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**Case Identifier:** 33e1076a-5c33-57fd-b359-4b52b60cd370
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 15.03.2016 LB150026
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB150026_2016-03-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    

 

 

Geschäfts-Nr.: LB150026-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter Dr.  

P. Higi und Ersatzrichterin Prof. Dr. I. Jent-Sørensen sowie Ge-

richtsschreiber lic. iur. T. Engler. 

Urteil vom 15. März 2016 

 

in Sachen 

 
A._____ AG,  

Beklagte und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Kläger und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

betreffend Forderung und Befehl 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 12. März 2015; 

Proz. CG100077 

- 2 - 

Rechtsbegehren (act. 2): 

" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von 
CHF 378'173.11 nebst Zins zu 5% ab 7. April 2009 zu zahlen, 

 und 
2. der Beklagten sei unter Androhung der Bestrafung wegen Unge-

horsams im Sinne von Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall zu 
befehlen, dem Kläger innert 20 Tagen ab Rechtskraft des Urteils 
eine überprüfbare und detaillierte Schlussabrechnung unter Aus-
weis vereinnahmter Retrozessionen sowie einen Schlussbericht 
über ihre Tätigkeit abzulegen; 

 unter Kosten- und Entschädigungsfolgen einschliesslich Mehrwertsteu-
er zulasten der Beklagten." 

 
 

Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Abteilung, vom 12. März 2015             
(act. 106  = act. 108 S. 63 f.): 

"1.  Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger CHF 319'571.10 nebst Zins zu 

5 % seit 7. April 2009 zu bezahlen. Im Mehrumfang wird die Klage betref-

fend Rechtsbegehren 1 abgewiesen. 

 2. Der Beklagten wird unter Androhung der Bestrafung wegen Ungehorsams 

im Sinne von Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall befohlen, dem Kläger in-

nert 20 Tagen ab Rechtskraft des Urteils eine überprüfbare und detaillierte 

Schlussabrechnung unter Ausweis vereinnahmter Retrozessionen abzule-

gen. Im Mehrumfang wird die Klage betreffend Rechtsbegehren 2 abgewie-

sen. 

 3. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

CHF 35'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 13'500.–   Gutachten 

CHF 50.–   Zeugenentschädigung 

CHF 48'550.– Total 

 

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 4. Die Kosten werden dem Kläger zu 1/7 und der Beklagten zu 6/7 auferlegt. 

Der Kostenanteil der Beklagten wird soweit ausreichend von dem von ihr im 

vorliegenden Verfahren geleisteten Barvorschuss bezogen. 

 5. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Prozessentschädigung von 

CHF 32'322.85 zu bezahlen. 

 6./7. Schriftliche Mitteilung/Rechtsmittel"  

 

Berufungsanträge: 

der Berufungsklägerin (act. 105 S. 2): 
 
"Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 12. März 2015  
(Geschäfts-Nr. CG100077-G) sei aufzuheben und die Klagen (Rechtsbe- 
gehren Ziffern 1 und 2) seien vollumfänglich abzuweisen;  
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers/Berufungs-
beklagten". 
 
 
des Berufungsbeklagten (act. 114 S. 2): 
 
"Es sei die Berufung abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu-
züglich MWSt zulasten der Beklagten und Berufungsklägerin".  

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Mutter des am tt. November 1981 geborenen Klägers hatte der Be-

klagten im Jahre 1995 einen Vermögensverwaltungsauftrag erteilt. Bei ihrem Tod 

am tt.mm.1998 hinterliess sie als einzigen Erben den Kläger, der in jenem Zeit-

punkt noch minderjährig war. In ihrem Testament vom 10. Februar 1996 hatte sie 

die Beklagte als Willensvollstreckerin eingesetzt. Die Beklagte nahm das Willens-

vollstreckermandat an. Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde C._____ vom 

tt.mm.1998 wurde D._____, Gründer und Verwaltungsrat der Beklagten, zum 

Vormund des noch minderjährigen Klägers bestellt, wie es sich seine Mutter tes-

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tamentarisch gewünscht hatte. Die Vormundschaft erlosch, als der Kläger am tt. 

November 1999 volljährig geworden war. 2004, nachdem sich D._____ und der 

Kläger zerstritten hatten, endete das Mandat der Beklagten. Darüber, ob sich dar-

aus ein Verlust ergeben hat, wie hoch dieser ist und ob er von der Beklagten zu 

ersetzen ist, sind sich die Parteien uneinig. Darüber ist im vorliegenden Verfahren 

zu entscheiden.  

 2. Die Vorinstanz hat die Klage im Umfang von Fr. 319'571.10 nebst Zins zu 

5 % seit 7. April 2009 (eingeklagt waren Fr. 378'173.11) teilweise gutgeheissen 

(act. 106 S. 63, Dispositiv-Ziffer 1). Ausserdem wurde die Beklagte verpflichtet, 

eine überprüfbare und detaillierte Schlussabrechnung unter Ausweis vereinnahm-

ter Retrozessionen vorzulegen (act. 106 S. 63, Dispositiv-Ziffer 2). Mit Eingabe 

vom 5. Mai 2015 (Poststempel) erhob die Beklagte rechtzeitig Berufung 

(act. 105). Mit Verfügung vom 12. Mai 2015 auferlegte ihr die Kammer einen Kos-

tenvorschuss von Fr. 18'300.–, der rechtzeitig geleistet wurde (act. 109, 111). Mit 

einer weiteren Verfügung vom 24. Juli 2015 wurde dem Kläger Frist zur Beru-

fungsantwort angesetzt (act. 112), die am 26. August 2015 (Poststempel) recht-

zeitig erstattet wurde. Die Berufungsantwort ist der Beklagten zur Kenntnis zuge-

stellt worden (act. 116). Damit ist die Sache spruchreif.  

 3. Im vorinstanzliche Verfahren war die zürcherische ZPO anzuwenden 

(act. 106 E. 1.4). Für das Rechtsmittelverfahren gilt die schweizerische Zivilpro-

zessordnung (Art. 405 Abs. 1 ZPO). Dass das neue Recht zur Anwendung ge-

langt, spielt unter anderem im Zusammenhang mit dem Novenrecht im Beru-

fungsverfahren eine Rolle. Während § 267 i.V.m. § 115 nach der zürcherischen 

ZPO grosszügige Ausnahmen von der Novenbeschränkung enthielt (insbes. in 

Ziff. 2: "Behauptungen, Bestreitungen und Einreden, deren Richtigkeit sich aus 

den Prozessakten ergibt oder die durch neu eingereichte Urkunden sofort bewie-

sen werden können"), gilt nach der schweizerischen ZPO, dass neue Tatsachen 

und Beweismittel nur noch berücksichtigt werden, wenn sie – unverzüglich vorge-

bracht – "trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht 

werden konnten" (Art. 317 Abs. 1 ZP0). Dass die neue ZPO in dieser Hinsicht ei-

ne Beschränkung mit sich brachte, musste anwaltlich vertretenen Parteien be-

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kannt sein. Der zweite Schriftenwechsel im vorinstanzlichen Verfahren wurde im 

Jahre 2011, und damit nach in Krafttreten der schweizerischen ZPO erstattet, so 

dass mit Blick auf die bereits in Kraft getretenen Änderungen des Novenrechts im 

Berufungsverfahren von den Parteien die nötigen Vorkehren hätten getroffen 

werden können bzw. müssen. Soweit in der Berufung Neues vorgebracht wird, 

das bereits im erstinstanzlichen Verfahren hätte vorgebracht werden können, ist 

dies deshalb unzulässig.  

 4. Mit der Berufung gemäss Art. 308 ff. ZGB kann sowohl die unrichtige 

Rechtsanwendung als auch die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend 

gemacht werden. Unrichtige Rechtsanwendung liegt auch vor, wenn das Gericht 

das ihm zustehende Ermessen nicht pflichtgemäss ausgeübt hat. Die Berufungs-

instanz kann sämtliche Mängel frei und uneingeschränkt prüfen, vorausgesetzt, 

dass sich der Berufungskläger mit den Entscheidgründen der ersten Instanz – 

soweit für die Berufung relevant – auseinandersetzt (ZR 110/2011 Nr. 80). Die 

entsprechenden Rügen sind in der Berufungsschrift zu begründen (vgl. BGE 138 

III 374 = Pra 2013 Nr. 4, je E. 4.3.1). Die Begründung muss genügend ausführlich 

sein, damit die Berufungsinstanz sie ohne weiteres verstehen kann: "Il incombe 

toutefois au recourant de motiver son appel (art. 311 al. 1 CPC), c'est-à-dire de 

démontrer le caractère erroné de la motivation attaquée. Pour satisfaire à cette 

exigence, il ne lui suffit cependant pas de renvoyer aux moyens soulevés en pre-

mière instance, ni de se livrer à des critiques toutes générales de la décision atta-

quée. Sa motivation doit être suffisamment explicite pour que l'instance d'appel 

puisse la comprendre aisément, ce qui suppose une désignation précise des pas-

sages de la décision que le recourant attaque et des pièces du dossier sur les-

quelles repose sa critique" (BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Soweit diese Vorausset-

zungen erfüllt sind, wendet die Berufungsinstanz das Recht von Amtes wegen an 

(Art. 57 ZPO). Die Berufungsinstanz ist weder an die Argumente der Parteien 

noch an die Begründung des vorinstanzlichen Entscheides gebunden (vgl. BGE 

133 II 249 E. 1.4.1 m.w.H.). Sie darf sich auf die wesentlichen Erwägungen kon-

zentrieren, von welchen sie sich hat leiten lassen (so z.B. auch BK ZPO-Hurni,  

N. 60 f. zu Art. 53).  

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II. 

 1.  Vorinstanzlicher Entscheid 

 a) Die Vorinstanz ging davon aus, dass die Beklagte – als von der verstor-

benen E._____ mandatierte Vermögensverwalterin und als von ihr eingesetzte 

Willensvollstreckerin – nach dem Tod von Frau E._____ keine "Doppelfunktion" 

inne hatte, sondern dass das Verhalten der Beklagten einzig unter dem Gesichts-

punkt der Willensvollstreckung zu beurteilen sei (act. 106 S. 5 f.). Dauer-

Willensvollstreckungen seien nur bezüglich der frei verfügbaren Quote möglich, 

sie müsse vom Erblasser klar und eindeutig angeordnet worden sein bzw. die Er-

ben könnten einer Dauerwillensvollstreckung zustimmen. Die Kompetenzen des 

Willensvollstreckers seien sehr weitreichend; er müsse keine Anweisungen der 

Erben befolgen, aber auf ihre schutzwürdigen Interessen Rücksicht nehmen 

(act. 106 S. 7). Die testamentarische Anordnung einer Verwaltung des gesamten 

Nachlasses bis zum 20. Altersjahr des Klägers (auf eine behauptete längere Dau-

er bis zum Alter 25 [act. 12 Rz 8] werde nicht abgestellt), sei es durch die Beklag-

te oder durch D._____, habe den Pflichtteil des Klägers verletzt, wobei der Kläger 

daraus nichts zu seinen Gunsten ableite (act. 106 S. 9 E. 3.3.3.1.).  

 Die Einsetzung von D._____ als Vermögensverwalter und der Beklagten als 

Willensvollstreckerin sei widersprüchlich (act. 106 S. 9 E. 3.3.3.3.). Vorgaben be-

treffend die Verwaltung des Nachlassvermögens ergäben sich aus dem Testa-

ment nicht (act. 106 S. 10 E. 3.3.3.4.). Der Kläger bezeichne einzig die von der 

Beklagten getätigten Optionsgeschäfte als pflichtwidrig (act. 106 S. 10 

E. 3.4.2.1.). Die Beklagte mache geltend, D._____ habe den Kläger nach dem 

Tod seiner Mutter über die Vermögensverhältnisse und über den angeblich be-

stehenden Vermögensverwaltungsauftrag orientiert und darauf hingewiesen, dass 

er die Verwaltung im bisherigen Rahmen weiterführe, und zwar mittels Eröff-

nungsbilanz per tt.mm.1998 sowie mit einem detaillierten Anlageverzeichnis, aus 

dem ersichtlich gewesen sei, dass bereits damals Optionsgeschäfte getätigt wor-

den seien (act. 106 S. 10 E.3.4.2.2). Nach den Behauptungen der Beklagten solle 

der Kläger ausdrücklich mit der Fortführung der bisherigen Vermögensverwal-

tungstätigkeit einverstanden gewesen sein, was der Kläger allerdings bestreite 

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und ausserdem sein jugendliches Alter und seine Unerfahrenheit dafür anführte, 

dass er nicht in der Lage gewesen sei, Anlage- und Verwaltungsstrategien zu 

verstehen; das schliesse eine Genehmigung aus (act. 106 S. 10 f. E. 3.4.2.2.). 

Die Beklagte bestehe darauf, dass der Kläger von den Optionsgeschäften und de-

ren Risiken Kenntnis gehabt habe. Der (ohnehin auf nur ein Depot beschränkte) 

Vermögensverwaltungsauftrag vom 17. Februar 1995 sei nicht auf den Kläger 

übergegangen; massgeblich für die Rechte und Pflichten der Beklagten sei die 

Willensvollstreckung (act. 106 S. 11 E. 3.4.2.3.). Entscheidend sei, ob der Kläger 

von den Optionsgeschäften gewusst und diesen in Kenntnis der damit verbunde-

nen Risiken zugestimmt habe (act. 106 S. 11). Bezüglich der Bankverbindung 

Vontobel habe die Beklagte eine Verwaltungsvollmacht gehabt. Diese sei jedoch 

nicht vom Kläger, sondern von D._____ als Vormund des Klägers unterzeichnet 

worden, der auch als Organ der Beklagten unterzeichnet habe, was ein Insichge-

schäft gewesen sei (act. 106 S. 12). Von mm.1998 bis März 2004 seien dem Klä-

ger unbestrittenermassen Bilanzen und Erfolgsrechnungen vorgelegt worden und 

die Beklagte mache geltend, es habe jeweilen eine Bilanzbesprechung stattge-

funden, an der auch die Optionsgeschäfte zur Sprache gekommen seien. Aller-

dings wolle der Kläger all das nicht verstanden haben und bestreite, dass ihm je 

eine Performance-Übersicht gezeigt worden sei (act. 106 S. 12). Die Vorbringen 

des Klägers müssten so verstanden werden, dass er die ganze Materie nicht ver-

standen habe (act. 106 S. 12). Dass der Kläger über die erfreulichen Ergebnisse 

der Jahre 1998-2000 orientiert worden und hoch erfreut gewesen sei, bestreite 

dieser, so dass darüber Beweis zu erheben gewesen sei (act. 106 S. 13). Die 

Beweislast für das behauptete Einverständnis mit den Optionsgeschäften in 

Kenntnis der damit verbundenen Risiken habe die Beklagte getragen (act.106  

S. 13 E. 3.4.3.2.). Dabei hätte es genügt, wenn der Kläger mit einer Anlagestrate-

gie einverstanden gewesen wäre, welche Optionsgeschäfte umfasste, wie sie die 

Beklagte auch tatsächlich vorgenommen habe (act. 106 S. 13 f.). Die Zeugenaus-

sage von D._____, Gründungsmitglied und VR-Präsident der Beklagten, sei ins-

gesamt, selbst bei mehrfacher Nachfrage, detailarm und ausweichend gewesen 

(act. 106 S. 21 E. 3.4.2.3). Der Zeuge habe sich nicht selber belastet und immer 

wieder die eigene Kompetenz betont. Inhaltlich sei nicht erkennbar, wie der Zeuge 

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dem unerfahrenen Kläger die Funktionsweise und Risiken von Optionsgeschäften 

konkret erklärt habe. Die Zeugin F._____, die Tante des Klägers, für die der Klä-

ger wie ein Sohn sei, die aber gleichzeitig auch Arbeitnehmerin und Beratungs-

kundin bei der Beklagten sei (act. 106 E. 3.4.4.3.1.), könne nicht entnommen 

werden, dass der Kläger von den Optionsgeschäften gewusst und dass er den 

Risiken zugestimmt habe (act. 106 S. 21 f. E. 3.4.4.3.2. und E. 3.4.4.3.3.). Der 

Zeuge G._____ (act. 106 S. 23 ff.) habe sich als klassischer Geschäftsfreund von 

D._____ bezeichnet. Er verharmlose die Optionsgeschäfte. Dass damit das Risiko 

nicht erhöht werde, sei schlicht unzutreffend (act. 106 S. 23 E. 3.4.4.4.1.). An-

haltspunkte für eine Kenntnis des Klägers von den Optionsgeschäften bzw. eine 

Zustimmung in Kenntnis der Risiken enthalte auch diese Aussage nicht (act. 106 

S. 25). Die Einvernahme des Klägers – ohne Beweiskraft für die eigenen Behaup-

tungen – habe ergeben, dass er nicht ausdrücklich abgelehnt hatte, dass die Be-

klagte Optionsgeschäfte tätigte (act. 106 S. 27 Rz 3.4.4.5.5.). Auch die Prüfung 

der diversen Urkunden als Beweismittel habe keine Hinweise darauf ergeben, 

dass der Kläger um die Optionsgeschäfte wusste und ihre Risiken kannte 

(act. 106 S. 28 ff.). Bilanz- und Erfolgsrechnungen des Klägers aus den Jahren 

1998 bis 2004 würden (unter anderem) Bezeichnungen "Soffex", "Eurex", "Put" 

und "Call" enthalten. Damit sei weder genügend deutlich auf die Optionsgeschäfte 

hingewiesen worden, noch würden sich Hinweise auf die Risiken ergeben 

(act. 106 S. 29 E. 3.4.4.6.4.). Ein etwas deutlicherer Hinweis finde sich im Vermö-

gensverzeichnis der Credit Suisse, wo von Optionsanleihen, Optionsanlagen und 

Options die Rede sei, allerdings ohne jeglichen Bezug zum Risiko (act. 106 S. 30 

E. 3.4.4.6.5.). Das Begleitschreiben vom 13. Januar 2001 zu Bilanz und Erfolgs-

rechnung enthalte lediglich den Begriff "Eurex" (act. 106 S. 30 E. 3.4.4.6.6.). In 

der Vereinbarung über eine Lombardkredit-Limite vom 11.7./10.9.2002 sei der 

Begriff Optionsgeschäft ausdrücklich verwendet worden, allerdings nur als eines 

unter anderen (act. 106 S. 30 f. E. 3.3.3.6.7). Dass der Kläger, wie die Beklagte 

ausführe, den Zusammenhang zwischen höheren Renditen und höherem Risiko 

verstanden habe, entbinde nicht von der Aufklärung über die Risiken eines kom-

plexen Finanzgeschäfts; die Einwilligung sei nicht nachgewiesen und noch weni-

ger die Behauptung, der Kläger sei über die Anlagestrategie informiert gewesen 

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(act. 106 S. 31 f. E. 3.4.4.7.). Die angerufenen Beweismittel hätten nicht erbracht, 

es habe der Kläger gewusst, dass die von der Beklagten verfolgte Anlagestrategie 

auch Optionsgeschäfte umfasste und er in Kenntnis der damit verbundenen Risi-

ken zugestimmt habe (act. 106 S. 32 E. 3.4.4.8). Fehle die Einwilligung, so sei zu 

prüfen, ob die Tätigung von Optionsgeschäften im Rahmen von Willensvollstre-

ckungen korrekt sei (act. 106 S. 32 E. 3.4.4.9.). Sofern es keine Vorgaben des  

Erblassers bzw. der Erben gebe, so müsse der Willensvollstrecker nach seiner 

eigenen Strategie vorgehen; er habe einen grossen Ermessenspielraum, im Vor-

dergrund stehe die Erhaltung, Ziel müsse aber auch die Vermehrung sein 

(act. 106 S. 32 E. 3.5.1).  

 Die Vorinstanz erwähnt einen Briefwechsel mit der Vormundschaftsbehörde 

C._____ im Jahr 1999: Die VB habe im Zusammenhang mit dem Inventar vom 

mm.1998 die Herbeiführung der Mündelsicherheit verlangt. Die Beklagte habe 

aus folgenden Gründen keinen Handlungsbedarf gesehen: Die Anlagen seien mit 

dem Kläger besprochen, der diesbezüglich bereits weitgehend urteilsfähig gewe-

sen sei. Eine Umschichtung hätte erhebliche und unnötige Kosten verursacht. Die 

Anlagen seien durchaus konservativ und im Sinne der verstorbenen Mutter des 

Klägers gewesen. Es sei zu schliessen, dass das Nachlassvermögen auch in Zu-

kunft konservativ angelegt bleibe, weil Risiken von der Vormundschaftsbehörde 

mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht akzeptiert worden wären 

(act. 106 S. 33 f. E. 3.5.2.2.). Dem hält die Vorinstanz entgegen, dass Kauf und 

Verkauf von Optionen spekulative und riskante Formen von Vermögensanlagen 

seien, vor allem bei Call-Optionen, was sich mit dem Gebot der Substanzerhal-

tung nicht vertrage. Selbst wenn die Mutter des Klägers lebzeitig eine solche An-

lagestrategie verfolgt hätte, hätte diese Strategie nach ihrem Tod angepasst wer-

den müssen. Die Tätigung von Optionsgeschäften bedeute im Zusammenhang 

mit Willensvollstreckungen eine Pflichtverletzung (act. 106 S. 35 E. 3.5.2.2.).  

 Die Vorinstanz attestiert dem Kläger, den geltend gemachten Schaden aus 

dem Optionshandel äusserst genau und detailliert substantiiert zu haben (act. 106 

S. 38 f. E. 4.6.1.). Er schlüssle sie auf mit Fr. 176'381.45 (bei der Credit Suisse 

durch Glattstellung entstandene Verluste), Fr. 148'996.93 (bei der Bank Vontobel 

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durch Glattstellung entstandene Verluste), Fr. 56'833.50 (bei der Credit Suisse 

durch nicht glattgestellte Optionspositionen entstandene Verluste) und  

Fr. 47'911.– (bei der Credit Suisse durch nicht glattgestellte Optionspositionen 

entstanden Verluste). Bei Addition dieser Beträge ergebe sich ein Verlust von To-

tal Fr. 430'122.88. Die Beklagte halte dem Verlust (genügend substantiierte) Opti-

onsgeschäfte mit Gewinn in der Höhe von Fr. 7'296.95 entgegen (act. 106 S. 39 

E. 4.6.2.). Bezüglich Swiss Life, Swiss Re, Zurich Financial, Zurich Allied, Serono 

und UBS seien die Behauptungen der Beklagten hinsichtlich der Gewinne aller-

dings nicht genügend substantiiert, so dass die mit jenen Titeln erzielten Verluste 

von insgesamt Fr. 154'726.36 als unbestritten gelten müssten. Der Verlust als 

solcher sei nicht bestritten, es werde aber geltend gemacht, dass die Beklagte 

auch Optionsgeschäfte der Titel Adecco, Credit Suisse AG, Nestlé, Novartis,  

Roche und Swisscom mit einem Gewinn von Fr. 7'296.95 getätigt habe, worüber 

Beweis abgenommen worden sei (act. 106 S. 40 E. 4.6.2.). Hinsichtlich anderer in 

der Klageschrift genannter Titel (Swiss Life, Swiss Re, Zurich Financial, Zurich Al-

lied, Serono und UBS) habe die Beklagte hingegen nicht, jedenfalls nicht in hin-

reichend substantiierter Form behauptet, dass sie mit den Optionsgeschäften 

Gewinne erzielt habe, so dass darüber auch kein Beweis habe abgenommen 

werden können (act. 106 S. 40 E. 4.6.2.). Für die behaupteten Verluste bei der 

Übernahme der Titel durch den Kläger mache die Beklagte geltend, es sei eine 

Momentaufnahme, welche sich bereits am nächsten Tag wieder verändert habe. 

Damit habe die Beklagte den Verlust als solchen ebenfalls nicht bestritten. Allen-

falls hätte die Beklagte die implizit erwähnten Kursverbesserung nachweisen 

müssen, allerdings mache sie (abgesehen von einer bereits anderweitig berück-

sichtigten Ausnahme) keine Ausführungen dazu, in welchem Umfang der Scha-

den dadurch reduziert worden sein solle. Der Verlust durch nicht glattgestellte  

Optionspositionen bei der Credit Suisse und bei der Bank Vontobel betrage daher 

Fr. 104'744.50 (act.106 S. 40 E. 4.6.3., S. 41 f. E. 4.6.4.).  

 Die Ansicht der Beklagten, dass die Gewinn- bzw. Verlustrechnung nicht 

ausschliesslich auf die Optionen beschränkt werden dürfe, sondern dass auch 

Gewinne aus dem nicht beanstandeten Aktienhandel berücksichtigt werden müss-

ten, hält die Vorinstanz nicht für massgeblich, weil es auf den Schaden aus 

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pflichtwidrigem Verhalten ankomme und weil die Gewinne aus dem Aktienhandel 

ohnehin entstanden seien (act. 106 S. 42 E. 4.6.5.). Die Behauptung der Beklag-

ten, dass es für die Werte auf den Anlagezyklus von sieben bis zehn Jahren, d.h. 

per Ende Dezember 2006 (statt Ende April 2004) ankomme und der Wert des 

Depots des Klägers bis zum Dezember 2006 um mehr als Fr. 300'000.– gestie-

gen sei, sei insofern unzutreffend, als die Beklagte als Willensvollstreckerin und 

nicht als Vermögensverwalterin tätig gewesen sei. Nicht realistisch sei, dass der 

Kläger mit einer positiven Entwicklung habe rechnen können (act. 106 S. 42 f.  

E. 4.6.7.). Die von der Beklagten behauptete zulässige Verlustmarge von 5-10 % 

gelte nicht, wenn der Schaden konkret nachgewiesen werde (act. 106 S. 43  

E. 4.6.7.). Die Beklagte habe die an sich anrechenbaren Gewinne aus pflichtwid-

rigen Anlagen nicht detailliert behauptet, so dass darüber auch kein Beweis habe 

abgenommen werden können (act. 106 S. 43 f. E. 4.6.8.). Das Gutachten vom  

17. November 2013 ermittle einen Gewinn von Fr. 7'643.90 (act. 106 S. 44 

E. 4.7.2.1.), der richtigerweise allerdings Fr. 7'296.30 betragen habe (act. 106 

S. 44 E. 4.7.2.2.), bzw. nach Berichtigung eines Rechnungsfehlers Fr. 7'296.95 

(act. 106 S. 45 E. 4.7.2.4.). Das Resultat der Optionsgeschäfte sei isoliert von den 

anderen Transaktionen zu betrachten, weil die Pflichtverletzung im Abschluss sol-

cher Geschäfte zu sehen sei (act. 106 S. 46 E. 4.7.2.7.). Das Gutachten weise zu 

Recht darauf hin, dass die zeitliche Abgrenzung von Gutschriften und Belastun-

gen nicht einheitlich sei, da teilweise Buchungen nach dem 31. März 2004 be-

rücksichtigt würden (act. 106 S. 46 E. 4.7.2.8.1). Spätere Buchungen, die sich auf 

frühere Transaktionen beziehen würden, seien auch nach dem 31. März 2004 zu 

beachten, weil sie sich auf den Gewinn/Verlust auswirkten, zumal die Willensvoll-

streckertätigkeit effektiv nicht per Stichtag 31. März 2004 geendet und sich 

schliesslich noch fast bis zum 25. Altersjahr des Klägers dahingezogen habe, na-

türlich unter der Voraussetzung, dass sie behauptet oder aus den zum Beweis  

offerierten Unterlagen ersichtlich seien (act. 106 S. 46 E. 4.7.2.8.1.). Dies treffe 

auf eine (nachträgliche) Belastung "Adecco" vom 25. Juni 2004 im Betrag von  

Fr. 13'752.20 zu, welche den Gewinn entsprechend reduziere, d.h. der ermittelte 

Gewinn von Fr. 7'296.95 werde wegen des Abzuges von Fr. 13'752.20 zu einem 

Verlust von Fr. 6'455.25 (act. 106 S. 46 E. 4.7.2.8.2.). Beleg Nr. 61 sei mit einer 

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Gutschrift von Fr. 3'767.60 zu berücksichtigen (act. 106 S. 47 E. 4.7.2.8.3.). Die 

zum Beweis offerierten Transaktionsübersichten, welche D._____ und H._____ 

nach dem Vieraugenprinzip kontrolliert hätten, zeigten bei genauer Betrachtung, 

dass diese nicht alle Optionstransaktionen bei Credit Suisse und Vontobel enthiel-

ten: Adecco, Credit Suisse, Roche und Swisscom bezögen sich nur auf die Opti-

onstransaktionen bei der Credit Suisse; Novartis und Nestle nur auf Optionstrans-

aktionen bei Vontobel. Die beim jeweils anderen Finanzinstitut getätigten Opti-

onsgeschäfte mit denselben Titeln würden in den Übersichten fehlen (act. 106 

S. 47 E. 4.7.2.9./10 E. 4.7.3.). Der rechtsgenügende Beweis sei insoweit nicht er-

bracht und die vom Kläger behaupteten Verluste seien auf Fr. 6'455.25 zu redu-

zieren (act. 106 S. 46 E. 4.7.3.). Für die Optionstransaktionen Adecco, Credit 

Suisse, Roche, Swisscom bei Vontobel und Nestlé bei Credit Suisse sei der Be-

weis misslungen, so dass diesbezüglich von einem Betrag von Fr. 53'644.97 aus-

zugehen sei. Daraus ergebe sich ein Schaden von Fr. 319'571.10. Ausgewiesen 

sei auch der Zins zu 5 % sei 7. April 2009 (act. 106 S. 49 E. 4.9.1. und /2.).  

 Den Kausalzusammenhang (act. 106 S. 49 ff.) hat die Vorinstanz bejaht, ein 

Selbstverschulden des Klägers wegen der Kündigung im März 2004 hingegen 

verneint, auch wenn damit der Beklagten die Möglichkeit genommen worden sein 

sollte, ihre Performance zu verbessern. Hinsichtlich des Verschuldens (act. 106  

S. 51 ff., E. 6) werde dieses gemäss Art. 97 OR vermutet, so dass der Willens-

vollstrecker aufzuzeigen habe, dass sein Vorgehen korrekt gewesen sei. Mass-

stab sei nach Art. 398 Abs. 1 OR die Sorgfalt des Arbeitnehmers, so dass leichtes 

Verschulden genüge, auch wenn wegen des grossen Ermessensspielraums ein 

gewisser "Spielraum für Fehlentscheide" bestehe. Da Optionsgeschäfte aus-

serhalb des Ermessens liegen würden und die Freizeichnungsklausel des Verwal-

tungsauftrages vom 17. Februar 1995 nicht anwendbar sei, handle es sich um ei-

ne schuldhafte Pflichtverletzung. Der Schadenersatz (act. 106 S. 52 ff. E. 7) be-

stimme sich analog zu Art. 398 ff. OR, ergänzt durch Art. 97 OR sowie Art. 99 

Abs. 3 OR (sowie Art. 43 f. OR). Die Willensvollstreckertätigkeit sei entgeltlich und 

die Natur der Willensvollstreckung rechtfertige keine Reduktion der Haftung, das 

Verschulden sei erheblich und die Pflichten bei Willensvollstreckung hätten der 

Beklagten bekannt sein müssen. Der 11. September 2001 habe keinen Einfluss 

- 13 - 

auf die Optionsgeschäfte gehabt, die die Beklagte vor und nach den Ereignissen 

an diesem Datum getätigt habe. Selbstverschulden – als Reduktionsgrund – sei 

zu vernachlässigen, wenn es deutlich weniger als 10 % betrage. Der Kläger habe 

von mm.1998 bis März 2004 mindestens jährlich eine Kopie von Bilanz und Er-

folgsrechnung erhalten und die Beklagte behaupte mindestens eine jährliche "Bi-

lanzbesprechung". Ob regelmässig eine Performance-Übersicht übergeben wor-

den sei, könne offen bleiben, da aus den der Vorinstanz eingereichten Unterlagen 

nicht ersichtlich sei, mit welchen Mitteln das ausgewiesene Resultat erzielt wor-

den sei (act. 106 S. 55 Rz 7.4.3./4.). In den Beilagen zu Bilanzen und Erfolgs-

rechnungen habe es die bereits vorne erwähnten Hinweise auf Optionen gege-

ben, allerdings habe der junge und unerfahrene Kläger davon nur theoretisch 

Kenntnis nehmen können, da er aus den verwendeten Fachbegriffen weder auf 

Optionsgeschäfte noch auf die bezüglichen Risiken habe schliessen können 

(act. 106 S. 56 E. 7.4.5.2.). In späteren Auszügen der Credit Suisse sei dann von 

Optionsanleihe, Optionsanlagen und Optionsgeschäften die Rede gewesen, was 

den Rückschluss darauf zugelassen hätte, nicht aber auf die damit verbundenen 

Risiken (act. 106 S. 56 E. 7.4.5.3.). Dass der Kläger von der Beklagten zusätzli-

che Informationen erhalten hätte, sei unbewiesen geblieben (act. 106 S. 57 

E. 7.4.6.). 

 b) Zum Begehren betreffend überprüfbare und detaillierte Schlussrechnung 

unter Ausweis über vereinnahmte Retrozessionen samt Schlussbericht führt die 

Vorinstanz aus, die Beklagte mache geltend, sie hätte dem Kläger alle Abrech-

nungen sowie die Bilanzen/Erfolgsrechnungen mit erläuterndem Bericht lückenlos 

zugestellt, letztmals am 8. November 2004. Weitere Unterlagen gebe es nicht. 

Zusätzliche Informationen seien daher nicht erhältlich und der Schlussbericht be-

treffend Willensvollstreckung sei unnütz, so dass das Rechtsschutzinteresse feh-

le. An Retrozessionen seien – so die Beklagte – Fr. 17'630.33 vereinnahmt wor-

den. Darauf habe der Kläger keinen Anspruch bzw. dieser sei verjährt (act. 106  

S. 58). Die Beklagte bestreite, dass es Regeln gebe, wie der Willensvollstrecker 

Rechenschaft ablegen oder einen Schlussbericht erstellen müsse. Der Kläger 

seinerseits mache ein Interesse am Schlussbericht und an der Rechenschaftsab-

legung in Worten geltend, weil sich daraus ergebe, welche Honorare und Retro-

- 14 - 

zessionen vereinnahmt worden seien, was die Basis für die Honorarberechnung 

gewesen sei, und warum die Willensvollstreckung bis 2004 angedauert habe. Ret-

rozessionen seien abzuliefern (BGE 132 III 460). Dem halte die Beklagte entge-

gen, dass der Kläger mit den ihm ausgehändigten Unterlagen sowie den Gesprä-

chen mit D._____ geradezu vorbildlich informiert worden sei. Information über 

Retrozessionen seien damals nicht erteilt worden bzw. unüblich gewesen 

(act. 106 S. 58 f.).  

 Nach Ansicht der Vorinstanz ist Art. 400 Abs. 1 OR (sinngemäss) anwend-

bar: es müsse eine überprüfbare Schlussrechnung über Einnahmen, Ausgaben 

und Teilung, über die gesamten Honoraransprüche, die Spesen und die Auslagen 

vorgelegt werden. Die Vorlage von Bilanzen und Erfolgsrechnungen sei für die 

periodische Rechenschaftsablegung ausreichend. Das entbinde jedoch nicht von 

der Vorlage der zusätzlichen Schlussabrechnung, welche mit vernünftigem Auf-

wand nachvollziehbar sein müsse (BGer 4A_547/2009). Dass sie Retrozessionen 

vereinnahmt habe, bestreite die Beklagte nicht (act. 106 S. 59 f.). Da keine Her-

ausgabe, sondern nur ein Ausweis über die Retrozessionen verlangt werde, spie-

le die Verjährung keine Rolle. Hingegen sei nicht ersichtlich, weshalb der Willens-

vollstrecker neben der Schlussabrechnung einen zusätzlichen Schlussbericht ver-

fassen solle. Aus dem vorliegenden Verfahren und aus der noch zu erstellenden 

Schlussabrechnung seien alle erforderlichen Informationen erhältlich, so dass die 

Beklagte diesbezüglich nicht verpflichtet werde (act. 106 S. 61 Rz 8.5. und 8.6.). 

Ein zusätzlicher Schlussbericht sei auch nach Lehre und Rechtsprechung nicht 

erforderlich. 

 c) Auf die Vorbringen der Parteien hierzu im Berufungsverfahren ist im je-

weiligen Zusammenhang einzugehen.  

 

 

- 15 - 

III.  

 1.  Geltend gemachter und bestrittener Schaden 

 Der Kläger hat den Schaden aus den Optionsgeschäften mit Fr. 432'874.88 

beziffert, die Vorinstanz hat diese Berechnung vorab auf Fr. 430'122.88 korrigiert. 

Zu dieser Korrektur äussern sich die Parteien in der Berufung nicht.  

 a) Die Vorinstanz hat dem Kläger Fr. 319'571.10 zugesprochen (Dispositiv-

Ziff. 1 des angefochtenen Urteil, act. 106 S. 63). Der besseren Übersichtlichkeit 

wegen ist dieses Ergebnis tabellarisch darzustellen. Die Vorinstanz ist von der 

Berechnung des Schadens allein aufgrund der von der Beklagten getätigten Opti-

onsgeschäfte ausgegangen. Gewinne aus den Optionsgeschäften hat die Vorin-

stanz insofern berücksichtigt, als diese genügend substantiiert vorgebracht wor-

den seien. 
Vom Kläger ermittelte Verluste aus Optionshandel 
(act. 106 S. 39: 176381.45, 151748.93, 56833.50, 
47911.00) 

 
432'874.88 

 
 

Von der Vorinstanz rechnerisch korrigierter Ver-
lustbetrag des Klägers (act. 106 S. 39: 176381.45, 
148996.93, 56833.50, 47911.00) 

 
430122.88 

 

Vom Kläger geltend gemachte Verluste gemäss 
Vergleichsrechnung 

 
378173.11 

 

Von der Vorinstanz massgeblich erachteter Verlust 
(vom Kläger nicht angefochten) 

 
 

319571.10 

 
 
 

Verlust gemäss E. 4.6.2   154726.36 
Verlust gemäss E. 4.6.3  104744.50 
Verlust gemäss E. 4.7.3  6455.25 
Verlust gemäss E. 4.7.4  53644.97 

 b) Der Kläger hat weder Berufung noch Anschlussberufung erklärt. Die Be-

klagte verlangt mit der Berufung die gänzliche Abweisung der Klage. Sie bringt 

gegen die Berechnung des Betrages von Fr. 319'571.10 als solche nichts Konkre-

tes vor. Ihre Kritik betrifft andere Punkte, insbesondere, dass der Schaden bloss 

anhand der Optionengeschäfte ermittelt wurde, ohne Berücksichtigung auch der 

Ergebnisse aus den anderen Vermögensanlagen, und dass die Vorinstanz bei der 

Berechnung des Schadens die Gewinne aus dem Optionengeschäft nur teilweise 

berücksichtigt hat. Weiter macht sie geltend, dass der vom Kläger zur Anwendung 

- 16 - 

gebrachte Vergleichsindex auf die mit E._____ vereinbarte und seither praktizierte 

Anlagestrategie nicht passe und deshalb zu Ungunsten der Beklagten zu einem 

verzerrten Ergebnis führe.  

 c) Die Beklagte führt zur Vermögensverminderung folgende Zahlen an 

(act. 12 S. 36 Rz 50 lit a - c): 

 
Aktiven zu Beginn der Verwaltungstätigkeit  1576998.00  
./. Bezüge Kläger  455914.00  
Sollvermögen per 31.3.2004 (bei Rendite 0) 1121084.00  
Ist-Wert per 31.3.2004 971844.00  
Vermögensverminderung real  149240.00 
Vermögensminderung gemäss zutreffender Ver-
gleichsrechnung (14.86 % von 1576998) 

  
234341.90 

Da mit den Vergleichsrechnungen die Performance eines durchschnittlich 

erfolgreichen Vermögensverwalters ermittelt werde, hätte der Verlust bei Anlagen 

nach den zutreffenden Vergleichsindices erheblich mehr ausgemacht. Die Beklag-

te geht davon aus, dass sich die Wertschriften bis zum 31. Dezember 2006, wel-

cher aufgrund des Anlagezyklus' massbeglich sei, sowohl bei der Credit Suisse 

als auch bei der Bank Vontobel auf den Stand von Fr. 1'252'434.00 erholt hätten 

(CS von Fr. 445'902.00 auf rund Fr. 531'365.00; Vontobel von Fr. 501'394.00 auf 

rund Fr. 720'669.00), so dass von einem Schaden keine Rede sein könne (act. 12 

S. 49 lit. c; act. 105 S. 27 Rz, 3,1).  

 2.  Der Vermögensverwaltungsauftrag von 1995 

 Kontrovers ist der Inhalt und die Tragweite des Verwaltungsauftrages zwi-

schen E._____ und der Beklagten vom 17. Februar 1995 (act. 14/1).  

Darin hatte Frau E._____ die Beklagte mit der Verwaltung ihres Depots Nr. … 

beim Schweizerischen Bankverein … [Ort] beauftragt. Die Beklagte wurde in 

Ziff. 1 berechtigt erklärt, alle Massnahmen zu treffen, welche im Rahmen der Ziel-

setzungen als zweckmässig erscheinen, und verpflichtete sich, den Verwaltungs-

auftrag nach bestem Wissen und Gewissen zu tätigen. Jegliche weitergehende 

Haftung wurde ausgeschlossen und ausdrücklich bestimmt, dass die Vollmacht 

über den Tod von E._____ hinaus gelten solle. In Ziff. 2 wurde die Zielsetzung 

- 17 - 

bestimmt: die "langfristige Vermögenserhaltung und Vermögensvermehrung". Es 

wurde ausserdem vereinbart, dass "die Anlagestrategie […] von der Auftraggebe-

rin und der Beauftragten in gemeinsamer Absprache festgelegt" werde. Weiter 

enthält der Vertrag Bestimmungen über die Berichterstattung (Ziff. 4) und über 

das Verwaltungshonorar (Ziff. 5). Der Verwaltungsauftrag begann am 1. Februar 

1995 und wurde auf unbestimmte Zeit abgeschlossen, allerdings mit einem jeder-

zeitigen beidseitigen Kündigungsrecht (Ziff. 6).   

 a) Geltung des Vermögensverwaltungsvertrages 

 aa) Der Kläger bleibt auch in der Berufungsantwort dabei, dass der Vermö-

gensverwaltungsvertrag vom 17. Februar 1995 nur auf das bereits erwähnte De-

pot lautete, das beim Tod der Mutter des Klägers bereits nicht mehr bestand; der 

Verwaltungsvertrag habe demnach nicht übergehen können (act. 114 Rz 6). Die 

Beklagte führt zusammengefasst aus, dieser Vertrag habe wegen des Vertrags-

eintritts des Klägers als Rechtsnachfolger seiner Mutter weiterhin Geltung gehabt, 

so dass sie, auch als Willensvollstreckerin, die bisherigen Grundsätze der Vermö-

gensverwaltung – wozu klarerweise auch Optionsgeschäfte gehört hätten – zur 

Anwendung habe bringen können bzw. müssen und sie sich deshalb auch ge-

genüber dem Kläger auf die Freizeichnungsklausel berufen könne, so dass sie 

ohnehin nicht haftbar sei.  

 bb) Ob mit der Auflösung des Depots … beim Schweizerischen Bankverein 

in … zu Lebzeiten von E._____ die damit verbundene Verwaltungsvollmacht 

(act. 14/1) – mangels Vertragsgegenstand – tatsächlich erlosch (so der Kläger 

z.B. in act. 114 Rz 19), ist fraglich. Zwar ist richtig, dass sie auf ein ganz bestimm-

tes, nummeriertes Depot bei einer namentlich genannten Bank lautete. Allerdings 

haben die Beklagte und Frau E._____ die Bevollmächtigung offenbar und entge-

gen dem Wortlaut nicht so verstanden, dass sie nur für das bestimmte Depot bei 

der genannten Bank Geltung haben sollte, sondern sind sie offensichtlich davon 

ausgegangen, dass die Beklagte – nach dem Transfer des Depots von der 

SVB/UBS an die SKA/CS – die dorthin transferierten Werte verwalten sollte. Da-

gegen spricht aus vertragsrechtlicher Sicht nichts, zumal unbestritten ist, dass die 

- 18 - 

Beklagte weiterhin den nunmehr bei der CS gelegenen Teil des Vermögens von 

Frau E._____ tatsächlich auch verwaltete, und zwar bis zu ihrem Tod.  

 cc) Geht man davon aus, dass beim Tod von Frau E._____ der (weiterge-

führte) Verwaltungsvertrag aus dem Jahr 1995 noch bestand (samt Ergänzung 

vom 22. Mai 1997; act. 14/2), stellt sich die Frage, ob der Kläger in diesen einge-

treten ist. Grundsätzlich treten Erben in die Rechtsstellung des Erblassers ein 

(Art. 560 Abs. 2 ZGB), wobei im vorliegenden Zusammenhang die Besonderheit 

besteht, dass die Vermögensverwalterin der Erblasserin zur Willensvollstreckerin 

wurde.  

 Willensvollstrecker und Vermögensverwalter haften nach den gleichen 

Grundsätzen und für beide Fälle sind die auftragsrechtlichen Regeln anwendbar 

(für die Vermögensverwaltung vgl. z.B. BGer 4A_364 E. 6.1 m.w.H., für die Wil-

lensvollstreckung vgl. z.B. PraxKomm Erbrecht-Christ/Eichner [3. Auflage 2015], 

N. 102 zu Art. 518 ZGB m.w.H.). Dass der Willensvollstrecker die Anlagestrategie 

des Erblassers – von Ausnahmen abgesehen – weiterführen kann, ist in denjeni-

gen Konstellationen, in denen Vermögensverwalter und Willensvollstrecker nicht 

identisch sind, anerkannt. Bedeutung kann das Verhältnis zwischen Vermögens-

verwaltung und Willensvollstreckung etwa bezüglich der sog. Freizeichnungsklau-

sel aus Ziff. 1 des Verwaltungsvertrages (act. 14/1) erlangen, auf die sich die Be-

klagte denn auch beruft (act. 12 S. 56 lit. c; act. 30 S. 52 Rz 2; act. 105 Rz 4).   

 Vor allem die Probleme eines "Doppelmandates" sprechen dafür, dass der 

Vermögensverwalter, wenn er sich zur Annahme des Willensvollstreckermanda-

tes entschliesst, (ausschliesslich) nach den Regeln über die Willensvollstreckung 

zu beurteilen ist. Davon ist die Vorinstanz mit guten Gründen ausgegangen 

(act. 106 E. 7.3.1.) und der Kläger stimmt ihr zu (act. 114 Rz 83). Die Beklagte kri-

tisiert die Vorinstanz (act. 105 S. 28 Rz 3.1). Ihre Haltung sei zwar nachvollzieh-

bar und in Anbetracht ihrer Argumentationslinie nicht weiter erstaunlich. Stossend 

sei allerdings, dass das Gericht der Beklagten vorwerfe, dass von ihr zu erwarten 

gewesen wäre, ihre Doppelrolle als Vermögensverwalterin einerseits und Willens-

vollstreckerin anderseits rechtlich zu klären, und sie sich dann – je nach Resultat 

- 19 - 

dieser rechtlichen Analyse – bei der Vermögensverwaltung hätte anders verhalten 

müssen.  

 Was die Beklagte vorbringt, überzeugt schon deshalb nicht, weil nur derjeni-

ge, der die Doppelrolle innehat, sich für das eine oder das andere Mandat ent-

scheiden kann, sich dann allerdings auch entsprechend verhalten muss. Dass die 

Willensvollstreckung allerdings nicht per se ausschliesst, die Anlagestrategie des 

Erblassers fortzuführen, ist soeben erwähnt worden.  

 b) Anwendung des Verwaltungsvertrages auf sämtliche Vermögenswerte  

 Die Beklagte weist darauf hin, dass sie auch das lange nach dem Tod von 

E._____ eröffnete Wertschriftendepot bei der Bank Vontobel in Nachachtung der 

einschlägigen Bestimmungen des Vermögensverwaltungsauftrages verwaltet ha-

be (act. 105 Rz 10). Ausgangspunkt seien ein Konto und Depot mit der Stamm-

Nr. … gewesen, welches E._____ bei der UBS, Filiale …, habe führen lassen, 

das die Beklagte jedoch zu Lebzeiten von E._____ nicht verwaltet habe (vgl. 

act. 30 S. 8 Rz 5). Mitte April 1998, kurz vor ihrem Tod, habe sie D._____ Einzel-

unterschrift erteilt. Ab diesem Konto seien seit jeher Terminkontrakte und Opti-

onsgeschäfte getätigt worden (wofür das Formular mit den Bedingungen für Ter-

minkontrakte und Optionen vom 3. November 1997 [act. 31/1] sowie die Voll-

macht an D._____ vom 15. April 1998 [act. 31/2] als Beweismittel genannt wur-

den). Dazu merkt der Kläger an, dass E._____ D._____ eine blosse Bankvoll-

macht ausgestellt und ihm keinen Vermögensverwaltungsauftrag erteilt habe 

(act. 114 Rz 23 f.). Im Oktober 1999 habe D._____ die Übertragung des Depots 

auf die Bank Vontobel (act. 31/6) veranlasst. Das auf den Kläger lautende Depot 

bei Vontobel sei von D._____ (als Vormund) ohne Wissen des Klägers eröffnet 

worden. D._____ habe die Korrespondenz an die Beklagte richten lassen und 

sich selbst eine Verfügungsvollmacht erteilt, so dass der Kläger nichts davon ha-

be wissen können (act. 114 Rz 26). 

 Im vorliegenden Zusammenhang geht es um Geltung des Verwaltungsver-

trags. Die Beklagte behauptet selber nicht, dass der seinerzeitige Verwaltungsver-

trag diese Vermögensteile von E._____ umfasst habe, und sie behauptet auch 

- 20 - 

nicht, diese Vermögenswerte vor dem Tod von E._____ tatsächlich verwaltet zu 

haben (vgl. act. 30 S. 9 Rz 6). Sie macht lediglich geltend, dass die Vermögen-

steile nach dem Tod der Mutter des Klägers nach den Prinzipien des Vermögens-

verwaltungsauftrages verwaltet worden seien. Ob dies zulässig war, bestimmt 

sich demnach ohnehin nach den Regeln der Willensvollstreckung. Zuzustimmen 

ist dem Kläger, dass die "Bedingungen für Terminkontakte und Optionen vom 

3. November 1997" (act. 31/1) ebenso wenig wie die Vollmacht an D._____ 

(act. 31/2) ein Nachweis für durch E._____ getätigte Optionsgeschäfte sind.  

 c) Inhalt des Verwaltungsvertrages 

 aa) Im Verwaltungsauftrag vom 17. Februar 1995 wurde in "2. Zielsetzung" 

vorgesehen: "Ziel dieses Verwaltungsauftrag ist die langfristige Vermögenserhal-

tung und Vermögensvermehrung. Die Anlagestrategie wird von der Auftraggebe-

rin und der Beauftragten in gemeinsamer Absprache festgelegt" (act. 14/1 S. 2). 

Welche Strategie die Beklagte verfolgen sollte, ergibt sich demnach nicht aus 

dem Verwaltungsvertrag, sondern müsste sich aus der gemeinsam festgelegten 

Anlagestrategie ergeben. Was diesbezüglich genau vereinbart wurde, hat die Be-

klagte nicht konkret behauptet, worauf der Kläger in der Berufung erneut hinweist 

(act. 114 Rz 51, Rz 71): Neu und unzulässig sei die Behauptung, die konkrete An-

lagestrategie zur Erreichung des Ziels einer langfristigen Vermögenserhaltung 

und -vermehrung sei in gemeinsamer Absprache zwischen Beklagter und 

E._____ festgelegt worden. Vor Vorinstanz sei einzig vorgetragen worden, dass 

der Vermögensverwaltungsvertrag dies vorgesehen habe (act. 114 Rz 21 mit 

Hinweis auf act. 12/II./A.Rz 3. a).  

 Die Beklagte geht offenbar davon aus, dass mit "langfristiger Vermögenser-

haltung und -vermehrung" klar war, wozu sie berechtigt und verpflichtet gewesen 

sei. Und selbst wenn davon auszugehen wäre, dass eine gemeinsame Absprache 

nicht nur im Vertrag vorgesehen gewesen sei, sondern dass es zusätzlich eine 

solche Absprache gegeben habe, sagt die Beklagte nirgends, wann und wie die 

Vertragsparteien die konkrete Anlagestrategie festgelegt hatten und insbesonde-

re, was genau Inhalt dieser Absprache gewesen sei. Unabhängig davon, ob die 

gemeinsame Anlagestrategie jemals konkret festgelegt worden ist, fehlt damit im 

- 21 - 

vorliegenden Prozess die erforderliche Konkretisierung bzw. Substantiierung, was 

vereinbart worden sein soll, insbesondere die Art der zu tätigenden Anlagen, aber 

auch die weiteren Eckpunkte, wie sich diese aus BGer 4A_364/2013 ergeben: 

welcher Anlagebetrag, welches Anlageziel (Höhe der gewünschten Gesamtper-

formance), Anlagehorizont etc.  

 bb) Ausdruck dessen, was die Beklagte mit Frau E._____ vereinbart haben 

muss bzw. wie sie den Auftrag verstanden und umgesetzt hat, können deshalb 

nur die von der Beklagten real getätigten Anlagen sein. Hätte sie sich bezüglich 

der Anlagestrategie nicht an E._____ gehalten, so hätte sie sich – trotz der Frei-

zeichnung – haftpflichtig gemacht, da die Freizeichnung bei Missachtung des 

Verwaltungsauftrages keine Geltung hat (act. 14/1 S. 1). Anzumerken bleibt im-

merhin, dass die Zulässigkeit von Freizeichnungen im Auftragsrecht ohnehin frag-

lich ist (vgl. P. Christoph Gutzwiller, Unsorgfältige Vermögensverwaltung, AJP 

2000, S. 57 ff., S. 61). Und hätte sich die Beklagte auch im Übrigen nicht um die 

persönlichen und finanziellen Verhältnisse von E._____ gekümmert, so hätte sie 

gegen die Sorgfaltspflichten der Vermögensverwalterin verstossen, gleichzeitig 

mit dem Abschluss des Vermögensverwaltungsauftrages ein Kundenprofil zu er-

stellen, mit dem Zweck "das Ausmass des Risikos zu bestimmen, das der Kunde 

bei der Anlage des Geldes eingehen will und nach seinen Lebensumständen 

auch eingehen kann" (BGer 4A_364/2013 E. 6.5.1). Das Bundesgericht erwähnt, 

dass ein Kundenprofil zwar nicht zwingend schriftlich erstellt werden müsse, dass 

aber jedenfalls eine sorgfältige Abklärung der subjektiven und objektiven Risiko-

fähigkeit erforderlich sei (BGer, a.a.O., E. 6.5.2).  

 cc) Dass sie sich in jener Phase nicht an die Vereinbarung mit Frau E._____ 

gehalten habe, behauptet die Beklagte nicht. Für die praktizierte Anlagestrategie 

kann demnach auf das detaillierte Anlageverzeichnis der Credit Suisse per 

31.5.1998 abgestellt werden (act. 14/4), von dem auch der Kläger nicht geltend 

macht, es entspreche nicht dem Vereinbarten. Nichts anderes ergibt sich aus der 

Eröffnungsbilanz per tt.mm.1998 (Wert Todestag; act. 6/8), aus der sich gemäss 

den Angaben des Klägers ergibt, dass die Aktiven aus rund 25% Sichtguthaben, 

aus rund 60% Obligationen (CHF 45% und 15% Fremdwährungen) und aus rund 

- 22 - 

5% Aktien und aus knapp 10% Fondsanteilen zusammensetzt waren (act. 2  

Rz 33).  

 dd) Würde es zutreffen, dass die Beklagte die Anlagestrategie von Frau 

E._____ weitergeführt hätte, so müssten die Vermögenswerte per Ende März 

2004 eine vergleichbare Zusammensetzung aufweisen, wie dies Wert Todestag 

der Fall war (act. 2 Rz 33). Der Kläger weist darauf hin, dass dies bei weitem nicht 

der Fall sei (act. 22 Rz 93) und hält fest: "Wenn die Beklagte von anfänglich 5.3% 

Aktien und 9.9% Fondsanteilen per tt.mm.1998 die Anteile per 31. März 2004 auf 

86.9% Aktien und 4.5% Fondsanteile veränderte, dann sprechen die Zahlen für 

sich: Ein von der Erblasserin ausserordentlich konservativ verwaltetes Depot wur-

de in ein extrem risikoreiches verwandelt, bei dem die Erhaltung des Vermögens 

völlig in den Hintergrund trat". Und noch detaillierter zeigt der Kläger die Verände-

rung in act. 2 Rz 34 auf: Der Aktienanteil habe sich zu Lasten des Obligationenan-

teils ab 2000 laufend verändert, wie sich aus den jährlichen Bilanzen und Erfolgs-

rechnungen ergebe: Aktienanteil per tt.mm.1998 rund 5 %, per Ende 1998 Rück-

gang auf 2.5 %, per Ende 1999 wieder 5 %, per Ende 2000 14 %, per Ende 2001 

rund 29 %, per Ende 2002 63.8 %, per Ende 2003 bzw. Ende März 2004 über 87 

%.  

 Diesen Zahlen widerspricht die Beklagte nicht. Sie wendet in act. 12 S. 26 

Rz 41 ein, es sei nicht klar, was der Kläger mit der Auflistung der Aktienquoten 

zwischen mm.1998 und März 2004 bezwecke. Die Beklagte habe damit keine 

Pflichten verletzt. Gestützt auf den Vermögensverwaltungsauftrag vom Februar 

1995, in den der Kläger eingetreten sei, sei sie berechtigt gewesen, sämtliche An-

lagemöglichkeiten auszuschöpfen, um das definierte Ziel in Ziffer 2 des Vertrages 

(langfristige Vermögenserhaltung und -vermehrung) zu erreichen. Dazu hätten 

auch Optionsgeschäfte gehört, die Frau E._____ auch schon selber getätigt habe, 

wofür auf die von ihr bei der UBS in … unterzeichneten Bedingungen für Termin-

kontakte und Optionen verwiesen wird (act. 31/1). Die Beklagte bestreitet ent-

schieden die Behauptung des Klägers in act. 2 Rz 35, dass seine Mutter eine 

"sehr konservative Anlagestrategie" verfolgt habe; das sei ebenso falsch wie die 

Behauptung, dass nach ihrem Tod eine "hoch spekulative Strategie" gefahren 

- 23 - 

worden sei, was sie mit einer Expertise und der Zeugenaussage von G._____ be-

legen wolle (act. 12 Rz 44).  

 ee) Die auch in der Berufung wiederholten Beteuerungen, sie – die Be- 

klagte – habe keine anderen, weitergehenden oder risikoreicheren Vermögensan-

lagen getätigt, als wie bereits zu Lebzeiten von E._____ (act. 105 S. 10 Rz 3, 41), 

sind offensichtlich falsch. Die (von der Beklagten nicht bestrittenen) Zahlen spre-

chen für sich, ebenso wie die markante Verschiebung von 5 % zu 87 % Aktien. 

Die Behauptung der Beklagten, E._____ habe ab ihrem Depot stets Optionen ge-

handelt, ist nicht belegt, und die von E._____ unterzeichneten Bedingungen 

(act. 31/1) geben keinen Hinweis darauf, dass sie tatsächlich mit Optionen ge-

handelt hat und wenn ja, in welchem Ausmass. Angesichts der unbestrittenen 

Tatsachen – die Zusammensetzung der Anlagen per Todestag und fehlende kon-

krete Behauptung über eine vereinbarte Anlagestrategie – hätte die im vorinstanz-

lichen Verfahren beantragte Expertise der Beklagten nichts nützen können. Dass 

G._____ im vorinstanzlichen Verfahren bestätigt haben solle, dass E._____ seit 

jeher Terminkontrakte und Optionsgeschäfte getätigt habe (act. 105 S. 5 Rz 3 mit 

Hinweis auf Prot. VIS. 86), trifft nicht zu: Auf die Frage: "Welche Finanzgeschäfte 

hat E._____ mit ihrem Vermögen getätigt?", die Antwort: "Sie hatte Aktien und 

Obligationen, später tätigte sie meines Erachtens auch Optionsgeschäfte. Viele 

meiner Kunden betreiben dieses Geschäft". Und auf die Nachfrage: "Denken oder 

wissen Sie es?", die Antwort: "Konkret weiss ich es nicht, es ist 20 Jahre her". 

Und weiter: "Weshalb gehen Sie davon aus, dass E._____ mit ihrem Vermögen 

Optionsgeschäfte getätigt hat?", antwortete G._____ (unter anderem): "Jeder 

fünfte Kunde von mir macht solche Geschäfte, deshalb besteht die Möglichkeit, 

dass ich solche Geschäfte auch mit E._____ gemacht habe". Die Behauptung, 

G._____ haben mit diesen ungenauen, auf reiner Spekulation basierenden Ant-

worten ohne verbindlichen Inhalt die Optionsgeschäfte von E._____ bestätigt, ist 

so offensichtlich unrichtig, dass sie nicht weiter kommentiert werden muss.  

 Als Zwischenfazit ist deshalb festzuhalten, dass unklar geblieben ist, ob und 

welche Anlagestrategie die Beklagte mit E._____ festgelegt hatte und dass sie die 

zu Lebzeiten praktizierte Strategie angesichts der Zahlen über die Entwicklung 

- 24 - 

der getätigten Anlagen von 1998 bis 2004 jedenfalls nicht weitergeführt haben 

kann. Damit hat sie ihre Pflichten als Willensvollstreckerin verletzt und hätte sie 

auch ihre Befugnisse aus dem Vermögensverwaltungsvertrag – wenn er denn 

anwendbar wäre – überschritten. Die sog. Freizeichnungsklausel aus Ziffer 1 des 

Verwaltungsvertrages kann ihr deshalb nicht weiterhelfen, weil der Kläger, wenn 

der Vertrag denn auf ihn übergegangen wäre, höchstens insoweit daran gebun-

den sein könnte wie seine Mutter, die ihn abgeschlossen hatte.  

 ff) Zu bedenken gibt es auch noch Folgendes: Auch wenn Willensvollstre-

cker grundsätzlich an der Anlagestrategie des Erblassers festhalten dürfen, müs-

sen sie dennoch prüfen, ob sich Veränderungen aufdrängen (Thomas Geiser, 

Sorgfalt in der Vermögensverwaltung durch den Willensvollstrecker, successio 

2007, S. 178 ff., S. 181, S. 182). Unabhängig davon, ob sie die Strategie der Erb-

lasserin beibehalten hat oder nicht (vgl. dazu dd und ee), hätte sich die Beklagte 

Gedanken dazu machen müssen, ob die Anlagestrategie von E._____ – insbe-

sondere wenn diese den umstrittenen Optionshandel zugelassen hätte – den 

Verhältnissen des zunächst noch minderjährigen (später dann allerdings volljährig 

gewordenen) Klägers, der während eines Teils der Willensvollstreckung noch eine 

Ausbildung absolvierte, angemessen war. Die Beklagte hat ausgeführt, dass 

E._____ über Fr. 10'000.– im Monat verdiente, zuzüglich freier Unterkunft und 

Verpflegung auf dem Anwesen von Herrn I._____ in C._____, sowie regelmässi-

ge Zuschüsse für die Finanzierung des Internats für den Kläger erhalten habe 

(act. 30 S. 13). Und D._____ hat diesbezüglich als Zeuge ausgesagt, dass 

E._____ auf das Geld, dass er für sie angelegt hatte, nicht angewiesen gewesen 

sei (Prot. VI S. 66). Mit Blick auf die Faktoren, die in einem Kundenprofil (BGer 

4A_364/2013 E. 6.5.) berücksichtigt werden müssen, wäre – jedenfalls hinsicht-

lich des umstrittenen Optionenhandels – mit Blick auf den Kläger eine Kurskorrek-

tur erforderlich gewesen, zumal der Mutter des Klägers – wie die Beklagte mehr-

fach ausführen lässt – der Vermögenserhalt sehr am Herzen lag. So hatte sie, 

was der Beklagten bekannt war, die (teilweise den Pflichtteil verletzende) Anord-

nung getroffen, dass der Kläger bis zum vollendeten 20. Altersjahr nicht über sein 

Erbe solle verfügen können, und hat sie nach den Behauptungen der Beklagten 

sogar, wenn auch in ungültiger Form, die Willensvollstreckung bis zum vollende-

- 25 - 

ten 25. Altersjahr weitergeführt haben wollen. Gemäss dem erwähnten BGer 

4A_364/2013 wäre der Kläger, der zunächst einen Lehrlingslohn und danach ein 

monatliches Einkommen von Fr. 3'200.– erzielte, anders zu qualifizieren gewesen 

als seine verstorbene Mutter in ganz erheblich anderen finanziellen Verhältnissen. 

Das zeigt sich auch daran, dass der Kläger in jenen Jahren ganz erhebliche Be-

züge aus der Erbschaft machte bzw. machen musste (vgl. E. III./1./c). In anderem 

Zusammenhang war denn der Vermögenserhalt auch durchaus ein Thema, sollen 

doch D._____ (der auch Organ der Beklagten war) und der Kläger in zunehmen-

dem Mass über die Höhe von geplanten Ausgaben wie Wohnungsmiete, Autokauf 

etc. gestritten haben, weil diese nach Ansicht von D._____ den Verhältnissen des 

Klägers nicht angemessen waren (act. 12 S. 62  

Rz 12).  

 3.  Dauer der Willensvollstreckung  

 Vorab ist daran zu erinnern, dass die Beklagte im Testament von E._____ 

als Willensvollstreckerin eingesetzt worden war (act. 6/5 S. 4) und dieses Amt 

auch angenommen hatte (act. 6/4 S. 2). Anzumerken ist, dass die Anordnung der 

Erblasserin, die Willensvollstreckung bis zum vollendeten 20. Altersjahr des Klä-

gers andauern zu lassen, zwar dessen Pflichtteil verletzte, diese jedoch unange-

fochten und damit auch in Geltung blieb. Weiter ist zu erwähnen, dass das Amt 

des Willensvollstreckers mit der Erstattung eines Schlussberichts eines förmlichen 

Abschlusses bedarf (vgl. z.B. PraxKomm Erbschaft-Christ/Eichner [3. Auflage 

2015], N. 86 zu Art. 518 ZGB; zur Pflicht zur Erstattung einer überprüfbaren 

Schlussabrechnung vgl. auch BSK ZGB II-Karrer/Vogt/Leu [5. Auflage 2015], 

N. 16 zu Art. 518 S. 354). Diesbezüglich liess der Kläger am 27. Oktober 2004 

gegen die Beklagte ein Abberufungsverfahren einleiten (act. 6/20), in dessen Fol-

ge die Beklagte der Credit Suisse am 8. November 2004 Folgendes mitteilte: 

"Aufgrund dessen, dass die Erbteilung nun vollzogen werden kann, erteilte ich 

Ihnen als Willensvollstrecker folgende Instruktionen zur Saldierung des eingangs 

erwähnten Depots […]". Entsprechend ist der Vorinstanz beizupflichten, wenn sie 

das Verhältnis der Parteien nach den Regeln über die Willensvollstreckung beur-

- 26 - 

teilt hat, und zwar für den ganze Zeitraum vom Tod von E._____ bis zum förmli-

chen Ende des Willensvollstreckermandates.  

4.  Das Wissen des Klägers um den Optionshandel und die Zustim-
mung dazu  

 Die Beklagte macht im Zusammenhang mit der von ihr getätigten Vermö-

gensverwaltung geltend, dass sie sich auch deshalb korrekt verhalten habe, weil 

der Kläger ihren Anlagen zugestimmt bzw. diesen nicht widersprochen habe. Die 

Vorinstanz hat dies verneint und der Kläger macht zusammengefasst geltend, 

dass dies nicht stimme bzw. dass dies nur dann von Belang wäre, wenn er um die 

Risiken der Optionsgeschäfte gewusst hätte, was nicht der Fall gewesen sei. Da-

zu im Einzelnen:   

 a) Das Bundesgericht hat in BGer 4A_364/2013 E. 6.5.3. festgehalten, dass 

sich derjenige, der mit risikoreichen Anlagen einverstanden gewesen sei, nicht 

notwendigerweise rechtsmissbräuchlich verhalte, wenn er im Nachhinein geltend 

mache, die von ihm sanktionierte Anlagekategorie sei seinen Verhältnissen nicht 

angemessen gewesen. Das gelte jedenfalls, wenn für eine nicht sachkundige An-

legerschaft nicht klar erkennbar sei, "dass eine risikoreiche Strategie gefahren 

werde". Das führt zur Frage, ob dem Kläger die Anlagestrategie erklärt worden 

war, und zwar so, dass er die Erklärung und die Tragweite verstehen konnte und 

verstanden hatte. Die Beklagte weist mehrfach darauf hin, dass die Abschlüsse 

stets mit ihm besprochen worden seien, dass der Optionshandel aus den Ab-

schlüssen ersichtlich gewesen sei und dass der Kläger durchaus verstanden ha-

be, worum es gegangen sei. Die erzielten Gewinne hätten dazu geführt, dass ihm 

höhere Ausgaben bewilligt werden konnten, und darüber sei er sehr erfreut gewe-

sen. Besonders weist die Beklagte darauf hin, dass der Kläger in der Einvernah-

me selber zugestanden habe, dass er mit dem Optionshandel einverstanden ge-

wesen sei. Dabei wird auf den Passus Bezug genommen, wo der Kläger gefragt 

wurde, ob er sein Einverständnis zum Optionshandel gegeben habe, und er ge-

antwortet hatte: "Ja, logisch, habe ich das gemacht. Ich kann mich zwar nicht da-

ran erinnern, aber wenn ich nein gesagt hätte, hätte der Beklagte keine Options-

geschäfte tätigen können […] Ich habe immer gedacht, dass Herr D._____ etwas 

- 27 - 

von seinem Beruf versteht, deshalb habe ich mein Einverständnis gegeben" (Prot. 

VI S. 42; act. 106 S. 26 E. 3.4.4.5.3.; vgl. auch act. 105 S. 17 b). 

 b) Die Vorinstanz hat bezüglich Risiko-Information des Klägers durch die 

Beklagte und der von ihm erteilten Einwilligung ein Beweisverfahren durchgeführt 

und den Kläger als Partei (Prot. VI S. 38 ff.), seine Tante, F._____ (Prot. VI S. 50 

ff.), D._____ (Prot. VI S. 64 ff.) sowie G._____ (Prot. S. 83 ff.) als Zeugen einver-

nommen. Die Vorinstanz hat diese Aussagen in ihrem Urteil einlässlich gewürdigt 

und ist zu folgendem Schluss gekommen (act. 106 E. 7.4.5.4): "Zusammenfas-

send ist festzuhalten, dass der Kläger unter Berücksichtigung seiner damaligen fi-

nanziellen Unerfahrenheit alleine aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Bi-

lanz- und Erfolgsrechnungen der Beklagten die von dieser getätigten Optionsge-

schäfte weder erkennen konnte noch musste". Diese Zusammenfassung erwähnt 

allerdings nicht, dass die Beklagte geltend macht, den Kläger immer wieder über 

die Risiken aufgeklärt zu haben.  

 c) In der vorinstanzlich erstatteten Stellungnahme zum Beweisergebnis hat 

die Beklagte ausgeführt, dass – selbst wenn der Kläger die genaue Funktionswei-

se der Optionen nicht in allen Teilen verstanden habe sollte –  er sich als aufge-

weckter junger Mann des (beschränkten) Risikos solcher Geschäfte trotzdem be-

wusst gewesen sei. Er habe den Zusammenhang zwischen höheren Renditen 

und höheren Risiken durchaus verstanden (act. 89 S. 5). Und in der Berufung hält 

sie fest, dass "der Kläger über die Vermögensanlagen der Beklagten und die da-

mit zusammenhängenden Risiken im Bild war und diese auch tolerierte" (act. 105 

Rz 11). Es sei unbestritten, dass der Kläger von der Beklagten zwischen 

mm.1998 (Tod von E._____) und März 2004 mindestens einmal jährlich eine Ko-

pie der von der Beklagten erstellten Bilanz- und Erfolgsrechnungen (act. 6/22-28) 

erhalten habe (Erw. 3.4.2.6). Die Vorinstanz gehe ausserdem zu Recht davon 

aus, dass D._____ als Vertreter der Beklagten mit dem Kläger jährlich eine Bi-

lanzbesprechung durchgeführt habe. Hingegen treffe es nicht zu, wenn die Vor-

instanz  in Erw. 3.4.2.6 – entgegen der Sachdarstellung der Beklagten – davon 

ausgehe, dass der Kläger die "ganze Materie" nicht verstanden habe (act. 105  

S. 16 oben). Dazu im Einzelnen:  

- 28 - 

– Die Gespräche zwischen D._____ und dem Kläger seien über einen Zeit-

raum von rund 6 Jahren verteilt gewesen, wenn auch besonders intensiv 

nach dem Tod von E._____. Im Jahr 1998 sei der Kläger rund 17jährig ge-

wesen, so dass es sein möge, dass er die Wertschriftentransaktionen und 

die allenfalls damit verbundenen Risiken nicht (im Detail) verstanden habe. 

Die 1998 verschiedentlich durchgeführten Besprechungen mit D._____ als 

Organ der Beklagten, teilweise auch im Beisein von F._____, der Tante des 

Klägers, mit detaillierten "dutzenden" bzw. "vielen" Informationen über die 

Vermögenssituation samt verschiedene Unterlagen habe der Kläger bestä-

tigt. Eröffnungsbilanz- und Erfolgsrechnung vom tt.mm.1998 hat der Kläger 

gar Seite für Seite persönlich visiert und am Schluss noch unterzeichnet 

(act. 6/8; act. 105 S. 16 lit. a).  

– Bestätigt habe der Kläger auch, dass bei den Treffen über Geld gesprochen 

worden sei. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass vor allem die Eröff-

nungsbilanz und das Anlageverzeichnis herangezogen worden seien, um 

dem Kläger die Vermögenszusammensetzung verständlich zu machen. Da-

rin sei auch von "Options" prominent die Rede gewesen (act. 105 S. 16 

lit. a).   

– Der vom Kläger in der Befragung geäusserte Satz: "Ja, logisch habe ich das 

gemacht. Ich kann mich zwar nicht daran erinnern, aber wenn ich nein ge-

sagt hätte, hätte die Beklagte keine Optionsgeschäfte tätigen können", lässt 

nach Ansicht der Beklagten keinen Interpretationsspielraum zu. Der Zeuge 

G._____ habe bestätigt (Prot. VI S. 84), dass er dem Kläger mindestens 1-2 

Mal bei der Beklagten begegnet sei, wo unter anderem auch über die Anla-

gegeschäfte gesprochen worden sei. Dem Kläger seien die "Vermögensver-

hältnisse offen gelegt und es sei über die Risiken der getätigten Anlagen ge-

sprochen worden" (act. 105 S. 17 lit. b). 

– Der Kläger habe zu Beginn der Befragung die Frage, ob er von den getätig-

ten Optionsgeschäften Kenntnis gehabt habe, "klar, direkt und ohne Umwe-

ge bestätigt". Gehe man davon aus, dass der Kläger die Fragen gemäss 

Beweisabnahmebeschluss, Beweissatz II/1, zu Hause mit seiner Freundin 

- 29 - 

vorbereitet und die Antworten auf die Fragen sogar niedergeschrieben habe, 

würden die Antworten des Klägers hinsichtlich Kenntnis von den Optionsge-

schäften zu Beginn der Befragung als einzig richtige erscheinen, seien sie 

doch spontan gekommen und auch schlüssig gewesen (act. 105 S. 17 c). 

Wenn die Vorinstanz auf S. 26 unten bzw. S. 27 oben diese klaren Aussa-

gen relativiere, seien dies untaugliche und zudem ungenaue Interpretations-

versuche. Die Erinnerungslücke des Klägers (er könne sich nicht daran erin-

nern) könne sich lediglich auf die Form der Erteilung des Einverständnisses 

beziehen und nicht auf die Vermögensgeschäfte im Allgemeinen sowie die 

Optionsgeschäfte. Kein Mensch würde sich angesichts des so nahen per-

sönlichen Verhältnisses, wie es zwischen D._____ und dem Kläger bestan-

den habe, eine schriftliche Bestätigung ausstellen lassen (act. 105 S. 17 

Rz c). 

– Selbst wenn der Kläger 1998 das Risiko nicht erkannt haben sollte, so müs-

se aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden, 

dass er spätestens in den Folgejahren (1999, 2000 und 2001), anlässlich 

der sich wiederholenden Besprechungen mit D._____, bei denen immer 

wieder die näher bezeichneten Anlagegeschäfte besprochen worden seien, 

"die den Optionsgeschäften inhärenten Risiken erkennen konnte und dies 

wohl auch tat" und den Zusammenhang zwischen höherem Gewinn und 

grösserem Verlustrisiko verstanden habe. Ein detailliertes Verständnis sei 

nicht erforderlich, weil auch der Patient, der sich über Chancen und Risiken 

einer Operation informieren lässt, die genauen Abläufe nicht verstehen müs-

se. Es genüge, dass der Kunde über die Risiken informiert sei und diese 

auch wahrnehme, was beim Kläger der Fall gewesen sei (act. 105 S. 18  

Rz d). 

– Speziell sei auf die Vereinbarungen über die Lombard-Kreditlimite vom  

19. Juli 2001 und 11. Juli/10. September 2002 bei Vontobel hinzuweisen, 

welche der Kläger (im Alter von praktisch 20 Jahren und mit abgeschlosse-

ner Lehre als Elektriker) unterzeichnet habe. Er sei von D._____ über den 

Inhalt der Limite informiert worden und im Abschnitt "Benützung" sei aus-

- 30 - 

drücklich die Rede von Optionsgeschäften gewesen. Dass der Kläger da-

mals immer noch keine Ahnung von Vermögensanlagen gehabt habe, könne 

angesichts der seit 1998 jährlich stattfindenden Bilanzbesprechungen nicht 

im Ernst behauptet werden. Es seien nämlich sowohl die gewinn- wie auch 

die verlustbringenden Transaktionen besprochen worden und auch, dass 

insbesondere mit den Eurex-Geschäfte gewisse Risiken verbunden gewe-

sen seien (act. 105 S. 19).  

– Der Kläger selber habe auf das Schreiben der Beklagten an das Steueramt 

vom 21. September 1998 verwiesen, worin auf eine Minusposition für 3 Op-

tionen hingewiesen worden sei. Auch auf diesem Weg habe er von den Op-

tionsgeschäften der Beklagten erfahren (act. 105 S. 19 Rz f).  

 d) Der Kläger nimmt in der Berufungsantwort zu diesen Vorbringen wie folgt 

Stellung (act. 114 Rz 71 ff.): Er sei über die Anlagen der Beklagten nicht orientiert 

gewesen und habe sie auch nicht toleriert. Die Beweiswürdigung der  Vorinstanz 

sei schlüssig: der unerfahrene Kläger habe von der ganzen Materie nichts ver-

standen und er habe D._____ bzw. der Beklagten zu lange vertraut. Visum und 

die Signatur eines 17-Jährigen besagten nichts und die Beweiswürdigung habe 

ergeben, dass er von diesen Vorgängen nichts verstand. Die Beklagte gebe die 

Befragung des Klägers korrekt wider, jedoch ergebe sich daraus nicht, dass er 

verstanden habe, was mit "Optionen" gemeint sei. Die Vorinstanz habe sorgfältig 

analysiert, ob der Kläger verstanden habe, was Optionsgeschäfte seien. Ihre 

Schlussfolgerung, dass "nicht erkennbar [sei], wie der Zeuge [sc. D._____] dem in 

Finanzfragen unerfahrenen Kläger die Funktionsweise und Risiken von Options-

geschäften konkret erklärt haben will", könne der Kläger nichts hinzufügen als die 

Feststellung, dass die Würdigung der Vorinstanz zutreffe und damit der der Be-

klagten obliegende Beweis, dem Kläger seien von D._____ bzw. der Beklagten 

das Wesen von Optionsgeschäften erklärt worden, gescheitert sei (act. 114 

Rz 75). Wenn der Zeuge G._____ ausgesagt habe, D._____ habe erklärt, dass 

Optionsgeschäfte getätigt würden, heisse dies noch lange nicht, dass der jugend-

liche und in Finanzfragen völlig unerfahrene Kläger, den solche Dinge nicht inte-

ressiert hätten, verstanden habe, was unter dieser Bezeichnung zu verstehen sei 

- 31 - 

(act. 114 Rz 76). Schliesslich sei die Vorinstanz selber davon ausgegangen, der 

Kläger habe gewusst, dass die Beklagte Optionsgeschäfte getätigt habe, was die-

ser in der Befragung ja selber erwähnt habe. Entscheidend sei hingegen einzig, 

ob ihm klar war, was Optionsgeschäfte und deren Risiken waren (act. 114 Rz 77, 

Rz 79). Die Einvernahme des Klägers ergebe deutlich, dass er die Details nicht 

verstanden habe, dass es sich für ihn um einen Pflichttermin handelte, den er ab-

solvieren musste, um danach Fahrradfahren zu gehen. Die wortklauberische In-

terpretation der Beklagten betreffend die "Form" der Zustimmung könne nicht 

darüber hinwegtäuschen, dass es der Vorinstanz nicht darum gegangen sei, ob 

das Einverständnis schriftlich oder mündlich erteilt worden sein solle, sondern 

dass es ihr um die Umstände gegangen sei (act. 114 Rz 78). Die Vereinbarung 

über eine Lombardkreditlimite sei für den Kläger nicht verständlich gewesen und 

einfach unterschrieben worden, weil sie ihm von D._____, dem er vertraute, vor-

gelegt worden sei (act. 114 Rz 80). Das Ergebnis der Befragung des Klägers sei 

klar: "Die Funktionsweise des Optionsgeschäftes hatte ihn damals weder interes-

siert noch hat er sie verstanden, denn D._____ war seine Vertrauensperson, zu 

dessen Beruf es gehörte, sich um die Finanzen anderer Leute zu kümmern; eines 

Risikos war er sich nicht bewusst. Die von der Beklagten vorgebrachten Gegen-

beweise vermochten diese Darstellung nicht zu erschüttern"  

(act. 114 Rz 79, Rz 81).  

 e) Die Vorinstanz hat der Beklagten den Hauptbeweis dafür auferlegt, dass 

"der Kläger wusste, dass die von der Beklagten verfolgte Anlagestrategie Opti-

onsgeschäfte umfasste und er diesen in Kenntnis der damit verbundenen Risiken 

zustimmte" (Prot. VI S. 14). In Beweissatz II.2. (Prot. VI S. 14) wurden die Optio-

nen ebenfalls angesprochen, indem die Beklagte zu beweisen hatte, dass bei den 

jeweiligen Besprechungen betreffend Vermögensentwicklung die von ihr getätig-

ten Optionsgeschäfte zur Sprache kamen. Die Vermögensanlagen wurden auch 

in Beweissatz II./3. erwähnt, hier in dem Sinn, dass die Beklagte beweisen muss-

te, dass der Kläger hoch erfreut gewesen sei, als sie ihn über die erfreulichen Er-

gebnisse der Wertschriftenanlagen 1998, 1999 und 2000 informierte (Prot. VI  

S. 15).  

- 32 - 

 aa) Die Einvernahme des Klägers hat ergeben bzw. bestätigt, dass er um 

die Optionen gewusst hat. Der Kläger macht allerdings zu Recht darauf aufmerk-

sam, dass das nicht ausreicht, sondern dass die Beklagte auch beweisen muss, 

dass dem Kläger, soweit er zugestimmt bzw. allenfalls auch bloss nicht opponiert 

hat, die damit verbundenen Risiken klar waren (act. 114 Rz 75, Rz 77). Der Klä-

ger hat eingangs der Befragung erwähnt, dass er sich an die Zeit nach dem Tod 

seiner Mutter erinnern könne, jedoch nicht an Alles (Prot. VI S. 39). Im Zeitpunkt 

der vorinstanzlichen Einvernahme (11. Juni 2014) waren seit dem Tod der Mutter 

des Klägers ziemlich genau 16 Jahre vergangen. Er wies darauf hin, dass er nicht 

alles verstanden, dass es ihn aber auch nicht interessiert hatte (Prot. VI S. 39). Er 

habe damals mit der Lehre begonnen und damit zu kämpfen gehabt, dass die 

Mutter nicht mehr da war, und habe sich im neuen Umfeld bei seiner Tante zu-

rechtfinden müssen (Prot. VI S. 40). Auf die Frage, ob mit ihm die Anlagestrategie 

besprochen worden sei, antwortete er, das sei vielleicht erwähnt worden, er kön-

ne sich aber nicht daran erinnern. D._____ sei sein Vormund und ein Freund ge-

wesen, und er habe ihm vertraut wie einem Vater, so dass er Dinge wie Aktien 

und Obligationen nicht hinterfragt habe (Prot. VI S. 40). Unmittelbar nach dem 

Tod seien ihm dutzende bzw. sehr viele Unterlagen vorgelegt worden, später sei-

en es etwas weniger geworden (Prot. VI S. 41). Die Verwaltung des Nachlass-

vermögens habe ihn weder interessiert, noch habe er etwas verstanden. Die An-

lagestrategie sei ihm nicht erklärt worden und er hätte auch keine Kenntnisse von 

der Funktionsweise von Optionsgeschäften gehabt (Prot. VI S. 41). Er könne sich 

nicht daran erinnern, dass ihm die Beklagte die Funktionsweise und Risiken von 

Optionsgeschäften erklärt habe und es hätte ihn damals auch nicht interessiert. 

Logisch habe er sein Einverständnis zu den Optionsgeschäften gegeben, er kön-

ne sich nicht erinnern, aber wenn er nein gesagt hätte, hätte der Beklagte keine 

Optionsgeschäfte tätigen können (Prot. VI S. 42). Weil er gedacht habe, dass 

Herr D._____ etwas von seinem Beruf verstehe, habe er sein Einverständnis ge-

geben. Er habe nicht ausdrücklich gesagt, dass es in Ordnung sei, sei einfach 

dagesessen (Prot. VI S. 42 f.). Besprechungen hätten stattgefunden, ob es sich 

um Bilanzbesprechungen gehandelt habe, könne er sich nicht erinnern (Prot. VI 

S. 43). Im weiteren Verlauf der Einvernahme wiederholte der Kläger, dass er sich 

- 33 - 

an die Besprechungen und ihre Inhalte nicht erinnere, dass ihn die Vermögens-

verwaltung nicht interessiert, dass er nichts verstanden und dass er D._____ ver-

traut habe.  

 bb) Das Bild, dass diese Einvernahme des Kläger bezüglich seiner damali-

gen Situation zeigt, erscheint realistisch, ja geradezu typisch: seine Schwierigkei-

ten, sich ohne Mutter in der neuen Situation zurecht zu finden, sein (altersbeding-

tes) Desinteresse, sein Unverständnis und die fehlende Motivation, sich mit dem 

ihm völlig unbekannte Gebiet zu befassen, um das sich D._____, der Vaterersatz, 

kümmerte. Jedenfalls ergeben sich aus den Aussagen des Klägers keine An-

haltspunkte dafür, dass er verstanden hatte, was Optionen sind, und dass ihm die 

Optionsmechanismen und die diesbezüglichen Risiken deutlich vor Augen geführt 

worden wären. Dass der Kläger wusste, dass es (auch) um Optionen ging, ist – 

wie bereits erwähnt – nicht der springende Punkt, weil die Beklagte nachweisen 

muss, dass der Kläger wusste, was Optionen sind und insbesondere, welche Ri-

siken damit verbunden sind, da eine Einwilligung nur dann zählt, wenn sie von ei-

ner informierten Person stammt.  

 cc) Die Beklagte erwähnt in der Berufung kritisch die Vorbereitung des Klä-

gers auf die vorinstanzliche Einvernahme (act. 105 S. 17), weil er sich mit 

Rechtsanwalt Dr. Y._____ Notizen gemacht und mit seiner Freundin die Verhand-

lung durchgespielt habe; sie sei die Richterin gewesen, habe ihm die Fragen aus 

dem Beweisabnahmebeschluss gestellt und er habe versucht, sich zu erinnern 

(Prot. VI S. 47). Die Beklagte hält deshalb die Antwort des Klägers zu Beginn der 

Befragung, er habe von den Optionsgeschäften Kenntnis gehabt, für spontan und 

schlüssig. Inwieweit er durch seinen Anwalt "präpariert" worden sein soll, ist nicht 

ersichtlich. Was die fingierte Gerichtsverhandlung mit der Freundin anbelangt, ist 

schwer vorstellbar, wie sie ihn in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht hätte be-

einflussen können.  

 f) Der Zeuge D._____ sagte Folgendes aus (in kursiv dazu jeweils Würdi-

gung des Gerichts):  

- 34 - 

– Er habe den Kläger orientiert, dieser habe die Anlagestrategie gekannt und 

die Abschlüsse erhalten (Prot. VI S. 66).  

Das ist hinsichtlich der Abschlüsse unbestritten. Die Behauptung, dass der Kläger 

die Anlagestrategie gekannt habe, hätte der Erklärung bedurft; aussagekräftig wäre 

allenfalls gewesen, wenn er aussagt hätte, was genau er erklärt habe bzw. warum 

er meine, dass der Kläger die Anlagestrategie gekannt habe. Und auch wenn er die 

Anlagestrategie gekannt hätte, hätte das nichts darüber gesagt, dass ihm die Risi-

ken bewusst waren.  

– Auf die Frage, ob er dem Kläger die Funktionsweise eines Optionsgeschäf-

tes erklärt habe und in welcher Form, antwortete D._____: "Ich habe dem 

Kläger bestimmt erklärt, dass es sich dabei um ein indirektes Aktienenga-

gement handelt" (Prot. VI S. 71).  

Der Hinweis auf das "indirektes Aktienengagement" ist für uninformierte Laien kein 

Hinweis und noch weniger die Erklärung des damit verbundenen Risikos. Der Be-

griff ist dem Laien eher unverständlich. 

– Und auf Nachfrage, was dem Kläger erklärt worden sei: "Wenn ein Klient 

das Geld in der Schweiz anlegen möchte, dann kann er Bargeld, Aktien oder 

Obligationen erwerben. Im Fall von Aktien machen wir das über ein indirek-

tes Aktiengeschäft, d.h. wenn der «put» eingelöst wird, ist das Worst-case-

Szenario, dass der Klient diese Schweizer Blue Chips im Depot hat. Darüber 

orientiere ich jeden Kunden".  

Eine solche Erklärung ist höchstens für jemanden verständlich, der die Materie oh-

nehin kennt.  

– Und auf die Frage, ob das Optionsgeschäft nicht grundsätzlich mit einem 

unbegrenzten Verlustrisiko verbunden sei, antwortete D._____: "Bei der von 

uns verfolgten Anlagestrategie ist das Verlustrisiko nur im Falle eines Kon-

kurses der Gesellschaft, wie es beispielsweise bei der Swissair der Fall war, 

unbeschränkt. Bei Gesellschaften wie Nestlé, Novartis oder Zürich Versiche-

rung kann davon ausgegangen werden, dass dies nicht geschieht. Deshalb 

- 35 - 

bin ich der Meinung, dass nicht von einem unbeschränkten Verlustrisiko 

ausgegangen werden muss" (Prot. VI S. 71). 

Das verharmlost das Risiko, ist nicht verständlich und bezieht sich nicht auf den 

Kläger. 

– Ob er sich konkret an Gespräche über Optionen mit dem Kläger erinnern 

könne? D._____ sagte dazu, dass der dem Kläger hundertprozentig die An-

lagestrategie sowie die getätigten Geschäfte erläutert habe (Prot. VI S. 72), 

und zwar kurz nach dem Tod von E._____ 1998. "Danach habe ich es dem 

Kläger bei den jährlichen Bilanzbesprechungen detailliert erläutert und er-

klärt" (Prot. VI S. 72).  

Die konkrete Frage wird nicht bzw. ausweichend beantwortet ("hundertprozentig"). 

Die hauptsächlichen Informationen wurden gemäss D._____ kurz nach dem Tod 

der Mutter erteilt, also dem sehr jungen und belasteten Kläger (und damals not-

wendigerweise aufgrund der konservativen Anlagen im Todeszeitpunkt [vgl. 

III./2./c./dd]. Wie genau die Orientierung hinsichtlich der Risiken von Optionen er-

folgt sein soll, bleibt offen, ebenso wie genau die Risiken in den jährlichen Bilanz-

besprechungen thematisiert und erläutert wurden. 

– Auf die Frage, in welcher Form er die Funktionsweise eines Optionsgeschäf-

tes erklärt habe, die Antwort: "Die Beklagte macht lediglich «sell open puts» 

und «sell open calls». Bei einem «sell open put» verpflichtet sich der Kunde, 

eine gewisse Aktie in einem gewissen Zeitraum zu übernehmen. Einerseits 

kann dies mittels eines «sell open puts» bzw. eines Optionsgeschäftes ge-

schehen. Im Worst-case-Szenario muss der Kunde dann die Aktie über-

nehmen. Anderseits kann man als Direktengagement die Aktie bei der Börse 

kaufen. Bei unserer Geschäftstätigkeit erhält der Kunde noch eine Prämie 

und im Worst-case-Szenario ist der Einstandspreis tiefer, als wenn der Kun-

de die Aktie direkt an der Börse gekauft hätte. Es handelt sich hierbei somit 

um ein indirektes Aktiengeschäft" (Prot. VI S. 72).  

Das betrifft die Funktionsweise von Optionen, nicht jedoch das Risiko und es muss 

davon ausgegangen werden, dass – wäre die Information dem Kläger so vermittelt 

- 36 - 

worden – sie für ihn nicht verständlich war. Denn ein Laie im Alter und mit der Aus-

bildung des Klägers versteht bei «sell open put» usw. nur Fachchinesich. 

– Ob der Kläger mit 16 ½ Jahren die Funktionsweise und die Risiken von Op-

tionsgeschäften verstanden habe, die Antwort: "Ich denke, der Kläger hat 

gewusst, worum es ging und was wir gemacht haben. Er muss es auch im 

Zusammenhang mit den Geschäften seiner Tante mitbekommen haben, wir 

haben über diese Dinge immer offen gesprochen. Die Beklagte macht für all 

ihre Kunden nur das indirekte Aktiengeschäft" (Prot. VI S. 72). Ob D._____ 

das Gefühl habe, dass der Kläger die Funktionsweise damals verstanden 

habe und ob es den Kläger interessiert habe, die Antwort: "Ich denke, er hat 

es verstanden. Ob es ihn interessiert hat oder nicht, kann ich nicht beurtei-

len" (Prot. VI S. 73). Und schliesslich die Frage, weshalb D._____ davon 

ausgehe, dass der Kläger es verstanden habe: "Ich habe dem Kläger klar er-

läutert, woraus die Gewinne entstehen  […]" (Prot. VI S. 72). 

Die Einvernahme hat – was vorauszuschicken ist – gerade nicht ergeben, dass der 

Kläger über die Geschäfte der Tante informiert war. Die Antworten von D._____ 

sind ausweichend bzw. beruhen auf unbelegten Annahmen. Sie geben wieder, was 

D._____ heute denkt und können keine gerichtliche Überzeugung begründen, es 

sei der Kläger so aufgeklärt worden, dass er die Risiken verstanden hat.  

– Zur Frage, ob es seitens des Klägers Rückfragen gegeben habe: "In den 

Jahren 2001 und 2002 hatte er sicherlich Rückfragen, da die wirtschaftliche 

Lage schlecht war. Ich habe dem Kläger damals erklärt, dass man bei der 

von uns verfolgten mittelfristigen bzw. langfristigen Anlagestrategie Geduld 

haben muss".  

In dieser Antwort gibt es klare Unsicherheiten ("sicherlich") und sie enthält keinen Hinweis 

auf Optionen, sondern den Allgemeinplatz "Anlagestrategie". 

– Die Frage, ob der Kläger den Optionsgeschäften zugestimmt habe, erfolgte 

die Antwort: "Der Kläger hat nie gesagt, er sei nicht einverstanden". Und ob 

der Kläger einmal ausdrücklich gesagt habe, dass er mit der Tätigung von 

Optionsgeschäften einverstanden sei, die Antwort: "Der Kläger war mit den 

- 37 - 

Abschlüssen immer einverstanden, wenn ich es ihm erklärt und erläutert ha-

be" (Prot. VI S. 74). Ob bei der jährlichen Bilanzbesprechung konkret über 

Optionsgeschäfte gesprochen wurde: "Es wurde über Put- und Call-Optio-

nen gesprochen". Und auf Nachfrage: "Ich habe dem Kläger die Bedeutung 

erklärt und ihn auf das Worst-case-Szenario hingewiesen." Aus dem Doku-

ment 6/26 (es handelt sich um den Jahresabschluss per 31. Dezember 

2001) gehe hervor, welche Transaktionen getätigt worden seien. Die Be-

sprechung der Optionen habe jeweils 15-30 Minuten in Anspruch genom-

men (Prot. VI S. 76). Und auf die Reaktion des Klägers angesprochen: Den 

Kläger hätte das Endresultat interessiert. Und schliesslich die Frage, ob der 

Kläger im Rahmen dieser Besprechungen auf die Risiken von Optionsge-

schäften aufmerksam gemacht worden sei, die Antwort: "Ja, das habe ich 

immer gemacht. Ich habe dem Kläger jedes Mal erklärt, dass Aktien 

Schwankungen unterliegen. In den Jahren 2001 und 2002 war dies deutlich 

sichtbar. Der Kläger hat aber auch die positiven Schwankungen davor und 

danach wahrgenommen" (Prot. VI S. 76).  

Es sind teils ausweichende Antworten, und es ist immer noch unklar, ob dem Klä-

ger die Risiken überhaupt bzw. verständlich erläutert wurden. Was das Worst-case-

Szenario war und wie es erklärt wurde, bleibt offen. Dass Aktienkurse schwanken 

können, weist nicht auf die Risiken beim Optionshandel hin.  

 g) Schliesslich wurde G._____ als Zeuge gefragt, ob der Kläger gewusst 

habe, dass Optionsgeschäfte getätigt wurden (Prot. VI S. 89): "Herr D._____ hat 

es dem Kläger erklärt; ob es dieser wusste, kann ich nicht sagen." Und auf die 

Frage, ob der Kläger Kenntnisse über die Funktionsweise des Optionsgeschäfts 

hatte und woher: "Ich weiss nicht, wie sehr der Kläger sich mit der Thematik be-

schäftigt hat und ob er es exakt wissen wollte. Aber ich weiss, dass es ihm erklärt 

wurde. Wenn man mir beispielsweise erklärt, wie ein Motor funktioniert, weiss ich 

das eine Woche später auch nicht mehr" (Prot. VI S. 89 f.). Ob der Kläger der Tä-

tigung von Optionsgeschäften zugestimmt habe: Er habe jedenfalls nie gesagt, 

dass er dies nicht wolle und sich auch über die Erträge gefreut. Der Zeuge 

- 38 - 

G._____ sagte schliesslich aus, dass er denke, dass der Kläger wusste, wie sein 

Vermögen angelegt war und welche Risiken damit verbunden waren.  

Auch aufgrund dieser Zeugenaussage steht nicht mit der erforderlichen Sicherheit 

fest, dass dem Kläger die Risiken genügend deutlich und verständlich erklärt wor-

den waren. Offen ist insbesondere, worauf die abschliessend geäusserte Vermu-

tung, dass der Kläger um die Risiken der getätigten Vermögensanlagen wusste, 

basiert.  

 h) Es ist zu Recht unbestritten geblieben, dass die Beklagte die Beweislast 

dafür trägt, dass der Kläger ausreichend über die Risiken informiert war. Weder 

die Aussagen der einzelnen Befragten, noch der Gesamteindruck aller Befragun-

gen vermögen den Eindruck zu erzeugen, es könne sich nur so verhalten haben, 

wie die Beklagte das behauptet, nämlich es seien dem Kläger die Risiken des Op-

tionsgeschäfts in für ihn verständlicher Form erklärt worden usf. Es bleiben nur 

schon aufgrund der Aussagen des Zeugen D._____ mehr als nur leichte Zweifel 

daran (vgl. dazu KuKo ZPO-Schmid [2. Auflage 2014], N. 13 zu Art. 150), dass 

dem Kläger die Risiken der Optionsgeschäfte in verständlicher Form erklärt wor-

den waren bzw. ihm diese bekannt waren. Die Beklagte behauptet zwar, es könne 

davon ausgegangen werden, dass der Kläger die Materie zunehmend besser ver-

standen habe. Das ist zwar nicht völlig ausgeschlossen, hilft der Beklagten aber 

nichts. Denn selbst wenn es so wäre, dass der Kläger im Laufe der Zeit – wovon 

die Kammer allerdings nicht ausgeht – die Risiken des Optionenhandels genü-

gend klar verstanden hätte, wäre es an der Beklagte gewesen, diesen Zeitpunkt 

zu definieren. Das hätte dann zu einer Abgrenzung führen müssen (Verluste vor 

dem erlangten Verständnis – Verluste danach). Eine solche Abgrenzung liesse 

sich – wegen der auch diesbezüglich zu unbestimmten Vorbringen der Beklagten  

– aber nicht vornehmen, so dass die ganze Dauer der Willensvollstreckung – so 

oder so – einheitlich betrachtet werden müsste. Ist der Beweis misslungen, trägt 

die Beklagte die Folgen der Beweislosigkeit. Die von der Beklagten behauptete 

Zustimmung (bzw. der entsprechend unterlassene Widerstand) ist daher wir-

kungslos und die Beklagte kann nichts daraus ableiten.  

- 39 - 

 Der Vollständigkeit halber ist schliesslich noch anzumerken, dass sich mit 

Blick auf BGer 4A_364/2013 die Frage stellen könnte, ob die Beklagte selbst bei 

nachgewiesenem Risikobewusstsein des Klägers Optionsanlagen überhaupt hät-

te tätigen dürfen, weil sein "Profil" dies verboten hätte (vgl. vorne E. III./2./c./ff). In 

der Erwägung 6.5.3 des genannten Entscheides hat nämlich das Bundesgericht 

(bei der insofern der Willensvollstreckung vergleichbaren Vermögensverwaltung) 

entschieden, dass eine Vermögensverwaltungskundin sich nicht rechtsmiss-

bräuchlich verhalte, wenn sie sich mit einer riskoreichen Anlagestrategie einver-

standen erklärt habe und nach Eintritt der Verluste aus den riskanten Anlagen gel-

tend mache, dass nur eine weniger riskante Anlagestrategie ihren persönlichen 

Verhältnissen angemessen gewesen wäre. Da die Wirkungslosigkeit der Zustim-

mung ohnehin bereits feststeht, kann die Frage allerdings unbeantwortet bleiben.  

 i) Die Beklagte weist darauf hin, dass der Bezirksrat … den Schlussbericht 

von D._____ vorbehaltlos genehmigt habe, obwohl eine stattliche Anzahl Eurex-

Geschäfte getätigt worden seien (act. 105 Rz 6. S. 12). Dabei ist nochmals zu er-

wähnen, dass sich die Vermögensanlagen, wie sie vom Kläger in act. 2 Rz 34 

aufgezeigt (und von der Beklagten nicht bestritten) werden, im Laufe der Zeit er-

heblich veränderten: Aktienanteil per tt.mm.1998 rund 5 %, per Ende 1998 Rück-

gang auf 2.5 %, per Ende 1999 wieder 5 %, per Ende 2000 14 %, per Ende 2001 

rund 29 %, per Ende 2002 63.8 %, per Ende 2003 bzw. Ende März 2004 über 

87 %). Aus act. 3/11 ergibt sich, dass die Genehmigung des Vormundschaftsbe-

richtes nach Eintritt der Mündigkeit am tt. Januar 2000 an den Bezirksrat überwie-

sen wurde und daher auf den Zahlen von 1998 und/oder 1999 beruht haben muss 

und der Aktienanteil damals bescheidene 2,5 % bzw. 5 % betrug. Von präjudiziel-

ler Wirkung oder von entscheidender Bedeutung wäre die Genehmigung des Be-

zirksrates im vorliegenden Zusammenhang ohnehin nicht.  

 j) Weiter macht die Beklagte geltend, dass der Kauf und Verkauf von Optio-

nen nicht besonders risikoreich sei, vor allem diejenigen nicht, die die Beklagte 

konkret gehandelt habe; sie hätten sich stets auf so genannte Blue Chip-Aktien 

bezogen. Solche seien auch nach BVV2 nicht untersagt (act. 105 8.1 S. 13). Nach 

Art. 53 BVV2 sei die Anlage in börsenkotierten Aktien, und zwar sowohl als Direk-

- 40 - 

tanlage als auch mittels sog. "derivativer Finanzinstrumente" (Abs. 1 lit. d und 

Abs. 2) zulässig, wenn kein Klumpenrisiko eingegangen werde. Das sei nach 

BVV2 bei einem Aktienanteil von 50 % noch nicht der Fall. Es sei auch auf die 

Praxis der Verwaltungskommission des Obergerichts hinzuweisen, wonach Mün-

delvermögen ab Fr. 0.5 Mio. nach den Bestimmungen von BVV2 angelegt werden 

könnten und diesfalls als mündelsicher gelten würden (act. 105 Rz 8.1 S. 13). Das 

indirekte Aktienengagement in Schweizer Blue Chip-Aktien sei nicht riskanter ge-

wesen als wenn diese Papiere direkt gekauft worden wären (act. 105 Rz 8.2 S. 14 

mit Beispiel). Das bestreitet der Kläger (Art. 114 Rz 64 ff.). Allgemein anerkannt 

sei, dass Optionsgeschäfte generell risikoträchtig seien, so z.B. beim Leerverkauf 

von Call-Optionen, wo das Risiko theoretisch unbegrenzt sei, oder z.B. beim Ver-

kauf einer Call-Option, wenn der Basiswert steige und der Verkäufer diesen zum 

ursprünglich vereinbarten Preis liefern müsse, der erheblich unter dem aktuellen 

Marktwert liegen könne. Falle der Wert des zugrunde liegenden Basiswertes beim 

Verkauf eines Puts, müsse der Verkäufer den Basiswert zum ursprünglich verein-

barten Preis abnehmen, der erheblich über dem aktuellen Marktwert liegen kön-

ne. In beiden Fällen liege das im Vornherein nicht bestimmbare Risiko in der Dif-

ferenz zwischen dem beim Vertragsabschluss vereinbarten Preis und dem am 

Verfalltag aktuellen Marktwert. Dass sich solche Risiken im konkreten Fall ver-

wirklicht hätten, habe der Kläger in seiner Rechtsschrift minutiös anhand der ein-

zelnen Transaktionen auf 14 Seiten aufgezeigt (act. 114 Rz 66). Dem ist uneinge-

schränkt zuzustimmen und es ist ebenso nochmals daran zu erinnern, dass aus-

serdem von der Anlagestrategie der verstorbenen Mutter des Klägers, wie sie sich 

aus dem Status ihrer Anlagen im Todeszeitpunkt ergibt, ganz erheblich abgewi-

chen wurde.  

 5.  Berechnung des Schadens gestützt auf den Optionshandel und die 

Anrechnung der darauf erzielten Gewinne   

 a) Das Bundesgericht hat in 4C_158/2006 E. 4.3 (wo es darum ging, dass 

eine Vermögensverwaltung ein Paket von ganz bestimmten Namenaktien und ein 

Paket von ganz bestimmten Inhaberaktien trotz sinkendem Börsenkurs nicht ver-

kauft hatte) Ausführungen zum Schaden im Zusammenhang mit der Vermögens-

- 41 - 

verwaltung gemacht: Massgeblich sei zum Einen nicht das Gesamtvermögen, 

sondern das im Rahmen des Vermögensverwaltungsvertrages übergebene Ver-

mögen, und zum Anderen sei zu differenzieren, ob dem Vermögensverwalter all-

gemein eine pflichtwidrige Anlagestrategie (sorgfaltswidrige Verwaltung des ge-

samten Portefeuilles) oder pflichtwidrige Einzelanlagen (sorgfaltswidriges Verhal-

ten im Zusammenhang mit einzelnen Posten des Portefeuilles) vorgeworfen wur-

den. Im ersten Fall sei auf das ganze übergebene Vermögen abzustellen, im 

zweiten Teil nur auf jenes, das für die sorgfaltswidrigen Anlagen eingesetzt wor-

den war. Das Bundesgericht beruft sich u.a. auf Gutzwiller (a.a.O., S. 63), der dif-

ferenziert, ob es um einige wenige Anlagen aus dem Rahmen des im Übrigen 

ordnungsgemäss verwalteten Portefeuilles gehe oder ob die Verwaltung insge-

samt oder jedenfalls zum überwiegenden Teil sorgfaltswidrig sei. Im vorliegenden 

Fall haben die Optionen anhand der mehrfach erwähnten Zusammensetzung der 

von E._____ hinterlassenen Werte zunächst kaum etwas ausgemacht, haben 

dann aber im Laufe der Zeit ganz erheblich zugenommen. Während sie zu Beginn 

eher Einzelfälle waren, wurde die Strategie im Laufe der Zeit geändert, so dass 

ihr Anteil am Ganzen erheblich wuchs. Da sich eine einheitliche Betrachtung auf-

drängt, ist der Ansicht der Vorinstanz zuzustimmen, dass ausschliesslich auf den 

Optionshandel abzustellen ist.  

 b) Die Vorinstanz führt in diesem Zusammenhang aus, dass es auf den 

Schaden aus pflichtwidrigem Verhalten ankomme; die Gewinne mit anderen An-

lagen seien ohnehin entstanden (act. 106 S. 42). Der Kläger weist in der Beru-

fungsantwort (act. 114 Rz 8) darauf hin, dass er den durch die Beklagte angerich-

teten Schaden nach zwei Methoden – mit unterschiedlichen Resultaten – berech-

net habe. Zum einen habe er den Schaden, verursacht durch spekulative Opti-

onsgeschäfte, konkret berechnet, indem er sämtliche fraglichen Optionsgeschäfte 

nachgerechnet und daraus je den jeweiligen Schadensposten extrahiert habe. 

Das sei aber nicht alles: Er habe den Schaden auch anhand eines abstrakten 

Vergleichsdepots nach dem Pictet LLP 93-Index ermittelt. Die konkrete Berech-

nung hätte einen höheren Schaden ergeben, er habe allerdings vorsichtshalber 

den aufgrund des Vergleichsindexes geringeren Schaden eingeklagt.  

- 42 - 

 c) Die Beklagte macht geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht ange-

nommen, sie habe Schäden aus den Optionsgeschäften in der Höhe von  

Fr. 154'726.36 (E. 4.6.2), Fr. 104'744.50 (E. 4.6.3), Fr. 53'644.97 (E. 4.7.4) und 

Fr. 6'455.25 (E. 4.7.3) anerkannt; das treffe nicht zu (act. 105 S. 22 E. 5.). Die 

Beklagte habe die Schadensberechnung des Klägers (act. 2 Rz 49) als falsch und 

unvollständig bezeichnet, gleich wie sie den vom Kläger in act. 2 Rz 54 und 57 

behaupteten Schaden im Umfang von Fr. 432'874.– explizit bestritten habe. Das 

habe die Vorinstanz nicht einfach ignorieren dürfen (act. 105 Rz 5.1), schon gar 

nicht, weil die Beklagte in act. 12 Rz 58 eine völlig andere Berechnung für richtig 

gehalten habe (act. 105 Rz 22). Allenfalls hätte die Vorinstanz gemäss § 55 ZPO 

ZH nachfragen müssen (act. 105 Rz 5.2). Die Kammer habe, sollte auch sie aus-

schliesslich auf die getätigten (angeblich verpönten) Optionsgeschäfte abstellen, 

Folgendes zu beachten: Die Vorinstanz werfe der Beklagten vor, dass sie die 

Gewinne aus den Optionsgeschäften Swiss Life, Swiss Re, Zurich Financial, Zu-

rich Alied, Serono und UBS in nicht genügend substantiierter Form behauptet ha-

be (act. 105 S. 22 Rz 6.1). Das treffe schon deshalb nicht zu, weil die bei den Ak-

ten liegenden Bilanz- und Erfolgsrechnungen (act. 6/22-28) jede einzelne Trans-

aktion enthielten, und zwar unter der Kontobezeichnung 6003 ("Gewinne/Verluste 

Soffex" oder "Gewinne/Verluste Eurex"). Die Beklagte habe bereits in der Klage-

begründung (recte: Klageantwort) deutlich darauf hingewiesen, dass das Resultat 

aus der Vermögensverwaltungstätigkeit der Beklagten im Detail aus den einge-

reichten Bilanz- und Erfolgsrechnungen (act. 6/22-28) ersichtlich sei (act. 12 S. 34 

Rz 56 und 57). Aus der Zusammenstellung der Soffex- bzw. Eurex-Geschäfte 

zwischen dem 31. Dezember 1998 und dem 31. März 2004 in der Berufungs-

schrift (act. 105 S. 23) würden sich Gewinne von Fr. 170'039.37 und Verluste von 

Fr. 47'113.87) ergeben, was einen Nettogewinn von Fr. 122'925.50 ausmache. 

Die Verluste seien mit anderen Transaktionen (Aktien und Obligationen) erzielt 

worden, was sich aus Wertberichtigungen auf Buchverlusten bei Aktien und Obli-

gationen im Konto 6002 (exemplarisch für 2002 [act. 6/27] mit 288'874.05) ergebe 

(act. 105 S. 24 Rz a). 

 d) Die Beklagte kritisiert den vorinstanzlichen Entscheid, weil in E. 4.6.2, 

E. 4.6.3, E. 4.7.4. und 4.7.3 davon ausgegangen werde, dass sie die Verluste aus 

- 43 - 

den Optionsgeschäften anerkannt habe (act. 105 S. 22 Rz 5). Der Kläger ver-

steht den vorinstanzlichen Entscheid anders: Es sei nicht von einer Anerkennung 

auszugehen, sondern lediglich davon, dass mangels substantiierten Behauptun-

gen bezüglich erzielter Gewinne dazu keine Beweise abgenommen werden könn-

ten (act. 114 Rz 93). Tatsächlich sind die massgeblichen Passagen nicht als An-

erkenntnisse im technischen Sinn des Wortes zu verstehen, sondern als Feststel-

lung, dass die ungenügend behaupteten Gewinne nicht zur Reduktion der Verlus-

te verwendet werden können.  

 e) Fraglich ist, ob allfällige Gewinne aus pflichtwidrigen Anlagen allfällige 

Verluste aus pflichtwidrigen Anlagen kompensieren können, was von Gutzwiller 

(a.a.O., S. 64), wenn auch zögernd, bejaht wird. Die Beklagte verlangt ausser-

dem, dass Verluste aus anderen Transaktionen (Aktien und Obligationen) berück-

sichtigt werden. Für beide Varianten stellt sich die Frage der genügenden Sub-

stantiierung, auf welche sogleich zurückzukommen sein wird. Die Nicht-

Anrechnung von Gewinnen aus anderen – zulässigen – Anlagen ist die logische 

Folge davon, dass der als pflichtwidrig beurteilte Optionenhandel isoliert betrach-

tet wird (vgl. oben E. III./5./a). 

 aa) Die Beklagte führt aus, sie habe vor Vorinstanz beispielhaft dargelegt, 

dass der Kläger bei der Ermittlung von Gewinn und Verlust sehr selektiv vorge-

gangen sei, was die Schadensberechnung unkorrekt mache. Gutschriften auf Titel 

im Depot seien unberücksichtigt geblieben (act. 12 Rz 50; act. 105 S. 24 lit. aa). 

Die Beklagte habe in act. 12 Rz 49 erwähnt, dass die Tabelle in act. 2 S. 33 nur 

"eine Anzahl ausgewählter Titel (und nicht alle) Aktien" enthalte, was eine sub-

stantiierte Bestreitung des Schadens sei (act. 105 S. 24 lit. aa). Die Beklagte habe 

nicht erkennen können, dass das Gericht auf die einzelnen Transaktionen ("Opti-

onsgeschäfte") abstellen wolle. Sei die Vorinstanz der Meinung gewesen, dass 

die Zusammenstellung aus Optionsgeschäften in Bilanz und Erfolgsrechnung 

(act. 6/22-28) nicht ausreichend gewesen seien, so hätte sie dies klären müssen, 

andernfalls sie in diesem Punkt die richterliche Fragepflicht verletzt habe (act. 105  

S. 24 lit. bb).  

- 44 - 

 bb) Der Kläger weist darauf hin, dass die Vorinstanz teilweise Gewinne aus 

den Optionsgeschäften mangels Substantiierung unberücksichtigt gelassen habe. 

Die Beklagte wolle dies nun mit der abstrakten Schadensberechnung korrigieren, 

allerdings mit einem anderen, spekulativen Index (act. 114 Rz 10). Der Kläger ha-

be sich in der Klageschrift (act. 2 Rz 50 f.) mit der Frage der Gewinnanrechnung 

aus pflichtwidrigen Optionsgeschäften auseinandergesetzt. Wenn es die Beklagte 

trotz des Hinweises in der Klageantwort (act. 12 Rz 57) dabei belassen habe, auf 

die Bilanzen und Erfolgsrechnungen zu verweisen, und wenn sie auch in der Dup-

lik nicht konkreter geworden sei, habe sie das bewusst getan, so dass sie sich 

nicht auf § 55 ZPO/ZH berufen könne (act. 114 Rz 98). Es könne nicht die Aufga-

be des Gerichts sein, Gehilfe des Anwalts zu sein und die umfangreichen Beila-

gen der Parteien zu Gunsten der Beklagten nach allfälligen anrechenbaren Ge-

winnen zu durchforsten (act. 114 Rz 102 ff.). Die neu vorgelegte Zusammenstel-

lung der Soffex- bzw. Eurex-Geschäfte, wonach einem Verlust von Fr. 47'113.87 

ein Gewinn von Fr. 170'039.37 gegenüber stehe, wird vom Kläger als unzulässi-

ges Novum gerügt (act. 114 Rz 104). Das trifft zu, sind doch diese Zahlen tat-

sächlich neu detailliert worden, jedoch ist nicht ersichtlich und es wird auch nicht 

gesagt, warum dies nicht bereits im vorinstanzlichen Verfahren hätte vorgebracht 

werden können, weshalb sie i.S.v. Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht beachtlich sind.  

 cc) Act. 2 Rz 50 und Rz 51, auf die der Kläger verweist, haben folgenden 

Wortlaut: "Nicht alle Optionsgeschäfte der Beklagten scheinen zu einem Verlust 

des Klägers geführt zu haben, sondern etliche Anlagen dürften zu Gewinnen ge-

führt haben. Sofern solche Gewinne aus pflichtwidrigen Anlagen entstanden, dür-

fen sie unter Umständen nach Lehre und Rechtsprechung mit Verlusten aus 

pflichtwidrigen Anlagen verrechnet werden (Christophe Rosat, Der Anlagescha-

den, Bern 2009 S. 119 ff.). Der Verlust des Klägers aus pflichtwidrigen Options-

geschäften allein dürfte deshalb etwas geringer ausfallen als CHF 432'874.88. 

Der Kläger mache in seiner Teilklage seinen Schaden ohnehin nur in einem redu-

zierten Umfang, wie er ihn anhand des Pictet-LLP 93-Indexes berechnet, geltend. 

Hinsichtlich der Gewinne aus pflichtwidrigen Optionsgeschäften verzichtet er des-

halb auf deren Auflistung und überlässt es der Beklagten, nachzuweisen, ob sol-

che Gewinne angefallen sind und ob sie sie zur Verrechnung bringen