# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79a4438b-16de-509e-9bf1-90ee0ceead50
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.06.2008 E-1726/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1726-2008_2008-06-12.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1726/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  J u n i  2 0 0 8

Richterin Therese Kojic (Vorsitz), Richter Bruno Huber, 
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, 
Gerichtsschreiberin Muriel Beck Kadima.

A._______, Geburtsdatum unbekannt (angeblich ...),
Elfenbeinküste,
(Wohnadresse),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 5. März 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1726/2008

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer – ein ethnischer Dioula mit letztem Wohnsitz in 
Abidjan – verliess seinen Heimatstaat  gemäss eigenen Angaben am 
8. März 2007 auf dem Luftweg und reiste am selben Tag mit einem ge-
fälschten Reisepass am Flughafen Genf illegal in die Schweiz ein, wo 
er  am  9.  März  2007  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  in 
B._______ um Asyl nachsuchte. Dort  erfolgte am 14. März 2007 die 
summarische Erstbefragung; die einlässliche kantonale Anhörung fand 
am 9. Mai 2007 statt. 

Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, sein Vater sei 
im Jahr 1998 und seine Mutter im Jahr 2004 verstorben, weshalb er 
mit  zwei  Brüdern  bei  seinem Onkel  –  der  sich  politisch  als  Mitglied 
des Rassemblement des Républicains (RDR), welche die grösste Op-
positionspartei  sei,  betätigt  habe  –  wohnhaft  gewesen  sei.  Der  Be-
schwerdeführer selbst sei nicht politisch aktiv gewesen. Eines Nachts 
im Januar 2007 sei es an der Grenze zu Ghana, in Noé, zu einem An-
griff von Rebellen gekommen. In der Folge seien Mitte Februar 2007 
sein Onkel und seine beiden Brüder festgenommen worden. Er selbst 
habe sich zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause aufgehalten. Nachdem 
er erfahren habe, was geschehen sei, habe er bei einem Freund sei-
nes Onkels Zuflucht gefunden. Dort sei er bis zum 8. März 2008 ge-
blieben. Dieser Freund habe ihm auch zur Ausreise verholfen. 

Der Beschwerdeführer gab an, er sei minderjährig, habe jedoch keine 
Reise-  oder  Identitätspapiere  mitgebracht,  weil  er  überstürzt  ausge-
reist sei.

B.
Mit Verfügung vom 5. März 2008 – am 7. März 2008 eröffnet – trat das 
BFM in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch nicht  ein und 
ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. Zur 
Begründung des Nichteintretens auf das Asylgesuch hielt das Bundes-
amt  fest,  der  Beschwerdeführer  habe  innert  48  Stunden  nach  Ge-
suchseinreichung keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben und 
keine entschuldbaren Gründe dafür glaubhaft gemacht. Zudem erfülle 
er die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht und es 
seien  aufgrund  der  Aktenlage  keine  zusätzlichen  Abklärungen  zur 

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Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvoll-
zugshindernisses erforderlich. Im Übrigen sei nicht glaubhaft, dass der 
Beschwerdeführer minderjährig sei.

C.
Der  Beschwerdeführer  legte  am  13.  März  2007  (Poststempel)  Be-
schwerde ein und beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzu-
heben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten 
und eine neue Verfügung zu erlassen. Eventuell sei die Unzulässigkeit, 
beziehungsweise die Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs fest-
zustellen und die Vorinstanz anzuweisen, die vorläufige Aufnahme an-
zuordnen. Eventuell sei der angefochtene Entscheid zu kassieren und 
die  Vorinstanz  anzuweisen,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
pflichtgemäss  zu  prüfen  und  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
vollständig zu erstellen. Weiter seien in verfahrensrechtlicher Hinsicht 
eine Nachfrist zur Beibringung von Beweismitteln aus dem Ausland so-
wie die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Als Beweismittel lag 
der Beschwerde ein Auszug aus dem Geburtsregister  vom 10. März 
2008 in Faxkopie bei. Dabei gab der Beschwerdeführer an, das Origi-
nal sei bereits auf dem Postweg unterwegs und werde nachgereicht. 

D.
Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. März 
2007 wurde die Behandlung des Gesuchs um Gewährung der unent-
geltlichen  Rechtspflege auf  einen späteren Zeitpunkt  verwiesen  und 
auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  verzichtet.  Im  Weiteren 
wurde dem Beschwerdeführer antragsgemäss eine Frist von 30 Tagen 
ab Erhalt dieser Verfügung für das Nachreichen des Originals des von 
ihm  als  Faxkopie  eingereichten  Geburtsregisterauszugs  samt  dem 
dazugehörigen Zustellcouvert gewährt. 

E.
Mit  Datum vom 17. März  2008  wurde  eine Fürsorgebestätigung  der 
C._______ den Beschwerdeführer betreffend zu den Akten gereicht.

F.
Am  1.  April  2008  reichte  das  Sicherheitsdepartement  des  Kantons 
D._______, Akten zur Kenntnisnahme ein, welchen zu entnehmen ist, 
dass  der  Beschwerdeführer  Geldüberweisungen  nach  Burkina  Faso 
getätigt hatte. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  ein-
schliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens,  die un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art.  106 Abs. 1 
AsylG).

1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bundesamt teil-
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  bezie-
hungsweise Änderung. Damit  ist  er  zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG).

1.4 Die Beschwerde wurde innert der gesetzlichen Frist von 5 Arbeits-
tagen in gültiger Form eingereicht (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6 
AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG). Demzufolge ist auf sie einzutreten.

2.
2.1 Die Beschwerde richtet sich gegen eine Verfügung, laut deren Dis-
positiv das BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asyl-
gesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist.  Mit  dem  am 
1. Januar  2007  in  Kraft  getretenen  Nichteintretensgrund  von Art.  32 
Abs. 2  Bst.  a  und  Abs. 3  AsylG  hat  der  Gesetzgeber  ein  Summar-
verfahren geschaffen, in welchem über das Bestehen beziehungswei-
se  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  abschliessend  materiell 
zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prü-
fung  möglich  ist  (vgl.  BVGE  2007/8  insbes.  E.  5.6.5).  Dementspre-

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chend  ist  im  Beschwerdeverfahren  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand. Nicht beschränkt ist die Beurteilungszuständigkeit 
des Bundesverwaltungsgerichts zudem in der Frage der Wegweisung 
und deren Vollzugs, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss  Art. 44 
AsylG in Verbindung mit Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezem-
ber 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) 
materiell zur Sache zu äussern hat.

2.2 Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von 
48 Stunden nach Einreichung des Gesuches Reise- oder Identitätspa-
piere  abgeben.  Keine  Anwendung  findet  diese  Bestimmung,  wenn 
Asylsuchende  entschuldbare  Gründe  für  ein  Unvermögen,  innerhalb 
von 48  Stunden  nach  Gesuchseinreichung  Reise-  oder  Identitätspa-
pieren  abzugeben,  glaubhaft  machen  können  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  a 
AsylG), wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 
AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b 
AsylG), oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zu-
sätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  ergibt  (Art.  32  Abs.  3 
Bst. c AsylG). Vor Erlass einer Nichteintretensverfügung nach Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG hat eine Anhörung nach den Art. 29 und 30 AsylG 
stattzufinden (vgl. Art. 36 Abs. 1 AsylG).

2.3 Der Begriff "Reise- oder Identitätspapiere", wie er in der revidier-
ten Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG verwendet wird, ist mit 
Rücksicht auf die Zielsetzung der am 1. Januar 2007 in Kraft getrete-
nen Gesetzesänderung in einem engen Sinne zu verstehen. Es fallen 
darunter  diejenigen  Dokumente,  welche  sowohl  eine  zweifelsfreie 
Identifizierung als auch die Rückschaffung ohne (grossen) administra-
tiven Aufwand ermöglichen. Diesen beiden Anforderungen genügen in 
der  Praxis  regelmässig  Reisepässe  und  Identitätskarten.  Allgemein 
sollen  von der  neuen Formulierung insbesondere  jene Ausweise er-
fasst werden,  die primär zum Zweck des Identitätsnachweises durch 
die heimatliche Behörde ausgestellt worden sind, zumal nur dann die 
Überprüfung der Identität vor der zu erfolgenden Ausstellung sicherge-
stellt ist. Nach diesem – engen – Verständnis müssen demnach Identi-
tätspapiere vorliegen,  die jemanden als bestimmte Person ausweisen 
beziehungsweise die Identität nachweisen. Es genügt nicht, dass ein 
Schriftstück  jemanden  als  einen  in  einer  bestimmten  Angelegenheit 
Berechtigten ausweist, weil in solchen Fällen die Identität nicht Inhalt 

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des Nachweises ist und demnach auch nicht zweifelsfrei feststeht. Un-
ter  diesen  Voraussetzungen  können  neben  den  "klassischen"  Iden-
titätskarten  auch andere Ausweise – wie zum Beispiel ein Inlandpass 
–  taugliche  Identitätspapiere  darstellen.  Andere  Ausweise,  die  zwar 
Hinweise auf die Identität geben, jedoch in erster Linie einem anderen 
Zweck  dienen  wie  beispielsweise  die  Bestätigung  namentlich  der 
Fahrfähigkeit, der Berufsfähigkeit, einer Geburt zu einem bestimmten 
Zeitpunkt  an einem bestimmten Ort  oder  des Schulbesuches stellen 
dagegen keine Identitätspapiere  im Sinne von Art.  32  Abs. 2  Bst. a 
AsylG dar (vgl. zum Ganzen BVGE 2007/7 E. 4-6).

2.4 Der unveränderte  Begriff  der  "entschuldbaren Gründe"  im Sinne 
von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ist im Sinne der Praxis zum bisherigen 
Recht  zu  verstehen  (vgl. BVGE  2007/8  E.  3.2;  weiterinhin  geltende 
Praxis  der  vormals  zuständigen  Schweizerischen Asylrekurskommis-
sion  [ARK]  in  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ARK  [EMARK] 
1999 Nr. 16 E. 5c.aa S. 109 f.).

2.5 Nicht nur in Bezug auf die Qualität der abzugebenden Identitäts-
papiere, sondern auch hinsichtlich der Beweismassanforderungen und 
des zulässigen Prüfungsumfangs wurde mit der Neuformulierung des 
Nichteintretensgrundes  der  Papierlosigkeit  eine  Verschärfung  beab-
sichtigt. Der Gesetzgeber hat mit der Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a und Abs. 3 AsylG ein Summarverfahren geschaffen, in welchem 
über  das  Bestehen  beziehungsweise  das  Nichtbestehen  der  Flücht-
lingseigenschaft abschliessend materiell befunden wird, soweit dies im 
Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist. Einzutreten ist auf 
das  Asylgesuch  dann,  wenn  bereits  auf  Grund  einer  summarischen 
Prüfung festgestellt  werden kann,  dass die asylsuchende Person die 
Flüchtlingseigenschaft im Sinne der Definition von Art. 3 AsylG offen-
sichtlich erfüllt (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG). Demgegenüber ist auf das 
Asylgesuch  nicht  einzutreten,  wenn  bereits  auf  Grund  einer  ebenso 
summarischen Prüfung festgestellt werden kann, dass die asylsuchen-
de Person die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfüllt. Die Of-
fensichtlichkeit  der  fehlenden Flüchtlingseigenschaft  kann  sich  dabei 
aus der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen, genauso aber auch aus der 
fehlenden Asylrelevanz ergeben. Kann auf Grund einer summarischen 
Prüfung nicht abschliessend festgestellt werden, ob die asylsuchende 
Person offensichtlich Flüchtling ist oder offensichtlich nicht Flüchtling 
ist, ist auf das Asylgesuch zwecks weiterer im ordentlichen Verfahren 

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vorzunehmender  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigen-
schaft einzutreten (vgl. zum Ganzen BVGE 2007/8 E. 3-5). 

3.
3.1 Das BFM trat am 5. März 2008 auf das Asylgesuch des Beschwer-
deführers  mit  der  Begründung nicht  ein,  dieser  habe den Behörden 
nicht  innerhalb  von  48  Stunden  nach  Einreichung  des  Asylgesuchs 
Reise- oder Identitätspapiere abgegeben und für diese Unterlassung 
keine entschuldbaren Gründe glaubhaft machen können. Im Weiteren 
erfülle der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft  nicht und es 
seien  auch  keine  weiteren  Abklärungen  zu  deren  Feststellung  oder 
eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  erforderlich.  Zunächst  habe 
der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Kurzbefragung  ausgesagt,  er 
habe nie eine Identitätskarte oder einen Reisepass erhalten oder be-
antragt.  Er  sei  zu  jung  dazu  gewesen. Der  Geburtsschein  sei  beim 
Schlepper geblieben. Da sein Onkel und seine Brüder verschwunden 
seien,  könne  er  diesbezüglich  auch  nichts  unternehmen.  Anlässlich 
der  kantonalen  Anhörung  habe  der  Beschwerdeführer  dagegen  ge-
sagt, er habe einen Geburtsschein und einen Schülerausweis, welche 
er  in  der  Schule  besorgen  könne; er  habe nur  widerwillig  zugesagt, 
diese zustellen zu lassen. Weiter habe er ausgeführt,  er habe nichts 
mitgebracht,  weil  er  nicht  gewusst  habe, wohin er  gehen würde und 
überstürzt ausgereist sei. Damit habe er sich widersprüchlich über den 
Verbleib des Geburtscheines (beim Schlepper beziehungsweise in der 
Schule) geäussert und durch sein Verhalten (Widerwille) gezeigt, dass 
er kein Interesse habe, den Schweizer Behörden Identitätspapiere vor-
zulegen. Seit der kantonalen Anhörung seien ferner neun Monate ver-
gangen und den Akten sei nicht zu entnehmen, dass der Beschwerde-
führer innert dieser Zeit etwas unternommen habe, um Identitätsdoku-
mente zu beschaffen. Weiter sei die Aussage des Beschwerdeführers, 
er  sei  für  eine  Identitätskarte  zu  jung gewesen,  tatsachenwidrig,  da 
sich die Bürger der Elfenbeinküste nach dem 15. Geburtstag mit einer 
nationalen  Identitätskarte  auszuweisen  hätten.  Zudem  müssten  sie 
sich gegenüber der Polizei mindestens mit einem Schülerausweis aus-
weisen können. Der Beschwerdeführer  hätte also ein Identitätsdoku-
ment auf  sich tragen müssen. Seine Angabe, er  habe wegen seiner 
überstürzten  Ausreise  nichts  dabei  gehabt,  sei  demnach  als  blosse 
Schutzbehauptung  zu  werten.  Überdies  habe  der  Beschwerdeführer 
seine Reise vom Heimatland in die Schweiz sehr stereotyp und unsub-
stanziiert  geschildert.  Der  Schlepper  habe  einen  –  vermutlich  ivori-
schen – Reisepass für  ihn  dabei  gehabt,  den der Beschwerdeführer 

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aber nie in der Hand gehabt habe; auch kenne er den darin angegebe-
ne Namen nicht. Es habe indessen Kontrollen gegeben. Dies sei  als 
reine Schutzbehauptung zu werten, da der Beschwerdeführer – selbst 
in Begleitung – bei allfälligen Kontrollen über die verwendeten Papiere 
genau hätte Bescheid wissen müssen. Folglich sei davon auszugehen, 
dass der Beschwerdeführer auf einer anderen Route gereist  sei  und 
den Schweizer Behörden die dafür verwendeten Reisepapiere vorent-
halte. Seine Identität  sei  somit mit erheblichen Zweifeln behaftet und 
seine Minderjährigkeit als unglaubhaft zu erachten.

3.2 Der  Beschwerdeführer  rügt  in  seiner  Rechtsmitteleingabe,  das 
BFM habe die Frage der entschuldbaren Gründe für das Fehlen von 
Reise- und Identitätspapieren nicht pflichtgemäss im Sinne von Art. 32 
Abs.  3  Bst.  a  AsylG  geprüft  und  seiner  Minderjährigkeit  nicht 
Rechnung getragen. Er habe erst seit  kurzem wieder Kontakt mit  ei-
nem Freund, welcher ihm den Auszug aus dem Geburtenregister be-
schafft  habe.  Der  Freund  seines  Onkels  habe  den  Kontakt  zu  ihm 
gleich zu Beginn seines Aufenthaltes in der Schweiz – vermutlich aus 
Angst  – abgebrochen. Zudem habe er nie eine Identitätskarte bean-
tragt,  weil  er  sie  nicht  benötigt  habe.  Er  habe  sich  nie  mit  einem 
Ausweis ausser Haus begeben, da er befürchtet habe, wegen seines 
muslimischen Nachnamens im Fall einer Polizeikontrolle Probleme zu 
bekommen.  Das  Original  seines  Geburtsscheines  habe  der  Freund 
seines Onkels dem Schlepper überreicht, welcher ihm das Dokument 
nie zurückgegeben habe. Hinsichtlich der Grenzkontrolle schildert der 
Beschwerdeführer,  dass  der  Schlepper  –  ausser  in  Genf  –  jeweils 
seinen gefälschten Reisepass vorgezeigt habe. In Genf habe sich die 
Kontrolle zu seinem Erstaunen reibungslos vollzogen, vermutlich weil 
viele Leute angestanden seien. Er habe den Reisepass lediglich kurz 
gezeigt und den Einreisestempel erhalten. Daraufhin habe er den Rei-
sepass dem Schlepper zurückgeben müssen. Nur weil er diesen nicht 
genau  angeschaut  habe,  könne  nicht  darauf  geschlossen  werden, 
dass er die Reise nicht wahrheitsgetreu geschildert habe. Ferner habe 
das  BFM  seine  bei  unbegleiteten  Minderjährigen  erhöhte  Untersu-
chungspflicht  nicht  erfüllt,  insbesondere  indem  es  den  rechtserheb-
lichen Sachverhalt  gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 und 32 VwVG 
nicht mit weiteren Abklärungen im Heimatland erörtert habe.

3.3 Im Falle des Beschwerdeführers wurde die gemäss Art. 36 Abs. 1 
Bst. a AsylG erforderliche Anhörung zu den Asylgründen im Sinne von 
Art. 29 und 30 AsylG am 9. Mai 2007 von der dafür zuständigen kanto-

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nalen Behörde und in Anwesenheit einer Amtsvormundin gemäss Art. 
17 Abs. 3 Bst. c AsylG durchgeführt (vgl. A10, S. 1). 

Der Beschwerdeführer reichte innerhalb von 48 Stunden nach Einrei-
chung  seines  Asylgesuches  keine  Reise-  oder  Identitätspapiere  zu 
den Akten. Er gab im vorinstanzlichen Verfahren an, nie einen Reise-
pass  oder  eine  Identitätskarte  besessen  zu  haben  (vgl.  A1,  S.  4), 
beziehungsweise mit  einem vom Schlepper  beschafften,  gefälschten 
Reisepass in die Schweiz eingereist zu sein (vgl. A1, S. 6; A10, S. 10). 
Zudem sei sein Geburtsschein beim Schlepper geblieben (vgl. A1, S. 2 
und 5). Er habe nichts mitgebracht, weil er das Heimatland überstürzt 
verlassen habe (vgl. A10, S. 10). Er habe hingegen einen Geburtsre-
gisterauszug erhalten und diesen könne er von seiner Schule kommen 
lassen (vgl. A10, S. 10 und 11). Die Vorinstanz stellt in ihrer Verfügung 
vom 5. März 2008 zu Recht fest, dass den Akten nicht zu entnehmen 
sei, der Beschwerdeführer habe sich in den neun seit der kantonalen 
Anhörung  vergangenen  Monaten  darum  bemüht,  seine  Identität  zu 
belegen,  obschon er anlässlich dieser Anhörung aussagte,  er  werde 
dem Freund seines Onkels beziehungsweise der Schule schreiben, um 
sich  seinen  Geburtsregisterauszug  zustellen  zu  lassen  (vgl.  A10, 
S. 11).  Auf  Beschwerdebene  reichte  er  schliesslich  eine  Faxkopie 
eines Geburtsregisterauszugs vom 10. März 2008 nach. 

Hierzu ist  einerseits festzuhalten, dass die 48 Stunden-Frist  zur Bei-
bringung  von  Reise-  oder  Identitätsdokumenten  grundsätzlich  zwar 
bloss einer Ordnungsfrist entspricht. Reicht eine asylsuchende Person 
hingegen erst  auf  Beschwerdestufe ein rechtsgenügliches Dokument 
ein, so ist auf das Asylgesuch – unter dem Vorbehalt allfälliger Hinwei-
se auf Verfolgung – nur dann einzutreten, wenn entschuldbare Gründe 
für  die  verspätete  Nachreichung  glaubhaft  gemacht  werden  können 
(vgl. EMARK 1999 Nr. 16 E. 5c/aa S. 109 f.). Der Beschwerdeführer 
führt  dazu an, er habe den Freund des Onkels nicht wie vorgesehen 
kontaktieren können, da sich dieser seit der Ankunft des Beschwerde-
führers in der Schweiz von ihm abgewandt habe. Der Beschwerdefüh-
rer  gibt  indessen  keine  Erklärung  dafür  ab,  weshalb  er  nicht  –  wie 
vereinbart  (vgl.  A10,  S. 11)  –  direkt  mit  seiner  Schule  Kontakt  auf-
genommen hatte, um dort einen Schülerausweis oder seinen Geburts-
registerauszug zu verlangen. Somit besteht kein entschuldbarer Grund 
für das verspätete Nachreichen der erwähnten und in Aussicht gestell-
ten Dokumente im Original. 

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Anderseits ist festzuhalten, dass in Faxkopie eingereichten Ausweisen 
kein Beweiswert zukommt, zumal diese nicht als fälschungssicher gel-
ten können (vgl. BVGE 2007/7 E. 5.1). Im Übrigen entspricht ein Ge-
burtsregisterauszug  auch  nicht  den  in  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG 
verlangten  Anforderungen  an  Reise-  oder  Identitätspapiere.  Unter 
Identitätspapieren im gegebenen Kontext sind gemäss der Rechtspre-
chung  des  Bundesverwaltungsgerichts  Ausweise  zu  verstehen,  die 
(hauptsächlich) zum Zwecke des Identitätsbeweises von den heimat-
lichen Behörden ausgestellt wurden. Dies ist bei der vorgelegten Kopie 
eines Geburtsregisterauszugs nicht der Fall, zumal weder die Echtheit 
des Dokuments feststeht noch festgestellt werden kann, ob sich dieses 
auf den Beschwerdeführer bezieht.

Schliesslich wäre auch bei Nachreichung rechtsgenüglicher Identitäts-
ausweise der vom BFM angewendete Nichteintretenstatbestand nach 
wie vor als erfüllt zu erachten, da die gesetzliche Frist zur Einreichung 
entsprechender Identitätsdokumente längst verstrichen ist. Zudem hat 
der Beschwerdeführer die ihm vom Bundesverwaltungsgericht gewähr-
te  Frist  für  das  Nachreichen  des  Originals  des  Geburtsregisteraus-
zugs,  welches gemäss seinen Angaben bereits  auf  dem Postweg in 
die Schweiz gesandt worden sei und mit  welchem er allenfalls seine 
Minderjährigkeit  hätte  belegen  können,  nicht  wahrgenommen. Damit 
kann darauf geschlossen werden,  dass dieser nicht  gewillt  ist,  seine 
Identität  offen  zu  legen,  weshalb  auch  die  Minderjährigkeit  als  un-
glaubhaft zu erachten ist. 

Weiter  sind  angesichts  der  strengen Kontrollen  an wichtigen Grenz-
übergängen die Angaben des Beschwerdeführers, er habe seinen Rei-
sepass nie in den Händen gehalten, weshalb er auch den darin enthal-
tenen Namen nicht kenne (vgl. A1, S. 6), und er sei bei der Einreise in 
die Schweiz  nicht  kontrolliert  worden (vgl. A1,  S. 7)  –  was übrigens 
den in  der  Rechtsmittelschrift  dazu gemachten Ausführungen wider-
spricht  –  als  nicht  glaubhaft  zu  qualifizieren;  auf  Beschwerdeebene 
macht  der  Beschwerdeführer  dagegen  geltend,  er  sei  in  Genf  kon-
trolliert worden und habe problemlos einreisen können (vgl. Ziff. 2.3.c 
der Beschwerdeeingabe). Ferner erscheint seine Aussage, er sei über-
stürzt  ausgereist,  ebenfalls  als  unglaubhaft,  da  er  anlässlich  der 
Kurzbefragung  schilderte,  sein  Onkel  sei  Mitte  Februar  2007  fest-
genommen worden, worauf er sich bis zum 8. März 2007 beim Freund 
seines Onkels aufgehalten habe, der ihm zur Ausreise verholfen haben 
soll (vgl. A1, S. 7; A10, S. 19). Damit sind etwa drei Wochen zwischen 

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dem Ereignis, welches seine Angst, ebenfalls festgenommen zu wer-
den, ausgelöst haben soll, und der Ausreise vergangen. Folglich kann 
in der Tat nicht als glaubhaft erachtet werden, dass der Beschwerde-
führer die Reise auf die von ihm geschilderte Art unternommen hat. Es 
liegen  somit  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das  Versäumnis  des 
Beschwerdeführers vor, Identitätsdokumente einzureichen.

3.4  Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer 
innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung seines Asylgesuches kei-
ne Reise- oder Identitätspapiere einreichte und dafür keine entschuld-
baren Gründe glaubhaft machen kann.

4.  
4.1 Aus den Akten ist ferner zu schliessen, dass der Beschwerdefüh-
rer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG offensichtlich nicht 
erfüllt und in seinem Fall ebenso offensichtlich keine Wegweisungsvoll-
zugshindernisse bestehen. Seinen  Aussagen,  wie  sie  in  den beiden 
Protokollen wiedergegeben werden, ist nicht plausibel zu entnehmen, 
weshalb  sein  Onkel  und  zwei  seiner  Brüder  nach  einem  Rebel-
lenangriff  auf  einen  Grenzposten  zu  Ghana  festgenommen  worden 
sein sollen und weshalb der selbst nicht politisch aktiv gewesene Be-
schwerdeführer deshalb ebenfalls eine Festnahme befürchten müsste. 
Hinsichtlich der einzelnen Unglaubhaftigkeitshinweise ist  zur  Vermei-
dung von Wiederholungen vorab auf die Erwägungen des BFM in der 
angefochtenen Verfügung zu verweisen. So weist das Bundesamt zu 
Recht  darauf  hin,  dass  der  Onkel  des  Beschwerdeführers  jahrelang 
unbehelligt  für  das Rassemblement  des Républicains/RDR tätig sein 
konnte,  weshalb  wenig  plausibel  erscheine,  dass  dieser  nach  dem 
Angriff von Rebellen auf einen Grenzposten im Jahr 2007 festgenom-
men worden sein solle. Zudem verstrickte sich der Beschwerdeführer 
hinsichtlich dieser Festnahme in einen Widerspruch: In der Erstbefra-
gung sagte er aus, der Onkel sei nach seiner Festnahme nach Hause 
gebracht worden (vgl. A1, S. 5), währenddessen er an der kantonalen 
Anhörung erklärte,  dieser  sei  zu  Hause festgenommen worden (vgl. 
A10, S. 12). Zu Recht weist das BFM weiter darauf hin, dass sich der 
Beschwerdeführer  insbesondere betreffend der Zeitpunkte,  wann der 
Angriff auf den Grenzposten stattgefunden haben und wann der Onkel 
festgenommen worden sein soll, unsubstanziiert äusserte. Im Weiteren 
hält  das BFM zu Recht fest, der Beschwerdeführer kenne weder die 
groben Ziele der Partei RDR noch habe er minimale Kenntnisse über 
die  Funktion  seines  Onkels  in  dieser  Partei.  Bezeichnenderweise 

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nimmt der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe nicht Stel-
lung zu den vom BFM aufgeführten Unstimmigkeiten.

Die  Vorbringen  des Beschwerdeführers  sind  mithin  als  offensichtlich 
unglaubhaft zu qualifizieren. 

4.2 Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Vor-
aussetzungen für ein Nichteintreten auf das Asylgesuch in Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG gegeben sind. Das BFM ist 
demnach zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht 
eingetreten.

5.
5.1 Tritt  das BFM auf das Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der 
Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es 
berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  (Art.  44 
Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

6.
6.1 Es bleibt zu prüfen, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Weg-
weisung entgegenstehen, da im Falle eines unzulässigen, unzumutba-
ren oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis nach den 
Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme nach dem AuG (Art. 83 
Abs. 1-4) zu regeln ist.

6.2 Das BFM wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 
hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 
AsylG  nur  Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen. 
Der Beschwerdeführer erfüllt die Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers in sein Heimatland ist demnach un-
ter  dem Aspekt  von Art. 5  AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich 
weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten 
Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in die El-
fenbeinküste dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 
EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 

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ist.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschen-
rechte  sowie  jener  des  UN-Anti-Folterausschusses  müsste  er  eine 
konkrete Gefahr nachweisen oder zumindest glaubhaft machen, dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behand-
lung droht (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, EMARK Nr. 17 S. 130 f., 
EMARK 1996 Nr. 18 S. 182 ff., jeweils mit weiteren Hinweisen). Das ist 
vorliegend  nicht  der  Fall.  Demnach  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 
sowohl  im  Sinne  der  asyl-  als  auch  der  völkerrechtlichen  Bestim-
mungen zulässig. 

6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818). In seinem Entscheid D-4477/2006 vom 28. Ja-
nuar  2008 stellte  das  Bundesverwaltungsgericht  fest,  dass  Rebellen 
und  Regierung  nach  mehrjährigen  Bürgerkriegswirren  am  4.  März 
2007 in Ouagadougou, Burkina Faso, ein Abkommen unterzeichneten, 
wonach der Ex-Rebellenführer Guillaume Soro – dessen Truppen seit 
dem Aufstand im Jahr 2002 den Norden des Landes, d.h. gut 60 Pro-
zent  der Elfenbeinküste,  kontrollierten – Premierminister  des Staats-
präsidenten Laurent Gbagbo wurde. Im Mai 2007 begann die bereits 
früher vorgesehene Entwaffnung der Milizen. Am 30. Juli 2007 reiste 
Laurent Gbagbo erstmals wieder in den Norden des Landes in die vor-
malige Rebellen-Hochburg. Bei  einer Waffenverbrennungs-Zeremonie 
im  Stadion  der  Stadt  erklärten  Soro  und  er  den  Bürgerkrieg  für 
beendet. Obschon die Übergangszeit bis zu den im Juni oder Oktober 
2008  angesetzten  Präsidentschaftswahlen  auch  mit  Schwierigkeiten 
einhergeht,  kann  nicht  von  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt 
gesprochen werden. Der Vollzug der Wegweisung nach Abidjan ist für 
junge,  gesunde Männer, mit  einem Beziehungsnetz als  zumutbar  zu 
erachten (vgl. D-4477/2006 E. 8).

Der Beschwerdeführer gab an, seit seiner Geburt in Abidjan wohnhaft 
gewesen zu sein (vgl. A10, S. 3). In seiner Rechtsmitteleingabe macht 
er geltend, wegen seines muslimischen Familiennamens Schwierigkei-
ten zu befürchten.  Da der Beschwerdeführer dies in den Anhörungen 
nie geltend gemacht hat, ist dieses Argument als nachgeschoben und 

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somit nicht glaubhaft zu erachten, dies umso mehr als die Identität des 
Beschwerdeführers nicht belegt ist. 

Zusammenfassend ist  angesichts  der Ungereimtheiten und der nicht 
nachgewiesenen Identität von der Mündigkeit des Beschwerdeführers 
und vom Vorhandensein eines Beziehungsnetzes auszugehen. Damit 
erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar.

6.4 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG).

9.1 In der Beschwerde wird um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung ersucht. Die bedürftige Partei, deren Begehren nicht aus-
sichtslos erscheint, ist auf Gesuch hin davon zu befreien, Verfahrens-
kosten zu bezahlen (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Bedürftig ist, wer ohne Be-
einträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten 
nicht  zu bestreiten  vermag. Aussichtslos  ist  eine Sache dann,  wenn 
eine zahlungsfähige Partei der Kostenpflicht wegen einen so riskanten 
Prozess  nicht  führen  würde  (FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechts-
pflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 330 f.).

9.2 Angesichts  der  im  Beschwerdeverfahren  nachgereichten  Fürsor-
gebestätigung  der  C._______  vom  17.  März  2008  ist  von  der 

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prozessualen  Bedürftigkeit  des  erwerbslosen  Beschwerdeführers 
auszugehen. Auch war die Beschwerde nicht als aussichtslos zu be-
zeichnen. Das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozess-
führung ist  damit gutzuheissen und von der Auferlegung von Verfah-
renskosten abzusehen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (kantonale Behörde)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Muriel Beck Kadima

Versand: 

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