# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 174c1e05-e79c-524a-9082-8178479c32f9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.07.2009 C-6125/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6125-2008_2009-07-09.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6125/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Francesco Parrino, 
Richter Vito Valenti, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A._______, Z._______ (Serbien),
vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic, 
Rechtsberatung für Ausländer, Go-Re-Ma, Y._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
X._______,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung; Verfügung der IVSTA 
vom 19. August 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6125/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass A._______ (nachfolgend: Versicherte oder Beschwerdeführerin), 
geboren  am  (...)  1954,  Bürgerin  von  Bosnien  und  Herzegowina, 
wohnhaft  in  Serbien,  von  Juni  1986  bis  September  1998  mit 
Unterbrüchen in den Kantonen W._______ und V._______ gearbeitet 
hat (act. IV/1, 4, 79),

dass die Versicherte  am 16. August  2004 durch den jugoslawischen 
Versicherungsträger einen Antrag auf Bezug von IV-Leistungen (durch 
diesen  datiert  am  28.  Februar  2005)  bei  der  schweizerischen  Aus-
gleichskasse  SAK  (Eingang  am  14.  März  2005)  einreichen  liess 
(act. IV/1, 2),

dass die Versicherte aufforderungsgemäss diverse Akten (Fragebogen 
für  den  Versicherten,  Fragebogen  für  Arbeits-  und  Lohnverhältnisse 
von Unselbständigerwerbenden, Fragebogen für die im Haushalt Täti-
gen (act. IV/6, 7, 9, 10), Fragebogen für den Arbeitgeber (act. IV/12 – 
14) sowie diverse medizinische Akten aus Serbien (act. IV/7, 15 – 27 
und aus der Schweiz (aus den Jahren 1992 – 1998, act. IV/33 – 37) 
eingereicht hat,

dass  die  Vorinstanz  bei  den  in  der  Schweiz  behandelnden  Ärzten 
ärztliche Berichte aus den Jahren 1997 und 1998 (act. IV/41 – 44) und 
beim serbischen Versicherungsträger aktuelle medizinische Akten (act. 
IV/47 – 63) eingeholt hat, 

dass  sie  diese  Akten  von  ihrem  regionalärztlichen  Dienst  (RAD) 
beurteilen liess (act. IV/66), 

dass  die  Vorinstanz  der  Beschwerdeführerin  am  28.  März  2008  mit 
Vorbescheid mitteilte, es liege keine Invalidität vor, die einen Renten-
anspruch zu begründen vermöge,  und das Leistungsbegehren somit 
abgewiesen werden müsste (act. IV/68),

dass die Beschwerdeführerin am 31. März 2008 und am 9. April 2008 
(act. IV/70, 72) mitteilte, mit diesem Bescheid nicht einverstanden zu 
sein und geltend machte,  es befänden sich nicht  alle  medizinischen 
Beurteilungen  in  den  Akten,  im  Übrigen  seien  mehrere  Berichte  in 
serbischer Sprache nicht übersetzt worden,

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dass sie  gleichzeitig  beantragte,  sich  in  der  Schweiz  multidisziplinär 
untersuchen zu lassen,

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 19. August 2008 das Leistungs-
begehren – nach Einholung einer  weiteren Stellungnahme des RAD 
(act. IV/76) – mit der Begründung abwies, es liege keine Invalidität vor, 
die einen Rentenanspruch zu begründen vermöge (act. IV/77),

dass die Beschwerdeführerin gegen diesen Bescheid am 23. Septem-
ber 2008 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichte und 
beantragte, ihr sei ab 1. August 2003 eine ganze IV-Rente zuzuspre-
chen oder die Sache sei erneut abzuklären, 

dass sie in der Beschwerde geltend machte, es sei  nicht geklärt,  ob 
die vollständige medizinische Dokumentation übersetzt worden sei und 
ob die gesamten serbischen Unterlagen angefordert worden seien, im 
Übrigen sei weder begründet worden, weshalb sie nicht zu einer Un-
tersuchung in die Schweiz aufgeboten werde, noch weshalb die inter-
ne  Beurteilung  nur  durch  einen  Einzelarzt  erfolgt  sei,  auch  sei  kein 
Erwerbsvergleich durchgeführt worden, 

dass sie im Übrigen am 9. September 2008 bei der Vorinstanz Akten-
einsicht beantragt habe, diese aber bisher nicht erhalten habe,

dass sie weitere aktuelle serbische spezialärztliche Berichte einreichte 
(act. 1), 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Vorinstanz  zur  Vernehmlas-
sung unter Berücksichtigung der übersetzten serbischen Akten auffor-
derte (act. 5),

dass  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  vom 27.  März  2009  – 
nach Unterbreitung des Dossiers  an den bisher  beurteilenden RAD-
Arzt sowie einen Facharzt für Psychiatrie – feststellte, es ergäben sich 
weiterhin keine Sachverhaltselemente, welche eine abweichende Be-
urteilung  rechtfertigen  würden,  weshalb  sie  die  Abweisung  der  Be-
schwerde beantragte (act. 10), 

dass die Beschwerdeführerin in der Replik vom 8. April 2009 geltend 
machte, aufgrund der Stellungnahme des Psychiaters des RAD hätte 
die  Vorinstanz  vom serbischen  Versicherungsträger  einen psychiatri-
schen Bericht mit sämtlichen angeforderten Angaben verlangen müs-

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sen und seien wichtige medizinische Unterlagen nicht übersetzt wor-
den,

dass  sie  ihren  Antrag  auf  Vornahme  einer  multidisziplinären  Unter-
suchung in der Schweiz erneuerte (act. 13),

die  sie  aufforderungsgemäss  einen  Kostenvorschuss  von  Fr.  500.-- 
innert angeordneter Frist leistete (act. 14),

dass sie mit Eingabe vom 20. April  2009 weitere medizinische Akten 
einreichte (act. 16 – 16.7),

dass die Vorinstanz mit Duplik vom 12. Juni 2009 unter Bezugnahme 
auf die Stellungnahme des RAD vom 22. Mai 2009 beantragte, die Be-
schwerde sei  gutzuheissen,  die angefochtene Verfügung aufzuheben 
und die Sache im Sinne der erwähnten Stellungnahme an die Verwal-
tung zurückzuweisen (act. 18, 18.1),

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32)  in Verbindung 
mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Be-
schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG 
zuständig ist,

dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d  VGG ist,  und 
vorliegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,

dass die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 59 des Bundesgeset-
zes  vom 6. Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,

dass  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  eingereicht 
wurde (Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und so-
mit auf die Beschwerde einzutreten ist,

dass sich nach den Ausführungen der Vorinstanz die Einholung weite-
rer  medizinischer  Akten  beziehungsweise  die  Durchführung  einer 
multidisziplinären Abklärung bei einer MEDAS in der Schweiz als not-
wendig erweist (act. 18.1),

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dass nach Einsicht in die Akten  keine Anhaltspunkte bestehen, wes-
halb dem Antrag der Vorinstanz nicht entsprochen werden sollte,

dass Art. 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt,

dass eine Sache gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG mit verbindlichen Wei-
sungen an die Vorinstanz zurückgewiesen werden kann,

dass die Beschwerde deshalb gutzuheissen, die angefochtene Verfü-
gung vom 19. August 2008 aufzuheben und die Sache zur Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen 
ist, 

dass  bei  der  Ermittlung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  die  am 
20. April  2009  eingereichten  Akten (16.1  –  16.7)  zu  berücksichtigen 
sind und die in act. 18.1 erwähnte Abklärung durchzuführen ist,

dass die  Vorinstanz anschliessend eine neue Verfügung zu erlassen 
hat,

dass die  Vernehmlassung der Vorinstanz (act. 18 inkl. act. 18.1)  der 
Beschwerdeführerin  mit  dem  vorliegenden  Urteil  zur  Kenntnis  zu 
bringen ist (Art. 30 Abs. 2 Bst. c VwVG),

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen  sind  (Art.  63  Absätze  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021]), weshalb der Beschwerdeführerin der geleistete Kosten-
vorschuss von Fr. 500.-- zurückzuerstatten ist,

dass die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG der ganz 
oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begeh-
ren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnis-
mässig hohe Kosten zusprechen kann,

dass der obsiegenden Beschwerdeführerin  eine Parteientschädigung 
zu  Lasten  der  Vorinstanz  zuzusprechen  ist,  welche  vorliegend  auf-
grund der Akten auf Fr. 800.-- festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 des Reg-
lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 
19.  August  2008  wird  aufgehoben  und  die  Sache  im  Sinne  der 
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz 
zurückgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin 
wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zurückerstattet. 

3.
Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 800.-- zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilagen: Formular 
„Zahladresse“, [...])

- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (BGG,  SR  173.110) 
gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung 
mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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