# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 418f3041-f9f7-504c-8237-c964b028b24b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 25.08.2023 WBE.2023.188
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2023-188_2023-08-25.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

 

WBE.2023.188 / ME / ly 
(BE.2022.068)  

Art. 94 

 

Urteil vom 25. August 2023 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Brandner 

Verwaltungsrichter Dommann 

Gerichtsschreiber i.V. Brunschwiler  

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____   

vertreten durch B._____ (Vormundin), Jugend-, Familien- und 

Eheberatung, Hauptstrasse 42, 5330 S._____    

 

gegen 

 

  Sozialausschuss S._____    

 

  Departement Gesundheit und Soziales, Kantonaler Sozialdienst, 

Beschwerdestelle SPG, Obere Vorstadt 3, 5001 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Sozialhilfe 

 

Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales vom 24. April 2023 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

A. reichte mit Eingabe vom 24. Februar 2022 bei der Gemeindeverwaltung 

S. ein Gesuch um materielle Unterstützung ein.  

 

2. 

Am 11. April 2022 beschloss der Sozialausschuss S.:  

 

1. 
Aufgrund der effektiven Bedürfnisse und unter Berücksichtigung der Richt-
linien des Kantonalen Sozialdienstes für die Bemessung der Sozialhilfe 
(SKOS) wird A., geb. XXX, ab 1. April 2022 bis 30. Juni 2022 mit 
subsidiär Fr. 754.50 unterstützt. Die Sozialbehörde geht davon aus, dass 
entsprechend der Rechtslage, der Rechtspraxis und der Rechtsprechung 
die Vormundschaft an die zuständige Behörde am Aufenthalts- bzw. 
Wohnort des Kindes übertragen wird.  
 
2. 
Wird die Massnahme vor dem 30. Juni 2022 an den Aufenthalts- bzw. 
Wohnort des Kindes übertragen, entfällt die Kostenpflicht der Gemeinde 
S.. 
 
3. 
Frau A. bewohnt mit ihrem Partner ein Studio an der X-Strasse in T.. Die 
Mietkosten betragen Fr. 490.00 inkl. Nebenkosten. Die Wohnkosten 
können im Sozialhilfebudget nicht angerechnet werden, da es sich um 
einen Zuzug in ein bestehendes Mietverhältnis handelt (Wohnung des 
Partners) und dem Untermietverhältnis die Zustimmung des Vermieters 
fehlt.  
 
(…) 

 

B. 

1. 

Gegen den Beschluss des Sozialausschusses erhob A. mit Eingabe vom 

2. Mai 2022 Verwaltungsbeschwerde und beantragte:  

 

1. 
Die Unterstützung für A. inkl. Krankenkasse und Wohnkosten per Februar 
2022 anzuordnen.  
 
2. 
Die Ausführungen betr. der Übertragung der Kindesschutzmassnahme 
und damit verbundene Befristung der Unterstützungsleistung seien als 
falsch zurückzuweisen.  

 

2. 

Am 24. April 2023 entschied das Departement Gesundheit und Soziales 

(DGS), Kantonaler Sozialdienst, Beschwerdestelle SPG: 

 

 - 3 - 

 

 

 

1. 
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Dispositivziffer 1 der 
Verfügung des Sozialausschuss S. vom 11. April 2022 im Sinne der 
Erwägungen wie folgt abgeändert: 
 

1.  
"Aufgrund der effektiven Bedürfnisse und unter Berücksichtigung der 
Richtlinien des Kantonalen Sozialdienstes für die Bemessung der So-
zialhilfe (SKOS) wird A., geb. XXX, ab 24. Februar 2022 bis 30. Juni 
2022 mit subsidiär Fr. 754.50 (für den Monat Februar pro rata) 
unterstützt. Die Sozialbehörde geht davon aus, dass entsprechend der 
Rechtslage, der Rechtspraxis und der Rechtsprechung die 
Vormundschaft an die zuständige Behörde am Aufenthalts- bzw. 
Wohnort des Kindes übertragen wird." 

 
2. 
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten 
wird. 
 
3. 
Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von Fr. 800.00, 
Kanzleigebühren von Fr. 90.00 und den Auslagen von Fr. 11.00, gesamt-
haft Fr. 901.00, hat die Beschwerdeführerin zu 3/4, somit Fr. 675.75 zu 
bezahlen. Im übrigen Umfang von Fr. 225.25 werden die Kosten auf die 
Staatskasse genommen.  

 

C. 

1. 

Mit Eingabe vom 22. Mai 2023 erhob A. Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

und beantragte: 

 

1. 
Den Entscheid der Beschwerdestelle sei aufzuheben und die Gemeinde 
S. zu verpflichten, die notwendige Unterstützung für A. inkl. Wohnkosten 
per Februar 2022 zu leisten. 
 
Entsprechend sei auch der Kostenteiler neu festzusetzen.  
 
2. 
Weiter ersuche ich das Verwaltungsgericht, unentgeltliche Rechtspflege 
zu gewähren, da A. nur über ein sehr geringes Einkommen 
(Ergänzungsleistungen) verfügt. 

 

2.  

Die Beschwerdestelle SPG verzichtete mit Eingabe vom 25. Mai 2023 auf 

eine Beschwerdeantwort. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid erging auf dem Zirkularweg (§ 7 des Gerichts-

organisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; SAR 155.200]). 

 

  

 - 4 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Gegen letztinstanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden ist die Ver-

waltungsgerichtsbeschwerde zulässig (vgl. § 54 Abs. 1 des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungsrechts-

pflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). Nach § 58 Abs. 1 des Gesetzes über 

die öffentliche Sozialhilfe und die soziale Prävention vom 6. März 2001 (So-

zialhilfe- und Präventionsgesetz, SPG; SAR 851.200) können Verfügungen 

und Entscheide der Sozialbehörden mit Beschwerde beim DGS angefoch-

ten werden (vgl. § 39a der Sozialhilfe- und Präventionsverordnung vom 

28. August 2002 [SPV; SAR 851.211; Stand 01.01.2022]). Die Entscheide 

des DGS können an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (vgl. 

§ 58 Abs. 2 SPG). Dieses ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. 

 

2. 

2.1. 

Das Rechtsmittelverfahren wird durch den Streitgegenstand begrenzt, der 

seinerseits durch den angefochtenen Entscheid, das Anfechtungsobjekt, 

bestimmt wird. Nur was Gegenstand des ursprünglichen Verwaltungsver-

fahrens war bzw. hätte sein sollen – oder allenfalls im verwaltungsinternen 

Beschwerdeverfahren zusätzlich geregelt wurde – kann im verwaltungsge-

richtlichen Verfahren Streitgegenstand sein. Als zweites Element sind die 

Parteibegehren heranzuziehen, die diesen weiter beschränken können 

(vgl. Aargauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 1999, 

S. 367; Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2019.404 vom 5. Novem-

ber 2020, Erw. I/2; BGE 125 V 413 ff.; MICHAEL MERKER, Rechtmittel, Klage 

und Normenkontrollverfahren nach dem aargauischen Gesetz über die Ver-

waltungsrechtspflege, Kommentar zu den §§ 38-72 [a]VRPG, Zürich 1998, 

§ 38 N 3, § 39 N 24 f.). Der Beschwerdeführer bzw. die Beschwerdeführe-

rin hat in jenen präzise - oder zumindest in allgemeiner Form - darzulegen, 

welche Punkte des vorinstanzlichen Entscheiddispositivs abgeändert wer-

den sollen. Bestehen diesbezüglich Unklarheiten, so ist der Inhalt der Be-

schwerdebegehren unter Berücksichtigung der Beschwerdebegründung 

auszulegen (vgl. MERKER, a.a.O., § 39 N 5). 

 

2.2. 

Die Beschwerdeführerin verlangt in ihrem Antrag, der vorinstanzliche 

Entscheid sei aufzuheben und die Gemeinde S. zu verpflichten, die 

notwendige Unterstützung "inkl. Wohnkosten" per Februar 2022 zu leisten. 

Als Begründung führt sie einzig aus, dass der vorinstanzliche Entscheid, 

die Wohnkosten nicht anzurechnen, falsch sei. Entsprechend ist vorliegend 

von einer Verengung des Streitgegenstands auszugehen (vgl. BGE 136 II 

 - 5 - 

 

 

 

457, Erw. 4.2); strittig ist vor Verwaltungsgericht ausschliesslich die Nicht-

berücksichtigung der Wohnkosten im Sozialbudget der Beschwerdeführe-

rin. 

 

3. 

Gemäss § 42 Abs. 1 lit. a VRPG ist zur Beschwerde befugt, wer ein schutz-

würdiges eigenes Interesse an der Aufhebung oder der Änderung des Ent-

scheids hat. Der Verzicht auf die Anrechnung der Kosten für die Untermiete 

wirkt sich (negativ) auf die materielle Hilfe der Beschwerdeführerin aus. 

Demgemäss ist sie durch den Entscheid der Vorinstanz beschwert und zur 

Beschwerde legitimiert. 

 

4. 

Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde ist einzutreten. 

 

5. 

Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können die unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen gerügt 

werden (§ 58 Abs. 4 SPG i.V.m. § 55 Abs. 1 VRPG). Ermessensüber-

schreitung, Ermessensunterschreitung und Ermessensmissbrauch gelten 

als Rechtsverletzung (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, Zürich/St. Gallen 2020, 

Rz. 442). Die Rüge der Unangemessenheit ist demgegenüber ausge-

schlossen (Umkehrschluss aus § 55 Abs. 3 VRPG). 

 

 

II. 

1. 

Die Sozialhilfe bezweckt die Existenzsicherung, fördert die wirtschaftliche 

und persönliche Selbständigkeit und unterstützt die gesellschaftliche In-

tegration (§ 4 Abs. 1 SPG). Anspruch auf Sozialhilfe besteht, sofern die ei-

genen Mittel nicht genügen und andere Hilfeleistungen nicht rechtzeitig er-

hältlich sind oder nicht ausreichen (vgl. § 5 Abs. 1 SPG). Damit wird der 

Grundsatz der Subsidiarität der Sozialhilfe ausgedrückt. Es besteht kein 

Wahlrecht zwischen vorrangigen Hilfsquellen und der Sozialhilfe. Diese ist 

insbesondere gegenüber den Möglichkeiten der Selbsthilfe, Leistungen der 

Sozialversicherungen und freiwilligen Leistungen Dritter subsidiär (vgl. 

Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe der 

Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe vom April 2005 [SKOS-Richt-

linien], Kapitel A.4; FELIX WOLFFERS, Grundriss des Sozialhilferechts, 

2. Auflage, Bern 1999, S. 72). 

 

Die Existenzsicherung gewährleistet Ernährung, Kleidung, Obdach und 

medizinische Grundversorgung (vgl. § 3 Abs. 1 SPV). Zum sozialrechtli-

chen Unterkunftsbedarf gehören jene Räumlichkeiten, die das elementare 

 - 6 - 

 

 

 

Unterkunftsbedürfnis angemessen abdecken (vgl. GUIDO WIZENT, Sozial-

hilferecht, Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 496). Bei Mietverhältnissen ist der 

effektive Mietzins samt mietrechtlich anerkannten Nebenkosten anzurech-

nen (SKOS-Richtlinien, Kapitel B.3). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz erwog, die im Sozialhilferecht geltende Untersuchungsma-

xime werde durch die Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführerin einge-

schränkt. Diese sei verpflichtet, die für die Anrechnung der Wohnkosten 

relevanten Dokumente beizubringen. Obschon sie in der Beschwerde an-

gekündigt habe, den Hauptmietvertrag sowie die Zustimmung des Vermie-

ters nachzureichen, sei die Beschwerdeführerin der ihr ohne weiteres zu-

mutbaren Mitwirkung nicht nachgekommen und habe deshalb die Folgen 

ihres Säumnisses zu tragen. Die Überprüfung des Anspruches auf Wohn-

kosten und insbesondere der Angemessenheit der "offenbar vereinbarten 

Untermiete" sei ohne die in Aussicht gestellten Unterlagen nicht möglich 

und damit der Entscheid des Sozialausschusses, keine Miete zu berück-

sichtigen, richtig.  

 

Die Beschwerdeführerin beanstandet, sie habe die erforderlichen Doku-

mente bereits am 19. Mai 2022 dem Sozialausschuss zugestellt. Ungeach-

tet dessen habe die Vorinstanz den Untersuchungsgrundsatz verletzt, in-

dem diese die Beschwerde abwies, ohne sie auf die noch fehlenden Doku-

mente hinzuweisen oder diese selbständig einzufordern.  

 

2.2. 

Die Behörden ermitteln den Sachverhalt von Amtes wegen und stellen dazu 

die notwendigen Untersuchungen an (vgl. § 17 Abs. 1 VRPG). Mit anderen 

Worten auferlegt der Untersuchungsgrundsatz den Verwaltungsbehörden 

die Pflicht, nach der materiellen Wahrheit bzw. der wirklichen Sachlage zu 

suchen (vgl. MICHEL DAUM, in: RUTH HERZOG/MICHEL DAUM [Hrsg.], Kom-

mentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 

2. Auflage, Bern 2020, Art. 18 N 1).  

 

Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Par-

teien relativiert; danach sind diese verpflichtet, an der Sachverhaltsfeststel-

lung mitzuwirken (vgl. § 23 Abs. 1 VRPG). Dies gilt insbesondere für Tat-

sachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörden und welche ohne 

Mitwirkung gar nicht oder nicht ohne vernünftigen Aufwand erhoben wer-

den können (vgl. AGVE 2002, S. 430). Die Mitwirkungspflicht reicht indes-

sen nur soweit, als sie für den Betroffenen möglich und zumutbar ist (vgl. 

BGE 140 II 65, Erw. 3.4.2). Sodann führt der Umstand, dass die Parteien 

zur Mitwirkung verpflichtet sind, nicht zur gänzlichen Entbindung der Vor-

instanz von jeglichen Bemühungen zur Abklärung des Sachverhalts (vgl. 

KASPAR PLÜSS, in: ALAIN GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Auflage, 

Zürich/Basel/Genf 2014, § 7 N 10).  

 - 7 - 

 

 

 

 

Gemäss § 2 Abs. 1 SPG sind Personen, die Sozialhilfeleistungen geltend 

machen, beziehen oder erhalten haben, verpflichtet, über ihre Verhältnisse 

wahrheitsgetreu und umfassend Auskunft zu geben sowie die erforderli-

chen Unterlagen vorzulegen. Zu den erforderlichen Unterlagen gehören 

sämtliche Belege, die Angaben über die persönlichen und wirtschaftlichen 

Verhältnisse enthalten. Insbesondere sind Unterlagen vorzulegen über Ein-

künfte, Vermögen, Forderungen, Schulden, Unterhaltsverpflichtungen, 

Versicherungs-, Wohn- und Gesundheitskosten sowie über weitere wirt-

schaftlich und persönlich relevante Sachverhalte (vgl. § 1 Abs. 3 SPV).  

 

Nach § 1 Abs. 2 SPV hat die Sozialbehörde Personen, die Leistungen nach 

dem SPG geltend machen, beziehen oder erhalten haben, auf ihre Ver-

pflichtung zur wahrheitsgetreuen umfassenden Auskunftserteilung, zur 

Vorlage der erforderlichen Unterlagen sowie zur sofortigen Meldung von 

Änderungen der Verhältnisse aufmerksam zu machen. Sie sind auf die Fol-

gen falscher oder unvollständiger Auskünfte hinzuweisen und haben mit 

Unterschrift die Kenntnisnahme dieser Pflichten zu bestätigen. 

 

2.3. 

2.3.1. 

Mit Beschluss vom 11. April 2022 verzichtete der Sozialausschuss S. auf 

die Anrechnung der Mietkosten von Fr. 490.00 (inkl. Nebenkosten) im 

Sozialbudget der Beschwerdeführerin. Hierzu wurde ausgeführt, "die 

Wohnkosten können im Sozialhilfebudget nicht angerechnet werden, da es 

sich um einen Zuzug in ein bestehendes Mietverhältnis handelt (Wohnung 

des Partners) und dem Untermietverhältnis die Zustimmung des Vermie-

ters fehlt" (Beschluss-Ziffer 3). In den Erwägungen wurde zudem darauf 

hingewiesen, dass auch der Hauptmietvertrag nicht vorhanden sei. 

 

In der Verwaltungsbeschwerde vom 2. Mai 2022 kündigte die Beschwerde-

führerin an, den Hauptmietvertrag und die Einverständniserklärung des 

Vermieters werde sie "selbstverständlich nachreichen" (vgl. Verwaltungs-

beschwerde, S. 2). Mit Schreiben vom 19. Mai 2022 stellte die Vormundin 

der Beschwerdeführerin den Haupt- sowie den Untermietvertrag fälschli-

cherweise den Sozialen Diensten anstatt der Vorinstanz zur Kenntnis-

nahme zu (vgl. Verwaltungsgerichtsbeschwerde, Beilagen). Dieser verzich-

tete auf eine Weiterleitung an die Vorinstanz oder auf einen Hinweis an die 

Beschwerdeführerin, dass die Dokumente bei der Vorinstanz hätten einge-

reicht werden müssen (wobei vorliegend offenbleiben kann, ob für ein ent-

sprechendes Tätigwerden eine rechtliche Verpflichtung bestanden hätte). 

 

2.3.2. 

Nach § 2 Abs. 1 SPG sowie § 23 Abs. 1 VRPG kommt der Beschwerdefüh-

rerin bezüglich Wohnkosten eine Mitwirkungspflicht zu. Entsprechend hätte 

sie dazu angehalten werden dürfen, den Haupt- sowie den Untermietver-

 - 8 - 

 

 

 

trag und die Zustimmung des Vermieters beizubringen, zumal die Beschaf-

fung der erforderlichen Dokumente für die Beschwerdeführerin ohne weite-

res möglich und zumutbar war (vgl. vorne Erw. II/2.3.1).  

 

2.3.3. 

In den Akten findet sich kein Beleg, dass die Erstinstanz die Beschwerde-

führerin im Sinne von § 1 Abs. 2 SPV auf ihre Mitwirkungspflicht, insbeson-

dere die Folgen der unvollständigen Dokumentation, hingewiesen hätte. Im 

Weiteren ergeben sich aus ihrem Entscheid keine Anhaltspunkte dafür, 

dass die Erstinstanz selber Schritte zur Ermittlung der Wohnsituation bzw. 

der Wohnkosten unternommen hätte. Die Nichtberücksichtigung der Wohn-

kosten erweist sich daher, soweit sie mit der fehlenden Dokumentation 

durch die Beschwerdeführerin begründet wird, als ungerechtfertigt bzw. 

stellt einen Verstoss gegen § 1 Abs. 2 SPV, gegen die Untersuchungsma-

xime (§ 17 VRPG) und gegen die behördlichen Betreuungspflichten (§ 18 

VRPG) dar.   

 

2.3.4. 

Ebenso wäre auch die Vorinstanz im Rahmen der Untersuchungsmaxime 

(§ 17 VRPG) und ihrer behördlichen Betreuungspflichten (§ 18 VRPG) ge-

halten gewesen, entweder selber die notwendigen Ermittlungen anzustel-

len oder die Beschwerdeführerin auf die fehlenden (entscheidrelevanten) 

Dokumente hinzuweisen und ihr die Möglichkeit zu geben, diese innert an-

gemessener Frist nachzureichen. Aufgrund des entsprechenden Versäum-

nisses erweist sich auch der vorinstanzliche Entscheid als unrechtmässig.  

 

3. 

Zusammenfassend ist die Beschwerde gutzuheissen. Der angefochtene 

Entscheid ist in Bezug auf die Nichtberücksichtigung der Wohnkosten so-

wie betreffend die Verfahrenskosten, die je nach Ausgang des Verfahrens 

neu verlegt werden müssen, aufzuheben und die Angelegenheit an die Vor-

instanz zurückzuweisen. Diese wird - soweit sie nicht selber entsprechende 

Ermittlungen anstellt - vor dem erneuten Entscheid der Beschwerdeführerin 

Gelegenheit einräumen müssen, die als erforderlich erachteten Unterlagen 

einzureichen. 

 

Aus den Eingaben der Beschwerdeführerin an die Vorinstanz vom 27. Juni 

2022, vom 18. Oktober 2022 und vom 25. April 2023 geht hervor, dass ihr 

- trotz ausgewiesener Bedürftigkeit - selbst für die unbestrittenen Kosten 

des Lebensunterhalts noch keinerlei Sozialhilfe ausbezahlt wurde. Das 

Verhalten der Sozialhilfebehörden ist ebenso wenig nachvollziehbar wie 

der Umstand, dass die Vorinstanz nach den entsprechenden Hinweisen 

nicht eingegriffen hat. Diese ist gehalten, entweder umgehend in der Sache 

selbst zu entscheiden oder sofort adäquate vorsorgliche Massnahmen an-

zuordnen.  

 

 - 9 - 

 

 

 

Die Beschwerdeführerin wird bereits an dieser Stelle darauf aufmerksam 

gemacht, dass – ausweislich der Akten und entgegen den Ausführungen 

im Schreiben vom 19. Mai 2022 an die Sozialen Dienste - eine Erklärung 

des Vermieters (d.h. von J.), wonach er mit der Untermiete einverstanden 

ist, nach wie vor fehlt. Die Beschwerdeführerin ist im Rahmen der 

Mitwirkungspflicht gehalten, der Vorinstanz eine entsprechende Erklärung 

nachzureichen. 

 

 

III. 

1. 

Der Beschwerdeführerin werden keine Kosten auferlegt, da sie obsiegt (vgl. 

§ 31 Abs. 2 VRPG). 

 

Den Behörden werden Verfahrenskosten nur auferlegt, wenn sie schwer-

wiegende Verfahrensmängel begangen oder willkürlich entschieden haben 

(§ 31 Abs. 2 VRPG). Dies ist vorliegend nicht der Fall (wobei von einem 

Grenzfall auszugehen ist), weshalb die Kosten zu Lasten des Staates ge-

hen. 

 

2. 

Eine Parteientschädigung fällt mangels anwaltlicher Vertretung ausser Be-

tracht (§ 29 VRPG). 

 

3. 

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege wird 

gegenstandslos (vgl. § 34 VRPG). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Kantonalen So-

zialdienstes, Beschwerdestelle SPG, vom 24. April 2023 aufgehoben in Be-

zug auf die Nichtberücksichtigung der Wohnkosten sowie in Bezug auf die 

Kostenverteilung. Die Angelegenheit wird zum erneuten Entscheid an den 

Kantonalen Sozialdienst, Beschwerdestelle SPG, zurückgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staa-

tes. 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

  

 - 10 - 

 

 

 

 
 

    

Zustellung an: 

die Beschwerdeführerin (Vertreterin) 

den Sozialausschuss S.  

das DGS, Beschwerdestelle SPG  

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, Schwei-

zerhofquai, 6004 Luzern, angefochten werden. Die Frist steht still vom 

7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 

15. August und vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeich-

nete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, 

sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt 

Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene 

Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen 

(Art. 82 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichts-

gesetz, BGG; SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 25. August 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiber i.V.: 

 

 i.V. 

 

Michel Brunschwiler