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**Case Identifier:** bab268e5-085c-5e65-821f-3ffc5de2839a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 26.10.2021 400 21 154
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-21-154_2021-10-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

 

vom 26. Oktober 2021 (400 21 154)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Zivilgesetzbuch, Zivilprozessrecht 

 

 

Hypothetisches Einkommen: besondere Anstrengungspflicht des Unterhaltsverpflichte-

ten zur Deckung des Kindesunterhalts (E. 4.4); 

Unentgeltliche Rechtspflege, Effektivitätsgrundsatz: keine Berücksichtigung von nicht be-

zahlten Unterhaltsbeiträgen in der Berechnung der unentgeltlichen Rechtspflege (E. 13). 

 

 
Besetzung  Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richterin Barbara Jermann Richter-

ich (Ref.), Richter Philippe Spitz; Gerichtsschreiberin Karin Wiesner 
  

 

Parteien  A.____,  
vertreten durch Advokatin Marie-Caroline Messerli, Furer & Partner 
Rechtsanwälte, Steinentorstrasse 13, 4051 Basel,  
Kläger und Berufungskläger 

  gegen 

  B.____,   
Beklagter und Berufungsbeklagter 

C.____,  
Beklagte und Berufungsbeklagte 

D.____,  
Beklagte und Berufungsbeklagte 

alle drei vertreten durch Advokatin Lisa Hug, Advokatur Schweighauser, 
Hauptstrasse 104, Postfach, 4102 Binningen 

   

Gegenstand  Abänderung Ehescheidung  
Berufung gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft 
West vom 30. März 2021  

 
 
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A. Mit Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West (nachfolgend: Zivilkreisge-
richt) vom 10. April 2019 wurden die Ehegatten A.____ und D.____ geschieden und die beiden 
gemeinsamen Kinder B.____, geb. TT.MM.2007, und C.____, geb. TT.MM.2011, unter die Obhut 
der Mutter gestellt. Der Vater wurde verpflichtet, für den Sohn B.____ monatliche und voraus-
zahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 1'200.00 (davon CHF 250.00 Betreuungsunterhalt) bis und 
mit August 2020, CHF 950.00 ab September 2020 bis und mit August 2024 und CHF 1'050.00 ab 
September 2024 zu bezahlen. Für die Tochter C.____ wurde der Vater verpflichtet, monatliche 
und vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 1'200.00 (davon CHF 250.00 Betreuungsunter-
halt) bis und mit August 2020, CHF 1'450.00 (davon CHF 500.00 Betreuungsunterhalt) bis und 
mit August 2024 und ab September 2024 CHF 1'050.00 zu bezahlen.  

B. Mit Abänderungsklage vom 23. Dezember 2019 verlangte A.____ unter anderem die Re-
duktion resp. die Aufhebung der Unterhaltsbeiträge für seine beiden Kinder sowie die unentgelt-
liche Rechtspflege. Zur Begründung brachte er vor, per 1. Januar 2020 eine Lohneinbusse von 
12% zu haben. Zudem erwarte seine jetzige Ehefrau ein gemeinsames Kind. Am TT.MM.2020 
kam E.____, der Sohn des Berufungsklägers mit seiner jetzigen Ehefrau, zur Welt.  

C. Mit Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 30. März 2021 wurden 
die Unterhaltsbeiträge wie folgt abgeändert:  

2. Für B.____ (jeweils zuzüglich Kinderzulagen): 
- CHF 937.00 von August 2020 bis Januar 2021,  
- CHF 1'036.00 von Februar 2021 bis August 2021,  
- CHF 1'007.00 von September 2021 bis August 2023,  
- CHF 818.00 von September 2023 bis zur Volljährigkeit und darüber hinaus bis zum Abschluss 

einer ordentlichen Ausbildung, längstens jedoch bis zum August 2027,  
- CHF 518.00 von September 2027 bis zum Abschluss einer ordentlichen Ausbildung.  

Gleichzeitig wird festgestellt, dass mit diesem Unterhaltsbeitrag der gebührende Unterhalt des 
Kindes B.____ im Zeitraum von September 2021 bis August 2023 nicht gedeckt ist. Zur Deckung 
des gebührenden Unterhalts fehlen CHF 29.00 pro Monat.  
 

3. Für C.____ (jeweils zuzüglich Kinderzulagen):  
- CHF 1’149.00 von August 2020 bis Januar 2021,  
- CHF 960.00 von Februar 2021 bis August 2021,  
- CHF 1'007.00 von September 2021 bis August 2023,  
- CHF 818.00 von September 2023 bis August 2027,  
- CHF 518.00 von September 2027 bis zur Volljährigkeit und darüber hinaus bis zum Abschluss 

einer ordentlichen Ausbildung.  
Vom oben festgesetzten Unterhalt dienen folgende Beträge pro Monat der Gewährleistung der Be-
treuung durch die Mutter:  

- CHF 412.00 von August 2020 bis Januar 2021, und  
- CHF 124.00 von Februar 2021 bis August 2021.  
Es wird festgestellt, dass mit diesem Unterhaltsbeitrag der gebührende Unterhalt des Kindes C.____ 
nicht gedeckt ist. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts (inkl. Betreuungsunterhalt) fehlen pro 
Monat folgende Beträge: 

- CHF 289.00 von Februar 2021 bis August 2021 (davon CHF 289.00 Betreuungsunterhalt), 
- CHF 442.00 von September 2021 bis August 2023 (davon CHF 413.00 Betreuungsunterhalt).  

 
4. Die Unterhaltsbeiträge basieren auf:  

- Dem Nettoeinkommen des Klägers von Januar 2020 bis Juli 2020 von CHF 5'244.00, ohne Zula-
gen, pro Monat und vor Steuern,  

- Dem Nettoeinkommen des Klägers ab Juli 2020 von CHF 4'732.00, ohne Zulagen, pro Monat und 
vor Steuern,  

 
 
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- Dem Nettoeinkommen der Beklagten 3 von Januar 2020 bis August 2023 von CHF 2'400.00, 
ohne Zulagen, pro Monat und vor Steuern,  

- Dem Nettoeinkommen der Beklagten 3 von September 2023 bis August 2027 von CHF 3'800.00, 
ohne Zulagen, pro Monat und vor Steuern,  

- Dem Nettoeinkommen der Beklagten 3 ab September 2027 von CHF 4'800.00, ohne Zulagen, 
pro Monat und vor Steuern,  

- Dem BFS-Landesindex der Konsumentenpreise bei Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsent-
scheids.  

D. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ (nachfolgend Berufungskläger), vertreten durch 
Advokatin Marie-Caroline Messerli, mit Eingabe vom 12. Juli 2021 Berufung beim Kantonsgericht, 
Abteilung Zivilrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), und stellte folgende Rechtsbegehren:  

1.  Es seien die Ziffern 2, 3 und 4 des Entscheids des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 30. 
März 2021 im Verfahren Dossier 120 19 3186 IV aufzuheben und die Unterhaltspflicht des Beru-
fungsklägers gegenüber seinem Sohn B.____  

- von Januar 2020 bis Juli 2020 auf monatlich CHF 1'086.00,  
- von August 2020 bis Juli 2021 (recte: Januar 2021) auf monatlich CHF 1'086.00,  
- von Februar 2021 bis August 2021 auf monatlich CHF 174.50,  
- von September 2021 bis August 2022 auf monatlich CHF 102.00,  
- von September 2022 bis August 2023 auf monatlich CHF 898.00,  
- von September 2023 bis August 2027 auf monatlich CHF 645.50 und 
- ab September 2027 auf CHF 870.50 monatlich festzulegen.  

 
2.  Es seien die Ziffern 2, 3 und 4 des Entscheids des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 30. 

März 2021 im Verfahren Dossier 120 19 3186 IV aufzuheben und die Unterhaltspflicht des Beru-
fungsklägers gegenüber seiner Tochter C.____  

- von Januar 2020 bis Juli 2020 auf monatlich CHF 868.00,  
- von August 2020 bis Januar 2021 auf monatlich CHF 868.00,  
- von Februar 2021 bis August 2021 auf monatlich CHF 174.50,  
- von September 2021 bis August 2022 auf monatlich CHF 102.00,  
- von September 2022 bis August 2023 auf monatlich CHF 898.00,  
- von September 2023 bis August 2027 auf monatlich CHF 645.50 und 
- ab September 2027 auf CHF 870.50 monatlich festzulegen.  

 
3. Eventualiter seien die Ziffern 2, 3 und 4 des Entscheids des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft 

West vom 30. März 2021 im Verfahren Dossier 120 19 1386 IV aufzuheben und zur Neubeurtei-
lung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

 
4. Es sei die Rechtskräftigkeit der übrigen Ziffern 1, 5 und 6 des Entscheids des Zivilkreisgerichts Ba-

sel-Landschaft West vom 30. März 2021 im Verfahren Dossier 120 19 1386 IV zu bestätigen.  
 
5. Es sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege mit der Unterzeichnenden als Rechts-

beistand zu bewilligen.  
 
6. Unter o/e-Kostenfolge zzgl. MWSt und Spesen zu Lasten der Berufungsbeklagten 3.  

E. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 13. Juli 2021 wurde auf die Einholung eines Kos-
tenvorschusses vorläufig verzichtet und der Berufungskläger aufgefordert, die fehlenden Unter-
lagen für sein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege einzureichen. Dieser Auf-
forderung kam der Berufungskläger in seiner Eingabe vom 11. August 2021 teilweise nach, indem 
er ein unterzeichnetes Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege, seinen Arbeits-
vertrag, Kontoauszüge sowie eine Arbeitsbestätigung seiner Ehefrau einreichte. Bevor über sein 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege befunden werden konnte, hatte der Berufungskläger 

 
 
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noch weitere Unterlagen, insbesondere solche seiner jetzigen Ehefrau, einzureichen. Dazu wurde 
er mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 12. August 2021 erneut aufgefordert.  

F. In ihrer Berufungsantwort vom 13. August 2021 beantragten B.____, C.____ und D.____ 
(nachfolgend: Berufungsbeklagte), vertreten durch Advokatin Lisa Hug, die Abweisung der Beru-
fung unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Berufungsklägers. Eventualiter sei der Berufungsbe-
klagten 3 die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit der Unterzeichneten zu be-
willigen. Auf die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsmittelschriften wird in den nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.  

G. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 16. August 2021 wurde der Schriftenwechsel ge-
schlossen und der Berufungsbeklagten 3 Frist zur Einreichung ausstehender Unterlagen zur 
Überprüfung ihres Gesuchs um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege gesetzt. Gleichzei-
tig wurde mitgeteilt, den Entscheid über die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege zusammen 
mit der Hauptsache zu erlassen.  

H. Mit Verfügung vom 7. September 2021 wurden die Akten des vorliegenden Verfahrens in 
Zirkulation gesetzt und den Parteien der Entscheid aufgrund der Akten in Aussicht gestellt. Da 
dem Kantonsgericht noch nicht sämtliche Unterlagen zur Überprüfung des Gesuchs des Beru-
fungsklägers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege vorlagen, wurde er mit Verfügung 
vom 19. Oktober 2021 erneut zur Einreichung der ausstehenden Unterlagen aufgefordert. In sei-
ner Eingabe vom 25. Oktober 2021 reichte der Berufungskläger zwar die verlangten Lohnabrech-
nungen sowie den Lohnausweis seiner Ehefrau ein, blieb jedoch die Kita-Abrechnungen Januar 
bis September 2021 schuldig. Deshalb wurde er mit Verfügung vom 25. Oktober 2021 abermals 
zur Einreichung derselben aufgefordert. Dieser Anordnung kam der Berufungskläger in seiner 
Eingabe vom 1. November 2021 schlussendlich nach und übermittelte dem Kantonsgericht die 
ausstehenden Kita-Abrechnungen.   

Erwägungen 

1. Gegenstand der Berufung im vorliegenden Fall bildet der Entscheid der Dreierkammer des 
Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 30. März 2021 betreffend Abänderung eines Ehe-
scheidungsurteils. Erstinstanzliche Endentscheide sind mit Berufung anfechtbar. In vermögens-
rechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung allerdings nur zulässig, wenn der Streitwert der zu-
letzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. 
a und Abs. 2 ZPO). Als Streitwert wiederkehrender Leistungen gilt der Kapitalwert (Art. 92 Abs. 1 
ZPO), wobei bei ungewisser oder unbeschränkter Dauer dieser Leistungen der zwanzigfache 
Betrag der einjährigen Laufdauer als Kapitalwert zu berechnen ist (Art. 92 Abs. 2 ZPO). Der Be-
rufungskläger beantragt die Herabsetzung der Kinderunterhaltsbeiträge. Bei einer Kapitalisierung 
im Sinne von Art. 92 ZPO wird der Streitwert von über CHF 10‘000.00 zweifelsfrei übertroffen. 
Die Berufung ist schriftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Ent-
scheids bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung bei der Rechtsmitte-
linstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die nachträgliche schriftliche Begründung des Ent-
scheids des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 30. März 2021 wurde der Rechtsver-
treterin des Berufungsklägers gemäss Rücksendeschein der Schweizerischen Post am 10. Juni 
2021 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist endete folglich am Samstag, 10. Juli 2021. Gemäss Art. 142 
Abs. 3 ZPO verlängert sich die Frist jedoch bis zum nächsten Werktag, somit bis zum 12. Juli 
2021. Mit Postaufgabe der Berufung am 12. Juli 2021 wurde die Rechtsmittelfrist demnach ge-
wahrt. Der Berufungskläger rügt die unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie die unrichtige 
Anwendung von Art. 286 Abs. 2 ZGB, was beides zulässige Berufungsgründe sind (Art. 310 
ZPO). Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (vgl. Art. 59 ZPO), ist auf die 

 
 
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Berufung einzutreten. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. d EG ZPO ist die Dreierkammer der Abteilung Zivil-
recht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Dreierkam-
mern der Zivilkreisgerichte sachlich zuständig. 

2.1 Im Berufungsverfahren werden neue Tatsachen und Beweismittel nur berücksichtigt, wenn 
sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz 
vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Das Berufungsverfahren dient nicht der Ver-
vollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der Überprüfung und allenfalls Korrek-
tur des angefochtenen Entscheids der Vorinstanz. Das Novenrecht darf nicht dazu führen, allfäl-
lige Versäumnisse bei der Vorinstanz nachzuholen. Für die Unterscheidung von echten und un-
echten Noven im Berufungsverfahren wird darauf abgestellt, in welchem Zeitpunkt das Novum 
entstanden ist. Entscheidend ist, ob die Tatsachen und Beweismittel bereits zur Zeit des erstin-
stanzlichen Urteils existiert haben und ob sie nach ihrer Entdeckung ohne Verzug vorgebracht 
wurden (SEILER, in: Die Berufung nach ZPO, 2013, N 1260; STAUBER, in: ZPO-Rechtsmittel, 2013, 
Art. 317 N 11 f.).  

2.2 Vorliegend sind einerseits die Unterhaltsbeiträge für die gemeinsamen Kinder der Parteien 
strittig. Andererseits sind noch die Gesuche um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zu 
beurteilen. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten erforscht das Gericht den 
Sachverhalt von Amtes wegen und es entscheidet ohne Bindung an die Parteianträge, es gilt 
mithin der Untersuchungs- und Offizialgrundsatz (siehe Art. 296 ZPO). Das Bundesgericht hat 
entschieden, dass eine strikte Anwendung von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht gerechtfertigt ist, wenn 
die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime zur Anwendung gelangt. Es gehört auch zur Auf-
gabe eines Berufungsrichters, nach Art. 296 Abs. 1 ZPO den Sachverhalt von Amtes wegen zu 
erforschen und alle zur Feststellung von rechtserheblichen Tatsachen erforderlichen Beweismit-
tel anzuordnen, um einen dem Kindeswohl entsprechenden Entscheid zu erlassen. Erforscht das 
Gericht den Sachverhalt wie vorliegend von Amtes wegen, können die Parteien im Berufungsver-
fahren Noven auch dann vorbringen, wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht 
erfüllt sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1; KGE BL 400 18 204 vom 2. April 2019 E. 1.3; KGE BL 400 
19 176 vom 12. November 2019 E. 3.5). Folglich sind sämtliche erst im Rechtsmittelverfahren 
eingereichten Unterlagen, welche die Unterhaltsbeiträge der beiden Kinder tangieren, zuzulas-
sen. Für die Beurteilung der unentgeltlichen Rechtspflege gilt hingegen der eingeschränkte Un-
tersuchungsgrundsatz sowie die Dispositionsmaxime. Deshalb ist in Bezug auf die in diesem Zu-
sammenhang eingereichten Unterlagen Art. 317 ZPO anwendbar. Das vom Berufungskläger mit 
Eingabe vom 25. Oktober 2021 eingereichte Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 26. Mai 2021 (Bei-
lage 29) wie auch eine Verordnung zur Physiotherapie vom 26. Mai 2021 (Beilage 30) wurden 
nicht mit Verfügung vom 19. Oktober 2021 zur Überprüfung der unentgeltlichen Rechtspflege 
angefordert. Diese Unterlagen erfolgen im Übrigen zu spät und können nicht berücksichtigt wer-
den.  

3.1 Die Abänderung des Kinderunterhalts (Art. 286 Abs. 2 ZGB) setzt voraus, dass sich die 
Verhältnisse nachträglich erheblich und dauerhaft verändert haben. Eine Abänderungsklage be-
zweckt nicht die Korrektur eines fehlerhaften rechtskräftigen Urteils, sondern nur die Anpassung 
eines rechtskräftigen Urteils - ob fehlerhaft oder nicht - an veränderte Verhältnisse (BGE 137 III 
604 E. 4.1.1. S. 606). Bei der Neufestsetzung der Kinderalimente sind die einzelnen Parameter 
der Unterhaltsbemessung zu aktualisieren, wobei unter Umständen auch unverändert gebliebene 
Parameter angepasst werden dürfen (BGE 137 III 604 E. 4.1.1 und 4.1.2 S. 606). Als erhebliche 
Veränderung der Verhältnisse im Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZGB fallen unter anderem qualifiziert 
veränderte wirtschaftliche Umstände seitens des Unterhaltspflichtigen in Betracht, namentlich 
eine Invalidität oder lange Erkrankung, der Übertritt in den Ruhestand oder der Verlust seiner 
Arbeitsstelle (BGer 5A_217/2009 vom 30. Oktober 2009 E. 3.2). Auch neue familienrechtliche 
Verpflichtungen, die sich aus der Geburt weiterer Kinder nach der Scheidung ergeben, können 
ein Grund für eine Abänderung der ursprünglich zugesprochenen Unterhaltsbeiträge sein (BGer 

 
 
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5A_95/2012 vom 28. März 2012 E. 3.4 mit Hinweis). Eine erhebliche und dauerhafte nachträgli-
che Veränderung der Verhältnisse führt nur dann zu einer Neufestsetzung der Unterhaltspflicht, 
wenn ansonsten mit Blick auf das ursprüngliche Scheidungsurteil ein unzumutbares Ungleichge-
wicht zwischen den involvierten Personen entstehen könnte. Zur Beurteilung dieser Vorausset-
zung gilt es, die Interessen von Vater, Mutter und Kindern gegeneinander abzuwägen (BGer 
5A_35/2018, E. 3.1). Es wird von den Parteien nicht bestritten, dass aufgrund der Geburt von 
E.____ sowie dem verminderten Einkommen des Berufungsklägers veränderte Verhältnisse vor-
liegen, die eine Abänderung des Kinderunterhaltsbeitrags nach Art. 286 Abs. 2 ZGB rechtfertigen. 
Strittig sind jedoch das jeweils anrechenbare Einkommen sowie einzelne Positionen in der Un-
terhaltsberechnung.   

3.2 Bei Kindern, die unter der alleinigen Obhut des einen Elternteils stehen, hat der andere Teil, 
welcher nicht die Obhut innehat und folglich keine Naturalleistungen erbringt, grundsätzlich für 
den gesamten Geldunterhalt aufzukommen, wobei davon abgewichen werden kann, wenn der 
Obhutsinhaber deutlich leistungsfähiger ist als der andere Elternteil (BGer 5A_311/2019 vom 11. 
November 2020 E. 5.5 und 8.1 m.w.H.). Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unterhalts-
pflichtigen ergibt sich aus der Gegenüberstellung von seinem Eigenbedarf, der auf der Basis sei-
nes betreibungsrechtlichen resp. familienrechtlichen Existenzminimums zu ermitteln ist (BGE 137 
III 59 E. 4.2.1 S. 62 mit Hinweisen, BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 6.3), und 
seinem Nettoeinkommen. Diesbezüglich ist grundsätzlich vom Einkommen auszugehen, das der 
Unterhaltspflichtige tatsächlich erzielt. Soweit dieses Einkommen nicht ausreicht, um den ausge-
wiesenen Bedarf zu decken, kann der Richter ein hypothetisches Einkommen anrechnen, sofern 
dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist (BGE 137 III 118 E. 2.3 S. 120 f. mit Hinweisen). 
Damit ein Einkommen überhaupt oder ein höheres Einkommen als das tatsächlich erzielte ange-
rechnet werden kann, genügt es nicht, dass der betroffenen Partei weitere Anstrengungen zuge-
mutet werden können. Vielmehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein 
höheres Einkommen zu erzielen. Mit Bezug auf das hypothetische Einkommen ist Rechtsfrage, 
welche Tätigkeit aufzunehmen als zumutbar erscheint. Tatfrage bildet hingegen, ob die als zu-
mutbar erkannte Tätigkeit möglich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 
137 III 118 E. 2.3 S. 121 mit Hinweisen). Ein hypothetisches Einkommen kann auch bei unver-
schuldeter Einkommensverminderung angerechnet werden, denn die gesetzliche Unterhalts-
pflicht hat zur Folge, dass der Pflichtige alles in seiner Macht Stehende unternehmen und insbe-
sondere seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen muss, um das erforderliche 
Einkommen zu generieren. Rechtsprechungsgemäss hängt die Zulässigkeit der Anrechnung ei-
nes hypothetischen Einkommens nur davon ab, ob der Pflichtige bei gutem Willen bzw. bei ihm 
zuzumutender Anstrengung unter den gegebenen Umständen mehr zu erwirtschaften vermöchte, 
als er effektiv verdient. Im Verhältnis zu einem minderjährigen Kind sind besonders hohe Anfor-
derungen an die Ausnützung der Erwerbskraft zu stellen, vorab in jenen Fällen, wo wirtschaftlich 
enge Verhältnisse vorliegen (BGer 5A_35/2018 vom 31. Mai 2018, E. 3.1). Die vorhandene Ar-
beitskapazität ist umfassend auszuschöpfen. Dies ist im Unterhaltsrecht ein allgemeiner Grund-
satz. Er gilt aber in besonderer Weise für den Kindesunterhalt, was nicht nur jüngst im Zusam-
menhang mit dem Betreuungsunterhalt (BGE 144 III 481, E. 4.7.7), sondern für den Barunterhalt 
immer schon betont wurde. Es besteht diesbezüglich eine besondere Anstrengungspflicht (BGer 
5A_98/2018 vom 25. Juni 2018, E. 3.4 m.w.H.), welche namentlich auch die Freiheit der persön-
lichen Lebensgestaltung und der Realisierung beruflicher Wunschvorstellungen einschränken 
kann (BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7.4). Allenfalls hat aber der unterhalts-
pflichtige Elternteil faktisch keine Möglichkeit zu einer aufgrund der Anstrengungspflicht an sich 
gebotenen umfassenden Erwerbstätigkeit (Tatfrage) oder er wird durch familienrechtliche Ver-
pflichtungen ganz oder teilweise davon abgehalten, erwerbstätig zu sein (Tatfrage und Rechts-
frage der Zumutbarkeit). Wie sich Letzteres im Zusammenhang mit weiteren Kindern aus einer 
neuen Beziehung verhält, hat das Bundesgericht im Rückweisungsurteil 5A_98/2018 vom 25. 
Juni 2018 E. 3.5 ausgeführt: Der unterhaltspflichtige Elternteil darf sich während des ersten Le-
bensjahres der persönlichen Betreuung seines Kindes aus der neuen Beziehung widmen, muss 
dann aber eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, um seiner Unterhaltsverpflichtung gegenüber den 
Kindern aus der früheren Beziehung nachzukommen, welche nicht unter seiner Obhut stehen. 

 
 
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Ob es sich dabei um eine Vollzeitstelle handelt, hängt in erster Linie von den tatsächlichen Mög-
lichkeiten ab (Lage auf dem Arbeitsmarkt; Möglichkeit einer Eigenbetreuung durch den anderen 
Elternteil oder einer Drittbetreuung; weitere Umstände des Einzelfalles), aber auch von der 
Rechtsfrage, was im Einzelfall zumutbar ist (BGEr 5A_549/2019 vom 18. März 2021, E. 3.4).  

Einkommen  

4.1 Die Vorinstanz führt im angefochtenen Entscheid aus, der Berufungskläger habe für die 
veränderten Verhältnisse zunächst eine Lohneinbusse von CHF 656.25 resp. von 12% pro Monat 
geltend gemacht. Im Jahr 2019 habe er noch monatlich CHF 5'900.00 verdient, ab Januar 2020 
lediglich noch CHF 5'244.00. Überdies sei am 30. Januar 2020 sein Sohn E.____ mit seiner jet-
zigen Ehefrau zur Welt gekommen. Per Mai 2020 habe er seine Arbeitsstelle aufgrund einer frist-
losen Entlassung verloren und sei in der Folge arbeitslos gewesen. Er habe zu 100% seinen 
Sohn betreut, während seine Ehefrau einer 100%igen Arbeitstätigkeit nachgegangen sei. Anläss-
lich der Hauptverhandlung vom 30. März 2021 habe er ausgesagt, zu 50% seinen Sohn zu be-
treuen und zu 50% in einer Eingliederungsmassnahme zu sein. Nach der Eingliederungsmass-
nahme wolle er zu 50% arbeiten. Ab Februar 2021 sei der Berufungskläger durch das RAV einer 
vorübergehenden Beschäftigung zugewiesen worden. Obwohl ein Pensum von 100% vorgese-
hen gewesen sei, habe sich der Berufungskläger gemäss eigenen Angaben für ein 50%-Pensum 
entschieden, was eine entsprechende Kürzung der Taggelder ab Februar 2021 auf CHF 2'433.00 
zur Folge gehabt habe.  

Bezüglich der Einkommensberechnung des Berufungsklägers erwog die Vorinstanz, dem Beru-
fungskläger sei bei seiner Entlassung eine Ausgleichszahlung von brutto CHF 7'500.00 bzw. von 
netto CHF 6'375.00 geleistet worden. Von der Arbeitslosenkasse habe er von Mai bis Juli 2020 
überdies einen Betrag von CHF 9'594.25 erhalten. Von Januar bis Juli 2020 sei ihm deshalb ein 
Einkommen von netto CHF 5'204.00 anzurechnen. Dieses Einkommen setze sich zusammen aus 
zwei monatlichen Lohnzahlungen von CHF 5'387.95 für Januar und Februar 2020, zwei monatli-
chen Lohnzahlungen mit einem Abzug für Kurzarbeit von CHF 4'841.60 für März und April 2020, 
der von der Arbeitslosenkasse erhaltenen Entschädigung von CHF 9'594.25 sowie der Nettoent-
schädigung des Arbeitgebers von CHF 6'375.00. Ab August 2020 bis Januar 2021 beziehe er 
Arbeitslosentaggelder von monatlich CHF 4'732.00, das ihm als Einkommen anzurechnen sei. 
Ab Februar 2021 sei dem Berufungskläger ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Auf-
grund seiner Unterhaltspflicht den Kindern B.____ und C.____ gegenüber sei er gehalten, seine 
vorhandene Arbeitskapazität vollständig auszuschöpfen. Es rechtfertige sich auch nicht, ihm le-
diglich ein Einkommen aus reduzierter Tätigkeit anzurechnen, da er bis zum Verlust seiner Ar-
beitsstelle vollzeitlich gearbeitet habe. Der Berufungskläger sei an seiner früheren Arbeitsstelle 
als Automechaniker tätig gewesen, er verfüge jedoch lediglich über eine Ausbildung als Auto-
monteur. Gemäss Abfrage des individuellen Lohnrechners «Salarium» ergebe sich ein mittlerer 
monatlicher Bruttolohn in der Nordwestschweiz für einen Angestellten mit abgeschlossener Be-
rufsausbildung als Automechaniker mit 18-jähriger Berufserfahrung und in einem Alter von 37 
Jahren von CHF 5'650.00. Nach Abzug der hypothetischen Arbeitnehmerbeiträge an die Sozial-
versicherung von 15% resultiere ein Nettoeinkommen von CHF 4'808.00. Da der Berufungskläger 
über keine abgeschlossene Berufsausbildung als Automechaniker verfüge, sei davon auszuge-
hen, dass es für ihn zumutbar sei, ein Einkommen in der Höhe der ihm ab August 2020 ausbe-
zahlten Arbeitslosentaggelder von CHF 4'732.00 zu erzielen. Ein höheres Einkommen erscheine 
nicht als realistisch.  

4.2  Der Berufungskläger anerkennt das vorinstanzlich errechnete Einkommen für die Zeit von 
Januar bis Juli 2020 im Betrag von monatlich netto CHF 5'204.00. Ebenso wird die Anrechnung 
des Arbeitslosentaggelds von CHF 4'732.00 in der Periode August 2020 bis Januar 2021 aner-
kannt. Bestritten wird hingegen das vorinstanzlich errechnete hypothetische Einkommen in der 
Höhe der Arbeitslosentaggelder ab Februar 2021. Für die Zeit von Februar bis August 2022 sei 
ihm lediglich das Arbeitslosentaggeld von CHF 2'433.00 resp. ab September 2021 der Lohn für 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

seine Arbeit auf Stundenbasis von monatlich CHF 2'400.00 als Einkommen einzusetzen. Er habe 
sich um den Sohn E.____ gekümmert, während seine Ehefrau ihr Arbeitspensum auf 100% auf-
gestockt habe. Die Familie habe ein Modell einer typisch schweizerischen Durchschnittsfamilie 
gewählt, indem ein Ehepartner voll und der andere Ehepartner teilzeit arbeite. Bloss weil die Rol-
lenverteilung umgekehrt sei, dürfe ihm dies nun nicht zum Nachteil gereichen. Ihm deshalb ein 
hypothetisches Einkommen anzurechnen, wäre schlichtweg falsch. Überdies könne er aufgrund 
seiner Knieprobleme und der im letzten Jahr erfolgten Knieoperation mit grösster Wahrschein-
lichkeit nicht mehr auf seinem angestammten Beruf in einer Autowerkstatt arbeiten. Ab Septem-
ber 2022 sollte es ihm jedoch möglich sein, aus selbständiger Erwerbstätigkeit ein Einkommen 
von CHF 4'000.00 nebst der Kinderbetreuung von E.____ zu erzielen. Er weise ausdrücklich da-
rauf hin, dass er ab dem 4. Altersjahr von E.____ mehr als 50% arbeite, als er nach Schulstufen-
modell müsste. Ab September 2027 sei davon auszugehen, dass er mit der Selbständigkeit und 
der Betreuung von E.____ ein Einkommen von CHF 4'500.00 erwirtschafte. 

4.3 Die Berufungsbeklagten vertreten die Auffassung, dass auf Seiten des Berufungsklägers 
von einem hypothetischen Einkommen von monatlich netto CHF 5'900.00 (inkl. 13. Monatslohn) 
auszugehen sei. Er sei seit 2016 als Automechaniker tätig gewesen und habe folglich schon fünf 
Jahre Berufserfahrung gesammelt. Sein monatliches Erwerbseinkommen habe CHF 5'900.00 be-
tragen. Dass er eine Berufslehre als Automonteur abgeschlossen habe, ändere daran nichts. 
Entgegen der Begründung der Vorinstanz sei nicht nachvollziehbar, weshalb er keine Arbeits-
stelle in einem ähnlichen Lohnbereich finden sollte. Er möge auch nicht nachweisen, dass er mit 
entsprechenden Suchbemühungen gescheitert sei oder solche überhaupt angestellt habe. Die 
Reduktion seines Monatslohns per 1. Januar 2020 sei Folge der wirtschaftlichen Lage seines 
damaligen Arbeitgebers gewesen. Es sollte deshalb möglich sein, eine Arbeitsstelle mit ähnlich 
hohem Einkommen zu finden.  

4.4 Da das reduzierte Arbeitslosentaggeld ab Februar 2021 nicht ausreicht, um den ausge-
wiesenen Bedarf der beiden Kinder B.____ und C.____ zu decken, hat der Berufungskläger alles 
zu unternehmen, um seine Arbeitskraft vollumfänglich auszuschöpfen. Dies scheint der Beru-
fungskläger jedoch zu verkennen, indem er ausführt, er habe auf das volle Arbeitslosentaggeld 
verzichtet, um sich weiterhin zu 50% der Betreuung seines Sohnes E.____ zu widmen. Es ist 
somit erstellt, dass der Berufungskläger freiwillig darauf verzichtet hat, ein für den Kindesunterhalt 
ausreichendes Einkommen zu erzielen, obwohl ihn die Pflicht zur Erwirtschaftung eines höheren 
Einkommens trifft. Aufgrund der ihm obliegenden besonderen Anstrengungspflicht kann auch 
seine Freiheit zur persönlichen Lebensgestaltung und zur Realisierung seiner beruflichen 
Wunschvorstellung eingeschränkt werden. Es geht deshalb nicht an, wenn der Berufungskläger 
zur Hälfte auf sein Arbeitslosentaggeld verzichtet und dadurch seiner Unterhaltspflicht gegenüber 
B.____ und C.____ nicht mehr nachzukommen vermag und diese dadurch massive Einbussen 
erleiden. Der Bedarf seines Sohnes E.____ hingegen ist durch das Familieneinkommen vollstän-
dig gedeckt (vgl. Ziffer 13.2 hiernach). Es ist unhaltbar, sich der Betreuung seines Sohnes E.____ 
zu widmen und gleichzeitig eine berufliche Laufbahn als Selbstständigerwerbender anzustreben, 
dadurch aber die Unterhaltsbeiträge für die Kinder aus erster Ehe nicht mehr zu bezahlen. An-
dernfalls müsste seine jetzige Ehefrau gestützt auf Art. 278 Abs. 2 ZGB für die Unterhaltspflicht 
der Kinder B.____ und C.____ aufkommen, zumal die Familie des Berufungsklägers einen mo-
natlichen Überschuss von CHF 1'950.00 erwirtschaftet (vgl. Ziffer 13.2 hiernach). Angesichts der 
oben zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es dem Berufungskläger im vorliegenden 
Fall zuzumuten, einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Sollte seine jetzige Ehefrau 
ebenfalls zu 100% erwerbstätig sein, besteht überdies die Möglichkeit, den Sohn E.____ zu 100% 
in der Kita fremd zu betreuen. Die Vorinstanz hat dem Berufungskläger ab Februar 2021 demzu-
folge korrekterweise ein hypothetisches Einkommen angerechnet. Obwohl der Berufungskläger 
eine fünfjährige Berufserfahrung als Automechaniker vorzuweisen vermag, verfügt er dennoch 
über keine diesbezügliche abgeschlossene Ausbildung. Der vorinstanzlichen Ansicht, ihm ledig-
lich ein hypothetisches Einkommen auf Basis seines erlernten Berufs als Automonteur zu bemes-
sen, ist zu folgen; insbesondere hinsichtlich der Voraussetzung, dass es möglich sein muss, die-

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ses Einkommen tatsächlich zu erreichen. Das von den Berufungsbeklagten geforderte hypothe-
tische Einkommen von CHF 5'900.00 erscheint unter diesen Umständen als zu hoch bemessen. 
Der vom Berufungskläger erhobene Einwand, er könne aufgrund angeblicher Knieprobleme nicht 
mehr auf seinem angestammten Beruf in einer Autowerkstatt arbeiten, kann nicht gehört werden. 
Das von ihm als Beilage 9 eingereichte Arztzeugnis belegt lediglich eine Arbeitsunfähigkeit bis 
zum 14. September 2020. Aus welchem Grund dem Berufungskläger diese Arbeitsunfähigkeit 
attestiert worden ist, entzieht sich der Kenntnis des Gerichts und kann dem eingereichten Arzt-
zeugnis nicht entnommen werden. Die vom Berufungskläger als Beilagen 29 (Arbeitsunfähig-
keitszeugnis) und 30 (Verordnung zur Physiotherapie) eingereichten Unterlagen jeweils vom 26. 
Mai 2021 erfolgten zu spät und sind unbeachtlich (vgl. Ziffer 2.2 hiervor). Selbst wenn diese Un-
terlagen zu berücksichtigen wären, würden sie zu keinem anderen Ergebnis Anlass geben: Das 
Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 26. Mai 2021 attestiert dem Berufungskläger lediglich, keine Ar-
beit mit Stahlkappenschuhen durchführen zu können und die Verordnung zur Physiotherapie sagt 
diesbezüglich nichts aus, weshalb sie obsolet ist. Die Vorinstanz hat dem Berufungskläger ab 
Februar 2021 demzufolge korrekterweise ein hypothetisches Einkommen von monatlich CHF 
4'732.00 angerechnet.  

5.1 Den Berechnungen in Bezug auf das der Berufungsbeklagten 3 eingesetzte Einkommen 
hat die Vorinstanz das Schulstufenmodell zugrunde gelegt. Danach ist für den hauptbetreuenden 
Elternteil ab dem obligatorischen Kindergarteneintritt des jüngsten Kindes grundsätzlich eine Er-
werbsarbeit von 50%, ab dessen Eintritt in die Sekundarstufe zu 80% und ab seinem vollendeten 
16. Lebensjahr zu 100% zumutbar. Aktuell sei die Berufungsbeklagte 3 in einem 50%-Pensum 
tätig und erwirtschafte monatlich netto CHF 2'400.00. Somit sei ihr ab Eintritt von C.____ in die 
Sekundarstufe ein Einkommen von 80% im Betrag von CHF 3'800.00 und ab ihrem 16. Geburts-
tag ein solches von 100% in der Höhe von CHF 4'800.00 anzurechnen. Der Berufungskläger 
moniert, es sei vom Einkommen der Ehefrau gemäss Scheidungsurteil auszugehen, da sie seit-
her weder die Stelle gewechselt noch das Pensum reduziert habe. Deshalb sei ihr für ihr 50%-
Pensum ein Betrag von CHF 2'600.00 einzusetzen.  

5.2 Die Berufungsbeklagte 3 arbeitet in der Probenannahmestelle des medizinischen Instituts 
F.____ AG. Den von der Berufungsbeklagten 3 eingereichten Lohnabrechnungen für die Zeit von 
Januar bis Juli 2021 kann entnommen werden, dass ihr grundsätzlich CHF 2'097.20 zuzüglich 
CHF 400.00 Kinderzulagen pro Monat ausbezahlt werden. Erweitert um den anteilsmässigen 13. 
Monatslohn (1/12 von CHF 2'097.20 = CHF 174.75) erwirtschaftet die Berufungsbeklagte 3 exkl. 
Zulagen einen monatlichen Nettolohn von CHF 2'271.95. Die Zulagen für Nacht- und Sonntags-
arbeit werden separat verrechnet und betragen für die genannte Zeitperiode durchschnittlich CHF 
183.80. Ihr durchschnittliches Monatseinkommen von Januar bis Juli 2021 inkl. 13. Monatslohn 
und Zulagen beläuft sich demnach auf CHF 2'455.75 (CHF 2'271.95 + CHF 183.80). Der Beru-
fungsbeklagten 3 wurden im Januar 2021 eine einmalige Prämie für Mitarbeiterwerbung von 
CHF 500.00 und im März 2021 eine einmalige Prämie im Betrag von CHF 500.00 als «Corona-
Durchhalteprämie» ausbezahlt. Da es sich bei beiden Prämien offensichtlich um ausserordentli-
che Zulagen handelt, können diese für die Berechnung des Durchschnittslohns nicht berücksich-
tigt werden. Das von der Vorinstanz eingesetzte Einkommen im Betrag von CHF 2'400.00 für ein 
50% Pensum der Berufungsbeklagten 3 ist folglich korrekt ermittelt.  

Unterhaltsberechnung  

Im angefochtenen Entscheid werden die Unterhaltsbeiträge in sechs Phasen berechnet. Es er-
scheint deshalb sinnvoll, die Rügen des Berufungsklägers pro Phase abzuhandeln, wobei ledig-
lich auf die bestrittenen Positionen eingegangen wird. Die Berechnungen des Kantonsgerichts 
werden in dieselben sechs Phasen gegliedert und sind diesem Entscheid beigefügt.  

6.1 Das Zivilkreisgericht rechnet dem Berufungskläger in Phase 1 von Januar 2020 bis Juli 
2020 einen Grundbetrag von CHF 850.00 an, da er mit seiner jetzigen Ehefrau zusammenlebe. 
Für Mobilität wird ihm praxisgemäss das Umweltschutzabonnement im Betrag von monatlich 

 
 
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CHF 80.00 eingesetzt. Geltend gemachte Kosten für ein Fahrzeug seien nicht belegt, weshalb 
diese nicht zu berücksichtigen seien. Bei einem steuerbaren Einkommen des Berufungsklägers 
von CHF 35'000.00 belaufe sich seine monatliche Steuerbelastung gemäss Steuerrechner des 
Kantons Basel-Landschaft auf CHF 50.00. Für B.____ und C.____ würden Betreuungskosten 
von CHF 50.00 pro Monat und Kind als Entschädigung für Mahlzeitenunkosten der betreuenden 
Grossmutter geltend gemacht. Dieser Betrag erscheine sehr moderat und sei somit zu berück-
sichtigen.  

6.2 Der Berufungskläger beantragt die Anrechnung eines Grundbetrags von CHF 1'045.00, 
da ihm dieser Betrag bereits im Scheidungsverfahren als Grundbetrag angerechnet worden sei. 
Auch sei ihm im Scheidungsverfahren CHF 250.00 für den Arbeitsweg eingesetzt worden. Da er 
nur bis anfangs Mai 2020 erwerbstätig gewesen sei, könne dieser Betrag auf CHF 120.00 redu-
ziert werden. Ebenso sei die monatliche Steuerbelastung analog Scheidungsverfahren einzuset-
zen. Aufgrund des Wegfalls des 13. Monatslohns reduziere sich die monatliche Steuerbelastung 
jedoch auf CHF 200.00. Sein Grundbedarf für diese Phase belaufe sich somit auf CHF 2'579.00. 
Der im Bedarf der Berufungsbeklagten berücksichtigte Betrag für die Drittbetreuungskosten der 
Kinder im Umfang von monatlich je CHF 50.00 sei nicht zu berücksichtigen, da nicht belegt. Es-
senskosten der Grossmutter seien überdies aus dem Grundbetrag der Kinder zu bezahlen.  

6.3 Der Grundbetrag für Verheiratete Paare beträgt stets CHF 1'700.00 respektive auf den 
einzelnen Ehegatten aufgeteilt CHF 850.00, weshalb dieser Betrag zu belassen ist. Der vom Be-
rufungskläger fälschlicherweise geltend gemachte Betrag von CHF 1'045.00, der ihm angeblich 
im Scheidungsverfahren als Grundbetrag eingesetzt worden sei, bezieht sich auf die Wohnkosten 
(vgl. Beilage 7 des Berufungsklägers). Bereits im damaligen Verfahren wurde ihm als Grundbe-
trag lediglich CHF 850.00 angerechnet. Wie im angefochtenen Entscheid zutreffend ausgeführt 
wird, können keine Fahrzeugkosten berücksichtigt werden, da diese nicht belegt sind. Auch die 
monatliche Steuerbelastung wurde vom Zivilkreisgericht gemäss Steuerrechner des Kantons Ba-
sel-Landschaft korrekt bestimmt und ist zu belassen. Entgegen der Ansicht des Berufungsklägers 
sind die Kosten der Grossmutter für die Betreuung der Kinder B.____ und C.____ in Beilage 2 
der Berufungsantwort belegt und folglich auch zu berücksichtigen. Im Übrigen ist es gerichtsno-
torisch, dass bescheidene Kosten für Mahlzeiten während der Betreuung der Kinder durch die 
Grosseltern anfallen, welche es zu vergüten gilt. Sämtliche vom Berufungskläger für die erste 
Phase von Januar 2020 bis Juli 2020 vorgebrachten Einwände sind nicht zu hören, weshalb die 
vorinstanzliche Berechnung zu bestätigen ist.  

7.1  In der zweiten Phase von August 2020 bis Januar 2021 erwog die Vorinstanz, dass auf-
grund des tieferen Einkommens des Berufungsklägers nicht mehr der gesamte Bedarf für den 
Bar- und Betreuungsunterhalt gedeckt sei, weshalb den Parteien lediglich noch das betreibungs-
rechtliche Existenzminimum zu belassen sei. Folglich würden im Bedarf die laufende Steuerbe-
lastung sowie die Pauschalen für Telefon, Internet und Versicherung nicht mehr berücksichtigt. 
Dem widerspricht der Berufungskläger und er bringt vor, seine Ehefrau decke die Hälfte des Bar-
bedarfs des Sohnes E.____. Somit liege auch in der zweiten Phase keine Unterdeckung vor, 
weshalb auf das familienrechtliche Existenzminimum mit Versicherungspauschale und laufender 
Steuerbelastung abzustellen sei.  

7.2 Aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes der Kinder ist für die Berechnung zur De-
ckung des Bar- und Unterhaltsbedarfs bei allen Kindern von den gleichen Bedarfspositionen aus-
zugehen. Folglich hat die Vorinstanz zu Recht auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum 
abgestellt, weshalb ihre Berechnung auch für die zweite Phase zu bestätigen ist.   

8.1 In der dritten Phase von Februar 2021 bis August 2021 wird dem Ehemann von der Vor-
instanz ein hypothetisches Einkommen von CHF 4'732.00 angerechnet. Deshalb seien ab dieser 
Phase für E.____ nunmehr Drittbetreuungskosten einzusetzen. Aufgrund der unvollständigen Un-
terlagen errechnete die Vorinstanz einen ungefähren Betrag für die Betreuung in der Kita von 
monatlich CHF 700.00. Zudem habe die Berufungsbeklagte 3 mitgeteilt, im Oktober 2020 eine 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Erbschaft über CHF 153'741.80 erhalten zu haben. Dies bedeute, dass sie für sich und die Kinder 
nunmehr keine Prämienverbilligung für die Krankenkasse erhalte. Die Krankenkassenprämie für 
C.____ und B.____ würden sich ab dieser Phase deshalb auf je CHF 123.00 belaufen.  

8.2 Der Berufungskläger beantragt für die Kinder B.____ und C.____ weiterhin den um die 
Prämienverbilligung reduzierten Betrag für die Krankenkasse von monatlich je CHF 24.00. Es sei 
fraglich, inwiefern der Wegfall der Prämienverbilligung zu seinem Nachteil gewertet werden 
könne, obwohl er nicht mehr verdiene. Da der Vermögenszuwachs nicht bei ihm angefallen sei, 
könnten die nunmehr höheren Krankenkassenkosten nicht zu seinen Lasten berechnet werden.  

8.3 Sämtliche Positionen im Bedarf der Kinder sind konkret zu berechnen. Deshalb sind ihnen 
die jeweils aktuellen Krankenkassenbeiträge einzusetzen. Beilage 10 (Prämienverbilligung für 
das Bezugsjahr 2021) der Berufungsbeklagten kann jedoch entnommen werden, dass sie für das 
Bezugsjahr 2021 noch in den Genuss der Krankenkassenprämienverbilligung kommen, ihnen 
jedoch ab Bezugsjahr 2022 keine Prämienverbilligung mehr zusteht. Deshalb ist den Kindern 
B.____ und C.____ in der dritten Phase noch die vergünstigte Krankenkassenprämie von je 
CHF 24.00 einzusetzen. Entgegen der Ansicht des Berufungsklägers werden die durch die Erb-
schaft der Berufungsbeklagten 3 ab Bezugsjahr 2022 erhöhten Krankenkassenprämien der Kin-
der B.____ und C.____ nicht zu seinen Lasten gewertet, sondern er profitierte zuvor im Gegenteil 
von der jeweiligen Prämienverbilligung, obschon er selbst aufgrund seines zu hohen Familien-
einkommens nicht selbst in den Genuss einer Prämienverbilligung kommt. Ein weiterer Unter-
schied zur vorinstanzlichen Berechnung bilden die Kinderbetreuungskosten. Aus Beilage 32 des 
Berufungsklägers wird ersichtlich, dass der Elternbeitrag für die Betreuung von E.____ in der Zeit 
von Januar 2021 bis Juli 2021 CHF 1'035.00 beträgt. Dies ergibt monatliche Drittbetreuungskos-
ten von CHF 148.00 (CHF 1'035.00 : 7), welche es in dieser Phase anzurechnen gilt. Ferner wei-
sen die Lohnabrechnungen der Ehefrau ab Januar 2021 für E.____ eine tiefere Kinderzulage von 
nunmehr CHF 200.00 auf (Beilage 28). Die Reduktion ist im Einkommen von E.____ zu berück-
sichtigen, so dass ihm ab Phase 3 künftig eine Kinderzulage von CHF 200.00 eingesetzt wird. 
Die beigefügte Berechnung zeigt auf, dass seitens des Kantonsgerichts höhere Unterhaltsbei-
träge errechnet werden als vorinstanzlich angeordnet. Dieser Unterschied resultiert aus den ver-
minderten Drittbetreuungskosten für E.____, auch wenn bei den Kindern B.____ und C.____ 
noch immer die um die Prämienverbilligung vergünstigten Krankenkassenbeiträge berücksichtigt 
werden. Da die Berufungsbeklagten in ihrer Berufungsantwort jedoch keine Erhöhung der Unter-
haltsbeiträge beantragt haben, erscheint es aufgrund der lediglich marginalen Differenz ange-
bracht, die bisherigen Unterhaltsbeiträge für C.____ und B.____ zu belassen.  

9. In der vierten Phase von September 2021 bis August 2023 vollendet C.____ am 25. Sep-
tember 2021 ihren 10. Geburtstag. Deshalb wurde ihr Grundbetrag vorinstanzlich auf CHF 600.00 
erhöht. Der Berufungskläger fügt in seiner Rechtsschrift für die Zeit ab September 2022 eine neue 
Phase ein und macht geltend, ab September 2022 seine Selbständigkeit ausgebaut zu haben, so 
dass er monatlich CHF 4'000.00 erwirtschaften könne. Wie bereits unter Ziffer 4.4 erwähnt, wird 
vorliegend für die Zeit ab Februar 2021 mit einem hypothetischen Einkommen des Berufungsklä-
gers gerechnet, weshalb die beantragte neue Phase nicht zu berücksichtigen ist. Überdies ver-
langt der Berufungskläger, ihm für den Arbeitsweg CHF 200.00 anzurechnen. Er sei im Aussen-
dienst tätig und auf ein Fahrzeug angewiesen. Da der Berufungskläger keinerlei diesbezüglichen 
Belege einzureichen vermag, können ihm auch keine Kosten für den Arbeitsweg von CHF 200.00 
eingesetzt werden. Wie unter Ziffer 8.3 hiervor erwähnt, erhöhen sich jedoch die Krankenkassen-
prämien der Kinder B.____ und C.____ aufgrund des Wegfalls der Prämienverbilligung ab dem 
Bezugsjahr 2022. Zudem ändern sich ab dieser Phase die Drittbetreuungskosten für E.____, wel-
che nunmehr CHF 465.00 betragen (vgl. Beilage 32). Der beigefügten Unterhaltsberechnung 
kann erneut entnommen werden, dass die kantonsgerichtliche Berechnung marginal höhere Un-
terhaltsbeiträge für die Kinder B.____ und C.____ aufweist, als dies vorinstanzlich angeordnet 
wurde. Wie bereits unter Ziffer 8.3 erwähnt, verbleibt es jedoch bei den mit Entscheid vom 30. 
März 2021 festgesetzten Unterhaltsbeiträgen.  

 
 
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10.1 Ab der 5. Phase von September 2023 bis August 2027 rechnet die Vorinstanz der Beru-
fungsbeklagten aufgrund des Schulübertritts von C.____ in die Sekundarstufe ein höheres Ein-
kommen an, so dass keine Unterdeckung mehr besteht. Folglich wurde die Bedarfsberechnung 
erneut auf das familienrechtliche Existenzminimum ausgeweitet und um die Steuern sowie die 
Kommunikations- und Versicherungspauschale ergänzt. Sofern für B.____ und C.____ aufgrund 
ihres Alters keine Drittbetreuungskosten mehr anfielen, würde der Betrag von je CHF 50.00 in 
Kommunikationspauschalen umgewidmet.  Die Steuerbeträge seien konkret anhand der jeweili-
gen Einkommen und unter Berücksichtigung der zu leistenden resp. erhaltenen Kinderunterhalts-
beiträge ermittelt worden. Zudem erhalte B.____ künftig anstelle der Kinderzulage neu eine Aus-
bildungszulage. Der Berufungskläger rügt das zu tief bemessene Einkommen der Berufungsbe-
klagten 3 und beantragt die Anrechnung von CHF 4'160.00.  

10.2 Wie bereits unter Ziffer 5.2 hiervor ausgeführt, geht das Kantonsgericht von einem Ein-
kommen der Berufungsbeklagten 3 von CHF 2'400.00 bei einem 50% Arbeitspensum, 
CHF 3'800.00 bei einem 80% Arbeitspensum und CHF 4'800.00 bei einem 100% Arbeitspensum 
der Berufungsbeklagten 3 aus. Deshalb ist entgegen der Ansicht des Berufungsklägers das nun-
mehr auf ein 80% Arbeitspensum erhöhte Einkommen der Berufungsbeklagten 3 mit 
CHF 3'800.00 zu beziffern. Der kantonsgerichtlich errechnete Unterhaltsbeitrag für die Kinder 
B.____ und C.____ fällt auch in dieser Phase marginal höher aus als vorinstanzlich angeordnet 
und wird vorliegend belassen (vgl. Ziffer 8.3 hiervor).  

11. In der 6. Phase ab September 2027 ist der Berufungsbeklagten 3 ein 100% Arbeitspen-
sum anzurechnen, da C.____ das 16. Altersjahr erreicht. Die Vorinstanz setzte ihr deshalb ein 
Einkommen von CHF 4'800.00 ein. Das höhere Einkommen tätige Auswirkungen auf die laufende 
Steuerbelastung, weshalb sich der monatliche Steueranteil der Berufungsbeklagten 3 auf 
CHF 200.00 und derjenige der Tochter C.____ auf CHF 100.00 erhöhe. Der Sohn B.____ sei 
dannzumals bereits volljährig, womit in seinem Bedarf keine Steuerausscheidung mehr vorzu-
nehmen sei. Für C.____ würde überdies anstelle der Kinderzulage nunmehr eine Ausbildungs-
zulage ausbezahlt. Der Berufungskläger beantragt auch in dieser Phase die Anrechnung eines 
höheren Einkommens der Berufungsbeklagten 3 als vorinstanzlich eingesetzt. Unter Verweis auf 
die Ziffern 5.2 und 10.2 hiervor ist das berücksichtigte Einkommen von CHF 4'800.00 bei einem 
100% Arbeitspensum der Berufungsbeklagten 3 hingegen zu schützen. Der beigefügten Unter-
haltsberechnung können abermals höhere Unterhaltsbeiträge für die Kinder B.____ und C.____ 
entnommen werden. Die Vorinstanz errechnete dem Berufungskläger nach Abzug seines Kos-
tenanteils für E.____ einen monatlichen Überschuss von CHF 1'636.00, während der Berufungs-
beklagten 3 ein monatlicher Überschuss von CHF 1'637.00 verbleibe. Damit erscheine es ge-
rechtfertigt, dass der Unterhaltsbeitrag für die Kinder B.____ und C.____ ab September 2027 
hälftig unter den Eltern aufgeteilt werde. Wie bereits unter Ziffer 8.3 hiervor erwähnt, haben die 
Berufungsbeklagten in ihrer Berufungsantwort keine Erhöhung des Kindesunterhalts beantragt 
und sich somit den Erwägungen der Vorinstanz angeschlossen, so dass es sich auch in dieser 
Phase rechtfertigt, die Unterhaltsbeiträge zu belassen. 

12. Es hat sich somit gezeigt, dass die Unterhaltsbeiträge für sämtliche sechs Phasen beste-
hen bleiben. Folglich ist die Berufung des Berufungsklägers abzuweisen.  

13.1 Der Berufungskläger beantragt für das vorliegende Berufungsverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege. Auch die Berufungsbeklagte 3 stellt denselben Antrag, jedoch nur für den Fall ihres 
Unterliegens. Wie sich gezeigt hat, ist die Berufung jedoch vollumfänglich abzuweisen, so dass 
sich die Überprüfung ihres Eventualantrags erübrigt.  

Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen 
Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). Nach der ba-
sellandschaftlichen Gerichtspraxis gilt eine Partei als mittellos im Sinne der unentgeltlichen 
Rechtspflege, wenn ihr gesamtes Einkommen im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs kleiner 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

als das um 15% des Grundbetrages und die laufende Steuerbelastung erweiterte betreibungs-
rechtliche Existenzminimum ist. Sofern die Mittellosigkeit aufgrund der Einkommensverhältnisse 
eines Gesuchstellers zu bejahen ist, ist zu prüfen, ob allenfalls bestehendes Vermögen der Be-
willigung der unentgeltlichen Rechtspflege entgegensteht. Dabei ist zu beachten, dass ein gewis-
ser Umfang an Vermögen als „Notgroschen“ beansprucht werden darf und nicht zur Prozessfüh-
rung angetastet werden muss. Bei ungenügendem Einkommen wird ein Vermögen von etwa 
CHF 20'000.00 bis maximal CHF 25'000.00 als noch verhältnismässig gering und deshalb einem 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht entgegenstehend betrachtet. Innerhalb einer Fami-
lie geht die familienrechtliche Unterhalts- und Beistandspflicht der unentgeltlichen Rechtspflege 
generell vor. Bei zusammenlebenden Ehegatten wird daher für die Beurteilung der Mittellosigkeit 
eines Ehegatten regelmässig das Einkommen beider Ehegatten dem Bedarf der Familie (inkl. 
Kinder) gegenübergestellt sowie das Vermögen beider Ehegatten berücksichtigt.  

13.2 Der Berufungskläger wohnt zusammen mit seiner jetzigen Ehefrau, ihrer vorehelichen 
Tochter sowie dem gemeinsamen Sohn E.____. Deshalb ist für die Beurteilung seiner Mittello-
sigkeit der Bedarf sowie das Einkommen der gesamten Familie massgebend. Da der Berufungs-
beklagte seit Aufhebung der Direktlohnanweisung die angeordneten Unterhaltsbeiträge für die 
Kinder B.____ und C.____ nicht mehr bezahlt (vgl. Ziffer 28 des vorinstanzlichen Entscheids), 
können diese Beträge aufgrund des Effektivitätsgrundsatzes in der vorliegenden Berechnung 
nicht berücksichtigt werden (dazu KGer BL 400 13 78 vom 2. Juli 2013 E. 4.2, mit Hinweis auf 
BGE 121 III 20 E. 3a; BGer 5D_49/2016 vom 19. August 2016 E.2.3).  

Grundbedarf Ehegatten  CHF  1'700.00 
Tochter über 10 Jahre CHF  600.00 
Sohn unter 10 Jahre CHF  400.00 
15% Zuschlag  CHF  405.00 
Miete CHF  2'180.00 
KK CHF  1'158.00 
U-Abo  CHF  213.00 
Kita CHF  465.00 
Steuern CHF  250.00 
Total  CHF  7'371.00 
 
Das erweiterte betreibungsrechtliche Existenzminimum der gesamten Familie des Berufungsklä-
gers beläuft sich auf monatlich CHF 7'371.00. Dem steht ein Einkommen von CHF 9'321.00 ge-
genüber, bestehend aus dem Arbeitslosentaggeld des Berufungsklägers von CHF 2'400.00, dem 
Lohn der Ehefrau inkl. 13. Monatslohn sowie Kinder- und Ausbildungszulagen von CHF 5'778.00 
und den Unterhaltsbeiträgen für die voreheliche Tochter von monatlich CHF 1'143.00. Der Beru-
fungskläger verfügt somit über einen monatlichen Überschuss von CHF 1'950.00, mit dem er die 
angeordneten Unterhaltsbeiträge für die Kinder B.____ und C.____ bezahlen müsste. Da es dies 
aber unterlässt, ist ihm dieser Überschuss anzurechnen, weshalb er nicht als mittellos im Sinne 
von Art. 117 ZPO betrachtet werden kann. Der monatliche Überschuss erlaubt es ihm, die Kosten 
des vorliegenden Berufungsverfahrens selbst zu tragen. Deshalb ist sein Gesuch um Bewilligung 
der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen.  

14. Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die Berufung vollumfänglich abzuweisen ist. 
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind dem Berufungskläger in Anwendung von 
Art. 106 Abs. 1 ZPO die Prozesskosten aufzuerlegen. Die Entscheidgebühr für das Rechtsmittel-
verfahren wird auf CHF 3‘000.00 festgelegt (§ 9 Abs. 2 lit. b der Verordnung über die Gebühren 
der Gerichte [Gebührentarif, GebT], SGS 170.31). Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklag-
ten 3 zudem eine Parteientschädigung zu entrichten. Da die Parteivertreterin der Berufungsbe-
klagten 3 ihren Bemühungsaufwand nicht ausgewiesen hat, ist ihr Honorar nach Ermessen fest-
zulegen (vgl. § 18 Abs. 2 TO). Das Kantonsgericht erachtet für das vorliegende Berufungsverfah-
ren einen Aufwand von 15 Stunden à CHF 250.00 pro Stunde als angemessen. Da weder ein 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Zuschlag für die Mehrwertsteuer noch der Auslagenersatz beantragt worden sind, beläuft sich die 
vom Berufungskläger zu leistende Parteientschädigung auf CHF 3'750.00 exkl. MWST und Aus-
lagen (dazu KGer BL 400 19 196 vom 19. November 2019, E. 10.1 f.).  
 
 
Demnach wird erkannt: 

://: 1. Die Berufung wird abgewiesen.  

 2. Das Gesuch des Berufungsklägers um Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege wird abgewiesen.  

 3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren von CHF 3‘000.00 wird 
dem Berufungskläger auferlegt.  
 
Der Berufungskläger schuldet der Gerichtsverwaltung CHF 3'000.00, 
zahlbar innert 30 Tagen.  
 

 4. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten 3 eine Parteientschädi-
gung von CHF 3'750.00 zu bezahlen.  

Mitteilung an Parteien mit 6 Unterhaltsberechnungen 
Berufungskläger mit Einzahlungsschein 
Vorinstanz 
Gerichtsverwaltung (Dispositiv) 

Präsidentin 
 
 
Christine Baltzer-Bader 

Gerichtsschreiberin 
 
 
Karin Wiesner