# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 886932f6-824b-58a1-9172-282201ff0128
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.09.2018 200 2018 357
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-357_2018-09-20.pdf

## Full Text

200 18 357 IV
ACT/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. September 2018

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. März 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2018, IV/18/357, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1979 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
stellte im November 2016 ein neues Leistungsgesuch (Antwortbeilage [AB] 
65), nachdem die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) frühere 
Eingliederungsbemühungen am 10. August 2016 wegen einer Mitwir-
kungspflichtverletzung eingestellt hatte (AB 61). Die IVB tätigte Abklärun-
gen bzw. veranlasste insbesondere eine polydisziplinäre medizinische 
Untersuchung. Gestützt auf das entsprechende Gutachten des D.________ 
(MEDAS) vom 28. August 2017 (AB 89.1/2) stellte die IVB mit Vorbescheid 
vom 27. September 2017 (AB 90) in Aussicht, das Leistungsgesuch abzu-
weisen, da keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege. Dagegen liess 
die Versicherte Einwand erheben (AB 93), wobei sie eine Stellungnahme 
vom 24. Oktober 2017 (AB 93/3) ihrer Hausärztin zum Gutachten einreich-
te. Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; AB 96) 
verfügte die IVB am 22. März 2018 (AB 97) wie angekündigt.

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt C.________ 
von B.________, am 8. Mai 2018 Beschwerde. Sie beantragt, die ange-
fochtene Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und es sei Kostengutspra-
che für eine Umschulung zur ... EBA, evtl. ... EFZ, an der Schule 
E.________ zu erteilen. Zudem ersucht die Beschwerdeführerin um unent-
geltliche Rechtspflege und Beiordnung ihres Rechtsvertreters als amtlichen 
Anwalt. Nachdem die Beschwerdeführerin zur Verbesserung des Gesuchs 
um unentgeltliche Rechtspflege aufgefordert worden war, zog sie dieses 
am 28. Mai 2018 zurück.

In der Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2018 hat die Beschwerdegegnerin – 
mit Hinweis auf eine Stellungnahme des RAD vom 25. Juni 2018 (in den 
Gerichtsakten) – auf Abweisung der Beschwerde geschlossen.

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Von der eingeräumten Möglichkeit, zum neuen RAD-Bericht Stellung zu 
nehmen, machte die Beschwerdeführerin keinen Gebrauch.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 22. März 2018 (AB 97). 
Streitig und zu prüfen ist allein der Anspruch auf Umschulung zur ... oder 
zur ... . Soweit in der (umfassenden) Verfügung andere Ansprüche verneint 
worden sind, ist sie mangels Anfechtung insoweit in Rechtskraft erwachsen 
(BGE 125 V 413 E. 1b S. 414 f.).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Die Beschwerdeführerin beanstandet vorab in formeller Hinsicht, dass die 
Beschwerdegegnerin auf den im Vorbescheidverfahren eingereichten Be-
richt der behandelnden Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, vom 24. Oktober 2017 (AB 93/3) gar nicht eingegangen sei 
und damit ihren Gehörsanspruch verletzt habe (Beschwerde, S. 4).

2.1 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Die Begründungspflicht ist wesentli-
cher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Sie soll verhindern, 
dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Be-
troffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzu-
fechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch 
die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild 
machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegun-
gen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf 
welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie 
sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtli-
chen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für 
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5).

2.2 Die Beschwerdegegnerin ist zwar nicht explizit auf die einzelnen 
Vorbringen der behandelnden Ärztin eingegangen, jedoch hat sie deren 
Bericht (AB 93/3) dem RAD zur Stellungnahme unterbreitet (AB 96) und 
gestützt darauf in der Verfügung – anders als noch im Vorbescheid (AB 90) 
– eine sog. Indikatorenprüfung vorgenommen (AB 97/2). Abgesehen
davon, dass eine ausdrückliche und einlässliche Auseinandersetzung mit 
jedem einzelnen Einwand nicht erforderlich ist (E. 2.1 hiervor), hat die Be-
schwerdegegnerin in der Verfügung eine Würdigung der hier wesentlichen, 
d.h. der psychiatrischen Gesichtspunkte vorgenommen, zumal die Be-

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schwerdeführerin die Verfügung ohne Weiteres sachgerecht anzufechten 
vermochte. Der Anspruch auf rechtliches Gehör wurde nicht verletzt.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

3.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit 
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten 
oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den Anspruch auf 
die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Eingliederungsmassnahmen 
bestehen nach Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG unter anderem in Massnahmen beruf-
licher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, 
Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) im Sinne von Art. 15 ff. IVG.

3.3 Gemäss Art. 17 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf eine 
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig 
ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbes-
sert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit 
ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). 
Unter Umschulung sind Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu 
verstehen, die notwendig und geeignet sind, den vor Eintritt der Invalidität 

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bereits erwerbstätig gewesenen Versicherten eine ihrer früheren 
annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 139 V 399 
E. 5.4 S. 403, 130 V 488 E. 4.2 S. 489; SVR 2016 IV Nr. 10 S. 31 E. 4.1).

Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert 
ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche 
die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzu-
mutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches 
Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn die 
versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch 
zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde 
Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet, wobei es sich um einen blossen 
Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 124 V 108 E. 2b S. 110; 
SVR 2010 IV Nr. 24 S. 74 E. 4). 

4.

Weil das erste Leistungsgesuch (AB 1) wegen Widersetzlichkeit gegen 
Abklärungen abgelehnt (AB 61), mithin keiner materiellen Prüfung unterzo-
gen wurde, ist im Rahmen der hier zur Diskussion stehenden Neuanmel-
dung (AB 65) keine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen 
nachzuweisen; es genügt, dass die Beschwerdeführerin ihren Widerstand 
aufgegeben und sich der medizinischen Untersuchung unterzogen hat. Die 
in Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Inva-
lidenversicherung (IVV; SR 831.201) statuierte analoge Anwendung der für 
die Rentenrevision geltenden Regeln entfällt (MEYER/REICHMUTH, Bundes-
gesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 458).

4.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen: 

4.1.1 Im MEDAS-Gutachten vom 28. August 2017 (AB 89.1/2) wurden – 
nach allgemeininternistischen, psychiatrischen, rheumatologischen und 
gynäkologischen Untersuchungen – folgende Diagnosen gestellt (S. 25 f.):

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/a1a1d458-104b-4ea1-903d-b25052d89755/00000000-0000-0000-0000-000000000000?source=document-link&SP=4|wnwtmv

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1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 

F33.0)

2. Chronisch-rezidivierendes zervikospondylogenes bis zervikocephales 

Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0/M53.1)

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

1. Störung durch multiplen Substanzkonsum, gegenwärtig regelmässig Can-

nabis (neben regelmässig deutlich Nikotin und regelmässig wenig Alkohol; 

ICD-10 F19.25)

2. Dysmenorrhoe und Verdacht auf PMS, zunehmend seit der Spontangeburt 

im Jahre 2000 DD bei Adenomyosis uteri, Verdacht auf psychosomatische 

Aggravation der Schmerzen bei schwieriger psychischer Situation (ICD-10 

N94.6)

3. Chronischer Nikotinabusus, circa 50 packyears (ICD-10 F17.1)

4. Status nach Traumatisierung Grosszehengrundgelenk links (ICD-10 M25.5)

Da die Explorandin keine eigentliche Berufsausbildung absolviert habe und 
in verschiedenen Bereichen arbeitstätig gewesen sei, könne eine ange-
stammte Tätigkeit nicht klar definiert werden. Aus psychiatrischer Sicht be-
einflusse die rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte 
Episode, die Arbeitsfähigkeit. Eine andere psychiatrische Diagnose mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit könne nicht gestellt werden. Es bestehe in 
allen ihren Fähigkeiten entsprechenden und aus somatischer Sicht ange-
passten Tätigkeiten eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit, welche auch ganztags 
mit der Möglichkeit zu vermehrten Pausen realisierbar sei (S. 26). Aus 
rheumatologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit wegen des chronisch-
rezidivierenden zervikospondylogenen bis zervikozephalen Schmerzsyn-
droms qualitativ eingeschränkt. Grundsätzlich bestehe für jegliche 
körperlich leichte bis mittelschwer belastende berufliche Tätigkeit eine nor-
male Arbeits- und Leistungsfähigkeit, sofern keine repetitiven Überkopfbe-
wegungen oder Arbeiten mit stereotypen Rotations- und 
Reklinationsbewegungen ausgeführt würden. Damit seien vielfältige phy-
sisch belastende manuelle Tätigkeiten ebenso möglich wie das Heben und 
Tragen von Lasten. Aus gynäkologischer Sicht könne keine Diagnose mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden. Für die geäusserte 
Dysmenorrhoe lasse sich kein organisches Korrelat finden. Auch aus all-
gemeininternistischer Sicht fänden sich keine weiteren Diagnosen mit Ein-

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fluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus polydisziplinärer Sicht bestehe für körper-
lich leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeiten eine Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von 80%. Diese sei vollschichtig umsetzbar bei vermehrtem 
Pausenbedarf. Die Einschränkung bestehe gemittelt über den Verlauf seit 
November 2014 (S. 27). Berufliche Massnahmen seien bei an sich guter 
Arbeitsmotivation empfehlenswert. Mit der Tätigkeit sollte sich die Explo-
randin identifizieren können; jene sollte nicht zu grosse schulische Anforde-
rungen mit zusätzlichem Stress notwendig machen sowie zeitlich klar 
geregelt sein (S. 28).

4.1.2 Im Bericht vom 24. Oktober 2017 (AB 93/3) nahm die Hausärztin Dr. 
med. F.________ Stellung zum psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS-
Expertise. Sie legte dar, jenes weise „zahlreiche formale und inhaltliche 
Mängel auf, weswegen auf das Gutachten nicht abgestellt werden sollte“. 
Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 
leichte Episode, kontrastiere in eklatanter Weise mit der von ihr diagnosti-
zierten komplexen posttraumatischen Belastungsstörung sowie mit der 
Lebensgeschichte der Patientin und mit ihrer psychiatrisch-
psychosomatischen Anamnese. Die Patientin habe zahlreiche gravierende 
Traumatisierungen vor allem durch exzessive Gewalt und durch massiven 
sexuellen Missbrauch erlebt, welche ihre psychische Entwicklung nachhal-
tig und bis heute auf schwerwiegende Art und Weise beeinträchtigt hätten 
(S. 3). Das psychiatrische Krankheitsbild der Beschwerdeführerin werde im 
genannten Teilgutachten nicht einmal annähernd in seiner Komplexität er-
fasst (S. 7). Es beständen folgende Diagnosen (S. 7 f.):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F 43.1) mit

- Symptomen einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Bor-

derline-Typus (ICD-10 F 60.31)

- rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-

10 F 33.0)

- Problemen bei Status nach sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch 

eine Person in der engeren Familie (ICD-10 Z61.4)

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

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• Status nach schädlichem Gebrauch von Heroin, Rohypnol und Dormicum, 

gegenwärtig seit 18 Jahren abstinent (ICD-10 F19.1)

• Schädlicher Gebrauch von Tabak (ICD-10 F17.1)

Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50% (S. 8).

4.1.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie, legte im Bericht vom 15. Januar 2018 (AB 96/3) dar, 
unter Berücksichtigung aller anlässlich der Begutachtung erhobenen Be-
funde sei die Beschwerdeführerin für „Frauenarbeiten“ beliebiger körperli-
cher Schwere ohne anhaltende Überkopfarbeiten „bis zu einem 100% 
Pensum“ leistungsfähig. Der gutachterlichen Leistungsbeurteilung könne 
somit nicht vollumfänglich gefolgt werden.

4.1.4 Im Bericht vom 25. Juni 2018 (in den Gerichtsakten) legte die RAD-
Ärztin Dr. med. G.________ dar, die Hausärztin habe die von ihr gestellten 
psychiatrischen Diagnosen im Wesentlichen aus anamnestischen Angaben 
der Beschwerdeführerin hergeleitet. Ihre Argumentation basiere nicht auf 
objektiven Befunden unter Zugrundelegung der ICD-10-Diagnosekriterien, 
sondern auf Arbeitshypothesen. Im Gegensatz zur Einschätzung der 
Hausärztin hätten sich anlässlich der polydisziplinären Begutachtung keine 
klinischen oder laborchemischen Zeichen einer chronischen Stress-
/Disstress-Reaktion gefunden, wie sie im Falle einer leistungsrelevanten 
Traumafolgestörung bzw. einer leistungsrelevanten chronisch verlaufenden 
psychischen Störung zu erwarten gewesen wären. Ausserdem hätten rigide 
Denk- und Verhaltensmuster oder eine eingeschränkte Einsichts- und Ver-
änderungsfähigkeit weder von der Hausärztin noch vom psychiatrischen 
Gutachter objektiviert werden können, womit die wesentlichen Diagnosekri-
terien einer Persönlichkeitsstörung ebenfalls nicht gegeben seien. Bei 
Berücksichtigung des Verhaltens über einen Zeitraum von 14 Tagen in un-
terschiedlichen Begutachtungs- und Leistungssituationen hätten keine psy-
chischen und somatischen und laborchemischen Befunde erhoben werden 
können, welche die Argumentation der Hausärztin stützten.

4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

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nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gut-
achten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beob-
achtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, 
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 
sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

4.3 Das polydisziplinäre Gutachten vom 28. August 2017 (AB 89.1/2) 
erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung (E. 4.2 hiervor) und über-
zeugt. Es beruht auf einlässlichen Untersuchungen und wurde unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden sowie in Kenntnis der Vorak-
ten erstattet. In der Darlegung der medizinischen Situation ist es wider-
spruchsfrei, die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet und es 
finden sich keine Hinweise für eine Unrichtigkeit. Folglich kommt dem Gut-
achten voller Beweiswert zu (E. 4.2 hiervor). In somatischer Hinsicht wurde 
die Expertise seitens der Beschwerdeführerin denn auch zu Recht nicht 
beanstandet. Was die in psychiatrischer Hinsicht geäusserte Kritik anbe-
langt, ist diese – wie nachfolgend aufgezeigt wird – nicht geeignet, die Be-
weiskraft des Gutachtens zu schmälern resp. Zweifel an der Zuverlässigkeit 
der gutachterlichen Beurteilung zu wecken:

4.3.1 Entgegen der Auffassung von Dr. med. F.________ (AB 93/4) hatte 
der psychiatrische Gutachter genügend Kenntnis sowohl der Beschwerden 
als auch der Lebensumstände der Beschwerdeführerin. Er berücksichtigte 
insbesondere auch deren ausführliche schriftliche Darstellung („Mein Le-
ben“ [AB 89.2/2-14]), die sie zur psychiatrischen Exploration mitbrachte 
(vgl. AB 89.1/11), sowie die mündlichen Angaben (AB 89.1/9, 89.1/16). Die 
entsprechenden Aufzeichnungen lagen denn auch dem Gutachten an die 

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Beschwerdegegnerin bei (AB 89/2), was Dr. med. F.________ verkennt: 
ihre Annahme, die Gutachterstelle hätte die Beschwerdegegnerin nicht 
über diese sehr wichtigen Informationen in Kenntnis gesetzt (AB 93/4 
oben), ist aktenwidrig. Wenn der psychiatrische Gutachter sodann darauf 
hinweist, dass die geklagten Beschwerden nicht in allen Teilen mit der Er-
scheinung und Präsentation im Untersuchungsgespräch übereinstimmten 
(AB 89.1/11), ist dies eine reine Feststellung, die ohne weiteres nachvoll-
ziehbar ist, wenn Verhalten und Anamnese – wie hier – kontrastieren. Die 
Schlussfolgerung von Dr. med. F.________, dies sei „völlig haltlos und 
schlicht nicht nachvollziehbar“ (AB 93/4 oben), ist somit nicht stichhaltig.

4.3.2 Was die monierte Dauer der psychiatrischen Exploration anbelangt 
(vgl. AB 93/4 gegen unten), ist darauf hinzuweisen, dass es für den Aussa-
gegehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer 
der Untersuchung ankommt; massgebend ist in erster Linie, dass die
Expertise – wie hier (vgl. E. 4.3 hiervor) – inhaltlich vollständig und im Er-
gebnis schlüssig ist. Immerhin muss der für eine psychiatrische Untersu-
chung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu 
beurteilenden Psychopathologie angemessen sein (SVR 2016 IV Nr. 35 S. 
110 E. 3.2.2; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 29. März 2010, 
8C_942/2009, E. 5.2). Mit Blick auf die im Gutachten erwähnten Angaben 
ist der zeitlicher Untersuchungsaufwand im angegebenen Umfang (AB 
89.1/11) – in Kenntnis der Vorakten – ausreichend.

4.3.3 In Bezug auf die diagnostische Einordnung ist weiter festzustellen, 
dass die von Dr. med. F.________ als Nicht-Fachärztin gestellte Diagnose 
einer „sog. komplexen posttraumatischen Belastungsstörung“ (AB 93/5) in 
der ICD-10-Klassifikation nicht vorgesehen ist. Abgesehen davon macht die 
Hausärztin keine Ausführungen zur zeitlichen Latenz von grundsätzlich 
sechs Monaten nach dem traumatisierenden Ereignis (vgl. 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi-
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
10. Aufl. 2015, S. 208). Sie beachtet bzw. diskutiert in diesem Zusammen-
hang – anders als der Gutachter (AB 89.1/12) – nicht, dass die Beschwer-
deführerin ab dem Jahr 2000 längere resp. jahrelange Anstellungs-
verhältnisse aufwies (AB 17/2), was gegen die genannte Diagnose spricht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2018, IV/18/357, Seite 12

Späte Folgen von extremer Belastung sind unter den Persönlichkeitsände-
rungen zu klassifizieren (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 208); eine 
solche haben indes sowohl der psychiatrische Gutachter (AB 89.1/12) als 
auch die RAD-Psychiaterin (Stellungnahme vom 25. Juni 2018 [in den Ge-
richtsakten], S. 4) überzeugend verworfen.

4.3.4 Erstellt ist, dass die Beschwerdeführerin eine Woche nach der 
psychiatrischen Exploration vom 18. Juli 2018 (AB 89.1/8) mit kahlgescho-
renem Kopf zur gynäkologischen Untersuchung vom 25. Juli 2018 (AB 
89.1/22) erschien und angab, „gestern sei sie durchgestartet“ und habe die 
Haare abschneiden müssen, „sie wisse nicht genau warum“ (AB 89.1/23). 
Wenn Dr. med. F.________ daraus einen Zusammenhang zur psychiatri-
schen Untersuchung ziehen will (AB 93/4 f.), ist dies rein spekulativ; sie 
führt denn auch nicht aus, weshalb dies erst eine Woche nach der Explora-
tion geschehen sei. Abgesehen davon hat die Beschwerdeführerin ge-
genüber der Gynäkologin nicht angegeben, sie hätte sich die Haare 
ausgerissen (vgl. AB 89.1/22 ff.), wie es Dr. med. F.________ geltend 
macht (AB 93/5), und die Gutachterin konnte auch keine Anzeichen für ein 
Ausreissen der Haare feststellen, was bei einem „impulsiven selbstverlet-
zenden“ (AB 93/4 unten) büschelweisen Haarausreissen (AB 93/5 oben) 
am Folgetag zu erwarten gewesen wäre.

4.3.5 Was schliesslich der Vorwurf von Dr. med. F.________ anbelangt, 
es sei „schlicht unfassbar“, dass der psychiatrische Experte Instabilitäten 
der Stimmung und der Beziehungen verneine (AB 93/7; vgl. AB 89.1/14), 
ist dies widersprüchlich. Denn Dr. med. F.________ führt selber aus, die 
Beschwerdeführerin habe ihr promiskuitives Verhalten einstellen und sich 
auf eine neue Beziehung – wenn auch geprägt von krisenartigen Konflikten 
– einlassen können (AB 93/7). 

4.3.6 Abgesehen davon, dass das Gericht der Erfahrungstatsache Rech-
nung tragen darf und soll, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten 
ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353), ist auf die 
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen 
(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 
Experten anderseits hinzuweisen. Diese lässt es nicht zu, ein medizini-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2018, IV/18/357, Seite 13

sches Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte zu anderslau-
tenden Einschätzungen gelangen. Da Dr. med. F.________ keine wichti-
gen Aspekte benannt hat, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt 
oder ungewürdigt geblieben sind – hatten die Gutachter doch Kenntnis vom 
hausärztlichen Bericht vom 17. August 2015 (AB 25/2; vgl. AB 89.1/4) –, 
führt die Divergenz in den Beurteilungen nicht zur Notwendigkeit weiterer 
medizinischer Abklärungen (SVR 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5, 2008 IV Nr. 
15 S. 44 E. 2.2.1).

4.4 Nach dem Dargelegten stellt die Kritik der behandelnden Ärztin das 
MEDAS-Gutachten nicht in Frage. Es bleibt die rechtliche Massgeblichkeit 
der im Gutachten aus psychiatrischer Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeit 
in angepassten Tätigkeiten von 20% (AB 89.1/27) im Rahmen einer sog. 
Indikatorenprüfung zu validieren (vgl. sogleich).

5.

5.1 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle Be-
weislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

5.1.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 
4.1 S. 296). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades 
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch fest-
gestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand von 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2018, IV/18/357, Seite 14

S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E.7.2 S. 429).

5.1.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf
Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 
2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287). Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der 
Ausschlussgründe eine versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt 
schliesslich auf der zweiten Ebene anhand eines normativen Prüfungsras-
ters mit einem Katalog von Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische 
Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer 
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) 
anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 
E. 3.6 S. 294). Es gilt im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften sys-
tematisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich 
in die Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsis-
tenz“ einteilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher 
Natur (E. 5 S. 304). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invali-
ditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der me-
dizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es 
daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell be-
weisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

5.2 Im Rahmen der Kategorie funktioneller Schweregrad (BGE 141 V 
281 E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex Gesundheitsschädigung zu 
prüfen (E. 4.3.1 S. 298): Hierzu ist festzuhalten, dass die diagnoserelevan-
ten Befunde und Symptome (E. 4.3.1.1 S. 298) nicht besonders stark aus-
geprägt sind. Der psychiatrische Experte diagnostizierte einzig eine leichte 
Episode einer rezidivierenden depressiven Störung (AB 89.1/12). Im Lichte 
der Untersuchungsbefunde sowie des geschilderten, weitgehend geregel-
ten Tagesablaufs bzw. der Aktivitäten (AB 89.1/10) überzeugt dies. Die 

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Beschwerdeführerin ist nur alle zwei Wochen bei Dr. med. F.________ in 
Behandlung, was für ein leicht ausgeprägtes Leiden spricht, und bedarf 
überdies keiner psychopharmakologischen Therapie (AB 89.1/7). Die Be-
schwerdeführerin konnte ihr Verhalten – zumindest teilweise – ändern (vgl. 
Bericht der Dr. med. F.________ vom 24. Oktober 2017 [AB 93/7 f.]), was 
auf mobilisierbare Ressourcen und damit sowohl gegen eine erhebliche 
Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit als auch gegen eine 
Behandlungsresistenz (E. 4.3.1.2 S. 299) spricht. Sodann stellen die Ko-
morbiditäten (E. 4.3.1.3 S. 300; vgl. AB 89.1/25 f.) hier kein schwerwiegen-
des Hindernis für die Überwindbarkeit der aus den psychischen 
Beeinträchtigungen fliessenden Einschränkungen dar; insbesondere ist der 
Cannabiskonsum ohne Weiteres sistierbar. Dasselbe gilt für den Komplex 
der Persönlichkeit (E. 4.3.2 S. 302), verneint der psychiatrische Experte 
doch überzeugend eine Persönlichkeitsstörung (AB 89.1/13 f.; vgl. auch E. 
4.3.3 hiervor). Auch der Komplex sozialer Kontext (E. 4.3.3 S. 303) spricht 
gegen die rechtliche Anerkennung der geltend gemachten Einschränkun-
gen, hält doch das soziale Umfeld mobilisierbare Ressourcen bereit. 
Gemäss eigenen Angaben anlässlich der Untersuchung geht die Be-
schwerdeführerin mit dem Hund spazieren, absolvierte einen Bewerbungs-
kurs, kocht für die Familie das Mittagessen, erledigt Haushaltsarbeiten, 
betätigt sich gerne im Garten und hat ein gutes Einvernehmen mit dem 
Ehemann und der Tochter (vgl. AB 89.1/10). Folglich kann von einem sozi-
alen Rückzug in allen Belangen des Lebens keine Rede sein. In der Ge-
samtbetrachtung fehlt es am erforderlichen funktionellen Schweregrad. Die 
Indikatorenprüfung gemäss BGE 141 V 281 zeigt weder im Komplex Ge-
sundheitsschädigung noch im Komplex Persönlichkeit oder im Komplex 
sozialer Kontext eine negative Beeinflussung.

Eine eingehende Konsistenzprüfung (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) erüb-
rigt sich vor diesem Hintergrund (vgl. Entscheid des BGer vom 21. April 
2016, 9C_367/2015, E. 4). Aus rechtlicher Sicht besteht kein invalidisieren-
der psychischer Gesundheitsschaden.

5.3 Mangels rechtlicher Relevanz der psychischen Gesundheitsstörung 
sind allein die somatischen Einschränkungen zu berücksichtigen, die einen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2018, IV/18/357, Seite 16

angepassten Arbeitsplatz bedingen und insbesondere nur leichte bis mittel-
schwer belastende Arbeiten zulassen (AB 89.1/22, 89.1/27 je oben).

Diese Einschränkungen schliessen die beantragte Umschulung zur ... oder 
zur ... (Beschwerde, S. 2) jedoch von vornherein aus: Die entsprechenden 
Berufsbilder beinhalten nicht nur Freude an der ...verarbeitung, welche 
während einem früheren Aufbautraining geweckt wurde (vgl. AB 54/3 f.), 
sondern nebst handwerklichem Geschick insbesondere auch eine gute 
gesundheitliche Verfassung. Die Tätigkeit ist körperlich anspruchsvoll, wird 
die Arbeit doch häufig im Stehen ausgeführt, zumal Heben und Tragen von 
Lasten meist unvermeidbar sind. Mit dem chronisch-rezidivierenden zevi-
kospondylogenen bis -cephalen Schmerzsyndrom (AB 89.1/24) erfüllt die 
Beschwerdeführerin die Voraussetzungen dafür nicht; so wurde ihr denn 
schon 2006 eine Arbeitsunfähigkeit für die körperlich anstrengende Tätig-
keit auf dem Bau attestiert (AB 73/5). Sie kann nur noch leicht bis mittel-
schwer belastende Tätigkeiten ausüben (AB 89.1/27). Dass positive 
Rückmeldungen von einer ... Fachschule vorlägen (vgl. Beschwerde, S. 7), 
ändert daran nichts. Damit ist denn auch nicht schädlich, dass sich ent-
sprechende Unterlagen (Bericht der Schule vom 21. November 2017 [Be-
schwerde, S. 7]) nicht in den Akten befinden. 

5.4 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 
22. März 2018 (AB 97) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Vorliegend sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und der 
unterliegenden Beschwerdeführerin zur Bezahlung aufzuerlegen. Diese 
werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2018, IV/18/357, Seite 17

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.