# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a1d3e29-f4f6-5c23-8f3c-d2ca04e32673
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.03.2024 E-6531/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6531-2020_2024-03-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6531/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo,  

Richterin Constance Leisinger,    

Gerichtsschreiberin Linda Mombelli-Härter. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Kolumbien,   

vertreten durch MLaw Davide Loss, Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 26. November 2020 / N (…). 

 

 

 

E-6531/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin reiste am 31. März 2016 mit mehreren Familien-

angehörigen legal in die Schweiz ein und suchte gleichentags um Asyl 

nach. Sie wurde dem Testphasenverfahren zugewiesen. Die Personalien 

wurden am 6. April 2016 aufgenommen. Ferner fand am 12. April 2016 ein 

beratendes Vorgespräch statt. Die Anhörung zu den Asylgründen wurde 

am 26. April 2016 durchgeführt. 

B.  

Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie sei im Alter von (…) Jahren 

zu den Familienangehörigen gezogen, die mit ihr in die Schweiz gereist 

seien. Mit diesen habe sie hauptsächlich in B._______, Kolumbien, gelebt, 

wo sie das (…) abgeschlossen habe. Im Jahr (…) habe sie in C._______ 

ein Studium an der Universität begonnen, welches sie im Jahr (…) abge-

brochen habe. Danach habe sie bis zur Ausreise als (…) gearbeitet. Im 

Jahr (…) habe es ein Attentat auf das Haus der Familie gegeben. Dadurch 

sei die ganze Familie bedroht worden und sie hätten seither immer in Angst 

gelebt. Im Jahr 2015 hätten sie eine Klage gegen den Staat eingereicht 

und Gerechtigkeit verlangt. Daraufhin seien sie von terroristischen Grup-

pen verfolgt worden, die nicht gewollt hätten, dass frühere Geschehnisse 

ans Licht kämen. Ihr Anwalt sei ebenfalls von diesen bedroht worden, weil 

er sich um ihren Fall und um die Fälle weiterer Opfer gekümmert habe. Er 

habe sie im (…) 2015 gewarnt, dass etwas geschehen sei, und das Land 

verlassen. Danach hätten sie keine feste Adresse in B._______ mehr ge-

habt und seien bis zur Ausreise innerhalb der Stadt umgezogen. Kurz vor 

dem Verlassen der Heimat hätten sie in C._______ in einer (…) gewohnt. 

Deshalb habe sie ihre Arbeit aufgeben müssen. Bei einer Rückkehr nach 

Kolumbien hätte sie Angst, getötet oder gefoltert zu werden.  

Sie reichte ihren Reisepass, ihre Identitätskarte und ihren Impfausweis im 

Original sowie ihren Geburtsschein und Zivilregisterauszug in Kopie zu den 

Akten. 

C.  

Mit Entscheid vom 9. Mai 2016 wurde die Beschwerdeführerin dem erwei-

terten Verfahren zugewiesen. 

D.  

Mit Schreiben vom 19. Mai 2016 reichte die Beschwerdeführerin beim SEM 

folgende Beweismittel ein: zwei Dokumentationen eines in Kolumbien 

E-6531/2020 

Seite 3 

laufenden Haftpflichtverfahrens aus dem Jahre 2016, eine Vorladung für 

eine Anhörung aus dem Jahre 2016 und eine Prozessübersicht, Fotos von 

zwei an die kolumbianischen Anwälte gerichteten Drohbriefen aus dem 

Jahre 2015, einen Zeitungsartikel sowie einen Bericht zur Menschen-

rechtssituation in Kolumbien aus dem Jahre 2016 (alles Ausdrucke). 

E.  

Mit Verfügung vom 26. November 2020 stellte das SEM fest, dass die Be-

schwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Es lehnte ihr 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz und dem 

Schengen-Raum sowie den Wegweisungsvollzug an. 

Es wurde festgehalten, dass für die Entscheidfindung die Dossiers der sich 

in der Schweiz aufhaltenden Familienangehörigen der Beschwerdeführerin 

sowie des ehemaligen kolumbianischen Anwalts der Familie konsultiert 

worden seien. 

F.  

Mit Beschwerde vom 28. Dezember 2020 an das Bundesverwaltungsge-

richt beantragte die Beschwerdeführerin durch ihre Rechtsvertretung, die 

Verfügung des SEM sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass sie die 

Flüchtlingseigenschaft erfülle, ihr sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei zu 

ihren Gunsten eine vorläufige Aufnahme anzuordnen, subeventualiter sei 

die Angelegenheit zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. Weiter 

sei ihr die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu ge-

währen.  

Der Beschwerde wurden zwei Schnellrecherchen der Schweizerischen 

Flüchtlingshilfe (SFH) zu Kolumbien von 2016 und 2020 sowie ein Konto-

auszug der Beschwerdeführerin beigelegt. 

Die Beschwerde mit Beilagen und spätere Eingaben des Rechtsvertreters 

der Beschwerdeführerin wurden elektronisch beim Gericht eingereicht. 

G.  

Mit Instruktionsverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 6. Januar 

2021 wurden die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und Rechtsverbeiständung gutgeheissen. Unter mehreren Hinweisen 

wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. 

H.  

Nach gewährter Fristerstreckung reichte die Vorinstanz eine 

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Seite 4 

Vernehmlassung vom 29. Januar 2021 ein. Sie wurde der Beschwerdefüh-

rerin mit Instruktionsverfügung vom 2. Februar 2021 übermittelt, woraufhin 

diese durch ihren Rechtsvertreter eine Replik vom 17. Februar 2021 ein-

gab (unter Beilage einer Fürsorgebestätigung vom 22. Januar 2021 sowie 

einer Honorarnote). 

I.  

Mit Schreiben vom 16. März und 5. Mai 2021 wandte sich das SEM an das 

zuständige Zivilstandsamt hinsichtlich Ehevorbereitungsverfahren der Be-

schwerdeführerin.  

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. August 2021 wurde die Beschwerdeführe-

rin aufgefordert, dem Gericht innert Frist eine Kopie ihres Gesuchs um Auf-

enthaltsbewilligung beziehungsweise ihrer Aufenthaltsbewilligung zuzu-

stellen (nach Heirat eines Schweizer Bürgers am […] 2021) und mitzutei-

len, ob sie an den nicht gegenstandslos gewordenen Beschwerdebegeh-

ren festhalten wolle.  

K.  

Nach zwei gewährten Fristerstreckungen teilte der Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführerin dem Gericht mit Eingabe vom 29. Oktober 2021 ihr Fest-

halten an der Beschwerde mit, soweit diese nicht gegenstandslos werde. 

Das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung vom 18. August 

2021 sei pendent. 

Der Eingabe beigelegt wurde das Gesuch vom 18. August 2021, ein 

Schreiben der zuständigen Behörde bezüglich Gesuchs um Familiennach-

zug vom 25. August 2021 sowie eine Honorarnote des Rechtsvertreters.  

L.  

Mit Schreiben vom 14. April 2022 wandte sich dieselbe Behörde hinsicht-

lich Dokumente an das SEM (unter Beilage des Familienausweises der 

Beschwerdeführerin).  

M.  

Die Beschwerdeführerin erkundigte sich mit Schreiben vom 27. Juli 2022 

persönlich beim Gericht nach dem aktuellen Verfahrensstand (beziehungs-

weise nach dem Erhalt ihres Reisepasses) und legte dieser Eingabe eine 

Kopie ihrer Aufenthaltsbewilligung B bei (ausgestellt am […] 2022). 

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Seite 5 

N.  

Die Anfrage der Beschwerdeführerin wurde vom Gericht mit Schreiben 

vom 4. August 2022 beantwortet. Das SEM bestätigte der Beschwerdefüh-

rerin mit Schreiben vom 8. August 2022, dass ihr Pass noch nicht ausge-

händigt werden könne.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 105 

AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bis zu diesem Zeit-

punkt gültige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Ände-

rung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden nur die Fra-

gen der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls (Dispositivziffern 1 und 2 der 

angefochtenen Verfügung), nachdem die Beschwerdeführerin aufgrund ih-

rer Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger im Besitz einer Aufent-

haltsbewilligung ist (vgl. auch unten). 

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Seite 6 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

4.  

4.1 Das vorliegende Verfahren wird mit den ebenfalls am Bundesverwal-

tungsgericht hängigen (bzw. hängig gewesenen) Verfahren der Familien-

angehörigen der Beschwerdeführerin ([…]) im Sinne des jeweils gleichen 

Spruchkörpers koordiniert. Im Verfahren (…) der Beschwerdeführerin 

erging das abweisende Urteil E-6583/2020 vom 11. Januar 2024.  

4.2 Antragsgemäss hat das Gericht die Akten des Anwalts und der Anwältin 

aus Kolumbien ([…]) im vorliegenden Beschwerdeverfahren beigezogen.  

