# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37dc8687-214b-53b7-a316-9f920993454f
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 25.11.2022 VBE.2022.52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2022-52-_2022-11-25.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

 

VBE.2022.52 / NB / ce       
(Vers.-Nr. 756.8905.1833.63)  

Art. 133 

 

 

Urteil vom 25. November 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Schircks  

Oberrichterin Fischer 

Gerichtsschreiberin Boss 

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____   

vertreten durch lic. iur. Monica Armesto, Advokatin,  

Hauptstrasse 31, Postfach, 5070 Frick 

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau 

 

 
   

Beigeladene   B._____   

 

 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 3. Januar 2022) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1.  

1.1. 

Der 1964 geborenen Beschwerdeführerin wurde auf entsprechendes Ge-

such hin durch die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 16. Juni 2006 

bei einem Invaliditätsgrad von 58 % rückwirkend ab dem 1. März 2003 eine 

halbe Invalidenrente zugesprochen. Ein erstes, im Januar 2007 eingeleite-

tes Revisionsverfahren zeigte keine anspruchserheblichen Änderungen.  

 

Im Rahmen eines weiteren, im August 2011 angehobenen Revisionsver-

fahrens liess die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin durch die 

MEDAS Zentralschweiz, Luzern (MEDAS), polydisziplinär begutachten. 

Gestützt auf das am 12. Februar 2013 erstattete Gutachten und das Ergeb-

nis einer Abklärung an Ort und Stelle vom 13. Mai 2013 hob die Beschwer-

degegnerin nach mehrmaliger Rücksprache mit dem internen Regionalen 

Ärztlichen Dienst (RAD) die bisherige halbe Invalidenrente der Beschwer-

deführerin mit Verfügung vom 15. Juli 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 

9 % auf. Die dagegen am 16. September 2013 erhobene Beschwerde wies 

das Versicherungsgericht des Kantons Aargau (Versicherungsgericht) mit 

Urteil VBE.2013.717 vom 7. Mai 2014 ab, welches mit Urteil des Bundes-

gerichts 9C_458/2014 vom 26. August 2014 bestätigt wurde.  

 

1.2. 

Am 14. August 2017 meldete sich die Beschwerdeführerin erneut zum Leis-

tungsbezug (berufliche Integration/Rente) an. Die Beschwerdegegnerin trat 

mangels Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der an-

spruchserheblichen Tatsachen mit Verfügung vom 9. Januar 2019 nicht auf 

das Leistungsbegehren ein. In Gutheissung der dagegen am 13. Februar 

2019 erhobenen Beschwerde hob das Versicherungsgericht mit Urteil 

VBE.2019.133 vom 11. November 2019 die Verfügung vom 9. Januar 2019 

auf und wies die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück, damit diese 

auf die Neuanmeldung vom 14. August 2017 eintrete und materiell über 

das Leistungsbegehren entscheide. 

 

1.3. 

Die Beschwerdegegnerin aktualisierte in der Folge die medizinischen Ak-

ten und liess die Beschwerdeführerin bei der PMEDA AG, Zürich (PMEDA), 

polydisziplinär begutachten. Nach Eingang des am 9. August 2021 erstat-

teten PMEDA-Gutachtens vom 29. Juli 2021 und Durchführung des Vorbe-

scheidverfahrens sowie Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen 

Dienst (RAD), wies sie das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin mit 

Verfügung vom 3. Januar 2022 ab. 

 

 - 3 - 

 

 

 

2.  

2.1. 

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 4. Februar 2022 fristgerecht 

Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

" 1. Die Verfügung vom 3. Januar 2022, zugestellt am 5. Januar 2022, sei 
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Be-
schwerdeführerin eine ganze Rente nach Massgabe eines Invaliditäts-
grades von mindestens 70% auszurichten. 

  2. Eventualiter sei die Verfügung vom 3. Januar 2022 aufzuheben und die 
Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung weiterer 
Abklärungen zurückzuweisen. 

  3. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 9. März 2022 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 11. März 2022 wurde die aus 

den Akten erkennbare Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin zum 

Verfahren beigeladen und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. 

Die Beigeladene liess sich in der Folge nicht vernehmen.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. 

 

2. 

2.1. 

Der rentenaufhebenden Verfügung vom 15. Juli 2013 (Vernehmlassungs-

beilage [VB] 105) lag in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das poly-

disziplinäre MEDAS-Gutachten vom 12. Februar 2013 (VB 89; Fachdiszip-

linen: Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Pneumologie, Psychiat-

rie) zugrunde. Die Gutachter stellten darin folgende Diagnosen mit wesent-

licher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (VB 89.1 S. 26): 

 

" Wahrscheinlich nicht-allergisches Asthma bronchiale, aktuell partiell bis 
gut kontrolliert 

 […] 

 Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
ICD-10 F45.41 

 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig weitgehend remittiert 
ICD-10 F33.4, aktuell noch einer subsyndromalen Depression ICD-10 
F34.8 entsprechend 

 - 4 - 

 

 

 

 Chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei Fehlstatik bei Haltungs-
insuffizienz und Adipositas 

 […] 

 Impingementsymptomatik der rechten Schulter 

 Status nach Impingementsymptomatik der linken Schulter 
 […] 

 Chronisches zervikovertebragenes Schmerzsyndrom bei kongenitalem 
Blockwirbel C7/Th1 (kongenitale Halswirbelsynostose Klippel-Feil)". 

 

Die Beschwerdeführerin könne die beiden zuletzt ausgeübten, für eine Frau 

als Schwerarbeit geltenden, Tätigkeiten nicht mehr ausüben. In einer kör-

perlich leichten und auch einer körperlich mittelschweren, im Idealfall wech-

selbelastenden Tätigkeit sei sie aus allgemeininternistischer, rheumatolo-

gischer und pneumologischer Sicht nicht eingeschränkt, wenn das gut-

achterlich definierte Belastungsprofil eingehalten werde (wechselbelas-

tende Tätigkeit, wobei der Sitzanteil eher etwas über 50 % betragen sollte, 

keine Arbeit mit häufig rückenbelastenden, ergonomisch ungünstigen Po-

sitionen mit vorgeneigter oder abgedrehter Haltung und keine Arbeiten über 

Kopf, keine Tätigkeiten im Rauch, im Staub, in der Hitze und in der Kälte 

sowie keine Tätigkeit mit Atemwegs-reizenden Stoffen). Unter Berücksich-

tigung der psychisch bedingten Leistungsminderung sei in einer entspre-

chend angepassten Tätigkeit von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszuge-

hen (VB 89.1 S. 22 und S. 27 f.). Aus rechtlicher Sicht könne aber eine sub-

syndromale Depression keine Arbeitsunfähigkeit bewirken und auch hin-

sichtlich der diagnostizierten chronischen Schmerzstörung sei bei einer 

Einschätzung gemäss (damals gültigen) aktuellen Kriterien des Bundesge-

richts aus psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätig-

keit als ungelernte Arbeiterin nicht wesentlich eingeschränkt (VB 89.1 

S. 28, VB 89.4 S. 7). 

 

2.2. 

In der angefochtenen Verfügung vom 3. Januar 2022 (VB 174) stützte sich 

die Beschwerdegegnerin betreffend den medizinischen Sachverhalt insbe-

sondere auf das polydisziplinäre PMEDA-Gutachten vom 29. Juli 2021 

(VB 164; Fachdisziplinen: Allgemeine Innere Medizin, Pneumologie, Neu-

rologie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-

rates, Psychiatrie). In der interdisziplinären Beurteilung stellten die 

PMEDA-Gutachter folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits-

fähigkeit (VB 164.2 S. 10): 

 

"Asthma bronchiale 

 Bildmorphologisch multisegmentale degenerative Veränderungen lumbal 
mit mässiggradiger Spinalkanalstenose, ohne namhaften orthopädischen 
oder orthopädisch-neurologischen Störungsbefund 

 Rotatorenmanschettenruptur und AC-Gelenksarthrose beidseits, ohne 
namhaften klinischen Störungsbefund". 

 

 - 5 - 

 

 

 

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien folgende Diagnosen: 

 

" Arterielle Hypertonie 

 Adipositas Grad II nach WHO […] 

 Mögliches Lymphödem der Beine 

 Bekannte Cholezystolithiasis, geplante laparoskopische Zystektomie 
5/2021 

 Möglicher Spannungskopfschmerz 

 Lorazepam-Fehlgebrauch 

 Agoraphobie mit Panikstörung 

 Rezidivierende depressive Störung, derzeit weitgehend remittiert, ICD-10: 
F33.4". 

 

Bezüglich der funktionellen Auswirkungen der Befunde bzw. Diagnosen 

wird in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung ausgeführt, das Asthma 

bronchiale und die orthopädischen Bildbefunde bedingten eine qualitative 

Minderung der Belastbarkeit, sodass nur noch in angepassten Tätigkeiten 

eine Arbeitsfähigkeit bestehe. In einer entsprechend adaptierten Tätigkeit 

sei die Beschwerdeführerin seit 2006 zu 100 % arbeitsfähig (VB 164.2 

S. 10 f.). 

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdeführerin bestreitet, in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig zu sein, wie dies von der Beschwerdegegnerin angenommen 

wurde, und macht im Wesentlichen geltend, das PMEDA-Gutachten vom 

29. Juli 2021 sei in verschiedener Hinsicht mangelhaft, weshalb nicht da-

rauf abgestellt werden könne.  

 

3.2. 

3.2.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

3.2.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

 - 6 - 

 

 

 

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der So-

zialversicherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, ATSG-Kom-

mentar, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 

E. 5.2.8 S. 105). 

 

3.3. 

Die Beschwerdeführerin wurde zur Erstellung des PMEDA-Gutachtens 

vom 29. Juli 2021 fachärztlich umfassend untersucht. Dabei beurteilten die 

Gutachter die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizinische Si-

tuation gestützt auf die erhobenen Befunde (VB 164.2 S. 6; 164.4 S. 21 f.; 

164.5 S. 18 f.; 164.6 S. 19 ff.; 164.7 S. 17 ff.; 164.8 S. 19 ff.) und die Er-

gebnisse der durchgeführten Zusatzdiagnostik (Labor- und Röntgenunter-

suchungen sowie Lungenfunktionsprüfung und EKG; vgl. VB 164.9 

S. 12 ff., 164.11), in Kenntnis der Vorakten (VB 164.3; 164.10) und unter 

Berücksichtigung der geklagten Beschwerden (VB 164.2 S. 6; 164.4 

S. 25 ff.; 164.5 S. 20 ff.; 164.6 S. 25 ff.; 164.7 S. 26 f.; 164.8 S. 22 ff.). Die 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Si-

tuation ist einleuchtend und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind 

begründet. Das PMEDA-Gutachten vom 29. Juli 2021 wird demzufolge den 

von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen an eine beweiskräf-

tige medizinische Stellungnahme gerecht und ist damit grundsätzlich ge-

eignet, den Beweis für den anspruchserheblichen medizinischen Sachver-

halt zu erbringen. 

 

4. 

4.1.  

Die Beschwerdeführerin rügt, den Gutachtern habe bezüglich der somati-

schen Beschwerden kein vollständiges Aktendossier vorgelegen. Sie be-

anstandet namentlich, "in den IV-Akten" seien betreffend die "Wirbelsäu-

lenbeschwerden" keine nach 2017 datierenden Arztberichte vorhanden. 

Die Beurteilungen des neurologischen und des orthopädischen Gutachters 

seien deshalb nicht verwertbar (Beschwerde S. 5). 

 

In den Akten gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die medizinischen 

Unterlagen betreffend die Wirbelsäulenbeschwerden, die dem neurologi-

schen und dem orthopädischen Gutachter vorgelegen hatten, unvollständig 

waren. Gemäss ambulantem Bericht des Kantonsspitals C. vom 18. Sep-

tember 2017 hat die Beschwerdeführerin nach dem am 13. Juni 2017 

durchgeführten diagnostisch/therapeutischen Sakralblock auf die Vor-

nahme weiterer Infiltrationen verzichtet (vgl. in VB 150 S. 17 f.). Gemäss 

eigenen Angaben hat sie in der Folge bis im Mai 2020 auch ausserhalb des 

Kanontsspitals C. keinen Arzt aufgesucht, welcher über einen zur Behand-

lung von Wirbelsäulenbeschwerden einschlägigen Facharzttitel verfügte 

 - 7 - 

 

 

 

(vgl. VB 144). Auch den übrigen Akten lassen sich keine Hinweise auf ent-

sprechende fachärztliche Behandlungen oder Abklärungen entnehmen. 

Die Beschwerdeführerin benennt sodann keine konkreten (Fach-)Arztbe-

richte, welche sich zum Verlauf der Wirbelsäulenbeschwerden seit 2017 

äussern. Es besteht somit kein Grund zur Annahme, dass die gutachterli-

che Beurteilung der Wirbelsäulenbeschwerden gestützt auf einen diesbe-

züglich unvollständigen medizinischen Sachverhalt abgegeben wurde. 

 

4.2.  

Die Beschwerdeführerin kritisiert ferner die Beurteilung des orthopädischen 

Gutachters und macht geltend, dieser sei ohne nachvollziehbare Erklärung 

von der in den Vorakten dokumentierten Diagnosestellung abgewichen 

(vgl. Beschwerde S. 5 f.). Der orthopädische Gutachter begründete ‒ an-

gesichts insbesondere auch der von ihm erhobenen klinischen Befunde 

durchaus nachvollziehbar –, weshalb er betreffend die Rückenbeschwer-

den diagnostisch von degenerativen Veränderungen im Lumbalbereich mit 

mässiggradiger Spinalkanalstenose ausging (VB 164.7 f). Ausserdem 

kommt es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung invalidenversiche-

rungsrechtlich nicht auf die (genaue) Diagnose an, sondern darauf, welche 

Auswirkungen eine Krankheit auf die Arbeitsfähigkeit hat (Urteil des Bun-

desgerichts 9C_216/2018 vom 7. September 2018 E. 3.6 mit Hinweis). Die 

geklagten Beschwerden und medizinischen Vorakten waren dem orthopä-

dischen Gutachter bekannt und gelten daher als berücksichtigt (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_616/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 6.2.2). 

Neue, den gutachterlichen Einschätzungen entgegenstehende fachärztli-

che Berichte sind ‒ wie bereits erwähnt (E. 4.1. hiervor) – nicht ersichtlich. 

 

4.3. 

Die Beschwerdeführerin macht im Weiteren geltend, auch das psychiatri-

sche Teilgutachten weise gravierende Mängel auf (Beschwerde S. 6 ff.). 

 

Der psychiatrische Gutachter führte, nachdem er im Rahmen der Begut-

achtung eine ausführliche Anamnese erhoben und die Beschwerdeführerin 

fundiert untersucht hatte (VB 164.8 S. 17 ff.), im psychiatrischen Teilgut-

achten aus, weshalb er eine depressive Störung zum Zeitpunkt seiner Un-

tersuchung nicht bestätigen könne. Gestützt auf die Ergebnisse seiner um-

fassenden psychiatrischen Untersuchung leitete er zudem unter Bezug-

nahme auf die festgestellten Inkonsistenzen sowie die medizinischen 

Vorakten schlüssig her, weswegen er keine "psychiatrische" Erkrankung 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe feststellen können (VB 164.8 

S. 22 ff.). Entgegen der Beschwerdeführerin fusst seine Erklärung dafür, 

dass die depressive Symptomatik remittiert sei, nicht auf der Annahme, 

dass aktuell keine psychiatrische Behandlung stattfinde (Beschwerde 

S. 6 f.). Vielmehr vermochte er unter Angabe der jeweils massgebenden 

Befunde und Beobachtungen überzeugend zu begründen, dass keine psy-

chiatrische Diagnose mit Krankheitswert zu stellen war. Dabei würdigte er 

 - 8 - 

 

 

 

das gesamte Beschwerdebild und legte (auch) einleuchtend dar, aus wel-

chen Gründen die diagnostischen Kriterien einer depressiven Störung ge-

mäss ICD-10 nicht erfüllt seien (VB 164.8 S. 22 ff.). Soweit die Beschwer-

deführerin diesbezüglich eine abweichende Auffassung vertritt (vgl. Be-

schwerde S. 6 f.), ist anzumerken, dass es ihr als medizinische Laiin nicht 

möglich sein dürfte, die entsprechenden Testresultate und Untersuchungs-

ergebnisse schlüssig zu interpretieren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_772/2016 vom 23. Januar 2017 E. 6.1). Ferner äusserte sich der psy-

chiatrische Gutachter ‒ entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 

(Beschwerde S. 7) – auch zum bisherigen Krankheitsverlauf und kam nach 

Würdigung der medizinischen Vorakten zum nachvollziehbar begründeten 

Schluss, der zurückliegende Verlauf der rezidivierenden depressiven Stö-

rung vermöge keine aktuell bestehende invalidisierende psychiatrische Er-

krankung zu belegen (VB 164.8 S. 28 f.; vgl. zudem VB 164.2 S. 11). Dabei 

wies er nachvollziehbar darauf hin, dass Angst und Vermeidung durch die 

therapeutisch tätigen Ärzte bisher nicht ausreichend erkannt und therapeu-

tisch berücksichtigt worden seien (VB 164.8 S. 29). Neue, unberücksichtigt 

gebliebene fachärztliche Berichte, die die Beurteilung des psychiatrischen 

Gutachters in Frage zu stellen vermöchten, sind nicht aktenkundig. Im Rah-

men der psychiatrischen Begutachtung ist sodann die klinische Untersu-

chung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbe-

obachtung ausschlaggebend, während dem testmässigen Erfassen der 

Psychopathologie generell nur ergänzende Funktion beigemessen wird 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_534/2021 vom 18. November 2021 

E. 4.1 mit Hinweis). Zudem kommt dem Gutachter rechtsprechungsge-

mäss bei der Wahl der Untersuchungsmethoden ein weiter Ermessens-

spielraum zu (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 

7. April 2022 E. 6.2.1 mit Hinweis). Aus den Akten ergeben sich weder Hin-

weise darauf noch sind entsprechende Anhaltspunkte dafür substantiiert 

dargetan, dass die psychiatrische Beurteilung nicht lege artis erfolgt wäre 

(vgl. dazu statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_200/2018 vom 7. Au-

gust 2018 E. 6.3 mit Hinweisen). Umstände, welche die gutachterlichen Ab-

klärungen in dieser Hinsicht als unzureichend erscheinen liessen (zur Ver-

antwortung der Sachverständigen für die fachliche Güte und die Vollstän-

digkeit der medizinischen Entscheidungsrundlage vgl. BGE 139 V 349 

E. 3.3 S. 352 f.), sind ebenfalls nicht ersichtlich. Wesentliche Aspekte, die 

im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wä-

ren (vgl. hierzu statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_60/2020 vom 

8. April 2020 E. 3.2 mit Hinweisen), liegen nicht vor. Damit wurde eine psy-

chiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit versiche-

rungsmedizinisch schlüssig verneint. Entsprechend kann auf eine Indikato-

renprüfung nach BGE 141 V 281 (vgl. Beschwerde S. 7 f.) verzichtet wer-

den (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 S. 429; Urteil des Bundesgerichts 

8C_103/2022 vom 10. Mai 2022 E. 2.3 mit Hinweisen).  

 

 - 9 - 

 

 

 

4.4. 

Zusammenfassend ergeben sich weder aus den Ausführungen der Be-

schwerdeführerin noch aus den Akten konkrete Indizien, die gegen die Zu-

verlässigkeit des PMEDA-Gutachtens vom 29. Juli 2021 sprächen, womit 

auf die fachärztlichen Aussagen, namentlich auch die Beurteilung der Ar-

beitsfähigkeit, abzustellen ist (E. 3.2.2.).  

 

Der zur Beurteilung des Rentenanspruchs relevante medizinische Sach-

verhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt, wes-

halb auf weitere Abklärungen, wie sie von der Beschwerdeführerin eventu-

aliter beantragt wurden (vgl. Beschwerdeantrag 2), in antizipierter Beweis-

würdigung verzichtet werden kann (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368 f. mit 

Hinweisen).  

 

5. 

5.1. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche Ansprü-

che des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind da-

her nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Bestim-

mungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit potentiellem Anspruchsbeginn vor 

dem 1. Januar 2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 

31. Dezember 2021 geltende Rechtslage massgebend. 

 

5.2. 

Die Zusprechung einer Invalidenrente aufgrund einer Neuanmeldung, 

nachdem eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verwei-

gert bzw. eingestellt wurde, bedarf, analog zur Rentenrevision, einer an-

spruchsrelevanten Änderung des Invaliditätsgrades (vgl. Art. 87 Abs. 3 

i.V.m. Abs. 2 IVV und Art. 17 Abs. 1 ATSG [jeweils in der bis Ende 2021 

geltenden Fassung]; vgl. BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_29/2020 vom 19. Februar 2020 E. 3.1 f. mit Hin-

weisen). 

 

Mit der Neuanmeldung vom 14. August 2017 (VB 119) konnte ein potenti-

eller Rentenanspruch frühestens ab Februar 2018 entstehen (Art. 28 

Abs. 1 lit. b [Beginn Wartejahr Februar 2017], Art. 29 Abs. 1 IVG). Gestützt 

auf das beweiskräftige PMEDA-Gutachten vom 29. Juli 2021 ist seit Beginn 

des Wartejahres (Februar 2017) in einer angepassten Tätigkeit durchge-

hend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (vgl. VB 164.2 

 - 10 - 

 

 

 

S. 11). Im Rahmen der PMEDA-Begutachtung wurden keine (neuen) 

somatischen Pathologien bzw. daraus resultierenden funktionellen Ein-

schränkungen festgestellt, welche der Zumutbarkeit einer dem im Zeitpunkt 

der rentenaufhebenden Verfügung vom 15. Juli 2013 geltenden Be-

lastungsprofil gemäss MEDAS-Gutachten (vgl. E. 2.1. hiervor) entspre-

chenden Tätigkeit im Pensum von 100 % entgegenstehen könnten 

(vgl. VB 164.4 S. 31; 164.5 S. 24; 164.6 S. 30; 164.7 S. 30 f.). Die von der 

Beschwerdegegnerin gestützt auf die gutachterlich attestierte Arbeitsfähig-

keit und unter Annahme einer identischen Berechnungsgrundlage für Vali-

den- und Invalideneinkommen vorgenommene Ermittlung eines rentenaus-

schliessenden Invaliditätsgrads von 0 % (VB 174 S. 2) wird von der Be-

schwerdeführerin ‒ ausweislich der Akten zu Recht – nicht beanstandet. 

Die Beschwerdegegnerin hat das Rentenbegehren der Beschwerdeführe-

rin mit Verfügung vom 3. Januar 2022 somit zu Recht abgewiesen. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.  

 

6.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 

 - 11 - 

 

 

 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführerin (Vertreterin; 2-fach) 

die Beschwerdegegnerin 

die Beigeladene 

das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6,  

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 25. November 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Kathriner Boss