# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 982650aa-f5da-520b-9c43-cbca0192cbf9
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-06
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Sonstiges 06.01.2022 BS 2021 98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_999_BS-2021-98_2022-01-06.pdf

## Full Text

20211214_173442_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2021 98

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. F. Ulrich
Oberrichter lic.iur. P. Huber
Gerichtsschreiber lic.iur. C. Schwegler

Beschluss vom 6. Januar 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

B.________, geb. C.________, zzt. A.________,
amtlich verteidigt durch RA lic.iur. D.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, IV. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch LSTA Jugendanwalt lic.iur. F.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versetzung im Rahmen der vorsorglichen Unterbringung

Seite 2/9

Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, IV. Abteilung (Jugendstrafverfahren), führte gegen 
B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) eine Untersuchung wegen fahrlässiger 
Verursachung einer Feuersbrunst, mehrfacher Pornographie, versuchten Diebstahls, 
mehrfacher Widerhandlungen gegen das BetmG, mehrfacher (teilweise versuchter) 
Entwendung zum Gebrauch und mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis (Verfahren 4A 
2020 836). 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, während laufender schulischer Massnahmen 
geplant zu haben, das Fahrzeug seiner Eltern zu stehlen und damit mit seinen Kollegen aus 
der Internatsschule E.________ nach Zürich oder Luzern zu fahren. Als dies nicht geklappt 
habe, sei der Beschwerdeführer in die Internatsschule E.________ gegangen, habe dort mit 
Feuer gespielt, einen Brand verursacht und die vorerwähnten Delikte begangen. Zudem 
habe der Beschwerdeführer neben Cannabis auch diverse harte Drogen konsumiert.

Am 30. Oktober 2020 habe sich der Beschwerdeführer der Polizei gestellt und erklärt, nicht 
mehr nach Hause zu gehen, da er dort seinen Vater ermorden werde. Der Beschwerdeführer 
wurde gleichentags vorläufig festgenommen und am 1. November 2020 in 
Untersuchungshaft versetzt. Am 8. November 2020 wurde er aus der Untersuchungshaft 
entlassen. Gleichentags ordnete die Staatsanwaltschaft eine stationäre Beobachtung im 
Sinne von Art. 9 JStG und eine vorsorgliche Unterbringung in einer geschlossenen 
Einrichtung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG an.

2. Mit Verfügung vom 17. November 2020 wies die Staatsanwaltschaft den Beschwerdeführer 
in Fortsetzung der vorsorglichen Unterbringung und Beobachtung in die geschlossene 
Abteilung des Jugendheimes L.________ ein. In der Folge empfahlen sowohl der Gutachter 
als auch die Fachpersonen des Jugendheimes L.________ die Weiterführung der 
Unterbringung in einem offenen, kleineren Jugendheim mit internem Schul- und 
Ausbildungsangebot. Des Weiteren empfahlen sie, für den Beschwerdeführer zeitnah eine 
Therapie zu installieren. Der Beschwerdeführer wurde entsprechend diesen Empfehlungen 
am 23. Februar 2021 aus dem Jugendheim L.________ entlassen und ins Jugendheim 
M.________ eingewiesen bzw. versetzt. 

3. Im Rahmen des Aufenthaltes im Jugendheim M.________ konnte sich der Beschwerdeführer 
gemäss den Angaben seiner Bezugsperson in dieser Institution, N.________, insbesondere 
nicht von Cannabis und harten Drogen distanzieren. Ausserdem kam es wiederholt zu 
Konflikten mit anderen Jugendlichen. Der Beschwerdeführer zeigte dabei massiv 
grenzverletzendes Verhalten mit Drohungen, Sachbeschädigungen und verbaler Gewalt. 
Tätliche Übergriffe konnten durch das Eingreifen der Betreuungspersonen oder Mitinsassen 
weitgehend verhindert werden (vgl. Vi act. 1/1 S. 71 ff. und S. 81 f.). Aufgrund der 
zunehmenden Verfehlungen und Grenzverletzungen fand am 16. April 2021 unter Beizug der 
Sozialarbeiterin der Staatsanwaltschaft eine Krisensitzung statt, anlässlich welcher dem 
Beschwerdeführer klar gesagt wurde, was man von ihm für einen weiteren Verbleib in der 
Institution erwartet. 

Seite 3/9

Am 17./18. April 2021 eskalierte die Situation gemäss O.________, Gruppenleiter 
Wohngruppe P.________ des Jugendheimes M.________, weiter. Der Beschwerdeführer 
entwich wiederholt, verletzte sich selbst (mehrfacher Handknochenbruch) und hielt sich nicht 
mehr an Regeln und Auflagen der Institution (Vi act. 1/1 S. 83 ff.). Die Leitung des 
Jugendheimes M.________ befürchtete, dass es in diesem Zusammenhang zu 
Gewaltvorfällen und Übergriffen in der Institution gegen oder unter Involvierung des 
Beschwerdeführers kommen könnte, und empfahl daher bis zur Klärung der Situation eine 
umgehende vorläufige Verlegung des Beschwerdeführers in geschlossene Strukturen. 

4. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 21. April 2021 wurde der Beschwerdeführer im 
Rahmen einer vorsorglich angeordneten geschlossenen Unterbringung im Sinne von Art. 15 
Abs. 2 JStG vorübergehend in die Strafanstalt Zug eingewiesen. Am 5. Mai 2021 konnte der 
Beschwerdeführer zur Überbrückung und weiteren Massnahmeplanung in die 
Jugendeinrichtung L.________ eintreten. Am 16. Juni 2021 wurde er zum weiteren 
Massnahmenvollzug in die offene Abteilung des Jugendheimes A.________ versetzt. In 
dieser Institution konnte der Beschwerdeführer im August 2021 eine Lehre als Küchenhilfe 
beginnen.

Aufgrund weiterer Vorfälle in den nachfolgenden Wochen, welche sich aus den 
Verlaufsberichten des Jugendheimes A.________ ergeben (Vi act. 3/4-3/6), und aufgrund 
der zunehmend festgestellten psychischen Auffälligkeiten wurde der Beschwerdeführer vom 
Kinder- und Jugendpsychiater Dr.med. G.________ und der Therapeutin lic.phil. H.________ 
untersucht. Diese stellten einen paranoid eingefärbten sozialen Interpretationsstil fest, 
verbunden mit aggressiven Handlungsimpulsen. Nebst der bereits diagnostizierten 
komplexen Traumafolgestörung gingen die Fachpersonen zudem differentialdiagnostisch von 
einer psychotischen Entwicklung des Beschwerdeführers aus. Sie empfahlen aufgrund der 
Hinweise auf Selbst- bzw. Fremdgefährdung dringend eine Versetzung in die geschlossene 
Wohngruppe. 

5. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2021 wies die Staatsanwaltschaft den Beschwerdeführer in 
Fortsetzung der vorsorglichen Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 2 JStG in die 
geschlossene Wohngruppe des Jugendheimes A.________ ein. Zusätzlich ordnete die 
Staatsanwaltschaft eine stationäre Beobachtung im Sinne von Art. 9 Abs. 1 JStG an. 

6. Gegen diese Verfügung liess der Beschwerdeführer durch seinen amtlichen Verteidiger mit 
Eingabe vom 13. Dezember 2021 Beschwerde bei der I. Beschwerdeabteilung des 
Obergerichts einreichen mit folgenden Anträgen:

1. Die Beschwerde sei gutzuheissen und die Verfügung der Jugendanwaltschaft des Kantons 
Zug vom 2. Dezember 2021 sei aufzuheben.

2. Der Beschwerdeführer sei umgehend von der geschlossenen Wohngruppe des Jugendheims 
A.________ in die halboffene Wohngruppe I.________ dort zu verlegen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz.

Seite 4/9

7. In der Vernehmlassung vom 20. Dezember 2021 beantragte die Staatsanwaltschaft die 
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Erwägungen

1. Gemäss Art. 39 Abs. 1 JStPO richten sich im Jugendstrafverfahren die Zulässigkeit der 
Beschwerde und die Beschwerdegründe nach Art. 393 StPO. Gegen die Verfügungen 
und Verfahrenshandlungen der Jugendanwaltschaft ist die Beschwerde somit 
grundsätzlich zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 39 Abs. 1 JStPO). Die 
Beschwerde ist überdies u.a. zulässig gegen die vorsorgliche Anordnung von 
Schutzmassnahmen (Art. 39 Abs. 2 lit. a JStPO). Anfechtungsobjekt bildet vorliegend 
eine Verfügung der Jugendanwaltschaft über die Versetzung im Rahmen der 
vorsorglichen Unterbringung. Mithin geht es um eine Vollzugsmassnahme im Rahmen 
einer bereits vorsorglich angeordneten Unterbringung. Die Beschwerdefähigkeit der 
angefochtenen Verfügung vom 2. Dezember 2021 ist somit gestützt auf Art. 393 Abs. 1 
lit. a StPO i.V.m. Art. 39 Abs. 1 JStPO zu bejahen. Auf die Beschwerde ist daher 
einzutreten.

2. Von Amtes wegen ist zu prüfen, ob die Jugendanwaltschaft für den Erlass der Verfügung 
vom 2. Dezember 2021 überhaupt noch zuständig war, nachdem der Fall zuvor mit der 
Anklageerhebung beim Strafgericht des Kantons Zug, Jugendgericht (Verfahren 
JG 2021 2), anhängig gemacht worden war.

Bei der (vorsorglichen) Unterbringung ordnet die Jugendanwaltschaft an, in welcher 
Erziehungs- oder Behandlungseinrichtung der Vollzug durchgeführt wird (Art. 17 Abs. 1 
JStG, Art. 42 Abs. 1 JStPO; Hug/Schläfli/Valär, Basler Kommentar, 4. A. 2019, Art. 17 JStG 
N 2). Im Rahmen einer vorsorglichen Unterbringung nach Art. 15 Abs. 1 JStG kann der 
Jugendliche kurzfristig (oder vorübergehend) auch in eine geschlossene Einrichtung versetzt 
werden (vgl. Hug/Schläfli/Valär, a.a.O., Art. 15 JStG N 8a ff.). Für den Vollzug einer im 
Vorverfahren bereits angeordneten vorsorglichen Unterbringung bleibt die 
Jugendanwaltschaft auch nach Eintritt der Rechtshängigkeit beim Jugendgericht zuständig 
(vgl. Art. 5 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 JStG und Art. 42 Abs. 1 JStPO). Soweit die 
Jugendanwaltschaft die vorsorgliche Unterbringung des Beschwerdeführers in die 
geschlossene Eintrittsabteilung des Jugendheimes A.________ als Versetzung im Rahmen 
der bereits angeordneten vorsorglichen Unterbringung betrachtet und den angefochtenen 
Entscheid auf Art. 5 i.V.m. Art. 15 JStG und Art. 29 Abs. 1 JStPO abstützt, hat sie im 
Rahmen ihrer Kompetenzen zum Vollzug der bestehenden vorsorglichen Unterbringung 
gehandelt (vgl. auch Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts Zürich UH140169 vom 
31. Juli 2014 E. III./1 f.). Die angefochtene Verfügung vom 2. Dezember 2021 ging somit von 
der zuständigen Behörde aus.

3. Die Staatsanwaltschaft begründete die Einweisung des Beschwerdeführers in die 
geschlossene Wohngruppe des Jugendheimes A.________ mit der bedenklichen 
Entwicklung des Beschwerdeführers in der offenen Abteilung. Aufgrund der 

Seite 5/9

Gegebenheiten sei eine vorübergehende Einweisung in eine geschlossene Einrichtung 
für den persönlichen Schutz sowie zum Schutz Dritter vor weiterer unzumutbarer 
Gefährdung durch den Beschwerdeführer sowie zur Sicherung und geordneten 
Durchführung der Massnahmenüberprüfung und geordneten Massnahmenplanung 
unumgänglich.

4. Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, es lägen keine sachlichen Gründe 
vor, weshalb er in die geschlossene Abteilung des Jugendheimes A.________ verlegt 
worden sei bzw. er weiterhin dort verbleiben solle. Er sei nicht psychisch krank und völlig 
klar im Kopf. In den Sitzungen mit seiner Therapeutin habe er sich dieser gegenüber nie 
dahingehend geäussert, Stimmen in seinem Kopf gehört zu haben. Offenbar wollten 
seine Therapeutin und der Arzt ihm etwas anhängen. Er sei nicht bereit, die ihm 
verschriebenen Medikamente zu nehmen. Diese seien nicht erforderlich und er fühle sich 
auch ohne solche gesund. Es liege keine Selbst- oder Drittgefährdung vor; ausserdem 
sei er nicht aggressiv. Er habe sich in der offenen Abteilung lediglich verteidigt, wenn 
andere Jugendliche ihn bedroht oder provoziert hätten. Auch sei ihm noch nie in den 
Sinn gekommen, Suizid zu begehen.

Unter dem Blickwinkel der Verhältnismässigkeit sei eine Beobachtung auch auf der offenen 
Abteilung möglich. Es sei schwierig für ihn, ausser am Donnerstagnachmittag und 
Freitagvormittag die ganze Zeit in seinem Zimmer verbringen zu müssen, wo er keiner 
Beschäftigung nachgehen könne. Ausserdem belaste ihn, dass ihm kein Zeitfenster genannt 
werden könne, wann er wieder aus der geschlossenen Abteilung entlassen werde. Aus dem 
Jugendheim A.________ sei er noch nie entwichen und er werde dies auch nicht tun, wenn 
er wieder in die offene Wohngruppe zurückversetzt würde.

Im ersten forensisch-psychologischen Gutachten von lic.phil. J.________ sei bei ihm keine 
psychischen Auffälligkeiten festgestellt worden. Die in der Stellungnahme vom 29. November 
2021 diagnostizierten psychischen Auffälligkeiten seien zu unbestimmt und zu unklar, als 
dass gestützt darauf eine Einweisung in die geschlossene Wohngruppe gerechtfertigt werden 
könne. So werde etwa nicht erwähnt, seit wann die behaupteten Auffälligkeiten festgestellt 
worden seien und unter welchen psychischen Erkrankungssymptomen er genau leide.

5. Nach Art. 15 Abs. 1 JStG ordnet die urteilende Behörde die Unterbringung des 
Jugendlichen an, wenn dessen notwendige Erziehung und Behandlung nicht anders 
sichergestellt werden kann. Die Unterbringung erfolgt namentlich bei Privatpersonen oder 
in Erziehungs- oder Behandlungseinrichtungen, die in der Lage sind, die erforderliche 
erzieherische oder therapeutische Hilfe zu leisten. Die Unterbringung in einer 
geschlossenen Einrichtung darf gemäss Art. 15 Abs. 2 JStG nur angeordnet werden, 
wenn sie für den persönlichen Schutz oder für die Behandlung der psychischen Störung 
des Jugendlichen unumgänglich (lit. a) oder für den Schutz Dritter vor schwer wiegender 
Gefährdung durch den Jugendlichen notwendig ist (lit. b). Nach Art. 15 Abs. 3 JStG 
ordnet die urteilende Behörde vor der Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung 
eine medizinische oder psychologische Begutachtung des Jugendlichen an, falls eine 
solche nicht bereits erstellt wurde. Als für den Schutz des Jugendlichen unumgänglich im 
Sinne von Art. 15 Abs. 2 lit. a JStG kann sich eine geschlossene Unterbringung etwa 
erweisen, wenn er während einer laufenden Schutzmassnahme immer wieder entweicht, 

Seite 6/9

da insoweit nur mittels Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung sichergestellt 
werden kann, dass der Jugendliche die erforderliche psychotherapeutische Behandlung 
erhält. Eine geschlossene Unterbringung kann sich besonders bei Drittgefährdung im 
Sinne von Art. 15 Abs. 2 lit. b JStG auch aufdrängen, wenn ein Jugendlicher jegliche 
Zusammenarbeit verweigert, therapeutisch-erzieherisch unerreichbar ist und zudem 
weitere schwere Delikte begeht bzw. sich in immer grössere Schwierigkeiten verstrickt. 
Mit fehlender Motivation und schlechter Führung soll der Jugendliche nicht eine weniger 
eingreifende Massnahme erzwingen können. Jungen Straftätern soll durch die 
Massnahme gerade die Chance einer noch möglichen Förderung ihrer 
Persönlichkeitsentwicklung eröffnet werden. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 
5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 2 und 3 BV) gilt im gesamten Massnahmenrecht, sowohl bei 
der Anordnung von Massnahmen als auch bei den Folgeentscheiden. Gemäss Art. 1 Abs. 
2 lit. c JStG ist Art. 56 Abs. 2 StGB, welcher die Verhältnismässigkeit im 
Massnahmenrecht konkretisiert, sinngemäss anwendbar. Das 
Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt, dass die Massnahme geeignet ist, beim 
Betroffenen die Legalprognose zu verbessern. Weiter muss die Massnahme notwendig 
sein. Sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme für 
den angestrebten Erfolg ausreichen würde. Schliesslich muss zwischen dem Eingriff und 
dem angestrebten Zweck eine vernünftige Relation bestehen (Verhältnismässigkeit i.e.S.; 
Urteil des Bundesgerichts 6B_326/2020 vom 17. April 2020 E. 3.3.2 f. m.H.).

6. Der Beschwerdeführer beanstandet die aus seiner Sicht unzutreffenden Ausführungen 
von Dr.med. G.________ (Konsiliarpsychiater) und lic.phil. H.________ (Leitung 
Therapie) in deren Stellungnahme vom 29. November 2021 zu seinem aktuellen 
psychischen Zustand (Vi act. 3/7). Diese Rügen sind unbegründet, wie nachfolgend zu 
zeigen ist. 

6.1 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers sind die bei ihm diagnostizierten 
psychischen Auffälligkeiten in der betreffenden Stellungnahme hinreichend klar 
umschrieben. Es wird in zeitlicher Hinsicht ausgeführt, dass beim Beschwerdeführer seit 
mehreren Wochen vermehrt Auffälligkeiten im formalen Denken zu beobachten seien. 
Der Beschwerdeführer wirke stark angetrieben und bejahe zudem "Stimmenhören". 
Gestützt auf die diagnostische Abklärung des Beschwerdeführers sei ein paranoid 
eingefärbter Interpretationsstil erkennbar, verbunden mit aggressiven 
Handlungsimpulsen. Differentialdiagnostisch müsse von einer psychotischen Entwicklung 
ausgegangen werden.

Diese Einschätzungen erweisen sich als schlüssig und nachvollziehbar. Entgegen der 
Auffassung des Beschwerdeführers erscheint hinreichend klar, unter welcher 
psychischen Erkrankung der Beschwerdeführer leidet und seit wann diese Auffälligkeiten 
festgestellt worden sind. Aufgrund der Ausführungen in der Stellungnahme vom 29. 
November 2021 und insbesondere der erwähnten psychotischen Entwicklung sind die 
Behauptungen des Beschwerdeführers, völlig klar im Kopf und nicht psychisch krank zu 
sein, offensichtlich unzutreffend. Es ist im Übrigen auch nicht nachvollziehbar, weshalb in 
der Stellungnahme das "Stimmenhören" aufgeführt worden wäre, wenn der 
Beschwerdeführer nicht tatsächlich entsprechende Äusserungen gegenüber seiner 
Therapeutin gemacht hätte.

Seite 7/9

6.2 Unerheblich ist in diesem Zusammenhang der Hinweis des Beschwerdeführers auf ein 
früheres forensisch-psychologisches Gutachten von lic.phil. J.________ vom 20. Januar 
2021, worin beim Beschwerdeführer keine psychischen Auffälligkeiten festgestellt 
wurden, sondern zum einen von einer erzieherischen Fehlentwicklung und zum anderen 
von einer Abhängigkeitsentwicklung (insbesondere Drogenkonsum) ausgegangen wurde. 
Massgebend für die Beurteilung der Frage, ob eine Einweisung des Beschwerdeführers 
in eine geschlossene Einrichtung zum jetzigen Zeitpunkt gerechtfertigt ist, sind die 
Gegebenheiten, wie sie sich aktuell darstellen, und die Entwicklung des 
Beschwerdeführers in den letzten Wochen. Der Beschwerdeführer kann damit aus einem 
früheren Gutachten nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

6.3 Aufgrund der Ausführungen in der Stellungnahme von Dr.med. G.________ und lic.phil. 
H.________ vom 29. November 2021 erweist sich eine Einweisung des 
Beschwerdeführers in die geschlossene Abteilung des Jugendheimes A.________ zur 
Behandlung der psychischen Störung des Beschwerdeführers ohne Weiteres als 
erforderlich, geeignet und überdies als verhältnismässig: So wird insbesondere erwähnt, 
dass die Gruppendynamik in der offenen Abteilung den Beschwerdeführer in einen 
anhaltenden inneren Spannungszustand bringe, der die Symptomatik ungünstig 
beeinflusse. Es werde daher dringend ein Wohngruppenwechsel empfohlen zur 
psychischen Stabilisierung, medikamentösen Einstellung und zur weiteren 
diagnostischen Abklärung. Des Weiteren sei aufgrund der Hinweise auf Selbst- und 
Fremdgefährdung die Versetzung in die geschlossene Wohngruppe indiziert. Diese 
Empfehlungen der beiden Fachpersonen werden im Übrigen auch durch die 
Ausführungen in der pädagogischen Stellungnahme des Erziehungsleiters K.________ 
vom 16. Dezember 2021 gestützt: So führte dieser aus, der Beschwerdeführer sei in 
letzter Zeit in der Grossgruppe der Kooperativen Wohngruppen I.________ überfordert 
gewesen. Sein Cannabiskonsum häufe sich. Da er regelmässig mit anderen 
Jugendlichen Cannabis konsumiere, könne er sich nicht mehr abgrenzen. Der Konsum 
von Substanzen bei einer psychotischen Entwicklung/Störung oder deren Annahme sei 
hinderlich in der Bearbeitung der Symptome und der Erkennung. Die 
Misstrauenstendenzen des Beschwerdeführers, die Bagatellisierung, Externalisierung 
und "Lügen von und in Situationen" hätten sich gehäuft und seien regelmässig Thema in 
der Alltagsstruktur gewesen. Selbst- und Fremdgefährdungen (Sachbeschädigungen, 
Verletzungen, Gewalt gegen sich und andere) hätten zugenommen. Entsprechend diene 
eine vorübergehende Platzierung in der geschlossenen Wohngruppe des Jugendheimes 
A.________ der Reizabschirmung, der Verminderung/Verhinderung von Konsum und der 
medikamentösen Einstellung (Vi act. 3/8). 

Auch wenn der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren wie auch in den Sprechstunden 
eine Selbst- und Drittgefährdung bestreitet, kann eine solche zum jetzigen Zeitpunkt 
jedenfalls nicht ausgeschlossen werden. Zum einen hat sich der Beschwerdeführer selbst 
verletzt und sich dabei einen mehrfachen Handknochenbruch zugezogen, zum andern wird in 
der Stellungnahme vom 29. November 2021 ausgeführt, dass seine Äusserungen zu Selbst- 
und Drittgefährdung im therapeutischen Setting weniger klar seien. Dazu kommt, dass wie 
erwähnt beim Beschwerdeführer aggressive Handlungsimpulse bejaht wurden, sich solche 
Anhaltspunkte auch aus den Akten ergeben und insbesondere auch in der pädagogischen 

Seite 8/9

Stellungnahme des Erziehungsleiters darauf hingewiesen wurde. An der 
Verhältnismässigkeit der angeordneten Massnahme vermag auch nichts zu ändern, dass der 
Beschwerdeführer beteuert, er werde bei einer Rückversetzung in die offene Wohngruppe 
nicht entweichen und sei auch im Jugendheim A.________ noch nie entwichen. Aus den 
Akten geht immerhin hervor, dass der Beschwerdeführer im April 2021 mehrmals aus dem 
Jugendheim M.________ entwichen ist, womit auch ein Entweichen bei einer Rückkehr in die 
offene Wohngruppe nicht als unwahrscheinlich erscheint.

7. Angesichts der Ausführungen in den erwähnten Stellungnahmen erscheint die von der 
Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Verfügung angeordnete Einweisung des 
Beschwerdeführers in die geschlossene Wohngruppe des Jugendheimes A.________ im 
Sinne eines Time-Out als angezeigt und geeignet, um den Beschwerdeführer gesundheitlich 
zu stabilisieren, damit dieser in der Folge wieder einer geregelten Tagesstruktur nachgehen 
sowie seine angefangene Ausbildung in der halboffenen Wohngruppe I.________ 
weiterführen und abschliessen kann. Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet 
und ist abzuweisen.

8. Bei diesem Ausgang sind der Beschwerdeführer und seine Eltern unter solidarischer 
Haftbarkeit kostenpflichtig (Art. 44 Abs. 2 und 3 JStPO i.V. mit Art. 428 Abs. 1 StPO). Der 
Beschwerdeführer hat dem Staat die Kosten zu bezahlen, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben (Art. 44 Abs. 2 und 3 JStPO i.V. mit Art. 426 Abs. 1 und Art. 425 
StPO).

Der amtliche Verteidiger ist für das Beschwerdeverfahren aus der Staatskasse angemessen 
zu entschädigen und der Beschwerdeführer und seine Eltern sind unter solidarischer 
Haftbarkeit verpflichtet, dem Staat diese Kosten zu vergüten. Der Beschwerdeführer hat dem 
Staat diese Kosten zu bezahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 44 Abs. 2 und 3 JStPO i.V. mit Art. 426 Abs. 1 Satz 2 und Art. 135 Abs. 4 StPO).

Beschluss

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 800.00 Gebühren
CHF 20.00 Auslagen
CHF 820.00 Total

und werden dem Beschwerdeführer und seinen Eltern unter solidarischer Haftbarkeit 
auferlegt. Der Beschwerdeführer hat dem Staat diese Kosten zu bezahlen, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

3. Der amtliche Verteidiger des Beschwerdeführers, RA lic.iur. D.________, wird für das 
Beschwerdeverfahren mit CHF 1'500.00 (inkl. Auslagen und MWST) aus der Staatskasse 
entschädigt.

Seite 9/9

4. Der Beschwerdeführer und seine Eltern werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, 
dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung von insgesamt CHF 1'500.00 (inkl. 
Auslagen und MWST) zu vergüten. Der Beschwerdeführer hat dem Staat diese Kosten zu 
bezahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

5. Gegen die Ziff. 1, 2 und 4 dieses Entscheids ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich 
nach Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides 
und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen.

6. Gegen Ziff. 3 dieses Entscheids ist die Beschwerde gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b in 
Verbindung mit Art. 393 ff. der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO) sowie in 
Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 JStPO zulässig. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen seit 
Zustellung des Entscheids schriftlich und begründet sowie unter Beilage des Entscheids 
beim Bundesstrafgericht, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, einzureichen.

7. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- RA lic.iur. D.________
- Strafgericht des Kantons Zug, Jugendgericht (JG 2021 2)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer lic.iur. C. Schwegler
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: