# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef5b9417-6208-5437-8131-7a6bcebf2a75
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-08
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 08.11.2011 SK.2011.1
**Docket/Reference:** SK.2011.1
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2011-1_2011-11-08

## Full Text

Brandstiftung, mehrfache Gefährdung durch Sprengstoff in verbrecherischer Absicht, Aufbewahren und Verbergen von Sprengstoffen, mehrfache Sachbeschädigung, verbotener Besitz von Waffen;;Brandstiftung, mehrfache Gefährdung durch Sprengstoff in verbrecherischer Absicht, Aufbewahren und Verbergen von Sprengstoffen, mehrfache Sachbeschädigung, verbotener Besitz von Waffen;;Brandstiftung, mehrfache Gefährdung durch Sprengstoff in verbrecherischer Absicht, Aufbewahren und Verbergen von Sprengstoffen, mehrfache Sachbeschädigung, verbotener Besitz von Waffen;;Brandstiftung, mehrfache Gefährdung durch Sprengstoff in verbrecherischer Absicht, Aufbewahren und Verbergen von Sprengstoffen, mehrfache Sachbeschädigung, verbotener Besitz von Waffen

Urteil vom 8. November 2011 und 
Berichtigung vom 21. März 2012 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Daniel Kipfer Fasciati, Vorsitz, 
Peter Popp und Sylvia Frei, 
Gerichtsschreiber Thomas Held. 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Hans-
jörg Stadler, Staatsanwalt des Bundes,  

 gegen 

 
 

1. A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Marcel 
Bosonnet,  

2. B., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Herbert 
Heeb.  

Gegenstand 
 

Brandstiftung, mehrfache Gefährdung durch Spreng-
stoffe in verbrecherischer Absicht, Aufbewahren und 
Verbergen von Sprengstoffen, mehrfache Sachbe-
schädigung, verbotener Besitz von Waffen. 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  SK.2011.1 
 

 

 

- 2 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

I. Die Beschuldigte A. sei schuldig zu erklären: 
1. der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht 

gem. Art. 224 Abs. 1 StGB am 29/30. September 2002 in Zürich (Hotzestras-
se 23), am 9. Oktober 2002 in Zürich (Löwenstrasse 25), am 2. Mai 2006 in Zü-
rich (Kasernenstrasse 49), am 22./23. Januar 2007 in Bern (Effingerstrasse 33) 
und am 22. Januar 2007 in Bern (Bolligenstrasse 56); 

2. der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB am 
9. Oktober 2002 in Zürich (Löwenstrasse 25), am 2. Mai 2006 in Zürich (Kaser-
nenstrasse 49), am 22./23. Januar 2007 in Bern (Effingerstrasse 33) und am 
22. Januar 2007 in Bern (Bolligenstrasse 56); 

3. des Aufbewahrens und Verbergens von Sprengmitteln gemäss Art. 226 Abs. 2 
StGB am 6. Mai 2008 in Zürich (Z.-gasse 97); 

4. der Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 1 StGB am 28. Juni 2004 in Zürich 
(Schörliweg 83); 

5. des Erwerbs von Waffen ohne Berechtigung gemäss aArt. 33 Abs. 1 lit. a WG 
i. V. m. Art. 4 Abs. 1 lit. b, c, d und e WG, Art. 8 Abs. 2 lit. d WG, Art. 1 f. WV, alt 
Art. 7 Abs. 2 WV und Anhang 2 lit. b WV am 6. Mai 2008 in Zürich  
(Z.-gasse 97). 

II. Die Beschuldigte A. sei im Sinne einer Gesamtstrafe zu bestrafen mit einer unbe-
dingten Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren. Die erstandene Haft am 6. Mai 2008 
(1 Tag) sei auf den Vollzug der Freiheitsstrafe anzurechnen. 

III. Die Beschuldigte B. sei der Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 1 StGB am 
28. Juni 2004 in Zürich (Schörliweg 83) schuldig zu erklären. 

IV. Die Beschuldigte B. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten be-
dingt, mit einer Probezeit von 2 Jahren, sowie mit einer Busse von 400 Franken. 

V. Die Kosten des Vorverfahrens seien den Beschuldigten wie folgt aufzuerlegen: 
1. A.: mindestens 10'000 Franken (reduzierte Verfahrenskosten); 
2. B.: Franken 12'014.55. 

VI. Die Kosten des erstinstanzlichen Hauptverfahrens seien durch das Gericht festzu-
legen und den Beschuldigten A. und B. zu ⅘  bzw. ⅕  aufzuerlegen. 

VII. Die in der Anklageschrift vom 28. Januar 2011 (S. 10 + 11, Ziff. 4) und im Ver-
zeichnis der BKP vom 6. Mai 2008 (es betrifft die HDP-Nr. 1.1.105, 1.5.115, 
1.8.101 – 103, 1.11.100, 1.12.100 – 102) aufgeführten Gegenstände seien ge-
mäss Art. 69 Abs. 1 StGB einzuziehen. Die Sprengmittel seien gestützt auf Abs. 2 
dieser Bestimmung zu vernichten. 

VIII. Die Kamera mit Infrarotstrahler und der Videorecorder Panasonic seien der Stadt-
polizei Zürich nach Rechtskraft des Urteils zurückzugeben. 

IX. Die übrigen noch beschlagnahmten Gegenstände seien den Beschuldigten zu-
rückzugeben.  

- 3 - 

Anträge der Verteidigung von A. (sinngemäss): 

I. A. sei von allen Anklagevorwürfen vollumfänglich freizusprechen, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

II. Hinsichtlich der beschlagnahmten Gegenstände werde deren weitere Verwendung 
in das Ermessen des Gerichts gestellt. 

Anträge der Verteidigung von B. (sinngemäss): 

Die Beschuldigte B. sei vollumfänglich frei zu sprechen, unter Kosten- und Entschä-
digungsfolgen zu Lasten der Eidgenossenschaft. 

Sachverhalt: 

A. Die Bundesanwaltschaft eröffnete am 22. August 2007 ein gerichtspolizeiliches 
Ermittlungsverfahren (BA/EAI/7/07/0213) gegen Unbekannt wegen des Verdachts 
der Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB). 
Gleichzeitig verfügte sie die Wiedereröffnung der Verfahren EAI/7/07/0201 und 
EAI/7/06/0554 wegen identischer Tatbestände (cl. 1 pag. 1.1.0.4). Auf Antrag der 
Bundesanwaltschaft wurden A. und B. durch Beamte der Bundeskriminalpolizei 
(nachfolgend „BKP“) von November 2007 bis Januar 2008 observiert. Mit Verfü-
gung vom 7. Januar 2008 wurde das Strafverfahren in sachlicher Hinsicht auf das 
gleichzeitig wiedereröffnete Strafverfahren BA/EAI/1/03/0225 wegen versuchter 
Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht und in persönlicher 
Hinsicht auf A. wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und Sachbeschädigung re-
spektive des Versuchs hierzu ausgedehnt (cl. 1 pag. 1.2.0.2). 

B. Im Rahmen der angeordneten Zwangmassnahmen wurden anlässlich der Haus-
durchsuchungen am damals gemeinsamen Domizil von A. und B. an der  
Z.-gasse 97 in Zürich sowie in der ehemals gemeinsamen Wohnung der Eheleute 
A. an der Y.-strasse 34 in Zürich zahlreiche Dokumente, Gegenstände sowie Da-
tenträger sichergestellt und teilweise beschlagnahmt (cl. 1 pag. 1.3.0.2; cl. 4 
pag. 8.1.5 ff. und 8.2.5 ff.). Telefon- und Internetüberwachungen brachten keine 
Ergebnisse. 

C. Die Bundesanwaltschaft edierte beim Bezirksgericht Zürich die aus geschichtli-
chem Interesse integral archivierten Akten eines früher gegen A. wegen Landes-
friedensbruchs und anderer Straftaten geführten Verfahrens (cl. 9 pag. 18.4.0.4).  

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D. In Absprache mit der Bundesanwaltschaft wurde am 28. April 2008 sieben Beam-
ten der BKP, die zuvor A. und B. observiert hatten, jeweils einzeln ein Überwa-
chungsvideo zwecks Identifikation der gefilmten Täterschaft eines am 28. Juni 
2004 auf einen Personenkraftwagen in Zürich verübten Brandanschlags vorge-
führt. Auf Antrag der Bundesanwaltschaft verfasste der Abteilungschef Observati-
on der BKP, C., am 22. Oktober 2008 einen Amtsbericht über die Ergebnisse der 
Videovorführung, der zu den Akten genommen wurde (cl. 18 pag. BO.D.45 f.). 

E. A. und B. wurden auf Vorführungsbefehl der Bundesanwaltschaft am 6. April 2008 
der Kantonspolizei Zürich zur erkennungsdienstlichen Behandlung zugeführt (cl. 2 
pag. 5.7.0.37). Hierbei wurden sie fotogrammetrisch vermessen, und es wurden 
ihnen Wangenschleimhautabstriche entnommen (cl. 5 pag. 9.1.1.1 f.). Die Bun-
desanwaltschaft beauftragte am 6. Juni 2008 das Institut für Rechtsmedizin der 
Universität Bern (nachfolgend „IRM Bern“) mit der Erstellung eines fotogrammetri-
schen Vergleichs der im Überwachungsvideo des Brandanschlags vom 28. Juni 
2004 in Zürich festgehaltenen Täterschaft mit A. und B. (cl. 7 pag. 10.2.0.1 – 3). 
Der Bericht des IRM Bern datiert vom 28. Oktober 2008 (cl. 7 pag. 10.2.0.5 ff.). 

F. Mit Verfügung vom 7. November 2008 vereinigte die Bundesanwaltschaft sämtli-
che vorgenannten Verfahren unter der Verfahrensnummer EAI.07.0213. Gleich-
zeitig vereinigte sie in Anwendung von Art. 18 Abs. 2 aBStP das bis dato durch 
die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich gegen Unbekannt geführte und sistier-
te Untersuchungsverfahren A-5/2004/742 wegen Verdachts auf Brandstiftung in 
der Hand der Bundesbehörden und dehnte das Verfahren in diesem Punkt auf A. 
und B. aus (cl. 1 pag. 1.2.0.4). 

G. Das eidgenössische Untersuchungsrichteramt eröffnete mit Verfügung vom 
29. Juni 2009 die Voruntersuchung. Der Schlussbericht datiert vom 13. Oktober 
2010 (cl. 10 pag. 24.0.0.1). 

H. Die Bundesanwaltschaft erhob am 28. Januar 2011 beim Bundesstrafgericht An-
klage gegen A. und B. wegen Brandstiftung (Art. 221 Abs. 1 StGB) sowie gegen 
A. wegen mehrfacher Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht 
(Art. 224 Abs. 1 StGB), mehrfacher Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB), 
Aufbewahrens und Verbergens von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 2 StGB) und Be-
sitzes von Waffen ohne Berechtigung (Art. 33 Abs. 1 lit. a aWG). Mit Verfügung 
vom 31. Januar 2011 stellte sie das Strafverfahren gegen B. wegen Verstosses 
gegen das Waffengesetz sowie gegen A. in drei Fällen wegen verbrecherischer 
Verwendung von Sprengstoffen und Sachbeschädigung (Art. 224 Abs. 1 und 
Art. 144 Abs. 1 StGB) unter Übernahme der Verfahrenskosten ein (cl. 20 
pag. 20.140.1 ff.). 

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I. Auf Anfrage des Präsidenten der Strafkammer beantragte die Bundesanwaltschaft 
mit Schreiben vom 2. Februar 2011 die Beurteilung durch drei Richter (cl. 20 
pag. 20.160.3). 

J. Mit Beweisverfügung vom 15. Juni 2011 edierte der Vorsitzende die von den Ob-
servanten der BKP ausgefüllten Fragebögen „Betrachten und Analysieren einer 
Filmsequenz“ und erkannte diese zu den Akten. Am 29. August 2011 wurden sie-
ben Observanten der BKP und Dr. med L. im Wege einer vorgezogenen Beweis-
abnahme durch das Gericht als Zeugen in Anwesenheit des zuständigen Staats-
anwalt des Bundes und der Verteidiger ohne Schutzmassnahmen in Zürich ein-
vernommen. Die Einvernahmeprotokolle wurden zu den Akten genommen (cl. 20 
pag. 20.930.1 ff.). Das Gericht holte von Amts wegen über A. und B. Straf- (cl. 20 
pag. 20.231.3 f.; 20.232.3) und Betreibungsregisterauszüge (cl. 20 
pag. 20.271.3 ff.; 20.272.2 ff.) sowie Steuerunterlagen (cl. 20 pag. 20.271.19 – 57; 
20.272.011 – 071) ein, zog die Akten des Bezirksgerichts Zürich im Strafverfahren 
DG020513 gegen A. bei und edierte die vollständigen Observationsunterlagen der 
BKP für den Zeitraum November 2007 bis Januar 2008 (cl. 20 pag. 20.381.15 ff.). 
Die Observationsakten wurden vom Vorsitzenden gesichtet und in Form von 
18 Amtsberichten teilweise zu den Akten erkannt (cl. 20 pag. 20.681.48 – 89). Der 
Antrag der Bundesanwaltschaft auf Beizug eines Sachverständigengutachtens 
des Wissenschaftlichen Dienstes (nachfolgend „WFD“) über pyrotechnische Ge-
genstände aus dem Verfahren SK.2010.24 wurde abgewiesen. Das bei der deut-
schen Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (nachfolgend „BAM“) in 
Auftrag gegebene Sachverständigengutachten datiert vom 26. September 2011 
(cl. 20 pag. 20.684.8 ff.). Dem Antrag der Bundesanwaltschaft auf Einvernahme 
zahlreicher Zeugen wurde teilweise stattgeben; C. und D. wurden zur Hauptver-
handlung geladen. Sämtliche dem Gericht von den Parteien eingereichten Doku-
mente wurden zu den Akten erkannt (cl. 20 pag. 20.922.11). 

K. Die Hauptverhandlung fand am 28. und 29. September 2011 in Anwesenheit der 
Parteien am Sitz des Gerichts in Bellinzona statt. Anlässlich der Hauptverhand-
lung wies der Vorsitzende die Parteien darauf hin, dass sich das Gericht vorbehal-
te, den unter Ziff. 1.1.1 beschriebenen Anklagesachverhalt der Brandstiftung auch 
als Sachbeschädigung zu würdigen. Das Urteil wurde den Parteien am 
8. November 2011 eröffnet und vom Vorsitzenden summarisch begründet.  

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Die Strafkammer erwägt: 

1. Vorfragen 

1.1 Zuständigkeit 

1.1.1 Das Gericht prüft seine Zuständigkeit von Amts wegen. Seit dem 1. Januar 2011 
ist die Zuständigkeit der Strafkammer des Bundesstrafgerichts nicht mehr im 
Schweizerischen Strafgesetzbuch vom 21. Dezember 1937 (Strafgesetzbuch, 
StGB; SR 311.0), sondern in der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 
5. Oktober 2007 (Strafprozessordnung, StPO; SR 312.0) geregelt. Gemäss 
Art. 448 Abs. 1 StPO werden Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes 
hängig sind, nach neuem Recht fortgeführt. Verfahrenshandlungen, die vor In-
krafttreten dieses Gesetzes angeordnet oder durchgeführt worden sind, behalten 
ihre Gültigkeit (Art. 448 Abs. 2 StPO). Dies betrifft nach dem Willen des Gesetz-
gebers auch solche Verfahrenshandlungen, welche unter altem Recht angeord-
net und unter neuem Recht ihren Fortgang nehmen (Botschaft vom 
21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2005 
S. 1085 ff., 1351 [nachstehend „Botschaft StPO“]). 

1.1.2 Die Bundesanwaltschaft legt der Beschuldigten A. unter anderem mehrfache 
Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht gemäss Art. 224 
Abs. 1 StGB (Anklagepunkte 1.2.1 a – 1.2.1 e) sowie im Anklagepunkt 1.2.2 das 
Aufbewahren und Verbergen von Sprengstoffen gemäss Art. 226 Abs. 2 StGB 
zur Last, deren Verfolgung und Beurteilung gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. d StPO der 
Bundesgerichtsbarkeit unterstehen. Die wegen derselben Handlungen (Ideal-
konkurrenz) angeklagten Sachbeschädigungen gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB 
(Anklagepunkt 1.2.3) unterstehen ebenfalls der Bundesgerichtsbarkeit, da sich 
die gerichtliche Zuständigkeit aufgrund (prozessualer) Taten und nicht aufgrund 
einzelner, in Idealkonkurrenz stehender Straftatbestände ergibt (Urteil des Bun-
desgerichts 6S.116/2007 vom 7. September 2007, E. 3.2.2 [noch zu Art. 18 
BStP]). Einer förmlichen Vereinigungsverfügung im Sinne von Art. 26 Abs. 2 
StPO (respektive Art. 18 Abs. 2 aBStP) bedarf es insoweit nicht.  

Die angeklagten Straftaten der Brandstiftung (Art. 221 Abs. 1 StGB) und der Wi-
derhandlungen nach Art. 33 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1997 
über Waffen, Waffenzubehör und Munition (Waffengesetz, WG ; SR 514.54) un-
terstehen gemäss Art. 22 StPO grundsätzlich der kantonalen Gerichtsbarkeit. 
Die Bundesanwaltschaft hat diese Straftaten mit Verfügungen vom 7. November 
2008, 27. Januar und 5. Februar 2009 sowie vom 27. Januar 2011 in Anwen-
dung von Art. 18 Abs. 2 aBStP und Art. 26 Abs. 2 StPO mit dem in ihre genuine 

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Zuständigkeit fallenden Verfahren EAI.07.0213 wegen Sprengstoffdelikten verei-
nigt (cl. 1 pag. 1.2.0.4 – 7 f.; ….10 f.). Soweit die Vereinigungsverfügungen vor 
dem 1. Januar 2011 erfolgten, behalten diese in Anwendung von Art. 448 Abs. 2 
StPO ihre Gültigkeit.  

1.1.3 Gemäss Art. 35 Abs. 1 StBOG i. V. m. Art. 23 Abs. 1 lit. d StPO urteilt die Straf-
kammer des Bundesstrafgerichts in Fällen der Bundesgerichtsbarkeit als erstin-
stanzliches Gericht. Die Strafkammer des Bundesstrafgerichts urteilt in Beset-
zung mit drei Richterinnen oder Richtern, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als 
zwei Jahren beantragt ist (Art. 36 Abs. 1 und Abs. 2 StBOG i. V. m. Art. 19 
Abs. 2 lit. b StPO). Die Bundesanwaltschaft beantragte mit Schreiben vom 
2. Februar 2011 die Beurteilung durch drei Strafrichter (cl. 20 pag. 20.160.3) und 
forderte anlässlich der Hauptverhandlung für die Beschuldigte A. eine Freiheits-
strafe von viereinhalb Jahren.  

1.1.4 Die Strafkammer des Bundesstrafgerichts ist somit in 3er-Besetzung zur Ent-
scheidung hinsichtlich aller Anklagepunkte zuständig. 

1.2 Anwendbares materielles Recht 

1.2.1 Die den Beschuldigten zur Last gelegten Taten sollen zwischen dem 
29./30. September 2002 und dem 6. Mai 2008 verübt worden sein, mithin teilwei-
se vor Inkrafttreten der Partialrevision des StGB am 1. Oktober 2002 und des re-
vidierten Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches am 1. Januar 2007. Daneben 
hat Art. 33 Abs. 1 lit. a WG nach dem Zeitpunkt der angeklagten Tatbegehung 
tatbestandliche Erweiterungen (vgl. AS 2008, S. 5517) und redaktionelle Ergän-
zungen erfahren (AS 2010, S. 2902).  

1.2.2 Unter Berücksichtigung des strafrechtlichen Rückwirkungsverbots kommt grund-
sätzlich das zum Tatzeitpunkt geltende (materielle) Recht zur Anwendung, es sei 
denn, dass das neue Gesetz das mildere ist (sog. lex mitior [Art. 2 Abs. 2 StGB; 
BGE 134 IV 82 E. 6.1 mit Hinweisen]). Das Anknüpfungskriterium der lex mitior 
erfordert einen Vergleich der konkurrierenden Strafgesetze und ergibt sich aus 
dem Zusammenspiel der verschiedenen Vorschriften des Besonderen Teils (be-
ziehungsweise des Nebenstrafrechts) und des Allgemeinen Teils des Strafbe-
setzbuches (BGE 135 IV 113 E. 2.2; 134 IV 82 E. 6.2). Zur Ermittlung des milde-
ren Rechts hat der Richter aufgrund der konkreten Umstände des jeweiligen 
Falls (hypothetisch) nach objektiven Massstäben zu prüfen, nach welchem der 
beiden Rechte der Täter besser wegkommt. Anzuwenden ist in Bezug auf ein 
und dieselbe Tat nur entweder das alte oder das neue Recht (Grundsatz der Al-
ternativität). Eine kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlos-
sen. Hat der Täter indessen mehrere selbständige strafbare Handlungen began-

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gen, so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung gesondert zu prüfen, ob das alte 
oder das neue Recht milder ist. Gegebenenfalls ist eine Gesamtstrafe zu bilden 
(BGE 134 IV 82 E. 6.2.3; TRECHSEL/VEST, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 2 StGB N. 5).  

1.2.3 Der Beschuldigten B. werden eine, der Beschuldigten A. mehrere strafbare 
Handlungen vorgeworfen. Die Frage des anwendbaren materiellen Rechts ist 
demnach für jeden Anklagesachverhalt gesondert zu beantworten und erfolgt im 
Rahmen der rechtlichen Würdigung der einzelnen Anklagepunkte.  

2. Brandstiftung 

2.1 Anwendbares Recht 

Mit Inkrafttreten des Allgemeinen Teils des StGB am 1. Januar 2007 wurde der 
Tatbestand von Art. 221 StGB nicht geändert, sondern lediglich dessen Strafdro-
hung an das revidierte Sanktionssystem angepasst, ohne dass der damit ver-
bundene Vorwurf erschwert beziehungsweise der Strafrahmen erweitert worden 
wäre (Botschaft vom 21. September 1998 zur Änderung des Schweizerischen 
Strafgesetzbuches [Allgemeine Bestimmungen, Einführung und Anwendung des 
Gesetzes] und des Militärstrafgesetzes sowie zu einem Bundesgesetz über das 
Jugendstrafrecht, BBl 1999, S. 2148 f.; vgl. die Übersicht der Anpassungen in 
Ziff. II/1 Abs. 1 ff. des Bundesgesetzes vom 13. Dezember 2002 über die Ände-
rung des Strafgesetzbuches [AS 2006, S. 3502 ff.]). Hinsichtlich einer allfälligen 
Strafbarkeit der Beschuldigten wegen Brandstiftung ergeben sich in Folge der 
Revision des Allgemeinen Teils des StGB keine Unterschiede, weshalb sich die 
Frage des milderen Rechts nur für den Fall eines Schuldspruch im Rahmen der 
Strafzumessung stellt. Im Folgenden wird deshalb bei der Strafbarkeitsprüfung 
auf eine Unterscheidung zwischen altem und neuem Recht verzichtet. 

2.2  
2.2.1 Gemäss Art. 221 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer vorsätzlich zum Schaden 

eines andern oder unter Herbeiführung einer Gemeingefahr eine Feuersbrunst 
verursacht. Ist nur ein geringer Schaden entstanden, so kann die Strafe gemil-
dert werden (Abs. 3). 

Der objektive Tatbestand von Art. 221 Abs. 1 StGB setzt voraus, dass der Täter 
mit irgendeinem Mittel eine Feuersbrunst verursacht, sei es durch aktives Tun 
oder Unterlassen (ROELLI/FLEISCHANDERL, Basler Kommentar, Strafrecht II, 
2. Aufl., Basel 2007, Art. 221 StGB N. 7 f.; CORBOZ, Les infractions en droit  
suisse, Band II, 3. Aufl., Bern 2010, Art. 221 StGB N. 4 f.; STRATENWERTH/  

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WOHLERS, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 2. Aufl., Bern 
2009, Art. 221 StGB N. 2). Die Feuersbrunst ist als ein Brand zu verstehen, der 
eine Intensität oder Ausdehnung erreicht, aufgrund derer er vom Urheber selber 
nicht mehr bezwungen werden kann und deswegen eine gewisse Erheblichkeit 
aufweist (BGE 117 IV 285 E. 2a; ROELLI/FLEISCHANDERL, a. a. O., Art. 221 StGB 
N. 7). Alle brennbaren Objekte sind als Tatobjekt in Betracht zu ziehen (BGE 116 
IV 1; STRATENWERTH/WOHLERS, a. a. O., Art. 221 StGB N. 2;). Dabei muss ein 
Kausalzusammenhang zwischen dem aktiven Verhalten beziehungsweise dem 
Unterlassen und der Feuersbrunst bestehen (CORBOZ, a. a. O., Art. 221 StGB 
N. 13). Als Folge der Feuersbrunst muss entweder ein anderer einen Vermö-
gensschaden erleiden oder eine Gemeingefahr entstehen (BGE 117 IV 285 
E. 2a; 107 IV 182 E. 2a; CORBOZ, a. a. O., Art. 221 StGB N. 15, 18).  

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, der darauf gerichtet sein muss, ei-
ne Feuersbrunst zu entfachen und dadurch entweder einen anderen zu schädi-
gen oder eine Gemeingefahr hervorzurufen (BGE 105 IV 39 E. 2c; ROELLI/ 
FLEISCHANDERL, a. a. O., Art. 221 StGB N. 15). 

2.2.2 Nach der Rechtsprechung ist Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung oder 
Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen 
Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Dabei kommt es 
darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles und dem 
Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht 
oder fällt. Das blosse Wollen der Tat, der subjektive Wille allein genügt zur Be-
gründung von Mittäterschaft jedoch nicht. Der Mittäter muss vielmehr bei der 
Entschliessung, Planung oder Ausführung der Tat auch tatsächlich mitwirken. 
Dass der Mittäter bei der Fassung des gemeinsamen Tatentschlusses mitwirkt, 
ist nicht erforderlich; es genügt, dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter 
zu eigen macht (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 
6B_209/2010 vom 2. Dezember 2010, E. 5.3.4). 

2.3 Anklageprinzip 

2.3.1 Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 
Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten Anklagegrundsatz bestimmt die Anklage-
schrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens. Gegenstand des gerichtlichen 
Verfahrens können nur Sachverhalte sein, die dem Beschuldigten in der Ankla-
geschrift vorgeworfen werden (Umgrenzungsfunktion). Die Anklageschrift muss 
die beschuldigten Personen sowie die ihnen zur Last gelegten Delikte in ihrem 
Sachverhalt so präzise umschreiben, dass die Vorwürfe im objektiven und sub-
jektiven Bereich genügend konkretisiert sind (Urteil des Bundesgerichts 
6B_432/2011 vom 26. Oktober 2011, E. 2.2). Die Darstellung des tatsächlichen 

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Vorgangs ist auszurichten auf den gesetzlichen Tatbestand, der nach Auffas-
sung der Anklage als erfüllt zu betrachten ist, d. h. es ist anzugeben, welche ein-
zelnen Vorgänge und Sachverhalte den jeweiligen Merkmalen des Straftatbe-
standes entsprechen (BGE 126 I 19 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 
6B_225/2008 vom 7. Oktober 2008, E. 1.1). Zu den gesetzlichen Merkmalen der 
strafbaren Handlung gehören neben den Tatbestandsmerkmalen die Schuld-
form, die Teilnahmeform (Mittäterschaft, Anstiftung, Gehilfenschaft) sowie die 
Erscheinungsform (Versuch oder vollendetes Delikt) und allfällige Konkurrenzen 
(BGE 120 IV 348 E. 3c). Bildet Gegenstand der Anklage lediglich die Teilnahme 
an einem Delikt, so sind alle besonderen objektiven (und naturgemäss auch sub-
jektiven) Momente in die Anklage aufzunehmen, die diesen Sonderfall strafrecht-
licher Verantwortlichkeit begründen (SCHMID, in: Donatsch/Schmid [Hrsg.], 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Zürich 2000, § 162 
N. 7). Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt ge-
bunden, nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde 
(BGE 133 IV 235 E. 6.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_432/2011 vom 26. Okto-
ber 2011, E. 2.2). Die Würdigung der Form der Tatbeteiligung als Mittäter- oder 
Gehilfenschaft ist keine Sachverhalts-, sondern eine Rechtsfrage, die vom Ge-
richt losgelöst von der jeweiligen Darstellung in der Anklageschrift zu entschei-
den ist. Der Umstand, dass die Tathandlungen nicht explizit als Mittäterschaft 
bezeichnet werden, stellt keine Verletzung des Anklagegrundsatzes dar, wenn 
sich die Mittäterschaft aus der Sachverhaltsdarstellung in der Anklageschrift als 
reale Möglichkeit aufdrängt (Urteil des Bundesgerichts 6B_209/2010 vom 
2. Dezember 2010, E. 3.3; Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2011.6 vom 22. Juli 
2011, E. 2.2.1). 

2.3.2 Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten Brandstiftung vor, „gemeinsam 
begangen am 28.06.2004, 0:59 bis 1:01 Uhr, am Schörliweg 83 in Zürich, z. N. 
von E.“, und beschreibt anschliessend die jeweiligen Handlungen, die die Be-
schuldigten vorgenommen haben sollen (Anklageschrift Ziff. 1.1.1 [cl. 20 
pag. 20.100.2 f.]). Der in der Anklageschrift beschriebene Sachverhalt wurde zu-
dem durch eine Überwachungskamera aufgezeichnet. Die Aufnahme ist den Be-
schuldigten und deren Verteidigern bekannt (cl. 20 pag. 20.922.9 f.). Vorliegend 
begründet die Umschreibung der mittäterschaftlichen Begehung durch „gemein-
sam begangen“ keine Verletzung des Anklageprinzips, da den Beschuldigten der 
ihnen zur Last gelegte Sachverhalt im Detail bekannt war und ein Handeln als 
Mittäter sich aufgrund der Sachverhaltsdarstellung in der Anklageschrift und des 
Überwachungsvideos geradezu aufdrängt. 

2.4  
2.4.1 Aufgrund des Überwachungsvideos (cl. 2 pag. 5.3.0.22) und weiterer Untersu-

chungshandlungen ist sachverhaltsmässig erstellt, dass zwei unbekannte Perso-

- 11 - 

nen in der Nacht des 28. Juni 2004 an den Personenwagen des E., Toyota Pre-
via, amtliches Kennzeichen ZH 5, herantraten. Der Personenwagen war auf dem 
nicht umfriedeten Aussenparkplatz Nr. 1 vor dem Reiheneckhaus Schörliweg 83 
in Zürich abgestellt (cl. 2 pag. 5.3.0.1.4 ff.). Person 1 (Person mit Kopfbede-
ckung, links im Video) begab sich zum linken Vorderreifen und deponierte dort 
mehrere Gegenstände, während Person 2 dasselbe am linken Hinterreifen tat. 
Person 1 begab sich, nachdem sie die auf dem Vorderreifen abgelegten Ge-
genstände entzündet hatte und diese selbständig brannten, zum Hinterreifen und 
versuchte, die dort zuvor von Person 2 deponierten Gegenstände zu entzünden. 
Während dieses Vorgangs beobachtete Person 2 die Umgebung. Person 1 ge-
lang es jedoch nicht sofort, die auf dem Hinterreifen liegenden Gegenstände zum 
Brennen zu bringen, weshalb Person 2 ebenfalls ein Feuerzeug aus ihrer Ja-
ckentasche holte und versuchte, die Gegenstände zu entzünden. In diesem Mo-
ment wendete sich Person 1 vom Fahrzeug ab, und es ist zu sehen, dass einige 
der auf dem Hinterrad liegenden Gegenstände bereits brannten. Person 2 hielt 
weiter kurz das Feuerzeug an die Gegenstände. Es lässt sich aber nicht eindeu-
tig feststellen, ob hierdurch weitere Gegenstände entzündet wurden. Anschlies-
send entfernten sich beide Personen zügig vom Fahrzeug. Die deponierten Ge-
genstände brannten selbständig weiter und griffen schliesslich auf das Fahrzeug 
über. Der Brand konnte in der Folge durch die alarmierten Einsatzkräfte der 
Feuerwehr gelöscht werden (cl. 2 pag. 5.3.0.1.20). Die Polizei hielt nach dem 
Eintreffen am Tatort 2 – 3 Meter hohe, aus dem Fahrzeug schlagende Flammen 
fotographisch fest (cl. 2 pag. 5.3.0.1.7; 12 – 18). Das Fahrzeug brannte zu einem 
erheblichen Teil aus und erlitt einen Totalschaden, der mit Fr. 16'000.– beziffert 
wird. Zusätzlich zum Schaden am Personenwagen wurden in diesem befindliche 
Gegenstände im Wert von Fr. 16'882.50 zerstört (cl. 2 pag. 5.3.0.1.8; …19 – 20). 
Sämtliche zerstörten Gegenstände standen im Eigentum von E..  

2.4.2 a) Die auf den Reifen deponierten Gegenstände wurden von Person 1 angezün-
det. Das Feuer dehnte sich auf den Personenwagen aus, der einen Totalscha-
den erlitt. Die Flammen waren nach den belegten Aussagen der Einsatzkräfte 
zwei bis drei Meter hoch und erreichten demnach eine Intensität, die eine Brand-
bekämpfung durch ausgebildete Löschkräfte erforderte. Eine Beherrschung des 
Feuers durch den oder die Brandleger war nicht mehr möglich, zumal beide Per-
sonen den Tatort nach der Inbrandsetzung des Personenwagens umgehend ver-
lassen haben, ohne weitere Massnahmen zur Löschung des Feuers zu unter-
nehmen. 

b) Nicht eindeutig zu sehen ist, ob Person 2 die auf dem Hinterreifen liegenden 
Gegenstände eigenhändig entzündet hat. Sie hat sich jedoch gemeinsam mit 
Person 1 dem Personenwagen genähert und mit dieser zielstrebig brennbare 
Objekte auf den linken Vorder- und Hinterreifen des Wagens gelegt. Während 

- 12 - 

Person 1 mit dem Anzünden der auf dem Vorderreifen deponierten Gegenstände 
beschäftigt war, beobachtete Person 2 die Umgebung. Sie stand mit anderen 
Worten „Schmiere“ und war darum besorgt, dass die Tatausführung unentdeckt 
blieb. Die Überwachungsaufnahme belegt ein zielgerichtetes und arbeitsteiliges 
Vorgehen der Täter während der gesamten Tatausführung. Beide Täter haben 
brennbare Objekte auf die Reifen gelegt und haben damit bei der Inbrandset-
zung des Wagens vor Ort in massgebender Weise mitgewirkt und entscheidende 
Tatbeiträge geleistet. Zudem hatten beide Täter ein Feuerzeug dabei und haben 
versucht, die deponierten Gegenstände zu entzünden. Dies lässt auf eine ge-
meinsame und vorsätzliche Tatplanung und -umsetzung schliessen. Beide Per-
sonen haben unter Zusammenwirken die Brandstiftung verursacht und müssen 
sich demnach die Tatbeiträge der anderen Person im Wege der Mittäterschaft 
zurechnen lassen.  

c) Die Verteidigung der Beschuldigten B. hat im Rahmen ihres Plädoyers die 
Frage aufgeworfen, ob die Schadenshöhe von Fr. 32'800.– rechtsgenüglich er-
stellt sei, denn der Geschädigte E. sei hierzu nicht befragt worden (cl. 20 
pag. 20.922.169). Dies trifft indessen nicht zu. Aus den Akten geht hervor, dass 
der Geschädigte E. am 27. September 2004 durch die Stadtpolizei Zürich zu den 
Ereignissen befragt worden ist. Er hat ausgesagt, dass er Eigentümer des zer-
störten Personenwagens sowie der darin befindlichen Gegenstände sei (cl. 2 
pag. 5.3.0.7). Die von ihm eingereichte Schadensaufstellung in Höhe von 
Fr. 16'882.50 belegt detailliert den Wert der Gegenstände, die sich im Perso-
nenwagen befanden und durch den Brand vernichtet wurden (cl. 2 
pag. 5.3.18 f.). Der Totalschaden des Personenwagens wird durch die in den Ak-
ten befindlichen Bilder und die Polizeirapporte über den Brandanschlag belegt. 
Es lässt sich aber nicht rekonstruieren, wie die Stadtpolizei Zürich den Wert des 
Personenwagens ermittelt hat. Den Akten lassen sich jedoch keinerlei Hinweise 
entnehmen, dass der geschätzte Wert des Personenwagens oder die Scha-
densaufstellung falsch beziehungsweise überzogen sind. Dies wird im Übrigen 
von der Verteidigung auch nicht vorgebracht. Sowohl der Schaden am Perso-
nenwagens als auch der an den darin befindlichen Sachen übersteigt jeweils die 
Summe von Fr. 10'000.–, bei welcher das Bundesgericht das Vorliegen eines ge-
ringen Schadens verneint (Urteil des Bundesgerichtes 6S.271/2005 vom 28. Juli 
2006, E. 2). Für die Anwendung des privilegierten Tatbestands im Sinne von 
Art. 221 Abs. 3 StGB ist demnach kein Raum. Die objektiven Tatbestandsmerk-
male von Art. 221 Abs. 1 StGB sind erfüllt. 

Aufgrund des gefilmten Tatablaufs bestehen keine Zweifel an einer vorsätzlichen 
Brandlegung, was auch die Verteidigung eingeräumt hat (cl. 20 
pag. 20.922.168). Fraglich ist hingegen die Täterschaft der Beschuldigten. 

- 13 - 

2.5 Beweismittel 

2.5.1 Aussagen der Beschuldigten 

Die Beschuldigte A. hat während des gesamten Verfahrens von ihrem Aussage-
verweigerungsrecht Gebrauch gemacht (cl. 8 pag. 13.1.0.3 ff.; ...9 ff.; cl. 20 
pag. 20.922.6 f.). 

Die Beschuldigte B. äusserte sich erstmals am 17. August 2009 vor dem Unter-
suchungsrichter und anschliessend während der Hauptverhandlung zu den ihr 
gemachten Vorwürfen. Sie hat eine Tatbeteiligung bestritten (cl. 8 
pag. 12.2.0.3 ff.; cl. 8 pag. 13.5.0.5 ff. [= cl. 20 pag. 20.510.45 ff.]; cl. 20 
pag. 20.930.52 ff.). 

2.5.2 Geometrisches Gutachten 

a) Das Institut für Rechtsmedizin an der Universität Bern (IRM Bern) erstellte am 
27. Oktober 2008 im Auftrag der Bundesanwaltschaft einen geometrischen Be-
richt (cl. 7 pag. 10.2.0.5 ff.). Anhand der Auswertung der Überwachungsbilder 
wurden mittels photogrammetrischer Berechnungen die Körpergrössen der ge-
filmten Täterschaft ermittelt und ein geometrischer Vergleich mit den zuvor er-
fassten Körperabmessungen und –proportionen der beiden Beschuldigten 
durchgeführt. Das IRM kommt zu der Beurteilung, die photogrammetrischen 
Lotmessungen und insbesondere der geometrische Vergleich ergäben, „dass die 
Tatverdächtige A. als Täter 1 und die Tatverdächtige B. als Täter 2 hinsichtlich 
Körpergrösse, Körperabmessungen und Körperproportionen in den aller engsten 
Betracht zu ziehen sind“ (cl. 7 pag. 10.2.0.12). 

b) Der Verteidiger der Beschuldigten B. rügt die Unverwertbarkeit des geometri-
schen Gutachtens. Zur Begründung führt er an, die Entnahme der DNA-Probe 
sowie die geometrische Vermessung seiner Mandantin durch das IRM Bern sei-
en nicht rechtmässig erfolgt. Die Beschuldigte B. sei am 6. Mai 2008 lediglich als 
Auskunftsperson und nicht als beschuldigte Person vorgeladen worden, obwohl 
bereits seit Langem gegen sie ermittelt worden sei. Hierdurch sei sie ihrer ge-
setzlich garantierten Verteidigungsrechte beraubt worden, insbesondere ihres 
Anspruchs auf rechtliches Gehör. Die angeordneten Massnahmen seien ausser-
halb einer Strafuntersuchung durchgeführt worden und demnach nichtig (cl. 20 
pag. 20.922.170; …177 – 179). Beide Verteidiger wenden zudem ein, das vom 
IRM Bern durchgeführte Verfahren sei nicht geeignet, um die Beschuldigten als 
Täterinnen zu identifizieren. Die angewandten Methoden entsprächen nicht den 
wissenschaftlichen Standards, und die Messungen seien zu ungenau. Allenfalls 
könne aufgrund des Gutachtens eine Person als Täter ausgeschlossen werden, 

- 14 - 

wenn ihre Körperabmessungen nicht mit den errechneten Proportionen der Tä-
terschaft im Video übereinstimmen (cl. 20 pag. 20.922.128 ff.; …194 – 197). 

c) Gemäss Art. 448 Abs. 2 StPO behalten Verfahrenshandlungen ihre Gültigkeit, 
welche vor Inkrafttreten der StPO am 1. Januar 2011 vorgenommen wurden. 
Art. 101 Abs. 1 BStP bestimmte, dass der Bundesanwalt „bei hinreichendem 
Verdacht strafbarer Handlungen“ schriftlich die Eröffnung eines Ermittlungsver-
fahrens anordnet. Allerdings galt unter der Herrschaft des BStP ein strafrechtli-
ches Ermittlungsverfahren bereits dann als im materiellen Sinne eröffnet, wenn 
die Bundesanwaltschaft oder die BKP prozessuale Handlungen vornahmen; die 
formelle Eröffnungsverfügung hatte nur deklaratorische Bedeutung 
(TPF SK.2010.13 vom 21. April 2011 E. 2.1, zur Publikation vorgesehen; 
SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, N. 785; OBERHOLZER, Grund-
züge des Strafprozessrechts, 2. Aufl., Bern 2005, N. 1336 – 1337). 

d) Den Akten ist zu entnehmen, dass der Einvernahme der Beschuldigten B. als 
Auskunftsperson etliche Ermittlungsarbeiten der BKP und der Bundesanwalt-
schaft vorausgingen. So wurde sie von November 2007 bis Januar 2008 von Be-
amten der BKP im Auftrag der Bundesanwaltschaft observiert. Mitte März 2008 
übergab die Bundesanwaltschaft dem IRM Bern Aktenbestandteile im Hinblick 
auf die Erstellung des geometrischen Berichts. Am 28. April 2008 wurde sieben 
Observanten in Absprache mit der Bundesanwaltschaft im Auftrag des zuständi-
gen Sachbearbeiters der BKP, D., ein Überwachungsvideo zwecks Identifizie-
rung der Täterschaft des Brandanschlags vorgeführt. Gegen die Beschuldigte B. 
bestand zu diesem Zeitpunkt bereits ein Anfangsverdacht, da sie von mehreren 
Beamten der Sicherheits- und Kantonspolizei Zürich sowie der BKP als eine der 
beiden auf dem Überwachungsvideo zu sehenden Personen identifiziert worden 
war (cl. 20 pag. 20.381.2 f.). Die Bundesanwaltschaft erliess am 2. Mai 2008 ge-
gen die Beschuldigten einen Hausdurchsuchungs- und Vorführungsbefehl 
zwecks erkennungsdienstlicher Behandlung. Sowohl die Hausdurchsuchung als 
auch die erkennungsdienstliche Behandlung, bei der die Körpermasse der Be-
schuldigten B. durch das IRM erfasst wurden (cl. 7 pag. 10.2.0.6), erfolgten am 
6. Mai 2008 (cl. 3 pag. 8.2.1.1 – 4; cl. 5 pag. 9.1.2.1; cl.  8 pag. 12.2.0.1 f.). 

Mit Aufnahme der vorgenannten Ermittlungstätigkeiten war bereits ein strafrecht-
liches Ermittlungsverfahren im materiellen Sinne gegen die Beschuldigte B. er-
öffnet, als diese am 6. Mai 2008 durch die Bundesanwaltschaft als Auskunfts-
person befragt wurde (cl. 8 pag. 12.2.0.3 ff.). Der formellen Verfahrenseröffnung 
vom 11. November 2008 (cl. 1 pag. 1.2.0.4 – 6) kam somit nur noch deklaratori-
sche Bedeutung zu. Die Beschuldigte B. hätte demnach am 6. Mai 2008 als Be-
schuldigte unter Vorhalt des gegen sie bestehenden Tatverdachts und nicht als 
Auskunftsperson einvernommen werden müssen. Die Verletzung strafprozes-

- 15 - 

sualer Vorschriften führt vorliegend jedoch nicht zur Unverwertbarkeit der geo-
metrischen Vermessung und der daraus gewonnen Erkenntnisse. Gemäss 
Art. 73quater BStP konnte die gerichtliche Polizei sowohl Beschuldigte (lit. a) als 
auch anderen Personen (lit. b) erkennungsdienstlich behandeln. Erkennungs-
dienstliche Behandlungen enthalten klassischerweise die Erfassung eines Signa-
lements einer Person wie Geschlecht, Grösse, Statur, Hautfarbe, Gesicht, Kopf-
form sowie Abdrücke von Fingern, Handballen, Ohren, Füssen, Zähnen oder an-
deren wichtigen Körperteilen als Vergleichsmaterial mittels Fotografie, Vermes-
sen des Körpers, Abnehmen von Fingerabdrücken oder dem Aufnehmen des 
Signalelements (WERLEN, Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-
nung, Basel 2011, Art. 260 StPO N. 1; HANSJAKOB, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO], Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 260 StPO N. 1). Sie stellen nach 
herrschender Meinung lediglich leichte Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der 
betroffenen Person dar, weshalb sie (auch nach den Vorschriften der StPO) nicht 
nur gegenüber der beschuldigten Person, sondern auch gegenüber Dritten zu-
lässig sind (BGE 124 I 80 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 1P.648/2001 vom 
29. Mai 2002, E. 3.3; HAUSER/SCHWERI/HARTMAN, Schweizerisches Strafpro-
zessrecht, 6. Aufl., Basel/Genf/München 2005, § 72 N. 10, 10a, 16, 21; zur 
Rechtslage nach StPO: Botschaft StPO, S. 1243; HANSJAKOB, a. a. O., Art. 260 
StPO N. 4). Die Vermessung der Körpermasse stellt eine erkennungsdienstliche 
Behandlung dar, die gegen die Beschuldigte B. unabhängig von ihrer formellen 
Verfahrensstellung zulässig war. Sie hätte auch als Beschuldigte die Vermes-
sung dulden müssen, weshalb die Unterlassung der formellen Verfahrenseröff-
nung vorliegend zu keiner Beeinträchtigung der ihr zustehenden Verfahrensrech-
te führte. Die erkennungsdienstliche Erfassung erfolgte rechtmässig und die 
hierdurch ermittelten Körpermasse können zur Beweisführung verwertet werden.  

e) Gemäss Gutachten des IRM Bern wurde aufgrund der Vermessung im Rah-
men der erkennungsdienstlichen Behandlung vom 6. Mai 2008 für die Beschul-
digte A. eine Körpergrösse von 174 cm und für die Beschuldigte B. eine solche 
von 166 cm ermittelt (inklusive der bei der Vermessung getragenen Schuhe). Die 
Auswertung der Überwachungsbilder ergab ein durchschnittliches Lotmass 
(senkrechtes Mass zwischen Kopfende und Fussboden) von 173 cm für Per-
son 1 und von 164 cm für Person 2. Aufgrund des sehr steilen Kamerawinkels 
liegt die Genauigkeit der Lotmessungen bei + 5 cm für Person 1 und bei + 4 cm 
für Person 2 (cl. 7 pag. 10.2.0.10). Zum Vergleich der Körperabmessungen und -
proportionen der gefilmten Täter mit denen der beiden Beschuldigten wurden 
aufgrund der tatsächlichen Körperabmessungen erstellte Computermodelle in 
die entsprechenden Positionen und Körperhaltungen der im Überwachungsvideo 
festgehaltenen Täter gebracht. Laut Gutachten stimmen in allen ausgewerteten 
Bildern die tatsächlichen Körperproportionen der Beschuldigten A. mit der als Tä-

- 16 - 

ter 1 bezeichneten Person und diejenigen der Beschuldigten B. mit der als Tä-
ter 2 bezeichneten Person gut überein, bei einer auf den steilen Kamerawinkel, 
die Bekleidung und die Qualität des Videos zurückzuführenden Toleranz von 
+ 3 cm für Täter 1 und + 2 cm für Täter 2 (cl. 7 pag. 10.2.5.11). Vor diesem Hin-
tergrund kann das Ergebnis des Gutachtens, die Beschuldigten seien hinsichtlich 
Körpergrösse, -abmessungen und -proportionen „in den allerengsten Bereich“ 
der Täter zu ziehen, nur dahingehend verstanden werden, dass die Beschuldig-
ten als Täterinnen nicht positiv ausgeschlossen werden können. Eine Genauig-
keit der Lotmessung von + 5 cm für Person 1 und bei + 4 cm für Person 2 ergibt, 
dass Täter 1 zwischen 165 und 178 cm und Täter 2 zwischen 160 und 168 cm 
gross ist. Der Messbereich ist nicht präzise genug, um verlässliche Rückschlüs-
se auf die tatsächliche Grösse der Täterschaft zu ziehen. Das Gutachten vermag 
die Beschuldigten nicht zu entlasten, denn sie bewegen sich mit ihren Körper-
grössen im genannten Bereich, jedoch erbringt das Gutachten keinen positiven 
Beweis für deren Täterschaft. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es 
sich bei den gefilmten Tätern um andere Personen als die Beschuldigten han-
delt. Dem geometrischen Bericht kommt demnach nur ein beschränkter Beweis-
wert hinsichtlich der Täterschaft der beiden Beschuldigten zu, und er kann allen-
falls – neben weiteren Beweisen – ein Indiz hierfür sein. 

2.5.3 Zeugeneinvernahmen 

a) In den Akten befindet sich ein im Auftrag der Bundesanwaltschaft erstellter 
Amtsbericht des Abteilungschefs Observation der BKP über die Vorführung des 
Überwachungsvideos zwecks Identifizierung der gefilmten Täterschaft vor Ob-
servanten der BKP (cl. 18 pag. BO.D.45 f.). Der Bericht datiert vom 22. Oktober 
2008 und hält fest, dass im Auftrag der zuständigen Sachbearbeitung der BKP 
und in Absprache mit der Bundesanwaltschaft denjenigen Observanten, die an 
den meisten Observationseinsätzen teilgenommen hätten, das Überwachungsvi-
deo des Brandanschlags am 28. April 2008 ohne Vorankündigung einzeln vorge-
führt worden sei. Unmittelbar im Anschluss an die Visualisierung hätten die Ob-
servanten individuell einen Fragebogen ausfüllen müssen, wobei es ihnen nicht 
erlaubt gewesen sei, Hilfsmittel zu benutzen und vor Beantwortung sämtlicher 
Fragen mit Kollegen oder Dritten Kontakt aufzunehmen. Mit Ausnahme eines 
einzigen Observanten hätten alle die Person ohne Kopfbedeckung als Wohn-
partnerin von A. identifiziert, bei der es sich um B. handle. Derjenige Observant, 
der die Person ohne Kopfbedeckung nicht eindeutig identifiziert habe, habe fest-
gehalten, dass diese eine gewisse Ähnlichkeit mit der im Verfahren als „Bueb“ 
bezeichneten Person aufweise. Bei der unter dem Arbeitstitel „Bueb.“ geführten 
Person handle es sich um die erwähnte B.. Die im Amtsbericht vom 28. April 
2008 erwähnten Fragebögen „Betrachten und Analysieren einer Filmsequenz“ 
wurden von der Verfahrensleitung mit Verfügung vom 15. Juni 2011 ediert (cl. 20 

- 17 - 

pag. 20. 381.4 – 8) und zu den Akten genommen. Die Fragebögen bestätigen 
den Inhalt des Amtsberichts, wonach sechs Observanten (Nr. 22, 24, 26, 29, 31 
und 36) anlässlich der Visionierung die Person ohne Kopfbedeckung als die Be-
schuldigte B. identifizierten (cl. 20 pag. 20.681.4; …9; …14; …19; …29 und 
…34) und Observant Nr. 30 festhielt, dass die auf dem Video sichtbare Frau oh-
ne Kopfbedeckung eine gewisse Ähnlichkeit mit einer ihm aus einem Strafverfah-
ren unter dem Code-Namen „Bueb“ bezeichneten Person aufweise (cl. 20 
pag. 20.681.24).  

b) Das Gericht hat im Wege einer vorweggenommenen Beweisabnahme 
(Art. 332 Abs. 3 StPO) die sieben Observanten der BKP sowie den behandeln-
den Arzt der Pflegetochter der Beschuldigten B., Dr. L., als Zeugen einvernom-
men. Den Zeugen wurde anlässlich der Einvernahme die Videosequenz vorge-
spielt und eine Fotowahlkonfrontation (cl. 20 pag. 20.681.42) vorgelegt, auf der 
die Beschuldigte B. neben fünf weiteren weiblichen Personen abgebildet ist. Zur 
Sache befragt, bestätigten alle sieben Observanten die von ihnen am 28. April 
2008 im Fragebogen festgehaltenen Wahrnehmungen als zutreffend. Das noch-
malige Vorspielen der Überwachungsaufnahme führte weder zu Ergänzungen 
noch Korrekturen der damaligen Angaben. Auf entsprechende Frage, woran sie 
die Beschuldigte B. erkannt hätten, gaben die Observanten zusammengefasst 
an, die Beschuldigte sei Zielperson ihres Observationsauftrages gewesen, die 
sie über einen längeren Zeitraum hinweg überwacht hätten. Es gehöre zu ihren 
Aufgaben, Personen aufgrund von Bilddokumentationen, Signalelementen, Ver-
haltensweisen, Bekleidung und motorischen Merkmalen zu erkennen respektive 
wieder zu erkennen. Jene sechs Observanten, welche auf dem Video die Person 
ohne Kopfbedeckung als die Beschuldigte B. bezeichnet haben, gaben an, sie 
hätten diese aufgrund ihrer runden Kopfform, Brille, Körperhaltung, Gangart und 
des Kurzhaarschnitts erkannt. Die Beschuldigte B. wurde auf dem vorgelegten 
Fotowahlbogen als die im Video zu sehende respektive im Wahrnehmungsbe-
richt erwähnte Person (cl. 20 pag. 20.930.12; …19; …44) und „Bueb“ (...25; 
…30) identifiziert. Eine Identifikation der zweiten Täterschaft anhand der Über-
wachungsaufnahme war keinem der Zeugen möglich (cl. 20 pag. 20.930.4; …18; 
…24; …29; …44). Der Zeuge Dr. L sagte aus, er sehe die Beschuldigte B. unge-
fähr einmal pro Jahr anlässlich des Arztbesuches der Pflegetochter und habe mit 
ihr bisher 5 – 6 Mal persönlichen Kontakt gehabt (cl. 20 pag. 20.930.48). Er gab 
an, keine der gefilmten Personen identifizieren zu können (cl. 20 
pag. 20.930.50). 

c) Sämtliche Observanten haben die von ihnen im Wahrnehmungsbericht ge-
machten Aussagen bestätigt. Widersprüche und Unstimmigkeiten gab es nicht. 
Zwar haben sich die Zeugen vornehmlich auf ihre damaligen Berichte abgestützt, 
die ihnen vom Vorgesetzten C. vorgängig zur Ansicht ausgehändigt worden wa-

- 18 - 

ren (cl. 20 pag. 20.930.3; …11; …18; …23; …28; …36), konnten jedoch plausi-
bel darlegen, anhand welcher signifikanter Merkmale, die sie sich während ihres 
Observationseinsatzes von Oktober 2007 bis Januar 2008 eingehend einprägen 
konnten, sie die Beschuldigte B. identifiziert haben. Zweifel an der wahrheitsge-
treuen Beantwortung des Fragebogens durch die Zeugen bestehen nicht; auch 
gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass sie die Beschuldigte B. zu Unrecht falsch 
belasten. So räumte ein Observant ein, die Beschuldigte B. „heute“ (am Tag der 
Einvernahme, 29. August 2011) nicht mehr wieder erkennen zu können (Zeuge 
Nr. 29). Hinsichtlich der zweiten Täterschaft gaben alle an, diese nicht identifizie-
ren zu können. Aufgrund des Vorstehenden ergeben sich für das Gericht keiner-
lei Zweifel, dass den Zeugen die Identifikation der Beschuldigten B. im April 2008 
anhand der relativ schlechten Videosequenz möglich war. Dass der Zeuge Dr. L. 
die Beschuldigte B. nicht identifizieren konnte, erklärt sich aus dem Umstand, 
dass er aufgrund des eher seltenen persönlichen Kontakts nicht mit ihrer Gang-
art, Körperhaltung, Kopfform etc. vertraut ist und diese Erkennungsmerkmale – 
im Gegensatz zu den Observanten – nicht studiert hat. 

d) Die Verteidigung erhebt Einwendungen gegen die Verwertbarkeit und den 
Beweiswert der Fragebögen und Aussagen. Sie rügt, die Observanten seien kei-
ne Zeugen im Sinne des Prozessrechts. Die Beamten würden nicht über eigene 
Wahrnehmungen berichten, sondern gäben lediglich ihre persönliche Einschät-
zung zum Überwachungsfilm wieder. Dies sei eine Frage der Beweiswürdigung, 
welche dem Gericht obliege und nicht an Beamte der Strafverfolgungsorgane de-
legiert werden könne. Aus diesem Grunde könnten die Observanten allenfalls als 
Sachverständige betrachtet werden, deren Anhörung aufgrund von Vorbefas-
sung jedoch gemäss Art. 183 Abs. 3 i. V. m. Art. 56 StPO ausgeschlossen sei 
(cl. 20 pag. 20.522.7 ff.; …19; pag. 20.922.134; …188). Darüber hinaus bestün-
den Zweifel an der Unvoreingenommenheit und Glaubwürdigkeit der Observan-
ten. Deren Befragung habe ergeben, dass zumindest einigen von ihnen, zu-
sammen mit anderen Observanten, das Überwachungsvideo bereits vor der Vi-
sionierung vom 28. April 2008 anlässlich einer Informationsveranstaltung gezeigt 
worden sei, wobei einige der Anwesenden geäussert hätten, die Beschuldigte B. 
als eine der beiden Täter im Video erkannt zu haben. Es sei nahe liegend, dass 
für die am 28. April 2008 durchgeführte Visionierung zwecks Identifizierung der 
Täterschaft nur diejenigen Observanten ausgewählt worden seien, die die Be-
schuldigte B. bereits zuvor erkannt haben wollen (cl. 20 pag. 20.922.192). Zu-
dem sei es wahrscheinlich, dass sich die Observanten untereinander über ihre 
gemachten Wahrnehmungen ausgetauscht hätten, weshalb bei allen bereits vor 
der Visionierung vom 28. April 2008 die Idee vorgelegen habe, eine der beiden 
auf dem Video zu sehende Person sei die Beschuldigte B. (cl. 20 
pag. 20.922.190).  

- 19 - 

aa) Zeugin oder Zeuge ist eine an der Begehung der Straftat nicht beteiligte Per-
son, die der Aufklärung dienende Aussagen machen kann und nicht Auskunfts-
person ist (Art. 162 StPO). Ein Sachverständiger kann kein Zeuge sein. Er ver-
mittelt sein besonderes Fachwissen, sagt jedoch nicht über selbst wahrgenom-
mene Tatsachen aus, mit Ausnahme derjenigen, die er anlässlich seiner Sach-
verständigentätigkeit gemacht hat. Der sachverständige Zeuge ist hingegen 
Zeuge (DONATSCH, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 162 
StPO N. 5). 

Das Überwachungsvideo stellt einen Beweisgegenstand in Form einer Urkunde 
im Sinne von Art. 192 Abs. 2 StPO dar (vgl. DONATSCH, a. a. O., Art. 192 StPO 
N. 5). Der in der Urkunde „digitalisierte“ Tathergang wurde den Observanten 
vorgespielt, und sie wurden anschliessend vom Gericht zu dem vorgelegten Be-
weismittel befragt. Die Observanten haben dem Gericht ihre persönlichen Wahr-
nehmungen geschildert, nämlich dass die Beschuldigte B. und eine weitere, nicht 
zu identifizierende Person Gegenstände auf die Reifen eines Personenwagen 
legen, diese anzünden und sich anschliessend entfernen. Der Umstand, dass die 
Observanten eine der beiden auf dem Video zu sehenden Personen aufgrund 
deren äusserer Erscheinung, Physiognomie und Motorik als die Beschuldigte B. 
identifiziert haben, macht sie entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht zu 
Sachverständigen im Sinne von Art. 183 StPO. Eine Personenidentifikation be-
darf keines irgendwie gearteten Fachwissens oder spezifischer Fähigkeiten wie 
es Sachverständige für spezielle Fachgebiete aufweisen, sondern ist jedermann 
möglich. Die Verteidigung der Beschuldigten B. weist insoweit darauf hin, dass 
es weder eine Expertise im Erkennen anderer Personen, die sich in irgendeiner 
Weise objektivieren liesse, noch eine Fachausbildung oder Eignungsprüfung für 
diese Fähigkeit gebe. Vielmehr sei jedermann in der Lage festzustellen, ob zwi-
schen einer in einem Video gefilmten Person und einer vor ihm stehenden Per-
son sicher, möglicherweise oder sicher nicht Identität bestehe (cl. 20 
pag. 20.522.7 f.). Dem ist grundsätzlich zu zustimmen, jedoch lässt die Verteidi-
gung ausser Betracht, dass die Möglichkeit und Qualität der Identifikation einer 
Person von unterschiedlichen Faktoren abhängen, zu denen insbesondere das 
Vertrautsein mit Habitus, Gestik und Bewegungsmuster der zu identifizierenden 
Person zählt. Niemand würde auf die Idee kommen, einen Familienangehörigen 
eines Opfers oder Täters, dem dessen Identifikation aufgrund der engen persön-
lichen Bindungen möglich ist, als Experten zu bezeichnen. Je besser man je-
manden kennt, desto eher erkennt man ihn (so auch die Verteidigung B., cl. 20 
pag. 20.522.8, Ziff. 7 a. E.). Dies hat die Einvernahme des Zeugen L. gezeigt, 
dem ebenso wie dem Gericht mangels hinreichender persönlicher Kontakte mit 
den Beschuldigten weder eine positive noch negative Identifikation der im Video 
zu sehenden Personen möglich war. Die Befragung der Observanten stellt auch 

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keine unzulässige Delegation der Beweiswürdigung durch das Gericht dar. Sie 
wurden zu einem Beweisstück befragt, und die gemachten Wahrnehmungen und 
Aussagen hat das Gericht anschliessend gewürdigt. Hierbei hatte es in einem 
ersten Schritt zu beurteilen, ob die Identifikation einer bestimmten Person an-
hand der Überwachungsaufnahme überhaupt möglich ist. Dies ist nach Ansicht 
des Gerichts der Fall. In einem weiteren Schritt würdigte das Gericht die Aussa-
gen der Observanten dahingehend, ob diese aufgrund der getätigten Observati-
onen die Beschuldigte B. als die rechts im Bild zu sehende Person ohne Kopfbe-
deckung mit Sicherheit erkennen können. Die Befragung der Observanten über-
zeugte das Gericht, dass eine Identifikation von Personen anhand des vorge-
legten Beweismittels möglich ist, weil eine Vertrautheit mit dem äusserem Er-
scheinungsbild, der Physiognomie und Motorik der Beschuldigten aufgrund län-
gerer Beobachtungen bestand (vgl. E. 2.5.3 b, S. 17). Aufgrund des Vorstehen-
den konnte das Gericht die Observanten als Zeugen im Sinne von Art. 162 
Abs. 1 StPO befragen. 

bb) Die Verteidigung leitet eine Voreingenommenheit der Zeugen aus der Aus-
sage von Observant Nr. 22 her. Dieser gab anlässlich seiner Einvernahme vor 
Gericht zu Protokoll, der Film sei bereits vor dem 28. April 2008 anlässlich einer 
allgemeinen Teaminformation über Brandanschläge vorgeführt worden. Bei der 
Informationsveranstaltung, an der er teilgenommen habe, sei es um die Veran-
schaulichung der Vorgehensweise bei Brandanschlägen und nicht um die Identi-
fikation der Täterschaft gegangen. Trotzdem sei eine der beiden Personen von 
Teilnehmern spontan erkannt worden (cl. 20 pag. 20.930.3; …6). Bei einer zwei-
ten Vorführung, die individuell durchgeführt worden sei, sei es darum gegangen, 
die Täterschaft zu identifizieren. Er wisse nicht mehr, wer bei der ersten Vorfüh-
rung anwesend gewesen sei, nach seiner Meinung aber sicher auch die übrigen 
(vom Gericht angehörten) Observanten (cl. 20 pag. 20.930.6). Hierzu befragt, 
haben diese unter Hinweis auf ihre Pflicht zur wahrheitsgetreuen Aussage ange-
geben, die Videosequenz zum ersten (und einzigen Mal) anlässlich der Vorfüh-
rung am 28. April 2008 gesehen zu haben, ohne über Anlass und Inhalt der Vor-
führung informiert gewesen zu sein. Es sei ihnen untersagt worden, sich mit Kol-
legen über die Visionierung zu unterhalten. Welchen ihrer Kollegen die Sequenz 
ebenfalls vorgeführt worden ist, vermochten sie nicht zu beantworten. Auf den 
Geschädigten E. angesprochen, sagten alle Zeugen übereinstimmend aus, dass 
ihnen der Name nichts sage. Auch hätten sie bis zur Visionierung des Überwa-
chungsvideos keine Kenntnis von dem Autobrand gehabt (cl. 20 pag. 20.930.31). 
Alle Zeugen gaben an, die beiden Beschuldigten nicht im Rahmen von Ermitt-
lungen wegen eines Brandanschlages, sondern wegen diverser Sprengstoffan-
schläge observiert zu haben.  

- 21 - 

Zur Videovorführung an der Informationsveranstaltung befragt, gab der verant-
wortliche Ermittler, D., an, er wisse nicht, welche Observanten daran teilgenom-
men hätten, da die Zusammensetzung der Observationsgruppen ständig wechs-
le und er für diese nicht zuständig sei (cl. 20 pag. 20.930.63). Seine Anfrage zur 
Videovorführung zwecks Identifizierung der gefilmten Täterschaft habe er aus-
schliesslich an den für die Observanten verantwortlichen Zeugen C. und nicht an 
einzelne Observanten gerichtet (cl. 20 pag. 20.930.57; …67). Dieser erklärte, 
dass er diejenigen Observanten aufgeboten habe, die die meisten Observations-
einsätze gefahren hätten und zum fraglichen Termin abkömmlich gewesen sei-
en. Als er die Observanten ausgewählt habe, habe er nicht gewusst, dass der 
Film bereits zuvor einmal vorgeführt worden sei. Dies habe er erst im Nachhinein 
erfahren (cl. 20 pag. 20.930.58).  

Aufgrund des Vorstehenden kann davon ausgegangen werden, dass neben 
Nr. 22 weiteren Observanten der BKP das Überwachungsvideo vor dem 28. April 
2008 gezeigt worden ist. Der Verdacht der Verteidigung, dass auch die neben 
Nr. 22 vom Gericht als Zeugen einvernommenen sechs Observanten an der In-
formationsveranstaltung teilgenommen haben, konnte nicht erhärtet werden. So 
gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Zeugen in irgendeiner Weise bereits mit 
der Aufzeichnung vorbefasst waren, da alle gesagt haben, weder den Geschä-
digten E. zu kennen noch von dem Brandanschlag auf dessen Fahrzeug ge-
wusst zu haben. Die Aussagen der Zeugen C. und D. erscheinen glaubhaft und 
ergeben keine Hinweise für eine selektive Auswahl der Observanten als Belas-
tungszeugen. Die geschilderten Abläufe entsprechen der Aufteilung und Zustän-
digkeit innerhalb der BKP. Gegen eine selektive Auswahl von Observanten 
spricht zuletzt auch die Aussage von Observant Nr. 22, er habe die Beschuldigte 
B. bereits anlässlich der ersten Vorführung erkannt (cl. 20 pag. 20.930.6), dies 
aber erst beim Ausfüllen des Fragebogens angegeben (cl. 20 pag. 20.930.8). Im 
Lichte dieser Umstände wird die Aussage der übrigen Observanten, sie hätten 
an der früheren Videovorführung nicht teilgenommen, durch die gegenteilige 
Aussage von Nr. 22 nicht erschüttert. 

e) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass den Observanten Zeu-
geneigenschaft zukommt und ihre Aussagen in zentralen Punkten konstant und 
in sich geschlossen sind. Ihre Aussagen sind verwertbar und glaubhaft. 

2.5.4 Beizug der Observationsakten 

a) Die Verteidigung rügt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
und des daraus abgeleiteten Akteneinsichtsrechts. Die Möglichkeit, sich ange-
messen zu verteidigen, setze voraus, dass die Beschuldigten über alle gegen sie 
ergriffenen strafprozessualen Handlungen informiert seien, was aufgrund der 

- 22 - 

vom Gericht zu den Verfahrensakten erkannten Dokumente über die Observa-
tionseinsätze nicht möglich sei. Die Verteidigung bemängelt zum einen die Quali-
tät der vom Gericht edierten und zu den Akten erkannten 18 Amtsberichte. Diese 
seien ungenau und unvollständig, enthielten keine oder nur unzureichende Aus-
künfte über die Observationsziele, die Anzahl der Observanten und die vor dem 
Einsatz gegebenen Informationen. Diese Auskünfte seien vom Gericht explizit 
verlangt und von der BKP zu Unrecht verweigert worden (cl. 20 
pag. 20.922.172 f.). Daneben rügt sie den Umfang der zu den Verfahrensakten 
erkannten Observationsunterlagen. Unter Berufung auf den Untersuchungs-
grundsatz und die gesetzlich verankerte Dokumentationspflicht der Behörden 
(cl. 20 pag. 20.521.24 ff.) beantragt Rechtsanwalt Bosonnet – letztmals anläss-
lich der Hauptverhandlung – vollständige Einsicht in die Observationsakten so-
wie den Beizug von Observationsakten des Inlandsgeheimdienstes (cl. 20 
pag. 20.922.5; …21 f.). 

b) Der in Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 EMRK garantierte Anspruch auf 
rechtliches Gehör beinhaltet alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, 
damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen 
kann (BGE 136 I 265 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 1B_293/2011 vom 
14. September 2011, E. 4). Er umfasst insbesondere ein Beweisführungs- und 
Akteneinsichtsrecht, die als Gegenstück eine entsprechende Aktenführungs-
pflicht der Strafverfolgungsbehörden und Gerichte voraussetzen (BGE 130 II 473 
E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_503/2007 vom 21. Januar 2008, 
E. 6.3; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a .a. O., § 44 N. 21 ff.). Gemäss gefestigter 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung verlangt die Aktenführungspflicht, dass die 
Produktion von Beweismitteln für den Angeklagten und das Gericht nachvoll-
ziehbar ist. Dem Beschuldigten steht grundsätzlich das uneingeschränkte Recht 
zu, in alle für das Verfahren wesentlichen Akten Einsicht zu nehmen. Die effekti-
ve Wahrnehmung dieses Anspruchs setzt notwendig voraus, dass die Akten 
vollständig sind (BGE 130 II 473 E. 4.1 und 4.3; 129 I 85 E. 4.1; Urteil des Bun-
desgerichts 1P.718/2005 vom 19. Dezember 2005, E. 3.2). In einem Strafverfah-
ren bedeutet dies, dass sämtliche im Rahmen des Verfahrens vorgenommenen 
Erhebungen aktenkundig gemacht werden. Beweismittel, die nicht unmittelbar an 
der gerichtlichen Hauptverhandlung abgenommen werden, müssen in den Un-
tersuchungsakten vorhanden sein, und es muss aktenmässig belegt sein, wie sie 
erhoben wurden, damit der Angeklagte in der Lage ist zu prüfen, ob sie inhaltli-
che oder formelle Mängel aufweisen und gegebenenfalls Einwände gegen deren 
Verwertbarkeit erheben kann (BGE 129 I 85 E. 4.1; 115 Ia 97 E. 4c). Das Führen 
von Geheimakten ist unzulässig (BGE 115 V 297 E. 2g/bb). Diese Grundsätze 
sind mit Inkrafttreten der StPO gesetzlich verankert worden (Art. 76 f., 100 StPO; 
vgl. zum aktuellen Recht: SCHMUTZ, Basler Kommentar, Schweizerische Straf-
prozessordnung, Basel 2011, Art. 100 StPO N. 18; BRÜSCHWEILER, in: Donatsch/ 

- 23 - 

Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO], Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 100 StPO N. 2). 

Das Recht auf Akteneinsicht besteht indessen nur soweit, als einer Einsichtnah-
me durch den Betroffenen keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Inte-
ressen entgegenstehen (BGE 126 I 7 E. 2b; 122 I 153 E. 6a). Nach herrschender 
Ansicht müssen interne Dokumente wie Berichte, Unterlagen und Pläne operati-
ver und polizeitaktischer Natur selbst dann nicht zu den Akten genommen wer-
den, wenn sie prozessual relevante Vorgänge betreffen (SCHMUTZ, a. a. O, 
Art. 100 StPO N. 18; BRÜSCHWEILER, a. a. O, Art. 100 StPO N. 2, jeweils mit 
zahlreichen Hinweisen). Wird einer Partei die Einsichtnahme aufgrund überwie-
gender Geheimhaltungsinteressen verweigert, so darf auf die geheimen Unterla-
gen zum Nachteil der Partei nur abgestellt werden, wenn ihr die Behörde von de-
ren für die Sache wesentlichen Inhalt mündlich oder schriftlich Kenntnis und ihr 
ausserdem Gelegenheit gegeben hat, sich zu äussern und Gegenbeweismittel 
zu bezeichnen (BGE 120 IV 242 E. 2c/bb; 115 V 297 E. 2d; Urteil des Bundesge-
richts 1P.327/2006 vom 25. Juli 2006, E. 4.2). 

c) Der Antrag der Verteidigung auf Beizug der Observationsunterlagen der BKP 
für den Zeitraum November 2007 bis Januar 2008 wurde mit Beschluss vom 
7. September 2011 (cl. 20 pag. 20.430.16) insoweit gutgeheissen, als das Ge-
richt die BKP anwies, einen Amtsbericht über die Observation zu erstellen, und 
sich vorbehielt, nach Sichtung der vollständigen Observationsakten neben dem 
Amtsbericht weitere Dokumente zu den Verfahrensakten zu erkennen. Die BKP 
reichte mit Schreiben vom 22. September 2011 (cl. 20 pag. 20.681.48 f.) zu Han-
den des Gerichts einen Erledigungsbericht sowie Amtsberichte über 18 Observa-
tionseinsätze ein (cl. 20 pag. 20.681.50 – 89). Der Vorsitzende nahm am 
27. September 2011 unter Ausschluss der Parteiöffentlichkeit Einsicht in die 
kompletten Observationsakten des vorliegenden Strafverfahrens. Er teilte den 
Parteien anlässlich der Hauptverhandlung mit, die Sichtung der Observations-
akten habe ergeben, dass die erstellten Amtsberichte vollständig seien. Sie ent-
hielten sämtliche die Beschuldigten betreffenden Informationen. Alle 18 Amts-
berichte seien durch denselben Sachbearbeiter (Nr. 41) anhand von Obser-
vationsberichten und nicht durch den jeweiligen Observanten selbst verfasst wor-
den (cl. 20 pag. 20.922.6). 

Observationen waren im Bundesgesetz über die Bundesstrafrechtspflege nicht 
geregelt. Die gesetzlichen Vorschriften der StPO über die Observation 
(Art. 282 – 283) enthalten keine (speziellen) Regelungen bezüglich der Aktenfüh-
rung und das Bundesgericht hat sich – soweit ersichtlich – zu dieser Frage unter 
der Herrschaft der neuen StPO noch nicht geäussert. Ob für die Aktenführung 
von Observationen die gleichen Regeln wie bei der verdeckten Ermittlung gelten 

- 24 - 

(HANSJAKOB, a. a. O., Art. 282 StPO N. 28) oder aber die allgemeinen Regeln 
der Dokumentationspflicht Anwendung finden (RHYNER/STÜSSI, in: Alberti-
ni/Fehr/Voser [Hrsg.], Polizeiliche Ermittlung, Zürich/Basel/Genf 2008, S. 481) 
kann vorliegend ebenso offen bleiben wie die sich daran anschliessende Frage, 
ob die Observationstätigkeiten in Form von Amtsberichten zu dokumentieren 
sind (HANSJAKOB, a. a. O., Art. 282 N. 28; RHYNER/STÜSSI, a. a. O., S. 481) oder 
aber das vollständige Observationsjournal Aktenbestandteil ist (in diesem Sinne: 
KATZENSTEIN, Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Ba-
sel 2011, Art. 283 StPO N. 9; LIEBER/SCHMID, in: Donatsch/Schmid [Hrsg.], Kom-
mentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Loseblattausgabe, Zürich 
1996, Stand August 2006, § 17 N. 5). Festzuhalten ist, dass die zu den Akten er-
kannten Dokumente alle für die Gewährung des rechtlichen Gehörs erforderli-
chen Informationen enthalten. Der Erledigungsbericht führt aus, dass im gegen-
ständlichen Strafverfahren in der Zeit vom 13. November 2007 bis 26. Januar 
2008 insgesamt 27 Observationseinsätze erfolgten, bei denen die Beschuldigten 
18 Mal in Erscheinung traten. Zielsetzung der Einsätze sei die Aufklärung und 
Verhinderung von Straftaten, die Identifikation der Täter-/Mittäterschaft sowie 
das Feststellen von Vorbereitungshandlungen gewesen. Die Amtsberichte führen 
jeweils detailliert die von den Observanten gemachten Beobachtungen unter ge-
nauer Angabe des Ortes und der Zeit auf, demnach alle relevanten Informatio-
nen über Umfang, Inhalt und Ablauf der Observationseinsätze (cl. 20 
pag. 20.681.51 – 89). Die Durchsicht der vollständigen Observationsakten durch 
den Vorsitzenden hat ergeben, dass die erstellten Amtsberichte alle die Be-
schuldigten betreffenden Informationen enthalten. Diese Informationen waren er-
forderlich aber auch ausreichend, um zu beurteilen, ob den Observanten auf-
grund ihrer Einsätze von November 2007 bis Januar 2008 die Identifikation der 
Beschuldigten B. möglich war. Weiterer Details zu den Observationseinsätzen 
(Rechtsanwalt Heeb) oder der Beizug der vollständigen Observationsakten 
(Rechtsanwalt Bosonnet) bedurfte es entgegen der Ansicht der Verteidigung vor-
liegend nicht, da keine Observationserkenntnisse Eingang in die Verfahrensak-
ten gefunden haben (cl. 20 pag. 20.681.50). Der hier zu beurteilende Brandan-
schlag fällt nicht in den Observationszeitraum, sondern wurde rund dreieinhalb 
Jahre vor Beginn der Observation verübt. Die Observationsakten können dem-
nach weder be- noch entlastende Beweismittel zum Nachweis des Schuld-
spruchs gegen die Beschuldigten enthalten, da sie nicht den angeklagten Sach-
verhalt betreffen. Dies gilt auch für alle übrigen Anklagepunkte gegen die Be-
schuldigte A.. Der Antrag ihres Verteidigers auf Beizug der vollständigen Obser-
vationsakten war demnach von vornherein ungeeignet, einen Entlastungsbeweis 
zu führen. Darüber hinaus konnte die Beschuldigte A. nicht als die zweite auf 
dem Überwachungsvideo zu sehende Person identifiziert werden. Bezüglich die-
ses Anklagevorwurfs gegen die Beschuldigte B. beruft sich die Bundesanwalt-
schaft nicht auf Ergebnisse der Observationen als Beweismittel der Täterschaft, 

- 25 - 

sondern auf die Aussagen der Observanten im Zusammenhang mit der Vorfüh-
rung des Überwachungsvideos. Die Glaubhaftigkeit von deren Aussagen konnte 
durch das Gericht aufgrund der gelieferten Informationen und der Zeugenbefra-
gung überprüft werden (E. 2.5.3). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist durch 
die Befragung der Observanten, den zu den Verfahrensakten erkannten Berich-
ten und der nicht parteiöffentlichen Einsichtnahme der vollständigen Observati-
onsakten durch das Gericht gewahrt. Die Rügen der Verteidigung wegen man-
gelnden Beizugs der Observationsakten erweisen sich demnach als unbegrün-
det.  

2.5.5 Sichergestellte Asservate 

a) Die Bundesanwaltschaft bezeichnet als Beweismittel die anlässlich der Haus-
durchsuchungen vom 12. Februar 2007 und 6. Mai 2008 sichergestellten Doku-
mente, E-Mails, Fotos und Computerdateien (vgl. cl. 11 – 18). Besonderes Ge-
wicht kommt nach ihrer Auffassung einem anlässlich der ersten Hausdurchsu-
chung in dem von der Beschuldigten B. bewohnten Zimmer sichergestellten  
E-Mail-Ausdruck (cl. 2 pag. 5.3.0.25 f. ) sowie auf dem Personalcomputer und 
Notebook der Beschuldigten A. gespeicherten Bilddateien, auf denen auch der 
Geschädigte E. abgebildet ist, zu (cl. 2 pag. 5.3.0.27 ff.). Die Bilddateien mit dem 
Geschädigten wurden in den Monaten März und Mai 2002 erstellt. Ende Februar 
respektive Ende März 2004 wurde eine Bilddatei auf das Notebook und den Per-
sonalcomputer der Beschuldigten A. übertragen (cl. 2 pag. 5.7.0.75 – 76, 
5.3.0.27 [ = cl. 17 pag. BO.C. 211 – 219]; cl. 18 BO-D-53). Zudem wurden u. a. 
zwei beidseitig bedruckte DIN-A4-Blätter („Merke 1“ und „Merke 2“) mit Fotos 
von Polizeibeamten der Stadtpolizei, der Kantonspolizei und des Sicherheits-
dienstes des Kantons Zürich beschlagnahmt (cl. 13 pag. BO.3.345 – 348 
[ = cl. 17 pag. BO.C.220 – 224]). „Merke 1“ enthält 36 und „Merke 2“ 
32 Personenfotos. Etliche der Beamten sind namentlich genannt, so auch der 
Geschädigte E., der auf beiden Blättern mit dem gleichen Foto abgebildet ist 
(cl. 13 pag. BO.3.346 f.). „Merke 2“ enthält zudem zwei Textkästen, von denen 
der rückseitige mit „Solidarität ist eine Waffe!“ übertitelt ist und in dem es u. a. 
heisst: 

„Damit möglichst viele, möglichst lange die verschiedenen Widerstandsformen 
entwickeln, ist es wichtig, sich gegen den Zugriff staatlicher Repression zu 
schützen. Die bessere Kenntnis der Situation schafft die bessere Möglichkeit 
sich zu schützen und dagegen zur Wehr zu setzen. Dazu gehört auch, sich die 
Bullengesichter zu merken, anderen zu zeigen und sich überlegen, wie man sie 
am besten auf Distanz hält. Ganz besonders wichtig ist dies bei den Bullenfoto-
grafen. (…) Schickt uns Infos, Fotos oder meldet Euch, wenn Ihr mit den Bullen 

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oder Klassenjustiz Probleme habt: Rote Hilfe, Revolutionärer Aufbau, Postfach 
8663, 8036 Zürich oder klickt uns an: www.  aufbau. org Rote Hilfe“ 

b) Dem im Zimmer der Beschuldigten B. sichergestellten Ausdruck der E-Mail 
vom 28. September 2005 kommt aufgrund des oben gefundenen Beweisergeb-
nisses (E.2.5.3 b und d) keine eigenständige Bedeutung mehr zu. Sodann ist an-
zumerken, dass unklar ist, wer Urheber und Absender der E-Mail ist. Sie war an 
verschiedene Medien (Zeitungen, Organisationen, etc.) und Privatpersonen ver-
sandt worden und nimmt Bezug auf vier Farbanschläge, die in der Nacht vom 27. 
auf den 28. September 2005 verübt wurden. Diese Aktionen sind in Art und 
Durchführung mit dem vorliegend zu beurteilenden Brandanschlag nicht zu ver-
gleichen und mehr als ein Jahr später verübt worden. Aus dem Umstand, dass 
der Geschädigte E. eine der vier von den Farbanschlägen betroffenen Personen 
war, ist kein Zusammenhang zwischen diesen und dem Brandanschlag vom 
28. Juli 2004 erstellt.  

Bei den „Merkblättern“ handelt es sich um Informationsmaterial der Roten Hilfe 
über zivil und verdeckt ermittelnde Polizeibeamte. Dem Textbeitrag ist zu ent-
nehmen, dass die Blätter dem Erkennen von Polizeibeamten dienen, um „sich 
gegen den Zugriff staatlicher Repression zu schützen“. Dies spricht dafür, dass 
die Informationen über die Beamten präventiven Zwecken dienen und es sich 
nicht um eine Art „schwarzer Liste“ handelt. Zudem datieren die Merkblätter vom 
Oktober 1999 (Merke 1) und Juni 2000 (Merke 2), sie wurden also über vier Jah-
re vor dem hier zu beurteilenden Brandanschlag erstellt, weshalb ein irgendwie 
gearteter Zusammenhang mit dem Brandanschlag schon aus zeitlichen Gründen 
nicht erkennbar ist. Gleiches gilt für die auf dem Notebook und dem PC der Be-
schuldigten A. sichergestellten Bilddateien des Geschädigten E., denn diese 
wurden bereits in den Monaten März und Mai 2002 erstellt. Dass eine Bilddatei 
am 3. März 2004, also rund zwei Monate vor dem Brandanschlag, auf das Note-
book und den Personalcomputer der Beschuldigten A. übertragen wurde, ver-
mag allenfalls ein Interesse an dessen Person belegen, ist jedoch kein Beweis, 
dass die Beschuldigte A. den Brandanschlag verübt hat. Zudem war die Identifi-
zierung des Geschädigten für den Brandanschlag unerheblich, war doch sein 
Auto und nicht er selber Ziel des Anschlags. Auch waren sein Aussehen (cl. 13 
pag. B0.3.345 – 348 [Merke 1 und 2]; cl. 20 pag. 20.930.54) und seine Adresse 
in der einschlägigen Szene bekannt. Gegen das  Eigentum des Geschädigten 
wurden schon vorgängig mehrere Angriffe verübt (cl. 8 pag. 14.1.0.17), bei de-
nen unter anderem im Mai 2002 sein Auto in Brand gesetzt worden war (cl. 17 
pag. BO.C.204). Es erscheint letztlich nicht verwunderlich, dass sich die Be-
schuldigte A. als Exponentin des Revolutionären Aufbaus Schweiz beziehungs-
weise Zürichs (nachfolgend „RAS/RAZ“) mit dem Geschädigten E. und anderen 
Polizeibeamten, namentlich solchen mit Staatsschutzaufgaben, befasste. So wie 

- 27 - 

der Staat versucht, möglichst viele Informationen gegen potentielle Straftäter der 
linken Szene zu sammeln, versuchen deren Sympathisanten sich gegen staatli-
che Überwachung zu wehren. Der Geschädigte E. war nur einer von zahlreichen 
Mitarbeitern der Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden, über den die Be-
schuldigte A. Informationen besass (cl. 2 pag. 5.7.0.75), gegen die aber keine 
Anschläge verübt worden sind. Weder der Besitz der beiden Merkblätter noch 
die auf den Rechnern gespeicherten Bilddateien sind ein Beleg für die Täter-
schaft der Beschuldigten A..  

2.5.6 Alibibeweis 

a) Der Verteidiger der Beschuldigten B. rügt, seiner Mandantin sei die Führung 
eines Alibibeweises verunmöglicht worden. Das vorliegende Strafverfahren sei 
erst knapp viereinhalb Jahre nach dem Brandanschlag eröffnet worden, obwohl 
die Polizei seine Mandantin aufgrund der Überwachungsaufnahme schon nach 
wenigen Tagen der Tatbegehung verdächtigt habe. 

b) Gemäss Art. 6 Abs. 3 lit. a EMRK muss eine Person „innerhalb möglichst kur-
zer Zeit (…) über Art und Grund einer gegen sie erhobenen Beschuldigung un-
terrichtet“ werden. Diese Mitteilungspflicht entsteht bereits im Augenblick, in dem 
gegen eine Person ermittelt wird, auch wenn ein Verfahren gegen sie formell 
noch nicht eröffnet wurde. Denn es gilt zu verhindern, dass sie zu ihrem Nachteil 
in einen unaufholbaren Informationsrückstand gerät (GOLLWITZER, Menschen-
rechte im Strafverfahren – Kommentar MRK und IPBPR, Berlin 2005, Art. 6 
EMRK N. 165). Können Entlastungsbeweise aus Gründen, die nicht in der Per-
son der beschuldigten Person liegen, nicht mehr erhoben werden, ist mit ande-
ren Worten die Beweisvereitelung auf ein Verschulden der Strafverfolgungsbe-
hörden zurückzuführen, muss in Anwendung der Beweislastregel in dubio pro 
reo vom Nachweis der entsprechenden Tatsache zu Gunsten der beschuldigten 
Person ausgegangen werden (WOHLERS, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], Zürich/Basel/ 
Genf 2010, Art. 10 StPO N. 10 ; OBERHOLZER, a. a. O., N. 796). 

c) Aus den sich bei den Akten befindlichen Unterlagen ergibt sich Folgendes: 
Ein Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 5. Juli 2004 zuhanden der Bezirksan-
waltschaft Zürich hält fest, dass die Beschuldigte B. zum damaligen Zeitpunkt als 
dringend tatverdächtig galt, und es wurde um Zuteilung der Untersuchungssache 
an die Kantonspolizei ersucht (cl. 2 pag. 5.3.0.1 f.). Eine Aktennotiz (ohne die 
erwähnten Beilagen) eines Mitarbeiters des Sicherheitsdienstes der Stadtpolizei 
Zürich vom 7. Juni 2004 kommt hinsichtlich einer möglichen Täterschaft der Be-
schuldigten B. zur gleichen Einschätzung wie die Kantonspolizei Zürich. Sie sei 
nach Sichtung des Fotomaterials tatverdächtig, die Wahrscheinlichkeit ihrer Tä-

- 28 - 

terschaft wurde mit 90 % beziffert. Die Beschuldigte sei bei den Mitarbeitern des 
Sicherheitsdienstes gut visualisiert, und der Verdacht werde durch das Erschei-
nungsbild der Täterschaft (Brille, Körpergrösse, Gesicht) bestätigt. Es wurde eine 
Hausdurchsuchung sowie die Verwertung der Videoaufnahme als Beweismittel 
angeregt (cl. 7 pag. 11.1.0.1). Der Anzeigerapport der Stadtpolizei Zürich vom 
27. September 2004 schliesst mit der Feststellung, dass die Täterschaft nicht 
habe festgestellt werden können. Weitere Ermittlungen seien jedoch der Kan-
tonspolizei überlassen worden (cl. 2 pag. 5.3.0.8). Welche Aktivitäten sich daran 
anschlossen, lässt sich dem Dossier im Einzelnen nicht entnehmen. Jedenfalls 
befasste sich die Bezirksanwaltschaft Zürich im Dezember 2004 mit der Sache 
(cl. 2 pag. 5.3.0.21). Der Sistierungsverfügung der Staatsanwaltschaft I des Kan-
tons Zürich vom 17. Mai 2005 (cl. 10 pag. 22.1.0.1) ist letztlich zu entnehmen, 
dass die Kantonspolizei weitere Ermittlungsmassnahmen durchgeführt hat. Der 
zuständige Staatsanwalt hält fest, die Aufzeichnungen der Überwachungskame-
ra ergäben keine Grundlage zur Ergreifung von Zwangsmassnahmen, und das 
Verfahren sei zu sistieren, bis neue Erkenntnisse eine Fortführung ermöglichten. 
Die Bundesanwaltschaft forderte die Akten des kantonalen Strafverfahrens am 
5. Dezember 2007 ein (cl. 10 pag. 19.3.1 f.). Zu diesem Zeitpunkt wurde die Be-
schuldigte B. bereits seit knapp drei Wochen von der BKP observiert (cl. 20 
pag. 20.681.50). Die formelle Verfahrenseröffnung gegen sie erfolgte mit Verfü-
gung vom 7. November 2008 (cl. 1 pag. 1.2.4 – 6). 

d) Die zürcherischen Strafverfolgungsbehörden führten gegen die Beschuldigte 
B. wegen des Brandanschlags weder formell noch materiell ein Strafverfahren. 
Das Informationsgebot kann bei diesem Vorgehen nicht als verletzt gelten. Hin-
gegen ist mit Art. 6 Abs. 3 lit. a EMRK nicht zu vereinbaren, dass der formellen 
Eröffnung des Strafverfahrens durch die Bundesanwaltschaft rund einjährige 
Ermittlungsarbeiten gegen die Beschuldigte B. vorausgingen. Diese Verzögerung 
hat die Beschuldigte nicht zu vertreten. Es stellt sich damit die Frage, ob ihr aus 
diesem Grunde ein Alibibeweis verunmöglicht war. Es liegt in der Natur der Sa-
che, dass ein Alibi umso weniger nachzuweisen ist, je weiter der massgebliche 
Zeitpunkt zurückliegt, denn im Verlaufe der Zeit schwindet die Erinnerung an be-
stimmte Ereignisse und Umstände der Vergangenheit. Das gilt nicht nur dann, 
wenn der Beweis mit der Aussage von Dritten geleistet werden soll, sondern 
auch für den Beschuldigten hinsichtlich der Frage, welcher Dritte eine Tatabwe-
senheit bezeugen könnte oder für Sachbeweise, die mit der Zeit vergessen oder 
verloren gehen. Allerdings ist die rechtliche Folge, ein Alibi für wahr zu unterstel-
len nur angebracht, wenn für ein solches wenigstens ein Indiz vorliegt; die bloss 
theoretische Möglichkeit eines Alibis reicht nicht aus. Solche Anzeichen beste-
hen vorliegend nicht und sind von der Beschuldigten B. auch nicht geltend ge-
macht worden. Zudem hat die Verteidigung den Vorwurf der Verunmöglichung 
des Alibibeweises erstmals an der Hauptverhandlung erhoben. Es wäre nahe 

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liegend gewesen, bereits bei der Befragung zur Sache durch den eidg. Untersu-
chungsrichter ein Alibi anzugeben respektive diesbezügliche Beweisanträge zu 
stellen. Bei dem Einwand der Verteidigung handelt es sich bloss um die hypothe-
tische Möglichkeit eines Alibis, was als voller Entlastungsbeweis nicht genügt. 
Die Möglichkeit eines Alibis ist jedoch bei der Würdigung der übrigen Indizien mit 
in Betracht zu ziehen. 

2.5.7 In der Gesamtheit liegen gegen beide Beschuldigten das fotogrammetrische Gut-
achten von beschränkter Aussagekraft sowie gegen die Beschuldigte B. Zeu-
genbeweise von erheblicher Aussagekraft, die durch die Akten gestützt werden, 
und eine Entlastung durch Alibi von geringer Wahrscheinlichkeit vor. Das bei der 
Hausdurchsuchung Jahre nach dem Vorfall gefundene Material belegt ein politi-
sches Interesse der Beschuldigten an der Tat, ist aber als Indiz für deren Täter-
schaft ungeeignet. Aufgrund der vorstehenden Beweislage bestehen für das Ge-
richt an der Täterschaft der Beschuldigten B. keine Zweifel. Hingegen genügen 
die Beweismittel nicht, um zur Überzeugung des Gerichts eine Täterschaft der 
Beschuldigten A. zu belegen. 

2.6 Die Beschuldigte A. ist im Anklagepunkt 1.1.1 vom Vorwurf der Brandstiftung 
freizusprechen. Die Beschuldigte B. ist in diesem Punkt der Brandstiftung im 
Sinne von Art. 221 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

3. Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht (Art. 224 
Abs. 1 SGB) 

Die Bundesanwaltschaft wirft der Beschuldigten A. unter Anklageziffer 1.2.1 a –
 e vor, sich der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer 
Absicht schuldig gemacht zu haben. 

3.1 Gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer vorsätzlich und in verbre-
cherischer Absicht durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von 
Menschen oder fremdes Eigentum in Gefahr bringt. Ist nur Eigentum in unbedeu-
tendem Umfange gefährdet worden, so kann der Täter milder bestraft werden 
(Art. 224 Abs. 2 StGB). 

3.1.1 Der objektive Tatbestand erfordert, dass der Täter durch Sprengstoff Leib oder 
Leben von Menschen oder fremdes Eigentum konkret in Gefahr bringt, (ROELLI/ 
FLEISCHANDERL, a. a. O., Art. 224 StGB N. 7; TRECHSEL/FINGERHUTH, Schweize-
risches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 224 
StGB N. 5). Das Strafgesetzbuch enthält keine Legaldefinition des Begriffs 
Sprengstoff, jedoch werden Sprengmittel (Sprengstoffe und Zündmittel) praxis-

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gemäss in Anlehnung an Art. 4 – 7 des Bundesgesetzes über explosionsgefähr-
liche Stoffe (SprstG; SR 941.41) definiert (ROELLI/FLEISCHANDERL, a. a. O., 
Art. 224 StGB N. 4; CORBOZ, a. a. O., Art. 224 StGB N. 1 f.). Gemäss Art. 5 
SprstG sind Sprengstoffe einheitliche chemische Verbindungen oder Gemische 
solcher Verbindungen, die durch Zündung, mechanische Einwirkung oder auf 
andere Weise zur Explosion gebracht werden können und die wegen ihrer zer-
störenden Kraft, sei es in freier oder verdämmter Ladung, schon in verhältnis-
mässig geringer Menge gefährlich sind. Nach der Legaldefinition von Art. 7 
SprstG fallen pyrotechnische Gegenstände nicht unter den Sprengstoffbegriff, 
werden aber von Art. 224 StGB erfasst, wenn sie sich bei entsprechender Ver-
wendung wegen der in ihnen enthaltenen Substanzen zum Zerstören eignen 
(BGE 104 IV 232; 103 IV 241 ff.; Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2010.24 vom 
6. April 2011, E. 2.2; STRATENWERTH/WOHLERS, a. a. O., Art. 224 StGB N. 1). 
Taterfolg ist die alternative oder kumulative konkrete Gefährdung von Leib und 
Leben von Menschen oder fremden Eigentums. Gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung genügt hierfür im Sinne der Individualtheorie eine gezielte kon-
krete Gefährdung eines Rechtsgutes (BGE 115 IV 111 E. 3a; 103 IV 241 E. I.1), 
wohingegen die heutige Lehrmeinung gemäss der Repräsentationstheorie den 
Eintritt einer Gemeingefahr verlangt, zumal als Tathandlung beliebige Verhal-
tensweisen in Frage kämen (TRECHSEL/FINGERHUTH, a. a. O., Art. 224 StGB 
N. 5; ROELLI/FLEISCHANDERL, a. a. O., Art. 224 StGB N. 6, jeweils mit Hinweisen). 
Die zur Gefährdung führende Handlung spezifiziert das Gesetz nicht. Der durch 
Umgang mit Sprengstoff eintretende Gefährdungserfolg genügt, so z. B. rechts-
widriges Hinlegen und das Liegenlassen an einem Ort, wo sich eine Gefahr für 
Menschen oder fremdes Eigentum ergibt, ohne dass der Sprengstoff zur Explo-
sion gelangt (BGE 115 IV 111 E. 3a; ROELLI/FLEISCHANDERL, a. a. O., Art. 224 
StGB N. 7; TRECHSEL/FINGERHUTH, a. a. O., Art. 224 StGB N. 4). 

3.1.2 Gefährdungsvorsatz liegt vor, sobald der Täter die Gefahr kennt und trotzdem 
handelt. Daneben muss der Täter in verbrecherischer Absicht handeln, d. h.  den 
tatbestandlichen Erfolg eines Verbrechens oder Vergehens wollen, wobei nach 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung insoweit Eventualabsicht genügt (BGE 103 
IV 241 E. I. 1; a. A. die h. L.: ROELLI/FLEISCHANDERL, a. a. O., Art. 224 StGB N. 9; 
TRECHSEL/FINGERHUTH, a. a. O., Art. 224 StGB N. 7, jeweils mit zahlreichen Hin-
weisen). 

3.1.3 Der privilegierte Tatbestand gemäss Art. 224 Abs. 2 StGB kommt nur dann zur 
Anwendung, wenn Eigentum in unbedeutendem Umfang gefährdet wurde, ist je-
doch bei einer Gefährdung von Leib und Leben ausgeschlossen. Das Ausmass 
der konkreten Gefährdung fremden Eigentums ergibt sich aus den gesamten 
Tatumständen (BGE 103 IV 241 E. I.1). Ist es zu einem Sachschaden gekom-

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men, muss dieser geringfügig sein (BGE 115 IV 111 E. 3b; 103 IV 241; ROELLI/ 
FLEISCHANDERL, a. a. O., Art. 224 StGB N. 10).  

3.2 In Anklageziffer 1.2.1 a wird der Beschuldigten A. vorgeworfen, sie habe in der 
Nacht vom 29. auf den 30. September 2002 an der Hotzestrasse 23 in Zürich an 
der Hintertür des spanischen Generalkonsulates eine zu einer unkonventionellen 
Spreng- und Brandvorrichtung (nachstehend „USBV“) umfunktionierte Horror-
Knall-Rakete mit 50 g Blitzknallsatz mittels eines Klebebands befestigt und mit 
Hilfe von Bengalfackeln zur Detonation bringen wollen. Da die Bengalfackeln ab-
gefallen seien, bevor die Zündschnur in Brand geriet, sei es zu keiner Explosion 
gekommen. Der Zündzeitpunkt der USBV sei nicht vorhersehbar gewesen, wes-
halb neben fremdem Eigentum auch Leib und Leben von Menschen gefährdet 
worden sei. Die Beschuldigte A. habe die Herbeiführung eines grossen Sach-
schadens durch die Explosion der USBV beabsichtigt (cl. 20 pag. 20.100.3 f.). 

3.2.1 a) Die Beschuldigte A. berief sich auf ihr Aussageverweigerungsrecht und mach-
te weder im Untersuchungsverfahren noch anlässlich der Hauptverhandlung An-
gaben zur Sache (cl. 8 pag. 13.1.0.3 ff.; …9 ff.; cl. 20 pag. 20.922.6 f.).  

b) Am Tatort wurden diverse Materialien und Spuren sichergestellt. Gemäss Un-
tersuchungsberichten des Wissenschaftlichen Forschungsdienstes der Stadtpoli-
zei Zürich ("WFD") handelt es sich bei dem Feuerwerkskörper um eine „Horror-
Knall-Rakete“, Label Bugano des Herstellers Weco-GmbH, D-53783 Eitorf, die 
mit rotem Klebeband umwickelt und deren Leitstab entfernt worden war. Die An-
zündschnur war mittels eines Malerabdeckbandes mit drei bengalischen Fackeln 
der Gruppe VO8 „bengalisches Licht“ verlängert. Der so präparierte Feuerwerks-
körper wurde mit Teppichklebeband, welches mit einem Draht ausgesteift war, 
am Glas der Eingangstür befestigt und gezündet. Es kam zu keiner Detonation, 
da die Zündschnur nicht Feuer fing. Es gab jedoch sichtbare Russrückstände an 
der Verglasung der rückseitigen Eingangstüre (zum Ganzen: cl. 2 pag. 5.1.0.2; 
…6; cl. 7 pag. 10.1.0.1 – 4). Zur Art und Wirkungsweise der verwendeten Horror-
Knall-Rakete führt der WFD aus, dass diese ca. 50 g Blitzknallsatz enthalte, bei 
dem es sich um ein sehr energiereiches pyrotechnisches Gemisch mit hohen 
Reaktionsgeschwindigkeiten handle, das über einen grossen Explosionsdruck 
und Knalleffekt verfüge (cl. 7 pag. 10.1.0.96; cl. 18 pag. BO.D.204). Dem vom 
Gericht eingeholten Sachverständigengutachten der BAM lässt sich entnehmen, 
dass pyrotechnische Gegenstände mit einer Menge von 50 g Blitzknallsatz ge-
mäss der Richtlinie 2007/23/EG des Europäischen Parlaments und des Rates 
über pyrotechnische Gegenstände als Feuerwerk der Kategorie 4 mit hoher Ge-
fahrwirkung geführt werden. Feuerwerkskörper dieser Kategorie dürften nur an 
Personen mit Fachkenntnissen, die im Besitz einer Erlaubnis für den Umgang 
mit solchen Gegenständen sind, abgegeben werden. Wird eine solche Horror-

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Knall-Rakete auf eine Glasscheibe geklebt, führe dies zur Zerstörung der Schei-
be mit Splitterflug (cl. 20 pag. 20.684.8 ff.).  

Die Ausführungen des Sachverständigen, dass Feuerwerkskörper der Katego-
rie 4 ein gewisses Gefährdungs- und Zerstörungspotential aufweisen, wird durch 
Art. 7 Abs. 5 der Verordnung über explosionsgefährliche Stoffe vom 
27. November 2000 (Sprengstoffverordnung, SprstV; SR. 951.411) untermauert. 
Nach dieser Vorschrift sind Feuerwerkskörper der Kategorie 4 dem gewerblichen 
Gebrauch vorbehalten. Sie dürfen nur von Personen mit Fachkenntnissen ver-
wendet und nicht in den Detailhandel gebracht werden. Die an der Horror-Knall-
Rakete vorgenommenen Manipulationen sowie Ort und Art der Befestigung indi-
zieren, dass die Täterschaft die Horror-Knall-Rakete zu zerstörerischen Zwecken 
verwenden wollte. Aufgrund der Explosionsstärke und der direkten Befestigung 
der USBV auf der Glasscheibe, war mit deren Zerstörung zu rechnen. Demzufol-
ge handelt es sich bei der modifizierten Horror-Knall-Rakete um Sprengstoff 
i. S. v. Art. 5 SprstG und Art. 224 Abs. 1 StGB (vgl. E. 3.1.1). Hingegen ergeben 
sich aus den Akten keinerlei Hinweise, dass neben der konkreten Sachgefähr-
dung auch eine solche für Leib und Leben von Menschen bestanden hat. Dass 
sich kurz vor der zu erwartenden Explosion Menschen in der Nähe der USBV 
aufgehalten hätten, die durch herumfliegende Splitter hätten verletzt werden 
können, wird zudem von der Bundesanwaltschaft nicht behauptet. Der Spreng-
satz wurde ausserhalb der Öffnungszeiten an der Hintertür des spanischen Ge-
neralkonsulates an der Hotzestrasse 23 angebracht. Die Hintertür ist stets ver-
schlossen und wird nur hin und wieder vom Hausmeister benutzt (cl. 2 
pag. 5.1.0.3 – 4). Demnach bestand lediglich eine konkrete Gefahr für fremdes 
Eigentum. 

c) Den Nachweis, dass die Beschuldigte A. die USBV an der Tür des spani-
schen Generalkonsulats angebracht hat und mittels Bengalfackeln zur Explosion 
bringen wollte, sieht die Bundesanwaltschaft aufgrund der Übereinstimmung von 
an den Tatmitteln sichergestellten DNA-Spuren mit den von der Beschuldigten A. 
erstellten DNA-Profilen als erbracht. Die am Tatort sichergestellten Asservate 
wurden dem Institut für Rechtsmedizin Zürich (nachfolgend „IRM Zürich“) zur 
DNA-Analyse übermittelt. Es konnte ab diversen Kanten und Flächen der Rake-
tenkonstruktion ein komplettes weibliches DNA-Profil mit der Kontrollnummer 
PCN 1 erstellt werden, welches vom IRM Zürich der DNA-Datenbank gemeldet 
und am 24. Oktober 2002 in diese eingelesen wurde (cl. 7 pag. 10.4.0.3 [= cl. 15 
pag. BO.A.129]). Am Klebeband, mit dem die Rakete an der Tür befestigt wor-
den war, konnte nur ein inkomplettes DNA-Profil (PCN 2) festgestellt werden. 
Dieses Teilprofil ergab jedoch eine Übereinstimmung mit den analysierten DNA-
Systemen des kompletten Profils mit der Kontrollnummer PCN 1 (cl. 7 
pag. 10.4.0.4 f.). Aus den beigezogenen Akten des Bezirksgerichts Zürich 

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(DG020513) ergibt sich, dass der Beschuldigten A. im kantonalen Strafverfahren 
am 1. Februar 2002 eine Haarprobe entnommen worden war, ab der das IRM 
Zürich ihr DNA-Profil unter der Nummer s7 erstellte (cl. 15 pag. BO.A.130 ff.). 
Das IRM Basel bestätigte mit Bericht vom 21. Januar 2008 (cl. 15 
pag. BO.A.133 ff.) die Übereinstimmung der im kantonalen (s7 [Kopfhaarprobe 
der Beschuldigten A.]) und bundesgerichtlichen Verfahren (PCN 1 [Horror-Knall-
Rakete]) erstellten DNA-Profile. Am 6. Mai 2008 wurde die Beschuldigte A. ein 
weiteres Mal erkennungsdienstlich behandelt. Anhand eines Wangenschleim-
hautabstrichs (nachstehend „WSA“) wurde ihr DNA-Profil mit der Nummer PCN 3 
erstellt. Am 26. Mai 2008 meldete AFIS die Übereinstimmung dieses DNA-Profils 
(PCN 3) mit demjenigen, welches ab den Tatmitteln an der Hotzestrasse 
(PCN 1) erstellt worden war (cl. 7 pag. 10.4.0.7 – 11). 

Die Verteidigung bestreitet sowohl die Verwertbarkeit als auch den Beweiswert 
der DNA-Analysen und deren Ergebnisse. Sie rügt sinngemäss, dass das der 
Bundesanwaltschaft vom Bezirksgericht Zürich übermittelte DNA-Profil aus dem 
Jahr 2002 rechtswidrig verwendet worden sei. Die Beschuldigte A. sei im dama-
ligen Verfahren im Anklagepunkt IV vom Vorwurf des Verstosses gegen das 
Waffengesetz, zu dem die DNA-Entnahme stattfand, freigesprochen worden. 
Aufgrund des Freispruchs hätte das DNA-Profil weder gespeichert noch für wei-
tere Strafuntersuchungen verwendet werden dürfen (cl. 20 pag. 20.922.123 f.). 

aa) Die Entnahme, Auswertung und Speicherung der im kantonalen Strafverfah-
ren der Beschuldigten A. entnommenen DNA-Probe richtete sich nach der Ver-
ordnung über die Erhebung und Bearbeitung von DNA-Analysen im Strafverfah-
ren des Kantons Zürich vom 18. April 2001 (DNA-Analysen-Verordnung/ZH, 
LS 321.5). Gemäss § 4 der Verordnung werden Personendaten, die nicht in das 
DNA-Profil-Informationssystem des Bundes aufgenommen werden, umgehend 
nach einem Vergleich gelöscht. Für die Löschung der in das DNA-Profil-
Informationssystem aufgenommenen Personendaten und DNA-Profile gelten 
dessen Bestimmungen. Nach Anklageerhebung wird die Löschung vom Gericht 
angeordnet. Gemäss der bis Ende 2004 geltenden Verordnung über das DNA-
Profil-Informationssystem vom 31. Mai 2000 (EDNA-Verordnung) waren die auf-
traggebenden Behörden verpflichtet, die Löschung eines Profils in der Daten-
bank zu veranlassen, wenn der Betroffene als Täter ausgeschlossen werden 
konnte (Art. 15 Abs. 1 lit. a EDNA-Verordnung [AS 2000, S. 1715 ff.]; vgl. auch 
BGE 128 II 259 E.4). Den Akten lassen sich keine Hinweise entnehmen, dass 
das im kantonalen Strafverfahren erstellte DNA-Profil in das Informationssystem 
des Bundes aufgenommen wurde. Dies wäre im Übrigen auch nicht zulässig ge-
wesen, da die Voraussetzungen für die Speicherung des DNA-Profils mangels 
eines Tatverdachts in Bezug auf eine Katalogstraftat im Sinne von Art. 5 Abs. 1 
EDNA-Verordnung nicht erfüllt waren. Zudem wurde die Beschuldigte A. im kan-

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tonalen Gerichtsverfahren vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffen-
gesetz freigesprochen (beigezogene Akten des Bezirksgerichts Zürich, act. 53 
S. 14 – 18, 25), so dass ihr DNA-Profil nach Rechtskraft hätte gelöscht werden 
müssen, und zwar selbst dann, wenn es entgegen der gesetzlichen Vorschriften 
in der DNA-Profil-Datenbank EDNA gespeichert worden wäre (Art. 15 Abs. 1 
lit. a EDNA-Verordnung; vgl. BGE 128 II 259 E.4). Zwar hat die Bundesanwalt-
schaft das DNA-Profil nicht aus der Profil-Datenbank erhalten, sondern aus den 
Gerichtsakten des Bezirksgericht Zürich, die wegen „geschichtlichen Interesses“ 
integral und auf Dauer archiviert wurden. Das Bezirksgericht Zürich hätte jedoch 
sämtliche Daten betreffend die DNA-Erfassung der Beschuldigten A. aus den Ak-
ten entfernen respektive insoweit unkenntlich machen müssen, dass die Daten 
nicht mehr verwendet werden können, da das DNA-Profil der Beschuldigten A. 
nach der gesetzlichen Regelung gar nicht mehr hätte existieren dürfen. Dies war 
nicht der Fall, weshalb dem Rechtshilfeersuchen der Bundesanwaltschaft auf Ak-
tenbeizug (cl. 9 pag. 18.0.4.1 ff.) in dem gewährten Umfang nicht hätte nachge-
kommen werden dürfen. Der Zugriff der Strafverfolgungsbehörden des Bundes 
(Bundesanwaltschaft und BKP) erfolgte demnach unter Umgehung und in Ver-
letzung des gesetzlich bezweckten und garantierten Datenschutzes und war da-
her rechtswidrig. 

Dies hat aber entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht die Unverwertbarkeit 
der erhobenen DNA-Profile und der daraus gewonnenen Ergebnisse zur Folge. 
Die Verteidigung übersieht, dass das Gutachten des IRM Bern trotz des beim 
Bezirksgericht Zürich rechtswidrig erlangten DNA-Profils verwertbar ist. Zwar war 
die Beschuldigte A. im damaligen Zeitpunkt noch nicht formell beschuldigt, je-
doch hätte bei ihr gemäss Art. 73quater BStP ein neuer WSA genommen werden 
können (vgl. auch E. 2.5.2. d, S. 15). Der Umstand, dass die Bundesanwaltschaft 
die Akten beim Bezirksgericht Zürich anforderte, belegt, dass gegen die Be-
schuldigte A. bereits ein hinreichender Tatverdacht bestand. Das Vergleichsprofil 
wäre daher in jedem Falle beschaffbar gewesen, so dass das DNA-Gutachten 
ein verwertbares Beweismittel darstellt (BGE 137 I 218 E. 2.3.4; 131 I 272 
E. 4.1). Nicht gefolgt werden kann der Argumentation der Verteidigung, das im 
kantonalen Strafverfahren gewonnene DNA-Profil der Beschuldigten A. stelle 
das alleinige und somit entscheidende Beweismittel dar. Neben dem Gutachten 
des IRM Basel, welches auf dem DNA-Profil der Beschuldigten aus dem kanto-
nalen Strafverfahren basiert, meldete auch der WD Zürich eine Übereinstimmung 
zwischen den von den Asservaten vom Anschlag auf das spanische General-
konsulat im Jahre 2002 (Klebeband respektive dem Überrest des Knallkörpers) 
gewonnenen Spuren und dem am 8. Mai 2008 mittels WSA erstellten DNA-Profil 
der Beschuldigten A. (cl. 7 pag. 10.4.0.8 f.; vgl. auch cl. 8 pag. 14.1.0.6 und 
cl. 15 pag. BO.A.119 ff.). Zu diesem Zeitpunkt war das Strafverfahren gegen die 
Beschuldigte A. bereits seit vier Monaten sachlich auf die Anschläge auf das 

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spanische Generalkonsulat und die Kantonspolizei ausgedehnt (cl. 1 
pag. 1.2.0.2 f.). Die Entnahme des WSA im Rahmen der erkennungsdienstlichen 
Behandlung hatte ihre gesetzliche Grundlage in Art. 73quater BStP und erfolgte 
demnach rechtmässig (vgl. E. 2.5.2 d). Das beim Bezirksgericht Zürich angefor-
derte DNA-Profil hat darüber hinaus nicht zur Verfahrensausdehnung vom 
7. Januar 2008 geführt, denn das Gutachten des IRM Basel, welches die Über-
einstimmung der DNA-Profile bescheinigt, datiert vom 21. Januar 2008 (cl. 2 
pag. 5.4.0.25 ff.). 

bb) Die Verteidigung A. bestreitet zudem unter Berufung auf eine Publikation von 
BIEDERMANN/VUILLE (ZStrR 129 [2011], S. 278 – 295) den Beweiswert von DNA-
Ergebnissen. Bei DNA-Untersuchungen bestünden grosse Fehlerquellen, so 
dass ein DNA-Profil als einziges Beweismittel nicht zu einer Verurteilung führen 
dürfe. Es bestünden wichtige Einschränkungen in den praktischen Möglichkeiten, 
solide Schlüsse aus DNA-Untersuchungen zu ziehen, weshalb die Ansicht trüge-
risch sei, DNA liefere einfache und eindeutige Antworten zu Fragen des Spuren-
gebers und der Täterschaft. Bei der Gewichtung der Aussagekraft sei unter an-
derem zu berücksichtigen, dass die im Labor ermittelten Übereinstimmungen auf 
unvollständig erhobenen DNA-Bestandteilen beruhten und damit negative Wahr-
scheinlichkeitsfaktoren unberücksichtigt blieben. Auch könnten Interpretations-
fehler vorliegen. Zu berücksichtigen sei zudem die Datenbasis für statistische 
Werte über die Häufigkeit eines bestimmten Faktors in der massgeblichen Popu-
lation (cl. 20 pag. 20.922.138; vgl. auch die Ausführungen bei BIEDER-
MANN/VUILLE, a. a. O., S. 279 ff.). 

cc) Bei der Erstellung eines DNA-Profils handelt es sich um die Erfassung inne-
rer, sich im Kern jeder Körperzelle befindlicher Merkmale der betreffenden Per-
son (BGE 128 II 259 E. 3.4.1). Die DNA-Analyse umfasst ausschliesslich nicht-
kodierende Abschnitte der DNA, d. h. persönlichkeitsneutrale Merkmale der 
betreffenden Person, welche deren Identifizierung erlauben (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_251/2008 vom 14. August 2008, E. 4, mit Hinweisen). Ein DNA-Profil 
stellt eine für den jeweiligen Menschen charakteristische Buchstaben-
Zahlenkombination dar, welche den individuellen Aufbau seiner DNA wiedergibt 
und seine Identifizierung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit er-
möglicht (BGE 128 II 259 E. 3.3). Übereinstimmungen von DNA-Profilen aus Tat-
ortspuren und WSA indizieren eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass beide 
Profile von ein und derselben Person stammen, liefern aber keinen hundertpro-
zentigen Beweis, dass der Spurgeber auch der Täter ist. Dem Beweisergebnis 
muss deshalb aufgrund biostatischer und wahrscheinlichkeitstheoretischer Ana-
lysen ein Beweiswert zugeordnet werden (FRICKER/MAEDER, Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, Basel 2011, Vor Art. 255 StPO N. 24, mit 
Hinweisen). Die Wissenschaft ermittelt den Beweiswert einer DNA-

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Übereinstimmung anhand des sog. Likelihood-Quotienten (Ähnlichkeitsquotien-
ten). Hierbei handelt es sich um eine biostatische Berechnung sich gegenseitig 
ausschliessender Hypothesen, bei der die Möglichkeit, die DNA-Merkmale in der 
Spur stammen von der tatverdächtigen Person, der Möglichkeit, dass eine ande-
re Person Spurengeber und die Übereinstimmung mit dem DNA-Profil des Tat-
verdächtigen nur zufällig ist, gegenübergestellt wird (TARONI/MANGIN/BÄR, Die In-
terpretation des Beweiswertes von DNA-Untersuchungen in sachverständigen 
Gutachten, in: ZStrR, 117 [1999], S. 439 – 445, S. 442; FRICKER/MAEDER, 
a. a. O., Vor Art. 255 StPO N. 24 f.). Dieser Quotient muss im Lichte der spezifi-
schen Gegebenheiten der Tat und des spurengebenden Materials variiert wer-
den (FRICKER/MAEDER, a. a. O., N. 29 f.). Der statistische Wert, in welchem Mas-
se eine Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung eine solche der Nichtüberein-
stimmung übersteigt, darf nicht mit einer Wahrscheinlichkeit der Täterschaft einer 
bestimmten Person gleichgesetzt werden (TARONI/MANGIN/BÄR, a. a. O., S. 442; 
EI