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**Case Identifier:** 81183c3f-0653-5049-87a3-5ef1e98d1c9e
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-22
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 22.02.2021 S 2020 125
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-125_2021-02-22.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und MLaw Ines Stocker 
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 22. Februar 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung 

in Sachen

A.________ AG
Beschwerdeführerin
vertreten durch B.________, Präsident des Verwaltungsrates 
der A.________ AG

gegen

Ausgleichskasse Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Alters- und Hinterlassenenversicherung 
(Sozialversicherungsbeiträge)

S 2020 125

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Urteil S 2020 125

A. Anlässlich der am 22. März 2018 durch die Suva bei der A.________ AG 
durchgeführten Arbeitgeberrevision wurde namentlich festgestellt, dass die Arbeitsentgelte 
für deren Verwaltungsratspräsidenten, B.________, nicht als Einkommen aus 
unselbständiger Tätigkeit abgerechnet wurden (AK-act. 1–11). Die Ausgleichskasse Zug 
(nachfolgend: Ausgleichskasse) rechnete daraufhin die entsprechenden Honorare sowie 
weitere Leistungen der Arbeitgeberin an ihren Verwaltungsratspräsidenten als 
massgebenden Lohn auf und berechnete die Sozialversicherungsbeiträge der 
Arbeitgeberin für die Jahre 2013 bis 2016 neu. Am 19. Dezember 2018 versandte sie 
gestützt auf die neu anrechenbaren Bruttolöhne Revisionsrechnungen mit 
Nachzahlungsforderungen in der Höhe von Fr. 635.45 (2013), Fr. 6'126.65 (2014), 
Fr. 4'528.25 (2015) und Fr. 27'896.75 (2016). Darin bat sie um Überweisung der 
ausstehenden Beiträge bis spätestens 18. Januar 2019 mit dem Hinweis, dass nach 
Ablauf der Zahlungsfrist automatisch eine gebührenpflichtige Mahnung ausgelöst werde 
(AK-act. 23 f., 28, 31, 38). Gleichtags erliess die Ausgleichskasse je eine Verfügung in 
Bezug auf die Verzugszinsen für die auszugleichenden Lohnbeiträge der Jahre 2013 bis 
2016 (AK-act. 21 f., 26 f., 34 f., 36 f.). Am 28. Januar 2019 verfügte die Ausgleichskasse je 
eine gebührenpflichtige Mahnung hinsichtlich der Lohnbeiträge 2013 bis 2016 (AK-act. 41, 
44, 47 und 50). 

Am 2. Februar 2019 bzw. mit Postaufgabe vom 4. Februar 2019 wehrte sich die 
A.________ AG mit einem als Einsprache bezeichneten Schreiben dagegen und 
beantragte, die Tätigkeit ihres Verwaltungsratspräsidenten sei als selbständige 
Erwerbstätigkeit zu qualifizieren und auf die Aufrechnung der Privatanteile Auto und 
Wohnungen sowie der Spesen und Verkehrsbussen sei zu verzichten (AK-act. 53 ff.). Mit 
Schreiben vom 9. Februar 2019 bat die A.________ AG zudem unter Hinweis auf die 
erfolgte Einsprache um Einstellung des automatisierten Mahnverfahrens und retournierte 
die ihr gesandten Rechnungen der Ausgleichskasse (AK-act. 58). 

Am 21. August 2020 trat die Ausgleichskasse auf die als verspätet betrachtete Einsprache 
der A.________ AG nicht ein. Begründend führte sie im Wesentlichen an, die 
Einsprecherin hätte trotz fehlender Kennzeichnung als Verfügung und 
Rechtsmittelbelehrung direkt gegen diese "materiellen" Verfügungen Einsprache erheben 
müssen, weshalb die erfolgte Eingabe vom 4. Februar 2019 jedenfalls als verspätet gelte 
und auf die Einsprache nicht einzutreten sei (BF-act. 2). 

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Urteil S 2020 125

B. Gegen den Einspracheentscheid vom 21. August 2020 erhob die A.________ AG 
am 18. September 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht Zug und ersuchte das 
Gericht sinngemäss darum, die Ausgleichskasse sei zu verpflichten, ihr eine detaillierte 
Begründung der Rechnungen betreffend die Jahre 2013 bis 2015 unter Berücksichtigung 
der noch ausstehenden Abklärungen der Suva auszustellen. Ferner sei die Abrechnung 
der Prämien ihres Verwaltungsratspräsidenten für das Jahr 2016 infolge dessen 
Wohnsitzwechsels an die Dienststelle des Kantons Waadt zu übertragen. Schliesslich 
beantragte sie sinngemäss, der Einspracheentscheid der Ausgleichskasse vom 21. 
August 2020 sei teilweise und die Prämienrechnung betreffend das Jahr 2016 vom 19. 
Dezember 2018 sei vollständig aufzuheben und an die Ausgleichskasse zurückzuweisen 
bzw. an die Ausgleichskasse Waadt zu übertragen (act. 1 S. 3).

Mit Schreiben vom 2. Oktober 2020 (act. 3) ergänzte die Beschwerdeführerin ihren ersten 
Antrag um Überprüfung der Beitragsberechnungen im Lichte des Urteils des 
Bundesgerichts 8C_115/2020 vom 26. Mai 2020 (vgl. AK-act. 77). 

C. Mit Vernehmlassung vom 21. Oktober 2020 beantragte die Ausgleichskasse die 
Abweisung der Beschwerde (act. 5). 

D. Im Rahmen von zwei weiteren Schriftenwechseln hielten die Parteien an ihren 
Anträgen fest (act. 7, 9, 11 und 13). 

E. Auf den Inhalt der Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 
einzugehen sein. 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich 
auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in casu: 21. 
August 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind 
in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des 
zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). 

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Urteil S 2020 125

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht Art. 83 ATSG vor, dass für im 
Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende 
Beschwerde wurde am 18. September 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 31. 
Dezember 2020 gültig gewesenen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall 
Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Nach Art. 56 Abs. 1 ATSG kann gegen Einspracheentscheide Beschwerde erhoben 
werden, wobei in der Regel das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig ist, in 
dem die versicherte natürliche oder juristische Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung 
ihren Wohnsitz respektive Sitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Über Beschwerden gegen 
Verfügungen und Einspracheentscheide kantonaler Ausgleichskassen entscheidet jedoch 
in Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG das Versicherungsgericht am Ort der 
Ausgleichskasse (Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Gemäss § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG; BGS 162.1) in Verbindung mit § 12 Abs. 1 lit. a 
des Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [EG AHVIVG; BGS 841.1]) 
beurteilt das Verwaltungsgericht als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus dem 
Gebiet der eidgenössischen Sozialversicherung, für die das Bundesrecht eine kantonale 
Rechtsmittelinstanz vorsieht. Beim Anfechtungsobjekt handelt es sich um einen 
Einspracheentscheid der Ausgleichskasse des Kantons Zug. Demgemäss ist das 
Verwaltungsgericht des Kantons Zug zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich 
und sachlich zuständig.

Gegen Einspracheentscheide nach Art. 52 Abs. 2 ATSG kann innerhalb von 30 Tagen 
nach dessen Eröffnung gestützt auf Art. 56 Abs. 1 und Art. 60 Abs. 1 ATSG Beschwerde 
erhoben werden. Die am 18. September 2020 der Post übergebene Beschwerde gegen 
den Einspracheentscheid vom 21. August 2020 ist somit rechtzeitig. Der angefochtene 
Einspracheentscheid betrifft die Beitragspflicht der Beschwerdeführerin für ihren 
Verwaltungsratspräsidenten als unselbständig erwerbstätige Person für die Jahre 2013 bis 
2016. Folglich ist sie in der Sache betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Sodann erfüllt 
die Beschwerdeschrift die formellen Voraussetzungen, weshalb sie zu prüfen ist. Die 

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Urteil S 2020 125

Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3. Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Ausgleichskasse zu Recht auf die 
Eingabe der Beschwerdeführerin vom 4. Februar 2019 (Poststempel) mittels 
Einspracheentscheid nicht eingetreten ist. 

Die strittigen Revisionsrechnungen vom 19. Dezember 2018 für die Jahre 2013 bis 2016 
sind nicht als Verfügung gekennzeichnet. Sie enthalten weder eine Begründung noch eine 
Rechtsmittelbelehrung. Auch weisen sie die Adressatin nicht auf die Möglichkeit hin, den 
Erlass einer förmlichen Verfügung zu verlangen. Entscheidungsrelevant ist in dieser 
Hinsicht, ob die Ausgleichskasse diese Revisionsrechnungen im formlosen Verfahren 
nach Art. 51 ATSG erlassen durfte sowie wie und innert welcher Frist sich die 
Beschwerdeführerin dagegen zur Wehr setzen durfte bzw. musste. 

Der Ausgleichskasse ist vorab zuzustimmen, dass materielle Fragen im vorliegenden 
Verfahren nicht zu klären sind und sie diese bei Gutheissung der Beschwerde noch zu 
beantworten hätte (act. 5 S. 3). Auf materiell-rechtliche Ausführungen der 
Beschwerdeführerin ist deshalb nicht einzugehen. 

4.
4.1 Nach Art. 49 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger über Leistungen, 
Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person 
nicht einverstanden ist, schriftlich Verfügungen zu erlassen. Demgegenüber können 
Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, in 
einem formlosen Verfahren behandelt werden (Art. 51 Abs. 1 ATSG). Die betroffene 
Person kann diesfalls jedoch den Erlass einer Verfügung verlangen (Art. 51 Abs. 2 ATSG). 
In Bezug auf die von den Arbeitgebenden zu entrichtenden Beiträgen erklärt Art. 14 Abs. 3 
AHVG ausdrücklich das formlose Verfahren nach Art. 51 ATSG für anwendbar, was in 
Abweichung von Art. 49 Abs. 1 ATSG auch für erhebliche Beiträge gilt. 

Das formlose Verfahren nach Art. 51 Abs. 1 ATSG dient primär verfahrensökonomischen 
Interessen, indem gewisse Abrechnungen oder Mitteilungen zweckmässigerweise mittels 
sogenannter De-facto-Erledigung abgewickelt werden können (Parlamentarische Initiative 
Allgemeiner Teil Sozialversicherung, Bericht der Kommission des Ständerates vom 
27. September 1990, BBl 1991 II 261 f.). Auch der im formlosen Verfahren ergehende 

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Entscheid muss allerdings grundsätzlich schriftlich ergehen und der betroffenen Partei 
eröffnet werden. In Abweichung zum Verfügungsverfahren darf hingegen auf die 
Begründung des Entscheids sowie eine Rechtsmittelbelehrung verzichtet werden. Als 
Ausfluss der Aufklärungspflicht in Art. 27 Abs. 1 ATSG ist die betreffende Behörde aber 
immerhin gehalten, die versicherte Person über die in Art. 51 Abs. 2 ATSG festgelegte 
Möglichkeit der Verfügungseröffnung zu informieren (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 
4. Aufl. 2020, Art. 51 N 15).

4.2 Art. 51 Abs. 2 ATSG legt klar fest, dass es der Partei freisteht, den Erlass einer 
formellen Verfügung zu verlangen. Es fällt mithin ausser Betracht, gegen eine im 
formlosen Verfahren erlassene Entscheidung direkt eine Einsprache nach Art. 52 Abs. 1 
ATSG einzureichen; es muss also in jedem Fall zunächst eine – gegebenenfalls durch 
Einsprache anfechtbare – Verfügung verlangt werden (Kieser, a.a.O., Art. 51 N 17 mit 
Hinweisen; Hansjörg Seiler, Rechtsfragen des Einspracheverfahrens in der 
Sozialversicherung, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2007, S. 78). 

4.3 Differenzierter zu beantworten ist die Frage, innert welcher Frist das Begehren, 
eine formelle Verfügung zu erlassen, erfolgen muss. Die historische Auslegung ergibt, 
dass der Bundesrat zunächst eine Jahresfrist vorschlug (vgl. Parlamentarische Initiative 
Sozialversicherungsrecht, Vertiefte Stellungnahme des Bundesrates vom 17. August 
1994, BBl 1994 V 949), der Gesetzgeber jedoch angesichts der sehr unterschiedlichen 
Abläufe in der Sozialversicherung auf die Einführung einer einheitlichen Frist verzichtete, 
wobei er allerdings vermerkte, dass eine Frist von ungefähr einem Jahr der bisherigen 
Praxis und Rechtsprechung in der Krankenversicherung entspreche (vgl. 
Parlamentarische Initiative Sozialversicherungsrecht, Bericht der Kommission des 
Nationalrates für soziale Sicherheit und Gesundheit vom 26. März 1999, BBl 1999 IV 
4610). Es ist mithin auf die Verhältnisse im betreffenden Versicherungszweig sowie auf die 
Umstände des konkreten Falls abzustellen. Dabei fällt ins Gewicht, dass die 
Rechtsprechung im Bereich des früheren Bundesgesetzes über die Kranken- und 
Unfallversicherung (aKUVG; SR 832.10 in Kraft bis 31. Dezember 1995) als ungefähre 
obere zeitliche Grenze einen Zeitpunkt von einem Jahr nach Zustellung der formlosen 
Entscheidung bezeichnet hat; allerdings ist diese Grenze bei einer fachkundigen 
Vertretung "um einiges kürzer". Nach der Rechtsprechung ist massgebend darauf 
abzustellen, wie lange im konkreten Einzelfall die angemessene Überprüfungs- und 
Überlegungsfrist dauert, nach deren Ablauf angenommen werden kann, die betreffende 
Person habe sich mit der getroffenen Regelung abgefunden (vgl. BGE 122 V 367 E. 3). 

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Dabei kann allenfalls als Richtschnur eine Frist von 90 Tagen gelten, welche zudem 
derjenigen entspricht, innert welcher allgemein ein Revisionsgesuch einzureichen ist (vgl. 
dazu EVG C 7/02 vom 14. Juli 2003 E. 3.2). Mithin sind als Kriterien, welche die Länge der 
Frist beeinflussen, zu berücksichtigen: Hinweis auf die Befugnis, eine formelle Verfügung 
zu verlangen; die Sachkunde der Partei bzw. ihrer Vertretung; die Komplexität der Materie, 
insbesondere die Frage, ob die Tragweite der Entscheidung ohne Weiteres erkennbar ist; 
das Verhalten des Versicherungsträgers, etwa die Frage, ob er den formlosen Entscheid 
begründet hat oder nicht (vgl. für einen Fall, in dem das Bundesgericht die durch unklare 
Äusserungen des Versicherungsträgers bewirkte Rechtsunsicherheit berücksichtigt hat, 
EVG K 690 vom 4. April 1986 E. 3c, in: RKUV 1986 391; vgl. zum Ganzen Kieser, a.a.O., 
Art. 51 N 21 ff.).

In Bezug auf die Form des Gesuchs um Erlass einer formellen Verfügung bestehen keine 
besonderen Anforderungen, mithin ist sogar eine mündliche Willenserklärung zu 
berücksichtigen (Kieser, a.a.O., Art. 51 N 27; vgl. dazu BGer 8C_738/2016 vom 28. März 
2017 E. 3.4) 

4.4 Sodann legt der 3. Teil der Wegleitung über den Bezug der Beiträge in der AHV, 
IV und EO (WBB; gültig ab 1. Januar 2008, Stand: 1. Januar 2020) in Rz. 3017 ff. das 
Vorgehen bei der Nachzahlung ausstehender Beiträge wie folgt fest: Die Beiträge sind 
innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu entrichten. Massgebend für die 
Rechnungsstellung ist das Datum der Ausstellung der Rechnung, nicht dasjenige der 
Zustellung an den Adressaten. Die Rechnung muss spätestens am Tag, dessen Datum 
sie trägt, versandt werden (Rz. 3018 WBB). Die Rechnung legt ausdrücklich fest, bis zu 
welchem Kalendertag die Zahlung spätestens eingehen muss (Rz. 3019 WBB). 
Nötigenfalls erlässt die Ausgleichskasse eine formelle Verfügung. Sie wird im Sinne von 
Art. 49 Abs. 1 ATSG verfügen, wenn sich zeigt, dass der oder die Beitragspflichtige mit 
dem Inhalt der Mitteilung nicht einverstanden ist (Art. 51 Abs. 2 ATSG). Soweit Rechte und 
Pflichten der Arbeitnehmenden betroffen sind, ist sie den letzteren grundsätzlich zu 
eröffnen (Rz. 3020 WBB). 

Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das 
Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber 
berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende 
Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht 
nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende 

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Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der 
Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu 
gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1 und 133 V 257 E. 3.2 mit 
Hinweisen).

5. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 21. August 2020 erwog die 
Ausgleichskasse, obwohl die Rechnungen vom 19. Dezember 2018 hinsichtlich der 
festgestellten Differenzen infolge mangelnder Kennzeichnung als Verfügungen und 
Rechtsmittelbelehrung den formellen Anforderungen an eine Verfügung gemäss Art. 49 
ATSG nicht genügten, müsse die Rechnungsadressatin nicht zuerst eine formelle 
Verfügung verlangen, sondern es könne direkt Einsprache gegen diese "materiellen" 
Verfügungen erhoben werden. Die mit "Einsprache" bezeichnete Eingabe vom 2. Februar 
2019 mit Postaufgabe am 4. Februar 2019 und Eingang am 5. Februar 2019 sei deshalb 
als Einsprache gegen die Revisionsrechnungen 2013 bis 2016 und die 
Verzugszinsverfügungen vom 19. Dezember 2018 entgegengenommen und bearbeitet 
worden (BF-act. 2 S. 2).

6.  
6.1 Würdigend ist zunächst festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die 
Revisionsrechnungen zu Recht im formlosen Verfahren gemäss Art. 51 Abs. 1 ATSG 
ausstellte, handelte es sich dabei mithin um von der Arbeitgeberin zu entrichtende 
Beiträge im Sinne von Art. 14 Abs. 2 AHVG. Der Erlass einer Verfügung einschliesslich 
Rechtmittelbelehrung und Begründung war folglich nicht erforderlich. Sodann enthalten die 
Revisionsrechnungen in Übereinstimmung mit Rz. 3018 WBB ausdrücklich eine 
Zahlungsfrist von 30 Tagen ab Datum der Rechnungsstellung (vgl. E. 4.4). In dieser 
Hinsicht ist das Vorgehen der Ausgleichskasse somit nicht zu beanstanden. 

6.2 Soweit die Ausgleichskasse gestützt auf die Grundsätze zu fehlerhaften bzw. 
materiellen Verfügungen vorbringt, die Beschwerdeführerin hätte unmittelbar gegen die 
Revisionsrechnungen vom 19. Dezember 2018 Einsprache erheben müssen (BF-act. 2 
S. 2 unter Hinweis auf Kieser, a.a.O., Art. 51 N 19), verkennt sie, dass die strittigen 
Rechnungen verschiedene typischen Merkmale einer Verfügung nicht aufweisen. Weder 
werden sie als solche benannt, noch enthalten sie eine Rechtsmittelbelehrung, noch sind 
sie – wenn auch nur summarisch – begründet. Es kann deshalb nicht erwartet werden, 
dass sie von einem juristischen Laien als materielle Verfügungen erkannt werden. Dem 
steht auch die gesetzliche Regelung in Art. 51 Abs. 2 ATSG entgegen. Danach ist bei 

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Leistungen, Forderungen und Anordnungen im formlosen Verfahren zunächst eine 
Verfügung zu verlangen. Die direkte Einsprache gegen formlose Abrechnungen und 
Mitteilungen ist nicht möglich (vgl. hiervor E. 4.2). Entgegen der Ansicht der 
Ausgleichskasse ist es der Beschwerdeführerin damit verwehrt, gegen die im formlosen 
Verfahren ausgestellten Revisionsrechnungen direkt Einsprache nach Art. 52 Abs. 1 
ATSG zu erheben. Die Beschwerdeführerin ist folglich nicht nur berechtigt, sondern bei 
Uneinigkeit auch verpflichtet, gestützt auf Art. 51 Abs. 2 ATSG innert angemessener Frist 
zunächst den Erlass einer Verfügung zu verlangen. 

6.3 Sodann ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin die Ausgleichskasse fristgerecht 
und ordnungsgemäss um den Erlass einer Verfügung ersuchte. Bei der Beurteilung der 
Rechtzeitigkeit der Gesucheinreichung ist zunächst zu beachten, dass es die 
Ausgleichskasse – in Verletzung ihrer Aufklärungspflicht nach Art. 27 Abs. 1 ATSG – 
unterliess, die Beschwerdeführerin auf die Möglichkeit, eine formelle Verfügung zu 
verlangen, hinzuweisen. Ferner ist zu berücksichtigen, dass die rechtsunkundige 
Beschwerdeführerin nicht anwaltlich vertreten ist und es sich im Sozialversicherungsrecht 
regelmässig um komplexe Fragen handelt. Hingegen dürfte die Tragweite der formlosen 
Revisionsrechnungen – nämlich die Bezahlung von ausstehenden Beiträgen – ohne 
weiteres auch für einen juristischen Laien erkennbar gewesen sein. Zugunsten einer 
längeren Frist fällt letztlich ins Gewicht, dass die Revisionsrechnungen nicht begründet 
waren. Im Lichte dieser Würdigung hat das zeitnahe Handeln der Beschwerdeführerin – 
unter Berücksichtigung des Stillstands verfahrensrechtlicher Fristen vom 18. Dezember bis 
2. Januar gemäss Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG – innert knapp einem Monat ohne Weiteres 
als rechtzeitig zu gelten. Sodann bestehen für das Gesuch um Erlass einer Verfügung 
keine besonderen Formvorschriften (vgl. hiervor E. 4.3). Die Ausgleichskasse hätte folglich 
die von der Beschwerdeführerin mit Datum vom 4. Februar 2019 der Post übergebene 
"Einsprache" als Gesuch um Erlass einer Verfügung entgegennehmen müssen, 
insbesondere zumal sie es unterliess, die Beschwerdeführerin auf die Möglichkeit des 
Verfügungserlasses hinzuweisen. Dem Gesuch um Erlass einer bzw. mehrerer 
Verfügungen betreffend die Beitragspflicht der Beschwerdeführerin in den Jahren 2013 bis 
2016 ist die Ausgleichskasse zu Unrecht nicht nachgekommen. 
 
6.5. Aus diesen Gründen ist der Einspracheentscheid vom 21. August 2020 
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, über die Lohnbeiträge der 
Beschwerdeführerin für die Jahre 2013 bis 2016 mittels einsprachefähiger Verfügung im 
Sinne von Art. 49 Abs. 1 ATSG zu befinden. Aus prozessökonomischer Sicht ist die 

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Beschwerdegegnerin einzuladen, dabei die Anträge sowie die ausführliche materielle 
Begründung der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen. 

6.6 Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass für die 
sozialversicherungsrechtliche Abrechnungspflicht grundsätzlich die Ausgleichskasse am 
rechtlichen Sitz der beitragspflichtigen Arbeitgeberin zuständig ist (Art. 117 Abs. 2 der 
Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]), 
weshalb der Wohnsitzwechsel ihres Verwaltungsratspräsidenten – wie die 
Beschwerdegegnerin zu Recht anmerkt (act. 5 S. 3) – für sich allein an der Zuständigkeit 
der Ausgleichskasse nichts zu ändern vermag.

7. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos (Art. 61 
lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung). Der nicht anwaltlich 
vertretenen Beschwerdeführerin ist praxisgemäss keine Parteientschädigung 
zuzusprechen. 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Der Einspracheentscheid der Ausgleichskasse Zug vom 21. August 2020 wird 
aufgehoben und die Ausgleichskasse Zug angewiesen, über die Lohnbeiträge der 
Beschwerdeführerin für die Jahre 2013 bis 2016 zu verfügen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Beschwerdeführerin (mit ausführlicher Rechtmittelbelehrung), an 
die Ausgleichskasse Zug sowie an das Bundesamt für Sozialversicherungen, 
Bern.

Zug, 22. Februar 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am