# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a00651d1-0283-5e99-bf00-08835013781a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.06.2019 IV 2018/135
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-135_2019-06-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/135

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.08.2019

Entscheiddatum: 07.06.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 07.06.2019
Art. 17 und Art. 28 IVG. Anspruch auf Umschulung und Rente. Kein Anspruch 
auf eine Umschulung, da die angestammte angelernte Tätigkeit mit einer 
Hilfsarbeitertätigkeit gleichwertig ist. Beweiswürdigung Gutachten. Mangels 
eines rentenbegründenden Invaliditätsgrads von 37% kein Anspruch auf eine 
Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. 
Juni 2019, IV 2018/135).

 

Entscheid vom 7. Juni 2019

Besetzung

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane 

Gallati Schneider und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Philipp 

Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2018/135

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente / Berufliche Massnahmen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich am 6. Juli 2011 wegen Rückenschmerzen ein erstes Mal zum 

Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Gestützt auf die Angaben des behandelnden 

Dr. med. B.___, Facharzt für Allgemeine Medizin (siehe dessen Bericht vom 14. März 

2011, IV-act. 4), gelangte der RAD-Arzt Dr. med. C.___, Facharzt für Arbeitsmedizin, zur 

Auffassung, der Versicherte verfüge für die angestammte Tätigkeit als Elektromonteur 

noch über eine 50%ige und für eine dem Rückenleiden angepasste Tätigkeit über eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit (Stellungnahme vom 18. Juli 2011, IV-act. 11). Das Gesuch 

um berufliche Massnahmen wies die IV-Stelle ab, da sich der Versicherte subjektiv 

nicht in der Lage sehe, eine Tätigkeit auszuführen (Mitteilung vom 31. Oktober 2011, 

IV-act. 28). Sie ermittelte einen Invaliditätsgrad von 0% und wies das Rentengesuch 

mit Verfügung vom 6. Februar 2012 ebenfalls ab (IV-act. 32).

A.b Am 19. Dezember 2016 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an (IV-act. 35). Der RAD-Arzt Dr. med. D.___, Facharzt für Chirurgie, führte 

in der Stellungnahme vom 31. Januar 2017 aus, mit der erstmaligen Feststellung eines 

Diabetes mellitus im September 2016 habe sich der Gesundheitszustand des 

Versicherten verschlechtert (IV-act. 56; zur stationären Behandlung des Versicherten 

vom 15. September bis 31. Oktober 2016 in der Abteilung Innere Medizin am Spital 

E.___ und der dort u.a. gestellten Erstdiagnose eines Diabetes mellitus siehe den 

Austrittsbericht vom 4. November 2016 in IV-act. 59-19 ff.).

A.c  Die IV-Stelle erteilte am 27. Februar 2017 eine Kostengutsprache für 

orthopädische Serienschuhe (HVI 4.01; IV-act. 70).

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A.d In deren Auftrag wurde der Versicherte am 21. Juli, 17. August und 11. September 

2017 polydisziplinär (allgemeininternistisch, rheumatologisch, neurologisch und 

psychiatrisch) in der Gutachtenstelle medaffairs ag, Basel, begutachtet. Die Experten 

massen folgenden Diagnosen eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu: 1. einem 

Diabetes mellitus Typ II, insulinpflichtig mit Komplikationen (ICD-10: E11.1 und E11.4) 

mit/bei Papillenschwellung, am ehesten im Rahmen des Bluthochdrucks am linken 

Auge, Status nach Lucentis-Injektionen in vierwöchentlichen Abständen, Nephropathie 

mit Albuminurie, Proteinurie (ICD-10: E14.20) und Retinopathie/Makulopathie (ICD-10: 

H36.0); 2. einer sensiblen Polyneuropathie mit Manifestation an den Beinen, als 

Teilaspekt und wahrscheinlich primär für die Schmerzen verantwortlich bestehe eine 

"behandlungsinduzierte diabetische Neuropathie"; zudem bestehe der Verdacht auf 

eine zusätzliche äthyltoxische Genese (ICD-10: G63.2 und G61.2). Aufgrund erstens 

der Polyneuropathie-assoziierten propriozeptiven Störungen mit Gang- und 

Standunsicherheit sowie zweitens der Schmerzen, die zwar durch Einnahme von 

Pregabalin deutlich gemindert würden - jedoch die Einnahme von derart hohen Dosen 

zu einer zusätzlichen Verstärkung der Gang- und Standunsicherheit führe -, sei das 

Arbeiten als Elektromonteur spätestens seit November 2016 nicht mehr möglich 

gewesen. Zudem sei durch die Makula-/Retinadegeneration eine suffiziente Kontrolle 

von "feineren Arbeiten" an Kabeln nicht mehr zumutbar. Insgesamt bestehe daher eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Elektromonteur. Bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit für den Leiden angepasste Tätigkeiten sei, bedingt durch das Sehen 

von Doppelbildern, eine schnellere Ermüdbarkeit anzunehmen. Deshalb und da zudem 

bei den meisten Arbeiten ein gewisser Grad von visueller Kontrolle von Nöten sei, 

bestehe bei einem vollen zeitlichen Pensum und auch bei einer gut angepassten 

Tätigkeit eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit von ca. 30%. Insgesamt bestehe 

somit eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (Gutachten vom 

10. Oktober 2017, IV-act. 83, insbesondere S. 18 und S. 23 f.). Der RAD-Arzt Dr. D.___ 

hielt die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für nachvollziehbar 

(Stellungnahme vom 12. Oktober 2017, IV-act. 84).

A.e  Am 22. November 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, das Gesuch um 

berufliche Massnahmen werde abgewiesen. Zur Begründung gab sie an, am 

Assessmentgespräch vom 6. November 2017 (siehe hierzu IV-act. 91) habe der 

Versicherte ausgeführt, ständig Schmerzen zu haben. Unter dieser Voraussetzung sei 

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eine Unterstützung bei der Stellensuche im Rahmen der Arbeitsvermittlung nicht 

möglich (IV-act. 93). Gestützt auf einen ermittelten Invaliditätsgrad von 27% zeigte die 

IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 30. November 2017 an, dass die 

Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 96). Im am 6. Februar 2018 

erhobenen Einwand beantragte der Versicherte die Zusprechung mindestens einer 

Viertelsrente und einer Umschulung (IV-act. 104). Mit Verfügung vom 23. März 2018 

wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche Massnahmen ab. Sie verneinte die 

Eingliederungsbereitschaft des Versicherten. Bezüglich des Anspruchs auf eine 

Umschulung brachte sie zudem vor, das Erfordernis der annähernden Gleichwertigkeit 

der Tätigkeit vor Eintritt der Invalidität und jener nach Durchführung einer Umschulung 

beziehe sich in erster Linie auf die Verdienstmöglichkeiten. Vor Eintritt der Invalidität sei 

der Versicherte als angelernter Elektromonteur tätig gewesen und habe ein 

Erwerbseinkommen von Fr. 55'752.-- erzielt. "Die Gleichwertigkeit wäre auch ohne eine 

Umschulung gegeben" (IV-act. 107). Am 26. März 2018 verfügte die IV-Stelle die 

Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 108).

B.   

B.a  Gegen die beiden Verfügungen vom 23. und 26. März 2018 richtet sich die 

vorliegende Beschwerde vom 19. April 2018. Der Beschwerdeführer beantragt darin die 

Zusprechung mindestens einer Viertelsrente und einer Umschulung. Er bestreitet, über 

eine 70%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten zu verfügen. Seine 

Beschwerden würden es ihm verunmöglichen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die 

Anforderungen an einen adaptierten Arbeitsplatz seien enorm hoch. Er könne sich nicht 

vorstellen, dass ihn ein potentieller Arbeitgeber einstellen würde. Bei der Bestimmung 

des Invalideneinkommens sei ein Leidensabzug von mindestens 20% zu gewähren. 

Ohne eine Ausbildung für eine leidensangepasste Tätigkeit sei es für ihn äusserst 

schwierig, eine geeignete Arbeit zu finden. Mit einer geeigneten Ausbildung könne er 

sich durchaus vorstellen, dass er Chancen auf dem Arbeitsmarkt habe (act. G 1).

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 23. Mai 2018 

die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, 

dass sie ausgehend von der beweiskräftigen gutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung für leidensangepasste Tätigkeiten zu Recht einen nicht 

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rentenbegründenden Invaliditätsgrad ermittelt habe. Weil die gesundheitlichen 

Einschränkungen des Beschwerdeführers mit der attestierten Arbeitsfähigkeit von nur 

noch 70% für leidensangepasste Tätigkeiten bereits grosszügig berücksichtigt worden 

seien, sei ein Leidensabzug nicht gerechtfertigt. Bezüglich eines Anspruchs auf eine 

Umschulung fehle es eindeutig an der hierfür erforderlichen subjektiven 

Eingliederungsfähigkeit (act. G 5).

B.c  Mit Zwischenentscheid vom 29. Mai 2018 wurde dem Gesuch des 

Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von 

den Gerichtskosten) für das Verfahren vor Versicherungsgericht entsprochen (act. G 6).

B.d In der Replik vom 6. Juni 2018 hält der Beschwerdeführer unverändert an der 

Beschwerde fest (act. G 8). Am 20. Juni 2018 wurde der Schriftenwechsel 

abgeschlossen (act. G 9).

Erwägungen

1.  

Zunächst ist zwischen den Parteien der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Umschulung umstritten. Nicht Gegenstand der Beschwerdeanträge bilden die übrigen 

beruflichen Massnahmen (act. G 1), die der Beschwerdeführer (bezogen auf 

Arbeitsvermittlung und Integrationsmassnahmen) im Übrigen als aussichtslos 

bezeichnet (act. G 8). Demnach ist die in der Verfügung vom 23. März 2018 erfolgte 

Abweisung des Gesuchs um berufliche Massnahmen - abgesehen vom Gesuch um 

eine Umschulung - unangefochten geblieben und in Rechtskraft erwachsen.

1.1 Eine versicherte Person hat gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Anspruch auf Umschulung auf eine neue 

Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch 

die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann. Unter 

Umschulung ist dabei nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich die 

Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die 

notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig 

gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige 

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Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden 

Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern 

auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel 

besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, 

notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen 

bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit 

sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist. Dabei setzt der 

Umschulungsanspruch nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich 

eine Mindesterwerbseinbusse von rund 20% in den für die versicherte Person ohne 

zusätzliche Ausbildung offenstehenden, noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten voraus. 

Hiervon kann namentlich bei jungen Versicherten mit entsprechend langer 

verbleibender Aktivitätsdauer abgewichen werden, wenn es sich bei den ohne 

Umschulung zumutbaren angepassten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten 

handelt, die im Vergleich zur erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd 

gleichwertig bezeichnet werden können (siehe zum Ganzen das Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Januar 2018, 8C_808/2017, E. 3 mit Hinweisen).

1.2 Der Beschwerdeführer absolvierte eine Anlehre zum "Baupraktiker (elektr. 

Anlagen)". Gemäss Anlehrausweis vom 23. September 1991 ist dessen Inhaber 

befähigt, selbstständig folgende Arbeiten auszuführen: Rohre, Dosen, Schalter und 

Steckdosen anzeichnen und montieren; Kanäle montieren; Drähte und Kabel für 

Starkstrom im Wohnungsbereich einziehen; Zuleitungsreparaturen an Kleinapparaten 

ausführen; Wochen- und Tagesrapporte erstellen. Unter Anleitung kann er: Rohre nach 

Plan einlegen; Verteilungen, Motoren, Heizungen und andere Kraftinstallationen 

anschliessen; "R, U und I messen, Drehrichtung kontrollieren, FJ prüfen"; einfache 

Schemas lesen und bei der Erstellung des Ausmasses mithelfen (IV-act. 6-10 f.). Nach 

der absolvierten Anlehre war der Beschwerdeführer in diesem Tätigkeitsbereich 

jahrelang tätig (IV-act. 6-3 ff.). Auch im Rahmen des zuletzt von Juli bis August 2016 

ausgeübten Arbeitsverhältnisses war der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben 

als angelernter Elektromonteur ("ang. Elektromonteur") auf Temporärbasis tätig (IV-

act. 35-5; siehe auch IV-act. 86-2 oben). Wenn der Beschwerdeführer daher von der 

Beschwerdegegnerin auf ihm gesundheitlich zumutbare unqualifizierte Hilfsarbeiten 

verwiesen wird, so ist dies gerade noch vertretbar, erscheinen solche Tätigkeiten doch 

als im Rahmen dessen liegend, was noch als annähernd gleichwertig zu betrachten ist 

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wie der Beruf als angelernter Elektromonteur. Sowohl in qualitativer als auch 

quantitativer Hinsicht (vgl. hierzu die Überlegungen zum Valideneinkommen des 

Beschwerdeführers in nachfolgender E. 2.6.1) ist von einer Gleichwertigkeit einer 

allgemeinen Hilfsarbeitertätigkeit mit einer solchen als angelernter Elektromonteur 

auszugehen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 2018, 8C_808/2017, 

E. 4.3, wo das Berufsprofil eines "Strassenbaupraktiker EBA", das eine zweijährige 

Lehrzeit voraussetzt, zu beurteilen war).

1.3 Die Beschwerdegegnerin hat damit das Gesuch des Beschwerdeführers um 

Umschulungsmassnahmen zu Recht abgewiesen und es kann die von der 

Beschwerdegegnerin verneinte Frage (act. G 5, III. Rz 4) offenbleiben, ob der 

Beschwerdeführer überhaupt über die für eine Umschulung erforderliche 

Eingliederungsbereitschaft verfügt. Auf eine ernsthafte Eingliederungsbereitschaft 

deuten die bis zum Verfügungserlass aufgelaufenen Akten immerhin nicht hin (vgl. IV-

act. 25-1 und 26-3; für die Zeit nach der Wiederanmeldung: 83-22 unten; 83-33 unten; 

83-60 oben; 83-73, 91-2 und 92).

2.  

Des Weiteren ist nachfolgend der zwischen den Parteien umstrittene Rentenanspruch 

zu prüfen.

2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

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(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

2.5 Bei der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit stützte sich die Beschwerdegegnerin 

auf das Gutachten der medaffairs ag vom 10. Oktober 2017 (siehe hierzu IV-act. 83).

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2.5.1 Bei der Würdigung der gutachtlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung fällt ins Gewicht, 

dass sie auf eigenständigen, polydisziplinären Abklärungen beruht und für die streitigen 

Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet. Die vom 

Beschwerdeführer geklagten Beschwerden wurden berücksichtigt und - u.a. im 

Rahmen einer Konsistenz- und Ressourcenprüfung - gewürdigt. Es bestehen keine 

Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht oder unzutreffend 

berücksichtigt worden wären. Solche ergeben sich denn auch weder aus den Akten 

noch den Ausführungen des Beschwerdeführers. Dieser hält der gutachterlichen 

Beurteilung einzig seine subjektive Einschätzung entgegen, dass seine Beschwerden 

es ihm verunmöglichten, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen (IV-act. 104-1 und act. 

G 1). Darin kann jedoch für sich allein kein Mangel an der gutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung erblickt werden, der deren Beweiskraft zu erschüttern 

vermag.

2.5.2 Mit der Beschwerdegegnerin ist deshalb gestützt auf die gutachterliche 

Beurteilung davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten ab November 2016 zu 30% beeinträchtigt 

ist (IV-act. 83-24).

2.6 Zu prüfen bleibt der Invaliditätsgrad (Art. 16 ATSG; siehe vorstehende E. 2.2).

2.6.1 Wie sich aus den Einträgen im individuellen Konto ergibt (IV-act. 16), erzielte der 

Beschwerdeführer seit dem Jahr 1988 stets sehr schwankende Jahreseinkommen bei 

zahlreichen verschiedenen Arbeitgebern. Lediglich, aber immerhin, im Jahr 2000 bezog 

er einen Lohn (Fr. 61'729.--), der deutlich über dem damaligen Hilfsarbeiterlohn der 

schweizerischen Lohnstrukturerhebung (Fr. 55'640.--) lag. Zudem bezog er immer 

wieder Arbeitslosenentschädigungen. Im Licht dieser Verhältnisse stellen die 

tatsächlichen Einkünfte keine repräsentative Grundlage für das Erwerbseinkommen 

dar, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre. Auch die 

Beschwerdegegnerin stellte nicht darauf ab (siehe IV-act. 94 und IV-act. 108). Der von 

ihr herangezogene Mindestlohn gemäss GAV des Schweizerischen Elektro- und 

Telekommunikations-Installationsgewerbes für "Mitarbeiter ohne Berufsabschluss in 

der Branche ab dem 20. Altersjahr, 5 Jahre Berufserfahrung/Branchenerfahrung", von 

Fr. 58'760.-- (13 x Fr. 4'520.--) vermag schon deshalb nicht zu überzeugen, weil der 

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Beschwerdeführer bereits im September 1991 eine zweijährige Anlehre abschloss (IV-

act. 6-10 f.) und insgesamt über deutlich mehr als 5 Jahre Berufserfahrung in der 

genannten Branche verfügte. Deshalb und mit Blick darauf, dass seine Tätigkeit als 

angelernter Elektromonteur mit einer Hilfsarbeitertätigkeit vergleichbar ist (siehe hierzu 

vorstehende E. 1.2), rechtfertigt sich die Vornahme eines Prozentvergleichs (vgl. den 

Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. März 2018, IV 

2015/27 und IV 2016/329, E. 4; siehe zum Prozentvergleich etwa das Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. April 2016, 8C_628/2015, E. 5.3.1 und E. 5.3.5 mit Hinweisen). 

Denn es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dem 

Beschwerdeführer als Gesunder zumindest die Erwerbsmöglichkeiten im Rahmen des 

LSE-Hilfsarbeiterlohns offengestanden wären.

2.6.2 Bezüglich der Frage nach einem Tabellenlohnabzug bzw. nach dessen Höhe ist 

vorliegend von Bedeutung, dass bei der bescheinigten 30%igen Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten das Augenleiden bzw. die dadurch 

bedingte schnellere Ermüdung im Vordergrund steht. Zur Begründung dieser 

Einschränkung führten die Gutachter aus, dass auch bei den meisten Arbeiten ein 

gewisser Grad von visueller Kontrolle von Nöten sei (IV-act. 83-24). Daraus geht hervor, 

dass dem Beschwerdeführer durchaus noch Tätigkeiten zugemutet werden können, 

die mit einer visuellen Kontrolle verbunden sind, sofern die Anforderungen klein sind. 

Der Beschwerdeführer vermag denn auch beim Einkaufen Etiketten zu lesen (IV-

act. 83-30) und täglich Fernsehsendungen zu schauen (IV-act. 83-30 unten; "die Tage 

werden vor dem Fernseher verbracht", IV-act. 83-48 unten; vgl. auch IV-act. 83-64 

unten). Auch Zeitung lesen ist ihm nach eigenen Angaben mit einem 

Vergrösserungsglas noch möglich (IV-act. 83-52). Zum Lesen am Bildschirm müssten 

(lediglich) die Buchstaben vergrössert werden (IV-act. 83-52). Im Übrigen ist beim 

Anforderungsprofil für eine leidensangepasste Tätigkeit nur noch zu beachten, dass sie 

vornehmlich im Sitzen durchgeführt werden kann. Insbesondere bestehen keine 

Einschränkungen an den oberen Extremitäten und Händen (IV-act. 83-24). Unter diesen 

Umständen ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer zwar bloss noch ein 

eingeschränktes Spektrum leidensangepasster Tätigkeiten zur Verfügung steht, jedoch 

noch genügende Einsatzmöglichkeiten im breiten Bereich der Hilfsarbeitertätigkeiten 

bestehen. Dem eingeschränkten Spektrum und den damit allenfalls verbundenen 

lohnwirksamen Nachteilen ist - wenn überhaupt - höchstens mit einem 10%igen 

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Tabellenlohnabzug Rechnung zu tragen. Dies gilt umso mehr, als die verbliebenen 

visuellen Fähigkeiten des Beschwerdeführers an einem Arbeitsplatz bereits mit 

geringfügigen Anpassungen ("z.B. durch Lupen oder Vergrösserungen der 

Schriftzeichen an Bildschirmen") nachhaltig verbessert werden können. Zudem lassen 

weder das noch nicht fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers noch andere 

Umstände lohnwirksame Nachteile befürchten, die eine Erhöhung des 

Tabellenlohnabzugs begründen könnten.

2.6.3 Unter Berücksichtigung eines höchstens 10%igen Tabellenlohnabzugs resultiert 

im Rahmen eines Prozentvergleichs ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 

37% (30% + [70% x 10%]).

3.  

3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde sowohl gegen die Verfügung vom 

23. März 2018 (betreffend Umschulungsanspruch) als auch gegen diejenige vom 

26. März 2018 (betreffend Rentenanspruch) abzuweisen.

3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Gerichtskosten von Fr. 600.-- erscheinen 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der vollständig 

unterliegende Beschwerdeführer hat die gesamten Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu 

tragen. Zufolge gewährter unentgeltlicher Rechtspflege (act. G 6) ist er von der 

Bezahlung zu befreien.

3.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

bis

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1.  

Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 23. März 2018 (betreffend 

Umschulungsanspruch) wird abgewiesen.

2.  

Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 26. März 2018 (betreffend Rentenanspruch) 

wird abgewiesen.

3.  

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

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