# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2aa0925-5053-5a4d-854b-448adbd08645
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.04.2012 UV 2011/60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-60_2012-04-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/60

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.08.2019

Entscheiddatum: 16.04.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 16.04.2012
Art. 6 und 18 UVG. Art. 16 ATSG. Unfallkausalität von gesundheitlichen 
Beschwerden. Prüfung des Anspruchs auf Unfallinvalidenrente (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. April 2012, UV 
2011/60).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Karin Huber Studerus; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 16. April 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

SWICA, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen (IV-Rente)

Sachverhalt:

A.

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A.a A.___ war als Mitarbeiterin von B.___ bei der Swica unfallversichert, als sie am 19. 

September 2005 mit ihrem Personenwagen auf der Autobahn mit einem Reh kollidierte 

und daraufhin an die Böschung des rechten Fahrbahnrandes prallte. Das Fahrzeug 

blieb nach einem Überschlag auf dem Dach liegen (UV-act. 5, 1/1). Im Bericht des 

Spitals Wetzikon vom 28. September 2005 wurden ein stumpfes Thorako-

Abdominaltrauma, eine Commotio cerebri (Glasgow Coma Scale 15), multiple 

Kontusionen BWS, Hemithorax rechts und Schulter rechts sowie eine HWS-Distorsion 

diagnostiziert (UV-act. 2/1, 2/2). Die Swica anerkannte ihre Leistungspflicht. Am 21. 

November 2005 wurde die ärztliche Behandlung abgeschlossen und die Versicherte 

nahm ihre Arbeitstätigkeit bei uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit wieder vollumfänglich 

auf (UV-act. 2/3, 4/1).

A.b Am 22. Januar 2009 liess die Versicherte durch ihren Arbeitgeber einen Rückfall 

zum Unfall vom 19. September 2005 mit Arbeitsunfähigkeit melden (UV-act. 1/6). Die 

Swica erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Nach Durchführung von ambulanten und 

stationären ärztlichen Behandlungen gab sie ein polydisziplinäres Gutachten beim AEH 

(Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG), Zürich, in Auftrag. Das 

Gutachten wurde am 9. September 2010 erstattet (UV-act. 3/10). Mit Verfügung vom 

16. Juni 2011 eröffnete die Swica der Versicherten, gemäss AEH-Gutachten sei ihr die 

vollzeitliche Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit zumutbar. Die 

Taggeldleistungen würden nach Gewährung einer Übergangsfrist auf den 31. August 

2011 eingestellt. Es liege (bei einem zumutbaren Invalideneinkommen 2010 von Fr. 

53'977.85 und einem Valideneinkommen von Fr. 54'461.70) keine rentenbegründende 

Einschränkung der Erwerbsfähigkeit vor. Für die bleibende (unfallkausale) 

Einschränkung an der Schulter werde eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer 

Integritätseinbusse von 5% ausgerichtet (UV-act. 1/64). Die gegen diese Verfügung 

erhobene Einsprache (UV-act. 1/65) wies die Swica mit Einspracheentscheid vom 12. 

August 2011 ab

B.

B.a Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte am 18. August 2011 Beschwerde. 

Sie legte dar, dass sich ihr Zustand seit der letzten AEH-Begutachtung verschlechtert 

habe. Ihr Antrag auf ein neues Gutachten sei abgelehnt worden. Gemäss ihrer 

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Psychiaterin, Dr. med. C.___, leide sie unter starken Depressionen. Niemand verstehe 

sie. Sie nehme täglich mehrere Tabletten ein und könne sich auf nichts mehr 

konzentrieren.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 1. September 2011 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die 

Darlegungen im angefochtenen Entscheid. Das AEH-Gutachten datiere vom 9. 

September 2010 und sei somit aktuell. Daraus gehe hervor, dass nur die 

Schulterproblematik rechts unfallbedingt sei. Weitere medizinische Abklärungen, 

insbesondere betreffend den psychischen Gesundheitszustand, würden sich erübrigen 

(act. G 3).

B.c Mit Replik vom 13. September 2011 bestätigte die Beschwerdeführerin ihren 

Standpunkt und hielt zusätzlich fest, wenn sie trotz Schmerzen einer Arbeit nachgehen 

solle, bitte sie um Hilfe bei der Suche einer zumutbaren Tätigkeit (act. G 5). Die 

Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 7).

Erwägungen:

1. 

1.1 Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin aufgrund des 

Unfallereignisses vom 19. September 2005 ausgerichtet wurden, auf den 31. August 

2011 eingestellt werden durften oder nicht. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

entfällt erst, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 

Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der 

versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 

mit Hinweisen). Dabei muss der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde 

Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist 

unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter 

Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender 

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Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (RKUV 

1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso wenig hat der Unfallversicherer den negativen 

Beweis zu erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die 

versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des Bundesgerichts [bis 31. 

Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 18. Dezember 

2003, U 258/02, vom 25. Oktober 2002, U 143/02, und vom 31. August 2001, U 

285/00).

1.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren 

strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen 

werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist 

eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu 

differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. 

keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen 

das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).

2.   

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2.1 In der Zeit nach der Rückfallmeldung im Januar 2009 bescheinigten Dr. med. D.___, 

Orthopädische Chirurgie FMH, und Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Allgemeine 

Medizin, bei der Beschwerdeführerin teilweise oder volle Arbeitsunfähigkeiten (UV-act. 

4/4, 4/6, 4/7-4/20). Dr. med. F.___ berichtete am 14. März 2009 unter anderem, 

nachdem die Behandlung durch Dr. E.___ bei voller Arbeitsfähigkeit am 21. November 

2005 abgeschlossen worden sei, hätten sich 2007 die Schmerzen im rechten Ellbogen 

verstärkt. Dr. D.___ habe im Mai 2007 die Metallentfernung am Humerus rechts 

vorgenommen, wobei er zwei Schrauben im Humerusschaft habe belassen müssen. 

Der Verlauf sei anfänglich gut gewesen, doch sei es unter Arbeitsbelastung ab 2008 

wieder zu Ellbogenschmerzen gekommen. Im Oktober 2008 sei bei radial betonter 

Arthrose eine arthroskopische Gelenkstoilette durchgeführt worden. Ab Januar 2009 

habe die Beschwerdeführerin ihre Arbeit wieder zu 50% aufnehmen können und es 

habe sich eine Schmerzexazerbation mit Hyperalgesie des Ellbogens und massiver 

Verspannung des gesamten rechten Arms entwickelt. Diese Beschwerden seien durch 

eine Ellbogenarthrose kaum zu erklären gewesen und die klinische Untersuchung habe 

ein druckdolentes AC-Gelenk bei Status nach Schulterkontusion vom 19. September 

2005 gezeigt. Eine Infiltration des rechten AC-Gelenks (im Januar 2009; UV-act. 2/4) 

habe völlige Beschwerdefreiheit gebracht. Das MRI vom 2. Februar 2009 (UV-act. 2/7) 

habe eine reaktivierte AC-Gelenksarthrose rechts mit Impingementsyndrom des 

Supraspinatus ohne Nachweis einer Ruptur gezeigt. Ursache der AC-Arthrose sowie 

der aktuellen Beschwerden und der allfälligen Operation sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit die Schulterkontusion rechts anlässlich des Unfalls vom 19. 

September 2005 (UV-act. 3/2). Am 3. April 2009 führte Dr. D.___ die 

Schulterarthroskopie rechts mit Acromioplastik und AC-Gelenkresektion durch (UV-act. 

2/11). Am 20. Mai 2009 berichtete er über protrahierte Schulter-Armschmerzen rechts 

(UV-act. 2/15). Im Juni 2009 hielt sich die Beschwerdeführerin stationär in der 

Rehaklinik H.___ auf. Im entsprechenden Austrittsbericht vom 14. Juli 2009 wurde 

unter anderem festgehalten, neben somatischen Befunden habe sich eine mindestens 

leichtgradige depressive Symptomatik gefunden. Aufgrund der langen 

Arbeitsunfähigkeit werde ein langsamer Wiedereinstieg mit zunächst 50% ab 9. Juli 

2009 für eine Woche mit Steigerung auf 75% und 100% an einem geeigneten 

Arbeitsplatz ohne Überanstrengung des rechten Armes empfohlen. Die Empfehlung der 

endgültigen Arbeitsfähigkeit bestimme der Operateur (UV-act. 2/18). Dr. D.___ 

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bestätigte am 21. Juli 2009 massive Schulter- bzw. Oberarmschmerzen, deren Ursache 

ihm nicht klar sei. Die Infiltration am 17. Juli 2009 habe zu keiner Verbesserung geführt. 

Er bitte um eine konsiliarische Beurteilung (UV-act. 2/19). Letztere erfolgte am 28. 

September 2009 in der Uniklinik Balgrist und führte zur Feststellung des weiteren 

Behandlungsbedarfs mit Arbeitsunfähigkeit bis 1. Dezember 2009 (UV-act. 2/22, 2/23, 

2/24). Die Ärzte des Universitätsspitals Zürich empfahlen im Bericht vom 29. März 2010 

aufgrund des therapierefraktären Verlaufs die Teilnahme an einem interdisziplinären 

Schmerzprogramm (UV-act. 1/53).

2.2 Die AEH-Gutachter bestätigten am 9. September 2010 die Diagnosen eines 

protrahierten Schulter-/Arm-Schmerzsyndroms rechtsseitig, eines Status nach 

stumpfem

Thorako-Abdominaltrauma, Commotio cerebri, HWS-Distorsion und Schulterkontusion 

bei Autounfall am 19. September 2005 sowie ein dysfunktionales Schmerz- und 

Krankheitsverhalten ohne Hinweis auf eine psychiatrische Erkrankung mit 

Krankheitswert. Die Leistungsbereitschaft der Versicherten anlässlich der Evaluation 

der funktionellen Leistungsfähigkeit wurde als nicht zuverlässig beurteilt; die 

Beobachtungen bei den Tests würden auf eine deutliche Selbstlimitierung hinweisen. 

Die Konsistenz bei den Tests sei schlecht gewesen. Die Resultate der 

Belastbarkeitstests seien daher nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, 

dass die Versicherte bei gutem Effort mehr leisten könnte. Da die 

physiotherapeutischen Behandlungen zu keiner Verbesserung der Symptomatik geführt 

hätten, werde eine wieder vermehrte Belastung im Alltag empfohlen. Geplant sei die 

Aufnahme in ein interdisziplinäres Schmerzprogramm im Unispital Zürich. Eine 

Beeinflussung der Arbeitsfähigkeit dadurch sei unwahrscheinlich. Allerdings könnten 

mit dem Programm die Lebensqualität und die Voraussetzungen für die berufliche 

Eingliederung positiv beeinflusst werden. Die Schulterproblematik werde in Bezug auf 

die somatisch-strukturell-funktionellen Befunde im Zusammenhang mit dem 

Unfallereignis vom 19. September 2005 gesehen (Begründung im Gutachten). Das 

Unfallereignis habe hier zur Entwicklung einer vorzeitigen rechtsseitigen AC-

Gelenkarthrose geführt, weshalb am 3. April 2009 auch eine operative Intervention 

durchgeführt worden sei. Therapeutische Massnahmen zur Verbesserung der Situation 

im rechten Schultergelenk seien eine zukünftige Option, jedoch erst nach Besserung 

des dysfunktionalen Krankheits- und Schmerzverhaltens. Die Ellbogenbeschwerden 

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stünden nicht mit ausreichender Sicherheit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis 

vom 19. September 2005 (Begründung im Gutachten). Aufgrund der somatischen 

Befunde sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin wahrscheinlich 

auf Dauer nicht mehr zumutbar. Wegen den zu hantierenden Gewichten bestehe hier 

aufgrund der unfallbedingten Schulterproblematik eine wesentliche Einschränkung. Ein 

dysfunktionales Krankheitsverhalten begründe keine Arbeitsunfähigkeit. Für eine 

körperlich leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin unter 

Beachtung von Hebe- und Tragelimiten und Einschränkungen der Arbeit über 

Schulterhöhe und bei Vorneigung (Stehen, Sitzen, Kriechen) arbeitsfähig. Keine 

Einschränkungen bestünden beim Sitzen, Stehen an Ort, Stehen und Gehen und auch 

beim Gehen und Treppensteigen. Die unfallbedingten Einschränkungen würden sich 

vor allem auf die Arbeiten mit dem rechten Arm in Bezug auf die Gewichtsbelastung 

(maximal 10-12.5 kg) und bei Arbeiten über Kopf beschränken. Der durch die Schulter 

bedingte Integritätsschaden betrage 5%. Der heutige Zustand sei ca. sechs Monate 

nach Durchführung der Acromioplastik, d.h. ab Oktober 2009 erreicht gewesen (UV-

act. 3/10). Im Nachgang zur Durchführung eines interdisziplinären Schmerzprogramms 

bestätigten die Ärzte des Universitätsspitals Zürich im Bericht vom 7. Februar 2011 

unter anderem die Diagnosen von chronischen Schulter- und Armschmerzen rechts, 

einer mittelschweren Depression, eines Status nach lumboradikulärem Reizsyndrom 

links sowie eines chronischen zervikothorakovertebralen und zervikozephalen 

Schmerzsyndroms. Sie kamen unter anderem zum Schluss, dass sich bei der 

Beschwerdeführerin eine Psychotherapie und die Betreuung in einem Tageszentrum für 

psychisch kranke Menschen empfehle (UV-act. 3/7). Dr. med. G.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, berichtete am 23. Februar 2011, Psychotherapie mache bei der 

Beschwerdeführerin keinen Sinn, da sie ihre Schmerz- und Funktionsstörungen auf 

körperliche Fehlfunktionen zurückführe und nicht bereit gewesen sei, die Hintergründe 

ihrer Probleme zu reflektieren (UV-act. 3/8). Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin 

bestätigten die AEH-Gutachter am 18. April 2011 ihre früheren Feststellungen. In einer 

angepassten Tätigkeit, wie sie im Gutachten beschrieben sei, bestehe keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (ganztägige Zumutbarkeit). Die Anpassungen im 

Vergleich zur angestammten Tätigkeit seien hier zu 50% durch die unfallbedingten 

Funktionseinschränkungen bedingt (UV-act. 3/15).

3.   

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3.1 In Bezug auf den Schulterbereich ist ein durch den Unfall vom 19. September 2005 

bedingter organisch-struktureller (somatischer) Gesundheitsschaden in Anbetracht der 

geschilderten Aktenlage überwiegend wahrscheinlich zu bejahen (vgl. UV-act. 3/2, 

3/10). Hinsichtlich der Beschwerden im Ellbogen ist aktenmässig dokumentiert und 

auch unbestritten, dass diese nicht auf das Unfallereignis vom 19. September 2005 

zurückzuführen sind (vgl. UV-act. 3/10). Anhaltspunkte für unzutreffende Feststellungen 

im AEH-Gutachten in somatischer Hinsicht sind weder aus den Akten ersichtlich noch 

werden solche von der Beschwerdeführerin geltend gemacht.

Die erstbehandelnden Spitalärzte vermerkten bei der Beschwerdeführerin nach dem 

Unfall vom 19. September 2005 eine Commotio cerebri mit GCS (Glasgow-Coma 

Skale) von 15 sowie eine HWS-Distorsion (UV-act. 2/1, 2/2). Sie bestätigten damit unter 

anderem eine leichte traumatische Hirnverletzung (MTBI; vgl. dazu S. Johannes/

R. Schaumann-von Stosch, Grundlegende Aspekte der leichten traumatischen 

Hirnverletzung, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 74ff). Ist eine dem 

Schleudertrauma äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert und liegt - wie 

vorliegend - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund an der HWS vor, muss 

für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. gegeben sein (BGE 

117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 E. 9). 

Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in 

seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem 

Unfall aufgetreten sein. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum 

Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestiert haben (Urteile des 

Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom 15. März 2007, U 258/06; 

RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Angesichts der geschilderten Aktenlage kann vom 

Auftreten eines typischen Beschwerdebilds insofern nicht gesprochen werden, als sich 

nach dem Unfall neben Schmerzen in der HWS soweit ersichtlich keine eigentliche 

Beschwerdehäufung im erwähnten Sinn ergab (vgl. UV-act. 2/1, 2/2). Von daher 

erscheint die natürliche Unfallkausalität der Beschwerden nicht ohne weiteres 

ausgewiesen. Nach der Rechtsprechung sind die Anforderungen an den Beweis des 

natürlichen Kausalzusammenhangs (mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

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Wahrscheinlichkeit) desto strenger, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem 

Unfall und dem (erneuten) Eintritt der Gesundheitsschädigung ist (RKUV 1997, 188 E. 

1c). Damit wieder aufgetretene Beeinträchtigungen auch noch nach einer längeren Zeit, 

während der sich die anfängliche Symptomatik zurückgebildet hat, mit hinreichender 

Zuverlässigkeit dem Unfall als dem versicherten Ereignis zugerechnet werden können, 

muss der Beschwerdeverlauf eine gewisse Kontinuität aufweisen. Dieser zeitliche 

Zusammenhang ist gerade nach Distorsionsverletzungen der Halswirbelsäule von 

grosser Bedeutung für die Beurteilung der Kausalität, weil ein Zervikalsyndrom - als 

das nach einer Schleudertraumaverletzung meist zentrale Symptom - in dem Sinn 

ätiologisch unspezifisch ist, als oft auch andere Faktoren (degenerative Veränderungen, 

muskuläre Dysbalance etc.) als massgebende Ursachen für diese Beeinträchtigungen 

in Betracht fallen (vgl. Urteil des EVG vom 6. Juni 2006, U12/06, E. 4.2). - Die AEH-

Gutachter kamen zum Schluss, bei der Beschwerdeführerin bestehe ein 

dysfunktionales Schmerz- und Krankheitsverhalten ohne Hinweis auf eine 

psychiatrische Erkrankung mit Krankheitswert. Die Leistungsbereitschaft beurteilten sie 

als nicht zuverlässig; die Beobachtungen bei den Tests wiesen auf eine deutliche 

Selbstlimitierung hin (act. G 3/10). Die Beschwerdeführerin macht jedoch geltend, dass 

sich ihr Gesundheitszustand zwischenzeitlich verschlechtert habe und nimmt dabei 

explizit Bezug auf die von ihrer Psychiaterin bescheinigte starke Depression (act. G 1) 

und psychische Belastung bei unerträglichen Schmerzen (act. G 5). Von Seiten des 

Universitätsspitals Zürich wurde auch noch im Februar 2011 ein chronisches 

Schmerzsyndrom im Zervikalbereich bescheinigt (UV-act. 3/7). Die sich hieraus 

ergebende Frage, ob tatsächlich eine Verschlechterung der psychischen Situation 

vorliegt und ob die gesundheitlichen Beschwerden nichtorganischer Art (insbesondere 

die psychischen Befunde) in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 

19. September 2005 stehen, kann offen bleiben, weil - wie nachstehend zu zeigen sein 

wird - die adäquate Unfallkausalität zu verneinen ist. Die Beschwerdegegnerin ging im 

Resultat von einer - wenn auch zeitlich befristeten - Unfalleinwirkung aus, indem sie 

ihre Leistungspflicht für den im Jahr 2009 gemeldeten Rückfall bis Ende August 2011 

anerkannte.

3.2 Nachdem von Seiten der Uniklinik Balgrist im Herbst 2009 ein Behandlungsbedarf 

bejaht worden war (UV-act. 2/23, 2/23), hielten die AEH-Gutachter im September 2010 

fest, dass die physiotherapeutischen Behandlungen zu keiner Verbesserung der 

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Symptomatik geführt hätten. Sie empfahlen die Durchführung eines interdisziplinären 

Schmerzprogramms im Wesentlichen zur Verbesserung der Lebensqualität und 

erachteten eine Beeinflussung der Arbeitsfähigkeit als unwahrscheinlich (UV-act. 3/10 

S. 13). Die im Februar 2011 von den Ärzten des Universitätsspitals empfohlene 

Psychotherapie (UV-act. 3/7) wurde von Dr. G.___ mit Hinweis auf die fehlende 

Bereitschaft der Beschwerdeführerin, die Hintergründe ihrer Probleme zu reflektieren, 

als nicht sinnvoll erachtet (UV-act. 3/8). Gestützt auf diese Aktenlage ist überwiegend 

wahrscheinlich davon auszugehen, dass jedenfalls per Ende August 2011 keine 

unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht auf eine namhafte 

Verbesserung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit mehr vorlag und die 

durchgeführten Behandlungsmassnahmen (bei unsicherem Behandlungserfolg) 

lediglich der Schmerzlinderung und Aufrechterhaltung des erreichten Zustands dienten. 

Der Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG 

bedingt lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine 

ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. 

November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Für eine weiter andauernde Übernahme der 

Behandlungskosten genügt es nicht, dass eine Therapie lediglich eine unbedeutende 

Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur eine weit 

entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A., Bern 1989, 

274). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann auch dann nicht 

gesprochen werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nur die sich aus einem stationären Gesundheitsschaden 

ergebenden Beschwerden für eine begrenzte Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005, 388). 

Die Beschwerdegegnerin nahm somit zu Recht den Fallabschluss im Sinn von Art. 19 

Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109) - auf Ende 

August 2011 an. 

3.3 Das Vorliegen eines Schädel-Hirntraumas, worunter sämtliche 

Hirnfunktionsstörungen mit oder ohne morphologisch fassbare Schädigung des 

Gehirns und seiner Hüllen, einschliesslich Gehirnschädel und Kopfschwarte subsumiert 

werden (Trentz/Bühren, Checkliste Traumatologie, Stuttgart/New York 2001, S. 122 ff.), 

rechtfertigt die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis, wenn die erlittene 

Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio 

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cerebri liegt (vgl. Urteile des EVG vom 6. Mai 2003, U 6/03, und vom 13. Juni 2005, U 

276/04, E. 2.2.1). Vorliegend ist wie erwähnt von einer leichten traumatischen 

Hirnverletzung auszugehen, was grundsätzlich die Anwendung der Schleudertrauma-

Praxis zur Folge hat. Obschon die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid 

die Adäquanz der nicht-organischen bzw. psychischen Beschwerden (wohl ausgehend 

von der Annahme einer hier nicht gegebenen natürlichen Kausalität) nicht prüfte und 

sich auf medizinische und erwerbliche Feststellungen beschränkte, erscheint es 

gerechtfertigt und erforderlich, dies im vorliegenden Verfahren im Sinn einer 

zusätzlichen Begründung nachzuholen. Ob die Adäquanzprüfung nach der 

Schleudertrauma- oder der Psycho-Praxis durchzuführen ist, kann dabei offen bleiben, 

da die Adäquanz auch bei Anwendung der für die Beschwerdeführerin günstigeren 

Schleudertrauma-Praxis (vgl. dazu SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11; Urteil des Bundesgerichts 

vom 18. September 2009, 8C_283/2009) zu verneinen ist, wie die nachfolgenden 

Erwägungen zeigen werden.

4.   

4.1 Der in Frage stehende Unfall vom 19. September 2005 ist aufgrund des 

Geschehensablaufs - das von der Beschwerdeführerin gelenkte Fahrzeug überschlug 

sich, nachdem es mit einem Reh zusammengestossen war - und der Verletzungen (UV-

act. 2/1, 2/2) nicht als ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches Geschehen im 

Sinn der Praxis (dargestellt in RKUV 1995, 91) einzustufen (vgl. auch Urteile des EVG 

vom 20. Juli 2005, U 338/04, und vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.3). Die 

Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den schweren 

Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei Unfällen 

im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, 

um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so geringer sein kann, je 

näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb). 

Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem mittelschweren Unfall auszugehen, 

allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen (vgl. dazu etwa die 

Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14. April 2000, U 257/99, und des 

Bundesgerichts vom 24. August 2007, U 497/06, E. 4.2, sowie vom 22. August 2008, 

8C_609/2007, E. 4.1.3). Eine gewisse Eindrücklichkeit für die Beschwerdeführerin kann 

dem Ereignis nicht abgesprochen werden. Eine besondere Eindrücklichkeit oder 

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dramatische Begleitumstände sind allerdings nicht belegt, zumal das objektive 

Unfallgeschehen massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-

Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom 

23. November 2004, U 109/04, E. 2.3 und vom 2. März 2005, U 309/03, E. 5.1). Beim 

erlittenen cervikalen Trauma handelt es sich nicht um eine Gesundheitsschädigung, die 

durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert ist (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 17. August 2007, 8C_101/2007, E. 5.2 und 5.3, und vom 21. 

Dezember 2007, U 558/06, E. 4.2.2, sowie Urteil des EVG vom 9. August 2004, U 

116/04).

Hinsichtlich des Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 19. September 2005 mit initialer Behandlung 

im Spital Wetzikon und anschliessender konservativer Therapie ihre Arbeitstätigkeit 

nach Behandlungsabschluss im November 2005 wieder vollumfänglich aufnahm (UV-

act. 2/3, 4/1). Nach der Metallentfernung im Mai 2007 ergaben sich im Jahr 2008 im 

rechten Ellbogen Schmerzen mit entsprechendem (unfallfremdem) Behandlungsbedarf 

(vgl. UV-act. 3/2 S. 2) Danach erfolgten erneute Behandlungen, welche der 

Beschwerdegegnerin im Januar 2009 als Rückfall gemeldet wurden (UV-act. 1/6). Die 

Behandlungen umfassten unter anderem eine (unfallbedingte) Arthroskopie der rechten 

Schulter mit Acromioplastik und AC-Gelenkresektion (UV-act. 2/11) sowie einen 

stationären Aufenthalt in der Klinik H.___ (UV-act. 2/18). Soweit 

Abklärungsmassnahmen zur Durchführung kamen, fallen diese ausser Betracht (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 26. August 2008, 8C_687/2007, E. 5.3). Wie dargelegt 

war jedenfalls Ende August 2011 von weiteren Behandlungsmassnahmen keine 

namhafte Besserung mehr zu erwarten (vgl. vorstehende E. 3.3). Angesichts dieser 

Aktenlage kann eine fortgesetzt spezifische, die Beschwerdeführerin belastende 

ärztliche Behandlung im Sinn der Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

13. Juni 2008, 8C_331/2007, E. 4.2.3) nicht als belegt gelten. Adäquanzrelevant können 

im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 

UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die 

Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der 

Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im 

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Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Die Beschwerdeführerin leidet gemäss 

den Darlegungen im Bericht des Universitätsspitals Zürich vom 7. Februar 2011 

insbesondere an chronischen Schulter- und Armschmerzen, einer mittelschweren 

Depression und an chronischen Schmerzen im Zervikalbereich (UV-act. 3/7). Das 

Bestehen von unfallbedingten, ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen 

Beschwerden lässt sich mithin nicht ohne Weiteres verneinen; aufgrund der 

vielschichtigen Beschwerdeursachen lässt sich das Kriterium allerdings höchstens 

geringgradig bejahen. Im Weiteren können ein schwieriger Heilungsverlauf und 

erhebliche Komplikationen angesichts der medizinischen Aktenlage (E. 2) nicht 

angenommen werden. Dieses Kriterium ist deshalb nicht erfüllt. Ebenso wenig steht 

eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung zur 

Diskussion.

4.2 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 134 

V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 

mittelschweren Schleudertraumen der HWS und leichten Schädelhirntraumen ein 

längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen 

Standpunkt aus eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist 

daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu 

überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret 

muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung so rasch wie möglich 

wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten 

Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger 

persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um 

alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten 

ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG 

in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen 

vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). - Nachdem in der Zeit 

nach dem Unfall eine volle Arbeitsunfähigkeit und ab 20. Oktober 2005 eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit attestiert worden war, bestand ab 22. November 2005 wieder eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (UV-act. 4/1). Nach der Rückfallmeldung (Januar 

2009) bestanden teilweise oder vollständige Arbeitsunfähigkeiten (UV-act. 4/4, 4/7). Im 

Austrittsbericht der Klinik H.___ vom 14. Juli 2009 wurde ein langsamer Wiedereinstieg 

mit zunächst 50% ab 9. Juli 2009 für eine Woche mit Steigerung auf 75% und 100% 

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an einem geeigneten Arbeitsplatz ohne Überanstrengung des rechten Armes 

empfohlen (UV-act. 2/18). Die AEH-Gutachter bestätigten am 9. September 2010, dass 

aufgrund der somatischen Befunde die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

Produktionsmitarbeiterin aufgrund der unfallbedingten Schulterproblematik 

wahrscheinlich auf Dauer nicht mehr zumutbar sei, dass jedoch ein dysfunktionales 

Krankheitsverhalten keine Arbeitsunfähigkeit begründe und für eine körperlich leichte 

bis knapp mittelschwere Tätigkeit die Beschwerdeführerin unter Beachtung von Hebe- 

und Tragelimiten und Einschränkungen der Arbeit über Schulterhöhe und bei 

Vorneigung (Stehen, Sitzen, Kriechen) arbeitsfähig sei. Die Gutachter verneinten 

Einschränkungen beim Sitzen, Stehen an Ort, Stehen und Gehen und auch beim Gehen 

und Treppensteigen. Die unfallbedingten Einschränkungen würden sich vor allem auf 

die Arbeiten mit dem rechten Arm in Bezug auf die Gewichtsbelastung (maximal 

10-12.5 kg) und bei Arbeiten über Kopf beschränken (UV-act. 3/10). Das Kriterium der 

erheblichen (unfallbedingten) Arbeitsunfähigkeit trotz Anstrengungen kann bei diesem 

Sachverhalt nicht als erfüllt betrachtet werden. Bei Erfüllung eines einzigen Adäquanz-

Kriteriums kann dem Unfall keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die 

andauernden gesundheitlichen Beschwerden, soweit sie somatisch nicht objektivierbar 

oder psychischer Natur sind, beigemessen werden. Gegenstand der Prüfung des 

Rentenanspruchs können dementsprechend ausschliesslich die unfallkausalen Folgen 

im Schulterbereich bilden.

5. 

5.1 Die Beschwerdegegnerin legte die rechtlichen Grundlagen der Rentenbemessung 

im angefochtenen Entscheid (E. 2.2) zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. Für die 

Bemessung des Valideneinkommens 2010 ging sie vom Einkommen aus, welches die 

Beschwerdeführerin ohne Eintritt des Gesundheitsschadens bei der früheren Arbeit­

geberin verdient hätte. Sie rechnete hierzu das von Arbeitgeberin für das Unfalljahr mit 

Fr. 50'407.-- (Fr. 3'800.-- x 13 zuzüglich andere Lohnzulagen von Fr. 1'007.--; UV-act. 

1/1) bescheinigte Einkommen auf die Nominallohnverhältnisse des Jahres 2010, d.h. 

auf einen Betrag von Fr. 54'462.-- (UV-act. 1/64 S. 3), auf. Von diesem unbestritten 

gebliebenen Betrag ist nachstehend auszugehen.

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5.2 Das Invalideneinkommen ist anhand statistischer Löhne zu bemessen. Aus der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2008 TA 1 

Niveau 4 ist für Frauen ein durchschnittliches Monatssalär von Fr. 4'116.-- ersichtlich. 

Das hieraus errechnete Jahressalär von Fr. 49'392.-- basiert auf 40 Wochenstunden 

und ist auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2010, d.h. auf 41.6 

Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 51'368.-- ergibt. Für 2010 

ergibt sich ein nominallohnangepasster Betrag von Fr. 52'873.-- (Index 2008: 2'219; 

Index 2010: 2'284).

5.3 Es ist angesichts des Zumutbarkeitsprofils gemäss AEH-Gutachten (vollzeitliche 

Zumutbarkeit eine körperlich leichten bis knapp mittelschweren Tätigkeit unter 

Beachtung von Hebe- und Tragelimiten und Einschränkungen der Arbeit über 

Schulterhöhe und bei Vorneigung; ohne Einschränkungen beim Sitzen, Stehen an Ort 

und auch beim Gehen und Treppensteigen) nicht ohne Weiteres davon auszugehen, 

dass die Beschwerdeführerin ihre Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt wegen unfallbedingter Einschränkungen lediglich mit 

unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann. Ein Abzug lässt sich nicht schon damit 

begründen, dass der in Betracht fallende Arbeitsmarkt gesundheitsbedingt 

eingeschränkt ist. Vielmehr rechtfertigt sich ein Abzug nur, wenn die versicherte Person 

auch im Rahmen einer von den Ärzten als geeignet erachteten Tätigkeit in der 

Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist und deshalb mit einem reduzierten Lohn zu 

rechnen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Oktober 2010, 8C_536/2010, Erw. 

2.5 mit Hinweisen). In einer adaptierten Tätigkeit (unter Berücksichtigung der 

Unfallfolgen) ist die im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids 44jährige 

Beschwerdeführerin uneingeschränkt arbeitsfähig. Es fehlt an Anhaltspunkten dafür, 

dass unfallbedingt (d.h. durch die Einschränkung in der rechten Schulter) lediglich ein 

reduzierter Lohn erzielbar wäre. Selbst wenn ein Abzug zu berücksichtigen wäre, 

könnte es sich dabei lediglich um einen geringen Prozentsatz (5%) handeln. Die 

Gegenüberstellung des Invalideneinkommens von Fr. 52'873.-- mit dem 

Valideneinkommen von Fr. 54'462.-- ergibt eine Erwerbsunfähigkeit von 3% (gerundet; 

BGE 130 V 122 E. 3.2). Die Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 5% würde zu 

einer Erwerbsunfähigkeit von 8% führen. Die Beschwerdegegnerin verneinte damit zu 

Recht einen Rentenanspruch. Soweit die Beschwerdeführerin um Hilfe bei der Suche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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einer zumutbaren Tätigkeit ersucht (act. G 5), hat sie sich hierfür an die Organe der 

Arbeitslosenversicherung bzw. Invalidenversicherung zu wenden.

6.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 12. August 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.04.2012
	Art. 6 und 18 UVG. Art. 16 ATSG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden. Prüfung des Anspruchs auf Unfallinvalidenrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. April 2012, UV 2011/60).

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