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**Case Identifier:** 83d212f5-d731-50fe-b8a5-10db9ef9552d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-05-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.05.2007 IV 2006/113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-113_2007-05-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/113

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 08.05.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 08.05.2007
Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG, Art. 27bis IVV. Methoden zur Berechnung des IV-
Grads: Allgemeine Methode, Betätigungsvergleich, gemischte Methode. 
Anforderungen an medizinische Gutachten. Chronic Fatigue Syndrom (CFS) 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Mai 
2007, IV 2006/113).

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei, 

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers

Entscheid vom 8. Mai 2007

In Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Hannelore Fuchs, Oberer Graben 44,

9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- a) S.___, Jahrgang 1956, meldete sich am 27. Novem¬ber 2002 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer 

Rente (IV-act. 1). Sie machte geltend, an einer chronischen totalen psychischen und 

physischen Erschöpfung zu leiden. Sie hatte 1980 geheiratet und im folgenden Jahr 

eine geistig behinderte Tochter geboren, die zudem an einer schweren Epilepsie 

erkrankte. Bis 1997 hatte sich S.___ um die Betreuung der Tochter gekümmert. Seither 

wird die Tochter ausser Haus betreut und hält sich nur noch jedes zweite Wochenende 

sowie an Feiertagen und teilweise in den Ferien bei der Mutter auf. 1999 wurde die Ehe 

von S.___ geschieden. Diese nahm keine Erwerbstätigkeit mehr auf.

b) Die IV-Stelle holte beim Hausarzt Dr. med. A.___ einen Arztbericht ein. Dieser 

diagnostizierte am 19. Januar 2003 eine chronische Müdigkeit bei anhaltender 

psychosozialer Belastung und stellte die Differentialdiagnose eines Chronic fatigue 

Syndroms (CFS) und gesteigerter Erschöpfbarkeit. Aufgrund der Anamnese schätze er, 

dass bei einer ganztägigen Tätigkeit mit Pausen eine Leistungsminderung von etwa 

50% bestehen könnte (IV-act. 9). Mit psychiatrischem Gutachten vom 12. September 

2003 diagnostizierte Dr. med. B.___ ein psychophysisches Erschöpfungssyndrom 

(ICD-10 F48) bei Störung der Persönlichkeitsentwicklung mit zyklothymen Zügen 

(ICD-10 F60.8). Er sah aus psychiatrischer Sicht keine Gesundheitsstörung, die 

grundsätzlich eine Lohnarbeit oder Haushaltarbeit verhindern würde (IV-act. 20).

c) Mit Verfügung vom 6. Januar 2004 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch von 

S.___ (IV-act. 31). Dagegen erhob diese am 22. Januar 2004 sinngemäss Einsprache, 

die sie am 24. Februar 2004 unter Hinweis auf ein Arztzeugnis von Dr. med. C.___ von 

der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle D.___ vom 5. Februar 2004 begründete (IV-

act. 23). Mit Verweis auf die Anamnese hielt Dr. C.___ fest, die Arbeitsfähigkeit betrage 

38.25%, wobei Ausfälle an einzelnen Tagen noch nicht berücksichtigt seien (IV-act. 

35-3). Am 1. März 2004 widerrief die IV-Stelle daraufhin die Verfügung und holte bei Dr. 

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C.___ nähere Auskünfte ein. In ihrem Bericht vom 17. Mai 2004 stellte sie die Diagnose 

einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 

F43.22) und wiederholte, die Arbeitsfähigkeit betrage höchstens 40%, wobei es bei 

Auftreten von Angstanfällen auch Tage völliger Arbeitsunfähigkeit gebe (IV-act. 42).

d) Am 23. Juni 2004 traf die IV-Stelle nach Rückfrage beim IV-internen Regionalen 

Ärztlichen Dienst (RAD) erneut eine abweisende Verfügung (IV-act. 48). Dagegen liess 

S.___, nun vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Hannelore Fuchs, St. Gallen, am 24. 

Au¬gust 2004 Einsprache erheben und die Zusprache einer angemessenen IV-Rente 

beantragen (IV-act. 59). Daraufhin unterbreitete die IV-Stelle Dr. B.___ den Bericht von 

Dr. C.___ vom 17. Mai 2004 mit der Bitte um Stellungnahme. Diese erstattete Dr. B.___ 

mit Schreiben vom 23. November 2004. Er bezeichnete die Einschätzung einer 

Arbeitsunfähigkeit von 60% als vorstellbar, wenn auch nicht klar abgeleitet aus den 

Symptomen und Befunden (IV-act. 65). Nach Einholung einer Stellungnahme von 

Rechtsanwältin Fuchs vom 14. Januar 2005 sowie des RAD vom 25. Januar 2005 

verfügte die IV-Stelle am 17. Fe¬bruar 2005 den Widerruf der Verfügung vom 23. Juni 

2004 und stellte weitere Abklärungen in Aussicht (IV-act. 73). Am 20. Juli 2005 

erstatteten Dr. med. E.___ und Dipl.-Psych. F.___ vom Psychiatriezentrum G.___ ein 

Gutachten (im folgenden: Gutachten G.___). Darin stellten sie die Diagnose der 

Neurasthenie (ICD 10 F48.0), bestehend seit ca. 2002. Die Arbeitsfähigkeit im Haushalt 

sei um 20%, diejenige bei einer externen Anstellung um 35 bis 45% reduziert (IV-act. 

