# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9519bbc-d29b-5baf-af61-a5dab8c8d0c3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 22.06.2010 S 2009 200
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2009-200_2010-06-22.pdf

## Full Text

S 09 200

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 22. Juni 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. …, geboren 1972, ist gelernte Hotelfachassistentin. Am 15. August 1992 erlitt 

sie bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall schwere Verletzungen 

(Kompressionsfraktur BWK-7 und BWK-8, Rotatorenmanschettenläsion 

links). Als sie sich von diesen Verletzungen nicht mehr ganz erholte und ihren 

erlernten Beruf nicht mehr ausüben konnte, meldete sie sich mit Gesuch vom 

8. Juli 1997 bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden zum Bezug von 

Leistungen in den Bereichen Berufsberatung und Umschulung an. Vom 1. 

März 1998 bis am 31. März 1999 liess sie sich unterstützt durch die IV in 

einem Diplomlehrgang erfolgreich zur Reflexzonentherapeutin umschulen. 

2. In der Folge zeigte sich, dass wegen der Verletzungsfolgen auch im 

umgeschulten Beruf nur eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestand. Mit 

Schreiben vom 8. Dezember 1999 liess … deshalb bei der IV-Stelle die 

Prüfung der Rentenfrage beantragen. Mit Verfügung vom 15. November 2000 

sprach ihr die IV-Stelle ab Juni 2000 eine halbe Invalidenrente gestützt auf 

einen Invaliditätsgrad von 55% zu. Das Valideneinkommen hatte die IV-Stelle 

nach dem Lohn bemessen, den die Versicherte in einer Vollzeitanstellung als 

Leiterin/Receptionistin in einem Front Office erzielen würde (Fr. 63'000.--); 

das Invalideneinkommen hatte sie aufgrund einer 50%-igen Tätigkeit als 

Reflexzonentherapeutin errechnet (Fr. 28'224.--).

3. Im März 2002 kam … Tochter … zur Welt. Die Höhe ihrer Rente wurde in der 

Folge revisionsweise bestätigt (26. Februar 2004 und 22. Februar 2005), da 

bei der Bemessung des Invaliditätsgrades angenommen wurde, dass sie als 

allein erziehende Mutter aufgrund der finanziellen Notwendigkeit weiterhin voll 

arbeiten müsste. 

4. Im Oktober 2008 kam … zweite Tochter … zur Welt. Im Rahmen einer 

weiteren Revision wurde am 6. Februar 2009 eine Haushaltabklärung 

durchgeführt. Im Abklärungsbericht vom 20. Februar 2009 hielt die 

Abklärungsperson fest, … lebe seit 2007 in einer festen Beziehung mit dem 

Vater von … zusammen. Sie habe angegeben, als gesunde Frau würde sie 

nebst der Betreuung ihrer beiden Kinder und dem Haushalt einer 50%-igen 

Arbeitstätigkeit nachgehen. Bei der Betreuung der Kinder könne sie auf die 

Hilfe ihrer Eltern und der Mutter des Lebenspartners zurückgreifen. Die 

invaliditätsbedingte Einschränkung im Haushalt wurde mit insgesamt 19.45% 

angegeben. Mit Vorbescheid vom 26. Mai 2009 teilte die IV-Stelle … mit, da 

sie als zweifache Mutter als gesunde Frau nur noch zu 50% erwerbstätig 

wäre, werde der Invaliditätsgrad mit der gemischten Methode bemessen. 

Beim zu 50% gewichteten Erwerb gebe es keine Einschränkung, beim 

ebenfalls zu 50% gewichteten Haushalt eine Einschränkung von 19.45%, so 

dass ein Invaliditätsgrad von 9.73% resultiere und kein Rentenanspruch mehr 

bestehe. Mit Verfügung vom 5./16. November 2009 wies die IV-Stelle den 

Einwand von … ab und hielt an der im Vorbescheid geäusserten Auffassung 

fest. 

5. Gegen diese Verfügung liess … am 16. Dezember 2009 Beschwerde ans 

Verwaltungsgericht erheben. Sie beantragte, es sei ihr eine Rente nach 

Gesetz zuzusprechen, und sie und weitere Personen seien als Zeugen zu 

befragen. Zur Begründung machte sie geltend, ihre Aussagen seien im 

Abklärungsbericht falsch wiedergegeben worden. Sie würde im 

Gesundheitsfall weiterhin voll arbeiten müssen. Es liege kein gefestigtes 

Konkubinat vor, und sie werde von ihrem Lebenspartner finanziell nicht 

unterstützt.

6. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie im Wesentlichen auf die 

angefochtene Verfügung. Zudem machte sie geltend, die Rente sei auch für 

den Fall, dass keine Statusänderung angenommen werde, einzustellen. In 

seinem Arztbericht vom 13. Juni 2008 attestiere Dr. med. … der 

Beschwerdeführerin in einer wechselbelastenden Tätigkeit eine 

Arbeitsfähigkeit von 100%. Auch Dr. med. … vom RAD komme in seiner 

Beurteilung vom 20. April 2009 zum Schluss, dass sich der 

Gesundheitszustand nicht wesentlich verändert habe, aber heute wegen 

Anpassung respektive Angewöhnung eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. 

Ohne Statusänderung ergäbe sich so ein Invaliditätsgrad von 24.85%.

7. … liess in ihrer Replik den Zusatzantrag stellen, eventualiter seien ihr 

berufliche Massnahmen zuzusprechen. Ihre Arbeitsfähigkeit liege immer noch 

bei bloss 50%. Die von der Beschwerdegegnerin zitierten Arztberichte seien 

nicht geeignet, eine erhebliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

rechtsgenüglich zu beweisen.

Die IV-Stelle verzichtete auf eine Duplik. Auf die weiteren Ausführungen in 

den Rechtsschriften wird soweit erforderlich in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der IV-Stelle vom 5./16. November 2009, 

worin revisionsweise festgestellt wurde, es bestehe kein Rentenanspruch 

mehr. Beschwerdegegenstand ist die Frage, ob die IV-Stelle den 

Invaliditätsgrad zu Recht mit der gemischten Methode bemessen habe, und 

wenn nein, ob bei der Bemessung mittels Einkommensvergleich von einer 

Arbeitsfähigkeit von 100% oder 50% auszugehen sei.

2. Gemäss Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) 

wird eine Revision unter anderem dann von Amtes wegen durchgeführt, wenn 

Tatsachen bekannt werden, die eine erhebliche Änderung des Grades der 

Invalidität als möglich erscheinen lassen. Vorliegend ist diese Voraussetzung 

durch die Geburt der zweiten Tochter und die neue Lebenspartnerschaft 

erfüllt, und die Rentenrevision wurde zu Recht durchgeführt.

3. Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und Art. 4 des Bundesgesetzes 

über die Invalidenversicherung (IVG) die durch einen körperlichen oder 

geistigen Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit. Ist eine Versicherte mindestens 

40% invalid, so hat sie Anspruch auf eine Viertelsrente, bei mindestens 50% 

auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und ab 

70% auf eine Vollrente (Art. 28 Abs. 1 IVG).

4. Art. 28a IVG sieht für die Ermittlung des Invaliditätsgrades drei verschiedene 

Methoden vor, die Methode des Einkommensvergleichs für Erwerbstätige 

(Art. 16 ATSG, Art. 28a Abs. 1 IVG), die Methode des Betätigungsvergleichs 

für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG, Art. 27 IVV) und die gemischte 

Methode für Teilerwerbstätige (Art. 28a Abs.3, Art. 27bis IVV). Für die Wahl 

der Methode ist entscheidend, welchen Status die Versicherte bei sonst 

gleichen Verhältnissen im Gesundheitsfall hypothetisch hätte (BGE 133 V 477 

E. 6.3). Entscheidend ist dabei jene Tätigkeit, welche die Versicherte ausüben 

würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre, und zu berücksichtigen sind 

nebst der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit auszuüben, 

allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, 

die beruflichen Fähigkeiten, die Ausbildung sowie die persönlichen 

Neigungen und Begabungen (VGU S 09 164). Beurteilt wird die Statusfrage 

nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 146 E. 2.c).

5. a) Im vorliegenden Fall hat die IV-Stelle die gemischte Methode angewendet. 

Sie hat sich auf den Abklärungsbericht Haushalt abgestützt, in welchem 

festgehalten ist, die Beschwerdeführerin habe ausgesagt, sie würde nach der 

Geburt ihres zweiten Kindes als gesunde Frau einer 50%-igen Arbeitstätigkeit 

nachgehen. Die Beschwerdeführerin behauptet demgegenüber, sie wäre im 

Gesundheitsfall auch nach der Geburt der zweiten Tochter weiterhin voll 

erwerbstätig geblieben, so dass die Methode des Einkommensvergleichs 

anzuwenden sei. Ihre Aussagen seien im Abklärungsbericht falsch 

wiedergegeben respektive falsch interpretiert worden. Weil ihre kleine Tochter 

damals unter Neurodermitis gelitten und viel Aufmerksamkeit gebraucht habe, 

habe sie während der Abklärung erwähnt, dass sie im Moment lediglich 50% 

arbeiten würde. Sie habe aber auch erwähnt, dass sie auf ein volles Pensum 

aufstocken würde, sobald es die Situation erlauben würde. Die 

Beschwerdeführerin macht weiter geltend, sie werde von ihrem Freund 

finanziell nicht unterstützt, und von einem gefestigten Konkubinat könne nicht 

die Rede sein.

b) Angesichts dieses Widerspruches hätte die IV-Stelle nicht auf den 

Abklärungsbericht abstellen dürfen, da der Bericht - wie nachstehend gezeigt 

wird - die beweisrechtlichen Anforderungen nicht erfüllt. Sowohl nach 

bundesgerichtlicher als auch nach kantonaler Rechtsprechung ist es aufgrund 

der erheblichen Bedeutung der Abklärungsberichte für die 

Sachverhaltsabklärung und somit für die Anspruchsbeurteilung angezeigt, 

dass die an Ort und Stelle erfassten Angaben der versicherten Person zur 

Durchsicht und Bestätigung vorgelegt werden (BGE 128 V 93 E. 4; PVG 2009 

Nr. 10; VGU S 09 164). Bei der Besprechung des Berichts an Ort und Stelle 

geht es darum, allfällige Missverständnisse und Unvollständigkeiten sofort zu 

klären, sowie verschiedene Ansichten festzuhalten. Diese Besprechung trägt 

zu einer vollständigen Sachverhaltsabklärung bei, ganz im Sinne des 

Anspruchs auf rechtliches Gehör, welcher funktionell auch der 

Sachverhaltsabklärung dient (PVG 2009 Nr. 10). Im vorliegenden Fall wurde 

der Abklärungsbericht der Beschwerdeführerin nicht zur Durchsicht und 

Unterzeichnung vorgelegt. Zudem vermag die Beschwerdeführerin 

begründete Zweifel an der Richtigkeit der Angaben bezüglich der 

hypothetischen Arbeitstätigkeit im Gesundheitsfall zu wecken. Dem 

Abklärungsbericht ist deshalb nur ein beschränkter Beweiswert beizumessen.

c) Die Frage, in welchem Mass die Beschwerdeführerin ohne Invalidität mit 

Rücksicht auf die gesamten Umstände überwiegend wahrscheinlich 

erwerbstätig wäre, lässt sich aufgrund der jetzigen Aktenlage nicht 

beantworten. Es fehlen den beweisrechtlichen Anforderungen genügende, 

detaillierte Angaben über die persönlichen, familiären, sozialen und 

erwerblichen Verhältnisse. Insbesondere fehlen Angaben darüber, inwieweit 

die Väter und die Grosseltern tatsächlich für die Kinderbetreuung zur 

Verfügung stehen, ob und wie viel die Väter an den Unterhalt der beiden 

Töchter beitragen, wie fest die Lebenspartnerschaft mit dem Vater der 

jüngeren Tochter ist, welche finanziellen Abmachungen zwischen den 

Partnern bestehen und welche Lebensform die Beschwerdeführerin 

angesichts ihrer persönlichen Neigungen und Begabungen für sich für 

passend hält. Die IV-Stelle hat in diesem Sinne weitere Abklärungen 

vorzunehmen. Im Rahmen der zu treffenden Abklärungen wird die 

Beschwerdeführerin Gelegenheit haben, sich umfassend zu äussern. Auf die 

von ihr beantragte Zeugeneinvernahme kann deshalb verzichtet werden.

6. a) Die IV-Stelle macht geltend, die Rente sei auch für den Fall, dass keine 

Statusänderung vorliege, einzustellen, da heute wegen Anpassung respektive 

Angewöhnung nicht mehr nur eine 50%-ige sondern eine volle 

Arbeitsfähigkeit vorliege. Dies trifft - aus den nachstehend dargelegten 

Gründen - nicht zu. 

b) Gemäss Art. 17 ATSG wird die Rente für die Zukunft entsprechend erhöht, 

herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad einer 

Rentenbezügerin erheblich ändert. Revidierbar ist die Rente somit unter 

anderem dann, wenn sich der Gesundheitszustand erheblich verändert hat. 

Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des 

Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung 

bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung. 

Unerheblich unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist dagegen die 

unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen 

Sachverhaltes (BGE 112 V 372).

c) Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beziehungsweise zur Beantwortung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen der Beschwerdeführerin in welchem Umfang 

noch zugemutet werden können, sind Sozialversicherungsträger und 

Sozialversicherungsrichter auf medizinische Experten angewiesen. 

Vorliegend stehen im Wesentlichen folgende ärztliche Beurteilungen zur 

Verfügung:

• Dr. …, Leitende Ärztin der Rheuma- und Rehabilitationsklinik …, 10. 
Oktober 1999:
Diagnosen: Thorakovertebralsyndrom mit/bei Fehlhaltung mit leichter 
BWS-Hyperkyphose sowie leichter s-förmiger Skoliose, Status nach 
traumatischer BWK7- und BWK8-Fraktur 1992, muskulärer Dysbalance 
sowie segmentaler Dysfunktion mit konsekutiven Rippenblockierungen 
und Status nach Rotatorenmanschettenläsion li 1992. Die Arbeitsfähigkeit 
als Reflexzonentherapeutin liege bis auf weiteres bei 50%.

• Dr. med. …, Orthopädische Chirurgie FMH: 
- 10. Mai 2000: Weiterhin 50%-ige Arbeitsfähigkeit als 

Reflexzonentherapeutin. Diese Tätigkeit sei nach wie vor 
behinderungsgeeignet.

- 9. September 2003: Der Gesundheitszustand sei stationär, die 
Arbeitsfähigkeit in der umgeschulten Tätigkeit liege weiterhin bei 50%.

- 26. August 2004: Der Gesundheitszustand sei stationär und seit dem 
letzten Bericht unverändert. Die Prognose für eine Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit sei im Moment nicht sehr günstig. Die Arbeitsfähigkeit 
liege sowohl in der bisherigen als auch in anderen geeigneten 
Tätigkeiten bei 50%.

• Dr. med. …, Facharzt FMH für Allgemein Medizin, 13. Juni 2008:
Der Gesundheitszustand sei stationär, die Diagnose unverändert. Andere 
Tätigkeiten als diejenige der Reflexzonentherapeutin seien nicht 
zumutbar. Auf Grund der vielfachen Belastung mit Erziehung, Haushalt 
und Massagen könnten keine weiteren Tätigkeiten zugemutet werden, 
ohne diese Belastungen könnte durch eine Zusatzausbildung zur 
Gouvernante eine verbesserte Arbeitsleistung erbracht werden. In einer 
wechselseitig stehenden/gehenden/sitzenden Tätigkeit ohne 
Hebearbeiten und belastende Tätigkeiten mit Rumpfbeugen könnte eine 
100%-ige Arbeit ausgeführt werden, was summasummarisch Frau … 
bereits jetzt mit Massagen, Haushalt und Kinderbetreuung insgesamt 
leiste. Falls keine Kinderbetreuung stattfinden würde und kein Haushalt 
gemacht werden müsste, könnte eine vierstündige Arbeitstätigkeit 
halbstundenweise über den Tag verteilt gemacht werden.

• Dr. med. …, RAD Ostschweiz, 20. April 2009:
Der Gesundheitszustand habe sich nicht wesentlich verändert. Die 
angestammte Tätigkeit als Masseurin sei weiterhin zu 50% zumutbar. In 
optimal angepasster, wechselbelastender Tätigkeit mit zeitlich freier Wahl 
der Körperposition ohne Gewichtsbelastungen, ohne repetitiv-monotone 
Bewegungsmuster beziehungsweise Zwangshaltungen wäre der 
Versicherten auch ein Vollpensum zumutbar.

d) Liegen mehrere ärztliche Beurteilungen vor, und widersprechen sich diese wie 

vorliegend in wesentlichen Punkten, so sind die einzelnen Beurteilungen auf 

ihren Beweiswert hin zu untersuchen. Einer Beurteilung kann nur dann der 

Vorrang gegeben werden, wenn ihr Beweiswert klarerweise grösser ist als 

derjenige der übrigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

dabei entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des 

Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3). 

e) Angesichts dieser Kriterien kann vorliegend den Berichten von Dr. … und Dr. 

… ein uneingeschränkter Beweiswert beigemessen werden. Allerdings datiert 

der letzte Bericht von Dr. … vom Jahr 2004; er ist deshalb nicht geeignet, den 

aktuellen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zu beschreiben.

f) Dem Bericht von Dr. … kommt nur ein eingeschränkter Beweiswert zu, weil 

er im Bezug auf die zentrale Frage der Arbeitsfähigkeit widersprüchliche 

Aussagen enthält. Einerseits gibt Dr. … an, in einer wechselseitig 

stehenden/gehenden/sitzenden Tätigkeit ohne Hebearbeiten und belastende 

Tätigkeiten mit Rumpfbeugen könnte eine 100%-ige Arbeit ausgeführt 

werden, andererseits schreibt er, falls keine Kinderbetreuung stattfinden 

würde und kein Haushalt gemacht werden müsste, könnte eine vierstündige 

Arbeitstätigkeit halbstundenweise über den Tag verteilt gemacht werden. 

Geschmälert wird der Beweiswert zusätzlich dadurch, dass Dr. … ein 

Allgemeinmediziner und kein Facharzt der Orthopädie ist, und dadurch, dass 

er keine einleuchtende medizinische Begründung für die behauptete 

verbesserte Arbeitsfähigkeit erwähnt sondern im Gegenteil ausführt, der 

gesundheitliche Zustand sei insgesamt stabil geblieben. Auch der Beurteilung 

von Dr. … vom RAD kann kein voller Beweiswert beigemessen werden. Dies 

einerseits, weil sie nicht auf einer eigenen Untersuchung beruht, und 

andererseits, weil sich Dr. … massgeblich auf die Beurteilung von Dr. … 

abstützt, welche - wie sich soeben gezeigt hat  - widersprüchlich ist. Zudem 

übersehen sowohl Dr. … als auch Dr. … die Tatsache, dass die IV der 

Beschwerdeführerin die Ausbildung zur Reflexzonentherapeutin als berufliche 

Massnahme finanziert hatte, so dass nicht ohne einleuchtende medizinische 

Begründung angenommen werden darf, es gäbe andere Tätigkeiten, in 

welchen die Beschwerdeführerin eine massiv höhere Arbeitsfähigkeit hätte.

g) Es zeigt sich, dass eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

aufgrund der aktuellen Aktenlage nicht möglich ist. Die Beschwerdegegnerin 

hat deshalb alle relevanten medizinischen Aspekte gründlich durch eine 

geeignete Fachperson abklären zu lassen.

7. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Sachverhalt unvollständig und in 

beweisrechtlicher Sicht ungenügend ermittelt wurde. Die angefochtene 

Verfügung erweist sich somit als nicht rechtmässig, und die dagegen 

erhobene Beschwerde ist im Sinne der Erwägungen gutzuheissen. 

8. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten 

um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-

1000 Franken festgelegt. Vorliegend setzt das Gericht die von der 

unterliegenden Beschwerdegegnerin zu tragenden Kosten auf Fr. 700.-- fest. 

b) Die Beschwerdegegnerin hat die obsiegende Beschwerdeführerin 

aussergerichtlich zu entschädigen (Art. 61 lit. g ATSG). Nach Art. 2 der 

kantonalen Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung; HV) setzt die 

urteilende Instanz die Parteientschädigung der obsiegenden Partei nach 

Ermessen fest. Sie geht vom Betrag aus, welcher der 

entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche Vertretung in 

Rechnung gestellt wird, soweit der vereinbarte Stundenansatz zuzüglich 

allfällig vereinbartem Interessenwertzuschlag üblich ist und keine 

Erfolgszuschläge enthält, soweit der geltend gemachte Aufwand angemessen 

und für die Prozessführung erforderlich ist, und soweit die geforderte 

Entschädigung nicht eine von der Sache beziehungsweise von den legitimen 

Rechtsschutzbedürfnissen her nicht gerechtfertigte Belastung der 

unterliegenden Partei zur Folge hat. Als üblich gilt gemäss Art. 3 HV ein 

Stundenansatz zwischen 210 und 270 Franken. Der von der 

Beschwerdeführerin beigezogene Rechtsanwalt hat mit Schreiben vom 21. 

April 2010 Fr. 2'892.60 in Rechnung gestellt. Dieser Betrag setzt sich 

zusammen aus Fr. 2'610.-- Honorar für 8.7 Arbeitsstunden à Fr. 300.--, einer 

Auslagenpauschale von 3% und der Mehrwertsteuer. 8.7 Arbeitsstunden 

erscheinen dem Gericht als angemessen. Hingegen kann nicht von einem 

Stundenansatz von Fr. 300.-- ausgegangen werden, da dieser Ansatz 

ausserhalb des Rahmens gemäss Art. 3 HV liegt. Wird auf den maximal 

zulässigen Ansatz von Fr. 270.-- abgestellt, ergibt sich eine aussergerichtliche 

Entschädigung von Fr. 2'603.40 (Honorar Fr. 2'349.--; Auslagenpauschale Fr. 

70.50, MWST Fr. 183.90).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung aufgehoben 

und die Angelegenheit an die Vorinstanz im Sinne der Erwägungen 

zurückgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der Sozialversicherungsanstalt des 

Kantons Graubünden (IV-Stelle) und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden (IV-Stelle) hat … 

aussergerichtlich mit Fr. 2'603.40 (inkl. MWST) zu entschädigen.