# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56fbf113-ee9f-5c11-9e82-0a644505188a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-12
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 12.02.2024 VBE.2023.351
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-351_2024-02-12.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2023.351 / sb / fi  
Art. 15 

 

 

Urteil vom 12. Februar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Berner  

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____  

vertreten durch MLaw Jonas Steiner, Rechtsanwalt, Buchserstrasse 18, 

Postfach, 5001 Aarau 1  

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 26. Juni 2023) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1977 geborene Beschwerdeführer war bei der Beschwerdegegnerin 

obligatorisch gegen die Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten versichert, als er am 27. Januar 2021 einen Verkehrs-

unfall erlitt. In der Folge anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leis-

tungspflicht für den fraglichen Unfall und richtete die vorübergehenden ge-

setzlichen Leistungen aus. Mit Rückfallmeldung vom 5. September 2022 

meldete der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin "starke Ein-

schränkungen und Schmerzen" am Rücken als Folge des Unfalls vom 

27. Januar 2021. Die Beschwerdegegnerin verneinte nach sachverhalt-

lichen Abklärungen und Rücksprachen mit ihrem kreisärztlichen Dienst ihre 

diesbezügliche Leistungspflicht mit Verfügung vom 21. März 2023. Die da-

gegen am 23. März 2023 erhobene Einsprache wies sie mit Einsprache-

entscheid vom 26. Juni 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Beschwerdeführer am 

28. August 2023 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

"1. 
Der Einsprache-Entscheid vom 26.6.2023 und die dem Einsprache-Ent-
scheid zugrunde liegende Verfügung vom 21.3.2023 seien aufzuheben. 
 
2. 
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein Gutachten nach Art. 44 
ATSG in Auftrag zu geben, welches sich zur natürlichen Kausalität 
zwischen den Rückfall-Beschwerden und dem Unfall vom 30.1.2021 äus-
sert, 
 
3. 
Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine kreisärzt-
liche Untersuchung durchzuführen, welche sich insbesondere zur natür-
lichen Kausalität zwischen den Rückfall-Beschwerden und dem Unfall vom 
30.1.2021 äussert. 
 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin." 

 

Ferner beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung der unentgelt-

lichen Rechtspflege. 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 8. September 2023 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde.  

 

 - 3 - 

 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 20. November 2023 wurde das 

Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege abgewiesen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

In ihrem Einspracheentscheid vom 26. Juni 2023 (Vernehmlassungsbei-

lage [VB] 132) ging die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen gestützt auf 

zwei kreisärztliche Stellungnahmen von Dr. med. B._____, Facharzt für 

Allgemeinmedizin (A), vom 3. Februar und vom 15. März 2023 (VB 95 und 

VB 103) davon aus, dass die vom Beschwerdeführer am 5. September 

2022 geltend gemachten und aktuell beklagten Rückenbeschwerden nicht 

natürlich-kausal auf den Unfall vom 27. Januar 2021 zurückzuführen seien. 

Allfälligen psychischen beziehungsweise organisch nicht hinreichend 

nachweisbaren Beschwerden fehle es zudem an der Adäquanz. Es 

bestehe daher ihrerseits keine Leistungspflicht. Der Beschwerdeführer 

bringt demgegenüber zusammengefasst vor, auf die Beurteilungen von 

Dr. med. B._____ könne nicht abgestellt werden. Die Beschwerdegegnerin 

habe daher weitere sachverhaltliche Abklärungen zu tätigen.  

 

Damit ist streitig und nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 

mit Einspracheentscheid vom 26. Juni 2023 Leistungen für die Rückenbe-

schwerden im Zusammenhang mit dem Unfall vom 27. Januar 2021 zu 

Recht verweigert hat. 

 

2. 

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass – abgesehen von hier nicht massge-

benden Ausnahmen – nach Art. 52 Abs. 1 ATSG gegen Verfügungen in-

nerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben wer-

den kann. Das Einspracheverfahren wird durch Erlass eines Einsprache-

entscheids abgeschlossen. Dieser Einspracheentscheid tritt im sozialver-

sicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren an die Stelle der einsprache-

weise angefochtenen Verfügung (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 

2020, N. 74 zu Art. 52 ATSG). Soweit der Beschwerdeführer verlangt, die 

Verfügung vom 21. März 2023 sei aufzuheben, ist auf die Beschwerde da-

her nicht einzutreten. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na-

 - 4 - 

 

 

türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan-

densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der 

gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge-

dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Be-

jahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 

Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 

ist. Es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-

dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 

kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 

(BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 

E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

3.1.2. 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht 

im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialver-

sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt 

für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 

E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen). Die Sozialversicherungsorgane und das Ge-

richt haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von 

allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen 

(BGE 126 V 353 E. 5b S. 360). Der Beweis des natürlichen Kausalzusam-

menhangs ist in erster Linie mittels Angaben medizinischer Fachpersonen 

zu führen (Urteil des Bundesgerichts 8C_331/2015 vom 21. August 2015 

E. 2.2.3.1; vgl. auch RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundes-

gerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallver-

sicherung, 4. Aufl. 2012, S. 55). 

 

3.1.3. 

Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in 

rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erfor-

derlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner-

kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ur-

sachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund-

heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-

gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leis-

tungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfal-

len jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge-

sundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

 - 5 - 

 

 

lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich feh-

lender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hier-

bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die ent-

sprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegrün-

dender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der ver-

sicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrund-

sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen 

und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend. Diese Rechtsprechung 

beschlägt dabei einzig die rechtlichen Folgen der Abklärung, insofern als 

dem Unfallversicherer die Beweislast zugewiesen wird für den Fall, dass 

ungeklärt bleibt, ob dem Unfall (noch) eine kausale Bedeutung für den an-

dauernden Gesundheitsschaden zukommt. Bevor sich aber überhaupt die 

Frage der Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des Unter-

suchungsgrundsatzes richtig und vollständig zu klären (SVR 2009 UV Nr. 3 

S. 9, 8C_354/2007 E. 2.2 mit Hinweisen). 

 

3.2. 

Gemäss Art. 11 UVV werden die Versicherungsleistungen auch für Rück-

fälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere 

revisionsrechtliche Tatbestände dar (Art. 22 UVG; vgl. BGE 127 V 456 

E. 4b S. 457 und 118 V 293 E. 2d S. 297). Bei einem Rückfall handelt es 

sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so 

dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Ar-

beitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar 

geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psy-

chische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheits-

bild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1 S. 254). Rückfälle und Spätfol-

gen schliessen sich somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis 

(Grundfall) an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (dama-

ligen) Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend 

gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlit-

tenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzu-

sammenhang besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_382/2018 vom 6. No-

vember 2018 E. 2.2; BGE 118 V 293 E. 2c S. 296). Der Nachweis dieser 

Kausalität obliegt dem Leistungsansprecher. Bei Beweislosigkeit fällt der 

Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (RUMO-JUNGO/HOLZER, 

a.a.O., S. 78 f.).  

 

3.3. 

3.3.1. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

 - 6 - 

 

 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und 125 V 351 E. 3a S. 352). Ausschlagge-

bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-

gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a 

S. 352 und 122 V 157 E. 1c S. 160 f.). Dennoch hat es die Rechtsprechung 

mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in 

Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-

linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b S. 352). 

 

3.3.2. 

Die Rechtsprechung hat den Berichten versicherungsinterner medizi-

nischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt. Diesen kommt praxis-

gemäss jedoch nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder 

einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff. und 122 V 157 

E. 1c S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsin-

ternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf 

mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 

E. 3b/ee S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines 

externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 

strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 

der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4. 

4.1. 

Aus den Akten ergibt sich folgender hier relevanter Sachverhalt: Am 27. Ja-

nuar 2021 ist ein anderes Fahrzeug in das Heck des Fahrzeugs des Be-

schwerdeführers geprallt (vgl. die Unfallmeldung vom 8. Februar 2021 in 

VB 1, S. 2, die ergänzenden Angaben des Beschwerdeführers vom 13. Ap-

ril 2021 in VB 29, S. 1 f., sowie das ausgefüllte Unfallprotokoll in VB 24, 

S. 2). In der Folge begab sich der Beschwerdeführer am 30. Januar 2021 

im Spital C._____ in ärztliche Behandlung. Es wurde bei einer leichten 

Klopfdolenz im Bereich der BWS sowie des lumbosakralen Übergangs bei 

 - 7 - 

 

 

uneingeschränkter Beweglichkeit der HWS und Beschwerdebesserung 

nach Analgetikaeinnahme als Diagnose ein Status nach Verkehrsunfall 

gestellt und der Beschwerdeführer in ordentlichem Allgemeinzustand nach 

Hause entlassen (vgl. den Notfallbericht vom 30. Januar 2021 in VB 12, 

S. 2 f.; siehe ferner den am 1. März 2021 ausgefüllten 

Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalen 

Beschleunigungstraumata in VB 11).  

 

4.2. 

Nachdem die diesbezügliche Behandlung gemäss Bericht von 

Dr. med. D._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 22. Juni 

2021 "Ende Mai 2021" abgeschlossen worden war und "ab Juni 2021" 

wieder eine volle Arbeitsfähigkeit vorgelegen hatte (VB 73), meldete der 

Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin am 5. September 2022 

(wiederum) Rückenbeschwerden als Folge des Unfalls vom 27. Januar 

2021 (VB 80). Dem Bericht von Dr. med. D._____ vom 25. Januar 2023 ist 

im Wesentlichen zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer über eine 

Zunahme der Rückenbeschwerden klage (VB 92, S. 2; vgl. auch die 

Stellungnahme vom 20. Februar 2023 in VB 101, S. 2). In den Akten findet 

sich ferner ein Bericht von Dr. med. E._____, Fachärztin für Radiologie, 

vom 4. Februar 2022 über eine MRI-Untersuchung des Schädels und der 

HWS gleichen Datums. In diesem wird eine höhergradige sekundäre 

Foramenstenose HWK 5/6 beidseits beschrieben. Eine Irritation C6 

beidseits sei denkbar. Die übrigen Neuroforamina hätten sich normal weit 

gezeigt. Es hätten weder eine Spinalkanalstenose noch eine zervikale 

Myelopathie bestanden. Eine intrakranielle Raumforderung, eine Blutung 

oder eine Ischämie hätten sich nicht nachweisen lassen (VB 85). Kreisarzt 

Dr. med. B._____ hielt vor diesem Hintergrund in seiner Stellungnahme 

vom 3. Februar 2023 fest, es bestünden keine Hinweise für eine 

objektivierbare unfallbedingte Verletzung (VB 95, S. 1). Daran hielt er mit 

einer weiteren Stellungnahme vom 15. März 2023 im Wesentlichen fest 

(VB 103). 

 

4.3. 

Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens verurkundete der Beschwerdefüh-

rer einen weiteren Bericht von Dr. med. D._____ vom 28. August 2023. 

Diesem ist zu entnehmen, dass beim Beschwerdeführer mittels MRI-

Untersuchung eine höhergradige sekundäre Foramenstenose HWK 5/6 

beidseits habe festgestellt werden können. Ein Zusammenhang mit dem 

Unfall vom 27. Januar 2021 sei nicht ausgeschlossen. Jedoch seien "die 

degenerativen, ossären Veränderungen der Hals-Wirbelkörper als Folge 

eines Unfalls als eher unwahrscheinlich zu interpretieren". Die beim 

Beschwerdeführer bestehende Diskushernie sei sehr typisch bei 

arbeitsbedingten oder sonstigen Überlastungen, auch wenn "eine 

Diskopathie auch als Unfallfolge zustandekommen" könne 

(Beschwerdebeilage [BB] 3). Die Beschwerdegegnerin legte die Sache 

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neuerlich Dr. med. B._____ vor. Dieser hielt in seiner mit Vernehmlassung 

vom 8. September 2023 verurkundeten Stellungnahme vom 7. September 

2023 fest, eine auf den Unfall vom 27. Januar 2021 zurückzuführende 

strukturelle Läsion sei bereits vor dem Hintergrund der Befunde der 

Erstuntersuchung im Spital C._____ mit freier HWS-Beweglichkeit mit an 

Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Hinzu komme, 

dass mit Blick insbesondere auf die im Rahmen einer MRI-Untersuchung 

vom 16. Oktober 2019 erhobenen degenerativen Befunde auf Höhe C5/6 

mit Irritation der Nervenwurzle C6 jedenfalls bereits seit Jahren 

Beschwerden wegen degenerativer Veränderungen der HWS dokumentiert 

seien. Vorliegend bestünden keine Hinweise auf objektivierbare strukturelle 

Läsionen als Folge des Unfalls vom 27. Januar 2021. Entsprechend habe 

denn auch Dr. med. D._____ in seinem Bericht vom 28. August 2023 

keinen überwiegend wahrscheinlichen natürlichen Kausalzusammenhang 

zwischen den Befunden an der HWS des Beschwerdeführers und dem 

Unfall vom 27. Januar 2021 postuliert.  

 

5. 

5.1. 

Die Zulässigkeit der weiteren Abklärungen der Beschwerdegegnerin (Ein-

holung der Stellungnahme von Dr. med. B._____ vom 7. September 2023), 

nachdem der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde neue Beweismittel 

eingereicht hatte, wird vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt und 

gibt mit Blick auf die diesbezügliche Rechtsprechung (vgl. statt vieler 

SVR 2017 UV Nr. 43 S. 150, 8C_67/2017 E. 5.6, und SVR 2017 UV Nr. 25 

S. 83, 8C_81/2017 E. 6) denn auch zu keinerlei Weiterungen Anlass. 

Aufgrund der Aktenlage erweist sich zudem das Abstellen auf eine reine 

Aktenbeurteilung, wie sie Kreisarzt Dr. med. B._____ in seiner 

Stellungnahme vom 7. September 2023 (und auch schon vom 3. Februar 

und vom 15. März 2023 [vgl. VB 95 und VB 103]) vorgenommen hat, als 

Beweisgrundlage als zulässig. Insbesondere ergibt sich aus den auf 

persönlichen Untersuchungen des Beschwerdeführers beruhenden sowie 

ein vollständiges und unumstrittenes Bild über Anamnese, Verlauf und 

gegenwärtigen Status zeigenden (medizinischen) Akten mit klinischen und 

apparativen Untersuchungsbefunden ein feststehender medizinischer 

Sachverhalt, womit sich weitere Untersuchungen erübrigen (vgl. statt vieler 

Urteile des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 und 

9C_1063/2009 vom 22. Januar 2010 E. 4.2.1). Die kreisärztliche 

Stellungnahme ist zudem umfassend, berücksichtigt die massgebenden 

Beschwerden sowie sämtliche Vorakten und ist in ihrer Beurteilung des 

medizinischen Sachverhalts einleuchtend begründet (vgl. dazu vorne 

E. 3.3.1.).  

 

5.2. 

Soweit Dr. med. B._____ einen natürlichen Kausalzusammenhang 

zwischen den vom Beschwerdeführer am 5. September 2022 gemeldeten 

 - 9 - 

 

 

Rückenbeschwerden und dem Unfall vom 27. Januar 2021 verneint, stehen 

dieser Beurteilung keine anderslautenden fachärztlichen Einschätzungen 

entgegen. Zudem postuliert auch Dr. med. D._____ keinen ursächlichen 

Zusammenhang zwischen den Rückenbeschwerden und dem Unfall vom 

27. Januar 2021, sondern beurteilt einen solchen als zwar nicht 

ausgeschlossen, aber "eher unwahrscheinlich". Es bestehen damit keine 

auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

Feststellungen von Dr. med. B._____ in dessen Stellungnahme vom 

7. September 2023. Diese ist damit als beweiskräftig anzusehen, zumal die 

weiteren Akten ebenfalls keine diesbezüglichen Zweifel zu begründen 

vermögen (vgl. vorne E. 3.3.2.). Weitere Abklärungen versprechen keine 

zusätzlichen wesentlichen Erkenntnisse, weshalb darauf in antizipierter 

Beweiswürdigung (vgl. statt vieler BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368 f. mit 

Hinweis und BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.) zu verzichten ist.  

 

5.3. 

Es ist demnach auf die Schlussfolgerung in der Stellungnahme von 

Dr. med. B._____ vom 7. September 2023 abzustellen, wonach die vom 

Beschwerdeführer am 5. September 2022 gemeldeten 

Rückenbeschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

natürlich-kausal auf den Unfall vom 27. Januar 2021 zurückzuführen sind. 

Dass die Beschwerdegegnerin diesbezügliche Leistungen mit 

Einspracheentscheid vom 26. Juni 2023 verweigert hat, ist damit – 

unabhängig davon, ob die Beschwerden im Rahmen des Grundfalls (vgl. 

dazu vorne E. 3.1.) oder unter dem Titel des Rückfalls (vgl. dazu vorne 

E. 3.2.) zu beurteilen sind – nicht zu beanstanden. Dass allfällige natürlich-

kausal auf den Unfall vom 27. Januar 2021 zurückzuführenden organisch 

nicht hinreichend nachweisbaren Unfallfolgen mangels Adäquanz nicht im 

unfallversicherungsrechtlichen Sinne in einem ursächlichen 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 27. Januar 2021 stehen, wie dies die 

Beschwerdegegnerin unter Annahme eines mittelschweren Ereignisses im 

Grenzbereich zu den leichten Unfällen in E. 4 ihres Einspracheentscheids 

vom 26. Juni 2023 unter Anwendung der für den Beschwerdeführer 

günstigeren (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_296/2018 vom 

21. November 2018 E. 3.2.2 und 8C_156/2016 vom 1. September 2016 

E. 4.2) sogenannten Schleudertrauma-Praxis angenommen hat (vgl. 

VB 132, S. 6 ff.), wird vom anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer nicht 

in Frage gestellt. Dies gibt vor dem vorerwähnten sachverhaltlichen Hinter-

grund sowie mit Blick auf die biomechanische Kurzbeurteilung vom 15. Juni 

2021 (kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung von höchstens knapp 

10 bis 15 km/h; VB 69, S. 2 ff.) und die Rechtsprechung (vgl. statt vieler 

BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 und BGE 117 V 359 E. 6a S. 367; siehe zur 

Unfallschwere bei einem Heckaufprall ferner statt vieler SVR 2010 UV 

Nr. 10 S. 40, 8C_626/2009 E. 4.2.2) auch zu keinerlei Weiterungen Anlass.  

 

 - 10 - 

 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-

zutreten ist. 

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als So-

zialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch 

auf Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 

 - 11 - 

 

 

   

Aarau, 12. Februar 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Berner