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**Case Identifier:** 8985a97a-50ad-5fe6-8899-949416662acc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.10.2023 200 2022 414
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-414_2023-10-23.pdf

## Full Text

200 22 414 IV
MAK/ISD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Oktober 2023

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. Juni 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1989 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), seit 
1. August 2012 angehender … in verkürzter Ausbildung, meldete sich im 
November 2013 unter Hinweis auf Rückenbeschwerden sowie somatofor-
me und affektive Störungen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB traf medizinische und erwerbliche Ab-
klärungen, sprach dem Beschwerdeführer verschiedene berufliche Mass-
nahmen zu (vgl. AB 35, 39, 41) und wies mit Mitteilung vom 1. Oktober 
2015 (AB 43) das Leistungsbegehren unter Verweis auf den zwischenzeit-
lich erreichten Lehrabschluss sowie die ausgeschöpften Coaching-
Massnahmen ab.

Im Juni 2016 meldete sich der Versicherte abermals zum Leistungsbezug 
an und machte eine massive Verschlechterung der psychischen Gesund-
heit und Belastbarkeit, eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, 
eine Adipositas III, diverse Kreislaufbeschwerden, eine erhöhte Anfälligkeit 
für Krankheiten und eine stattgehabte Augenoperation aufgrund eines Ke-
ratokonus geltend (AB 46). Die IVB traf medizinische bzw. erwerbliche Ab-
klärungen und gewährte ein Aufbautraining vom 21. September bis 20. De-
zember 2016 (vgl. AB 69). Nachdem beim Versicherten ein Ependymom 
diagnostiziert worden war, unterzog sich dieser am 7. Dezember 2016 ei-
ner Rückenmarkoperation mit Tumorentfernung und anschliessender um-
fangreicher Neurorehabilitation (vgl. AB 85 bzw. 103). Die IVB sprach dem 
Versicherten verschiedene Hilfsmittel zu (vgl. AB 95 f., 102, 118, 120 f., 
123) und holte im Rahmen der weiteren medizinischen Abklärungen ein 
vom 12. Juni 2017 datierendes polydisziplinäres Gutachten ein (AB 105.1). 
Im Anschluss veranlasste sie zwischen September 2017 und Ende Juli 
2021 weitere berufliche Massnahmen (vgl. AB 115, 130, 149, 172, 178, 
190), namentlich eine Ausbildung zum … vom 12. August 2019 bis 31. Juli 
2021 mit berufsbegleitendem Praktikum (AB 214, vgl. auch AB 201/2 f., 
257/2). Daneben sprach die IVB dem Versicherten mit Verfügung vom 
5. Juni 2018 (AB 168) ab dem 1. Februar 2018 einen Assistenzbeitrag re-

