# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7acbf6ee-6447-5f76-a754-3206c414acaa
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 21.08.2018 S 2017 114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-114_2018-08-21.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 114

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Meisser
Richter von Salis, Audétat 

Aktuarin ad hoc Jauch

URTEIL

vom 21. August 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Ladina Sturzenegger,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ war bis zum 6. Primarschuljahr ein unauffälliger und hervorragen-

der Schüler. Danach wurde eine markante, unerklärliche Verhaltensände-

rung festgestellt. A._____ wurde in allen Belangen völlig motivations- und 

lustlos, wurde computerspielsüchtig, kam in Kontakt mit Alkohol und be-

suchte die Schule kaum mehr. Aufgrund des massiven schulischen Leis-

tungseinbruchs wurde er im Dezember 2010 von der Kantonsschule in die 

1. Klasse der Sekundarschule zurückversetzt. Auch dort vernachlässigte er 

die Schule und besuchte den Unterricht häufig nicht mehr, weshalb 

A._____ schliesslich in der 2. Sekundarschulklasse Ende des Jahres 2011 

in eine Time-out-Klasse versetzt wurde. Dort kam es zum erstmaligen Kon-

sum von Drogen. Daraufhin folgten mehrere psychiatrische Hospitalisatio-

nen. Im Sommer 2013 schloss A._____ die Sekundarschule ab und begann 

anschliessend eine Lehre als Elektroniker, wobei er diese im 2. Lehrjahr im 

Jahr 2015 abbrach. 

2. Am 20. August 2015 meldete sich A._____ wegen manischen Phasen und 

Lehrabbruch bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (IV-Stelle) erst-

mals zum Bezug von Leistungen an (Anmeldung für Minderjährige, Gesuch 

um Massnahmen für berufliche Eingliederung). 

3. Nach Einholung diverser medizinischer Berichte (Arztbericht der B._____ 

AG vom 9. November 2012; Arztberichte von med. pract. C._____, Kinder- 

und Jugendpsychiatrie Graubünden vom 9. März 2012 sowie 13. Januar 

2016; Arztberichte der Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR) vom 

8. April 2016, 3. Mai 2016 und 3. Juni 2016; psychiatrisches Gutachten von 

Dr. med. D._____, Fachzentrum Forensik Ostschweiz (FAFORO) vom 8. 

Februar 2016 sowie Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 

Ostschweiz vom 20. Juni 2016) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

mit Verfügung vom 2. September 2016 ab. Begründend hielt sie fest, die 

Abklärungen hätten ergeben, dass die Arbeitsunfähigkeit vor allem durch 

ein Abhängigkeitsverhalten begründet sei und deshalb keine Invalidität im 

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Sinne des Gesetzes vorliege. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft.

4. Am 18. Januar 2017 meldete sich A._____ gestützt auf das psychiatrische 

Gutachten von Dr. med. E._____ der PDGR vom 20. Dezember 2016 in-

folge der seit ca. 2008 bestehenden Schizophrenie erneut bei der IV-Stelle 

zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration/Rente) an.

5. Nach Einholung einer Beurteilung des RAD Ostschweiz stellte die IV-Stelle 

A._____ mit Vorbescheid vom 11. April 2017 in Aussicht, auf das Leis-

tungsbegehren nicht einzutreten, da keine wesentlichen Veränderungen 

der beruflichen oder medizinischen Situation seit der Abweisung des Leis-

tungsbegehrens am 2. September 2016 hätten festgestellt werden können. 

Gegen diesen Vorbescheid erhob A._____ am 15. Mai 2017 Einwand mit 

dem Antrag um nochmalige Abklärung der Fakten im Gutachten vom 20. 

Dezember 2016 und um einen neuen Entscheid.

6. Nach erneuter Beurteilung des RAD-Arztes hielt die IV-Stelle an der Be-

gründung in ihrem Vorbescheid vom 11. April 2017 fest und trat mit Verfü-

gung vom 22. Juni 2017 nicht auf die Neuanmeldung ein. 

7. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 22. August 

2017 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte, die Verfügung vom 22. Juni 2017 sei aufzuheben und die 

Sache sei an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese auf das Leistungs-

begehren eintrete und dieses materiell behandle. Gleichzeitig stellte der 

Beschwerdeführer ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung führte der Be-

schwerdeführer im Wesentlichen aus, es werde bestritten, dass nur eine 

andere Sicht der Dinge vorliege. Das Nichteintreten sei nicht rechtens. Das 

Gutachten von Dr. med. E._____ beweise, dass der bei ihm bestehende 

Gesundheitsschaden primär auf einer krankheitsbedingten und im Verlauf 

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typischerweise sich allmählich schleichend entwickelnder und inzwischen 

bereits chronifizierender gesundheitlicher Veränderung im Rahmen einer 

ernsthaften Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis bestehe. Da-

mit liege eine Invalidität im Sinne des Invalidenversicherungsgesetzes vor, 

welche Anspruch auf entsprechende Leistungen begründe. Alsdann zitiere 

die IV-Stelle Dr. med. E._____ falsch. Seine Aussage, dass die von ihm 

festgestellten Sachverhalte "eine etwas andere Sicht der Dinge ergeben", 

habe sich auf die bisherigen (gescheiterten) Behandlungsformen und nicht 

auf anspruchsbegründende Faktoren bzw. eine unveränderte berufliche 

oder medizinische Situation bezogen. Zudem sei das Gutachten von Dr. 

med. E._____ mit der nachvollziehbaren Diagnose einer ursprünglichen Er-

krankung aus dem schizophrenen Formenkreis zweifelsfrei ein neuer Be-

weis/eine neue Tatsache, der/die beim Erlass der ersten ablehnenden Ver-

fügung der IV-Stelle im September 2016 (noch) nicht vorgelegen hätten. 

Selbst wenn Dr. med. D._____ differentialdiagnostisch eine Schizophrenie 

ins Auge gefasst habe, sei dies nie weiter untersucht worden, obwohl Dr. 

med. D._____ eine entsprechende Überprüfung vorgeschlagen habe. Wei-

ter hielt der Beschwerdeführer fest, mit dem Einreichen des Gutachtens 

von Dr. med. E._____ sei eine zentrale Sachverhaltsänderung mehr als 

glaubhaft gemacht worden. Die nun diagnostizierte Schizophrenie sei zwar 

im früheren Verfahren erwähnt, aber zu seinem Nachteil unbewiesen ge-

blieben. Ausserdem sei er mittlerweile zu 100% arbeitsunfähig. Gestützt 

auf die Rechtsprechung im Zusammenhang mit Neuanmeldungen/Revisi-

onen von IV-Leistungen sei das Vorgehen der IV-Stelle unhaltbar. 

8. Mit Vernehmlassung vom 21. September 2017 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Be-

gründend führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, der Be-

weiswert des Gutachtens von Dr. med. D._____ vom 8. Februar 2016 

und/oder die Rechtmässigkeit der rechtskräftigen Verfügung vom 2. Sep-

tember 2016 sei nicht zu prüfen. Ebenso wenig sei die Frage nach der Re-

vision der rechtskräftigen Verfügung vom 2. September 2016 im Sinne von 

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Art. 53 Abs. 1 ATSG Streitgegenstand. Gemäss den Beurteilungen des 

RAD vom 7. April 2017 und 20. Juni 2017 habe sich der Sachverhalt zwi-

schen dem 2. September 2016 und 22. Juni 2017 nicht in einer für den 

Anspruch erheblichen Weise verändert. Bei der Einschätzung von Dr. med. 

E._____ vom 20. Dezember 2016 handle es sich offensichtlich um eine 

andere Beurteilung des bereits am 2. September 2016 vorliegenden Sach-

verhalts. Denn im Gutachten von Dr. med. E._____ fänden sich keine Hin-

weise für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Be-

schwerdeführers. Entgegen dem Gutachten von Dr. med. D._____ vom 

8. Februar 2016 komme Dr. med. E._____ zum Schluss, dass beim Be-

schwerdeführer seit Jahren eine Schizophrenie zu diagnostizieren sei, wel-

che die Abhängigkeitsproblematik verursacht habe. Mit dieser Andersbeur-

teilung sei unabhängig davon, ob der Einschätzung von Dr. med. E._____ 

oder derjenigen von Dr. med. D._____ den Vorzug zu geben sei, nicht 

glaubhaft dargelegt, dass sich der Sachverhalt zwischen dem 2. Septem-

ber 2016 und 22. Juni 2017 in einer für den Anspruch erheblichen Weise 

verändert habe. Der Beschwerdeführer zeige denn auch nicht auf, inwie-

fern sich der Sachverhalt verändert haben sollte. Vielmehr bringe er mit 

dem Verweis auf Art. 61 lit. i ATSG zum Ausdruck, dass er mit der rechts-

kräftigen (aber hier nicht zu prüfenden) Verfügung vom 2. September 2016 

nicht einverstanden sei. Des Weiteren sei zu berücksichtigen, dass die 

letzte rechtskräftige Verfügung vom 2. September 2016 nur kurze Zeit 

zurück liege, womit erhöhte Anforderungen an die Glaubhaftmachung zu 

stellen seien. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und in 

der angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2017 sowie auf die eingereich-

ten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägun-

gen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung [IVG; SR 831.20] sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfü-

gung der Beschwerdegegnerin vom 22. Juni 2017 stellt folglich ein taugli-

ches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 

57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts [ATSG; SR 830.1] in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]. Als for-

meller und materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von 

der angefochtenen Verfügung überdies unmittelbar betroffen und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Dem-

nach ist er zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 

59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit einzu-

treten.

2.1. Streitgegenstand bildet vorliegend einzig die Frage, ob die Beschwerde-

gegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2017 zu Recht 

nicht auf das neue Leistungsbegehren des Beschwerdeführers vom 18. Ja-

nuar 2017 eingetreten und dieses zu Recht nicht materiell geprüft hat. Aus-

schlaggebend für diese Beurteilung ist die Frage, ob der Beschwerdeführer 

glaubhaft darlegen konnte, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit 

dem Zeitpunkt der letzten materiellen Verfügung vom 2. September 2016 

in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert haben oder nicht.

2.2. Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (implizit) den Beweis-

wert des Gutachtens von Dr. med. D._____ vom 8. Februar 2016 und/oder 

die Rechtsmässigkeit der rechtskräftigen Verfügung vom 2. September 

2016 betreffend Verneinung des Rentenanspruchs rügt (vgl. Beschwerde-

schrift S. 9), ist dies hingegen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfah-

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rens. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung zu Recht aus-

führt (vgl. Vernehmlassung S. 3), ist die Frage, ob die rechtskräftige Verfü-

gung vom 2. September 2016 im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG – und 

nicht wie vom Beschwerdeführer geltend macht im Sinne von Art. 61 lit. i 

ATSG (Revision von Entscheiden des kantonalen Versicherungsgerichts) 

– in Revision zu ziehen ist, nicht Gegenstand der strittigen Verfügung vom 

22. Juni 2017 und kann somit im vorliegenden Verfahren auch nicht Streit-

gegenstand bilden. Art. 53 Abs. 1 ATSG (bzw. Art. 61 lit. i ATSG) sind für 

die zu beurteilende Frage nach der Rechtmässigkeit des Nichteintreten-

sentscheids vom 22. Juni 2017 nicht relevant. 

3.1. Hat die IV-Stelle eine Rente sowie andere Versicherungsleistungen wegen 

eines zu geringen Invaliditätsgrads rechtskräftig verweigert, so wird ein 

abermaliges Gesuch zum Bezug von Versicherungsleistungen (soge-

nannte Neuanmeldung) nur geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft 

macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erhebli-

chen Weise verändert hat (Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Art. 87 Abs. 2 der Verord-

nung über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]; vgl. BGE 

133 V 108 E.5.2, 130 V 343 E.3.5, 117 V 198 E.4b; MEYER/REICHMUTH, in: 

Stauffer/Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum So-

zialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 

[IVG], 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30-31 Rz. 117). Erheblich im 

Sinne von Art. 87 Abs. 2 IVV ist eine Sachverhaltsänderung, wenn ange-

nommen werden kann, der Anspruch auf eine IV-Rente oder deren Er-

höhung sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als rich-

tig erweisen. Liegt ein neuer Bericht von ärztlichen oder anderen Fachleu-

ten vor, auf deren Unterlagen die Verwaltung und der Richter für die Inva-

liditätsbemessung angewiesen sind, genügt es für die Glaubhaftmachung 

einer erheblichen Sachverhaltsänderung nicht, dass im fraglichen Bericht 

der bereits bekannte, im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung ge-

gebene Sachverhalt anders bewertet wird und daraus andere Schlussfol-

gerungen gezogen werden als im früheren Verwaltungs- und/oder Be-

schwerdeverfahren. Vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Na-

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tur, die nach der ursprünglichen Rentenverfügung eingetreten und zu dem 

damals gegebenen Sachverhalt hinzugekommen sind oder diesen verän-

dert haben (Urteil des eidgenössischen Versicherungsgerichtes I 484/00 

vom 21. März 2001 E.1b/bb). 

3.2. Die zeitliche Vergleichsbasis für die Frage, ob eine rentenrelevante Verän-

derung des Sachverhalts glaubhaft ist, bildet der Zeitpunkt der letzten um-

fassenden materiellen Prüfung. Der Vergleichszeitraum erstreckt sich da-

bei grundsätzlich bis zur Prüfung und Beurteilung des Gesuchs, das heisst 

bis zum Erlass der Verfügung betreffend Neuanmeldung. Für die be-

schwerdeweise Überprüfung einer Nichteintretensverfügung ist somit der 

Sachverhalt, wie er sich der Verwaltung bot, resp. die Aktenlage bei Erlass 

dieser Verfügung massgeblich (BGE 130 V 64 E.5.2.5; Urteile des Bundes-

gerichtes 8C_183/2016 vom 9. Mai 2016 E.2.1, 9C_683/2013 vom 2. April 

2014 E.3.1).

3.3. Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind im Vergleich zu dem im 

Sozialversicherungsrecht ansonsten üblichen Beweisgrad der überwiegen-

den Wahrscheinlichkeit herabgesetzte Beweisanforderungen verbunden. 

Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtser-

heblichen Sachumstands wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, 

auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei einge-

hender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen las-

sen (Urteile des Bundesgerichtes 8C_183/2016 vom 9. Mai 2016 E.2.2, 

8C_266/2015 vom 29. Juni 2015 E.2.2). Dabei ist unter anderem zu 

berücksichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere 

Zeit zurückliegt und an die Glaubhaftmachung dementsprechend mehr 

oder weniger hohe Anforderungen zu stellen sind (BGE 109 V 108 E.2b).

3.4. Ist – wie im vorliegenden Fall – das Eintreten auf die Neuanmeldung strei-

tig, hat das Gericht lediglich die formellen Voraussetzungen, namentlich die 

Glaubhaftmachung, zu prüfen. Demgegenüber ist eine materielle Prüfung 

der Frage, ob tatsächlich eine Sachverhaltsveränderung in einer für den 

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Anspruch erheblichen Weise ausgewiesen bzw. eingetreten ist, im Rah-

men des Eintretens (noch) nicht zu beurteilen.  

4. Nachfolgend ist demnach zu prüfen, ob aufgrund der für die Neuanmeldung 

massgebenden Akten, namentlich das Gutachten von Dr. med. E._____ 

vom 20. Dezember 2016 (IV-act. 48) sowie die Beurteilungen des RAD-

Arztes Dr. med. F._____ vom 7. April 2017 und 20. Juni 2017 (IV-act. 51 

S. 3 und 5), im Vergleich zu den der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 

2. September 2016 als Grundlage dienenden Akten, namentlich das Gut-

achten von Dr. med. D._____ vom 8. Februar 2016 (IV-act. 29) und die 

Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. F._____ vom 20. Juni 2016 (IV-act. 

35 S. 10), wenigstens gewisse Anhaltspunkte für eine wesentliche Verän-

derung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers bestehen. 

Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass zwischen der letzten rechtskräftigen 

Verfügung vom 2. September 2016 und der Neuanmeldung vom 18. Januar 

2017 nur gerade viereinhalb Monate liegen und somit vorliegend höhere 

Anforderungen an die Glaubhaftmachung zu stellen sind. Indes kann die 

vom Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde eingereichte Bescheinigung 

des PDGR vom 15. August 2017 betreffend eine aktuelle 100%ige Arbeits-

unfähigkeit bis auf weiteres (Beilage Beschwerdeführer [Bf-act.] 8) bei der 

Beurteilung der vorliegenden Streitsache keine Beachtung finden kann. 

Das Gericht hat auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung (hier: 22. Juni 2017) eingetretenen Sachverhalt abzustellen (vgl. 

BGE 132 V 215 E.3.1.1 m.w.H.). Die Bescheinigung des PDGR datiert vom 

15. August 2017 und stand damit der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt 

des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2017 nicht zur 

Verfügung, weshalb die Bescheinigung des PDGR vorliegend auch nicht 

berücksichtigt werden kann.

5. Zunächst ist die medizinische Aktenlage im Zeitpunkt der leistungsableh-

nenden rechtskräftigen Verfügung vom 2. September 2016 (IV-act. 34) zu 

betrachten. Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der genannten Verfü-

gung in medizinischer Hinsicht primär auf das Gutachten von Dr. med. 

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D._____ vom 8. Februar 2016 (IV-act. 29) sowie die Beurteilung von Dr. 

med. F._____ des RAD Ostschweiz vom 20. Juni 2016 (IV-act. 35 S. 10) 

und kam zum Schluss, dass gestützt darauf die Arbeitsunfähigkeit des Be-

schwerdeführers vor allem durch das Abhängigkeitsverhalten begründet 

sei und deshalb keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege. 

5.1. Dr. med. D._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

Fachzentrum Forensik Ostschweiz (FAFORO), stellte im Gutachten vom 8. 

Februar 2016 folgende psychiatrische Diagnosen: Psychische und Verhal-

tensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer 

psychotroper Substanzen (insbesondere Cannabis und Alkohol, aber auch 

Kokain, LSD, Meskalin etc.) (ICD-10: F 19.24); pathologisches Spielen 

(ICD-10: F63.0); eine Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozi-

alen Bindungen (ICD-10: F 91.2) sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung 

(narzisstisch, impulsiv) (ICD-10: Z73.1). In der Zusammenfassung und dia-

gnostischen Beurteilung wies Dr. med. D._____ zudem auf eine mögliche 

Störung aus der Diagnosengruppe F2 der ICD-10, der Schizophrenie, der 

schizotypen und wahnhaften Störungen als möglicherweise bedeutsame 

Differentialdiagnose hin und hielt fest, dass wegen der neuroleptischen Me-

dikation das im Gutachtengespräch beobachtete Hauptmerkmal der affek-

tiven Verflachung nicht sicher zugeordnet werden könne. Aus diesem 

Grund empfahl Dr. med. D._____, die Frage einer schizophrenen Erkran-

kung nochmals in einer "guten Phase" (Medikamentenpause) zu überprü-

fen (IV-act. 29 S. 25 ff.). 

5.2. Der RAD-Arzt, Dr. med. F._____, hielt in seiner Abschlussbeurteilung vom 

20. Juni 2016 (IV-act. 35 S. 10) fest, dass gemäss dem Gutachten von Dr. 

med. D._____ als Hauptproblem eine schwere Suchtproblematik vorliege. 

Eine zugrundeliegende schwere Grunderkrankung, wie eine manisch-de-

pressive Krankheit oder eine Schizophrenie hätten nicht festgestellt werden 

können. Die Diagnose F91.2 beziehe sich per definitionem auf Kinder und 

Jugendliche und führe nicht zu einer längerdauernden Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit, da sie nicht auf Dauer im Erwachsenenalter persistiere. 

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Möglicherweise sei das dissoziale Verhalten auch Symptom der Sucht. 

Dies bestätigten die psychiatrischen Fachärzte der PDGR im Arztbericht 

vom 3. Mai 2016, in welchem als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits-

fähigkeit lediglich das Suchtleiden aufgeführt werde. Dr. med. F._____ ver-

neinte folglich das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitszustan-

des. 

5.3. Gestützt auf die Beurteilungen von Dr. med. D._____ vom 8. Februar 2016 

(IV-act. 29) sowie des RAD-Arztes vom 20. Juni 2016 (IV-act. 35 S. 10) 

hatte die Beschwerdegegnerin am 2. September 2016 die leistungsableh-

nende Verfügung erlassen (IV-act. 34). 

6. Am 18. Januar 2017, also rund viereinhalb Monate nach Erhalt der ableh-

nenden Verfügung vom 2. September 2016 (IV-act. 34), meldete sich der 

Beschwerdeführer bei der Beschwerdegegnerin erneut zum Bezug von 

Leistungen an (IV-act. 37). Er stützte sich dabei auf das Gutachten von Dr. 

med. E._____ vom 20. Dezember 2016 (IV-act. 48). 

6.1. Dr. med. E._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Leitender 

Arzt Forensischer Dienst, von den PDGR, diagnostizierte im Gutachten 

vom 20. Dezember 2016 nebst der bekannten Abhängigkeitserkrankung 

und Störung des Sozialverhaltens (IV-act. 48 S. 73 f.) eine Erkrankung aus 

dem schizophrenen Formenkreis (IV-act. 48 S. 72 f.). Dr. med. E._____ 

führte diesbezüglich aus, der beim Beschwerdeführer bestehende Gesund-

heitsschaden gründe ursächlich auf einer primär krankheitsbedingten und 

im Verlauf typischerweise sich allmählich "schleichend" entwickelnder und 

inzwischen bereits chronifizierender gesundheitlichen Veränderung im 

Rahmen einer ernsthaften Erkrankung aus dem schizophrenen Formen-

kreis, deren Vorhandensein beim Beschwerdeführer im Verlaufe der letzten 

Jahre bei jeweils näherer Betrachtung zwar in Erwägung gezogen, aber 

nicht diagnostiziert worden sei. Der Krankheitsbeginn manifestiere sich da-

bei für diese Erkrankung typischerweise nicht durch ein dauerhaftes Ver-

haltensmuster, sondern vielmehr mit einem sogenannten "Knick in der Le-

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benslinie" relativ rasch und für die Umgebung nicht erklärbar (IV-act. 48 S. 

73). In Bezug auf die psychische und Verhaltensstörung durch diverse Sub-

stanzen (Abhängigkeitserkrankung) hielt Dr. med. E._____ fest, dass das 

festgestellte suchtähnliche Verhalten beim Beschwerdeführer aus dem 

oben beschriebenen primären Krankheitsprozess als sekundäre Folgeer-

scheinung resultiere. Diese sei nachweislich nicht primär entstanden, son-

dern Krankheitsfolge (IV-act. 48 S. 73).

6.2. Die Beschwerdegegnerin legte das Gutachten von Dr. med. E._____ vom 

20. Dezember 2016 (IV-act. 48) dem RAD-Arzt Dr. med. F._____ vor, mit 

der Bitte, zur Frage Stellung zu nehmen, ob es anhand der vorhandenen 

Unterlagen objektive Anhaltspunkte für eine wesentliche Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes gebe (IV-act. 51 S. 3). Dr. med. F._____ hielt 

am 7. April 2017 im Wesentlichen fest, im eingereichten Gutachten von Dr. 

med. E._____ vom Dezember 2016 werde derselbe Sachverhalt anders 

gewürdigt. Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

seit dem Gutachten von Dr. med. D._____ im Februar 2016 ergäben sich 

keine (IV-act. 51 S. 3 unten). Nachdem der Beschwerdeführer am 15. Mai 

2017 Einwand (IV-act. 48 S. 1) gegen den Vorbescheid vom 11. April 2017 

(IV-act. 45), mit welchem ein Nichteintreten auf die Neuanmeldung in Aus-

sicht gestellt wurde, eingereicht hatte, gelangte die Beschwerdegegnerin 

abermals an den RAD-Arzt Dr. med. F._____, mit der Fragestellung, ob der 

Einwand die Beurteilung des RAD vom 7. April 2017 zu beeinflussen ver-

möge und ob gegebenenfalls weitere medizinische Abklärungen angezeigt 

seien (IV-act. 51 S. 5). Hierzu nahm Dr. med. F._____ am 20. Juni 2017 

Stellung und hielt fest, das Gutachten von Dr. med. E._____ erfolge mit 

ergänzenden Fragen zum Gutachten von Dr. med. D._____ vom 8. Februar 

2016. Dr. med. E._____ führe aus, dass er im Gegensatz zu Dr. med. 

D._____ die Verhaltensauffälligkeiten des Beschwerdeführers nicht im pa-

thologischen Spielen und der Abhängigkeit sehe, sondern sie seien Folge 

eines bereits in der Primarschulzeit sich entwickelnden Krankheitsprozes-

ses und können nur mit dessen Vorhandensein erklärt werden. Dr. med. 

E._____ führe weiter aus, dem Beschwerdeführer werde gutachterlich eine 

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Abhängigkeit attestiert, obwohl streng genommen, die Kriterien für eine Ab-

hängigkeitserkrankung fraglich erfüllt seien und es ergebe sich für ihn eine 

"etwas andere Sicht der Dinge". Eine "andere Sicht der Dinge" sei eine an-

dere Beurteilung eines unveränderten Sachverhalts. Der Einwand vermöge 

seine Beurteilung vom 7. April 2017 nicht zu beeinflussen und weitere Ab-

klärungen seien nicht angezeigt (IV-act. 51 S. 5 oben).

6.3. Gestützt darauf trat die Beschwerdegegnerin mit der hier angefochtenen 

Verfügung vom 22. Juni 2017 auf die Neuanmeldung nicht ein.

7. Es fragt sich demnach, ob gestützt auf die dargelegte medizinische Akten-

lage seit Erlass der leistungsablehnenden Verfügung vom 2. September 

2016 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2017 eine 

wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwer-

deführers als glaubhaft erscheint. Vorliegend gelingt es dem Beschwerde-

führer nach Ansicht des Gerichts, mit der Beurteilung von Dr. med. E._____ 

vom 20. Dezember 2016 (IV-act. 48) – wie nachfolgend aufgezeigt wird – 

zumindest gewisse Anhaltspunkte für eine wesentliche Veränderung sei-

nes Gesundheitszustandes glaubhaft zu machen. 

7.1. Dr. med. E._____ diagnostizierte im Gutachten vom 20. Dezember 2016 

beim Beschwerdeführer erstmals eine Erkrankung aus dem schizophrenen 

Formenkreis in erheblichem Ausmass (ICD-10: F20.2). Diese Diagnose be-

gründete er schlüssig und nachvollziehbar. So hielt er allgemein fest, der 

Krankheitsbeginn einer solchen Erkrankung manifestiere sich typischer-

weise mit einem Knick in der Lebenslinie relativ rasch und für die Umge-

bung nicht erklärbar. In den frühen Stadien der Krankheit (Prodromal-

phase) lasse sich Schizophrenie nur schwer diagnostizieren, da sich die 

Symptome oftmals mit relativ normalem Verhalten Heranwachsender über-

schneiden würden. Gewisse Warnsignale würden jedoch auf eine geistige 

Erkrankung hinweisen (IV-act. 48 S. 70 und 73). Solche Warnsignale sowie 

einen Knick in der Lebenslinie sah Dr. med. E._____ auch beim Beschwer-

deführer, wobei er diesbezüglich ausführte, der Beschwerdeführer habe bis 

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zur 5. Primarschulklasse ein unauffälliges Entwicklungsverhalten gezeigt. 

Er sei von Beginn an ein interessierter, aufmerksamer Schüler gewesen, 

welcher nur Bestnoten gehabt habe. Im Primarschulalter habe der Be-

schwerdeführer auch Begeisterung für sportliche Aktivitäten, insbesondere 

für das Schwimmen gezeigt. Er habe fleissig und ausgiebig trainiert und 

schliesslich die Bündner Schulmeisterschaften im Schwimmen gewonnen. 

Er habe sich sehr pflichtbewusst gezeigt und einen gesunden Ehrgeiz ge-

habt. Am Ende der 5. Primarschulklasse habe sich der Beschwerdeführer 

in seinem Verhalten zu verändern begonnen und sei im Frühjahr 2010 von 

seiner Umgebung innerhalb weniger Monate auch deutlich verändert wahr-

genommen worden. Unerklärlicherweise habe der Beschwerdeführer seine 

bisherige Lust und sein Engagement an der schulischen und sportlichen 

Leistung verloren. Er habe angefangen, sich von der Aussenwelt zurück-

zuziehen und sich einer von aussen nicht erklärlichen Innenwelt zu zuwen-

den, sei viel am Computer gesessen, auch nachts, und habe sich zuneh-

mend mit Computerspielen beschäftigt. Er sei teilweise nicht mehr in die 

Schule gegangen und habe sich teilweise grundlos fremdaggressiv verhal-

ten. Es sei zu einem Verhaltenswechsel innerhalb von wenigen Monaten 

gekommen (IV-act. 48 S. 63 f.). Dr. med. E._____ hielt weiter fest, dass der 

Beschwerdeführer in diesem Zeitraum neun von zehn bekannten Warnsi-

gnalen des frühen Krankheitsstadiums bei Schizophrenikern aufweise, na-

mentlich Zurückgezogenheit, Emotionslosigkeit, Schlaflosigkeit, unerklär-

bare Feindseligkeit, plötzlicher Mangel an Hygiene, Vernachlässigung von 

Beziehungen, selbstverletzendes Verhalten, Eskapismus und Menschen-

scheue. Die Folge sei schulisches Versagen, zunehmende Interessenlo-

sigkeit, Rückzug in eine autistische Innenwelt, unterstützt durch Computer-

gamen, Antriebsstörungen und affektive Veränderungen. Bereits in diesem 

Zeitraum zu Ende der Primarschulklasse seien klinisch die Grundsym-

ptome der Schizophrenie in wechselhaftem Ausmass beim Beschwerde-

führer vorhanden und dieser sei dannzumal bereits deutlich und feststellbar 

psychisch verändert/krank. Nachdem der Beschwerdeführer ein bis andert-

halb Jahre nach Beginn der gesundheitlichen Veränderung in Kontakt mit 

Drogen gekommen sei, habe sich in der Folge die dadurch erfolgte gesund-

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heitliche Beschädigung beim Beschwerdeführer durch das zunehmende 

Auftreten akzessorischer Krankheitssymptome, vor allem in Form von Hal-

luzinationen, gezeigt (IV-act. 48 S. 72).

Wie Dr. med. E._____ sodann zutreffend ausführte, wurde das Vorhanden-

sein einer Schizophrenie im Verlauf der letzten Jahre beim Beschwerde-

führer zwar in Erwägung gezogen, aber eine solche nie diagnostiziert. 

Gemäss den Akten wiesen sowohl med. pract. C._____, Kinder-und Ju-

gendpsychiatrie Graubünden, im Arztbericht vom 13. Januar 2016 (IV-act. 

11 S. 1) als auch Dr. med. D._____ im Gutachten vom 8. Februar 2016 (IV-

act. 29 S. 25) bloss differenzialdiagnostisch auf eine schizophrenieforme 

Erkrankung hin. Dies ändert jedoch nach Auffassung des Gerichts nichts 

daran, dass aufgrund der nunmehr erstmals im Gutachten von Dr. med. 

E._____ vom 20. Dezember 2016 diagnostizierten Schizophrenie gewisse 

Anhaltspunkte für eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustan-

des glaubhaft gemacht wurden. Zumal gemäss den Ausführungen von Dr. 

med. E._____ im Gutachten vom 20. Dezember 2016 sich Erkrankungen 

aus dem schizophrenen Formenkreis schleichend entwickeln, beginnend 

mit uncharakteristischen Symptomen wie sie jeder kenne, u.a. Müdigkeit, 

Persönlichkeitsveränderungen und Feindseligkeit, wobei die klinischen ak-

zessorischen Symptome (Halluzinationen, Wahn und katatone Symptome) 

erst später unter äusserer Belastung hinzu treten würden (vgl. IV-act. 48 S. 

70 ff.).

Sodann kommt hinzu, dass Dr. med. D._____ im Gutachten vom 8. Februar 

2016 zusätzlich zu seiner Differentialdiagnose einer möglichen Störung aus 

der Diagnosengruppe F2 der ICD-10, der Schizophrenie, der schizotypen 

und wahnhaften Störungen explizit empfahl, eine schizophrene Erkrankung 

in einer Medikamentenpause näher abzuklären (IV-act. 29 S. 25). Denn Dr. 

med. D._____ konnte insbesondere das beobachtete Hauptmerkmal der 

affektiven Verflachung wegen der neuroleptischen Medikation sowie der 

langjährigen Cannabisabhängigkeit nicht sicher zuordnen und damals noch 

keine Hinweise auf Wahn oder Halluzinationen ausmachen (vgl. IV-act. 29 

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S. 25). Er äusserte jedoch einige Hinweise, die für eine F2-Diagnose spre-

chen könnten. So hielt er fest, dass Prodromalstadien der Schizophrenie 

eben eine solche affektive Verflachung oder die inadäquate Affektivität als 

typisches Kennzeichen zeigten. Auch die vom Beschwerdeführer bekann-

ten Affektdurchbrüche könnten bei den Prodromalstadien beobachtet wer-

den. Alsdann könnte der massive Leistungsknick im Alter von zehn bis 

zwölf Jahren als Vorläufer dieser Diagnose interpretiert werden, wie auch 

die Aussage des Lehrmeisters, dass der Beschwerdeführer im ersten Lehr-

jahr im Vergleich zu heute eine wesentlich höhere Leistungsfähigkeit be-

wiesen habe und kaum wiederzuerkennen sei, was sich mit einer Canna-

bisabhängigkeit alleine kaum erklären lasse. Auch die nur gering vorhan-

dene Fähigkeit, die Zukunft näher zu planen, könne für eine F2-Diagnose 

sprechen (IV-act. 29 S. 25 f.). Eine nähere Abklärung betreffend eine mög-

liche schizophrene Erkrankung ist seitens der Beschwerdegegnerin im da-

maligen Zeitpunkt aber aus unerklärlichen Gründen unterblieben. Umso 

mehr ist dies nun im Rahmen der Neuanmeldung nachzuholen. Denn Dr. 

med. E._____ stellte in seinem Gutachten vom 20. Dezember 2016 nicht 

nur die von Dr. med. D._____ im Gutachten vom 8. Februar 2016 geäus-

serten Hinweise für eine F2-Diagnose als beim Beschwerdeführer in der 

Prodromalphase aufgetretene Grundsymptome der Schizophrenie fest, 

sondern überdies – im Gegensatz zu Dr. med. D._____ – nunmehr auch 

Halluzinationen, mithin die klinischen akzessorischen Symptome (vgl. IV-

act. 48 S. 72). So berichtete der Beschwerdeführer im Laufe der Explorati-

onen durch den Gutachter Dr. med. E._____, wiederholt von Geistern an-

gegriffen zu werden (vgl. IV-act. 48 S. 55, S. 58, S. 59). Ein unsichtbarerer 

Kopf berühre ihn, was sehr unangenehm sei. Er fasse dann diesen Kopf 

und lange mit seinen Fingern in den offenen Mund dieses Kopfes, um ihn 

so mit aller Kraft auseinander reissen zu können, damit dieser Geist ver-

schwinde. Wenn er den Geist weghabe, fühle er sich normal (vgl. IV-act. 

48 S. 58). Damit handelt es sich bei der Beurteilung von Dr. med. E._____ 

vom 20. Dezember 2016 – entgegen den Vorbringen der Beschwerdegeg-

nerin (vgl. Vernehmlassung S. 4) – nicht um eine andere Beurteilung des 

bereits am 2. September 2016 vorliegenden Sachverhalts, sondern erge-

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ben sich durchaus Hinweise für eine Verschlechterung des Gesundheits-

zustandes des Beschwerdeführers. 

7.2. Neu ist ausserdem, dass Dr. med. E._____ die bekannte Suchterkrankung 

im Unterschied zu den Beurteilungen von Dr. med. D._____ (IV-act. 29 

S. 27 f.) und Dr. med. F._____ (IV-act. 35 S. 10) nicht als primär entstan-

den, sondern als Krankheitsfolge beurteilt. So ist er der Ansicht, dass das 

suchtartige Verhalten des Beschwerdeführers eine sekundäre Folgeer-

scheinung eines bereits in der Primarschulzeit des Beschwerdeführers sich 

entwickelnden Krankheitsprozesses aus dem schizophrenen Formenkreis 

sei. Dies begründet er nachvollziehbar, indem er ausführt, dass im Zeit-

raum der beginnenden psychischen Erkrankung beim Beschwerdeführer 

von einem suchtartigen Konsum irgendwelcher legalen oder illegalen Sub-

stanzen nichts bekannt sei. Erst ein bis anderthalb Jahre nach Beginn der 

gesundheitlichen Veränderung sei der Beschwerdeführer im Rahmen des 

"Timeouts" in Kontakt mit Drogen gekommen (IV-act. 48 S. 72 f.).

7.3. Soweit die Beschwerdegegnerin bzw. der RAD-Arzt Dr. med. F._____ als-

dann vorbringen (vgl. IV-act. 51 S. 5), dass die Aussage von Dr. med. 

E._____ im Gutachten vom 20. Dezember 2016, wonach aufgrund der im 

Gutachten festgestellten Sachverhalte sich inzwischen eine "etwas andere 

Sicht der Dinge" ergebe (vgl. IV-act. 48 S. 76), eine andere Beurteilung 

eines unveränderten Sachverhaltes sei, kann diesem Einwand nicht gefolgt 

werden. Die besagte Aussage von Dr. med. E._____ erfolgte im Gutachten 

unter dem Titel "Erkenntnisse bezüglich Behandlung" und ist damit in die-

sem Kontext zu verstehen. Folglich ist in Übereinstimmung mit dem Be-

schwerdeführer davon auszugehen, dass Dr. med. E._____ diese Aussage 

auf die bisherigen Behandlungsstrategien des Beschwerdeführers bezog, 

womit diese nicht einfach als eine andere Beurteilung eines unveränderten 

Sachverhalts interpretiert werden kann. 

7.4. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass aufgrund des Gutachtens 

von Dr. med. E._____ vom 20. Dezember 2016 (IV-act. 48) gewisse An-

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haltspunkte dafür vorliegen, dass sich der Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers wesentlich verschlechtert haben könnte.

Bei dieser Ausgangslage wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewe-

sen, auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers einzutreten und wei-

tere Abklärungen vorzunehmen. 

8.1. Der Nichteintretensentscheid vom 22. Juni 2017 erweist sich somit als nicht 

rechtmässig und ist aufzuheben, was zur Gutheissung der Beschwerde 

führt. Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, auf die Neuanmeldung 

vom 18. Januar 2017 einzutreten, die erforderlichen medizinischen Ab-

klärungen vorzunehmen und über das vom Beschwerdeführer gestellte 

Leistungsbegehren materiell zu entscheiden. 

8.2. Das Beschwerdeverfahren ist − in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG − 

gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Ver-

weigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Diese Kosten werden je nach Verfahrensaufwand und un-

abhängig vom Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge-

legt. Vorliegend setzt das Gericht die Kosten auf Fr. 700.-- fest. Entspre-

chend dem Ausgang dieses Verfahrens sind die Gerichtskosten der Be-

schwerdegegnerin aufzuerlegen. 

8.3. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat der obsiegende Beschwerdeführer An-

spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt 

und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 

und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Vorliegend hat der 

Beschwerdeführer demnach Anspruch auf Ersatz der entstandenen An-

waltskosten. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat dem Ge-

richt am 29. Juni 2018 eine Honorarnote im Umfang von Fr. 5'045.20 ein-

gereicht. Diese setzt sich aus einem Aufwand von 21.5 Stunden à Fr. 200.--

, Spesen von Fr. 384.50 für Fotokopien und Porti sowie 7.7% MWST von 

Fr. 360.70 zusammen. Damit wurde in der eingereichten Honorarnote der 

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Tarif für die unentgeltliche Rechtspflege berücksichtigt. Gemäss der im 

Recht liegenden Honorarvereinbarung wurde allerdings ein Stundenansatz 

von Fr. 250.-- vereinbart, von welchem vorliegend auch auszugehen ist. 

Indes gilt zu beachten, dass der geltend gemachte Zeitaufwand von 21.5 

Stunden – unter Berücksichtigung von Art. 61 lit. g ATSG – relativ hoch und 

nicht angemessen erscheint. Insbesondere liegt kein komplexer Fall vor, 

da lediglich die Eintretensfrage strittig war und es erfolgte bloss ein einfa-

cher Schriftenwechsel. Hinzu kommt, dass der Zeitaufwand vom 22. Au-

gust 2017 für das Kopieren von Akten nicht berücksichtigt werden kann. 

Ebenso ist der Spesenaufwand - insbesondere Fr. 375.-- für Fotokopien – 

nicht gerechtfertigt. Dies, zumal die IV-Stelle der versicherten Person bzw. 

deren Rechtsvertretung in der Regel das IV-Dossier kostenlos zustellt, wo-

bei die Zustellung sowohl in Papierform als auch in elektronischer Form 

(Akten-CD) verlangt werden kann. Vor diesem Hintergrund erscheint dem 

Gericht vorliegend eine Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- (inkl. Bar-

auslagen und MWST) als angemessen. In diesem Umfang hat die Be-

schwerdegegnerin den Beschwerdeführer demnach aussergerichtlich zu 

entschädigen. 

8.4. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung ist 

damit im vorliegenden Fall gegenstandslos geworden, da der Beschwerde-

führer obsiegt und ihm demzufolge keine Gerichtskosten aufzuerlegen sind 

und eine aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen ist.

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 

22. Juni 2017 aufgehoben und die Angelegenheit an die IV-Stelle des Kan-

tons Graubünden zurückgewiesen, damit diese auf das Leistungsgesuch 

vom 18. Januar 2017 eintrete und die Anspruchsberechtigung von A._____ 

materiell prüfe.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A._____ eine aussergerichtli-

che Parteientschädigung von Fr 3'500.-- (inkl. Barauslagen und MWST) zu 

bezahlen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]