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**Case Identifier:** 14e830ae-10cd-5334-a255-45bd34c1533d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.11.2016 IV 2013/523
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-523_2016-11-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/523

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.12.2019

Entscheiddatum: 08.11.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 08.11.2016
Art. 28 IVG. Abstellen auf die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Gutachter 
und des behandelnden Psychiaters. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % 
aus psychiatrischer Sicht hat der Versicherte Anspruch auf eine 
Dreiviertelsrente. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. November 2016, IV 
2013/523). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_793/2016.

Besetzung

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen

Karin Huber-Studerus und Lisbeth Mattle Frei;

Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger

Geschäftsnr.  

IV 2013/523

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Frey,

Amparo Anwälte und Notare, Neugasse 26, Postfach 148,

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9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

IV-Leistungen

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im März 2008 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum 

Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er gab an, an Morbus Bechterew zu leiden und 

seit dem 18. August 2007 nicht mehr arbeitsfähig zu sein. In Z.___ habe er die 

Hauptschule und eine Ausbildung als Landmaschinentechniker absolviert.

A.b  Die B.___ AG berichtete am 13. März 2008 (IV-act. 17), dass sie dem Versicherten, 

den sie seit dem 1. Mai 1995 beschäftigt habe, per Ende Mai 2008 gekündigt habe. Vor 

dem Eintritt des Gesundheitsschadens sei der Versicherte als Lagermitarbeiter tätig 

gewesen. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 15. August 2007 gewesen. Am

selben Tag teilte Dr. med. C.___, Arzt für Psychiatrie (Klinik E.___), RAD-Ärztin Dr. med. 

F.___ mit, dass ein Zustand nach einer schweren depressiven Episode, gegenwärtig 

remittiert, bestehe (IV-act. 7 und 19). Der Versicherte sei Schichtführer bei der B.___ 

AG gewesen. Wegen Rückenschmerzen sei ihm ein adaptierter Arbeitsplatz in der 

Abteilung „Verpackung“ zugewiesen worden. Aufgrund der Schmerzen habe er eine 

schwere Depression entwickelt. Nach sechs Wochen Rehabilitation sei die Depression 

remittiert und auch die Schmerzen hätten deutlich abgenommen. Aus psychiatrischer 

Sicht sei der Versicherte zu 100 % arbeitsfähig. Am 31. März 2008 berichtete derselbe 

Arzt, dass sich der Versicherte vom 7. Januar bis 22. Februar 2008 wegen einer 

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Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (F43.21) in einer ambulanten 

Rehabilitationsbehandlung in der Klinik E.___ befunden habe (IV-act. 29-45 f.). Der 

Versicherte habe über diverse Schmerzen geklagt, die sich auch negativ auf sein 

psychisches Zustandsbild auswirkten. Obwohl er am Ende des Aufenthalts von 

gleichbleibenden körperlichen Beschwerden berichtet habe, habe eine Verbesserung 

seines psychischen Zustandsbildes festgestellt werden können. Aus psychiatrischer 

Sicht sei der Versicherte zu 50 % arbeitsunfähig. Dr. med. G.___, Allgemeine Medizin 

FMH, berichtete am 5. Mai 2008 (IV-act. 29-1 ff.), dass der Versicherte bei der Arbeit 

wie auch ohne körperliche Belastung über permanente Schmerzen, die seine 

Beweglichkeit massiv einschränkten, klage. Ihm als Hausarzt falle es schwer, die 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit einzuschätzen. Versuchsweise sei eine 

körperlich leichte Tätigkeit zu 50 % zumutbar.

A.c  Am 30. September 2008 wurde der Versicherte rheumatologisch und psychiatrisch 

begutachtet (Gutachten vom 29. Dezember 2008, IV-act. 51). Dr. med. H.___, Facharzt 

für Rheumatologie und Innere Medizin, und med. pract. I.___, Fachärztin für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, gaben die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit an:

•  Chronisches Panvertebralsyndrom bei/mit:

-  Akzentuierung lumbal;

-  Wirbelsäulenfehlhaltung;

-  Diskushernie C5/6 ohne Neurokompression;

-  Symptomausweitung mit Selbstlimitierung und Somatisierungstendenz bei 

psychosozialer Problemkonstellation;

-  DD entzündlicher Rückenschmerz bei Dg. 2 eher im Hintergrund;

•  V. a. seronegative, HLA-B27-negative Spondarthropathie:

-  Bilaterale Sacroiliitis (fragl. MRI-Befund 2005);

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-  multilokuläre Dolenzen versus anamnestisch mögliche Enthesitiden;

-  St. n. 4 Remicade-Infusionen ohne Effekt;

-  keine humorale Entzündungsaktivität versus maximalster Schmerz;

-  fehlende klinische Zeichen zur dargebotenen Einsteifung;

-  Symptomausweitung i.S. Dg 1.

Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten u.a. ein Tinnitus rechts, eine 

undifferenzierte Somatisierungsstörung (F45.1) und Probleme in Verbindung mit 

Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (Z56). Der rheumatologische Gutachter erklärte, 

dass ein organisch begründbares arbeitsmedizinisches Problem vor dem Hintergrund 

der bestehenden Selbstlimitierung schwer zu umreissen sei. Bei nachgewiesener 

zervikaler Diskushernie könne von einer gewissen Minderung der Belastbarkeit der 

HWS für langdauernd sitzende Körperhaltungen, Arbeiten im Überkopfbereich mit 

repetitiv HWS-rotierenden Stereotypien ab dem Jahr 2006 angenommen werden. Die 

psychiatrische Gutachterin erklärte, dass sie keine Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit angeben könne. Die vormals die Arbeitsfähigkeit limitierende 

depressive Störung sei per März 2008 remittiert. Für das Vorliegen einer somatoformen 

Schmerzstörung oder einer Hypochondrie bestünden keine Anhaltspunkte. Die 

zahlreichen geschilderten und sehr diffus wirkenden Symptome entsprächen nicht dem 

vollständigen und typischen klinischen Bild einer Somatisierungs-störung und würden 

deshalb als undifferenzierte Somatisierungsstörung zusammengefasst. Diese und auch 

die durch den Stellenverlust entstandenen, nachvollziehbaren psychosozialen 

Probleme hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Überwindung der 

Schmerzen könne dem Versicherten zugemutet werden. In bidisziplinärer Hinsicht 

schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit wie 

auch in einer körperlich mittelschweren Verweistätigkeit ohne HWS-Belastung auf 100 

%.

A.d  Mit Verfügung vom 23. März 2009 (IV-act. 59) wies die IV-Stelle das Gesuch um 

berufliche Eingliederungsmassnahmen sowie das Rentengesuch mit der Begründung 

ab, dass der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit als Lagerist zu 100 % 

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arbeitsfähig sei. Gegen diese Verfügung liess der Versicherte Beschwerde erheben (IV-

act. 73). Am 3. November 2009 widerrief die IV-Stelle die angefochtene Verfügung (IV-

act. 79). Das Beschwerdeverfahren wurde in der Folge abgeschrieben (IV-act. 83).

A.e  Mit Verfügung vom 1. April 2010 (IV-act. 89 und 91) wurde dem Versicherten bei 

einem IV-Grad von 50 % für den Zeitraum 1. August bis 31. Dezember 2008 eine 

befristete halbe Rente zugesprochen. Zur Begründung führte die IV-Stelle an, dass der 

Versicherte in der Zeit vom 16. August 2007 bis 13. März 2008 in sämtlichen 

Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Vom 14. März 2008 bis 29. 

Dezember 2008 habe in einer leidensangepassten Tätigkeit eine zumutbare 

Arbeitsfähigkeit von 50 % bestanden. Das Valideneinkommen setzte die IV-Stelle auf 

Fr. 60‘000.-- und das Invalideneinkommen auf Fr. 30‘000.-- fest. Auch gegen diese 

Verfügung liess der Versicherte Beschwerde erheben (IV-act. 95). Mit Entscheid vom 7. 

Mai 2012 (IV 2010/200, IV-act. 104) hiess das kantonale Versicherungsgericht die 

Beschwerde in dem Sinne gut, dass es die Sache zur weiteren Abklärung und zur 

neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückwies. Das Gericht erwog, es stehe mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der 

Versicherte in der massgebenden Zeit nach Ablauf des Wartejahres (d.h. ab 1. August 

2008) aus somatischer Sicht wie auch aus psychiatrischer Sicht in einer adaptierten 

Erwerbstätigkeit voll arbeitsfähig gewesen sei. Allerdings habe es die IV-Stelle 

unterlassen, den medizinischen Verlauf nach der Ende 2008 durchgeführten 

bidisziplinären Begutachtung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1. April 

2010 zu erheben. Zudem gehe aus den Akten hervor, dass der Versicherte bis zu 

einem noch nicht genau bestimmten Zeitpunkt im Jahr 2003, eventuell 2004, entweder 

als Schichtführer oder als Gruppenleiter in der Produktion gearbeitet habe. Diese 

Tätigkeit habe er gemäss eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gründen 

(Rückenschmerzen, Tinnitus) aufgegeben. Falls eine Krankheit dazu geführt habe, dass 

der Versicherte eine möglicherweise besser bezahlte Tätigkeit habe aufgeben müssen, 

könne die zuletzt ausgeübte Arbeit im Lager nicht als Validenkarriere angesehen 

werden.

