# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74354c64-4008-5e49-888c-4f1cd287de13
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.05.2020 RU200017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU200017_2020-05-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RU200017-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. S. Janssen und Oberrichterin lic. iur. Christine von Moos Würgler 

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. N. Gerber 

Beschluss vom 7. Mai 2020 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Klägerin und Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

B._____ AG, 
Beklagte und Beschwerdegegnerin 

 

betreffend arbeitsrechtliche Forderung (Ausstand Friedensrichterin)  
 
Beschwerde gegen einen Beschluss des Bezirksgerichtes Uster vom 
23. März 2020 (BV200005-I) 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Mit Beschwerde vom 12. März 2020 (Datum Poststempel 21. März 2020) 

gelangte die Klägerin und Beschwerdeführerin (fortan Klägerin) an die Vorinstanz 

mit dem Antrag, es sei die am 12. März 2020 beim Friedensrichteramt C._____ 

zwischen den Parteien geschlossene Vereinbarung unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen zulasten der Beklagten und Beschwerdegegnerin (fortan Beklagte) 

aufzuheben (Urk. 6/1). Da die zwischen den Parteien im Schlichtungsverfahren 

geschlossene Vereinbarung einen Widerrufsvorbehalt enthielt und die Beschwer-

de der Klägerin innert Widerrufsfrist erhoben wurde (vgl. Urk. 6/2/13), ging die  

Vorinstanz von einem Widerruf der Vereinbarung aus, was sie der Friedensrichte-

rin mitteilte (Urk. 6/3 = Urk. 2). Sodann stellte die Klägerin bei der Vorinstanz ein 

Ausstandsbegehren gegen die zuständige Friedensrichterin D._____ (Urk. 6/1 

S. 2). Entsprechend setzte die Vorinstanz der Friedensrichterin mit Beschluss 

vom 23. März 2020 Frist an, um zum Ausstandsbegehren Stellung zu nehmen 

und sich insbesondere dazu zu äussern, ob sie die geltend gemachten Aus-

standsgründe bestreiten würde (Urk. 2). Hiergegen erhob die Klägerin mit Einga-

be vom 11. April 2020 (Datum Poststempel 14. April 2020) Beschwerde mit dem 

Antrag, der Beschluss des Bezirksgerichts Uster vom 23. März 2020 sei aufzuhe-

ben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten (Urk. 1).  

2.1. Die angefochtene vorinstanzliche Verfügung ist eine prozessleitende Ver-

fügung. Gegen solche ist die Beschwerde – neben hier nicht einschlägigen, vom 

Gesetz speziell vorgesehenen Fällen (Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO) – nur dann zuläs-

sig, wenn durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht 

(Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO). Ein solcher Nachteil ist in der Beschwerde geltend zu 

machen, d.h. zu behaupten und nachzuweisen, soweit er nicht offensichtlich ist 

(BK ZPO II-Sterchi, Art. 321 N 17, Art. 319 N 15). Das Vorliegen eines nicht leicht 

wiedergutzumachenden Nachteils im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO ist dann 

zu bejahen, wenn ein solcher auch durch einen für den Ansprecher günstigen 

(Zwischen- oder) Endentscheid nicht mehr beseitigt werden kann. Im Übrigen 

aber hat der Gesetzgeber die selbständige Anfechtung gewöhnlicher prozesslei-

tender Verfügungen absichtlich erschwert, denn der Gang des Prozesses soll 

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nicht unnötig verzögert werden (vgl. Botschaft ZPO, BBl 2006 S. 7221 ff., 

S. 7377).  

2.2. Die Klägerin äussert sich in ihrer Beschwerdeschrift zur Voraussetzung des 

nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils nicht. Weder wird ein solcher be-

hauptet, noch ist er offensichtlich. Auf die Beschwerde der Klägerin kann damit 

bereits mangels Erfüllung der Zulässigkeitsvoraussetzung von Art. 319 lit. b Ziff. 2 

ZPO nicht eingetreten werden. 

3.1. Die Klägerin macht geltend, sie habe die Vereinbarung vom 12. März 2020 

nicht widerrufen müssen, da gemäss Art. 51 Abs. 1 ZPO alle Amtshandlungen, an 

denen eine zum Ausstand verpflichtete Person mitgewirkt habe, ohnehin aufzu-

heben und zu wiederholen seien, sofern dies eine Partei verlange (Urk. 1 S. 3 f.). 

Die Frage, ob die Klägerin die Vereinbarung gültig widerrufen hat oder nicht, ist im 

vorliegenden Verfahren insofern nicht von Relevanz, als dereinst die zuständige 

Friedensrichterin darüber zu befinden haben wird, sollte das von der Klägerin ge-

gen sie erhobene Ausstandsbegehren abgewiesen werden. Im Falle einer Gut-

heissung des Ausstandsbegehrens hätte die genannte Vereinbarung vom 

12. März 2020 hingegen von vornherein keinen Bestand und es müsste eine Wie-

derholung der Schlichtungsverhandlung stattfinden.  

3.2. Weiter stört sich die Klägerin daran, dass die Vorinstanz das Ausstandsver-

fahren als strittig bezeichnet habe, welche Beurteilung ohne Kenntnis der Vorak-

ten und der Stellungnahme der Friedensrichterin unzulässig sei. Da die Vor-

instanz Art. 50 Abs. 1 ZPO angewendet habe, ohne vorgängig zu klären, ob es 

sich um ein strittiges Ausstandsbegehren handle, habe sie Bundesrecht verletzt 

(Urk. 1 S. 4 f.). Die Klägerin geht auch diesbezüglich fehl. Die Vorinstanz hielt 

einzig fest, dass gemäss Art. 50 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit § 127 lit. c GOG 

das Bezirksgericht über strittige Ausstandsbegehren zu befinden habe. Weil noch 

unklar sei, ob die Ausstandsgründe von der Friedensrichterin bestritten würden, 

sei ihr Frist zur Stellungnahme im Sinne von Art. 49 Abs. 2 ZPO anzusetzen 

(Urk. 2 E. 2). Dies hat die Vorinstanz mit dem angefochtenen Beschluss vom 

23. März 2020 denn auch getan und gleichzeitig die Vorakten beigezogen sowie 

die Prozessleitung an den Gerichtspräsidenten delegiert. Durch den angefochte-

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nen Beschluss ist die Klägerin nicht beschwert bzw. erleidet sie dadurch keinen 

Nachteil, weshalb auf die Beschwerde auch aus diesem Grund nicht einzutreten 

wäre (Art. 59 Abs. 2 ZPO). 

3. Die vorliegende Beschwerde der Klägerin erweist sich damit als offensicht-

lich unzulässig. Auf das Einholen einer Beschwerdeantwort der Beklagten kann 

unter diesen Umständen verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

4 Das Beschwerdeverfahren beschlägt ein Ausstandsgesuch in einer arbeits-

rechtlichen Streitigkeit. Das Verfahren ist kostenlos (Art. 114 lit. c ZPO). Für das 

Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzusprechen, der Klä-

gerin zufolge Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und der Beklagten mangels re-

levanter Umtriebe (Art. 95 Abs.  3 ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Auf die Beschwerde der Klägerin wird nicht eingetreten. 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage eines 

Doppels von Urk. 1, Urk. 3 und Urk. 4/1-5 sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.  

In der Hauptsache handelt es sich um eine vermögensrechtliche, arbeitsrechtliche An-
gelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 7'466.70. 

- 5 - 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 

Zürich, 7. Mai 2020 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. N. Gerber 
 
versandt am:  
am 

 

	Beschluss vom 7. Mai 2020
	Erwägungen:
	1. Mit Beschwerde vom 12. März 2020 (Datum Poststempel 21. März 2020) gelangte die Klägerin und Beschwerdeführerin (fortan Klägerin) an die Vorinstanz mit dem Antrag, es sei die am 12. März 2020 beim Friedensrichteramt C._____ zwischen den Parteien g...

	Es wird beschlossen:
	1. Auf die Beschwerde der Klägerin wird nicht eingetreten.
	2. Es werden keine Kosten erhoben.
	3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage eines Doppels von Urk. 1, Urk. 3 und Urk. 4/1-5 sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...