# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 201ce2d6-46ed-5242-b611-6b7ac5012011
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 03.03.2022 PA220011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PA220011_2022-03-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PA220011-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichter Dr. M. Sarbach 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw J. Camelin-Nagel 

Urteil vom 3. März 2022 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer, 

 

sowie 

 

Psychiatrische Universitätsklinik Zürich,  
Verfahrensbeteiligte, 

 
betreffend 

fürsorgerische Unterbringung 
 
 
Beschwerde gegen ein Urteil der 10. Abteilung (Einzelgericht) des Bezirksgerich-
tes Zürich vom 8. Februar 2022 (FF220026) 
 
  

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1.1. Am 26. Januar 2022 wurde der 62-jährige Beschwerdeführer wegen einer 

psychischen Störung bei psychotischem Zustandsbild mit wahnhaftem Erleben 

durch Dr. B._____ fürsorgerisch in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich 

(PUK, nachfolgend Klinik) untergebracht (vgl. act. 6/1). Die Einweisung erfolgte, 

nachdem sich die Schwester des Beschwerdeführers bei der Polizei gemeldet 

hatte, da sie sich um den psychischen Zustand des Beschwerdeführers gesorgt 

habe, zumal dieser seit zwei Wochen telefonisch nicht erreichbar gewesen sei 

(act. 6/2).  

1.2. Mit Eingabe vom 27. Januar 2022 erhob der Beschwerdeführer beim Be-

zirksgericht Zürich (nachfolgend Vorinstanz) fristgerecht Beschwerde (act. 1). Mit 

Verfügung vom 3. Februar 2022 setzte die Vorinstanz eine Anhö-

rung/Hauptverhandlung auf den 8. Februar 2022 an, forderte die Klinik zur Stel-

lungnahme und zur Einreichung diverser Unterlagen auf und bestellte einen Gut-

achter (act. 3). Am 8. Februar 2022 fand die vorinstanzliche Anhö-

rung/Hauptverhandlung statt, an welcher der Beschwerdeführer befragt wurde 

und Dr. med. C._____ das Gutachten erstattete (Prot. Vi. S. 7 ff.). Mit Urteil vom 

selben Datum wies die Vorinstanz die Beschwerde ab (act. 10 = act. 16).  

1.3. Mit Eingabe vom 17. Februar 2022 erhob der Beschwerdeführer bei der Vor-

instanz "Rekurs" bzw. "Beschwerde gegen die Anordnung" (act. 14/1 = act. 17). 

Ausserdem verlangt er Einsicht in die Akten, die dem Gutachter zur Verfügung 

standen. Die Vorinstanz leitete das entsprechende Schreiben der Kammer weiter. 

Mit Schreiben vom 22. Februar 2022 wurden dem Beschwerdeführer Kopien der 

verlangten Akten zugestellt (vgl. act. 19). Mit Eingabe vom 25. Februar 2022 er-

gänzte der Beschwerdeführer seine Beschwerde (act. 20). Mit Poststempel vom 

28. Februar 2022 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Eingabe ein 

(act. 21). Diese ist verspätet (vgl. act. 12; act. 13) und würde an der nachfolgen-

den Beurteilung der Beschwerde überdies nichts ändern, weshalb sich Weiterun-

gen dazu erübrigen.  

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1.4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1–10). Vom Einholen 

einer Stellungnahme bzw. Vernehmlassung wurde abgesehen. Das Verfahren ist 

spruchreif.  

2. Prozessuale Vorbemerkungen 

2.1. Der Kanton Zürich sieht für die Beurteilung der fürsorgerischen Unterbrin-

gung gemäss Art. 426 ff. ZGB ein zweistufiges Verfahren mit erstinstanzlicher Zu-

ständigkeit der Einzelgerichte der Bezirksgerichte und der zweitinstanzlichen Zu-

ständigkeit des Obergerichtes vor (§ 62 Abs. 1 und § 64 EG KESR/ZH; § 30 

GOG/ZH). Das Verfahren der fürsorgerischen Unterbringung richtet sich in erster 

Linie nach dem ZGB und dem kantonalen EG KESR. Enthalten diese Gesetze 

keine Bestimmungen, gelten für die gerichtlichen Beschwerdeverfahren das kan-

tonale GOG und subsidiär die Bestimmungen der ZPO (Art. 439 Abs. 3 i.V.m. 

Art. 450f ZGB i.V.m. § 40 EG KESR). 

2.2. Die gerichtlichen Beschwerdeinstanzen erforschen den Sachverhalt von Am-

tes wegen (Art. 446 Abs. 1 ZGB i.V.m. § 65 EG KESR). Bei der Prüfung, ob die 

Voraussetzungen der fürsorgerischen Unterbringung erfüllt sind, verfügt die Be-

schwerdeinstanz über volle Kognition. Es geht damit nicht bloss um die Rechts-

kontrolle des vorinstanzlichen Entscheides. Vielmehr hat die zweite Beschwer-

deinstanz selbstständig zu prüfen, ob die Voraussetzungen für Massnahmen nach 

den Art. 426 ff. ZGB erfüllt sind.  

3. Fürsorgerische Unterbringung 

3.1. Eine (natürliche) Person, die an einer psychischen Störung oder an geistiger 

Behinderung leidet oder schwer verwahrlost ist, darf in einer geeigneten Einrich-

tung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht 

anderweitig erfolgen kann (Art. 426 Abs. 1 ZGB). Dabei sind auch die Belastung 

und der Schutz von Angehörigen und Dritten zu berücksichtigen. Die betroffene 

Person muss entlassen werden, sobald die Voraussetzungen für die Unterbrin-

gung nicht mehr erfüllt sind (Art. 426 Abs. 2 und Abs. 3 ZGB).  

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 Die fürsorgerische Unterbringung stellt einen schweren Eingriff in die per-

sönliche Freiheit der betroffenen Person dar. Sie hat deshalb dem Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit zu genügen, wonach keine weniger einschneidende Mass-

nahme zum Schutz der betroffenen Person zur Verfügung stehen darf, die fürsor-

gerische Unterbringung zur Wiedererlangung von Selbständigkeit geeignet sein 

muss und der Freiheitsentzug als angemessen zu erscheinen hat (vgl. BSK ZGB 

I-GEISER/ETZENSBERGER, 6. Aufl. 2018, Art. 426 N 22 ff.; Botschaft zur Änderung 

des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und 

Kindesrecht], BBl 2006, S. 7001 ff., S. 7062). 

3.2.1. Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbringung ist zunächst das 

Vorliegen eines Schwächezustandes. Die möglichen Schwächezustände werden 

dabei in Art. 426 Abs. 1 ZGB abschliessend aufgeführt, nämlich psychische Stö-

rung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung (Art. 426 Abs. 1 ZGB; 

vgl. BSK ZGB I-GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., Art. 426 N 12). Damit von einer 

psychischen Störung im Sinne der genannten Bestimmung gesprochen werden 

kann, muss zum einen ein entsprechendes Krankheitsbild vorliegen. Dieses muss 

sich zum anderen erheblich auf das soziale Verhalten des Patienten auswirken. 

Massgeblich ist, ob die betroffene Person ihre Entscheidungsfreiheit behalten hat 

und am sozialen Leben teilnehmen kann (vgl. BSK ZGB I-GEISER/ETZENSBERGER, 

a.a.O., Art. 426 N 15). 

3.2.2. Gemäss Eintrittsrésumé vom 26. Januar 2022 der PUK liege beim Be-

schwerdeführer der Verdacht auf eine wahnhafte Störung vor. Es sei aber auch 

eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F22.0) möglich (act. 4/2).  

3.2.3. Der Gutachter führt aus, anlässlich der letzten Hospitalisation sei die Di-

agnose einer wahnhaften Störung gestellt worden. Das sei sicher nicht der Fall. 

Bei der wahnhaften Störung erwarte man eine intakte Persönlichkeitsstruktur. 

Man erwarte einen Wahn, der sich jenseits von Zweifel und Beweis bewege und 

real sein könnte. Es dürfe sich also um nichts Bizarres handeln, sondern müsse 

real sein können wie beispielsweise die Überwachung mit Kameras oder das 

Nachmachen von Schlüsseln. Das sei hier nicht der Fall. Beim Beschwerdeführer 

liege eindeutig eine paranoide Schizophrenie vor. Das Gefühl des Inszenierten sei 

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klassisch. Auch das Nichtbeantworten von Fragen, das Vorbeireden und die 

Kakosmie, also das Gefühl, dass Giftgas versprüht werde, seien typisch für die 

Krankheit (Prot. Vi S. 10 f.).  

3.2.4. Der Beschwerdeführer bestreitet in seiner Beschwerdeschrift die Diagno-

se des Gutachters. Er macht geltend, er sei sehr konstant. Er habe keine parano-

iden Ängste. Seine Gedanken und Wahrnehmungen seien gut. Er richte sich nach 

den realen Risiken und Erfahrungen der letzten zehn Jahre aus (act. 20). 

3.2.5. Die Vorinstanz bejahte das Vorliegen einer psychischen Erkrankung im 

Sinne des Gesetzes gestützt auf die Ausführungen des beigezogenen Gutachters 

(Prot. Vi. S. 10 f.). Ausserdem erwog sie, die Krankheit des Beschwerdeführers 

sei sowohl bei der Einweisung als auch anlässlich der Anhörung deutlich erkenn-

bar zutage getreten. Ein geordnetes Gespräch sei mit dem Beschwerdeführer 

nicht möglich gewesen, er habe fortwährend davon berichtet, er werde von 

Scheinpatienten und dem Pflegepersonal mit "Nervengas" angegriffen (act. 16 

E. 2.3.). Auch aus dem Verlaufsbericht der Klinik ist ersichtlich, dass der Be-

schwerdeführer von Giftgas in der Klinik berichte (vgl. act. 6/4 S. 1). Weiter gab er 

an, dass man ihn aus der Wohnung loswerden wolle und davon abhalte, den 

Waschraum zu betreten. Dort werde Nervengas verbreitet, welches er riechen 

könne und darauf mit Veränderungen des Sehvermögens reagiere. Nervengas 

werde ihm gegenüber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften ver-

sprüht und diene dazu, ihm zu schaden (act. 6/4 S. 8). Er könne auch nicht in vie-

len Läden einkaufen, da er dort nicht gesehen werden dürfe (vgl. act. 6/4 S. 2). 

Ferner gab der Beschwerdeführer an, seiner Schwester dürfe keine Auskunft er-

teilt werden, da sie – wie auch die Behandler in der Klinik – manipuliert worden 

sei (act. 6/4 S. 5). 

3.2.6. Auch wenn der Beschwerdeführer die Diagnose der paranoiden Schizo-

phrenie bestreitet, besteht aufgrund der nachvollziehbaren und überzeugenden 

Einschätzung des Gutachters sowie dem dokumentierten Verhalten des Be-

schwerdeführers gegenüber der Vorinstanz und der Klinik kein Anlass, an der ge-

stellten Diagnose zu zweifeln. Die Schizophrenie fällt gemäss der Weltgesund-

heitsorganisation (WHO) unter die Klassifikation ICD-10 F2 und stellt eine psychi-

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sche Störung im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB dar (vgl. BERNHART, Handbuch 

der fürsorgerischen Unterbringung, Rz. 271 ff. und Rz. 285 ff.). 

3.3.1. Weiter wird für die Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung vor-

ausgesetzt, dass die Betreuung oder die Behandlung der betroffenen Person nö-

tig ist (vgl. Art. 426 Abs. 1 ZGB). Mit anderen Worten muss die betroffene Person 

eines besonderen Schutzes bedürfen, der eben nur mit einer Freiheitsentzie-

hung / Unterbringung erbracht werden kann; die Unterbringung muss die persön-

liche Fürsorge für die betroffene Person sicherstellen. Diese umfasst einerseits 

therapeutische Massnahmen und andererseits jede Form von Betreuung, deren 

eine Person für ein menschenwürdiges Dasein bedarf. Darunter fallen so elemen-

tare Bedürfnisse wie Essen, Körperpflege, Kleidung, usw. Eine Fremdgefährdung 

ist damit weder eine Unterbringungsvoraussetzung noch vermag sie für sich allei-

ne eine fürsorgerische Unterbringung zu rechtfertigen. Der Schutz und die Belas-

tung anderer Personen ist jedoch in die Beurteilung miteinzubeziehen (vgl. zum 

Ganzen BSK ZGB I-GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., Art. 426 N 8, 10 und N 41 ff.). 

 Eine fürsorgerische Unterbringung ist nur zulässig, wenn keine milderen 

Massnahmen der betroffenen Person einen genügenden Schutz gewähren, mit 

dieser Massnahme hingegen ein solcher voraussichtlich erreicht werden kann. 

Eine Unterbringung fällt deshalb nur als ultima ratio in Betracht (Botschaft zur Än-

derung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personen-

recht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001 ff., S. 7062). 

3.3.2. Die Vorinstanz erwog, es stehe ausser Frage, dass der Beschwerde-

führer aufgrund seiner psychischen Störung derzeit einer psychiatrischen Be-

handlung mit medikamentöser Behandlung bedürfe. Der Gutachter habe in über-

zeugender Weise dargelegt, dass die erforderliche medikamentöse Behandlung 

nur im aktuellen Setting sichergestellt werden könne, und es sei nicht davon aus-

zugehen, dass der Beschwerdeführer die Medikation nach einer Entlassung ein-

nehmen würde. Die aktuelle stationäre Behandlung sei dringend angezeigt, um 

den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu stabilisieren und auf diese 

Weise längerfristige Beeinträchtigungen zu vermeiden (act. 16 E. 3.4). Die fürsor-

gerische Unterbringung sei zudem auch verhältnismässig. Wie der Gutachter dar-

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gelegt habe, hätte eine Entlassung, das Absetzen der Medikation und mit grosser 

Wahrscheinlichkeit, eine zunehmende Verwahrlosung zur Folge. Ausserdem gehe 

eine unbehandelte Schizophrenie mit einem starken kognitiven Abbau einher. Zur 

Zeit seien keine anderen Massnahmen ersichtlich, mit welchen sich die genann-

ten Risiken eingrenzen liessen. Der Beschwerdeführer bedürfe zum Selbstschutz 

aktuell der Fürsorge in der Klinik, zumal er in kein tragfähiges Umfeld entlassen 

werden könne. Durch das Verkennen seiner Krankheit und der fehlenden Bereit-

schaft, die erforderlichen Medikamente einzunehmen, könne der Beschwerdefüh-

rer nicht für sich selbst sorgen und auch nicht genügend behandelt werden 

(act. 16 E. 4.2). 

3.3.3. Der Gutachter führte aus, der gegenwärtige Zustand des Beschwerde-

führers erfordere eine Unterbringung. Der Beschwerdeführer sei noch weit weg 

von einer Besserung. Bei einer Entlassung würde sich der Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers verschlechtern. Es sei nicht von einer Suizidgefahr aus-

zugehen. Aber die von der Polizei beschriebene Verwahrlosung bzw. das Selbst-

fürsorgedefizit würden sich erweitern. Dies würde bald zu einem Zustand führen, 

der mit der Menschenwürde kaum mehr vereinbar sei. Die Medikamente würde 

der Beschwerdeführer dann auch nicht mehr einnehmen, was zu einem starken 

kognitiven Abbau führen würde. Eine unbehandelte Schizophrenie habe dies oft 

zur Folge. So seien unbehandelte Patienten ab einem Alter von 60 Jahren oft 

nicht mehr in der Lage, selber zu wohnen und müssten in betreute Wohnformen 

überführt werden (Prot. Vi. S. 11 f.). Damit eine Entlassung ins Auge gefasst wer-

den könne, müsse die Symptomatik deutlich besser sein. Die Zwanghaftigkeit, die 

bizarren Gedanken und die Kakosmie müssten weg und es müsste eine regel-

mässige Medikation etabliert werden. Bei schizophrenen Personen blieben viele 

Erkrankungen unentdeckt, da sich diese Personen weniger um sich kümmerten. 

Der Beschwerdeführer bräuchte für die Zeit nach der Entlassung einen ambulan-

ten Psychiater sowie einen Beistand, der seine Finanzen regelte (Prot. Vi. S. 13).  

3.3.4. Die Klinik führt in ihrer Stellungnahme aus, der Beschwerdeführer zei-

ge sich in schlechtem Allgemeinzustand. Bei einer jetzigen Entlassung drohe eine 

Selbstgefährdung durch zunehmende Verwahrlosung mit Selbstfürsorgedefizit 

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sowie erneute fremdaggressive Handlungen bei Bedrohungserleben (act. 5). An-

lässlich der Verhandlung gab der Vertreter der Klinik an, nicht zu wissen, wie der 

Beschwerdeführer lebe, ob er Zuhause zurechtkomme und in welchem Zustand 

sich die Wohnung befinde. Bei Eintritt in die Klinik sei der Beschwerdeführer ver-

wahrlost gewesen. Es sei zu befürchten, dass der Beschwerdeführer bei einer 

Entlassung weiter verwahrlose (Prot. Vi. S. 15 f.).  

3.3.5. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass eine Gefährdung und Verwahr-

losung vorliege. Er sei sehr konstant (act. 17; act. 20). Das Gericht gehe von ei-

nem Katastrophenszenario aus, das unrealistisch sei. Die drastischen Interpreta-

tionen seien nicht nachvollziehbar. Es fehle komplett an Fakten (act. 20).  

3.3.6. Wie bereits erwähnt erfolgte die Einweisung des Beschwerdeführers, 

nachdem sich seine Schwester bei der Polizei gemeldet hatte, da sie den Be-

schwerdeführer zwei Wochen nicht habe erreichen können. Der Beschwerdefüh-

rer habe sich dabei verbal und körperlich bedrohlich gezeigt und sei auch gegen-

über dem Notfallpsychiater aggressiv gewesen. Er habe angegeben, die Polizei 

wolle ihn mit Nervengas töten und er sei unzulässig verhaftet worden (act. 6/2). 

Im Eintrittsbericht wurden deutliche Hinweise auf Fremdgefährdung bei akuter 

Agitation festgehalten (act. 6/2). Aus dem Gutachten und den übrigen Akten er-

geben sich indes keine Anhaltspunkte für eine anhaltende konkrete Fremdgefähr-

dung. Im Kliniksetting wird eine solche verneint (vgl. etwa act. 6/4 S. 3, S. 5) und 

auch im Falle einer Entlassung scheint eine solche nicht zu bestehen, zumal laut 

Gutachter einzig bei einer Einschränkung des Beschwerdeführers mit einem 

hauptsächlich verbal aggressiven Verhalten zu rechnen wäre. Mit Blick auf ein 

Schutzbedürfnis des Beschwerdeführers ist daher in erster Linie auf eine Selbst-

gefährdung im Falle einer Entlassung einzugehen. 

3.3.7. Mit der Vorinstanz und dem Gutachter ist davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer aufgrund seiner fehlenden Behandlungsbereitschaft die not-

wendige Medikation bei einer sofortigen Entlassung umgehend wieder absetzen 

wird, zumal die Einnahme selbst im stationären Setting nur ungenügend erfolgte 

(vgl. Prot. Vi. S. 11). Dem Beschwerdeführer fehlt zur Zeit jegliche Krankheitsein-

sicht und er scheint momentan nicht in der Lage zu sein, die Chancen einer ge-

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eigneten Therapie und Medikation erkennen zu können. Dies obwohl aus dem 

Verlaufsbericht der Klinik eindrücklich ersichtlich ist, dass es dem Beschwerdefüh-

rer an den Tagen, an denen er die Medikation einnahm, deutlich besser ging (vgl. 

etwa act. 6/4 S. 3), als an jenen wo er die Einnahme verweigerte (vgl. etwa act. 

6/4 S. 1 f.).  

 Die Absetzung der Medikation führte gemäss Gutachter zu einer Ver-

schlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers und einer fort-

schreitenden Verwahrlosung bzw. einem erweiterten Selbstfürsorgedefizit, mithin 

einer Selbstgefährdung (vgl. Prot. Vi. S. 11). Der Beschwerdeführer bestreitet 

zwar, dass eine Verwahrlosung vorliege. Die Klinik gibt indes an, dass der Be-

schwerdeführer bei Eintritt verwahrlost gewesen sei und auch im Eintrittrésumé 

der Klinik wird eine "Eigengefährdung durch Selbstfürsorgedefizit bei akut psycho-

tischer Symptomatik" erwähnt (act. 6/2). Aus dem Verlaufsbericht ergibt sich, dass 

der Beschwerdeführer "teils löchrige Kleidung" getragen habe. Ausserdem wird 

ein "grossflächiges blasses makulöses Exanthem am gesamten Rücken" be-

schrieben (act. 6/4 S. 8). Die Klinik berichtet in ihrer Stellungnahme zudem von 

einem schlechten Allgemeinzustand des Beschwerdeführers (act. 5). Es ist damit 

entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers von vorhandenen Verwahr-

losungstendenzen auszugehen. Dass sich diese Verwahrlosungstendenzen und 

das Selbstfürsorgedefizit bei einer sofortigen Entlassung aufgrund der psychi-

schen Störung verstärken würden, ist ohne Weiteres nachvollziehbar. Der Be-

schwerdeführer gibt bereits jetzt an, in gewissen Läden nicht einkaufen zu können 

und in öffentlichen Verkehrsmitteln das Gefühl zu haben, mit Nervengas vergiftet 

zu werden (act. 6/4). Auch anlässlich der Hauptverhandlung gab er mehrfach an, 

mit Nervengas vollgepumpt zu werden (vgl. etwa Prot. Vi. S. 8). Angesichts des-

sen ist zu befürchten, dass der Beschwerdeführer sich immer mehr von der Aus-

senwelt abkapselt und isoliert. Dies wiegt umso schwerer, da der Beschwerdefüh-

rer über kein tragfähiges Beziehungsnetz verfügt, welches ihm bei einer Entlas-

sung die nötige Unterstützung bieten könnte. Zu seiner Schwester, welche sich 

um seinen Gesundheitszustand sorgt, aber im Tessin lebt, lehnt er – da sie mani-

puliert worden sei (act. 6/4 S. 5) – jeglichen Kontakt ab und er verwehrt auch der 

Klinik, ihr Auskünfte zu erteilen (vgl. act. 6/4 S. 5; S. 7). Auch sonst scheint er kei-

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nen Kontakt zu seiner Familie oder sonstigen nahestehenden Personen zu haben 

(vgl. act. 6/4 S. 9). 

 Vor diesem Hintergrund sowie gestützt auf die nachvollziehbaren und im 

Wesentlichen übereinstimmenden Ausführungen der Fachpersonen ist die 

Schutzbedürftigkeit des Beschwerdeführers zu bejahen. Die notwendige Behand-

lung und Etablierung der Medikation scheint momentan nur im stationären Setting 

erreichbar. Neben der Stabilisierung des Zustands des Beschwerdeführers und 

der Etablierung einer zuverlässigen Medikamenteneinnahme dient die einstweili-

ge Weiterführung der fürsorgerischen Unterbringung aber vor allem auch der Vor-

bereitung einer geoordneten Entlassung des Beschwerdeführers. Der Gutachter 

verneinte zum jetzigen Zeitpunkt die Möglichkeit geeigneter milderer Massnah-

men (Prot. Vi. S. 13). Angesichts der fehlenden Krankheits- und Behandlungsein-

sicht und der fehlenden Kooperationsbereitschaft im Kliniksetting erscheint dies 

einstweilen nachvollziehbar. Mit Blick auf die Schwere des Krankheitsbildes und 

das ständige Gefühl des Beschwerdeführers, mit Nervengas vergiftet zu werden, 

was ihn letztlich in seinem Alltagsleben erheblich einschränkt, sowie dem derzei-

tigen Fehlen milderer geeigneter Massnahmen überwiegen im jetzigen Zeitpunkt 

die Vorteile, welche die fürsorgerische Unterbringung des Beschwerdeführers 

bringt, den Nachteil der damit verbundenen, vorübergehenden Freiheitsbeschrän-

kung (vgl. Art. 429 Abs. 1 und 2 ZGB).  

 Im Rahmen der Prüfung einer Verlängerung der fürsorgerischen Unterbrin-

gung durch die KESB wird indes erneut zu klären sein, ob mittlerweile eine mini-

male Kooperationsbereitschaft des Beschwerdeführers vorhanden ist und geeig-

nete ambulante Massnahmen wie etwa Spitex-Hilfe, ein Reinigungsdienst sowie 

die Bestellung eines Beistands aufgegleist werden könnten, zumal keine ausge-

prägte Fremd- oder Selbstgefährdung vorliegt.  

3.3.8. Die PUK als psychiatrische Klinik ist schliesslich auf die Behandlung 

von psychischen Störungen, wie diejenige des Beschwerdeführers, spezialisiert 

und damit als Einrichtung zur Behandlung des Beschwerdeführers geeignet, was 

auch der Gutachter bejaht (Prot. Vi. S. 11). Der Behandlungsplan mit pharmako-, 

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psycho- und soziotherapeutischen Massnahmen (vgl. act. 6/3) wurde vom Gut-

achter ebenfalls als geeignet erachtet (Prot. Vi. S. 11).  

3.4. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen der fürsorgeri-

schen Unterbringung im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB aktuell gegeben sind und 

die Vorinstanz die Beschwerde gegen die ärztlich angeordnete fürsorgerische Un-

terbringung zu Recht abgewiesen hat. Die Voraussetzungen einer fürsorgerischen 

Unterbringung sind auch im heutigen Zeitpunkt noch gegeben. Die Beschwerde 

ist demnach abzuweisen.  

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens würde die Beschwerdeführerin für das 

Beschwerdeverfahren kostenpflichtig. Umständehalber ist auf das Erheben von 

Kosten zu verzichten. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Kosten erhoben.  

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer, an die verfahrensbeteiligte 

Klinik, die KESB Dietikon (vorab per Mail) sowie an das Bezirksgericht Zü-

rich, je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

  

- 12 - 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

i.V. Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Götschi 
 
versandt am: 
3. März 2022 
 
 

	Urteil vom 3. März 2022
	Erwägungen:
	1. Sachverhalt und Prozessgeschichte
	2. Prozessuale Vorbemerkungen
	2.1. Der Kanton Zürich sieht für die Beurteilung der fürsorgerischen Unterbringung gemäss Art. 426 ff. ZGB ein zweistufiges Verfahren mit erstinstanzlicher Zuständigkeit der Einzelgerichte der Bezirksgerichte und der zweitinstanzlichen Zuständigkeit d...
	2.2. Die gerichtlichen Beschwerdeinstanzen erforschen den Sachverhalt von Amtes wegen (Art. 446 Abs. 1 ZGB i.V.m. § 65 EG KESR). Bei der Prüfung, ob die Voraussetzungen der fürsorgerischen Unterbringung erfüllt sind, verfügt die Beschwerdeinstanz über...
	3.2.1. Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbringung ist zunächst das Vorliegen eines Schwächezustandes. Die möglichen Schwächezustände werden dabei in Art. 426 Abs. 1 ZGB abschliessend aufgeführt, nämlich psychische Störung, geistige Behinderun...
	3.2.2. Gemäss Eintrittsrésumé vom 26. Januar 2022 der PUK liege beim Beschwerdeführer der Verdacht auf eine wahnhafte Störung vor. Es sei aber auch eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F22.0) möglich (act. 4/2).
	3.2.3. Der Gutachter führt aus, anlässlich der letzten Hospitalisation sei die Diagnose einer wahnhaften Störung gestellt worden. Das sei sicher nicht der Fall. Bei der wahnhaften Störung erwarte man eine intakte Persönlichkeitsstruktur. Man erwarte e...
	3.2.4. Der Beschwerdeführer bestreitet in seiner Beschwerdeschrift die Diagnose des Gutachters. Er macht geltend, er sei sehr konstant. Er habe keine paranoiden Ängste. Seine Gedanken und Wahrnehmungen seien gut. Er richte sich nach den realen Risiken...
	3.2.5. Die Vorinstanz bejahte das Vorliegen einer psychischen Erkrankung im Sinne des Gesetzes gestützt auf die Ausführungen des beigezogenen Gutachters (Prot. Vi. S. 10 f.). Ausserdem erwog sie, die Krankheit des Beschwerdeführers sei sowohl bei der ...
	3.2.6. Auch wenn der Beschwerdeführer die Diagnose der paranoiden Schizophrenie bestreitet, besteht aufgrund der nachvollziehbaren und überzeugenden Einschätzung des Gutachters sowie dem dokumentierten Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber der Vor...

	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Kosten erhoben.
	3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer, an die verfahrensbeteiligte Klinik, die KESB Dietikon (vorab per Mail) sowie an das Bezirksgericht Zürich, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...