81).

e) Gestützt auf dieses Gutachten errechnete die IV-Stelle einen IV-Grad von 24% und 

wies mit Verfügung vom 4. Oktober 2005 einen Anspruch auf eine IV-Rente erneut ab 

(IV-act. 86). Gegen diese Verfügung richtete sich die Einsprache von S.___ vom 27. 

Oktober 2005. Sie beantragte die Einholung eines Berichts der sie behandelnden Ärztin 

Dr. med. H.___, Fachärztin FMH für Psychotherapie. Allenfalls sei eine Untersuchung 

durch einen Spezialisten vorzunehmen (IV-act. 87). Am 13. Dezember 2005 reichte 

Rechtsanwältin Fuchs eine ergänzende Begründung ein, in der sie u.a. mitteilte, ihre 

Klientin habe sich bei Dr. med. I.___, Allgemeine Medizin FMH, Psychosomatische und 

Psychosoziale Medizin, K.___, der als Spezialist für das CFS gelte, für eine 

Untersuchung angemeldet (IV-act. 91). Mit Schreiben vom 9. Mai 2006 stellte 

Rechts¬anwältin Fuchs der IV-Stelle einen Bericht von Dr. I.___ vom 24. April 2006 zu. 

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Darin diagnostizierte der Arzt ein CFS (ICD 10 F48.0 Neurasthenie), chronische massive 

Schlafstörungen und ein Colon irritabile und schätzte die Arbeitsfähigkeit an 

irgendeinem Arbeitsplatz auf 0% (IV-act. 95).

f) Mit Entscheid vom 23. Mai 2006 wies der Rechtsdienst der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) in Vertretung der IV-Stelle die 

Einsprache gegen die Verfügung vom 4. Oktober 2005 ab. Umstritten sei zunächst, ob 

die Einsprecherin als Gesunde ganztags arbeiten würde und ob somit die allgemeine 

Methode zur Anwendung komme oder ob sie als Teilerwerbstätige zu betrachten sei, 

was nach der Anwendung der gemischten Methode verlangen würde. Die 

Einsprecherin habe selbst geltend gemacht, sie würde als Gesunde zu 80% arbeiten. 

Erst ihre Rechtsvertreterin, die die Bedeutung der Methodenwahl für die IV-Bemessung 

kenne, habe einen Vollzeiterwerb behauptet. Die Einsprecherin habe keine berufliche 

Ausbildung abgeschlossen und sei seit vielen Jahren nicht mehr im Erwerbsleben 

integriert gewesen. Schon aus diesem Grund sei nicht überwiegend wahrscheinlich, 

dass ihr als Gesunde der berufliche Wiedereinstieg in der Weise gelungen wäre, dass 

sie eine Ganztagsstelle hätte finden können. Weiter falle ins Gewicht, dass die 

Einsprecherin jeden Morgen allein für die Versorgung ihrer Haustiere über zwei Stunden 

aufwende und sich ihre Tochter zu einem nicht unerheblichen Teil des Jahres bei ihr 

aufhalte, weshalb diese eine Vollzeitbeschäftigung gar nicht mit der 

Betreuungsaufgabe vereinbaren könnte. Weiter äussert sich der Rechtsdienst der SVA 

zum umstrittenen Grad der Einschränkungen der Einsprecherin. Die angefochtene 

Verfügung stütze sich auf das Gutachten G.___. Entgegen der Auffassung der 

Einsprecherin sei nicht zu beanstanden, dass Dr. E.___ dieses Gutachten unter Beizug 

eines klinischen Psychologen erstellt habe. Für die Feststellung der Arbeitsfähigkeit 

seien im Übrigen nicht in erster Linie die diagnostische Einordnung eines 

Krankheitsgeschehens, sondern dessen funktionelle Auswirkungen massgebend. 

Weiter ist der Begründung zu entnehmen, der Bericht von Dr. I.___ stütze sich allein auf 

die Aussagen der Einsprecherin anlässlich einer Konsultation. Weder sei ein 

eigentlicher Untersuch erfolgt, noch seien irgendwelche Akten beigezogen worden, 

weshalb der Bericht kaum Beweiswert habe (act. G 1.1).

B.- a) Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde von Rechtsanwältin Fuchs 

vom 23. Juni 2006 in Vertretung der Beschwerdeführerin (act. G 1). Neben der 

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Aufhebung des Einspracheentscheids beantragt sie die Zusprache einer 

angemessenen IV-Rente, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der Begründung 

ist zu entnehmen, es bestünden kontroverse Fachmeinungen, die das ganze Spektrum 

von einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit bis zur vollen Arbeitsfähigkeit abdeckten. In 

dieser Situation sei recht fragwürdig, wenn einseitig auf die Diagnose der 

versicherungsnahen Ärzte abgestellt werde, während die Einschätzung des 

Spezialisten Dr. I.___ nicht die gebührende Beachtung finde. Auch das Gutachten von 

Dr. E.___ und Dipl.-Psych. F.___ stütze sich kaum auf eine breitere Basis als das von 

Dr. I.___. Die vorliegende Situation rufe nach einer Oberbegutachtung. Da auch 

somatische Probleme vorlägen, werde eine interdisziplinäre Begutachtung beantragt. 

Zum Arbeitspensum, das die Beschwerdeführerin als Gesunde ausführen würde, 

macht Rechtsanwältin Fuchs geltend, neben dem hypothetischen Invalideneinkommen 

sei auch das hypothetische Valideneinkommen nach einem objektiven Massstab und 

nicht nach dem subjektiven Willen der betroffenen Person festzustellen. Dieser Wille sei 

nämlich allzu oft durch die Krankheit mitbestimmt. Personen mit CFS könnten sich gar 

nicht vorstellen, dass sie je die Kraft aufbringen würden, die es brauche, um ein volles 

Arbeitspensum erfüllen zu können. Als Gesunde würde die Beschwerdeführerin mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ein volles Arbeitspensum erfüllen. Die Betreuung der 

Tochter erfolge nur während zwei Wochen jährlich, sodass die Beschwerdeführerin 

diese Aufgabe während ihrer eigenen Ferienzeit erfüllen könne. Finanziell wäre die 

Beschwerdeführerin auf ein volles Pensum angewiesen. Als Hilfsarbeiterin könnte sie 

nicht mehr als Fr. 3'000.- netto erarbeiten, was bei einem Pensum von 80% Fr. 2'400.- 

entsprechen würde. Dieser Betrag decke ihren Bedarf, der sich auf Fr. 2'800.- belaufe, 

nicht, weshalb sie gezwungen wäre, ihr Pensum auf 100% aufzustocken. Der 

Beschwerdegegnerin sei zusammenfassend eine willkürliche Beweiswürdigung 

vorzuwerfen.

b) Mit Beschwerdeantwort vom 28. August 2006 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 3). Gemäss der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamts für Statistik habe das durchschnittliche Bruttoeinkommen für 

Hilfsarbeiterinnen im Jahr 2004 Fr. 48'585.- betragen. In der angefochtenen Verfügung 

sei man für 2005 von Fr. 39'200.- ausgegangen, was bei vollem Pensum Fr. 49'000.- 

entspreche. Den von der Beschwerdeführerin ermittelten Lebensbedarf von monatlich 

Fr. 2'800.- bzw. jährlich Fr. 33'600.- könne sie ohne weiteres finanzieren, weshalb sie 

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nicht zu einer Vollzeitarbeit gezwungen wäre. Betreffend Betreuung der Tochter könne 

nicht davon ausgegangen werden, dass sie diese als Gesunde in geringerem Umfang 

betreuen würde, sodass von den aktuellen Verhältnissen auf die Validensituation 

geschlossen werden könne. Die Beschwerdegegnerin hält an ihrer Einschätzung fest, 

die Betreuung der Tochter sei mit einer Vollzeitbeschäftigung nicht vereinbar.

c) In der Replik vom 28. September 2006 lässt die Beschwerdeführerin an ihren 

Anträgen festhalten (act. G 7). Sie erfülle neben dem Hauptkriterium der chronischen 

nicht erklärbaren Müdigkeit auch sechs von acht Nebenkriterien des CFS, weshalb die 

positive Diagnose gestellt werden könne. Im Gutachten G.___ sei das CFS gestützt auf 

das Resultat einer Blutuntersuchung als eher unwahrscheinlich bezeichnet worden. Die 

Blutuntersuchung stamme jedoch aus dem Jahr 2000 und liefere eindeutig veraltete 

Ergebnisse. Die Beschwerdeführerin lässt eine medizinische Abklärung des 

Krankheitsverdachts unter Neubestimmung der Blutwerte beantragen. Zum 

Arbeitspensum als Gesunde erläutert die Beschwerdeführerin, sie müsste nach dem 

ökonomischen Prinzip zu 100% arbeiten und allenfalls bei der Besuchsregelung 

Änderungen vornehmen. Doch selbst bei der bisherigen Regelung ergäbe sich eine 

Reduktion des vollen Pensums um lediglich 5%. Bei einem zusätzlich zu 

berücksichtigenden Teilzeitabzug ergäbe sich ein IV-Grad von 44%.

d) Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 9. Oktober 2006 am 

Abweisungsantrag fest (act. G 9). Sie macht geltend, auch ein diagnostiziertes CFS 

würde keine direkten Schlüsse auf die Arbeitsfähigkeit zulassen. Weder eine aktuelle 

Blutuntersuchung noch eine andere diagnostische Klassierung vermöchte etwas über 

die funktionellen Einschränkungen auszusagen. Der Sachverhalt sei damit nicht 

unvollständig abgeklärt. Der Standpunkt, bei einem ohnehin unüblichen 

Beschäftigungsgrad von 95% auch noch einen Teilzeitabzug von 5% vorzunehmen, sei 

rein ergebnisorientiert und anhand der Realität nicht zu begründen.

II.

1.- Streitig ist vorliegend einerseits, ob die vorhandenen medizinischen Abklärungen 

ausreichen und eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit, Grundlage der 

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Invaliditätsbemessung, zulassen. Andererseits ist zur Berechnung des IV-Grads zu 

prüfen, mit welchem Pensum die Beschwerdeführerin als Gesunde arbeiten würde.

2.- a) Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht der 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, 

derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein 

Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente (Art. 28 Abs. 1 IVG).

b) Für die Bemessung der Invalidität bei einem erwerbstätigen Versicherten erklärt Art. 

28 Abs. 2 IVG Art. 16 ATSG für anwendbar. Gemäss letzterem wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (Vali¬deneinkommen; sog. allgemeine Methode). Bei 

nichterwerbstätigen Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im 

Haushalt tätigen Versicherten – wird für die Bemessung der Invalidität darauf 

abgestellt, in welchem Mass sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu 

betätigen (Art. 28 Abs. 2bis IVG in Verbindung mit Art. 27 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; spezifische Methode). Als Aufgabenbereich 

der im Haushalt tätigen Versicherten gilt unter anderem die übliche Tätigkeit im 

Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei einer versicherten Person, 

die nur zum Teil erwerbstätig ist, wird die Invalidität für diesen Teil nach Art. 16 ATSG 

festgelegt. War sie daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 

diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2bis IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile 

der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und 

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der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen 

(Art. 28 Abs.2ter IVG; gemischte Methode). Ist bei Versicherten, die nur zum Teil 

erwerbstätig sind, anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des 

Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die 

Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu 

bemessen (Art. 27bis IVV). Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis zur gemischten 

Methode ergibt sich einerseits der Anteil der Erwerbstätigkeit am gesamten 

Aufgabenbereich aus dem Vergleich der im betreffenden Beruf üblichen (Normal-) 

Arbeitszeit und der vom Versicherten ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 

geleisteten Arbeitszeit und andererseits der Anteil der Hausarbeit aus deren Differenz 

(vgl. BGE 126 V 146; Rz. 3109 des vom Bundesamt für So¬zialversicherung 

erlassenen, ab 1. Januar 2000 gültigen Kreisschreibens über die Invalidität und 

Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).

c) Ob ein Versicherter als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätiger oder als 

Nicht¬erwerbstätiger einzustufen ist – was je zur Anwendung einer andern Methode 

der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, gemischte Methode, 

Betätigungsvergleich) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, was der Versicherte bei im 

Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung 

bestünde (BGE 125 V 150 Erw. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im 

Besonderen sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und 

erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben 

gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 

persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt 

sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung 

bzw. des Einspracheentscheids entwickelt hätten, wobei für die hypothetische 

Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im 

Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c; BGE 117 V 194 f. Erw. 3b mit Hinweisen; AHI 

1997 S. 288 ff. Erw. 2b, AHI 1996 S. 197 Erw. 1c, je mit Hinweisen).

3.- Vorliegend geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin 

als Gesunde lediglich zu 80% erwerbstätig und zu 20% im Haushalt tätig wäre. Dieser 

Annahme kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdeführerin lebt seit Jahren getrennt 

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und ist seit Januar 1999 geschieden. Seit Dezember 2003 erhält sie vom ehemaligen 

Ehemann keine Unterhaltszahlungen mehr und ist auf Unterstützung durch das 

Sozialamt angewiesen. Eine Berufsausbildung hat sie nicht abgeschlossen, weshalb sie 

als Hilfsarbeiterin im tiefsten Lohnsektor zu klassifizieren ist. Ihre Tochter wird 

fremdbetreut. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Besuche der Tochter jedes 

zweite Wochenende von Freitagnachmittag bis Montagmorgen sowie in den Ferien 

würden kein volles Arbeitspensum erlauben. Dem kann nicht beigepflichtet werden. Als 

Gesunde müsste die Beschwerdeführerin nicht bereits am Freitagmittag freinehmen. 

Sie holt die Tochter jeweils erst um 17 Uhr ab, eine Zeit, zu der ein durchschnittlicher 

Feierabend ohne weiteres schon begonnen haben kann. Nötigenfalls könnte das 

Abholen auch zeitlich angepasst werden. Die Vorbereitungen fürs Wochenende sind 

betreffend Einkaufen und Haushalt nicht viel aufwändiger, als wenn die Tochter nicht 

zu Besuch käme. Die Kleider der Tochter sowie Pflegeprodukte bringt diese jeweils mit, 

die Beschwerdeführerin muss also weder waschen noch flicken (IV-act. 98). Betreffend 

Montagmorgen wäre es denkbar, entweder jede zweite Woche etwas später mit der 

Arbeit zu beginnen und dies während der übrigen Zeit zu kompensieren oder die 

Tochter bereits etwas früher ins Wohnheim zurückzubringen. Der Weg vom Wohnort 

der Beschwerdeführerin bis Degersheim, wo sich das Wohnheim der Tochter befindet, 

dauert mit dem Zug übrigens nur eine Viertelstunde, sodass nicht ernsthaft behauptet 

werden kann, durch das Zurückbringen würde sich das Arbeitspensum der 

Beschwerdeführerin als Gesunde verringern. Auch die gemeinsamen Ferien, die sich 

auf eine Woche im Sommer sowie die Weihnachtsfeiertage beschränken, bedingen 

keine Reduktion des Arbeitspensums. Im Weiteren ergibt sich nicht aus den Akten, 

dass die Beschwerdeführerin täglich zwei Stunden für das Versorgen der Tiere 

benötigt, wie die Beschwerdegegnerin in Ziff. II/2 des Einspracheentscheids geltend 

macht. Dem von der Beschwerdegegnerin als Beleg hierzu zitierten Schreiben von Dr. 

C.___ ist nur zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bereits zwei Stunden nach 

dem Aufstehen total erschöpft sei (IV-act. 42). Auch das Argument, die 

Beschwerdeführerin würde wohl keine Ganztagesstelle mehr finden, weil sie keine 

Berufsausbildung abgeschlossen habe und seit Jahren nicht mehr erwerbstätig 

gewesen sei, vermag nicht zu überzeugen. Dabei handelt es sich höchstens um ein 

Indiz, das für sich alleine nicht ausschlaggebend ist (ebenso in einem gleichgelagerten 

Fall das Bundesgericht mit Urteil vom 5. Januar 2007, I 701/06 Erw. 5.1). Ebenso 

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erlaubt der Hinweis der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin könnte auch mit 

einem Pensum von 80% ihr bescheidenes Existenzminimum decken, keine andere 

Beurteilung, ist doch nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sich die 

Beschwerdeführerin auch als Gesunde langfristig mit einem derart tiefen Einkommen 

zufrieden geben könnte und wollte. Unter den gegebenen Voraussetzungen betreffend 

Dauer der Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und nur beschränkter Berufserfahrung ist 

zudem anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin auch als Gesunde zumindest nicht 

von Anfang an das statistische Durchschnittseinkommen erzielen könnte. Vor diesem 

Hintergrund würde die Beschwerdeführerin als Gesunde wohl einer vollen 

Erwerbstätigkeit nachgehen. Damit steht nicht im Widerspruch, dass im 

Abklärungsbericht vom 6. April 2003 festgehalten wurde, sie würde "sicher im Rahmen 

von 80% arbeiten" (IV-act. 13 S. 2), zumal bereits diese Formulierung darauf schliessen 

lässt, dass auch eine volle Erwerbstätigkeit in Frage käme. Aufgrund dieser Umstände 

ist vorliegend nicht auf die gemischte Methode zurückzugreifen, sondern der 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ist anhand der allgemeinen Methode des 

Einkommensvergleichs zu prüfen.

4.- a) Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt 

der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in 

das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 

Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c).

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b) Der Allgemeinmediziner Dr. A.___ stellt in seinem Bericht vom 19. Januar 2003 

neben der Diagnose der chronischen Müdigkeit bei anhaltender psychosozialer 

Belastung die Differenzialdiagnose des CFS. Seine Arbeitsfähigkeitsschätzung ist vage 

formuliert: Aufgrund der Anamnese schätze er, dass eine ca. 50%-ige 

Leistungsminderung bestehen könnte (IV-act. 9). Dr. B.___ diagnostizierte gemäss 

Gutachten vom 12. September 2003 ein psychophysisches Erschöpfungssyndrom 

(ICD-10 F48) bei Störung der Persönlichkeitsentwicklung mit zyklothymen Zügen 

(ICD-10 F60.8) und verneinte aus rein psychiatrischer Sicht eine die Arbeitsfähigkeit 

einschränkende Gesundheitsstörung (IV-act. 20 S. 7). Im Schreiben vom 23. November 

2004 hält Dr. B.___ fest, die Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst und 

depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) von Dr. C.___ in ihrem Bericht vom 17. 

Mai 2004 sei vereinbar mit der in seinem Gutachten gestellten Diagnose. Beide 

Diagnosen würden keinen direkten Schluss auf die Arbeitsfähigkeit, die 

Therapiebedürftigkeit und die Prognose zulassen. Eine Anpassungsstörung müsse 

spätestens nach zwei Jahren abgeklungen sein, ansonsten die Diagnose geändert 

werden müsse. Den klinisch-diagnostischen Leitlinien der WHO zu den psychischen 

Störungen nach ICD-10 Kapitel V (F) ist zu entnehmen, dass die Anpassungsstörung im 

allgemeinen innerhalb eines Monats nach dem belastenden Ereignis beginnt und die 

Symptome meist nicht länger als sechs Monate anhalten, ausser bei der längeren 

depressiven Reaktion (F43.21; siehe Internationale Klassifikation psychischer 

Störungen, hrsg. von DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, 5. Aufl. 2005, S. 171). Im 

Gutachten G.___ wird die Diagnose von Dr. C.___ ausgeschlossen mit der Begründung, 

die Beschwerdeführerin sei in der Zeit der intensiven Betreuung der kranken Tochter 

gewiss sehr belastet gewesen, dies sei aber kein "belastendes Ereignis" im Sinne eines 

mehr oder weniger plötzlich auftretenden Ereignisses, wie dies die entsprechende ICD-

Codierung meine (IV-act. 81 S. 8). Diese Einschätzung zusammen mit der Äusserung 

von Dr. B.___, wonach eine Anpassungsstörung nicht für einen mehrere Jahre 

dauernden Zeitraum diagnostiziert werden könne, ist nachvollziehbar. Der Bericht von 

Dr. C.___ vom 17. Mai 2004 ist knapp gehalten und nur teilweise aussagekräftig. So 

erläutert die Ärztin die von ihr diagnostizierte depressive Komponente nicht näher. Das 

Vorliegen einer Depression wird im Gutachten B.___ und im Gutachten G.___ explizit 

ausgeschlossen (IV-act. 20 S. 5; IV-act. 81 S. 9). Dr. B.___ bezeichnete im Schreiben 

vom 23. November 2004 die Einschätzung einer Arbeitsunfähigkeit von 60% von Dr. 

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C.___ als vorstellbar, wenn auch nicht klar abgeleitet aus den Symptomen und 

Befunden. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Anpassungsstörung 

könne aber nicht für lange Zeit ausgewiesen werden, weil sonst die Diagnose nicht 

stimme, die Anpassungsstörung nicht erfolgreich behandelt worden sei oder 

invaliditätsfremde Faktoren eine entscheidende Rolle spielen würden. Dieses Schreiben 

sowie sein Gutachten vom 12. September 2003 verdeutlichen, dass auch Dr. B.___ 

Mühe bekundete, eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C.___ ist nicht überzeugend begründet.

c) Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Berechnung des IV-Grads auf das Gutachten 

G.___ vom 20. Juli 2005 (IV-act. 80 f.). Darin findet sich die Diagnose Neurasthenie 

(ICD-10 F48.0), die bereits Dr. B.___ gestellt hatte. Die Gutachter halten fest, rein von 

der psychischen Symptomatik her wäre das CFS bei der Neurasthenie integrierbar, 

"allerdings möchten wir es expressis verbis als ganzes Syndrom nicht mit einbeziehen, 

da keine unterstützenden Laborwerte bekannt sind" (IV-act. 81 S. 8). Bei den 

Fähigkeiten und Unfähigkeiten der Beschwerdeführerin vermissen die Gutachter eine 

überdauernde Konstanz, sodass die Leistungskurve sehr schnell wechsle, inklusive 

ihrem Gefühl, tageweise für anstehende Verrichtungen unfähig zu sein. Insofern halten 

die Gutachter die Belastbarkeit für reduziert. Die Beschwerdeführerin sei rascher 

erschöpft, bis hin zu kurzzeitigen punktuellen Totalausfällen. Dadurch sei die kognitive 

Reizverarbeitung vermindert, ebenso wie der Überblick und das Erkennen von 

Zusammenhängen, die Entscheidungsfähigkeit, die Flexibilität und Wendigkeit. 

Hinsichtlich der eigenen Haushaltführung sehen die Gutachter die Funktionsstörungen 

nur in leichtem Grade gegeben und schätzen die Arbeitsunfähigkeit für die 

Haushaltführung auf maximal 20%. Betreffend externe Anstellung halten die Gutachter 

das Verständnis für den Arbeitsablauf, den Antrieb und die Motivation, die Übersicht 

und das Aufnahmevermögen für reduziert, zumal die Beschwerdeführerin schon lange 

Zeit nicht mehr in einem solchen Prozess integriert gewesen sei. In diesem Bereich 

schätzen sie die Arbeitsunfähigkeit auf 35-45%.

d) Am 4. Januar 2006 untersuchte Dr. I.___ die Beschwerdeführerin. In seinem Bericht 

vom 24. April 2006 erklärt er einleitend, er sei davon ausgegangen, die 

Beschwerdeführerin sei anlässlich von vorhergehenden Begutachtungen physisch wie 

psychiatrisch genügend untersucht worden, weshalb er auf ein solches spezielles 

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Vorgehen verzichtet habe. Dr. I.___ hielt fest, die Beschwerdeführerin klage neben der 

grossen Müdigkeit über zum Teil massive Angstzustände und habe im Übrigen ein 

eigenartiges Kopfweh sowie eine Art Muskelkater nach Überanstrengung. Er sei mit der 

Beschwerdeführerin die von den amerikanischen Centers for Disease Control and 

Prevention (CDC) entwickelten Kriterien zur Diagnose des CFS durchgegangen. Sechs 

von acht Körperkriterien lägen bei der Beschwerdeführerin vor; vier hätten für die 

Diagnosestellung des CFS bereits gereicht. Dr. I.___ betont, nicht beurteilen zu können, 

ob sämtliche therapeutischen Optionen ausgeschöpft worden seien. Die 

Arbeitsfähigkeit schätzt Dr. I.___ an jedem denkbaren Arbeitsplatz auf 0%. Es bliebe 

der Beschwerdeführerin nicht einmal genügend Energie für gröbere Hausarbeiten (IV-

act. 95).

5.- a) Dr. I.___ verweist auf die Studien der CDC. Die CDC sind eine dem 

amerikanischen Gesundheitsministerium HHS (United States Department of Health and 

Human Services) unterstellte, international operierende Behörde der USA. Ihr Zweck ist 

der Schutz der Bevölkerung vor Krankheiten und Seuchen. Im Juli 2006 publizierten die 

CDC "Fact Sheets" zum CFS, deren deutsche Übersetzung im Februar 2007 

veröffentlicht wurde ("CFS Toolkit: Orientierungshilfen zum Umgang mit CFS für Ärzte 

und Angehörige medizinischer Berufe", abrufbar unter www.cfs-portal.de). Darin wird 

das CFS als eine durch schwerwiegende, lähmende Erschöpfung gekennzeichnete 

Erkrankung bezeichnet, die wenigstens sechs Monate andauere und zu einer 

substantiellen Verringerung beruflicher, persönlicher, sozialer oder 

ausbildungsbezogener Aktivitäten führe. Diese Erschöpfung bessere sich nicht durch 

Ruhe, könne sich durch physische oder psychische Belastung verschlechtern und 

werde von charakteristischen Beschwerden begleitet. Kliniker sollten gemäss diesem 

Toolkit die Diagnose CFS in Betracht ziehen, wenn folgende zwei Kriterien erfüllt seien: 

Erstens muss eine ungeklärte, anhaltende Erschöpfung vorliegen, die nicht durch 

fortwährende Überanstrengung verursacht werde, sich nicht wesentlich durch Ruhe 

bessere, neu aufgetreten sei (und nicht lebenslang bestehe) und zu einer signifikanten 

Reduzierung des früheren Aktivitätsniveaus führe. Zweitens müssten vier oder mehr der 

folgenden Symptome über mindestens sechs Monate bestehen: Gedächtnis- oder 

Konzentrationsstörungen, Verschlechterung des Befindens nach Anstrengungen, nicht 

erholsamer Schlaf, Muskelschmerzen, multiple Gelenkschmerzen ohne Schwellung 

oder Rötung (bei Erwachsenen), Kopfschmerzen eines neuen Typs oder Schweregrads, 

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häufige oder rezidivierende Halsschmerzen, empfindliche zervikale oder axilläre 

Lymphknoten. Für CFS gebe es keine diagnostischen Tests oder Labormarker, 

weshalb es sich bei dieser Störung um eine Ausschlussdiagnose handle. Die klinische 

Abklärung von Patienten mit einer Erschöpfungskrankheit erfordere u.a. eine 

vollständige körperliche Untersuchung, eine Untersuchung des mentalen Status und 

eine begrenzte Anzahl grundlegender Labortests. Die empfohlenen Tests schliessen 

verschiedene Analysen ein, so etwa Urinanalyse, Gesamteiweiss, Glukose, C-reaktives 

Protein, Phosphat, Elektrolyte, Blutbild zur Leukozytendifferenzierung, alkalische 

Phosphatase, Kreatinin und weitere mehr. Gemäss dem Toolkit könnten weitere Tests 

oder Facharzt-Überweisungen angezeigt sein, um eine Diagnose zu bestätigen oder 

auszuschliessen, die den Erschöpfungszustand besser erklären könne, oder um 

Befunde aus den Screening-Untersuchungen weiter abzuklären. Es sei nicht 

ungewöhnlich, dass CFS-Patienten auch Symptome anderer Krankheiten aufweisen 

würden. Bei den Komorbiditäten, auf die Kliniker achten sollten, wird an erster Stelle 

das Colon irritabile (Reizdarmsyndrom) genannt, das bei der Beschwerdeführerin 

bereits vor Jahren diagnostiziert worden war.

b) In der CFS-Studie wird davon ausgegangen, dass bei lediglich 20% der erkrankten 

Bevölkerung der USA die Diagnose CFS auch gestellt worden sei. Nach über 3'000 

Forschungsarbeiten gebe es nun ausreichende wissenschaftliche Belege dafür, dass 

CFS eine reale, physiologische Erkrankung sei. Ein verbreitetes Hindernis bei der 

Diagnostik und Behandlung des CFS sei die Ungewissheit darüber, wie man CFS 

diagnostiziere. Obwohl es keinen Labortest oder Marker zur Identifizierung des CFS 

gebe, existiere jedoch eine internationale Falldefinition, die einen zuverlässigen 

Diagnosealgorithmus biete.

c) Nach diesen Ausführungen kann entgegen der Ansicht der Rechtsanwältin der 

Beschwerdeführerin in der Replik offenbar nicht von den Blutwerten auf das CFS 

geschlossen werden. Vielmehr scheint es für das CFS keine diagnostischen Labortests 

zu geben. Dies erklärt wohl auch, weshalb Dr. A.___ in seinem Bericht vom 19. Januar 

2003 trotz normaler Blutwerte die Differentialdiagonse des CFS stellte (IV-act. 9). Vor 

diesem Hintergrund erstaunt die Aussage im Gutachten G.___, das CFS wäre zwar von 

der psychischen Symptomatik her in die Diagnose der Neurasthenie integrierbar, man 

möchte es aber als ganzes Syndrom ausdrücklich nicht mit einbeziehen, da keine 

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unterstützenden Laborwerte bekannt seien. Offenbar gibt es nach dem Stand der 

aktuellen medizinischen Forschung gar keine diagnostischen Tests oder Labormarker, 

die die CFS-Diagnose erlauben. Die bisherigen Begutachtungen der 

Beschwerdeführerin sind für die anscheinend notwendige Ausschlussdiagnose jedoch 

nicht ausreichend.

d) Der Beschwerdegegnerin ist grundsätzlich darin beizupflichten, dass die korrekte 

Diagnosestellung eines Gesundheitsschadens keinen Einfluss auf den für die IV-

Bemessung relevanten, allein aufgrund der Auswirkungen des Leidens ermittelten Grad 

der Arbeitsunfähigkeit hat. Wie auch das Bundesgericht anerkennt, muss eine 

Beeinträchtigung des Leistungsvermögens in jedem Einzelfall unabhängig von der 

Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem 

Ausmass bestimmt sein (EVGE I 131/05 Erw. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Vorliegend 

wurde im Gutachten G.___ die Diagnosestellung eines CFS mit dem Hinweis auf 

fehlende unterstützende Laborwerte nicht weiter geprüft (S. 8), Testverfahren wurde 

keines durchgeführt (S. 6). Dr. I.___ beschränkte sich bei der Konsultation der 

Beschwerdeführerin offenbar auf eine mündliche Befragung. Ohne Aktenkenntnis geht 

er in seinem Bericht vom 24. April 2006 davon aus, dass ausreichende physische 

Untersuchungen von den vorhergehenden Begutachtern durchgeführt worden seien. 

Dem scheint jedoch nicht so zu sein: Abgesehen vom Hinweis auf den Bluttest aus 

dem Jahr 2000 wurden offenbar keine körperlichen Untersuchungen durchgeführt. Der 

Bericht von Dr. I.___ entspricht den Anforderungen an ein medizinisches Gutachten 

nicht. Dr. I.___ hatte offenbar weder Kenntnis von den Vorakten, noch beruht seine 

Beurteilung auf umfassenden medizinischen Abklärungen. Dennoch kann dem Bericht 

aufgrund der obenstehenden Erwägungen nicht jegliche Relevanz abgesprochen 

werden, was umso mehr gilt, als die Differentialdiagnose CFS bereits von Dr. A.___ 

gestellt und im Gutachten G.___ nicht weiter abgeklärt wurde. Im Sinne des 

Vorstehenden kann nicht ernsthaft behauptet werden, Dr. I.___ bezeichne den 

grundsätzlich gleichen medizinischen Sachverhalt lediglich anders als die Gutachter Dr. 

E.___ und Dipl.-Psych. F.___. Bei Durchsicht des oben zitierten CFS Toolkit fällt 

insbesondere auf, dass bei Vorliegen eines CFS offenbar eine ganz massive 

Einschränkung, nicht selten sogar ein völliger Ausschluss der Arbeitsfähigkeit möglich 

ist.

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e) Die Beschwerdegegnerin hätte bei der gegebenen Beweislage zumindest von den 

Gutachtern des Psychiatriezentrums G.___ eine Stellungnahme zum Bericht von Dr. 

I.___ einholen und umfassende fachärztliche Abklärungen zum CFS durchführen lassen 

müssen. Sollte sich die von Dr. I.___ gestellte Diagnose des CFS bestätigen lassen, ist 

eine vom Gutachten G.___ abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin nicht ausgeschlossen.

6.- a) In diesem Sinne ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit 

sie weitere Abklärungen veranlasse und anschliessend über den Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf IV-Leistungen neu verfüge. Bei der Berechnung des IV-Grads 

ist dabei zu beachten, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit mit einem Pensum von 100% erwerbstätig wäre, was beim 

Validen¬einkommen zu berücksichtigen ist und die Anwendung der gemischten 

Methode ausschliesst.

b) Gemäss den Schlussbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember 2005, 

in Kraft seit 1. Juli 2006, gilt für die am 1. Juli 2006 beim kantonalen 

Versicherungsgericht hängigen Beschwerden das bisherige Recht (lit. c der 

Schlussbestimmungen). Somit gelangt Art. 69 Abs. 1bis IVG zur Kostenpflicht von 

Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen im 

kantonalen Gerichtsverfahren nicht zur Anwendung. Gerichtskosten sind somit keine zu 

erheben.

c) Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Da die Rückweisung praxisgemäss als volles Obsiegen gilt, 

rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung auf pauschal Fr. 3'000.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Die Beschwerdegegnerin hat somit der 

Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.- zu bezahlen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

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1. Die Beschwerde wird unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 23. Mai 2006 

teilweise gutgeheissen. Die Streitsache wird an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme von Abklärungen im Sinne der Erwägungen 

über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf IV-Leistungen neu verfüge.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.05.2007
	Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG, Art. 27bis IVV. Methoden zur Berechnung des IV-Grads: Allgemeine Methode, Betätigungsvergleich, gemischte Methode. Anforderungen an medizinische Gutachten. Chronic Fatigue Syndrom (CFS) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Mai 2007, IV 2006/113).

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