# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06df7cc2-172c-556f-b05b-e935e784af70
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-11
**Language:** de
**Title:** Natur- und Heimatschutz. Ortsbildschutz. Einordnung einer Fotovoltaikanlage auf einer Dachfläche innerhalb des Perimeters des überkommunalen Ortsbildinventars sowie des ISOS.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0055/2017
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_IV_0055_2017_602.pdf

## Full Text

BRGE IV Nr. 0055/2017 vom 11. Mai 2017 in BEZ 2017 Nr. 24 

2. Das gemäss geltender Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X (BZO) 
in  der  Kernzone  gelegene  und  mit  einem  Wohnhaus  überstellte  Grundstück 
befindet  sich  im  Ortsteil  Z  und  liegt  innerhalb  der  jeweiligen  Perimeter  des 
Inventars  der  schutzwürdigen  Ortsbilder  von  überkommunaler  Bedeutung,  des 
Bundesinventars  der  schützenswerten  Ortsbilder  der  Schweiz  von  nationaler 
Bedeutung (ISOS) mit Erhaltungsziel A sowie in der III. Zone des Schutzgebiets 
gemäss  Verordnung  zum  Schutze  des  X-tals.  Das  streitgegenständliche 
Bauvorhaben  umfasst  die  Installation  einer  vollflächigen  Aufdach-Fotovoltaik-
anlage mit einer Länge von 6,8 m und einer Breite von 9,5 m auf der südlichen 
Dachfläche des Wohnhauses.  

3.1  Die  Baudirektion  beurteilt  das  Bauvorhaben  als  mit  den  Zielen  des 
Im 
überkommunalen  und  nationalen  Ortsbildschutzes  nicht  vereinbar. 
betreffenden  Gebiet  sei  eine  Fotovoltaikanlage  nur  bewilligungsfähig,  wenn 
diese  als  Indach-Anlage  ziegelbündig  in  die  Dachfläche  integriert  werde.  Bei 
einer  Aufdach-Solaranlage  entstehe  aufgrund  des  Aufsetzens  auf  die 
bestehenden  Dachziegel  und  der  Verkleidung  der  Fotovoltaikpaneele  ein 
konstruktionsbedingter  Zwischenraum,  womit  der  Trauf-  und  Ortgang  we-
sentlich dicker ausfalle. Damit wirke die Anlage im Vergleich zu den im Ortsbild 
bestehenden, feingliedrigen und detailreichen Dachrändern grob und werde als 
ein  fremdartiges  Element  auf  dem  Dach  wahrgenommen,  was  mit  der 
schützenswerten,  homogenen  Dachlandschaft  von  Z  nicht  vereinbar  sei. 
Demgegenüber  ordne  sich  eine  ganzflächige  Indach-Anlage  nach  ständiger 
Beurteilungspraxis  der  Baudirektion  bei  sorgfältiger  Gestaltung  mit  ent-
sprechend  ortsbildgerechten  Materialien  gut  in  das  Ortsbild  ein.  Um  eine 
wesentliche  Beeinträchtigung  des  geschützten  Ortsbilds  von  X  zu  vermeiden, 
sei die Fotovoltaikanlage daher einzig als Indach-Anlage bewilligungsfähig. 

3.2 Auch die kommunale Vorinstanz macht zusammengefasst geltend, die 
Fotovoltaikanlage  vermöge  den  erhöhten  Anforderungen  an  die  rechtsgenü-
gende Einordnung nur in der Form einer Indach-Anlage zu genügen. Die tradi-
tionelle  Dachlandschaft  von  X  sei  ein  wichtiges,  prägendes  Element  der 
Kernzone,  an  deren  Erhalt  ein  erhebliches  öffentliches  Interesse  bestehe.  Um 
die  Solaranlage  ortsbildschutzverträglich  auszugestalten,  sei  nicht  nur  die 
Material- und Farbwahl sowie die gestalterische und handwerkliche Qualität der 
Ausführung  entscheidend,  sondern  insbesondere  auch  der  Übergang  von  der 
Anlage zur Gebäudehaut. Bei einer Indach-Anlage bildeten die Solarmodule die 
eigentliche  Dachhaut,  womit  im  Gegensatz  zu  einer  Aufdach-Anlage  kein 
konstruktionsbedingter Zwischenraum entstehe. Dadurch werde die schützens-
werte Dachlandschaft deutlich weniger beeinträchtigt. 

3.3  Die  Rekurrierenden  machen  zusammengefasst  wiedergegeben 
geltend,  die  Dachlandschaft  von  X  könne  nicht  als  intakt  und  homogen  be-
zeichnet werden und stelle kein prägendes Element des Ortsbildes dar. In der 
Gemeinde  seien  die  unterschiedlichsten  Ziegel,  Farbgestaltungen  und  Be-
dachungsmaterialien  festzustellen.  Entgegen  der  Darstellung  der  Vorinstanzen 
bestehe  die  Umgebung  des  Baugrundstücks  auch  nicht  aus  regionaltypischen 
Bauernhäusern,  sondern  aus  neuen  Einfamilienhäusern  und  Industrie-  und 

 
 
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Gewerbebauten.  Auf  dem  Gemeindegebiet  seien  bereits  diverse  Aufdach-
Anlagen  bewilligt  worden.  Die  Erstellung  der  geplanten  Aufdach-Anlage  be-
einträchtige  die  für  X  definierten  Schutzziele  daher  keinesfalls.  Im  Übrigen 
könne den behördlich beanstandeten Punkten bei einer Aufdach-Anlage durch 
eine  vollflächige  Eindeckung  und  dem  Anfügen  einer  stirnseitigen  Dachver-
kleidung  Rechnung  getragen  werden,  wodurch  die  Aufdach-Anlage  vom 
Erscheinungsbild her einer Indach-Anlage entspreche. Überhaupt sei zwischen 
einer  Indach-Anlage  und  einer  Aufdach-Anlage  praktisch  kein  Unterschied 
sichtbar.  Es  sei  deshalb  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  ihnen  die  Erstellung 
einer  leistungsfähigeren,  über  einen  längeren  Zeitraum  optimaler  funktio-
nierenden und kostengünstigeren Aufdach-Anlage verweigert werde. 

4.1  Gemäss  Art. 18a  Abs. 3  des  Raumplanungsgesetzes  (RPG)  bedürfen 
Solaranlagen  auf  Kultur-  und  Naturdenkmälern  von  kantonaler  oder  nationaler 
Bedeutung  stets  einer  Baubewilligung.  Sie  dürfen  solche  Denkmäler  nicht 
wesentlich  beeinträchtigen.  Nach  Art. 32b  lit. b  der  Raumplanungsverordnung 
(RPV) zählen Gebiete im Perimeter des Bundesinventars der schützenswerten 
Ortsbilder  der  Schweiz  von  nationaler  Bedeutung  (ISOS)  mit  Erhaltungsziel  A 
zu  solchen  Kulturdenkmälern.  Das  Bauvorhaben  liegt  innerhalb  eines  solchen 
Gebiets  (Ortsbild  X,  Gebiet  Z).  Gemäss  Art. 6  Abs. 1  des  Natur-  und 
Heimatschutzgesetzes  (NHG)  wird  durch  die  Aufnahme  eines  Objekts  von 
nationaler  Bedeutung  in  ein  Inventar  des  Bundes  dargetan,  dass  es  in  be-
sonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls aber unter Einbezug 
von  Wiederherstellungs-  oder  angemessenen  Ersatzmassnahmen  die  grösst-
mögliche  Schonung  verdient.  Ein  Abweichen  von  der  ungeschmälerten 
Erhaltung im Sinne der Inventare darf bei Erfüllung einer Bundesaufgabe nur in 
Erwägung  gezogen  werden,  wenn  ihr  bestimmte  gleich-  oder  höherwertige 
Interessen  von  ebenfalls  nationaler  Bedeutung  entgegenstehen  (Abs. 2).  Dies 
kann  bei  der  Sicherstellung  einer  ausreichenden  Energieversorgung  zwar 
grundsätzlich  der  Fall  sein  (BGE  115  Ib  311  vom  18.  Januar  1989,  E. 5a);  im 
Bereich  der  Installation  von  Solaranlagen  auf  Kultur-  und  Naturdenkmälern 
dürften  indessen  kaum  je  derart  gewichtige  Interessen  von  nationaler  Be-
deutung auf dem Spiel stehen –BGr, 11. Mai 2016, 1C_179/2015, E. 6.2).  

Kommt einem Inventar-Objekt das Erhaltungsziel A zu, bedeutet dies, dass 
alle  Bauten,  Anlageteile  und  Freiräume  in  diesem  Gebiet  integral  zu  erhalten 
und störende Eingriffe zu beseitigen sind (BGr 1C_179/2015, E. 4). Vorliegend 
ist  daher  zu  prüfen,  ob  das  im  ISOS  mit  Erhaltungsziel  A  verzeichnete  und 
deshalb  von  Art. 18a  Abs. 3  RPG  i.V.m.  Art. 32b  lit. b  RPV  erfasste  Gebiet  Z 
durch  die  Errichtung  der  geplanten  Aufdach-Solaranlage  wesentlich  beein-
trächtigt  wird.  Ob  eine  wesentliche  Beeinträchtigung  eines  Kulturdenkmals 
vorliegt,  ist  im  Einzelfall  anhand  der  in  der  Bedeutung  des  Inventar-Objekts 
verankerten  Schutzziele  zu  erörtern.  Insoweit  ist  mithilfe  der Inventarblätter  zu 
prüfen,  was  überhaupt  geschützt  ist  und,  soweit  vorhanden,  welche  Schutz-
massnahmen darin vorgeschlagen werden. Trifft eine geplante Solaranlage das 
Schutzobjekt  in  jenen  Bereichen,  die  es  einzigartig  oder  charakteristisch 
machen  und  aufgrund  derer  dem  Objekt  seine  schutzwürdige  Eigenschaft 
zukommt,  liegt  eine  Beeinträchtigung  vor,  die,  wenn  sie  wesentlich  ist,  einer 
Bewilligungserteilung  entgegensteht.  Dabei ist  auf  besonders  verletzliche  oder 
empfindliche  (Teil-)Objekte  Rücksicht  zu  nehmen.  Demgegenüber  müssen 

 
 
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Eingriffe,  die  das  Denkmal  in  seiner  geschützten  Beschaffenheit  und  Wirkung 
nicht  oder  nur  unerheblich  einschränken,  aufgrund  der  im  Gesetz  vorge-
nommenen  Gewichtung  der  auf  dem  Spiel  stehenden  Interessen  geduldet 
werden (BGr 1C_179/2015, E. 6.4). 

4.2 Nebst der Vorgabe von Art. 18a Abs. 3 RPG kommt bei der Beurteilung 
der  Gestaltung  der  geplanten  Solaranlage  auch  § 238  Abs. 4  PBG  eine 
eigenständige Bedeutung zu, wonach sorgfältig in Dach- und Fassadenflächen 
integrierte  Solaranlagen  bewilligt  werden,  wenn  nicht  überwiegend  öffentliche 
Interessen  (gemeint  sind  namentlich  solche  des  Natur-  und  Heimatschutzes) 
entgegenstehen.  Dabei  dürfen  die  Gestaltungsempfehlungen  des  ARE  bei  der 
(Irene  Widmer,  Melde-  und 
Interessenabwägung  berücksichtigt  werden 
Baubewilligungspflicht  von  Solaranlagen,  PBG  aktuell  2016/4  S.  5,  23  f.).  Als 
Richtlinien  kommt  diesen  zwar  keinen  Gesetzescharakter  zu,  sie  sind  jedoch 
bei  der  Konkretisierung  des  unbestimmten  Rechtsbegriffs  der  sorgfältigen 
Integration heranzuziehen. 

4.3  Keine  eigenständige  Bedeutung  kommt  demgegenüber  der 
kommunalen  Gestaltungsvorschrift  von  Art. 15  BZO  zu.  Nach  Inkrafttreten  von 
§ 238  Abs. 4  PBG  können  über  diese  kantonale  Norm  hinausgehende  (ge-
stalterische)  Anforderungen  an  Solaranlagen  nicht  mehr  gestellt  werden,  da 
diese  in  gestalterischer  Hinsicht  abschliessend  ist  und  anders  lautendes 
kantonales und kommunales Recht derogiert (BRGE III 0065/2014 vom 21. Mai 
2014, E. 3.2.). 

5.1  Wie  sich  anlässlich  des  Augenscheins  feststellen  liess,  zeichnet  sich 
das  Ortsbild  von  Z  primär  durch  seine  Bebauungsstruktur  und  die  in  grosser 
Anzahl  vorhandenen,  gut  erhaltenen  regionaltypischen  bäuerlichen  Fachwerk-
bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert aus. Das ISOS umschreibt das Gebiet 
Z  denn  auch  als  geprägt  durch  seine  haufenartige,  bäuerliche  Bebauung, 
bestehend  aus  trauf-  und  giebelständigen  Fachwerkbauten  sowie  mehreren 
Kleinbauten  wie  Speicher  entlang  der  Haupterschliessungsachse  und  des  fein 
verzweigten  Gassennetzes.  Für  die  Dachlandschaft  findet  sich  im  ISOS  keine 
eigenständige Umschreibung. Aus diesem Umstand darf freilich nicht abgeleitet 
werden,  dieser  käme  keine  Schutzwürdigkeit  zu.  So  hat  das  Bundesgericht  in 
einem  ähnlich  gelagerten  Fall  entschieden,  die  Erstellung  einer  Solaranlage 
stelle  eine  wesentliche  Beeinträchtigung  des  Ortsbildes  dar  und  sei  nicht 
bewilligungsfähig,  obwohl  die  Dachlandschaft  im  ISOS-Inventarblatt  nicht  als 
eigenständiges  Merkmal  aufgeführt  war  (BGr,  11.  Mai  2016,  1C_179/2015,, 
insbesondere  E. 6.5.).  Entscheidend  ist,  ob  die  Dachlandschaft  massgeblich 
zum  schutzwürdigen  und  erhaltenswerten  Ortsbild  beiträgt.  Dies  ist  vorliegend 
der  Fall.  Das  ISOS  attestiert  dem  Ortsbild  insgesamt  eine  hohe  architektur-
historische  Qualität.  Diese  erstreckt  sich  –  wie  anlässlich  des  Augenscheins 
festgestellt werden konnte – auch auf die Dachlandschaft, präsentiert sich diese 
in der Kernzone doch weitgehend in einem ursprünglichen, sehr gut erhaltenen 
Zustand  und  bildet  zusammen  mit  den  ebenfalls  gut  erhaltenen,  regional-
typischen bäuerlichen Fachwerkhäusern ein stimmiges Ganzes. Dachaufbauten 
finden  sich  höchstens vereinzelt,  was  zu  einer ruhigen  Erscheinung  der Dach-
landschaft  beiträgt.  Zahlreiche  ortstypische  Gebäude  verfügen  überdies  über 
die  von  der  Vorinstanz  ins  Feld  geführten  feingliedrigen  Ort-  und  Traufgänge, 

 
 
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wenn auch diesem Merkmal bei gewissen Renovationen bedauerlicherweise zu 
wenig  Gewicht  beigemessen  wurde.  Insgesamt hat  die  kommunale  Vorinstanz 
die  traditionelle  Dachlandschaft  von  X  jedenfalls  zu  Recht  als  ein  wichtiges, 
prägendes Element der Kernzone bezeichnet, bildet diese doch einen zentralen 
Bestandteil  des  intakten  bäuerlichen  Charakters  des  Dorfes  mit  seinem 
traditionellen  und  ausgewogenen  Ortsbild.  Es  besteht  daher  unbestrittener-
massen  ein  bedeutendes  heimatschutzrechtliches  Interesse  daran,  diese 
Strukturen und Altbausubstanzen, zu denen auch die Dachlandschaft gehört, zu 
erhalten.  Hingegen  geht  das  Interesse  vorliegend  nicht  so  weit,  als  dass  im 
ortsbildgeschützten  Dorfkern  -  was  in  einem  ISOS-A  Gebiet  und  damit  im 
Anwendungsbereich  von  Art. 18a Abs. 3  RPG  grundsätzlich  durchaus denkbar 
wäre  -  gar  keine  Solaranlagen  zulässig  sein  sollen.  Bei  der  Beurteilung  der 
Bewilligungsfähigkeit  der  streitgegenständlichen  Solaranlage  ist  dem  heimat-
schutzrechtlichen  Interesse  an  der  möglichst  ungeschmälerten  Erhaltung  des 
Interesse  an  der  nachhaltigen, 
geschützten  Ortsbildes  das  öffentliche 
umweltfreundlichen  Energiegewinnung  und  das  private  Interesse  der  Bauherr-
schaft  an  der  Realisierung  der  Solaranlage  gegenüberzustellen  und  gegen-
einander  abzuwägen.  Wie  erwähnt  dürfen  im  Rahmen  dieser  Interessen-
abwägung  die  Gestaltungsempfehlungen  des  ARE  berücksichtigt  werden  (vgl. 
Ziff. 4.2.  vorstehend). Diese  halten  fest,  dass  sich  von  der  Konstruktionsweise 
her vollflächige Indach-Anlagen am besten ins Ortsbild einordnen, da diese am 
zurückhaltendsten  in  Erscheinung  treten.  Diese  Tatsache  bestätigte  sich 
anlässlich  des  Augenscheins  anhand  der  Betrachtung  verschiedener,  in  der 
Wohnzone  gelegenen  Solaranlagen,  die  den  Unterschied  zwischen  Auf-  und 
Indach-Anlagen  sehr  eindrücklich  aufzuzeigen  vermochten.  Wie  bereits  die 
beiden Vorinstanzen diesbezüglich zutreffend in Erwägung zogen, entsteht bei 
einer  Aufdach-Anlage  aufgrund  des  Aufsetzens  der  Solarmodule  auf  die 
bestehenden  Dachziegel  ein  konstruktionsbedingter  Zwischenraum,  was  zu 
einem deutlich  dickeren Trauf-  und  Ortgang führt.  Dies  gilt  unabhängig  davon, 
ob eine seitliche Verkleidung angefügt wird oder nicht. Vor diesem Hintergrund 
ist  das  rekurrentische  Vorbringen,  es  sei  zwischen  den  zwei  Konstruktions-
weisen  praktisch  kein  Unterschied  sichtbar,  unhaltbar.  Selbst  bei  einer 
vollflächigen Eindeckung inkl. stirnseitiger Dachverkleidung ist der Unterschied 
von der Giebelseite her betrachtet aufgrund des wesentlich dickeren Ortgangs 
offensichtlich.  Es  steht  damit  ausser  Zweifel,  dass  sich  eine  Indach-Anlage  im 
Vergleich  zu  einer  Aufdach-Anlage  nachweislich  besser  einordnet  und  eine 
wesentlich  geringere  Beeinträchtigung  der  Dachlandschaft  und  damit  des 
Ortsbildes zur Folge hat. Die Erwägung der Vorinstanzen, die Aufdach-Anlage 
wirke im Vergleich zu den im Ortsbild bestehenden, feingliedrigen Dachrändern 
grob und stelle eine wesentliche Beeinträchtigung des Ortsbildes dar, ist somit 
nicht  zu  beanstanden.  Zwar  stellt  auch  eine  Indach-Anlage  eine  gewisse 
Beeinträchtigung  des  Ortsbildes  dar,  da  diese  zwangsläufig  eine  atypische 
Materialisierung der Dachhaut mit sich bringt. Diese Beeinträchtigung lässt sich 
aber  im  Unterschied  zu  den  konstruktionsbedingten  Nachteilen  einer  Aufdach-
Anlage naturgemäss nicht vermeiden. 

5.2  An  diesen  Umständen  vermögen  auch  die  vorgebrachten  Einwände 
der  Rekurrierenden  nichts  zu  ändern.  So  ist  nicht  ersichtlich,  inwiefern  das 
Vorhandensein  unterschiedlicher  Bedachungsmaterialien  in  der  baulichen  Um-
gebung gegen die Auflage einer Indach-Anlage sprechen soll, da die Erstellung 

 
 
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einer  Solaranlage  (die  wie  ausgeführt  unabhängig  von  der Konstruktionsweise 
zwangsläufig  eine  andere  Materialisierung  der  Bedachung  mit  sich  bringt)  an 
sich ja bewilligt wurde. Soweit die Rekurrierenden sodann geltend machen, die 
Umgebung  des  Baugrundstücks  bestehe  nicht  aus  regionaltypischen  Bauern-
Industrie-  und 
häusern,  sondern  aus  neuen  Einfamilienhäusern  und 
Gewerbebauten, ist ihnen entgegen zu halten, dass sich die genannten Bauten 
praktisch  ausschliesslich  in  der  Wohnzone  nördlich  des  Baugrundstücks  und 
nicht in der Kernzone befinden. Da in der Kernzone ein strengerer Beurteilungs-
massstab  gilt,  ist  das  Vorbringen  der  Rekurrierenden  von  vornherein  nicht 
geeignet,  um  daraus  etwas  zu  ihren  Gunsten  abzuleiten.  Das  gleiche  gilt  für 
den Einwand, auf dem Gemeindegebiet seien bereits diverse Aufdach-Anlagen 
bewilligt  worden.  Auch  diese  Aussage  ist  zutreffend;  sämtliche  Aufdach-
Anlagen befinden sich jedoch in der Wohnzone. Demgegenüber wurden in der 
Kernzone  noch  keine  Aufdach-Anlagen  bewilligt.  Die  Bewilligung  der 
streitgegenständlichen  Aufdach-Anlage  hätte  daher  auch  eine  negative  Prä-
judizierung  für  die  Folgeentwicklung  des  Ortsbildes  zur  Folge,  da  gleichartige 
Projekte ebenfalls zu bewilligen wären. 

Die rekurrentischen Rügen erweisen sich damit als unbegründet. 

5.3  Die  mit  der  Erteilung  der  Bewilligung  verbundene  Auflage,  die  Solar-
anlage  als  ziegelbündige  Indach-Anlage  auszugestalten,  erweist  sich  daher 
sowohl aufgrund der von § 238 Abs. 4 PBG verlangten sorgfältigen Integration 
in  die  Dachfläche  als  auch  vor  dem  Hintergrund  der  durch  Art. 6  Abs. 1  NHG 
verlangten  grösstmöglichen  Schonung  als  verhältnismässig  und  nachvoll-
ziehbar. 

Dies führt zur Abweisung des Rekurses.