# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95e8ff4e-1619-569b-b389-2a3d832f5ae2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.12.2011 E-6261/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6261-2011_2011-12-02.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6261/2011

U r t e i l   v om   2 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch,   
Gerichtsschreiber Simon Thurnheer.

Parteien A._______,
Serbien,  
vertreten durch Mustafa Ates, Advokat, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 8. November 2011 / N (…).

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Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  am  (…)  als  Gastarbeiter  in  die  Schweiz 
einreiste,  seither  in  der  Schweiz  wohnhaft  ist  und  über  weite  Strecken 
über  fremdenpolizeiliche  Aufenthaltsbewilligungen  verfügte  (zuletzt 
Niederlassungsbewilligung C), 

dass  er  am  (…)  eine  serbische  Staatsangehörige  heiratete,  die  in  der 
Schweiz seit (…) über die Niederlassungsbewilligung C verfügt,

dass er anfangs Dezember 2004 wegen der vorsätzlichen Tötung eines 
(…)  in  Haft  genommen worden  und  seither  in  verschiedenen  Anstalten 
und  unter  verschiedenen  Haftvoraussetzungen  (Untersuchungshaft, 
Strafvollzug, Ausschaffungshaft) ununterbrochen inhaftiert ist,

dass  gemäss  BFM  am  (…)  2005  die  Trennung  der  Ehe  des 
Beschwerdeführers zivilgerichtlich bestätigt wurde,

dass der Beschwerdeführer am (…) 2005 wegen mehrfachen Diebstahls 
und mehrfachen Betrugs vom Strafgericht B._______ zu einer bedingten 
Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt wurde,

dass er am (…) 2005 wegen seiner Delikte, verschiedener Betreibungen 
und Verlustscheine vom Sicherheitsdepartement des Kantons B._______ 
ausländerrechtlich verwarnt wurde,

dass  er  am  (…)  2006  vom  Kreisgericht  C._______  wegen  vollendeter 
vorsätzlicher  Tötung  zu  einer  Freiheitsstrafe  von  zehn  Jahren  verurteilt 
wurde,

dass  ihm  am  12. März  2007  auf Grund  des  öffentlichen  Interesses  und 
wegen der Schwere seiner Delikte durch das Migrationsamt des Kantons 
B._______  nach  Verbüssung  seiner  Freiheitsstrafe  die 
Niederlassungsbewilligung  C  entzogen  und  er  aus  der  Schweiz 
weggewiesen wurde,

dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau mit  jeweiligem Schreiben 
vom  24. Juli  2008  bzw.  vom  22.  September  2009  an  das  Zivilgericht 
B._______  einen  "Antrag  auf  Trennung/Scheidung"  ihrer  Ehe 
zurückzogen,

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dass  er  am  17.  Juli  2011  in  der  Strafanstalt  D._______  sein  erstes 
Asylgesuch in der Schweiz stellte,

dass  er  am  4.  August  2011  von  der  Haftanstalt  D._______  ins 
Ausschaffungsgefängnis B._______ überstellt wurde,

dass  das Migrationsamt  B._______ mit  Verfügung  vom  5. August  2011 
ab dem 7. August 2011, dem Termin der bedingten Entlassung aus dem 
Strafvollzug, die Ausschaffungshaft anordnete,

dass  mit  Urteil  des  Appellationsgerichts  des  Kantons  B._______  vom 
10. August  2011  die  Anordnung  der  Ausschaffungshaft  in  Rechtskraft 
erwuchs,

dass der Beschwerdeführer während der Anhörung vom 23. August 2011 
im  Ausschaffungsgefängnis  sein  Asylgesuch  mit  der  Begründung 
zurückzog, es handle sich um ein Missverständnis,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  mit  Verfügung  vom  24.  August  2011 
abschrieb,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  5. Oktober  2011  und 
einem  undatierten  Schreiben  ans  BFM  sinngemäss  um  Aufhebung  der 
Wegweisung ersuchte,

dass  dem  Beschwerdeführer  mit  Mitteilung  vom  20. Oktober  2011  der 
Ausschaffungstermin auf den 2. November 2011 angesetzt wurde,

dass er am 28. Oktober 2011 erneut um Asyl nachsuchte,

dass das BFM gestützt auf Art. 35a Abs.1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31) mit Verfügung vom 31. Oktober 2011 das erste 
Asylverfahren wiederaufnahm,

dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Anhörung  zu  seinen  Asylgründen 
durch das BFM vom 3. November 2011 im Wesentlichen geltend machte, 
seit  sieben  Jahren  werde  er  wegen  der  vorsätzlichen  Tötung,  die  er 
begangen  habe,  von  (…) mit  dem  Tode  bedroht,  in  Serbien  sei  er  vor 
ihnen  nicht  sicher,  ausserdem  würde  er  nach  Serbien  zurückkehren, 
wenn er seine (…) mitnehmen könnte,

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dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  8. November  2011  ­  eröffnet  am 
10. November 2011 –  in Anwendung von Art. 35a Abs. 2 AsylG auf das 
Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den 
Vollzug der Wegweisung anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbringen 
an  der  Anhörung  vom 4. November  2011  seien  in  sich widersprüchlich, 
da  der Beschwerdeführer  einerseits  geltend mache,  bei  einer Rückkehr 
nach  Serbien  an  Leib  und  Leben  bedroht  zu  sei,  andrerseits  sich  aber 
mehrfach  bereiterklärt  habe,  nach Serbien  zurückzukehren,  falls  er  (…) 
mitnehmen könne,

dass  ausserdem  die  in  der  zweiten  Anhörung  gemachten  Vorbringen, 
wonach  er  seit  sieben  Jahren  von  (…)  Mithäftlingen  bedroht  werde, 
denjenigen  aus  der  ersten  Anhörung  widersprächen,  wo  er  ausgesagt 
habe, seit lediglich zwei Jahren bedroht zu werden,

dass ausserdem nicht glaubhaft sei, dass er sieben Jahre  lang mit dem 
Tode bedroht worden sei, ohne diese beim BFM vor und zwischen seinen 
Asylgesuchen geltend gemacht zu haben,

dass  somit  keine  Hinweise  vorlägen,  die  geeignet  seien,  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant seien,

dass der Vollzug der Wegweisung (…) durchführbar sei, da er in Serbien 
aufgewachsen  sei,  über  eine  für  serbische  Verhältnisse  hohe, 
schweizerische  (…)rente  verfüge  und  darüber  hinaus  in  Serbien 
mutmasslich ein Haus besitze,

dass er  insbesondere aus Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 
0.101)  nichts  zu  seinen  Gunsten  ableiten  könne,  zumal  er  zu  seiner 
Ehefrau, mit welcher er auf Grund seiner  Inhaftierung  seit  sieben Jahre 
nicht mehr  zusammenlebe,  von  der  er  aber  auch  rechtlich  getrennt  sei 
und welcher er seine Wegweisung aus der Schweiz nicht einmal eröffnet 
habe, keine gelebte, enge und intakte Beziehung unterhalte,

dass  zudem auch  bezüglich  seiner  (…), weder  von  einer  intakten  noch 
intensiven Beziehung gesprochen werden könne, 

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dass  ausserdem  ihre  psychische  und  physische  Gesundheit  durch  den 
Beschwerdeführer gefährdet werde,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. November 2011 gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei  beantragte,  das  BFM  sei  anzuweisen,  auf  das  Asylgesuch 
einzutreten,  eventualiter  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und 
Asyl zu gewähren, subeventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der 
Wegweisung unzulässig oder unzumutbar sei, dementsprechend sei auf 
den Vollzug zu verzichten und die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  den  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses beantragte, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  24.  November  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

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dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  auf  den  Eventualantrag,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft 
anzuerkennen und Asyl zu gewähren, dementsprechend nicht einzutreten 
ist,

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass gemäss Art. 35a Abs. 2 AsylG auf ein Asylgesuch, das gestellt wird, 
nachdem  bereits  ein  Asylgesuch  abgeschrieben  worden  ist,  nur 
eingetreten  wird,  wenn  Hinweise  bestehen,  die  geeignet  sind,  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant sind,

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dass die Anforderungen an das Beweismass hinsichtlich der Prüfung von 
Hinweisen,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen, 
tief  anzusetzen  sind  und  dieser  Begriff  dem  in  der  Rechtsprechung  zu 
Art. 32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  verwendeten  Terminus  des 
Verfolgungsbegriffs im engen Sinne entspricht (vgl. BVGE 2008/57 E. 3.2 
und 3.3 S. 780),

dass  der  Vorinstanz  darin  zuzustimmen  ist,  dass  auf  Grund  von 
widersprüchlichen Aussagen innerhalb des vorliegenden Gesuchs und im 
Vergleich zu den Vorbringen im früheren (zurückgezogenen) Asylgesuch 
das Vorliegen solcher Hinweise zu verneinen ist,

dass  die  beiden  Asylgesuche  vielmehr  bezüglich  der  Daten  der 
Einreichung (das erste kurz nach der Anordnung der Ausschaffungshaft, 
das  zweite  kurz  nach  der  Mitteilung  des  Ausschaffungstermins)  als 
missbräuchlich gestellt erscheinen,

dass  der  Beschwerdeführer  nichts  vorbringt,  was  geeignet  wäre,  diese 
Einschätzung  umzustossen,  weshalb  auf  seine  Ausführungen  in  der 
Beschwerdeschrift nicht näher einzugehen ist,

dass  insbesondere  seine  Erklärung  für  den  Rückzug  des  ersten 
Asylgesuchs,  das  BFM  und  die  Botschaft  habe  ihm  zum  Rückzug 
geraten, nicht zu überzeugen vermag und im Übrigen nicht mit jener, die 
er anlässlich des Rückzugs gegeben hat, übereinstimmt,

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 35a Abs. 2 AsylG auch 
unter  Berücksichtigung  der  tief  anzusetzenden  Anforderungen  an  das 
Beweismass  (vgl.  BVGE  2008/57  E.3.2)  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch 
des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat, 
wobei  der  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  zu  berücksichtigen  ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass  vorliegend  der  Kanton  dem  Beschwerdeführer  die 
Niederlassungsbewilligung C entzogen hat und zudem kein Anspruch auf 
(Neu­) Erteilung  einer Aufenthaltsbewilligung  besteht  (vgl.  EMARK 2001 
Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

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dass die Ehefrau des Beschwerdeführers aktuell über eine C­Bewilligung 
und  nicht  über  ein  aus  dem  Asylrecht  abgeleitetes  Anwesenheitsrecht 
verfügt, weshalb sich der Beschwerdeführer nicht auf den Grundsatz der 
Einheit  der  Familie  gemäss  Art.  44  Abs.  1  AsylG  berufen  kann  (vgl. 
EMARK 1995 Nr. 24; EMARK 1998 Nr. 31),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 

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Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die dem 
Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsland droht,

dass  das  BFM  zu  Recht  feststellte,  dass  auch  aus  Art.  8  EMRK  kein 
Vollzugshindernis abzuleiten ist,

dass  nämlich  nur  eine  tatsächlich  gelebte  eheliche  Gemeinschaft  den 
Schutz von Art. 8 EMRK geniesst,

dass das BFM zu Recht darauf hinwies, dass die eheliche Gemeinschaft 
zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau seit sieben Jahren 
nicht mehr gelebt werde,

dass der Beschwerdeführer die vom BFM angeführte, nicht aktenkundige, 
zivilgerichtliche Ehetrennung zwar bestreitet, er mit seinen Beweismitteln 
(vgl.  Beilage  10  zur  Beschwerde)  aber  selber  einräumt,  dass  ein 
Scheidungsverfahren zumindest bis im September 2009 hängig gewesen 
sein muss,

dass dahingestellt bleiben kann, in welchem Verfahrensstadium sich das 
Scheidungsverfahren  befindet,  da  seine  Einleitung  als  Indiz  dafür 
gewürdigt  werden  kann,  dass  die  Ehe  bereits  vor  Jahren  aufgegeben 
worden ist,

dass  die Rücktritte  vom Scheidungsverfahren  erst  ein  bzw.  zwei  Jahre, 
nachdem  die Wegweisung  des  Beschwerdeführers  verfügt  worden war, 
erfolgten und damit der Anschein erweckt wird, jene seien missbräuchlich 
gestellt,  um  eine  fremdenpolizeiliche  Aufenthaltsberechtigung  zu 
erwirken,

dass,  wenn  ein  Anspruch  aus  Art.  8  EMRK  entgegen  dem  Gesagten 
dennoch  bejaht  wird,  die  Zumutbarkeit  für  die  Ehefrau,  dem 
Beschwerdeführer nach Serbien zu folgen, zu prüfen ist (vgl. BGE 120 Ib 
129 E.4b),

dass die Zumutbarkeit nicht generell verneint werden kann, da es sich bei 
ihr um eine serbische Staatsangehörige handelt, 

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dass bei der Zumutbarkeitsprüfung zu beachten  ist, dass der Antrag auf 
Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft erst nach der Wegweisung 
des Beschwerdeführers gestellt wurde, 

dass  nämlich  bei  der Wiederaufnahme  einer  vor  Jahren  aufgegebenen 
ehelichen Gemeinschaft wie bei einer Eheschliessung gelten muss, dass 
das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  in  die  Prüfung  einzubeziehen  ist 
(vgl. BGE 116 Ib 353 E.3d),

dass  wenn  der  Ehemann  weggewiesen  worden  ist  und  Umstände 
vorliegen, die seine Anwesenheit in der Schweiz unerwünscht erscheinen 
lassen, die Ehefrau die Möglichkeit nicht ausschliessen kann, die Ehe im 
Ausland führen zu müssen (vgl. BGE120 Ib 129 E.4b), 

dass  der  Anspruch  aus  Art. 8  EMRK  ferner  nicht  absolut  gilt,  sondern 
unter den in Abs. 2 geregelten Voraussetzungen (gesetzliche Grundlage, 
öffentliches Interesse, Verhältnismässigkeit) eingeschränkt werden kann,

dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  zahlreiche Delikte,  darunter 
auch ein schweres Gewaltverbrechen begangen hat, 

dass  unter  diesen  Umständen  die  Ausreise  aus  der  Schweiz  im  Sinne 
von Art. 8 Abs. 2 EMRK als gerechtfertigt erscheint (vgl. BGE 116 Ib 353 
E.d),

dass  die  Entgegnungen  in  der  Beschwerdeschrift,  es  bestehe  kein 
öffentliches  Interesse  an  der  Ausreise  des  Beschwerdeführers, 
unbehelflich sind,

dass  im Verhältnis zu seiner  (…), zu welcher der Kontakt eingeschränkt 
ist, aus Art. 8 EMRK nichts abzuleiten ist,

dass  daran  nichts  ändert,  dass  der Beschwerdeführer  bestreitet,  für  sie 
eine psychische und physische Gefährdung darzustellen,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 

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Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  insbesondere  auch  (…)  des  Beschwerdeführers  nicht  gegen  die 
Zumutbarkeit des Vollzugs spricht, da er mit den Verhältnissen in seinem 
Heimatsaat vertraut und wirtschaftlich unabhängig ist,

dass  auch  aus  den  geltend  gemachten  gesundheitlichen  Beschwerden 
nichts zu seinen Gunsten abzuleiten  ist, da sie unsubstanziiert sind und 
ausserdem in Serbien eine medizinische Grundversorgung gewährleistet 
ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass sich die Begehren gemäss den obigen Erwägungen als aussichtslos 
erweisen  und  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs.  1  und  2  VwVG  entsprechend 
abzuweisen ist,

dass  das  Gesuch  um  Verzicht  der  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
mit dem vorliegenden Direktentscheid gegenstandslos geworden ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Simon Thurnheer