# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0508d40a-8ee0-5ec5-b71e-ad0bc0ecba1c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 22.03.2016 SK1 2015 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2015-9_2016-03-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 22. März 2016 Schriftlich mitgeteilt am: 
SK1 15 9 23. März 2016

(Mit Urteil 6B_452/2016 vom 23. Dezember 2016 hat das Bundesgericht die ge-
gen dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen.)

Urteil 
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder 
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Aktuarin Mosca

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Beschuldigter und Berufungskläger, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Albula vom 3. Dezember 2014, mitgeteilt am 6. 
März 2015, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhof-
strasse 17, 7001 Chur, Berufungsbeklagte, gegen den Beschuldigten und Beru-
fungskläger,

betreffend Verletzung der Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____ 1975 in O.1_____ geboren und wuchs im Kanton 
O.1_____ auf. Seit Juli 2010 wohnt er in O.2_____. Er ist Rechtsanwalt und arbei-
tet in der Industrie bei der Firma A._____, O.1_____. Eigenen Angaben zufolge 
beläuft sich sein Einkommen auf rund CHF 11'000.00 brutto pro Monat. Er verfügt 
weder über nennenswertes Vermögen noch hat er Schulden. X._____ ist ledig und 
hat keine Unterhaltsverpflichtungen.

X._____ ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im Register für 
Administrativmassnahmen (ADMAS) verzeichnet.

B. Mit Strafbefehl vom 5. Oktober 2012, mitgeteilt am 12. Oktober 2012, wurde 
X._____ von der Staatsanwaltschaft Graubünden der Verletzung von Verkehrsre-
geln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig 
gesprochen und mit einer Busse von CHF 300.00 bestraft, ersatzweise mit einer 
Freiheitsstrafe von drei Tagen. Diesem Strafbefehl, der gemäss Art. 356 Abs. 1 
StPO als Anklageschrift gilt, liegt folgender Sachverhalt zugrunde: 

"Am 31. August 2012, um 19.39 Uhr, übersah der Beschuldigte als Lenker 
des Personenwagens _____, GR _____, aus Unaufmerksamkeit ein signa-
lisiertes Überholverbot auf der _____strasse in O.3_____ und überholte ei-
nen in Richtung O.4_____ fahrenden Personenwagen." 

Gegen diesen Strafbefehl erhob X._____ am 27. Oktober 2012 Einsprache. Am 
31. Oktober 2012 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafuntersu-
chung gegen X._____ wegen der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von 
Art. 90 Ziff. 1 aSVG. Die Staatsanwaltschaft Graubünden nahm in der Folge weite-
re Beweise ab (Art. 355 Abs. 1 StPO). Die Strafuntersuchung wurde mit Parteimit-
teilung im Sinne von Art. 318 Abs. 1 StPO vom 18. Dezember 2012 geschlossen. 
Mit Verfügung vom 5. Februar 2013, mitgeteilt am 7. Februar 2013, hielt die 
Staatsanwaltschaft am Strafbefehl fest und überwies die Akten dem Bezirksgericht 
Albula zur Durchführung des Hauptverfahrens (Art. 356 Abs. 1 StPO). Die Staats-
anwaltschaft verzichtete sowohl auf eine Teilnahme an der Hauptverhandlung als 
auch auf die Einreichung eines Schlussberichts im Sinne von Art. 326 Abs. 2 StPO 
mit dem Hinweis, dass einzig die Frage strittig sei, ob das Vorschriftssignal "Über-
holen verboten" ausgangs O.3_____ ordnungsgemäss angebracht worden sei und 
die Staatsanwaltschaft ihren Standpunkt bereits dargelegt habe. 

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C. An der Hauptverhandlung vom 3. Dezember 2014 war X._____ anwesend. 
Die Parteien stellten folgende Schlussanträge im Sinne von Art. 81 Abs. 2 lit. d 
StPO:

Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:
"1. X._____ sei der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 

SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 aSVG schuldig zu sprechen.

 2. X._____ sei mit einer Busse von CHF 300.00 zu bestrafen. Bei 
schuldhafter Nichtbezahlung trete an Stelle der Busse eine Ersatzfrei-
heitsstrafe von 3 Tagen.

 3. Die Kosten des Verfahrens seien der beschuldigten Person aufzuerle-
gen."

Anträge X._____:
"1. Es sei festzustellen, dass die Signalisationstafel "Überholen verboten" 

nicht regelkonform angebracht war (insb. Erkennbarkeit nicht gege-
ben).

 2. Der Beschuldigte sei freizusprechen.

 3. Gesetzliche Kostenfolge."

D. Mit Urteil vom 3. Dezember 2014, gleichentags mündlich eröffnet, ohne 
schriftliche Begründung mitgeteilt am 5. Dezember 2014, erkannte das Bezirksge-
richt Albula:

"1. X._____ ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 
27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.

 2.a) Dafür wird X._____ mit einer Busse von CHF 200.00 bestraft.

    b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 2 Tage. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

 3.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 2'660.00 (Untersuchungskosten 
der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 660.00, Gerichtskosten 
CHF 2'000.00) gehen zu Lasten von X._____.

    b) X._____ schuldet dem Bezirksgericht Albula folglich:

Busse CHF 200.00

Verfahrenskosten CHF 2'660.00

Total CHF 2'860.00

In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 
30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Ein-
zahlungsschein zu bezahlen.

    c) Wird eine schriftliche Begründung verlangt, ist mit Gerichtskosten von 
CHF 4'000.00 zu rechnen.

 4. Das Gericht stellt den Parteien nachträglich ein begründetes Urteil zu, 
wenn eine Partei dies innert 10 Tagen nach Zustellung des vorlie-

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genden Dispositivs verlangt oder eine Partei ein Rechtsmittel ergreift 
(Art. 82 Abs. 2 lit. a und b StPO). Andernfalls wird das Urteil ohne 
schriftliche Begründung rechtskräftig.

 5. (Rechtsmittelbelehrung)."        

Mit Schreiben vom 3. Dezember 2014 beantragte X._____ die schriftliche Begrün-
dung des Urteils vom 3. Dezember 2014. Am 11. Dezember 2014 meldete 
X._____ die Berufung gegen das fragliche Urteil beim Bezirksgericht Albula an 
und beantragte nochmals die schriftliche Begründung des Urteils.

E. Mit Urteil vom 3. Dezember 2014, mitgeteilt am 18. Dezember, wiederum 
ohne schriftliche Begründung, berichtigte das Bezirksgericht Albula Ziff. 3 des Dis-
positivs in Bezug auf die Gerichtskosten gestützt auf Art. 83 StPO wie folgt:

"3.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 2'060.00 (Untersuchungskosten 
der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 660.00, Gerichtskosten 
CHF 1'400.00) gehen zu Lasten von X._____.

   b) X._____ schuldet dem Bezirksgericht Albula folglich:

Busse CHF 200.00

Verfahrenskosten CHF 2'060.00

Total CHF 2'260.00

In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 
30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Ein-
zahlungsschein zu bezahlen.

  c) Wird eine schriftliche Begründung verlangt, ist mit Gerichtskosten in 
Höhe von CHF 2'000.00 zu rechnen."

Mit Schreiben vom 24. Dezember 2014 an das Bezirksgericht Albula meldete 
X._____ auch Berufung gegen das am 18. Dezember 2014 berichtigte Urteil an. 
Am 6. März 2015 wurde das begründete Urteil auf Wunsch von X._____ ihm per-
sönlich übergeben.

F. Am 16. März 2015 meldete X._____ erneut die Berufung gegen das am 6. 
März 2015 schriftlich mitgeteilte, begründete Urteil des Bezirksgerichts Albula an. 
Dieses Schreiben wurde in Folge an das Kantonsgericht von Graubünden weiter-
geleitet. Mit Schreiben des Vorsitzenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 20. März 2015 wurde X._____ darüber in Kenntnis gesetzt, 
dass seine Eingabe vom 16. März 2015 vom Wortlaut her grundsätzlich auf eine 
Erweiterung des Beweisverfahrens vor erster Instanz abziele und den vom Gesetz 
verlangten formellen Anforderungen nicht entsprechen würde. Gestützt auf Art. 
400 Abs. 1 StPO wurde X._____ eine Frist bis zum 10. April 2005 gewährt, um zu 
erklären, ob seine Eingabe vom 16. März 2014 als Berufungserklärung aufzufas-

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sen sei, bejahendenfalls das Urteil ganz oder nur teilweise angefochten werde, 
welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils verlangt würden und welche 
Beweisanträge gestellt würden.

Am 25. März 2015 liess X._____ dem Kantonsgericht eine Berufungsbegründung 
zukommen mit folgenden Anträgen:

"1. Das eingangs erwähnte Urteil vom 3. Dezember 2014 sei aufzuheben;

 2. es sei festzustellen, dass das Signal Überholverbot an der 
_____strasse in O.3_____ (Fahrtrichtung O.4_____) am 31. Dezem-
ber 2012 nicht gut erkennbar angebracht war;

 3. der Angeklagte sei freizusprechen;

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beru-
fungsbeklagten;

Eventualiter seien die Gebühren der StA GR sowie die Gerichtsge-
bühren der ersten und zweiten Instanz bei einer Bestätigung des Ur-
teils in Anwendung von StPO 417 der Staatsanwaltschaft aufzuerle-
gen."

Mit Schreiben vom 8. April 2015 verzichtete die Staatsanwaltschaft Graubünden 
auf eine Stellungnahme.

G. Mit Beschluss der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
vom 18. Mai 2015 wurde gestützt auf Art. 406 Abs. 1 lit. c StPO die Durchführung 
des schriftlichen Verfahrens angeordnet. Dem Berufungskläger wurde Frist bis 
zum 8. Juni 2015 gewährt, um eine schriftliche Berufungsbegründung einzurei-
chen. Am 7. Juni 2015 reichte X._____ dem Kantonsgericht eine schriftliche Beru-
fungsbegründung ein.  

Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 15. Juni 2015 auf eine Stellung-
nahme. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte mit Vernehmlassung vom 
18. Juni 2015 die kostenfällige Abweisung der Berufung. Im Wesentlichen wurde 
darauf hingewiesen, dass ein um wenige Zentimeter falsch platziertes Signal kei-
nen rechtsrelevanten Verfahrensfehler darstellen würde. Selbst wenn das in Frage 
stehende Verbotssignal zu tief angebracht worden sein sollte, würde dies X._____ 
nicht entlasten, zumal das Überholverbot gut erkennbar gewesen sei. Der Ein-
wand, dass es vom vorausfahrenden Fahrzeug verdeckt worden sei, sei nicht zu 
hören, zumal X._____ es bei Einhaltung eines normalen Sicherheitsabstandes 
rechtzeitig hätte erkennen können. 

X._____ nahm am 15. Juli 2015 zur Vernehmlassung der Staatsanwaltschaft Stel-
lung. Er legte dar, dass das fragliche Signal nicht - wie von der Staatsanwaltschaft 

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behauptet - um wenige Zentimeter falsch platziert sei, sondern gegenüber der 
Norm mehr als 135 cm zu tief angebracht worden sei. Gemäss seiner Einschät-
zung habe dieser Umstand einen erheblichen Einfluss auf die Erkennbarkeit des in 
Frage stehenden Signals. Die Argumentation der Vorinstanz, das Signal wäre 
auch bei regelkonformer Anbringung von einem Lastwagen verdeckt worden, sei 
bereits in der Berufungsbegründung vom 25. März 2015 widerlegt worden. 

 Mit Schreiben vom 4. August 2015 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine 
weitere Stellungnahme. 

Auf die weitergehenden Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im angefoch-
tenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            

II. Erwägungen

1.a) Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 
StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Ge-
richt innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Proto-
koll anzumelden, worauf das erstinstanzliche Gericht die Anmeldung nach Ausfer-
tigung des begründeten Urteils zusammen mit den Akten dem Kantonsgericht als 
Berufungsgericht übermittelt (Art. 399 Abs. 2 StPO; Art. 22 des Einführungsgeset-
zes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). Nach 
Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Berufung angemeldet hat, dem Kan-
tonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine 
schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben hat, ob sie das Urteil 
vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche Abänderungen des erstin-
stanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Beweisanträge sie stellt (lit. c).

b) Gegen das am 3. Dezember 2014 mündlich eröffnete und am 5. Dezember 
2014 im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Albula meldete der Beru-
fungskläger fristgerecht am 11. Dezember 2014 die Berufung an (act. A.1). Da die 
bereits erfolgte Berufungsanmeldung im nachträglich berichtigten Urteilsdispositiv 
vom 18. Dezember 2014 nicht vermerkt worden war, meldete der Berufungskläger 
seine Berufung hinsichtlich des berichtigten Urteilsdispositivs am 24. Dezember 
2014 erneut an. Nach persönlicher Übergabe des begründeten Urteils am 6. März 

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2015 reichte der Berufungskläger alsdann am 16. März 2015 seine "Anmeldung 
zur Berufung" nebst verschiedenen Beilagen (Kartenausschnitt aus google maps 
und drei Fotos) an das Bezirksgericht Albula ein (act. A.2). Dieses Schreiben wur-
de in der Folge an das Kantonsgericht weitergeleitet. Mit Schreiben des Vorsit-
zenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 20. März 
2015 wurde X._____ darauf hingewiesen, dass seine Eingabe vom 16. März 2015 
vom Wortlaut her grundsätzlich auf eine Erweiterung des Beweisverfahrens vor 
erster Instanz abziele und den vom Gesetz verlangten formellen Anforderungen 
nicht entspreche. Gestützt auf Art. 400 Abs. 1 StPO wurde X._____ eine Frist bis 
zum 10. April 2015 gewährt, um zu erklären, ob seine Eingabe vom 16. März 2014 
als Berufungserklärung aufzufassen sei, bejahendenfalls das Urteil ganz oder nur 
teilweise angefochten werde, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils 
verlangt würden und welche Beweisanträge gestellt würden (act. D.2). Am 25. 
März 2015 liess X._____ dem Kantonsgericht nicht einzig die Berufungsanträge, 
sondern eine Berufungsbegründung zukommen (act. A.3). Mit Beschluss vom 18. 
Mai 2015 des Vorsitzenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden wurde gestützt auf Art. 406 Abs. 1 lit. c StPO die Durchführung des 
schriftlichen Verfahrens angeordnet. Dem Berufungskläger wurde Frist bis zum 8. 
Juni 2015 gewährt, um eine schriftliche Berufungsbegründung einzureichen. Am 7. 
Juni 2015 reichte X._____ dem Kantonsgericht eine schriftliche Berufungsbegrün-
dung ein.

Die Berufung ist somit frist- und formgerecht erhoben worden, weshalb darauf ein-
zutreten ist. 

c) Bildete - wie dies vorliegend der Fall ist - ausschliesslich eine Übertretung 
Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens, so kann mit der Berufung nur gel-
tend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des 
Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung 
(Art. 398 Abs. 4 StPO). Die Rüge der offensichtlich unrichtigen oder auf Rechts-
verletzung beruhenden Feststellung des Sachverhalts entspricht Art. 97 BGG. Of-
fensichtlich unrichtig ist eine Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich ist (Lu-
zius Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizeri-
sche Strafprozessordnung, Art. 196-457 StPO, 2. Aufl., Basel 2014, N 3a zu Art. 
398 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, so fällt es ein neues 
Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (Art. 408 StPO). Weist das erstinstanz-
liche Verfahren aber Mängel auf, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden 
können, so hebt das Berufungsgericht das angefochtene Urteil auf und weist die 
Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines 

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neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurück (Art. 409 Abs. 1 StPO). Im 
vorliegenden Fall ist - wie sich nachstehend ergibt - eine Rückweisung nicht erfor-
derlich.

2. Das Berufungsverfahren ist grundsätzlich mündlich (Art. 405 StPO). Schrift-
liche Berufungsverfahren sollen nach der Schweizerischen Strafprozessordnung 
die Ausnahme bilden (BGE 139 IV 290 E. 1.1 S. 291 f. = Pra 2014 Nr. 20 mit wei-
teren Hinweisen). Art. 406 StPO zählt abschliessend auf, in welchen Fällen das 
Berufungsgericht die Berufung im schriftlichen Verfahren behandeln kann. 
Gemäss Art. 406 Abs. 1 StPO kann das schriftliche Verfahren angeordnet werden, 
wenn ausschliesslich Rechtsfragen zu entscheiden sind (lit. a), wenn der Zivil-
punkt angefochten ist (lit. b), wenn Übertretungen Gegenstand des erstinstanzli-
chen Urteils bilden und mit der Berufung nicht ein Schuldspruch wegen eines Ver-
brechens oder Vergehens beantragt wird (lit. c), wenn Kosten-, Entschädigungs- 
und Genugtuungsfolgen (lit. d) oder Massnahmen im Sinne von Art. 66-73 StGB 
angefochten sind (lit. e). Mit Beschluss vom 18. Mai 2015 ordnete die I. Strafkam-
mer gestützt auf Art. 406 Abs. 1 lit. c StPO die Durchführung des schriftlichen Ver-
fahrens an (act. D.4), weil lediglich eine Übertretung Gegenstand des erstinstanz-
lichen Verfahrens bildete. Zudem wird mit der Berufung kein Schuldspruch wegen 
eines Verbrechens oder Vergehens beantragt. Eine mündliche Verhandlung ist 
namentlich auch deshalb entbehrlich, weil weder neue Behauptungen noch Be-
weise vorgebracht werden können (Luzius Eugster, a.a.O., N 4 zu Art. 406 StPO). 
Im Übrigen ist hierzu zu bemerken, dass die Vorinstanz bereits eine öffentliche 
Verhandlung mit Urteilsverkündung durchgeführt hat, eine reformatio in peius auf-
grund der ausschliesslich durch den Beschuldigten eingelegten Berufung ausge-
schlossen ist und der Berufungskläger gegen die Anordnung des schriftlichen Ver-
fahrens keine Einwände erhoben hat. 

3.a) Zusammen mit der "Anmeldung" zur Berufung vom 16. März 2015 hat 
X._____ vier Beilagen (Kartenausschnitt aus google maps und drei Fotos) einge-
reicht. In seiner Berufungsbegründung vom 7. Juni 2015 führt er dazu aus, die 
erwähnten Beweise hätten bereits dem Bezirksgericht Albula zur Würdigung vor-
gelegen. Ausnahme würden die Beilagen zur Berufungserklärung vom 25. März 
2015 bilden, die in den Akten anlässlich der Akteneinsicht vom 6. März 2015 nicht 
wiedergefunden worden seien beziehungsweise angerufene Beweismittel und Ar-
gumente, zu deren Anrufung erst die schriftliche Begründung des Bezirksgerichts 
Albula Anlass gegeben habe (Akten Kantonsgericht, Beilage 1). 

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b) Art. 398 Abs. 4 Satz 2 StPO bestimmt, dass im Berufungsverfahren keine 
neuen Behauptungen und Beweise vorgebracht werden können, wenn aussch-
liesslich Übertretungen zu beurteilen sind. Neu im Sinne dieser Bestimmung sind 
Tatsachen und Beweise, die im erstinstanzlichen Verfahren nicht vorgebracht 
wurden. Nicht darunter fallen demgegenüber Beweise, die beantragt, erstinstanz-
lich jedoch abgewiesen wurden. Der Berufungskläger kann im Berufungsverfahren 
namentlich rügen, die erstinstanzlich angebotenen Beweise seien (in antizipierter 
Beweiswürdigung) willkürlich abgewiesen worden (vgl. dazu Urteil des Bundesge-
richts 6B_362/2012 vom 29. Oktober 2012  E. 8). Die Berufungsinstanz entschei-
det somit aufgrund der bereits vor erster Instanz vorgebrachten Behauptungen 
und der bestehenden Beweisgrundlage. Hat die erste Instanz Beweise willkürlich 
nicht abgenommen, kann die Berufungsinstanz den Entscheid nur aufheben und 
muss den Fall zur Beweisabnahme und neuer Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückweisen (Luzius Eugster, a.a.O., N 3a zu Art. 398 StPO, N 5 zu Art. 399 
StPO. 

c) Vorliegend ist nach dem Gesagten die Beilage 1 des Berufungsklägers 
(/@46.5801383,9.6221055,514m/data=3m1/1e3) aus dem Recht zu weisen, zu-
mal diese Beilage der Vorinstanz nicht zur Verfügung stand und vom Berufungs-
kläger auch nicht angeboten wurde. Aber wie noch zu zeigen sein wird, bedarf es 
für die Beurteilung des Falles keiner Distanzmessung zwischen der Verkehrsinsel 
und dem fraglichen Signal, weshalb die I. Strafkammer des Kantonsgerichts die 
Sache nicht zur Beweisabnahme an die Vorinstanz zurückweisen muss. Ebenfalls 
aus dem Recht zu weisen sind die zusätzlichen Fotos aus anderen Blickwinkeln 
(Beilage 2 und 3) im Zusammenhang mit der unübersichtlichen Situation kurz 
nach dem fraglichen Signal. Auch dieser Fotos bedarf es nicht, um den Fall beur-
teilen zu können. Kommt hinzu, dass dieses Beweismaterial der Vorinstanz bei 
der Entscheidfindung nicht zur Verfügung stand und die Angelegenheit aufgrund 
der bestehenden Beweisgrundlage zu beurteilen ist. 

4. Der Berufungskläger wurde von der Vorinstanz der Verletzung von Art. 27 
Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 aSVG schuldig gesprochen und hier-
für mit einer Busse von CHF 200.00, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 
zwei Tagen, bestraft. Mit der vorliegenden Berufung verlangt X._____ die Aufhe-
bung des angefochtenen Urteils und damit einhergehend einen Freispruch vom 
Vorwurf der ihm zur Last gelegten Verletzung von Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbin-
dung mit Art. 90 Ziff. 1 aSVG. Es sei festzustellen, dass das Signal "Überholver-
bot" an der _____strasse in O.3_____ (Fahrtrichtung O.4_____) am 31. Dezember 
2012 nicht gut erkennbar angebracht gewesen sei. Dem antragsmässigen Aus-

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gang des Verfahrens entsprechend seien die Kosten des Verfahrens der Staats-
anwaltschaft Graubünden aufzuerlegen. Eventualiter seien die Gebühren der 
Staatsanwaltschaft Graubünden sowie die Gerichtsgebühren der ersten und zwei-
ten Instanz bei einer Bestätigung des Urteils in Anwendung von Art. 417 StPO der 
Staatsanwaltschaft aufzuerlegen.

5.a) Die Vorinstanz zog im Wesentlichen in Erwägung, dass die Signalisation 
des Überholverbots hinreichend klar sei und dass sie von den sich im Strassen-
verkehr vorschriftsgemäss verhaltenden und aufmerksamen Verkehrsteilnehmer 
ohne Weiteres und rechtzeitig erkannt werden konnte. Der Vertikalabstand zwi-
schen der Strasse und dem unteren Rand der Tafel betrage rund 70 cm, woraus 
geschlossen werden könne, dass die Höhe des Signals im von Art. 103 Abs. 3 der 
Signalisationsverordnung (SSV; SR 741.21) festgelegten Bereich von 0.60 bis 
2.50 m liege. Zwar würden die Ziffern 5 und 7 SN 640 846 darauf hinweisen, dass 
die Hochlage bei Signalen in der Regel die bessere Sichtbarkeit gewährleiste. Je-
doch sei zu beachten, dass diese Norm gemäss Ziffer 2 lediglich Angaben für das 
Aufstellen der Gefahren-, Vorschrifts-, Vortritts- und Hinweissignale enthalte. Es 
handle sich demzufolge um Richtlinien, bei deren Beachtung der Behörde ein Er-
messensspielraum zukomme. Ziffer 7 SN 640 846 weise lediglich darauf hin, dass 
neben der Fahrbahn aufgestellte Signale "grundsätzlich" in Hochlage anzubringen 
seien und dass auch eine Anbringung in Tieflage zweckmässig sein könne. Aus-
serdem befinde sich vor dem signalisierten Überholverbot in der Mitte der Fahr-
bahn eine Verkehrsinsel, auf welcher das Signal "Hindernis rechts umfahren" ste-
he. Bereits aufgrund der Verkehrsinsel werde die Aufmerksamkeit des Verkehrs-
teilnehmers auf eine Höhe gelenkt, welche sich im Bereich der Tieflage befinde. 
Darum sei nicht zu beanstanden, dass die kurz darauf folgende Signalisation des 
Überholverbots ebenfalls in Tieflage angebracht worden sei. Daran ändere nichts, 
dass vorausfahrende Fahrzeuge die Sicht auf ein in Tieflage angebrachtes Signal 
für eine gewisse Zeit einschränken würden. Damit Signale auch im Kolonnenver-
kehr rechtzeitig erkannt werden können, seien Verkehrsteilnehmer verpflichtet, zu 
den vorausfahrenden Fahrzeugen einen genügenden Abstand einzuhalten (Art. 34 
Abs. 4 SVG). Lehre und Rechtsprechung würden für den unter Personenwagen 
auf trockener Fahrbahn einzuhaltenden Minimalabstand auf die Regeln "halber 
Tacho" und "2 Sekunden Abstand" abstellen (BGE 131 IV 133 E. 3.1). Bei Einhal-
tung des in diesem Sinne ausreichenden Abstandes würden einem Fahrzeugfüh-
rer mindestens 2 Sekunden verbleiben und eine je nach gefahrener Geschwindig-
keit grössere oder kürzere Strecke, um das Überholverbot zu erkennen. Selbst 
wenn die Signalisation mangels Einhaltung sämtlicher Vorschriften rechtswidrig 

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gewesen wäre, hätte sie der Berufungskläger schliesslich beachten müssen, zu-
mal sie leicht zu erkennen gewesen sei.

b) Der Berufungskläger wirft der Vorinstanz vor, in einem Punkt die tatsächli-
chen Gegebenheiten verzerrt zu haben und den Sachverhalt selektiv und teilweise 
unzutreffend gewürdigt zu haben. So habe die Vorinstanz ausser Acht gelassen, 
dass ein direkt vorausfahrendes Fahrzeug involviert gewesen sei. Ein unterhalb 
des Signals "Höchstgeschwindigkeit 60 km/h" angebrachtes Signal "Überholen 
verboten" werde durch ein vorausfahrendes Fahrzeug zwingend häufiger und wei-
tergehender verdeckt, als wenn es oberhalb des erstgenannten Signals ange-
bracht worden wäre. Sodann habe die Vorinstanz verkannt, dass es nicht im Er-
messen des Gerichts liege, die Gründe für die Zweckmässigkeit eines Signals in 
Tieflage nachträglich frei zu erfinden. Die Zweckmässigkeit müsse sich immer auf 
die gute Erkennbarkeit des in Frage stehenden Signals beziehen oder dürfe diese 
zumindest nicht verhindern. Ein derartiger Grund sei jedoch hier nicht gegeben 
und sei auch nie geltend gemacht worden. Insbesondere könne vorliegend die 
Zweckmässigkeit der Tieflage des Signals "Hindernis rechts umfahren" nicht als 
zutreffende Begründung für die Zweckmässigkeit der Tieflage des Signals "Über-
holen verboten" herangezogen werden. Obwohl die Verkehrsinsel in Fahrtrichtung 
O.4_____ grundsätzlich keinen direkten Regelungsgehalt habe (die Strassen-
führung werde durch die Verkehrsinsel in Fahrtrichtung O.4_____ gar nicht verän-
dert), versuche das Bezirksgericht Albula, die Zweckmässigkeit der Tieflage des 
mehr als 30 Meter später folgenden Signals "Überholen verboten" nachträglich 
anhand dieser Verkehrsinsel herzuleiten. Sodann blende die Vorinstanz aus, dass 
gerade bei einer bestehenden Gefahr, dass ein Signal am rechten Fahrbahnrand 
durch vorausfahrende Fahrzeuge verdeckt werden könnte, dieses Signal am lin-
ken Fahrbahnrand wiederholt werden sollte, damit der Zweck der guten Erkenn-
barkeit erreicht werden könne.

c) Art. 5 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetz (SVG; SR 741.01) bestimmt, 
dass Beschränkungen und Anordnungen für den Motorfahrzeug- und Fahrradver-
kehr durch Signale und Markierungen angezeigt werden müssen, sofern sie nicht 
für das ganze Gebiet der Schweiz gelten. Art. 27 Abs. 1 SVG verlangt von den 
Strassenbenützern die Befolgung der Signale und Markierungen. Voraussetzung 
für die Verbindlichkeit von Signalen ist insbesondere, dass sie den Vorschriften 
der Strassensignalisationsverordnung (SSV; SR 741.21) entsprechen (Stefan Ma-
eder, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar, Strassenverkehrs-
gesetz, Basel 2014, N 20 zu Art. 27 SVG). Allerdings richten sich die Signale und 
Markierungen in der Regel an eine Vielzahl von Strassenbenützern. Diese müssen 

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sich auf die Verkehrszeichen verlassen können, und eine allfällige Rechtswidrig-
keit eines solchen Zeichens ist für sie meist nicht erkennbar. Im Interesse der Ver-
kehrssicherheit verlangt die Rechtsprechung des Bundesgerichts deshalb, dass 
auch nicht rechtmässig aufgestellte Signale und Markierungen befolgt werden 
müssen. Diese Pflicht zur Beachtung rechtswidriger Verkehrszeichen ergibt sich 
aus dem aus Art. 26 Abs. 1 SVG abgeleiteten Vertrauensgrundsatz im Strassen-
verkehr. Der Strassenbenützer, der die Rechtswidrigkeit eines Signals kennt, darf 
nicht durch dessen Missachtung andere Verkehrsteilnehmer, die auf den dadurch 
geschaffenen Rechtsschein vertrauen, gefährden (BGE 128 IV 184 E. 4.2; BGE 
99 IV 164 E. 6). Die genannte Pflicht bezieht sich freilich nur auf Verkehrszeichen, 
die einen schützenswerten Rechtsschein für andere Verkehrsteilnehmer zu be-
gründen vermögen, dagegen nicht auf Anordnungen, deren Missachtung keine 
konkrete Gefährdung anderer Strassenbenützer bewirkt. Die Verbindlichkeit ver-
trauensbegründender Verkehrszeichen findet eine Grenze zudem bei nichtigen 
Anordnungen, deren Mangelhaftigkeit besonders schwer wiegt und offensichtlich 
oder zumindest leicht erkennbar ist (BGE 128 IV 184 E. 4.2 mit weiteren Hinwei-
sen; Stefan Maeder, Basler Kommentar, a.a.O., N 24 f. zu Art. 27 SVG). 

Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, unterscheidet man bei der Frage, ob 
ein Signal rechtsbeständig und damit beachtlich ist, zwischen der Rechtmässigkeit 
der Verfügung (d.h., ob ein allfälliger Fehler die der Signalisation zugrundeliegen-
de Verfügung betrifft) und der Rechtmässigkeit des Realaktes (d.h., ob das eigent-
liche Anbringen der Signalisation fehlerhaft war). Eine akzessorische Überprüfung 
der Rechtmässigkeit der einem Signal zugrundeliegenden Verfügung ist in einem 
Strafverfahren unter bestimmten Voraussetzungen möglich (vgl. Stefan Maeder, 
Basler Kommentar, a.a.O., N 26 ff. zu Art. 27 SVG). Vorliegend wurde das fragli-
che Überholverbot vom Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit 
Graubünden mit Verfügung vom 7. Juni 2007 angeordnet, um gefährliche Über-
holmanöver im Innerortsbereich zu verhindern (Art. 5 Abs. 3 SVG; Art. 38 Abs. 1 
des Strassengesetzes des Kantons Graubünden [StrG; BR 807.100]. Das Über-
holverbot wurde am 28. Juni 2007 amtlich publiziert (Art. 107 Abs. 1 SSV), ist un-
angefochten geblieben und damit in Rechtskraft erwachsen (vgl. act. 19). Es ist 
unbestritten, dass von der Rechtmässigkeit der dem Signal "Überholen verboten" 
zugrundeliegenden Verfügung auszugehen ist, weshalb auf diese Frage nicht wei-
ter einzugehen ist.  

Von Bedeutung ist vorliegend die Frage der Rechtmässigkeit des Realaktes. Der 
Strafrichter ist befugt zu prüfen, ob die Signalisation im konkreten Fall hinreichend 
klar war und von den Verkehrsteilnehmern rechtzeitig erkannt werden konnte (Ste-

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fan Maeder, Basler Kommentar, a.a.O., N 36 zu Art. 27 SVG, BGE 126 IV 138 E. 
4). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts verpflichten Gebots- und Ver-
botssignale nämlich nur, wenn sie auch für ortsfremde Verkehrsteilnehmer klar 
und ohne Weiteres in ihrer Bedeutung erkennbar sind und leicht sowie rechtzeitig 
erkannt werden können. Dabei ist der Massstab eines Fahrzeuglenkers zugrunde 
zu legen, der dem Strassenverkehr die notwendige und von ihm vernünftigerweise 
zu erwartenden Aufmerksamkeit zuwendet (BGE 127 IV 229 E. 2. c/aa mit weite-
ren Hinweisen; Stefan Maeder, Basler Kommentar, a.a.O., N 41 zu Art. 27 SVG). 
Wenn die Rechtswidrigkeit des Realaktes bejaht wird, bedeutet dies jedoch nicht 
schlechthin, dass das fragliche Signal unbeachtlich wäre: Vielmehr ist zu prüfen, 
ob sich eine Pflicht zur Beachtung der rechtswidrigen Signalisation aus Art. 26 
SVG ergibt, was insbesondere der Fall sein kann, wenn das an sich vorschrifts-
widrig platzierte Signal dennoch leicht erkennbar ist (Stefan Maeder, Basler Kom-
mentar, a.a.O., N 38 zu Art. 27 SVG). 

d)aa) Vorschriften in Bezug auf die Signalisation finden sich unter anderem in Art. 
103 SSV. Nach Art. 103 Abs. 1 SSV stehen Signale am rechten Strassenrand und 
können am linken Strassenrand wiederholt, über die Fahrbahn gehängt, auf Inseln 
gestellt oder in zwingenden Ausnahmefällen ausschliesslich links angebracht wer-
den. Signale werden nach Abs. 2 von Art. 103 SSV so aufgestellt, dass sie recht-
zeitig erkannt und nicht durch Hindernisse verdeckt werden. Unbeleuchtete Signa-
le (Art. 102 Abs. 4 SSV) müssen vom Licht der Fahrzeuge getroffen werden. Die 
Unterkante der Signale muss zwischen 0.60 und 2.50 m über der Fahrbahn liegen 
(Art. 103 Abs. 3 SSV). Gemäss Art. 101 Abs. 6 SSV dürfen am gleichen Pfosten 
zwei, in zwingenden Ausnahmefällen drei Signale angebracht werden. In der Re-
gel stehen von oben nach unten: Gefahrensignale, Vorschrifts- oder Vortrittssigna-
le. 

bb) Weitere Vorschriften in Bezug auf die Signalisation von Strassen wurden 
von der Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute (VSS) erlassen. Der 
Schweizerische Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) ist ein Zu-
sammenschluss von landesweit über 2000 Fachleuten, Firmen und Institutionen 
des privaten und des öffentlichen Sektors, der sich der Ausarbeitung und Festle-
gung von auf dem neusten Stand der Technik und Wissenschaft beruhenden 
Standards für Bau und Betrieb von Verkehrsinfrastrukturanlagen verschrieben hat. 
Rechtsverbindlich werden diese Normen - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - 
erst, wenn sie vom kantonalen oder Bundesrecht für verbindlich erklärt werden. Im 
vorliegend interessierenden Zusammenhang hält Art. 115 Abs. 2 SSV fest, dass 
das UVEK für die Anwendung der SSV Weisungen erlassen kann. Art. 115 Abs. 1 

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SSV bestimmt, dass das UVEK unter anderem bezüglich Markierungen Weisun-
gen erteilen und technische Normen als rechtsverbindlich erklären kann. Art. 1 der 
Verordnung des UVEK über die auf die Signalisation von Strassen, Fuss- und 
Wanderwegen anwendbaren Normen führt aus, dass diese Verordnung Normen 
des Schweizerischen Verbands der Strassen und Verkehrsfachleute (VSS) 
enthält, die anzuwenden sind. Art. 2 lit. l der Verordnung des UVEK über die auf 
die Signalisation von Strassen, Fuss- und Wanderwegen anwendbaren Normen 
bestimmt unter anderem, dass für die Anordnung von Signalen an Haupt- und Ne-
benstrassen die VSS-Norm SN 640 846 anzuwenden ist. Das Bundesgericht äus-
sert sich kurz zur Verbindlichkeit von VSS-Normen im Entscheid 1C_382/2008, 
Erwägung 3.3. Immerhin kann daraus geschlossen werden, dass die Rechtsver-
bindlichkeit von VSS-Normen dann gegeben ist, wenn sie gesetzlich angeordnet 
werden. Schliesslich bestätigt sich die Schlussforderung aus den Erwägungen des 
Bundesgerichts in einem im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU erstellten 
Rechtsgutachten des Advokaturbüros Brunner, Stoll, Schulthess in Reinach/BL, 
betreffend "Möglichkeiten der Nutzbarmachung von technischen Normen in 
Rechtssätzen und Vollzugshilfen". Dieses Gutachten führt aus, Rechtserlasse wie 
die Verfassung, die Gesetze und die Verordnungen seien rechtsverbindlich. Es 
geht unter anderem auf den Begriff "Technische Normen" ein und erläutert, dass 
in der Schweiz die technische Normung weitgehend unter dem Dach der Schwei-
zerischen Normvereinigung (SNV) erfolgt. Die Normungsarbeit finde in den einzel-
nen Fachbereichen statt, unter anderem in solchen für das Strassen- und Ver-
kehrswesen. Der normative Charakter der technischen Normen ergebe sich nicht 
aufgrund staatlicher Autorität, sondern aus der Anerkennung durch die Fachwelt. 
Sie könnten jedoch indirekt öffentlich-rechtliche Rechtswirkungen erzielen, wenn 
das anwendbare Recht auf solche Normen verweise. Vorliegend ist dies, wie be-
reits ausgeführt, der Fall. Art. 115 Abs. 1 SSV sieht vor, dass das UVEK unter an-
derem bezüglich Markierungen Weisungen erteilen und technische Normen als 
rechtsverbindlich erklären kann. Art. 2 lit. l der Verordnung des UVEK über die auf 
die Signalisation von Strassen, Fuss- und Wanderwegen anwendbaren Normen 
bestimmt unter anderem, dass für die Anordnung von Signalen an Haupt- und Ne-
benstrassen die VSS-Norm SN 640 846 anzuwenden ist. 

cc) Ziffer 5 von SN 640 846 kann entnommen werden, dass Signale grundsätz-
lich am rechten Strassenrand stehen. Sie können am linken Strassenrand wieder-
holt, über die Fahrbahn gehängt, auf Inseln gestellt oder in zwingenden Fällen 
ausschliesslich links angebracht werden. Signale sind so aufzustellen, dass sie 
vom Strassenbenützer bei Tag und Nacht rechtzeitig wahrgenommen und richtig 

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gedeutet werden können. Sie sollen durch zirkulierende oder abgestellte Fahrzeu-
ge oder durch Fussgänger möglichst nicht verdeckt werden; die Hochlage gewähr-
leiste in der Regel eine bessere Sichtbarkeit (Ziffer 5 von SN 640 864). Für den 
Fall, dass mehrere Signale am gleichen Träger angebracht sind, sieht Ziffer 6 SN 
640 864 in Ergänzung zu Art. 101 Abs. 6 SSV vor, dass das Anbringen mehrerer 
Signale am gleichen Träger der kurz aufeinanderfolgenden Aufstellung vorzuzie-
hen sei. Ziffer 7 von SN 640 846 ist zu entnehmen, dass Signale neben der Fahr-
bahn grundsätzlich in Hochlage (Unterkante 2,00 bis 2,50 m) anzubringen seien. 
In gewissen Fällen könne das Anbringen in Tieflage (0,60 bis 0,90 m) zweckmäs-
sig sein, so z.B. für Sig. 2.34/2.35 "Hindernis rechts/links umfahren" und Sig. Nr. 
3.01 "Stop".

e) Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, zeichnet die Strasse durch 
O.3_____ Fahrtrichtung O.4_____ im vorliegend interessierenden Strassenab-
schnitt  eine leichte, langgezogene Linkskurve. Vor der fraglichen Signaltafel be-
findet sich eine Verkehrsinsel, welche in beiden Fahrtrichtungen jeweils mit einer 
kurzen Sicherheitslinie (Sig. 6.01) und anschliessender Sperrfläche (Sig. 6.20) 
markiert ist. Nach der Insel wird die Sicherheitslinie ungefähr auf der Höhe des 
Signals aufgehoben (vgl. Übersicht act. 9). Das Signal "Überholen verboten" (Sig. 
2.44; Art. 26 SSV) ist am rechten Fahrbahnrand auf einem Träger mit dem Signal 
"Höchstgeschwindigkeit" (Sig. 2.30; Art. 22 SSV) 60 km/h angebracht, wobei das 
Signal "Überholen verboten" unterhalb der signalisierten Höchstgeschwindigkeit 
platziert wurde. Der Vertikalabstand zwischen der Strasse und dem unteren Rand 
der Tafel beträgt rund 70 cm (vgl. act. 12). Dementsprechend ist der in Art. 103 
Abs. 3 SSV festgesetzte Bereich von 0.60 bis 2.50 m eingehalten. Die Sicht auf 
das Signal ist frei. Weder Gebäude noch Pflanzen schränken die Sicht auf das 
Signal ein. Es besteht an dieser Stelle auch keine Möglichkeit, Fahrzeuge abzu-
stellen. Die Tafel ist in gutem Zustand und es ist deutlich erkennbar, dass ein 
Überholverbot signalisiert ist.

f) Der Berufungskläger macht nun geltend, die Vorinstanz habe den entschei-
denden Aspekt nicht berücksichtigt, dass in der fraglichen Phase ein direkt voraus-
fahrendes Fahrzeug involviert gewesen sei, welches die Sicht auf den rechten 
Strassenrand verdeckt habe, weshalb das Überholverbot für ihn nicht ersichtlich 
gewesen sei. Der Berufungskläger übersieht bei seiner Argumentation, dass die 
Verkehrsteilnehmer gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG verpflichtet sind, zu den voraus-
fahrenden Fahrzeugen einen ausreichenden Abstand zu wahren. Was unter ei-
nem "ausreichenden Abstand" im Sinne von Art. 34 Abs. 4 SVG zu verstehen ist, 
hängt von den gesamten Umständen ab. Dazu gehören unter anderem die Stras-

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sen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der beteiligten 
Fahrzeuge. In Sinne von Faustregeln stellen Lehre und Rechtsprechung für den 
unter Personenwagen auf trockener Fahrbahn einzuhaltenden Minimalabstand auf 
die Regeln "halber Tacho" und "2 Sekunden Abstand" ab (BGE 121 IV 133 E. 3.1 
mit weiteren Hinweisen). Um das Überholverbot zu erkennen, verbleiben in Befol-
gung der "2 Sekunden Abstand" Regelung somit mindestens zwei Sekunden und 
eine - je nach gefahrener Geschwindigkeit - grössere oder kürzere Strecke. Bei 50 
km/h rund 25 m und bei 40 km/h rund 20 m (vgl. auch act. 19: Stellungnahme Adj. 
Uof. B._____, Chef Verkehrstechnik Kantonspolizei Graubünden vom 30. Novem-
ber 2012). War das fragliche Signal demnach trotz des vorausfahrenden Fahr-
zeugs auf einer Strecke von 20 bis 25 Meter und einer Dauer von mindestens 2 
Sekunden gut sichtbar, so ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zum 
Schluss gekommen ist, der Berufungskläger habe - sofern er den vorgeschriebe-
nen Abstand zum vorderen Fahrzeug eingehalten und dem Strassenverkehr die 
notwendige und von ihm vernünftigerweise zu erwartende Aufmerksamkeit zuge-
wendet hätte - die Signalisation leicht sowie rechtzeitig erkennen können und 
müssen. Dass der Berufungskläger - wie er behauptet - das Signal nicht gesehen 
hat, ist nicht auszuschliessen, ist aber für den vorliegenden Fall nicht massge-
bend. Entscheidend ist vielmehr, dass das fragliche Signal auch für ortsfremde 
Verkehrsteilnehmer klar und ohne Weiteres in der Bedeutung erkennbar ist und 
leicht sowie rechtzeitig erkannt werden kann. Dabei ist der Massstab eines Fahr-
zeuglenkers zugrunde zu legen, der dem Strassenverkehr die notwendige und von 
ihm vernünftigerweise zu erwartende Aufmerksamkeit zuwendet (BGE 127 IV 229 
E. 2. c/aa mit weiteren Hinweisen).

g) Der Berufungskläger ist der Überzeugung, das fragliche Signal hätte in 
Hochlage angebracht werden müssen. Es sei grundsätzlich korrekt, dass Signale 
ausnahmsweise in Tieflage angebracht werden können, wenn dies "zweckmässig" 
sei. Zweckmässig sei die Anbringung in Tieflage, wenn sie zum Beispiel dadurch 
besser erkannt werden, als wenn sie in Hochlage angebracht würden. Ein derarti-
ger Grund sei hier nicht gegeben, zumal das fragliche Signal infolge der Tieflage 
durch ein vorausfahrendes Fahrzeug stärker als in Hochlage verdeckt werde, was 
bei einer Anbringung in rund 60 cm Höhe über Boden unvermeidbar der Fall sei. 
Die Zweckmässigkeit müsse zudem immer mit Bezug auf die Tieflage des davon 
betroffenen Signals selbst gegeben sein. Die Vorinstanz habe vorliegend die 
Zweckmässigkeit der Tieflage des fraglichen Signals aus der Zweckmässigkeit 
des Signals "Hindernis rechts umfahren" abgeleitet. Dies sei nicht zulässig. 

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Gemäss SN 640 846 Ziffer 7 sind Signale grundsätzlich in Hochlage (Unterkante 
2.00 bis 2.50 m) anzubringen. In gewissen Fällen kann das Anbringen in Tieflage 
(0.60 bis 0.90 m) zweckmässig sein, so z.B. für das Signal "Hindernis rechts/links 
umfahren" und das Signal "Stop". Vorliegend gilt es zu beachten, dass am glei-
chen Träger das Signal "Höchstgeschwindigkeit 60 km/h" angebracht ist. Es stellt 
sich nun die berechtigte Frage, welches der beiden Signale in Hochlage und wel-
ches in Tieflage anzubringen war. Dass mehrere Signale am gleichen Träger an-
gebracht werden können, steht ausser Zweifel (vgl. Art. 101 Abs. 6 SSV und SN 
640 864 Ziffer 6). Die eben aufgeführten Vorschriften bestimmen aber auch die 
Reihenfolge der Anbringung: In der Regel haben von oben nach unten Gefahren-
signale, Vorschrifts- und Vortrittssignale zu stehen. Korrekt hat die Vorinstanz in 
diesem Zusammenhang festgehalten, dass beide hier zur Diskussion stehenden 
Signale zu den Vorschriftssignalen gehörten, weshalb kein Verstoss gegen Art. 
101 Abs. 6 SSV vorliege. 

Der Berufungskläger wendet dagegen ein, materiell und unter Berücksichtigung 
des Schutzzwecks der anwendbaren Normen sei offensichtlich, dass hinsichtlich 
Gefährdungspotential, Regelungsgehalt und Bedeutung hier nicht von einer 
Gleichrangigkeit der zwei Signale ausgegangen werden könne, die es den Behör-
den erlauben würde, an dieser Stelle das Signal "Überholen verboten" in Tieflage 
unterhalb des Signals "Höchstgeschwindigkeit 60 km/h" anzubringen. Werde das 
Signal "Höchstgeschwindigkeit 60 km/h" von einem vorausfahrenden Fahrzeug 
verdeckt und vom Fahrzeuglenker nicht erkannt, so fahre der betroffene Fahr-
zeuglenker in den folgenden rund 150 Metern (bis zur generellen Aufhebung) wei-
terhin mit den innerorts generell geltenden maximal 50 km/h anstatt mit den dort 
bereits erlaubten maximal 60 km/h. Daraus könne keine gefährliche Situation ent-
stehen. Der Berufungskläger übersieht bei seiner Argumentation, dass das Gesetz 
keine feinere Unterscheidung trifft, sondern lediglich vorschreibt, dass in der Regel 
von oben nach unten Gefahrensignale, Vorschrifts- und Vortrittssignale zu stehen 
haben und dementsprechend nicht von einer Verletzung von Art. 101 Abs. 6 SSV 
gesprochen werden kann. Selbst aber wenn eine feinere Unterscheidung zu tref-
fen wäre, kommt das Kantonsgericht zum Schluss, dass nicht zu beanstanden ist, 
dass das Signal "Überholen verboten" unter dem Signal "Höchstgeschwindigkeit 
60 km/h" platziert wurde. Es gilt zu berücksichtigen, dass das Signal "Höchstge-
schwindigkeit 60 km/h" sich an einen grösseren Adressatenkreis richtet als das 
Überholverbot. In diesem Zusammenhang stellt sich nämlich die Frage, ob es 
überhaupt möglich ist - bei einer signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h 
- vernünftig und ohne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer zu überholen. Die-

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se Frage ist klar zu verneinen, da auszugehen ist, dass der vorausfahrende Fahr-
zeuglenker auch kaum eine geringere Geschwindigkeit als 50 km/h aufweist und 
somit ein Überholvorgang ohne Geschwindigkeitsüberschreitung fast ausge-
schlossen werden kann. Wie den Ausführungen von Adj. Uof B._____ von der 
Verkehrspolizei Graubünden in der Stellungnahme vom 30. November 2012 (act. 
19) entnommen werden kann, gehört das Überholen zu den gefährlichsten Fahr-
manövern. Oft würden Geschwindigkeiten und Entfernung der anderen Fahrzeuge 
sowie die Wegstrecke zum Überholen langsamerer Fahrzeuge falsch einge-
schätzt. Da der Gegenverkehr ebenfalls mit einer bestimmten Geschwindigkeit 
herannahen würde, müssten die Fahrzeuglenkenden fürs Überholen die doppelte 
Sichtweite der benötigten Überholstrecke haben. Der Geschwindigkeitsunter-
schied sollte 20 - 40 km/h betragen. Ist es demnach an fraglicher Stelle mit signa-
lisierter Höchstgeschwindigkeit 60 km/h ohnehin nahezu unmöglich zu überholen, 
ohne andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden, so kommt der Signalisation "Über-
holen verboten" geringeres Gewicht als dem Signal "Höchstgeschwindigkeit 60 
km/h" zu.

Selbst aber, wenn man zum umgekehrten Schluss käme und der Überzeugung 
wäre, das Signal "Überholen verboten" hätte oberhalb des Signals "Höchstge-
schwindigkeit 60 km/h" in Hochlage angebracht werden müssen, so würde dies 
nicht bedeuten, dass das fragliche Signal unbeachtlich wäre. Wie bereits ausge-
führt (E. 5.c), ergibt sich aus dem aus Art. 26 Abs. 1 SVG abgeleiteten Vertrau-
ensgrundsatz im Strassenverkehr eine Pflicht zur Beachtung vorschriftswidrig 
platzierter Signale, wenn sie dennoch leicht erkennbar sind. Vorliegend hätte der 
Berufungskläger - hätte er den vorgeschriebenen Abstand zum vorderen Fahrzeug 
eingehalten und dem Strassenverkehr die notwendige und von ihm vernünftiger-
weise zu erwartende Aufmerksamkeit zugewendet - die Signalisation leicht sowie 
rechtzeitig erkennen können und müssen (vgl. E. 5.f). Somit könnte der Beru-
fungskläger aus der vorschriftswidrigen Signalisation ohnehin nichts zu seinen 
Gunsten ableiten.

 i) Der Berufungskläger bemängelt, dass das fragliche Signal nicht zusätzlich 
auf der linken Strassenseite angebracht worden sei. Das Signal "Höchstgeschwin-
digkeit 60 km/h" sei in Anbetracht der örtlichen Gegebenheiten auf beiden Seiten 
aufgestellt worden. Dies sei nicht ohne Grund geschehen. Vielmehr sei zu berück-
sichtigen, dass wegen des Strassenverlaufs - nach der leichten Linkskurve folge 
eine leichte Kuppe - vorausfahrende Fahrzeuge die gute Erkennbarkeit einschrän-
ken könnten. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Gemäss Art. 103 
Abs. 1 SSV können Signale am linken Strassenrand wiederholt werden. Es ist 

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somit nicht zwingend, dass Signale auf beiden Strassenseiten aufgestellt werden. 
Entscheidend ist ja, dass das Signal "Überholen verboten" auf der rechten Seite 
gut erkennbar ist, und dies ist vorliegend, wie den vorstehenden Ausführungen 
entnommen werden kann, zweifellos der Fall. 

Der Umstand, dass nachträglich an eben dieser fraglichen Stelle am linken Stras-
senrand das Signal "Überholen verboten" wiederholt worden ist, hilft dem Beru-
fungskläger nicht weiter, zumal auch bei der früher fehlenden Wiederholung des 
Signals auf der linken Seite kein Verstoss gegen die massgebende Gesetzgebung 
auszumachen war.

j) Der Berufungskläger macht sodann geltend, die Vorinstanz habe es unter-
lassen die Tatsache zu würdigen, dass das signalisierte Überholverbot gerade in 
dem Bereich beginne, in welchem die ausgezogene Sicherheitslinie ende. Die 
Aufmerksamkeit des Lenkers in dieser Situation werde durch das Ende der Si-
cherheitslinie beeinflusst, da das fragliche Signal an dieser Stelle im entscheiden-
den Moment nicht erkennbar gewesen sei und es danach nicht mehr zu erwarten 
gewesen sei.

Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, ist nicht von Bedeutung, dass die 
kurze Sicherheitslinie just nach der Verkehrsinsel im Bereich der Signalisation des 
Überholverbots endet, zumal ein rechtsgültig signalisiertes Überholverbot nicht 
zwingend durch eine Sicherheitslinie zu kennzeichnen ist. Entgegen den Aus-
führungen des Berufungsklägers war das fragliche Signal ja gut erkennbar, sofern 
ein genügender Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug eingehalten wird. 
Kommt hinzu, dass an dieser Stelle - mit einer signalisierten Höchstgeschwindig-
keit von 60 km/h - grundsätzlich in den wenigsten Fällen überholt werden kann, 
ohne eine Geschwindigkeitsüberschreitung zu begehen. Aus diesem Grund ist es 
ohne Belang, wenn der Autofahrer durch das Ende der Sicherheitslinie beeinflusst 
wird, zumal ein Überholen ja ohnehin nicht angebracht war.

k) Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil ausgeführt (vgl. S. 6 unten), X._____ 
kenne die "Unübersichtlichkeit" der Verzweigung beim Dorfausgang von 
O.3_____. Der Berufungskläger führt in diesem Zusammenhang aus, anlässlich 
der Hauptverhandlung vor Vorinstanz sei er befragt worden, ob er die dem fragli-
chen Signal folgenden (nicht vortrittsberechtigten) Strasseneinmündungen, die 
von der linken Seite in die Julierstrasse einmünden würde, kenne. Da die Frage in 
der Gegenwartsform formuliert worden sei, habe sich seine Antwort auf seinen 
aktuellen Kenntnisstand bezogen. Er sei nämlich von der Staatsanwaltschaft nach 

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dem Überholmanöver darüber aufgeklärt worden, dass sich an dieser Verzwei-
gung einmal ein tödlicher Unfall ereignet habe, der dazu geführt habe, dass das 
Signal "Überholen verboten" nachträglich unterhalb des Signals "Höchstgeschwin-
digkeit 60 km/h" angebracht worden sei. Im Zeitpunkt des Überholmanövers habe 
er jedoch - entgegen den Ausführungen der Vorinstanz - diese Unübersichtlichkeit 
nicht gekannt. 

Auch wenn die Erwägung der Vorinstanz in diesem Zusammenhang fehl geht und 
diese fälschlicherweise davon ausgegangen ist, der Berufungskläger habe im ent-
scheidenden Zeitpunkt die Unübersichtlichkeit der dem fraglichen Signal folgen-
den Strasseneinmündungen gekannt, ändert dies nichts an der Tatsache, dass 
das fragliche Signal auch für ortsfremde Verkehrsteilnehmer klar und ohne Weite-
res in der Bedeutung erkennbar war und leicht sowie rechtzeitig hat erkannt wer-
den können. Zudem ist von einem Fahrzeuglenker, der dem Strassenverkehr die 
notwendige und von ihm vernünftigerweise zu erwartende Aufmerksamkeit zu-
wendet (BGE 127 IV 229 E. 2. c/aa mit weiteren Hinweisen), zu erwarten, dass er 
bei einer signalisierten Höchstgeschwindigkeit 60 km/h innerorts nicht ein Über-
holmanöver durchführt, bei dem er mit grösster Wahrscheinlichkeit die signalisierte 
Höchstgeschwindigkeit überschreitet.

l)aa) Der Berufungskläger wirft der Vorinstanz eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs vor. So habe der Berufungskläger in weniger gravierenden Fällen gar kei-
ne Gelegenheit bekommen, sich zu einem Punkt im vorgeworfenen Sachverhalt 
oder Aspekten davon zu äussern. Schwerwiegender seien die Fälle, in welchen 
dem Berufungskläger vordergründig Gelegenheit geboten worden sei, sich zu be-
stimmten Annahmen und Argumenten zu äussern, jedoch das Gericht in ihrer 
Würdigung nicht Stellung dazu genommen hätte (materielle Verletzung des recht-
lichen Gehörs). Folgende Aspekte seien im Urteil der Vorinstanz unberücksichtigt 
geblieben: Örtliche Gegebenheiten (Lage des Signals nach einer Linkskurve und 
nach einer leichten Kuppe), Argumente, weshalb die gewählte Tieflage des Si-
gnals "Überholen verboten" hier nicht zweckmässig sei, Umstände, die zur Wie-
derholung des Signals "Höchstgeschwindigkeit 60 km/h" auf der linken Strassen-
seite geführt hätten, Argumente, weshalb das Signal "Überholen verboten" am 
selben Pfeiler oberhalb und nicht unterhalb des Signals "Höchstgeschwindigkeit 
60 km/h" hätte angebracht werden müssen, "kognitive Aspekte" (Berufung N 88 
bis N 101), der Einfluss des Umstandes, dass die ausgezogene Sicherheitslinie 
dort endet, wo das Überholverbot angebracht war, der Umstand, dass nachträglich 
ein zweites Signal an der linken Strassenseite angebracht worden sei und 
schliesslich die fehlende Würdigung der Vergleichsangebote des Berufungsklä-

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gers. Diese Argumentation hält - wie noch zu zeigen sein wird - einer näheren 
Überprüfung nicht stand. 

bb) Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die 
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-
lich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. BGE 136 I 229 E. 
5.2 S. 236; BGE 124 I 241 E. 2 S. 242 je mit Hinweisen). Daraus folgt die Ver-
pflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforder-
lich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und 
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 138 IV 81 E. 2.2 S. 84 
= Pra 2012 Nr. 105). Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-
chen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der 
Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in vol-
ler Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne 
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236; BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen).

cc) Entgegen der Ansicht des Berufungsklägers kann dem Bezirksgericht Albu-
la keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorgeworfen werden, zumal die Be-
gründung ja so abgefasst sein muss, dass der Betroffene in voller Kenntnis die 
Angelegenheit an das Kantonsgericht weiterziehen kann und lediglich kurz die 
Überlegungen genannt werden müssen, von denen sich die Behörde hat leiten 
lassen. Diesen Anforderungen vermag das vorinstanzliche Urteil zu genügen, geht 
doch ganz klar aus dem Urteil hervor, weshalb das Bezirksgericht Albula zum 
Schluss gekommen ist, dass das fragliche Signal korrekt platziert und gut sichtbar 
war. Auch gilt es, wie eben ausgeführt, zu beachten, dass die Vorinstanz sich auf 
die für den Entscheid wesentlichen Punkte hat beschränken können und nicht je-
den Gedanken des Berufungsklägers hat aufnehmen und sich näher damit hat 
auseinandersetzen müssen. Die Vorinstanz hat sich mit den wesentlichsten Ar-
gumenten des Berufungsklägers befasst, mehr ist nicht erforderlich. 

m)  Der Berufungskläger behauptet, die Vorinstanz habe die Anforderungen an 
ein faires Verfahren nicht eingehalten. So sei der Sachverhalt unzutreffend ver-
zerrt worden. Insbesondere die Staatsanwaltschaft Graubünden habe den Sach-
verhalt hinsichtlich der vom Berufungskläger vorgebrachten Aspekte nicht sorgfäl-
tig untersucht und in der Folge weder einen Schlussbericht verfasst, noch an der 
Hauptverhandlung teilgenommen. In Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 
habe es die Staatsanwaltschaft unterlassen, die Stellungnahme der Kantonspoli-

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zei zu hinterfragen. Faktisch sei das Bezirksgericht Albula im Hauptverfahren in 
9die Rolle des Anklägers gedrängt worden, wodurch das Prinzip der "accusatori-
schen Trinität" verletzt worden sei. Als Folge davon sei die Unabhängigkeit des 
Richters in Frage zu stellen. 

Auch dieser Vorwurf hält einer näheren Überprüfung nicht stand. Die Staatsan-
waltschaft Graubünden war weder verpflichtet, einen Schlussbericht zu verfassen, 
noch an der Hauptverhandlung teilzunehmen (vgl. Art. 337 StPO). Ebenfalls nicht 
zu hören ist der Vorwurf, die Staatsanwaltschaft habe die Stellungnahme der Kan-
tonspolizei nicht kritisch hinterfragt. Es ist nicht einzusehen, weshalb von der 
schlüssigen Argumentation des Chefs der Verkehrstechnik der Kantonspolizei 
Graubünden hätte abgewichen werden müssen. Allein aufgrund des Umstandes, 
dass die Staatsanwaltschaft dieser Begründung gefolgt ist (vgl. Einvernahmepro-
tokoll vom 18. Dezember 2012, S. 3 Frage 4 und 5, act. 24), kann nicht geschlos-
sen werden, eine kritische Würdigung der Stellungnahme habe nicht stattgefun-
den. Auch kann nicht behauptet werden, die Vorinstanz habe als Anklageinstanz 
fungiert. Dafür gibt es keine Anzeichen. Die Vorinstanz hat sich mit den Argumen-
ten des Berufungsklägers auseinandergesetzt und ist dann zur Überzeugung ge-
langt, dass das Signal regelkonform angebracht worden ist und dem Berufungs-
kläger ein Vorwurf gemacht werden muss, weil er die Tafel offenbar nicht gesehen 
hat.

n) Schliesslich wirft der Berufungskläger dem Bezirksgericht Albula vor, es 
habe das Prinzip des Willkürverbots verletzt. Das Urteil der Vorinstanz sei unhalt-
bar und stossend, weil es das klar erkennbar fehlbare Verhalten einer involvierten 
Behörde unter Berufung auf unzutreffende und teilweise offensichtlich konstruierte 
Argumente sowie unter Verletzung des rechtlichen Gehörs des Berufungsklägers 
im Resultat zu Unrecht stütze. Im Urteil des Bezirksgerichts Albula würde sich kein 
einziger kritischer Ansatzpunkt hinsichtlich des Verhaltens der involvierten Behör-
den befinden, obschon dazu offensichtlich Anlass bestanden hätte.

Der Grund für die nicht eingehaltene gute Erkennbarkeit des in Frage stehenden 
Signals würde in einer gewöhnlichen Unachtsamkeit derjenigen Person, welche 
das Signal dort in Tieflage angebracht habe, liegen. Die Willkür der involvierten 
Behörden bestehe vorliegend darin, diesen einfachen Fehler auf Kosten des Beru-
fungsklägers nicht eingestehen und nicht korrigieren zu wollen. Die involvierten 
Behörden seien zuerst auf die Argumente des Berufungsklägers hinsichtlich der 
fehlenden guten Erkennbarkeit des Signals überhaupt nicht eingegangen und hät-
ten bewusst auf einem fehlerbehafteten Realakt beharrt. Auf das sachgerechte 

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Vergleichsangebot des Berufungsklägers seien die Behörden aus fehlender Ein-
sicht zu keinem Zeitpunkt eingegangen. Komme hinzu, dass die Vorinstanz mit 
den in Aussicht gestellten überhöhten Gerichtsgebühren versucht habe, den Beru-
fungskläger davon abzuhalten, eine schriftliche Urteilsbegründung zu verlangen 
und Berufung anzumelden. Das vom Bezirksgericht Albula in diesem Fall an den 
Tag gelegte Verhalten erfülle in der Summe die strengen Kriterien willkürlichen 
Verhaltens. 

Diese Rügen erweisen sich als unbegründet. Wenn die Vorinstanz zu dem für das 
Kantonsgericht nachvollziehbaren Ergebnis gelangt ist, die besagte Signalisation 
sei regelkonform angebracht worden und gut erkennbar gewesen, kann der Beru-
fungskläger nicht einfach behaupten, die Behörden seien uneinsichtig und hätten 
bewusst auf einem fehlerbehafteten Realakt beharrt. Die Vorinstanz hat denn 
auch begründet, weshalb sie zu diesem Schluss kommt und hat sich, wie bereits 
mehrfach ausgeführt, mit den hauptsächlichen Argumenten des Berufungsklägers 
auseinandergesetzt.

6. Im Resultat kann somit festgehalten werden, dass die Vorinstanz zutreffend 
festgestellt hat, die fragliche Signalisation sei hinreichend klar und habe von dem 
sich im Strassenverkehr vorschriftsgemäss verhaltenden Verkehrsteilnehmer ohne 
Weiteres rechtzeitig erkannt werden können. Die Vorschriften der Signalisations-
verordnung (Art. 103 SSV, Art. 101 Abs. 6 SSV) und die Bestimmungen der Norm 
SN 640 846 (Ziffern 5,6 und 7) sind eingehalten worden und die Signalisation so-
mit verbindlich. Selbst aber wenn das fragliche Signal nicht vorschriftsgemäss 
aufgestellt worden wäre, wäre es vom Berufungskläger zu beachten gewesen. 
Aus dem aus Art. 26 Abs. 1 SVG abgeleiteten Vertrauensgrundsatz im Strassen-
verkehr ergibt sich eine Pflicht zur Beachtung vorschriftswidrig platzierter Signale, 
wenn sie dennoch leicht erkennbar sind. Vorliegend hätte der Berufungskläger - 
hätte er den vorgeschriebenen Abstand zum vorderen Fahrzeug eingehalten und 
dem Strassenverkehr die notwendige und von ihm vernünftigerweise zu erwarten-
de Aufmerksamkeit zugewendet - die Signalisation leicht sowie rechtzeitig erken-
nen können und müssen (vgl. E. 5.c).

Gemäss Art. 26 Abs. 1 SSV untersagt das Signal "Überholen verboten" den Füh-
rern von Motorfahrzeugen, mehrspurig fahrende Motorfahrzeuge und Strassen-
bahnen zu überholen. Indem der Berufungskläger trotz Überholverbots ein Über-
holmanöver durchführte, hat er ein vorschriftsgemäss beschlossenes und ange-
brachtes Signal missachtet und den Tatbestand der Verletzung von Verkehrsre-
geln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in objektiver Hinsicht erfüllt. Aber auch in subjek-

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tiver Hinsicht ist der Tatbestand von Art. 27 Abs. 1 SVG erfüllt. Entgegen der An-
sicht der Vorinstanz ist dem Berufungskläger nicht eine eventualvorsätzliche, son-
dern eine fahrlässige Begehung vorzuwerfen, hat doch letzterer - wie auch der 
Anklage entnommen werden kann (vgl. act. 15) - aus Unachtsamkeit das fragliche 
Signal übersehen, was zweifellos als fahrlässige Handlung zu qualifizieren ist. 
Gemäss Art. 100 Ziff. 1 SVG  ist auch die fahrlässige Handlung strafbar, soweit 
"dieses Gesetz" nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt. Fahrlässig begeht ein 
Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger 
Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist 
die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach 
den Umständen und seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 
Abs. 3 StGB). Diese Bestimmung ist gemäss Art. 104 StGB auch auf Übertretun-
gen anwendbar.

Somit ist X._____ der fahrlässigen Verletzung von Art. 27 Abs. 1 SVG für schuldig 
zu befinden.

7. Da nach den Feststellungen des Kantonsgerichts das fragliche Signal kor-
rekt angebracht war, erübrigt es sich, zum Vergleichsangebot des Berufungsklä-
gers Stellung zu nehmen.

8. Das Bezirksgericht Albula hat X._____ mit einer Busse von CHF 200.00 
bestraft. Die Ersatzfreiheitsstrafe wurde auf 2 Tage festgelegt. Sie tritt an die Stel-
le der Busse, soweit diese schuldhaft nicht bezahlt wird. Mit seinem Antrag um 
Freisprechung ficht der Berufungskläger auch die vorinstanzliche Strafzumessung 
an (vgl. Luzius Eugster, Basler Kommentar, a.a.O., N 7 zu Art. 399 StPO).

a) Gemäss Art. 47 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden 
des Täters zu. Unter dem Begriff des Verschuldens ist das Mass an Vorwerfbar-
keit des Rechtsbruchs zu verstehen; der Begriff bezieht sich auf den gesamten 
Unrechts- und Schuldgehalt der Straftat (BGE 134 IV 1 E. 5.5.5 mit Hinweis) und 
ist damit das wesentliche Strafzumessungskriterium (BGE 127 IV 101 E. 2a). Die 
Bewertung des Verschuldens wird in Art. 47 Abs. 2 StGB dahingehend präzisiert, 
dass dieses nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 
Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zie-
len des Täters sowie danach bestimmt wird, wie weit der Täter nach den inneren  
und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 
vermeiden. Neben dem Verschulden hat der Richter jedoch auch das Vorleben 
des Täters zu berücksichtigen (Art. 47 Abs. 1 StGB). Grundlage der Strafzumes-

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sung im vorliegenden Fall ist der in Art. 90 Ziff. 1 aSVG vorgesehene Strafrahmen 
von Busse bis CHF 10'000.00 (Art. 106 Abs. 1 StGB). Das Gericht bemisst die 
Busse und die Ersatzfreiheitsstrafe nach den Verhältnissen des Täters so, dass 
dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 
StGB). Bei der Bemessung der Busse ist nebst dem Verschulden der finanziellen 
Leistungsfähigkeit Rechnung zu tragen. Für die Verhältnisse des Täters relevant 
sind namentlich sein Einkommen und sein Vermögen, sein Familienstand und sei-
ne Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine Gesundheit 
(BGE 129 IV 6 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).

Das Verschulden des Berufungsklägers wiegt - in Anbetracht dass keine konkrete 
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vorliegt - nicht allzu schwer. Dennoch 
kann nicht bagatellisiert werden, dass X._____ bei einer signalisierten Höchstge-
schwindigkeit von 60 km/h das Signal "Überholen verboten" missachtet hat und 
einen in Richtung O.4_____ fahrenden Personenwagen überholt hat. Strafer-
höhungs- und Strafschärfungsgründe liegen nicht vor. Demgegenüber ist gestützt 
auf Art. 48 lit. e StGB der lange Zeitablauf seit der Tat als Strafmilderungsgrund zu 
berücksichtigen. Art. 48 lit. e StGB knüpft an den Gedanken der Verjährung an. 
Die heilende Kraft der Zeit, die das Strafbedürfnis geringer werden lässt, soll auch 
berücksichtigt werden können, wenn die Strafverfolgungsverjährung noch nicht 
eingetreten ist, die Tat aber längere Zeit zurückliegt und der Täter sich in dieser 
Zeit wohl verhalten hat (vgl. Hans Wiprächtiger/Stefan Keller in: Basler Kommen-
tar, Strafrecht I, 3. Aufl., Basel 2013, N 40 zu Art. 48 StGB mit Hinweisen auf die 
Rechtsprechung). Nach jüngerer Rechtsprechung ist dieser Strafmilderungsgrund 
in jedem Fall zu beachten, wenn 2/3 der Verjährungsfrist verstrichen sind. Der 
Richter kann diese Zeitspanne auch unterschreiten, um Art und Schwere der Tat 
Rechnung zu tragen (vgl. BGE 140 IV 145, E. 3.1 S. 147 f. mit Hinweisen). Vorlie-
gend hat der Berufungskläger die Verkehrsregelverletzung am 31. August 2012 
begangen. In Anbetracht dessen, dass bei einer Übertretung die Strafverfolgung 
mit einer Frist von drei Jahren verjährt (Art. 109 StGB) erscheint es somit ange-
zeigt, die lange Zeitspanne seit der Tatbegehung bis zur Beurteilung durch die 
Berufungsinstanz am 22. März 2016 dem Berufungskläger gestützt auf Art. 48 lit. 
e StGB strafmildernd anzurechnen. In diesem Zusammenhang gilt es zu beach-
ten, dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts, die Verjährung nicht 
mehr eintritt, wenn - wie vorliegend - ein erstinstanzliches Urteil ergangen ist (BGE 
139 IV 62 E. 1.2; BGE 130 IV 101 E. 2.3).

Aufgrund des Verschuldens und in Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungs-
kriterien erscheint die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse von CHF 200.00 

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als angemessen. Die Ersatzfreiheitsstrafe im Sinne von Art. 106 Abs. 2 StGB be-
trägt zwei Tage.

Daran ändert auch der Umstand nichts, dass das Kantonsgericht nicht von einer 
eventualvorsätzlichen, sondern von einer fahrlässigen Begehung ausgegangen ist, 
gilt es doch zu berücksichtigen, dass die von der Vorinstanz ausgesprochene 
Busse in der Höhe von CHF 200.00 im unteren Bereich des Strafrahmens liegt.

b) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Berufungskläger mit einer Busse in 
Höhe von CHF 200.00 zu bestrafen ist. Für den Fall, dass der Berufungskläger die 
Busse schuldhaft nicht bezahlt, beträgt die Ersatzfreiheitsstrafe zwei Tage.

9. Nach dem Gesagten ist das vorinstanzliche Urteil sowohl im Schuldpunkt 
als auch hinsichtlich der Strafzumessung zu bestätigen. Was die Höhe der vor-
instanzlichen Gerichtsgebühr betrifft, rügt der Berufungskläger, das Bezirksgericht 
Albula habe den diesbezüglich bestehenden Ermessensspielraum überschritten. 

a) Anlässlich der mündlichen Urteilsverkündung habe die Vorinstanz dem Be-
rufungskläger eine Gerichtsgebühr von CHF 2'000.00 in Aussicht gestellt. Für den 
Fall, dass er eine schriftliche Begründung des Urteils verlangen sollte, würde die 
Gerichtsgebühr rund CHF 3'000.00 betragen. Entgegen der klaren Regelung in 
Art. 6 VGS habe das Gericht nicht eine reduzierte Gerichtsgebühr für den Fall des 
Verzichts auf eine schriftliche Urteilsbegründung in Aussicht gestellt, sondern eine 
massiv höhere Gerichtsgebühr für den Fall, dass der Berufungskläger eine schrift-
liche Urteilsbegründung verlangen sollte. Im schriftlich mitgeteilten Dispositiv habe 
das Bezirksgericht Albula sodann die Gerichtsgebühr auf CHF 2'000.00 festge-
setzt, jedoch für den Fall, dass eine schriftliche Begründung verlangt werden soll-
te, eine Gerichtsgebühr von "ca. CHF 4'000.00" angedroht. Nachdem der Beru-
fungskläger das Gericht am 12. Dezember 2013 per Email aufgefordert habe, die 
Höhe der in Aussicht gestellten Gerichtsgebühren zu erklären, habe die Vor-
instanz das Dispositiv hinsichtlich der Gebühr kommentarlos auf eine Gerichtsge-
bühr von CHF 1'660.00 korrigiert. Für den Fall, dass eine schriftliche Begründung 
verlangt würde, wurde eine Gerichtsgebühr von CHF 2'000.00 in Aussicht gestellt. 
Die Vorinstanz habe den Gebührenrahmen voll ausgeschöpft, obwohl es sich um 
einen unkomplizierten Sachverhalt handle und grundsätzlich nur die Beurteilung 
einer einfachen Frage im Zentrum stand, die Staatsanwaltschaft weder einen 
Schlussbericht abgegeben noch an der Hauptverhandlung anwesend war. Eine 
Begründung für die Höhe der Gebühren sei nicht geliefert worden. Aufgrund all 
dieser Umstände geht der Berufungskläger davon aus, er habe davon abgehalten 

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werden sollen, seine Rechte zu wahren und eine schriftliche Begründung des Ur-
teils zu verlangen sowie ein Rechtsmittel gegen den Entscheid zu ergreifen.

b) Der Rahmen für die den Parteien aufzuerlegenden Gerichtsgebühren in 
Strafsachen bestimmt sich nach der Verordnung über die Gerichtsgebühren in 
Strafverfahren (VGS; BR 350.210). Nach Art. 37 Abs. 4 lit. b des Einführungsge-
setzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) in Ver-
bindung mit Art. 2 VGS kann bei erstinstanzlichen Hauptverfahren eine Gerichts-
gebühr von CHF 2‘000.00 bis CHF 20‘000.00 erhoben werden. Für Entscheide 
über Strafbefehle im Sinne von Art. 356 StPO wird eine Gebühr von CHF 300.00 
bis CHF 2'000.00 erhoben (Art. 3 VGS), wobei diese Bestimmung durch Art. 13 
VGS relativiert wird. Dort ist vorgesehen, dass sich bei besonders aufwändigen 
Verfahren der Gebührenrahmen auf CHF 100'000.00 erhöht. Der Gebührenrah-
men von Art. 3 VGS ist somit auf nicht besonders aufwändige Verfahren zuge-
schnitten, so dass die Obergrenze von CHF 2'000.00 weder eine absolute Limit 
setzt, noch einen ausserordentlichen Aufwand voraussetzt. Vorliegend handelt es 
sich um einen Entscheid im Sinne von Art. 356 StPO, weshalb der Gebührenrah-
men CHF 300.00 bis CHF 2'000.00 beträgt. Innerhalb dieses Rahmens kommt 
dem erstinstanzlichen Gericht folglich ein Ermessensspielraum zu. Aus welchem 
Grund die Vorinstanz zunächst CHF 3'000.00 und später sogar CHF 4'000.00 für 
die schriftliche Begründung des Urteils angedroht hatte, steht nicht eindeutig fest, 
ist aber letztlich nicht relevant. Diese Frage kann offen gelassen werden, weil im 
angefochtenen Urteil Gerichtskosten von CHF 2'000.00 in Rechnung gestellt wur-
den.

Aufgrund der dem Kantonsgericht von Graubünden als Berufungsgericht nach Art. 
398 Abs. 4 StPO auferlegten Kognitionsbeschränkung kann mit der Berufung vor-
liegend nur die Rechtsfehlerhaftigkeit des Urteils, also eine Rechtsverletzung, gel-
tend gemacht werden. Im Bereich des dem erstinstanzlichen Gericht zukommen-
den Ermessens bedeutet dies, dass die Kostenauferlegung nur unter dem Ge-
sichtspunkt des Ermessensmissbrauchs und der Ermessensüberschreitung zu 
beurteilen ist. Eine Überprüfung hinsichtlich blosser Unangemessenheit bleibt dem 
Berufungsgericht verwehrt (Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxis-
kommentar, Zürich 2009, Art. 398, N 12). Ermessensmissbrauch liegt dabei vor, 
wenn die im Rechtssatz umschriebenen Voraussetzungen und Grenzen des Er-
messens zwar beachtet worden sind, aber das Ermessen unter unmassgeblichen 
Gesichtspunkten, insbesondere willkürlich und rechtsungleich betätigt wird. Mit 
Ermessensüberschreitung wird hingegen bezeichnet, wenn ein Ermessen in ei-
nem Bereich ausgeübt wird, in welchem die zugrundeliegende Rechtsnorm gar 

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kein Ermessen vorsieht (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 
Zürich 2010, N 459b ff.). Da sich die Auferlegung der Gerichtskosten im vorliegen-
den Fall innerhalb der Grenzen des gesetzlichen Rahmens bewegte und eine Er-
messensausübung von der Vorinstanz sowohl durch das Recht gefordert als auch 
getätigt wurde, ist vorliegend allein zu prüfen, ob das Bezirksgericht Albula das 
ihm zukommende Ermessen missbrauchte, als es X._____ eine Gerichtsgebühr 
von CHF 2‘000.00 auferlegte. 

 c) Nach Art. 37 Abs. 2 EGzStPO bemessen sich die Verfahrenskosten nach 
dem dem Gericht erwachsenden Aufwand und nach den wirtschaftlichen Verhält-
nissen der kostenpflichtigen Person. Einen Hinweis auf die Berücksichtigung der 
wirtschaftlichen Verhältnisse enthält auch das Bundesrecht in Art. 425 StPO, nach 
welchem die Verfahrenskosten von der Strafbehörde unter Berücksichtigung der 
wirtschaftlichen Verhältnisse der kostenpflichtigen Person herabgesetzt oder er-
lassen werden können. 

Gerichtskosten sind Kausalabgaben, weshalb sie dem Kostendeckungs- und 
Äquivalenzprinzip genügen müssen (BGE 133 V 402 E. 3.1). Das Kostende-
ckungsprinzip besagt, dass der Gebührenertrag die gesamten Kosten des betref-
fenden Verwaltungszweigs nicht oder nur geringfügig übersteigen soll. Es spielt im 
Allgemeinen für die Gerichtsgebühr keine Rolle, decken doch erfahrungsgemäss 
die von den Gerichten eingenommenen Gebühren die entsprechenden Kosten bei 
Weitem nicht. So auch vorliegend, deckt doch die Gerichtsgebühr von CHF 
2'000.00 die Unkosten des Gerichts offensichtlich nicht. Das Äquivalenzprinzip 
konkretisiert das Verhältnismässigkeitsprinzip und das Willkürverbot für den Be-
reich der Kausalabgaben. Es bestimmt, dass eine Gebühr nicht in einem offen-
sichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert der Leistung stehen darf und sich 
in vernünftigen Grenzen halten muss (BGE 139 III 334 E. 3.2.3). Ausserdem wird 
gefordert, dass die Kostenauflage keine Sanktion darstellen soll (vgl. dazu Tho-
mas Domeisen, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schwei-
zerische Strafprozessordnung, Basel 2011, Art. 426, N 20).

d) Im Rahmen des vorliegenden Verfahrens hatte das erstinstanzliche Gericht 
nach der staatsanwaltschaftlichen Untersuchung keine weitergehenden Sachver-
haltsabklärungen mehr zu treffen, jedoch eine Verhandlung in Dreier-Besetzung 
durchzuführen, was bereits einen recht hohen Grundaufwand generiert. Kommt 
hinzu, dass der Aufwand der Vorinstanz bezüglich Beratung und Begründung 
durch die vielen Einwände des Beschuldigten hinsichtlich angeblicher Mängel der 
Signalisation, die widerlegt werden mussten, erheblich erweitert wurde. Dies führt 

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zu einem immerhin 16-seitigen Urteil, ohne das gesagt werden könnte, es enthalte 
Überflüssiges. Der entstandene Aufwand bewegt sich - verglichen mit anderen 
Gerichtsverfahren gemäss Art. 356 StPO - fraglos im oberen Bereich. Das Äquiva-
lenzprinzip ist nach dem Gesagten nicht verletzt. Kommt hinzu, dass bezüglich der 
wirtschaftlichen Verhältnisse des Berufungsklägers festzuhalten ist, dass X._____ 
über ein gutes monatliches Einkommen von rund CHF 11'000.00 (brutto) verfügt 
und keinen familiären Verpflichtungen nachzukommen hat, weshalb auch unter 
diesem Gesichtspunkt keine Reduktion der Verfahrenskosten angezeigt ist. Ist 
keine Reduktion der Verfahrenskosten angezeigt, so kann auch nicht behauptet 
werden, dass die Kostenauflage eine Sanktion für den Berufungskläger darstellen 
sollte.

e) Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass unter diesen Umständen die 
Festlegung der Gerichtsgebühr auf CHF 2‘000.00 nicht als ermessensmissbräuch-
lich zu qualifizieren ist. Nicht zu beanstanden sind auch die Kosten der staatsan-
waltschaftlichen Untersuchung von CHF 660.00. 

10. Die Vorinstanz hat die Kosten des Verfahrens von insgesamt CHF 2'660.00 
(Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 660.00, Ge-
richtskosten CHF 2'000.00) X._____ auferlegt. Der Berufungskläger beantragt nun 
bezüglich der Verteilung der Kosten - bei einer Bestätigung des Urteils - seien die 
Gebühren der Staatsanwaltschaft sowie die Gerichtskosten der ersten und zwei-
ten Instanz in Anwendung von Art. 417 StPO der Staatsanwaltschaft aufzuerlegen. 
Zur Begründung führt der Berufungskläger aus, dieses Verfahren sei an der feh-
lenden Bereitschaft der Behörden gescheitert, einen offensichtlichen Fehler einzu-
gestehen. 

a) Gemäss Art. 417 StPO kann die Strafbehörde bei Säumnis und anderen 
fehlerhaften Verfahrenshandlungen ungeachtet des Verfahrensausgangs der ver-
fahrensbeteiligten Person Verfahrenskosten und Entschädigungen auferlegen, die 
sie verursacht hat. Die Verursacherhaftung nach Art. 417 greift bereits bei einer 
objektiven Verletzung einer Verfahrenspflicht. Ein vorwerfbares beziehungsweise 
schuldhaftes oder gar mutwilliges Verhalten braucht der fehlerhaft handelnden 
Person nicht nachgewiesen zu werden (Thomas Domeisen, Basler Kommentar, 
a.a.O., N 3 zu Art. 417 StPO).

Der Berufungskläger übersieht bei seinem Antrag, dass die Staatsanwaltschaft 
(Art. 104 Abs. 1 lit. c StPO) nicht unter die Verursacherhaftung nach Art. 417 StPO 
fällt. Haben diese Strafbehörden eine unnötige oder fehlerhafte Verfahrenshand-

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lung begangen, so gelten hinsichtlich der dadurch entstandenen Verfahrenskosten 
Art. 426 Abs. 3 lit. a StPO (Thomas Domeisen, Basler Kommentar, a.a.O., N 6 zu 
Art. 417 StPO). Nach der zuletzt genannten Bestimmung hat die verurteilte be-
schuldigte Person diejenigen Verfahrenskosten nicht zu tragen, die der Bund oder 
der Kanton durch unnötige oder fehlerhafte Verfahrenshandlungen verursacht hat. 
Unerheblich ist, ob eine Strafbehörde im Sinne von Art. 12 f. oder eine andere 
Behörde des Bundes oder des Kantons eine solche Verfahrenshandlung verur-
sacht hat. Diese Regel korreliert mit dem Grundsatz, dass ein adäquat kausaler 
Zusammenhang zwischen dem zur Verurteilung führenden tatbestandmässigen, 
rechtswidrigen und schuldhaften Verhalten einerseits und den dadurch verursach-
ten Verfahrenskosten andererseits bestehen muss. Allerdings hat die verurteilte 
beschuldigte Person nur diejenigen Verfahrenskosten nicht zu tragen, die bei einer 
objektivierenden Betrachtungsweise schon ex tunc unnötig oder fehlerhaft waren. 
Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn wegen Formfehler oder falscher Ter-
minangaben Verfahrenshandlungen wiederholt werden müssen, wenn weitere 
Beweise abgenommen werden, obwohl die bestehende Beweislage mit den Aus-
sagen der beschuldigten Person übereinstimmt, wenn aufgrund einer Verletzung 
des Anspruchs auf rechtliches Gehör zusätzlicher Aufwand entstanden ist (vgl. 
Thomas Domeisen, Basler Kommentar, a.a.O., N 15 zu Art. 426 StPO).

b) Wenn die Vorinstanz zu dem für das Kantonsgericht nachvollziehbaren Er-
gebnis gelangt ist, die besagte Signalisation sei regelkonform angebracht worden 
und gut erkennbar gewesen, kann der Berufungskläger nicht einfach behaupten, 
die Behörden seien uneinsichtig und hätten bewusst auf einem fehlerbehafteten 
Realakt beharrt. Es ist deshalb nicht ersichtlich, inwiefern die Staatsanwaltschaft 
zur Tragung von Verfahrenskosten verpflichtet werden sollte. Es fehlt an unnöti-
gen oder fehlerhaften Verfahrenshandlungen im Sinne von Art. 426 Abs. 3 lit. a 
StPO.

c) Im Resultat verbleibt es somit hinsichtlich der Kosten des Untersuchungs- 
und des erstinstanzlichen Verfahrens bei der vorinstanzlichen Kostenregelung, 
wonach der Berufungskläger diese Kosten zu tragen hat (Art. 426 Abs. 1 StPO).

11. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem die Berufung 
vollumfänglich abzuweisen ist, gehen die Kosten des Berufungsverfahrens zu Las-
ten des Berufungsklägers. Diese werden in Anwendung von Art. 7 der Verordnung 
über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.210) auf CHF 3'000.00 

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festgesetzt. Dementsprechend wird X._____ auch keine aussergerichtliche Ent-
schädigung zugesprochen.

Seite  32 — 32

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. X._____ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 
Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 aSVG.

3.a)    Dafür wird X._____ mit einer Busse von CHF 200.00 bestraft.

   b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 2 Tage. Sie tritt an die Stelle    
der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

4.a) Die Kosten des Verfahrens vor Bezirksgericht Albula von CHF 2'660.00 
(Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 660.00, 
Gerichtskosten CHF 2'000.00) gehen zu Lasten von X._____.

  b)   X._____ schuldet dem Bezirksgericht Albula folglich:

Busse CHF 200.00
Verfahrenskosten CHF 2'660.00
Total CHF 2'860.00

In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 
Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beigelegtem Einzahlungs-
schein zu bezahlen.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 3'000.00 gehen zu Lasten 
des Berufungsklägers.

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

7. Mitteilung an: