# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ed62852-0681-5991-b9a1-738dd63cdb52
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 13.07.2023 SK1 2022 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2022-21_2023-07-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 13. Juli 2023

Referenz SK1 22 20/21

Instanz I. Strafkammer

Besetzung Moses, Vorsitzender
Michael Dürst und Richter
Coray-Mosele, Aktuarin

Parteien Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

gegen

A._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Angela Cavallo
Zeltweg Rechtsanwälte, Zeltweg 11, Postfach 554, 8032 Zürich 
Neumünster

B._____
Privatkläger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Matthias Brunner
Advokatur Gartenhof, Gartenhofstrasse 15, Postfach 9819, 8036 
Zürich

C._____
Privatklägerin

Gegenstand Amtsmissbrauch gem. Art. 312 StGB sowie Urkundenfälschung im 
Amt gem. Art. 317 Ziff. 1 StGB

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Prättigau/Davos vom 16.12.2021, mitgeteilt 
am 01.04.2022 (Proz. Nr. 515-2021-10)

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Mitteilung 04. September 2023

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Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Prättigau/Davos sprach A._____ (fortan Beschuldigter) 
am 16. Dezember 2021 vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 
StGB sowie vom Vorwurf der Urkundenfälschung im Amt gemäss Art. 317 Ziff. 1 
StGB frei. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wies es ab. Die Unter-
suchungsgebühren von CHF 3'780.00 sowie die Gerichtsgebühren von 
CHF 8'800.00 auferlegte es dem Kanton Graubünden. Dem Beschuldigten sprach 
es eine Parteientschädigung von CHF 24'154.50 zu Lasten des Kantons 
Graubünden zu. Zudem sprach es unter dem Vorbehalt der Gutheissung der Be-
schwerde von B._____ gegen den Widerruf der unentgeltlichen Prozessführung 
seinem Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Matthias Brunner, eine Entschädigung in 
der Höhe von CHF 15'148.20 zu.

B. Gegen dieses Urteil erhob sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch B._____ 
(fortan Privatkläger) Berufung.

C. Die Berufungsverhandlung fand am 4. Juli 2023 statt. Anlässlich dieser be-
antragte die Staatsanwaltschaft, die Ziffern 1 und 2 sowie 4 bis 6 des angefochte-
nen Urteils seien aufzuheben. Der Beschuldigte sei des Amtsmissbrauchs gemäss 
Art. 312 StGB und der Urkundenfälschung im Amt gemäss Art. 317 Ziff. 1 StGB 
schuldig zu sprechen. Dafür sei der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 90 Ta-
gessätzen à CHF 200.00 zu bestrafen. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschie-
ben bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem sei der Beschuldigte mit einer 
Verbindungsbusse von CHF 4'500.00 zu bestrafen, ersatzweise zu vollziehen 
durch eine Freiheitsstrafe von 22 Tagen. Die Kosten des Untersuchungs- und des 
erstinstanzlichen Verfahrens seien dem Beschuldigten in Anwendung von Art. 426 
Abs. 1 evtl. Abs. 2 StPO aufzuerlegen. Die Kostenfolge für das Berufungsverfah-
ren sei die gesetzliche. Der Privatkläger beantragte, die Dispositiv-Ziffern 4, 5 und 
6 des Urteils des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 16. Dezember 2021 seien 
aufzuheben. Dem Beschuldigten seien die Untersuchungs- und Gerichtskosten 
aufzuerlegen und keine Entschädigung auszurichten. Weiter sei der Beschuldigte 
zu verpflichten, dem Privatkläger eine Entschädigung für das Untersuchungs- so-
wie das erst- und zweitinstanzliche Gerichtsverfahren im Betrage von 
CHF 32'151.60 auszurichten.

D. Nach Beratung wurde das Urteil den anwesenden Parteien an der öffentli-
chen Urteilsverkündung vom 13. Juli 2023 eröffnet bzw. den abwesenden Partei-
en, dem Beschuldigten wie auch C._____ (fortan Privatklägerin), am gleichen Tag 
im Dispositiv schriftlich mitgeteilt.

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Erwägungen

1. Die Berufungsverfahren SK1 22 20 und SK1 22 21 sind zu vereinigen 
(Art. 30 StPO).

2. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst Folgen-
des vor (RG act. 1): Am _____ 2017 sei es in D._____ im Rahmen der Durchset-
zung gerichtlicher Entscheide am Wohnort des Privatklägers und dessen Schwes-
ter, der Privatklägerin, zu einem Polizeieinsatz gekommen, an dem vier Regio-
nenpolizisten sowie drei Mitarbeiter der Sicherheitspolizei beteiligt gewesen seien. 
Der Beschuldigte sei mit den polizeilichen Ermittlungen betreffend Gewalt und 
Drohung gegen Behörden und Beamte sowie Beschimpfung seitens des Privat-
klägers und der Privatklägerin im Rahmen des genannten Polizeieinsatzes betraut 
worden. In einer internen Aktennotiz habe er festgehalten, dass sich die drei Si-
cherheitspolizisten einstimmig dahingehend geäussert hätten, dass gegen sie kei-
ne Drohungen oder Beschimpfungen ausgestossen worden seien. Weiter seien 
sie einstimmig der Meinung gewesen, dass aus ihrer Sicht der Tatbestand Gewalt 
und Drohung gegen Behörden und Beamte seitens der Privatkläger anlässlich des 
fraglichen Einsatzes nicht erfüllt worden sei. Der Beschuldigte habe dennoch dar-
auf verzichtet, die am Einsatz beteiligten Sicherheitspolizisten protokollarisch als 
Auskunftspersonen zu befragen und ihre Personalien im Kriminalrapport vom 
29. März 2018 zu vermerken. Zur Begründung habe er im Kriminalrapport wahr-
heits- und tatsachenwidrig angegeben, dass die drei Sicherheitspolizisten keine 
Aussagen zu den fraglichen Tatbeständen machen könnten. Der Beschuldigte 
habe sich dadurch des Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB sowie der Urkun-
denfälschung im Amt gemäss Art. 317 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht.

3. Betreffend den Vorwurf des Amtsmissbrauchs hat die Vorinstanz die theo-
retischen Grundlagen zutreffend und korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwie-
sen werden. Die Staatsanwaltschaft äusserte sich vor dem Berufungsgericht nicht 
zum objektiven Tatbestand des Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB (vgl. 
act. H.4). Insofern kann auch auf die zutreffende Subsumtion der Vorinstanz ver-
wiesen werden. Dieser ist nichts beizufügen. Der Beschuldigte ist in Übereinstim-
mung mit der Vorinstanz vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 
StGB freizusprechen.

4.1. In der Aktennotiz vom 18. Dezember 2017 hielt der Beschuldigte fest, die 
drei Mitarbeiter der Sicherheitspolizei hätten sich einstimmig dahingehend geäus-
sert, dass gegen sie keine Drohungen oder Beschimpfungen ausgestossen wor-
den seien. Weiter seien sie einstimmig der Meinung gewesen, dass aus ihrer Sicht 

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der Tatbestand von Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte seitens der 
Privatkläger anlässlich des fraglichen Einsatzes nicht erfüllt worden sei (StA 
act. 4C.1.2). Im Kriminalrapport vom 29. März 2018 schrieb er Folgendes: "Zur 
Unterstützung seitens der Kantonspolizei standen zudem drei Mitarbeiter der Si-
cherheitspolizei im Einsatz. Aufgrund mündlicher Aussagen dieser, wonach sie 
bezüglich den fraglichen Tatbeständen keine Aussagen machen können, wurde 
auf eine schriftliche Befragung derer verzichtet." (StA act. 4C.4.1). Der Beschuldig-
te bestritt, wissentlich und willentlich eine Unwahrheit im Kriminalrapport vom 
29. März 2018 festgehalten zu haben. So führte er aus, wenn er das heute lese, 
sehe er, dass das vielleicht nicht ganz glücklich formuliert sei, aber es habe nie die 
Absicht bestanden, einen Widerspruch zu schreiben. Es stehe auch kein böser 
Wille oder die Absicht, etwas zu verschweigen, dahinter (StA act. 4C.2.5 Antwort 
auf Frage 75; siehe auch RG act. 37 Antworten auf Fragen 9 bis 12). Im Schluss-
wort anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung gab er zu Protokoll, es sei 
ihm wichtig festzuhalten, dass er nicht im Traum, nicht eine Sekunde daran ge-
dacht habe, irgendetwas zu vertuschen oder irgendjemanden zu bevor- oder be-
nachteiligen. Das wäre mit seinen persönlichen, aber vor allem beruflichen Werten 
überhaupt nicht vereinbar. Er sei sicher nicht Polizist geworden, um irgend so et-
was zu machen (RG act. 37 S. 11).

4.2.1. Beim Tatbestand der Urkundenfälschung im Amt gemäss Art. 317 Ziff. 1 
StGB handelt es sich um ein Vorsatzdelikt, wobei Eventualvorsatz genügt. Vor-
sätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen 
ausführt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Wissen, die sog. intellektuelle Vorsatzkomponente, 
ist die Voraussetzung des Wollens. Gefordert wird, dass der Täter den Straftatbe-
stand verwirklicht in Kenntnis aller zum objektiven Tatbestand gehörenden Um-
stände (Daniel Jositsch [Hrsg.], Strafrecht I, Verbrechenslehre, 10. Aufl., 
Zürich 2022, S. 117). Neben dem Wissen um die reale Möglichkeit der Tatbe-
stands-erfüllung verlangt der Vorsatz auch den Willen, den Tatbestand zu verwirk-
lichen. Der Täter muss sich gegen das rechtlich geschützte Gut entscheiden. Die-
ser Wille ist gegeben, wenn die Verwirklichung des Tatbestandes das eigentliche 
Handlungsziel des Täters ist oder ihm als eine notwendige Voraussetzung zur Er-
reichung seines Zieles erscheint. Dasselbe gilt, wenn die Verwirklichung des Tat-
bestandes für den Täter eine notwendige Nebenfolge darstellt, mag sie ihm auch 
gleichgültig oder gar unerwünscht sein (BGE 130 IV 58 E. 8.2; Günter Straten-
werth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I: Die Straftat, 4. Aufl., 
Bern 2011, § 9 N 95 ff.).

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4.2.2. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält 
und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Nach ständiger Rechtsprechung ist sog. 
Eventualvorsatz gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Tatbe-
standsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für 
den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch 
unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 m.w.H.). Der eventualvorsätzlich han-
delnde Täter nimmt den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet 
mit ihm und findet sich mit ihm ab. Wer den Erfolg dergestalt in Kauf nimmt, "will" 
ihn im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Nicht erforderlich ist, dass der Täter den 
Erfolg "billigt" (BGE 133 IV 9 E. 4.1). Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung 
im Sinne des Eventualvorsatzes in Kauf genommen hat, muss das Gericht – bei 
Fehlen eines Geständnisses des Beschuldigten – aufgrund der Umstände ent-
scheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbe-
standsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggrün-
de des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der 
Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, 
desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestandsverwirkli-
chung in Kauf genommen (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2). Das Gericht darf vom Wissen 
des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs 
als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzuneh-
men, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann 
(zum Ganzen BGE 147 IV 439 E. 7.3 m.w.H.). Der Schluss, der Täter habe die 
Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, darf aber jedenfalls nicht allein aus 
der Tatsache gezogen werden, dass sich dieser des Risikos der Tatbestandsver-
wirklichung bewusst war und dennoch handelte. Denn dieses Wissen um das Ri-
siko der Tatbestandsverwirklichung wird auch bei der bewussten Fahrlässigkeit 
vorausgesetzt. Vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen (BGE 133 IV 9 
E. 4.1 m.H.a.; 130 IV 58 E. 8.4).

4.2.3. Unterschiede zwischen dem Eventualvorsatz und der bewussten Fahrläs-
sigkeit bestehen jedoch beim Willensmoment. Der bewusst fahrlässig handelnde 
Täter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von ihm als 
möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintrete, sich das Risiko der Tatbestandser-
füllung mithin nicht verwirklichen werde. Das gilt selbst für den Täter, der sich 
leichtfertig bzw. frivol (BGE 69 IV 75 E. 5) über die Möglichkeit der Tatbestandser-
füllung hinwegsetzt und mit der Einstellung handelt, es werde schon nichts passie-
ren (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1 m.w.H.). Bei fahrlässigen Tätigkeitsdelikten wie 
Art. 317 Ziff. 2 StGB bezieht sich der Fahrlässigkeitsvorwurf regelmässig auf das 
"Verkennen oder nicht ernstlich In-Rechnung-Stellen des Vorliegens oder Eintre-

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tens von Tatumständen" und gerade nicht auf die Vornahme der Handlung als sol-
cher (Marcel Alexander Niggli/Stefan Maeder in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl., Basel 2019, N 82 zu Art. 12 StGB m.w.H.).

4.2.4. Für die Erfüllung des subjektiven Tatbestands der Urkundenfälschung im 
Amt ist zudem eine Täuschungsabsicht notwendig. Der Täter muss zur Täuschung 
im Rechtsverkehr handeln. Die Täuschungsabsicht ergibt sich daraus, dass der 
Täter die Urkunde als echt oder wahr verwenden will. Der täuschende Gebrauch 
der Urkunde liegt schon darin, dass sie in den Rechtsverkehr gebracht wird. Dass 
eine Person tatsächlich getäuscht wird, ist nicht notwendig (Markus Boog in: Nigg-
li/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl., Basel 2019, N 19 zu 
Art. 317 StGB m.w.H.).

4.2.5. Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Vor-
aussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschul-
digte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 1 und 3 StPO). Die genannte 
Bestimmung operationalisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Un-
schuldsvermutung (in dubio pro reo) gemäss Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 
EMRK. Sie verbietet es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestandes 
von einem belastenden Sachverhalt auszugehen, wenn nach objektiver Würdi-
gung der gesamten Beweise ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt 
tatsächlich so verwirklicht hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person günsti-
gere Tatversion vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Eine einfa-
che Wahrscheinlichkeit genügt somit nicht. Auf der anderen Seite kann auch keine 
absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und theoretische Zweifel sind 
kaum je ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1). Die Beweiswürdigung als 
solche wird vom Grundsatz der freien und umfassenden Beweiswürdigung be-
herrscht, welche in Art. 10 Abs. 2 StPO normiert ist. Danach würdigt das Gericht 
die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeu-
gung. Die Organe der Strafrechtspflege sollen frei von Beweisregeln und nur nach 
ihrer persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegen-
den Beweise darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für bewiesen halten (BGE 
144 IV 345 E. 2.2.3.1).

4.3.1. Der Beschuldigte hatte die Aktennotiz am 18. Dezember 2017 verfasst (StA 
act. 4C.1.2), während der Kriminalrapport vom 29. März 2018 datiert (StA 
act. 4C.4.1). Als der Beschuldigte den Rapport verfasste, waren mithin fast drei-
einhalb Monate vergangen seit dem Verfassen der Aktennotiz. Es ist unbestritten, 
dass der Beschuldigte die Aktennotiz nicht mehr konsultiert hatte, bevor er den 
Kriminalrapport vom 29. März 2018 verfasste, zumal sie nicht Bestandteil der Ver-

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fahrensakten war – wie er zu Protokoll gab (StA act. 4C.2.5 Frage und Antwort 75; 
RG act. 37 Frage und Antwort 13). Indem der Beschuldigte die Aktennotiz nicht 
mehr konsultiert hatte, konnte er die inkriminierte Passage im Rapport nur aus 
seiner Erinnerung heraus, was die Mitarbeiter der Sicherheitspolizei ihm damals 
sagten, schreiben. Anlässlich der Einvernahmen gab er an, den inkriminierten 
Satz in den Rapport geschrieben zu haben, weil die Mitarbeiter der Sicherheitspo-
lizei ihm gesagt hätten, dass sie zu den Wahrnehmungen der Postenpolizisten 
keine Aussagen bzw. Angaben machen könnten bzw. bei den verbleibenden Tat-
beständen das Subjektive wichtig sei und sie ihm gesagt hätten, dass sie darüber 
nicht aussagen könnten, und weil sie nicht geschädigt seien (StA act. 4C.2.5. 
Antworten auf die Fragen 54, 59, 61 und 72). Auf den Vorhalt, weshalb er das Er-
gebnis der Diskussion [mit den Mitarbeitern der Sicherheitspolizei] nicht in den 
Rapport geschrieben habe, führte der Beschuldigte aus, das stehe ja im Rapport 
(StA act. 4C.2.5 Frage und Antwort 43). Angesprochen darauf, dass der Beschul-
digte im Kriminalrapport anders als in der Aktennotiz geschrieben habe, dass die 
Mitarbeiter der Sicherheitspolizei zu den fraglichen Tatbeständen keine Aussage 
machen könnten, und ob dies aus seiner Sicht so zutreffe, antwortete der Sicher-
heitspolizist E._____, das sei das, was er ja gesagt habe. Er könne nicht den gan-
zen Dialog zwischen der Front-Polizei und dem Privatkläger wiedergeben, weil er 
sich aus sicherheitspolizeilicher Optik auf etwas anderes konzentriert habe. Was 
er hätte sagen können, sei das mit der aggressiven Grundstimmung und dem Ab-
lauf, aber das sei bekannt gewesen (StA act. 4C.2.4 Frage und Antwort 54). Es ist 
daher plausibel, dass der Beschuldigte den inkriminierten Satz im Rapport nach 
seinem Verständnis bzw. aus seiner Erinnerung, was die Sicherheitspolizisten ihm 
gesagt haben, erstellte und sich in diesem Zeitpunkt nicht bewusst war, etwas po-
tentiell Unwahres zu rapportieren. Dass der Beschuldigte sich einer falschen Rap-
portierung nicht bewusst war, zeigt auch, dass er nach wie vor der Auffassung ist, 
dass zwischen dem Inhalt der Aktennotiz und demjenigen des Rapports kein Un-
terschied bestehe (StA act. 4C.2.5 Frage und Antwort 75; RG act. 37 Frage und 
Antwort 9 f.; act. H.6. Frage und Antwort V.20). Ob diese Auffassung zutrifft oder 
nicht, ist letztlich nicht entscheidend.

4.3.2. Weiter ist die Schwere der vorgeworfenen Sorgfaltspflichtverletzung von 
Bedeutung. Dem Beschuldigte kann zum Vorwurf gemacht werden, er hätte sich 
durch die Konsultation der Aktennotiz nochmals vergewissern müssen, was die 
Mitarbeiter der Sicherheitspolizei beim informellen Gespräch genau gesagt hatten, 
anstatt aus seiner Erinnerung heraus die Bemerkung in den Rapport zu schreiben. 
Was eine Sorgfaltspflichtverletzung vorliegend mildert, ist der Umstand, dass der 
Beschuldigte an gleicher Stelle im Rapport vermerkte, dass die Mitarbeiter der 

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Sicherheitspolizei zur Unterstützung der Kantonspolizei im Einsatz gestanden 
sind. Aufgrund dessen sollte beim juristisch geschulten und aufmerksamen 
Leser – was auf den Adressaten des Rapports, die Staatsanwaltschaft, zutrifft – 
die Frage aufkommen, warum die Mitarbeiter der Sicherheitspolizei zu den fragli-
chen Tatbeständen keine Angaben machen können, wenn sie doch dabei gewe-
sen waren, und ob die Formulierung "zu den fraglichen Tatbeständen" nicht miss-
glückt ist bzw. juristisch falsch verwendet wurde und die Mitarbeiter der Sicher-
heitspolizei zu allenfalls geäusserten Drohungen oder Handlungen seitens der 
Privatkläger gegen die Einsatzkräfte dennoch Hinweise liefern könnten. Insofern 
kann auch nicht so einfach gesagt werden, wie die Staatsanwaltschaft ausführte 
(act. H.4 S. 19), dass der Beschuldigte in Kauf genommen habe, dass ein unbe-
fangener Dritter verstehe, dass die Mitarbeiter der Sicherheitspolizei keine Aussa-
gen machen könnten. Auch führte die Staatsanwaltschaft selber aus, es stehe 
ausser Frage, dass die Mitarbeiter der Sicherheitspolizei, die an vorderster Front 
mit dabei gewesen seien, den äusseren Ablauf der Handlungen mitbekommen 
hätten (act. H.4 S. 8). Es ist auch zu berücksichtigen, wie die Vorinstanz zutref-
fend ausführte (act. E.1 S. 46 ff.), dass es sich um einen Polizeirapport und damit 
um die ersten Ermittlungen handelt. Der Staatsanwaltschaft als Herrin des Vorver-
fahrens obliegt, vor der Anklageerhebung sorgfältig zu prüfen, ob sich die Abnah-
me weiterer Beweismittel aufdrängt. Ebenso hätten die Privatkläger entsprechen-
de Beweisanträge stellen können. Dies gilt auch im Verfahren vor Gericht. Die 
konkrete Gefahr einer ungerechtfertigten Anklageerhebung oder sogar Verurtei-
lung der Privatkläger aufgrund der inkriminierten Bemerkung im Kriminalrapport ist 
deshalb zu verneinen.

4.3.3. Bevor der Kriminalrapport vom 29. März 2018 zur Staatsanwaltschaft ge-
langte, legte der Beschuldigte diesen nicht nur seinem Vorgesetzten, dem Regio-
nen-/Dienstchef F._____, sondern auch dem stellvertretenden Chef Ermittlungs-
dienste in G._____, Chefadjunkt H._____, zur Visierung vor (vgl. StA act. 4C.4.1). 
Er durfte mithin auch darauf vertrauen, dass sein Vorgesetzter, mit welchem er 
solche Fälle besprochen habe (StA act. 4C.2.5 Antwort auf die Frage 47), sowie 
die Kontrollstelle in G._____ ihn auf den inkriminierten Satz hinweisen würden.

4.3.4. Zu den relevanten Umständen, welche einen Schluss auf die Inkaufnahme 
der Tatbestandsverwirklichung zulassen, gehören aber auch die Beweggründe 
des Täters und die Art der Tathandlung. Dadurch, dass der Beschuldigte die An-
wesenheit der Mitarbeiter der Sicherheitspolizei im Rapport erwähnte, hätte – wie 
ausgeführt – die Staatsanwaltschaft oder das Gericht ohne Weiteres deren Ein-
vernahme vornehmen bzw. die Privatkläger hätten diese beantragen können und 

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so feststellen, ob bzw. welche Aussagen möglich sind. Durch die Erwähnung der 
Anwesenheit der Mitarbeiter der Sicherheitspolizei im Rapport bestand damit nicht 
nur ein grosses Risiko, sondern war fast vorprogrammiert, dass eine eventuelle 
Unwahrheit betreffend die Möglichkeit von Aussagen zu den Vorkommnissen an-
lässlich des Polizeieinsatzes am 17. November 2017 ans Licht käme. Diese Art 
der Tathandlung spricht gegen eine willentliche Falschbeurkundung. Hätte der 
Beschuldigte willentlich die Verurkundung einer diesbezüglichen Unwahrheit be-
absichtigt, wäre vielmehr plausibel, dass er die Mitarbeiter der Sicherheitspolizei 
im Rapport unerwähnt gelassen hätte.

4.3.5. Der Beschuldigte zeigte nicht, dass ihm die Verletzung des gefährdeten 
Rechtsgutes gleichgültig war, was gerade den Eventualvorsatz kennzeichnet. Es 
ist auf sein Schlusswort zu verweisen, in dem er ausführte, er sei "sicher nicht Po-
lizist geworden, um irgend so etwas zu machen" (RG act. 37 S. 11). Es ist nicht 
ersichtlich, was den Beschuldigten dazu bewegt hat, anders als in der Aktennotiz, 
in den Rapport zu schreiben, dass die Mitarbeiter der Sicherheitspolizei keine 
Aussagen zu den fraglichen Tatbeständen machen könnten. Ein Beweggrund oder 
Motiv hinsichtlich einer Falschbeurkundung ist schlicht nicht erkennbar. Auch ist 
nicht erkenn- oder erstellbar, dass der Beschuldigte ein weiter entferntes Hand-
lungsziel verfolgte, für dessen Erreichen die inkriminierte Bemerkung im Rapport 
bzw. die vorgeworfene Rechtsgutverletzung notwendig oder eine akzeptierte Ne-
benfolge wäre. Insbesondere ergeben sich aus den Akten keinerlei Hinweise und 
ist nicht erstellbar, dass er den Privatklägern schaden wollte, sodass entlastende 
Aussagen nicht im Verfahren gegen sie berücksichtigt werden. Vielmehr muss ihm 
als Polizist mit damals rund 12-jähriger Berufserfahrung (StA act. 4C.2.5 Frage 
und Antwort 1) klar gewesen sein, dass ihm persönlich bei wahrheitswidriger Be-
urkundung grosses Ungemach nicht nur in Form von strafrechtlichen Konsequen-
zen, sondern auch in beruflicher Hinsicht das Karriereende bzw. der Verlust der 
Arbeitsstelle als Polizist droht. Der Beschuldigte gefährdete durch das inkriminierte 
Verhalten also vor allem sich selbst. Eventualvorsatz ist daher nicht leichthin an-
zunehmen (vgl. BGE 133 IV 9 E. 4.2. m.w.H.).

4.3.6. Selbst wenn man davon ausgehen würde, dem Beschuldigten sei bewusst 
gewesen, dass er eine Unwahrheit in den Rapport schreibt, sind nach dem Ausge-
führten keinerlei Umstände ersichtlich, aufgrund derer sich erstellen lässt, dass er 
das Risiko der Verurkundung einer Unwahrheit akzeptiert, dieses übernommen 
und sich damit abgefunden hatte. Es kann mithin nicht rechtsgenüglich erstellt 
werden bzw. bestehen ernsthafte Zweifel, dass der Beschuldigte die Verurkun-
dung einer Unwahrheit in Bezug auf die Möglichkeit der Mitarbeiter der Sicher-

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heitspolizei, Angaben zu den Vorkommnissen am 17. November 2017 zu machen, 
im Sinne eines Eventualvorsatzes gewollt hat. Aufgrund der gesamten dargeleg-
ten Umständen liegt vielmehr nahe, dass der Beschuldigte aus pflichtwidriger Un-
vorsicht nicht bedacht bzw. verkannt hat, dass eine solche Bemerkung dahinge-
hend verstanden werden kann, dass die Mitarbeiter der Sicherheitspolizei gar kei-
ne Angaben zu den (objektiv wahrnehmbaren) Vorgängen am 17. November 2017 
machen können. Derartiges stand auch nicht im Rapport. In Anwendung des 
Grundsatzes in dubio pro reo ist daher von der für den Beschuldigten günstigeren 
Sachlage auszugehen, womit das Vorliegen eines Eventualvorsatzes in Bezug auf 
die vorgeworfene Urkundenfälschung im Amt zu verneinen ist.

4.3.7. Die fahrlässige Urkundenfälschung im Amt ist zwar gemäss Art. 317 Ziff. 2 
StGB ebenfalls strafbar, scheidet jedoch aufgrund der Verjährung vorliegend aus 
und ist auch nicht von der Anklage umfasst (vgl. Erwägungen der Vorinstanz 
act. E.1 S. 37). Damit erübrigen sich Ausführungen zum objektiven Tatbestand der 
Urkundenfälschung im Amt. Insbesondere kann offenbleiben, ob die vorinstanzli-
che Auffassung (act. E.1 S. 30) zutrifft, der Beschuldigte habe im Kriminalrapport 
vom 29. März 2018 eine Unwahrheit verurkundet bzw. es handle sich beim inkri-
minierten Satz um eine qualifizierte schriftliche Lüge. Die Berufung gegen den vor-
instanzlichen Freispruch des Beschuldigten vom Vorwurf der Urkundenfälschung 
im Amt gemäss Art. 317 Ziff. 1 StGB ist abzuweisen.

5.1.1. Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
gemäss Art. 428 Abs. 3 StPO auch über die von der Vorinstanz getroffene Kosten-
regelung.

5.1.2. Das Regionalgericht Prättigau/Davos auferlegte die Untersuchungs- und 
Gerichtskosten dem Kanton Graubünden (act. E.1 S. 65). Sowohl der Privatkläger 
wie auch die Staatsanwaltschaft beantragten, dem Beschuldigten seien diese Kos-
ten aufzuerlegen (act. H.3 S. 1; act. H.4 S. 26). Der Privatkläger ist in Bezug auf 
diese Kosten durch den vorinstanzlichen Entscheid nicht beschwert, womit auf 
seinen Antrag nicht einzutreten ist.

5.1.3. Wird das Verfahren gegen die beschuldigte Person eingestellt oder wird sie 
freigesprochen, so wird sie grundsätzlich von der Kostentragung befreit (Art. 426 
Abs. 1 StPO). Ausnahmsweise können ihr gemäss Art. 426 Abs. 2 StPO die Ver-
fahrenskosten auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einlei-
tung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat. Es handelt 
sich um eine Kann-Vorschrift, womit den Gerichten ein Ermessensspielraum ein-
geräumt wird. 

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5.1.4. Nach der Rechtsprechung verstösst eine Kostenauflage bei Freispruch oder 
Einstellung des Verfahrens gegen die Unschuldsvermutung (Art. 10 Abs. 1 StPO, 
Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK), wenn der beschuldigten Person in der 
Begründung des Kostenentscheids direkt oder indirekt vorgeworfen wird, es treffe 
sie ein strafrechtliches Verschulden. Damit käme die Kostenauflage einer Ver-
dachtsstrafe gleich. Dagegen ist es mit Verfassung und Konvention vereinbar, ei-
ner nicht verurteilten beschuldigten Person die Kosten zu überbinden, wenn sie in 
zivilrechtlich vorwerfbarer Weise, d.h. im Sinne einer analogen Anwendung der 
sich aus Art. 41 OR ergebenden Grundsätze, eine geschriebene oder ungeschrie-
bene Verhaltensnorm, die sich aus der Gesamtheit der schweizerischen Rechts-
ordnung ergeben kann, klar verletzt und dadurch das Strafverfahren veranlasst 
oder dessen Durchführung erschwert hat. In tatsächlicher Hinsicht darf sich die 
Kostenauflage nur auf unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene Umstände 
stützen. Das Verhalten einer angeschuldigten Person ist widerrechtlich, wenn es 
klar gegen Normen der Rechtsordnung verstösst, die sie direkt oder indirekt zu 
einem bestimmten Tun oder Unterlassen verpflichten (vgl. Art. 41 Abs. 1 OR). 
Vorausgesetzt sind regelmässig qualifiziert rechtswidrige, rechtsgenüglich nach-
gewiesene Verstösse. Die Verfahrenskosten müssen mit dem zivilrechtlich vor-
werfbaren Verhalten in einem adäquat-kausalen Zusammenhang stehen (BGE 
144 IV 202 E. 2.2; BGer 6B_1094/2019 v. 25.6.2020 E. 2.2; je m.H.). Die beschul-
digte Person trägt daher nach Art. 426 Abs. 3 lit. a StPO mangels adäquaten Kau-
salzusammenhangs die Verfahrenskosten nicht, die der Bund oder der Kanton 
durch unnötige oder fehlerhafte Verfahrenshandlungen verursacht hat. Diese 
müssen aber bei objektiver Betrachtung schon im Voraus unnötig oder fehlerhaft 
sein (BGer 6B_1255/2016 v. 24.5.2017 E. 1.3).

5.1.5. Die Staatsanwaltschaft begründet die beantragte Auferlegung der Kosten 
an den Beschuldigten damit, dass der entsprechende Verstoss durch grobe (zu-
mindest eventualvorsätzliche) Fehler im Kriminalrapport erfolgt sei, insbesondere 
durch das Aussparen erkennbarer und bekanntermassen entlastender Elemente 
(Verletzung von Art. 6 sowie Art. 76 ff. StPO sowie Art. 307 Abs. 3 StPO; act. H.4 
S. 25). Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat (act. E.1 S. 49), ist die 
Staatsanwaltschaft die Herrscherin des Vorverfahrens. Im Stadium der Erstellung 
des Polizeirapports, welcher sich auf die ersten Ermittlungen beschränken darf 
und aus dem ersichtlich war, dass die drei Mitarbeiter der Sicherheitspolizei am 
Einsatz beteiligt waren, können und müssen nicht alle Beweismittel vollständig 
abgenommen sein. Unter Verweis auf die voranstehenden Ausführungen zur 
Sorgfaltspflichtverletzung (E. 4.3.2.) ist von einer Auferlegung der Kosten zulasten 
des Beschuldigten abzusehen. Dementsprechend sind die Untersuchungskosten 

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in der Höhe von CHF 3'780.00 dem Kanton Graubünden aufzuerlegen und aus der 
Kasse der Staatsanwaltschaft zu bezahlen. Genauso sind die erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 8'800.00 dem Kanton Graubünden aufzu-
erlegen und aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Prättigau/Davos zu be-
zahlen (act. E.1 S. 58).

5.2.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien gemäss Art. 428 
Abs. 1 Satz 1 StPO nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Für Ent-
scheide im Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr von CHF 1'500.00 bis 
CHF 20'000.00 erhoben (vgl. Art. 7 VGS [BR 350.210]).

5.2.2. Die Staatsanwaltschaft wie auch der Privatkläger unterliegen mit ihren Be-
rufungsanträgen vollumfänglich. Die Kosten des Berufungsverfahrens, welche auf 
CHF 4'000.00 festgelegt werden, sind daher im Umfang von CHF 3'200.00 dem 
Kanton Graubünden (Kantonsgericht) und im Umfang von CHF 800.00 dem Pri-
vatkläger aufzuerlegen.

5.3.1. Der Beschuldigte hat Anspruch auf Entschädigung seiner Aufwendungen 
für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte im erst- und zweitin-
stanzlichen Verfahren, wenn er ganz oder teilweise freigesprochen wird (Art. 429 
Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO). Zu diesen Aufwendungen zählen in ers-
ter Linie die Kosten der frei gewählten Verteidigung, sofern ihr Beizug angesichts 
der tatsächlichen oder rechtlichen Komplexität des Falles geboten und der von ihr 
betriebene Aufwand unter Berücksichtigung der Komplexität und der Schwierigkeit 
des Falles angemessen war (BGE 142 IV 163 E. 3.1.2; 138 IV 197 E. 2.3.4; Stefan 
Wehrenberg/Friedrich Frank, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 13 zu Art. 429 
StPO). Unnötige und übersetzte Kosten, die auf überflüssigen, rechtsmissbräuch-
lichen oder übermässigen, d.h. unverhältnismässig hohen Aufwendungen beru-
hen, sind nicht zu entschädigen (BGE 115 IV 156 E. 2d; Wehrenberg/Frank, 
a.a.O., N 15 zu Art. 429 StPO). Als Massstab bei der Beantwortung der Frage, 
welcher Aufwand für eine angemessene Verteidigung im Strafverfahren nötig ist, 
hat der erfahrene Anwalt zu gelten, der im Bereich des materiellen Strafrechts und 
des Strafprozessrechts über fundierte Kenntnisse verfügt und deshalb seine Leis-
tungen von Anfang an zielgerichtet und effizient erbringen kann (BGer 
6B_336/2014 v. 6.2.2015 E. 2.2 m.w.H.). Soweit der Privatkläger beantragt, dem 
Beschuldigten sei keine Entschädigung auszurichten (act. H.3 S. 1), ist er dazu 
mangels Beschwer nicht legitimiert.

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5.3.2. Die Entschädigung ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nach 
den Tarifen des jeweiligen Verfahrensortes festzusetzen (BGE 142 IV 163 
E. 3.1.2). Vorliegend ist daher die Verordnung über die Bemessung des Honorars 
der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte des Kantons Graubünden anwendbar 
(HV; BR 310.250). Nach Art. 2 Abs. 2 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 HV ist bei der Bemes-
sung des Honorars vom Betrag auszugehen, welcher der entschädigungsberech-
tigten Partei für die anwaltliche Vertretung in Rechnung gestellt wird, sofern der 
Stundenansatz zwischen CHF 210.00 und CHF 270.00 liegt.

5.3.3. Die Verteidigung machte mit Honorarnote vom 15. Dezember 2021 für das 
vorinstanzliche Verfahren einen Aufwand von 88.85 Stunden (RG act. 35; act. E.1 
S. 59) zu einem Stundenansatz von CHF 400.00 geltend. Der Stundenansatz liegt 
ausserhalb der kantonalen Vorgaben und ist daher bei Fehlen einer Honorarver-
einbarung praxisgemäss auf CHF 240.00 zu reduzieren.

5.3.4. Der Aufwand in Bezug auf das vorinstanzliche Verfahren erweist sich als 
angemessen. Hinsichtlich der Barauslagen für Reisen und der Spesen kann auf 
die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (act. E.1 S. 59). Die Entschä-
digung von insgesamt CHF 24'154.50, bestehend aus dem Honorar von 
CHF 21'259.20, Spesen von CHF 637.80, Reisepesen von CHF 530.60 sowie 
Mehrwertsteuer von CHF 1'726.90, ist dem Kanton Graubünden aufzuerlegen und 
aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Prättigau/Davos zu bezahlen.

5.3.5. Mit Honorarnote vom 3. Juli 2023 machte die Verteidigung für das Beru-
fungsverfahren einen Aufwand von 24.20 Stunden zu einem Stundenansatz von 
CHF 270.00 geltend (act. G.3.1). Dieser Stundenansatz ist im Rahmen der kanto-
nalen Vorgaben und der vor zweiter Instanz eingereichten Honorarvereinbarung 
(act. G.3.2). Zum geltend gemachten Aufwand kommt derjenige für die Berufungs-
verhandlung sowie für die Nachbesprechung im Umfang von vier Stunden dazu. 
Der geltend gemachte Aufwand von drei Stunden für das Verfassen der Plädoyer-
notizen erweist sich angesichts dessen, dass sich die Verteidigung auf die Plä-
doyernotizen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung stützen konnte, als leicht 
übersetzt und ist auf eine Stunde zu reduzieren.

5.3.6. Insgesamt ergibt sich für das Berufungsverfahren ein Stundenaufwand von 
26.20 Stunden, womit eine Entschädigung von insgesamt gerundet CHF 9'038.65 
resultiert, bestehend aus dem Honorar von CHF 8'148.00, Barauslagen von 
CHF 244.44 sowie der Mehrwertsteuer von CHF 646.22. Die Entschädigung ist 
dem Kanton Graubünden aufzuerlegen und aus der Gerichtkasse des Kantonsge-
richts zu bezahlen.

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5.3.7. Zu den Ansprüchen der beschuldigten Person, welche freigesprochen wird, 
zählt weiter eine Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer persönli-
chen Verhältnisse gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO. Mangels Ausführungen da-
zu kann vollumfänglich auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwie-
sen werden (act. E.1 S. 61 f.), womit das Genugtuungsbegehren des Beschuldig-
ten abzuweisen ist.

5.4.1. Der Privatkläger beantragte, der Beschuldigte sei zu verpflichten, ihm eine 
Entschädigung für das Untersuchungs- sowie das erst- und zweitinstanzliche Ge-
richtsverfahren im Betrag von CHF 32'151.60 auszurichten (act. H.3 S. 1).

5.4.2. Die Staatsanwaltschaft gewährte dem Privatkläger mit Verfügung vom 
14. Juni 2019 die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 130 ff. StPO. Mit Ent-
scheid vom 4. November 2021 widerrief das Regionalgericht Prättigau/Davos die 
unentgeltliche Rechtspflege des Privatklägers. Dagegen erhob dieser Beschwerde 
an das Kantonsgericht Graubünden. Der Ausgang des kantonsgerichtlichen Be-
schwerdeverfahrens war zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids noch of-
fen (vgl. act. E.1 S. 63). Da der Beschwerde aufschiebende Wirkung erteilt wurde, 
konnte ein Widerruf nur ex nunc erfolgen, womit in diesem Zeitpunkt die unentgelt-
liche Rechtspflege noch bestand.

5.4.3. Für das Untersuchungs- und das erstinstanzliche Verfahren bzw. bis zur 
Abweisung der Beschwerde gegen den Widerruf der unentgeltlichen Rechtspflege 
gehen die entsprechenden Kosten der Rechtsvertretung des Privatklägers zu sei-
nen Lasten, werden aber einstweilen aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts 
Prättigau/Davos bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht des Privat-
klägers gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO.

5.4.4. Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Privatklägers machte mit Honorar-
note vom 3. Juli 2023 einen Aufwand von insgesamt 107.5 Stunden zu einem 
Stundenansatz von CHF 270.00 geltend (act. G.2). Gemäss der Verordnung über 
die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte beträgt 
das Honorar CHF 200.00 pro Stunde (Art. 5 Abs. 1 HV). Der Stundenansatz ist 
entsprechend zu reduzieren. In der Honorarnote sind vier Positionen zu finden, 
welche Aufwand beinhalten, der sowohl für das vorliegende wie auch für weitere 
Verfahren, für welche die Staatsanwaltschaft dem Privatkläger ebenfalls mit Ver-
fügung vom 14. Juni 2019 Matthias Brunner als amtlicher Verteidiger bestellte, 
anfiel. Die Positionen "Aktenstudium / Vorbereitung Einvernahmen / Fragekatalog / 
Bespr. Kl." vom 13. Oktober 2020 von zwei Stunden und 30 Minuten, "Einvernah-
me StA (3x), Fahrt Zürich Chur Zürich / Nachbesprechung Kl." vom 14. Oktober 

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2020 von zehn Stunden und 45 Minuten, "Aktenstudium und Vorbereitung Einver-
nahmen / Tel. Kl." vom 1. November 2020 von eineinhalb Stunden sowie "Einver-
nahme (3x) Fahrt Zürich Chur Zürich / Nachbesprechung Kl." vom 2. November 
2020 sind entsprechend im vorliegenden Verfahren nur zur Hälfte zu berücksichti-
gen. Weiter betreffen die Positionen "Arbeiten an Beschwerde/Diktat" vom 11. No-
vember 2021, "Beschwerde ([…])" vom 15. November 2021 sowie die Position 
"Fristerstreckungsgesuch OK" vom 29. November 2021 das kantonsgerichtliche 
Beschwerdeverfahren betreffend den Widerruf der unentgeltlichen Rechtspflege. 
Es handelt sich mithin nicht um Aufwand, der im Zusammenhang mit dem vorlie-
genden Verfahren angefallen ist, womit dieser hier keine Berücksichtigung finden 
kann. Ebenso hat der Aufwand ab dem Erhalt des Beschlusses des Kantonsge-
richts Graubünden betreffend die Abweisung der Beschwerde gegen den Widerruf 
der unentgeltlichen Rechtspflege am 21. Februar 2022 unberücksichtigt zu blei-
ben. Im Ergebnis ergibt sich ein Aufwand von 64 Stunden, womit eine Entschädi-
gung von insgesamt CHF 14'215.55 resultiert, bestehend aus dem Honorar von 
CHF 12'800.00, den geltend gemachten Barauslagen von CHF 399.20 sowie der 
Mehrwertsteuer von CHF 1'016.35. 

5.4.5. In dem durch die unentgeltliche Rechtspflege abgedeckten Umfang, d.h. für 
das Untersuchungs- und das erstinstanzliche Verfahren, fällt eine Entschädigung 
des Beschuldigten an den Privatkläger ausser Betracht. Darüber hinaus, d.h. für 
das Berufungsverfahren, entfällt eine solche auch gestützt auf Art. 433 Abs. 1 
StPO, zumal der Beschuldigte freigesprochen wird und – wie ausgeführt – nicht 
nach Art. 426 Abs. 2 StPO kostenpflichtig ist (Maurice Harari/Corinne Corminboeuf 
Harari, in: Jeanneret/Kuhn/Perrier Depeursinge, Commentaire Romand, Code 
procédure pénale suisse, 2. Aufl., Basel 2019, N 7 und Fn. 8 zu Art. 138 StPO). 
Der Antrag des Privatklägers ist damit abzuweisen.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Berufungsverfahren SK1 22 20 und SK1 22 21 werden vereinigt.

2. A._____ wird vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB 
und vom Vorwurf der Urkundenfälschung im Amt gemäss Art. 317 Ziff. 1 
StGB freigesprochen.

3. Die Untersuchungskosten von CHF 3'780.00 gehen zulasten des Kantons 
Graubünden (Staatsanwaltschaft).

4.1. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 8'800.00 gehen zu-
lasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Prättigau/Davos).

4.2. A._____ wird für das erstinstanzliche Verfahren mit CHF 24'154.50 (inkl. 
Barauslagen und MwSt.) zulasten des Kantons Graubünden (Regionalge-
richt Prättigau/Davos) entschädigt. Das Genugtuungsbegehren von 
A._____ wird abgewiesen.

4.3. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des Privatklägers 
B._____ für das erstinstanzliche Verfahren von CHF 14'215.55 (inkl. Bar-
auslagen und MwSt.) gehen zulasten von B._____ und werden einstweilen 
aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Prättigau/Davos bezahlt. Vor-
behalten bleibt die Rückerstattungspflicht von B._____ gemäss Art. 138 
Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO.

5.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'000.00 gehen im Umfang 
von CHF 3'200.00 zulasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht) und 
im Umfang von CHF 800.00 zulasten von B._____.

5.2. A._____ wird für das Berufungsverfahren mit CHF 9'038.65 (inkl. Barausla-
gen und MwSt.) zulasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht) ent-
schädigt.

6.1. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 

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und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

6.2. Gegen den Entschädigungsentscheid kann der amtliche Verteidiger 
gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG (SR 173.71) 
Beschwerde an das Bundesstrafgericht erheben. Die Beschwerde ist dem 
Bundesstrafgericht, Viale Stefano Franscini 7, Postfach 2720, 6501 Bellin-
zona, schriftlich innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 385 StPO in Verbindung mit Art. 
39 Abs. 1 StBOG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässig-
keit, die Beschwerdegründe, die weiteren Voraussetzungen und das Ver-
fahren der Beschwerde gelten die Art. 393 ff. StPO.

7. Mitteilung an: