# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9054b42e-41b0-51c8-996e-063c9988228d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.09.2011 E-404/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-404-2008_2011-09-09.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­404/2008

U r t e i l   v om   9 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richterin Christa Luterbacher,
Richter Jean­Pierre Monnet,
Gerichtsschreiberin Carmen Wittwer.

Parteien A._______, geboren (…),
Sri Lanka,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Gegenstand Aufhebung der vorläufigen Aufnahme;
Verfügung des BFM vom 20. Dezember 2007 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der aus B._______  (Provinz C._______)  stammende Beschwerdeführer 
tamilischer Ethnie verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge 
am (…) und gelangte am (…) in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl 
nachsuchte.

B. 
Mit  Strafurteil  vom  (…)  wurde  der  Beschwerdeführer  wegen  Führens 
eines  Personenwagens  in  angetrunkenem  Zustand  und  Führens  eines 
Motorfahrzeuges trotz Entzug des Lernfahrausweises, begangen am (…), 
bei einer Probezeit von 2 Jahren zu 25 Tagen Gefängnis bedingt und zu 
einer Busse von Fr. 700.– verurteilt.

C. 
Mit  Verfügung  vom  3. März  1997  stellte  das  Bundesamt  für  Flüchtlinge 
(BFF,  heute:  BFM)  fest,  sowohl  der  Beschwerdeführer  als  auch  seine 
Ehefrau D._______, welche bereits früher in die Schweiz gelangt war und 
am (…) ein Asylgesuch gestellt hatte, erfüllten die Flüchtlingseigenschaft 
nicht,  lehnte  ihre Asylgesuche ab und verfügte die Wegweisung aus der 
Schweiz. Der Vollzug  der Wegweisung  nach Sri  Lanka wurde  indessen 
zu Gunsten  einer  vorläufigen Aufnahme aufgeschoben, weil  ein  solcher 
im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich sei. Diese Verfügung erwuchs 
unangefochten in Rechtskraft.

D. 
Am  (…)  erhielt  die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  vom  Kanton 
E._______  eine  Aufenthaltsbewilligung  (Ausweis  B)  erteilt,  wodurch  die 
zuvor angeordnete vorläufige Aufnahme erlosch.

E. 
Am  (…)  verurteilte  das  Kreisgericht  F._______  den  Beschwerdeführer 
gestützt  auf  den Schuldspruch  vom  (…) wegen  versuchter  vorsätzlicher 
Tötung  zu  36  Monaten  Freiheitsstrafe  (abzüglich  1  Tag  Polizeihaft), 
wovon 12 Monate unbedingt und, bei einer Probezeit von drei Jahren, 24 
Monate  bedingt  zu  vollziehen  seien.  Zusätzlich  wurde  eine  ambulante 
suchttherapeutische  Behandlung  (…)  während  und  nach  dem 
Strafvollzug angeordnet.

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Die  gegen  dieses  Urteil  eingereichte  Appellation  wurde  vom 
Beschwerdeführer  am  (…)  zurückgezogen,  womit  das  erstinstanzliche 
Urteil in Rechtskraft erwuchs. 

F. 
Mit  Schreiben  vom  22. Februar  2007  teilte  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer  mit,  dass  es  im  Rahmen  der  regelmässigen 
Überprüfung  der  vorläufigen  Aufnahme  zum  Schluss  gelangt  sei,  ein 
Vollzug der Wegweisung sei für ihn im heutigen Zeitpunkt nicht zumutbar, 
weshalb er weiterhin vorläufig aufgenommen bleibe.

G. 
Mit  Schreiben  vom  14. November  2007  teilte  das  Bundesamt  dem 
Beschwerdeführer mit,  es  erwäge  aufgrund  des  deliktischen  Verhaltens 
die  verfügte  vorläufige  Aufnahme  aufzuheben  und  den  Vollzug  der 
Wegweisung anzuordnen.

Im  Rahmen  des  gestützt  auf  diesen  Sachverhalt  gewährten  rechtlichen 
Gehörs  führte  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  in  seiner 
Eingabe  vom  29. November  2007  aus,  es  sei  nicht  ersichtlich,  wie  das 
Bundesamt  trotz der  langjährigen deliktfreien Zeit zum Schluss gelange, 
dass  sein Mandant  nicht willens  und  in  der  Lage  sei,  sich  in  die  in  der 
Schweiz  geltende  Rechtsordnung  einzufügen.  Bis  zum  Urteil  vom  (…) 
respektive  (…)  sei  im  Strafregister  kein  Eintrag  zu  finden.  Auch  das 
Gericht  gehe  in  seinem  Urteil  davon  aus,  dass  dem  Beschwerdeführer 
aus  strafrechtlicher  Sicht  eine  positive  Prognose  auszustellen  sei, 
weshalb es zwei Drittel der Strafe nur bedingt ausgesprochen habe. Der 
Beschwerdeführer  sei  seit  (…)  in  der  Schweiz  und  habe  seit  (…)  in 
verschiedenen  Firmen  als  (…)  gearbeitet. Während  der  Arbeitslosigkeit 
habe  er  an  Beschäftigungsprogrammen  teilgenommen  und  in  seiner 
Freizeit pflege er den Kontakt zu den Mitgliedern der Kirchgemeinde, wo 
er  auch  beim  (…)  helfe.  Er  gebe  sich  somit  grosse  Mühe,  eine 
Arbeitsstelle  zu  finden  oder  sich  zumindest  im  Rahmen  seiner 
Möglichkeiten, die aufgrund der F­Bewilligung eher eng seien, nützlich zu 
machen und an die  schweizerischen Verhältnisse anzupassen. Von der 
Aufhebung der vorläufigen Aufnahme sei damit abzusehen.

H. 
Mit  Verfügung  vom  20. Dezember  2007  –  der  Zeitpunkt  der  Eröffnung 
ergibt  sich aus den Akten nicht  – hob das BFM die mit Verfügung  vom 
3. März  1997  angeordnete  vorläufige  Aufnahme  auf  und  forderte  den 

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Beschwerdeführer auf, die Schweiz unverzüglich zu verlassen, nachdem 
er  der  Justiz  Genüge  getan  habe.  Mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung 
wurde  der  Kanton  E._______  beauftragt  und  gleichzeitig  wurde  einer 
allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  die  aufschiebende 
Wirkung entzogen.

Auf  die entsprechende Begründung wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

I. 
Gegen  diese  Verfügung  erhob  der  Beschwerdeführer  durch  seinen 
Rechtsvertreter  mit  Eingabe  vom  21. Januar  2008  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragte  in materieller  Hinsicht  –  unter 
Kosten­  und  Entschädigungsfolge  –  die  Aufhebung  der  angefochtenen 
Verfügung;  in  prozessualer  Hinsicht  beantragte  er  die  Erteilung  der 
aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde,  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege und die Beiordnung seines Rechtsvertreters 
als amtlicher Anwalt.

In  der  Beilage  fanden  sich  vom  Eidgenössischen  Departement  für 
auswärtige  Angelegenheiten  (EDA)  für  Sri  Lanka  herausgegebene 
Reisehinweise (Internetausdruck vom 21. Januar 2008), ein NZZ Online­
Bericht  vom  15. September  2007  über  einen  Bus,  welcher  auf  der 
nördlichen  Halbinsel  Jaffna  auf  eine  Bombe  gefahren  war,  eine 
Reisewarnung  für Sri Lanka von Dr. Oskar Flück  (Internetausdruck vom 
21. Januar  2008)  und  eine  Fürsorgebestätigung  des  G._______  vom 
21. Januar 2008.

Auf  die  Begründung  der  Beschwerde  wird  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

J. 
Mit  Telefax  vom  22. Januar  2008  setzte  der  Instruktionsrichter  des 
Bundesverwaltungsgerichts  den  Vollzug  der  Wegweisung  bis  zum 
Entscheid  über  das  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  vom  BFM 
entzogenen aufschiebenden Wirkung der Beschwerde vorsorglich aus.

K. 
Mit Zwischenverfügung vom 6. Februar 2008 hiess der Instruktionsrichter 
das  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der 
Beschwerde  gut  und  teilte  dem  Beschwerdeführer  mit,  er  könne  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Gleichzeitig  wurde 

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das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  gutgeheissen,  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  verzichtet  und  das  Gesuch  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 
VwVG abgewiesen.

L. 
In  seiner  Vernehmlassung  vom  6. März  2008  hielt  das  BFM  an  seinen 
Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  fest  und  beantragte  die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Im  Rahmen  der  Replik  vom  4. April  2007 
(recte:  2008)  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  weitere  Reisewarnung 
für  Sri  Lanka  von  Dr. Oskar  Flück  vom  14. März  2008  in  Form  eines 
Internetausdruckes ein.

Auf  die  entsprechenden  Begründungen  wird  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

M. 
Mit  Urteil  des  Gerichtspräsidenten  (…)  des  Gerichtskreises  F._______ 
vom  (…),  welches  am  (…)  in  Rechtskraft  erwuchs,  wurde  die  Ehe  des 
Beschwerdeführers mit Frau D._______ geschieden.

N. 
Mit Schreiben  vom 7. August  2009  reichte  (…) des Kantons E._______ 
dem BFM eine gegen den Beschwerdeführer erhobene Anzeige vom (…) 
(Tätlichkeiten, einfache Körperverletzung und unanständiges Benehmen) 
samt den entsprechenden Befragungsprotokollen zu den Akten.

O. 
Mit  Verfügung  vom  7. Juni  2011  forderte  der  Instruktionsrichter  den 
Beschwerdeführer  auf,  bis  zum  1. Juli  2011  einen  schriftlichen  Bericht 
(inklusive  Strafregisterauszug  und  allfälliger  weiterer  Beweismittel)  über 
seine  strafrechtliche  Situation  einzureichen  und  dabei  seine  aktuelle 
finanzielle, berufliche, soziale und gesundheitliche Lage darzulegen.

Diese dem Beschwerdeführer angesetzte Frist verstrich unbenutzt. 

P. 
Am 11. August 2011  liess  (…) des Kantons E._______ dem Gericht auf 
dessen  Anfrage  seine  Akten  (inklusive  eines  aktuellen 
Strafregisterauszuges) zur Einsicht zukommen. Diesen kann entnommen 

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werden,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  vom  (…)  bis  zum  (…)  im 
Strafvollzug  befand  und  die mit  Urteil  vom  (…)  angeordnete  ambulante 
suchttherapeutische Massnahme am (…) durch die Abteilung Straf­ und 
Massnahmenvollzug E._______ aufgehoben wurde.

Q. 
Mit  Schreiben  vom  23. August  2011  teilte  der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers dem Gericht mit, dass er diesen ab sofort nicht mehr 
vertrete und ihm dessen Adresse nicht bekannt sei. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1.  Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju­
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be­
schwerden  gegen Verfügungen  nach Art. 5  VwVG. Das  BFM  gehört  zu 
den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  im  Bereich  des  Ausländerrechts  betreffend  vorläufige 
Aufnahme  endgültig  (Art. 83  Bst. c  Ziff. 3  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Der  Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 112  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die  im  Übrigen  frist­  und 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art. 112  Abs. 1 
AuG i.V.m. Art. 50 und Art. 52 VwVG).

1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 49 
VwVG).

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2. 
Anfechtungsobjekt  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  bildet  die 
Verfügung  des  Bundesamtes  vom  20. Dezember  2007  (Aufhebung  der 
am 3. März 1997 angeordneten vorläufigen Aufnahme).

3. 

3.1. Die Vorinstanz führte zur Begründung der Aufhebung der vorläufigen 
Aufnahme  an,  dass  gemäss  Art. 14b  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  vom 
26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, 
BS 1 121) die vorläufige Aufnahme aufzuheben sei, wenn der Vollzug der 
Wegweisung  zulässig  und  es  der  ausländischen  Person  möglich  und 
zumutbar  sei,  sich  rechtmässig  in  einen  Drittstaat  oder  in  ihren 
Heimatstaat  oder  in  das  Land  zu  begeben,  in  dem  sie  zuletzt  gewohnt 
habe. Nicht zumutbar könne der Vollzug der Wegweisung  insbesondere 
sein,  wenn  er  für  den  Ausländer  eine  konkrete  Gefährdung  darstelle 
(Art. 14a  Abs. 4  ANAG).  Gemäss  Art. 14a  Abs. 6  ANAG  finde  Abs. 4 
dieses  Artikels  keine  Anwendung,  wenn  der  weg­  oder  ausgewiesene 
Ausländer  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  verletzt  oder  in 
schwerwiegender Weise  gefährdet  habe.  Der  Beschwerdeführer  sei mit 
Urteil  des  Kreisgerichts  F._______  vom  (…)  /  (…)  rechtskräftig  wegen 
versuchter vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten 
verurteilt worden, wobei gleichzeitig eine ambulante suchttherapeutische 
Behandlung während und nach dem Strafvollzug angeordnet worden sei. 
Damit  würden  sichere  Hinweise  auf  ein  Verhalten  des  Ausländers 
vorliegen,  welches  geeignet  erscheine,  die  öffentliche  Ordnung  und 
Sicherheit  in  ernst  zu  nehmender Weise  zu gefährden. Die Anwendung 
von  Art. 14a  Abs. 6  ANAG  setze  eine  Abwägung  zwischen  den 
Interessen  des Ausländers  auf  Verbleib  in  der  Schweiz  und  denjenigen 
der Schweiz am Vollzug der Wegweisung voraus und schränke dabei die 
Interessen des Staates auf  den Schutz  vor Gefährdung der öffentlichen 
Sicherheit  und  Ordnung  oder  deren  schwerwiegende  Verletzung  ein. 
Ausgangspunkt  für  die  Interessenabwägung  sei  das  Verschulden  des 
Ausländers,  welches  vorab  im  vom  Strafrichter  verhängten  Strafmass 
seinen  Ausdruck  finde.  Dabei  seien  umso  strengere  Anforderungen  an 
die  Schwere  des  strafrechtlichen  Verschuldens  zu  stellen,  je  länger  ein 
Ausländer  in  der  Schweiz  gelebt  habe.  Daneben  habe  auch  die 
Beurteilung der Rückfallgefahr bei der Interessenabwägung ein gewisses 
Gewicht, ohne dass ihr allerdings die gleiche Bedeutung wie im Strafrecht 
zukomme.  So  müsse  im  Zusammenhang  mit  Gewaltdelikten  selbst  ein 
Restrisiko nicht hingenommen werden.

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3.2.  Im  vorliegenden  Fall  sei  der  Beschwerdeführer  wegen  eines 
schweren Gewaltdelikts  verurteilt worden. Das Gericht habe  festgestellt, 
dass  der  Beschwerdeführer  beim  unkontrollierten Angriff  auf  sein Opfer 
mit  einem  (…)  dessen  Tod  in  Kauf  genommen  und  damit 
eventualvorsätzlich gehandelt habe. Zwar habe das Gericht aufgrund des 
eingeholten  Gutachtens  in  Bezug  auf  die  Rückfallgefahr  eine  eher 
positive  Prognose  gestellt,  doch  sei  zu  befürchten,  dass  der 
Beschwerdeführer dann, wenn er unter (…)einfluss stehe und etwas nicht 
nach  seinen  Vorstellungen  verlaufe,  wieder  zu  Gewaltdelikten  neigen 
könnte. Da hierbei die Verletzung zentraler Rechtsgüter (Leib und Leben) 
drohe, sei das Risiko eines Rückfalls umso weniger hinzunehmen.

3.3. Angesichts der Schwere des Verschuldens erscheine die Aufhebung 
der vorläufigen Aufnahme – auch wenn der Beschwerdeführer bereits seit 
(…)  in  der  Schweiz  lebe  –  als  verhältnismässig,  es  sei  denn,  bei  den 
persönlichen  und  familiären  Verhältnissen  des  Ausländers  lägen 
besondere  Umstände  vor.  Solche  seien  jedoch  nicht  erkennbar.  Der 
Beschwerdeführer gehe keiner geregelten Arbeit nach und bewege sich 
auch  nicht  in  einem  stabilen  Umfeld.  Zudem  habe  er  Schulden  von 
mehreren Tausend Franken und er habe bis Ende (…) mit knapp Fr. 35 
000.– unterstützt werden müssen. Dem Beschwerdeführer sei Sri Lanka 
nicht  unbekannt.  Er  sei  dort  geboren  und  habe  in  Sri  Lanka  die 
persönlichkeitsbildenden  Jahre  verbracht.  (…)  Jahre  habe  er  die 
Grundschule besucht, anschliessend sei er  in der (…) tätig gewesen. Er 
sei sowohl mit der Sprache als auch mit den kulturellen Gepflogenheiten 
seines  Heimatlandes  vertraut.  Es  sei  davon  auszugehen,  dass  ihm  Sri 
Lanka nicht  völlig  fremd geworden sei,  zumal er weiterhin  telefonischen 
Kontakt  zu  seinen  dort  lebenden Verwandten  pflege.  In  Anbetracht  des 
schweren Verstosses gegen das Strafgesetzbuch und seiner an den Tag 
gelegten  fehlenden  Einsicht  und  Reue,  könne  trotz  der  langen 
Anwesenheit nicht von einer fortgeschrittenen Integration  in der Schweiz 
gesprochen werden.

3.4.  Auch  wenn  davon  auszugehen  sei,  dass  die  wirtschaftliche  und 
soziale  Integration  des  Beschwerdeführers  mit  einigen  Schwierigkeiten 
verbunden sein könne, befinde er sich im Vergleich mit Rückkehrern nicht 
in  einer  besonderen  Lage.  Das  öffentliche  Interesse  der  Schweiz  am 
Vollzug  der  Wegweisung  überwiege  somit  das  private  Interesse  des 
Beschwerdeführers,  sich  auf  die  Rückführungsschranken  von  Art. 14  a 
Abs. 4 ANAG zu berufen.

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3.5. Da rechtskräftig  festgestellt worden sei, dass der Beschwerdeführer 
die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle  und  sein  Asylgesuch 
infolgedessen  abgelehnt  worden  sei,  verletze  ein  Wegweisungsvollzug 
das in Art. 5 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) und 
Art. 33  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 
Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30)  verankerte  Refoulement­Verbot  nicht. 
Weiter würden einem Wegweisungsvollzug auch keine völkerrechtlichen 
Verpflichtungen  der  Schweiz  (insbesondere  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101] und Art. 3 des Übereinkommens vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 
oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  [FoK,  SR 0.105]) 
entgegenstehen,  zumal  keine  Verfolgung  des  Beschwerdeführers 
glaubhaft  gemacht  worden  sei  und  sich  aus  der  Aktenlage  keine 
Anhaltspunkte ergäben, welche auf eine entsprechende konkrete Gefahr 
hindeuten würden. Da die Ehefrau des Beschwerdeführers  lediglich eine 
Aufenthaltsbewilligung  besitze  und  die  Ehe  zudem  nicht  mehr  gelebt 
werde,  könne  der  Beschwerdeführer  auch  aus  Art. 8  EMRK  keine 
Ansprüche ableiten.

3.6. Der  Beschwerdeführer  könne  auch  aus  dem  Bundesratsbeschluss 
vom 1. März 2000 über die Humanitäre Aktion 2000 (HUMAK) nichts zu 
seinen Gunsten ableiten, da gemäss Rechtsprechung eine Person ohne 
weiteres  aus  dem  Anwendungsbereich  der  HUMAK  falle,  wenn  die 
Bestimmung von Art. 14a Abs. 6 ANAG auf sie anwendbar sei.

3.7.  Schliesslich  obliege  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  die  für  die 
Rückkehr  notwendigen Reisedokumente bei  der  zuständigen Vertretung 
des Heimatlandes zu beschaffen, weshalb der Wegweisungsvollzug auch 
möglich sei.

3.8. Damit  sei  der Vollzug der Wegweisung heute als  zulässig, möglich 
und  verhältnismässig  zu  erachten,  so  dass  die  vorläufige  Aufnahme 
gestützt  auf  Art. 14b  Abs. 2  ANAG  i.V.m.  Art. 14a  Abs. 6  ANAG 
aufzuheben sei.

4. 

4.1.  In der Beschwerde hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
der  Argumentation  des  BFM  entgegen,  der  Verurteilung  seines 
Mandanten  wegen  vorsätzlicher  versuchter  Tötung  könne  nicht  das 

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Gewicht beigemessen werden, wie es das Bundesamt  tue. So  falle auf, 
dass  das  angewandte  Strafmass  von  drei  Jahren  Freiheitsstrafe 
verglichen mit  anderen  Fällen  von  versuchter  vorsätzlicher  Tötung  sehr 
tief  angesetzt  worden  sei.  Das  urteilende  Gericht  habe  mit  der 
Freiheitsstrafe  von nur drei  Jahren und einem unbedingten Teil  von nur 
einem  Jahr  folglich  zum  Ausdruck  gebracht,  dass  das  Verschulden  in 
diesem Fall nicht so hoch gewesen sei wie in vergleichbaren Fällen. Was 
die  Feststellung  der  Vorinstanz  betreffe,  dem  Beschwerdeführer  sei  es 
nicht  gelungen,  die  hier  allgemein  geltenden  Regeln  der 
Konfliktbewältigung  zu  akzeptieren,  so  sei  diese  Aussage  schwer 
nachvollziehbar.  Schliesslich  halte  sich  der  Beschwerdeführer  nun  seit 
bald  (…)  Jahren  in  der  Schweiz  auf  und  sei  in  dieser  Zeit,  abgesehen 
vom besagten Vorfall, noch nie und auch seither nicht strafrechtlich oder 
sonstwie  gewalttätig  aufgefallen.  Eine  Rückfallgefahr  oder 
Konfliktunfähigkeit  könne  dem  Beschwerdeführer  deshalb  aufgrund  der 
Akten  nicht  vorgeworfen  werden.  Vielmehr  sei  von  einem  langjährigen 
Wohlverhalten  auszugehen,  das  gegen  die  Aufhebung  der  vorläufigen 
Aufnahme spreche.

4.2.  Zur  momentanen  Entwicklung  in  Sri  Lanka  gelte  es  festzuhalten, 
dass wieder Kämpfe ausgebrochen seien und die Lage alles andere als 
stabil sei. Auch die Schweiz warne vor Reisen insbesondere in nördliche 
Gebiete und benenne unter anderem die Halbinsel Jaffna als Sperrgebiet. 
Weiter gehe das EDA auch davon aus, dass Gewalttaten mit politischem 
und  ethnischem  Hintergrund  jederzeit  vorkommen  könnten.  Der 
Beschwerdeführer, ein Tamile, stamme aus C._______, weshalb es nicht 
zumutbar  sei,  ihn  nach Sri  Lanka  zurückzuschicken,  in welchem  er  gar 
nicht  in  sein  Heimatgebiet  einreisen  könne  und  in  welchem  ihm  als 
Angehöriger  einer  Minderheit  im  Moment  Gefahr  an  Leib  und  Leben 
drohe.

4.3.  Zusammenfassend  könne  festgehalten  werden,  dass  der  vom 
Beschwerdeführer  begangenen  Tat  nicht  ein  derart  schweres 
Verschulden zugesprochen werden könne, wie es die Vorinstanz mache, 
und dass ebenso wenig davon auszugehen sei, er würde die öffentliche 
Ordnung  und  Sicherheit  in  der  Schweiz  inskünftig  gefährden.  Aufgrund 
des  Wiederausbruches  des  Bürgerkrieges  in  Sri  Lanka  sei  eine 
Rückschaffung  in  dessen  Heimat  nicht  möglich,  weshalb  die 
vorinstanzliche  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  aufzuheben  sei. 
Dies rechtfertige sich umso mehr, als der Beschwerdeführer seit bald (…) 

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Jahren  in  der  Schweiz  lebe  und  sich  jeweils  im  Rahmen  seiner 
Möglichkeiten nach Kräften um Arbeit bemüht habe.

5. 
In  seiner Vernehmlassung vom 6. März 2008  führt  das Bundesamt aus, 
dass immer noch die Bestimmungen des ANAG anwendbar seien, da das 
Verfahren im vorliegenden Fall im Jahre 2007 angehoben worden sei.

Das Kreisgericht  F._______  habe  in  seinem Urteil  festgestellt,  dass  die 
geschützten  Rechtsgüter  Leib  und  Leben  durch  den  Angriff  des 
Beschwerdeführers  arg  verletzt  worden  seien.  Es  habe  die  Tat  als 
erheblich  bezeichnet,  zumal  der  Beschwerdeführer  eventualvorsätzlich 
gehandelt  habe.  Beim  unkontrollierten  Angriff  auf  das  Opfer  habe  er 
dessen Tod in Kauf genommen, auch wenn er ihn nicht direkt angestrebt 
habe.  Nach  Auffassung  des  Bundesamtes  müsse  die  Tat  unter  diesen 
Umständen  als  Verletzung  der  öffentlichen  Ordnung  im  Sinne  von 
Art. 14a  Abs. 6  ANAG  gelten,  weshalb  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges nicht zu prüfen und damit auf die Vorbringen des 
Beschwerdeführers  in  Bezug  auf  die  allgemeine  Sicherheitslage  in  Sri 
Lanka nicht einzugehen sei. Was die Rückfallgefahr betreffe, so komme 
dieser  gemäss Praxis  des Bundesgerichtes  nicht  vorrangige Bedeutung 
zu  und  es  müsse  im  Zusammenhang  mit  Gewaltdelikten  selbst  ein 
Restrisiko  nicht  hingenommen  werden.  Im  vorliegenden  Fall  bestehe 
nicht  nur  ein  geringes  theoretisches  Restrisiko  einer  erneuten  Straftat. 
Einerseits habe der Beschwerdeführer nach langem klaglosem Aufenthalt 
erst vor kurzem ein schwerwiegendes Delikt begangen und anderseits sei 
die resozialisierende Wirkung der Haftstrafe nicht eingetreten, da er diese 
bisher  nicht  angetreten  habe.  Das  offenbar  korrekte  Verhalten  des 
Beschwerdeführers  seit  der  kantonalen  Urteilsfällung  sei  zwar 
gutzuheissen. Würde aber massgeblich  auf  die  seit  der Tat  verflossene 
Zeit  abgestellt,  erschiene  die  Aufrechterhaltung  der 
Anwesenheitsberechtigung  umso  wahrscheinlicher,  je  länger  die 
ausgesprochene Strafe ausgefallen sei, was nicht Sinn und Zweck einer 
Ausweisung entspreche.

Der  Beschwerdeführer  habe  sich  nicht  in  die  schweizerischen 
Verhältnisse  integrieren können und  in einem erheblichen Masse gegen 
die öffentliche Ordnung  im Sinne von Art. 14a Abs. 6 ANAG verstossen, 
weshalb  er  die  bei  einer  Rückkehr  allenfalls  auftretenden  sozialen  und 
beruflichen  Reintegrationsschwierigkeiten  zu  tragen  habe.  Die 
angeordnete  ambulante  suchttherapeutische  Behandlung  und  die  damit 

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verbundene Vermittlung von Fähigkeiten und Kenntnissen – welche zwar 
primär  auf  eine  Berufstätigkeit  in  der  Schweiz  ausgerichtet  seien – 
würden  dem  Beschwerdeführer  auch  bei  der  Wiedereingliederung  ins 
Erwerbsleben  im  Heimatland  von  Nutzen  sein.  Damit  seien  keine 
ausserordentlichen Gründe ersichtlich, welche den Wegweisungsvollzug 
als unzulässig respektive unverhältnismässig erscheinen liessen.

6. 
Mit Replik vom 4. April 2007 bestritt der Beschwerdeführer die anlässlich 
der Vernehmlassung gemachten Ausführungen der Vorinstanz und wies 
darauf  hin,  dass  sich  die  Lage  in  Sri  Lanka  bis  heute  nicht  verbessert, 
sondern im Gegenteil gar verschlechtert habe.

7. 

7.1. Die  Voraussetzungen  für  die  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme 
werden seit dem 1. Januar 2008 in Art. 84 Abs. 2 AuG umschrieben. Vor 
dem  1. Januar  2008  wurde  die  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme 
durch Art. 14b Abs. 2 ANAG geregelt, welches Gesetz zeitgleich mit dem 
Inkrafttreten des AuG aufgehoben wurde (vgl. Art. 125 AuG  i.V.m. Ziff. 1 
Anhang  zum  AuG).  Gestützt  auf  Art. 126a  Abs. 4  AuG 
(Übergangsbestimmung  zur  Änderung  vom  16. Dezember  2005  des 
AsylG), welcher als  spezielle Regel der allgemeinen Regel  von Art. 126 
Abs. 1  AuG  vorgeht  (vgl. dazu BVGE  2008/1),  kommt  vorliegend  neues 
Recht und somit das AuG zur Anwendung. 

7.2. Das BFM hebt die vorläufige Aufnahme auf und ordnet den Vollzug 
der Weg­  oder  Ausweisung  an,  wenn  die  Voraussetzungen  nicht  mehr 
gegeben  sind  (Art. 84  Abs. 2  AuG).  Die  Voraussetzungen  für  die 
vorläufige  Aufnahme  sind  nicht  mehr  gegeben,  wenn  der  Vollzug  der 
rechtskräftig  angeordneten  Wegweisung  zulässig  (Art. 83  Abs. 3  AuG) 
und  es  der  ausländischen  Person  möglich  (Art. 83  Abs. 2  AuG)  und 
zumutbar  (Art. 83  Abs. 4  AuG)  ist,  sich  rechtmässig  in  ihren  Heimat­, 
Herkunftsstaat oder in einen Drittstaat zu begeben.

Auf Antrag der kantonalen Behörden, von fedpol (Bundesamt für Polizei) 
oder  des  NDB  (Nachrichtendienst  des  Bundes)  kann  das  BFM  die 
vorläufige  Aufnahme  wegen  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  des 
Vollzuges  aufheben  und  den  Vollzug  der Wegweisung  anordnen,  wenn 
Gründe nach Art. 83 Abs. 7 AuG gegeben sind (Art. 84 Abs. 3 AuG). 

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7.3. Gründe nach Art. 83 Abs. 7 AuG sind unter anderem, wenn die weg­ 
oder ausgewiesene Person zu einer  längerfristigen Freiheitsstrafe  im In­ 
oder  Ausland  verurteilt  wurde  oder  wenn  gegen  sie  eine  strafrechtliche 
Massnahme  im  Sinne  von  Art.  64  oder  61  des  Schweizerischen 
Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) angeordnet 
wurde  (Bst. a),  sie  erheblich  oder  wiederholt  gegen  die  öffentliche 
Sicherheit und Ordnung  in der Schweiz oder  im Ausland verstossen hat 
oder  diese gefährdet  oder  die  innere  oder  äussere Sicherheit  gefährdet 
(Bst. b).

Diese  beiden Bestimmungen  stimmen  inhaltlich mit  Art. 62 Bst. b  und  c 
AuG  überein,  welche  die  allgemeinen  Voraussetzungen  des  Widerrufs 
von  Bewilligungen  oder  anderen  Verfügungen  nach  diesem  Gesetz 
regeln.

7.4.  Dem  aktuellen  Strafregisterauszug  vom  11. August  2011  ist  als 
einziger  Eintrag  das  Urteil  des  Kreisgerichts  F._______  vom  (…)  zu 
entnehmen,  mit  welchem  der  Beschwerdeführer  wegen  versuchter 
vorsätzlicher  Tötung  zu  drei  Jahren  Freiheitsstrafe,  davon  zwei  Jahre 
bedingt vollziehbar, verurteilt wurde.

7.5. Das  Bundesgericht  hat  in  seiner  neueren  Praxis  (BGE  135  II  377) 
den  Begriff  der  "längerfristigen  Freiheitsstrafe"  im  Sinne  von  Art. 62 
Bst. b AuG  (welcher  –  wie  bereits  erwähnt  –  von  der  Formulierung  her 
Art. 83  Abs. 7  Bst. a  AuG  entspricht)  dahingehend  konkretisiert,  dass 
darunter  eine  Freiheitsstrafe  von mehr  als  einem  Jahr  zu  verstehen  ist 
(a.a.O.  S.  379  f.,  mit  Hinweisen  auf  die  Literatur).  Nach  dieser  Praxis, 
welche  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  im  Bereich  seiner 
endgültigen Entscheidkompetenz als massgeblich betrachtet, ist  im Falle 
des  Beschwerdeführers  das  Kriterium  der  Verurteilung  zu  einer 
längerfristigen Freiheitsstrafe somit erfüllt. Dies würde  im Übrigen selbst 
dann  gelten, wenn  die Grenze,  oberhalb  derer  von  einer  längerfristigen 
Freiheitsstrafe  zu  sprechen  ist,  im  Sinne  der  teilweise  etwas 
relativierenden  Literatur  tendenziell  höher  anzusetzen  sein  sollte  (MARC 
SPESCHA/  HANSPETER  THÜR/  ANDREAS  ZÜND  /PETER  BOLZLI, 
Migrationsrecht,  2.  Aufl.,  Zürich  2009,  N.  6  zu  Art.  62,  S.148:  "deutlich 
über einem Jahr"; vgl. auch SILVIA HUNZIKER  in: Martina Caroni/ Thomas 
Gächter/  Daniela  Thurnherr,  Handkommentar  zum  Bundesgesetz  über 
die Ausländerinnen und Ausländer, Art.  62 N. 24 ff.),  überschreitet  doch 
die  Verurteilung  des  Beschwerdeführers  zu  einer  Freiheitsstrafe  von 
36 Monaten diese Grenze deutlich.

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Weil  damit  bereits  der  Aufhebungsgrund  von  Art. 83  Abs. 7  Bst. a  AuG 
greift, kann an dieser Stelle darauf verzichtet werden, noch näher auf die 
Voraussetzungen des Aufhebungsgrundes von Art. 83 Abs. 7 Bst. b AuG 
einzugehen, dessen Formulierung sich an diejenige des früheren Art. 14a 
Abs. 6 ANAG anlehnt und auf welchen sich das BFM in seiner Verfügung 
vom 20. Dezember 2007 stützte.

7.6.  Zu  prüfen  bleibt,  ob  die  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  mit 
dem Verhältnismässigkeitsprinzip  im Einklang steht. Dieses Prinzip  (das 
einen  allgemeinen  Grundsatz  staatlichen  Handelns  bildet,  vgl.  Art. 5 
Abs. 2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
vom  18. April  1999  [BV,  SR 101])  wird  für  den  vorliegend  relevanten 
Rechtsbereich  durch  Art. 96  Abs. 1  AuG  spezifisch  festgeschrieben, 
wonach  die  zuständigen  Behörden  bei  der  Ermessensausübung  die 
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad 
der  Integration  der  Ausländerinnen  und  Ausländer  zu  berücksichtigen 
haben.

7.7.  In  diesem  Sinne  sind  bereits  die  früheren  Bestimmungen  Art. 10 
Bst. a  und  Art. 14a  Abs. 6  ANAG,  welche  durch  die  vorstehend  in 
Erwägung 7.3.  genannten  neuen  Bestimmungen  des  AuG  abgelöst 
wurden, durch die massgebliche Rechtsprechung ausgelegt worden. So 
hat die Praxis der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) und des 
Bundesverwaltungsgerichts  bei  der  Anwendung  von  Art. 14a  Abs. 6 
ANAG  eine  Abwägung  zwischen  den  Interessen  des  Ausländers  auf 
Verbleib  in  der  Schweiz  und  denjenigen  der  Schweiz  an  seiner 
Wegweisung  vorausgesetzt  und  dabei  die  Interessen  des  Staates  am 
Schutz  vor  Gefährdung  der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ordnung  oder 
deren schwerwiegender Verletzung eingeschränkt. Die Ausschlussklausel 
von Art. 14a Abs. 6 ANAG sei mit Zurückhaltung und insbesondere unter 
Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips anzuwenden (vgl. im Sinne 
von  Beispielen  BVGE  2007/32  E. 3.2  S. 386,  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2006 
Nr. 30  E. 6  S. 325  ff.  und  EMARK  2006  Nr. 23  E. 8.3  S. 347  ff.).  Auch 
nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  zu  Art. 62  f.  AuG  –  in 
Fortführung  der  Praxis  zur  Ausweisung  nach  dem  vormaligen  Art. 10 
Bst. b  ANAG  –  wird  für  die  Anwendung  dieser  Bestimmung  eine 
Interessenabwägung  und  damit  eine  Verhältnismässigkeitsprüfung 
vorausgesetzt. Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, der 
Grad  der  Integration  beziehungsweise  die  Dauer  der  bisherigen 
Anwesenheit  in  der  Schweiz  sowie  die  dem  Betroffenen  und  seiner 

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Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3). 
Daraus  ergibt  sich,  dass  bei  der  Beurteilung  der  Verhältnismässigkeit 
nicht von einer schematischen Betrachtungsweise auszugehen, sondern 
auf die gesamten Umstände des Einzelfalles abzustellen ist. 

8. 

8.1.  Die  in  der  Beschwerde  vertretene  Auffassung,  der  Verurteilung 
wegen  versuchter  vorsätzlicher  Tötung  könne  nicht  das  Gewicht 
beigemessen werden, wie es die Vorinstanz  tue, wird vom Gericht nicht 
geteilt.  Auch  wenn  eine  Verurteilung  zu  drei  Jahren  Freiheitsstrafe  bei 
einem  unbedingten  Vollzug  von  einem  Jahr  im  Vergleich  zu  anderen 
Fällen  in  diesem  Deliktsbereich  eher  tief  erscheinen  mag,  ändert  dies 
nichts  an  der  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer mit  seiner  Tat  das 
höchste  Rechtsgut,  nämlich  Leib  und  Leben,  in  gravierender  Weise 
verletzt  hat.  So  zeigt  denn  auch  der  abstrakte  Strafrahmen  bei  einer 
vorsätzlichen  Tötung,  welcher  Freiheitsstrafe  nicht  unter  fünf  Jahren 
beträgt,  deutlich  auf,  dass  das  Verschulden  bei  diesem  Delikt 
grundsätzlich  als  schwer  einzustufen  ist.  Strafmildernd  und  damit  zu 
Gunsten  des  Beschwerdeführers  würdigte  das  Strafgericht  im 
vorliegenden  Fall  aber  den  Umstand,  dass  der  Erfolg  nicht  eingetreten 
und es damit  beim Versuch geblieben war,  und weiter  die Feststellung, 
dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Tatbegehung  aufgrund  seiner  (…) 
gemäss  eingeholtem  psychiatrischem  Gutachten  vermindert 
zurechnungsfähig  gewesen  sei.  Insgesamt,  das  heisst  unter 
Berücksichtigung  aller  Tat­  und  Täterkomponenten,  wurde  das 
Verschulden  des  Beschwerdeführers  vom  Strafgericht  jedoch  als 
erheblich eingestuft. 

8.2.  Aufgrund  des  Zusammenhanges  zwischen  der  Straftat  und  der 
Intoxikation mit (…) erachtete das Gericht eine ambulante Suchttherapie 
im Sinne  einer  (…)behandlung während  und  nach  dem Strafvollzug  als 
angebracht  und  sinnvoll.  Allerdings  wurde  diese  infolge 
Therapieunwilligkeit  des  Beschwerdeführers  am  (…)  von  der  Abteilung 
Straf­  und  Massnahmenvollzug  E._______  aufgehoben.  Bei  dieser 
Ausgangslage  und  der  vom  Beschwerdeführer  anlässlich  des 
Strafverfahrens an den Tag gelegten fehlenden Einsicht und Reue, kann 
auch  ein  Rückfall  –  insbesondere  wenn  (…)  im  Spiel  ist  –  selbst  für 
vergleichbar  schwere  Deliktstatbestände  nicht  ausgeschlossen  werden, 
wobei  anzumerken  bleibt,  dass  bei  der  Prüfung  der  Aufhebung  einer 
vorläufigen  Aufnahme  selbst  einer  günstigen  Prognose  und  einem 

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Wohlverhalten  nach  der  Tat  keine  vorrangige  Bedeutung  zukommt 
(vgl. BVGE 2007/32 E. 3.7.3 S. 391).

8.3.  Nach  dem  Gesagten  besteht  somit  ein  erhebliches  öffentliches 
Interesse am Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers.

9. 
Diesem  gilt  es  nun  das  private  Interesse  des  Beschwerdeführers  an 
einem weiteren Verbleib in der Schweiz gegenüber zu stellen.

9.1.  Im  vorliegenden  Fall  fällt  zunächst  ins  Gewicht,  dass  sich  der 
Beschwerdeführer  seit  nunmehr  (…)  Jahren  in  der  Schweiz  aufhält. 
Obwohl  dies  zweifellos  eine  lange  Aufenthaltsdauer  darstellt,  muss 
jedoch  festgestellt werden, dass beim Beschwerdeführer nicht von einer 
fortgeschrittenen  Integration  gesprochen  werden  kann.  So  konnte  er  in 
wirtschaftlicher Hinsicht nie richtig Fuss fassen, wies bereits im Jahre (…) 
Schulden  in  der  Höhe  von  rund  Fr. (…)  aus  (Schuldner­
Verlustscheinsübersicht vom […]) und geht auch gemäss Datenbank des 
"Zentralen Migrationsinformationssystems" des BFM (ZEMIS) seit (…) bis 
heute – mit Ausnahme eines Monates  im Jahre (…) – keiner geregelten 
Arbeit nach. Weiter ist dem Strafurteil vom (…) zu entnehmen, dass sich 
der  Beschwerdeführer  nicht  in  einem  stabilen  sozialen  Umfeld  bewege 
und ausser  in kirchlichen Kreisen keine Bezugspersonen in der Schweiz 
habe.

Darüber,  wie  sich  der  Beschwerdeführer  in  der  Zwischenzeit  entwickelt 
hat  und  wie  seine  jetzige  persönliche  Situation  aussieht,  können  an 
dieser Stelle keine Angaben gemacht werden, da er der Aufforderung des 
Instruktionsrichters,  bis  zum  1. Juli  2011  einen  entsprechenden  Bericht 
einzureichen, nicht nachkam.

9.2.  Schliesslich  sind  die  persönlichen  Nachteile,  die  der 
Beschwerdeführer  als  Folge  der  Wegweisung  nach  Sri  Lanka  zu 
gewärtigen hat, nicht als derart schwerwiegend zu bezeichnen, dass sie 
gemessen  am  öffentlichen  Interesse  am  Vollzug  der  Wegweisung  als 
übermässig erscheinen würden. Wie vom Bundesamt mit Verfügung vom 
3. März  1997  rechtskräftig  festgestellt,  erfüllt  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  weshalb  ihm  bei  einer  Rückkehr  keine 
Verfolgung  droht. Weiter  ergeben  sich  aus  den Akten  des  vorliegenden 
Aufhebungsverfahrens  auch  keine  Anhaltspunkte  dafür,  dass  der 
Beschwerdeführer  bei  einem  Wegweisungsvollzug  in  sein  Heimatland 

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Seite 17

einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 3  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  sein  könnte,  weshalb  ein  Wegweisungsvollzug 
auch unter diesem Aspekt zulässig ist respektive bleibt. Zur Vermeidung 
von  Wiederholungen  kann  diesbezüglich  auf  die  zutreffenden 
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.

9.3. Nachdem  die  Ehe  des  Beschwerdeführers  mit  D._______  am  (…) 
geschieden  wurde,  führt  ein  Wegweisungsvollzug  auch  zu  keiner 
Trennung  von  nächsten  Familienangehörigen  in  der  Schweiz.  Da  der 
Beschwerdeführer seine Kindheit und auch die prägenden Jugendjahre in 
seiner  Heimat  verbracht  hat  und  –  wie  oben  ausgeführt  –  keine 
nennenswerte  Verwurzelung  mit  der  Schweiz  stattfand,  sind  die  ihm 
durch  einen  Wegweisungsvollzug  drohenden  persönlichen  Nachteile 
insgesamt jedenfalls nicht als gravierend einzustufen. 

10. 

10.1. In Würdigung der unter den Erwägungen 8 und 9 genannten, für die 
vorzunehmende  Interessenabwägung  relevanten  Aspekte  gelangt  das 
Gericht  zum  Schluss,  dass  das  öffentliche  Interesse  am  Vollzug  der 
Wegweisung  im  vorliegenden  Fall  das  private  Interesse  des 
Beschwerdeführers an einem weiteren Verbleib in der Schweiz überwiegt 
und die Aufhebung der wegen Unmöglichkeit  respektive Unzumutbarkeit 
verfügten  vorläufigen  Aufnahme  aufgrund  des  begangenen  schweren 
Delikts des Beschwerdeführers verhältnismässig ist.

10.2.  Was  die  in  der  Beschwerde  und  der  Replik  gemachten 
Ausführungen zur allgemeinen Lage  in Sri Lanka betrifft,  so beschlagen 
diese  praxisgemäss  die  Frage  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges,  was  aber  aufgrund  der  in  casu  greifenden 
Ausnahmeklausel  von  Art. 83  Abs. 7  AuG  nicht  Prüfungsgegenstand 
bildet.

11. 
Aus den obigen Erwägungen ergibt  sich,  dass die  durch die Vorinstanz 
angeordnete Aufhebung der vorläufigen Aufnahme zu bestätigen ist. Die 
angefochtene  Verfügung  verletzt  somit  Bundesrecht  nicht,  stellt  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  und  vollständig  fest  und  ist 
angemessen. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

12. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  in  Höhe  von 

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Fr. 600.–  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5 
VwVG).  Da  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  mit  Zwischenverfügung  vom  6. Februar 
2008  gutgeheissen  wurde,  sind  ihm  jedoch  keine  Verfahrenskosten 
aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  (…)  des 
Kantons E._______.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Carmen Wittwer

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