# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68bee830-9db9-5eb7-aeb8-4a5998a7d822
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2005-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 29.09.2005 BB.2005.32
**Docket/Reference:** BB.2005.32
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2005-32_2005-09-29

## Full Text

Beschwerde gegen Amtshandlung des Bundesanwalts (Art. 105bis BStP) bzw. gegen Beschlagnahme (Art. 65 BStP);;Beschwerde gegen Amtshandlung des Bundesanwalts (Art. 105bis BStP) bzw. gegen Beschlagnahme (Art. 65 BStP);;Beschwerde gegen Amtshandlung des Bundesanwalts (Art. 105bis BStP) bzw. gegen Beschlagnahme (Art. 65 BStP);;Beschwerde gegen Amtshandlung des Bundesanwalts (Art. 105bis BStP) bzw. gegen Beschlagnahme (Art. 65 BStP)

Entscheid vom 29. September 2005  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Tito Ponti,  
Gerichtsschreiber Hanspeter Lukács  

   
 
Parteien 

  
A.,  
vertreten durch Rechtsanwalt Gian Paolo Grassi, 
 

Beschwerdeführerin 
 

 gegen 
   

SCHWEIZERISCHE BUNDESANWALTSCHAFT,  
 

Beschwerdegegnerin 
 

Gegenstand  Beschwerde gegen Amtshandlung des Bundesan-
walts (Art. 105bis BStP) bzw. gegen Beschlagnahme 
(Art. 65 BStP) 

 

B u n d e ss t r a f g e r i c h t   

T r ib una l  pé na l  f édé ra l  

T r ib una l e  p e na l e  f e de r a l e  

T r ib una l  pe na l  f ede ra l  

Geschäftsnummer: BB.2005.32 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 

A. Die Schweizerische Bundesanwaltschaft (nachfolgend „Bundesanwalt-
schaft“) ordnete im gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahren gegen B. und 
Mitbeteiligte wegen Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kriminellen 
Organisation (Art. 260ter StGB) und qualifizierter Geldwäscherei (Art. 305bis 
Ziff. 2 StGB) mit Editionsverfügung vom 27. April 2005 an, die C.-Bank in 
Luzern habe u.a. bezüglich der Bankbeziehung Nr. D., lautend auf A. 
(Nummernkundin), in einem ersten Schritt - nach Erhalt der Verfügung - 
sämtliche Kontoeröffnungsunterlagen, den aktuellen Saldostand bzw. Sal-
dostand vor Saldierung sowie die Konto- und Depotauszüge für die letzten 
6 Monate bzw. die letzten 6 Monate vor Kontosaldierung und in einem 
zweiten Schritt - nach Erhalt einer entsprechenden Aufforderung - die Kun-
denkorrespondenz und weitere näher bezeichnete Unterlagen zu edieren 
(Verfügung Ziffer I.3 – I.5). Im weitern verfügte sie, dass die erhobenen Un-
terlagen als Beweismittel im Sinne von Art. 65 BStP beschlagnahmt wür-
den (Verfügung Ziffer I.6).  

 
 Diese Verfügung eröffnete die Bundesanwaltschaft der C.-Bank und A., 

versehen mit einer Rechtsmittelbelehrung (Verfügung Ziffer III [act. 5.1]). 
 
 
B. A. – Ehefrau des Beschuldigten B. – verlangt mit Beschwerde vom 4. Mai 

2005 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts die Aufhebung 
dieser Verfügung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.  

 
 
C. A. legte mit ihrer Beschwerde diverse Dokumente über das von der Editi-

onsverfügung betroffene Bankkonto, darunter den Kontoeröffnungsvertrag 
und die Kontoauszüge für die Monate September 2004 bis April 2005, ins 
Recht, unter der Bedingung, dass diese nicht der Bundesanwaltschaft zur 
Verfügung gestellt werden dürften, da dies einem Vollzug der Editionsver-
fügung gleichkäme (act. 1 S. 5). 

 Aufgrund des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs und der Parteirechte 
der Bundesanwaltschaft wurden die vorerwähnten Dokumente ungelesen 
an A. retourniert, verbunden mit dem Hinweis, dass nur diejenigen Doku-
mente einzureichen seien, welche auch der Gegenpartei eröffnet werden 
könnten (act. 2). 

 Mit Eingabe vom 18. Mai 2005 reichte A. sämtliche aus dem Recht gewie-
senen Dokumente erneut ein und führte aus, dass diese nun der Gegen-
partei vorgelegt werden könnten, da die C.-Bank (im Folgenden „Bank“) ihr 

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mitgeteilt habe, dass sie der Editionsverfügung bereits Folge geleistet habe 
(act. 5). 

 
 
D. Die Bundesanwaltschaft beantragt mit Beschwerdeantwort vom 6. Juni 

2005, das Beschwerdeverfahren sei als gegenstandslos abzuschreiben, 
eventuell sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, subeventuell sei sie ab-
zuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten von A. bzw. wem rechtens. Sie führt 
aus, A. habe sich mit der Weitergabe der ins Recht gelegten Unterlagen 
der Editionsverfügung unterzogen und habe deshalb kein rechtlich ge-
schütztes Interesse mehr an der Beurteilung ihrer Beschwerde (act. 8). 

 A. wurde am 23. Juni 2005 zur Beschwerdereplik eingeladen; sie liess sich 
nicht vernehmen (act. 9). 

 
 
E. Am 15. Juli 2005 wurde die Bundesanwaltschaft aufgefordert, das genaue 

Verzeichnis der mit Beschlag belegten Gegenstände einzureichen (act. 10). 

Mit Eingabe vom 20. Juli 2005 reichte die Bundesanwaltschaft diverse Ver-
fahrensakten ein und machte weitere Ausführungen zur Sache (act. 11). 

A. nahm dazu mit Eingabe vom 22. August 2005 Stellung (act. 16). Diese 
wurde der Bundesanwaltschaft am 6. September 2005 zur Kenntnis zuge-
stellt (act. 17). 

 
F. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-

weit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

1. 
1.1 Gegen Amtshandlungen und wegen Säumnis des Bundesanwalts steht die 

Beschwerde den Parteien und einem jeden zu, der durch eine Verfügung 
oder durch die Säumnis einen ungerechtfertigten Nachteil erleidet (Art. 
105bis Abs. 2 i.V.m. Art. 214 Abs. 2 BStP).  

1.2 Die Beschwerdelegitimation des Inhabers eines Bankkontos, dessen Kon-
tounterlagen beschlagnahmt wurden, wird von der Rechtsprechung aner-
kannt. Ebenso wird die Legitimation einer Person anerkannt, die persönlich 
von einer Beschlagnahme betroffen ist (BGE 130 II 162 E. 1.1; Entscheide 

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des Bundesstrafgerichts BK_B 198/04 vom 11. November 2004 E. 2.1; 
BK_B 023/04 vom 27. Mai 2004 E. 3.1 und 3.2; vgl. PIQUEREZ, Procédure 
pénale suisse, Zürich 2000, N 3279 f., 3292; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, 
Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 96 N 17).  

1.3 Die Beschwerdeführerin - die nicht Partei des Ermittlungsverfahrens ist 
(Art. 34 BStP) - ist als Inhaberin des in Frage stehenden Bankkontos von 
der Editionsverfügung gegen die Bank - welche die Edition von Kontounter-
lagen und deren gleichzeitige Beschlagnahme zum Gegenstand hat - per-
sönlich betroffen, weshalb ihre Beschwerdelegitimation gemäss Art. 214 
Abs. 2 BStP im Lichte der zitierten Rechtsprechung zu bejahen ist. Die Be-
schwerde richtet sich unter anderem ausdrücklich gegen die Verwendung 
der von der Bank edierten Dokumente als Beweismittel im Strafverfahren 
gegen den Ehemann der Beschwerdeführerin und weitere Beschuldigte 
(act. 1 S. 4; act. 16 S. 1). Sie richtet sich in der Sache mithin gegen die Be-
schlagnahme als solche und nicht (bloss) gegen den Vollzug der Edition 
durch die Bank. Die Beschwerde wird daher entgegen der Auffassung der 
Beschwerdegegnerin nicht schon deshalb gegenstandslos, weil die Be-
schwerdeführerin die von der Bank edierten Unterlagen selber zusammen 
mit ihrer Beschwerde im vorliegenden Verfahren ins Recht legt (act. 5). 

1.4 Auf die Beschwerde ist nach dem Gesagten einzutreten. 
 
2.  Gegenstand der in Frage stehenden Beschlagnahme sind die von der Bank 

mit Schreiben vom 10. Mai 2005 der Bundesanwaltschaft eingereichten 
Kontounterlagen betreffend ihre Kundenbeziehung mit der Beschwerdefüh-
rerin (act. 11). Es handelt sich dabei um die Kontoeröffnungsformalitäten, 
eine Gesamtübersicht über die Nummernkundenbeziehung, umfassend ein 
Privatkonto und ein Nummerndepot, die monatlichen Postenauszüge vom 
30. September 2004 bis 30. April 2005 und die Depotauszüge per 30. Sep-
tember 2004 und 30. April 2005 sowie diverse mit der Verfügung verlangte 
erläuternde Angaben zur Kundenbeziehung (act. 11.1). 

2.1 Die Beschlagnahme gemäss Art. 65 Abs. 1 BStP ist eine provisorische 
(konservatorische) prozessuale Massnahme zur vorläufigen Sicherung der 
Beweismittel bzw. der allenfalls der Einziehung unterliegenden Gegenstän-
de und Vermögenswerte. Voraussetzung ist ein hinreichender, objektiv be-
gründeter Tatverdacht gegenüber dem Betroffenen, wobei an die Be-
stimmtheit der Verdachtsgründe zu Beginn der Untersuchung keine hohen 
Anforderungen zu stellen sind. Im Gegensatz zur Strafkammer hat die Be-
schwerdekammer bei der Überprüfung des Tatverdachts deshalb keine er-
schöpfende Abwägung der in Betracht fallenden Tat- und Rechtsfragen 
vorzunehmen. Im Übrigen muss die Beschlagnahme wie jedes Zwangsmit-

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tel verhältnismässig sein (Entscheid des Bundesstrafgerichts BB.2005.5 
vom 13. Juni 2005 E. 2). 

2.2 Die Beschwerdeführerin stellt den von der Beschwerdegegnerin gegenüber 
ihrem Ehemann und weiteren Beschuldigten erhobenen Tatverdacht nicht 
in Frage. Sie macht vielmehr geltend, der Tatverdacht weise keinerlei Zu-
sammenhang mit dem in Frage stehenden Bankkonto auf. Soweit sie dabei 
ausführt, die kriminelle Organisation könne weder direkt noch indirekt über 
ihre Guthaben auf dem fraglichen Konto verfügen, weshalb die angefoch-
tene Verfügung ungerechtfertigt und unverhältnismässig sei, ist darauf nicht 
näher einzugehen, da es sich um eine Beweismittelbeschlagnahme von 
Dokumenten und nicht um eine Beschlagnahme von Vermögenswerten im 
Hinblick auf eine allfällige Einziehung handelt (act. 5.1 Ziff. II.1). Die Be-
schwerdegegnerin führt in der Eingabe vom 20. Juli 2005 zudem aus, dass 
die von der Bank - von sich aus - vorgenommene Vermögenssperre von ihr 
nicht weitergeführt und die Mittel demzufolge nicht beschlagnahmt worden 
seien. Das wird von der Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 
22. August 2005 denn auch nicht in Abrede gestellt.  

2.3 Zu prüfen bleibt demnach einzig das Kriterium der Verhältnismässigkeit der 
angefochtenen Massnahme. Diese wurde in der Editionsverfügung vom 
27. April 2005 damit begründet, dass sich aus den bisherigen Erkenntnis-
sen der Strafverfolgungsbehörde der dringende Verdacht ergeben habe, 
dass über die erwähnten Kontobeziehungen Verbrechenserlöse transferiert 
worden seien. Die Edition der fraglichen Bankunterlagen diene der Klärung 
des rechtsrelevanten Sachverhalts, sei somit im öffentlichen Interesse und 
in Anbetracht der gesamten Umstände verhältnismässig (act. 5.1 Ziff. II.1).  

 In der Beschwerdeantwort führt die Beschwerdegegnerin aus, in Fällen wie 
dem vorliegenden liege regelmässig der Verdacht nahe, dass ein Beschul-
digter unrechtmässig erworbene Vermögenswerte auf die Ehefrau oder an-
dere Familienmitglieder überschreibe. Selbst wenn sich dies in casu nicht 
erhärten sollte, könne daraus nicht geschlossen werden, dass die Editions-
verfügung zu Unrecht und unter Missachtung des Gebots der Verhältnis-
mässigkeit ergangen sei (act. 8 S. 3). Diese Ausführungen werden von der 
Beschwerdeführerin nicht ausdrücklich bestritten, zumal sie auf eine Replik 
verzichtete. Was sie in der Beschwerde ausführt, ist sodann nicht geeignet, 
die Massnahme als unverhältnismässig zu bezeichnen. Weder der Um-
stand, dass sie in Gütertrennung lebt, noch die Tatsache, dass sie allein 
über die fraglichen Vermögenswerte verfügen kann und sich gegenüber der 
Bank als wirtschaftlich Berechtigte erklärte, vermögen eine allfällig delikti-
sche Herkunft der Mittel auszuschliessen. Der Vertrag über die Eröffnung 
eines Kontos/Depots datiert vom 19. März 1997. Gemäss den Ausführun-

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gen der Beschwerdegegnerin werden die Ermittlungen unter anderem hin-
sichtlich der Tätigkeit des Ehemannes der Beschwerdeführerin bei der E. 
SA im Zeitraum von 1994 bis 2001 vorgenommen. Die Beschwerdeführerin 
gab bei der polizeilichen Einvernahme als Auskunftsperson am 
5. November 2004 zu Protokoll, dass ihr Ehemann die operative Leitung 
dieser vorwiegend im Fremdwährungsgeschäft tätigen Gesellschaft inne 
gehabt und sie selber aushilfsweise in verschiedenen Abteilungen der Ge-
sellschaft administrative Tätigkeiten erledigt habe (act. 11.4 S. 4 ff.). Damit 
kann - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin in der Stellung-
nahme vom 22. August 2005 - nicht ausgeschlossen werden, dass Trans-
aktionen der E. SA in Zusammenhang mit der fraglichen Kontoeröffnung 
bzw.- führung stehen. Das öffentliche Interesse an der Aufklärung mut-
masslicher Straftaten überwiegt daher das private Interesse der Beschwer-
deführerin an einer ungehinderten Pflege ihrer Bankbeziehung. Die Be-
schlagnahme erweist sich damit als verhältnismässig; dies umso mehr, als 
eine Verfügung über die Vermögenswerte in keiner Art und Weise einge-
schränkt worden ist und die Beschwerdeführerin diese weiterhin und unge-
hindert bewirtschaften kann.  

2.4 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten unbegründet und abzuweisen. 
 
3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Ver-

fahrenskosten zu tragen (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 1 OG). Die Ge-
richtsgebühr ist auf Fr. 1’500.-- anzusetzen (Art. 3 Reglement über die Ge-
richtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht vom 11. Februar 2004; SR 
173.711.32), unter Anrechnung des Kostenvorschusses von Fr. 500.--. 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 500.--.  
 
 

Bellinzona, 30. September 2005 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Gian Paolo Grassi,  
- Schweizerische Bundesanwaltschaft, 
 
 
 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen seit 
der Eröffnung wegen Verletzung von Bundesrecht beim Bundesgericht Beschwerde geführt wer-
den. Das Verfahren richtet sich sinngemäss nach den Artikeln 214 bis 216, 218 und 219 des Bun-
desgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (Art. 33 Abs. 3 lit. a SGG). 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn die Rechtsmit-
telinstanz oder deren Präsident es anordnet.