5.  

5.1 Subeventualiter beantragte die Beschwerdeführerin, die Sache sei zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie und ihre Familie 

hätten trotz Gesuchs keine Einsicht in die Akten ihrer kolumbianischen An-

wälte erhalten, obwohl sich das SEM namentlich auf Aussagen des An-

walts bezogen habe. Damit sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt 

worden (Beschwerde S. 22). Anlässlich der Replik wies sie zudem darauf 

hin, dass sich die Vorinstanz fast fünf Jahre Zeit gelassen habe, um die 

angefochtene Verfügung zu erlassen. In dieser Zeit seien keine Vorkehrun-

gen zur Untersuchung des massgeblichen Sachverhalts getroffen worden. 

Im Gegensatz dazu habe sie zahlreiche Beweismittel eingereicht. 

5.2 Hierzu ist festzuhalten, dass das SEM – wie in der Vernehmlassung 

aufgezeigt – der beantragten Akteneinsicht nachgekommen ist. Die Be-

schwerdeführerin bestätigte dies in der Replik ohne weitere Ergänzungen. 

Anzumerken ist zudem, dass der rubrizierte Rechtsvertreter auch an den 

Anhörungen der Anwälte teilgenommen und deren Darlegungen bei der 

Beschwerdeerhebung im vorliegenden Verfahren gekannt hat – wie aus 

der Beschwerdeschrift hervorgeht. Folglich ist keine Verletzung des An-

spruchs auf rechtliches Gehör zu erblicken. Trotz der Dauer des Asylver-

fahrens ist ferner von einer ausreichenden Sachverhaltsfeststellung aus-

zugehen. Es besteht mithin kein Anlass, die Sache ans SEM zurückzuwei-

sen. Das entsprechende Subeventualbegehren ist abzuweisen. 

 

 

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Seite 7 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (…) (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

6.2 Die Flüchtlingseigenschaft (Art. 3 AsylG) erfüllt eine asylsuchende Per-

son nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile von be-

stimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten 

muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zuge-

fügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen. Aufgrund 

der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerken-

nung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene 

Person in ihrem Heimatland keinen adäquaten Schutz finden kann (vgl. 

BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2, BVGE 2008/4 E. 5.2). Ausgangspunkt für die 

Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt 

der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer 

solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Rah-

men der Prüfung, ob aktuell eine Furcht vor Verfolgung noch immer be-

gründet ist, ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation 

im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zuguns-

ten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen 

(vgl. u.a. Urteil des BVGer D-2760/2022 vom 16. März 2023 E. 6.2 m.w.H.). 

7.  

7.1 Das SEM hielt zur Begründung der angefochtenen Verfügung fest, die 

Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft (Art. 3 AsylG) nicht stand. Befürchtungen, künftig 

Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, seien nur flüchtlingsrechtlich 

relevant, wenn begründeter Anlass zur Annahme bestehe, dass sich die 

Verfolgung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft 

verwirklichen werde. Die Beschwerdeführerin mache geltend, sie und ihre 

Familie hätten eine Klage gegen den Staat eingereicht und seien daraufhin 

von terroristischen Gruppen verfolgt worden. Auch der Anwalt, der die 

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Familie vertreten habe, sei bedroht worden und habe das Land verlassen 

müssen. Sie seien deshalb gefährdet. Ihre Befürchtungen seien aus sub-

jektiver Sicht nachvollziehbar. Aus objektiver Sicht sei dagegen festzustel-

len, dass keine begründete Furcht vor Verfolgung gegeben sei. Die Be-

schwerdeführerin mache keine konkreten Übergriffe gegen sich oder ihre 

Familienangehörigen oder sonstige Vorfälle in der Zeit vor ihrer Ausreise 

geltend. Allein aus der Bedrohung des Anwalts der Familie lasse sich keine 

Bedrohung auch für die Beschwerdeführerin ableiten. Insbesondere könne 

daraus nicht gefolgert werden, dass sämtliche vom Anwalt vertretenen Per-

sonen mit Verfolgung rechnen müssten. Die eingereichten Beweismittel 

führten zu keiner anderen Einschätzung, da diese keine konkrete Verfol-

gung ihrer Person belegten. Auch aus den Akten ihrer Familienangehöri-

gen ergebe sich keine andere Einschätzung. Diese belegten, wie in den 

jeweiligen Entscheiden ausgeführt werde, keine begründete Furcht vor 

Verfolgung der Familienangehörigen. Demnach könne auch keine solche 

Furcht für die Beschwerdeführerin abgeleitet werden. Ebenso wenig beleg-

ten die Akten des Anwalts eine begründete Furcht ihrerseits vor Verfolgung. 

Auf die Prüfung der Glaubhaftigkeit könne verzichtet werden. Der Vollstän-

digkeit halber werde dennoch darauf hingewiesen, dass sich auch diesbe-

züglich einige Fragen stellten. Insbesondere hätten die Beschwerdeführe-

rin und ihre Familienangehörigen sowie der kolumbianische Anwalt unter-

schiedliche Angaben zu den angeblich gegenüber diesem geäusserten 

Drohungen gegen sie und dessen Weiterleitung dieser Drohungen an sie 

gemacht. Eine detaillierte Erörterung bleibe vorbehalten.  

7.2 Anlässlich der Beschwerdeschrift machte die Beschwerdeführerin zu-

nächst Hinweise zu (…), welcher bis ins Jahr (…) für den kolumbischen 

(…) gearbeitet habe und deshalb exponiert gewesen sei. Dieser sei den 

Guerillaorganisationen FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Co-

lombia) und ELN (Ejército de Liberación Nacional) bekannt (gewesen) und 

weise ein hohes Profil auf. Die (…) Front der FARC habe im Jahr (…) ein 

Attentat auf das Haus ihrer Familie verübt. Sie seien umgezogen, hätten 

weitere Drohungen erhalten (insb. […]) und das Telefon (…) sei abgehört 

worden. Es habe eine latente Bedrohung bestanden. Aufgrund des Atten-

tats sei ihre Familie vom kolumbianischen Staat im (…) 2015 als Opfer an-

erkannt und in das nationale Opferregister eingetragen worden. Damit 

habe sich ihre Bedrohungslage wieder zugespitzt. Entgegen der Ansicht 

der Vorinstanz seien die frühere Tätigkeit (…), das Attentat und die Aner-

kennung als Opfer des bewaffneten Konflikts in Kolumbien in einem Ge-

samtzusammenhang zu sehen. Im (…) 2015 habe ihre Familie eine An-

waltskanzlei engagiert, um eine Klage auf Wiedergutmachung und 

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Entschädigung für die im Jahr (…) erlittenen Schäden respektive die Ver-

letzung der staatlichen Schutzpflicht zu erheben. Es habe mehrere Pro-

zesshandlungen als Vorbereitung der Klage gegeben. Bei der Anwalts-

kanzlei seien deshalb ab (…) 2015 Morddrohungen eingegangen, worauf-

hin ihr Anwalt einen Schutzantrag erhoben habe. In der Folge hätten sie 

Kolumbien verlassen. Im (…) 2016 habe (…) eine E-Mail von einem ehe-

maligen Kollegen erhalten, welcher gehört habe, dass über (…) gespro-

chen worden sei. Im (…) 2016 habe sich die Gefahr für ihre Familie erneut 

konkretisiert. Sie hätten erstmals eine schriftliche Drohung erhalten, wohl 

damit ihre Klage zurückgezogen würde. Das Drohschreiben sei an die An-

waltskanzlei gesendet worden und habe ihre Familie, weitere Klienten der 

Kanzlei sowie die Anwälte genannt. Diese hätten Strafanzeigen erstattet 

und Schutzersuchen eingereicht. Ob die Drohung an den Anwalt oder an 

sie selbst gerichtet worden sei, sei von untergeordnetem Interesse. Es sei 

eine begründete Furcht vor Verfolgung gegeben, insbesondere, da der ko-

lumbianische Staat bei Personen mit hohem Profil und Opfern, die eine 

Staatshaftungsklage erheben würden, weder fähig noch willens sei, adä-

quaten Schutz vor Verfolgung zu gewähren. Die nationale Schutzeinheit 

funktioniere sehr schlecht. Im (…) 2016 sei die Klage gegen den kolumbi-

anischen Staat erhoben worden und nach wie vor hängig. Im (…) 2017 

seien aus der Anwaltskanzlei diverse Akten entwendet worden, darunter 

auch die ihrer Familie. Im (…) 2019 hätten sie und ihre Anwälte eine wei-

tere Morddrohung vom (…) 2019 von einer Nachfolgeorganisation der 

FARC erhalten – zugestellt an die Familie ihres Anwalts. In diesem Schrei-

ben werde (…) erneut als militärische Zielperson genannt. Die FARC und 

weitere Guerillaorganisationen hätten ein Interesse daran, Staatshaftungs-

prozesse im Keim zu ersticken, da sie befürchteten, ihre Methoden und 

Praktiken könnten publik werden. Es sei möglich, dass Zeugen in gericht-

lichen Verfahren von der FARC oder ELN eingeschüchtert oder Gerichte 

und Staatsanwaltschaften beeinflusst seien und sensible Informationen an 

diese Organisationen weiterleiteten (unter Hinweis auf zwei Schnellrecher-

chen der SFH). Das Attentat im Jahr (…) belege, dass sich die Gefährdung 

ihrer Familie konkretisiere, sobald dazu Anlass bestehe. Anlass für eine 

Gefährdung bilde die angestrengte Staatshaftungsklage, im Rahmen wel-

cher all die Gräueltaten der FARC öffentlich würden. Angesichts der syste-

matischen Bedrohungen in den Jahren 2015, 2016 und 2019 müsse ihre 

Familie um ihr Leben fürchten, zumal sie keinen Schutz durch den kolum-

bianischen Staat erhalten hätten. Sie vermute, dass die Drohungen darauf 

abgezielt hätten, sie an der Klage zu hindern, da der Gerichtsprozess wich-

tiges Beweismaterial enthalte, welches die Verantwortung des kolumbiani-

schen Staats in Frage stelle. Ausserdem habe sich die Vorinstanz in einen 

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Widerspruch begeben, indem sie den Anwälten Asyl gewährt habe, ihr und 

ihrer Familie jedoch nicht. Auch die Tatsache, dass die Anwaltskanzlei über 

90 Opfer in solchen Verfahren vertreten haben solle, genüge nicht, um bei 

sämtlichen Opfern eine Gefährdung zu verneinen. Bei ihnen handle es sich 

zweifellos um die wohl prominentesten Opfer der Kanzlei. Die FARC hätten 

daher ein öffentliches Interesse am Staatshaftungsprozess befürchtet und 

alles darangesetzt, ihre Familie vor der Weiterführung des Prozesses ab-

zuhalten. Deshalb seien sie gefährdet, im Gegensatz zu den übrigen Man-

danten der Kanzlei. Die besondere Stellung, verbunden mit der mangeln-

den Schutzfähigkeit des Staats, lasse eine Furcht plausibel erscheinen. Sie 

und ihre Familie (militärische Zielpersonen) befürchteten, bei einer Rück-

kehr Opfer eines Tötungsdelikts zu werden. Sie sei als Mitglied der Familie 

(…) direkt und unmittelbar von den Drohungen betroffen. Daher hätte ihre 

Flüchtlingseigenschaft festgestellt und ihr Asyl gewährt werden müssen. 

7.3 In der Vernehmlassung führte das SEM aus, die Beschwerdeführerin 

mache geltend, es sei widersprüchlich und nicht nachvollziehbar, dass es 

den kolumbianischen Anwälten Asyl gewährt habe, ihr und ihrer Familie 

aber nicht. Wie im Asylentscheid ausgeführt, könne von der Bedrohung der 

Anwälte nicht automatisch auf die Bedrohung der gesamten Klientel der 

Anwälte geschlossen werden. Die geltend gemachte besondere Stellung 

der Beschwerdeführerin und ihrer Familie innerhalb dieser Klientel sei auch 

in der Beschwerdeschrift nicht überzeugend dargelegt worden. 

7.4 Die Beschwerdeführerin replizierte, sie habe nie behauptet, aufgrund 

der Bedrohung der Anwälte sei automatisch auch sie bedroht. Vielmehr 

seien sie und ihre Familie einzig deshalb bedroht, weil sie innerhalb der 

Klientel von Opfern von Menschenrechtsverletzungen, welche von der 

Kanzlei vertreten worden seien, eine besonders exponierte Stellung auf-

weisen würden. Davon zeuge auch der Umstand, dass (…), der wegen 

seiner früheren Tätigkeit von der FARC und ELN zu einer militärischen Ziel-

person deklariert worden sei, in zwei Drohschreiben namentlich erwähnt 

worden sei. Weshalb sie keine besondere Stellung aufweisen sollten, führe 

die Vorinstanz nicht substantiiert aus und sei nicht ersichtlich. Die Bedro-

hung sei konkreter Natur, was das Attentat im Jahr (…) untermauere. Wei-

ter sei die Vorinstanz nicht auf den Umstand eingegangen, dass (…) als 

Zielperson erachtet worden sei. Darin und in der vernachlässigten Schutz-

pflicht des kolumbianischen Staats liege – entgegen den Angaben der Vo-

rinstanz – eine asylrelevante Furcht vor Verfolgung. 

 

E-6531/2020 

Seite 11 

8.  

8.1 Nach Durchsicht der Akten stellt das Gericht fest, dass aufgrund der 

Angaben und Beweismittel (im vorliegenden sowie im Verfahren […] der 

Beschwerdeführerin) kein Anlass dazu besteht, an der früheren Tätigkeit 

(…), am geltend gemachten Attentat auf die Familie im Jahr (…) (wegen 

der Tätigkeit […], durch die FARC) sowie an ihrer Anerkennung als Opfer 

im Jahr 2015 und am eingeleiteten Verfahren gegen den kolumbianischen 

Staat zu zweifeln (vgl. auch Urteil E-6583/2020 E. 7.1). Da namentlich das 

Attentat offensichtlich nicht zur Ausreise der Beschwerdeführerin aus Ko-

lumbien geführt hat, ist dieses Vorbringen nicht asylrelevant und es ist nicht 

weiter darauf einzugehen. 

8.2 Sodann ist zu beachten, dass das Gericht die Vorbringen (…) der Be-

schwerdeführerin, welche mit ihren Asylgründen eng zusammenhängen 

(SEM-Akte A23 F32 ff., 47), als flüchtlingsrechtlich nicht relevant erachtet 

hat (vgl. Urteil E-6583/2020 E. 7.2–7.6) 

8.3 Die Beschwerdeführerin gab an, seit dem Attentat im Jahr (…) hätten 

sie immer in Angst gelebt. Nach der Anerkennung als Opfer durch den 

Staat im Jahr 2015 habe sich die Bedrohungslage ihrer Familie aktualisiert. 

Nach Erhebung einer Klage gegen den Staat seien sie und ihre Familie 

von Dritten bedroht respektive verfolgt worden (u.a. SEM-Akte A23 F33 ff.). 

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass sich wie die Beschwerdeführerin 

und ihre Familie viele weitere anerkannte Opfer an den Staat gewandt ha-

ben. Die Anwaltskanzlei, die sie beauftragt hätten, habe eine Vielzahl sol-

cher Verfahren betreut. Die Anwälte seien deswegen von terroristischen 

Gruppen bedroht worden (vgl. beim SEM eingereichte Drohschreiben, 

SEM-Akten A30 BM2). Der Anwalt habe sie im (…) 2015 gewarnt, dass 

etwas geschehen sei, und das Land dann verlassen (SEM-Akte A23 F39 f., 

44). Nach der Warnung des Anwalts hätten sie überlegt, wie lange es dau-

ern würde, bis sie gefunden würden (SEM-Akte A23 F45). Die Drohungen 

gegen die Anwälte aufgrund der geführten Verfahren gegen den Staat ge-

hen aus den Aussagen der Beschwerdeführerin und der Anwälte sowie aus 

den eingereichten Dokumenten hervor. Dass die Beschwerdeführerin und 

ihre Familie vor der Ausreise konkret gefährdet gewesen wären und des-

halb das Heimatland hätten verlassen müssen, scheinen sie hingegen 

hauptsächlich aufgrund der Angaben des Anwalts vermutet zu haben 

(SEM-Akte A23 F33, 39, 42, 44). Die Schilderungen der Beschwerdeführe-

rin, wonach sie immer in Angst gelebt habe oder terroristische Gruppen 

dagegen seien, dass anerkannte Opfer den Staat verklagten, sind zudem 

unsubstantiiert ausgefallen (SEM-Akte A23 F37, 42). Ferner ist darin keine 

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Seite 12 

konkrete persönliche sowie unmittelbar drohende Gefährdung zu erken-

nen. In den an die Anwälte gerichteten Drohschreiben, die vor ihrer Aus-

reise datieren, wurde die Familie der Beschwerdeführerin nicht genannt. 

Das erste Drohschreiben an die Anwälte, in dem auch ihr Name und der 

von weiteren Klienten genannt wurde, datiert nach ihrer Ausreise (vgl. Be-

schwerde S. 11 f. Rz. 42). Dass insbesondere die Beschwerdeführerin und 

ihre Familie bedroht gewesen wären, weil sie aufgrund der früheren Tätig-

keit (…) innerhalb der Klientel eine besonders exponierte Stellung aufge-

wiesen hätten, geht aus den Akten nicht hervor. Die Ansicht der Beschwer-

deführerin, seit der Einleitung des Verfahrens im Jahr 2015 seien sie und 

ihre Familie wieder in Erscheinung getreten und gefährdet gewesen, kann 

aus objektiver Sicht nicht geteilt werden. Auch sind keine ausreichenden 

Anhaltspunkte für die Annahme ersichtlich, sie wären als Folge des laufen-

den Verfahrens gegen den kolumbischen Staat seitens der FARC oder an-

derer bewaffneter Organisationen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ge-

wesen oder hätten begründete Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung 

gehabt (vgl. auch nachfolgend). Daran vermag der Hinweis in der Be-

schwerdeschrift, (…) sei als militärische Zielperson erachtet worden, nichts 

zu ändern. Weshalb vor der Ausreise aktueller Schutzbedarf bestanden 

hätte, ist mithin unklar. Entgegen der Darlegung der Beschwerdeführerin 

ist auch nicht zu erblicken, inwiefern es dem Staat gelegen käme, wenn 

klagende Opfer eingeschüchtert würden (vgl. Beschwerde S. 19 Rz. 64; 

zudem auch unten).  

8.4 Weiter ist davon auszugehen, dass die FARC (o.ä.), hätte ein aktuelles 

Verfolgungsinteresse an der Beschwerdeführerin und ihrer Familie bestan-

den, nachdem diese mit der Opferanerkennung und dem Verfahren wieder 

in Erscheinung getreten waren, nicht weiter zugewartet hätte. Es ist zudem 

schwer vorstellbar, dass die FARC oder andere damals national tätige und 

gut vernetzte Organisationen (SEM-Akte A23 F45 f.), hätten sie ernsthaft 

gegen die Familie der Beschwerdeführerin vorgehen wollen, diese über 

viele Jahre nicht hätten aufspüren können. Die Beschwerdeführerin gab 

zwar an, sie seien nach der Klageerhebung respektive nach der Warnung 

des Anwalts in B._______ oft umgezogen und sie habe aus Angst, das 

Haus zu verlassen, Arbeitsaufträge abgelehnt (SEM-Akte A23 F38 f., 44, 

F50). Sie erklärte aber auch, sie habe ein Studium begonnen, danach bis 

kurz vor der Ausreise gearbeitet und gut verdient (SEM-Akte A23 F7–13, 

F22, 27), sich mithin nicht gänzlich vom öffentlichen Leben zurückgezogen. 

Es war der Beschwerdeführerin somit möglich, mehrere Jahre in 

B._______ zu leben, ohne konkret und ernsthaft gefährdet worden zu sein, 

was ebenfalls gegen eine begründete Furcht vor Verfolgung spricht. 

E-6531/2020 

Seite 13 

8.5 Sodann ist auch nicht zu erkennen, inwiefern bei einer Rückkehr nach 

Kolumbien – namentlich aufgrund des weiterhin laufenden Verfahrens ge-

gen den Staat – aktuell eine Furcht vor Verfolgung (SEM-Akte A23 F53) 

begründet wäre. Systematische Bedrohungen, wie in der Beschwerde-

schrift (S. 20) erwähnt, sind nicht zu erblicken. In den Drohschreiben (vom 

[…] 2016 und vom […] 2019), die die Anwälte nach der Ausreise erhalten 

hätten (Beschwerde S. 12, 14 f.), werden in erster Linie diese und nicht die 

Beschwerdeführerin und ihre Familie konkret bedroht. Daran ändert der 

Umstand nichts, dass unter anderem (…) darin namentlich genannt wurde. 

Wie erwähnt wurde im Verfahren (…) der Beschwerdeführerin keine be-

gründete Furcht vor Verfolgung erkannt. Hinzu kommt, dass sich die politi-

sche Lage in Kolumbien seit der Ausreise der Beschwerdeführerin und ih-

rer Familie verändert hat. Die kolumbianische Regierung hat mit einem 

Grossteil der FARC-Rebellen einen Friedensvertrag abgeschlossen. Der 

amtierende Präsident betreibt eine Politik des «totalen Friedens», wozu 

Waffenruhen sowie Verhandlungen mit bewaffneten Gruppierungen gehö-

ren (siehe Urteil E-6583/2020 E. 7.4). Vor diesem Hintergrund kann nicht 

angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin heute wegen des Ver-

fahrens gegen den Staat in Gefahr wäre und mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit eine Verfolgung zu befürchten hätte. 

8.6 Zusammenfassend konnte die Beschwerdeführerin weder darlegen, 

dass sie ihr Heimatland aufgrund (drohender) ernsthafter Nachteile (durch 

Dritte, insb. die FARC) verlassen hat noch, dass sie bei einer Rückkehr 

eine solche Verfolgung zu befürchten hätte. Auf die weiteren Ausführungen 

ist daher nicht einzugehen. 

8.7 Nach dem Gesagten sind keine asylrechtlich relevanten Verfolgungs-

gründe ersichtlich. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 

der Beschwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt.  

9.  

9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz (Art. 44 AsylG). 

Im Asyl- und Wegweisungsverfahren ist die Wegweisung jedoch nicht zu 

verfügen, wenn die asylsuchende Person im Besitz einer gültigen Nieder-

lassungs- oder Aufenthaltsbewilligung ist (Art. 32 Abs. 1 Bst. a AsylV 1, 

SR 142.311). 

9.2 Die Beschwerdeführerin verfügt aufgrund ihrer Ehe mit einem Schwei-

zer Staatsangehörigen über eine Aufenthaltsbewilligung B. Damit ist das 

E-6531/2020 

Seite 14 

Beschwerdeverfahren im Wegweisungs- und Vollzugspunkt infolge Weg-

falls des Anfechtungsobjekts (Dispositivziffern 3–5 der angefochtenen Ver-

fügung) gegenstandslos geworden. 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung hin-

sichtlich der Fragen der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls Bundesrecht 

nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollstän-

dig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen, so-

weit sie nicht als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist. 

11.  

11.1 Die unterliegende Partei hat grundsätzlich die Kosten des Verfahrens 

zu tragen. Bei (teilweise) gegenstandslosen Verfahren sind die Verfahrens-

kosten in der Regel jener Partei aufzuerlegen, deren Verhalten die Gegen-

standslosigkeit bewirkt hat. Bei Verfahren, welche ohne Zutun der Parteien 

gegenstandslos geworden sind, werden die Verfahrenskosten aufgrund 

der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes festgelegt (Art. 5 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Vorliegend ist 

die Beschwerdeführerin bezüglich ihrer Hauptbegehren und des Subeven-

tualbegehrens unterlegen. Die Anordnung der Wegweisung und deren 

Vollzugs sind sodann «ohne Zutun der Parteien» im Sinne von Art. 5 Satz 2 

VGKE gegenstandslos geworden. Aufgrund der Aktenlage vor Eintritt der 

Gegenstandslosigkeit ist davon auszugehen, dass vorliegend – als Folge 

des negativen Asylentscheides (vgl. Art. 44 AsylG) – auch die verfügte 

Wegweisung und deren Vollzug zu bestätigen gewesen wären.  

11.2 Entsprechend wären die Kosten des Verfahrens der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 VGKE). Nachdem 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit In-

struktionsverfügung vom 6. Januar 2021 gutgeheissen wurde, werden je-

doch keine Verfahrenskosten erhoben.  

11.3 Mit derselben Verfügung wurde das Gesuch um amtliche Verbeistän-

dung gutgeheissen und der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin als 

amtlicher Rechtsbeistand eingesetzt. Diesem ist ein amtliches Honorar für 

die notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. 

Der Rechtsbeistand reichte mit Eingabe vom 29. Oktober 2021 eine Kos-

tennote ein, wobei er einen Vertretungsaufwand von Fr. 1'865.55 (7.5 Stun-

den à Fr. 220.– sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 82.20, zzgl. 

E-6531/2020 

Seite 15 

Mehrwertsteuerzuschlag) geltend machte. Die Beschwerde und Replik im 

vorliegenden Verfahren sind sehr ähnlich wie diejenigen im Verfahren (…) 

der Beschwerdeführerin ausgefallen und werden bereits entschädigt. Der 

zeitliche Aufwand ist daher vorliegend auf zwei Stunden zu kürzen (unter 

Berücksichtigung der weiteren Eingaben bis zum 29. Oktober 2021). Wie 

die Auslagen für die elektronischen Eingaben zustande gekommen seien, 

wurde nicht ausreichend aufgezeigt. Diese können daher nicht entschädigt 

werden. Demnach ist dem amtlichen Rechtsbeistand zulasten des Bundes-

verwaltungsgerichts ein Honorar von gerundet Fr. 474.– (inkl. Mehrwert-

steuerzuschlag) auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6531/2020 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht als gegenstandslos ge-

worden abgeschrieben wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zulasten der Gerichtskasse ein Hono-

rar von Fr. 474.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Linda Mombelli-Härter 

 

 

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