# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** adcbc93a-66ca-5650-b8ae-997fcc1528ff
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.06.2014 IV 2012/76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-76_2014-06-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/76

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.06.2020

Entscheiddatum: 25.06.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2014
Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 analog, Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG. Nachdem bei 
einer Neuanmeldung die Eintretenshürde einer Glaubhaftmachung der 
Änderung des Invaliditätsgrades gegenüber der vorangegangenen 
rechtskräftigen Leistungsabweisung erfüllt ist, ist das Rentengesuch im 
Abklärungsverfahren vollumfänglich (wie bei einer Erstanmeldung) zu 
prüfen. Eine analoge Anwendung von Art. 17 Abs. 1 ATSG auf das 
Neuanmeldeverfahren ist unrechtmässig, da beim Revisions- und 
Neuanmeldeverfahren keine gleich gelagerten Verhältnisse bestehen. 
Würdigung MEDAS-Gutachten. Einkommensvergleich. Rentenzusprache 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 
2014, IV 2012/76).

Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2014

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Nadja Francke Zubair

Entscheid vom 25. Juni 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Anwalt und Beratung GmbH, 

Poststrasse 6, Postfach 239, 9443 Widnau,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___, Jahrgang 19__, meldete sich erstmals am 14. Januar 2002 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung (Berufsberatung und Arbeitsvermittlung) bei der 

IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 26).

A.b  Der Versicherte wurde am 30. April 2002 bidisziplinär (rheumatologisch und psy­

chiatrisch) untersucht. Dr. med. B.___, Innere Medizin und Rheumaerkrankungen FMH, 

nannte in seinem Gutachten vom 2. Mai 2002 folgenden Diagnosen mit Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit: Tendinitis calcarea des Supraspinatus rechts seit 3. September 

2001, Status nach Akromioplastik und Kalkdepot-Needling, geringes Impingement 

Syndrom rechts sowie schonungsbedingte, geringe Faustkraftverminderung rechts. In 

der Beurteilung hielt er fest, die Schultersymptomatik des Versicherten verbiete 

Arbeiten, welche über Schulterhöhe ausgeführt werden müssten. In der bisherigen 

Tätigkeit als Bürostuhlmonteur mit der erforderlichen starken Kraftanwendung bei der 

Montage der Stuhlfedern und der Notwendigkeit, den 15 kg schweren Bürostuhl auf 

das hohe Förderband zu heben, sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig. 

Dagegen bestehe in jeder anderen normalen Tätigkeit unter Einhaltung der genannten 

Lasthebegrenzwerte und ohne Überkopfarbeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-

act. 22). Dr. med. C.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, konnte gemäss seinem 

Gutachten vom 6. Mai 2002 beim Versicherten keine psychopathologischen Befunde 

erheben. Er führte aus, der Versicherte sei trotz glaubhafter Schmerzsymptomatik 

willens, weiter beruflich tätig zu sein. Es sei zu keiner Zeit zu einer Schmerzausweitung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Sinne einer Somatisierungsstörung oder einer affektiven Störung im Sinne einer 

Anpassungstörung oder einer depressiven Episode gekommen. Aus psychiatrischer 

Sicht sei der Versicherte somit weiterhin zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 21).

A.c  Mit einer Verfügung vom 22. Juli 2002 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um beruf­

liche Massnahmen mit Verweis auf die 100%ige Arbeitsfähigkeit des Versicherten in 

einer adaptierten Tätigkeit ab (IV-act. 25).

B.    

B.a   Am 4. Juli 2005 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-

act. 36). Dr. med. D.___, Orthopädische Chirurgie FMH, nannte in seinem Bericht vom 

22. Juli 2005 die Diagnose einer chronisch rezidivierenden Impingement-Symptomatik 

der Schulter rechts sowie einer kleinen, nicht neurokompressiven Diskushernie HWK 

6/7, 5/6 und 4/5 mit einem vor allem muskulär betonten Cervikalsyndrom. Für 

körperlich wenig belastende Tätigkeiten sei der Versicherte zu 100% arbeitsfähig (IV-

act. 41).

B.b  Mit einer Verfügung vom 30. September 2005 wies die IV-Stelle einen Renten­

anspruch des Versicherten ab (IV-act. 52).

C.    

C.a  Am 10. Januar 2007 erfolgte eine weitere Anmeldung des Versicherten bei der IV-

Stelle. Er gab an, unter starken Schulter- und Nackenschmerzen zu leiden (IV-act. 68).

C.b  Gemäss einem Bericht der Klinik Valens vom 20. März 2007 war der Versicherte 

vom 28. Februar bis 13. März 2007 in stationärer Therapie. Die behandelnden Ärzte 

nannten als Diagnosen eine Periarthropathia humeroscapularis rechts sowie eine 

psychosoziale Überlagerung des Krankheitsbildes mit Symptomausweitung. Sie be­

richteten, dass der Versicherte in insgesamt gleich bleibendem Allgemeinzustand bei 

nicht beeinflussbarer Schmerzsituation trotz Ausschöpfung sämtlicher analgetischer 

oraler Therapiemöglichkeiten nach Hause entlassen worden sei. Der Versicherte sei 

aus rheumatologischer Sicht ganztags in leichter, wechselbelastender Tätigkeit zu 50% 

leistungsfähig (IV-act. 79).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.c  Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle führte am 20. Juli 2007 aus, 

dass sich aus dem Bericht der Klinik Valens kein neuer medizinischer Sachverhalt im 

Vergleich zu den Vorberichten ergebe. Allerdings sei die von der Klinik Valens festge­

stellte Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% versicherungsmedizinisch nicht nachvollzieh­

bar. Es sei daher weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit des Versicherten 

anzunehmen (IV-act. 80).

C.d  Mit einem Vorbescheid vom 15. August 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten 

ein Nichteintreten auf das Rentenleistungsgesuch in Aussicht (IV-act. 87). Daraufhin 

teilte der Versicherte telefonisch mit, er wolle keine IV-Rente beantragen, sondern 

erwarte Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle (IV-act. 88). 

Nach der unterschriftlichen Bestätigung des Gesuchs um Unterstützung bei der 

Arbeitsvermittlung (IV-act. 91) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit einem 

Vorbescheid vom 10. September 2007 mit, dass auch auf das Gesuch um berufliche 

Massnahmen nicht eingetreten werde, da keine erhebliche Änderung des 

Gesundheitszustandes seit der letzten leistungsabweisenden Verfügung vom 22. Juli 

2007 (gemeint wohl: 2002, IV-act. 25) glaubhaft gemacht worden sei (IV-act. 97).

C.e  Der Versicherte liess gegen die Vorbescheide am 12. November 2007 einwenden, 

aus dem Bericht der Klinik Valens vom 20. März 2007 ergebe sich, dass er aus 

rheumatologischer Sicht nur noch zu 50% leistungsfähig sei. Es sei somit zu einer 

50%igen Leistungseinbusse seit dem letzten Rentenentscheid gekommen, was 

genüge, um auf die erneuten Leistungsbegehren betreffend Rente und berufliche 

Massnahmen einzutreten. Erforderlich sei im Folgenden eine polydisziplinäre 

Begutachtung (IV-act. 111).

C.f   Auf Veranlassung des RAD (IV-act. 114) wurde der Versicherte am 11. März 2008 

von Dr. med. E.___, Orthopädische Chirurgie FMH, und am 24. April 2008 von Dr. med. 

F.___, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, begutachtet. Im Gutachten vom 30. 

April 2008 nannten die Sachverständigen als Diagnosen eine leichte Ansatzentzündung 

der Flexor carpi ulnaris Sehne links, eine mittelgradige depressive Episode seit März 

2007 sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung seit etwa 2006. In der 

Beurteilung hielt Dr. E.___ in orthopädischer Hinsicht fest, dass die Schulterschmerzen 

rechts und die ausgeprägten abnormen Untersuchungsbefunde der rechten Schulter 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bei unauffälligem Arthro-MRI nicht nachvollzogen werden könnten. Die Hyposensibilität 

des gesamten rechten Arms könne bei radiologisch fehlender neuraler Kompression 

der entsprechenden Dermatome im MRI ebenfalls nicht plausibilisiert werden. Die 

Schmerzen und die pathologischen objektiven Befunde im linken Handgelenk seien mit 

der im MRI dargestellten Ansatzentzündung der Flexor carpi ulnaris Sehne vereinbar. 

Gemäss Dr. F.___ sei der Versicherte aus psychiatrischer Sicht auf die 

Schmerzsymptomatik im Bereich der rechten Schulter zunehmend fixiert. Besonders 

seit 2006 sei eine Ausbreitungstendenz der Beschwerden zu erkennen. Damit sei eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung anzunehmen. Diese Schmerzsymptomatik 

stehe offensichtlich in Verbindung mit emotionalen Konflikten und erheblichen 

psychosozialen Problemen. Der Versicherte habe 2007 zunehmende depressive 

Störungen mit einer inzwischen mittelgradigen depressiven Episode entwickelt. Diese 

sei gekennzeichnet durch eine depressive Verstimmung; der Versicherte fühle sich 

lustlos, freudlos, antriebslos, hoffnungslos, sei unruhig, ungeduldig und habe 

Durchschlafstörungen. Er ziehe sich zurück, sei kontaktarm und weise einen 

mangelnden Lebenswillen auf. Hinzu kämen ausgeprägte soziale und insbesondere 

finanzielle Probleme. Die Prognose sei ungünstig. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielten 

die Gutachter fest, dass körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, 

die mit häufigem Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sowie Arbeiten über der 

Horizontalen verbunden seien, nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden könnten. 

Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Montagearbeiter in einer 

Büromöbelfabrik betrage bei voller Stundenpräsenz ca. 70% (aus somatischer Sicht). 

Die mittelgradige depressive Störung mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung 

führe zu einer Beeinträchtigung der psychischen Belastbarkeit, so dass eine 

Arbeitsfähigkeit von 60% bei voller Stundenpräsenz seit März 2007 bestehe. Körperlich 

leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, welche nicht mit regelmässigem Heben 

und Tragen von Lasten von über 10 kg sowie Arbeiten über der Horizontalen 

verbunden seien, könnten aus somatischer Sicht zu 100% zugemutet werden. In 

psychiatrischer Hinsicht bestehe für einfache Tätigkeiten ohne erhöhte psychische 

Belastung, ohne erforderliche erhöhte Konzentration, ohne Zeitdruck und ohne 

Schicht- und Nachtarbeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% bei voller Stundenpräsenz. 

Gesamthaft bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60% und in 

adaptierten Tätigkeiten eine solche von 80% (IV-act. 123). Der RAD hielt das Gutachten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gemäss seiner Stellungnahme vom 30. Mai 2008 für umfassend und konsistent. Die 

gezogenen Schlussfolgerungen seien nachvollziehbar (IV-act. 125).

C.g  Mit einem Vorbescheid vom 5. Juni 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung seines Rentengesuchs in Aussicht. Sie hielt fest, die Abklärungen hätten 

ergeben, dass es dem Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit möglich sei, eine 

80%ige Leistung zu erbringen. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 28% (IV-act. 128).

C.h  Mit einer Verfügung vom 22. Juli 2008 wies die IV-Stelle einen Rentenanspruch 

des Versicherten ab (IV-act. 140).

C.i   Betreffend das Gesuch des Versicherten um berufliche Massnahmen befürwortete 

die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle eine berufliche Abklärung mit 

anschliessendem Wiedereingliederungsteil in Form eines Arbeitstrainings während 

sechs Monaten (IV-act. 141).

C.j   Gemäss dem Abklärungsbericht "Verzahnungsprogramm" des Business House 

G.___ vom 6. Februar 2009 dauerte die berufliche Massnahme vom 11. August 2008 

bis 6. Februar 2009. Die Verantwortlichen hielten fest, die Leistungsfähigkeit des 

Versicherten sei auch bei leichten Arbeiten eingeschränkt. Aufgrund der vom Ver­

sicherten geklagten Beschwerden sei das Pensum im September 2008 von 100% auf 

50% reduziert worden. Eine erneute Erhöhung des Arbeitspensums sei nicht mehr 

möglich gewesen (IV-act. 158).

C.k  Die Eingliederungsberaterin hielt im Schlussbericht vom 23. Februar 2009 fest, 

dem Versicherten sei es nur tageweise gelungen, die volle Präsenzzeit im 

Einsatzprogramm anwesend zu sein. Mit einer Anwesenheit von 50% scheine er an 

seine Grenzen gekommen zu sein. Mit der gezeigten Leistungsfähigkeit bestehe keine 

Verwertbarkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt und weitere Eingliederungsmassnahmen 

seien nicht erfolgsversprechend (IV-act. 159).

C.l   Mit einer Mitteilung vom 2. März 2009 erklärte die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung 

als abgeschlossen (IV-act. 163).

D.    

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

D.a  Der Versicherte meldete sich am 9. April 2009 erneut zum Leistungsbezug an (IV-

act. 172).

D.b  In einem Verlaufsbericht vom 18. Juni 2009 teilte der behandelnde Arzt des Psy­

chiatriezentrums H.___ mit, dass der Versicherte vom 26. September 2008 bis 3. April 

2009 in ambulanter Behandlung gewesen sei. Das psychische Zustandsbild mit einer 

mittelgradigen depressiven Episode und einer anhaltenden somatoformen Schmerz­

störung habe sich im Rahmen der Behandlung gleichbleibend gezeigt. Die Grund­

stimmung sei eindeutig mittelgradig depressiv gewesen. Auf die Frage der IV-Stelle, ob 

sich der Gesundheitszustand seit dem MEDAS-Gutachten verschlechtert habe, 

antwortete der behandelnde Arzt, dass der psychische Gesundheitszustand im 

Rahmen der ambulanten therapeutischen Sitzungen keine Veränderung im Vergleich 

zum Gutachten von 2008 gezeigt habe. Trotz eingehender psychiatrisch-

psychotherapeutischer Behandlung mit antidepressiver Medikation habe keine 

ausreichende Stabilisierung des depressiven Zustandsbildes und der chronischen 

Schmerzsymptomatik erreicht werden können. Auf eigenen Wunsch des Versicherten 

sei eine stationäre Behandlung in die Wege geleitet worden (IV-act. 174).

D.c  Gemäss einem Bericht der psychiatrischen Klinik I.___ vom 15. September 2009 

war der Versicherte vom 9. April bis 26. Juni 2009 sowie vom 5. August bis 4. 

September 2009 stationär behandelt worden. Als Diagnosen nannte der behandelnde 

Arzt eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, sowie 

eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Er hielt fest, der Versicherte sei 

erstmals aufgrund einer depressiven Dekompensation mit akuter Suizidalität sowie 

chronischem Schmerzsyndrom in die Klinik eingetreten. Die Therapie sowie die 

medikamentöse antidepressive Behandlung hätten sich schwierig gestaltet. Die 

medikamentöse Behandlung der im Vordergrund stehenden Schlafprobleme habe zu 

einer deutlichen Besserung geführt. Nach einer (erneuten) Verschlechterung des 

Zustandes sei der Versicherte zum zweiten Mal in die stationäre Behandlung 

gekommen. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar (IV-act. 

184). Auf Nachfrage der IV-Stelle hielt der behandelnde Arzt am 26. Oktober 2009 

ergänzend fest, dass sich der Zustand des Versicherten im Vergleich zum Gutachten 

(2008) nicht zusätzlich verschlechtert habe. Ob sich die Arbeitsfähigkeit verschlechtert 

habe, müsse durch ein neues Gutachten geklärt werden (IV-act. 188).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

D.d  Auf Nachfrage des RAD bezüglich des medizinischen Verlaufs seit dem Gutachten 

von 2008 berichtete der behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H.___ am 

8. Dezember 2009, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten insofern 

verschlechtert habe, als es zu einer weiteren Chronifizierung der Schmerzsymptomatik 

und des depressiven Zustandsbildes gekommen sei. Wegen der deutlichen 

Verschlechterung des depressiven Zustandsbildes sei der Versicherte zwei Mal 

stationär in der Klinik I.___ behandelt worden. Aufgrund des psychischen 

Zustandsbildes leide der Versicherte unter deutlichen Konzentrationsstörungen. Die 

psychische Belastbarkeit und das Durchhaltevermögen seien deutlich eingeschränkt. 

Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 193).

D.e  Am 3. Februar 2010 hielt der RAD fest, die Psychiatrische Klinik I.___ habe 

ausdrücklich bestätigt, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten gegenüber 

dem Gutachten nicht zusätzlich verschlechtert habe. Seitens des Psychiatriezentrums 

H.___ werde ohne die Nennung von neuen Diagnosen oder Gesundheitsschäden eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes aufgrund der Chronifizierung und der 

Schmerzsymptomatik angenommen und von einer höheren Arbeitsunfähigkeit 

ausgegangen. Dies sei nicht plausibel nachvollziehbar. Es entstehe der Eindruck, dass 

der wohlmeinende Behandler des Psychiatriezentrums H.___ den seit der nicht zu 

beanstandenden Begutachtung von 2008 festgestellten Gesundheitsschaden und 

dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lediglich anders beurteile. Eine 

wesentliche Verschlechterung seit der letzten Begutachtung oder seit dem letzten 

stationären Aufenthalt in der Klinik I.___ (September 2009) sei nicht nachvollziehbar. 

Eine Chronifizierung habe bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung und bei den 

Hospitalisationen vorgelegen. Zudem hätten die Behandler des Psychiatriezentrums 

H.___ ausschliesslich die subjektiven Schmerzangaben des Versicherten als objektiv 

vorliegenden Befund angenommen und damit eine Verschlechterung begründet (IV-

act. 194).

D.f   Mit einem Vorbescheid vom 3. März 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 200).

D.g  Gegen den Vorbescheid liess der Versicherte am 19. April 2010 einwenden, dass 

sich sein Gesundheitszustand seit der letzten medizinischen Einschätzung im Frühjahr 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2008 erheblich verschlechtert habe. Somatisch habe sich die Schmerzsymptomatik 

insoweit vertieft, dass ihm eine Ellenverkürzungsosteotomie vorgeschlagen worden sei. 

Der psychische Zustand habe sich nicht nur chronifiziert, sondern auch verschlimmert, 

da nun eine depressive Störung mit einer schweren Episode vorliege und eine akute 

Suizidalität hinzugekommen sei. Er sei deswegen vom 2. Februar bis 19. März 2010 zur 

stationären psychiatrischen Behandlung in der Klinik I.___ gewesen. Leider habe sich 

sein Sohn im Frühjahr 2010 das Leben genommen, was ihn bezüglich des psychischen 

Heilungsprozesses enorm zurückgeworfen habe. Aktuell sei er zu 100% arbeitsunfähig 

(IV-act. 203). Der Rechtsvertreter liess der IV-Stelle u.a. einen Bericht der Klinik I.___ 

vom 19. März 2010 zukommen. Darin wurden als Diagnosen eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen und 

akuter Suizidalität (DD Schizodepression) sowie eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung aufgeführt. Der behandelnde Arzt hielt fest, dass der Versicherte 

freiwillig aufgrund des verschlechterten psychischen Zustandsbildes zum dritten Mal 

zur stationären Behandlung in die Klinik eingetreten sei. Bezüglich der Suizidalität, der 

inneren Unruhe sowie der Halluzinationen habe der Versicherte gut stabilisiert werden 

können. Allerdings leide er weiterhin unter einer zunehmenden Müdigkeit. Zudem sei er 

durch den Suizid seines Sohnes am 7. März 2010 stark irritiert worden. Es bestehe eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 203-16 ff.).

D.h  Der behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H.___ nannte im Bericht vom 

19. April 2010 als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

schwere Episode ohne psychotische Symptome, sowie eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Er führte aus, dass sich 

im Rahmen der seit dem 26. September 2008 durchgeführten ambulanten Behandlung 

eine zunehmende Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes mit Zunahme der 

depressiven Symptomatik gezeigt habe. Aktuell seien die Kriterien einer schweren 

Episode eindeutig erfüllt. Trotz der intensiven psychiatrisch-psychotherapeutischen 

Behandlung und dem intensiven Einsatz von psychopharmakologischer Medikation 

habe bisher keine dauerhafte Verbesserung des psychischen Befindens des 

Versicherten, weder bezüglich der chronischen Schmerzsymptomatik noch bezüglich 

der depressiven Symptomatik, erreicht werden können. Aufgrund der schweren 

depressiven Symptomatik sei der Versicherte im Hinblick auf die Ausdauer und das 

Durchhaltevermögen deutlich eingeschränkt. Es bestehe eine 100%ige 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsunfähigkeit. Die Prognose sei aufgrund des schwer chronifizierten Prozesses als 

sehr ungünstig zu bezeichnen (IV-act. 204).

D.i   Am 1. Juni 2010 hielt der RAD fest, es sei nicht klar, ob sich der psychische 

Gesundheitsschaden des Versicherten nach der letzten Hospitalisation in der Klinik 

I.____ dauerhaft verschlechtert habe oder ob eine Remission auf das Vorniveau 

stattgefunden habe, wie es bei einer rezidivierenden depressiven Störung zu erwarten 

sei. Die Frage sei in einer polydisziplinären Begutachtung zu klären, wobei auch der 

somatische Zustand zu beurteilen sei (IV-act. 206).

D.j   Der Versicherte wurde am 1. und 2. Februar 2011 in der MEDAS Zentralschweiz 

polydisziplinär begutachtet. Im entsprechenden Gutachten vom 20. April 2011 wurden 

folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit genannt: Schwere 

depressive Episode ohne psychotische Symptome, chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren, iatrogene Benzodiazepinabhängigkeit bei 

gegenwärtigem Substanzgebrauch, unerwünschte Arzneinebenmittelwirkungen von 

verschiedenen Medikamenten bei Verdacht auf Arzneimittelinteraktionen mit 

begleitender Angststörung und komplizierter Trauerreaktion sowie Frozen Shoulder 

rechts. Der rheumatologische Gutachter Dr. med. J.___, Rheumatologie FMH, führte 

aus, dass bezüglich der rechten Schulter aufgrund des Untersuchungsbefundes von 

einer Frozen Shoulder im Sinne einer Kapselschrumpfung ausgegangen werden 

müsse. Sichere Zeichen für eine Impingement-Symptomatik hätten aufgrund der 

erheblich schmerzhaft eingeschränkten Schulterbeweglichkeit nicht geprüft werden 

können. Entzündliche Befunde im Bereich der Schulter seien nicht objektivierbar 

gewesen. Auf der Gegenseite weise der Versicherte eine leichte Tendinopathie der 

Supraspinatussehne ansatznahe auf. Bezüglich der rechten Schulter sei das Arthro-

MRI vom 29. März 2006 entgegen der Beurteilung von Dr. E.___ nicht unauffällig und 

zeige eine ansatznahe Supraspinatus-Tendinopathie mit intratendinöser Partialruptur. 

Bezüglich des rechten Armes sei der Versicherte in der Schulterfunktion erheblich 

eingeschränkt. Die diffuse Schmerzausweitung auf den ganzen rechten oberen 

Körperquadranten inklusive diffuser Hypästhesie könne jedoch durch somatische 

Befunde nicht erklärt werden. Bezüglich der Handgelenksschmerzen links habe die 

handchirurgische Abklärung die Diagnose eines ulnocarpalen Impingements links 

sowie von multiplen Ganglien im Bereich des Lunatums ergeben. Es sei eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Operationsindikation für eine Ellenverkürzungsosteotomie gestellt worden. Hinsichtlich 

der vom Versicherten geklagten Nackenbeschwerden bestehe ein diffuser 

Irritationszustand in der gesamten Halswirbelsäulepartie ohne klinische Zeichen einer 

Segmentinstabilität oder einer relevanten Bewegungseinschränkung und ohne 

Anhaltspunkt für eine zervikoradikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik. Bezüglich der 

zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Montagearbeiter bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 

30%. Körperlich leichte, leidensadaptierte Tätigkeiten könnten dem Versicherten 

ganztags mit einer geschätzten Leistungseinschränkung von 30% zugemutet werden. 

Der psychiatrische Gutachter Dr. K.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt in 

der Beurteilung fest, dass beim Versicherten unerwünschte 

Arzneimittelnebenwirkungen und Interaktionen der verschiedenen Medikamente im 

Vordergrund stünden, obwohl dieser Aspekt in den Akten erstaunlicherweise kaum 

diskutiert worden sei. Es sei nicht ausgeschlossen, dass dadurch die Depression und 

die Angstsymptomatik noch verstärkt würden. Dies erschwere in jedem Fall die 

Diagnostik, da beispielsweise die Müdigkeit und Appetitlosigkeit sowohl unerwünschte 

Arzneimittelnebenwirkungen als auch Teil einer psychischen Krankheit sein könnten. 

Die Kriterien für eine Depression seien beim Versicherten klinisch und test­

psychologisch erfüllt. Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei von einer schweren 

Depression auszugehen, welche die Leistungsfähigkeit in jeder Tätigkeit deutlich ein­

schränken könne. Als Fabrikarbeiter sei die Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich nicht mehr 

gegeben. In einer Verweistätigkeit, die keine besonderen Anforderungen an die psy­

chische Belastbarkeit stelle und die keine besondere Fähigkeiten verlange, sei die 

Arbeitsfähigkeit, vor allem durch die Konzentrations- und Antriebsstörungen, durch die 

Verlangsamung sowie durch eine erhöhte Müdigkeit im Ausmass von 60% einge­

schränkt. Als therapeutische Massnahme müsse eine stationäre Entzugstherapie mit 

stufenweisem Vorgehen durchgeführt werden. Insgesamt attestierten die Gutachter 

eine Arbeitsfähigkeit von 25% in der bisherigen Tätigkeit sowie von 40% in einer 

adaptierten Tätigkeit (IV-act. 216-34). Auf die Frage der IV-Stelle nach einer Änderung 

des Gesundheitsschadens seit der Begutachtung im Jahr 2008 wurde im Gutachten 

festgehalten, der rheumatologische Gutachter habe sowohl die Diagnosen als auch die 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit betreffend die rechte Schulter ganz anders 

beurteilt als damals Dr. E.___. Es könne nicht sicher gesagt werden, ob eine 

Verschlechterung stattgefunden habe. Seine Beurteilung beziehe sich auf den aktuellen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zustand des Versicherten. Der psychiatrische Gutachter sei zwar zu einer quantitativ 

etwas anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als im Vorgutachten gekommen, jedoch 

hätten sich die psychischen Einschränkungen seit 2008 nicht wesentlich verändert. Das 

jetzige Aumass der Einschränkungen habe wahrscheinlich schon 2008 bestanden. Dies 

sei aber extrem schwierig zu beurteilen, da aktuell auch noch eine massive 

Fehlbehandlung/ medikamentöse Überlagerung bestehe (IV-act. 216-35).

D.k  Am 1. Juli 2011 berichtete der behandelnde Arzt der Klinik I.___, der Versicherte 

sei vom 3. Juni bis 1. Juli 2011 zum wiederholten Mal stationär behandelt worden. Er 

habe beim Eintritt eine zunehmende depressive Symptomatik, akute Suizidalität und 

akustische Halluzinationen gezeigt. Im Rahmen der Behandlung habe eine mässige 

Stabilisierung im Hinblick auf die Suizidalität und die psychotische Symptomatik 

erreicht werden können. Fortbestehend sei eine depressive Verstimmung mit 

Müdigkeit, nur minimaler Belastbarkeit und schwer zu beeinflussenden Schmerzen. Der 

Versicherte sei weiterhin und auf Dauer zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 220).

D.l   Auf Nachfrage der IV-Stelle betreffend die gutachterlich beschriebenen uner­

wünschten Arzneimittelnebenwirkungen erklärte der behandelnde Arzt des 

Psychiatriezentrums H.___ am 27. Juli 2011, es seien im Rahmen der regelmässigen 

Konsultationen zu keinem Zeitpunkt Intoxikationserscheinungen klinisch beobachtet 

worden. Der Versicherte zeige durchgängig einen Sedationseffekt, welcher aufgrund 

der chronifizierten, wiederkehrend subaktuen bis akuten Suizidalität durchaus 

gewünscht sei. Dadurch sei die Gefahr einer Suizidhandlung reduziert und dem 

Versicherten sei die Bewältigung des Alltags möglich. Eine Reduktion der sedierenden 

Medikamente werde prinzipiell gewünscht, entscheidend sei jedoch das klinische 

Zustandsbild des Versicherten, insbesondere bezüglich Suizidalität (IV-act. 223).

D.m RAD-Arzt Dr. med. L.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, führte am 

11. August 2011 aus, es sei aufgrund der Erklärung des Psychiatriezentrums H:___ und 

ungeachtet der Kritik des psychiatrischen Gutachters der MEDAS Zentralschweiz 

davon auszugehen, dass die Medikation beim Versicherten therapeutisch sinnvoll ein­

gestellt sei. Damit bestätige sich auch die vom Gutachter in den Raum gestellte 

schwergradig ausgeprägte depressive Störung. Dafür spreche auch der erneute 

stationäre Aufenthalt des Versicherten in der Klinik I im 20__. Zusammengefasst lasse 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sich somit eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten seit der 

Hospitalisation in der Klinik I.___ vom 2. Februar bis 19. März 2010 nachvollziehen. Es 

könne auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen gemäss dem MEDAS-Gutachten vom 20. 

April 2011 abgestellt werden (IV-act. 225).

D.n  Am 23. September 2011 hielt der zuständige Fachmitarbeiter der IV-Stelle fest, 

dass sich der RAD nach Erhalt des Gutachtens vom 20. April 2011 offenbar nur noch 

auf die Medikamentendosis des Versicherten fixiert habe. Die entscheidende Frage, ob 

sich der Gesundheitszustand seit Erlass der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 

22. Juli 2008 erheblich verändert habe oder nicht, sei dabei untergegangen. Aufgrund 

der Angaben im MEDAS-Gutachten habe sich der Gesundheitszustand des 

Versicherten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit rechtserheblich 

verschlimmert. Die Gutachter hätten lediglich eine unterschiedliche Beurteilung eines 

im Wesentlichen gleichen Sachverhalts vorgenommen, was keinen Revisionsgrund 

darstelle (IV-act. 226).

D.o  Mit einem Vorbescheid vom 6. Oktober 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten 

erneut die Abweisung seines Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 227).

D.p  Dagegen liess der Versicherte am 11. November 2011 einwenden, sein Gesund­

heitszustand habe sich seit der letzten rechtskräftigen Verfügung erheblich 

verschlechtert. Somatisch habe sich die Schmerzsymptomatik der rechten Schulter 

derart vertieft, dass ihm eine Ellenverkürzungsosteotomie vorgeschlagen worden sei. 

Weiter habe der Rheumatologe im Gutachten vom 24. März 2011 ausgeführt, es sei 

gegenüber dem Gutachten von 2008 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

im Bereich der rechten Schulter, leichtgradig der linken Schulter und des linken 

Handgelenks objektivierbar. Auch das psychische Krankheitsbild habe sich 

verschlechtert. Währenddem zum Zeitpunkt der Begutachtung im Jahr 2008 noch eine 

mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden sei, hätten sich die 

Beschwerden fortlaufend verstärkt. Anlässlich des stationären Aufenthalts in der Klinik 

I.___ vom 2. Februar bis 19. März 2010 sei neu die Diagnose einer schweren 

depressiven Episode mit psychischen Symptomen und akuter Suizidalität  gestellt 

worden. Diese Diagnose sei von den behandelnden Psychiatern sowie dem 

psychiatrischen MEDAS-Gutachter bestätigt worden. Der Suizid seines Sohnes habe 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zusätzlich zu einer zunehmenden depressiven Symptomatik geführt. Die behandelnden 

Psychiater hätten ihm aufgrund der neu gestellten Diagnosen übereinstimmend eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 230).

D.q  Der Rechtsvertreter des Versicherten stellte den behandelnden Psychiatern 

Fragen betreffend die Entwicklung des Gesundheitszustandes des Versicherten. Der 

behandelnde Psychiater der Klinik I.___ teilte daraufhin am 21. November 2011 mit, 

dass er den Versicherten seit dem 9. April 2009 aus den stationären Behandlungen 

kenne. Seitdem habe sich der Gesundheitszustand des Versicherten erheblich ver­

schlechtert. Insbesondere nach dem Suizid des Sohnes habe er eine Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes beobachtet. Seit der dritten stationären Behandlung vom 

2. Februar bis 19. März 2010 laute die Diagnose u.a. auf rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig schwere Episode. Aufgrund der zunehmenden depressiven 

Symptomatik sei der Versicherten in jeder Tätigkeit auf Dauer zu 100% arbeitsunfähig 

(IV-act. 232). Der ambulant behandelnde Psychiater des Psychiatriezentrums H.___ 

berichtete am 30. November 2011 zu Handen des Rechtsvertreters ebenfalls von einer 

deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten seit Beginn 

der Behandlung im September 2008 (IV-act. 234).

D.r   Der intern erneut angefragte RAD-Arzt Dr. L.___ hielt am 14. Dezember 2011 fest, 

er habe sich bezüglich der Frage einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

des Versicherten in der Stellungnahmen vom 11. August 2011 bereits eindeutig und 

abschliessend geäussert. In den Berichten der Klinik I.___ vom 21. November 2011 und 

des Psychiatriezentrums H.___ vom 30. November 2011 werde nochmals der bekannte 

medizinische Sachverhalt dargestellt. Die ausschlaggebenden Befunde und Diagnosen 

seien dem aktuellen MEDAS-Gutachten und ergänzend den nachfolgenden 

medizinischen Nachfragen und den Untersuchungsberichten der behandelnden Ärzte 

zu entnehmen (IV-act. 237).

D.s  Mit einer Verfügung vom 16. Januar 2012 lehnte die IV-Stelle einen Renten­

anspruch des Versicherten ab. Zu den Einwänden des Versicherten hielt sie fest, dass 

sich mit den eingereichten Unterlagen keine rechtserhebliche Veränderung des 

Gesundheitszustandes

begründen liesse (IV-act. 238).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

E.    

E.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 16. Februar 

2012. Der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Adrian Fiechter, beantragt 

die Aufhebung der Verfügung vom 16. Januar 2012 und die Zusprache einer ganzen 

Rente ab dem 1. April 2009. Eventualiter sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten 

einzuholen. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Der Rechtsvertreter führt zur Begründung im Wesentlichen an, dass 

sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem Frühjahr 2008 erheblich 

verschlechtert habe. Die gegenteiligen Ausführungen im MEDAS-Gutachten vom 

20. April 2011 seien nicht überzeugend. Es sei vielmehr auf die Einschätzungen der 

behandelnden Psychiater abzustellen. Gemäss dem Gutachten von 2008 seien in 

psychiatrischer Hinsicht die Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode sowie 

einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gestellt worden. Der psychiatrische 

Gutachter habe bereits damals eine ungünstige Prognose gestellt. Der ambulant 

behandelnde Psychiater des Psychiatriezentrums H.___ habe beim Beschwerdeführer 

seit Behandlungsbeginn im September 2008 eine erhebliche Verschlechterung des 

psychischen Zustandsbildes festgestellt. Die Verschlechterung sei insbesondere nach 

dem Suizid des Sohnes des Beschwerdeführers eingetreten. Diese Entwicklung werde 

auch vom behandelnden Psychiater der Klinik I.___ bestätigt. Beide Ärzte hätten 

ab diesem Zeitpunkt u.a. neu eine rezidivierende depressive Störung mit einer 

gegenwärtig schweren depressiven Episode diagnostiziert und beide seien von einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen. Auch der 

Gutachter Dr. K.___ gehe gemäss seinen Ausführungen faktisch von einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus und bejahe eine verwertbare 

Restarbeitsfähigkeit nur für den Fall, dass diverse Diagnosen nicht vorlägen. Die 

rückwirkenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen des Gutachters seien eher zweifelhaft, da 

er den Beschwerdeführer erst im Jahr 2011 erstmals untersucht habe. Sollte das 

Gericht entgegen der Einschätzungen der behandelnden Psychiater von einer 

Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgehen, so sei aus psychiatrischer Sicht 

ein neutrales psychiatrisches Gutachten einzuholen. Auch in somatischer Hinsicht habe 

sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert. Der 

rheumatologische Gutachter Dr. J.___ habe in seinem Gutachten vom 24. März 2011 

ausdrücklich eine objektivierbare Verschlechterung gegenüber dem Gutachten von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2008 im Hinblick auf den Bereich der rechten und linken Schulter sowie des linken 

Handgelenks beschrieben. Währenddem dem Beschwerdeführer im Gutachten von 

2008 aus orthopädischer Sicht noch eine volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit attestiert worden sei, liege diese gemäss Dr. J.___ neu bei 70%. Sollte das 

Gericht nicht zweifelsfrei von einer Verschlechterung ausgehen, so seien ein neutrales 

rheumatologisches sowie orthopädisches Gutachten einzuholen. Die im MEDAS-

Gutachten vom 20. April 2011 beschriebene leidensadaptierte Tätigkeit sei auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht zu finden. Da der Beschwerdeführer weder links 

noch rechts in Bezug auf die Arme und Hände belastbar sei, müsste ein Arbeitgeber 

dem Beschwerdeführer in absolut unzumutbarer Weise entgegenkommen. Derart 

realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten dürften nicht berücksichtigt werden. Beim 

Beschwerdeführer bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Sollte das Gericht auf die 

gemäss dem MEDAS-Gutachten vom 20. April 2011 attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit abstellen, so ergebe der Einkommensvergleich mit einem 

Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 20% (aufgrund des hohen Krankheitsrisikos, der 

längeren Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, der fehlenden Fachkenntnisse sowie der 

verminderten Arbeitsfähigkeit) einen Invaliditätsgrad von 70,99%. Somit hätte der 

Beschwerdeführer auch in diesem Fall Anspruch auf eine ganze Rente (act. G 1).

E.b  Am 23. April 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be­

schwerde. Sie hält fest, dem MEDAS-Gutachten vom 20. April 2011 sei zu entnehmen, 

dass beim Beschwerdeführer eine mittelschwere Depression vorliege. Zur Frage, ob 

sich der Gesundheitszustand seit der Begutachtung im 2008 verändert habe, äussere 

sich das Gutachten dahingehend, dass der psychiatrische Gutachter zwar zu einer 

quantitativ etwas anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit komme, er jedoch dargelegt 

habe, dass das jetzige Ausmass der Einschränkungen wahrscheinlich schon 2008 

bestanden habe. Die vom Gutachter erwähnte Trauer des Beschwerdeführers über 

den Verlust seines Sohnes durch Suizid im März 20__ sei vor diesem Hintergrund 

als vorübergehende Belastungssituation zu interpretieren, die keine dauerhafte 

Verschlechterung des psychischen Zustands begründet habe. Daran ändere auch der 

Umstand nichts, dass im MEDAS-Gutachten die Diagnose schwere depressive 

Episode ohne psychotische Symptome genannt werde, denn diese decke sich nicht 

mit dem dargelegten psychopathologischen Befund einer mittelgradigen depressiven 

Episode. Auf die Meinung der behandelnden Psychiater könne nicht abgestellt werden. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zum Einen fielen die Beurteilungen aufgrund der Vertrauensstellung zum Patienten eher 

zu dessen Gunsten aus. Zum Anderen sei zu berücksichtigen, dass sich die 

behandelnden Psychiater nicht zu den rechtsprechungsgemäss für die Annahme einer 

invalidisierenden Wirkung der diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung 

erforderlichen Kriterien äusserten. Die MEDAS-Gutachter hätten dem 

Beschwerdeführer eine 40%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Aus der Gesamtbeurteilung 

sei jedoch zu schliessen, dass sich der Gesundheitszustand sowohl in somatischer als 

auch psychiatrischer Hinsicht im Vergleich zum Vorgutachten nicht wesentlich 

geändert habe. Es handle sich demnach um eine abweichende Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit bei einem im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustand, 

was rechtsprechungsgemäss keine revisionsbegründende Änderung darstelle (act. G 

5).

E.c  Mit einer Replik vom 15. Juni 2012 hält der Beschwerdeführer an seinen Be­

schwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter führt in der Begründung aus, dass sich die 

Beschwerdegegnerin bei der Abweisung des Rentenanspruchs einzig auf die 

Stellungnahme eines nichtmedizinischen Fachmitarbeiters vom 23. September 2011 

gestützt habe, welcher von einem im wesentlichen unveränderten Sachverhalt 

ausgegangen sei. Dieser Ansicht widerspreche die Stellungnahme des RAD vom 3. 

August 2011, wonach eine Verschlechterung des Gesundheitsschadens des 

Beschwerdeführers seit der Hospitalisation in der Klinik I.___ vom 2. Februar bis 19. 

März 2010 nachvollziehbar sei. Mit einer weiteren Stellungnahme vom 14. Dezember 

2011 habe der RAD an seiner Einschätzung festgehalten. Somit seien sowohl der RAD 

als auch die MEDAS-Gutachter gemäss dem Gutachten vom 20. April 2011 zweifelsfrei 

der Meinung, dass beim Beschwerdeführer eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit in jeder 

Tätigkeit bestehe. Dennoch habe die Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf die als 

Entscheidgrundlage ungeeignete Stellungnahme des Fachmitarbeiters abgestellt. Die 

behandelnden Psychiater attestierten übereinstimmend eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer 

eingenommenen Medikation müsse bereits klar sein, dass dieser keiner 

Erwerbstätigkeit mehr nachgehen könne. Die im Gutachten der MEDAS vom 20. April 

2011 gestellten Diagnosen seien weit schwerwiegender als jene, welche anlässlich der 

Begutachtung 2008 gestellt worden seien. Aus dieser Tatsache gehe 

in Übereinstimmung mit den Ausführungen des RAD hervor, dass sich der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers im Vergleich zur Referenzsituation 

massiv verschlechtert habe. Die Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach aus 

dem MEDAS-Gutachten vom 20. April 2011 hervorgehe, dass beim Beschwerdeführer 

lediglich eine mittelgradige Depression vorliege, sei falsch. Die Gutachter hätten klar 

ausgeführt, dass beim Beschwerdeführer für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von 

einer schweren Depression auszugehen sei. Die Beschwerdegegnerin nehme ohne 

Fachkenntnis an, dass der Suizid des Sohnes nur zu einer "vorübergehenden 

Belastungssituation" geführt habe. Dies widerspreche den fachärztlichen Beurteilungen 

der behandelnden Psychiater, welche aufgrund des Suizids des Sohnes von einer 

massiven Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers 

ausgingen (act. G 10).

E.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 13).

Erwägungen:

1.     

1.1   Ist eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrads verweigert bzw. ein 

Rentengesuch abgewiesen worden, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 

die Voraussetzungen des Eintretens auf ein Rentenrevisionsgesuch (analog) erfüllt sind, 

d.h. wenn mit der Neuanmeldung glaubhaft gemacht wird, dass eine 

anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrads eingetreten ist (Art. 87 Abs. 3 

i.V.m. Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Gelingt 

es nicht, eine anspruchserhebliche Veränderung des Invaliditätsgrads glaubhaft zu 

machen, erlässt die IV-Stelle eine Nichteintretensverfügung. Entgegen dem Wortlaut 

der genannten Verordnungbestimmung ist nicht direkt eine Veränderung des 

Invaliditätsgrads glaubhaft zu machen. Es genügt, wenn eine Veränderung eines für die 

Invaliditätsbemessung relevanten Sachverhaltselements (i.d.R. des 

Arbeitsfähigkeitsgrads) glaubhaft gemacht wird und daraus eine leistungsrelevante 

Veränderung des Invaliditätsgrads resultieren kann. Das Glaubhaftmachen stellt 

niedrigere Beweisanforderungen als der im Sozialversicherungsrecht im Allgemeinen 

massgebende Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Es genügt, dass für 

den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, 

bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsänderung (bzw. 

Sachlage) nicht erstellen lassen (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juli 2011, 

9C_263/11).

1.2   Bei der letzten rechtskräftigen Abweisung des Rentengesuchs hat die 

Beschwerdegegnerin sich auf die von den Gutachtern Dres. E.___ und F.___ attestierte 

80%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit gestützt. Die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist gemäss dem Gutachten vom 30. April 2008 

psychiatrisch mit einer vorliegenden mittelgradigen depressiven Episode sowie einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung begründet worden (vgl. IV-act. 123-9). Im 

Rahmen der Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 9. April 2009 hat der 

behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H.___ am 8. Dezember 2009 berichtet, dass 

es beim Beschwerdeführer zu einer weiteren Chronifizierung der Schmerzsymptomatik 

und des depressiven Zustandsbildes gekommen sei und dass eine 100%ige Arbeits­

unfähigkeit vorliege (vgl. IV-act. 193). Ob eine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit 

aufgrund einer Chronifizierung des psychischen Krankheitsbildes des Beschwerde­

führers als glaubhaft betrachtet werden kann, muss vorliegend nicht entschieden 

werden. Spätestens mit dem Bericht der Klinik I.___ vom 19. März 2010, worin der 

behandelnde Arzt u.a. neu die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen und akuter Suizidalität, 

genannt hat und von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist (vgl. IV-

act. 203-16 ff.), ist eine Änderung des Invaliditätsgrades des Beschwerdeführers 

glaubhaft gemacht worden. Die Beschwerdegegnerin ist daher zu Recht auf die Neu­

anmeldung eingetreten.

1.3   Die Beschwerdegegnerin hat die vorliegend angefochtene Abweisung des 

Rentengesuchs damit begründet, dass die vom Beschwerdeführer glaubhaft gemachte 

Veränderung des Invaliditätsgrades tatsächlich nicht eingetreten sei und es sich bei 

den abweichenden ärztlichen Einschätzungen lediglich um andere Beurteilungen des 

im Wesentlichen gleichen Sachverhalts handle. Die Beschwerdegegnerin hat damit den 

Prüfungsumfang des Rentenanspruchs analog einem Rentenrevisionsverfahrens auf 

erhebliche Änderungen des massgebenden Sachverhalts beschränkt. Dies kann aus 

verschiedenen Gründen nicht überzeugen. Sinn der Eintretenshürde bei einer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Neuanmeldung gemäss Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV (Glaubhaftmachung einer 

Änderung des Invaliditätsgrades seit der vorausgegangenen rechtskräftigen Abweisung 

eines Rentengesuchs) ist zu verhindern, dass sich die lautenden und nicht näher 

begründeten Rentengesuchen befassen muss (Urteil des Bundesgerichts vom 28. 

Februar 2011, 9C_820/10, E. 2.2). Dem Wortlaut der Verordnungsbestimmung lässt 

sich jedoch nicht entnehmen, dass die Voraussetzung einer erheblichen 

Sachverhaltsänderung auch während dem materiell-rechtlichen Abklärungsverfahren 

massgebend sein soll. Sinn des Verfahrensrechts kann es jedenfalls nicht sein, 

bestehende Rentenansprüche von versicherten Personen zu übergehen.

1.4   Klar abzugrenzen von der Eintretensfrage ist der Prüfungsumfang im 

anschliessenden materiell-rechtlichen Abklärungsverfahren. Gemäss 

bundesgerichtlicher Praxis soll Art. 17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) betreffend Abklärungs- und 

Prüfungspflichten entsprechend dem Revisionsverfahren analog auch beim 

Neuanmeldeverfahren Anwendung finden. Gemäss Bundesgericht legen es die in der 

Sache bestehenden Gemeinsamkeiten der Neuanmeldung und der Rentenrevision 

nahe, die entscheidende Frage nach der anspruchserheblichen Änderung des 

Invaliditätsgrades in sämtlichen Konstellationen – sei es im Rahmen der Eintretensfrage 

nach Art. 87 Abs. 3 IVV oder im Rahmen der materiellen Anspruchsbeurteilung – nach 

denselben Grundsätzen zu prüfen (BGE 133 V 108 E. 5.2; so auch BGE 117 V 198 E. 

3a). Dieser Rechtsprechung kann nicht gefolgt werden. Die Revisionsbestimmung des 

Art. 17 ATSG regelt, ihrem klaren Wortlaut gemäss, nur die Anpassung einer laufenden, 

d.h. früher rechtskräftig zugesprochenen Invalidenrente an eine nachträgliche, gemäss 

Art. 28 Abs. 2 IVG erhebliche Veränderung des Invaliditätsgrades. Da der 

Beschwerdeführer keine IV-Rente bezieht, kann also auch kein Anwendungsfall von 

Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegen. Eine analoge Anwendung von Art. 17 Abs. 1 ATSG 

entsprechend dem Revisionsverfahren kommt nicht in Betracht, da entgegen der 

Ansicht des Bundesgerichts keine gleich gelagerten Verhältnisse zwischen einem 

Revisions- und einem Neuanmeldeverfahren vorliegen. Währenddem es beim 

Revisionsverfahren um eine Anpassung einer laufenden Leistung geht, ist im Vorfeld 

der Neuanmeldung eben keine Leistung zugesprochen worden. Da Art. 17 ATSG sich 

ausdrücklich auf eine zugesprochene Leistung als Ausgangspunkt bezieht, kann diese 

Bestimmung nicht analog auf das Neuanmeldeverfahren angewendet werden. Im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Übrigen würde es zu einer unrechtmässigen Ungleichbehandlung führen, wenn eine 

versicherte Person mit einem Leistungsanspruch im Rahmen einer Erstanmeldung eine 

Rente erhielte, eine Person in der gleichen Lage bei einer Neuanmeldung ihren 

bestehenden Leistungsanspruch aber nicht geltend machen könnte. Aus diesen 

Gründen ist bei einer Neuanmeldung – nach Erfüllung der Eintretensvoraussetzung – 

eine umfassende Rentenanspruchsprüfung (wie bei einer Erstanmeldung) vorzunehmen 

und zu beurteilen, ob aktuell ein leistungsbegründender Sachverhalt gegeben ist (vgl. 

auch Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Oktober 2010, 

IV 2010/121, E. 4).

2.     

2.1   Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des 

Invaliditätsgrades das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage ezielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

2.2   Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren Invalidenein­

kommens – und damit indirekt des Invaliditätsgrades – ist grundsätzlich der Grad der 

verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung in der Regel den ersten 

Schritt bei der Erhebung des massgebenden Sachverhalts bildet. Um den Grad der 

Arbeitsunfähigkeit bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen 

angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 

stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

261 E. 4 mit Hinweisen). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medzinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

3.     

3.1   Zu klären ist nun die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Rechtsgenüglich ist 

die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, wenn sie aufgrund der vorliegenden medizinischen 

Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ermittelt werden kann.

3.2   Die Beschwerdegegnerin hat sich auf die im Gutachten vom 30. April 2008 attes­

tierte 80%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gestützt. Sie hat vorgebracht, 

dass sich der Gesundheitszustand seitdem nicht verschlechtert habe und die nach­

folgenden höheren Arbeitsunfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte sowie der 

MEDAS-Gutachter daher nicht nachvollziehbar seien. Zu betonen ist, dass sämtliche 

folgende Ausführungen, welche einen Vergleich des Gesundheitszustandes des 

Beschwerdeführers zwischen der Begutachtung 2008 und jener von 2011 ziehen, nur 

dazu dienen, die Beweiskraft der aktuellen medizinischen Aktenlage zu beurteilen. Es 

geht nicht darum, eine rechtserhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

des Beschwerdeführers nachzuweisen, denn dies ist wie bereits gesagt nicht 

erforderlich, um einen allfällig bestehenden Rentenanspruch zu begründen (vgl. E. 1.4). 

Wenn von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes die Rede ist, ist dies 

folglich in einem rein medizinischen und nicht rechtlichen Sinn zu verstehen.

3.3   In somatischer Hinsicht hat Dr. E.___ im Gutachten vom 30. April 2008 als 

Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte Ansatzentzündung der Flexor 

carpi ulnaris Sehne links angegeben. Er hat festgehalten, dass sich mit diesem im MRI 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ersichtlichen Befund die Schmerzen im linken Handgelenk erklären liessen. Dagegen 

seien die Schulterschmerzen rechts sowie die Hyposensibilität des gesamten rechten 

Arms objektiv nicht nachvollziehbar. In der bisherigen Tätigkeit als Montagearbeiter in 

einer Büromöbelfabrik bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. In körperlich leichten, 

leidensadaptierten Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsfähig. 

Dr. J.___ hat im Gutachten vom 20. April 2011 folgende Diagnosen genannt: Frozen 

Shoulder rechts sowie Athralgie radiokarpal links. In der Beurteilung hat er ausgeführt, 

dass aufgrund des Untersuchungsbefundes von einer Frozen Shoulder rechts im Sinne 

einer Kapselschrumpfung ausgegangen werden müsse. Auf der linken Seite weise der 

Beschwerdeführer eine leichte Tendinopathie der Supraspinatussehne ansatznahe auf, 

was wahrscheinlich auf eine Überlastung infolge Mehrgebrauchs bei Schonung der 

rechten, dominanten oberen Extremität zurückzuführen sei. Bezüglich der rechten 

Schulter zeige das Arthro-MRI vom 29. März 2006 – entgegen der Beurteilung von 

Dr. E.___ – eine ansatznahe Supraspinatus Tendinopathie mit intratendiöser 

Partialruptur und vorbestehend ein als Impingementfaktor geltender Akromion-Typ II/III 

nach Bigliani mit nach kaudal gerichteter osteophytärer Ausziehung. Seitens des 

rechten Armes sei der Beschwerdeführer erheblich eingeschränkt (vgl. IV-act. 216-30). 

Abweichend von der Beurteilung durch Dr. E.___ hat Dr. J.___ somit die 

Schulterschmerzen rechts als objektiv erklärbar angesehen. Diese Einschätzung 

erscheint aufgrund der erhobenen Befunde und seinen Ausführungen als 

nachvollziehbar. Unter Berücksichtigung der zum Zeitpunkt der Begutachtung 

objektivierbaren Schulter- und Handgelenksbeschwerden hat Dr. J.___ die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen Tätigkeit als Montagearbeiter 

auf 30% festgelegt. In einer adaptierten Tätigkeit ist er von einer 70%igen 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Wie Dr. J.___ im Gutachten selbst erklärt hat, hat er den 

somatischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, insbesondere in Bezug auf 

die rechte Schulter, ganz anders beurteilt als Dr. E.___ im Jahr 2008 (vgl. IV-act. 

216-35). Die Beurteilung von Dr. J.___ erscheint umfassend und ist nachvollziehbar 

begründet. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung, bei welcher er im Gegensatz zu Dr. E.___ 

nebst den Handgelenksbeschwerden auch die objektiverbaren Schultberbeschwerden 

mitberücksichtigt hat, ist nachvollziehbar und überzeugend. In somatischer Hinsicht ist 

daher auf die Einschätzung von Dr. J.___, wonach der Beschwerdeführer in einer 

adaptierten Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig ist, abzustellen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.4   Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seit ca. 2007 insbesondere 

aus psychischen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Damit ist der 

psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vorliegend massgeblich für 

die Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit.

3.5   Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung am 22. April 2008 hat Dr. F.___ 

eine mittelgradige depressive Episode, bestehend seit März 2007, sowie eine an­

haltende somatoforme Schmerzstörung, bestehend seit 2006, diagnostiziert. In seinem 

Teilgutachten vom 24. April 2008 hat er ausgeführt, der Beschwerdefgrund der 

Schmerzsymptomatik in Verbindung mit emotionalen Konflikten und erheblichen 

psychosozialen Problemen seit 2007 zunehmende depressive Störungen mit einer 

inzwischen mittelgradigen depressiven Episode entwickelt. Diese sei gekennzeichnet 

durch depressive Verstimmungen, Lustlostörungen, Antriebslosigkeit, 

psychomotorischer Unruhe, Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen mit 

Durchschlafstörungen, mangelndem Lebenswillen und zunehmender Fixierung auf die 

Beschwerdesymptomatik. Zusammen mit der anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung führe die depressive Störung zu einer Beeinträchtigung der 

psychischen Belastbarkeit. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit liege bei 

60%. In einer den psychischen Leiden angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer 

zu 80% arbeitsfähig (vgl. IV-act. 124-6 ff.). Im Dezember 2009 hat der ambulant 

behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H.___ dem Beschwerdeführer bei 

unveränderten Diagnosen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Er hat berichtet, 

der Gesundheitszustand habe sich insofern verschlechtert, als dass es zu einer 

weiteren Chronifizierung der Schmerzsymptomatik und des depressiven 

Zustandsbildes gekommen sei. Wegen der deutlichen Verschlechterung sei der 

Versicherte zweimal stationär in der Klinik I.___ behandelt worden (vgl. IV-act. 193). 

Diese Einschätzung steht jedoch im Wiederspruch zur Aussage des behandelnden 

Arztes der Klinik I.___ vom 26. Oktober 2009, wonach sich der Zustand des 

Beschwerdeführers im Vergleich zum Gutachten von 2008 nicht zusätzlich 

verschlechtert hat. Seitens der Klinik I.___ ist keine Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine 

adaptierte Tätigkeit angegeben worden (vgl. IV-act. 188). Vor dem Hintergrund, dass 

die behandelnden Ärzte von einem stationären Gesundheitszustand mit einer 

mittelgradigen depressiven Episode und einer anhaltend somatoformen 

Schmerzstörung ausgegangen sind, sowie dass sich auch die Befunde – bis auf die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beim zweiten Eintritt in die Klinik I.___ vorübergehend vorhandende akute Suizidalität – 

gegenüber der Begutachtung von 2008 im Wesentlichen nicht verschlechtert haben, ist 

die vom ambulant behandelnden Arzt mit einer weiteren Chronifizierung des 

Zustandsbildes begründete 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers nicht 

nachvollziehbar. Gemäss der Stellungnahme des RAD vom 3. Februar 2010 ist das 

psychische Zustandsbild des Beschwerdeführers bereits im Zeitpunkt der 

Begutachtung im 2008 chronifiziert gewesen (vgl. IV-act. 194). Tatsächlich hat Dr. F.___ 

den Beginn der mittelgradigen depressiven Episode gemäss seinem Gutachten auf 

etwa März 2007 festgelegt und ist seitdem von einem konstanten Zustandsbild 

ausgegangen (vgl. IV-act. 124-7). Inwiefern eine weitere Chronifizierung der 

psychischen Erkrankungen erfolgt sein soll, ist nicht ersichtlich. Eine gegenüber dem 

Gutachten von 2008 verschlechterte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers lässt sich 

objektiv nicht begründen. Daher hat nach der Begutachtung von 2008 überwiegend 

wahrscheinlich zunächst weiterhin eine aus psychiatrischer Sicht 80%ige 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit bestanden.

3.6   Aus dem Bericht der Klinik I.___ vom 19. März 2010 geht aber hervor, dass neu 

die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode 

mit psychotischen Symptomen und akuter Suizidalität, diagnostiziert worden ist. Der 

behandelnde Arzt hat festgehalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund des 

verschlechterten psychischen Zustandsbildes bereits zum dritten Mal zu einer 

stationären Behandlung in der Klinik gewesen sei. Bezüglich der Suizidalität, der 

inneren Unruhe sowie der Halluzinationen habe der Beschwerdeführer gut stabilisiert 

werden können. Allerdings leide er weiter unter einer zunehmenden Müdigkeit. Durch 

den Suizid seines Sohnes am 7. März 2010 sei der Beschwerdeführer stark irritiert 

worden (vgl. IV-act. 203-19). Auch der ambulant behandelnde Arzt des Psychiatrie­

zentrums H.___ ist gemäss seinem Bericht vom 19. April 2010 u.a. von einer gegen­

wärtig schweren depressiven Episode ausgegangen. Er hat ausgeführt, dass sich das 

psychische Zustandsbild des Beschwerdeführers im Rahmen der seit dem 26. 

September 2008 durchgeführten ambulanten Behandlung zunehmend verschlechtert 

habe. Die depressive Symptomatik habe derart zugenommen, dass aktuell die Kriterien 

einer schweren depressiven Episode eindeutig erfüllt seien. Es bestehe eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit und die Prognose sei aufgrund des schwer chronifizierten Prozesses 

als sehr ungünstig zu bezeichnen (vgl. IV-act. 204-4). Zur Klärung der Frage, ob sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem letzten Aufenthalt in der 

Klinik I.___ dauerhaft verschlechtert hat, hat der RAD erneut eine polydisziplinäre 

Begutachtung veranlasst (vgl. IV-act. 206).

3.7   In seinem Fachgutachten vom 7. Februar 2011 hat der psychiatrische Gutachter 

Dr. K.___ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere 

depressive Episode ohne psychotische Symptome, eine chronische Schmerzstörung 

mit somatischen und psychischen Faktoren, eine iatrogene Benzodiazepinabhängigkeit 

sowie unerwünschte Arzneimittelwirkungen von verschiedenen Medikamenten bei 

Verdacht auf Arzneimittelinteraktionen genannt. In der Beurteilung hat er ausgeführt, 

dass im Vordergrund des aktuellen klinischen Bildes die unerwünschten 

Arzneimittelwirkungen und Interaktionen der verschiedenen Medikamente stünden (vgl. 

IV-act. 216-47). Bezüglich der depressiven Störung hat der Gutachter entgegen der 

Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht eine mittelgradige, sondern eine schwere 

depressive Episode angenommen. Zwar hat er festgehalten, dass die Ergebnisse der 

psychologischen Tests unter Ausserachtlassung der durch die Schmerzen erklärbaren 

Symptome einer mittelgradigen Depression entsprächen, jedoch geht aus seinen 

Ausführungen auch hervor, dass für die Diagnosestellung sowie für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit die klinische Untersuchung, welche eine schwere Depression ergeben 

habe, entscheidend sei (vgl. IV-act. 216-48 unten, IV-act. 216-51). Zum Verlauf der 

depressiven Störung hat Dr. K.___ ausgeführt, es sei aufgrund der Akten anzunehmen, 

dass die Depression wie von Dr. F.___ angegeben etwa im März 2007 begonnen habe, 

trotz ambulanter und stationärer Behandlung nicht wesentlich gebessert und sich nach 

dem Suizid des Sohnes im März 2010 verschlechtert habe. Die vom Beschwerdeführer 

auch subjektiv wahrgenommene Verschlechterung seit dem Tod des Sohnes sei gut 

verständlich. Der Verlust eines Kindes brauche einen Trauerprozess, der aber durch die 

vorbestehende Depression erschwert und verkompliziert werde. Eine blockierte Trauer 

sei zwar keine Depression, aber könne eine vorbestehende Depression verstärken. Der 

bevorstehende schwierige und langwierige Trauerprozess dürfte beim Beschwerde­

führer noch zusätzlich durch Selbstvorwürfe und Schuldgefühle erschwert sein. Aus 

diesem Grund sei es schwierig eine Prognose zu stellen, ab wann wieder eine Auf­

hellung der Depression möglich sei, wenigstens auf das Ausmass wie vor dem Suizid 

des Sohnes (vgl. IV-act. 216-49). Gemäss diesen Ausführungen von Dr. K.___ ist davon 

auszugehen, dass er Beschwerdeführer seit dem Suizid seines Sohnes im März 2010 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

an einer schweren depressiven Episode leidet, wobei der Zeitpunkt einer allfälligen 

Verbesserung des Zustands nicht absehbar ist. Aufgrund der unerwünschten 

Arzneimittelwirkungen hat der Gutachter insbesondere eine Optimierung der 

medikamentösen Behandlung empfohlen, worin er auch eine Möglichkeit zur 

Verbesserung des Zustandsbildes gesehen hat (vgl. IV-act. 216-53 f.). Auf Nachfrage 

der Beschwerdegegnerin hat der behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H.___ die 

gutachterliche Diagnose von unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen nicht 

bestätigen können. Er hat am 27. Juli 2011 erklärt, es seien im Rahmen der 

regelmässigen Konsultationen klinisch zu keinem Zeitpunkt Intoxikationserscheinungen 

beobachtet worden. Der Beschwerdeführer zeige durchgängig einen Sedationseffekt, 

welcher aufgrund der chronifizierten, wiederkehrend subakten bis akuten Suizidalität 

durchaus gewünscht sei. Es werde prinzipiell eine Reduktion der sedierenden 

Medikamente angestrebt, entscheidend sei jedoch das klinische Zustandsbild des 

Beschwerdeführers (vgl. IV-act. 223). Aus dieser Erklärung hat RAD-Arzt Dr. L.___ 

geschlossen, dass die Medikation beim Beschwerdeführer therapeutisch sinnvoll 

eingestellt sei. Damit bestätige sich auch die vom Gutachter in den Raum gestellte 

Diagnose einer schwergradig ausgeprägten depressiven Störung. Dr. L.___ hat eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der 

Hospitalisation in der Klinik I.___ im Februar/März 2010 sowie die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. K.___ als nachvollziehbar erachtet (vgl. IV-act. 225). 

Dass – entsprechend den Angaben des ambulant behandelnden Arztes – eine 

Reduktion der Medikation aufgrund des Zustandsbildes des Beschwerdeführers nicht 

möglich gewesen ist, ergibt sich auch daraus, dass der Beschwerdeführer wegen 

zunehmender depressiver Symptomatik und erneuter akuter Suizidalität vom 3. Juni bis 

1. Juli 2011 zum wiederholten Mal stationär in der Klinik I.___ hat behandelt werden 

müssen (vgl. IV-act. 220). Entsprechend der Einschätzung von RAD-Arzt Dr. L.___ hat 

zu diesem Zeitpunkt überwiegend wahrscheinlich kein verbesserungsfähiger Zustand 

vorgelegen, womit davon auszugehen ist, dass weiterhin die gutachterlich gestellte 

Diagnose einer schweren depressiven Episode vorgelegen hat.

3.8   Die Beschwerdegegnerin hat zwar anerkannt, dass sich der Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers nach dem Suizid seines Sohnes im März 2010 verschlechtert 

hat, hat jedoch argumentiert, dass diese Verschlechterung nur als "vorübergehende 

Belastungssituation" zu interpretieren sei, welche keine dauerhafte Verschlechterung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

des psychischen Zustandsbildes begründet habe. Sie hat sich dabei auf eine Aussage 

im Gutachten vom 20. April 2011 gestützt. Auf die Frage der Beschwerdegegnerin, ob 

sich der psychische Gesundheitsschaden seit der Begutachtung von 2008 verändert 

habe, ist im Gutachten festgehalten worden, Dr. K.___ sei zwar zu einer quantitativ 

etwas anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gekommen, habe aber dargelegt, dass 

sich die psychischen Einschränkungen seit 2008 nicht wesentlich verändert hätten. Er 

gehe davon aus, dass das jetzige Ausmass der Einschränkungen wahrscheinlich schon 

2008 bestanden habe. Dies sei aber extrem schwierig zu beurteilen und aktuell bestehe 

auch eine massive Fehlbehandlung/medikamentöse Überlagerung (vgl. IV-act. 216-35). 

Aus dieser Erklärung hat die Beschwerdegegnerin geschlossen, dass die depressive 

Störung des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. K.___ wieder 

auf eine mittelgradige depressive Episode remittiert hat, womit der gleiche 

Gesundheitszustand vorgelegen haben soll wie anlässlich der Begutachtung von Dr. 

F.___ im Jahr 2008. Die Aussage im Gutachten vom 20. April 2011 kann auf zwei Arten 

verstanden werden. Einerseits dahingehend, dass bereits 2008 eine schwere 

depressive Episode vorgelegen hat, oder andererseits dahingehend, dass anlässlich 

der aktuellen Begutachtung wie bereits 2008 nur eine mittelgradige depressive Episode 

bestanden hat. Beide Interpretationen widersprechen den Ausführungen im 

psychiatrischen Fachgutachten vom 7. Februar 2011, worin Dr. K.___ nachvollziehbar 

eine Verschlechterung der depressiven Störung ab März 2010 beschrieben hat, welche 

sich auch noch im Zeitpunkt der Begutachtung im Februar 2011 in Form einer 

schweren depressiven Episode gezeigt hat. Es ist daher davon auszugehen, dass sich 

der Gesundheitszustand des Versicherten derart entwickelt hat, dass von ca. März 

2007 bis ca. März 2010 eine mittelgradige depressive Episode bestanden hat, welche 

sich ab März 2010 zu einer andauernden schweren depressiven Episode verschlechtert 

hat. Auf die Aussage im Gutachten vom 20. April 2011, wonach anlässlich der 

Begutachtungen 2008 und 2011 der im Wesentlichen gleiche 

psychische Gesundheitszustand vorgelegen haben soll, kann somit nicht abgestellt 

werden. Aus psychiatrischer Sicht massgebend sind die persönlichen Ausführungen 

von Dr. K.___ in seinem Fachgutachten vom 7. Februar 2011.

3.9   Auf Nachfrage des Rechtsvertreters haben die behandelnden Psychiater am 

21. und 30. November 2011 u.a. nochmals die Diagnose einer schweren depressiven 

Episode bestätigt. Weiter haben beide Ärzte ausgeführt, dass sich der psychische Ge­

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sundheitszustand des Beschwerdeführers insbesondere nach dem Suizid des Sohnes 

im März 2010 verschlechtert habe (vgl. IV-act. 232-2, 234-2). Aufgrund dieser Berichte 

ist anzunehmen, dass auch Ende 2011 noch keine Verbesserung des psychischen 

Zustandsbildes des Beschwerdeführers eingetreten ist. Somit ist für den Zeitraum von 

März 2010 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 16. Januar 2012 von 

einem unveränderten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit einer 

schwergradigen depressiven Episode auszugehen.

3.10  Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat Dr. K.___ die 

Auswirkungen der unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen, der schwergradigen 

depressiven Episode sowie – nach einer Prüfung der Försterkriterien – der chronischen 

Schmerzstörung berücksichtigt. Er hat festgehalten, in einer adaptierten Tätigkeit, 

welche keine besonderen Anforderungen an die psychische Belastbarkeit stelle oder 

besondere Fähigkeiten verlange, sei die Arbeitsfähigkeit zu etwa 60% eingeschränkt. 

Die Einschränkung ergebe sich vor allem durch die Konzentrations- und 

Antriebsstörungen, die Verlangsamung und die erhöhte Müdigkeit (vgl. IV-act. 216-52). 

Im Vergleich zum Vorgutachten von Dr. F.___, welcher bei einer mittelgradigen 

depressiven Episode eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit an­

genommen hatte, erscheint die höhere Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. K.___ 

aufgrund der deutlichen Verschlechterung der depressiven Störung überzeugend. Zu 

der Einschätzung der behandelnden Ärzte, wonach der Beschwerdeführer zu 100% 

arbeitsunfähig sei, hat Dr. K.___ zu Recht auf den Umstand hingewiesen, dass ein 

behandelnder Arzt aufgrund seiner therapeutischen Funktion eher zugunsten seines 

Patienten aussage (vgl. IV-act. 216-52 f., BGE 125 V 352 E. 3c). Zudem sind 

die vorliegenden Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit seitens der behandelnden Ärzte 

im Vergleich zur Beurteilung von Dr. K.___ wenig differenziert. So hat der ambulant 

behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H.___ beispielsweise bereits im Dezember 

2009, d.h. als beim Beschwerdeführer noch eine mittelgradige depressive Episode 

bestanden hatte, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. IV-act. 193). Weiter 

haben die behandelnden Ärzte ihre Arbeitsfähigkeitsschätzungen jeweils gar nicht oder 

nur knapp begründet, haben keine Unterscheidung zwischen der bisherigen und einer 

adaptierten Tätigkeit vorgenommen und sind bei ihren Einschätzungen auch nicht auf 

die bei einer vorliegenden Schmerzstörung zu prüfenden Försterkriterien eingegangen 

(vgl. IV-act. 203-17, 204-4, 220-2, 232-2, und 234-2). Vor diesem Hintergrund ist auf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die ausführlich und nachvollziehbar begründete Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. 

K.___ abzustellen. Aus psychiatrischer Sicht ist somit von März 2010 bis zum 

vorliegend zu berücksichtigenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung 

am 16. Januar 2012 von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in 

einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.

4.     

4.1   Vor der Prüfung eines Rentenanspruchs des Beschwerdeführers ist im Sinne des 

Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" zu prüfen, ob die Arbeitsfähigkeit des Be­

schwerdeführers durch berufliche oder medizinische Eingliederungsmassnahmen ver­

bessert werden kann (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Vorbemerkungen 

Rn 47).

4.2   Im Gutachten vom 20. April 2011 ist festgehalten worden, dass berufliche Mass­

nahmen zurzeit entfielen, da der Beschwerdeführer aktuell nur zu 40% arbeitsfähig 

sei. Es bestehe aber eine Besserungsoption (vgl. IV-act. 216-35). Damit ist die von 

Dr. K.___ empfohlene medizinische Massnahme in Form der Medikationsanpassung 

des Beschwerdeführers gemeint. Wie bereits ausgeführt, ist eine Reduktion der 

Medikamente aufgrund des andauernden Zustandsbildes des Beschwerdeführers mit 

einer schweren depressiven Episode und wiederkehrender Suizidalität nicht möglich 

gewesen (vgl. E. 3.7). Somit hat weiterhin eine lediglich 40%ige Arbeitsfähigkeit be­

standen. Angesichts dieser niedrigen Arbeitsfähigkeit sowie des bereits fortgeschritte­

nen Alters des Beschwerdeführers (Jahrgang 195_) ist nicht davon auszugehen, dass 

arbeitsfähigkeits- bzw. invaliditätsrelevante Eingliederungsmassnahmen durchführbar 

wären, geschweige denn zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führen könnten.

5.     

5.1   Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob und ab wann der Beschwerdeführer die

Voraussetzungen für einen Rentenanspruch erfüllt.

5.2   Nach dem hier anwendbaren altrechtlichen Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG entsteht ein 

Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 31/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% 

arbeitsunfähig gewesen ist. Im Rahmen des Art. 29 Abs. 1 IVG nicht anwendbar ist 

nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz, dass bei langdauernder 

Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf – oder sobald klar wird, dass die 

Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt – nach 

Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in einem anderen 

Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung ist 

ausschliesslich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten 

(Entscheid des EGV vom 23. Oktober 2003, I 392/02; vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits 

unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 ATSG). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, 

sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). 

Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu 

berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des 

EGV vom 2. März 2000, I 307/99).

5.3   Gemäss dem Gutachten vom 30. April 2008, worauf vorliegend abzustellen ist, hat 

beim Beschwerdeführer seit dem 1. März 2007 eine 40%-ige Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit als Montagearbeiter in einer Büromöbelfabrik vorgelegen (vgl. 

IV-act. 123-7). Das Wartejahr hat demnach erstmals am 1. März 2008 ablaufen können. 

Nebst der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres ist für einen 

Rentenanspruch erforderlich, dass anschliessend eine rentenbegründende Invalidität 

vorliegt. Gemäss dem Gutachten vom 30. April 2008 ist der Beschwerdeführer bei 

Ablauf dieses Jahres zu 80% in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsfähig 

gewesen. Der von der Beschwerdegegnerin für diesen Zeitpunkt vorgenommene 

Einkommensvergleich hat keine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit ergeben (vgl. 

IV-act. 134-1). Daher ist das Rentengesuch mit der Verfügung vom 22. Juli 2008 

abgelehnt worden (vgl. IV-act. 148). Gestützt auf das Gutachten vom 30. April 2008 

und den im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

ist die Beschwerdegegnerin bis März 2010 zu Recht weiterhin von einer 80%-igen 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen. Ab März 2010 hat sich 

der psychische Gesundheitszustand und damit auch die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers jedoch dauerhaft (bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung) 

verschlechtert. Ab März 2010 ist von der im Gutachten vom 20. April 2011 attestierten 

40%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 32/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auszugehen. Für diesen Zeitpunkt ist im Folgenden der Invaliditätsgrad des 

Beschwerdeführers anhand eines Einkommensvergleichs zu berechnen.

5.4   Betreffend die Bestimmung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt 

erzielten Einkommen angeknüpft, da davon auszugehen ist, dass die versicherte 

Person ohne den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit die bisherige Tätigkeit weitergeführt 

hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1). Gemäss den Arbeitgeberberichten der M.___ AG vom 24. 

Januar 2002 und vom 25. August 2005 ist der Beschwerdeführer vom 1. Dezember 

1993 bis zum 31. Dezember 2002 mit einem vollen Pensum als Monteur tätig gewesen 

(vgl. IV-act. 14, 47). Der Arbeitgeber hat für das Jahr 2002 einen Monatslohn von 

Fr. 4'225.-- (zuzüglich einem 13. Monatslohn) angegeben (vgl. IV-act. 14-2), was einem 

Jahreseinkommen von Fr. 54'925.-- entspricht. Massgebend für die Bestimmung der 

Vergleichseinkommen ist grundsätzlich das Lohnniveau jenes Jahres, in dem der 

Rentenanspruch theoretisch frühestens entstehen würde, d.h. vorliegend das 

Lohnniveau des Jahres 2010. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 

2002 bis 2012 (vgl. Lohnentwicklung 2012, Bundesamtes für Statistik, Tabelle 39 

"Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne", 

Veränderung gegenüber dem Vorjahr: 2003: 1,3%, 2004: 0,9%, 2005: 0,9%, 2006: 

1,1%, 2007: 1,6%, 2008: 2,2%, 2009: 2,1% und 2010: 0,7%) beträgt das 

Valideneinkommen im Jahr 2010 rund Fr. 61'138.--.

5.5   Der Beschwerdeführer ist nach Eintritt des Gesundheitsschadens nicht mehr 

arbeitstätig gewesen (der letzte effektive Arbeitstag bei der M.___ AG war am 31. 

August 2001, vgl. IV-act. 47-1). Aus diesem Grund ist zur Bestimmung des Inva­

lideneinkommens auf die statistischen durchschnittlichen Löhne gemäss den Lohn­

strukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik zurückzugreifen. Der Be­

schwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert und ist daher als Hilfsarbeiter zu 

betrachten. Entsprechend dem Valideneinkommen ist auch für das 

Invalideneinkommen auf die Zahlen des Jahres 2010 abzustellen. Gemäss den LSE von 

2010 haben Männer im tiefsten Anforderungsniveau bei einer betriebsüblichen 

wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden durchschnittlich ein Jahreseinkommen von 

Fr. 61'414.-- erzielt (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der Informationsstelle 

AHV/IV herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2012, Invalidenversicherung). Im 

Vergleich zum Valideneinkommen zeigt sich, dass der Beschwerdeführer in seiner 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 33/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Montagetätigkeit bei der M.___ AG leicht unterdurchschnittlich verdient hat. Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist jedoch bei einer Differenz der 

Vergleichseinkommen von unter 5% keine Korrektur in Form einer Parallelisierung 

vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2 und E. 6.1.3). Da die Abweichung zwischen 

den Vergleichseinkommen vorliegend unter 5% liegt, ist sie somit nicht zu 

berücksichtigen. Ausgehend von der medizinisch-theoretischen 40%igen 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergibt sich als Basis ein vorläufiges 

Invalideneinkommen von Fr. 24'565.60 (Fr. 61'414.-- x 0.4).

5.5.1         Die für die Bestimmung des Invalideneinkommens herangezogenen statis­

tischen Löhne können gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung um bis zu 

25% gekürzt werden, wenn absehbare Schwierigkeiten bei der erwerblichen 

Umsetzung des verbliebenen Leistungsvermögens bestehen bzw. damit 

einhergehende Verminderungen des zu erwartenden Entgelts bei der Anwendung des 

genannten Tabellenlohns bestehen. Mit dem Tabellenlohnabzug wird namentlich 

berücksichtigt, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten 

Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und 

entsprechend einsetzbaren Arbeitskräften lohnmässig benachteiligt sind und deshalb 

mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird damit dem 

Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale wie 

Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 129 V 472 E. 4.2.3).

5.5.2         Der Beschwerdeführer hat gegenüber gesunden Hilfsarbeitern zunächst 

einen Nachteil aufgrund seines psychischen Gesundheitszustandes, denn bei 

depressiven Arbeitnehmern besteht ein grosses Risiko überproportionaler 

Krankheitsabsenzen. Hinzu kommt, dass mit kurzfristigen Leistungsschwankungen zu 

rechnen ist, was die Einsatzplanung erschwert. Depressive Personen benötigen zudem 

eine grössere Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten und der Arbeitskollegen. Der 

Beschwerdeführer hat somit aufgrund seiner psychischen Beeinträchtigung mit 

Lohnnachteilen zu rechnen. Unter dem Titel Beschäftigungsgrad wird praxisgemäss bei 

Männern, welche aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein 

können, ein Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen. Da der Beschwerdeführer in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit nur noch zu 40% arbeitsfähig ist, ist ihm der sog. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 34/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Teilzeitabzug vom Tabellenlohn zu gewähren. Als weiteres Merkmal ist schliesslich das 

fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers als ein sich auf den Lohn auswirkenden 

Nachteil zu berücksichtigen. Die Beschwerdegegnerin hat beim Einkommensvergleich 

von 2008 einen Tabellenlohnabzug von 10% vorgenommen (vgl. IV-act. 134). Vor dem 

Hintergrund, dass sich der psychische Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers seit 2010 verschlechtert haben, ist auch eine Erhöhung des 

Tabellenlohnabzuges gegenüber 2008 angezeigt. Die genannten Umstände 

rechtfertigen einen Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 20%.

5.6   Unter Berücksichtigung des Tabellenlohnabzugs von 20% beläuft sich das zumut­

bare Invalideneinkommen auf Fr. 19'652.50 (Fr. 61'414.-- x 0.4 - 20%). Stellt man 

dieses dem Valideneinkommen von Fr. 61'138.-- gegenüber, so resultiert eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 41'485.60, was einem Invaliditätsgrad von rund 68% 

entspricht.

5.7   Damit hat im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns, am 1. März 2010, 

eine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit vorgelegen. Mit einem Invaliditätsgrad von 

68% hat der Beschwerdeführer gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG grundsätzlich Anspruch auf 

eine Dreiviertelsrente. Bei der Einstufung der zu gewährenden Rente ist jedoch auch 

die Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres zu berücksichtigen. Eine 

Dreiviertelsrente kann nur zugesprochen werden, wenn die durchschnittliche 

Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres mindestens 60% betragen hat (vgl. 

Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], 

Stand 1. Januar 2014, Rn 4002). Vorliegend war der Beschwerdeführer vom 1. März 

2009 bis 1. März 2010 in der angestammten Tätigkeit durchgehend nur zu 40% 

arbeitsunfähig. Somit kann er per 1. März 2010 zunächst nur einen Anspruch auf ein 

Viertelsrente begründen (Art. 28 Abs. 2 IVG). Gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine 

Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne 

wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat. Die seit dem 1. März 2010 

bestehende Erwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers mit einem IV-Grad von 68% 

führt demnach nach drei Monaten, d.h. per 1. Juni 2010, zu einer Erhöhung des 

Leistungsanspruchs auf eine Dreiviertelsrente (vgl. KSIH, Rn 4008, 4009). Zu prüfen 

bleibt, ob der Beschwerdeführer bereits vor Ablauf dieser Dreimonatsfrist Anspruch auf 

eine höhere Rente hat. Dies würde in Betracht kommen, wenn die durchschnittliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 35/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres bereits vor Ablauf der drei Monate einen 

Durchschnitt von mindestens 60% erreichte (KSIH, Rn 4011). Gemäss dem Gutachten 

vom 20. April 2011 beträgt die Arbeitsunfähigkeit in der für das Wartejahr 

massgeblichen bisherigen Tätigkeit 75%. Diese Arbeitsunfähigkeit hat Dr. J.___ mit den 

objektivierbaren somatischen Leiden des Beschwerdeführers begründet (vgl. IV-act. 

216-43). Den Beginn der 75%igen Arbeitsunfähigkeit hat der Gutachter erst auf den 

Zeitpunkt der Untersuchung, d.h. auf den 14. März 2011, festgelegt (IV-act. 216-44). 

Folglich hat die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auch während der 

dreimonatigen Anpassungsfrist von März bis Mai 2010 lediglich 40% betragen, 

weshalb eine vorzeitige Erhöhung der Rente nicht möglich ist. 

5.8   Zusammengefasst hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente mit 

Wirkung ab 1. März 2010 und Anspruch auf eine Dreiviertelsrente mit Wirkung ab 

1. Juni 2010. Die angefochtene Verfügung vom 16. Januar 2012 erweist sich demnach 

als rechtswidrig.

6.     

6.1   Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 16. Januar 2012 in teil­

weiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist mit 

Wirkung ab 1. März 2010 eine Viertelsrente und ab 1. Juni 2010 eine Dreiviertelsrente 

zuzusprechen. Der Beschwerdeführer hat die Zusprache einer höheren Rente als die 

nun zuerkannte Viertels- bzw. Dreiviertelsrente beantragt. Da die quantitative "Über­

klagung" den Prozessaufwand nicht beeinflusst hat, ist nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung bezüglich der Auferlegung von Gerichts- und Parteikosten von einem 

vollen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 

17. Januar 2013, 9C_995/2012, mit Hinweisen).

6.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die 

unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

bis  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 36/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei An­

spruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungs­

gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 

In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat eine Honorarnote in Höhe von Fr. 6'514.55 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) eingereicht (vgl. act. G 14). Für einen 

Rentenfall mit einem durchschnittlichen Vertretungsaufwand wird praxisgemäss eine 

pauschale Parteientschädigung von durchschnittlich Fr. 3'500.-- zugesprochen. 

Vorliegend ist aufgrund der umfangreichen medizinischen Akten mit mehreren poly­

disziplinären Gutachten von einem überdurchschnittlichen Vertretungsaufwand auszu­

gehen, welcher eine Erhöhung des durchschnittlichen Pauschalhonorars um Fr. 500.-- 

rechtfertigt. Eine höhere Entschädigung erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle nicht 

angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat somit dem Beschwerdeführer eine 

Parteientschädigung in Höhe von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehr­

wertsteuer) zu bezahlen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

16. Januar 2012 aufgehoben.

2.      Dem Beschwerdeführer wird mit Wirkung ab 1. März 2010 eine Viertelsrente und 

mit Wirkung ab 1. Juni 2010 eine Dreiviertelsrente zugesprochen; die Sache wird zur 

Festsetzung der Rentenhöhe an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

4.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2014
	Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 analog, Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG. Nachdem bei einer Neuanmeldung die Eintretenshürde einer Glaubhaftmachung der Änderung des Invaliditätsgrades gegenüber der vorangegangenen rechtskräftigen Leistungsabweisung erfüllt ist, ist das Rentengesuch im Abklärungsverfahren vollumfänglich (wie bei einer Erstanmeldung) zu prüfen. Eine analoge Anwendung von Art. 17 Abs. 1 ATSG auf das Neuanmeldeverfahren ist unrechtmässig, da beim Revisions- und Neuanmeldeverfahren keine gleich gelagerten Verhältnisse bestehen. Würdigung MEDAS-Gutachten. Einkommensvergleich. Rentenzusprache (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2014, IV 2012/76).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:48:39+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen