# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 13c3e218-fed1-57c8-af1a-db18e0bfd3cb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.03.2024 SB230063
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230063_2024-03-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230063-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. C. Maira 

und Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Jacomet

Urteil vom 11. März 2024

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. F. Stadelmann,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Freiheitsberaubung und Entführung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 3. Februar 2022 
(DG210018)

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Anklage

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 26. Juli 2021 

(Urk. 1/14) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 102 S. 136 ff.)

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und 
Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 2 und 13),

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 
Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 4, 9.1, 9.2 und 14),

 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklagepunkte 6, 7, 8 und 10) sowie 
der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 
(Anklagepunkt 12).

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Nötigung im Sinne von 

Art. 181 StGB (Anklagepunkt 3.1).

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 44 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis heute 

591 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind.

4. Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

5. Das mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

beschlagnahmte Mobiltelefon Apple iPhone (Asservat Nr. A013'927'418) sowie die 

sichergestellte SIM-Karte (Asservat Nr. A013'960'457) werden dem Beschuldigten 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren 

mit den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210019-E, DG210020-E und DG210021-E 

auf Voranmeldung und auf erstes Verlangen herausgegeben. 

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der 

Rechtskraft aller obengenannten Urteile bei der für die Lagerung zuständigen 

Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, beansprucht, werden sie ohne weitere 

Mitteilung durch diese vernichtet.

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6. Die folgenden mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons 

Zürich beschlagnahmten Gegenstände werden dem Geschädigten, B._____, nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit 

den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210019-E, DG210020-E und DG210021-E auf 

Voranmeldung und auf erstes Verlangen herausgegeben:

 1 Paar Herrenschuhe, schwarz (Asservat Nr. A013'149'763)
 1 ärmelloses T-Shirt, rosarot (Asservat Nr. A013'149'809)
 1 T-Shirt, grau (Asservat Nr. A013'149'810)
 1 Herrenhose, braun (Asservat Nr. A013'149'854)
 1 Herrenjacke, schwarz/grün (Asservat Nr. A013'149'912).

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der 

Rechtskraft aller obgenannten Urteile beim für die Lagerung zuständigen Forensi-

schen Institut Zürich beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung durch dieses 

vernichtet.

7. Die unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut 

Zürich gelagerten Spuren werden – soweit noch vorhanden und mit Ausnahme der 

in Dispositiv-Ziffern 5 und 6 genannten Asservate – nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-Nrn. 

DG210017-E, DG210019-E, DG210020-E und DG210021-E durch dieses vernichtet.

8. Das unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut 

Zürich gelagerte Messer (Asservat Nr. A014'211'531) wird eingezogen und nach Ein-

tritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den 

Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210019-E, DG210020-E und DG210021-E durch 

dieses vernichtet.

9. Die unter den folgenden Referenznummern bei der Kantonspolizei Zürich, Asser-

vate-Triage, gespeicherten Datensicherungen werden – soweit noch vorhanden – 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren 

mit den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210019-E, DG210020-E und DG210021-E 

durch diese gelöscht: 05692001N01, 05692001S01, 05692002N01, 05692002S01, 

05692003N01, 05692003S01, 05692003S02, 05692004N01 und 05692004S01.

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10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 2'000.00 Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 144.85 Auslagen (Gutachten)

Fr. 500.00 Auslagen (Polizei)

Fr. 50.00 Auslagen Untersuchung (EDV-Datensicherung)

Fr. 30'163.65 Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Auslagen und 7.7 % 
MwSt). 

11. Die Auslagen in der Höhe von Fr. 50.00 für "EDV-Datensicherung 0569-2020 / 

Erstellung Datenträger zur Einlagerung bei Asservate-Triage" (Rechnung Nr. 

9003068773 der Kantonspolizei Zürich) werden auf die Gerichtskasse genommen 

und definitiv abgeschrieben.

12. Die übrigen Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auf-

erlegt.

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

14. [Mitteilung]

15. [Rechtsmittel]

16. [Rechtsmittel]"

Berufungsanträge
(Prot. II S. 3 f.)

a) Der Verteidigung des Beschuldigten A._____:

(Urk. 115 S. 1)

1. Mein Mandant sei vollumfänglich freizusprechen.

2. Es sei ihm für die ungerechtfertigte Haft eine Genugtuung von CHF 150.00 

pro Hafttag vom 23.06.2020 bis und mit 03.02.2022 aus der Staatskasse 

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zuzusprechen, zuzüglich Zins zu 5% ab mittlerem Verfall für die Zeit ab 

Inhaftierung bis zur Haftentlassung.

3. Die Kosten der Untersuchung, des erstinstanzlichen gerichtlichen Verfahrens 

und des Berufungsverfahrens sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung 

für beide Verfahren seien auf die Staatskasse zu nehmen.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 108; schriftlich)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen:

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem 

angefochtenen Entscheid (Urk. 102 S. 3 f. E. A.). Der Beschuldigte wurde von der 

Vorinstanz am 3. Februar 2022 gemäss dem vorab wiederholten Urteilsdispositiv 

teilweise schuldig gesprochen und bestraft (a.a.O., S. 136 ff.). Innert Frist liess er 

Berufung anmelden (Urk. 94 und 104). Das begründete Urteil (Urk. 99 = Urk. 102) 

wurde dem Verteidiger bzw. dem Beschuldigten sodann am 5. Januar 2023 zuge-

stellt (Urk. 100). Mit Präsidialverfügung vom 20. Januar 2023 wurden die Akten des 

Verfahrens zur Behandlung der Berufung dem Obergericht des Kantons Zürich zu-

geschickt (Urk. 101 = Urk. 103), wobei sie am 27. Januar 2023 bei der hiesigen 

Kammer eingingen (vgl. Aktenverzeichnis).  

1.2. Die Berufungserklärung des Beschuldigten vom 24. Januar 2023 ging mit 

Verfügung vom 14. Februar 2023 an die Staatsanwaltschaft und dieser wurde Frist 

angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird, oder um begründet 

ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 106). Die Staatsan-

waltschaft verzichtete auf Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 108). Am 11. Dezember 2023 wurden der 

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Beschuldigte A._____ (Urk. 109) sowie die Beschuldigten C._____ (Urk. 91, 

SB230062), D._____ (Urk. 109, SB230064) und E._____ (Urk. 82, SB230065) zur 

gemeinsamen Berufungsverhandlung vom 11. März 2024 vorgeladen. Schliesslich 

wurden die Parteien am 27. Februar 2024 über eine Änderung der Gerichtsbeset-

zung informiert (Urk. 111). 

1.3. Am 11. März 2024 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher die 

Beschuldigten A._____, D._____ und E._____, je in Begleitung ihrer amtlichen Ver-

teidiger, sowie der amtliche Verteidiger des Beschuldigten C._____ erschienen 

(Prot. II S. 3). 

1.4. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

2. Umfang der Berufung

Unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 2 sowie 4-11 des vorinstanzlichen 

Entscheids, in welchem Umfang dieser in Rechtskraft erwuchs, was mit Beschluss 

festzuhalten ist. Im übrigen Umfang steht der Entscheid zur Disposition. Es gilt das 

Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

3. Prozessuales

3.1. Allgemeines

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachver-

haltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in An-

wendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung 

findet. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch auf rechtli-

ches Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen Entscheid zu begründen. Die 

Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus-

drücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand aus-

einandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken. Ein unverhältnismässiger Motivationsaufwand 

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kann nicht eingefordert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in der 

Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert würde 

(vgl. dazu statt Weiterer Urteil des Bundesgerichtes 6B_689/2019 vom 25. Oktober 

2019 E. 1.5.2., mit Hinweisen).

3.2. Örtliche Zuständigkeit, Anklagegrundsatz, Strafantrag

3.2.1. Der Verteidiger des Beschuldigten C._____ rügte – wie bereits vor Vorinstanz 

– die fehlende örtliche Zuständigkeit der Strafbehörden. Er begründete dies damit, 

dass im Kanton G._____ der Ort sei, wo die mit der schwersten Strafe bedrohte 

Tat, nämlich die versuchte schwere Körperverletzung, begangen worden sei 

(Urk. 98 S. 5 ff., SB230062). 

3.2.2. Zunächst kann ohne Weiteres auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 102 S. 5 f. E. B). Ergänzend ist festzuhalten, dass das 

Verfahren vor den Zürcher Behörden letztlich nicht wegen versuchter schwerer 

Körperverletzung geführt wurde, weshalb die mit der schwersten Strafe bedrohte 

Tat nach wie vor die Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB und deshalb auch die Zuständigkeit der Zürcher Behörden 

begründet ist. Schliesslich wurde die Rüge der Unzuständigkeit – wie auch die 

Vorinstanz korrekt ausführte – nicht bereits bei der Staatsanwaltschaft, sondern 

erst vor Vorinstanz das erste Mal vorgebracht und ist damit verspätet erfolgt.

3.2.3. Ferner rügte die Verteidigung des Beschuldigten D._____ eine Verletzung 

des Anklagegrundsatzes sowie das Fehlen eines gültigen Strafantrags (Urk. 114, 

SB230064), wobei sich die Verteidigung des Beschuldigten E._____ den 

Ausführungen zur Verletzung des Anklagegrundsatzes anschloss (Prot. II S. 8; 

Urk. 87 S. 4, SB230065). 

3.2.4. Zur Begründung führte die Verteidigung des Beschuldigten D._____ vor, 

dass der Sachverhalt in der Anklageschrift nicht genügend umschrieben und damit 

die Anforderungen von Art. 9 und 325 StPO nicht erfüllt seien. So sei bei den 

Vorwürfen jeweils nicht klar, welche Rolle der Beschuldigte D._____ inne gehabt 

habe und fehle auch eine Auseinandersetzung mit dem objektiven sowie subjekti-

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ven Tatbestand (Urk. 114 S. 2-7, SB230064). Die Verteidigung des Beschuldigten 

E._____ stellte sich auf den Standpunkt, dass die Anklageschrift keine konkreten 

Tathandlungen des Beschuldigten E._____ beschreibe und auch keine konkreten 

Hinweise für die Mittäterschaft geltend gemacht worden seien (Urk. 87 S. 4, 

SB230065; Prot. II S. 8). 

3.2.5. Entgegen der Ansicht der Verteidigungen umschreibt die Anklage konkret, 

an welchem Datum, um welche Uhrzeit und an welchem Ort die Tatvorwürfe sich 

ereignet haben sollen. Ferner unterscheidet die Anklage einerseits zwischen dem 

ineinandergeflochtenen Zusammenwirken der Beschuldigten im Sinne einer Mit-

täterschaft und andererseits deren individuellen Tatbeiträgen. Die Beschuldigten 

wissen mithin, was ihnen jeweils vorgeworfen wird. Entgegen den Verteidigungen 

ist es im Übrigen bei Annahme einer Mittäterschaft nicht notwendig, den subjektiven 

Tatbestand bei jedem einzelnen Mittäter im Detail zu umschreiben. Wenn die Ver-

teidigung des Beschuldigten D._____ sodann geltend macht, beim Tatvorwurf der 

Nötigung sei die tatsituative Zwangswirkung nicht ersichtlich (Urk. 114 S. 5 f., 

SB230064), kann ihr mitnichten gefolgt werden. Wie noch später aufzuzeigen sein 

wird, lässt sich die notwendige Zwangswirkung ohne Weiteres aus der Gesamts-

ituation herleiten, in welcher sich der Geschädigte vorfand (gewaltsame Verbrin-

gung in das Auto und nach H._____, zahlreiche Schläge und erhebliche Verletzun-

gen; vgl. nachfolgend Ziff. II.). Im Übrigen kann auch hier auf die korrekten Ausfüh-

rungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 102 S. 6 f. E. B). Ob sich die Vor-

würfe erstellen lassen, ist schliesslich keine Frage des Anklagegrundsatzes, son-

dern wird im Rahmen der Beweiswürdigung zu prüfen sein.  

3.2.6. Mit der Vorinstanz liegt damit keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vor. 

3.2.7. Schliesslich monierte der Verteidiger des Beschuldigten D._____, es liege 

hinsichtlich den Anklageziffern 4 und 14 kein gültiger Strafantrag vor, da der Ge-

schädigte den Beschuldigten D._____ im Strafantrag nicht namentlich genannt 

habe, obwohl ihm dieser von Anfang an bekannt gewesen sei. So habe der Ge-

schädigte unter anderem in der ersten polizeilichen Einvernahme vom 25. Okto-

ber 2019 den Rufnamen des Beschuldigten D._____, "D'._____", genannt, weshalb 

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dieser für den Geschädigten keinesfalls ein Unbekannter gewesen sei (Urk. 114 

S. 7 ff., SB230064).

3.2.8. Die vom Verteidiger des Beschuldigten D._____ in diesem Zusammenhang 

aufgeführte bundesgerichtliche Rechtsprechung bezieht sich auf den Fall, in wel-

chem ein Delikt von einem Einzeltäter begangen wurde. Im hier zu beurteilenden 

Fall sind jedoch mehrere mutmassliche Täter involviert, weshalb diese Rechtspre-

chung nicht einschlägig ist. Wie auch die Verteidigung zu Recht ausführt, identifi-

zierte der Geschädigte den Beschuldigten D._____ bereits anlässlich der polizeili-

chen Einvernahme vom 25. Oktober 2019 als angeblichen Täter, indem er dessen 

Rufnamen nannte und erwähnte, dass er auch dessen Telefonnummer kenne 

(Urk. 2/1/1 F/A 31). Damit ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass der Geschä-

digte auch die Verfolgung des Beschuldigten D._____ beabsichtigte. Im Übrigen 

kann auch hier auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 102 S. 7 f. E. B). Nach dem Gesagten liegt entgegen der Verteidigung ein 

gültiger Strafantrag vor.    

II. Schuldpunkt

1. Anklagevorwurf, Ausgangslage und Vorgehen

Der Anklagevorwurf ergibt sich aus der beigehefteten Anklageschrift (Urk. 1/14 

S. 3 ff.), darauf kann verwiesen werden. Dem Beschuldigten wird zusammen-

gefasst vorgeworfen, den Geschädigten zusammen mit weiteren Mittätern in der 

Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2019 in I._____/J._____ unter Anwendung von 

Gewalt mit einem Auto entführt und an einen abgelegenen Grillplatz bei H._____ 

(G._____) verbracht zu haben, wo dieser von den Tätern in der Folge eine Nacht 

lang immer wieder geschlagen und unter Anwendung von körperlicher Gewalt zu 

erniedrigenden Handlungen gezwungen worden sei. Der Beschuldigte bestreitet 

die Darstellung des Geschädigten und die eingeklagte Tatbeteiligung (vgl. letztmals 

Prot. I S. 45 ff. und Urk. 114 S. 8 ff.). Der Sachverhalt ist zu erstellen. Die Vorin-

stanz hat die Beurteilung des Vorwurfs wie folgt gegliedert: (1.) I._____/J._____ 

und Autofahrt zum Grillplatz "K._____" bzw. Freiheitsberaubung und Entführung 

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(Anklagepunkte 2 und 13), (2.) Grillplatz "K._____" (3.) Einfache Körperverletzung 

(Anklagepunkte 4, 9.1, 9.2 und 14) und (4.) Nötigungen (Anklagepunkte 3.1, 6, 7, 

8, 10 und 12). Diese Gliederung ist beizubehalten.

2. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel zutreffend aufgeführt (Urk. 102 

S. 8 ff. E. C I.1.), darauf kann verwiesen werden. Die Vorwürfe stützten sich im 

Wesentlichen auf die Aussagen des Geschädigten.

3. Grundsätze der Beweiswürdigung

Die Vorinstanz hat die massgebenden Grundsätze der Beweiswürdigung zutreffend 

dargestellt (Urk. 102 S. 11 ff. E. C. I.2.), darauf kann verwiesen werden. Soweit 

sie Ausführungen zur Glaubwürdigkeit der Befragten machte (a.a.O., S. 14 ff. 

E. C. I.2.3.), ist abermals darauf hinzuweisen, dass für die Sachverhaltserstellung 

in erster Linie die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Befragten relevant ist. Die von 

der Vorinstanz zur Glaubwürdigkeit gemachten Ausführungen sind soweit zu-

treffend, jedoch vorliegend nicht ausschlaggebend. Wie die Vorinstanz richtig aus-

führte, finden mögliche Antipathien zwischen den Beteiligten gemeinhin in einem 

übertriebenen oder sonstige Lügensignale aufweisenden Aussageverhalten ihren 

Niederschlag, was bei der Glaubhaftigkeit der jeweiligen Darstellungen zu prüfen 

sein wird. Hinweise, die seitens des Geschädigten auf eine kalkulierte Falschaus-

sagen deuten würden, liegen nicht vor.

4. Freiheitsberaubung und Entführung (Anklagepunkte 2 und 13)

4.1. Standpunkt der Verteidigung

4.1.1. Die Verteidigung machte vor Vorinstanz im Wesentlichen geltend, der 

Beschuldigte sei über das belastete Verhältnis zwischen N._____ und dem Ge-

schädigten informiert gewesen. Er habe den Geschädigten aber nicht abgepasst, 

sondern sei dort gewesen, weil der Geschädigte N._____ um eine Aussprache 

beim Asylheim I._____/J._____ gebeten habe. N._____ habe ihn dann gebeten, 

dorthin zu kommen. Es sei nie geplant gewesen, den Geschädigten zu entführen. 

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Der Geschädigte habe – kaum sei er beim für die Aussprache vereinbarten Ort auf-

getaucht – ein grosses Klappmesser gezogen und sei auf den Beschuldigten 

losgegangen. Letzterem sei es nach längeren Bemühungen schliesslich gelungen, 

dem Geschädigten durch einen Biss ins Handgelenk das Messer wegzunehmen. 

Alle Beschuldigten hätten Schläge gegen den Körper des Geschädigten bestritten; 

richtig sei einzig, dass der Beschuldigte dem Geschädigten nach Entwinden des 

Messers noch zwei Ohrfeigen mit der offenen Hand gegen dessen Wange verpasst 

habe. Der Beschuldigte habe seine Aussage anlässlich der polizeilichen Einver-

nahme vom 24. Juni 2020, wonach sie den Geschädigten gezwungen hätten, ins 

Auto zu steigen, um mit ihm sprechen zu können, in der Schlusseinvernahme vom 

13. Juli 2021 präzisiert. So habe es keinen Plan zur Entführung gegeben und man 

habe den Geschädigten weder gefesselt noch in einen Raum gesperrt. Sie hätten 

seinen Mund nicht zugeklebt und ihn auch nicht in den Kofferraum eingesperrt. Er 

sei wie sie im Auto auf einem Sitz gesessen. In Sri Lanka sei es normal, dass man 

sich unter Freunden schlage und am anderen Tag sitze man dann aber wieder 

zusammen. Es stimme sodann nicht, dass der Beschuldigte den Geschädigten auf 

dem Weg nach H._____ mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe. Keiner der 

Mitbeschuldigten habe diesen Schlag mitbekommen. Der Geschädigte habe an der 

polizeilichen Einvernahme vom 15. Oktober 2019 nur ausgesagt, dass die Per-

sonen auf der Rückbank ihn mit Fäusten ins Gesicht geschlagen, ihm den Mund 

zugehalten und ihn dann wieder mit den Fäusten ins Gesicht und auf den Rücken 

geschlagen hätten. Erst in der Zeugeneinvernahme vom 17. September 2020 habe 

er dann plötzlich zu Protokoll gegeben, dass man auf der Fahrt angehalten und der 

Beschuldigte als erster auf ihn losgegangen sei und ihm die Faust ins Gesicht 

geschlagen habe. Alle Beschuldigten, die auf der Fahrt dabei gewesen seien, 

hätten verneint, dass sie angehalten haben. Dass der Geschädigte diese Vorwürfe 

erstmals gut ein Jahr nach der Tat vorbringe, spreche nicht für ihre Glaubhaftigkeit 

(vgl. Prot. I S. 141 ff. und Urk. 81 S. 3 ff.).

4.1.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung verwies die Verteidigung auf ihre 

Ausführungen vor Vorinstanz und machte ergänzende Ausführungen zur Strafzu-

messung (Urk. 115). 

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4.2. Aussagen der Beteiligten

Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen der Beteiligten umfassend darge-

stellt (Urk. 102 S. 19 ff. E. 3.3.), darauf kann verwiesen werden.

4.3. Aussagen des Geschädigten

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Geschädigten zutreffend gewürdigt (Urk. 102 

S. 51 ff. E. 3.4.b), darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. Teilweise rekapi-

tulierend und ergänzend ist festzuhalten, dass der Geschädigte detailliert, logisch-

konsistent und nachvollziehbar aussagte. Seine Darstellung wirkt erlebnisbasiert. 

Für sie spricht nicht zuletzt, dass er auch Aussagen zu seinen Ungunsten machte 

und namentlich erwähnte, selbst ein Messer gezogen zu haben, obschon offen 

bleiben kann, um was für ein Messer es sich dabei genau handelte. Weiter sind 

die Aussagen insgesamt homogen, relativ konstant und im Wesentlichen wider-

spruchsfrei. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Einvernahmen in einem Zeit-

raum von mehr als zwei Jahren stattfanden und es sich um einen sehr dynamischen 

Handlungsablauf mit diversen Beteiligten handelte, der sich zudem teilweise im 

Dunkeln abspielte, was einzelne Ungereimtheiten erklärt. Die Aussagen zeichnen 

sich über die diversen Einvernahmen hinweg und trotz der zeitlichen Dauer des 

Verfahrens durch eine detaillierte, klar auf einen realen Erlebnishintergrund hin-

weisende und sehr plausible Darstellung des inkriminierten Geschehens in 

stimmiger Abfolge aus. Darauf kann abgestellt werden.

4.4. Aussagen der Mitbeschuldigten und Drittaussagen

Die Vorinstanz hat weiter überzeugende Ausführungen zu den Aussagen der 

Mitbeschuldigten sowie zu den vorliegenden Drittaussagen gemacht (Urk. 102 

S. 54 ff. E. 3.4. c-f und S. 58 f. E. 3.4.h), darauf kann vollumfänglich verwiesen 

werden. Ergänzend ist zu den Drittaussagen anzuführen, dass diese zum eigent-

lichen Tatgeschehen nichts beizutragen vermögen, zumal die beiden Zeuginnen 

beim eingeklagten Vorgang nicht dabei waren. Bei ihren Aussagen geht es vor 

allem um die (möglichen) Hintergründe der Auseinandersetzung, was aber auch 

-   13   -

von der Staatsanwaltschaft weitgehend offengelassen wurde (vgl. dazu Anklage-

punkt 1).

4.5. Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz hat richtige Ausführungen zu den Aussagen des Beschuldigten ge-

macht (Urk. 102 S. 58 f. E. 3.4.g), auch darauf kann verwiesen werden. Es fällt auf, 

dass der Beschuldigte zwar diverse Zugeständnisse machte, die Aussagen des 

Geschädigten jedoch gleichwohl immer wieder relativierte und offensichtlich ver-

suchte, die Geschehnisse möglichst harmlos erscheinen zu lassen, was insgesamt 

nicht sehr überzeugend wirkt. Anlässlich der Berufungsverhandlung bestritt der 

Beschuldigte die Version des Geschädigten und erklärte im Wesentlichen, N._____ 

habe gesagt, er solle den Geschädigten in I._____/M._____ bzw. J._____ abholen. 

Schliesslich sei der Geschädigte freiwillig ins Auto eingestiegen. Er habe den Ge-

schädigten nur einmal mit der offenen Hand geschlagen, als er ihm das Messer 

weggenommen habe. Dies sei bei der Abholstelle in I._____/M._____ bzw. J._____ 

gewesen. Im Übrigen machte der Beschuldigte vor allem Erinnerungslücken gel-

tend (Urk. 114 S. 8 ff.). 

4.6. Ergebnis Aussagenanalyse

Im Gegensatz zu den Aussagen des Geschädigten bezüglich die Ereignisse an der 

L._____-strasse in I._____/J._____ und auf der Autofahrt zum Grillplatz "K._____" 

weisen die Aussagen des Beschuldigten und der Mitbeschuldigten diverse 

Widersprüche sowohl in sich als auch untereinander auf, sind teilweise nicht 

nachvollziehbar oder wirken stellenweise konstruiert. Aus den Einvernahme-

protokollen ergibt sich deutlich, dass die Beschuldigten ihre Aussagen teilweise 

dem Untersuchungsergebnis bzw. anderen Aussagen anpassten. Umgekehrt 

finden sich aber auch immer wieder Aussagen der Beschuldigten, die jene des 

Geschädigten zum Kerngeschehen bestätigen und diese damit umso glaubhafter 

erscheinen lassen. Das aussageunabhängige Beweismittel der DNA-Unter-

suchung des vom Beschuldigten A._____ eingereichten Messers bestätigt des 

Weiteren die Aussagen der Beschuldigten nicht, wonach das Messer entgegen den 

Aussagen des Geschädigten in I._____/J._____ gegen sie eingesetzt worden sein 

-   14   -

soll (Urk. 5/1-6). Was für ein Messer der Geschädigte beim Vorfall in 

I._____/J._____ wirklich gezogen hat, erscheint angesichts der Vielzahl und der 

Qualität der Realkennzeichen in seinen Aussagen verglichen mit den sehr zweifel-

haften Aussagen des Beschuldigten und seiner Mitbeschuldigten für die Aussagen-

würdigung ohnehin nicht von entscheidender Bedeutung. Nicht nachvollziehbar ist 

jedoch die Darstellung, wonach sich der Geschädigte zunächst mit einem Messer 

gewehrt haben, in der Folge jedoch freiwillig ins Auto nach H._____ eingestiegen 

sein soll (vgl. Urk. 114 S. 8). Dies ist eine reine Schutzbehauptung und nicht 

glaubhaft. Es erstaunt sodann nicht, dass der Beschuldigte und die 

Mitbeschuldigten den Geschädigten am erwähnten Parkplatz in I._____/J._____ 

und damit an einem abgelegenen und nicht häufig frequentierten Ort erwarteten, 

denn dort mussten sie offenkundig mit weniger Zeugen rechnen als beispielsweise 

am Bahnhof M._____. Der Geschädigte schilderte ferner konstant und glaubhaft, 

dass auch der Beschuldigte am Übergriff in I._____/J._____ beteiligt gewesen sei, 

er [der Geschädigte] ins Auto gezerrt worden und der Beschuldigte im Auto als 

Erster auf ihn losgegangen sei und ihn mit der Faust geschlagen habe (Urk. 2/1/3 

F/A 10-12, 23 f.). Der Beschuldigte gab in der Untersuchung sodann selber an, 

dass sie den Geschädigten ins Auto "gestossen" bzw. "gezwungen" hätten 

(Urk. 2/3/1 F/A 59-60). Die von ihm an der Berufungsverhandlung gemachten 

Aussagen, wonach es zwar am Anfang eine Rangelei gegeben habe, der 

Geschädigte dann jedoch mit ihnen mitgekommen sei und im Auto Musik gehört 

und Snapvideos gemacht habe (Urk. 114 S. 8), sind vor diesem Hintergrund nicht 

glaubhaft und vermögen keine Zweifel an den Ausführungen des Geschädigten zu 

begründen. Vielmehr versucht der Beschuldigte seinen Tatbeitrag insofern zu 

relativieren, als er erklärt, er habe dem Geschädigten lediglich eine Ohrfeige 

verpasst, weil dieser ein Messer gezückt habe. Dies ist mit der Vorinstanz eine 

blosse Schutzbehauptung. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die Qualität 

der Aussagen des Geschädigten deutlich höher ist als jene des Beschuldigten und 

der Mitbeschuldigten und dass sie sehr glaubhaft sind. Schliesslich stimmen die 

Aussagen des Geschädigten mit dessen Verletzungsbild überein und stützen seine 

Ausführungen zusätzlich. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sie dem 

-   15   -

tatsächlich Erlebten des Geschädigten entsprechen. Somit ist der eingeklagte 

Sachverhalt in diesem Punkt erstellt. 

4.7. Rechtliche Würdigung

Die Vorinstanz hat eine sorgfältige und zutreffende rechtliche Würdigung vor-

genommen (Urk. 102 S. 61 ff. E. 3.5.), darauf kann verwiesen werden. Mit über-

zeugender Begründung und unter Abhandlung der Vorbringen der Verteidigung hat 

sie insbesondere eine Mittäterschaft des Beschuldigten bejaht. Selbst wenn die 

Entführung nicht von Anfang an geplant gewesen sein sollte, was offen bleiben 

kann, hat sich der Beschuldigte im entscheidenden Moment an der Tat beteiligt, 

indem er den Geschädigten festhielt, ihm in die Hand biss und ihn ins Auto 

verbrachte. Zudem gab der Beschuldigte – zuletzt anlässlich der Berufungsver-

handlung – selbst zu, den Auftrag von N._____ erhalten zu haben, den Geschädig-

ten abzuholen (Urk. 114 S. 6; S. 8; S. 10). Rechtfertigungs- und Schuldausschluss-

gründe liegen nicht vor. Zu Letzterem führte die Vorinstanz insbesondere richtig 

aus, dass ein Ziehen des Messers seitens des Geschädigten höchstens den Biss 

des Beschuldigten in dessen Hand gerechtfertigt hätte, auf keinen Fall aber die 

weiteren Schläge und die Verbringung des Geschädigten gegen dessen Willen zum 

Grillplatz "K._____" (a.a.O., S. 65 E. 3.5.3.), was umso mehr gilt, als die Täterschaft 

dem Geschädigten in einer zahlen- und kräftemässig weit überlegenen Übermacht 

gegenübertrat. Der Beschuldigte ist der Freiheitsberaubung und der Entführung im 

Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen. 

5. Grillplatz "K._____"

5.1. Aussagen der Beteiligten

Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen der Beteiligten umfassend darge-

stellt (Urk. 102 S. 65 ff. E. 4.), darauf kann verwiesen werden.

5.2. Aussagen des Geschädigten

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Geschädigten zutreffend gewürdigt (Urk. 102 

S. 101 f. E. 4.7.1.), darauf kann verwiesen werden. Teilweise rekapitulierend und 

-   16   -

ergänzend ist festzuhalten, dass – mutatis mutandis – das bereits weiter vorne zu 

seinen Aussagen Ausgeführte gilt. Die wiederum eine hohe Dichte an Realkenn-

zeichen aufweisenden Aussagen lassen sich zudem teilweise mit objektiven Be-

weismitteln zwanglos in Einklang bringen, namentlich den vorliegenden Bild- und 

Videodateien (Urk. 6/1-2 und Urk. 7/1-3) sowie dem gutachterlich festgestellten 

Verletzungsbild (Urk. 4/4). Auch diese Aussagen zeichnen sich über die diversen 

Einvernahmen hinweg und trotz der zeitlichen Dauer des Verfahrens durch eine 

detaillierte, klar auf einen realen Erlebnishintergrund hinweisende und sehr 

plausible Darstellung des inkriminierten Geschehens aus. Der Geschädigte 

schilderte die Geschehnisse sehr flüssig und erwähnte auch Nebensächlichkeiten 

(vgl. beispielhaft Urk. 2/1/1 S. 5). Zudem lässt sich kein (nachvollziehbares) Motiv 

ausmachen, weshalb der Geschädigte den Beschuldigten falsch belasten sollte. 

Dazu hatte sich bereits die Vorinstanz überzeugend geäussert (Urk. 102 S. 16). 

Nach dem Gesagten kann auf die Aussagen des Geschädigten abgestellt werden.

5.3. Aussagen der Mitbeschuldigten

Die Vorinstanz hat weiter überzeugende Ausführungen zu den Aussagen der Mit-

beschuldigten gemacht (Urk. 102 S. 103 ff. E. 4.7.2. ff.), darauf kann vollumfänglich 

verwiesen werden. Die Ausführungen der Mitbeschuldigten zeichnen sich auch in 

diesem Punkt mehrheitlich durch Ungereimtheiten, Widersprüche und unglaubhafte 

Relativierungen aus und erscheinen weitgehend als Schutzbehauptungen, soweit 

sie sich nicht mit den glaubhaften Belastungen des Geschädigten decken.

5.4. Aussagen Beschuldigter

Die Vorinstanz machte richtige Ausführungen zu den Aussagen des Beschuldigten 

(Urk. 102 S. 108 E. 4.7.6.), auch darauf kann verwiesen werden. Mit ihr ist davon 

auszugehen, dass seine Aussage, wonach er den Geschädigten lediglich zweimal 

bzw. einmal (so anlässlich der Berufungsverhandlung ausgesagt, Urk. 114 S. 8 f.; 

S. 16) mit der offenen Hand geschlagen habe (Urk. 2/3/3 F/A 25), nicht nur in 

Widerspruch zu den Aussagen des Geschädigten, sondern auch zu jenen des 

Beschuldigten E._____ steht, welcher ausführte, dass der Geschädigte vom Be-

schuldigten mit "Brennstöcken" geschlagen worden sei (Urk. 2/4/2 F/A 22 ff. und 

-   17   -

34). Auch wurden bei der medizinischen Begutachtung des Geschädigten Hautver-

färbungen an der Oberschenkelinnenseite festgestellt (Urk. 4/4, S. 5), die auf 

Schläge in den Genitalbereich des Geschädigten hinweisen. Entgegen den Aus-

führungen des Verteidigers (vgl. dazu Urk. 81 S. 10 und Urk. 115 S. 1 f.) erschei-

nen die Ausführungen des Geschädigten zu Schlägen in den Genitalbereich eben-

falls glaubhaft. Der Beschuldigte spielt seine Rolle in der Konfliktdynamik herunter, 

indem er Dritte belastet. Seine Aussagen erscheinen auch in diesem Zusammen-

hang insgesamt wenig glaubhaft. 

5.5. Ergebnis Aussagenanalyse

Die Aussagen der Beschuldigten zum eingeklagten Geschehen am Grillplatz 

weisen diverse erhebliche Widersprüche sowohl in sich als auch untereinander auf 

und wirken teilweise konstruiert und beschönigend. Offensichtlich belasten sie 

wenn immer möglich nicht angeklagte Drittpersonen, namentlich N._____ und 

O._____, und passen ihre Aussagen dem Untersuchungsergebnis an, selbstver-

ständlich im Bestreben den eigenen Tatbeitrag möglichst herunterzuspielen. 

Demgegenüber decken sich die überzeugenden Aussagen des Geschädigten mit 

den vorliegenden objektiven Beweismitteln und weisen eine hohe Anzahl qualitativ 

hochwertiger Realkennzeichen auf. Entsprechend ist auch in diesem Punkt im 

Wesentlichen auf den vom Geschädigten geschilderten Geschehensablauf ab-

zustellen.

6. Einfache Körperverletzung (Anklagepunkte 4, 9.1., 9.2 und 14)

6.1. Der Verteidiger stellte vor Vorinstanz infrage, ob der Beschuldigte am Tatort 

war, als der Geschädigte bei der Feuerstelle geschlagen wurde, zumal er mit dem 

Mitbeschuldigten C._____ für einen Zeitraum von rund zwei Stunden zu sich nach 

Hause gefahren sei, um Essen zu kochen (Urk. 81, S. 7 f.). Es sei nicht richtig, dass 

der Beschuldigte dem Geschädigten mit einem Cricketschläger einen Schlag ge-

gen die Genitalien verpasst habe. Insbesondere fänden sich im Gutachten des 

Rechtsmedizinischen Instituts der Universität Zürich keine Hinweise auf einen 

solchen Schlag. Der Beschuldigte habe des Weiteren von Anfang an bestritten, je 

einen Cricketschläger in der Hand gehabt zu haben. Auch die Mitbeschuldigten 

-   18   -

hätten die ihm vorgeworfenen Taten weder gesehen noch mitbekommen. Auch 

seien die Aussagen bezüglich Schläge auf den linken Oberarm bzw. auf den 

Rücken widersprüchlich (a.a.O., S. 10 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

verwies die Verteidigung auch diesbezüglich auf ihre vor Vorinstanz gemachten 

Ausführungen (Urk. 115 S. 1 f.). 

6.2. Zu den Ausführungen der Verteidigung kann mit der Vorinstanz (Urk. 102 

S. 109 f. E. 5.3.) festgehalten werden, dass unbestritten ist, dass der Beschuldigte 

und der Mitbeschuldigte C._____ den Grillplatz verliessen, um Essen zu holen und 

erst nach einiger Zeit dorthin zurückkehrten. Aus den Aussagen der Beteiligten geht 

indes eindeutig hervor, dass die eingeklagten Übergriffe erst nach ihrer Rückkehr 

zum Grillplatz stattfanden. So sagte der Beschuldigte selber aus, die Situation am 

Grillplatz sei ausser Kontrolle geraten sei (Urk. 2/3/3 F/A 32). Ausserdem schilderte 

der Geschädigte konstant, dass auch der Beschuldigte an den Schlägen beteiligt 

gewesen sei bzw. ihn auch mit einem Cricketschläger geschlagen habe (Urk. 2/1/1 

F/A 17 und 18). Die Aussagen des Beschuldigten, wonach er den Geschädigten 

lediglich ein- oder zweimal mit der offenen Hand geschlagen habe, und dass sich 

der Geschädigte am Grillplatz, trotz schwerer Verletzungen, ganz normal verhalten 

habe (Urk. 114 S. 13 f.; S. 15) sind vor dem Hintergrund der weiteren Aussagen 

sowohl des Geschädigten als auch der Mitbeschuldigten sowie des medizinischen 

Gutachtens zu den Verletzungen des Geschädigten völlig unglaubhaft. Vielmehr ist 

aufgrund der bereits gemachten Aussagenwürdigung insbesondere als erstellt zu 

erachten, dass der Beschuldigte den Geschädigten auf dem Grillplatz mehrmals 

mit einem Cricketschläger/Brennstock – unter anderem auch in den Genital-

bereich – schlug. 

6.3. Die Vorinstanz hat eine sorgfältige und zutreffende rechtliche Würdigung vor-

genommen (Urk. 102 S. 110 ff. E. 5.4.), darauf kann verwiesen werden. Mit über-

zeugender Begründung hat sie gestützt auf das medizinische Gutachten und vor 

dem Hintergrund, dass der Geschädigte mit Cricketschlägern/Brennstöcken trak-

tiert wurde, die Qualifikation im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 2 StGB 

bejaht. Ebenso überzeugend ging sie von einer Handlungseinheit und Mittäter-

schaft des Beschuldigten aus. Der Beschuldigte ist damit der einfachen Körperver-

-   19   -

letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen. 

Vor diesem Hintergrund hat entgegen der Anklage (Anklagepunkt 9.2.) kein zu-

sätzlicher Schuldspruch wegen versuchter qualifizierter einfacher Körperverletzung 

zu erfolgen, was im Übrigen das Verschlechterungsverbot verbieten würde (vgl. 

dazu vorne unter E. I.2.).

7. Nötigungen (Anklagepunkte 3.1, 6, 7, 8, 10 und 12)

7.1. Über Anklagepunkt 3.1 wurde bereits rechtskräftig befunden (vgl. dazu vorne 

unter E. I.2.), weitere Ausführungen dazu erübrigen sich deshalb.

7.2. Die Vorinstanz hat zunächst zutreffende allgemeine theoretische Ausführun-

gen zum relevanten Rechtlichen gemacht (Urk. 102 S. 113 f. E. 6.1.1 ff.), darauf 

kann verwiesen werden.

7.3. In sachverhaltlicher Hinsicht ist mit Blick auf die eingeklagten Nötigungshand-

lungen zunächst mit der Vorinstanz (Urk. 102 S. 114 E. 6.1.5.) festzuhalten, dass 

vorweg die Situation des Geschädigten in Erinnerung zu rufen ist: Nachdem er 

gegen seinen Willen von I._____/J._____ zum Grillplatz verbracht worden war, sah 

er sich einer Vielzahl von Personen gegenüber, die ihn phasenweise "umzingelten" 

und Gewalt gegen ihn ausübten. In Anbetracht dieser Überzahl ihm feindlich ge-

sinnter Personen und der Abgeschiedenheit des Grillplatzes sind insbesondere 

seine Ausführungen, wonach er sehr ängstlich gewesen sei und keine Hoffnung 

gehabt habe, sich von seinen Widersachern befreien zu können (Urk. 2/1/4 F/A 

37 f.), objektiv ohne Weiteres nachvollziehbar. Der Geschädigte befand sich also 

in einer Situation, in der er bei eigener Willensbetätigung entgegen dem Willen der 

Beschuldigten jederzeit mit Gewalt ihrerseits rechnen musste und gemäss seinen 

glaubhaften Aussagen auch damit rechnete.

7.4. In Bezug auf die Anklagepunkte 6, 7 und 10 (Kniebeugen, Zehenlutschen und 

Geständnis) machte die Verteidigung vor Vorinstanz geltend, der Beschuldigte 

habe von Kniebeugen nichts mitbekommen. Bemerkenswert sei, dass der Geschä-

digte diesen Vorfall nicht schon bei der polizeilichen Befragung erwähnt habe, die 

Behauptung ergebe sich allein aus der Zeugeneinvernahme vom 7. September 

-   20   -

2020. Zudem gebe es keinen Beweis für die Existenz der behaupteten Videoauf-

nahme. Dasselbe gelte bezüglich des "Zehenlutschens" (Urk. 81 S. 8 f.). Der Be-

schuldigte habe schliesslich auch nicht mitbekommen, dass der Geschädigte an-

geblich vor versammelter Gruppe gezwungen worden sei, sexuelle Beziehungen 

zu Frauen zuzugeben (a.a.O., S. 11). Anlässlich der Berufungsverhandlung ver-

wies die Verteidigung vollumfänglich auf ihre Ausführungen im vorinstanzlichen 

Verfahren (Urk. 115 S. 1 f.). 

7.5. Der Umstand, dass der Geschädigte erst an der staatsanwaltlichen Einver-

nahme vom 7. September 2020 von den hier interessierenden Vorwürfen berichtete 

(Urk. 2/1/3 F/A 53 und 64), spricht nicht gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. 

Entscheidend ist, dass auch diese Belastungen sehr plastisch und plausibel daher-

kommen und sich zwanglos mit den übrigen Geschehnissen dieser Nacht in Ein-

klang bringen lassen. Ferner ist es notorisch, dass sich Opfer in ihren Erzählungen 

zunächst auf das Wesentliche fokussieren; vorliegend offensichtlich die heftigen 

Schläge sowie die zuvor erfolgte gewaltsame Verbringung nach H._____. Wie be-

reits dargelegt, geht auch aus den Aussagen des Beschuldigten hervor, dass der 

Konflikt ausser Kontrolle geriet (vgl. dazu u.a. auch Prot. I F/A 100) und seitens der 

Beschuldigten wie auch Dritter (insbesondere N._____) im Kollektiv Gewalt gegen 

den Geschädigten ausgeübt wurde. Auch wenn die Handlungen durch N._____ 

initiiert wurden, entwickelte sich offensichtlich eine Gruppendynamik, in welcher 

immer wieder die gesamte Gruppe gegen den Geschädigten vorging. Erniedri-

gende bzw. nötigende Handlungen wie sie vom Geschädigten berichtet und den 

Anklagepunkten 6, 7 und 10 zugrunde liegen, passen sehr gut in dieses Bild. Ge-

mäss der Übersetzung von Video 1 und 2 (act. 7/3) wurde denn auch über Gewalt, 

Lügen und Heirat gesprochen. Die vom Geschädigten geschilderten Übergriffe sind 

zudem recht speziell und es ist auch deshalb sehr unwahrscheinlich, dass er sie 

frei erfunden hat. Angesichts der Vielzahl sich überschlagender Ereignisse in der 

Tatnacht erscheint es auch aus diesem Grund nicht weiter ungewöhnlich, dass 

nicht alle Vorfälle bereits bei der ersten Einvernahme kurz danach zur Sprache 

kamen. Wie bereits ausgeführt ist davon auszugehen, dass sich die eingeklagten 

Vorfälle erst nach der Rückkehr des Beschuldigten zum Grillplatz ereigneten, 

-   21   -

weshalb es höchst unglaubhaft ist, dass er davon nichts mitbekommen haben will. 

Der Sachverhalt ist in diesen Punkten zweifelsfrei erstellt.

7.6. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz trifft zu (Urk. 102 S. 117 E. 6.3.4.), 

darauf kann verwiesen werden. Sie ging auch hier richtigerweise von einer Hand-

lungseinheit und Mittäterschaft aus. Der Beschuldigte ist damit in Bezug auf die 

Anklagepunkte 6, 7 und 10 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB schuldig zu 

sprechen.

7.7. In Bezug auf Anklagepunkt 8 (nackt ausziehen) machte die Verteidigung vor 

Vorinstanz geltend, auf den Mobiltelefonen des Beschuldigten und der Mitbeschul-

digten D._____ und C._____ seien keine Bilder, Video- oder Audioaufnahmen ge-

funden worden. Nur auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten E._____ habe man 

eine Videoaufnahme gefunden, aus der die Misshandlung des Geschädigten inter-

pretiert werden könne. Wer die Sprecher in der Aufnahme seien, wisse man aber 

nicht. Dieses Video habe zudem überhaupt nichts mit dem vorliegenden Tatvorwurf 

zu tun (Urk. 81 S. 9 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung verwies die Verteidi-

gung auf diese Ausführungen (Urk. 115 S. 1 f.). 

7.8. Wie bereits ausgeführt, ist dem vorliegenden Ereignis grundsätzlich der durch 

die glaubhaften Aussagen des Geschädigten belegte Geschehensablauf zugrunde 

zu legen. Obschon sich die von der Verteidigung erwähnte Übersetzung von Video 

2 (Urk. 7/3) nicht direkt mit dem Tatvorwurf gemäss Anklagepunkt 8 in Verbindung 

bringen lässt, bestätigt sie doch klar einen Konflikt um Frauen und dass in dessen 

Zuge gefilmt wurde. Dass kein entsprechendes Video auf dem beschlagnahmten 

Mobiltelefon des Beschuldigten gefunden wurde, spricht nicht gegen die Glaubhaf-

tigkeit der Aussagen des Geschädigten. Einerseits ist nicht klar, was für ein Mobil-

telefon der Beschuldigte in der Tatnacht mit sich führte (vgl. dazu Urk. 2/3/1, F/A 

99 f, wonach der Beschuldigte ein iPhone 8plus gehabt habe; ausgewertet wurde 

indes gemäss Urk. 6/1 S. 4 ein iPhone 11 Pro Max) und andererseits ist nicht aus-

zuschliessen, dass entsprechende Aufnahmen gelöscht wurden. Zudem sagte der 

Beschuldigte E._____ aus, er habe gesehen, wie mehrere Personen in die Hütte 

hinein und wieder hinaus gegangen seien. Der Geschädigte sei auch dabei gewe-

sen und aus Angst in die Hütte hineingegangen (Urk. 2/4/2 F/A 41 und 46). Der 

-   22   -

Beschuldigte Q._____ bestritt zwar, dass sich der Geschädigte in der Hütte 

ausziehen musste, sagte aber doch aus, man habe von ihm verlangt, sein T-Shirt 

auszuziehen (Urk. 2/6/1 F/A 92). Auch vor diesem Hintergrund sind die Aussagen 

des Geschädigten sehr glaubhaft, wonach der Beschuldigte von ihm verlangte, sich 

in der Hütte komplett auszuziehen (Urk. 2/1/1 F/A 18). Der Sachverhalt ist in diesen 

Punkten ebenfalls zweifelsfrei erstellt.

7.9. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz trifft zu (Urk. 102 S. 118 E. 6.4.4.), 

darauf kann verwiesen werden. Der Beschuldigte ist damit auch in Bezug auf 

Anklagepunkt 8 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB schuldig zu sprechen. 

7.10. In Bezug auf Anklagepunkt 12 (keine Anzeige bei der Polizei machen) führte 

die Verteidigung vor Vorinstanz aus, der Beschuldigte habe dem Geschädigten 

zwar gesagt, er solle nicht zur Polizei gehen, nicht aber drohend. Sie hätten gesagt, 

dass sie das Problem in einem Gespräch lösen könnten, sie seien doch alle 

Tamilen und könnten miteinander reden. Zudem seien die Aussagen des Geschä-

digten bezüglich dieses Vorfalls widersprüchlich (Urk. 81 S. 11 f.). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung diesbezüglich nichts neues vor 

und verwies auf ihre bereits gemachten Ausführungen vor Vorinstanz (Urk. 115 

S. 1 f.). 

7.11.Der Geschädigte sagte konstant und glaubhaft aus, der Beschuldigte und 

der Mitbeschuldigte Q._____ hätten ihm Nachteile (Schlägertruppe, Tod, Ver-

öffentlichung von Nacktfotos) in Aussicht gestellt, sollte er zur Polizei gehen 

(Urk. 2/1/1 F/A 19 und 20, Urk. 2/1/3 F/A 67 f. und Prot. I F/A 99 ff.). Der 

Beschuldigte bestätigte sodann selber, dass man dem Geschädigten gesagt habe, 

dass er nicht zur Polizei gehen solle, man habe dies aber nicht in einem drohenden 

Ton gesagt (Urk. 2/3/3 F/A 29) – wobei er sich anlässlich der Berufungs-

verhandlung auf den Standpunkt stellte, er habe dem Geschädigten nicht gedroht 

und dieser habe eine Anzeige nur erstattet, um ein Visum zu erhalten (Urk. 114 

S. 15). Der Beschuldigte Q._____ führte demgegenüber aus, dass nicht er dem 

Geschädigten gedroht habe, seiner Familie etwas anzutun, sondern O._____ 

(Urk. 2/6/1 F/A 97). Anlässlich seiner Hafteinvernahme vom 26. Juli 2020 fragte der 

Beschuldigte Q._____ die einvernehmende Person, als sie ihn nach "S._____" 

-   23   -

fragte, ob sie nicht jemanden verwechsle und die Gruppe "T._____" meine 

(Urk. 2/6/2 F/A 50 ff.). Diese Frage deutet darauf hin, dass er diese 

"Schlägergruppe" kennt und sie mit dem Vorfall beim Grillplatz gedanklich 

verknüpfte, was er wohl nicht getan hätte, wenn die Aussagen des Geschädigten 

betreffend die Drohungen nicht zutreffen würden. Auch in Anbetracht der 

Interessenlage nach den eingeklagten Ereignissen liegt es nahe, dass dem 

Geschädigten ein Übel in Aussicht gestellt wurde, falls er zur Polizei gehen würde. 

Zudem bestätigte der Beschuldigte auch, dass man nicht wollte, dass der 

Geschädigte zur Polizei ging und er ihm das auch gesagt habe. Dementsprechend 

sind die Aussagen des Geschädigten glaubhaft, wonach ihm der Beschuldigte 

ernstliche Nachteile in Aussicht gestellt hat, falls er zur Polizei ginge. Auch dieser 

Anklagepunkt ist erstellt.

7.12.Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz trifft zu (Urk. 102 S. 120 E. 6.5.4.), 

darauf kann verwiesen werden. Der Beschuldigte ist damit in Bezug auf Anklage-

punkt 12 der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen.

III. Strafpunkt

1. Strafzumessungsregeln und Strafrahmen

Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zu den Strafzumessungsregeln und 

zum Strafrahmen gemacht (Urk. 102 S. 121 f. E. II.1. f.), darauf kann verwiesen 

werden. Teilweise ergänzend und rekapitulierend ist zu den Strafzumessungs-

regeln festzuhalten, was folgt: Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen 

die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das 

Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf 

jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte 

erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden 

(Art. 49 Abs. 1 StGB). Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei 

einer Mehrzahl von begangenen Delikten im Rahmen der Festlegung der ange-

messenen Sanktion nach der sogenannten konkreten Methode vorzugehen und in 

-   24   -

diesem Zusammenhang grundsätzlich für jede konkrete Tat die angemessene 

Strafhöhe sowie die passende Strafart zu bestimmen ist (BGE 144 IV 217 ff.). 

Dabei ist die Bildung einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen möglich, 

während ungleichartige kumulativ zu verhängen sind. Mehrere gleichartige Strafen 

liegen vor, wenn das Gericht im konkreten Fall für jede einzelne Straftat eine 

gleichartige Strafe ausfällt bzw. ausfällen würde. Nach der gesetzlichen Konzeption 

basiert die Gesamtstrafe begrifflich auf mehreren selbständigen Einzelstrafen, was 

voraussetzt, dass das Gericht zumindest gedanklich für sämtliche begangenen 

Taten eine konkrete Strafe gebildet hat (BGE 144 IV 234). Gleichzeitig lässt das 

Bundesgericht für bestimmte Konstellationen aber nach wie vor Ausnahmen von 

der konkreten Methode zu, dies insbesondere dann, wenn verschiedene Delikte 

zeitlich und sachlich derart eng miteinander verknüpft sind, dass sie sich nicht 

sinnvoll auftrennen und für sich allein beurteilen lassen (Urteile des Bundesgerichts 

6B_483/2016 vom 30. April 2018, E. 2.4; 6B_210/2017 vom 25. September 2017, 

E. 2.2.1; 6B_523/2018 vom 23. August 2018, E. 1.2.2; Urteil des Obergerichts des 

Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 10. Januar 2019, SB180398, E. III./4.). Was 

die Strafrahmen betrifft, so ist weiter ergänzend zu bemerken, dass sich daran 

gemäss Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der 

Strafrahmen, in Kraft seit 1. Juli 2023 (AS 2023 259; BBl 2018 2827), nichts 

geändert hat.

2. Sanktionsart

Vorliegend ist eine Gesamtfreiheitsstrafe auszusprechen, da die zu sanktio-

nierenden Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und 

eine blosse Geldstrafe für die neben der Freiheitsberaubung und Entführung zu 

bestrafende einfache Körperverletzung und Nötigung nicht geeignet erscheint, in 

genügendem Mass präventiv auf den bereits vorbestraften Beschuldigten 

einzuwirken (vgl. dazu statt Weiterer BGE 6B_244/2021 bzw. 6B_254/2021, Urteil 

vom 17. April 2023, E. 5.3.2., am Ende, mit Verweisen).

-   25   -

3. Einsatzstrafe für die Freiheitsberaubung und Entführung

3.1. Objektive Tatschwere

Der Beschuldigte half nicht nur mit, den Geschädigten in I._____/J._____ ins Auto 

zu zerren, sondern schlug ihn auch, als er sich gegen die Entführung wehrte. Später 

schlug er den Geschädigten zudem noch im Auto. Der Beschuldigte leistete einen 

wesentlichen Tatbeitrag und offenbarte eine beträchtliche Gewaltbereitschaft und 

eine nicht unerhebliche kriminelle Energie. Erschwerend wirkt zudem, dass die Tat 

insofern geplant war, als der Beschuldigte selber aussagte, den Auftrag von 

N._____ erhalten zu haben, den Geschädigten nach H._____ zu bringen. Ferner 

traten die Beschuldigten dem Geschädigten zahlenmässig mit einer klaren Über-

macht entgegen, gegen die er sich nicht wirksam zur Wehr setzen konnte. Des 

Weiteren liegt der Grillplatz abgelegen ob H._____ und befindet sich rund eine Au-

tofahrstunde von I._____/J._____ entfernt. Somit war es dem Geschädigten bereits 

aufgrund der geografischen Gegebenheiten in der Tatnacht nicht möglich, selb-

ständig an seinen Ausgangspunkt zurückzukehren. Vielmehr war er auch diesbe-

züglich der Gunst der Beschuldigten ausgeliefert. Der Geschädigte gelangte erst in 

den frühen Morgenstunden des 22. Oktobers 2019 wieder in Freiheit. Die Freiheits-

beraubung hatte damit in zeitlicher und räumlicher Hinsicht nicht bloss eine gering-

fügige Verletzung der Bewegungsfreiheit zur Folge, obschon mit Blick auf Tage, 

Wochen, Monate oder gar Jahre dauernde Entführungen auf weitere Distanzen 

weit schwerere Fälle denkbar sind. In einer Gesamtbetrachtung rechtfertigt die ob-

jektive Tatschwere eine Strafe im oberen Bereich des unteren Drittels des Strafrah-

mens. Im Gegensatz zu den Beschuldigten C._____, D._____ und E._____ hatte 

der Beschuldigte A._____ eine Anführerrolle inne. Für den Beschuldigten erscheint 

deshalb mit der Vorinstanz und entgegen der Verteidigung (vgl. Urk. 115 S. 2) eine 

Einsatzstrafe von 18 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen. 

3.2. Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus niederen Motiven, es ging um 

eine brutale Abrechnung mit dem Geschädigten (vgl. dazu sogleich auch nach-

folgend). Die subjektive Tatschwere relativiert die objektive nicht.

-   26   -

3.3. Zwischenfazit

Die Einsatzstrafe ist auf 18 Monate Freiheitsstrafe festzulegen. Eine Geldstrafe ist 

aufgrund der Schwere des Verschuldens ausgeschlossen.

4. Asperation aufgrund der einfachen Körperverletzung

4.1. Objektive Tatschwere

Der Geschädigte musste infolge der dem Beschuldigten und den Mitbeschuldigten 

zuzurechnenden Übergriffe vom 22. bis 24. Oktober 2019 mit Knochenbrüchen, 

diversen Blutergüssen etc. notfallmässig hospitalisiert werden (Urk. 4/2). Wie viele 

Male genau der Beschuldigte den Geschädigten beim Grillplatz geschlagen hat, 

lässt sich aus heutiger Sicht nicht mehr exakt eruieren, ebenso wenig welche 

Verletzungen von welchen Schlägen stammen. Aus der Art und Weise der Tat-

ausführung sowie aus den Aussagen der Beteiligten geht indes hervor, dass er 

hemmungsloser zuschlug als andere Mitbeschuldigte, jedenfalls schreckte er nicht 

davor zurück, zusätzlich einen Cricketschläger/Brennstock einzusetzen. Auch in 

diesem Zusammenhang offenbarte der Beschuldigte eine bedenkliche Gewalt-

bereitschaft und eine nicht unerhebliche kriminelle Energie. Die objektive 

Tatschwere ist im oberen Bereich des mittleren Drittels anzusiedeln.

4.2. Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte vorsätzlich und aus niederen Motiven. Auch wenn sich 

am Grillplatz eine gewisse Eigendynamik entwickelte und die Beteiligten als 

Gruppe gegenüber dem Geschädigten im Furor Gewalt ausübten, die der Be-

schuldigte im Voraus wohl nicht im Detail geplant hatte, sind in subjektiver Hinsicht 

keine wesentlichen entlastenden Umstände auszumachen, da es auch ihm wie den 

übrigen Beteiligten infolge des vorbestehenden Konflikts mit dem Geschädigten 

letztlich darum ging, mit ihm abzurechnen und zwar unter Zufügung erheblichen 

Leids. Selbstredend handelt es sich hierbei um eine völlig inakzeptable Art der 

Konfliktlösung.

-   27   -

4.3. Zwischenfazit

Für die einfache Körperverletzung ist aufgrund der objektiven und subjektiven 

Tatschwere eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten festzusetzen. Eine Geldstrafe ist 

aufgrund der Schwere des Verschuldens ausgeschlossen. Die von der Vorinstanz 

festgesetzte Einzelstrafe von 21 Monaten erweist sich somit sicherlich als nicht zu 

tief. Allerdings ist die von der Vorinstanz unterlassene Asperation nicht nachvoll-

ziehbar. Unter Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe für die 

Freiheitsberaubung und Entführung um 17 Monate zu erhöhen. 

5. Asperation aufgrund der Nötigung

5.1. Objektive Tatschwere

Gemäss Darstellung des Geschädigten schienen die Befehle überwiegend von 

N._____ ausgegangen zu sein (Urk. 2/1/3 F/A 64 und 68), wobei die übrigen Betei-

ligten, darunter der Beschuldigte, vor allem als Teil der Drohkulisse partizipierten. 

Gleichwohl leisteten sie damit einen wesentlichen Tatbeitrag. Die abgenötigten 

Handlungen sind zweifellos erniedrigend, im Rahmen des Denkbaren erscheinen 

aber weit Schlimmere möglich. Das objektive Tatverschulden des Beschuldigten ist 

im unteren Drittel des Strafrahmen anzusiedeln. 

5.2. Subjektive Tatschwere

Hier kann vorab auf die bereits zu den anderen Taten gemachten Ausführungen 

verwiesen werden. Der Beschuldigte handelte vorsätzlich und es ging den Betei-

ligten um die Demütigung des Geschädigten, was nieder und verwerflich ist. Die 

subjektive Tatschwere relativiert die objektive nicht. 

5.3. Zwischenfazit

Für die Nötigung ist aufgrund der objektiven und subjektiven Tatschwere eine 

Freiheitsstrafe von sechs Monaten festzusetzen. Beim Nötigungsversuch gemäss 

Anklagepunkt 12 ging es darum, den Beschuldigten davon abzuhalten, zur Polizei 

zu gehen, was misslang, weshalb dem Umstand, dass diese Handlung im Ver-

suchsstadium steckenblieb, mit einem strafmindernden Abschlag von einem Monat 

-   28   -

Rechnung zu tragen ist. Asperierend ist eine Erhöhung der festgesetzten Einsatz-

strafe um drei Monate Freiheitsstrafe vorzunehmen. 

6. Einsatzstrafe Tatkomponente

Für die Tatkomponente resultiert insgesamt eine Einsatzfreiheitsstrafe von 

38 Monaten.

7. Täterkomponente

Auf die vorinstanzlichen Erwägungen zum Vorleben und zu den persönlichen 

Verhältnissen des Beschuldigten kann verwiesen werden (Urk. 102 S. 128 E. II.6. 

und [im Zusammenhang mit der nicht mehr zur Diskussion stehenden 

Landesverweisung] S. 132 ff. E. IV.2.). Ergänzend ist in diesem Zusammenhang 

aufgrund der anlässlich der Berufungsverhandlung gemachten Ausführungen zu 

den aktuellen persönlichen Verhältnissen festzuhalten, dass der Beschuldigte seit 

der Haftentlassung von seiner Ehefrau, die ebenfalls aus Sri Lanka stammt, 

getrennt lebt und diese bereits die Scheidung eingereicht hat. Das gemeinsame 

Kind lebt bei der Mutter und ist jedes zweite Wochenende beim Beschuldigten. 

Sowohl der Beschuldigte als auch seine Ehefrau sind wieder in einer neuen 

Partnerschaft. Als der Beschuldigte in die Schweiz kam, hat er die ersten zwei 

Jahre Sozialhilfe bezogen. Nachdem er zunächst in der Fabrik U._____ gearbeitet 

hatte, jedoch einen Unfall erlitt, wechselte er die Stelle und arbeitet seit 

1. März 2024 in einem Hotel im Stundenlohn, wobei er dort durchschnittlich etwas 

mehr als Fr. 2'100.– bzw. Fr. 2'200.–verdient. Seine Mutter und Schwester, welche 

noch in Sri Lanka leben, hat er seit er in die Schweiz kam, nicht mehr besucht. Er 

ist in der Schweiz anerkannter Flüchtling (Urk. 114 S. 2 ff.). Der Lebenslauf des 

Beschuldigten ist insgesamt als strafzumessungsneutral zu werten, auch wenn er 

es als anerkannter Flüchtling wohl mitunter schwer hatte. Eine noch nicht allzu lang 

zurückliegende (einschlägige) Vorstrafe wegen Raufhandels aus dem Jahr 2020 

(Urk. 105), wirkt sich hingegen straferhöhend aus. Aufgrund der Täterkomponente 

resultiert insgesamt eine Straferhöhung um drei Monate.

-   29   -

8. Beschleunigungsgebot

8.1. Die Verteidigung machte anlässlich der Berufungsverhandlung geltend, dass 

das Beschleunigungsgebot gemäss Art. 5 StPO sowohl im erstinstanzlichen 

Verfahren – hinsichtlich der Ausfertigung des schriftlich begründeten Urteils – in 

eklatanter Weise verletzt als auch im Berufungsverfahren tangiert worden sei. 

Schliesslich sei auch das Beschleunigungsgebot in Haftsachen verletzt worden 

(Urk. 115 S. 4-9). 

8.2. Der Verteidigung ist zuzustimmen, dass die gesamte Verfahrensdauer vor der 

Vorinstanz bis zur Urteilseröffnung im Berufungsverfahren in ihrer Kombination zu 

lange dauerte. Entsprechend ist auf eine leichte Verletzung des Beschleunigungs-

gebots zu erkennen, welche strafmindernd zu berücksichtigen ist. Es rechtfertigt 

sich eine Strafreduktion im Umfang von zwei Monaten. 

9. Ergebnis

Im Ergebnis erweist sich eine Freiheitsstrafe von 39 Monaten als angemessen. Ein 

teilbedingter Vollzug der Strafe kommt bei dieser Höhe nicht mehr in Frage. Der 

Anrechnung der erstandenen Haft im Umfang von 591 Tagen steht nichts entge-

gen, diesbezüglich kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 102 S. 128 E. II.7.). 

IV. Kosten

1. Vorinstanzliches Verfahren

Die im angefochtenen Entscheid getroffene Kosten- und Entschädigungsregelung 

(Urk. 102 S. 135 f. E. V.) ist ausgangsgemäss zu bestätigen. 

2. Berufungsverfahren

Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'600.– festzusetzen. Der Beschuldigte unterliegt mit 

seiner Berufung – bis auf eine in Bezug auf die Kostenauflage zu vernach-

lässigende Strafreduktion – vollumfänglich. Entsprechend sind ihm die Kosten des 

-   30   -

Berufungsverfahrens aufzuerlegen – mit Ausnahme derjenigen der amtlichen 

Verteidigung. Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine 

Entschädigung in der Höhe von Fr. 3'705.40 (inkl. Barauslagen und MwSt., exklu-

sive Berufungsverhandlung) geltend (Urk. 113). Der geltend gemachte Aufwand ist 

ausgewiesen und angemessen. Zusammen mit der Berufungsverhandlung ist die 

Entschädigung auf Fr. 5'700.– festzusetzen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 5'700.– sind einstweilen 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten 

bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 3. Februar 

2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1. […]

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB (Anklagepunkt 3.1).

3. […]

4. Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

5. Das mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich beschlag-

nahmte Mobiltelefon Apple iPhone (Asservat Nr. A013'927'418) sowie die sichergestellte 

SIM-Karte (Asservat Nr. A013'960'457) werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechts-

kraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-Nrn. 

DG210017-E, DG210019-E, DG210020-E und DG210021-E auf Voranmeldung und auf 

erstes Verlangen herausgegeben. 

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der Rechts-

kraft aller obengenannten Urteile bei der für die Lagerung zuständigen Kantonspolizei Zürich, 

Asservate-Triage, beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung durch diese vernichtet.

-   31   -

6. Die folgenden mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

beschlagnahmten Gegenstände werden dem Geschädigten, B._____, nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-Nrn. 

DG210017-E, DG210019-E, DG210020-E und DG210021-E auf Voranmeldung und auf ers-

tes Verlangen herausgegeben:

 1 Paar Herrenschuhe, schwarz (Asservat Nr. A013'149'763)

 1 ärmelloses T-Shirt, rosarot (Asservat Nr. A013'149'809)

 1 T-Shirt, grau (Asservat Nr. A013'149'810)

 1 Herrenhose, braun (Asservat Nr. A013'149'854)

 1 Herrenjacke, schwarz/grün (Asservat Nr. A013'149'912).

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der Rechts-

kraft aller obgenannten Urteile beim für die Lagerung zuständigen Forensischen Institut 

Zürich beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung durch dieses vernichtet.

7. Die unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut Zürich 

gelagerten Spuren werden – soweit noch vorhanden und mit Ausnahme der in Dispositiv-

Ziffern 5 und 6 genannten Asservate – nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und 

der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210019-E, 

DG210020-E und DG210021-E durch dieses vernichtet.

8. Das unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut Zürich 

gelagerte Messer (Asservat Nr. A014'211'531) wird eingezogen und nach Eintritt der Rechts-

kraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-Nrn. 

DG210017-E, DG210019-E, DG210020-E und DG210021-E durch dieses vernichtet.

9. Die unter den folgenden Referenznummern bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, 

gespeicherten Datensicherungen werden – soweit noch vorhanden – nach Eintritt der Rechts-

kraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-Nrn. 

DG210017-E, DG210019-E, DG210020-E und DG210021-E durch diese gelöscht: 

05692001N01, 05692001S01, 05692002N01, 05692002S01, 05692003N01, 05692003S01, 

05692003S02, 05692004N01 und 05692004S01.

10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 2'000.00 Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 144.85 Auslagen (Gutachten)

Fr. 500.00 Auslagen (Polizei)

-   32   -

Fr. 50.00 Auslagen Untersuchung (EDV-Datensicherung)

Fr. 30'163.65 Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Auslagen und 7.7 % MwSt). 

11. Die Auslagen in der Höhe von Fr. 50.00 für "EDV-Datensicherung 0569-2020 / Erstellung 

Datenträger zur Einlagerung bei Asservate-Triage" (Rechnung Nr. 9003068773 der Kantons-

polizei Zürich) werden auf die Gerichtskasse genommen und definitiv abgeschrieben.

12.-13.[…] 

14. [Mitteilungen]

15.-16. [Rechtsmittel]"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

 der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 2 und 13),

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 

Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 4, 9.1, 9.2 und 14),

 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklagepunkte 6, 7, 8 und 10) 

sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB (Anklagepunkt 12).

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 39 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

heute 591 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind.

3. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 12 und 13) 

wird bestätigt.

-   33   -

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 5'700.–   amtliche Verteidigung

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz 
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 das Migrationsamt des Kantons Zürich 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mittels Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".
 R._____ AG (Referenz DG210017)

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

-   34   -

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 11. März 2024

Der Präsident:

lic. iur. B. Gut

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw A. Jacomet