sprechen die Vorstrafen 

19

sowie der Umstand, dass A. auch nach der polizeilichen Intervention vom 23. Mai 
2002 noch Hanfblüten verkauft hat, gegen eine günstige Prognose. Die 16 Jahre 
zurückliegende Vorstrafe aus dem Jahr 1987 darf aber, aufgrund des seitherigen 
Wohlverhaltens, nicht entscheidend ins Gewicht fallen. Anlässlich der Hauptver-
handlung vor dem Kantonsgericht Graubünden hat A. beteuert, dass er nun keine 
illegalen Hanfprodukte mehr verkaufen werde. Zudem hat er nach eigener Aussage 
den Verkauf von Hanfblüten in seinem Laden nach der polizeilichen Intervention 
vom 23. Mai 2002 eingestellt. Nach dem 5. August 2002 hat er nach eigenem Be-
kunden auch sonst keine Betäubungsmittel mehr verkauft. Es scheint, dass A. auf-
grund des vorliegenden Strafverfahrens nun eingesehen hat, dass der Verkauf von 
Hanfblüten verboten ist, und dass er in Zukunft dieses Verbot respektieren und sich 
allgemein wohlverhalten will. Kommt hinzu, dass die Strafe vollzogen werden kann, 
sollte sich A. während der Probezeit etwas zu Schulden kommen lassen. A. steht 
somit unter dem Zwang zum Wohlverhalten. Das Kantonsgericht kommt daher zum 
Schluss, dass A. gerade noch eine günstige Prognose gestellt werden kann. Damit 
sind vorliegend die objektiven und subjektiven Voraussetzungen erfüllt, so dass A. 
der bedingte Strafvollzug gewährt werden kann.

c) Schiebt der Richter den Strafvollzug auf, so setzt er dem Verurteilten eine 
Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Die Dauer der Pro-
bezeit ist von den konkreten Umständen des Einzelfalles abhängig. Insbesondere 
sind Persönlichkeit und Charakter des Verurteilten sowie die Gefahr der Rückfällig-
keit zu beurteilen. Je grösser die Rückfallgefahr, umso länger muss die Be-
währungsprobe mit ihrem Zwang zum Wohlverhalten sein (vgl. BGE 95 IV 122; 
Trechsel a.a.O., N 31 zu Art 41 StGB). Wie bereits ausgeführt, sprechen die Vor-
strafen sowie die Vornahme des Verkaufs von Betäubungsmitteln am 5. August 
2002 für eine höhere Rückfallgefahr. Das Kantonsgericht trägt diesen Tatsachen 
Rechnung, indem es die Probezeit auf fünf Jahre ansetzt.

4. Nach Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf die 
Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur 
Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren oder die 
durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn diese Ge-
genstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ord-
nung gefährden. Dabei sind an das Erfordernis der Gefährdung von Sicherheit, Sitt-
lichkeit und öffentlicher Ordnung nicht zu strenge Anforderungen zu stellen (BGE 
124 IV 121). Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung kann der Richter anord-

20

nen, dass die eingezogenen Gegenstände unbrauchbar gemacht oder vernichtet 
werden.

a) Anlässlich der polizeilichen Hausdurchsuchungen vom 23. Mai 2002 in K. 
und L. konnten insgesamt 2'868 Gramm Hanfblüten sichergestellt werden, die für 
den Verkauf bestimmt waren. Als die Polizei am 5. August 2002 A. kontrollierte, 
führte er 235.4 Gramm Hanfblüten sowie 96 Gramm Haschisch auf sich, die er ver-
kaufen wollte. Die Polizei stellte auch diese Betäubungsmittel sicher. Mit Verfügung 
des Untersuchungsrichters vom 24. März 2003 (act. 1.8) wurden sämtliche genann-
ten Hanfprodukte beschlagnahmt. Bereits der unbefugte Besitz und Verkauf sowie 
das unbefugte Lagern von Betäubungsmitteln ist strafbar. Es ist daher offensichtlich 
und von A. bezüglich der Hanfblüten, die in L. gefunden wurden, auch anerkannt, 
dass die beschlagnahmten Betäubungsmittel zur Begehung einer strafbaren Hand-
lung, nämlich dem Handel mit Drogen sowie dem Eigenkonsum, bestimmt waren. 
Der Einwand von A. anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 9. August 2002, 
er habe die am 5. August 2002 bei ihm gefundenen Betäubungsmittel bis zu deren 
Legalisierung aufbewahren und dann verkaufen wollen (act. 9.3, S. 4), ist offensicht-
lich eine Schutzbehauptung. Auch das weitere Erfordernis der Gefährdung ist erfüllt. 
Da bereits der Besitz und die Lagerung von Betäubungsmitteln strafbar ist, liegt 
darin zweifelsfrei bereits eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung, deren Verwirk-
lichung gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB mit der Einziehung der Betäubungsmittel ver-
hindert werden soll. Die Betäubungsmittel werden daher gerichtlich eingezogen. Sie 
sind zu vernichten.

b) Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 23. Mai 2002 in L. wurden von der 
Polizei neben den Betäubungsmitteln offenbar auch zwei Pesola-Waagen sowie 
eine Digitalwaage sichergestellt. Diese Gegenstände tauchen zwar weder im Haus-
durchsuchungsprotokoll (act. 5.7) noch in der Beschlagnahmeverfügung des Unter-
suchungsrichters (act. 1.8) auf. A. hat im Rahmen der untersuchungsrichterlichen 
Einvernahme vom 6. November 2002 jedoch bestätigt, dass die Pesola-Waagen 
und die Digitalwaage sichergestellt worden seien (untersuchungsrichterliche Einver-
nahme vom 6. November 2002, act. 8.3, S. 5 unten). Die Pesola-Waagen hat A. 
nach eigenem Bekunden zum Abwiegen der Hanfblüten benutzt (untersuchungs-
richterliche Einvernahme vom 6. November 2002, act. 8.3, S. 5 unten). Die Digital-
waage will er zum Abwiegen von Briefen benutzt haben (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 6. November 2002, act. 8.3, S. 5 unten). Dazu ist jedoch festzu-
halten, dass die Digitalwaage gemäss Fotoblatt (act. 5.5) im Lagerraum und nicht 
im Büro in L. gefunden wurde, also an dem Ort, an dem A. die Hanfblüten lagerte 

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und in Minigrip-Säcklein abpackte. In unmittelbarer Nähe der Digitalwaage wurden 
denn offenbar auch Minigrip-Säcklein gefunden (Fotoblatt, act. 5.5, S. 3). Unter die-
sen Umständen aber ist davon auszugehen, dass A. die Digitalwaage - allenfalls 
neben dem behaupteten Wägen der Briefe - auch für das Abwägen der Hanfblüten 
benutzt hat. Damit haben sowohl die zwei Pesola-Waagen als auch die Digital-
waage zur Verübung einer strafbaren Handlung gedient, nämlich dem Bereitstellen 
von dem Betäubungsmittelgesetz unterliegenden Hanfblüten zum Verkauf. Darin 
aber liegt auch eine Gefahr für die öffentliche Ordnung. Die Gegenstände werden 
daher gerichtlich eingezogen. Sie sind dem Kanton Graubünden zu übergeben.

5. Nach Art. 59 Ziff. 1 StGB verfügt der Richter die Einziehung von Ver-
mögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder dazu 
bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen, sofern 
sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes aus-
gehändigt werden. Gemäss Ziff. 2 Abs. 1 der Bestimmung erkennt der Richter, wenn 
die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhanden sind, auf 
eine Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe. Indessen kann der Richter von 
einer Ersatzforderung ganz oder teilweise absehen, wenn diese voraussichtlich un-
einbringlich wäre oder die Wiedereingliederung des Betroffenen ernstlich behindern 
würde (Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB).

Mit Verfügung vom 26. Juni 2002 liess der Untersuchungsrichter die beiden 
bei der Postfinance geführten Konti Y. und X., lautend auf A., sperren (act. 4.1). Auf 
Beschwerde von A. vom 21. August 2002 (act. 4.9) verfügte der Untersuchungsrich-
ter am 30. August 2002, dass von Konto Nr. Y. Fr. 1'463.90 auf das Konto Nr. X. zu 
übertragen sei. Anschliessend sei das Konto Nr. Y. frei zu geben, während das 
Konto Nr. X. weiterhin gesperrt bleibe (act. 4.12). Per 28. Februar 2003 wies das 
Konto Nr. X. einen Saldo von EUR 1'509.78 auf (Kontogauszug, act. 4.17). Sodann 
wurde am 5. August 2002 bei A. Bargeld in Höhe von Fr. 1'000.-- sichergestellt. 
Dieses wurde mit untersuchungsrichterlicher Verfügung vom 23. März 2003 be-
schlagnahmt (act. 1.8). A. hat zugegeben, dass von dem am 5. August 2002 sicher-
gestellten Geld Fr. 900.-- aus dem Verkauf von Hanfblüten stammte (polizeiliche 
Einvernahme vom 9. August 2002, act. 9.3, S. 1 unten). Dieses Geld ist gerichtlich 
einzuziehen, denn es stammt aus dem Drogenhandel des Angeklagten, ist folglich 
durch eine deliktische Handlung erlangt worden. In wieweit die restlichen Fr. 100.--
, die am 5. August 2002 sichergestellt wurden, sowie die EUR 1'509.78, welche sich 
auf dem gesperrten Konto Nr. X. bei der Postfinance befinden, auch aus dem Dro-
genhandel stammen, lässt sich den Akten nicht mit Sicherheit entnehmen. Fest seht 

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jedoch, dass A. durch den Verkauf von Hanfblüten einen Gewinn von mehr als Fr. 
50'000.-- erzielt hat, welcher nicht mehr vorhanden ist. Grundsätzlich steht nun dem 
Staat für den nicht mehr vorhandenen Gewinn eine Ersatzforderung in Höhe des 
unrechtmässigen Vorteils zu (Art. 59 Ziff. 2 Abs. 1 StGB). Die am 5. August 2002 
sichergestellten Fr. 100.-- sowie die EUR 1'509.78, die sich auf dem gesperrten 
Postkonto befinden, werden daher im Sinne einer Ersatzforderung zu Handen des 
Kantons Graubünden eingezogen. Für den diese eingezogenen Vermögenswerte 
übersteigenden Teil des erwirtschafteten Gewinns ist nun zu prüfen, ob sich eine 
Herabsetzung oder sogar ein Verzicht auf die weitergehende Ersatzforderung recht-
fertigt. Nachdem A. keine Hanfblüten mehr verkauft, wirft sein Laden nach seinen 
eigenen Angaben gerade so viel ab, dass er seinen Verpflichtungen nachkommen 
kann. Da der Verkauf der Hanfblüten, wie bereits geschildert, etwa zwei Drittel des 
Umsatzes einbrachte, erscheinen die Ausführungen des Angeklagten glaubhaft. Die 
aktuelle Einkommenssituation von A. lässt die Erhebung einer weitergehenden Er-
satzabgabe nicht zu. Vermögen ist ebenfalls keines vorhanden, weshalb es sich 
rechtfertigt, auf die Erhebung einer weitergehenden Ersatzabgabe zu verzichten. 
Dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Resozialisierung des Angeklagten, 
der im übrigen die Kosten des Verfahrens zu tragen hat, durch eine Verpflichtung 
zur Ersatzabgabe gefährdet werden könnte.

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Untersuchungskosten 
der Staatsanwaltschaft Graubünden und die Gerichtsgebühr zu Lasten des Verur-
teilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten eines allfälligen Strafvollzuges trägt der 
Kanton Graubünden (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 188 StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. A. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG sowie der 
mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. Dafür wird er mit 15 Monaten Gefängnis bestraft.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von fünf 
Jahren aufgeschoben.

4.a) Die mit Verfügung vom 24. März 2003 beschlagnahmten Betäubungsmittel 
(2'868 Gramm Hanfblüten, 236 Gramm Marihuana sowie 96 Gramm Ha-
schisch) werden gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB gerichtlich eingezogen. Sie 
sind gestützt auf Art. 58 Abs. 2 StGB zu vernichten. 

b) Die sichergestellten zwei Pesolawaagen und die sichergestellte Digitalwaage 
werden gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB zu Handen des Kantons Graubün-
den eingezogen.

5.a)  Die gestützt auf die Verfügung vom 26. Juni 2002 bei der Postfinance (Konto 
Nr. X.) sichergestellten EUR 1'509.78 sowie die mit Verfügung vom 24. März 
2003 sichergestellten Fr. 1'000.-- werden gestützt auf Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 
und Ziff. 2 Abs. 1 StGB zu Handen des Kantons Graubünden eingezogen.

 b)  Von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe wird gestützt auf Art. 59 
Ziff. 2 Abs. 2 StGB abgesehen.

6. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- den Untersuchungskosten der 
  Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 3'206. - -
- der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000. - -
- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 4'316.90
total somit Fr. 10'522.90
gehen zu Lasten des Verurteilten.
Die Kosten eines allfälligen Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden.

7. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-

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pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin ad hoc