# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54f80d74-b027-55d7-ab8d-1fb47ee07d22
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.09.2020 200 2020 426
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-426_2020-09-10.pdf

## Full Text

200 20 426 IV
FUR/SHE/MAJ/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. September 2020

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 5. Mai 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1984 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Oktober 2014 unter Hinweis auf ein Schädel-Hirntrauma 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeila-
ge [AB] 2). Im Rahmen der erwerblichen und medizinischen Abklärungen 
liess die IVB u.a. ein neuropsychologisches Gutachten vom 27. Oktober 
2016 (AB 93.1), ein bidisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Neu-
rologie und Psychiatrie vom 3. bzw. 18. Januar 2018 (AB 117.2 f.) inkl. 
Konsensbeurteilung vom 25. Januar 2018 (AB 117.1) sowie ein weiteres 
psychiatrisches Gutachten vom 17. April 2019 (AB 183.2) einholen und ver-
anlasste eine Abklärung vor Ort vom 7. Dezember 2018 (vgl. Abklärungs-
berichte Haushalt/Erwerb vom 16 Januar 2019 [AB 164] und vom 7. Juni 
2019 [AB 189]). Mit Vorbescheid vom 21. Juni 2019 (AB 190) stellte die IVB 
in Aussicht, in Anwendung der gemischten Methode (70% Erwerb, 30% 
Haushalt) und bei Invaliditätsgraden von 22% vom 13. August 2015 bis 
zum 31. Dezember 2017 und von 37% ab dem 1. Januar 2018 einen Ren-
tenanspruch zu verneinen. Dagegen erhob die Versicherte Einwände und 
stellte zudem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Verwaltungs-
verfahren (AB 200). Nach Einholen von Stellungnahmen des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 4. September 2019 (AB 203), des psychia-
trischen Gutachters vom 4. November 2019 (AB 208) und des Bereichs 
Abklärungen vom 13. Dezember 2019 (AB 211) hielt die IVB mit neuem 
Vorbescheid vom 16. Januar 2020 (AB 212) an ihrem bisherigen Entscheid 
fest, wogegen die Versicherte abermals Einwände erheben liess (AB 215). 
Nach Einholen von Stellungnahmen des RAD vom 3. April 2020 (AB 218) 
und des Bereichs Abklärungen vom 27. April 2020 (AB 220) verfügte die 
IVB am 5. Mai 2020 (AB 221) dem Vorbescheid entsprechend. Bereits mit 
Verfügung vom 26. November 2019 (AB 210) verneinte sie einen Anspruch 
der Versicherten auf unentgeltliche Rechtspflege im Verwaltungsverfahren. 
Diese Verfügung blieb unangefochten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 3

B.

Gegen die Verfügung vom 5. Mai 2020 (AB 221) liess die Versicherte – ver-
treten durch Rechtsanwalt B.________ – am 4. Juni 2020 Beschwerde er-
heben. Sie beantragt, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei 
ihr ab dem 13. August 2015 mindestens eine Dreiviertelsrente zuzuspre-
chen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit 
diese weitere medizinische Abklärungen (inklusive einer erneuten Haus-
haltsabklärung und einem erneuten bidisziplinären Gutachten) durchführe. 
Gleichentags liess die Beschwerdeführerin ein Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege unter Einsetzung von Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Rechtsbeistand stellen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2020 schliesst die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 4

Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 5. Mai 2020 (AB 221). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und dabei insbesondere, ob 
der rechtserhebliche Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 5

fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 
7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten 
Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Per-
son auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Gemäss höchstrich-
terlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesund-
heitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, 
schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 
143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche 
psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wie-
der herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 6

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 
28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder 
der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin 
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali-
ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.4.2 Am 1. Januar 2018 traten die Bestimmungen der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zum 
neuen Berechnungsmodell bei der gemischten Methode in Kraft (Änderung 
vom 1. Dezember 2017 [AS 2017 7581]):

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis Abs. 2 
IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig-
keit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Das Erwerbseinkommen, das die versi-
cherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre, wird dabei auf ein Vollpensum hochgerechnet. Die 
prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäfti-
gungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, 
gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads 
in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale An-
teil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Ver-
gleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden 
wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet 
(Art. 27bis Abs. 4 IVV).

Das neue Berechnungsmodell gilt ab Inkrafttreten der entsprechenden Ver-
ordnungsregelung, d.h. ab 1. Januar 2018. Für alle erstmaligen Rentenan-
meldungen, welche vor dem 1. Juli 2017 erfolgt sind, wird der Rentenan-
spruch abgestuft bis 31. Dezember 2017 nach dem alten Berechnungsmo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 7

dell und per 1. Januar 2018 nach dem neuen Berechnungsmodell festge-
legt (IV-Rundschreiben Nr. 372 des Bundesamts für Sozialversicherungen 
[BSV] vom 9. Januar 2018; abrufbar unter: www.bsv.admin.ch).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgen-
de entnehmen:

3.1.1 In neuropsychologischen Gutachten vom 27. Oktober 2016 (AB 
93.1) wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine eingeschränkte 
kognitive Leistungsfähigkeit multidimensionaler Ursache, vom Schweregrad 
her von einer Lernbehinderung bis zu einer leichten geistigen Behinderung 
reichend, diagnostiziert (S. 20 Ziff. 1.). Es sei von ausgeprägten Wechsel-
wirkungen der kognitiven, psychischen und somatischen Beeinträchtigun-
gen auszugehen (Ziff. 3). Aufgrund der kognitiven Beeinträchtigungen sei 
mit einem sehr deutlich erschwerten unmittelbaren Aufnehmen von münd-
lich vorgegebenen Sprachinformationen beispielsweise bei Gesprächen, 
Telefonanrufen oder Vorträgen zu rechnen. Weiter liege ein deutlich er-
schwertes Lernen und dauerhaftes Speichern von Sprachinformationen 
vor, was beispielsweise zu einem deutlich erhöhten Lernaufwand in mündli-
chen Unterrichtssituationen und aus schriftlichem Material führe. Die einge-
schränkten Rechenfähigkeiten führten zu einer schnellen Überforderung 
bei diesbezüglich anspruchsvollen Aufgabenstellungen. Wegen der einge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 8

schränkten Deutschkenntnisse seien die mündliche und schriftliche Aus-
drucksfähigkeit und das Aufnehmen und Verstehen von Sprachinformatio-
nen erschwert, was sich nachteilig auf die kommunikativen Fertigkeiten 
auswirke. Bei neuartigen und kognitiv anspruchsvollen Aufgabenstellungen 
sei mit einer schnellen Überforderung, einer erhöhten Fehlertendenz und 
einer Verlangsamung zu rechnen. Die Leistungsfähigkeit bei Aufgabenstel-
lungen mit höherer Anforderung an die Visuokonstruktion sei vermindert, 
beispielsweise bei gestalterischen Aufgaben. Es sei mit einer generellen 
Verlangsamung bei Aufgaben zu rechnen (S. 18 Ziff. 2). Bei der verminder-
ten kognitiven Leistungsfähigkeit spielten u.a. die Fremdsprachigkeit wie 
auch ein niedriges Bildungsniveau eine einschränkende Rolle. Eine genaue 
Abgrenzung von invaliditätsfremden und nicht invaliditätsfremden Faktoren 
sei aus neuropsychologischer Sicht nicht möglich (Ziff. 3). Aus rein neuro-
psychologischer / kognitiver Sicht sei in der bisherigen, kurzzeitig ausge-
führten Tätigkeit als ... von einer Einschränkung der qualitativen Leistungs-
fähigkeit und der Produktivität von schätzungsweise 40% auszugehen. In 
der Tätigkeit als Hausfrau und Mutter sei aus rein neuropsychologischer 
Sicht von einer qualitativen Einschränkung bzw. verminderten Produktivität 
von ca. 30% auszugehen. Dazu komme noch eine Einschränkung der zeit-
lichen Zumutbarkeit in der Tätigkeit als ... aufgrund der erhöhten Ermüd-
barkeit bzw. verminderten Belastbarkeit, zu welcher auch psychische und 
somatische Faktoren beitragen dürften. Diese zeitliche Einschränkung in 
der früheren Tätigkeit als ... dürfte aktuell mindestens 50% betragen; dies-
bezüglich sollten auch Beurteilungen aus psychiatrischer und neurologi-
scher Sicht berücksichtigt werden (S. 23 Ziff. 1). Aus neuropsychologischer 
Sicht seien Tätigkeiten mit höheren Anforderungen an Sprache, das Ge-
dächtnis, das Denken und die Verarbeitungsgeschwindigkeit nicht geeig-
net. Geeignet seien einfache praktische Hilfstätigkeiten, beispielsweise im 
Bereich Haus- und Umgebungspflege, Körperpflege, Industriearbeit oder 
Lebensmittelherstellung. In einer optimal angepassten Verweistätigkeit sei 
eine bessere qualitative Leistungsfähigkeit erreichbar als in der bisherigen 
Arbeit als ... . Die zeitliche Zumutbarkeit in einer angepassten Tätigkeit soll-
te in der Praxis bestimmt werden (Ziff. 2). 

3.1.2 In der bidisziplinären Konsensbeurteilung von PD Dr. med. 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurolo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 9

gie, und Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie, vom 25. Januar 
2018 (AB 117.1) wurde aus neurologischer Sicht eine posttraumatische, 
symptomatische Epilepsie mit fokal-generierten, sekundär generalisierten 
epileptischen Anfällen, im Anschluss an ein Schädel-Hirntrauma im Rah-
men eines Verkehrsunfalls am 9. August 2014 mit schmalem Subduralhä-
matom rechts, sowie Kontusionsblutungen rechts-temporal und -parietal 
sowie chronische Kopfschmerzen, anamnestisch seit dem Schädel-
Hirntrauma vom 9. August 2014, phänotypisch mit Kopfschmerzattacken, 
welche einer Migräne ähneln, diagnostiziert. Aus psychiatrischer Sicht wur-
den eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1), möglicherwei-
se auch im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 
F33.1) sowie ein mindestens hochgradiger Verdacht auf eine (reaktivierte) 
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) festgehalten, die Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten (S. 2).

Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit – auch im zeitlichen Verlauf – bestünden 
aus neurologischer Sicht seit dem erstmaligen generalisierten epileptischen 
Anfall am 14. August 2014 folgende qualitative Einschränkungen: Aufgrund 
der posttraumatischen Epilepsie sei die Versicherte an gefährlichen Ma-
schinen nicht mehr einsetzbar. Sie dürfe nicht ständig an Arbeitsplätzen mit 
Sturzgefahr (auf Leitern und Gerüsten) eingesetzt werden. Auch die Tä-
tigkeit als ... sei bis auf Weiteres nicht zumutbar. Darüber hinaus dürfe sie 
nicht alleine Schutzbefohlene beaufsichtigen. Eine quantitative Einschrän-
kung der Leistungs- bzw. der Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus der post-
traumatischen Epilepsie nicht. Bezüglich der Kopfschmerzen sei festzuhal-
ten, dass die genaue Ätiopathogenese unsicher bleibe. Der Schilderung sei 
zu entnehmen, dass eine erhebliche Wechselwirkung mit der allgemeinen 
seelischen Labilität zu beobachten sei. Die Versicherte beschreibe eine 
Zunahme von Kopfschmerzen bei kognitiven Anstrengungen wie dem Le-
sen, andererseits weniger bei Anstrengungen wie dem Schreiben des Ta-
gebuchs bzw. ihrer Biographie. Darüber hinaus beschreibe sie eine deutli-
che Zunahme unter Stress und Belastung bzw. Überforderung. Insofern 
bestehe hier eine deutliche Überlagerung mit der allgemeinen seelischen 
Situation, weswegen die Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit nur gesamthaft zu 
beurteilen sei, da sich die einzelnen Faktoren nicht mit wissenschaftlicher 
Genauigkeit getrennt voneinander analysieren liessen. Soweit aus der Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 10

sicherungsakte retrospektiv erkennbar, bestehe diese belastende Kopf-
schmerzsituation ebenfalls seit August 2014. Psychiatrisch sei festzustel-
len, dass die Explorandin während erster tagesklinischer Behandlungen im 
Jahre 2009 im Rahmen einer Belastungssituation vorübergehend arbeits-
unfähig gewesen sei. In den Folgejahren sei sie arbeitsfähig und offenbar 
stabil gewesen. Im Jahr nach dem Verkehrsunfall (sprich 2015) sei eine 
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% bescheinigt worden, welche im 
Zusammenhang mit einer mittelgradig depressiven Episode und einem 
Erschöpfungssyndrom stünde. Eine Einschränkung der beruflichen Leis-
tungsfähigkeit als ... mit 40% sei in einem Gutachten Ende 2016 attestiert 
worden. Weitere Arbeitsunfähigkeiten ergäben sich im Zusammenhang mit 
der neu gestellten Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung 
(S. 2 f.). 

Aus interdisziplinärer Sicht könne sowohl die Weiterbildung als ... oder 
auch eine vergleichbare bzw. die angestammte Tätigkeit im D.________ 
als ... aktuell mit einem Pensum von 50% wieder aufgenommen werden. 
Mit letzterer Arbeit erscheine die Explorandin inhaltlich eher unterfordert. 
Vorausgesetzt, die laufende Psychotherapie könne intensiviert werden und 
zeige einen therapeutischen Effekt, wovon nach klinischer Erfahrung im 
vorliegenden Fall mangels weiterer negativer Wirkfaktoren ausgegangen 
werden könne, sei auch das Erreichen eines 70%-igen Pensums wieder 
möglich. Vorausgesetzt, dass die psychotherapeutischen Massnahmen 
sowie die Kopfschmerztherapieoptionen befriedigend wirkten, sollte im Ver-
lauf (nach etwa sechs Monaten der Eingewöhnung) auch ein 100%-iges 
Pensum erreicht werden können. In Abhängigkeit von der Therapiewirk-
samkeit sollte dabei eine Leistungsfähigkeit von mindestens 80% erreich-
bar sein. Eine Wiedereingliederung könne ab dem Zeitpunkt der Begutach-
tung mit einem Pensum von 50% und einer Leistung von 70% begonnen 
werden. Die Steigerung des Pensums und der Leistung sei vom Gesamt-
verlauf abhängig und könne nicht sicher prognostiziert werden. Insgesamt 
sei die Prognose aber eher günstig (S. 3 f.).

3.1.3 Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 17. April 2019 (AB 
183.2) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine komplexe posttraumati-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 11

sche Belastungsstörung (ICD-10 F43.8) mit einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie einer emotional-instabilen Persönlich-
keitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31) und eine rezidivierende 
depressive Störung, aktuell teilremittiert leichtgradige Episode (ICD-10 
F33.0 [S. 25 Ziff. 6.1]). Aufgrund der psychiatrischen Störungen bestünden 
leichte bis mässige Funktionseinschränkungen (S. 31 Ziff. 7.4). In der bis-
herigen Tätigkeit in der ... sei die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen 
Gründen, vor allem was die Anforderungen an die Flexibilität, Umstellungs-, 
Widerstands- und Durchhalte- sowie Selbstbehauptungsfähigkeit anbetrifft, 
erschwert. Auch im zwischenmenschlichen Umgang, der Fähigkeit zur sozi-
alen Interaktion, die bei einer solchen ...-tätigkeit zum unerlässlichen An-
forderungsprofil zähle, sei die Versicherte durch die emotionale Instabilität 
erheblich eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit im 
Bereich der ... betrage etwa 30%, d.h. etwa zwei bis drei Stunden täglich. 
Im genannten zeitlichen Rahmen bestehe eine Einschränkung mit vermin-
derter Leistungsfähigkeit bezüglich anhaltender psychischer Belastbarkeit, 
Flexibilität in wechselnden Leistungsanforderungen, einer dann reduzierten 
Konzentration und vermehrtem Schon- und Ruhebedürfnis, insbesondere 
bei komplexen Arbeitsanforderungen, etwa im Kontakt mit ..., als auch 
wechselnden Arbeitszeiten oder Teams. Eine sehr strukturierte, gleichmäs-
sige Arbeitssituation wäre sehr unterstützend, um die reduzierte Arbeits-
fähigkeit überhaupt zu ermöglichen und bestmöglich zu stabilisieren. Um 
nicht das Risiko eines erneuten Scheiterns zu verstärken, seien darum vor-
gängig Massnahmen (engmaschiges Coaching, idealerweise vorangehend 
ein Praktikum in einem diesbezüglichen Betrieb, falls möglich in einem ge-
schützten Arbeitsumfeld; S. 33 Ziff. 8.2.1) zu empfehlen. Die Gesamtar-
beitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, bezogen auf ein 100%-Pensum, 
betrage infolge der psychiatrisch begründeten Einschränkungen 30%. Die-
se Einschätzung gelte etwa ab Ende 2018. Aufgrund der weitgehenden 
Konsistenz zu den Voreinschätzungen und den realen Erfahrungen sowohl 
bei den kurzzeitigen Anstellungen 2015 als auch des Belastungs- und Ar-
beitstrainings 2016 und 2018 sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in 
etwa gleicher Höhe seit spätestens Herbst 2015 anzunehmen, wobei zu-
mindest für das Jahr 2016 eher eine noch geringere kontinuierliche Arbeits-
fähigkeit vermutet werden könne. Diese Frage lasse sich retrospektiv aller-
dings nicht verlässlich beurteilen (S. 31 f. Ziff. 8.1). Wie dargelegt, erschei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 12

ne eine berufliche Integration im zuletzt ausgeübten Beruf als ... nur mit 
einer geringen Arbeitsfähigkeit möglich und sei darum dauerhaft nur be-
dingt erfolgsversprechend. Die Versicherte würde gerne wieder mit Men-
schen zusammenarbeiten, erkenne aber selbst, dass die damit einherge-
henden sozialen Interaktionen doch auch eher erneut überfordernd sein 
würden. Zugleich verfüge sie über berufliche Erfahrung und Wissen sowie 
eine – wenn auch nicht eidgenössisch anerkannte – Ausbildung zur ..., für 
die sie sich selbst zu etwa 50% arbeitsfähig halte. Die grundsätzlich offene, 
freundliche Art der Versicherten und das vorhandene Mass an Bereitschaft 
zu einer schrittweisen beruflichen Reintegration seien hier potentielle Res-
sourcen für ein Teilzeitpensum. Um einen solchen Schritt zu begleiten, sei-
en die genannten Massnahmen zu empfehlen. Vorbehaltlich der dabei ge-
machten Erfahrungen könne aber eine Arbeitsfähigkeit von 50% potenziell 
durchaus zeitnah (in drei bis sechs Monaten) erreichbar sein. Wenn diese 
Empfehlungen eingehalten würden, sei in einer solchen Tätigkeit eine ma-
ximale Präsenz von vier bis fünf Stunden täglich, ohne Einschränkungen 
der Leistungsfähigkeit, möglich (S. 33 Ziff. 8.2). Auch eine Steigerung der 
Arbeitsfähigkeit auf 60 oder 70% sei potenziell möglich, allerdings eher erst 
in einem mehrjährigen Verlauf zu erwarten. Bezüglich des zeitlichen Ver-
laufs der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit würden die diesbezüglichen 
Feststellungen zum angestammten Beruf gelten (S. 33 f. Ziff. 8.2 f.). 

3.1.4 Anlässlich des ersten Vorbescheidverfahrens holte die IVB bei Dr. 
med. F.________ vom RAD eine Stellungnahme vom 3. September 2019 
(AB 203) ein. Darin führte dieser aus, das Gutachten von Dr. med. 
E.________ vom 17. April 2019 (AB 183.2) entspreche den Qualitätsleitli-
nien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie 
(SGPP) und sowohl die Herleitung der Diagnosen als auch die daraus re-
sultierenden Fähigkeitsbeeinträchtigungen sowie die Beurteilung der Ar-
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 50% seien grundsätzlich 
nachvollziehbar. Die gutachterlichen Aussagen seien so zu verstehen, dass 
auf unbestimmte Zeit eine Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer angepassten 
Tätigkeit von 50% vorliege. 

3.1.5 Der psychiatrische Gutachter Dr. med. E.________ führte in der 
Stellungnahme vom 4. November 2019 (AB 208) aus, die von ihm be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 13

schriebene Tendenz zu einer leichten Dissimulation, mit der psychologi-
schen Funktion der Schamabwehr vor dem eigenen Schutzkonzept von 
Schwäche, könne sich grundsätzlich und insbesondere in allen Situationen 
zeigen, in denen kognitive Bewertungsprozesse in einer sozialen Interakti-
on stattfänden. Also auch in einer fachlichen Abklärung durch eine aussen-
stehende Person, wie dies bei der Haushaltsabklärung erfolgt sei. Diese 
Tendenz lasse sich aber im Grad ihrer Ausprägung nicht bestimmen. Auch 
führe diese Tendenz nicht dazu, dass die zu erfragenden Sachverhalte 
grundsätzlich nicht sachgerecht, unwahr oder falsch beurteilt werden könn-
ten. Gerade die Haushaltsabklärung vor Ort, in der Wohnung der Versi-
cherten, beinhalte eine wesentliche zusätzliche Quelle der Objektivität da-
hingehend, dass allfällige Divergenzen in der Schilderung der Versicherten 
direkt abgeglichen werden könnten durch die konkrete Inspektion des 
Haushaltes durch die Abklärungsperson vor Ort. Diesbezüglich seien 
gemäss dem Haushaltsabklärungsbericht keine solchen Divergenzen auf-
getreten, sodass in eben genau diesem Bereich davon ausgegangen wer-
den könne, dass die Objektivität nicht durch die leichte Tendenz zur Dissi-
mulation der Versicherten beeinträchtigt worden sei und die Abklärung die 
reale Leistungsfähigkeit zur Haushaltsführung mit einer Einschränkung von 
0% wiedergebe. 

3.1.6 Dr. med. F.________ führte in der RAD-Stellungnahme vom 3. April 
2020 (AB 2018) aus, die gemachten Ausführungen des psychiatrischen 
Gutachters im Rahmen seiner Stellungnahme hinsichtlich der Dissimulati-
onstendenzen der Versicherten seien nachvollziehbar. Es würden keine 
neuen medizinischen Befundberichte erbracht, die die Ausführungen im 
Rahmen der Einsprache der Versicherten aus medizinischen Gründen nicht 
nachvollziehbar erscheinen liessen. Es sei an der gutachterlich festgestell-
ten Arbeitsfähigkeit vom 17. April 2020 festzuhalten.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 14

ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrem Entscheid im Wesentli-
chen auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.________ vom 17. 
April 2019 (AB 183.2) sowie dessen ergänzende Stellungnahme vom 4. 
November 2019 (AB 208; AB 221 i.V.m. AB 189 S. 6 f. Ziff. 5). Das Gutach-
ten wie auch die Stellungnahme erfüllen die Voraussetzungen der Recht-
sprechung an Expertisen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringen vollen Beweis 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen 
beruhen auf eigenen spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis 
der Vorakten und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden ge-
troffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen 
Zusammenhänge sind für die streitigen Belange umfassend und die gezo-
genen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollzieh-
bar und einleuchtend begründet. Auch werden die gutachterlichen Feststel-
lungen von RAD-Arzt Dr. med. F.________ in den Aktenbeurteilungen vom 
4. September 2019 (AB 203) und 3. April 2020 (AB 218) bestätigt. Der 
Sachverhalt wurde ausreichend abgeklärt und die medizinischen Akten 
ergeben ein lückenloses Bild. Dem psychiatrischen Gutachten inkl. dessen 
ergänzenden Stellungnahme vom 4. November 2019 kommt damit voller 
Beweiswert zu und es ist in der Folge darauf abzustellen. Was die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 15

schwerdeführerin dagegen vorbringt, ändert daran – wie nachfolgend dar-
gelegt wird – nichts.

Die Beschwerdegegnerin hat zwar mit Schreiben vom 17. Februar 2018 
(AB 162) den bidisziplinären Gutachtern Ergänzungsfragen gestellt (Erläu-
terungsfragen bezüglich Verlauf der Arbeitsunfähigkeit wie auch des Zu-
mutbarkeitsprofils für angepasste Tätigkeiten seit dem Unfall vom 9. August 
2014, AB 162), kam jedoch im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 16. 
Januar 2019 (AB 164) zum Schluss, dass weitere Abklärungen notwendig 
seien und beauftragte in der Folge Dr. med. E.________ mit der erneuten 
Begutachtung der Beschwerdeführerin. Über das Vorgehen wurde diese 
bzw. deren Rechtsanwalt informiert und ihnen wurde das rechtliche Gehör 
gewährt (vgl. Schreiben vom 28. Januar 2019 [AB 168]). Von der Möglich-
keit, gegen das in Aussicht gestellte Vorgehen begründete Einwände zu 
erheben bzw. eine erneute neurologische Begutachtung zu verlangen, 
wurde kein Gebrauch gemacht (vgl. Schreiben vom 5. Februar 2019 [AB 
176]) und die diesbezüglichen Vorbringen (Beschwerde S. 13 f. Ziff. 4 ff.) 
erweisen sich als unbegründet. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, 
im bidisziplinären Gutachten vom 25 Januar 2018 (AB 117.1) habe auch 
mindestens eine neurologische Diagnose Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit (Beschwerde S. 14 Ziff. 4), ist ihr entgegenzuhalten, dass aus neurolo-
gischer Sicht lediglich Tätigkeiten an gefährlichen Maschinen ständiges 
Arbeiten auf Leitern und Gerüsten oder an anderen Arbeitsplätzen mit 
Sturzgefahr, wie auch die Arbeit als ... nicht in Frage kommen. Weitere 
Einschränkungen ergaben sich aus neurologischer Sicht nicht (AB 117.2 S. 
25 f.), weshalb die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zur 
Recht zeitlich- und leistungsmässig als vollständig arbeitsfähig eingestuft 
wurde, kann doch auf den insoweit überzeugenden neurologischen Teil des 
bidisziplinären Gutachtens abgestellt werden. Diesbezüglich ist auch zu 
berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der psychiatri-
schen Exploration im März 2019 gegenüber Dr. med. E.________ angab, 
seit 2017 anfallsfrei zu sein (AB 183.2 S. 20). Entsprechend wirkt sich die 
Epilepsie nicht wesentlich auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit aus und 
es erübrigen sich weitere Abklärungen, wie die Beschwerdegegnerin richti-
gerweise darlegt (vgl. Beschwerdeantwort S. 2 f. Ziff. 5). Gleich verhält es 
sich in Bezug auf die geklagten Kopfschmerzen (AB 117.1 S. 2; 183.2 S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 16

15 Ziff. 3.2), weswegen die Beschwerdeführerin lediglich einmal im Jahr 
den behandelnden Neurologen aufsucht (AB 183.2 S. 21). Somit ist zumin-
dest fraglich, wie hoch der diesbezügliche Leidensdruck ist. Damit ist auch 
der Vorwurf der Beschwerdeführerin, das Zusammenwirken von neurologi-
schen und psychiatrischen Faktoren werde ausser Acht gelassen (Be-
schwerde S. 14 Ziff. 5), widerlegt. Es mag zwar durchaus zutreffen, dass in 
der bidisziplinären Konsensbeurteilung vom 25. Januar 2018 (AB 117.1) 
festgehalten wurde, dass die neurologischen und psychiatrischen Ein-
schränkungen nicht losgelöst voneinander betrachtet werden können, da 
erhebliche Wechselwirkungen vorlägen. Nichts desto trotz wurde in ein und 
derselben Konsensbeurteilung explizit darauf hingewiesen, dass aus neu-
rologischem Blickwinkel keine quantitativen Einschränkungen der Arbeits-
fähigkeit resultieren würden, sondern lediglich deren qualitative (S. 2), wel-
che hier berücksichtigt werden. Im Übrigen hatte Dr. med. E.________ 
beim Verfassen seines Gutachtens Kenntnis des bidisziplinären Gutach-
tens, so dass die dort beschriebenen Diagnosen und deren Auswirkungen 
in seiner Beurteilung Berücksichtigung fanden. Zudem lassen sich in dem 
zur Bemessung des Invalideneinkommens herangezogenen Kompetenzni-
veau (Kompetenzniveau 1, Totalwert der Tabelle TA1_tirage_skill_level, 
Frauen, nach den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2014 und 2016 [vgl. E. 5.4.2 und 5.5.2 hier-
nach]) genügend Tätigkeiten finden, welche die aus neurologischer Sicht 
resultierenden qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit berück-
sichtigen würden, falls solche denn überhaupt noch vorhanden sein sollten. 
Die Rüge der Beschwerdeführerin, dass Dr. med. E.________ eine 50%ige 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit davon abhängig gemacht 
habe, dass vorgängig verschiedene Begleitmassnahmen durchgeführt wer-
den (vgl. Beschwerde S. 15 Ziff. 7), schlägt ebenfalls fehl. So spricht der 
Gutachter diesbezüglich lediglich eine Empfehlung aus (vgl. AB 183.2 S. 32 
f. Ziff. 8.12 und 8.2.1). Auch die Berichte zum Belastbarkeits- (AB 147) 
bzw. Aufbautraining (AB 151), die in der Abklärungsstelle G.________ ab-
solviert wurden bzw. hätte absolviert werden sollen, widersprechen den 
Einschätzungen des Gutachters nicht. Der per 18. September 2019 erfolgte 
Abbruch des Aufbautrainings (vgl. AB 151 S. 2) zeigt lediglich auf, dass die 
Erhöhung des Pensums von 50% auf 80% nicht so schnell wie gewünscht 
erfolgen konnte (und hier allein eine Restarbeitsfähigkeit von 50% berück-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 17

sichtigt wird; E. 5.4.2 hiernach). Diesbezüglich spricht Dr. med. E.________ 
ausdrücklich davon, dass eine Steigerung des Pensums potenziell zwar 
möglich, aber erst in einem mehrjährigen Verlauf zu erwarten ist (AB 183.2 
S. 34 Ziff. 8.3.1; vgl. auch Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. 
F.________ vom 4. September 2019 [AB 203 S. 3]). Im Übrigen wurde 
auch die Arbeitsmotivation der Beschwerdeführerin während dem Aufbau-
training als schwankend wahrgenommen (vgl. AB 151 S. 3). Selbst die Be-
schwerdeführerin betonte in ihrer subjektiven Einschätzung betreffend Auf-
bautraining, dass eine Tätigkeit im Pensum von 50-60% (ohne den Druck 
zur Leistungssteigerung) gegangen wäre (AB 152/2).

3.4 Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt hinreichend 
abgeklärt und es kann in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 144 V 
361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) auf diesbezüglich weitere Erhebungen verzich-
tet werden. Demnach ist gestützt auf das psychiatrische Gutachten vom 17. 
April 2019 (AB 183.2) erstellt, dass in einer angepassten Tätigkeit seit 
Herbst 2015 eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50% besteht. In die-
ser optimal angepassten Tätigkeit sollten komplexere Arbeitsanforderungen 
und der Kontakt mit ... wie auch wechselnde Arbeitszeiten oder Teams 
vermieden werden (S. 32 f. Ziff. 8.1.2 i.V.m. 8.2.1). Auch sind die neurolo-
gischen Einschränkungen (Arbeiten an gefährlichen Maschinen, ständiges 
Arbeiten auf Leitern und Gerüsten oder an anderen Arbeitsplätzen mit 
Sturzgefahr, Tätigkeit als ...; AB 117.2 S. 25 f.) zu berücksichtigen und be-
reits im Zumutbarkeitsprofil sowie der Arbeits- und Leistungseinschränkung 
enthalten. Angesichts des Ergebnisses eines rentenausschliessenden Inva-
liditätsgrades (vgl. E. 7 hiernach) erübrigen sich Weiterungen zum invalidi-
sierenden Charakter des psychischen Gesundheitsschadens im Sinne ei-
ner Indikatorenprüfung wie sie die Beschwerdegegnerin nach BGE 141 V 
281 vorgenommen hat (vgl. Beschwerdeantwort S. 3 f. Ziff. 6). Der 
Vollständigkeit halber ist aber darauf hinzuweisen, dass sich aufgrund der 
vorgenommen Indikatorenprüfung tatsächlich fragen könnte, ob überhaupt 
ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor-
liegt. Die Frage kann jedoch offen gelassen werden, denn die Berücksichti-
gung einer 50%-igen Einschränkung durch die Beschwerdegegnerin fällt 
sicherlich nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin aus. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 18

4.

Was den Status anbelangt (Ausmass der Erwerbstätigkeit im Gesundheits-
fall), nahm die Beschwerdegegnerin an, die Beschwerdeführerin wäre im 
hypothetischen Gesundheitsfall zu 70% erwerbstätig und zu 30% im Aufga-
benbereich Haushalt tätig (AB 221 S. 2). Mit Blick auf den beruflichen Wer-
degang (AB 189 S. 4 Ziff. 3) und die damit korrelierenden Aussagen der 
Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsfachperson (AB 189 S. 5 
Ziff. 3.4) besteht kein Anlass, vom ermittelten Status abzuweichen. Infol-
gedessen ist der Invaliditätsgrad anhand der gemischten Methode (vgl. E. 
2.4 hiervor), im Erwerbsbereich mittels eines Einkommensvergleichs (vgl. 
E. 5 hiernach) und im Aufgabenbereich mittels eines Betätigungsvergleichs 
(vgl. E. 6 hiernach), zu bestimmen.

5.

Im Erwerbsbereich ergibt sich was folgt:

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der tatsäch-
lichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierba-
re Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und 
Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom BFS herausgege-
benen LSE abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbe-
messung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall 
gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abge-
stellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 30. 
Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 19

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BFS herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 
2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheit-
lich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten 
behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend ein-
setzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der 
Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem 
Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 
134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtli-
chen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles 
ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufent-
haltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale 
auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamt-
haft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu be-
grenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 
2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der 
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E.2.2).

5.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Frühestmöglicher Rentenbeginn wäre unter der 
Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG 
und der IV-Anmeldung vom Oktober 2014 (AB 2 S. 6 Ziff. 11) April 2015. 
Jedoch ist eine Arbeitsunfähigkeit erst ab dem August 2014 (vgl. u.a. AB 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 20

S. 3 Ziff. 4.4, 117.1/2) erstellt, weshalb das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 
1 lit. b IVG erst im August 2015 abgelaufen ist. Damit besteht frühestens 
seit August 2015 Anspruch auf eine Rente, weshalb auf diesen Zeitpunkt 
hin der Einkommensvergleich durchzuführen ist. Der IV-Grad ist bis zum 
31. Dezember 2017 nach dem alten und per 1. Januar 2018 nach dem 
neuen Berechnungsmodell festzulegen (vgl. E. 2.4.2 hiervor).

5.4 Zu ermitteln ist zunächst die Einschränkung im Erwerbsbereich für 
die Zeit von August 2015 bis Dezember 2017.

5.4.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen anhand von 
Tabellenlöhnen ermittelt, was nicht zu beanstanden ist und von der Be-
schwerdeführerin zu Recht nicht kritisiert wird. Anhand der massgebenden 
LSE 2014 ergibt dies einen Betrag von Fr. 39'765.95 (Fr. 4'545.-- [LSE 
2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Frauen, Ziff. 86-88, Gesundheits- und 
Sozialwesen, Kompetenzniveau 1] x 12 Monate / 40 Wochenstunden x 
41.5 Wochenstunden [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit {BUA} nach Wirt-
schaftsabteilungen, 2014, Ziff. 86-88, Gesundheits- und Sozialwesen] / 
101.4 x 101.8 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, Ziff. 86 - 
88, Index 2014 bzw. 2015] x 70%).

5.4.2 Das Invalideneinkommen ist ebenfalls gestützt auf die Tabellenlöh-
ne der LSE zu bestimmen, verwertet die Beschwerdeführerin doch ihre 
Restarbeitsfähigkeit nicht (vgl. E. 5.2 hiervor). Dieses ist unter Berücksichti-
gung der mindestens 50%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit (vgl. E. 3.4 
hiervor) anhand der LSE 2014 per August 2015 auf Fr. 27'026.30 (Fr. 
4'300.-- [LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Frauen, Total, Kompe-
tenzniveau 1] x 12 Monate / 40 Wochenstunden x 41.7 Wochenstunden 
[BFS, BUA nach Wirtschaftsabteilungen, Total] / 103.6 x 104.1 BFS, Tabel-
le T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, Total, Index 2014 bzw. 2015] x 50% 
[vgl. E. 3.4 hiervor]) festzusetzen. Entgegen der Ansicht der Beschwerde-
führerin (vgl. Beschwerde S. 16 f. Ziff. 13) ist vorliegend nicht auf den Wert 
der LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Frauen, Ziff. 96 (sonstige 
persönliche Dienstleistungen), abzustellen, auch wenn Dr. med. 
E.________ in seinem Gutachten die Tätigkeit als ... ohne eidgenössischen 
Fähigkeitsausweis als Verweistätigkeit heranzieht (vgl. AB 183.2 S. 33 Ziff. 
8.2.1), schliesst das Zumutbarkeitsprofil anderweitige Tätigkeiten im Kom-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 21

petenzbereich 1 doch nicht aus (vgl. E. 3.4 hiervor). Vielmehr würde in der 
Tätigkeit als ... die verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise 
voll ausgeschöpft, bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt doch 
eine Vielzahl von Stellen, welche dem Zumutbarkeitsprofil der Beschwerde-
führerin ebenfalls entsprechen und wo sie ein höheres Einkommen erzielen 
würde. Daher wäre es ihr möglich und zumutbar, eine besser bezahlte Stel-
le zu finden (vgl. SVR 2018 IV Nr. 24 S. 79 E. 6.1; zur Zumutbarkeit eines 
Berufswechsels: SVR 2018 IV Nr. 61 S. 197 E. 4.2, 2017 UV Nr. 45 S. 156 
E. 3.3.1). Ein Abzug vom Tabellenlohn ist vorliegend – entgegen der An-
sicht der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 16 Ziff. 11) – nicht vor-
zunehmen, da die behinderungsbedingten Einschränkungen im Rahmen 
der verminderten Arbeitsfähigkeit und im Zumutbarkeitsprofil bereits 
berücksichtigt sind (AB 183.2 S. 33 Ziff. 8.2). Zudem wirkt sich eine fehlen-
de berufliche Ausbildung in einer Tätigkeit im Kompetenzniveau 1 in keiner 
einen Abzug rechtfertigenden Weise aus (Entscheid des BGer vom 10. 
September 2019, 8C_314/2019, E. 6.2). Weiter begründen die invaliditäts-
fremden Gesichtspunkte (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltska-
tegorie, Beschäftigungsgrad) vorliegend per se keinen Abzug vom Tabel-
lenlohn, zumal sich auch bei der Festsetzung des – ebenfalls statistisch 
erhobenen – Valideneinkommens zu berücksichtigen wären (Entscheid des 
BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Der Vollständigkeit halber 
ist darauf hinzuweisen, dass es sich beim Umstand, dass sich die Be-
schwerdeführerin um ihren minderjährigen Sohn kümmert (Beschwerde S. 
16 Ziff. 11), um einen invaliditätsfremden Faktor handelt, der bereits beim 
Status (70% Erwerbstätigkeit, 30% Haushalt) berücksichtigt wurde und 
daher nicht noch einmal als Abzugsgrund berücksichtigt werden kann.

5.4.3 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resul-
tiert per August 2015 eine ungewichtete Einschränkung von maximal 
32.03% ([Fr. 39'765.95 {vgl. E. 5.4.1 hiervor} - Fr. 27'026.30 {vgl. E. 5.4.2 
hiervor}] / Fr. 39'765.95 x 100) bzw. unter Berücksichtigung des Status eine 
solche von 22.42% (32.03% x 0.7 [vgl. E. 4 hiervor]).

5.5 Weiter ist unter Anwendung des neuen Berechnungsmodells (vgl. E. 
2.4.2 hiervor) die Einschränkung im Erwerbsbereich für die Zeit ab Januar 
2018 zu ermitteln.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 22

5.5.1 Wie in E. 5.4.1 hiervor dargelegt, ist das Valideneinkommen auf Ba-
sis der Daten der schweizerischen LSE zu ermitteln. Dies ergibt ein – auf-
gerechnet auf ein Vollzeitpensum (vgl. E. 2.4.2 hiervor) – massgebendes 
Valideneinkommen von Fr. 58'195.95 (Fr. 4'636.-- [LSE 2016, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Frauen, Ziff. 86-88, Gesundheits- und Sozialwesen, 
Kompetenzniveau 1] x 12 Monate / 40 Wochenstunden x 41.6 Wochen-
stunden [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit {BUA} nach Wirtschaftsabteilun-
gen, 2016, Ziff. 86-88, Gesundheits- und Sozialwesen] / 102.5 x 103.1 
[BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, Ziff. 86-88, Index 2016 
bzw. 2018]).

5.5.2 Das gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE zu bestimmende Invali-
deneinkommen (vgl. E. 5.4.2 hiervor) ist unter Berücksichtigung der min-
destens 50%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit anhand der LSE 2016 
per Januar 2018 auf Fr. 27'524.50 (Fr. 4'363.-- [LSE 2016, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Frauen, Total, Kompetenzniveau 1] x 12 Monate / 
40 Wochenstunden x 41.7 Wochenstunden [BFS, BUA nach Wirtschaftsab-
teilungen, Total] / 105.0 x 105.9 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, 
Frauen, Total, Index 2016 bzw. 2018] x 50% [E. 3.4 hiervor]) festzusetzen. 
Auch hier rechtfertigt sich ein Abzug vom Tabellenlohn – entgegen der An-
sicht der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 16 Ziff. 11) – aus den 
bereits erwähnten Gründen (vgl. E. 5.4.2 hiervor) nicht.

5.5.3 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resul-
tiert per Januar 2018 eine ungewichtete Einschränkung von höchstens 
52.7% ([Fr. 58'195.95 {vgl. E. 5.5.1 hiervor} - Fr. 27'524.50 {vgl. E. 5.5.2 
hiervor}] / Fr. 58'195.95 x 100) bzw. unter Berücksichtigung des Status eine 
solche von 36.89% (52.7% x 0.7 [vgl. E. 4 hiervor]).

6.

Weiter ist im Folgenden die Einschränkung im Aufgabenbereich zu ermit-
teln.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 23

qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.2 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 7.Juni 2019 (AB 189) 
und die Stellungnahmen vom 13. Dezember 2019 (AB 211) und vom 27. 
April 2020 (AB 220) erfüllen die Anforderungen der Rechtsprechung (vgl. E. 
6.1 hiervor) und überzeugen. Die Feststellungen der fachkundigen Ab-
klärungsperson basieren auf eigen, vor Ort und in Anwesenheit der Be-
schwerdeführerin durchgeführten Erhebungen und berücksichtigen die be-
stehenden gesundheitlichen Einschränkungen (AB 189 S. 2 f. Ziff. 1.1 f. 
und S. 6 Ziff. 5.1). Der Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Ge-
wichtung der Tätigkeitsbereiche genügend detailliert und den Einschrän-
kungen sowie den Angaben der Beschwerdeführerin wurde angemessen 
Rechnung getragen (vgl. S. 8 ff. Ziff. 7.2). Soweit die Beschwerdeführerin 
geltend macht, es sei unverständlich, weshalb die Betreuung ihres 10-
jährigen Sohnes lediglich mit 20% gewichtet worden sei (Beschwerde S. 16 
Ziff. 10), ist darauf hinzuweisen, dass die Einschränkung in diesem Bereich 
0% beträgt, so dass selbst eine höhere Gewichtung keine Veränderung 
herbeiführen würde (vgl. AB 189 S. 10), worauf in der Stellungnahme des 
Bereichs Abklärungen vom 27. April 2020 (AB 220) zu Recht hingewiesen 
wird (S. 3). Auch die von Dr. med. E.________ beschriebene Tendenz zur 
leichten Dissimulation, mit der psychologischen Funktion der Schamabwehr 
(AB 183.2 S. 30 Ziff. 7.3), führt – entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh-
rerin (vgl. Beschwerde S. 15 f. Ziff. 8 und 10) – nicht dazu, dass dem Ab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 24

klärungsbericht vom 7. Juni 2019 ein verminderter Beweiswert zukommt. 
Denn Dr. med. E.________ führt in seiner Stellungnahme vom 4. Novem-
ber 2019 (AB 208) ausdrücklich aus, dass gerade die Haushaltsabklärung 
vor Ort eine wesentliche zusätzliche Quelle der Objektivität beinhalte, da 
allfällige Divergenzen in der Schilderung der Beschwerdeführerin durch die 
konkrete Inspektion des Haushaltes durch die Abklärungsperson direkt 
abgeglichen werden können. Da es zu keinen solchen Divergenzen ge-
kommen sei, könne eben genau in diesem Bereich davon ausgegangen 
werden, dass die Objektivität nicht durch die leichte Tendenz zur Dissimu-
lation beeinträchtigt worden sei und die Haushaltsabklärung damit die reale 
Leistungsfähigkeit wiedergebe. Zum selben Schluss gelangt der Bereich 
Abklärungen auch in seiner Stellungnahme vom 13. Dezember 2019 (AB 
211 S. 4). Es besteht somit kein Anlass, in das Ermessen der Verwaltung 
einzugreifen. Auf die Ergebnisse der Haushaltsabklärung ist deshalb be-
weisrechtlich abzustellen. 

Damit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin im Bereich Haushalt zu 0% 
eingeschränkt ist (AB 189 S. 10), was einer gewichteten Einschränkung 
von ebenfalls 0% entspricht (0% x 0.3 [vgl. E. 4 hiervor]).

7

Nach dem Dargelegten resultiert bei einem Status von 70% Erwerb und 
30% Haushalt (vgl. E. 4 hiervor) in Anwendung der gemischten Methode 
(vgl. E. 2.4.1 hiervor) für die Zeit von August 2015 bis Dezember 2017, un-
ter Berücksichtigung einer erwerblichen Einschränkung von 22.42% (vgl. E. 
5.4.3 hiervor) und einer Einschränkung im Aufgabenbereich von 0% (vgl. E. 
6.2 hiervor), ein rentenausschliessender IV-Grad von gerundet maximal 
22%. Für die Zeit ab Januar 2018 ergibt sich unter Berücksichtigung einer 
erwerblichen Einschränkung von 36.89% (vgl. E. 5.5.3 hiervor) und einer 
Einschränkung im Aufgabengebiet von 0% (vgl. E. 6.2 hiervor) ein ebenfalls 
rentenausschliessender IV-Grad von gerundet höchstens 37%. Damit ist 
die angefochtene Verfügung vom 5. Mai 2020 (AB 221) nicht zu beanstan-
den und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 25

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Vorliegend sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und – 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 8.3 hiernach) – 
der unterliegenden Beschwerdeführerin zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG).

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

8.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

8.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

8.3.2 Im vorliegenden Fall war das Verfahren nicht als von vornherein 
aussichtslos zu bezeichnen. Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist 
angesichts ihrer Sozialhilfebedürftigkeit ausgewiesen (Akten der Beschwer-
deführerin, Beschwerdebeilage [BB] 1). Weiter war eine anwaltliche Verbei-
ständung geboten, so dass der Beschwerdeführerin die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren ist unter Beiordnung von Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Anwalt.

8.4 Dementsprechend ist die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der 
Rückzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 26

ordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht 
betreffend die Verfahrenskosten zu befreien.

8.5 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 
1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der amtli-
chen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stunden-
ansatz Fr. 200.--.

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwalt 
B.________ vom 17. August 2020 (in den Gerichtsakten) ist diesem nach 
Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches 
Honorar von Fr. 2'796.20 (Aufwand von 12.66 Stunden à Fr. 200.-- zuzüg-
lich Auslagen von Fr. 64.30 sowie Mehrwertsteuer von Fr. 199.90 [7.7% auf 
Fr. 2'596.30]) auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der 
Beschwerdeführerin nach Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 113 VRPG.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 27

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'796.20 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Dieser Betrag wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/20/426, Seite 28

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.