# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff928649-fa3c-5b1b-8d6a-fea1dbe623ad
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.05.2022 UE210301
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE210301_2022-05-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE210301-O/U/MUL 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, Oberrichterin lic. iur. K. Ei-

chenberger, Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Mathieu sowie Gerichts-

schreiberin MLaw M. Trottmann 

 

Beschluss vom 16. Mai 2022 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Beschwerdegegner 

 

1 verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw Y._____ 

 

betreffend Einstellung  
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zü-
rich – Sihl vom 23. September 2021, G-3/2021/10009256 
 
  

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Erwägungen: 

I. 

1. A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) liess am 10. März 2021 bei der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) gegen B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegner 1) Strafanzeige wegen versuchter schwerer 

Körperverletzung (eventualiter einfache Körperverletzung; subeventualiter Tät-

lichkeiten) erstatten (Urk. 13/1). 

 Der Anzeige des Beschwerdeführers lag ein sich am 20. Februar 2021 in 

C._____ zugetragener Vorfall zu Grunde, bei welchem es zu einer Auseinander-

setzung zwischen ihm und dem ihm zuvor gänzlich unbekannten Beschwerde-

gegner 1 gekommen war. Letzterer hatte aufgrund der Auseinandersetzung vom 

20. Februar 2021 seinerseits Anzeige gegen den Beschwerdeführer erstattet. Ur-

sprung des fraglichen Streits war offenbar ein seit längerem bestehender Konflikt 

zwischen der Familie A._____F._____ und der Familie D._____G._____H._____, 

welche neben dem Wohnort des Beschwerdegegners 1 ein Blumengeschäft be-

treibt (vgl. Urk. 3/2 S. 1).  

 Der Beschwerdeführer warf dem Beschwerdegegner 1 zusammengefasst 

vor, ihn zunächst beschimpft und danach tätlich angegriffen zu haben. Kurze Zeit 

vor dem Angriff habe der Beschwerdegegner 1 ihn nur wenige Hausnummern 

vom Tatort entfernt beim Rauchen beobachtet. Es scheine so, als sei der Be-

schwerdegegner 1 von einer Drittperson – mutmasslich D._____ – über seinen 

Standort informiert worden. Als der Beschwerdeführer ihn auf sein auffälliges 

Verhalten angesprochen habe, habe sich der Beschwerdegegner 1 unaufgefor-

dert genähert und einen zuvor bereitgestellten Baseballschläger behändigt. Mit 

diesem Schläger in der Hand sei er auf den Beschwerdeführer zugegangen und 

habe diesen angegriffen, woraufhin er (der Beschwerdeführer) auf dem Boden zu 

liegen gekommen sei. In der Folge habe der Beschwerdegegner 1 ihn so fixiert, 

dass er nicht habe entkommen können. Während dieses Tathergangs habe der 

Beschwerdegegner 1 ihm mehrere Verletzungen zugefügt. An den genauen Ab-

lauf könne er sich aufgrund des Schocks zwar nicht erinnern; der Beschwerde-

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gegner 1 habe ihn mit dem Baseballschläger aber wohl mindestens einmal in 

Richtung Kopf geschlagen (Urk. 13/1 S. 4 f.). 

2. Mit Verfügung vom 23. September 2021 stellte die Staatsanwaltschaft das 

Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner 1 gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a 

StPO ein. Die Zivilklage wurde auf den Zivilweg verweisen, die Verfahrenskosten 

wurden auf die Staatskasse genommen und dem Beschwerdegegner 1 wurde für 

die Kosten seiner Verteidigung eine Entschädigung von CHF 5'946.25 (inkl. 

MwSt.), nicht aber eine Genugtuung ausgerichtet (Urk. 3/2 bzw. Urk. 13/13). 

3. Dagegen liess der Beschwerdeführer am 8. Oktober 2021 Beschwerde er-

heben und beantragen, die Einstellungsverfügung vom 23. September 2021 

(nachfolgend: angefochtene Verfügung) sei aufzuheben. Des Weiteren wurde be-

antragt, die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, die Strafuntersuchung gegen den 

Beschwerdegegner 1 fortzuführen; insbesondere sei als Beweisabnahme das 

Mobiltelefon von E._____ (der Ehefrau des Beschwerdegegners 1) zu beschlag-

nahmen und auszuwerten. Zudem sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, den 

Sachverhalt zur Anklage zu bringen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

(zzgl. MwSt.) zulasten der Staatsanwaltschaft. In prozessualer Hinsicht wurde der 

Beizug sämtlicher Akten der Staatsanwaltschaft im Verfahren G-3/2021/10009256 

verlangt (Urk. 2). 

4. Mit Verfügung vom 14. Oktober 2021 wurde der Beschwerdeführer zur Leis-

tung einer Prozesskaution von CHF 2'500.– aufgefordert (Urk. 5). Nach fristge-

rechtem Eingang der Kaution am 15. November 2021 (vgl. Urk. 8) wurde die Be-

schwerdeschrift dem Beschwerdegegner 1 zur freigestellten Stellungnahme 

übermittelt. Die Staatsanwaltschaft wurde zur Stellungnahme und Einreichung der 

Untersuchungsakten aufgefordert (Urk. 9). 

5. Mit Eingabe vom 7. Dezember 2021 stellte die Staatsanwaltschaft – unter 

Verweis auf die angefochtene Verfügung und die Akten sowie unter Verzicht auf 

eine weitere Stellungnahme – den Antrag, die Beschwerde sei unter Kostenfolgen 

zulasten des Beschwerdeführers abzuweisen (Urk. 12); zudem reichte sie die Un-

tersuchungsakten ein (Urk. 13). Der Beschwerdegegner 1 erklärte am 15. Dezem-

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ber 2021, auf die Einreichung einer Stellungnahme zu verzichten (Urk. 14). Die 

genannten Eingaben vom 7. und 15. Dezember 2021 wurden dem Beschwerde-

führer am 20. Dezember 2021 zugestellt (vgl. Urk. 16), woraufhin dieser auf eine 

weitere Äusserung verzichtete (Urk. 18). 

6. Mit Eingabe vom 14. Januar 2021 (recte: 2022) reichte F._____, der Vater 

des Beschwerdeführers, Aktenkopien (Dokumentation der vom Beschwerdeführer 

sowie vom Beschwerdegegner 1 anlässlich des angezeigten Vorfalls erlittenen 

Verletzungen) ein und nahm seinerseits Stellung (Urk. 20; Urk. 21; Urk. 22). Am 

19. Januar 2022 setzte F._____ die hiesige Kammer zudem über eine von ihm 

am 15. Oktober 2020 und damit rund vier Monate vor dem angezeigten Vorfall er-

stattete Gefährdermeldung hinsichtlich G._____ in Kenntnis (Urk. 24; Urk. 25; 

Urk. 26). 

7. Infolge einer längeren unvorhergesehenen Abwesenheit eines Mitglieds des 

Spruchkörpers ergeht der vorliegende Entscheid in Nachachtung des Beschleuni-

gungsgebots teilweise in einer anderen Besetzung als den Parteien angekündigt 

(vgl. Urk. 5). 

II. 

1. Angefochten ist eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Dage-

gen ist die Beschwerde bei der hiesigen Strafkammer zulässig (Art. 322 Abs. 2 

und Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO sowie § 49 GOG). Die Eintretensvoraussetzungen 

geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2. 

2.1 Die Staatsanwaltschaft begründete die Verfahrenseinstellung zusammenge-

fasst damit, dass sich die Aussagen der Beteiligten diametral widersprechen wür-

den. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien sodann mit Vorsicht zu würdi-

gen, da er offensichtlich ein Interesse an einer Verurteilung des Beschwerdegeg-

ners 1 habe und seine Anzeige als Gegenanzeige zu taxieren sei. Die sehr vagen 

und unklaren Aussagen des Beschwerdeführers vermöchten einen Schlag des 

Beschwerdegegners 1 nicht zu beweisen, zumal er in der ersten Einvernahme le-

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diglich pauschal angegeben habe, mit dem Baseballschläger angegriffen worden 

zu sein, während er anlässlich der Hafteinvernahme nicht habe sagen können, ob 

er überhaupt mit einem Baseballschläger geschlagen worden sei. In der Konfron-

tationseinvernahme knapp vier Monate nach dem Vorfall habe er einfach angege-

ben, er "müsse" einen Schlag mit dem Baselballschläger erhalten haben. Auch 

die Aussagen von F._____ würden sich als unglaubhaft erweisen, indem dieser 

zuerst angegeben habe, gesehen zu haben, wie seinem Sohn mehrmals auf den 

Kopf geschlagen worden sei, jedoch knapp vier Monate später eingestanden ha-

be, dass er dies von seinem Standort aus gar nicht habe sehen können. Sodann 

sei darauf hinzuweisen, dass das vom Beschwerdeführer erlittene Verletzungsbild 

in keiner Weise mit dem angeblichen Schlag des Beschwerdegegners 1 überein-

stimme. Zwar dürften der Beschwerdegegner 1 und dessen Ehefrau ein Interesse 

daran haben, den Vorfall in einem für den Beschwerdegegner 1 günstigen Licht 

darzustellen. Jedoch lasse sich aufgrund von Widersprüchen, den konkreten Aus-

sagen der Beteiligten und namentlich auch dem Verletzungsbild, welches in kei-

ner Weise auf heftige Schläge mit einem Baseballschläger hinweise, eine vom 

Beschwerdegegner 1 begangene versuchte schwere Körperverletzung oder eine 

einfache Körperverletzung, begangen durch einen Schlag mit einem Baseball-

schläger, in keiner Weise anklagegenügend erstellen. Auch der Vorwurf der Tät-

lichkeiten falle dahin, zumal die vom Beschwerdeführer erlittenen Kontusionen 

ohne Weiteres mit dem Gerangel erklärbar seien, welches stattgefunden habe, 

nachdem der Beschwerdeführer versucht habe, den Baseballschläger zu ergrei-

fen. Ein Vorsatz des Beschwerdegegners 1, den Beschwerdeführer hierbei zu 

verletzen, lasse sich dabei nicht nachweisen. Das gegen den Beschwerdegegner 

1 geführte Strafverfahren sei demnach ohne Weiterungen einzustellen (Urk. 3/2 

S. 5 ff.). 

2.2 Der Beschwerdeführer liess dagegen zusammengefasst vorbringen, seine 

Strafanzeige könne nicht als Gegenanzeige abgetan werden, da er infolge des 

Angriffs selber verhaftet worden sei und keine frühere Möglichkeit zur Anzeigeer-

stattung gehabt habe. Der Beschwerdegegner 1 habe ihm mit dem Baseball-

schläger mindestens einmal in Richtung Kopf geschlagen, nachdem er ihm zuvor 

mit grosser Wucht, aber ohne Schläger, auf den Kopf geschlagen habe. Der Be-

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schwerdeführer und sein Vater hätten daraufhin den Tatort verlassen, wobei der 

Vater die Polizei angerufen und seinen Sohn zur Untersuchung ins Seespital Hor-

gen gebracht habe. Die festgestellten Verletzungen insbesondere im Schulterbe-

reich seien ein gewichtiges Indiz für die Verwendung des Baseballschlägers. 

 Die Staatsanwaltschaft habe die vorliegende Strafsache mit der Begründung 

als Bagatellfall abqualifiziert, dass das Verletzungsbild eine versuchte schwere 

Körperverletzung in keiner Weise anklagegenügend erstellen könne. Dabei ver-

kenne sie, dass bei einem Versuch der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg 

gerade nicht eintrete. Damit habe die Staatsanwaltschaft unter Verletzung der 

Begründungspflicht nicht aufgezeigt, warum sie gerade nicht von einem Versuch 

ausgehe. Dies obwohl erstellt sei, dass ein Baseballschläger aus Metall – welcher 

als gefährlicher Gegenstand zu qualifizieren sei – in fraglicher Situation seitens 

des Beschwerdegegners 1 behändigt worden sei. Fraglich sei auch, weshalb die-

se Tatwaffe nach der Tat nicht unmittelbar zur Beweissicherung beschlagnahmt 

worden sei. 

 Implizit habe die Staatsanwaltschaft mehrfach und qualifiziert das rechtliche 

Gehör des Beschwerdeführers verletzt. Dem bereits mit der Strafanzeige und 

später nochmals explizit gestellten Antrag, den Datenverkehr bzw. die Anrufdaten 

zwischen D._____, H._____, G._____ und E._____ bzw. dem Beschwerdegegner 

1 anzufordern, sei die Staatsanwaltschaft nicht nachgekommen. Auch die bean-

tragte Hausdurchsuchung beim Beschwerdegegner 1 sei nicht vorgenommen 

worden. Weiter wäre es zur richtigen Aufklärung notwendig gewesen, die ver-

schiedenen Anrufer, die gemäss Polizeirapport vom 20. Februar 2021 eine Mel-

dung erstattet hätten, von Amtes wegen zu befragen. 

 Aus der Einstellungsverfügung werde nicht klar, von welchem Tathergang 

die Staatsanwaltschaft überhaupt ausgehe. In allgemeiner Manier habe sie ange-

deutet, es gäbe keine Hinweise auf heftige Schläge mit einem Baselballschläger; 

die vom Beschwerdeführer erlittenen Kontusionen liessen sich mit dem Gerangel 

mit dem Beschwerdegegner 1 begründen. Wie es zu diesem Gerangel gekom-

men sei, werde nicht angeführt, da die Sachverhaltsrekapitulation des Beschwer-

deführers verworfen worden sei. Diese besage nämlich, dass der Beschwerde-

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gegner 1, nachdem er den Beschwerdeführer auf den Kopf geschlagen habe, mit 

aufgezogenem Baseballschläger auf den Beschwerdeführer losgegangen sei und 

diesen mindestens einmal auf den Kopf zu schlagen versucht habe. Dass er da-

bei (den Kopf) verfehlt und die Schulter getroffen habe, bestätige der Arztbericht. 

Ohne diese vor-ausgehenden Vorgänge könne ein Gerangel, respektive die Fixie-

rung des Beschwerdeführers durch den Beschwerdegegner 1 auf dem Boden, 

nicht erklärt werden. Die Sachverhaltsfeststellung der Staatsanwaltschaft sei da-

her ungenügend. 

 Die Staatsanwaltschaft folge implizit der Sachverhaltsversion des Be-

schwerdegegners 1, da sie offenbar der Ansicht sei, ein Angriff durch diesen habe 

sich nicht zugetragen und lasse sich beweismässig nicht erstellen. Zur Ausleuch-

tung der Motivation des Beschwerdegegners 1 hätten die beantragten Teilnehme-

ridentifikationen durchgeführt werden müssen; dadurch wäre ersichtlich gewor-

den, dass D._____ den Auftrag zum Angriff gegeben habe. Es bestünden somit 

mehrere Indizien für ein Motiv und damit den Vorsatz einer versuchten schweren 

Körperverletzung. Insbesondere hätte auch das Mobiltelefon der Frau des Be-

schwerdegegners 1 sichergestellt werden müssen, welche angab, die Situation 

gefilmt zu haben. Eingereicht habe sie jedoch nur einen Ausschnitt des Videos, 

bei welchem der Kern des Tathergangs nicht zu sehen sei. 

 Auch habe sich der Beschwerdegegner 1 bereits in der polizeilichen Einver-

nahme vom 20. Februar 2021 in zahlreiche Widersprüche verstrickt. So habe er 

insbesondere angegeben, den Baseballschläger behändigt zu haben, um den Be-

schwerdeführer abzuschrecken, und dabei den Schläger mit dem Spitz nach un-

ten gehalten zu haben. Dass jemand von einem Baseballschläger abgeschreckt 

werden solle, der mit dem Spitz nach unten gehalten werde, sei nicht nachvoll-

ziehbar. Vielmehr sei der wahrheitsgetreuen Aussage des Beschwerdeführers zu 

folgen, wonach der Beschwerdegegner 1 den Baseballschläger mit erhobener 

Hand gezogen habe. 

 Die Version des Beschwerdegegners 1 stehe auch im Widerspruch zu Zeu-

genaussagen. Gemäss Angabe des Beschwerdegegners 1 habe F._____ auf ihn 

eingewirkt, während er den Beschwerdeführer im Schwitzkasten gehabt habe. 

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Der Zeuge I._____ habe jedoch angegeben, dass nur zwei Personen in die Aus-

einandersetzung involviert gewesen seien, nicht aber eine Dritte (F._____). Der 

Staatsanwaltschaft hätte es auffallen müssen, dass nach all den Unstimmigkeiten 

die Version des Beschwerdegegners 1 nicht stimmen könne und unglaubwürdig 

sei. Deswegen hätte die Staatsanwaltschaft dem staatlichen Aufklärungsanspruch 

entsprechend weitere Beweiserhebungen tätigen müssen. 

 Der Beschwerdegegner 1 sei mit dem Baseballschläger auf den Beschwer-

deführer losgegangen und habe ihm damit auf die Schulter geschlagen. Der Kopf 

des Beschwerdeführers sei um Zentimeter verfehlt worden, wobei davon auszu-

gehen sei, dass der Beschwerdegegner 1 auf diesen abgezielt habe. Dadurch 

habe er mutmasslich eine versuchte schwere Körperverletzung begangen. 

 Zudem habe das Schlagen mit dem Baseballschläger und die Fixierung am 

Boden beim Beschwerdeführer zu mehreren Hämatomen geführt. Insbesondere 

die Hämatome am Auge seien nicht mehr als geringfügiger Eingriff in die körperli-

che Integrität zu werten. Mit Blick auf die daraus folgende Erwerbsunfähigkeit 

handle es sich vielmehr um Störungen krankhaften Charakters. Folglich habe sich 

der Beschwerdegegner 1 eventualiter wegen einfacher Körperverletzung gemäss 

Art. 123 Ziff. 1 StGB strafbar gemacht. Subeventualiter sei von einer Strafbarkeit 

wegen Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB auszugehen (Urk. 2 S. 4 ff.). 

3. 

3.1 In prozessualer Hinsicht rügt der Beschwerdeführer zunächst eine mehrfa-

che Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Indem die Staatsanwalt-

schaft in der angefochtenen Verfügung nicht dargelegt habe, weshalb sie eine 

versuchte schwere Körperverletzung verneine, habe sie die Begründungspflicht 

verletzt. Zudem habe die Staatsanwaltschaft die beantragten Beweise nicht ab-

genommen, ohne dass die Voraussetzungen der antizipierten Beweiswürdigung 

erfüllt gewesen wären (Urk. 2 S. 5 f.). 

3.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör garantiert dem Betroffenen nicht nur die 

Möglichkeit, sich vor dem Entscheid zur Sache zu äussern, sondern verlangt, 

dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Be-

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troffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. 

Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei 

ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr 

kann sie sich auf die wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so 

abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Re-

chenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz wei-

terziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen ge-

nannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr 

Entscheid stützt (BGE 143 III 65 E. 5.2 m. H.). 

3.3 Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt nicht vor. Der Beschwerdefüh-

rer war anhand der Ausführungen in der angefochtenen Verfügung ohne Weiteres 

in der Lage, Beschwerde zu erheben und diese ausführlich zu begründen. Der 

Einstellungsverfügung lässt sich insbesondere entnehmen, dass die Staatsan-

waltschaft den Tatverdacht der versuchten schweren Körperverletzung als nicht 

anklagegenügend erstellbar erachtete, da sich dieser lediglich auf die ihrer Auf-

fassung nach vagen bzw. unglaubhaften Aussagen des Beschwerdeführers und 

dessen Vaters stützte (Urk. 3 S. 5 f.). Der blosse Umstand, dass die Staatsan-

waltschaft der Argumentation des Beschwerdeführers materiell nicht gefolgt ist, 

verletzt dessen Anspruch auf rechtliches Gehör nicht (Urteil des Bundesgerichts 

1B_254/2019 vom 21. Juni 2019 E. 2.1). 

3.4 Ferner wendet sich der Beschwerdeführer gegen die Ablehnung seiner Be-

weisanträge. Gemäss Art. 318 Abs. 2 StPO kann die Staatsanwaltschaft Beweis-

anträge nur ablehnen, wenn damit die Beweiserhebung über Tatsachen verlangt 

wird, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechts-

genügend erwiesen sind. Der Entscheid über die Ablehnung von Beweisanträgen 

hat schriftlich und mit kurzer Begründung zu ergehen. Die Staatsanwaltschaft 

muss insbesondere darlegen, weshalb sie aufgrund der bereits abgenommenen 

Beweise die Überzeugung gewonnen hat, dass die beantragten Beweismass-

nahmen nichts am Beweisergebnis zu ändern vermögen und sie die Beweisan-

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träge ablehnt (STEINER in: NIGGLI/HEER/WIPRÄCHTIGER [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 318 N. 10 m. H.). 

3.5 Mit Beweisergänzungsentscheid vom 2. August 2021 wies die Staatsanwalt-

schaft den vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Juli 2021 (Urk. 13/11/1) 

gestellten Beweisantrag, hinsichtlich des Ereignistags die Anrufranddaten zwi-

schen D._____, H._____, G._____, E._____ und dem Beschwerdegegner 1 an-

zufordern, ab (Urk. 13/11/2). Zur Begründung führte sie aus, dass entgegen dem 

Dafürhalten des Beschwerdeführers keine Anhaltspunkte dafür bestünden, dass 

aus dem Kreis der Familie D._____G._____H._____ ein Auftrag oder dergleichen 

erfolgt sei, dem Beschwerdeführer bzw. den A._____F._____s eine Abreibung zu 

verpassen. Entsprechend sei nicht ersichtlich, inwiefern die beantragten An-

rufranddaten zur Aufklärung des angezeigten Sachverhalts hätten beitragen kön-

nen, zumal ein vorgängiger mobiltelefonischer Kontakt zwischen E._____ und 

D._____ unbestrittenermassen stattgefunden habe (vgl. Urk. 13/11/2 S. 2). 

3.6 Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern den Erfordernissen von 

Art. 318 Abs. 2 StPO vorliegend nicht entsprochen worden wäre. Die Ablehnung 

der genannten Datenerhebung wurde im Beweisergänzungsentscheid hinrei-

chend begründet und ist nicht zu beanstanden. Der beantragte Beweis erscheint 

unerheblich, zumal – abgesehen von Mutmassungen des Beschwerdeführers – 

keinerlei Hinweise auf einen geplanten Akt der Familie D._____G._____H._____ 

vorlagen und daher nicht ersichtlich ist, was die Anrufranddaten hätten beweisen 

sollen. Gegen eine Anstiftung des Beschwerdegegners 1 durch die Familie 

D._____G._____H._____ spricht bereits die Tatsache, dass die Auseinanderset-

zung auf der Treppe bzw. dem Vorplatz der vom Beschwerdegegner 1 bewohnten 

Liegenschaft stattfand und es gar nicht erst zu einem Aufeinandertreffen gekom-

men wäre, hätte der Beschwerdeführer nicht dort angehalten, um den Beschwer-

degegner 1 zur Rede zu stellen (Urk. 13/3/2 F/A 14 f., 103). 

3.7 Darin, dass die Staatsanwaltschaft den weiteren Beweisanträgen des Be-

schwerdeführers – Hausdurchsuchung beim Beschwerdegegner 1, Einvernahme 

von G._____ und H._____, Edition der von E._____ erstellten, nach Auffassung 

des Beschwerdeführers unvollständig eingereichten Videosequenz (vgl. Urk. 13/1 

- 11 - 

S. 4; Urk. 13/11/8 S. 3) – nicht entsprach und diese somit implizit ablehnte, kann 

ebenso wenig eine Verletzung von Art. 318 Abs. 2 StPO erblickt werden. Aus der 

in der Einstellungsverfügung angeführten Begründung konnte der Beschwerde-

führer schliessen, dass die Staatsanwaltschaft weitere Beweisabnahmen zum 

Sachverhalt als unerheblich erachtete (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_188/-

2013 vom 4. Juli 2013 E. 4.3). Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen 

ergibt (vgl. nachstehend. E. II./5.7 ff.), ist die Abnahme dieser Beweise unter den 

gegebenen Umständen zu Recht unterblieben. 

4. 

4.1 Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO klärt die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt 

in der Untersuchung tatsächlich und rechtlich so weit ab, dass sie das Vorverfah-

ren abschliessen kann. Nach Beendigung des Untersuchungsverfahrens ent-

scheidet sie, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage zu erheben oder das Verfah-

ren einzustellen ist (Art. 318 StPO). Eine vollständige oder teilweise Einstellung 

erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO, wenn sich ein Tatverdacht nicht in einem 

Mass erhärten lässt, das eine Anklage rechtfertigt. Des Weiteren hat eine Einstel-

lung zu ergehen, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b) oder Rechtfertigungs-

gründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c).  

 Der Entscheid über die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem 

Grundsatz "in dubio pro duriore" zu richten. Danach darf eine Einstellung durch 

die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensicht-

lich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden. Hingegen ist, sofern 

die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, 

wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Frei-

spruch genauso wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, 

insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf. Bei zweifelhafter 

Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit 

des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beur-

teilung zuständige Gericht. Der Grundsatz, dass im Zweifel nicht eingestellt wer-

den darf, ist auch bei der Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten 

(BGE 138 IV 186 E. 4.1, BGE 138 IV 86 E. 4.1; Urteile des Bundesgerichts 

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6B_698/2016 vom 10. April 2017 E. 2.3 und 6B_816/2016 vom 20. Februar 2017 

E. 2.2). 

 Stehen sich gegensätzliche Aussagen gegenüber ("Aussage gegen Aussa-

ge"-Situation) und ist es nicht möglich, die einzelnen Aussagen als glaubhafter 

oder weniger glaubhaft zu bewerten, ist nach dem Grundsatz "in dubio pro durio-

re" in der Regel Anklage zu erheben (Urteile des Bundesgerichts 6B_698/2016 

vom 10. April 2017 E. 2.4.2, 6B_918/2014 vom 2. April 2015 E. 2.1.2 sowie 

6B_856/2013 vom 3. April 2014 E. 2.2). Dies gilt insbesondere, wenn typische 

"Vier-Augen-Delikte" zu beurteilen sind, bei denen oftmals keine objektiven Be-

weise vorliegen. Auf eine Anklageerhebung kann verzichtet werden, wenn der 

Strafkläger ein widersprüchliches Aussageverhalten offenbarte und seine Aussa-

gen daher wenig glaubhaft sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_698/2016 vom 

10. April 2017 E. 2.4.3) oder wenn eine Verurteilung unter Einbezug der gesam-

ten Umstände aus anderen Gründen als von vornherein unwahrscheinlich er-

scheint (Urteile des Bundesgerichts 6B_822/2016 vom 12. September 2016 E. 2.3 

und 1B_535/2012 vom 28. November 2012 E. 5.2; zum Ganzen: BGE 143 IV 241 

E. 2.2.1 f.). 

4.2 Wie sich aus dem Notfallbericht des Seespitals Horgen vom 20. Februar 

2021 ergibt, litt der Beschwerdeführer nach der Auseinandersetzung unter leich-

tem Schwindel, Schmerzen in der rechten Schulter, im rechten Knie und der lin-

ken Hand. Der Arzt diagnostizierte Kontusionen (Prellungen) am linken Auge, am 

rechten Schultergürtel, an der linken Hand und am rechten Knie (Urk. 13/2/1 

S. 2), woraus eine mehrwöchige Arbeitsunfähigkeit resultierte (Urk. 13/2/2; 

Urk. 13/7/2).  

4.3 Infolge des Vorfalls wurden der Beschwerdeführer, dessen Vater (F._____), 

der Beschwerdegegner 1, dessen Ehefrau (E._____) sowie – als einziger unbetei-

ligter Zeuge – I._____ befragt. Wie die Staatsanwaltschaft zutreffend festhält (vgl. 

Urk. 3 S. 5), widersprechen sich die Aussagen der direkt Betroffenen in weiten 

Teilen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Auseinandersetzung in erster Li-

nie auf einem oberhalb einer Treppe gelegenen Vorplatz abgespielt hat, welcher 

durch eine Hecke abgeschirmt und von aussen nicht einsehbar war (vgl. Urk. 13/-

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3/3); insbesondere nicht für den Zeugen I._____ (Urk. 13/4/7 F/A 20, 25). Hin-

sichtlich des vorliegend relevanten Geschehens – des angeblich vom Beschwer-

degegner 1 begangenen Körperverletzungs- bzw. Tätlichkeitsdelikts – stehen sich 

somit die inkongruenten Aussagen des Beschwerdeführers und dessen Vaters ei-

nerseits sowie des Beschwerdegegners 1 und dessen Ehefrau andererseits ge-

genüber, wobei die Angaben der genannten Personen mit Blick auf ihre jeweilige 

Interessenlage und Beziehung zum Beschwerdeführer bzw. zum Beschwerde-

gegner 1 mit Vorbehalt zu würdigen sind. Als einziges objektives Beweismittel 

liegt der erwähnte ärztliche Bericht über die vom Beschwerdeführer erlittenen 

Kontusionen vor. Entsprechend der oben zitierten Rechtsprechung (vgl. vorste-

hend E. II./4.1) ist im Folgenden zu prüfen, ob anhand der Aussagen der Befrag-

ten sowie unter Einbezug der gesamten Umstände eine Verurteilung weniger 

wahrscheinlich erscheint als ein Freispruch und ob die Verfahrenseinstellung ent-

sprechend zu Recht erfolgt ist. Auf die Aussagen der befragten Personen wird im 

Folgenden nur soweit eingegangen, als dies für die Entscheidfindung wesentlich 

erscheint. 

5. 

5.1 Hinsichtlich des Vorwurfs der versuchten schweren Körperverletzung ist zu-

nächst festzuhalten, dass einzig F._____ angab, der Beschwerdegegner 1 habe 

mit dem Baseballschläger auf den Beschwerdeführer eingeschlagen. Es habe 

sich um mehrere Schläge auf den Kopf des Beschwerdeführers gehandelt 

(Urk. 13/4/3 F/A 11, 13). Zu Beginn der folgenden Einvernahme gab F._____ er-

neut an, gesehen zu haben, wie der Beschwerdegegner 1 den Baseballschläger 

voll über den Kopf des Beschwerdeführers gezogen habe; wie stark, könne er 

nicht sagen (Urk. 13/4/5 F/A 6). Im Laufe der Einvernahme schwächte er seine 

diesbezüglichen Angaben sodann ab: Auf Nachfrage präzisierte er, nur einen 

Schlag gesehen zu haben. Das Geschehen auf dem Vorplatz habe er nicht gese-

hen (Urk. 13/4/5 F/A 29 f.). Er habe nur gesehen, wie der Beschwerdegegner 1 

mit dem Baseballschläger heruntergeschlagen habe; ob es ein Körpertreffer ge-

wesen sei, könne er nicht sagen. Für ihn sei es so gewesen, dass der Beschwer-

degegner 1 voll auf den Kopf geschlagen habe (Urk. 13/4/5 F/A 35). Schliesslich 

gestand er ein, von seinem Blickwinkel aus habe er gar nicht einschätzen können, 

- 14 - 

ob der Schläger voll auf den Kopf getroffen habe oder nur auf die Schulter oder 

das Ohr. Jedenfalls habe der Beschwerdegegner 1 mit voller Wucht in Richtung 

des Kopfes des Beschwerdeführers geschlagen. Wo der Schlag gelandet sei, 

könne er nicht sagen (Urk. 13/4/5 F/A 37 f.). 

5.2 Die anfänglichen Aussagen von F._____, wonach der Beschwerdeführer mit 

dem Baseballschläger einen oder mehrere Schläge auf den Kopf erhalten haben 

soll, wirken vor dem Hintergrund seiner anschliessenden relativierenden Aussa-

gen übertrieben und sind daher nicht glaubhaft. Sie werden zudem durch den er-

wähnten ärztlichen Bericht (Urk. 13/2/1) widerlegt, welcher einen oder mehrere 

solcher Schläge in keiner Weise zu bestätigen vermag, hätten diese doch ein 

weitaus gravierenderes Verletzungsbild zur Folge haben müssen. Dass er vom 

Baseballschläger am Kopf getroffen worden sei, behauptete sodann nicht einmal 

der Beschwerdeführer selbst (Urk. 13/4/4 F/A 5; Urk. 13/3/2 F/A 41).  

5.3 Fraglich ist, ob es den späteren Aussagen von F._____ entsprechend zu ei-

nem versuchten Schlag mit dem Baseballschläger auf den Kopf des Beschwerde-

führers gekommen ist. Der Beschwerdeführer gab dazu an, der Beschwerdegeg-

ner 1 sei mit einem Baseballschläger auf ihn zugelaufen und habe ihn angegrif-

fen, wovon er eine Verletzung an der Schulter davongetragen habe (Urk. 13/4/4 

F/A 4). Anlässlich der Konfrontationseinvernahme sagte er aus, dass der Be-

schwerdegegner 1 mit erhobenem Baseballschläger schnell auf ihn zugekommen 

sei, wobei er einen Schlag auf die Schulter bekommen haben müsse (Urk. 13/3/2 

F/A 4, 9). Er habe an der rechten Schulter einen Schlag bekommen; zunächst sei 

er nicht sicher gewesen, wovon. Als er sich Gedanken gemacht habe, sei ihm klar 

geworden, dass dies der erste Schlag mit dem Schläger gewesen sein müsse 

(Urk. 13/3/2 F/A 41). Der Beschwerdegegner 1 habe versucht, ihm mit dem Base-

ballschläger auf den Kopf zu schlagen. Als er (der Beschwerdeführer) seinen Kopf 

geschützt habe, habe der Beschwerdegegner 1 zu hundert Prozent seine Schulter 

getroffen (Urk. 13/3/2 F/A 45). 

5.4 Der Beschwerdegegner 1 bestritt, den Baseballschläger gegen den Be-

schwerdeführer eingesetzt zu haben (Urk. 13/3/2 F/A 90). Auch E._____ vernein-

te einen Schlag ihres Mannes mit dem Baseballschläger (Urk. 13/4/6 F/A 35). Den 

- 15 - 

Angaben von I._____ zufolge hat dieser ebenfalls keine Schläge gesehen 

(Urk. 13/4/7 F/A 31, 37). Abgesehen von den Aussagen des Beschwerdeführers 

selbst und von dessen Vater, F._____, bestehen somit keine Hinweise dafür, 

dass der Beschwerdegegner 1 den Beschwerdeführer mit dem Baseballschläger 

geschlagen oder gar versucht hätte, dessen Kopf zu treffen. Aus dem ärztlichen 

Bericht (Urk. 13/2/1) ergibt sich, dass der Beschwerdeführer nach dem Vorfall 

insbesondere Kontusionen im Bereich der rechten Schulter aufwies. Entgegen 

dem Dafürhalten der Verteidigung lässt sich anhand dieser zweifellos schmerz-

haften, aber doch geringfügigen Verletzungen nicht belegen, dass diese durch ei-

nen versuchten Schlag auf den Kopf entstanden wären. Hätte der Beschwerde-

gegner 1 tatsächlich mit aufgezogenem Schläger auf den Kopf des Beschwerde-

führers gezielt und dabei die Schulter getroffen, hätte dies zu einem abweichen-

den Verletzungsbild, mithin zu einer gravierenderen Schulterverletzung, geführt. 

Eine versuchte schwere Körperverletzung, begangen durch einen versuchten 

aber missglückten Schlag auf den Kopf, lässt sich weder anhand der Aussagen 

noch der beim Beschwerdeführer entstandenen Verletzungen anklagegenügend 

nachweisen. 

5.5 Auch hinsichtlich des Vorwurfs der einfachen Körperverletzung, begangen 

durch einen Schlag mit dem Baseballschläger, kann auf die fehlende Belegbarkeit 

verwiesen werden. So ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer in der am Tag 

nach dem Vorfall stattgefundenen Hafteinvernahme selbst angab, zunächst nicht 

einmal mehr gewusst zu haben, ob er mit dem Baseballschläger geschlagen wor-

den sei (Urk. 13/4/4 F/A 12). Erst in der drei Monate später durchgeführten Kon-

frontationseinvernahme erläuterte er, sich hundertprozentig sicher zu sein, dass 

er mit dem Baseballschläger an der Schulter getroffen worden sei (Urk. 13/3/2 F/-

A45). Anhand der festgestellten Verletzungen (Urk. 13/2/1) lässt sich jedoch nicht 

nachweisen, dass der Baseballschläger überhaupt zum Schlagen eingesetzt wur-

de. Vielmehr könnten die beim Beschwerdeführer diagnostizierten Kontusionen 

ebenso plausibel durch das von sämtlichen Befragten bestätigte Gerangel mit 

dem Beschwerdegegner 1 (Urk. 13/3/2 F/A 4 f.; Urk. 13/4/7 F/A 11, 24, 29, 37; 

Urk. 13/4/5 F/A 6, 13; Urk. 13/4/2 F/A 17; Urk. 13/4/6 F/A 9, 29 ff.) entstanden 

sein. 

- 16 - 

5.6 Was schliesslich den subeventualiter vorgebrachten Vorwurf der Tätlichkei-

ten betrifft, so ist eine vorsätzliche Begehung seitens des Beschwerdegegners 1 

nicht nachweisbar und könnten die beim Beschwerdeführer entstandenen Kontu-

sionen – wie erwähnt – vom beidseitigen Gerangel stammen. Auch der Tatver-

dacht der Tätlichkeiten lässt sich somit nicht anklagegenügend erstellen. 

5.7 Ferner sind keine tauglichen Beweismittel ersichtlich, durch welche der an-

gezeigte Sachverhalt näher abgeklärt werden könnte. Aus den Aussagen der Be-

teiligten ergibt sich, dass weitere Personen erst nach Beendigung der Auseinan-

dersetzung bzw. nach erfolgter Wegnahme des Baseballschlägers durch I._____ 

hinzugekommen waren (Urk. 13/4/5 F/A 6; Urk. 13/4/2 F/A 17; Urk. 13/4/6 F/A 9; 

Urk. 13/4/7 F/A 34 f.). Von deren Befragung wären keine neuen Erkenntnisse zu 

erwarten, zumal der Ort des Kerngeschehens – der Vorplatz des Beschwerde-

gegners 1 – von aussen nicht einsehbar war. Was die beantragte Einvernahme 

von G._____ und H._____ hinsichtlich des beanzeigten Sachverhalts hätte be-

weisen können, ist sodann nicht ersichtlich. Wie bereits erwähnt (vgl. vorstehend 

E. II./3.6), bestehen keine Hinweise auf ein geplantes Vorgehen oder gar eine 

Anstiftung des Beschwerdegegners 1 durch die Familie 

D._____G._____H._____. 

5.8 Auf die zur Sicherung der möglichen Tatwaffe (Baseballschläger) beantragte 

Hausdurchsuchung beim Beschwerdegegner 1 (vgl. Urk. 13/1 S. 4) durfte ebenso 

verzichtet werden, nachdem aufgrund der Aussagen der Beteiligten als erstellt 

gelten kann, dass im Laufe der fraglichen Auseinandersetzung ein Baseballschlä-

ger zugegen war und dieser von beiden Parteien behändigt bzw. angefasst wur-

de.  

5.9 Hinsichtlich der am Ereignistag von E._____ erstellten Videosequenz (nicht 

bei den Untersuchungsakten) wird vom Beschwerdeführer behauptet, E._____ 

habe lediglich einen Teil des aufgenommenen Videos eingereicht (Urk. 13/3/2 F/A 

4, 59). Dagegen spricht, dass E._____ die Videosequenz nur wenige Stunden 

nach dem Vorfall anlässlich ihrer Befragung vorzeigte (Urk. 13/4/2 F/A 9) und 

auch der Beschwerdegegner 1 schon am Ereignistag angab, das Video sei nur 

ca. 20 Sekunden lang (Urk. 13/3/1 F/A 14). Die Aussage von E._____, sie habe 

- 17 - 

die Aufnahme auf Aufforderung des Beschwerdeführers hin beendet und sogleich 

die Polizei angerufen,- zeitgleiches Filmen und Telefonieren sei auch gar nicht 

möglich (Urk. 13/4/6 F/A 9, 44 f.), leuchtet zudem ein. Hinweise dafür, dass bei 

der Polizei ein unvollständiges (manipuliertes) Video eingereicht wurde und dane-

ben noch eine umfassende Aufnahme existiert, welche nach Auffassung des Be-

schwerdeführers auf dem Mobiltelefon von E._____ sicherzustellen sei (vgl. 

Urk. 2 S. 5), bestehen nicht. 

6. 

6.1 Aus dem Gesagten resultiert, dass sich der Tatverdacht hinsichtlich eines 

zum Nachteil des Beschwerdeführers verübten Körperverletzungs- oder Tätlich-

keitsdelikts, begangen durch einen Schlag mit dem Baseballschläger, nicht ankla-

gegenügend erhärtet hat. Die Behauptungen des Beschwerdeführers stützende 

Beweismittel liegen keine vor und es ist nicht ersichtlich, mit welchen weiteren Un-

tersuchungshandlungen solche erhältlich gemacht werden könnten. Damit er-

scheint eine Verurteilung des Beschwerdegegners 1 aufgrund des Untersu-

chungsergebnisses als weit weniger wahrscheinlich als ein Schuldspruch und er-

folgte die Einstellung des gegen den Beschwerdegegner 1 geführten Strafverfah-

rens zurecht. 

6.2 Abschliessend ist festzuhalten, dass vorliegend nicht zu beurteilen ist, ob 

aufgrund des Beweisergebnisses auch das gegen den Beschwerdeführer geführ-

te Strafverfahren einzustellen gewesen wäre. Vorliegend ist einzig relevant, dass 

nicht zu beanstanden ist, dass die Staatsanwaltschaft aufgrund der widersprüchli-

chen Aussagen der Beteiligten und unter Berücksichtigung des beim Beschwer-

deführer entstandenen Verletzungsbilds, welches nicht auf Schläge mit einem 

Baseballschläger hinweist, sowie mangels Vorliegens weiterer Beweismittel eine 

Verurteilung des Beschwerdegegners 1 als unwahrscheinlich erachtete. Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

III. 

1. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer die Kosten des Beschwerde-

verfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist unter Berück-

- 18 - 

sichtigung von Bedeutung, Aufwand und Schwierigkeit des Falles auf 

CHF 1'500.– festzusetzen (§ 17 Abs. 1 GebV OG i. V. m. § 2 Abs. 1 lit b-d GebV 

OG). Die Gerichtskosten sind aus der geleisteten Kaution zu beziehen. Im Mehr-

betrag ist die Kaution – vorbehältlich allfälliger Verrechnungsansprüche des Staa-

tes – dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Infolge Unterliegens ist ihm keine 

Entschädigung zuzusprechen. 

2. Der Beschwerdegegner 1 hat im vorliegenden Verfahren auf Stellungnahme 

verzichtet (Urk. 14). Mangels Umtrieben und mangels eines Antrages ist ihm kei-

ne Entschädigung zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf CHF 1'500.– festgesetzt, dem Beschwerdefüh-

rer auferlegt und aus der geleisteten Kaution bezogen. Im Restbetrag wird 

die Kaution dem Beschwerdeführer vorbehältlich allfälliger staatlicher Ver-

rechnungsansprüche zurückerstattet. 

3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, zweifach, für sich und den Beschwerde-
führer (per Gerichtsurkunde); 

− Rechtsanwältin MLaw Y._____, zweifach, für sich und den Beschwer-
degegner 1 (per Gerichtsurkunde); 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad G-3/2021/10009256 (gegen 
Empfangsbestätigung); 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad G-3/2021/10009256, unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 13; gegen Empfangsbe-
stätigung); 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch). 

- 19 - 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 
Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. 
 
Zürich, 16. Mai 2022 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. A. Flury 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw M. Trottmann 
 
 

	Beschluss vom 16. Mai 2022
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf CHF 1'500.– festgesetzt, dem Beschwerdeführer auferlegt und aus der geleisteten Kaution bezogen. Im Restbetrag wird die Kaution dem Beschwerdeführer vorbehältlich allfälliger staatlicher Verrechnungsansprüche zurückersta...
	3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, zweifach, für sich und den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde);
	 Rechtsanwältin MLaw Y._____, zweifach, für sich und den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde);
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad G-3/2021/10009256 (gegen Empfangsbestätigung);

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad G-3/2021/10009256, unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 13; gegen Empfangsbestätigung);
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch).

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bunde...