# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6b3a2e40-6ec3-5a1f-b5d7-95e7919ea8fd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 18.03.2022 ZK1 2022 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2022-41_2022-03-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 18. März 2022

(Mit Urteil 5A_246/2022 vom 06. April 2022 ist das Bundesgericht auf die gegen 
diesen Entscheid erhobene Beschwerde nicht eingetreten.)

Referenz ZK1 22 41

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Richter und Bergamin
Eckstein, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____,
Beschwerdeführerin

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbün-
den vom 24.02.2022, mitgeteilt am 25.02.2022 

Mitteilung 30. März 2022

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Sachverhalt

A. A._____ wurde mit ärztlicher Verfügung vom 17. Januar 2022 durch Dr. 
med. B._____, Amtsärztin in C._____, für maximal sechs Wochen in den Psychia-
trie-Diensten D._____, Klinik E._____ (nachfolgend: Klinik E._____), fürsorgerisch 
untergebracht.

B. Mit Antrag vom 14. Februar 2022 ersuchte med. pract. F._____, Oberarzt 
der Klinik E._____, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden 
(nachfolgend: KESB Nordbünden) um Verlängerung der ärztlich verordneten für-
sorgerischen Unterbringung.

C. Mit Verfügung vom 16. Februar 2022 beauftragte das verfahrensleitende 
Mitglied der KESB Nordbünden dipl. med. G._____, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, Chur, mit der Begutachtung von A._____. Das Kurzgutach-
ten ging am 21. Februar 2022 bei der KESB Nordbünden ein.

D. Am 24. Februar 2022 fand die Anhörung von A._____ durch die Kollegial-
behörde der KESB Nordbünden zur beantragten Verlängerung der fürsorgerischen 
Unterbringung sowie zum Wechsel der Beistandsperson statt. Gleichentags ent-
schied die Kollegialbehörde der KESB Nordbünden, dass A._____ einstweilen zur 
Behandlung und persönlichen Betreuung in der Klinik E._____ und ab dem 2. 
März 2022 in der Akutpsychiatrie der Psychiatrischen Dienste Graubünden fürsor-
gerisch untergebracht werde. Für die Entlassung sei die KESB Nordbünden zu-
ständig. Die ärztliche Leitung der Klinik E._____ werde beauftragt, die KESB 
Nordbünden mittels Zustellung des Austrittsberichts über die Verlegung zu infor-
mieren. Demgegenüber werde die ärztliche Leitung der Psychiatrischen Dienste 
Graubünden angewiesen, die KESB Nordbünden mit einem Verlaufsbericht unter 
Hinweis auf allfällige Vereinbarungen über die Nachbetreuung zu benachrichtigen, 
sobald sich abzeichne, dass die Voraussetzungen für die Unterbringung nicht 
mehr erfüllt sein würden, spätestens per 31. Juli 2022. Im Weiteren wurde der bis-
herige Beistand durch eine neue Beiständin ersetzt.

E. Gegen die fürsorgerische Unterbringung erhob A._____ (nachfolgend: Be-
schwerdeführerin) am 6. März 2022 "Einsprache" an die KESB Nordbünden und 
mit Postaufgabe vom 8. März 2022 Beschwerde an das Kantonsgericht von 
Graubünden. 

F. Mit Verfügung vom 9. März 2022 forderte das Kantonsgericht die KESB 
Nordbünden zur Einreichung der Beschwerdeantwort bis zum 14. März 2022 und 
die Klinik E._____ sowie die D._____ zur Einreichung je eines Verlaufsberichts 

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ebenfalls bis zum 14. März 2022 auf. Ferner ersuchte es die KESB Nordbünden 
um Einreichung sämtlicher Verfahrensakten.

G. Mit Eingabe vom 14. März 2022 beantragte die KESB Nordbünden unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf 
eingetreten werden könne. 

H. Am 14. März 2022 wurde der Verlaufsbericht der Klinik E._____ einge-
reicht.

I. Am 15. März 2022 wurde die Beschwerdeführerin nach Chur in die Klinik 
H._____ der Psychiatrischen Dienste Graubünden verlegt.

J. Die Hauptverhandlung fand am 18. März 2022 statt. Die Beschwerdeführe-
rin nahm persönlich teil. Bezüglich der richterlichen Befragung der Beschwerde-
führerin wird auf das separat angefertigte Protokoll verwiesen. Nach der Durch-
führung der Urteilsberatung wurde gleichentags das vorzeitige Entscheiddispositiv 
zugestellt.

K. Auf die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der richterlichen Be-
fragung sowie auf die Ausführungen in den Eingaben, dem Gutachten und den 
beigezogenen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Erwägungen

1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbrin-
gung gemäss Art. 426 ff. ZGB. Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür 
einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB i.V.m. Art. 60 
Abs. 1 EGzZGB [BR 210.100]). Da es sich vorliegend um einen Entscheid auf 
dem Gebiet der fürsorgerischen Unterbringung handelt, muss die Beschwerde 
nicht begründet werden (Art. 450e Abs. 1 ZGB). Mit der Beschwerde vom 28. 
März 2022 gegen die ärztliche Einweisung durch Dr. med. I._____ vom 17. März 
2022 wurde die Beschwerdefrist von 10 Tagen eingehalten (vgl. Art. 450b Abs. 2 
ZGB). Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450 ff. ZGB. Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsätze 
des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor der 
gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den 
Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (vgl. Lorenz Droe-

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se/Daniel Steck, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in 
Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime 
und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze 
bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach 
dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gericht-
lichen Beschwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Ba-
sel 2018, N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich schliess-
lich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei 
überprüft.

2.2. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Mit Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 5. April 2022 wurde diese 
Vorgabe umgesetzt.

3.3. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es 
sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern muss 
(BGE 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 19 zu Art. 450e 
ZGB). Vorliegend liegt ein Kurzgutachten vom 2. April 2022 von dipl. med. 
G._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher die Be-
schwerdeführerin am 31. März 2022 persönlich untersuchte, im Recht. dipl. med. 
G._____ ist ein unabhängiger Gutachter, welcher im Gutachten diejenigen Fragen 
beantwortet hat, welche sich im vorliegenden Verfahren stellen. Überdies ist das 
Gutachten aktuell. Somit wurde den Anforderungen von Art. 450e Abs. 3 ZGB 
genüge getan.

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4. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer 
geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person wird ent-
lassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 
(Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der persön-
lichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 6 zu 
Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz der betrof-
fenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kin-
desrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062 [zit.: Botschaft]). Eine 
Fremdgefährdung darf für sich alleine daher nie ausschlaggebend für eine fürsor-
gerische Unterbringung sein (BGE 145 III 441 E. 8.3 f.). Erste gesetzliche Voraus-
setzung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei abschliessend ge-
nannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige Behinderung oder 
schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus dem Schwächezu-
stand ergebende Notwendigkeit der Behandlung beziehungsweise Betreuung. Wei-
tere Voraussetzung ist, dass der Person die nötige Behandlung oder Betreuung 
nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise Zurückbehal-
tung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist schliesslich 
eine geeignete Einrichtung (vgl. BGer 5A_228/2016 v. 11.7.2016 E. 3.1). Die ge-
nannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in ihrem Zu-
sammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine fürsorgerische 
Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit der Notwen-
digkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer solchen ist die 
freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, wenn der Zweck 
der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht werden kann (Ver-
hältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den angestrebten Zweck auch 
tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 ZGB).

5.1. Zunächst ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin einer der im Gesetz 
genannten Schwächezustände vorliegt, welcher die persönliche Fürsorge notwen-
dig macht. Die psychische Störung umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der 
Psychiatrie, d.h. Psychosen und Psychopathien, seien sie körperlich begründbar 
oder nicht (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des 
Rechts, der sich aber auf die medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff ist 
aus der modernen Medizin entnommen und entspricht der Klassifikation der WHO 

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(ICD; International Classification of Disturbances [vgl. Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB]).

5.2. Das Kurzgutachten von dipl. med. G._____, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, vom 16. Februar 2022 (recte: 21. Februar 2022) hält fest, 
dass die Beschwerdeführerin an einer chronischen Schizophrenie mit einer klaren 
Residualsymptomatik leidet (Schizophrenes Residuum ICD10 F20.5). Sie zeigt 
eine irreversible Negativsymptomatik mit psychomotorischer Verlangsamung, 
verminderter Aktivität und Initiativmangel. Zudem liegen eine Affektverflachung, 
eine Sprachverarmung und eine geringe nonverbale Kommunikation sowie eine 
verminderte soziale Leistungsfähigkeit vor. Es besteht auch eine Vernachlässi-
gung der Körperhygiene und es sind bereits mehrere psychotische Episoden auf-
getreten. Nach dem Gutachter ist zudem abzuklären, wie weit eine dementielle 
Symptomatik bereits fortgeschritten sei (KESB act. 148, S. 3 f.). Der Gutachter hält 
abschliessend fest, dass bei der Beschwerdeführerin eine psychische Störung 
besteht (KESB act. 148, S. 5). Der Verlaufsbericht der Klinik E._____ vom 14. 
März 2022 bestätigt die Diagnose der paranoiden Schizophrenie (act. 06). Somit 
liegt eine psychische Störung gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB vor, womit der für die 
fürsorgerische Unterbringung notwendige Schwächezustand bei der Beschwerde-
führerin grundsätzlich gegeben ist (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7062; Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB). Dem von dipl. med. G._____ in 
seinem Kurzgutachten geäusserten Verdacht über die dementielle Erkrankung der 
Beschwerdeführerin braucht hier indessen nicht weiter nachgegangen zu werden.

6.1. Dieser Schwächezustand der Beschwerdeführerin vermag eine fürsorgeri-
sche Unterbringung jedoch nur zu rechtfertigen, wenn er eine Behandlung oder Be-
treuung in einer Einrichtung notwendig macht. Mit anderen Worten muss die Unter-
bringung in einer Einrichtung geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behand-
lung zu erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Massnahme genügen 
würde (vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB; Olivier Guil-
lod, in: Büchler et al. [Hrsg.], Erwachsenenschutz, FamKommentar, Bern 2013, 
N 64 f. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbringung fällt gemäss der Botschaft zum neuen 
Erwachsenenschutzrecht deshalb nur als ultima ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., 
S. 7062). Als leichtere Massnahme kommt den ambulanten Massnahmen und der 
Nachbetreuung sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu (Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bzw. nur 
solange aufrechterhalten werden darf, als mit einer konkreten Selbst- oder Fremd-
gefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesge-

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richt festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- bzw. Betreu-
ungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder 
das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Be-
handlung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe 
(vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2; 140 III 105 E. 2.4 m.H.).

6.2. Über die Notwendigkeit der Behandlung hat sich dipl. med. G._____ in sei-
nem Kurzgutachten vom 16. Februar 2022 (recte: 21. Februar 2022) geäussert. 
Demnach sei aktuell eine Behandlung im geschlossenen Rahmen zwingend not-
wendig. Hierbei gehe es um eine erneute Medikamenteneinstellung und die Ab-
klärung einer demenziellen Symptomatik. Ein ambulantes Setting sei ausge-
schlossen, da diese Versuche bereits ausgereizt seien. Die Schwere der Erkran-
kung lasse es nicht zu, die Beschwerdeführerin ambulant zu betreuen. Es sei 
hochwahrscheinlich, dass es zu Rückfällen komme und sich der Krankheitsverlauf 
verschlimmere. Im Weiteren sei die Integration in das Leben ausserhalb der Klinik 
vorzubereiten. Eine geeignete Wohnform und eine sinnvolle Alltagsbeschäftigung 
müssten gesucht sowie ein Helfernetzwerk aufgebaut werden. Unterbleibe die 
notwendige Behandlung und Betreuung, so bestehe die Gefahr einer weiteren, 
schweren Verwahrlosung. Aufgrund möglicher Schwierigkeiten in der Realitäts-
wahrnehmung könne es auch zu aggressivem Handeln gegenüber Dritten kom-
men. Bei der schweren Grunderkrankung müsse auch immer mit einem Suizidver-
such gerechnet werden (KESB act. 148, S. 5).

6.3. Der Verlaufsbericht der Klinik E._____ vom 14. März 2022 hält fest, dass 
eine Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung der Beschwerdeführerin 
beantragt worden sei, weil davon ausgegangen werde, dass die Beschwerdefüh-
rerin ohne Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung innerhalb kürzester 
Zeit nicht mehr mit einer Spitex kooperieren, die Medikamente kaum oder gar 
nicht mehr einnehmen und somit wieder in einen verwahrlosten Zustand geraten 
würde. In der Folge würde sie in der Öffentlichkeit wahrscheinlich wieder auffällig, 
so dass die Polizei alarmiert werden müsste. Die Beschwerdeführerin benötige 
noch mehr Zeit, um von den Strukturen in einer geschützten Einrichtung profitieren 
zu können. An Tagen ohne Medikamenteneinnahme zeige sich die Patientin des-
orientiert, wisse die Namen des Pflegepersonals nicht mehr und glaube, dass der 
Psychiater der Hausarzt sei. Auch zeitlich sei die Beschwerdeführerin desorien-
tiert. Die Beschwerdeführerin sei am 9. März 2022 aus der Klinik entwichen und 
benötige auch in der Klinik H._____ ein geschlossenes Setting. Im Kontakt sei die 
Beschwerdeführerin stets höflich, zeige ein passiv-aggressives Verhalten, ohne 
dass eine Eigen- und Fremdgefährdung vorhanden sei (act. 6).

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6.4.1. Die Beschwerdeinstanz hat bei der Entscheidfindung auf den Zustand der 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Anlässlich 
der Hauptverhandlung vom 18. März 2022 konnte sich die I. Zivilkammer des Kan-
tonsgerichts von Graubünden ein Bild über die Beschwerdeführerin machen. Sie 
wirkte nicht verwahrlost, war normal gekleidet und konnte zu den Fragen des Vor-
sitzenden adäquat Stellung nehmen. Sie wirkte auch nicht desorientiert. Offen-
kundig war sie zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung aber weder krankheits- noch 
behandlungseinsichtig. Sie brachte auf Nachfrage hin vor, dass ihr nicht bewusst 
sei, dass sie an Schizophrenie leide. Diese Diagnose habe dipl. med. G._____ 
anlässlich der Begutachtung auch nicht mit ihr diskutiert. Medikamente nehme sie 
auch keine mehr. Mit der Medikamenteneinnahme habe sie erst wieder angefan-
gen, nachdem sie in die Klinik H._____ verlegt worden sei. Für sie sei aber eine 
medikamentöse Behandlung kein Thema. Sie wolle sich nicht behandeln lassen. 
Schliesslich habe sie mit Schizophrenie nichts zu tun. Eine Eigen- und Fremdge-
fährdung liegt nach Ansicht der Beschwerdeführerin bei ihr nicht vor. Eine betreute 
Wohnform sei für sie kein Thema (act. 10).

6.4.2. Aus Sicht des Kantonsgerichts ist die Schlussfolgerung des Gutachters dipl. 
med. G._____, wonach die Beschwerdeführerin weder krankheits- noch behand-
lungseinsichtig ist, auch weiterhin nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin hat an 
ihrer Befragung vor dem Kantonsgericht klar zum Ausdruck gebracht, dass sie 
ihrer Ansicht nach weder an Schizophrenie leide noch behandlungsbedürftig sei. 
Mit dipl. med. G._____ habe sie die Diagnose nicht diskutiert. Sie wolle vielmehr 
wieder zurück in ihre Wohnung an der J._____ in K._____, wo sie ohne Weiteres 
in der Lage sei, sich selbst zu versorgen. Offensichtlich übersieht die Beschwerde-
führerin in ihren Vorstellungen den Umstand, dass sie am 17. Januar 2022 in ei-
nem psychotischen Zustand sowie im Zustand schwerer Verwahrlosung fürsorge-
risch eingewiesen worden war, nachdem sie lediglich rund vier Monate zuvor – 
ebenso aufgrund der paranoiden Schizophrenie sowie wegen Verwahrlosung – 
bereits einen rund dreiwöchigen Klinikaufenthalt absolviert hatte, bei welchem es 
nicht gelungen war, eine Tagesstruktur aufzugleisen. Beim Austritt aus der Klinik 
am 29. September 2021 waren zudem monatliche Medikamentenspiegel sowie 
eine ambulante psychiatrische Pflege festgelegt worden. Nachdem der Gutachter 
anlässlich seiner Befragung eine zeitliche Desorientierung sowie Aufmerksam-
keits- und Gedächtnisstörungen festgestellt hatte, ist seine Beurteilung, wonach 
aktuell eine Behandlung in geschlossenen Räumlichkeiten zwingend notwendig 
ist, für das Kantonsgericht schlüssig. Daran ändert auch der seither eingetretene 
Zeitablauf nichts. Die Beschwerdeführerin hat auf Befragen hin dargelegt, dass sie 
über kein Umfeld in ihrer Familie oder in einem Freundeskreis verfügt. Ein Freun-

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deskreis ist vielmehr nicht vorhanden. Kontakte zur Familie pflegt sie nur in klei-
nem Rahmen, und fast nur zu ihrer Mutter. Besuche empfängt sie aber nicht. So-
mit kann nicht erwartet werden, dass im Falle einer Entlassung aus der Klinik der-
zeit ein selbständiges Wohnen – unter Beizug eines Umfelds – möglich wäre. 
Vielmehr ist die vom Gutachter beschriebene Gefahr einer weiteren schweren 
Verwahrlosung, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung unterbleibt, für das 
Kantonsgericht nachvollziehbar. Diese stellt gerade in Anbetracht der Entwicklung 
seit der letzten Klinikeinweisung im September 2021 eine konkrete Selbstgefähr-
dung der Beschwerdeführerin dar. Die Ausführungen im Verlaufsbericht der Klinik 
E._____, wonach die Beschwerdeführerin derzeit im Kontakt mit Patienten keine 
Eigen- oder Fremdgefährdung zeige, vermögen nicht zu überzeugen, zumal der 
Gutachter angesichts der schweren Grunderkrankung der Beschwerdeführerin 
(schizophrenes Residuum) eine konkrete Gefahr einer Selbstgefährdung gerade in 
der drohenden Verwahrlosung sowie in einem allfälligen Suizidversuch bei Unter-
bleiben der notwendigen Betreuung erkennt. 

6.4.3. Der Gutachter erachtet eine Behandlung im geschlossenen Rahmen unter 
anderem deshalb als notwendig, um eine erneute Medikamenteneinstellung vor-
zunehmen. Es ist offensichtlich, dass diese Einstellung derzeit nur in geschlosse-
nem Rahmen erfolgen kann. Eine Bereitschaft der Beschwerdeführerin, ausser-
halb der stationären Behandlung die notwendigen Medikamente zur Stabilisierung 
ihres Gesundheitszustands einzunehmen, war auch für das Kantonsgericht nicht 
erkennbar. Aus den Akten geht hervor, dass die Einnahme von Medikamenten 
erst wieder seit Überführung der Beschwerdeführerin in die Klinik H._____ kurz 
vor der mündlichen Verhandlung erfolgt. Aufgrund des Zustands der Beschwerde-
führerin anlässlich der Befragung war zu erkennen, dass die Medikamente ihr hel-
fen, zeigte sich der Zustand der Beschwerdeführerin gegenüber dem in den Akten 
dokumentierten Zustand doch stark verbessert. Nach wie vor verkennt die Be-
schwerdeführerin aber ihre Krankheit und lehnt eine medikamentöse Behandlung 
ab. Es ist daher für das Kantonsgericht nachvollziehbar, dass zuerst eine Bereit-
schaft der Beschwerdeführerin zur Medikamenteneinstellung vorhanden sein 
muss, bis eine Entlassung aus der stationären Behandlung ohne Selbstgefähr-
dung möglich ist. Im Falle einer zeitnahen Entlassung der Beschwerdeführerin in 
ihre Wohnung an der J._____ in Chur ohne Bereitschaft zur Medikamentenein-
nahme wäre gerade damit zu rechnen, dass die Beschwerdeführerin die Medika-
mente absetzen und sich der psychotische Zustand wieder verschlimmern wird. 
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin derzeit eine betreute Wohnform ab-
lehnt und somit eine solche heute noch nicht als weniger einschneidende Mass-
nahme in Frage kommt. Unter den vorerwähnten Umständen erscheint daher die 

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Notwendigkeit der weiteren Betreuung in der Klinik H._____ als ausgewiesen, zu-
mal ein ambulantes Setting als mildere Massnahme aufgrund des fehlenden sozi-
alen Umfelds und der fehlenden Kooperationsbereitschaft seitens der Beschwer-
deführerin ausser Betracht fällt. Somit ist dem Gutachten von dipl. med. G._____ 
und dem Entscheid der KESB Nordbünden zu folgen. Die Behandlung und Be-
treuung in der Klinik H._____ stellt derzeit die einzig zur Verfügung stehende Op-
tion dar. Sie ist notwendig im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB. 

7. Als letzte kumulative Voraussetzung für eine rechtmässige fürsorgerische 
Unterbringung erfordert Art. 426 Abs. 1 ZGB das Vorhandensein einer für die nöti-
ge Behandlung und Betreuung geeigneten Einrichtung. Eine Legaldefinition des 
Begriffs der geeigneten Einrichtung existiert nicht. Eine Einrichtung gilt gestützt auf 
die höchstrichterliche Rechtsprechung als geeignet, wenn in ihr die für die Betrof-
fene konkret notwendige Fürsorge und Betreuung gewährt werden kann. Es gilt 
den Einzelfall zu prüfen (BGE 112 II 486 E. 3). Die Klinik H._____ ist als psychia-
trische Einrichtung ohne Weiteres für die Behandlung der unter paranoider Schi-
zophrenie leidenden Beschwerdeführerin geeignet.

8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für die für-
sorgerische Unterbringung erfüllt sind. Die Beschwerde gegen die Verlängerung 
der fürsorgerischen Unterbringung ist daher abzuweisen.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art. 106 
Abs. 1 ZPO). Angesichts der finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin 
rechtfertigt es sich vorliegend, im Sinne von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB auf die Erhe-
bung von Verfahrenskosten zu verzichten. Damit verbleiben die Kosten des Be-
schwerdeverfahrens von insgesamt CHF 1'500.00 beim Kanton Graubünden.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten 
des Kantons Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: