# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9cfae5bf-fb28-56ca-a012-3f0d43ac838b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-07-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.07.2015 E-3170/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3170-2015_2015-07-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3170/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  J u l i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger 

mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;   

Gerichtsschreiber Thomas Hardegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Staat unbekannt, angeblich Volksrepublik China (Tibet),   

vertreten durch (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration  

(SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 20. April 2015 / N (…). 

 

 

 

E-3170/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer am 21. No-

vember 2011 Tibet (Volksrepublik China) und gelangte über den Fluss bei 

Dram nach Nepal. Am 25. März 2012 setzte er seine Reise auf dem Luft-

weg in Richtung unbekannter Destinationen fort. Nach einer Auto- und Zug-

fahrt habe die Reise am 27. März 2012 in der Schweiz geendet. Gleichen-

tags reichte er ein Asylgesuch ein.  

A.b Am 18. April 2012 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

(EVZ) (…) zur Person, zum Reiseweg und summarisch zu den Ausreise-

gründen befragt (Befragungen zur Person [BzP]).   

A.c Mit Bericht vom 17. Juli 2012 zeigte der behandelnde Arzt dem BFM 

an, dass sich der Beschwerdeführer seit 24. Mai 2012 wegen einer offenen 

multiresistenten Lungentuberkulose mindestens bis Mai 2014 fachärztlich 

behandeln lassen müsse, um die Heilung zu erreichen. Die Verfügbarkeit 

der erforderlichen Tuberkulosestatika sowie ausreichende Möglichkeiten 

bezüglich Diagnostik (insbesondere Mikrobiologie) und Monotoring bei 

möglichen Nebenwirkungen seien im Heimatstaat kaum gewährleistet. 

A.d Die Vorinstanz hörte den Beschwerdeführer am 14. März 2014 zu den 

Asylgründen an. Er gab dabei an, die Behandlung seiner Lungentuberku-

lose sei abgeschlossen, er sei geheilt. 

A.e Am 13. November 2014 führte eine sachverständige Person im Auftrag 

des BFM und der Fachstelle Lingua ein Telefongespräch mit dem Be-

schwerdeführer. Der Bericht des Sachverständigen datiert vom 24. Februar 

2015.  

A.f Mit Schreiben vom 19. März 2015 wurde dem Beschwerdeführer zu 

Werdegang und Qualifikation der sachverständigen Person und zu den we-

sentlichen Erkenntnissen aus der Lingua-Analyse das rechtliche Gehör ge-

währt.  

A.g Die Stellungnahme des Beschwerdeführers datiert vom 23. März 

2015. 

A.h Der Beschwerdeführer gab in den Befragungen an, Tibeter zu sein und 

aus dem Dorf B._______, Gemeinde C._______, Kreis D._______, 

Zentraltibet, Volksrepublik China, zu stammen. Er habe dort seit Geburt 

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Seite 3 

gelebt. Er habe am 18. November 2011 nachts mit vier Kollegen regimekri-

tische Plakate im Dorf B._______ verteilt und an chinesische Gebäude ge-

klebt. Die Idee zu dieser Aktion stamme von ihm. Sein Kollege E._______ 

habe die Flugblätter angefertigt. Da er zwei Tage später von den Nachbarn 

erfahren habe, dass E._______ von den Behörden verhaftet worden sei, 

habe er das Dorf verlassen, weil er Nachteile befürchtet habe. Nachdem er 

die Grenze nach Nepal illegal passiert habe, habe ihn ein Nachbar orien-

tiert, dass die Polizei bei ihm zu Hause nach ihm gesucht habe. Später 

seien noch zwei der übrigen drei Freunde verhaftet worden. 

B.  

Mit Verfügung vom 20. April 2015 – eröffnet am 22. April 2015 – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte dessen Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz 

– unter Ausschluss des Vollzugs in die Volksrepublik China – und beauf-

tragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. 

C.  

Mit Eingabe vom 16. April 2015 (Postaufgabe: 18. Mai 2015) reichte er 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, der an-

gefochtene Entscheid des SEM sei aufzuheben, ihm sei Asyl zu gewähren 

und von der Wegweisung sei abzusehen. Weiter beantragte er die Rück-

weisung des Verfahrens und der Akten an die Vorinstanz mit dem Auftrag, 

ihn von einer qualifizierten Dolmetscherperson mit dem erforderlichen 

Fachwissen neu befragen zu lassen; eventualiter sei das Dossier zurück-

zuweisen zur Überprüfung der Experten-Kenntnisse. In prozessualer Hin-

sicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

(samt Entbindung von der Vorschusspflicht) und die amtliche Verbeistän-

dung in der Person des Rechtsvertreters.  

Mit der Beschwerde wurden eine Vollmacht vom 4. Mai 2015, die ange-

fochtene Verfügung im Original, ein Blatt mit Hinweisen (4 bis 6) und ein 

Auszug aus Google Maps zur Region D._______ eingereicht. 

D.  

Mit Schreiben vom 22. Mai 2015 bestätigte das Gericht den Eingang der 

Beschwerde.  

  

E-3170/2015 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, 

Art. 37 VGG, Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige und unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

1.4 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).  

2.  

Wer um Asyl nachsucht, muss gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingseigen-

schaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Abs. 1). Glaubhaft 

gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhanden-

sein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Un-

glaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu 

wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht 

entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismit-

tel abgestützt werden (Abs. 3). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in einem jüngeren Entscheid dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 

2010/57 E. 2.2 und 2.3). 

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Seite 5 

3.  

3.1 Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid fest, der Beschwerde-

führer sei der Aufforderung, Identitätspapiere oder andere Beweismittel zu 

seinen Angaben zu beschaffen, nicht nachgekommen. Aufgrund von Zwei-

feln an dessen Herkunft habe das SEM einen Sachverständigen der Lin-

gua-Fachstelle beigezogen. Dieser Experte sei aufgrund seines Berichts 

vom 24. Februar 2015 zum Ergebnis gelangt, der Beschwerdeführer sei 

nicht in der Volksrepublik China (Tibet) sozialisiert worden, seine Soziali-

sation sei in der tibetischen Exilgemeinschaft ausserhalb des Autonomen 

Gebiet Tibets erfolgt. Da dieser die Vorhaltungen des Sachverständigen, 

ohne konkrete Gegenbeweise zu benennen, bloss pauschal kritisiert habe 

und somit nicht habe entkräften können, seien seine Vorbringen zur Her-

kunft als unglaubhaft zu bezeichnen. Es könne somit nicht davon ausge-

gangen werden, dass ihm seitens seines Heimatstaates Verfolgungsmass-

nahmen im Sinne des Asylgesetzes gedroht hätten (oder noch drohen wür-

den), und er könne auch keine subjektiven Nachfluchtgründe im Sinne von 

Art. 54 AsylG geltend machen. Die chinesische Staatsangehörigkeit sei 

nicht glaubhaft gemacht, weshalb die Untersuchungspflicht hinsichtlich all-

fälliger Wegweisungshindernisse nach Rechtsprechung des Bundesver-

waltungsgerichts ihre vernünftige Grenze an der Mitwirkungspflicht des Be-

schwerdeführers finden würde. Es lägen somit keine Wegweisungshinder-

nisse vor, der Vollzug in die VR China sei jedoch auszuschliessen.  

3.2 Demgegenüber hält der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmittelein-

gabe an seinen Aussagen fest. Was er vorbringt, vermag indes nicht auf-

zuzeigen, dass die Vorinstanz den Massstab des Glaubhaftmachens ver-

kannt respektive in einer falschen Weise angewendet hätte:  

3.2.1 Der Beschwerdeführer gibt an, ihm sei die Einreichung von gültigen 

Identitätsdokumenten oder schriftlichen Bestätigungen aus dem Tibet nicht 

möglich (Beschwerde S. 5), weil er als Tibeter Schwierigkeiten hätte, an 

solche Dokumente zu gelangen; niemand würde für einen politischen Asyl-

bewerber ein Identitätsdokument auszustellen wagen (vgl. Beschwerde S. 

5). Diese Einwände verdienen kein Vertrauen: Seit Jahren ist das Asylge-

such des Beschwerdeführers hängig. Er wurde wiederholt zur Einreichung 

von Reisepapieren und Identitätshinweisen angehalten. Dagegen wies er 

darauf hin, nie einen Reisepass gehabt zu haben und die Identitätskarte 

dem Schlepper abgegeben zu haben (SEM-Akten A7 S. 5). Indessen sol-

len seine Ehefrau und die Eltern im Heimatland leben und sein Nachbar 

Händler sein, weshalb davon auszugehen ist, dass genügend Kontaktmög-

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Seite 6 

lichkeiten bestehen würden, um sich Papiere, welche seine Identität be-

zeugen, zu beschaffen. Folglich handelt es sich bei den behaupteten Be-

schaffungsproblemen um Ausflüchte. Der Beschwerdeführer dokumentiert 

mit seinem bisherigen Verhalten, dass ihm an einer Beschaffung von Iden-

titätspapieren nichts liegt.  

3.2.2 Weiter ist die Argumentation des Sachverständigen in den beiden 

Lingua-Berichten differenziert, auf die wesentlichen Bereiche einer Her-

kunftsanalyse fokussiert, mithin substanziiert und für das Gericht nachvoll-

ziehbar begründet ausgefallen. Deshalb hält es die behauptete Herkunft 

des Beschwerdeführers aus B._______, Gemeinde C._______, Kreis 

D._______, Zentraltibet, Volksrepublik China, ebenfalls für nicht glaubhaft. 

So verfügt der Beschwerdeführer – er soll (…mehrere Jahrzehnte…) lang 

dort gelebt haben – über keine ausreichenden Kenntnisse zu den landes-

kundlich-kulturellen Begebenheiten seiner angeblichen Wohn- und Tätig-

keitsregion. Er zeigte sich mit den Modalitäten der Beschaffung von Perso-

nalausweisen nicht vertraut und als Bauer mit den zentralen Fragen zum 

Alltag, zu Kaufpreisen und zu landwirtschaftlichen Fahrzeugen überfordert. 

Er konnte, obschon er dort Jahrzehnte lang gelebt haben will, weder den 

einheimischen Dialekt, noch rudimentär Hochchinesisch sprechen, be-

herrschte hingegen eine Spielart der exiltibetischen Koine. Eine einheimi-

sche Person seines Alters mit dem von ihm angegebenen sozialen und 

ethnischen Hintergrund müsste aber über fundierte Kenntnisse der eige-

nen Region und deren Gepflogenheiten verfügen.  

Die genannten Defizite und die offensichtlich mangelnde Vertrautheit mit 

der eigenen Wohnregion lassen somit den Schluss zu, dass der Beschwer-

deführer nicht von persönlichen Erlebnissen und langjährigen Erfahrungen 

als Bauer berichtet haben kann. Folglich ist die Auffassung des Sachver-

ständigen nachvollziehbar, wonach der Beschwerdeführer vor seiner An-

kunft in der Schweiz nicht in der angegebenen Wohnregion (Kreis 

D._______), sondern hauptsächlich in der exiltibetischen Diaspora gelebt 

hat. Die in der Beschwerde gegen die Lingua-Analysen und die Erwägun-

gen in der angefochtenen Verfügung erhobenen Einwände – der Sachver-

ständige habe nicht die nötige Qualität und das Wissen; der Beschwerde-

führer sei missverständlich befragt worden [die tibetischen Begriffe von 

Klöster und Tempel, berühmte Berge und heilige Berge seien der Befrage-

rin nicht geläufig; Gemeindebezeichnungen seien falsch übersetzt, 

B._______ und (…) würden nicht unterschieden]; er habe sein tatsächli-

ches Wissen nicht zeigen können; er sei in der Schweiz mittlerweile inte-

griert – vermögen bei dieser Beweislage nicht zu überzeugen. Es besteht 

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Seite 7 

für das Gericht keine Veranlassung, die Qualifikation des Sachverständi-

gen in Frage zu stellen, weil vorliegend keine substanziellen und glaubhaf-

ten Beanstandungen gegen ihn erhoben werden. So ist der Einwand, das 

Telefongespräch vom 13. November 2014 sei zu knapp und zu unsubstan-

ziiert ausgefallen (Beschwerde S. 3: ein Gespräch, das diesen Namen 

nicht verdiene), um darauf gestützt eine seriöse Beurteilung durchführen 

zu können, nicht stichhaltig. Das Gespräch dauerte immerhin 51 Minuten 

(SEM-Akten A19/8) und der pauschale Hinweis auf die Kürze wird dem ef-

fektiven Gehalt des Gesprächs keineswegs gerecht. Die Gesprächsinhalte 

geben ein genügend klares, mithin aufschlussreiches Bild über die tatsäch-

lichen Kenntnisse und sprachlichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers. 

Ausserdem werden die auf der ganzen Linie überzeugenden Erkenntnisse 

des Lingua-Berichts, der die Anforderungen an korrekte Verfahren zu All-

tags- und Wissenstests und zu Herkunftsabklärungen erfüllt (vgl. Urteil des 

BVGer E-3361/2014 vom 6. Mai 2015 [zur Publikation vorgesehen]), auf 

diese Weise nicht in Zweifel gezogen. Der Einwand des Beschwerdefüh-

rers, wonach er sein Heimatdorf nie (…) (anstatt B._______) genannt 

habe, dürfte nicht zutreffen, ist doch dem Sachverständigen bei der Aus-

wertung des Tonbandes dieser Umstand mehrmals aufgefallen, weshalb er 

sich dieser Merkwürdigkeit im Bericht vom 24. Februar 2015 ausführlich 

gewidmet hat. Die weiteren Einwände, wonach ihn die Sprachexpertin im 

Bereich der Kenntnisse der Berge und Klöster missverständlich befragt 

habe (Beschwerde S. 4), gehen fehl angesichts der Tatsache, dass er sich 

frei zu den gestellten Fragen zur Region hat äussern können, weshalb er 

sich Unterlassungen selber zuzuschreiben hat (vgl. Art. 7 Abs. 3 und Art. 8 

Abs. 1 AsylG). Sodann überzeugt der pauschale Vorhalt nicht, wonach eine 

aus Kahm oder Amdo stammende Person Dialekt und Gewohnheiten einer 

aus B._______ stammenden Person nicht beurteilen könne (vgl. Be-

schwerde S. 4). Selbst wenn sich aufgrund einer späteren Auswertung des 

Tonträgers nachweisen liesse, dass nie die Rede von (…) gewesen wäre, 

so hätte dies auf den Verfahrensausgang keinen Einfluss, sind doch die 

übrigen Wissensdefizite in den landeskundlich-kulturellen Bereichen und 

die nachgewiesenen markanten Auffälligkeiten bei den Sprech- und 

Sprachkompetenzen des Beschwerdeführers alleine schon ausschlagge-

bend für die Abweisung der Beschwerde. Bei dieser Sachlage sind die An-

träge auf Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz, sei es zur 

Neubefragung durch andere Sachverständige oder Dolmetscher, sei es 

bloss zur Überprüfung von Dolmetscherwissen und zur anschliessenden 

Neubeurteilung abzuweisen. 

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Seite 8 

3.3 Der Beschwerdeführer vermag weder Fluchtgründe noch Staatsange-

hörigkeit, noch Herkunft oder eine illegale Ausreise glaubhaft zu machen. 

Bei dieser Sachlage ist das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe ge-

mäss Art. 54 AsylG zu verneinen. 

3.4  Die eingereichten Beweismittel lassen keinen anderen Schluss zu. Die 

Vorinstanz hat demnach das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht 

abgelehnt. 

4.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge-

such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt we-

der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen 

Anspruch auf Erteilung einer solchen (BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegwei-

sung ist nicht zu beanstanden. 

5.  

5.1 In Bezug auf den Vollzug der Wegweisung hält die Vorinstanz vorab 

fest, der Beschwerdeführer hat die geltend gemachte Staatsangehörigkeit 

und Herkunft nicht glaubhaft gemacht. Das Gericht folgt der Vorinstanz so-

wohl in diesem Punkt, als auch hinsichtlich der weiteren diesbezüglichen 

Erwägungen.  

5.2 Grundsätzlich ist die Zulässigkeit, die Zumutbarkeit und die Möglichkeit 

des Wegweisungsvollzugs von Amtes wegen zu prüfen. Diese Untersu-

chungspflicht findet jedoch ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asyl-

suchenden Person (Art. 8 AsylG), welche auch die Substanziierungslast 

trägt (Art. 7 AsylG). Es ist nicht Sache der Behörden, bei fehlenden, wo-

möglich gezielt vorenthaltenen Hinweisen, nach allfälligen Wegweisungs-

vollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Ver-

mutungsweise ist deshalb davon auszugehen, einer Wegweisung an den 

bisherigen Aufenthaltsort stünden keine flüchtlings- oder wegweisungsbe-

achtliche Gründe im gesetzlichen Sinne entgegen (vgl. dazu BVGE 

2014/12 E. 5.10). Ein Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China 

ist im vorinstanzlichen Entscheid folgerichtig ausdrücklich ausgeschlossen 

worden (Ziff. 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung). 

Mit dem Vorenthalten von Informationen und dem offenkundigen Fehlen 

von Bemühungen, Identitätsausweise oder andere erhebliche originale Be-

weismittel zu beschaffen, die Identität, Herkunft und Vorbringen beweisen 

könnten, ist der Beschwerdeführer selbst dafür verantwortlich, weshalb 

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Seite 9 

sich zuerst die Vorinstanz und nun auch das Gericht mit den Fragen der 

Wegweisung und deren Vollzugs nur in grundsätzlicher Hinsicht bezie-

hungsweise gemäss den vorstehenden Ausführungen befasst. Es ist nicht 

Sache des Gerichts, sich in Mutmassungen und Spekulationen zu erge-

hen. Daran ändern die eingereichten Beweismittel nichts. 

5.3 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für eine Rückkehr allenfalls 

benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme aus-

ser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).  

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.   

7.1 Die gestellten Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (unentgeltliche 

Prozessführung, amtliche Verbeiständung) abzuweisen ist. Das Gesuch 

um Befreiung von einem Kostenvorschuss ist mit diesem Urteil gegen-

standslos geworden. 

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.–  

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Thomas Hardegger 

 

 

Versand: