# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49dfab5f-88a3-5993-a5d4-ca0389ff2958
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-05-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.05.2020 F-3337/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3337-2019_2020-05-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3337/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  M a i  2 0 2 0   

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn,  

Richter Gregor Chatton,  

Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken 

für B._______. 

 

 

 

F-3337/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

B._______, eine 1992 geborene philippinische Staatsangehörige (nachfol-

gend: Gast bzw. Gesuchstellerin) hat bereits in der Vergangenheit ein 

Schengen-Visum für einen längeren Aufenthalt in Italien, wo ihre Mutter 

und ihre Schwester leben, beantragt. Dessen Ausstellung wurde von der 

italienischen Vertretung verweigert (vgl. Aktennotiz der Schweizerischen 

Botschaft in Manila vom 6. Mai 2019; Akten der Vorinstanz [SEM-pag.] 13 

f; SEM-pag. 50). 

B.  

Am 29. April 2019 beantragte sie bei der Schweizerischen Botschaft in Ma-

nila ein Schengen-Visum für einen 90-tägigen Besuchsaufenthalt im Kan-

ton Aargau (vom 29. Mai 2019 bis 26. August 2019). Der Gastgeber (und 

Beschwerdeführer) hatte zuvor am 31. März 2019 ein Einladungsschreiben 

in deutscher und englischer Sprache verfasst, sich dabei als Partner der 

jungen Frau zu erkennen gegeben und erklärt, er möchte ihr gerne zeigen, 

wie er in der Schweiz lebe. Sie seien seit 1 ¾ Jahren ein Paar und seither 

unterstütze er sie finanziell (vgl. SEM-pag. 9 und 10). In seinen auf Deutsch 

sowie auf Englisch am 28. April 2019 eingereichten Ergänzungsschreiben 

fügte er hinzu, bei seinem Besuch über Ostern hätten sie sich verlobt. Des-

halb sei es ihm und seiner Verlobten wichtig, dass diese sein Alltagsleben 

in der Schweiz sehe. Nach Ablauf des dreimonatigen Visums werde sie auf 

die Philippinen zu ihren beiden Kindern, für die er finanziell sorge, zurück-

kehren. Auch würden sie dort ein Haus bauen, welches in drei Wochen 

bezugsbereit sein sollte. Während des Besuchsaufenthalts seiner Verlob-

ten in der Schweiz würden ihre Tante und ihr Vater für ihre Kinder sorgen 

(vgl. SEM-pag. 7 und 8).  

C.  

Mit Formularverfügung vom 7. Mai 2019 verweigerte die Schweizerische 

Botschaft in Manila das Visum, da die vorgelegten Informationen über den 

Zweck und die Bedingungen des beabsichtigten Aufenthalts nicht glaubhaft 

seien und die fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin aus dem 

Schengen-Raum nicht als hinreichend gesichert erscheine (SEM-pag. 31). 

D.  

Gegen die Verweigerung des Visums erhob der Gastgeber am 9. Mai 2019 

Einsprache bei der Vorinstanz. Begründend führte er aus, er garantiere, 

dass seine Verlobte nach ihrem Besuch und nach Ablauf des erteilten drei-

monatigen Visums in ihre Heimat zurückkehren werde. Sie hätten sich im 

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April 2019 verlobt und für nächstes oder übernächstes Jahr die Hochzeit 

geplant. Seine Verlobte liebe ihre zwei Kinder sehr und wolle auf alle Fälle 

zu ihnen zurückkehren. Auch habe er eine frühere Partnerin – ebenfalls 

eine philippinische Staatsangehörige – mehrmals in die Schweiz eingela-

den und jedes Mal sei sie fristgerecht nach Ablauf des Visums in ihre Hei-

mat zurückgekehrt (SEM-pag.11 f.). 

E.  

Im Rahmen des Einspracheverfahrens nahm die Vorinstanz Einsicht in die 

Akten der Schweizer Vertretung in Manila und liess durch die Migrations-

behörde im Wohnsitzkanton des Gastgebers weitere Abklärungen zum 

Sachverhalt vornehmen. Einen von dieser Behörde an ihn gerichteten Fra-

genkatalog beantwortete der Gastgeber umgehend und führte unter ande-

rem aus, seine Verlobte habe einen kleinen Laden, in dem sie auch Mahl-

zeiten anbiete; manchmal wasche sie auch Kleider. Er unterstütze sie mo-

natlich mit Fr. 300.–. Ausserdem seien sie dabei, auf den Philippinen ein 

gemeinsames Haus zu bauen (SEM-pag. 49 ff.).  

F.  

Mit Verfügung vom 26. Juni 2019 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. 

Dabei teilte sie die Einschätzung der schweizerischen Auslandvertretung, 

wonach die anstandslose und fristgerechte Ausreise der Gesuchstellerin 

nach einem Besuchsaufenthalt nicht als hinreichend gesichert erachtet 

werden könne. Diese stamme aus einem Land, aus welchem als Folge der 

schwierigen wirtschaftlichen Lage der Zuwanderungsdruck nach wie vor 

stark anhalte. Zudem bestehe in mehreren Regionen der Philippinen die 

Gefahr terroristischer Anschläge und von Entführungen, sowohl zu Land 

als auch zur See. Im Weiteren seien aus deren persönlichen, familiären 

und wirtschaftlichen Verhältnissen keine Umstände ersichtlich, die beson-

dere Gewähr für die Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt bieten 

könnten. Zwar sei diese aktenkundig Mutter zweier minderjähriger Kinder. 

Da sie jedoch einen dreimonatigen Besuch beabsichtige, seien die ihr ob-

liegenden Verpflichtungen zu relativieren. Wieviel sie mit ihrem kleinen 

Shop verdiene, gehe aus den Akten nicht hervor. Sie – die Vorinstanz – 

gehe davon aus, dass sie davon ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten 

könne, da ihr der Gastgeber monatlich Geld überweise (SEM-pag. 53-56). 

G.  

Am 1. Juli 2019 gelangte der Beschwerdeführer mit Beschwerde an das 

Bundesverwaltungsgericht und beantragte sinngemäss, die angefochtene 

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Seite 4 

Verfügung sei aufzuheben und das Schengen-Visum für einen Besuchs-

aufenthalt zu erteilen. Zur Begründung verwies er im Wesentlichen auf 

seine Eigenschaft als Garant und stellte in Aussicht, nach der Ausreise sei-

ner Verlobten eine Bestätigung (Kopie des Reisepasses mit Ausreisestem-

pel) ins Recht zu legen. Er bekräftigte, dass seine Verlobte auf jeden Fall 

zu ihren Kindern zurückkehren werde. 

H.  

In seiner Vernehmlassung vom 22. August 2019 schloss das SEM auf Ab-

weisung der Beschwerde. Am 28. August 2019 erhielt der Beschwerdefüh-

rer die Vernehmlassung zur Kenntnisnahme. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM bezüglich Schengen-Visa sind mit Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (vgl. Art. 112 Abs. 1 

AIG [SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Das Rechtsmittelverfahren richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am vorangegangenen Einspracheverfahren 

teilgenommen und ist als Gastgeber durch die angefochtene Verfügung 

besonders berührt. Der fest anberaumte Besuchszeitraum ist inzwischen 

abgelaufen. Durch die Einreichung des Rechtsmittels hat der Beschwerde-

führer jedoch kundgetan, dass er sein Interesse an der Behandlung der 

Beschwerde aufrechterhält. Die Beschwerdelegitimation ist somit gegeben 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

1.3 In der vorliegenden Beschwerdeangelegenheit entscheidet das Bun-

desverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

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(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün-

dung der Begehren nicht gebunden. Massgebend ist grundsätzlich die 

Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.; 

2011/43 E. 6.1). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer philippinischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen dreimonatigen Be-

suchsaufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Verlobte des Be-

schwerdeführers nicht auf die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen 

berufen kann und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht über-

schreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachli-

chen Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit 

denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen ge-

meinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat (BVGE 2014/1 E. 3; 

2011/48 E. 3). Das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG, SR 142.20) 

und dessen Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwen-

dung, als die Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden 

Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 4 AIG). 

4.  

4.1 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz eines Visums sind, falls 

ein solches nach Massgabe der Verordnung (EU) 2018/1806 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 14. November 2018 (Aufstellung der 

Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aus-

sengrenzen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Dritt-

länder, deren Staatsangehörige von dieser Visumspflicht befreit sind [ABl. 

L 303/39 vom 28.11.2018; nachfolgend: Verordnung [EU] 2018/1806; in 

Kraft seit 15. Februar 2019]) erforderlich ist (Art. 6 Abs. 1 Bst. b der Ver-

ordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 9. März 2016 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 

der Grenzen durch Personen [Kodifizierter Text] [Schengener Grenzkodex, 

SGK, Abl. L 77/1 vom 23.03.2016]; Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die 

Einreise und die Visumserteilung vom 15. August 2018 [VEV]; vgl. auch 

Art. 2 Ziff. 6 SGK; Art. 5 Abs. 1 Bst. a AIG). Als philippinische Staatsange-

hörige unterliegt die Gesuchstellerin unbestrittenermassen der Visums-

pflicht (Anhang I der bereits erwähnten Verordnung Nr. 2018/1806; Art. 8 

Abs. 1 VEV). 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2014/1

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Seite 6 

4.2 Voraussetzung zur Visumserteilung und zur Einreise ist unter anderem, 

dass die drittstaatsangehörige Person keine Gefahr für die öffentliche Ord-

nung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internatio-

nalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellt (Art. 6 Abs. 1 Bst. e SGK) 

und Gewähr für die gesicherte Wiederausreise bietet (Art. 32 Abs. 1 Bst. b 

der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visako-

dex, VK, ABl. L 243/1 vom 15.09.2009]; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2011/48 

E. 4.5; 2009/27 E. 5.2). Wenn die betreffende Person nicht bereit ist, das 

Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen, ist 

eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. e 

SGK anzunehmen (BVGE 2014/1 E. 4.3 m.H.). Die Behörden haben daher 

zu prüfen und drittstaatsangehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr 

einer rechtswidrigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Aus-

reise nicht besteht respektive dass die gesuchstellende Person für die ge-

sicherte Wiederausreise Gewähr bietet (Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 21 

Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.4; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2009/27 E. 5.2).  

4.3 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher grundsätzlich nicht gehalten, 

drittstaatsangehörigen Personen die Einreise zu gestatten. Das Schengen-

Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es ein-

heitliche Voraussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitglied-

staaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die 

Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Vi-

sum vermittelt aber auch das Schengen-Recht nicht (BVGE 2014/1 E. 4.1.1 

und E. 4.1.5; 2011/48 E. 4; Urteil des BVGer F-7617/2016 vom 12. März 

2018 E. 4.1). 

4.4 Sind sämtliche Voraussetzungen für die Visumserteilung erfüllt, ist das 

Schengen-Visum auszustellen. Ist hingegen einer der in Art. 32 Abs. 1 VK 

(nicht abschliessend) aufgelisteten Tatbestände gegeben, darf ein einheit-

liches Visum nicht erteilt werden (vgl. Art. 21 Abs. 1 und Abs. 3 VK; Art. 32 

Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.5; 2011/48 E. 4.6; Urteil des BVGer 

F-7617/2016 E. 4.1). Das Schengen-Visum ist deshalb unter anderem zu 

verweigern, wenn Zweifel an der von der drittstaatsangehörigen Person 

bekundeten Absicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor 

Ablauf der Gültigkeit des beantragten Visums wieder zu verlassen (Art. 32 

Abs. 1 Bst. b VK; BVGE 2014/1 E. 4.4). Den Behörden kommt bei der Be-

urteilung, ob die Voraussetzungen für die Visumserteilung erfüllt sind, ein 

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weiter Beurteilungsspielraum zu (BVGE 2014/1 E. 4.1.5 in fine; Urteil des 

BVGer F-7617/2016 E. 4.1). 

4.5 Sind – abgesehen vom Visum selbst – die Einreisevoraussetzungen 

nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen ein Visum mit räumlich beschränkter 

Gültigkeit erteilt werden, das nur für das Hoheitsgebiet des betreffenden 

Mitgliedstaats gilt. Von dieser Möglichkeit kann der betreffende Mitglied-

staat unter anderem Gebrauch machen, wenn er es aus humanitären 

Gründen, aus solchen des nationalen Interesses oder aufgrund internatio-

naler Verpflichtungen für erforderlich hält (vgl. Art. 3 Abs. 4 VEV; Art. 25 

Abs. 1 Bst. a VK; Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK).  

5.  

5.1 In der Regel lassen sich keine gesicherten Feststellungen darüber tref-

fen, ob eine drittstaatsangehörige Person tatsächlich beabsichtigt, vor Ab-

lauf des Visums den Schengen-Raum zu verlassen, weshalb darüber eine 

Prognose zu erstellen ist. Hierzu sind alle Umstände des Einzelfalles zu 

würdigen. Die Beweisführungslast obliegt dabei der drittstaatsangehörigen 

Person (Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 14 Abs. 3 i.V.m. Anhang II VK; Art. 5 

Abs. 2 AIG; BVGE 2014/1 E. 4.4 und E. 6.1). Anhaltspunkte zur Beurteilung 

der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise können sich zunächst 

aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der drittstaatsangehörigen 

Person ergeben. Namentlich bei Einreisegesuchen von Personen aus 

Staaten bzw. Regionen mit politisch, wirtschaftlich und sozial ungünstigen 

Verhältnissen rechtfertigt sich eine strenge Praxis, da die persönliche Inte-

ressenlage in solchen Fällen erfahrungsgemäss häufig nicht mit dem Ziel 

und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung im Einklang steht 

(BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 

5.2  In den Philippinen sind breite Bevölkerungsschichten von vergleichs-

weise kargen wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen betroffen. 

So besteht zwischen dem Grossraum Manila, der vielerorts den Entwick-

lungsstand eines Schwellenlandes widerspiegelt, und den wirtschaftlich 

rückständigen Provinzen, ein Entwicklungsgefälle. Zur tragenden Säule 

der philippinischen Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren der Dienstleis-

tungssektor entwickelt, welcher heute zur Entstehung des Bruttosozialpro-

dukts mehr als die Hälfte beiträgt. Weltweit sind die Philippinen nach Indien 

mittlerweile die zweitgrösste Outsourcing-Destination. Doch trotz des zeit-

weilig starken Wirtschaftswachstums ist es der philippinischen Regierung 

nicht gelungen, die Armut im Lande zu reduzieren. Nach Angaben der Welt-

bank ist diese in den vergangenen Jahren sogar noch gestiegen. Ein Grund 

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dafür ist das vergleichsweise hohe Bevölkerungswachstum von 1,9 Pro-

zent (ungefähr 2 Millionen Menschen pro Jahr). Die Arbeitslosigkeit bleibt 

ein drängendes und – angesichts des starken Bevölkerungswachstums – 

grösser werdendes Problem. Nach Berechnungen der Regierung waren im 

Mai 2018 10,9 Millionen Filipinos arbeitslos. Jährlich verlassen über eine 

Million Menschen das Land, um im Ausland Arbeit zu suchen, wobei die 

Tendenz steigend ist. Um den einheimischen Arbeitsmarkt zu entlasten und 

Devisen zu erwirtschaften, fördert die Regierung die Entsendung von Gast-

arbeitern und Gastarbeiterinnen («Overseas Filipinos Workers» [OFWs]). 

(vgl. dazu und nachfolgend: LIPortal Das Länderinformationsportal, www.li-

portal.de > Philippinen > Wirtschaft und Entwicklung, Wirtschaftsentwick-

lung sowie Armutsbekämpfung, besucht im April 2020). 

5.3 Vor diesem Hintergrund besteht vielfach der Wunsch nach Auswande-

rung, welcher sich besonders stark bei jüngeren Personen manifestiert. 

Dass viele Menschen von den Philippinen emigrieren, zeigt sich ebenfalls 

an den hohen Rücküberweisungen durch die ca. 11 Millionen OFWs, wel-

che sich laut Statistiken der Philippinischen Zentralbank allein im April 2018 

auf 6 Milliarden Dollar beliefen. Ein im Zielland bestehendes minimales Be-

ziehungsnetz aus Verwandten oder Freunden ist zudem ein wichtiges Ele-

ment, das den Entscheid auszuwandern erleichtern kann. Angesichts der 

restriktiven Zulassungsregelung führt dies nicht selten zur Umgehung von 

ausländerrechtlichen Bestimmungen, indem die Gesuchstellenden – ein-

mal eingereist – versuchen, den Aufenthalt auf eine ganz andere rechtliche 

Basis abzustützen (BVGE 2014/1 E. 6.2.2). Das Risiko einer nicht fristge-

rechten Wiederausreise der Verlobten des Beschwerdeführers ist dem-

nach grundsätzlich als hoch einzuschätzen.  

6.  

6.1 Bei der Risikoanalyse sind nicht nur die allgemeinen Umstände, son-

dern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalls zu berück-

sichtigen. Durch besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Ver-

pflichtungen kann die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise be-

günstigt werden. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine 

derartigen Verpflichtungen haben, das Risiko eines ausländerrechtlich 

nicht regelkonformen Verhaltens nach einer bewilligten Einreise als hoch 

eingeschätzt werden (BVGE 2014/1 E. 6.3.1). 

6.2 Beim Gast handelt es sich um eine 27-jährige alleinerziehende Mutter 

zweier minderjährigen Kinder. Ihr Vater und ihre Geschwister leben eben-

falls auf den Philippinen (SEM-pag. 50). Aus diesen nur knappen Angaben 

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lässt sich zwar eine gewisse soziale Einbindung in ein familiäres Gefüge 

erblicken. Allerdings ist nicht von einem eigentlichen Abhängigkeitsverhält-

nis unter Verwandten auszugehen, wenn man vom Verhältnis zu ihren bei-

den Kindern absieht. Was letzteres anbelangt, so verweist die Vorinstanz 

zu Recht auf den Umstand, dass in Verhältnissen wie den vorliegenden die 

Existenz eigener Kinder – zumindest solange intakte Aussichten auf einen 

späteren Nachzug bestehen – in aller Regel nicht von einem Entschluss 

zur Emigration abhalten kann.  

6.3 Damit ist der wirtschaftlichen Situation des Gastes ein besonderes Au-

genmerk zu widmen. 

Aus ihrem Visumsantrag geht hervor, dass sie zuerst verneinte, momentan 

berufstätig zu sein, dann aber angab, einen kleinen Laden zu führen (SEM-

pag. 35). Auch der Beschwerdeführer erklärte, sie habe einen kleinen La-

den, wo sie auch Mahlzeiten anbiete (vgl. Sachverhalt Bst. E). Seit sie ein 

Paar seien, erhielten seine Verlobte und deren Kinder von ihm finanzielle 

Zuwendungen. Zudem habe er auf dem Grundstück ihres Vaters ein Haus 

für sie bauen lassen (vgl. Sachverhalt Bst. B und D). Es ist mit anderen 

Worten in wirtschaftlicher Hinsicht von einem erheblichen wirtschaftlichen 

Abhängigkeitsverhältnis auszugehen. Hingegen kann nicht davon ausge-

gangen werden, dass die junge Frau über eine massgebliche berufliche 

Verankerung beziehungsweise über eine gesicherte wirtschaftliche Exis-

tenz auf den Philippinen verfügt. 

6.4 Hinzu kommt, dass die Verlobte des Beschwerdeführers gemäss der 

bereits erwähnten Aktennotiz der Botschaft (vgl. Sachverhalt Bst. A) im ver-

gangenen Jahr Reisen nach Thailand, Malaysia sowie Hongkong unter-

nommen und ein Schengen-Visum für einen längeren Aufenthalt in Italien 

beantragt hat (vgl. SEM-pag. 13 f.). Demnach ist der Eindruck, wonach sie 

einen Aufenthalt ausserhalb der Philippinen in Betracht zieht, nicht von der 

Hand zu weisen. 

6.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass dem Gast auf den Philippinen 

keine besonderen beruflichen, familiären oder gesellschaftlichen Verpflich-

tungen obliegen. Vor dem geschilderten Hintergrund erscheint das Risiko, 

dass sie die Schweiz nach ihrem Besuchsaufenthalt nicht wieder verlassen 

könnte, erheblich. Daran vermögen auch die gegenteiligen Zusicherungen 

des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Dieser kann weder Verantwor-

tung für das mögliche Verhalten seines Gastes übernehmen, noch ein sol-

ches verlässlich steuern. Angesichts der noch jungen Bekanntschaft, der 

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Seite 10 

grossen kulturellen Unterschiede und nicht zuletzt bedingt durch den er-

heblichen Altersunterschied sind Vorbehalte am Platz, wenn es beim Be-

schwerdeführer darum geht, mögliche Vorstellungen seiner Verlobten über 

ihre kurz- oder mittelfristige Lebensplanung abzuschätzen. In seiner Eigen-

schaft als Gastgeber kann er lediglich für gewisse finanzielle Risiken Ga-

rantie leisten (vgl. BVGE 2009/27 E.9). Zu keinem anderen Ergebnis führt 

der Hinweis des Beschwerdeführers, schon zwischen 2013 und 2018 einen 

Gast (seine damalige Freundin) vier Mal empfangen zu haben, welche 

dann jeweils rechtzeitig ausgereist sei. Jedes Einreisegesuch ist nach Mas-

sgabe seiner spezifischen Gegebenheiten einzelfallweise zu beurteilen, 

was in casu auf korrekte Weise geschehen ist (vgl. etwa Urteil des BVGer 

F-5020/2017 vom 29. Januar 2018 E. 8.4). 

7.  

Unter Berücksichtigung der allgemeinen Situation im Heimatland und vor 

dem dargelegten persönlichen Hintergrund durfte die Vorinstanz davon 

ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und an-

standslose Wiederausreise des Gastes nach ihrem Besuchsaufenthalt be-

steht. Demnach wurde das Visum für den gesamten Schengen-Raum zu 

Recht verweigert. Gründe humanitärer oder anderer Art, welche die Ertei-

lung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit gerechtfertigt hät-

ten (vgl. dazu E. 4.5 vorstehend), wurden nicht geltend gemacht. 

8.  

Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-

gung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be-

schwerde ist daher abzuweisen. 

9.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 

Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. _______) 

 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Ulrike Raemy 

 

 

 

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