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**Case Identifier:** b5ae1697-6763-5109-89c5-a457735ac333
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.01.2015 200 2013 433
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-433_2015-01-05.pdf

## Full Text

200 13 433 IV
SCP/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Januar 2015

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. April 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1982 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Juli 2007 unter Hinweis auf seit einem 
Unfall im August 2002 bestehende Rücken-, Hüft- und Beinschmerzen bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
[act. II], 2; 5 S. 2; 7 S. 1). Die IVB tätigte erwerbliche Abklärungen, holte 
diverse ärztliche Unterlagen ein und veranlasste eine Arbeitsmarktlich-
Medizinische Abklärung (AMA [Abklärungsbericht vom 8. November 2007; 
act. II 29]), in deren Rahmen der Versicherte durch den Regionalen Ärztli-
chen Dienst (RAD) psychiatrisch, neurologisch und internistisch untersucht 
wurde (Untersuchungsberichte vom 25. und 26. Oktober 2007 [act. II 
24 f.]). Mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 24. April 2008 (act. 
II 38) verneinte die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 15% einen Anspruch 
auf Ausrichtung einer Invalidenrente. 

B.

Am 22. Juni 2011 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine 
chronische Schmerzerkrankung sowie Depression erneut bei der IV zum 
Leistungsbezug an (act. II 47; 49 S. 7). Die IVB zog medizinische Berichte 
bei und veranlasste auf Empfehlung des RAD (act. II 52 S. 3) eine bidiszi-
plinäre Begutachtung durch die Dres. med. C.________, Facharzt für All-
gemeine Innere Medizin und Rheumatologie FMH, und D.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Expertisen vom 29. März 
2012 [act. II 67.1; 68.1]). Mit Vorbescheid vom 22. November 2012 (act. II 
72) stellte die IVB die Ablehnung des Leistungsbegehrens mit der Begrün-
dung in Aussicht, es bestehe keine gesundheitliche Einschränkung mit 
Krankheitswert und damit keine Invalidität im Rechtssinne. Dagegen liess 
der Versicherte Einwand erheben (act. II 75), woraufhin die IVB bei Dr. 
med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH (RAD), 

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eine Stellungnahme einholte (act. II 77). Am 23. April 2013 (act. II 78) ver-
fügte die IVB wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. 

Mit weiterer (und unangefochten gebliebener) Verfügung vom 26. Juni 
2013 (act. II 81) wies die IVB sodann das Gesuch um unentgeltliche Ver-
beiständung im Verwaltungsverfahren ab. 

C.

Gegen die Verfügung vom 23. April 2013 liess der Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 23. Mai 2013 Be-
schwerde erheben und folgende Rechtsbegehren stellen: 

1. Dem Beschwerdeführer sind Massnahmen beruflicher Art zu 
bewilligen.

2. Eventualiter ist der IV-Grad des Beschwerdeführers auf min-
destens 40% anzusetzen.

3. Dem Beschwerdeführer ist für das vorliegende Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht die unentgeltliche Rechtspflege, unter 
Beiordnung eines Anwaltes zu bewilligen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

In der Begründung lässt der Beschwerdeführer vorbringen, die Einschät-
zung der Beschwerdegegnerin, es liege keine invalidisierende Krankheit 
vor, sei falsch. In sämtlichen Tests im Gutachten von Dr. med. D.________ 
habe eine Depression schwereren Grades nachgewiesen werden können. 
Angesichts dieser Testergebnisse sei das Ergebnis des Mini-ICF-APP Ra-
ting nicht nachvollziehbar und die Diagnose einer seit 2010 bestehenden 
leichten depressiven Episode falsch und aktenwidrig. Sämtliche involvierten 
Fachärzte hätten dem Beschwerdeführer in den letzten fünf Jahren eine 
Depression respektive eine mittelgradige depressive Episode attestiert (Art. 
2, S. 3). 

Im Weiteren sei die Auseinandersetzung im Gutachten mit den abweichen-
den Beurteilungen der behandelnden Fachärzte unglaubwürdig und über-
zeuge nicht. Weshalb die kognitiven Einschränkungen nach Auffassung 
des Gutachters klinisch nur gering ausgeprägt seien, könne dem Gutachten 
nicht nachvollziehbar entnommen werden und stelle eine reine Behauptung 

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dar. Es werde im Gutachten auf eine Aggravation verwiesen, welche in den 
Akten jedoch nur in den Jahren 2005 und 2007 erwähnt worden sei. Der 
Hinweis in der angefochtenen Verfügung, dass im Bericht der Klinik 
F.________ vom 6. Oktober 2011 auf massivste Schmerzangaben auf-
merksam gemacht und angeblich groteskes Hinken demonstriert worden 
sei, stelle kein Indiz dar, dass der Beschwerdeführer nicht im Sinne der 
Bestimmungen des IVG psychisch krank sei. Es werde in einigen Berichten 
auf das katatone Verhalten des Beschwerdeführers aufmerksam gemacht, 
welches einen Bestandteil seiner Krankheit darstelle (Art. 4, S. 5). 

Der Gutachter verkenne weiter, dass sämtliche involvierten Fachärzte und 
Kliniken neben der mittelgradigen depressiven Episode ein chronifiziertes 
Schmerzsyndrom diagnostiziert hätten. Bezüglich der diagnostizierten so-
matoformen Schmerzstörung schwäche der Gutachter mit nicht nachvoll-
ziehbaren Argumenten ab und behaupte, es handle sich diesbezüglich um 
eine „ICD-10 F 54-Krankheit.“ Mit den diesbezüglich abweichenden Beur-
teilungen der in den Akten liegenden Berichte setze er sich ebenso wenig 
überzeugend auseinander und dem Gutachten könne nicht entnommen 
werden, weshalb die Einschätzungen der behandelnden Fachärzte und 
Kliniken falsch sein sollten (Art. 4, S. 5).

Soweit dem Beschwerdeführer appellatives Verhalten und ein sekundärer 
Krankheitsgewinn unterstellt werde, verkenne der Gutachter, dass dem 
Beschwerdeführer die angeblich von ihm forcierte Berentung überhaupt 
keinen Vorteil bringe (Art. 4, S. 5). 

Das Gutachten sei zudem widersprüchlich. Einerseits werde darauf hinge-
wiesen, dass der Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit weiterhin aus-
üben könne und zu 30% in der Leistung eingeschränkt sei; andererseits 
werde ihm für eine leichtere Tätigkeit eine Einschränkung von maximal 20 
bis 25% attestiert. Die bei der G.________ ausgeübte Tätigkeit sei keine 
schwere gewesen und die vom Gutachter behauptete unterschiedliche 
Leistungseinschränkung bezüglich der bisherigen Tätigkeit und einer leich-
ten Arbeit sei erklärungsbedürftig. Sei der Beschwerdeführer in seiner Leis-
tungsfähigkeit eingeschränkt, so wirke sich dies versicherungstechnisch 
aus und er habe, sollte nach Erkenntnis des beantragten gerichtlichen Gut-
achtens eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit bejaht werden, Anspruch auf 

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Massnahmen beruflicher Art (und sei es nur in Form der Stellenvermittlung) 
oder allenfalls eine Berentung (Art. 5, S. 6). 

Mit Eingabe vom 7. Juni 2013 liess der Beschwerdeführer einen von Dr. 
med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und 
Dr. med. I.________, Assistenzärztin Psychiatrie (beide Therapiezentrum 
J.________), unterzeichneten Bericht vom 8. Mai 2013 sowie Unterlagen 
betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einreichen (Akten 
des Beschwerdeführers [act. IA] 2 ff.). 

Mit prozessleitender Verfügung vom 11. Juni 2013 stellte der Instruktions-
richter fest, durch das Unterstützungsbudget des Regionalen Sozialdiens-
tes … habe die Sozialhilfebedürftigkeit und damit auch die Prozessarmut 
bei einem ausgewiesenen Fehlbetrag von Fr. 2‘111.10 als nachgewiesen 
zu gelten. 

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Juni 2013 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. In der Begründung bringt sie haupt-
sächlich vor, der Gutachter habe nachvollziehbar dargelegt, dass eine de-
pressive Episode in lediglich leichtem Ausmass diagnostiziert werden kön-
ne. Im Weiteren gehe der Experte von einer zumutbaren Willensanstren-
gung in Bezug auf die Schmerzproblematik aus, was bedeute, dass beim 
Versicherten keine gravierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beste-
he. Im hier zu beurteilenden Fall lägen keinerlei Hinweise auf Umstände 
vor, welche für eine ausnahmsweise Verneinung der Zumutbarkeit einer 
willentlichen Schmerzüberwindung sprächen (S. 3). Schliesslich könne dem 
Antrag auf berufliche Massnahmen mangels Vorliegens einer Invalidität 
nicht entsprochen werden. Der Beschwerdeführer könne sich auch nicht 
auf eine in Art. 8 IVG aufgeführte drohende Invalidität berufen, da Dr. med. 
D.________ nicht nur davon ausgehe, dass mit der Durchführung von zu-
mutbaren therapeutischen Massnahmen mit einer Steigerung der Arbeits-
fähigkeit gerechnet werden könne, sondern die gesundheitliche Störung 
auch als überwindbar beurteilt worden sei (S. 3). 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. April 2013 (act. 
II 78). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
Leistungen der IV. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1

2.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten demnach 
Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.1.2 In Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss er-
gebenden Beweisschwierigkeiten muss im Rahmen der sozialversiche-
rungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die subjektiven 
Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig fest-
stellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 281). Sowohl bei Leiden, deren Ursache bekannt oder (bildgebend) zu 
objektivieren ist, als auch bei Beschwerden mit unklarer Ätiologie und 
Kausalität vermögen die subjektiven Angaben der versicherten Person eine 
invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit jedenfalls nicht 
ohne Weiteres rechtsgenüglich nachzuweisen, sondern es hat stets eine 
sorgfältige Plausibilitätsprüfung der geltend gemachten 
Funktionseinschränkungen zu erfolgen (BGE 140 V 290 E. 3.3.1 S. 296).

Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen 
Konstellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung 

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vor. Eine solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche 
Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten 
Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben 
werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische 
Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vor-
getragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwe-
re Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld 
jedoch weitgehend intakt ist (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 51; SVR 2014 IV Nr. 
7 S. 30 E. 4.2.2).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3

2.3.1 Tritt die Verwaltung auf eine Neuanmeldung ein, so hat sie die Sa-
che materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi-
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades 
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei 
einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV 
Nr. 2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 

2.3.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132). Die 
Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung 
des Gesundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann, wenn sich die 

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erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 
üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 
198 E. 3b S. 199; AHI 1997 S. 288 E. 2b).

2.3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Leis-
tungsanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.3.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum 
Schluss gekommen ist, es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_721%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&number_of_ranks=0#page198

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 10

vor. Massgebende Vergleichszeitpunkte bilden die Verfügung vom 24. April 
2008 (act. II 38), mit der ein Leistungs- bzw. Rentenanspruch bei einem 
Invaliditätsgrad von 15% rechtskräftig verneint wurde, und die nunmehr 
angefochtene Verfügung vom 23. April 2013 (vgl. E. 2.3.4 vorne). 

3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 24. April 2008 stützte sich die Be-
schwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf den Ab-
klärungsbericht AMA (act. II 29), welchem seinerseits zwei RAD-
Untersuchungsberichte von med. pract. K.________, Fachärztin für Neuro-
logie, Psychiatrie und Psychotherapie (act. II 24), sowie Dr. med. 
E.________ (act. II 25) zugrunde lagen. 

3.2.1 Med. pract. K.________ hielt im Untersuchungsbericht vom 25. Ok-
tober 2007 (act. II 24) in diagnostischer Hinsicht fest, es beständen weder 
Hinweise auf eine neurologische noch auf eine psychiatrische Erkrankung 
(S. 4). In der Beurteilung führte sie aus, der Beschwerdeführer klage über 
chronische Becken- und Hüftbeschwerden seit einer Kontusion im August 
2002. Er gebe als Beschwerden Beckenschmerzen, Brennen in den Füs-
sen, gelegentlich Miktionsbeschwerden sowie Erbrechen an. Eine konse-
quente Schmerztherapie und Physiotherapie werde nicht durchgeführt. Vor 
dem Migrationshintergrund ergäben sich Unterschiede in den Erwartungen 
und Einstellungen der Schmerzbehandlung. Hinweise für eine psychische 
Störung von Krankheitswert bzw. für eine posttraumatische Belastungs-
störung hinsichtlich des Unfalls fänden sich während der gezielten Explora-
tion nicht, ebenso wenig Hinweise für eine Autismus-Spektrum-Störung. 
Die neurologische Untersuchung habe keine Befunde von Krankheitswert 
gezeigt. Auf psychiatrischem und neurologischem Gebiet lägen keine 
Störungen von versicherungsmedizinischer Relevanz vor. Die anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung erfülle die Försterkriterien nicht (S. 4). 

3.2.2 Im Untersuchungsbericht vom 26. Oktober 2007 (act. II 25) hielt Dr. 
med. E.________ fest, es gebe keine Hinweise auf eine IV-relevante soma-
tische Erkrankung (S. 2). Der Beschwerdeführer klage über Schmerzen in 
der Hüft-/Gesässregion links sowie über ein Einschlafgefühl im Bereich der 
Lendenwirbelsäule, beider Gesässregionen, beider Beine (beidseits am 
ganzen Bein) sowie in den Armen. Die Angaben des Beschwerdeführers 

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bezögen sich hauptsächlich auf seine Ansicht, dass ihm ein Arbeiten we-
gen der Schmerzen schlecht möglich sei (S. 1).

In der Beurteilung hielt Dr. med. E.________ fest, es fänden sich Hinweise 
auf eine zweckgerichtete Darstellung des Beschwerdebildes. Zwischen den 
subjektiv angegebenen Beschwerden und den objektiv (unauffälligen) Be-
funden bestehe eine erhebliche Diskrepanz, zum Teil auch zwischen den 
subjektiv angegebenen Beschwerden und dem Verhalten (wechselhaft 
ausgeprägtes Hinken). Zudem bestehe eine Diskrepanz zwischen den sub-
jektiven Beschwerdeangaben und der praktischen Nichtinanspruchnahme 
von Therapie. Die Beschwerdeschilderung sei vage, die angegebenen 
Schmerzen und die angegebene Sensibilitätsstörung seien somatisch-
medizinisch nicht nachvollziehbar. Es liege also eine undifferenzierte, kli-
nisch nicht plausible Symptombeschreibung vor. Die behauptete funktionel-
le Einschränkung sogar bei nur leichter Arbeitstätigkeit erscheine klinisch 
nicht plausibel (S. 2).

3.2.3 In der Schlussbeurteilung des Abklärungsberichts AMA vom 8. No-
vember 2007 (act. II 29) wurde im Wesentlichen festgehalten, die während 
der AMA festgestellte Leistungsminderung sei nicht durch funktionelle Ein-
schränkungen aufgrund eines nachgewiesenen Gesundheitsschadens er-
klärbar. Hauptsächlicher Kausalfaktor sei das dysfunktionale Verhalten 
ohne Krankheitswert mit mangelnder Leistungsbereitschaft bzw. Selbstlimi-
tierung (Unterschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit), wobei im Krank-
heitsverlauf auch der Verdacht auf ein Rentenbegehren aufgekommen sei. 
Die berufliche Eingliederbarkeit in den freien Arbeitsmarkt erscheine ange-
sichts der fehlenden Motivation, der Selbstlimitierung, des inadäquaten 
Arbeitsverhaltens und der mangelnden Ressourcen nicht möglich (S. 7 f.).

3.3 Für den Zeitraum zwischen Erlass der Verfügung vom 24. April 
2008 und der hier angefochtenen Verfügung vom 23. April 2013 präsentiert 
sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Dr. med. L.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt mit Bericht vom 4. Septem-
ber 2009 (act. II 59 S. 27 f.) fest, aus seiner Sicht spiele betreffend 
Schmerzgenese weder eine prätraumatische Läsion noch ein struktureller 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 12

Schaden an der Hüfte eine Rolle. Vielmehr hätten das Trauma und der 
akute Schmerz eine chronifizierte Schmerzkrankheit ausgelöst, was sowohl 
auf einer Sensibilisierung des peripheren und zentralen Nervensystems als 
auch auf einer schlechten Kompensation und Schmerzhemmung in der 
akuten Situation des Traumas beruhe.

3.3.2 Mit Bericht vom 14. März 2010 (act. II 59 S. 22 ff.) zu Handen des 
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers diagnostizierte Dr. med. 
M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (J.________), 
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie eine anhal-
tende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit/bei chronischen 
Rücken- und Beckenschmerzen links, posttraumatisch mit klinischen und 
radiologischen Hinweisen für ein Cam-Pincer-Impingement links sowie no-
zizeptiver Dysregulation und funktioneller gastroenterologischer Beschwer-
den. 

3.3.3 Im Bericht der Klinik N.________ vom 22. November 2010 (act. II 
49 S. 7 ff.) wurden im Wesentlichen eine chronische Lumboischialgie links-
betont, ein chronischer Hüft-/Gesässschmerz links, ein Verdacht auf inter-
mittierenden Spannungskopfschmerz links, eine schwierige psychosoziale 
Situation, anhaltende Arbeitslosigkeit, ein Verdacht auf eine mittelgradige 
depressive Episode sowie eine erhebliche vegetative Dysregulation im 
Rahmen der chronischen Schmerzerkrankung diagnostiziert. In der zu-
sammenfassenden Beurteilung hielten die untersuchenden Ärzte fest, kli-
nisch präsentiere sich der Beschwerdeführer mit einer chronischen 
Schmerzerkrankung mit Beeinflussung sämtlicher Faktoren im Bezug auf 
das biopsychosoziale Erklärungsmodell. Im Detail liege eine chronische 
Lumboischialgie vor mit erheblicher Dekonditionierung, sowohl der stabili-
sierenden Rumpfmuskulatur als auch einem Gesäss-/Hüftschmerz links mit 
Dekonditionierung im Bereich der linken Hüftflexoren und -extensoren mit 
einer überwiegend myofaszialen Schmerzkomponente. In diesem Bereich 
zeigten sich auch erhebliche muskuläre Verkürzungen. Für die Schmerzen 
im Bereich des rechten Oberschenkels könnten keine pathologischen, klini-
schen Korrelate gefunden werden. Die neurologischen Auffälligkeiten lies-
sen sich keinem eindeutigen Befund zuordnen. Diesbezüglich scheine eine 
Radikulopathie sehr unwahrscheinlich. Komprimittierend wirkten – neben 

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fehlenden Eigenstrategien und mangelndem Verständnis im Zusammen-
hang mit der Schmerzursache und -bewältigung – sicherlich auch die fami-
liären Verhältnisse mit der Ehefrau im … sowie die anhaltende Arbeitslo-
sigkeit. Weiter sei klinisch sowie nach Auswertung der Schmerzfragebögen 
aufgrund dieser Schmerzerkrankung eine erhebliche Angststörung sowie 
das Vorliegen einer Depression zu vermuten. Zudem sei auch schon in 
Vorbefunden beschrieben worden, dass eine massive Erwartungshaltung in 
Bezug auf eine „sichtbare“ Pathologie bestehe, was versicherungstechni-
sche Probleme nach sich gezogen habe (S. 7). 

3.3.4 Im Bericht des Spitals O.________ vom 24. Mai 2011 (act. II 49 
S. 2 ff.) wurde festgehalten, nach wie vor dominiere ein überwiegend myo-
faszielles Schmerzbild ohne Hinweise für eine Radikulopathie bei massiver, 
muskulärer Dekonditionierung. Weiter persistiere neben der schIechten 
Stimmungslage auch die vegetative Dysregulation. Zwar zeige der Be-
schwerdeführer im Gegensatz zu den letzten Kontakten durchaus den Wil-
len, sich in Bewegung zu bringen. Allein diese Bemühungen scheiterten am 
fehlenden Verständnis für ein mögliches Pacing und Mobilisieren unterhalb 
der Schmerzschwelle. Insofern bestehe auch nach wie vor eine nahezu 
vollständige Belastungsintoleranz. Kompromittierend seien einerseits seine 
schlechten Deutschkenntnisse sowie auch die soziale und familiäre Situati-
on (S. 3). 

Im Verlauf der Betreuung des Beschwerdeführers entstehe der Eindruck, 
dass nicht zuletzt die erfreulicherweise intakte Familie, die ihn stütze, 
durchaus hemmend sein könnte im Bezug auf einen Fortschritt seiner so-
matischen Situation. Da doch offensichtlich werde, dass eine Umsetzung 
einer psychologischen Unterstützung, physiotherapeutischen Anbindung 
mit Belastungssteigerung auf tiefstem Niveau sowie einer Förderung des 
Verständnisses für Pacing, Angst und Vermeidung etc. schwierig sei, sei 
ein stationärer Aufenthalt in einer schmerzorientierten Rehabilitationsinsti-
tution zu empfehlen (S. 3). 

3.3.5 Mit Bericht vom 21. August 2011 (act. II 59 S. 5 ff.) diagnostizierte 
Dr. med. H.________ (Therapiezentrum J.________) einen anhaltend de-
pressiven Zustand, aktuell mittelgradige depressive Episode, sowie ein 
chronifiziertes komplexes Schmerzsyndrom (ICD-10 F32.10 und R25.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 14

Weiter hielt er fest, der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 9. Novem-
ber 2005 in der ambulanten fachärztlichen Behandlung am Therapiezen-
trum J.________. Man habe festgestellt, dass er vollständig in seiner 
Krankheitsrolle eingeengt gewesen sei und sich von den meisten Ärzten 
nicht richtig verstanden und ernst genommen gefühlt habe. Die verordneten 
Medikamente habe er unregelmässig eingenommen, weil er an Magenpro-
blemen leide. Die Aufklärungsversuche über die Wichtigkeit der psycholo-
gischen Faktoren im Heilungs- / Chronifizierungsprozess stiessen immer 
wieder auf grossen Widerstand und Abwehr des Beschwerdeführers. Dies 
habe sich in den letzten Monaten mit intermittierenden Wutausbrüchen 
sowie Unzufriedenheit und Leidensdruck geäussert. Der Beschwerdeführer 
sei überzeugt, dass die Ärzte seine Gesundheit irreversibel ruiniert hätten 
und deswegen endlich jemand die Verantwortung übernehmen solle. Die 
Bein-, Hüft- und Rückenschmerzen führten zu einer direkten Beeinflussung 
der Stimmungslage (S. 5). Trotz intensiven psychopharmakologischen und 
psychotherapeutischen Massnahmen sei es eher zu einer weiteren Ver-
schlechterung der psychischen Verfassung mit einer Zunahme der depres-
siven Symptome mit gereizten und agitierten Anteilen gekommen. Aufgrund 
vollständiger Identifikation mit der Krankheitsrolle gelinge es schwer, den 
Beschwerdeführer für den Einstieg in einen veränderungsorientierten Pro-
zess zu motivieren. Des Weiteren beklage er Ein- und Durchschlafstörun-
gen, Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Merkfähigkeitsstörungen mit 
einer persistierenden innerlichen Unruhe, Verzweiflungsgefühle, Gefühls-, 
Freud- und Zukunftslosigkeit mit wechselnden selbst- und fremdaggressi-
ven Impulsen sowie einer dauernden Überzeugung, dass ihn niemand ver-
stehe und ihm niemand helfen wolle (S. 6). 

3.3.6 Vom 15. bis 28. September 2011 war der Beschwerdeführer in der 
Klinik F.________ hospitalisiert. Im entsprechenden Austrittsbericht vom 
6. Oktober 2011 (act. II 59 S. 1 ff.) wurde im Wesentlichen eine chronische 
Lumboischialgie linksbetont, ein chronischer Hüft-/Gesässschmerz links, 
erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren, ein intermittierend depressi-
ves Zustandsbild sowie eine erhebliche vegetative Dysregulation im Rah-
men einer somatoformen Schmerzstörung diagnostiziert (S. 1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 15

Während des stationären Aufenthaltes habe keines der gesteckten Ziele 
erreicht werden können. Der Beschwerdeführer habe zum Teil schmerzbe-
dingt nicht an allen Therapien teilgenommen. Die Bedarfsanalgesie sei 
vorübergehend ausgebaut worden. Dennoch sei der Schmerz im zentralen 
Fokus des Beschwerdeführers geblieben und habe die Einhaltung einer 
gewissen Struktur verhindert. Mehrmalige intensive Gespräche mit Versu-
chen der Mobilisierung trotz der Schmerzen und Erarbeitung einer gewis-
sen Eigeninitiative seien ohne zählbaren Erfolg geblieben (S. 2). 

3.3.7 Die Dres. med. C.________ und D.________ stellten in ihren Gut-
achten vom 29. März 2012 (act. II 67.1; 68.1) interdisziplinär folgende Dia-
gnosen (act. II 67.1 S. 8): 

- mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Leichte depressive Episode und psychologische Faktoren oder Verhaltens-
faktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten, gemäss psychosoma-
tisch-psychiatrischer Begutachtung von Dr. med. D.________ 

- ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

2. Chronisches Schmerzsyndrom im Bereich unterer Rücken, Becken und 
Oberschenkel

- nicht ausreichend somatisch abstützbar

- nicht dermatombezogene Hyposensibilität ganzes linkes Bein für 
ausschliesslich taktile Reize bei allseits normalem Lage- und Vibra-
tionssinn

- diffuse Druckschmerzangabe

- multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Nausea, 
Schwitzen, Dyspnoe, Palpitationen, Pollakisurie, Unterbauch-
schmerzen, erektile Dysfunktion

3. Anamnestisch Reizmagen-Syndrom

4. Arthro-MRI Hüfte links vom 4. Februar 2004: Leichtgradige Coxarthrose und 
leichtgradiges femoroacetabuläres Impingement vom Pincer-Typ

5. Verdacht auf subklinische Hypothyreose

Mit Bezug auf die angegebenen Schmerzen hielt Dr. med. C.________ 
(act. II 67.1) gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers fest, nach 
dem Unfall im August 2002 seien Schmerzen im Becken- und im unteren 
Rückenbereich, mit Ausstrahlung linksbetont in die Oberschenkel und eine 
bläuliche Verfärbung der Oberschenkelweichteile beidseits aufgetreten. 
Diese Schmerzen seien bis Mitte bis Ende September 2002 in permanente, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 16

tags- wie nachtsüber anhaltende Schmerzen wie Schlafstörungen, Müdig-
keit, Schmerzen im Unterbauch, Atembeschwerden, Herzklopfen, Übelkeit, 
Schwitzen, häufiges Wasserlösen und eine „Erektionsschwäche“ überge-
gangen. Die Schmerzen strahlten weiterhin, je nach Intensität, diffus bis in 
die Oberschenkel linksbetont aus und hätten sich mit den bisher durchge-
führten Therapiemassnahmen nicht beeinflussen lassen (S. 2).

In der Beurteilung hielt Dr. med. C.________ fest, beim Betreten seiner 
Arztpraxis imponiere eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik. Diese 
halte während der Beschwerdenschilderung an. Während der klinischen 
Untersuchung nehme sie zu und es würden 4 der 5 Waddell-Zeichen, als 
Hinweis auf nicht organisch abstützbare Beschwerden, nachweisbar. Fer-
ner schildere der Beschwerdeführer eine nicht dermatombezogene Hypo-
sensibilität, ausschliesslich für taktile Reize des ganzen linken Beines. Be-
reits diese Beschreibung lasse an vordergründig nicht somatisch abstütz-
bare Beschwerden denken. Weil die sensiblen Qualitäten für den Vibrati-
onssinn und für den Lagesinn allseits als normal geschildert würden, werde 
der Aspekt von somatisch abstützbaren Beschwerden zusätzlich entkräftet. 
Im Weiteren seien als Kriterien für vordergründig nicht somatisch abstütz-
bare partielle Sensibilitätsstörungen die allseits normal getesteten Muske-
leigenreflexe hinweisend. Da die Muskelkraft und die Muskeltrophik allseits 
normal seien, könne er diese als partiell geschilderte Sensibilitätsstörung 
des ganzen linken Beines vordergründig nicht auf ein bekanntes soma-
tisch-rheumatologisch-neurologisches Krankheitsbild abstützen. Schliess-
lich müsse sich beim Ausmass des Schonhinkens des linken Beines, das 
der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung dokumentiere, eine 
Muskelhypotrophie des linken Beines entwickeln. Dies treffe vorliegend 
nicht zu. Die Muskulatur sei symmetrisch ausgebildet und es sei keine 
Muskelhypotrophie im Bereich des linken Beines objektivierbar (S. 9).

Mit Bezug auf die Wirbelsäule könne er in der klinischen Untersuchung 
thorakal und lumbal eine Streckhaltung objektivieren. Die axialen Bewe-
gungssegmente seien allseits frei beweglich. Ein klinisch-pathologischer 
Weichteilbefund, wie eine Myogelose oder ein Triggerpunkt, könne nicht 
objektiviert werden. Anamnestisch und klinisch beständen keine Hinweise 
auf ein radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom, einen symptomatisch engen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 17

Spinalkanal oder einen Nervendehnungsschmerz; ein relevanter radiolo-
gisch-pathologischer Befund im Bereich der Lendenwirbelsäule sei nicht 
dokumentiert, ebenso wenig im Bereich der Brustwirbelsäule (S. 11). An 
den unteren Extremitäten seien die aktive und die passive Beweglichkeit 
der Hüftgelenke beidseits frei. Die MRI-Abklärung vom 4. Februar 2004 
(vgl. act. II 67.2 S. 1) dokumentiere neu eine leichtgradige Coxarthrose, die 
sich im Rahmen eines geringgradigen femoroazetabulären Impingements 
entwickelt habe. Diese MRI-Befunde seien derart diskret ausgeprägt, dass 
sie Jahre später, und damit zum Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung, 
noch nicht mit einem konventionell-radiologisch-pathologischen Befund 
einhergingen und nicht zu Bewegungseinschränkungen führten (S. 12). 

Schliesslich schildere der Beschwerdeführer multiple Beschwerden wie 
Schlafstörungen, Müdigkeit, Nausea, Herzklopfen, Schwitzen, Atembe-
schwerden, Pollakisurie oder erektile Dysfunktion, für welche er – Dr. med. 
C.________ – jeweils keinen korrelierenden somatisch-pathologischen 
Befund objektivieren könne (S. 12).

Aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht könne seit spätestens Oktober 
2002 für die vom Beschwerdeführer bisher in der Schweiz ausgeübten be-
ruflichen Tätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr be-
gründet werden (S. 16).

In psychiatrischer Hinsicht hielt Dr. med. D.________ (act. II 68.1) in seiner 
Beurteilung im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer neige dazu, in 
dramatisierender Weise eine Beschwerdeintensität und einen Behinde-
rungsgrad zu präsentieren, der sich aus dem bestehenden Grundleiden bei 
objektiver Betrachtung nicht zwingend ergebe. Dabei werde eine tenden-
ziöse bis sogar manipulative Note spürbar. Somit lasse sich beim Be-
schwerdeführer eine Aggravation feststellen im Sinne eines bewusst über-
triebenen Betonens von vorhandenen Krankheitssymptomen (S. 29). 

Zum Untersuchungszeitpunkt lasse sich beim Beschwerdeführer ein leicht 
depressives Zustandsbild feststellen. Hauptsymptome seien eine leicht 
deprimierte Stimmung, leichte Konzentrations- und Gedächtnisdefizite, ein 
verlangsamtes und leicht eingeengtes formales Denken, anamnestische 
Schlafstörungen, ein zeitweises Grübeln, eine innere Unruhe, eine Ratlo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 18

sigkeit und eine leichte Reduktion des Antriebs. Zusammenfassend sei 
diagnostisch von einer leichten depressiven Episode (ICD-10 F  32.0), be-
stehend seit 2010, auszugehen. Die Testergebnisse im BOI und im ADS-L 
wiesen auf eine ausgeprägte depressive Symptomatik hin und seien aus 
seiner Sicht durch die Aggravation des Beschwerdeführers überlagert. Er 
gehe davon aus, dass seit dem Jahr 2010 die depressiven Beschwerden 
ein Ausmass hätten, das die Diagnose einer depressiven Episode rechtfer-
tige, zumal auch in den Berichten ab dem Jahr 2010 eine depressive Epi-
sode diagnostiziert werde. Dabei sprächen insbesondere die klinisch nur 
gering ausgeprägten kognitiven Einschränkungen klar gegen das Vorliegen 
einer mittelgradigen oder schweren Depression. Eine rezidivierende de-
pressive Störung, welche ja einen phasenhaften Verlauf depressiver Sym-
ptome bedinge, lasse sich weder anamnestisch noch klinisch feststellen 
(S. 29).

Mit Bezug auf die vom Beschwerdeführer in diversen Körperbereichen sub-
jektiv als invalidisierend erlebten Schmerzen hielt Dr. med. D.________ 
fest, beim Beschwerdeführer falle zunächst eine Selbstlimitierung auf. Es 
entstehe der deutliche Eindruck, dass er sich mit Engagement für eine ma-
terielle Entschädigung (Rente) einsetze statt für einen beruflichen Wieder-
einstieg. Das integrale Gesamtstreben des Beschwerdeführers wende sich 
somit vom Rehabilitationsziel ab, um sich hauptsächlich auf finanzielle Ver-
sicherungsleistungen auszurichten. Somit bestehe eine final ausgerichtete 
Entschädigungshaltung (S. 30). Weiter neige der Beschwerdeführer dazu, 
in seiner Krankenrolle zu verharren und es sei von einem ausgeprägten 
sekundären Krankheitsgewinn auszugehen. Das maladaptive Verhalten 
des Beschwerdeführers werde sozial verstärkt. Dazu gehöre eine über-
mässige Medikalisierung des Problems, mögliche finanzielle Absicherun-
gen aus dem Sozialsystem, die Empfehlung zur Schonung und zur Ver-
meidung von Belastungen, die vermehrte Beachtung und Unterstützung der 
Krankenrolle sowie ein behütendes Verhalten seitens der Angehörigen. 
Ferner falle bei der Beschreibung der Symptome auf, dass die Schmerzin-
tensität und die topographische Ausweitung der Schmerzen klinisch über-
haupt nicht plausibel seien. Insgesamt lasse sich aus psychiatrischer Sicht 
eine Symptomausweitung feststellen, welche diagnostisch als somatisch 
nicht ausreichend abstützbare Schmerzen bei psychologischen Faktoren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 19

oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Krankheiten (ICD-
10 F 54) einzuschätzen sei und keiner psychiatrischen Erkrankung im ei-
gentlichen Sinn und keiner unbewussten Konfliktverarbeitung seitens des 
Beschwerdeführers entspreche, sondern vielmehr einer erlernten Verhal-
tensstörung im Sinne einer dysfunktionalen Verarbeitung von Schmerzen 
(S. 31 f.).

Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung könne er – Dr. med. 
D.________ – nicht bestätigen, da zwar psychosoziale Belastungsfaktoren 
vorlägen, diese aber eine Folge der Schmerzproblematik und nicht deren 
Ursache seien (S. 32). 

Schliesslich bestehe – bei vorhandenen und ausgebildeten komplexen Ich-
Funktionen – in Bezug auf die Schmerzproblematik keine gravierende Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit, da dem Beschwerdeführer die Willensan-
strengung, die nötig sei, um die Schmerzen zu überwinden, grundsätzlich 
zumutbar sei, zumal keinerlei Hinweise auf auffällige pathologische Persön-
lichkeitsstrukturen vorlägen. Im Übrigen liege eine zur Symptomausweitung 
komorbide leichte depressive Episode vor, welcher Begleitumstand der 
Schmerzproblematik von der Ausprägung her zum momentanen Zeitpunkt 
nicht zu einer Unzumutbarkeit einer Schmerzüberwindung führe (S. 34). 

Aus interdisziplinärer und insoweit allein massgeblicher psychiatrischer 
Sicht (act. II 68.1 S. 35; 67.1 S. 16 f.), sei dem Beschwerdeführer mit Be-
zug auf die bisherige sowie eine den Störungen angepasste Tätigkeit ein 
volles zeitliches Arbeitspensum zumutbar (S. 36; 38). Dabei sei die Leis-
tungsfähigkeit um maximal 30 bzw. 20-25% eingeschränkt (S. 36; 38). 

3.3.8 Mit zu Handen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ver-
fasstem Bericht vom 8. Mai 2013 (act. IA 2) hielten die Dres. med. 
H.________ und I.________ (Therapiezentrum J.________) fest, der Be-
schwerdeführer leide an einer mittelgradigen depressiven Störung. Diese 
zeichne sich durch eine deutlich depressiv-dysphorische, hoffnungslose, 
verzweifelte und affektlabile Stimmung aus. Des Weiteren bestehe eine 
innere Unruhe sowie Gereiztheit. Psychomotorisch zeige sich teilweise 
Agitiertheit. Der Beschwerdeführer habe sich sozial zurückgezogen, es 
bestehe eine latente Aggressivität. Auf somatischer Ebene beständen Ein- 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 20

und Durchschlafstörungen, Müdigkeit, multiple körperliche Schmerzen und 
Libidoverlust. Gelegentlich würden Lebensüberdrussgefühle geäussert; er 
könne sich jedoch von suizidalen Absichten distanzieren. Gegenwärtig be-
stehe keine Fremdgefährdung. Gemäss ihren bisherigen Erfahrungen mit 
dem Beschwerdeführer sowie der Tatsache, dass er seit Längerem keiner 
Arbeitstätigkeit mehr habe nachgehen können, sei keine Arbeitstätigkeit auf 
dem freien Arbeitsmarkt zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit wäre er 
zu 50% arbeitsfähig. 

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.5 Zunächst ist aufgrund der dargelegten medizinischen Situation (vgl. 
E. 3.2 f.) überwiegend wahrscheinlich eine Veränderung des Gesundheits-
zustandes seit Erlass der Verfügung vom 24. April 2008 erstellt, indem neu 
eine, in der Ausprägung umstrittene, depressive Stimmungslage zu den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 21

bisher vorgebrachten gesundheitlichen Einschränkungen hinzugekommen 
ist. Liegt demnach eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der 
geltend gemachte Leistungsanspruch unter Berücksichtigung des gesam-
ten, potentiell anspruchsrelevanten Tatsachenspektrums zu prüfen (vgl. 
E. 2.3.3 vorne). 

3.6 Die angefochtene Verfügung vom 23. April 2013 (act. II 78) erging in 
medizinischer Hinsicht im Wesentlichen gestützt auf die bidisziplinären 
Gutachten der Dres. med. C.________ und D.________ vom 29. März 
2012 (act. II 67.1; 68.1). Diese erfüllen die Voraussetzungen der Recht-
sprechung an Expertisen (vgl. E. 3.4.2 hiervor) und erbringen vollen Beweis 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Sie sind durchwegs nachvollziehbar 
und die Schlussfolgerungen sind überzeugend begründet. Zu keiner ande-
ren Beurteilung führen die vom Beschwerdeführer dagegen vorgebrachten, 
ausschliesslich das psychiatrische Gutachten von Dr. med. D.________ 
(act. II 68.1) beschlagenden Einwände: 

3.6.1 Der Beschwerdeführer kritisiert, der Gutachter unterstelle ihm Ag-
gravation, ein appellatives Verhalten und einen sekundären Krankheitsge-
winn.

Es gehört zu den Aufgaben des Sachverständigen, allfällige Anzeichen für 
Aggravation und ähnliche Sachverhalte bei der Diagnosestellung zu 
berücksichtigen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 20. Dezember 
2011, 8C_743/2011, E. 2.4.2). Dass sich Dr. med. D.________ hierbei von 
unsachlichen Motiven hätte leiten lassen, ist weder ersichtlich noch wird 
dergleichen geltend gemacht. Namentlich übersieht der Beschwerdeführer, 
dass die Feststellung und Einschätzung des Gutachters, wonach sich jener 
selber limitiere und in dramatisierend-aggravatorischer Weise eine Be-
schwerdeintensität und einen Behinderungsgrad in der rentenbegehrlichen 
Absicht präsentiere, für die geleisteten Sozialversicherungsbeiträge von 
den Sozialwerken für eine vermeintliche ärztliche Fehlbehandlung finanziell 
entschädigt zu werden (act. II 68.1 S. 29 ff.), sich seit jeher wie ein roter 
Faden durch die gesamten medizinischen Akten zieht (vgl. act. II 7 S. 3 f.; 
25 S. 2; 26 S. 2; 29 S. 7 und 8; 49 S. 3, 7 und 11; 59 S. 5 f.). Hinzu kommt, 
dass sich Dr. med. D.________ bei seinen Einschätzungen auch auf ent-
sprechende Feststellungen von Dr. med. C.________ sowie eigene Beob-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 22

achtungen abstützen konnte: So befundete Dr. med. C.________ an den 
Beinen eine symmetrische Ausbildung der Muskulatur, was gegen eine 
durch das demonstrierte Hinken verursachte Schonung der unteren Extre-
mitäten spricht (vgl. auch Entscheid des BGer vom 26. März 2014, 
8C_23/2014, E. 6.2.3). Wie schon Dr. med. E.________ anlässlich der Un-
tersuchung vom 24. Oktober 2007 (act. II 25 S. 2) konnte sodann auch Dr. 
med. D.________ – während der Beschwerdeführer auf dem Weg zur Be-
gutachtung aus dem Fahrzeug stieg – kein solches Schonhinken beobach-
ten. Ebenso wenig konnte er die vom Beschwerdeführer geltend gemach-
ten katatonen Zustände oder Lähmungen feststellen (act. II 68.1 S. 20). 
Auch weist Dr. med. D.________ darauf hin, dass der Beschwerdeführer – 
gemäss eigenen Angaben – grundsätzlich in der Lage ist, Auto zu fahren 
(act. II 68.1 S. 19), was in Anbetracht der diesbezüglich „enormen motori-
schen und kognitiven Anforderungen“ für „nicht unerhebliche Ressourcen“ 
des Beschwerdeführers spreche (S. 32). Ferner konstatierte Dr. med. 
D.________ einen beträchtlichen (rechtlich indes unbeachtlichen [vgl. Ent-
scheid des BGer vom 16. Dezember 2004, I 435/04, E. 2.2.1]) sekundären 
Krankheitsgewinn des Beschwerdeführers im Sinne eines Zugewinns an 
Aufmerksamkeit seitens der Familienangehörigen (S. 30 f.), ein Umstand, 
auf den auch die behandelnden Ärzte des Spitals O.________ hinwiesen 
(act. II 49 S. 3). Im Übrigen hielt auch der behandelnde Psychiater Dr. med. 
H.________ – wenn auch nicht gegenüber dem Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers, so doch gegenüber dessen Hausarzt – fest, der Be-
schwerdeführer identifiziere sich vollständig mit der Krankheitsrolle und es 
gelinge schwer, ihn für den Einstieg in einen veränderungsorientierten Pro-
zess zu motivieren (act. II 59 S. 5 f.). 

Wenn Dr. med. D.________ in Anbetracht dieser Aktenlage sowie gestützt 
auf die in der bidisziplinären Begutachtung gemachten Beobachtungen und 
Feststellungen auf eine final ausgerichtete Entschädigungshaltung (act. II 
68.1 S. 30) schloss, ist dies deshalb ohne weiteres nachvollziehbar, zumal 
weder psychiatrische noch somatische Befunde ausgewiesen sind, welche 
das geltend gemachte intensive Schmerzgeschehen (hinreichend) zu er-
klären vermöchten (vgl. auch E. 3.7 hinten). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 23

3.6.2 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die im Gutachten ge-
stellte Diagnose gemäss ICD-10 F54 überzeuge nicht. Er leide an einer 
somatoformen Schmerzstörung.

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erläutert Dr. med. 
D.________ im Gutachten nachvollziehbar und mit überzeugender Be-
gründung, weshalb er die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzzu-
stände nicht im Rahmen einer eigentlichen psychischen Erkrankung (soma-
toforme Schmerzstörung oder andere), sondern als Symptomausweitung 
qualifiziert, welche diagnostisch bei ICD-10 F54 als somatisch nicht ausrei-
chend abstützbare Schmerzen bei psychologischen Faktoren oder Verhal-
tensfaktoren bei andernorts klassifizierbaren Krankheiten einzuschätzen ist 
(act. II 68.1 S. 31 f.). Im Übrigen wird die Diagnose einer (anhaltenden) 
somatoformen Schmerzstörung einzig in den Berichten von Dr. med. 
M.________ (Therapiezentrum J.________) vom 14. März 2010 (act. II 59 
S. 24) respektive der Klinik F.________ vom 6. Oktober 2011 (act. II 59 
S. 1) gestellt. Dabei fällt jedoch auf, dass die behandelnden Ärzte des The-
rapiezentrums J.________ die Schmerzproblematik im weiteren Verlauf 
anderweitig oder gar nicht mehr codierten (vgl. act. II 59 S. 5 f.; act. IA 2) 
und im Bericht der Klinik F.________ die nämliche Diagnose nicht weiter 
diskutiert wird. Jedenfalls begründen diese Berichte keine auch nur gerin-
gen Zweifel an den diagnostischen Schlussfolgerungen von Dr. med. 
D.________. Dass der Gutachter bei der diagnostischen Einschätzung der 
Schmerzproblematik sodann nicht (massgeblich) auf die Angaben des Be-
schwerdeführers im Fragebogen SOMS-7T (act. II 68.3 S. 1 ff.) abgestellt 
hat, ist nicht zu beanstanden, sondern war gegenteils – insbesondere mit 
Blick auf die aggravatorische Demonstration der Beschwerden (vgl. 
E. 3.6.1 hiervor) – geradezu geboten (vgl. E. 3.6.3 hiernach). 

3.6.3 Der Beschwerdeführer bringt im Weiteren vor, die durch Dr. med. 
D.________ durchgeführten psychologischen Tests (vgl. act. II 68.2) beleg-
ten das Vorliegen einer Depression schweren und nicht lediglich leichten 
Grades. 

Rechtsprechungsgemäss ist im Kontext der Begutachtung die klinische 
Untersuchung in Kenntnis der Anamnese entscheidend, wohingegen 
Testverfahren lediglich eine (mögliche) Ergänzung darstellen (Entscheid 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 24

des BGer vom 5. Januar 2012, 8C_639/2011, E. 4.3.1). Namentlich vermag 
ein massgebliches Abstellen auf die Ergebnisse von 
Selbstbeurteilungsverfahren in versicherungsmedizinischer Hinsicht zum 
Vornherein keine beweiskräftigen Einschätzungen des 
Gesundheitsschadens zu liefern, wenn die geltend gemachten 
Leistungseinschränkungen überwiegend auf Aggravation und ähnlichen 
Sachverhalten beruhen. 

Entgegen dem Beschwerdeführer besteht kein Anlass, im vorliegenden Fall 
den von Dr. med. D.________ durchgeführten psychologischen Tests 
ausnahmsweise eine ausschlaggebende Bedeutung bei der Frage nach 
der (rechtlich) hinreichenden Ausgewiesenheit eines potentiell anspruchs-
begründenden Gesundheitsschadens beizumessen: Dr. med. D.________ 
wies darauf hin, dass es sich bei einigen der in der Begutachtung 
verwendeten testdiagnostischen Verfahren um sogenannte 
Selbstbeurteilungsverfahren handle, bei welchen sich die subjektive 
Einschätzung der versicherten Person in Bezug auf bestimmte psychische 
Problembereiche abbilde (act. II 68.1 S. 39). Indem er weiter festhielt, die 
Testergebnisse seien durch die Aggravation des Beschwerdeführers 
überlagert (S. 29), war der Gutachter umso mehr gehalten, die 
durchgeführten Testverfahren lediglich als zusätzlichen Bestandteil für eine 
umfassende psychiatrische Diagnostik zu verwenden (S. 40) bzw. seine 
versicherungsmedizinischen Schluss-folgerungen gestützt auf die klinische 
Untersuchung, die Anamnese sowie den psychopathologischen Befund zu 
ziehen. 

Dass Dr. med. D.________ insofern nicht lege artis vorgegangen wäre, ist 
sodann nicht ersichtlich. Namentlich stützen sich die übrigen, meist eine 
mittelschwere depressive Episode attestierenden medizinischen Berichte – 
so auch jener der Dres. med. H.________ und I.________ vom 8. Mai 
2013 (act. IA 2) – ausschliesslich auf die subjektiven Beschwerdeangaben 
des Beschwerdeführers ab. Auch wenn zu berücksichtigen ist, dass 
Schmerzen an sich kaum (restlos) objektivierbar sind, so verlangt eine 
beweiswertige medizinische Einschätzung des Gesundheitszustandes 
sowie der Arbeitsfähigkeit stets eine Plausibilisierung der geltend 
gemachten funktionellen Einschränkungen (vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.2 S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 25

297), woran es an den Berichten der behandelnden Ärzte, welche in 
befundmässiger Hinsicht an sich zu ähnlichen Ergebnissen gelangen, 
weitestgehend fehlt. Vielmehr wird darin von den subjektiven 
Beschwerdeangaben direkt auf ein Krankheitswert aufweisendes und die 
Arbeitsfähigkeit einschränkendes Beschwerdebild geschlossen, was 
rechtlich gerade nicht ausreicht. Die insoweit fehlende Plausibilisierung fällt 
umso mehr negativ ins Gewicht, als – wie bereits mehrfach erwähnt – die 
geltend gemachten Einschränkungen massgebend auf Aggravation und 
Selbstlimitierung beruhen (vgl. E. 3.6.1 vorne), was eine besonders 
kritische Prüfung hinsichtlich der medizinischen Ausgewiesenheit und 
funktionellen Auswirkungen der vorgebrachten Leiden erfordert. 

Im Lichte der im Rahmen des Psychostatus (S. 20 f.) erhobenen, 
überwiegend nur leichten Befunde bzw. unter Berücksichtigung der gemäss 
gutachterlicher Einschätzung klinisch nur gering ausgeprägten kognitiven 
Einschränkungen (S. 29) erweist sich die von Dr. med. D.________ 
gestellte Diagnose einer leichten depressiven Episode als schlüssig und 
nachvollziehbar. Daran ändert auch nichts, dass nach Auffassung des 
Beschwerdeführers ein seit 2010 andauernder krankhafter Zustand keine 
„Episode“ mehr darstellen könne, wird diese Behauptung doch nicht 
fachmedizinisch untermauert und sind für die Beurteilung der Invalidität im 
Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG nicht in erster Linie die Dauer, sondern Art, 
Schweregrad und funktionelle Auswirkungen der Erkrankung massgebend. 
In diesem Lichte ist denn auch und entgegen dem Beschwerdeführer das 
Rating gemäss Mini-ICF-APP (act. II 68.2 S. 1 f.) ohne weiteres 
nachvollziehbar (act. II 68.1 S. 26). 

3.6.4 Schliesslich bedarf die vom Beschwerdeführer an der gutachterli-
chen Beurteilung der verbliebenen Leistungsfähigkeit geübte Kritik keiner 
näheren Betrachtung, da – wie nachstehend zu zeigen sein wird (vgl. E. 3.7 
hinten) – ohnehin kein invalidisierender Gesundheitsschaden im sozialver-
sicherungsrechtlichen Sinne ausgewiesen ist. 

3.6.5 Zusammenfassend erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt 
gestützt auf die bidisziplinären Gutachten der Dres. med. C.________ und 
D.________ als rechtsgenüglich abgeklärt, weshalb es der in der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 26

schwerde erwähnten (vgl. Art. 5, S. 6) – wenngleich nicht ausdrücklich be-
antragten – weiteren Abklärungen nicht bedarf. 

3.7 Gestützt auf die bidisziplinären Gutachten der Dres. med. 
C.________ und D.________ lässt sich mit Bezug auf den Gesundheitszu-
stand sowie die Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit Fol-
gendes festhalten: 

3.7.1 Wie bereits Dr. med. E.________ anlässlich der Untersuchung vom 
24. Oktober 2007 (act. II 25), konnte auch Dr. med. C.________ – in Über-
einstimmung mit den übrigen medizinischen Berichten – für die vom Be-
schwerdeführer geltend gemachten, multiplen körperlich empfundenen Be-
schwerden kein (hinreichendes) organisches Korrelat bezeichnen, weshalb 
er für die Erklärung der Beschwerden auf die Ergebnisse im psychiatri-
schen Gutachten verwies (act. II 67.1 S. 13). Entsprechend attestierte er 
aus somatisch-rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit. 

3.7.2 Dr. med. D.________ ordnete die psychischen Beschwerden einer-
seits psychologischen Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts 
klassifizierten Krankheitsbildern gemäss ICD-10 F54 sowie einer leichten 
depressiven Episode gemäss ICD-10 F32.0 zu. 

Bei der nach Massgabe von F54 diagnostizierten Symptomausweitung 
handelt es sich um eine leichte psychische Störung, welche die Zuordnung 
zu einer anderen Kategorie im Kapitel V (F) nicht rechtfertigt (vgl. Dil-
ling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 
2014, S. 268). Da zudem einzig eine leichte depressive Episode 
diagnostiziert wurde, liegt unter den vorliegend gegebenen Umständen 
zum Vornherein kein rechtserheblicher Gesundheitsschaden im Sinne des 
IVG vor, beruhen doch die Beschwerden massgeblich auf Aggravation, 
Selbstlimitierung und sekundärem Krankheitsgewinn bzw. tritt dabei die 
bereits erwähnte leichte depressive Episode als potentiell versicherte 
gesundheitliche Beeinträchtigung in den Hintergrund (act. II 68.1 S. 30 ff.; 
vgl. E. 2.1.1 f. vorne). Daran ändert auch nichts, dass Dr. med. D.________ 
eine – wenn auch geringe – Einschränkung der Leistungsfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 27

attestierte, bildet doch die Frage nach dem Vorliegen eines potentiell 
anspruchsbegründenden Gesundheitsschadens eine von den Recht 
anwendenden Behörden basierend auf medizinischen Unterlagen (vgl. 
E. 3.6 vorne) zu beurteilende Rechtsfrage. Vor dem Hintergrund der 
gutachterlich bestätigten final ausgerichteten Entschädigungshaltung des 
Beschwerdeführers bleibt zudem anzumerken, dass die durch Untätigkeit 
bedingte Dekonditionierung, verbunden mit einem im Vordergrund 
stehenden Rentenwunsch, auch nach der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung keine psychische Störung mit Krankheitswert zu 
begründen vermag (vgl. ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz 
über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 39, Rz. 96).

Selbst jedoch, wenn mit Bezug auf die geltend gemachte 
Schmerzproblematik gemäss ICD-10 F54 von einem – grundsätzlich 
Krankheitswert aufweisenden und die Anwendung der Schmerzpraxis 
(BGE 130 V 352; 137 V 64 E. 4.1 S. 67) erfordernden – pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syn-dromalen Beschwerdebild ohne nachweisbare 
organische Grundlage auszugehen wäre, bestände mangels 
Unüberwindbarkeit (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG) der vorgetragenen 
Beschwerden keine Invalidität im Rechtssinne, fehlte es doch mit der von 
Dr. med. D.________ diagnostizierten leichten depressiven Episode bereits 
am Kriterium einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, 
Ausprägung und Dauer (vgl. Entscheid des BGer vom 6. Juni 2011, 
9C_1040/2010, E. 3.4.2.1) und sind auch die übrigen für die Prüfung der 
Überwindbarkeit massgeblichen Morbiditätskriterien offensichtlich nicht 
erfüllt: Namentlich liegen keine chronische körperliche Begleiterkrankung 
(act. II 67.1 S. 8) und kein primärer Krankheitsgewinn vor. Ein sozialer 
Rückzug in allen Belangen des Lebens ist nicht ersichtlich; gegenteils wird 
der Beschwerdeführer durch die Familie intensiv unterstützt (vgl. act. II 49 
S. 3). Sodann kann in Anbetracht der schlechten Compliance (vgl. act. II 59 
S. 5 f.; 68.1 S. 30) auch nicht vom Scheitern einer konsequent 
durchgeführten (ambulanten oder stationären) Therapie gesprochen 
werden. 

Demnach ist ein invalidisierender Gesundheitsschaden zu verneinen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 28

3.8 Mit Bezug auf die im Hauptbegehren beantragten „Massnahmen 
beruflicher Art“ ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer die ihm attes-
tierte intakte Erkenntnis- und Wertungsfähigkeit (act. II 68.1 S. 33 f.) wei-
terhin in Abrede stellt und sein aggravatorisches Verhalten für nicht über-
windbar hält (Beschwerde, Art. 4, S. 5). Damit bestätigt er, dass es ihm an 
jeglicher Motivation fehlt, sich der auch aus therapeutischer Sicht erforderli-
chen beruflichen Wiedereingliederung mit der dazugehörigen Tagesstruktur 
zu steIlen (vgl. dazu act. II 49 S. 3; 59 S. 2 und 6). Die Beschwerdegegne-
rin hat deshalb zu Recht auf berufliche Eingliederungsmassnahmen ver-
zichtet.

Soweit der Beschwerdeführer schliesslich im Eventualbegehren die Fest-
setzung des Invaliditätsgrades auf „mindestens 40%“ und damit die Aus-
richtung einer Invalidenrente beantragt, ist er zudem auf die höchstrichterli-
che Rechtsprechung gemäss BGE 106 V 89 zu verweisen, wonach bei 
Rentenbegehrlichkeit die Verweigerung einer Rente so lange aufrechtzuer-
halten ist, als von ihm erwartet und gefordert werden kann, dass er seinen 
Rentenwunsch aufgibt und eine Arbeit annimmt (vgl. ULRICH MEYER/MARCO 
REICHMUTH, a.a.O., S. 22, Rz. 20).

3.9 Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet 
und ist abzuweisen. 

4.

4.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers wurde mit prozessleitender Ver-
fügung vom 11. Juni 2013 anerkannt (vgl. auch act. IA 4). Im Weiteren ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 29

die Beschwerde nicht als aussichtslos zu qualifizieren, weshalb die Vor-
aussetzungen für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege 
vorliegend erfüllt sind. Das entsprechende Gesuch des Beschwerdeführers 
ist somit gutzuheissen und es ist ihm Rechtsanwalt B.________ als amtli-
cher Anwalt beizuordnen. 

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 700.-- festgesetzt 
und dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt. Aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 4.1 hiervor) wird der Be-
schwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 
der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; 
SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

4.3

4.3.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung. 

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer (MWSt.) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen 
für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach 
den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 und der 
Übergangsbestimmung Ziff. 2 KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung über die 
Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte vom 20. Oktober 
2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stundenansatz Fr. 200.--.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 30

Die von Rechtsanwalt B.________ eingereichte Kostennote vom 23. Juli 
2013 bzw. der geltend gemachte zeitliche Aufwand von 7 Stunden ist nicht 
zu beanstanden. Gestützt darauf ist der tarifmässige Parteikostenersatz auf 
total Fr. 2‘220.05 festzusetzen (Honorar: Fr. 1‘890.--, Auslagen: Fr. 73.--, 
MWSt. [auf Fr. 1963.--]: Fr. 157.05, Gebühren: Fr. 100.--). Davon ist 
Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus 
der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 1‘400.-- (7 Stunden x 
Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 73.-- und MWSt. von Fr. 117.85 (8% 
von Fr. 1‘400.--) sowie Gebühren von Fr. 100.--, total somit eine Entschädi-
gung von Fr. 1‘690.85, auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungs-
pflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend 
den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

4.3.2 Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungs-
trägerin nach allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrund-
satz keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 
E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 31

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2‘220.05 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘690.85 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen, Gebühren und MWSt.) vergütet. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (mit Eingaben vom 23. Juli 2013 und 21. Mai 2014)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 
  3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2015, IV/13/433, Seite 32