# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d99d9256-f66d-5626-bd82-2f40366776ca
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2001-04-30
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Eidgenössisches Versicherungsgericht 30.04.2001 U 396/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_016_U-396-99_2001-04-30.html

## Full Text

[AZA 7] 

U 396/99 Gb 

 

 

 

II. Kammer 

 

Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari; 

Gerichtsschreiberin Hofer 

 

 

Urteil vom 30. April 2001 

 

in Sachen 

 

"Winterthur" Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, 

General Guisan-Strasse 40, 8401 Winterthur, Beschwerdeführerin, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hans Schraner, 

Weinbergstrasse 43, 8006 Zürich, 

 

gegen 

 

W.________, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt 

Dr. Felix Rüegg, Weinbergstrasse 18, 8001 Zürich, 

 

und 

 

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur 

 

 

 

A.- W.________, geboren 1948, erlitt am 18. Juni 1992 

einen Verkehrsunfall, als sie an einer Strassenkreuzung 

stand, um rechts abzubiegen und das nachfolgende Fahrzeug 

nicht rechtzeitig anhielt. Am 29. Juni 1992 begab sie sich 

wegen Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Drehschwindel 

und Sehstörungen beim Lesen zu Dr. med. H.________ in 

Behandlung, welcher gemäss Bericht vom 9. September 1992 

radiologische Untersuchungen und ein CT der HWS veranlasste, 

die Schmerzen als Druckempfindlichkeit der HWS-Seitenfortsätze 

objektivierte, eine depressive Verstimmung vorfand 

und die Diagnose eines Schleudertraumas der HWS stellte; 

ferner veranlasste er eine physiotherapeutische und 

medikamentöse Behandlung und gab die Arbeitsunfähigkeit mit 

100 % ab 29. Juni 1992 bis auf weiteres an. Lic. phil. 

X.________ fand anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung 

eine neuropsychologische Funktionsstörung primär 

tiefer Hirnstrukturen, welche sich bei insgesamt gutem 

Gesamtleistungsniveau in Form von starken Störungen der 

kontinuierlichen Daueraufmerksamkeit manifestierten; empfohlen 

wurde eine neuropsychologische Therapie (Bericht 

vom 19. September 1992). Dr. med. M.________ bestätigte in 

seinem Gutachten vom 4. Dezember 1992 eine weiterhin praktisch 

vollständige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der bisherigen 

wie auch in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit 

und empfahl die Weiterführung von medizinischen und 

beruflichen Massnahmen. Die neuropsychologische Rehabilitation 

zeigte nur langsam Fortschritte und die Arbeitsfähigkeit 

konnte lediglich auf rund 10 % gesteigert werden 

(Bericht lic. phil. X.________ vom 19. Januar 1993). Wegen 

akuter Suizidalität und chronischer depressiver Entwicklung 

wies Dr. med. H.________ die Versicherte am 5. März 1993 in 

die Psychiatrische Klinik Y.________ ein. Am 23. April 1993 

konnte sie in die regelmässige Kontrolle und Therapie des 

Psychiaters Dr. med. S.________ und des Hausarztes entlassen 

werden (Bericht vom 10. Mai 1993). Wegen fortbestehender 

Beschwerden ordnete die Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft 

(nachfolgend: Winterthur), bei welcher 

W.________ für Berufs- und Nichtberufsunfall versichert 

ist, eine interdisziplinäre Begutachtung durch die 

Rehabilitationsklinik Z.________ an, wo ein zervikales und 

cervicothoracales, vertebragenes Schmerzsyndrom mit eingeschränkter 

Beweglichkeit, erhöhtem Haltetonus, verspannter 

Nackenmuskulatur, Druckdolenz über allen Halswirbelkörpern, 

reduzierter muskulärer Belastbarkeit der Nacken-Schultergürtelmuskulatur 

sowie eine mittelschwere neuropsychologische 

Hirnfunktionsstörung diagnostiziert wurden (Gutachten 

vom 25. September 1995). Eine SPECT-Untersuchung am Institut 

für Nuklearmedizin des Spitals B.________ ergab einen 

pathologischen Befund (Bericht vom 24. Januar 1997). Am 

8. Mai 1996 erliess die Winterthur eine Verfügung, mit welcher 

sie W.________ bis Frühjahr 1999 zwei- bis dreimal 

jährlich zwölf Physiotherapiesitzungen sowie eine Integritätsentschädigung 

für das zervikale und cervico-thoracale 

vertebragene Schmerzsyndrom in Höhe von Fr. 4860.- zusprach 

und weitergehende Leistungen ab 1. März 1996 ablehnte. 

Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 15. Mai 1997 

fest. 

 

B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher 

W.________ die weitere Übernahme der Heilbehandlungskosten 

und die Ausrichtung eines Taggeldes sowie die Zusprechung 

einer Invalidenrente auf Grund einer Erwerbsunfähigkeit von 

73 % und eine Integritätsentschädigung von 55 % verlangte, 

wurde vom Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit 

Entscheid vom 23. September 1999 insofern gutgeheissen, als 

der natürliche und adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall vom 18. Juni 1992 und den (bis 1995) bestehenden 

Beschwerden bejaht und die Sache an die Winterthur zurückgewiesen 

wurde, damit sie die erforderlichen medizinischen 

Abklärungen zum weiteren Krankheitsverlauf, dessen Auswirkungen 

auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit und zur Kausalität 

allfälliger neu hinzugetretener Gesundheitsstörungen 

durchführe und in der Folge über den Leistungsanspruch neu 

verfüge. 

 

C.- Die Winterthur lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

führen mit dem Rechtsbegehren, der vorinstanzliche Entscheid 

sei aufzuheben. Zur Begründung wird im Wesentlichen 

vorgebracht, die Latenzzeit von einer Woche zwischen dem 

Unfall und dem Auftreten von Beschwerden schliesse den Kausalzusammenhang 

aus. Zudem habe die Versicherte keine Verletzungen 

der HWS erlitten. Auch seien die für die Adäquanz 

massgebenden Kriterien bei dem als leicht zu qualifizierenden 

Unfallereignis nicht erfüllt. 

W.________ lässt Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

beantragen und nebst einem Gutachten des Instituts 

für Unfallrekonstruktion in A.________ vom 18. Januar 2000 

die Berichte der Rehaklinik R.________ vom 1. April 1999, 

des Dr. med. H.________ vom 5. Januar 2000 und des Dr. med. 

L.________ vom 7. Februar 2000 einreichen. Das Bundesamt 

für Sozialversicherung hat sich nicht vernehmen lassen. 

 

 

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1.- Im vorinstanzlichen Entscheid werden die für die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers insbesondere bei 

Schleudertraumen der HWS geltenden Regeln zutreffend dargestellt, 

sodass darauf verwiesen werden kann. 

 

2.- a) Nach den Angaben des erstbehandelnden Arztes 

Dr. med. H.________ hat die Beschwerdegegnerin beim Unfall 

vom 18. Juni 1992 ein Schleudertrauma der HWS erlitten 

(Bericht vom 9. September 1992). Die gleiche Diagnose findet 

sich auch in den Berichten des Neurologen Dr. med. 

C.________ vom 28. August 1992 und des Neuropsychologen 

lic. phil. X.________ vom 19. September 1992. Im Bericht 

der psychiatrischen Klinik Y.________ vom 10. Mai 1993 ist 

die Rede von einer depressiven Reaktion nach HWS-Schleudertrauma. 

Im Gutachten der Rehabilitationsklinik Z.________ 

vom 25. September 1995 werden ein zervikales und cervicothoracales, 

vertebragenes Schmerzsyndrom mit eingeschränkter 

Beweglichkeit, erhöhtem Haltetonus, verspannter Nackenmuskulatur, 

Druckdolenz über allen Halswirbelkörpern und 

reduzierter muskulärer Belastbarkeit der Nacken-Schultergürtelmuskulatur 

sowie eine mittelschwere neuropsychologische 

Hirnfunktionsstörung diagnostiziert. Subjektiv gab die 

Versicherte Konzentrationsprobleme und damit verbundene 

rasche Ermüdbarkeit an. Auch klagte sie über Nackenbeschwerden 

und Kopfschmerzen mit Schmerzausstrahlungen in 

den rechten Arm und in den Kopf sowie über Schlafstörungen. 

Die Nackenmuskulatur zeigte erhebliche Verspannungen vor 

allem rechtsseitig, wobei eine gute Übereinstimmung zwischen 

den von der Versicherten angegebenen Beschwerden und 

den objektiv erhebbaren Befunden festgestellt werden konnte. 

Neuropsychologisch fand sich eine massive Konzentrationsstörung 

mit herabgesetzter Daueraufmerksamkeit, eine 

leichte Störung der sprachlichen und visuellen Erfassungsspanne 

sowie eine leichte Störung des sprachlichen Gedächtnisses. 

Die psychiatrische Untersuchung ergab keine Hinweise 

auf ein psychotisches Erleben oder auf eine endogene 

depressive Komponente. Der zunächst als leicht empfundene 

Unfall habe einen erheblichen Knick in der Leistungsfähigkeit 

bedeutet. Das verminderte Leistungsvermögen sei sehr 

wahrscheinlich der Anstoss für die sich entwickelnde Depression 

gewesen und habe schliesslich zu einer massiven 

Symptomatik einschliesslich Suizidalität geführt. Gesamthaft 

betrachtet ist der Zustand nach Ansicht der Gutachter 

mit erheblicher, stark überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 

das Unfallereignis zurückzuführen. Zu diesem Schluss kamen 

die Experten, obwohl die Versicherte angab, sie habe nach 

der Kollision vorerst keinerlei Beschwerden verspürt und 

sei nach dem Ausfüllen des Unfallprotokolls ihrer beruflichen 

Tätigkeit als Mütterberaterin nachgegangen und obwohl 

gemäss Unfallmeldung erst nach einer Woche Verspannungen 

der Nackenmuskulatur, Sehstörungen, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche 

auftraten. Vom 3. Februar bis 3. März 

1999 weilte die Beschwerdegegnerin in der Rehaklinik 

R.________, wo ein Status nach HWS-Distorsion mit konsekutivem 

zervikozephalem Symptomenkomplex, Zervikobrachialgie 

rechts, mittelschweren neuropsychologischen Defiziten und 

posttraumatischer Anpassungsstörung diagnostiziert wurden. 

Die anhaltende Schmerzproblematik habe die Patientin zusammen 

mit den neuropsychologischen Defiziten und der posttraumatischen 

Anpassungsstörung in ihrer psychophysischen 

Belastbarkeit eingeschränkt, welche durch therapeutische 

Massnahmen zufriedenstellend beeinflusst werden konnte 

(Bericht vom 1. April 1999). 

 

b) Ist ein Schleudertrauma der HWS diagnostiziert und 

liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit 

einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, 

Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Reizbarkeit, 

Affektlabilität, Depression, Wesensveränderungen 

usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- bzw. 

Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen (BGE 117 V 360 

Erw. 4b). Nicht erforderlich ist, dass der Unfall mit einem 

Bewusstseinsverlust oder einer Amnesie verbunden war und 

die typischen Beschwerden bereits unmittelbar nach dem 

Unfall aufgetreten sind (zur Latenzzeit vgl. RKUV 1995 

Nr. U 221 S. 113). Stellen sich Schmerzen im Nacken- und 

Kopfbereich erst einige Wochen nach dem (Auffahr-)Unfall 

ein und wird die Diagnose eines HWS-Schleudertraumas erst 

einige Monate später erstmals erwähnt, ist dieser mit 

Zurückhaltung zu begegnen (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29). Wie 

die Vorinstanz zutreffend festhält, können nach heutiger 

medizinischer Erkenntnis bei einem Schleudertrauma der HWS 

indessen auch ohne nachweisbare pathologische Befunde noch 

Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle der verschiedensten 

Art auftreten (BGE 117 V 363 Erw. 5 d/aa). Des 

Weitern ist zu berücksichtigen, dass es für die Bejahung 

des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall 

für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache 

darstellt (BGE 117 V 360 Erw. 4b). Die Schwere des Unfallereignisses 

und der dabei erlittenen Verletzungen ist beim 

Schleudertrauma der HWS nicht bei der Beurteilung des 

natürlichen Kausalzusammenhangs, sondern bei der Adäquanzbeurteilung 

zu berücksichtigen. 

 

c) Im Lichte der dargelegten Rechtsprechung lässt es 

sich nicht beanstanden, wenn die Vorinstanz den natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen den von der Beschwerdegegnerin 

geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 18. Juni 1992 

bejaht hat. Zum einen steht auf Grund der im Wesentlichen 

übereinstimmenden ärztlichen Berichte mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Versicherte 

ein HWS-Schleudertrauma erlitten hat; zum andern 

klagt sie glaubhaft über Beschwerden, die zum typischen 

Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehören. So hat sie 

bereits anlässlich ihres ersten Arztbesuches vom 29. Juni 

1992 über Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Drehschwindel 

und Sehstörungen und in der Folge auch über neuropsychologische 

Probleme in Form von Konzentrationsstörungen 

geklagt. Diese Störungen haben zu einer Beeinträchtigung 

der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit geführt, welche bis 

heute angedauert hat. Von einer ergänzenden medizinischen 

Expertise zur natürlichen Kausalität kann abgesehen werden, 

da davon keine neuen, für die Beurteilung relevanten Gesichtspunkte 

zu erwarten sind (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 

162 Erw. 1d mit Hinweis). 

 

3.- a) Was die für den Leistungsanspruch vorausgesetzte 

Adäquanz des Kausalzusammenhangs betrifft, macht die 

Winterthur geltend, die Vorinstanz habe die Anwendung der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei psychischer Fehlentwicklung 

auf unzureichender Grundlage verneint. Ob es sich 

bei den im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen 

Beeinträchtigungen um blosse Symptome des erlittenen Traumas 

oder um eine selbstständige (sekundäre) Gesundheitsschädigung 

handelt, beurteilt sich auf Grund der Art und 

Pathogenese der Störung, des Vorliegens konkreter unfallfremder 

Faktoren und des Zeitablaufs. Hiezu ist festzustellen, 

dass der Unfall zwar zeitlich mit einer Verschlimmerung 

der vorbestandenen Schwerhörigkeit und Versorgung mit 

Hörgeräten zusammengefallen ist, was sich psychisch sicher 

belastend ausgewirkt hat. Eindeutig im Vordergrund stand 

die psychische Problematik im Frühjahr 1993, als die 

Beschwerdegegnerin zur stationären Behandlung in der Psychiatrischen 

Klinik Y.________ weilte, wo die Diagnose 

einer reaktiven Depression nach HWS-Schleudertrauma mit 

starker neurotischer Komponente (Versagensängste, geringe 

Frustrationstoleranz, Kränkungsneigung und schlechtem 

Selbstwertgefühl) gestellt wurde (Schreiben der Klinik vom 

16. September 1993). Nach sechswöchiger Behandlung hatte 

die Versicherte sich jedoch bereits wieder so weit erholt, 

dass sie das Leben aus eigenen Kräften in die Hand nehmen 

konnte. Anlässlich des psychosomatischen Konsiliums der 

Rehabilitationsklinik Z.________ vom 9. August 1995 wirkte 

sie nur noch leicht depressiv und war diese Komponente 

einer Therapie durchaus zugänglich. Als Hauptauslöser der 

psychischen Dekompensation wurde das Unfallereignis 

bezeichnet. Dieses habe einen erheblichen Knick in der 

körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit bewirkt, 

welche wiederum Anstoss für die Entwicklung einer 

Depression gegeben habe. Im Zeitpunkt der Beurteilung war 

als zusätzliche Belastung die Kündigung des Arbeitsplatzes 

und die Unsicherheit bezüglich des künftigen Lebensweges 

bedeutend für die psychische Stabilität, weshalb den Ärzten 

eine begleitende Gesprächstherapie als indiziert erschien. 

Auf Grund dieser ärztlichen Angaben ist eine psychische 

Problematik zwar gegeben, doch ist sie nicht derart 

ausgeprägt und steht sie nicht ganz im Vordergrund (BGE 123 

V 99 Erw. 2), sodass sich nicht beanstanden lässt, wenn die 

Vorinstanz die Adäquanzbeurteilung nicht nach BGE 115 V 133 

vorgenommen hat. 

 

b) Die Auffahrkollision vom 18. Juni 1992, bei der 

sich die Beschwerdegegnerin ein Schleudertrauma der HWS zuzog, 

ist im Rahmen der Einteilung, wie sie nach der Rechtsprechung 

(BGE 117 V 366 Erw. 6a) für die Belange der Adäquanzbeurteilung 

vorzunehmen ist, mit dem kantonalen 

Gericht und entgegen den Einwendungen der Winterthur als 

Grenzfall zwischen einem leichten und mittelschweren Unfall 

zu qualifizieren. Weder die verhältnismässig geringfügigen 

Beschädigungen an den beteiligten Personenwagen noch der 

Umstand, dass der Aufprall des auffahrenden Fahrzeuges 

nicht mit einer hohen Geschwindigkeit erfolgte, erlauben 

die Annahme, es habe sich um einen leichten Unfall im Sinne 

der Rechtsprechung, vergleichbar einem gewöhnlichen Sturz, 

gehandelt. 

Im vorliegenden Fall ist weder das Kriterium der 

besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit 

des Unfalles noch dasjenige der Schwere oder 

besonderen Art der erlittenen Verletzungen gegeben. Auch 

liegt keine ärztliche Fehlbehandlung vor. Bejaht hat die 

Vorinstanz die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der 

ärztlichen Behandlung, der Dauerbeschwerden und von Grad 

sowie Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Die Winterthur bestreitet 

die Richtigkeit dieser Beurteilung und erachtet sämtliche 

Kriterien als nicht erfüllt. Mit dem kantonalen Gericht 

ist aber festzustellen, dass die ärztliche Behandlung, zu 

welcher entgegen der Ansicht der Winterthur im vorliegend 

interessierenden Zusammenhang auch die Psychotherapie zu 

zählen ist, ungewöhnlich lange dauerte. Die Beschwerdegegnerin 

unterzog sich zunächst einer physiotherapeutischen 

Behandlung, welche gemäss Verfügung der Winterthur vom 

8. Mai 1996 noch bis Frühjahr 1999 weiterzuführen war (vgl. 

auch Bericht der Rehaklinik R.________ vom 1. April 1999). 

Hinzu kam ab 12. Oktober 1992 die Behandlung des Psychiaters 

Dr. med. S.________, welche nach einem stationären 

Klinikaufenthalt im Jahre 1993 im Frühjahr 1994 abgeschlossen 

wurde. Vom 15. Oktober 1992 bis 9. Mai 1994 stand die 

Versicherte in neuropsychologischer Therapie des lic. phil. 

X.________. Die ärztliche Behandlung in Form von Physiotherapie 

dauerte im Zeitpunkt des Einspracheentscheides somit 

über vier Jahre, was als ungewöhnlich lang zu bezeichnen 

ist. Auch das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit 

ist als erfüllt zu betrachten. Die Beschwerdegegnerin 

war nach dem Unfall zunächst vollständig und ab Januar 

1993 zu 90 % arbeitsunfähig. Vom 3. März 1993 bis 20. Juni 

1993 bestand erneut vollständige Arbeitsunfähigkeit und ab 

21. Juni wieder 90 %-ige. Gemäss Gutachten der Rehabilitationsklinik 

Z.________ vom 25. September 1995 betrug die 

Arbeitsunfähigkeit 64 %. Schliesslich leidet die Beschwerdegegnerin 

zwar nicht ununterbrochen, aber häufig an ausstrahlenden 

Nackenschmerzen, welche mit den objektiv erhebbaren 

Befunden übereinstimmen, sodass auch das Kriterium 

der Dauerschmerzen als erfüllt gelten kann. Weil die massgebenden 

Kriterien in gehäufter Weise gegeben sind, hat die 

Vorinstanz die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen 

dem Unfall und den bestehenden Beschwerden zu Recht bejaht. 

Mit der Anerkennung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

ist indessen nichts über das Ausmass der Beeinträchtigung 

der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ausgesagt. Es wird vielmehr 

Sache der Winterthur sein, zu prüfen, inwieweit eine 

Arbeitsunfähigkeit bestand und über die der Versicherten im 

Einzelnen zustehenden Versicherungsleistungen zu verfügen. 

In diesem Sinne ist der vorinstanzliche Rückweisungsentscheid 

zu bestätigen. 

 

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: 

 

I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. 

 

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

 

III. Die Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft 

hat der Beschwerdegegnerin für das Verfahren 

vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht eine 

Parteientschädigung von Fr. 2500.- (einschliesslich 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

IV. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht 

des Kantons Zürich und dem Bundesamt für 

Sozialversicherung zugestellt. 

 

Luzern, 30. April 2001 

 

Im Namen des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

Der Präsident der II. Kammer: 

 

 

 

 

 

Die Gerichtsschreiberin: