# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b72e68ab-4acd-557d-9e3c-f4dfca54c531
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.12.2023 RT230178
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT230178_2023-12-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RT230178-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin  

Dr. D. Scherrer und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos Würgler  

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. F. Rieke 

Urteil vom 7. Dezember 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

Kanton Zürich,  
Gesuchsteller und Beschwerdegegner 

vertreten durch Zentrale Inkassostelle der Gerichte 

 

betreffend Rechtsöffnung 

Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts Audienz am Bezirksgericht 
Zürich vom 2. November 2023 (EB230613-L) 
 
  

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Erwägungen: 

1. a) Mit Urteil vom 2. November 2023 erteilte das Bezirksgericht Zü-

rich (Vorinstanz) dem Gesuchsteller in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamts 

Zürich 7 (Zahlungsbefehl vom 13. Juli 2023) – gestützt auf einen Gerichtsent-

scheid für eine Ordnungsbusse – definitive Rechtsöffnung für Fr. 415.--; die Kos-

tenfolgen wurden zu Lasten der Gesuchsgegnerin geregelt (Urk. 7 = Urk. 10). 

b) Hiergegen erhob die Gesuchsgegnerin am 23. November 2023 fristge-

recht (vgl. Urk. 8b: Zustellung am 13. November 2023) Beschwerde und stellte die 

Beschwerdeanträge (Urk. 9 S. 1): 

"Es sei das angefochtene Urteil aufzuheben und das Rechtsöffnungsgesuch 
abzuweisen. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Antragsstel-
lers / Beschwerdegegners bzw. der Staatskasse." 

c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-8). Da sich die 

Beschwerde sogleich als offensichtlich unbegründet erweist, kann auf weitere 

Prozesshandlungen verzichtet werden (vgl. Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

2. a) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und of-

fensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). Dabei bedeutet Geltendmachung, dass in der Beschwerde darge-

legt werden muss, was genau am angefochtenen Entscheid unrichtig sein soll. 

Das Beschwerdeverfahren ist nicht einfach eine Fortsetzung des erstinstanzlichen 

Verfahrens, sondern es dient der Überprüfung des angefochtenen Entscheids an-

hand von konkret dagegen vorgebrachten Beanstandungen. Die Beschwerde 

muss sich daher mit den entsprechenden Entscheidgründen der Vorinstanz konk-

ret und im Einzelnen auseinandersetzen; eine blosse Darstellung der Sach- 

und/oder Rechtslage aus eigener Sicht genügt nicht. Was nicht rechtsgenügend 

beanstandet wird, braucht vom Obergericht nicht überprüft zu werden und hat in-

sofern grundsätzlich Bestand. Sodann sind im Beschwerdeverfahren neue Anträ-

ge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen 

(Art. 326 Abs. 1 ZPO); was im erstinstanzlichen Verfahren nicht (rechtzeitig) vor-

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getragen wurde, kann im Be-schwerdeverfahren grundsätzlich nicht mehr geltend 

gemacht bzw. nachgeholt werden. 

b) Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, der Gesuchsteller stütze sich 

auf den vollstreckbaren Beschluss des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 12. Mai 

2020, worin der Gesuchsgegnerin eine Ordnungsbusse von Fr. 415.-- auferlegt 

worden sei. Dieser Beschluss stelle einen definitiven Rechtsöffnungstitel dar. Die 

Gesuchsgegnerin wende ein, der Beschluss und dessen Rechtskraftbescheini-

gung seien ungültig und nicht schützenswert, da es sich dabei um eine absichtlich 

falsche Rechtsprechung handle. Jedoch behaupte die Gesuchsgegnerin nicht, 

dass sie gegen den Beschluss eine Beschwerde erhoben hätte; somit sei das 

Vertrauen in die Richtigkeit der Rechtskraftbescheinigung nicht erschüttert. Allfäl-

lige inhaltliche Mängel des Beschlusses könnten sodann im Rechtsöffnungsver-

fahren nicht überprüft werden. Nach Art. 81 Abs. 1 SchKG zulässige Einwendun-

gen habe die Gesuchsgegnerin nicht erhoben. Der Rechtsöffnung entgegenste-

hende Gründe würden auch aus den Akten nicht hervorgehen. Daher sei die defi-

nitive Rechtsöffnung zu erteilen (Urk. 10 Erwägung 2). 

c) Die Gesuchsgegnerin macht in ihrer Beschwerde im Wesentlichen gel-

tend, der Beschluss des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 12. Mai 2020 sei eine ab-

sichtlich falsche sowie rechtsmissbräuchliche Rechtsanwendung und könne damit 

keinen Rechtsöffnungstitel darstellen. Dessen Rechtskraftbescheinigung sei 

falsch sowie missbräuchlich, weil der Beschluss im ordentlichen Verfahren erfolgt 

sei und eine Rechtsmittelfrist von 10 Tagen bestanden habe, weshalb er nicht am 

gleichen Tag in Rechtskraft habe erwachsen können, wie dies bescheinigt werde. 

Sie (die Gesuchsgegnerin) habe damit entgegen der Vorinstanz sehr wohl Grün-

de vorgebracht, die einer Rechtsöffnung entgegenstehen würden. Sie weise auch 

auf das am Obergericht hängige Verfahren PF230045 hin; dessen Ausgang habe 

erhebliche Auswirkungen auf dieses Verfahren (Urk. 9 S. 2 ff.). 

d1) Der Beschluss des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 12. Mai 2020 ist mit 

einer Rechtskraftbescheinigung versehen, wonach er seit dem gleichen Tag 

rechtskräftig und vollstreckbar sei (Urk. 3/1 S. 8). Gegen diesen Beschluss stand 

einzig das Rechtsmittel der Beschwerde offen (Urk. 3/1 S. 8; Art. 319 lit. b ZPO). 

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Eine Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung (d.h. der Beschluss wird so-

fort rechtskräftig und vollstreckbar), ausser das Obergericht würde einer Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung erteilen (Art. 325 ZPO). Die vorinstanzliche 

Feststellung, die Gesuchsgegnerin habe nicht behauptet, dass sie eine Be-

schwerde gegen den Beschluss erhoben hätte und dieser die aufschiebende Wir-

kung erteilt worden wäre (Urk. 10 Erw. 2.4 S. 2), blieb ungerügt. Damit durfte die 

Vorinstanz von der Richtigkeit der Rechtskraftbescheinigung ausgehen. Und da-

mit stellt der Beschluss vom 12. Mai 2020 einen definitiven Rechtsöffnungstitel 

dar. 

d2) Das Rechtsöffnungsgericht darf sodann den zu vollstreckenden Ent-

scheid nicht auf seine inhaltliche Richtigkeit hin überprüfen. Eine solche Überprü-

fung hätte in einem entsprechenden Rechtsmittelverfahren erfolgen können (und 

müssen); das Rechtsöffnungsgericht hat keine Überprüfungskompetenz mehr. 

Demgemäss durfte die Vorinstanz die Vorbringen der Gesuchsgegnerin, dass der 

Beschluss vom 12. Mai 2020 falsch und rechtswidrig sei, nicht berücksichtigen. 

Die Vorinstanz hat das Recht korrekt angewendet. 

d3) Bei Vorliegen eines vollstreckbaren Gerichtsentscheids (hier: Be-

schluss vom 12. Mai 2020) ist die definitive Rechtsöffnung zu erteilen, wenn nicht 

die betriebene Partei durch Urkunden beweist, dass die Schuld seit Erlass des 

Entscheids getilgt oder gestundet wurde, oder die Verjährung anruft (Art. 81 

Abs. 1 SchKG). Dass die Gesuchsgegnerin im vorinstanzlichen Verfahren eine 

Zahlung, Stundung oder Verjährung geltend gemacht hätte, macht sie beschwer-

deweise nicht geltend. Damit ist aber die vorinstanzliche Feststellung, dass sie 

keine Gründe vorgebracht habe, welche einer Rechtsöffnung entgegenstehen 

würden, korrekt. 

d4) Die Behauptung, dass der Ausgang des (bei der II. Zivilkammer des 

Obergerichts) hängigen Verfahrens PF230045 Auswirkungen auf das vorliegende 

Verfahren habe, ist neu (wurde im vorinstanzlichen Verfahren nicht erhoben; vgl. 

Urk. 6 = Urk. 12/3) und kann damit im Beschwerdeverfahren nicht berücksichtigt 

werden (Art. 326 ZPO; oben Erw. 2.a). Ohnehin hat die Gesuchsgegnerin auch 

nicht dargelegt, welche Auswirkungen der Abschluss jenes Verfahrens auf die 

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vorliegende definitive Rechtsöffnung haben sollte (dass der Beschluss vom 

12. Mai 2020 inhaltlich nicht mehr in Frage gestellt werden könne, wurde bereits 

dargelegt; vorstehend Erw. 2.d2). 

e) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich un-

begründet. Sie ist demgemäss abzuweisen. 

3. a) Für das Beschwerdeverfahren beträgt der Streitwert Fr. 415.--. 

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von Art. 48 i.V.m. Art. 61 

Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 150.-- festzusetzen.  

b) Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss 

der Gesuchsgegnerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

c) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-

sprechen, der Gesuchsgegnerin zufolge ihres Unterliegens, dem Gesuchsteller 

mangels relevanter Aufwendungen (Art. 106 Abs. 1, Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 150.-- festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Gesuchsgegne-

rin auferlegt. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Gesuchsteller unter Beilage 

der Doppel von Urk. 9, 11 und 12/1-5, sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

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Die vorinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö-
gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 415.--. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 7. Dezember 2023 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. F. Rieke 
 

 
versandt am: 
st 

	Urteil vom 7. Dezember 2023
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 150.-- festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Gesuchsgegnerin auferlegt.
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Gesuchsteller unter Beilage der Doppel von Urk. 9, 11 und 12/1-5, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...