# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8754e8e-f2f4-58fe-80ef-d8e05ad4fbc3
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-05-15
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 15.05.2020 BB.2020.82
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2020-82_2020-05-15.pdf

## Full Text

Beschluss vom 15. Mai 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Giorgio Bomio-Giovanascini und Stephan Blättler,  

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  

   
 

Parteien 

  

A., Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

ANKLAGEKAMMER DES KANTONS ST. GAL-

LEN,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 

Abs. 3 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2020.82 

  

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- mit Verfügung vom 10. März 2020 die Jugendanwaltschaft St. Gallen den 

Antrag von B. um sofortige Entlassung aus der geschlossenen Unterbrin-

gung, Aufhebung der ambulanten Behandlung sowie Abbruch der angeord-

neten Begutachtung abwies; sie den unentgeltlichen Rechtsvertreter mit 

Fr.  1'500.-- entschädigte (s. act. 1.1); 

 

- mit Entscheid vom 29. April 2020 die Anklagekammer des Kantons St. Gal-

len die dagegen erhobene Beschwerde von B. abwies, soweit sie darauf ein-

trat; sie das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege bzw. amtliche Verteidi-

gung (in der Person von Rechtsanwalt A.) abwies (Dispositiv Ziffer 2) und 

die Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- dem Beschwerdeführer auferlegte 

(act.  1.1); 

 

- Rechtsanwalt A. im eigenen Namen mit Eingabe vom 11. Mai 2020 Be-

schwerde gegen Dispositiv Ziffer 2 des Entscheids vom 29. April 2020 bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erhebt (act. 1); er die Auf-

hebung von Dispositiv Ziffer 2 beantragt und eine praxisübliche Entschädi-

gung der amtlichen Verteidigung für das Verfahren vor der Anklagekammer 

beantragt (act. 1 S. 2).  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

-  gegen den Entscheid, mit welcher die Beschwerdeinstanz eines Kantons die 

Entschädigung der amtlichen Verteidigung für deren Bemühungen im kanto-

nalen Beschwerdeverfahren festsetzt, diese bei der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts Beschwerde führen kann (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO 

i.V.m. Art. 25 Abs. 2 JStPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG);  

 

- vorliegend die Beschwerdeinstanz des Kantons im angefochtenen Entscheid 

das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege bzw. amtliche Verteidigung ab-

wies; sie entsprechend auch keinen Entschädigungsentscheid fällte;  

 

- der Beschwerdeführer damit keinen Entschädigungsentscheid einer kanto-

nalen Beschwerdeinstanz im Sinne von Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO anficht 

(vgl. Urteil 1B_355/2012 vom 12. Oktober 2012 lit. C und E. 1.3);  

 

- 3 - 

 

 

 

-  demnach mangels eines zulässigen Anfechtungsobjekts ohne Durchführung 

eines Schriftenwechsels (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario) auf die Be-

schwerde nicht einzutreten ist;  

 

- der Beschwerdeführer im Übrigen auch nicht legitimiert wäre, in eigenem 

Namen gegen die Abweisung des Gesuchs um amtliche Verteidigung Be-

schwerde zu führen (Urteile des Bundesgerichts 1B_350/2017 vom 1. No-

vember 2017 E. 2; 1B_187/2013 vom 4. Juli 2013 E. 1.2);  

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Gerichtskos-

ten zu tragen hat (Art. 428 Abs. 1 StPO); die Gerichtsgebühr auf Fr. 400.– 

festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reg-

lements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Ge-

bühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]);  

 

- die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid die Beschwerde an 

das Bundesgericht (Art. 78 ff. BGG) als Rechtsmittel angegeben hatte 

(act. 1.1 S. 12); nichtsdestotrotz der Beschwerdeführer Beschwerde an das 

Bundesstrafgericht unter Berufung auf Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO erhob; unter 

diesen Umständen von einer Überweisung der Beschwerde an das Bundes-

gericht abzusehen ist; 

- 4 - 

 

 

 

und erkennt: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 15. Mai 2020 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt A., 

- Anklagekammer des Kantons St. Gallen 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.