# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9af1e91f-ffe1-53f4-860d-112167997ac7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Gesundheits-, Sozial und Integrationsdirektion 13.03.2024 2023.GSI.3224
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Weitere/BE_VB_003_2023-GSI-3224_2024-03-13.pdf

## Full Text

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Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion 

 

 

Rathausplatz 1 

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3000 Bern 8 

+41 31 633 79 41 (Telefon) 

+41 31 633 79 56 (Fax) 

info.ra.gsi@be.ch 

www.be.ch/gsi  

 

 

 

Referenz: 2023.GSI.3224 / vb, mbo  

Beschwerdeentscheid vom 13. März 2024 

in der Beschwerdesache 

 

A.___ 

Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

B.___ 

Vorinstanz 

 

 

 
betreffend Gesuch um individuelle Unterkunft 

(Verfügung der Vorinstanz vom 27. Oktober 2023)   

 
 

Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion 
2023.GSI.3224 

 

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I. Sachverhalt 

1. A.___ (nachfolgend: Beschwerdeführer) befindet sich im laufenden Asylverfahren und 

wird seit dem 10. August 2022 vom B.___ (B.___, fortan: Vorinstanz) mit Asylsozialhilfe unter-

stützt.1 

2. Vom 8. November 2022 bis zum 21. Februar 2023 war der Beschwerdeführer in der Kol-

lektivunterkunft C.___ in einem Zweierzimmer untergebracht. Seit dem 22. Februar 2023 lebt er 

allein in einem Zweierzimmer in der Kollektivunterkunft D.___.2  

3. Aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode war der Beschwerdeführer vom 

21. Dezember 2022 bis am 3. September 2023 in der Psychiatrie E.___ in ambulanter sozialpsy-

chiatrischer Behandlung.3 

4. Ende Juni 2023 teilte der Beschwerdeführer der Vorinstanz mit, dass sich sein Gesund-

heitszustand laufend verschlechtere und dass er unter Kopf- und Bauchschmerzen sowie unter 

Schlafproblemen leide.4 

5. Am 21. Juli 2023 nahm der Beschwerdeführer ein Erstgespräch bei F.___, Fachpsycho-

loge für Psychotherapie FSP, wahr. Im psychologischen Bericht vom 21. Juli 2023 (fortan: psy-

chologischer Bericht) hat der Psychologe festgehalten, dass die Suche des Beschwerdeführers 

nach einer individuellen Wohnung unterstützt werden sollte, da dies für seine psychische Gesund-

heit sehr wichtig sei.5 

6. Am 24. Juli 2023 stellte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz mündlich ein Gesuch 

um Wechsel in eine individuelle Unterkunft aufgrund besonderer Verletzlichkeit.6  

7. Der behandelnde Hausarzt G.___(H.___) hat den Beschwerdeführer aufgrund vermehrt 

vorkommender Migräne-Anfälle an die Neurologin I.___ überwiesen.7 Am 20. September 2023 

und 20. Oktober 2023 hat der Beschwerdeführer zwei Termine bei I.___ zur neurologischen Be-

urteilung wahrgenommen.8 In der neurologischen Stellungnahme vom 20. Oktober 2023 (nachfol-

gend: neurologische Stellungnahme) hält I.___ fest, dass aus medizinischen Gründen die Unter-

bringungssituation des Beschwerdeführers verbessert werden sollte, idealerweise alleine in einer 

 
 
1 Angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2023 
2 Angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2023 
3 Überweisungsbericht ambulante Behandlung der Psychiatrie E.___ vom 2. November 2023 (Beschwerdebeilage) 
4 Angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2023 
5 Psychologischer Bericht von F.___ vom 21. Juli 2023 (Beschwerdebeilage) 
6 Angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2023 
7 Angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2023; vgl. Neurologische Beurteilung mit EEG & NVUS von I.___ vom 
20. September 2023 / 20. Oktober 2023 (Beschwerdebeilage), Adressatenfeld und Anrede 
8 Neurologische Beurteilung mit EEG & NVUS von I.___ vom 20. September 2023 / 20. Oktober 2023 (Beschwerdebei-
lage) 

 
 

Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion 
2023.GSI.3224 

 

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Wohnung, damit er sich wegen Migräne zurückziehen könne (kein Lärm, kein Licht, keine sonsti-

gen Störungen).9 

8. Mit Gastroskopiebericht der J.___ vom 28. September 2023 (fortan: Gastroskopiebericht) 

hat Dr. med. K.___ die beim Beschwerdeführer durchgeführte Gastroskopie und die Untersu-

chungsergebnisse dokumentiert.10 

9. Mit Überweisungsbericht, datiert vom 2. August 2023 (recte: 2. November 202311), hat 

die Psychiatrie E.___ den Beschwerdeführer auf dessen Wunsch an Dr. phil. F.___ zur weiteren 

ambulanten Behandlung überwiesen (fortan: Überweisungsbericht), bei welchem er am 21. Juli 

2023 bereits ein Erstgespräch hatte.12 

10. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2023 wies die Vorinstanz das Gesuch des Beschwerde-

führers vom 24. Juli 2023 um Wechsel in eine individuelle Unterkunft mit Verweis auf die fehlende 

besondere Verletzlichkeit gemäss Art. 35 Abs. 2 Bst. b SAFG13 i.V.m. Art. 45 Abs. 1 SAFV14 ab.15 

11. Gegen diese Verfügung hat der Beschwerdeführer am 9. November 2023 bei der Ge-

sundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern (GSI) Beschwerde erhoben. Darin 

beantragt er sinngemäss, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine individuelle Unter-

kunft zu gewähren. 

12. Die Rechtsabteilung des Generalsekretariats, welche die Beschwerdeverfahren für die 

GSI leitet,16 holte mit Instruktionsverfügung vom 29. November 2023 bei der Vorinstanz die Vorak-

ten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Vorinstanz beantragt in ihrer 

Beschwerdevernehmlassung vom 22. Dezember 2023 sinngemäss die Abweisung der Be-

schwerde. 

13. Am 12. Februar 2024 befand sich der Beschwerdeführer beim L.___ in Abklärung unter 

Einbezug früherer medizinischer Berichte. 

14. Mit E-Mail vom 27. Februar 2024 reichte der Beschwerdeführer der Rechtsabteilung den 

Gesundheitsbericht von Dr. med. M.___ vom 19. Februar 2024 betreffend die Abklärung vom 

 
 
9 Neurologische Stellungnahme von I.___ vom 20. Oktober 2023 (Beschwerdebeilage) 
10 Gastroskopiebericht der J.___ vom 28. September 2023 (Beschwerdebeilage) 
11 Vgl. Überweisungsbericht der Psychiatrie E.___, Zeitstempel auf S. 2 (Kopfzeile) 
12 Überweisungsbericht ambulante Behandlung der Psychiatrie E.___ vom 2. November 2023 (Beschwerdebeilage) 
13 Gesetz vom 3. Dezember 2019 über die Sozialhilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich (SAFG; BSG 861.1) 
14 Verordnung vom 20. Mai 2020 über die Sozialhilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich (SAFV; BSG 861.111) 
15 Angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2023 
16 Art. 7 Abs. 1 Bst. m der Verordnung vom 30. Juni 2021 über die Organisation und die Aufgaben der Gesundheits-, 
Sozial- und Integrationsdirektion (Organisationsverordnung GSI, OrV GSI; BSG 152.221.121) i.V.m. Art. 14a der Direk-
tionsverordnung über die Delegation von Befugnissen der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion vom 17. Ja-
nuar 2001 (DelDV GSI; BSG 152.221.121.2) und Art. 6 Abs. 1 Bst. e des Organisationsreglements des Generalsekre-
tariats der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (OrgR GS GSI) 

 
 

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12. Februar 2024 (fortan: Gesundheitsbericht) ein. Darin empfiehlt der Psychiater aus medizini-

schen Gründen eine Unterbringung in einer reizarmen und stressfreien Umgebung, damit die psy-

chosomatischen Beschwerden des Beschwerdeführers weniger oder nicht mehr getriggert wer-

den.17 

Auf die Rechtsschriften und Akten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen 

1. Sachurteilsvoraussetzungen 

1.1 Die Vorinstanz ist gestützt auf einen Leistungsvertrag mit dem Amt für Integration und Sozi-

ales (AIS) im Rahmen der ihr übertragenen Aufgaben als Trägerschaft verfügungsberechtigt (Art. 5 

Abs. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SAFG). Diese Verfügungen sind gemäss Art. 57 Abs. 1 SAFG bei der GSI 

anfechtbar. Angefochten ist die Verfügung der Vorinstanz vom 27. Oktober 2023. Somit ist die GSI zur 

Beurteilung der Beschwerde vom 9. November 2023 zuständig. 

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Adressat der Verfügung ohne Weiteres zur Beschwerdefüh-

rung befugt (Art. 65 VRPG). 

1.3 Auf die gemäss Art. 67 VRPG form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist, unter Vor-

behalt von Ziff. 2.2 bis 2.3 der Erwägungen, einzutreten. 

1.4 Die GSI prüft, ob die Vorinstanz von einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des 

Sachverhalts ausgegangen ist, ob sie Recht verletzt hat (einschliesslich allfälliger Rechtsfehler bei der 

Ausübung des Ermessens) und ob die angefochtene Verfügung unangemessen ist (Art. 66 VRPG). 

Der GSI steht somit volle Kognition zu. 

2. Streitgegenstand 

2.1 Anfechtungsobjekt ist vorliegend die Verfügung der Vorinstanz vom 27. Oktober 2023. Streit-

gegenstand und damit zu prüfen ist, ob die Vorinstanz das Gesuch des Beschwerdeführers um Wech-

sel in eine individuelle Unterkunft zu Recht abgelehnt hat. 

2.2 Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde geltend macht, er müsse auf seine Er-

nährung achten, das ihm zur Verfügung gestellte Budget für die Ernährung reiche nicht aus und er 

habe mit der Vorinstanz betreffend die Erhöhung des aktuellen Budgets keine Lösung finden können, 

 
 
17 Gesundheitsbericht von Dr. med. M.___ vom 19. Februar 2024 

 
 

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ist mangels Streitgegenstand nicht darauf einzutreten. Das Sozialhilfebudget bildet nicht Bestandteil 

der angefochtenen Verfügung vom 27. Oktober 2023 und liegt damit ausserhalb des Streitgegen-

stands. 

2.3 Ebenfalls nicht einzutreten und vorliegend nicht zu hören sind die Rügen des Beschwerde-

führers betreffend den A2-Deutschkurs und die damit verbundenen Kosten. Über eine allfällige Kos-

tenübernahme des A2-Deutschkurses wurde in der angefochtenen Verfügung vom 27. Oktober 2023 

nicht entschieden und diese ist damit ebenfalls nicht Streitgegenstand im vorliegenden Beschwerde-

verfahren. 

3. Rechtliche Grundlagen 

3.1 Unterbringung gemäss Zwei-Phasen-System 

Art. 35 SAFG sieht ein Zwei-Phasen-System für die Unterbringung der nachfolgenden Personen vor: 

Personen im laufenden Asylverfahren, solange der Bund für sie Beiträge nach der Asylgesetzgebung 

ausrichtet, vorläufig Aufgenommene, Schutzbedürftige mit und ohne Aufenthaltsbewilligung, aner-

kannte Staatenlose und Flüchtlinge, solange der Bund für sie Beiträge nach der Asylgesetzgebung 

ausrichtet sowie offensichtlich nicht integrierte vorläufig Aufgenommene, für die der Bund keine Bei-

träge nach der Asylgesetzgebung mehr ausrichtet (Art. 2 Abs. 1 SAFG). In einer ersten Phase werden 

grundsätzlich alle Personen in Kollektivunterkünften untergebracht (Art. 35 Abs. 1 Bst. a SAFG). In 

einer zweiten Phase können vorläufig Aufgenommene, Schutzbedürftige mit und ohne Aufenthaltsbe-

willigung sowie anerkannte Staatenlose und Flüchtlinge in einer individuellen Unterkunft untergebracht 

werden, wenn sie erwerbstätig oder in Ausbildung sind und die vorgegebenen Integrationsziele er-

reicht haben (Art. 35 Abs. 1 Bst. b SAFG). Vom Zwei-Phasen-System kann jedoch abgewichen wer-

den bei Kapazitätsengpässen in der Kollektivunterkunft, für besonders verletzliche Personen und für 

Familien mit Kindern (Art. 35 Abs. 2 SAFG).  

Vorliegend befindet sich der Beschwerdeführer im laufenden Asylverfahren18 und damit in der ersten 

Phase, wonach eine Unterbringung in einer Kollektivunterkunft vorgesehen ist (Art. 35 Abs. 1 Bst. a 

SAFG). Nachfolgend ist zu prüfen, ob gestützt auf den vorliegend in Frage kommenden Ausnahme-

tatbestand «besonders verletzliche Personen» (Art. 35 Abs. 2 Bst. b SAFG) vom Zwei-Phasen-System 

abgewichen werden kann.  

3.2 Besonderes verletzliche Personen 

Art. 45 Abs. 1 SAFV präzisiert den Ausnahmetatbestand «besonders verletzliche Personen» von 

Art. 35 Abs. 2 Bst. b SAFG dahingehend, dass die zuständige Stelle besonders verletzliche Personen 

 
 
18 Vgl. Beschwerde vom 23. Oktober 2023; angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2023 

 
 

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in einer individuellen Unterkunft platziert, wenn eine Unterbringung in einer Kollektivunterkunft auf-

grund der spezifischen individuellen Verletzlichkeit nicht zumutbar ist.  

Eine besondere Verletzlichkeit liegt vor, wenn eine Person aufgrund besonderer Merkmale besonders 

schutzbedürftig ist. Dazu gehören Minderjährige, Personen fortgeschrittenen Alters, Menschen mit 

Behinderung oder Opfer von schwerer physischer oder psychischer Gewalt.19 Ob eine Person als 

verletzlich gilt, ist im Einzelfall anhand der konkreten Umstände zu beurteilen, wobei die Leistung hin-

sichtlich Unterbringung im Verhältnis zur spezifischen individuellen Verletzlichkeit festzulegen ist.20 

Das Verwaltungsgericht hat es in einem Fall für zumutbar erachtet, dass ein Ehepaar nach einem 

negativen Asylentscheid – d.h. das Ehepaar hatte lediglich Anspruch auf Nothilfeleistungen – in einer 

Kollektivunterkunft untergebracht wurde; dies obwohl die Ehefrau unter anderem an Angst und de-

pressiver Störung litt, wobei eine akute Suizidalität nicht ausgeschlossen werden konnte und ein hohes 

Risiko einer weiteren psychischen Dekompensation bestand. Die Ehefrau war deshalb mehrmals in 

stationärer Behandlung und ihr behandelnder Psychiater hielt eine Unterbringung ausserhalb der Fa-

milie für unzumutbar.21 Das Verwaltungsgericht hielt fest, dass der Umzug in eine Kollektivunterkunft 

nichts an der medizinischen Versorgung der Beschwerdeführerin ändere und dem Bedürfnis nach 

Ruhe und Schonung in der Kollektivunterkunft in zweifacher Hinsicht Rechnung getragen werde: 

Einmal durch die Art der Kollektivunterkunft, die sich als ehemaliges Hotel in einer ländlichen Um-

gebung vergleichsweise freundlich zeige. Sodann sei die Privatsphäre gewährleistet, indem ein Fa-

milienzimmer zur Verfügung gestellt werde, welches im Idealfall als Viererzimmer zur Alleinbenüt-

zung mit integriertem Bad/WC ausgestattet sei. Die Beschwerdeführerin sei so dem Betrieb und den 

übrigen Bewohnerinnen oder Bewohnern nicht andauernd ausgesetzt, sondern könne sich jederzeit 

in ihren abgeschlossenen Raum zurückziehen.22 Daraus ergibt sich, dass die Gefahr einer psychi-

schen Dekompensation oder eine bestehende Suizidalität für sich allein keinen Anspruch auf einen 

weiteren Verbleib in der angestammten Wohnung begründet. Hingegen müssen insbesondere die 

medizinische Versorgung und ein genügender Rückzugsraum gesichert sein. 23 

4. Argumente der Verfahrensbeteiligten 

4.1 In ihrer Verfügung vom 27. Oktober 2023 bringt die Vorinstanz sinngemäss hervor, eine spe-

zifische individuelle Verletzlichkeit des Beschwerdeführers, die einen Verbleib in der Kollektivunter-

 
 
19 Vortrag der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion an den Regierungsrat zur Verordnung über die Sozial-
hilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich (SAFV), Erläuterungen zu Art. 45, S. 22 
20 Vortrag der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion an den Regierungsrat zur Verordnung über die Sozial-
hilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich (SAFV), Erläuterungen zu Art. 45, S. 22 und Urteil des Verwaltungsgerichts vom 
10. April 2019, Nr. 100.2018.193, E. 3.3 und 4.1 
21 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern Nr. 100.2019.4U vom 12. Dezember 2019 E. 2.4 und E.4.2 
22 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern Nr. 100.2019.4U vom 12. Dezember 2019, E. 4.4 
23 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern Nr. 100.2019.4U vom 12. Dezember 2019 E. 4.5 

 
 

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kunft unzumutbar machen würde, sei nicht nachgewiesen, weshalb sie seinem Gesuch nicht nach-

kommen könne. Die Vorinstanz macht geltend, dass dem Beschwerdeführer in seinem aktuellen Zim-

mer genügend Rückzugsmöglichkeiten, wie sie im neurologischen Gutachten vom 20. Oktober 2023 

erwähnt würden, zur Verfügung stünden. Ferner könne auch gestützt auf den kurzen psychologischen 

Bericht vom 21. Juli 2023 keine Bewilligung für eine eigene Wohnung erteilt werden. Für eine Über-

prüfung der Unterbringung in einer eigenen Wohnung bedürfte es eines ausführlicheren Berichts von 

einem Psychologen oder einem Psychiater, bei welchem der Beschwerdeführer während mehreren 

Terminen in Behandlung sei.24 Aus dem nachträglich eingereichten Überweisungsbericht vom 2. No-

vember 2023 gehe nicht hervor, dass eine Unterbringung in einer Kollektivunterkunft aus psychologi-

scher Sicht (z.B. aufgrund eines Traumas) nicht zumutbar sei.25 

4.2 In seiner Beschwerde vom 9. November 2023 führt der Beschwerdeführer im Wesentlichen 

aus, er habe seit ungefähr einem Jahr verschiedene gesundheitliche Probleme, weshalb er in einer 

eigenen Wohnung leben möchte. Er wolle zu seiner alten Gesundheit zurückkehren und sich ganz auf 

seine Zukunft konzentrieren. Er habe der Vorinstanz zu unterschiedlichen Terminen medizinische Be-

richte vorgelegt und um Unterstützung in diesem Problem gebeten. Leider sei seine Anfrage mit ver-

schiedenen Begründungen zu diesem Thema abgelehnt worden. Er sei mit den meisten Behauptun-

gen der Vorinstanz nicht einverstanden und die Vorinstanz hätte sich bis anhin nie um seine gesund-

heitlichen Probleme gekümmert. Der Beschwerdeführer führt weiter aus, die Lebensbedingungen in 

der Kollektivunterkunft seien für ihn unzureichend. Er wolle nicht so krank bleiben wie aktuell oder 

dass es noch schlimmer werde. Er möchte vollkommen gesund und nicht von Medikamenten abhängig 

sein.26 

5. Würdigung 

5.1 Der Beschwerdeführer leidet an gesundheitlichen Problemen, namentlich an einer depressi-

ven Episode, einer posttraumatischen Belastungsstörung, Bauch- und Kopfschmerzen sowie an einer 

Migräne.27 Angesichts des gesundheitlichen Zustands ist der Beschwerdeführer grundsätzlich als ver-

letzlich einzuschätzen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine Unterbringung in einer Kollektivunter-

kunft automatisch unzumutbar ist. Vorausgesetzt ist vielmehr eine spezifische individuelle Verletzlich-

keit, welche die Unterbringung in der Kollektivunterkunft unzumutbar macht (Art. 35 Abs. 2 

Bst. b SAFG i.V.m. Art. 45 Abs. 1 SAFV).28 Zur Beurteilung, ob eine spezifische individuelle Verletz-

 
 
24 Angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2024 
25 Beschwerdevernehmlassung vom 22. Dezember 2023 
26 Beschwerde vom 9. November 2023 
27 Vgl. Beschwerde vom 9. November 2023; angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2023; Überweisungsbericht der 
Psychiatrie E.___ vom 2. November 2023; Neurologische Beurteilung von I.___ vom 20. September 2023 / 20. Oktober 
2023; Psychologischer Bericht vom 21. Juli 2023 von F.___; Gastroskopiebericht der J.___ vom 28. September 2023 
28 Vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern Nr. 100.2019.4U vom 12. Dezember 2019 E. 4.1 

 
 

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lichkeit vorliegt, sind nachfolgend in einem ersten Schritt der der Beschwerdeinstanz vorliegende psy-

chologische Bericht, der Gastroskopiebericht, die neurologische Stellungnahme sowie der Überwei-

sungsbericht zu würdigen. Anschliessend sind die Umstände zu beleuchten, die zu einer spezifischen 

individuellen Verletzlichkeit führen und damit eine Unterbringung in einer Kollektivunterkunft unzumut-

bar machen könnten.  

5.2 Im psychologischen Bericht vom 21. Juli 2023 hält F.___ fest, dass der Beschwerdeführer 

für ein Erstgespräch bei ihm gewesen sei. Ein weiteres Gespräch sei wegen der Kapazität aktuell 

leider nicht möglich. Als Diagnose wurde eine starke depressive Phase festgehalten. Der Beschwer-

deführer habe berichtet, dass er stark unter der Wohnsituation leide, welche sein psychisches Leiden 

entscheidend verstärke. Der Psychologe bittet die Vorinstanz, den Beschwerdeführer auf der Suche 

nach einer Wohnung, wo er allein wohnen könne, zu unterstützen. Dies sei für seine psychische Ge-

sundheit sehr wichtig.29  

5.3 Der Gastroskopiebericht vom 28. September 2023 geht zunächst auf die Indikation der Un-

tersuchung ein. Zusammengefasst habe der Beschwerdeführer berichtet, dass er seit einem Jahr un-

ter Stuhlunregelmässigkeiten und linksseitigen Bauchkrämpfen leide. Er habe auch Blut und Schleim 

im Stuhl. Anfang Jahr sei es zu einem Gewichtsverlust von 14kg gekommen, welcher sich seither 

stabilisiert habe. Die behandelnde Ärztin hat die durchgeführte Gastroskopie wie folgt beurteilt: «en-

doskopisch höchstens diskrete Gastritis, DD Helicobacter pylori oder NSAID-bedingt, ansonsten mak-

roskopisch unauffällige Ösophago-Gastro-Duodenoskopie». Makroskopisch sei keine Erklärung für 

die Beschwerden zu finden. Differenzialdiagnostisch denke sie aufgrund deutlich erniedrigten Pan-

kreaselastase im Stuhl an eine exokrine Pankreasinsuffizienz, auch wenn die Ursache unklar sei.30  

5.4 In der neurologischen Beurteilung vom 20. September 2023 / 20. Oktober 2023 wird dem 

Beschwerdeführer ein Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz (MÜKS/MOH) und als Nebendi-

agnose eine mittelgradige depressive Episode (posttraumatische Belastungsstörung) diagnostiziert. 

Bezüglich der Untersuchung vom 20. September 2023 ist der neurologischen Beurteilung zusammen-

gefasst Folgendes zu entnehmen: Der Beschwerdeführer habe von seiner schwierigen Situation mit 

psychosozialer Belastung berichtet. Er befinde sich seit 14 Monaten in der Schweiz und die Ungewiss-

heit, ob er in der Schweiz bleiben könne, belaste ihn sehr. Seit diesem Zeitraum leide er an Kopf-

schmerzen und er habe schon diverse Medikamente ausprobiert. Die Kopfschmerzen würden jeden 

Tag auftreten und er würde praktisch auch jeden Tag Schmerzmittel einnehmen. Es bestehe vor allem 

eine Lärm-, und weniger eine Lichtempfindlichkeit mit klopfendem Schmerzcharakter holozephal. Das 

Hinlegen in einem ruhigen dunklen Raum würde die Beschwerden lindern. Täglich nehme der Be-

schwerdeführer zwei bis drei Stück Minalgin ein, bei Bedarf Imigran Nasenspray. Als Zusatzuntersu-

chungen wurde ein Neurovaskulärer Ultraschall (NVUS) und eine Elektroenzephalographie (EEG) 

 
 
29 Psychologischer Bericht von F.___ vom 21. Juli 2023 (Beschwerdebeilage) 
30 Gastroskopiebericht der J.___ vom 28. September 2023 (Beschwerdebeilage) 

 
 

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durchgeführt. Der Neurostatus und der NVUS seien normal. Die leichten Dysrhythmien im EEG seien 

typisch bei Migräne und nicht pathologisch. Bezüglich der MÜKS habe die behandelnde Ärztin einen 

Kopfschmerz-Kalender abgegeben und erklärt, dass die 10/20 Regel31 nicht verletzt werden sollte. Als 

Prophylaxe sei eine tägliche Vitamin B2 Therapie abgeben worden. Bezüglich Unterbringung sei es 

wünschenswert, wenn auf die exazerbierte Migräne Rücksicht genommen und eine Rückzugsmög-

lichkeit in einem ruhigen dunklen Raum ermöglicht werden könnte. Am Verlaufstermin vom 20. Okto-

ber 2023 habe sich ergeben, dass es dem Beschwerdeführer nicht gut gehe. Dem Kalender sei zu 

entnehmen, dass er an 20/30 Tagen Schmerzmittel eingenommen habe. Das Vitamin B2 habe bisher 

nicht geholfen. Neu habe der Beschwerdeführer das Medikament Seroquel erhalten. Der Verlauf 

werde als unerfreulich und Nachweis eines MÜKS beurteilt. Neben einer Medikamententherapie sei 

auch auf die Unterbringung im Hinblick auf die Migräne zu schauen.32 In der neurologischen Stellung-

nahme vom 20. Oktober 2023 hält I.___ schliesslich fest, dass beim Beschwerdeführer eine exazer-

bierte Migräne und ein Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz diagnostiziert worden sei und 

aus medizinischen Gründen die Unterbringungssituation verbessert werden sollte. Idealerweise sollte 

sich der Beschwerdeführer alleine in einer Wohnung aufhalten können, damit er sich wegen der Mig-

räne zurückziehen könne und keinem Lärm, keinem Licht oder sonstigen Störungen ausgesetzt sei.33  

5.5 Im Überweisungsbericht vom 2. November 2023 werden dem Beschwerdeführer eine mittel-

gradige depressive Episode und eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Bei Behand-

lungsbeginn habe der Beschwerdeführer unter Ein- und Durchschlafstörungen mit Albträumen, Kopf-

schmerzen und Verdauungsstörungen sowie Appetitlosigkeit gelitten. Er habe auch stark unter seinen 

Wohnumständen in der Kollektivunterkunft gelitten und habe sich von den Schweizer Behörden unge-

recht behandelt gefühlt. Nachdem eine zusätzliche schlaffördernde und antidepressive Medikation in-

stalliert worden sei, habe sich sein Zustand leicht stabilisiert. Der Beschwerdeführer habe sich dann 

aufgrund der erreichten Zustandsverbesserung sowie aus Angst vor einer Medikamentenabhängigkeit 

– entgegen der ärztlichen Empfehlung – dazu entschieden, die Medikamente abzusetzen. Es habe 

eine interne Sozialberatung stattgefunden, welche der Beschwerdeführer aber nicht habe weiterführen 

wollen. Er habe sich ein Attest gewünscht, um in der Kollektivunterkunft ein Einzelzimmer zu erhalten, 

welches in Absprache mit der Vorinstanz jedoch habe abgelehnt werden müssen. Der Beschwerde-

führer habe den Wechsel zu einem N.__sprachigen Therapeuten gewünscht, weshalb die Behandlung 

 
 
31 Die 10-20 Regel zum Vermeiden und Erkennen von Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz lautet: Schmerzmit-
tel und spezifische Migränemittel sollten maximal an 10 Tagen pro Monat verwendet werden. 20 von 30 Tagen sollten 
also frei von deren Einnahme sein (zuletzt abgerufen am 7. Februar 202 unter https://schmerzklinik.de/die-10-20-regel-
in-der-migraene-und-kopfschmerztherapie/) 
32 Neurologische Beurteilung mit EEG & NVUS von I.___ vom 20. September 2023 (Beschwerdebeilage) 
33 Neurologische Stellungnahme von I.___ vom 20. Oktober 2023 (Beschwerdebeilage) 

 
 

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im gegenseitigen Einvernehmen abgeschlossen worden sei. Im September 2023 habe sich der Be-

schwerdeführer erneut beim Notfalldienst gemeldet und ihm sei Quetiapin verordnet worden. Für wei-

tere Behandlungstermine habe der Beschwerdeführer keinen Bedarf geäussert.34 

5.6 Der Gesundheitsbericht vom 19. Februar 2024 hält fest, dass beim Beschwerdeführer eine 

psychosomatische Störung des Nervensystems und der Verdauungsorgane bestehe, welche sehr 

stark von Umgebungsfaktoren beeinflusst werden könnte. Insbesondere würde er unter psychischen 

Beeinträchtigungen in Form erhöhter Reizbarkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und 

Überforderungsgefühlen leiden. Seine Stressregulation sei eingeschränkt und es würden körperliche 

Einschränkungen in Form von Schulter- und Nackenschmerzen bestehen. Damit die psychosomati-

schen Beschwerden weniger oder nicht mehr getriggert würden, empfehle sich aus medizinischen 

Gründen eine Unterbringung in einer reizarmen und stressfreien Umgebung.  

5.7 Es ist zunächst festzuhalten, dass der psychologische Bericht äusserst knapp gehalten ist 

und fast ausschliesslich auf den Schilderungen des Beschwerdeführers basiert, die dieser im Rahmen 

des Erstgesprächs gegenüber F.___ gemacht hat. Aus dem psychologischen Bericht, der im Grunde 

genommen eine «Bitte» des Psychologen darstellt, geht nicht hervor, weshalb der Wechsel in eine 

Individualunterkunft für die psychische Gesundheit des Beschwerdeführers sehr wichtig sein sollte 

bzw. inwiefern sich der Verbleib in der Kollektivunterkunft negativ (aggravierend und gesundheitshem-

mend) auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers auswirken könnte. Aus dem im Recht 

liegenden Gastroskopiebericht und dem Überweisungsbericht vermag der Beschwerdeführer eben-

falls nichts zu seinen Gunsten ableiten, da diese keinerlei Angaben zum Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers in Bezug auf seine Wohnsituation machen. Aus dem Gastroskopiebericht ist nicht 

ersichtlich, inwiefern die gastroenterologischen Beschwerden (Stuhlunregelmässigkeiten mit linkssei-

tigen Bauchkrämpfen) des Beschwerdeführers dessen Unterbringung in der Kollektivunterkunft unzu-

mutbar erscheinen lassen sollten. Weder dem Gastroskopiebericht noch einem anderen ärztlichen 

Bericht ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer auf eine besondere Ernährung angewiesen 

wäre und diese durch die Kollektivunterkunft nicht gewährleistet werden könnte. Soweit der Beschwer-

deführer dennoch sinngemäss geltend macht, die Platzierung in der Kollektivunterkunft sei aufgrund 

seiner speziellen Ernährung unzumutbar, ist dem Gastroskopiebericht zu entnehmen, dass – soweit 

eine exokrine Pankreasinsuffizienz vorliegt – eine Substitutionstherapie mit Creon empfohlen wird.35 

Aus dem Überweisungsbericht ist sodann zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer trotz seiner di-

agnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung sowie mittelgraddigen depressiven Episode und 

entgegen der medizinischen Empfehlung seiner Ärzte, die ihm verschriebenen Medikamente abge-

 
 
34 Überweisungsbericht ambulante Behandlung der Psychiatrie E.___ vom 2. November 2023 (Beschwerdebeilage) 
35 Gastroskopiebericht der J.___ vom 28. September 2023 (Beschwerdebeilage) 

 
 

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2023.GSI.3224 

 

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setzt hat. Inwiefern ein Wechsel von der Kollektivunterkunft in eine eigene Wohnung den Gesund-

heitszustand des Beschwerdeführers verbessern sollte, kann dem Überweisungsbericht nicht entnom-

men werden.  

5.8 Einzig die neurologische Stellungnahme, die neurologische Beurteilung und der Gesund-

heitsbericht machen Angaben dazu, inwiefern die Wohnsituation einen Einfluss auf den Gesundheits-

zustand des Beschwerdeführers hat. Gemäss der neurologischen Beurteilung und der daraus folgen-

den Stellungnahme sollte aus medizinischen Gründen die Unterbringung dahingehend verbessert 

werden, als dass sich der Beschwerdeführer aufgrund seiner Migräne zurückziehen könne (kein Lärm, 

kein Licht, keine sonstigen Störungen), idealerweise indem er alleine in einer eigenen Wohnung lebt. 

Gleichermassen empfiehlt auch der Gesundheitsbericht eine Unterbringung in einer reizarmen und 

stressfreien Umgebung. Diesbezüglich gilt es festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in der Kollek-

tivunterkunft in einem Zweierzimmer lebt, welches ihm aktuell zur alleinigen Benutzung zur Verfügung 

steht.36 Er verfügt dadurch über eine ausreichende Rückzugsmöglichkeit, die ihn vor stressigen Situ-

ationen und Störungen durch andere Bewohnerinnen und Bewohnern schützt und es ihm während 

einer Migräne ermöglicht, bestimmte Reize wie die Licht- sowie Lärmverhältnisse im Zimmer nach 

Belieben anzupassen. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die vom Beschwerdeführer beklagten Kopf-

schmerzen, nicht durch die Wohnsituation in der Kollektivunterkunft ausgelöst wurden, sondern auf 

einen Medikamenten-Übergebrauch zurückzuführen sind.37 Letztlich ist zu berücksichtigen, dass die 

medizinische und psychiatrische / psychologische Versorgung des Beschwerdeführers in der Kollek-

tivunterkunft jederzeit gewährleistet ist und ihm eine Behandlung der diagnostizierten posttraumati-

schen Belastungsstörung und mittelgradigen depressiven Episode unabhängig von einem Wechsel in 

eine Individualunterkunft jederzeit zur Verfügung steht. Wie dem Überweisungsbericht zu entnehmen 

ist, hat sich der Beschwerdeführer, trotz Abraten seiner Ärzte, für ein Absetzen der schlaffördernden 

und antidepressiven Medikation entschieden.38 Vor diesem Hintergrund ist nicht erkennbar, inwiefern 

ein Wechsel in eine Individualunterkunft den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessern 

sollte.  

5.9 Selbst wenn eine individuelle Unterbringung förderlich für die Gesundheitsentwicklung des 

Beschwerdeführers wäre, erscheint vorliegend die Unterbringung des __-jährigen Beschwerdeführers 

in der Kollektivunterkunft D.___ in Anbetracht der aktuellen Umstände, insbesondere der räumlichen 

Verhältnisse (Rückzugsmöglichkeit in einem Zweierzimmer, unabhängig davon, ob dieses alleine oder 

zu zweit bewohnt wird) sowie der vorhandenen medizinischen und psychiatrischen / psychologischen 

 
 
36 Angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2023 
37 Neurologische Beurteilung mit EEG & NVUS der I.___ vom 20. September 2023 (Beschwerdebeilage) 
38 Überweisungsbericht ambulante Behandlung der Psychiatrie E.___ vom 2. November 2023 (Beschwerdebeilage) 

 
 

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Versorgung als zumutbar, mit anderen Worten liegt beim Beschwerdeführer keine spezifische indivi-

duelle Verletzlichkeit im Sinne von Art. 35 Abs. 2 Bst. b SAFG i.V.m. Art. 45 Abs. 1 SAFV vor, die eine 

Unterbringung in einer individuellen Unterkunft rechtfertigen würde. 

6. Ergebnis 

Nach dem Geschriebenen hat die Vorinstanz das Gesuch des Beschwerdeführers um Wechsel in eine 

individuelle Unterkunft aufgrund besonderer Verletzlichkeit zu Recht abgelehnt. Die Verfügung der 

Vorinstanz vom 27. Oktober 2023 erweist sich folglich als rechtmässig und ist nicht zu beanstanden. 

Die Beschwerde vom 9. November 2023 ist daher abzuweisen. 

7. Kosten 

7.1 Die Verfahrenskosten bestehen aus einer Pauschalgebühr. Diese beträgt für Entscheide in 

Verwaltungsjustizsachen CHF 200.00 bis 4’000.00 (Art. 103 Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 und 

Art. 4 Abs. 2 GebV39). Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, 

das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Um-

stände rechtfertigen, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Vorliegend ist der 

Beschwerdeführer unterliegend und somit grundsätzlich kostenpflichtig. Praxisgemäss hat der 

Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten zu tragen.40 Entsprechend sind vorliegend keine Verfah-

renskosten zu erheben. 

7.2 Parteikosten sind keine angefallen (Art. 104 VRPG) und demzufolge keine zu sprechen 

(Art. 108 Abs. 3 VRPG). 
 
  

 
 
39 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21) 
40 Vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern Nr. 100.2022.193 vom 5. April 2023 E. 3 mit Hinweis auf 
BVR 2019 S. 360 

 
 

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III. Entscheid 

1. Die Beschwerde vom 9. November 2023 wird abgewiesen. 

2. Verfahrenskosten werden keine erhoben. 

3. Parteikosten werden keine gesprochen. 

IV. Eröffnung 

‒ Beschwerdeführer, per Einschreiben 

‒ Vorinstanz, per Einschreiben 

  

  

 Gesundheits-, Sozial- und  

Integrationsdirektion 

 

 

 

 

Pierre Alain Schnegg 

Regierungsrat 

 

 

 

 

 

 
Rechtsmittelbelehrung 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit schriftlicher und begründeter Beschwerde beim Ver-

waltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten 

werden. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in 2 Exemplaren einzureichen ist, muss einen Antrag, die 

Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten; der angefochtene Ent-

scheid und greifbare Beweismittel sind beizulegen.