# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2145afa-fd82-5f8c-8441-44cc9e26ec8b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.01.2012 IV 2008/239
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-239_2012-01-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/239

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.05.2020

Entscheiddatum: 09.01.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 09.01.2012
Art. 28 IVG; Art. 61 lit. c ATSG. Rente. Würdigung von ärztlichen Berichten 
und eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Januar 2012, IV 
2008/239). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012.

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers, a. o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 9. Januar 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach, 

8887 Mels,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 16. Februar 2006 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an. Sie habe in ihrer Heimat den Beruf einer Coiffeuse erlernt, sei 

2002 in die Schweiz gekommen und habe hier in der Gastronomie gearbeitet. Seit 

einem Unfall am 12. Februar 2005 leide sie an einer Distorsion des Sprunggelenks mit 

unerträglichen Schmerzen. Sie beanspruche Berufsberatung und Umschulung auf eine 

neue Tätigkeit (vgl. IV-act. 1).

A.b   Einer Arbeitgeberbescheinigung vom 1. März 2006 (IV-act. 10) ist zu entnehmen, 

dass die Versicherte vom 1. Dezember 2004 bis 31. März 2005 als Haus- und 

Küchenhilfe angestellt gewesen sei und einen Monatslohn von Fr. 3'300.-- erzielt habe. 

A.c   Am 15. März 2006 reichte die Unfallversicherung die Akten ein. Diesen (act. G 5.2) 

war unter anderem zu entnehmen, dass die Versicherte auf einer Treppe gestürzt sei. 

Dr. med. B.___, FMH Allgemeine Medizin, hatte im Arztzeugnis UVG vom 29. (recte 

wohl: 28.) Februar 2005 eine Distorsion des oberen Sprunggelenks (OSG) rechts 

diagnostiziert. Als Befund hatte er eine starke Dolenz am medialen und lateralen 

Malleolus rechts und ein Hämatom bds. erhoben. Es habe keinen Anhaltspunkt für eine 

Fraktur gegeben. Die Versicherte sei ab 14. Februar 2005 für drei bis vier Wochen zu 

100 % arbeitsunfähig. Eine MRI-Untersuchung des rechten Rückfusses im Radiologie 

Institut im Medizinischen Zentrum Bad Ragaz hatte gemäss Bericht vom 4. April 2005 

als Hauptbefund ein deutliches Knochenmarksödem am posteromedialen Talus und 

weniger ausgeprägt auch am medialen Malleolus gezeigt. Die Befunde seien gut 

passend zu einem Status nach Supinationstrauma. Ausserdem waren der Verdacht auf 

geringe posttraumatische Veränderungen zweier Bänder sowie ein deutlicher 

Gelenkserguss erhoben worden. Typische Zeichen einer Talusnekrose seien nicht 

nachweisbar gewesen. Im ärztlichen Zwischen-/Schlussbericht UVG vom 22. April 

2005 hatte die Orthopädie am Kantonalen Spital C.___ die Diagnose eines Morbus 

Sudeck OSG med. nach Supinationstrauma gestellt und weiterhin eine volle 

Arbeitsunfähigkeit bis ca. 15. Mai 2005 attestiert. Dr. med. D.___, FMH Innere Medizin, 

bei welchem die Versicherte vom 19. bis 26. April 2005 in Behandlung gestanden war, 

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hatte dieselbe Diagnose mit dem zusätzlichen Vermerk einer reaktiven Depression 

gestellt (Ärztlicher Zwischen-/Schlussbericht UV vom 11. August 2005). Die Klinik für 

Chirurgie und Orthopädie am Spital E.___ hatte in ihren Berichten vom 5. sowie 28. Juli 

2005 den Verdacht auf ein Sinus tarsi-Syndrom rechts diagnostiziert. Die Beweglichkeit 

im OSG sei gut, jene im unteren Sprunggelenk (USG) eingeschränkt, weshalb die 

Pathologie eher im USG liege. Allenfalls müsste das MRI wiederholt werden (act. G 

5.2).

A.d   In seinem IV-Arztbericht vom 24. März 2006 (IV-act. 21) gab Dr. med. F.___, 

Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, an, es liege als Diagnose ein St. n. OSG-

Distorsionstrauma rechts im Februar 2005 bei chronischen, therapieresistenten 

Fussbeschwerden, wahrscheinlich im Rahmen einer residuellen Algodystrophie, vor. 

Die Versicherte sei infolge der deutlich eingeschränkten Belastbarkeit des Fusses und 

der eingeschränkten Gehfähigkeit als Haushalthilfe in einem Bergrestaurant seit dem 

12. Februar 2005 zu 100 % arbeitsunfähig. Eine vorwiegend im Sitzen zu verrichtende 

Tätigkeit oder eine Tätigkeit ohne erforderliche längere Gehstrecken und mit nur 

leichten Belastungen wäre zu 100 % möglich. - Der Arzt legte verschiedene weitere 

Berichte bei. Am 24. August 2005 war im Institut für Radiologie am Spital E.___ eine 

weitere MRI-Untersuchung des OSG durchgeführt worden. Es hatten sich gemäss 

Bericht vom gleichen Tag keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer osteochondralen 

Läsion gezeigt. Ossär hatte sich ein unauffälliger Befund ergeben. Das am 4. April 2005 

beschriebene Knochenmarksödem war nicht mehr erkennbar gewesen. Im Bereich des 

Ligamentum fibulotalare anterius hatte sich wiederum eine diskrete Signalanhebung, 

am ehesten als Zustand nach Zerrung zu beurteilen, gezeigt. Die übrigen 

Bandstrukturen hatten eine unauffällige Darstellung präsentiert. Im Sinus tarsi hatte 

sich eine diskrete Signalanhebung gezeigt; ein Reizzustand war hier nicht 

ausgeschlossen worden (vgl. IV-act. 21-8). Im Auftrag der zuständigen 

Unfallversicherung hatten Dr. med. G.___, Allgemein- und Unfallchirurgie, und Dr. med. 

H.___, FMH Allgemeine Medizin, am Spital I.___ eine vertrauensärztliche Untersuchung 

durchgeführt. Im Bericht vom 8. September 2005 war die Diagnose eines Status nach 

Distorsionstrauma im rechten OSG mit Zerrung des medialen wie lateralen 

Seitenbandapparats und anhaltender Beschwerdesymptomatik bei Verdacht auf 

Morbus Sudeck gestellt worden. Das Beschwerdebild habe sich nach Angaben der 

Versicherten in den letzten Wochen etwas verbessert. Zurzeit sei noch von einer 

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Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der Tätigkeit als Haushalthilfe auszugehen. Ab 

3. Oktober 2005 sei eine Arbeitsaufnahme zu 50 % zu empfehlen. Ab 31. Oktober 2005 

sollte wieder eine volle Arbeitsfähigkeit möglich sein (vgl. IV-act. 21-9 ff.). Das Zentrum 

für Fusschirurgie an der Schulthess Klinik hatte am 7. Dezember 2005 berichtet, die 

persistierende Symptomatik erinnere an eine algodystrophe Situation. Es sei eine 3-

Phasen-Skelettszintigraphie zu machen und schliesslich wahrscheinlich konsequent 

auf M. Sudeck zu behandeln. Die Arbeitsunfähigkeit von 100 % müsse weiterhin 

attestiert werden, da die Versicherte glaubhaft versichere, den Fuss nicht für eine 

ganztägige Arbeit im Stehen belasten zu können (vgl. IV-act. 21-17 f.). Das Ergebnis 

einer am 5. Januar 2006 durchgeführten szintigraphischen Untersuchung war gemäss 

dem Bericht der Klinik für Nuklearmedizin am Kantonsspital St. Gallen vom 6. Januar 

2006 unauffällig gewesen. Es hatte kein Korrelat zu den Beschwerden der Versicherten 

an den Unterschenkeln und Füssen gefunden werden können (vgl. IV-act. 21-7). 

Sodann hatte Dr. med. J.___, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, 

mit Bericht vom 20. Februar 2006 therapieresistente Fussbeschwerden rechts nach 

OSG-Distorsion 02/05, wahrscheinlich im Rahmen einer residuellen Algodystrophie, 

diagnostiziert (vgl. IV-act. 21-14 f.).

A.e   Am 26. Mai 2006 (IV-act. 26) teilte die Unfallversicherung mit, sie habe erneut eine 

Untersuchung der Versicherten bei Dr. G.___ veranlasst. Diese habe eine 

Teilarbeitsfähigkeit ergeben, weshalb die Invalidenversicherung ersucht werde, den 

Anspruch auf Berufsberatung und/oder Arbeitsvermittlung festzulegen. - Dr. G.___ 

hatte am 17. Mai 2006 berichtet, er habe nochmals eine eingehende 

vertrauensärztliche Untersuchung durchgeführt. Es liege ein residuelles 

Algodystrophiesyndrom am rechten Fuss bei Zustand nach Distorsionstrauma mit 

chronischem Schmerzzustand und Einschränkung der Funktion im oberen und unteren 

Sprunggelenk vor. Die Versicherte sei in ihrer angestammten Tätigkeit nach wie vor zu 

100 % arbeitsunfähig. Es komme für sie (zumindest aktuell) nur noch eine (nicht zu 

schwere) manuelle Tätigkeit in vorwiegend sitzender Position, mit gelegentlichem 

Stehen und kurzem Gehen, ohne Heben und Tragen von Lasten in Frage. Alle 45 bis 

60 Minuten müsste sie eine Pause einlegen können. In einer solchen Tätigkeit sei 

zurzeit eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit gegeben, doch sollte eventuell mit nur 30 % 

Arbeitstätigkeit begonnen werden. Die Versicherte bedürfe unbedingt der 

professionellen Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche und -gestaltung. In den nächsten 

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Monaten sei mit einer gewissen Adaptation an ihr Schmerzsyndrom noch zu rechnen, 

ausserdem sei allenfalls nochmals eine Serie pulsierender Signaltherapie bei Dr. J.___ 

sinnvoll (act. G 5.2).

A.f    Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 18. Juli 

2006 (IV-act. 30) dafür, zunächst von einer Arbeitsfähigkeit in adaptierter Arbeit von 

mindestens 50 % auszugehen und die Situation neu zu beurteilen, falls ein 

entsprechender Arbeitsversuch misslingen sollte.

A.g   Die Unfallversicherung reichte am 15. November 2006 Akten des Spitals L.___ ein. 

Einer Aktennotiz (IV-act. 32-2) war unter anderem zu entnehmen, dass sich gemäss 

Dr. med. K.___, Orthopädische Klinik, seit Mai 2006 eine Verschlechterung eingestellt 

habe. Eine Ruhigstellung des Fusses während vier Wochen habe keinen Erfolg 

gebracht. Eine Arbeitsfähigkeit von 50 % sei vorläufig noch nicht gegeben. In einem 

Bericht vom 3. November 2006 war als Diagnose ein hoher Verdacht auf sudeckoide 

Reaktion nach Status nach Distorsionstrauma OSG rechts am 12.2.05 mit chronischen 

therapieresistenten Schmerzen angegeben worden.

A.h   Die IV-Eingliederungsberatung wurde in der Folge wegen dieser vollen 

Arbeitsunfähigkeit während der neuen Therapie am 23. November 2006 

abgeschlossen.

A.i     In einem Verlaufsbericht vom 22. Januar 2007 (IV-act. 36) benannte das Spital 

L.___ als Diagnosen einen Status nach Distorsionstrauma OSG rechts am 12.2.05 mit 

chronischem therapieresistentem Schmerzsyndrom, DD: Beginnender Morbus Sudeck, 

psychosomatische Überlagerung. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei ein 

depressives Zustandsbild. Zurzeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Am 16. Januar 2007 

sei eine Neurolyse erfolgt. Der Verlauf bleibe abzuwarten.

A.j     Das Spital L.___ berichtete am 1. Mai 2007 (IV-act. 40-2) von einer nur diskreten 

Schmerzverbesserung (kaum mehr Ruheschmerzen, aber nach wie vor 

belastungsabhängige Schmerzen; ausserdem nach wie vor ein deutlicher 

Temperaturunterschied).

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A.k   Nachdem ein dritter Untersuchungsbericht von Dr. G.___ vom 2. März 2007 

erstellt worden und die Unfallversicherung von einem Wegfall der unfallbedingten 

Beeinträchtigung ausgegangen war, schlug der RAD am 10. Mai 2007 (IV-act. 41) eine 

MEDAS-Begutachtung vor. - Dr. G.___ hatte im Bericht vom 2. März 2007 festgehalten, 

es bestünden (erstens) ein chronisches Schmerzsyndrom am rechten Bein unklarer 

Ätiologie, DD: Symptomausweitung, Somatisierungsstörung oder Status nach Morbus 

Sudeck, (zweitens) eine leichte depressive Verstimmung, (drittens) ein Status nach 

Distorsionstrauma OSG rechts im Februar 2005 und (viertens) eine Lumbalgie unklarer 

Ätiologie, DD: degenerativ oder im Rahmen der Somatisierungsstörung. Die Versicherte 

sei in allen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. act. G 5.2).

A.l     Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS am Inselspital Bern vom 17. 

Dezember 2007 wurde als Hauptdiagnose eine persistierende venolymphatische 

Abflussstörung am rechten Unterschenkel nach Distorsionsverletzung des rechten 

Sprunggelenks bei Complex regional pain syndrome [CRPS] benannt. Die Versicherte 

sei in ihrer bisherigen Tätigkeit seit dem Ereignis vom 12. Februar 2005 arbeitsunfähig, 

denn sie könne ohne Gehhilfen weder stehen noch gehen. Sie könne während acht bis 

neun Stunden sitzend arbeiten. Die Leistungsfähigkeit sei derzeit um ca. 30 % 

eingeschränkt. Es sei erforderlich, dass ihr von Seiten der Vorgesetzten und Mitarbeiter 

ein gewisses Verständnis entgegengebracht werde, weil ihr behutsam beizubringen sei, 

dass sie trotz der Beschwerden arbeiten könne (vgl. IV-act. 51 bis 54).

A.m     Daraufhin stellte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten mit 

Vorbescheid vom 1. Februar 2008 in Aussicht, das Leistungsgesuch abzuweisen, da 

sich aufgrund des ermittelten Invaliditätsgrades von 30 % (Valideneinkommen 

Fr. 40'075.--; Invalideneinkommen Fr. 28'053.--) kein Rentenanspruch ergebe (vgl. IV-

act. 61, 63). Weiter wurde mit einer Mitteilung gleichen Datums das Gesuch um 

Arbeitsvermittlung abgewiesen. Die Versicherte fühle sich - insbesondere gemäss dem 

psychiatrischen Teilgutachten - nicht genügend motiviert, die Restarbeitsfähigkeit 

umzusetzen. Eingliederungsbemühungen seien daher nicht möglich (vgl. IV-act. 62).

A.n   Am 28. Februar 2008 liess die Versicherte Einwand erheben und (nebst der 

unentgeltlichen Vertretung) beantragen, es sei ihr ab Februar 2006 eine Invalidenrente 

zuzusprechen. Eventualiter seien vorgängig nochmals die beantragten beruflichen 

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Massnahmen zu prüfen. Im April 2007 habe das Kantonsspital St. Gallen, wie den 

Beilagen zu entnehmen sei, eine schmerztherapeutische Beurteilung der Versicherten 

vorgenommen. Sie sei daraufhin in die interdisziplinäre Sprechstunde aufgenommen 

worden und inzwischen sei eine intensive Therapie eingeleitet worden, die noch 

andauere. Das MEDAS-Gutachten habe sich damit nicht auseinander gesetzt und sei 

somit unvollständig und nicht aktuell. Sein Ergebnis sei ausserdem nicht 

nachvollziehbar begründet (vgl. IV-act 67). - Einem beigelegten Bericht des 

Departements Interdisziplinäre medizinische Dienste, Palliativzentrum, am 

Kantonsspital St. Gallen vom 28. Dezember 2007 (IV-act. 68-6) etwa war unter 

anderem zu entnehmen, dass die durch sie bewerkstelligte internistische 

Schmerztherapie neben der Behandlung auf der Abteilung für Neurochirurgie am 

Kantonsspital St. Gallen und auf der Orthopädischen Klinik am Spital L.___ stattfinde. 

Für die weitere Verlaufsbeurteilung sei eine Bildgebung mittels Kernspintomographie 

bei bekannter Spinalkanalstenose auf Höhe C4/5 notwendig. In einem Bericht vom 

27. Juni 2007 hatte das Palliativzentrum als Diagnose ein chronifiziertes 

Schmerzsyndrom rechtes Bein bezeichnet, bei V.a. CRPS, insbesondere OSG/Fuss 

sowie dorsaler Oberschenkel rechts, St. n. OSG-Supinationstrauma 2005, St. n. 

Neurolyse Sympathikus L3/4 (Bern, 08.01.07), zunehmender Sensibilisierung, 

vorwiegend neuropathischem Schmerzcharakter und psychosozialer Belastungs­

situation. 

A.o   Mit Schreiben vom 4. März 2008 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, sie habe 

sich in der Zwischenzeit so gut erholt, dass sie die beruflichen Eingliederungs­

massnahmen der IV nun gerne in Anspruch nehme (IV-act. 73).

A.p   Der RAD schlug am 3. April 2008 (IV-act. 75) vor, ein Zeugnis bei dem offenbar 

inzwischen psychiatrisch behandelnden Arzt einzuholen. Am 28. April 2008 (IV-act. 79) 

sah der RAD davon ab, weil eine solche Behandlung nicht stattgefunden habe.

A.q   Am 29. April 2008 (IV-act. 80) verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids und 

wies das Leistungsgesuch um eine Rente ab. Bei einem Invaliditätsgrad von 30 % 

bestehe kein Rentenanspruch. Die mit den Berichten des Kantonsspitals St. Gallen 

geltend gemachte Verschlechterung sei nicht nachvollziehbar.

B.     

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Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun für die 

Betroffene am 21./22. Mai 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der Be­

schwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Be­

schwerdeführerin sei ab Februar 2006 eine Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter 

seien vorgängig die laufenden beruflichen Massnahmen abzuwarten. Ausserdem sei 

der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und der 

unterzeichnende Rechtsanwalt als Vertreter zu bestellen. In der 

Unfallversicherungssache sei ebenfalls eine Beschwerde hängig. Die 

Beschwerdegegnerin stütze sich zu Unrecht auf das MEDAS-Gutachten vom 

17. Dezember 2007. Dieses sei nicht in Kenntnis aller relevanten Vorakten erstellt 

worden; es berücksichtige lediglich die Akten bis Mai 2007. Obwohl im letzten Bericht 

des Spitals L.___ auf die Überweisung an die Schmerzsprechstunde am Kantonsspital 

St. Gallen hingewiesen worden sei, seien keine entsprechenden Unterlagen eingeholt 

worden. Die intensive Therapie am Kantonsspital St. Gallen dauere an. Die ursprünglich 

empfohlene psychiatrische Begleitung sei nicht zustande gekommen. Mittlerweile habe 

sich die Situation aber so stabilisiert, dass die Empfehlung nicht mehr aufrechterhalten 

worden sei. Im MEDAS-Gutachten würden die Beschwerden ferner zu Unrecht auf eine 

persistierende venolymphatische Abflussstörung am rechten Unterschenkel reduziert. 

Im Gutachten selbst werde - wie im Kantonsspital St. Gallen - auch ein komplexes 

regionales Schmerzsyndrom (CRPS) diagnostiziert, doch erfolge keine weitere 

Auseinandersetzung mit dieser Diagnose. Für die Bewertung dieses Leidens sei 

entscheidend, ob tatsächlich dystrophe Störungen vorlägen. Eine Komorbidität mit 

psychischen Störungen sei bei den von CRPS (im Übrigen gleichbedeutend mit 

Algodystrophie und Morbus Sudeck) Betroffenen häufig. Das Gutachten vermöge die 

postulierte Leistungseinschränkung von 20 bis 30 % nicht nachvollziehbar zu 

begründen. Es habe inzwischen eine Besprechung mit der Eingliederungsberaterin 

stattgefunden. Es sei noch offen, ob die Erwerbsfähigkeit durch 

Eingliederungsmassnahmen verbessert werden könne. Schliesslich rechtfertige sich 

zur Bemessung des Invalideneinkommens ein Abzug von mindestens 15 %.

C.       

C.a   Am 23. Mai 2008 ist das vorliegende Verfahren bis zum Vorliegen des rechts­

kräftigen Entscheids im UV-Verfahren sistiert worden (act. G 2). - Die 

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Unfallversicherung hatte mit Verfügung vom 4. Juni 2007 ihre Leistungen mit Wirkung 

ab 28. Februar 2007 eingestellt. Dagegen hatte die Beschwerdeführerin am 3. Juli 2007 

Einsprache (vgl. act. G 5.2) und gegen den Einspracheentscheid vom 10. April 2008 am 

6. Mai 2008 Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben 

lassen. 

C.b   Am 21. September 2009 hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin unter 

Beilage des Bundesgerichtsurteils vom 10. September 2009 mitgeteilt, die UV-Sache 

sei inzwischen rechtskräftig erledigt. - Das Versicherungsgericht des Kantons St. 

Gallen hatte mit UV-Entscheid vom 5. März 2009 die Beschwerde der 

Beschwerdeführerin gutgeheissen und den Einspracheentscheid aufgehoben; die 

Unfallversicherung habe über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus die 

gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen. Gegen dieses Urteil hatte die 

Unfallversicherung Beschwerde beim Bundesgericht erhoben, welches sie mit Urteil 

vom 10. September 2009 abgewiesen hat. In der Folge ist die Sistierung betreffend das 

IV-Verfahren am 22. September 2009 aufgehoben worden (act. G 4).

D.       

Mit Beschwerdeantwort vom 29. Oktober/2. November 2009 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Wie das Bundesgericht 

festhalte, sei der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit im Sitzen mit einem zeitlichen 

Normalarbeitspensum bei einer um 30 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit 

zumutbar. Es sei nicht einzusehen, weshalb das MEDAS-Gutachten nicht massgebend 

sein sollte. Die Gutachter hätten sich sehr wohl mit dem komplexen regionalen 

Schmerzsyndrom auseinandergesetzt, handle es sich doch um die einzige gestellte 

Diagnose. Der vom Hausarzt 2006 verwendete Begriff der Algodystrophie sei ein 

Synonym für CRPS. Sie (die Beschwerdegegnerin) brauche der Beschwerdeführerin 

nicht nachzuweisen, dass sie gesund sei oder dass sie arbeiten könne. Es dürfe, wenn 

die Beschwerdeführerin eine Stunde lang ohne Verschlechterung sitzen könne, eine 

längere zumutbare Sitzdauer angenommen werden. Es sei eine Einschränkung von 

maximal 30 % zu berücksichtigen. Die Anrechnung eines Leidensabzuges sei nicht 

zulässig. Die Beschwerdeführerin habe keinen Rentenanspruch. - Die Akten enthalten 

unter anderem einen Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm vom 17. Juli 2008 samt 

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Beilagen (IV-act. 93), wonach die Beschwerdeführerin vom 26. Mai bis 17. Juli 2008 in 

Abklärung gestanden habe. Für das starke Schmerzempfinden am Fuss habe die 

Beschwerdeführerin nicht das Arbeiten im Programm, sondern den umständlichen 

Arbeitsweg verantwortlich gemacht. Ergonomisches Arbeiten (mit optimaler 

Arbeitshöhe, Wechselbelastung, Bein Hochlagern, zusätzlichen Pausen usw.) sei stets 

möglich gewesen. Die Beschwerdeführerin könne während einer bis zwei Stunden 

ohne Pause in sitzender Position leichte Arbeiten ausführen. Von den 39 Arbeitstagen 

habe sie allerdings nur 9.5 geleistet. Die Abwesenheiten seien auf Krankheit, Therapie 

und unentschuldigte Krankheitsabsenzen zurückzuführen gewesen. Eine Tätigkeit in 

der freien Wirtschaft sei zurzeit nicht vorstellbar; hierzu müssten der 

Gesundheitszustand und das Durchhaltevermögen markant gesteigert werden. 

E.        

Am 2. November 2009 wurde dem Antrag auf unentgeltliche Prozessführung (Befreiung 

von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) 

entsprochen.

F.      

In der Replik vom 18. November 2009 bringt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin vor, das Bundesgericht habe in deren Verfahren gegen die 

Unfallversicherung lediglich festgehalten, dass sich in den medizinischen Akten 

teilweise widersprüchliche Angaben zur Arbeitsfähigkeit befänden. Die Einschränkung 

der Leistungsfähigkeit als solche sei nicht Gegenstand der Beschwerde gewesen. 

Nach (beigelegten) Angaben der (auch psychotherapeutisch) behandelnden Ärztin 

Dr. med. M.___ vom 31. Juli 2009 und vom 30. September 2009 sei die Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin seit Oktober 2008 nicht konstant gewesen. Die 

Unfallversicherung habe nun einen Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik N.___ 

bewilligt, der am 28. Oktober 2009 begonnen habe. Von Mai bis Juli 2008 habe eine 

berufliche Abklärung stattgefunden, von September 2008 bis März 2009 sei die 

Beschwerdeführerin in einem Einsatzprogramm gewesen. Gemäss dem Ergebnis 

könne man sich eine Tätigkeit der Beschwerdeführerin in der freien Wirtschaft nicht 

vorstellen. Ihr Gesundheitszustand und ihr Durchhaltevermögen müssten sich hierzu 

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markant steigern. Trotzdem versuche sie, eine 50 %-Stelle zu finden. Schliesslich lehne 

die Beschwerdegegnerin einen Leidensabzug zu Unrecht ab. Die Beschwerdeführerin 

könne nur noch Tätigkeiten im Sitzen ausüben und sei auf die Möglichkeit von 

Positionswechseln angewiesen.

G.       

Mit Schreiben vom 25. November 2009 verzichtet die Beschwerdegegnerin 

sinngemäss auf das Einreichen einer Duplik.

H.       

Auf Ersuchen reicht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 3. Mai 2011 den 

Austrittsbericht der Klinik N.___ vom 2. Dezember 2009 ein. - Die Beschwerdeführerin 

hatte sich danach in der Zeit vom 28. Oktober 2009 bis zum 17. November 2009 

stationär dort aufgehalten. Die Ärzte der Klinik hatten als Diagnosen angegeben 

(erstens) ein chronisches lokales Weichteilschmerzsyndrom bei V.a. CRPS I 2005, 

OSG-Distorsion 02/2005 und Neurolyse Sympathicus L3 - L4 (in Bern am 08.01.2007), 

(zweitens) eine Depression mit somatoformer Störung, laut auswärtigen Befunden, hier­

orts aktuell nicht bestätigt, (drittens) eine chronische Otitis media und (viertens) eine 

latente Tuberkulose. Nach dem Aufenthalt spreche aus rheumatologischer Sicht nichts 

gegen das bisherige 50 %ige Arbeitspensum; zur genauen Beurteilung müsste eine 

Begutachtung stattfinden.

I.          

Die Beschwerdegegnerin hat sinngemäss auf eine Stellungnahme verzichtet.

Erwägungen:

1.      

1.1    Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die 

Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 29. April 2008, also unter der 

Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er 

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sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser 

Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Die 5. IV-

Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung. Das 

Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine 

ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). 

Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte 

durch ein materiellrechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen 

der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des 

Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum 

Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S 

M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb 

vorliegend angesichts der IV-Anmeldung vom 16. Februar 2006 und des Eintritts der 

Arbeitsunfähigkeit im Februar 2005 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen 

Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung 

hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage ergeben.

1.2    Mit der angefochtenen Verfügung vom 29. April 2008 hat die 

Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt. Die 

Beschwerdeführerin lässt in diesem Verfahren - anders als noch im 

Verwaltungsverfahren - einzig Rentenleistungen beantragen. Streitig ist daher zunächst 

ein Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein 

solcher Anspruch in Frage steht, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise 

auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet 

und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch 

genommen habe. Im Übrigen hat die Beschwerdegegnerin nach Erlass der 

Rentenverfügung eine berufliche Abklärung der Beschwerdeführerin durchführen 

lassen.

2.        

2.1    Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

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50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2    Für die Invaliditätsbemessung, welche das Mass der Zurücksetzung der 

erwerblichen Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben soll, 

sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Aufgabe des Arztes 

oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu 

nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage 

für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch 

zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte 

Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die 

Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 des vom Bundesamt für 

Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in 

der Invalidenversicherung = KSIH).

3.      

3.1    Die Beschwerdegegnerin stützt sich auf das Ergebnis der Begutachtung des 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin durch die MEDAS am Inselspital Bern. - 

Gemäss dem orthopädischen Zusatzgutachten bestand am rechten Bein eine 

ödematöse Schwellung des distalen Unterschenkels mit lebhaftem Palpationsschmerz 

über der distalen Facies medialis der Tibia. Die Beweglichkeit in den Abschnitten des 

rechten oberen und der unteren Sprunggelenksabschnitte rechts sei im Vergleich zur 

linken Gegenseite nur gering messbar eingeschränkt, jedoch sei die Bewegung 

endphasig jeweils schmerzhaft. Die Beschwerdeführerin sei in Folge ihrer 

persistierenden Unterschenkelbeschwerden rechts in ihrer Arbeitsfähigkeit aus 

orthopädischer Sicht noch beeinträchtigt. Tätigkeiten im Stehen oder mit häufigem 

Umhergehen - wie in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Küchenhilfe in einem Hotel - 

seien ihr nicht zumutbar. Angepasst wäre eine überwiegend im Sitzen zu verrichtende 

Arbeit mit der Möglichkeit zur Wechselbelastung. Dort sei die (wohl zeitlich betrachtete) 

Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt, es resultiere aber eine Minderung der 

Leistungsfähigkeit von vorerst 30 %. Von einer weiteren Besserung werde 

ausgegangen. Eine Re-Evaluation empfehle sich nach Ablauf von etwa einem Jahr (IV-

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act. 54). - Aus psychiatrischer Sicht ergab sich keine krankheitswerte Störung. Eine 

psychiatrische kausalitätsbegründende Morbidität als Grundlage für die chronischen 

Schmerzen könne ausgeschlossen werden. Störungsspezifische psychische 

Symptome würden nicht angegeben. Der psychische Befund sei in allen Qualitäten 

regelrecht. Eine klassische unbewusste Konfliktkonstellation sei nicht eruierbar. Die 

Kriterien für eine somatoforme Schmerzstörung gemäss ICD-10 seien nicht erfüllt. Es 

ergebe sich keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit aus 

psychiatrischen Gründen (IV-act. 52). - Neurologisch wurde die Diagnose einer 

sympathischen Reflexdystrophie des rechten Sprunggelenkes (CRPS) gestellt. 

Anlässlich der klinisch-neurologischen Untersuchung hätten sich eine auffällige 

Abkühlung der rechten distalen unteren Extremität mit Betonung im 

Sprunggelenksbereich und ausserdem eine leichte bläulich-livide Verfärbung sowie 

eine geringfügige teigige Schwellung im Bereich des rechten Sprunggelenks gefunden. 

Die neurologische Begutachtung habe keinen wegweisenden neurologischen Herd 

oder Seitenbefund ergeben, auch keinen Anhaltspunkt für eine neurologische 

Systemerkrankung. Wegen des chronischen Schmerzsyndroms sei die 

Beschwerdeführerin aus neurologischer Optik in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit 

beeinträchtigt; sie könne lediglich Tätigkeiten im Sitzen ausüben. Für solche Tätigkeiten 

bestehe allerdings ein vollschichtiges arbeitstägliches regelmässiges Arbeitsvermögen 

von 8.5 Stunden. Dabei seien wegen der chronischen Schmerzwahrnehmung allerdings 

Einschränkungen der Leistungsfähigkeit um 20 % anzunehmen (IV-act. 53). - In der 

gutachterlichen Gesamtbeurteilung schliesslich wurde festgehalten, die 

Beschwerdeführerin leide an einer Störung des venösen und lymphatischen 

Rückflusses im Bereich des rechten Unterschenkels. Es bestehe eine Diskrepanz 

zwischen den objektiven Befunden und den subjektiven Beschwerden. Schwere 

objektivierbare Veränderungen hätten nicht gefunden werden können. Wohl betone die 

Beschwerdeführerin immer wieder, wie heftig die Schmerzen seien, diese liessen sich 

aber nicht materialisieren. Die Beschwerdeführerin sei auf die Schmerzen fixiert. Man 

gewinne den Eindruck, dass sie trotz Physiotherapie davon überzeugt sei, ihre 

Schmerzen liessen sich nicht vermindern. Eine validierte somatoforme Schmerzstörung 

lasse sich gemäss psychiatrischem Gutachten jedoch nicht darstellen. Die 

Beschwerdeführerin sei in der Lage, das Schmerzbild so weit zu beherrschen, dass sie 

arbeitsfähig wäre. Die bisherige Tätigkeit sei ihr nicht mehr zumutbar. Der Grad der 

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Arbeitsfähigkeit habe sich seit dem Ereignis vom 12. Februar 2005 nicht verändert. Die 

Beschwerdeführerin könne trotz der Beschwerden sitzend arbeiten, und zwar 

vollzeitlich, aber mit um ca. 30 % eingeschränkter Leistungsfähigkeit (vgl. IV-act. 51).

3.2    Daneben liegen im Wesentlichen Berichte von Dr. G.___, des Zentrums für 

Fusschirurgie an der Schulthess Klinik, von Dr. J.___, von Dr. F.___, des Spitals L.___ 

und des Palliativzentrums am Kantonsspital St. Gallen vor, aus der Zeit nach Erlass der 

angefochtenen Verfügung ferner Berichte von Dr. M.___ und der Klinik N.___.

3.3    Was die Befunde und Diagnosen betrifft, lässt sich weitgehend Übereinstimmung 

der ärztlichen Beurteilungen feststellen, was darauf hindeutet, dass ein im Zeitablauf im 

Wesentlichen unveränderter Sachverhalt vorliegt. Was die zumutbare Arbeitsfähigkeit 

betrifft, hatte Dr. G.___, welcher drei diesbezügliche Beurteilungen abgegeben hat, in 

der ersten vom September 2005 eine volle Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 

attestiert, war aber davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in Kürze (ab 

November 2005) wieder voll arbeitsfähig sein werde. In der zweiten Beurteilung im Mai 

2006 nahm er eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in adaptierter Tätigkeit an und rechnete 

wiederum noch mit einer Verbesserung durch Adaptation. In der dritten Beurteilung 

vom März 2007 bescheinigte er der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit 

auch in adaptierter Tätigkeit. Diese unterschiedlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen des 

für die Unfallversicherung beurteilenden Arztes sind nach der Aktenlage allerdings nicht 

als Ausdruck einer Entwicklung des Sachverhalts im zeitlichen Ablauf zu verstehen. 

Eine relevante Veränderung des Sachverhalts kann auch mit den Angaben des Spitals 

L.___ gemäss der Aktennotiz vom 14. November 2006 nicht belegt werden, obwohl 

dort von einer Verschlechterung seit Mai 2006 die Rede war. Im Gutachten wurde denn 

auch keine Veränderung des Sachverhalts während des beurteilten Zeitraums 

beschrieben.

3.4    Aus den medizinischen Unterlagen ergibt sich zunächst, dass eine Tätigkeit im 

Stehen für die Beschwerdeführerin ungeeignet ist, wie es das Gutachten festgestellt 

hatte. Auch das Attest einer vollen Arbeitsunfähigkeit durch das Zentrum für 

Fusschirurgie an der Schulthess Klinik bezog sich wohl auf eine ganztägig im Stehen 

zu bewältigende Tätigkeit. Dr. G.___ war wie erwähnt in der zweiten und dritten 

Beurteilung ebenfalls von einer vollen diesbezüglichen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen.

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3.5    Hingegen liegen die Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit 

weit auseinander: Dr. F.___ hatte eine solche Arbeit im März 2006 als zumutbar 

bezeichnet. Im Spital L.___ wurde der Beschwerdeführerin im November 2006 und 

Januar 2007 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Dr. G.___ erklärte wie erwähnt im 

März 2007 ebenfalls, die Beschwerdeführerin sei zu 100 % arbeitsunfähig. Die MEDAS-

Gutachter hielten im Dezember 2007 dagegen wiederum ein volles Pensum in adap­

tierter Tätigkeit mit einer Leistungseinbusse von 30 % für zumutbar. Die Klinik N.___ 

hat eineinhalb Jahre nach dem (für die Beurteilung massgeblichen) Verfügungserlass 

keine endgültige Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben, aber festgehalten, aus 

rheumatologischer Sicht spreche nichts gegen das bisherige Arbeitspensum von 50 %.

4.        

4.1    Das Gutachten vom 17. Dezember 2007 wurde in Kenntnis der bezeichneten 

Vorakten und nach Erfragen der Anamnese und der geklagten Beschwerden erstellt. Es 

basiert ausserdem auf einer klinischen Untersuchung der Beschwerdeführerin sowie 

einem orthopädischen, einem psychiatrischen und einem neurologischen 

Zusatzgutachten. Die entsprechenden Untersuchungen erfolgten im September 2007.

4.2    Die Beschwerdeführerin macht geltend, das MEDAS-Gutachten sei nicht in 

Kenntnis aller relevanten Vorakten erstellt worden. Es seien nur Akten bis Mai 2007 

berücksichtigt worden. - Im Gutachten vom 17. Dezember 2007 sind tatsächlich das 

Schreiben der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde am Kantonsspital St. Gallen 

vom 16. April 2007 und der Bericht des dortigen Palliativzentrums vom 27. Juni 2007 

nicht aufgeführt (vgl. IV-act. 51, act. 68). Es ist daher davon auszugehen, dass den 

Gutachtern diese Unterlagen nicht vorgelegen hatten. Eine Auseinandersetzung mit 

den im Bericht vom 27. Juni 2007 genannten Diagnosen und Befunden - das Schreiben 

vom 16. April 2007 hat als blosse Bestätigung der Aufnahme der Beschwerdeführerin 

in die schmerztherapeutische Sprechstunde keine eigene Bedeutung - konnte daher 

nicht erfolgen. Die Krankengeschichte der Beschwerdeführerin liess sich indessen 

aufgrund der umfangreichen Vorakten auch ohne den Bericht vom 27. Juni 2007 

hinreichend klären. Ausserdem weist dieser bezüglich der Diagnose wie auch der 

Befunde inhaltlich keine neuen Aspekte aus. Dem Beweiswert des Gutachtens ist das 

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Fehlen der Kenntnis und der Auseinandersetzung mit diesem einen Arztbericht deshalb 

nicht abträglich.

4.3    Dass im Gutachten eine Auseinandersetzung mit der Diagnose des komplexen 

regionalen Schmerzsyndroms (CRPS) fehle, ist nicht zu bestätigen, handelt es sich 

doch um das im entsprechenden Zusatzgutachten herausgearbeitete und 

differenzialdiagnostisch begründete Ergebnis der neurologischen Abklärung. Die 

polydisziplinär festgelegte Leistungseinschränkung von ca. 30 % in einer adaptierten 

Tätigkeit erscheint ausreichend nachvollziehbar begründet. Dass eine Tätigkeit in 

sitzender Position zumutbar sei, wurde damit begründet, dass die Beschwerdeführerin 

während der Aufnahme der Anamnese eine Stunde ruhig sitzend habe verbringen 

können, ohne dass sich die Beschwerden vermehrt hätten, und dass sie (auch im 

Krankenstand) Handarbeiten mache und lese. Die Schlussfolgerung einer 

Teilarbeitsfähigkeit in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit erscheint überzeugender 

als das Attest einer vollen Arbeitsunfähigkeit auch in solcher Arbeit. Auch der 

behandelnde Arzt Dr. F.___ hatte wie erwähnt im März 2006 angenommen, eine solche 

Tätigkeit sei zumutbar. Demgegenüber scheinen die Beurteilungen von Dr. G.___ 

weniger die objektive Zumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit trotz Schmerzen als den 

Umstand der langdauernden Schmerzsituation der Beschwerdeführerin in den 

Vordergrund zu stellen. Der Arzt hat im Mai 2006 einen im Vergleich zu September 

2005 befundmässig unveränderten Zustand festgestellt, die Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit aber auf 50 % geschätzt. Im ersten Zeitpunkt hatte er noch mit 

einer 50- bzw. 100-prozentigen Arbeitsfähigkeit selbst in der bisherigen Tätigkeit 

gerechnet. Nach Angaben vom Mai 2006 nahm die Beschwerdeführerin damals keine 

Medikamente mehr ein und stand in keiner Therapie. Im dritten Bericht vom März 2007 

hielt Dr. G.___ dafür, die Beschwerden könnten keinem objektivierbaren organischen 

Substrat zugeordnet werden. Alle Untersuchungen seien ohne Nachweis von 

morphologischen oder strukturellen Veränderungen am rechten Fuss verlaufen. Die 

Veränderungen seien vollständig abgeheilt. Das Schmerzsyndrom sei vorwiegend auf 

psychische Faktoren zurückzuführen. Der Chirurg schloss, das Schmerzsyndrom 

bewirke eine volle Arbeitsunfähigkeit, wobei mit einer Verbesserung in absehbarer Zeit 

nicht zu rechnen sei. Der psychiatrische Aspekt wurde allerdings im Gutachten 

fachärztlich untersucht und es wurde diesbezüglich kein die Arbeitsfähigkeit 

einschränkendes Leiden erhoben. Die Arbeitsunfähigkeitsschätzungen des Spitals 

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L.___ schliesslich wurden in einer Behandlungssituation abgegeben und ebenfalls mit 

der Schmerzsituation begründet.

4.4    Auch die Beurteilung durch die Klinik N.___ (vgl. oben E. 3.5) und die Ergebnisse 

der beruflichen Abklärung sprechen nicht gegen die Beweiskraft des Ergebnisses der 

Begutachtung. Im Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm über die Abklärung vom 

Mai bis Juli 2008 wurde zwar angegeben, eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft sei 

zurzeit nicht vorstellbar. Dazu müssten der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin und ihr Durchhaltevermögen markant gesteigert sein. Es wurde 

aber auch berichtet, ergonomisches Arbeiten sei stets möglich gewesen. Die 

Belastungsbereitschaft wurde als mässig beurteilt. Die Beschwerdeführerin hat an der 

beruflichen Abklärung nur beschränkt teilgenommen. Für die häufigen Absenzen 

machte sie nicht das Arbeiten an sich, sondern den umständlichen Arbeitsweg 

verantwortlich.

4.5    Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschwerdeführerin im 

massgeblichen Zeitraum aus somatischen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit für 

adaptierte Tätigkeiten um ca. 30 % eingeschränkt ist.

5.      

5.1    Was die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

betrifft, wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist 

rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die 

Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer 

Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt 

worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens 

grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der 

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Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl. 

Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008).

5.2    Wie einer Arbeitgeberbescheinigung vom 1. März 2006 zu entnehmen ist, hat die 

Beschwerdeführerin in ihrer letzten Anstellung als Haus- und Küchenhilfe einen 

Monatslohn von Fr. 3'300.-- erzielt. Aus dem IK-Auszug wird ersichtlich, dass sie 

diverse kürzere Arbeitsverhältnisse innehatte. Angesichts dieses Umstands und weil 

keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem 

bescheidenen Einkommensniveau hätte begnügen wollen, rechtfertigt es sich, ihr 

Valideneinkommen nicht an der Entlöhnung an der zufälligen letzten Stelle, sondern 

anhand der Tabellenlöhne des ganzen privaten Sektors zu bestimmen. Für die 

Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im 

Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222), vorliegend somit 

auf das Jahr 2006. Gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006 des 

Bundesamtes für Statistik lag das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Frauen für 

einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor in jenem 

Jahr bei Fr. 4'019.-- pro Monat, entsprechend Fr. 48'228.-- pro Jahr (basierend auf 40 

Arbeitsstunden pro Woche; Tabelle TA1). Bezogen auf die betriebsübliche 

durchschnittliche Arbeitszeit von damals 41.7 Stunden macht dies Fr. 50'278.-- aus 

(vgl. Anhang 2 der Ausgabe Gesetze und Verordnungen IV, 2008, der Informationsstelle 

AHV/IV).

5.3    Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist 

- wie hier - kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte 

Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 

472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008), womit 

vorliegend wiederum Fr. 50'278.-- massgebend sind.

5.4    Der Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeits­

unfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheide des 

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Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4, und i/

S Z. vom 19. November 2003, I 479/03 E. 3.1).

5.5    Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre 

gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur 

mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den 

Tabellenlöhnen zu machen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der Praxis 

dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten 

Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens 

auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von 

der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter 

Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere 

persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die 

Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der 

Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter 

Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf 

höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322 

E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Tabellenlöhne werden bei gesunden Arbeitnehmern 

erhoben. Die Beschwerdeführerin ist gemäss den medizinischen Angaben auf eine 

Tätigkeit angewiesen, die im Sitzen verrichtet werden kann und die Möglichkeit zu 

gelegentlichen Positionswechseln bietet. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind daher insofern 

begrenzt. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Bewältigung des Arbeitswegs für sie 

mit ihrem Fuss- bzw. Unterschenkelleiden wohl bereits eine relevante Belastung mit 

sich bringt. Die Gutachter hielten auch fest, es sei erforderlich, dass ihr von Seiten der 

Mitarbeiter und Vorgesetzten insofern ein gewisses Verständnis entgegengebracht 

werde, als es gelte, ihr verständlich zu machen, dass sie in einer solchen Tätigkeit trotz 

der Beschwerden arbeiten könne. Es ist ferner verglichen mit gesunden Arbeitnehmern 

eher mit krankheitsbedingten Absenzen zu rechnen. Den Arbeitsplatz für die 

Beschwerdeführerin bereitzustellen, welche ganztägig anwesend, aber nur 

teilleistungsfähig ist, ist für einen Arbeitgeber schliesslich vergleichsweise weniger 

attraktiv. Es ist somit insgesamt anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin wegen 

ihres Leidens im Vergleich zu gesunden Mitbewerbern auf dem Arbeitsmarkt ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

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geringeres Einkommen wird erzielen können. Es rechtfertigt sich daher, einen Abzug 

von 15 % vorzunehmen.

5.6    Der Invaliditätsgrad beträgt demnach 40.5 % (100 % - 0.85 x 70 %) bzw. rund 

41 %.

6.        

6.1    Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG (wie oben erwähnt in der 

bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) geregelt. Der Rentenanspruch 

entsteht (abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens in dem Zeitpunkt, 

in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). 

Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 

20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit 

liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen 

voll arbeitsfähig war (Art. 29  IVV; Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04). Auch vor der Anmeldung 

liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; Ulrich 

Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 1. A., Zürich 1997, S. 238; BGE 

117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

i/S C. vom 2. März 2000, I 307/99). - Nach der Aktenlage ist das Wartejahr im Februar 

2006 abgelaufen.

6.2    Es kann davon ausgegangen werden, dass der Rentenanspruch im Februar 2006 

entstand, da in jenem Zeitpunkt nicht anzunehmen war, dass eine verhältnismässige, 

geeignete Massnahme zur Verfügung stehe, mit der sich eine Senkung des 

Invaliditätsgrades hätte erreichen lassen.

7.        

7.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 29. April 2008 zu schützen und der Beschwerdeführerin 

ist ab 1. Februar 2006 eine Viertelsrente zuzusprechen.

ter

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7.2    Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die 

Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest­

gelegt werden (Art. 69 Abs. 1  IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/

SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Die Bewilligung der 

unentgeltlichen Prozessführung vom 2. November 2009 ist obsolet geworden.

7.3    Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 

der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 

lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache 

und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 29. April 

2008 aufgehoben und der Beschwerdeführerin wird im Sinn der Erwägungen ab 

1. Februar 2006 eine Viertelsrente zugesprochen.  

2.       Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 09.01.2012
	Art. 28 IVG; Art. 61 lit. c ATSG. Rente. Würdigung von ärztlichen Berichten und eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Januar 2012, IV 2008/239). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012.

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