# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8e1c98f-3bac-5c13-bce9-e207ec0eb66a
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-27
**Language:** de
**Title:** Rückweisung zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit
**Docket/Reference:** IV.2014.00561
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00561.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00561
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Gohl Zschokke
Urteil
vom
27. Februar 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Stephan Kübler
Wiegand Kübler Rechtsanwälte
Stadthausstrasse 125, Postfach 2578, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1965, war ab dem
1.
September 1999 mit einem Pensum von 100
%
als
Leiterin u
nd Mitarbeiterin der Abteilung A
utomotive
Druck
transmitter
bei der
Firma
Y.___
tätig
(Urk. 7/10/4 und
7/24
)
.
Im
Mai 2011
traten
Schmerzen im rechten Knie
auf (
Urk.
7/10/5 und 7/21/20).
Sie unterzog sich
a
m 15.
Februar 2012 im
Spital Z.___
ein
er
Knieo
peration, bei der ein
tenosynovialer
Riesenzelltumor
entfernt
wurde
(Urk. 7/21/21)
.
In der Folge
attestierte
ihr
Dr.
med. A.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
bis zum 11.
März 2012
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
, danach
bis zum
9.
April 2012
eine
50
%
ige, am 1
0.
April 2
012 eine 30%ige und ab dem 11.
April 2012 bis auf Weiteres
eine
40%ige
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/
21
/3
, 7/21/16 f.
und
7/21/21
).
Die Versicherte meldete sich a
m
8.
August 2012
bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(Urk.
7
/1
0
).
Diese tätigte erwerbliche Abklärungen
(
Urk.
7/19
und 7/24
)
und
nahm
Dokumente
des Krankentaggeldversicherers
zu den Akten (
Urk.
7/21)
.
Am
5. Februar 2013
teilte die IV-Stelle
der
Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen möglich seien
, da der Arbeitsplatz der Versicherten
gemäss ihren Angaben
nicht gefährdet sei und auch seitens der Arbeitgeberin keine Unter
stützung gewünscht werde
(Urk.
7/27
).
Nach dem
Beizug
weiterer
medizinischer
Unterlagen
(vgl. Urk.
7
/
29, 7/30
, 7/34, 7/37 und
7/38
) erliess
die IV-Stelle
am
2
0.
Januar 2014
einen negativen Vor
bescheid (Urk.
7
/
41
), gegen welchen
die Versicherte unter
Beilage von
Arbeitsunfähigkeitsbestätigungen von
Dr.
A.___
(
Urk.
7/44)
Einwand erhob (Urk.
7/45
).
In der Folge reichte sie diverse
Arztberichte
ein (
vgl. Urk.
7/49).
Mit Verfügung vom
1
6.
April 2014
verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (Urk. 2 = Urk.
7
/
51
).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
6.
April 2014
liess
die Versicherte
mit Eingabe vom
2
6.
Mai 2014
Beschwerde erheben (Urk. 1).
Ihr Rechtsvertreter
verlangte, die angefochtene Verfü
gung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführer
in
sei
ab dem
1.
Februar 2013
eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung
zuzu
sprechen. Eventualiter sei die
Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie den medi
zinischen Sachverhalt rechtskonform abkläre und hernach neu über das Leistungsbegehren entscheide
. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
n
(Letztere zuzüglich Mehrwertsteuer)
zulasten der Beschwerdegegnerin (Urk.
1 S.
2). Die IV-Stelle schloss am
2.
Juli 2014
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
). Mit Verfügung vom
3.
Juli 2014
wurde ein zweiter
Schrif
tenwechsel
angeordnet (Urk.
8
)
.
Die Replik wurde mit Eingabe vom
8.
September 2014 erstattet (
Urk.
10). Am
2.
Oktober 2014 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass
sie auf das Einreichen einer Duplik verzichte (
Urk.
12). Davon hat die Gegen
partei mit Schreiben vom
3.
Oktober 2014 Kenntnis erhalten (
Urk.
13).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1  des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin in Betracht,
die medizinischen Abklärungen hätten ergeben,
dass der
Beschwerdeführer
in
eine behinderungsangepasste Tätigkeit in sitzender oder wechselbelastender Position, ohne Knien, Hocken und Kauern, ohne langes Stehen, häufiges Treppensteigen oder Steigen auf Leitern und Gerüste
in
einem Pensum von 100
%
zumutbar sei. Die Beschwerdegegnerin führte einen Einkommensvergleich durch, dem sie ein
Valideneinkommen
von
Fr.
96‘899.40
und ein Invalideneinkommen von Fr.
65‘570.16
zu Grunde legte. Sie gelangte zum Schluss, es liege lediglich ein Invaliditätsgrad von
32
% vor, welcher keinen Rentenanspruch zu begründen vermöge (Urk. 2 S.
2
).
2.2
Demge
genüber lässt
die
Beschwerdeführer
in
den
Standpunkt vertreten,
dass es sich bei ihrer bisherigen Tätigkeit bei der
Firma
Y.___
, welche sie
gesundheitsbe
dingt
und ärztlicherseits attestiert nur noch zu 60
%
ausüben könne, bereits um eine behinderungsa
ngepasste Tätigkeit handle. Es bestehe
daher
ein
Anspruch auf eine
Viertelsrente
(
vgl.
Urk. 1
und
10
).
Damit ist
strittig, in welchem Umfang d
i
e Beschwerdeführer
in
eine angepasste
Tätigkeit
ausüben
und welches
Invalideneinkommen
sie
erzielen kann.
3.
3.1
Den Berichten von
Dr.
A.___
vom 2
1.
Mai und
vom
24.
Juli 2012 zufolge klagte die Beschwerdeführerin
auch
nach der Knieoperation vom
1
5.
Februar 2012 über anhaltende
Schmerzen
.
A
m 2
8.
September 2012
wurde deshalb
eine Kniegelenksarthroskopie mit Exzision eines gutartigen
Synovialtumors
vorgenommen
(
Urk.
7/30/17 ff.)
.
Zur
klinischen Verlaufskontrolle
h
ie
lt der Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Spitals Z.___
vom 1
6.
November 2012 fest, dass initial postoperativ eine
geringgradige
Besserung der Beschwerden eingetreten sei
.
Aktuell klage die
Patientin
über belastungsabhängige Schmerzen an ver
schiedenen Stellen des Kniegelenkes, welche abgeschwächt auch
beim Sitzen bestünden. Zudem
bestünden
eine persis
t
ierende Schwellungsneigung und eine mässige
Druckdolenz
über dem medialen
Recessus
suprapattelaris
(
Urk.
7/30/15)
.
3.
2
Aus
einem weiteren
Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Spitals Z.___
vom
8.
Februar 2013
geht hervor
, dass die
Patientin
unverändert
über starke belastungsunabhängige Schmerzen und
Schwellungs
neigung
des gesamten rechten Beines klag
t
e.
Nebst den bekannten
Befunde
n wurde
eine mehrheitlich
synoviale
Schwellung
,
vor allem
am
obere
n
Recessus
bei
palpatorisch
wenig intraartikulärer Ergussbildung
,
vermerkt
(Urk.
7/30/10).
In der Folge wurde eine intraartikuläre Infiltration
angeordnet
(Urk.
7/30/11).
Diese brachte gemäss den in einem weiteren Bericht vom
3.
April 2013 festgehal
tenen Angaben eine
B
esserung der Ruhe- und Nach
t
schmerzen
, während die belastungsabhängigen Schmerzen tagsüber mit
Schwellungs
neigung
unbeeinflusst
blieben
(
Urk.
7/30/3).
3.
3
Aus dem Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Spitals Z.___
vom 2
3.
April 2013 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin
ab
dem 2
8.
Januar 2013 wieder
zu
70
%
, teils
schmerzbedingt
reduziert auf 60
%
, in ihrer ursprünglichen Tätigkeit arbeite
te
. Im Rahmen der weiterführenden Abklärungen sei
A
nfang April eine SPECT-CT-Untersuchung vorgenommen worden, welche die Verdachtsdiagnose eines komplexen regionalen
Schmerz
syndroms
(CRPS) ergeben habe. Entsprechend sei die Patientin an
Dr.
med.
B.___
, Leitende Ärztin des Schmerzzentrums, überwiesen wor
den. Insofern sei bei zwar persistierender Schmerzsituation, aber praktisch voll erhaltener Arbeitstätigkeit
,
eine detaillierte Beantwortung des zugesandten Fra
genkataloges zum aktuellen Zeitpunkt schwierig beziehungsweise teilweise nicht möglich (
Urk.
7/29/5).
3.
4
Der Bericht des Schmerzzentrums vom
6.
Juni 2013 führt
e
als Diagnose einen postoperativ persistierenden Knieschmerz und radiologisch eine
Verdachtsdiag
nose
auf
ein
CRPS bei Status nach Exzision eines gutartigen
Synovialriesen
zelltumors
auf (
Urk.
7/34/5).
Anamnestisch seien die Budapester CRPS-Kriterien teilweise erfüllt (
Sensibili
täts
störungen
, Schwellung, Hautverfärbung und Muskelschwäche). Klinisch liessen sich die Phänomene bestätigen, jedoch seien sie streng auf das Knie und die unmittelbare Umgebung begrenzt und damit untypisch. Auch die
szinti
graphischen
Hinweise auf ein CRPS seien lokal begrenzt. Trotzdem seien sie nach der Einschätzung des zuständigen Radiologen pathognomonisch für ein
CRPS. Die Diagnose des CRPS beruhe aber definitionsgemäss ausschliesslich auf Anamnese und klinischen Befunden
(
Urk.
7/34/6)
.
Unter Verweis auf diesen Bericht wurde am 2
9.
August 2013 zu
Handen
der IV
Stelle festgehalten, dass die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht beurteilt worden sei. Laufen, Sitzen und Stehen führten nach etwa 30 Minuten anamnestisch zu einer
Schmerzexazerba
tion
und Schwellungsneigung der rechten
unteren Extremität. Trotz
wech
selbe
lasteter
beruflicher Tätigkeit
leide die Patientin anamnestisch nach etwa zwei Stunden an einer deutlichen Schmerzzunahme. Deshalb könne sie die Soll-Arbeitsstunden pro Tag nicht erfüllen. Ob die bisherige Tätigkeit aus medizini
scher Sicht noch zumutbar sei, könne nicht beurteilt werden (Urk. 7/34/10).
3.
5
Dr.
med.
C.___
, Facharzt FMH und Che
farzt für Rheumatologie der K
linik
D.___
diagnostizierte in seinem Bericht vom 1
8.
Oktober 2013 per
sistierende Schmerzen im rechten Knie. Bis heute und auf längere Sicht bestehe eine unveränderte 60%ige Arbeitsunfähigkeit (gemeint wohl: Arbeitsfähigkeit
; vgl.
Urk.
7/38/7 und 7/38/10
sowie 7/40/4 f.
).
Die Patientin berichte mittlerweile über eine Besserung des Zustandes. Die Schmerzen seien
regredient
und die Funktion habe sich verbessert. Die Schmer
zen träten vor allem beim Stehen auf, die Nachtschmerzen hätten sich in den letzten Wochen gebessert. Es handle sich um Dauerschmerzen mit inter
mittierenden Exazerbationen.
Der Schmerzcharakter werde als bohrend, teilweise einschiessend beschrieben. Aktuell bestehe keine nennenswerte
Schwel
lungsneigung
und bis auf eine gewisse intermittierend auftretende
Marmori
sierung
der Haut gebe es keine Verfärbungen. Die Hauttemperatur sei abwech
selnd wärmer und etwas kälter. Ansonsten gebe es keine trophischen oder motorischen Störungen.
Schliesslich vermerkte er ein i
ntermittierend auf
treten
des
Neglectgefühl
des rechten Beines.
Ohne
eruierbaren
Auslöser sei es Ende August 2013 zu einer erneuten Schwel
lung und Ergussbildung am rechten Knie gekommen. Eine Verlaufs-MRI-Unter
suchung vom 2
4.
September 2013 habe kein Rezidiv gezeigt. Eine
elektro
physiologische
Untersuchung vom 2
4.
September 2013 habe neurographisch keine Anhaltspunkte für eine periphere Nervenläsion ergeben. Lediglich auffäl
lig sei eine leichte
Afferenzstörung
des rechten Beines als mögliches Korrelat einer spinalen Impulsleitungsstörung.
Aus medizinischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit noch zumutbar, es beste
he
aber eine verminderte Leistungsfähigkeit, die unter den gegebenen Umständen nicht gesteigert werden könne. In welchem Umfang und seit wann eine
behin
derungsangepasste
Tätigkeit mit welchem Belastungsprofil möglich wäre,
müsste nach einem stationären Aufenthalt und gegebenenfalls nach Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit bestimmt werden (
Urk.
7/37/6 f.).
3.
6
Dr.
A.___
beurteilte die Beschwerdeführerin in seinem Bericht vo
m 24.
Oktober 2013
wegen zunehmender Knieschmerzen und Schwellung bei Belastung als zu 60
%
in der bisherigen Tätigkeit arbeitsfähig. Auf diese Aus
führungen verwies er auch zur Beantwortung der Frage
bezüglich der
Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Er gab
ferner
zu bedenken, dass die Arbeitsfähigkeit eventuell nach einer stationären Rehabilitation in der Klinik
D.___
gesteigert werden könnte; bisher habe die Krankenkasse eine entspre
chende Kostengutsprache verweigert (
Urk.
7/38/2 f.).
Im Rahm
en weiterer Verlaufskontrollen vom 1
1.
Dezember 2013 und vom 8. Januar 2014 ergaben sich weder neue Diagnosen noch
neue Befunde. Dr.
C.___
beurteilte die Beschwerdeführerin jeweils als weiterhin zu 40 % arbeitsunfähig (Urk. 7/49/21 und 7/49/25).
4.
4.1
Der Regionale Ärztliche Dienst zog am 5. November 2013 in Betracht, bezüglich der Angabe von
Dr.
A.___
hinsichtlich einer gleichfalls nur 60%igen Arbeitsfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon auszugehen, dass
Dr.
A.___
die genaue Definition einer „behinderungsangepassten Tätigkeit“ nicht bekannt sei. Eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit berücksichtige ja gerade eben die qualitativen Ein
schränkungen, derentwegen die bisherige Tätigkeit nicht oder nicht uneinge
schränkt möglich sei, wie im vorliegenden Fall die Knieproblematik. Somit sei
medizinischtheoretisch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für eine
behin
derungsangepasste
Tätigkeit in sitzender oder wechselbelastender Position, ohne Knien, Hocken und Kauern, ohne langes Stehen, häufiges Treppensteigen oder Steigen auf Leitern und Gerüste eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 100
%
gegeben (
Urk.
7/40/5).
4
.2
In einer Ergänzung zu seiner Stellungnahme
vom 3
1.
März 2013
vertrat
der Regionale Ärztliche Dienst
die Auffassung
, dass die bis auf
Weiteres
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40
%
berechtigt sei.
Hinsichtlich einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit hielt er an seinen bisherigen Ausführungen fest und
wies
schliesslich
darauf hin, dass Schmerzen allein ohne begleitende
Funktionsein
schränkung
keine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit
begründeten. Im vor
liegenden Fall wäre allerhöchstens bei vollzeitiger Präsenz eine
Leistungsmin
derung
von etwa 10
%
infolge eines erhöhten Pausenbedarfs zuzuerkennen (
Urk.
7/50/2).
5.
5.1
Die
Angaben
des Regionalen Ärztlichen Dienstes
zur Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit
, auf welche sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung stützte,
stammen
von
Dr.
med.
E.___
, einem Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatol
o
g
i
e.
Dieser hat die Beschwerde
führerin weder untersucht noch seine Einschätzung
begründet
.
Seine
Beurtei
lung
weicht
insbesondere
von de
r
jenigen des behandelnden Arztes
Dr.
A.___
vom
24. Oktober 2013
ab
, ohne dass hierfür eine nachvollzieh
bare Begründung geliefert wird
.
Blosse M
utmassungen darüber, ob
Dr.
A.___
mit dem Begriff der behinderungsangepassten Tätigkeit vertraut ist, vermögen
jedenfalls nicht zu erklären, weshalb dessen Beurteilung nicht richtig sein soll.
D
ie
Bericht
e
des Regionalen Ärztlichen Dienstes
sind nicht schlüssig und
enthalten keine Auseinandersetzung mit den vorhandenen Berichten der behan
delnden Fachärzte. Sie
genüg
en
den
materiellen Anforde
rungen
an ein Gutachten
(BGE
125 V 351 E. 3a)
nicht. Es kann deshalb nicht darauf abgestellt werden.
5.2
Hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit durch
Dr.
A.___
vom 2
4.
Oktober 2013
ist vorab als Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc.).
Es erscheint auch fraglich, ob
Dr.
A.___
, ein Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, fachlich geeignet ist, die komplexe Knieproblematik angemessen zu beurteilen. Er hat denn auch nicht begründet,
weshalb die Beschwerdeführerin in angepasster Tätigkeit
lediglich
zu 60
%
arbeitsfähig sein soll (
Urk.
7/38/3). Insbesondere hat er es auch
versäumt
, die geforderten detaillierten Angaben dazu zu machen, welche Arbeiten der
Beschwerdeführerin
unter Berücksichtigung ihrer gesund
heitlichen
Einschränkungen in behinderungsangepasster Tätigkeit noch zumut
bar sind. Namentlich hat er offen gelassen, ob die Beschwerdeführerin noch Kauern, Knien, Treppen steigen
, Gegenstände heben/tragen
usw. kann (
Urk.
7/38/4). Die Ausführungen von
Dr.
A.___
sind zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit folglich ebenfalls nicht geeignet.
5
.
3
Weitere medizinische Unterlagen, denen sich Angaben zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit entnehmen liessen, sind keine vorhanden.
Bei
der vor
han
denen
Aktenlage
wären
ergänzende medizinische Abklärungen
diesbezüglich
angezeigt gewesen
(
Art.
43 ATSG).
Dies wird nachzuholen sein.
5.4
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit stimmen
Dr.
E.___
vom
Regionale
n
Ärztliche
n
Dienst
,
Dr.
C.___
und
Dr.
A.___
zwar
dahingehend überein, dass
diese bloss
60
%
betrage
(vgl.
Urk.
7/21/16 f, 7/37/6 f, 7/38/2 f, 7/49/21, 7/49/25 und 7/50/2)
.
Eine schlüssige Begründung für diese Einschätzung lässt sich jedoch in keinem
der
Bericht
e
finden.
Es
fällt insbesondere
auf,
dass
sich
Dr.
C.___
insoweit festzulegen
vermag, dass
die bisherige Tätigkeit
aus medizinischer Sicht
noch zumutbar
sei
,
aber
eine ver
minderte Leistungsfähigkeit
bestehe
, die unter den gegebenen Umständen nicht gesteigert werden könne
, und die
Arbeitsfähigkeit mit 60
%
bezif
fern kann
. Gleichzeitig sieht er
sich
aber
ausser Stande, Angaben zum
Umfang und
zum
B
elastungsprofil für eine behinderungsangepasste Tätigkeit
zu machen, da hier
für
ein stationärer Aufenthalt und gegebenenfalls eine Evaluation der funk
tionellen Leistungsfähigkeit erforderlich
wären
(Urk.
7/37/6 f.).
Vor diesem Hinter
grund drängt sich die Frage auf, ob die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit angesichts der komplexen Knieproblematik nicht der vertieften Abklärung bedarf. Dies muss umso mehr gelten, als auch
die Ärzte der Klinik für Orthopä
dische Chirurgie des
Spital
s Z.___
und des Schmerzzentrums die Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
nicht zu beurteilen vermochten
(Urk.
7/29/5 und 7/34/10).
5
.
5
Zusammenfassend ergibt sich, dass über den strittigen Leistungsanspruch nicht ohne zusätzliche medizinische Abklärungen betreffend die Arbeitsfähigkeit de
r
Beschwerdeführer
in
in ihrer bisherigen und gegebenenfalls
in
einer
angepasste
n
Tätigkeit entschieden werden kann. Da die
selben grundsätzlicher Natur sind, wird die Beschwerdegegnerin diese vorzu
nehmen haben. Der angefochtene Entscheid ist somit aufzuheben und die Sache ist zur Durchführung der not
wendigen Abklärungen und
zu
neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (§ 26
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
). In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. Damit wird auch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich hinfällig, weshalb dieser nicht weiter zu überprüfen ist.
6
.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhäng
ig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
und auf Fr. 6
00.--
fest
zusetzen.
Nach ständi
ger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen der
beschwerdeführenden
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
6
.2
Überdies hat die obsiegende Beschwerdeführerin
Anspruch auf
den Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1
GSVGer
)
.
Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung
wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§ 34 Abs.
3
GSVGer
).
Vorliegend erscheint eine
Prozessentschädi
gung
von
Fr.
2‘100.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als ange
messen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 1
6.
April 2014 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
schä
digung
von
Fr.
2‘100
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Stephan Kübler
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigGohl Zschokke