# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** abd124e8-9052-59ca-9852-643d12de416c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 20.10.2022 UV 2021/81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-81_2022-10-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/81

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.03.2023

Entscheiddatum: 20.10.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 20.10.2022
Der unter Multipler Sklerose leidende Beschwerdeführer erlitt mehrere 
Muskel- bzw. Muskelfaserrisse. Für das hier zu beurteilende Ereignis 
anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht. Der 
Beschwerdeführer war arbeitsfähig und ging einer Erwerbstätigkeit nach, 
bevor er sich wegen einer erneuten Schmerzexazerbation wiederum in 
ärztliche Behandlung begab. Die Beschwerdegegnerin stellte die Leistung zu 
Recht mit der Begründung ein, dass der Status quo ante erreicht war 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. 
Oktober 2022, UV 2021/81).

Entscheid vom 20. Oktober 2022

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

UV 2021/81

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen (Einstellung)

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 4. August 2003 bei der B.___ AG 

als Hilfsarbeiter in einem Pensum von 80 % tätig und in dieser Eigenschaft bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert. Mit 

Schadenmeldung UVG vom 17. November 2020 meldete die Arbeitgeberin, dass der 

Versicherte am 16. November 2020 beim Gehen mit einer Gasflasche einen Zwick in 

der rechten Wade verspürt und sich einen Muskelriss am rechten Unterschenkel 

zugezogen habe (Suva-act. 1).

A.a. 

Dr. med. C.___, Facharzt für Angiologie und Innere Medizin, hielt im Bericht vom 

17. November 2020 fest, der Versicherte habe beim Herumtragen einer schweren Last 

(Bauarbeiter!) plötzlich einen Stich in der rechten Wade verspürt. Diese sei umgehend 

stark angeschwollen und richtig hart geworden. Er diagnostizierte ein grösseres 

Wadenmuskelhämatom bei Wadenmuskelriss rechts, traumatisch bei der Arbeit, und 

einen Status nach II-Etagen-TVT (tiefe Venenthrombose) Bein links im Juli 2020, aktuell 

partiell rekanalisiert. Hinweise auf eine Begleit-TVT fänden sich nicht. Als weitere 

Diagnose erwähnte er eine bekannte MS (Multiple Sklerose, Erstdiagnose 2006; Suva-

act. 15). Im Bericht vom 25. November 2020 ergänzte er bei unveränderten Befunden, 

die Hämatomgrösse habe nicht zugenommen. Das Hämatom habe sich aber auch 

nicht zurückgebildet oder verteilt (Suva-act. 16).

A.b. 

Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, führte am 20. Januar 2021 

aus, der Versicherte habe am 16. November 2020 bei der Arbeit eine traumatische 

A.c. 

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Wadenmuskelteilruptur rechts mit Ausbildung eines akuten und sehr grossen 

Hämatoms in der Wade erlitten unter Einnahme eines oralen Blutverdünners. Dieser sei 

notwendig gewesen, da bei einer vorhergehenden Verletzung mit traumatischem 

Muskelfaserriss der linken Wade im Juni 2020 eine tiefe Venenthrombose des linken 

Unterschenkels aufgetreten sei. Im weiteren Verlauf sei es unter einer konservativen 

Behandlung des Hämatoms zu einer weitestgehenden Abschwellung der Wade bis zum 

aktuellen Zeitpunkt gekommen. Allerdings sei ein neuropathischer Schmerz aufgetreten 

im rechten Unterschenkel. Unter der Behandlung mit Pregabalin seien die Schmerzen 

im rechten Bein rückläufig. Klinisch lasse sich immer noch ein hinkender Gang 

feststellen mit unvollständigem Abrollen des Fusses. Der Zehen- und Fersenstand 

seien weiterhin schmerzhaft. Der Unterschenkel und die Wade seien noch deutlich 

druckschmerzhaft. Es sei eine ergänzende Physiotherapie eingeleitet worden und ein 

weiteres Aufdosieren des Pregabalin vorgesehen (Suva-act. 20). Der Versicherte war 

vom 16. November 2020 bis 31. Januar 2021 zu 100 % arbeitsunfähig und ab 

1. Februar 2021 wieder zu 100 % arbeitsfähig (Arztzeugnisse E.___, Suva-act. 9 ff., und 

Dr. C.___, Suva-act. 21).

Der Versicherte suchte am 24. Februar 2021 wegen erneuten Auftretens eines 

akuten muskulären Wadenschmerzes rechts wiederum Dr. C.___ auf. Dieser überwies 

ihn zur weiteren Abklärung an PD Dr. med. F.___, Facharzt für Neurologie (Suva-

act. 44).

A.d. 

Dr. F.___ berichtete am 5. März 2021, dass beim Versicherten weiterhin der 

dringende Verdacht auf einen Muskelfaserriss im Bereich der rechten Wade bestehe. 

Es fände sich zwar kernspintomografisch keine Kompression der Nervenwurzel, aber 

eine foraminale Enge, so dass die beklagte Taubheit zumindest auf eine Reizung der 

Nervenwurzel S1 zurückgeführt werden könne. Möglicherweise sei der erneute 

Muskelfaserriss auf eine Fehlbelastung zurückzuführen. Der Versicherte berichte immer 

noch über schmerzhafte Phänomene im Bereich der Arme und Beine bds. mit 

Schwellung, die er aus neurologischer Sicht nicht erklären könne (Suva-act. 23). Die 

Dres. C.___ und F.___ attestierten dem Versicherten wegen "Krankheit" eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 24. Februar bis 14. März 2021 (Suva-act. 34-4 ff.). 

Ab dem 15. März 2021 war der Versicherte wegen "Unfalls" zu 100 % arbeitsunfähig 

geschrieben (Arztzeugnisse vom 19. April 2021, Suva-act. 34-7; vom 17. Juni 2021, 

A.e. 

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Suva-act. 56; vom 13. Juli 2021, Suva-act. 58; vom 6. August 2021, Suva-act. 68; vom 

24. August 2021, Suva-act. 75-4; vom 22. September 2021, Suva-act. 77-5 und vom 

28. Oktober 2021, Suva-act. 82-5).

MRI-Untersuchungen des rechten Unterschenkels und des rechten OSG vom 

19. März 2021 zeigten Muskelfaserrisse im muskulotendinösen Übergang des Caput 

mediale des Musculi gastrocnemii rechts sowie eine schwere, längerstreckige 

Partialruptur der Peronaeus brevis Sehne rechts ohne vollständige 

Kontinuitätsunterbrechung (Suva-act. 25).

A.f. 

In einem Bericht vom 19. März 2021 über ein ambulantes Konsilium vom 15. März 

2021 führte Dr. med. G.___, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, aus, der 

Versicherte verspüre laut eigenen Angaben seit Anfang März akut stechend 

einschiessende Schmerzen im Bereich der rechten Wade, provoziert durch bestimmte 

Bewegungen im rechten Sprunggelenk. Die MRI-Befunde (vom 19. März 2021, vgl. 

Suva-act. 25) erklärten aus seiner Sicht die geschilderte Schmerzsymptomatik 

hinlänglich. Was die Muskelfaserrisse betreffe, sei der Befund nahezu identisch wie auf 

der linken Seite einige Monate zuvor. Nicht beantwortet sei bisher die Frage, warum es 

beim Versicherten wiederholt zu diesen Muskelfaserrissen komme (Suva-act. 27-2). Im 

Sprechstundenbericht vom 21. April 2021 über die Untersuchung vom 19. April 2021 

hielt Dr. G.___ fest, der Versicherte habe, was die Schmerzsymptomatik im Rahmen 

des jüngsten Ereignisses betreffe, noch nicht von einer relevanten Schmerzlinderung 

berichten können (Suva-act. 33).

A.g. 

Dr. med. H.___, Praktischer Arzt, berichtete der Suva am 5. Mai 2021 über die 

Erstbehandlung als diensthabender Arzt in der Permanence im Schadenfall vom 

16. November 2020, nachdem der Versicherte auf einer Treppe einen Riss in der linken 

(richtig wohl: rechten) Wade verspürt habe mit Schmerzen und zunehmendem 

Spannungsgefühl. Die Wade sei damals geschwollen und hart gewesen, mit deutlich 

vermehrtem Umfang. Die Schmerzen habe der Versicherte mit einer Intensität von 8 

(von 10) angegeben. Bei der Untersuchung vom 20. April 2021 sei die Wade im Umfang 

noch etwa 2 cm grösser als rechts (richtig wohl: links) und druckschmerzhaft gewesen. 

Das Aufliegen der Wade führe innerhalb kurzer Zeit immer wieder zu Krämpfen mit 

A.h. 

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Schmerzen bis zur Stärke 7 der 10-teiligen Schmerzskala. Der Versicherte sei beruflich 

immer noch stark eingeschränkt und zu mehr als 75 % arbeitsunfähig (Suva-act. 40).

Suva-Arzt Dr. med. I.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, 

kam in seiner Beurteilung vom 7. Mai 2021 zum Schluss, möglicherweise liege keine 

Körperschädigung vor, die vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen 

sei. Aktuell sei noch in Abklärung, warum es beim Versicherten immer wieder zu 

Zerrungen im Bereich der Wadenmuskulatur komme. Überwiegend wahrscheinlich 

handle es sich sowohl beim ersten als auch beim zweiten Ereignis um eine 

Muskelzerrung (Suva-act. 31).

A.i. 

Der Versicherte schilderte am 11. Mai 2021 telefonisch, im Juni 2020 habe er am 

linken Fuss eine Thrombose gehabt und nicht gehen können. Danach sei er wieder 

beschwerdefrei gewesen. Genau dasselbe sei im November 2020 rechts passiert, 

einfach beim normalen Tragen. Im Februar 2021 sei er arbeitsfähig gewesen. Dann 

habe er beim normalen Gehen wieder einen Zwick verspürt (Suva-act. 32). Mit 

Schreiben vom 12. Mai 2021 kündigte die Suva dem Versicherten an, sie übernehme 

die Versicherungsleistungen für das Ereignis vom 16. November 2021 (Suva-act. 37).

A.j. 

SUVA-Arzt Dr. med. J.___, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und 

Psychotherapie, hielt in seiner Beurteilung vom 22. Juli 2021 unter anderem fest, aus 

den vorliegenden Dokumenten seit 2019 gehe hervor, dass beim Versicherten 

rezidivierend akute gesundheitliche Beschwerden und auch Körperschädigungen, 

welche in den Zuständigkeitsbereich der Unfallversicherung fielen, spontan aufträten. 

Gleichzeitig sei für verschiedene Gesundheitsschädigungen eine gegenüber der 

Allgemeinbevölkerung schlechtere Heilungstendenz und erhöhte Komplikationsrate zu 

erkennen. Neurologisch beurteilt sei dies auf die seit dem Jahr 2006 beim Versicherten 

bekannte neurologische Grunderkrankung Encephalomyelitis disseminata (Synonym: 

Multiple Sklerose) zurückzuführen. Zum aktuellen Zeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt des 

jüngsten aktenkundigen ärztlichen Berichts vom 21. April 2021 über die Untersuchung 

vom 19. April 2021 seien keine im engeren Sinne neurologischen Unfallfolgen mehr 

erkennbar (Suva-act. 59).

A.k. 

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B.  

Mit Schreiben vom 22. Juli 2021 kündigte die Suva dem Versicherten die 

Einstellung der Versicherungsleistungen auf den 31. Juli 2021 an (Suva-act. 61), worauf 

der Versicherte am 9. August 2021 eine anfechtbare Verfügung verlangte (Suva-

act. 67). In der Einstellungsverfügung vom 11. August 2021 hielt die Suva fest, 

aufgrund der Beurteilung des ärztlichen Dienstes seien die aktuell bestehenden 

Beschwerden nicht mehr unfallbedingt (Suva-act. 69). Dagegen erhob der Versicherte 

am 16. August 2021 Rekurs (richtig: Einsprache) und machte geltend, das 

Unfallereignis habe nicht den gesundheitlichen Vorzustand verschlimmert, sondern 

direkt zur heute vorliegenden Arbeitsunfähigkeit geführt (Suva-act. 71).

A.l. 

Mit Entscheid vom 19. Oktober 2021 wies die Suva die Einsprache ab. Zur 

Begründung führte sie aus, Dr. J.___ habe überzeugend dargelegt, dass die Folgen des 

Ereignisses vom 16. November 2020 anlässlich der Untersuchung vom 19. April 2021 

(Suva-act. 33) bzw. spätestens im Zeitpunkt der neurologischen Beurteilung vom 

22. Juli 2021 (Suva-act. 59) vollständig ausgeheilt gewesen seien und die noch 

geklagten Beschwerden im Wadenbereich sowie die weiterhin attestierte 

Arbeitsunfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Folge der neurologischen 

Grunderkrankung (Encephalomyelitis disseminata/Multiple Sklerose) zu sehen seien 

(Suva-act. 78).

A.m. 

Mit Beschwerde vom 21. November 2021 beantragt der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), der angefochtene Einspracheentscheid sei unter Kostenfolge 

aufzuheben und es seien die Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) in 

vollem Umfang weiter zu erbringen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin), nachdem ihm eine Gasflasche auf den Fuss 

gefallen sei, von einer Krankheit bzw. von einem Kontext zur Multiplen Sklerose 

ausgehe. Zum Beweis reichte er u.a. Berichte von Dr. H.___ vom 16. Oktober 2021 (act. 

G 1.15) und Dr. med. K.___, Fachärztin für Neurologie, vom 15. November 2021 ein 

(act. G 1.16).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Dezember 2021 beantragt die 

Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen und der Einspracheentscheid 

vom 19. Oktober 2021 sei zu bestätigen. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen 

B.b. 

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Erwägungen

1. Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für das am 

17. November 2020 gemeldete Ereignis anerkannt (Suva-act. 36 f.) und bis zum 31. Juli 

2021 Heilbehandlungsleistungen und Taggelder erbracht hat. Aktenkundig ist, dass 

über das Einstellungsdatum hinaus Arbeitsunfähigkeiten vorgelegen haben (Suva-

act. 58-1; Suva-act. 68-4; Suva-act. 75-4; Suva-act. 77-5; Suva-act. 82-5) und 

Heilbehandlungen durchgeführt wurden (Berichte von Dr. H.___ vom 16. Oktober 2021, 

act. G 1.15; und Dr. K.___ vom 15. November 2021, act. G 1.16). Strittig und zu prüfen 

ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Versicherungsleistungen über den 31. Juli 2021 hinaus abgelehnt hat.

2.  

aus, dass sich am 16. November 2020 kein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG ereignet 

habe. Dr. J.___ habe in seiner neurologischen Beurteilung vom 22. Juli 2021 

nachvollziehbar und schlüssig dargelegt, dass die Folgen des Ereignisses vom 

16. November 2020 spätestens zum Zeitpunkt der neurologischen Beurteilung 

vollständig ausgeheilt gewesen seien. Entgegen der Auffassung des 

Beschwerdeführers seien auch die behandelnden Ärzte (Dr. K.___, Dr. C.___ und 

Dr. H.___) nicht anderer Meinung. Zusätzliche Abklärungen vermöchten an diesem 

feststehenden Ergebnis nichts mehr zu ändern (act. G 3).

Der Beschwerdeführer verzichtete stillschweigend auf eine Replik (act. G 4 f.).B.c. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt 

nach Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das 

Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, 

sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist 

somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach 

sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im 

jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, 

2.1. 

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beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen (André Nabold, N 42 zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 32 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

BGE 134 V 76 E. 4.1 und 129 V 404 E. 2.1 E. 2.1, je mit Hinweisen). Das für den 

Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach 

Lehre und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei 

unkoordinierten Bewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in 

der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung 

gleichsam „programmwidrig“ beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn 

die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder 

wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt 

oder auszuführen versucht. Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt, wird mithin 

nicht vorausgesetzt. Wo sich eine Schädigung auf das Körperinnere beschränkt und sie 

erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von 

degenerativen Veränderungen eines Körperteils innerhalb eines durchaus normalen 

Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordinierte Bewegung als 

unmittelbare Ursache der Schädigung indessen unter besonders sinnfälligen 

Umständen gesetzt worden sein; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel 

in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine 

erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 134 V 

80 E. 4.3.2.1, 130 V 118 E. 2.1 und Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2014, 

8C_783/2013, E. 4.2, je mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 32 f. zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 38, N 40 zu Art. 6). Weiter bejaht die Rechtsprechung das Vorliegen 

eines ungewöhnlichen äusseren Faktors dann, wenn beim Heben oder Verschieben 

einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer, gelegentlich 

als Verhebetrauma bezeichneten, Schädigung führt (KOSS UVG-Nabold, N 33 zu Art. 

6; BSK UVG-Hofer, N 40 zu Art. 6; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 

42; BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2).

Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer sodann bei Vorliegen 

eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als 

dieser in einem natürlichen sowie adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten 

Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 48 ff. zu 

2.2. 

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Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 63 ff. zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (vgl. KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; 

BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 

E. 3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 

vom 28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Die Adäquanz spielt im Bereich organisch 

objektiv ausgewiesener Unfallfolgen indessen praktisch keine Rolle, da sich hier die 

adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2, 118 

V 291 f. E. 3a).

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG (in Kraft seit 1. Januar 2017) erbringt die Versicherung 

ihre Leistungen auch bei den folgenden, abschliessend aufgelisteten 

Körperschädigungen (vgl. dazu KOSS UVG-Nabold, N 42 zu Art. 6), sofern sie nicht 

vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche, 

b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse, e. Muskelzerrungen; 

f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen. Mit Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h 

UVG wird die gesetzliche (Kausalitäts-)Vermutung statuiert, dass der Unfallversicherer 

bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann sich aber von seiner 

Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die Körperschädigung 

vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (Botschaft vom 30. Mai 

2008, BBl 2008 S. 5411, und Zusatzbotschaft vom 19. September 2014, BBl 2014 

S. 7922; SZS 2017 S. 33). Auf das Kriterium des äusseren Faktors wird explizit 

verzichtet (BBl 2014 S. 7922). Ist eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG 

gegeben, kann der Unfallversicherer den Gegenbeweis antreten, wonach diese durch 

Abnützung oder Krankheit verursacht wurde. Dieser beschlägt den natürlichen 

Kausalzusammenhang. Nur der Nachweis eines rechtsgenügenden, d.h. vorwiegend 

degenerativ oder krankhaft verursachten Schadens, kann zu einer Verneinung des 

natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. der Leistungspflicht des Unfallversicherers 

führen (Evalotta Samuelsson, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, Das 

Beispiel des Meniskusrisses, in: SZS 2018 S. 358, 363). Der Gegenbeweis der 

vorwiegend krankhaften oder degenerativen Pathogenese der Listendiagnose ist 

erbracht, wenn die Listendiagnose zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung 

beruht (BGE 146 V 64 E. 8.2.2.1 mit Hinweisen). Aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG 

vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises ergibt sich allerdings auch nach der am 

1. Januar 2017 in Kraft getretenen UVG-Revision die Notwendigkeit der Abgrenzung 

2.3. 

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der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von 

der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit 

letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit bleibt auch beim 

Vorliegen einer Listendiagnose die Frage nach einem initialen erinnerlichen und 

benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung als zeitlicher 

Anknüpfungspunkt für Fragen der Versicherungsdeckung oder Zuständigkeit des 

Unfallversicherers - relevant (zum Ganzen: BGE 146 V 69 f. E. 8.6 mit Hinweisen). Zur 

Feststellung der medizinischen Verhältnisse, konkret zur Beurteilung der Tatfrage, ob 

eine Schädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, ist 

die rechtsanwendende Behörde ebenfalls auf Unterlagen angewiesen, die ihr von 

Ärzten und Ärztinnen zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 157 E. 1b mit 

zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, 

N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; Samuelsson, a.a.O., S. 357 f.).

Ist es durch einen Unfall zu einer Gesundheitsschädigung gekommen oder liegt 

eine Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor, die nicht vorwiegend auf 

Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, übernimmt die Unfallversicherung die 

Leistungen bis zur Heilung der spezifischen Schädigungsfolgen (Status quo ante; vgl. 

in Bezug auf die unfallähnlichen Körperschädigungen: Samuelsson, a.a.O., S. 362 f.; 

vgl. zum Erreichen des Status quo ante: UVG Kommentar-Nabold, N 54 zu Art. 6 UVG; 

BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54).

2.4. 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz 

und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht (BGE 138 V 221 f. 

E. 6 mit Hinweisen, 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen; Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.). 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden 

Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, 

von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

2.5. 

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3.  

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 

3a mit Hinweisen). Auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während 

des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können 

beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3).

Gemäss Schadenmeldung vom 17. November 2020 (Suva-act. 1; vgl. dazu die 

übereinstimmenden Sachverhaltsdarstellungen laut Bericht Dr. C.___ vom 

17. November 2020, Suva-act. 15; Angaben des Versicherten vom 5. Dezember 2020, 

Suva-act. 8) trug der Beschwerdeführer am 16. November 2020 eine 15 bis 20 kg 

schwere Gasflasche und erlitt im Gehen die diagnostizierte Verletzung des rechten 

Wadenmuskels (Bericht Dr. C.___ vom 17. November 2020, Suva-act. 15; Bericht 

Dr. C.___ vom 20. Januar 2021, Suva-act. 20). Der Hergang, wonach ihm die 

Gasflasche beim Gehen auf den Fuss (Bericht Dr. H.___ vom 16. Oktober 2021, 

act. G 1.15) bzw. auf das distale Schienbein (Bericht Dr. K.___ vom 15. November 

2021, act. G 16) gefallen sei, wurde erst im Beschwerdeverfahren vorgebracht. Die 

Beschwerdegegnerin verweist diesbezüglich zu Recht auf die höhere Beweiskraft der 

von versicherungstechnischen Überlegungen noch nicht geprägten Erstaussage 

(act. G 3, Ziff. 5.1; vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. April 2018, 8C_622/2017, 

E. 3.2, und vom 20. August 2019, 8C_27/2019, E. 5.2; KOSS UVG-Nabold, N 11 zu Art. 

6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29 f.).

3.1. 

Den somit massgeblichen ersten Schilderungen ist keine Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den Körper des Beschwerdeführers zu 

entnehmen. Der Beschwerdeführer trug die Gasflasche plan- bzw. programmgemäss 

von einem Ort zum anderen. Eine unkoordinierte Bewegung (Stolpern, Ausgleiten, 

Anstossen, reflexartige Bewegung zur Sturzvermeidung) erfolgte nicht. Ebenso lassen 

sich den Akten keine Anhaltspunkte für eine Überanstrengung oder ein Verhebetrauma 

entnehmen. Eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung im Sinne eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors wurde von der Rechtsprechung nur bei Lasten von 

mehr als 100 kg bejaht (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 

3.2. 

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4. Im Folgenden ist zu prüfen, ob eine unfallähnliche Körperschädigung nach Art. 6 

Abs. 2 UVG vorliegt. Während der Orthopäde und Suva-Arzt Dr. I.___ mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Muskelzerrung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. e 

UVG annahm (Suva-act. 31-1; vgl. auch Bericht Dr. C.___ vom 20. Januar 2021, Suva-

act. 20), bejahte der Neurologe und Suva-Arzt Dr. J.___ das Vorliegen eines 

Muskelrisses (lit. d der genannten Bestimmung; Suva-act. 59; vgl. auch Berichte 

Dr. C.___ vom 17. und 25. November 2020, Suva-act. 15 f.). Wie es sich damit genau 

verhält, kann offen bleiben, da so oder anders eine unfallähnliche Körperschädigung im 

Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG vorliegt.

5.  

8C_319/2009, E. 3.3 mit Hinweis auf Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG] vom 9. Oktober 2003, U 360/02). In Fällen, in welchen die zu hebenden Lasten 

zwischen 50 und 100 kg schwer waren, wurde eine den Unfallbegriff erfüllende 

Überanstrengung im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors verneint (Urteil des 

EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02, E. 3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Januar 2010, 8C_1029/2009, E. 2.1, und 25. August 2011, 

8C_246/2011, E. 4.4; vgl. zum Ganzen auch Entscheide des Versicherungsgerichts 

vom 13. März 2020, UV 2019/15, E. 3.2, und 22. März 2018, UV 2016/67, E. 6.3.1). Im 

vorliegenden Fall wurden die massgeblichen Gewichtslimiten bei weitem nicht erfüllt. 

Auch wurde vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht, dass das Tragen einer 

Gasflasche nicht zu seinen üblichen Arbeiten gehören würde. Damit ist nicht von einem 

Unfall im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG auszugehen.

Die Beschwerdegegnerin anerkannte am 12. Mai 2021 ihre Leistungspflicht für das 

Ereignis vom 16. November 2020 (Suva-act. 37-1) und damit auch das Vorliegen eines 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen diesem Ereignis und dem 

Gesundheitsschaden. Den Gegenbeweis, es bestehe keine Leistungspflicht, da die 

unfallähnliche Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen sei, führte sie nicht. Vielmehr begründete sie die Einstellung ihrer 

Leistungen mit der vollständigen Heilung der Folgen des Ereignisses vom 

16. November 2020 spätestens zum Zeitpunkt der neurologischen Beurteilung vom 

22. Juli 2021 und der Auffassung, dass die noch geklagten Beschwerden im 

Wadenbereich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die neurologische 

Grunderkrankung zurückzuführen seien (Suva-act. 78, E. 4c). Somit steht vorliegend 

die Leistungseinstellung in Bezug auf das Ereignis vom 16. November 2020 wegen 

Erreichens des Status quo ante in Frage.

5.1. 

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6.  

Der Beschwerdeführer erlitt unbestrittenermassen eine Weichteil- bzw. 

Muskelverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG beim Ereignis vom 16. November 2020. 

Eine solche heilt in der Regel folgenlos aus und bedarf lediglich einer konservativen 

Behandlung (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl., Einträge 

Muskelfaserriss, S. 1201, Muskelriss, S. 1202 und Muskelzerrung, S. 1202; Alfred 

M. Debrunner, Orthopädie/Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl., 2002, S. 412). So ist auch 

beim Beschwerdeführer von einer vorübergehenden Verletzung auszugehen. Es konnte 

denn auch auf eine chirurgische Behandlung verzichtet werden (Bericht Dr. C.___ vom 

17. November 2020, Suva-act. 15-2; Berichte Dr. H.___ vom 5. Mai 2021, Suva-act. 40; 

vom 16. Oktober 2021, act. G 1.15).

5.2. 

Die Beschwerdegegnerin geht mit Verweis auf die neurologische Beurteilung von 

Dr. J.___ vom 22. Juli 2021 (Suva-act. 78-8 f.) von einer Heilung der Muskelläsion bzw. 

einem Status quo ante (spätestens) per vorgenanntem Datum aus. Die 

Leistungseinstellung erfolgte per 31. Juli 2021. Dr. J.___ hielt fest, dass zum aktuellen 

Zeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt des jüngsten Berichts vom 21. April 2021 über die 

Untersuchung vom 19. April 2021 keine im engeren Sinne neurologischen Unfallfolgen 

mehr erkennbar seien (Suva-act. 59-4).

6.1. 

Der Beschwerdeführer war nach dem Ereignis vom 16. November 2020 zu 100 % 

arbeitsunfähig (vgl. Arztzeugnisse, Suva-act. 9 ff.). Dr. C.___ hielt am 21. Januar 2021 

fest, es bestehe immer noch ein stark hinkender Gang (Suva-act. 20). Indes attestierte 

er dem Beschwerdeführer ab 1. Februar 2021 eine volle Arbeitsfähigkeit (nach bis 

dahin 100 %iger Arbeitsunfähigkeit; Suva-act. 21-2). Aus den telefonischen Angaben 

des Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin vom 18. März 2021 

(Suva-act. 22) ist zu schliessen, dass er effektiv arbeitete, bevor er am 24. Februar 

2021 wegen eines akuten Wadenschmerzes rechts erneut Dr. C.___ aufsuchte. Dabei 

erklärte er, dass der Schmerz wie im Juni und November 2020 ohne adäquates Trauma 

aufgetreten sei (Suva-act. 44; vgl. auch Suva-act. 32). Dr. C.___ überwies den 

Beschwerdeführer zur neurologischen Abklärung (Suva-act. 26). Gegenüber dem 

Neurologen Dr. G.___ erklärte der Beschwerdeführer, seit Anfang März verspüre er, 

provoziert durch bestimmte Bewegungen im Bereich der rechten Wade, akut 

einschiessende, stechende Schmerzen (Suva-act. 27-2). Die nachfolgende, bereits 

erwähnte Arbeitsunfähigkeit ab 24. Februar 2021 wurde zunächst mit Krankheit (Suva-

act. 34-4 ff.) und dann mit Unfall (Arztzeugnisse vom 19. April 2021, Suva-act. 34-7; 

vom 17. Juni 2021, Suva-act. 56; vom 13. Juli 2021, Suva-act. 58; vom 6. August 2021, 

Suva-act. 68; vom 24. August 2021, Suva-act. 75-4; vom 22. September 2021, Suva-

6.2. 

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act. 77-5 und vom 28. Oktober 2021, Suva-act. 82-5) begründet. Eine MRI-

Untersuchung vom 19. März 2021 ergab sodann Muskelfaserrisse (Mehrzahl) im 

muskulotendinösen Übergang des Caput mediale des Musculi gastrocnemii rechts 

(Suva-act. 25; vgl. auch rheumatologisches Konsilium Dr. G.___ vom 19. März 2021, 

Suva-act. 27).

Dass Dr. C.___ dem Beschwerdeführer ab 1. Februar 2021 eine volle 

Arbeitsfähigkeit attestierte (Suva-act. 21-2) und dieser wieder bis zum 24. Februar 2021 

bei seiner Arbeitgeberin arbeitete (Suva-act. 22, 34-1, 34-4), lässt die Beurteilung von 

Dr. J.___ plausibel erscheinen, wonach die Folgen des Ereignisses vom 16. November 

2020 spätestens zum Zeitpunkt seiner Beurteilung bzw. des jüngsten in den Akten 

vorliegenden ärztlichen Untersuchungsberichts vom 21. April 2021 über die 

Untersuchung vom 19. April 2021 weitestgehend abgeheilt gewesen seien. Daran 

vermag nichts zu ändern, dass am 24. Februar 2021 (Suva-act. 44; vgl. auch Suva-

act. 35-5) erneut zur vollständigen Arbeitsfähigkeit und zu Heilbehandlungen führende 

Schmerzen auftraten und Beschwerden bzw. Befunde in der rechten Wade vorhanden 

waren (Bericht Dr. H.___ vom 16. Oktober 2021, act. G 1.15; Bericht Dr. K.___ vom 

15. November 2021, act. G 1.16). Dr. C.___ sah explizit keinen unmittelbaren 

Zusammenhang der im Februar 2021 erneut aufgetretenen Wadenschmerzen rechts 

mit dem Ereignis vom 16. November 2020 (vgl. Bericht vom 8. April 2021, Suva-

act. 26). Auch berichtete der Beschwerdeführer am 19. März 2021 gegenüber Dr. G.___ 

konkret in Bezug auf die Schmerzen seit März 2021 von schmerzauslösenden 

Bewegungen (Suva-act. 27-2), was ebenfalls nicht mehr auf einen direkten 

Zusammenhang zum Ereignis vom 16. November 2020 hinweist. Die Entwicklung der 

Beschwerden mit im Verlauf weitestgehender Abschwellung der Wade (vgl. Bericht 

Dr. C.___ vom 20. Januar 2021, Suva-act. 20, und vorne Sachverhalt A.c) und zunächst 

Rückgang und dann erneuter Exazerbation der Schmerzen rund drei Wochen später 

bedeutet grundsätzlich, dass die erneuten Beschwerden nicht mehr auf das Ereignis 

vom 16. November 2020 zurückzuführen sind. In der Regel zeigt sich nämlich eine 

Beschwerdesymptomatik unmittelbar nach dem Unfall oder zumindest in zeitlicher 

Nähe am stärksten. Nachfolgend schliesst der Heilungsprozess an, was in der Regel zu 

einer stetigen Beschwerdeabnahme führt. Die vorliegend spätere Progredienz der 

Schmerzen und die nach drei Wochen erneut eingetretene Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers entsprechen nicht dem Regelfall eines Heilungsprozesses von 

Weichteilverletzungen. Ebenfalls zu keinem anderen Ergebnis führt, dass der 

Beschwerdeführer gemäss Bericht von Dr. K.___ vom 15. November 2021 seit dem 

16. November 2020 persistierende Schmerzen und Verhärtungen in der rechten Wade 

beklagte (act. G 1.16). Diese spätere Feststellung der Ärztin beruht rein auf Angaben 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/15

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7.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

des Beschwerdeführers. Sie widerspricht den vorhandenen Akten, wonach er vom 1. 

bis 24. Februar 2021 arbeitsfähig war. Ebenso steht die Angabe, der Beschwerdeführer 

habe seit dem Vorfall vom 16. November 2020 seine Tätigkeit als Hilfsarbeiter auf dem 

Bau nicht mehr ausüben können unter dem Vorbehalt der zeitnah am 18. März 2021 

geschilderten Tätigkeit als Allrounder (Suva-act. 22). Schliesslich ergibt sich aus den 

Akten nicht klar, ob bzw. inwieweit die nach dem 24. Februar 2021 beklagten 

Schmerzen neuropathischer Natur (vgl. Bericht von Dr. C.___ vom 20. Januar 2021 

(Suva-act. 20) oder auf einen im MRI vom 19. März 2021 festgestellten neuen 

Muskelfaserriss zurückzuführen waren (vgl. Suva-act. 25).

Nach dem Gesagten waren die Folgen des Ereignisses vom 16. November 2020 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit spätestens am 31. Juli 

2021 ausgeheilt und die Beschwerdegegnerin hat sich zu Recht auf das Vorliegen 

eines Status quo ante berufen.

6.4. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.7.1. 

Gerichtskosten sind mangels einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage im 

UVG nicht zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG).

7.2. 
bis

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

7.3. 

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.10.2022
	Der unter Multipler Sklerose leidende Beschwerdeführer erlitt mehrere Muskel- bzw. Muskelfaserrisse. Für das hier zu beurteilende Ereignis anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht. Der Beschwerdeführer war arbeitsfähig und ging einer Erwerbstätigkeit nach, bevor er sich wegen einer erneuten Schmerzexazerbation wiederum in ärztliche Behandlung begab. Die Beschwerdegegnerin stellte die Leistung zu Recht mit der Begründung ein, dass der Status quo ante erreicht war (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Oktober 2022, UV 2021/81).

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		2024-05-26T21:15:10+0200
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