# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35281e54-58ed-5138-af1a-908d134ae951
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-27
**Language:** de
**Title:** Keine Unfallkausalität von Armbeschwerden, hingegen fällt Berufskrankheit in Betracht, was von der Beschwerdegegnerin zu Unrecht nicht geprüft worden ist. Rückweisung.
**Docket/Reference:** UV.2013.00133
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00133.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00133
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Kobel
Urteil
vom
27. Juni 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Barbara Laur
Goecke Laur Reger-Wyttenbach Zürcher & Meier Rhein Rechtsanwälte
Ankerstrasse 24, Postfach 2250, 8026 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren 1953, arbeitete ab dem 1. Oktober 1999 vollzeitlich als angelernter Metallbauschlosser bei der
Y.___
und wa
r
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) für die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen sowie Berufskrankheiten obligatorisch versichert. Am
6. September 2002 klemmte er am Arbeitsplatz beim Umschichten von Werkstü
cken
den linken Unterarm ein
(Unfallmeldung
UVG
in
Urk.
12/III/35
).
Er erlitt ein Hämatom und es traten Sensibilitätsstörungen auf, hingegen brachten die nachfolgenden medizinischen Abklärungen weder eine ossäre Läsion noch
einen neurologischen Befund zu Tage
(vgl. das Arztzeugnis
U
VG des
Z.___
vom 10. Oktober 2002,
Urk.
12/III/5, die weiteren medizinischen Berichte des
Z.___
in
Urk.
12/III/1-24 und den Bericht von
Dr.
med.
A.___
,
Spezialärztin für Neurologie,
vom 28.
Oktober 2002,
Urk.
12/
II
/24
/3-4
)
.
Nach der Behandlung mit Schmerzmitteln und Phys
iothera
pie
attestierte das
Z.___
dem Versicherten ab Anfang März 2003 wieder eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit (Bericht vom 19.
Februar 2003,
Urk.
12/III/24).
Diesem war die angestammte Stelle
schon vor dem Unfall
per Ende Dezember 2002 gekündigt worden (Bericht
e
der Suva über die Bespre
chung mit dem Versicherten
und mit
dessen Vorgesetz
t
em
vom 16.
Januar 2003,
Urk.
12/III/19
und
Urk.
12/III/20
).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
1.2
Ab dem 23. März 2007 war
X.___
wieder
vollzeitlich als Metallbau
-
schlos
ser angestellt, diesmal über die Temporärunternehmung
B.___
,
und war wiederum bei der Suva unfallversichert.
Am 16. August 2007 schlug er während der Ferien in
C.___
bei der Entfernung eines Baumes vom Fahrweg den linken Arm am Kettenzug an und erlitt dabei eine Radiusschaftfraktur i
n
der Nähe
des Handgel
enks (Unfallmeldung UVG vom 20.
August 2007,
Urk.
12/II/1; Zeugnis des Spitals in
D.___
,
Urk.
12/II/3; Arzt
zeugnis UVG von
Dr.
med.
E.___
vom
3. September 2007, Urk. 12/II/6
).
Die Suva anerkannte erneut ihre Leistungspflicht.
Am 24. August 2007 wurde im
Z.___
eine Osteosynthese durchgeführt (Bericht des
Z.___
vom 27. August 2007,
Urk.
12/II/9). Im nachfolgenden Ver
lauf persistierten Beschwerden (Berich
t von
Dr.
E.___
vom 14.
November 2007,
Urk.
12/II/14), ohne dass jedoch
eine
neurologisch
e
Abklärung
und eine radiologische Kontrolle
etwas Auffälliges gezeigt hätten (
Bericht von
Dr.
A.___
vom 29.
Januar 2008,
Urk.
12/II/26;
Radiologie
bericht und Untersuchungsbericht des
Z.___
je
vom 12.
Februar 2008,
Urk.
12/II/25 und
Urk.
12/II/21). Am 25. März 2008 wurde der Versicherte durch den Kreisarzt
Dr.
med.
F.___
,
Spezialarzt für Chirurgie,
untersucht (
Urk.
12/II/30);
anschliessend
wurde am 23. April 2008 eine Magnetresonan
zuntersuchung des linken Vorderarmes/Handgelenks vorgenommen, am
28. April 2008 fand nochmals eine Untersuchung im
Z.___
statt und am 6. Mai 2008 hielt
Dr.
