# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b7fb694-1735-5c53-9e3d-516e04dd93b8
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-02
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision, geltend gemachte Verschlechterung beruht lediglich auf dem subjektiven Empfinden, kein Nachweis aufgrund objektiver Befunde, keine unfallbedingte Verschlechterung ausgewiesen.
**Docket/Reference:** UV.2015.00103
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00103.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00103
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Käser
Urteil
vom
2. September 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch
Y.___
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1960,
war als
Fahrzeugaufbereiter
bei der
Z.___
AG
angestellt
und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungs
anstalt
(SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtbe
rufsunfällen
versi
che
rt, als er
am 7. Oktober 2009 bei der Arbeit beim Lösen einer Schraube mit dem Schrauben
zieher ab
rutschte und sich
am rechten Oberarm (Schulter)
ver
letzte
(Urk. 8
/1).
Im Spital
A.___
wurde eine
transmurale
Supraspinatusseh
nenruptur
rechts diagnostiziert, welche am 11. November 2009 operativ behan
delt wurde
(
Urk.
8/6)
. Wegen Schultersteife wurde am 20. Mai 2010 im Spital
A.___
erneut ein
arthroskopischer
Eingriff durc
hgeführt (vgl. Urk. 8
/
47-48
).
Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
1.2
Vom 14. Juli bis 4. August 2010 war
der Versicherte
in der Rehaklinik
B.___
hospitalisiert. Gestützt auf den
Austrittsbericht vom 13. August 2010 (Urk.
8
/
152
)
sowie auf die Aktenbeurteilungen
von Kreisarzt Dr. med.
C.___
, Facharzt für Chirurgie, vom 1
6.
und 2
9.
September 2010
(Urk. 8
/
154
,
8/155
)
sprach die SUVA
dem Versicherten
mit Verfügung vom 9. Februar 2011
rück
wirkend
per 1. Dezember 2010 eine Invalidenrente der Unfallversicherung bei einem Invaliditätsgrad von 12 % und eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine Integritätseinbusse von 17 % zu
(
Urk.
8/96)
. Mit Einspracheentscheid vom 15. September 2011 erhöhte sie in teilweiser Gutheissung der Einsprache
des Versicherten die Rente entsprechend einem Invaliditäts
grad
von
19
% (Urk. 8/117).
Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 1
7.
Mai 2013 (
Urk.
8/130)
sowie
vom Bundesgericht mit Urteil vom 5. September 2013 (
Urk.
8/137) abgewiesen.
1.3
In der Folge wurde der Versicherte von sei
nem Hausarzt an die Uni
klinik
D.___
verwiesen, welche am 4. Juni 2014 ein
e
Magnetresonanztomogra
phie
der rechten Schulter durchführte (
Urk.
8/147
/1
). Auf Wunsch des Hausarztes wurde der Versicherte am
1.
Dezember 2014 von Kreisarzt
Dr.
C.___
zwecks Abklärung einer Veränderung
untersucht (Urk. 8/146/1-2,
Urk.
8/166). Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung wurde am 13. März 2015 verfügt, dass weder die Invalidenrente noch die
Integritäts
entschädigung
erhöht werde (
Urk.
8/172).
1.4
Dagegen erhob der Versicherte am 1
2.
April 2015 Einsprache (
Urk.
8/175)
,
welche die
SUVA mit Entscheid vom 3
0.
April 2015 ab
wies
(
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 3
0.
Mai 2015 Beschwerde und beantragte die Aufhebung des
Einspracheentscheids
und die Gutheissung seines bereits definierten
Begehrens (
sinngemäss Erhöhung des
Invaliditätsgra
des
von aktuell 19
%
auf 38
%
und der Integritätsentschädigung auf 40
%
;
Urk.
1 S. 2 f.). Die SUVA schloss
in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
5.
Juni 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). In seiner Stellung
nahme vom 1
0.
Juli 2015 beantragte der Beschwerdeführer die
„
Abweisung der Beschwerdeantwort
"
(
Urk.
11). Mit Eingabe vom 1
9.
Juli 2015 (
Urk.
13) liess er zwei Arztberichte vom 2
6.
Juni 2015 (Hausarzt) und vom 2
7.
Mai 2015 (Klin
i
k
H.___
) einreichen (
Urk.
14/1-2). Mit Eingabe vom 1
7.
August 2015 verzichtete die
Beschwerde
gegnerin
auf eine Stellung
nahme und hielt an ihrem auf Abweisung der Be
schwerde schliessenden Antrag fest (
Urk.
17), wovon dem Beschwerdeführer am 1
9.
August 2015 Kenntnis ge
geben wurde (
Urk.
18). Das hieraufhin eingereichte Schreiben des Beschwerde
führers vom
7.
September 2015 (
Urk.
19 und
Urk.
20/1-2) wurde der
Beschwer
degegnerin
am 1
6.
September
2015 zur Kennt
nis gebracht (
Urk.
21).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invali
denrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
).
1.2
1.2
.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17 Abs. 1 ATSG).
Eine Erhöhung der Rente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG setzt eine
anspruchs
erhebliche
Änderung der tatsächlichen Verhältnisse voraus, welche ent
weder in einer objektiven Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit ent
sprechend verminderter Arbeitsfähigkeit oder in geänderten erwerblichen Aus
wir
kungen einer im Wesentlichen gleich gebliebenen
Gesundheitsbeein
trächtigung
liegen kann. Demgegenüber stellt eine bloss abweichende Beurtei
lung eines im Wesentlichen
gleich gebliebenen Sachverhaltes keine
revisions
rechtlich
relevante Änderung dar (Urteil des Bundesgerichts 8C_211/2013 vom 3. Oktober 2013 E. 2.2 mit Hinweisen).
Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung ist die erforderliche Erheb
lich
keit der Sachverhaltsänderung gegeben, wenn sich der Invaliditätsgrad um 5
%
verändert (
BGE
140 V 85
E. 4.3 mit Hinweisen
).
1.2.2
Die Frage der wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen beur
teilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprüngli
chen Rentenverfügung bestanden hat (beziehungsweise der letzten rechtskräfti
gen Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (
BGE 134 V 131 E. 3 mit Hinweisen; BGE 133 V 108 E. 5.4
; Ur
teil
des Bundesgerichts 8C_211/2013 vom
3.
Oktober 2013 E.
2.
3
mit Hin
weis
).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen um
fassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die ge
klag
ten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinan
der
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die
Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt fest,
eine wesentliche Veränderung der
Verhält
nisse sei nicht auszumachen
.
Dem Beschwerdeführer sei in einer
leidensange
passten
Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar (
Urk.
2 S. 5 ff.).
Im Ver
gleich
zum anrechenbaren Invalide
n
einkommen in
der
Höhe von
Fr.
59'601.-
-
pro Jahr resultie
re ein unfallbedingter Minderve
rdienst von
Fr. 11
'1
70.-
-
(
Fr.
70'771.
-
-
Valideneinkommen
abzüglich
Fr.
59'601
.
--
I
nvali
den
einkommen
) respektive ein gerundeter Erwerbsunfähigkeitsgrad
von 16 %.
An
lass für eine Herabsetzung der Rente besteh
e
nicht, da bei einer Reduktion der Rente von 19
% auf 16
% keine wie
gefordert
erhebliche Veränderung der Ver
hältnisse gegeben
sei
(S. 11).
Der geschätzte
Integritätsschaden
betrage neu zwar 20 %, da es sich dabei jedoch nicht um eine
Verschlimmerung von grosser Tragweite
handle – p
raxisgemäss
sei
erst ab einer Erhöhung des Schadens bei einem Satz von 5
% von einer r
echtserheblichen Verschlechterung auszug
e
hen
–, sei
die Integritätsentsch
ä
digung vorliegend bei den bisherigen 17
% zu
belassen.
Zusammenfassend
sei k
ein Anspruch auf eine Erhöhung der Invali
denrente
oder
der In
te
gritätsentschädigung
gegeben
(S. 14).
Im Gerichtsverfahren machte sie geltend, der Beschwerdeführer begnüge sich in seiner Beschwerdeschrift grösstenteils mit der Wiederholung dessen, was er be
reits in der Einsprache vorgetragen habe. An einer Auseinandersetzung mit den Erwägungen im Einspracheentscheid fehle es gänzlich. Vielmehr seien seine Vorhaltungen zum grossen Teil unsachlich und teilweise auch unverständlich. Sie seien Ausdruck seiner subjektiv empfundenen Einschränkungen, für welche es in objektiver Hinsicht aber keine Erklärung gebe. Unter diesen Umständen verzichte sie auf eine nochmalige Vernehmlassung und verweise stattdessen auf ihre Erwägungen im Einspracheentscheid (
Urk.
7).
2.2
Demgegenüber entgegnete der Beschwerdeführer (Urk. 1), e
s
sei
unrealistisch,
dass die
Beschwerdegegnerin
behaupten und feststellen
könne
, wie
er
ganztags eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ausüben
könne
.
Sowohl er als seine behandelnden Ä
rzte sowie die Spitäler und Kliniken
,
in denen er behandelt
wor
den sei, hätten
eingeschätzt und festgestellt,
dass er nur den halben Tag arbei
ten könn
e
(S. 4).
Auch aus
psychischen Gründen sei er arbeitsunfähig (S. 7). Sein verletzter Arm sei für die Umgebung augenfällig geworden
und
werde ihn immer begleiten
. Im Weiteren sollten auch die permanenten und starken Schmer
zen des ver
letzten Armes akzentuiert werden, was
für eine Erhöhung
der Integritätsentschädigung
wichtig sein
sollte
(S. 9).
In seiner weiteren Eingabe machte der Beschwerdeführer zusammengefasst gel
tend, die Beschwerdegegnerin tue dasselbe wie er. Zwischen seiner subjektiven Darstellung der Einschränkungen und der subjektiven Darstellung der Einschät
zungen der Beschwerdegegnerin bestehe ein enormer Unterschied. Sie habe im
mer
eine
"
schiefe
"
Erklärung, wenn seine Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitsfähig
keit fraglich sei. Auf eine solche nicht objektive Darlegung der Situation im Zu
sammenhang mit seinen Einschränkungen habe er reagieren müssen (
Urk.
11).
Mit Eingabe vom
7.
September 2015 (
Urk.
19) verlangte der Beschwerdeführer, das
s
das hiesige Gericht in Bezug auf die passive Stellungnahme der
Beschwer
degegnerin
auf seine Eingabe vom 1
0.
Juli 2015 (
Urk.
11) nochmals eine Stel
lung
nahme verlange oder dass es seine Replik als pünktlich und valid auf
nehme
.
2.3
S
trittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers
bis zum
massgeblichen Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen
Ein
spracheentscheids
vom 3
0.
April 2015 (
Urk.
2)
wesentlich verschlechtert hat, so dass ein Anspruch auf höhere Leistungen der Beschwerdegegnerin resultiert. Als zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung ist
der (rechtskräftig gewordene) Einspracheentscheid vom 1
5.
September 2011
(Urk. 8/117) heranzuziehen,
mit
welche
m
de
r
Erwerbsunfähig
keitsgrad
auf 19 % fest
ge
setzt
wurde
.
3.
3.1
Die Verfügung vom 9. Februar 2011 (Urk.
8/96
)
und der Einspracheentscheid vom 1
5.
September 2011 (Urk. 8/117)
sowie die Urteile des hiesigen Gerichts vom 1
7.
Mai 2013 (
Urk.
8/130) und
des
Bundesgerichts vom 5. September 2013 (
Urk.
8/137) fussten in medizinischer Hinsicht im Wesentli
chen auf dem
Aus
trittsbericht
der Rehaklinik
B.___
vom 1
3.
August 2010 (Urk. 8/152).
3.1
.1
Im Austrittsbericht der Rehaklinik
B.___
vom 13. August 2010
wurden fol
gende Diagnosen gestellt (
Urk.
8
/
152
):
A. Unfall vom 7. Oktober 200
9: Abrutschen des rechten Armes;
transmurale
Supraspinatussehnenruptur
rechts
-
15.10.2009
Arthro
-MRI Schulter rechts: kleiner
transmuraler
Riss der dis
talen
Supraspinatussehne
unmittelbar am Ansatz. Degenerative Ver
änderung der
Infraspinatussehne
, unauffällige Darstellung
Subs
kapula
ris
- und
Bizepssehne
. Einengung des
Sub
akromial
raumes
durch konkav geformtes
Akromion
, deutliche AC-Gelenksarthrose und
Schulterhoch
stand
, leichte Bursitis
subak
romialis
vereinbar mit
Im
pingement
-
11.11.2009:
arthroskopische
subakromiale
Dekompression und Resek
tion eines einzelnen kaudalen
Osteophyten
an der lateralen Klavikula.
Sup
raspinatussehnenreinsertion
in M
ini-open-Techn
ik mit zusätzli
cher
in
tratendinöser
Na
ht rechts
-
16.02.2010
Arthro
-MRI Schulter rechts: kein Nachweis auf
Reruptur
. Per
sistierende Einengung des
Subakromialraumes
durch das konkave
Akromion
, im Vergleich zur Voruntersuchung deutlichere Bursitis der Bursa
subakromialis
/
subde
l
toidea
als Hinweise auf
Impingement
-
20.05.2010
arthroskopische
Arthrolyse
mit
Kapsulotomie
/-ektomie vent
ral und
Kapsulotomie
dorsal Schulter rechts
A1 Schmerzhafte Bewegungseinschränkung Schulter rechts
A2 Dysfunktionale Schmerz- und Krankheitsbewältigung mit
Selbstlimitie
-
rung
im Sinne einer so genannten Symptomausweitung
B.
Unfall vom 5. Januar 2009: Hüftkontusion rechts
B1 Restbeschwerden Hüfte rechts
C.
Schmerzen BWS/
Skapula
dorsal
-
20.12.2009 Röntgen Thorax dv/
lat
: symmetrischer knöcherner Tho
rax, mo
derate degenerative Veränderungen im BWS-Bereich
-
13.01.2010 MRI BWS: unauffälliges MRI
D.
Seit ungefähr 1990 Rückenbesc
hwerden lumbal mit Ausstrahlung
paraver
-
tebral
links
Als Probleme bei
Austritt gaben die Klinikärzte eine
schmerzhafte
Funktionsein
schränkung
der
rechten Schulter
, Nacken- und Kopfschmerzen rechtsseitig so
wie lumbale Rückenschmerzen
an (S. 1)
.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2) hielten sie eine erhebliche Symptomausweitung fest. Sie nahmen an
, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung
erbracht werden könnte, und erklärten, i
n
folge Selbstlimitierung
hätten
die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Die Resultate der physischen Leistungstest
s
seien deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar.
Das Ausmass der demons
trierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pa
thologischen Befunden der klinischen Untersuchung und der bildgebenden Ab
klärungen sowie den Diagnosen nur zum Teil erklären. Ihre
Zumutbarkeitsbe
urteilung
stütze sich auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berück
sichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im
Behandlungspro
gramm
.
In ihrer „diagnostischen Beurteilung“ (S. 3) führten die Klinikärzte aus, der Ver
si
cherte habe sich vor neun Monaten nach einem Abrutschen des rechten Armes ins Leere eine
transmurale
Supraspinatussehnenruptur
zugezogen, wel
che zwei
malig mittels Schulterarthroskopie behandelt worden sei, zuletzt mittels ven
traler und dorsaler
Kapsulotomie
. Während seines stationären Aufenthalts sei der Beschwerdeführer psychosomatisch evaluiert worden, wobei keine psy
chi
sche Störung habe diagnostiziert werden können, jedoch sei eine dysfunktio
nale Schmerz- und Krankheitsbewältigung mit Selbstlimitierung im Sinne
einer
Symptomausweitung aufgefallen. Die Symptomausweitung habe auch durch stand
ardisierte Verhaltensbeobachtungen während der Therapien bestätigt wer
den können. Auffällig seien insbesondere das Schmerz- und Leistungsverhalten gewesen. Gesamthaft gesehen seien die aktuell noch beklagten ausgeprägten Beschwerden in diesem Umfang nicht erklärbar. Die Beweglichkeit habe nicht verbessert werden können, letztlich auch deshalb, weil der Beschwerdeführer nicht bereit gewesen sei, an die eigentlich erforderliche Grenze zu gehen.
In Bezug auf den „Lokalstatus der Schulter rechts“ (S. 7) wurde folgende Beweg
lichkeit festgehalten: Flexion aktiv 80 Grad, passiv maximal 85 Grad, Abduk
tion aktiv 80 Grad, passiv maximal 85 Grad. Innenrotation komplett möglich, Aussenrotation rechts um zirka zwei Drittel eingeschränkt. Die Kraft im
rechten
Arm
und der rechten Hand
sei gegenüber links vermindert und es bestehe ein
Zittern der rechten Hand im Seitenvergleich.
Die
Zumutbarkeitsbeurteilung lautete dahin
(S. 2)
, dass die aktuelle berufliche Tätigkeit als Hilfsarbeiter halbtags zumutbar sei
. D
ie
Arbeitsunfähigkeit betra
g
e
50 % ab 9. August 2010; wobei eine Leis
tungsprüfung im angestammten Be
trieb nach vier Wochen empfohlen werde
.
I
n Bezug auf die rechte Schulter (do
minante Seite)
wurde a
l
s spezielle Einschränkung
angegeben, dass Arbeiten über Brusthöhe nicht möglich seien und Gewichte rechts nur
körpernah hantiert
werden könnten. Als angepasste andere berufliche Tätigkeiten wurde eine mit
te
l
schwere Arbeit ganztags angegeben (mit denselben speziellen Einschränkun
gen
). Die Klinik-Ä
rzte
hielten dabei fest
, ihre Beurt
eilung
berücksichtige nicht die seit 20 Jahren bestehend
en Einschränkungen bezüglich
Rückenbeschwerden
(S. 2 am Ende)
.
3.1.2
SUVA-Kreisarzt Dr.
C.___
hielt in seiner Aktenbeurteilung vom 16. September 2010 fest, dass von einem weiteren operativen Eingriff abzuraten sei, da eine Verbesserung der Schulterfunktion aufgrund der dysfunktionalen Schmerz- und
Krankheitsbewältigung mit Selbstlimitierung im Sinne einer sogenannten Sym
ptomausweitung nicht mehr zu erwarten sei. Es bestünden in den vorlie
gen
den Akten genügend Hinweise, dass von diesem Versicherten keine Mitwir
kung erwartet
werden könne; zudem könne eine Rentenbegehrlichkeit nicht ausgeschlossen werden. Er empfehle
,
den Fall abzuschliessen, wobei eine
kreis
ärztliche
Abschlussuntersuchung aufgrund der guten und kompletten Doku
men
tation im Austrittsbericht der Rehaklinik
B.___
vom 13. August 2010 ni
cht erforderlich sei (Urk. 8/154
).
3.1.3
Gestützt auf die Arztberichte schlossen sowohl das hiesige Gericht als auch das Bundesgericht
auf eine volle Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit und ei
nen Invaliditätsgrad von 19
%
(
Urk.
8/130 E
. 4-5 und
Urk.
8/137 E. 3). Die mit
Einspracheentscheid
vom
15.
September
2011
bestätigte
Integritätsent
schädi
gun
g
gestützt auf eine Integritätseinbusse von 17 % (
Urk.
8/117
) blieb unange
foch
te
n.
3.2
Die Beschwerd
egegnerin stützte sich bei ihren
Entscheid
en
vom 13. März 2015 (
Urk.
8/172)
beziehungsweise
3
0.
April 2015 (
Urk.
2
; Einspracheentscheid
)
auf folgende ärztliche Berichte
:
3.2.1
Die Ärzte von der Uniklinik
D.___
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 1
7.
Oktober
2013 (
Urk.
8/158
)
Lumboischialgien
rechts bei
Verdacht auf
Fa
zet
ten
gelenksdegeneration
L4/5 und L5/S1
beidseits
sowie
Zervikobrachia
l
gien
rechts
und als Nebendiagnose
einen
Status nach
Supraspinatussehnenriss
im
Oktober 2009
(S.
1). Sie hielten fest, d
ie vom
Beschwerdeführer
beschriebene Schmerzsymptomatik, die sensiblen Ausfälle im rechten Bein und Arm sowie die motorischen Ausfälle im rechten Arm
seien
mit dem MRI nicht vereinbar. Einzig die Lumbalgien könn
t
en durch die
Fazettengelenksdegeneration
erklärt werden. Bezüglich der
Halswirbelsäule
s
ä
hen
sie
im MRI
ebenfalls
kein Korrelat, welches die beschrie
bene Schmerzsymptomatik e
rklären würde (S. 2)
.
3.2.2
Pract
. med.
E.___
, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte
in sei
nem
Bericht vom
6.
Dezember 2013 (
Urk.
8/159
) folgende Diagnosen (S. 1 f):
-
Chronisch rezidivierende Depression mittleren Grades mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
-
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F 45.0)
-
Somatische Diagnosen: siehe Hausarzt und vorbestehende Berichte
Er gab an, der Beschwerdeführer
leid
e
seit Jahren an einer bereits bekannten Depression infolge Arbeitsunfähigkeit nach einer traumatischen
Supraspinatus
sehnenruptur
rechts am
7.
Oktober
200
9.
In der Folge
habe
er ein
Schmerzsyn
drom
mit Bewegungseinschränkung
entwickelt
; dies
trotz diverser Therapien. Wegen e
iner Hüftkontusion rechts am
5.
Januar
2009,
dere
twegen
er ebenfalls
noch Restbeschwerden verspüre, fühle er sich zusätzlich eingeschränkt und habe
in der Folge eine
Somatisierungsstörung
entwickelt.
Die Beschwerden
seien
chro
nisch fluktuierend mit Ausstrahlungen in den ganzen Arm und in den
Nacken
bereich
mit
chron
ischen Kopfschmerzen. Trotz Medikamenten leide
er an
Kon
zentrationsstörungen
, chronischer Müdigkeit und Schlafstörungen. Auf
grund
des Verlustes seiner
Arbeitsfähigkeit und dem Gefühl,
nutzlos zu sein
, leide
er an einer chronisch rezidivierende
n depressiven
Störung, gegenwärtig mitte
lgra
dig mit somatischem Syndrom (S. 1).
3.2.3
Dr.
C.___
führte anlässlich seiner kreisärztlichen Untersuchung vom 1. Dezem
ber 2014 (
Urk.
8/166) aus, es
handle
sich um einen Zustand nach
a
rthrosko
pi
scher
subakromialer
Dekompression und Resektion eines einzelnen kaudalen
Osteophyten
an der lateralen Klavikula,
S
upraspinatusreinsertion
in Mini-
Open
-
Technik
mit
zusätzlich
intratendinöser
Naht an rechter S
chulter am 1
1.
Novem
ber
200
9.
Am 2
0.
Mai
2010 sei
eine
arthroskopische
Arthrolyse
mit
Kapsulo
to
mi
e
-/
ektomie
ventral und
Kapsuloto
mie
dorsal durchgeführt
worden
. Auf
grund eines unbefriedigenden protrahierten Verlaufs
sei vom 1
4.
Juli bis 4. August
2010 eine stationäre Rehabilitation in der Rehaklinik
B.___
durch
geführt
worden
(inklusive psychosomatisches Konsilium
am
1
6.
Juli 2010). Es sei die
psychiatrische Diagnose
einer
d
ysfunktionale
n
Schmerz- und
Krank
heitsbe
wäl
tigung
mit Selbstlimitierung im Sinne einer sogenannten
Symptom
ausweitung
genannt worden. E
ine psychische Störung
sei nicht vorhanden (S. 4).
Weiter gab er an, der Beschwerdeführer
leide
an einem Dauerschmerz
, ausge
hend von der Schulter mit Ausstrahlung bis in
die Finger nach distal und pro
ximal
in den
Nacken und Kopfbereich. Andererseits beklage
er den
Funktions
verlust
der dominanten rechten oberen Extremität.
E
s besteh
e
eine deutliche aktive Bewegungseinschränkung be
i Flexion 50° (Befund
D.___
4.
Juni
2014:
45°), Abduktion von 40° (
D.___
: 40°) und Aussenrotation von 30° (
D.___
: 60°).
Der
Schürzengriff sei
nu
r bis zu
m Gesäss möglich (
D.___
: bis zum
Sak
rum
).
Die rohe Faustschlusskraft
sei
auf 8
kp
limitiert und
betrage
noch zirka
2
0
%
der
adominanten
linken gesunden Seite.
Im Vergleich zu den Befunden, wie sie
im
Austrittsbericht der Rehaklinik
B.___
vom 1
3.
August
2010 erwähnt
seien
, besteh
e
eine deutliche Verschlechte
rung. In welchem Ausmass diese auf strukturelle Veränderungen
zurückzu
füh
ren
sei
,
sei
schwierig zu
beurteilen, zumal das MRI vom
4.
Juni
2014
(Uniklinik
D.___
)
keine
Hinweise
für eine
Reruptur
der
Supraspinatussehne
gebe
. Schon die Einschränkungen beim damaligen Austritt aus der Rehaklinik
B.___
seien
in diesem Ausmass
strukturell
nicht
erklärbar gewesen
und
schon damals auf eine dys
funktional
e Schmerz- und Krankheitsbewälti
gung mit Selbstlimitierung im Sinne einer sogenannten Symptomausweitung zurückgeführt
worden (S.
5)
. Diesbezüglich
gelte zu erwähnen, dass auch bei der gesunden linken Seite ein
Flex
ion
sdefizit von 15° und ein Abduktionsdefiz
it von 4
0° im Vergleich zur Norm besteh
e
.
Dies sei e
in
weiterer Hinweis für ein funktionales Fehlverhalten
beziehungsweise
für eine Selbstlimitierung.
Unter Berücksichtigung der
objektivierbaren Befunde
sei eine leichte bis mittel
schwer
e Tätigkeit den ganzen Tag
zumutbar
. Das Gewicht von zu hebenden Lasten bis Taillenhöhe
sei
auf 15 kg, bis Brusthöhe a
uf 5 kg limitiert.
Ü
berkopf
arbeiten
,
die den Einsatz beider oberen Ex
tremitäten erforder
te
n,
seien
nicht mehr möglich. Repetitiv weit ausreichende Tätigkeiten mit der rechten oberen Extremität
seien
nicht mehr durchführbar. Tätigkeiten, welche mit
Impulswir
kung
verbunden
seien
, wie Arbeiten mit stossenden oder vibrierenden Geräten,
seien
zu vermeiden
(S. 6)
.
Am
3.
Dezember 2014 (
Urk.
8/167) hielt
Dr.
C.___
bezüglich Integritätsschaden
fest, am 2
9.
September 2010 habe er aufgrund der Untersuchungsbefunde bei Au
s
tritt –
wie im Bericht der Rehaklinik
B.___
vom 1
3.
August 2010
erwähnt (Flexion aktiv 75°, Abduktion aktiv 85°)
–
den Integritätsschaden auf 17
% ge
schätzt. Aktuell
sei die aktive Flexion auf 50° und
die aktive Abduktion auf 40°
limitiert. Das Aussenrotationsdefizit sei etwa gleich geblieben, das
Innenrota
tions
defizit
sei
grösser geworden.
Anlässlich einer fachärztlichen Beurteilung am
5.
Juni 2014 an der Uniklinik
D.___
sei die Diagnose einer
Frozen
Shoul
der
gestellt worden. Aufgrund des
Arthro
-MRIs vom
4.
Juni
2014 lasse sich dies
e erhebliche Funktionseinbusse nur teilweise auf der strukturellen Ebene erklären. Aus diesem Grund lasse sich eine Erhöhung des Integritätsschadens um (ledig
lich) 3 % rechtfertigen. Der gesamte Integritätsschaden betrage somit 20 %. Mit dieser Einschätzung sei die Relation zu einer schweren
glenohumeralen
Arth
rose gewahrt.
3.2.4
Mit Schreiben vom 2
0.
März 2015 (
Urk.
8/173) hielt
der behandelnde Hausarzt
Dr.
med.
F.___
, Allgemeine Medizin FMH, fest, er sei
ziemlich hilflos.
Es
bleib
e
wieder an
ihm
hängen, indem man von
ihm eine Begründung verlange
, die
er
nicht liefern
könne
.
Er könne
den Beschwerdeführer
zu wem auch immer schicken und kein Arzt
werde
ihm
dessen
subjektiv empfundene Einschränkung so bestätigen, dass er zu einer höheren Rente komm
e
.
3.2.5
Dr.
med.
G.___
, Facharzt
für
Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin,
von der Klinik
H.___
, nannte in seinem
(pendente
lite
eingreichten
)
Bericht vom
2
7.
Mai 2015 (
Urk.
14/2) folgende Diagnosen (S.
1):
-
Panvertebrales Syndrom
-
z
ervikozephal
es
und
lum
bospondylogenes
Syn
drom führend
-
Fehlhaltung und Fehlstatik der Wirbelsäule
-
v
erlaufsbest
immende psychologische Faktoren
-
muskuläre Haltungsinsuffizienz und
Dysbalance
der
rü
cken
stabili
sie
ren
den
Muskulatur
-
Vorhandensein negativer Prädiktoren für eine funktionelle rehabilita
tive Be
handlung
-
LWS-Veränderungen
-
mehrsegmentale hochgradi
ge degenerative Veränderungen
-
-
foraminal
e
Enge L5/S1 rechts mit
möglicher Affektion der
Nervenwurzel L5 rechts
-
HWS
-
Foraminalstenose
C3/4 links mit möglicher Affektion der
Nervenwurzel C4,
Foraminalstenosen
rechts C5/6 und C6/7 mit
möglicher Affektio
n der jeweiligen Nervenwurzel
-
mehrsegmentale fortgeschrittene
Unkarthrosen
, g
eringer auch
Spondylarthrosen
-
moderate
Atlanto
-Dentalgelenkarthrose (MRI
der HWS und LWS
vom
12.05.2015)
-
aktuell symptomatischer Ansatz im Ra
hmen einer
Schmerzbehand
lung
re
habilitativ versuchen, Zurückhaltung bei
infiltrativen
M
ass
nahmen, Verände
rung des maladaptiven
Schme
rzcopings
vorder
gründig wichtig
-
Periarthro
pathia
humero
scapularis
rechts
-
t
ransmurale
Supraspinatussehnenruptur
rechts nach Unfall am 07.10.2009
-
11/2009
arthroskopische
subacromiale
Dekompression, Resektion so
wie
Supraspinatussehnen-Reinsertion
, 05/2010
arthroskopische
Arthro
lyse
mit
Kapsulotomie
,
Kapsulektomie
ventral und
Kaps
uloto
mie
dor
sal Schulter rechts
-
Akzentuierung von Diagnose 1
Dr.
G.___
führte aus, der Beschwerdeführer sei i
m Anschluss an die Untersu
chung auf den aus
dessen
Sicht klaren Zusammenhang des Unfalls an der Schulter
im Jahr
2009 und der
Exacerbation
der Rückenbeschwerden zu sprechen
gekommen
. Er
habe auf der subjektiv klaren Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes seit dem Unfall
perseveriert.
Der Beschwerdeführer
habe
auch darauf hin
gewiesen
, dass bisher verschiedene Versicherungen diesbezüg
li
che weitere Leistungen abgelehnt h
ä
tten.
Dr.
G.___
gab weiter an, d
er rechte Arm
werde
demonstrativ in leichter Vorhaltung gehalten. In der klini
schen Un
tersuchung
könne
keine wesentliche Einschränkung aus einer leichten
Aussen
rotationsbehinderung
mehr festgehalten
werden. Die
akromialen
Beding
ungen
seien
unauffällig. Hier zeig
t
en sich weder ein
Impingeme
nt
noch eine
AC-Ge
lenksarthrose
, welche
aktuell aktiv wäre. Wie bereits im Austrittsbericht von
B.___
festgehalten, müsse
auch
er (
Dr.
G.___
)
davon ausgehen, dass
hier eine Ausweitungstendenz und
Somatisierungsstörung
vorliegen dürfte. Rele
vante Hinweise für das Vorliegen einer Depression hingegen habe
er
ange
sichts der heutigen Präsentation nicht finden können. Der
Beschwerdeführer sei dies
be
züg
lich s
chwingungsfähig und von Seiten einer Depression weit entfernt
ge
we
sen
(S. 2).
Insgesamt, so
Dr.
G.___
, zeichne
sich das Bild eines durch
Ki
nesiophobie
, psychologische ver
laufsbestimmende
Faktoren und
eine
Kränkung durch die Nicht-
Anerkennung der Versicherungen gekennzeichnetes Verhalten mit deut
lich negativen Prädiktoren für eine funktionelle Herangehensweise an die sic
her vorhandenen Bewegungsstörun
gen in einzelnen Abschnitten der Wirbelsäule. Aktuell
könne
spezifisch hauptsächlich über dem Facettengelenk C2/3 möglich
erweise auch C1/2 auf der linken Seite eine Reizung festgehalten werden, die in etwa sogar den Veränderungen in dem MRI vom Mai 2015
entsprächen. Auch lumbal scheine
das Gelenk L4/5 rechts gereizt. Hingegen
hätten
keine Hinweise für das Vorlie
gen einer lumbal
en oder zervikalen
Rad
ikulopathie
gewonnen werden
können. Ein positiver
Tröm
ner
beidseits weis
e
noch nicht auf eine
Myelo
pathie oder anderweitige
höhergradige
Störung der Nervenfunktionen hin.
Schliesslich hielt er fest, a
ngesichts der negativen Prä
diktoren und des Verhal
tens des Beschwerdeführers
sei mit einer
Physiotherapie
oder Mobilisation
keine
wesentliche Verbesserung zu erwarten, sondern – im Gegenteil – die Bestäti
gun
g eines N
icht
-
Könnens bei subjektiv empfundener allgemeiner Einschrän
kung (S.
3).
4.
4.1
Den medizinischen Berichten sind aus objektiver Sicht keine erheblichen Verän
derungen zu entnehmen, sondern im Grunde ähnliche Befunde wie dazumal bei der
Leistungszusprache
. So hielt kein einziger Arzt eine Verschlechterung fest. Dennoch machte der Beschwerdeführer eine solche geltend. Diese Verschlech
terung beruht aber lediglich auf seinem subjektiven Empfinden und lässt sich aufgrund objektiver Befunde
nicht
nachweisen.
4.
2
Kreisarzt Dr.
C.___
s
t
ellte
zwar eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zu
den Befunden
gemäss
Austrittsbericht der Rehaklinik
B.___
vom 13.
August
2010
fest
, relativierte dies
j
edoch
insofern
,
als
er da
rauf hinwies, dass es schwie
rig sei, zu beurteilen, i
n welchem Ausmass
die Ver
schlechterung
auf strukturelle Veränderungen
zurückzu
führen
sei
. Er begrün
dete dies nachvoll
zieh
bar damit, dass dem MRI vom
4.
Juni
2014 keine
Hin
weise
für eine
Rerup
tur
der
Supraspinatussehne
zu entnehmen
se
ien
und bereits
die Einschrän
kungen beim damaligen Austritt aus der Rehaklinik
B.___
in
diesem Ausmass
strukturell
nicht
erklärbar gewesen
und
schon damals auf eine dys
funktional
e Schmerz- und Krankheitsbewälti
gung mit Selbstlimitierung im Sinne einer so
genannten Symptomausweitung zurückgeführt
worden seien
.
Das Verhalten des Beschwerdeführers taxierte er plausibel als
funktionales
Fehlver
halten
bezieh
ungsweise
Selbstlimitierung
. Damit br
ach
t
e
Dr.
C.___
klar zum Ausdruck, dass keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen
ist
.
Auf das
vom Kreisarzt erstellte Zumutbarkeitsprofil kann grundsätzlich abge
st
ellt werden.
Sein Bericht ist
für die in Frag
e stehenden Belange umfassend
,
beruht
auf allseitigen
Untersuchung
en des Beschwerdeführers und
ist
in Ken
nt
nis d
er
Vorakten
abgegeben worden
. So führte
Dr.
C.___
überzeugend
aus, wes
halb dem Beschwerdeführer nach wie vor eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit zumutbar ist. Eine medizinisch ausge
w
i
esene gene
relle Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführer
s
von 50
% - wie von diesem geltend gemacht – besteht nicht.
Der kreisärztliche Bericht
leuchtet
sodann
in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge
ein
und
die Schlussfolgerungen
sind
hinlänglich
begründet
(
vgl. E.
1.3
hievor
).
Dementsprechend ist auf die medizinisch ausgewiesene und
ärztlich unwider
sprochene
Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr.
C.___
abzu
stellen
.
4.3
Weiter ist festzuhalten, dass d
ie
Ärzte
der
Unik
lin
i
k
D.___
in ihrem Be
richt vom 17. Oktober
2013
lediglich
unfallfremde Rückenschädigungen feststellen
konnte
n
.
D
ie vom
Beschwerdeführer
beschriebene Schmerzsymptomatik, die sensiblen Ausfälle im rechten Bein un
d Arm sowie die motorischen Aus
fälle im rechten Arm seien mit den bildgeb
e
nden Abklärungen
der Hals- und
Lenden
wirbelsäule
nicht vereinbar.
Ebenso zeigte das von der Klink
D.___
am
4.
Juni
2014 erstellte
Magnetresonanztomogramm
der rechten Schulter des
Beschwer
deführers
keine Hinweise auf eine
Reruptur
der
Sup
raspinatussehne
.
Auch kann dem Bericht von
Dr.
G.___
nichts zu Gunsten des Beschwerde
führers entnommen werden, da dieser keine wesentlich neuen Aspekte bei
bring
en konnte.
4.4
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sind d
en Akten sodann keine
sich
wider
sprechenden ärztlichen
Einschätzungen
zu entnehmen. S
ogar sein behan
delnder Hausarzt
Dr.
F.___
hielt in seinen Berichten fest, dass das Problem seines Patienten psychischer Natur sei und die Schulterbeschwerden im Wesent
lichen auf einer
somatoformen
Schmerzstörung beruhten. Dies spricht klar gegen
die vom Beschwerdeführer geltend gemachten, unfallbedingten Ver
schlech
terungen, da gerade die behandelnden (Haus)-Ärzte – angesichts der
auf
trags
rechtlichen
Vertrauensstellung – eher zu Gunsten ihrer Patienten aus
sagen (
vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.5
Auf die von
prakt
.
med.
E.___
diagnostizierten psychischen Beschwerden
ist vorlie
gend mangels Ad
äquanz
(bei diesbezüglich
bagatellärem
Ereignis)
nicht
weiter einzugehen.
4.6
Der von der Beschwerdegegnerin festgelegte Invaliditätsgrad von 19 % ist nicht zu
beanstanden. Angesichts der Tatsache, dass sie neu einen solchen von 16 % berechnete, sind keine Anhaltspunkte für eine vom Beschwerdeführer bean
tragte Erhöhung erkennbar
.
Nach dem Gesagten sind weder in medizinischer noch in erwerblicher Hinsicht leistungsrelevante
Änderungen ersichtlich.
5.
5.1
Erleidet
der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Entschä
digung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden an
gemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn
die Ver
schlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war
(Art. 36 Abs. 4 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV]). Gemäss Lehre
ist ab einer Erhöhung des Schadens um 5 % von einer rechtserheblichen Verschlechterung
auszugehen (
Thomas
Frei, Die Integritätsentschädigung nach
Art.
24 und 25 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung,
Diss
. Freiburg 1998, S. 110 f.).
5.2
In
Bezug auf die beantragte Erhöhung der Integritätsentschädigung brachte der Beschwerdeführer nicht vor, dass die Voraussetzungen für die Revision der am
9.
Februar
2011 rechtskräftig zugesprochenen Integritätsentschädigung von 17 %
erfüllt sind.
Der Beschwerdeführer führte bloss aus,
der verletzte Arm
sei
für die Umgebung augenfällig
geworden, was ihn
immer begleiten
werde
.
D
ie perma
nen
ten und starken Schmerzen des verletzten Armes
seien auch
„
zu
ak
zen
tu
ie
ren
"
(Urk. 1 S. 9)
.
Objektive
Anhaltspunkte für eine massgebliche Verschlimmerung sind nicht zu
erkennen und wurden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Kreisarzt
Dr.
C.___
erachtete
zwar
in seinem Bericht vom
3.
Dezember 2014 (
vgl. E. 3.2.3
hievor
)
eine Erhöhung des Integritätsschaden von 17 % auf 20 % als gerechtfertigt
, was angesichts der nach wie vor
s
ubjektiv beeinflussten
Untersuchungsresultate bei fehlenden bildgebendem Korrelat als zulässiges Max
i
mum erscheint
. Da es sich dabei aber lediglich um eine Veränderung von 3 % handelt, sind die vorerwähnten Voraussetzungen (Verschlimmerung von grosser Tragweite im Sinne von Art. 36 Abs. 4 UVV) für eine Revision
nicht erfüllt
.
6.
Zusammengefasst
ist eine unfallbedingte V
erschlechterung des Gesundheits
zu
standes des Beschwerdeführers nicht
ausgewiesen
, weshalb der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu beanstanden
ist. Die Beschwerde erweist sich dem
zufolge als unbegründet und ist abzuwei
sen
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Y.___
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubKäser