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**Case Identifier:** 544bcc66-40bd-5847-9a11-5f6c32d1c8c2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.11.2023 200 2023 424
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-424_2023-11-07.pdf

## Full Text

200 23 424 IV
KNB/TOZ/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. November 2023

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Mai 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, IV/23/424, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1968 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich unter Hinweis auf ein seit einem Unfall von 2018 bestehendes 
Knieleiden im November 2021 zum Leistungsbezug bei der Invalidenver-
sicherung an (Antwortbeilagen der Invalidenversicherung [AB] 3). Die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte in der Folge medizi-
nische und erwerbliche Abklärungen, insbesondere veranlasste sie eine 
polydisziplinäre Begutachtung durch die MEDAS B.________ (MEDAS; 
Gutachten vom 13. Februar 2023 [AB 63.1 bis 63.5]). Zuvor hatte sie mit 
Mitteilung vom 2. August 2022 (AB 37) das Gesuch um Frühinterventions-
massnahmen abgelehnt, da aufgrund des Gesundheitszustandes des Ver-
sicherten keine Eingliederungsmassnahmen möglich gewesen seien (vgl. 
AB 68 S. 2). Mit Vorbescheid vom 6. März 2023 (AB 64) stellte sie dem 
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 0 % die Verneinung 
eines Rentenanspruches in Aussicht. Daran hielt sie nach erhobenem Ein-
wand vom 14. April 2023 (AB 66) fest und verneinte mit Verfügung vom 
2. Mai 2023 (AB 68) den Anspruch auf eine Invalidenrente. 

B.

Dagegen erhob der Versicherte am 27. Mai 2023 Beschwerde und bean-
tragte sinngemäss, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei der 
Rentenanspruch neu zu beurteilen.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juli 2023 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde. Diese Eingabe ging zur Kenntnis an den 
Beschwerdeführer. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. Mai 2023 (AB 68). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 
Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG (Wei-
terentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) in 
Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich be-
sonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Vorliegend erfolgte die 
Anmeldung im November 2021 (AB 3). Demnach liegt gestützt auf Art. 29 
Abs. 1 IVG der frühestmögliche Rentenbeginn nach dem 1. Januar 2022 
(vgl. E. 4.2 hiernach), womit das seit diesem Zeitpunkt geltende Recht zur 
Anwendung gelangt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
11. Januar 2023, 9C_484/2022, E. 2).

2.1

2.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.1.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

2.2 Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in 
prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem IV-Grad 
von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem IV-Grad (Art. 28b 
Abs. 2 IVG), bei einem IV-Grad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze 

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Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem IV-Grad zwischen 40 und 49 % 
gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG richtet sich die Bemessung des IV-
Grades von erwerbstätigen Versicherten nach Art. 16 ATSG. Danach wird 
für die Bestimmung des IV-Grades das Erwerbseinkommen, das die ver-
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me-
dizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch 
eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 
könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. 

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 
S. 181 E. 2.3). 

3.

3.1 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen: 

3.1.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht zu Handen der Krankentaggeldversicherung des 
Beschwerdeführers vom 3. Juli 2015 (AB 11) Eheprobleme (ICD-10 Z63), 
ein Burnout, inzwischen gebessert (ICD-10 Z73.0), und einen erhöhten 
Gebrauch des Medikamentes Dormicum (ICD-10 Z72.2; AB 11 S. 18 lit. A 
Ziff. 4). Aus psychiatrischer Sicht sei die Vorgeschichte des Beschwerde-
führers wenig auffällig. Er habe allerdings in seiner Jugend in ... schwierige 
Zeiten erlebt, er sei bei einem Attentat verletzt worden (ausgedehnte Nar-

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ben am Bauch und linken Bein; AB 11 S. 15 lit. A Ziff. 1f. und S. 18 lit. B). 
Er sei als 19-jähriger Flüchtling in die Schweiz gekommen, habe geheiratet 
und eine Familie gegründet. Er sei mit grossem Engagement als ... tätig 
gewesen. Die psychischen Probleme hätten vermutlich im Jahr 2011 be-
gonnen, als der ... des Beschwerdeführers gestorben sei. Der Beschwerde-
führer sei in eine starke Trauerreaktion geraten, von welcher er sich mit der 
Zeit gelöst habe. Er habe die Arbeit wieder aufgenommen. Im Som-
mer/Herbst 2014 sei es zu einem Erschöpfungszustand gekommen. Wie-
derum sei ein Todesfall (...) eine Teilursache gewesen. Es hätten Hinweise 
für ein Burnout bestanden (Erschöpfung, Ausgelaugtsein, impulsive Reak-
tion gegenüber Kunden). Seit September 2014 arbeite der Beschwerdefüh-
rer nicht mehr. Im März 2015 sei er von zu Hause ausgezogen; es bestün-
den Eheprobleme, welche vermutlich auch einen Teil zum Burnout beige-
tragen hätten. Anlässlich der Untersuchung sei der Beschwerdeführer pha-
senweise schläfrig gewesen. Er habe sich angewöhnt, nachts zwei Tablet-
ten Dormicum einzunehmen, um dann bis Mittag zu schlafen. Ein derarti-
ges Verhalten sei der Medikamentenüberdosis, nicht einer Krankheit zuzu-
rechnen (AB 11 S. 18 f. lit. B und C Ziff. 2). Der Beschwerdeführer habe 
zwar somnolent gewirkt, jedoch das Gespräch (welches teilweise von der 
Ehefrau bestritten worden sei) genau verfolgt und eingegriffen, wenn ihn 
etwas interessiert habe (AB 11 S. 18 lit. B). Gewisse demonstrative Ten-
denzen könnten nicht ausgeschlossen werden (AB 11 S. 18 f. lit. B). Die 
psychische Problematik sei nicht mehr schwerwiegend. Es bestünden noch 
Restsymptome des Burnouts. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit ab dem 5. 
September 2014 sei vermutlich gerechtfertigt gewesen (AB 11 S. 19 lit. C 
Ziff. 3). Die bisherige Tätigkeit als ... sei nach wie vor zumutbar, ab dem 1. 
Juli 2015 zu 50 % und ab dem 1. August 2015 zu 100 % (AB 11 S. 20 lit. C 
Ziff. 5 und 7). Eine Überforderung sollte vermieden werden. Die Belastbar-
keit sei auch durch andere Faktoren herabgesetzt (Eheprobleme, Todesfall 
eines Verwandten; AB 11 S. 20 lit. C Ziff. 6). Dr. med. C.________ empfahl 
die Weiterführung der hausärztlichen und medikamentösen Behandlung; 
andere Therapieformen seien nicht sinnvoll. Die Schlafmedikation müsse 
vom Hausarzt kontrolliert werden (AB 11 S. 20 lit. C Ziff. 9). 