F.___
fest, mit dem Abschluss der Untersuchungen vom 23. April 2008 sei keine Arbeitsunfähigkeit mehr gegeben (Bericht der Klinik
G.___
,
Urk.
12/II/34; Bericht des
Z.___
,
Urk.
12/II/37; Bericht von
Dr.
F.___
,
Urk.
12/II/38
)
.
Am 4. August 2008 stellte das
Z.___
die Indikation für die Entfer
nung des Osteosynthesematerials im linken Vorderarm, und die Operation fan
d
am 6. Oktober 2008 statt (
Urk.
12/II/42 und
Urk.
12/II/52). Die Suva kam für die Operation auf (vgl. die Telefonnotiz vom 15. Oktober 2008,
Urk.
12/II/51)
, hatte jedoch ihre weitergehende Leistungspflicht be
reits mit Verfügung vom 15.
August 2008 verneint (
Urk.
12/II/46)
. Mit Brief vom 19. Dezember 2008 teilte sie dem Versicherten ausserdem mit,
da
ss
sie die Kosten einer beantragten Umschulung (Bericht des
Z.___
vom 5. Dezember 2008, Urk
.
1
2/II/58) nicht übernehme
, da ihm die angestammte Tätigkeit wieder zu
zumuten sei (
Urk.
21/II/60).
1.3
Am 21. April 2009 meldete die Arbeitge
be
rin, nunmehr
die
H.___
,
der Suva, dass dem Versicherte
n
am 14. April 2009 wäh
rend des Bohrens auf der Baustelle der Bohrer abgerutscht sei, was zur Verdre
hung des linken Unterarms geführt habe (
Urk.
12/IV/1). Das
Z.___
stellte anhand einer Magnetresonanztomographie der linken Hand eine ulnar
seitige Läsion der Unterfläche fest, hingegen keine eigentliche Fraktur
(Bericht des
Z.___
vom 14. Mai 2009,
Urk.
12/IV/4; Arztzeugnis UVG von
Dr.
med.
I.___
,
Spezialarzt für Innere Medizin,
vom 25. Mai 2009,
Urk.
12/IV/3).
Am 20. Juli 2009 führte
Dr.
F.___
wieder
eine kreisärztliche Untersuchung durch und attestierte dem Versi
cherten für die Zeit ab dem 31.
August 2008 eine volle Arbeitsfähigkeit (
Urk.
12/IV/9).
Die Suva teilte ihm daraufhin mit Brief vom 24. Juli 2009 mit, dass das Taggeld auf diesen Zeit
punkt hin eingestellt werde (
Urk.
12/IV/11), und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 16. Oktober 2009 fest (
Urk.
12/IV/14; vgl. auch die Notiz von
Dr.
F.___
in
Urk.
12/IV/16), ungeachtet dessen
, dass
Dr.
I.___
ihm
im Bericht vom 7. Oktober 2009 ab dem 9. September 2009 wieder eine Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (
Urk.
12/IV/13).
X.___
erhob am 27. Oktober 2009 Ein
sprache (
Urk.
12/IV/20; vgl. auch den Bericht von med. pract.
J.___
,
Praxismitarbeiterin
von
Dr.
I.___
,
vom 30. Oktober 2009,
Urk.
12/IV/22), welche die Suva in der Folge mit Entscheid vom
26. November 2009 abwies (Urk.
12/IV/26). Der Einspracheentscheid war Gegenstand eines Beschwerde
verfahrens am Sozialversicherungsgericht; in dessen Rahmen wurden neu zwei Berichte von
Dr.
med.
K.___
,
Spezialarzt für Neurologie, vom
3. und vom 10. Dezember 2009 eing
ereicht (
Urk.
12/IV/30 und Urk.
12/IV/32). Mit Urteil vom 16. Juni 2011 wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde
ab (
Urk.
12/IV/50; Prozess Nr.
UV.2010.00009). Am 1
2.
Juli 2011 verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, auch den Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung (
Urk.
12/IV/51).
Beide Entscheide blieben unangefochten.
1
.4
Ab
dem
4. April 2011
war
X.___
bei der
L.___
als Mon
teur angestellt und auch hier bei der Suva unfallversichert.
Am 1. Juni 2011 meldete er der Suva, er sei am
4. Mai 2011 beim Bohren an der Betondecke mit der Bohrmaschine auf ein Stück Eisen
geraten
, wodurch die Bohrmaschine herumgerissen
worden sei
(Unfallmeldung
vom 1. Juni 2011,
Urk.
12/I/1).
Dr.
med.
M.___
,
Spezialarzt für Innere Medizin und Praxiskollege von
Dr.
I.___
,
diagnostizierte ein Distorsionstraum
a
an beiden Handgelenken (Arztzeugnis UVG vom 21. Juni 2011,
Urk.
12/I/15)
.
Die Suva erbrachte zunächst Leistungen und erhielt a
m 29. August 2011
von
med. pract.
N.___
,
Praxism
itarbeiterin von
Dr.
I.___
,
die Mitteilung,
dass der Versi
cherte
vom 10. bis zum 19. Juni 2011 arbeitsunfähig gewesen sei und die Behandlung danach abgeschlossen gewesen sei (
Urk.
12/I/19).
1.5
Mit Rückfallmeldung vom 20. März 2012 informierte die Arbeitgeberin des Versi
cherten die Suva über einen Rückfall vom 20. Januar 2012 zu den erlitte
nen Distorsionsverletzungen an den Handgelenken
(
Urk.
12/I/24), und Dr.
I.___
verfasste
im April 2012 das Arztzeugnis UVG (
Urk.
12/I/30).
Der Kreisarzt
Dr.
med.
O.___
,
Spezialarzt
für Physikalische Medizin und Rehabilitation, verneinte mit Stellungnahme vom 18. April 2012 die Unfallkausalität der wie
der a
ufgetretenen Schmerzen (
Urk.
12
/I/32) und hielt an dieser Beurteilung auch nach Kenntnisnahm
e von Berichten von
Dr.
med.
P.___
,
Spezialarzt für Rheumaerkrankung
en, vom 20. Februar und vom 10.
April 2012 (
Urk.
12/I/3
6 und
Urk.
12/I/35
)
fest (Stellungnahme vom 24.
April 2012,
Urk.
12/I/34).
Gestützt darauf verneinte die Suva mit Brief vom 24. April 2012 ihre Leistungs
pflicht für die wieder
gemeldeten
Handgelenksbeschwerden
, da kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 4. Mai 2011 bestehe
(
Urk.
12/I/37).
Es folgten weitere medizinische Abklärungen dieser Beschwerden
(Bericht der
Klinik Q.___
,
Neurologie
,
vom 6. Juni 2012,
Urk.
12/I/44; Berichte der
Klinik Q.___
,
Handchirurgie, vom 23. Mai und vom 13. Juni 2012, Urk.
12/I/56 und
Urk.
12/I/47; Bericht
vom 10. Juni 2012
über eine Magnetre
sonanztomographie des rechten Han
dgelenks vom 6. Juni 2012, Urk.
12/I/46; Bericht des
R.___
,
Dr.
med.
S.___
,
Spezialärztin für Handchirurgie und Orthopädische Chirurgie,
vom 17.
September 2012,
Urk.
12/I/48)
. Die Suva liess daraufhin auf E
mpfehlung von
Dr.
O.___
(
Urk.
12/I/53) durch
Dr.
med.
T.___
,
Spezialarzt für Chirurgie, die chirurgi
sche Aktenbeurteilung vom 7. Februar 2013 erstellen (
Urk.
12/I/61)
. Mit Verfü
gung vom 1
2.
Februar 2013 hielt die Suva
an ihrer Leistungsablehnung ma
n
gels Unfallkausalität fest (
Urk.
12/I/60).
X.___
,
vertreten durch Rechts
anwältin Barbara Laur, liess am 14. März 2013 Einsprache erheben und bean
tragen, ihm seien in Aufhebung der Verfügung die gesetzlichen Leistungen, namentlich Heilungskosten und Taggelder beziehungsweise eine Rente und eine Integritätsentschädigung zu erbringen (
Urk.
12/I/62). Mit Entscheid vom 2
2.
April 2013 wies die Suva die Einsprache ab (
Urk.
2 =
Urk.
12/I/65). Hin
sichtlich der beantragten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung während des Einspracheverfahrens stellte sie einen separaten Entscheid in Aussicht
(
Urk.
2 S. 6).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 2
2.
Apri
l
2013 liess
X.___
durch Rechtsanwältin Barbara Laur mit Eingabe vom 23. Mai 2013 (
Urk.
1) Beschwerde erheben und erneut beantragen, ihm seien die gesetzlichen Leistun
gen zu erbringen und insbesondere Taggelder und Heilungskosten, eventuell eine Invalidenrente
,
zuzusprechen und es sei ein unabhängiges medizinisches Gutachten zur Frage der Unfallkausalität der persistierenden Beschwerden und der daraus resultierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit einzuholen (
Urk.
1 S. 2).
Als neuen Beleg liess er einen
Auszug der Praxis Dr.
I.___
aus der Kranken
geschichte vom 11. Oktober 2012 einreichen (
Urk.
3/3).
In prozessualer Hinsicht liess er um die Bestellung von Rechtsanwältin Barbara Laur zur unentgeltlichen Rechtsvertreterin ersuchen (
Urk.
1 S. 2).
Die Suva
stellte in
der Beschwerdeant
wort vom 26. September 2013
den Antrag
auf Abw
eisung der Beschwerde
(
Urk.
11) und
reichte
eine weitere chirurgische Beurteilung von
Dr.
T.___
vom 10. September 2013 ein, die sich mit der Frage
nach dem Zusammenhang
der geltend gemachten Handgelenksbeschwerden
mit
den früheren Unfällen befasste (
Urk.
11A).
In der Replik vom
20. Februar 2014 liess
X.___
an seinen Anträgen festhalten (
Urk.
23). Mit Verfügung vom 14. März 2014 wies das Gericht den Antrag
auf
die unentgeltliche Rechtsvertretung ab und setzte gleichzei
tig Frist zur Duplik an (
Urk.
2
6
). Die Suva verzichtete mit Eingabe vom 25. März 2014 auf die Erstattung einer Duplik (
Urk.
27), was dem Versicherten am 26. März 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
28).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Be
weis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Ist die Unfallkausalität eines bestimmten Gesundheitsschadens einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, so entfällt die deswegen aner
kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn
also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Ebenso wie der leistungsbegründende na
türliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeu
tung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein, während
dem die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswir
kungen nicht genügt (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). Da es sich hierbei um eine an
spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 76 E. 4b; vgl. auch RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b).
1.4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11
der Verordnung über die Unfallversicherung [
UVV
]
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallver
sicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesund
heitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in fine).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwe
rdegegnerin leistungspflichtig ist für die Beschwerden an den Handgelenken, die
der Beschwerdeführer
ihr am 20.
März 2012 melden liess (
Urk.
12/I/24). Im Meldeformular ist
der
massge
bende
Sachverhalt
als Rückfall vom 20. Januar 2012
bezeichnet, und
Dr
.
I.___
nannte
im Arztzeugnis UVG vom April 2012
als Grundfall
die Di
storsion der beiden Handgelenke
, die der Beschwerdeführer am 4. Mai 2011 erlitten hatte
(
Urk.
12/I/30)
.
Dementsprechend begründete die Beschwerdegegnerin die Leis
tungsverweigerung damit, dass der Kausalzusammenhang zwischen dem Ereig
nis vom 4. Mai 2011 und den
neu
gemeldeten Beschwerden
nicht nachgewiesen sei
(Urk.
2 S. 3 ff.,
Urk.
12/I/60,
Urk.
12/I/37).
Im Gegensatz dazu liess
der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift vorbringen, er habe im Anschluss an das Distorsionstrauma vom 4. Mai 2011 durchgehend
an Schmerzen gelitten, die der ärztlichen Behandlung bedurft und ihn in der Arbeitsfähigkeit beein
trächtigt hätten
(
Urk.
1 S. 3). Damit
macht er geltend
, die gemeldeten Schmer
zen
seien
nach wie vor dem Grundfall vo
m 4. Mai 2011 zuzuordnen
, womit das Beweisthema das Wegfallen der Unfallkausalität wäre und die Beweislast dafür bei der Beschwerdegegnerin läge.
2.2
Med. pract.
N.___
als Praxismitarbeiterin von
Dr.
I.___
berichtete der Besch
werdegegnerin am 29. August 2011
, nach einer Arbeitsunfähigkeit vom 10. bis zum 19.
Juni
2011
seien keine Kontrollen mehr notwendig gewesen und die Behandlung sei abgeschlossen (
Urk.
12/I/19). Aus diesen Ausführungen für sich allein könnte tatsächlich gefolgert werden, dass der Beschwerdeführer danach beschwerdefrei gewesen
war
und erst ab dem 20. Januar 2012
wieder Schmerzen auftraten.
Dieser Eindruck wird
indessen relativiert durch
die Einträge in die Krankenge
schichte
der Praxis
Dr.
I.___
,
die der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren beibrachte (
Urk.
3/3). So sind darin Ende Juni
2011
Bezüge von Schmerzmitteln und Schmerzpflastern (Dafalgan, Ponstan, Flectoparin) vermerkt, und nur einen Tag nach der Beric
hterstattung vom 29. August 2011
(in der Krankengeschichte ist - wohl irrtümlich - das Datum des 29. Juli 20
11
eingetragen) findet sich der Eintrag „Rezidiv, Schmerzen in beiden Handgelenken. Arbeitet mit Schiene“.
In den Akten der Beschwerdegegnerin ist dieser Arztbesuch nicht dokumentiert, hingegen richtete die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer im Mai 2012 nachträglich Taggelder für die Zeit vom 30.
August bis zum 4. September 2011
„im Grundfall“
aus (
Urk.
12/I/39
und
Urk.
12/I/40
).
In der Zeit von Mitte Sep
tember 2011 bis zum 20. April 2012 findet
sich im eingereichten Krankenge
schichte-
Auszug
zwar
kein Eintrag
mehr
.
Dr.
P.___
richtete jedoch seinen Bericht vom 20. Februar 2012 an med. pract.
N.___
und nahm darin Bezug auf eine Zuweisung durch die Hausarztpraxis von
Dr.
I.___
(
Urk.
12/I/36).
Der Beschwerdeführer muss also bereits zu Anfang des Jahres 2012 wieder in ärztlicher Behandlung und Abklärung wegen der Handgelenksbeschwerden gestanden haben.
Dr.
P.___
führte
in der
Anamnese
zudem
aus, der Beschwerdeführer leide seit April 2
011 an persistierenden Vorderarm
schmerzen und schmerzhaften Sensibilitätsstörungen, die abhängig von der Stellung der Arme und der Handge
lenke seien (
Urk.
12/I/36 S. 2), was zusätzlich für ein zwar unterschiedlich ausgeprägtes, jedoch nie ganz abgeklungenes Leiden spricht.
Unter diesen Umständen
muss der Kausalzusammenhang zwischen den Beschwer
den, von denen die Beschwerdegegnerin durch die Rückfallmeldung vom 20. März 2012 in Kenntnis gesetzt wurde, mit dem Unfall vom 4. Mai 2011
entsprechend der zutreffenden Argumentation in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 3 f.)
nach wie vor unter dem Aspekt des Grundfalls beurteilt werden, und es
ist
zu prüfen, ob die Unfallkausalität mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit weggefallen ist.
2.3
2.3.1
Dr.
P.___
befasste sich nach dem Ereignis vom 4. April 2011 als erster Arzt eingehender
mit den Befunden an den beiden Handgelenken. Er
stellte
im Bericht vom
20. Februar 2012 aus rheumatologischer Sicht die Verdachtsdiag
nose eines beidseitigen Karpaltunnelsyndroms
sowie die Diagnosen einer
Tendovaginitis stenosans der Daumenextensoren
und einer myofaszialen Über
lastungsproblematik. Er führte dazu näher aus, es handle sich um eine überlas
tungsbedingt verursachte
P
roblematik, ausgelöst durch ein distorsionsähnliches T
r
auma mit der Bohrmaschine (
Urk.
1
2/I/36 S. 1).
Die
Klinik Q.___
schloss aufgrund einer neurologischen Untersuchung ein Karpaltunnelsyndrom eher aus, bestätigte
jedoch
Dr.
P.___
Annahme einer myofaszialen Problematik (
Urk.
12/I/44 S. 3,
Urk.
12/I/47)
. Eindeutige und relevante radiologische Befunde konnte di
e Klinik hingegen nicht erheben (vgl.
Urk.
12/I/46 und
Urk.
12/I/47
S. 1), und
Dr.
S.___
des
R.___
erkannte auf Aufnah
men von Februar und Juni 2012 ebenfalls nichts, was die Schmerzen hätte erklären können
(
Urk.
12/I/48 S. 3, S. 5 und S.
6).
2.3.2
Was den Kausalzusammenhang des persistierenden Beschwerdebildes zum Ereig
nis vom 4. Mai 2011 betrifft, so schrieb
Dr.
P.___
diesem
Ereignis
ledig
lich
die Rolle eines Auslösers zu. Er
relat
i
vierte jedoch selbst diese Rolle dadurch, dass er nicht nur das spezifische Ereignis vom 4.
Mai
2011 mit der Verdrehung der Handgelenke als schmerzauslösend bezeichnete, sondern die berufliche
Tätigkeit als Metallbauschlosser generell, die mit repetitiven Pro- und Supi
nationsbewegungen verbunden sei (vgl.
Urk.
12/I/36 S. 2)
.
Während die
Klinik Q.___
auf die Bedeutung des Ereignisses vom 4. Mai 2011 nicht näher einging, hielt
Dr.
S.___
des
R.___
im Be
r
icht vo
m
17. September 2012
fest, trotz ausgedehntem Hämatom und Schwellung habe nach diesem Ereignis keine adäquate Phase der Schonung stattgefunden, weshalb die persistierenden Schmerzen bis zum heutigen Datum nachvollziebar seien und im Zusammenhang mit dem Unfaller
eignis stünden (
Urk.
12/I/48 S.
5).
Dr.
S.___
hatte allerdings bei der Verfassung ihrer Beurteilung ledig
lich Einsicht in die weiteren medizinischen Berich
te seit Februar 2012 (vgl. Urk.
12/I/48 S. 3
und S. 5
), stützte sich hingegen für die Zeit unmittelbar nach dem Ereignis vom 4. Mai 2011 allein auf die Angaben des Beschwerdeführers (
vgl.
Urk.
12/I/48 S. 1
f.
). Diese stimmen indessen nicht überein mit
der
Kran
kengeschichte der Praxis
Dr
.
I.___
.
Dort
findet sich
am 13. Mai 2011
de
r Eintrag „K
eine Schwellung, keine Rötung, kein Hämatom, Druckdolenz beim Handge
lenk beidseits, DMS intakt“ (
Urk.
3/3 S. 1). Ein Hämatom und eine Schwellung des Ausmasses, wie sie
Dr.
S.___
annahm, erscheint somit als unwahr
scheinlich, zumal
die Erstkonsultati
on entgegen der Annahme von Dr.
S.___
(
Urk.
12/I/48 S. 2) nicht bereits am Tag
nach dem Ereignis
statt
fand, sondern gemäss dem Arztzeug
nis UVG vom 21. Juni 2011 (Urk.
12/I/15) erst
zehn Tage
später
,
und
zwischenzeitlich
hatte der Beschwerdeführer weiter gearbeitet
.
2.3.3
Die
Hinweise auf einen
deutlich
geringfügigeren Charakter der Verletzungen
als
Dr.
S.___
voraussetzte (vgl. hierzu auch die
Darlegungen von
Dr.
T.___
in seiner Aktenbeurteilung vom 7. Februar 2013
,
Urk.
12/I/61
S. 5
)
korrespondie
ren mit dem Charakter des Ereignisses selbst.
Sowohl
Dr.
P.___
als auch die
Klinik Q.___
und
Dr.
S.___
gingen davon aus, dass die Bohrmaschine durch den Kontakt mit der Eisenarmierung blockiert worden
sei
und die dabei entstandene Krafteinwirkung zu einer Verdrehung der
beiden Handgelenke geführt habe
(
Urk.
12/I/36 S. 2,
Urk.
12/I/56 S. 1,
Urk.
12/I/48 S.
1). Die Krafteinwirkung durch die blockierte Bohrmaschine bildet zwar einen äusseren Faktor, es fragt sich jedoch, ob die Blockierung
der Bohrmaschine
zusätzlich
ein ungewöhnliches Ereignis
im Sinne des weiteren erforderlichen Unfallmerkmals nach Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (ATSG)
ist
und nicht vielme
hr ein Geschehen, das bei der
Arbeit
eines Metallbauschlossers
immer wieder vorkomm
t
. Auf jeden Fall aber erscheint es aufgrund des nicht auffälligen Befundes anlässlich der Untersu
chung in der
Praxis
Dr.
I.___
vom 13. Mai 201
1 als wahrscheinlich, dass
der Vorfall vom 4. Mai 2011 lediglich vorübergehend Schmerzen infolge der über
mässig starken Belastung der Handgelenke ausgelöst hat, dass
hingegen
die
danach weiter persistierenden oder immer wieder auftretenden Beschwerden nicht mehr diesem Vorfall, sondern
der generell hohen Beanspruchung der Handgelenke durch die berufliche Tätigkeit zuzuschreiben sind.
Für eine solche Interpretation sprechen neben dem bereits Dargelegten verschie
dene weitere konkrete Hinweise der mit dem Beschwerdeführer befassten medi
zinischen Fachpersonen.
Wie bereits dargetan, machte
Dr.
P.___
in erster Linie eine durch den Beruf bedingte Überlastungsproblematik für das Beschwer
debild verantwortlich (
Urk.
12/I/36 S. 1), gemäss dem Bericht der
Klinik Q.___
vom 23. Mai 2012 klagte der Beschwerdeführer
rechts und links über praktisch identische Beschwerden (
Urk.
12/I/56 S. 1), und am 6. Juni 2012 schilderte der Beschwerdeführer
gegenüber der
Klinik Q.___
,
die Schmerzen nähmen jeweils zu, wenn er Kra
ftaufwand betreiben müsse (Urk.
12/I/44 S. 1).
In Übereinstimmung damit gab der Beschwerdeführer gegenüber
Dr.
S.___
an
, er habe in der Zeit von Mitte Dezember 2011 bis Mitte Juni 2012 nicht ge
arbeitet und habe dam
a
ls keine Sch
m
erzen oder Probleme von Seiten der Hände gehabt, ausser beim Versuch, mit einem Schraubenzieher einen Schuhschrank zusammenzusetzen (
Urk.
12/I/48 S. 2).
Dr.
S.___
bejahte
dann
zwar einen Zusammenhang der Schmerzen mit dem Ereignis vom 4. Mai 2011 (
Urk.
12/I/48 S. 5)
, w
enn sie jedoch ausführte, sie habe schon mehrfach Patienten nach der
artigen Traumata, nämlich Distorsion
en
der Hände/Handgelenke durch Verklem
men/Blockierung eines grossen Bohrers
,
betreut und die Verläufe ähnelten sich auffällig (
Urk.
12/I/48 S. 5 f.), so
weist
diese Beobachtung
gerade nicht auf ein konkretes, ungewöhnliches Ereignis als Ursache der Beschwerden hin, sondern wiederum auf eine Entstehung der Beschwerden durch die berufstypischen Beanspruchungen.
2.3.4
Damit bestand ab dem 20. Januar 2012, dem Zeitpunkt der neu geltend gemach
ten Beschwerden, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein Kausal
zusammenhang mehr zum Ereignis vom 4. Mai 2011.
2.4
Die Beschwerdegegnerin prüfte weiter, ob ein Kausalzusammenhang zu den früheren Ereignissen vom 6. September 2002, vom 16. August 2007 und vom 14. April 2009 besteht. Bei jenen Ereignissen war jedoch jedes Mal nur der linke Arm und das linke Handgelenk betroffen ge
wesen. Den Ausführungen von Dr.
T.___
in der ergänzenden Beurteilung vom 10. September 2013, wonach
sich das gegenwärtige Beschwerdebild nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die besagten drei Unfälle zurückführen lasse (
Urk.
11A S. 4), kann deshalb ohne Weiteres gefolgt werden.
2.5
2.5.1
Aufgrund der vorstehend aufgezählten zahlreichen Hinweise fällt jedoch in Betracht, dass die berufliche Tätigkeit des Beschwerdeführers entscheidend an der Entstehung der Handgelenksbeschwerden beteiligt ist. Damit stellt sich die Frage, ob diese Beschwerden als Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 UVG zu qualifizieren sind.
2.5.2
Nach Art. 9 Abs. 1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten (Art. 3 ATSG), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bun
desrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14
UVV
hat er in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Ver
ur
sachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursa
chen, mithin im gesamten Ursa
chenspektrum mehr als 50 % ausmachen. "Aus
schliess
liche" Verursachung hin
gegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimm
ten Arbeiten an der Berufskrank
heit (BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinweis).
Als Berufskrankheiten gelten nach Art. 9 Abs. 2 UVG auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese Generalklausel bezweckt, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch ent
stehen könnten, dass die bundesrätliche Liste gemäss An
hang I zur UVV entweder einen schädigen
den Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde (BGE 119 V 200 E. 2b mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des "ausschliesslichen oder stark überwiegenden" Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verur
sacht worden ist (BGE 126 V 183 E. 2b, 119 V 200 E. 2b mit Hinweis; RKUV 2000 Nr. U 408 S. 407
).
Aufgrund der vorstehenden Definitionen ist der Kausalzu
sammenhang zwischen dem verursachenden Stoff oder der verursachenden Arbeit insofern ein qualifizierter, als der Listenstoff oder die Arbeit mindestens 50 % (Art. 9 Abs. 1 UVG) beziehungsweise mindestens 75 % (Art. 9 Abs. 2 UVG) aller mitwirkenden Ursachen ausmachen müssen. Ob dies so ist, muss mit dem üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. Rumo-Jungo, Recht
-
sprechung des Bundesgerichts zum UVG, 4. Auflage, Zürich 2012, Art. 9 UVG, S. 93 und S. 97 mit Hinweisen).
2.5.3
Dr.
T.___
hatte sich in seiner Aktenbeurteilung vom 7. Februar 2013 mit der Diagnose eines subklinischen Logensyndroms zu befassen, die
Dr.
S.___
in ihrem Bericht vom 17. Septe
mber 2012 formulierte (vgl.
Urk.
12/I/48 S. 6). Er hielt dazu fest,
ein
Logensyndrom
als Folge eines Traumas
trete akut auf, und ein solch akutes Trauma
sei von
Dr.
S.___
nicht diagnostiz
iert worden
. Seltener seien die chronischen Formen eines Logensyndroms, die im Zusam
menhang mit einer chronischen Überbeanspruchung der Muskulatur am Unter
arm aufträten und häufig bei professionellen und semiprofessionellen Athleten beobachtet worden seien (
Urk.
12/I/61 S. 4). Beim Beschwerdeführer falle jedoch die Möglichkeit einer chronischen Form eines Logensyndroms
schon
deswegen ausser Betracht, weil seine Beschwerden nach einem einmaligen Distorsions- und Kontusionstrauma der Handgelenke und nicht nach einer längerdauernden Überbeanspruchung der Muskulatur an beiden Unterarmen aufgetreten seien (
Urk.
12/I/61 S. 4 f.).
Diese Annahme widerspricht indessen den Feststellungen der mit dem Beschwerdeführer befassten medizinischen Fachpersonen, wie sie oben
wiedergegeben worden sind (E.
2
.3.3), namentlich der Beurteilung von
Dr.
P.___
,
der ausdrücklich die Überlastung der Handgelenke durch die beruf
liche Tätigkeit als ursächlich für das Beschwerdebild betrachtete und im Ereig
nis vom 4. Mai 2011 nur das auslösende Moment erblickte.
2.5.4
Ob beim Beschwerdeführer überhaupt ein Logensyndrom
zu diagnostizieren ist, ob ein solches unter die Liste der arbeitsbedingten Erkrankungen gemäss An
hang I zur UVV (in Verbindung mit
Art.
9
Abs.
1 UVG und
Art.
14 UVV) fällt, ob es andernfalls als andere Berufskrankheit im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVG einzustufen ist oder ob schliesslich eine andere Diagnose zu stellen ist, die eine Berufskrankheit im Sinne von
Art.
9
Abs.
1 oder
Abs.
2 UVG darstellt, wird von der Beschwerdegegnerin näher zu prüfen sein.
Eine Aktenbeurteilung erscheint hierfür nicht als genügend, sondern es ist ange
zeigt, dass die Beschwerdegegnerin eine Suva-externe Expertise mit per
sönlicher Untersuchung des Beschwerdeführers und detaillierter Arbeitsanam
nese erstellen lässt. Zu diesem Zweck ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.6
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 2
2.
April 2013 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie die Abklärun
gen im Sinne der Erwägungen treffe und hernach über ihre Leistungspflicht neu verfüge.
3.
Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungs
krite
rien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozial
versicherungsgericht [GebV SVGer]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, dem Beschwerde-füh
rer eine Prozessentschädigung von
Fr.
2‘800.--
(inklusive Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die B
eschwerde
wird
in dem Sinne gut
ge
heissen, dass der angefochtene Einspracheent
scheid vom
2
2.
April 2013
auf
ge
h
o
ben und die Sache an die
Suva
zurück
gewiesen wird
, damit sie
die Abklärungen
im S
inne der Erwägungen
treffe und hernach über ihre Leistungspflicht neu verfüge.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
-
schä
digung von
Fr.
2‘800.--
(inklusive
Barauslagen und
Mehrwertsteuer
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Barbara Laur
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigKobel