# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fec5c87f-5317-58ea-bac9-82dd99b8cbc0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.07.2018 D-3871/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3871-2018_2018-07-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3871/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  J u l i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter Jürg Marcel Tiefenthal, 

mit Zustimmung von Richter von Richter Simon Thurnheer; 

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   

Parteien 

 
A._________, geboren am (…), 

Äthiopien,   

vertreten durch Urs Jehle, Caritas Schweiz,  

(…)  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 8. Juni 2018 / N (…) 

 

 

 

D-3871/2018 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 3. September 2015 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte,  

dass er im Rahmen der summarischen Befragung zur Person (BzP) vom 

15. September 2015 zur Begründung seines Asylgesuches im Wesentli-

chen geltend machte, der Ethnie der Oromo anzugehören und vom 1. Feb-

ruar 2014 bis am 10. April 2014 in Haft gewesen zu sein, 

dass man ihm vorgeworfen habe, als Getreidezwischenhändler Bekannte 

aus dem Arbeitsumfeld, junge Leute und Angehörige der Ethnie der Oromo  

gegen die Regierung mobilisiert zu haben, und er unter Misshandlung dazu 

aufgefordert worden sei, die Beziehungen zwischen ihm und verschiede-

ner Oromo-Angehörigen und Bauern offenzulegen (vgl. SEM-Protokoll A4 

S. 8), 

dass er selber nicht politisch tätig gewesen sei und er und auch seine Ge-

schwister wegen der Tätigkeiten seines gewaltsam verstorbenen Vaters für 

die Oromo Liberation Front (OLF) in Verdacht geraten seien (vgl. A4 S. 8), 

dass er im Weiteren im Rahmen der Anhörung vom 11. April 2017 erstmals 

geltend machte, nach seiner Haftentlassung mehrmals von den Behörden 

zuhause aufgesucht worden zu sein, wobei man ihn bestohlen und als Ter-

roristen bezeichnet und mit dem Tod bedroht habe (vgl. A16 S. 16), wes-

halb er schliesslich im Mai 2015 ausgereist sei, 

dass das SEM mit Entscheid vom 8. Juni 2018 (Eröffnung am 12. Juni 

2018) das Asylgesuch des Beschwerdeführers abwies, dessen Wegwei-

sung anordnete und den Vollzug als zulässig, zumutbar und möglich er-

achtete,  

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 

4. Juli 2018 gegen diesen Entscheid Beschwerde erhob, 

dass die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung 

der Sache zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts, eventualiter 

die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl, sub-

eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme des Beschwerdefüh-

rers und in verfahrensrechtlicher Hinsicht unter Verzicht auf das Erheben 

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eines Kostenvorschusses die Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 110a AsylG 

beantragt wurden,  

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 12. Juli 2018 den 

Eingang der Beschwerde bestätigte, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass gemäss Art. 31 VGG das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt und das SEM zu den Be-

hörden nach Art. 33 VGG gehört und daher eine Vorinstanz des Bundes-

verwaltungsgerichts ist, 

dass eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 

VGG nicht vorliegt, womit das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde (Art. 105 AsylG [SR 142.31]) ist 

und im Bereich des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG) entscheidet,  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-

weise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG sowie Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG so-

wie Art. 52 VwVG; vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), im Bereich des Bundesgesetzes 

vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Auslän-

dergesetz, AuG, SR 142.20) überdies die Unangemessenheit (Art. 49 

VwVG [vgl. BVGE 2014/26 E. 5]), 

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Seite 4 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, die Vorinstanz habe hin-

sichtlich der erlittenen Folter während der Haft und einer möglichen Trau-

matisierung des Beschwerdeführers die Pflicht zur vollständigen Abklärung 

des Sachverhalts verletzt, 

dass aufgrund des ausweichenden Aussageverhaltens des Beschwerde-

führers hinsichtlich der Schilderung der während der Haft erlittenen Folter 

die Befragung hätte abgebrochen werden und in einem reinen Männer-

team fortgesetzt werden müssen, um zu gewährleisten, dass der Be-

schwerdeführer nicht wegen Schamgefühlen (Folter im Intimbereich) we-

sentliche Sachverhaltselemente verschweigt, 

dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer trotz Hinweisen auf eine ge-

schlechtsspezifische Verfolgung nicht durch ein reines Männerteam ange-

hört habe, womit sie den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe,  

dass gemäss Art. 6 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Ver-

fahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) eine asylsuchende Person von einer 

Person gleichen Geschlechts angehört wird, wenn konkrete Hinweise auf 

geschlechtsspezifische Verfolgung vorliegen (vgl. Entscheidungen und Mit-

teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 2 

E. 5a und b; BVGE 2015/42), 

dass sich aus dem Schutzgedanken von Art. 6 AsylV 1 ergibt, dass jede 

Verfolgung, welche mit sexueller Gewalt einhergeht oder die geschlechtli-

che Identität des Opfers treffen soll, darunter zu subsumieren ist, 

dass indessen vorliegend keine konkreten Hinweise auf einen Eingriff in 

die sexuelle Identität vorliegen, welche zwingend dazu Anlass hätten ge-

ben müssen, die Schutzvorschrift von Art. 6 AsylV 1 anzuwenden und den 

Beschwerdeführer durch ein reines Männerteam zu seinen Asylgründen 

anzuhören, 

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Seite 5 

dass sich aus dem Protokoll der Anhörung ergibt, dass sich die befragende 

Person mehrmals beim Beschwerdeführer nach dem Grund erkundigte, 

warum er trotz Unschuld ein Geständnis abgelegt habe, und die Antworten 

des Beschwerdeführers stets ausweichend ausfielen, 

dass der Beschwerdeführer beispielsweise auf die Frage, wie es zur To-

desangst gekommen sei, die ihn schliesslich zum Geständnis bewogen 

habe, lediglich erklärte, die Taten der Regierung an seiner Familie seien 

nicht neu gewesen, sie hätten das Leben und die Anzahl seiner Familien-

mitglieder verkürzt (vgl. A16 S. 14), 

dass der Beschwerdeführer, nachdem er gefragt worden war, wie lange es 

gedauert habe, bis er schliesslich gestanden habe, (weinend) lediglich an-

gab, “ich habe nichts zugeben wollen, aber das Gefängnis...“ (vgl. A16 

S.14), 

dass der Beschwerdeführer offensichtlich nicht in der Lage war, zu konkre-

tisieren, warum er trotz Unschuld gestanden habe, indessen aufgrund sei-

nes auch sonst ausweichenden Aussageverhaltens während der Anhörung 

nicht zwingend darauf geschlossen werden musste, dass der Beschwer-

deführer aus Schamgefühlen nicht nähere Angaben machen würde, 

dass die befragende Person vielmehr den Beschwerdeführer danach 

fragte, ob es an dieser Stelle einfacher für ihn wäre, wenn nur Männer im 

Raum sitzen würden und der Beschwerdeführer lediglich entgegnete, “das 

Gefängnis, ich lasse es mal“ (vgl. A16 S. 14), was als impliziter Verzicht auf 

die Anhörung durch ein reines Männerteam betrachtet werden kann,  

dass infolgedessen keine Verletzung von Art. 6 AsylV 1 vorliegt, 

dass sich im Weiteren aus den Akten auch in Berücksichtigung von einzel-

nen Gefühlsregungen des Beschwerdeführers während der Anhörung 

(Weinen) keine Hinweise auf eine Traumatisierung ergeben, zumal der Be-

schwerdeführer explizit angab, es gehe ihm physisch und psychisch gut 

(vgl. A4 S. 9), 

dass folglich der Sachverhalt vollständig festgestellt wurde, weswegen der 

entsprechende Antrag um Rückweisung an die Vorinstanz abzuweisen ist,  

 

 

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Seite 6 

dass das SEM im Weiteren in der angefochtenen Verfügung zutreffend 

darauf hingewiesen hat, dass der Beschwerdeführer die zentralen 

Vorbringen, auch nach der Haftentlassung von den Behörden behelligt 

worden zu sein, ohne erkennbaren Grund erstmals anlässlich der 

Anhörung geltend gemacht habe und diese somit als nachgeschoben zu 

erachten seien, 

dass an dieser Einschätzung der Erklärungsversuch in der Beschwerde, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung die Behelligungen 

zumindest angedeutet habe, nicht zu überzeugen vermag, finden sich 

doch in der ausführlichen Schilderung der Vorbringen anlässlich der 

Befragung keine begründeten Anhaltspunkte für eine solche Annahme, 

dass mit der Vorinstanz im Weiteren festzustellen ist, dass das 

Verhalten des Beschwerdeführers, trotz angeblich immer intensiver 

werdenden behördlichen Behelligungen ein Jahr lang am 

angestammten Wohnort zu bleiben, realitätsfremd erscheint,  

dass in der Beschwerde auf dieses Argument nicht näher eingegangen 

wird, sondern vielmehr zu erklären versucht wird, warum der 

Beschwerdeführer alleine ohne seine Familienangehörigen ausgereist 

sei, 

dass aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer die 

Behelligungen nach seiner Haftentlassung (und die damit verbundenen 

Vorbringen wie die angebliche Verhaftung der Ehefrau und die 

Enteignung der Mutter) nicht glaubhaft machen konnte, der Schluss des 

SEM, die Ausreise des Beschwerdeführers im Jahre 2015 sei nicht mehr 

kausal zur Haft im Jahre 2014 und damit nicht mehr asylrelevant, zu 

bestätigen ist,  

dass in der Beschwerde geltend gemacht wurde, das Bundes-

verwaltungsgericht habe in anderen Fällen von Oromo, die eine 

Inhaftierung aufgrund von Demonstrationen geltend gemacht hätten, die 

Asylrelevanz der Vorbringen im Urteil nicht angezweifelt (vgl. Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts D-4192/2015 vom 30. Dezember 2017), 

dass der Beschwerdeführer aus dem genannten Urteil angesichts des 

unterschiedlichen Sachverhalts (keine Beurteilung der Asylrelevanz der 

als unglaubhaft erachteten Vorbringen) nichts zu seinen Gunsten 

ableiten kann, 

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Seite 7 

dass in der Beschwerde unter Einreichung eines Bestäti-

gungsschreibens der Oromo Communitiy of Switzerland vom (…) und 

mehreren Fotografien geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer 

habe sein politisches Engagement in der Schweiz fortgesetzt und 

verstärkt (aktives Mitglied der Community und Teilnahme an einer 

Demonstration in Genf im Jahre 2015, Videos auf YouTube), 

dass, wer sich darauf beruft, durch sein Verhalten nach der Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – insbesondere durch politische 

Exilaktivitäten – sei eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden, 

sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG 

geltend macht, 

dass begründeter Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung dann 

besteht, wenn der Heimat- oder Herkunftsstaat mit erheblicher 

Wahrscheinlichkeit von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die 

Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter 

Weise verfolgt würde (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1), 

dass dabei hinreichend Anlass zur Annahme bestehen muss, die 

Verfolgung werde sich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in 

absehbarer Zukunft verwirklichen, und eine bloss entfernte Möglichkeit 

künftiger Verfolgung nicht genügt (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.2), 

dass subjektive Nachfluchtgründe zwar die Flüchtlingseigenschaft im 

Sinne von Art. 3 AsylG begründen, jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Aus-

schluss des Asyls führen, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder 

nicht missbräuchlich gesetzt wurden, 

dass stattdessen  Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachwei-

sen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenom-

men werden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1), 

dass der Beschwerdeführer angab, in seinem Heimatstaat selbst nicht po-

litisch tätig gewesen zu sein, 

dass aufgrund der eingereichten Mitgliederbestätigung von der Mitglied-

schaft des Beschwerdeführers bei der Oromo Community of Switzerland 

auszugehen ist, dieser Umstand indessen nicht im Sinne einer Regelver-

mutung zum Schluss führt, die äthiopischen Behörden seien bereits auf-

grund dieser Tatsache auf den Beschwerdeführer aufmerksam geworden 

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beziehungsweise an dessen Tätigkeit interessiert, zumal aus der einge-

reichten Mitgliederbestätigung die nähere Tätigkeit als Parteimitglied we-

der beschrieben noch ersichtlich wird, in welcher Weise diese Funktion ein 

wesentlich ausgeprägteres Engagement im Rahmen der erwähnten Bewe-

gung darstellt, 

dass es sich vielmehr um ein vorformuliertes Schreiben handelt, welches 

im Wesentlichen allgemeine Ausführungen zur Bewegung sowie zur Situ-

ation in Äthiopien enthält, aber nur rudimentär und pauschal auf die Ge-

fährdung des Beschwerdeführers wegen seiner Mitgliedschaft eingeht, 

dass sich aus den Ausführungen auf Beschwerdeebene (Teilnahme an ei-

ner Kundgebung in Genf im Jahre 2015, Videos auf YouTube) ein sehr nie-

derschwelliges Profil ergibt, wonach der Beschwerdeführer als blosser 

“Mitläufer“ erscheint und weder für sich betrachtet noch im Zusammenhang 

mit den weiteren Vorbringen eine Gefährdung ableiten lässt,  

dass das SEM somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das 

Asylgesuch des Beschwerdeführers abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt 

hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. 

BVGE 2013/37 E 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die verfügte 

Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 

demnach von der Vorinstanz rechtmässig angeordnet wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der 

Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich 

ist (Art. 44 AsylG; Art. 83 AuG), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AuG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

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Seite 9 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip 

des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschen-

rechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die im Heimat- 

oder Herkunftsstaat droht, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),  

dass weder die allgemeine Lage in Äthiopien (vgl. BVGE 2011/25 E. 8.3, 

Urteile des BVGer E-3399/2016 vom 13. Juni 2016, E-623/2016 vom 

28. Dezember 2017 und E-1953/2016 vom 28. März 2018) noch individu-

elle Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle 

einer Rückkehr schliessen lassen, 

dass es sich beim Beschwerdeführer um einem jungen, gesunden Mann 

handelt, der bis zur 8. Klasse die Schule besucht und im Getreidehandel 

ein familieneigenes Lager selbstständig betrieben hat und im Heimatstaat 

über ein Beziehungsnetz verfügt (Mutter, Schwester, Onkel), 

dass es den anlässlich seiner Anhörung genannten Problemen, welche 

seine Angehörigen heute seinetwegen hätten, nach den obenstehenden 

Erwägungen an der Glaubhaftigkeit fehlt, weshalb dieses Vorbringen bei 

der Prüfung des Wegweisungsvollzuges nicht zu berücksichtigen ist, 

dass nach dem Gesagten davon auszugehen ist, dass der Beschwerde-

führer in der Lage sein wird, in seiner Heimat für seinen Lebensunterhalt 

aufzukommen, 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/25

D-3871/2018 

Seite 10 

dass sich somit der Vollzug der Wegweisung im vorliegenden Fall auch in 

Berücksichtigung der individuellen Situation des Beschwerdeführers als 

zumutbar erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers schliesslich 

auch möglich erscheint, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 

Abs. 2 AuG) und es ihm obliegt, nötigenfalls bei der Beschaffung von Rei-

sepapieren mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), 

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, in-

wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtser-

heblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt (Art. 106 

AsylG), und – soweit überprüfbar – unangemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, 

dass mit Ergehen des vorliegenden Urteils das Gesuch um Verzicht auf 

das Erheben eines Kostenvorschusses gegenstandslos wird, 

dass, da die eingereichte Beschwerde als aussichtslos erschien, die Ge-

suche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss 

Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Bestellung eines amtlichen Rechtsbeistandes 

gemäss Art. 110a Abs. 1 AsylG abzuweisen sind,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–  

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss 

Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Bestellung eines amtlichen Rechtsbeistandes 

gemäss Art. 110a Abs. 1 AsylG werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert  30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jürg Marcel Tiefenthal Daniel Merkli 

 

 

 

Versand: