# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bea27f20-e4f6-5bd5-bc3a-c94aaaba0956
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.08.2023 F-4254/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4254-2023_2023-08-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4254/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Basil Cupa, 

mit Zustimmung von Richterin Claudia Cotting-Schalch;   

Gerichtsschreiberin Corina Fuhrer. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…), 

2. B._______, geboren am (…), 

3. C._______, geboren am (…), 

Russland, 

Beschwerdeführende,  

alle vertreten durch Rechtsanwältin Lea Hungerbühler und  

MLaw Michael Meyer, AsyLex,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 26. Juli 2023 / N (…). 

 

 

 

F-4254/2023 

Seite 2 

Sachverhalt:  

A.  

Die Beschwerdeführenden 1 und 2, russische Staatsangehörige tschet-

schenischer Ethnie, ersuchten am 1. Juni 2023 in der Schweiz für sich und 

ihr Kind um Asyl. Ein Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der europäischen 

Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass sie am 29. Mai 2023 in 

Kroatien aufgegriffen worden waren und gleichentags ein Asylgesuch ge-

stellt hatten.  

B.  

Am 9. Juni 2023 ersuchte die Vorinstanz die kroatischen Behörden um 

Übernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

C.  

Am 20. Juni 2023 gewährte die Vorinstanz den Beschwerdeführenden 1 

und 2 das rechtliche Gehör, unter anderem zur Zuständigkeit Kroatiens für 

die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zum beabsich-

tigten Nichteintretensentscheid, zur Wegweisung in diesen Dublin-Mitglied-

staat sowie zu ihrem Gesundheitszustand.  

D.  

Am 23. Juni 2023 hiessen die kroatischen Behörden das Ersuchen um 

Übernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-

III-VO gut.  

E.  

Mit Verfügung vom 26. Juli 2023, eröffnet am 27. Juli 2023, trat die 

Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

die Asylgesuche nicht ein, ordnete die Wegweisung aus der Schweiz nach 

Kroatien an und forderte die Beschwerdeführenden auf, die Schweiz spä-

testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig 

wies die Vorinstanz auf die einer allfälligen Beschwerde von Gesetzes we-

gen fehlende aufschiebende Wirkung hin und beauftragte den Kanton 

X._______ mit dem Vollzug der Wegweisung.  

F-4254/2023 

Seite 3 

F.  

Mit Eingabe vom 4. August 2023 liessen die Beschwerdeführenden beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, die an-

gefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf 

die Asylgesuche einzutreten. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung 

aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. Subeventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, von den zustän-

digen Behörden Zusicherungen einzuholen, dass ab dem Zeitpunkt der An-

kunft umgehend Obdach, Nahrung sowie eine adäquate und regelmässige 

medizinische sowie psychologische Behandlung zur Verfügung stehe. In 

prozessualer Hinsicht sei ihnen eine angemessene Frist zu gewähren, um 

die Beschwerde zu ergänzen. Es sei ihnen die unentgeltliche Rechtspflege 

zu gewähren und insbesondere auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses zu verzichten. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu ge-

währen und die kantonalen Behörden seien entsprechend anzuweisen; die 

Aussetzung des Wegweisungsvollzugs sei superprovisorisch zu verfügen.  

G.  

Am 4. August 2023 lagen dem Bundesverwaltungsgericht die Akten in 

elektronischer Form vor und gleichentags setzte der Instruktionsrichter den 

Vollzug der Überstellung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:  

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG).  

1.2. Gemäss Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungs-

gericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des Asyls zu-

ständig und entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die Beschwerdeführenden 1 und 

2 sind zur Beschwerdeerhebung für sich und ihr Kind legitimiert (Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

2.1. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

F-4254/2023 

Seite 4 

2.2. Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).  

2.3. Da die vorliegende Streitsache weder einen aussergewöhnlichen Um-

fang noch eine besondere Schwierigkeit aufweist, besteht – entgegen den 

Darlegungen in N. 31 der Beschwerdeschrift – auch für die beantragte An-

setzung einer Nachfrist zur Beschwerdeergänzung im Sinne von Art. 53 

VwVG kein Anlass.  

3.  

3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM die Wegweisung aus 

der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des 

– hier interessierenden – Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-

III-VO) findet grundsätzlich keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapi-

tel III Dublin-III-VO mehr statt. Die Zuständigkeit beziehungsweise die Ver-

pflichtung des Mitgliedstaates zur Wiederaufnahme ergibt sich direkt aus 

Art. 18 Abs. 1 Bst. b–d beziehungsweise Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO (vgl. 

Urteil des EuGH [Grosse Kammer] vom 2. April 2019, H. und R., C 582/17 

und C-583/17, EU:C:2019:280, Rn. 47–50; BVGE 2019 VI/7 E. 4-6, 2017 

VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.H.).  

3.3. Nachdem die kroatischen Behörden am 23. Juni 2023 dem Wiederauf-

nahmeersuchen der Vorinstanz gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zu-

gestimmt haben, ist die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens zur Durch-

führung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens der Beschwerdeführenden 

vorliegend unstrittig gegeben.  

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Seite 5 

4.  

Die Beschwerdeführenden machen unter Verweis auf diverse öffentlich zu-

gängliche Quellen und Berichte systemische Mängel im kroatischen Asyl- 

und Aufnahmeverfahren geltend.  

4.1. In einem kürzlich ergangenen Koordinationsurteil hielt das Bundesver-

waltungsgericht fest, es sei nicht davon auszugehen, das Asylverfahren 

und die Aufnahmebedingungen in Kroatien würden systemische Schwach-

stellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter und dritter Satz Dublin-III-VO 

aufweisen. Es bestätigte damit seine seit dem Referenzurteil D-1611/2016 

vom 22. März 2016 bestehende Praxis der grundsätzlichen Zulässigkeit 

von Dublin-Überstellungen nach Kroatien sowohl in "take-charge-" (Auf-

nahme) als auch in "take-back-" (Wiederaufnahme) Verfahren (Referenz-

urteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 9.5). Ferner hielt das Gericht fest, 

der Verdacht eines – angesichts der Situation in Kroatien auf den ersten 

Blick nicht unbegründeten – Gefährdungszusammenhangs zwischen 

Push-Backs und Dublin-Rückkehr lasse sich aufgrund der verfügbaren In-

formationen und Erkenntnisse nicht erhärten (siehe a.a.O. E. 9.4.4). Zum 

heutigen Zeitpunkt bestünden keine genügenden Anzeichen, die befürch-

ten liessen, Dublin-Rückkehrende würden ohne Eröffnung und Durchfüh-

rung eines Asylverfahrens aus Kroatien rechtswidrig ausgeschafft. Noch 

weniger sei aufgrund dieser Ausgangslage davon auszugehen, dass dies 

systematisch geschehe (siehe a.a.O. E. 9.4.4). Im Ergebnis sei davon aus-

zugehen, dass Gesuchstellende, welche gestützt auf die Dublin-III-VO 

nach Kroatien überstellt würden, Zugang zum dortigen Asylverfahren er-

halten würden. Insbesondere bestehe keine beachtliche Wahrscheinlich-

keit, die Überstellten würden der Gefahr einer Verletzung ihrer aus dem 

Refoulement-Verbot fliessenden Rechte ausgesetzt (siehe a.a.O. E. 9.5).  

4.2. Die Beschwerdeführenden vermögen nicht substantiiert darzulegen, 

dass die generelle Annahme in ihrem Fall nicht zutreffe (siehe a.a.O. 

E. 9.5). Sie wurden in Kroatien als Asylsuchende registriert und machen 

persönlich keine Push-Backs geltend. Die Beschwerdeführerin 2 schilderte 

die eigene Einreise nach Kroatien im Rahmen des Dublin-Gesprächs vom 

20. Juni 2023 vielmehr so, dass sie in einem Taxi an die kroatische Grenze 

gefahren seien, welche sie zu Fuss überquert hätten; danach hätten sie 

sich an den ersten Polizisten gewandt, den sie getroffen hätten und seien 

in der Folge auf einen Grenzposten und schliesslich in ein Flüchtlingslager 

gebracht worden. Die reine Befürchtung, wonach ihnen bei einer Überstel-

lung nach Kroatien eine Rückschaffung nach Russland beziehungsweise 

ein «Push-Back nach Serbien» drohe, genügt vorliegend jedenfalls nicht, 

um die grundsätzliche Vermutung umzustossen, wonach Kroatien seinen 

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Seite 6 

völkerrechtlichen Verpflichtungen im Rahmen eines Asylverfahrens nach-

kommt. Dasselbe trifft auf ihre generellen Ausführungen zur behaupteten 

Polizeigewalt und zu Inhaftierungen von Tschetschenen sowie zur Gesund-

heitsversorgung in Kroatien zu. Festzustellen ist sodann, dass die 

Vorinstanz ihre Erkenntnisse zur Situation von Dublin-Rückkehrenden 

nach Kroatien auf umfangreiche Abklärungen gestützt hat, was sich offen-

kundig aus der angefochtenen Verfügung ergibt (ebd. S. 4 f.). Der Sach-

verhalt erweist sich damit entgegen ihrer Behauptung als hinreichend ab-

geklärt. Die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist vorliegend nicht 

angezeigt.  

5.  

Schliesslich ist zu prüfen, ob das Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 

erster Satz Dublin-III-VO beziehungsweise Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 auszu-

üben ist.  

5.1. Kroatien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967  

(SR 0.142.301) und hat die diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen zu beachten. Es darf davon ausgegangen werden, Kroatien anerkenne 

und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den international 

eingegangenen Verpflichtungen ergeben, insbesondere der Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie).  

5.2. Die Beschwerdeführenden machen auch in diesem Zusammenhang 

geltend, es drohe ihnen eine Kettenabschiebung aus Kroatien nach Russ-

land. Sie haben jedoch kein konkretes Risiko aufgezeigt, die kroatischen 

Behörden würden sich weigern, sie wieder aufzunehmen und ihren Antrag 

auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der erwähnten 

Richtlinien zu prüfen. Den Akten sind auch keine konkreten, die Beschwer-

deführenden betreffenden Gründe für die Annahme zu entnehmen, Kroa-

tien werde sie als Tschetschenen nach Russland überführen beziehungs-

weise werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missach-

ten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben 

oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet 

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wären oder in dem sie Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein solches 

Land gezwungen zu werden (jüngst zu dieser Thematik: Urteile des BVGer 

D-3583/2023 vom 5. Juli 2023 m.w.H.; D-3333/2023 vom 16. Juni 2023).  

5.3. Sodann haben die Beschwerdeführenden keine konkreten Hinweise 

für die Annahme dargetan, Kroatien würde ihnen dauerhaft die ihnen ge-

mäss Aufnahmerichtlinie zustehenden notwendigen Güter oder die medizi-

nische Versorgung zur Gewährleistung der minimalen Lebensbedingungen 

vorenthalten. Laut eigenen Angaben haben sie sich lediglich zwei Nächte 

in Kroatien aufgehalten, davon eine Nacht auf dem Polizeiposten bezie-

hungsweise später in einem Flüchtlingsheim in Zagreb und die andere 

Nacht in einem Hotel. Es ist auch in diesem Zusammenhang weder darge-

tan noch ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz weitere Abklärungen hätte 

vornehmen müssen.  

5.4. Die Beschwerdeführenden rügen weiter, das Kindswohl habe im Wi-

derspruch zu den aus Art. 3 i.V.m. Art. 12 der UNO-Kinderrechtskonvention 

vom 20. November 1989 (KRK; SR 0.107) fliessenden Vorgaben keinen 

hinreichenden Eingang ins Verfahren gefunden, was einen Völkerrechts-

verstoss darstelle. Soweit die Beschwerdeführenden damit implizit monie-

ren, der Beschwerdeführer 3 sei nicht direkt mündlich angehört worden, 

sind sie darauf hinzuweisen, dass ein Anhörungsrecht des – mithin einjäh-

rigen – Beschwerdeführers 3 gestützt auf Art. 12 KRK entfällt, da er im 

Dublin-Verfahren durch seine Eltern vertreten war und seine gleichläufigen 

Interessen hinreichend in das Verfahren eingebracht werden konnten (vgl. 

BGE 147 I 149 E. 3.2). Die Vorinstanz hat sich darüber hinaus entgegen 

den Behauptungen der Beschwerdeführenden – wenn auch in allgemeiner 

Weise – zur Frage des Kindswohls geäussert (siehe Verfügung S. 9). Kro-

atien ist Signatarstaat der KRK und kommt seinen daraus erwachsenden 

Verpflichtungen grundsätzlich nach. Eine Überstellung des Beschwerde-

führers 3 nach Kroatien führt deshalb nicht ohne Weiteres zu einer Verlet-

zung von Art. 3 KRK (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer D-4163/2022 vom 

2. Februar 2023 E. 9.4). Konkrete Anhaltspunkte für eine entscheidwesent-

liche Gefährdung des Kindeswohls des Beschwerdeführers 3 wurden nicht 

substantiiert vorgebracht und sind auch nicht ersichtlich.  

5.5. Demnach hat die Vorinstanz das Selbsteintrittsrecht gemäss Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zutreffend nicht ausgeübt, 

zumal die Schweiz weder völkerrechtlich verpflichtet ist, auf die Asylgesu-

che einzutreten, noch Rechtsfehler bei der Ermessensbetätigung dargetan 

oder ersichtlich sind. Mithin besteht kein Anlass für die Einholung individu-

eller Garantien bezüglich des Zugangs zu regelmässiger und adäquater 

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medizinischer und psychologischer Behandlung sowie Unterbringung und 

Nahrung, weshalb der entsprechende Subeventualantrag abzuweisen ist.  

6.  

Nach dem Gesagten ist die Vorinstanz zu Recht auf die Asylgesuche der 

Beschwerdeführenden nicht eingetreten und hat ihre Wegweisung nach 

Kroatien angeordnet. Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit vorliegendem 

Urteil fällt der am 4. August 2023 angeordnete Vollzugsstopp dahin und 

das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ist 

gegenstandslos geworden.  

7.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu-

weisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen 

ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die Verfahrenskosten sind 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf 

insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Corina Fuhrer 

 

 

Versand: