# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 393209d1-25aa-5aa4-a578-d39201f11423
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.10.2014 BE.2014.11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BE-2014-11_2014-10-16.pdf

## Full Text

Beschluss vom 16. Oktober 2014 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Roy Garré und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

EIDGENÖSSISCHE STEUERVERWALTUNG, 

 

Gesuchstellerin 

 

 gegen 

   

A. AG,  

 

Gesuchsgegnerin 

 

 

Gegenstand  Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BE.2014.11 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend "ESTV") führt u. a. ge-

gen die B. AG, die C. AG und gegen D. eine besondere Untersuchung im 

Sinne der Art. 190 ff. des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über 

die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) wegen des Verdachts der ver-

suchten und vollendeten Steuerhinterziehung, des Steuerbetrugs und wei-

terer Steuerwiderhandlungen. Gleichzeitig führt sie gegen unbekannte Tä-

terschaft ein Verwaltungsstrafverfahren wegen des Verdachts der Hinter-

ziehung von Verrechnungssteuern gemäss Art. 61 lit. a des Bundesge-

setzes vom 13. Oktober 1965 über die Verrechnungssteuer (Verrech-

nungssteuergesetz, VStG; SR 642.21). 

 

Im Rahmen dieser Untersuchungen nahm die ESTV am 25. Juni 2014 eine 

Hausdurchsuchung in den Räumlichkeiten der A. AG vor. Dabei stellte sie 

verschiedene Akten und eine IT-Kopie der Buchhaltungen der B. AG und 

der C. AG sowie entsprechende E-Mailkorrespondenz mit den beiden Ge-

sellschaften sicher. Hierbei erhob die A. AG Einsprache gegen die Durch-

suchung dieser Unterlagen und Datenträger, weshalb diese versiegelt wur-

den (act. 1.1). 

 

 

B. Mit Gesuch vom 11. August 2014 gelangte die ESTV an die Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts. Sie beantragt Folgendes (act. 1):  

 

1. Die ESTV sei zu ermächtigen, die am 25. Juni 2014 in den Geschäftsräumen der A. AG 

(…) sichergestellten Papiere und elektronischen Datenträger zu entsiegeln und zu durchsu-

chen. 

2. Die Verfahrenskosten seien der Gesuchsgegnerin aufzuerlegen. 

 

In ihrer Gesuchsantwort vom 29. August 2014 bezeichnet die A. AG die 

Positionen HEK 006, HEK 017, HEK 018, HEK 023, HEK 035, HEK 036 

und HEK 038 gemäss dem Protokoll über die versiegelten Akten als für das 

laufende Verfahren irrelevant und ersucht um Rücksendung dieser Akten. 

Die übrigen Akten betreffend erklärt sich die A. AG mit dem Gesuch einver-

standen (act. 5). 

 

Mit Replik vom 11. September 2014 hält die ESTV am Entsiegelungsge-

such fest (act. 7). In ihrer Duplik vom 25. September 2014 führt die A. AG 

aus, sie könne der Argumentation der ESTV in ihrer Replik nicht zustim-

men. Damit das laufende Verfahren nicht unnötigerweise verzögert werde, 

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stimme sie der vollständigen Entsiegelung gemäss Ziff. 1 der Replik unter 

Berücksichtigung ihres zitierten Vorbehalts zu (act. 10). Die Duplik wurde 

der ESTV am 26. September 2014 zur Kenntnis gebracht (act. 11). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-

weit erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Das Verfahren wegen des Verdachts schwerer Steuerwiderhandlungen ge-

genüber dem Täter, dem Gehilfen und dem Anstifter richtet sich gemäss 

Art. 191 Abs. 1 DBG nach den Artikeln 19 – 50 des Bundesgesetzes vom 

22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0). Bei der 

Verfolgung von Widerhandlungen gegen das Verrechnungssteuerrecht fin-

det ebenfalls das VStrR Anwendung und die ESTV ist die verfolgende und 

urteilende Verwaltungsbehörde (Art. 67 Abs. 1 VStG). 

 

1.2 Werden im Verwaltungsstrafverfahren Papiere und Datenträger (vgl. hierzu 

BGE 108 IV 76 E. 1) durchsucht, so ist dem Inhaber derselben wenn immer 

möglich vor der Durchsuchung Gelegenheit zu geben, sich über deren In-

halt auszusprechen. Erhebt er gegen die Durchsuchung Einsprache, so 

werden die Papiere vorläufig versiegelt und verwahrt (Art. 50 Abs. 3 

VStrR). Zur Einsprache gegen die Durchsuchung ist nur der Inhaber der 

Papiere legitimiert (Urteil des Bundesgerichts 1B_233/2009 vom 25. Feb-

ruar 2010, E. 4.2 m.w.H.). Über die Zulässigkeit der Durchsuchung ent-

scheidet die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 50 Abs. 3 

VStrR i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG). Die betroffene Verwaltungsbehör-

de hat bei der Stellung von Entsiegelungsgesuchen dem Beschleunigungs-

gebot ausreichend Rechnung zu tragen (Art. 29 Abs. 1 BV; BGE 139 IV 

246 E. 3.2). 

 

1.3 Gegenstand des Ersuchens bildet die Entsiegelung von in den Räumlich-

keiten der Gesuchsgegnerin sichergestellten Unterlagen und ab deren Ser-

ver bzw. Datenträger gespiegelten elektronischen Daten. Die Gesuchsgeg-

nerin ist Inhaberin der betroffenen Unterlagen bzw. Daten und somit zur 

Einsprache gegen deren Durchsuchung legitimiert. Die übrigen Eintretens-

voraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf das Gesuch 

ist einzutreten. 

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1.4 Im Rahmen ihrer Gesuchsantwort erklärte sich die Gesuchsgegnerin 

betreffend einen Teil der sichergestellten Unterlagen bzw. elektronischen 

Daten mit dem Entsiegelungsgesuch einverstanden (act. 5, S. 2). Damit hat 

sie diesbezüglich ihre Einsprache teilweise zurückgezogen, weshalb das 

Verfahren diese Unterlagen bzw. elektronischen Daten betreffend zufolge 

Gegenstandslosigkeit als erledigt abzuschreiben ist (vgl. hierzu u. a. den 

Beschluss des Bundesstrafgerichts BE.2014.6 vom 22. Juli 2014; siehe 

auch den Entscheid des Bundesstrafgerichts BE.2010.18 vom 6. Okto-

ber 2010). Weiterhin Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die 

Frage nach der Zulässigkeit der Durchsuchung der Unterlagen gemäss den 

Positionen HEK 006, HEK 017, HEK 018, HEK 023, HEK 035, HEK 036 

und HEK 038 gemäss dem Protokoll über die versiegelten Akten (siehe 

act. 1.1). Das in der Duplik erklärte Einverständnis der Gesuchsgegnerin zu 

deren Durchsuchung erfolgte ausdrücklich nicht vorbehaltlos, weshalb 

diesbezüglich keine Gegenstandslosigkeit des Verfahrens angenommen 

werden kann.  

 

 

2. Gemäss konstanter Praxis der Beschwerdekammer entscheidet diese bei 

Entsiegelungsgesuchen in einem ersten Schritt, ob die Durchsuchung im 

Grundsatz zulässig ist und, sofern dies bejaht wird, in einem zweiten 

Schritt, ob die Voraussetzungen für eine Entsiegelung erfüllt sind. Von ei-

ner Durchsuchung von Papieren, bei der es sich um eine strafprozessuale 

Zwangsmassnahme handelt, wird gesprochen, wenn Schriftstücke oder 

Datenträger im Hinblick auf ihren Inhalt oder ihre Beschaffenheit durchge-

lesen bzw. besichtigt werden, um ihre Beweiseignung festzustellen und sie 

allenfalls mittels später erfolgender Beschlagnahme zu den Akten zu neh-

men. Eine derartige Durchsuchung ist nur zulässig, wenn ein hinreichender 

Tatverdacht besteht, anzunehmen ist, dass sich unter den sichergestellten 

Papieren Schriften befinden, die für die Untersuchung von Bedeutung sind 

(Art. 50 Abs. 1 VStrR) und der Grundsatz der Verhältnismässigkeit respek-

tiert wird. Die Durchsuchung von Papieren ist dabei mit grösster Schonung 

der Privatgeheimnisse und unter Wahrung der Berufs- und Amtsgeheim-

nisse durchzuführen (Art. 50 Abs. 1 und 2 VStrR; vgl. zum Ganzen 

TPF 2007 96 E. 2; Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BE.2014.8 vom 

16. Juni 2014, E. 2; BE.2013.10 vom 21. November 2013, E. 2). 

 

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3.  

3.1 Im Entsiegelungsentscheid ist vorab zu prüfen, ob ein hinreichender Tat-

verdacht für eine die Durchsuchung rechtfertigende Straftat besteht. Dazu 

bedarf es zweier Elemente: Erstens muss ein Sachverhalt ausreichend de-

tailliert umschrieben werden, damit eine Subsumtion unter einen oder allen-

falls auch alternativ unter mehrere Tatbestände des Strafrechts überhaupt 

nachvollziehbar vorgenommen werden kann. Zweitens müssen ausrei-

chende Beweismittel oder Indizien angegeben und vorgelegt werden, die 

diesen Sachverhalt stützen. In Abgrenzung zum dringenden setzt dabei der 

hinreichende Tatverdacht gerade nicht voraus, dass Beweise oder Indizien 

bereits für eine erhebliche oder hohe Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung 

sprechen (vgl. zum Ganzen bereits ausführlich den Entscheid des Bundes-

strafgerichts BE.2006.7 vom 20. Februar 2007, E. 3.1 m.w.H.; die dort an-

geführten Überlegungen in Bezug auf das ordentliche Strafverfahren gelten 

gleichermassen auch für das Verwaltungsstrafverfahren, gibt es doch dies-

bezüglich keinen sachlichen Grund für eine unterschiedliche Rechtsan-

wendung; vgl. zuletzt auch die Beschlüsse des Bundesstrafgerichts 

BE.2013.7 vom 6. November 2013, E. 3.1; BE.2013.6 vom 29. Okto-

ber 2013, E. 3.1). 

 

3.2  

3.2.1 Eine Steuerhinterziehung begeht u. a., wer als Steuerpflichtiger vorsätzlich 

oder fahrlässig bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder 

dass eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist (vgl. Art. 175 Abs. 1 

DBG).  

 

Eines Steuerbetrugs macht sich strafbar, wer zum Zwecke einer Steuerhin-

terziehung gefälschte, verfälschte oder inhaltlich unwahre Urkunden wie 

Geschäftsbücher, Bilanzen, Erfolgsrechnungen oder Lohnausweise oder 

andere Bescheinigungen Dritter zur Täuschung gebraucht (Art. 186 Abs. 1 

DBG). 

 

Wer vorsätzlich oder fahrlässig, zum eigenen oder zum Vorteil eines ande-

ren dem Bunde Verrechnungssteuern vorenthält, wird, sofern nicht die 

Strafbestimmung von Art. 14 VStrR zutrifft, wegen Hinterziehung bestraft 

(Art. 61 lit. a VStG). 

 

3.2.2 Aufgrund der weitgehend unbestritten gebliebenen Ausführungen der Ge-

suchstellerin und der durch diese eingereichten Akten ergibt sich die nach-

folgend geschilderte Verdachtslage. D. war im untersuchten Tatzeitraum, 

mithin in den Jahren 2005 bis 2012, Alleinaktionär und Verwaltungsratsprä-

http://links.weblaw.ch/BSTGER-BE.2006.7

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sident der E. mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese Ge-

sellschaft stand mit zwei Schweizer Gesellschaften, deren Alleinaktionär 

und Verwaltungsratspräsident ebenfalls D. ist, in vertraglichen Beziehun-

gen. So verpflichtete sie sich gegenüber der B. AG für die Produkte- und 

Preisgestaltung gelieferter Dienstleistungen innerhalb der Gruppe 

(B. AG/C. AG) sowie für die Buchhaltung, die Beratung bei der Immobilien-

verwaltung sowie die Personalpolitik (act. 1.2). Andererseits verpflichtete 

sie sich gegenüber der C. AG, ihr Know-How sowie ihre weltweite Erfah-

rung mit dem "System G." zur Verfügung zu stellen (act. 1.3). Aufgrund die-

ser Vertragsverhältnisse habe die E. den beiden Schweizer Gesellschaften 

in den Jahren 2005 bis 2010 rund Fr. 2'250'000.-- in Rechnung gestellt. Ei-

nige dieser Rechnungen liegen dem Gesuch bei (act. 1.4). Zu diesem Auf-

wand kommen in den Jahresrechnungen 2011 und 2012 der C. AG ausge-

wiesene Lizenzaufwendungen von rund Fr. 830'000.-- (act. 1.5). 

 

Zu diesen Erkenntnissen führt die Gesuchstellerin aus, die Bezahlung der 

Rechnungen aus dem Lizenzvertrag mit der C. AG sei in den Jahren 2005 

bis 2010 nicht transparent ausgewiesen worden. Die Bezahlung der Rech-

nungen habe teilweise erst Jahre nach Rechnungsstellung stattgefunden 

(vgl. hierzu die Beispiele in act. 1.6). Die verbuchten Beträge würden zu-

dem teilweise nicht mit den vorhandenen Rechnungen übereinstimmen, 

was vermuten lasse, dass die Rechnungen nachträglich abgeändert wor-

den seien. Weiter sei zum Zeitpunkt als die C. AG erstmals einen Lizenz-

aufwand offen ausgewiesen habe, die E. als angebliche Lizenznehmerin 

bereits liquidiert gewesen. An wen die entsprechenden Lizenzzahlungen 

geflossen seien, sei unklar. Auch in der Buchhaltung der B. AG sei die Be-

zahlung der Rechnungen der E. nicht transparent ausgewiesen worden. In 

den Jahren 2007 und 2008 seien die entsprechenden Rechnungsbeträge 

ohne ersichtliche Begründung mehrheitlich auf das Privatkonto der Ehefrau 

von D. bezahlt und als Geschäftsaufwand verbucht worden (siehe die Bei-

spiele in act. 1.7).  

 

Anlässlich der Überprüfung der Erfüllung der Mehrwertsteuerpflicht bei der 

C. AG und der B. AG seien weiter Unterlagen aufgetaucht, welche erhebli-

che Zweifel aufwerfen würden, dass die von der E. in Rechnung gestellten 

Leistungen von dieser auch tatsächlich erbracht worden seien. Hinzu 

komme, dass es wenig plausibel erscheine, dass ortsgebundene Aufgaben 

für die C. AG und die B. AG durch eine Gesellschaft mit Sitz in den Verei-

nigten Arabischen Emiraten erfüllt worden seien. Zudem hätten sich Hin-

weise finden lassen, dass Massnahmen ergriffen worden seien, um die ge-

nauen Umstände der Leistungserbringung gegenüber den Steuerbehörden 

zu verschleiern. 

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Auf Grund der gesamten Umstände dränge sich die Vermutung auf, dass 

die von der E. in Rechnung gestellten Leistungen gar nicht oder – wenn 

überhaupt – nicht in den Vereinigten Arabischen Emiraten, sondern in der 

Schweiz erbracht worden seien. 

 

3.2.3 Schliesslich bestehe gegenüber D. der Verdacht, dass dieser in den Jahren 

2004 bis 2012 seinen Wohnsitz ununterbrochen in der Schweiz hatte und 

damit unbeschränkt steuerpflichtig war, obwohl er vorgab, in diesem Zeit-

raum im Ausland domiziliert gewesen zu sein. Er und seine Ehefrau hätten 

zudem in den Jahren 2009 bis 2011 einen erheblichen Vermögenszuwachs 

verzeichnet, der sich nicht durch ausgewiesene Einkommensquellen erklä-

ren lasse. Namentlich aufgrund der aktenmässig belegten direkten Zahlun-

gen der B. AG an die Ehefrau von D. (act. 1.7) dränge sich der Verdacht 

auf, dass sämtliche Zahlungen zur Begleichung der von der E. gestellten 

Rechnungen direkt oder indirekt an die Ehegatten D. geflossen seien. 

 

3.2.4 Die genannten Umstände begründen einerseits den Verdacht, dass sowohl 

die B. AG als auch die C. AG aufgrund von Rechnungen der E. fiktiven 

Aufwand verbuchten, damit ihre Gewinne in hohem Mass verkürzten und 

so in grossem Umfang Gewinnsteuern hinterzogen bzw. zu hinterziehen 

versuchten. Andererseits besteht gegenüber D. der Verdacht, dieser habe 

als Alleinaktionär und Verwaltungsratspräsident im Rahmen der Steuerer-

klärungen der C. AG und der B. AG infolge der Verbuchung von ge-

schäftsmässig nicht begründetem Aufwand unvollständige bzw. unwahre 

Jahresrechnungen erstellt bzw. erstellen lassen und diese den zuständigen 

Steuerbehörden eingereicht, mit der Absicht, dadurch tiefe Gewinne der 

Gesellschaften zu belegen und so Steuerhinterziehungen zu begehen. Zu-

dem habe sich D. in den Steuerperioden 2005 bis 2011 mutmasslich der 

vollendeten Hinterziehung von Einkommenssteuern bzw. in der Steuerperi-

ode 2012 der versuchten Hinterziehung schuldig gemacht, indem er ein 

Steuerdomizil im Ausland vortäuschte und sich dadurch der Besteuerung in 

der Schweiz entzog. 

 

3.3 Nach dem Gesagten besteht ein hinreichender Tatverdacht, der eine 

Durchsuchung der sichergestellten Unterlagen und Datenträger zu rechtfer-

tigen vermag.  

 

 

4.  

4.1 Weiter ist zu prüfen, ob anzunehmen ist, dass sich unter den zu durchsu-

chenden Papieren Schriften befinden, die für die Untersuchung von Bedeu-

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tung sind (Art. 50 Abs. 1 VStrR). Die Untersuchungsbehörden müssen 

hierbei jedoch im Rahmen des Entsiegelungsgesuchs noch nicht darlegen, 

inwiefern ein konkreter Sachzusammenhang zwischen den Ermittlungen 

und einzelnen noch versiegelten Dokumenten besteht. Es genügt, wenn sie 

aufzeigen, inwiefern die versiegelten Unterlagen grundsätzlich verfahrens-

erheblich sind (vgl. zuletzt das Urteil des Bundesgerichts 1B_637/2012 vom 

8. Mai 2013, E. 3.8.1 m.w.H.; TPF 2004 12 E. 2.1). Betroffene Inhaber von 

Aufzeichnungen und Gegenständen, welche die Versiegelung beantragen 

bzw. Durchsuchungshindernisse geltend machen, haben ihrerseits die pro-

zessuale Obliegenheit, jene Gegenstände zu benennen, die ihrer Ansicht 

nach offensichtlich keinen Sachzusammenhang mit der Strafuntersuchung 

aufweisen. Dies gilt besonders, wenn sie die Versiegelung von sehr um-

fangreichen bzw. komplexen Dokumenten oder Dateien verlangt haben 

(Urteil des Bundesgerichts 1B_637/2012 vom 8. Mai 2013, E. 3.8.1 in fine; 

gleiches gilt in Bezug auf die StPO, siehe hierzu BGE 138 IV 225 E. 7.1). 

 

4.2 Die Gesuchsgegnerin war Treuhänderin der beiden Gesellschaften B. AG 

und C. AG. Ob sie darüber hinaus, wie von der Gesuchstellerin geltend 

gemacht, bei der Gründung der E. eine beratende Funktion wahrgenom-

men hat, kann letztlich offen gelassen werden. Entscheidend ist, dass sich 

am Sitz der Gesuchsgegnerin sämtliche Buchhaltungen und Korrespon-

denzen mit den beiden Gesellschaften und mit D. befinden. Dass sich unter 

den sichergestellten Unterlagen und Datenträgern Schriften befinden, die 

für die Untersuchung von Bedeutung sein können, liegt bei dieser Aus-

gangslage auf der Hand. Hinsichtlich der Positionen HEK 006, HEK 017, 

HEK 018, HEK 023, HEK 035, HEK 036 und HEK 038 gemäss dem Proto-

koll über die versiegelten Akten bringt die Gesuchsgegnerin im Verfahren 

lediglich vor, diese seien nicht relevant, weil sie nicht den Zeitraum betref-

fen würden, auf welchen sich die Strafuntersuchung beschränke (act. 5, 

S. 1). Die Tatsache, dass einzelne Unterlagen nicht direkt die untersuchten 

Steuerperioden betreffen, bedeutet nicht, dass sie für die Untersuchung ir-

relevant sind. Wie die Gesuchstellerin im Rahmen ihrer Replik beispielhaft 

aufführt (vgl. act. 7, S. 1 f.), können ältere Unterlagen Hinweise auf Vorar-

beiten zu Geschäftsvorgängen in den untersuchten Steuerperioden enthal-

ten. Darüber hinaus kann nur ein umfassender Einblick in die Buchhal-

tungsunterlagen sowohl der B. AG als auch der C. AG gegenseitige Rück-

schlüsse auf wirtschaftliche Vorgänge und damit ein Gesamtbild der Grup-

pe (B. AG/C. AG) ermöglichen.  

 

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5.  

5.1 Bei einer Durchsuchung ist mit der dem Betroffenen und seinem Eigentum 

gebührenden Schonung zu verfahren (Art. 45 Abs. 1 VStrR). Papiere sind 

mit grösster Schonung der Privatgeheimnisse zu durchsuchen (Art. 50 

Abs. 1 VStrR). Zudem sind bei der Durchsuchung das Amtsgeheimnis so-

wie Geheimnisse, die Geistlichen, Rechtsanwälten, Notaren, Ärzten, Apo-

thekern, Hebammen und ihren beruflichen Gehilfen in ihrem Amte oder Be-

ruf anvertraut wurden, zu wahren (Art. 50 Abs. 2 VStrR). Diese Bestim-

mungen konkretisieren im Bereich des Verwaltungsstrafrechts den verfas-

sungsrechtlichen Verhältnismässigkeitsgrundsatz (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 

Abs. 3 BV), welcher bei der Durchsuchung von Papieren zu beachten ist. 

 

5.2 Amts- oder Berufsgeheimnisse im Sinne des Art. 50 Abs. 2 VStrR, die einer 

Durchsuchung der sichergestellten Unterlagen entgegenstehen würden, 

sind von der Gesuchsgegnerin keine angerufen worden. 

 

 

6. Nach dem Gesagten ist das Entsiegelungsgesuch – soweit es sich nicht als 

gegenstandslos erweist – gutzuheissen und es ist die Gesuchstellerin zu 

ermächtigen, die sichergestellten Daten zu entsiegeln und zu durchsuchen. 

 

 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Gesuchsgegnerin als unterlie-

gende Partei die Gerichtskosten zu tragen (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. 

Art. 66 Abs. 1 BGG analog; siehe dazu TPF 2011 25 E. 3). Die Gerichtsge-

bühr ist auf Fr. 2'000.-- festzusetzen (Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements 

des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren 

und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Soweit die Gesuchsgegnerin ihre Einsprache gegen die Durchsuchung zu-

rückgezogen hat, wird das Verfahren zufolge Gegenstandslosigkeit als erle-

digt abgeschrieben.  

 

2. Im Übrigen wird das Gesuch gutgeheissen. 

 

3. Die Gesuchstellerin wird ermächtigt, die sichergestellten Daten zu entsiegeln 

und zu durchsuchen. 

 

4. Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Gesuchsgegnerin auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 16. Oktober 2014 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Eidgenössische Steuerverwaltung 

- A. AG  

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktion 
srichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).