# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cfc15f77-e20d-5518-8716-42b5e23b0754
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.10.2014 100 2014 139
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-139_2014-10-14.pdf

## Full Text

100.2014.139U
DAM/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Oktober 2014     

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum und Müller
Gerichtsschreiberin Conrad

A._____ AG
handelnd durch die statutarischen Organe
Beschwerdeführerin 

gegen

B.________
Beschwerdegegner 1

und

Einwohnergemeinde Unterseen
handelnd durch die Baukommission, Obere Gasse 2, Postfach,
3800 Unterseen
Beschwerdegegnerin 2

sowie

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend Baubewilligung; Einrichtung einer Kleinbrauerei (Entscheid der Bau-, 
Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern vom 1. Mai 2014; RA Nr. 
110/2014/17)

Sachverhalt:

A.

B.________ reichte am 31. Juli 2013 bei der Einwohnergemeinde (EG) Unterseen ein 
Baugesuch ein für die Einrichtung einer Kleinbrauerei im Block … des Gewerbehauses 
auf der Parzelle Gbbl. Nr. 1___ am Eichzun … in Unterseen. Das dreieckförmige 
Gebäude liegt im Perimeter der Überbauungsordnung (ÜO) «Eichzun-Lehnzun» vom 
20. März 1995, bestehend aus dem Überbauungsplan und den Überbauungs-
vorschriften (ÜV). Um das Gewerbehaus herum führen im Osten und Norden der 
Eichzun und im Südwesten die X.___strasse. Gegen das Bauvorhaben gingen zwei 
Einsprachen ein, darunter diejenige der A._____ AG, die am Eichzun … einen 
Gewerbebetrieb führt. Mit Gesamtentscheid vom 23. Januar 2014 bewilligte das 
Regierungsstatthalteramt (RSA) Interlaken-Oberhasli das Vorhaben und wies die 
dagegen gerichteten Einsprachen ab. Gemäss den bewilligten Plänen war vorgesehen, 
dass die An- und Auslieferung der Waren der projektierten Kleinbrauerei von der 
X.___strasse her erfolgt.

B.

Gegen den Gesamtentscheid erhob neben der anderen Einsprecherin die A._____ AG 
am 29. Januar 2014 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des 
Kantons Bern (BVE). Sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und 
die Bewilligung für das Bauvorhaben sei zu verweigern (Bauabschlag). B.________ 
zog darauf hin sein Baugesuch zurück, weshalb die BVE das Beschwerdeverfahren 
und das Baubewilligungsverfahren mit Verfügung vom 5. März 2014 als erledigt vom 
Geschäftsverzeichnis abschrieb. Gleichentags kam B.________ auf seinen Rückzug 
des Gesuchs zurück und nahm zur Beschwerde Stellung. Weiter bestätigte er in der 
Folge, an seinem Baugesuch festhalten zu wollen. Am 26. März 2014 hob die BVE ihre 
Abschreibungsverfügung auf und nahm das Beschwerdeverfahren wieder auf. Mit 
Entscheid vom 1. Mai 2014 wies sie die beiden Beschwerden ab, soweit sie darauf 
eintrat. Zudem ergänzte sie den Gesamtentscheid des RSA Interlaken-Oberhasli mit 
folgender Auflage: «Sämtliche An- und Auslieferungen der Kleinbrauerei müssen durch 
den Zugang A vom Eichzun her erfolgen». Im Übrigen bestätigte sie den 
angefochtenen Gesamtentscheid.

C.

Gegen den Entscheid der BVE hat die A._____ AG am 17. Mai 2014 Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene 
Entscheid sei aufzuheben und die Baubewilligung für das Vorhaben sei zu verweigern 
(Bauabschlag). B.________ beantragt mit Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2014 
sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. Die EG Unterseen stellt mit Eingabe vom 
7. Juli 2014 den gleichen Antrag, wobei sie mit ihrem Hauptbegehren verlangt, der 
Gesamtentscheid des RSA Interlaken-Oberhasli sei zu bestätigen; eventuell sei der 
Entscheid der BVE zu bestätigen. Die BVE hat mit Vernehmlassung vom 13. Juni 2014 
auf Abweisung des Rechtsmittels geschlossen.

Der Instruktionsrichter hat in der Folge die Akten ergänzen lassen und bei B.________ 
weitere Auskünfte und Unterlagen zum Güterumschlag und zum Warentransport 
innerhalb und ausserhalb des Gewerbehauses eingeholt. Die A._____ AG, die EG 
Unterseen und die BVE haben sich dazu geäussert. Die Direktion widersetzt sich in 
ihrer Stellungnahme vom 27. August 2014 einer Aufhebung ihrer Auflage nicht, soweit 
der Warentransport im Gebäudeinneren betroffen sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Die 
Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat als Einsprecherin bzw. Nachbarin 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 40 Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 
[BauG; BSG 721.0]). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten.

1.2 Die Gemeinde beantragt mit ihrem Hauptbegehren die Bestätigung des 
Gesamtentscheids des RSA Interlaken-Oberhasli (vorne Bst. C), d.h. die Erschliessung 
der projektierten Kleinbrauerei nicht über den Eichzun gemäss der Auflage der BVE, 
sondern über die X.___strasse (vorne Bst. A).

1.2.1 Der Streitgegenstand ergibt sich aus den mit der Beschwerde gestellten 
Rechtsbegehren (allenfalls unter Einbezug der Begründung), nicht hingegen aus den 
Anträgen der Beschwerdegegnerin oder des Beschwerdegegners (vgl. etwa 
Kiener/Rütsche/Kuhn, Öffentliches Verfahrensrecht, 2012, S. 289 N. 1199; Fritz Gygi, 
Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 45). Die Gemeinde hat die Auflage 
der BVE nicht angefochten; sie kann deshalb nicht die Bestätigung des 
Gesamtentscheids der Baubewilligungsbehörde beantragen. Ihrem Hauptbegehren 
kann mithin nur insofern Rechnung getragen werden, als damit auf allfällige Gründe für 
eine Kassation von Amtes wegen gemäss Art. 40 VRPG hingewiesen wird (vgl. auch 
BVR 2013 S. 536 E. 1.1 mit Hinweis). Danach sind die Verwaltungsjustizbehörden 
unter anderem befugt, ein bei ihnen hängiges Verwaltungs- und 
Verwaltungsjustizverfahren von Amtes wegen aufzuheben, wenn wesentliche 
Verfahrensgrundsätze derart verletzt sind, dass die richtige Beurteilung unmöglich oder 
wesentlich erschwert wird (Art. 40 Abs. 1 VRPG).

1.2.2 Für eine ganze oder teilweise Aufhebung des angefochtenen Entscheids bzw. 
der vorinstanzlichen Verfahren von Amtes wegen besteht keine Notwendigkeit. Kein 
Kassationsgrund liegt insbesondere im Umstand, dass die BVE das Verfahren wieder 
aufgenommen hat, nachdem der Beschwerdegegner 1 den Rückzug seines 
Baugesuchs erklärt hatte (vorne Bst. B). Wie die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 
26. März 2014 überzeugend ausgeführt hat (Vorakten BVE pag. 60 ff.), wäre es ihm 
unbenommen gewesen, das – nach einem Rückzug nicht rechtskräftig beurteilte – 
Baugesuch jederzeit neu einzureichen. Die Weiterführung des Beschwerdeverfahrens 
drängte sich daher aus prozessökonomischen Überlegungen auf, zumal den 
Verfahrensbeteiligten durch das Vorgehen der BVE keine Nachteile entstanden sind; 
solche werden denn auch von keiner Seite geltend gemacht.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Umstritten ist unter den Verfahrensbeteiligten im Wesentlichen die 
strassenmässige Erschliessung des Bauvorhabens. – Die hinreichende Erschliessung 
des Baugrundstücks ist eine Grundvoraussetzung für die Bewilligung von 
Bauvorhaben. Es muss bereits im Bewilligungszeitpunkt sichergestellt sein, dass das 
Grundstück auf den Zeitpunkt der Fertigstellung des Baus oder der Anlage, wenn nötig 
bereits bei Baubeginn, genügend erschlossen sein wird (Art. 2 BauG i.V.m. Art. 22 
Abs. 2 Bst. b des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung [Raum-
planungsgesetz, RPG; SR 700] und Art. 7 Abs. 1 BauG). Fehlt es an dieser 

Voraussetzung, darf die Bewilligung nicht erteilt werden. Insbesondere ist es 
unzulässig, die Bewilligung mit der Auflage auszustellen, die Bauherrschaft habe bis 
zum Baubeginn eine genügende Lösung für die Erschliessung beizubringen 
(Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 4. Aufl. 2013, Art. 7/8 N. 9, 
Art. 38-39 N. 16 mit Hinweisen).

2.2 Der Neubau des Gewerbehauses am Eichzun … wurde mit Gesamtentscheid 
des damaligen RSA Interlaken vom 3. Oktober 2008 bewilligt (unpag. Vorakten 4E). 
Der Entscheid blieb unangefochten und ist infolgedessen in Rechtskraft erwachsen. 
Thema im vorliegenden Verfahren ist nicht die Erschliessung des Gewerbehauses 
insgesamt, sondern nur der projektierten Kleinbrauerei im Block … des Gebäudes. Alle 
anderen Erschliessungsfragen liegen ausserhalb des Streitgegenstands; dazu hat sich 
das Gericht nicht zu äussern.

3.

Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die vorgesehene Erschliessung 
stehe im Widerspruch zur ÜO «Eichzun-Lehnzun».

3.1 Nach Art. 3 ÜV wird im Überbauungsplan unter anderem die mögliche Lage der 
Zufahrten (Ein- und Ausfahrt) zu den einzelnen Grundstücken im Wirkungsbereich der 
ÜO «Eichzun-Lehnzun» verbindlich geregelt. In der Gewerbezone sind die Ein- und 
Ausfahrten für die Anlieferung gemäss Art. 19 Abs. 1 ÜV an den im Überbauungsplan 
bezeichneten Grundstücksseiten anzuordnen und in ihrer Breite auf ein Minimum zu 
beschränken; vorbehalten bleibt der Anschluss an die Y.___strasse für die Tankstelle 
und den Garagebetrieb. Die Anlieferung (Abladeflächen, Andockstellen) hat auf dem 
Grundstück zu erfolgen (Art. 19 Abs. 2 ÜV). Der Überbauungsplan sieht im hier 
interessierenden Bereich der Parzelle Nr. 1___ drei Ein- und Ausfahrten auf der 
Nordseite vor, keine hingegen an den übrigen Seiten (unpag. Vorakten 4F). Dessen 
ungeachtet verfügt das auf diesem Grundstück errichtete Gewerbehaus auf allen 
Gebäudeseiten über mehrere Zugänge mit Toren, welche für die Anlieferung von 
Waren benützt werden können.

3.2 Vor diesem Hintergrund ist die Kritik der Beschwerdeführerin verständlich, die 
projektierte Kleinbrauerei dürfe weder über die X.___strasse (südwestliche 
Gebäudeseite) noch über den Eichzun (östliche Gebäudeseite) erschlossen werden. In 
der Tat ist nicht nachvollziehbar, weshalb das damalige RSA Interlaken mit seinem 
Gesamtentscheid vom 3. Oktober 2008 auf der Parzelle Nr. 1___ ein Gebäude mit 
Zugängen und Toren auf allen Seiten bewilligt hat; insoweit widerspricht die 
Bewilligung offenkundig der ÜO «Eichzun-Lehnzun». Die Gemeinde anerkennt denn 
auch, dass die südwest- und ostseitigen Zugänge «nach heutigen Gesichtspunkten» 

mit der Planung nicht vereinbar sind, da sie nicht auf dem Ausnahmeweg beurteilt 
worden seien. Die bewilligte Erschliessungslösung für das Gewerbehaus werde 
deshalb «auch von kommunaler Seite als unschön erachtet» (act. 6, S. 3 Ziff. 2).

3.3 Die BVE hat nicht verkannt, dass der Gesamtentscheid vom 3. Oktober 2008 
hinsichtlich der Erschliessung mangelhaft ist (angefochtener Entscheid, E. 2b und c). 
Sie hat allerdings darauf hingewiesen, dass dieser Entscheid rechtsbeständig bzw. 
rechtskräftig geworden ist. Mit dem Gewerbehaus seien auch die allseitigen Zugänge 
einschliesslich deren Benützung bewilligt worden (angefochtener Entscheid, E. 3d). – 
Dieser Auffassung ist mit Blick auf die im Jahr 2008 bewilligten Pläne des Gewerbe-
hauses beizupflichten: In den Projektierungsplänen «Grundriss EG» und «Umgebung 
Parkplätze/Baumabstände» sind auf allen drei Gebäudeseiten Zugänge mit Toren 
eingetragen; die Tore sind auch als solche bezeichnet (unpag. Vorakten 4E). Zwar 
findet sich nur bei einem Tor auf der …seite ausdrücklich ein Hinweis zur Benützung 
(«Materialausgabe, Lieferanteneingang, Personal»). Es kann jedoch auch ohne einen 
solchen Hinweis nicht ernsthaft bezweifelt werden, dass alle Zugänge als Ein- und 
Ausfahrten für die Warenanlieferung dienen sollen. Welchen anderen Zweck sie haben 
sollten, ist nicht erkennbar. So sind auch die Zugänge auf der Nordseite des 
Gebäudes, von denen zumindest drei der ÜO «Eichzun-Lehnzun» entsprechen (vorne 
E. 3.1), nicht näher umschrieben. Würde man der Lesart der Beschwerdeführerin 
folgen, wonach die Zugänge in den Projektierungsplänen ausdrücklich für 
«Materialanlieferungen» bzw. «Anlieferung (Materialeingang)» bewilligt sein müssten 
(vgl. Beschwerde, S. 2 Ziff. 2b), wären überhaupt keine Zugänge für 
Warenanlieferungen vorhanden. Es liegt auf der Hand und war auch für Dritte ohne 
weiteres erkennbar, dass die bewilligten Pläne nicht so zu verstehen sind. Bei dieser 
Sachlage muss mit der Vorinstanz davon ausgegangen werden, dass die Zugänge auf 
allen Seiten des Gebäudes mit dem Gesamtentscheid vom 3. Oktober 2008 – wenn 
auch zu Unrecht – als Ein- und Ausfahrten für die Warenanlieferung im Sinn von 
Art. 19 ÜV bewilligt worden sind.

3.4 Diese Erschliessung könnte heute nur noch in Frage gestellt werden, wenn der 
Gesamtentscheid mit derart schweren Fehlern behaftet wäre, dass er als nichtig 
erachtet werden müsste. Die BVE hat überzeugend aufgezeigt, dass die strengen 
Voraussetzungen dafür im vorliegenden Fall nicht erfüllt sind (angefochtener 
Entscheid, E. 3a-c). Danach führen inhaltliche Mängel einer Entscheidung nur 
ausnahmsweise zur Nichtigkeit. Sie müssen ausserordentlich schwer sein, indem sie 
den fraglichen Rechtsakt etwa praktisch wirkungslos, unsinnig oder unsittlich machen. 
Zu denken ist auch an offensichtliche Verstösse gegen Grundrechte, namentlich wenn 
der Kerngehalt betroffen ist. Solches steht hier nicht zur Diskussion. Die Vorinstanz hat 
sodann richtigerweise berücksichtigt, dass bei einer Annahme der Nichtigkeit die 
Rechtssicherheit gefährdet wäre, ist doch das Gewerbehaus im Vertrauen auf die 

Bewilligung bereits erstellt worden (vgl. zu den Voraussetzungen der Nichtigkeit nach 
der sog. Evidenztheorie statt vieler BGE 138 II 501 E. 3.1; BVR 2014 S. 297 E. 4.3.3; 
Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 31 
N. 13 ff.).

3.5 Die Baubewilligung für die projektierte Kleinbrauerei kann somit nicht mit der 
Begründung verweigert werden, die Erschliessung widerspreche der ÜO «Eichzun-
Lehnzun». Die Beschwerde erweist sich insoweit als unbegründet. Wie die BVE 
zutreffend erwogen hat, bedeutet dies jedoch noch nicht, dass die Erschliessung der 
Kleinbrauerei über jeden Zugang des Gewerbehauses erfolgen darf (angefochtener 
Entscheid, E. 3d). Zu prüfen ist vielmehr, ob die weiteren Voraussetzungen für eine 
genügende strassenmässige Erschliessung erfüllt sind (vgl. dazu die nachfolgenden 
Erwägungen).

4.

Die Beschwerdeführerin stellt sich weiter auf den Standpunkt, die vorgesehene 
Erschliessung des Bauvorhabens sei nicht umsetzbar.

4.1 Nach den vom RSA Interlaken-Oberhasli am 23. Januar 2014 bewilligten 
Plänen sollte die Kleinbrauerei im Block … des Gewerbehauses über einen an der 
X.___strasse liegenden Zugang erschlossen werden (vgl. act. 10C-E). Die BVE hat im 
angefochtenen Entscheid allerdings darauf hingewiesen, dass auf der X.___strasse 
seit dem Jahr 1995 ein Verbot für Lastwagen mit dem Zusatz «Anlieferung Land-
wirtschaftsbetriebe gestattet» bestehe. Auf der Südwestseite sei die Warenanlieferung 
mit Lastwagen daher jedenfalls zur Zeit nicht zulässig, weshalb sich auch weitere 
Abklärungen zur Verkehrssicherheit erübrigten. Sie ergänzte den Gesamtentscheid 
des RSA mit der Auflage, wonach sämtliche An- und Auslieferungen der Kleinbrauerei 
durch den Zugang A auf der Ostseite des Gewerbehauses vom Eichzun her erfolgen 
müssen (vorne Bst. B); der Zugang A bezieht sich auf die zwischen den Blöcken A3 
und A4 des Gewerbehauses gelegene Ein- und Ausfahrt (vgl. act. 10C). Die Vorinstanz 
ist davon ausgegangen, dass die Waren von dort aus gebäudeintern mit einem 
Hubstapler zur Kleinbrauerei im Block … transportiert werden (angefochtener 
Entscheid, E. 4c).

4.2 Wie das Beweisverfahren vor dem Verwaltungsgericht ergeben hat, lässt sich 
die Auflage der BVE nicht wie beabsichtigt umsetzen. Zu Recht hat die 
Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, dass es innerhalb des Gebäudes an 
allgemein zugänglichen Korridoren für den Warentransport zwischen dem Zugang A 
und der projektierten Kleinbrauerei fehlt. Der Beschwerdegegner 1 sieht vielmehr vor, 
seine Waren und Produkte beim Zugang A mit einem VW-Transporter anzuliefern bzw. 

von dort wegzubringen. Für den Transport zwischen Kleinbrauerei und Zugang A ist 
ein Hubstapler vorgesehen, der aussen um das Gewerbehaus herum über den 
Eichzun und die X.___strasse verkehren und den Zugang beanspruchen soll, der sich 
beim Block … befindet (vgl. act. 12 und 12A1-3 mit ausführlicher Dokumentation und 
Fotografien der Situation vor Ort).

4.3 Bei dieser Ausgangslage lässt sich die im vorinstanzlichen Verfahren 
angeordnete Auflage nicht aufrechterhalten, wie auch die BVE anerkennt (vorne 
Bst. C; act. 16, S. 1). Die Kleinbrauerei muss sowohl nach der ursprünglichen 
Bewilligung des RSA Interlaken-Oberhasli als auch nach dem angefochtenen 
Entscheid der BVE mit der Auflage über die X.___strasse und den beim Block … 
gelegenen Zugang erschlossen werden; der Unterschied zwischen den beiden 
Varianten liegt im Wesentlichen im Fahrzeug, mit dem die X.___strasse befahren wird 
(VW-Transporter oder Hubstapler). Das «Verbot für Lastwagen» (Signal 2.07), das auf 
dieser Strasse gegenwärtig besteht – die Gemeinde hat es am 10. Februar 2014 
teilweise aufgehoben, die Änderung ist aber noch nicht rechtskräftig (vgl. act. 17A) – 
gilt für alle schweren Motorwagen zum Sachentransport (Art. 19 Abs. 1 Bst. d der 
Signalisationsverordnung vom 5. September 1979 [SSV; SR 741.21]). Als schwere 
Motorwagen gelten Motorfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht ab 3‘500 kg (Art. 1 
Abs. 9 SSV i.V.m. Art. 10 der Verordnung vom 19. Juni 1995 über die technischen 
Anforderungen an Strassenfahrzeuge [VTS; SR 741.41]). Dieses Gewicht erreicht ein 
VW-Transporter, wie ihn der Beschwerdegegner 1 verwenden will, nicht (vgl. act. 12A2 
sowie Angaben zum Gesamtgewicht gemäss Modellprogramm VW-Transporter, 
einsehbar unter: <http://www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de>, Rubriken 
«Modelle/Transporter Kastenwagen/Informationsmaterial»). Das Lastwagenverbot 
dürfte der Erschliessung der projektierten Kleinbrauerei daher von vornherein nicht 
entgegenstehen. Offen ist allerdings, wie die Erschliessung mit Blick auf die 
Verkehrssicherheit zu beurteilen ist. Die Verfahrensbeteiligten haben sich dazu zwar 
zum Teil geäussert, aber vorab mit Bezug auf den Hubstapler (und weniger zum VW-
Transporter); die Beurteilung ist – «mangels genauer Kenntnisse» gerade von Seiten 
der BVE – zudem kaum abschliessend (vgl. act. 16 und 17).

4.4 Zusammenfassend ist die strassenmässige Erschliessung des Bauvorhabens 
nicht sichergestellt. Die Bewilligung kann daher nicht erteilt werden (vorne E. 2.1). Die 
Erschliessung ist vielmehr neu zu beurteilen, wobei der Sachverhalt weiter abgeklärt 
werden muss, insbesondere im Bereich der Verkehrssicherheit unter Einbezug der 
Angaben des Beschwerdegegners 1 zu den erwarteten An- und Auslieferungen (vgl. 
act. 12, Ziff. 2a). Namentlich wird zu prüfen sein, ob der Güterumschlag mit dem VW-
Transporter, der vom Lastwagenverbot nicht betroffen ist, beim Zugang X.___strasse 
erfolgen kann. Es ist nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts, die bislang 
unterbliebenen Abklärungen als letzte kantonale Instanz erstmals vorzunehmen. Die 

Beschwerde ist somit dahin gutzuheissen, dass der angefochtene Entscheid, soweit 
die Beschwerdeführerin betreffend, aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Soweit weitergehend ist die Beschwerde 
abzuweisen.

5.

5.1 Bei diesem Prozessausgang sind die Verfahrenskosten der Beschwerdeführerin 
hälftig aufzuerlegen. Die andere Hälfte haben der Beschwerdegegner 1 und die 
Gemeinde zu tragen; der Gemeinde können allerdings keine Kosten auferlegt werden, 
da sie nicht in ihren Vermögensinteressen betroffen ist (Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG). 
Ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen (Art. 104 VRPG).

5.2 Die Kosten, die im vorinstanzlichen Verfahren entstanden sind, hat das 
Verwaltungsgericht im Rahmen seines Rückweisungsentscheids nicht zu liquidieren. 
Es ist Sache der BVE, darüber zu entscheiden (Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 108 N. 5).

6.

Gegen das vorliegende Urteil steht grundsätzlich die Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht offen (Art. 82 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, 
BGG; SR 173.110]). Da es sich um einen Zwischenentscheid im Sinn von Art. 93 BGG 
handelt (vgl. BGE 135 II 30 E. 1.3, 133 V 477 E. 4.1), ist die Beschwerde aber nur 
zulässig, wenn die zusätzlichen Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG erfüllt sind.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass der Entscheid der Bau-, Verkehrs- 
und Energiedirektion des Kantons Bern vom 1. Mai 2014, soweit die 
Beschwerdeführerin betreffend, aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurückgewiesen wird. Soweit weitergehend wird die Beschwerde 
abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden der Beschwerdeführerin zur Hälfte, 
ausmachend Fr. 1'500.--, und dem Beschwerdegegner 1 zu einem Viertel, 
ausmachend Fr. 750.--, auferlegt. Die restlichen Kosten werden nicht erhoben.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- dem Beschwerdegegner 1
- der Beschwerdegegnerin 2
- der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern

und mitzuteilen:
- dem Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.