# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 51c10cd1-7669-5ceb-bd98-bf26b7c0f6ce
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 11.12.2012 B 2012/225
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2012-225_2012-12-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2012/225

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 11.12.2012

Entscheiddatum: 11.12.2012

Urteil Verwaltungsgericht, 11.12.2012
Rayonverbot, Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 sowie Art. 4 Abs. 1 Konkordat über 
Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen (sGS 
451.51).Das Rayonverbot ist polizeilicher Natur und dient der 
Gefahrenabwehr; mit ihm geht kein strafrechtlicher Vorwurf einher. Das 
Rayonverbot ist auszusprechen, wenn sich eine Person nachweislich vor, 
während oder nach einer Sportveranstaltung zumindest passiv an 
Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen beteiligt hat. Für den 
Nachweis des gewalttätigen Handelns genügt ein begründeter Verdacht. Ein 
rechtskräftiges Strafurteil oder ein Beweis im Sinn der Strafprozessordnung 
ist nicht verlangt. Ausreichend sind insbesondere polizeiliche Anzeigen 
sowie glaubwürdige Aussagen und Bildaufnahmen der Polizei. Es liegt am 
Verfügungsadressaten, gegen ihn bestehende Verdachtsmomente konkret 
zu widerlegen oder zumindest zu entkräften (Verwaltungsgericht, B 
2012/225).

Anwesend:  Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber Dr. H. 

Fenners

_______________

 

In Sachen

X. Y.,

Beschwerdeführer,

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St.Galler Gerichte

vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. A. B.,

gegen

 

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

 

betreffend

Rayonverbot

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Am 1. Oktober 2011 - im Anschluss an das Fussballspiel der Challenge League 

zwischen dem FC Wil SG und dem FC Aarau - kam es in Wil zu gewalttätigen 

Ausschreitungen von Anhängern des FC Aarau. Die erste Auseinandersetzung fand 

nach dem Fussballspiel vor dem Restaurant Gemsli (Kreuzung Wilenstrasse/

Lindenstrasse) statt. Rund 30 Anhänger des FC Aarau versuchten, die Gartenwirtschaft 

zu stürmen. Die Polizei konnte eine grössere Eskalation u.a. mit dem Einsatz von 

Pfefferspray zunächst verhindern. Ein Polizist wurde bei seinem Einsatz von einem 

Anhänger des FC Aarau von hinten mit einem Fusskick in den Oberschenkel getreten. 

Als der Täter sich entfernte, folgte ihm der Polizist. Eine Gruppe von rund 30 

Anhängern des FC Aarau verfolgte darauf den Polizisten. Der Polizist konnte den Täter 

im Hinterhof bei der Liegenschaft Lindenstrasse 2 anhalten und diesen unter Kontrolle 

bringen. Der hinzu geeilten Anhängergruppe gelang es jedoch mit Gewalt, den 

festgehaltenen Fussballfan dem Polizisten zu entreissen. Bei dieser 

Auseinandersetzung wurden seitens der Anhängergruppe Blumentöpfe, Plastikeimer 

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und Plastikstangen sowie andere Gegenstände gegen die Polizisten eingesetzt. 

Gemäss den Aussagen der Polizisten standen sie einer äusserst aggressiven und 

brutalen, grösstenteils vermummten Meute gegenüber, die auch mit Pflastersteinen 

warf. Die Auseinandersetzungen gingen in der Folge weiter auf der Lindenstrasse sowie 

dem Kreuzungsbereich vor dem Restaurant Gemsli. Dabei wurde ein Polizist durch 

einen Anhänger des FC Aarau zu Fall gebracht. Der Polizist brach sich dabei das 

Handgelenk (Vorakten, S. 41 und 44).

B./ Gegen den Beschwerdeführer wurde in der Folge Strafanzeige erhoben wegen 

Landfriedensbruch (Art. 260 des Schweizerischen Strafgesetzbuches, SR 311, 

abgekürzt StGB), Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 2 

Abs. 1 StGB), Hinderung einer Amtshandlung (Art. 286 StGB), einfache 

Körperverletzung (Art. 123 Abs. 1 StGB) und Beschimpfung (Art. 177 StGB). Der 

Beschwerdeführer wurde am 15. Dezember 2011 als beschuldigte Person gemäss Art. 

157 StPO zu den Anschuldigungen einvernommen. Dabei machte er von seinem 

Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, unter anderem auch bezüglich der Frage, ob er 

am Spiel anwesend gewesen sei. Das angehobene Strafverfahren ist derzeit noch beim 

Untersuchungsamt Gossau SG pendent.

C./ Am 20. März 2012 verfügte der Kommandant der Kantonspolizei St. Gallen gegen 

X. Y. ein Rayonverbot im Sinn von Art. 4 des Konkordats über Massnahmen gegen 

Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen (sGS 451.51, abgekürzt Konkordat) für die 

Dauer vom 22. März 2012 bis und mit 21. März 2013. Damit wurde dem 

Beschwerdeführer verboten, sich während des Zeitraumes von vier Stunden vor bis 

vier Stunden nach der Austragung von Fussballspielen der Super League und 

Challenge League [Anmerkung: Berichtigung gemäss Ziffer 2 des Entscheides der 

Vorinstanz] in dem gemäss der Verfügung beigelegten Plan umrandeten Gebiet 

"Bergholz" in 9500 Wil aufzuhalten.

D./ Gegen die Verfügung der Kantonspolizei St. Gallen vom 20. März 2012 erhob der 

Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. A. B., am 11. April 2012 

Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement. Mit Entscheid vom 1. Oktober 2012 

wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs ab. Zur Begründung führte es 

im Wesentlichen aus, dass die Voraussetzungen für ein Rayonverbot gemäss Art. 4 

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Konkordat erfüllt seien, da der Nachweis gemäss Art. 2 Abs. 1 Konkordat für 

gewalttätiges Verhalten erbracht sei.

E./ Mit Eingabe seiner Rechtvertreterin vom 16. Oktober 2012 erhob X. Y. Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht und beantragte, es seien das Rayonverbot vom 20. März 

2012 und der Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 1. 

Oktober 2012 aufzuheben, unter Kosten und Entschädigungsfolge zu Lasten des 

Staates. Eventualiter sei das Beschwerdeverfahren bis zum Abschluss des gegen den 

Beschwerdeführer angehobenen Strafverfahrens zu sistieren.

Das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen beantragt in seiner 

Vernehmlassung vom 12. November 2012 die Abweisung der Beschwerde unter 

Verweis auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Akten.

Auf die Begründungen der Verfahrensbeteiligten sowie die Ausführungen im 

angefochtenen Entscheid wird, soweit notwendig, in den folgenden Erwägungen 

eingegangen.

 

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

2. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Voraussetzungen für ein Rayonverbot seien 

nicht gegeben. Er bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe allesamt. Er bestreitet 

insbesondere, an den Auseinandersetzungen aktiv oder passiv beteiligt gewesen zu 

sein. Weder die polizeilichen Aussagen noch das Fotomaterial belasteten ihn. Er stellt 

sodann in Abrede, den Polizisten Q. zu Fall gebracht zu haben.

3. Die rechtliche Grundlage für das Rayonverbot ist das Konkordat über Massnahmen 

gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen, welches seit dem 1. Januar 2010 

im Kanton St. Gallen in Kraft ist. Voraussetzung für ein Rayonverbot ist gemäss Art. 4 

Abs. 1 Konkordat, dass sich eine Person anlässlich von Sportveranstaltungen 

nachweislich an Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen beteiligt hat. 

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Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob am 1. Oktober 2011 in Wil entsprechende 

Gewalttätigkeiten stattfanden, es sich dabei um Gewalttätigkeiten im Sinn der 

Konkordatsbestimmungen handelte und die Gewalttätigkeiten dem Beschwerdeführer 

nachgewiesen werden können.

3.1. Zwischen den Gewalttätigkeiten und der Sportveranstaltung wird ein zeitlicher 

Zusammenhang vorausgesetzt. Dieser ist erfüllt, wenn die Vorkommnisse vor, während 

oder im Nachgang zu einer Sportveranstaltung stattfanden (Art. 2 Abs. 1 Konkordat). 

Vorliegend fanden die Ereignisse unmittelbar im Nachgang zum Fussballspiel des FC 

Wil gegen den FC Aarau statt. Die Anhänger des FC Aarau sammelten sich nach dem 

Fussballspiel, um Richtung Bahnhof Wil zu marschieren. Der zeitliche Bezug ist somit 

gegeben.

3.2. Art. 2 Konkordat illustriert anhand einer nicht abschliessenden Aufzählung von 

Straftatbeständen des StGB, welches Verhalten als gewalttätiges Verhalten im Sinne 

von Art. 4 Abs. 1 Konkordat gilt. Anhand der aufgeführten Straftatbestände ist 

ersichtlich, dass der Gesetzgeber an die erforderliche Intensität und die Folgen des 

gewalttätigen Verhaltens keine hohen Anforderungen gestellt hat. Genügend ist bspw. 

bereits die Verhinderung einer Amtshandlung, die Gewalt und Drohung gegen 

Behörden und Beamte und Tätlichkeiten. Ausreichend ist bereits eine passive 

Teilnahme an Gewalttätigkeiten. Dieses Erfordernis ist erfüllt, wenn ein Teilnehmer 

durch seine Anwesenheit objektiv als Bestandteil der Personenansammlung erscheint, 

welche Gewalttätigkeiten begangen hat (vgl. dazu BGE 108 IV 33 E. 3; Hans Vest, in: 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, N 10 ff. 

zu Art. 285 StGB).

3.3. Die begangenen Gewalttätigkeiten bilden in personeller und örtlicher Hinsicht keine 

Einheit. Es sind vielmehr drei Phasen zu unterscheiden. Zur Phase 1 gehören die 

Ausschreitungen von ca. 30 vermummten Anhängern des FC Aarau unmittelbar nach 

dem Fussballspiel vor dem Restaurant Gemsli in Wil. Die Polizei wurde von den 

Anhängern mit Faustschlägen attackiert, als sie versuchte, die Ausschreitungen zu 

verhindern. Die Polizisten mussten Pfefferspray und teilweise den Schlagstock zur 

Selbstverteidigung einsetzen. Ein Polizist wurde von einem Anhänger mit einem 

Fusskick in den Oberschenkel getreten (Vorakten, S. 4 und 41). Der Polizist wollte 

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daraufhin den Täter in Gewahrsam nehmen. Letzterer flüchtete jedoch in den Hinterhof 

bei der Liegenschaft Lindenstrasse 2. Zur Phase 2 gehören die Gewalttätigkeiten im 

Hinterhof der Liegenschaft an der Lindenstrasse. Die Festnahme des Täters wurde 

vereitelt durch eine Gruppe von ca. 30 gewalttätigen grösstenteils vermummten 

Personen, welche dem Täter und dem Polizisten in den Hinterhof an der Lindenstrasse 

2 gefolgt waren. Die Gruppe wendete massive Gewalt gegen zwei Polizisten und eine 

Polizistin an. Ein weiterer Polizist, der den bedrängten Polizisten zu Hilfe eilen wollte, 

wurde von Anhängern des FC Aarau verfolgt und konnte sich nur durch Flucht retten 

(Vorakten, S. 4 und 44; Akten Vorinstanz Nr. 7.2, A.1.9.1). Zur Phase 3 gehören die 

anschliessenden gewalttätigen Ausschreitungen auf der Lindenstrasse sowie dem 

Kreuzungsbereich vor dem Restaurant Gemsli. Als Folge einer Gewalteinwirkung brach 

sich ein Polizist das linke Handgelenk (Vorakten, S. 4; Akten Vorinstanz Nr. 7.2, A.

1.9.1).

Es wurden offensichtlich in allen drei Phasen Gewalttätigkeiten im Sinn von Art. 4 Abs. 

1 Konkordat begangen, denn die Polizisten waren massiven physischen und 

psychischen Angriffen von Anhängern des FC Aarau ausgesetzt. Besonders 

ausgeprägt waren die Gewalttätigkeiten in Phase 2. Während sich in Phase 1 und 3 im 

Umfeld der Ausschreitungen auch unbeteiligte Personen aufhielten, ist die Situation in 

Phase 2 eine andere. Der Hinterhof an der Lindenstrasse 2 ist abgegrenzt vom 

öffentlich zugänglichen Raum. Personen, welche sich in diesem Bereich aufhielten, 

müssen sich zwangsläufig anrechnen lassen, zumindest passiv Gewaltanwendung im 

Sinn von Art. 4 Abs. 1 Konkordat gegen die Polizisten begangen zu haben. In der 

Phase 3 war das schwerwiegendste Ereignis die Körperverletzung des Polizisten Q.

3.4. Zu prüfen ist weiter, ob der Beschwerdeführer nachweislich an den 

Gewalttätigkeiten beteiligt war. Der Begriff "nachweislich" in Art. 4 Konkordat ist in 

Zusammenhang mit Art. 3 Konkordat zu verstehen, in welchem der Nachweis 

gewalttätigen Verhaltens umschrieben wird (BGer 1C_88/2011 vom 15. Juni 2011 

E. 3.5). Neben Gerichtsurteilen werden etwa polizeiliche Anzeigen (lit. a) sowie 

glaubwürdige Aussagen und Bildaufnahmen der Polizei genannt (lit. b). Dem 

präventiven Charakter des Rayonverbots entsprechend sind an das Beweismass 

bewusst nicht hohe Anforderungen gestellt worden. Für den Nachweis des 

gewalttätigen Handelns ist ein begründeter Verdacht ausreichend. Ein rechtskräftiges 

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Strafurteil oder ein Beweis im Sinne der Strafprozessordnung ist jedoch nicht verlangt 

(vgl. Botschaft des Bundesrates zur Änderung des Bundesgesetzes über Massnahmen 

zur Wahrung der inneren Sicherheit [BWIS] vom 17. August 2005, BBl 2005 5629 zu 

Art. 24b; BWIS-Artikel 24b wurde am 1.1.2010 abgelöst durch Art. 4 Konkordat; vgl. 

M.H.F. Mohler, Grundzüge des Polizeirechts in der Schweiz, Basel 2012, Rz. 260; BGer 

1C_88/2011 vom 15. Juni 2011 E. 3c).

3.4.1. Vorliegend soll der Nachweis für ein gewalttätiges Verhalten des 

Beschwerdeführers aufgrund der Strafanzeige von vier Polizeibeamten, den 

Polizeirapporten sowie einer Videoaufnahme, welche eine Person beim Verlassen des 

Hinterhofes der Liegenschaft an der Lindenstrasse 2 in Wil zeigt, erbracht werden; den 

Akten liegt ein Standbild dieses Videos bei (Vorakten, S. 38 oben).

3.4.2. Bei der Strafanzeigegegen den Beschwerdeführer handelt es sich um einen 

Nachweis gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. a Konkordat. Zu erwähnen ist, dass die anzeigenden 

Polizisten das Interesse an der Strafverfolgung des Beschuldigten mit der Eingabe vom 

25. Juni 2012 bestätigt haben (Akten Vorinstanz, Nr. 7.3).

3.4.3. Bei polizeilichen Aussagen sowie Bildmaterial der Polizei ist der verlangte 

Nachweis im Sinn von Art. 3 Abs. 1 lit. b Konkordat schon bei Glaubwürdigkeit 

erbracht. Für die richterliche Überzeugung genügt in diesem Zusammenhang eine 

gewisse Überzeugung dafür, dass sich die behauptete Tatsache so zugetragen hat, ihr 

Eintritt sich mithin als plausibel erweist (vgl. dazu Martin Kaufmann, Beweisführung und 

Beweiswürdigung, Zürich/St. Gallen 2009, S. 193; Roger Groner, Beweisrecht, Bern 

2011, S. 196). Vorliegend soll eine Bildaufnahme den Beschwerdeführer beim 

Verlassen des Hinterhofs an der Lindenstrasse 2 in Richtung Restaurant Gemsli zeigen. 

Es handelt sich dabei um eine Aufnahme, die von einem in einem Polizeifahrzeug 

eingebauten Verkehrsüberwachungssystem stammt. Das Aufnahmedatum, 1. Oktober 

2011, und die Uhrzeit, 19:33:35 sind erkennbar (Vorakten, S. 38 oben). In zeitlicher 

Hinsicht stimmen diese Angaben mit den polizeilichen Rapporten und dem Ende des 

Fussballspiels überein. In der Rekursvernehmlassung vom 4. Juni 2012 an das 

Sicherheits- und Justizdepartement (Vorakten, Nr. 5) hielt der Polizeikommandant 

sodann fest, dass die Beteiligten auf den Originalvideoaufnahmen eindeutig 

identifizierbar seien. Das Video befindet sich nicht bei den Akten. Das 

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Verwaltungsgericht sieht jedoch keinen Grund, die Richtigkeit dieser Aussage in 

Zweifel zu ziehen.

3.4.4 Ein weiterer Nachweis für gewalttätiges Verhalten des Beschwerdeführers ergibt 

sich aus dem Rapport des Polizisten Z. Letzterer hat beobachtet, wie ein Anhänger des 

FC Aarau den Polizisten Q. zu Fall gebracht hat, so dass sich dieser das Handgelenk 

brach. Anhand einer Fotografie hat der Polizist Z. den Beschwerdeführer als Täter 

identifiziert (Vorakten, S. 45 und 47). Die Aussage des Polizisten, dass er den Täter 

erkannt hat, ist glaubwürdig. Sie wird durch den Einwand des Beschwerdeführers, 

Personen seien wegen der Dunkelheit nicht erkennbar gewesen, nicht erschüttert. Auf 

den Fotografien, welche in den Akten enthalten sind, ist ersichtlich, dass die 

Strassenbeleuchtung zum Tatzeitpunkt bereits eingeschaltet war.

3.4.5. Der Beschwerdeführer übersieht, dass das Rayonverbot polizeilicher Natur ist 

und der Gefahrenabwehr dient; mit ihm geht kein strafrechtlicher Vorwurf einher (vgl. 

BGE 137 I 31 E. 5.2). Im Gegensatz zum Strafverfahren, in dem die 

Unschuldsvermutung gilt, die Strafbarkeit einer Handlung oder Unterlassung durch den 

Staat zudem schlüssig nachzuweisen ist und sich ein Beschuldigter auf das 

Aussageverweigerungsrecht berufen kann, liegt es in diesem Administrativverfahren am 

Verfügungsadressaten, gegen ihn bestehende Verdachtsmomente konkret zu 

widerlegen oder zumindest zu entkräften. Es kann von ihm erwartet werden, dass er 

sich substantiiert äussert, wieso der gegen ihn bestehende Verdacht des gewalttätigen 

Verhaltens ungerechtfertigt sei. Zumindest hätte er darlegen müssen, wo er sich im 

Zeitpunkt der Ausschreitungen genau aufhielt. Auch hätte er diesbezügliche 

Beweismittel vorlegen können. Er liess es hingegen dabei bewenden, seine Teilnahme 

an den Ausschreitungen pauschal zurückzuweisen. Anlässlich der polizeilichen 

Befragung machte er von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Selbst die 

Frage, ob er überhaupt am Spiel Wil-Aarau teilgenommen habe, wollte er nicht 

beantworten. Jede Frage beantwortete er mit "keine Auskunft".

3.4.6. Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, die Erkenntnisse aus dem 

Strafverfahren seien zu berücksichtigen. Dem ist zwar grundsätzlich zuzustimmen, 

doch legt der Beschwerdeführer nicht dar, welche (neuen) Erkenntnisse aus dem 

Strafverfahren für das vorliegende Verfahren gewonnen werden könnten. Die 

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strafrechtliche Beweisaufnahme ist noch nicht abgeschlossen. Von daher lässt sich 

auch nicht sagen, im Strafverfahren habe sich der Anfangsverdacht als offensichtlich 

unzutreffend herausgestellt. Nur in diesem Fall wäre das ausgesprochene Rayonverbot 

aufzuheben. Dementsprechend drängt sich auch eine Sistierung des vorliegenden 

Verfahrens bis zur rechtskräftigen Erledigung der Strafsache nicht auf.

3.5. Zusammenfassend gibt es aufgrund der vorliegenden Akten genügend und 

plausible Anhaltspunkte, dass sich der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der 

Gewalttätigkeiten im Hinterhof der Liegenschaft an der Lindenstrasse 2 in Wil 

aufgehalten hat. Umstände, welche Zweifel an diesem Verdacht erwecken würden, 

brachte der Beschwerdeführer nicht vor. Zudem ist davon auszugehen, dass er den 

tätlichen Angriff auf den Polizisten Q. begangen hat. Er hat sich damit im Sinn von Art. 

3 Abs. 1 Konkordat zumindest passiv an Gewalttätigkeiten gegen Polizisten beteiligt.

4. (…).

 

Demnach hat das Verwaltungsgericht

 

zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./  Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.--bezahlt der 

Beschwerdeführer. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 

verrechnet.

3./  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

V.          R.           W.

 

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Der Präsident:       Der Gerichtsschreiber:

 

Versand dieses Entscheides an:

-   den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwältin lic. iur. A. B.)

-   das Sicherheits- und Justizdepartement

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (SR 

173.110, abgekürzt BGG) geltend gemacht wird, kann gegen diesen Entscheid gestützt 

auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Schweizerischen 

Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

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	Urteil Verwaltungsgericht, 11.12.2012
	Rayonverbot, Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 sowie Art. 4 Abs. 1 Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen (sGS 451.51).Das Rayonverbot ist polizeilicher Natur und dient der Gefahrenabwehr; mit ihm geht kein strafrechtlicher Vorwurf einher. Das Rayonverbot ist auszusprechen, wenn sich eine Person nachweislich vor, während oder nach einer Sportveranstaltung zumindest passiv an Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen beteiligt hat. Für den Nachweis des gewalttätigen Handelns genügt ein begründeter Verdacht. Ein rechtskräftiges Strafurteil oder ein Beweis im Sinn der Strafprozessordnung ist nicht verlangt. Ausreichend sind insbesondere polizeiliche Anzeigen sowie glaubwürdige Aussagen und Bildaufnahmen der Polizei. Es liegt am Verfügungsadressaten, gegen ihn bestehende Verdachtsmomente konkret zu widerlegen oder zumindest zu entkräften (Verwaltungsgericht, B 2012/225).

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		2025-07-19T11:08:06+0200
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