# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7f1d370-2e84-5baf-b6ea-7cdeab89536d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.07.2021 SB200012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200012_2021-07-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB200012-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Schärer 

und Ersatzoberrichterin lic. iur. Mathieu sowie die Gerichtsschreibe-

rin MLaw Wolter 

 

Urteil vom 19. Juli 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,   
Beschuldigter und Erstberufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

 

gegen 

 

B._____ Immobilien AG (vormals B1._____ Holding AG),  
Privatklägerin und Zweitberufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

 

sowie 

 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache ungetreue Geschäftsbesorgung und Widerruf 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 3. Oktober 
2019 (DG180102) 

-   2   - 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 26. Juli 

2018 (Urk. 1 Ordner 1 pag. 000322 ff.) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen ungetreuen Ge-

schäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB 

hinsichtlich der unter den folgenden Anklageziffern eingeklagten Sachverhal-

te: 

− Anklageziffer d (Bezahlung von privaten Motorfahrzeugversicherungen 
und einem Aston Martin Cover durch die B._____) und  

− Anklageziffer e (Einsatz von Personal der B._____ für private Zwecke). 

2. Vom Vorwurf der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB hinsichtlich der unter den folgen-

den Anklageziffern eingeklagten Sachverhalte wird der Beschuldigte freige-

sprochen: 

− Anklageziffer b (Bezahlung von privaten Golfclub-Mitgliedschaften und 
Golfplatz-Spielberechtigungen durch die B._____),  

− Anklageziffer c (Bezahlung von privaten Treibstoffrechnungen durch 
die B._____),  

− Anklageziffer f (Private Konsumationen im Restaurant des Hotels 
"C._____"),  

− Anklageziffer g (Umbau der Privatliegenschaft "D._____ … [Strasse]") 
und  

− Anklageziffer h (Bezahlung des "Bonus gemäss Vereinbarung"). 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 

Fr. 800.– (entsprechend Fr. 144'000.–) als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 7. Januar 2014. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt.  

-   3   - 

5. Der Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zü-

rich vom 7. Januar 2014 für eine Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 930.– gewährten bedingten Strafvollzuges wird nicht angeordnet. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Immobilien 

AG Schadenersatz in der Höhe von Fr. 9'012.– zuzüglich 5 % Zins ab  

− 4. Januar 2012 auf dem Betrag von Fr. 3'919.90,  

− 24. April 2012 auf dem Betrag von Fr. 1'172.20,  

− 29. Januar 2013 auf dem Betrag von Fr. 3'919.90,  

zu bezahlen. 

Im Übrigen (hinsichtlich Anklageziffern b, c, f, g und h) werden die Schaden-

ersatzbegehren der Privatklägerin B._____ Immobilien AG abgewiesen.  

7. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen.  

8. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 9'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.00   Gebühr Vorverfahren 
Fr. 70.00   Zeugenentschädigung 
Fr.  106.92   Auslagen Vorverfahren 
Fr 1'500.00   Kosten Beschwerdeverfahren (UE150191-O) 
Fr. 2'250.00   Kosten Beschwerdeverfahren (UE170230-O) 
Fr. 22'926.92   Total 
 

9. Die Kosten gemäss vorstehender Dispositiv-Ziffer 8 werden dem Beschul-

digten zu einem Achtel auferlegt und im Übrigen (sieben Achtel) auf die Ge-

richtskasse genommen.  

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Immobilien 

AG für das gesamte Verfahren eine reduzierte Parteientschädigung von 

Fr. 12'349.90 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen. 

-   4   - 

11. Dem Beschuldigten wird für das gesamte Verfahren eine Entschädigung für 

anwaltliche Verteidigung von Fr. 71'988.60 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

aus der Gerichtskasse zugesprochen.  

Berufungsanträge:  

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 77 S. 1 f.; sinngemäss) 

1. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu 

nehmen und es sei dem Beschuldigten für das Berufungsverfahren ei-

ne Entschädigung in Höhe der angefallenen Verteidigungskosten aus-

zurichten. 

3. Das erstinstanzliche Kostendispositiv sei, soweit es eine Kostenauflage 

an den Beschuldigten beinhaltet, aufzuheben und es seien die Kosten 

der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens vollumfänglich auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. 

4. Dem Beschuldigten sei für das vorinstanzliche Verfahren die volle Pro-

zessentschädigung von Fr. 82'272.70 zuzusprechen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich:  

(Urk. 69, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

c) Der Vertreterin der Privatklägerschaft: 

(Urk. 75 S. 1 ff.; sinngemäss) 

1. Ziffer 2 des Dispositivs sei aufzuheben und der Beschuldigte sei zu-

sätzlich zu Ziffer 1 des Dispositivs der mehrfachen ungetreuen Ge-

schäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 

-   5   - 

StGB hinsichtlich der unter den folgenden Anklageziffern eingeklagten 

Sachverhalte schuldig zu sprechen: 

- Anklagepunkt b: Bezahlung von privaten Golfclub-

Mitgliedschaften und Golfplatz-Spielberechtigungen durch die 

B._____; 

- Anklagepunkt c: Bezahlung von privaten Treibstoffrechnungen 

durch die B._____; 

- Anklagepunkt f: private Konsumationen im Restaurant des Hotels 

"C._____"; 

- Anklagepunkt g: Umbau der Privatliegenschaft "D._____ …"; 

- Anklagepunkt h: Bezahlung des "Bonus gemäss Vereinbarung". 

2. Ziffer 3 des Dispositivs sei aufzuheben und der Beschuldigte sei an-

gemessen höher zu bestrafen. 

3. Der Beschuldigte sei zusätzlich zum in Ziffer 6 des Dispositivs zuge-

sprochenen Schadenersatz zu verpflichten, der Privatklägerin folgen-

den Schadenersatz zu bezahlen: 

- Anklageziffer b: Bezahlung von privaten Golfclub-Mitgliedschaften 

und Golfplatz-Spielberechtigungen durch die B._____: 

Fr. 25'850.–, zzgl. 5% Zins wie folgt: 

- ab 5.3.2010 auf dem Betrag von Fr. 230.– 

- ab 17.1.2011 auf dem Betrag von Fr. 5'520.– 

- ab 4.3.2011 auf dem Betrag von Fr. 230.– 

- ab 4.1.2012 auf dem Betrag von Fr. 2'760.– 

- ab 30.3.2012 auf dem Betrag von Fr. 230.– 

- ab 4.1.2013 auf dem Betrag von Fr. 5'520.– 

- ab 8.3.2013 auf dem Betrag von Fr. 190.– 

- ab 20.1.2014 auf dem Betrag von Fr. 5'520.– 

- ab 21.1.2014 auf dem Betrag von Fr. 150.– 

-   6   - 

- Anklageziffer c: Bezahlung von privaten Treibstoffrechnungen 

durch die B._____: 

Fr. 4'821.50, zzgl. 5% Zins ab 11. April 2014 

- Anklageziffer f: private Konsumationen im Restaurant des Hotels 

"C._____": 

Fr. 7'599.65, zzgl. 5% Zins ab 20. Dezember 2013 

- Anklageziffer g: Umbau der Privatliegenschaft "D._____ …": 

Fr. 243'876.50, zzgl. 5% ab 31. Dezember 2012 

- Anklageziffer h: Bezahlung des "Bonus gemäss Vereinbarung": 

Fr. 108'000.–, zzgl. 5% Zins ab 7. März 2011. 

4. Ziffer 9 und Ziffer 10 des Dispositivs seien aufzuheben und es seien 

die gesamten Verfahrenskosten einschliesslich der Kosten der Rechts-

vertretung der Privatklägerin (zzgl. 8% bzw. 7.7% Mehrwertsteuer) 

vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

5. Ziffer 11 des Dispositivs sei aufzuheben und dem Beschuldigten sei 

keine Entschädigung für die anwaltliche Vertretung aus der Gerichts-

kasse zuzusprechen. 

__________________________________ 

 

Erwägungen: 

I. 

1.1 Mit Urteil vom 3. Oktober 2019 sprach das Bezirksgericht Winterthur den 

Beschuldigten der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung hinsichtlich der 

Anklageziffern d und e schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingt vollziehbaren 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 800.–. Von den übrigen Anklagevorwürfen 

-   7   - 

(Anklageziffern b, c, f-h) sprach das Bezirksgericht Winterthur den Beschuldigten 

frei und sah vom Widerruf einer am 7. Januar 2014 ausgefällten bedingten Geld-

strafe ab. Ferner entschied es über die Zivilforderung der Privatklägerin und regel-

te die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 60 S. 65 f.).   

1.2 Der Beschuldigte und die Privatklägerin meldeten mit Eingaben vom 24. 

respektive 29. Oktober 2019 rechtzeitig Berufung gegen das schriftlich im Disposi-

tiv eröffnete Urteil an (Urk. 52 ff.; Art. 399 Abs. 1 StPO) und reichten der erken-

nenden Kammer später auch fristwahrend je ihre schriftlichen Berufungserklärun-

gen ein (Urk. 57; Urk. 62; Urk. 64; Art. 399 Abs. 2 i.V.m. Art. 90 StPO). An-

schlussberufungen wurden innert der mit Präsidialverfügung vom 24. Januar 2020 

angesetzten Frist keine erhoben (Urk. 65; Urk. 67; Urk. 69).  

1.3 Unter dem 6. Februar 2020 reichte der Beschuldigte aufforderungsgemäss 

(Urk. 65) das ausgefüllte Datenerfassungsblatt samt Beilagen ein (Urk. 67 f.). 

3. Die Berufungsverhandlung fand heute in Anwesenheit des Beschuldigten 

und seines amtlichen Verteidigers sowie der Rechtsvertreterin und dem Verwal-

tungsratspräsidenten der Privatklägerin statt (Prot. II S. 4).  

II. 

1.1 Der Beschuldigte stellt im Berufungsverfahren einen Antrag auf vollumfäng-

lichen Freispruch. Seine Berufung richtet sich gegen die Dispositivziffern 1, 3, 4, 6 

sowie 8 bis 11 des vorinstanzlichen Entscheides (Urk. 62; Prot. II S. 4 f., 39). Die 

Berufung der Privatklägerin zielt auf einen Schuldspruch auch bezogen auf die 

Anklageziffern b, c sowie f bis h. Ihre Berufung richtet sich gegen die Dispositivzif-

fern 2, 3, 6 sowie 9 bis 11 des Entscheids des Bezirksgerichtes Winterthur 

(Urk. 64; Prot. II S. 5 ff.). Der erstinstanzliche Entscheid ist mithin bis auf die Dis-

positivziffern 5 und 7 formell umfassend angefochten. Dispositivziffer 5 (Verzicht 

auf Widerruf) gilt allerdings als Teil des Strafpunktes als mitangefochten. Hinsicht-

lich Dispositivziffer 8 stellt der Beschuldigte trotz Anfechtung keine abweichenden 

Anträge. Das Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 3. Oktober 2019 ist folg-

-   8   - 

lich bezüglich der Dispositivziffern 7 (Abweisung Genugtuung) und 8 (Kostenauf-

stellung) in Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist.  

1.2 Was die Berufung der Privatklägerin betrifft ist der Vollständigkeit halber 

festzuhalten, dass sie den vorinstanzlichen Entscheid gemäss Art. 382 Abs. 2 

StPO hinsichtlich der ausgesprochenen Sanktion zwar nicht selbständig anfech-

ten, aber zufolge der Anfechtung von Freisprüchen, eine Änderung des Strafmas-

ses beantragen kann (BGE 139 IV 84 E. 1.2), was sie getan hat. Für eine Anfech-

tung von Dispositivziffer 11 fehlt ihr dagegen die von Art. 382 Abs. 1 StPO vo-

rausgesetzte Beschwer. 

2.1 Die Verteidigung wies vor Vorinstanz in prozessualer Hinsicht darauf hin, 

dass allfällige Widerhandlungen vor Oktober 2004 verjährt wären und deshalb auf 

die Anklage zufolge Verjährung nicht einzutreten sei, soweit sie den Zeitraum 

zwischen dem 1. August 2003 und Oktober 2004 betreffe (Urk. 48 S. 37). Im Be-

rufungsverfahren wiederholt sie den entsprechenden Antrag nicht (Urk. 77 S. 1 

ff.). Gleichwohl ist auf den Einwand einzugehen, der Anklageziffer 1 e) betrifft, 

gemäss welcher der Beschuldigte im Zeitraum vom 1. August 2003 bis zum 30. 

April 2014 durch den unbefugten Einsatz von Personal der Privatklägerin für pri-

vate Zwecke vorsätzlich und in Bereicherungsabsicht einen Schaden von jährlich 

mindestens Fr. 3'000.– verursacht haben soll.  

2.2.1 Gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB gilt für Delikte, die wie die ungetreue Ge-

schäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB mit einer Freiheits-

strafe von mehr als drei Jahren bedroht sind, eine Verjährungsfrist von 15 Jahren. 

Ist vor Ablauf der Verjährungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen, so tritt die 

Verjährung nicht mehr ein (Art. 97 Abs. 3 StGB). Allfällige Widerhandlungen im 

Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB vor dem 3. Oktober 2004 wären folglich 

verjährt, sofern nicht eine tatbestandliche Handlungseinheit oder eine natürliche 

Handlungseinheit, die dazu führen würde, dass die Verjährung mit der letzten Tat 

Ende April 2014 beginnen würde, vorliegt. Eine tatbestandliche Handlungseinheit 

liegt dabei vor, wenn das tatbestandsmässige Verhalten schon begrifflich, faktisch 

oder doch typischerweise mehrere Einzelhandlungen voraussetzt, was etwa auf 

die Tatbestände des Raubes oder der Misswirtschaft zutrifft, in der vorliegenden 

-   9   - 

Konstellation aber nicht zur Diskussion steht. Eine natürliche Handlungseinheit ist 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung anzunehmen, wenn mehrere Ein-

zelhandlungen auf einem einheitlichen Willensakt beruhen und diese wegen des 

engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs bei objektiver Betrachtung 

noch als ein einheitliches zusammengehöriges Geschehen erscheinen. Eine na-

türliche Handlungseinheit fällt jedoch ausser Betracht, wenn zwischen den einzel-

nen Handlungen, auch wenn sie aufeinander bezogen sind, ein längerer Zeitraum 

liegt (BGE 131 IV 83 E. 2.4.5). Das Bundesgericht hat eine genügende zeitlicher 

Nähe etwa verneint, als zwischen Vorbereitungshandlungen und einer Geisel-

nahme mehr als ein Monat vergangen war (BGE 111 IV 144 E. 3), als ein Täter 

geldwerte Vorteile eines Unternehmens in einem Abstand von zwei Jahren an-

nahm (BGE 139 IV 62 E. 1.3.1), bei jährlich durch positives Tun erfülltem Tatbe-

stand (BGE 131 IV 83 E. 2.4.6) oder bei drei Betrügen, die in Abständen von fünf 

und drei Tagen begangen wurden (BGE 133 IV 256 E. 4.5.3 [zusätzlich war die 

notwendige örtliche Nähe für eine natürliche Handlungseinheit nicht gegeben). 

2.2.2 Die Vorinstanz hat eine natürliche Handlungseinheit mit der Begründung be-

jaht, dass das in der Anklageschrift geschilderte Anweisen des Mitarbeiters der 

B._____ (Privatklägerin), E._____, auf einem einheitlichen Willensakt des Be-

schuldigten beruhe, über die gesamte Deliktsdauer von diesem getragen werde 

und zudem ein enger zeitlicher und räumlicher Zusammenhang gegeben sei, da 

der Mitarbeiter der Privatklägerin während mehrerer Stunden pro Jahr und über 

mehrere Jahre hinweg kontinuierlich private Arbeiten des Beschuldigten in den 

Räumlichkeiten der Privatklägerin erledigt haben solle (Urk. 60 E. II.2.).  

2.3.1 Gefolgt werden kann der Vorinstanz allenfalls noch, soweit sie von einem 

auf einem einheitlichen Willensakt des Beschuldigten beruhenden und getrage-

nen Geschehen mit räumlichem Zusammenhang im Sinne der Rechtsprechung 

ausgeht. Die Buchhaltung im Mandat Dr. med. F.______ (Mandat F._____) wur-

de, nachdem der Beschuldigte gemäss seinen Aussagen zusammen mit G._____ 

auf die Idee gekommen war, dass die Betreuung der Buchhaltung F._____ etwas 

Interessantes für E._____ wäre und die Idee so umgesetzt wurde (Urk. 1 Ordner 

3, pag. 060021), von letzterem ununterbrochen und ausschliesslich (Urk. 1 Ord-

-   10   - 

ner 3, pag. 060049) in den Räumlichkeiten der Privatklägerin geführt. Nicht zu fol-

gen ist der Vorinstanz hingegen, wenn sie einen genügenden zeitlichen Zusam-

menhang zwischen den inkriminierten Einsätzen von E._____ für das Mandat 

F._____ annimmt. Nach Schätzung des Beschuldigten beanspruchte das Mandat 

E._____ zwei bis drei Tage (Urk. 1 Ordner 3, pag. 060049). Von E._____ für die 

Jahre 2012 und 2013 erstellte Stundenlisten (Urk. 1 Ordner 3, pag. 060116 f.) 

zeigen, dass er in diesen Jahren tatsächlich gut 30 Stunden mit dem Mandat be-

schäftigt war. Die Arbeiten verteilte sich dabei nicht über das ganze Jahr, sondern 

fielen im Jahr 2012 zwischen dem 26. April und dem 25. Juli und im Jahr 2013 

zwischen dem 19. Juni und dem 20. November an. E._____ konnte als Zeuge 

zwar nicht mehr sicher sagen, ob die Auflistungen seinen Zeitaufwand abschlies-

send darstellen (Urk. 1 Ordner 4, pag. 070100). Allerdings schätzte er seinen Ar-

beitsaufwand bevor er mit den Stundenlisten konfrontiert worden war, auf nicht 

wesentlich höhere "plus minus" 32 bis 35 Stunden pro Jahr (a.a.O., pag. 070099), 

so dass kein Anlass besteht, an der inhaltlichen Richtigkeit der Stundenlisten zu 

zweifeln. Es steht damit fest, dass er die inkriminierten Arbeiten im Mandat 

F._____ in den Jahren 2012 und 2013 in jährlichen Blöcken mit einem zeitlichen 

Abstand von gegen einem Jahr erledigte. Für die weiteren Gegenstand der An-

klage bildenden Jahre liegen diesbezüglich zwar keine konkreten Angaben vor. 

Es fehlen aber auch Hinweise darauf, dass es sich in diesen anders verhielt. Zwar 

ist aufgrund der übereinstimmenden Aussagen des Beschuldigten sowie von 

G._____ und E._____ erstellt, dass die zu verbuchenden Belege über das Jahr 

verteilt immer wieder paketweise in den Büroräumen der Privatklägerin eintrafen 

(Prot. II S. 24; Urk. 1 Ordner 4, pag. 070097 und pag. 070185). Dass E._____ die 

eingetroffenen Belege jeweils sofort buchte, ergibt sich daraus jedoch nicht und 

ist auch unter praktischen Gesichtspunkten nach der allgemeinen Lebenserfah-

rung alles andere als zwingend. Es ist mithin für den gesamten Anklagezeitraum 

davon auszugehen, dass E._____ die inkriminierten Arbeiten im Mandat F._____ 

in jährlichen Blöcken mit einem zeitlichen Abstand von jedenfalls gegen einem 

Jahr erledigte. Das hat zur Konsequenz, dass zwar die jeweils in einem Jahr im 

Zusammenhang mit der jährlichen Buchhaltung von Dr. med. F._____ erledigten 

-   11   - 

Arbeiten als natürliche Handlungseinheit zu betrachten sind, eine Handlungsein-

heit zwischen den jährlichen Taten aber zu verneinen ist.  

2.3.2 Allfällige Widerhandlungen im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB vor 

dem 3. Oktober 2004 sind mithin verjährt. Das Verfahren ist insoweit einzustellen.  

3.1 Die Privatklägerin hält im Berufungsverfahren an ihrem Beweisantrag fest, 

es sei H._____ als Zeuge einzuvernehmen (Urk. 64 S. 4; Prot. II. S. 36). Zur Be-

gründung führte sie in ihrer Berufungserklärung an, die Staatsanwaltschaft und 

die Verteidigung erachteten die Aussagen von I._____ als insgesamt unglaubhaft 

und von den Instruktionen von H._____ beeinflusst. Das erstinstanzliche Gericht 

bejahe zwar in der Folge die Glaubwürdigkeit von I._____. Hingegen habe es hin-

sichtlich der Glaubhaftigkeit von dessen Aussagen erhebliche Zweifel angebracht 

und sich dabei insbesondere auf die von J._____ zu Protokoll gegebenen Aussa-

gen, wonach sie im April oder Mai 2015 Zeugin eines Gesprächs zwischen 

H._____ und I._____ geworden sei, gestützt. Dabei habe hauptsächlich H._____ 

gesprochen und I._____ habe jeweils bestätigende Aussagen gemacht wie "ja, 

ich habe verstanden" oder "ich sage, ich weiss es nicht" und "ich sage, ich weiss 

von nichts". Auch sei es um eine Frau gegangen, wobei I._____ gesagt habe, "ich 

sage, ich kenne sie nicht". Sie, J._____, habe den Eindruck gehabt, es habe sich 

um eine Instruktion gehandelt. Das Gericht habe die Aussage der Zeugin J._____ 

als widerspruchsfrei und glaubhaft beurteilt. Insbesondere deshalb, weil keine 

Anhaltspunkte dafür vorliegen würden, dass die Zeugin ein Interesse daran haben 

könnte, die Glaubhaftigkeit ihres Vaters zu unterminieren oder gar den Ausgang 

des vorliegenden Verfahrens zu beeinflussen. Die Aussagen und das Aussage-

verhalten der Zeugin J._____ seien für die Glaubhaftigkeit der Aussagen von 

I._____ zentral. Mit ihren Vorwürfen an die Adresse von H._____ sei dieser im 

Vorverfahren nie konfrontiert worden. H._____ sei daher im Berufungsverfahren 

diesbezüglich als Zeuge zu befragen wie auch zum Verhältnis von ihm und 

I._____ zur Zeugin J._____ in den Jahren 2017 und 2018. Zudem habe die 

Staatsanwaltschaft H._____ zur Strafanzeige als Ganzes lediglich als Auskunfts-

person in Abwesenheit des Beschuldigten befragt, weshalb die Beweiserhebung 

-   12   - 

unvollständig gewesen und gemäss Art. 389 Abs. 2 lit. b StPO im Rechtsmittelver-

fahren zu wiederholen sei (Urk. 64 S. 4 f.).  

3.2 Es trifft zu, dass H._____ einzig im Rahmen der Vorermittlung in Abwesen-

heit des Beschuldigten polizeilich als Auskunftsperson einvernommen wurde 

(Urk. 1 Ordner 4, pag. 092002-092018 und pag. 092024-092031). Seine damals 

gemachten Aussagen sind mangels Konfrontation zulasten des Beschuldigten 

nicht verwertbar. Weiter ist richtig, dass er bis heute nicht mit den Aussagen von 

J._____ konfrontiert und zu allfälligen innerfamiliären Spannungen befragt wurde. 

Wie zu zeigen ist, würde sich am Ausgang des Verfahrens aber nichts ändern, 

wenn H._____ seine gegenüber der Polizei gemachten Aussagen als Zeuge be-

kräftigen, die Aussagen von J._____ bestreiten und ihr (als Folge innerfamiliärer 

Spannungen und ihrer Frustration über ihre Schlechterstellung im Nachlass ihrer 

Eltern; vgl. Urk. 75  S. 8-17) ein Interesse daran unterstellen würde, die Glaubhaf-

tigkeit der Aussagen von I._____ und H._____ in Frage zu stellen. Die Einver-

nahme von H._____ als Zeuge im Rahmen des Berufungsverfahren ist daher ent-

behrlich.  

4.1 Die Privatklägerin stellte anlässlich der Berufungsverhandlung bis zum Ab-

schluss des Beweisverfahrens keine zusätzlichen Beweisanträge (Prot. II S. 35). 

Im Rahmen ihres Parteivortrags reichte sie dann als Belege für unter dem Titel 

"Vorbemerkungen" gemachte Ausführungen diverse Unterlagen ein (Urk. 75   

S. 3-20; Urk. 76/1-7). Der Beschuldigte beantragt, diese als verspätet aus dem 

Recht zu weisen Prot. II S. 36).  

4.2 Das Berufungsverfahren beruht gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO auf den Be-

weisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben 

worden sind. Im Berufungsverfahren sind die Beweisanträge - Noven vorbehalten 

- bereits in der Berufungserklärung anzugeben (Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO) oder -

oder spätestens vor Abschluss des Beweisverfahrens zu stellen (Art. 345 StPO). 

Ob sich diese Bestimmung auch auf Urkunden bezieht, die sofort vorgelegt wer-

den und daher kein Tätigwerden des Gerichts zwecks Erhebung des Beweises er-

fordern, ist ungeklärt. Die Kammer toleriert das Einlegen von Urkunden im Rah-

men des Plädoyers jedenfalls. Ein Abweichen von dieser Usanz ist vorliegend 

-   13   - 

nicht angezeigt, zumal die neu eingelegten Urkunden einzig dazu dienen, im Plä-

doyer aufgestellte Behauptungen zu unterlegen und das Berufungsgericht ge-

mäss Art. 349 i.V.m. Art. 379 StPO und Art. 389 Abs. 2 und 3 StPO selbst im Sta-

dium der Urteilsberatung noch Beweisergänzungen vornehmen könnte, wenn sie 

diese Behauptungen als für die Urteilsfindung relevant befinden würde. Die von 

der Privatklägerin im Rahmen ihres Plädoyers eingereichten Urkunden sind daher 

nicht aus dem Recht zu weisen, vermögen am Ergebnis - wie zu zeigen ist - aber 

auch nichts (zu Lasten) des Beschuldigten zu ändern. 

III. 

1.1 Der Beschuldigte war ab 1983 bis zu seiner fristlosen Entlassung am 

19. Mai 2014 für die Privatklägerin tätig, ab dem 1. Juli 1995 als Mitglied der Ge-

schäftsleitung und seit Januar 2003 als Geschäftsführer. Gemäss Anklageschrift 

vom 26. Juli 2018 soll er die aus seiner Stellung als Geschäftsführer fliessende 

Pflicht, das vorhandene Vermögen der Privatklägerin zu wahren und geschäfts-

mässig unbegründeten Aufwand zu vermeiden, im Zeitraum vom 1. August 2003 

bis zum 30. April 2014 kurz zusammengefasst verletzt haben, indem er private 

Golfclub-Mitgliedschaften und Golfplatz-Spielberechtigung (Anklagepunkt 1. b), 

private Treibstoffrechnungen (Anklagepunkt 1. c), private Motofahrzeugversiche-

rungen und ein Aston Martin Cover (Anklagepunkt 1. d), private Konsumationen 

im Restaurant des Hotels "C._____" (Anklagepunkt 1. f) und Rechnungen für 

Umbauarbeiten an seiner Privatliegenschaft (Anklagepunkt 1. g) durch die Privat-

klägerin habe bezahlen lassen sowie Personal der Privatklägerin für private Zwe-

cke eingesetzt (Anklagepunkt 1. e) und der K._____ AG einen nicht gerechtfertig-

ten Bonus zulasten der Privatklägerin habe bezahlen lassen (Anklagepunkt 1. h) 

und so der Gesellschaft in Bereicherungsabsicht finanziellen Schaden in der Hö-

he von insgesamt mehreren hunderttausend Franken zugefügt habe 

(Urk. 000322-000342). Er soll sich dadurch der mehrfachen ungetreuen Ge-

schäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB schuldig gemacht ha-

ben. 

-   14   - 

1.2.1 Durch das Untersuchungsergebnis erstellt und unbestritten ist, dass dem 

Beschuldigten mit Geschäftsführervertrag vom 24. Januar 2003 (Urk. 1 Ordner 2, 

pag. 011101-011105) die gesamte Geschäftsführung der Privatklägerin übertra-

gen wurde. Im Einzelnen wurde sein Tätigkeits-, Aufgaben- und Verantwortungs-

bereich sowie seine Zeichnungsberechtigung gemäss Geschäftsführervertrag 

durch die Statuten, das Organisationsreglement (Urk. 1 Ordner 4, pag. 091036-

091041 [mit Änderungen per 19. Mai 2014] = Urk. 1 Ordner 2, pag. 011206-

011211 [Originalfassung]) und das Funktionendiagramm der Gesellschaft (vgl. 

Urk. 1 Ordner 4, pag. 091042-091045 [mit Änderungen per 19. Mai 2014]) be-

stimmt und umfasste insbesondere den Vorsitz der Geschäftsleitung, die admi-

nistrative und finanzielle Führung und Kontrolle, die Erstellung und Einhaltung des 

Budgets, die Erstellung und Durchsetzung der Jahresziele sowie die Personalfüh-

rung und -ausbildung samt Qualifikationswesen. Die Zeichnungsberechtigung des 

Beschuldigten richtete sich nach dem Unterschriftenreglement der Privatklägerin 

(Urk. 1 Ordner 4, pag. 091046-091048 [mit Änderungen per 19. Mai 2014]). Im 

Handelsregister war er im anklagegegenständlichen Zeitraum als deren Einzel-

zeichnungsberechtigter eingetragen (Urk. 1 Ordner 2, pag. 011096-011100). Wei-

ter verfügte die Privatklägerin seit dem 1. Januar 2007 u.a. über ein vom kantona-

len Steueramt genehmigtes allgemeines Spesenreglement (Urk. 1 Ordner 5, 

pag.130157-130165  = Urk. 1 Ordner 6, pag. 210005-210013) und ab dem 1. Ja-

nuar 2011 über ein Spesenzusatzreglement für leitende Angestellte (Urk. 1 Ord-

ner 6, pag. 210017-210020), das gemäss dem Wortlaut von dessen Ziffer 1 und 2 

in Kombination mit dem allgemeinen Spesenreglement auch für den Geschäfts-

führer Geltung beanspruchte. Die Spesenreglemente liegen dem Anklagevorwurf 

allerdings nicht zugrunde; die Pflichten des Beschuldigten werden in der Anklage 

einzig bezugnehmend auf den Geschäftsführervertrag, das Organisationsregle-

ment, das Funktionendiagramm und die Unterschriftenregelung umschrieben (vgl. 

Urk. 1 Ordner, pag. 000322 ff.). Darauf wird zurückzukommen sein (vgl. 

E. III.6.2.1 und III.6.3.1 nachfolgend). 

1.2.2 Mit der Stellung als Geschäftsführer war, was der Beschuldigte auch ohne 

Weiteres eingesteht, die Pflicht verbunden, das vorhandene Vermögen der Pri-

vatklägerin zu wahren und geschäftsmässig unbegründeten Aufwand zu vermei-

-   15   - 

den (Urk. 1 Ordner 3, pag. 060237; Prot. I S. 23 f.). Der Beschuldigte bestreitet 

jedoch bis heute konsequent, seine Pflichten als Geschäftsführer vorsätzlich und 

in Bereicherungsabsicht verletzt zu haben. Er räumt zwar ein, dass die Kosten der 

privaten Motorfahrzeugversicherungen und ein Aston Martin Cover (Anklagepunkt 

1. d) nicht über die Privatklägerin hätten abgerechnet werden dürfen. Dabei habe 

es sich jedoch um ein Versehen gehandelt (Urk. 1 Ordner 3, pag. 060008 ff., 

060015 f., 060038 f., 060152 ff., 060245; Prot. I S. 44 ff.; Prot. II S. 22). Im Übri-

gen habe er (zusammengefasst) im Rahmen seiner Kompetenzen und gemäss 

der damaligen Firmenkultur pragmatisch und im Sinne der Privatklägerin gehan-

delt bzw. habe sein Handeln auf mündlichen Vereinbarungen zwischen ihm und 

dem damaligen Patron der Privatklägerin, I._____, beruht und den damaligen Us-

anzen entsprochen. Er habe immer die Interessen der Privatklägerin im Blick ge-

habt und ihr nie Schaden zufügen wollen. Was die Kosten des Umbaus seiner 

Privatliegenschaft betreffe, sei er zudem gewillt gewesen, den Minussaldo des 

Kontokorrentkontos vereinbarungsgemäss nach Abschluss des Umbaus auszu-

gleichen, wobei er auch während der gesamten Umbauphase immer über ein 

Barvermögen verfügt, das es ihm jederzeit erlaubt hätte, den Minussaldo auszu-

gleichen. Entsprechend weist er die Anklagevorwürfe auch im Berufungsverfahren 

zurück (Urk. 1 Ordner 3, pag. 060001-060249, 060255-060282; Prot. I S. 69 ff.; 

Prot. II S. 13 ff.). 

2.1 Die Vorinstanz hat zu den objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkma-

len der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 

3 StGB Ausführungen gemacht. Es kann darauf verwiesen werden (Urk. 60 

E. III.1.). Zusammengefasst erfüllt den Tatbestand u.a., wer aufgrund eines 

Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines anderen zu verwalten oder ei-

ne solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei vorsätzlich und in 

Bereicherungsabsicht unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass 

das Vermögen des anderen zumindest vorübergehend geschädigt wird.  

2.2 Die Tathandlung der ungetreuen Geschäftsbesorgung besteht dabei in der 

Verletzung der besonderen Pflichten, die den konkreten Täter hinsichtlich seiner 

Tätigkeit als Geschäftsführer generell, aber auch hinsichtlich einzelner Geschäfte 

-   16   - 

treffen. Der Inhalt der Pflichten wird von Art. 158 StGB nicht umschrieben, son-

dern ergibt sich aus dem Grundgeschäft (BGE 142 IV 346) bzw. den gesetzlichen 

und vertraglichen Bestimmungen, den Statuten, Reglementen, Beschlüssen der 

Generalversammlung, dem Gesellschaftszweck oder branchenspezifischen Us-

anzen. Deren Inhalt ist im Streitfall zivilrechtlichen Grundsätzen folgend durch 

Auslegung zu ermitteln. Massgeblich ist dabei in erster Linie der übereinstimmen-

de wirkliche Wille der Parteien. Lässt sich dieser nicht ermitteln, sind Erklärung 

und Vereinbarung aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach 

ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen vernünf-

tigerweise verstanden werden durfte und musste (vgl. statt vieler BGE 

4A_683/2011 E. 5.1; für formbedürftige Verträge BGE 122 III 361). Als relevante 

Pflichtwidrigkeiten kommen etwa der Einsatz von Angestellten eines Betriebs in 

erheblichem Umfang für eigene Geschäfte (BGE 81 IV 276), die gegen den Willen 

des Geschäftsherrn vorgenommene Abrechnung privater Aufwände über das Un-

ternehmen oder das Verursachen geschäftsmässig unbegründeten Aufwandes in 

Frage. Ob ein Aufwand geschäftsmässig begründet war, ist anhand der konkreten 

Umstände des Einzelfalls zu prüfen, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Ge-

schäftsführer über einen Ermessensspielraum verfügt (BGE 6B_473/2011 E. 

1.2.2; BGE 6S.327/2000 E. 3a). Strafrechtlich relevant sind allerdings nur direkt- 

oder eventualvorsätzlich begangene Pflichtwidrigkeiten. Bloss (grob-)fahrlässige 

Pflichtverletzungen bleiben straflos. Der Vorsatz muss sich überdies auch auf den 

Erfolg und den zwischen der Pflichtwidrigkeit und dem Schaden bestehenden 

Kausalzusammenhang beziehen. Die Rechtsprechung stellt beim Tatbestand der 

ungetreuen Geschäftsbesorgung an den Nachweis des Eventualvorsatzes stren-

ge Anforderungen (BGE 6B_1020/2015 E. 1.4.2).  

3.1 Während vorliegend zu Recht unbestritten ist, dass dem Beschuldigten in 

seiner Funktion die Sorge für das fremde Vermögen der Privatklägerin übertragen 

war, das er selbständig und in fremdem Interesse zu verwalten hatte, er also Ge-

schäftsführer im Sinne der Bestimmung war, gehen die Auffassungen über den 

Inhalt seiner Pflichten und allfällige Tathandlungen auseinander, wobei teilweise 

auch subjektive Tatbestandselemente von der Kontroverse erfasst sind. Auf die 

diesbezüglichen Standpunkte der Privatklägerin und des Beschuldigten wird im 

-   17   - 

Folgenden hinsichtlich der einzelnen Gegenstand der Anklage bildenden Zahlun-

gen einzugehen sein. An dieser Stelle ist festzuhalten, dass den konträren Stand-

punkten der Parteien grundlegend verschiedene Vorstellungen vom geschäftli-

chen Alltag der Privatklägerin im anklagerelevanten Zeitraum zugrunde liegen. 

Die Privatklägerin besteht darauf, dass der Beschuldigte Geschäftsführer mit klar 

geregelten Pflichten gewesen sei, die er in strafrechtlich relevanter Weise verletzt 

und dadurch bewirkt habe, dass sie an ihrem Vermögen geschädigt worden sei. 

Es gehe im vorliegenden Verfahren um vorsätzlich begangene Kompetenzan-

massungen, Kompetenzüberschreitungen und Kompetenzmissbrauch des Be-

schuldigten in seiner Funktion als Geschäftsführer zu seinem finanziellen Vorteil 

und zum finanziellen Nachteil seiner Arbeitgeberin. Der Beschuldigte habe sich 

als Patron der Privatklägerin gefühlt, dauernd seine privaten Interessen mit den 

geschäftlichen Interessen der Privatklägerin vermischt und eine Selbstbedie-

nungsmentalität gepflegt. Die behaupteten Absprachen mit I._____ habe es nicht 

gegeben (Urk. 46 S. 17 ff.; Urk. 75 S. 18, 20, 21 ff.). Der Beschuldigte und die 

Verteidigung legen demgegenüber dar, dass das Verhältnis zwischen I._____ und 

dem Beschuldigten auf gegenseitigem Vertrauen und mündlichen Absprachen be-

ruht habe (Urk. 48 S. 19; Urk. 77 S. 3 [Verweis auf Urk. 48]; Prot. II S. 13 ff.). 

I._____ sei jahrzehntelang der Patron der Privatklägerin gewesen und habe den 

Kurs stets klar vorgegeben. Sein Wort sei quasi Gesetz gewesen. Was er gesagt 

habe, habe gegolten, und zwar unabhängig davon, ob abweichende Schriftlichkeit 

bestanden habe oder nicht (Urk. 48 S. 10). Vertragliche Grundlagen wie der Ge-

schäftsführervertrag, das Organisationsreglement, Funktionendiagramm und Un-

terschriftenreglement seien das eine gewesen; der für seine Autorität und Gross-

zügigkeit bekannte I._____ habe sich darum nicht geschert, wenn er der Meinung 

gewesen sei, dass eine andere Lösung richtiger gewesen sei, notabene ohne je-

de Schriftlichkeiten. Vieles, was I._____ mit dem Beschuldigten festgelegt habe, 

habe auf kurzen Entscheidwegen und gegenseitigem Vertrauen beruht. Schrift-

lichkeiten hätten beide für nicht wichtig bzw. nötig befunden, soweit es bilaterale 

Absprachen betroffen habe. Bei der Beweiswürdigung sei auf die damals gelebte 

Kultur bzw. die damals gültige Handlungsrichtlinien abzustellen. Es dürfe keine 

ex-post Betrachtung anhand der nun durch H._____ geprägten Vorstellungen der 

-   18   - 

Privatklägerin erfolgen. Stelle man die angeklagten Sachverhalte in einen zeitli-

chen und inhaltlichen Gesamtzusammenhang, so sei augenfällig, dass die Ver-

hältnisse, das Arbeitsklima, die Zusammenarbeit und die in der Privatklägerin ge-

lebte Firmenkultur unter der Ägide von I._____ eine ganz andere gewesen sei als 

danach. Daran ändere nichts, dass I._____ in seiner einzigen Einvernahme in 

dieser Untersuchung vom 28. Mai 2015 kein gutes Haar am Beschuldigten gelas-

sen habe. Erstens hätte diese Zusammenarbeit, wenn es so gewesen wäre, nie-

mals über einen Zeitraum von 30 Jahren gedauert und zweitens sei evident, dass 

I._____ anlässlich der Einvernahme in hohem Mass instrumentalisiert gewesen 

sei und ausgesagt habe, was ihm von dritter Seite aufgetragen worden sei 

(Urk. 48 S. 17; Urk. 78 S. 2 f.). Die Privatklägerin weist auch im Berufungsverfah-

ren zurück, dass es sich bei den strafrechtlichen Vorwürfen um einen ungerecht-

fertigten persönlichen Angriff von H._____ auf den Beschuldigten handle und 

I._____ von H._____ instrumentalisiert worden sei (Urk. 75 S. 3 ff.). Sie betont, 

dass es im vorliegenden Strafverfahren um die ungetreue Geschäftsbesorgung 

des Beschuldigten und nicht um die Person von H._____ gehe, der nun seit sie-

ben Jahren versuche, die unternehmerische Hinterlassenschaft des ehemaligen 

Geschäftsführers ins Lot zu bringen (Urk. 75 S. 4).  

3.2.1 Die Verhältnisse wurden im anklagerelevanten Zeitraum seitens der Privat-

klägerin von I._____ geprägt, der bis ins hohe Alter von über 90 Jahren als Grün-

der und Patron deren Geschicke bestimmte und in seiner formellen Stellung als 

Verwaltungsratspräsident der Privatklägerin gemäss Art. 16 lit. c des Organisati-

onsreglements auch zuständig für die laufende Überwachung der Geschäftsfüh-

rung und Berichterstattung war. Wie sich aus den Ausführungen der Privatkläge-

rin im Berufungsverfahren ergibt, hatte er zwar im Rahmen eines innerfamiliär ge-

heim gehaltenen Arrangements bereits im Jahr 2009 H._____ als seinen Nachfol-

ger bestimmt und ihm die meisten Aktien der Privatklägerin zu Eigentum übertra-

gen (Urk. 75 S. 8 ff.), wollte aber weiterhin uneingeschränkt als Patron handeln 

und beanspruchte die finanziellen Früchte der Geschäftstätigkeit der Privatkläge-

rin im Rahmen einer Nutzniessung für sich und seine Ehefrau. H._____ billigte er 

erst kurz vor der fristlosen Entlassung des Beschuldigten (vermehrten) Einfluss 

auf das operative Geschäft der Privatklägerin zu (Urk. 75 S. 8 ff.; vgl. auch nach-

-   19   - 

folgend E. III.3.2.2). Seine Stellung als Patron und Verwaltungsratspräsident wur-

de, was deren Bedeutung zeigt, von allen Beteiligten selbst nach dem Bekannt-

werden der Vorgänge, die die Privatklägerin zur Strafanzeige gegen den Be-

schuldigten veranlasste, zumindest formell weiterhin respektiert; im Rahmen der 

Anpassung des Organisationsreglements und des Funktionendiagramms der Pri-

vatklägerin per 19. Mai 2014 blieb sie unangetastet.  

3.2.2 H._____ war im anklagerelevanten Zeitraum zwar Eigentümer der meisten 

Aktien und Verwaltungsrat der Privatklägerin. Sein Einfluss auf Geschäftspolitik 

und Firmenkultur war aber zufolge der beschriebenen bestimmenden Stellung von 

I._____ stark begrenzt. Eine faktische Führungsrolle übernahm er (gemäss Dar-

stellung der Privatklägerin auf Wunsch von I._____ im Zusammenhang mit fest-

gestellten Kompetenzüberschreitungen des Beschuldigten) erst im Rahmen der 

Ereignisse, die zur Strafanzeige der Privatklägerin gegen den Beschuldigten führ-

ten. Mit der Umorganisation per 19. Mai 2014 wurde seine Position auch formell 

gestärkt, indem er die Aufgaben des Beschuldigten übernahm (vgl. auch Urk. 1 

Ordner 4, pag. 092002). Er schaute sich die Tätigkeit des Beschuldigten genauer 

an, stellte firmenintern und in Gesprächen mit Dritten Nachforschungen an (vgl. 

Urk. 1 Ordner 1, pag. 000012 mit Verweis auf pag. 000037 f.) und unterzeichnete 

in der Folge die Strafanzeige gegen den Beschuldigten für die Privatklägerin und 

bestimmt zweifelsohne das bis heute hartnäckige straf- und zivilrechtliche Vorge-

hen der Privatklägerin gegen den Beschuldigten. H._____ steht damit zwar, darin 

ist der Privatklägerin zu folgen, nicht im Zentrum des vorliegenden Strafverfah-

rens: Er ist weder Beschuldigter noch bestimmte er den Kurs der Privatklägerin im 

anklagerelevanten Zeitraum. Allerdings ist er aus den Vorgängen, die die Privat-

klägerin schliesslich zur Strafanzeige gegen den Beschuldigten veranlassten und 

für die Beweiswürdigung relevant sind, nicht wegzudenken. Seine Rolle, Interes-

sen und Vorstellungen können daher nicht unbeachtet bleiben. Darauf wird zu-

rückzukommen sein. 

3.3 An dieser Stelle ist immerhin festzuhalten, dass sich die Firmenkultur und 

die Ausrichtung des operativen Geschäfts der Privatklägerin unter H._____ tat-

sächlich änderten und nicht ausgeschlossen werden kann, dass mit der Neuaus-

-   20   - 

richtung auch Vorstellungen von I._____ "korrigiert" wurden. Bezogen auf die 

Firmenkultur ergeben sich entsprechende Hinweise aus den Aussagen von 

G._____, dem langjährigen CFO der Privatklägerin, und jenen von E._____, dem 

Leiter der Immobilienbuchhaltung. Beide hatten das Unternehmen im Zeitpunkt ih-

rer Zeugenaussage verlassen. G._____ begründete seine Kündigung u.a. damit 

dass "es eine andere Führungskonstellation und ein anderes Teamklima" gege-

ben habe und er gewisse strategische und personelle Entscheide nicht mehr habe 

nachvollziehen und vertreten können (Urk. 1 Ordner 4, pag. 070170). E._____ 

gab an, u.a. deshalb gekündigt zu haben, weil die Veränderung in der Führung 

der Privatkläger, also der Wechsel vom Beschuldigten zu H._____, nicht ganz so 

einfach gewesen sei. Es habe einen anderen Führungsstil gegeben, das habe für 

ihn nicht unbedingt gestimmt (Urk. 1 Ordner 4, pag. 070090). Was die Ausrich-

tung des operativen Geschäfts betrifft, ergeben sich die von H._____ verfolgten 

Veränderungen aus den Ausführungen der Privatklägerin im Berufungsverfahren. 

Dabei stellt sie diese zwar als notwendige Reaktion auf die Anmassungen des 

Beschuldigten dar und behauptet, I._____, der sich vom Beschuldigten hintergan-

gen gesehen habe, habe diese mitgetragen (vgl. Urk. 75 S. 4 ff.). Diese Behaup-

tung ist allerdings zu relativieren: Zwar ist es ohne weiteres möglich, dass Wert-

berichtigungen und Rückstellungen angesichts des Zustandes der zum Portfolio 

der Privatklägerin gehörenden Einkaufszentren, Bürogebäude, Wohnungen, Ho-

tels und Tiefgaragen wirtschaftlich inzwischen ein Gebot der Stunde waren. Den 

Beschuldigten für eine allenfalls vornehmlich auf Rendite gerichtete Geschäftspo-

litik der Vergangenheit allein verantwortlich zu machen, wie das die Privatklägerin 

tut, geht allerdings fehl, zumal sie einräumt, dass I._____ gute Geschäftsergeb-

nisse und hohe Dividenden wichtig waren (Urk. 75 S. 6) und auch der übrige Ver-

waltungsrat lange keinen Handlungsbedarf sah. Vielmehr ist schlicht zu konstatie-

ren, dass mit der Ablösung des Beschuldigten als Geschäftsführer durch H._____ 

de facto die Unternehmensnachfolge innerhalb des Familienunternehmens voll-

zogen und das operative Geschäft neu auf eine nachhaltige Immobilienbewirt-

schaftung ausgerichtet wurde. Ob I._____ diesen Strategiewechsel mittrug, ist im 

vorliegenden Kontext nicht von Belang. Entscheidend ist, dass er davor andere 

Prioritäten setzte. Wenn die Privatklägerin den Beschuldigten dessen ungeachtet 

-   21   - 

als alleinigen Verantwortlichen für alle allfälligen Missstände darstellt, nährt das 

die Vermutung, dass der Generationenwechsel an der Spitze des Unternehmens 

unter möglichster Schonung von I._____ erfolgen sollte. Dass dabei die Gefahr 

einer (allenfalls auch unbewussten) Idealisierung der Vorgehensweise des Pat-

rons bestand, die dazu führte, dass die Privatklägerin Grenzüberschreitungen des 

Beschuldigten ortet, wo Absprachen zwischen Letzterem und I._____ bestanden 

oder I._____ dem Beschuldigten in Kenntnis der Umstände freie Hand liess und 

Grosszügigkeit zeigte, weil er seinen Fokus auf das ihn befriedigende Ergebnis 

(Dividende) des Tätigwerdens des Beschuldigten legte, liegt auf der Hand. Umge-

kehrt ist zu betonen, dass aus dem Umstand, dass der Beschuldigte innerhalb der 

Privatklägerin eine im anklagerelevanten Zeitraum anerkannte und wichtige Funk-

tion ausübte (Urk. 78 S. 19), nicht zwingend folgt, dass er sich keiner strafrecht-

lich relevanten Verfehlungen zuschulden kommen liess. 

4.1. Nebst den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 1 Ordner 4, pag. 060008-

060254; Prot. I S. 23 ff.; Prot. II S. 13 ff.) wurden im vorliegenden Verfahren Aus-

sagen von L._____ (Urk. 1 Ordner 4, pag. 070001-070013), M._____ (Urk. 1 Ord-

ner 4, pag. 070020-070038), Dr. med. dent. F._____ (Urk. 1 Ordner 4, pag. 

070073-070085), E._____ (Urk. 1 Ordner 4, pag. 070086-070103), G._____ 

(Urk. 1 Ordner 4, pag. 070166-070191 und pag. 091001-091033), N._____ 

(Urk. 1 Ordner 4, pag. 070227-070231), O._____ (Urk. 1 Ordner 4, pag. 070232-

070241), J._____ (Urk. 1 Ordner 4, pag. 070243-070254), I._____ (Urk. 1 Ordner 

4, pag 080001-080021) und H._____ (Urk. 1 Ordner 4, pag. 092001-092018 und 

pag. 092023-092032) erhoben. L._____, M._____, Dr. med. dent. F._____, 

E._____, G._____, N._____, O._____, J._____ und I._____ wurden alle (auch) in 

Gegenwart des Beschuldigten als Zeugen bzw. Auskunftsperson einvernommen. 

Ihre Aussagen sind daher ohne weiteres auch zu Lasten des Beschuldigten ver-

wertbar. H._____ wurde, wie bereits erwähnt, einzig im Rahmen der Vorermittlung 

befragt. Eine Konfrontation mit dem Beschuldigten hat nicht stattgefunden. Seine 

Aussagen sind daher zu Lasten des Beschuldigten nicht verwertbar. Soweit auf 

sie nachfolgend potentiell zu Lasten des Beschuldigten Bezug genommen wird, 

erfolgt dies im Rahmen einer antizipierten Beweiswürdigung unter der Annahme, 

-   22   - 

dass er seine Aussagen auch als Auskunftsperson in Gegenwart des Beschuldig-

ten wiederholen würde.  

4.2 Was die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten betrifft ist festzuhalten, dass er 

aufgrund seiner Verfahrensstellung ein ebenso offensichtliches wie legitimes Inte-

resse an einer für ihn möglichst günstigen Sachverhaltsdarstellung hat. Für ihn gilt 

jedoch wie für alle Aussagenden, dass das entscheidende Kriterium für den Be-

weiswert von Aussagen nicht Überlegungen zur allgemeinen Glaubwürdigkeit der 

Aussagenden, sondern der materielle Gehalt ihrer jeweiligen Depositionen ist. Auf 

die inhaltliche Überzeugungskraft der einzelnen Aussagen wird, soweit für die 

Entscheidfindung erforderlich, im Zusammenhang mit den einzelnen Anklagesa-

chverhalten einzugehen sein. An dieser Stelle ist lediglich festzuhalten, dass sei-

ne Angaben keine Auffälligkeiten aufweisen, die sie insgesamt unabhängig vom 

weiteren Beweisergebnis grundsätzlich in Frage stellen würden.  

4.3. I._____ war im Zeitpunkt seiner einzigen Einvernahme am 28. Mai 2015 93 

Jahre alt. Ab dem 1. Oktober 2016 war er aufgrund seines fortgeschrittenen Al-

ters, seiner körperlichen Gebrechen und den psychischen Belastungen aufgrund 

des Todes seiner Ehefrau nicht mehr einvernahmefähig (Urk. 1 Ordner 5, pag. 

130135). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass keine Hinweise darauf beste-

hen, dass I._____ bei seiner einzigen Befragung urteilsunfähig war. Hingegen er-

geben sich aus seinem damaligen Aussagenverhalten Hinweise auf altersbeding-

te kognitive Einschränkungen und eine damit einhergehende Neigung, sich an der 

Einschätzung Dritter zu orientieren und seine Aussagen danach auszurichten: 

Seine Aussagen wirken fahrig, bruchstückhaft und undifferenziert. Sein verlorenes 

Vertrauen in den Beschuldigten begründete er mit "wüsten Sachen", die er gehört 

habe, die ihm zugetragen worden seien und wie er orientiert worden sei. Genaue-

re Angaben machte er von sich aus nicht. Die Frage danach, von wem ihm "wüste 

Sachen" zugetragen worden seien, beantwortete er erst auf wiederholte Frage mit 

"von unserem Kontrolleur", ohne den Namen nennen zu können. Dagegen qualifi-

zierte er das Verhalten des Beschuldigten eindeutig: dieser habe in seinen Augen 

wohl gemeint, er sei der Führer der Privatklägerin und könne machen, was er wol-

le. Zudem behauptete er, ungeachtet der jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit 

-   23   - 

dem Beschuldigten, dieser habe keinen Franken in die Firma gebracht, sondern 

sie hätten viele Millionen wegen ihm verloren. Auf die Frage, um was für "wüste 

Sachen" es gehe, erwähnte I._____, der Beschuldigte habe sich von der Firma 

Autos kaufen und verkaufen lassen, wobei seine Schilderung im Einzelnen reich-

lich wirr blieb, aber deutlich darauf fokussiert war, relevante Kenntnisse seiner-

seits über die vom Beschuldigten gefahrenen Fahrzeuge zu negieren. Die Schil-

derung betreffend Fahrzeuge ging in der Folge nahtlos zum Thema "Haus" über, 

wobei er diese einleitend mit der wertenden Bemerkung verband, dass der Unter-

schied zwischen ihm und dem Beschuldigten sei, dass er immer arbeite und der 

Beschuldigte immer auf Fussballplätzen oder anderswo sei. Weshalb er trotz die-

ser Erkenntnis jahrelang am Beschuldigten als Geschäftsführer festgehalten und 

diesem das fragliche Haus auch noch verkauft und dabei eine Restschuld von Fr. 

285'000.– stehengelassen hatte, erschliesst sich nicht. Vielmehr zeigen sich hier 

Hinweise darauf, dass das Verhältnis von I._____ zum Beschuldigten tatsächlich 

jahrelang dasjenige eines Patrons war, der seinem Geschäftsführer mit Wohlwol-

len und einer gewissen Grosszügigkeit auch in finanzieller Hinsicht begegnete, 

I._____ aber zu einer differenzierten Darstellung des Vorher und Nachher nicht in 

der Lage war. Als "wüste Sache", nach der gefragt worden war, entpuppte sich 

der Umstand, dass der Beschuldigte die Restschuld von Fr. 285'000.– noch nicht 

bezahlt habe (Urk. 1 Ordner 4, pag. 080002-080004). Einfache Fragen verunsi-

cherten ihn offensichtlich. So beantwortete er die Frage, ob er Kenntnis von der 

vorliegenden Strafanzeige der Privatklägerin gegen den Beschuldigten habe, mit: 

"Ich nehme an, dass man mir das gesagt hat". Die Anschlussfrage, was er davon 

wisse, quittierte er damit, dass ihm dazu Fragen gestellt werden müssten (a.a.O, 

pag. 080006). Eine differenzierte Auskunft dazu, wie sich seine Zusammenarbeit 

mit dem Beschuldigten gestaltet habe, konnte er nicht geben, sondern beschränkt 

sich darauf zu deponieren, dass sie am Anfang sehr gut gewesen sei. Dann seien 

Sachen gekommen, wo er nicht verstanden habe, wieso man sie ihm nicht gesagt 

habe und er habe solche Sachen von Dritten entgegennehmen müssen. Dann 

habe er langsam das Vertrauen verloren (a.a.O., pag. 080007). Die konkrete Zu-

sammenarbeit mit dem Beschuldigten reduzierte sich, trotz jahrelangen Erlebens 

darauf, dass der Beschuldigte und die weiteren Mitglieder der Geschäftsleitung zu 

-   24   - 

ihm hätten kommen müssen, viel mündlich besprochen, aber leider nicht in einem 

Bericht festgehalten worden sei (a.a.O., pag. 080008). Dass er damit im Ergebnis 

die Darstellung des Beschuldigten stützte, wonach ihr Verhältnis auf Mündlichkeit 

beruht habe, entging ihm dabei wohl. Als er gegen Ende der Einvernahme konkret 

auf die vom Beschuldigten behaupteten regelmässigen Sitzungen, an denen er 

mit I._____ geschäftlich relevante Punkte besprochen worden seien, wobei Ent-

scheide in der Regel nicht schriftlich festgehalten worden seien (was G._____ be-

zogen auf die Sitzungen, an denen er dabei war, ebenfalls aussagte, vgl. Urk. 1 

Ordner 3, pag. 070190), angesprochen wurde, wies er jedenfalls alles zurück und 

folgte damit einer undifferenzierten Linie, die es ihm erlaubte, die Tätigkeit des 

Beschuldigten generell in Zweifel zu ziehen. Er unterstützte damit den von der 

Privatklägerin in der Strafanzeige vertretenen Standpunkt, ohne seine vorgetra-

gene Bewertung im Einzelnen zu begründen. Zu einer eigenständigen, differen-

zierten Darstellung war er offensichtlich nicht mehr in der Lage, sondern richtete 

seine Aussagen nach der Bewertung von H._____ und weiterer Verwaltungsrats-

mitglieder aus. Ein Vorwurf, der gezielten Instrumentalisierung von I._____ na-

mentlich durch H._____ ist mit dieser Feststellung nicht verbunden. Es kann da-

her auch offenbleiben, was von der Aussage von J._____ zu halten ist, die über 

ein Telefongespräch berichtete, das sie als Instruktion von I._____ durch H._____ 

interpretierte. Es ist auch ohne Weiteres denkbar, das I._____ sich auf Vertrau-

enspersonen und ihre Einschätzung verliess und seine Aussagen danach ausrich-

tete, weil er altersbedingte Schwächen sich selber, seiner Umgebung und den 

Strafverfolgungsbehörden gegenüber nicht eingestehen wollte oder konnte. Im 

Ergebnis ändert das allerdings nichts daran, dass erhebliche Zweifel daran beste-

hen, dass I._____ im Zeitpunkt seiner Einvernahme noch über ein intaktes Erin-

nerungsvermögen bzw. die Fähigkeit verfügte, Erinnerungen verfälschenden 

äusseren Einflüssen zu widerstehen. Die Gespräche, die er mit H._____ und an-

deren Verwaltungsratsmitglieder im Zusammenhang mit den Vorgängen führte, 

die in der Strafanzeige gegen den Beschuldigten mündeten, erweisen sich vor 

diesem Hintergrund als potentielle Quelle wirksamer suggestiver Einflüsse und 

zwar völlig unabhängig davon, ob seine jeweiligen Gesprächspartner es darauf 

anlegten, ihn zu beeinflussen. Die Aussagen von I._____ sind vor diesem Hinter-

-   25   - 

grund grundsätzlich nicht geeignet, Aussagen des Beschuldigten zu widerlegen, 

soweit diese nicht von vornherein unplausibel erscheinen. Konkret wird auf sie 

aber im Zusammenhang mit den einzelnen Anklagepunkten zurückzukommen 

sein. 

4.4 H._____ gehören die Aktien der Privatklägerin seit dem Jahr 2009 praktisch 

zu 100%. Im Rahmen der Vorgänge, die zur Strafanzeige gegen den Beschuldig-

ten führten, übernahm er an dessen Stelle schliesslich auch die operative Füh-

rung der Privatklägerin. Er unterzeichnete die Strafanzeige der Privatklägerin ge-

gen den Beschuldigten, auf die die Anklage zurückgeht, und bestimmt - wie erwo-

gen - zweifelsohne das bis heute hartnäckige straf- und zivilrechtliche Vorgehen 

der Privatklägerin zumindest entscheidend mit. Er ist folglich kein unbeteiligter 

Dritter, sondern materiell Verfahrenspartei in der Rolle eines Anklägers. Er war in 

die anklagerelevanten Sachverhalte nicht direkt involviert. Als direkter Zeuge kann 

H._____ somit nur über seine Nachforschungen in der Firma und die mit einem 

entsprechenden Fokus geführten Gespräche mit I._____ berichten. Zum tatsäch-

lichen Zusammenwirken von I._____ und dem Beschuldigten kann er einzig An-

gaben vom Hörensagen machen, die aus den anlassbezogenen Gesprächen mit 

seinem Vater, I._____, resultieren. Seine Darstellung ist damit das Ergebnis von 

zielgerichteten Abklärungen und Gesprächen. In diesen Gesprächen stand 

H._____, der schon oft das Gefühl hatte, dass der Beschuldigte Vorschriften etc. 

nicht so ernst nimmt (Urk. 1 Ordner 4, pag. 092004), sich in seiner Argumentation 

stark auf schriftliche niedergelegte Rahmenbedingungen abstützt und die Ge-

schäftsführung des Beschuldigten grundlegend und im Sinne des Erwogenen 

(E. III. 3.3.2) auch einseitig kritisiert, seinem Vater gegenüber, der sich seinerseits 

als Patron vom Beschuldigten, den er einst als vertrauenswürdig seinen Nach-

kommen als Geschäftsführer vorzog (vgl. Urk. 46 S. 8), aufgrund von ihm zuge-

tragenen "wüsten Sachen" hintergangen fühlte und nach dem Erwogenen alters-

bedingt intuitiv dazu neigte, sich der Bewertung von Vertrauenspersonen anzu-

schliessen. Die Gefahr, dass die Vorstellung von H._____ darüber, wie ein Vor-

gang korrekterweise hätte "gewesen sein müssen" von I._____ unabhängig und 

damit gegebenenfalls auch entgegen dem tatsächlichen Geschehen übernommen 

wurden, ist bei dieser Ausgangslage real. Während die Interessen als faktische 

-   26   - 

Verfahrenspartei die Glaubwürdigkeit bezogen auf die Aussagen von H._____ 

darüber, was er von I._____ hörte, beschlagen, stellt dieser Umstand in Frage, ob 

das Gehörte auch wahr ist. Aussagen, die I._____ H._____ gegenüber dazu 

machte, wie sich in einem bestimmten Punkt das Zusammenwirken mit dem Be-

schuldigten gestaltet hatte und was er wusste, haben bei dieser Ausgangslage, 

auch wenn sie als indirektes Zeugnis grundsätzlich verwertbar sind (vgl. BGE 

6B_905/2010 E. 2.3.2; BGE 6B_862/2015 6B_949/2015 E. 4.2.), für sich alleine 

einen sehr geringen Beweiswert. Sie sind namentlich nicht geeignet, Aussagen 

des Beschuldigten zu widerlegen, soweit diese nicht von vornherein unplausibel 

erscheinen. Auch auf die Aussagen von H._____ wird im Zusammenhang mit den 

einzelnen Anklagepunkten jedoch zurückzukommen sein, sofern dies für die Ent-

scheidfindung nötig erscheint. 

4.5 L._____ hat als Ehefrau des Beschuldigten das gleiche Interesse am Aus-

gang des Verfahrens wie der Beschuldigte selber. Zur Glaubwürdigkeit der Zeu-

gen kann im Übrigen auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 60 E. III. 3.3.3.). 

Bezahlung von privaten Golfclub-Mitgliedschaften und Golfplatz-

Spielberechtigungen durch die B._____ (Anklageziffer b) 

5.1.1 Die Vorinstanz kam nach Würdigung der Aussagen des Beschuldigten, der 

Depositionen von I._____ und G._____ sowie Ziffer 5.1 des Geschäftsführerver-

trages vom 24. Januar 2003 zum Schluss, dass sich die eine Voraussetzung für 

eine Verurteilung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung bildende Pflichtverlet-

zung des Beschuldigten im Zusammenhang mit der vom Beschuldigten einge-

standenen Bezahlung der Rechnungen gemäss Anklageziffer b) über die Privat-

klägerin nicht erstellen lasse. Sie verwies auf die Aussage des Beschuldigten, 

wonach er mit I._____ bereits im Jahr 2003 vereinbart habe, dass die Rechnun-

gen des Golfclubs für seine Mitgliedschaft und Spielberechtigung von der Privat-

klägerin übernommen werde, I._____ später auch der Übernahme der Kosten der 

Spielberechtigung seiner verstorbenen Ehefrau, P._____, zugestimmt und das bei 

seiner jetzigen Frau, L._____, automatisch so weitergegangen sei. Für das Vor-

liegen einer Vereinbarung entsprechend den Schilderungen des Beschuldigten 

-   27   - 

sprächen die glaubhaften Aussagen von G._____, wonach I._____ ihm gesagt 

habe, dass er die Bezahlung der Spielberechtigung von P._____ toleriert habe. 

Die Aussage von I._____, gemäss welcher die vom Beschuldigten behauptete 

Absprache nicht bestand, beurteilte die Vorinstanz aufgrund ihrer Entstehungsge-

schichte, ihres fehlenden materiellen Gehalts und der gegen sie sprechenden An-

gaben von G._____ dagegen als wenig glaubhaft. In der automatischen Weiter-

führung der P._____ betreffenden Zusage bezogen auf L._____ sah die Vo-

rinstanz zwar ein selbstgefälliges Verhalten, ging aber mangels gegenteiliger Be-

weise davon aus, dass der Beschuldigte im Rahmen der einst getroffenen Ver-

einbarung hierzu ebenfalls berechtigt gewesen sei. Die Frage, ob die Bezahlung 

der Rechnungen des Golfclubs Q._____ für die Privatklägerin tatsächlich einen fi-

nanziellen oder anderweitigen Nutzen gehabt habe, liess sie mangels Relevanz 

offen (Urk. 60 E. III. 3.4 und 5.).  

Die Verteidigung schliesst sich diesen Ausführungen im Berufungsverfahren zu-

mindest im Ergebnis an. Sie hält dafür, dass die Aussagen von I._____ generell 

nicht geeignet seien, die Aussagen des Beschuldigten, welcher sich auf eine Ab-

sprache mit diesem berufe, zu widerlegen. Hinzu komme die Aussage von 

G._____, die im Falle der verstorbenen P._____ eine entsprechende Zusage be-

stätige und die gegenteilige Aussage von I._____ in der Einvernahme vom 

28. Mai 2015 widerlege. Zudem ergebe sich daraus zwanglos, dass der Beschul-

digte in guten Treuen davon habe ausgehen dürfen, dass die im Jahr 2009 mit 

I._____ getroffene Regelung auch für seine zweite Frau L._____ Geltung haben 

würde, zumal I._____ in seiner Einvernahme nie behauptet habe, dass er seine 

Zustimmung widerrufen oder eingeschränkt habe (Urk. 78 S. 4). 

5.1.2 Die Privatklägerin hält demgegenüber unter Hinweis auf die von ihr als 

glaubhaft bezeichneten Aussagen von I._____, H._____ und N._____ sowie den 

Geschäftsführervertrag vom 24. Januar 2003 auch im Berufungsverfahren weiter-

hin dafür, dass der Beschuldigte die Gegenstand von Anklageziffer 1b) bildenden 

Rechnungen vorsätzlich und ohne Einverständnis und Wissen von I._____ durch 

sie habe bezahlen lassen, wobei die Bezahlung der Rechnungen des Golfclubs 

ihre Aktiven vermindert habe, ohne dass sie davon einen Nutzen gehabt hätte. 

-   28   - 

Der objektive und subjektive Tatbestand der ungetreuen Geschäftsführung im 

Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB sei daher erfüllt. Aus den Aussagen von 

I._____ und H._____, die durch weitere Umstände gestützt würden, ergebe sich, 

dass die vom Beschuldigten behauptete mündliche Vereinbarung, wonach die 

Rechnungen für den Golfclub vom Beschuldigten über die Privatklägerin abge-

rechnet werden dürften, nicht bestanden habe. Im Geschäftsführervertrag vom 

24. Januar 2003 seien die finanziellen Ansprüche des Beschuldigten wie Vergü-

tungen und Spesen einlässlich geregelt worden und eine Vereinbarung bezüglich 

der Golfmitgliedschaft in den Vertrag aufgenommen worden, wenn es sie gege-

ben hätte. Auch nach der Aussage von N._____ sei nicht erstellt, dass die Mit-

gliedschaft des Beschuldigten für die Privatklägerin in irgendeiner Form von Nut-

zen gewesen wäre. Nutzen hätte N._____ gehabt, indem er über Jahre hinweg 

Maleraufträge für die Privatklägerin bekommen habe. Er habe allerdings wie 

I._____ klar ausgesagt, dass man auf dem Golfplatz keine Geschäfte mache. 

Auch H._____ habe erklärt, Vorteile hätten sich durch die Mitgliedschaft des Be-

schuldigten im Golfclub keine ergeben. Entscheidend sei vorliegend zudem nicht 

das "Kontakteknüpfen" sondern die Frage, ob der Beschuldigte befugt gewesen 

sei, sich die Golfclubrechnungen von der Privatklägerin zusätzlich zu der verein-

barten Spesenentschädigung bezahlen zu lassen. Und dies sei nicht der Fall ge-

wesen. Der Beschuldigte habe bereits einen Geschäftswagen, den er auf Kosten 

der Privatklägerin habe benutzen könne und eine grosszügige Spesenpauschale. 

Der von ihm behauptete Fringe Benefit sei deshalb eine reine Schutzbehauptung. 

Die Privatklägerin stellt zudem in Frage, dass es ihr Vorteile gebracht habe, dass 

die Ehefrau des Beschuldigten auf ihre Kosten Golf spielte (Urk. 46 S. 20 f.; 

Urk. 75 S. 21 ff.).  

5.2.1 Der zwischen der Privatklägerin, vertreten durch I._____, und dem Beschul-

digten geschlossenen Geschäftsführervertrag vom 24. Januar 2003 (Urk. 1 Ord-

ner 2, pag. 011101-011105) enthält eine Regelung der finanziellen Ansprüche des 

Beschuldigten. Gemäss Ziffer 5 der Vereinbarung wurden Aufwendungen, welche 

dem Beschuldigten bei Wahrnehmung der Geschäfte im Interesse der Gesell-

schaft effektiv entstanden, mit einer monatlichen Pauschale vergütet (vgl. zur ef-

fektiven Auszahlung: Urk. 1 Ordner 2, pag. 011127-011132). Zusätzlich wurden 

-   29   - 

die für die Haltung und Nutzung des Geschäftsfahrzeuges anfallenden Kosten 

von der Privatklägerin getragen. Eine weitergehende Vergütung von Aufwendun-

gen auch geschäftlicher Natur war im Geschäftsführervertrag nicht vorgesehen. 

Das Fehlen einer schriftlichen Individualvereinbarung schliesst allerdings nicht 

aus, dass der Beschuldigte und I._____, der als Verwaltungsratspräsident, na-

mentlich was die Anstellungsbedingungen inkl. Kompensation des Geschäftsfüh-

rer betraf, über umfassenden Kompetenzen verfügte (Urk. 1 Ordner 4, pag. 

091045), eine Vereinbarung trafen, wonach besondere Aufwendungen wie etwa 

die Golfclubmitgliedschaft zusätzlich vergütet würden. Namentlich steht auch der 

Schriftformvorbehalt gemäss Ziffer 11.2 des Geschäftsführervertrages dem nicht 

entgegen, konnte dieser doch jederzeit auch stillschweigend aufgehoben werden, 

etwa indem die Vertragsparteien sich in Kenntnis des Vorbehalts über die vorbe-

haltene Form hinwegsetzten. 

5.2.2 Der Beschuldigte gab in der ersten Einvernahme zu Protokoll, dass er den 

Entscheid, die Mitgliederbeiträge und Spielberechtigungen für den Golfclub für ihn 

persönlich durch die Privatklägerin zahlen zu lassen, 2003 zusammen mit I._____ 

getroffen und dann die Mitgliedschaft im Golfclub Q._____ angetreten habe. Sie 

hätten sich dabei gewisse geschäftliche Vorteile erhofft. Zudem sei dies ein Frin-

ge Benefit für ihn gewesen, da er zu jenem Zeitpunkt in einem anderen Golfclub 

Mitglied gewesen sei. Die Abmachung sei nicht schriftlich festgehalten worden. Zu 

einem späteren Zeitpunkt, 2009, habe er mit I._____ vereinbart, dass die Bezah-

lung der Mitgliedschaft auch für seine Frau gelte (a.a.O., pag. 060015). In der 

nächsten Einvernahme mit der Aussage von I._____ konfrontiert, wonach es die 

von ihm behauptete Absprache nicht gegeben habe, er mit ihm nie über Golfsa-

chen gesprochen habe und seiner Meinung nach, auf dem Golfplatz auch keine 

Geschäfte gemacht werden könnten, blieb der Beschuldigte bei seiner Darstel-

lung und führte ergänzend aus, dass I._____ gewusst habe, dass er, der Be-

schuldigte, Golf spiele und ihn gefragt habe, ob er in der Nähe spiele. Er habe das 

verneint; er sei im Ausland Mitglied eines Golfclubs gewesen und habe in der 

Schweiz nicht gespielt. Sie seien dann zum Schluss gekommen, dass es interes-

sant wäre, wenn er in der Gegend von R._____ Golf spielen würde, weil viele 

Leute im Bereich Banken und Versicherungen auch Golf spielten. Es habe sich 

-   30   - 

dann auch gezeigt, dass es kein Nachteil sei, dass sie das so gemacht hätten. Sie 

hätten die Vereinbarung wie vieles nicht schriftlich festgehalten. Es sei eine Quali-

tät bei ihnen gewesen, das hätten sie auch immer gegen aussen gesagt, dass ein 

Teil ihres Erfolges auf kurzen Entscheidungen beruhe. Sie seien beide nicht so 

gewesen, dass sie alles schriftlich hätten machen müssen. Sie hätten viel münd-

lich gemacht, weil es einfach nicht nötig gewesen sei (a.a.O., pag. 060032 f.). 

Konkrete geschäftliche Vorteile habe er sich nicht versprochen. Er sei nicht direkt 

mit diesem Ziel da hineingegangen. Es habe sich aber schnell gezeigt, dass es 

solche Vorteile gegeben habe. Er habe beispielsweise während des Golfspiels ei-

nen leitenden Mitarbeiter ihrer Hausbank kennengelernt. Sie hätten mit dieser 

Bank zu jener Zeit Schwierigkeiten gehabt, und es habe sich schlagartig verbes-

sert. Sie hätten dann in Zukunft sehr gute Konditionen auf der Finanzierungsseite 

gehabt. Sie hätten auch eine Top-Behandlung durch die Bank gehabt. Es habe 

auch im Bereich Handwerker Kontakte gegeben, die er habe ausnützen können, 

um gute Offerten einholen zu können. Das Feld sei einfach grösser geworden und 

wenn man sich gut kenne, dann arbeite man besser (a.a.O., pag 060033). Man 

lerne halt einfach Leute kennen. Geschäftliche Kontakte und Verbindungen seien 

eine Summe von ganz vielem. Manchmal spreche man ja auch über einen Miet-

vertrag und dann merke man, dass beide Golf spielten. Dann habe man einen 

gemeinsamen Nenner. Das gebe dann eine Entkrampfung im Gespräch. Seine 

Tätigkeit im Golf habe er am Wochenende gemacht. Noch wichtiger sei seine Tä-

tigkeit im Fussball gewesen. Diese beiden Tätigkeiten hätten der Privatklägerin 

sehr viel gebracht (a.a.O, pag. 060034). Zur Bezahlung der Golfmitgliedschaft und 

der Spielberechtigungen seiner verstorbenen Ehefrau, P._____, sei es gekom-

men, nachdem er zu I._____ einmal gesagt habe, dass seine Ehefrau nun auch 

damit begonnen habe, Golf zu spielen. I._____ habe dann gesagt "das nimsch 

aber au übers Geschäft". Für sie sei das dann eher ein Fringe Benefit gewesen. 

Das habe aber auch auf einer Zusage von I._____ beruht. Das sei dann halt bei 

seiner jetzigen Frau so weitergegangen (a.a.O. pag. 060034). Um geschäftliche 

Vorteile sei es dabei nicht gegangen, es sei eher ein Fringe Benefit zu Gunsten 

dieser beiden Frauen gewesen. Aber logischerweise, wenn er mit ihnen mitge-

he…. Es habe sich einfach so ergeben. Aber es habe nicht den gleichen Ur-

-   31   - 

sprung gehabt wie bei ihm (a.a.O., pag. 060034). Diese Aussagen des Beschul-

digten, die in ihrem Sinngehalt namentlich auch mit seinen ausführlichen Deposi-

tionen vor Vorinstanz (Prot. I S. 27 ff.) übereinstimmen, weisen keine Auffälligkei-

ten auf, aufgrund derer sie als unglaubhaft bewertet werden müssten. Sie sind in 

sich stimmig. Namentlich leuchten die vom Beschuldigten geschilderten Beweg-

gründe für die behauptete Abrede im Licht seiner - auch gemäss den Aussagen 

von H._____ (Urk. 1 Ordner 4, pag. 092006 [Frage 32]) - auf Beziehungen auf-

bauenden Geschäftsführung ein. H._____ mag diese Art der Geschäftsführung für 

sich und in Zukunft für die Privatklägerin mit guten Gründen ablehnen und den 

Nutzen einer Golfclubmitgliedschaft für die Geschäftstätigkeit legitimerweise in 

Frage stellen. Im anklagerelevanten Zeitraum lag der Entscheid über die Art und 

Weise der Geschäftsführung und der dafür nötigen Kontaktpflege (die von konkre-

ten Geschäftsabschlüssen auf dem Golfplatz zu unterscheiden ist) jedoch im Er-

messen des Beschuldigten als Geschäftsführer. In seiner Tätigkeit wurde er ge-

mäss Funktionendiagramm vom Patron und Verwaltungsratspräsidenten I._____ 

überwacht, dem während der jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit dem Be-

schuldigten dessen Naturell und Geschäftsführungsstil nicht verborgen geblieben 

sein kann. Wenn dieser während Jahren am Beschuldigten als Geschäftsführer 

festhielt, ohne seinen Geschäftsführungsstil zu kritisieren, führt nichts an der 

Feststellung vorbei, dass er dessen diesbezügliche Vorstellungen teilte. Dass da-

von anlässlich der Einvernahme vom 28. Mai 2015 (Urk. 1 Ordner 4, pag. 080001-

080019) nichts zu spüren war, mag mit der Enttäuschung von I._____ angesichts 

der "wüsten Sachen", welche ihm zugetragen worden waren, zu erklären sein, 

zeigt aber, dass er damals undifferenziert und einzig aufgrund einer rückblicken-

den Bewertung aussagte, die unter den gegebenen Umständen anfällig für äusse-

re Einflüsse war (vgl. E. III. 4.3 f. vorstehend ). Wenn er die Behauptung des Be-

schuldigten, die inkriminierten Rechnungen seien aufgrund einer Absprache mit 

ihm von der Privatklägerin bezahlt worden, in der Einvernahme vom 28. Mai 2015 

als Lüge bezeichnete und zu Protokoll gab, er habe mit dem Beschuldigten nie 

über Golfsachen gesprochen und nach seiner Meinung, könnten auf dem Golf-

platz keine Geschäfte gemacht werden (Urk. 1 Ordner 4, pag. 080013 f.), ist dem 

folglich zu misstrauen. Die Behauptung des Beschuldigten, dass I._____ der Ab-

-   32   - 

rechnung der Kosten der Golfclubmitgliedschaften und Spielberechtigungen für 

ihn und seine verstorbene Ehefrau, P._____, über die Privatklägerin zugestimmt 

habe, wird denn auch durch die Depositionen von G._____ bestätigt. Dieser hatte 

als Zeuge lebensnah und damit glaubhaft dargelegt, dass I._____ ihm gegenüber 

nach Erstattung der Strafanzeige geäussert habe, dass er toleriert habe, dass 

P._____ das über das Geschäft habe laufen lassen, aber dass er das nicht auto-

matisch für L._____ gemeint habe (Urk. 1 Ordner 4, pag. 070176). Die bezeugte 

Äusserung von I._____ wirkt dabei differenziert und daher auch im Licht des zum 

Generationenwechsel bei der Privatklägerin Ausgeführten grundsätzlich unprob-

lematisch, zumal sie sich auch mit der Darstellung des Beschuldigten in Einklang 

bringen lässt. Sie impliziert, dass es eine (unausgesprochene; vgl. dazu auch 

Prot. I S. 34) Differenz zwischen dem Beschuldigten und I._____ nur hinsichtlich 

der Abrechnung der inkriminierten Kosten für L._____ gab, die der Beschuldigte 

auch gemäss seiner Aussage ohne Konsultation mit I._____ vorgenommen hatte, 

weil er sich "gar nichts anderes vorstellen" konnte, als dass das Einverständnis 

von I._____ nicht nur für seine verstorbene, sondern auch für seine jetzige Ehe-

frau gelte (Prot. I S. 32).  

5.2.3 Das anklagegegenständliche Verhalten des Beschuldigten war bei dieser 

Ausgangslage hinsichtlich der Abrechnung der Kosten für sich und seine erste 

Ehefrau, P._____, nicht pflichtwidrig. Was die Abrechnung der Kosten für seine 

heutige Ehefrau, L._____, betrifft, hängt die Antwort von der Tragweite der ur-

sprünglichen Vereinbarung ab. Der Beschuldigte gibt sinngemäss an, sie so inter-

pretiert zu haben, dass sie nicht ad personam, sondern für seine (jeweilige) Ehe-

frau gelte. Aus den lebensnahen und daher glaubhaften Aussagen von G._____ 

ist hingegen zu schliessen, dass I._____ die Vereinbarung nicht so verstand. 

Dass die Auffassung des Beschuldigten unter den gegeben Umständen (nach 

Treu und Glauben) objektiv haltbar ist, erscheint zweifelhaft, zumal es auch nach 

seiner Darstellung nicht von Wichtigkeit war oder darum ging, als Ehepaar Ge-

schäftskontakte zu knüpfen und/oder zu pflegen, sondern die Kostenübernahme 

als eine Art Fringe Benefit zu Gunsten von P._____ gedacht war. Es ist daher da-

von auszugehen, dass die Abrechnung der Kosten für L._____ von der ursprüng-

lichen Vereinbarung nicht gedeckt war und daher eine Pflichtwidrigkeit darstellt. 

-   33   - 

Eine Verurteilung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung setzt allerdings nebst 

dem zusätzlichen Eintritt eines Schadens des Geschäftsherrn, der in der gegebe-

nen Konstellation ohne Weiteres zu bejahen ist, in subjektiver Hinsicht Vorsatz 

(und Bereicherungsabsicht) voraus. Ein Handeln in einer irrigen Vorstellung über 

den Inhalt einer Vereinbarung bzw. aus Gedankenlosigkeit (auch betreffend den 

Vertragsinhalt) erfüllt den Tatbestand nicht (Art. 158 StGB i.V.m. Art. 13 StGB). 

Dass der Beschuldigte vorsätzlich handelte, lässt sich ihm nicht rechtsgenügend 

nachweisen; seine Aussage, dass er sich gar nichts anderes habe vorstellen kön-

nen, als dass die Vereinbarung auch für seine jetzige Ehefrau gelte, ist jedenfalls 

nicht unglaubhaft.  

5.3 Der Beschuldigte ist bezogen auf Anklageziffer b) daher in Bestätigung des 

vorinstanzlichen Entscheids freizusprechen. 

Bezahlung von privaten Treibstoffrechnungen durch die B._____ (Anklageziffer c) 

6.1.1 Die Vorinstanz kam nach Würdigung der Aussagen des Beschuldigten und 

seiner Ehefrau L._____ sowie der Ziffer 4.1 und 4.4. des Funktionendiagramms 

der Privatklägerin zum Schluss, dass sich eine Pflichtverletzung des Beschuldig-

ten bzw. ein Schaden im Zusammenhang mit der vom Beschuldigten eingestan-

denen Bezahlung der Rechnungen gemäss Anklageziffer c) über die Privatkläge-

rin nicht erstellen lasse, womit es an den Voraussetzungen für eine Verurteilung 

wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung fehle. Sie verwies auf die Aussage des 

Beschuldigten, wonach seine Treibstoffbezüge für sein Geschäftsauto gewesen 

seien, und es sich bei den über die Privatklägerin abgerechneten Treibstoffbezü-

ge seiner Ehefrau L._____ um Spesenersatz für die Benutzung privater Infrastruk-

tur im Rahmen ihrer Tätigkeit für die B._____ gehandelt habe, die er im Rahmen 

seiner Kompetenzen bewilligt habe. Weiter hielt sie fest, dass dem Beschuldigten 

als Pflichtverletzung die Abrechnung nicht geschäftlich begründeter Treibstoffbe-

züge über die Privatklägerin vorgeworfen werde und die Staatsanwaltschaft die-

sen Vorwurf mit dem Bezug von Dieseltreibstoff begründe, mit dem die jeweiligen 

Geschäftsautos nicht hätten betankt werden können. Der Beschuldigte habe also 

Treibstoffbezüge für mindestens ein weiteres Auto der Privatklägerin in Rechnung 

gestellt. Der Nachweis, dass der Treibstoffbezug nicht für das Geschäftsfahrzeug 

-   34   - 

erfolgt sei, sei allerdings nicht gleichermassen ein Nachweis dafür, dass der 

Treibstoffbezug an sich nicht geschäftlich begründet gewesen sei, da auch bei 

geschäftlichen Fahrten mit dem Privatfahrzeug die anfallenden Treibstoffkosten 

geschäftsmässig begründet seien. Beweise dafür, dass einzelne der in Randziffer 

11 der Anklage aufgelisteten Treibstoffbezüge für private Fahrten verwendet wor-

den seien, lägen keine vor. Der Nachweis, dass die der Privatklägerin in Rech-

nung gestellten Treibstoffbezüge nicht geschäftsmässig begründet gewesen sei-

en, gelinge daher nicht. Es sei zugunsten des Beschuldigten auf dessen Sach-

verhaltsdarstellung abzustellen, wonach er in diesem Zeitraum keine privaten 

Fahrten unternommen habe, und es sich folglich um geschäftsmässig begründete 

Aufwendungen gehandelt habe, die er auch durch die Privatklägerin habe bezah-

len lassen dürfen. Betreffend die Treibstoffbezüge durch L._____ könne sodann 

offengelassen werden, ob der Beschuldigte die Kompetenz gehabt habe, vom 

Spesenreglement der Privatklägerin abzuweichen und ob darin eine Pflichtverlet-

zung zu sehen sei. Gemäss Spesenreglement betrage die Spesenentschädigung 

bei Benutzung des Privatfahrzeugs für geschäftliche Zwecke 70 Rappen pro Ki-

lometer. Damit würden nicht nur die Treibstoffkosten, sondern sämtliche Betriebs-

kosten abgegolten. Die Spesenentschädigung sei damit höher, als die blosse 

Entschädigung der Treibstoffkosten. Es ergebe sich bereits unter diesem Ge-

sichtspunkt, dass der Privatklägerin durch die zur Anwendung gelangte Spe-

senentschädigung kein Schaden entstanden sei. Im Übrigen lägen auch die 

durchschnittlichen Tankkosten von Fr. 117.– pro Monat in einem angemessenen 

Bereich und deute nicht auf eine übermässige bzw. private Nutzung der Tankkar-

te auf Kosten der Privatklägerin hin (Urk. 60 E. III. 6.).  

Die Verteidigung schliesst sich diesen Ausführungen im Berufungsverfahren an 

(Urk. 78 S. 5 ff.). 

6.1.2 Die Privatklägerin hält demgegenüber auch im Berufungsverfahren weiterhin 

dafür, dass der Beschuldigte die Gegenstand von Anklageziffer c) bildenden 

Rechnungen unberechtigt vorsätzlich und in Bereicherungsabsicht ohne eine Ge-

genleistung zu erbringen durch die Privatklägerin habe bezahlen lassen und damit 

den objektiven und subjektive Tatbestand der ungetreuen Geschäftsführung im 

-   35   - 

Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB erfüllt habe. Der Beschuldigte habe - so die 

Privatklägerin zusammengefasst - widersprüchlich ausgesagt. Die Untersuchung 

habe klar gezeigt, dass offensichtlich neben dem jeweiligen Geschäftsauto des 

Beschuldigten auch sein Privatauto bzw. das Privatauto seiner Ehefrau auf Kos-

ten der Privatklägerin betankt worden sei. Die Spesen des Beschuldigten seien im 

Geschäftsführervertrag vom 24. Januar 2003 einlässlich geregelt gewesen und 

gemäss dem Funktionsdiagramm habe der Entscheid über die Lohnpolitik, zu der 

auch die Spesenregelung gehöre, bei I._____ gelegen. Dass der Beschuldigte mit 

I._____ die Berechtigung des Betankens des Autos seiner Ehefrauen besprochen 

haben wolle, sei äusserst unglaubwürdig. Angesichts des Umstandes, dass seine 

Geschäftsauslagen gemäss Geschäftsführervertrag mit monatlichen Pauschal-

zahlungen abgegolten worden sei, sei er nicht berechtigt gewesen, sein Privat-

fahrzeug, auch wenn er es für geschäftliche Zwecke gebraucht haben sollte, auf 

Kosten der B._____ zu betanken. Vielmehr seien Aufwendung in Folge geschäft-

licher Nutzung seines Privatfahrzeuges nach dem Wortlaut der Spesenregelung 

im Geschäftsführervertrag, welche dem Beschuldigten habe bekannt sein müs-

sen, in der monatlichen Pauschalentschädigung von Fr. 1'800.– enthalten gewe-

sen und nicht separat zu vergüten gewesen. Die im Lauf der Untersuchung auf-

gestellte Behauptung, er habe seinen beiden Ehefrauen als Spesenersatz die 

Tankkarte zur Verfügung gestellt, um die effektiven Spesen nicht abrechnen zu 

müssen, sei eine reine Schutzbehauptung, zumal er mit keinem Wort ausgeführt 

habe, welche Spesen insbesondere bei der ersten Ehefrau angefallen sein soll-

ten. Zudem habe die zweite Ehefrau erst ab Mai 2012 angeblich bei der Privatklä-

gerin gearbeitet, aber der Beschuldigte habe ihr gemäss seinen Aussagen die 

Tankkarte bereits im November 2011 gegeben. Aus all dem erhelle, dass es für 

den Beschuldigten klar gewesen sei, dass sämtlicher Treibstoff, egal für welches 

Auto und für wen, von der Privatklägerin bezahlt werde und darin liege die Pflicht-

verletzung. Aufgrund der eingereichten Rechnungen sei erstellt, dass der Be-

schuldigte im Zeitraum vom 1. Mai 2011 bis zum 30. April 2014 Treibstoffrech-

nungen im Gesamtbetrag von Fr. 7'402.95 durch die Privatklägerin habe zahlen 

lassen, und es sich bei den genannten Kosten zum Teil um Aufwendungen ge-

handelt habe, die nicht für das Geschäftsauto angefallen seien und der Beschul-

-   36   - 

digte deshalb nicht berechtigt gewesen sei, diese Aufwendungen durch die Pri-

vatklägerin zahlen zu lassen (Urk. 46 S. 22 ff.; Urk. 75 S. 25 ff.). 

6.2.1 Der Anklage liegt die Annahme zugrunde, dass die dort aufgeführten Ben-

zin- und Dieselbezüge im Zeitraum vom 20. Mai 2011 bis zum 6. April 2016 durch 

den Beschuldigten erfolgten, und die Benzinbezüge im Zeitraum vom 1. Mai 2012 

und 30. April 2014 von L._____ getätigt wurden. Allfällige Treibstoffbezüge der 

ersten Ehefrau des Beschuldigten oder von L._____ vor dem 1. Mai 2012 sind 

nicht Gegenstand der Anklage (vgl. auch nachfolgend E. III.6.4.2.3). 

6.2.2 Im Weitern ist klarzustellen, dass L._____ ab dem 1. Mai 2012 nicht nur an-

geblich, sondern tatsächlich für die Privatklägerin arbeitete. Der Beschuldigte und 

L._____ schilderten lebensnah wie und mit welchem Ziel es zur Anstellung ge-

kommen war und welche Aufgaben L._____ in der Folge wahrnahm (Urk. 1 Ord-

ner 3. pag. 060012 ff., 060027 ff.; Urk. 1 Ordner 4 , pag. 070004 ff.). Dass die 

Aussagen auf Absprachen beruhen könnten, ändert daran nichts. M._____ bestä-

tigte, dass L._____ in die Entwicklung des Hotels involviert war und bei der Rek-

rutierung und Kündigung von Personal, der Gestaltung bspw. der Speise- und 

Weinkarte sowie beim Umbau der Zimmer mitgewirkt und auch Feedback zum 

Personal gegeben habe. G._____ und E._____ deponierten ebenfalls, dass 

L._____ Arbeiten im Bereich Hotel C._____ gemacht habe (Urk. 1 Ordner 4, pag.  

070023 ff., 070091 f., 070172 ff.). I._____ bestritt die vom Beschuldigten und sei-

ner zweiten Frau geschilderte Vorgeschichte der Anstellung, und dass er vom An-

stellungsverhältnis gewusst habe. Er rügte, dass L._____ keinen Vertrag - ge-

meint einen schriftlichen - gehabt habe und ihm die Anstellung nicht gemeldet 

worden sei. Ferner bezeichnete er die Aussage des Beschuldigten, er habe mit 

ihm über den Lohn von L._____ gesprochen, als Lüge. Von letzterer Aussage des 

Beschuldigten wusste I._____ "von diesem Schriftstück" das sich als Einvernah-

meprotokoll herausstellte. Dieses habe er "wahrscheinlich" von H._____ erhalten 

(Urk. 1 Ordner 4 pag. 080011 f.). Dass die Qualität der Aussagen von I._____ 

grundsätzlich fraglich ist, wurde dargelegt. Bezogen auf seine konkret zur Diskus-

sion stehenden Ausführungen drängt sich keine andere Beurteilung auf. Dazu 

kommt, dass er in seiner Deposition (bewusst oder unbewusst) jedenfalls nicht in 

-   37   - 

Frage stellte, dass L._____ tatsächlich für die Privatklägerin tätig geworden war. 

Seine Aussagen sind damit auch unter diesem Aspekt nicht geeignet, das auf den 

übereinstimmenden Aussagen des Beschuldigten, von L._____, M._____, 

G._____ und E._____ beruhende Beweisergebnis zu widerlegen.  

6.3.1 Der Beschuldigte gab in der Einvernahme vom 19. Mai 2015 zu seinen Ge-

schäftsfahrzeugen ab dem Jahr 2010 befragt an, wenn er sich richtig erinnere, sei 

er einen Mercedes ML gefahren. 2011 habe er einen Aston Martin gekauft, diesen 

dann aber von der Firma zurückgekauft und dafür einen BMW eingebracht. Die-

sen habe er gegen einen Mercedes der M-Klasse getauscht, welchen er später 

gegen einen Range Rover eingetauscht habe. Wann genau er welches Fahrzeug 

gehabt habe, wisse er nicht mehr. Nach Vorhalt der Rechnung für den Aston Mar-

tin vom 12. August 2011 ordnete er den Kauf dieses Fahrzeuges entsprechend 

ein, hielt fest, dass er festgestellt habe, dass es nicht das ideale Geschäftsauto 

gewesen sei, weshalb er sich nach etwa zwei oder drei Monaten für einen Wech-

sel entschieden und den Aston Martin zurückgekauft habe. Der BMW sei dann 

auch nicht das Richtige gewesen (Urk. 1 Ordner 3, pag. 060007, 060008, 

060010). Die Bezahlung von Treibstoffrechnungen war in der Folge in der Einver-

nahme vom 6. Juli 2016 erstmals ein Thema ausgehend von den Vorwürfen in der 

Strafanzeige, gemäss welchen er nebst seinem Geschäfts- auch sein Privatauto 

auf Kosten der Privatklägerin betankt habe und dieser auch Benzinbezüge für an-

dere Familienmitglieder in Rechnung gestellt habe. Der Beschuldigte verwies be-

treffend die Kosten für sein Auto auf seinen Anstellungsvertrag und erwähnte, 

dass die weiteren Bezüge jeweils für das Auto seiner Frau gewesen seien, die 

anstelle einer Spesenentschädigung das Benzin zu Lasten der S._____-Karte be-

zogen habe. Das sei ein pragmatischer und für die Privatklägerin günstiger An-

satz gewesen. Aber andere Familienmitglieder hätten sicher nicht getankt (Urk. 1 

Ordner 3, pag. 060034 f.). In der Folge ging es um seine Kompetenzen, wobei 

stets von Benzinbezügen seiner ersten und seiner zweiten Ehefrau anstelle von 

Spesen die Rede war (Urk. 1 Ordner 3, pag. 060035 f.). Auf seine Geschäftsautos 

angesprochen gab er an, er habe zwischen 2011 und 2014 mehrere gehabt; kurz 

den Aston Martin, danach den BMW X1, der von einem Mercedes ML abgelöst 

worden, der wiederum ab 2013 durch einen Range Rover ersetzt worden sei 

-   38   - 

(Urk. 1 Ordner 3, pag. 060036). Auf die Frage, ob er je Treibstoff für sein Privat-

fahrzeug über die Privatklägerin habe bezahlen lassen, antwortete er, dass er das 

nicht denke. Er habe ja nur ganz kurz mit dem Aston Martin ein Privatauto gehabt. 

Wie er das Benzin für den Aston Martin bezahlt habe, wisse er nicht mehr. Die 

Frage, ob er selber berechtigt gewesen wäre, die Treibstoffkosten von zwei seiner 

Fahrzeuge über die Privatklägerin bezahlen zu lassen, stelle sich nicht, da er die 

Berechtigung gehabt habe, die Autokosten zu zahlen. Er nehme an, dass er die 

Treibstoffkosten für sein Privatfahrzeug über die Privatklägerin hätte bezahlen 

lassen dürfen, wenn er I._____ gefragt hätte. Aber er habe das ja nicht gemacht. 

Er habe ja nur sehr kurz ein Privatfahrzeug gehabt. Deshalb stelle sich diese Fra-

ge nicht. Mit Privatfahrzeug meine er den Aston Martin. Den habe er dann ja ein-

gestellt und nur noch sehr wenig gebraucht. Wann er ihn eingestellt habe, wisse 

er nicht mehr genau. Es sei wohl einfach gewesen, nachdem er den Mercedes 

250 übernommen gehabt habe. Er sei dann mehrheitlich mit diesem gefahren 

(Urk. 1 Ordner 3, pag. 060037). Aus seinen Aussagen anlässlich der Einvernah-

me vom 9. März 2017 geht hervor, dass er den BMW ab ca. Mai 2011 fuhr (Urk. 1 

Ordner 3, pag. 060146). Auf die Frage, ob es richtig sei, dass er im Zeitraum vom 

1. April 2011 bis zum 12. August 2011 über einen Mercedes ML350 4matic mit 

Benzinmotor als Geschäftsfahrzeug verfügt habe, erwiderte er, dass das so sein 

werde, er wisse das nicht mehr (Urk. 1 Ordner 3, pag. 060147). Weiter bestätigte 

er, dass er zwischen dem 12. August 2011 und dem 9. Dezember 2011 über ei-

nen Aston Martin mit Benzinmotor als Geschäftsfahrzeug verfügte (Urk. 1 Ordner 

3, pag. 060148). Auf Vorhalt, ob es richtig sei, dass er ab dem 9. Dezember 2011 

über einen Mercedes ML 250 Blue Tec Edition mit Dieselmotor als Geschäftsfahr-

zeug verfügt habe, betonte er, dass er die Daten nicht mehr nachvollziehen kön-

ne, das wisse er nicht mehr. Dazwischen sei noch der BMW gewesen. Nach dem 

Tod seiner Frau habe er immer zwei Autos in der Garage gehabt und habe jeweils 

das eine oder das andere genommen. Das seien alles Geschäftsfahrten gewe-

sen. Er habe keine Privatfahrten mehr unternommen. Wahrscheinlich habe er die 

eine Karte im einen Auto und die andere Karte im anderen Auto gehabt (Urk. 1 

Ordner 3, pag. 060148). Auf Vorhalt der S._____-Benzinabrechnung für den Zeit-

raum vom 1. Mai 2011 bis zum 30. April 2012 und die Frage, weshalb in diesem 

-   39   - 

Zeitraum sowohl Diesel als auch Bleifrei getankt worden sei, bekräftigte er, dass 

das so gewesen sei, weil er beide Autos benutzt habe. Auf Vorhalt, dass er das 

zuvor von sich aus nicht erwähnt habe, gab er an, dass er nicht daran gedacht 

habe, dass er eine Weile lang zwei Autos benutzt habe. Auf Vorhalt der Dieselbe-

züge bis zum 7. Dezember 2011 führte er bestätigend aus, dass das die Phase 

gewesen sei, in welcher er beide Autos in der Garage gehabt habe und mal das 

eine und mal das andere genommen habe. Das werde das Tanken für den BMW 

X1 sein. Auf Vorhalt der Benzinbezüge im Zeitraum vom 11. Dezember 2011 bis 

zum 6. April 2012 liess er protokollieren, dass das für seine jetzige Ehefrau gewe-

sen sein könnte. Das sei kurz nach dem Gespräch mit den H._____ und J._____ 

gewesen, und sie habe ihm da zu helfen begonnen. Er müsse kurz nachschauen, 

ob es nicht vom Aston Martin gewesen sei. Immer wenn es Bleifrei 98 gewesen 

sei, sei es für den Aston Martin und Bleifrei 95 sei für seine Frau. Den Aston Mar-

tin habe er mit den Tankkarten betankt, weil er ihn auch nur fürs Geschäfts be-

nutzt habe. Er habe das Auto privat bezahlt, aber geschäftlich genutzt. Er sei da-

mit zur Arbeit gefahren, auf Baustellen. Er habe zu dieser Zeit keine privaten 

Fahrten unternommen. Auf seine Aussage in der Einvernahme vom 6. Juli 2016 

angesprochen, als er den Aston Martin als Privatfahrzeug bezeichnet und ausge-

führt hatte, er habe den dann eingestellt und nur noch sehr wenig gebraucht, prä-

zisierte er, dass das später gewesen sei, wobei er nicht mehr sagen könne, wann 

(Urk. 1 Ordner 3, pag. 060148 ff.). In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung be-

kräftigte er erneut, dass er im relevanten Zeitraum zwei Autos in der Garage ge-

habt habe. Im Mai 2011 habe seine erste Frau aufgrund ihrer schweren Erkran-

kung nicht mehr Auto fahren können. Das Auto sei in der Garage gestanden, und 

er habe es dann auch ab und zu verwendet. Er habe nur ein Auto als Geschäfts-

auto benutzt, aber er habe geschäftlich ein zweites Auto gebraucht. Das sei auch 

in der Garage gestanden und man habe es bewegen müssen. Beim Auto seiner 

ersten Ehefrau, das er auch geschäftlich benutzt habe, habe es sich um einen 

BMW X1 gehandelt. Beim anderen Auto, er habe zu dieser Zeit regen Wechsel 

gehabt, habe es sich um einen Mercedes, dann um einen Aston Martin und dann 

wieder um einen Mercedes gehandelt. Aber es seien alles rein geschäftliche 

Fahrten gewesen. Er habe privat eigentlich nichts unternommen. Zur Zeit als sei-

-   40   - 

ne Frau so schwer krank gewesen sei, sowieso nicht und danach habe er dazu 

auch keine Lust gehabt. Er sei also nie mit dem Auto in die Ferien gefahren oder 

so. Auf die Frage, ob er mit diesen Autos also bis am 6. April 2012 keine Privat-

fahrten unternommen habe, stellte er klar, dass man aufpassen müsse. Betref-

fend das Auto, das er jeweils gefahren sei, sei klar gewesen, dass er es auch für 

Privatfahrten habe verwenden dürfen. Klar sei man mal irgendwo hingefahren, 

aber keine grossen Reisen (Prot. I S. 35 f., vgl. auch S. 37). Zu den mit dem As-

ton Martin unternommenen Geschäftsfahrten befragt hielt er fest, dass das eigent-

lich nicht so viele gewesen seien, denn es habe sich gezeigt, dass es damals ei-

gentlich nicht so ein schlauer Entscheid gewesen sei. Es sei eigentlich ein Frust-

kauf nach dem Tod seiner Frau gewesen (Prot. I S. 40). Auf Vorhalt seiner ersten 

Aussage, dass er nicht denke, dass er jemals den Treibstoff für sein Privatfahr-

zeug von der Privatklägerin habe zahlen lassen, er habe ja nur kurz mit dem As-

ton Martin ein Privatauto gehabt, und die Frage, ob er ausschliessen könne, dass 

er je den Treibstoff für sein Privatfahrzeug über die Privatklägerin bezahlt habe, 

deponierte er: "Das würde ich ausschliessen. Zur Ergänzung: Ich habe nachher, 

als ich den Aston Martin hatte, das Tanken eigentlich selber bezahlt. Aber ich ha-

be das Auto praktisch gar nicht mehr benutzt. Wie gesagt, es war eigentlich kein 

schlauer Entscheid, das Auto zu kaufen" (Prot. I S. 40). Anlässlich der Berufungs-

verhandlung hielt der Beschuldigte erneut fest, dass er den Aston Martin nach 

dem Tod seiner Ehefrau als Geschäftsauto gekauft habe. Es sei ein Frustkauf 

gewesen. Er habe schnell gemerkt, dass es nicht so eine gute Idee gewesen sei. 

Er habe zu dieser Zeit keine privaten Fahrten unternommen. Er habe schnell ge-

merkt, dass der Aston Martin als Geschäftsauto nicht gescheit sei. Man könne 

damit nicht überall hin. Zu gewissen Personen, zum Beispiel zu Mietern, könne 

man nicht mit einem solchen Auto gehen. Er habe diesen deshalb rausgenommen 

und dafür den BMW seiner verstorbenen Frau ins Geschäft eingebracht. Der As-

ton Martin sei in der Garage gestanden. Es seien zwei Autos in der Garage ge-

standen. Er sei mal mit diesem mal mit jenem gefahren. Es habe keinen Unter-

schied gemacht. Er sei eigentlich nur geschäftlich unterwegs gewesen. Er habe 

keine grossen Ferienreisen gemacht damit. Die Frage, ob er das Auto überwie-

gend geschäftlich gebraucht habe, bejahte er (Prot. II S. 20).  

-   41   - 

Dass diese Aussagen des Beschuldigten nicht in jeder Hinsicht stringent sind, 

lässt sich nicht von der Hand weisen. Er wies zwar immer von sich, Treibstoffbe-

züge unzulässigerweise über die Privatklägerin abgerechnet zu haben. Die durch 

ihn selber abgerechneten Treibstoffkosten brachte er zunächst jedoch einzig mit 

seinem Geschäftsauto in Verbindung. Erst später machte er geltend, im inkrimi-

nierten Zeitraum nebst dem jeweiligen Geschäftsauto auch einen privat gehalte-

nen BMW X1 und den von der Privatklägerin übernommenen Aston Martin ge-

schäftlich eingesetzt zu haben. Den BMW X1 erwähnte er einzig als zwischenzeit-

liches Geschäftsauto. Was die Abrechnung von Treibstoffkosten von L._____ 

über die Privatklägerin betrifft, erwähnte er diese von Anfang an als Surrogat für 

eine Spesenabrechnung, womit er sinngemäss den Zeitraum ab Mai 2012 an-

sprach, machte später dann aber geltend, dass sie ihm schon vorher zu helfen 

begonnen habe und deshalb habe tanken dürfen. Allerdings ist darin nicht zwin-

gend ein Lügensignal zu erblicken, zumal seine Aussagen deutlich machen, dass 

er die verschiedenen von ihm gefahrenen Fahrzeuge nicht ohne Weiteres be-

stimmten Zeiträumen zuordnen konnte, was sich selbst anlässlich der erstinstanz-

lichen Hauptverhandlung erneut zeigte (Prot. I S. 39 ff.), ohne dass der Beschul-

digte zu jenem Zeitpunkt noch ein Interesse daran gehabt hätte, sich diesbezüg-

lich unwissend zu stellen. Tatsächlich hatte er im inkriminierten Zeitraum das Ge-

schäftsfahrzeug auch rege gewechselt (Mercedes ML 350, Aston Martin, BMW 

X1, Mercedes ML 250; Urk. 1 Ordner 1, pag 011110-15, 130110 f.), wobei der As-

ton Martin vom Geschäfts- zum Privatfahrzeug und der BMW X1 von ihm (formell 

im Dezember 2011, tatsächlich bereits früher; vgl. Urk. 1 Ordner 4, pag. 091007 

ff.) in die Firma eingebracht wurde. Dazu kommt, dass es sich beim inkriminierten 

Vorgang gemessen an der Geschäftstätigkeit der Privatklägerin objektiv sowohl 

im Einzelnen als auch insgesamt um eine Nebensächlichkeit handelt, die im Zeit-

punkt der Einvernahmen schon mindestens drei Jahre zurücklag. Dass der Be-

schuldigte sich Einzelheiten zuerst wieder in Erinnerung rufen musste, ist daher 

ohne weiteres denkbar. Zu seinen Gunsten ist daher davon auszugehen, dass er 

- wie von ihm geltend gemacht - im inkriminierten Zeitraum von Mai 2011 bis April 

2012 selber Diesel- und Benzinfahrzeuge parallel geschäftlich nutzte und die Be-

-   42   - 

züge von Bleifrei 95 ab Dezember 2011 von L._____ in Abgeltung von Hilfeleis-

tungen (vgl. zu Letzteren E. III.6.2.1, III. 6.4.2.3) getätigt wurden.  

6.3.2 Gemäss Ziffer 5 des Geschäftsführervertrags wurden dem Beschuldigten 

seine Aufwendungen, die ihm bei Wahrnehmung der Geschäfte im Interesse der 

Gesellschaft entstanden, mit monatlichen Pauschalzahlungen vergütet. Darüber 

hinaus wurde ihm ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung gestellt, welches er auch 

für private Fahrten unentgeltlich nutzen durfte. Die für die Fahrzeughaltung und    

-nutzung anfallenden Kosten wurden durch die Gesellschaft getragen. Die Auffas-

sungen über die Interpretation dieser Vertragsklausel gehen auseinander. Wäh-

rend die Privatklägerin, die Auffassung vertritt, dass die Betankung eines Privat-

fahrzeuges, auch wenn es zu geschäftlichen Zwecken gebraucht wurde, durch die 

Pauschalzahlung abgegolten worden sei, stellen die Verteidigung und der Be-

schuldigte sich auf den Standpunkt, er habe ein geschäftlich verwendetes Privat-

fahrzeug auch auf Kosten der Privatklägerin betanken dürfen. Der Geschäftsfüh-

rervertrag wurde seinerzeit zwischen dem Beschuldigten und I._____, der als 

Verwaltungsratspräsident für die Privatklägerin handelte, verhandelt und abge-

schlossen. Wie I._____ damals Ziffer 5 des Geschäftsführervertrags verstand, ist 

nicht bekannt. Seine Aussagen zu den über die Privatklägerin abgerechneten 

Benzinbezüge konnten nicht mehr erhoben werden, so dass auf sein Verständnis 

der Vertragsklausel auch nicht indirekt geschlossen werden kann. Dass sich 

I._____ ihm gegenüber in irgendeinem Zeitpunkt diesbezüglich in einem bestimm-

ten Sinn geäussert hätte, erwähnt auch der Beschuldigte nicht. Es bleibt daher bei 

einer Interpretation der Vertragsklausel aufgrund des Vertrauensprinzips. Dabei 

spricht der strikte Wortlaut von Vertragsziffer 5.2, gemäss welchem die Kosten-

übernahme durch die Privatklägerin für das Geschäftsfahrzeug gilt, für die Inter-

pretation der Privatklägerin. Allerdings ist auch die systematische Stellung und 

der Inhalt der Vertragsklausel in die Überlegungen einzubeziehen, die in Kombi-

nation darauf hinweisen, dass mit der separaten Regelung die Vergütung des Be-

schuldigten für geschäftsbedingte Auslagen gemäss Ziffer 5.1 des Vertrages 

(Pauschalspesen) nicht beschränkt, sondern ausgedehnt werden sollte. Nament-

lich wurde in Ziffer 5.2 keine rein geschäftliche Nutzung des Geschäftsfahrzeuges 

vereinbart, die dafür sprechen würde, dass die Privatklägerin mit der Regelung 

-   43   - 

der Fahrzeugkosten eine strikte Kostenkontrolle anstrebte und eine Vermischung 

geschäftlicher und privater Interessen des Beschuldigten bei der Fahrzeugnut-

zung vermeiden wollte. Vielmehr wurde ausdrücklich die unentgeltliche Nutzung 

des Geschäftsfahrzeuges auch für private Zwecke vorgesehen und damit die 

Übernahme der hier interessierenden Treibstoffkosten nicht eingeschränkt, son-

dern zugunsten des Beschuldigten über geschäftlich begründete Aufwände hin-

aus ausgedehnt. Dass geschäftlich begründete Treibstoffbezüge für das Privat-

fahrzeug des Beschuldigten mit der Spesenpauschale abgegolten werden sollten, 

kann bei dieser Ausgangslage in guten Treuen nicht angenommen werden. Der 

Vollständigkeit halber ist in diesem Zusammenhang dabei noch folgendes festzu-

halten: Das ab dem 1. Januar 2011 geltende Spesenzusatzreglement für das Ka-

der regelt die Kostentragung für Geschäftsfahrten mit dem Privatauto im Orts-

rayon von 30 Kilometern im Sinne der Interpretation der Privatklägerin: die ent-

sprechenden Kosten gelten als Kleinausgaben, die durch die Pauschalspesen 

gedeckt sind (Ordner 6, pag. 210018 f.). Wie bereits festgehalten, definiert die 

Anklage die Pflichten des Beschuldigten allerdings ohne auf dieses zu verweisen. 

Das zu Recht: Eine Änderungskündigung, die die Grundlagen der Vergütung des 

Beschuldigen gemäss Geschäftsführervertrag zu dessen Lasten hätten verändern 

können, ist nicht dokumentiert. Hinweise auf ein im vorliegenden Kontext denkba-

re weniger formelle Anpassung im gegenseitigen Einverständnis fehlen. Das Spe-

senzusatzreglement ist für den Ausgang des Verfahrens damit aus formellen (An-

klageprinzip) und materiellen (fehlende Vertragsänderung) Gründen für den Aus-

gang des Verfahrens nicht relevant. Die Vorinstanz ging vor diesem Hintergrund 

zu Recht davon aus, dass aus dem Nachweis, dass der Treibstoffbezug nicht für 

das Geschäftsfahrzeug erfolgte (vgl. dazu Urk. 1 Ordner 3, pag. 060147 f. [Fragen 

92-113]), nicht ausreiche. Vielmehr bedarf es für einen Schuldspruch des rechts-

genügenden Nachweises, dass die in Rechnung gestellten Treibstoffbezüge, so-

fern sie das Privatfahrzeug des Beschuldigten betrafen, an sich nicht geschäftlich 

begründet waren. Das Geschäftsfahrzeug durfte der Beschuldigte auf Kosten der 

Privatklägerin betankt auch privat nutzen. Die Möglichkeit, dass der Beschuldigte 

sein jeweiliges auf Kosten der Privatklägerin betanktes Privatfahrzeug zumindest 

in untergeordnetem Umfang auch privat nutzte, reicht für eine Verurteilung nicht 

-   44   - 

aus. Der rechtsgenügende Nachweis, dass die ihm