# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e7b32992-0b45-545a-97c5-d09f945f0d81
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.07.2009 C-1330/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1330-2009_2009-07-16.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1330/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Jean-Daniel Dubey, Richter Bernard Vaudan 
Gerichtsschreiber Lorenz Noli.

D_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Visum zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1330/2009

Sachverhalt:

A.
Der 1977 geborene dominikanische Staatsangehörige W_______ (im 
Folgenden: Gesuchsteller)  beantragte  am 4. Dezember 2008  bei  der 
Schweizerischen Botschaft in Santo Domingo ein Visum für einen 12-
tägigen  Besuchsaufenthalt  bei  D_______  (im  Folgenden:  Gastgeber 
bzw. Beschwerdeführer)  in  H_______(AG). Letzterer  hatte schon am 
17. November  2008 ein Schreiben an die  schweizerische Vertretung 
gerichtet,  in  welchem  er  sich  als  Gastgeber  des  Gesuchstellers  zu 
erkennen gab. Er sei mit dessen Schwester befreundet und wolle ihr 
mit der Einladung eine Freude bereiten. Er werde für alle Kosten des 
Aufenthalts  aufkommen und dafür  besorgt  sein,  dass  sein  Gast  „vor 
Ablauf  der  3  Monate  die  Schweiz  wieder  verlassen  wird“.  Die 
schweizerische  Vertretung  lehnte  es  ab,  ein  Visum  in  eigener 
Kompetenz zu erteilen und leitete das Gesuch zur Prüfung und zum 
Entscheid an die Vorinstanz weiter.

B.
Zum Gesuch begrüsst, holte das Migrationsamt des Kantons Aargau 
beim Gastgeber weitere Auskünfte ein und leitete diese an die Vorin-
stanz weiter.

C.
In einer Verfügung vom 9. Februar 2009 lehnte es auch die Vorinstanz 
ab, das beantragte Visum zu erteilen. Sie begründete ihre Weigerung 
im Wesentlichen damit, dass die anstandslose und fristgerechte Wie-
derausreise  nach  einem  Besuchsaufenthalt  nicht  als  gesichert  be-
trachtet  werden könnte. Der Gesuchsteller  lebe in einer Region,  aus 
der insbesondere wegen der dort  herrschenden wirtschaftlichen Ver-
hältnisse ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. 
Die Erfahrung habe gezeigt,  dass vor allem jüngere Personen emig-
rierten, in der Hoffnung, sich im Ausland eine bessere Zukunft aufbau-
en zu können. In den familiären und beruflichen Verhältnissen des Ge-
suchstellers seien keine Umstände im Sinne besonderer Verpflichtun-
gen  zu  erkennen,  die  wiederum  die  generellen  Risiken  verringern 
könnten. Komme hinzu, dass sich Gast und Gastgeber unterschiedlich 
zur Dauer des beabsichtigten Aufenthalts geäussert hätten.

D.
Mit Beschwerde vom 1. März 2009 beantragt der Gastgeber beim Bun-

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desverwaltungsgericht implizit die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver-
fügung und die Erteilung eines Besuchsvisums. Zur Begründung bringt 
er sinngemäss vor, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass 
die Wiederausreise des Gesuchstellers nach einem Besuchsaufenthalt 
nicht gesichert wäre. Sie habe dabei seine Integrität und Glaubwürdig-
keit als Gastgeber nicht gebührend berücksichtigt. Es gehe den Betei-
ligten wirklich nur um einen Besuch. Er selbst habe dem Gesuchsteller 
empfohlen, länger als nur für zwei Wochen zu kommen, dies aufgrund 
der grossen Reisedistanz. Der Arbeitgeber des Gesuchstellers sei be-
reit, diesem einen längeren Urlaub zu gewähren.

E.
Die Vorinstanz schliesst  in  ihrer  Vernehmlassung vom 20. April 2009 
auf Abweisung der Beschwerde.

F.
In  einer  Replik  vom 18. Mai 2009 hält  der Beschwerdeführer  an sei-
nem Rechtsbegehren und dessen Begründung fest.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a. Verfügungen des BFM,  mit  denen  die  Erteilung  eines  Vi-
sums zu Besuchszwecken verweigert wird. In dieser Materie urteilt das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

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1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 – 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtun-
gen handelt  es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot-
schaft  zum  Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Das Visumsgesuch datiert  vom 4. Dezember 2008, die angefochtene 
Verfügung  wurde  am  9.  Februar  2009  erlassen.  Dazwischen,  am 
12. Dezember 2008, wurde das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Europäischen Uni-
on und der Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung dieses 
Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schen-
gen-Besitzstands (SAA, SR 0.360.268.1) in Kraft gesetzt. Gestützt auf 
dieses  Abkommen  ist  die  Schweiz  verpflichtet,  den  übernommenen 
Schengen-Besitzstand anzuwenden und umzusetzen, wie u.a. die Be-
stimmungen zur gemeinsamen Visapolitik,  auf die verschiedentlich in 
EG-Rechtsakten  verwiesen  wird.  Durch  die  Übernahme  des  Schen-

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gen-Besitzstandes wurden im Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  entspre-
chende Anpassungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 AuG, wonach 
die  Bestimmungen  über  das  Visumverfahren  und  über  die  Ein-  und 
Ausreise nur gelten, sofern das Schengen-Recht keine abweichenden 
Bestimmungen  enthält).  Im  Weiteren  wurde  die  Verordnung  vom 
24. Oktober  2007  über  das  Einreise-  und  Visumverfahren  (VEV; AS 
2007 5537) total revidiert (neu: Verordnung vom 22. Oktober 2008 über 
die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204],  in Kraft  seit 
12. Dezember 2008). Art. 57 VEV sieht  vor,  dass hängige Verfahren 
nach  dem  neuen,  übergeordneten  Schengen-Recht  fortgeführt  wer-
den.

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der Grenzen durch Personen (Schengener Grenzkodex [SGK, ABl. L 
105 vom 13.04.2006, S. 1-32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Einrei-
sevoraussetzungen für Drittstaatsangehörige. Diese benötigen zur Ein-
reise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie der 
Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie müs-
sen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts be-
legen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen (Bst. c). 
Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssystem (SIS) 
zur  Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für 
die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesund-
heit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstel-
len (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a-d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt. Demgegenüber verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass im Falle ei-
nes nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederausrei-
se Gewähr zu bieten ist. Dies stellt jedoch kein zusätzliches im natio-
nalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im Wi-
derspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüberge-
henden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklä-

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rung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C  326  vom 
22.12.2005, S. 1-149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 
verlangt  hinsichtlich des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken  ausgestellten  Visums  einzuwandern  und  sich  dort 
niederzulassen" (vgl. ABl. C 326, S. 10). Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet.

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden.

6.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15.  März  2001  (ABl.  L  81  vom 
21.03.2001, S. 1 – 7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und II, welche jeweils eine Liste von Drittländern enthalten. In Anhang 
I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige beim 
Überschreiten  der  Aussengrenzen  der  Schengen-Mitgliedstaaten  im 
Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejenigen 
Drittländer auf,  deren Staatsangehörige von der Visumspflicht befreit 
sind. Gemäss  dieser  Regelung  unterliegt  der  Gesuchsteller  gestützt 
auf seine Staatszugehörigkeit der Visumspflicht.

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7.
7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland des Besu-
chers ergeben. Einreisegesuche von Bürgern aus Staaten bzw. Regio-
nen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Ver-
hältnissen können darauf hindeuten, dass die persönliche Interessen-
lage in solchen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich be-
fristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

7.3 In der Dominikanischen Republik konnte sich die Wirtschaft zwar 
nach einer durch den Zusammenbruch dreier grosser Geschäftsban-
ken im Jahre 2003 verursachten schweren Krise – dank der Konsoli-
dierungspolitik des im August 2004 gewählten (und im Mai 2008 wie-
dergewählten)  Präsidenten  Leonel  Fernàndez  Reyna  –  in  beeindru-
ckender  Kürze  erholen.  Beleg  dafür  ist,  anknüpfend  an  die  hohen 
Wachstumsraten in den 90er Jahren, das seit 2005 anhaltende Wirt-
schaftswachstum, welches (bei einer verhältnismässig niedrigen Infla-
tionsrate von 5%) im Jahre 2006 10,7% betrug. Mit diesem Erfolg ist 
die Dominikanische Republik aus der Kategorie der Risikoländer her-
ausgefallen  und  wird  von  den  anerkannten  Ratingagenturen  als 
"B - Land" eingestuft. Nach einer Senkung der Arbeitslosigkeit im Jahr 
2005 ist die Arbeitslosenquote im Jahr 2006 nochmals leicht auf knapp 
16,2% gesunken. Insgesamt wächst allerdings die Kritik der Bevölke-
rung, da das neue Wachstum bisher nicht ausreicht, um neue Arbeits-
plätze  zu  schaffen  (nur  286'000  Arbeitsplätze  im  Zeitraum 2004  bis 
2006) bzw. keine spürbare Verbesserung in  den Lebensbedingungen 
der bedürftigen Schichten gebracht hat. Die Regierung hat zwar mitt-
lerweile mit verschiedenen Massnahmen auf diese Kritik reagiert; den-
noch ist eine Entlastung auf dem Arbeitsmarkt mittelfristig nicht zu er-
warten (zur Lageanalyse vgl. auch Urteile des Bundesverwaltungsge-
richts  C-581/2008 vom 27. März  2009 E. 7.3  und C-4517/2007 vom 
18 Oktober 2008 E. 5.1 mit Quellenangaben).

Vor dem aufgezeigten wirtschaftlichen Hintergrund ist  –  vor allem in 
der jüngeren Bevölkerung – ein starker Migrationsdruck festzustellen. 

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Dabei  gilt  auch  die  Schweiz  als  Zielland  vieler  Auswanderer  im  er-
werbsfähigen Alter, welche sich hier unter besseren Lebensbedingun-
gen eine (neue) Existenz aufbauen möchten. Die Tendenz zur Auswan-
derung wird  erfahrungsgemäss dort  noch begünstigt,  wo bereits  ein 
soziales Beziehungsnetz (Verwandte, Freunde) im Ausland besteht. Im 
Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven Zulassungsre-
gelung  nicht  selten  zur  Umgehung  ausländerrechtlicher  Bestimmun-
gen.

7.4 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des  konkreten Einzelfalles zu  berücksichtigen. Obliegt  einer  gesuch-
stellenden Person im Heimatland beispielsweise eine besondere be-
rufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung,  kann  dieser 
Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausrei-
se  begünstigen. Umgekehrt  muss  bei  Personen,  die  in  ihrer  Heimat 
keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein fremden-
polizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu 
einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

8.
8.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 32-jährigen, unver-
heirateten  und  kinderlosen  Mann.  Gemäss  den  Angaben  des  Be-
schwerdeführers  leben  einzig  noch  die  Eltern  des  Gesuchstellers 
ebenfalls in der Dominikanischen Republik. Zwei Schwestern (darunter 
die  Freundin  des  Gastgebers  und  Beschwerdeführers)  leben  in  der 
Schweiz. Über die Existenz weiterer Geschwister ist nichts bekannt. 

8.2 Beruflich verfügt der Gesuchsteller – aus einem von ihm zu den 
Akten gereichten Zertifikat zu schliessen – seit Februar 2007 über ei-
nen Abschluss als "Ingenierio en Informatica". Als Arbeitgeber hat er 
im Visumsgesuch eine Firma in Santo Domingo angegeben, die sich 
mit dem Handel von Fahrzeugen beschäftigt. Während er selbst im Vi-
sumsgesuch nur vermerkte, er sei in besagter Firma angestellt (ohne 
seine Funktion zu bezeichnen) brachte der Beschwerdeführer auf eine 
entsprechende  Frage  des  kantonalen  Migrationsamtes  vor,  der  Ge-
suchsteller  sei  als  Techniker  tätig. Aus einem Attest  besagter  Firma 
vom 1. Dezember 2008 geht hervor, dass er dort seit 2005 als techni-
scher  Supporter  angestellt  sei  und  aktuell  „$38.000“  verdienen  soll. 
Geht man davon aus, dass damit nicht US-Dollar (USD), sondern do-
minikanische Pesos (DOP) gemeint sind, so entspricht dies umgerech-

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net  etwa  1'050  USD,  mehr  als  dem  Doppelten  des  landesweiten 
Durchschnittseinkommens (rund 5'100 USD jährlich;  Quelle: U.S. De-
partement of State, <http://www.state.gov>, Travel > Countries and Re-
gions > Background Notes > Dominican Republic,  Stand: Juni 2009, 
besucht im Juli 2009). Die schweizerische Vertretung sprach in diesem 
Zusammenhang  von  einem  mittleren  Einkommen.  Über  die  Vermö-
genslage des Gesuchstellers lässt sich demgegenüber kein umfassen-
des Bild machen. Bei den von ihm zu den Akten gereichten Bankaus-
zügen der Periode Juni bis November 2008 fällt auf, dass die monat-
lich  saldierten  Kontobeträge  jeweils  zwischen  35  und  73'000  DOP 
schwankten. Worauf  diese  grossen  Differenzen zurückzuführen sind, 
ist nicht ersichtlich. 

Im Zusammenhang mit  dem Vorhalt  der  Vorinstanz betreffend unter-
schiedlicher  Angaben  zur  Dauer  des  geplanten  Besuchsaufenthalts 
hat der Beschwerdeführer im Rechtsmittelverfahren eine zweite Bestä-
tigung des selben Arbeitgebers ediert; diese datiert vom 11. Mai 2009. 
Beiden  Bestätigungen  kann  allerdings  aus  verschiedenen  Gründen 
keine grosse  Beweiskraft  beigemessen  werden. Besagtes  Dokument 
vom 11. Mai 2009 besteht offensichtlich in einer einfachen Abänderung 
des früher ausgestellten. So wurde anstelle der im ersten Dokument 
enthaltenen Formulierung, wonach dem Arbeitnehmer jährlich drei mal 
Ferien zustehen würden, nunmehr vermerkt, dass er jährlich drei Mo-
nate Ferien zugute habe, weil er ein effizienter und verantwortungsvol-
ler Mitarbeiter sei. Über die Art und Weise der Finanzierung dieses An-
spruchs wurde in der jüngeren Bestätigung nichts vermerkt. Die bei-
den Atteste sind in ihrer Beweiskraft auch deshalb in Frage zu stellen, 
weil  die  darauf  angebrachten Unterschriften – obwohl  angeblich von 
der gleichen Person – stark voneinander abweichen. Es scheint, dass 
die Bestätigungen,  inhaltlich  auf  die  Bedürfnisse des  Gesuchstellers 
ausgerichtet, zumindest in einem der beiden Fälle nicht vom dazu legi-
timierten Verfasser stammen. 

8.3 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vor-
instanz demnach davon ausgehen,  dass keine hinreichende Gewähr 
für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise des Gesuch-
stellers nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Beurteilung 
vermag  auch  der  Hinweis  des  Beschwerdeführers  auf  seine  eigene 
persönliche und berufliche Integrität nichts zu ändern. Aus naheliegen-
den Gründen ist bei der Risikoeinschätzung nicht so sehr auf die Ver-
lässlichkeit  des  Gastgebers,  sondern  vielmehr  auf  mögliche  Verhal-

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tensweisen  des  Gastes  selbst  abzustützen.  Nur  letzterer  ist  in  der 
Lage,  hinreichend  Gewähr  für  eine  fristgerechte  und  anstandslose 
Wiederausreise zu bieten (vgl. anstelle vieler die Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts  C-204/2008  vom  5.  März  2009  E.  8.4  und 
C-3243/2007 vom 10. Juni 2008 E. 5.5). 

9.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

10.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. 
b  des  Reglements  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

(Dispositiv Seite 11)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  sind  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvor-
schuss gedeckt. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Dossier ZEMIS [...] retour)
- das Migrationsamt Kanton Aargau (Dossier [... ] retour)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Lorenz Noli

Versand: 

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