# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c80c2b1-ae72-54ff-b854-f79c73807466
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 17.02.2025 WBE.2024.324
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2024-324_2025-02-17.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

WBE.2024.324 / SW / jb  
(BER.2024.028)  

Art. 17 

 

 

Urteil vom 17. Februar 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Brandner  

Verwaltungsrichter Dommann  

Gerichtsschreiberin Wittich      

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 Einwohnergemeinde Q._____,    

handelnd durch den Gemeinderat  

dieser vertreten durch Dr. iur. David Hofstetter, Rechtsanwalt,  

Langhaus 4, 5401 Baden     

        

gegen 

 
   

Beschwerde-

gegner  

 A._____,    

     

und 

 

  Departement Gesundheit und Soziales, Kantonaler Sozialdienst, 

Beschwerdestelle SPG, Obere Vorstadt 3, 5001 Aarau    

     

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Sozialhilfe (Rückerstattung) 

 

Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales  

vom 26. August 2024 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

A._____, geb. tt.mm.jjjj, wurde von der Gemeinde Q._____ vom 

1. September 2007 bis zum 28. Februar 2015 und ab 2021 erneut mit 

materieller Hilfe unterstützt. Er wohnt an der R-Strasse in einem Haus, 

welches sich in seinem Eigentum befindet. Am 15. April 2021 wurde über 

ihn der Konkurs eröffnet. 

 

2. 

Am 15. Januar 2024 beschloss der Gemeinderat Q._____: 

 

1. 
Die bis zum 31. Oktober 2023 bezogene materielle Hilfe im Umfang von 
Fr. 103'354.40 zuzüglich die ab 01. November 2023 bis zum Verkauf der 
Liegenschaft R-Strasse,  Q._____, bezogene materielle Hilfe ist mit dem 
Verkaufserlös der Liegenschaft zurückzuerstatten.  
 
2. 
Diese Rückerstattungsverfügung gilt als Schuldanerkennung im Sinne von 
Art. 82 Abs. 1 SchKG für die von der Gemeinde Q._____ bezogene ma-
terielle Hilfe.  

 

B. 

1. 

Dagegen erhob A._____ mit Eingabe vom 22. Februar 2024 

Verwaltungsbeschwerde. Er teilte mit, "aus diversen Gründen" mit dem 

Entscheid nicht einverstanden zu sein und stellte sinngemäss ein Gesuch 

um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsvertretung. Aufforde-

rungsgemäss reichte er am 20. März 2024 eine nachgebesserte Beschwer-

deschrift ein. 

 

2. 

Die Beschwerdestelle SPG entschied am 26. August 2024: 

 

1. 
In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Gemeinderats 
Q._____ vom 15. Januar 2024 aufgehoben.  
 
2. 
Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten der Staatskasse. 

 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsvertretung wurde 

als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

 

 - 3 - 

 

 

C. 

1. 

Gegen den am 29. August 2024 zugestellten Entscheid der Beschwerde-

stelle SPG liess die Einwohnergemeinde Q._____ mit Eingabe vom 

17. September 2024 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erheben mit folgen-

den Anträgen: 

 

1. 
Der Entscheid der Beschwerdestelle SPG vom 26. August 2024 
(BE.2024.028) sei vollumfänglich aufzuheben. 
 
2. 
Der Beschwerdegegner sei zu verpflichten, die bis zum 31. Oktober 2023 
bezogene materielle Hilfe im Umfang von CHF 103'354.40 zuzüglich die 
ab 1. November 2023 bis zur Verwertung der Liegenschaft R-Strasse,  
Q._____ (Parzelle Nr. aaa), bezogene materielle Hilfe mit dem 
Verwertungserlös der Liegenschaft zurückzuerstatten.  
 
3. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlich ge-
schuldeter Mehrwertsteuer zulasten des Beschwerdegegners.  

 

2. 

Mit Eingabe vom 3. Oktober 2024 verzichtete die Beschwerdestelle SPG 

mit Verweis auf die Begründung im angefochtenen Entscheid auf die Er-

stattung einer Beschwerdeantwort und beantragt die kostenfällige Abwei-

sung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. 

 

3. 

Der Beschwerdegegner äusserte sich innert Frist nicht zur Beschwerde.  

 

4. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl. 

§ 7 Abs. 1 und 2 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 

2011 [GOG; SAR 155.200]). 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Gegen letztinstanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden ist die Ver-

waltungsgerichtsbeschwerde zulässig (§ 54 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungsrechtspfle-

gegesetz, VRPG; SAR 271.200]). Nach § 58 Abs. 1 des Gesetzes über die 

öffentliche Sozialhilfe und die soziale Prävention vom 6. März 2001 (Sozi-

alhilfe- und Präventionsgesetz, SPG; SAR 851.200) können Verfügungen 

und Entscheide der Sozialbehörden mit Beschwerde beim Departement 

Gesundheit und Soziales (DGS) angefochten werden (§ 39a der Sozial-

hilfe- und Präventionsverordnung vom 28. August 2002 [SPV; 

SAR 851.211]). Die Entscheide des DGS können an das Verwaltungsge-

richt weitergezogen werden (§ 58 Abs. 2 SPG). Dieses ist somit zur Beur-

teilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

 

2. 

Die Beschwerdebefugnis der Beschwerdeführerin lässt sich auf keine be-

sondere gesetzliche Ermächtigung abstützen (§ 42 lit. b VRPG). Entspre-

chend bestimmt sie sich nach den allgemeinen Legitimationsvoraussetzun-

gen von § 42 lit. a VRPG. Danach ist zur Beschwerde befugt, wer ein 

schutzwürdiges eigenes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des 

Entscheids hat. Die Vorinstanz hat den Entscheid des Gemeinderats 

Q._____ vom 15. Januar 2024 betreffend Rückerstattung der vom Be-

schwerdegegner bezogenen materiellen Hilfe von über Fr. 100'000.00 auf-

gehoben, womit die Beschwerdeführerin in ihren finanziellen Interessen be-

rührt ist. Dadurch ist sie beschwert und somit zur Beschwerde legitimiert 

(vgl. im Übrigen BGE 140 V 328, Erw. 6.5). 

 

3. 

Die übrigen Beschwerdevoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutre-

ten. 

 

4. 

Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können die unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen gerügt 

werden (§ 58 Abs. 4 SPG i.V.m. § 55 Abs. 1 VRPG). Die Rüge der Unan-

gemessenheit ist demgegenüber unzulässig (Umkehrschluss aus § 55 

Abs. 3 VRPG). 

 

  

 - 5 - 

 

 

II. 

1.  

Die Vorinstanz erwog in der Hauptsache, dass sich die wirtschaftlichen Ver-

hältnisse des Beschwerdegegners (vorinstanzlich Beschwerdeführer) seit 

seinem ersten Sozialhilfebezug im Jahre 2007 nicht geändert bzw. verbes-

sert hätten. Der Verweis auf einen wahrscheinlichen Verkauf der Liegen-

schaft bzw. die grobe Einschätzung der Beschwerdeführerin (vorinstanzlich 

Beschwerdegegnerin), wonach dem vermuteten Verkaufswert der Liegen-

schaft von Fr. 572'320.00 (Steuerwert von Fr. 408'800.00 plus 40 %) eine 

Hypothek von Fr. 237'750.00 gegenüberstehe und deshalb die Wahr-

scheinlichkeit hoch sei, dass ein Nettoerlös erzielt und die Rückerstattung 

des Betrags von Fr. 103'354.40 zuzüglich der ab 1. November 2023 bezo-

genen materiellen Hilfe verlangt werden könne, reiche als Beleg für verbes-

serte finanzielle Verhältnisse und somit für den Erlass einer Rückerstat-

tungsverfügung nicht aus. Die Verwertung der Liegenschaft erfolge im Kon-

kursverfahren, weshalb der erzielte Nettoerlös für die Begleichung der beim 

Konkursamt eingegebenen Forderungen verwendet werde und der Be-

schwerdegegner nicht frei darüber verfügen könne. Es sei deshalb nicht 

zulässig, den Verkaufserlös abzüglich der Hypothekarschuld ausschliess-

lich für die Ermittlung der verbesserten finanziellen Verhältnisse heranzu-

ziehen. 

 

2.  

Die Beschwerdeführerin rügt vorab, dass der angefochtene Entscheid auf 

Mutmassungen basiere; die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sach-

verhalt nicht erhoben. Sie habe weder den Wert der im Eigentum des Be-

schwerdegegners stehenden Liegenschaft noch einen allfälligen Aktiven-

überschuss im Konkursverfahren ermittelt. Dabei habe die Vorinstanz nicht 

berücksichtigt, dass es der Beschwerdeführerin selbst nicht möglich gewe-

sen sei, den Schätzwert der Liegenschaft beim Konkursamt einzusehen. 

Im Weiteren habe die Vorinstanz § 20 SPV nicht korrekt angewandt, indem 

sie darüber hinweggesehen habe, dass bessere wirtschaftliche Verhältnis-

se im Sinne von § 20 Abs. 1 SPG nicht nur vorliegen, wenn Vermögen 

vorhanden ist oder gebildet wird, sondern auch, wenn Vermögen gebildet 

werden könnte. Schliesslich sei nicht beachtet worden, dass sich die um-

strittene Rückerstattungsverpflichtung nur auf einen allfälligen Verwer-

tungserlös aus dem Konkursverfahren beziehe.  

 

3.  

3.1.  

Gemäss § 17 VRPG ermitteln die Behörden den Sachverhalt von Amtes 

wegen und stellen dazu die notwendigen Untersuchungen an. Mit anderen 

Worten auferlegt der Untersuchungsgrundsatz den Verwaltungsbehörden 

die Pflicht, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts zu sorgen. Der Entscheid soll sich nur auf Sachum-

stände stützen, von deren Vorhandensein sich die Behörde überzeugt hat 

 - 6 - 

 

 

(KASPAR PLÜSS, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl. 2014, 

N. 4 und 10 zu § 7 VRG). 

 

Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Par-

teien relativiert. Diese sind verpflichtet, an der Sachverhaltsfeststellung mit-

zuwirken (§ 23 Abs. 1 VRPG, § 2 SPG). Dies gilt insbesondere für Tatsa-

chen, welche eine Partei besser kennt als die Behörden und welche ohne 

Mitwirkung gar nicht oder nicht ohne vernünftigen Aufwand erhoben wer-

den können (Aargauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 

2002, S. 430, Erw. 2/b/aa). Die Mitwirkungspflicht reicht indessen nur so-

weit, als sie für den Betroffenen möglich und zumutbar ist (BGE 140 II 65, 

Erw. 3.4.2). Sodann führt der Umstand, dass die Parteien zur Mitwirkung 

verpflichtet sind, nicht zur gänzlichen Entbindung der Vorinstanz von jegli-

chen Bemühungen zur Abklärung des Sachverhalts (PLÜSS, a.a.O., N. 10 

zu § 7 VRG). 

 

3.2.  

In den Akten befinden sich weder Belege betreffend die dem Beschwerde-

gegner bisher gewährte materielle Hilfe noch Unterlagen zur Höhe seiner 

Schulden oder betreffend den gegen ihn eröffneten Konkurs. Dem Be-

schluss des Gemeinderats Q._____ vom 15. Januar 2024 lässt sich le-

diglich entnehmen, dass der Beschwerdegegner bis zum 31. Oktober 2021 

materielle Hilfe in Höhe von Fr. 103'354.40 bezogen habe; in welchem Um-

fang er zurzeit unterstützt wird, von welchem Steuerwert bzw. Verkehrswert 

seiner Liegenschaft ausgegangen wurde und weshalb angeblich nach der 

Verwertung der Liegenschaft mit einem Vermögensanfall gerechnet wer-

den kann, ergibt sich daraus nicht. Zwar erschliesst sich aus der im vorin-

stanzlichen Verfahren eingereichten Stellungnahme des Gemeinderats 

Q._____ vom 2. April 2024, dass die Liegenschaft des Beschwerdegegners 

offenbar einen Steuerwert von Fr. 408'800.00 aufweist, ein erfahrungsge-

mäss um 40 % höherer Verkehrswert angenommen wurde und die Hypo-

thekarschuld des Beschwerdegegners Fr. 237'750.00 beträgt. Ob aber der 

Gemeinderat Q._____ zusätzlich versucht hatte, das Ausmass der Ver-

schuldung des Beschwerdegegners zu erheben oder ihn aufforderte, über 

die Höhe der im Konkursverfahren angemeldeten Forderungen Auskunft 

zu erteilen, lässt sich den Akten nicht entnehmen.  

 

3.3.  

Die Vorinstanz hiess die Beschwerde des heutigen Beschwerdegegners im 

Wesentlichen gut und verneinte das Vorliegen verbesserter finanzieller 

Verhältnisse, weil ihr die Angaben betreffend die bevorstehende Verwer-

tung der Liegenschaft im Rahmen des Konkursverfahrens zu vage waren 

(vgl. angefochtener Entscheid, Erw. 3.2). Bei dieser Ausgangslage wäre 

die Vorinstanz im Rahmen der Untersuchungsmaxime (§ 17 VRPG) gehal-

ten gewesen, ungeachtet allfälliger Bemühungen des Gemeinderats die 

notwendigen Ermittlungen selbst vorzunehmen und die voraussichtliche 

 - 7 - 

 

 

finanzielle Situation des Beschwerdegegners nach Verwertung seines 

Grundeigentums zu erheben. Es wäre insbesondere ihre Pflicht gewesen, 

die Summe der im Konkursverfahren angemeldeten Forderungen und den 

zu erwartenden Verwertungserlös der Liegenschaft im Konkursverfahren 

zu ermitteln. Nur in Kenntnis dieser Angaben ist eine sachliche Beurteilung 

möglich, ob und gegebenenfalls inwiefern nach Abschluss des Konkursver-

fahrens verbesserte wirtschaftliche Verhältnisse vorliegen könnten, welche 

eine (allenfalls auch nur teilweise) Rückerstattungspflicht des Beschwerde-

gegners begründen würden. Aufgrund der entsprechenden Versäumnisse 

zur Klärung des massgeblichen Sachverhalts erweist sich der vorinstanzli-

che Entscheid als unrechtmässig. 

 

4.  

Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und der angefochtene Entscheid 

der Beschwerdestelle SPG ist aufzuheben. Die Angelegenheit ist zur Erhe-

bung der finanziellen Situation und erneuten Beurteilung einer allfälligen 

Rückerstattungspflicht des Beschwerdegegners an die Beschwerdestelle 

SPG zurückzuweisen. Es werden insbesondere die im Konkursverfahren 

angemeldeten Forderungen, der Wert der Liegenschaft und ein allenfalls 

resultierender Aktivenüberschuss zu erheben sein. Gestützt darauf ist zu 

beurteilen, ob der Beschwerdegegner nach Abschluss des Konkursverfah-

rens mit einem allfälligen Aktivenüberschuss Vermögen bilden könnte und 

inwiefern damit verbesserte wirtschaftliche Verhältnisse vorliegen würden, 

aufgrund derer eine (teilweise) Rückerstattung als zumutbar erschiene und 

die Verwaltungsbeschwerde deshalb nicht oder nur teilweise gutzuheissen 

wäre (vgl. § 20 Abs. 1 SPG und § 20 Abs. 1 und 2 SPV). Soweit das Vor-

liegen verbesserter wirtschaftlicher Verhältnisse zu verneinen ist, wäre auf 

die (bereits vor der Vorinstanz vorgebrachte) Argumentation einzugehen, 

dass die Sozialhilfe nur bevorschussend ausgerichtet worden sei. Schliess-

lich wäre bei einer allfälligen (teilweisen) Abweisung der Verwaltungsbe-

schwerde zu prüfen, ob das Dispositiv des erstinstanzlichen Entscheids 

(„Verkaufserlös der Liegenschaft“) zu präzisieren wäre.  

 

III. 

1.  

1.1. 

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten in der Regel nach 

Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt. Den 

Behörden werden Verfahrenskosten nur auferlegt, wenn sie schwerwie-

gende Verfahrensmängel begangen oder willkürlich entschieden haben 

(§ 31 Abs. 2 VRPG).  

 

Die festgestellte Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ist schwerwie-

gend und rechtfertigt eine Kostenauflage zu Lasten der Vorinstanz. Die ver-

waltungsgerichtlichen Verfahrenskosten hat daher die Beschwerdestelle 

SPG zu bezahlen.  

 - 8 - 

 

 

 

1.2. 

In der gerichtlichen Verwaltungsrechtspflege beträgt die Gebühr für das 

Verfahren vor Verwaltungsgericht Fr. 500.00 bis Fr. 30'000.00 (§ 20 Abs. 1 

lit. b des Gebührendekrets vom 19. September 2023 [GebührD; 

SAR 662.110]). In vermögensrechtlichen Streitsachen ist der Streitwert für 

die Gebührenerhebung massgeblich (vgl. § 2 Abs. 1, § 20 Abs. 2 i.V.m. § 7 

Abs. 1 GebührD). In der vorliegenden Streitsache beträgt der Streitwert 

mindestens Fr. 103'354.40 (siehe Rechtsbegehren Ziffer 2), womit sich the-

oretisch eine Gerichtsgebühr von Fr. 7'880.00 (Grundansatz Fr. 4'270.00 + 

3.5 % des Streitwerts) ergibt. Aufgrund der ausserordentlich geringen Kos-

ten, die das vorliegende Verfahren verursachte (keine Beschwerdeantwor-

ten; Rückweisung), rechtfertigt es sich indessen nach Massgabe von § 5 

Abs. 3 GebD, die Gerichtsgebühr pauschal auf Fr. 4'000.00 festzulegen.  

  

2.  

2.1. 

Bei diesem Ergebnis hat die Beschwerdeführerin gegenüber der Vorinstanz 

Anspruch auf Parteikostenersatz (vgl. § 32 Abs. 2 VRPG). Eine Einschrän-

kung entsprechend der Regelung bei den Verfahrenskosten, wonach den 

Behörden Verfahrenskosten nur auferlegt werden, wenn sie schwerwie-

gende Verfahrensfehler begangen oder willkürlich entschieden haben, 

sieht das Gesetz bei der Parteikostenverteilung nicht vor. 

 

2.2. 

Der Parteikostenersatz bestimmt sich in Verfahren vor aargauischen Ge-

richtsbehörden nach dem Streitwert (§ 1 Abs. 1 und 8a Abs. 1 des Dekrets 

über die Entschädigung der Anwälte vom 10. November 1987 [Anwaltstarif, 

AnwT; SAR 291.150]). Dieser entspricht im vorliegenden Verfahren min-

destens Fr. 103'354.40 (siehe Rechtsbegehren Ziffer 2). Für Streitwerte 

von Fr. 100'000.00 bis Fr. 500'000.00 beträgt der Rahmen für die Entschä-

digung Fr. 5'000.00 bis Fr. 15'000.00 (§ 8a Abs. 1 lit. a Ziff. 4 AnwT). Inner-

halb des vorgesehenen Rahmenbetrags richtet sich die Entschädigung 

nach dem mutmasslichen Aufwand des Anwalts, nach der Bedeutung und 

der Schwierigkeit des Falls (§ 8a Abs. 2 AnwT) und wird als Gesamtbetrag 

(einschliesslich Mehrwertsteuer und Auslagen) festgesetzt (§ 8c AnwT). 

 

Der mutmassliche Aufwand des Anwalts war klar unterdurchschnittlich 

(keine Beschwerdeantworten und daher kein zweiter Schriftenwechsel, 

keine Verhandlung), zudem sind die Komplexität der Materie und die Be-

deutung des Falles für die Beschwerdeführerin knapp im mittleren Bereich 

anzusiedeln. Der Streitwert liegt im unteren Bereich des Streitwertrahmens. 

Unter Berücksichtigung aller Faktoren erscheint eine Parteientschädigung 

in Höhe von Fr. 5'500.00 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) als an-

gemessen. 

 

 - 9 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Kantonalen So-

zialdienstes, Beschwerdestelle SPG, vom 26. August 2024 aufgehoben. 

Die Angelegenheit wird zum erneuten Entscheid an den Kantonalen So-

zialdienst, Beschwerdestelle SPG, zurückgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Ge-

richtsgebühr von Fr. 4'000.00, sind vom Kantonalen Sozialdienst, Be-

schwerdestelle SPG, zu bezahlen. 

 

3. 

Der Kantonale Sozialdienst, Beschwerdestelle SPG, wird verpflichtet, der 

Beschwerdeführerin die vor Verwaltungsgericht entstandenen Parteikosten 

in Höhe von Fr. 5'500.00 zu ersetzen.  

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführerin (Vertreter) 

den Beschwerdegegner 

das Departement Gesundheit und Soziales (DGS), Beschwerdestelle SPG 
 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Zwischenentscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völ-

kerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantona-

lem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffent-

lich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesge-

richt, Schweizerhofquai, 6004 Luzern, angefochten werden, wenn er einen 

nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken könnte (Art. 93 Abs. 1 

lit. a des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG; SR 173.110]) 

oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid 

herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten 

für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b 

BGG). Die Beschwerdefrist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag 

nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember 

bis und mit 2. Januar. 

 

Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der ange-

fochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der 

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angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind 

beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 
 

   

Aarau, 17. Februar 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

Michel Wittich