# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49e9c9fc-7a2f-535c-8835-0917c11d6782
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 06.01.2015 SB140363
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140363_2015-01-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB140363-O/U/hb 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic. iur. Stiefel und die 

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Schneeberger 

 
Urteil vom 6. Januar 2015 

 

in Sachen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, vertreten durch Staatsanwältin 

lic. iur. Stadelmann,  

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Zweitberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Fürsprecher X._____ 

 

betreffend qualifizierte Geiselnahme etc.   

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 

23. Mai 2014 (DG130216) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 28. Juni 

2013 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 15).  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Das Verfahren wird bezüglich des Vorwurfs der Widerhandlung gegen das 

Ausländergesetz im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG eingestellt. 

2. Der Beschuldigte ist schuldig 

– der Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

– der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

– der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB, 

– der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 119 

Abs. 1 AuG, 

– der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG. 

3. Vom Vorwurf der qualifizierten Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 in 

Verbindung mit Art. 185 Ziff. 2 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen. 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 39 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

zum vorzeitigen Strafantritt 320 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit 

einer Busse von Fr. 200.–. Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte 

seit dem 10. Januar 2014 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

5. Die Strafe wird vollzogen und die Busse ist zu bezahlen. 

-   3   - 

6. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

27. Juni 2013 beschlagnahmten Betäubungsmittel und 

Betäubungsmittelutensilien (Lagernummer ...) werden eingezogen und der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

8. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger 1 und 2 werden abgewiesen. 

9. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf Fr. 5'000.–. Die übrigen Kosten be-

tragen: 

Fr. 5'650.00 Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 7'230.00 Auslagen (Untersuchung) 

Fr. 15'406.20 Kosten Gutachten 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

10. Die Kosten des Gerichts- und des Untersuchungsverfahrens – mit Ausnah-

me derjenigen der amtlichen Verteidigung – werden dem Beschuldigten auf-

erlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse 

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit sepa-

ratem Beschluss entschieden. 

Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

 (Urk. 123) 

 1. Der Beschuldigte sei der qualifizierten Geiselnahme im Sinne von 

Art. 185 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 185 Ziff. 2 StGB schuldig zu spre-

chen.  

-   4   - 

 2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 4 ¾ Jahren und einer 

Busse von Fr. 700.– zu bestrafen.  

 3. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen.  

 4. Es sei eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen bei schuldhafter Nichtbe-

zahlung der Busse festzusetzen.  

b) Des Verteidigers des Beschuldigten: 

(Urk. 124) 

1. Ziff. 2 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und 

durch folgenden Urteilsspruch zu ersetzen:  

  Der Beschuldigte ist schuldig 

- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne 

von Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

- der Übertretung gegen des Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG 

2. Ziff. 3 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und 

durch folgenden Urteilsspruch zu ersetzen:  

  Von den Vorwürfen 

 - der qualifizierten Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 StGB 

i.V.m. Art. 185 Ziff. 2 StGB, 

 - der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB 

und 

 - der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz im Sinne von 

Art. 119 Abs. 1 AuG 

  wird der Beschuldigte freigesprochen.  

3. Ziff. 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und 

durch folgenden Urteilsspruch zu ersetzen:  

-   5   - 

 Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Monaten Freiheitsstrafe unter An-

rechnung der erstandenen Haft sowie mit einer Busse von Fr. 100.–. 

4. Ziff. 6 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und 

durch folgenden Urteilsspruch zu ersetzen:  

 Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag.  

5. Zuhanden des Justizvollzuges des Kantons Zürich sei festzustellen, 

dass die Freiheitsstrafe von 120 Tagen abzüglich 1 Tag Haft gemäss 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 31. Oktober 2012 

durch die im vorliegenden Verfahren erstandene Überhaft vollständig 

verbüsst ist.  

6. Für die darüber hinaus erstandene Überhaft sei dem Appellanten eine 

angemessene Genugtuung zuzusprechen.  

 7.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

-   6   - 

Das Gericht zieht in Erwägung: 

I. Verfahrensgang  

1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksge-

richts Zürich vom 23. Mai 2014 meldeten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch 

der Beschuldigte mit Eingaben vom 27. resp. 30. Mai 2014 gemäss Art. 399 

Abs. 1 StPO rechtzeitig Berufung an (Urk. 99 und Urk. 101). Das begründete Ur-

teil der Vorinstanz wurde der Staatsanwaltschaft und dem Verteidiger des Be-

schuldigten je am 1. Juli 2014 zugestellt (Urk. 106/1+2). Innerhalb der gesetzli-

chen Frist nach Art. 399 Abs. 3 StPO reichten Staatsanwaltschaft und Verteidi-

gung ihre Berufungserklärungen vom 9. resp. 21. Juli 2014 bei der hiesigen Beru-

fungsinstanz ein (Urk. 109 und Urk. 110). Innert angesetzter Frist gemäss Art. 400 

Abs. 3 lit. b StPO (Urk. 117) verzichtete die Staatsanwaltschaft sodann mit Einga-

be vom 28. August 2014 auf Anschlussberufung (Urk. 119).  

Nachdem sein Haftentlassungsgesuch vom 21. Juli 2014 durch den Präsidenten 

der Berufungskammer abgewiesen worden war (Urk. 115), befindet sich der Be-

schuldigte heute nach wie vor im vorzeitigen Strafvollzug (Urk. 74).  

Mit Vorladung vom 8. Oktober 2014 wurde die Berufungsverhandlung auf den 

heutigen Termin angesetzt (Urk. 120), zu welcher der Beschuldigte mit seinem 

amtlichen Verteidiger (Urk. 72) und die Vertreterin der Anklagebehörde erschie-

nen (Prot. II, S. 5). 

II.  Prozessuales 

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO), das heisst, die 

-   7   - 

Berufung wird entsprechend der Berufungserklärung des Beschuldigten und der 

Staatsanwaltschaft im Sinne von Art. 399 Abs. 4 StPO auf die angefochtenen Tei-

le des vorinstanzlichen Urteils beschränkt. Auch wenn das Berufungsgericht nur 

die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein insgesamt neues Ur-

teil, worin die neu überprüften und die (teil-) rechtskräftigen Punkte bezeichnet 

werden (vgl. hierzu Eugster in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-

tar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. A. Basel 2014, Art. 402, N 2; Niklaus 

Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. A., Zürich/St. Gal-

len 2013, N 1557 und 1549). Wird die Berufung auf die Anfechtung von Schuld- 

oder Freisprüchen beschränkt, muss eine Gutheissung automatisch dazu führen, 

dass die mit dem Schuldpunkt verknüpften Teile des Urteils wie z.B. Sanktion, 

Nebenfolgen, Zivilpunkt, Kosten- und Entschädigungsfolgen, neu überprüft wer-

den, selbst wenn diesbezüglich keine ausdrücklichen Anträge vorliegen 

(Hug/Scheidegger in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweize-

rischen Strafprozessordnung, 2. A. Zürich-Basel-Genf 2014, N 19 zu Art. 399; 

ebenso Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. A. 

Zürich/ St. Gallen 2013, N 19 zu Art. 399).  

2.1. Die Staatsanwaltschaft beschränkte ihre Berufung auf den Freispruch der 

qualifizierten Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 185 

Ziff. 2 StGB und die Bemessung der Strafe, wobei sie eine deutlich höhere Frei-

heitsstrafe als 39 Monate für angemessen hält (Urk. 109, S. 1; Prot. II, S. 5; 

Urk. 123, S. 1). In seiner schriftlichen Berufungserklärung ficht der Verteidiger die 

erstinstanzlichen Schuldsprüche wegen der Geiselnahme im Sinne von Art. 185 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

StGB und der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 119 

Abs. 1 AuG an und verlangt in allen diesbezüglichen Anklagepunkten einen Frei-

spruch sowie eine Reduktion der Strafe auf 5 Monate Freiheitsstrafe samt einer 

Busse von Fr. 100.--, unter entsprechender Regelung der Nebenfolgen und der 

Zusprechung einer Genugtuung an den Beschuldigten für die erstandene Über-

haft (Urk. 110, S. 2 f.; Prot. II, S. 5 f.; Urk. 124, S. 1 f.). Implizit akzeptiert der Ver-

teidiger damit den Vollzug seiner beantragten Freiheitsstrafe, da er gerade nicht 

den Aufschub beantragt und überdies festgestellt haben will, dass die Freiheits-

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strafe von 120 Tagen abzüglich 1 Tag Haft gemäss Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft Zürich-Sihl vom 31. Oktober 2012 durch die im vorliegenden Verfahren er-

standene Überhaft vollständig verbüsst ist (Urk. 110, S. 3; Prot. II, S. 6; Urk. 124 

S. 2). 

2.2. Durch die Anträge auf Freispruch und die Anfechtung der Strafe seitens des 

Beschuldigten (Dispositiv Ziffer 4) und die Anfechtung des Schuldspruchs hin-

sichtlich der Geiselnahme seitens der Staatsanwaltschaft gilt im Lichte der oben 

erwähnten Lehrmeinung auch der Vollzug der Sanktion (Dispositiv Ziffern 5 und 6) 

als mitangefochten und erwächst trotz fehlender expliziter Anfechtung nicht in 

Rechtskraft.  

Unangefochten blieben demnach die Dispositiv Ziffer 1 (Einstellung betreffend 

Widerhandlung gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b), 

Ziffer 2 teilweise (Schuldsprüche betreffend Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und betreffend Übertretung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG), Ziffer 7 

(Einziehung Betäubungsmittel) und Ziffer 8 (Zivilpunkt) sowie Ziffer 9 (Kostenfest-

setzung). Die Rechtskraft dieser Regelungen ist vorab mit Beschluss festzustel-

len. 

3. Beide Parteien beantragten Beweisergänzungen. In der Berufungserklärung 

verlangte der Verteidiger des Beschuldigten, es sei die Kindsmutter und Partnerin 

des Beschuldigten als Zeugin zu befragen, obwohl sie sich gegenüber der 

Staatsanwaltschaft auf das Zeugnisverweigerungsrecht berufen hatte und an der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung anwesend war und diese mitverfolgte 

(Urk. 110, S. 7 f.). Die Staatsanwältin ihrerseits beantragte in ihrer Verzichtserklä-

rung auf Anschlussberufung nunmehr, es sei der Privatkläger B._____, Beamter 

der Kantonspolizei Zürich, als Auskunftsperson zu befragen, da sie nach durchge-

führter Hauptverhandlung von diesem eine anschauliche Schilderung der Um-

stände vor Ort erhielt (Urk. 119). Diese Beweisanträge wurden an der heutigen 

Berufungsverhandlung von beiden Parteien bestätigt (Prot. II, S. 8). 

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Auf die einzelnen Beweismittel und auf die Begründung für die Nichtabnahme von 

beantragten Beweisergänzungen wird in den nachfolgenden Erwägungen zurück-

zukommen sein. Dabei ist schon an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem 

Grundsatz des rechtlichen Gehörs zwar die Pflicht zur Berücksichtigung rechtzei-

tig und formrichtig gestellter Beweisanträge folgt, dies indessen nicht bedeutet, 

dass sämtliche angebotenen Beweise abgenommen werden müssen. 

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

A. Geiselnahme 

1. Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich aus der Anklageschrift vom 28. Juni 

2013, die diesem Urteil beigeheftet ist (Urk. 15, S. 2 f.), und aus der Zusammen-

fassung im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 108, S. 6 f.), worauf gestützt auf Art. 82 

Abs. 4 StPO verwiesen werden kann, um unnötige Wiederholungen zu vermei-

den. 

2.1. Die Verteidigung wendet sich in erster Linie gegen den Schuldspruch wegen 

Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und rügt primär, die Vo-

rinstanz habe eine falsche rechtliche Würdigung vorgenommen. Sie habe na-

mentlich den Begriff der Geisel verkannt. Es sei vorliegend unbestritten, dass das 

sekundäre Opfer, die Polizei, durch den Beschuldigten dazu genötigt worden sei, 

auf eine Festnahme zu verzichten. Es gebe allerdings vorliegend kein primäres 

Opfer im Sinne des Tatbestandes von Art. 185 StGB, mithin keine Geisel. Das gut 

vier Monate alte Baby habe sich am Tatabend mit dem Willen der Kindsmutter in 

deren Wohnung in den Armen des Vaters befunden. Insbesondere der Beschul-

digte habe in der Situation, nachdem in der Wohnung gegen ihn Pfefferspray ein-

gesetzt worden sei, alles dafür getan, um das Baby vor einer Kontamination mit 

Pfefferspray möglichst zu verschonen. Ausserdem habe er dafür gesorgt, dass 

das Kind, welches nach dem Einsatz des Pfeffersprays Atemnot bekommen habe, 

wieder zu atmen begonnen habe. Damit habe der Beschuldigte nichts getan, was 

er nicht ohnehin (ohne Anwesenheit von Drittpersonen) getan hätte. Wenn der 

Vater sein vier Monate altes Kind in einer solchen Situation in den Armen halte, 

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beraube er es nicht der Freiheit und er bemächtige sich auch nicht seiner im Sin-

ne des Tatbestandes von Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Urk. 110, S. 5; Urk. 124, 

S. 3 f.). Es fehle überdies an einem weiteren wesentlichen Aspekt, denn es habe 

keine Gefährdung der physischen und/oder psychischen Integrität vorgelegen, da 

der Beschuldigte sein Kind erst in den Arm genommen habe, nachdem er sich 

den Pfefferspray abgewaschen gehabt habe. Als er das Kind beim erneuten Er-

scheinen der Polizei vor der Wohnungstüre nicht mehr habe loslassen wollen, ha-

be er zwar die Beamten genötigt, jedoch das Kind weder in physischer noch in 

psychischer Hinsicht einer Gefahr ausgesetzt (Urk. 110, S. 6; Urk. 124, S. 5 und 

S. 8). Der Beschuldigte habe sich seines Kindes nicht "bemächtigt", da sich das 

Kind schon vor dem Wortwechsel mit der Stadtpolizei völlig legitim und unange-

fochten in den Armen des Kindsvaters befunden habe (Urk. 124, S. 6). 

2.2. Die Staatsanwaltschaft ihrerseits hält dafür, die vom Beschuldigten ausge-

sprochenen Todesdrohungen, namentlich dass er sein Kind bei einer Intervention 

der Polizei töten werde, seien entgegen der Ansicht der Vorinstanz rechtsgenü-

gend durch die Aussagen der damals involvierten Polizeibeamten erstellt und nur, 

um das Kindeswohl nicht zu gefährden, seien die Beamten schliesslich abgezo-

gen worden (Urk.109, S. 2 f.; Urk. 123, S. 1 f.). 

2.3. Auf die Argumente der Parteien ist im Rahmen der nachstehenden Erwä-

gungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit jeder tat-

sächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen; viel-

mehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichtspunkte 

beschränken (BGE 138 I 232, E. 5.1. mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

6B_484/2013, E. 3.2. vom 3. März 2014). 

3.1. Gemäss Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter ei-

nem Jahr bestraft, wer jemanden der Freiheit beraubt, entführt oder sich seiner 

sonstwie bemächtigt, um einen Dritten zu einer Handlung, Unterlassung oder 

Duldung zu nötigen. Der Tatbestand der Geiselnahme schützt einerseits die per-

sönliche Freiheit von Geiseln, aber auch ihre erfahrungsgemäss stark gefährdete 

physische und psychische Integrität, und andererseits die Willensfreiheit des zu 

nötigenden Dritten (Urteil des Bundesgerichts 6S.70/2004 vom 28. Januar 2005, 

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Erw. 5.1.2 und DONATSCH, Strafrecht III, 10. A., Zürich 2013, S. 466). Der Tatbe-

standsvariante "sich seiner sonstwie bemächtigt" kommt Auffangfunktion zu. Von 

praktischer Relevanz ist sie vor allem deshalb, weil damit auch derjenige erfasst 

wird, welcher der Geisel die Fortbewegungsfreiheit nur kurzfristig nimmt und da-

her den Tatbestand der Freiheitsberaubung nicht unbedingt erfüllt. Auch ermög-

licht die Generalklausel, Geiselnahmen an Personen einzubeziehen, die - wie 

Säuglinge und Kleinkinder - wegen ihrer Unfähigkeit zur Willensbildung bezüglich 

ihres Aufenthaltsortes nicht als Opfer einer Freiheitsberaubung im Sinne des 

Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Frage kommen (DONATSCH, Strafrecht III, 10. A., 

Zürich 2013, S. 466 f.). Das Unrecht der Geiselnahme liegt darin, dass ein 

Mensch als Mittel zum Zweck benutzt wird, um andere zu einem bestimmten Ver-

halten zu zwingen. Entscheidend ist dabei das Gewaltverhältnis, das der Täter zu 

einem bestimmten Zweck errichtet (EGLI, Freiheitsberaubung, Entführung und 

Geiselnahme nach der StGB-Revision vom 9. Oktober 1981, Diss. Zürich 1985, 

S. 151 und S. 154).  

3.2. Die Strafe ist Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren, wenn der Täter droht, 

das Opfer zu töten, körperlich schwer zu verletzen oder grausam zu behandeln 

(Art. 185 Ziff. 2 StGB). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist ange-

sichts der massiven Erhöhung der Mindeststrafe und des sich daraus ergebenden 

Ausschlusses der Gewährung des bedingten Strafvollzuges Ziffer 2 der Bestim-

mung restriktiv auszulegen. Ein erhöhter Druck auf die Willensfreiheit des Dritten 

genüge nicht für die Annahme der Qualifikation. Diese rechtfertige sich nur, wenn 

die Rechtsgüter der Geisel objektiv erheblich stärker als beim Grundtatbestand 

beeinträchtigt worden sind. Diese objektiv erheblich stärkere Beeinträchtigung der 

Rechtsgüter der Geisel müsse zudem vom Vorsatz des Täters umfasst sein, was 

auch dann zu bejahen ist, wenn der Täter die Drohung nicht wahrmachen will, ja 

sogar dann, wenn er sie nicht einmal wahrmachen kann (BGE 121 IV 178, 

Erw. 2.b bis 2.d; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts 6S.70/2004 vom 28. Janu-

ar 2005, Erw. 6.1). Das entscheidende Kriterium, so das Bundesgericht in einem 

anderen Fall weiter, ist in der Schwere der Beeinträchtigung der Opferinteressen 

zu erblicken. Massgebend ist demnach, wie sehr das Opfer durch das Vorgehen 

des Täters in Mitleidenschaft gezogen wurde, wie gross z.B. das Risiko eines 

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Schocks war (BGE 121 IV 269 E. 1c). Ein mögliches Kriterium ist auch die zeitli-

che Dauer der Bedrohung (BGE 121 IV 178 E. 2c). Allerdings ist immer allen Um-

ständen des Einzelfalls Rechnung zu tragen. Im Rahmen dieser Gesamtwürdi-

gung ist z.B. zu berücksichtigen, wie leicht die Forderungen des Täters erfüllbar 

oder ob sie nur schwer erfüllbar waren (Urteil des Bundesgerichts 6S.178/2004 

vom 21. Januar 2005, Erw. 1.2). 

4.1. Die Vorinstanz würdigte nur das Verhalten des Beschuldigten im Zusam-

menhang mit dem zweiten Sachverhaltsabschnitt (Anklageziffer HD 2.) als Gei-

selnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Urk. 108, S. 44-45). Hinsicht-

lich der Geschehnisse in der Wohnung kam die Vorinstanz zum Schluss, der Be-

schuldigte habe die Tatbestände der Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und der einfachen Körperverletzung 

gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB erfüllt (Urk. 108, S. 37-40), wobei der Schuldspruch 

wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte vom Beschuldigten 

anerkannt wurde (Urk. 110, S. 2). Von einer Geiselnahme im Zusammenhang mit 

den Geschehnissen in der Wohnung im Nachgang zum Einsatz des Pfeffersprays 

durch die Polizeibeamten ging auch die Vorinstanz nicht aus (Urk. 108, S. 37-30). 

Die Anklageschrift vom 28. Juni 2013 (Urk. 15) erweist sich hinsichtlich der Frage, 

ob der Beschuldigte seinen Sohn bei erneutem Eintreffen der Polizei bereits in 

den Armen hielt oder ihn erst aufgrund des polizeilichen Erscheinens in den Arm 

nahm, als unpräzise. Zugunsten des Beschuldigten ist in Übereinstimmung mit 

den Ausführungen der Verteidigung davon auszugehen, dass dieser seinen Sohn 

nach dem Pfeffersprayeinsatz durch die Polizei in die Arme genommen und dem-

nach bereits in den Armen gehalten hat, als die verstärkte Polizei erschien (vgl. 

auch nachfolgend Erw. III. 4.2.).  

In diesem Sinne ist auch der Beweisantrag der Verteidigung auf Einvernahme der 

Freundin des Beschuldigten und Kindsmutter, C._____, als Zeugin abzuweisen. 

Von der Verteidigung wird angeführt, die Freundin des Beschuldigten könne zu 

Sachdarstellungen Aussagen machen, die bisher unbekannt gewesen seien. Ins-

besondere könne sie Angaben zum Verhalten des Beschuldigten nach dem Pfef-

fersprayeinsatz machen, wonach der Beschuldigte das Baby wiederbelebt und 

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dieses auf ihren ausdrücklichen Wunsch in den Armen gehalten habe, da es dem 

Kind dort am besten gegangen sei (Urk. 110, S. 7). Eine Einvernahme von 

C._____ erweist sich als nicht notwendig, da diese keine andere Sachdarstellung 

bestätigen könnte, als diejenige, dass der Beschuldigte bereits vor dem Eintreffen 

der Polizei seinen Sohn in seine Arme genommen hatte. Da ohnehin von dieser 

Sachdarstellung ausgegangen wird, ist auf eine Einvernahme von C._____ als 

Zeugin zu verzichten.  

4.2. Die Vorinstanz erachtete es als rechtsgenügend erstellt, dass der Beschul-

digte beim erneuten Auftauchen der Polizei seinen Sohn, ein damals rund 4 ½ 

Monate altes Baby, auf dem Arm gehalten und es weder auf entsprechende Auf-

forderung der Polizei hin, noch zur Untersuchung durch die anwesende Notärztin, 

aus seinen Händen gegeben habe, weshalb die Beamten, um das Kleinkind nicht 

zu gefährden und weitere Eskalationen zu vermeiden, abgezogen seien, was der 

Beschuldigte mit seinem Handeln auch bezweckt habe (Urk. 108, S. 36 f.).  

Im Rahmen der rechtlichen Würdigung hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten, 

dass es für den Tatbestand der Geiselnahme gemäss Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

nicht auf die Willensbildungsfähigkeit des primären Opfers und damit der Geisel 

ankommen kann. Die vorinstanzliche Auffassung wird durch die vorerwähnte Leh-

re gestützt, wonach die Tatbestandsvariante des "Sich-bemächtigens" gerade 

auch Fälle erfassen soll, bei welchen Personen (wie Säuglinge) wegen ihrer Un-

fähigkeit zur Willensbildung bezüglich ihres Aufenthaltsortes nicht als Opfer einer 

Freiheitsberaubung im Sinne des Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Frage kommen 

(vgl. vorstehend Erw. III. 3.1.). Dem ist mit Verweis auf die vorinstanzlichen Erwä-

gungen zuzustimmen (Urk. 108, S. 41-44). Dass es letztlich nicht auf die Willens-

bildungsfähigkeit des Opfers ankommt, wurde im Übrigen auch von der Verteidi-

gung anerkannt (Urk. 110, S. 5).  

Die Vorinstanz ging zutreffenderweise davon aus, der Beschuldigte habe sich 

durch sein Verhalten seines Kindes bemächtigt und damit den Tatbestand der 

Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt (Urk. 108 S. 44 f.): 

Nachdem sich die Einsatzgruppe ... vor der Wohnungstür postiert, geklopft und 

gerufen hatte, öffnete der Beschuldigte gestützt auf die übereinstimmenden, 

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glaubhaften und authentischen Aussagen der beteiligten Polizeibeamten erwiese-

nermassen mit dem Baby auf dem Arm die Tür (Urk. 4/1 und 4/2 [D._____]; Urk. 

4/3 und 4/4 [E._____]; Urk. 4/5 und 4/6 [F._____]; korrekt zusammengefasst in 

Urk. 108, S. 25 - 35). Gemäss korrekter Darstellung des Sachverhaltes durch die 

Vorinstanz übergab der Beschuldigte das Baby weder der Mutter noch den Poli-

zeibeamten oder der später herbeigerufenen Notärztin, sondern hielt es weiterhin 

vor sich auf dem Arm (Urk. 108, S. 19 -37). Der Beschuldigte wusste aufgrund 

des bisher Vorgefallenen und aufgrund des Rufens und Klopfens genau, dass die 

Polizeibeamten vor die Wohnungstüre gekommen waren, ihn zu verhaften und 

räumte selbst ein, er habe das Kind trotz Aufforderung seitens Polizei und Sanität 

nicht aus der Hand geben wollen, da es ihnen sonst möglich gewesen wäre, zu 

tun, was sie beabsichtigt hätten (Urk. 3/3, S. 5). Indem der Beschuldigte beim 

zweiten Auftreten der Polizei (Einsatztruppe ...) dieser mit dem Kleinkind auf dem 

Arm an der Wohnungstüre gegenübertrat und sich alsdann weigerte, sein Kind 

aus der Hand zu geben - sei es, um sich von der Polizei verhaften zu lassen oder 

um das Kind von der herbeigerufenen Notärztin untersuchen zu lassen - machte 

er dieses entgegen den Ausführungen der Verteidigung eben gerade zu einer 

Geisel im Sinne des Tatbestandes. Selbst wenn der Beschuldigte seinen Sohn bis 

zum erneuten Erscheinen der Polizei als fürsorglicher Vater in den Armen hielt, 

benutzte er es jedenfalls vom Zeitpunkt an, da er die Türe nach Aufforderung 

durch die Einsatztruppe ... öffnete, einzig in seinem ureigensten Interesse als 

Schutzschild gegen den polizeilichen Zugriff und damit einzig zum Zweck der 

Verhinderung der Verhaftung. Er hielt die Verfügungsgewalt über das Kleinkind 

und damit eine dem Kindeswohl entgegenstehende Situation aufrecht und benutz-

te es, um die geplante Verhaftung zu verhindern. Dadurch bemächtigte er sich 

des Kindes und setzte dieses einer psychischen wie auch physischen Beeinträch-

tigung aus, unabhängig davon, ob die gesundheitlichen Symptome, welche die 

Kindsmutter und die Polizei veranlassten, einen Notarzt aufzubieten, auf das Ver-

halten des Beschuldigten oder auf den Kontakt mit dem zuvor eingesetzten Pfef-

ferspray zurückzuführen waren. Im Interesse des Kindes konnte es jedenfalls 

nicht sein, als Schutzschild gegen den polizeilichen Zugriff verwendet zu werden, 

womit zweifellos eine Bemächtigung durch den Beschuldigten im Sinne der Be-

-   15   - 

stimmung stattgefunden hat. Im Übrigen ist auf die vorinstanzlichen Erwägungen 

zu verweisen, wonach der Beschuldigte durch sein Verhalten beabsichtigte, die 

Polizei daran zu hindern, seine Verhaftung vorzunehmen. Das gelang ihm 

schliesslich auch, zumal die Polizei, um das Kind nicht zu gefährden und eine 

weitere Eskalation zu verhindern, unverrichteter Dinge wieder abzog.  

Insofern hat der Beschuldigte durch das Ansichnehmen des Kindes die Tatbe-

standsvariante des "Sich-bemächtigens" erfüllt. Der vorinstanzliche Schuldspruch 

wegen Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist demnach ent-

gegen der Ansicht der Verteidigung zu bestätigen.  

4.3. Hinsichtlich der Frage, ob der Beschuldigte gedroht haben soll, er werde 

seinen Sohn im Falle einer Intervention durch die Polizei töten, hat die Vorinstanz 

die Aussagen des Beschuldigten und der beteiligten Polizisten korrekt wiederge-

geben und gewürdigt. Um Wiederholungen zu vermeiden kann auch hier zu-

nächst wieder auf ihre Ausführungen verwiesen werden (Urk. 108, S. 11-37). Im 

Sinne eines Fazits kam die Vorinstanz zum Schluss, keiner der beteiligten Beam-

ten habe den genauen Wortlaut, mit welchem der Beschuldigte gedroht haben 

soll, den Sohn umzubringen, wiedergeben können. Es sei angesichts der Situati-

on vor Ort und der in Englisch gehaltenen Aussagen des Beschuldigten verständ-

lich, dass die beteiligten Polizisten die Äusserungen des Beschuldigten im Sinne 

der Anklageschrift verstanden bzw. interpretiert hätten. Ein Nachweis, dass der 

Beschuldigte tatsächlich gesagt haben soll, er werde seinen Sohn töten, fehle al-

lerdings (Urk. 108, S. 36 f.).  

Die vorinstanzliche Beweiswürdigung ist entgegen den staatsanwaltschaftlichen 

Einwendungen nicht zu beanstanden. Mit Recht hält die Vorinstanz fest, aufgrund 

der Aussagen der involvierten Polizisten lasse sich die Todesdrohung durch den 

Beschuldigten nicht zweifelsfrei erstellen. Weder der Privatkläger B._____ noch 

der Privatkläger G._____ vermochten in diesem Zusammenhang auf eigene 

Wahrnehmungen zurückzugreifen. Vielmehr schilderte B._____, er habe nur vom 

Hörensagen und über Funk mitbekommen, was vor der Wohnungstür geschehen 

sei (Urk. 2/2, S. 7) und auch G._____ erklärte, er habe einerseits nur durch ein of-

fenes Fenster gehört, wie der Beschuldigte geschrien habe (Urk. 2/3, S. 3) und 

-   16   - 

erst bei der Einsatzbesprechung erfahren, was vorgefallen sei (Urk. 2/4, S. 9). An 

einer anderen Stelle wiederum machte er geltend, er habe den Beschuldigten in 

englischer Sprache schreien hören, er werde mit ihm sterben und er habe ange-

nommen, der Beschuldigte habe damit wohl das Kind gemeint (Urk. 2/3, S. 5). 

Den Aussagen der beteiligten Polizisten D._____, E._____ und F._____, welche 

beim betreffenden Einsatz dem Beschuldigten unmittelbar gegenüberstanden, 

bzw. sich im Treppenhaus vor der Wohnung aufhielten, schilderten übereinstim-

mend, der Beschuldigte habe in Englisch herumgeschrien, konnten sich aber 

nicht an den genauen Wortlaut einer allfälligen Todesdrohung erinnern. Wieder-

geben konnten sie lediglich, der Beschuldigte habe gesagt, sein Sohn werde "mit 

ihm gehen" bzw. er werde mit dem Kind sterben (Urk. 4/1, S. 3; Urk. 4/3, S. 2; 

Urk. 4/4, S. 4; Urk. 4/5 S. 2), was nicht ohne Weiteres als Todesdrohung zu ver-

stehen ist. Hinzukommend ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon aus-

zugehen, dass der Beschuldigte ein nicht leicht verständliches Englisch sprach, 

was sich letztlich auch aus der Aussage D._____s, der Beschuldigte habe von 

"reality time" gesprochen, wobei er aber nicht wisse, was damit gemeint gewesen 

sei (Urk. 4/1, S. 3), ergibt. Insgesamt lässt sich aufgrund der Aussagen der Be-

fragten kein zweifelsfreier Nachweis hinsichtlich der Todesdrohung durch den Be-

schuldigten erbringen. 

Ferner ist anzuführen, dass selbst dann nicht ohne Weiteres von einer qualifizier-

ten Geiselnahme auszugehen wäre, wenn erstellt werden könnte, dass der Be-

schuldigte mit der Tötung des Kindes drohte: Gemäss vorstehend bereits zitierter 

Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt sich die Bejahung der Qualifika-

tion gemäss Art. 185 Ziff. 2 StGB und die sich dadurch ergebende Erhöhung der 

Mindeststrafe auf drei Jahre Freiheitsstrafe nur, wenn die Rechtsgüter der Geisel 

objektiv erheblich stärker als beim Grundtatbestand beeinträchtigt worden sind, 

wobei diese objektiv stärkere Beeinträchtigung der Rechtsgüter der Geisel vom 

Vorsatz des Täters umfasst sein muss (Erw. III. 3.2.). Der Beschuldigte bestritt 

konstant, dass er seinen Sohn habe verletzen oder töten wollen, was auch die 

Vorinstanz festgehalten hat (Urk. 108, S. 15). Tatsächlich lässt sich ein dahinge-

hender Vorsatz des Beschuldigten aufgrund der äusseren Umstände nicht nach-

weisen. Weder der Bericht des Team 122 der Stadt Zürich Schutz & Rettung 

-   17   - 

(Urk. 5/4) noch die Aussagen der beim Vorfall anwesenden Polizisten lassen den 

unumstösslichen Schluss zu, der Beschuldigte habe seinen Sohn in einem Mass 

gefährden oder verletzen wollen, welches über die bereits durch den Umstand, 

dass er ihn als Schutzschild gegen den polizeilichen Zugriff verwendete bzw. nicht 

aus den Armen gab, geschaffene Gefahr hinausging. Eine weitergehende Beein-

trächtigung der physischen oder psychischen Integrität des Kindes war vom Be-

schuldigten nicht beabsichtigt, was sich nicht zuletzt im Umstand zeigte, dass sich 

dieser immerhin derart in Sorge um sein Kind zeigte, dass er eine notfallärztliche 

Untersuchung soweit zuliess, als er dafür das Kind nicht aus seinen Händen ge-

ben musste. Für das Kleinkind bestand somit keine Gefahr, durch ein allfälliges 

gewaltsames Einwirken des Beschuldigten zu Schaden zu kommen. Ebenso war 

das Risiko der Gefährdung des Kindes durch eine entsprechende Befreiungsakti-

on aufgrund der konkreten Umstände gering. Schliesslich ist aufgrund der fehlen-

den Willensbildungs- und Urteilsfähigkeit des Kleinkindes nicht davon auszuge-

hen gewesen, dass es Todesängste ausgestanden oder einen Schock erlitten 

hätte. Die Rechtsgüter des Kindes wären demnach nicht erheblich stärker beein-

trächtigt worden, als dies schon beim Grundtatbestand der Fall gewesen wäre, 

womit eine qualifizierte Geiselnahme gemäss Art. 185 Ziff. 2 StGB selbst im Falle, 

dass der Nachweis einer Todesdrohung durch den Beschuldigten hätte erbracht 

werden können, nicht erfüllt gewesen wäre. 

Auf eine Einvernahme des Privatklägers B._____ als Auskunftsperson, wie dies 

von der Staatsanwaltschaft am 28. August 2014 beantragt wurde (Urk. 119), kann 

im Lichte der vorstehenden Ausführungen verzichtet werden. Der Privatkläger 

B._____ konnte bereits in der Untersuchung bezüglich des zweiten Sachverhalts-

abschnitts nur noch angeben, was er über Funk oder von den übrigen beteiligten 

Polizisten gehört hatte. Eigene Wahrnehmungen konnte er nicht schildern, weil er 

im Rahmen des zweiten Polizeieinsatzes im Hintergrund geblieben war, um eine 

weitere Eskalation zu verhindern (Urk. 2/1, S. 3 und Urk. 2/2, S. 6 f.). Es ist somit 

nicht davon auszugehen, dass der Privatkläger B._____ zur weiteren Klärung des 

Sachverhalts beitragen kann, vielmehr wird er hinsichtlich der Frage, ob der Be-

schuldigte gedroht habe, das Kind zu töten und dies auch seinem inneren Willen 

entsprochen habe, bald zwei Jahre nach dem Vorfall keine sachdienlichen Anga-

-   18   - 

ben aus eigener Wahrnehmung machen können. Der Beweisantrag der Staats-

anwaltschaft auf erneute Einvernahme des Privatklägers B._____ als Auskunfts-

person ist daher abzuweisen.  

Entgegen den staatsanwaltschaftlichen Einwendungen lässt sich der Nachweis 

nicht erbringen, dass der Beschuldigte gedroht haben soll, seinen Sohn im Falle 

einer polizeilichen Intervention zu töten. Ebenso lässt sich ein dahingehender 

Vorsatz des Beschuldigten nicht nachweisen. Eine qualifizierte Geiselnahme im 

Sinne von Art. 185 Ziff. 2 StGB ist demnach nicht gegeben und der Beschuldigte 

ist in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils diesbezüglich freizusprechen (Urk. 

108, S. 61; Dispositiv Ziffer 3).  

4.4. Der Beschuldigte hat den Tatbestand der Geiselnahme gemäss Art. 185 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB nicht aber jenen der qualifizierten Geiselnahme gemäss 

Art. 185 Ziff. 2 StGB erfüllt. Das vorinstanzliche Urteil ist demnach sowohl hin-

sichtlich des Schuldspruchs gemäss Dispositiv Ziffer 2 als auch des Freispruchs 

gemäss Dispositiv Ziffer 3 zu bestätigen. 

B. einfache Körperverletzung 

1. Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich aus der Anklageschrift vom 28. Juni 

2013, die diesem Urteil beigeheftet ist (Urk. 15, S. 2), und aus der Zusammenfas-

sung im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 108, S. 6), worauf gestützt auf Art.  82 Abs. 4 

StPO erneut verwiesen werden kann. 

2. Die Verteidigung beantragt hinsichtlich der einfachen Körperverletzung ge-

mäss Art. 123 Ziff. 1 StGB einen Freispruch. Der Beschuldigte bestreitet, den Po-

lizeibeamten G._____ mit einem Kugelschreiber oder einem anderen Gegenstand 

verletzt zu haben (Urk. 110, S. 4; Urk. 124, S. 10 ).  

3. Ergänzend zu den von der Vorinstanz dargelegten Definitionen der einfa-

chen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und der Tätlich-

keit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Urk. 108, S. 37 f.) ist auf die bundesge-

richtliche Rechtsprechung zur Abgrenzung der Tatbestände der Körperverletzung 

und der Tätlichkeit hinzuweisen, wonach in Grenzfällen das Mass der verursach-

-   19   - 

ten Schmerzen als Abgrenzungskriterium dient. Um als Körperverletzung qualifi-

ziert zu werden, genügt eine psychische Einwirkung infolge eines Angriffs, der 

immerhin einen gewissen Schweregrad erreichen muss. Um diesen zu bestim-

men, ist sowohl die Art und die Intensität der Einwirkung als auch die Auswirkun-

gen der Verletzung auf das Opfer zu berücksichtigen (Pra 97 [2008] Nr. 148, 

Erw. 1.3. und 1.4., [Übersetzung von BGE 134 IV 189]; Urteil 6B_706/2011, 

Erw. 4.4.1). Für die Abgrenzung zwischen Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 2 StGB 

(leichter Fall einer Körperverletzung) sind sämtliche objektiven und subjektiven 

Umstände der Tat zu berücksichtigen, wie z.B. die objektiven Verletzungsfolgen 

und den Anlass der Tat oder die Reaktion des Täters in einer konkreten Situation 

(BGE 127 IV 59). 

4.1. Die Vorinstanz hat die massgebenden Aussagen des Beschuldigten und der 

drei beteiligten Polizeibeamten korrekt dargelegt und sorgfältig gewürdigt. Darauf 

kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 108, S. 11-29 und S. 36 f.). Zusätz-

lich zu den Aussagen der Befragten liegt ein ambulanter Bericht der Unfallchirur-

gie des Universitätsspitals Zürich vom 3. Februar 2013 samt Fotodokumentation 

als Beweismittel bei den Akten (Urk. 5/1 und Urk. 5/2). In Übereinstimmung mit 

den vorinstanzlichen Erwägungen ist der Sachverhalt, welcher dem Vorwurf der 

Körperverletzung zugrunde liegt, als erstellt zu erachten. Zwar bestreitet der Be-

schuldigte konstant, den Privatkläger G._____ am Unterarm verletzt zu haben 

und macht geltend, die Verletzung des Beamten stamme von den Handschellen, 

die man ihm habe anlegen wollen (Urk. 3/1, S. 6; Urk. 3/2, S. 3; Urk. 92, S. 7), 

was angesichts der authentischen und glaubhaften Aussagen der Polizeibeamten 

B._____, G._____ und D._____ allerdings als Schutzbehauptung seitens des Be-

schuldigten zu qualifizieren ist. Vielmehr ergibt sich aus ihren im Kerngeschehen 

übereinstimmenden Aussagen, dass der Beschuldigte im Verlaufe des Gerangels 

im Zusammenhang mit dem Verhaftungsversuch einen Gegenstand in der Hand 

hielt und damit auf den Privatkläger G._____ einschlug, so dass dieser einen 0.8 

cm langen Einstich am rechten Unterarm davontrug. Der Privatkläger B._____ 

beschrieb denn auch glaubhaft, der Beschuldigte habe einen spitzen Gegenstand 

in der Hand gehalten (Urk. 2/1, S. 3 f.; Urk. 2/2, S. 4), was durch die Aussagen 

des Privatklägers G._____, der ausführte, der Beschuldigte habe mit den Fäusten 

-   20   - 

um sich geschlagen, wobei er dabei einen Kugelschreiber in der Hand gehabt und 

ihn (den Privatkläger) mit einem Schlag am rechten Handgelenk getroffen habe 

(Urk. HD 2/3, S. 2) und jenen des Beamten D._____, wonach der Beschuldigte 

einen weissen Caran D'Ache Kugelschreiber in der geballten Faust gehabt habe 

(Urk. HD 4/1, S. 2), bestätigt wird. Ebenso geben die Privatkläger B._____ und 

G._____ glaubhaft und nachvollziehbar an, ihre Handschellen bei der Rangelei 

nicht in der Hand gehabt, sondern am Gurt getragen zu haben (Urk. 2/2, S. 9; 

Urk. 2/4, S. 10), was gegen die Ausführungen des Beschuldigten spricht. Insge-

samt bestehen keine unüberwindbaren Zweifel, dass sich das konkrete Tatge-

schehen so ereignete, wie es sich aus der Sachdarstellung in der Anklageschrift 

ergibt.  

4.2. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist namentlich auch im Lichte der 

genannten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu beanstanden. Zutreffend 

hielt sie fest, der Eingriff in die körperliche Integrität des Privatklägers G._____, 

der die 0.8 cm lange Stichwunde an seinem Unterarm ärztlich versorgen lassen 

musste, habe eine Intensität erreicht, die über eine Tätlichkeit im Sinne von 

Art. 126 StGB hinausgehe, und erachtet den Tatbestand der einfachen Körperver-

letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB als erfüllt (Urk. 108, S. 38). Der vo-

rinstanzliche Schuldspruch ist somit auch diesbezüglich zu bestätigen und der 

Beschuldigte ist der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

Die Vorinstanz würdigte anschliessend auch das Zupacken am Hals des Privat-

klägers B._____, der während weniger Sekunden keine Luft bekam, ohne dass es 

zu einer eigentlichen Schädigung von dessen Körper kam, als einfache Körper-

verletzung. Sie hielt dafür, dass in Anbetracht der Notwendigkeit der Luftzufuhr 

die Grenze des gemeinhin üblichen und gesellschaftlich geduldeten Masses eines 

Angriffs im vorliegenden Fall überschritten worden sei (Urk. 108, S. 38 f.). Ob die-

se vorinstanzliche rechtliche Qualifikation zutreffend ist, muss offenbleiben. Aus 

der Anklageschrift ergibt sich lediglich, dass der Beschuldigte den Privatkläger 

B._____ am Hals packte (Urk. 15 S. 3). Nicht umschrieben wird hingegen die Art 

und Weise oder das zeitliche Ausmass des Zupackens durch den Beschuldigten. 

-   21   - 

Insofern lässt sich nicht feststellen, ob lediglich eine vom Tatbestand der Gewalt 

und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1. Abs. 1 

StGB konsumierte Tätlichkeit gemäss Art. 126 StGB oder eine zurecht nicht ein-

geklagte Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB vorliegt.  

C. Widerhandlung gegen das Ausländergesetz (Art. 119 Abs. 1 AuG) 

1. Bezüglich des dem Vorwurf zugrundeliegenden Sachverhalts ist auf die An-

klageschrift und die Zusammenfassung im vorinstanzlichen Urteil zu verweisen 

(Urk. 15, S. 4 und Urk. 108, S. 8).  

2. Die Verteidigung beantragt einen Freispruch vom Vorwurf der Widerhand-

lung gegen das Ausländergesetz gemäss Art. 119 Abs. 1 AuG (Urk. 110, S. 4). 

Vor Vorinstanz bestritt sie die Gültigkeit der Ausgrenzung im Zeitpunkt, in wel-

chem der Beschuldigte gegen diese Verfügung verstossen haben soll, mit der 

Begründung, die Verfügung sei zwar formell rechtskräftig geworden, leide aber an 

irreparablen materiellen Mängeln, indem es sich frage, ob jenes angebliche Er-

eignis vom 1.2.2008 überhaupt eine Ausgrenzung gemäss Art. 74 AuG gerecht-

fertigt hätte, und eine Anwendung derselben nach mehr als vier Jahren verstosse 

gegen das Prinzip der Verhältnismässigkeit. Ausserdem sei der Aufenthaltsort 

des Beschuldigten nicht innerhalb des verbotenen Perimeters gelegen (Urk. 94, 

S. 4-6; Urk. 124, S. 12).  

3. Eines Vergehens gegen das Ausländergesetz macht sich strafbar, wer eine 

Ein- oder Ausgrenzung gemäss Art. 74 Abs. 1 AuG nicht befolgt (Art. 119 Abs. 1 

AuG). Die Massnahme der Ausgrenzung dient insbesondere dazu, Asylbewerber 

von der Drogenszene fernzuhalten, wobei eine Beteiligung am Drogenhandel 

nicht erwiesen sein muss, stattdessen konkrete Anhaltspunkte für den Verdacht 

der Begehung von Straftaten im Drogenmilieu genügen. Dafür reicht aus, dass die 

Person in der Nähe der Drogenszene angehalten wird und zugleich im Besitz von 

zum Eigenkonsum bestimmtem Marihuana ist (Urteile des Bundesgerichts 

2A.347/2003 vom 24. November 2003 Erw. 2-4; 6B_808/2011 vom 24. Mai 2012, 

Erw 1.2). 

-   22   - 

4.1. Der Sachverhalt ist durch die Akten erstellt, was auch die Vorinstanz richtig 

erkannt hat. Die Ausgrenzungsverfügung des Migrationsamts des Kantons Zürich 

vom 2. Dezember 2008 wurde dem Beschuldigten am 10. Dezember 2008 samt 

Plankopie des Gebietes, welches von ihm nicht mehr betreten werden durfte, 

ausgehändigt und übersetzt (Urk. ND 1/1, S. 7-10). Am 2. und am 25. Februar 

2013 wurde der Beschuldigte an der ...strasse ... in Zürich-Schwamen-dingen an-

getroffen, wobei dieser Ort im Gebiet liegt, welches von der verfügten Ausgren-

zung erfasst ist, was letztlich auch von der Verteidigung nicht mehr bestritten 

wurde (Urk. 124, S. 12). Ebenfalls ist erstellt, dass der Beschuldigte um die Aus-

grenzung wusste und sich dennoch willentlich an besagter Örtlichkeit aufhielt. 

Dies ergibt sich letztlich zweifelsfrei aus dem Umstand, dass der Beschuldigte 

gemäss Strafregisterauszug bereits sieben Mal rechtskräftig wegen Widerhand-

lungen gegen Art. 119 Abs. 1 AuG verurteilt wurde (Urk. 112/1) und sich demnach 

im Klaren darüber war, dass er sich nicht im entsprechenden Gebiet aufhalten 

durfte. Damit ist der Sachverhalt erstellt. 

4.2. Vorweg ist auf die Einwendung der Verteidigung einzugehen, es bestehe 

trotz Rechtskraft keine für das vorliegende Verfahren massgebliche Ausgren-

zungsverfügung (Urk. 94, S. 4, Urk. 124, S. 12). Dabei ist nur der Vollständigkeit 

halber auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 292 StGB hinzuweisen, 

wonach der Strafrichter bei der vorfrageweisen Überprüfung der Rechtmässigkeit 

einer mit einer Strafandrohung versehenen Verfügung einer Verwaltungsbehörde 

nur noch bei offensichtlicher Rechtsverletzung und offensichtlichem Ermessens-

missbrauch einschreiten darf, wenn der Verfügungsadressat grundsätzlich die 

Möglichkeit hatte, die Verfügung von einem Verwaltungsgericht überprüfen zu 

lassen, eine Anfechtung aber unterliess (Riedo/Boner in: Niggli/ Wiprächtiger 

[Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. A. Basel 2013, Art. 292 N 217 mit 

Hinweisen, namentlich auf Pra 93 [2004] Nr. 71 = Übersetzung von BGE 129 IV 

246; Flachsmann in: Donatsch [Hrsg.]/Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar zum 

Strafgesetzbuch, 19. A., Zürich 2013, Verlag Orell Füssli (kurz: OFK - StGB), 

Art. 292 N 7). Vorliegend kommt jedoch eine Ermessensüberprüfung der in Frage 

stehenden Ausgrenzungsverfügung vom 2. Dezember 2008 nicht in Betracht: Der 

Beschuldigte unterliess es, diese Ausgrenzungsverfügung vom Haftrichter des 

-   23   - 

Bezirksgerichts Zürich gerichtlich überprüfen zu lassen, weshalb diese in Rechts-

kraft erwachsen ist (Urk. ND 1/1, S. 7-10). Der Verteidiger geht auch fehl in der 

Annahme, es liege der Ausgrenzungsverfügung kein relevantes Verhalten des 

Beschuldigten zugrunde, denn der Beschuldigte wurde am 24. November 2008 

verhaftet, als er im Bereich des Drahtschmidlistegs Marihuana verkaufen wollte, 

worauf er mit Strafbefehl derselben Staatsanwaltschaft vom 26. November 2008 

wegen Widerhandlung und Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz mit 

einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 300.-- 

unter Anrechnung von 2 Tagen Haft verurteilt wurde (Beizugsakten 2008/6930 der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, act. 6). Seit dem rechtskräftigen Erlass der Aus-

grenzungsverfügung war diese Gegenstand von zahlreichen Strafverfahren, wo-

bei der Beschuldigte erstmals am 13. Dezember 2008 (Beizugsakten 2008/6930 

der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, act. 7), hernach am 9. März 2010 (Beizugsak-

ten Bezirksgericht Zürich [GG100073, act. 25], am 22. und 28. Juli 2010 (Beizu-

gsakten 2010/4700 der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, act. 17), am 9. De-

zember 2010 (Beizugsakten 2010/6838 der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, act. 

11), am 31. Januar 2012 (Beizugsakten 2012/701 der Staatsanwaltschaft Zürich-

Sihl, act. 7) und letztmals am 31. Oktober 2012 (Beizugsakten 2012/7009 der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, act. 7) wegen Nichtbeachtung der Ausgrenzungs-

verfügung verurteilt wurde (Urk. 112/1). In diesen Strafverfahren wurde die Gültig-

keit der zur Diskussion stehenden Ausgrenzungsverfügung überprüft und bekräf-

tigt, wobei der Beschuldigte mindestens im Verfahren vor dem Bezirksgericht Zü-

rich, welches mit Urteil vom 9. März 2010 abgeschlossen wurde, amtlich verteidigt 

war. Alle diese Urteile wurden vom Beschuldigten nicht angefochten und sind in 

Rechtskraft erwachsen. Im Lichte dieser Umstände zielen die Einwendungen der 

Verteidigung ins Leere, es bestehe keine gültige Ausgrenzungsverfügung (vgl. 

dazu auch Urteil des Bundesgerichts 6B_808/2011 vom 24. Mai 2012, Erw. 1.2-

1.3). 

Schliesslich geht auch der Einwand der Verteidigung, die Anwendung einer Aus-

grenzungsverfügung nach mehr als vier Jahren verstosse gegen das Verhältnis-

mässigkeitsprinzip (Urk. 94, S. 5), an der Sache vorbei. Die Ausgrenzung gegen 

den Beschuldigten wurde verfügt, weil er sich im Umfeld der zürcherischen Dro-

-   24   - 

genszene bewegte und bewegt, was sich auch aus einer Verurteilung vom 

26. November 2008 wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

(Urk. 112/1) ergibt und durch den im vorliegenden Verfahren bereits in Rechts-

kraft erwachsenen erneuten Schuldspruch wegen einer Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz bestätigt wird. Die Aufrechterhaltung und die aktuali-

sierte Anwendung der Ausgrenzungsverfügung ist demnach auch im jetzigen 

Zeitpunkt geeignet und erforderlich, um den Beschuldigten von der Drogenszene 

fernzuhalten und verstösst damit nicht gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip.  

4.3. Die von der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung ist im Übrigen 

in allen Teilen zutreffend, weshalb sich Ergänzungen diesbezüglich erübrigen. 

Der Beschuldigte hat sich demnach des Vergehens gegen das Ausländergesetz 

im Sinne von Art. 119 Abs. 1 AuG in Verbindung mit Art. 74 Abs. 1 AuG schuldig 

gemacht. 

IV. Strafzumessung / Sanktion 

1. Betreffend die allgemeinen Regeln der Strafzumessung und die Bildung ei-

ner Gesamtstrafe kann auch hier, um Wiederholungen zu vermeiden, vollumfäng-

lich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 108, S. 47-49). Die Vorinstanz hat insbesondere in Nachachtung der ständi-

gen Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteil 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013, 

Erw. 2.1 und 2.3.2; mit Hinweisen, bestätigt in Urteil 6B_375/2014 vom 28. August 

2014, Erw. 2.6. a. E.) korrekterweise bei der Festsetzung der Einsatzstrafe zu-

nächst alle objektiven und subjektiven verschuldensrelevanten Umstände beach-

tet, in einem weiteren Schritt die übrigen Delikte beurteilt und aufgezeigt, in wel-

chem Ausmass die Einsatzstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips zu erhö-

hen ist und schliesslich erst nach Festlegung der (hypothetischen) Gesamtstrafe 

für sämtliche Delikte die allgemeinen Täterkomponenten berücksichtigt (Urk. 108, 

S. 49-56). 

2.1. Ausgehend von der schwersten Tat, vorliegend der Geiselnahme im Sinne 

von Art. 185 Ziff. 1 StGB, und dem anwendbaren Strafrahmen von einem bis 

-   25   - 

zwanzig Jahren Freiheitsstrafe setzte die Vorinstanz die hypothetische Einsatz-

strafe auf 30 Monate Freiheitsstrafe fest (Urk. 108, S. 51). Sie wertete das Ver-

schulden des Beschuldigten in objektiver und subjektiver Hinsicht als nicht mehr 

leicht. Sie beurteilte das Verhalten des Beschuldigten als besonders verwerflich, 

rücksichtslos und egoistisch, da er ein erst 4 ½ Monate altes Baby, das völlig 

wehr- und hilflos gewesen sei, als Druckmittel gegen die Polizei eingesetzt habe, 

es auch zur ärztlichen Untersuchung nicht aus den Händen gegeben habe, ob-

wohl es dem Baby im Verlaufe des Vorfalls merklich schlechter gegangen sei und 

der Beschuldigte nach Eintreffen der Sanität jederzeit die Möglichkeit gehabt ha-

be, das Kind aus den Armen zu geben (Urk. 108, S. 49 f.). Diese Erwägungen 

sind schlüssig und nachvollziehbar, so dass auf sie abgestellt werden kann. Die 

Vorinstanz würdigte zutreffend, dass die Geiselnahme nicht länger als ein bis 

zwei Stunden gedauert habe und es sich beim Geiselnehmer um den Vater des 

Babys und damit um eine diesem grundsätzlich vertraute Person gehandelt habe. 

Dieser Umstand wiegt jedoch zulasten des Beschuldigten umso schwerer, als ge-

rade der Kindsvater sein Baby vor möglichen gesundheitsschädigenden Einflüs-

sen zu schützen hat und es gerade nicht durch eine Konfrontation mit der Polizei, 

deren Verlauf im Einzelfall nicht absehbar und auch durch Zufälligkeiten beein-

flusst sein kann, recht eigentlich einer Gefährdung aussetzen darf. Ob das Baby 

nun infolge des Pfeffersprays, der gestressten Gemütslage seiner Eltern, nament-

lich des Beschuldigten, der herumschrie, oder der Gegenwart der ihm fremden, 

unbekannten Polizeibeamten und weiteren fremden Personen, aus der Ruhe ge-

bracht wurde, ist letztlich unerheblich. Dies alles wäre für den Beschuldigten leicht 

zu vermeiden gewesen. Dass er sein Kind diesen Einflüssen lediglich aus egoisti-

schen Gründen aussetzte, ist verschuldensmässig relevant. Die Vorinstanz billigt 

dem Beschuldigten leicht verschuldensmindernd zu, dass seine akzentuierte Per-

sönlichkeit einen gewissen Einfluss auf sein Handeln ausgeübt habe. Dem ist 

aufgrund des schlüssigen, in sich stimmigen und nachvollziehbaren Gutachtens 

von med. pract. H._____ nicht zuzustimmen, kommt doch dieser Persönlichkeits-

akzentuierung kein Krankheitswert zu und eine Aufhebung der Einsichtsfähigkeit 

zum Tatzeitpunkt kann ausgeschlossen werden (Urk. 43 und 81; Urk. 108, S. 54 

f.). Da für das Kind jedoch keine Gefahr bestand, durch eine gewaltsame Einwir-

-   26   - 

kung des Beschuldigten zu Schaden zu kommen, es wohl in seiner Befindlichkeit 

gestört wurde, aber keine Todesangst ausstehen musste, ist der Vorinstanz darin 

zuzustimmen, dass das Verschulden wohl nicht schwer, aber auch nicht mehr 

leicht wiegt und eine hypothetische Einsatzstrafe von 30 Monaten angemessen 

erscheint. 

2.2. Die Vorinstanz würdigt das Verschulden bezüglich Gewalt und Drohung ge-

gen Behörden und Beamte sowie der einfachen Körperverletzung als nicht mehr 

leicht (Urk. 108, S. 51). Da es sich hierbei um ein zusammenhängendes Tatge-

schehen handelte, wodurch die beiden Tatbestände erfüllt wurden, spricht nichts 

gegen dieses Vorgehen. Indem der Beschuldigte mit dem Kugelschreiber in der 

Faust recht eigentlich ausholte, um diesen mit voller Wucht gegen den Privatklä-

ger G._____ einzusetzen, wehrte sich der Beschuldigte mit vollem Körpereinsatz 

und unverhältnismässig gegen seine Festnahme. Innerhalb der möglichen denk-

baren Körperverletzungen wiegt jedoch das Verschulden nicht schwer. Hinsicht-

lich des Verschuldens im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Gewalt und Dro-

hung gegen Behörden und Beamte ist zulasten des Beschuldigten immerhin zu 

berücksichtigen, dass er den Privatkläger B._____ am Hals packte und ihn so ei-

ner gesundheitlichen Gefährdung aussetzte. Insgesamt erscheint daher die Beur-

teilung des Verschuldens durch die Vorinstanz als nicht mehr leicht und die Erhö-

hung der Einsatzstrafe für diese Delikte um fünf Monate als durchaus angemes-

sen. Auch die Würdigung des Verschuldens als schwer bezüglich der Widerhand-

lung gegen das Ausländergesetz und die Ausführungen zur Höchststrafe bei wie-

derholtem Missachten einer Ausgrenzungsverfügung trotz diesbezüglicher Verur-

teilungen (Urk. 108, S. 51 f.) ist zutreffend, so dass ohne Weiteres vollumfänglich 

darauf zu verweisen ist. Angesichts des offenkundigen Unwillens des Beschuldig-

ten, diese rechtsstaatlich korrekten Verfügungen seines Aufenthaltslandes zu 

respektieren sowie seiner ausserordentlichen Renitenz, erweist sich auch die Er-

höhung der Einsatzstrafe um weitere vier Monate Freiheitsstrafe als dem Ver-

schulden des Beschuldigten angemessen. Die (hypothetische) Gesamtstrafe für 

alle Delikte beläuft sich somit auf 39 Monate Freiheitsstrafe. 

-   27   - 

2.3. Auch die allgemeinen Täterkomponenten wurden im erstinstanzlichen Urteil 

zutreffend dargelegt und gewürdigt (Urk. 108, S. 52 ff.). So hat die Vorinstanz zu 

Recht erwogen, dass sich aus den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten lassen. Sie erwog zudem, 

dass die mehrmaligen, teils einschlägigen, Vorstrafen des Beschuldigten leicht 

straferhöhend ins Gewicht fallen würden und gestützt auf die nachvollziehbar be-

gründete Schlussfolgerung des Gutachters nicht von einer strafzumessungsrele-

vanten Verminderung der Schuldfähigkeit des Beschuldigten auszugehen sei 

(Urk. 108, S. 55). Dem straferhöhenden Teil stellte sie das Teilgeständnis des 

Beschuldigten gegenüber, das sie leicht strafmindernd würdigte (Urk. 108, S. 56). 

Dem kann unter dem Aspekt des Asperationsprinzips gerade noch zugestimmt 

werden, obwohl die zugegebenen Tathandlungen (Widerhandlung gegen das Be-

täubungsmittelgesetz sowie Drohung gegen Behörden und Beamte) aufgrund der 

konkreten Gegebenheiten vor Ort wie der Sicherstellung der 3 g Marihuana in den 

Schuhen des Beschuldigten und der Vorfall in der Wohnung der Kindsmutter in 

Gegenwart derselben und mehrerer Polizeibeamter durchaus auch ohne dieses 

Geständnis hätten nachgewiesen werden können. Entgegen den Ausführungen 

der Verteidigung stellen die früheren rechtskräftigen Verurteilungen keinen Straf-

milderungsgrund dar.  

2.4. Hinsichtlich der allgemeinen Ausführungen zur Festsetzung der zwingend 

auszufällenden Busse kann ein weiteres Mal auf die korrekten Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 180, S. 56). Diese fällte für die Übertretung 

des Betäubungsmittelgesetzes, die der Beschuldigte anerkannte und mit der vor-

liegenden Berufung nicht anfocht, zwingend eine Busse aus, die sie angesichts 

des Höchstbetrages von Fr. 10'000.-- aufgrund der persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten und des Verschuldens auf Fr. 200.-- bemass. Sie würdigte dabei 

zutreffend den Umstand als verschuldensentlastend, dass der Beschuldigte seit 

seiner Jugendzeit regelmässig "Ganja" konsumierte und bei ihm eine psychische 

Abhängigkeit diagnostiziert wurde (Urk. 108, S. 56). Diesen Erwägungen kann 

durchaus gefolgt werden und angesichts der geringen Menge des sichergestellten 

Marihuanas und dem Verwendungszweck zum Eigengebrauch ist der Beschuldig-

-   28   - 

te für die Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes mit einer Busse von 

Fr. 200.-- zu bestrafen. 

3. Unter Berücksichtigung sämtlicher massgebender Strafzumessungsgründe 

erscheint es dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschul-

digten angemessen, ihn mit 39 Monaten Freiheitsstrafe sowie mit einer Busse von 

Fr. 200.-- zu bestrafen. 

4. Der Beschuldigte befindet sich entgegen der Anklage (Urk. 15, S. 1) seit 

dem 25. Februar 2013 bis heute während 681 Tagen in Untersuchungshaft, res-

pektive im vorzeitigen Strafvollzug (Urk. 11/2, Urk. 74 und Urk. 115), die dem Be-

schuldigten in Anwendung von Art. 51 StGB an die Freiheitsstrafe anzurechnen 

sind. 

5. Gemäss Art. 106 Abs. 2 und 3 StGB ist im Urteil für den Fall, dass die Busse 

schuldhaft nicht bezahlt wird, zwingend eine dem Verschulden angemessene Er-

satzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten aus-

zusprechen. Dabei hat sich der Richter vor Augen zu führen, dass eine allfällige 

Ersatzfreiheitsstrafe den Täter unabhängig von seinen finanziellen Verhältnissen 

entsprechend seinem Verschulden treffen soll (HUG, OFK - StGB, a.a.O., Art. 106 

N 5; BGE 134 IV 97, E. 6.3.7.1.). In ständiger Praxis erscheint ein Umwandlungs-

satz von 1 Tag Ersatzfreiheitsstrafe pro Fr. 100.-- Busse auch im vorliegenden 

Fall als angemessen.  

V. Vollzug 

In Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 108, S. 57) ist 

durch die Ausfällung einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren die objektive 

Voraussetzung für die Anordnung eines bedingten oder teilbedingten Strafvollzu-

ges gemäss Art. 42 Abs.1 und Art. 43 Abs. 1 StGB nicht erfüllt. Die festgesetzte 

Freiheitsstrafe von 39 Monaten ist daher zu vollziehen.  

-   29   - 

Für die ausgefällte Busse von Fr. 200.-- finden die Regeln über den bedingten 

bzw. teilbedingten Strafvollzug keine Anwendung (Art 105 Abs. 1 StGB), weshalb 

auch diese zu vollziehen ist.  

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen 

(Urk. 108, S. 61; Dispositivziffer 10). 

2.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ih-

res Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unter-

liegt mit seinen Anträgen auf Freispruch bezüglich der Geiselnahme im Sinne von 

Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und bezüglich der Widerhandlung gegen das Auslän-

dergesetz sowie im Strafpunkt. Die Staatsanwaltschaft unterliegt mit ihren Anträ-

gen auf einen Schuldspruch wegen qualifizierter Geiselnahme gemäss Art. 185 

Ziff. 2 StGB und auf eine Erhöhung der Strafe. Es rechtfertigt sich daher, die Kos-

ten des Berufungsverfahrens zu drei Vierteln dem Beschuldigten aufzuerlegen 

und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

2.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 7'298.30 (inkl. 

MwSt.) sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Das Nachforderungsrecht nach 

Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von drei Vierteln bleibt vorbehalten.  

 

Das Gericht beschliesst: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung, 

vom 23. Mai 2014, bezüglich Dispositiv Ziffer 1 (Einstellung betreffend Wi-

derhandlung gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b), 

Ziffer 2 teilweise (Schuldsprüche betreffend Gewalt und Drohung gegen Be-

hörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und betreffend 

Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 

-   30   - 

BetmG), Ziffer 7 (Einziehung Betäubungsmittel) und Ziffer 8 (Zivilpunkt) so-

wie Ziffer 9 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Das Gericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB 

− des Vergehens gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 119 

Abs. 1 AuG in Verbindung mit Art. 74 Abs. 1 AuG 

2. Vom Vorwurf der qualifizierten Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 in 

Verbindung mit Art. 185 Ziff. 2 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 39 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 681 Tage durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvoll-

zug erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 200.--. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.  

5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv Ziffer 10) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'298.30   amtliche Verteidigung 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, vorbehältlich derjenigen der amtlichen 

Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt und zu 

einem Viertel auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen 

-   31   - 

Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die diesbezügliche 

Rückzahlungspflicht im Umfang von drei Vierteln bleibt vorbehalten. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− den Privatkläger G._____ 

− den Privatkläger B._____ 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste  

(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 

eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 

zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 

verlangen.) 

in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
− das Bundesamt für Migration, Quellenstrasse 6, 3003 Bern 
− Bundesanwaltschaft, 3003 Bern, 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmit-

tel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich, Postfach, 8090 Zürich  

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 

und Löschungsdaten  

-   32   - 

9. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Zürich, 6. Januar 2015 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Schneeberger 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

	Urteil vom 6. Januar 2015
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Das Verfahren wird bezüglich des Vorwurfs der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG eingestellt.
	2. Der Beschuldigte ist schuldig
	– der Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
	– der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
	– der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB,
	– der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 119 Abs. 1 AuG,
	– der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	3. Vom Vorwurf der qualifizierten Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 185 Ziff. 2 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 39 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis zum vorzeitigen Strafantritt 320 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 200.–. Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte seit dem 10. Januar 2014 i...
	5. Die Strafe wird vollzogen und die Busse ist zu bezahlen.
	6. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 27. Juni 2013 beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Lagernummer ...) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	8. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger 1 und 2 werden abgewiesen.
	9. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf Fr. 5'000.–. Die übrigen Kosten betragen:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	10. Die Kosten des Gerichts- und des Untersuchungsverfahrens – mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung – werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt ein...
	Berufungsanträge:
	I.  Verfahrensgang
	II.  Prozessuales
	III.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung
	IV.  Strafzumessung / Sanktion
	V.  Vollzug
	VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Das Gericht beschliesst:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung, vom 23. Mai 2014, bezüglich Dispositiv Ziffer 1 (Einstellung betreffend Widerhandlung gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b), Ziffer 2 teilweise...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Das Gericht erkennt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
	 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
	 des Vergehens gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 119 Abs. 1 AuG in Verbindung mit Art. 74 Abs. 1 AuG

	2. Vom Vorwurf der qualifizierten Geiselnahme im Sinne von Art. 185 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 185 Ziff. 2 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 39 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 681 Tage durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 200.--.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv Ziffer 10) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, vorbehältlich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt und zu einem Viertel auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die G...
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 den Privatkläger G._____
	 den Privatkläger B._____
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 das Bundesamt für Migration, Quellenstrasse 6, 3003 Bern
	 Bundesanwaltschaft, 3003 Bern,
	 die Vorinstanz
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich, Postfach, 8090 Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

	9. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.