# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14c6e24b-a49d-5c48-ac75-fc6c72bd8dda
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.02.2024 IV 2023/208
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-208_2024-02-22.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/5

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/208

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.03.2024

Entscheiddatum: 22.02.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 22.02.2024
Art. 93quater VRP. Erläuterungsgesuch (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Februar 2024, IV 
2023/208).

Entscheid vom 22. Februar 2024

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Tanja 

Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2023/208

Parteien

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Gesuchstellerin,

gegen

A.___,

Gesuchsgegner,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Patrick Lerch, Badenerstrasse 21, Postfach, 

8021 Zürich 1,

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 2/5

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St.Galler Gerichte

Gegenstand

Erläuterungsgesuch (Urteil vom 12. September 2023 im Verfahren IV 2023/143)

Sachverhalt

A.  

Die Gesuchstellerin sprach dem Gesuchsgegner mit einer Verfügung vom 8. Juni 

2018 eine halbe Rente mit Wirkung ab dem 1. August 2013 zu. Nachdem der 

Gesuchsgegner eine Beschwerde gegen diese Verfügung erhoben hatte, widerrief die 

Gesuchstellerin ihre Verfügung vom 8. Juni 2018 am 28. August 2018, um weitere 

Abklärungen zu tätigen. Sie stellte dem Gesuchsgegner aber in Aussicht, dass sie die 

halbe Rente vorerst weiterhin auszahlen werde. Das Versicherungsgericht schrieb das 

Beschwerdeverfahren am 17. September 2018 als gegenstandslos ab. Dieser 

Entscheid erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.

A.a. 

Noch vor dem Abschluss des wieder aufgenommenen Verwaltungsverfahrens 

erliess die Gesuchstellerin am 8. Oktober 2019 eine weitere Verfügung, mit der sie die 

vorläufige Weiterauszahlung der Rente einstellte. Der Gesuchsgegner erhob eine 

Beschwerde gegen diese Verfügung. Mit zwei Verfügungen vom 13. Juli 2020 und vom 

4. August 2020 sprach die Gesuchstellerin dem Gesuchsgegner für die Zeit vom 1. 

August 2013 bis zum 30. Juni 2015 eine befristete ganze Rente zu. Auch diese 

Verfügungen wurden vom Gesuchsgegner angefochten. Das Versicherungsgericht hob 

die Verfügungen vom 8. Oktober 2019 und vom 13. Juli 2020 respektive vom 4. August 

2020 auf und sprach dem Gesuchsgegner für die Zeit vom 1. August 2013 bis zum 30. 

September 2014 sowie für die Zeit vom 1. Mai 2016 bis zum 31. Dezember 2017 eine 

ganze Rente zu; für die Zeit vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. April 2016 sowie für die 

Zeit ab dem 1. Januar 2018 wies es das Rentenbegehren ab (Entscheid IV 2020/194, IV 

2019/298 vom 19. Dezember 2022).

A.b. 

Das Bundesgericht hob den Entscheid des Versicherungsgerichtes vom 19. 

Dezember 2022 mit einem Urteil vom 14. Juli 2023 auf (8C_60/2023, 8C_70/2023). Es 

wies die Sache unter anderem zur Gewährung der Möglichkeit eines Rückzuges der 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. Juni 2018 an das Versicherungsgericht 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 3/5

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St.Galler Gerichte

B.  

zurück. Es hielt fest, falls der Gesuchsgegner von dieser Möglichkeit Gebrauch machen 

sollte, bliebe es beim Anspruch auf eine unbefristete halbe Rente ab August 2013; die 

nachfolgenden Verfügungen würden damit hinfällig (E. 8.6). Das Versicherungsgericht 

gewährte dem Gesuchsgegner am 16. August 2023 die Möglichkeit, seine Beschwerde 

gegen die Verfügung vom 8. Juni 2018 zurückzuziehen. Am 4. September 2023 zog der 

Gesuchsgegner seine Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. Juni 2018 vorbehaltlos 

zurück. Er beantragte die Abschreibung des Beschwerdeverfahrens, die Auferlegung 

der gesamten Verfahrenskosten zulasten der Gesuchstellerin und die Zusprache einer 

Parteientschädigung, eventualiter einer staatlichen Entschädigung. Mit einem 

Entscheid vom 12. September 2023 schrieb das Versicherungsgericht das 

Beschwerdeverfahren ab (IV 2023/143). Es erhob keine Gerichtskosten. Das Begehren 

um eine Parteientschädigung wies es ab; auf das Eventualbegehren um eine 

Entschädigung zulasten des Kantons St. Gallen trat es nicht ein. Die Kosten des im 

Beschwerdeverfahren IV 2020/194, IV 2019/298 eingeholten Gerichtsgutachtens 

auferlegte es unter Verweis auf das Urteil des Bundesgerichtes 8C_60/2023, 

8C_70/2023 vom 14. Juli 2023 der Gesuchstellerin.

Am 29. September 2023 ersuchte die Gesuchstellerin um eine Erläuterung des 

Entscheides IV 2023/143 vom 12. September 2023 (act. G 1). Sie hielt fest, aus dem 

Entscheid gehe nicht hervor, welches der Beschwerdeverfahren abgeschrieben werde. 

Zudem sei nicht ersichtlich, wie die Kosten und Entschädigungen verlegt worden seien.

B.a. 

Der Gesuchsgegner beantragte am 8. Dezember 2023 die Abweisung des 

Erläuterungsgesuchs, soweit überhaupt darauf eingetreten werden könne (act. G 2). 

Eventualiter beantragte er die Abschreibung aller Beschwerdeverfahren, die 

Auferlegung der gesamten Verfahrenskosten zulasten der Gesuchstellerin und die 

Zusprache einer Parteientschädigung von 12’530.90 Franken.

B.b. 

Die Gesuchstellerin machte am 15. Dezember 2023 geltend (act. G 5), die 

Zusprache einer Parteientschädigung an den Gesuchsgegner komme nicht in Frage. 

Allfällige Gerichtskosten müssten dem Gesuchsgegner auferlegt werden.

B.c. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 4/5

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Erwägungen

1.

Ist ein Rechtsspruch unklar, unvollständig oder widersprüchlich, erläutert ihn das 

Gericht (Art. 93  VRP). Die Erläuterung zielt nicht auf eine Modifikation des Inhaltes 

eines Rechtsspruchs ab, sondern bezweckt eine Klarstellung des Rechtsspruchs. 

Offenbart sich der Sinn einer Dispositivziffer zweifelsfrei aus der Begründung, mangelt 

es dem Rechtsspruch nicht an Klarheit (PK VRP/SG-Reiter, Art. 93  N 6, mit 

Hinweis). Eine Erläuterung kommt nur in Frage, wenn das Dispositiv offensichtlich

unklar oder widersprüchlich ist, weshalb ein Erläuterungsbedarf nur zurückhaltend zu 

bejahen ist (PK VRP/SG-Reiter, Art. 93  N 7, mit Hinweis).

2.

Die Gesuchstellerin hat geltend gemacht, aus dem Entscheid IV 2023/143 gehe nicht 

hervor, welches Beschwerdeverfahren abgeschrieben werde. Selbstverständlich ist mit 

jenem Entscheid das einzige damals noch hängige Beschwerdeverfahren IV 2023/143 

abgeschrieben worden, denn die Beschwerdeverfahren IV 2018/244, IV 2019/298 und 

IV 2020/194 waren bereits davor erledigt worden. Was daran erläuterungsbedürftig sein 

sollte, ist nicht einzusehen. Welche Folgen die Abschreibung jenes 

Beschwerdeverfahrens für die Parteien gehabt hat, geht nämlich bereits aus dem Urteil 

des Bundesgerichtes 8C_60/2023, 8C_70/2023 klar hervor: „Aus dem Gesagten folgt, 

dass die Vorinstanz dem Versicherten, bevor sie die erforderlichen medizinischen 

Abklärungen tätigt, die Möglichkeit zum Rückzug der Beschwerde vom 11. Juli 2018 

gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 8. Juni 2018 geben muss. Sollte er von dieser 

Gelegenheit Gebrauch machen, bliebe es beim Anspruch auf eine unbefristete halbe 

Invalidenrente ab August 2013 und die nachfolgenden Verfügungen würden damit 

hinfällig“ (Urteil des Bundesgerichtes 8C_60/2023, 8C_70/2023, E. 8.6). Die Kosten- 

und Entschädigungsfolgen sind im Dispositiv des Entscheides IV 2023/143 des 

Versicherungsgerichtes klar geregelt. Ein Erläuterungsbedarf ist nicht erkennbar. Damit 

erweist sich das Erläuterungsgesuch der Gesuchstellerin ohne Weiteres als 

unbegründet, weshalb es abzuweisen ist.

3.  

Nach der ständigen Praxis des Versicherungsgerichtes zum Art. 69 Abs. 1  IVG sind 

keine Kosten zu erheben, weil sich dieses Verfahren nicht unmittelbar auf Leistungen 

der Invalidenversicherung bezogen hat. Die unterliegende Gesuchstellerin ist zu 

quater

quater

quater

bis

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 5/5

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St.Galler Gerichte

verpflichten, dem Gesuchsgegner eine Parteientschädigung auszurichten. Der dafür 

massgebende objektiv erforderliche Vertretungsaufwand ist, soweit er sich auf den 

Gegenstand des Erläuterungsverfahrens bezogen hat, minimal gewesen, weil der 

Rechtsvertreter des Gesuchsgegners mit der Sache bereits bestens vertraut gewesen 

ist, weil der Aktenumfang in diesem Erläuterungsverfahren äusserst gering gewesen ist 

und weil sich die Beteiligung des Gesuchsgegners an diesem Verfahren auf eine 

einmalige Eingabe beschränkt hat. Die Parteientschädigung ist deshalb auf 800 

Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Das Erläuterungsgesuch wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Gesuchstellerin hat den Gesuchsgegner mit 800 Franken zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.02.2024
	Art. 93quater VRP. Erläuterungsgesuch (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Februar 2024, IV 2023/208).

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		2026-01-28T05:31:06+0100
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