3.1.2 Dem Bericht der Klinik D.________, vom 27. August 2021 (AB 20) 
sind betreffend das linke Kniegelenk eine mediale Gonarthrose mit Chon-

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dromalazie femoral Grad 3 bis 4 sowie ein Status nach Schnittverletzung 
mit partiellem Ablösen des Musculus tibialis anterior von 2017 (in ... ver-
sorgt) zu entnehmen (AB 20 S. 1). Die belastungsabhängige Beschwerde-
symptomatik sei durch eine medial betonte Gonarthrose bedingt. Dem Be-
schwerdeführer sei aufgrund seines Alters empfohlen worden, sämtliche 
konservativen Massnahmen auszuschöpfen, bevor eine prothetische Ver-
sorgung in Betracht gezogen werde. Es seien Schuheinlagen mit lateraler 
Erhöhung verordnet worden. Erfreulicherweise hätten die von der Hausärz-
tin Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, bereits 
in die Wege geleiteten physiotherapeutischen Massnahmen eine Be-
schwerdereduktion ergeben. Mit dem Beschwerdeführer sei eine Wieder-
vorstellung bei Bedarf vereinbart worden (AB 20 S. 2). 

3.1.3 Im Bericht der Klinik F.________ vom 22. März 2022 (AB 27 S. 10) 
wurde als Diagnose eine mediale Gonarthrose mit Innenmeniskusläsion 
des linken Knies festgehalten. Mittels Physiotherapie und Infiltration sei 
eine Besserung eingetreten. Es sei eine neue Verordnung ausgestellt wor-
den. Eine Nachkontrolle sei nicht vereinbart worden; der Beschwerdeführer 
werde sich bei Bedarf melden. 

3.1.4 Die Hausärztin Dr. med. E.________ diagnostizierte im Bericht vom 
29. April 2022 (AB 27 S. 3 bis 9) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine mediale Gonarthrose mit Innenmeniskusläsion des linken Knies sowie 
eine Depression (Erstdiagnose wahrscheinlich im Jahr 2014). Ohne Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine arterielle Hypertonie, eine Hyperli-
pidämie (Erstdiagnose wahrscheinlich im Jahr 2005) sowie ein Ulcus duo-
deni (Erstdiagnose im Jahr 1998; AB 27 S. 5 Ziff. 2.5 f.). Der Beschwerde-
führer leide aktuell unter rezidivierenden Kopfschmerzen, Nervosität, multi-
plen muskulo-skelettalen Beschwerden, Schlafstörungen, arterieller Hyper-
tonie sowie Antriebslosigkeit (AB 27 S. 4 Ziff. 2.2). Es bestehe eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 15. Dezember 2020 bis auf weiteres 
(AB 27 S. 3 Ziff. 1.3).

3.1.5 Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
berichtete am 11. Juli 2022 (AB 32) über verlangsamte psychomotorische 
Fähigkeiten, einen sozialen Rückzug, eine depressive Verstimmung, eine 
rasche Ermüdung, eine Reizbarkeit, Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, 

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ein kognitives Defizit sowie einen Verfolgungswahn (AB 32 S. 4 Ziff. 2.2). 
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine län-
gere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) und differentialdiagnostisch eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psy-
chotischen Symptomen (ICD-10 F33.3; AB 32 S. 5 Ziff. 2.5). Er attestierte 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 12. Januar 2022 bis 31. Dezember 
2022 (AB 32 S. 3 Ziff. 1.3). Als weiteres Vorgehen schlug er eine kognitive 
Rehabilitation und eine Rekonditionierung im Berufsleben vor (AB 32 S. 5 
Ziff. 2.8).

3.1.6 Dem Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), 
H.________, Fachpsychologe für Psychotherapie (MAS), vom 27. Juli 2022 
(AB 34) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in hausärztlicher 
und psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung sei. Der Beschwer-
deführer sei im Jahr 2015 psychiatrisch begutachtet worden. Die Behand-
lungen seien nur teilweise nachvollziehbar. Die Therapieoptionen seien 
nicht ausgeschöpft. Die Prognose sei unklar. Berufliche Eingliederungs-
massnahmen seien bisher nicht durchgeführt worden. Die Arbeitsfähigkeit 
und deren Prognose seien aufgrund der Befundberichte nicht objektivier-
bar. Eine umfassende Persönlichkeitsdiagnostik werde in den Befundbe-
richten nicht aufgeführt. Es bestünden Diskrepanzen hinsichtlich der Ar-
beitsfähigkeit und den Diagnosen zwischen den Behandlern und dem Gut-
achter. Eine differenzierte Beurteilung der Fähigkeitsbeeinträchtigungen 
fehle in den Befundberichten. Dem Beschwerdeführer sei es gegenwärtig 
nicht möglich, seine Fähigkeiten und Ressourcen für eine berufliche Tätig-
keit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu mobilisieren. Zur Klärung der Diagno-
sen (auch hinsichtlich einer umfassenden Persönlichkeitsdiagnostik), zur 
Objektivierung der Arbeitsfähigkeit und deren Prognose sowie zur differen-
zierten Beurteilung der Fähigkeitsbeeinträchtigungen sei eine polydiszi-
plinäre Begutachtung mit den Fachrichtungen Psychiatrie, Orthopädie und 
Allgemeine Innere Medizin indiziert. Im internistischen Teilgutachten wären 
die kardiologischen Beschwerden, welche die depressive Symptomatik 
ausgelöst hätten, zu objektivieren und deren Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit zu diskutieren. Im orthopädischen Teilgutachten wäre die Diagnose der 
medialen Gonarthrose am linken Knie und deren Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit zu behandeln (AB 34 S. 4). Schliesslich wären medizinische 

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Massnahmen, welche die Arbeits- und Leistungsfähigkeit steigern könnten, 
zu diskutieren (AB 34 S. 5). Damit erklärte sich der RAD-Teamleiter Dr. 
med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates, am 27. Juli 2022 einverstanden (AB 36 S. 2). 

3.1.7 Im polydisziplinären (internistisch-orthopädisch-psychiatrischen) 
Gutachten der MEDAS vom 13. Februar 2023 (AB 63.1 bis 63.5) stellten 
die Experten in interdisziplinärer Gesamtbeurteilung keine Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 63.4 S. 20 Ziff. 4.3.1). Als Diagno-
sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine Hypercho-
lesterinämie, einen Diabetes mellitus Typ 2, eine Hyperurikämie, einen 
Verdacht auf eine obstruktive Pneumopathie, ein funktionelles thorakolum-
bales Schmerzsyndrom, ein Impingementsyndrom an der rechten Schulter, 
eine leichte Gonarthrose links, einen Nikotinabusus sowie einen schädli-
chen Gebrauch bzw. eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen (früher Dor-
micum, heute Seresta [ICD-10 F13.1/2]; AB 63.4 S. 20 f. Ziff. 4.3.2). 

Die Befunde auf allgemeininternistischem Fachgebiet seien als nicht 
schwerwiegend einzuordnen. Die Einstellung des Diabetes mellitus er-
scheine derzeit nicht optimal und sollte angepasst werden. Die Hypercho-
lesterinämie sei dagegen gut therapiert. Die Ergebnisse der Lungenfunktion 
seien pathologisch gewesen und es sei der Verdacht auf eine obstruktive 
Pneumopathie gestellt worden. Der fortgesetzte Nikotinkonsum des Be-
schwerdeführers sei als Risikofaktor einzustufen; das Rauchen sollte sis-
tiert oder zumindest reduziert werden. Es sollten weitere Abklärungen er-
folgen (AB 63.1 S. 23 Ziff. 6.4). Aus allgemeininternistischer Sicht bestehe 
seit jeher eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 
als selbstständiger ... (AB 63.1 S. 25 Ziff. 8.1). 

Der orthopädische Gutachter führte aus, im Vordergrund stünden Kniege-
lenksbeschwerden links, welche der Beschwerdeführer dahingehend ag-
graviere bis simuliere, dass er eine Unfähigkeit demonstriere, das linke 
Bein mit dem vollen Körpergewicht zu belasten. Es lasse sich weder an-
hand der Klinik noch anhand der Bildgebung ein Befund erheben, welcher 
mit den präsentierten Belastungsschmerzen vereinbar wäre. Unstrittig liege 
eine beginnende medialbetonte Gonarthrose links vor, welche aufgrund der 
Bildgebung und der Lokalisation überwiegend wahrscheinlich anlagebe-

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dingt sei und im Laufe des Lebens fortschreiten werde. Zeichen einer an-
haltenden und längerdauernden Minderbelastung hätten nicht objektiviert 
werden können, der Muskelstatus an den Beinen sei symmetrisch kräftig 
ausgeprägt. Die geklagten Beschwerden im Bereich des rechten Schulter-
gelenks seien klinisch und bildgebend auf das Impingementsyndrom 
zurückzuführen, welches zu leichten funktionellen Einschränkungen bei 
Überkopfarbeiten führen könne; solche Tätigkeiten würden vom Beschwer-
deführer jedoch nicht ausgeführt. Die geklagten Beschwerden im Bereich 
der Brust- und Lendenwirbelsäule liessen sich auf die anlagebedingte 
Fehlstellung zurückführen, funktionelle Auswirkungen oder eine Leistungs-
limitierung ergäben sich hieraus aber nicht (AB 63.2 S. 17 Ziff. 6.4). Der 
Status nach Granatsplitterverletzung in ... (AB 63.2 S. 6 Ziff. 3.2.10) führe 
zu keiner funktionellen Einschränkung (AB 63.2 S. 17 Ziff. 6.4). Der Gut-
achter hielt fest, es bestünden funktionelle Einschränkungen in allen Tätig-
keiten, welche mit mittelschwerem Heben und Tragen im Stehen und Ge-
hen verbunden seien; es lägen leichte Einschränkungen in der angestamm-
ten Tätigkeit, jedoch keine Einschränkungen in einer leidensangepassten 
Tätigkeit vor. Zu Konsistenz und Plausibilität führte er aus, es lägen An-
haltspunkte für einen mangelnden Leidensdruck vor, da der Beschwerde-
führer seit der Rückkehr aus ... als Vater von zwei Kleinkindern keinerlei 
Eingliederungsversuche unternommen habe. Die therapeutische Compli-
ance sei betreffend konservative Massnahmen vorhanden gewesen (Phy-
siotherapie; AB 63.2 S. 15 Ziff. 6.2). In der Zusammenschau der verschie-
denen Informationsebenen fänden sich aber Hinweise für eine Aggravation, 
der Beschwerdeführer fühle sich ausserstande, einer geregelten Arbeit 
nachzugehen. Der Gutachter wies auf das demonstrierte Gehen an den 
Unterarmstützkrücken/Stöcken hin. Das vom Beschwerdeführer gezeigte 
Gangbild sei grotesk und entspreche keinem ärztlich empfohlenen oder mit 
einem Physiotherapeuten eingeübten Gangbild zur Beinentlastung. Unter 
Würdigung des unauffälligen Gangbildes im Rahmen der psychiatrischen 
Untersuchung handle es sich rückblickend um eine Simulation (AB 63.2 S. 
16 Ziff. 6.2). Zu medizinischen Massnahmen und Therapien erwähnte der 
Gutachter physikalische Behandlungen, Physiotherapien (drei Serien pro 
Jahr) sowie eine bedarfsorientierte Einnahme von nichtsteroidalen Anti-
rheumatika und schmerzstillenden Medikamenten (AB 63.2 S. 20 Ziff. 8.3).

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Die psychiatrische Gutachterin konnte keine Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit stellen. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei ein 
schädlicher Gebrauch bzw. eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen (AB 
63.3 S. 17 Ziff. 6.3.1 f.). Der Beschwerdeführer nehme bis heute das Ben-
zodiazepin Seresta (15 mg) regelmässig ein, ohne dass hierfür eine 
psychiatrische Indikation vorliege. Laut Bericht von Dr. med. C.________ 
habe der Beschwerdeführer im Jahr 2015 30 mg des Medikamentes Dor-
micum eingenommen, sei noch Auto gefahren und habe sich während der 
Untersuchung als sediert präsentiert, wobei eine aggravierte Haltung nicht 
auszuschliessen gewesen sei, da er sich punktuell noch wach genug ge-
zeigt habe, um am Gespräch teilzunehmen. Es ergäben sich weder aus 
den Akten noch aus den sehr knappen und vagen Angaben des Beschwer-
deführers objektive Hinweise für eigenständige depressive Episoden. Die 
Gutachterin wies darauf hin, dass der Beschwerdeführer die ihm zur Verfü-
gung gestellte Gesprächszeit von zwei Stunden bei weitem nicht genutzt 
habe; das Gespräch sei nach 42 Minuten wegen nicht weiterführender und 
vage bleibender Angaben beendet worden (AB 63.3 S. 17 Ziff. 6.3.3). Auch 
habe der Beschwerdeführer von der Möglichkeit nicht Gebrauch gemacht, 
nach dem Gespräch dringlich erscheinende Ergänzungen anzubringen. 
Sodann sei den aggravierten Angaben des Beschwerdeführers eine anxio-
depressive Störung nicht nachvollziehbar zu entnehmen gewesen. Eine 
Diagnose aus dem affektiven Formenkreis habe somit nicht objektiviert 
werden können. Anhaltspunkte für eine wahnhafte Störung bzw. einen Ver-
folgungswahn hätten sich aus den Angaben des Beschwerdeführers nicht 
ergeben. Ferner ergäben sich weder aus den Akten noch aus der Famili-
enanamnese konkrete Hinweise auf eine Psychose, weshalb eine Diagno-
se aus dem ICD-10 Kapitel F20 ff. weder bestätigt noch widerlegt werden 
könne; eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht konkret geltend 
gemacht worden. Des Weiteren könne eine posttraumatische Belastungs-
störung (PTBS) nicht diagnostiziert werden, da entsprechende klinische 
Hinweise fehlten (AB 63.3 S. 18 Ziff. 6.3.3). Angesichts der Vernarbungen 
des Beschwerdeführers am Bein und eventuell auch Bauch wäre es denk-
bar gewesen, dass der Beschwerdeführer über traumatisierende Erlebnisse 
berichtet hätte. Dies habe er jedoch nicht getan und auch keine Einschrän-
kungen geltend gemacht, welche auf eine PTBS oder eine Persönlich-
keitsänderung unter Extrembelastung hingedeutet hätten (AB 63.3 S. 19 

