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**Case Identifier:** fa038886-76a5-53c4-b93a-ddd7095024a0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.11.2018 IV 2016/188
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-188_2018-11-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/188

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.09.2019

Entscheiddatum: 09.11.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 09.11.2018
Art. 36 Abs. 1 IVG. Versicherungsmässige Voraussetzungen für die 
Zusprache einer ordentlichen Rente. Eintritt der rentenspezifischen 
Invalidität bei einer an einer Schizophrenie erkrankten Person. Bejahung der 
versicherungsmässigen Voraussetzungen, da die kurz nach der Einreise in 
die Schweiz erlittene erstmalige Psychose mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nicht zu einer längerdauernden Arbeitsunfähigkeit 
geführt hat. Rückweisung der Sache zur materiellen Rentenprüfung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. 
November 2018, IV 2016/188).

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger

Geschäftsnr.  

IV 2016/188

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente (versicherungsmässige Voraussetzungen)

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___, Schweizer Bürgerin seit März 2000, meldete sich im März 2015 bei der IV-

Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, 

bis 5. Oktober 1993 ausserhalb der Schweiz Wohnsitz gehabt zu haben. Sie habe in 

B.___ die Grund- und Hochschule besucht. Von Beruf sei sie Restauratorin. Seit dem 

Jahr 2003 sei sie Hausfrau "mit Einschränkungen". Sie leide seit dem Jahr 2007 an 

Schizophrenie/schizophrenen Psychosen. Auf eine Rückfrage hin teilte die Versicherte 

der IV-Stelle am 15. März 2015 mit (IV-act. 8), dass sie in den letzten drei Jahren nicht 

erwerbstätig gewesen sei. Vom 1. Februar 2002 bis 31. Juli 2003 habe sie für die C.___ 

AG gearbeitet.

A.b  Vom 21. August bis 10. September 2007 war die Versicherte wegen einer 

paranoiden Schizophrenie (ICD-10: F20.0) erstmals in der Psychiatrischen Klinik D.___ 

hospitalisiert gewesen (Austrittsbericht vom 13. September 2007, IV-act. 6). Die 

Klinikärzte hatten festgehalten, in einem ausführlichen Familiengespräch sei deutlich 

geworden, dass die Versicherte bereits im Jahr 1996 ihre erste psychotische Episode 

gehabt habe und damals mit Psychopharmaka behandelt worden sei. Sie habe die 

Medikation aber bald selbständig abgesetzt. Ein Krankheitsgefühl oder eine 

Krankheitseinsicht hätten völlig gefehlt. Die Versicherte habe sich aber in ihrem Umfeld 

zu Hause weitgehend stabilisieren können. Vom 10. bis 23. Juli 2010 erfolgte die zweite 

Hospitalisation in der Psychiatrischen Klinik D.___ (Austrittsbericht vom 29. Juli 2010, 

IV-act. 7). Als Diagnosen hatten die Klinikärzte eine paranoide Schizophrenie, 

episodisch remittiert (F20.03), und einen Verdacht auf Epilepsie angegeben. Die 

Klinikärzte hatten erklärt, dass es sich um die bisher dritte psychotische Episode in 10 

Jahren gehandelt habe.

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A.c  Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 13. 

Juli 2015 (IV-act. 17) gab die Versicherte an, ihr letzter Arbeitstag sei am 31. Juli 2003 

gewesen. Die Aufgabe der Erwerbstätigkeit habe wirtschaftliche Gründe gehabt. Ohne 

Behinderung wäre sie heute aus finanziellen Gründen zu 50-70 % als ungelernte 

Detailverkäuferin tätig.

A.d  Med. pract. E.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin am 

Psychiatrischen Zentrum F.___, berichtete der IV-Stelle am 10. August 2015 (IV-act. 

19), dass die Versicherte an einer paranoiden Schizophrenie, episodisch remittierend, 

leide. Die Versicherte befinde sich seit dem 4. August 2010 in ihrer ambulanten 

Behandlung. Med. pract. E.___ hielt fest, dass die Versicherte 1980 in G.___ eine 

vierjährige Lehre als Malerin/Restauratorin absolviert habe. Mit 20 Jahren habe sie 

ihren ersten Ehemann geheiratet. Nach der Geburt ihrer Tochter im Jahr 1984 sei sie zu 

Hause geblieben. Ca. 1989 habe sie mit ihrem Ehemann nach H.___ emigrieren wollen. 

Da sie Probleme mit den Papieren gehabt hätten, seien sie zuerst nach I.___ gezogen. 

Dort hätten sie in einem Asylheim gelebt. Die Versicherte habe verschiedene Jobs als 

Putzfrau gehabt und später zwei Jahre als Aushilfe in einer Konditorei gearbeitet. Die 

Beziehung zum Ehemann sei schon nach kurzer Zeit auseinandergegangen. Die 

Integration in I.___ sei schwierig gewesen. Bei der Arbeit in der Bäckerei sei die 

Versicherte gemobbt worden. Nach zwei Jahren habe sie diese Stelle aus 

gesundheitlichen Gründen gekündigt. Danach habe sie eineinhalb Jahre lang als 

Putzfrau gearbeitet. 1993 habe sie durch ein Zeitungsinserat ihren jetzigen Ehemann 

kennengelernt. Sie hätten bereits nach zweieinhalb Monaten geheiratet. Im Herbst 

1993 sei sie mit ihrer Tochter zu ihrem Ehemann in die Schweiz gezogen. In der 

Schweiz habe sie zunächst einige Jobs als Putzfrau und Werbeverteilerin gehabt. 

Danach habe sie als freischaffende Künstlerin gearbeitet und ihre eigenen Bilder 

verkauft. Die letzte Arbeitsstelle sei bei der C.___ AG gewesen. Dort sei es zu 

Problemen mit dem Abteilungsleiter gekommen, weshalb ihr gekündigt worden sei. 

Danach sei sie eineinhalb Jahre beim RAV gewesen. Ihre Versuche, eine Arbeit zu 

finden, seien misslungen. Da sie sehr darunter gelitten habe, habe sie mit der 

Arbeitssuche aufgehört. In der Krankheitsanamnese hielt med. pract. E.___ fest, dass 

die Versicherte nach der Migration nach I.___ unter Ängsten und Schlafstörungen 

gelitten habe und vom Hausarzt einem Psychiater zugewiesen worden sei. Im Jahr 

1991 sei eine ambulante psychiatrische Behandlung in J.___ erfolgt. Damals sei die 

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Versicherte auch mit Psychopharmaka behandelt worden. 1996 sei es zur ersten 

psychotischen Episode gekommen. Ab dem 10. August 2007 habe sich eine 

Verschlechterung des Zustandes abgezeichnet. Am 19. August 2007 sei der Zustand 

eskaliert. Die Versicherte sei zu 100 % arbeitsunfähig.

A.e  RAD-Arzt Dr. med. K.___ notierte am 4. September 2015 (IV-act. 20), dass die 

Vorgeschichte etwas im Dunkeln liege. Die Versicherte solle gefragt werden, wie der 

Hausarzt und der behandelnde Psychiater in J.___ geheissen hätten und wer sie im 

Jahr 1996 in F.___ behandelt habe. Die Versicherte teilte der IV-Stelle am 3. Oktober 

2015 mit, dass sie in J.___ von einem Allgemeinmediziner behandelt worden sei. 

Seinen Namen wisse sie nicht mehr. 1996 sei sie in der sozialpsychiatrischen 

Beratungsstelle F.___ behandelt worden. Das Psychiatrie-Zentrum F.___ informierte die 

IV-Stelle am 2. November 2015 darüber, dass sie keine Unterlagen von der Behandlung 

aus dem Jahr 1996 hätten (IV-act. 24).

A.f  Dr. med. M.___, Facharzt für Allgemeine Medizin, berichtete der IV-Stelle im 

November 2015 (IV-act. 25), dass die Versicherte seit 1994 an einer paranoiden 

Psychose leide. Beim ersten Kontakt am 28. November 1994 sei sie psychotisch 

gewesen. Seither habe sie immer wieder psychotische Schübe gehabt. Am 26. 

November 2015 reichte Dr. M.___ zwei Berichte der Sozialpsychiatrischen 

Beratungsstelle F.___ ein. Dr. med. N.___ hatte ihm am 27. Januar 1994 (richtig wohl: 

1995) berichtet, dass der Auslöser für die psychogene Psychose die Vereinsamung in 

einem fremden Land gewesen sein dürfte (IV-act. 29). Am 11. Juli 1995 hatte Dr. N.___ 

dem Hausarzt berichtet, dass die Behandlung durch die Beratungsstelle habe 

abgeschlossen werden können (IV-act. 28). Bei der letzten Konsultation am 6. Juni 

1995 sei die Versicherte psychopathologisch unauffällig gewesen.

A.g  RAD-Arzt Dr. K.___ notierte am 11. Dezember 2015 (IV-act. 30), die Angaben der 

behandelnden Psychiaterin legten nahe, dass die psychiatrische Erkrankung der 

Versicherten bereits bei der Einreise bestanden habe. Laut dem IK-Auszug sei die 

Versicherte lediglich etwa ein Jahr auf dem freien Arbeitsmarkt in der Schweiz tätig 

gewesen. Die Unterlagen von 1994/1995 zeigten eine medikamentös gut behandelbare 

Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis bei sozialer Isolation auf. Dr. K.___ 

merkte zudem an, dass es Hinweise auf relevante Inkonsistenzen gebe: Die Angaben 

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zum Vater seien widersprüchlich (gemeint wohl: zu dessen Todeszeitpunkt), der 

Ausbildungsnachweis sei verloren gegangen und der Name des behandelnden Arztes 

in I.___ sei nicht mehr erinnerlich. Ausserdem solle es sich bei diesem Arzt entgegen 

früherer Angaben nicht um einen Psychiater, sondern um einen Allgemeinmediziner 

gehandelt haben. Diese auch der Behandlerin aufgefallenen Inkohärenzen könnten 

krankheitsbedingt, aber auch motivationell begründet sein.

A.h  Mit Vorbescheid vom 8. Januar 2016 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 32). Zur Begründung hielt sie fest, dass die 

Versicherte gemäss den zur Verfügung stehenden Unterlagen bereits mit einem 

erheblichen Gesundheitsschaden in die Schweiz eingereist sei. Es sei ihr bereits zum 

Zeitpunkt der Einreise nicht möglich gewesen, einer relevanten Erwerbstätigkeit 

nachzugehen. Die versicherungsmässigen Voraussetzungen seien nicht erfüllt. 

Dagegen liess die Versicherte am 12. Februar 2016 einwenden (IV-act. 36), dass ihr 

eine ganze Rente zuzusprechen sei; eventualiter sei ein psychiatrisches Gutachten in 

die Wege zu leiten. Ihre Rechtsvertreterin machte geltend, dass die 

Entscheidbegründung schlicht und einfach falsch und die Abklärungen der IV-Stelle 

mehr als dürftig seien. Die Erkrankung habe sich erst im Jahr 2007 manifestiert. Von 

den im Jahr 1994 vorübergehend bestehenden Beschwerden habe sich die Versicherte 

kurze Zeit später wieder erholt. Dies belege auch der Umstand, dass sie erst im Jahr 

2007, also mehr als 10 Jahre später, wirklich krank geworden sei. Anders sei nicht 

erklärbar, dass die Versicherte mit einer invalidisierenden Schizophrenie − ohne die 

Einnahme von Medikamenten − einer 60 %-Anstellung bei der C.___ AG habe 

nachgehen können. Med. pract. E.___ hatte der Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin am 3. Februar 2016 berichtet (IV-act. 36-3), es lasse sich nicht 

nachweisen, dass die schizophrene Erkrankung schon bei der Einreise in die Schweiz 

im Herbst 1993 bestanden habe. Die ambulante psychiatrische Behandlung in J.___ im 

Jahr 1991 sei aufgrund von damals bestehenden Ängsten und Schlafstörungen 

notwendig gewesen. Die beschriebene Symptomatik sowie der Beginn der 

psychischen Störung kurz nach der entscheidenden Lebensveränderung (Emigration 

nach I.___, Leben in einem Asylheim) deuteten auf eine Anpassungsstörung hin. Die zur 

Invalidisierung führende Schizophrenie habe im November 1994 begonnen. Diese 

Angaben stimmten mit den Angaben des Hausarztes und von Dr. N.___ überein.

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A.i Die C.___ AG berichtete der IV-Stelle am 4. April 2016 (IV-act. 37), dass sie die 

Versicherte vom 18. Februar 2002 bis 31. Juli 2003 als Betriebsangestellte beschäftigt 

habe. Das Arbeitsverhältnis sei gekündigt worden, weil der Teilzeitarbeitsplatz der 

Versicherten zur Vollzeitstelle ausgebaut worden sei. Zum damaligen Zeitpunkt habe es 

keinen Gesundheitsschaden gegeben. Der Monatslohn habe ca. Fr. 3'600.-- betragen.

A.j Am 7. April 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie an ihrem 

Entscheid festhalte (IV-act. 38). Für die Ausrichtung einer Invalidenrente müsse beim 

Eintritt der Invalidität eine Versicherungsunterstellung von drei Jahren erfüllt sein. Dies 

werde auch bei einer Invalidität ab Herbst 1995 nicht erfüllt. Die IV-Stelle räumte der 

Versicherten die Gelegenheit ein, im Sinne einer zweiten Anhörung zum Vorbescheid 

vom 8. Januar 2016 Stellung zu nehmen. Die Rechtsvertreterin der Versicherten 

machte am 20. April 2016 geltend (IV-act. 39), dass während der Anstellungszeit bei 

der C.___ AG kein Gesundheitsschaden bestanden habe. Eine psychiatrische 

Erkrankung wäre dem Arbeitgeber aufgefallen. Auch wenn die Versicherte im Jahre 

1993 an einer psychischen Erkrankung gelitten hätte − was bestritten werde − habe 

diese offensichtlich nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit und auch nicht zu einer Invalidität 

geführt. Der zur Erwerbsunfähigkeit führende Gesundheitsschaden sei erst im Jahr 

2007 eingetreten. Über die Frage der Versicherungsunterstellung müsse daher nicht 

mehr diskutiert werden, da die Versicherte selber erwerbstätig und zudem über ihren 

Ehemann versichert gewesen sei. Der Ehemann der Versicherten teilte der IV-Stelle am 

23. April 2016 mit, dass die zur Invalidität führenden heftigen Psychosen erst in den 

Jahren 2007 und 2010 erfolgt seien (IV-act. 40). Nach der 1994/1995 erlittenen 

Psychose sei die Versicherte wieder ganz beschwerdefrei geworden.

A.k  Mit Verfügung vom 10. Mai 2016 wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie 

angekündigt ab (IV-act. 41). Zum Einwand hielt sie fest, dass die invalidisierende 

Erkrankung gemäss med. pract. E.___ seit November 1994 bestehe. Auch wenn darauf 

abgestellt würde, hätte die Versicherte keinen Anspruch auf eine Invalidenrente, da die 

Beitragszeit beim Eintritt der Invalidität im November 1995 nicht erfüllt gewesen wäre.

B. 

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B.a  Gegen diese Verfügung erhob die (inzwischen nicht mehr rechtlich vertretene) 

Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 7. Juni 2016 Beschwerde (act. G 1). 

Sie beantragte die Zusprache einer ganzen Rente ab dem 1. Juli 2016. Zur Begründung 

machte sie geltend, dass die Invalidität erst im Jahr 2007 mit der ersten 

psychiatrischen Hospitalisation begonnen habe. Die Angabe von med. pract. E.___ im 

Bericht vom 3. Februar 2016, wonach die zur Invalidisierung führende Schizophrenie im 

November 1994 begonnen habe, sei nicht richtig. Sie (die Beschwerdeführerin) sei im 

Oktober 1993 in die Schweiz eingereist. Sie habe sich schnell eingelebt, habe für den 

Ehemann und ihre Tochter den Haushalt gemacht und in der Freizeit hobbymässig 

Ölbilder gemalt. Im November 1994 sei sie an einer psychogenen Psychose erkrankt. 

Nach ca. 3 Jahren habe sie diese Krankheit vollständig überwunden und sei 

"medikamentenfrei" gewesen. Als ihr Kind in die Lehre gegangen sei, habe sie in der 

gleichen Firma wie ihre Tochter eine Teilzeitanstellung von 60-70 % bei der Firma 

C.___ gefunden. Trotz intensiver Bewerbungsbemühungen habe sie nach der 

Kündigung keine neue Anstellung gefunden. Mit dieser Situation habe sie zunehmend 

Probleme gehabt. Ab August 2007 sei sie schwer an Schizophrenie erkrankt. Am 25. 

Juni 2016 reichte die Beschwerdeführerin weitere medizinische Berichte ein (act. G 3). 

Dr. M.___ hatte im Bericht vom 10. Juni 2016 zuhanden des Versicherungsgerichts 

angegeben (act. G 3.2), dass er die Beschwerdeführerin zum ersten Mal bei einem 

notfallmässigen Hausbesuch am 28. November 1994 gesehen habe. Er sei vom 

Ehemann aufgeboten worden, welcher mit der Situation der plötzlich psychotisch und 

agitiert gewordenen Beschwerdeführerin vollständig überfordert gewesen sei. Dank der 

psychiatrischen Hilfe habe sich die Beschwerdeführerin schnell erholt, sodass sie am 6. 

April 1995 vom behandelnden Psychiater als psychopathologisch unauffällig 

beschrieben worden sei. Bei allen folgenden hausärztlichen Konsultationen sei die 

Beschwerdeführerin psychisch unauffällig gewesen. Erst 2007 sei wieder eine erneute 

psychotische Erkrankung aufgetreten, von der sich die Beschwerdeführerin bis heute 

nicht vollständig erholt habe. Med. pract. E.___ hatte in ihrem Bericht vom 23. Juni 

2016 zuhanden des Versicherungsgerichts ausgeführt (act. G 3.1), dass es sich bei der 

Erkrankung der Beschwerdeführerin diagnostisch um eine paranoide Schizophrenie mit 

zunehmendem Residuum (F20.1) handle. Im November 1994 sei es zur ersten 

psychotischen Episode gekommen. Im Juli 1995 sei die psychiatrische Behandlung 

abgeschlossen worden. In den folgenden 13 Jahren habe die Beschwerdeführerin ein 

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normales Leben führen können und keine Medikamente zu sich genommen. Im August 

2007 habe sich eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit zunehmenden 

religiösen Wahnvorstellungen abgezeichnet. Am 19. August 2007 sei der Zustand 

eskaliert. Im Juli 2010 sei es erneut zu einer Dekompensation mit einer schwer 

ausgeprägten psychotischen Symptomatik gekommen. Während der ambulanten 

Behandlung von 2010 bis 2016 seien trotz einer kontinuierlichen neuroleptischen 

Behandlung drei Rezidive der schizophrenen Erkrankung aufgetreten. Eine vollständige 

Remission habe nicht mehr erreicht werden können. Ihres Erachtens sei die 

Beschwerdeführerin im ersten Arbeitsmarkt nicht arbeitsfähig.

B.b  Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 25. Juli 2016 die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung hielt sie fest, dass sie die 

notwendigen und möglichen Abklärungen vorgenommen habe. Wenn nun der 

Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität nicht mit ausreichendem Beweismass festgestellt 

werden könne, trage die Beschwerdeführerin die Beweislast dafür. Die Behandlung im 

Jahr 1991 stehe nach wie vor im Dunkeln, da die Beschwerdeführerin diesbezüglich 

weder Arztberichte eingereicht noch sich an den damals behandelnden Arzt habe 

erinnern können. Zudem habe sie widersprüchliche Angaben gemacht: Während sie 

gegenüber med. pract. E.___ eine ambulante psychiatrische Behandlung in J.___ 

erwähnt habe, habe sie gegenüber der Beschwerdegegnerin von einer Behandlung bei 

einem Allgemeinmediziner gesprochen. Bei den Angaben von med. pract. E.___ 

bezüglich der Anpassungsstörung handle es sich um reine Vermutungen, die sich 

ausschliesslich auf die Angaben der Beschwerdeführerin stützten. Des Weiteren habe 

die Beschwerdeführerin nur kurze Zeit in einem Teilzeitpensum bei der C.___ AG 

gearbeitet. Seit dem Jahr 2005 habe sie sich nicht um eine Arbeitsstelle bemüht, 

obwohl sie angegeben habe, dass sie aus finanziellen Gründen zu 50-70 % arbeiten 

müsste und erst im August 2007 einen weiteren psychotischen Schub erlitten habe. 

Med. pract. E.___ habe in ihrem Bericht vom 3. Februar 2016 zudem angegeben, dass 

die zur Invalidisierung führende Schizophrenie im November 1994 begonnen habe. Die 

Indizien sprächen für das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens seit 

dem Jahr 1994. Daher sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der 

Versicherungsfall erst nach dem Jahr 1994 eingetreten und die Beitragspflicht erfüllt 

sei. Die Abweisung sei daher zu Recht erfolgt.

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B.c  In ihrer Replik vom 10. September 2016 machte die Beschwerdeführerin 

ergänzend geltend (act. G 7), dass sie in I.___ in keiner ambulanten psychiatrischen 

Behandlung gewesen sei. Weil sie sich im Asylheim nicht wohl gefühlt und ängstlich 

auf die teilweise ruppige Art der Mitbewohner reagiert habe, sei sie zu dem für das 

Asylheim zuständigen Allgemeinmediziner gegangen. Dieser habe ihr 

Beruhigungsmedikamente gegeben, von denen sie jedoch nur einige genommen und 

sie dann wieder abgesetzt habe. Sie habe keinen richtigen Bezug zu diesem Arzt 

gehabt, weshalb sie seinen Namen vergessen habe. Ab Sommer 1993 habe sie in einer 

kleinen Wohnung in der Nähe des Asylheims gelebt, wo sie sich vollständig beruhigen 

und von den Strapazen im Asylheim sehr gut habe erholen können. Ihr Ehemann könne 

bezeugen, dass sie ohne Probleme psychischer Art und ohne jegliche 

Medikamenteneinnahme in die Schweiz eingereist sei und bis zur vorübergehenden 

psychischen Störung im Jahr 1994 auch so gelebt habe. Nach der Kündigung des 

Arbeitsverhältnisses bei der C.___ AG habe sie sich damit abfinden müssen, keine 

Arbeit mehr zu finden. Sie und ihr Ehemann hätten sich dementsprechend finanziell 

eingeschränkt. Ihr Ehemann verdiene Fr. 5'226.-- pro Monat, Lohnerhöhungen gebe es 

seit Jahren nicht mehr. Aufgrund der steigenden Kosten für die Krankenkasse und der 

höher werdenden Lohnabzüge reiche das Geld nur noch mit zusätzlichen 

Überstundenauszahlungen, wobei auf diese in Zukunft kein Verlass mehr sein werde. 

Wegen dieser neuen finanziellen Lage habe sie sich zum Bezug von IV-Leistungen 

angemeldet. Der Eintritt des Versicherungsfalles habe erst im Jahr 2007 mit der ersten 

psychiatrischen Hospitalisation begonnen. Die psychische Störung 1994 bis 1995 sei 

vorübergehend gewesen. Bis 2007 habe sie ein normales Leben ohne jegliche 

psychiatrischen Behandlungen und Medikamente geführt.

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

B.e  Am 25. Juni 2018 bat das Gericht Dr. M.___ darum, Angaben zur Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin im Zeitraum Oktober 1993 (Einreise in die Schweiz) bis 

Oktober 1996 zu machen (act. G 13).

B.f  Dr. M.___ antwortete am 13. August 2018 (act. G 14), dass der erste Eintrag in der 

Krankengeschichte vom 28. November 1994 datiere und wie folgt laute: "Bis jetzt 

gesund, seit 23.11.94 plötzlich psychisch auffällig mit Verfolgungswahn". Die 

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Fassungslosigkeit des Ehemannes gegenüber der psychisch vollkommen veränderten 

Beschwerdeführerin habe eindeutig gezeigt, dass diese vor Ende November 1994, 

wenigstens so lange ihr Ehemann sie gekannt habe, nicht psychotisch gewesen sei. Er 

(Dr. M.___) habe die Beschwerdeführerin dann nochmals am 5. Dezember 1994 

gesehen. Die nächste Konsultation sei am 5. Februar 1996 wegen einer 

Bagatellerkrankung erfolgt. Bei dieser Konsultation hätten keine Anzeichen auf eine 

Psychose oder Hinweise auf eine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Aufgrund seiner 

Unterlagen und Erinnerungen habe er keinen Grund, an einer 100 %igen 

Arbeitsfähigkeit bis 23. November 1994 und an einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit 

spätestens ab Behandlungsabschluss bei Dr. N.___ am 6. Juni 1995 zu zweifeln.

B.g  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (act. G 16).

B.h  Die Beschwerdeführerin bestätigte in ihrer Stellungnahme vom 8. September 2018 

die Angaben von Dr. M.___ (act. G 17). Ergänzend hielt sie fest, dass sie vor dem 28. 

November 1994 nie an einer Psychose oder etwas Ähnlichem gelitten habe. Vor und 

nach der am 28. November 1994 erlittenen Psychose habe sie für einen Drei-Personen-

Haushalt die Hausarbeiten erledigt und in ihrer Freizeit Ölbilder gemalt. Nebenbei habe 

sie eine Teilzeit-Arbeitsstelle gesucht, eine solche aber erst im Jahr 2002 bei der C.___ 

AG gefunden. Diese Stelle sei ihr nach eineinhalb Jahren wegen einer internen 

Umstrukturierung mit der Einführung von Schichtarbeiten (Nachtarbeiten) gekündigt 

worden.

Erwägungen

1. 

1.1  Mit der angefochtenen Verfügung vom 10. Mai 2016 hat die Beschwerdegegnerin 

einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente mit der Begründung, 

dass die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt seien, verneint.

1.2  Gemäss Art. 36 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, 

SR 830.1) besteht ein Anspruch auf eine ordentliche Rente, wenn bei Eintritt der 

Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet wurden. Die Beiträge von 

nichterwerbstätigen Personen gelten als bezahlt, sofern der erwerbstätige Ehegatte 

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Beiträge von mindestens der doppelten Höhe des Mindestbeitrages bezahlt hat (Art. 2 

IVG i.V.m. Art. 3 Abs. 3 lit. a AHVG). Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für 

die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und 

Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). Das IVG beruht auf dem System des 

leistungsspezifischen Versicherungsfalles: Es ist für jede in Betracht fallende 

Massnahme im Sinne von Art. 4 Abs. 2 IVG zu prüfen, wann die Invalidität die für die 

Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere 

erreicht hat (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2007, I 659/06 E. 4).

2. 

2.1  Ein Anspruch auf eine Invalidenrente entsteht frühestens, wenn die versicherte 

Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % bleibend oder für längere Zeit erwerbsunfähig gewesen ist (Art. 28 

Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 7 f. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 

2016, 9C_592/2015 E. 3.2).

2.2  Nachfolgend ist somit zu prüfen, wann die rentenspezifische Invalidität eingetreten 

ist. Die Beschwerdeführerin ist im Oktober 1993 in die Schweiz eingereist. Med. pract. 

E.___ hat in ihrem Bericht vom 10. August 2015 ausgeführt, dass die 

Beschwerdeführerin nach der Migration nach I.___ unter Ängsten und Schlafstörungen 

gelitten habe, weshalb sie im Jahr 1991 in ambulanter psychiatrischer Behandlung 

gewesen sei. Die beschriebene Symptomatik sowie der Beginn der psychischen 

Störung kurz nach der entscheidenden Lebensveränderung (Emigration nach I.___, 

Leben in einem Asylheim) deuteten auf eine Anpassungsstörung hin. Die 

Beschwerdeführerin selbst hat angegeben, dass sie sich im Asylheim nicht wohlgefühlt 

und ängstlich auf die teilweise ruppige Art der Mitbewohner reagiert habe. Sie sei 

damals jedoch nicht durch einen Psychiater, sondern durch einen Allgemeinmediziner 

behandelt worden. Die verschriebenen Beruhigungsmedikamente habe sie bald wieder 

abgesetzt. Im Sommer sei sie in eine kleine Wohnung gezogen. Dort habe sie sich 

vollständig beruhigen und von den Strapazen im Asylheim sehr gut erholen können. Die 

unterschiedlichen Angaben der behandelnden Psychiaterin und der 

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Beschwerdeführerin bezüglich des Facharzttitels des damals behandelnden Arztes 

könnte auf einem banalen Missverständnis in der Kommunikation beruhen. Die 

Beschwerdeführerin selbst hat jedenfalls glaubhaft geschildert, dass es sich beim 

damaligen Arzt um den für das Asylheim zuständigen Allgemeinmediziner und nicht um 

einen Psychiater gehandelt habe. Auch wenn sich die Beschwerdeführerin im Jahr 

1991 kurzzeitig in psychiatrischer Behandlung befunden hätte, könnte dies nicht als 

Indiz dafür gewertet werden, dass sie bereits damals an einer ihre Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigenden Schizophrenie gelitten hätte. Denn die Beschwerdeführerin hat sich 

nach der Emigration nach I.___ in einer sehr belastenden Lebenssituation mit 

ungewissen Zukunftsperspektiven befunden, auf die auch eine psychisch stabile bzw. 

gesunde Person mit (vorübergehenden) Ängsten und Schlafstörungen reagieren und 

fachärztliche Hilfe benötigen könnte. Von der Beschwerdeführerin hat auch nicht 

erwartet werden können, dass sie sich 24 Jahre nach der Behandlung noch an den 

Namen des damaligen Arztes erinnert, zumal sie gemäss ihren eigenen Angaben 

keinen richtigen Bezug zu diesem Arzt gehabt hatte. Zudem ist es völlig normal, dass 

sie über keine Arztberichte aus dem Jahr 1991 (mehr) verfügt. Diese Umstände können 

also nicht als Inkonsistenzen gewertet werden. Auch ist nicht ersichtlich, weshalb der 

fehlende Ausbildungsnachweis aus den 80er-Jahren eine Inkonsistenz darstellen sollte. 

Unbestritten und aufgrund der im Recht liegenden Akten ausgewiesen ist, dass die 

Beschwerdeführerin im November 1994 wegen einer (paranoiden oder psychogenen) 

Psychose zunächst durch ihren Hausarzt Dr. M.___ behandelt worden ist; dieser hat die 

Beschwerdeführerin an Dr. N.___ von der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle F.___ 

überwiesen. Dr. N.___ hat die Behandlung im Juni 1995 unter Hinweis darauf, dass die 

Beschwerdeführerin bei der letzten Konsultation am 6. Juni 1995 psychopathologisch 

unauffällig gewesen sei, abgeschlossen. Dr. M.___ hat angegeben, dass die 

Beschwerdeführerin bei allen hausärztlichen Konsultationen in den folgenden Jahren 

psychisch unauffällig gewesen sei. Aufgrund seiner Unterlagen und Erinnerungen habe 

er keinen Grund, an einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit bis 23. November 1994 und an 

einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit spätestens ab Behandlungsabschluss bei Dr. N.___ 

am 6. Juni 1995 zu zweifeln. Erst im Jahr 2007 sei wieder eine psychotische 

Erkrankung aufgetreten. Dr. M.___ hat die Beschwerdeführerin in den Jahren 1996 bis 

2005 weiterhin hausärztlich betreut und mindestens einmal jährlich gesehen (siehe 

Bericht vom 10. Juni 2016). Daher ist davon auszugehen, dass er darüber informiert 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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gewesen wäre, wenn die Beschwerdeführerin in dieser Zeit eine weitere Psychose 

erlitten hätte. Bis August 2007 ist denn auch nie eine psychiatrische Hospitalisation 

erfolgt. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin von Februar 2002 bis Juli 2003 

neben ihrer Tätigkeit im Haushalt einer Erwerbstätigkeit in einem Pensum von 60-70 % 

nachgegangen ist. Der damalige Arbeitgeber hat ausdrücklich festgehalten, dass ihm 

kein Gesundheitsschaden bekannt gewesen sei. Die Angabe von med. pract. E.___ im 

Bericht vom 3. Februar 2016, wonach die zur Invalidisierung führende Schizophrenie im 

November 1994 begonnen habe, steht der Annahme, dass die Beschwerdeführerin 

zwischen dem 6. Juni 1995 und dem Jahr 2007 aus psychiatrischer Sicht nie 

längerdauernd in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei, nicht entgegen: 

Auch wenn die Schizophrenie bereits im November 1994 begonnen hätte, so sagt dies 

noch nichts darüber aus, ob die Beschwerdeführerin in den folgenden Jahren in ihrer 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist, da eine Schizophrenie vollständig 

remittieren kann. Med. pract. E.___ hatte in ihrem Bericht vom 10. August 2015 denn 

auch noch von einer paranoiden Schizophrenie, episodisch remittierend, gesprochen. 

Ihre aktuelle Diagnose lautet demgegenüber auf eine paranoide Schizophrenie mit 

zunehmendem Residuum (F20.1), d.h. sie ist davon ausgegangen, dass sich das 

Krankheitsbild zwischenzeitlich (seit August 2007) erheblich verschlechtert hat. Nach 

dem Gesagten steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, 

dass die im November 1994 erlittene Psychose lediglich eine vorübergehende 

Arbeitsunfähigkeit bis höchstens Juni 1995 (rund acht Monate) zur Folge gehabt hat. 

Die nächste psychotische Episode ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst im 

August 2007 aufgetreten. Eine allfällige rentenspezifische Invalidität könnte somit 

frühestens am 1. August 2008, nämlich ein Jahr nach dem Eintritt der geltend 

gemachten bleibenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes, eingetreten sein. 

Da die Beschwerdeführerin in diesem Zeitpunkt − zumindest unter Berücksichtigung 

der Beitragszahlungen des Ehemannes − die Mindestbeitragszeit von drei Jahren erfüllt 

hatte (siehe IK-Auszug, IV-act. 5), sind die versicherungsmässigen Voraussetzungen für 

eine ordentliche Rente erfüllt. Die Sache ist daher zur materiellen Prüfung des 

Rentenanspruchs an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

2.3  Demnach ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die angefochtene 

Verfügung vom 10. Mai 2016 aufzuheben und die Sache zur materiellen Prüfung des 

Rentenanspruchs an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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3. 

3.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3.2  Zu klären bleibt, wem die Kosten für die Rückfrage des Gerichts an den 

behandelnden Arzt Dr. M.___ in der Höhe von Fr. 100.-- aufzuerlegen sind (act. G 14). 

Art. 69 IVG enthält keine Anweisungen an die kantonalen Gerichte zur Verlegung der 

Gerichtskosten. Diese beurteilt sich daher nach den einschlägigen kantonalen 

Bestimmungen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2008, 

9C_672/2008 E. 5.2.1; MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum IVG, N 8 zu Art. 69). Gemäss Art. 95 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRP, sGS 951.1) gehen Kosten, die ein Beteiligter durch 

Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften veranlasst, zu seinen Lasten (sog. 

Verursacherprinzip). Die Einholung eines Berichts bei Dr. M.___ ist unerlässlich 

gewesen, da die Akten des Verwaltungsverfahrens keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin ab Oktober 1993 (Einreise in die Schweiz) enthalten. Indem die 

Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt hat, hat 

sie den ihr obliegenden Untersuchungsgrundsatz nach Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt. 

Die Kosten für die Rückfrage in der Höhe von Fr. 100.-- sind daher der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung 

vom 10. Mai 2016 aufgehoben und die Sache zur materiellen Prüfung des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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Rentenanspruchs im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten für die Abklärung bei Dr. med. M.___ von Fr. 

100.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 09.11.2018
	Art. 36 Abs. 1 IVG. Versicherungsmässige Voraussetzungen für die Zusprache einer ordentlichen Rente. Eintritt der rentenspezifischen Invalidität bei einer an einer Schizophrenie erkrankten Person. Bejahung der versicherungsmässigen Voraussetzungen, da die kurz nach der Einreise in die Schweiz erlittene erstmalige Psychose mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu einer längerdauernden Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Rückweisung der Sache zur materiellen Rentenprüfung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. November 2018, IV 2016/188).

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