# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd363ade-2659-5318-8914-6390fd8a57d5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.08.2023 200 2023 229
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-229_2023-08-08.pdf

## Full Text

200 23 229 UV
KOJ/FRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. August 2023

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 27. Februar 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2023, UV/23/229, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1984 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
stürzte gemäss Schadenmeldung vom 4. November 2013 am 23. Oktober 
2013 bei der Arbeit beim Absteigen von der Leiter, wobei er eine Fussdis-
torsion rechts mit fibularer Teilruptur erlitt (Akten der Unfallversicherung 
[act.  II] 1, 11, 15 S. 2). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Su-
va bzw. Beschwerdegegnerin) sprach ihm (nebst den vorübergehenden 
Leistungen) eine Integritätsentschädigung nach Massgabe eines Inte-
gritätsschadens von 5 % zu (Verfügung vom 16. November 2015 [act. II 
61]). 

Am 23. November 2015 stürzte der Versicherte bei der Arbeit erneut von 
einer Leiter (act. II 73), wobei er sich insbesondere an der rechten domi-
nanten Schulter verletzte (act. II 74 S. 2). Die Suva sprach ihm unter ande-
rem eine Integritätsentschädigung nach Massgabe eines Integritätsscha-
dens von 10 % sowie ab 1. Juli 2020 – auf Basis einer Erwerbsunfähigkeit 
von 23 % – eine UV-Rente zu (Verfügung vom 9. Juni 2020 [act. II 98]). Die 
hiergegen erhobene Einsprache (act. II 99 f.) wies die Suva mit Entscheid 
vom 24. Februar 2021 ab (act. II 108). 

Mit Eingabe vom 11. Juni 2021 stellte der Versicherte ein Gesuch um pro-
zessuale Revision des Einspracheentscheides vom 24. Februar 2021 
(act. II 108) und meldete einen Rückfall zum Fussunfall (act. II 112). Am 
30. Juni 2021 liess er der Suva diverse Unterlagen zukommen (act. II 115). 
Nachdem die Kreisärztin am 19. August 2021 Stellung genommen hatte 
(act. II 121), trat die Suva mit Verfügung vom 24. August 2021 (act. II 122) 
auf das Wiedererwägungsgesuch bzw. Gesuch um prozessuale Revision 
nicht ein und verneinte einen Rückfall. Zur Begründung führte sie aus, das 
Revisionsgesuch sei verspätet eingereicht worden und weder die strukturell 
objektivierbaren Unfallfolgen hätten sich verschlimmert noch sei die Wie-
deraufnahme einer ärztlichen Behandlung angezeigt. Hiergegen erhob der 
Versicherte am 27. September 2021 Einsprache und reichte mit weiteren 
Begründungen diverse Unterlagen ein (act. II 125, 132, 134, 137). Die Suva 

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holte in der Folge das von der IV-Stelle Bern (IVB) in Auftrag gegebene 
interdisziplinäre Gutachten der MEDAS C.________ vom 4. Mai 2022 (act. 
II 150) und eine weitere Beurteilung der Kreisärztin ein (act. II 152). Mit 
Entscheid vom 27. Februar 2023 (act. II 163) wies die Suva die Einsprache 
vom 27. September 2021 (act. II 125) ab. 

B.

Am 30. März 2023 (Postaufgabe) erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern Beschwerde und stellte folgende Anträge:

1. Der Einspracheentscheid vom 27. Februar 2023 sei aufzuheben und 
die Suva sei zu verpflichten, auf die gestützt auf das Gutachten de 
MEDAS C.________ gemeldete Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes im Sinne eines Rückfalls in Bezug auf den Fussunfall vom 
Oktober 2013 sowie den Schulterunfall vom 23. November 2023 (recte: 
2015) einzutreten und die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und 
den Sachverhalt vermittels eines externen polydisziplinären Gutach-
tens, namentlich in den Fachdisziplinen Fusschirurgie, Neurologie, 
Neuropsychologie, Neuroradiologie, Orthopädie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates sowie Psychiatrie abzuklären. 

2. Eventualiter sei der Einspracheentscheid aufzuheben und die Suva zu 
verpflichten, dem Beschwerdeführer mindestens eine 50 %-Rente aus-
zurichten und die Integritätsentschädigung für den Fuss auf mindes-
tens 20 % und jene für das schwere Schulter-Arm-Syndrom auf 25 % 
zu erhöhen sowie eine Integritätsentschädigung von mindestens 20 % 
wegen den neuropsychologischen Beeinträchtigungen auszurichten – 
unter Kostenfolge. 

Am 6. April 2023 ging beim Verwaltungsgericht eine ergänzende Be-
schwerdebegründung samt Beilagen ein. 

Am 17. April 2023 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen 
einer umfassenden Beschwerdeantwort und schloss auf Abweisung der 
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 18. April 2023 forderte der Instrukti-
onsrichter die Rechtsvertreterin des Versicherten auf, bis am 2. Mai 2023 
eine Kostennote einzureichen. In der Folge ging beim Gericht keine Kos-
tennote ein.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist - unter Vorbehalt der nachste-
henden Erwägungen - auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2

1.2.1 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 27. Februar 2023 
(act. II 163). In der Eingabe vom 11. Juni 2021 (act. II 112) brachte der Be-
schwerdeführer vor, er könne wegen des Fusses nicht mehr knien und der 
Fuss sei ausgesprochen schmerzhaft und instabil. Auf den neusten Rönt-
genbildern sei eindeutig eine subtalare Arthrose zu sehen und auf dem 
MRT sehe man sicher Entzündungszeichen (act. II 112 S. 1). In der Einga-
be vom 30. Juni 2021 (act. II 115 S. 2) führte er in der Folge aus, der Fuss 
sei nicht verheilt und nicht gesund, wenn acht Jahre nach Bandverletzung 
derartige Schmerzen, Entzündungen und Instabilitäten mit Arthrosen vor-
handen seien. Hätte die Kreisärztin die bildgebenden Befunde angeschaut, 
so wäre offensichtlich gewesen, dass der Fuss immer noch behandlungs-
bedürftig sei und dass strukturelle Läsionen vorlägen. Damit seien ein Re-

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visionsgrund und gleichzeitig ein Rückfall gegeben. In diesen beiden Ein-
gaben vom 11. und 30. Juni 2021 (act. II 112 und 115) wurde damit einzig 
auf die Fussproblematik rechts Bezug genommen; dies betrifft den Unfall 
vom 23. Oktober 2013 (act. II 1 ff.). Allein diese Problematik bildete dann 
auch Gegenstand der Verfügung vom 24. August 2021 (act. II 122) und des 
angefochtenen Einspracheentscheids vom 27. Februar 2023 (act. II 163). 

1.2.2 Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde insoweit, als darin der Be-
schwerdeführer mehrfach Bezug auf eine Leistungspflicht wegen eines 
Rückfalls hinsichtlich der Schulterproblematik nimmt. Die Schulterproble-
matik betrifft den Unfall vom 23. November 2015 (act. II 73 ff.). Über diesen 
Punkt wurde in der Verfügung vom 24. August 2021 (act. II 122) nicht ver-
fügt bzw. im angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. Februar 2023 
(act. II 163) nicht entschieden und mangelt es mithin an einem Anfech-
tungsobjekt. Gleiches gilt hinsichtlich der beantragten Integritätsentschädi-
gung wegen neuropsychologischer Beeinträchtigungen (Beschwerde S. 1 
Rechtsbegehren Ziff. 2), über welche ebenfalls nicht verfügt worden ist. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide 
müssen in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder 
der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen 
entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht mög-
lich war (Art. 53 Abs. 1 ATSG), und die geeignet sind, zu einer anderen 
rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 127 V 466 E. 2c S. 469). Aus-
schlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswür-
digung, sondern der Sachverhaltsfeststellung dient. Es bedarf dazu neuer 

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Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlagen als 
objektiv mangelhaft erscheinen lassen (BGE 138 V 324 E. 3.2 S. 328).

2.2 Die prozessuale Revision ist gestützt auf Art. 55 Abs. 1 ATSG nur 
innerhalb der in Art. 67 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) enthaltenen 
Fristen zulässig. Nach Abs. 1 dieser Bestimmung ist eine relative 90-tägige 
Frist zu beachten, die mit der Entdeckung des Revisionsgrundes zu laufen 
beginnt. Zudem gilt eine absolute zehnjährige Frist, deren Lauf mit der 
Eröffnung des Entscheides einsetzt (BGE 143 V 105 E. 2.1 S. 107; SVR 
2012 UV Nr. 17 S. 63 E. 3). Grundsätzlich bestimmt sich der Zeitpunkt, in 
welchem die Partei den angerufenen Revisionsgrund hätte entdecken kön-
nen, nach dem Prinzip von Treu und Glauben. Praxisgemäss beginnt die 
relative 90-tägige Revisionsfrist zu laufen, sobald bei der Partei eine siche-
re Kenntnis über die neue erhebliche Tatsache oder das entscheidende 
Beweismittel vorhanden ist. Blosse Vermutungen oder gar Gerüchte genü-
gen dagegen nicht und vermögen den Lauf der Revisionsfristen nicht in 
Gang zu setzen. Die sichere Kenntnis ist nicht erst dann gegeben, wenn 
der Revisionskläger die neue erhebliche Tatsache sicher beweisen kann, 
sondern es genügt ein auf sicheren Grundlagen fussendes Wissen darüber 
(BGE 143 V 105 E. 2.4 S. 108). 

2.3 Der Beschwerdeführer beantragte im Rahmen seines Schreibens 
vom 11. Juni 2021 (act. II 112) eine prozessuale Revision mit der Begrün-
dung, auf den neusten Röntgenbildern des Spitals D.________, welche ihm 
nach mehrmaliger Mahnung erst am 26. Februar 2021 zugestellt worden 
seien, sehe man eindeutig eine subtalare Arthrose und auf dem MRT sehe 
man sicher Entzündungen und auch weitere Abnormalitäten. Dem Bericht 
des Spitals D.________ vom 11. Februar 2021 (act. II 107) ist zu entneh-
men, dass der MRI-Befund vom 8. Februar 2021 am gleichen Tag mit dem 
Beschwerdeführer besprochen worden ist. Die 90-tätige Frist (vgl. E. 2.2 
hiervor) begann somit am 9. Februar 2021 zu laufen und endete am 9. Mai 
2021. Die Einreichung des Revisionsgesuchs am 11. Juni 2021 ist damit zu 
spät erfolgt. Überdies stellt der MRI-Befund vom 8. Februar 2021 ohnehin 
keine neue Tatsache (vgl. E. 2.1 hiervor) dar, wurde dieser doch bereits im 
Einspracheentscheid vom 24. Februar 2021 berücksichtigt (act. II 108 S. 14 

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Sachverhalt lit. C), worauf die Beschwerdegegnerin im hier angefochtenen 
Einspracheentscheid zu Recht verwiesen hat (act. II 163 S. 3)

3.

3.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem In-
krafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet ha-
ben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen 
sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG). 

Es werden Leistungen gestützt auf ein Ereignis vom 23. Oktober 2013 gel-
tend gemacht (act. II 1), womit auf den vorliegenden Fall die bis 31. De-
zember 2016 gültig gewesene Rechtslage zur Anwendung gelangt. 

3.2  Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 

3.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; BGE 148 
V 356 E. 3 S. 358 f.).

3.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2023, UV/23/229, Seite 8

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

3.3.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181; BGE 148 V 356 E. 3 S. 358 f.). Bei orga-
nisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate Kausa-
lität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier prak-
tisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358; SVR 
2020 UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2).

3.4

3.4.1 Nach Art. 11 UVV werden Versicherungsleistungen auch für Rück-
fälle und Spätfolgen gewährt. Bei einem Rückfall handelt es sich um das 
Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu 
ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähig-
keit kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Lei-
den im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen 
bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 
144 V 245 E. 6.1 S. 254, 118 V 293 E. 2c S. 296).

3.4.2 Liegt ein Rückfall oder eine Spätfolge vor, so besteht eine Leis-
tungspflicht im Sinne von Art. 11 UVV des Unfallversicherers nur dann, 
wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der sei-
nerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein 
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Dabei kann der 
Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des Kausalzusammenhangs 
beim Grundfall oder einem früheren Rückfall behaftet werden (BGE 118 V 
293 E. 2c S. 296; RKUV 1994 U 206 S. 327 E. 2 und S. 328 E. 3b; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2023, UV/23/229, Seite 9

SVR 2016 UV Nr. 15 S. 47 E. 3.2 und Nr. 18 S. 56 E. 2.1.2). Bei Rückfällen 
und Spätfolgen obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines 
natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild 
und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der 
zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den 
Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu 
stellen. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten 
Person aus (SVR 2016 UV Nr. 18 S. 57 E. 2.2.2; Entscheid des Bundesge-
richts vom 19. Dezember 2016, 8C_61/2016, E. 3.2).

4.

4.1 Aufgrund der Akten erstellt und unbestritten ist, dass das Ereignis 
vom 23. Oktober 2013 die kumulativ notwendigen Tatbestandselemente 
des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 3.2 hiervor) erfüllt. Die 
Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versicherungsleistun-
gen erbracht (vgl. u.a. act. II 2, 61). Umstritten ist indessen, ob es sich bei 
den geltend gemachten Beschwerden am rechten Fuss (Beschwerde S. 3 
Ziff. 2) um einen Rückfall bezüglich des Ereignisses vom 23. Oktober 2013 
handelt.

4.2 Den medizinischen Akten lässt sich im Wesentlichen das Folgende 
entnehmen:

4.2.1 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 4. Mai 2022 (act. II 
150) basiert auf Untersuchungen in den Fachbereichen Allgemeine Innere 
Medizin, Orthopädie, Neurologie, Psychiatrie sowie Neuropsychologie. In 
der interdisziplinären Gesamtbeurteilung wurden in Bezug auf den rechten 
Fuss folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt 
(act. II 150 S. 11): 

- Chronisches submalleoläres laterales Schmerzsyndrom rechts mit 
freier Beweglichkeit und stabiler Bandführung der Sprunggelenke 
bei

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- Status nach OSG-Supinationstrauma rechts nach Leitersturz am 
23. Oktober 2013

- MRI des OSG vom 11. November 2013; subtotale Ruptur des 
Ligamentum talofibulare anterius, ausgeprägte Zerrung des Li-
gamentum fibulocalcaneare und der Syndesmose ohne Nach-
weis einer wesentlichen Dehiszenz

- MRI OSG rechts vom 8. Februar 2021: normale Darstellung der 
lateralen Bandstrukturen, keine Tendinopathie, keine Signalalte-
ration im Knochen

- Rx rechtes Sprunggelenk im Stehen vom 16. März 2022: hoch-
gradige Abflachung des Fusslängsgewölbes, hochgradige Vor-
fussverbreiterung, es lassen sich keine signifikanten Ver-
schleissveränderungen feststellen

Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, führte im orthopädischen Teilgutachten 
aus, bei einem Leitersturz im 2013 sei es zu einer komplexen Läsion im 
Sprunggelenksbereich gekommen. Bei der aktuellen Untersuchung sei die 
Schmerzhaftigkeit umschrieben worden auf den submalleolären Bereich 
lateral rechts lokalisiert. Es hätten sich ein Rückfussvalgus und eine Abfla-
chung des Fusslängsgewölbes ergeben. Die Beweglichkeit im Sprungge-
lenk sei regelrecht gewesen. Es habe sich keinerlei Bandlockerheit, auch 
nicht an der Syndesmose mehr, feststellen lassen. Die Röntgenaufnahme 
des Rückfusses rechts in zwei Ebenen habe eine hochgradige Abflachung 
des Fusslängsgewölbes und eine Verbreiterung des Vorfusses ergeben. Es 
hätten sich keinerlei degenerative Veränderungen im Bereich der Sprung-
gelenke und des Mittelfusses darstellen lassen. Ebenso seien keine post-
traumatischen Veränderungen ersichtlich gewesen (act. II 150 S. 60). Die 
aktuelle Symptomatik sei ausschliesslich als Ausdruck eines dekompensie-
renden Knick-Senk-Spreizfusses zu interpretieren bei Schwäche der 
Fussmuskulatur und Gewichtszunahme (10 bis 15 kg in den letzten Jah-
ren). Es ergäben sich keine residualen ligamentären Insuffizienzen, auch 
nicht an der Syndesmose. Es würden keine Einlagen getragen, um das 
Fusslängsgewölbe anzuheben und das laterale submalleoläre Gelenk zu 
entlasten. Diese einfache Massnahme würde mit Wahrscheinlichkeit eine 
rasche Symptomlinderung bringen (act. II 150 S. 61).

Interdisziplinär legten die Gutachter dar, die Folgen des Leitersturzes vom 
23. Oktober 2013 seien vollständig abgeheilt. Die aktuelle Schmerzsym-
ptomatik am rechten Fuss sei ausschliesslich die Folge eines chronischen 

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submalleolären lateralen Reizzustandes im Rahmen eines hochgradigen 
Knick-Senk-Spreizfusses, dies als Folge einer konstitutionellen Fussfehl-
form, einer muskulären Schwäche und einer Gewichtszunahme in den letz-
ten Jahren (act. II 150 S. 22). 

4.2.2 Die Kreisärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, führte in der Beurteilung vom 30. Mai 2022 (act. II 152) 
aus, die Gutachter der MEDAS stützten ihre eigene Stellungnahme, dass 
am rechten Fuss gegenüber dem Frühjahr 2020 keine strukturell-objekti-
vierbare wesentliche Verschlechterung vorliege. 

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

4.4

4.4.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 27. Februar 2023 (act. II 163) massgeblich auf die Beur-
teilung der Kreisärztin Dr. med. F.________ vom 30. Mai 2022 (act. II 152) 

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sowie auf das MEDAS-Gutachten vom 4. Mai 2022 (act. II 150) gestützt. 
Das MEDAS-Gutachten erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtspre-
chung an den Beweiswert einer Expertise gestellten Anforderungen und 
überzeugt. Insbesondere basieren die Beurteilungen auf umfassenden Un-
tersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und wurden in 
Kenntnis und nach Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet. Sie 
leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und der 
Beurteilung der medizinischen Situation ein. Folglich kommt dem Gutach-
ten voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

4.4.2 Der Gutachter Dr. med. E.________ hat einleuchtend und überzeu-
gend begründet, dass am rechten Fuss zwar eine gewisse Schmerzsym-
ptomatik besteht, dieser jedoch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
zukommt. Es handelt sich um Folgen eines Knick-Senk-Spreizfusses mit 
reaktiver Irritation im submalleolaren lateralen Gelenkanteil des OSG. Es 
bestehen weder ligamentäre Insuffizienzen noch haben sich relevante de-
generative Veränderungen entwickelt (act. II 150 S. 60 f., S. 12). Ferner 
haben die Gutachter in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung schlüssig 
dargelegt, dass von der vollständigen Abheilung der Bandverletzungen 
auszugehen und die aktuelle Symptomatik nicht mehr als Unfallfolge zu 
betrachten ist (act. II 150 S. 22). Unter Bezugnahme auf das MEDAS-
Gutachten hat die Kreisärztin Dr. med. F.________ in der Folge nachvoll-
ziehbar und überzeugend dargelegt, dass am rechten Fuss gegenüber dem 
Frühjahr 2020 keine strukturell-objektivierbare wesentliche Verschlechte-
rung vorliegt (act. II 152). Dass die Kreisärztin keine eigene Untersuchung 
durchgeführt hat (die letzte kreisärztliche Untersuchung durch sie erfolgte 
am 19. November 2019 [act. II 86]), schadet nicht. Denn die Voraussetzun-
gen für einen rechtsgenüglichen Aktenbericht sind vorliegend erfüllt (SVR 
2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Insbesondere sind Anamnese und Verlauf 
ausführlich in den Akten dokumentiert. Dr. med. F.________ hat sich in 
ihrer ärztlichen Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfäl-
tig mit den gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers 
auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen schliesslich insbesondere 
gestützt auf das MEDAS-Gutachten (act. II 150) getroffen (act. II 152). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2023, UV/23/229, Seite 13

4.4.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, an der Begutachtung habe 
kein Fusschirurg teilgenommen (Beschwerde S. 3 Ziff. 2), kann er daraus 
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dr. med. E.________ ist als Orthopäde 
ohne weiteres hinreichend fachlich qualifiziert, um den Zustand des rechten 
Fusses des Beschwerdeführers zu beurteilen. Weiter ist das beschwerde-
weise eingereichte Foto der beiden Füsse (des Beschwerdeführers), auf 
dem der rechte Fuss ʺeindeutig geschwollenʺ sei (Akten des Beschwerde-
führers [act. I] 4), nicht geeignet, Zweifel an der versicherungsmedizini-
schen und gutachterlichen Beurteilung zu wecken. 

4.4.4 Nach dem Dargelegten ist mit Blick auf die überzeugenden gutach-
terlichen Angaben ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem 
Unfall vom 23. Oktober 2013 und den als Rückfall geltend gemachten Be-
schwerden am rechten Fuss nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, 
zumal der Beschwerdeführer hinsichtlich der Fussproblematik auch keine 
anderslautenden fachärztlichen Berichte eingereicht hat.

Folglich bedarf es keiner weiteren medizinischen Abklärungen, sodass na-
mentlich auf das vom Beschwerdeführer beantragte externe Gutachten 
(vgl. Beschwerde S. 1 Rechtsbegehren Ziff. 1) in antizipierter Beweiswürdi-
gung zu verzichten ist (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 
122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Ein Anspruch auf 
Leistungen aus der Unfallversicherung besteht deshalb (im Zusammen-
hang mit dem geltend gemachten Rückfall zum Unfall vom 23. Oktober 
2013) nicht. 

5.

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 27. Februar 2023 (act. II 163) 
ist damit nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

6.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2023, UV/23/229, Seite 14

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen. 

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2023, UV/23/229, Seite 15

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.