# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d77583c5-74fc-5a44-889c-2aec6bcc076e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.03.2007 IV 2006/55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-55_2007-03-14.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/55

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 14.03.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 14.03.2007
Art. 28 und 29 IVG. Abgestufte Rentenzusprache aufgrund von zeitlich 
zurückliegender, sich verändernder Arbeitsunfähigkeiten, Anforderungen an 
medizinische Gutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 14. März 
2007, IV 2006/55).

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Martin Rutishauser, 

Versicherungsrichter Franz Schlauri; a.o. Gerichtsschreiber Adrian Schnetzler

Entscheid vom 14. März 2007

In Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andreas Wiget, Rosenbergstrasse 42b,

9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- Die 1963 geborene S.___ stand vom 11. Dezember 2000 bis zum 30. Juni 2001 als 

Aushilfe/Betriebsangestellte in einem befristeten Arbeitsverhältnis bei der X.___ AG. Ab 

dem 25. Mai 2001 ging sie ihrer Arbeit wegen Rückenbeschwerden krankheitshalber 

nicht mehr nach (IV-act. 2). Im August 2001 war die Versicherte in Serbien in ärztlicher 

Behandlung (IV-act. 1-7/19). Vom 6. bis zum 9. November 2001 befand sie sich zur 

stationären physiotherapeutischen Behandlung im Kantonalen Spital A.___. Im 

Austrittsbericht hielten die behandelnden Ärzte fest, dass die Versicherte vollständig 

arbeitsfähig sei, solange sie sich rückenschonend bewege und Lasten korrekt hebe (IV-

act. 1-10/19 bis 1-15/19). Am 3. Mai 2002 meldete sie sich zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung (IV-act. 6). Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. Y.___, 

stellte in seinem Arztbericht vom 22. Mai 2002 als Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit ein chronisch lumbovertebrales Syndrom bei Diskopathie L5/S1 fest 

und vermerkte, dass seit Mai 2001 persistierende stärkere Beschwerden bestanden 

hätten und im Juli 2001 eine Diskopathie L5/S1 nachgewiesen worden sei. Eine MRI-

Untersuchung im März 2002 habe einen stationären Befund gezeigt. Er bescheinigte 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 25. Mai bis 30. November 2001, von 50 % vom 

1. Dezember 2001 bis 3. März 2002 sowie wiederum eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit ab dem 4. März 2002 bis auf weiteres. Eine körperlich nicht 

belastende, nicht nur sitzende Tätigkeit sei der Versicherten möglicherweise 4 Stunden 

pro Tag zumutbar (IV-act. 1-1/19 bis 1-4/19). Die IV-Stelle der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen verneinte am 12. Juli 2002 die 

Möglichkeit einer beruflichen Eingliederung (IV-act. 8). Am 22. Juli 2002 beauftragte die 

IV-Stelle Dr. med. Z.___ mit der medizinischen Abklärung des Gesundheitszustands der 

Versicherten (IV-act. 12). Dieser diagnostizierte am 3. März 2003 in seinem Gutachten 

eine mediane Diskushernie L5/S1 mit leichter Eindellung des Duralschlauches bei 

ausgeprägter Spondylarthrose, eine mediane Diskushernie L4/5 bei hypertrophierender 

Spondylarthrose und eine depressive Stimmungslage. Eine körperlich leichte Tätigkeit, 

die abwechslungsweise sitzend oder stehend durchgeführt werden könne, ohne dass 

Gegenstände über drei bis fünf Kilogramm regelmässig gehoben oder getragen werden 

und ohne dass unphysiologische, insbesondere gebeugte Körperhaltungen länger 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eingenommen werden müssen, hielt der Gutachter zu ca. 70 % zumutbar (IV-act. 15). 

Am 8. Juli 2003 diagnostizierte Dr. med. U.___ von der Sozialpsychiatrischen 

Beratungsstelle B.___ in einem Arztbericht zuhanden der IV eine schwere depressive 

Episode seit Januar 2003, die eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe (IV-

act. 22). Die IV-Stelle ging in der Folge von einem Invaliditätsgrad von 42 % ab dem 1. 

Februar 2003 und von 100 % ab dem 1. Mai 2003 aus, und anerkannte einen Anspruch 

auf eine Viertelsrente resp. im Härtefall einer halben Rente ab dem 1. Februar 2003 

sowie einer ganzen IV-Rente ab dem 1. Mai 2003 (IV-act. 29, IV-act. 30). Mit Verfügung 

vom 5. Februar 2004 wurde dies der Versicherten eröffnet, jedoch berechnete die 

Ausgleichskasse der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) nur die 

ganze Invalidenrente ab dem 1. Mai 2003 (IV-act. 43).

B.- Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 29. März 2004 Einsprache erheben 

und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer 

Invalidenrente ab dem 1. Juni 2002, eventualiter einer ganzen Invalidenrente ab dem 1. 

Januar 2003. Zur Begründung führte sie aus, dass sie ab dem 25. Mai 2001 zumindest 

zu 50% arbeitsunfähig gewesen sei, womit das Wartejahr am 1. Juni 2002 abgelaufen 

sei. Ab diesem Zeitpunkt bestehe bei einem Leidensabzug von 25 % ein 

Invaliditätsgrad von 47,3 %. Seit dem 1. Januar 2003 bestehe sodann eine vollständige 

Erwerbsunfähigkeit, womit ab diesem Zeitpunkt eine ganze Invalidenrente auszurichten 

sei (IV-act. 44). Auf Anfrage teilte Dr. med. Z.___ der IV-Stelle am 21. April 2004 mit, 

dass der Versicherten eine angepasste Tätigkeit zu 70 % schätzungsweise seit dem 

Herbst 2001 zumutbar gewesen sei (IV-act. 47).

C.- Mit Verfügung vom 6. Juli 2004 berechnete die Ausgleichskasse der SVA die 

Invalidenrente vom 1. Februar bis 30. April 2003 (IV-act. 50).

D.- Am 21. Dezember 2004 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 5. Februar 2004. 

Sie stellte der Versicherten eine neue einsprachefähige Verfügung in Aussicht, die nach 

Durchführung von weiteren Abklärungen erlassen werde (IV-act. 54). Am 28. Dezember 

2004 gab die IV-Stelle bei der MEDAS in C.___ eine medizinische Abklärung in Auftrag 

(IV-act. 56). Der Rechtsdienst der SVA teilte der IV-Stelle am 12. Januar 2005 mit, dass 

das Einspracheverfahren abgeschlossen sei (IV-act. 58).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

E.- Im MEDAS-Gutachten vom 9. September 2005 beurteilte Dr. V.___ die 

gesundheitliche Situation der Versicherten aus orthopädischer Sicht im Vergleich zur 

orthopädischen Beurteilung durch Dr. med. Z.___ als objektiv besser, weshalb eine 

höhere Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Aus orthopädischer Sicht bestehe für jede 

körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit in wechselnder Position und ohne 

Zwangshaltung der unteren Wirbelsäule eine zeitlich und leistungsmässig 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Soweit für ihn ersichtlich, seien die bisher 

ausgeübten Tätigkeiten weitgehend zumutbar. Ausgeschlossen seien lediglich 

körperlich schwere Tätigkeiten oder solche, die keine wechselnde Körperposition 

zuliessen oder länger dauernde Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule verlangten. 

Wie schon in früheren medizinischen Berichten vermerkt, bestehe eine erhebliche 

Diskrepanz zwischen den anamnestischen Schmerzschilderungen und den klinischen 

Befunden sowie den Schmerzäusserungen anlässlich der Untersuchung. Aus 

orthopädischer Sicht seien keine medizinischen Massnahmen angezeigt (IV-act. 

60-11/21 bis 13/21). Dr. W.___ diagnostizierte im psychiatrischen Teilgutachten eine 

anhaltend somatoforme Schmerzstörung ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Es 

bestünden keine Hinweise auf eine schwere depressive Erkrankung. Es bestünden 

auch keine Hinweise auf unbewusste Konflikte, und ein primärer Krankheitsgewinn sei 

nicht vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht könne der Versicherten zugemutet werden, 

weiterhin ihrer angestammten oder einer den somatischen Einschränkungen 

angepassten Tätigkeit ganztags und ohne jede Leistungseinschränkung nachzugehen. 

Die Versicherte nehme ihre antidepressiven Medikamente entgegen ihrer Angabe kaum 

oder gar nicht ein. Die vorhandenen depressiven Verstimmungen könnten durch eine 

regelmässige Einnahme der Antidepressiva günstig beeinflusst werden. Ausser dieser 

regelmässigen Medikamenteneinnahme seien aus psychiatrischer Sicht keine 

medizinischen und auch keine beruflichen Massnahmen notwendig. Die von Dr. med. 

U.___ im Bericht vom 8. Juli 2003 diagnostizierte schwere depressive Episode mit einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit bestehe zumindest nicht mehr, da sich die Versicherte 

selber nicht besonders als depressiv einschätze, da sie die Antidepressiva nicht 

einnehme. Auch eine von Dr. med. U.___ erwähnte Suizidalität sei nicht mehr 

vorhanden. Obwohl eine rückwirkende Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit schwierig 

sei, bestünden keine Anhaltspunkte dafür, dass die Versicherte während längerer Zeit 

an einer schweren depressiven Episode gelitten hätte (IV-act. 60-15/21 bis 17/21). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Insgesamt führte das MEDAS-Gutachten als Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre 

Symptomatik (ICD-10 M54.5) auf, wobei mediane Diskushernien L5/S1 und L4/5 ohne 

Kompression neuraler Strukturen (ICD-10 M51.2) und degenerative Veränderungen L4-

S1 (ICD-10 M47.86) bestünden. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

wurde eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) und ein 

anamnestischer Verdacht auf ein multilokuläres Schmerzsyndrom, weitgehend ohne 

klinisches Korrelat (ICD-10 R52.1) aufgeführt. In der Gesamtbeurteilung führten die 

Gutachter aus, es bestehe für alle körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten in 

wechselnder Position und ohne längere Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule eine 

zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100% seit spätestens dem 28. Juni 2005. Im Vergleich 

zum Gutachten von Dr. med. Z.___ bestehe eine deutliche Verbesserung der 

objektivierbaren klinischen Befunde, was die Erhöhung der Arbeitsfähigkeit erkläre. Aus 

psychiatrischer Sicht seien im Gegensatz zum Bericht von Dr. med. U.___ nur leichte 

depressive Verstimmungen wahrnehmbar, die nicht separat zur somatoformen 

Schmerzstörung zu diagnostizieren, sondern bereits darin enthalten seien. Auch sei 

keine Suizidalität mehr zu verzeichnen. Ausser der regelmässigen 

Medikamenteneinnahme böten sich keine medizinischen Massnahmen an. Auch 

berufliche Massnahmen seien angesichts der geringen Reintegrationsmotivation der 

Versicherten nicht zu empfehlen (IV-act. 60 17/21 bis19/21).

F.- Mit Verfügung vom 27. Oktober 2005 stellte die IV-Stelle fest, dass kein Anspruch 

auf eine Invalidenrente bestehe. Die bisher ausgerichtete ganze Rente werde nach 

Zustellung der Verfügung auf das Ende des folgenden Monats aufgehoben. Die 

erneuten Abklärungen hätten ergeben, dass sich der Gesundheitszustand der 

Versicherten verbessert habe und die bisherige Tätigkeit seit mindestens dem 28. Mai 

2005 wieder zu 100 % ausgeübt werden könne (IV-act. 64).

G.- Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 30. November 2005 Einsprache 

erheben und deren Aufhebung sowie die weitere Rentenausrichtung beantragen. 

Zudem sei über die Einsprache vom 29. März 2004 und insbesondere den Antrag auf 

Ausrichtung einer Rente ab dem 1. Juni 2002 zu entscheiden (IV-act. 68). Mit Entscheid 

vom 24. Februar 2006 wies die IV-Stelle die Einsprache ab. Die ursprünglich 

angefochtene Verfügung vom 5. Februar 2004 sei mit Verfügung vom 21. Dezember 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2004 widerrufen worden, was gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

zulässig sei. Der Widerruf betreffe auch die Verfügung vom 6. Juli 2004, die durch die 

Einsprache vom 29. März 2004 als mitangefochten zu gelten habe. Nach den 

einleuchtenden und überzeugend begründeten Schlussfolgerungen des MEDAS-

Gutachtens sei die Versicherte ab Ende Juni 2005 für adaptierte Tätigkeiten zu 100% 

arbeitsfähig. Damit stehe fest, dass sie ab diesem Zeitpunkt nicht im 

rentenbegründenden Ausmass invalid sei, weshalb kein Einkommensvergleich 

vorzunehmen sei. Für die Zeit vor der Begutachtung durch die MEDAS-Stelle könne auf 

das orthopädische Gutachten von Dr. med. Z.___ vom 3. März 2003 sowie sein 

ergänzendes Schreiben vom 21. April 2004 abgestellt werden, nach denen vom Herbst 

2001 bis Anfang Januar 2003 eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in adaptierter Tätigkeit 

bestehe. Der Arztbericht des Hausarztes vermöge diesbezüglich die Beweiskraft des 

Gutachtens von Dr. med. Z.___ nicht zu erschüttern. Nach dem Einkommensvergleich 

resultiere ein Invaliditätsgrad von 37% und damit kein Anspruch auf eine Rente. 

Entgegen der Ansicht der Versicherten könne kein maximaler Leidensabzug 

vorgenommen werden, zumal es keinen "Ausländerabzug" gebe und für Frauen kein 

Teilzeiterwerbstätigkeitsabzug vorzunehmen sei. Die gesundheitlichen 

Einschränkungen liessen nur einen Leidensabzug von 10 % zu (IV-act. 73).

H.- Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 28. März 2006, worin die 

Beschwerdeführerin die Ausrichtung einer angemessenen Rente ab Juni 2002 bis 

Januar 2003 sowie ab Januar 2006 beantragt (act. G 1). Gleichentags stellt sie ein 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung (act. G 2). Mit 

Beschwerdebegründung vom 18. Mai 2006 beantragt sie die Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids und die Ausrichtung einer angemessenen Rente 

ab dem 1. Mai 2002 bis zum 30. April 2003 sowie ab dem 1. Januar 2006. Zur 

Begründung führt sie aus, Dr. T.___ von der Klinik O.___ habe im Austrittsbericht vom 

13. April 2006 zusätzlich zu den Diagnosen der MEDAS eine anhaltende 

Persönlichkeitsstörung bei einem chronischen Schmerzsyndrom diagnostiziert und 

festgehalten, es bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Bei der 

Persönlichkeitsveränderung handle es sich um eine schwerwiegende psychische 

Erkrankung und damit um einen IV-relevanten psychiatrischen Befund. Aufgrund der 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit sei ab dem 1. Januar 2006 weiterhin eine ganze Rente 

auszurichten. Ab dem 1. Mai 2002 sei auf den ausführlichen Bericht des Hausarztes, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der sich auf weitere Arztberichte stützt, abzustellen. Der Standpunkt der 

Beschwerdegegnerin, der Bericht des Hausarztes vermöge die Beweiskraft des 

Gutachtens von Dr. Z.___ nicht zu erschüttern, sei nicht haltbar, zumal Z.___ im Brief 

vom 21. April 2004 in einem einzigen Satz ausführe, der Beschwerdeführerin sei eine 

angepasste Tätigkeit schätzungsweise seit dem Herbst 2001 zumutbar. Dieser 

Einschätzung könne keine Beweiskraft zukommen, weshalb auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes abzustellen sei. Da das Wartejahr im Mai 

2002 abgelaufen sei, bestehe ab diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch. Die Höhe der 

