# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42dd4e2d-ed4a-594b-8a4c-686cc3cf94ec
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.08.2023 200 2022 669
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-669_2023-08-22.pdf

## Full Text

200 22 669 UV
KNB/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. August 2023

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführer

gegen

AXA Versicherungen AG
General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, UV/22/669, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1982 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
arbeitet als ... für die B.________ und ist dadurch bei der AXA Versiche-
rungen AG (AXA bzw. Beschwerdegegnerin) für die Folgen von Unfällen 
obligatorisch unfallversichert (Akten der AXA [act. II] A1). Der Versicherte 
erlitt am … Oktober 2021 beim ...spiel Verletzungen (act. II A1; Diagnosen: 
komplizierte Tibiaplateau-Fraktur links, eine contusio capiti und eine Schul-
terkontusion rechts; act. II M35; vgl. auch act. II M12). Es erfolgte vom ... 
bis 21. Oktober 2021 eine Behandlung im Spital C.________ (act. II M32, 
M35) und danach bis 10. Dezember 2021 eine stationäre Rehabilitation in 
der Rehaklinik D.________ (act. II M11, M13, M20), während der am 2. 
November 2021 eine MR-Arthrographie der Schulter rechts durchgeführt 
wurde (act. II M20/8). Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital F.________, 
diagnostizierte im Bericht vom 27. Januar 2022 eine traumatische, trans-
murale Ruptur Supraspinatussehne, DD partielle Tuberculum majus Fraktur 
nach Sturz am … Oktober 2021 (act. II M27). In der Folge veranlasste die 
AXA eine Aktenbeurteilung durch Dr. med. G.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 
28. März 2022 (act. II M32). Am 30. März 2022 verfügte die AXA, bezüglich 
der rechten Schulter bestehe ab dem 3. November 2021 kein Anspruch 
mehr auf UV-Leistungen; bezüglich des linken Fusses bestehe kein An-
spruch auf Leistung der Unfallversicherung. Die Kosten der Behandlung 
der Tibiaplateaufraktur Typ V am linken Knie gingen zu ihren Lasten (act. II 
A75). Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
H.________, Einsprache mit der Begründung, die AXA vermöge nicht 
überzeugend darzutun, dass die Beschwerden an der rechten Schulter ab 
dem 3. November 2022 nicht mehr unfallkausal seien (act. IIA A90, A101). 
Nach einer Aktenbeurteilung von Dr. med. I.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 
25. September 2022 (act. II M41) wies die AXA mit Entscheid vom 4. Okto-
ber 2022 die Einsprache ab (act. II A113).

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B.

Am 4. November 2022 erhob der Versicherte beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern Beschwerde und beantragte sinngemäss, es sei der ange-
fochtene Einspracheentscheid aufzuheben und ihm seien die Leistungen 
betreffend der rechten Schulter weiterhin von der Unfallversicherung aus-
zurichten.

Mit Eingabe vom 8. Dezember 2022 erläuterte der Beschwerdeführer – auf 
Nachfrage des Instruktionsrichters (prozessleitende Verfügung vom 
25. November 2022) –, die Aussage in der Beschwerde "aufgrund der 
Kreuzverletzung" beziehe sich auf die Verletzungen des Fusses, des Knies 
links sowie der Schulter rechts (gemeint also "über's Kreuz").

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Dezember 2022 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 

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kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Mit Verfügung vom 30. März 2022 (act. II A75) hatte die Beschwer-
degegnerin die Leistungen bezüglich der rechten Schulter per 2. November 
2021 eingestellt (Ziff. 1), bezüglich des linken Fusses einen Anspruch auf 
Leistung verneint (Ziff. 2) und die Leistungspflicht betreffend die Behand-
lung der Tibiaplateaufraktur Typ V am linken Knie anerkannt (Ziff. 3). Der 
damalige Rechtsvertreter beanstandete lediglich die Leistungseinstellung 
für die rechte Schulter per 2. November 2021 (act. II A101). Da die Vernei-
nung von Leistungen für den linken Fuss und die Kostenübernahme der 
Behandlung der Tibiaplateaufraktur Typ V am linken Knie in der Einsprache 
kein Thema (mehr) bildeten bzw. unbeanstandet blieben, gehört dies zwar 
zum Anfechtungs-, nicht jedoch zum Streitgegenstand des Einsprachever-
fahrens (BGE 125 V 413 E. 2a S. 415). Die Verfügung vom 30. März 2022 
ist diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen.

Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der Ein-
spracheentscheid vom 4. Oktober 2022 (act. II A113). Streitig ist, ob die 
Beschwerdegegnerin die Leistungspflicht für die Beschwerden an der rech-
ten Schulter – mit operativem Eingriff vom 14. April 2022 – ab dem 3. No-
vember 2021 zu Recht verneint hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieses dient 
einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezo-
genes Mitwirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfü-
gungen dar, die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere 

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das Recht der Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur 
Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten 
zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der 
Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest 
zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid 
zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwir-
kungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit 
sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann 
(BGE 143 V 71 E. 4.1 S. 72; SVR 2021 AHV Nr. 17 S. 53 E. 2.1).

Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende 
Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene 
Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äus-
sern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen 
kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben 
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2021 IV 
Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1).

2.2 Der Beschwerdeführer rügt mit Eingabe vom 8. Dezember 2022 
sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs: Es sei ihm nicht mit-
geteilt worden, dass ein Gutachten eingeholt werde; er habe sich weder 
dazu äussern noch Ergänzungsfragen stellen können. Vorab ist festzustel-
len, dass es sich beim Aktenbericht von Dr. med. I.________ vom 25. Sep-
tember 2022 (act. II M41) nicht um ein von einem externen Spezialarzt ein-
geholtes Gutachten handelt. Damit musste die Beschwerdegegnerin die für 
die Einholung eines externen Gutachtens vorgesehenen Bestimmungen 
(Art. 44 ATSG) nicht berücksichtigen. Vielmehr handelt sich hier um einen 
versicherungsinternen Bericht eines beratenden Facharztes gestützt auf 
die Akten. Die nach der Einspracheerhebung erfolgte Aktenbeurteilung von 
Dr. med. I.________ wurde dem Beschwerdeführer zwar erst mit dem Ein-
spracheentscheid zugestellt (act. II A113). Dennoch konnte er – wie die 
Beschwerdeschrift vom 4. November 2022 aufzeigt – den Einspracheent-
scheid vom 4. Oktober 2022 umfassend anfechten und beim Gericht, wel-
ches volle Kognition hat, sämtliche Rügen vortragen, weshalb selbst bei 
einer Verletzung des rechtlichen Gehörs, diese hier als geheilt zu betrach-
ten ist (vgl. E. 2.1 hiervor).

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3.

3.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]).

3.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 12. Juli 2022, 8C_596/2021 [zur Publikati-
on vorgesehen], E. 3).

3.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

3.2.2 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 
S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

3.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf-

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ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 147 V 161 E. 3.3 S. 163).

3.3.1 Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht aus 
ärztlicher Sicht fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo 
sine je wieder erreicht werden können, so liegt eine richtunggebende Ver-
schlimmerung vor (SVR 2019 IV Nr. 9 S. 27 E. 3.2; Entscheid des BGer 
vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

3.3.2 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam-
menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbe-
dingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversiche-
rungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich 
fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich 
hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweis-
last – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 
Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, 
sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).

4.

4.1 Umstritten ist die Leistungspflicht für die Schulterproblematik rechts 
ab dem 3. November 2021. Der Beschwerdeführer geht davon aus, dass 
die Beschwerdegegnerin bzw. deren Ärzte am Unfallhergang gezweifelt 
hätten. Zum Unfall hält er fest, dieser habe sich nach einem ... ereignet. Er 
sei im Vollsprint gestartet, ebenso sein Gegenspieler. Er sei zuerst am Ball 
gewesen und dessen Versuch, den Ball zu treffen, habe mit einem ge-
streckten Bein an seinem Knie geendet; dabei seien sie heftig zusammen-
gestossen und zu Boden gestürzt (Beschwerde S. 3). Die Beschwerdegeg-

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nerin führt zum Unfallhergang aus, sie gehe nach Gegenüberstellung der 
Angaben in der Beschwerde und in den Akten zusammenfassend davon 
aus, dass der Beschwerdeführer im Begriff gewesen sei, mit dem linken 
Bein einen Schuss abzugehen, als der Gegner ihn mit gestrecktem Bein 
medial am Knie getroffen habe und es dabei ebenfalls zu einem Anprall 
von Kopf und rechter Schulter mit dem Gegner gekommen sei, mit nachfol-
gendem Sturz (Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 3.4).

4.2 Den Akten ist bezüglich des Unfallhergangs das Folgende zu ent-
nehmen:

4.2.1 Anlässlich der Erstbehandlung hielten die Ärzte des Spitals 
C.________ im Bericht vom … Oktober 2021 fest, der Patient sei "heute 
Abend" am ...spielen gewesen. Als er einen Schuss habe machen wollen, 
habe er vom Gegner einen direkten Tritt an sein gestrecktes linken Knie 
von medialer Seite bekommen. Ausserdem habe er einen Anprall an der 
rechten Schulter und dem Kopf mit dem Gegner erlitten (act. II M35).

4.2.2 Dr. med. G.________ führte in seinem versicherungsmedizinischen 
Bericht vom 28. März 2022 aus, der Beschwerdeführer sei am ... Oktober 
2021 beim ...spielen von einem Gegenspieler mit gestreckten Bein hart 
gefoult worden (act. II M32/3).

4.2.3 Dr. med. I.________ führte im Aktenbericht vom 25. September 
2022 aus, am Tag des Ereignisses werde in der Primärdokumentation fest-
gehalten, dass der Beschwerdeführer beim ...(match) versucht habe, einen 
Schuss abzugeben und dabei durch den Gegner einen direkten Tritt auf die 
mediale Seite des gestreckten Knies bekommen habe. Zudem sei es zu 
einem Kopf- und Schulteranprall gekommen, was aber nicht genauer um-
schrieben werde. Es sei aber klar die Rede von einem Anprall und nicht 
von einem Sturz auf die Schulter. In der Unfallmeldung gebe es keine An-
gaben über eine Kopf- oder Schultertraumatisierung (act. II M41/8 f.).

4.3 Es ist unter den Parteien zu Recht unbestritten, dass am ... Oktober 
2021 ein Unfallereignis stattgefunden hat, bei dem es zu einer Verletzung 
des linken Knies kam, als der gegnerische ...spieler den Beschwerdeführer 
an seinem gestreckten Bein, mit welchem er einen Schuss habe ausführen 
wollen, unterhalb des Knies traf (act. II A1; act. II M35). Es ist zudem davon 

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auszugehen, dass es zu einem Kopf- und Schulteranprall kam (act. II M35) 
und der Beschwerdeführer danach zu Boden stürzte (vgl. auch act. II 
M41/9). Die Beschwerdegegnerin anerkannte in der Folge ihre Leistungs-
pflicht im Zusammenhang mit dem linken Knie und der rechten Schulter. 
Auch der Beschwerdeführer schilderte im Einspracheverfahren durch sei-
nen damaligen Rechtsvertreter, die beiden Spieler seien mit den Köpfen 
zusammengeprallt und ergänzte, der Ellbogen des gegnerischen Spielers 
sei dabei vertikal auf die Schulter des Beschwerdeführers aufgeprallt (act. II 
A101/2). Dass der Beschwerdeführer direkt auf die Schulter gestürzt wäre 
und er sich beim Sturz mit den Händen abgestützt hätte bzw. auf den aus-
gestreckten Arm gefallen wäre, ist den Akten nicht zu entnehmen und wird 
von ihm auch nicht geltend gemacht.

4.4 Den Akten ist bezüglich der Schulterbeschwerden rechts in medizi-
nischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

4.4.1 Im Bericht vom ... Oktober 2021 diagnostizierten die Ärzte des Spi-
tals C.________ namentlich eine komplizierte Tibiaplateaufraktur links am 
... Oktober 2021 und eine Schulterkontusion rechts am ... Oktober 2021. 
Das Röntgen der Schulter rechts (liegend) und das CT hätten keinen An-
halt für eine Fraktur ergeben. Klinisch habe bei der Schulter rechts keine 
Schwellung, keine Rötung vorgelegen, jedoch eine Druckdolenz im Bereich 
von Tub. majus. Passiv seien Ab-/Adduktion, Flexion/Extension möglich. 
Pro-/Supination sei aktiv nicht schmerzhaft. Es bestünden ein Kraftgrad M3 
und Parästhesien der Hand rechts. Die Druckdolenz sei ubiquitär, es be-
stehe keine Schwellung/Hämatom, inspektorisch bestehe kein Hinweis auf 
ant Lux des Humeruskopfes. Die Abduktion aktiv und passiv sei bis 20°, die 
Anteversion aktiv und passiv bis 20°, die IR (Innenrotation) problemlos bis 
auf Bauch und die AR (Aussenrotation) kräftig gegen Widerstand bis 45° 
möglich, dann schmerzhaft. Nach dem CT der Schulter rechts: passiv sei 
die Abduktion bis 90° und aktiv 30° möglich, dann zu schmerzhaft. Möglich 
seien AR kräftig gegen Widerstand bis 45°, IR wie kräftig bis auf Bauch und 
Anteversion aktiv 30° und passiv 50° möglich (act. II M35).

4.4.2 Im Austrittsbericht vom 31. Dezember 2021 hielten die Ärzte der 
Rehaklinik D.________ fest, bereits bei Eintritt habe der Beschwerdeführer 
über Schmerzen und Bewegungseinschränkung im rechten Schultergelenk 

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sowie im Bereich des linken Sprunggelenkes geklagt. Am 2. November 
2021 sei deswegen ein Arthro MRI Schulter rechts sowie am Folgetag ein 
MRI OSG rechts angefertigt worden. Hierbei habe sich eine Verletzung der 
Rotatorenmanschette in Form einer vollständigen Ruptur der Supraspina-
tussehne am foot print sowie geringe lineare Signalalterationen der Subs-
capularissehne vereinbar mit einer interstitiellen Partialläsion bestätigt (act. 
II M20/3). Am 30. November 2021 sei eine klinisch-radiologische Kontrolle 
der rechten Schulter erfolgt. Es bestehe eine traumatische symptomatische 
transmurale Ruptur der Supraspinatussehne mit fehlender Retraktion re-
spektive Degeneration. Die Beschwerden seien erstmalig nach dem Sturz 
am ... Oktober 2021 beim ...spielen aufgetreten, zuvor sei der Beschwerde-
führer schmerzfrei gewesen. Grundsätzlich könne bei traumatischem Er-
eignis und jungem Patienten und persistierender Schmerzsymptomatik 
trotz konservativer Therapie ein aktives Vorgehen im Sinne einer Schul-
terarthroskopie und Refixation der Supraspinatussehne mit Bicepstenoto-
mie/-dese diskutiert werden, mit guter Prognose im Rahmen des frischen 
traumatischen Settings (act. II M20/4).

4.4.3 Im Bericht vom 25. Januar 2022 (nach Schulter rechts AP/NEER) 
hielt der Arzt des Spitals C.________ fest, es bestünden regelrechte Stel-
lungsverhältnisse im rechten Schultergelenk ohne signifikante degenerative 
Veränderungen. Es liege ein Humeruskopf zentriert im Glenoid, ACHD 13 
mm, keine sekundäre Dislokation bei anamnestisch möglicher undislozier-
ter Tuberculum majus Fraktur vor. Es bestehe eine stationäre Sklerosie-
rung am Ansatz der Supraspinatussehne und stationäre Weichteilkalzifika-
tionen im Verlauf der Sehne, DD: Tendinosis calcarea vor. Das AC-Gelenk 
sei regelrecht. Es bestünden vorbestehende Verkalkungen der Subscapu-
larissehne, geringe, inhomogene (Inaktivitäts-) Osteopenie des Humerus-
kopfes lateral (act. II M20/4).

4.4.4 Im Bericht vom 27. Januar 2022 führte der behandelnde Orthopäde 
Dr. med. E.________, aus, bei persistierenden Beschwerden empfehle er 
ein aktives Vorgehen mittels Schulterarthroskopie, Bicepstenotomie resp. 
Tenodese, Refixation der Supraspinatussehne rechts. Der Beschwerdefüh-
rer sei mit dem Vorgehen einverstanden (act. II M27). Im Bericht vom 1. 
März 2022 hielt er fest, der Beschwerdeführer beschreibe unveränderte 

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bewegungsabhängige, wie auch hauptsächlich in der Nacht vorhandene 
Schulterschmerzen rechtsseitig. Er bespreche mit dem Beschwerdeführer 
nochmals die radiologischen Befunde und empfehle bei ausbleibendem 
Therapieerfolg und aufgrund der nun möglichen Mobilisation ohne Stock-
entlastung ein operatives Vorgehen der rechten Schulter mittels Schulterar-
throskopie, Bicepstenotomie respektive -tenodese und Mini-Open Reinser-
tion der Supraspinatussehne rechts (act. II M28).

4.4.5 Im Aktenbericht vom 28. März 2022 führte Dr. med. G.________ 
aus, der Beschwerdeführer habe beim Ereignis vom ... Oktober 2021 am 
linken Knie eine Tibiaplateaufraktur Typ V in der Klassifikation nach 
Schatzker sowie Kontusionen von Kopf und rechter Schulter erlitten, wo 
sich aber in der Folge keine unfallkausalen pathologischen Befunde von 
potenziell dauerhaftem Charakter finden liessen. Die eingeleitete bzw. ge-
plante Operation der rechten Schulter sei nicht Folge des Ereignisses vom 
... Oktober 2021. Als nächster Behandlungsschritt sei eine arthroskopisch-
assistierte Operation an der rechten Schulter vorgesehen, nachdem die 
Diagnose "traumatische, transmurale Ruptur Supraspinatussehne DD par-
tielle Tuberculum majus Fraktur, nach Sturz am 0...10.2021" gestellt wor-
den sei. Diese Diagnose werde aber dem tatsächlichen Sachverhalt nicht 
gerecht, indem dabei die Vorgeschichte an der rechten Schulter vollkom-
men ausser Acht gelassen werde, obwohl sie bereits im ersten Bericht aus 
dem Spital C.________ dokumentiert worden sei. So habe der Beschwer-
deführer zwar tatsächlich eine Fraktur des Tuberculum maius erlitten, doch 
sei dies nicht beim Ereignis vom... Oktober 2021, sondern bereits im Okto-
ber 2008, demnach mehr als zehn Jahre zuvor geschehen. Bei den in der 
Arthro-MRT vom 2. November 2021 gefundenen Veränderungen handle es 
sich deshalb nicht um frische Verletzungen – was sich seines Erachtens 
schon allein an ihrem morphologischen Aspekt erkennen lasse – sondern 
vielmehr um die Residuen des früheren Traumas im Ansatzbereich der 
Supraspinatussehne. Vergleichbare Alterationen seien auch schon in den 
initialen Röntgenaufnahmen vom ... Oktober 2021 zu erkennen gewesen, 
wenngleich sie im entsprechenden radiologischen Bericht (act. II M9) ana-
tomisch nicht ganz präzise zugeordnet worden seien. Betrachte man sich 
die Bilder der erwähnten Arthro-MRT im Kontext von Vorgeschichte, der 
beim Ereignis vom ... Oktober 2021 erlittenen direkten Schulterkontusion 

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und den initialen Röntgenaufnahmen, erschienen die objektivierbaren pa-
thologischen Befunde plötzlich in einem anderen Licht. Allgemein liessen 
die erheblichen ossären Veränderungen in Form von multiplen kleinen Zys-
ten, einer fokal wolkigen Konfiguration und teilweise separierten Verkal-
kungen nahezu im gesamten Ansatzbereich der kranialen Rotatorenman-
schette kaum ernsthafte Zweifel an einer chronischen Entwicklung auf-
kommen. Entsprechend müsse als überwiegend wahrscheinlich angesehen 
werden, dass sie auch am Ursprung der Alterationen an der Supraspina-
tussehne stünden, zumal sich MR-tomographisch keine konkreten Hinwei-
se auf das zu diesem Zeitpunkt knapp vier Wochen zurückliegende Trauma 
finden liessen, beispielsweise Ödeme in den Weichteilen oder kontusions-
bedingte bone bruises. Damit solle selbstverständlich nicht ausgesagt sein, 
der Beschwerdeführer habe sich beim Ereignis vom ... Oktober 2021 über-
haupt nicht an seiner rechten Schulter verletzt, doch habe es sich dabei 
ausschliesslich um eine direkte Kontusion gehandelt, wie dies auch zu Be-
ginn explizit dokumentiert worden sei. Deren Folgen seien bei der erwähn-
ten Arthro-MRT offensichtlich schon abgeheilt gewesen und liessen sich 
deshalb nicht mehr nachweisen, wohingegen die noch sichtbaren Alteratio-
nen überwiegend wahrscheinlich ausschliesslich chronischen Charakters 
und auf das Ereignis von 2008 zurückzuführen gewesen seien (act. II M32). 

4.4.6 Gemäss Bericht vom 26. April 2022 des Spitals F.________ wurde 
am 14. April 2022 von Dr. med. E.________ eine Schulterarthroskopie 
durchgeführt (act. II M34). Laut Bericht vom 13. Mai 2022 zeigte sich sechs 
Monate nach dem Eingriff ein guter Verlauf (act. II M36). Am 11. August 
2022 gab Dr. med. E.________ eine weitere Verbesserung der Situation 
an, so dass die Physiotherapie, insbesondere auch der Kraftaufbau fortge-
führt werden könne (act. II M39). 

4.4.7 Im Aktenbericht vom 25. September 2022 hielt Dr. med. I.________ 
fest, bezüglich des Schadensmechanismus sei davon auszugehen, wenn 
der Gegner nun zusammen mit dem Kopfanprall mit dem Ellbogen einen 
vertikal gerichteten Schlag direkt auf die rechte Schulter des Versicherten 
ausgerichtet habe, müsste logischerweise der Beschwerdeführer auf die 
linke Seite zu Boden gestürzt sein. Eine Kontusion der rechten Schulter 
durch Bodenaufprall sei nicht nachvollziehbar und dürfte auch nicht stattge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, UV/22/669, Seite 13

funden haben. Eine relevante, transmurale Schädigung der unter dem Del-
toidmuskel in der Tiefe geschützt liegenden Ansatzstelle des SSP (Supra-
spinatussehne) am Tuberculum majus sei somit undenkbar. Es müsse 
überwiegend wahrscheinlich davon ausgegangen werden, dass eine ge-
wisse Kontusion der Schulterweichteile rechts durch den Ellbogenschlag 
des Gegners stattgefunden habe. Es gebe keine Hinweise auf Kriterien, die 
für das Zustandekommen einer traumatischen RM-Ruptur erfüllt gewesen 
wären (act. II M41/9). Bezüglich des morphologischen Schadensbildes hielt 
der beratende Orthopäde fest, es werde wiederholt in ein- bis zwei monatli-
chen Intervallen eine zunächst regrediente, später stationäre Schultersym-
ptomatik dokumentiert, wobei die jeweilige Befunddokumentation zu wenig 
spezifisch geschildert sei, um schlüssige Folgerungen daraus zu ziehen. 
Diagnostische Injektionstests seien nie diskutiert oder durchgeführt worden 
(act. II M41/10). Zum funktionellen Schadensbild hielt er fest, bezüglich der 
rechten Schulter habe sicher ein protrahierter Heilungsverlauf stattgefun-
den, der mit unfallfremden Faktoren zusammenhängen dürfte. Letztlich 
habe aber innerhalb von drei Monaten ein stetiger Decrescendoverlauf do-
kumentiert werden können, der die Situation durch den Beschwerdeführer 
habe optimistisch einschätzen lassen. Danach scheine jedoch wieder ein 
Crescendoverlauf aufgetreten zu sein, was nicht konklusiv mit direkten Un-
fallfolgen vom ... Oktober 2021, sondern mit unfallfremden Faktoren zu-
sammenhängen dürfte (act. II 41/10). Gestützt auf die radiologische Bild-
gebung ging er davon aus, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lägen an 
der rechten Schulter einerseits Folgen einer Schulterkontusion aus dem 
Jahr 2008 mit struktureller Schädigung des Tuberculum majus rechts vor, 
anderseits fehlten die typischen Zeichen einer frischen Verletzung der SSP 
am Tuberculumansatz nach dem Ereignis vom ... Oktober 2021. Vier Wo-
chen nach dem genannten Unfall sei die Beurteilung frischer Veränderun-
gen an den Sehnen hinsichtlich Kausalität allerdings bereits als leicht unsi-
cher zu werten. Die tendinotischen Veränderungen der SSP, die Geröllzys-
ten und die Lokalisation der Schädigung am SSP-Ansatz seien jedoch 
deutlich Hinweise auf eine Schadenanlage aus früheren Zeiten (act. II 
M41/11). Das Tuberculum majus werde intraoperativ am 14. April 2022, 
sechs Monate nach dem Ereignis als freigelegt beschrieben, was gegen 
eine frische Traumatisierung spreche und der typischen Prädilektionsstelle 
für Abnützungsveränderungen entspreche. Zudem werde im Gegensatz zur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, UV/22/669, Seite 14

ersten MRI-Befundung vom 2. November 2021 eine nicht näher charakteri-
sierte SLAP-II-Läsion genannt, die Anlass zur BIC-Tenodese gegeben ha-
be. Die morphologischen Veränderungen zur Beurteilung der Kausalitäts-
frage würden durch den Operateur nicht kommentiert (act. II 41M/11 f.).

Mit Verweis auf die Aktenbeurteilung von Dr. med. G.________ hielt Dr. 
med. I.________ schliesslich fest, die Kontusion der Schulter könne bei 
den fehlenden, zeitnah erhobenen unfallkausalen strukturpathologischen 
Befunden nicht als relevant nachvollzogen werden. Es sei primär wohl eine 
Funktionseinbusse erwähnt worden. Die Gesundheit des Beschwerdefüh-
rers sei teilweise beeinträchtigt gewesen. 2008 sei nach einem Sturz eine 
direkte Schulterkontusion rechts dokumentiert, die Abklärung habe eine 
Abrissfraktur des Tuberculum majus ergeben. Die (mit Blick auf den Bericht 
von Dr. med. G.________ vom 28. März 2022) "geplante Operation" 
(durchgeführt am 14. April 2022) sei nicht Folge des gemeldeten Ereignis-
ses. Die Diagnose einer "traumatischen, transmuralen Ruptur der SSP, DD 
partielle Tuberculum majus-Fraktur" werde dem tatsächlichen Sachverhalt 
nicht gerecht. Die Vorgeschichte sei an der rechten Schulter vollkommen 
ausser Acht gelassen worden. Das entscheidende Trauma liege mehr als 
zehn Jahre zurück, frische Verletzungen liessen sich im MRI vom 2. No-
vember 2021 nicht erkennen. Die erheblichen ossären Veränderungen 
(multiple kleine Zysten, fokal wolkige Konfiguration und teilweise separierte 
Verkalkungen im gesamten Ansatzbereich der kranialen RM), wie sie nach 
dem ... Oktober 2021 dokumentiert worden seien, könnten keine Zweifel an 
einer chronischen Entwicklung aufkommen lassen. So könne postuliert 
werden, dass beim Ereignis vom ... Oktober 2021 wohl eine direkte Kontu-
sion der Schulter rechts stattgefunden habe, wie dies auch zu Beginn ex-
plizit dokumentiert worden sei, deren Folgen aber innert vier Wochen im 
MRI nicht mehr darstellbar gewesen seien. Die sichtbaren Veränderungen 
seien aber überwiegend wahrscheinlich ausschliesslich von chronischem 
Charakter (act. II M41/13).

4.5

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, UV/22/669, Seite 15

4.5.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.5.2 Die versicherte Person hat von Bundesrechts wegen keinen formel-
len Anspruch auf Beizug eines versicherungsexternen Gutachtens, wenn 
Leistungsansprüche streitig sind. Es ist auch im Lichte der von Art. 6 Ziff. 1 
EMRK gewährleisteten Verfahrensgarantien grundsätzlich zulässig, den 
Entscheid ausschlaggebend oder gar ausschliesslich auf verwaltungsinter-
ne Abklärungen zu stützen (BGE 123 V 175 E. 3d S. 176, 122 V 157 E. 2c 
S. 165). Urteilt das Gericht indessen abschliessend gestützt auf Beweis-
grundlagen, die aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger 
stammen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 
E. 1d S. 162).

4.5.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

4.6 Die Beschwerdegegnerin stellte auf die Aktenberichte der beraten-
den Orthopäden Dr. med. G.________ vom 28. März 2022 (act. II M32) 
und Dr. med. I.________ vom 25. September 2022 (act. II M41) ab. Diese 
Aktenbeurteilungen erfüllen je für sich die Anforderungen an den Beweis-
wert eines medizinischen Aktengutachtens (E. 4.5.3 hiervor). Dass die be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, UV/22/669, Seite 16

ratenden Orthopäden keine Untersuchungen vornahmen, schadet dem 
Beweiswert der Aktenbeurteilungen nicht, ergeben doch die Vorakten (samt 
bildgebenden Befunden) ein vollständiges Bild über den rechtserheblichen 
medizinischen Sachverhalt, weshalb sie sich ein gesamthaft lückenloses 
Bild machen konnten (vgl. E. 4.5.3 hiervor). Dr. med. I.________ nahm in 
der Beurteilung ausführlich zu den einzelnen Aspekten Stellung: Unter 
"Schadenmechanismus" äusserte er sich zum Unfallhergang auch unter 
Berücksichtigung der Angaben des Beschwerdeführers, welche "dieser 
gegenüber" seinem (bzw. durch seinen) damaligen Rechtsvertreter machte 
(act. II M41/9, A101/2). Die weitere Diskussion – gestützt auf die Akten – 
zum morphologischen und funktionellen Schadensbild sowie zur radiologi-
schen Bildgebung und der Operationssituation (Eingriff vom 14. April 2022) 
ist nachvollziehbar und schlüssig (act. II M41/10 ff.). Seine Schlussfolge-
rung, es zeige sich das Bild einer moderaten Muskelkontusion des Deltoi-
deus am ... Oktober 2021 durch Krafteinwirkung des gegnerischen Ellbo-
gens mit den Zeichen einer abnehmenden Symptomatik innerhalb von vier 
Wochen in der Bildgebung und einer weitgehenden Beruhigung im protra-
hierten klinischen Verlauf von drei Monaten, verbunden mit den Zeichen 
einer relevanten Vorschädigung des SSP-Ansatzes am Tuberculum majus 
(act. II M41/12), ist schlüssig und überzeugt. Er setzte sich auch nachvoll-
ziehbar mit der Beurteilung des behandelnden Orthopäden Dr. med. 
E.________ auseinander, wonach diesem die umschriebene SSP-
Schädigung vier Wochen nach dem Ereignis vor allem wegen des MRI-
Befundes relevant erschienen sei, was jedoch nie mit dem typischen klini-
schen Korrelat habe dokumentiert werden können. Dr. med. I.________ 
verwies weiter auf die Begründung von Dr. med. G.________, wonach sich 
im MRI vom 2. November 2021 keine frische Verletzung erkennen lasse 
und die Vorgeschichte im Jahr 2008 (Abrissfraktur des Tuberculum majus) 
von den behandelnden Ärzten ausser Acht gelassen worden sei; aufgrund 
der erheblichen ossären Veränderungen, die dokumentiert worden seien, 
spräche dies für eine chronische Entwicklung (act. II M41/13). Auch diese 
Ausführungen sind nachvollziehbar und überzeugen. Dass Dr. med. 
I.________ nach der systematischen Analyse aller Kriterien zum Schluss 
kam, bezüglich der Muskelkontusion sei der Status quo ante vier Wochen 
nach dem Ereignis vom ... Oktober 2021 erreicht gewesen, leuchtet ein. 
Auch die Einschätzung, der Status quo sine bezüglich der vorgeschädigten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, UV/22/669, Seite 17

Supraspinatussehne (SSP) sei am 11. Januar 2022 erreicht gewesen, un-
ter anderem auch da der Beschwerdeführer selbst angegeben hatte, die 
Schulter sehe recht gut aus (act. II A31), ist schlüssig (act. II M41/14). 
Denn Dr. med. I.________ ging nach einer moderaten Muskelkontusion 
überzeugend von einer abnehmenden Symptomatik innerhalb von vier Wo-
chen aus und berücksichtigte dazu auch eine weitgehende Beruhigung im 
protrahierten klinischen Verlauf von drei Monaten (act. II M41/12).

4.7 Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind – auch mit Blick auf die 
Berichte der anderen Ärzte – nicht geeignet, auch nur geringe Zweifel an 
der Einschätzung in den schlüssigen Aktenbeurteilungen der beratenden 
Orthopäden der Beschwerdegegnerin zu wecken. Es ist unbestritten, dass 
es beim Ereignis vom ... Oktober 2021 zu einer mechanischen Einwirkung 
auf die rechte Schulter gekommen ist (Kontusion der rechten Schulter nach 
Zusammenstoss mit dem Ellbogen des gegnerischen ...spielers). Es steht 
jedoch nach dem Dargelegten fest, dass das Beschwerdebild spätestens 
ab dem 11. Januar 2022 (Aktennotiz der Beschwerdegegnerin nach Tele-
fonanruf des Beschwerdeführers: "Die Prognose sehe derzeit gut aus, er 
könne mit Stöcken bereits etwas Laufen und die Schulter sehe recht gut 
aus, er werde die Arbeit mutmasslich am 25. Januar 2022 wieder aufneh-
men" [act. II A31, M41/4] und Eintritt des Status quo sine per 11. Januar 
2022 wegen der allfälligen Symptomatik wegen der vorbestehenden SSP-
Schädigung [act. II M41/14]) nicht mehr mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 
... Oktober 2021 steht. Allein mit der Angabe des Beschwerdeführers, er sei 
vor dem Unfall vom ... Oktober 2021 beschwerdefrei gewesen und habe 
keine Schulterprobleme gehabt (Beschwerde S. 2), lässt sich zur Kausa-
litätsfrage nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn eine gesundheitliche 
Schädigung gilt beweisrechtlich praxisgemäss nicht schon dann als durch 
den Unfall verursacht, weil sie nach diesem aufgetreten ist (zur Unzuläs-
sigkeit der Formel "post hoc, ergo propter hoc": BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 
341; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 156 E. 4.2). Soweit der Beschwerdeführer 
konkret geltend macht, die Beurteilungen der beratenden Orthopäden Dres. 
med. G.________ und I.________ seien nicht übereinstimmend mit den 
Berichten der behandelnden Ärzte med. prakt. J.________, Physikalische 
Medizin und Rehabilitation, Rehaklinik D.________, und des Orthopäden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, UV/22/669, Seite 18

Dr. med. E.________ (Beschwerde S. 2), ergibt sich was folgt: Med. prakt. 
J.________ hielt nach der klinisch-radiologischen Kontrolle der rechten 
Schulter am 30. November 2021 fest, dass die Beschwerden "erstmalig" 
nach dem Sturz am … Oktober 2021 aufgetreten seien, zuvor sei der Be-
schwerdeführer schmerzfrei gewesen (act. II M20/4), und Dr. med. 
E.________ stellte die Diagnose "Traumatische, transmurale Ruptur Su-
praspinatussehne DD partielle Tuberculum majus Fraktur, nach Sturz am 
0...10.2021" (act. II M27). Dazu ist anzumerken, dass sich die behandeln-
den Ärzte nicht mit der Vorschädigung von 2008, bei welcher es zu einer 
Schädigung des Tuberculum majus rechts gekommen war (vgl. act. II M25, 
M26, M41), auseinandersetzten, da sie möglicherweise auch keine Kennt-
nis davon hatten; zudem äusserten sie sich auch nicht explizit zur Kausa-
litätsfrage. Dr. med. I.________ setzte sich in der Aktenbeurteilung vom 
25. September 2022 im Übrigen ausführlich mit dem Operationsbericht von 
Dr. med. E.________ vom 26. April 2022 (act. II M34) auseinander (vgl. 
act. II M41/11), insbesondere stellte er fest, dass das Tuburculum majus 
sechs Monate nach dem Ereignis als freigelegt beschrieben werde, was 
gegen eine frische Traumatisierung spreche und im Gegensatz zur ersten 
MRI-Befundung vom 2. November 2021 eine nicht näher charakterisierte 
SLAP-II-Läsion erwähnt werde (act. II M34), wobei die morphologischen 
Veränderungen durch den Operateur nicht kommentiert worden seien (act. 
II41/11). Dr. med. E.________ äusserte sich im Bericht vom 11. August 
2022 (act. II M39) denn auch lediglich zum Verlauf vier Monate nach der 
Schulteratroskopie und nicht zur Kausalität.

4.8 Weil keine – auch nicht geringe – Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der Beurteilungen der beratenden Orthopäden Dres. med. 
G.________ und I.________ bestehen, ist vorliegend auf ihre Aktenberich-
te abzustellen (vgl. E. 4.5.2 hiervor). Auf den Beizug eines externen Gut-
achtens ist im Rahmen einer antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten 
(BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 
162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4); neue Erkenntnisse wären hiervon 
nicht zu erwarten, zumal am 14. April 2022 ein operativer Eingriff stattge-
funden hat und sich ein Gutachter ohnehin auch auf die Vorakten abstützen 
müsste.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, UV/22/669, Seite 19

Damit steht fest, dass die Schulterbeschwerden rechts spätestens ab 
12. Januar 2022 nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem 
natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom ... Oktober 
2021 stehen. Denn nach dem Anprall der rechten Schulter am ... Oktober 
2021 war bezüglich der Muskelkontusion der Status quo ante nach vier 
Wochen und bezüglich der allfälligen Symptomatik wegen der vorbeste-
henden Schädigung der Supraspinatussehne (SSP) der Status quo sine 
am 11. Januar 2022 erreicht.

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2022 (act. II A113) 
ist einzig insoweit zu beanstanden, als die Leistungseinstellung bereits per 
2. November 2021 erfolgte. Die Beschwerde ist insoweit teilweise gutzu-
heissen, als die UV-Leistungspflicht erst per 11. Januar 2022 endet. Soweit 
weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG 
i.V.m. Art. 61 lit. a UVG).

5.2 Trotz teilweisen Obsiegens hat der nicht vertretene Beschwerdefüh-
rer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da die Interessenwah-
rung keinen Arbeitsaufwand erfordert, der den Rahmen dessen überschrei-
tet, was der einzelne üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besor-
gung der persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. BGE 
127 V 205 E. 4b S. 207; SVR 2019 KV Nr. 7 S. 51 E. 9.2.1).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, UV/22/669, Seite 20

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid der AXA Versicherungen AG vom 4. Oktober 2022 
insoweit abgeändert, als die Leistungspflicht bis 11. Januar 2022 be-
steht. Soweit weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- AXA Versicherungen AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.