# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15c79860-3718-5849-b211-1c5232eb53da
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 25.10.2021 IV 2020/230
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-230_2021-10-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/230

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 22.03.2022

Entscheiddatum: 25.10.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 25.10.2021
Art. 16, Art. 22 IVG, Art. 5, Art. 22 IVV. Invaliditätsbedingt hat sich die Dauer 
der erstmaligen beruflichen Ausbildung um zwei Jahre verlängert. In diesem 
Umfang hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer die 
Mehrkosten zu ersetzen und Taggeld zu leisten. Eine Verzögerung der 
Ausbildung in darüber hinausgehendem Ausmass bleibt unbewiesen. 
Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Oktober 2021, IV 
2020/230). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_792/2021.

Entscheid vom 25. Oktober 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

IV 2020/230

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadeshna Ley, Blumenbergplatz 1, Postfach 

1126, 9001 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

erstmalige berufliche Ausbildung

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) begann im Herbst 2009 ein Studium an der 

Universität B.___. In der Nacht auf den 21. Februar 2010 wurde der Versicherte tätlich 

angegriffen. Dabei erlitt er ein leichtgradiges Schädelhirntrauma mit Erinnerungslücke 

und fraglicher Bewusstlosigkeit, einen Nasenbeinbruch, einen Kieferhöhlen- und 

Augenhöhlenbodenbruch, eine Quetschung des rechten Augapfels und eine 

Verstauchung der Halswirbelsäule. Im Weiteren brachen mehrere Zahnkronen ab (vgl. 

dazu unter anderem IV-act. 5-1, 33-1, 88-8, 89-14).

A.a. 

Auf Zuweisung des Hausarztes wurde der Versicherte am 7. Juli 2010 im 

Kantonsspital St. Gallen (KSSG), Klinik für Neurologie, untersucht. Gemäss Bericht vom 

19. Juli 2010 bestanden bei Status nach Commotio cerebri insgesamt leichte bis 

mittelschwere kognitive Funktionsstörungen (IV-act. 5-6 ff.). Mit Arztbericht vom 15. 

Juni 2011 diagnostizierte Dr. med. C.___, Psychiatrie und Psychotherapie, 

psychosomatische und psychosoziale Medizin, eine posttraumatische 

Belastungsstörung. Insgesamt sei festzuhalten, dass der Versicherte durch das Trauma 

wertvolle Zeit beim Studium verloren habe. Hinsichtlich möglicherweise längerfristiger 

Folgen sei die Prognose aktuell als ungewiss zu betrachten (IV-act. 5-2 f.).

A.b. 

Am 16. Januar 2014 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen bei 

der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1).

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mit ärztlichen Berichten vom 10. März und 9. Mai 2014 diagnostizierte Dr. C.___ 

eine posttraumatische Belastungsstörung nach einem Überfall mit massiven 

lebensgefährlichen, körperlichen Attacken bei Status nach Commotio cerebri, Status 

nach Nasenbeinfraktur, Status nach Kieferhöhlen- und Orbita-Bodenfraktur rechts, 

leichter HWS-Distorsion und posttraumatischen Kopfschmerzen. Der Versicherte habe 

durch den Überfall im Studium ca. eineinhalb Jahre an Zeit verloren und sei zeitweise 

nicht in der Lage gewesen, an Prüfungen teilzunehmen. Er sei durch 

Konzentrationsstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, depressive Symptome, 

Nachhallerinnerungen, Albträume und Ängstlichkeit eingeschränkt. Die Prognose sei 

hinsichtlich des Studiums günstig bzw. nicht ungünstig, wobei die posttraumatische 

Belastungsstörung wiederkehrend zu Einschränkungen in Bezug auf die Möglichkeit, 

Prüfungen zu absolvieren, geführt habe. In diesem Zusammenhang habe er dem 

Versicherten verschiedentlich attestiert, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht in 

der Lage gewesen sei, an Prüfungen teilzunehmen. Hinsichtlich neuropsychologischer 

Defizite bedürfe es einer aktuellen Verlaufskontrolle (IV-act. 18, 21-1 ff.).

A.d. 

Am 18. Dezember 2014 wurde eine neuropsychologische Verlaufsuntersuchung 

durch das KSSG, Klinik für Neurologie, durchgeführt. Im Bericht vom 19. Dezember 

2014 führten die Fachexpertinnen aus, dass sich im Vergleich zur Testung aus dem 

Jahr 2010 (vgl. dazu vorstehende lit. A.b) eine leichte Veränderung der kognitiven 

Leistungsfähigkeit festhalten lasse. Die verbale und figurale Aufnahmefähigkeit habe 

sich leicht verbessert. In qualitativer Hinsicht manifestiere sich eine insgesamt stabilere 

und konsistentere kognitive Gesamtleistungsfähigkeit. Neu hingegen zeige sich im 

Bereich der Exekutivfunktionen eine leichte Verschlechterung im Sinne eines leichten 

dysexekutiven Syndroms. Als mögliche Ursache der neu aufgetretenen exekutiven 

Funktionsstörungen würde aus neuropsychologischer Sicht eine sich chronifizierende 

psychische Störung in Frage kommen. Die aktuell erhobenen Befunde im Sinne 

minimaler kognitiver Funktionsstörungen hätten jedoch mehrheitlich keine 

Auswirkungen auf die Ausbildung des Versicherten. Er habe seinen Bachelor mit einer 

guten Note abschliessen können. Bei der Symptomvalidierung hätten sich Hinweise für 

eine reduzierte Anstrengungsbereitschaft im Bereich der Lern- und Gedächtnisprüfung 

ergeben, im Bereich der Aufmerksamkeitsprüfung sei die Validierung unauffällig 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gewesen. Bezüglich der psychiatrischen Symptome werde auf den aktuell 

behandelnden Psychiater Dr. C.___ verwiesen (IV-act. 55).

Nach weiteren (medizinischen) Abklärungen (vgl. dazu den Sachverhalt in IV 

2016/10) und Vorlage beim regionalen ärztlichen Dienst (RAD; IV-act. 62, 74) stellte die 

IV-Stelle mit Vorbescheid vom 30. Juni 2015 die Abweisung eines Anspruchs auf 

berufliche Massnahmen und Rentenleistungen in Aussicht. Die Abklärungen hätten 

ergeben, dass aus gesundheitlichen Gründen eine Verzögerung des Abschlusses der 

erstmaligen beruflichen Ausbildung (Studium an der Universität St. Gallen) von einem 

Jahr bestehe. Aus diesem Grund bestehe für das letzte Studienjahr Anspruch auf das 

kleine Taggeld mit Höchstansatz (IV-act. 79). Trotz Einwands des Versicherten vom 1. 

September 2015 (IV-act. 81) verfügte die IV-Stelle am 25. November 2015 nach 

Rücksprache mit dem RAD (IV-act. 83) im Sinne des Vorbescheids (IV-act. 85).

A.f. 

Die gegen die Verfügung vom 25. November 2015 erhobene Beschwerde vom 11. 

Januar 2016 (IV-act. 86) wurde mit Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. 

Gallen vom 17. September 2018 (IV 2016/10) – nach erfolgloser Vergleichsbemühung 

(vgl. dazu lit. C.h des Entscheids) – gutgeheissen, die Verfügung vom 25. November 

2015 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden 

neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle zurückgewiesen (IV-act. 

115). Das Versicherungsgericht kam zum Schluss, dass es an einer umfassenden 

Beurteilung der Leistungsfähigkeit sowohl für die Zeit nach dem Ereignis vom 21. 

Februar 2010 als auch – soweit Beeinträchtigungen nach dem Studium geltend 

gemacht würden – für einen allfälligen Rentenanspruch nach der Erstausbildung fehle. 

Bei den weiteren Abklärungen sei zu beachten, dass betreffend Anspruch auf 

erstmalige berufliche Ausbildung bzw. Mehrdauer nicht die Erwerbstätigkeit (wie beim 

Rentenanspruch), sondern der beabsichtigte Ausbildungsgang (Studium an der B.___) 

mit seinen spezifischen Anforderungen Bezugspunkt bilde (IV-act. 115).

A.g. 

Die IV-Stelle tätigte weitere Abklärungen (IV-act. 117 ff.). Dr. C.___ diagnostizierte 

mit Bericht vom 28. Juni 2019 eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: 

F43.1), eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10: 

F62.0) sowie neuropsychologische Defizite (Konzentrationsstörungen, Verlangsamung) 

A.h. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nach Hirntrauma mit Auswirkungen auf die Lerntätigkeit und die Leistungsfähigkeit in 

Prüfungen (IV-act. 130).

Im Juli 2019 schloss der Versicherte sein Studium mit dem Master of Arts 

erfolgreich ab (IV-act. 133-2, 134, 144-28).

A.i. 

Im September 2019 beauftragte die IV-Stelle die SMAB AG Swiss Medical, 

(nachfolgend: SMAB), mit einer Begutachtung des Versicherten in den Disziplinen 

Neurologie, Psychiatrie und Neuropsychologie (IV-act. 136 ff.). In ihrem Gutachten vom 

20. Januar 2020 (IV-act. 144) diagnostizierten die Gutachter eine posttraumatische 

Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1). Das Zusammenspiel der beschriebenen 

Beeinträchtigungen durch die PTBS-Symptomatik führe zu einer Einschränkung der 

psychomentalen Leistungsfähigkeit. Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung oder 

ausreichende Hinweise für eine Persönlichkeitsänderung würden nicht vorliegen. Die 

Arbeitsfähigkeit betrage für sämtliche Tätigkeiten 80 %. Eine punktuelle Terminierung, 

seit wann diese Arbeitsfähigkeit gelte, sei nicht möglich. Es könne allenfalls 

rekonstruiert werden, dass für ca. sechs Wochen nach dem Vorfall diese 

Arbeitsfähigkeit aufgehoben gewesen sei, sich dann allmählich gebessert habe und 

sich im Grossteil der letzten Jahre in der genannten Grössenordnung bewegt habe. 

Unter Berücksichtigung des mehrwöchigen Ausfalls in der unmittelbaren Zeit nach dem 

Ereignis und in der Annahme einer stärkeren Ausprägung der Defizite nach den ersten 

Monaten erscheine die Annahme einer gesundheitsbedingten Verzögerung des 

Studiums um ein Jahr angemessen. Jedenfalls lasse sich eine wesentlich längere Zeit 

nicht begründen (IV-act. 144-9 ff.).

A.j. 

Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD (IV-act. 145) führte die IV-Stelle mit 

Vorbescheid vom 17. März 2020 aus, dass sich das Studium durch die gesundheitliche 

Situation gemäss den Abklärungen um ein Jahr verlängert habe. Aus diesem Grund 

würden die Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung für das letzte 

Studienjahr Master im Rahmen des Höchstbetrags des kleinen Taggelds vom 1. August 

2018 bis 31. Juli 2019 übernommen (IV-act. 148). Dagegen liess der Versicherte durch 

seine Vertreterin, Rechtsanwältin lic. iur. Nadeshna Ley, St. Gallen, Einwand erheben. 

Es seien dem Versicherten die invaliditätsbedingten Mehrkosten der beruflichen 

Erstausbildung zu ersetzen und ihm für die invaliditätsbedingte Mehrdauer dieser 

A.k. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Ausbildung von viereinhalb Jahren Taggeld zu leisten (IV-act. 153, 155). Nach 

nochmaliger Stellungnahme durch den RAD (IV-act. 163) verfügte die IV-Stelle am 10. 

September 2020 die Übernahme von Taggeld für das letzte Studienjahr. Zusätzlich 

würden für das letzte Studienjahr invaliditätsbedingte Mehrkosten in Höhe von Fr. 

4'352.-- übernommen (2 x Fr. 250.-- Umtriebsentschädigung, 2 x Fr. 1'926.-- 

Semestergebühren; IV-act. 165). Über einen Rentenanspruch wurde im Gegensatz zur 

aufgehobenen Verfügung vom 25. November 2015 (IV-act. 85) noch nicht befunden 

(vgl. dazu IV-act. 146).

Gegen die Verfügung vom 10. September 2020 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 15. Oktober 2020. Die Rechtsvertreterin des Versicherten 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) beantragte darin die Aufhebung der Verfügung in 

dem Sinne, als Taggeld und invaliditätsbedingte Mehrkosten nur für das letzte bzw. nur 

ein zusätzliches Studienjahr ausgerichtet werden sollen. Es seien dem 

Beschwerdeführer die gesamten invaliditätsbedingten Mehrkosten der beruflichen 

Erstausbildung zu ersetzen und ihm sei für die invaliditätsbedingte Mehrdauer dieser 

Erstausbildung von viereinhalb Jahren Taggeld zu leisten. Eventualiter seien die 

bisherigen Abklärungen durch ein Gerichtsgutachten zu überprüfen. Es sei dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei ihm in 

der Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. Mehrwertsteuer). In der Begründung 

führte die Rechtsvertreterin im Wesentlichen aus, dass dem SMAB-Gutachten nicht 

gefolgt werden könne. In der neuropsychologischen Untersuchung sei das hohe 

Ausgangsniveau des Beschwerdeführers nicht berücksichtigt worden. Im Weiteren sei 

nicht schlüssig begründet, weshalb die Gutachter eine andauernde 

Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung in Abrede stellten. Auch seien im 

Gutachten die Indikatoren nach BGE 141 V 281 nicht hinlänglich diskutiert und 

gewürdigt worden. Letztlich hätten sich die Gutachter nicht mit den tatsächlichen 

Gegebenheiten bzw. den Anforderungen des Studiums auseinandergesetzt. Dies habe 

auch die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) nicht nachgeholt, obwohl die 

Frage zu klären gewesen wäre, inwiefern sich der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers einschränkend auf seine Erstausbildung (Studium an der B.___) 

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Im Streit liegt ein Anspruch des Beschwerdeführers auf invaliditätsbedingte 

Mehrkosten bei der beruflichen Erstausbildung (Studium an der B.___; Art. 16 Abs. 1 

IVG in Verbindung mit Art. 5 IVV) sowie auf Taggelder während der beruflichen 

Erstausbildung aufgrund einer invaliditätsbedingten Verlängerung der Ausbildung (Art. 

22 IVG in Verbindung mit Art. 22 IVV; vgl. dazu auch Rz. 1034 des Kreisschreibens des 

Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Taggelder in der 

auswirke. Die gutachterliche Schätzung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers 

sei zumindest in Zweifel zu ziehen und nötigenfalls ein Gerichtsgutachten anzuordnen. 

Unter Berücksichtigung der Gegebenheiten des Studiums hätten die Einschränkungen 

des Beschwerdeführers zu der effektiven Verlängerung von viereinhalb Jahren geführt. 

Hierfür stünden ihm entsprechende Taggeldleistungen zu. Was die 

invaliditätsbedingten Mehrkosten anbelange, seien mindestens die zusätzlich 

angefallenen Semestergebühren zu entschädigen (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 17. November 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Es gebe keine Hinweise, dass 

die SMAB den Beschwerdeführer nicht kompetent und umfassend untersucht habe. 

Somit würden sich weitere medizinische Abklärungen erübrigen (act. G 4).

B.b. 

Mit Schreiben vom 5. Januar 2021 teilte das Versicherungsgericht dem 

Beschwerdeführer mit, dass aufgrund der finanziellen Situation dem Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege nicht entsprochen werden könne (act. G 8). Den daraufhin 

erhobenen Kostenvorschuss über Fr. 600.-- (act. G 9) bezahlte der Beschwerdeführer 

umgehend.

B.c. 

Nachdem der Beschwerdeführer auf die Einreichung einer weiteren Stellungnahme 

verzichtet hatte, wurde der Schriftenwechsel am 23. März 2021 geschlossen (act. G 

11).

B.d. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

B.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Invalidenversicherung, KSTI). Zur Klärung dieser Frage bedarf es einer 

rechtsgenüglichen Quantifizierung der invaliditätsbedingten Verzögerung des 

Abschlusses des Studiums an der B.___. Zu prüfen ist demnach vorab, ob 

diesbezüglich, nach Erstattung des SMAB-Gutachtens und in Würdigung der 

tatsächlichen Gegebenheiten, eine zuverlässige Entscheidgrundlage vorliegt.

2.  

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz 

und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht 

hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 

vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste 

würdigen. Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des 

Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die 

Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 

insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 

Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen).

2.1. 

In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den im Rahmen des 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Verwaltungsverfahrens formgerecht eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, 

welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4).

Das vom Beschwerdeführer gewählte Studium hätte im Regelfall gemäss eigenen 

Angaben fünfeinhalb Jahre gedauert (IV-act. 144-5). Effektiv benötigte er rund zehn 

Jahre (Herbstsemester 2009 bis Ende Frühlingssemester 2019; IV-act. 144-28). 

Während der Beschwerdeführer von einer invaliditätsbedingten Verzögerung von 

viereinhalb Jahren ausgeht, eventualiter ein Gerichtsgutachten zur Klärung dieser Frage 

beantragt, spricht die Beschwerdegegnerin in Anlehnung an die Stellungnahmen des 

RAD und das SMAB-Gutachten von einer anspruchsbegründenden Verlängerung der 

Ausbildung von einem Jahr.

3.1. 

Beim Gutachten der SMAB vom 20. Januar 2020 handelt es sich um ein im 

Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholtes Administrativgutachten von 

versicherungsexternen Experten. Die Beurteilungen in den Disziplinen Psychiatrie (IV-

act. 144-25 ff.), Neurologie (IV-act. 144-43 ff.) und Neuropsychologie (IV-act. 144-53 ff.) 

sowie auch die Konsensbeurteilung (IV-act. 144-7 ff.) ergingen nach ausführlichen 

persönlichen Untersuchungen, scheinen für die streitigen Belange umfassend, 

beantworten die Frage nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen des 

Beschwerdeführers und berücksichtigen die geklagten Beschwerden. Auch wurden die 

Vorakten (IV-act. 144-14 ff.) bzw. davon abweichende Befunde und Diagnosen 

einbezogen und diskutiert. In medizinischer Hinsicht sind keine Gründe ersichtlich, 

weshalb dem SMAB-Gutachten der Beweiswert abgesprochen werden sollte. Daran 

vermögen die Einwände des Beschwerdeführers nichts zu ändern.

3.2. 

Die neurologische Beurteilung wird nicht in Frage gestellt. Diesbezüglich 

bestanden nachvollziehbar einige Wochen nach dem Vorfall vom 21. Februar 2010 

keine Einschränkungen mehr auf die Leistungsfähigkeit (vgl. IV-act. 144-50).

3.2.1. 

In neuropsychologischer Hinsicht bemängelt der Beschwerdeführer im SMAB-

Gutachten einen fehlenden Einbezug seines hohen Ausgangsniveaus und der 

Anforderungen an das Studium, weshalb die Ergebnisse der neuropsychologischen 

Testung die invaliditätsbedingte Einschränkung während des Studiums nicht korrekt 

3.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

widergeben würden. Der Beschwerdeführer wurde ausführlich getestet (Suva-act. 

144-86 ff.) und gestützt darauf wurden die Befunde erhoben (IV-act. 114-62 ff.). Die 

Testergebnisse wurden mit den Befunden aus den Jahren 2010 und 2014 – soweit 

möglich – verglichen und aus rein neuropsychologischer Sicht im kognitiven Bereich 

keine Einschränkungen mehr festgestellt bzw. ein unauffälliges kognitives 

Leistungsprofil bescheinigt (IV-act. 144-65), nachdem sich nur noch leichte 

Unsicherheiten in der Wortfindung und ein teilweise unsicheres Verhalten gezeigt 

hätten (IV-act. 144-66). Es sei gemäss Aktenlage seit der Beurteilung im Jahr 2010, als 

noch relevante verbale Lernschwierigkeiten hätten objektiviert werden können, zu einer 

Normalisierung der verbalen Lernleistung, d.h. der Hirnfunktion an sich, gekommen. 

Aus neuropsychologischer Sicht könnten kognitive Defizite nicht (mehr) auf tatsächliche 

Hirnfunktionsstörungen zurückgeführt werden. Diese seien allenfalls im Rahmen der 

psychiatrischen Erkrankung, welche gemäss Akten immer im Vordergrund gestanden 

sei, erklärbar (IV-act. 144-66). Die Befunderhebung und deren Auswirkungen auf die 

Leistungsfähigkeit sind schlüssig begründet und decken sich im Wesentlichen mit der 

neuropsychologischen Verlaufsuntersuchung aus dem Jahr 2014 (IV-act. 55), wobei 

aktuell die Anstrengungsbereitschaft unauffällig ausgefallen ist. Entgegen dem Einwand 

des Beschwerdeführers war der neuropsychologischen Gutachterin Dr. phil. D.___, 

Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, zertifizierte neuropsychologische 

Gutachterin SIM, das Ausgangsniveau bzw. die Leistungsfähigkeit vor dem Vorfall 

bekannt (vgl. die ausführlichen schulanamnestischen Angaben in IV-act. 144-61, 86). 

Sie hat es demnach in ihre Beurteilung miteinbezogen. Letztlich hat der 

Beschwerdeführer mit dem guten Abschluss des Studiums (vgl. IV-act. 124-20, 134) 

selbst bewiesen, dass die qualitative Leistungsfähigkeit im Vergleich zur Zeit vor dem 

Vorfall nicht relevant eingeschränkt war (vgl. die Noten vor dem Vorfall mit den Noten 

danach u.a. in IV-act. 144-61 und IV-act. 124-20, 134). Auch hat der Beschwerdeführer 

am 1. Juni 2020 ein Praktikum am Bezirksgericht E.___ in Vollzeit antreten können (act. 

G 7). Eine qualitative neuropsychologische Einschränkung spätestens seit der 

Verlaufsuntersuchung im November 2014 (IV-act. 144-68) bzw. ein relevant hohes 

"Ausgangsniveau", welches bei den erhobenen Befunden zwingend zu einer anderen 

Einschätzung hätte führen müssen, bleibt zumindest beweislos. Nachvollziehbar ist 

auch die Einschätzung, dass neuropsychologische Defizite nach dem Vorfall aufgrund 

der objektivierbaren Lern- bzw. Aufnahmeschwierigkeiten zwar zu einer Verzögerung 

im Studium geführt haben, rückwirkend indes eine genaue Quantifizierung der 

Verzögerung (Dauer und Auswirkungen der neuropsychologischen Einschränkungen 

auf die Leistungsfähigkeit während des Studiums) aufgrund fehlender Befunde nicht 

mehr vorgenommen werden könne (IV-act. 144-69) und damit beweislos bleibt. Das 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

neuropsychologische Teilgutachten entspricht den Anforderungen an eine Expertise 

vollumfänglich, weshalb darauf abgestellt werden kann.

Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers stellt auch das psychiatrische 

Gutachten der SMAB durch Dr. med. F.___, Facharzt für Neurologie, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, in Frage. Zum einen sei nicht schlüssig begründet, 

weshalb eine Persönlichkeitsänderung, welche gemäss eigenen Aussagen dazu geführt 

hätte, dass das Studium nicht hätte absolviert werden können, nicht diagnostiziert 

werde. Zum andern habe der Gutachter die zu berücksichtigenden Indikatoren nach 

BGE 141 V 281 nicht rechtsgenüglich diskutiert und einbezogen, ansonsten das 

Ergebnis aller Voraussicht nach anders ausgefallen wäre. Auch die psychiatrische 

Begutachtung wurde lege artis durchgeführt. Der psychiatrische Befund wurde 

erhoben (IV-act. 144-30 ff.), die Diagnose einer PTBS nachvollziehbar begründet und 

dargelegt, weshalb entgegen früherer Beurteilung nicht von einer 

Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung auszugehen sei. Dr. F.___ begründete, 

dass es zur Diagnosestellung einer Persönlichkeitsänderung am Merkmal der 

deutlichen Ausprägung fehle. Dies leuchtet ein, wenn man die ICD-10-Definition zum 

Diagnosecode F62.0 betrachtet ("Belastung katastrophalen Ausmasses"; 

Persönlichkeitsänderungen nach andauerndem Ausgesetztsein lebensbedrohlicher 

Situationen, etwa als Opfer von Terrorismus, nach andauernder Gefangenschaft mit 

unmittelbarer Todesgefahr, nach Folter, Katastrophen, 

Konzentrationslagererfahrungen; www. dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-

gm/kode-suche/htmlgm2021/block-f60-f69.htm, eingesehen am 25. Oktober 2021). Dr. 

F.___s Ausführungen ist sinngemäss zu entnehmen, dass selbst die Annahme der 

Diagnose der Persönlichkeitsänderung zu keiner anderen Leistungsbeurteilung führen 

würde, zumindest nicht während des Studiums (IV-act. 144-33 f.). Mit anderen Worten 

wäre eine allfällige Persönlichkeitsänderung nicht derart ausgeprägt, dass sie nebst der 

PTBS zu zusätzlichen Einschränkungen führen würde. Dies leuchtet ein, zumal beim 

Beschwerdeführer, wie es Dr. F.___ ausführt, kein Zustand eingetreten ist, der von 

Pessimismus bestimmt ist (IV-act. 144-34). Gerade in beruflicher Hinsicht hat der 

Beschwerdeführer ein klares Ziel vor Augen, die Anwaltsprüfung, wobei er bereits vor 

dem Praktikum mit den Vorbereitungen angefangen hat (IV-act. 144-28). Auch während 

des Studiums hat er ehrgeizig und diszipliniert auf den Abschluss hingearbeitet. Dies 

zeugt von einer Zielstrebigkeit bzw. Hoffnung in die Zukunft, welche nicht mit einer 

deutlichen Ausprägung einer andauernden Persönlichkeitsänderung in Einklang zu 

bringen sein dürfte. Auch liegt keine Vernachlässigung der Selbstfürsorge vor (IV-act. 

144-30), welche zusätzlich auf eine schwere Ausprägung der psychischen 

3.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beeinträchtigungen hindeuten könnte. Überdies schlägt die Kritik der mangelnden 

Diskussion und Würdigung der Indikatoren nach BGE 141 V 281 fehl. Dr. F.___ legte 

seiner Leistungsbeurteilung rechtsgenüglich die Kriterien nach BGE 141 V 281 

zugrunde und würdigte die leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren auf der 

einen Seite und die unbestritten vorhandenen guten Kompensationspotentiale/

Ressourcen auf der anderen Seite (IV-act. 144-37 f.). Auch das psychiatrische 

Teilgutachten entspricht den Anforderungen an eine Expertise vollumfänglich, weshalb 

darauf abgestellt werden kann und von einer reduzierten Leistungsfähigkeit von 20 % 

während eines Grossteils des Studiums auszugehen ist (IV-act. 144-40). Daran ändert 

nichts, dass durchaus gewisse Inkonsistenzen vorliegen. So macht der 

Beschwerdeführer geltend, dass er den öffentlichen Verkehr nicht benutzen könne (IV-

act. 144-27), wobei lange Flugreisen nach Japan und Amerika dennoch möglich waren 

(IV-act. 130-4, 144-29). Auch konnte der Beschwerdeführer nach dem Vorfall im Jahr 

2010 weiterhin in den Sommerferien im internen Transport des KSSG arbeiten (IV-act. 

144-28; zur vermuteten Konfrontation mit Opfern von Gewalttaten und Patienten mit 

Kopfverletzungen vgl. IV-act. 144-7), was bei objektiver Betrachtung auf Ressourcen 

schliessen lässt, welche über die subjektive Wahrnehmung des Beschwerdeführers 

hinausgehen.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die psychomentale Leistungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers aufgrund der PTBS während des Studiums an der B.___ nach der 

Akutphase überwiegend wahrscheinlich um rund 20 % eingeschränkt war. Diese 

Beurteilung beinhaltet sowohl die zeitliche als auch die qualitative Komponente, 

weshalb die Rügen des Beschwerdeführers betreffend (weiter) eingeschränktem 

Rendement ins Leere zielen. Ein eingeschränktes Lerntempo mit verminderter 

Aufnahmefähigkeit und schnellerer Ermüdung führt denn bei erhaltenem Intellekt auch 

nur zu einer zeitlichen Einschränkung, während qualitativ während des Studiums – wie 

bereits erwähnt – keine Einbussen auszumachen waren. Anders gesagt benötigte der 

Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch und rein rechnerisch für den Abschluss des 

Studiums bzw. dieselbe Leistung im Studium rund einen Fünftel länger, als es ohne 

invaliditätsbedingten Gesundheitsschaden der Fall gewesen wäre. Eine höhere 

Einschränkung bleibt unbewiesen.

3.3. 

Der Beschwerdeführer bemängelt, dass die tatsächlichen Gegebenheiten des 

Studiums in der Beurteilung der invaliditätsbedingten Verzögerung des Abschlusses 

nicht berücksichtigt worden seien. Diese Rüge ist begründet. Es lag indes nicht an den 

Gutachtern, die tatsächlichen Gegebenheiten des Studiums in Bezug auf die zeitlichen 

Auswirkungen bei Prüfungsverschiebungen, fehlenden Credits (ECTS) bzw. 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Auswirkungen davon etc. miteinzubeziehen. Die Gutachter hatten einzig die 

medizinisch-theoretische Einschränkung der Leistungsfähigkeit in Bezug auf das 

Studium zu beurteilen. Diesem Auftrag sind sie rechtsgenüglich nachgekommen. 

Inwieweit sich das Studium aufgrund der nach der Akutphase um 20 % 

eingeschränkten Leistungsfähigkeit gestützt auf die genannten konkreten 

Gegebenheiten tatsächlich verlängert hat, hätte die Beschwerdegegnerin vor dem 

Verfügungserlass abklären und begründen müssen. Dies ist durch das Gericht 

nachzuholen. Wie bereits erwähnt, hätte das vom Beschwerdeführer gewählte Studium 

mit Masterabschluss nach eigenen Angaben im Regelfall höchstens fünfeinhalb Jahre 

gedauert (IV-act. 144-5), gemäss Informationen der B.___ fünf Jahre (Assessmentjahr 

[60 ECTS], 2 Jahre Bachelorstudium [120 ECTS] und 2 Jahre Masterstudium [120 

ECTS]; vgl. https://www.(...).ch/de/studium/bachelor/allgemeineinformationen; https://

www.(...).ch/de/studium/bachelor/assessmentjahr; https://www.(...).ch/de/studium/

master/allgemeineinformationen, eingesehen am 25. Oktober 2021). Rein rechnerisch 

würde damit bei 20%-iger Leistungseinbusse eine Verzögerung des Studiums von rund 

einem Jahr resultieren (statt zehn Semester zwölf Semester). Dies wird den 

tatsächlichen Verhältnissen aber nicht gerecht. Das erste Herbstsemester 2009 im 

Assessmentjahr konnte der Beschwerdeführer zwar zeitgerecht abschliessen (IV-act. 

39-1, 144-61). Danach ereignete sich indes der Vorfall vom 21. Februar 2010 und es ist 

nachvollziehbar und medizinisch begründet (IV-act. 144-39, 69), dass in dieser 

Akutphase aus neuropsychologischer und psychiatrischer Sicht die Leistungsfähigkeit 

dermassen eingeschränkt war, dass der Beschwerdeführer, wie er es geltend macht 

(IV-act. 39-1), sämtliche Prüfungen des Frühlingssemesters 2010 aus gesundheitlichen 

Gründen verschieben musste und sich damit das Assessmentjahr um ein Jahr bzw. 

zwei Semester verlängert hat, nachdem es dem Beschwerdeführer in dieser Phase 

noch nicht zumutbar war, sämtliche verschobenen Prüfungen des Frühlingssemesters 

2010 – soweit überhaupt möglich (vgl. dazu Art. 50, 60 ff. der Prüfungsordnung für die 

Bachelor-Stufe der B.___; https://erlasse.(...).ch/lexoverview-home/lex-II_B_4_01?

effective-from=20210801, eingesehen am 25. Oktober 2021) – bereits im 

Herbstsemester 2010 abzulegen. Auch konnte der Beschwerdeführer vor der 

erfolgreichen Absolvierung des Assessmentjahrs nicht bereits in die Bachelor-

Ausbildung einsteigen (vgl. Art. 50 Abs. 2 der vorerwähnten Prüfungsordnung). Nach 

dem Assessmentjahr, ab dem Herbstsemester 2011, benötigte der Beschwerdeführer 

für den Masterabschluss zusätzliche 240 ECTS (30 ECTS pro Semester bzw. 120 ECTS 

für das Bachelorstudium sowie 120 ECTS für das Masterstudium). Bei 20%-iger 

Leistungseinbusse, wovon ab diesem Zeitpunkt auszugehen ist, war es dem 

Beschwerdeführer damit pro Semester zumutbar, 24 ECTS zu erwerben, was eine 

Dauer von zehn Semestern (Bachelorstudium fünf statt vier Semester [120 / 24]; 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Masterstudium fünf statt vier Semester [120 / 24]) bzw. eine Verzögerung von einem 

weiteren Jahr ergibt. Diesbezüglich ist im Gegensatz zum Assessmentjahr zu beachten, 

dass im Semester nicht erworbene ECTS nachgeholt werden können, ohne dass das 

ganze Studienjahr wiederholt werden müsste oder man immer wieder um ein Semester 

zurückgeworfen würde.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass gestützt auf die medizinische Beurteilung 

der SMAB und in Würdigung der tatsächlichen Gegebenheiten des vom 

Beschwerdeführer absolvierten Studiums an der B.___ überwiegend wahrscheinlich 

von einer invaliditätsbedingten Verzögerung des Studiums von zwei Jahren bzw. vier 

Semestern auszugehen ist. In diesem Umfang hat die Beschwerdegegnerin Taggelder 

auszurichten und die Mehrkosten zu ersetzen. Die darüber hinaus geltend gemachte 

invaliditätsbedingte Verzögerung des Studiums bleibt zulasten des Beschwerdeführers 

unbewiesen, nachdem von weiteren (medizinischen) Abklärungen keine 

entscheidrelevanten Ergebnisse zu erwarten sind.

3.5. 

Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung (IV-act. 165) 

einerseits über den Taggeldanspruch (dem Grundsatz nach, kleines Taggeld vom 

1. August 2018 bis 31. Juli 2019) befunden und andererseits invaliditätsbedingte 

Mehrkosten in Form von zwei Semestergebühren à Fr. 1'926.-- zuzüglich zwei 

Umtriebsentschädigungen à Fr. 250.-- zugesprochen. Gemäss den obigen 

Erwägungen ist die angefochtene Verfügung vom 10. September 2020 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Diese hat die Höhe der Semestergebühren sinnvollerweise für das 

zweitletzte Studienjahr (Herbstsemester 2017 und Frühjahrssemester 2018) zu erheben 

und diese samt weiteren Umtriebsentschädigungen sowie samt Taggeld für insgesamt 

vier Semester festzusetzen und zu entrichten.

4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

angemessen. Der Beschwerdeführer hat die Zusprache von invaliditätsbedingten 

Mehrkosten und Taggeld für die "Mehrdauer" von viereinhalb Jahren beantragt und 

insbesondere auch die medizinischen Grundlagen der angefochtenen Verfügung 

bemängelt. In Bezug auf die Anträge dringt er dem Grundsatz nach durch, indes nur im 

Ausmass eines (zusätzlichen) Studienjahrs. Die Kritik an der medizinischen 

Beweisgrundlage ist nicht gerechtfertigt. Vor diesem Hintergrund erscheint es 

4.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 10. September 

2020 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit 

sie im Sinn der Erwägungen für vier Semester das Taggeld, die Semestergebühren und 

die Umtriebsentschädigungen festsetze und ausrichte.

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- haben der Beschwerdeführer und die 

Beschwerdegegnerin je zur Hälfte zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

600.-- wird dem Beschwerdeführer daran angerechnet und im Umfang von Fr. 300.-- 

zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

sachgerecht, die Gerichtskosten ermessensweise den Parteien zur Hälfte, im Umfang 

von je Fr. 300.--, aufzuerlegen. Vom geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- sind 

dem Beschwerdeführer Fr. 300.-- zurückzuerstatten.

Gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hat die obsiegende beschwerdeführende 

Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 

15'000.--. Die Rechtsvertreterin hat zu Recht die Verfügung der Beschwerdegegnerin 

angefochten bzw. im Grundsatz Recht bekommen. Sie hat indes keine Replik 

eingereicht und ist mit ihren Argumenten in Bezug auf die Kritik an den medizinischen 

Beweisgrundlagen nicht durchgedrungen. Vor diesem Hintergrund erscheint es in 

Beachtung des gerechtfertigten Aufwands angemessen, eine reduzierte 

Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

zuzusprechen.

4.3. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.10.2021
	Art. 16, Art. 22 IVG, Art. 5, Art. 22 IVV. Invaliditätsbedingt hat sich die Dauer der erstmaligen beruflichen Ausbildung um zwei Jahre verlängert. In diesem Umfang hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer die Mehrkosten zu ersetzen und Taggeld zu leisten. Eine Verzögerung der Ausbildung in darüber hinausgehendem Ausmass bleibt unbewiesen. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Oktober 2021, IV 2020/230). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_792/2021.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte