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**Case Identifier:** 8688b698-c5f6-5ced-afa4-5f9db03b34dc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.01.2018 200 2016 1093
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1093_2018-01-11.pdf

## Full Text

200 16 1093 IV
KNB/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Januar 2018

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. Oktober 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin) meldete sich im August 2009 unter Hinweis auf ein Lungenleiden 
sowie ein MCS (Multiple Chemical Sensitivity) bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle 
Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 2). Die IVB klär-
te den erwerblichen Sachverhalt ab und holte – nachdem sie Berichte der 
behandelnden Ärzte sowie des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) bei-
gezogen hatte – bei der D.________ (MEDAS) ein polydisziplinäres Gut-
achten ein (Expertise vom 31. Dezember 2011 [act. II 63.1 ff.]). Gestützt 
auf dessen Empfehlungen hinsichtlich medizinischer Massnahmen forderte 
die IVB die Versicherte in der Folge auf, eine stationäre (psychiatrische) 
Therapie in Angriff zu nehmen sowie den Nikotin- und Cannabiskonsum 
einzustellen (act. II 67; 75). Nachdem die Versicherte der IVB hatte mittei-
len lassen, sie schöpfe die ihr verbliebene Restarbeitsfähigkeit optimal aus 
und sie wolle die Therapie im ambulanten Rahmen fortsetzen, um die Ar-
beitsstellen nicht zu gefährden (act. II 80.1), beschränkte sich die IVB auf 
eine Prüfung des Therapie- und Medikationssettings (act. II 81) und gelang-
te in der weiteren Folge zum Schluss, die Versicherte erfülle die im Rah-
men der Schadenminderung geforderten Massnahmen (act. II 94). Hernach 
zog die IVB weitere medizinische Berichte bei und liess durch ihren Ab-
klärungsdienst einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb (act. II 106 S. 2 
ff.) erstellen. Mit Vorbescheid vom 28. Mai 2015 (act. II 107) stellte die IVB 
der Versicherten bei einem nach Massgabe der gemischten Methode (Er-
werb 80%, Haushalt 20%) ermittelten Invaliditätsgrad von 26% die Ableh-
nung eines Rentenanspruchs in Aussicht. Dagegen liess die Versicherte 
Einwand erheben (act. II 110), woraufhin die IVB weitere medizinische Be-
richte, eine Stellungnahme und eine Aktennotiz des RAD (act. II 119 S. 2 
ff.; 124) sowie eine Stellungnahme des Abklärungsdienstes (act. II 126 S. 2 
ff.) einholte. Am 6. Oktober 2016 (act. II 127) verfügte die IVB wie im Vor-
bescheid in Aussicht gestellt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 3

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch B.________, Rechtsanwalt 
C.________, mit Eingabe vom 7. November 2016 Beschwerde erheben. 
Sie stellt die folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. Oktober 2016 sei aufzu-
heben. 

2. Der Beschwerdeführerin sei eine Invalidenrente zuzusprechen.

3. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilli-
gen und sie sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu 
befreien. Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch 
den Unterzeichnenden zu gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen 
Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin.

In der Begründung lässt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vorbrin-
gen, als Gesunde wäre sie nicht im Umfang von 80%, sondern von 100% 
erwerbstätig. Sodann werde auch die Höhe des Invalideneinkommens be-
stritten, beständen doch relevante gesundheitliche Beeinträchtigungen, 
welche die in Frage kommenden Stellen massiv einschränkten, was auch 
die zahlreichen Stellenwechsel in der Vergangenheit belegten. Für die In-
validitätsbemessung sei deshalb auf das aktuell bei der E.________ AG 
erzielte Einkommen abzustellen, da die entsprechende Tätigkeit dem Zu-
mutbarkeitsprofil am besten entspreche. 

Mit Eingabe vom 14. Dezember 2016 zog die Beschwerdeführerin das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege zurück. Mit prozessleitender Verfü-
gung vom 15. Dezember 2016 schrieb es der Instruktionsrichter als erledigt 
ab. 

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2017 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. Oktober 2016 (act. 
II 127). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Mit Bezug auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit 
präsentieren sich die Akten im Wesentlichen wie folgt: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 6

3.1.1 Im Bericht des Spitals F.________ vom 20. November 2009 (act. II 
13) wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
chronisch obstruktive Pneumopathie mittelschweren Grades (COPD GOLD 
II [vgl. act. II 18 S. 9]), ein leichtgradiges oberlappenbetontes Lungenem-
physem sowie rezidivierende subfebrile Temperaturen, Gewichtsverlust 
und Nachtschweiss unklarer Ätiologie festgehalten (S. 1). Die bisherige 
Tätigkeit (als … [vgl. act. II 2 S. 5]) sei im Umfang von 50% möglich. Es 
seien weitere Abklärungen bezüglich MCS vorgesehen (S. 3). 

3.1.2 Dr. med. G.________ (Allgemeine Medizin FMH) hielt im Bericht 
vom 21. Dezember 2009 (act. II 18 S. 7 f.) als Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf Histaminintoleranz sowie auf 
TILT (Toxical induced lost of Tolerance)-Vaskulitis, einen Verdacht auf 
RADS (Reactive Airway Dysfunction Syndrome) sowie eine pneumologisch 
gesicherte COPD fest (S. 7). Die Arbeitsunfähigkeit betrage seit dem 
20. Oktober 2009 100%. Adäquate therapeutische Massnahmen seien 
zurzeit nicht in Sicht. Da es sich primär nicht um ein psychisches Leiden 
handle, helfe auch keine psychiatrische Behandlung (S. 8). 

3.1.3 Im ärztlichen Bericht vom 8. Februar 2010 (act. II 28 S. 3 ff.) hielt 
der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, nach interner Zuweisung an Dr. med. I.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, als Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine obstruktive Pneumopathie mit einem leichten 
Lungenemphysem fest. Die Beschwerdeführerin könne aus somatischer 
Sicht alle Arbeiten durchführen mit der Einschränkung, dass sie wegen der 
Pneumopathie mit einem leichten Lungenemphysem eine beruflich beding-
te vermehrte Schadstoffbelastung durch Staub, Gase und Dampf vermei-
den solle. Sie könne Tätigkeiten mit diesen Einschränkungen aus 
somatischer Sicht bei einem vollen Arbeitspensum mit einer uneinge-
schränkten Leistungsfähigkeit durchführen. Es bestehe keine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit und auch der Leistungsfähigkeit aus 
psychiatrischer Sicht (S. 5). Das MCS entspreche keiner Erkrankung, die 
im ICD-10 aufgeführt sei und für die daraus abgeleiteten funktionellen Ein-
schränkungen beständen keine objektivierbaren somatischen Korrelate (S. 
4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 7

3.1.4 Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Pneumologie, diagnostizierte im Bericht vom 23. August 2010 (act. II 42) im 
Wesentlichen ein COPD GOLD II sowie rezidivierende subfebrile Tempera-
turen, Gewichtsverlust, Nachtschweiss sowie Leistungsintoleranz unklarer 
Ätiologie (S. 1). Formal würden aktuell die Kriterien für eine relevante Ate-
minvalidität nicht erfüllt. Die Kombination aus der Lungenerkrankung und 
dem allgemeinen Erschöpfungssyndrom könne jedoch Rentenansprüche 
der IV möglich machen. Hierfür bedürfe es jedoch eines pneumologischen 
und psychiatrischen Gutachtens (S. 2). 

3.1.5 Im zu Handen der damaligen Rechtsvertretung verfassten Bericht 
der Psychiatrischen Dienste K.________ vom 26. August 2010 (act. II 43 
S. 4 f.) wurde eine schwere depressive Episode ohne psychotische Sym-
ptome (ICD-10 F32.3), eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung Bor-
derline-Typ (ICD-10 F60.31) sowie eine mittelgradige COPD mit 
Lungenemphysem diagnostiziert. Die Beschwerdeführerin werde seit Juni 
2010 psychiatrisch behandelt (S. 4). Ob die Beschwerdeführerin an MCS 
leide, könne unterschiedlich interpretiert werden. Für die psychiatrischen 
Befunde sei dies jedoch nicht relevant, da die geklagten somatischen Sym-
ptome (Fieber, Migräne, Schwindel, Zittern, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot) 
auch im Rahmen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung auftreten könn-
ten. Was die Arbeitsfähigkeit betreffe, so sei diese zum aktuellen Zeitpunkt 
aufgrund der Schwere und Intensität der beschriebenen Symptomatik nicht 
gegeben (S. 5). 

3.1.6 Im interdisziplinären Gutachten der MEDAS vom 31. Dezember 
2011 (act. II 63.1 S. 4 ff.), welches auf einer internistischen, psychiatri-
schen, neurologischen und pneumologischen Untersuchung beruht (S. 5), 
wurden die folgenden Diagnosen gestellt (S. 26): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F 61.0)
• mit vorherrschend paranoiden und emotional instabilen Zügen vom 

Borderline-Typ
• unter spezifischer Psychotherapie, ohne Psychopharmakotherapie
• bei chronisch-repetitiven negativen Erlebnissen in der Kindheit
• bestehend seit der Jugend

2. Rezidivierende depressive Störung gegenwärtig depressive Episode mit 
somatischem Syndrom (ICD-10 F 33.01)

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• unter spezifischer Psychotherapie, ohne Psychopharmakothe-
rapie

• mit stundenweisen schweren Einbrüchen mit psychotischen 
Symptomen

• bestehend seit ca. 2005

3. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4)
• als Co-Diagnose zur affektiven Störung und Persönlichkeitss-

törung
• bestehend seit mind. 2005

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Migräne mit visueller Aura (ICD-10:G43.1)

2. Chronisch obstruktive Pneumopathie gemäss Vorakten
• aktuell: keine konklusive Lungenfunktionsprüfung möglich
• in Spiroergometrie vom 25. November 2011 normale Spirome-

trie ohne Obstruktion

3. Fortgesetzter Nikotinkonsum
• kumulativ ca. 15 py

4. Status nach regelmässigem Marihuana-Konsum
• aktenanamnestisch leichtes oberlappenbetontes Emphysem

In der Beurteilung hielten die Gutachter fest, gesamtmedizinisch stehe die 
kombinierte Persönlichkeitsstörung im Vordergrund, die zu einer Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit führe. Die Beschwerdeführerin sei bei allen 
Fachgutachtern in dem Sinne auffällig gewesen, dass sich Diskrepanzen 
zwischen den beklagten Beschwerden und den erhobenen Befunden erge-
ben hätten. Wenn man allerdings die von der Beschwerdeführerin be-
schriebenen negativen Erlebnisse während der gesamten Kindheit und 
Jugend berücksichtige, sei die Entwicklung bis zur jetzigen Situation nicht 
nur denkbar sondern erklärbar. In der rein medizinischen Gesamtschau sei 
die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit reduziert und selbst bei 
konsequenter ausdosierter Psychopharmakotherapie und gut angelegter 
verhaltenstherapeutischer Psychotherapie sei die Prognose fraglich. Eine 
Besserungsfähigkeit sei nur theoretisch möglich. Für die zuletzt ausgeübte 
Tätigkeit als … und … bestehe eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit 
von 60%. In einer Verweistätigkeit könne die Beschwerdeführerin eine ma-
ximale Leistungsfähigkeit von 60% erbringen (S. 29); dies aber nur, wenn 
die Anforderungen an zwischenmenschliche Kommunikation und das Auf-
treten von Stresssituationen gering gehalten würden, eine Rückkoppelung 
der Schmerzen auf die Psyche durch wechselnde Körperhaltungen redu-

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ziert sei und vermehrt Pausen nach Belieben eingeplant werden könnten 
(bei einem vollen Arbeitspensum von etwa 9 x 20 Minuten pro Tag), wie z. 
B. bei einer Heimarbeit. Tätigkeiten an gefährlichen Maschinen sowie be-
rufliche Autofahrten sollten vermieden werden (S. 29 f.). Zum Beginn der 
Arbeitsunfähigkeit hielten die Gutachter fest, die Beschwerdeführerin habe 
im Oktober 2008 die Arbeit aufgrund eines Epstein-Barr-Virusinfektes auf-
gegeben, der sich prolongiert gezeigt habe und sehr wahrscheinlich auslö-
send gewesen sei, dass die Beschwerdeführerin jetzt eine 
Fehlinterpretation bezüglich eines MCS vermute. Bei unauffälligen Leber-
werten, Entzündungszeichen und normalem Gesamt-IgE habe sich kein 
Hinweis auf eine Allergie bzw. somatische Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit ergeben. Ursache für die Arbeitsunfähigkeit sei aber die 
kombinierte Persönlichkeitsstörung, weswegen das „Datum des Rentenan-
trags“ im August 2009 massgebend sei. Seither habe sich keine Besserung 
ergeben.  

3.1.7 Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, hielt im Bericht vom 4. Dezember 2013 (act. II 87 S. 2 ff.) als Diagno-
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive 
Episode, einen Verdacht auf andauernde Persönlichkeitsveränderung nach 
Extrembelastung (sexueller Missbrauch in Kindheit) sowie eine Allergie, 
nicht näher bezeichnet, unter Sauerstoffsubstitution, fest (S. 2). Die Be-
schwerdeführerin berichte, durch zahlreiche psychosoziale Belastungen 
(Ehekonflikt, Schwierigkeiten bei der Arbeit, ihre Krankheit [MCS], Tod ih-
res Hundes vor vier Wochen) nun am Ende zu sein. Psychotherapeutische 
Gespräche fänden alle 14 Tage statt; eine psychopharmakologische Be-
handlung lehne die Beschwerdeführerin aufgrund des MCS ab, wäre aber 
indiziert. Eine Vollremission der depressiven Episode dürfe erwartet wer-
den (S. 3). Sowohl hinsichtlich der bisherigen als auch in einer angepass-
ten Tätigkeit betrage die Arbeitsunfähigkeit 50% (S. 4). 

3.1.8 Im Bericht der psychiatrischen Dienste M.________ vom 17. März 
2014 (act. II 92) wurde festgehalten, die Therapie werde in 14tägigem 
Rhythmus durchgeführt. Die depressive Symptomatik sei weitgehend remit-
tiert, die Beschwerdeführerin habe ihre Arbeitstätigkeit im Teilzeitpensum 
wieder aufnehmen können (S. 1). Bezüglich der Persönlichkeitsstörung sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 10

keine schnelle oder sicher anhaltende Verbesserung der Leistungsfähigkeit 
zu erwarten. Die Arbeitsfähigkeit betrage 50% (S. 2). 

3.1.9 Med. pract. N.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-
therapie, RAD, hielt im ärztlichen Bericht vom 5. September 2014 (act. II 
93) fest, die behandelnden Ärzte diagnostizierten aktuell eine mittelgradige 
depressive Episode sowie einen Verdacht auf andauernde Persönlichkeits-
veränderung nach Extrembelastung (sexueller Missbrauch in Kindheit). Die 
somatoforme Störung sei nicht mehr diagnostiziert worden, habe sich also 
gebessert. Die Diagnose der andauernden Persönlichkeitsveränderung 
nach Extrembelastung beruhe auf denselben Symptomen wie die kombi-
nierte Persönlichkeitsstörung, welche 2012 (richtig: 2011) durch die Gut-
achter gestellt worden sei. Auf die Beurteilung der Leistungsfähigkeit habe 
dies keinen Einfluss. Diese Diagnose sei unbestritten und habe die wesent-
liche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die depressiven Symptome hät-
ten sich bis zum März 2014 weitgehend remittiert. Es sei deshalb von einer 
Arbeitsfähigkeit von 60% in einer Verweistätigkeit auszugehen, welche im 
Gutachten als zumutbar erachtet worden sei (S. 5).

3.1.10 Dr. med. Andreas I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Me-
dizin, hielt im Bericht vom 25. Januar 2016 (act. II 117 S. 2 ff.) als Diagno-
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Diskushernie C5/6, ein 
COPD Grad II, einen Verdacht auf Borderline Persönlichkeitsstörung, Mus-
kelschmerzen, eine Kachexie unklarer Ätiologie sowie multiple Medikamen-
ten- und Nahrungsmittelallergien fest (S. 2). Die Arbeitsfähigkeit betrage 
50% (S. 4). 

3.1.11 Die RAD-Ärztin Dr. med. O.________, Fachärztin für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in der 
Aktennotiz vom 7. September 2016 (act. II 124) fest, in der Beurteilung des 
bei persistierenden nuchalen Beschwerden nach Kontusion angefertigten 
MRI’s seien „keine Hinweise auf posttraumatische Veränderungen des 
Myelons, der Wirbelkörper oder der Bandscheiben" erwähnt. In den haupt-
sächlich belasteten Segmenten C4/5 und C5/6 würden Vorwölbungen der 
Bandscheiben erwähnt. Im Vergleich zu einer Diskushernie sei hier eine 
radikuläre Beeinträchtigung unwahrscheinlich. Aus somatischer Sicht sei 
somit nicht von einer Verschlechterung auszugehen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 11

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.3

3.3.1 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 31. Dezember 
2011 (act. II 63.1 S. 4 ff.) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung 
an Expertisen (vgl. E. 3.2.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 
125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Es ist nachvollziehbar und die Schlussfolge-
rungen sind überzeugend begründet. Gegenteiliges wird denn auch zu 
Recht nicht geltend gemacht. Das Gutachten kommt zum Schluss, dass die 
Beschwerdeführerin in gesamtmedizinischer Hinsicht namentlich aufgrund 
psychischer Beschwerden respektive von Seiten der (kombinierten) Per-
sönlichkeitsstörung im funktionellen Leistungsvermögen qualitativ und 
quantitativ eingeschränkt ist (S. 29). Dabei haben die Gutachter überzeu-
gend dargelegt, dass die Beschwerdeführerin mit Bezug auf die (ohnehin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 12

umstrittene [vgl. act. II 28 S. 4]) Konzeption eines MCS (vgl. act. II 18 
S. 7 f.) einer Fehlinterpretation unterlag, nachdem keinerlei Hinweise auf 
eine Allergie objektiviert werden konnten (act. II 63.1 S. 30). 

Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom 
6. Oktober 2016 (act. II 127) in medizinischer Hinsicht massgeblich auf das 
Gutachten der MEDAS ab. Allerdings erfolgte die Anmeldung zum 
Leistungsbezug bereits im August 2009 und die hier angefochtene 
Verfügung erst am 6. Oktober 2016, weshalb zu prüfen ist, ob das 
Gutachten in medizinischer Hinsicht – wie von der Beschwerdegegnerin 
angenommen – für den gesamten Beurteilungszeitraum eine 
rechtsgenügliche Beweisgrundlage bildet. 

3.3.2 Für die Zeit vor der Erstellung des Gutachtens präsentierte sich 
der Gesundheitszustand (somatisch wie psychisch) im Wesentlichen gleich 
wie anlässlich der Begutachtung, was sich darin ausdrückt, dass die Exper-
ten der MEDAS in Kenntnis der medizinischen Aktenlage als Beginn der 
Arbeitsunfähigkeit „das Datum des Rentenantrags“ im August 2009 als 
massgeblich erachteten und sich seither keine Besserung ergeben habe 
(act. II 63.1 S. 30). 

Für die Zeit nach der Begutachtung ist hinsichtlich des psychischen Ge-
sundheitszustandes weder ersichtlich noch wird geltend gemacht, dass 
sich insoweit eine (den Rentenanspruch potentiell berührende und dauer-
hafte) Änderung respektive Verschlechterung eingestellt hätte: Zwar dia-
gnostizierte Dr. med. L.________ im Bericht vom 4. Dezember 2013 (act. II 
87 S. 2 ff.) einen Verdacht auf andauernde Persönlichkeitsveränderung 
nach Extrembelastung sowie eine mittelgradige depressive Episode (vgl. S. 
2). Die RAD-Ärztin Dr. med. N.________ hielt hierzu jedoch überzeugend 
fest, die Diagnose der andauernden Persönlichkeitsveränderung nach Ex-
trembelastung beruhe auf denselben Symptomen wie die kombinierte Per-
sönlichkeitsstörung, welche durch die Gutachter der MEDAS gestellt 
worden sei, wobei dies auf die Beurteilung der Leistungsfähigkeit keinen 
Einfluss habe und insoweit weiterhin von einer (unveränderten) Arbeitsun-
fähigkeit (in einer Verweistätigkeit) auszugehen sei (act. II 93 S. 5). Was 
sodann die (offensichtlich im Wesentlichen durch psychosoziale Faktoren 
ausgelöste [vgl. act. II 87 S. 3]) depressive Episode anbelangt, remittierte 

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diese kurze Zeit nach ihrem Auftreten weitgehend (vgl. act. II 92 S. 1), 
weshalb von Seiten der Depression keine (zusätzliche) invalidisierende 
Wirkung ausging, was denn auch – zu Recht – nicht geltend gemacht wird. 
Ohnehin hat sich im weiteren Verlauf eher eine Verbesserung des 
psychischen Gesundheitszustandes eingestellt (vgl. act. II 92), was sich 
einerseits im Wegfall der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung 
ausdrückt (vgl. act. II 93 S. 5) und andererseits auch die – angeblich sogar 
an fünf Werktagen arbeitende (vgl. Beschwerde, S. 6, Ziffer 8) – 
Beschwerdeführerin selber bestätigte (vgl. act. II 73 S. 2).

In somatischer Hinsicht machte die Beschwerdeführerin in ihrem Einwand 
vom 1. Juli 2015 (act. II 110) geltend, auch die „Einschränkungen des Rü-
ckenleidens“ seien in die Beurteilung miteinzubeziehen. Die Beschwerde-
gegnerin hat daraufhin das medizinische Dossier der RAD-Ärztin Dr. med. 
O.________ vorgelegt, welche mit Bezug auf die in den MRI’s dokumen-
tierten Verwölbungen der Bandscheiben keine Verschlechterung des soma-
tischen Gesundheitszustandes feststellte. In der Tat weichen die mittels 
MRI vom 8. Dezember 2014 (act. II 110 S. 5) erhobenen Befunde der HWS 
im Vergleich zu jenen aus dem Jahre 2008 (act. II 123 S. 2) nicht erheblich 
voneinander ab. Gestützt auf die Beurteilung des MRI-Befundes vom 
8. Dezember 2014 ist eine radikuläre Reizung einer Nervenwurzel nicht 
überwiegend wahrscheinlich erstellt (act. II 110 S. 5). Sodann gab die Be-
schwerdeführerin die anlässlich der bildgebenden Untersuchung geltend 
gemachten Kribbelparästhesien in den Fingern bereits im Rahmen der neu-
rologischen Begutachtung in der MEDAS an (vgl. act. II 63.4 S. 3), ohne 
dass dieser Befund respektive der erhobene Neurostatus Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit gezeitigt hätte (S. 7). Wenn die RAD-Ärztin deshalb 
von Seiten der geltend gemachten Rückenbeschwerden – im Ergebnis – 
keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestierte, ist dies 
schlüssig und nachvollziehbar. Zu Recht macht die Beschwerdeführerin im 
Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens denn auch nichts Ge-
genteiliges (mehr) geltend. 

3.3.3 Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter der MEDAS 
fest, in der bisherigen Tätigkeit „als … und …“ bestehe eine 60%ige Ar-
beitsunfähigkeit. In einer den Leiden angepassten Tätigkeit attestierten sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 14

eine Leistungsfähigkeit von 60% (act. II 63.1 S. 29 f.), wobei sie als Beginn 
der Arbeitsunfähigkeit das Anmeldedatum zum Leistungsbezug (August 
2009) als massgeblich erachteten (S. 30). Demnach erweist sich die Ein-
schätzung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS 
auch für die Zeit zwischen der Anmeldung zum Leistungsbezug im August 
2009 und der Erstellung des Gutachtens als massgebend, woran auch der 
Bericht der Psychiatrischen Dienste K.________ vom 26. August 2010 (act. 
II 43 S. 4 f.) nichts ändert: Zwar wurde darin – zu Handen der damaligen 
Rechtsvertretung – (einmalig) eine schwere depressive Episode diagnosti-
ziert und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Letzteres erfolgte je-
doch pauschal und massgebend gestützt auf die subjektiven 
Beschwerdeangaben der Beschwerdeführerin. Anzufügen ist insoweit, dass 
die multiplen Schmerzangaben nie hinreichend objektiviert werden konnten 
(vgl. act. II 13 S. 3; 18 S. 13) respektive sämtliche Fachgutachter der ME-
DAS erhebliche Diskrepanzen zu den erhobenen Befunden feststellten (vgl. 
act. II 63.1 S. 29). 

Nach der Begutachtung bestätigte die RAD-Ärztin Dr. med. N.________ im 
Bericht vom 5. Dezember 2014 die gutachterlich bescheinigte 60%ige Leis-
tungsfähigkeit (act. II 93 S. 5). Soweit in den Berichten der behandelnden 
Ärzte jeweils eine allein 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, ist darauf 
hinzuweisen, dass die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des 
therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag 
des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits es nicht 
zulässt, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in 
Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn 
die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. 
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung 
aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver 
ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rah-
men der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 
2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5, 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1), was hier je-
doch nicht der Fall ist. Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin die 
Beschwerdeführerin gestützt auf die Empfehlungen im Gutachten der ME-
DAS zwar zur Durchführung medizinischer Massnahmen (Psychotherapie, 
Rauchstopp und Einstellung des Cannabiskonsums) aufgefordert (vgl. act. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 15

II 67; 75), davon jedoch in der weiteren Folge abgesehen (act. II 94). 
Dieser Umstand zeitigt jedoch hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit keine 
Auswirkungen, haben die Gutachter der MEDAS die Realisierung der 
60%igen Leistungsfähigkeit doch nicht von der vorgängigen Durchführung 
der von ihnen empfohlenen medizinischen Massnahmen abhängig 
gemacht.

Dieses Ergebnis korreliert im Übrigen mit der für psychische Störungen 
geänderten höchstrichterlichen Rechtsprechung (BGer 8C_130/2017 sowie 
8C_841/2016 je vom 30. November 2017, beide zur Publikation 
vorgesehen). Die Beschwerdeführerin war offenbar immer eine 
Aussenseiterin, allerdings ohne vollständigen sozialen Rückzug bis zum 
massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses. Bei ihr zeigt sich denn 
auch keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen 
Lebensbereichen (Konsistenz) und noch vorhandenes 
Kompensationspotential (Ressourcen). Sie hat nebst dem … (zweieinhalb 
Stunden pro Woche) zuhause erhebliche Aktivitäten entwickelt: So 
kümmert sie sich ausgiebig um ihre Haustiere (Hunde, Katze, Mäuse) – 
trotz geltend gemachter, vom MEDAS nicht bestätigter Allergien und der 
Fehlinterpretation hinsichtlich des MCS –, widmet sich dem Garten, erledigt 
die Post, kocht und arbeitet am PC. Die Beschwerdeführerin hat auch 
Kontakt zu einer Kollegin, mit der sie sich offenbar zweimal im Monat trifft. 
Zudem besitzt sie ein eigenes Auto und fährt damit gerne (Fahren sei ihre 
eine kleine Freiheit), wobei sie auch selber an die MEDAS-Begutachtung 
fuhr.

3.3.4 Zusammengefasst beansprucht die im Gutachten der MEDAS mit 
60% veranschlagte Leistungsfähigkeit in einer den Leiden angepassten 
Tätigkeit Gültigkeit mit Bezug auf den gesamten Beurteilungszeitraum bis 
zur angefochtenen Verfügung vom 6. Oktober 2016 (act. II 127). Gestützt 
darauf ist nachfolgend der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

4.

Strittig ist die für die Ermittlung des Invaliditätsgrades massgebende 
Methode (Art. 28a IVG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 16

4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20, 
125 V 146 E. 2c S. 150). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Er-
werbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet wer-
den könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 
wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508). Massgebend ist, inwieweit die 
Ausübung einer Erwerbstätigkeit unter Berücksichtigung der gesamten 
persönlichen, familiären, beruflichen und sozialen Situation als 
überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist (Entscheid des BGer vom 
17. Oktober 2016, 9C_926/2015, E. 4.2). 

4.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt (Einkommensvergleichsmethode; vgl. E. 4.3 hinten). Waren sie 
daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese 
Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 
IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent-
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der 
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditäts-
grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 142 
V 290 E. 4 S. 293).

4.3

4.3.1 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 17

4.3.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Tabellenlöhnen 
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen. Auf sie darf 
jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichti-
gung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten per-
sönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 
3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, 
heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.3.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung 
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 
2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 
Durchschnittswerten ermittelt, kann der entsprechende Ausgangswert 
(Tabellenlohn) um bis zu maximal 25% gekürzt werden, wenn persönliche 
und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, 
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität resp. Aufenthaltskategorie oder 
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben und die 
versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf 
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 18

erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 
322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei von einem Status 
100% Erwerb auszugehen und der Invaliditätsgrad folglich nach der Ein-
kommensvergleichsmethode zu ermitteln. Entgegen ihrer Auffassung lässt 
sich der von der Beschwerdegegnerin festgelegte Status von 80% Erwerb 
und 20% Haushalt indes nicht beanstanden: 

Zwar trifft es zu, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsab-
klärung vor Ort am 25. März 2015 gegenüber der Abklärungsperson angab, 
sie würde im Gesundheitsfall eine ausserhäusliche Tätigkeit im Umfang 
eines 100%-Pensums verrichten. Auch findet sich – wie die Beschwerde-
führerin insoweit zu Recht moniert – der im Abklärungsbericht erwähnte 
Protokolleintrag vom 21. Januar 2010 nicht in den Akten (vgl. act. II 106 
S. 6). Indessen ist – was die Statusangaben der Beschwerdeführerin anbe-
langt – Folgendes festzuhalten: Im Rahmen ihres Einwandes gegen den 
ersten Vorbescheid vom März 2010 hielt die Beschwerdeführerin ausdrück-
lich fest, sie habe das Arbeitspensum beim letzten Arbeitgeber krankheits-
halber von 80% auf 70% reduziert, das heisse, 20% entfielen auf den 
Aufgabenbereich Haushalt (act. II 33 S. 1). Dem (in der Folge ebenfalls 
ersetzten) Vorbescheid vom Juni 2010 (act. II 41) legte die Beschwerde-
gegnerin sodann einen Status 80% Erwerb und 20% Haushalt zugrunde, 
was von der rechtskundig vertretenen Beschwerdeführerin unbeanstandet 
blieb (vgl. act. II 43 S. 1 f.). Die nunmehr erfolgten anderslautenden Anga-
ben gegenüber der Abklärungsperson überzeugen deshalb nicht. 

Sodann führt die Beschwerdegegnerin zutreffend aus, die Erwerbsbiogra-
phie der Beschwerdeführerin spreche gegen die Annahme einer 100%igen 
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall: Dem Auszug aus dem individuellen 
Konto (IK [act. II 105 S. 2 ff.]) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführe-
rin im Verlaufe ihrer erwerblichen Laufbahn allein bescheidene Einkommen 
generierte – das höchste bezifferte sich auf Fr. 38‘777.-- im Jahr 2006 (vgl. 
S. 2) –, was zum Schluss führt, dass sie zu keinem Zeitpunkt eine vollzeitli-
che Erwerbstätigkeit ausübte. Für die beschwerdeweise zumindest insinu-
ierte Behauptung, wonach dies (auch) in Zusammenhang mit ihrem 
Krankheitsbild stehen könnte (vgl. S. 4 f., Ziffer 3), besteht in den Akten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 19

kein Anhaltspunkt. Abgesehen davon, dass häufige Stellenwechsel für sich 
allein noch nicht beweisend für das Vorliegen einer (psychischen) Gesund-
heitsbeeinträchtigung sind, legten auch die Gutachter der MEDAS den Be-
ginn der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit auf den August 2009 fest 
(act. II 63.1 S. 30). Ferner entsprach auch die bei der P.________ von Mai 
2005 bis März 2007 bekleidete Anstellung (act. II 22) keiner Vollzeittätig-
keit, nachdem die zusätzlich zum 80%-Pensum ausgeübte nebenamtliche 
Tätigkeit als … lediglich 88.25 Stunden jährlich ausmachte (vgl. S. 4), wo-
mit in der Summe kein 100%-Pensum resultiert. Auch die unmittelbar vor 
Eintritt der Invalidität seit April 2007 innegehabte Anstellung bei der 
Q.________ entsprach lediglich einem 50%- respektive ab Oktober 2008 
einem 70%-Pensum (act. II 12 S. 3) und es bestehen keine aktenkundigen 
Hinweise für die Behauptung der Beschwerdeführerin, ihr sei mündlich die 
Aufstockung auf 100% versprochen worden (Beschwerde, S. 5, Ziffer 5). 

Ferner erfolgten die in der Beschwerde ins Feld geführten, während des 
Bezugs von Arbeitslosenentschädigung erfolgten Bewerbungen auf 100%-
Stellen (vgl. S. 5, Ziffer 6; zu den Rahmenfristen, vgl. act. II 59 S. 3; 110 
S. 19) allesamt nach der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin zum IV-
Leistungsbezug im August 2009 (act. II 2 S. 8; 110 S. 19 f., 22-27 und 34) 
respektive zu einem Zeitpunkt, da die Beschwerdeführerin bereits in ihrer 
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit eingeschränkt war. Sie sind entsprechend 
allein vor dem Hintergrund der damals noch nicht feststehenden Vermitt-
lungsunfähigkeit (vgl. Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG i.V.m. Art. 15 Abs. 3 der 
Verordnung vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenver-
sicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]; BGE 142 V 
380 E. 5.5 S. 388) – mithin im arbeitslosenversicherungsrechtlichen Kon-
text – zu interpretieren, für die hier zu beantwortende Statusfrage indes 
nicht aussagekräftig. Im Weiteren weist die Beschwerdegegnerin zu Recht 
darauf hin, dass aus dem Umstand, wonach die Beschwerdeführerin an-
geblich an jedem Werktag arbeite (Beschwerde, S. 6, Ziffer) mit Blick auf 
die Möglichkeit freier Arbeitszeitgestaltung nicht auf eine 100%ige Erwerbs-
tätigkeit bei guter Gesundheit geschlossen werden kann. Sodann ist die 
seit … 2016 bestehende Arbeitslosigkeit des Ehemannes (vgl. Beschwer-
de, S. 6, Ziffer 7) bei der Beurteilung der Statusfrage schon deshalb nicht 
massgebend, weil sie ausserhalb des vorliegend relevanten Beurteilungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 20

zeitraums liegt. Im Übrigen begründet die mit Blick auf die angespannte 
finanzielle Situation mit Privatkonkurs (act. II 106 S. 7) geltend gemachte 
wirtschaftliche Notwendigkeit für sich genommen kein (hypothetisches) 
Vollzeitpensum, ist doch rechtsprechungsgemäss nicht in erster Linie 
entscheidend, inwieweit die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Lichte der 
bestehenden finanziellen Verhältnisse als erforderlich erscheint, sondern 
inwieweit sie unter Berücksichtigung der gesamten persönlichen, 
familiären, beruflichen und sozialen Situation als überwiegend 
wahrscheinlich zu betrachten ist (vgl. E. 4.1 vorne; Entscheid des BGer 
vom 17. August 2017, 9C_374/2017, E. 2.1.2). 

4.5 Zusammenfassend ist im Gesundheitsfall von einem Status 80% 
Erwerb und 20% Haushalt auszugehen. Daraus folgt, dass der Invaliditäts-
grad nach Massgabe der gemischten Methode zu bestimmen ist (vgl. E. 4.2 
vorne). 

4.6 Der Beschwerdeführerin wurde ab Oktober 2008 eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. II 2 S. 5; 8 S. 3 und 8), womit im Lichte 
von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG sowie mit Blick auf die im August 2009 (act. II 2 
S. 8; vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) erfolgte Anmeldung zum Leistungsbezug der 
frühest mögliche Rentenbeginn (potentiell) im Februar 2010 zu liegen 
kommt. Zu prüfen ist demnach, ob im Zeitraum zwischen Februar 2010 bis 
zum vorliegend massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 
vom 6. Oktober 2016 (act. II 127) eine rentenbegründende Invalidität von 
mindestens 40% (vgl. E. 2.2 vorne) gegeben war. 

4.7 Für den erwerblichen Bereich ergibt sich folgende Berechnung des 
Invaliditätsgrades: 

4.7.1 Die Beschwerdeführerin ist gelernte … (act. II 2 S. 4) und war 
nach den Angaben in den Akten von 1988 bis 2005 bei diversen Arbeitge-
bern in diesem Beruf tätig (vgl. act. II 63.1 S. 16). Von Mai 2005 bis März 
2007 arbeitete sie bei der P.________ im Kurierdienst sowie als „Hilfsarbei-
terin“ (act. II 22 S. 1). Beim selben Arbeitgeber arbeitete sie zwischen April 
2006 und März 2007 zudem einmal wöchentlich als … (S. 4). Ab April 2007 
war die Beschwerdeführerin bei der Q.________ als … und … angestellt 
(act. II 12 S. 2; 59 S. 1). Im Bericht von Dr. med. L.________ vom 4. De-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 21

zember 2013 (act. II 87 S. 2 ff.) gab die Beschwerdeführerin als „Traumjob“ 
„…“ an (S. 3); gegenüber der Abklärungsperson machte sie geltend, als 
Gesunde würde sie im … oder bei der … arbeiten (act. II 106 S. 6). 

Mit Blick auf diese Erwerbsbiographie mit zahlreichen Stellenwechseln 
kann aus der letzten, vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit bzw. erst seit April 
2007 ausgeübten Tätigkeit als … nicht auf eine Validentätigkeit geschlos-
sen werden, weshalb für die hypothetische Lohnentwicklung nicht auf das 
letzte, bei der Q.________ erzielte Einkommen abgestellt werden kann. 
Vielmehr ist – mit der Beschwerdegegnerin (act. II 106 S. 8; 127 S. 2) – auf 
Tabellenlöhne abzustellen, was denn auch in der Beschwerde unbean-
standet blieb. Dabei kann offen bleiben, ob dem Validenlohn Ziffer 47 (De-
tailhandel) oder Ziffer 53 (…-, …- und …) der vorliegend massgeblichen 
LSE 2010 zugrunde zu legen ist. Wie zu zeigen sein wird (vgl. E. 4.9 hin-
ten), resultiert auch dann kein Rentenanspruch, wenn zu Gunsten der Be-
schwerdeführerin das höhere Einkommen im Detailhandel berücksichtigt 
wird. 

Nach Randziffer 47, Anforderungsniveau 3, von Tabelle TA1 der LSE 2010 
betrug das monatliche Einkommen im Detailhandel durchschnittlich 
Fr. 4‘360.--. Sodann gilt es bei der Anwendung von Tabellenlöhnen zu 
berücksichtigen, dass ihnen generell eine Arbeitszeit von 40 
Wochenstunden zugrunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die 
betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit im Bereich der vorliegend 
massgeblichen Tabellenposition gemäss Ziffer 47, welche sich im Jahr 
2010 auf 41.7 Wochenstunden belief (vgl. BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 77; 
BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Abteilung 
G). Demnach betrug das jährliche Valideneinkommen im Jahr 2010 bei 
einem Pensum von 80% sowie unter Berücksichtigung der durchschnittli-
chen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden Fr. 43‘634.90 (Fr. 4‘360.-- x 12 
Monate / 40 x 41.7 Wochenstunden x 0.8). 

4.7.2 Hinsichtlich des Invalideneinkommens macht die Beschwerdefüh-
rerin geltend, es sei auf das aktuelle, bei der E.________ AG erzielte Er-
werbseinkommen abzustellen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 22

Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin bei der 
E.________ AG im Jahr 2015 in einem Pensum zwischen 25 und 38% ge-
arbeitet hat (vgl. act. II 110 S. 18), womit sie die ihr verbliebene Erwerbs-
fähigkeit von 60% (vgl. E. 3.3.4 vorne) nicht optimal ausschöpft. Namentlich 
lässt sich die beschwerdeweise Behauptung, die Beschwerdeführerin habe 
eine Präsenzzeit von nahezu 100% (S. 6, Ziffer 8), anhand der Akten nicht 
verifizieren. Auch die weiteren, in den Jahren 2011 bis 2014 innegehabten 
Anstellungen, in deren Rahmen die Beschwerdeführerin jeweils tiefere Ein-
kommen erwirtschaftete (vgl. act. II 105 S. 4), als es ihr auf dem massge-
blichen ausgeglichenen hypothetischen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) 
invaliditätsbedingt möglich gewesen wäre, erfüllen die rechtsprechungs-
gemäss Voraussetzungen an ein zumutbarerweise erzielbares Einkommen 
nicht. Nachdem die Beschwerdeführerin stets im ersten Arbeitsmarkt er-
werbstätig war und dies nach wie vor ist und auch dem Gutachten der ME-
DAS keine Hinweise zu entnehmen sind, wonach allein eine Tätigkeit an 
einem geschützten Arbeitsplatz zumutbar wäre, ist mit der Beschwerde-
gegnerin auch bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf Tabellen-
löhne gemäss LSE 2010 abzustellen. Den im Gutachten der MEDAS 
festgestellten Einschränkungen – wonach insbesondere die Anforderungen 
an zwischenmenschliche Kommunikation und das Auftreten von Stresssi-
tuationen gering gehalten werden müssen, eine Rückkoppelung der 
Schmerzen auf die Psyche durch wechselnde Körperhaltungen zu reduzie-
ren ist und vermehrt Pausen nach Belieben eingeplant werden sollten (act. 
II 63.1 S. 29 f.) – ist jedoch bei der Wahl der massgeblichen Tabellenpositi-
on Rechnung zu tragen. Die Beschwerdegegnerin hat auf Ziffer 94-96 (Er-
bringung von sonstigen Dienstleistungen) abgestellt (vgl. act. II 106 S. 8). 
Diese Position umfasst jedoch auch Interessenvertretungen von religiösen 
Vereinen (Ziffer 94) sowie die Reparatur von Gebrauchsgütern (Ziffer 95). 
Inwieweit dies dem medizinisch-theoretisch festgelegten Zumutbarkeitspro-
fil – namentlich der Notwendigkeit, nach Belieben Pausen einlegen zu kön-
nen –, gerecht wird, oder ob nicht eher allein Ziffer 96 (Sonstige 
persönliche Dienstleistungen) oder alternativ der Wert Total von Tabelle 
TA1 beizuziehen wäre, ist fraglich, kann jedoch ebenfalls offen bleiben. 

Gestützt auf den Wert gemäss Ziffer 96 von Tabelle TA1 der LSE 2010, 
Anforderungsniveau 4, Frauen, betrug das jährliche Invalideneinkommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 23

im Jahr 2010 unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenar-
beitszeit von 41.8 Stunden (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen, Abschnitt S) sowie einer Arbeitsfähigkeit von 60% (bei 
einem Erwerbsstatus von 80%) Fr. 26‘514.60 (Fr. 3‘524.-- x 12 Monate / 40 
x 41.8 Wochenstunden x 0.6). Eines zusätzlichen leidensbedingten Abzugs 
bedarf es insoweit nicht, weil den Einschränkungen der Beschwerdeführe-
rin im Rahmen einer solchen Tätigkeit optimal Rechnung getragen werden 
könnte und die übrigen Kriterien für einen leidensbedingten Abzug (vgl. E. 
4.3.3 vorne) offensichtlich nicht erfüllt sind. 

Wird auf den Wert Total von Tabelle TA1, Anforderungsniveau 1, Frauen, 
abgestellt, ist – mit Blick auf das eher restriktiv formulierte Zumutbar-
keitsprofil – ein leidensbedingter Abzug in Anschlag zu bringen. Demnach 
resultiert im Jahr 2010 – unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wo-
chenarbeitszeit von 41.6 Stunden (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen, Abschnitt „Total“) sowie eines leidensbedingten 
Abzugs (in der maximal zulässigen Höhe) von 25% – ein Invalideneinkom-
men von Fr. 23‘727.60 (Fr. 4‘225.-- x 12 Monate / 40 x 41.6 Wochenstun-
den x 0.6 x 0.75). 

4.7.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt dies 
eine Erwerbseinbusse von Fr. 17‘120.30 (Fr. 43‘634.90 – Fr. 26‘514.60) 
bzw. Fr. 19‘907.30 (Fr. 43‘634.90 – Fr. 23‘727.60) und damit bezogen auf 
den erwerblichen Bereich einen Invaliditätsgrad von gewichtet 31.39% 
(Fr. 17‘120.30 / Fr. 43‘634.90 x 100 x 0.8) respektive 36.49% (Fr. 19‘907.30 
/ Fr. 43‘634.90 x 100 x 0.8). 

4.7.4 Anzufügen bleibt, dass die per 1. Januar 2018 in Kraft getretene 
neue Regelung hinsichtlich der Invaliditätsbemessung bei 
Teilerwerbstätigen (vgl. Art. 27bis IVV) zeitlich nicht zur Anwendung gelangt. 

4.8 Mit Bezug auf den Aufgabenbereich wurde im Abklärungsbericht 
Haushalt vom 18. Mai 2015 (act. II 106 S. 2 ff.) mittels Betätigungsver-
gleichs keine Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt ermittelt. Der 
Bericht wurde vom spezialisierten Abklärungsdienst der Beschwerdegegne-
rin aufgrund einer Erhebung vor Ort am 25. März 2015 (S. 2) verfasst und 
erfolgte in hinreichender Kenntnis der medizinischen Situation. Ferner 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 24

stützt sich das Ergebnis auf die Angaben der Beschwerdeführerin zu den 
sozialen und erwerblichen Verhältnissen und zum Haushalt. 

Die im Abklärungsbericht enthaltene Umschreibung der Haushaltsaufgaben 
entspricht den Vorgaben des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosig-
keit in der Invalidenversicherung des Bundesamtes für Sozialversicherung 
in der im Jahr 2016 gültigen Fassung (KSIH, Rz. 3086). Die Gewichtung 
der einzelnen Aufgabenbereiche hält sich sodann innerhalb der dort ange-
gebenen Bandbreiten und ist in Anbetracht der konkreten Umstände nicht 
zu beanstanden. Schliesslich ist die Feststellung der Abklärungsperson, 
wonach mit Bezug auf die einzelnen Verrichtungen keine Einschränkung 
vorliegt, nachvollziehbar begründet und hinreichend detailliert. Gegenteili-
ges wird denn auch nicht vorgebracht. 

4.9 Bei einer gewichteten Einschränkung von 31.39% respektive 
36.5% im Erwerbsbereich (vgl. E. 4.7.3 vorne) und 0% im Haushaltsbereich 
(E. 4.8 hiervor) resultiert insgesamt ein IV-Grad von gerundet 31% bzw. 
36% (zur Rundung: vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123), womit kein An-
spruch auf eine Invalidenrente besteht (vgl. E. 2.2 vorne). 

4.10 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 6. Okto-
ber 2016 nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2018, IV/16/1093, Seite 25

5.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die 
obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin nach 
allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrundsatz keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.