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**Case Identifier:** e765c915-3c54-5073-936d-ee855abbe6a7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 08.12.2017 B 2016/75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2016-75_2017-12-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2016/75

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 08.12.2017

Entscheiddatum: 08.12.2017

Zirkulationsentscheid Verwaltungsgericht, 08.12.2017
Art. 13 Abs. 1 und 2 StG (sGS 811.1). Art. 3 Abs. 2 StHG 
(SR 642.14).Steuerrechtlicher Wohnsitz. Das Verwaltungsgericht bestätigte 
die Schlussfolgerung im vorinstanzlichen Entscheid, dass sich der 
steuerrechtliche Wohnsitz des Beschwerdegegners in den Jahren 2013 und 
2014 nicht im Kanton St. Gallen, sondern im Kanton Luzern (Wohnort der 
Konkubinatspartnerin) befunden habe (Verwaltungsgericht, B 2016/75).

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Schmid

 

Verfahrensbeteiligte

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdeführer,

gegen

 

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

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A.Y.,

Beschwerdegegner,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. F.M.,

 

Gegenstand

Steuerpflicht 2013 und 2014

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

a. A.Y., geb. 1960, trennte sich im Jahr 2012 von seiner Ehefrau, zog aus dem 

ehelichen Einfamilienhaus in K. aus und bezog auf den 15. Juni 2012 eine 3- bzw. 3 ½-

Zimmerwohnung in L. Dort meldete er sich am 1. August 2013 als Wochenaufenthalter 

an. Auf den 30. August 2013 meldete er sich in X./LU an (act. G 9.3), wo seine jetzige 

Lebenspartnerin F.M. lebt. Diese bewohnt in ihrem Mehrfamilienhaus an der S.-strasse 

0 zusammen mit ihren beiden Söhnen eine 8 ½-Zimmerwohnung. Im Mietvertrag vom 

29. Mai 2014 für ein Zimmer dieser Wohnung einschliesslich Mitbenützung der übrigen 

Räume wurde eine monatliche Miete von Fr. 600.-- vereinbart (act. G 6/6 A6 Beilage). 

Die Wohnung in L. gab A.Y. nicht auf.

b. A.Y. ist Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident der Q. AG. Diese verlegte 

ihren Sitz im Mai 2015 von O. nach X., S.-strasse 0. Ebenfalls im Mai 2015 wurde die 

Zweigniederlassung O. (bisheriger Arbeitsort von A.Y.) dieser Unternehmung nach P. 

verlegt. F.M. ist Mitglied des Verwaltungsrats der Q. AG und operativ zuständig für die 

Lohnbuchhaltung, das Controlling und die Geschäftsabschlüsse. Nach Durchführung 

von Abklärungen stellte das Kantonale Steueramt mit Verfügung vom 18. Mai 2015 

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fest, L. gelte für A.Y. als Lebensmittelpunkt. Er sei somit in der Zeit vom 1. Januar 2013 

bis 31. Dezember 2014 in L. unbeschränkt steuerpflichtig (act. G 6/6 A23 Beilage). Die 

dagegen erhobene Einsprache (act. G 6/6 A23) wies das Steueramt mit Entscheid vom 

21. September 2015 ab (act. G 6/6 A25). Den hiergegen von Rechtsanwältin lic. iur. 

F.M., X., erhobenen Rekurs (act. G 6/1) hiess die Verwaltungsrekurskommission des 

Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 16. Februar 2016 gut. Sie hob den 

Einspracheentscheid vom 21. September 2015 sowie die Feststellungsverfügung vom 

18. Mai 2015 auf (act. G 2).

B.

a. Gegen diesen Entscheid erhob das Steueramt mit Eingabe vom 30. März 2016 

Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben, und der 

Einspracheentscheid vom 21. September 2015 sei zu bestätigen (act. G 1).

b. In der Vernehmlassung vom 4. April 2016 beantragte die Vorinstanz Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen 

Entscheids und nahm ergänzend zu Vorbringen in der Beschwerde Stellung (act. G 5). 

Rechtsanwältin F.M. nahm für den Beschwerdegegner mit Eingabe vom 15. April 2016 

Stellung (act. G 8).

c. Von der ihm eingeräumten Möglichkeit zu einer Äusserung zu den 

Vernehmlassungen der Vorinstanz und des Beschwerdegegners machte der 

Beschwerdeführer keinen Gebrauch (act. G 10 f.). Mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 

ersuchte der Beschwerdegegner um eine beförderliche Erledigung der Angelegenheit 

(act. G 13).

d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden 

Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. (…).

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2.

2.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht für 2013 und 

2014 eine unbeschränkte Steuerpflicht des Beschwerdegegners im Kanton St. Gallen 

(Gemeinde L.) verneinte. Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund 

persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz 

oder Aufenthalt im Kanton St. Gallen haben. Im interkantonalen Verhältnis steht 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zum Doppelbesteuerungsverbot die 

Besteuerung des Einkommens und Vermögens einer unselbständig erwerbstätigen 

Person demjenigen Kanton zu, in dem die Person ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. 

Nach Art. 13 Abs. 2 StG hat eine Person steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton 

St. Gallen, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält bzw. wenn 

sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen hier befindet (vgl. BGE 132 I 29 E. 4.1). 

Diese Regelung entspricht den Vorgaben in Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, StHG) 

und lehnt sich weitgehend (vgl. BGE 138 II 300 E. 5.3) an den zivilrechtlichen 

Wohnsitzbegriff an (Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210).

2.2. Bei einem Wohnsitzwechsel innerhalb der Schweiz besteht die Steuerpflicht für 

das ganze laufende Steuerjahr in demjenigen Kanton, in welchem die Person am Ende 

der Steuerperiode ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Stichtag ist somit der 

31. Dezember des Steuerjahres (Art. 68 StHG). Der Wechsel von einem alten zu einem 

neuen Wohnsitz ist dann vollzogen, wenn die Absicht des dauernden Verbleibs am 

neuen Wohnort tatsächlich gelebt und durch diesen Aufenthalt eine Verschiebung des 

Lebensmittelpunktes stattfindet. Der Lebensmittelpunkt bestimmt sich nach der 

Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich die ideellen 

(Angehörige, Freundes- und Bekanntenkreis) und materiellen Lebensinteressen 

erkennen lassen, nicht nach bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person. In 

Bezug auf die Beweislast gilt, dass steuerbegründende Tatsachen von der 

Steuerbehörde nachzuweisen sind, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für 

Tatsachen trifft, die die Steuerschuld aufheben oder mindern. Die Steuerbehörde hat 

demnach den steuerrechtlichen Wohnsitz, der die persönliche steuerrechtliche 

Zugehörigkeit begründet, als Voraussetzung der Besteuerung nachzuweisen. Der 

Hauptbeweis gilt in der Regel als erbracht, wenn der von der Steuerbehörde 

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angenommene Wohnsitz als sehr wahrscheinlich erscheint. Diesfalls obliegt es der 

steuerpflichtigen Person, den Nachweis für den von ihr behaupteten Lebensmittelpunkt 

ausserhalb des Kantons zu erbringen (BGer 2P.186/2004 vom 15. Februar 2005 E. 2.3). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gilt eine Steuerpflicht dann als sehr 

wahrscheinlich, wenn sich das Hauptsteuerdomizil bereits seit längerer Zeit 

unangefochten in diesem Kanton befand. Im Zweifel, d.h. wenn der Nachweis der 

Wohnsitzverlegung nicht erbracht ist, ist das bisherige Domizil als fortbestehend zu 

betrachten (vgl. VerwGE B 2015/39 vom 26. Oktober 2016, E. 2.2, mit Hinweis auf 

BGer 2P.186/2004 vom 15. Februar 2005, E. 2.3, BGer 2P.203/2006 vom 1. März 2007, 

E. 2.3, und BGer 2C_827/2008 vom 16. Juni 2009, E. 4.3).

3.

3.1. Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz unter anderem fest, auch wenn 

das Konkubinat (als Wohn-,Tisch- und Bettgemeinschaft; BGE 138 III 97 E. 2.3.3) 

zwischen dem Beschwerdegegner und seiner Lebenspartnerin (in den Jahren 2013 und 

2014) noch nicht fünf Jahre gedauert habe, sei insbesondere aufgrund der 

gegenseitigen Vorsorgeverfügungen davon auszugehen, dass sie bereit seien, sich 

gegenseitig umfassend Beistand zu leisten. Vor diesem Hintergrund sei von einer auf 

Dauer angelegten Lebensgemeinschaft und damit einer engen Bindung des 

Beschwerdeführers zu X., wo das Konkubinat in den Jahren 2013 und 2014 gelebt 

worden sei, auszugehen. Vorliegend würden die Beziehungen zu L. (mit Mietwohnung 

des Beschwerdegegners in der Nähe des damaligen Arbeitsortes O.) nicht überwiegen. 

Das Vorbringen des Beschwerdegegners, er habe nach der Trennung schnell eine 

Wohnung finden müssen, diese in der Nähe des Arbeitsortes gesucht und 

Kompromisse bei Grösse, Preis und Lage machen müssen, sei nachvollziehbar. Es sei 

plausibel, dass die Wahl hauptsächlich aus beruflichen Gründen auf L. gefallen sei, und 

zwar im Wissen um die Verlagerung des Lebensmittelpunktes nach X. Angesichts der 

Beziehung zu seiner dort ansässigen Lebenspartnerin sei nicht ersichtlich und sei auch 

vom Beschwerdeführer nicht dargetan worden, weshalb der über 50jährige 

Beschwerdegegner seinen Lebensmittelpunkt von K. nach L. hätte verlegen sollen. Den 

Akten sei nichts zu entnehmen, was eine enge Beziehung zu L. zu belegen vermöchte. 

Somit habe sich der Beschwerdegegner in den Jahren 2013 und 2014 nicht mit der 

Absicht des dauernden Verbleibens in L. aufgehalten. Das Mieten einer Wohnung nach 

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der Trennung sei angesichts der beruflichen Tätigkeit in O. nachvollziehbar, vermöge 

jedoch in L. keinen Lebensmittelpunkt zu begründen, da der Beschwerdegegner in der 

Wohnung seiner Lebenspartnerin in X. seit August 2013 wohnberechtigt gewesen sei 

und seit Anfang 2014 ein förmlicher Mietvertrag bestanden habe (act. G 2).

3.2. Der Beschwerdeführer wendet unter anderem ein, die Vorinstanz verkenne, dass 

der Beschwerdegegner zwar den Wohnort gewechselt habe, der neue Wohnort L. 

jedoch weiterhin im Kanton St. Gallen und in der Nähe von K. und dem Arbeitsort O. 

gelegen habe. Die beiden Kinder des Beschwerdegegners hätten in den Jahren 2013 

und 2014 mit ihrer Mutter in K. gewohnt. Es erscheine unglaubwürdig, wenn der 

Beschwerdegegner behauptet, er verfüge in der Region J. bzw. im Kanton St. Gallen 

über keine persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen. Gegen eine Verschiebung 

des Lebensmittelpunktes nach X. sprächen auch die Wohnverhältnisse des 

Beschwerdegegners in den Jahren 2013 und 2014. Es sei aussergewöhnlich, dass ein 

Wochenaufenthalter am angeblichen Wochenaufenthaltsort eine 3 ½-Zimmerwohnung 

für Fr. 1‘650.-- miete. Die Region J. sei bekannt für freien und günstigen Wohnraum. 

Der Beschwerdegegner habe nicht plausibel erklären können, weshalb er keine kleinere 

und günstigere Wohnung gemietet habe. Die grosszügigen Wohnverhältnisse seien als 

Indiz für die Absicht des dauernden Verbleibs in L. zu werten. In beruflicher Hinsicht 

habe sich beim Beschwerdegegner in den Jahren 2013 und 2014 nichts verändert. Der 

Beschwerdegegner verbringe nur jedes zweite Wochenende mit seiner Lebenspartnerin 

in X. Dies sei im vorinstanzlichen Entscheid nicht berücksichtigt worden. Das 

Konkubinatsverhältnis zwischen dem Beschwerdegegner und F.M. bestehe offenbar 

erst seit 2012. Entsprechend sei 2013 und 2014 nicht von einem gefestigten 

Konkubinat auszugehen gewesen. Selbst wenn es sich um eine auf Dauer angelegte 

Lebensgemeinschaft gehandelt hätte, so sei diese nicht ausschliesslich in X. gelebt 

worden. Es seien keine weiteren gewichtigen Gründe angeführt worden, welche für 

eine besonders enge Bindung zu X. sprechen würden. Der Beschwerdegegner habe 

die natürliche Vermutung, wonach sich der Lebensmittelpunkt grundsätzlich am 

Arbeitsort befinde, nicht entkräften können. Für die Steuerjahre 2013 und 2014 sei 

davon auszugehen, dass sich der Lebensmittelpunkt in L. befunden habe (act. G 1).

3.3.

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3.3.1. Hinsichtlich des für die Wohnsitzbestimmung massgebenden Mittelpunktes der 

Lebensinteressen kommt es auf die gefühlsmässige Bevorzugung eines Ortes nicht an; 

der steuerrechtliche Wohnsitz ist insoweit nicht frei wählbar. Dem polizeilichen Domizil, 

wo die Schriften hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt werden, 

kommt ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zu; das sind bloss äussere 

Merkmale, die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch 

das übrige Verhalten der Person dafür spricht (vgl. BGer 2C_175/2008 vom 22. August 

2008 E. 3.1). Hält sich eine Person abwechselnd an zwei Orten in der Schweiz auf, ist 

für die Ermittlung des Steuerwohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem sie stärkere 

Beziehungen unterhält (vgl. BGE 125 I 54, 132 I 29 E. 4.2; BGer 2C_26/2012 E. 3.1). Bei 

Unselbständigerwerbenden ist der Lebensmittelpunkt in der Regel jener, von dem aus 

während der Woche der täglichen Arbeit nachgegangen wird, ist doch der Zweck des 

Lebensunterhaltes dauernder Natur (zum Ganzen statt vieler BGer 2C_178/2011 vom 

2. November 2011 E. 2.2). Hinsichtlich der Beweisführung begründet der Umstand, 

wonach ein unverheirateter Steuerpflichtiger vom Ort aus, an welchem er sich während 

der Woche aufhält, einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgeht, eine natürliche 

Vermutung, dass er dort seinen Lebensmittelpunkt und mithin sein Hauptsteuerdomizil 

hat. Diese Vermutung lässt sich entkräften, wenn er sich regelmässig an einem Ort 

aufhält, mit welchem er aus bestimmten (vorab familiären) Gründen besonders eng 

verbunden ist, und wo er persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt. Gelingt 

dem Steuerpflichtigen der Nachweis solcher Beziehungen am betreffenden Ort, obliegt 

es dem Kanton des Wochenaufenthalts- oder Arbeitsorts nachzuweisen, dass der 

Betreffende gewichtige wirtschaftliche und allenfalls persönliche Beziehungen zu 

diesem Ort unterhält. Dies entbindet den Steuerpflichtigen nicht von der üblichen 

Mitwirkungs- und Auskunftserteilungspflicht bezüglich der für die Besteuerung 

massgebenden Umstände (zum Ganzen BGer 2C_178/2011 vom 2. November 2011 

E. 2.3; VerwG B 2012/25 vom 13. November 2012, E. 2.2).

3.3.2. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdegegner, nachdem er sich per 

1. August 2013 in L. als Wochenaufenthalter gemeldet hatte, sich auf den 30. August 

2013 in X./LU anmeldete (act. G 9.3) und in der Wohnung seiner Lebenspartnerin ein 

Zimmer mietete. Im Mietvertrag vom 29. Mai 2014 für das Zimmer einschliesslich 

Mitbenützung der übrigen Räume wurde eine monatliche Miete von Fr. 600.-- 

vereinbart. Der Mietbeginn wurde auf den 1. Januar 2014 festgelegt und für die Zeit 

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von August bis Dezember 2013 ein unentgeltliches Mietverhältnis vereinbart (act. G 6/6 

A6 Beilage). Nach seinen Angaben im Rekursverfahren besteht seit 2012 ein 

Konkubinatsverhältnis mit gegenseitigen Vorsorgeverfügungen. Eine Heirat sei nicht 

möglich; das hochstrittige Scheidungsverfahren sei immer noch hängig. Er unterhalte 

zu K. keinerlei familiäre oder gesellschaftliche Beziehungen. Seine volljährigen Kinder 

würden sich mehrheitlich in R. (Ausbildungsort) aufhalten. Seine Freizeitaktivitäten 

(Kirchenbesuche, Elternabende der Jungwacht usw.) fänden in X. und Umgebung statt. 

Auch befinde sich der Hausarzt in X. (Ärztezentrum) und der Spezialarzt (Dr. med. Z.) in 

S. In L., wo er nach dem Auszug aus dem ehelichen Einfamilienhaus eine Wohnung 

gemietet habe, habe er keine sozialen Kontakte. Einzig sein Zahnarzt befinde sich dort, 

weil der Erstkontakt wegen eines Notfalls erfolgt sei. Die Wohnung in L. sei nur 

spartanisch eingerichtet. Ein Zimmer diene lediglich als Abstellkammer für Sachen aus 

dem ehelichen Haus. Die Höhe der Miete hänge mit dem hängigen 

Scheidungsverfahren zusammen. Die dortige Wohnungsgrösse habe sich zufällig 

ergeben, weil er (der Beschwerdegegner) unter einem gewissen Zeitdruck eine 

Unterkunft in der näheren Umgebung seines damaligen Arbeitsortes (O.) habe finden 

müssen und zu diesem Zeitpunkt keine Zweizimmerwohnung angeboten worden sei. 

Es sei ihm nicht zuzumuten gewesen, täglich von seinem (damaligen) Arbeitsort O. (seit 

1. Mai 2015: P.) nach X. an seinen Lebensmittelpunkt zurückzukehren, weil der 

Arbeitsweg zu lang gewesen wäre (pro Weg ca. 1.75 Stunden einschliesslich Staus) 

und zudem die Arbeitszeiten länger als 8.8 Stunden seien. Zudem werde die 

Bearbeitung des Geschäftsgebiets westlich von R. von X. (Hauptsitz der Q. AG) aus 

abgewickelt. In diesem Gebiet befänden sich ein grosser Teil der wichtigsten Kunden. 

In P. weise die Unternehmung des Beschwerdeführers Arbeitspensen von 420% auf 

(act. G 6/1 S. 3-5).

Ein Anlass, diese unbestritten gebliebenen (vgl. act. G 1 und 11) tatsächlichen 

Gegebenheiten in Frage zu stellen, ist aus den Akten nicht ersichtlich. Angesichts des 

bis August 2013 bestehenden Wohnsitzes der Beschwerdegegners im Kanton St. 

Gallen ist zu prüfen, ob der Nachweis der Wohnsitzverlegung im Jahr 2013 als erbracht 

zu gelten hat oder ob weiterhin das bisherige Domizil als fortbestehend zu betrachten 

ist (vgl. vorstehende E. 2.2). Zum Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach es 

unglaubwürdig erscheine, dass der Beschwerdegegner in der Region J. bzw. im 

Kanton St. Gallen über keine persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen verfüge 

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(act. G 1 S. 4 oben), ist festzuhalten, dass es sich beim Wohnort nicht um eine Region 

oder einen Kanton handelt, sondern um einen Ort bzw. eine Gemeinde. Konkret ist 

davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner 2013 und 2014 sowohl in L. (in der 

Nähe des Arbeitsortes) als auch in X. über eine Wohnung zum persönlichen Gebrauch 

verfügte. Der Aufenthalt in L. begründet dann keinen steuerrechtlichen Wohnsitz, wenn 

die persönlichen Beziehungen zum anderen Ort stärker sind als zum Arbeitsort oder es 

sich bei der steuerpflichtigen Person um einen Wochenaufenthalter handelt (Richner/

Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Rz. 24 zu Art. 3 

DBG).  Bei der Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes bei getrenntem Arbeits- 

und Familienort wird den ideellen Beziehungen zum Familienort in der Regel grössere 

Bedeutung beigemessen als den materiellen Beziehungen zum Arbeitsort (vgl. Zigerlig/

Oertli/Hofmann, Das St. Gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, II. Rz. 22).

3.3.3. Zutreffend ist, dass der Beschwerdegegner die von ihm per 15.Juni 2012 

gemietete Wohnung in L. (Mietzins Fr. 1‘650.-- pro Monat inkl. NK; act. G 6/6 A6 

Beilage) - Wohnungseigentümerin ist seine Lebenspartnerin (act. G 3.1) - auch in den 

Jahren 2013 und 2014 beibehielt. Wie dargelegt (vorstehende E. 3.3.1) lässt sich die 

natürliche Vermutung des Wohnsitzes (am Arbeitsort) entkräften, wenn jemand sich 

regelmässig an einem Ort aufhält, mit welchem er aus bestimmten (vorab familiären) 

Gründen besonders eng verbunden ist und wo er persönliche und gesellschaftliche 

Beziehungen pflegt. Wenn der Beschwerdeführer die grosszügigen Wohnverhältnisse 

in L. und den Kauf der Wohnung durch die Lebenspartnerin als Indizien für die Absicht 

des dauernden dortigen Verbleibens wertet, ist festzuhalten, dass der 

Beschwerdegegner die Gründe für den Bezug dieser Wohnung nach dem Auszug aus 

dem ehelichen Haus - wie im vorinstanzlichen Entscheid dargelegt (act. G 2 S. 5 unten) 

- zureichend plausibel machen konnte. Der Beschwerdeführer belegte demgegenüber 

seinen Standpunkt, wonach im J. günstigere (und kleinere) Wohnungen zur Verfügung 

gestanden hätten (act. G 1 S. 4), nicht weiter. Der diesbezügliche Hinweis der 

Vorinstanz, dass kleinere Wohnungen in den dörflichen Gebieten selten seien (act. G 5), 

blieb unbestritten (act. G 11). Damit im Einklang steht das Vorbringen des 

Beschwerdegegners, dass im Jahr 2013 in der näheren Umgebung des damaligen 

Arbeitsortes O. keine kleineren Wohnungen auf dem Markt gewesen seien und sich der 

Kauf einer Wohnung als die günstigste (Verzinsung von Fremd- und Eigenkapital: 

Fr. 845.— pro Monat) und schnellste Variante erwiesen habe (act. G 8 Ziff. 7). 

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Hinsichtlich des Vorwurfs der Nichtdeklaration der Mieteinnahmen für 2014 (act. G 1 S. 

2 und S. 4, G 3.2) blieb im Übrigen - soweit vorliegend überhaupt relevant - 

unbestritten, dass im Liegenschaftenverzeichnis 2014 die Selbstdeklaration von 

Fr. 9‘600.-- für vermietete Räume vom Steueramt durchgestrichen und mit dem 

niedrigeren Betrag von Fr. 2‘400.-- aus Geschäftsaufwand ersetzt worden war (act. G 8 

Ziff. 7). Hieraus lässt sich für das vorliegende Verfahren nichts ableiten.

Mit der Vorinstanz (act. G 2 S. 6) ist festzuhalten, dass sich den Akten keinerlei 

Anhaltspunkte entnehmen lassen, welche eine enge Beziehung des 

Beschwerdegegners zu L. zu belegen vermöchten. Ein konkreter Grund, aus welchem 

Beschwerdegegner seinen Lebensmittelpunkt nach der Trennung von seiner Frau von 

K. nach L. hätte verlegen sollen, ist nicht erkennbar. Die einzig mit Blick auf die 

Tätigkeit in O. erfolgte Wohnungsmiete in L. hatte für sich allein nicht die Begründung 

des Lebensmittelpunktes zur Folge, zumal der Beschwerdegegner in der Wohnung 

seiner Lebenspartnerin in X. seit August 2013 wohnberechtigt war. Auch aufgrund des 

Umstandes, dass der Beschwerdegegner seinen früheren Wohnsitz in K. hatte und sein 

Arbeitsort zum Teil (Kunden westlich von R. bearbeitete der Beschwerdeführer von X. 

aus; act. G 8 Ziff. 8 und G 9.4) im Kanton St. Gallen (O.) lag, darf nicht unbesehen auf 

einen st. gallischen Wohnsitz geschlossen werden. Eine natürliche Vermutung, dass 

sich der Lebensmittelpunkt nach einer Trennung weiterhin im Kanton St. Gallen 

befindet, besteht nicht. Im Fragebogen für Wochenaufenthalter hatte der 

Beschwerdegegner angegeben, jedes zweite Wochenende nach X. zu fahren und 

zudem einmal pro Woche in X. zu übernachten (act. G 9.4). Entgegen der offenbaren 

Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 3 f.) kann dabei nicht unterstellt 

werden, die Beziehung des Beschwerdegegners zu seinen mündigen (im Jahr 2013 22- 

und 23-jährigen) Kindern sei eine engere als diejenige zur Lebenspartnerin in X. Hinzu 

kommt, dass der Beschwerdegegner den Kontakt mit seinen Kindern an ihren 

Ausbildungsorten (S., R.) pflegte (act. G 8 Ziff. 6). Diese Gegebenheiten sprechen 

insgesamt gegen das Vorliegen eines Wohnsitzes in L.

3.3.4. In dem vom Beschwerdeführer zitierten BGE 116 II 394 wurde ein gefestigtes 

Konkubinat insofern bejaht, als es mehr als fünf Jahre gedauert hatte und die Partner 

willens waren, sich gegenseitig wie Ehegatten zu unterstützen und beizustehen. In 

welchem Fall von einem qualifizierten Konkubinat gesprochen werden kann, beurteilt 

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sich aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nach dem umfassenden 

Beistand, den die Partner sich zu leisten bereit sind. Nicht vorausgesetzt ist, dass ein 

Konkubinat mit wirtschaftlichen Vorteilen verbunden ist. M.a.W. kommt es auf die 

wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des neuen Partners nicht an, sondern von Bedeutung 

ist ausschliesslich seine Unterstützungsbereitschaft (vgl. (BGer 5C.93/2006 vom 23. 

Oktober 2006, E. 2.3 mit Hinweisen). Vorliegend manifestiert sich diese 

Unterstützungsbereitschaft vorab in den Vorsorgeaufträgen der Lebenspartner vom 

16. Februar 2013 (act. G 9.1), aber auch im Umstand, dass die Lebenspartnerin (vorab 

im Zusammenhang mit der Berufsausübung des Beschwerdegegners) eine 

Eigentumswohnung in L. erwarb und in der Unternehmung des Beschwerdegegners 

mitwirkt. Für die Frage des Lebensmittelpunktes erscheinen diese Aspekte 

ausschlaggebend. Der Dauer des Konkubinats kann dabei - wie die Vorinstanz zu 

Recht bemerkt (act. G 5) - für die Frage des Lebensmittelpunktes nicht das gleiche 

Gewicht zukommen wie bei der Frage des Bestehens/Dahinfallens von finanziellen 

Ansprüchen zwischen Ehegatten. Der Umstand, dass das Konkubinat seit 2012 (und 

damit noch nicht seit fünf Jahren) bestand, bildet unter den geschilderten 

Gegebenheiten keinen Anlass, einen Lebensmittelpunkt des Beschwerdegegners in X. 

in Abrede zu stellen. In der Zwischenzeit besteht es jedoch seit fünf Jahren.

4.

4.1. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen lässt sich die Schlussfolgerung im 

vorinstanzlichen Entscheid, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz des 

Beschwerdegegners in den Jahren 2013 und 2014 nicht im Kanton St. Gallen (L.) 

befunden habe, nicht beanstanden. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2. (…).

(…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2. Der Staat (Kantonales Steueramt) bezahlt die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens von Fr. 1500.--.

3. Der Staat (Kantonales Steueramt) entschädigt den Beschwerdegegner ausseramtlich 

mit Fr. 1‘500.--, zuzüglich Barauslagen von Fr. 60.-- und Mehrwertsteuer.

 

Der Abteilungspräsident                Der Gerichtsschreiber

Eugster                                          Schmid

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	Zirkulationsentscheid Verwaltungsgericht, 08.12.2017
	Art. 13 Abs. 1 und 2 StG (sGS 811.1). Art. 3 Abs. 2 StHG (SR 642.14).Steuerrechtlicher Wohnsitz. Das Verwaltungsgericht bestätigte die Schlussfolgerung im vorinstanzlichen Entscheid, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz des Beschwerdegegners in den Jahren 2013 und 2014 nicht im Kanton St. Gallen, sondern im Kanton Luzern (Wohnort der Konkubinatspartnerin) befunden habe (Verwaltungsgericht, B 2016/75).

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		2025-07-19T06:42:25+0200
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