# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6459c156-5983-51b2-bb5b-746bbd5280a5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 23.02.2015 SK2 2014 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2014-5_2015-02-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 23. Februar 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 14 5 23. März 2016

Beschluss
II. Strafkammer

Vorsitz Hubert
Richter Pritzi und Schnyder
Aktuar Pers

In der strafrechtlichen Beschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Domini-
que Chopard, Werdstrasse 36, 8004 Zürich, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 6. Januar 
2014, mitgeteilt am 6. Januar 2014, in Sachen Y . _ _ _ _ _ A G , Beschwerdegeg-
nerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Casanova, Kornplatz 2, 7002 
Chur,

betreffend tödlicher Arbeitsunfall,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am Dienstag, 22. Mai 2012, um 08.50 Uhr, ereignete sich im Bereich des 
Kindergartens B._____ in O.1_____ ein Arbeitsunfall, bei welchem der bei der 
Firma Y._____AG in O.2_____ angestellte A._____ ein schweres Hirntrauma er-
litt, welchem er gegen 17.50 Uhr desselben Tages erlag. Der Unfall geschah 
während A._____ bei der Durchführung von Vermessungsarbeiten mit gespreizten 
Beinen über einem ausgehobenen Graben stand und die eine Grabenseite nach-
gab. In der Folge stürzte er in die Grube und wurde von den nachfolgenden Erd-
massen bis Mitte Brustkorb begraben.

B. Mit Verfügung vom 22. Mai 2012 eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden, Zweigstelle O.1_____, nach Prüfung der Akten und in Anwendung 
von Art. 309 StPO wegen des tödlichen Arbeitsunfalls zum Nachteil von A._____ 
eine Strafuntersuchung zur Abklärung der Unfalldynamik und eines allfälligen 
Drittverschuldens.

C. Am 18. August 2012 stellte Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schwaller na-
mens und im Auftrag der Witwe des Verstorbenen, X._____, zuhanden des Unter-
suchungsrichteramts O.1_____ vorsorglich Strafantrag gegen die möglicherweise 
Verantwortlichen bezüglich des fraglichen Ereignisses auf der Baustelle des Kin-
dergartens B._____.

D. Mit Parteimitteilung vom 23. August 2013 teilte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden den Beteiligten den Abschluss der Strafuntersuchung mit und stellte 
aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse den Erlass einer Einstel-
lungsverfügung in Aussicht. Allfällige Beweisanträge seien innert einer Frist von 
zehn Tagen seit Erhalt dieser Mitteilung geltend zu machen.

E. Mit Eingabe vom 20. September 2013 liess X._____, nunmehr vertreten 
durch Rechtsanwalt lic. iur. Dominique Chopard, innert erstreckter Frist beantra-
gen, es sei ein bautechnisches Gutachten zu veranlassen und es seien die 
vollständigen Personalakten des Verstorbenen bei der Arbeitgeberin zu beschlag-
nahmen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgetragen, dass im Polizei-
rapport von feinem und sandigem Material die Rede sei und der Baugrund durch 
frühere Eingriffe gelockert gewesen sei, was einen Böschungswinkel von 2:1 und 
nicht – wie von Arbeitgeberseite geltend gemacht – von 3:1 impliziere. Eine Ge-
samtbeurteilung durch einen zu beauftragenden Fachexperten sei unerlässlich. 
Ferner werde der Verstorbene von Seiten der Vorgesetzten zu Unrecht als Vorar-

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beiter hochstilisiert, obgleich sein Lohn nicht einmal dem Basislohn eines Bau-
Facharbeiters entspreche. Den Personalakten des Verstorbenen einschliesslich 
Lohnabrechnungen und Arbeitsverträgen komme nicht nur bezüglich der hier in-
teressierenden Lohnklasseeinteilung, sondern auch im Hinblick auf Ausbildungen, 
Weiterbildungen und Kursteilnahmen entscheidende Bedeutung zu. Vorliegend 
bestehe der dringende Verdacht, dass der Verstorbene weder als Vorarbeiter an-
gestellt noch als Vorarbeiter entlöhnt worden sei. Sei er aber nur Facharbeiter ge-
wesen, so habe die Arbeitgeberin eine erhöhte Instruktions- und Überwachungs-
pflicht getroffen. Die Personalakten seien demnach rechtserheblich. Schliesslich 
habe jeder Betrieb, insbesondere im Bauwesen, von Gesetzes wegen für die Si-
cherheit besorgt zu sein. Dies umfasse die Bestimmung eines Sicherheitsbeauf-
tragten, die Definition sicherheitsrelevanter Aufgaben, die Regelung von Kompe-
tenzen und Verantwortlichkeiten und vieles mehr. Diesbezügliche Untersuchungs-
handlungen seien vorliegend nicht ersichtlich und es sei völlig unbekannt, wer im 
involvierten Unternehmen als Sicherheitsbeauftragter bestimmt worden sei. Auch 
hier bestehe offensichtlich Ermittlungsbedarf.

F. In der Folge führte die Kantonspolizei Graubünden gestützt auf den Durch-
suchungs- und Beschlagnahmebefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 4. 
Oktober 2013 bei der Y._____AG in O.2_____ am 11. Oktober 2013 eine Haus-
durchsuchung durch, in deren Rahmen die vollständigen Personalakten des ver-
storbenen A._____ beschlagnahmt wurden. Des Weiteren erkundigte sich die 
Staatsanwaltschaft Graubünden bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (SUVA), ob diese gegen die Y._____AG Sanktionen verhängt habe. Die von 
der SUVA an die Y._____AG Bauunternehmung gerichtete Ermahnung im Zu-
sammenhang mit dem fraglichen Unfallereignis wurde der Staatsanwaltschaft am 
18. November 2013 zugestellt und befindet sich bei den Akten.

G. Mit Verfügung vom 6. Januar 2014, mitgeteilt gleichentags, stellte die 
Staatsanwaltschaft Graubünden das Strafverfahren betreffend tödlicher Arbeitsun-
fall zum Nachteil von A._____ ein. In der Begründung wurde ausgeführt, vorlie-
gend stehe fest, dass der ausgehobene Graben nicht der Bauarbeitenverordnung 
entsprochen habe. Ein Graben dieser Tiefe hätte entweder einen Böschungswin-
kel im Verhältnis von 3:1 aufweisen sollen oder mit Spriesselementen versehen 
werden müssen. Ebenfalls nicht den Bauregeln entsprechend sei das Deponieren 
des Aushubmaterials unmittelbar neben dem Grabenrand gewesen. Laut Aussa-
gen der Bauführer und aufgrund der Personalakten sei davon auszugehen, dass 
A._____ für die Ausführung solcher Arbeiten genügend ausgebildet und instruiert 
worden sei, dies unabhängig von seiner Bezeichnung als "capocantiere" oder "ca-

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posquadra". Diesbezüglich werde auf den Arbeitsplan und das darauf eingezeich-
nete Grabenprofil verwiesen. Insofern sei er für die gesetzeskonforme Ausführung 
der Arbeiten selber verantwortlich gewesen. Indem A._____ den fraglichen Gra-
ben mit senkrechten Böschungen habe errichten lassen, habe er folglich eine 
Sorgfaltspflicht verletzt, welche ihm zum Verhängnis geworden sei. Ein Mitver-
schulden der Bauführer wurde mit der Begründung verneint, dass der vorliegend 
auszuhebende Entwässerungsgraben keine schwierige Arbeit dargestellt habe 
und von den Bauführern daher keine fortdauernde Präsenz auf der Baustelle habe 
gefordert werden können, zumal der Vorarbeiter für die auszuführenden Arbeiten 
instruiert und ausgebildet gewesen sei. Dadurch, dass sie am Unfalltag, um 09.30 
Uhr, einen Augenschein hätten vornehmen müssen, seien sie ihren Sorgfalts-
pflichten nachgekommen. Im Übrigen könne die Voraussehbarkeit des Erfolgsein-
stritts für die Bauführer nicht bejaht werden, denn sie hätten mit dem fehlerhaften 
Verhalten des Verunfallten aufgrund seiner Ausbildung und Instruktion nicht rech-
nen müssen. Unter diesen Umständen könne ihnen kein Vorwurf strafrechtlicher 
Relevanz gemacht werden. Der Antrag um Erstellung eines bautechnischen Gut-
achtens wurde sodann abgelehnt. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft könnte 
ein solches nichts anderes ergeben, als dass der fragliche Graben nicht gesetzes-
konform erstellt worden sei, was unbestritten sei. Was die Böschungswinkel anbe-
lange, sei lediglich darauf hingewiesen, dass bei Beachtung derselben, sei es im 
Verhältnis 3:1 oder 2:1, für A._____ nicht mehr die Möglichkeit bestanden hätte, 
sich über dem Graben mit gespreizten Beinen zu positionieren, um Messungen 
durchzuführen. Folgerichtig wäre es dann auch nicht zu dem fatalen Unfall ge-
kommen.

H. Gegen diesen Entscheid der Staatsanwaltschaft Graubünden liess die Wit-
we des verstorbenen A._____, X._____, am 20. Januar 2014 Beschwerde an das 
Kantonsgericht von Graubünden mit folgendem Rechtsbegehren erheben:

"1. Es sei die Einstellungsverfügung vom 8. Januar 2014 vollumfänglich 
aufzuheben.

2. Es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, zu ermitteln;

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse."

Im Wesentlichen wird geltend gemacht, der rechtserhebliche Sachverhalt erweise 
sich als unzureichend festgestellt. Die Beschwerdeführerin rügt zum einen, dass 
die Staatsanwaltschaft keine bautechnische Expertise veranlasst hat, obwohl eine 
solche angesichts der vorliegend nicht eindeutigen Umstände zwingend erforder-
lich sei. So habe schon Bauingenieur C._____, Ing. dipl. ETH, in seinem Bericht 
vom 17. Februar 2013 auf die Mangelhaftigkeit der angeblich ausgehändigten 

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Planskizze hingewiesen, indem er diese als offensichtlich falsch oder unkomplett 
bezeichnet habe. Der zu beauftragende bautechnische Experte habe aufgrund der 
örtlichen Gegebenheiten im Einzelnen klar aufzuzeigen, wie die Arbeit für die ein-
zelnen Bauphasen hätte organisiert werden müssen. Zum anderen sei es unrich-
tig, wenn die Staatsanwaltschaft ohne Expertenwissen annehme, dass der auszu-
hebende Entwässerungsgraben keine schwierige Arbeit dargestellt habe; tatsäch-
lich hätten Geometrie, Baugrund und dessen Vorgeschichte ein qualifiziert geplan-
tes Vorgehen erfordert. Auch hierzu hätte eine bauchtechnische Expertise veran-
lasst werden müssen, hänge von der Beantwortung dieser Frage doch das Aus-
mass der erforderlichen Überwachung durch die Bauführer ab. Abgesehen davon 
seien die angebliche Instruktion des Verstorbenen zweifelhaft und die Angaben 
hierzu widersprüchlich. Zudem sei auch die Ausbildung des Verstorbenen nicht 
derart, dass eine Überwachung entbehrlich gewesen wäre. Diesbezüglich werde 
am in der Eingabe vom 30. September (recte 20. September) 2013 gemachten 
Hinweis, dass der Verstorbene zum Salär eines einfachen Bauarbeiters entlöhnt 
worden sei, festgehalten.

I. Mit Stellungnahme vom 27. Januar 2014 beantragte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden unter Hinweis auf die angefochtene Einstellungsverfügung und die 
Akten die Abweisung der Beschwerde.

J. Mit Vernehmlassung vom 4. März 2014 stellte auch die Y._____AG Antrag 
auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Im vorliegenden Fall lasse sich zu-
sammenfassend folgendes feststellen: beim Verunfallten habe es sich um einen 
gut ausgebildeten, erfahrenen Bauarbeiter in der Stellung eines Gruppenfüh-
rers/Vorarbeiters gehandelt; die einfache Arbeit sei richtig erklärt und mittels einer 
Handskizze dokumentiert worden; der Verunfallte habe die Anweisung verstanden 
und vorerst auch richtig umgesetzt; sprachliche Schwierigkeiten könnten ausge-
schlossen werden; auftragsgemäss sei zuerst der Humus abgetragen und wegge-
bracht worden; der Verunfallte habe seinem Untergebenen (gemeint dem Bagger-
führer) entgegen den einfachen, klaren und unmissverständlichen Anweisungen 
falsche Instruktionen erteilt; die Überwachung sei adäquat gewesen.

K. Mit Replik vom 24. März 2014 hielt X._____ an der Beschwerde und deren 
Begründung vollumfänglich fest. Zusätzlich wurde der Antrag gestellt, die Eingabe 
der Y._____AG vom 4. März 2014 sei aus dem Recht zu weisen. Es sei völlig un-
klar, in welcher Stellung die Bauunternehmung am vorliegenden Verfahren teil-
nehme; eine Parteistellung sei weder ersichtlich oder dargetan noch werde eine 
solche auch nur im Ansatz behauptet. Im Übrigen bleibe es dabei, dass der Ver-

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storbene als Bauarbeiter B qualifiziert und entlöhnt worden sei und keinesfalls als 
Baufacharbeiter, geschweige denn als Vorarbeiter. Spezielle Erfahrungen im Gra-
benbau seien weder ersichtlich noch dargetan. Die Handskizze, deren Aushändi-
gung fraglich sei, widerspreche den mündlich erteilten Anweisungen. Die techni-
schen Anforderungen infolge des Baugrunds und der unterschiedlichen Grubentie-
fe bedürften einer bautechnischen Expertise. Die Überwachung des Verstorbenen 
sei offensichtlich ungenügend gewesen.

L. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 1. April 
2014 auf die Einreichung einer Stellungnahme.

M. Am 14. April 2014 reichte die Y._____AG innert erstreckter Frist ihre Duplik 
mit unverändertem Rechtsbegehren ein. Entgegen der Auffassung der Beschwer-
deführerin seien nicht nur die Parteien, sondern auch die anderen Verfahrensbe-
teiligten, worunter die Staatsanwaltschaft die Y._____AG subsumiert habe, be-
schwerdeberechtigt. Seien die Verfahrensbeteiligten aber berechtigt, Beschwerde 
zu führen, seien sie ebenso berechtigt, eine entsprechende Vernehmlassung ab-
zugeben. Ferner wurde daran festgehalten, dass es sich beim Aushub eines Gra-
bens, welcher insbesondere im Tiefbau zur Standardkompetenz gehöre, ganz of-
fensichtlich nicht um eine schwierige Arbeit handle. Im Weiteren wurde noch ein-
mal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Verstorbene als Gruppenführer 
und Vorarbeiter tätig gewesen sei. Er sei richtig instruiert worden und zudem be-
fähigt gewesen, diese Kleinbaustelle zu leiten, zumal er solche Arbeiten schon 
mehrfach ausgeführt habe. Für den Aushub eines einfachen Grabens werde im 
Übrigen auf keiner Baustelle ein individuelles Sicherheitskonzept erstellt. Der Auf-
trag sei einfach und eindeutig gewesen, weshalb keine weitergehenden Sicher-
heitsmassnahmen hätten geplant und angeordnet werden müssen.

Auf die weitergehenden Ausführungen in der angefochtenen Einstellungsverfü-
gung sowie in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen:

1. Nach Art. 322 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO 
kann gegen eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Beschwerde erho-
ben werden. Beschwerdeinstanz ist nach Art. 22 des Einführungsgesetzes zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) das Kantonsge-

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richt von Graubünden. Die Beschwerdefrist gegen eine staatsanwaltschaftliche 
Einstellungsverfügung beträgt zehn Tage (Art. 322 Abs. 2 StPO). Gemäss Art. 396 
Abs. 1 StPO ist die Beschwerde schriftlich und begründet bei der Beschwerdein-
stanz einzureichen. Mit der Beschwerde können nach Art. 393 Abs. 2 StPO 
Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermes-
sens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder 
unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. 
c) gerügt werden. Die Frist- und Formerfordernisse gegen die am 6. Januar 2014 
mitgeteilte Einstellungsverfügung wurden mit der am 20. Januar 2014 eingereich-
ten Beschwerdeschrift eingehalten.

2. Die Strafprozessordnung enthält keine abschliessende Liste der nicht-
behördlichen, zur Beschwerde legitimierten Personen. Vielmehr kann gemäss der 
allgemeinen Bestimmung zur Rechtsmittellegitimation in Art. 382 Abs. 1 StPO jede 
Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 
eines Entscheids hat, Beschwerde ergreifen. Die StPO unterscheidet dabei im 
Grundsatz zwischen „Parteien“ (Art. 104 StPO) und „anderen Verfahrensbeteilig-
ten“ (Art. 105 StPO). Diese Unterscheidung ist hinsichtlich der Beschwerdelegiti-
mation insofern von Bedeutung, als die Parteien verfahrensgestaltende Rechte 
haben und die anderen Verfahrensbeteiligten oftmals nur punktuell über ein recht-
lich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids ver-
fügen. Obwohl Art. 382 Abs. 1 StPO die Beschwerdelegitimation nur der „Partei“ 
zuspricht, sind auch andere Verfahrensbeteiligte gestützt auf Art. 105 Abs. 2 StPO 
zur Beschwerde legitimiert. Diese Bestimmung spricht den anderen Verfahrensbe-
teiligten Verfahrensrechte einer Partei und dadurch auch das in Art. 382 Abs. 1 
StPO statuierte Recht der Parteien zur Beschwerdeführung in dem Umfang zu, 
wie sie durch hoheitliche Verfahrenshandlungen in ihren Rechten unmittelbar be-
troffen sind und dies zur Wahrung ihrer Interessen erforderlich ist. Bei sämtlichen 
Parteien und Verfahrensbeteiligten bilden gemeinsame und kumulative Voraus-
setzungen für die Beschwerdebefugnis das Vorliegen der Rechtsfähigkeit, der 
Prozessfähigkeit und der Beschwer (vgl. zum Ganzen Patrick Guidon, Die Be-
schwerde gemäss Schweizer Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, N 221 
ff.).

a. Gemäss Art. 322 Abs. 2 StPO kann die Einstellungsverfügung von den Par-
teien angefochten werden. Parteien sind im Haupt- und Rechtsmittelverfahren ne-
ben der Staatsanwaltschaft die beschuldigte Person sowie die Privatklägerschaft 
(Art. 104 Abs. 1 StPO). Als Privatklägerin gilt die Geschädigte, die ausdrücklich 
erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen, wobei der 

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Strafantrag dieser Erklärung gleichgestellt ist (Art. 118 Abs. 1 und 2 StPO). Als 
geschädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten unmit-
telbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Privatklägerschaft setzt somit 
Geschädigteneigenschaft gemäss Art. 115 Abs. 1 StPO voraus. Eine Ausnahme 
hiervon gilt allerdings für die Angehörigen des Opfers gemäss Art. 116 Abs. 2 
StPO, die zwar keine geschädigten Personen im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO 
sind, sich aber gleichwohl als Privatkläger konstituieren dürfen, um eigene Zivilan-
sprüche adhäsionsweise geltend zu machen (Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, 
in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 2 f. zu Art. 118 StPO). Im vorliegenden Fall 
wird die Ehefrau des Verstorbenen vom Anwendungsbereich von Art. 116 Abs. 2 
StPO erfasst, infolgedessen sie als indirektes Opfer gilt und das Recht hat, sich 
als Privatklägerin zu konstituieren und dabei eigene, aus der Straftat abgeleitete 
Zivilansprüche adhäsionsweise geltend zu machen (vgl. Mazzucchelli/Postizzi, 
a.a.O., N 11 und N 49 zu Art. 115 StPO). 

b. Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schwaller reichte mit Schreiben vom 18. Au-
gust 2012 zuhanden der Staatanwaltschaft Graubünden namens und im Auftrag 
von X._____ vorsorglich Strafantrag gegen die möglicherweise Verantwortlichen 
bezüglich des Ereignisses auf der Baustelle des Kindergartens B._____ ein (act. 
1.4). Wie bereits erwähnt, ist nach Art. 118 Abs. 2 StPO der Strafantrag der Er-
klärung nach Art. 118 Abs. 1 StPO gleichgestellt. Indem X._____ Strafantrag stel-
len liess, trat sie somit automatisch in die Stellung der Privatklägerschaft (Viktor 
Lieber, in: Donatsch/ Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 4 zu Art. 118 StPO). Davon 
schien im Übrigen auch die Staatsanwaltschaft auszugehen, setzte sie doch mit 
Parteimitteilung vom 23. August 2013 X._____ über den Abschluss der Strafunter-
suchung in Kenntnis (act. 1.17) und behandelte sie auch insoweit als Verfahrens-
partei (vgl. hierzu Art. 318 Abs. 1 StPO, welcher als Adressaten der Parteimittei-
lung die Parteien nennt). Ferner wurde X._____ in der angefochtenen Einstel-
lungsverfügung ausdrücklich unter dem Begriff Privatklägerschaft aufgeführt (act. 
1.39). Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass sich X._____ geset-
zeskonform als Privatklägerin konstituiert hat, so dass auf ihre Beschwerde einzu-
treten ist.

3. Die Beschwerdeführerin beantragt zunächst, die Eingabe der Y._____AG 
(act. I.3) aus dem Recht zu weisen. Sie vertritt die Auffassung, dass völlig unklar 
sei, in welcher Stellung diese am vorliegenden Verfahren teilnehme. Eine Partei-
stellung sei weder ersichtlich noch dargetan oder auch nur im Ansatz behauptet. 

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Dem kann nicht gefolgt werden. Wie an vorangegangener Stelle dargelegt, kann 
die Einstellungsverfügung von den Parteien angefochten werden (Art. 322 Abs. 2 
StPO), wobei unter den Parteibegriff neben der Staatsanwaltschaft die beschuldig-
te Person sowie die Privatklägerschaft fallen (Art. 104 Abs. 1 StPO). Unter be-
schuldigter Person versteht man im Sinne eines Oberbegriffs jene natürliche oder 
juristische Person, die in einer Strafuntersuchung, einem Strafantrag oder von ei-
ner Strafbehörde in einer Verfahrenshandlung einer Straftat verdächtigt, beschul-
digt oder angeklagt wird. Als beschuldigte Personen kommen auch Unternehmen 
in Betracht (Marc Engler, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 1 f. zu Art. 111 
StPO). Als Bauunternehmung, deren Verantwortungsbereich die Baustelle unter-
lag, auf welcher sich der gegenständliche Arbeitsunfall ereignet hat, kann bei der 
Y._____AG ohne weiteres von einer beschuldigten Person und somit einer Partei 
im Sinne des Gesetzes gesprochen werden. Davon scheint denn auch die Staats-
anwaltschaft ausgegangen zu sein, hat sie doch in der angefochtenen Einstel-
lungsverfügung die Verantwortlichkeit der Bauunternehmung und der zuständigen 
Bauführer geprüft und ihren Entscheid in Anwendung von Art. 321 StPO auch der 
Y._____AG zugestellt (act. 1.39). Kommt Letzterer als Partei aber die Beschwer-
deberechtigung gegen eine Einstellungsverfügung zu, so muss ihr zwangsläufig 
auch die Möglichkeit offenstehen, im Falle einer erhobenen Beschwerde seitens 
einer anderen Verfahrenspartei ihrerseits eine Vernehmlassung einzureichen und 
zu den mit der Beschwerde aufgeworfenen Punkten Stellung zu nehmen. Dem 
Antrag der Beschwerdeführerin, die Eingabe der Y._____AG vom 4. März 2014 
aus dem Recht zu weisen, kann folglich nicht entsprochen werden. Was den in 
diesem Zusammenhang gestellten Eventualantrag anbelangt, wonach im Falle der 
Zulassung der betreffenden Eingabe bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen 
sei, dass D._____ gemäss Handelsregisterauszug mit Kollektivprokura für die 
Y._____AG zeichnungsberechtigt sei und mithin Organstellung inne habe, kann 
festgehalten werden, dass das Gericht die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO 
frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung würdigt. 
Der alleinige Umstand, dass D._____ einerseits Organstellung zukommt und an-
dererseits als zuständiger Bauführer ein unmittelbares Interesse am Ausgang des 
Verfahrens hat, reicht allerdings nicht aus, dessen Aussagen von vornherein die 
Glaubwürdigkeit abzusprechen bzw. eine geringere Glaubwürdigkeit zuzuspre-
chen als den übrigen Aussagen. Grundsätzlich gilt nämlich, dass die Aussagen 
von Zeugen, Auskunftspersonen und Angeklagten vollgültige Beweismittel mit 
derselben Beweiseignung darstellen. Bei der Beweiswürdigung ist nicht die Form, 
sondern der Gesamteindruck, d.h. die Art und Weise der Bekundung, sowie die 

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Überzeugungskraft der Beweismittel im Einzelfall, entscheidend (Robert Hau-
ser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., 
Basel 2005, § 54 N 5). Insofern stellen auch seine Aussagen ein taugliches Be-
weismittel dar, welche vom Gericht auf ihre materielle Richtigkeit hin zu würdigen 
sind.

4.a. Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist ein Strafverfahren unter anderem 
dann einzustellen, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfer-
tigt. Dies ist dann der Fall, wenn nach der gesamten Aktenlage nicht genügend 
Anhaltspunkte für das Vorliegen einer strafbaren Handlung gegeben sind und so-
mit ein Freispruch zu erwarten ist. Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft bei 
der Frage, ob ein genügender Tatverdacht besteht, Zurückhaltung aufzuerlegen. 
Im Zweifelsfalle ist in Beachtung des Grundsatzes „in dubio pro duriore“ von einer 
Einstellung abzusehen. Dieser Grundsatz bedeutet, dass eine Einstellung durch 
die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit beziehungsweise 
offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf. Hinge-
gen ist – sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt – An-
klage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Frei-
spruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs und einer Verurteilung 
in etwa die Waage halten, drängt sich nach dem genannten Grundsatz in der Re-
gel, insbesondere bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf 
(BGE 137 IV 219 E. 7 S. 226 f.; Urteile des Bundesgerichts 1B_687/2011 vom 27. 
März 2012, E. 4; 1B_78/2012 vom 3. Juli 2012, E. 4). Erscheint dagegen die Mög-
lichkeit einer Verurteilung bei Würdigung sämtlicher Umstände im Sinne dieser 
Rechtsprechung als unwahrscheinlich oder jedenfalls deutlich geringer als ein 
Freispruch, so ist das Verfahren einzustellen. Daraus ergibt sich aber auch, dass 
die Staatsanwaltschaft nicht jedes Mal, wenn nach dem durchgeführten Beweis-
verfahren irgendwelche Zweifel über den sich abgespielten Sachverhalt offen blei-
ben, Anklage zu erheben hat. Vielmehr hat sie dies nur dann zu tun, wenn im 
Zweifel steht, ob aufgrund der Beweislage eine Verurteilung durch ein Gericht er-
folgen kann, beziehungsweise als möglich erscheint. Es kann sich aber so darstel-
len, dass durch berechtigte Zweifel am abgeklärten Sachverhalt eine Verurteilung 
unzweifelhaft als äusserst unwahrscheinlich erscheint. Wenn die Staatsanwalt-
schaft einen solchen Fall durch Ausübung pflichtgemässen Ermessens erkannt 
hat, kann sie das Verfahren einstellen. Dies ergibt sich auch aus Art. 324 Abs. 1 
StPO, wonach dann Anklage zu erheben ist, wenn die Staatsanwaltschaft auf-
grund der Untersuchung die Verdachtsgründe als hierfür hinreichend erachtet.

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b. Die Staatsanwaltschaft führte in der angefochtenen Einstellungsverfügung 
aus, vorliegend stehe fest, dass der ausgehobene Graben nicht der Bauarbeiten-
verordnung entsprochen habe. Ein Graben dieser Tiefe hätte entweder einen Bö-
schungswinkel im Verhältnis von 3:1 aufweisen sollen oder mit Spriesselementen 
versehen werden müssen. Ebenfalls nicht den Bauregeln entsprechend sei das 
Deponieren des Aushubmaterials unmittelbar neben dem Grabenrand gewesen. 
Laut Aussagen der Bauführer und aufgrund der Personalakten sei davon auszu-
gehen, dass A._____ für die Ausführung solcher Arbeiten genügend ausgebildet 
und instruiert worden sei, dies unabhängig von seiner Bezeichnung als "capocan-
tiere" oder "caposquadra". Diesbezüglich werde auf den Arbeitsplan und das dar-
auf eingezeichnete Grabenprofil verwiesen. Insofern sei er für die gesetzeskon-
forme Ausführung der Arbeiten selber verantwortlich gewesen. Indem A._____ 
den fraglichen Graben mit senkrechten Böschungen habe errichten lassen, habe 
er folglich eine Sorgfaltspflicht verletzt, was ihm zum Verhängnis geworden sei. 
Ein Mitverschulden der Bauführer wurde mit der Begründung verneint, dass der 
vorliegend auszuhebende Entwässerungsgraben keine schwierige Arbeit darge-
stellt habe und von den Bauführern daher keine fortdauernde Präsenz auf der 
Baustelle habe gefordert werden können, zumal der Vorarbeiter für die auszu-
führenden Arbeiten instruiert und ausgebildet gewesen sei. Dadurch, dass sie am 
Unfalltag, um 09.30 Uhr, einen Augenschein hätten vornehmen müssen, seien sie 
ihren Sorgfaltspflichten nachgekommen. Im Übrigen könne die Voraussehbarkeit 
des Erfolgseinstritts für die Bauführer nicht bejaht werden, denn sie hätten mit 
dem fehlerhaften Verhalten des Verunfallten aufgrund seiner Ausbildung und In-
struktion nicht rechnen müssen. Unter diesen Umständen könne ihnen kein Vor-
wurf strafrechtlicher Relevanz gemacht werden.

5.a. Nach Art. 117 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Gelds-
trafe bestraft, wer fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht. Gemäss Art. 12 
Abs. 3 StGB handelt fahrlässig, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidri-
ger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig 
ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach 
den Umständen verpflichtet ist. Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung oder 
Körperverletzung setzt voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verletzung einer 
Sorgfaltspflicht verursacht hat. Ein Verhalten ist sorgfaltswidrig, wenn der Täter im 
Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkei-
ten die damit bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen 
können und müssen, und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos 
überschritten hat. Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, be-

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stimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen 
Vorschriften. Fehlen solche, kann auf analoge Regeln privater oder halbprivater 
Vereinigungen abgestellt werden, sofern diese allgemein anerkannt sind, oder auf 
allgemeine Rechtsgrundsätze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz (BGE 135 
V 56 E. 2.1 S. 64; 134 IV 193 E. 7.2 S. 203 f.; 127 IV 62 E. 2.d S. 64 f., je mit Hin-
weisen). Für die auf dem Bau zu beachtenden Sicherheitsvorschriften sind insbe-
sondere die Verordnung über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Ar-
beitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (Bauarbeitenverordnung, 
BauAV; SR 832.311.141) und die Verordnung über die Verhütung von Unfällen 
und Berufskrankheiten (Verordnung über die Unfallverhütung, VUV; SR 832.30) 
massgebend.

b. Als Bauführer und Angestellte der Y._____AG vertraten D._____ und 
E._____ die Bauunternehmung auf der Baustelle. Als Bauführer oblag ihnen die 
Leitung der Baustelle. Gemäss der Rechtsprechung können die mit der Leitung 
oder Ausführung eines Bauwerks betrauten Personen nicht für sämtliche Missach-
tungen von Vorschriften strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, son-
dern es ist in jedem Einzelfall abzuklären, wie weit der Aufgabenkreis und somit 
der Verantwortlichkeitsbereich der Beteiligten reichen. Zu den Aufgaben der Bau-
leitung zählen die Koordination und Überwachung der gesamten Bauarbeiten. Sie 
muss die durch die Umstände gebotenen Sicherheitsvorkehrungen anordnen und 
generell für die Einhaltung der anerkannten Regeln der Baukunde sorgen. Die 
Bauleitung muss die Bauarbeiter sorgfältig auswählen, ihnen die notwendigen An-
leitungen erteilen und sie überwachen. Wesentliche Entscheide hat sie selber zu 
treffen. Eine Pflicht zur permanenten Überwachung erfahrener Mitarbeiter besteht 
hingegen nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_4/2012 vom 19. April 2012 E. 
5.3; 6B_566/2011 vom 13. März 2012 E. 2.3.3; 6B_1016/2009 vom 11. Februar 
2010 E. 5.2, je mit Hinweisen; Bruno Roelli/Petra Fleischhanderl, in: Nigg-
li/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, N 21 
zu Art. 229 StGB).

c. Eine Sorgfaltspflichtverletzung ist nur anzunehmen, wenn der Täter eine 
Gefährdung der Rechtsgüter von Dritten hätte voraussehen können und müssen. 
Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Die 
Adäquanz ist zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände als Mitursa-
che hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die 
derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache 
des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren – na-
mentlich das Verhalten der Bauführer – in den Hintergrund drängen. Damit der 

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Eintritt des Erfolgs auf die Sorgfaltspflichtverletzung des Täters zurückzuführen ist, 
genügt allerdings seine Voraussehbarkeit nicht. Weitere Voraussetzung ist viel-
mehr, dass der Erfolgt bei pflichtgemässem Verhalten des Täters auch vermeidbar 
war (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 65 mit Hinweisen). Die Straftat der fahrlässigen 
Tötung nach Art. 117 StGB kann auch durch Unterlassen begangen werden. Ein 
sog. unechtes Unterlassungsdelikt ist gegeben, wenn im Gesetz wenigstens die 
Herbeiführung des Erfolgs durch Tun ausdrücklich mit Strafe bedroht wird, der 
Beschuldigte durch sein Tun den Erfolg tatsächlich hätte abwenden können und 
infolge seiner Garantenstellung dazu auch verpflichtet war, so dass die Unterlas-
sung der Erfolgsherbeiführung durch aktives Tun gleichwertig erscheint (Art. 11 
StGB). Die Rechtsprechung bejaht bei Körperverletzungen eine Garantenstellung 
der Bauleitung aus Ingerenz mit den gleichen Überlegungen wie bei der Gefähr-
dung durch Verletzung der Regeln der Baukunde nach Art. 229 StGB (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_566/2011 vom 13. März 2012 E. 2.3.3 mit Hinweisen). Glei-
ches muss auch im Rahmen von Art. 117 StGB gelten (vgl. zum Ganzen Urteil des 
Bundesgerichts 6B_342/2012 vom 8. Januar 2013 E. 2).

6.a. Unbestritten ist vorliegend, dass die vom Verstorbenen ausgehobene Bau-
grube nicht den Regeln der Baukunde entsprach. Nach Art. 55 Abs. 2 BauAV sind 
Gräben von mehr als 1.5 m Tiefe, die nicht verspriesst werden, gemäss Art. 56 
BauAV abzuböschen oder durch andere geeignete Massnahmen zu sichern. Der 
vorliegend zur Diskussion stehende Graben wies an manchen Stellen eine Tiefe 
von 2.1 m auf (act. 2.2). Dennoch wurde er weder – wie vorgeschrieben im Ver-
hältnis von 3:1 (Art. 56 Abs. 4 lit. a Ziff. 1 BauAV) – geböscht noch verspriesst. 
Ebenso wenig wurden andere allenfalls in Frage kommenden Sicherungsmass-
nahmen getroffen.

Dass der Graben, in welchem der Ehemann der Beschwerdeführerin verunglückte, 
nicht vorschriftsgemäss erstellt wurde, ist unbestritten. Die Beschwerdeführerin 
macht in diesem Zusammenhang geltend, die Anfangstiefe des Grabens habe 
gemäss Bauführer E._____ lediglich 0.8 m bis 1.2 m betragen, so dass in diesem 
Bereich – da weniger als 1.5 m tief – weder ein Böschungswinkel einzuhalten 
noch eine Verspriessung vorzunehmen gewesen seien. Die angeblich dem Ver-
storbenen ausgehändigte Planskizze zeige demgegenüber eine Grabentiefe von 
1.8 m. Angesichts dieser nicht eindeutigen Umstände sei es zwingend erforderlich, 
eine bautechnische Expertise zu veranlassen. Bauingenieur C._____, Ing. dipl. 
ETH, habe in seinem Bericht vom 17. Februar 2013 auf die Mangelhaftigkeit der 
angeblich ausgehändigten Planskizze hingewiesen und die dem Verstorbenen 
gegebene Instruktion als offensichtlich falsch oder unkomplett bezeichnet. Der zu 

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beauftragende bautechnische Experte habe aufgrund der örtlichen Gegebenheiten 
im Einzelnen klar aufzuzeigen, wie die Arbeit für die einzelnen Bauphasen hätte 
organisiert und überwacht werden müssen. Ferner hätten Geometrie, Baugrund 
und dessen Vorgeschichte ein qualifiziert geplantes Vorgehen erfordert, weshalb 
die Staatsanwaltschaft zu Unrecht ohne Expertenwissen angenommen habe, dass 
der auszuhebende Entwässerungsgraben keine schwierige Arbeit dargestellt ha-
ben soll. Auch hierzu hätte eine bautechnische Expertise veranlasst werden müs-
sen, hänge von der Beantwortung dieser Frage letztlich doch auch das Ausmass 
der erforderlichen Überwachung und Kontrolle durch die Bauführer ab. Zudem sei 
der Verstorbene auch aufgrund seiner Ausbildung nicht in der Lage gewesen, oh-
ne spezielle Anleitung und ohne jede Überwachung das konkrete Werk zu erstel-
len. Insgesamt habe die Staatsanwaltschaft die Bauführung ohne Prüfung der Si-
cherheitsorganisation entlastet. Daraus erhellt nun aber, dass die Beschwerdefüh-
rerin entgegen dem, was die Staatsanwaltschaft und die Beschwerdegegnerin of-
fenbar anzunehmen scheinen, nicht zur Frage des vorschriftsgemässen Aushubs 
der Baugrube die Einholung einer Expertise verlangt, sondern zur Frage, wie die 
Arbeiten für die einzelnen Bauphasen hätten organisiert, instruiert und überwacht 
werden müssen. Soweit Staatsanwaltschaft und Beschwerdegegnerin in diesem 
Zusammenhang die Auffassung vertreten, auf die Erstellung eines bautechnischen 
Gutachtens könne verzichtet werden, weil ein solches ohnehin nur den Umstand 
bestätigen könne, dass sich der Verstorbene unbestrittenermassen nicht an die 
gesetzlichen Vorgaben gehalten habe, sind sie somit nicht zu hören. Die Frage, ob 
die Einholung der beantragten Expertise im konkreten Fall erforderlich ist, ist nach 
dem Gesagten mit Blick auf die für die gegenständlichen Arbeiten notwendige Or-
ganisation, Instruktion und Überwachung zu beurteilen. 

b. Betrachtet man die sich bei den Akten befindliche Planskizze (act. 2.3), so 
erscheint zumindest fraglich, ob die damit vermittelten Anweisungen und Instrukti-
onen ausreichend Aufschluss über die auszuführenden Grabenarbeiten zu geben 
vermochten. Zunächst kann mit Blick auf die Planskizze festgestellt werden, dass 
sich darauf nebst einer Ansicht des Spielplatzes aus der Vogelperspektive auch 
ein von Hand eingezeichnetes Grabenprofil befindet. Dieses von Hand angefertig-
te Grabenprofil muss als relativ rudimentär bezeichnet werden. So geht daraus 
zwar hervor, dass bei den Grabenarbeiten gemäss Plan eine Böschung vorgese-
hen war, auch wenn diese nicht dem nach Art. 56 Abs. 4 lit. a Ziff. 1 BauAV vorge-
schriebenen Verhältnis von 3:1 entspricht, was wohl damit zusammenhängt, dass 
die Proportionen als Folge der lediglich von Hand erstellten Skizze nicht stimmen. 
Ferner ist nicht ganz klar, was mit dem als "2. Teil" bezeichneten, unmittelbar an 

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den Grabenaushub mit einer Tiefe von 1.8 m angrenzenden Aushub mit einer Tie-
fe von 1.2 m gemeint sein soll, zumal sich für einen derartigen Aushub auch in den 
übrigen Unterlagen keine Hinweise finden lassen. Kommt hinzu, dass die tatsäch-
liche Grabentiefe nicht durchgehend 1.8 m betrug. Aufgrund der sich aus der 
Planskizze ergebenden Unklarheiten lässt sich nicht abschliessend beurteilen, ob 
die damit erfolgte Instruktion genügend präzis und genau ergangen ist. Jedenfalls 
kann allein aufgrund des vorhandenen und dem Verstorbenen übergebenen Ar-
beitsplans entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht von einer 
mustergültig erfolgten Auftragserteilung gesprochen werden (vgl. act. I.3 S. 4).

c. Für die Beurteilung der Frage, ob der Verstorbene ausreichend instruiert 
und überwacht wurde, sind des Weiteren die im Recht liegenden Aussagen der 
am Grubenaushub beteiligten Personen – namentlich der beiden Bauführer 
D._____ und E._____ – heranzuziehen.

c/aa. D._____, Abteilungsleiter Hochbau und Bauführer bei der Y._____AG, sag-
te anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme aus, dass der Verstorbene 
beim gegenständlichen Aushub als Vorarbeiter tätig gewesen sei. Bauführer 
E._____ sei die zuständige Aufsichtsperson bzw. Führungsperson der Baustelle 
gewesen. Er habe am 21. Mai 2012, um 08.15 Uhr, eine Sitzung mit E._____ ge-
habt, welcher anschliessend mit dem Verstorbenen die Grabenarbeit besprochen 
habe. Er selbst sei bei dieser Besprechung nicht anwesend gewesen. Er sei aber 
um ca. 14.15 Uhr nochmals auf der Baustelle gewesen und habe die sauber aus-
geführte Arbeit mit der Humusdeponie (erste 20 cm) gesehen. Um ca. 15.30 Uhr 
sei zwischen dem Verstorbenen und E._____ die Anfangshöhe bestimmt und mit 
der eigentlichen Grabenarbeit begonnen worden. Der Verstorbene sei von 
E._____ instruiert worden und für diese Arbeiten ausgebildet gewesen. Er könne 
sich nicht erklären, weshalb der Aushub senkrecht und nicht V-förmig erfolgt sei. 
Der Verstorbene sei nicht angewiesen worden, den Aushub so zu erstellen. Aus 
seiner Sicht handle es sich um ein Eigenverschulden und eine Fahrlässigkeit des 
Verstorbenen. Er selbst sei am Tag zuvor zweimal auf der Baustelle gewesen und 
eine weitere Kontrolle sei am Unfalltag um 09.30 Uhr vorgesehen gewesen (act. 
2.4).

c/bb. E._____, seit 2000 bei der Y._____AG angestellt, seit 2007 als Bauführer, 
gab zu Protokoll, der Verantwortliche dieser Baustelle gewesen zu sein. Zu seinen 
Aufgaben gehöre die Leitung von auszuführenden Arbeiten. Der Verstorbene sei 
capo cantiere (= Baustellenchef) gewesen. Er habe dem Verstorbenen am 21. Mai 
2012 um ca. 09.00 Uhr Anweisungen erteilt und ihm die Vorgehensweise erklärt. 

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Um 16.00 Uhr habe er nochmals mit ihm telefoniert. Dabei sei eine Anfangstiefe 
von 1.4 m mit einer Steigung von 2% auf einer Länge von 40 m vereinbart worden. 
Verantwortlicher für die Baustelle sei der Verstorbene als Vorarbeiter gewesen. 
Abgemacht worden sei ein V-förmiger Aushub im Verhältnis 3:1. Er habe mit dem 
Verstorbenen zuletzt am Unfalltag um 07.20 Uhr gesprochen; dabei habe dieser 
nichts Ungewöhnliches angesprochen, alles sei in Ordnung gewesen. Er vermute, 
dass der Verstorbene geglaubt habe, dass das Material solide gewesen sei und 
aus Zeitgründen einen vertikalen Aushub vorgenommen habe (act. 2.5). Diese 
Aussagen bestätigte er zu einem späteren Zeitpunkt erneut. Der Verstorbene ha-
be gewusst, wie man solche Baugruben aushebe. Er habe bereits den 
Haupt(wasser)anschluss gemacht. Obwohl die Aushebung dieses Anschlusses 
gefährlich gewesen sei, habe er ihn dennoch fristgerecht, korrekt und unter Be-
achtung der Sicherheitsregeln fertiggestellt. Er verstehe auch nicht, weshalb sie 
das Material direkt am Grubenrand deponiert hätten (act. 2.14).

c/cc. F._____, Baggerfahrer und Maschinist, gab an, gewissermassen als Hilfs-
arbeiter (manovale) zu arbeiten und über kein Berufsdiplom im Bereich des Bau-
gewerbes zu verfügen. Für die Baustelle sei der Verstorbene verantwortlich gewe-
sen, welcher wiederum seine Anweisungen von E._____ erhalten habe. Sein di-
rekter Vorgesetzter sei A._____ gewesen (act. 2.6).

Nicht zu folgen ist der Beschwerdeführerin, soweit sie Widersprüche in den Aus-
sagen der Bauführer geltend macht, was die Besprechung vom 21. Mai 2012 um 
09.00 Uhr anbelangt. Solche liegen entgegen deren Auffassung nicht vor. So sag-
ten D._____ und E._____ übereinstimmend aus, dass sie zusammen eine Sitzung 
gehabt hätten und anschliessend an diese E._____ mit dem Verstorbenen die 
Grabenarbeit besprochen habe, weil D._____ habe gehen müssen. Mithin geht 
daraus klar hervor, dass am besagten 21. Mai 2012 um ca. 09.00 Uhr einzig 
E._____ den Verstorbenen instruiert hat. Entgegen den Ausführungen der Be-
schwerdeführerin hat E._____ demgegenüber nicht ausgesagt, dass D._____ bei 
dieser Instruktion auch vor Ort gewesen sei. Auch er hat angegeben, dass nur er 
den Verstorbenen instruiert habe, weil D._____ habe gehen müssen (act. 2.4 und 
2.5). Es verhält sich demzufolge offensichtlich nicht so, dass D._____ etwas 
bestätigt hat, woran er nicht beteiligt war. Dieser Einwand erweist sich als unbe-
gründet. Aufgrund der Aussagen kann der zeitliche Ablauf der fraglichen Ereignis-
se, welche von den Beteiligten übereinstimmend und nachvollziehbar wiederge-
geben wurden, als erstellt gelten. Ebenso geht aus diesen hervor, dass mit Beginn 
der Aushubarbeiten eine relativ engmaschige Überwachung stattgefunden hat. So 
war sowohl am Tag vor dem Unfall als auch am Unfalltag selbst ein stetiger Kon-

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takt zwischen einem der beiden Bauführer und dem Verstorbenen vorhanden, sei 
dies in persönlicher Hinsicht direkt auf der Baustelle oder per Telefon. Ein weiterer 
Termin hätte sodann am Unfalltag um 09.30 Uhr stattfinden sollen (vgl. E. 5.c/aa 
und 5.c/bb hiervor). Ob die Instruktion und die Überwachung seitens der beiden 
Bauführer im geschilderten Umfang mit Bezug auf die im konkreten Fall auszu-
führenden Aushubarbeiten und aufgrund der konkret angetroffenen Verhältnisse 
als ausreichend zu bezeichnen sind, vermag das Gericht aufgrund der vorhande-
nen Akten und in Ermangelung des hierfür notwendigen Fachwissens indessen 
nicht abschliessend zu beurteilen. Genauso wenig sieht sich das Gericht in der 
Lage, ohne Expertenbericht darüber zu befinden, ob es sich beim gegenständli-
chen Aushub um eine schwierige Arbeit handelt oder ob der betreffende Auftrag, 
dessen Vorgehensweise der Argumentation der Beschwerdegegnerin zufolge be-
reits Maurerlehrlingen vermittelt werden, einfach und eindeutig war. Obwohl der 
vorzunehmende Aushub vordergründig zugegebenermassen nicht von allzu gros-
ser Komplexität zu sein scheint, lassen sich ohne Beurteilung der konkreten Ver-
hältnisse durch einen Experten die entsprechenden Fragen nicht abschliessend 
beantworten. Aus diesen Gründen ist dem Antrag der Beschwerdegegnerin um 
Einholung einer Expertise stattzugeben und die angefochtene Einstellungsverfü-
gung aufzuheben.

d. Die Aufhebung des angefochtenen Entscheids erscheint aber auch aus 
einem anderen Grund als angezeigt. So lässt sich den zitierten Aussagen ent-
nehmen, dass alle einvernommenen Personen den Verstorbenen als Verantwortli-
chen für die Baustelle bezeichnet haben, welcher seine Anweisungen wiederum 
von den beiden ihm vorgesetzten Bauführern erhalten habe. Unklar ist jedoch, in 
welcher Funktion der Verstorbene die Verantwortung für die Baustelle hatte bzw. 
in welcher Funktion er von der Y._____AG angestellt worden ist. Von D._____ 
wird er als Vorarbeiter bezeichnet. Bei E._____ ist ein Mal von Baustellenchef 
(capo cantiere), ein anderes Mal von Vorarbeiter die Rede. Beide sind aber der 
Ansicht, dass der Verstorbene für derartige Arbeiten ausgebildet gewesen sei und 
gewusst habe, wie man solche Baugruben aushebe. Gemäss den im Recht lie-
genden Arbeitsverträgen wurde der Verstorbene zunächst als Handlanger/Maurer 
(manuale/muratore) (act. 2.16) und später als Gruppenführer (capo squadra) an-
gestellt (vgl. act. 2.17-20). Im Personalstammblatt wird er als Bauarbeiter B be-
zeichnet (act. 2.21). Mehrmals wird in den Akten sodann auf den vom Schweizeri-
schen Baumeisterverband in Spanien durchgeführten Weiterbildungskurs Bezug 
genommen, an welchem der Verstorbene nachweislich vom 2. Januar bis 24. Fe-
bruar 2012 teilgenommen hat (act. 2.9 und 2.25). Eine anschliessende Einreihung 

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in die Lohnklasse A, wie sie für erfolgreiche Kursabsolventen gemäss Landesman-
telvertrag eigentlich vorgesehen wäre (vgl. act. 2.26), erfolgte vorliegend – zumin-
dest soweit ersichtlich – jedoch nicht. Sein Einkommen betrug anfänglich Fr. 24.35 
pro Stunde (act. 2.16) und belief sich zuletzt auf Fr. 29.70 pro Stunde (act. 2.20).

Wie die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang zu Recht vorbringt, betrug 
der Basislohn eines Vorarbeiters im Kanton Graubünden im Jahr 2012 Fr. 34.25 
pro Stunde. Ebenfalls zutreffend ist, dass der Lohn des Verstorbenen nicht einmal 
dem Basislohn eines Bau-Facharbeiters A entsprach, welcher im Jahr 2012 Fr. 
30.10 pro Stunde betrug. Auch lohnmässig entsprach die Anstellung des Verstor-
benen somit derjenigen eines Bauarbeiters B (mit Fachkenntnissen), wie dies 
auch dem bereits erwähnten Personalstammblatt zu entnehmen ist. Der Basislohn 
eines Bauarbeiters B betrug im Jahr 2012 Fr. 28.05 (vgl. zum Ganzen Anhang 9 
der Vereinbarung betreffend Landesmantelvertrages für das Schweizerische Bau-
hauptgewerbe 2012 - 2015 [LMV 12/15]). Dies entspricht – soweit aus den Akten 
ersichtlich – auch seinem Ausbildungsstand. Gemäss Art. 42 Abs. 1 LMV 12/15 
gilt als Bauarbeiter B ein Bauarbeiter mit Fachkenntnissen ohne bauberuflichen 
Berufsausweis, der vom Arbeitgeber aufgrund guter Qualifikation von der Lohn-
klasse C in die Lohnklasse B befördert wurde. Hiervon geht im Übrigen auch die 
Beschwerdegegnerin aus (act. I.3 S. 4). Daraus erhellt aber, dass der Verstorbene 
weder als Vorarbeiter angestellt noch in der Funktion eines solchen auf der Bau-
stelle tätig war. Dass er nämlich – wie dies für die Qualifikation als Vorarbeiter  
Voraussetzung ist – eine von der SVK anerkannte Vorarbeiterschule mit Erfolg 
absolviert haben oder von der Arbeitgeberin als Vorarbeiter ernannt worden sein 
soll (vgl. Art. 42 Abs. 1 LMV 12 / 15), wird nicht einmal seitens der Beschwerde-
gegnerin behauptet. Immerhin ist aufgrund der Aktenlage ausgewiesen, dass der 
Verstorbene im Jahr 2011 an einer Kaderschulung zum Thema „Kaderschulung 
und SUVA“ teilgenommen hat, anlässlich welcher unter anderem der Bereich Grä-
ben behandelt wurde (act. 2.22 und 2.23). Des Weiteren absolvierte er vom 2. Ja-
nuar bis 24. Februar 2012 den vom Schweizerischen Baumeisterverband durchge-
führten Weiterbildungskurs im Kurszentrum von O.3_____ (Spanien). Das Kur-
sprogramm bestand – verteilt auf insgesamt 320 Stunden – aus den Grundkursen 
„Schalungsbau“, „Kanalisationen, Spriessungen und Schächte“ sowie „Mauer-
werksbau“ und sollte den Teilnehmern elementare Kenntnisse im Planlesen und 
betreffend Arbeitssicherheit vermitteln (act. 2.25 und 2.26).

Nach den vorangegangenen Ausführungen stellt sich somit die Frage, ob die von 
den Bauführern vorgenommenen Instruktionen namentlich auch mit Blick auf den 
Ausbildungsstand des Verstorbenen ausreichend waren bzw. ob Letzterer auf-

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grund seiner Ausbildung überhaupt in der Lage war, einen Graben wie den vorlie-
gend zur Diskussion stehenden ohne ständige Überwachung und Kontrolle den 
Regeln der Baukunde entsprechend auszuheben. Inwieweit die Kaderschulung 
sowie der Weiterbildungskurs den Verstorbenen befähigt können haben sollen, die 
gegenständlichen Aushubarbeiten quasi in der Funktion als Vorarbeiter auszu-
führen, bedarf nach Auffassung des Gerichts ebenfalls einer gutachterlichen Ein-
schätzung durch einen ausgewiesenen Baugewerbefachmann. Dieser wird auch 
zu prüfen haben, was im Kurs in Spanien genau gelehrt wurde bzw. welche 
Grundlagen dem Verstorbenen anlässlich dieser Veranstaltung vermittelt wurden. 
Da die vorliegenden Akten keinen zuverlässigen Schluss über den Ausbildungs-
stand respektive die berufliche Qualifikation des Verstorbenen zulassen, erscheint 
die Anordnung einer Expertise auch unter diesem Aspekt und zu dieser Frage als 
sachgerecht.

In Bezug auf die berufliche Qualifikation des Verstorbenen unbeachtlich ist in die-
sem Zusammenhang die Behauptung der Beschwerdegegnerin, wonach Ersterer 
unmittelbar vor dem Unfall auf einer benachbarten Baustelle beim Aushub eines 
komplizierten Grabens mitgearbeitet haben soll. Zum einen findet sich diesbezüg-
lich nichts in den Akten und zum anderen wird damit über die Art und Weise der 
Mitarbeit nichts ausgesagt. Es ist mithin nicht klar, in welcher Funktion der Ver-
storbene bei diesem Aushub mitgearbeitet hat. Durch nichts dokumentiert wird 
ferner die Behauptung der Beschwerdegegnerin, wonach der Verstorbene in sei-
ner Heimat Portugal einen eigenen Baubetrieb geführt haben soll (act. I.3 S. 4). 
Bezeichnenderweise wird an dieser Stelle denn auch nicht auf ein im Recht lie-
gendes Dokument verwiesen.

e. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich die Einstellung des 
Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft ohne Einholung einer Expertise nicht hal-
ten lässt. Die Anordnung einer Expertise zur Frage, wie die Arbeiten aufgrund der 
konkreten Verhältnisse und unter Berücksichtigung ihres Schwierigkeitsgrades 
hätten organisiert, instruiert und überwacht werden müssen, ist unabdinglich. Der 
von der Staatsanwaltschaft zu beauftragende Experte hat dabei namentlich zu 
prüfen, ob die Instruktion anhand der im Recht liegenden Planskizze sowie mittels 
der mündlichen Anweisungen mit Bezug auf die auszuführenden Grabenarbeiten 
ausreichend klar waren, und ob die Überwachung der Arbeiten durch die beiden 
Bauführer dem Schwierigkeitsgrad der Arbeiten entsprachen. Dabei wird der Ex-
perte den Ausbildungsstand des Verstorbenen zu berücksichtigen haben bezie-
hungsweise zu beantworten haben, ob der Verstorbene angesichts seiner Ausbil-
dung überhaupt in der Lage war, die fraglichen Arbeiten anhand der erfolgten In-

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struktion ohne ständige Überwachung und Kontrolle den Regeln der Baukunde 
entsprechend auszuführen. Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als 
begründet, was die Aufhebung der angefochtenen Einstellungsverfügung und die 
Rückweisung der Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft zur Fortführung des 
Verfahrens zur Folge hat.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat nach Art. 428 Abs. 4 StPO der 
Kanton Graubünden die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen. Diese wer-
den in Anwendung von Art. 8 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Straf-
verfahren (VGS; BR 350.210) auf Fr. 2'000.-- festgelegt. Im Weiteren hat der Kan-
ton Graubünden die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 436 Abs. 3 StPO, wel-
cher trotz Verweis auf das Berufungsverfahren auch im Beschwerdeverfahren 
Anwendung findet (Stefan Wehrenberg/Friedrich Frank, in: Niggli/Heer/Wiprächti-
ger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Ba-
sel 2014, N 14 zu Art. 436 StPO; Yvona Griesser, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO]. 2. Aufl., 
Zürich 2014, N 4 zu Art. 436 StPO), hierfür aussergerichtlich zu entschädigen. 
Mangels Einreichung einer Honorarnote wird die Entschädigung nach richterli-
chem Ermessen festgelegt (vgl. Wehrenberg/Frank, a.a.O., N 16 zu Art. 436 
StPO). Angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen sowie in Anbe-
tracht des Umfangs der abgefassten Rechtsschriften erscheint eine ausseramtli-
che Entschädigung in Höhe von Fr. 2'000.-- (inkl. Spesen und MWSt) als ange-
messen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Einstellungsverfü-
gung vom 6. Januar 2014 wird aufgehoben und die Angelegenheit zur Fort-
führung des Verfahrens im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwalt-
schaft Graubünden zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- gehen zu Lasten 
des Kantons Graubünden.

3. Der Kanton Graubünden hat X._____ für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 
2'000.-- (inkl. Spesen und MWSt) ausseramtlich zu entschädigen.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

5. Mitteilung an: