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**Case Identifier:** 3c1dd7d6-6eee-5198-b818-5b617c237abc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.05.2019 200 2018 679
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-679_2019-05-27.pdf

## Full Text

200 18 679 IV
FUR/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Mai 2019

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. August 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/679, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 10. Oktober 2012 unter Hinweis auf Rückenschmerzen 
nach einem Unfall bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (Antwortbeilage [AB] 2). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) veranlasste insbesondere eine polydisziplinäre Be-
gutachtung durch die C.________ (MEDAS-Gutachten vom 24. Januar 
2014; AB 63.1; 63.3; Stellungnahme vom 4. April 2014; AB 68). Nach Ein-
holung zweier Stellungnahmen beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; 
AB 66; 77), wies sie mit Verfügung vom 5. August 2014 (AB 78) das Ren-
tenbegehren bei einem ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 15% ab. 
Das danach angerufene Verwaltungsgericht des Kantons Bern wies die 
Beschwerde des Versicherten mit Urteil vom 1. Februar 2016 ab 
(IV/2014/844).

Die vom Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Bundes-
gericht mit Urteil vom 2. Juni 2016, 9C_181/2016, teilweise gut und wies 
die Sache zu weiteren Abklärungen und neuer Verfügung an die IVB 
zurück. 

B.

Die IVB nahm weitere erwerbliche und medizinische Abklärungen vor. Ins-
besondere zog sie das vom Versicherten in Auftrag gegebene Neurochirur-
gische/Neurologische Aktengutachten der Klinik D.________ vom 21. Juni 
2016 (AB 96) bei. Nach Einholung einer Stellungnahme beim RAD (AB 
110), sprach sie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 125; 126) 
mit Verfügung vom 10. August 2018 (AB 132) eine halbe IV-Rente ab dem 
1. Mai 2017 bei einem IV-Grad von 55% zu. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/679, Seite 3

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, nach wie vor vertreten durch Fürsprecher 
B.________, am 14. September 2018 Beschwerde und beantragte die Aus-
richtung einer halben IV-Rente ab dem 1. Februar 2013, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge. 

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Oktober 2018 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 14. Januar 2019 teilte die Instruktions-
richterin dem Beschwerdeführer mit, dass vorliegend im Fall eines Urteils 
eine Schlechterstellung (reformatio in peius) drohen könnte. Die zugespro-
chene Rente basiere auf dem vom Beschwerdeführer in Auftrag gegebe-
nen Aktengutachten der Klinik D.________, vom 21. Juni 2016 (AB 96), 
d.h. jenem Spital, bei welchem er arbeite. Diese Umstände liessen das 
Aktengutachten als den Anforderungen nicht genügend erscheinen, wes-
halb in Betracht gezogen werde, die Sache zu weiteren Abklärungen und 
neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dem Be-
schwerdeführer wurde Gelegenheit geboten, sich zu einer allfälligen 
Schlechterstellung zu äussern bzw. einer solchen durch Rückzug der Be-
schwerde zu entgehen.

Mit Eingabe vom 22. März 2019 liess der Beschwerdeführer mitteilen, er 
halte am gestellten Rechtsbegehren und der Beschwerde vom 14. Sep-
tember 2018 vollumfänglich fest. Weiter reichte er dem Gericht eine Stel-
lungnahme der Klinik J.________, vom 21. Januar 2019 (Beschwerdebei-
lage [BB] 9) ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/679, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 10. August 2018 
(AB 132), mit welcher dem Beschwerdeführer ab dem 1. Mai 2017 eine hal-
be Rente zugesprochen wird. Beanstandet wird zwar einzig der Rentenbe-
ginn. In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt jedoch ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefug-
nis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen 
Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Diese Grundsätze gelten auch 
dann, wenn eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften und/oder 
befristeten Invalidenrente in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröff-
net wird (BGE 131 V 164). Der Anspruch auf eine Invalidenrente ist insge-

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samt – unter Einschluss der grundsätzlich unbestritten gebliebenen Zu-
sprechung einer halben Rente ab 1. Mai 2017 – zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 

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des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2).

3.

3.1 Das Bundesgericht hielt in seinem Urteil vom 2. Juni 2016, 
9C_181/2016, E. 3.3.1 fest, das kantonale Gericht habe zu Recht die inter-
disziplinäre Arbeitsfähigkeitsschätzung (resp. jene des Neurologen Dr. 
med. E.________, Facharzt für Neurologie) – welcher eine Einschränkung 
von 50% attestiert habe – nicht übernommen, zumal eine Arbeitsunfä-
higkeit nicht mit einer blossen Verdachtsdiagnose begründet werden kön-
ne. Weiter hielt das Bundesgericht fest, Dr. med. F.________, Fachärztin 
J.________, die als externe Gutachterin von der MEDAS beigezogen wor-
den sei, habe das Hauptgutachten nicht unterzeichnet. In diesem sei fest-
gehalten worden, dass der Beschwerdeführer nur in der internistischen 
Untersuchung vom MRSA-Befall berichtet habe. Es sei nicht ersichtlich, 
dass Dr. med. F.________ um die MRSA-Problematik gewusst und sie 
berücksichtigt habe. Diesbezüglich sei ihr Teilgutachten nicht überzeugend. 
Der MEDAS-Neurologe habe sich zwar grundsätzlich ihrer Arbeitsfähig-
keitsschätzung angeschlossen, aber nur unter dem Vorbehalt, dass die von 
ihm vorgeschlagene Abklärung unauffällige Befunde ergäbe. Das MEDAS-
Teilgutachten von Dr. med. F.________ genüge den Anforderungen an die 
Beweiskraft deshalb nicht in allen Punkten, weshalb die darauf beruhende 
vorinstanzliche Feststellung betreffend die Arbeitsfähigkeit nicht haltbar sei. 
Die Verwaltung werde im Zusammenhang mit der MRSA-Problematik wei-
tere Sachverhaltsermittlungen zu treffen haben (BGer 9C_181/2016; 
E. 3.5). 

3.2

3.2.1 Der Beschwerdeführer gab im April 2016 ein Privatgutachten in Auf-
trag. In diesem Neurochirurgischen/Neurologischen Aktengutachten der 
Klinik D.________ vom 21. Juni 2016 (AB 96) führten die Ärzte die ana-
mnestisch umfangreichen fachfremden Diagnosen auf und attestierten ihr 
Fachgebiet betreffend das Folgende:

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Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit/bei

- progredienten degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen und aktivierter 
Osteochondrose LWK 4/5

- Status nach mediolateralem Diskusprolaps LWK 4/5 links und Status nach 
mikrochirurgischer Operation LWK 4/5 und Nervenwurzelkompression L5 
links am 31. Oktober 2011

Die Ärzte führten aus, im März 2012 sei aufgrund einer positiven Umge-
bungsanamnese ohne klinische Beschwerden bzw. Hinweise auf Weichteil-
infekte ein Nasen-Rachenabstrich mit Nachweis einer multiresistenten Sta-
phylococcus aureus Kolonisation erfolgt. Nach sechsmonatiger Dekolonisa-
tion seien dreimalige negative Abstriche inguinal und im Nasen-Rachen-
Raum für MRSA erfolgt (S. 8 f.). Die im neurologischen Teilgutachten von 
Dr. med. E.________ diskutierte mögliche chronische Osteitis auf Grund 
des positiven MRSA Nasen-Rachen-Abstrichs erscheine bei fehlenden 
bildgebenden und klinischen Hinweisen und der erfolgreichen Dekolonisa-
tion aktuell als sehr unwahrscheinlich (S. 11). 

Der Beschwerdeführer leide seit März 2011 an relevanten Lumbalgien. 
Trotz multipler konservativer und invasiver Massnahmen habe bisher keine 
relevante Schmerzlinderung erreicht werden können. Die aktuellen bild-
morphologischen Befunde (Mai 2016) mit aktivierter Osteochondrose LWK 
4/5 (Modic I-II), Degeneration der Bandscheibe, Höhenminderung und Va-
kuumphänomen, Spondylarthrosen, nachgewiesenen neuroforaminalen 
Stenosen sowie Diskusprotrusionen mit Tangierung von Nervenwurzeln 
seien als Auslöser der beklagten Rückenschmerzen zu werten. Diese Be-
funde seien im Vergleich zu 2013 progredient (S. 11). 

Sie schätzten die Arbeitsunfähigkeit bedingt durch die aktivierte Osteo-
chondrose und die begleitenden Wirbelsäulendegenerationen mit 50% ein. 
Im Rahmen seiner Anstellung verrichte der Beschwerdeführer eine über-
wiegend sitzende Tätigkeit. Dabei sollte eine wechselbelastende (alternie-
rend im Sitzen, Gehen und Stehen) Körperhaltung eingenommen werden. 
Das Tragen von Gewichten (mehr als 5 kg) sei wegen vorzeitiger Ermüd-
barkeit und einsetzenden Schmerzen, die in der Folge meist auch länger 
anhielten, schwer möglich. Aufgrund der Schmerzen sei auch von einer 

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reduzierten Konzentrationsfähigkeit auszugehen. Der Beschwerdeführer 
sei nicht in der Lage rein sitzende, gehende oder stehende Tätigkeiten, 
gebückte oder vorgeneigte Haltungen im Stehen/Sitzen einzunehmen 
ebenso wie Rumpfrotationen zu vollrichten (S. 12). 

3.2.2 Der Hausarzt, Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin, gab im Verlaufsbericht vom 19. Dezember 2016 (AB 108) an, 
der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Das Rückenleiden habe 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Er verweise auf das umfassende Gutach-
ten des Spitals L.________ (S. 2). Aktuell und auch in Zukunft bestehe eine 
mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit in leichten Tätigkeiten mit wech-
selnden Körperpositionen (S. 3). 

3.2.3 Der RAD-Arzt, Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 17. März 2017 (AB 110) ein 
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit progredienten degene-
rativen Wirbelsäulenerkrankungen und einer aktivierten Osteochondrose 
LWK4/5 (S. 4). Die übrigen Diagnosen würden sich nicht zusätzlich un-
günstig auf eine Tätigkeit im definierten Rendement auswirken. Das Vorlie-
gen einer Osteitis sei sehr unwahrscheinlich. Auf die Beurteilung der ME-
DAS vom 24. Januar 2014 könne nicht mehr abgestellt werden. In der Zwi-
schenzeit hätten die degenerativen Veränderungen im Bereich der Len-
denwirbelsäule deutlich zugenommen. Die objektive und wesentliche Ver-
änderung des Gesundheitszustandes sei spätestens im Mai 2016 eingetre-
ten, als erneut bildgebende Verfahren durchgeführt worden seien. Seit die-
ser Zeit vermöge der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit in 
einem Pensum von 60% eine Leistungsfähigkeit von 80% zu entwickeln. 
Die Reduktion des Pensums sei Folge der zunehmenden Ausbildung von 
Schmerzen und einer Abnahme der Konzentration im Verlaufe des Tages, 
die Verminderung der Leistungsfähigkeit Folge des erhöhten Pausenbe-
darfs. Angepasst sei eine Tätigkeit, bei welcher der Beschwerdeführer 
weitgehend selbständig zwischen Sitzen, Stehen und Gehen abwechseln 
könne. Das Anheben von Lasten über 5 kg sei ungünstig. Eine Tätigkeit in 
der … könne als optimal angepasst aufgefasst werden (S. 3). 

3.2.4 In der Stellungnahme der Klinik J.________, vom 21. Januar 2019 
(BB 9) wird ausgeführt, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% 

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sei in Zusammenschau der Anamnese und bildgebenden Befunden erklär-
bar. Im Jahr 2013 sei ein Punkt erreicht worden – korrelierend mit den 
Schmerzen und Einschränkungen – von dem aus sich die über die Jahre 
zunehmende Osteochondritis entwickelt habe. Das deutliche Engagement 
des Beschwerdeführers bezüglich täglicher Mobilisierungsübungen, Mas-
sagen, Kuren zur Schmerzbewältigung, schmerztherapeutischen Abklärun-
gen und Umstellen von Schmerzmedikation hätten es ihm erlaubt, seine 
Arbeitsfähigkeit trotz dieser voranschreitenden Veränderungen der Wir-
belsäule aufrecht zu erhalten. Die Anamnese, Befunde im MRI, die Abläufe 
nach der Operation sowie die Diagnostik und Behandlung würden bereits 
im Jahre 2013 eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit um 50% absolut nach-
vollziehbar machen (S. 2).

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

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3.4

3.4.1 Für Sachverständige gelten grundsätzlich die gleichen Ausstands- 
und Ablehnungsgründe, wie sie für Richterinnen und Richter vorgesehen 
sind. Befangenheit ist demnach anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, 
die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken (BGE 132 
V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2018 UV Nr. 28 S. 98 E. 3.1). Bei der Befangen-
heit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer 
bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachge-
wiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich befangen 
ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der 
Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen ver-
mögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Ge-
wichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfin-
den einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objek-
tiver Weise als begründet erscheinen (BGE 134 I 20 E. 4.2 S. 21, 133 I 1 E. 
6.2 S. 6). Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgut-
achten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit 
der Gutachterperson ein strenger Massstab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 
7.1 S. 109 f.; vgl. auch BGE 137 V 210 E. 2.1.3 S. 231).

3.4.2 Die Beschwerdegegnerin stellte in der rentenzusprechenden Verfü-
gung vom 10. August 2018 (AB 132) im Wesentlichen auf das vom Be-
schwerdeführer bei der Klinik D.________, in Auftrag gegebene Neurochir-
urgische/Neurologische Aktengutachten vom 21. Juni 2016 (AB 96) ab. 
Diesbezüglich ist jedoch zu beachten, dass der Beschwerdeführer seit dem 
1. Juni 1982, d.h. im Zeitpunkt der Begutachtung seit rund 34 Jahren beim 
I.________ arbeitete und nach wie vor dort angestellt ist. Zuerst war er im 
I.________ als … (1982-1987) tätig, später als … (1987-1990), … (1990-
1998), stellvertretender … (1998-2001), … (2001-2003), … / … und … 
(2003-2009) sowie von 2009 bis zum 31. August 2014 als …. Seit dem 1. 
September 2015 arbeitet er in Folge der geltend gemachten und von den 
am gleichen Ort angestellten Ärzten diskutierten gesundheitlichen Beein-
trächtigungen in einer hierarchisch tieferen Funktion als … (AB 13/3, 122). 
In der innegehabten Kaderfunktion als … war er u.a. verantwortlich für die 
… und … wie auch der Standardisierung der Auszahlung von Privathonora-

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re und Privatgutachten, die Entwicklung von neuen Honorarmodellen sowie 
die Einführung eines internen Kontrollsystems (AB 13 S. 3). Es besteht 
damit ein enger Konnex zwischen der Tätigkeit des Beschwerdeführers und 
den beauftragten Gutachtern und deren Tätigkeit. Er gab beim Direktor und 
Chefarzt der Klinik J.________, dem Direktor und Chefarzt der Klinik für 
K.________, dem Leiter Wirbelsäulenchirurgie der Klinik J.________ sowie 
einer Assistenzärztin der Klinik für K.________ ein Gutachten in Auftrag. In 
seiner früheren Tätigkeit als … wie auch in seiner aktuellen Tätigkeit als … 
im Bereich … wurde er und kann er auch weiterhin in … wie … Hinsicht mit 
der Tätigkeit der eingesetzten Ärzte direkt befasst werden. Diese Umstän-
de sind – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Stellungnah-
me vom 22. März 2019) – geeignet, Misstrauen in deren Unparteilichkeit zu 
erwecken. Daran ändert nichts, dass das I.________ gemäss den Aus-
führungen des Beschwerdeführers über rund 10‘000 Mitarbeitende verfüge. 
Entgegen seiner Annahme ist er mit Blick auf das vorstehend Dargelegte 
innerhalb dieser grossen Anzahl der Mitarbeitenden nicht ein den Ärzten 
grundsätzlich Unbekannter. Im Gegenteil sticht er als vormalig in höchster 
… Tätiger und speziell für die … Belange der Kaderärzte Zuständiger ge-
rade aus der Menge der Mitarbeitenden heraus. Somit kann auf das Akten-
gutachten vom 21. Juni 2016 (AB 96) vorliegend nicht unbesehen abge-
stellt werden. Daran ändert auch die Stellungnahme der Klinik J.________, 
vom 21. Januar 2019 nichts (BB 9). 

3.4.3 Selbst wenn die Aktenbeurteilung der Ärzte des Spitals L.________ 
in die Beurteilung mit einbezogen werden könnte und diese auch unter 
Berücksichtigung der Berichte des Hausarztes Dr. med. G.________ vom 
19. Dezember 2016 (AB 108) sowie des RAD-Arztes Dr. med. H.________ 
vom 17. März 2017 (AB 110) gerichtlich geprüft würde, würde sich am Er-
gebnis nichts ändern. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Ärzte des 
L.________ weder den Beschwerdeführer selbst untersucht haben, was mit 
Blick auf ihre prospektive Einschätzung unabdingbar gewesen wäre, noch 
sich (mangels Beizug entsprechender Ärzte) hinreichend interdisziplinär mit 
den umfangreichen weiteren fachfremden Diagnosen auseinandersetzen 
konnten. Hinzu kommt für die retrospektive Beurteilung, dass das Bundes-
gericht in Bestätigung des hiesigen Gerichts verbindlich festgehalten hat, 
dass eine neurologische Diagnose zur Begründung einer Einschränkung 

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von 50% nicht vorliege. Das hiesige Gericht habe jedoch nicht beachtet, 
dass die MRSA-Problematik ungenügend abgeklärt worden sei. Auf dieser 
Basis hat das Bundesgericht die Sache zu weiteren Abklärungen an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Insgesamt mangelt es im vorliegen-
den Fall wie dargelegt nach wie vor sowohl retrospektiv wie nun insbeson-
dere auch prospektiv an einer hinreichenden, auf eigenen Befunderhebun-
gen basierenden, alle Gesundheitsschäden berücksichtigenden interdiszi-
plinären Beurteilung.

3.5 Die Beschwerdegegnerin ist den Vorgaben des Bundesgerichts 
nicht nachgekommen und die Sache ist zur interdisziplinären Abklärung 
und neuerlichen Beurteilung an diese zurückzuweisen. Sie wird zunächst 
die vollständigen Akten der behandelnden Ärzte inkl. Krankengeschichte 
einzuholen und alsdann eine neue MEDAS-Begutachtung bei einer ME-
DAS ausserhalb des Raums … in Auftrag zu geben haben. Die MEDAS 
wird den gesamten Verlauf der Erkrankung zu beurteilen und für alle Zeit-
abschnitte integrale Arbeits- und Leistungsfähigkeitsbeurteilungen vorzu-
nehmen haben. Dabei ist auch zu klären, ob und gegebenenfalls in wel-
chem Umfang dem Beschwerdeführer eine Kaderstelle nicht mehr zumut-
bar ist. Allein der Umstand, dass ein Arbeitgeber eine Person (allenfalls aus 
betrieblichen Gründen) teilzeitlich nicht (mehr) in einer Kaderposition be-
schäftigen will, wäre invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich. 
Schliesslich wird die Beschwerdegegnerin auch den Validenlohn näher 
abzuklären haben. Die von ihr in der hier angefochtenen Verfügung dies-
bezüglich getroffene Annahme zur Lohnentwicklung sind seitens der Ar-
beitgeberin unbegründet geblieben und können mit den derzeitigen Akten 
nicht nachvollzogen werden (AB 2, 101, 122).

3.6 Aufgrund des Dargelegten ist in teilweiser Gutheissung der Be-
schwerde die angefochtene Verfügung vom 10. August 2018 (AB 132) auf-
zuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da-
mit sie nach Vornahme der weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägun-
gen neu verfüge. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

4.

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4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten. 

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwalt 
B.________ vom 17. April 2019 wird die Parteientschädigung auf Fr. 
5‘554.45 festgesetzt (Aufwand von 20 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Aus-
lagen von Fr. 175.-- sowie Mehrwertsteuer von Fr. 397.45). Diesen Betrag 
hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 10. August 2018 aufgehoben und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/679, Seite 14

Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge. 
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 5‘554.45 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.