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Ziff. 6.4). Ferner seien keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder 
Persönlichkeitsakzentuierung erkennbar oder aktenkundig (AB 63.3 S. 18 
Ziff. 6.3.4). Weiter hielt die Gutachterin fest, dass eine Trauerphase sowie 
eine Anpassungsstörung nach dem Verlust des ... im Jahr 2014 und dem 
Tod der Mutter des Beschwerdeführers vor wenigen Jahren retrospektiv 
nachvollziehbar seien, jedoch hätten Trauerreaktionen grundsätzlich keinen 
invalidisierenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Sodann lägen aufgrund 
der Angaben des Beschwerdeführers keine Hinweise auf ein Burnout bzw. 
eine Erschöpfungsdepression infolge einer hohen Arbeitsbelastung oder 
auf paranoide Symptome vor (AB 63.3 S. 18 Ziff. 6.4). Die vom Beschwer-
deführer bekundete Angst, ebenfalls wie sein Vater an Diabetes zu sterben, 
sei angesichts fehlender Bemühungen um die Vermeidung von Erkran-
kungsrisiken bei eher passivem und ungesundem Lebensstil des Be-
schwerdeführers wenig glaubwürdig (AB 63.3 S. 19 Ziff. 6.4). Insgesamt 
seien die funktionellen Befunde/Beeinträchtigungen aus psychiatrischer 
Sicht als leicht und als nicht funktionell einschränkend zu klassifizieren. Sie 
seien normalpsychologisch erklärbar, würden aber aggraviert vorgetragen, 
was auf einen sekundären Krankheitsgewinn schliessen lasse (AB 63.3 S. 
16 Ziff. 6.2). Abschliessend hielt die Gutachterin fest, dass aus psychiatri-
scher Sicht kein klar nachvollziehbares psychisches Leiden bestehe, wes-
halb eine Therapie nicht definierbar sei (AB 63.3 S. 22 Ziff. 8.3). 

In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Sachverständigen 
fest, dass die Gesamtarbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf-
grund eines erhöhten Pausenbedarfs zum Durchführen von Ausgleichsbe-
wegungen 80 % betrage (AB 63.4 S. 29 Ziff. 4.6). Hingegen bestehe in 
einer körperlich leichten, angepassten Tätigkeit (wechselbelastend, auf 
ebenem Gelände, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne das 
Bedienen von vibrierenden oder stossenden Maschinen und Geräten) eine 
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (AB 63.4 S. 30 Ziff. 4.7). 

Auf allgemeininternistischem Fachgebiet ergäben sich keine medizinischen 
Massnahmen mit namhafter Besserung der gesundheitlichen Störungen. 
Dennoch sei bezüglich des Diabetes mellitus eine Optimierung indiziert, da 
der aktuelle HbA1c-Wert mit 7.8 % nicht im Zielbereich gelegen habe. Des 
Weiteren sollte der Nikotinkonsum bei zusätzlichen kardiovaskulären Risi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, IV/23/424, Seite 13

kofaktoren sistiert werden; eine pneumologische Abklärung sei angezeigt. 
In orthopädischer Hinsicht seien zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit physikali-
sche Behandlungen, Physiotherapien (drei Serien pro Jahr) sowie eine 
bedarfsorientierte Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika und 
schmerzstillenden Medikamenten zu empfehlen (AB 63.4 S. 31 Ziff. 4.8).

3.1.8 Am 17. Mai 2023 bestätigte Dr. med. G.________, dass sich der 
Beschwerdeführer seit dem 12. Januar 2022 bei ihm in psychiatrischer Be-
handlung befinde. Er leide derzeit an einer schweren psychiatrischen 
Störung. Seit Dezember 2022 liege eine Verschlechterung der kognitiven 
Funktionen und des Gedankengangs vor. Es bestehe eine Arbeitsunfähig-
keit von 100 % (Beschwerdebeilagen [BB] 3). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, IV/23/424, Seite 14

chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). 

Eine von anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abwei-
chende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu 
stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch 
mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beur-
teilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden 
kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende 
Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 2. Mai 2023 (AB 68) massgeblich auf das polydisziplinäre Gutachten 
der MEDAS vom 13. Februar 2023 (AB 63.1 bis 63.5) – basierend auf einer 
allgemein-internistischen, orthopädischen und psychiatrischen Untersu-
chung – gestützt. Dieses erfüllt die vorerwähnten höchstrichterlichen Be-
weisanforderungen an eine versicherungsexterne medizinische Expertise 
(vgl. E. 3.2.1 f. hiervor). Die darin enthaltenen Feststellungen und Aus-
führungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen Untersuchungen (vgl. 
AB 63.1 bis 63.3) und sind in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten (AB 
63.5) sowie unter Berücksichtigung der geklagten Einschränkungen getrof-
fen worden. Wie sich nachfolgend ergibt, sind die Ausführungen in der Be-
urteilung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und die gezo-
genen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollzieh-
bar, umfassend und einlässlich begründet. Die Beurteilung des Gesund-
heitszustandes erfolgte unter Einbezug sämtlicher hier relevanten medizini-
schen Fachdisziplinen (vgl. Berichte des RAD vom 27. Juli 2022; AB 34 S. 
4, AB 36. S. 2) und beruht auf kongruenten Einschätzungen anlässlich der 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung (vgl. AB 63.4). Dem Gutachten (inkl. 
Teilgutachten) kommt somit voller Beweiswert zu, so dass darauf abzustel-
len ist. Demnach besteht in einer körperlich leichten, angepassten Tätigkeit 
(wechselbelastend, auf ebenem Gelände, ohne das Besteigen von Leitern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, IV/23/424, Seite 15

und Gerüsten, ohne das Bedienen von vibrierenden oder stossenden Ma-
schinen und Geräten) eine uneingeschränkte bzw. vollständige Arbeits-
fähigkeit (AB 63.4 S. 30 Ziff. 4.7). 

3.3.1 Gestützt auf die Teilgutachten der Inneren Medizin und der Or-
thopädie sind keine Diagnosen mit Relevanz auf die (quantitative) Arbeits-
fähigkeit erstellt (AB 63.1 S. 22 Ziff. 6.3.1 und S. 25 Ziff. 8.1 f.; AB 63.2 S. 
16 Ziff. 6.3.1 und S. 20 Ziff. 8.2). Allerdings bestehen aufgrund des funktio-
nellen thorakolumbalen Schmerzsyndroms, des Impingementsyndroms an 
der rechten Schulter sowie der leichten Gonarthrose links (AB 63.2 S. 16 
Ziff. 6.3.2) qualitative Einschränkungen dahingehend, als der Beschwerde-
führer körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten sowie Arbeiten auf 
unebenem Gelände, mit Besteigen von Leitern und Gerüsten und mit Be-
dienen von vibrierenden oder stossenden Maschinen und Geräten vermei-
den sollte (AB 63.4 S. 30 Ziff. 4.7). Diese Beurteilung lässt sich ohne Wei-
teres in das von sämtlichen behandelnden Fachärzten gezeichnete Ge-
samtbild einfügen (vgl. AB 20, AB 27 S. 10); Gegenteiliges wird denn auch 
vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht (vgl. Beschwerde, S. 1).

3.3.2 In psychiatrischer Hinsicht hat die psychiatrische Gutachterin der 
MEDAS – unter Darlegung der Anamnese, der psychiatrischen Befunde 
und der Verhaltensbeobachtungen während der Begutachtung (AB 63.3 
S. 3 ff. Ziff. 3 ff.) – schlüssig und nachvollziehbar aufgezeigt, dass keine 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen (AB 63.3 S. 17 
Ziff. 6.3.1) und dementsprechend keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
besteht (AB 63.3 S. 21 f. Ziff. 8.1 f.). Was der Beschwerdeführer dagegen 
vorbringt, vermag nicht durchzudringen:

3.3.2.1 Soweit der Beschwerdeführer Zweifel an der Unparteilichkeit der 
psychiatrischen Gutachterin anbringt (vgl. Beschwerde, S. 1 unten), ist 
festzuhalten, dass nach gefestigter Rechtsprechung der regelmässige Bei-
zug eines Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch den Ver-
sicherungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen 
Gutachten und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvolumen 
für sich allein genommen nicht zum Ausstand führen (BGE 148 V 225 
E. 3.5 S. 231, 137 V 210 E. 1.3.3 S. 227). Entscheidend ist, dass fachlich-
inhaltlich eine Weisungsunabhängigkeit der begutachtenden Ärzte besteht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, IV/23/424, Seite 16

(Entscheid des BGer vom 20. Juni 2007, I 885/06, E. 5.1), was im Falle der 
psychiatrischen Gutachterin zweifellos erfüllt ist. Im Übrigen wäre ein allfäl-
liger – hier nicht erkennbarer – Ausstandsgrund vorliegend ohnehin ver-
spätet geltend gemacht worden (vgl. SVR 2022 IV Nr. 45 S. 143). 

3.3.2.2 Was den Vorwurf angeht, die Beurteilung der Gutachterin basiere 
weitgehend auf Interpretationen, Vermutungen und nicht recherchierten 
oder unzureichend abgeklärten Tatsachen (vgl. Beschwerde, S. 1 Ziff. 2 
und 5), ist dem Beschwerdeführer entgegenzuhalten, dass die Gutachterin 
im Rahmen ihrer Exploration detaillierte Befunde und hieraus eine begrün-
dete Diagnose ohne Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit erhoben, die geklag-
ten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen, dem Verhalten des 
Beschwerdeführers sowie mit den Vorakten kritisch und eingehend aus-
einandergesetzt hat (vgl. AB 63.3 S. 3 bis 21 Ziff. 3 bis 7). Gleichzeitig hat 
sie aber auch mit nachvollziehbarer Begründung darauf hingewiesen, dass 
Anzeichen für eine Aggravation bzw. einen sekundären Krankheitsgewinn 
bestünden (AB 63.3 S. 16 Ziff. 6.2). Diese Einschätzung steht denn auch 
im Einklang mit derjenigen von Dr. med. C.________ vom 3. Juli 2015 (AB 
11), wonach gewisse demonstrative Tendenzen nicht ausgeschlossen 
werden könnten (AB 11 S. 18 f. lit. B). Solche Tendenzen hatte auch der 
orthopädische Gutachter der MEDAS in Bezug auf das vom 
Beschwerdeführer gezeigte Gangbild mit Stöcken festgestellt und dieses 
Auftreten unter Würdigung des im Rahmen der psychiatrischen 
Untersuchung gezeigten unauffälligen Gangbildes rückblickend gar als 
Simulation gewertet (AB 63.2 S. 16 f. Ziff. 6.2 und Ziff. 6.4). 

Sodann vermögen die handschriftlichen Ergänzungen und Richtigstellun-
gen des Beschwerdeführers zum psychiatrischen Teilgutachten (vgl. BB 1) 
die Schlüssigkeit desselben nicht in Frage zu stellen. Für die Annahme, 
dass die psychiatrische Exploration durch die Gutachterin nicht sorgfältig 
vorgenommen wurde, liegen – wie oben dargelegt – keine Anhaltspunkte 
vor. Dass die Gutachterin im Rahmen der Zusammenfassung der Aktenla-
ge bzw. der Anamneseerhebung die entsprechenden Angaben – wie vom 
Beschwerdeführer geltend gemacht – unzutreffend wiedergegeben hätte, 
vermöchte den Beweiswert ihrer Expertise allein nicht zu schmälern bzw. 
könnte in gewissen Ungenauigkeiten kein deutliches Indiz für eine unsorg-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, IV/23/424, Seite 17

fältige Arbeit in genereller Hinsicht erblickt werden. Abgesehen davon ver-
mögen die vom Beschwerdeführer aufgeführten Ergänzungen und Richtig-
stellungen die gutachterlichen Schlussfolgerungen betreffend das Zumut-
barkeitsprofil und die Arbeitsfähigkeit ohnehin nicht zu erschüttern.

3.3.2.3 Nichts zu seinen Gunsten vermag der Beschwerdeführer aus dem 
Bericht der behandelnden Hausärztin Dr. med. E.________ vom 29. April 
2022 (AB 27 S. 3 bis 9) abzuleiten, in welchem eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit vom 15. Dezember 2020 bis auf weiteres attestiert wurde (AB 27 
S. 3 Ziff. 1.3), handelt es sich doch dabei um eine Einschätzung, welche 
sich auf die bisherige und nicht auf eine leidensangepasste Tätigkeit be-
zieht. Bezüglich der von der Hausärztin gestellten Diagnose einer Depres-
sion (AB 27 S. 5 Ziff. 2.5) hat die Gutachterin im Übrigen einleuchtend auf-
gezeigt, dass keine Hinweise für eine depressive Symptomatik hätten fest-
gestellt werden können (AB 63.3 S. 17 Ziff. 6.3.3). In diesem Zusammen-
hang ist auch zu beachten, dass Dr. med. E.________ als Fachärztin für 
Allgemeine Innere Medizin nicht über die für die Beurteilung des vorliegen-
den psychischen Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit spezifische Fachkompetenz verfügt, weshalb auf ihre dies-
bezügliche Einschätzung nicht unbesehen abgestellt werden kann. 

3.3.2.4 Ferner vermögen die Berichte von Dr. med. G.________ vom 11. 
Juli 2022 und 17. Mai 2023 (AB 32, BB 3), in welchen eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, den Beweiswert des psychiatrischen 
Teilgutachtens (AB 63.3) ebenfalls nicht zu erschüttern. Zunächst enthalten 
sie keine wesentlichen neuen Aspekte oder Elemente, welche im Rahmen 
der psychiatrischen Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben 
wären. Was die von Dr. med. G.________ gestellten Diagnosen einer län-
geren depressiven Reaktion (ICD-10 F43.21) bzw. einer schweren psychi-
schen Störung (AB 32 S. 5 Ziff. 2.5, BB 3) betrifft, verneinte die psychiatri-
sche Expertin solche psychischen Leiden überzeugend unter Hinweis auf 
die fehlenden Befunde bzw. Symptome und die diesbezüglichen vagen 
Angaben des Beschwerdeführers (AB 63.3 S. 17 f. Ziff. 6.3.3); dies gilt 
auch bezüglich der vom behandelnden Psychiater differentialdiagnostisch 
gestellten Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwär-
tig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3; AB 32 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, IV/23/424, Seite 18

S. 5 Ziff. 2.5). Im Weiteren ist auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen, dass behandelnde Haus- und Fachärzte mitunter im Hinblick auf 
ihre Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten 
aussagen (Entscheid des BGer vom 28. Januar 2021, 8C_630/2020, E. 
4.2.1). Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassen-
de Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unter-
schiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen 
(Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 
fachmedizinischen Experten anderseits nicht zu, ein Administrativgutachten 
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, 
wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelan-
gen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurtei-
lung aufdrängt, weil diese wichtige Aspekte benennen, die bei der Begut-
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2021 IV Nr. 10 
S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3). Solche Aspekte liegen hier – wie 
bereits ausgeführt – nicht vor.

3.3.2.5 Schliesslich kommt es für den Aussagegehalt eines medizinischen 
Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung an (vgl. 
Beschwerde, S. 1 Ziff. 1); massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise 
inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (SVR 2021 IV Nr. 12 
S. 34 E. 3.2.3.2, 2019 IV Nr. 85 S. 280 E. 6, 2017 IV Nr. 75 S. 232 E. 4.3), 
was beim psychiatrischen Teilgutachten – wie vorstehend dargelegt – zu-
trifft. 

3.4 Nach dem Ausgeführten ist der medizinische Sachverhalt rechts-
genüglich abgeklärt, weshalb für weitere Abklärungen kein Anlass besteht 
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 
E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Da-
mit ist der IV-Grad (vgl. E. 2.3 hiervor) ausgehend von einer Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 100 % in einer dem Zumutbarkeitsprofil ange-
passten Verweistätigkeit (vgl. E. 3.3 hiervor) zu ermitteln.

4.

4.1

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, IV/23/424, Seite 19

4.1.1 Für die Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität (Validenein-
kommen; Art. 16 ATSG) ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte 
(BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Das Valideneinkommen bestimmt sich an-
hand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbsein-
kommens (Art. 26 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über 
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Kann das tatsächlich erzielte 
Erwerbseinkommen nicht oder nicht hinreichend genau bestimmt werden, 
so wird das Einkommen ohne Invalidität nach statistischen Werten nach 
Art. 25 Abs. 3 IVV für eine Person bei gleicher Ausbildung und entspre-
chenden beruflichen Verhältnissen festgelegt (Art. 26 Abs. 4 IVV).

4.1.2 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-
werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 16 
ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle Leis-
tungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bestmög-
lich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares Erwerbsein-
kommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach statistischen Wer-
ten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt (Art. 26bis Abs. 2 Satz 1 IVV), wo-
nach die Zentralwerte der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes 
für Statistik massgebend sind. Andere statistische Werte können beigezo-
gen werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in der LSE abgebil-
det ist. Es sind altersunabhängige und geschlechtsspezifische Werte zu 
verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die statistischen Werte nach Abs. 3 sind 
an die betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen und an die 
Nominallohnentwicklung anzupassen (Art. 25 Abs. 4 IVV). 

Kann die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer 
funktionellen Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder 
weniger tätig sein, so werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % für 
Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, IV/23/424, Seite 20

bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 IVV).

Mit Blick auf die im November 2021 erfolgte Anmeldung (AB 3) fiele der 
frühestmögliche Rentenbeginn unter Berücksichtigung der sechsmonatigen 
Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG sowie unter der Prämisse einer erfüllten 
Wartezeit (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) auf den 1. Mai 2022, womit die In-
validitätsbemessung grundsätzlich auf diesen Zeitpunkt hin vorzunehmen 
wäre (vgl. E. 4.2.1 f. hiernach). 

4.2.1 Da der Beschwerdeführer keine berufliche Ausbildung mit Fähig-
keitszeugnis abgeschlossen (vgl. AB 3 S. 5 Ziff. 5.3) und verschiedene 
Tätigkeiten ohne besondere Berufskenntnisse, zuletzt eine Tätigkeit als 
selbstständiger ... ausgeübt hat (AB 3 S. 6 Ziff. 5.4, AB 18 S. 2 f.) – welche 
er aus invaliditätsfremden Gründen nicht mehr ausübt –, ist beim Validen-
einkommen vom Tabellenlohn bzw. vom durchschnittlichen monatlichen 
Bruttolohn für Männer bei einfachen Tätigkeiten körperlicher oder hand-
werklicher Art (Tabelle TA1 der LSE, Kompetenzniveau 1, Total) auszuge-
hen; damit wird ein breites Spektrum möglicher Stellen im Gesundheitsfall 
abgebildet. 

Das Invalideneinkommen ist mit Blick auf das gutachterlich attestierte Zu-
mutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.3 hiervor) und den Umstand, dass der Be-
schwerdeführer keine Verweistätigkeit im zumutbaren Rahmen aufgenom-
men hat, aufgrund desselben Tabellenlohns zu ermitteln. 

Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellen-
lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls ent-
spricht der IV-Grad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichti-
gung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Entscheid des BGer vom 
27. Juni 2022, 8C_104/2021 [zur Publikation vorgesehen], E. 6.2).

Ein leidensbedingter Abzug ist nach Art. 26bis Abs. 3 IVV ausgeschlossen 
(vgl. E. 4.1.2 hiervor) und auch der de lege ferenda vorgesehene Abzug 
von 10 % (vgl. Medienmitteilung des Bundesrates vom 18. Oktober 2023) 
würde im Ergebnis nichts ändern. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, IV/23/424, Seite 21

4.2.2 Demnach könnte der Beschwerdeführer bei einer zumutbaren Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit von 100 % noch 100 % des LSE-
Tabellenlohnes erzielen, woraus sich keine Einkommenseinbusse resp. ein 
rentenausschliessender IV-Grad von 0 % ergibt.

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 2. Mai 2023 
(AB 68) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Be-
zahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, IV/23/424, Seite 22

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.