# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c0bc76c-ff4b-518b-aaab-a5b7d5eb6156
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.11.2008 C-6118/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6118-2008_2008-11-13.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6118/2008

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Michael Peterli, 
Gerichtsschreiberin Dominique Gross.

S._______, Griechenland,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6118/2008

Sachverhalt:

A. Mit Verfügung vom 1. September 2008 hat die IV-Stelle für Versi-
cherte  im  Ausland  (nachfolgend:  IV-Stelle)  die  Ausrichtung  der 
S._______ bis dahin gewährten Invalidenrente per 1. November 2008 
eingestellt, da der griechische Versicherungsträger die von der IV-Stel-
le mit Schreiben vom 22. Januar 2008 und vom 18. April 2008 angefor-
derten ärztlichen Unterlagen nicht übermittelt habe und somit das von 
Amtes wegen eingeleitete Revisionsverfahren nicht habe durchgeführt 
werden können.

B.
Am 22. September 2008 erhebt  S._______ (nachfolgend: Beschwer-
deführerin)  gegen diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht und verlangt sinngemäss die Wiederaufnahme des Revi-
sionsverfahrens und die Ausrichtung der Invalidenrente. Zur Begrün-
dung  führt  sie  im  Wesentlichen  an,  dass  sie  sich  mit  allen  in  ihrer 
Macht  stehenden  Mitteln  bemüht  habe,  beim griechischen  Versiche-
rungsträger einen Termin für die erforderliche ärztliche Untersuchung 
zu bekommen. An dessen Verzug trage sie keine Schuld. Der Untersu-
chungstermin  sei  nun  auf  den  8.  Oktober  2008  festgesetzt  worden 
(siehe hierzu auch das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 6. Ok-
tober 2008). Am 15. Oktober 2008 orientierte die Beschwerdeführerin 
über den Verlauf der Untersuchung vom 8. Oktober 2008. 

C.
Anlässlich der Vernehmlassung vom 7. November 2008 beantragt die 
IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Zudem führte sie aus, dass 
nach Erhalt der Unterlagen betreffend die Untersuchung vom 8. Okto-
ber 2008 das Revisionsverfahren fortgesetzt werde. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit  Art. 33 Bst. d  VGG und 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügun-

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gen  der  schweizerischen  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland.  Eine 
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Gemäss Art. 3  Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet das 
VwVG  keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen,  soweit  das 
Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 
Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversi-
cherung  (Art.  1a-26bis und  28-70)  anwendbar,  soweit  das  IVG nicht 
ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist im Sinne von Art. 59 ATSG beschwer-
delegitimiert.

1.4 Da  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  (Art.  60 
ATSG und Art. 52 VwVG) eingereicht wurde, ist darauf einzutreten.

2.
Vorliegend  ist  zu  beurteilen,  ob  die  IV-Stelle  mit  der  angefochtenen 
Verfügung vom 1. September 2008 die Zahlung der der Beschwerde-
führerin bis dahin gewährten Invalidenrente auf den 1. November 2008 
zu Recht eingestellt hat. 

2.1 Wie die  IV-Stelle  anlässlich  ihrer  Vernehmlassung richtig  ausge-
führt  hat,  kann  nach  der  ständigen  höchstrichterlichen  Rechtspre-
chung die Zahlung der Versicherungsleistungen im Rahmen eines Re-
visionsverfahrens  mittels  Verfügung  eingestellt  werden,  wenn  ihr  – 
trotz Aufforderung unter Fristansetzung und Androhung entsprechen-
der Rechtsfolgen – die  einverlangten Unterlagen bis  zu dem festge-
setzten Termin nicht eingereicht werden. Dabei spielt es keine Rolle, 
ob der Versicherte selbst oder ein Dritter (z.B. ein ausländischer Versi-
cherungsträger) für den Verzug verantwortlich ist (BGE 111 V 222 E.1 
[ZAK 1986 S. 343] und BGE 107 V 28 E. 3 [ZAK 1982 S. 260]).

2.2 Im vorliegenden Fall legte die IV-Stelle dar, dass die einverlangten 
medizinischen Unterlagen in  dem für  die Beurteilung massgebenden 
Zeitpunkt (BGE 130 V 446 E. 1.2 mit Hinweisen) des Erlasses der Ver-
fügung vom 1. September 2008 der IV-Stelle noch nicht vorlagen, was 
die Beschwerdeführerin zu Recht nicht bestreitet. Die Beschwerdefüh-
rerin bringt im Übrigen nicht vor und es sind auch keine Gründe dafür 
ersichtlich,  weshalb  hier  unter  den  gegebenen  Umständen  von  der 

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oben dargestellten ständigen Rechtsprechung abzuweichen wäre. Un-
geachtet des Verhaltens der Beschwerdeführerin, welche sich intensiv 
um den Fortgang des Revisionsverfahrens bemüht hat, steht fest, dass 
die  von  der  IV-Stelle  beim  griechischen  Sozialversicherungsträger 
rechtsgenüglich  angemahnten  medizinischen  Unterlagen  weder  bis 
zum Ablauf der angesetzten Frist am 31. Mai 2008 noch bis zum Zeit-
punkt des Erlasses der Verfügung vom 1. September 2008 bei der IV-
Stelle eingetroffen sind, weshalb diese im Laufe des von Amtes wegen 
eingeleiteten  Revisionsverfahrens  praxisgemäss  zur  Einstellung  der 
Invalidenrente berechtigt war. 

Die Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 1. September 
2008  ist  somit  im  einzelrichterlichen  Verfahren  nach  Art.  23  Abs.  2 
VGG  in  Verbindung  mit  Art.  85bis Abs.  3  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1946 über die Alters-  und Hinterlassenenversicherung 
(AHVG, SR 831.10) abzuweisen. 

Sollte sich im Rahmen des nach Eingang der angeforderten Unterla-
gen wiederaufzunehmenden Revisionsverfahrens ergeben,  dass  wei-
terhin eine Invalidenrente geschuldet ist, so würde die entsprechende 
Zahlung  der  Rente  rückwirkend  per  1.  November  2008  erfolgen,  so 
dass die Beschwerdeführerin keine Einbusse erleiden würde.

3.
Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird ausnahmsweise verzich-
tet  (Art.  63  Abs. 1  und 2  VwVG,  Art. 6  Bst. b  des  Reglements  vom 
11. Dezember 2006  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), so dass der geleis-
tete Kostenvorschuss von Fr. 300.- der Beschwerdeführerin auf ein von 
ihr anzugebendes Konto zurückzuerstatten ist. Die unterliegende Be-
schwerdeführerin  hat  keinen Anspruch auf  Parteientschädigung (Art. 
64 Abs. 1 VwVG e contrario). 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben, und es wird keine Partei-
entschädigung  gewährt.  Der  von  der  Beschwerdeführerin  geleistete 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 300.- wird dieser nach Eintritt der 
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. Die Beschwerde-
führerin  wird  aufgefordert,  dem  Bundesverwaltungsgericht  die  ge-
wünschte Zahlungsstelle bekannt zu geben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein; Beilage: Ver-
nehmlassung vom 7. November 2008)

- die Vorinstanz 
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Dominique Gross

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-
fochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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