# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31f1a343-a704-5671-a1d4-d75803741c6c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 15.07.2009 SK2 2009 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2009-28_2009-07-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 15. Juli 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 09 28

Entscheid
II. Strafkammer

Vorsitz Bochsler
RichterInnen Hubert und Schlenker
Redaktion Aktuarin Thöny

In der strafrechtlichen Beschwerde

der X., Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Alfred 
Castelberg, Masanserstrasse 40, Villa Zambail, 7000 Chur, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 4. Mai 2009, 
mitgeteilt am 6. Mai 2009, in Sachen gegen Y., Beschwerdegegner, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Jürg Tarnutzer, Hartbertstrasse 1, 7002 Chur,

betreffend fahrlässige schwere Körperverletzung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am Samstag, 21. Juli 2007 um 17.50 Uhr, fuhr X. mit dem Personenwagen 
GR ... von A. kommend auf der B.-Strasse in Richtung C.. Nach der Abzweigung D. 
setzte der weiter hinten in der Kolonne sich befindende Fahrzeuglenker Y. zum 
Überholen an und fuhr zu X. auf. Aus noch ungeklärten Gründen wurde deren Fahr-
zeug instabil und geriet ins Schleudern. Dabei geriet es auf die Gegenfahrbahn, 
durchschlug den talseitigen Bündnerzaun und stürzte in die Tiefe. Gemäss Bericht 
des Kantonsspitals Graubünden vom 26. Juli 2007 erlitt X. dadurch eine Lähmung 
unter dem 5. Halswirbel (Arme und Beine), einen offenen Bruch des Oberarmschaf-
tes rechts, Rippenbrüche links vorne sowie einen Gesichtsschädelbruch. Die Ver-
letzungen wurden als lebensbedrohlich eingestuft, wobei auch mit bleibenden 
Nachteilen gerechnet werden müsse. Auch E., Mitfahrerin im Fahrzeug von Y., 
musste gemäss Bericht des kantonalen Frauenspitals Fontana zwei Tage lang hos-
pitalisiert werden, da bei ihr frühzeitige Wehen einsetzten. F., der Ehemann von X., 
stellte am 2. August 2007 Strafantrag gegen die strafrechtlich verantwortliche Per-
son. E. ihrerseits unterzeichnete am 24. Juli 2007 die Erklärung betreffend Strafan-
trag gegen die strafrechtlich verantwortliche Person. 

B. Zur Abklärung des Unfallhergangs eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden mit Verfügung vom 4. Oktober 2007 eine Strafuntersuchung gegen Y. 
wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung etc. gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB. 
Mit der Durchführung der Untersuchung wurde das Untersuchungsrichteramt C. be-
auftragt. 

C. Die Strafuntersuchung ergab, dass Y. den Personenwagen von X. bei der 
Einmündung D. überholte. Gemäss Ausführungen der Staatsanwaltschaft sei X. ih-
rerseits nach links geschwenkt, um möglicherweise ebenfalls zu einem Überhol-
manöver anzusetzen. Ob eine Kollision zwischen den beiden Fahrzeugen stattfand, 
habe nicht ermittelt werden können. X. sei sodann mit ihrem Wagen ins Schleudern 
geraten und habe den Bündnerzaun auf der Gegenfahrbahn durchbrochen. 

D. Mit Verfügung vom 7. Januar 2008, mitgeteilt am 9. Januar 2008, stellte die 
Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung gegen Y. wegen fahrlässi-
ger schwerer Körperverletzung ein, da ihm kein Verschulden am Verkehrsunfall vom 
21. Juli vorgeworfen werden könne. Die Kosten der Strafuntersuchung wurden auf 
die Staatskasse genommen. 

E. Gegen diese Einstellungsverfügung liess X. am 29. Januar 2008 bei der Be-
schwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden Beschwerde erheben, 

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worin sie beantragte, es sei die angefochtene Einstellungsverfügung aufzuheben 
und die Staatsanwaltschaft anzuweisen, die Strafuntersuchung weiterzuführen. Die 
Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden hiess diese Be-
schwerde mit Entscheid vom 12. März 2008 gut und wies die Sache zur Beweiser-
gänzung und neuen Entscheidung an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurück. 

F. Nach Durchführung weiterer Untersuchungshandlungen, insbesondere einer 
Konfronteinvernahme zwischen Y. und dem unmittelbar hinter der Verunfallten fah-
renden G. sowie einer untersuchungsrichterlichen Einvernahme von H., der Beifah-
rerin von Y., stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung mit 
Verfügung vom 4. Mai 2009, mitgeteilt am 6. Mai 2009, erneut ein.

G. Dagegen liess X. mit Eingabe vom 27. Mai 2009 beim Kantonsgericht von 
Graubünden wiederum Beschwerde erheben, wobei sie die folgenden Anträge 
stellte:

„1. Die angefochtene Einstellungsverfügung sei aufzuheben.

2. Die Staatsanwaltschaft Graubünden sei anzuweisen, die Strafuntersu-
chung weiterzuführen.

3. Prozessualer Antrag:
Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung zu ge-
währen und der unterzeichnete Rechtsanwalt sei als Rechtsvertreter für 
die Beschwerdeführerin einzusetzen.

H. Mit Vernehmlassung vom 17. Juni 2009 liess der Beschwerdegegner Y. die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungs-
folge zu Lasten der Beschwerdeführerin beantragen. Die Staatsanwaltschaft 
Graubünden beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 18. Juni 2009 unter Hinweis 
auf die Akten und die Ausführungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung 
ebenfalls die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen im angefochtenen Entscheid 
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 138 StPO kann gegen die vom Staatsanwalt genehmigten 
Amtshandlungen von Untersuchungsorganen beim Kantonsgericht Beschwerde ge-
führt werden. Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer durch den angefochtenen 
Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder 
Änderung geltend macht. Insbesondere kann sich der Geschädigte gegen Einstel-
lungsverfügungen beschweren (Art. 139 Abs. 1 StPO). Die Beschwerde ist innert 

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20 Tagen, seit der Betroffene vom angefochtenen Entscheid Kenntnis erhalten hat, 
schriftlich einzureichen (Art. 139 Abs. 2 StPO). Diese Voraussetzungen sind im vor-
liegenden Fall erfüllt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.

2. Die Staatsanwaltschaft Graubünden stellte das Strafverfahren wegen fahr-
lässiger schwerer Körperverletzung gegen Y. mit der Begründung ein, dass trotz 
der durchgeführten Beweisergänzung der genaue Ablauf des Verkehrsunfalls vom 
21. Juli 2007 und insbesondere die Gründe für das Fahrverhalten von X. nicht im 
Ansatz geklärt werden konnte. Vielmehr habe sich eine weitere Ungereimtheit er-
geben, indem G. neu auch von Gegenverkehr spreche. Da Y. keine Verletzung von 
Strassenverkehrsregeln vorgeworfen werden könne und ihm aber auch sonst nicht 
zur Last gelegt werden könne, dass er das Verhalten von X. hätte voraussehen 
können, wäre vorliegend im Falle einer Anklageerhebung an das zuständige Gericht 
klar mit einem Freispruch zu rechnen. Die Strafuntersuchung werde deshalb unter 
Übernahme der Kosten auf die Staatskasse eingestellt. Demgegenüber wendet die 
Beschwerdeführerin ein, im vorliegenden Fall seien wesentliche Beweismittel so-
wohl nicht gewürdigt als auch falsch gewürdigt worden. Bezüglich des rechtswidri-
gen Überholmanövers sei nur auf angeblich widersprüchliche Zeugenaussagen ver-
wiesen worden, so dass sich nicht mehr eruieren lasse, ob das Überholmanöver 
bereits im Überholverbot gestartet worden sei oder erst danach. Die Staatsanwalt-
schaft habe es beispielsweise vollständig unterlassen, anhand der Polizeiskizze 
und der übereinstimmenden Zeugenaussagen zu den gefahrenen Geschwindigkei-
ten den Überholweg mathematisch zu eruieren. Andernfalls hätte sie feststellen 
müssen, dass ein regelkonformes Überholmanöver physikalisch gar nicht möglich 
gewesen sei. Völlig aktenwidrig sei der Vorwurf des Überholens im Überholverbot 
durch Y. bereits zum zweiten Mal einfach fallen gelassen worden. Dies und die an-
deren Würdigungen der Beweismittel seien unverständlich. Die Einstellungsverfü-
gung sei darum willkürlich und unangemessen erfolgt. 

3. Zunächst ist auf die Rüge der Beschwerdeführerin einzugehen, die Staats-
anwaltschaft habe die verschiedenen Zeugenaussagen nicht richtig gewürdigt, re-
spektive sie sei nicht auf die daraus resultierenden Übereinstimmungen respektive 
Widersprüche hinsichtlich des Unfallhergangs eingegangen.

a) Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, aufgrund der polizeilichen 
Aussagen von G. und von I. stehe fest, dass Y. bei der Abzweigung D. zwei Fahr-
zeuge auf einmal, erstens den Mercedes von G., zweitens den Citroën von X. über-
holt habe. Dabei lässt sie jedoch ausser Acht, dass I. in seiner ersten polizeilichen 
Einvernahme (act. 3.5), welche wenige Stunden nach dem Unfall durchgeführt 

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wurde, zu Protokoll gab, dass der Audi-Fahrer (Y.) den Mercedes (G.) auf der A.-
Brücke überholt habe und erst im Bereiche der Abzweigung nach D. auf einen klei-
neren Personenwagen (X.) aufgeschlossen habe. Auf Höhe der Einspurstrecke 
habe er diesen sodann überholt. Diese Aussage deckt sich im Übrigen mit der Schil-
derung von Y., welcher bei seiner ersten polizeilichen Befragung am Tag nach dem 
Unfall (act. 3.6) auf die Frage nach weiteren Überholmanövern kurz vor dem Unfall 
ausführte, er habe auf der neuen Brücke nach A. einen Wagen mit Schwyzer Kon-
trollschild (G.) überholt. Zwar trifft es zu, dass I. in einer späteren Einvernahme (act. 
3.8) seine Aussage korrigierte und ausführte, Y. habe G. nicht auf der A.-Brücke, 
sondern erst auf dem geraden Strassenstück, unmittelbar nach der weiss gezeich-
neten Sperrfläche bei der Abzweigung nach D. überholt. Dennoch kann insbeson-
dere unter Berücksichtigung seiner ersten Deposition und der Aussagen von Y. 
nicht von übereinstimmenden Zeugenaussagen ausgegangen werden. Die erste 
Aussage von I. und diejenige von Y. stehen somit in klarem Widerspruch zur Schil-
derung des Unfallhergangs von G. (act. 3.4 und 4.7) und der zweiten Befragung von 
I.. Insofern ist der Vorwurf, die Staatsanwaltschaft Graubünden sei in diesem Punkt 
nicht auf die übereinstimmenden Zeugenaussagen eingegangen, unbegründet. 

b) Des Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, aufgrund der übereinstim-
menden Zeugenaussagen stehe fest, dass Y. das im Zusammenhang mit dem Un-
fall stehende Überholmanöver noch weit im Bereiche des Überholverbotes begon-
nen habe. Sie habe daher an diesem Ort mit keinerlei überholenden Fahrzeugen 
rechnen müssen. Hierzu ist wiederum auf die Protokolle der verschiedenen Befra-
gungen von I. und G. zu verweisen. I. sagte zunächst aus (act. 3.5), Y. habe auf 
Höhe der Einspurstrecke zum Überholen des kleinen Personenwagens von X. an-
gesetzt. Anlässlich der zweiten polizeilichen Einvernahme (act. 3.8) führte er jedoch 
aus, Y. habe unmittelbar nach der weiss gezeichneten Sperrfläche nach der Ab-
zweigung D. zunächst das Fahrzeug von G. und sodann den Wagen von X. über-
holt. Auf eine entsprechende Frage hin bestätigte er, dass Y. beide Fahrzeuge auf 
einmal überholte. Im Rahmen der Konfronteinvernahme mit Y. (act. 3.25) gab er zu 
Protokoll, Y. habe sicher nach der Sperrfläche begonnen, den Mercedes von G. zu 
überholen. Er könne nicht mehr sagen, ob jener noch ein wenig auf der dortigen 
Einspurstrecke oder nach der Aufhebung des 
Überholverbots mit dem Überholen begonnen habe. Demgegenüber äusserte sich 
G. in der ersten Befragung (act. 3.4) nicht zum Überholbeginn, sagte jedoch an der 
Konfronteinvernahme (act. 4.7) aus, er könne nicht mehr genau sagen, wo Y. das 
Überholmanöver begonnen habe. Nachdem er das Fotoblatt und den Übersichts-
plan noch einmal angeschaut habe, müsse er sagen, dass Y. nur weiter oben, das 

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heisst noch innerhalb des Überholverbotes zu überholen begonnen haben müsse. 
Damit steht fest, dass sich die verschiedenen Schilderungen auch hinsichtlich des 
Beginns des Überholmanövers in wesentlichen Punkten widersprechen, weshalb 
sich der tatsächliche Unfallhergang gestützt auf die Zeugenaussagen nicht mit 
genügender Klarheit ermitteln lässt. Dies insbesondere auch unter Berücksichti-
gung des Umstandes, dass sich die Beschwerdeführerin in diesem Punkt auf die 
zweite Einvernahme von I. beruft, während sie sich bei der Frage, ob Y. zwei Fahr-
zeuge auf einmal überholte, auf die erste Einvernahme von I. stützt. 

c) Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, weder I. noch G. hätten je ein 
weiteres Fahrzeug vor ihr gesehen. Geschweige denn hätten sie bemerkt, dass Y. 
auch dieses Fahrzeug noch nach ihr überholt hätte. Y. habe auch erst anlässlich 
der Konfronteinvernahme behauptet, er habe nach X. noch einen Wagen überholt. 
Anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 22. Juli 2007 habe er ausgesagt, unmit-
telbar nach dem Überholen von X. habe er im Rückspiegel gesehen, wie ihr Wagen 
den Bündnerzaun durchbrochen habe. Darauf habe er seinen Wagen sofort ange-
halten. Von einem weiteren Überholmanöver sei nicht die Rede. Und der Zeuge G., 
welcher ja unmittelbar hinter X. gefahren sei und den Unfall am besten habe beob-
achten können, habe ausdrücklich gesagt, dass Y. so rücksichtslos vor X. eingebo-
gen sei, dass sie gezwungen gewesen sei, ihr Fahrzeug ruckartig abzubremsen. 
Die Beschwerdeführerin übersieht, dass Y. bereits anlässlich seiner ersten Einver-
nahme (act. 3.6) zu Protokoll gab, er habe nach dem 
Überholverbot bei der Abzweigung D. zum Überholen zweier vor ihm fahrender Per-
sonenwagen angesetzt. Dass er damit nicht das Fahrzeug von G. gemeint haben 
konnte, ergibt sich aus der weiteren Schilderung. So führte er aus, eine seiner Mit-
fahrerinnen habe laut aufgeschrien, als er am ersten Fahrzeug schon beinahe vor-
bei gewesen sei. Offenbar sei das erste überholte Fahrzeug gegen die Mitte gera-
ten. Damit steht entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin fest, dass Y. 
nicht erst anlässlich der Konfronteinvernahme erstmals die Behauptung aufstellte, 
vor X. habe sich noch ein weiteres Fahrzeug befunden. Auch diesbezüglich decken 
sich die Zeugenaussagen in den wesentlichen Zügen nicht, weshalb die Staatsan-
waltschaft zu Recht festhielt, der genaue Ablauf des Verkehrsunfalls habe diesbe-
züglich nicht im Ansatz geklärt werden können.

d) Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, die Zeugenaussagen von G. und I. 
würden bezüglich ihres eigenen Fahrverhaltens kurz vor dem Durchbrechen des 
Bündnerzauns entgegen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft nicht überein-
stimmen. Während G. ausgesagt habe, die verunfallte Lenkerin habe ihr Fahrzeug 
unmittelbar nach dem Überholmanöver gegen die Mauer hin (also nach rechts) ge-

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steuert, habe der Zeuge I., welcher unbestritten hinter G. gefahren sei, zu Protokoll 
gegeben, X. habe ihr Fahrzeug zweimal gegen die Strassemitte geschwenkt, als 
der Audi auf gleicher Höhe mit ihr gewesen sei. Was die Aussage von G. betrifft, 
machte er diese anlässlich seiner ersten Einvernahme (act. 3.4). Bei der untersu-
chungsrichterlichen Konfronteinvernahme mit Y. (act. 4.7) sagte er jedoch aus, er 
habe X. nach links ausschwenken gesehen, wobei sie dadurch vielleicht ein wenig 
über die Mittellinie gefahren sei. Im Rückspiegel müsse sie gesehen haben, dass 
Y. überholt habe. Sie sei deshalb erschrocken, weshalb sie nach rechts gesteuert 
habe, so dass er gedacht habe, sie würde mit der Mauer kollidieren. Sie habe jedoch 
sofort wieder nach links gesteuert und sei dann durch den Zaun gefahren. In dieser 
zweiten Einvernahme sagt nun G. klar aus, dass X. ihr Fahrzeug zuerst nach links 
gegen (oder etwas über) die Mittelinie gesteuert hatte. Damit stimmt seine Aussage 
mit derjenigen von I. überein, welcher stets dargelegt hatte, dass X. ihr Fahrzeug 
zuerst nach links gesteuert habe. Daran ändert auch nichts, dass G. im späteren 
Verlauf der Einvernahme zu Protokoll gab, Y. sei unmittelbar vor 
X. nach rechts gefahren. Es habe fast keinen Abstand mehr gehabt. Aus diesem 
Grund sei X. ja zuerst nach rechts Richtung Mauer und dann nach links gefahren 
und habe danach den Bündnerzaun durchfahren. Diese Aussage von G. bezieht 
sich - wie aus der Fragestellung des Untersuchungsrichters hervorgeht - auf das 
angebliche Einbiegemanöver von Y. und damit nicht auf das gesamte Fahrverhalten 
von X.. Dass sich die Aussagen von G. nicht widersprechen, zeigt sich auch daran, 
dass er auf entsprechende Nachfrage hin präzisierte, X. habe selbst überholen wol-
len. Dies konnte für ihn einzig daran erkennbar gewesen sein, dass diese ihr Fahr-
zeug - wie in der ersten Einvernahme geschildert - zunächst nach links gegen die 
Mittellinie gesteuert hatte. Sie habe dann im Rückspiegel gesehen, dass Y. über-
holte und habe sodann nach rechts und wieder nach links gesteuert. Bei Betrach-
tung der gesamten Aussage von G. anlässlich der Konfronteinvernahme ergibt sich 
somit, dass diese nicht im Widerspruch zu seiner Darstellung bei der ersten Befra-
gung durch die Polizei steht. Die entsprechende Rüge der Beschwerdeführerin ist 
damit unbegründet. 

e) In ihrer Eingabe geht die Beschwerdeführerin des Weiteren auf die gestützt 
auf das Urteil des Kantonsgerichts durchgeführte Konfronteinvernahme zwischen 
Y. und G. ein (act. 4.7) und gelangt zum Ergebnis, dass die Aussagen von G. be-
züglich Gegenverkehr schlüssig seien und mit den vor der Polizei gemachten Äus-
serungen übereinstimmen würden. G. sei sogleich hinter X. gefahren und habe das 
Überholmanöver von Y. daher besonders gut mitverfolgen können. Es bestünde 
diesbezüglich kein Grund, an seinen Aussagen zu zweifeln. G. antwortete anlässlich 

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seiner ersten Einvernahme (act. 3.4) auf die Frage, ob während des Überholmanö-
vers Gegenverkehr herrschte, dass er das nicht sagen könne. In der Konfrontein-
vernahme (act. 4.7), welche mehr als ein Jahr später stattfand, konnte er hingegen 
mit Sicherheit bezeugen, dass zum fraglichen Zeitpunkt Gegenverkehr herrschte. 
Auf den Widerspruch zur ersten Einvernahme angesprochen, führte er aus, es habe 
kein flüssiger Gegenverkehr geherrscht, es sei aber so gewesen, dass ein Auto 
entgegengekommen sei. Er habe das Protokoll am Schluss nicht mehr durchgele-
sen, sondern nur unterzeichnet. Somit steht fest, dass die Aussagen von G. bezüg-
lich Gegenverkehr entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht schlüs-
sig sind. Dementsprechend lässt sich auch ihre Schlussfolgerung, der Gegenver-
kehr würde erklären, weshalb Y. derart brüsk vor ihr wieder eingebogen sei, so dass 
sie erschrocken sei und habe reagieren müssen, nicht belegen. Vielmehr wird damit 
suggeriert, dass X. wegen des Einbiegemanövers erschrocken sei und entspre-
chend gehandelt habe. Dies entspricht jedoch nicht der Aussage von G.. Dieser gab 
nämlich zu Protokoll, X. sei nicht wegen des angeblichen Einbiegemanövers er-
schrocken, sondern weil sie, als sie gegen die Mittelinie gefahren sei, im Rückspie-
gel gesehen haben musste, dass Y. im Begriff war, sie zu überholen (act. 4.7 S. 3). 
Die vorhandenen Zeugenaussagen geben somit keinen Aufschluss darüber, ob 
zum Zeitpunkt des Unfalls tatsächlich Gegenverkehr geherrscht hatte, weshalb 
diesbezügliche Annahmen der Beschwerdeführerin als rein spekulativ qualifiziert 
werden müssen. 

f) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Staatsanwaltschaft Graubün-
den nach dem Gesagten zu Recht zum Ergebnis gelangte, der genaue Ablauf des 
Verkehrsunfalls vom 21. Juli 2007 und insbesondere die Gründe für das Fahrver-
halten von X. liessen sich aufgrund der Zeugenaussagen nicht vollumfänglich 
klären. Es bleibt jedoch zu prüfen, ob sich anhand der Zeugenaussagen Anhalts-
punkte dafür ergeben, dass sich Y. einer Verkehrsregelverletzung schuldig gemacht 
hat, welche in direktem Zusammenhang mit dem Unfall stehen könnte.

4. Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Beschwerde aus, mit der mathemati-
schen Berechnung des Überholmanövers könne der Beweis erbracht werden, dass 
die Erwägung und die Schlussfolgerung der Staatsanwaltschaft Graubünden, wo-
nach sich nicht belegen lasse, dass Y. noch vor der Aufhebung des Überholverbotes 
zu überholen begonnen habe, falsch sei. Entgegen deren Auffassung sei nämlich 
mittels einer annäherungsweisen Berechnung des Überholwegs erwiesen, dass Y. 
weit innerhalb des Überholverbots mit dem Überholmanöver begonnen und damit 
gegen Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 35 Abs. 2 und 3 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 
2 SVG und wohl auch gegen Art. 34 Abs. 4 SVG verstossen habe. Die Körperver-

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letzung von X. sei damit eine voraussehbare Folge des rechtswidrigen Überhol-
manövers gewesen und sei adäquat kausal durch dieses verursacht worden. Des-
halb müsse die angefochtene Verfügung schon aufgrund des nachweislich rechts-
widrigen Überholmanövers aufgehoben werden. Die Staatsanwaltschaft wendet da-
gegen in ihrer Vernehmlassung vom 17. Juni 2009 ein, die mathematische Berech-
nung des Überholmanövers führe im konkreten Fall nicht weiter. Abgesehen von 
der grundsätzlichen Ungenauigkeit solcher Berechnungen ohne Berücksichtigung 
aller Faktoren, könne vorliegend zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass Y. 
das Fahrzeug von G. bereits auf der A.-Brücke überholt habe. Nicht auszuschlies-
sen sei auch, dass Y. unmittelbar nach dem Wagen von X. noch ein weiteres Fahr-
zeug überholt habe. Wie theoriebehaftet solche Berechnungen schlussendlich 
seien, zeige der vom Vertreter der Beschwerdeführerin berechnete Überholweg von 
250m für ein Fahrzeug. Im Übrigen schliesse die Untersuchungsrichterin keinesfalls 
aus, dass Y. das Überholmanöver noch im Überholverbot begonnen habe. Sie führe 
in der Einstellungsverfügung lediglich aus, dass der Nachweis dafür aufgrund der 
widersprüchlichen und uneinheitlichen Aussagen der befragten Zeugen nicht er-
bracht werden könne. 

a) Wie bereits in den vorstehenden Erwägungen dargelegt wurde, kann allein 
aufgrund der unterschiedlichen Zeugenaussagen kein rechtsgenüglicher Beweis 
dafür erbracht werden, dass Y. noch im Überholverbot mit dem Überholmanöver 
begonnen hatte. Auch ist nicht klar, welches Fahrzeug Y. ausser demjenigen von 
X. noch überholt hatte. Damit kann es jedoch nicht sein Bewenden haben mit dem 
Hinweis, auch eine mathematische Berechnung helfe in diesem Fall nicht weiter. 
Vielmehr stellt sich die Frage, wie sich das Überholmanöver unter den für den An-
geschuldigten günstigsten Annahmen präsentiert und ob sich bei einer entspre-
chenden mathematischen Berechnung ergibt, dass er (erheblich) innerhalb des 
Überholverbots zum Überholen ansetzte oder nicht. Dabei gilt es - wie das Kantons-
gericht bereits verschiedentlich festgestellt hat - zu berücksichtigen, dass sich die 
im Strassenverkehrsrecht für die Beurteilung des Überholwegs oftmals als Berech-
nungshilfe herbeigezogene Formel Giger (vgl. Giger, Kommentar zum Strassenver-
kehrsgesetz; 7. Auflage, Zürich 2008, Seite 207) in vielerlei Hinsicht als ungenau 
erweist. Immerhin kann mit ihr jedoch auf einfache Art und Weise ein Annäherungs-
wert berechnet werden, so dass dieser Wert durchaus im Sinne einer Richtschnur 
Anwendung finden kann. Dies rechtfertigt sich insbesondere, weil in den wenigsten 
Fällen der genaue Überholvorgang und damit der exakte Überholweg für den frag-
lichen Zeitpunkt rekonstruiert und errechnet werden kann.

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b) Die für ein Überholmanöver benötigte Strecke berechnet sich nach konstan-
ter Praxis des Kantonsgerichts von Graubünden auf Grund der Ausbiegestrecke, 
dem Parallelweg und der Einbiegestrecke und ist abhängig von der Länge und der 
Geschwindigkeit der beteiligten Fahrzeuge. Entscheidend ist ebenfalls die Grösse 
der Differenz zwischen der Geschwindigkeit des überholenden und des überholten 
Fahrzeugs wie auch das Beschleunigungsvermögen der beteiligten Fahrzeuge. 
Dies ergibt die folgende Formel:

(a + b+ c+ d) x v1
x =    -------------------------

         v1 - v2

Dabei steht a für die Ausbiegestrecke, b für die Einbiegestrecke, c für die Länge des 
überholenden Fahrzeugs, d für die Länge des überholten Fahrzeugs, v1 für die 
durchschnittliche Geschwindigkeit des überholenden Fahrzeugs und v2 für die 
durchschnittliche Geschwindigkeit des überholten Fahrzeugs. Bei der Berechnung 
ist zu Gunsten von Y. von dessen Aussagen auszugehen. Danach hatte er als erste 
X. überholt (act. 3.6). Die Geschwindigkeit des 
überholten Fahrzeugs (und der Kolonne) schätzte er auf 50-60 km/h, seine eigene 
Geschwindigkeit auf ca. 80 km/h. Des Weiteren kann - wie von G. ausgesagt wurde 
(act. 4.7) - wiederum zu Gunsten von Y. berücksichtigt werden, dass jener sehr 
nahe an X. aufgeschlossen gehabt hatte, bevor er zum Überholmanöver ansetzte 
und sich damit die Ausbiegestrecke auf ein Minimum reduzierte. Daneben spielen 
wohl auch die Strassenverhältnisse (Belagsart, nass/trocken), das Pneuprofil und 
allenfalls noch weitere Faktoren eine Rolle. Dies kann vorliegend jedoch insoweit 
unberücksichtigt bleiben, als keine exakte Eruierung der Überholstrecke vorgenom-
men, sondern lediglich ermittelt wird, in welchem Bereich, bezogen auf das Über-
holverbot, Y. mit dem Überholmanöver begonnen hatte. Dabei ist zu berücksichti-
gen, dass gemäss Polizeiskizze (act. 3.2) der Beginn der nach rechts verlaufenden 
Reifenspur vom Fahrzeug von X. 13.20m nach dem Überholverbot festgestellt 
wurde. Die mutmassliche Kollisionsstelle befindet sich gemäss Polizeiskizze in etwa 
nach einem Drittel dieser Distanz, somit ungefähr 4-5m nach dem Überholverbot. 
Ob es an der fraglichen Stelle auch tatsächlich zu einer Kollision kam, ist für die 
Frage des Überholweges beziehungsweise in welchem Bereich Y. zum Überholen 
ansetzte, ohne Belang. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang vielmehr, 
dass sich die beiden Fahrzeuge dort in etwa auf gleicher Höhe befunden haben 
mussten. Sodann ist festzuhalten, dass die Behauptung des Beschwerdegegners, 
wonach die Spuren auf der Polizeiskizze eindeutig nicht zum Unfall gehören wür-
den, offensichtlich aktenwidrig ist, zumal die Kantonspolizei sowohl in ihrer Skizze 

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wie auch im Polizeirapport vom 13. September 2009 (act. 3.1) ausdrücklich festhielt, 
dass es sich dabei um vom Personenwagen von X. stammende Reifenspuren han-
delt. 

c) Ausgehend von einer minimalen Ausbiegestrecke von 5m, einer Einbiege-
strecke von 0m (Überholmanöver wurde nicht abgeschlossen), einer Fahr-
zeuglänge des Wagens von Y. von 0m (da beide Fahrzeuge auf gleicher Höhe) und 
einer Fahrzeuglänge des Wagens von X. von ca. 3.5m sowie einer durchschnittli-
chen Geschwindigkeit von Y. von 80 km/h und einer durchschnittlichen Geschwin-
digkeit von X. von 50 km/h ergibt sich in Anwendung der Formel von Giger respek-
tive unter Berücksichtigung der Anpassungen gemäss Schaffhauser (vgl. Schaff-
hauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I, 2. Auflage, 
Bern 2002, N. 724 und 734) folgende Berechnung: 

(5 + 0 + 0 + 3.5) x 80
X =    -----------------------------------   = 22.66m

             80 - 50

Selbst unter Annahme aller für ihn sprechenden Faktoren musste Y. das Überhol-
manöver somit rund 18m vor Aufhebung des Überholverbots begonnen haben, da 
die mutmassliche Streifkollision beziehungsweise die Stelle, wo sich beide Fahr-
zeuge auf gleicher Höhe befanden - wie bereits ausgeführt wurde - ca. 4-5m nach 
dem Überholverbot erfolgte. Das Kantonsgericht ist sich durchaus bewusst, dass es 
hinsichtlich Berechnung des Überholweges über keine besonderen fachspezifi-
schen Kenntnisse verfügt und das vorerwähnte Resultat daher durchaus mit einer 
gewissen Zurückhaltung gewürdigt werden kann. Nichts desto trotz stellt das Er-
gebnis, das sich immerhin auf die gängige in der Praxis anwendbare Formel stützt, 
zumindest ein nicht zu übergehendes Indiz dafür dar, dass Y. tatsächlich eine er-
hebliche Distanz vor Ende des Überholverbots mit dem Überholen begonnen haben 
muss. Die Auffassung der Staatsanwaltschaft, dass ein diesbezüglicher Nachweis 
nicht erbracht werden könne, ist somit nach dem gegenwärtigen Stand der Kennt-
nisse nicht haltbar. Allein dies muss zur Gutheissung der Beschwerde und nochma-
ligen Rückweisung an die Staatsanwaltschaft führen. Diese wird dann zu entschei-
den haben, ob es angezeigt erscheint, zwecks Überprüfung der ermittelten Indizien 
einen Verkehrsexperten mit der Durchführung einer Berechnung gestützt auf alle 
für den Angeschuldigten sprechenden Faktoren zu beauftragen. Sollte eine derar-
tige Berechnung zeigen, dass auch gemäss Experte das Überholmanöver jedenfalls 
vor Ende des Überholverbots begonnen wurde, so dürfte eine Anklage wegen Ver-
letzung von Verkehrsregeln (Art. 27 Abs. 1, Art. 34 Abs. 2 und Art. 35 Abs. 3 SVG) 

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unumgänglich sein, zumal der Grundsatz „in dubio pro reo“ im Untersuchungsver-
fahren keine Anwendung findet (vgl. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung 
des Kantons Graubünden [StPO], C. 1996, S. 164). 

5. Die Staatsanwaltschaft führte in ihrer Vernehmlassung vom 17. Juni 2009 
(act. 05) aus, es bleibe unklar, ob die Beschwerdeführerin selbst ein Überholmanö-
ver habe durchführen wollen, ob sie möglicherweise erschrak oder ob andere 
Gründe für ihr Verhalten vorlagen. Sei jedoch der Grund für das Verhalten von X. 
nicht bekannt, so könne Y. auch nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden, dass 
sein verkehrswidriges Verhalten für den Verkehrsunfall der Beschwerdeführerin ur-
sächlich gewesen sei. Damit spricht die Staatsanwaltschaft die Frage der (adäqua-
ten) Kausalität an.

a) Der für die Zurechnung eines Erfolgs notwendige Kausalzusammenhang ist 
gegeben, wenn die in Frage stehende Handlung oder Unterlassung des Täters in 
irgendeiner Weise für den Erfolg wirksam geworden ist. Nach der Rechtsprechung 
ist ein (pflichtwidriges) Verhalten im natürlichen Sinne kausal, wenn es nicht hin-
weggedacht werden kann, ohne dass auch der eingetretene Erfolg entfiele. Das 
Verhalten braucht nicht alleinige oder unmittelbare Ursache des Erfolgs zu sein. Die 
natürliche Kausalität genügt für sich allein für die Zurechenbarkeit des Erfolgs indes 
noch nicht. Nach der Rechtsprechung ist darüber hinaus ein adäquater Kausalzu-
sammenhang erforderlich. Ein solcher liegt vor, wenn die Handlung oder Unterlas-
sung geeignet ist, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen 
des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu 
begünstigen. Die Adäquanz wird nach der Rechtsprechung nur verneint, wenn ganz 
aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden eines Dritten oder Material- 
oder Konstruktionsfehler, als Mitursachen hinzutreten, mit welchen schlechthin nicht 
gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrschein-
lichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mit-
verursachenden Faktoren - namentlich das Verhalten des Angeschuldigten - in den 
Hintergrund drängen (Urteil des Bundesgerichts 6B_915/2008 vom 6. April 2009 mit 
weiteren Hinweisen). 

b) Wie bereits in den vorstehenden Erwägungen festgehalten wurde, lenkte X. 
ihr Fahrzeug zunächst gegen die Strassenmitte und dann, als Y. auf ihrer Höhe war, 
nach rechts gegen die Mauer und schliesslich wieder nach links, woraufhin sie den 
Bündnerzaun durchbrach und den Hang hinunter stürzte. Es liegt daher auf der 
Hand, dass das Überholmanöver nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den 
Erfahrungen des Lebens geeignet war, einen Erfolg wie im vorliegenden Fall den 

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Verkehrsunfall herbeizuführen oder zumindest zu begünstigen. Mit anderen Worten 
kann das Überholmanöver von Y. nicht hinweggedacht werden, ohne dass nicht 
auch der eingetretene Erfolg entfiele. Es stellt sich nun die Frage, ob Y. dies auch 
zum Verschulden gereicht. Es ist demzufolge zu prüfen, ob aussergewöhnliche, als 
Mitursache hinzutretende Umstände vorliegen, welche das Verhalten von Y. derart 
in den Hintergrund drängen, dass die Adäquanz schliesslich verneint werden 
müsste. Dabei geht es insbesondere um das Verhalten von X.. 

c) Im vorliegenden Fall ging die Staatsanwaltschaft offenbar davon aus (vgl. 
act. 1.16), dass X. ein Überholmanöver durchführen wollte, jedoch den bereits über-
holenden Fahrzeuglenker übersah, als sie nach links ausschwenkte und somit einen 
Selbstunfall verursachte. Von der Einleitung eines Verfahrens wegen Verletzung 
von Art. 35 Abs. 2 und 3 SVG wurde in Anwendung von Art. 54 StGB allerdings 
verzichtet. Wie bereits dargelegt wurde, steht aufgrund der Zeugenaussagen nicht 
fest, ob X. wegen eines Überholmanövers oder aus einem anderen Grund plötzlich 
gegen die Strassenmitte fuhr. Selbst unter der Annahme, dass sie tatsächlich be-
absichtigte, einen vor ihr fahrenden Personenwagen zu überholen, ist fraglich, ob 
dieses Verhalten derart schwer wiegen würde, dass es das Verhalten von Y. in den 
Hintergrund drängen würde. Sollte nämlich das Überholmanöver von Y. eine erheb-
liche Distanz vor dem Ende des Überholverbots eingeleitet worden sein, musste die 
Beschwerdeführerin mit einer derartigen Verkehrsregelverletzung kaum rechnen. 
Sie könnte sich unter diesen Umständen auf den Vertrauensgrundsatz berufen. Der 
Vertrauensgrundsatz fällt zwar dann ausser Betracht, wenn jemand selbst Ver-
kehrsregeln verletzt und dadurch eine unklare oder gefährliche Verkehrslage schafft 
(vgl. BGE 125 IV 83 E. 2b S. 87 f.). Nach der Rechtsprechung gilt dies jedoch dort 
nicht, wo gerade die Frage, ob der Verkehrsteilnehmer eine Verkehrsvorschrift ver-
letzt hat, davon abhängt, ob er sich auf den Vertrauenssatz berufen kann oder nicht. 
Es wäre zirkelschlüssig, das Vertrauensprinzip in einem solchen Fall nicht anzu-
wenden mit der Begründung, der Verkehrsteilnehmer habe eine Verkehrsregel ver-
letzt. Dies hängt ja gerade davon ab, ob und inwieweit er sich auf das verkehrsge-
rechte Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer verlassen darf (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6S.102/2004 vom 3. Juni 2004 mit Hinweis auf BGE 120 IV 252 E. 
2d/aa S. 254). Die Frage, ob X. tatsächlich zu einem Überholmanöver ansetzen 
oder aus anderen Gründen gegen die Strassenmitte fahren durfte, hängt somit 
massgeblich davon ab, ob sie bereits an der fraglichen Stelle mit einem Überhol-
manöver eines anderen Verkehrsteilnehmers rechnen musste. Ist dies zu vernei-
nen, kann sie sich demnach auf den Vertrauensgrundsatz berufen, was zur Folge 
hätte, dass das Verhalten von Y. selbst unter dieser Annahme für den Unfall als 

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adäquat kausal zu qualifizieren wäre. Damit kann der Auffassung der Staatsanwalt-
schaft, wonach aufgrund des unbekannten Auslösers für das Verhalten von X. nicht 
rechtsgenüglich nachgewiesen werden könne, dass das verkehrswidrige Verhalten 
von Y. für den Verkehrsunfall der Beschwerdeführerin ursächlich gewesen sei, nicht 
gefolgt werden. Eine Rückweisung der Sache an die Staatsanwaltschaft rechtfertigt 
sich daher auch unter diesem Gesichtspunkt. 

6. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass im vorliegenden 
Fall weiterhin kein entscheidungsreifes Beweisergebnis vorliegt und die in der Ein-
stellungsverfügung angeführte Begründung einer näheren Überprüfung nicht stand-
hält. Insbesondere sind die in den vorstehenden Überlegungen aufgezeigten Indi-
zien, welche für ein von Y. im Überholverbot begonnenes Überholmanöver spre-
chen, näher zu prüfen. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die angefochtene 
Einstellungsverfügung aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die 
Staatsanwaltschaft Graubünden zurückzuweisen. 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten zu Lasten des Be-
schwerdegegners, der zudem X. ausseramtlich angemessen zu entschädigen hat 
(Art. 160 StPO). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte innert der ihm 
angesetzten Frist keine Honorarnote ein. Daher hat das Gericht die ausseramtliche 
Entschädigung nach seinem Ermessen festzulegen. In Anbetracht des Schwierig-
keitsgrads des zu bearbeitenden Falles und unter Berücksichtigung eines angemes-
senen zeitlichen Aufwands für die Abklärung der Rechtslage, die Ausarbeitung der 
Beschwerde und die weiteren notwendigen Bemühungen erachtet das Kantonsge-
richt eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 2'500.-- als angemessen.

8. Die Beschwerdeführerin ersucht um unentgeltliche Prozessführung und Ein-
setzung von Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Castelberg als unentgeltlichen Prozess-
beistand.

a) Gemäss Art. 139 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 39 VVG gelten für die 
unentgeltliche Rechtpflege und Rechtsverbeiständung im strafrechtlichen Be-
schwerdeverfahren die Vorschriften des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG; 
BR 370.100) über die Verwaltungsbeschwerde sinngemäss. Danach kann die 
Behörde durch Verfügung oder mit dem Entscheid in der Hauptsache einer Partei, 
die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag die unentgeltliche Pro-
zessführung bewilligen, sofern ihr Rechtsstreit nicht offensichtlich mutwillig oder von 
vornherein aussichtslos ist. Die Bewilligung befreit von allen behördlichen Kosten 

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und Gebühren. Die Bestimmungen über die Erstattung (Art. 77 VRG) bleiben vor-
behalten. 

b) Wie sich aus der Verfügung der K. vom 19. Februar 2009 (act. 01/5) ergibt, 
wurde bei X. eine inkomplette Tetraplegie diagnostiziert, weshalb eine volle Invali-
dität besteht. Sie kann daher keiner Arbeit nachgehen und verfügt auch über kei-
nerlei Vermögen (vgl. act. 01/06). Sie bezieht lediglich eine Invaliditätsrente gemäss 
UVG von Fr. 3'397.-- zuzüglich einer Hilflosenentschädigung. Da demnach die Be-
dürftigkeit der Beschwerdeführerin gestützt auf die eingelegten Akten offenkundig 
gegeben ist und die Prozessführung auch nicht als mutwillig oder offensichtlich aus-
sichtslos qualifiziert werden kann, ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
zu bewilligen und Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Castelberg als unentgeltlicher 
Rechtsbeistand einzusetzen.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Einstellungsverfügung 
aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwalt-
schaft Graubünden zurückgewiesen.

2. Der Beschwerdeführerin wird für das Verfahren vor Kantonsgericht die un-
entgeltliche Rechtspflege mit Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Castelberg als 
unentgeltlichem Rechtsbeistand bewilligt.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'200.-- gehen zu Lasten von 
Y., der zudem X. ausseramtlich mit Fr. 2'500.-- einschliesslich Mehrwert-
steuer zu entschädigen hat.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundes-
gericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: