# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9e96eb5-b730-5d6d-9c9f-da2aae5a6bac
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 21.10.2021 SB210036
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210036_2021-10-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB210036-O/U/cwo 
 
Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. B. Gut und 

Oberrichterin lic. iur. M. Knüsel sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Kümin Grell 

Urteil vom 21. Oktober 2021 
 

in Sachen 

 
A._____,  
Privatkläger und Berufungskläger 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 
sowie 

 
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. T. Moder, 

Anklägerin 
 

gegen 

 
B._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____,  

 
betreffend Körperverletzung etc. und Widerruf  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 12. November 2020 (GG200170) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 30. Juli 2020 (Urk. 22 

B) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 66) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, 

− der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB, 

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB, sowie 

− des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 172ter Abs. 1 StGB. 

2. Vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB wird 

der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Die mit Entscheid des Amts für Justizvollzug des Kantons Zürich vom 26. April 2018 

bzw. 11. Mai 2018 verfügte bedingte Entlassung wird widerrufen. Der Beschuldigte 

wird in den Vollzug der noch ausstehenden Reststrafe von 99 Tagen Freiheitsstrafe 

rückversetzt. 

4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug dieses Strafrestes gemäss Ziff. 3 bestraft mit 

einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten als Gesamtstrafe (wovon bis und mit heute 1 Tag 

durch Haft erstanden ist), teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts 

Baden vom 15. August 2018, sowie mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 100.–. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der mit Urteil des Bezirksgerichts 

Baden, Strafgericht, vom 15. August 2018 angeordneten stationären Massnahme im 

Sinne von Art. 60 Abs. 1 StGB aufgeschoben. 

6. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

-   3   - 

7. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so 

tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag. 

8. Die Schadenersatzbegehren der Privatkläger 1-3 werden auf den Zivilweg verwiesen. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 Schadenersatz in der Höhe 

von Fr. 897.05 zu bezahlen, im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den 

Zivilweg verwiesen. 

10. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1 wird abgewiesen. 

11. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit separater Verfügung 

entschieden. 

12. Über die Höhe der Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1 

wird mit separater Verfügung entschieden. 

13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'600.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 300.00   Auslagen Stadtspital Waid (Arztbericht etc.) 

Fr. 20.00   Auslagen Polizei (Fotos) 

Fr. 1'273.95   ehemaliger amtlicher Verteidiger RA lic. iur. Y2._____ 

Fr. 8'727.45   amtliche Verteidigung 

Fr. 7'940.25   unentgeltliche Rechtsvertretung Privatkläger 1 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung 

des Privatklägers 1, werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt und im Übrigen 

auf die Gerichtskasse genommen. 

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang der 

Hälfte. 

16. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1 werden auf die 

Gerichtskasse genommen." 

 

-   4   - 

Berufungsanträge 
(Prot. II S. 6 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 111) 

1. Die Berufung des Privatklägers 1 sei vollumfänglich abzuweisen und es sei 

das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 12. November 2020 zu bestätigen. 

2. Die Kosten für das Berufungsverfahren, inklusive Kosten der amtlichen 

Verteidigung, seien dem Privatkläger 1 / Berufungsführer aufzuerlegen. 

3. Die amtliche Verteidigung sei gemäss eingereichter Kostennote vorab aus 

der Staatskasse zu entschädigen.  

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 76, sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

c) Der Privatklägerschaft: 

(Urk. 108) 

1. Die Berufung sei gutzuheissen und der Beschuldigte sei bezüglich 

Anklagepunkt Dossier 1 (zum Nachteil des Privatklägers A._____) 

anklagegemäss schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger eine Genugtuung von 

Fr. 2'000.00, zuzüglich 5% Zins seit dem 4. September 2017, zu bezahlen. 

3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger Schadenersatz wie 

folgt zu bezahlen: Fr. 583.00 Krankenwagenkosten. 

Eventualiter: Der Beschuldigte sei dem Grundsatz nach zu verpflichten, dem 

Privatkläger A._____ für den bereits entstandenen wie auch für einen 

allfälligen zukünftigen Schaden, der im Zusammenhang mit den 

eingeklagten Ereignissen steht, Schadenersatz zu leisten.  

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4. Die Kosten des Berufungsverfahrens sowie diejenigen der unentgeltlichen 

Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren seien (gemäss beiliegender 

Honorarnote) dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

 1. In Bezug auf den Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur 

Vermeidung von Wiederholungen auf die Erwägungen im angefochtenen 

Entscheid verwiesen werden (Urk. 66 S. 6).  

 2. Am 12. November 2020 fällte die Vorinstanz das eingangs aufgeführte 

Urteil. Mit Verfügung vom 19. November 2020 (Urk. 50) und vom 1. Dezember 

2020 (Urk. 54) legte die Vorinstanz im Nachgang zum Urteil die Entschädigung 

der amtlichen Verteidigerin und der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des 

Privatklägers fest, welche im Dispositiv des begründeten Urteils vom 

12. November 2020 nacherfasst wurden (vgl. Urk. 66 S. 29, Dispositiv-Ziffer 13).  

 3. Gegen das am 12. November 2020 mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 

33) meldete der Privatkläger 1 am 19. November 2020 Berufung an (Urk. 52). 

Innert Frist liess er seine Berufungserklärung einreichen, mit der er gleichzeitig 

einen Beweisantrag stellte (Urk. 67). 

 4. Am 29. Januar 2021 wurde ein neuer Strafregisterauszug über den 

Beschuldigten eingeholt (Urk. 69). Mit Verfügung vom 3. Februar 2021 wurde der 

Privatkläger 1 aufgefordert, genauere Angaben zum beantragten Zeugen zu 

liefern und darzulegen, aus welchen Gründen er auch im Berufungsverfahren auf 

eine unentgeltliche Rechtsbeiständin angewiesen sei (Urk. 70). Er liess sich 

hierzu am 5. Februar 2021 vernehmen (Urk. 72).  

 5. Mit Verfügung vom 9. Februar 2021 wurde dem Beschuldigten, den 

Privatklägern 2 - 4 sowie der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um zu erklären, 

ob Anschlussberufung erhoben wird, oder um begründet ein Nichteintreten auf die 

Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde der Staatsanwaltschaft und dem 

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Beschuldigten Frist angesetzt, um zum Beweisantrag des Privatklägers 1 Stellung 

zu nehmen, wobei die Staatsanwaltschaft obligatorisch zur Stellungnahme auf-

gefordert wurde. Der Beschuldigte wurde schliesslich aufgefordert, das Daten-

erfassungsblatt und mehrere spezifisch bezeichnete Urkunden zu seinen 

finanziellen Verhältnissen einzureichen (Urk. 74).  

 6. Die Staatsanwaltschaft erklärte am 19. Februar 2021 ihren Verzicht auf 

Anschlussberufung und nahm zum Beweisantrag des Privatklägers 1 Stellung 

(Urk. 76). Der Beschuldigte teilte mit Schreiben vom 3. März 2021 mit, dass auf 

eine Anschlussberufung verzichtet werde. Weiter äusserte er sich zum Beweis-

antrag des Privatklägers 1 und reichte das einverlangte "Datenerfassungsblatt" 

ein (Urk. 77-79). Die Privatkläger 2-4 liessen sich nicht vernehmen.  

 7. Mit Verfügung vom 16. März 2021 wurde dem Beweisantrag des Privat-

klägers 1 (nachfolgend "Privatkläger") insofern entsprochen, als die 

Staatsanwaltschaft ersucht wurde, den von ihm bezeichneten Zeugen "C._____" 

– allenfalls mit Hilfe der Polizei – ausfindig zu machen und ihn im Erfolgsfall 

betreffend den Anklagesachverhalt zu Dossier 1 als Zeugen einzuvernehmen. 

 8. Am 9. Juni 2021 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass der Zeuge 

"C._____" zwischenzeitlich habe identifiziert und befragt werden können 

(Urk. 82). Gleichzeitig übermittelte sie die neuen Einvernahmeprotokolle (Urk. 

83/1-2) und weitere mit der Beweiserhebung zusammenhängende Unterlagen 

(Urk. 83/1-3-8 und Urk. 84).  

 9. Am 16. Juni 2021 wurden die Akten ST.2016.26 des Bezirksgerichts 

Baden beigezogen (Urk. 87; Urk. 92). 

 10. Am 18. Juni 2021 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 21. Oktober 

2021 vorgeladen (Urk. 88). An den Beschuldigten ergingen zwei weitere 

Zustellungen, da dieser ohne Meldung ans Gericht umgezogen war (Urk. 90-91).  

 11. Am 12. Oktober 2021 wurde ein neuer Strafregisterauszug über den 

Beschuldigten eingeholt (Urk. 93). In Bezug auf den daraus ersichtlichen 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus vom 28. Januar 2021 

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erfolgte ein Aktengesuch an die Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus (Urk. 95). 

Die diesbezüglichen Akten wurden als Urk. 101 zu den Akten genommen.  

 12. Zur Berufungsverhandlung vom 21. Oktober 2021 erschienen sind der 

Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. 

Y1._____, und der Privatkläger A._____ in Begleitung der unentgeltlichen 

Privatklägervertreterin, Rechtsanwältin lic. iur. X._____ (Prot. II S. 6). Die 

Verhandlung konnte ordnungsgemäss durchgeführt werden.  

II. Prozessuales 

 1. Umfang der Berufung 

 1.1. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur 

in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 1.2. Der einzig Berufung erhebende Privatkläger ficht das erstinstanzliche 

Urteil vom 12. November 2020 hinsichtlich dessen Dispositiv-Ziffern 2, 8 und 10 

an (Urk. 67 S. 2). Die Staatsanwaltschaft und der Beschuldigte haben explizit 

(Urk. 76-77) und die Privatkläger 2-4 konkludent auf Anschlussberufung 

verzichtet. 

 Es ist daher davon Vormerk zu nehmen, dass das vorinstanzliche Urteil 

bezüglich Dispositiv-Ziffer 1 (Schuldspruch), teilweise bezüglich Ziffer 8 

(Schadenersatzbegehren der Privatkläger 2-3), Ziffer 9 (Schadenersatzforderung 

der Privatklägerin 4), Ziffern 11-16 (Kosten- und Entschädigungen), in Rechtskraft 

erwachsen sind, vorab festzustellen ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 402 

und 437 StPO). Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das erstinstanzliche 

Urteil (Urk. 66) vor dem Eintritt der Verfolgungsverjährung der Übertretung 

gemäss Dossier 3 erging (Art. 109 StGB i.V.m. Art. 97 Abs. 3 StGB).  

 1.3. Im übrigen Umfang steht der angefochtene Entscheid im Rahmen des 

Berufungsverfahrens unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes gesamthaft 

-   8   - 

zur Disposition, von Amtes wegen auch die Regelung der Sanktion und des 

Vollzugs (Dispositiv-Ziffern 4-7) als Folge des Berufungsantrags auf Schuldspruch 

betreffend einfache Körperverletzung (Art. 391 Abs. 2 StPO).  

 2. Strafantrag 

 Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass der hier zur Beurteilung der 

Tat erforderliche Strafantrag vorliegt (Urk. 66 S. 7 i.V.m. Urk. D1/4).  

 3. Beweisanträge 

 Dem Beweisantrag des Privatklägers vom 28. Januar 2021 (Urk. 67) wurde 

wie dargelegt entsprochen. Weitere Beweisanträge wurden nicht gestellt.  

 4.  Unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers 

 Der Privatkläger hat in seiner Eingabe vom 5. Februar 2021 

aufforderungsgemäss (Urk. 70) und hinreichend dargelegt, wieso er weiterhin 

einer unentgeltlichen Rechtsvertretung bedarf (Urk. 72 S. 2 f.), weshalb von 

einem Entzug derselben abzusehen ist.  

 5. Hinweise 

 5.1. Bereits an dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 

1.3.1; BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die 

Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken. 

 5.2. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des 

angeklagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, 

so erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies 

jeweils explizit Erwähnung findet. 

 

-   9   - 

III. Sachverhalt 

 1. Ausgangslage 

 1.1. Gemäss Anklageschrift vom 30. Juli 2020 (Urk. 22 B), Dossier 1, soll es 

am 4. September 2017, ca. 17:20 Uhr, bei der VBZ-Haltestelle D._____-strasse-

/E._____-strasse, F._____-strasse …, … Zürich, zu einer Auseinandersetzung 

zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger gekommen sein. Der 

Privatkläger habe damals seinen auf einer Sitzbank an der VBZ Haltestelle 

sitzenden entfernten Bekannten «C._____» angesprochen und ihn nach CHF 

30.00 gefragt, welche "C._____" ihm offenbar geschuldet habe. "C._____" habe 

darauf geantwortet, dass der Privatkläger ihm von einem RAV-Besuch her CHF 

200.00 schulde. Daraufhin sei der Beschuldigte, welcher neben «C._____» auf 

der Sitzbank gesessen habe, aufgestanden und auf den Privatkläger los 

gegangen. Der Beschuldigte habe ihm gesagt, dass dies Ehrenschulden seien, 

und habe begonnen, auf den Privatkläger einzuschlagen. 

 Konkret habe der Beschuldigte mehrmals mit der Faust von hinten über den 

Kopf des Privatklägers und gegen dessen Hand geschlagen, welche der Privat-

kläger schützend vor sein Gesicht gehalten habe. "C._____" habe den 

Beschuldigten schliesslich zurückziehen können, und der Beschuldigte habe in 

der Folge fluchtartig den Tatort verlassen, als die Polizei hinzu gekommen sei. 

 Der Privatkläger habe durch die verschiedenen Schläge eine Erschütterung 

des Kopfes, eine Schürfung über dem linken Auge und einen Bluterguss über 

dem linken Jochbein sowie einen Bruch des Zeigefingers der rechten Hand 

erlitten, welche Verletzungsfolge der Beschuldigte gewollt oder zumindest 

billigend in Kauf genommen habe.  

 1.2. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten, der seine Täterschaft von 

Beginn weg (Urk. D1/6/1-3 und Prot. I S. 12 ff.) und bis heute (Urk. 107 S. 5 f.) 

bestritten hat, nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" frei (Urk. 66 S. 16). Der 

Privatkläger hält an seinen Belastungen fest und verlangt mit seiner Berufung, der 

Beschuldigte sei der einfachen Körperverletzung schuldig zu sprechen (Urk. 67 

S. 2, Urk. 108 S. 2). 

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 2. Allgemeines zur Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung 

 2.1. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung korrekt 

dargelegt (Urk. 66 S.8). Im Sinne einer Zusammenfassung und teilweisen 

Ergänzung ist mit Bezug auf die nachfolgend vorzunehmende Beweiswürdigung 

festzuhalten, dass gemäss der aus Art. 8 und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 

6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen 

Nachweis der Schuld eines Angeklagten zu vermuten ist, dass dieser einer 

strafbaren Handlung nicht schuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO).  

 2.2. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind 

diese frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es ist anhand sämtlicher Umstände, 

die sich aus dem gesamten Verfahren ergeben, zu untersuchen, welche Sach-

darstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der 

Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. 

Bei der Würdigung von Aussagen darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder 

allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist 

vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. 

Dieser Ansatz wurde vom Bundesgericht gerade neulich im Urteil 6B_323/2021 

vom 11. August 2021, E. 2.3.3., bestätigt: "Das Konzept einer 'allgemeinen 

Glaubwürdigkeit' wird in der Aussagepsychologie als wenig brauchbar bewertet. 

Der allgemeinen Glaubwürdigkeit eines Zeugen im Sinne einer dauerhaften 

personalen Eigenschaft kommt nach heutiger Erkenntnis bei der Würdigung von 

Zeugenaussagen daher kaum mehr relevante Bedeutung zu. Weitaus 

bedeutender für die Wahrheitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die 

Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage. Dabei wird die konkrete Aussage durch 

methodische Analyse ihres Inhalts (Vorhandensein von Realitätskriterien, Fehlen 

von Fantasiesignalen) darauf überprüft, ob die auf ein bestimmtes Geschehen 

bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben der befragten Person 

entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3; Urteile 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 

5.4.3; 5A_550/2019 vom 1. September 2020 E. 9.1.3.1; je mit Hinweisen)." 

Entscheidend für den Beweiswert einer Zeugenaussage ist daher die 

Glaubhaftigkeit der konkreten Zeugenaussage. Das für die Zeugenaussage 

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Gesagte kann auf die Aussagenwürdigung generell übertragen werden, mithin 

auch auf die Aussagen der Auskunftspersonen und Beschuldigten. 

 3. Konkrete Beweiswürdigung  

 3.1. Was die relevanten Beweismittel zur Erstellung des im 

Berufungsverfahren noch zu beurteilenden Vorwurfs gemäss Dossier 1 betrifft, so 

hat die Vorinstanz die damals vorhandenen Beweismittel zutreffend und 

vollständig aufgeführt (Urk. 66 S. 9). Sie stützte sich bei der Beurteilung auf die 

Aussagen des Privatklägers und des Beschuldigten, je in der polizeilichen und der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme sowie anlässlich der Hauptverhandlung 

(Urk.  D1/7/1, act. D1/7/3 und Prot. I S.  9 ff. betreffend den Privatkläger und 

Urk.  D1/6/1-3 und Prot. I S. 12 ff. betreffend den Beschuldigten). Sodann liegen 

ein ärztlicher Befund des Stadtspitals Waid Zürich vom 31. August 2018 über die 

Verletzungen des Privatklägers (Urk. D1/9/4) sowie Polizei-Fotos über dessen 

Verletzungen vor (Urk. D1/5). 

 3.2.1. Im Rahmen ihrer Würdigung wies die Vorinstanz darauf hin, dass der 

Privatkläger das Geschehen über die drei Einvernahmen hinweg mehrheitlich 

konstant und widerspruchsfrei geschildert habe (Urk. 66 S. 14 f.). Allerdings sagte 

der Privatkläger bereits bei der Polizei unterschiedlich aus, was den 

Beschuldigten betrifft. So behauptete er einerseits, "[…] ich kenne ihn vom 'Sufen' 

und 'Pöbeln'. Ich hatte ein halbes Jahr mit ihm zu tun" (Urk. D1/7/1, F/A 15). 

Später meinte er auf den Vorhalt, dass der Beschuldigte ihn offenbar nicht kenne: 

"Das ist gut möglich. Ich kenne ihn auch nicht. Er kennt mich nur vom Sehen her" 

(Urk. D1/7/1, F/A 36). Sodann sagte er, er habe noch nie etwas mit ihm "gehabt" 

(Urk. D1/7/1, F/A 39). Bei der ersten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

behauptete der Privatkläger wiederum über den Beschuldigten: "Ich kenne ihn 

nicht einmal. Ich kannte ihn nicht, bis das passierte. Ich sah ihn einfach immer auf 

der Strasse rumsaufen. Er ist Alkoholiker" (Urk. D1/7/3, F/A 6). Zusätzlich 

erwähnte er, dass der Beschuldigte ihn mal angemacht habe wegen seiner Ray-

Ban-Brille, indem dieser ihm gesagt habe, man könne auch mit einer normalen 

Brille rumlaufen, man müsse keine Ray-Ban-Brille haben (Urk. D1/7/3, F/A 12). 

Bis zum Vorfall habe er nichts mit ihm zu tun gehabt (Urk. D1/7/3, F/A 13). Diese 

-   12   - 

Aussagen bewegen sich hinsichtlich der Beziehung zum Beschuldigten doch in 

einer rechten Bandbreite, zudem sind sie mit einer gewissen Widersprüchlichkeit 

behaftet. 

 Die Vorinstanz hob dann zu Recht hervor, dass der Privatkläger eine 

gewisse Unsicherheit bei der Wiedererkennung des Beschuldigten auf dem 

Fotobogen gezeigt habe. Er habe selbst mehrfach ausgeführt, dass der 

Beschuldigte der Person auf dem Foto nicht in allen Gesichtsmerkmalen gleiche. 

Dies zeigt sich deutlich in der ersten Einvernahme bei der Polizei (Urk. D1/7/1, 

F/A 22-24, 3437-38, 40). Dass er wiederholt von einem Beschuldigten namens 

"Guntensmann" spreche, begründe weitere Zweifel, ob der Privatkläger wirklich 

die vorliegend beschuldigte Person meine. Der Beschuldigte selber sagte zu 

seinem Namen: "Man kennt mich an der E._____-strasse. Ich bin unter dem 

Namen G._____ bekannt. Es gibt nur sehr wenige Leute, welche meinen 

Vornamen H._____ kennen. Unter meinem Familiennamen B._____ kennt mich 

an der E._____-strasse niemand. Jene Leute, welche meinen vollständigen 

Namen kennen, verkehren nicht an der E._____-strasse" (Urk. D1/6/1, F/A 10). 

Die Aussagen des Privatklägers zur Bodycam der Polizei erachtete die Vorinstanz 

sodann als realitätsfremd. Der Vorinstanz ist insoweit beizupflichten, auch was 

das mögliche Motiv des Beschuldigten betrifft (a.a.O., S. 14 ff.). Etwas zu 

relativieren ist die Einschätzung der Vorinstanz, wenn sie es als nicht sehr 

lebensnah erachtete, wenn der Privatkläger dem Beschuldigten vorwerfe, ohne 

begründeten Anlass derart heftig und andauernd auf ihn eingeschlagen zu haben 

(a.a.O., S. 14 f.). Ein entsprechendes Ereignis erscheint gerade in Anbetracht der 

eigenen Zustandsbeschreibung der involvierten Personen und an gegebener 

Örtlichkeit ("auf der Gasse", im einschlägig bekannten Bereich D._____-

strasse/E._____-strasse im Zürcher Kreis …) gerade nicht ausgeschlossen. So 

beschrieb der Privatkläger den damaligen Gemütszustand des Beschuldigten bei 

der Staatsanwaltschaft wie folgt: "Besoffen, und zwar hageldicht. Er hatte noch 

eine Dose Tequilabier, so heisst es glaube ich, von denen hatte er noch 4 bei sich 

und schlürfte diese. Als er davonrennen musste, konnte er die Dosen nicht mehr 

mitnehmen, die nahm dann ein anderer. Die Polizei war so schnell da" (Urk. 

D1/7/3, F/A 31). Die starke Angetrunkenheit des Beschuldigten bestätigte der 

-   13   - 

Privatkläger im Rahmen der Beweisergänzung wie folgt: "Er war stock besoffen. 

Es hat drei Bierdosen am Boden" (Urk. 83/2, F/A 4). Damit liegen jedenfalls 

genügend Anhaltspunkte für mögliche Beeinträchtigungen der Impulskontrolle 

einerseits, aber auch für eine möglicherweise reduzierte Wahrnehmungsfähigkeit 

allenthalben vor. Unberücksichtigt liess die Vorinstanz, dass der Privatkläger bei 

der zweiten Einvernahme im Zusammenhang mit dieser Attacke plötzlich noch 

eine weitere Person ins Spiel brachte: "Jetzt kommt mir in den Sinn, da war einer; 

der hatte so ein Teppichmesser in der Hand bzw. in einer Tasche hatte er drei 

oder vier Stück davon und wedelte vor den Augen von Herrn B._____ rum. Dass 

er das nehmen solle zum schneiden" (Urk. D1/7/3, F/A 47). Dieser nachgelieferte 

Aspekt der Auseinandersetzung stellt eine bemerkenswerte Komplikation im 

Handlungsablauf dar. Er beinhaltet eine weitere Eskalationsstufe durch die 

personelle Überzahl und die zusätzliche Gefährdung durch einen Messereinsatz. 

Dass der Beschuldigte diesen erst und nur in der zweiten Einvernahme erwähnte, 

lässt an der Wahrhaftigkeit zweifeln und spricht zudem für eine 

Dramatisierungstendenz. Im Ergebnis ist der Vorinstanz aber auf jeden Fall 

zuzustimmen, dass auf der Basis dieser Belastungen – der Zeuge C._____ wurde 

erst später einvernommen – sich ein Schuldspruch nicht rechtfertigen liess. 

 Darüber hinaus ist festzuhalten, dass dem Privatkläger gleich nach dem 

Vorfall seitens der Polizei offenbar Fotos gezeigt wurden, wobei er auf einem 

dieser Bilder den flüchtigen Täter zu erkennen glaubte, und damit der vorliegend 

Beschuldigte fortan als solcher in den Rapporten aufgeführt wurde (Urk. D1/7/3). 

Wer dem Privatkläger welche Fotos und weshalb gezeigt hat, geht aus den 

Rapporten der Stadtpolizei Zürich nicht hervor. Auch kannte der Privatkläger, wie 

er in der polizeilichen Befragung vom 17. Oktober 2018 angab (Urk. D1/7/1 S. 3), 

den Namen des Beschuldigten nicht. Die ursprüngliche Identifikation des Täters 

basiert damit bereits auf sehr schwammigen Grundlagen. Zudem kann nicht 

ausgeschlossen werden, dass sich der Privatkläger das Gesicht des 

Beschuldigten auf dem – wie erwähnt – gezeigten Foto der Polizei derart 

eingeprägt hat, sodass er bei der Wahlbildkonfrontation am 17. Oktober 2018 

(Urk. D1/7/1 F/A 23) den mutmasslichen Täter nicht mehr unvoreingenommen 

und in freier Erinnerung an den Vorfall selbst bezeichnen konnte. Dass der 

-   14   - 

Privatkläger den Täter, welcher ihn mehrmals mit der Faust von hinten über den 

Kopf und gegen die Hand geschlagen haben soll, während er die Letztere 

schützend vor sein Gesicht gehalten haben will, überhaupt richtig gesehen hat – 

zumal dieser nach dem Angriff fluchtartig den Tatort verlassen habe –, ist 

ebenfalls fraglich.  

 3.2.2. Betreffend den Beschuldigten wies die Vorinstanz zu Recht darauf 

hin, dass dieser wohl mit dem angeklagten Vorfall nichts zu tun haben wollte, 

eigenes Fehlverhalten andernorts aber durchaus einräumte (Urk. 66 S. 15 f.). 

Dies führte denn auch zum Schuldspruch in den übrigen angeklagten Punkten 

(Urk. 66, Dispositiv Ziff. 1). Soweit er allerdings zu Dossier 1 konstant aussagte, 

handelte es sich im Wesentlichen um Bestreitungen, namentlich seiner 

Täterschaft. Diese Widerspruchsfreiheit liegt da in der Natur der Sache und lässt 

seine Aussagen nicht glaubhafter erscheinen. Im Übrigen waren seine 

Depositionen bisweilen lückenhaft und pauschal ("Ich erinnere mich an alle 

Auseinandersetzungen, welche ich gehabt habe" Urk. D1/6/3, F/A 4). Zudem 

wollte er zur eigens gelieferten Motivlage des Privatklägers, einem Racheakt, 

zunächst keine weiteren Angaben machen (Urk. D1/6/3, F/A 5). Später sprach er 

immerhin von einem "Herrn I._____" (Urk. D1/6/3, F/A 13). Die Aussagen blieben 

insgesamt diffus, so dass richtigerweise auch nicht ohne weiteres von deren 

Richtigkeit ausgegangen werden konnte und diese den Beschuldigten ganz 

entlasteten (Urk. 66 S. 15 f.). 

 3.2.3. Dass der Privatkläger die angeführten Verletzungen erlitten hat, war 

nicht strittig und ist durch den Arztbericht belegt (Urk. D1/9/4). Allerdings trifft 

auch zu, dass sich daraus keine Täterschaft des Beschuldigten ergibt (Urk. 66 S. 

14 ff.).  

 3.3. Es stellt sich nun die Frage, ob die neu erhobenen Beweise und die 

Ergebnisse der Berufungsverhandlung an der Einschätzung der Vorinstanz etwas 

zu ändern vermögen. Neu zu berücksichtigen und in die Gesamtwürdigung 

einzubeziehen sind vorweg die Aussagen des zwischenzeitlich eruierten 

"C._____", identifiziert als C._____. Dieser wurde am 9. Juni 2021 parteiöffentlich 

von der Staatsanwaltschaft als Zeuge befragt (Urk. 83/1). Sodann liegen weitere 

-   15   - 

Aussagen des Privatklägers hierzu vor (Urk. 83/2). Der Beschuldigte verzichtete 

im Rahmen der ergänzenden Beweiserhebung offenbar auf eine Teilnahme, 

wohingegen seine Verteidigerin den Einvernahmen bei der Staatsanwaltschaft 

beiwohnte (Urk. 83/1 S. 1; Urk. 83/2 S. 1).  

 3.4.1. C._____ erklärte zu Beginn der Einvernahme vom 9. Juni 2021 als 

Zeuge (Urk. 83/1), er kenne den Beschuldigten wahrscheinlich nur vom Sehen 

her, er kenne so viele Leute nur vom Sehen. Auf Vorhalt des Fotobogens zur 

Personenidentifizierung (Urk. D1/7/2), welcher ein Bild des Beschuldigten zeigt, 

sagte er: "Mit ihm habe ich schon immer Streit gehabt" (a.a.O., F/A 8). Den 

Privatkläger kenne er auch nur vom Sehen her. Auf die Frage, ob er vor dieser 

Einvernahme mal mit dem Beschuldigten oder Privatkläger Kontakt gehabt habe, 

erwiderte er, der Privatkläger habe ihm mal gesagt, dass er ihn als Zeuge wolle. 

Er habe ihn gefragt weshalb, er habe ja nur versucht ihm zu helfen (a.a.O., F/A 9-

12). Den Beschuldigten kenne er von der Gasse, wobei man nicht "Kennen" 

sagen könne, "[…] er hat einfach immer nur ein grosses Maul gehabt und nichts 

dahinter. Er ging immer auf die Schwächeren los" (a.a.O., 14-15). Auf die Frage, 

wann er den Beschuldigten zum letzten Mal gesehen habe, antwortete er: "Nein, 

das ist viel zu lange her" (a.a.O., 16). Auch den Privatkläger kenne er von der 

Gasse, "[…] vom Sehen her … was ist das ungefähr. Ca. 3 Jahre. Ich bin mir aber 

nicht sicher. Ich kenn ihn schon eine Zeitlang" (a.a.O., F/A 17-18). Die Frage, 

wann er den Privatkläger zum letzten Mal gesehen habe, beantwortete er mit 

"Nein" (a.a.O., F/A 19), und auf die Frage, wie oft er und der Privatkläger Kontakt 

hätten, mit "[…] er hat mich angerufen und ein- bis zweimal hat er noch mit mir 

gesprochen (a.a.O., F/A 20). Das sei schon länger her, er sei nicht mehr so oft 

"dort vorne" (a.a.O., F/A 21).  

 3.4.2. Zur Sache befragt, ob er sich an einen Vorfall zwischen dem Be-

schuldigten und dem Privatkläger am 4. September 2017, um ca. 17:20 Uhr, an 

der VBZ-Haltestelle D._____--/E._____-strasse, an der F._____-strasse … in … 

Zürich erinnern könne, sagte der Zeuge umgehend: "Ich weiss, dass ich 

dazwischen gegangen bin. Ich wollte ihn davon abhalten. Ich weiss nicht, ob es 

geklappt hat. Ich habe ca. 10-15 Minuten mit diesem Typ gesprochen" (a.a.O., 

-   16   - 

F/A 22). Auf die Frage, was aus seiner Sicht an diesem Tag genau passiert sei, 

antwortete der Zeuge C._____: "A._____ war es nicht. Der Andere hat ihn 

angegriffen. Ich ging deshalb dazwischen" (a.a.O., F/A 23). Zuerst habe er (der 

Beschuldigte) ihn (den Privatkläger) verbal angegriffen und nachher habe er ihn 

schlagen wollen, "[…] ich ging dazwischen und habe weitergesprochen" (a.a.O., 

F/A 24). Er wisse nicht, um was es bei dieser verbalen Sache gegangen sei. Er 

vermochte auch nicht zu beschreiben, "wie der Andere auf A._____" losgegangen 

sei, "[…] ich ging einfach dazwischen. Ich hatte schon einen zuviel" (a.a.O., F/A 

24-26). Von sich aus hatte er nichts anzufügen, "[…] das ist viel zu lange her. 

Mein Gehirn ist nicht mehr so gut" (a.a.O., F/A 27).  

 Auf den Vorhalt, dass der Beschuldigte in der Folge auf den Privatkläger 

losgegangen sein soll, mutmasste der Zeuge, "[…] dort bin ich wahrscheinlich 

dazwischen gegangen" (a.a.O., F/A 30). Ob der Beschuldigte den Privatkläger 

geschlagen habe, vermochte er nicht zu sagen: "Das weiss ich nicht mehr. Es 

kann schon sein. Aus irgendeinem Grund ging ich ja dazwischen" (a.a.O., F/A 

31). Ob der Privatkläger verletzt war, wusste er nicht mehr, ebenso wenig, ob sich 

der Privatkläger gewehrt hat (a.a.O., F/A 32-33). Auf Vorhalt, dass der 

Privatkläger angebe, vom Beschuldigten mindestens 15-20 Mal geschlagen 

worden zu sein, antwortete der Zeuge, das wisse er nicht mehr. Auf weiteren 

Vorhalt betreffend "Ehrenschulden", gab der Zeuge zu Protokoll: "Das weiss ich 

nicht mehr. Das ist alles zu lange her für mich" (a.a.O, F/A 34-35). Zur Aussage 

des Privatklägers, wonach er – der Zeuge – schliesslich den Beschuldigten 

zurückgezogen haben soll, als dieser auf den Privatkläger eingeschlagen habe, 

meinte der Zeuge: "Ja, aus irgendeinem Grund bin ich ja dazwischen." (a.a.O., 

F/A 36). Auf Frage der Staatsanwaltschaft, ob er sicher sei, dass es sich beim 

damaligen Täter um den heutigen Beschuldigten gehandelt habe, gab der Zeuge 

zu Protokoll: "Der hat immer 'Puff' auf der Gasse gemacht. Er ging auf Frauen los 

und alles. Er ging immer nur auf die Schwächeren" (a.a.O., F/A 37). Auf 

nochmaliges Nachfragen, ob er sicher sei, dass es bei diesem Vorfall auch der 

Beschuldigte gewesen sei, bejaht er dies (a.a.O., F/A 38). Seinen damaligen 

Zustand beschrieb er so: "Ich war besoffen. Sonst hätte ich das wahrscheinlich 

gar nicht gemacht. So unüberlegt" (F/A 39). "Das" bedeute, sich einzumischen 

-   17   - 

(a.a.O., F/A 40). Er finde es einfach unfair, wenn man auf Schwächere losgehe. 

Es sei logisch, wenn andere jeweils noch mitmachten (a.a.O., F/A 39-40). Wie der 

Zustand des Beschuldigten gewesen sei, wisse er nicht. Er vermute, dieser habe 

"Sugar" oder so etwas intus gehabt. Oder "Cola" oder "gemischt". Wie der 

Zustand des Privatklägers an diesem Tag gewesen sei, wisse er nicht mehr 

(a.a.O., F/A 41-42). Auf Ergänzungsfrage der Verteidigung, wie er damals 

dazwischen gegangen sei, sagte der Zeuge: "Zuerst gesprochen. Viel 

gesprochen. Wahrscheinlich geschrien. Keine Ahnung. Ich spreche immer zuerst 

bevor ich schlage. Ich lasse mich zuerst schlagen" (a.a.O., F/A 44). Wie viele 

Personen beim Streit involviert gewesen seien und ob einer der beteiligten 

Personen Hosenträger getragen habe, vermochte er nicht zu sagen (a.a.O., F/A 

45-46).  

 3.5. Der Privatkläger wurde im Anschluss an die Einvernahme des Zeugen 

C._____ nochmals als Auskunftsperson befragt (Urk. 83/2). Im Rahmen einer 

ersten Stellungnahme sagte er, das mit dem "Sugar" und "Cola" sei falsch. Der 

Beschuldigte sei stark besoffen gewesen. Es habe drei Bierdosen am Boden 

gehabt. Er selber sei aus dem J._____ gekommen (a.a.O., F/A 4). Das mit den 

Hosenträgern sei auch nicht richtig. Das seien "wie amerikanische Hosen, so 

zerrissene Jeans, so Latzhosen" gewesen. Er habe nie etwas von Hosenträgern 

gesagt (a.a.O., F/A 5). Auf die Frage, ob er zu den Aussagen des Zeugen etwas 

zu ergänzen habe, sagte der Privatkläger: "Nein. Er kann sich einfach ein 

bisschen wenig an solche Sachen erinnern" (a.a.O., F/A 6). Er selber könne sich 

noch an die Situation erinnern, wie wenn es gestern gewesen wäre, "[…] ich hatte 

nur zwei Stangen getrunken im Restaurant J._____. Danach wollte ich nach 

Hause gehen" (a.a.O., F/A 7).  

 3.6.1.1. Die Analyse der Aussagen ergibt was folgt: Aus den Aussagen des 

Privatklägers ergeben sich keine wesentlichen Neuigkeiten, ausser dass er in der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 20. November 2019 effektiv von 

Hosenträgern sprach, an denen "C._____" den Beschuldigen zurückgezogen 

haben soll (Urk. D1/7/3, F/A 21). Dieser Widerspruch wurde damit nicht aufgelöst.  

-   18   - 

 3.6.1.2. Bezüglich des Vorgehens der befragenden Staatsanwaltschaft ist 

festzuhalten, dass auch diese bei der Einvernahme des Zeugen C._____ alles 

andere als professionell vorging. Anstatt den Zeugen zu Beginn zu fragen, ob er 

sich an den Vorfall vom 4. September 2017 erinnere, wurde gefragt, in welcher 

Beziehung er zum Beschuldigten B._____ stehe (Urk. 83/1, F/A 7). Und statt eine 

Wahlbildkonfrontation durchzuführen, resp. den Zeugen nach dem Aussehen des 

Täters zu fragen, wurde dem Zeugen direkt ein Foto des Beschuldigten vorgelegt 

(a.a.O., F/A 8). Damit stand der Beschuldigte aus Sicht des Zeugen bereits als 

solcher fest; eine klare Identifikation durch den Zeugen war nicht mehr möglich, 

was auch von der Verteidigung moniert wird (Urk. 111 S. 4).  

 3.6.2.1. Der Zeuge C._____ sagte auf Vorhalt des anklagegegenständlichen 

Vorwurfs aus, er wisse, dass er dazwischen gegangen sei. Ebenso bestätigte er 

zweimal, dass es sich beim Angreifer um den Beschuldigten gehandelt habe – 

dies aber wie erwähnt, nachdem der Beschuldigte ihm als solcher genannt resp. 

gezeigt wurde. Damit liegen zwar klare Aussagen vor. Im Übrigen vermochte sich 

der Zeuge aber an sehr wenig zu erinnern, was selbst der Privatkläger 

konstatierte (vgl. Urk. 83/2, F/A 6). Er war ausserstande, den Grund des Streites 

zu nennen, in dem er ja selber einen Part als angeblicher Schuldner oder eben 

Gläubiger gespielt haben oder gar dessen Ursache gewesen sein soll. Er war 

nicht in der Lage genauer darzulegen, wie er "dazwischen gegangen" sein will. 

Zwar soll er  

"10-15 Minuten mit diesem Typ gesprochen" haben, aber an Konkretes 

vermochte er sich nicht zu erinnern, obwohl es sich doch um eine Konversation 

von einiger Länge gehandelt hätte. Mit seiner Schilderung, "zuerst gesprochen, 

viel gesprochen, wahrscheinlich geschrien, keine Ahnung" bringt er seine eigene 

Mutmassung zum Ausdruck. Seine Depositionen bleiben auch andernorts vage. 

So gab er mehrmals zu Protokoll, aus einem Grunde sei er ja dazwischen 

gegangen, ohne diesen jedoch benennen zu können. Zwar vermag die fehlende 

Erinnerung mit dem Zeitablauf und seinem Gehirn, welches "nicht mehr so gut" 

[…] sei, erklärbar sein. Auffällig ist aber, dass der Zeuge nicht einmal sagen 

konnte, ob der Beschuldigte den Privatkläger überhaupt geschlagen hat. Dies 

erstaunt insofern, als der Privatkläger von mehreren Faustschlägen (konkret "15-

-   19   - 

20 Mal", auf einer Stärkeskala von 1-10, wobei 1 schwach und stark ist, 

"mindestens 8" [Urk. D1/7/1, F/A 28-29), bzw. "sicher 20 Mal" behauptete [Urk. 

D1/7/3, F/A 34]) gegen seinen Kopf und die Hand berichtete, was doch einen 

erheblichen Angriff darstellen würde, den man als Augenzeuge vor Ort 

gegebenenfalls wohl in Erinnerung behalten würde. Da der Zeuge ja dazwischen 

gegangen sein will, verwundert es auch, dass er nicht mehr weiss, "ob es 

geklappt hat". Immerhin erlitt der Privatkläger sichtbare Verletzungen (vgl. Urk. 

D1/5). Solche hatte der Zeuge allerdings ebenso wenig in Erinnerung wie eine 

allfällige Gegenwehr bzw. Abwehr des Privatklägers. Insgesamt blieben die 

Aussagen des Zeugen zum ganzen Vorfall selber an der Oberfläche, blass und 

undifferenziert. Zudem sind sie gespickt mit Mutmassungen. Dies lässt sich auch 

dadurch erklären, dass er selber besoffen gewesen sein will, was auch Einfluss 

auf seine Merk- und Erinnerungsfähigkeit betreffend den Vorfall haben dürfte. 

Selbst der Privatkläger beschrieb den Zustand von "C._____" in der ersten 

polizeilichen Einvernahme mit "so dicht" (Urk. D1/7/1, F/A 11), und auf Nachfrage, 

wie er das meine: "Überalkoholisiert. Er ist ein Koma-Säufer" (Urk. D1/7/1, F/A 

12).  

 3.6.2.2. Allerdings fällt auf, dass der Zeuge ganz anders über die angeblich 

Beteiligten des Vorfalls vom 4. September 2017 berichtete. Aus seinen Aussagen 

ist zu schliessen, dass ihn mit dem Beschuldigten wie auch dem Privatkläger eine 

Art "Gassenbekanntschaft" verbindet. Den Beschuldigten hat er offenbar sehr 

lange nicht gesehen ("das ist viel zu lange her"). Der Privatkläger hatte ihn im 

Hinblick auf die Zeugenrolle kontaktiert. Offenbar war dieser im Besitz der 

Nummer des Zeugen und hat er noch ein- bis zweimal mit ihm gesprochen. 

Während der Zeuge den Beschuldigten zuerst nur vom Sehen her kennen wollte, 

sagte er kurz später, er habe mit dem Beschuldigten "schon immer Streit gehabt". 

Diese zweite Aussage würde mehr als nur eine Bekanntschaft vom Sehen her 

implizieren, nämlich häufigere und intensivere Kontakte. Zur Person des 

Privatklägers sagte der Zeuge kaum etwas. Hingegen bezeichnete er den 

Beschuldigten sogleich als Grossmaul ("grosses Maul, nichts dahinter"), später 

als Streithahn ("immer 'Puff' auf der Gasse gemacht") und jemanden, der auf 

Schwächere sowie "Frauen und alles" losgehe, womit er ihm einen streitsüchtigen 

-   20   - 

und feigen Charakterzug unterstellt. Die Erzähleigenart des Zeugen zeigt sich hier 

als impulsiv und farbig, zuweilen aber auch als undifferenziert und mit einem 

gewissen Hang zur Dramatisierung. 

 3.6.2.3. In der Gesamtbetrachtung sind die Aussagen des Zeugen arm an 

Details. Sein Aussageverhalten führte zu mehrmaligem Nachfragen, wobei der 

Inhalt der Antworten dann trotzdem nicht anschaulicher ausfiel. Er vermag keine 

Interaktionen der drei anwesenden Personen oder eigene Gesprächsinhalte 

wiederzugeben oder individualisierende Handlungen der Beteiligten zu 

beschreiben. Er konnte trotz Anwesenheit vor Ort – in der er mindestens "10 bis 

15 Minuten" mit dem Typen gesprochen haben will, nicht einmal bestätigen, ob es 

überhaupt zu einem physischen Übergriff und daraus resultierenden Verletzungen 

gekommen ist. Der Zeuge konnte sich weiter auch nicht an ihn betreffende 

Aspekte, wie das Streit auslösende Thema von Geld bzw. Geldschulden, erinnern 

und beschrieb seine Rolle diesbezüglich in jener eines Unbeteiligten. Dies 

erstaunt umso mehr, als der Privatkläger bei der Staatsanwaltschaft zu Protokoll 

gab, "C._____", der heutige Zeuge, sei "voll ausgetickt", als er von diesem die Fr. 

10.00 gefordert habe (Urk. D1/7/3, F/A 21). Der Zeuge selber schilderte keine 

eigene Betroffenheit oder eigenpsychischen Vorgänge, wie Wut oder Entrüstung. 

Er vermochte sodann auch nichts zum konkreten Thema "Ehrenschulden" zu 

sagen (Urk. 83/1, F/A 35), welchem Wort offenbar Trigger-Qualität zukam, indem 

dieser Begriff gemäss Privatkläger dann auch noch den Beschuldigten (bei Fr. 

300.00) zum "Austicken" gebracht haben soll (Urk. D1/7/1, F/A 26).  

 3.6.4. In ihrer pauschalen Form wirken die Aussagen des Zeugen in ihrer 

Gesamtheit somit ungenau und qualitativ nicht hinreichend zuverlässig. 

Eigentliche Handlungsstränge sind kaum zu erkennen und werden auch nicht mit 

äusseren Umständen verflochten. Eine gewisse Aussagedichte ist jedoch 

unerlässlich, um einem Beschuldigten ein strafrechtlich relevantes Verhalten 

nachweisen zu können. Die zwar klaren Aussagen, dass der Beschuldigte der 

Angreifer gewesen sei, können ohne Bestätigung, dass dieser überhaupt 

zugeschlagen hat und ohne Validierung durch verlässliche Aussagen zum ganzen 

-   21   - 

Vorfall den rechtsgenügenden Beweis für die Täterschaft des Beschuldigten nicht 

zu erbringen. 

 3.6.5. Weitere Indizien, die für sich genommen oder in der Gesamtheit 

genügend beweisbildend sein könnten, liegen nicht vor. Jedenfalls ergeben sich 

nach Würdigung der Aussagen der Beteiligten, des Zeugen und des übrigen 

Beweisfundaments nicht bloss theoretische Zweifel, dass sich der Anklagesach-

verhalt mit einer Täterschaft des Beschuldigten tatsächlich verwirklicht hat. Der 

Sachverhalt lässt sich damit nicht rechtsgenügend erstellen. Bei diesem Beweis-

ergebnis ist der Beschuldigte in Nachachtung des Grundsatzes "in dubio pro reo" 

vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung freizusprechen. 

IV. Sanktion und Vollzug 

 1. Die vorinstanzlichen Schuldsprüche betreffend mehrfachen 

Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB, Hinderung einer Amtshandlung 

im Sinne von Art. 286 StGB, Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 

StGB sowie geringfügigen Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 

172ter Abs. 1 StGB sind in Rechtskraft erwachsen (vgl. Erw. II.1.). 

 2. Der Privatkläger ist mit Bezug auf den Strafpunkt nicht berechtigt zu 

plädieren und Anträge zu stellen. Für den Fall eines Freispruchs betreffend den 

Vorwurf der einfachen Körperverletzung wurde die Strafzumessung weder von 

der Staatsanwaltschaft noch vom Beschuldigten angefochten. Die 

Strafzumessung durch die Vorinstanz ist denn auch nicht zu beanstanden (in Urk. 

66 S. 18 Ziff. 3.1. liegt ein offensichtliches Versehen vor in der drittletzten Zeile: 

"… zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren Geldstrafe verurteilte…"). Die 

unangefochten gebliebenen Sanktionen (inkl. Rückversetzung) samt 

Vollzugsregelung können allerdings zufolge einer zwischenzeitlich neu 

ergangenen Verurteilung nicht so bestätigt werden (Urk. 93 S. 3, Urk. 98). 

 3. So hat sich aus dem am 12. Oktober 2021 eingeholten 

Strafregisterauszug ergeben, dass der Beschuldigte zwischenzeitlich mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus vom 28. Januar 2021 des 

-   22   - 

geringfügigen Diebstahls, des Hausfriedensbruchs, der Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte sowie der Hinderung einer Amtshandlung schuldig 

gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von vier Monaten und einer Busse von 

Fr. 120.00 bestraft wurde. Die Freiheitsstrafe wurde zugunsten der laufenden 

[stationären] Massnahme aufgeschoben. Die ersten beiden Delikte hat er am 30. 

Juli 2020 begangen, die letzten zwei am 9. November 2020 (Urk. 93 S. 3). 

 4.1. Die Ausgangslage präsentiert sich heute wie folgt: 

 4.2. Aus dem neuen Strafbefehl entnimmt man nichts bezüglich 

Rückversetzung (Urk. 93 S. 2, Urk. 98). Diese Thematik ist folglich unverändert 

(vgl. Urk. 66 S. 16 f.): Der Beschuldigte wurde innerhalb der Probezeit der 

bedingten Entlassung wieder straffällig, woraus eine Reststrafe von 99 Tagen 

resultiert (Urk. D1/14/8 und Urk. D1/14/10; Urk. 93 S. 2). Es ist daher die 

entsprechende Rückversetzung anzuordnen.  

 4.3. Den Hausfriedensbruch gemäss Dossier 2 hat der Beschuldigte am 

30. Juli 2018 und damit vor dem Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 15. August 

2018 begangen. Es rechtfertigt sich aus den von der Vorinstanz dargelegten 

Gründen hierfür eine Freiheitsstrafe auszufällen (Urk. 66 S. 22). Diesbezüglich 

liegt somit eine teilweise retrospektive Konkurrenz zum genannten Urteil des 

Bezirksgerichts Baden vor.  

 4.4. Die Sachbeschädigung gemäss Dossier 6, begangen am 8. August 

2019 und von der Vorinstanz zu Recht als schwerstes der verbleibenden und mit 

Freiheitsstrafe zu sanktionierendes Delikt qualifiziert (Urk. 66 S. 19), sowie die 

Hausfriedensbrüche, begangen am 18. August 2018 (Dossier 3), am 25. April 

2019 (Dossier 4) und am 7. Januar 2020 (Dossier 7), die mit Blick auf den 

Strafzweck ebenfalls mit Freiheitsstrafe zu sanktionieren sind (vgl. hierzu treffend 

Urk. 66 S. 21), erfolgten zwischen den letzten zwei Verurteilungen.  

 4.5. Für die Hinderung einer Amtshandlung, hier begangen am 9. August 

2019 (Dossier 5), sieht das Gesetz nur eine Geldstrafe bis 30 Tagessätze vor 

(Art. 286 Abs. 1 StGB). Die Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus hatte zwar 

-   23   - 

auch eine Hinderung einer Amtshandlung zu sanktionieren, dafür aber offenbar 

eine Freiheitsstrafe festgelegt (Urk. 93 S. 3, Urk. 98). Die Geldstrafe ist mangels 

Gleichartigkeit mit den anderen Sanktionen kumulativ auszusprechen. 

 4.6. Schliesslich ist die Busse bezüglich des geringfügigen Diebstahls, be-

gangen am 18. August 2018 (Dossier 3), separat aufzuerlegen.  

 5.1. Die von der Vorinstanz ermittelte Zusatzstrafe von 10 Tagen für den vor 

dem Urteil vom 15. August 2018 begangenen Hausfriedensbruch (Dossier 2) 

erscheint aus den dort angeführten Gründen als angemessen (vgl. Urk. 66 S. 22). 

 5.2. Weiter hat die Vorinstanz für die Sachbeschädigung (Dossier 6) und die 

Hausfriedensbrüche (Dossier 3, 4 und 7) unter Darlegung der konkreten Tat- und 

Täterkomponenten eine "unabhängige Gesamtstrafe" von 60 Tagen ermittelt 

(Urk. 66 S. 22). An dieser im Übrigen weder von der Staatsanwaltschaft noch vom 

Beschuldigten beanstandeten Gewichtung ist grundsätzlich festzuhalten. 

Allerdings ist diese Strafe für die genannten Delikte – ausgehend von der neuen 

Grundstrafe vom 28. Januar 2021 – nunmehr als Zusatzstrafe zu dieser 

auszugestalten, weshalb sie zufolge Asperation grundsätzlich tiefer auszufallen 

hat (vgl. Urk. 93 S. 3; BGer 6B_192/2020 vom 19. August 2020, E. 2.4.). Es kann 

jedoch nicht angehen, dass der Beschuldigte von einer günstigeren Strafe 

profitiert, weil er zusätzlich weitere Delikte begangen hat. Hierzu gleich 

nachfolgend in Ziffer 5.3. 

 5.3. Zu berücksichtigten ist noch der Strafrest von 99 Tagen. Die Vorinstanz 

fällte von 70 Tagen plus Reststrafe von 99 Tagen (total 169 Tage = 5 Monate und 

19 Tage) eine Gesamtstrafe von "nur" vier Monaten aus (Urk. 66 S. 22). Der 

Einschlag fiel dabei eindeutig zu gross aus. Angesichts des Verbots der 

reformatio in peius kann daran aber nichts mehr geändert werden. Hingegen ist 

vorliegend wie vorstehend unter Ziffer 5.2. dargelegt, davon abzusehen, eine 

tiefere Strafe aufgrund der Bildung einer Gesamtstrafe mit dem Strafbefehl vom 

28. Januar 2021 der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus auszufällen. Damit 

bleibt es bei der von der Vorinstanz ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 4 

Monaten als Gesamtstrafe (wovon 1 Tag durch Haft erstanden ist), teilweise als 

-   24   - 

Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 15. August 2018 und 

teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 28. Januar 2021 der 

Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus. 

 5.4. Es besteht kein Anlass, von der von der Vorinstanz festgelegten und 

hier nicht angefochtenen Geldstrafe abzuweichen (Urk. 66 S. 23 f.). Gleiches gilt 

für die von der Vorinstanz ausgefällte Busse in der Höhe von Fr. 100.– (ebd.).  

 5.5. Der Beschuldigte ist daher unter Einbezug des Strafrestes von 99 

Tagen mit einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten als Gesamtstrafe (wovon 1 Tag 

durch Haft erstanden ist), teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des 

Bezirksgerichts Baden vom 15. August 2018 und teilweise als Zusatzstrafe zum 

Strafbefehl vom 28. Januar 2021 der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus, und 

mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von 

Fr. 100.– zu bestrafen. 

 6. Betreffend Vollzug kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 66 S. 24 f.): Mangels anderer Anhaltspunkte ist der Vollzug der 

Freiheitsstrafe zugunsten der mit Urteil des Bezirksgerichts Baden, Strafgericht, 

vom 15. August 2018 angeordneten stationären Massnahme im Sinne von Art. 60 

Abs. 1 StGB aufzuschieben. Der Vollzug der Geldstrafe wurde nicht beanstandet 

(Urk. 66 S. 25) und ist entsprechend anzuordnen. Die Busse ist von Gesetzes 

wegen zu vollziehen. Praxisgemäss ist die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall der 

schuldhaften Nichtbezahlung auf einen Tag festzusetzen.  

V. Zivilforderungen 

 1. Die Vorinstanz hat die Genugtuungsforderung des Privatklägers zufolge 

Freispruchs abgewiesen. Die Schadenersatzforderung hat sie auf den Zivilweg 

verwiesen (Urk. 66 S. 25). 

 2. Mit der Berufung beantragt der Privatkläger, es sei über seinen 

Schadenersatz- und Genugtuungsanspruch "zu entscheiden" (Urk. 67 S. 2). Wie 

im erstinstanzlichen Verfahren wird eine Genugtuung von Fr. 2'000.00, zuzüglich 

5% Zins seit dem 4. September 2017, sowie Schadenersatz (für den 

-   25   - 

Krankenwagen) in der Höhe von Fr. 583.00 beantragt, eventualiter eine 

Schadenersatzpflicht dem Grundsatz nach (Urk. 108 S. 2).  

 3. Gestützt auf das vorstehende Ergebnis zum Schuldpunkt und da in 

diesem Adhäsionsprozess die Dispositionsmaxime gilt, hat es bei der 

erstinstanzlichen Regelung sein Bewenden. 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Wie eingangs erwähnt, wurde das erstinstanzliche Kostendispositiv 

(Dispositiv-Ziff. 13-16) nicht angefochten. Auch die mit Nachtragsverfügungen 

festgelegten Entschädigungen der amtlichen Verteidigung (Urk. 50) und der 

unentgeltlichen Rechtvertretung (Urk. 54) wurden akzeptiert. 

 2. Der Privatkläger unterliegt mit seinen Anträgen vollumfänglich. Er wird 

damit grundsätzlich kostenpflichtig. 

 3. Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung des Privatklägers sind ihm 

daher aufzuerlegen, aber einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die 

Rückzahlungspflicht bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO i.V.m. Art. 138 Abs. 1 

StPO vorbehalten (vgl. dazu OGer ZH SB190421 vom 26. November 2020).  

 Anders sieht es aus mit Bezug auf die Kosten der amtlichen Verteidigung: 

Gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO kann ausschliesslich die zu den Verfahrenskosten 

verurteilte beschuldigte Person zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen 

Verteidigung verpflichtet werden. Mangels einer geeigneten gesetzlichen 

Grundlage besteht bei einem (vollständigen oder teilweisen) Freispruch der 

beschuldigten Person keine entsprechende Rückzahlungspflicht der 

Privatklägerschaft. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung ist in diesem 

Fall vom Staat zu tragen (vgl. BGE 145 IV 90 = Pra 108 [2019] Nr. 114). 

 3.1. Der mit Kostennote vom 21. Oktober 2021 (Urk. 112) geltend gemachte 

Aufwand (inkl. Barauslagen) der amtlichen Verteidigerin erscheint angemessen 

und steht im Einklang mit den Ansätzen der Anwaltsgebührenverordnung. Nach 

Berücksichtigung des effektiven Zeitaufwands für die Berufungsverhandlung und 

-   26   - 

die Nachbesprechung ist Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____ für ihre Tätigkeit als 

amtliche Verteidigerin im Berufungsverfahren mit gerundet Fr. 5'200.– zu 

entschädigen. 

 3.2. Die unentgeltliche Vertreterin des Privatklägers ist ebenfalls aus der 

Gerichtskasse zu entschädigen (Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 Abs. 1 StPO 

sowie § 2 ff. AnwGebV). Der mit Kostennote vom 21. Oktober 2021 (Urk. 110) 

geltend gemachte Vertretungsaufwand erscheint angemessen. Rechtsanwältin 

lic. iur. X._____ ist, ebenfalls unter Berücksichtigung der tatsächlich aufge-

wendeten Zeit für die Berufungsverhandlung, für ihre Tätigkeit als unentgeltliche 

Rechtsvertreterin des Privatklägers im Berufungsverfahren mit gerundet Fr. 

5'550.– zu entschädigen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

Einzelgericht, vom 12. November 2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen 

ist:  

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, 

− der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB, 

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB, sowie 

− des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung 

mit Art. 172ter Abs. 1 StGB. 

 2.-7. […] 

8. Die Schadenersatzbegehren der Privatkläger […] 2-3 werden auf den Zivilweg ver-

wiesen. 

-   27   - 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 Schadenersatz in der Höhe 

von Fr. 897.05 zu bezahlen, im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den 

Zivilweg verwiesen. 

10. […] 

11. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit separater Verfügung 

entschieden. 

12. Über die Höhe der Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1 

wird mit separater Verfügung entschieden. 

13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'600.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 300.00   Auslagen Stadtspital Waid (Arztbericht etc.) 

Fr. 20.00   Auslagen Polizei (Fotos) 

Fr. 1'273.95   ehemaliger amtlicher Verteidiger RA lic. iur. Y2._____ 

Fr. 8'727.45   amtliche Verteidigung 

Fr. 7'940.25   unentgeltliche Rechtsvertretung Privatkläger 1 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung 

des Privatklägers 1, werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt und im Übrigen 

auf die Gerichtskasse genommen. 

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang der 

Hälfte. 

16. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1 werden auf die 

Gerichtskasse genommen. 

17. (Mitteilungen) 

18. (Rechtsmittel)" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

-   28   - 

Es wird erkannt: 

1. Vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

StGB wird der Beschuldigte freigesprochen. 

2. Die mit Entscheid des Amts für Justizvollzug des Kantons Zürich vom 

26. April 2018 bzw. 11. Mai 2018 verfügte bedingte Entlassung wird 

widerrufen. Der Beschuldigte wird in den Vollzug der noch ausstehenden 

Reststrafe von 99 Tagen Freiheitsstrafe rückversetzt. 

3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug des Strafrestes von 99 Tagen gemäss 

Ziff. 2 mit einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten als Gesamtstrafe (wovon 1 

Tag durch Haft erstanden ist), teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des 

Bezirksgerichts Baden vom 15. August 2018 und teilweise als Zusatzstrafe 

zum Strafbefehl vom 28. Januar 2021 der Staatsanwaltschaft des Kantons 

Glarus, und mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit 

einer Busse von Fr. 100.– bestraft. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der mit Urteil des Bezirks-

gerichts Baden, Strafgericht, vom 15. August 2018 angeordneten 

stationären Massnahme im Sinne von Art. 60 Abs. 1 StGB aufgeschoben. 

5. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

6. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag.  

7. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1 wird auf den Zivilweg 

verwiesen. 

8. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1 wird abgewiesen. 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-   29   - 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 5'200.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 5'550.–   unentgeltliche Verbeiständung Privatkläger 1 

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse ge-

nommen.  

11. Die übrigen Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der 

unentgeltlichen Verbeiständung des Privatklägers 1, werden dem Privat-

kläger 1 auferlegt. Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung des 

Privatklägers 1 werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 

StPO vorbehalten. 

12. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl  
− die Vertretung des Privatklägers 1 im Doppel für sich und den 

Privatkläger 1 (übergeben) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl  
− die Vertretung des Privatklägers 1 im Doppel für sich und den 

Privatkläger 1 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste dreifach für sich sowie für das Amt für Justizvollzug 
des Kantons Aargau und die Amtsstelle Justizvollzug des Kantons 
Glarus 

-   30   - 

− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B 
− die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben gemäss 

§ 54 PolG 

13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 21. Oktober 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Kümin Grell 
 

 
 

	Urteil vom 21. Oktober 2021
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:  (Urk. 66)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
	 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB,
	 der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB, sowie
	 des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB.

	2. Vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Die mit Entscheid des Amts für Justizvollzug des Kantons Zürich vom 26. April 2018 bzw. 11. Mai 2018 verfügte bedingte Entlassung wird widerrufen. Der Beschuldigte wird in den Vollzug der noch ausstehenden Reststrafe von 99 Tagen Freiheitsstrafe rü...
	4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug dieses Strafrestes gemäss Ziff. 3 bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten als Gesamtstrafe (wovon bis und mit heute 1 Tag durch Haft erstanden ist), teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgeri...
	5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der mit Urteil des Bezirksgerichts Baden, Strafgericht, vom 15. August 2018 angeordneten stationären Massnahme im Sinne von Art. 60 Abs. 1 StGB aufgeschoben.
	6. Die Geldstrafe wird vollzogen.
	7. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag.
	8. Die Schadenersatzbegehren der Privatkläger 1-3 werden auf den Zivilweg verwiesen.
	9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 Schadenersatz in der Höhe von Fr. 897.05 zu bezahlen, im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.
	10. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1 wird abgewiesen.
	11. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit separater Verfügung entschieden.
	12. Über die Höhe der Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1 wird mit separater Verfügung entschieden.
	13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1, werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt und im Übrigen auf die Ge...
	15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang der Hälfte.
	16. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1 werden auf die Gerichtskasse genommen."
	Berufungsanträge (Prot. II S. 6 f.)
	1. Die Berufung des Privatklägers 1 sei vollumfänglich abzuweisen und es sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 12. November 2020 zu bestätigen.
	2. Die Kosten für das Berufungsverfahren, inklusive Kosten der amtlichen Verteidigung, seien dem Privatkläger 1 / Berufungsführer aufzuerlegen.
	3. Die amtliche Verteidigung sei gemäss eingereichter Kostennote vorab aus der Staatskasse zu entschädigen.
	1. Die Berufung sei gutzuheissen und der Beschuldigte sei bezüglich Anklagepunkt Dossier 1 (zum Nachteil des Privatklägers A._____) anklagegemäss schuldig zu sprechen.
	2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger eine Genugtuung von Fr. 2'000.00, zuzüglich 5% Zins seit dem 4. September 2017, zu bezahlen.
	3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger Schadenersatz wie folgt zu bezahlen: Fr. 583.00 Krankenwagenkosten.
	Eventualiter: Der Beschuldigte sei dem Grundsatz nach zu verpflichten, dem Privatkläger A._____ für den bereits entstandenen wie auch für einen allfälligen zukünftigen Schaden, der im Zusammenhang mit den eingeklagten Ereignissen steht, Schadenersatz ...
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens sowie diejenigen der unentgeltlichen Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren seien (gemäss beiliegender Honorarnote) dem Beschuldigten aufzuerlegen.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang

	2. Am 12. November 2020 fällte die Vorinstanz das eingangs aufgeführte Urteil. Mit Verfügung vom 19. November 2020 (Urk. 50) und vom 1. Dezember 2020 (Urk. 54) legte die Vorinstanz im Nachgang zum Urteil die Entschädigung der amtlichen Verteidigerin ...
	7. Mit Verfügung vom 16. März 2021 wurde dem Beweisantrag des Privatklägers 1 (nachfolgend "Privatkläger") insofern entsprochen, als die Staatsanwaltschaft ersucht wurde, den von ihm bezeichneten Zeugen "C._____" – allenfalls mit Hilfe der Polizei –...
	8. Am 9. Juni 2021 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass der Zeuge "C._____" zwischenzeitlich habe identifiziert und befragt werden können (Urk. 82). Gleichzeitig übermittelte sie die neuen Einvernahmeprotokolle (Urk. 83/1-2) und weitere mit der B...
	9. Am 16. Juni 2021 wurden die Akten ST.2016.26 des Bezirksgerichts Baden beigezogen (Urk. 87; Urk. 92).
	10. Am 18. Juni 2021 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 21. Oktober 2021 vorgeladen (Urk. 88). An den Beschuldigten ergingen zwei weitere Zustellungen, da dieser ohne Meldung ans Gericht umgezogen war (Urk. 90-91).
	11. Am 12. Oktober 2021 wurde ein neuer Strafregisterauszug über den Beschuldigten eingeholt (Urk. 93). In Bezug auf den daraus ersichtlichen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus vom 28. Januar 2021 erfolgte ein Aktengesuch an die St...
	12. Zur Berufungsverhandlung vom 21. Oktober 2021 erschienen sind der Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____, und der Privatkläger A._____ in Begleitung der unentgeltlichen Privatklägervertreterin...
	II.  Prozessuales
	III.  Sachverhalt
	IV.  Sanktion und Vollzug

	V. Zivilforderungen
	VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, Einzelgericht, vom 12. November 2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
	 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB,
	 der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB, sowie
	 des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB.

	2.-7. […]
	8. Die Schadenersatzbegehren der Privatkläger […] 2-3 werden auf den Zivilweg verwiesen.
	9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 Schadenersatz in der Höhe von Fr. 897.05 zu bezahlen, im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.
	10. […]
	11. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit separater Verfügung entschieden.
	12. Über die Höhe der Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1 wird mit separater Verfügung entschieden.
	13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1, werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt und im Übrigen auf die Ge...
	15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang der Hälfte.
	16. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1 werden auf die Gerichtskasse genommen.
	17. (Mitteilungen)
	18. (Rechtsmittel)"
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	2. Die mit Entscheid des Amts für Justizvollzug des Kantons Zürich vom 26. April 2018 bzw. 11. Mai 2018 verfügte bedingte Entlassung wird widerrufen. Der Beschuldigte wird in den Vollzug der noch ausstehenden Reststrafe von 99 Tagen Freiheitsstrafe rü...
	3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug des Strafrestes von 99 Tagen gemäss Ziff. 2 mit einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten als Gesamtstrafe (wovon 1 Tag durch Haft erstanden ist), teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 15...
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der mit Urteil des Bezirksgerichts Baden, Strafgericht, vom 15. August 2018 angeordneten stationären Massnahme im Sinne von Art. 60 Abs. 1 StGB aufgeschoben.
	5. Die Geldstrafe wird vollzogen.
	6. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag.
	7. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1 wird auf den Zivilweg verwiesen.
	8. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1 wird abgewiesen.
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen.
	11. Die übrigen Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Verbeiständung des Privatklägers 1, werden dem Privatkläger 1 auferlegt. Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung des Privatklägers 1 werden einstweil...
	12. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 die Vertretung des Privatklägers 1 im Doppel für sich und den Privatkläger 1 (übergeben)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 die Vertretung des Privatklägers 1 im Doppel für sich und den Privatkläger 1
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste dreifach für sich sowie für das Amt für Justizvollzug des Kantons Aargau und die Amtsstelle Justizvollzug des Kantons Glarus
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B
	 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben gemäss § 54 PolG

	13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.