Rente ab Februar 2003 sei entgegen der Einschätzung der Beschwerdegegnerin 

angefochten worden. Ab dem 1. Mai 2002 bestehe ein Anspruch auf eine ganze IV-

Rente. Eventuell sei ab dem 1. Juni 2002 zumindest eine Viertels- resp. Härtefallrente 

auszurichten, ab dem 1. April 2003 sodann in jedem Fall eine volle (recte: ganze) IV-

Rente (act. G 6). Mit der Beschwerdebegründung reicht die Beschwerdeführerin auch 

den Austrittsbericht der Klinik O.___ ein, worin Dr. med. T.___ die Exazerbation einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bei Verdacht auf andauernde 

Persönlichkeitsänderung bei einem chronischen Schmerzsyndrom, einer schweren 

rezidivierenden depressiven Episode ohne psychotische Symptome, einer 

psychosozialen Belastungssituation und bei Verdacht auf psychische sowie 

Verhaltensstörungen durch Sedativa und einem Abhängigkeitssyndrom sowie aus 

somatischer Sicht eine transiente Leukopenie diagnostizierte. Es bestünden Hinweise 

für eine chronifizierende Schmerzsymptomatik. Die Persönlichkeitsveränderung münde 

in eine Art chronische depressive Verstimmung mit Inaktivität, Tendenz zum Konsum 

von Benzodiazepinen bei Schlafstörungen, Verzweiflung und dem Gefühl der 

Nutzlosigkeit. Es bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. G 6.1).

I.- Mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2006 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Da der Sachverhalt bis zum Einspracheentscheid 

massgebend sei, komme dem Klinikeintritt der Beschwerdeführerin in die Klinik O.___ 

rund eineinhalb Monate nach Erlass des Einspracheentscheides im vorliegenden 

Verfahren keine Bedeutung zu. Selbst wenn diese Tatsache jedoch zu berücksichtigen 

sei, müsse weiterhin von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, da 

dem Austrittsbericht der Klinik O.___ das Vorliegen einer nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung vorausgesetzten invalidisierenden, psychisch ausgewiesenen 

Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entnommen werden könne (act. G 8). Mit Replik vom 13. (recte: 12.) Juni 2006 führt die 

Beschwerdeführerin aus, es sei der bis zum Einspracheentscheid richtig festgestellte 

Sachverhalt massgebend. Die von der Klinik O.___ diagnostizierte 

Persönlichkeitsstörung sei nicht plötzlich entstanden. Es sei vielmehr davon 

auszugehen, dass das gleiche Krankheitsbild stets bestanden habe und die Diagnose 

im MEDAS-Gutachten einer Überprüfung durch die Klinik O.___ nicht standhalte. Die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung sei für den 

vorliegenden Fall nicht beachtlich, da eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei 

einem chronischen Schmerzsyndrom diagnostiziert worden sei (act. G 11). Die 

Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 13, act. G 14).

J.- Am 26. Juni 2006 reicht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine 

Kostennote ein (act. G 15).

II.

1.- In zeitlicher Hinsicht für die Prüfung der Streitfrage massgebend sind grundsätzlich 

diejenigen Rechtssätze, die bei der Erfüllung des zu den Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben oder hatten (BGE 127 V 467 E. 1). Es geht vorliegend um 

den Rentenanspruch nach Eintritt des Gesundheitsschadens im Mai 2001. 

Massgebend sind daher die vor der 4. IV-Revision geltenden Bestimmungen, wobei 

sich aber in Bezug auf die Berechnung des Invaliditätsgrads im Vergleich zum neuen 

Recht keine wesentlichen Änderungen ergeben. Die verfahrensrechtlichen Neuerungen 

der Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005 (in Kraft seit 1. Juli 2006) sind im 

vorliegenden Fall noch nicht anzuwenden (vgl. lit. c der betreffenden 

Übergangsbestimmungen).

2.- a) In der Verfügung vom 5. Februar 2004 wurde der Beschwerdeführerin im 

Verfügungsteil 2 ein Anspruch auf eine Viertelsrente resp. einer Härtefallrente ab 1. 

Februar 2003 sowie einer ganzen IV-Rente ab 1. Mai 2003 zuerkannt, wobei im 

Verfügungsteil 1 jedoch nur die ganze Rente ab 1. Mai 2003 betragsmässig beziffert 

wurde. Trotzdem wurde mit dieser Verfügung grundsätzlich über den Anspruch ab dem 

1. Februar 2003 entschieden. Die Verfügung vom 6. Juli 2004, mit der die für den 

Zeitraum 1. Februar 2003 bis 30. April 2003 auszurichtende Rente betragsmässig 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

festgelegt wurde, stellt damit nur eine Ergänzung der Verfügung vom 5. Februar 2004 

dar. Die Einsprache vom 29. März 2004 bezieht sich denn auch sowohl auf die Höhe 

als auch auf den Beginn der Rentenausrichtung. Die Verfügung vom 6. Juli 2004 hat in 

diesem Sinn als mitangefochten zu gelten, worin auch die Parteien übereinstimmen 

(vgl. act. G 6 S. 3 sowie IV-act. 73 S. 4).

b) Mit Verfügung vom 21. Dezember 2004 widerrief die Beschwerdegegnerin die 

rentenzusprechende Verfügung vom 5. Februar 2004. Dieser Widerruf umfasst auch die 

Verfügung vom 6. Juli 2004, weil diese vom Bestand der Verfügung vom 5. Februar 

2004 abhängig ist. Die Widerrufsverfügung blieb unangefochten und erwuchs damit in 

Rechtskraft. Das pendente Einspracheverfahren wurde am 12. Januar 2005 formlos als 

gegenstandslos geworden abgeschrieben (vgl. IV-act. 58).

c) Die Beschwerdegegnerin erliess am 27. Oktober 2005 eine Verfügung, in der sie 

feststellte, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente 

besitze, und die bislang ausgerichtete Rente auf das Ende des der Zustellung der 

Verfügung nachfolgenden Monats aufhob. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht 

darlegt (act. G 6 S. 2 f.), ging die Beschwerdegegnerin beim Erlass dieser Verfügung 

von einer bestehenden Rente aus. Die rentenzusprechende Verfügung war jedoch 

durch den Widerruf aufgehoben. Die Verfügung vom 27. Oktober 2005 kann daher nur 

so verstanden werden, dass ein vorübergehender Rentenanspruch unverändert 

anerkannt wurde, die Beschwerdegegnerin es jedoch versäumt hat, festzustellen, dass 

der Beginn und die Höhe des Anspruch unverändert wie in der aufgehobenen 

Verfügung vom 5. Februar 2004 festzusetzen sind. Dies hat insbesondere zu gelten, 

weil nur so ein Widerruf der Verfügung im Einspracheverfahren ohne Verletzung von 

Verfahrensgarantien (Androhung einer reformatio in peius) möglich war (vgl. BGE 131 V 

407 ff., kritisch: FRANZ SCHLAURI, G. Militärversicherung, in: Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht, 2. Auflage, Basel 2007, Bd. Soziale Sicherheit, Rz. 252 S. 

1159 f.). Zu prüfen ist daher im vorliegenden Verfahren sowohl die Höhe und der 

Beginn des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie die Dauer des Anspruchs resp. die 

Aufhebung mit der Verfügung vom 27. Oktober 2005.

3.- a) Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Diese Umschreibung 

lehnt sich direkt an die bisherige Gesetzgebung an (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 

Zürich 2003, Rz. 5a zur Art. 8).

b) Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der vorliegend anwendbaren, bis 31. Dezember 2003 

gültig gewesenen Fassung, besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

der Versicherte mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn er 

wenigstens zur Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vor, so 

besteht Anspruch auf eine Viertelsrente oder, sofern ein Härtefall gegeben ist, auf eine 

halbe Rente (aArt. 28 Abs. 1bis IVG).

c) Für die Bemessung der Invalidität bei einem erwerbstätigen Versicherten wird 

gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt 

der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine 

ihm zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

d) Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und 

demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung 

des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 

besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies 

bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch den Umstand allein, dass sie von einer 

Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wurden, ohne weiteres minder 

beweiskräftig sind. Denn auch sie können nützliche Äusserungen zum medizinischen 

Sachverhalt enthalten. Daraus folgt wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein 

vom Gericht oder Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht 

eingeholtes Gutachten besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die 

Auffassungen und Schlussfolgerungen des förmlichen bestellten Gutachtens in 

rechtserheblichen Fragen derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen 

wäre (BGE 125 V 351 E. 3c). Was Berichte von Hausärzten angeht muss die 

Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte aufgrund des Auftrags- 

und teilweise persönlichen Verhältnisses zu ihren Patienten eher dazu neigen, zu 

Gunsten ihrer Patienten auszusagen (EVGE vom 13. Juni 2006 [I.506/2000] E. 2b; 

EVGE vom 17. Juni 2004 [U.164/03 E. 3.3]; BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Für die 

Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Hausärzte wird regelmässig 

vorgebracht, die Hausärzte hätten sich lange und intensiv um die 

Gesundheitsbeeinträchtigungen ihrer Patienten gekümmert und könnten diese deshalb 

besser beurteilen als jene Ärzte, die sich nur ganz kurz gutachterlich mit den Patienten 

befasst hätten. Die lange Beschäftigung mit den Gebrechen der Patienten kann aber 

genauso gut gegen die Überzeugungskraft der Hausarztschätzungen ins Feld geführt 

werden. Die (pessimistische) subjektive Einschätzung eines Patienten schlägt sich 

nämlich in der Arbeitswelt sofort nieder, denn wer sich als arbeitsunfähig bezeichnet 

und nicht mehr arbeitet, dem wird gekündigt. Dies wiederum erweckt den Anschein, 

dass die Selbsteinschätzung richtig sei, sie bestätigt sich sozusagen selbst. Bei den 

Hausärzten muss deshalb damit gerechnet werden, dass sie sich durch die "Macht des 

Faktischen" von der pessimistischen Einstellung ihrer Patienten überzeugen lassen. 

Spricht der Richter hingegen den Berichten und Zeugnissen eines Hausarztes von 

vornherein jede Glaubwürdigkeit ab, so ist dieses richterliche Urteil offensichtlich 

willkürlich (vgl. EVGE vom 21. Dezember 2005 [4P.254/2005] E. 4.2). Die gleichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kriterien gelten im Übrigen auch gegenüber dem behandelnden Psychiater. Eine 

erhebliche Diskrepanz in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zwischen diesem und 

dem psychiatrischen Gutachten entwertet das letztere keineswegs zwingend (Urteil des 

EVG I 645/05, E. 2.3).

4.- a) Strittig ist einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und die Rentenhöhe bis 1. 

Mai 2003. Die Beschwerdegegnerin stellte aufgrund ihrer Abklärungen fest, dass die 

Beschwerdeführerin seit dem 25. Mai 2001 in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt sei. 

Bis Ende 2002 sei ihr eine leidensangepasste Tätigkeit zu 70% zumutbar gewesen, ab 

Januar 2003 sei sie vollständig erwerbsunfähig gewesen (IV-act. 43). Sie stützte sich 

dabei auf das orthopädische Gutachten von Dr. med. Z.___ vom 3. März 2003 sowie 

dessen ergänzende Auskunft vom 21. April 2004 einerseits sowie auf den Arztbericht 

von Dr. med. U.___ von der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle B.___ vom 8. Juli 

2003.

b) Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei bezüglich der Arbeitsfähigkeit nach Eintritt 

des Gesundheitsschadens auf den Arztbericht des Hausarztes vom 22. Mai 2005 

abzustellen, nach dem ab dem 22. Mai 2002 eine Arbeitsunfähigkeit von zumindest 50 

% ab dem 22. Mai 2001 und von 100 % ab dem 4. März 2002 bestehe, womit ab dem 

1. Mai 2002 eine ganze Rente auszurichten sei. Dieser überzeugende Arztbericht werde 

durch das Gutachten von Dr. med. Z.___ nicht erschüttert, zumal sich der Gutachter 

erst später und mit einer vagen Aussage zum Beginn der Arbeitsfähigkeit von 70 % in 

adaptierter Tätigkeit äussere (act. G 6 S. 5 f.).

c) Dem Gutachten von Dr. med. Z.___ kann grundsätzlich ab dem Gutachtenszeitpunkt 

ein voller Beweiswert zugemessen werden, da es in Kenntnis der Vorakten abgegeben 

wurde, nachvollziehbar und schlüssig ist und in der Schlussfolgerung einleuchtet. 

Somit ist aus orthopädischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer 

adaptierten Tätigkeit ab dem Gutachtenszeitpunkt auszugehen. Jedoch kann aus dem 

Gutachten kein Rückschluss auf die Arbeitsfähigkeit nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens bis zum Gutachten gezogen werden. Eine rückwirkende 

Arbeitsfähigkeitsschätzung durch einen Gutachter kann zwar nicht generell als zu 

spekulativ bezeichnet werden, jedoch erscheint im vorliegenden Fall die fragliche 

Zeitperiode als zu lang für eine rückwirkende Arbeitsfähigkeitsschätzung. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entsprechend vorsichtig äusserte sich Dr. med. Z.___ denn auch zu der ihm 

vorgelegten Frage nach dem Beginn einer Arbeitsfähigkeit von 70%. Diese vage 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor der Begutachtung kann nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als zutreffend angesehen werden, 

zumal aufgrund der anderen verfügbaren medizinischen Akten (Arztbericht von Dr. 

med. P.___ vom 22. Mai 2005, Arztbericht des Spitals A.___ vom 13. November 2001) 

von einer Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin Ende 2001 

und einer erneuten Verschlechterung im März 2002 auszugehen ist, währenddem der 

Gutachter eine unveränderte Arbeitsfähigkeit festhält. Somit muss für die Zeit vor der 

orthopädischen Begutachtung auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes, die 

sich auf den bisher ausgeübten Beruf bezieht, abgestellt werden. Ab dem Zeitpunkt der 

Begutachtung im Februar/März 2003 muss sodann aus orthopädischer Sicht von einer 

Arbeitsfähigkeit von 70 % ausgegangen werden, jedoch bestand aufgrund der 

unbestrittenen Einschätzung von Dr. med. U.___ ab Januar 2003 aus psychiatrischer 

Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Auf diese Einschätzung ist abzustellen, 

obwohl für die MEDAS-Gutachter Zweifel bestanden, dass die Beschwerdeführerin 

während längerer Zeit an einer schweren depressiven Episode gelitten hat (vgl. IV-act. 

60-17/21), denn das MEDAS-Gutachten hat auf eine explizite, rückwirkende 

Arbeitsfähigkeitsschätzung verzichtet.

d) Damit ist aufgrund Arztberichte von Dr. med. P.___ und Dr. med. U.___ von einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit vom 25. Mai 2001 bis Ende November 2001, einer 

halben Arbeitsfähigkeit ab diesem Zeitpunkt bis am 3. März 2002 und sodann bis zur 

(unbestrittenen) Ausrichtung einer ganzen IV-Rente ab dem 1. Mai 2003 wiederum von 

einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Damit war die 

Beschwerdeführerin während des Wartejahres durchschnittlich zu mehr als zwei 

Dritteln arbeitsunfähig. Aufgrund der vollständigen Arbeitsunfähigkeit ist ihr ab Beginn 

des Rentenanspruchs am 1. Mai 2002 eine ganze IV-Rente auszurichten.

5.- a) Strittig ist sodann die Aufhebung der IV-Rente ab dem 1. Januar 2006. Die 

Beschwerdegegnerin kam gestützt auf das MEDAS-Gutachten zum Schluss, dass sich 

der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert habe und dass sie ihre 

bisherige Tätigkeit seit mindestens dem 28. Mai 2005 wieder vollständig ausüben 

könne, und hob daher die Rente mit Verfügung vom 27. Oktober 2005 auf (vgl. IV-act. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

64). Die Rente wurde in der Folge bis zum 31. Dezember 2005 ausgerichtet (vgl. IV-act. 

72).

b) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Schlussfolgerungen des MEDAS-

Gutachtens gingen fehl. Es gehe ihr schlechter als im Juli 2003, als ihr Dr. med. U.___ 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt habe. Ihr schlechter 

Gesundheitszustand zeige sich zudem in ihrem Aufenthalt in der Klinik O.___ vom 23. 

März bis 13. April 2006 (act. G 1 S. 2, act. G 6 S. 4).

c) In Bezug auf den psychiatrischen Befund des MEDAS-Gutachtens bringt die 

Beschwerdeführerin keine konkrete Kritik vor, sondern macht nur geltend, es gehe ihr 

schlechter, als dies im Gutachten festgestellt worden sei. Dieses pauschale Vorbringen 

ist nicht geeignet, die Beweistauglichkeit des MEDAS-Gutachtens in Bezug auf den 

psychiatrischen Befund in Zweifel zu ziehen. Das Gutachten ist diesbezüglich im 

Gegenteil nachvollziehbar und schlüssig begründet, sodass darauf abgestellt werden 

kann.

d) Zu prüfen bleibt, ob der Austrittsbericht des Spitals O.___ die Beweistauglichkeit des 

MEDAS-Gutachtens einschränkt oder auf eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin hinweist, die wiederum durch ein 

psychiatrisches Gutachten abzuklären wäre. Unbeachtlich ist in diesem 

Zusammenhang, dass der Aufenthalt in der Klinik O.___ erst nach Erlass des 

Einspracheentscheids stattfand. Massgeblich ist zwar in der Tat der Sachverhalt, so 

wie er sich bis zum Einspracheentscheid entwickelte. Jedoch ist der 

Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass der Klinikaufenthalt kurz nach Erlass des 

Einsprachentscheids auch Aussagen über die Zeit davor zulässt und daher in das 

vorliegende Verfahren einzubeziehen ist.

e) aa) Dr. med. T.___ von der Klinik O.___ diagnostizierte unter anderem eine 

Exazerbation einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie 

einen Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei einem chronischen 

Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.0; vgl. act. G 6.1).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bb) Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichtes vermag eine somatoforme 

Schmerzstörung allein in der Regel keine lang dauernde, invalidisierende 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken. Von diesem Grundsatz ist nur 

abzuweichen, wenn die somatoforme Schmerzstörung nach Einschätzung des Arztes 

eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten Person die Verwertung ihrer 

verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung ohne 

Beachtung von auf aggravatorischem Verhalten gründenden Einschränkungen sozial-

praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft gar untragbar ist. Die 

willentliche Schmerzüberwindung und der Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess ist nur 

unzumutbar, wenn eine mitwirkende, psychisch ausgewiesene Komorbidität von 

erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer vorliegt oder andere 

qualifizierte, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Kriterien wie chronische 

körperliche Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit 

unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung, ein 

sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht 

mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 

aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die 

Krankheit") oder das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder 

stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz 

kooperativer Haltung der versicherten Person vorhanden sind (BGE 130 V 353 Erw. 

2.2.3).

cc) Nach dem MEDAS-Gutachten vom 9. September 2005 ist das Vorliegen einer im 

Sinne der Rechtsprechung invalidisierenden somatoformen Schmerzstörung ohne 

weiteres zu verneinen. Der ärztlichen Einschätzung von Dr. med. T.___ ist nichts zu 

entnehmen, was das Gutachten in Zweifel ziehen könnte. Auch wenn für die seitherige 

Entwicklung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seinen 

Einschätzungen gefolgt wird, so ist zwar von einer Verschlimmerung der somatoformen 

Schmerzstörung auszugehen, es bestehen aber keine Hinweise, dass diese nunmehr 

im Sinne der Rechtsprechung invalidisierend wäre. So liegt zwar ein mehrjähriger 

Krankheitsverlauf vor, jedoch ist dieser keineswegs progredient und ohne 

längerdauernde Rückbildung, vielmehr war zumindest bis zum Zeitpunkt des 

Gutachtens eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands eingetreten. 

Auch liegt nach dem Austrittsbericht der Klinik O.___ keineswegs ein sozialer Rückzug 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

in allen Belangen des Lebens oder ein weiteres, rechtsprechungsgemäss erforderliches 

qualifiziertes, mit gewisser Intensität und Konstanz erfülltes Kriterium vor. Der 

Austrittsbericht vermag damit bezüglich der somatoformen Schmerzstörung weder das 

Gutachten in Frage zu stellen noch eine Verschlechterung des Gesundheitszustands 

darzulegen, die als invalidisierend zu betrachten wäre.

Soweit der Austrittsbericht einen Verdacht auf eine andauernde 

Persönlichkeitsänderung bei einem chronischen Schmerzsyndrom diagnostiziert, ist 

festzuhalten, dass im Zeitpunkt des MEDAS-Gutachtens kein Verdacht auf eine 

andauernde Persönlichkeitsveränderung bestand. Es stellt sich die Frage, ob sich in 

der Zeit seit dem Gutachten eine solche Persönlichkeitsveränderung eingestellt haben 

könnte. Nach der von Dr. med. T.___ zitierten ICD-Klassifikation F62.0 kann eine 

andauernde, wenigstens über zwei Jahre bestehende Persönlichkeitsänderung einer 

Belastung katastrophalen Ausmasses folgen. Die Belastung muss so extrem sein, dass 

die Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für die tiefgreifende Auswirkung 

auf die Persönlichkeit nicht in Erwägung gezogen werden muss. Die Störung ist durch 

eine feindliche oder misstrauische Haltung gegenüber der Welt, durch sozialen 

Rückzug, Gefühle der Leere oder der Hoffnungslosigkeit, ein chronisches Gefühl der 

Anspannung wie bei ständigem Bedrohtsein und Entfremdungsgefühl gekennzeichnet. 

Eine posttraumatische Belastungsstörung kann dieser Form der 

Persönlichkeitsänderung vorausgegangen sein. Beispiele extreme 

Belastungssituationen sind Erlebnisse in einem Konzentrationslager, Folter, 

Katastrophen oder andauernde lebensbedrohliche Situationen wie zum Beispiel als 

Geisel oder in langandauernder Gefangenschaft mit drohender Todesgefahr (vgl. auch 

Urteil I 647/05 des Bundesgerichts vom 16. August 2006, Erw. 3.2).

dd) Aus dem MEDAS-Gutachten und den weiteren medizinischen Akten ergibt sich bis 

zum Einspracheentscheid nichts, was auf eine Belastungssituation im Sinne der ICD-

Klassifikation hinweisen würde. Auch aus dem Austrittsbericht der Klinik O.___ ist 

nichts derartiges ersichtlich. Damit bestehen Zweifel an der gestellten Diagnose.

f) In Bezug auf den orthopädischen Befund ist das MEDAS-Gutachten jedoch weder 

nachvollziehbar noch schlüssig begründet. Dr. med. V.___ führt aus, es hätten sich im 

Bezug auf die orthopädische Beurteilung durch Dr. med. Z.___ objektiv bessere 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Untersuchungsbefunde ergeben, weshalb eine höhere Arbeitsfähigkeit gegeben sei. 

Dem orthopädischen Gutachter lagen jedoch weder die MRI-Bilder noch der 

radiologische Befund der Untersuchung von Dr. med. Z.___ vor. Er stützte sich 

diesbezüglich nur auf die Schilderung des damaligen Gutachters (vgl. IV-act. 60-11/21). 

Zudem wurde für das MEDAS-Gutachten lediglich radiologische Aufnahmen 

angefertigt. Dr. med. V.___ verzichtete auf weitere bildgebende Verfahren, weil die 

klinischen Befunde weitestgehend unverändert seien und klinisch keinerlei Hinweise 

auf eine Kompression neuraler Strukturen bestünden (vgl. IV-act. 60-12/21). Unter 

diesen Voraussetzungen kann das orthopädische Gutachten jedoch keine verlässliche 

Angaben zur Entwicklung aus orthopädischer Sicht liefern, da hiezu die rein klinischen 

Befunde nicht ausreichende Beurteilungsgrundlage liefern können. Der orthopädische 

Gutachter hätte das MRI vom 26. Februar 2003 zwingend beiziehen müssen und mit 

einem neu angefertigten MRI vergleichen müssen, da nur mit bildgebenden Verfahren 

eine zuverlässige Aussage über die Entwicklung der diagnostizierten Diskushernien 

gegeben werden kann. Da somit bezüglich des orthopädischen Befundes nicht auf das 

MEDAS-Gutachten abgestützt werden kann, ist der Sachverhalt nicht vollständig 

abgeklärt. Die Sache ist zur erneuten orthopädisch-neurologischen Abklärung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dabei wird auch die psychiatrische Entwicklung 

seit Erlass des Einspracheentscheides mitzuberücksichtigen sein und allenfalls ein 

erneutes polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben sein, bevor in der Sache neu 

verfügt werden kann.

6.- Im Sinne dieser Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der 

Beschwerdeführerin ab dem 1. Mai 2002 bis zum 31. Dezember 2005 eine ganze 

Invalidenrente zuzusprechen. Im Weiteren wird die Sache zur Abklärung im Sinne der 

Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Nach Art. 61 lit. g ATSG hat 

der teilweise obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, 

wobei praxisgemäss für die Frage der Parteientschädigung die Rückweisung als volles 

Obsiegen gilt. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung wird 

dementsprechend gegenstandslos. Die Parteikosten werden vom Versicherungsgericht 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar für das Verfahren vor Versicherungsgericht pauschal Fr. 750.-- bis Fr. 7'500.-- 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(vgl. Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO; sGS 963.75). Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin hat in seiner Kostennote (act. G 15.1) einen Aufwand von Fr. 

3'916.65 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) ausgewiesen, was 

angemessen erscheint. Entsprechend ist der Beschwerdeführerin eine 

Parteientschädigung in dieser Höhe auszurichten.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Beschwerdeführerin ab dem 1. 

Mai 2002 bis am 31. Dezember 2005 eine ganze Invalidenrente zugesprochen. Im 

Weiteren wird die Sache zur Abklärung im Sinne der Erwägungen und zur 

Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'916.65 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 14.03.2007
	Art. 28 und 29 IVG. Abgestufte Rentenzusprache aufgrund von zeitlich zurückliegender, sich verändernder Arbeitsunfähigkeiten, Anforderungen an medizinische Gutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 14. März 2007, IV 2006/55).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T16:37:42+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen