# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0acb0d3-9d84-5802-9815-764c3ca66fcb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.04.2015 200 2014 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-12_2015-04-17.pdf

## Full Text

200 14 12 IV
LOU/SAW/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. April 2015

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Winiger

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. November 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 1. Oktober 2009 unter Hinweis auf einen unfallbedingten 
Beinbruch (Unfall vom 30. Dezember 2008) zum Leistungsbezug bei der 
Invalidenversicherung an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin, act. IIA] 1). In der Folge holte die IVB die Unfallakten ein (act. IIA 
14) und führte medizinische und erwerbliche Erhebungen durch (act. IIA 
16 ff.). Da die Versicherte seit mehreren Jahren auch an psychischen Be-
schwerden litt (act. IIA 19 S. 11), veranlasste die IVB zudem eine interdis-
ziplinäre neurochirurgisch-psychiatrische Begutachtung durch die Dres. 
med. C.________, Fachärztin für Neurochirurgie FMH (vgl. gutachtlicher 
Bericht vom 10. Juni 2010, act. IIA 30.1), und D.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH (vgl. Gutachten vom 9. Juli 2010, 
act. IIA 34). Mit Schreiben vom 19. Januar 2011 (act. IIA 44) teilte die IVB 
mit, dass gemäss ihren Abklärungen derzeit keine Eingliederungsmass-
nahmen möglich seien. 

Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), welche ihre Leis-
tungspflicht für das Ereignis vom 30. Dezember 2008 anerkannt und die 
gesetzlichen Versicherungsleistungen erbracht hatte (act. IIA 14 S. 22; 22 
S. 8), stellte mit Verfügung vom 11. April 2011 (Akten der IVB [act. II] 47) 
mangels adäquater Unfallfolgen ihre Leistungen per 30. April 2011 ein und 
hielt fest, dass damit auch kein Anspruch auf Geldleistungen in Form einer 
Invalidenrente (IV-Rente) und/oder einer Integritätsentschädigung (IE) be-
stehe.

Nach weiteren medizinischen Erhebungen veranlasste die IVB eine bidiszi-
plinäre Begutachtung bei der Begutachtungsstelle N.________ (orthopä-
disch-psychiatrisches Gutachten vom 13. August 2012, act. II 63.1) und 
ordnete eine Abklärung der Verhältnisse im Haushalt an (vgl. Bericht vom 
28. März 2013, act. II 64). Mit Vorbescheid vom 24. April 2013 (act. II 65) 
stellte sie bei einem ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 81% eine 
ganze IV-Rente ab dem 1. April 2010 in Aussicht. Zudem führte sie aus, da 

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ab dem 1. Januar 2011 keine Invalidität mehr vorliege, werde die Rente bis 
zum 31. März 2011 befristet; hierbei wandte sie die gemischte Invaliditäts-
bemessungsmethode an (Erwerb: 60%, Haushalt: 40%; vgl. E. 2.3 hier-
nach). Daran hielt sie nach erhobenem Einwand vom 10. Mai 2013 (act. II 
66) fest und erliess am 15. November 2013 (act. II 76 S. 12) eine entspre-
chende Verfügung. 

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
am 3. Januar 2014 Beschwerde. Sie beantragt die kostenfällige Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer zeitlich unbefris-
teten ganzen IV-Rente ab dem 1. April 2010.

Mit Eingabe vom 5. Februar 2014 schliesst die Beschwerdegegnerin auf 
Abweisung der Beschwerde.

Im Rahmen der Replik vom 3. Juni 2014 bestätigte die Beschwerdeführerin 
das gestellte Rechtsbegehren und reichte einen weiteren Arztbericht datiert 
vom 4. April 2014 (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 9) zu den Akten.

Am 24. Juni 2014 reichte die Beschwerdegegnerin eine Duplik ein und hielt 
vollumfänglich an der beantragten Abweisung der Beschwerde fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 

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die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 15. November 2013 (act. II 76 
S. 12), mit welcher die Beschwerdegegnerin rückwirkend ab April 2010 
eine per 31. März 2011 befristete ganze Rente zugesprochen hat. Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch auf eine IV-Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

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2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Grundsätzlich wird für die Bestimmung des IV-Grades das Erwerbs-
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu-
legen und der IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte 
Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150). 

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 

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fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes 
auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als 
solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die 
somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Wil-
lensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die 
Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wieder-
einstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte 
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen not-
wendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, ent-
scheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund 
steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher 
Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere 
Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähri-
ger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter 
Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in 
allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr be-
einflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 
aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht 
in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambu-
lanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeu-
tischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je 
mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechen-
den Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraus-
setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 
V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 
352 E. 2.2.3 S. 354). 

2.6 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.6.1 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 

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(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 
S. 132).

2.6.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 [IVV; SR 831.201]).

2.6.3 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente 
zugesprochen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und 
anderseits der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV 
festzusetzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die 
massgebenden Vergleichszeitpunkte (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 16. Juni 2009, 8C_87/2009, E. 2.2 mit Hinweisen).

3.

3.1 Nachfolgend ist zu prüfen, welche gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen bei der Beschwerdeführerin bestehen und wie sich diese auf die 
Arbeitsfähigkeit auswirken. Den medizinischen Akten ist dazu im Wesentli-
chen folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, diagnostizierte im Bericht 
vom 23. November 2009 (act. IIA 19 S. 3) einen chronisch nozizeptiven 
Schmerz posttraumatisch nach Tibiaspiralfraktur links resp. nach Tibia-
marknagelosteosynthese vom 31. Dezember 2008 und Nageldynamisie-
rung vom 29. April 2009, eine muskuloskelettale Dysbalance M99 und eine 
Depression ohne Kausalität zum Trauma am linken Unterschenkel (S. 3 

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Ziff. 1.1). Zum aktuellen Zustand führte er aus, acht Monate postoperativ 
zeige sich immer noch keine Schmerzfreiheit. Die Patientin gebe zusätzlich 
eine Hyposensibilität des Astes des Nervus peronaeus superficialis an und 
vertrete die Ansicht, dass sie mit Schmerzen auf keinen Fall arbeiten kön-
ne. Gemäss den objektiven Befunden seien die Narbenverhältnisse reizlos 
und die Fraktur radiologisch gut verheilt (S. 4 Ziff. 1.4). Dr. med. 
E.________ attestierte ab dem 31. Dezember 2008 eine 100%-ige Arbeits-
unfähigkeit (S. 4 Ziff. 1.6) und gab an, die bisherige Tätigkeit sei aus medi-
zinischer Sicht noch zumutbar, wobei der Beginn der Wiederaufnahme 
noch ungewiss resp. von der Nagelentfernung abhängig sei (S. 6 Ziff. 1.7, 
1.9).

3.1.2 Im Dezember 2009 nannte der Hausarzt, Dr. med. F.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH (vgl. undatierter Bericht, 
act. IIA 22), im Wesentlichen folgende Diagnosen: Rezidivierende depres-
sive Störung mit wechselnder Schwere, eine Unterschenkelspiralfraktur 
links sowie angedeutete hypothyreotische SD-Werte (S. 2 Ziff. 1.1). Zum 
Therapieverlauf legte er u.a. dar, die Patientin sei seit 1996 mit Malcom-
pliance-bedingten Unterbrüchen wegen einer schweren Depression unter 
kombinierter Psychopharmakotherapie bei ihm in Behandlung. Betreffend 
die Unterschenkelfraktur wies er auf eine schleppende Konsolidation ohne 
Verbesserung der Schmerzsymptomatik hin. Einen Arbeitsversuch zu 25% 
(von 30%) habe die Patientin wegen den Schmerzen im linken Bein ver-
weigert (S. 3 Ziff. 1.4). Ab dem 30. Dezember 2008 postulierte er eine voll-
umfängliche Arbeitsunfähigkeit, wobei er diese ab dem 1. Dezember 2009 
in Frage stellte (S. 4). 

3.1.3 Am 12. Februar 2010 führten die behandelnden Ärzte, Dr. med. 
G.________ und med. pract. H.________, der Rehaklinik O.________ in 
ihrem Bericht als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, ge-
genwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3), 
auf (act. IIA 26 S. 2 Ziff. 1.1). Bei den objektiven Befunden ergänzten sie 
u.a., die Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit seien reduziert, 
das formale Denken verlangsamt und inhaltlich eingeengt auf die Ängste, 
psychisch krank zu sein und alleine leben zu müssen. Optische und akusti-
sche Halluzinationen seien nicht auszuschliessen, denn die Patientin höre 

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manchmal eine Stimme, die ihren Namen rufe oder sie sehe im Spiegel 
einen anderen Menschen mit roten und traurigen Augen. Die Stimmung sei 
niedergedrückt und niedergeschlagen, ängstlich sowie hoffnungslos (S. 3). 
Die Prognose beurteilten sie als nicht gut; dies insbesondere weil seit Jah-
ren keine sichtbare Besserung (im Gegenteil: Verschlechterung) eingetre-
ten sei (S. 3 Ziff. 1.5). Ferner bestätigten sie ab Juli 2009 eine Arbeitsun-
fähigkeit von 100% bis auf weiteres (S. 3 Ziff. 1.6).

3.1.4 Die Beschwerdeführerin wurde im Juni 2010 interdisziplinär neuro-
chirurgisch-psychiatrisch begutachtet. 

In somatischer Hinsicht diagnostizierte Dr. med. C.________ mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit Unterschenkelschmerzen links und präzi-
sierte, neurologisch sei eine Sensibilitätsstörung feststellbar, jedoch ohne 
radikuläre oder peripher-neurologische Zuordnung. Ein motorisches Defizit 
oder Anhaltspunkte für einen neuropathischen Schmerz bestünden nicht 
(vgl. gutachtlicher Bericht vom 10. Juni 2010, act. IIA 30.1 S. 13 f. Ziff. 4 
und Bst. B). Aus neurochirurgischer Sicht könne kein die Arbeitsfähigkeit 
einschränkender Befund erhoben werden (S. 14).

Dr. med. D.________ nannte aus psychiatrischer Sicht folgende Diagno-
sen: Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Episode 
(ICD-10 F33.0/F33.1) und mässige sprachliche Integration (ICD-10 Z60.3; 
vgl. Gutachten vom 9. Juli 2010, act. IIA 34 S. 6 Ziff. 4). Betreffend Beurtei-
lung erläuterte er, im Vordergrund der Problematik stehe eine subjektive 
Schmerzkrankheit. Ferner zeige die Versicherte Hinweise dafür, dass sich 
bei ihr eine psychosomatische Überlagerung im Sinne einer anhaltenden 
somatoformen Schmerzstörung eingestellt habe, denn sie sei auf die 
Schmerzen fixiert, äussere hypochondrische Befürchtungen und mache 
eine Schmerzausdehnung geltend. Zudem falle auf, dass sie bei Lebens-
problemen eine Verstärkung der Schmerzen wahrnehme. Ein derartiges 
Verhalten sei bei rein organisch verursachten Schmerzen in der Regel nicht 
der Fall (S. 6 Bst. B). Weiter bestehe eine psychische Erkrankung in Form 
einer rezidivierenden depressiven Störung, wobei keine psychotischen 
Symptome vorlägen; die Versicherte sei nicht wahnhaft, es seien tagsüber 
keine Halluzinationen vorhanden und sie verneine, jemals Stimmen gehört 

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zu haben. Die nächtlichen illusionären Wahrnehmungen in einem Spiegel 
seien nicht als psychotische Symptome zu deuten. Im Weiteren wies 
Dr. med. D.________ auf ein tiefes Niveau der Medikamentenkonzentration 
hin und ergänzte, trotz der kaum nachzuweisenden Medikamentenwirkung 
spreche die festgestellte Symptomatik nicht für eine schwere depressive 
Episode. Eine solche sei in der Regel mit einer erheblichen Suizidalität und 
kaum mehr vorhandenen Aktivitäten verbunden. Zudem müsste eine sol-
che Patientin auch hospitalisiert werden (S. 7). Betreffend die Frage, ob die 
somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Wil-
lensanstrengung überwindbar sind, führte Dr. med. D.________ aus, es 
bestehe zwar eine psychische Komorbidität, diese sei jedoch nicht schwer-
gradig ausgeprägt. Derzeitig liege eine leicht- bis mittelgradige depressive 
Episode vor, wobei die Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft sei-
en. Weiter sei die praemorbide Persönlichkeitsstruktur nicht auffällig und 
die soziale Integration noch vorhanden. Dr. med. C.________ habe zudem 
keine Befunde festgestellt, welche die Versicherte bei einer angepassten 
beruflichen Tätigkeit einschränken würden. Die Schmerzkrankheit sei aller-
dings progredient und chronifiziert. Zusammenfassend kam Dr. med. 
D.________ zum Schluss, dass die Willensanstrengung zur Schmerzbe-
wältigung zumutbar sei (S. 8). Zur Arbeitsfähigkeit gab er an, es gebe ge-
wisse Beeinträchtigungen (eingeschränkte Funktionen, reduzierte Belast-
barkeit) in Hinsicht auf die früher ausgeübten beruflichen Tätigkeiten (S. 9 
Ziff. 2 f.); die Arbeitsunfähigkeit liege jedoch nicht über 20% (S. 10).

Interdisziplinär kamen die begutachtenden Ärzte zum Ergebnis, dass keine 
20% übersteigende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt werden 
könne. Eine orthopädische Beurteilung sei zwingend angezeigt, um eine 
allfällige lokale postoperative Schmerzursache auszuschliessen (act. IIA 
30.1 S. 15; 34 S. 10). 

3.1.5 Im November 2010 teilte Dr. med. E.________ mit (vgl. undatierter 
Bericht, act. IIA 42), aus orthopädischer Sicht bestünden aktuell persistie-
rende Schmerzen im linken Bein und attestierte eine 100%-ige Arbeitsun-
fähigkeit ab dem 31. Dezember 2008 (S. 3 Ziff. 1.4, 1.6). Des Weiteren gab 
er an, wegen der verminderten Belastbarkeit des linken Unterschenkels 

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resp. wegen der verminderten Steh- und Gehbelastbarkeit sei die bisherige 
Tätigkeit nur noch zu 50% zumutbar (S. 4 Ziff. 1.7). 

3.1.6 Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, führte im Bericht vom 
23. November 2010 (act. II 45.4) aus, diagnostisch lasse sich eine Non-
Union proximale Fibula bei Unterschenkelspiralfraktur sowie Tibianagelos-
teosynthese vom 31. Dezember 2008 festhalten und präzisierte, die 
Schmerzsymptomatik der Patientin liege im Zusammenhang mit der feh-
lenden Verknöcherung der proximalen Fibula. 

Im Zwischenbericht vom 29. Dezember 2010 (act. II 45.4 S. 3) berichtete 
Dr. med. I.________, der Heilungsverlauf sei stationär und seit dem 23. 
November 2010 bestehe wieder eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit.

3.1.7 Der Kreisarzt der SUVA, Dr. med. J.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, 
teilte nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 24. Januar 2011 (act. II 
45.3 S. 3 f.) bezüglich der nicht konsolidierten hohen Fibulaschaftfraktur 
mit, dass es im Rahmen von valgisierenden Tibiakopfosteotomien in auf-
klappender Technik und Osteotomie der Fibula im Bereich des Schaftes 
sehr häufig zur Nichtkonsolidation der Fibula komme, wobei das Resultat 
nicht beeinträchtig werde. Auf der Basis organischer Unfallfolgen liege kein 
die Erwerbsfähigkeit oder die körperliche Integrität beeinträchtigender Zu-
stand mehr vor (S. 4).

3.1.8 Im Arztbericht vom 16. Mai 2011 (act. II 49) diagnostizierte Dr. med. 
K.________, Oberärztin der Rehaklinik O.________, insbesondere eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psy-
chotischen Symptomen (ICD-10 F33.3) und ergänzte, diese bestehe seit 
1996, wobei ab 2007 eine schwere Episode vorliege (S. 2 Ziff. 1.1). Betref-
fend die bisherige Therapie gab sie u.a. an, die Patientin habe vom 
27. September 2010 bis zum 25. Februar 2011 eine teilstationäre Behand-
lung in der psychiatrischen Rehaklinik O.________ absolviert. Dabei habe 
sie sich aufgrund der Ergo- und Milieutherapie von ihrer Problematik besser 
distanzieren können; die Angst vor psychisch kranken Menschen und vor 
der Gruppe sei zum grössten Teil zurückgegangen. Zudem sei sie im Ver-

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lauf der Behandlung etwas spürbarer, kontaktfreudiger und ruhiger gewor-
den. Auch die psychotische Symptomatik (Stimmenhören, hypnagoge opti-
sche Halluzinationen) habe sich unvollständig verbessert. Zur Vorbeugung 
der sozialen Isolation sei nach Tagesklinikaustritt eine niederschwellige 
Struktur organisiert worden mit einmal wöchentlichen Besuchen einer Kon-
taktgruppe für Migrantinnen, eines Deutschkurses und der psychiatrischen 
ambulanten Behandlung. Zum aktuellen Zustand berichtete Dr. med. 
K.________, es liege ein schwer depressives Zustandsbild (Deprimiertheit, 
Freud- und Lustlosigkeit, Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Antriebs-
minderung, Müdigkeit, innere Unruhe, Depersonalisation, intermittierend 
Stimmenhören, optisch-hypnagoge Halluzinationen) vor (S. 3 Ziff. 1.4). Ab 
Januar 2010 attestierte sie eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit (S. 4 
Ziff. 1.6).

3.1.9 Die Beschwerdegegnerin liess die Beschwerdeführerin durch die 
Dres. med. L.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma-
tologie des Bewegungsapparates FMH, und M.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, bidisziplinär begutachten (vgl. orthopä-
disch-psychiatrisches Gutachten vom 13. August 2012, act. II 63.1).

Aus somatischer Sicht diagnostizierte Dr. med. L.________ mit Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit eine Osteochondrose C4-6 und eine Pseudar-
throse einer proximalen Fibulafraktur (S. 7 Ziff. 5.1). In der orthopädischen 
Beurteilung hielt er fest, die Nackenschmerzen und die leicht abnormen 
Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule seien auf die radiologisch 
sichtbare nicht sehr ausgeprägte Osteochondrose C4-6 zurückzuführen. 
Die jetzt angegebene Hyposensibilität der gesamten linken Körperhälfte 
könne nicht objektiviert werden, seien doch alle neurologischen Untersu-
chungsbefunde unauffällig und der radiologische Befund der Halswir-
belsäule nicht sehr ausgeprägt (S. 7 Ziff. 5.3). Des Weiteren bestünden 
ruhe- und belastungsabhängige therapieresistente Schmerzen lateral am 
proximalen Unterschenkel links, wodurch es zu einer deutlichen subjektiven 
Reduzierung der körperlichen Leistungsfähigkeit komme. In der 
Computertomographie (CT) des linken Unterschenkels sei eine proximale 
Fibulapseudarthrose dokumentiert. Aus gutachterlicher Sicht könne diese – 
entgegen der Auffassung von Dr. med. J.________ (vgl. Bericht vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 13

24. Januar 2011, act. II 45.3) – bei körperlich belastenden Tätigkeiten zu 
gewissen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit führen, auch wenn die dif-
fuse Druckdolenz am Tibiakopf links sowie die Tatsache, dass der Appre-
hension- und der Pivot-Shift-Test nicht habe durchgeführt werden können, 
durch den radiologischen Befund allein nicht erklärt werden könne (S. 8). 
Betreffend den Zeitraum vom 31. Dezember 2008 bis September 2009 pos-
tulierte Dr. med. L.________ im Rahmen der postoperativen Rehabilitation 
sowohl für die Haushaltstätigkeit als auch für die angestammte und jede 
angepasste Tätigkeit eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit. Ab Oktober 
2009 attestierte er für die Haushaltstätigkeit und die ausgeübte Tätigkeit als 
... bei voller Stundenpräsenz eines normalen Pensums eine Arbeitsfähig-
keit von 50%. Bezüglich einer adaptierten Tätigkeit, d.h. bei körperlich 
leichten Tätigkeiten, die vorwiegend sitzend auszuüben seien, die nicht mit 
häufig reklinierenden/rotierenden Kopfhaltungen sowie knienden Positionen 
resp. mit häufigem Gehen, insbesondere auf Treppen, Leitern und uneben-
em Boden, verbunden seien und bei denen nicht regelmässig Gegenstände 
über fünf Kilogramm gehoben oder getragen werden müssten, bescheinigte 
er ab Oktober 2009 bei voller Stundenpräsenz eine 100%-ige Arbeitsfähig-
keit (S. 8 f. Ziff. 5.5 f.). 

In psychiatrischer Hinsicht nannte Dr. med. M.________ folgende Diagno-
sen: Eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen bis schwe-
ren depressiven Episoden mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.1, 
F33.3), bestehend seit mindestens Januar 2009, gegenwärtig mittelgradige 
Episode (ICD-10 F33.1), bestehend seit etwa Januar 2011, sowie eine an-
haltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), bestehend seit 
Jahren (S. 20 Ziff. 3.4). Im Weiteren hielt er fest, seit etwa zwei Jahren 
nehme die Versicherte die Medikamente regelmässig ein und habe vom 
September 2010 bis Februar 2011 eine teilstationäre tagesklinische Be-
handlung absolviert. Unter diesen therapeutischen Massnahmen lasse sich 
seit etwa Januar 2011 eine anhaltende mittelgradige depressive Episode 
erheben mit Besserung der Unruhezustände, der Erregbarkeit, der inhaltli-
chen Denkstörungen mit Stimmenhören und der Schlafstörungen. Hinzu 
kämen Hinweise auf psychogenes Verhalten mit mangelnder Kooperation 
und mangelnder Motivation. Seit Jahren bestehe zudem eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung mit chronischer Kopfschmerzsymptomatik, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 14

Verspannungen am gesamten Körper und einer anhaltenden Schmerz-
symptomatik nach Unterschenkelfraktur (S. 21 Ziff. 3.5.2). Zur Problematik 
der Überwindbarkeit der Schmerzstörung erläuterte Dr. med. M.________, 
aufgrund der mittelgradigen bis schweren depressiven Störung bestehe 
eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und 
Dauer und die Versicherte verfüge nicht ausreichend über die notwendigen 
Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen. Diese seien mit einer 
zumutbaren Willensanstrengung nur eingeschränkt überwindbar. Die weite-
ren massgebenden Faktoren, wie ein sozialer Rückzug, ein primärer 
Krankheitsgewinn oder ein Scheitern einer konsequent durchgeführten am-
bulanten oder stationären Behandlung seien nicht feststellbar; betreffend 
die chronische körperliche Begleiterkrankung bestehe ein Status nach Un-
terschenkelfraktur und die bisherige ambulante und stationäre Behandlung 
habe zu einer leichten Besserung der psychischen Störung geführt. Aus 
dem Dargelegten schloss Dr. med. M.________, dass, trotz den seit etwa 
Januar 2011 zu erhebenden Symptomen einer mittelgradigen depressiven 
Störung mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung, eine zumutbare 
Willensanstrengung zur Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit anzu-
nehmen sei (S. 22 Ziff. 3.5.4). Aus rein psychiatrischer Sicht könne seit 
etwa Januar 2011 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … eine 50%-ige 
Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum angenommen werden. Betref-
fend die Haushaltstätigkeit attestierte er ab diesem Zeitpunkt eine Arbeits-
fähigkeit von 70% (S. 23 Ziff. 3.6.1). Bei einer adaptierten Tätigkeit (Arbei-
ten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck [Stress-
belastung], ohne erforderliche geistige Flexibilität und ohne überdurch-
schnittliche Dauerbelastung [vgl. S. 23 Ziff. 3.6.3]) liege ebenfalls eine 
50%-ige Arbeitsfähigkeit vor (S. 23 Ziff. 3.6.2). Bezüglich der Zeit davor sei 
retrospektiv gestützt auf die Befunde der Rehaklinik O.________ und unter 
Berücksichtigung der Berichte des Hausarztes Dr. med. F.________ davon 
auszugehen, dass auch im Jahre 2010 eine mittelgradige bis schwere De-
pression mit erheblichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorgelegen 
haben dürfte (S. 24 Ziff. 3.9). Schliesslich gab Dr. med. M.________ an, bei 
der Versicherten liege eine rezidivierende depressive Störung und damit 
ein psychisches Leiden mit Krankheitswert vor. Ein Überwiegen von psy-
chosozialen Faktoren sei nicht anzunehmen (S. 25 Ziff. 3.10).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 15

In der orthopädisch-psychiatrischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wiesen 
die Gutachter auf die jeweiligen Zumutbarkeitsprofile hin ohne allfällige 
Wechselwirkungen zu nennen (S. 28 f. Ziff. 8.1 f.)

3.1.10 Am 30. Dezember 2013 (act. I 7) nahm Dr. med. K.________ zum 
psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. M.________ Stellung und hielt 
diesem entgegen, trotz der teilstationären Behandlung vom 27. September 
2010 bis zum 25. Februar 2011, der weitergeführten ambulanten Therapie 
und der regelmässigen Medikamenteneinnahme seit Herbst 2007 sei keine 
Verbesserung der anhaltenden schweren depressiven Episode eingetreten 
(S. 1). Die Kriterien einer schweren depressiven Episode mit psychotischen 
Symptomen (ICD-10 F33.11) seien insbesondere wegen der Persistenz der 
psychotischen Symptomatik erfüllt (S. 2). Da eine psychische Komorbidität 
von erheblicher Schwere, Intensität und Dauer existiere, der Krankheitsver-
lauf chronifiziert sei, sich die Symptomatik unverändert bis progredient zei-
ge, ein schwerwiegender sozialer Rückzug vorliege (Abbruch Deutschkurs 
und Austritt aus der Frauenbewegungsgruppe) und ein unbefriedigendes 
Behandlungsergebnis resp. eine gescheiterte Rehabilitation bestehe, sei 
die willentliche Schmerzüberwindung nicht zumutbar (S. 3).

Im Bericht vom 4. April 2014 (act. I 9) präzisierte Dr. med. K.________ im 
Wesentlichen, dass sowohl vor wie auch während der tagesklinischen Be-
handlung die schwere depressive Symptomatik mit psychotischen Sym-
ptomen vorhanden gewesen sei resp. aktuell immer noch bestehe. Im Wei-
teren hielt sie an ihren Ausführungen im Bericht vom 30. Dezember 2013 
(act. I 7) fest und betonte, die Kriterien der Zumutbarkeit einer willentlichen 
Schmerzüberwindung seien nicht erfüllt (S. 2).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 16

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Vorliegend erfüllt das orthopädisch-psychiatrische Gutachten der 
Dres. med. L.________ und M.________ vom 13. August 2012 (act. II 
63.1) die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), 
weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 345 E. 3b/bb 
S. 353). Die im Gutachten enthaltenen Feststellungen beruhen auf allseiti-
gen Untersuchungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Im Weite-
ren diskutierten die Gutachter sowohl IV-fremde Faktoren wie auch Diskre-
panzen mit anderen medizinischen Einschätzungen. Die Ausführungen in 
der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und 
die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und zur Ar-
beitsfähigkeit werden nachvollziehbar begründet. Auf das orthopädisch-
psychiatrische Gutachten kann daher abgestellt werden.

3.3.1 In somatischer Hinsicht legt Dr. med. L.________ klar und schlüssig 
dar, dass die Beschwerdeführerin mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
an einer Osteochondrose C4-6 und an einer Pseudarthrose einer proxima-
len Fibulafraktur leidet (act. II 63.1 S. 7 f. Ziff. 5.3). Ferner hat der Gutach-
ter überzeugend begründet, dass vom 31. Dezember 2008 bis Ende Sep-
tember 2009 im Rahmen der postoperativen Rehabilitation eine volle Ar-
beitsunfähigkeit in der bisherigen wie auch in jeder angepassten Tätigkeit 
bestand. Für die Zeit ab Oktober 2009 attestiert er betreffend der ange-
stammten Arbeit als ... eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit und ergänzt nachvoll-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 17

ziehbar und einlässlich, dass eine angepasste Tätigkeit, d.h. eine vorwie-
gend sitzende, leichte Arbeit ohne häufige reklinierende und rotierende 
Kopfhaltungen, kniende Positionen resp. ohne häufiges Gehen, insbeson-
dere auf Treppen, Leitern und unebenem Boden, sowie ohne regelmässi-
ges Heben und Tragen von Gegenständen über fünf Kilogramm, ab diesem 
Zeitpunkt vollumfänglich zumutbar ist (act. II 63.1 S. 8 f. Ziff. 5.5 f.). Darauf 
ist abzustellen, zumal diese Einschätzung in den übrigen medizinischen 
Akten in grundsätzlicher Weise ihren Rückhalt findet (act. IIA 19; 22 S. 2 ff.; 
42 S. 3 f.) und von der Beschwerdeführerin im Übrigen nicht bestritten wird 
(vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 7).

An dieser schlüssigen Beurteilung vermag der gutachterliche Bericht von 
Dr. med. C.________ vom 10. Juni 2010 (act. IIA 30.1) nichts zu ändern. 
Denn ihr Schluss, dass sie keinen die Arbeitsfähigkeit einschränkenden 
Befund habe erheben können, beruht einzig auf einer neurochirurgischen 
Beurteilung (act. IIA 30.1 S. 14) und tangiert die Ergebnisse von Dr. med. 
L.________, welche sich auf den orthopädischen Bereich beziehen, nicht. 
Überdies hielt Dr. med. C.________ explizit fest, dass eine orthopädische 
Beurteilung zwingend angezeigt sei, um eine allfällige lokale postoperative 
Schmerzursache auszuschliessen (act. IIA 30.1 S. 15). Die Feststellungen 
von Dr. med. C.________ in neurochirurgischer Hinsicht sind ferner plausi-
bel begründet und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheits-
zustand nachvollziehbar dargelegt, sodass auf diese abgestellt und eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus neurochirurgischen Gründen aus-
geschlossen werden kann. 

Soweit Dr. med. I.________ im Zwischenbericht vom 29. Dezember 2010 
(act. II 45.4 S. 3) ab dem 23. November 2010 eine 100%-ige Arbeitsfähig-
keit postulierte, kann ihm nicht gefolgt werden, zumal diese Auffassung von 
ihm weder näher begründet noch medizinisch belegt wurde und auch kei-
nen Rückhalt in den anderen Arztberichten findet. Zudem steht sie im Wi-
derspruch mit seinen weiteren Angaben, wonach der Gesundheitszustand 
stationär geblieben sei und immer noch Schmerzen bestünden. 

Im Weiteren überzeugt die Ansicht von Dr. med. J.________ im Kreisarzt-
bericht vom 24. Januar 2011 (act. II 45.3 S. 4), wonach die Pseudarthrose 
nicht wesentlich für die Beschwerden verantwortlich sei, nicht. Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 18

L.________ führte demgegenüber gestützt auf die Befunde im CT und un-
ter Berücksichtigung der medizinischen Studien einleuchtend aus, dass 
nicht ausgeschlossen werden könne, dass die subjektiven Beschwerden 
tatsächlich durch die Pseudarthrose bedingt seien, zumal die Schmerzen 
vor allem auf das Fibulaköpfchen projiziert worden seien (act. II 63.1 S. 8). 
Mit dem im Einklang steht zudem die Auffassung von Dr. med. E.________ 
(vgl. undatierter Bericht, act. IIA 42 S. 4), der wegen der verminderten Be-
lastbarkeit des linken Unterschenkels resp. wegen der verminderten Steh- 
und Gehbelastbarkeit die bisherige Tätigkeit nur noch als zu 50% zumutbar 
einstufte.

3.3.2 Aus psychiatrischer Sicht zeigt Dr. med. M.________ überzeugend 
auf, dass die Beschwerdeführerin seit mindestens Januar 2009 an einer 
rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradigen bis schweren de-
pressiven Episoden mit psychotischen Symptomen leidet und seit etwa 
Januar 2011 eine mittelgradige Episode vorliegt (act. II 63.1 S. 20 f. Ziff. 
3.5.1). Die rezidivierende depressive Störung stufte er als psychisches Lei-
den mit Krankheitswert ein, wobei er das Vorliegen von psychosozialen 
Faktoren in einem relevanten Mass verneinte (act. II 63.1 S. 25 Ziff. 3.10). 
Zudem hat er eine seit Jahren bestehende anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung diagnostiziert (act. II 63.1 S. 20 Ziff. 3.4) und dazu schlüs-
sig und nachvollziehbar begründet, dass, trotz den seit etwa Januar 2011 
zu erhebenden Symptomen einer mittelgradigen depressiven Störung mit 
anhaltender somatoformer Schmerzstörung, eine zumutbare Willensan-
strengung zur Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit anzunehmen ist. 
Zum Grad der Arbeitsfähigkeit hält Dr. med. M.________ einleuchtend und 
plausibel fest, dass sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … als 
auch bei einer adaptierten Tätigkeit, d.h. Arbeiten ohne erhöhte emotionale 
Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne erforderliche 
geistige Flexibilität und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung, ab 
dem 1. Januar 2011 eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit vorliegt (act. II 63.1 
S. 23). Betreffend den Zeitraum davor enthielt sich Dr. med. M.________ 
einer eindeutigen Einschätzung, kam gestützt auf die in den Akten liegen-
den Berichte jedoch zum Schluss, dass retrospektiv im Jahre 2010 eine 
mittelgradige bis schwere Depression vorgelegen haben dürfte, die erhebli-
che Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hatte (act. II 63.1 S. 24 Ziff. 3.9). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 19

Diese Beurteilung ist nicht nur für sich allein nachvollziehbar und überzeu-
gend, sondern steht auch grundsätzlich im Einklang mit den Ausführungen 
des Hausarztes Dr. med. F.________ (act. IIA 22), mit dem Bericht von Dr. 
med. G.________ und med. pract. H.________ vom 12. Februar 2010 (act. 
IIA 26) sowie mit dem Arztbericht von Dr. med. K.________ vom 16. Mai 
2011 (act. II 49). Darauf ist abzustellen.

An der obgenannten Einschätzung von Dr. med. M.________, wonach re-
trospektiv auch im Jahre 2010 eine mittelgradige bis schwere Depression 
mit erheblichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorgelegen haben 
dürfte (act. II 63.1 S. 24 Ziff. 3.9), ändert die Begutachtung von Dr. med. 
D.________ vom 9. Juli 2010 (act. IIA 34) nichts. Als einziger Arzt diagnos-
tizierte dieser u.a. eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
leicht- bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1), und kam zum 
Schluss, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht über 20% liege 
(act. IIA 34 S. 6, 8). Dabei fällt insbesondere auf, dass die Angaben der 
Beschwerdeführerin (act. IIA 34 S. 4) wie auch die objektiven Befunde (act. 
IIA 34 S. 5) im Gutachten von Dr. med. D.________ erheblich mit denjeni-
gen in den anderen zeitnahen medizinischen Berichten divergieren. So gab 
die Beschwerdeführerin in anderen medizinischen Untersuchungen einer-
seits an, optische und akustische Halluzinationen wahrzunehmen (act. IIA 
26 S. 3; act. II 49 S. 3), verneinte andererseits jedoch bei Dr. med. 
D.________, jemals Stimmen gehört zu haben (act. IIA 34 S. 4). Entgegen 
der Ansicht der anderen Ärzte (vgl. act. IIA 26 S. 3; act. II 49 S. 3) hielt Dr. 
med. D.________ beim objektiven Befund u.a. fest, es lägen keine qualita-
tive und quantitative Wahrnehmungsstörungen vor, die Konzentration sei 
gut, es bestünden keine Kurz- und Langzeitgedächtnisstörungen, keine 
Gedächtnislücken, die Denkvorgänge seien unauffällig und es existiere 
keine schwermütige gedrückte Stimmung; die Mimik und Gestik sei lebhaft 
(act. IIA 34 S. 5 Ziff. 3). In Anbetracht dessen, dass die Beurteilung von Dr. 
med. D.________ in erheblichem Widerspruch zu den anderen zeitnahen 
Berichten steht, welche untereinander stimmig sowie nachvollziehbar sind 
und durch die Auffassung von Dr. med. M.________ gestützt werden, ist 
auf die Beurteilung von Dr. med. D.________ nicht abzustellen. Weitere 
retrospektive Abklärungen ergäben mit Blick auf die verflossene Zeit kaum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 20

einen Sinn, da von solchen erfahrungsgemäss keine wesentlichen Er-
kenntnisse zu erwarten sind. 

Ferner vermögen auch die Einwände der Beschwerdeführerin (Beschwerde 
S. 5 ff.) und die Stellungnahmen von Dr. med. K.________ vom 30. De-
zember 2012 (act. I 7) und vom 4. April 2014 (act. I 9) das Gutachten von 
Dr. med. M.________ nicht in Zweifel zu ziehen. Soweit geltend gemacht 
wird, es sei seit Januar 2011 zu keiner gesundheitlichen Verbesserung 
gekommen und es bestehe nach wie vor eine schwere depressive Episode 
mit psychotischen Symptomen, ist dem entgegenzuhalten, dass Dr. med. 
K.________ in der Anamnese im Bericht vom 16. Mai 2011 (act. II 49 S. 3 
Ziff. 4) im Zusammenhang mit der teilstationären Behandlung selber von 
einer Verbesserung berichtet hatte. So konnte sich die Beschwerdeführerin 
durch die Ergo- und Milieutherapie von ihrer Problematik besser distanzie-
ren, wirkte im Verlauf spürbarer, kontaktfreudiger und ruhiger und besuchte 
nach der teilstationären Behandlung weiterhin neben der ambulanten 
psychiatrischen Behandlung wöchentlich die Kontaktgruppe für Migrantin-
nen sowie einen Deutschkurs. Insbesondere ging dabei auch die psychoti-
sche Symptomatik (Stimmenhören, hypnagoge optische Halluzinationen) 
unvollständig zurück. Dies wird ebenfalls durch die Krankengeschichtsein-
träge (act. I 6) untermauert. So kann dem Eintrag vom 7. März 2011 ent-
nommen werden, dass es aufgrund der regelmässigen Medikamentenein-
nahme zu einer gesundheitlichen Verbesserung gekommen ist. Gemäss 
Eintrag vom 21. März 2011 bestätigte die Beschwerdeführerin zudem, we-
niger zu hören, wie jemand ihr rufe. Im Weiteren ist diesbezüglich zu 
berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Beinverlet-
zung mehrmals eine gewisse Verweigerungshaltung gegenüber einer Ar-
beitsaufnahme gezeigt hatte (act. IIA 19 S. 4 Ziff. 1.4; 22 S. 3 Ziff. 1.4) und 
Dr. med. M.________ auch aus psychiatrischer Sicht auf ein psychogenes 
Verhalten mit mangelnder Kooperation und mangelnder Motivation hinwies 
(act. II 63.1 S. 21 Ziff. 3.5.2). Daraus ist zu schliessen, dass die Möglichkei-
ten, die gesundheitliche Situation zu verbessern, bislang nicht vollumfäng-
lich ausgeschöpft werden konnten.

Im Weiteren kann der Auffassung von Dr. med. K.________, die anhalten-
de somatoforme Schmerzstörung sei mit einer zumutbaren Willensanstren-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 21

gung nicht überwindbar, nicht gefolgt werden (act. I 7 S. 3; 9 S. 2). Entge-
gen ihren Ausführungen ist festzustellen, dass die konsequent durchgeführ-
te teilstationäre Behandlung zu verschiedenen Verbesserungen in mehre-
ren Bereichen geführt hat (vgl. act. II 49 S. 3 Ziff. 1.4) und das Vorliegen 
eines mehrjährigen Krankheitsverlaufs mit unveränderter bis progredienter 
Symptomatik demnach zu verneinen ist. Weiter folgt aus den aktuellsten 
Akten, dass die Beschwerdeführerin vermehrt Kontakt mit einer Schwäge-
rin hat, mit dem Ehemann kurze Familienbesuche durchführt und einer nie-
derschwelligen transkulturellen sozialpsychiatrischen Gruppe beigetreten 
ist (act. I 7 S. 3). Die drei von Dr. med. K.________ genannten Kriterien, 
welche die Unzumutbarkeit der willentlichen Schmerzüberwindung belegen 
sollten, sind demnach nicht erfüllt. Vielmehr ist diesbezüglich den schlüssi-
gen und nachvollziehbaren Argumenten von Dr. med. M.________ zu fol-
gen, der, trotz den seit etwa Januar 2011 zu erhebenden Symptomen einer 
mittelgradigen depressiven Störung mit anhaltender somatoformer 
Schmerzstörung, eine zumutbare Willensanstrengung zur Wiederaufnahme 
einer beruflichen Tätigkeit bejahte (act. II 63 S. 22 Ziff. 3.5.4). 

Praxisgemäss trägt das Gericht in Bezug auf Atteste von behandelnden 
Spezialärzten der Erfahrungstatsache Rechnung, dass diese mitunter im 
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353, 
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] 
vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Insofern und unter Berücksichtigung 
der obgenannten Ausführungen kann auf die beiden Berichte von Dr. med. 
K.________ vom 30. Dezember 2013 (act. I 7) und vom 4. April 2014 (act. I 
9) nicht abgestellt werden. 

Schliesslich ist auch der Darstellung der Beschwerdegegnerin (vgl. Verfü-
gung vom 15. November 2013, act. II 76 S. 12 ff.), wonach es der Be-
schwerdeführerin seit Januar 2011 aufgrund der psychischen Situation 
möglich sein sollte, die Schmerzproblematik zu überwinden, mithin ab die-
sem Zeitpunkt keine Invalidität mehr bestehe, nicht zu folgen. Die Be-
schwerdegegnerin ging dabei davon aus, dass in psychischer Hinsicht ein-
zig eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) vorliegt 
(act. II 76 S. 14). Dem ist entgegenzuhalten, dass Dr. med. M.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 22

die rezidivierende depressive Störung als eigenständige Krankheit diagnos-
tizierte und diese klar von der erst später aufgetretenen somatoformen 
Schmerzstörung abzugrenzen ist (act. II 63.1 S. 20 Ziff. 3.4 f., S. 25 
Ziff. 3.10). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann die 
Depression nicht als unklares Beschwerdebild eingestuft werden. Bei der 
hier bestehenden Konstellation mit Zusammentreffen einer zuverlässig dia-
gnostizierten depressiven Episode und einer somatoformen Schmerz-
störung ist hinsichtlich der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der 
Arbeitsfähigkeit primär auf die fachärztliche Einschätzung abzustellen und 
nicht von einer Konsumation der depressiven Erkrankung durch das unkla-
re Beschwerdebild des Schmerzsyndroms auszugehen (SVR 2014 IV 
Nr. 12 S. 48 f. E. 4.2.2).

3.3.3 Aus dem Dargelegten folgt, dass gestützt auf das Gutachten der 
Dres. med. L.________ und M.________ vom 13. August 2012 (act. II 
63.1) vom 31. Dezember 2008 bis 31. Dezember 2010 eine 100%-ige Ar-
beitsunfähigkeit für sämtliche Erwerbstätigkeiten vorlag. Während die Gut-
achter aus orthopädischer Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit ab 
Oktober 2010 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit attestierten, ist aus psych-
iatrischer Sicht davon auszugehen, dass ab 1. Januar 2011 in einer adap-
tierten Tätigkeit eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit weiterhin besteht (act. II 
63.1 S. 28 f. Ziff. 8.1 f.). 

4.

4.1 Es steht zu Recht ausser Frage, dass die Beschwerdeführerin als 
Teilzeiterwerbstätige (Erwerbsbereich: 60%, Haushaltbereich: 40%) zu 
qualifizieren ist und damit die gemischte Invaliditätsbemessungsmethode 
zur Anwendung gelangt (vgl. E. 2.3 hiervor). Aufgrund der Akten besteht 
kein Anlass zu einer anderen Annahme. Der Status wird im Übrigen von 
der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten.

Unbestritten und aufgrund der Akten nicht zu beanstanden ist weiter der 
Abklärungsbericht Haushalt vom 28. März 2013 (act. II 64), soweit die Zeit 
bis Ende 2010 betreffend. Dieser erfüllt insofern die von der Rechtspre-
chung gestellten Anforderungen (BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63), so dass auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 23

diesen abgestellt werden kann. Er basiert auf einer Erhebung vor Ort und 
hält in angemessener Ausführlichkeit die Aussagen der Beschwerdeführe-
rin zu ihrer Tätigkeit im Haushalt, mit Einschluss der behinderungsbeding-
ten Einschränkungen, fest. Die daraus gezogene Schlussfolgerung, es lie-
ge im Aufgabenbereich als Hausfrau – bis Dezember 2010 – eine Invalidität 
von 52.5% bzw. gewichtet von 21% (52.5 x 0.4, vgl. E. 4.1 erster Absatz 
hiervor) vor, ist nicht zu beanstanden (act. II 64 S. 12). 

Für die Zeit ab dem 1. Januar 2011 ging die Abklärungsfachperson davon 
aus, dass es der Beschwerdeführerin aufgrund der psychischen Situation 
möglich sein sollte, die Schmerzproblematik zu überwinden, mithin ab die-
sem Zeitpunkt keine Invalidität mehr bestehe (act. II 64 S. 6 Ziff. 3.8). Die-
ser Auffassung kann aus medizinischer Sicht – wie dargelegt (vgl. E. 3.3.2 
hiervor) – nicht gefolgt werden. Vielmehr ist daher diesbezüglich auf die 
psychiatrische Beurteilung von Dr. med. M.________ abzustellen, der ab 
dem 1. Januar 2011 die Einschränkung im Haushaltsbereich konkret auf 
30% bezifferte (act. II 63.1 S. 23 Ziff. 3.6.1). Mit Blick auf die psychisch 
begründete Beeinträchtigung erscheint diese Limitierung, die weniger weit 
geht als im Erwerbsbereich, als nachvollziehbar: Die Beschwerdeführerin 
kann ihre Arbeit zu Hause selbst einteilen und unterliegt deshalb keinem 
zeitlichen Druck und keiner erhöhten emotionalen Belastung, zudem erfor-
dert die Haushaltsarbeit unter diesen ruhigen Bedingungen auch keine 
geistige Flexibilität. Wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im 
Vordergrund steht, ist nach der Praxis in der Regel den ärztlichen Stellung-
nahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushalts-
abklärung. Dies insbesondere wenn sich die Ergebnisse der Abklärung vor 
Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicher-
ten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, widersprechen. Denn der 
Abklärungsperson ist es regelmässig nur beschränkt möglich, das Aus-
mass des psychischen Leidens und die damit verbundenen Einschränkun-
gen zu erkennen (SVR 2012 IV Nr. 19 S. 87 E. 2). Somit ist ab dem 1. Ja-
nuar 2011 von einer psychisch bedingten Einschränkung im Haushaltsbe-
reich von 30% oder gewichtet von 12% (30 x 0.4, vgl. E. 4.1 erster Absatz 
hiervor) auszugehen. Ob ab diesem Zeitpunkt auch in somatischer Hinsicht 
noch eine Einschränkung im Haushaltsbereich vorliegt, ist unklar. So ging 
die Abklärungsfachperson davon aus, dass ab Januar 2011 keine Invali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 24

dität mehr bestehe (act. II 64 S. 6 Ziff. 3.8), während Dr. med. L.________ 
ab Oktober 2010 aus orthopädischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit im 
Haushalt von 50% postulierte (act. II 63.1 S. 9). Diese Frage kann letztlich 
aber offen bleiben, denn selbst wenn auch noch somatische Einschränkun-
gen im Haushaltsbereich bestehen würden, ist davon auszugehen, dass 
der IV-Grad im Haushalt angesichts der insgesamt verbesserten gesund-
heitlichen Situation (vgl. E. 3.3.3 hiervor) ab 1. Januar 2011 deutlich unter 
52.5% resp. gewichtet unter 21% (wie bis Dezember 2010 ausgewiesen) 
liegt. Da – wie noch ausgeführt wird (vgl. E. 4.5.1 hiernach) – ab dem 1. 
Januar 2011 in erwerblicher Hinsicht keine massgebliche Invalidität mehr 
vorliegt, wird so oder anders kein rentenrelevanter IV-Grad (vgl. E. 2.2 
hiervor) erreicht. 

4.2 Zu prüfen ist im Folgenden, wie es sich mit der Invalidität im Er-
werbsbereich verhält.

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG vom 
30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 25

ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

4.3 Gestützt auf die Anmeldung zum Leistungsbezug vom 1. Oktober 
2009 (act. IIA 1) und i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG (Entstehung des Rentenan-
spruchs frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendma-
chung) ist der Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns auf den 
1. April 2010 festzusetzen. Das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG wurde – ausgehend von der ab 31. Dezember 2008 attestierten 100%-
igen Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.3.3 hiervor) – im Dezember 2009 erfüllt. 
Ein erster Einkommensvergleich ist somit auf das Jahr 2010 hin vorzuneh-
men (BGE 129 V 222). 

4.4 Ab dem 1. April 2010 bestand bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit 
(vgl. E. 3.3.3 hiervor) im Bereich der Erwerbstätigkeit ein IV-Grad von 
100% resp. gewichtet 60% (100% x 0.6, vgl. E. 4.1 hiervor).

4.5 Ab dem 1. Januar 2011 ist in einer leidensangepassten Tätigkeit bei 
einem vollen Arbeitspensum von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit auszuge-
hen (vgl. E. 3.3.3 hiervor). Dies wie auch die verminderte Einschränkung im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 26

Bereich des Haushaltes (vgl. E. 4.1 hiervor) stellen Revisionsgründe dar. 
Unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV ist der IV-Grad somit ab 
dem 1. April 2011 neu zu ermitteln (vgl. E. 2.6.1 ff. hiervor).

4.5.1 Die Beschwerdeführerin arbeitete vor dem Unfall zu 33% als ... für 
die P.________ (act. IIA 14 S. 69) und temporär zu 100% bei der 
Q.________ als … (act. IIA 14 S. 55). Da sie keine Ausbildung absolviert 
hat (act. II 64 S. 4 Ziff. 3.1) und vor dem Unfall in verschiedenen Bereichen 
tätig war, wobei die Anstellungsverhältnisse jeweils nur kurz gedauert ha-
ben (act. IIA 1 S. 6; 4; 14 S. 48), ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin zur Berechnung des Valideneinkommens die LSE her-
angezogen hat (vgl. E. 4.2.1 hiervor). Dabei ist gestützt auf die Tabelle LSE 
2010, TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilun-
gen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater Sek-
tor), Total, Frauen, Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkei-
ten), von einem monatlichen Bruttoeinkommen von Fr. 4'225.-- auszuge-
hen. Dieses Einkommen ist an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 
41.7 Stunden (BFS, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit, Betriebsübli-
che Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, ab 2004-2012, Total, 2011) 
anzupassen und auf das Jahr 2011 zu indexieren (von 100 Punkten [2010] 
auf 101 Punkte [2011]; BFS, T1.10 Nominallohnindex, 2011-2013, Total), 
womit ein monatlicher Lohn in der Höhe von Fr. 4'449.-- (4'225.-- : 40 x 
41.7 : 100 x 101) resp. unter Berücksichtigung des Status (Erwerbsbereich: 
60%, Haushaltbereich: 40%, vgl. E. 4.1 hiervor) von Fr. 2'669.-- resultiert. 

4.5.2 Da die Beschwerdeführerin nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, ist auch das Invalideneinkommen an-
hand statistischer Daten bzw. anhand der obgenannten Tabelle LSE 2010 
zu ermitteln. Da die angepasste Tätigkeit keine erhöhte emotionale Belas-
tung, keinen erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), keine geistige Flexibi-
lität und keine überdurchschnittliche Dauerbelastung enthalten soll (act. II 
63.1 S. 23 Ziff. 3.6.3), rechtfertigt sich zudem ein leidensbedingter Abzug 
vom Tabellenlohn in der Höhe von 10% (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Gestützt auf 
die ausgewiesene 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. 3.3.3 hiervor) und unter 
Berücksichtigung des Tabellenlohnabzuges beträgt das Invalideneinkom-
men somit Fr. 2'002.-- (4'449.-- x 0.5 – [2'225 x 10 : 100]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2015, IV/14/12, Seite 27

4.5.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 2'669.-- und einem Invaliden-
einkommen von Fr. 2'002.-- resultiert eine Einkommenseinbusse in der 
Höhe von Fr. 667.--, was einen IV-Grad im Bereich der Erwerbstätigkeit 
von 25% resp. gewichtet 15% (25% x 0.6) ergibt.

Bei einer gewichteten Einschränkung von 15% im Erwerbsbereich und ei-
ner solchen von unter 21% im Haushaltsbereich (vgl. E. 4.1 hiervor) resul-
tiert ein IV-Grad von jedenfalls unter 40%. 

5. Nach dem Dargelegten besteht ab 1. April 2011 kein Anspruch 
mehr auf eine IV-Rente, weshalb die angefochtene Verfügung vom 15. No-
vember 2013 (act. II 76 S. 12) im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Die 
hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und 
ist abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Die unterliegende Beschwerdeführerin hat die Verfahrenskosten, gerichtlich 
bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden 
dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art.  1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.

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