A.f  Dr. med. J.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erklärte am 31. Mai 2012 (IV-

act. 110), dass sie keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten machen könne. 

Bezüglich der Diagnosen verwies sie auf eine E-Mail vom 6. September 2011 an den 

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Rechtsvertreter des Versicherten (IV-act. 110 7 ff.). Darin hatte sie angegeben, dass der 

Versicherte von Januar bis April 2010 an einer anhaltenden ängstlich-depressiven 

Störung, ggw. mittelschwere Ausprägung (F38.8), an einer Somatisierungsstörung 

(F45.0) mit multiplen und wechselnden körperlichen Beschwerden und generalisierten 

und andauernden intensiven Schmerzen und an akzentuierten ängstlich-paranoiden 

Persönlichkeitszügen (Z73.1) gelitten habe. Der Gesundheitszustand sei chronifiziert. 

Der Versicherte sei gedanklich stark auf seine Beschwerden, vorwiegend auf die 

generalisierten Schmerzen, eingeengt. Jegliche Form der Belastung führe zu einer 

Zunahme der Beschwerden sowie zu einer Intensivierung der depressiven 

Symptomatik. Aktuell sei die depressive Symptomatik leicht ausgeprägt. Der Hausarzt 

des Versicherten, Dr. med. G.___, Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 1. Juni 2012 

über einen stationären Gesundheitszustand (IV-act. 109). Dr. C.___ berichtete am 21. 

Juni 2012, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten verschlechtert habe (IV-

act. 114). Als Diagnose nannte er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige bis schwere Episode mit somatischen Symptomen (F33.11/2). Der 

Versicherte leide an einer reduzierten Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer, an einer 

verlangsamten Psychomotorik und an einer raschen Ermüdbarkeit mit einem 

vermehrten Erholungsbedarf. Die bisherige Tätigkeit wie auch eine adaptierte Tätigkeit 

seien dem Versicherten noch zu 50 % bzw. ca. 4 bis 4.5 Stunden pro Tag zumutbar. 

Eine adaptierte Tätigkeit dürfe keine sehr hohen Anforderungen an die psychische 

Belastbarkeit stellen. Insbesondere Arbeiten unter vielen äusseren Reizen bzw. unter 

Lärm und mit sehr hohen Anforderungen an die Konzentration seien dem Versicherten 

nicht mehr zumutbar. Als adaptierte Tätigkeit komme beispielsweise eine 

Fliessbandarbeit ohne Schichtarbeit in Frage.

A.g  Die K.___ AG (vormals B.___ ag) erklärte am 26. Oktober 2012 (IV-act. 120-12), 

dass der Versicherte am 1. April 2000 zum Gruppenleiter Produktion befördert worden 

sei und sein monatliches Salär ab diesem Zeitpunkt Fr. 4‘200.-- zzgl. Schichtzulage 

betragen habe. Am 11. August 2003 habe er in die Spedition gewechselt und ein 

Einkommen von Fr. 4‘300.-- pro Monat erzielt. Hätte der Versicherte keine 

gesundheitlichen Probleme gehabt und wäre er nicht in die Spedition gewechselt, 

würde er heute als Gruppenleiter ca. Fr. 4‘850.-- brutto (zzgl. Fr. 1‘000.-- 4-

Schichtzulage/Fr. 500.-- 3-Schichtzulage) verdienen.

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A.h  Am 19., 20. und 25. Februar sowie am 6. März 2013 wurde der Versicherte von der 

Medas Zentralschweiz polydisziplinär (allgemein-internistisch, rheumatologisch, 

otorhino-laryngologisch, dermatologisch und psychiatrisch) begutachtet (Gutachten 

vom 29. Mai 2013, IV-act. 130). Als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der 

zumutbaren Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:

•  Zervikospondylogenes Syndrom bei abgeflachter Zervikallordose und leicht bis 

mässiggradiger rechtskonvexer Torsionsskoliose;

-  mässige Segmentdegeneration C5/6 mit kernspintomographisch nicht neuro-

kompressiver medio-rechtslateraler Diskushernie;

•  mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (F32.10);

•  Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (F43.1);

•  chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41).

Die Diagnosen ohne wesentliche Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit lauteten u.a. 

(vollständige Liste siehe IV-act. 130-38 f.):

•  Chronisches thorako-lumbo-iliosakrales Schmerzsyndrom;

•  Innenohrschwerhörigkeit rechts;

•  Tinnitus rechts;

•  Schwindel unklarer Genese, wahrscheinlich unspezifischer Art;

•  rezidivierende unklare Gesichtsschwellungen und Lidödeme beidseits 

(anamnestisch).

Der Versicherte habe anlässlich der Begutachtung insbesondere über Schmerzen im 

ganzen Körper, eine chronische Müdigkeit, eine innere Unruhe, einen Tinnitus und 

Migräne geklagt. Dr. med. L.___, Facharzt FMH für Rheumatologie, erklärte, dass ein 

organisch nicht begründbares thorako-lumbo-iliosakrales Schmerzsyndrom im 

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Vordergrund stehe, welches im Rahmen des chronifizierten, therapierefraktären 

Ganzkörpersyndroms zu interpretieren sei. Er halte eine axiale Spondarthropathie als 

Ursache für die Wirbelsäulenbeschwerden für sehr unwahrscheinlich. Insbesondere 

seien die ASAS-Kriterien 2009 nicht erfüllt. Bis auf Dr. M.___ hätten auch alle anderen 

Rheumatologen die Diagnose einer Spondarthropathie für unwahrscheinlich erachtet. 

Ein leichtes Kontrastmittel-Enhancement könne durchaus auch im Rahmen 

degenerativer Veränderungen oder überlastungsbedingt auftreten. Aufgrund einer 

isolierten Segmentdegeneration C5/C6 könnten dem Versicherten keine 

ausschliesslichen körperlichen Schwerarbeiten wie auch keine ausschliesslichen bzw. 

häufigen Arbeiten über Kopf mit reklinierter Halswirbelsäule zugemutet werden. 

Gemäss dem Arbeitsprofil des letzten Arbeitsgebers habe der Versicherte nie schwere 

Lasten heben oder transportieren und keine Überkopfarbeiten verrichten müssen. Die 

angestammte Tätigkeit wie auch jede andere körperlich leichte, mittelschwere und 

gelegentlich schwere Tätigkeit sei dem Versicherten unter Berücksichtigung der 

vorgenannten Einschränkungen zu 100 % zumutbar. Auch retrospektiv sei in der 

angestammten Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen. Zu diesem Schluss sei auch Dr. H.___ in seinem Gutachten vom 29. 

Dezember 2008 gekommen. Dr. med. N.___, HNO-Ärztin, hielt in ihrem Teilgutachten 

fest, dass der Versicherte aus HNO-ärztlicher Sicht zu 100 % arbeitsfähig sei mit der 

Einschränkung, dass er wegen des Tinnitus nicht im Lärm arbeiten dürfe und wegen 

des Schwindels keine Arbeiten mit Sturzgefahr verrichten könne. Die dermatologische 

Gutachterin Dr. med. O.___ gab in ihrem Teilgutachten an, die Ursache der 

anamnestisch rezidivierenden, zum Teil persistierenden Ödeme im Gesicht sei im 

Moment nicht sicher geklärt. Im Untersuchungszeitpunkt seien sie nicht vorhanden 

bzw. es seien höchstens fraglich leichte Lidschwellungen sichtbar gewesen. Die 

Auswahl an Differentialdiagnosen bei Gesichtsschwellungen sei relativ gross. Aufgrund 

der unklaren Diagnose könnten keine sicheren Angaben zur Prognose bezüglich der 

Intensität und der Häufigkeit der Hautsymptome gemacht werden. Die Arbeitsfähigkeit 

sei deshalb nur beschränkt beurteilbar. Gehe man davon aus, dass es sich um eine 

Rosacea handle, sei der Versicherte durch die Hautveränderungen in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit in der Spedition/als Staplerfahrer nicht eingeschränkt. Ob bei 

einer Tätigkeit, bei welcher soziale Kontakte wichtig seien, wegen den 

Gesichtsschwellungen allenfalls eine gewisse Einschränkung bestehe, müsste im 

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konkreten Fall abgeklärt werden. Eine adaptierte Tätigkeit sollte eher nicht im Freien 

stattfinden bzw. es sollte die Möglichkeit eines guten Sonnenschutzes bestehen. Der 

psychiatrische Gutachter Dr. med. P.___ hielt im psychiatrischen Teilgutachten fest, im 

Alter von etwa 10 Jahren habe der Versicherte die Waffe seines Vaters genommen und 

seinen 4- bis 5-jährigen Cousin unbeabsichtigt getroffen und getötet. Ein solch 

schweres Trauma sei ohne professionelle Hilfe kaum zu bewältigen. Die grossen 

Schuldgefühle hätten sich zu einer zunehmenden Depression entwickelt. Der 

psychiatrische Gutachter gab weiter an, er habe bewusst darauf verzichtet, das 

traumatisierende Erlebnis vertieft zu erheben, da dieses Ereignis den Versicherten 

offensichtlich belaste und eine Konfrontation eine Retraumatisierung bewirken könnte. 

Der Versicherte habe im Gespräch zudem Hinweise auf eine beginnende Dissoziation, 

d.h. auf eine Abspaltung der Emotionen vom Erzählen der Geschichte, gezeigt. Aktuell 

hätten sich noch Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, wie sich 

aufdrängende Erinnerungen und andauernde Gefühle von Betäubtsein und von 

emotionaler Stumpfheit, gezeigt. Um die Diagnose definitiv stellen zu können, wäre 

eine vertiefte Exploration mit einem professionellen Dolmetscher notwendig. Da die 

Störung als solches eher gering ausgeprägt sei, dürfte sie jedoch kaum direkt, sondern 

vor allem indirekt durch die Depression und die Schmerzen Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit haben. Bei der Evaluation der Depression über Depressionsskalen 

hätten sich Werte im Bereich einer mittelschweren Depression ergeben. Gewisse 

Symptome wie Reizbarkeit und Schlafstörungen könnten sowohl bei einer Depression 

wie auch bei chronischen Schmerzen auftreten. Würden die entsprechenden 

Symptome nicht mitgezählt, lägen die Werte im Bereich einer leichten Depression. Für 

die Diagnose sei die klinische Beurteilung entscheidend, wo aktuell unter Behandlung 

mit zwei Antidepressiva eine leichte bis mittelgradige Depression vorliege. Die 

Serumspiegel zeigten, dass der Versicherte die Antidepressiva einnehme. Verglichen 

mit den Vorberichten aus dem Jahr 2008 habe sich die Depression verschlechtert, 

verglichen mit dem letzten Bericht von Dr. C.___ etwas verbessert. Eine rezidivierende 

Depression zeige typischerweise gewisse Schwankungen im Schweregrad. Für die 

Beurteilung der anhaltenden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sei daher nicht nur 

vom momentanen Schweregrad, sondern von einem durchschnittlichen Schweregrad, 

d.h. in diesem Fall von einer mittelgradigen Depression, auszugehen. Im Moment sei es 

eher schwierig, eine Prognose abzugeben. Der psychiatrische Gutachter erklärte 

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weiter, dass die Schmerzstörung aus psychiatrischer Sicht eine gewisse 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken vermöge. Es bestünden eine 

psychiatrische Komorbidität, ein mehrjähriger Krankheitsverlauf, ein sozialer Rückzug 

und unbefriedigende ambulante und stationäre Behandlungsergebnisse. Eine an sich 

missglückte, aber entlastende Konfliktbewältigung lasse sich zumindest als Hypothese 

herausarbeiten: Dadurch, dass der Versicherte leide, könne er für seine Schuld sühnen. 

Dieser Zusammenhang dürfte ihm allerdings weitgehend unbewusst sein. Die 

Behandlungsoptionen seien noch nicht ausgeschöpft. Insbesondere fehle der Versuch 

einer Systemtherapie und einer traumaspezifischen und lösungsorientierten 

Psychotherapie. Aufgrund der Depression und der Schmerzen seien der Antrieb, die 

Ausdauer, die Konzentrationsfähigkeit, das Selbstvertrauen, das Arbeitstempo und die 

Kontakt- und Verkehrsfähigkeit des Versicherten beeinträchtigt. Er schlafe schlecht, 

was die Regeneration erschwere und tagsüber zu einer vermehrten Müdigkeit führe. 

Zurzeit sei eine Präsenzzeit von etwa 6.5 Stunden pro Tag (75 %) möglich. Die 

Leistungen seien aktuell im Ausmass von etwa 40 % eingeschränkt. Zusammengefasst 

könne aus psychiatrischer Sicht für die bisherige Tätigkeit als Gerätemonteur oder für 

eine angepasste Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von etwa 50 % ausgegangen 

werden. Dr. C.___ sei im Jahr 2008 vor allem aufgrund der damals leichten Depression 

in jeglicher Tätigkeit von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Weshalb er eine 

für diese Diagnose relativ hohe Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bescheinigt habe, 

habe er nicht dargelegt. Dr. F.___ und Dr. I.___ hätten im Jahr 2008 keine Depression 

mehr feststellen können und die Arbeitsfähigkeit auf 100 % geschätzt. Im Jahr 2012 

habe Dr. C.___ eine mittelgradige bis schwere Depression diagnostiziert, so dass 

seither von einer leichten Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgegangen 

werden könne. Die Einschätzung von Dr. C.___ habe sich ausschliesslich auf die 

Depression bezogen. Aufgrund der Akten und der Anamnese könne retrospektiv keine 

genaue Aussage gemacht werden, ob und wann sich der Gesundheitszustand und 

damit die Arbeitsfähigkeit verändert hätten. Es sei jedoch anzunehmen, dass sich der 

Gesundheitszustand seit dem Bericht von Dr. C.___ vom 21. Juni 2012 gesamthaft 

gesehen nicht wesentlich verändert habe, sodass die aktuelle Einschätzung ab etwa 

Juni 2012 gelte. In polydisziplinärer Hinsicht erklärten die Gutachter, dass die bisherige 

Tätigkeit als Maschinenführer/Lagerist/Staplerfahrer nicht mehr in Frage komme, da 

diese Tätigkeit gemäss dem Versicherten enorm lärmbelastet sei resp. man für diese 

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Arbeit über ein gutes Gehör verfügen müsse. In einer körperlich leichten, 

mittelschweren und phasenweise auch in einer körperlich schweren Tätigkeit sei der 

Versicherte aus psychiatrischer Sicht seit Juni 2012 zu 50 % arbeitsfähig, wobei die 

folgenden Adaptionskriterien zu beachten seien: Keine ausschliessliche Schwerarbeit, 

kein Lärm, keine Arbeiten auf Gerüsten und Leitern sowie an gefährlichen Maschinen 

und keine ausschliesslich im Freien auszuübende Tätigkeiten. RAD-Arzt Dr. med. Q.___ 

erklärte am 11. Juni 2013 sinngemäss, dass auf das Medas-Gutachten abgestellt 

werden könne (IV-act. 131).

A.i Auf eine interne Anfrage hin erklärte ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes am 17. Juni 

2013 (IV-act. 134), aus den Angaben im Medas-Gutachten und in den medizinischen 

Vorakten sei zu schliessen, dass es sich bei der depressiven Störung um eine 

Begleiterscheinung zur Schmerzkrankheit handle. Rechtsprechungsgemäss stelle eine 

mittelgradige depressive Episode keine von depressiven Verstimmungszuständen klar 

unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten 

Gesundheitsschadens dar, die es der betroffenen Person verunmöglichen würde, die 

Folgen der Schmerzstörung zu überwinden. Im Lichte der Rechtsprechung stelle die im 

Medas-Gutachten diagnostizierte mittelgradige depressive Episode keine psychische 

Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer zur 

Schmerzstörung dar, zumal zu berücksichtigen sei, dass leichte bis höchstens 

mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich 

als therapeutisch angehbar gälten. Auch eine erhebliche körperliche Begleiterkrankung 

liege nicht vor, da es an einem somatischen Korrelat für das syndromale Leiden fehle. 

Laut dem psychiatrischen Teilgutachten verfüge der Versicherte über intakte 

Beziehungen zu seiner Ehefrau und den Kindern und habe gelegentlich Kontakt zu 

weiteren Personen. Ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens bestehe also 

nicht. Mit Blick auf die Therapieempfehlungen des psychiatrischen Gutachters und 

angesichts der angegebenen Diagnosen sei von einer therapeutischen Angehbarkeit 

der psychischen Probleme auszugehen. Unter diesen Umständen bleibe in rechtlicher 

Hinsicht kein Raum für die Annahme einer mit psychischen Leiden begründeten 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Für die Invaliditätsbemessung sei daher von einer 

vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.

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A.j Mit Vorbescheid vom 28. Juni 2013 (IV-act. 141) kündigte die IV-Stelle dem 

Versicherten bei einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs an. Zur 

Begründung führte sie an, dass die Schmerzstörung mit einer mittelgradigen 

depressiven Episode ohne somatisches Syndrom als nicht invalidisierend zu 

qualifizieren sei, da die Foerster-Kriterien nicht erfüllt seien. Der Versicherte sei in 

seiner angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. 

Das Validen- und Invalideneinkommen setzte die IV-Stelle auf Fr. 72‘800.-- fest 

(Lagerist, Gruppenleiter, 2011, siehe IV-act. 139). Mit Verfügung vom 16. September 

2013 (IV-act. 142) wies sie das Rentengesuch aus den im Vorbescheid genannten 

Gründen ab.

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

18. Oktober 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die 

Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen Rente. Ausserdem stellte er 

ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Zur Begründung machte er geltend, die 

IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe das Medas-Gutachten einseitig 

gewürdigt und sei entsprechend zu falschen Schlüssen gekommen.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. Dezember 2013 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 3). In ihrer Begründung gab sie die Stellungnahme des 

Rechtsdiensts vom 17. Juni 2013 wieder. Ergänzend führte sie aus, es sei nicht 

ersichtlich, dass bereits im Sommer 2003 ein relevanter Gesundheitsschaden 

vorgelegen haben könnte, welcher den Beschwerdeführer dazu gezwungen hätte, von 

der besser bezahlten Tätigkeit als Schichtführer in die weniger gut bezahlte Tätigkeit 

ins Lager zu wechseln. Das Valideneinkommen entspreche daher dem zuletzt als 

Lagermitarbeiter erzielten Lohn. Dieser habe sich im Jahr 2006 auf Fr. 59‘923.-- 

belaufen. Angepasst an die Nominallohnentwicklung habe das Valideneinkommen im 

Jahr 2008 Fr. 62‘244.-- betragen. Das Invalideneinkommen entspreche dem 

durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn gemäss der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik des Jahres 2008, d.h. Fr. 59‘979.--. Umstände, die einen 

Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigten, seien keine ersichtlich. Der IV-Grad betrage 

folglich 4 %.

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B.c  Am 9. Dezember 2013 bewilligte das Gericht das Gesuch um unentgeltliche 

Rechts¬pflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren (act. G 4).

B.d  Mit Replik vom 4. Mai 2014 (act. G 14) änderte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers seine Anträge insoweit ab, als er die Zusprache einer 

Invalidenrente basierend auf einem IV-Grad von mindestens 50 % verlangte. Er machte 

geltend, dass der Beschwerdeführer an einer eigenständigen depressiven Störung 

leide. Die depressive Störung sei auf das sehr traumatische Ereignis in der Kindheit 

zurückzuführen. Der behandelnde Psychiater Dr. C.___ gehe wie der Medas-Gutachter 

von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus. Es erstaune, 

dass die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort auf ein bedeutend tieferes 

Valideneinkommen abstelle als in der angefochtenen Verfügung. Nach der Auffassung 

des Beschwerdeführers sei das Valideneinkommen auf Fr. 72‘000.-- und das 

Invalideneinkommen auf Fr. 29‘990.-- (50 % von Fr. 59‘979.--) festzusetzen. Der IV-

Grad betrage folglich 58.81 %. Der Replik lag ein Bericht von Dr. C.___ vom 17. März 

2014 bei (act. G 14.1). Dieser hatte erklärt, dass sich der Zustand des 

Beschwerdeführers seit der Behandlungsaufnahme im Jahr 2008 sehr schwankend, 

geprägt durch wiederholte schwere depressive Dekompensationen, gezeigt habe. Die 

Verschlechterung des Zustandes sei insbesondere im Jahr 2009 eingetreten, als der 

Beschwerdeführer begonnen habe, sich mit dem traumatischen Ereignis im Jahr 1976 

auseinanderzusetzen. Der Beschwerdeführer leide an einer eigenständigen depressiven 

Störung. Diese sei ätiologisch auf das sehr traumatische Ereignis in der Kindheit 

zurückzuführen und nicht als Anpassungsproblematik nach dem Ausbruch der 

körperlichen Schmerzen zu werten. Seine Beurteilung decke sich mit jener der Medas. 

Aufgrund der teilchronifizierten depressiven Störung bestünden eine depressiv 

bedingte, anhaltend reduzierte Belastbarkeit, Konzentrationsausdauer und geistige 

Flexibilität, anhaltende Antriebsstörungen, eine verlangsamte Psychomotorik sowie ein 

depressiv bedingtes Morgentief. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 50 %. Der 

Beschwerdeführer könne die Restarbeitsfähigkeit wegen des Morgentiefs nur am 

Nachmittag verwerten. Es lägen weder psychosoziale noch soziokulturelle 

Belastungsfaktoren vor. Der Verlauf der depressiven Symptomatik bzw. die 

Chronifizierung der depressiven Symptome deute auf eine rezidivierende depressive 

Störung hin.

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B.e  Mit Duplik vom 9. Mai 2014 (act. G 16) brachte die Beschwerdegegnerin vor, dass 

ein organisch nicht begründbares thorako-lumbo-iliosakrales Schmerzsyndrom im 

Vordergrund stehe. Eine depressive Episode unterscheide sich von einer depressiven 

Störung hauptsächlich hinsichtlich ihrer Dauer, nicht aber bezüglich der Schwere der 

Erkrankung. Es bestehe folglich keine relevante psychische Komorbidität.

B.f  Am 11. Januar 2016 räumte das Gericht der Beschwerdegegnerin die Gelegenheit 

ein, zur Änderung der Rechtsprechung zur invalidensversicherungsrechtlichen 

Behandlung diagnostizierter anhaltender somatoformer Schmerzstörungen und 

vergleichbarer Leiden Stellung zu nehmen (act. G 18). Die Beschwerdegegnerin 

antwortete am 27. Januar 2016 (act. G 20), dass auch nach der Praxisänderung leichte 

bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel 

als therapierbar gälten und deshalb invalidenversicherungsrechtlich zu keiner 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten. Der Medas-Gutachter habe dargelegt, dass 

beim Beschwerdeführer die Behandlungsoptionen noch nicht ausgeschöpft seien. 

Somit fehle es an einer therapie¬resistenten, invalidisierenden psychischen Störung 

und folglich auch an einer relevanten psychischen Komorbidität. Auch eine organische 

Komorbidität könne ausgeschlossen werden. Dass die Arbeitsfähigkeit nicht in einem 

rentenauslösenden Ausmass eingeschränkt sei, werde durch die weiteren relevanten 

Indikatoren wie die (eher) günstigen persönlichen Ressourcen bestätigt. Der 

Rechtsvertreter hielt in seiner Stellungnahme vom 14. April 2016 fest (act. G 28), dass 

nach wie vor von einem eigenständigen, chronifizierten psychischen Leiden mit einem 

erheblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Sollte das Gericht zur 

Überzeugung gelangen, dass der vorliegende Fall von der Praxisänderung betroffen 

sei, müsste eine Neubegutachtung erfolgen. In einem beigelegten Bericht vom 25. 

Februar 2016 (act. G 28.1) hatte Dr. C.___ erklärt, dass aufgrund der jahrelangen 

depressiven Symptomatik in unterschiedlichem Ausmass von einer rezidivierenden 

depressiven Störung ausgegangen werden müsse. Der Beschwerdeführer stehe in 

regelmässiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung, sodass von einer lege 

artis durchgeführten Behandlung auszugehen sei. Dank einer Traumatherapie hätten 

eine schwere psychische Dekompensation sowie akute Suizidphasen verhindert 

werden können. Vor dem Ausbruch der depressiven Störung sei der Beschwerdeführer 

den sozialen Anforderungen gewachsen gewesen. Er habe jahrelang eine konstante 

Arbeitsleistung erbracht, zwischenmenschliche Beziehungen gepflegt und die 

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Verantwortung für seine Familie übernommen. Aufgrund der vorwiegend 

mittelschweren bis schweren depressiven Symptomatik sei weiterhin von einer 

höchstens 50 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die Beschwerdegegnerin verzichtete 

auf eine Stellungnahme hierzu (act. G 30).

B.g  Am 24. Mai 2016 bat das Gericht Dr. C.___, den Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht von Januar 2009 bis und mit Mai 2012 aufzuzeigen (act. G 34). 

Dr. C.___ antwortete am 21. Juni 2016, dass es aufgrund des schwankenden Verlaufs 

der depressiven Symptomatik nicht möglich sei, einen detaillierten Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit anzugeben. In einer Längsschnittbeurteilung könne seit dem 23. 

Februar 2008, d.h. seit dem Austritt aus der Tagesklinik, von einer anhaltenden 50 

%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Die schweren emotionalen Konflikte, 

die der Beschwerdeführer seit seiner Kindheit in sich getragen habe, habe er einerseits 

stark verdrängt und andererseits aufgrund von Scham- und Schuldgefühlen erst im 

März 2012 angesprochen. Das jahrelange Schweigen über den Ursprung der 

persönlichen Probleme bestätige die jahrelangen psychischen Belastungen, die zur 

Ausschöpfung der psychischen Ressourcen und zum Ausbruch der depressiven 

Störung geführt hätten.

B.h  Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers und die Beschwerdegegnerin 

verzichteten auf eine Stellungnahme zum Bericht von Dr. C.___ (act. G 36 f.).

Erwägungen

1. 

1.1  Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgelehnt. Strittig ist demnach, ob der 

Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat oder nicht.

1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf 

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dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der 

durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

2. 

2.1  Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen.

2.2  Das Versicherungsgericht hat in seinem Rückweisungsentscheid vom 7. Mai 2012 

erwogen, es stehe mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer in der massgebenden Zeit nach 

Ablauf des Wartejahres, d.h. ab 1. August 2008, aus somatischer wie auch aus 

psychiatrischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig gewesen sei. 

Allerdings sei der Verlauf nach der Ende 2008 durchgeführten bidisziplinären 

Begutachtung bis zum Verfügungserlass (1. April 2010) unklar. Dr. C.___ hat in seinem 

Bericht vom 21. Juni 2016 erklärt, dass rückwirkend betrachtet ab dem Jahr 2007/2008 

nicht nur eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, sondern eine 

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depressive Störung bestanden habe, die mit einer 50 %igen Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit einhergegangen sei. Med. pract. I.___ ist der Schiessunfall bei der 

Ausfertigung ihres psychiatrischen Teilgutachtens (Dezember 2008) nicht bekannt 

gewesen. Der psychiatrische Gutachter Dr. P.___ hat im Medas-Gutachten vom Mai 

2013 erklärt, dass die mit dem traumatischen Ereignis einhergehenden Symptome 

einer posttraumatischen Belastungsstörung eher gering ausgeprägt seien, weshalb 

sich diese kaum direkt, sondern vor allem indirekt durch die Depression und die 

Schmerzen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken dürften. Dr. C.___ hat am 13. März 2008 

gegenüber dem RAD angegeben, dass die depressive Episode gegenwärtig remittiert 

sei. Eine Schmerzstörung oder ein ähnliches Leiden hat er nicht diagnostiziert. Med. 

pract. I.___ hat bei der Begutachtung im September 2008 ebenfalls keine depressive 

Symptomatik mehr feststellen können. Auch für das Vorliegen einer chronischen 

Schmerzstörung hat sie zum damaligen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte finden können. 

Die retrospektive Einschätzung von Dr. C.___, dass bereits ab dem Jahr 2007/ 2008 

eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestanden habe, überzeugt 

vor dem Hintergrund, dass med. pract. I.___ anlässlich ihrer Untersuchung keine 

arbeitsfähigkeitsrelevanten Depressionssymptome hat erheben können, nicht. 

Demzufolge ist weiterhin an den Erwägungen des Entscheides vom 7. Mai 2012 

festzuhalten: Der Beschwerdeführer ist in der Zeit ab März 2008, d.h. ab dem 

Zeitpunkt, als die Depression gemäss dem Bericht von Dr. C.___ vom 13. März 2008 

remittiert gewesen ist, aus somatischer wie auch aus psychiatrischer Sicht in einer 

adaptierten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsfähig gewesen. 

Somit bleibt noch der Verlauf der Arbeitsfähigkeit für die Zeit nach der bidisziplinären 

Begutachtung durch Dr. H.___ und med. pract. I.___, d.h. ab Januar 2009 bis und zum 

Verfügungserlass (16. September 2013), zu beurteilen.

2.3  In somatischer Hinsicht hat Dr. H.___ im Gutachten vom Dezember 2008 unter 

anderem einen Verdacht auf eine Spondarthropathie angegeben. Dieser Verdacht hat 

sich nicht bestätigt, denn Dr. L.___ ist im Medas-Gutachten vom 29. Mai 2013 zum 

Schluss gekommen, dass eine axiale Spondarthropathie als Ursache für die 

Wirbelsäulenbeschwerden sehr unwahrscheinlich sei. Beide rheumatologischen 

Gutachter haben die Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch in jeder anderen 

körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit auf 100 % geschätzt. Dr. L.___ ist sogar 

davon ausgegangen, dass dem Beschwerdeführer gelegentlich schwere Arbeiten 

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zumutbar seien. Divergierende Arbeitsfähigkeitsschätzungen liegen nicht im Recht. Der 

Beschwerdeführer hat bis März 2003 als Gruppenleiter Produktion (Schichtarbeit) 

gearbeitet. Offenbar auf Anraten der Suva hat er diese Tätigkeit aufgegeben und 

betriebsintern in die Spedition gewechselt (siehe Bericht der Klinik Valens vom 24. 

Oktober 2007). Demzufolge handelt es sich bei der Tätigkeit als Gruppenleiter 

Produktion, und nicht bei jener in der Spedition/im Lager, um die angestammte 

Tätigkeit des Beschwerdeführers. Die Arbeit als Gruppenleiter Produktion hat die 

Überwachung der Maschinenbedienung, Korrekturen und Fehlerkontrolle beinhaltet 

(z.B. Kontrolle der Fläschchen auf Sprünge, IV-act. 130-27). Hierbei hat es sich also 

nicht um eine körperlich schwere Tätigkeit gehandelt. Allerdings ist die Arbeit in der 

Produktion lärmbelastend gewesen. Wegen seines Tinnitus darf der Beschwerdeführer 

gemäss der HNO-Gutachterin Dr. N.___ nicht mehr in lärmiger Umgebung arbeiten. 

Aus somatischer Sicht ist der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als 

Gruppenleiter Produktion daher spätestens seit dem Jahr 2003 (Wechsel in die 

Spedition wegen des Tinnitus) voll arbeitsunfähig. Zu prüfen bleibt, ob es sich bei der 

zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagermitarbeiter um eine adaptierte Tätigkeit 

gehandelt hat. Die Medas-Gutachter haben erklärt, dass die Tätigkeit als 

Maschinenführer/Lagerist/Staplerfahrer nicht mehr zumutbar sei, weil diese Tätigkeit 

gemäss dem Beschwerdeführer ebenfalls enorm lärmbelastet sei und man über ein 

gutes Gehör verfügen müsse. Der Beschwerdeführer hat ja gerade deshalb in die 

Spedition gewechselt, weil ihm die Lärmbelastung in der Produktion zu gross gewesen 

ist, weshalb das Argument mit der Lärmbelastung nicht überzeugt. Allerdings ist 

nachvollziehbar, dass man als Maschinenführer/ Staplerfahrer über ein gutes Gehör 

verfügen muss. Bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in der Spedition/im Lager handelt 

es sich somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht um eine optimal adaptierte 

Tätigkeit. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in einer 

adaptierten, körperlich leichten bis mittelschweren Hilfsarbeit ohne Lärmbelastung, 

ohne Arbeiten auf Gerüsten und Leitern und an gefährlichen Maschinen und ohne 

ausschliesslich im Freien auszuübende Tätigkeiten ab Januar 2009 mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit weiterhin zu 100 % arbeitsfähig gewesen ist.

2.4  Zu prüfen bleibt die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ab Januar 2009. Der 

psychiatrische Gutachter Dr. P.___ hat als Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom, 

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einen Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung und eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren angegeben.

2.4.1  Dr. P.___ hat erklärt, dass eine vertiefte Abklärung notwendig gewesen wäre, um 

die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung definitiv stellen zu können. Er 

hat dies jedoch nicht für notwendig erachtet, da die Störung eher gering ausgeprägt sei 

und deshalb kaum einen direkten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die Diagnose 

wirke sich vor allem indirekt durch die Depression und die Schmerzen aus. Der 

langjährige behandelnde Psychiater Dr. C.___ hat keine posttraumatische 

Belastungsstörung diagnostiziert. Mit Dr. P.___ ist daher davon auszugehen, dass sich 

die Folgen des traumatisierenden Erlebnisses höchstens indirekt, d.h. über die 

depressiven Symptome und die Schmerzen, auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.

2.4.2  Im Gegensatz zu Dr. P.___ hat Dr. C.___ eine rezidivierende depressive Störung 

und nicht nur eine depressive Episode diagnostiziert. Mit der Beschwerdegegnerin ist 

davon auszugehen, dass sich eine depressive Episode von einer depressiven Störung 

hauptsächlich hinsichtlich ihrer Dauer, nicht aber bezüglich der Schwere der 

Erkrankung unterscheidet. Im Übrigen hat Dr. P.___ ebenfalls von einer rezidivierenden 

Depression gesprochen. Dr. P.___ hat erklärt, dass die depressive Symptomatik 

(naturgemäss) Schwankungen unterworfen sei und den durchschnittlichen 

Schweregrad auf mittelgradig eingeschätzt. Dr. J.___ hat die Depression im September 

2011 als mittelgradig eingestuft, Dr. C.___ im Juni 2012 als mittel- bis schwergradig. In 

seinem Bericht vom März 2014 hat Dr. C.___ erklärt, dass der Zustand in den letzten 

Monaten auf mittlerem Niveau einigermassen stabil gewesen sei. Dr. P.___ und die 

behandelnden Psychiater sind somit übereinstimmend von einem durchschnittlich 

mittleren Schweregrad der Depression ausgegangen.

2.4.3  Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht seine Praxis zur 

Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen somatoformer 

Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer Leiden geändert (vgl. z.B. 

IV-Rundschreiben Nr. 334). Nach dem alten Verfahrensstandard eingeholte Gutachten 

haben durch die Praxisänderung nicht per se ihren Beweiswert verloren. Vielmehr ist im 

Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen 

Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/31

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Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem 

einzelnen Fall ist zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder 

gerichtlichen Sachverständigengutachten ‒ gegebenenfalls im Kontext mit weiteren 

fachärztlichen Berichten ‒ eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen 

Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8). Nachfolgend ist somit zu prüfen, 

ob das Medas-Gutachten resp. das Teilgutachten von Dr. P.___ mit Bezug auf die 

Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren eine schlüssige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit im Lichte der 

neuen Rechtsprechung erlaubt.

2.4.4  Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der 

versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher die Folgen 

einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen 

Leidens überwunden werden könnten, aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene 

symmetrische Beurteilung anhand eines Kataloges von Indikatoren des tatsächlich 

erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen. Die Handhabung des Katalogs muss stets 

den Umständen des Einzelfalls gerecht werden; es handelt sich nicht um eine 

"abhakbare Checkliste". Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren sind:

1.  Funktioneller Schweregrad:

-  Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;

-  Behandlungserfolg oder -resistenz;

-  Komorbiditäten;

-  "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychische 

Funktionen);

-  sozialer Kontext.

2.  Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):

-  Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);

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-  Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;

-  Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.

Der Beschwerdeführer hat anlässlich der Begutachtung über Schmerzen im Nacken, im 

Hinterkopf, über Kopfschmerzen, über Schmerzen in den Fingern, in der rechten 

Schulter, im Kreuz, im Bauch, in den Fersen und von den Knien an abwärts geklagt. 

Zudem leide er an einer chronischen Müdigkeit. Trotzdem ist der Beschwerdeführer 

gemäss seinen eigenen Angaben in der Lage, zwei bis dreimal pro Woche schwimmen 

zu gehen (IV-act. 130-29), kurze Spaziergänge zu machen und gewisse 

Haushaltsarbeiten (z.B. staubsaugen) zu erledigen (IV-act. 130-73). Da der 

Beschwerdeführer seinen Alltag trotz der geklagten Schmerzen und der angegebenen 

chronischen Müdigkeit recht aktiv gestaltet, ist von einer leichten Ausprägung der 

diagnoserelevanten Befunde und Symptome auszugehen. Dr. H.___ hat im Gutachten 

vom Dezember 2008 angegeben, dass eine Selbstlimitierung bestehe. Im Medas-

Gutachten vom Mai 2013 sind demgegenüber keine Angaben zum Vorliegen einer 

allfälligen Selbstlimitation gemacht worden. Daraus kann der Schluss gezogen werden, 

dass eine allfällige Verdeutlichung der Beschwerden oder Selbstlimitation geringfügig 

ausgeprägt ist und daher kein Ausschlusskriterium ist (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1). 

Der Beschwerdeführer befindet sich seit Anfang 2008 in regelmässiger psychiatrisch-

psychotherapeutischer Behandlung. Ein therapieresistenter Zustand hat − zumindest 

im Verfügungszeitpunkt − jedoch nicht bestanden. Gemäss Dr. P.___ sind die 

Behandlungsoptionen noch nicht ausgeschöpft. In Bezug auf die Persönlichkeit hat Dr. 

P.___ keine pathologischen Auffälligkeiten erheben können. Insbesondere hat er keine 

Hinweise auf das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung gefunden (IV-act. 130-78). Mit 

der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass die Kooperation und die 

Eigeninitiative des Beschwerdeführers darauf hindeuten, dass er über gewisse 

Ressourcen verfügt, die sich positiv auf sein Leistungsvermögen auswirken. Zwar 

besteht mit der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode eine psychische 

Komorbidität. Angesichts der Tatsache, dass die diagnoserelevanten Befunde und 

Symptome nur leicht ausgeprägt sind, kein therapieresistenter Zustand besteht und auf 

der Persönlichkeitsebene erhebliche Ressourcen vorhanden sind, ist es dem 

Beschwerdeführer trotzdem zumutbar, die von ihm empfundenen Schmerzen 

willentlich zu überwinden und einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Die Schlussfolgerung 

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von Dr. P.___, dass die Schmerzstörung eine gewisse Einschränkung der Willenskraft 

zu bewirken vermöge, überzeugt somit vor dem Hintergrund der neuen 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, ist 

dies jedoch im vorliegenden Fall nicht relevant, da bereits aufgrund der depressiven 

Symptomatik eine 50 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht.

2.4.5  Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 14. Oktober 2016 (9C_530/2016) 

erwogen, dass leichte bis mittelgradige depressive Störungen rezidivierender oder 

episodischer Natur praxisgemäss einzig dann als invalidisierende Krankheiten in 

Betracht fielen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent seien. Nur in dieser − 

seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen 

therapeutisch gut angehbar seien − gesetzlich verlangten Konstellation sei den 

normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG Genüge getan. Zudem 

müsse die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein, als die aus fachärztlicher 

Sicht indizierten zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal 

und nachhaltig ausgeschöpft worden seien (Erw. 6.3). Diese Rechtsprechung ist nicht 

gesetzeskonform. Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG ist Invalidität nämlich nicht nur die 

voraussichtlich bleibende Erwerbsunfähigkeit, sondern auch die längere Zeit dauernde 

Erwerbsunfähigkeit. Würde der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gefolgt, könnte 

eine Invalidität wegen einer leichten oder mittelgradigen depressiven Episode/Störung 

nur vorliegen, wenn die Erwerbsunfähigkeit bleibend wäre. Diese Interpretation 

widerspricht dem klaren Wortlaut und dem Sinn und Zweck von Art. 8 Abs. 1 ATSG. 

Eine weitere Schwäche dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteht darin, 

dass sie nicht zu erklären vermag, weshalb sie nur die depressiven Leiden und nicht 

alle anderen − therapierbaren Leiden − betrifft. Der zitierten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung kann auch aus einem dritten Grund nicht gefolgt werden: Aus früheren 

Entscheiden (siehe etwa Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2012, 9C_736/2011 

E. 4.2.2.1) ist ersichtlich, dass sich die Aussage des Bundesgerichts, dass leichte bis 

höchstens mittelschwere psychische Störungen grundsätzlich als therapeutisch gut 

angehbar gälten, auf HABERMEYER/VENZLAFF, Affektive Störungen, in: Foerster/

Dressing (Hrsg.), Psychiatrische Begutachtung, 5. Auflage, München 2009, S. 193, 

stützt. Zwar ist unbestritten, dass depressive Störungen grundsätzlich behandelbar 

sind. Dieses Wissen beruht allerdings auf Studienergebnissen, d.h. auf 

Gruppenergebnissen. Ob eine Störung im Einzelfall behandelbar ist, wie gut sich die 

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Symptomatik zurückbildet und wie leistungsfähig eine Person wieder werden kann, 

bedarf einer individuellen Prüfung (ULRIKE HOFFMANN-RICHTER, Psychische 

Beeinträchtigungen in der Rechtsprechung: Ein Blick aus psychiatrischer Sicht, in: Ueli 

Kieser (Hrsg.), Sozialversicherungsrechtstagung 2015, S. 78). Gemäss U. HOFFMANN-

RICHTER scheine die Pharmakotherapie gemäss den jüngsten Studienergebnissen nur 

bei ca. 1/3 der Patienten die erwartete Wirkung zu zeigen. Zusätzliche Effekte seien 

durch eine Psychotherapie erreichbar, aber auch diese wirke nicht in jedem Fall. An der 

Prüfung im Einzelfall führe kein Weg vorbei (U. HOFFMANN-RICHTER, a.a.O., S. 78). 

Nach HABERMEYER/VENZLAFF haben depressive Störungsbilder über Jahre hinweg 

Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Etwa 70 % aller depressiven Erkrankungen 

verliefen monopolar-depressiv, d.h. es komme zum rezidivierenden Auftreten 

depressiver Krankheitsphasen. Die rezidivierenden depressiven Störungen seien nach 

aktuellen Verlaufsstudien mit einer nicht unerheblichen Tendenz zur Chronifizierung 

bzw. zur Ausbildung von Defekten verbunden. Ein Drittel der Fälle zeige lediglich 

partielle Besserungen, in 55-65 % der Fälle komme es zu Rezidiven, etwa 10 % 

chronifizierten (HABERMEYER/ VENZLAFF, a.a.O., S 190 mit Verweis auf Berger und v. 

Calker 2003). Gemäss HABERMEYER/VENZLAFF sprechen nicht mehr als 50-60 % 

der Patienten mit rezidivierenden depressiven Störungen auf eine antidepressive 

Pharmakotherapie oder auf eine störungsspezifische Psychotherapie an. Die Raten der 

Vollremission seien noch geringer. Hinsichtlich der Rückfallrate ein Jahr nach 

Therapiebeendigung fänden sich in einer Metaanalyse Angaben von bis zu 60 % nach 

antidepressiver Medikation (HABERMEYER/ VENZLAFF, a.a.O., S 193 mit Verweis auf 

Gloaguen et al. 1998). Die Wirksamkeit therapeutischer Behandlungsbemühungen ist 

bei depressiven Störungsbildern somit äusserst beschränkt. Die pauschale 

Schlussfolgerung des Bundesgerichts, wonach leichte bis mittelgradige depressive 

Störungen rezidivierender oder episodischer Natur nur dann invalidisierend seien, wenn 

sie therapieresistent seien, ist also bereits deshalb unhaltbar, weil die Therapie in vielen 

Fällen nicht, nur unzureichend oder nicht längerfristig anspricht. Vor diesem 

Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, weshalb das Bundesgericht davon ausgeht, es 

sei eine gesicherte medizinische Erfahrungstatsache, dass Personen, die an einer 

leichten bis mittelgradigen Depression leiden, in der Regel zumindest soweit geheilt 

werden können, dass die Depression keinen wesentlichen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit mehr hat. Beim Beschwerdeführer besteht insoweit kein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/31

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therapieresistenter Zustand, als gemäss Dr. P.___ die Behandlungsoptionen noch nicht 

ausgeschöpft sind. Namentlich schlägt er eine Systemtherapie und eine 

traumaspezifische und lösungsorientierte Psychotherapie vor. Der Gutachter hat 

allerdings auch erklärt, dass die bisherige Psychotherapie lege artis durchgeführt 

worden sei und die Compliance des Beschwerdeführers, soweit beurteilbar, gut 

gewesen sei (IV-act. 130-80). Dass der psychiatrische Gutachter keine 

Therapieresistenz festgestellt hat, bedeutet nicht, dass er davon ausgegangen wäre, 

dass sich die Arbeitsfähigkeit unter den vorgeschlagenen Therapien verbessern würde. 

Vielmehr sind die Gutachter ausdrücklich davon ausgegangen, dass die 

Arbeitsfähigkeit durch die vorgeschlagenen medizinischen Massnahmen mittelfristig 

wahrscheinlich nicht verbessert, sondern lediglich auf dem von ihnen attestierten 

Niveau stabilisiert werden könne (IV-act. 130-39). Auch vor diesem Hintergrund spricht 

die Tatsache, dass (noch) keine Therapieresistenz vorliegt, im vorliegenden Fall nicht 

gegen eine invalidisierende Wirkung der mittelgradigen depressiven Episode.

2.4.6  Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht hat Dr. P.___ in jeglicher 

Tätigkeit auf 50 % geschätzt. Begründet hat er diese Einschränkung mit einer 

Beeinträchtigung des Antriebs, der Ausdauer, der Konzentrationsfähigkeit, des 

Selbstvertrauens, des Arbeitstempos und der Kontakt- und Verkehrsfähigkeit. Zudem 

erschwere der schlechte Schlaf die Regeneration und führe tagsüber zu einer 

vermehrten Müdigkeit. Hierbei handelt es sich um depressionstypische 

Einschränkungen. Demzufolge ist davon auszugehen, dass Dr. P.___ hauptsächlich die 

depressionsbedingten Einschränkungen in seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung 

berücksichtigt hat. Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung in quantitativer 

Hinsicht wird zudem vom behandelnden Psychiater Dr. C.___, der lediglich eine 

Depression und keine somatoforme Störung diagnostiziert hat, gestützt. Eine 

divergierende psychiatrische Einschätzung liegt nicht im Recht. Angesichts der vom 

psychiatrischen Gutachter Dr. P.___ umschriebenen Schwere der depressiven 

Symptomatik muss davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer auch in 

einer körperlich adaptierten Hilfsarbeit in seiner Leistungsfähigkeit erheblich 

eingeschränkt wäre, d.h. dass er nicht in der Lage wäre, die Arbeitsleistung zu 

erbringen, die ein gesunder Hilfsarbeiter erbringen könnte. Der Beschwerdeführer ist 

somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest seit dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/31

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Begutachtungszeitpunkt (Februar/März 2013) aus psychiatrischer Sicht in jeglicher 

Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig.

2.4.7  Zu prüfen bleibt, wann die Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht eingetreten ist. Dr. P.___ ist davon ausgegangen, dass seine 

Einschätzung seit etwa Juni 2012 gelte. Aufgrund der Akten und der Anamnese könne 

retrospektiv keine genaue Aussage gemacht werden, ob und wann sich der 

Gesundheitszustand und damit die Arbeitsfähigkeit verändert habe. Dr. C.___ hat in 

seinem Bericht vom 24. Mai 2016 zuhanden des Gerichts erklärt, dass seit Ende 

Februar 2008 von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Wie in Erw. 2.2 

ausgeführt, überzeugt diese Einschätzung nicht, da Dr. C.___ im März 2008 noch 

erklärt hatte, dass die Depression remittiert sei und da med. pract. I.___ im September/

Dezember 2008 keine Depression hatte diagnostizieren können. Dr. C.___ hat in 

seinem Bericht vom 17. März 2014 erklärt, dass im Jahr 2009 eine Verschlechterung 

des Zustandes eingetreten sei, als der Beschwerdeführer begonnen habe, sich mit dem 

traumatischen Kindheitsereignis auseinanderzusetzen. Allerdings existiert kein 

Arztbericht, der diese Einschätzung bestätigen würde. Die Klinik R.___, in der sich der 

Beschwerdeführer vom 20. April bis 2. Mai 2009 einer stationären psychosomatischen 

Rehabilitation unterzogen hat, hat in ihrem Bericht vom 25. Juni 2009 (IV-act. 109-6 ff.) 

angegeben, dass der Beschwerdeführer beim Eintritt im Affekt leicht deprimiert und 

hoffnungslos, jammernd, jedoch modulations- und schwingungsfähig gewesen sei. In 

Antrieb und Psychomotorik sei er eher etwas reduziert mit theatralisch wirkender 

Symptompräsentation gewesen. Die depressive Symptomatik ist zum damaligen 

Zeitpunkt also noch nicht ausgeprägt gewesen (im Bericht war auch keine Depression 

diagnostiziert worden) und hat deshalb keine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit zu begründen 

vermocht. Bis am 29. Februar 2012 hat sich der Beschwerdeführer bei Dr. J.___ in 

Behandlung befunden. Dr. J.___ hat sich trotz fünfjähriger Behandlungszeit nicht in der 

Lage gesehen, eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben (siehe IV-act. 110). Als 

Diagnose hat sie eine anhaltende ängstlich-depressive Störung (F38.8) angegeben. Bei 

dieser sonstigen, nicht näher bezeichneten affektiven Störung handelt es sich um eine 

Restkategorie für Stimmungsstörungen, die die Kriterien der Kategorien F30-F34 in 

Bezug auf die Ausprägung und die Dauer nicht erfüllen. Die Diagnose einer 

rezidivierenden depressiven Störung wurde erstmals von Dr. C.___ in seinem Bericht 

vom Juni 2012 genannt. Darin hatte er angegeben, dass sich der Gesundheitszustand 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/31

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des Beschwerdeführers verschlechtert habe. Die Arbeitsunfähigkeit hatte er auf 50 % 

geschätzt. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit 

erst ab Juni 2012 belegt ist. Für die Zeit davor muss aufgrund des Mangels an 

Beweisen von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ausgegangen 

werden, denn der Beschwerdeführer hat die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Mit 

dem psychiatrischen Gutachter Dr. P.___ ist daher davon auszugehen, dass seine 

Einschätzung ab Juni 2012 gilt. Der Beschwerdeführer ist somit aus psychiatrischer 

Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Juni 2012 zu 50 % arbeitsunfähig. 

Eine medizinische Neubegutachtung ist nach dem Gesagten nicht erforderlich.

2.5  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 

2003 in seiner angestammten Tätigkeit als Gruppenleiter Produktion und seit dem Jahr 

2007 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiter in der Spedition/im Lager mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsunfähig ist. In einer adaptierten Tätigkeit 

ist seit Juni 2012 von einer psychisch bedingten, 50 %igen Arbeitsunfähigkeit 

auszugehen.

3. 

3.1  Somit bleibt der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Einkommensvergleich zu überprüfen. Der Beschwerdeführer hat bis ins Jahr 2003 als 

Gruppenleiter Produktion gearbeitet. Er hat diese Tätigkeit aus gesundheitlichen 

Gründen aufgegeben. Bei der Tätigkeit als Gruppenleiter Produktion handelt es sich 

somit um die Validenkarriere. Gemäss seiner ehemaligen Arbeitgeberin hätte der 

Beschwerdeführer als Gruppenleiter im Jahr 2012 einen Monatslohn von brutto Fr. 

4'850.-- (zzgl. 13. Monatslohn und Fr. 1'000.-- 4-Schichtzulage/Fr. 500.-- 3-

Schichtzulage) erzielt. Ohne gesundheitliche Einschränkungen hätte er immer im 

Vierschichtbetrieb arbeiten können. Zuzüglich Fr. 1'000.-- Schichtzulage pro Monat (12 

x Fr. 1'000.--) beträgt das Valideneinkommen für das Jahr 2012 Fr. 75'050.--. ([13 x Fr. 

4'850.--] + [12 x Fr. 1'000.--]). Der Beschwerdeführer ist auch in der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit in der Spedition nicht mehr arbeitsfähig. Das Invalideneinkommen ist daher 

ausgehend von Tabellenlöhnen zu ermitteln. Gemäss der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik hat der Durchschnittslohn eines Hilfsarbeiters im Jahr 2012, 

aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/31

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65'177.-- betragen (siehe Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, 

Ausgabe 2015). Ohne Tabellenlohnabzug hätte das Invalideneinkommen ab dem 

Eintritt der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 50 %, d.h. ab Juni 2012, somit 

Fr. 32'588.-- betragen. Zu prüfen bleibt, ob von diesem Tabellenlohn ein Abzug 

vorzunehmen ist. Beim Tabellenlohn handelt es sich um einen statistischen 

Durchschnittswert. Basis für den Tabellenlohn eines Hilfsarbeiters bilden die in dieser 

Branche tatsächlich bezahlten Löhne. Die Höhe der tatsächlich bezahlten Löhne hängt 

von unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen bzw. ökonomischen Faktoren ab. Diese 

Faktoren müssen daher auch bei der Ermittlung des Invalideneinkommens 

berücksichtigt werden, sofern dafür Tabellenlöhne herangezogen werden. Aufgabe der 

medizinischen Sachverständigen ist es, die zumutbare Arbeitsleistung aus 

medizinischer Sicht festzustellen. In der Arbeitsfähigkeitsschätzung werden also nur die 

direkten Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Erwerbsmöglichkeiten 

berücksichtigt. Denn die medizinischen Sachverständigen verfügen offensichtlich nicht 

über das Fachwissen, um auch die indirekten, d.h. die ökonomisch-

betriebswirtschaftlichen Folgen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die 

Einkommenshöhe abschätzen zu können. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens 

sind daher einerseits indirekte krankheitsbedingte Nachteile, andererseits jedoch auch 

qualifizierende Eigenschaften der versicherten Person, die sich auf die Lohnhöhe 

auswirken, zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 

St Gallen vom 8. Dezember 2015, IV 2013/118 E. 3.3). Der Beschwerdeführer leidet an 

einer rezidivierenden depressiven Störung. Eine solche zeichnet sich durch wiederholte 

depressive Episoden aus (siehe ICD-10: F33). Der Schweregrad der Depression ist in 

der Regel schwankend, d.h. es kann immer wieder zu Exazerbationen kommen, 

während denen mit Arbeitsausfällen zu rechnen ist. Zwar sind die wegen der 

Depression bedingten Arbeitsausfälle an sich in der medizinisch-theoretischen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt. Nicht berücksichtigt ist jedoch die Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer für einen Arbeitgeber wegen des durch die Depression 

bedingten erhöhten Ausfallsrisikos ein höheres Kostenrisiko als eine gesunde Person 

darstellt. In der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsschätzung auch nicht 

berücksichtigt ist, dass der Einsatz des Beschwerdeführers wegen den 

depressionstypischen Schwankungen seiner Arbeitsleistung für einen Arbeitgeber 

weniger planbar ist als der Einsatz eines gesunden Arbeitnehmers. Ein potentieller 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/31

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Arbeitgeber wird diesen erhöhten Risiken, die aus betriebswirtschaftlicher bzw. 

ökonomischer Sicht als zusätzliche, bei einem gesunden Arbeitnehmer mit demselben 

Beschäftigungsgrad von 50 % nicht auftretende Unkosten zu qualifizieren sind, 

dadurch Rechnung tragen, dass er den Beschwerdeführer nur zu einem deutlich 

unterdurchschnittlichen Lohn einstellt. Lohnerhöhend wirkt sich im vorliegenden Fall 

aus, dass der Beschwerdeführer über langjährige Berufserfahrung als Hilfsarbeiter 

respektive sogar als Gruppenleiter verfügt. Unter Abwägung dieser Vor- und Nachteile 

im Vergleich zu einem gesunden, durchschnittlichen Hilfsarbeiter rechtfertigt sich im 

vorliegenden Fall ein Tabellenlohnabzug von 10 %. Bei einem Valideneinkommen von 

Fr. 75'050.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 29'329.-- resultiert ein IV-Grad 

von aufgerundet 61 %.

3.2  Schliesslich ist noch zu klären, wann das Wartejahr zu laufen begonnen hat. Der 

Beschwerdeführer ist spätestens seit dem Jahr 2003 in seiner angestammten Tätigkeit 

als Gruppenleiter Produktion voll arbeitsunfähig. Seit dem Jahr 2007 besteht auch in 

der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagermitarbeiter eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit. 

Der Beschwerdeführer hat als Gruppenleiter Produktion ein relativ hohes Einkommen 

erzielt. Da es sich bei dieser Tätigkeit dennoch um eine (qualifizierte) Hilfsarbeit 

gehandelt hat, ist es ihm zumutbar gewesen, nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit als 

Gruppenleiter Produktion eine weniger gut bezahlte, adaptierte Hilfsarbeit auszuüben. 

Dies hat der Beschwerdeführer mit dem Wechsel in die Spedition auch getan. Ebenso 

wäre es dem Beschwerdeführer nach dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit 

in der Spedition im Jahr 2007 zumutbar gewesen, eine körperlich adaptierte Hilfsarbeit 

anzunehmen. Der Beginn des Wartejahres ist daher anhand der Arbeitsfähigkeit in einer 

optimal adaptierten Tätigkeit festzulegen. Diese hat bis und mit Mai 2012 100 % 

betragen. Das Wartejahr wird erst bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20 % eröffnet 

(AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteile des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2013, 

8C_174/2013 und 8C_178/2013 E. 3.2). Da der Lohn des Beschwerdeführers als 

Gruppenleiter Produktion höher gewesen ist als der Durchschnittslohn eines 

Hilfsarbeiters, wäre es möglich, dass bereits vor Juni 2012 eine Erwerbseinbusse von 

20 % oder mehr bestanden hätte. Würde einzig auf die medizinische 

Arbeitsfähigkeitsschätzung abgestellt, könnte das Wartejahr trotz einer erheblichen 

Erwerbseinbusse von 20 % oder mehr nicht zu laufen begonnen haben, was stossend 

wäre. Deshalb drängt sich auf, für die den Lauf des "Wartejahres" bewirkende 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/31

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Arbeitsunfähigkeit auf einen erwerblichen und nicht nur auf einen medizinisch-

funktionalen Arbeitsunfähigkeitsbegriff abzustellen. Nach dem entsprechenden 

erwerblichen Arbeitsunfähigkeitsbegriff ist nicht die rein medizinisch ermittelte 

funktionale Einschränkung, sondern der durch diese funktionale Einschränkung 

bewirkte erwerbliche Nachteil massgebend (vgl. FRANZ SCHLAURI, Erwerblich-

praktische Vorgaben an eine medizinische Arbeitsunfähigkeitsschätzung, in: René 

Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Eingliederung Behinderter, S. 

171; vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Oktober 

2007, IV 2006/134 E. 4a). Die erwerbliche Arbeitsunfähigkeit ist anhand eines 

vorläufigen Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dem vorläufigen 

Invalideneinkommen ist nach dem Gesagten nicht die Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit, sondern die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

zugrunde zu legen. Ein Hilfsarbeiter hat im Jahr 2011, ausgehend von der 

betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden, durchschnittlich Fr. 

61'910.-- verdient (siehe Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, 

Ausgabe 2015). Wird zugunsten des Beschwerdeführers davon ausgegangen, dass er 

im Jahr 2011 als Gruppenleiter Produktion den gleichen Lohn hätte erzielen können wie 

im Jahr 2012, d.h. Fr. 75'050.--, resultiert für das Jahr 2011 ein vorläufiger erwerblicher 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von aufgerundet 18 %. Ein erwerblicher 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 18 % reicht nicht aus, um den Beginn des Wartejahres 

auszulösen. Das Wartejahr hat also erst mit dem Eintritt der psychisch bedingten 

Arbeitsunfähigkeit im Juni 2012 zu laufen begonnen und ist folglich Ende Mai 2013 

abgelaufen. Bei einem IV-Grad von 61 % hat der Beschwerdeführer rückwirkend ab 

dem 1. Juni 2013 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.

3.3  Demnach ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist mit Wirkung ab 1. Juni 2013 eine 

Dreiviertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie 

zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/31

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4.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Diese ist um die 

Kosten für die Einholung des Berichts bei Dr. C.___ vom 21. Juni 2016 (act. G 35) im 

Umfang von Fr. 80.-- zu erhöhen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die 

Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 680.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen.

4.2  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. In einem 

Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine 

Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Die Beschwerdegegnerin hat 

den Beschwerdeführer entsprechend mit Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Entscheid

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 16. September 

2013 aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juni 2013 eine 

Dreiviertelsrente zugesprochen; die Sache wird zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie 

zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 680.-- zu bezahlen.

3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 31/31

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Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- zu entrichten.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.11.2016
	Art. 28 IVG. Abstellen auf die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Gutachter und des behandelnden Psychiaters. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus psychiatrischer Sicht hat der Versicherte Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. November 2016, IV 2013/523). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_793/2016.

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