# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00a3daa4-7a43-5b32-9aa5-cf92ed2fe001
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.09.2014 SB140207
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140207_2014-09-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140207-O/U/gs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Stiefel, die  

Ersatzoberrichterin lic. iur. Affolter sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Oswald 

 

Urteil vom 26. September 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter  

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____ (weitere Personalien bekannt),  
Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin  

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____  

 

betreffend sexuelle Nötigung etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 
9. Januar 2014 (DG130379) 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich Limmat vom 20. November 2013 

ist diesem Urteil beigeheftet ( Urk. 37 ). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB sowie 

− der sexuellen Belästigungen im Sinne von Art. 198 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 146 Tage durch Untersuchungshaft sowie durch vorzeitigen 

Strafantritt erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.– (Übertre-

tung). 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist zu 

bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz von 

Fr. 30.20 zuzüglich 5 % Zins ab 15. Oktober 2013 zu bezahlen. Im Übrigen 

wird die Privatklägerin mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches 

wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 10'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 16. August 2013 als Genugtuung zu bezahlen. 

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8. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'400.–   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 2'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 4'092.25   Auslagen Untersuchung 

Fr. 16'525.50   amtliche Verteidigung  

Fr. 9'264.–   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft 

Fr. 583.–   diverse Kosten 
 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

9. Die Kosten der Untersuchung, der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Pri-

vatklägerin sowie des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt, jedoch so-

fort abgeschrieben. 

10. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 16'525.50 (inkl. Mehrwertsteuer) ent-

schädigt. Diese Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

11. Die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin wird mit Fr. 9'264.– 

(inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. Diese Kosten werden auf die Gerichts-

kasse genommen. 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 142) 

1. Der Berufungskläger sei der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten zu bestrafen. 

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3. Der Vollzug der auszusprechenden Freiheitsstrafe sei aufzuschieben 

unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. 

4. Es sei die grundsätzliche Schadenersatzpflicht des Berufungsklägers 

festzustellen. Die konkreten Schadenersatzforderungen der Privatklä-

gerin seien jedoch auf den Zivilweg zu verweisen. 

5. Es sei der Privatklägerin eine angemessene Genugtuung zuzuspre-

chen. 

6. Die gesamten Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien dem Be-

rufungskläger aufzuerlegen, jedoch sofort definitiv abzuschreiben. 

Die Kosten des Berufungsverfahrens inklusive derjenigen der amtli-

chen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(Urk. 130, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

c) Der Privatklägerin: 

 (Urk. 139, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Prozessuales 

 1. Der Beschuldigte A._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

3. Abteilung, vom 9. Januar 2014 der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 

Abs. 1 StGB sowie der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB schul-

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dig gesprochen. Er wurde mit einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten, wovon 146 

Tage durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzug entstanden waren, 

und einer Busse von Fr. 1'000.– bestraft. Sodann wurde er verpflichtet, der Pri-

vatklägerin Schadenersatz von Fr. 30.20 zuzüglich 5 % Zins ab 15. Oktober 2013 

und Fr. 10'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 16. August 2013 als Genugtuung zu be-

zahlen. Schliesslich wurde festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Pri-

vatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatz-

pflichtig ist (Urk. 118). 

 Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft 

und der Privatklägerin anlässlich der Hauptverhandlung vom 9. Januar 2014 

mündlich eröffnet und im Dispositiv übergeben (Prot. I S. 20, Urk. 98). Mit Einga-

be vom 10. Januar 2014 meldete der Beschuldigte fristgerecht die Berufung an 

(Urk. 100). Das begründete Urteil wurde dem Beschuldigten und der Staatsan-

waltschaft am 2. Mai 2014 und der Privatklägerin am 5. Mai 2014 zugestellt 

(Urk. 117/1-3). 

 Mit Eingabe vom 22. Mai 2014 reichte der Beschuldigte fristgerecht die Be-

rufungserklärung ein (Urk. 124). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf An-

schlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

(Urk. 130). Die Privatklägerin erhob hingegen mit Eingabe vom 16. Juni 2014 An-

schlussberufung (Urk. 131). Beweisergänzungen wurden keine beantragt. 

 Die Privatklägerin zog die Anschlussberufung mit Schreiben vom 31. Juli 

2014 zurück (Urk. 136), wovon Vormerk zu nehmen ist. 

 2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft (Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 402 N 1; Art. 437 

StPO). 

 Der Beschuldigte focht alle Dispositivziffern des vorinstanzlichen Urteils an 

(Urk. 124 S. 2). Damit ist keine in Rechtskraft erwachsen. 

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 3. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung liessen die Parteien die 

eingangs erwähnten Anträge stellen. 

II. Sachverhalt 

 1. Der Beschuldigte bestritt nicht, der Privatklägerin in seiner Wohnung 

die Schultern massiert, sie geküsst sowie sie an den Brüsten berührt und geküsst 

zu haben. Weiter gestand er ein, versucht zu haben, sie im Intimbereich zu berüh-

ren bzw. auch tatsächlich ihr Geschlechtsteil - angeblich mit Einwilligung der Pri-

vatklägerin - angefasst zu haben. Er bestätigte, dass die Privatklägerin ihre Hän-

de vor dem Oberkörper verschränkt und ihn mit den Händen gegen die Brust 

weggestossen und dass er ein Messer in der Hand gehalten habe (vgl. Urk. 6 S. 5 

f., Urk. 14. S. 2 ff., Urk. 97 S. 4 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab er 

auf Vorhalt der Vorwürfe mehrheitlich an, sich nicht mehr erinnern zu können 

(Prot. II S. 19 ff.). Ansonsten bestritt er den ersten Anklagesachverhalt. Betreffend 

den zweiten Anklagesachverhalt räumte er ein, dass die Privatklägerin in seine 

Wohnung zurückgekehrt sei, weil sie gedacht habe, den Fahrradschlüssel bei ihm 

vergessen zu haben (vgl. Urk. 6 S. 9). Im Übrigen bestritt er den Anklagevorwurf 

(Urk. 14 S. 13). 

 Insoweit der Beschuldigte nicht geständig ist, ist nachfolgend zu prüfen, ob 

die vorliegenden Beweismittel genügen, um den Sachverhalt rechtsgenügend zu 

erstellen. 

 2. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der eingeklagte Sachver-

halt - abgesehen von einigen Präzisierungen - erstellt sei. So hielt sie präzisierend 

fest, dass die Gewaltanwendung als "intensiv" (statt wie angeklagt als "massiv") 

zu bezeichnen sei. Sodann bleibe ungeklärt, wie die Privatklägerin vom Stuhl auf 

das Bett gekommen sei, weshalb zugunsten des Beschuldigten davon auszuge-

hen sei, dass dieser Positionenwechsel ohne Gewalt oder Drohung erfolgt sei. 

Die genaue Reihenfolge der einzelnen Küsse und Berührungen sowie deren Ver-

suche sowie die exakte Zuordnung der einzelnen Läsionen habe nicht ermittelt 

werden können und könne offen bleiben, da dies weder tatbestands- noch ver-

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schuldensrelevant sei (vgl. Urk. 118 S. 43 f.). Zur Vermeidung unnötiger Wieder-

holungen kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Ent-

scheid verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 118 S. 8 ff.). 

 3. Der eingeklagte Sachverhalt bzw. die Erkenntnisse der Vorinstanz be-

ruhen insbesondere auf den Aussagen des Beschuldigten, der Privatklägerin so-

wie der Zeugen C._____ und der Auskunftsperson D._____, welche im vo-

rinstanzlichen Urteil wiedergegeben wurden (vgl. Urk. 118 S. 9 ff.). Als weitere 

Beweismittel liegen die Aufzeichnung des Notrufes, das Gutachten und der Foto-

bogen betreffend Körperverletzungen der Geschädigten, die DNA-Spur-

auswertung und die Fotodokumentation des Tatortes vor, welche von der Vor-

instanz zusammengefasst wurden (vgl. Urk. 118 S. 22 ff.). Zusammenfassend 

und teilweise ergänzend kann Folgendes festgehalten werden: 

 3.1. Was die Verwertbarkeit der Aussagen von D._____ betrifft, so hat die 

Vorinstanz zu Recht festgestellt, dass er lediglich polizeilich einvernommen wurde 

und nicht etwa durch die Staatsanwaltschaft in Anwesenheit des Beschuldigten, 

weshalb seine Aussagen nicht zu Lasten des Beschuldigten verwendet werden 

dürfen (Art. 147 Abs. 1 und 4 StPO; vgl. Urk. 118 S. 18). 

 3.2. Betreffend die Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen kann 

auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 118 S. 23 f.). Er-

gänzend ist darauf hinzuweisen, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung bei der Würdigung von Aussagen nicht mehr wie früher Gewicht auf die 

allgemeine Glaubwürdigkeit des Einvernommenen im Sinne einer dauerhaften 

personalen Eigenschaft gelegt wird, sondern diesem Gesichtspunkt kaum mehr 

relevante Bedeutung zukommt. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als 

die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage, 

welche durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf 

ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben des 

Aussagenden entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3). 

 3.3. Der Beschuldigte führte in der polizeilichen Einvernahme vom 17. Au-

gust 2013 aus, in seiner Wohnung sei die Privatklägerin auf einem Stuhl und er 

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auf ihren Beinen gesessen. Er habe begonnen, ihre Lippen zu küssen und ihre 

Brüste in der Hand zu halten (Urk. 6 S. 2). Die Privatklägerin habe sich von sich 

aus auf das Bett gesetzt. Er bejahte, versucht zu haben, die Privatklägerin zu 

küssen, aber sie habe es zugelassen. Als sie auf dem Bett gelegen sei, habe er 

sie nicht massieren wollen. Sie habe übel gerochen und er habe eigentlich Mitleid 

mit ihr gehabt. Er habe auch nicht versucht, ihr T-Shirt hochzuziehen. Das habe 

sie selber getan. Er habe sie nicht unter dem T-Shirt an der Brust berührt, nur 

über dem T-Shirt. Sie habe sich nicht dagegen gewehrt. Die Privatklägerin habe 

ihm die Zunge in den Mund gesteckt und nicht die Lippen zusammengepresst 

(Urk. 6 S. 5 f.). Nachdem sie das T-Shirt hochgezogen habe, habe er sie auf die 

Brust geküsst. Sie habe ihn nicht mit den Füssen weggestossen und er habe ihr 

nicht gesagt, dass er sie ablecken wolle. Auch habe er weder Geld dafür angebo-

ten noch ihr zwei Ohrfeigen gegeben. Weiter verneinte er, sie mit einem Brotmes-

ser bedroht oder ihr ein solches vor das Gesicht oder überhaupt gehalten zu ha-

ben (Urk. 6 S. 7 f.). Er habe die Handgelenke der Privatklägerin nicht mit den 

Knien fixiert und ihr die Hose heruntergezogen. Die Frau sei ja nicht Angelina Jo-

lie. Er habe die Privatklägerin nicht im Intimbereich berührt (Urk. 6 S. 8). 

 In der Anhörung vor dem Zwangsmassnahmegericht vom 19. August 2013 

führte der Beschuldigte aus, in seiner Wohnung sei es mit der Privatklägerin nur 

zu Zungenküssen gekommen, aber zu keinen weiteren Berührungen. Die Frage, 

ob er die Privatklägerin im Intimbereich berührt habe, bejahte er jedoch. Er führte 

dazu aus, sie habe seine Hand genommen und es sei von ihr aus gekommen, 

nicht von ihm aus. Die Privatklägerin habe er weder geschlagen noch habe er ein 

Messer vor das Gesicht der Privatklägerin gehalten (Urk. 31/8 S. 4 f.). 

 Bei der Staatsanwaltschaft führte der Beschuldigte am 10. September 2013 

aus, er und die Privatklägerin hätten sich wahrscheinlich nicht verstanden. Sie 

stamme aus einem anderen Kulturkreis als er und sei eine andere Schulung 

durchlaufen. Zuerst sei die Privatklägerin willig gewesen, dann plötzlich nicht 

mehr. Er verneinte, sie geohrfeigt, mit dem Messer bedroht und mit den Knien auf 

ihren Händen ans Bett "gefesselt" zu haben (Urk. 12 S. 2). Sodann führte er aus, 

sich nicht mehr zu erinnern, wo er sie angefasst habe. Er verneinte, sie im Intim-

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bereich zwischen den Beinen berührt zu haben. Wenn er sie am Körper angefasst 

habe, dann sei dies mit ihrer Zustimmung gewesen (Urk. 12 S. 3 f.). 

 Am 5. November 2013 führte der Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft 

aus, er habe der Privatklägerin die Hose nicht ausgezogen. Sie selber habe die 

Hose oben aufgemacht und herunter gestülpt. Einmal bejahte der Beschuldigte 

die Frage, ob er der Privatklägerin gesagt habe, dass sie die Hose herunterziehen 

solle, gleich darauf verneinte er die Frage. Weiter führte er aus, die Privatklägerin 

habe sich an ihrem Geschlechtsteil berührt, ohne eine Hose anzuhaben. Dies sei 

gewesen, als er mit ihr auf dem Bett gewesen sei und sie geküsst habe (Urk. 14 

S. 2 ff.). Auf Vorhalt des Berichts des Forensischen Instituts betreffend DNA-

Hitmeldung, wonach am Slip der Privatklägerin DNA-Spuren des Beschuldigten 

sichergestellt wurden, führte er aus, sie habe ihn am Anfang gewähren lassen, 

aber er denke nicht, dass sie eine Unterhose angehabt habe (Urk. 14 S. 6). Er 

räumte ein, die Privatklägerin an ihrem Geschlechtsteil zwischen den Beinen an-

gefasst zu haben. Er verneinte, dass die Privatklägerin noch einen Slip angehabt 

habe, als er sie im Intimbereich zwischen den Beinen berührt habe (Urk. 14 S. 7). 

Sodann bestritt er, dass die Verletzungen der Privatklägerin von ihm stammten 

(Urk. 14 S. 14 f.). 

 Vor Vorinstanz führte der Beschuldigte am 9. Januar 2014 aus, er habe ver-

sucht, die Privatklägerin im Intimbereich zwischen den Beinen zu berühren, diese 

aber sofort ihre Hose angezogen habe und gegangen sei. Sie habe die Hose sel-

ber heruntergezogen (Urk. 97 S. 4). Er verneinte, die Privatklägerin geschlagen 

oder verletzt zu haben (Urk. 97 S. 7). Auf das Messer angesprochen führte er 

aus, das Messer sei neben seinem Bett, weil er in diesem Zimmer alleine wohne 

und Angst vor Einbrechern habe. Als er die Privatklägerin auf dem Bett geküsst 

habe, habe er das Messer bemerkt, dieses aufgehoben und es auf die Seite ge-

legt, damit sie sich nicht verletzen würden. Die Privatklägerin habe das Messer 

dann weggeworfen (Urk. 97 S. 8). Darauf hingewiesen, dass er bei der Staatsan-

waltschaft ausgeführt habe, dass das Messer nicht neben dem Bett, sondern auf 

dem Tisch gelegen sei, führte er aus, er habe die Frage des Dolmetschers viel-

leicht nicht richtig verstanden. Vielleicht habe er auch verschiedene Aussagen 

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gemacht, weil er Angst gehabt habe und noch nie vor Gericht oder in einer Unter-

suchung gewesen sei (Urk. 97 S. 9.). Weiter führte er aus, die Türe sei bei ihm 

während 24 Stunden offen. Damit er nicht jedes Mal, wenn er auf die Toilette ge-

hen müsse, die Türe öffnen müsse, sei die Türe immer offen. Auf die Frage, 

wieso er die Türe zu seinem Zimmer nicht stets abgeschlossen habe, wenn er 

doch Angst vor Einbrechern habe, führte er aus, die Leute, die in den anderen 

vier Zimmern wohnen würden, seien seine Bekannten. Er schliesse die Türe nur 

in der Nacht, sie sei nicht immer offen (Urk. 97 S. 13 f.). 

 Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, er wisse 

nicht mehr, wo er die Privatklägerin berührt habe. Die Privatklägerin habe ihre 

Bluse nach oben und wieder nach unten gezogen. Er habe die nackte Brust ge-

sehen, aber weder berührt noch geküsst. Dazu räumte er aber ein wenig später 

ein, sich nicht mehr erinnern zu können. Weiter bestritt er, gesagt zu haben, er 

wolle die Privatklägerin an ihrem Geschlechtsteil lecken. Auf das Messer ange-

sprochen, führte er zuerst aus, er habe nichts damit gemacht, dann räumte er ein, 

er habe es weit weg gelegt. Er konnte sich nicht mehr erinnern, ob die Privatklä-

gerin das Messer weggeworfen hatte. Auch könne er sich nicht daran erinnern, ob 

er das Geschlechtsteil der Privatklägerin berührt habe oder nicht. Als die Privat-

klägerin später nochmals zurückgekommen sei, habe er nicht versucht, sie zu 

küssen. Es stimme aber, dass sie ihm in die Zunge gebissen habe (Prot. II S. 19 

ff.). 

 Es fällt auf, dass die Aussagen des Beschuldigten nicht konstant sind, son-

dern einige Widersprüche aufweisen. Auf diese angesprochen, begründete er sie 

meistens damit, dass er den Dolmetscher nicht richtig verstanden habe, dass er 

das nicht genau so gefragt worden sei oder dass er Angst gehabt habe. Die ein-

zelnen Einvernahmen wurden dem Beschuldigten aber jeweils übersetzt und von 

ihm unterschrieben, weshalb es als Schutzbehauptung erscheint, im Nachhinein 

zu behaupten, eine Frage sei falsch verstanden oder eine Antwort falsch wieder-

gegeben worden. Ein gravierender Widerspruch liegt darin, dass der Beschuldigte 

in der Untersuchung stets bestritt, das Messer in der Hand gehalten zu haben. 

Erst vor Vorinstanz räumte er ein, dieses aufgehoben zu haben. Neu ist auch die 

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Aussage, dass er dieses aus Angst neben dem Bett platziert gehabt habe, führte 

er doch in einer früheren Einvernahme aus, dass dieses auf dem Tisch gelegen 

sei, um damit Lebensmittel zu zerkleinern. Unglaubhaft ist auch die Behauptung, 

er habe Angst vor Einbrechern gehabt, hätte er doch diesfalls jeweils die Türe 

seines Zimmers abgeschlossen. Selbst diesbezüglich widersprach er sich in der 

Einvernahme vor Vorinstanz. Führte er doch zuerst aus, die Türe sei während 24 

Stunden offen, wohingegen er dann plötzlich - wohl nachdem er bemerkt hatte, 

dass er sich damit in einen Widerspruch verwickelte - die Türe nachts geschlos-

sen haben will. Auch betreffend die Berührung des Intimbereichs zwischen den 

Beinen der Privatklägerin sagte er nicht konstant aus. Zuerst bestritt er diesen 

Vorwurf, dann gestand er ihn ein, wobei er betonte, sie habe seine Hand dort hin 

geführt, dann bestritt er die Berührung erneut und in einer späteren Einvernahme 

zeigte er sich diesbezüglich wieder geständig. Anlässlich der Berufungsverhand-

lung konnte er sich nicht mehr daran erinnern. Vor Vorinstanz stellte er die Berüh-

rung dann nicht mehr so dar, als hätte die Privatklägerin seine Hand in den Intim-

bereich geführt, sondern führte aus, als er es versucht habe, habe sie sofort ihre 

Hose angezogen. Solche Widersprüche lassen seine Aussagen äusserst un-

glaubhaft erscheinen. Kommt hinzu, dass er verneinte, dass die Privatklägerin ei-

nen Slip getragen habe, was schlicht unmöglich ist, hinterliess er doch seine 

DNA-Spur genau an diesem Slip. Eine weitere Schutzbehauptung ist darin zu se-

hen, dass der Beschuldigte immer wieder betonte, dass er die Privatklägerin nicht 

attraktiv gefunden habe. Damit wollte er es wohl als unwahrscheinlich erscheinen 

lassen, dass er sexuelle Handlungen mit ihr vornehmen wollte. Da er jedoch 

selbst einräumte, die Privatklägerin geküsst und an den Brüsten und im Intimbe-

reich berührt zu haben, erscheinen solche Aussagen als Schutzbehauptungen. 

Auch die Aussage, er und die Privatklägerin hätten sich aufgrund ihrer Kultur 

falsch verstanden, ist unglaubhaft, zeigte die Privatklägerin doch deutlich, sowohl 

verbal als auch durch aktive und passive körperliche Abwehr, dass sie die sexuel-

len Handlungen ablehnte. 

 3.4. Die Privatklägerin führte in der polizeilichen Einvernahme vom 16. Au-

gust 2013 aus, der Beschuldigte habe sie ins Gesicht und auf die Brüste geküsst. 

Er habe ihre Hosen herunter gezogen und sie im Intimbereich berührt. Er habe 

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ein Messer genommen, gegen sie gerichtet und es neben sie gelegt. Sie habe 

das Messer dann weggeworfen. Sie habe sich gewehrt, aber er habe mit dem 

Knie ihr Handgelenk blockiert. So habe sie ihn mit den Füssen weggestossen. Er 

habe ihr gesagt, dass er sie mit der Zunge befriedigen wolle, was sie aber nicht 

gewollt habe. Immer wieder habe er ihre Hose heruntergezogen und sie habe ihre 

Beine zusammengeklemmt. Dann habe sie sich losreissen und die Wohnung ver-

lassen können (Urk. 5 S. 2). Sie ergänzte, dass er sie in der Wohnung aufgefor-

dert habe, sich auf das Bett zu setzen, sie sich aber auf den Stuhl gesetzt habe. 

Er habe angefangen, ihre Schultern zu massieren und versucht, sie auf den Mund 

zu küssen. Sie habe ihre Hände vor ihren Oberkörper gehalten und ihn wegges-

tossen. Dann sei sie irgendwie auf dem Bett gelandet. Er habe ihr T-Shirt hoch-

gezogen und sie mit der einen Hand unter dem T-Shirt und mit der anderen Hand 

über dem T-Shirt an der Brust berührt. Als sie sich auf den Rücken gedreht habe, 

habe er sie geküsst und sie habe nichts dagegen machen können. Er habe ihr die 

Zunge in den Mund gebohrt. Sie habe immer wieder die Lippen zusammenge-

presst. Sie habe die Küsse teilweise zugelassen, weil sie Angst gehabt habe. Ir-

gendwann habe er ihr T-Shirt hochgezogen und angefangen, ihre Brüste zu küs-

sen. Sie habe Angst gehabt und sich wie tot gestellt und es zugelassen, dass er 

sie am Busen küsste, da sie ihre Kräfte habe einteilen müssen. Sie habe ihn dann 

wieder mit den Füssen weggestossen. Er habe gesagt, er wolle sie ablecken und 

er habe ihr Fr. 100.– dafür angeboten. Sie habe ihn erneut weggestossen, worauf 

er ihr zwei Ohrfeigen gegeben und sie noch einmal geschlagen habe. Dann habe 

er das Messer hervorgenommen, es ihr drohend vor das Gesicht gehalten und es 

neben ihrer Schulter griffbereit hingelegt. Er habe ihr immer wieder gesagt, dass 

er sie lecken wolle. Irgendwann habe er mit seinem Knie ihr linkes Handgelenk fi-

xiert und mit dem zweiten Knie das rechte Handgelenk. So habe er ihre Hosen 

herunterziehen können. Er habe beides herunterziehen können. Sie habe die 

Beine zusammengepresst, aber es sei ihm trotzdem gelungen, sie mit den Fin-

gern zu berühren. Bereits vorgängig habe er versucht, sie mit seinen Fingern im 

Intimbereich zu berühren. Dabei habe er von oben unter ihre Hosen gegriffen. Sie 

habe sofort ihre Hand zwischen die Beine geklemmt, um zu verhindern, dass er 

mit seinen Fingern tiefer gleiten könne. Nachdem er die Hosen heruntergezogen 

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gehabt habe, sei es ihm gelungen, mit seinem Finger durch die ganze Scheide zu 

fahren. Sie habe sich so stark bewegt und gewindet, dass es ihr gelungen sei, die 

Hosen wieder hochzuziehen und die Wohnung zu verlassen (Urk. 5 S. 3 ff.). Das 

Messer habe sie weggeworfen, als sie sich gewehrt habe. Sie habe sich durch 

das Messer bedroht gefühlt und Angst gehabt. Sie habe einen Kratzer am linken 

Knie, an der linken Bauchseite und am rechten Arm. Zudem schmerze sie ihr lin-

kes Handgelenk und der Nacken. Dem Beschuldigten habe sie in die Zunge ge-

bissen (Urk. 5 S. 6). 

 Bei der Staatsanwaltschaft wiederholte die Privatklägerin am 10. September 

2013 ihre Ausführungen. Sie beschrieb erneut, wie der Beschuldigte versucht ha-

be, sie zu küssen und sie an den Brüsten berührt und geküsst habe. Detailliert 

führte sie aus, wie sie sich gewehrt habe und wiederholte, dass sie sich einmal tot 

gestellt und ihn machen lassen habe, um ihre Kräfte zu sammeln. Erneut führte 

sie aus, dass er gesagt habe, er wolle sie im Intimbereich ablecken, was sie nicht 

gewollt habe, und dass er mit den Knien ihre Handflächen fixiert habe. Sie habe 

sich dann mit den Beinen gewehrt. Sie wiederholte, dass er versucht habe, ihr die 

Hosen herunterzuziehen und sie dreimal ins Gesicht geschlagen habe. Dann ha-

be er ihr ein Messer vor das Gesicht gehalten und es neben sie hingelegt. Als er 

es geschafft habe, die Hose herunterzuziehen, habe sie die Beine zusammenge-

presst. Er habe sie im Intimbereich zwischen den Beinen berührt. Irgendwann ha-

be sie es geschafft, ihre Hose wieder hinaufzuziehen. Er habe mit der Hand von 

oben her in ihre Hose gelangen wollen, weshalb sie ihre Hand schützend auf ihre 

Scheide gehalten habe. Als sie es nach draussen geschafft habe, habe sie ihren 

Fahrradschlüssel nicht gefunden und sei deshalb noch einmal in die Wohnung ge-

rannt, um diesen zu suchen. Der Beschuldigte habe sich auf ihre Knie gesetzt und 

wieder versucht, sie zu küssen. Sie habe ihn in die Zunge gebissen. Er habe ihre 

Hand gepackt und sie über die Hose zu seinem Glied geführt. Dann sei sie wieder 

hinausgerannt (Urk. 9 S. 7 ff.). Sie ergänzte, dass sie, nachdem sie sich habe be-

freien können, das Messer weit weggeworfen habe (Urk. 9 S. 11). Sie habe sich 

ständig gewehrt. Er habe sie zwingen wollen, sie im Intimbereich an der Scheide 

abzulecken. Dafür habe er ihr sogar Geld angeboten. Ihre linke Hand sei verletzt, 

ausserdem habe sie einen Kratzer am Knie, am Bauch und an der Brust gehabt 

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(Urk. 9 S. 15). Sie verneinte, dass sie den Beschuldigten einvernehmlich geküsst 

und von sich aus das T-Shirt hochgezogen sowie sich die Brüste habe küssen 

lassen (Urk. 9 S. 23 f.). 

 Vor Vorinstanz führte die Privatklägerin am 9. Januar 2014 aus, der Be-

schuldigte habe in der Wohnung versucht, ihr in die Hose zu greifen. Sie habe so-

fort ihre Hand dorthin geführt, um dies zu vermeiden. Sie wiederholte, wie er ihr, 

als sie auf dem Bett gelegen sei, versucht habe, das T-Shirt nach oben zu ziehen 

und sie zu küssen. Sie habe sich gewehrt. Er habe mit seinen Knien ihre Hände 

fixiert, ihr die Brüste abgeleckt und ihr die Zunge in den Mund hineingepresst. Sie 

habe sich tot gestellt, um ihre Kräfte zu sammeln. Er habe sie auch im Intimbe-

reich ablecken wollen. Da sie nicht damit einverstanden gewesen sei, habe er ihr 

mehrere Ohrfeigen verpasst. Er habe ihr die Hose heruntergezogen, worauf sie 

die Beine verschränkt habe. Aber er habe es trotzdem geschafft, sie zwischen 

den Beinen zu berühren. Nachdem er sie geschlagen habe, habe er ihr auch noch 

das Messer vor das Gesicht gehalten, was ihr Angst gemacht habe. Sie habe sich 

dann befreien können und habe die Wohnung verlassen. Sie sei dann nochmals 

zurückgekehrt, um ihren Schlüsselbund zu suchen. Der Beschuldigte habe sich 

auf ihre Knie gesetzt und wieder versucht, sie zu küssen. Sie habe ihn in die Zun-

ge gebissen. Er habe ihre Hand ergriffen und diese über die Hose zu seinem 

Glied geführt. Dann sei sie hinausgerannt (Urk. 91 S. 4 ff.). Sie habe sich ge-

schämt, dass ihr das überhaupt habe passieren können und dass sie in so eine 

Situation geraten sei (Urk. 91 S. 10). 

 Die Privatklägerin sagte sehr konstant aus. Sie wiederholte in jeder Einver-

nahme die gleichen Handlungen, die der Beschuldigte ihr gegenüber ausgeführt 

hatte und die gleichen Abwehrhandlungen, die sie vorgenommen hatte. Es fällt 

auf, dass sie sich an viele Details erinnert und diese auch immer wieder erwähn-

te. So sprach sie jedes Mal davon, dass er mit seinen Knien zuerst ihre linke 

Hand, dann die rechte Hand fixierte oder wie sie sich tot gestellt habe, um Kräfte 

zu sammeln. Sie spricht auch wiederholt von drei Ohrfeigen und wie er ihr Geld 

dafür angeboten habe, sie im Intimbereich ablecken zu dürfen. Diese detailrei-

chen Ausführungen lassen ihre Aussagen äusserst glaubhaft erscheinen. Wie be-

- 15 - 

reits die Vorinstanz festgestellt hat, gibt es in den verschiedenen Einvernahmen 

Unterschiede betreffend die genaue Reihenfolge der einzelnen Küsse und Berüh-

rungen sowie deren Versuche, dies ist aber vernachlässigbar, werden die einzel-

nen Küsse und Berührungen doch in jeder Einvernahme erneut und konstant be-

schrieben. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass in einem solch dynamischen 

Geschehen die Reihenfolge im Nachhinein nicht mehr ganz klar eruierbar ist. Dies 

ändert aber nichts daran, dass die Aussagen der Privatklägerin betreffend das 

Kerngeschehen konstant und damit glaubhaft sind. Auch die Gefühle wie Angst 

und Scham, welche die Privatklägerin beschreibt, sind lebensnah und weisen da-

rauf hin, dass sie das Erzählte auch tatsächlich erlebt hat. Sodann beschuldigt sie 

den Beschuldigten nicht unnötig. Vielmehr betont sie, dass er keinen Ge-

schlechtsverkehr verlangt, mit dem Finger nicht in die Scheide eingedrungen sei 

und sie nicht verbal bedroht habe. Auch gibt sie zu, freiwillig in seine Wohnung 

gegangen zu sein und auch ein zweites Mal die Wohnung betreten zu haben. 

Dass sie in der ersten Einvernahme noch nicht erzählt hatte, dass sie ein zweites 

Mal in die Wohnung des Beschuldigten gegangen sei, deutet nicht darauf hin, 

dass sie in der polizeilichen Einvernahme nicht die Wahrheit gesagt hätte. Viel-

mehr gab sie in der ersten Einvernahme eine kürzere Version zu Protokoll, wel-

che sie dann in den weiteren Einvernahmen präzisierte und ergänzte. 

 3.5. C._____ führte in der polizeilichen Einvernahme vom 29. August 2013 

aus, nach dem Vorfall sei die Privatklägerin zu ihm nach Hause gekommen. Sie 

sei ziemlich aufgelöst gewesen und habe Tränen in den Augen gehabt. Die Pri-

vatklägerin habe ihm erzählt, dass sie sexuell belästigt und beinahe vergewaltigt 

worden sei. Sie habe erzählt, dass sie vom Beschuldigten angesprochen, ein 

Stück weit mit ihm gegangen und dann mit einem Messer bedroht worden sei. 

Weiter habe sie erzählt, dass er ihr an die Scheide habe fassen wollen, sie sich 

dann aber selber an die Scheide gefasst habe, damit er das nicht tun könnte. Er 

habe ihr hundert Franken angeboten, damit er sie lecken dürfe. Weiter habe sie 

ausgeführt, dass er sie habe küssen wollen, was sie nicht habe zulassen wollen, 

dann aber doch zugelassen habe. Sie habe sich wie tot gestellt, um Energie zu 

schöpfen. Das Messer habe sie weit weg geworfen und sie habe ihm in die Zunge 

gebissen. Er sei so halb auf ihr gekniet, aber sie habe sich dann doch befreien 

- 16 - 

können. Weiter habe sie erzählt, dass er ihr drei Ohrfeigen gegeben habe. Vor ca. 

drei bis vier Tagen habe die Privatklägerin noch ausführlicher über den Vorfall be-

richtet. Sie habe erneut erzählt, dass sich das ganze draussen abgespielt habe 

(Urk. 8 S. 1 f.). 

 In der Zeugeneinvernahme vom 10. September 2013 bestätigte C._____, 

bei der Befragung durch die Polizei die Wahrheit gesagt zu haben. Er wiederholte, 

dass die Privatklägerin ihm direkt nach dem Vorfall erzählt habe, dass der Be-

schuldigte ihr das Messer an den Hals gesetzt und sie an der Scheide habe an-

fassen wollen, sie sich aber dadurch geschützt habe, dass sie ihre Hand dorthin 

gehalten habe. Sie habe auch erzählt, dass er sie geküsst habe und sie dies ein-

mal zugelassen habe, um Energie zu schöpfen. Er glaube, sie habe ihm dann 

auch in die Zunge gebissen. Dann habe sie entwischen können. Als sie bei ihm 

angekommen sei, habe sie Tränen in den Augen gehabt und sei sehr aufgelöst 

gewesen (Urk. 11 S. 4). Auch beim zweiten Treffen sei sie angeschlagen, verun-

sichert, traurig und hilflos gewesen (Urk. 11 S. 8). Sie habe nie erwähnt, dass sie 

in der Wohnung des Beschuldigten gewesen sei (Urk. 11 S. 10). 

 C._____ war zwar nicht selber anwesend, als der Vorfall geschah, hat aber 

gleich nach der Tat mit der Privatklägerin gesprochen. Seine Aussagen darüber, 

was ihm die Privatklägerin erzählt habe, entsprechen weitgehend denjenigen, 

welche die Privatklägerin selber machte. Sie erzählte ihm Details, die sie auch in 

ihren eigenen Einvernahmen wiedergab, wie dass sie sich selber an die Scheide 

gefasst habe, um sich zu schützen, dass der Beschuldigte ihr Fr. 100.– angebo-

ten habe, um sie abzulecken, dass sie sich tot gestellt habe, um Energie zu 

schöpfen, dass sie dem Beschuldigten in die Zunge gebissen habe und dass er 

ihr drei Ohrfeigen gegeben habe. Sowohl dies wie auch die eigenen Wahrneh-

mungen des Zeugen über die Gefühlslage der Privatklägerin untermauern deren 

Aussagen. Dass sie C._____ nicht erzählte, dass das Ganze in der Wohnung des 

Beschuldigten geschah, ist nachvollziehbar, schämte sie sich doch dafür, dass sie 

von sich aus die Wohnung betreten hatte und machte sich deswegen Vorwürfe 

(vgl. Urk. 91 S. 11). Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 142 S. 8 f.) 

- 17 - 

werden an der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zum Kerngeschehen dadurch keine 

Zweifel geweckt. 

 3.6. D._____, der Partner der Privatklägerin, führte in der polizeilichen Ein-

vernahme vom 15. Oktober 2013 aus, was ihm die Privatklägerin nach dem Vor-

fall erzählt hatte. Wie bereits erwähnt, dürfen seine Aussagen nicht zu Lasten des 

Beschuldigten verwendet werden. Etwas für den Beschuldigten Entlastendes 

ergibt sich aus den Ausführungen von D._____ jedoch nicht (vgl. Urk. 13). Auch 

ihm erzählte die Privatklägerin, dass sich der Vorfall draussen ereignet habe. Dies 

jedoch aus den bereits erwähnten nachvollziehbaren Gründen. 

 3.7. Aus dem Gutachten zur körperlichen Untersuchung der Privatklägerin 

und der entsprechenden Fotodokumentation ergibt sich, dass die Privatklägerin 

einen Tag nach dem Vorfall folgende Verletzungen aufwies: Hautabschürfung an 

der rechten Wange, Hautabschürfung oberhalb der linken Brustwarze, drei 

Hautrötungen am Bauch links, Hautabschürfung an der rechten Ellbogenstreck- 

bzw. Ellbogenaussenseite, Hautrötung an der linken Unterarmbeugeseite, Haut-

abschürfung und Hautrötung sowie Schwellung an der linken Kniestreckseite, 

Hautrötung an der linken Unterschenkelinnenseite, mehrere kratzerartige Hautab-

schürfungen an der linken Fussstreckseite, zwei kratzerartige Hautabschürfungen 

an der rechten Fussstreckseite (Urk. 18/1, Urk. 16/3). Die Privatklägerin führte 

aus, dass die Hautrötungen am Bauch, die Hautabschürfung oberhalb der linken 

Brustwarze, die Hautabschürfung an der rechten Ellbogenstreck- bzw. Ellbogen-

aussenseite, die Hautrötung an der linken Unterarmbeugeseite, die Hautabschür-

fung an der linken Kniestreckseite, die Hautrötung an der linken Unterschenkelin-

nenseite und die Hautabschürfungen an der rechten Fussstreckseite vom Vorfall 

stammten (Urk. 9 S. 17 f.). Dass diese Verletzungen durch die Gewaltanwendung 

des Beschuldigten und die Abwehrhandlungen der Privatklägerin entstanden, ist 

durchaus nachvollziehbar. Ausserdem erlitt die Privatklägerin eine schmerzhafte 

Verletzung an der Hand (Muskelriss oder Sehnenscheidenentzündung; vgl. 

Urk. 10/2, Urk. 94/2-3), welche gemäss den glaubhaften Aussagen der Privatklä-

gerin entstanden sein muss, als der Beschuldigte ihre Hände mit den Knien fixier-

te. 

- 18 - 

 3.8. Die DNA-Spurenauswertung ergab, dass sich am Slip der Privatkläge-

rin sowohl im Bundbereich hinten innen, im Bundbereich vorne aussen und im 

Bundbereich vorne innen DNA-Spuren des Beschuldigten befanden (Urk. 17/2). 

Dies beweist, dass der Beschuldigte mit dem Slip der Privatklägerin in Berührung 

kam. 

 3.9. Auf der Aufzeichnung des Notrufs der Privatklägerin ist zu hören, wie 

die Privatklägerin von einem Messerangriff eines Mannes erzählt, der ihr zwar ge-

sagt habe, dass er keinen Sex, sie aber berühren und küssen wolle. Sie führte 

aus, dass er sie geküsst und ihr drei Ohrfeigen verpasst habe. Das Ganze sei 

draussen auf der Strasse beim …platz passiert (Urk. 23). Auch am Telefon er-

zählte die Privatklägerin, dass sich der Vorfall draussen ereignet habe. Dies tat 

sie jedoch, da ihr Partner D._____ dabei war, als sie anrief, und dementspre-

chend aus den bereits erwähnten nachvollziehbaren Gründen. 

 3.10. Zusammenfassend ist gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Pri-

vatklägerin, welche durch die Aussagen des Zeugen C._____, das Gutachten zur 

körperlichen Untersuchung der Privatklägerin und der entsprechenden Fotodo-

kumentation sowie der DNA-Spurenauswertung untermauert werden, der Sach-

verhalt gemäss Anklageschrift erstellt. Die Aussagen des Beschuldigten vermö-

gen keine Zweifel an der Darstellung der Privatklägerin hervorrufen. Einzig bei der 

Gewaltanwendung ist von "intensiv" (statt wie angeklagt als "massiv") auszuge-

hen. Weiter ist zugunsten des Beschuldigten davon auszugehen sei, dass der 

Positionenwechsel der Privatklägerin vom Stuhl auf das Bett ohne Gewalt oder 

Drohung erfolgt ist. Schliesslich kann die genaue Reihenfolge der einzelnen Küs-

se und Berührungen sowie deren Versuche sowie die exakte Zuordnung der ein-

zelnen Läsionen offen bleiben. 

III. Rechtliche Würdigung 

 1. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten betreffend 

Anklageziffer 1 als sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB und be-

züglich Anklageziffer 2 als sexuelle Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB. 

- 19 - 

 Die Verteidigung führte aus, sie sehe die beiden Anklagesachverhalte als 

einen Lebenssachverhalt, weshalb sie die sexuelle Belästigung von der sexuellen 

Nötigung als konsumiert erachte (Prot. II S. 24 f.). Die beiden Anklagevorwürfe 

weisen aber nicht einen derart engen Zusammenhang auf, als dass sie als eine 

Einheitstat erachtet werden können. Vielmehr gab es nach den Handlungen des 

Beschuldigten, welche ihm unter der ersten Anklageziffer vorgeworfen werden, 

und denjenigen, die ihm in der zweiten Anklageziffer vorgeworfen werden, einen 

Schnitt. Die Privatklägerin verliess die Wohnung dazwischen und kam ein zweites 

Mal in die Wohnung. Der Beschuldigte fasste daraufhin erneut den Entschluss, 

sich der Privatklägerin körperlich anzunähern. Es ist folglich nicht von einem Ge-

samtvorsatz auszugehen, der sich auch auf die sexuelle Belästigung bezog, son-

dern davon, dass der Beschuldigte erneut den Vorsatz fasste, sich an der Privat-

klägerin zu vergehen, als sie ein zweites Mal in seine Wohnung kam. 

 2. Der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB macht sich 

strafbar, wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer ande-

ren sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwen-

det, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht. Vom 

Tatbestand erfasst wird die Nötigung einer Person zur Duldung oder zur Vornah-

me von sexuellen Handlungen. Unter sexueller Handlung ist jede körperliche Be-

tätigung zu verstehen, die nach ihrem äusseren Erscheinungsbild vom Stand-

punkt eines objektiven Beobachters aus betrachtet eindeutig sexualbezogen ist. 

Die Handlung muss sich daher jedenfalls auf geschlechtsspezifische oder min-

destens erogene Körperteile beziehen. Es sind nur Verhaltensweisen tatbeständ-

lich, die im Hinblick auf das Rechtsgut (Freiheit der sexuellen Selbstbestimmung) 

erheblich sind (Ulrich Weder, OFK-StGB, 19. Auflage 2013, StGB 189 N 3 f. und 

N 9 sowie StGB 187 N 5 f.). In der Regel liegt eine sexuelle Handlung vor bei 

Körperkontakt mit primären Geschlechtsmerkmalen und mit der weiblichen Brust 

und bei gewaltsamem Küssen (Trechsel/Bertossa, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], 

StGB PK, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 189 N 9). Bezüglich der Bedrohung 

ist mindestens die Androhung eines ernstlichen Nachteils vorauszusetzen. Eine 

Gewaltanwendung liegt beispielsweise vor bei gewaltsamem Niederdrücken des 

- 20 - 

Opfers auf das Bett oder Festhalten der Unterarme und Hände während der (er-

zwungenen) sexuellen Handlung (Ulrich Weder, a.a.O., StGB 189 N 10 f.). 

 Dadurch, dass der Beschuldigte die Privatklägerin festhielt, ihre Handflächen 

bzw. Handgelenke mit seinen Knien auf dem Bett fixierte und ihr mehrere Ohrfei-

gen versetzte, wandte er ihr gegenüber Gewalt an, was sogar zu leichten Verlet-

zungen führte. Zusätzlich bedrohte er sie mit einem Messer, wodurch er ihr Ver-

letzungen androhte. Durch diese Handlungen nötigte er sie dazu, die an ihr vor-

genommenen sexuellen Handlungen wie die Zungenküsse, das Küssen und Be-

rühren der Brüste sowie das Berühren der Scheide zu dulden und das Küssen 

teilweise zu erwidern. Durch die sexuellen Handlungen, zu welchen der Beschul-

digte die Privatklägerin nötigte, wirkte er erheblich auf die Freiheit der sexuellen 

Selbstbestimmung der Privatklägerin ein. Entgegen der Auffassung der Verteidi-

gung (Urk. 124 S. 2 f., Urk. 142 S. 6 ff.) lag durchaus eine objektiv schwere Beein-

trächtigung der sexuellen Integrität der Privatklägerin vor. Für den Beschuldigten 

war bei seinen Handlungen durch die Abwehrhandlungen der Privatklägerin ein-

deutig erkennbar, dass sie mit seinem Vorgehen nicht einverstanden war. An der 

Ernsthaftigkeit ihres Widerstands konnten für ihn keine Zweifel bestehen. Er han-

delte damit direkt vorsätzlich. Sowohl der objektive wie auch der subjektive Tat-

bestand der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB sind erfüllt. 

 3. Der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 2 StGB macht 

sich strafbar, wer jemanden tätlich oder in grober Weise durch Worte sexuell be-

lästigt. Tätlichkeit bedeutet körperliche Berührungen. Gedacht ist an Betastungen 

der Brüste, an den Griff in die Gegend der Geschlechtsteile, an das Gesäss, 

Streicheleien, Anpressen usw. Das Verhalten muss für den objektiven Betrachter 

einen sexuellen Bezug aufweisen (Trechsel/Bertossa, a.a.O., Art. 198 N 3 und 6). 

 Dadurch, dass der Beschuldigte gegen den Willen der Privatklägerin deren 

Hand packte und an sein Glied führte, belästigte er sie sexuell. Da die Privatklä-

gerin zuvor aus der Wohnung gerannt und nur wegen des vermissten Schlüssels 

zurückkam und da sie ihn in die Zunge gebissen hatte, wusste der Beschuldigte, 

dass sich die Privatklägerin durch seine Handlungen belästigt fühlte. Er handelte 

damit direkt vorsätzlich. Der Tatbestand der sexuellen Belästigung im Sinne von 

- 21 - 

Art. 198 Abs. 2 StGB ist ohne Weiteres sowohl in objektiver als auch in subjekti-

ver Hinsicht erfüllt. 

 4. Zusammenfassend ist der Beschuldigte der sexuelle Nötigung im Sinne 

von Art. 189 Abs. 1 StGB und der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 

Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung und Vollzug 

1. Der Beschuldigte machte geltend, die von der Vorinstanz ausgefällte 

Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren müsse als deutlich überhöht bezeichnet werden. 

Er beantragte die Bestrafung mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten 

(Urk. 142 S. 2 und S. 10). 

2. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetz-

lichen Zumessungsregeln wie auch die hier massgeblichen belastenden und ent-

lastenden Faktoren zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu ver-

meiden, kann vorab auf diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwie-

sen werden (Urk. 118 S. 45 ff.). 

 3. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzun-

gen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der 

Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das 

Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei 

ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 

StGB). Das Asperationsprinzip kommt nur bei gleichartigen Strafen zum Zuge. 

Treffen ungleichartige Strafen zusammen, wie etwa Freiheitsstrafe und Geldstrafe 

oder Geldstrafe und Busse, so müssen sie nebeneinander verhängt werden 

(Trechsel/Affolter-Eijsten, in Trechsel/Pieth [Hrsg.], StGB PK, 2. Aufl., Zürich/St. 

Gallen 2013, Art. 49 N 7; BGE 137 IV 57 E. 4.3.1). Dementsprechend ist für die 

sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, die eine Bestrafung mit ei-

ner Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe vorsieht, sowie für die se-

xuelle Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 2 StGB, welche mit einer Busse 

geahndet wird, je eine separate Strafe auszusprechen. 

- 22 - 

 4. Innerhalb des festgelegten Strafrahmens misst das Gericht die Strafe 

nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die 

persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt bei der Strafzu-

messung ist die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft verursachte Erfolg. 

Ebenso massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich aus der Intensität des 

deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat ergibt. Mit zu berück-

sichtigen sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Täters. 

 4.1. Betreffend die objektive Tatschwere ist hervorzuheben, dass der Be-

schuldigte die Privatklägerin zwar nicht zwang, in seine Wohnung mitzukommen 

und die Wohnung auch nicht abschloss, dort aber die Situation, dass sie alleine in 

der Wohnung waren und er ihr gegenüber körperlich überlegen war, skrupellos 

ausnutzte. Um an sein Ziel zu kommen, setzte er nicht nur Gewalt ein, sondern 

nahm auch noch ein Messer zur Hand, um sie vollends einzuschüchtern. Der 

ganze Vorfall dauerte rund eine halbe Stunde, während welcher sich das Gewalt-

potential des Beschuldigten stetig steigerte. Obwohl sich die Privatklägerin immer 

wieder wehrte, hörte er nicht auf bis es ihr gelang, sich zu befreien und aus der 

Wohnung zu flüchten. Der Beschuldigte verletzte die Privatklägerin nicht nur kör-

perlich, wenn auch nicht gravierend, sondern auch psychisch. Zu seinen Gunsten 

spricht lediglich, dass die Tat nicht von langer Hand geplant war. Sein Verschul-

den wiegt in objektiver Hinsicht nicht mehr leicht. 

 In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte direkt 

vorsätzlich handelte. Er hätte jederzeit mit seiner Tat aufhören können, als er 

merkte, dass die Privatklägerin damit nicht einverstanden war, entschied sich 

aber, weiterzumachen. Der Beschuldigte handelte aus rein egoistischen Motiven, 

- 23 - 

ging es ihm doch um das Ausüben von Macht und sexuelle Befriedigung. Auch in 

subjektiver Hinsicht wiegt sein Verschulden nicht mehr leicht. 

 4.2. Zusammenfassend erscheint eine Einsatzstrafe von 36 Monaten dem 

Verschulden des Beschuldigten angemessen. 

 4.3. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

kann auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 118 S. 49). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte 

ergänzend aus, er sei in … im Irak zusammen mit sieben Schwestern und vier 

Brüdern bei den Eltern aufgewachsen. Er habe neun Jahre lang die Schule be-

sucht und sei 1993 zum Militär gegangen. Bis 2003 habe er als Küchensoldat Mili-

tärdienst geleistet und sei bei einem Raketenangriff an der Niere verletzt worden. 

Nach dem Militärdienst habe er als Lebensmitteltransporteur für die Polizei gear-

beitet. Da er dort mit den Amerikanern zusammengearbeitet habe, sei er von der 

Al Kaida bedroht worden und deshalb via Bagdad und via die Türkei in die 

Schweiz geflohen. 2010 sei er in die Schweiz eingereist und verfüge hier über die 

Aufenthaltsbewilligung F. In der Schweiz habe er keine Arbeit gefunden und bis 

zu seiner Verhaftung von der Sozialhilfe gelebt (Prot. II S. 10 ff.). 

 Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine Anhaltspunkte, die für die Strafzumessung von wesentlicher 

Bedeutung wären. 

 Der Beschuldigte ist zwar nicht vorbestraft (Urk. 138), was aber keine Straf-

minderung rechtfertigt (BGE 136 IV 1). 

 Das Teilgeständnis des Beschuldigten ist bei der Strafzumessung kaum be-

achtlich, schob er doch zu jedem eingestanden Punkt eine Rechtfertigung nach. 

Ausserdem blieb dem Beschuldigten bei der erdrückenden Beweislage kaum eine 

andere Wahl, als einzelne Punkte einzugestehen. 

 Sonstige Straferhöhungs- oder -minderungsgründe liegen nicht vor. 

- 24 - 

 4.4. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist 

sich eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten als angemessen. 

 4.5. Für die sexuelle Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 2 StGB ist zu-

sätzlich eine Busse auszufällen (vgl. Art. 198 Abs. 3 StGB). 

 Das Gericht bemisst die Busse nach den Verhältnissen des Täters so, dass 

dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 

Abs. 3 StGB). Bei der Bemessung der Busse ist nebst dem Verschulden der fi-

nanziellen Leistungsfähigkeit Rechnung zu tragen. Für die Verhältnisse des Tä-

ters relevant sind namentlich sein Einkommen und sein Vermögen, sein Familien-

stand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine 

Gesundheit (Markus Hug, OFK-StGB, 19. Auflage 2013, Art. 106 N 4; BGE 129 IV 

21). Für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, spricht das Ge-

richt eine Ersatzfreiheitsstrafe aus (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

 In objektiver Hinsicht ist zu beachten, dass sich der Beschuldigte an der Pri-

vatklägerin erneut - wenn auch nicht mehr so lange - sexuell verging, obwohl sie 

durch ihre Flucht aus der Wohnung und den Biss auf seine Zunge deutlich gezeigt 

hatte, dass sie mit seinem Vorgehen nicht einverstanden war. In subjektiver Hin-

sicht ist zu berücksichtigen, dass er direkt vorsätzlich und aus egoistischen Be-

weggründen handelte. Sein Tatverschulden wiegt nicht mehr leicht. 

 Bezüglich der Täterkomponente kann auf die diesbezüglichen Ausführungen 

im Zusammenhang mit der Freiheitsstrafe verwiesen werden (vgl. Ziff. IV.4.3 vor-

stehend). 

 Was die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten betrifft, so lebt er von 

der Sozialhilfe. Er erhält monatlich Fr. 938.–. Seine Wohnung wird vom Sozialamt 

bezahlt (Urk. 6 S. 10, Urk. 34/4 S. 2). 

 Die Busse ist - unter Berücksichtigung des Verschuldens und der finanziel-

len Verhältnisse des Beschuldigten - auf Fr. 1'000.– festzusetzen. 

- 25 - 

 Für den Fall, dass der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht bezahlt, ist 

die Ersatzfreiheitsstrafe auf 10 Tagen festzusetzen. 

 5. Zusammenfassend ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 36 

Monaten und einer Busse von Fr. 1'000.– zu bestrafen. 

 Anzurechnen ist die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft sowie der 

vorzeitige Strafvollzug von bis und mit heute 406 Tagen (Art. 51 StGB). 

 6. Bei dieser Strafhöhe kommt der bedingte oder der teilbedingte Straf-

vollzug nicht mehr in Betracht (vgl. Art. 42 und Art. 43 StGB). 

V. Vollzug 

 1. Da vorliegend eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren auszufäl-

len ist, ist der vollständig bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe im Sinne von Art. 42 

Abs. 1 StGB nicht möglich. Gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB kann das Gericht den 

Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von 

mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren nur teilweise aufschieben, 

wenn dies notwendig erscheint, um dem Verschulden des Täters genügend 

Rechnung zu tragen. Dabei darf der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der 

Strafe nicht übersteigen. Bei der teilbedingten Freiheitsstrafe muss ausserdem 

sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil mindestens sechs 

Monate betragen (Art. 43 Abs. 2 und 3 StGB). 

 2. Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf. Er befindet sich aber in 

sozial und beruflich eher unstabilen Verhältnissen, ist er in der Schweiz bisher 

doch keiner Arbeit nachgegangen und verfügt in der Schweiz über keine familiä-

ren Beziehungen. Der Beschuldigte zeigt sich zwar reuig, da er einsieht, gegen-

über der Privatklägerin zu weit gegangen zu sein, mangels eines vollständigen 

Geständnisses kann aber nicht von wirklicher Einsicht gesprochen werden. Dem 

Beschuldigten kann grundsätzlich eine eher günstige Legalprognose gestellt wer-

den. Das Verschulden des Beschuldigten ist aber, wie bereits im Rahmen der 

Strafzumessung ausgeführt, als nicht mehr leicht qualifiziert worden und bei der 

- 26 - 

ausgesprochenen Strafe ist der teilbedingte Vollzug gerade noch möglich. Des-

halb ist eine tatsächlich spürbare Sanktion erforderlich. Um dem Verschulden des 

Täters genügend Rechnung zu tragen, ist deshalb ein massgeblicher Teil der 

Freiheitsstrafe unbedingt auszusprechen. 

 Bei der Bemessung des vollziehbaren Teils - der hier zwischen 6 und 18 

Monaten liegt (Art. 43 Abs. 2 und 3 StGB) - ist dem Verschulden sowie der Legal-

prognose Rechnung zu tragen. Das Verhältnis der Strafteile ist so festzusetzen, 

dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des Täters einerseits und 

dessen Einzeltatschuld andererseits hinreichend zum Ausdruck kommen (BGE 

134 IV 15). Vorliegend ist es angezeigt, den zu vollziehenden Strafanteil auf 16 

Monate (abzüglich der bereits erstanden Haft von 406 Tagen) festzusetzen. Im 

Übrigen (20 Monate) ist die Freiheitsstrafe aufzuschieben. 

 3. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, 

so bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 

Abs. 1 StGB). Da der Beschuldigte nicht vorbestraft ist, besteht kein Anlass, die 

Probezeit länger als zwei Jahre anzusetzen. Die Probezeit ist deshalb auf 2 Jahre 

festzusetzen. 

VI. Zivilansprüche 

 1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten, der Privatklägerin 

Schadenersatz von Fr. 30.20 zuzüglich 5 % Zins ab 15. Oktober 2013 zu bezah-

len. Im Übrigen wurde die Privatklägerin mit ihrem Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. Sodann wurde festgestellt, dass der Be-

schuldigte gegenüber der Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Weiter wurde der Beschuldigte ver-

pflichtet, der Privatklägerin Fr. 10'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 16. August 2013 

als Genugtuung zu bezahlen (Urk. 118 S. 51 ff.). 

 Der Beschuldigte stellte den Antrag, die grundsätzliche Schadenersatzpflicht 

des Beschuldigten festzustellen und die konkreten Schadenersatzforderungen der 

Privatklägerin auf den Zivilweg zu verweisen sowie der Privatklägerin eine ange-

- 27 - 

messene Genugtuung zuzusprechen (Urk. 142 S. 2). Er erachtete eine Genugtu-

ung in der Grössenordnung von Fr. 1'500.– bis Fr. 2'500.– als angemessen 

(Urk. 142 S. 14). 

 2. Die geschädigte Person kann zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat 

als Privatklägerschaft adhäsionsweise im Strafverfahren geltend machen (Art. 122 

Abs. 1 StPO). Das Gericht entscheidet über die anhängige Zivilklage, wenn es die 

beschuldigte Person schuldig spricht (Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO). Die Zivilklage 

wird auf den Zivilweg verwiesen, wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hin-

reichend begründet oder beziffert hat (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). Wäre die voll-

ständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhältnismässig aufwendig, so kann 

das Gericht die Zivilklage nur dem Grundsatz nach entscheiden und sie im Übri-

gen auf den Zivilweg verweisen (Art. 126 Abs. 3 StPO). 

 Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass der von der Privatklägerin geltend 

gemachte Selbstbehalt für die Behandlung im Universitätsspital Zürich vom 

17. August 2013 ausgewiesen sei (vgl. Urk. 118 S. 53). Dem ist zuzustimmen 

(vgl. Urk. 94/5). Das eingeklagte Ereignis hat dazu geführt, dass sich die Privat-

klägerin einer Untersuchung im Spital unterziehen musste. Die Voraussetzungen 

von Art. 41 OR sind ohne Weiteres erfüllt. Der Beschuldigte ist deshalb zu ver-

pflichten, der Privatklägerin Fr. 30.20 zuzüglich 5 % Zins ab 15. Oktober 2013 als 

Schadenersatz zu bezahlen. Was den darüber hinaus gehenden Betrag betrifft, 

betreffend welchen das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin auf den Zivil-

weg verwiesen wurde, so wird dies von der Privatklägerin nicht mehr angefoch-

ten, hat sie doch die Anschlussberufung zurückgezogen. Da nun einzig der Be-

schuldigte Berufungskläger ist, kann er bereits gestützt auf das Verbot der refor-

matio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht verpflichtet werden, der Privatklägerin 

einen höheren als den von der Vorinstanz festgelegten Betrag als Schadenersatz 

zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist die Privatklägerin deshalb mit ihrem Schadener-

satzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen. 

 Weiter beantragte die Privatklägerin, es sei festzustellen, dass der Beschul-

digte dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig sei, da noch nicht feststehe, 

ob der Privatklägerin aufgrund der physischen und psychischen Folgen des Über-

- 28 - 

griffs weitere Schäden entstehen werden. Da weitere Schäden im Zusammen-

hang mit dem eingeklagten Ereignis nicht auszuschliessen sind, heute aber noch 

nicht genau beziffert werden können, ist festzustellen, dass der Beschuldigte dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Um-

fanges des Schadenersatzanspruches ist die Privatklägerin auf den Weg des Zi-

vilprozesses zu verweisen. 

 3. Gemäss Art. 49 Abs. 1 OR hat Anspruch auf Leistung einer Geldsum-

me als Genugtuung, wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, so-

fern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und diese nicht anders wiedergut-

gemacht worden ist. Bei der Bezifferung der Genugtuung kommt dem Gericht er-

heblicher Ermessensspielraum zu. Es kommt vor allem auf die Art und Schwere 

der Verletzung, die Intensität und die Dauer der Auswirkungen auf die Persönlich-

keit des Betroffenen sowie auf den Grad des Verschuldens an (vgl. BSK OR I-

Heierli/Schnyder, 5. Auflage 2011, Art. 47 N 20 f.). 

 Es ist nachvollziehbar, dass die Privatklägerin nach dem Übergriff unter 

Weinkrämpfen und Albträumen litt und seither ängstlicher, misstrauischer und 

kontaktscheuer ist (vgl. Urk. 93, Urk. 94/1, Urk. 139 S. 3 f.). Die psychischen Fol-

gen, die das Ereignis für die Privatklägerin mit sich zogen, sind durchaus einfühl-

bar. Die sexuelle Nötigung und die sexuelle Belästigung stellen ohne Weiteres ei-

ne Verletzung der Persönlichkeit im Sinne von Art. 49 Abs. 1 OR dar, welche 

durch den Beschuldigten nicht wiedergutgemacht wurde. 

 Gemäss Praxis des Obergerichts wird für eine Vergewaltigung in der Regel 

eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 10'000.– bis Fr. 20'000.– zugesprochen 

(vgl. auch Hütte/Landolt, Genugtuungsrecht, Band 1 Hütte, S. 185 ff.). Da es sich 

vorliegend um einen geringfügigeren Eingriff in die sexuelle Integrität eines Men-

schen handelte als bei einer Vergewaltigung sowie unter Berücksichtigung der 

Schwere der Verletzung und des Verschuldens des Beschuldigten, ist die Genug-

tuung auf Fr. 8'000.– festzusetzen. Der Beschuldigte ist daher zu verpflichten, der 

Privatklägerin Fr. 8'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 16. August 2013 als Genugtuung 

zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren abzuweisen. Dabei ist 

darauf hinzuweisen, dass sich aufgrund der Teilklage der Privatklägerin die vor-

https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F220%2F49%2F1

- 29 - 

liegend behandelte Genugtuung nur auf die erlittene Unbill bezüglich der sexuel-

len Nötigung und Belästigung, nicht aber auf diejenige bezüglich der Handverlet-

zung bezieht. Die Privatklägerin hat sich die spätere Geltendmachung der imma-

teriellen Unbill der Handverletzung vorbehalten (vgl. Urk. 93 und Urk. 118 S. 52). 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 In Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 

mit seinen Berufungsanträgen auf Reduktion der Freiheitsstrafe auf 16 Monate 

sowie die Gewährung des bedingten Strafvollzugs. Im Zusammenhang mit der 

Anschlussberufung der Privatklägerin, welche zurückgezogen wurde, sind keine 

nennenswerte Kosten entstanden, weshalb ihr keine Kosten aufzuerlegen sind. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Berufungsverfahrens 

dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die Reduktion der Strafe rechtfertigt keine teil-

weise Übernahme der Kosten durch die Staatskasse, da die Strafzumessung im 

Ermessen des Gerichts liegt. 

 Die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche auf Fr. 6'900.– (inkl. 8 % 

MWST) festzusetzen sind, sind - unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO - auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der unent-

geltlichen Vertretung der Privatklägerin für das Berufungsverfahren sind auf 

Fr. 1'439.20 (inkl. 8 % MWST) festzusetzen und ebenfalls auf die Gerichtskasse 

zu nehmen. 

Es wird beschlossen: 

1. Vom Rückzug der Anschlussberufung der Privatklägerin wird Vormerk ge-

nommen. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

- 30 - 

3. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB sowie 

− der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 406 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie 

vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind, und mit Fr. 1'000.– Busse. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. Im Übrigen (16 Monate 

abzüglich 406 Tage erstandene Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Schadener-

satz von Fr. 30.20 zuzüglich 5 % Zins seit 15. Oktober 2013 zu bezahlen. Im 

Übrigen wird die Privatklägerin mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

- 31 - 

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schadenersatzanspruches 

wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 8'000.– 

zuzüglich 5 % Zins seit 16. August 2013 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

8. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 8 bis 11) 

wird bestätigt. 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 6'900.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 1'439.20   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft 

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzah-

lungspflicht bleibt bezüglich der Kosten der amtlichen Verteidigung vorbehal-

ten. 

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− die Justizvollzugsanstalt Pöschwies durch den zuführenden Polizeibe-

amten 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin im Doppel für 

sich und zuhanden der Privatklägerin (vorab per Fax 0.. … .. ..) 

- 32 - 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin im Doppel für 

sich und zuhanden der Privatklägerin 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

- 33 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 26. September 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Oswald 
 

 

	Urteil vom 26. September 2014
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB sowie
	 der sexuellen Belästigungen im Sinne von Art. 198 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 146 Tage durch Untersuchungshaft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.– (Übertretung).
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz von Fr. 30.20 zuzüglich 5 % Zins ab 15. Oktober 2013 zu bezahlen. Im Übrigen wird die Privatklägerin mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den...
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 10'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 16. August 2013 als Genugtuung zu bezahlen.
	8. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	9. Die Kosten der Untersuchung, der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklägerin sowie des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt, jedoch sofort abgeschrieben.
	10. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 16'525.50 (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. Diese Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	11. Die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin wird mit Fr. 9'264.– (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. Diese Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.
	1. Der Berufungskläger sei der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
	2. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten zu bestrafen.
	3. Der Vollzug der auszusprechenden Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
	4. Es sei die grundsätzliche Schadenersatzpflicht des Berufungsklägers festzustellen. Die konkreten Schadenersatzforderungen der Privatklägerin seien jedoch auf den Zivilweg zu verweisen.
	5. Es sei der Privatklägerin eine angemessene Genugtuung zuzusprechen.
	6. Die gesamten Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien dem Berufungskläger aufzuerlegen, jedoch sofort definitiv abzuschreiben.
	Die Kosten des Berufungsverfahrens inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte und Prozessuales
	II.  Sachverhalt
	III.  Rechtliche Würdigung
	IV.  Strafzumessung und Vollzug
	V.  Vollzug
	VI.  Zivilansprüche
	VII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Vom Rückzug der Anschlussberufung der Privatklägerin wird Vormerk genommen.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	3. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB sowie
	 der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 2 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 406 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind, und mit Fr. 1'000.– Busse.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. Im Übrigen (16 Monate abzüglich 406 Tage erstandene Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Schadenersatz von Fr. 30.20 zuzüglich 5 % Zins seit 15. Oktober 2013 zu bezahlen. Im Übrigen wird die Privatklägerin mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwi...
	6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den Weg ...
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 8'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 16. August 2013 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	8. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 8 bis 11) wird bestätigt.
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen V...
	11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Justizvollzugsanstalt Pöschwies durch den zuführenden Polizeibeamten
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin (vorab per Fax 0.. … .. ..)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.