# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7081ed86-714e-5bf3-aea7-2b1023f136fb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.09.2010 D-6092/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6092-2010_2010-09-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6092/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Martin Zoller,
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

A.__________, geboren (...),
F.__________,
vertreten durch Alain Joset, Advokat,
substituiert durch Johanna Rausch, Rechtsanwältin,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 23. Juli 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6092/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Beschwerdeführerin,  eine  mazedonische  Staatsangehörige 
mit letztem Wohnsitz in B.__________, eigenen Angaben zufolge ihren 
Heimatstaat am 4. Dezember 2008 auf dem Landweg verliess, über ihr 
unbekannte  Länder  am  5.  Dezember  2008 unter  Umgehung  der 
Grenzkontrolle in  die Schweiz gelangte und noch am selben Tag im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel (EVZ) um Asyl nachsuchte,

dass sie am 9. Dezember 2008 im EVZ zum Reiseweg und zu ihren 
Ausreisegründen  im  Allgemeinen  befragt  und  am 5.  Januar  2009  – 
ebenfalls  in  Basel  –  in  Anwendung  von  Art.  29  Abs.  1  des  Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  durch das  Bundes-
amt zu den Asylgründen im Besonderen angehört wurde,

dass  sie  zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  aus-
führte, sie habe sehr früh geheiratet und sei zu ihrem Ehemann nach 
C.__________, D.__________, gezogen, von wo sie sich in der Folge 
nach Deutschland begeben hätten,  bevor  sie  nach einem Aufenthalt 
von  13  Jahren  zusammen  mit  ihren  drei  Kindern  freiwillig  nach 
D.__________ zurückgekehrt sei,

dass ihr Ehemann ihr gegenüber gewalttätig gewesen sei und sie mit  
einer anderen Frau hintergangen habe,

dass ihre  Ehe im Jahr  2000 geschieden worden sei  und  die  Kinder 
dem Vater zugesprochen worden seien,

dass sie nach etwa drei Jahren das Haus ihres Exmannes habe ver-
lassen müssen und sich zu ihren Eltern nach F.__________ begeben 
habe,

dass dort das Leben als geschiedene Frau nicht einfach gewesen sei, 
wobei sie als Putzfrau und mit dem Verkauf von Handarbeiten für ihren 
Lebensunterhalt gesorgt habe,

dass  ihre  Probleme  etwa  zwei  Jahre  vor  der  Ausreise  aus 
F.__________ begonnen hätten, indem sie auf dem Arbeitsweg von ihr 
unbekannten Männern belästigt worden sei,

Seite 2

D-6092/2010

dass diese Belästigungen bis zur Ausreise angedauert  hätten, wobei 
sie zweimal vergewaltigt worden sei, jedoch aus Angst und vor Scham 
weder  diese  Vergewaltigungen  noch  die  Belästigungen  angezeigt 
habe,

dass sie aus diesen Gründen ihren Heimatstaat verlassen habe,

dass  für  die  weiteren  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  auf  die 
Protokolle bei den Akten zu verweisen ist,

dass das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit Verfügung 
vom 23. Juli  2010 – eröffnet  am 27. Juli  2010 – ablehnte, die  Weg-
weisung aus der Schweiz anordnete und den Wegweisungsvollzug als 
zulässig, zumutbar und möglich erklärte,

dass die Vorinstanz zur Begründung einerseits ausführte, die im Zu-
sammenhang  mit  dem  Familienleben  geltend  gemachten  Probleme 
(Scheidung,  Leben  als  alleinstehende  Frau,  schlechte  Arbeits-
bedingungen) seien privater Natur und somit nicht asylrelevant,

dass  Nachteile,  welche  auf  die  allgemeinen  politischen,  wirtschaft -
lichen  oder  sozialen  Lebensbedingungen  in  einem  Staat  zurückzu-
führen  seien,  keine  asylbeachtliche  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG  darstellten,  worunter  auch  das  nicht  einfache  Leben  der  Be-
schwerdeführerin als geschiedene Frau in Mazedonien falle,

dass  anderseits  die  geltend  gemachten  Behelligungen  der  Be-
schwerdeführerin  während etwa zweier Jahre auf dem Arbeitsweg den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht genügten,

dass  die  Beschwerdeführerin  nicht  in  der  Lage  gewesen  sei,  ihre 
Probleme  mit  den  unbekannten  Männern  auf  dem  Arbeitsweg  an-
schaulich  darzustellen,  und  auch  die  geltend  gemachten  Ver-
gewaltigungen  nicht  substanziiert  habe  wiedergeben  können,  wobei 
sowohl Anzeichen einer persönlichen Betroffenheit als auch Hinweise 
auf  hervorgerufene  psychische  Reaktionen  oder  vorhandenen 
Leidensdruck, welche erfahrungsgemäss bei derartigen Vorbringen zu 
erwarten wären, fehlten,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

Seite 3

D-6092/2010

dass  für  den  weiteren  Inhalt  der  vorinstanzlichen  Verfügung  auf  die 
Akten zu verweisen ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  26.  August  2010 
(Datum  des  Poststempels)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundes-
verwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  liess,  in  welcher  sie  unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der vorinstanzlichen 
Verfügung,  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Ge-
währung  des  Asyls,  eventualiter die  Feststellung  der  Unzulässigkeit 
beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sowie die 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme beantragte,

dass sie in prozessualer Hinsicht die Belassung der  aufschiebenden 
Wirkung der  Beschwerde und für  den Fall  des Unterliegens die  Ge-
währung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  inklusive 
Rechtsverbeiständung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021) beantragte,

dass auf die Begründung, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 
Erwägungen eingegangen wird,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung vom 
31. August  2010  der  Beschwerdeführerin  mitteilte,  sie  könne  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten,  das  Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  inklusive 
Rechtsverbeiständung  abwies  und  Frist  zur  Leistung  eines  Kosten-
vorschusses bis zum 15. September 2010 ansetzte,

dass zur  Begründung im Wesentlichen ausgeführt  wurde,  eine erste 
Prüfung der Akten habe ergeben, dass die Beschwerde als aussichts-
los zu qualifizieren sei,  zumal  sich die vorinstanzlichen Erwägungen 
als zutreffend erweisen dürften,

dass das BFM in seiner  Verfügung in zutreffender  Weise festgestellt 
haben  dürfte,  dass  auf  allgemeine  politische,  wirtschaftliche  oder 
soziale  Lebensbedingungen  zurückzuführende  Nachteile  keine  asyl-
beachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG darstellten, was auch 
für das nicht einfache Leben der Beschwerdeführerin als geschiedene 
Frau in Mazedonien gelte,

Seite 4

D-6092/2010

dass das BFM zudem zu Recht festgestellt haben dürfte, die geltend 
gemachten ständigen  Belästigungen  während  zweier  Jahre  auf  dem 
Arbeitsweg und die beiden damit  verbundenen Vergewaltigungen ge-
nügten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht,

dass  die  Vorinstanz in  diesem Zusammenhang zu Recht  ausgeführt 
haben dürfte, die Beschwerdeführerin habe trotz mehrmaligen Nach-
fragens  nur  stereotyp  über  ihre  Probleme  auf  dem  Arbeitsweg  be-
richtet  und  auf  lediglich  allgemeine  Art  und  Weise  erklärt,  dass  ihr  
unbekannte Männer aufgelauert seien,

dass das BFM sodann zutreffend ausgeführt  haben dürfte,  die  Aus-
sagen  der  Beschwerdeführerin  zu  den  geltend  gemachten  Ver-
gewaltigungen seien oberflächlich und ohne Details ausgefallen, wobei 
sowohl Anzeichen einer persönlichen Betroffenheit als auch Hinweise 
auf  hervorgerufene  psychische  Reaktionen  oder  einen  vorhandenen 
Leidensdruck fehlten,

dass die Vorinstanz schliesslich die Voraussetzungen für den Vollzug 
der Wegweisung zu Recht als gegeben erachtet haben dürfte,

dass die Ausführungen in der Beschwerde nicht geeignet sein dürften, 
an dieser Einschätzung etwas zu ändern,

dass namentlich der Einwand in der  Beschwerde,  in  Anbetracht  des 
Settings,  unter  dem  die  Beschwerdeführerin  zu  ihren  Asylgründen 
vernommen  worden  sei,  sei  nachvollziehbar,  dass  sich  eine  bereits 
Zeit  ihres  Lebens  eingeschüchterte  und  misshandelte  Person  nicht 
getraue,  vor  fremden  Personen  detailliert  über  eine  dermassen  be-
schämende  Situation  zu  berichten,  als  unbehelflich  zu  qualifizieren 
sein dürfte,

dass darauf hinzuweisen sei, dass die Anhörung vom 5. Januar 2009 
einzig von Personen weiblichen Geschlechts durchgeführt worden sei, 
weshalb von der Beschwerdeführerin eine substanziierte Schilderung 
ihrer  geschlechtsspezifischen Verfolgungsvorbringen zu erwarten ge-
wesen  wäre,  nachdem  sie  anlässlich  der  Erstbefragung  vom 
9. Dezember 2008 mit keinem Wort erwähnt hätte, auf dem Arbeitsweg 
auf irgendeine Weise behelligt worden zu sein,

Seite 5

D-6092/2010

dass  auch  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  nicht  ge-
eignet  sein  dürften,  an  den  vorinstanzlichen  Erwägungen  etwas  zu 
ändern,

dass der Kostenvorschuss am 10. September 2010 geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  im Bereich  des  Asylrechts  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM 
entscheidet  (Art. 105  AsylG i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  ist,  weshalb  auf  die  form-  und  fristgerecht  ein-
gereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs.  1  und  Art.  105 
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG sowie Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  – nachdem  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischen-
verfügung vom 31. August  2010 in ausführlicher Begründung bereits 
die  Aussichtslosigkeit  der  Rekursbegehren  erkannt  hat  (vgl.  vor-
stehend Sachverhalt, S. 4 f.) und seither keine wesentliche Änderung 
der  Akten-  und  Sachlage  eingetreten  ist  – kein  Anlass  zur  Durch-

Seite 6

D-6092/2010

führung eines Schriftenwechsels oder zu einem anderweitigen Rück-
kommen auf die Zwischenverfügung besteht,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  an-
erkannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG), und dabei den frauenspezifischen Fluchtgründen Rechnung zu 
tragen ist (Art. 3 Abs. 2 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben hält, 

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  das BFM in der angefochtenen Verfügung darlegt,  weshalb die 
geltend gemachten  Verfolgungsvorbringen weder  den  Anforderungen 
an die  Flüchtlingseigenschaft noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit 
genügen,  und keine den Vollzug der  Wegweisung nach Mazedonien 
undurchführbar erscheinen lassende Gründe vorliegen,

dass  sich  aufgrund  der  Akten die  vorinstanzlichen  Erwägungen  als 
zutreffend erweisen,

dass zur Vermeidung von Wiederholungen daher auf die nicht zu be-
anstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen  Ver-
fügung verwiesen werden kann,

dass die  Vorbringen in  der  Rechtsmitteleingabe nicht  geeignet  sind, 
eine Änderung der angefochtenen Verfügung herbeizuführen,

Seite 7

D-6092/2010

dass  der  Beschwerdeführerin  bereits  mit  Zwischenverfügung  vom 
31. August 2010 (vgl. oben) ausführlich dargelegt wurde, weshalb ihre 
Vorbringen auf Beschwerdeebene – da aussichtslos – keine Änderung 
in  der  Frage  der  Flüchtlingseigenschaft und  Durchführbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs nach Mazedonien zu bewirken vermögen,

dass, um Wiederholungen zu vermeiden, daher ebenfalls vollumfäng-
lich  auf  die  Ausführungen in  der  erwähnten  Zwischenverfügung ver-
wiesen werden kann,

dass  zusammenfassend  festzuhalten  ist,  dass  sich  die  geltend  ge-
machten  Verfolgungsvorbringen  weder  als  asylrechtlich  relevant  er-
weisen noch den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit genügen,

dass es der  Beschwerdeführerin  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings-
eigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri -
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 

Seite 8

D-6092/2010

Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip  des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  der  Beschwerdeführerin 
nicht auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen 
lässt,

dass  sich  aus  den  Akten  zudem keine  konkreten  Anhaltspunkte  er-
geben, aufgrund derer allenfalls geschlossen werden könnte, die Be-
schwerdeführerin geriete im Falle  der Rückkehr in ihren Heimatstaat 
aus  individuellen  Gründen wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheit -
licher Natur in eine existenzbedrohende Situation,

dass die nächsten Familienangehörigen der Beschwerdeführerin  ((...)) 
nach  wie  vor  in  F.__________  wohnhaft  sind  und  diese  mithin  dort  
über eine familiäres Beziehungsnetz verfügt,

dass  die  Beschwerdeführerin  nebst  ihrer  Muttersprache  Albanisch 
auch ein wenig Mazedonisch spricht und trotz fehlender Schulbildung 
in ihrem Heimatstaat während mehrerer Jahre erwerbstätig war,

dass zwar nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine Rückkehr der 
heute 40-jährigen und – soweit aktenkundig – gesunden Beschwerde-
führerin in ihren Heimatstaat mit gewissen Schwierigkeiten verbunden 
sein könnte, diese jedoch einen Vollzug der Wegweisung im Sinne von 
Art. 83 Abs. 4 AuG nicht als unzumutbar erscheinen lassen,

Seite 9

D-6092/2010

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 
inklusive Rechtsverbeiständung (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) bereits 
mit  Zwischenverfügung vom  31.  August  2010  abgewiesen  wurde, 
weshalb  die  Kosten  des  Verfahrens  von  Fr.  600.–  (Art. 1-3  des 
Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG)  und  mit  dem am 10.  September  2010  in  gleicher  Höhe  ge-
leisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

D-6092/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Die Verfahrenskosten sind durch den in  gleicher Höhe ge-
leisteten Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, (...)
- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

Versand: 

Seite 11