# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15351632-af73-53ea-9405-f7baaf0d25ac
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.11.2009 E-6842/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6842-2009_2009-11-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6842/2009/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, geboren (...),
Äthiopien,
vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, (...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen 
Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 
13. Oktober 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6842/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom 4. März  2008  feststellte,  die  Be-
schwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, das Asylge-
such vom 10. September 2007 abwies  und die  Wegweisung aus der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  hiergegen  erhobene  Be-
schwerde vom 7. April 2008 mit Urteil vom 13. Mai 2009 abwies, womit 
die Verfügung des BFM vom 4. März 2008 in Rechtskraft erwuchs,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  ans  BFM  vom  27. Au-
gust 2009 um Wiedererwägung der  Verfügung vom 4. März 2008 be-
treffend  den  Vollzug  der  Wegweisung  ersuchte  und  in  prozessualer 
Hinsicht  insbesondere die Aussetzung des Wegweisungsvollzuges in 
Form einer vorsorglichen Massnahme beantragte,

dass das BFM mit  selbständig anfechtbarer  Zwischenverfügung vom 
7. September 2009  entschied,  der  Vollzug  der  Wegweisung  werde 
nicht ausgesetzt,

dass  die  Beschwerdeführerin  diese  Verfügung  mit  Beschwerde  vom 
8. Oktober 2009 beim Bundesverwaltungsgericht anfocht,

dass das BFM das Wiedererwägungsgesuch vom 27. August 2009 mit 
Entscheid  vom  13. Oktober 2009  abwies,  die  Verfügung  vom 
4. März 2008 für rechtskräftig und vollstreckbar erklärte, eine Gebühr 
von Fr. 600.– erhob und feststellte, einer allfälligen Beschwerde kom-
me keine aufschiebende Wirkung zu, 

dass das Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom 16. Oktober 2009 
feststellte, infolge des Erlasses eines verfahrensabschliessenden Ent-
scheides  durch  das  BFM  sei  die  gegen  dessen  Zwischenverfügung 
vom 7. September 2009 gerichtete Beschwerde vom 8. Oktober 2009 
gegenstandslos geworden und dieselbe abschrieb,

dass  die  Beschwerdeführerin  gegen  die  Verfügung vom  13. Okto-
ber 2009  mit  Eingabe  vom  2. November 2009  (Poststempel)  Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhob und um deren Aufhe-
bung sowie um Gewährung von Asyl, eventualiter um Anordnung der 
vorläufigen Aufnahme ersuchte, 

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E-6842/2009

dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der  auf-
schiebenden Wirkung sowie der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art.  65  Abs. 1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 4. November 2009 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM entscheidet  (Art. 105  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m.  Art. 31-33 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  darunter  auch  Verfügungen  fallen,  mit  denen  das  BFM  (vgl. 
Art. 33 Bst. d VGG) ein Gesuch um Wiedererwägung eines rechtskräf-
tigen Entscheides abgewiesen hat,

dass dagegen erhobene Beschwerden vom Bundesverwaltungsgericht 
endgültig beurteilt werden (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. 
Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

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dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird 
(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufge-
zeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  als  Wiedererwägungsgesuch  be-
zeichneten Eingabe vom 27. August 2009 eine auf sie lautende eritrei-
sche Identitätskarte  zu  den  Akten reichte,  welche zum Beweis  ihrer 
Herkunft geeignet sein soll,

dass sie hiermit offensichtlich nicht – wie vom BFM vermutet – die An-
passung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich 
eingetretene Veränderung der Sachlage, sondern auf einen Umstand – 
ihre  angebliche  eritreische  Staatsangehörigkeit  –  abstellt,  welcher 
schon vor Abschluss des ordentlichen Asylverfahrens bestanden ha-
ben soll und sich auf ein neues Beweismittel beruft, welches die im or-
dentlichen Verfahren verneinte Gefährdung nunmehr belegen soll,

dass die Beschwerdeführerin somit entgegen der vorinstanzlichen Ein-
schätzung Revisionsgründe im Sinne von Art. 123 Abs. 2  Bst. a  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 (BGG, SR 173.110)  gel-
tend macht, 

dass die Geltendmachung von Revisionsgründen beim BFM - in Form 
eines qualifizierten Wiedererwägungsgesuchs - nur möglich ist, wenn 
das ordentliche Asylverfahren ohne einen materiellen Beschwerdeent-
scheid abgeschlossen wurde, ansonsten ein Revisionsgesuch bei der 
Beschwerdeinstanz (vgl. BVGE 2007/21 E 2.1 S. 242) einzureichen ist,

dass das ordentliche Asylverfahren der Beschwerdeführerin mit einem 
materiellen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts abgeschlossen 
wurde und sich ihr Gesuch um "Wiedererwägung" somit gegen dieses 
Urteil der Beschwerdeinstanz vom 13. Mai 2009 richtet, 

dass das BFM für die Beurteilung der vorliegend geltend gemachten 
Revisionsgründe somit nicht zuständig war, weshalb die Nichtigkeit der 
Verfügung vom 13. Oktober 2009 festzustellen ist (vgl. PIERRE TSCHANNEN/

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ULRICH ZIMMERLI,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  2. Aufl., Bern  2005,  S. 
265 f. RN 16 ff.)

dass  somit  das  Beschwerdeverfahren  als  gegenstandslos  geworden 
abzuschreiben ist,

dass die Beschwerdeführerin  durch den Erlass einer Verfügung trotz 
fehlender Zuständigkeit durch das BFM zur Ergreifung eines Rechts-
mittels gezwungen wurde und insoweit obsiegt, weshalb ihr in Anwen-
dung  von Art.  64  Abs. 1  VwVG eine  Parteientschädigung  für  ihr  er-
wachsene notwendige Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7 des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  und 
festzustellen ist, dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 AsylG gegenstandslos geworden 
ist,

dass  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  keine  Kostennote 
eingereicht  hat,  sich  aufgrund  der  Akten  der  Aufwand  für  das  Be-
schwerdeverfahren jedoch zuverlässig abschätzen lässt,  weshalb auf 
die Einholung einer Kostennote zu verzichten ist,

dass die Parteientschädigung unter Berücksichtigung der massgeben-
den Berechnungsfaktoren (Art. 9-11 und 13 VGKE) auf Fr. 400.–  (inkl. 
Auslagen  und  Mehrwertsteuer)  festzusetzen  und  das  BFM  entspre-
chend anzuweisen ist, der Beschwerdeführerin diesen Betrag als Par-
teientschädigung auszurichten,

dass durch die Ausrichtung einer Parteientschädigung auch das Ge-
such  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtsverbeiständung 
(Art. 65 Abs. 2 VwVG) gegenstandslos geworden ist.

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E-6842/2009

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Es wird die Nichtigkeit der Verfügung des BFM vom 13. Oktober 2009 
festgestellt.  Allfällig  geleistete  Verfahrenskosten  sind  zurückzuerstat-
ten.

2.
Das  Beschwerdeverfahren  wird  als  gegenstandslos  geworden  abge-
schrieben.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Das  BFM wird  angewiesen,  der  Beschwerdeführerin  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 400.– (inkl. Auslagen, ohne MwSt) auszurichten.

5.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin, 
das BFM und (...).

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: 

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