# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d519c8f-a526-5700-a41d-515648846bae
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-03-30
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 30.03.2005 AGVE_2005_35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_AGVE-2005-35_2005-03-30.pdf

## Full Text

144 Verwaltungsgericht 2005 

um die teilweise Verlegung eines eingedolten Bachs im Rahmen 
eines privaten Bauvorhabens, da die geplanten Bauten über die 
unterirdische Bachleitung zu stehen gekommen wären. Streitig war 
die Zustimmung des Baudepartements zur Bachumlegung und die 
damit zusammenhängende Gebührenerhebung. Diesem Sachverhalt 
entspricht im vorliegenden Falle die Bewilligung, den die Gemeinde 
Auenstein vom Kanton für die Leitungsverlegung erhalten hat. 

4. Der Regierungsrat ging im angefochtenen Entscheid von ei-
ner Nutzungsbewilligung aus, wie sich aus der Verknüpfung mit 
Nutzungsgebühren und auch aus den Äusserungen im Beschwerde-
verfahren zweifelsfrei ergibt. Die angepassten "Besonderen Bedin-
gungen und Auflagen" sind nun aber so formuliert, dass sie auch im 
Rahmen einer bloss zu Kontrollzwecken erteilten Bewilligung - wie 
sie zulässig ist (vorne Erw. 1/b a.E., 3/b) - ihre Berechtigung haben. 
Sie aufzuheben, wäre deshalb nicht gerechtfertigt. (…). 

Da eine "Bewilligung zu Kontrollzwecken" nicht im Interesse 
des Privaten, sondern des Kantons bzw. seiner Verwaltung liegt, sind 
die angefochtenen Gebühren vollumfänglich aufzuheben. 

35 Zonenkonformität einer Selbstbedienungs-Autowaschanlage in einer 
gemischten Zone. 
- Verhältnis zwischen den Nutzungsvorschriften des kantonalen und 

kommunalen Rechts und dem Umweltschutzrecht des Bundes 
(Erw. 2/c). Anwendung dieser Grundsätze auf eine kommunale Be-
stimmung, welche als mässig störend Auswirkungen bezeichnet, die 
im Rahmen herkömmlicher Handwerks- und Gewerbebetriebe blei-
ben, auf die üblichen Arbeits- und Öffnungszeiten beschränkt sind 
und nur vorübergehend auftreten (Erw. 2/d/bb). 

- Auslegung dieser Bestimmung (Erw. 2/e/aa). Eine Selbstbedienungs-
Autowaschanlage, die den Benützern täglich (einschliesslich des 
Sonntags) von 06.00 bis 22.00 Uhr zur Verfügung steht, weist weder 
"übliche" Arbeits- und Öffnungszeiten auf noch lässt sie sich als 
"herkömmlichen" Gewerbebetrieb bezeichnen (Erw. 2/e/bb). 

Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 30. März 2005 in Sa-
chen H. und Mitb. gegen Regierungsrat. 

2005 Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht 145 

Aus den Erwägungen 

1. Die Beschwerdegegnerin beabsichtigt, auf der Parzelle 
Nr. 678 eine Selbstbedienungs-Autowaschanlage für Personenwagen 
zu erstellen. Geplant sind eine automatische Portal-Waschanlage mit 
Trocknungsanlage (2 Waschstrassen), 4 überdeckte Handwaschplätze 
sowie eine überdeckte und eine offene Staubsaugeranlage mit je 4 
Plätzen. Beim Waschvorgang sind die Tore der Portal-Waschanlage 
geschlossen. Zum Nachtrocknen sind 4 offene Parkplätze vorge-
sehen. Auf der Nordost- und Nordwestseite ist die Anlage eingewan-
det bzw. mit verglasten Fassaden versehen. Projektiert ist ferner ein 
mit Schotterrasen versehener Ausstellungsplatz für 4 bis 6 Neuwa-
gen. Weiter soll im Grenzbereich zur Parzelle Nr. 676 eine abgewin-
kelte, 4 m hohe und insgesamt rund 24 m lange Lärmschutzwand er-
richtet werden. Die Waschanlage soll an 7 Tagen pro Woche jeweils 
von 6.00 bis 22.00 Uhr geöffnet sein; in bezug auf die Staubsau-
geranlagen hat der Gemeinderat eingeschränkte Betriebszeiten ver-
fügt, nämlich montags bis freitags von 6.00 bis 22.00 Uhr und sams-
tags von 6.00 bis 20.00 Uhr. Die verkehrsmässige Erschliessung er-
folgt westlich der Anlage über die bestehende Einmündung in die 
Bahnhofstrasse und über den Gartenweg. 

2. a) Die Parzelle Nr. 678 liegt gemäss dem Bauzonenplan der 
Gemeinde Dintikon vom 30. Mai / 28. Oktober 1997 in der Wohn- 
und Gewerbezone 2 Geschosse (WG 2). Diese Zone ist für Wohnen 
und Gewerbe gemäss § 25 Abs. 2 der Bau- und Nutzungsordnung der 
Gemeinde Dintikon (BNO, mit den gleichen Beschluss- und Geneh-
migungsdaten wie der Zonenplan) bestimmt (§ 11 BNO). § 25 Abs. 2 
BNO lautet unter dem Randtitel "Gewerbe" wie folgt: 

"Als mässig störend gelten Betriebe mit Auswirkungen, die im Rah-
men herkömmlicher Handwerks- und Gewerbebetriebe bleiben, auf 
die üblichen Arbeits- und Öffnungszeiten beschränkt sind und nur 
vorübergehend auftreten. Betriebe, die ein hohes Mass von quartier-
fremdem Verkehr verursachen, sind nur in der Gewerbezone zu-
lässig." 

146 Verwaltungsgericht 2005 

Im Übrigen sind in der Zone WG 2 zwei Vollgeschosse und eine 
Ausnutzung von 0.45 zulässig, und es gelten ein Grenzabstand von 
4 m und die Empfindlichkeitsstufe III (§ 7 Abs. 1 BNO). 

b) Die Beschwerdeführer betrachten das Bauvorhaben als zo-
nenwidrig. Eine Autowaschanlage sei weder ein herkömmlicher 
Handwerks- und Gewerbebetrieb, noch seien Betriebszeiten von 
Montag bis Sonntag, 6.00 bis 22.00 Uhr, als "übliche Arbeits- und 
Öffnungszeiten" zu qualifizieren. Beim Erlass der BNO habe man an 
einen Laden, an Bürobetriebe sowie Handwerksbetriebe mit 5-Tage-
Woche, allenfalls 5½-Tage-Woche gedacht, nicht jedoch an einen 7-
Tage-Betrieb mit erheblichsten Immissionen. Der Ermessensspiel-
raum des Gemeinderats habe in einem Fall wie dem vorliegenden, 
wo die geplante Autowaschanlage neben vorbestehende Einfamilien-
häuser gestellt werden solle, seine Grenze. 

Der Regierungsrat hat im Wesentlichen erwogen, § 25 Abs. 2 
BNO komme nur insofern selbständige Bedeutung zu, als er ortspla-
nerisch motiviert sei. Nach den Angaben der Gemeindevertreter solle 
mittels dieser Bestimmung vermieden werden, dass ein Ge-
werbebetrieb ein hohes Mass von quartierfremdem Verkehr durch ein 
Wohngebiet verursache. Dem entspreche es, Gewerbebauten im vor-
deren, dem Kreisel bzw. der Kantonsstrasse zugewandten Abschnitt 
des nördlichen Teils der Zone WG 2 anzusiedeln. Dort befänden sich 
denn auch bereits eine unter dem Regime von § 25 Abs. 2 BNO be-
willigte Tankstelle sowie das Betriebsgebäude der Firma K. AG. Der 
Begriff "herkömmlicher Handwerks- und Gewerbebetrieb" sei ob-
jektiv-zeitgemäss auszulegen. Im fraglichen Gebiet sei das Flächen-
verhältnis zwischen Wohnnutzung, Gewerbenutzung und unüber-
bautem Land ungefähr je ein Drittel mit der Tendenz, die freie Fläche 
mit Gewerbebauten zu überbauen. Das Bauvorhaben würde sich in 
unmittelbarer Nachbarschaft zur bestehenden Tankstelle in optischer 
und funktionaler Hinsicht in das umliegende Gewerbegebiet einglie-
dern. Angesichts der bereits vorhandenen Gewerbebauten im fragli-
chen Teil der Zone WG 2 und des ortsbaulichen Charakters des 
Quartiers erfülle der geplante Betrieb die Voraussetzungen von § 25 
Abs. 2 BNO; er sei also zonenkonform. Der Gemeinderat ergänzt, es 
gebe genügend Beispiele vergleichbarer Autowaschanlagen in andern 

2005 Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht 147 

Gemeinden, etwa in Sarmenstorf, Fahrwangen und Holderbank. Was 
die "üblichen Arbeits- und Öffnungszeiten" anbelange, könne nicht 
der Bäckerladen mit einer Autowaschanlage verglichen werden. 
Tankstellen lägen da viel näher. Auch Gastgewerbebetriebe seien in 
der Zone WG 2 kaum bestritten, und Restaurants hätten 
üblicherweise andere Öffnungszeiten als Verkaufsgeschäfte. Anläss-
lich der verwaltungsgerichtlichen Augenscheinsverhandlung bestä-
tigte der Gemeindevertreter den Standpunkt des Gemeinderats, wo-
nach das Bauvorhaben im fraglichen Bereich der WG 2 zonenkon-
form sei. 

c) Normen des kantonalen und kommunalen Rechts, welche den 
direkten Schutz vor Immissionen regeln, haben mit dem Inkrafttreten 
des USG ihre selbständige Bedeutung verloren, soweit sich ihr 
materieller Gehalt mit dem Bundesrecht deckt oder weniger weit 
geht als dieses; es hat sie dort behalten, wo es die bundesrechtlichen 
Normen ergänzt oder, soweit erlaubt, verschärft. Das Bundesrecht 
regelt abschliessend namentlich die vorsorgliche Emissions-
begrenzung, die Verschärfung der Emissionsbegrenzungen bei 
Überschreitung der Immissionsgrenzwerte und die Planungswerte für 
Lärm (Art. 1 Abs. 2, Art. 11 ff., Art. 23 und Art. 65 Abs. 2 USG; 
Art. 7 f., Art. 36 ff. und Art. 40 ff. LSV; Art. 1 Abs. 2, Art. 3 ff., 
Art. 7 ff., Art. 27 ff., Art. 31 ff. LRV; BGE 118 Ia 114 f. und 118 Ib 
595 f., je mit Hinweisen; BGE vom 5. Juni 2001 [1A.199/2000, 
1P.373/2000], Erw. 1/b/aa; AGVE 1993, S. 394 ff., und 1998, 
S. 317 f., je mit Hinweisen). In diesem Sinne haben Nutzungsvor-
schriften des kantonalen und kommunalen Rechts nach wie vor 
selbständigen Gehalt, soweit sie die Frage regeln, ob eine Baute am 
vorgesehenen Ort erstellt und ihrer Zweckbestimmung übergeben 
werden darf. Namentlich ist es weiterhin Sache des kantonalen und 
kommunalen Rechts, die für den Charakter eines Quartiers wesentli-
chen Vorschriften über Nutzungsart und -intensität zu erlassen. 
Kantonal- und kommunalrechtliche Begriffe wie "wenig oder mässig 
störendes Gewerbe" können daher trotz des erwähnten Inkrafttretens 
des USG noch eine selbständige Bedeutung behalten. So lassen sich 
etwa Bauten und Betriebe, die mit dem Charakter einer Wohnzone 
unvereinbar sind, untersagen, auch wenn die Lärmimmissionen, zu 

148 Verwaltungsgericht 2005 

denen sie führen, bundesrechtliche Schranken nicht überschreiten, 
sofern die Unzulässigkeit nicht einzig mit der konkreten 
Lärmbelästigung begründet wird. Auch erfasst das Umweltschutz-
recht des Bundes nicht alle erdenklichen Auswirkungen oder 
Sekundärimmissionen (erwähnter BGE vom 5. Juni 2001, 
Erw. 1/b/aa; BGE 118 Ia 115 und 118 Ib 595, je mit Hinweisen; 
AGVE 1993, S. 395 mit Hinweisen; siehe zum Ganzen auch: 
VGE III/50 vom 6. Juli 2004 [BE.2004.00168], S. 11 f.). 

d) Im Folgenden ist zu prüfen, ob und inwieweit § 25 Abs. 2 
BNO vor dem Hintergrund des Bundesumweltschutzrechts noch ein 
Anwendungsbereich verbleibt. 

aa) Der Regierungsrat hält dafür, § 25 Abs. 2 BNO knüpfe bei 
der Konkretisierung des Begriffs "mässig störend" an Kriterien an, 
die sich einerseits auf die mit den Gewerbebetrieben verbundenen 
Immissionen bezögen. Die Beschränkung auf Betriebe mit üblichen 
Arbeits- und Öffnungszeiten sowie der Ausschluss von Betrieben mit 
einem hohen Mass an quartierfremdem Verkehr deuteten darauf hin. 
Dass mit dem Kriterium "hohes Mass an quartierfremdem Verkehr" 
die vom Gewerbe zu erwartenden Sekundärimmissionen gemeint 
seien, die nicht vom Umweltschutzrecht erfasst würden, sei unwahr-
scheinlich. Bei den in § 25 Abs. 2 BNO aufgeführten Kriterien gehe 
es in erster Linie um den Lärmschutz. Ob die geplante Autowasch-
anlage als "mässig störend" betrachtet werden könne, sei demnach in 
erster Linie aufgrund des USG und der LSV zu beurteilen. Nicht zu 
übersehen sei allerdings, dass mit Begriffen wie "herkömmlicher 
Handwerks- und Gewerbebetrieb" und "Betriebe, die ein hohes Mass 
von quartierfremdem Verkehr verursachen" auch bestimmte 
Nutzungsarten oder bestimmte Arten oder Typen von Gewerben und 
deren ortsbauliche Eingliederung in die betreffende Zone beschrie-
ben würden. Nur soweit komme § 25 Abs. 2 BNO selbständige Be-
deutung zu. 

bb) Geht es, wie im vorliegenden Falle, um die Anwendung 
kommunaler Bestimmungen, ist zu berücksichtigen, dass die Ge-
meinden bei der Ausscheidung und Definition der verschiedenen 
Zonen (§§ 13 Abs. 1, 15 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a BauG) aufgrund von 
§ 106 KV verfassungsrechtlich geschützte Autonomie geniessen 

2005 Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht 149 

(AGVE 2003, S. 190 mit Hinweis). Vor diesem Hintergrund hat der 
Regierungsrat zu Recht erforscht, was für Intentionen des kommuna-
len Gesetzgebers hinter der Schaffung von § 25 Abs. 2 BNO standen. 
Dabei zeigte sich - soweit auf Gemeindestufe überhaupt eigenstän-
dige Überlegungen angestellt wurden, was darum nicht ganz klar er-
scheint, weil die erwähnte Bestimmung offenbar eher unreflektiert 
aus der Musterbauordnung des Kantons übernommen worden war -, 
dass es nach Meinung des Gemeinderats bei den in § 25 Abs. 2 Satz 
1 BNO aufgeführten Kriterien in erster Linie um den Lärmschutz 
geht; jedenfalls wurde anlässlich der vorinstanzlichen Augenscheins-
verhandlung die Frage des Verhandlungsleiters, ob § 25 Abs. 2 BNO 
neben den Lärmschutzbestimmungen des Bundes noch selbständige 
Bedeutung zukomme, vom Gemeindeammann spontan verneint. Vor 
Verwaltungsgericht hat sich nichts anderes ergeben. 

Die gemeinderätliche Auffassung muss nun freilich aufgrund 
des Gesetzeswortlauts, der bei jeder Auslegung den Ausgangspunkt 
bildet (Bundesgericht, in: ZBl 102/2001, S. 84, und BGE 125 II 525, 
je mit Hinweisen; AGVE 2003, S. 191 f.), kritisch hinterfragt wer-
den. § 25 Abs. 2 BNO umschreibt die Auswirkungen bzw. Immissio-
nen, welche den Typus des (höchstens) mässig störenden Betriebs 
kennzeichnen. Diese Auswirkungen müssen u.a. im Rahmen her-
kömmlicher Handwerks- und Gewerbebetriebe bleiben und auf die 
üblichen Arbeits- und Öffnungszeiten beschränkt sein. Derartige Ka-
tegorisierungen finden sich nun weder im USG noch in den ausfüh-
renden Verordnungen (LSV und LRV). Zwar enthält Anhang 6 der 
LSV spezifische "Belastungsgrenzwerte für Industrie- und Gewer-
belärm", wobei die in der Zone WG 2 geltende Empfindlichkeitsstufe 
III (vorne Erw. a) auf die Immissionsstufe der "mässig störenden 
Betriebe" abgestimmt ist (Art. 43 Abs. 1 lit. c LSV). Das spezi-
fizierende Beiwort "herkömmlich" wird durch diese Bestimmungen 
aber nicht abgedeckt. Die LSV legt die Belastungsgrenzwerte für 
Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft ganz 
allgemein fest (Ziff. 1 Abs. 1 lit. a des erwähnten Anhangs) und 
differenziert nicht in Bezug auf die Art der Anlage. Ebenso wenig 
wird der Anforderung der "üblichen" Arbeits- und Öffnungszeiten 
schon damit Rechnung getragen, dass es Belastungsgrenzwerte für 

150 Verwaltungsgericht 2005 

den Tag (07 bis 19 Uhr) und (um 10 dBA tiefere) für die Nacht (19 
bis 07 Uhr) gibt (Ziff. 2 und 31 der LSV des erwähnten Anhangs). 
Auch in dieser Hinsicht generalisiert die LSV ohne weitere Spezifi-
zierung. Die Frage, ob § 25 Abs. 2 BNO selbständig anwendbar ist, 
muss folglich bejaht werden; es sind in dieser Bestimmung Elemente 
enthalten, welche die Nutzungsstruktur der Zone WG 2 als einer ge-
mischten Zone definieren (vorne Erw. c). Auch dem Regierungsrat 
ist im Übrigen nicht entgangen, dass mit Begriffen wie "herkömmli-
cher Handwerks- und Gewerbebetrieb" bestimmte Nutzungsarten 
oder bestimmte Arten und Typen von Gewerben und deren ortsbau-
liche Eingliederung in die betreffende Zone beschrieben werden, was 
die selbständige Bedeutung derartiger Normen indiziert. 

e) aa) Einen fassbaren Sinn gewinnen die in Frage stehenden 
Umschreibungen in § 25 Abs. 2 Satz 1 BNO, wenn man sich auf das 
in den gemischten Zonen - die Zone WG 2 stellt klarerweise eine 
solche dar - geltende Nutzungsprinzip besinnt, wonach dort ein 
grundsätzlich gleichberechtigtes Nebeneinander von Wohnen und 
Gewerbe herrschen soll. Dies setzt voraus, dass keine der beiden 
Nutzungen so intensiv auf die andere einwirkt, dass diese andere 
Nutzung überhaupt nicht mehr oder nur noch unter übermässig er-
schwerten Bedingungen ausgeübt werden kann. Wohnbauten können 
also insoweit nicht denselben Schutz beanspruchen wie in einer rei-
nen Wohnzone; es ist ein Mehreres an unliebsamen Einwirkungen in 
Kauf zu nehmen. Anderseits muss aber auch nicht jede beliebige Be-
einträchtigung geduldet werden; die Grenze ist dort zu ziehen, wo 
die Erholungsfunktion der Wohnnutzung nicht mehr gewährleistet 
ist. Insbesondere besteht ein gewisser Vorrang der Wohnnutzung, 
wenn es um den Schutz der Nacht- oder Sonntagsruhe geht 
(AGVE 1999, S. 253 f. mit Hinweisen). Gerade diesem Bedürfnis 
kommt es in hohem Masse entgegen, wenn Betriebe, die weder als 
"herkömmlich" bezeichnet werden können noch "übliche" Arbeits- 
und Öffnungszeiten aufweisen, aus der Zone WG 2 ausgeschlossen 
werden. Damit entfallen jene Betriebe, welche der Nacht- und 
Sonntagsruhe nicht genügend Rechnung tragen. Die Kriterien der 
"Herkömmlichkeit" und der "Üblichkeit" verweisen dabei auf einen 
Massstab, der in der breiten Bevölkerung aufgrund einer längeren 

2005 Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht 151 

Übung Akzeptanz geniesst. Diese Deutung überzeugt das Verwal-
tungsgericht mehr als eine "objektiv-zeitgemässe, dynamische" 
Auslegungsmethode, deren sich der Regierungsrat bedient; dem steht 
namentlich entgegen, dass mit dem Begriff des "Herkömmlichen" 
zweifellos eine gewisse Tradition angesprochen wird. Auch kann 
nicht entscheidend sein, "ob sich der zu beurteilende Betrieb auf-
grund seiner Dimensionierung und Nutzungsart optisch und funktio-
nal in die betreffende Zone bzw. den Zonenabschnitt eingliedert"; 
nach dem normalen Sprachgebrauch kann der Ausdruck "herkömm-
lich" nicht derart kleinräumig verstanden werden. 

bb) Eine Autowaschanlage, wie sie die Beschwerdegegnerin 
erstellen will, entspricht dem erwähnten Anforderungsprofil nicht. 
Ein Betrieb, der an allen 7 Wochentagen von 6.00 bis 22.00 Uhr den 
Benützern zur Verfügung steht, weist klarerweise keine "üblichen" 
Arbeits- und Öffnungszeiten auf. Ein normaler Produktions- und 
Dienstleistungsbetrieb arbeitet in der Regel an den Werktagen ohne 
Inanspruchnahme der Abend- und Nachtstunden. Erschwerend 
kommt im vorliegenden Falle dazu, dass es sich um einen reinen 
Publikumsbetrieb mit sehr eingeschränkter Beaufsichtigung handelt. 
Zwar ist "in der ersten Phase (...) geplant, dass immer jemand vor Ort 
ist", und später soll "im Drei- bis Vierstundentakt kontrolliert" wer-
den, doch hat dies offenbar primär damit zu tun, dass die Bezahlung 
mit Kassenautomaten erfolgt und man für einen reibungslosen Ab-
lauf sorgen will. Bei einem "herkömmlichen" Gewerbebetrieb dage-
gen unterstehen die Mitarbeiter, Kunden usw. einer Hausordnung, die 
jederzeit durchgesetzt werden kann. In Bezug auf die Immis-
sionsintensität ist dieser Gesichtspunkt nicht ohne Bedeutung. Zu 
bedenken ist auch, dass bei einer Autowaschanlage ein grosser Teil 
des Umsatzes nebst dem Freitagabend und Samstag am Sonntag 
erwirtschaftet wird, an einem Tag also, an welchem den Anwohnern 
ein erhöhter Anspruch auf Ruhe und Erholung zugebilligt wird. 
Abgesehen davon erscheint fraglich, ob noch von "vorübergehend" 
auftretenden Auswirkungen (§ 25 Abs. 2 Satz 1 BNO) gesprochen 
werden kann, wenn auf der Anlage zumindest zeitweise ein praktisch 
pausenloser Betrieb herrscht. Insgesamt steht für das Verwal-
tungsgericht jedenfalls fest, dass die geplante Autowaschanlage den 

152 Verwaltungsgericht 2005 

Vorgaben von § 25 Abs. 2 Satz 1 BNO nicht entspricht, mehr als 
"mässig störend" und deshalb zonenwidrig ist; es stehen für sie an-
dere Zonen wie namentlich die Gewerbezone (§ 12 BNO) zur Verfü-
gung. Das Gericht ist sich dabei sehr wohl bewusst, dass es im Hin-
blick auf die autonome Stellung der Gemeinden (vorne Erw. aaa) 
Zurückhaltung zu üben hat und nicht ohne Not seine eigene Rechts-
auffassung an die Stelle der gemeinderätlichen setzen darf. Die 
Autonomie der Gemeindebehörden hat jedoch dort ihre Grenzen, wo 
sich eine Auslegung mit dem Wortlaut sowie mit Sinn und Zweck 
des Gesetzes nicht mehr vereinbaren lässt (AGVE 2003, S. 190 mit 
Hinweis). Ein solcher Fall ist hier gegeben. § 25 Abs. 2 Satz 1 BNO 
ist so abgefasst, dass der Wortlaut in einem unzulässigen Mass 
strapaziert werden müsste, wollte man das Bauvorhaben der 
Beschwerdegegnerin darunter subsumieren. Bei diesem Ergebnis 
kann offen bleiben, ob es sich auch um einen Betrieb handelt, der ein 
hohes Mass von quartierfremdem Verkehr verursacht (§ 25 Abs. 2 
Satz 2 BNO). 

cc) (…) 
f) Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass eine Auto-

waschanlage der projektierten Art und Dimension keine "üblichen" 
Arbeits- und Öffnungszeiten aufweist und auch den Begriff des 
"Herkömmlichen" sprengt. Das Baugesuch der Beschwerdegegnerin 
ist daher wegen fehlender Zonenkonformität nicht bewilligungsfähig, 
was zur Gutheissung der Beschwerde führt. (…). 

36 Vertragliche Reduktion der gesetzlichen Grenz- und Gebäudeabstände. 
- Begriffe des Mehrfamilien- und des Terrassenhauses nach Massgabe 

von § 47 Abs. 2 Satz 2 BauG und § 20 Abs. 4 ABauV (Erw. 2/b/aa und 
bb). 

- Anwendung auf den konkreten Fall; fehlende Terrassierung, wenn 
nicht gesagt werden kann, die betreffende Baute sei aufgrund der to-
pographischen Gegebenheiten bewusst treppenförmig erstellt worden 
(Erw. 2/b/cc/bbb). 

Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 30. März 2005 in Sa-
chen D. AG gegen Regierungsrat.