# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f157832-903f-5f07-9936-b18f49194e91
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-12-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.12.2012 D-3108/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3108-2010_2012-12-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3108/2010 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  D e z e m b e r  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 

Richter Jean-Pierre Monnet, Richter Martin Zoller, 

Gerichtsschreiberin Regula Frey. 

 

 

   Parteien 
 

A._______, geboren B._______, 

Togo, 

vertreten durch lic. iur. Peter D. Deutsch, Fürsprecher, 

C._______, 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des BFM vom 24. März 2010 / N _______. 

 

 

D-3108/2010 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin verliess ihr Heimatland Togo gemäss eigenen 

Angaben am 21. Oktober 2007 und gelangte am 2. November 2007 via 

D._______, E._______ und F._______ in die Schweiz, wo sie gleichen-

tags um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Befragung im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) G._______ gemäss Art. 26 Abs. 2 des Asylge-

setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) vom 20. November 2007 

und der Anhörung zu den Asylgründen gemäss Art. 29 Abs. 1 AsylG vom 

6. Dezember 2007 brachte sie im Wesentlichen vor, ihr Vater sei als 

H._______ beim I._______ tätig gewesen. Im Jahr 1999 sei er sehr ver-

ärgert nach Hause gekommen und habe erzählt, dass der Sohn des 

J._______ für eine kleine Anzahl von Fussballspielern K._______ im Wert 

von {…….} gekauft habe. Diese Geschichte habe sie in der Schule er-

zählt, worauf sie von der Schuldirektorin gerügt und mit einer Woche 

Hausarrest bestraft worden sei, weil in der Schule nicht über Politik zu 

sprechen sei. Die Erzählung habe auch ihr Schulkollege L._______ – 

Bruder von M._______, einer Freundin von J._______ – mitbekommen. 

L._______ habe sie als Lügnerin bezeichnet und verprügelt. Ihr Vater sei 

in der Folge von J._______ an seinem Arbeitsplatz aufgesucht worden. 

J._______ habe von ihm wissen wollen, weshalb er seiner Familie vom 

Kauf der K._______ erzählt habe. Gleichzeitig habe er ihm gedroht, seine 

Familie auszulöschen. Seither seien mehrere Übergriffe erfolgt. Am 

9. Februar 2000 hätten vier Soldaten {…….}. Die Übergriffe auf die Fami-

lie der Beschwerdeführerin habe der Cousin seines Vaters publik ge-

macht, worauf J._______ ihren Vater angerufen und ihn verbal bedroht 

habe. Am 26. April 2005 seien vier Soldaten bei ihnen zu Hause aufge-

taucht, worauf ihr Bruder {…….} worden sei. Ihr Vater habe daraufhin 

hospitalisiert werden müssen. Nach seiner Entlassung sei sie mit ihm 

nach N._______ geflüchtet. Nachdem sich die Situation gebessert gehabt 

habe, sei sie anfangs 2007 nach O._______ zurückgekehrt. 

Am 20. Oktober 2007 habe sie gemeinsam mit ihrer Schwester den Markt 

in O._______ besucht. In einem Kleidergeschäft hätten sie M._______ 

angetroffen, worauf ihre Schwester in die Menge gerufen habe, dass 

M._______ am Tod ihres Bruders schuld sei. Es sei zu einem Handge-

menge gekommen und die Wächter hätten eingegriffen. Als einer der 

Wächter eine Waffe gezogen habe, sei sie ohnmächtig geworden. Am 

nächsten Tag sei sie bei einer Frau aufgewacht, die sie sodann nach 

Hause gebracht und ihr mitgeteilt habe, dass man ihre Schwester festge-

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Seite 3 

nommen habe. Zu Hause habe sie von ihrer Mutter erfahren, dass Solda-

ten in der vergangenen Nacht nach ihr gesucht hätten. Die Soldaten hät-

ten das Haus durchsucht, die Mutter als Lügnerin bezeichnet, sie ge-

schlagen und ihr gedroht, zurückzukehren und sie und ihren Vater zu tö-

ten. Daraufhin sei sie vom Chauffeur ihres Vaters nach D._______ zu 

dessen Schwester gebracht worden, wo sie sich während ein paar Tagen 

aufgehalten habe. Am 22. Oktober 2007 habe sie vom Tod ihrer Schwes-

ter erfahren. Die Familie des Chauffeurs habe ihr zur Flucht verholfen. Am 

1. November 2007 habe sie D._______ auf dem Luftweg verlassen und 

sei via E._______ und F._______ am 2. November 2007 in die Schweiz 

gelangt. 

Die Beschwerdeführerin reichte eine Identitätskarte sowie verschiedene 

Dokumente zu den Akten.  

B.  

Das BFM lehnte mit Verfügung vom 24. März 2010 – eröffnet am 

31. März 2010 – das Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 2. Novem-

ber 2007 ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung sowie den Vollzug 

bis zum 19. Mai 2010 an. Der Kanton W._______ wurde mit dem Vollzug 

der Wegweisung beauftragt.  

C.  

Mit Eingabe vom 30. April 2010 (Poststempel) erhob die Beschwerdefüh-

rerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragte, die 

Verfügung des BFM sei aufzuheben, es sei ihr Asyl im Sinne von Art. 3 

AsylG zu gewähren und eventualiter sei sie vorläufig aufzunehmen. Sub-

eventualiter sei die Angelegenheit zu neuem Entscheid an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Ferner ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung ihrer Rechtsmit-

teleingabe wird in den Erwägungen eingegangen.  

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht hielt mit Verfügung vom 12. Mai 2010 

fest, die Beschwerdeführerin könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten. Gleichzeitig wurde verfügt, über das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden und auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses wurde verzichtet.  

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Seite 4 

E.  

Mit Eingabe vom 31. Mai 2010 wurden Originale von mit der Beschwerde 

eingereichten Dokumenten nachgereicht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden 

nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs-

gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus-

nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch 

die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi-

ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs.  1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

 

 

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Seite 5 

3.  

Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Re-

gel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 

Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen 

auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 

AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des 

Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 

Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

5.  

5.1 Das BFM begründete seinen Entscheid, die Flüchtlingseigenschaft 

der Beschwerdeführerin zu verneinen und das Asylgesuch abzulehnen, 

im Wesentlichen damit, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den 

Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhal-

ten würden, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werde müsse. Die 

Beschwerdeführerin habe ausgesagt, eine Äusserung ihres Vaters im 

Jahr 1999 habe den Zorn des X._______ J._______ hervorgerufen und in 

der Folge hätten Soldaten im Februar 2000 den {…….}. Fünf Jahre spä-

ter, am 26. April 2005, sei dann aus denselben Rachemotiven der {…….} 

worden. Es erscheine aber unwahrscheinlich, dass der behauptete Mord 

tatsächlich stattgefunden habe, zumal die Familie der Beschwerdeführe-

rin während fünf Jahren völlig unbehelligt an ihrer Adresse in O._______ 

gelebt habe und auch keinerlei sonstige Vorkommnisse auf die Möglich-

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Seite 6 

keiten einer solchen Vergeltungstat hindeuten würden. Überdies sei ei-

gentlich der Vater der Beschwerdeführerin gesucht worden, dem aber 

weder in O._______ noch in N._______, wohin er in der Folge angeblich 

umgezogen sei, etwas zugestossen sei. 

Ferner habe die Beschwerdeführerin zu Protokoll gegeben, sie und ihre 

Mutter seien am Abend des 26. April 2005 nach Hause zurückgekehrt, je-

doch erst am nächsten Morgen von ihren Schwestern über den {…….} in-

formiert worden. Diese Darstellung sei unglaubhaft, so sei es völlig un-

vorstellbar, dass die Schwestern ein derart tragisches Ereignis ihr und ih-

rer Mutter nicht unverzüglich mitgeteilt hätten. Ebenso könne nicht ge-

glaubt werden, dass sich die Schwestern an diesem Abend keinerlei Re-

gungen hätten anmerken lassen, die auf den {…….} hingedeutet hätten. 

Nicht zuletzt könne auch der Sinn und Zweck eines solchen Verhaltens 

nicht nachvollzogen werden. 

Des Weiteren könne nicht geglaubt werden, dass die Familie nach dem 

{…….} keine Anzeigen eingereicht habe beziehungsweise dass diese 

Geschehnisse auch ansonsten keine strafrechtlichen Folgen gehabt hät-

ten. Die Beschwerdeführerin als P._______ und ihr Vater als ehemaliger 

hoher Q._______ bei einem R._______ hätten diesbezügliche Möglich-

keiten zweifellos gekannt und es wäre zu erwarten gewesen, dass sie 

sich entsprechend zur Wehr setzen würden. 

Sodann habe die Beschwerdeführerin anlässlich der Kurzbefragung er-

klärt, dass die Soldaten den {…….} am 2. Februar 2000 {…….} hätten, 

während sie bei der Anhörung vom 9. Februar 2000 gesprochen habe. 

Überdies sei der {…….}. Was den angeblich {…….} der Beschwerdefüh-

rerin anbelange, werde festgehalten, dass es sich dabei um eine blosse 

Behauptung handle, die den Anforderungen an die Glaubhaftmachung 

nicht genüge. Dies umso mehr, als es die Beschwerdeführerin unterlas-

sen habe, jegliche formale Hinweise auf den Mord zu liefern (z.B. Polizei-

anzeigen, Todesbescheinigungen usw.). 

Bei den eingereichten Beweismitteln – u.a. {…….} – handle es sich um 

untaugliche Beweismittel, da sich daraus der gesamte von der Be-

schwerdeführerin behauptete Hintergrund nicht erschliesse. Der Beweis-

wert dieser Dokumente müsse angesichts der auch ansonsten unglaub-

haften Aussagen der Beschwerdeführerin als äusserst gering bezeichnet 

werden. 

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Seite 7 

Die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten den Anforderungen an die 

Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, weshalb ihre Asylrele-

vanz nicht geprüft werden müsse. Demzufolge erfülle die Beschwerdefüh-

rerin die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abzuleh-

nen sei.   

5.2 Die Beschwerdeführerin hält diesen Erwägungen entgegen, das BFM 

habe den rechtserheblichen Sachverhalt inkorrekt und aktenwidrig wie-

dergegeben. So sei ergänzend und korrigierend festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin am 9. Februar 2000 von der Miliz gezwungen wor-

den sei, {…….}. Zudem habe die Vorinstanz verschwiegen, dass für den 

{…….} der Beschwerdeführerin in O._______ massive Übergriffe der Re-

gierungstruppen dokumentiert seien.  

Bezüglich der von der Vorinstanz festgestellten Unglaubhaftigkeit der 

Vorbringen wird in der Beschwerde angeführt, entgegen den vorinstanzli-

chen Erwägungen, hätten die Beschwerdeführerin und ihre Familie nicht 

während fünf Jahren unbehelligt an der Adresse in O._______ gelebt. So 

sei ihr Vater wiederholt verbal bedroht worden, insbesondere im Jahr 

2003. Sodann belege der Jahresbericht von Amnesty International (1.1. – 

31.12.2005), dass es am 26. April 2005 zu Übergriffen durch die Staats-

macht in Togo gekommen sei. Mit den ins Recht gelegten Beweismitteln 

sei der Nachweis erbracht, dass {…….} sei. Daraus lasse sich ableiten, 

dass die Schilderung der Beschwerdeführerin zumindest glaubhaft sei, 

'jedenfalls glaubhafter als die Ausführungen im angefochtenen Entscheid'. 

Das BFM habe sich weder mit der Tatsache auseinandergesetzt, dass 

{…….} seien, noch mit der konkreten Situation in Togo anlässlich der 

Wahlen im Jahr 2005.  

Dass sie erst am Tag nach {…….} von ihrer Familie darüber informiert 

worden sei, sei damit zu erklären, dass sich in ihrer Familie bereits früh 

die Gewohnheit entwickelt habe, tragische Nachrichten 'portionenweise' 

mitzuteilen. Damit habe die Familie sie als jüngstes Familienmitglied nicht 

mit unangenehmen Nachrichten völlig aus der Fassung bringen wollen. 

Ferner habe sie mit keinem Wort erwähnt, ihre Schwestern hätten sich 

keine Regung anmerken lassen, womit das BFM den Sachverhalt nicht 

korrekt wiedergegeben habe.  

Mit Bezug auf den angeblichen Widerspruch hinsichtlich der Angabe, an 

welchem Tag der {…….} worden sei, wendet die Beschwerdeführerin in 

ihrer Eingabe ein, ihre Muttersprache sei nicht Französisch und zudem 

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sei sie anlässlich der Kurzbefragung nervös gewesen. Sie habe sich aber 

lediglich um sieben Tage geirrt, was angesichts der Dauer des Zurücklie-

gens des Vorfalles nicht schwerwiegend ins Gewicht falle. Aus ihrer nach-

träglichen Sichtweise seien {…….}. 

6.  

6.1 Im Folgenden ist auf die Rüge einzugehen, das BFM habe den 

rechtserheblichen Sachverhalt nicht vollständig und richtig festgestellt. 

Im Asylverfahren – wie im übrigen Verwaltungsverfahren – gilt der Unter-

suchungsgrundsatz, das heisst, die Asylbehörde hat den rechtserhebli-

chen Sachverhalt vor ihrem Entscheid von Amtes wegen vollständig und 

richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i. V. m. Art. 12 VwVG). Dabei muss sie die 

für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen, die 

rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss 

Beweis führen. Gemäss Art. 8 AsylG hat die asylsuchende Person dem-

gegenüber die Pflicht und unter dem Blickwinkel des rechtlichen Gehörs 

im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) auch das Recht, an 

der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken. Aus dem Anspruch auf 

rechtliches Gehör ergibt sich auch, dass Asylsuchende zu ihren Asyl-

gründen anzuhören sind (vgl. Art. 29 AsylG; BVGE 2009/50 E. 10.2.1 

S. 734, BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 356 f.). Die mündliche Anhörung gemäss 

Art. 29 AsylG soll Gewähr dafür bieten, dass die asylsuchende Person ih-

re Asylgründe vollständig darlegen kann und diese von der Asylbehörde 

korrekt erfasst werden, wobei die mündliche Befragung insbesondere 

auch dazu dient, gezielte Rückfragen zur Erhebung des Sachverhalts zu 

stellen und Missverständnisse zu klären (vgl. WALTER KÄLIN, Grundriss 

des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt am Main 1990, S. 256 f.). Im Rah-

men des Untersuchungsgrundsatzes kann sich die entscheidende Behör-

de in der Regel darauf beschränken, die Vorbringen der Asylgesuchsteller 

zu würdigen und die von ihnen angebotenen Beweise abzunehmen, ohne 

weitere Abklärungen vornehmen zu müssen. Eine ergänzende Untersu-

chung kann sich dann aufdrängen, wenn auf Grund dieser Vorbringen 

und Beweismittel berechtigte Zweifel oder Unsicherheiten weiter beste-

hen, die voraussichtlich nur mit Ermittlungen von Amtes wegen beseitigt 

werden können (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2.1 S. 734). 

6.2 Hinsichtlich des von der Beschwerdeführerin im Kern vorgetragenen 

Asylvorbringens, der Drohungen und Übergriffe auf sie und ihre Familie, 

ist festzustellen, dass das BFM seiner Untersuchungspflicht in hinrei-

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chendem Masse nachgekommen ist. Es war nicht gehalten, in dieser 

Hinsicht den Sachverhalt weiter zu ermitteln. Die Beschwerdeführerin 

konnte anlässlich der Befragung im EVZ und der einlässlichen Anhörung 

durch das BFM die Umstände der Übergriffe und Drohungen in genügen-

der Weise darlegen. Sie bestätigte mit ihrer Unterschrift, die ihr in Fran-

zösisch vorgelesenen Aussagen in den Protokollen seien vollständig und 

würden ihren freien Äusserungen entsprechen (vgl. A 1/9 S. 7,  A 6/14 

S. 13). Allfällige Korrekturen ihrerseits erfolgten nicht. Sofern die Be-

schwerdeführerin einwendet, das BFM habe Sachverhaltselemente nicht 

erwähnt (Ziff. 5.2), ist festzuhalten, dass diese Punkte die Würdigung des 

Sachverhalts betreffen, nämlich die Frage, ob die Beschwerdeführerin bei 

einer Rückkehr in ihr Heimatland asylrechtlich relevante Nachteile zu ge-

wärtigen hätte. Die diesbezüglichen Folgerungen des BFM gründen nicht 

– wie in der Beschwerde gerügt – auf einer fehlerhaften Sachverhaltser-

hebung. Sie sind vielmehr Ergebnis der unter dem Aspekt von Art. 7 

AsylG vorgenommenen Würdigung der korrekt erhobenen Sachverhalts-

elemente, die – wie nachfolgend in E. 7 aufgezeigt wird – zu bestätigen 

ist. 

Die Beschwerdeführerin erwähnte zwar, sie sei anlässlich des Vorfalls 

vom Februar 2000 gezwungen worden, {…….}. Sie machte in diesem Zu-

sammenhang im vorinstanzlichen Verfahren indessen nicht geltend, sie 

habe seither einen {…….}, sondern brachte diesen Umstand erst auf Be-

schwerdeebene vor. Bei dieser Sachlage kann der Vorinstanz nicht vor-

geworfen werden, sie habe den Sachverhalt unvollständig erhoben, zu-

mal die Beschwerdeführerin auf dem Formular der persönlichen Anga-

ben, das sie eigenhändig ausfüllte, das Bestehen medizinischer Schwie-

rigkeiten verneinte (vgl. A 2/1). Die vorinstanzlichen Akten enthalten denn 

auch kein Arztzeugnis, aus dem zu schliessen wäre, die Beschwerdefüh-

rerin befinde sich in den Kantonsspitälern {…….} in regelmässiger Be-

handlung (vgl. Aktenverzeichnis).  

6.3 Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass sich die verfügende Behörde 

nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 

rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss, sondern sie darf sich auf 

die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b). 

Indem das BFM nicht auf die von der Beschwerdeführerin geltend ge-

machte, angeblich im Jahre 2000 erlittene S._______ einging und die ih-

ren Vater betreffenden verbalen Drohungen im Jahre 2003 unerwähnt 

liess, verletzte es seine Begründungspflicht nicht, da diese Vorkommnis-

se aufgrund des mangelnden zeitlichen Kausalzusammenhanges mit der 

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Seite 10 

Flucht im Jahre 2007 ohnehin nicht entscheidwesentlich waren. Eine Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs ist somit zu verneinen. Bei dieser Sachla-

ge besteht kein Anlass, die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

weshalb der diesbezügliche Antrag abzuweisen ist. 

7.  

7.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, dürfen in wesentlichen Punkten nicht 

widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht 

den Tatsachen oder allgemeinen Erfahrung widersprechen. Entscheidend 

für die Glaubhaftigkeit ist gemäss der ständigen Praxis des Bundesver-

waltungsgerichts im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die 

für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen 

oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen.  

7.2 Nach einer Würdigung der gesamten Akten sprechen im vorliegenden 

Fall überwiegende Gründe gegen die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstel-

lung der Beschwerdeführerin. Zum einen treffen die vom BFM dargestell-

ten und von der Beschwerdeführerin bestrittenen Unstimmigkeiten in ih-

ren Aussagen nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts zu. Zum an-

deren hat das BFM ebenso zu Recht erkannt, die eingereichten Beweis-

mittel seien als untauglich zu werten, da sich daraus der behauptete Hin-

tergrund, der zum Tod ihrer Geschwister geführt habe, nicht erschliessen 

lasse. Dabei kann zur Vermeidung von Wiederholungen im Wesentlichen 

auf die bereits dargestellten Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfü-

gung verwiesen werden (vgl. E. 5.1).  

Ergänzend ist festzuhalten, dass die Darstellung in der Rechtsmittelein-

gabe, der {…….}, als Anpassung an die von der Vorinstanz aufgeführten 

Unstimmigkeiten zu erachten ist. Die Beschwerdeführerin erwähnte im 

Zusammenhang mit {…….} nie, dieser sei im Spital gestorben, sondern 

erklärte in diesem Zusammenhang vielmehr, der Vater habe anlässlich 

dieses Vorfalls ins Spital eingeliefert werden müssen (vgl. A 1/9 S. 5 un-

ten, A 6/14 S. 5). Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb sie es unterliess 

anzugeben, {…….}, wenn es sich tatsächlich so zugetragen hätte. 

Sodann ist anzuführen, dass die Beschwerdeführerin auf Beschwerde-

ebene erstmals sinngemäss erklärt, für die T._______ tätig gewesen zu 

sein. Sie reichte diesbezüglich ein Bestätigungsschreiben der T._______ 

zu den Akten, worin sie als Aktivistin (militante) bezeichnet wird. Weder 

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anlässlich der Erstbefragung noch anlässlich der Anhörung erwähnte sie, 

sich jemals für Belange der T._______ eingesetzt zu haben, sondern 

machte lediglich geltend, ihr Vater sei Sympathisant der T._______ gewe-

sen (vgl. A 6/14 S. 5 Q17). Diesem Dokument kommt mithin kein Be-

weiswert zu, womit die persönliche Glaubwürdigkeit der Beschwerdefüh-

rerin weiter vermindert wird. 

Entgegen den Einwendungen in der Beschwerde ist es als realitätsfremd 

und in keiner Weise nachvollziehbar zu werten, dass die Familie der Be-

schwerdeführerin sowie sie selbst die behaupteten Übergriffe nie in An-

zeige gebracht haben wollen. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist 

es als unglaubhaft zu qualifizieren, dass der {…….} zu keiner Polizeiun-

tersuchung geführt haben soll.   

Insoweit mit dem eingereichten Arztzeugnis vom 6. April 2010 die angeb-

lich am 9. Februar 2000 erlittenen S._______ durch direkte Sonnenein-

strahlung dokumentiert werden sollen, ist festzuhalten, dass sich aus die-

sem Beweismittel keine konkreten Hinweise auf die Richtigkeit der Dar-

stellung der Beschwerdeführerin ergeben. So wird im erwähnten Arztbe-

richt eine {…….} diagnostiziert und angeführt, es bestehe der starke Ver-

dacht, dass Sonneneinstrahlung die Ursache der Erkrankung sei. Hinge-

gen lässt sich nicht daraus ableiten, dass die diagnostizierte Erkrankung 

auf die von der Beschwerdeführerin behaupteten Umstände zurückzufüh-

ren sind. So wird denn auch im Arztbericht explizit festgehalten, die Be-

schwerdeführerin habe erzählt ('elle raconte, qu'elle …'), dass sie {…….}. 

Aus dem ärztlichen Bericht lassen sich weder die Ursache noch der zeitli-

che Verlauf der Erkrankung ableiten.  

Sodann sind auch die Hinweise auf die damals aktuelle politische Situati-

on nicht geeignet, die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu untermau-

ern, zumal die diesbezüglichen Ausführungen ohnehin sehr pauschal sind 

und keine konkreten Hinweise auf die befürchteten Nachteile liefern.  

Die Beschwerdeführerin rügt zudem, der Vorfall vom Februar 2000 sei 

nicht auf seine Asylrelevanz überprüft worden. Diesbezüglich ist festzu-

halten, dass der zeitliche Kausalzusammenhang mit der erst im Jahre 

2007 erfolgten Flucht als nicht erfüllt zu erachten ist, weshalb sich weitere 

Erörterungen erübrigen. 

7.3 Eine Gesamtwürdigung ergibt nach dem Gesagten, dass die Schilde-

rungen der Beschwerdeführerin als unglaubhaft beziehungsweise als 

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Seite 12 

nicht asylrelevant zu beurteilen sind. Ihre Vorbringen genügen den Anfor-

derungen von Art. 3 und Art. 7 AsylG demnach nicht. Die Beschwerdefüh-

rerin vermochte mit anderen Worten keine asylrechtlich relevante Gefähr-

dung und eine entsprechende Schutzbedürftigkeit glaubhaft zu machen. 

Es erübrigt sich, auf die weiteren Vorbringen und Einwände der Be-

schwerdeführerin einzugehen, da diese nicht zu einem anderen Ergebnis 

führen würden. Das BFM hat somit zu Recht festgestellt, die Beschwer-

deführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und ihr Asylgesuch sei 

abzulehnen.  

8.  

8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, 

SR 142.20]). 

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs-

tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 S. 502; WALTER 

STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländer-

recht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

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Seite 13 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein-

kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 

1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Be-

schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdefüh-

rerin nach Togo ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-

mässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung nach Togo dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-

schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste 

der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder 

glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-

menschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], 

Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 

Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemei-

ne Menschenrechtssituation in Togo lässt den Wegweisungsvollzug zum 

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Seite 14 

heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten 

ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der 

völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

9.3.1 Aufgrund der Aktenlage ist vorliegend nicht davon auszugehen, die 

Beschwerdeführerin wäre bei einer Rückkehr ins Heimatland einer kon-

kreten Gefährdungssituation im Sinne der zu beachtenden Bestimmung 

ausgesetzt. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in den Urteilen E- 

6558/2007 vom 5. Oktober 2010 (vgl. E. 3.2.1.) und E-8354/2007 vom 

22. Februar 2010 (vgl. E.5.5.2) einlässlich mit der allgemeinen Situation 

in Togo auseinandergesetzt und die positive Entwicklung der letzten Jah-

re dargestellt. Diese Lagebeurteilung hat nach wie vor Gültigkeit und es 

darf auf die umfassenden Ausführungen in den erwähnten Urteilen ver-

wiesen werden.  

Das Land befindet sich demnach nicht in einer Situation des Kriegs, Bür-

gerkriegs oder in einer Situation allgemeiner Gewalt, weshalb der Weg-

weisungsvollzug dorthin praxisgemäss generell zumutbar ist. Der von der 

Beschwerdeführerin erwähnte Bericht von Amnesty International aus dem 

Jahre 2006 zur damaligen politischen Lage sowie der Länderbericht aus 

dem Jahr 2009 vermögen diese Einschätzung nicht in Frage zu stellen.  

9.3.2 In den Akten finden sich auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür, 

dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Togo aus individu-

ellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in ei-

ne existenzbedrohende Situation geraten würde. Die U._______ Be-

schwerdeführerin macht nebst der {…….} keine gesundheitlichen Prob-

leme geltend. Dem ärztlichen Bericht ist zu entnehmen, dass eine {…….}. 

Gemäss den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts verfügt der 

Herkunftsort O._______ über die nötige medizinische Infrastruktur, um 

die notwendigen Kontrollen durchzuführen, auch wenn – wie im Arztbe-

richt erwähnt wird – keine adäquate Behandlung (traitement serviable) 

der V._______ besteht. Hinsichtlich der persönlichen Rückkehrsituation 

ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin über eine überdurch-

schnittliche Schulbildung sowie ein soziales und familiäres Beziehungs-

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Seite 15 

netz verfügt, auf welches sie allenfalls zurückgreifen könnte. Der Vollzug 

der Wegweisung ist folglich auch in individueller Hinsicht als zumutbar zu 

bezeichnen. 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung insgesamt 

als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 

fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 

Abs. 1 – 4 AuG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer-

de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

11.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte um die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Danach kann die Be-

schwerdeinstanz eine bedürftige Partei, deren Begehren nicht aussichts-

los erscheinen, auf Gesuch davon befreien, Verfahrenskosten zu bezah-

len. Mit Zwischenverfügung vom 12. Mai 2010 wurde die Behandlung des 

Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, jedoch 

antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. 

Es ist von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen. Die Be-

schwerdebegehren können nicht als aussichtslos bezeichnet werden. 

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist mithin 

gutzuheissen, weshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. 

 

 

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(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sin-

ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Wespi Regula Frey 

 

 

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