# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97f78364-467f-57b6-967a-0cfb9279043c
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-22
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 22.11.2022 BZ 2022 80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BZ-2022-80_2022-11-22.pdf

## Full Text

20220921_085629_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung BZ 2022 80

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. M. Siegwart
Oberrichter Dr.iur. A. Sidler
Gerichtsschreiberin lic.iur. D. Huber Stüdli

Beschluss vom 22. November 2022 

in Sachen

A.________, 
vertreten durch RA M.A. HSG B.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

C.________ AG,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Entzug der Postulationsfähigkeit
(Beschwerde gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 21. Juli 2022)

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Sachverhalt

1. Mit Eingabe vom 8. April 2022 reichte die A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 
beim Einzelrichter am Kantonsgericht Zug gegen die C.________ AG (nachfolgend: 
Beschwerdegegnerin), Klage betreffend Nichtigkeit, eventualiter Anfechtung von 
Generalversammlungsbeschlüssen ein (Vi act. 1). 

2. Am 10. Mai 2022 stellte die Beschwerdegegnerin u.a. folgenden prozessualen Antrag 
(Vi act. 6):

1. […] 
2. Es sei die fehlende Postulationsfähigkeit von RA M.A. HSG B.________ von Amtes wegen 

festzustellen, sämtliche Eingaben desselben aus dem Recht zu weisen und Meldung an die 
zuständige Aufsichtsbehörde / Strafbehörde zu tätigen. 

3. […]
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der 

Beschwerdeführerin. 

Zur Begründung führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, es bestehe ein 
Interessenkonflikt in der Person von RA M.A. HSG B.________. Dieser sowie dessen Kanzlei 
D.________ seien gleichzeitig und ebenfalls in unmittelbarem Sachverhaltszusammenhang 
ehemalige Anwälte der Beschwerdegegnerin gewesen. Die Beschwerdegegnerin habe RA 
M.A. E.________ und dessen Kanzleikollegen im Jahr 2017 ebenfalls im Zusammenhang mit 
der Anfechtung von Generalversammlungsbeschlüssen mandatiert gehabt. Im Verfahren EV 
2017 199 sei die Anfechtung von Generalversammlungsbeschlüssen behandelt worden, 
welche unmittelbar und direkt mit dem vorliegenden Verfahren zusammenhänge. Zudem 
habe RA M.A. E.________ unter direkter Verwendung des aus dem Mandat mit der 
Beschwerdegegnerin zuvor erworbenen Wissens eine Strafanzeige gegen die 
Beschwerdegegnerin bei der Staatsanwaltschaft Zug eingereicht. Das Strafverfahren sei 
inzwischen eingestellt worden. 

3. In der Stellungnahme vom 31. Mai 2022 beantragte die Beschwerdeführerin, die 
prozessualen Anträge 1, 2 und 4 der Beschwerdegegnerin seien abzuweisen, unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST solidarisch zulasten der Nichtorgane der 
beklagten Partei, F.________ und/oder G.________, eventualiter unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zulasten der Beschwerdegegnerin (Vi act. 10).

Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin – zusammengefasst – aus, der Antrag 
bezüglich des Interessenkonflikts sei abzuweisen, da die durch F.________ und G.________ 
herbeigeführte Verfahrenssituation per se keinerlei Wirkung entfalte und auch kein 
Interessenkonflikt bestehe. Der einzig rechtmässige Verwaltungsrat der Beschwerdegegnerin 
sei H.________ und der einzig rechtmässige Zeichnungsberechtigte sei I.________. Zudem 
sei sie (die Beschwerdeführerin) die rechtmässige Aktionärin der Beschwerdegegnerin. 
Sämtliche Streitigkeiten vor den Zivil- und Strafgerichten würden sich im Kern einzig darum 
drehen, wer die rechtmässigen Direktoren und Aktionäre der Familiengesellschaften im In- 
und Ausland seien. Für die Frage, ob eine Verletzung des BGFA und somit ein 

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Interessenkonflikt vorliege, sei daher die Frage der rechtmässigen Direktoren und Aktionäre 
relevant. 

5. Die Beschwerdegegnerin replizierte dazu mit Eingabe vom 13. Juni 2022, wozu die 
Beschwerdeführerin ihrerseits mit Eingabe vom 22. Juni 2022 Stellung nahm (Vi act. 12 
und 14). 

6. Mit Entscheid vom 21. Juli 2022 stellte der Einzelrichter am Kantonsgericht Zug fest, die 
Eingaben und Vertretungshandlungen von RA M.A. HSG B.________ vom 8. April 2022 
(act. 1), 25. April 2022 (act. 5), 23. Mai 2022 (act. 8), 31. Mai 2022 (act. 10) und 22. Juni 
2022 (act. 14) seien unwirksam und würden zurückgewiesen (Disp.-Ziff. 1.1). Die 
Beschwerdeführerin wurde aufgefordert, innert einer nicht erstreckbaren Nachfrist von 10 
Tagen den Mangel der Eingaben zu beheben, indem sie die unveränderten Eingaben des 
nicht befugten Vertreters RA M.A. HSG B.________ selbst oder durch einen neuen von ihr 
bestellten Rechtsvertreter erneut einzureichen habe. Sollte die Beschwerdeführerin diese 
Nachfrist unbenutzt verstreichen lassen, gälten die Eingaben vom 8. April 2022, 25. April 
2022, 23. Mai 2022, 31. Mai 2022 und 22. Juni 2022 als nicht erfolgt (Disp.-Ziff. 1.2). Der 
Einzelrichter hielt fest, dass bei einer Behebung des Mangels weitere prozessuale 
Anordnungen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen würden (Disp.-Ziff. 2; Verfahren EV 2022 
44; vgl. act. 1/1).  

7. Dagegen reichte RA M.A. HSG B.________ namens der Beschwerdeführerin mit Eingabe 
vom 25. Juli 2022 Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug ein und stellte folgende 
Anträge (act. 1): 

1. Der Entscheid des Kantonsgerichts Zug EV 2022 44 vom 21. Juli 2022 sei aufzuheben und 
festzustellen, dass die Eingaben und Vertretungshandlungen von RA M.A. HSG B.________ vom 
8. April 2022 (act. 1), 25. April 2022 (act. 5), 23. Mai 2022 (act. 8), 31. Mai 2022 (act. 10) und 
22. Juni 2022 (act. 14) wirksam und zu berücksichtigen seien. 

Eventualiter sei der Entscheid des Kantonsgerichts Zug EV 2022 44 vom 21. Juli 2022 aufzuheben 
und die Sache im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen.

2. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

8. Mit Verfügung vom 27. Juli 2022 erkannte der Abteilungspräsident der Beschwerde 
aufschiebende Wirkung zu (act. 2). 

9. In der Beschwerdeantwort vom 12. August 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin, es sei 
die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen und der vorinstanzliche Entscheid zu bestätigen, 
sofern auf die Beschwerde einzutreten sei. Es seien die Akten aus dem Disziplinarverfahren 
AK 2021 2 des Obergerichts des Kantons Zug beizuziehen und RA M.A. HSG B.________ 
sowie RA lic.iur. J.________ für ihr Fehlverhalten im bereits hängigen Disziplinarverfahren 
angemessen streng zu disziplinieren. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu 

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Lasten von RA M.A. HSG B.________ und RA lic.iur. J.________ unter solidarischer Haftung 
(act. 5). 

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10. Mit Eingabe vom 24. August 2022 nahm die Beschwerdeführerin zur Beschwerdeantwort 
Stellung (act. 6). 

11. Die Vorinstanz verzichtete auf eine Vernehmlassung (act. 4). 

Erwägungen

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Entscheid des Einzelrichters am 
Kantonsgericht Zug, in welchem dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die 
Postulationsfähigkeit entzogen wurde. Dieser Entscheid über die Vertretungsbefugnis des 
Anwalts fällt in die Kategorie der prozessleitenden Verfügungen (vgl. BGE 147 III 351). 

1.1 Gemäss Art. 319 lit. b ZPO ist die Beschwerde gegen prozessleitende Verfügungen zulässig 
in den vom Gesetz bestimmten Fällen (Ziff. 1), im Übrigen aber nur, wenn durch sie ein nicht 
leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (Ziff. 2). Mangels einer ausdrücklichen 
Anfechtungsmöglichkeit des angefochtenen Entscheids in der ZPO kann gemäss Art. 319 lit. 
b Ziff. 2 ZPO dagegen nur Beschwerde erhoben werden, wenn ein nicht leicht 
wiedergutzumachender Nachteil droht. 

1.2 In der Lehre werden unterschiedliche Auffassungen vertreten, ob dieser Nachteil rechtlicher 
Natur sein muss oder ob ein bloss tatsächlicher Nachteil genügt (rechtlicher Nachteil 
erforderlich: Sterchi, Berner Kommentar, 2012, Art. 319 ZPO N 12; Spühler, Basler 
Kommentar, 3. A. 2017, Art. 319 ZPO N 7; auch tatsächlicher Nachteil genügend: 
Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. A. 2016, Art. 319 ZPO N 15; Blickenstorfer, 
in: Brunner/Schwander/Gasser [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. A. 2016, Art. 
319 ZPO N 40). Nach der Rechtsprechung der II. Beschwerdeabteilung des Obergerichts 
muss dieser Nachteil rechtlicher Natur sein. Ein bloss tatsächlicher Nachteil genügt nicht 
(Verfahren BZ 2013 76, publiziert in CAN 1-14 Nr. 7). 

1.3 Das Bundesgericht scheint die Auffassung der II. Beschwerdeabteilung des Obergerichts, 
dass der nicht leicht wiedergutzumachende Nachteil im Sinne von Art. 319 lit b Ziff. 2 ZPO 
rechtlicher Natur sein muss, bestätigt zu haben (Urteil des Bundesgerichts 5A_964/2014 vom 
2. April 2015). Laut diesem Entscheid trat das Obergericht des Kantons Zürich auf eine 
Beschwerde gegen eine bezirksgerichtliche Verfügung nicht ein, mit welcher auf das 
Fristwiederherstellungsgesuch der Beschwerdeführerin zur Einreichung von Unterlagen für 
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen Verspätung nicht eingetreten worden war. 
Das Bundesgericht führte dazu in Erwägung 2.3 aus, da es gerade nicht um die 
Wiederherstellung der Frist für die Klage oder für ein Rechtsmittel gehe, drohe der 
Beschwerdeführerin kein definitiver Rechtsverlust. Damit drohe ihr auch kein nicht leicht 
wiedergutzumachender Nachteil im Sinne des Gesetzes, der sie zur Beschwerde an die 
Vorinstanz berechtigt hätte. Daraus erhellt, dass nach Auffassung des Bundesgerichts der 
nicht leicht wiedergutzumachende Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO rechtlicher 
Natur sein muss und nur gegeben ist, wenn sich der Nachteil auch mit einem späteren 
günstigen Entscheid nicht oder nicht gänzlich beseitigen lässt (vgl. BGE 137 III 380 ff. 
E. 1.2.1).

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1.4 Die Beschwerdeführerin bringt vor, das Bundesgericht sehe bei Zwischenentscheiden, mit 
denen ein Vertretungsverbot gegen einen Anwalt ausgesprochen werde, in jedem Fall die 
Beschwerdemöglichkeit vor, d.h. dass ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil per se 
gegeben sei. In diesem Zusammenhang verweist sie auf das Urteil des Bundesgerichts 
5A_485/2020 vom 25. März 2021 (bzw. die in BGE 147 III 351 nicht publizierte E. 1.2.1) und 
auf BGE 138 II 168 (= Pra 101 [2012] Nr. 108). Den nicht leicht wiedergutzumachenden 
Nachteil sieht die Beschwerdeführerin darin, dass die wirksame Rechtsverbeiständung 
eingeschränkt werde, das Verfahren teilweise wiederholt werde (insbesondere bei 
Gutheissung der Beschwerde) und ihr so aufgrund der Eventualmaxime und der 
Novenschranke ein unmittelbarer, nicht (leicht wieder) gutzumachender Rechtsverlust drohe. 
Die behaupteten Mängel könnten nicht erst mit dem Endentscheid angefochten werden, da 
sich dann die beschriebenen Nachteile bereits irreversibel verwirklicht hätten. Zudem 
entstünden erhebliche zusätzliche Aufwände durch die Bestellung und Instruktion 
(vorübergehender) neuer Anwälte und Verfahrensverzögerungen (Akteneinsicht, 
Verschaffung Überblick über Verfahren), weshalb das Bundesgericht per se von einem nicht 
leicht wiedergutzumachenden Nachteil ausgehe (vgl. act. 1 Rz 12). 

1.5 Zunächst ist zu prüfen, ob in der vorliegenden Konstellation ohne Weiteres von einem nicht 
leicht wiedergutzumachenden Nachteil auszugehen ist. 

1.5.1 Die Beschwerdeführerin beruft sich auf BGE 147 III 351 (= Urteil des Bundesgerichts 
5A_485/2020 vom 25. März 2021). In diesem Entscheid äusserte sich das Bundesgericht zur 
Zuständigkeit für den Entscheid über die Vertretungsbefugnis des Anwalts in einem hängigen 
Verfahren. Das Bundesgericht hielt fest, der Entscheid über die Vertretungsbefugnis des 
Anwalts diene der Garantie eines korrekten Verfahrens, sodass er in die Kategorie der 
prozessleitenden Verfügungen falle (Art. 124 Abs. 1 ZPO). In einem hängigen Verfahren 
habe darüber das für den Entscheid in der Hauptsache zuständige Gericht oder 
delegationsweise ein Mitglied dieses Gerichts zu befinden (Art. 124 Abs. 2 ZPO, vgl. vorne E. 
1). Zur Frage, ob "bei Zwischenentscheiden, mit denen ein Vertretungsverbot gegen einen 
Anwalt ausgesprochen [werde], in jedem Fall die Beschwerdemöglichkeit [vorgesehen sei], 
d.h. ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil per se gegeben sei", wie die 
Beschwerdeführerin vorbringt, äusserte sich das Bundesgericht nicht. 

1.5.2 Weiter verweist die Beschwerdeführerin auf BGE 138 II 168 (= Pra 101 [2012] Nr. 108). Darin 
befasste sich das Bundesgericht mit der Berechtigung zur Beschwerde gegen einen 
Entscheid betreffend ein Vertretungsverbot des Anwalts. Das Bundesgericht führte aus, das 
einem Anwalt auferlegte Vertretungsverbot stelle keine disziplinarische Sanktion dar, 
unabhängig davon, ob es durch eine disziplinarische oder eine gerichtliche Behörde 
ausgesprochen worden sei, sondern es sei vielmehr die Konsequenz eines festgestellten 
Interessenkonflikts. Der Entscheid, der ein solches Verbot ausspreche, verwehre dem 
Rechtsuchenden den Anwalt seiner Wahl und berühre ihn so in direkter und konkreter Weise. 
Gleich verhalte es sich bei einem Entscheid, der das Nichtvorhandensein eines 
Interessenkonflikts feststelle und dazu führe, dass ein früherer Rechtsvertreter des 
Anzeigeerstatters nun die Gegenpartei vertrete. Infolgedessen habe der Rechtsuchende ein 
schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 89 Abs. 1 lit. c BGG. Zum nicht leicht 
wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b ZPO bzw. zum nicht 

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wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG machte das 
Bundesgericht keine Ausführungen. 

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1.5.3 Schliesslich gilt zu beachten, dass nach Lehre und Rechtsprechung der Entscheid, der 
einem Rechtsanwalt die Befugnis entzieht, eine Partei vor Gericht zu vertreten, für die 
Parteien einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG darstellt, für den Rechtsanwalt 
hingegen einen Endentscheid gemäss Art. 90 BGG (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
5A_202/2020 und 5A_204/2020 vom 5. August 2020 E. 2.2). Vorliegend führt einzig die 
Partei (und nicht der Rechtsanwalt) Beschwerde, weshalb auch vor Bundesgericht ein nicht 
wiedergutzumachender Nachteil (im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) darzulegen wäre. 

1.6 Mit ihren Ausführungen vermag die Beschwerdeführerin keinen nicht leicht wiedergutzu-
machenden Nachteil rechtlicher Natur zu begründen. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der 
Beschwerdeführerin durch den Umstand, dass die Postulationsfähigkeit der von ihr 
gewählten Rechtsvertretung verneint wurde, ein Nachteil entstehen könnte, der auch durch 
einen für sie günstigen Entscheid in der Zukunft nicht mehr behoben werden könnte. Die 
freie Wahl eines Rechtsvertreters ist kein höchstpersönliches Recht, deren Einschränkung 
einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil zur Folge hat. Als Nachteile einer 
gerichtlich bestimmten Prozessvertretung wären – neben einer allfälligen unerheblichen 
Verfahrensverzögerung (vgl. Tenchio, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 69 ZPO N 19) – 
einzig das Anfallen von Anwaltskosten denkbar (vgl. Sterchi, a.a.O., Art. 69 ZPO N 10). 
Diese werden jedoch bei einem für den gerichtlich Vertretenen günstigen Verfahrensausgang 
gerade nicht diesem, sondern dessen Prozessgegner auferlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO; vgl. 
Urteile des Bundesgerichts 4A_356/2013 vom 27. Januar 2014 E. 1.4, 5A_830/2013 vom 
3. April 2014 E. 1.2 und 5A_153/2014 vom 10. Juli 2014 E. 1.2.4; BZ 2021 75). Dies muss 
auch für den vorliegenden Fall gelten, wo die Postulationsfähigkeit des klägerischen Anwalts 
verneint wird, dessen Eingaben und Vertretungshandlungen als unwirksam zurückgewiesen 
werden und die Klägerin aufgefordert wird, innert einer Nachfrist den Mangel der Eingaben 
zu beheben, indem sie die unveränderten Eingaben des nicht befugten Vertreters selbst oder 
durch einen neuen, von ihr bestellten Rechtsvertreter erneut einreicht. Droht der 
Beschwerdeführerin nach dem Gesagten aufgrund des angefochtenen prozessleitenden 
Entscheids kein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil, fehlt es an einem tauglichen 
Anfechtungsobjekt. Auf die Beschwerde kann daher nicht eingetreten werden.

2. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Der nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin ist 
mangels erheblicher prozessualer Umtriebe keine Parteientschädigung zuzusprechen 
(Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO; vgl. auch Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom 17. 
Dezember 2013, in: GVP 2013 S. 202 f.). 

Beschluss

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

2. Die Entscheidgebühr für das vorliegende Verfahren von CHF 800.00 wird der 
Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1'500.00 
verrechnet. Der Restbetrag von CHF 700.00 wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

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3. Gegen diesen Entscheid ist unter den Voraussetzungen von Art. 93 BGG die Beschwerde in 
Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die 
Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 
Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen 
sowie unter Beilage des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Die Beschwerde hat nach 
Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine aufschiebende Wirkung.

4. Mitteilung an:
- Parteien
- Einzelrichter am Kantonsgericht Zug (EV 2022 44)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer lic.iur. D. Huber Stüdli
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

versandt am: