# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 93437cfe-39c1-5e68-90fb-a0ca4118c8b9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240361-O1
**Docket/Reference:** SB240361-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240361-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB240361-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Oberrichter lic. iur. R. Faga sowie Gerichtsschreiber 

MLaw J. Stegmann

Urteil vom 15. Mai 2025

in Sachen

A._____,

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X1._____

gegen

Staatsanwaltschaft See/Oberland,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfaches Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 20. Juni 2024

(DG240005)

- 2 -

Anklage:

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  See/Oberland  vom  7. Februar  2024 

(Urk. 17) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz vom 20. Juni 2024: 
(Urk. 44)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte, A._____, ist schuldig





des mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und 

die psychotropen Stoffe (BetmG) im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und lit. d BetmG;

der mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die 

psychotropen Stoffe (BetmG) im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 

239 Tage durch Haft erstanden sind) und einer Busse von Fr. 300.–. 

3.

4.

5.

6.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 3 Tagen.

Von der Anordnung einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66abis StGB wird abgesehen.

Es wird davon Vormerk genommen, dass das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / 

Oberland vom 4. Januar 2024 beschlagnahmte iPhone (Asservat-Nr. A017'485'937) 

gemäss der Verfügung des Bezirksgerichts Uster, Zwangsmassnahmengericht, vom 28. Mai 

2024 betr. Entsiegelung und Durchsuchung (Geschäfts-Nr. GT230017-I), bereits an den 

Beschuldigten herausgegeben worden ist. 

7.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 4. Januar 2024 beschlag-

nahmten Betäubungsmittel (BM-Lager-Nr. B01378-2023) werden eingezogen und der 

Kantonspolizei Zürich, Asservate Triage, zur Vernichtung überlassen.

8.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 4. Januar 2024 beschlag-

nahmte Barschaft in der Höhe von Fr. 240.– wird zur Deckung der Busse und hernach der 

Verfahrenskosten verwendet.

- 3 -

9.

Die beim Forensischen Institut Zürich (FOR) unter der Geschäfts-Nr. 85555982 gelagerten 

Spuren und Spurenträger sind nach Eintritt der Rechtskraft zu vernichten. 

10.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'400.–.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Entscheidgebühr um einen Drittel.

11.

Die weiteren Kosten betragen:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

660.00 Kosten FOR-Gutachten

549.15 Kosten IRM-Gutachten

188.75 Behandlung Ärztekasse

12.60 Zeugenentschädigung

4'000.00 Gebühr gemäss § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV

12.

Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten auferlegt.

13.

Die Entscheidgebühr des Verfahrens vor dem Zwangsmassnahmengericht betr. Entsiege-

lung und Durchsuchung (GT230017-I) fällt ausser Ansatz. Die weiteren Auslagen des 

Zwangsmassnahmengerichts in demselben Verfahren in der Höhe von Fr. 2'206.45 (Kosten 

des Sachverständigen) werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

14.

Rechtsanwalt MLaw X1._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des Be-

schuldigten seit 22. Juni 2023 mit Fr. 11'000.– (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

aus der Gerichtskasse entschädigt. 

Es wird vorgemerkt, dass Rechtsanwalt MLaw X2._____ für seine Bemühungen als 

amtlicher Verteidiger des Beschuldigten im Zeitraum von 16. Juni 2023 bis 21. Juni 2023 

bereits mit Fr. 2'203.10 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt wurde.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

15.

Rechtsanwalt MLaw X1._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des Be-

schuldigten im Verfahren vor dem Zwangsmassnahmengericht betr. Entsiegelung und 

Durchsuchung (GT230017-I) mit Fr. 805.40 aus der Gerichtskasse entschädigt. Diese 

Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

16.

(Mitteilungen.)

17.

(Rechtsmittel.)"

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Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 63 und Prot. II S. 4 ff.; vgl. auch Urk. 46 S. 2 und Urk. 61)

1.

In  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Dispositiv-Ziffern  1  bis  4  sei  der 
Beschuldigte in sämtlichen Anklagepunkten freizusprechen.

2.
In  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Dispositiv-Ziffer  8  sei  die  be-
schlagnahmte Barschaft von Fr. 240.00 dem Beschuldigten herauszu-
geben.

3.
Dem Beschuldigten sei für die erstandene Haft eine Entschädigung 
resp.  Genugtuung  von  Fr.  33'460.00  (zzgl.  5 %  Zins  seit  dem 
12.10.2023) zuzusprechen.

4.
In  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Dispositiv-Ziffern  11  und  12 
seien die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten auf die Staatskasse 
zu nehmen.

5.
In  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Dispositiv-Ziffer  14  seien  die 
festgesetzten Kosten der amtlichen Verteidigung ohne Rückerstattungs-
vorbehalt des Beschuldigten auf die Staatskasse zu nehmen.

Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu 

6.
nehmen.

7.
Der  amtliche  Verteidiger  sei  für  das  Berufungsverfahren  vollum-
fänglich  (zzgl.  8.1%  MwSt.)  und  ohne  Rückerstattungspflicht  des  Be-
schuldigten aus der Staatskasse zu entschädigen.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 50, sinngemäss)

Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

- 5 -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.  Die  Staatsanwaltschaft  See/Oberland  (nachfolgend  "Staatsanwaltschaft") 

erhob  am  7. Februar  2024  beim  Bezirksgericht  Uster  gegen  den  Beschuldigten 

Anklage wegen Widerhandlung gegen das BetmG etc. (Urk. 17). Am 20. Juni 2024 

fällte die Vorinstanz das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil (Urk. 44). 

Zum Verfahrensgang im Einzelnen ist zur Vermeidung von Wiederholungen auf die 

Darstellung der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 44 S. 4).

2.  Innert  Frist  liess  der  Beschuldigte  gegen  das  Urteil  vom  20. Juni  2024 

Berufung  anmelden  und  sodann  erklären  (Urk. 37  i.V.m.  Urk. 39;  Urk. 43  i.V.m. 

Urk. 46).

3. Mit Präsidialverfügung vom 15. August 2024 wurde der Staatsanwaltschaft 

Frist  zur  Erhebung  einer  Anschlussberufung  bzw.  zum  Antrag  auf  Nichteintreten 

auf die Berufung angesetzt (Urk. 48), worauf diese am 19. August 2024 verzichtete 

(Urk. 50).

4. Am 28. Februar 2025 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf 

den 15. Mai 2025 vorgeladen (Urk. 51).

5. Am 7. April 2025 wurde über den Beschuldigten ein neuer Strafregisteraus-

zug eingeholt (Urk. 53) und hernach den Parteien zur Kenntnis gebracht (Urk. 54).

6. Zur Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte in Begleitung seines 

amtlichen  Verteidigers  Rechtsanwalts  MLaw  X1._____  (Prot.  II  S. 3).  Vorfrage-

weise war über die Verwertbarkeit von Beweismitteln zu entscheiden (Prot. II S. 4 

f.). Abgesehen von der Befragung des Beschuldigten waren keine Beweise abzu-

nehmen; Beweisanträge wurden keine gestellt (Prot. II S. 5 f.).

7. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

- 6 -

II. Prozessuales

1.

Umfang der Berufung

1.1. Gemäss Art. 402 in Verbindung mit Art. 437 StPO hat die Berufung im Umfang 

der Anfechtung aufschiebende Wirkung. Insoweit wird die Rechtskraft gehemmt.

1.2. Der  Beschuldigte  ficht  gemäss  seiner  Berufungserklärung  vom  1. August 

2024  das  vorinstanzliche  Urteil  in  Bezug  auf  Dispositiv-Ziffer 1  (Schuldspruch), 

Ziffern 2-4 (Sanktion, Vollzug und Ersatzfreiheitsstrafe), Ziffer 8 (Verwendung der 

beschlagnahmten Barschaft), Ziffer 12 (Kostenauflage) und Ziffer 14 Abs. 3 (Rück-

forderungsvorbehalt)  an.  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  erklärte  der  Ver-

teidiger  ausdrücklich,  dass  die  Festsetzung  der  weiteren  Kosten  (Ziffer 11)  nicht 

angefochten sei (Prot. II S. 5). Daran ändert auch nichts, dass der Verteidiger diese 

Dispositiv-Ziffer danach in seinem Plädoyer (wohl versehentlich) als angefochten 

bezeichnete  (Urk. 63  S. 2).  Unangefochten  blieben  damit  die  Dispositiv-Ziffer 5 

(Absehen  von  einer  Landesverweisung),  Ziffern 6-7  (Herausgabe/Einziehung), 

Ziffer 9 (Vernichtung von Spuren und Spurenträgern), Ziffer 10 (Entscheidgebühr 

Vorinstanz),  Ziffer  11  (Festsetzung  weiterer  Kosten),  Ziffer 13  (Kosten  Entsiege-

lungsverfahren), Ziffer 14 Abs. 1-2 und Ziffer 15 (Entschädigung amtliche Verteidi-

gung), in welchem Umfang das Urteil der Vorinstanz in Rechtskraft erwachsen ist. 

Dies  ist  vorab  mit  Beschluss  festzustellen  (Art. 399  Abs. 3  in  Verbindung  mit 

Art. 437 StPO).

1.3. Hinsichtlich  der  vom  Beschuldigten  angefochtenen  Punkte  steht  das  Urteil 

– unter  Vorbehalt  des  Verschlechterungsverbots  i.S.v.  Art. 391  Abs. 2  Satz 1 

StPO – zur Disposition.

2.

Vorfragen / Verwertbarkeit der Beweismittel

2.1. Verdeckte Fahndung

2.1.1.  Die  Verteidigung  beanstandete  vor  Vorinstanz  wie  auch  im  Berufungsver-

fahren  (Urk. 61;  Prot. II  S. 4  f.)  die  Zulässigkeit  der  verdeckten  Fahndung  und 

postulierte  die  Unverwertbarkeit  der  gegenüber  dem  Beschuldigten  erhobenen 

Beweise. Zur Begründung führt sie vor Vorinstanz zusammengefasst aus, dass die 

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verdeckte Fahndung rechtswidrig sei, da sie weder vorgängig schriftlich angeordnet 

noch  gegen  den  Beschuldigten  gerichtet  gewesen  sei  ("Bei  meinem  Mandanten 

handelt  es  sich  damit  um  einen  Zufallsfund";  Urk. 31  S. 2).  Dem  Strafverfahren 

liege die Anordnung einer verdeckten Fahndung gegen den Benutzer der Nummer 

1  zugrunde.  Weder  laute  diese  Nummer  auf  den  Beschuldigten,  noch  sei  diese 

Nummer vom Beschuldigten benutzt worden. Die Verwertung eines Zufallsfundes 

verlange  als  grundlegende  Voraussetzung  die  Rechtmässigkeit  der  dem  Zufalls-

grund zugrunde liegenden Zwangsmassnahmen. Dies sei vorliegend nicht der Fall 

(Urk. 31 S. 2). Weiter sei eine Polizistin am Scheinkauf massgeblich beteiligt gewe-

sen, die nicht als verdeckte Fahnderin eingesetzt und damit nicht zu solchen Täu-

schungshandlungen  berechtigt  gewesen  sei.  Daher  sei  die  verdeckte  Fahndung 

justizunförmig und nicht mit dem Fairnessgebot vereinbar und die daraus gewon-

nenen Beweismittel seien absolut unverwertbar. Weiter sei dem Beschuldigten die 

verdeckte Fahndung nach Beendigung nicht mitgeteilt und somit eine Gültigkeits-

vorschrift verletzt worden. Folglich seien die erlangten Beweismittel relativ unver-

wertbar. Schliesslich könne dem Beschuldigten keine qualifizierte Widerhandlung 

im Sinne von Art. 19 Abs. 2 BetmG und somit keine schwere Straftat vorgehalten 

werden,  die  eine  Verwertbarkeit  der  Beweismittel  dennoch  rechtfertigen  würde 

(Art. 141 Abs. 2 StPO). Da der Beschuldigte ohne die verdeckte Fahndung nicht 

ins Visier der Ermittler geraten wäre, seien auch alle Folgebeweise unverwertbar 

(Urk. 31).  Daran  hielt  der  Verteidiger  an  der  Berufungsverhandlung  im  Wesentli-

chen fest (Urk. 61 S. 2 ff.).

2.1.2.  Die  Staatsanwaltschaft  erachtete  die  verdeckte  Fahndung  als  in  jeder 

Hinsicht korrekt und die dadurch erlangten Beweise als verwertbar (Prot. I S. 5).

2.1.3. Die Vorinstanz hat eine Verwertbarkeit ebenfalls bejaht (Urk. 44 S. 5 ff.). Sie 

hat die rechtlichen Grundlagen der verdeckten Fahndung korrekt dargelegt (Urk. 44 

S. 6 ff.). Es kann vorab darauf verwiesen werden (Urk. 44 S. 6 ff.). Rekapitulierend 

ist auf Art. 298a Abs. 1 StPO und Art. 298b Abs. 1 lit. a StPO hinzuweisen. Gemäss 

letzterer Bestimmung können die Staatsanwaltschaft und, im Ermittlungsverfahren, 

die  Polizei  eine  verdeckte  Fahndung  anordnen,  wenn  der  Verdacht  besteht,  ein 

Verbrechen oder Vergehen sei begangen worden. Der strafprozessuale Anfangs-

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verdacht stellt das Abgrenzungskriterium zur rein präventiven polizeilichen Tätigkeit 

dar, wobei die Grenze zwischen polizeirechtlicher und strafprozessualer Tätigkeit 

in der Praxis fliessend ist. Verdeckte Ermittlung und Fahndung sind lediglich zur 

Abklärung bereits begangener bzw. in Ausführung begriffener Straftaten zulässig, 

während die polizeilichen Vorermittlungen der Verhinderung oder Erkennung zu-

künftiger möglicher Delikte dienen. Der Verdacht auf die Begehung einer strafbaren 

Handlung kann auch ein bloss vager sein (Urteil des Bundesgerichts 7B_689/2023 

Urteil vom 26. August 2024 E. 4.2 f. mit Hinweisen). Zusätzliche Voraussetzung für 

die  Anordnung  einer  verdeckten  Fahndung  ist,  dass  die  bisherigen  Ermittlungs- 

oder  Untersuchungshandlungen  erfolglos  geblieben  sind  oder  die  Ermittlungen 

sonst  aussichtslos  wären  oder  unverhältnismässig  erschwert  würden  (Art. 298b 

Abs. 1 lit. b StPO). Für die Stellung, Aufgaben und Pflichten verdeckter Fahnderin-

nen  und  Fahnder  gelten  Art. 292  ff.  StPO  sinngemäss  (Art. 298c  Abs. 2  StPO). 

Demnach  dürfen  sie  keine  allgemeine  Tatbereitschaft  wecken  und  die  Tatbereit-

schaft nicht auf schwerere Straftaten lenken. Sie haben sich auf die Konkretisierung 

eines  vorhandenen  Tatentschlusses  zu  beschränken.  Ihre  Tätigkeit  darf  für  den 

Entschluss  zu  einer  konkreten  Straftat  nur  von  untergeordneter  Bedeutung  sein 

(Art. 293 Abs. 1 und 2 StPO). Wenn erforderlich, dürfen sie gemäss Art. 293 Abs. 3 

StPO zur Anbahnung des Hauptgeschäfts Probekäufe tätigen oder ihre wirtschaft-

liche  Leistungsfähigkeit  dokumentieren.  Von  einer  unzulässigen  Anstiftung  oder 

Provokation ist auszugehen, wenn sich die beteiligten Beamtinnen und Beamten 

nicht darauf beschränken, kriminelle Handlungen in einer im Wesentlichen passi-

ven  Weise  zu  untersuchen,  sondern  einen  solchen  Einfluss  auf  die  beschuldigte 

Person  ausüben,  dass  diese  zur  Begehung  einer  Straftat  verleitet  wird,  die  sie 

andernfalls  nicht  begangen  hätte  (Urteil  des  Bundesgerichts  7B_689/2023  Urteil 

vom 26. August 2024 E. 4.2.2 f. mit Hinweisen).

2.1.4.1.  Im  vorliegenden  Fall  präsentiert  sich  die  Situation  wie  folgt:  Insoweit  die 

Verteidigung vorbringt, dass es sich beim Beschuldigten um einen personellen Zu-

fallsfund handle (Urk. 61 S. 2 ff.), da die verdeckte Fahndung gegen den Benutzer 

der Telefonnummer 1 – also gegen Herrn B._____ – und nicht gegen den Beschul-

digten angeordnet worden sei, so ist ihr nicht zu folgen. Werden durch die verdeckte 

Ermittlung Erkenntnisse erlangt, wonach andere Personen als diejenigen, die in der 

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Anordnung genannt sind, Straftaten begangen haben, liegt kein Zufallsfund vor (ZK 

StPO-HANSJAKOB/PAJAROLA,  Art. 296  N 7;  vgl.  auch  BSK StPO-KNODEL,  Art. 296 

N 5). Was den Anfangsverdacht betrifft, so stützte sich die Polizei vorliegend auf 

eine vertrauliche Quelle, wonach der Benutzer der Mobiltelefonnummer 1 dem Ver-

kauf von Betäubungsmitteln – konkret Kokain – nachgehe. Solche in einem Polizei-

bericht enthaltenen Informationen, deren Herkunft etwa zum Schutz der Identität 

von  Informanten  nicht  preisgegeben  wird,  können  zur  Begründung  des  Tatver-

dachts verwendet werden, wenn sie angesichts der die Untersuchung begleitenden 

Umstände objektiv plausibel erscheinen. Dies trifft zumindest zu Beginn der Unter-

suchung zu, wenn noch wenig genaue Verdachtsmomente genügen können (BGE 

142 IV 289 E. 2.2.1 und 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 1B_49/2022 vom 29. Au-

gust 2022 E. 3.1 und 3.4). Diese Ausgangslage wird in der Anordnung der verdeck-

ten Fahndung vom 26. Mai 2023 (Urk. 4/1) und im Polizeirapport vom 16. Juni 2023 

(Urk. 1) dokumentiert. Entgegen der Verteidigung (Urk. 61 S. 4) lagen damit also 

entsprechende  Beweismittel  vor.  Diese  relativ  vagen  Informationen  der  Polizei 

reichten in diesem frühen Verfahrensstadium zur Begründung eines hinreichenden 

Tatverdachts (Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO) für die Anordnung einer verdeckten Fahn-

dung aus (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 7B_689/2023 vom 26. August 

2024 E. 4.3.1).

2.1.4.2.  Betreffend  Subsidiarität  der  verdeckten  Fahndung  kann  sodann  der 

Vorinstanz  gefolgt  werden,  wenn  sie  ausführt,  ohne  die  Fahndung  wären  die 

Ermittlungen aussichtslos gewesen oder zumindest unverhältnismässig erschwert 

worden, da der Kantonspolizei nur die Telefonnummer, nicht jedoch deren Benut-

zer oder die Örtlichkeit des mutmasslichen Drogenhandels bekannt war, und diese 

gerade mit einem Scheingeschäft herausgefunden werden sollte (Urk. 44 S. 7). Die 

verdeckte Fahndung war vorliegend zudem auf eine kurze Dauer und sachlich auf 

den  Abschluss  eines  einzelnen  Betäubungsmittelgeschäfts  beschränkt.  Weniger 

schwere  und  hinreichend  effektive  Zwangsmassnahmen  standen  in  diesem 

Verfahrensstadium nicht zur Verfügung (vgl. zum Ganzen auch Urteil des Bundes-

gerichts 7B_689/2023 vom 26. August 2024 E. 4.3.2).

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2.1.4.3. Aktenkundig wurde die verdeckte Fahndung mündlich und drei Tage später 

schriftlich angeordnet und dokumentiert (Urk. 4/1 S. 3, Urk. 4/2). Ebenso wurden 

die Namen der verdeckten Fahnder bekannt gegeben und diese später als Zeugen 

einvernommen (Urk. 4/4-5; Urk. 3/1 und Urk. 3/3). Hierbei ist zu beachten, dass der 

verdeckte Fahnder "2" (C._____, Polizeibeamter der Kapo ZH; Urk. 4/4; nachfol-

gend:  Fahnder  C._____)  nach  der  mündlichen  Anordnung  der  verdeckten  Fahn-

dung zwar Kontakt über die vorgenannte Telefonnummer aufnahm, jedoch nur er-

fuhr, dass der Chatpartner ferienabwesend und erst ab 12. Juni [2023] wieder da 

sei  (Urk. 4/2).  Die  Kontaktaufnahme  für  den  konkreten  Scheinkauf  erfolgte  dann 

durch den verdeckten Fahnder "3" (D._____, Polizeibeamter der Kapo ZH; Urk. 4/4; 

nachfolgend:  Fahnder  D._____)  am  14./15. Juni  2023  und  somit  erst  nach  der 

schriftlichen  Anordnung  der  verdeckten  Fahndung  (Urk. 4/3).  Die  Vorinstanz  hat 

darauf hingewiesen, dass die Telefonnummern, über die Betäubungsmittel ange-

boten werden, gerichtsnotorischerweise immer wieder (de-)aktiviert und gewech-

selt würden, sodass die Polizei riskiert hätte, die Person(en), die über vorgehende 

Telefonnummer  mit  Kokain  handelten,  nicht  mehr  ausfindig  machen  zu  können. 

Wenn  sie  daraus  schliesst,  dass  sich  die  mündliche  Anordnung  der  verdeckten 

Fahndung auch durch Gefahr im Verzug rechtfertigen lasse, so ist ihr – entgegen 

der Ansicht der Verteidigung (Urk. 61 S. 5) – beizupflichten. Die Voraussetzungen 

für die Anordnung einer verdeckten Fahndung nach Art. 298b Abs. 1 StPO waren 

dem Gesagten zufolge erfüllt.

2.1.4.4.  Die  Vorinstanz  ist  im  angefochtenen  Entscheid  auch  auf  die  Argumente 

des Verteidigers in Bezug auf die konkrete Rolle des verdeckten Fahnders D._____ 

und der an der Verhaftung beteiligten Polizistin (E._____, Polizeibeamtin der Kapo 

ZH, nachfolgend: Polizistin E._____) eingegangen (Urk. 44 S. 8 f.). Es kann ihr da-

bei  inhaltlich  zugestimmt  werden.  Vorweg  ist  zu  konstatieren,  dass  sowohl  der 

Fahnder C._____ wie auch der Fahnder D._____ ihre Aufgabe als verdeckte Fahn-

der rollenadäquat ausgeführt und das Mass der zulässigen Einwirkung gewahrt ha-

ben.  Die  initiale  Kontaktaufnahme  ging  am  23. Mai  2023  vom  Fahnder  C._____ 

aus.  Er  kommunizierte  in  einer  milieutypischen  Sprache  und  fragte  nach  Hilfe 

("Hallo süsser - bräuchte kurzmal deine Hilfe in zürich" (Urk. 4/2). Der Chatpartner 

wies darauf hin, dass er im Urlaub sei. Auf die Frage, ob er sich nach der Rückkehr 

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wieder melden dürfe, antwortete der Benutzer der Mobiltelefonnummer 1 mit "ja ab 

12juni:) bin ich da wieder melde dich lohnt sich audjedenfall". Mit einem "Daumen-

hoch-Emoji" des Fahnders C._____ wurde dieser erste telefonische Kontakt been-

det (Urk. 4/2). Unter diesen Umständen kann nicht gesagt werden, der verdeckte 

Fahnder habe in unzulässiger Weise eine Tatbereitschaft für den Verkauf von Dro-

gen geweckt, fiel doch die Kommunikation seinerseits neutral aus und wurde vom 

Benutzer der angeschriebenen Nummer etwas Lohnenswertes in Aussicht gestellt.

Nach  der  Übergabe  der  Fahndung  von  C._____  an  D._____  per  24. Mai  2023 

(Urk. 4/3),  wurde  die  Kommunikation  mit  der  Zielnummer  wieder  aufgenommen. 

Der Fahnder D._____ schrieb am 14. Juni 2023 um 11:10 Uhr folgende WhatsApp-

Nachricht  an  die  Mobiltelefonnummer  1:  "Hi,  haT  du  schöne  ferien  gehabt?  Wie 

siehts aus?" Um 11:18 Uhr erhielt er zwei Sprachnachrichten, in denen der Ange-

schriebene  sogleich  sagte,  dass  er  zurück  sei,  er  Deutsch  sprechen  könne  und: 

"Jetzt ist die Frage, eben ich kann nur Aargau und Zürich kann ich bringen aber es 

müssen mindestens 10 sein. Unter 10 rentiert nicht für mich. Ist das gut und für 10 

bezahle ich 700/750 aber ist immer top, top Qualität. Und du musst mir immer ein 

Tag  vorher  sagen,  du  sagst  mir  wieviel  du  brauchst  und  ich  bringe  dir.  Aber  ich 

muss wissen wo, wenn zu weit weg, ich kann nicht bringen weil ich hab keine Auto" 

(Urk. 4/3).  Diese  schnelle  Reaktion  in  verklausulierter  Sprache  zeigt,  dass  der 

Benutzer  der  erwähnten  Nummer  ohne  unzulässige  Beeinflussung  seitens  des 

Fahnders D._____ zum Verkauf bestimmter Betäubungsmittel bereit war. Er hatte 

auch eine konkrete Mengenvorgabe, pries die gute Qualität und konnte offenbar 

mit  einem  Vorlauf  von  einem  Tag  liefern.  Nach  weiterer  Kommunikation  über 

Menge und Preis fragte der Benutzer der genannten Nummer noch nach, in welcher 

Einheit er dies bringen soll: "[…].. ehm ich muss wissen willst du alles zusammen, 

15  oder  willst  du  alles  in  einem  Sack  oder  willst  einzeln,  15  Säcke…".  All  diese 

Umstände sprechen für eine bereits vorhandene Tatbereitschaft der kontaktierten 

Person  (vgl.  zum  Ganzen  auch  Urteil  des  Bundesgerichts  7B_689/2023  vom 

26. August  2024  E. 4.4.2).  Effektiv  ausgeliefert  wurde  das  Kokain  (16 g  brutto) 

dann vom Beschuldigten am 15. Juni 2023 (Urk. 1 S. 3).

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2.1.4.5.  Soweit  die  Verteidigung  monierte,  dass  die  an  der  Verhaftung  beteiligte 

Polizistin E._____ am Scheinkauf massgeblich beteiligt, aber nicht als verdeckte 

Fahnderin eingesetzt gewesen und damit zu solchen Täuschungshandlungen nicht 

berechtigt  gewesen  sei,  welches  justizunförmige  Verhalten  zur  absoluten  Unver-

wertbarkeit der Erkenntnisse aus der verdeckten Fahndung zur Folge habe (Urk. 31 

S. 3 f.; Urk. 61 S. 6 ff.), hat die Vorinstanz diesen Standpunkt zu Recht verworfen. 

Die am Bahnhof F._____ stationierte Polizistin E._____ (Urk. 3/5) war nur für die 

Verhaftung  dazugezogen  worden.  Es  waren  die  beiden  verdeckten  Fahnder 

C._____  und  vor  allem  Fahnder  D._____,  welche  die  vorliegend  relevante  Täu-

schungshandlung angebahnt und inszeniert hatten. Konkret war es dann Fahnder 

D._____, welcher den Scheinkauf über zwei Tage mit dem Benutzer der Telefon-

nummer 1 mit allen Modalitäten vereinbart hatte. Polizistin E._____ wurde vor Ort 

für die Verhaftung beigezogen. Die Verhaftung erfolgte durch den ebenfalls anwe-

senden  verdeckten  Fahnder  und  weitere  Beteiligte  (Urk. 3/1  F/A 9  ff.,  Urk. 3/3 

F/A 14,  Urk. 3/5  F/A 15).  Diese  Handlungen  der  Polizistin  E._____  erfolgten  im 

Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeit. So sagte die Polizistin E._____ als Zeugin aus, 

sie habe damals am Bahnhof F._____ gearbeitet. Es seien dann zwei Mitarbeiter 

vom  Fahndungsdienst  gekommen  und  hätten  sie  um  Unterstützung  gebeten. 

Soweit sie sich erinnere, seien sie schlussendlich zu viert oder zu fünft gewesen. 

Zu  ihrem  konkreten  Beitrag  sagte  sie:  "Wir  haben  uns  draussen  im  Bereich  des 

Coops  am  Bahnhof  aufgestellt.  Ich  stand  beim  Eingangsbereich  auf  der  linken 

Seite, also wenn man auf den Coop zu lauft linksseitig. Herr D._____ stand rechts. 

Ich habe dann mitbekommen, dass ca. um 18:00 Uhr ein Zug ankommen wird mit 

einer  Person,  die  Betäubungsmittel  bringen  wird.  Also,  dass  es  zu  einer  Betäu-

bungsmittelübergabe kommen soll. Der hier anwesende Beschuldigte kam irgend-

wann  direkt  auf  mich  zu  und  sprach  mich  an.  Ich  kann  nicht  mehr  wortwörtlich 

wiedergeben,  was  er  gesagt  hat,  nur  noch  sinngemäss.  Sinngemäss  sagte  er: 

«Wartisch du eigentlich uf ihn?» und er hielt mir sein Handy mit Facetime hin. Ich 

habe  realisiert,  dass  dies  unsere  Zielperson  ist.  Ich  habe  Blickkontakt  mit  Herrn 

D._____ aufgenommen, damit er auch realisiert, dass dies die Person ist, die wir 

anhalten und kontrollieren wollen. Während Herr D._____ auf mich zu lief, er stand 

ja  etwas  entfernt.  Ich  erhielt  dann  das  Telefon  vom  Beschuldigten  in  die  Hand 

- 13 -

gedrückt und ich musste die Situation einfrieren, bis der Kollege zur Verstärkung 

bei mir war. Das Facetime war an. Ich habe jemanden gesehen" (Urk. 3/5 F/A 13). 

Auf  die  Frage,  wie  das  Verhalten  des  Beschuldigten  gewesen  sei,  gab  sie  zu 

Protokoll:  "Er  kam  zielgerade  auf  mich  zu.  Ich  habe  ja  nicht  gewusst,  wen  ich 

erwarte. Er kam zielgerade auf mich zu. Wirklich direkt auf mich zu und sprach mich 

an. Ab dem Zeitpunkt, als Herr D._____ dabei war, kam das «nein, nein». Das hat 

auf mich wie ein «Scheisse, jetzt bin ich voll reingelaufen» gewirkt. So in diesem 

Sinn. Dann kam es gleich zur Verhaftung und dann war meine Sequenz mit dem 

Beschuldigten  schon  vorbei  und  ich  hatte  nichts  mehr  mit  ihm  zu  tun"  (Urk. 3/5 

F/A 15). Mit der "anderen Seite des Handys" habe sie per Facetime gesprochen, 

sie wisse aber nicht mehr wortwörtlich was, "[…] Sinngemäss sagte er: «Sorry, ich 

kann leider nicht kommen, aber mein Kollege ist dafür da». Ich weiss nicht mehr 

genau, ob er «Kolleg» gesagt hat oder wie er es genau gesagt hat" (Urk. 3/5 F/A 17 

f.). Die Frage, ob sie den Beschuldigten in irgendeiner Form bedrängt habe Kokain 

zu verkaufen, verneinte sie: "Nein, es war nie ein Thema zwischen uns" (Urk. 3/5 

F/A 18). Auf Ergänzungsfrage der Verteidigung zu ihrer Funktion bei der Verhafts-

aktion sagte die Zeugin, der Fahndungsdienst sei nur zu zweit gewesen, was für 

so eine Aktion einfach zu wenig sei. Sie seien unterstützend dazu gekommen, um 

das  passende  Umfeld  zu  schaffen.  Auf  Nachfrage,  was  "passendes  Umfeld" 

bedeute,  erklärte  die  Zeugin:  "Das  passende  Umfeld  heisst,  so  wie  ich  aus  dem 

Update mitbekommen habe, hat der Kontakt zwischen dem Betäubungsmittelhänd-

ler und einer Frau stattgefunden. Deshalb stand ich auch in den Eingangsbereich, 

um  das  passende  Umfeld  zu  schaffen"  (Urk. 3/5  F/A 22).  Sie  seien  nicht  als 

Polizisten erkennbar gewesen (Urk. 3/5 F/A 23). Auch wenn der Polizistin E._____ 

bei der  Verhaftung  eine gewisse  Lockvogel-Funktion für  die  Kokainübergabe  mit 

den Chatpartner, der eine weibliche (Schein-)Käuferin zu erwarten schien, zukam, 

wie die Vorinstanz festhielt (Urk. 44 S. 8 ), war ihr Beitrag für den Scheinkauf nicht 

wesentlich. Denn sie wurde erst für die Übergabe bzw. Verhaftung beigezogen, an 

der Anbahnung des Scheinkaufs war sie nicht beteiligt (vgl. hierzu Urk. 3/5). Aus 

ihren Schilderungen ergibt sich sodann, dass der Beschuldigte aktiv, d.h. zielge-

rade und online auf Facetime kommunizierend mit dem mutmasslichen Verkäufer 

der Drogen, auf sie zuging. Das Verhalten der Polizistin E._____ erscheint damit 

- 14 -

weder als aktiv noch als zielgerichtet. Sie hat nicht auf den Beschuldigten einge-

wirkt. Sie hat nicht eine Rolle des (vom Beschuldigten erwarteten) Settings vorge-

täuscht, welche erst die Übergabe der Betäubungsmittel ermöglicht hätte. Die Po-

lizistin  E._____ 

täuschte  somit  nicht  über 

ihr  wahres  Motiv  zum 

Geschäftsabschluss.  Die  Anwesenheit  der  Polizistin  E._____  führte  somit  nicht 

zum  Abschluss  oder  zur  Vorbereitung  eines  Kokaingeschäfts.  Keine  verdeckte 

Fahndung liegt vor, wenn der Einsatz eines verdeckt agierenden Polizisten bloss 

zur  Identifikation  der  Zielperson  dient  (ZK  StPO-HANSJAKOB/PAJAROLA,  Art. 298a 

N 5). Der Beschuldigte erwartete beim Übergabeort zwar eine Frau. Es war aber 

(insbesondere) der zweite verdeckte Fahnder (D._____), welcher den Willen zum 

Abschluss eines Geschäfts vortäuschte. Durch diese Täuschung hat der Beschul-

digte sich bereits vor der Verhaftung strafbar gemacht (Besitz und Anstaltentreffen 

zum Verkauf). Das heisst, der Beschuldigte hat nicht durch die Begegnung mit der 

Polizistin  E._____  ein  verbotenes  Geschäft  abgeschlossen.  Es  besteht  keine 

Kausalität  zwischen  dem  Verhalten  der  Polizistin  E._____  und  der  aufgeklärten 

Straftat des Beschuldigten. Damit erscheint im Ergebnis die Tätigkeit der nicht als 

verdeckte Fahnderin eingesetzten, aber bei der Verhaftung mitwirkenden Polizistin 

E._____ mit der Vorinstanz von untergeordneter Bedeutung.

2.1.4.6. Dass dem Beschuldigten die verdeckte Fahndung nach Beendigung nicht 

mitgeteilt und somit eine Gültigkeitsvorschrift verletzt worden sei (Urk. 31 S. 4 f.; 

Urk. 61  S. 10),  trifft  nicht  zu.  Die  Vorinstanz  hat  darauf  hingewiesen,  dass  der 

Beschuldigte  am  15. Juni  2023  verhaftet  und  am  16. Juni  2023  polizeilich  und 

staatsanwaltschaftlich befragt wurde. Spätestens im Rahmen der Hafteinvernahme 

vom 16. Juni 2023 wurde der Beschuldigte – damals verteidigt durch Rechtsanwalt 

MLaw X2._____– im Einklang mit Art. 298 lit. d Abs. 4 i.V.m. Art. 298 StPO über 

die verdeckte Fahndung orientiert (Urk. 2/3 F/A 8).

2.1.4.7. Da die verdeckte Fahndung rechtskonform angeordnet und unter Einhal-

tung  der  Gültigkeitsvorschriften  zum  Abschluss  gebracht  wurde,  sind  die  daraus 

gewonnen Erkenntnisse verwertbar. Die Frage nach der Schwere der aufzuklären-

den Straftaten kann (hier) daher offen bleiben (Urk. 31 S. 5 f.).

- 15 -

2.2. Übrige Beweismittel

Es spricht auch nichts gegen die Verwertbarkeit der übrigen Beweismittel.

3.

Allgemeine Hinweise

3.1.  Unter dem Gesichtspunkt des Gehörsrechts ist darauf hinzuweisen, dass die 

Entscheidbegründung  kurz  die  wesentlichen  Überlegungen  nennen  muss,  von 

denen sich das Gericht leiten liess und auf die es seinen Entscheid stützt. Es muss 

sich  nicht  mit  jedem  Parteivorbringen  einlässlich  auseinandersetzen  (BGE 146 

IV 297 mit Hinweisen). Im Übrigen kann sich die Berufungsinstanz auf die für ihren 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 S. 253; 

141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; je mit Hinweisen).

3.2. Wo im Folgenden auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt 

dies  in  Anwendung  von  Art. 82  Abs. 4  StPO.  Wird  davon  abgewichen,  wird  dies 

explizit erwähnt.

A

Ausgangslage

1.

Anklagevorwurf

III. Sachverhalt

Die  Staatsanwaltschaft  wirft  dem  Beschuldigten  vor,  er  sei  am  15. Juni  2023, 

18:00 Uhr, an der G._____-strasse 4, F._____, im Besitz von 14.9 g (netto) Kokain 

(14.5 g reines Kokainhydrochlorid) gewesen, das er für Fr. 1'100.– an einen ver-

deckten Fahnder habe verkaufen wollen. Gleichentags habe er an seinem Wohnort 

6.5 g (netto) Kokain (6.3 g reines Kokainhydrochlorid) aufbewahrt, das er ebenfalls 

habe  verkaufen  wollen  und  auch  verkauft  hätte,  wäre  er  nicht  verhaftet  worden. 

Dabei  habe  er  mindestens  davon  ausgehen  müssen,  dass  der  Verkauf  einer 

solchen Menge Kokain die Gesundheit vieler Menschen gefährden könne, was er 

bei seinem Tun billigend in Kauf genommen habe (Sachverhalt A; Urk. 17 S. 2).

Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe im Zeitraum vom 1. Februar 

2023  bis  15. Juni  2023  im  Kanton  Zürich  mindestens  einmal  Kokain  und  einmal 

- 16 -

MDMA  konsumiert,  das  er  zuvor  zwecks  Eigenkonsum  erworben  habe.  Er  habe 

gewusst, dass er hierzu nicht berechtigt gewesen sei, worüber er sich billigend hin-

weggesetzt habe (Sachverhalt B; Urk. 17 S. 2 f.).

2.

Standpunkt des Beschuldigten

Die  Vorinstanz  hat  den  bisherigen  Standpunkt  des  Beschuldigten  zusammenge-

fasst: Der Beschuldigte machte zunächst von seinem Aussageverweigerungsrecht 

Gebrauch, räumte jedoch an der Hauptverhandlung im Rahmen der Ergänzungs-

fragen der Verteidigung vor Vorinstanz ein, dass er einem Kollegen erstmalig einen 

Gefallen gemacht und für ihn 14.9 g (netto) Kokain nach F._____ gebracht habe, 

um es einer Endkonsumentin zu verkaufen (angeblich eine russische Prostituierte; 

Prot. I S. 8). Dafür hätte er Fr. 200.– erhalten. In Bezug auf das an seinem Wohnort 

sichergestellte Kokain machte er geltend, dieses sei nicht für den Verkauf, sondern 

für den Eigenkonsum gedacht gewesen. Schliesslich gestand er, von Mai 2023 bis 

15. Juni 2023 ein paar Mal pro Woche Kokain konsumiert zu haben (Urk. 44 S. 11).

Anlässlich  der  heutigen  Berufungsverhandlung  machte  der  Beschuldigte  von 

seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (Urk. 62).

B

Beweiswürdigung

1.

Die  Vorinstanz  hat  die  theoretischen  Grundsätze  der  richterlichen  Beweis-

würdigung  dargelegt  (Urk. 44  S. 11  ff.).  Darauf  kann  verwiesen  werden  (Art. 82 

Abs. 4 StPO). Zu erinnern ist im Zusammenhang mit der Beweiswürdigung, dass 

der  allgemeinen  Glaubwürdigkeit  im  Sinne  einer  dauerhaften  personalen  Eigen-

schaft  nach  heutiger  Erkenntnis  bei  der  Würdigung  von  Aussagen  kaum  mehr 

relevante  Bedeutung  zukommt.  Massgebend  ist  vielmehr  die  Glaubhaftigkeit  der 

konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Dieser Ansatz wurde vom Bundesge-

richt  vor  kurzem  in  BGE 147  IV  534,  E. 2.3.3.,  bestätigt.  Dies  bedeutet,  dass 

Auskunftspersonen und Zeugen nicht a priori glaubwürdiger sind als der mit erheb-

lichen Vorwürfen konfrontierte Beschuldigte.

- 17 -

2.1. Die  Vorinstanz  hat  die  für  die  Sachverhaltserstellung  wesentlichen  Beweis-

mittel zusammengetragen. Es kann darauf und die korrekte Beweiswürdigung der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 44 S. 12 ff.).

2.2.

In  Bezug  auf  den  Vorwurf  des  beabsichtigten  Verkaufs  von  Kokain  hat  die 

Vorinstanz den Sachverhalt u.a. auf das (teilweise via Verteidigung überbrachte) 

Geständnis des Beschuldigten,  er  habe  einem  Kollegen  einen  Gefallen gemacht 

und für diesen erstmalig Drogen ausgeliefert (Prot. I S. 7 und S. 10 f., Urk. 33 S. 4), 

abgestützt. Die Staatsanwaltschaft wertete dies als "halbes Geständnis" (Urk. 32 

S. 1).  Dieses  findet  aber  in  den  Aussagen  der  Zeugen  (Urk. 3/1,  Urk. 3/3  und 

Urk. 3/5),  der  Einsatzdokumentation  der  Polizei  über  die  verdeckte  Fahndung 

(Urk. 4/2-3), durch das Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 27. Juni 

2023  betreffend 

Identifikation/Gehaltsbestimmung  von  Betäubungsmitteln 

(Urk. 7/8)  und  die  Sicherstellungsliste  der  Polizei  vom  16. Juni  2023  (Urk. 8/5) 

Bestätigung. Damit wurde der Sachverhalt zu Recht als erstellt erachtet.

2.3. Den Besitz des im Zimmer des Beschuldigten sichergestellten Kokains (6.5 g 

netto, 6.3 g reines Kokainhydrochlorid) an sich hat die Vorinstanz ebenfalls über-

zeugend  als  erstellt  erachtet.  Massgebend  waren  wiederum  die  Zugeständnisse 

des  Beschuldigten  sowie  diverse  Sachbeweise  (Urk.  44  S.  13  mit  Verweis  auf 

Prot. I  S. 7  f.  und  S. 10  f.;  Urk. 33  S. 4;  Urk. 7/8,  Urk. 8/5;  Urk. 8/7).  Gemäss 

Vorinstanz  lässt  sich  aber  nicht  nachweisen,  dass  dieses  Kokain  zum  Verkauf 

gedacht war (Urk. 44 S. 13). Sie hielt einleitend dafür, dass aus dem nachgewiese-

nen  Kokainverkauf  nicht  einfach  auf  weitere  beabsichtigte  Kokainverkäufe 

geschlossen  werden  dürfe.  Gegen  eine  solche  Absicht  sprachen  aus  Sicht  der 

Vorinstanz vor allem die Verpackungsart und der Lagerort der Drogen, fehlende, 

für einen Betäubungsmittelhandel übliche Betäubungsmittelutensilien, der gegen-

über dem ausgelieferten Kokain unterschiedliche Reinheitsgehalt des Kokains und 

der zugestandene eigene Kokainkonsum des Beschuldigten. Sie ging davon aus, 

dass  der  Beschuldigte  eine  gewisse  Menge  Kokain  erworben  und  in  seinem 

Zimmer  deponiert  hatte,  um  sie  später  zu  konsumieren  (Urk. 44  S. 14  ff.).  Diese 

Würdigung ist ohne Weiteres zu übernehmen, zumal sich Weiterungen im Zusam-

- 18 -

menhang  mit  einem  möglichen  Besitz  zum  Verkauf  des  Kokains  aufgrund  des 

Verschlechterungsverbots ohnehin erübrigen (Art. 391 Abs. 2 StPO; Erw. IV.3.2.).

2.4. Mit der Vorinstanz ist schliesslich der Sachverhalt betreffend den Betäubungs-

mittelkonsum gestützt auf das Geständnis des Beschuldigten und das Gutachten 

des  Instituts  für  Rechtsmedizin  vom  30. Juni  2023  betreffend  Haaranalysen  des 

Beschuldigten (Urk. 7/6) als erstellt zu erachten, mit der geringfügigen Einschrän-

kung des Konsumzeitraums von April/Mai 2023 bis 15. Juni 2023 (Urk. 44 S. 16).

IV. Rechtliche Würdigung

1.

Die  Staatsanwaltschaft  würdigte  das  Verhalten  des  Beschuldigten  in  recht-

licher Hinsicht als Verbrechen im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, lit. d und lit. g in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie als mehrfache Übertretung dieses 

Gesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Urk. 17 S. 3).

2.

Die  Vorinstanz  hat  einen  qualifizierten  Fall  von  Betäubungsmittelhandel 

verneint und den Beschuldigten des mehrfachen Vergehens gegen das Bundesge-

setz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG) im Sinne von 

Art. 19  Abs. 1  lit. c  und  lit. d  BetmG  sowie  der  mehrfachen  Übertretung  dieses 

Gesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig gesprochen (Urk. 44 S. 18), 

was von der Staatsanwaltschaft nicht angefochten wurde (Urk. 50). Der Beschul-

digte  beantragt  im  Berufungsverfahren  einen  vollen  Freispruch  (Urk. 46  S. 2; 

Urk. 63 S. 1 ff.).

3.1.

In Bezug auf den (beabsichtigten) Verkauf des Kokains von netto 14.5 Gramm 

ist die Vorinstanz richtigerweise von einem (mehrfachen) Vergehen ausgegangen, 

was von der Verteidigung vor Vorinstanz jedenfalls im Eventualstandpunkt eben-

falls  angenommen  wurde  (Urk. 33  S. 2;  nicht  so  im  Berufungsverfahren  [vgl. 

Urk. 63]). Die Vorinstanz erachtete das Handeln das Beschuldigten diesbezüglich 

als  tatbestandsmässig  im  Sinne  von  Art. 19  Abs. 1  lit. c  und  d  BetmG  (Urk. 44 

S. 18). Dieser Würdigung ist jedoch nicht vollumfänglich zuzustimmen, da es nicht 

zu einem Verkauf des Kokains gekommen ist. Deshalb fällt vorliegend das Anstal-

tentreffen  zum  Verkauf  im  Sinne  von  Art. 19  Abs. 1  lit. g  BetmG  in  Betracht. 

- 19 -

Strafbare  Vorbereitungen  gemäss  Art. 19  Abs. 1  lit. g  BetmG  werden  durch  die 

Tathandlungen  der  lit. a-f  von  Art. 19  Abs. 1  BetmG  konsumiert  (OFK  BetmG-

SCHLEGEL/JUCKER,  Art. 19  N 162);  frühere  Entwicklungsstufen  werden  aber  nicht 

durch Art. 19 Abs. 1 lit. g erfasst. Der Transport von Drogen wird durch die Verur-

teilung wegen Anstaltentreffen zum Verkauf (lit. g) nicht abgegolten. Vielmehr hat 

ein selbständiger Schuldspruch zu erfolgen (Kommentar zum BetmG-HUG-BEELI, 

Art. 19 N 14). Wer Betäubungsmittel auf Anweisung eines Dritten für diesen über 

eine längere Strecke transportiert, besitzt Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. d BetmG (OFK BetmG-SCHLEGEL/JUCKER, Art. 19 N 71). Besitz ist etwa 

gegeben, wenn ein Drogenbehältnis über mehr als hundert Meter für den Haupt-

täter  getragen  wird  (Kommentar  zum  BetmG-HUG-BEELI,  Art. 19  N 589).  Der 

Beschuldigte ist vorliegend daher im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d und g BetmG 

schuldig zu sprechen.

3.2.  Die Vorinstanz hat weiter den Besitz von 6.3 Gramm Kokain als Vergehen im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG qualifiziert. In der Begründung wies sie noch-

mals darauf hin, dass dieses Kokain gemäss erstelltem Sachverhalt nicht für den 

Verkauf gedacht war (Urk. 44 S. 18). Nicht erwähnt hat sie in diesem Zusammen-

hang  aber  den  damit  beabsichtigten  Eigenkonsum,  wovon  sie  im  Rahmen  der 

Sachverhaltserstellung  allerdings  ausgegangen  war  (Urk. 44  S. 14  f.).  Liegt  aber 

wie hier keine erstellte Weiterabgabeabsicht vor, ist das Handeln unter dem Tatbe-

stand von Art. 19a BetmG zu prüfen (zutreffend auch die Verteidigung in Urk. 61 

S. 11 und Urk. 63 S. 3). Beim strafrechtlich privilegierten Eigenkonsum kommt es 

weder auf die Quantität noch auf die Qualität des konsumierten Betäubungsmittels 

an (OFK BetmG-SCHLEGEL/JUCKER, Art. 19a N 2). Mit dem Besitz des Kokains zum 

Konsum liegt folglich nur eine Übertretung im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG vor.

3.3. Die rechtliche Würdigung des Sachverhaltskomplexes B – mehrfache Über-

tretung  im  Sinne  von  Art. 19a  Abs. 1  BetmG  –  ist  zutreffend  und  wurde  von  der 

Verteidigung  im  Eventualstandpunkt  vor  Vorinstanz  ebenfalls  anerkannt  (Urk. 33 

S. 2; nicht so im Berufungsverfahren [vgl. Urk. 63]).

4.

Im Ergebnis ist der Beschuldigte somit der mehrfachen Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von dessen Art. 19 Abs. 1 lit. d und g BetmG 

- 20 -

sowie  der  mehrfachen  Übertretung  von  Art. 19a  Ziff. 1  BetmG  schuldig  zu 

sprechen.

V. Sanktion und Vollzug

1.

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit 8 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 

239 Tage  als  durch  Haft  erstanden  angerechnet  wurden)  und  einer  Busse  von 

Fr. 300.–  bestraft  (Urk. 44  S. 25).  Die  Verteidigung  verlangt  vor  Obergericht  (mit 

Verweis  auf  geltend  gemachte  Unverwertbarkeit  aller  belastender  Beweismittel) 

einen Freispruch, ohne (wie vor Vorinstanz) einen Eventualantrag für den Fall eines 

Schuldspruchs zu beantragen (Urk. 46 und 63; vgl. auch Prot. II S. 6).

2.

Die  Vorinstanz  hat  die  allgemeinen  theoretischen  Grundlagen  der  Strafzu-

messung korrekt zusammengefasst. Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden 

(Urk. 44  S. 19  ff.).  Ergänzend  ist  hinsichtlich  der  Strafzumessung  bezüglich  des 

mehrfachen  Vergehens  gegen  das  Betäubungsmittelgesetz  –  Besitz  und  Anstal-

tentreffen  zum  Verkauf  von  Kokain  –  zu  erwähnen,  dass  der  mehrfache  Schuld-

spruch  nicht  zu  einer  Strafschärfung  im  Sinne  von  Art. 49  StGB  führen  darf. 

Ansonsten würde das Anstaltentreffen zum Verkauf härter bestraft, als der erfolg-

reiche Verkauf, bei welchem eine Konsumation vorangegangenen Besitzes vorläge 

(OFK-BetmG-SCHLEGEL/JUCKER, Art. 19 N 163).

3.

In Bezug auf die konkrete Strafzumessung ist zu beachten, dass zwischen-

zeitlich  das  Urteil  des  Obergerichts  des  Kantons  Zürich,  II. Strafkammer,  vom 

18. Juni 2024 in Rechtskraft erwachsen ist (Urk. 53). Mit diesem Urteil wurde der 

Beschuldigte der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und mit 10 Monaten Freiheitsstrafe als Zusatz-

strafe  zum  Urteil  des  Bezirksgerichtes  Zürich,  ... Abteilung,  vom  25. März  2022 

bestraft  (Urk. 57/118;  die  Verteidigung  verzichtete  darauf,  sich  anlässlich  der 

Berufungsverhandlung hierzu zu äussern [Prot. II S. 6]). Es wird sich daher heute 

je  nach  Art  der  auszufällenden  Sanktion  die  Frage  einer  Zusatzstrafe  stellen 

(BGE 142 IV 265).

- 21 -

4.1.

In Bezug auf den Besitz und das Anstaltentreffen zum Verkauf von Kokain hat 

die  Vorinstanz  die  wesentlichen  Aspekte  zur  Tatkomponente  angeführt  (Urk. 44 

S. 22 f.). Wenn sie das objektive Tatverschulden in Anbetracht der Menge der zum 

Verkauf gedachten Drogen (14.5 g reines Kokainhydrochlorid), der vermeintlichen 

Abnehmerin in der Person einer Endkonsumentin und dem persönlichen Gewinn 

von Fr. 200.–, bei einer nur regionalen Tätigkeit ohne organisatorische Verantwor-

tung  und  bloss  austauschbarer  Läuferfunktion  beim  Kokainhandel  über  die 

Telefonnummer 1 als noch leicht wertet, kann ihr ohne weiteres beigepflichtet wer-

den. Gleiches gilt für die subjektive Tatkomponente: Der Beschuldigte hat zwar ei-

nem Kollegen "einen Gefallen" machen wollen, dabei aber doch einen finanziellen 

Gewinn  gemacht,  welcher  für  ihn  aufgrund  seiner  beengten  finanziellen  Verhält-

nisse und des eigenen Konsums wohl nicht unwesentlich war. Er handelte direkt-

vorsätzlich. Es bleibt damit bei einem noch leichten Verschulden. In Zahlen umge-

münzt erweist sich die von der Vorinstanz (unter Berücksichtigung der straferhö-

henden Täterkomponente [Urk. 44 S. 23] ermittelte Strafe von 6 Monaten als zu tief 

bzw. nicht mehr einem noch leichten Verschulden entsprechend. Angemessen er-

weist  sich  aufgrund  der  dargelegten  Tatkomponenten  eine  Sanktion  am  oberen 

Ende des untersten Drittels des Strafrahmens, nämlich im Umfang von 8 Monaten 

Freiheitsstrafe.

4.2.1. Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse und des Vorlebens des Beschul-

digten kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 44 S. 22 

f. und S. 24). Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung wurde vom Beschul-

digten  oder  der  Verteidigung  nichts  Neues  dazu  vorgebracht  (Urk. 62;  vgl.  auch 

Urk. 61 und 63).

4.2.2.  Die  Vorinstanz  hat  die  Vorstrafen  des  Beschuldigten  und  die  Delinquenz 

während  eines  hängigen  Strafverfahrens  und  kurz  nach  einer  Haftentlassung 

straferhöhend  berücksichtigt  (Urk. 44  S. 22  f.).  Wenn  sie  von  "nicht  mehr  leicht 

straferhöhend"  spricht,  so  hat  das  eine  spürbare  Straferhöhung  nach  sich  zu 

ziehen.

- 22 -

4.2.3. Das Geständnis des Beschuldigten wurde von der Vorinstanz in Anbetracht 

des  Zeitpunktes  und  der  erdrückenden  Beweislage  mit  zutreffender  Begründung 

nur sehr leicht strafmindernd gewertet (Urk. 44 S. 23 f.).

4.2.4.  Die  Täterkomponente  rechtfertigt  eine  Erhöhung  der  Einsatzstrafe  um 

2 Monate auf 10 Monate Freiheitsstrafe.

5.1. Wie erwähnt, wurde der Beschuldigte mit Urteil des Obergerichts des Kantons 

Zürich,  II. Strafkammer,  vom  18. Juni  2024  für  eine  versuchte  Nötigung  mit 

10 Monaten Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 

... Abteilung, vom 25. März 2022 bestraft (Urk. 53). Die soeben ermittelte Strafe ist 

deshalb zufolge Gleichartigkeit im Sinne einer Zusatzstrafe zum Urteil vom 18. Juni 

2024 auszufällen, da der Beschuldigte sämtliche zu berücksichtigenden Taten vor 

der erstinstanzlichen Verurteilung im vorliegenden Verfahren verübt hat (BGE 142 

IV 265, E. 2.4.4.).

5.2. Demgemäss ist die heute für das (mehrfache) Vergehen gegen das BetmG 

festgesetzte Freiheitsstrafe von 10 Monaten als Einsatzstrafe aufgrund der rechts-

kräftig ausgesprochenen Strafe von 10 Monaten angemessen zu schärfen. Unter 

Berücksichtigung  der  Tatsache,  dass  Letztere  bereits  als  Zusatzstrafe  ausge-

sprochen wurde, erwiese sich eine Gesamtfreiheitsstrafe von 18 Monaten als an-

gemessen. Davon ist die rechtskräftige Freiheitsstrafe von 10 Monaten in Abzug zu 

bringen, was zu 8 Monaten Freiheitsstrafe führt. Der Beschuldigte ist daher heute 

mit einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten zu bestrafen, auch wenn sie nunmehr als 

Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 

18 Juni 2024 ausfällt.

6.

In  Bezug  auf  die  Sanktion  für  die  mehrfache  Übertretung  des  BetmG  kann 

grundsätzlich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 44 S. 24 f.). Zusätzlich zu sanktionieren ist der Besitz von Kokain zum Eigen-

konsum. Aufgrund der auch heute beengten finanziellen Verhältnisse des Beschul-

digten, des kurzen Konsumzeitraums sowie aufgrund des Verschlechterungsver-

bots ist die ausgefällte Busse von Fr. 300.00 allerdings zu bestätigen (Urk. 44 S. 24 

f.).

- 23 -

7.

Im  Ergebnis  ist  der  Beschuldigte  mit  8 Monaten  Freiheitsstrafe  als  Zusatz-

strafe  zum  Urteil  des  Obergerichts  des  Kantons  Zürich,  II. Strafkammer,  vom 

18. Juni 2024, sowie mit einer Busse von Fr. 300.00 zu bestrafen.

8.

Im  vorliegenden  Strafverfahren  befand  sich  der  Beschuldigte  vom  15. Juni 

2023,  18:00 Uhr,  bis  zum  9. Februar  2024,  13:30 Uhr,  in  Untersuchungshaft 

(Urk. 10/1 und Urk. 21). Dementsprechend sind dem Beschuldigten 239 Tage als 

durch Haft erstanden an die Strafe anzurechnen.

9.

Die  Vorinstanz  hat  die  Voraussetzungen  für  einen  bedingten  Vollzug  einer 

Freiheitsstrafe  dargelegt  (Urk. 44  S. 25  f.).  Darauf  ist  vorab  zu  verweisen.  Der 

Vorinstanz kann auch in der Anwendung auf den konkreten Fall unter damaligen 

Verhältnissen beigepflichtet werden. Neu kommt hinzu, dass die heutige Sanktion 

als Zusatzstrafe zur rechtskräftigen Freiheitsstrafe von 10 Monaten gemäss Urteil 

des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 18. Juni 2024 auszu-

gestalten  ist.  Diese  Sanktion  wurde  unbedingt  ausgesprochen  (Urk. 53).  Im 

Rahmen  einer  hypothetischen  Gesamtstrafe  wäre  aufgrund  der  Vorstrafen  des 

Beschuldigten  ebenfalls  kein  bedingter  Vollzug  in  Frage  gekommen.  Dies  hat 

folgerichtig auch für die heutige Zusatzstrafe zu gelten. Diese ist zu vollziehen.

10. Die Busse von Fr. 300.00 ist von Gesetzes wegen zu bezahlen. Die Ersatz-

freiheitsstrafe ist mit der Vorinstanz auf 3 Tage festzulegen (Urk. 44 S. 28).

VI. Beschlagnahme

Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  –  und  nachdem  sich  die  Verteidigung  im 

Berufungsverfahren  hierzu  unter  Verweis  auf  den  beantragten  Freispruch  nicht 

weiter  äusserte  (vgl.  Urk. 63)  –  ist  die  mit  Verfügung  der  Staatsanwaltschaft 

See/Oberland  vom  4. Januar  2024  (Urk. 8/8)  beschlagnahmte  Barschaft  in  der 

Höhe von Fr. 240.00 zur Vollstreckung des Urteils zu verwenden.

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Ausgangsgemäss sind die Kostenauflage (Dispositiv-Ziff. 12) und der Nach-

forderungsvorbehalt (Dispositiv-Ziff. 14 Abs. 3) zu bestätigen.

- 24 -

2.1. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu veran-

schlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 lit. b 

GebV OG).

2.2. Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens  tragen  die  Parteien  nach  Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unter-

liegt mit Antrag auf Freispruch vollumfänglich. Da mit diesem Urteil nur eine gering-

fügige  Anpassung  der  rechtlichen  Qualifikation  erfolgt,  rechtfertigt  es  sich,  die 

Kosten des Berufungsverfahrens vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen.

2.3. Für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im Berufungsverfahren wer-

den Fr. 4'817.– (inkl. MwSt. und Barauslagen) geltend gemacht (Urk. 60). Dieser 

Aufwand ist ausgewiesen und erscheint angemessen. Unter Berücksichtigung der 

tatsächlichen  Dauer  der  Berufungsverhandlung  (Prot. II  S. 3  und  10)  ist  der 

amtliche Verteidiger für seine Bemühungen und Auslagen mit pauschal Fr. 5'200.– 

(inkl.  MwSt.  und  Barauslagen)  zu  entschädigen.  Die  Rückzahlungspflicht  des 

Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO ist vorzubehalten.

3.1. Nachdem  der  Beschuldigte  vor  Vorinstanz  für  den  Fall  eines  Freispruchs 

explizit auf eine Haftentschädigung verzichtet hatte (Urk. 33 S. 1 f.), verlangt er im 

Berufungsverfahren  nunmehr  eine  Entschädigung  von  Fr. 33'460.00  (zzgl.  5 % 

Zins seit dem 12. Oktober 2023) für die erstandene Haft (Urk. 46 S. 2; Urk. 63 S. 2 

und 3).

3.2. Gemäss heutiger Sanktion liegt keine Überhaft vor. Damit entfällt die Grund-

lage für eine Haftentschädigung bzw. Genugtuung.

- 25 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 20. Juni 

2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.-4.

(…)

5.

Von der Anordnung einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66abis StGB wird ab-

gesehen.

6.

Es wird davon Vormerk genommen, dass das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft 

See / Oberland vom 4. Januar 2024 beschlagnahmte iPhone (Asservat-

Nr. A017'485'937) gemäss der Verfügung des Bezirksgerichts Uster, Zwangsmass-

nahmengericht, vom 28. Mai 2024 betr. Entsiegelung und Durchsuchung (Geschäfts-

Nr. GT230017-I), bereits an den Beschuldigten herausgegeben worden ist. 

7.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 4. Januar 2024 be-

schlagnahmten Betäubungsmittel (BM-Lager-Nr. B01378-2023) werden eingezogen 

und der Kantonspolizei Zürich, Asservate Triage, zur Vernichtung überlassen.

8.

9.

(…)

Die beim Forensischen Institut Zürich (FOR) unter der Geschäfts-Nr. 85555982 gela-

gerten Spuren und Spurenträger sind nach Eintritt der Rechtskraft zu vernichten. 

10.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'400.–.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Entscheidgebühr um einen Drittel.

11.

Die weiteren Kosten betragen:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

12.

(…)

660.00 Kosten FOR-Gutachten

549.15 Kosten IRM-Gutachten

188.75 Behandlung Ärztekasse

12.60 Zeugenentschädigung

4'000.00 Gebühr gemäss § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV

13.

Die Entscheidgebühr des Verfahrens vor dem Zwangsmassnahmengericht betr. Ent-

siegelung und Durchsuchung (GT230017-I) fällt ausser Ansatz. Die weiteren Ausla-

gen des Zwangsmassnahmengerichts in demselben Verfahren in der Höhe von 

- 26 -

Fr. 2'206.45 (Kosten des Sachverständigen) werden definitiv auf die Gerichtskasse 

genommen.

14.

Rechtsanwalt MLaw X1._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger 

des Beschuldigten seit 22. Juni 2023 mit Fr. 11'000.– (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

Es wird vorgemerkt, dass Rechtsanwalt MLaw X2._____ für seine Bemühungen als 

amtlicher Verteidiger des Beschuldigten im Zeitraum von 16. Juni 2023 bis 21. Juni 

2023 bereits mit Fr. 2'203.10 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt 

wurde.

(…)

15.

Rechtsanwalt MLaw X1._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger 

des Beschuldigten im Verfahren vor dem Zwangsmassnahmengericht betr. Entsiege-

lung und Durchsuchung (GT230017-I) mit Fr. 805.40 aus der Gerichtskasse entschä-

digt. Diese Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Gerichtskasse 

genommen.

16.

(Mitteilungen.)

17.

(Rechtsmittel.)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

- 27 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig





des mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die Betäu-

bungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG) im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. d und g BetmG sowie

der mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäu-

bungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG) im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 

239 Tage durch Haft erstanden sind) als Zusatzstrafe zum Urteil des 

Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 18. Juni 2024, 

und mit einer Busse von Fr. 300.00.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Die Busse ist zu bezahlen.

3.

4.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

5.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 4. Januar 2024 

beschlagnahmte Barschaft in der Höhe von Fr. 240.– wird zur Vollstreckung 

des Urteils verwendet.

6.

Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung wird bezüglich 

Dispositiv-Ziff. 12 und 14 Abs. 3 bestätigt.

7.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

5'200.00   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1 % MwSt.).

8.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

- 28 -

men. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft See/Oberland (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft See/Oberland

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an















die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

das Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, in die Akten 
SB230364-O, hinsichtlich Dispositiv-Ziff. 2

die Staatsanwaltschaft See/Oberland, hinsichtlich Dispositiv-Ziff. 5.

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

- 29 -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 15. Mai 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Ch. Prinz

MLaw J. Stegmann