# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5605b68b-f326-5e1d-b0b6-b22e8ef3ba1b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-05-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.05.2008 UV 2007/78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2007-78_2008-05-26.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2007/78

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 26.05.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 26.05.2008
Art. 6 UVG. Unfallkausalität von somatischen (neuropsychologischen) und 
psychischen Beschwerden (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 26. Mai 2008, UV 2007/78).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid 

Entscheid vom 26. Mai 2008

in Sachen

L.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Züst, Bahnhofstrasse 14, Postfach 849, 

9430 St. Margrethen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach, 

9001 St. Gallen,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.         

L.___, geb. 1984, absolvierte eine Lehre als Polymechanikerin bei der A.___ als sie am 

19. November 2001 als Mitfahrerin in einem Auto verunfallte und dabei eine 

Unterschenkelfraktur links und eine Fraktur der Beckenpfanne mit Hüftluxation erlitt 

(UV-act. 1-3, 5). Nach Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen 

sprach die Suva der Versicherten für die verbleibende unfallbedingte Hüftproblematik 

und die Restfolgen nach Unterschenkelfraktur eine Integritätsentschädigung auf der 

Basis einer Integritätseinbusse von 30% zu (UV-act. 118). Mit Verfügung vom 23. 

November 2006 lehnte die Suva die Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen ab. 

Die im Vordergrund stehende Persönlichkeitsstörung sei nicht als Folge des Unfalls 

erklärbar. Einen Anspruch auf ein Taggeld (für die Differenz zwischen dem 

Lehrlingslohn und dem Lohn als ausgebildete Maschinenzeichnerin/Konstrukteurin) 

verneinte die Suva, weil das Lehrverhältnis im Januar 2006 aus unfallfremden Gründen 

gekündigt worden sei (UV-act. 128). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache 

(UV-act. 129) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 23. Mai 2007 ab.

B.        

B.a   Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Dr. M. Züst, St. Margrethen, für die 

Versicherte am 25. Juni 2007 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei 

aufzuheben und es seien verschiedene Beweisergänzungen anzuordnen: Einholen von 

Berichten bei Frau Dr. med. B.___ und Dr. med. C.___, Befragung der Vorgesetzten der 

Beschwerdeführerin bei der A.___; Einholen eines Gutachtens des 

Neuropsychologischen Instituts der Universität Zürich betreffend 

Kausalzusammenhang zwischen dem psychischen Status der Beschwerdeführerin und 

dem Unfall vom 19. November 2001. Der Beschwerdeführerin sei ein UV-Taggeld 

zuzusprechen mit Einschluss des Ausgleichs der Differenz des Lohns zwischen einer 

ausgelernten Konstrukteurin und einem Lehrling im vierten Lehrjahr. Zur Begründung 

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legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, wenn der Unfall - wie in der Einsprache 

ausgeführt worden sei - als schwer taxiert werde, sei die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin grundsätzlich gegeben und keine weiteren 

Sachverhaltsabklärungen erforderlich. Wenn, wie die Beschwerdegegnerin dies tue, 

von einem mittelschweren Unfall ausgegangen werde, seien jedoch die beantragten 

Beweisergänzungen nötig. Es sei eine Beleidigung der Beschwerdeführerin, wenn die 

Beschwerdegegnerin davon spreche, dass keine zermürbenden Dauerschmerzen 

vorgelegen hätten. Der Beschwerdeführerin sei die sportliche Betätigung nicht mehr 

möglich gewesen. Anderseits habe sich auch ein ästhetisches Problem eingestellt, 

indem sich die Beschwerdeführerin ausgestellt vorgekommen sei und Badeanstalten 

und dergleichen gemieden habe. Der Unfall habe zu einer ständig grösser werdenden 

Isolierung geführt. Man könne sich höchstens fragen, ob nicht eine unfallfremde 

Prädisposition bestehe, für welche die Beschwerdegegnerin nicht einzustehen habe. 

Dies werde von der Beschwerdeführerin bestritten. Tatsache sei, dass die psychische 

Störung primär auf das Unfallgeschehen zurückzuführen sei und dies zu Problemen im 

zwischenmenschlichen Bereich geführt habe. Bis zum Unfall vom 19. November 2001 

sei die Beschwerdeführerin im Betrieb der A.___ nicht auffällig gewesen. 

Unberücksichtigt geblieben sei des weiteren auch der Bericht der Centropraxis vom 

31. August 2006, wo festgehalten worden sei, dass die Beschwerdeführerin an ganz 

erheblichen Schmerzen leide. Wenn von einem mittelschweren Unfall ausgegangen 

werde, so sei dieser an der Grenze zum schweren Unfall anzusiedeln. Diesfalls wäre ein 

Gutachten des Neuropsychologischen Instituts der Universität Zürich einzuholen. Es 

bestehe kein Zweifel darüber, dass die Invalidität mehr als 10% betrage. Die 

Voraussetzungen der Rentenausrichtung seien gegeben.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 21. September 2007 beantragte Rechtsanwalt 

Dr. iur. U. Glaus, St. Gallen, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. 

Zur Begründung verwies der Rechtsvertreter auf die Darlegungen im angefochtenen 

Entscheid und führte unter anderem aus, nachdem die medizinische Behandlung aus 

somatischer Sicht abgeschlossen sei und die psychische Fehlentwicklung im 

Vordergrund stehe, sei die Adäquanz der letzteren zu beurteilen. Es sei von einem 

mittelschweren Unfall auszugehen. Die von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien 

lägen weder in gehäufter noch in ausgeprägter Weise vor, womit die Adäquanz 

zwischen dem Unfall und den psychischen Störungen zu verneinen sei. Aus einem 

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weiteren medizinischen Gutachten könnten keine Erkenntnisse für die Beurteilung der 

Adäquanz gewonnen werden. Die Beschwerdegegnerin habe somit zu Recht auf das 

Einholen eines neuropsychologischen Gutachtens und eines weiteren ärztlichen 

Berichts verzichtet. Ein allfälliger Rentenanspruch könne noch nicht geprüft werden, da 

die Massnahmen der IV zur beruflichen Eingliederung noch nicht abgeschlossen seien.

B.c   Mit Replik vom 31. Januar 2008 bestätigte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin seinen Antrag und seine Ausführungen. Er legte einen Bericht von 

Frau Dr. B.___ vom 25. Januar 2008 ins Recht und erklärte unter anderem, es habe ein 

schwerer Unfall im Sinn der Rechtsprechung vorgelegen. Das von Dr. B.___ angeführte 

vorbestandene Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS-Syndrom) sei 

durch den Unfall gravierend verstärkt worden. Die Beschwerdeführerin habe wegen der 

Schwere des Unfalls schon jetzt Anspruch auf eine Rente. Es brauche nicht erst der 

Lehrabschluss abgewartet zu werden. Richtig sei, dass der Stand der Invalidität nach 

Lehrabschluss neu zu prüfen sei.

B.d In der Duplik vom 6. Februar 2008 hielt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdegegnerin an seinem Antrag und seinen Darlegungen fest.

Erwägungen:

1.         

1.1    Streitig ist zum einen, ob hinsichtlich der Folgen des Unfalls vom 19. November 

2001 ergänzende, unter anderem neuropsychologische Abklärungen durchzuführen 

sind und ob die bei der Beschwerdeführerin vorliegenden psychischen 

Gesundheitsprobleme in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu dem Unfall 

stehen. Zu prüfen ist (als Folgefrage) im weiteren, ob Anspruch auf Taggeld für die 

Differenz zwischen dem Lohn einer ausgebildeten Konstrukteurin und dem 

Lehrlingslohn im vierten Lehrjahr besteht. Die Beschwerdegegnerin legte im 

angefochtenen Entscheid (Erwägung 1) die rechtlichen Voraussetzungen des 

Bestehens eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und den 

nachfolgend auftretenden Gesundheitsschädigungen zutreffend dar; darauf ist zu 

verweisen. Nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids bildet der vom 

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Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erwähnte Rentenanspruch (act. G 1 S. 8); 

darauf kann auch in diesem Verfahren nicht eingetreten werden, weil lediglich Aspekte, 

welche im angefochtenen Entscheid abgehandelt wurden, im Beschwerdeverfahren 

geprüft werden können. - Die Beschwerdeführerin erklärte gegenüber dem Suva-

Aussendienstmitarbeiter am 30. Mai 2002, dass es ihr psychisch momentan nicht sehr 

gut gehe; dies vor allem wegen der Schmerzen in der rechten Hüfte und der 

Befürchtung, dass sie möglicherweise ein künstliches Hüftgelenk erhalte, sofern sich 

herausstelle, dass der Hüftkopf abgestorben sei. Sie sei zur Zeit noch voll 

arbeitsunfähig, besuche aber seit Mitte Dezember (2001) trotzdem an zwei Tagen pro 

Woche die Gewerbeschule (UV-act. 16). Nachträglich wurde wegen des letztgenannten 

Umstandes die Arbeitsfähigkeit ab 1. Januar 2002 auf 40% festgelegt (UV-act. 19, 26). 

Am 10. September 2002 berichtete die Klinik für Orthopädische Chirurgie am 

Kantonsspital St. Gallen, von Seiten des Unterschenkels bestehe Beschwerdefreiheit. 

Hingegen berichte die Patientin über Anlaufschmerzen in der rechten Hüfte. Eine 

klinisch-radiologische Kontrolle sei in einem halben Jahr vorgesehen (UV-act. 22). Die 

Beschwerdeführerin hatte die Arbeit im Betrieb ab 12. August 2002 zu 50% und ab 

10. September 2002 zu 100% wiederaufgenommen. Wegen des Unfalls musste sie das 

erste Lehrjahr wiederholen (UV-act. 24). Ab 4. Dezember 2002 erfolgte im gleichen 

Betrieb ein Ausbildungswechsel von der Polymechanikerin zur Konstrukteurin, da die 

letztgenannte Tätigkeit wechselbelastend bei geringeren körperlichen Anforderungen 

ausgeübt werden konnte (UV-act. 31, 33). Die Invalidenversicherung übernahm die 

Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung (UV-act. 39). In der Folge wurde 

wegen der posttraumatischen Femurkopfnekrose in der rechten Hüfte ein weiterer 

operativer Eingriff am Hüftgelenk in der Klinik Stephanshorn durchgeführt (vgl. UV-act. 

37 S. 2, 42, 46). Dr. med. C.___ bescheinigte am 22. Juli 2003 zuhanden des 

Rehazentrums Leukerbad unter anderem eine traumatisch bedingte depressive 

Entwicklung (UV-act. 47 Beilage). Die Beschwerdeführerin hielt sich daraufhin vom 25. 

Juli bis 15. August 2003 stationär im Rehazentrum auf (UV-act. 50). Das zweite Lehrjahr 

begann im August 2003, und der Ausbildungsbeauftragte im Betrieb war mit dem 

Arbeitseinsatz, der Motivation und den Schulnoten der Beschwerdeführerin zufrieden 

(UV-act. 52). Am 2. Oktober 2003 erstattete die Arbeitgeberin eine Rückfallmeldung 

(UV-act. 57). Dr. med. D.___, Spezialarzt FMH Orthopädische Chirurgie, berichtete am 

24. Februar 2004, die Patientin sei von Seiten ihres rechten Hüftgelenkes 

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beschwerdefrei; jedoch persistiere seit der Osteosynthese der Acetabulumfraktur eine 

erhebliche Weichteilasymmetrie, welche die Patientin kosmetisch stark zu stören 

scheine (UV-act. 61). Darauf erfolgte im Oktober 2004 ein kosmetischer Eingriff bei Dr. 

med. E.___ dessen Kosten von der Beschwerdegegnerin übernommen wurden. Am 7. 

Januar 2005 berichtete die Beschwerdeführerin, die Operation habe ein erfreuliches 

Resultat gebracht. Die Lehre laufe problemlos. Sie habe nun noch drei Semester zu 

absolvieren. Ob sie danach im Beruf weiterarbeiten werde, könne sie heute noch nicht 

sagen (UV-act. 78, 85). Die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie bescheinigten 

am 15. Februar 2005 eine volle Arbeitsfähigkeit bei noch vorhandenen leichten 

Restbeschwerden im linken Unterschenkel (UV-act. 86).

1.2    Am 25. November 2005 liess die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter 

mitteilen, dass der Lehrvertrag mit der A.___ aufgelöst worden sei. Der Grund habe 

wesentlich in der Persönlichkeitsveränderung gelegen, welche Folge des Unfalls sei. 

Sie habe einen geschützten Arbeitsplatz gefunden, an welchem sie ihre Lehre beenden 

könne (UV-act. 88). Die IV übernahm die Mehrkosten für den Berufsschulbesuch im 

Ausbildungszentrum Strengelbach ab 31. Oktober 2005 (UV-act. 87; Verfügung vom 3. 

November 2005). Die Arbeitgeberin gab am 6. Januar 2006 zu Protokoll, im Verlauf des 

Jahres 2004 hätten sich bei der Beschwerdeführerin Probleme mit anderen 

Mitarbeitern ergeben. Die Umgangsart der Beschwerdeführerin sei alles andere als gut 

gewesen, und die Mitarbeiter hätten sich darüber aufgeregt. Auch in der Schule seien 

Probleme mit den Lehrern aufgetreten; schon bald habe sie von der Berufsschule 

Rorschach nach Buchs gewechselt. Im Verlauf des Jahres 2005 hätten sich die 

Differenzen zwischen der Beschwerdeführerin und Mitarbeitern im Betrieb gehäuft, 

weshalb sie in die Abteilung Entwicklung versetzt worden sei. Auch hier habe sich 

jedoch an der Umgangsart mit anderen Mitarbeitern nichts geändert. Zudem hätten 

sich Fehlzeiten ergeben. In der Schule hätten sich die Probleme gehäuft. Mit der Zeit 

sei die Situation nicht mehr tragbar gewesen, weshalb man sich entschieden habe, das 

Arbeitsverhältnis auf Ende Oktober 2005 aufzulösen (UV-act. 91). Am 22. Juni 2006 

berichtete Dr. med. B.___, Spezialärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, die 

Beschwerdeführerin sei im Januar, Mai und Juli 2005 dreimal zu psychiatrischen 

Sitzungen erschienen. Eine eigentliche Behandlung habe, abgesehen von einer 

medikamentösen Therapie, nicht stattgefunden. Es liege (bei differential-diagnostisch 

emotional instabiler Persönlichkeit) eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver 

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Reaktion mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen vor (UV-act. 95). 

Der Diplom-Psychologe F.___ berichtete am 20. Mai 2006, die Patientin sei durch den 

Autounfall vom November 2001 komplett nicht nur körperlich, sondern auch psychisch 

aus der Bahn geworfen worden. Sie leide an der Residualsymptomatik einer 

Hyperaktivitätsstörung. Der Bewegungsdrang habe wegen des Unfalls nicht mehr habe 

ausgelebt werden können. Dies habe innerhalb kurzer Zeit zu Depressionen und zu 

einer zunehmend starken emotionalen Instabilität geführt. Die Problematik sei durch die 

jahrelangen Schmerzen, welche die Patientin psychisch zermürbt hätten, verschärft 

worden. Zum Untersuchungszeitpunkt habe eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden 

(UV-act. 105). Im Bericht vom 29. August 2006 hielt Dr. C.___ fest, die Patientin sei 

wieder arbeitslos, nachdem die Lehrstelle (Umschulung) gekündigt worden sei (UV-act. 

109). In der Beurteilung vom 5. Oktober 2006 kam Kreisarzt Dr. med. G.___ zum 

Schluss, dass die medizinische Behandlung abgeschlossen sei. Die 

Unterschenkelfraktur sei ohne wesentliche Folgen stabil verheilt. Unter längerer 

Belastung komme es noch zu Schmerzen im Bereich des Hüftgelenks. Schmerzmittel 

in Reserve bei Überlastung seien gegebenenfalls notwendig. Das künstliche Hüftgelenk 

sollte aus prognostischen Gründen nicht überlastet werden, da die Prothese sonst mit 

einem zeitigen Verschleiss reagiere. Besonders einseitige hüftgelenkbelastende 

Tätigkeiten seien auf Dauer ungeeignet, insbesondere Steigen auf Leitern und Gerüste, 

häufiges Arbeiten auf unebenem Grund und häufiges Heben und Tragen von 

mittelschweren und schweren Lasten. Ungünstig sei auch eine lang dauernd einseitige 

Zwangshaltung im Bereich des rechten Beines, insbesondere Arbeiten in der Hocke 

und auf den Knien. Arbeiten mit besonderer Erschütterung im Bereich des rechten 

Beines seien ebenfalls ungeeignet. Eine wechselnde Arbeitshaltung von Seiten des 

Hüftgelenkes sei angezeigt. Unter Beachtung dieser Einschränkung bestehe ein 

ganztägiges Leistungsvermögen für überwiegend leichte, zeitweise mittelschwere 

Arbeiten. Den Integritätsschaden schätzte Dr. G.___ auf 30% (UV-act. 118, 118.1). Im 

Bericht vom 26. September 2006 diagnostizierte F.___ unter anderem einen Verdacht 

auf emotionale instabile Persönlichkeitsstörung, eine Aufmerksamkeitsdefizit-/

Hyperaktivitätsstörung, einen täglich mehrfachen Cannabis-Konsum, einen Status nach 

Verkehrsunfall vom 19. November 2001 mit chronischen Schmerzen und depressiver 

Entwicklung sowie belastende psychosoziale Umstände. Er legte unter anderem dar, 

ab Schulbeginn (im Kindesalter) hätten Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit und 

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wegen flüchtigem Arbeitsverhalten bestanden. In der achten Klasse habe sie die 

Schule wegen heftigen Auseinandersetzungen mit dem Lehrer verlassen müssen. Eine 

Untersuchung der kognitiven Funktionen habe Hinweise auf Schwächen im Bereich der 

Daueraufmerksamkeit ergeben. Der Verkehrsunfall (von 2001) sei mit keinen 

Hirnverletzungen verbunden gewesen. Im weiteren hätten grosse Schwierigkeiten im 

Wiedererkennen von vorab gelernten Informationen bestanden. Erklären könne er 

(F.___) diese Befunde zur Zeit nicht. Es sei denkbar, dass die mnestischen Störungen 

durch den Cannabis-Konsum bedingt sein könnten. Es sei eine Behandlung 

erforderlich (UV-act. 123 Beilage). Frau Dr. B.___ erstattete am 25. Januar 2008 einen 

Bericht zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin (act. G 16.2/1).

2.         

2.1    Was die unmittelbaren körperlichen Unfallfolgen (Unterschenkelfraktur; 

Hüftgelenk) anbelangt, ergibt sich aus den Akten, dass die Behandlung jedenfalls im 

Oktober 2006 abgeschlossen war (vgl. UV-act. 118.1). Dr. C.___ bescheinigte im 

Bericht vom 29. August 2006 zwar eine Schmerzhaftigkeit im Bereich des rechten 

Hüftgelenks, vor allem bei Beugung und längerer Belastung. Die gegenwärtige 

Behandlung bezeichnete der Arzt jedoch als "funktionell" (UV-act. 109). Der Umstand, 

dass bei Überbelastung gegebenenfalls Schmerzmittel nötig sind (UV-act. 118.1 S. 2), 

vermag am Abschluss der Behandlung der eigentlichen somatischen Unfallfolgen 

nichts zu ändern. Die Feststellung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, dass 

nach wie vor somatische Unfallfolgen bestehen würden (act. G 16.1 S. 7), ist insofern 

unbestritten, als die Beschwerdegegnerin einen Integritätsschaden von 30% 

anerkannte.

2.2    Streitig und zu prüfen ist demgegenüber, ob von unfallbedingten 

neuropsychologischen Funktionsstörungen auszugehen ist. Es gibt Fälle, in denen bei 

sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden neuropsychologische Abklärungen 

Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der neuropsychologische Befund der 

einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378 Erw. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, 

nicht diffusem Befund kann der neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer 

neurologischen Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der 

Kausalitätsbeurteilung ein Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 Erw. 3c). Hingegen 

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vermag es die Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, selbständig die 

Beurteilung der Genese abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 Erw. 3). Nach 

B.P. Radanov (Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei 

Patienten nach Halswirbelsäulen-Distorsion, SZS 1996, S. 471ff) sind psychologische 

Probleme (und die eingenommenen Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen 

negativ zu beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw. die Interrelation 

psychologischer und kognitiver Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit 

miterklären (S. 475). - Konkret kann den von F.___ angeführten neuropsychologischen 

Befunden (vgl. UV-act. 123 Beilage) mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen für 

die Beurteilung der (natürlichen) Unfallkausalität keine selbständige Bedeutung 

zukommen, zumal gemäss Bericht von F.___ bei der Beschwerdeführerin bereits im 

Kindesalter Konzentrationsprobleme bestanden und der Psychologe darauf hinwies, 

dass der streitige Unfall mit keinen Hirnverletzungen verbunden gewesen sei. Überdies 

zog Dr. F.___ eine durch den Cannabis-Konsum bedingte Verursachung der 

mnestischen Störungen (Schwierigkeiten im Erkennen von vorab gelernten 

Informationen) in Betracht. Unter diesen Umständen fällt eine überwiegend 

wahrscheinliche Unfallverursachung der neuropsychologischen Befunde ausser 

Betracht. Auch anhand weiterer diesbezüglicher Abklärungen liesse sich mit Blick auf 

die Mehrschichtigkeit der (unfallfremden) Ursachen und der fehlenden Kopf- und 

Hirnbeteiligung am Unfall (vgl. UV-act. 3, 4.1 S. 4) eine überwiegend wahrscheinliche 

Unfallkausalität nicht nachweisen, weshalb solche Abklärungen unterbleiben können. 

So kam Frau Dr. B.___ im Bericht vom 25. Januar 2008 zum Schluss, dass mit einem 

neuropsychologischen Gutachten der aktuelle Zustand nochmals erfasst, aber nicht ein 

Zusammenhang zwischen dem Unfall und der jetzigen Beeinträchtigung klar formuliert 

werden könnte (act. G 16.2/1 Ziffer 7).

3.         

3.1    F.___ bejahte im Bericht vom 20. Mai 2006 eine (teilweise) Unfallkausalität der bei 

der Beschwerdeführerin vorliegenden psychischen Probleme (UV-act. 105). Im 

späteren Bericht vom 26. September 2006 verwies er dann jedoch im Wesentlichen auf 

unfallfremde Umstände der psychischen (und neuropsychologischen) Einschränkungen 

(UV-act. 123 Beilage). Frau Dr. B.___ bestätigte im Bericht vom 25. Januar 2008 einen 

zeitlichen Zusammenhang zwischen dem streitigen Unfall und dem Auftreten der 

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psychischen Beschwerden sowie eine Verstärkung der vorbestehenden Störungen 

durch den Unfall (act. G 16.2/1). Wenn aufgrund dieser Bestätigungen von einer 

natürlichen Teilkausalität ausgegangen wird, ist die Adäquanz der psychischen 

Beschwerden zu prüfen. Die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

aufgeworfene und verneinte (haftpflichtrechtliche) Frage, ob nicht eine unfallfremde 

Prädisposition bestehe, für welche die Beschwerdegegnerin nicht einzustehen habe 

(act. G 1 S. 6), stellt sich im Sozialversicherungsrecht nicht in dieser Weise; vielmehr ist 

ausschliesslich massgebend, ob die von der Rechtsprechung aufgestellten 

Adäquanzkriterien erfüllt sind oder nicht (vgl. RKUV 2000, U 394, 313). 

3.2    Zunächst ist diesbezüglich festzuhalten, dass der in Frage stehende Unfall vom 

19. November 2001 aufgrund des Geschehensablaufs und der Verletzungen - die 

Beschwerdeführerin zog sich, vorne neben der Lenkerin des Unfallfahrzeugs sitzend 

(UV-act. 4.1 S. 3), einen Unterschenkelbruch sowie eine Fraktur im Bereich der rechten 

Hüfte zu - nicht als ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn 

der Praxis (dargestellt in RKUV 1995, 91) eingestuft werden kann (vgl. auch Urteile des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 20. Juli 2005 [U 338/04] und vom 13. Juni 2005 

[276/04] Erw. 2.3]). Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im 

Grenzbereich zu den schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern 

von Bedeutung, als bei Unfällen im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere 

Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die 

Zahl um so geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt 

(vgl. dazu BGE 115 V 133 Erw. 6c/bb). Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem 

mittelschweren Unfall auszugehen, allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren 

Ereignissen. Dem Unfall kann sodann zwar eine gewisse Eindrücklichkeit nicht 

abgesprochen werden. Hingegen waren die erlittenen Verletzungen im Vergleich zu 

anderen Sachverhalten (vgl. z.B. Urteil des EVG i. S. R. vom 15. März 2005 [U 214/04]) 

nicht besonders schwer oder von der Art, die erfahrungsgemäss geeignet sind, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Nachdem der Orthopäde Dr. D.___ am 24. 

Februar 2004 Beschwerdefreiheit von Seiten des rechten Hüftgelenks bestätigt und 

festgehalten hatte, die Weichteilasymmetrie in diesem Bereich sei für die Patientin 

störend (UV-act. 61), erfolgte im Oktober 2004 ein entsprechender kosmetischer 

Eingriff, welcher ein für die Beschwerdeführerin erfreuliches Resultat ergab (UV-act. 78, 

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85). Es verblieben leichte Restbeschwerden im linken Unterschenkel (vgl. UV-act. 86, 

118.1). Von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung kann somit - 

auch wenn die Hüftkopfnekrose für die Beschwerdeführerin einen einschneidender 

Eingriff darstellte und sich bleibende Einschränkungen ergaben - bezüglich der 

somatischen Verletzungen nicht gesprochen werden, zumal sich die Behandlung im 

Wesentlichen wegen der kosmetischen Operation verlängerte. Sodann lagen - aus 

somatischer Sicht - weder ein schwieriger Heilungsverlauf noch erhebliche 

Komplikationen oder eine die Unfallfolgen erheblich verschlechternde ärztliche 

Behandlung vor. Im Verlauf des Jahres 2004 ergaben sich sowohl im Lehr-Betrieb als 

auch in der Schule erhebliche Differenzen im zwischenmenschlichen Bereich, was 

schliesslich zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses auf Ende Oktober 2005 führte (UV-

act. 91). Die ärztlichen Bemühungen in den Jahren 2005 und 2006 führten zur 

Feststellung von psychischen und (nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausalen) 

neuropsychologischen Befunden und konzentrierten sich auf solche (UV-act. 95, 105, 

123 Beilage; act. G 16.2/1). Die Beschwerdeführerin war seit 1. Januar 2002 zu 40%, 

ab 12. August 2002 zu 50% und ab 10. September 2002 wieder zu 100% arbeitsfähig 

(UV-act. 19, 24, 26). Soweit aus den erwähnten späteren ärztlichen Berichten eine 

Arbeitsunfähigkeit hervorgeht, ergingen diese Einschätzungen im Wesentlichen unter 

Berücksichtigung der psychischen Beschwerden, die vorliegend ausser Acht bleiben 

müssen. Eine lang dauernde (somatisch bedingte) Arbeitsunfähigkeit ist somit ebenfalls 

zu verneinen. Körperliche Dauerschmerzen sind nach Lage der Akten in einem 

gewissen Umfang und während längerer Zeiträume zu bejahen, wobei allerdings zu 

beachten ist, dass die Beschwerdeführerin sich in der Zeit nach dem Unfall immer 

wieder in positivem Sinn zum Heilungsverlauf äusserte und Beschwerdefreiheit bzw. 

lediglich leichte Restbeschwerden angab (vgl. UV-act. 85, 96, 118.1). Unter diesen 

Umständen muss der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den 

psychischen Beschwerden verneint werden. Psychische und psychosoziale Gründe 

waren auch verantwortlich für den Verlust des Lehrarbeitsplatzes (Ausbildung zur 

Konstrukteurin) bei der A.___ (zur diesbezüglichen Entwicklung im Zeitverlauf vgl. UV-

act. 52, 88 und 91). Nachdem nicht adäquat unfallkausale Umstände zur Auflösung des 

Lehrverhältnisses führten, besteht auch kein Anspruch auf Taggeld für die Differenz 

zwischen dem Lohn einer ausgebildeten Konstrukteurin und dem Lehrlingslohn im 

vierten Lehrjahr.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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St.Galler Gerichte

4.         

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten 

ist, unter Bestätigung des Einsprache-Entscheids vom 23. Mai 2007 abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.05.2008
	Art. 6 UVG. Unfallkausalität von somatischen (neuropsychologischen) und psychischen Beschwerden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Mai 2008, UV 2007/78).

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		2025-07-19T15:40:06+0200
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