# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58d05cc4-ec7c-546b-be66-52ee594ea37b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-27
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 27.10.2025 SST.2024.269
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-269_2025-10-27.pdf

## Full Text

Obergericht
Strafgericht, 1. Kammer

SST.2024.269
(ST.2024.42; StA.2023.1634)

Urteil vom 27. Oktober 2025

Besetzung Oberrichter Six, Präsident
Oberrichter Fedier
Oberrichterin Vasvary
Gerichtsschreiberin L. Stierli

Anklägerin Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg,
Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden

Beschuldigter A._____,
geboren am tt.mm.2004, von Oeschgen,
[…]
verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. Stefan Meichssner,
[…]

Gegenstand Sexuelle Handlungen mit einem Kind, Pornografie;
Strafzumessung; Tätigkeitsverbot

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Das Obergericht entnimmt den Akten:

1.
Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg erhob am 26. Juni 2024
Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher, teilweise versuchter
sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfachen Inverkehrbringens von
Pornografie, mehrfacher, teilweise versuchter Anstiftung zur Herstellung
sowie Inverkehrbringens von Pornografie, mehrfachen Konsums sowie
mehrfachen Herstellens von Pornografie sowie Zugänglichmachens
pornografischer Ton- und Bildaufnahmen an eine Person unter 16 Jahren.
Sie beantragte die Bestrafung des Beschuldigten mit einer bedingten
Freiheitsstrafe von 10 Monaten, einer bedingten Geldstrafe von 180 Tages-
sätzen à Fr. 120.00 sowie einer (Verbindungs-) Busse von Fr. 5'400.00.
Weiter beantragte die Staatsanwaltschaft ein lebenslängliches Tätigkeits-
verbot, das jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit
mit regelmässigem Kontakt zu Minderjährigen umfasst.

2.
Der Präsident des Bezirksgerichts Laufenburg sprach den Beschuldigten
mit Urteil vom 17. September 2024 wegen teilweise versuchten Verleitens
eines Kindes unter 16 Jahren zur Vornahme einer sexuellen Handlung
sowie mehrfachen Konsums sowie mehrfachen Herstellens von Porno-
grafie schuldig und von den übrigen Vorwürfen frei. Er verurteilte den
Beschuldigten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 8 Monaten, Probezeit
2 Jahre, sowie einer Busse von Fr. 2'000.00. Von der Anordnung eines
lebenslänglichen Tätigkeitsverbots wurde abgesehen.

3.
3.1.
Mit Berufungserklärung vom 15. November 2024 beantragte die Staats-
anwaltschaft die Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots.

3.2.
Der Beschuldigte beantragte mit Anschlussberufung vom 5. Dezember
2024, er sei statt mit einer Freiheitsstrafe mit einer bedingten Geldstrafe
von 30 Tagessätzen à Fr. 110.00, Probezeit 2 Jahre, sowie einer
reduzierten Busse von Fr. 660.00 zu bestrafen.

4.
Die Berufungsverhandlung fand am 27. Oktober 2025 statt. Anlässlich der
Berufungsverhandlung beantragte der Beschuldigte eine reduzierte Tages-
satzhöhe von Fr. 80.00 und eine Verbindungsbusse von Fr. 480.00

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Das Obergericht zieht in Erwägung:

1.
Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen den Verzicht der
Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots betr. die berufliche
und organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen
Kontakt zu Minderjährigen umfasst (Dispositivziffer 8 des vorinstanzlichen
Urteils). Mit Anschlussberufung ficht der Beschuldigte die Strafart und die
Bemessung der Strafe an (Dispositivziffern 3 bis 6). Im Übrigen, namentlich
hinsichtlich der Frei- und Schuldsprüche, ist das vorinstanzliche Urteil nicht
angefochten worden und daher nicht zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO).

2.
2.1.
Hinsichtlich der ergangenen Schuldsprüche ist die Vorinstanz von
folgendem Sachverhalt ausgegangen:

Der Beschuldigte fragte – ohne Druck auszuüben – am 7. resp. 8. Februar
2023 via Snapchat B._____ (Geburtsdatum: tt. Juni 2008) im Wissen um
deren Alter nach Nacktbildern und Videos von sich mit sexuellem Inhalt.
B._____ hat fünf Videos erstellt (vgl. act. 123), in welchen sie sich selbst
befriedigt, und diese an den Beschuldigten gesendet. Der Beschuldigte hat
diese Dateien angeschaut und auf seinem Mobiltelefon abgespeichert.

Der Beschuldigte hat sich durch das Nachfragen nach solchen Bildern resp.
Videos der Verleitung eines Kindes unter 16 Jahren zu einer sexuellen
Handlung gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 2 StGB [in der im Tatzeitpunkt und
bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] schuldig gemacht. Indem der
Beschuldigte B._____ auch um ein Video gebeten hat, auf welchem diese
ihre Brüste massiert, diese diesem Wunsch jedoch nicht nachgekommen
ist, hat er sich der versuchten Verleitung eines Kindes unter 16 Jahren zu
einer sexuellen Handlung gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 2 StGB [in der im
Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] i.V.m. Art. 22
Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Da der Beschuldigte nach Erhalt der
Dateien diese auf seinem Mobiltelefon angeschaut und gespeichert hat, hat
er sich sodann des mehrfachen Konsums sowie Herstellens von
Pornografie zum Eigenkonsum gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB [in der
im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] schuldig
gemacht (vorinstanzliches Urteil, E. 2.6.2).

2.2.
Die Vorinstanz hat den Beschuldigten dafür mit einer bedingten Freiheits-
strafe von 8 Monaten und einer Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00
bestraft.

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Der Beschuldigte beantragt mit Anschlussberufung, er sei statt zu einer
bedingten Freiheitsstrafe zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tages-
sätzen à Fr. 80.00 sowie einer weniger hohen Verbindungsbusse von
Fr. 480.00 zu verurteilen (Plädoyer Beschuldigter anlässlich der
Berufungsverhandlung, S. 6).

2.3.
2.3.1.
Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff.
StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV
217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen).
Darauf kann verwiesen werden.

Am 1. Juli 2024 ist das teilrevidierte Sexualstrafrecht in Kraft getreten. Die
damit einhergehenden Änderungen haben auf die vorliegend auszu-
sprechende Strafe jedoch keine konkrete Auswirkung, womit sie sich nicht
als milder erweisen. Entsprechend findet das im Zeitpunkt der Taten
geltende Recht Anwendung (Art. 2 Abs. 2 StGB).

2.3.2.
Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187
Ziff. 1 Abs. 2 StGB [in der im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024
geltenden Fassung] sieht als Strafe eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren
oder eine Geldstrafe vor. Der Besitz und die Herstellung von Pornografie
zum Eigenkonsum gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB [in der im
Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] wird mit
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter
Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die
Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre
Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre
Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen
(BGE 147 IV 241 E. 3).

Der Beschuldigte verfügt über keine Vorstrafen. Auch während des
laufenden Verfahrens hat er sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen
(vgl. aktueller Strafregisterauszug). Die Tatumstände und das hohe Mass
an Entscheidungsfreiheit (siehe dazu unten) erwecken zwar gewisse
Bedenken an seiner Legalbewährung. Bei einer Gesamtwürdigung sind
jedoch keine Gründe dafür ersichtlich, weshalb eine Geldstrafe unzweck-
mässig oder unter dem Gesichtswinkel der Prävention ungenügend sein
könnte. Wie zu zeigen sein wird, kann auch aufgrund der Schwere des
jeweiligen Verschuldens für die einzelnen Straftaten eine Geldstrafe
ausgesprochen werden (siehe sogleich unten).

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2.4.
2.4.1.
Die Einsatzstrafe ist – qua Strafrahmen – für das Verleiten eines Kindes
unter 16 Jahren zu einer sexuellen Handlung gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 2
StGB [in der im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung]
festzusetzen. Diesbezüglich ergibt sich Folgendes:

Das Gericht misst die Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens nach
dem Verschulden zu (Art. 47 Abs. 1 StGB). Ausgangspunkt für die
Strafzumessung bildet die Verletzung oder Gefährdung des geschützten
Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der Straftatbestand der sexuellen
Handlungen mit einem Kinde schützt die ungestörte psychisch-emotionale
und sexuelle Entwicklung des Kindes (BGE 146 IV 153 E. 3.5.2).

Der im Tatzeitpunkt 18-jährige Beschuldigte kommunizierte am 7. Februar
2023 mit der damals 14-jährigen B._____ via Snapchat. B._____ schrieb
dem Beschuldigten dabei zu Beginn, dass es ihr schlecht gehe, weil sie von
einem 22-jährigen, welchem sie zuvor Bilder geschickt habe, geblockt
worden sei (act. 68). Im weiteren Verlauf der (insgesamt nur wenige
Stunden dauernden) Konversation schrieb B._____ dann, dass sie einen
Fehler gemacht und einem «Typ nudes» geschickt habe (act. 73).
Daraufhin fragte der Beschuldigte bei B._____ nach, ob sie noch solche
Bilder von sich habe (act. 74) und ob er «paar körper bilder» von ihr
bekomme. Nachdem sich B._____ mehr oder weniger dazu bereit erklärt
hat, fragte der Beschuldigte nach, ob er mit Fotos in Unterwäsche oder gar
mit «nudes» rechnen könne (act. 79 und 81). Aufgrund des Chatverlaufs
(act. 87 f.) muss es anschliessend zu einem Austausch von Fotos
gekommen sein, was dazu führte, dass der Beschuldigte B._____
aufforderte, ihm ein Video zu zeigen, wo sie sich «fingert» (act. 88). Im
Rahmen dieser immer mehr auf den Austausch von intimen Bildern und
Videos ausgerichteten Konversation forderte der Beschuldigte die nicht
gänzlich unerfahrene B._____ schliesslich auf, sexuelle Handlungen an
sich vorzunehmen, was diese offenbar bereitwillig befolgte. Mithin war die
Einflussnahme des Beschuldigten nicht sonderlich gross, auch wenn ihm
die vulnerable Situation und der Wunsch nach Anerkennung von B._____
bewusst war und er ihren Gemütszustand zu seinen Gunsten ausgenutzt
hat. Dennoch ist die Art und Weise der Tatbegehung bzw. die
Verwerflichkeit des Handelns nicht wesentlich über die blosse Erfüllung des
Tatbestands hinausgegangen. Zu beachten gilt es sodann, dass der
Beschuldigte weder selbst sexuelle Handlungen an B._____ vorgenommen
hat noch im selben Raum mit ihr war, mithin ist der Taterfolg noch als leicht
zu werten. Die Auswirkungen auf die sexuelle und seelische Entwicklung
von B._____, welche die sexuellen Handlungen an sich selber freiwillig
vorgenommen hat und offenbar auch schon über gewisse sexuelle
Erfahrungen verfügte, erscheinen damit auch nicht sehr gravierend.
B._____ war zum Tatzeitpunkt rund 14 ¾ Jahre alt und damit noch mehr

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als ein Jahr von der Schutzaltersgrenze von 16 Jahren entfernt, was dem
Beschuldigten bekannt war. Jedoch ist einerseits zu beachten, dass diese
Grenze im Vergleich zu den an die Schweiz angrenzenden Ländern
vergleichsweise hoch ist (Deutschland, Italien, Österreich und
Liechtenstein: 14 Jahre, Frankreich: 15 Jahre). Andererseits hat der
Altersunterschied zwischen B._____ und dem im Tatzeitpunkt 18-jährigen
Beschuldigten die Grenze von drei Jahren Altersunterschied, unterhalb
derer sexuelle Handlungen mit einem Kind nicht strafbar sind (Art. 187 Ziff.
2 StGB), nur gerade ¾ Jahre betragen. Der sexuellen Handlungen mit
einem Kind ist eine sexuelle sowie egoistische Motivation immanent, was
für sich allein nicht verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 6P.194/2001 vom 3. Dezember 2002 E. 7.4.2).
Allerdings verfügte der Beschuldigte über ein hohes Mass an
Entscheidungsfreiheit, was sich verschuldenserhöhend auswirkt. Es war
ihm jederzeit möglich, Abstand von B._____ zu nehmen und sie nicht zu
sexuellen Handlungen zu verleiten. Je leichter es aber für ihn gewesen
wäre, die ungestörte psychisch-emotionale und sexuelle Entwicklung von
B._____ zu respektieren bzw. davon abzusehen, sie zu sexuellen
Handlungen zu verleiten, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen
und damit einhergehend das Verschulden (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil
des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3).

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von bis zu 5 Jahren
Freiheitsstrafe und unter Berücksichtigung des breiten Spektrums
möglicher Handlungen von einem zwar nicht zu bagatellisierenden, aber
vergleichsweise noch leichten Verschulden und einer dafür angemessenen
Einsatzstrafe von 60 Tagessätzen zuzüglich einer Verbindungsbusse als in
ihrer Gesamtheit angemessene Strafe auszugehen.

2.4.2.
Diese Einsatzstrafe ist für das versuchte Verleiten eines Kindes unter
16 Jahren zu einer sexuellen Handlung angemessen zu erhöhen.

Der Beschuldigte hat B._____ im Chat aufgefordert, ein Video zu machen,
in welchem sie mit ihren Brüsten «spielt» (act. 83). Diesem Wunsch ist
B._____ nicht nachgekommen, es ist demnach nur bei einem Versuch
geblieben. Im Hinblick auf den Schutzgehalt des Tatbestands, erscheint die
Verleitung zur Vornahme von Berührungen an den eigenen Brüsten mit
einer vergleichsweise geringen Gefährdung der sexuellen und seelischen
Entwicklung von B._____ verbunden zu sein. Auch ihr Alter und das Alter
des Beschuldigten lässt die Tatschwere noch als leicht erscheinen (siehe
dazu oben). Hinsichtlich der Art und Weise des Vorgehens und des hohen
Masses an Entscheidungsfreiheit, über das der Beschuldigte verfügt hat,
kann auf das oben Ausgeführte verwiesen werden.

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Wäre es dem Beschuldigten gelungen, B._____ zur Vornahme von
Berührungen an ihren Brüsten zu verleiten, so wäre – bei isolierter
Betrachtung – eine Einzelstrafe von 40 Tagessätzen dem vergleichsweise
noch leichten Verschulden angemessen. Nachdem es nur bei einem
Versuch geblieben ist, und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der
Beschuldigte nur einmal zu den fraglichen sexuellen Handlungen
aufforderte und noch viel mehr Druck hätte ausüben können, um zum Ziel
zu kommen und die Vollendung des Tatbestands zu erreichen, rechtfertigt
sich eine erhebliche Strafreduktion. Im Rahmen der Asperation ist der sehr
enge sachlich, örtliche und zeitliche Zusammenhang mit der vollendeten
Verleitung zu einer sexuellen Handlung mit zu berücksichtigen. Insofern
erweist es sich als angemessen, eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 10
Tagessätze vorzunehmen.

2.4.3.
Hinsichtlich der vom Beschuldigten begangenen Pornografiehandlung
(mehrfacher Besitz und mehrfaches Herstellen zum Eigenkonsum) gemäss
Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 geltenden
Fassung] ergibt sich Folgendes:

Der Tatbestand der Pornografie nach Art. 197 StGB schützt – insoweit es
um Pornografie geht, die tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minder-
jährigen zum Inhalt hat – im Wesentlichen die ungestörte sexuelle
Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Daneben dient die Bestim-
mung auch dem Schutz der Erwachsenen. Dem liegt der Gedanke
zugrunde, dass sich die verbotene Pornografie auf den Verbraucher
korrumpierend auswirken kann, mithin geeignet ist, beim Betrachter unter
anderem die Bereitschaft zu erhöhen, das Geschehen selbst nachzu-
ahmen. In diesem Sinne weckt der Konsum solcher Erzeugnisse die
Nachfrage für die Herstellung kinderpornografischer Inhalte und schafft
einen finanziellen Anreiz zur Begehung von Straftaten. Insofern trägt er
mittelbar zum sexuellen Missbrauch von in solchen Machwerken zur Schau
gestellten Kindern bei. Die Bestimmung von Art. 197 StGB will daher
insbesondere auch die potenziellen «Darsteller» harter Pornografie vor
sexueller Ausbeutung, Gewalt und erniedrigender bzw. menschenunwür-
diger Behandlung bewahren (BGE 131 IV 16 E. 1.2; Urteile des Bundes-
gerichts 7B_250/2022 vom 21. Februar 2024 E. 3.2.1 und 6B_1439/2021
vom 28. November 2022 E. 2.3.4).

Der Beschuldigte hat von B._____ insgesamt fünf Videodateien mit
kinderpornografischem Inhalt zugeschickt bekommen, welche er
anschaute und, zum späteren erneuten Konsum, abspeicherte. Diese fünf
Videodateien wurden innerhalb weniger Minuten von B._____ an den
Beschuldigten geschickt. Das Anschauen und Abspeichern dieser Dateien
durch den Beschuldigten basierte auf einem einzigen Tatentschluss und
stellt eine einzige Tathandlung dar, weshalb von einer tatsächlichen

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Handlungseinheit auszugehen ist, welche alle fünf Dateien umfasst. Die
inkriminierten Dateien zeigen die 14-jährige B._____ bei der
Selbstbefriedigung. Dabei handelt es sich innerhalb des weiten Spektrums
denkbarer Darstellungen um eine mildere Form verbotener Pornografie.
Die Aufnahmen entstanden sodann nicht im Rahmen einer Missbrauchs-
situation, sondern B._____ hat diese Videos grundsätzlich aus freien
Stücken erstellt und bewusst an den Beschuldigten gesendet. Die Situation
ist damit nicht mit den Fällen vergleichbar, wo Videoaufnahmen von (unbe-
kannten) Missbrauchsopfern wahllos konsumiert werden. Entsprechend
gering ist vorliegend auch das Verschulden des Beschuldigten zu
veranschlagen. Die Art und Weise der Tatbegehung bzw. die Verwerflich-
keit des Handelns ist nicht wesentlich über die blosse Erfüllung des
Tatbestands von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB hinausgegangen, was sich
neutral auswirkt. Im Übrigen kann in Bezug auf das hohe Mass an
Entscheidungsfreiheit auf die vorhergehenden Ausführungen verwiesen
werden.

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des breiten Spektrums der vom
Tatbestand der Pornografie erfassten strafbaren Handlungen und unter
Berücksichtigung der (wenn auch kurzen und oberflächlichen) Beziehung
zwischen dem Beschuldigten und B._____ von einem leichten Verschulden
und – bei einer isolierten Betrachtung – von einer dafür angemessenen
Einzelstrafe von 60 Tagessätzen auszugehen. Im Rahmen der Asperation
ist dem engen zeitlichen, örtlichen und sachlichen Zusammenhang mit der
Verleitung zu sexuellen Handlungen, und dem damit einhergehenden
geringerem Gesamtschuldbeitrag, mit einer angemessenen Reduktion
Rechnung zu tragen. Angemessen ist die Erhöhung der Einsatzstrafe um
30 Tagessätze.

2.4.4.
In Bezug auf die Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der ledige und
kinderlose Beschuldigte hat keine Vorstrafen, was neutral zu gewichten ist.
Seine Strafempfindlichkeit erscheint durchschnittlich, zumal er vorliegend
nur zu einer bedingten Strafe verurteilt wird (siehe sogleich unten). Der
Beschuldigte zeigte sich während des Verfahrens kooperativ und in Bezug
auf die Vorwürfe, hinsichtlich welcher Schuldsprüche ergangen sind, auch
geständig, wenn auch das Obergericht den Eindruck gewonnen hat, dass
sich der Beschuldigte anlässlich seiner Einvernahme auffallend oft nicht
mehr hat erinnern können. Er hat sein Mobiltelefon bereitwillig zur
Auswertung zur Verfügung gestellt und damit das Verfahren vereinfacht
und beschleunigt, war doch namentlich kein Entsiegelungsverfahren
durchzuführen. Die Täterkomponente wirkt sich damit leicht positiv aus,
was eine Reduktion der Strafe um 10 Tagessätze rechtfertigt. Insgesamt
ist der Beschuldigte damit zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu
verurteilen.

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2.5.
Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach den persönlichen und
wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils (Art. 34
Abs. 2 StGB). Der ledige und kinderlose Beschuldigte arbeitet in
gekündigter Stellung als Automobilfachmann bei einer Garage in R._____.
Seine Bemühungen, eine neue Anstellung zu finden, sind bis anhin
erfolglos geblieben, weshalb er ab dem 1. November 2025 voraussichtlich
arbeitslos sein wird. Seine monatliche Arbeitslosenentschädigung wird sich
auf rund Fr. 3'000.00 belaufen (70 % des versicherten Lohnes; Plädoyer
Beschuldigter anlässlich der Berufungsverhandlung, S. 4 f.; vgl. Eingaben
anlässlich der Berufungsverhandlung [Kündigungsschreiben, Lohnaus-
weise]). Ausgehend von diesem Einkommen und nach Abzug eines
Pauschalabzugs von 20 % für Krankenkasse und Steuern ergibt sich ein
Tagessatz von Fr. 80.00.

2.6.
Der Beschuldigte verfügt über keine Vorstrafen. Auch wenn mit Blick auf
die Tatumstände und das hohe Mass an Entscheidungsfreiheit gewisse
Bedenken an seiner Legalbewährung bestehen, ist ihm keine eigentliche
Schlechtprognose zu stellen, zumal eine Verbindungsbusse im Sinne eines
spürbaren Denkzettels ausgesprochen wird (siehe dazu sogleich). Ihm ist
deshalb mit der Vorinstanz der bedingte Strafvollzug zu gewähren und die
Probezeit auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren festzulegen
(Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 44 Abs. 1 StGB).

2.7.
Eine bedingt ausgesprochene Geldstrafe kann mit einer Busse verbunden
werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Vorliegend ist die Verbindung der bedingt
ausgesprochenen Geldstrafe mit einer Busse angezeigt, um dem
Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen
seines Handelns deutlich vor Augen zu führen. Das Hauptgewicht liegt auf
der bedingten Geldstrafe, während der unbedingten Verbindungsbusse nur
untergeordnete Bedeutung zukommt. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts darf die Verbindungsbusse i.S.v. Art. 42 Abs. 4 StGB
höchstens 20 % der in der Gesamtheit schuldangemessenen Sanktion –
bestehend aus einer bedingt ausgesprochenen Hauptstrafe kombiniert mit
einer Verbindungsbusse – betragen (BGE 149 IV 321). Abweichungen von
dieser Regel sind im Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicherzustellen,
dass der Verbindungsbusse nicht eine lediglich symbolische Bedeutung
zukommt (BGE 135 IV 188 E. 3.4.4 S. 191).

Unter Berücksichtigung der Denkzettelfunktion, der untergeordneten
Bedeutung der Verbindungsbusse, der wirtschaftlichen Verhältnisse und
des Verschuldens des Beschuldigten, ist die Verbindungsbusse auf
Fr. 1'800.00 festzusetzen. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem
Nichtbezahlen der Busse ist, ausgehend vom als Umrechnungsschlüssel

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zu verwendenden Tagessatz von Fr. 80.00 (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3 S. 77),
auf 23 Tage Freiheitsstrafe festzusetzen (Art. 106 Abs. 2 und 3 StGB).

3.
3.1.
Die Vorinstanz hat auf die Anordnung eines lebenslänglichen
Tätigkeitsverbots gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. b und d Ziff. 2 StGB mit dem
Verweis auf einen besonders leichten Fall gemäss Art. 67 Abs. 4bis StGB
(vorinstanzliches Urteil, E. 6.3) verzichtet.

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung, es sei ein lebenslängliches
Tätigkeitsverbot, das jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche
Tätigkeit mit regelmässigem Kontakt zu Minderjährigen umfasst, anzu-
ordnen.

3.2.
Gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. b und d StGB verhängt das Gericht ein lebens-
längliches Verbot von beruflichen und ausserberuflichen Tätigkeiten, die
einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfassen, wenn der
Beschuldigte namentlich wegen sexueller Handlungen mit einem Kind
gemäss Art. 187 StGB und Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB mit
sexuellen Handlungen mit Minderjährigen verurteilt wird. In besonders
leichten Fällen kann das Gericht ausnahmsweise von der Anordnung eines
Tätigkeitsverbots absehen, wenn ein solches nicht notwendig erscheint, um
den Täter von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass
für das Verbot sind, es sei denn, der Täter ist gemäss den international
anerkannten Klassifikationskriterien pädophil (vgl. Art. 67 Abs. 4bis lit. b
StGB). Gemäss Botschaft ist ein besonders leichter Fall beispielsweise
dann anzunehmen, wenn eine 20-jährige Person im Rahmen einer
Liebesbeziehung mit einer 15-jährigen Person einvernehmlich sexuelle
Kontakte hat oder in einer «WhatsApp-Gruppe» von mehreren 15- bis 18-
jährigen Personen ein Kurzvideo mit pornografischem Inhalt, das von
anderen, unter 16 Jahre alten Schulkollegen selbst gedreht wurde, geteilt
und auf dem Mobiltelefon belassen wird (siehe dazu BGE 149 IV 161
E. 2.5.6).

Der Beschuldigte hat sich sowohl der sexuellen Handlungen mit einem Kind
gemäss Art. 187 StGB als auch der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5
StGB schuldig gemacht und wird dafür mit einer bedingten Geldstrafe von
90 Tagessätzen bestraft. Auch wenn diese Strafe im unteren Bereich des
Strafrahmens von Geldstrafe bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe liegt, handelt
es sich nicht um eine blosse Bagatellstrafe, zumal sie mit einer nicht
unerheblichen Busse verbunden worden ist. Dennoch ist bei einer
Gesamtbetrachtung mit der Vorinstanz das Vorliegen eines besonders
leichten Falles im Sinne von Art. 67 Abs. 4bis StGB ausnahmsweise zu
bejahen, wenn auch knapp. Wesentlich ist dabei der Umstand, dass der

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Beschuldigte hinsichtlich des Tatbestands der sexuellen Handlung mit
einem Kind selbst keine sexuellen Handlungen vorgenommen hat. Er hat
zwar B._____ dazu verleitet, sich selbst zu befriedigen (und dies auf Video
aufzunehmen). Dies hat sie aber – wie bei anderer Gelegenheit ohne
Involvierung des Beschuldigten bereits zuvor – ohne Zwang freiwillig getan.
Auch wenn der Beschuldigte und B._____ in keiner Liebesbeziehung
standen und sich eigentlich gar nicht kannten und sich nach dem Vorfall
nur einmal persönlich getroffen haben, ist das konkrete tatbestandliche
Verhalten des Beschuldigten noch als leicht zu bezeichnen, zumal der
Altersunterschied zwischen B._____ und dem Beschuldigten nicht sehr
gross war und sie durch das Vorgefallene in ihrer ungestörten psychisch-
emotionalen und sexuellen Entwicklung nicht wesentlich beeinträchtigt
worden sein dürfte. Ebenso ist hinsichtlich der von B._____ erstellten
Videos, welche der Beschuldigte angeschaut und zum späteren Konsum
gespeichert hat, von einem noch vergleichsweise leichten Verschulden
auszugehen, hat B._____ die Videoaufnahmen, welche sie selbst zeigen,
doch von sich aus und ohne sich in einer Drucksituation befunden zu
haben, an den Beschuldigten geschickt. Auch gilt es bei einer
Gesamtbetrachtung zu berücksichtigen, dass die fraglichen Dateien nur an
den Beschuldigten gegangen sind. Aussenstehende Drittperson sind nicht
involviert worden. Unter Einbezug des Alters der Beteiligten sowie des
Altersunterschieds zwischen ihnen (siehe dazu oben) kann insgesamt
gerade noch knapp von einem besonders leichten Fall gesprochen werden,
was das Absehen von der Anordnung eines lebenslänglichen
Tätigkeitsverbots rechtfertigt. Zudem bestehen keinerlei Hinweise, dass
der Beschuldigte pädophil veranlagt sein könnte. Auch ist dem
Beschuldigten keine schlechte Legalprognose zu stellen, was sich bereits
in der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe zeigt. Das Strafverfahren, in
welchem sich der Beschuldigte weitgehend geständig und kooperativ
gezeigt hat, hat – wovon sich das Obergericht anlässlich der
Berufungsverhandlung ein eigenes Bild hat machen können – eine
nachhaltige Wirkung auf den Beschuldigten entfalten können. Unter den
gegebenen Umständen erscheint ein Tätigkeitsverbot nicht notwendig, um
ihn vor der Begehung weiterer Sexualstraftaten abzuhalten.

Zusammenfassend ist vorliegend gerade noch knapp von der Anordnung
eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots abzusehen und die Berufung der
Staatsanwaltschaft erweist sich somit als unbegründet.

4.
Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB die Einziehung und
Vernichtung des beschlagnahmten Mobiltelefons des Beschuldigten
angeordnet. Dies ist mit Berufung nicht angefochten worden. Zuhanden der
Vorinstanz ist jedoch – wie bereits zuvor in anderen Verfahren –
festzuhalten, was folgt:

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Gemäss Art. 197 Abs. 6 StGB werden Gegenstände, welche harte
Pornografie beinhalten, eingezogen. Im Gegensatz zu Art. 69 StGB ist
keine gesonderte Prüfung erforderlich, ob die Gegenstände die Sicherheit
von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden
(ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N.
61 zu Art. 197 StGB). Eine Sicherungseinziehung stellt aber einen Eingriff
in die Eigentumsgarantie nach Art. 26 BV dar und untersteht daher stets
dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 36 Abs. 3 BV). Daraus folgt,
dass die Einziehung erstens zur Erreichung des Sicherungszwecks
geeignet sein muss und zweitens nicht weiter gehen darf, als es der
Sicherungszweck gebietet. Wo mildere Massnahmen wie die Unbrauchbar-
machung einem Gegenstand seine Gefährlichkeit nehmen, ist die
Einziehung unverhältnismässig; vielmehr ist ein «entschärfter», nicht mehr
gefährlicher Gegenstand grundsätzlich der berechtigten Person zurückzu-
geben (BGE 150 II 519 E. 4.6 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts
1B_355/2020 vom 19. Mai 2021 E. 5.2).

Notwendig, aber auch ausreichend ist die Vernichtung, d.h. Löschung der
pornografischen Daten. Dies kann auch dadurch erreicht werden, dass
diese dauerhaft gelöscht werden. Dazu genügt es, dass die Daten so
gelöscht werden (z.B. durch Überschreiben), dass die betroffenen
pornografischen Daten nicht mehr betrachtet oder wiederhergestellt
werden können. Nicht erforderlich ist, dass bei einer forensischen Analyse
keinerlei Spuren auf gelöschte (aber nicht mehr vorhandene und
wiederherstellbare) Dateien vorhanden sind. Möglich ist auch, dass die
Geräte, wie dies z.B. bei einem Mobiltelefon in aller Regel möglich ist,
vollständig und unwiderruflich zurückgesetzt werden, so dass die
inkriminierten Daten nicht mehr hergestellt werden können. Folglich wären
die verbotenen pornografischen Daten auf dem Mobiltelefon des
Beschuldigten auf seine Kosten zu löschen bzw. dieses Gerät zurückzu-
setzen und ihm dieses anschliessend herauszugeben gewesen. Keine
Rolle spielt, ob der Beschuldigte die Herausgabe des Gegenstands
beantragt oder der Einziehung und Vernichtung zugestimmt oder sich
dieser nicht widersetzt hat. Die Voraussetzungen einer Einziehung sind von
Amtes wegen unter Beachtung der Eigentumsgarantie und des Verhältnis-
mässigkeitsgrundsatzes zu prüfen und unterstehen nicht der freien
Disposition der Parteien. Nachdem dieser Punkt jedoch nicht mit Berufung
angefochten worden ist, bleibt es bei der vorinstanzlich angeordneten
Einziehung des Mobiltelefons. Die Staatsanwaltschaft hat die sach-
gemässen Verfügungen zu treffen.

5.
5.1.
Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe
ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei
im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon

- 13 -

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge
gutgeheissen wurden (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_794/2024
vom 8. Januar 2025 E. 2.1.2).

Die Staatsanwaltschaft unterliegt mit ihrer das Tätigkeitsverbot
betreffenden Berufung. Der Beschuldigte obsiegt mit seiner Anschluss-
berufung, mit welcher er eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen und eine
Verbindungsbusse von Fr. 480.00 beantragt hat, insoweit, als dass statt der
von der Vorinstanz ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 8 Monaten und
der Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00 auf eine Geldstrafe von
90 Tagessätzen und eine Verbindungsbusse von Fr. 1'800.00 erkannt wird.
Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die obergerichtlichen
Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 (§ 15 GebührD) zu ¼ mit Fr. 1'000.00
dem Beschuldigten aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse zu
nehmen.

5.2.
Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV
47). Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte seine Parteikosten im
Berufungsverfahren für seinen frei gewählten Verteidiger im Umfang von ¼
selbst zu tragen, während seine Aufwendungen gestützt auf die anlässlich
der Berufungsverhandlung eingereichte Kostennote, angepasst an die
Dauer der Berufungsverhandlung von 1.5 Stunden und mit einem
angemessenen Aufwand für die Nachbesprechung, im Umfang von ¾ mit
gerundet Fr. 2'500.00 aus der Staatskasse zu entschädigen sind (Art. 436
Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario; § 9 Abs. 1 AnwT).
Dabei steht der Anspruch ausschliesslich der Wahlverteidigung zu (Art. 429
Abs. 3 StPO).

5.3.
Fällt das Obergericht – wie vorliegend – selber einen neuen Entscheid, so
befindet es darin auch über die von der Vorinstanz getroffene
Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Der Beschuldigte trägt im
erstinstanzlichen Verfahren die Verfahrenskosten, wenn er verurteilt wird
(Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO). Wird er nur teilweise schuldig gesprochen,
so sind ihm die Verfahrenskosten grundsätzlich nur anteilsmässig
aufzuerlegen. Er kann in diesem Fall aber auch vollumfänglich
kostenpflichtig werden, wenn die ihm zur Last gelegten Handlungen in
einem engen und direkten Zusammenhang stehen und alle
Untersuchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunkts notwendig
waren. Bei einem einheitlichen Sachverhaltskomplex ist vom Grundsatz der
vollständigen Kostenauflage nur abzuweichen, wenn die Strafunter-
suchung im freisprechenden Punkt zu Mehrkosten geführt hat (Urteil des
Bundesgerichts 6B_491/2023 vom 7. August 2023 E. 3.3 mit Hinweisen).

- 14 -

Der Beschuldigte wurde erstinstanzlich zwar hinsichtlich der Pornografie
von mehreren Anklagevorwürfen freigesprochen. Diese Vorwürfe standen
aber in einem engen und direkten Zusammenhang mit dem Vorwurf, der
zum Schuldspruch wegen mehrfacher Pornografie geführt hat. Es sind
keine ausscheidbaren Untersuchungskosten ersichtlich. Die erstinstanz-
lichen Verfahrenskosten sind dem Beschuldigten unter diesen Umständen
vollumfänglich aufzuerlegen.

Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte seine erstinstanzlichen Partei-
kosten für seine Wahlverteidigung selbst zu tragen (Art. 429 Abs. 1 StPO e
contrario).

6.
Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es
ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO,
Art. 81 StPO).

Das Obergericht erkennt:

1. [in Rechtskraft erwachsen]
Der Beschuldigte wird freigesprochen von der Anklage
- der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB;
- der mehrfachen Anstiftung zur Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4

Satz 2 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB;
- der versuchten Anstiftung zur Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4

Satz 2 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 und 2 StGB; und
- der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 StGB:

2. [in Rechtskraft erwachsen]
Der Beschuldigte ist schuldig
- der sexuellen Handlung mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 2

StGB [in der im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024 geltenden
Fassung];

- der versuchten sexuellen Handlung mit einem Kind gemäss Art. 187
Ziff. 1 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB [in der im Tatzeitpunkt und
bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung]; und

- der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB [in der
im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung].

3.
Der Beschuldigte wird hier gemäss den in Ziff. 2 genannten Gesetzes-
bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 StGB, Art. 34
StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB

- 15 -

zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 80.00, d.h.
Fr. 7'200.00, Probezeit 2 Jahre, sowie

einer Verbindungsbusse von Fr. 1'800.00, ersatzweise 23 Tage Freiheits-
strafe,

verurteilt.

4. [in Rechtskraft erwachsen]
Das beschlagnahmte Mobiltelefon Nothing A063 (IMEI […]) wird
eingezogen.

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen.

5.
Auf die Anordnung eines lebenslänglichen Verbots jeder beruflichen und
jeder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit, die einen regelmässigen
Kontakt zu Minderjährigen umfasst, wird verzichtet.

7.
7.1.
Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden zu ¼ mit
Fr. 1'000.00 dem Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die
Staatskasse genommen.

7.2.
Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem Verteidiger des
Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von
Fr. 2'500.00 auszurichten.

8.
8.1.
Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 3'156.00 (inkl. Anklage-
gebühr von Fr. 1'350.00) werden vollumfänglich dem Beschuldigten
auferlegt.

8.2.
Der Beschuldigte hat seine erstinstanzlichen Parteikosten selbst zu tragen.

Zustellung an:
[…]

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe
(Art. 44 Abs. 3 StGB)

- 16 -

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben.
Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat
sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe
nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu
bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der
Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere
Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46
Abs. 1 StGB).

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG)

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der
vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das
Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100
Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG).

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen
Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte
elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen,
inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf
die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen
hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die
Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend.

Aarau, 27. Oktober 2025

Obergericht des Kantons Aargau
Strafgericht, 1. Kammer
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Six L. Stierli