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spektive mit Verfügung vom 7. Juni 2018 (AB 171) ab dem 1. Dezember 
2017 eine Hilflosenentschädigung leichten Grades zu. Zufolge Verzichts 
auf einen Assistenzbeitrag (vgl. AB 240) hob die IVB den Leistungsan-
spruch am 4. Februar 2021 auf (AB 241); der Anspruch auf Hilflosenent-
schädigung blieb revisionsweise unverändert (AB 239). Nach Abschluss 
der beruflichen Massnahmen (vgl. AB 258) trat der Versicherte per 1. Au-
gust 2021 eine neue Stelle bei C.________ an und wurde als "…" mit ei-
nem Beschäftigungsgrad von 50 % in dessen Einzelunternehmen 
D.________ eingesetzt (AB 272/2 f.). Die IVB holte in der Folge ein neues 
polydisziplinäres Gutachten vom 29. November 2021 (AB 284.1 [Konsens-
beurteilung]) ein und sprach dem Versicherten – nach durchgeführtem Vor-
bescheidverfahren (vgl. AB 290, 304) – mit Verfügung vom 9. Juni 2022 
(AB 308) vom 1. Januar bis 30. September 2017 eine ganze Rente sowie 
vom 1. Oktober 2017 bis 31. Juli 2021 eine halbe Rente zu und verneinte 
einen darüber hinausgehenden Rentenanspruch.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar 
B.________, mit Eingabe vom 8. Juli 2022 Beschwerde und beantragte, die 
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 9. Juni 2022 sei insoweit aufzu-
heben, als ihm lediglich eine bis 31. Juli 2021 befristete Rente zugespro-
chen worden sei und es sei dem Beschwerdeführer rückwirkend seit 1. Au-
gust 2021 eine unbefristete Rente in gesetzlicher Höhe nebst gesetzlichem 
Verzugszins auszurichten. Eventualiter sei die Verfügung der Beschwerde-
gegnerin vom 9. Juni 2022 aufzuheben und die Sache zwecks Ergänzung 
der medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 6. September 2022 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. Juni 2022 (AB 308). 
Da in anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht betreffend die be-
fristete bzw. abgestufte Rentenzusprache ein Rechtsverhältnis vorliegt 
(BGE 125 V 413; SVR 2019 IV Nr. 33 S. 100 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 
E. 1a), ist der Rentenanspruch insgesamt, das heisst unter Einbezug der 
vom 1. Januar bis 30. September 2017 zugesprochenen ganzen Rente 
respektive der vom 1. Oktober 2017 bis 31. Juli 2021 zugesprochenen hal-
ben Rente, zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Vorbehältlich besonderer übergangsrecht-
licher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefoch-
tene Verfügung vom 9. Juni 2022 (AB 308) nach dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020. Jedoch liegen der frühestmöglich Zeitpunkt 
der potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs sowie sämtliche Revisi-
onsgründe vor dem 1. Januar 2022 (vgl. dazu hinten E. 4.1), weshalb die 
Bestimmungen des IVG und der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 
gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (vgl. auch Bundesamt für 
Sozialversicherungen [BSV], Kreisschreiben über Invalidität und Rente in 
der Invalidenversicherung [KSIR] Rz. 9100 f.; zur Bedeutung von Verwal-
tungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 
S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begrün-

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den, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikato-
rischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 
S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtspre-
chung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand 
eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 
S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 

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haben (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV 
Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

2.5.3 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

3.

3.1 Vorab ist festzuhalten, dass im Nachgang zur ersten Anmeldung 
zum Leistungsbezug von November 2013 (AB 1) der Leistungsanspruch 
lediglich hinsichtlich beruflicher Massnahmen einlässlich abgeklärt wurde 
(vgl. etwa AB 35, 39, 41). Da im Zeitpunkt der formlosen Mitteilung vom 
1. Oktober 2015 (AB 43) eine Invalidenrente offensichtlich nicht in Betracht 
fiel, ist zur Beurteilung dieses Leistungsanspruchs nunmehr allein die Neu-
anmeldung von Juni 2016 (AB 46) relevant (vgl. BSV, Kreisschreiben über 
das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI], gültig ab 1. Januar 

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2010, Stand: 1. Januar 2016, Rz. 1032 bzw. Rz. 2033; Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 3. Januar 2022, 9C_556/2021, E. 5.1 f.). Der stritti-
ge Rentenanspruch ist daher nachfolgend umfassend und – soweit nicht 
die Abstufung bzw. Befristung betreffend (vgl. E. 2.5.2 f. hiervor) – unbese-
hen revisionsrechtlicher Gesichtspunkte zu prüfen (vgl. auch vorne E. 1.2).

3.2 Die angefochtene Verfügung vom 9. Juni 2022 (AB 308) basiert in 
medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf dem polydisziplinären Gutach-
ten der MEDAS E.________ vom 12. Juni 2017 (AB 105.1) und dem poly-
disziplinären Gutachten der MEDAS F.________ vom 29. November 2021 
(AB 284.1 [Konsensbeurteilung], 284.3-284.7). 

3.2.1 Im Gutachten der MEDAS E.________ vom 12. Juni 2017 
(AB 105.1) wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine inkomplette Paraplegie sub Th9 (AIS D) bei Ependymom (WHO Grad 
II) auf Höhe BWK9-11 (ICD-10 G82.21/C72.0; bei Status nach Laminekto-
mie BWK9-11 und Tumorexstirpation am 7. Dezember 2016 [ICD-10 
Z98.8]), ein Status nach operativer Dekompression mit Sequestrektomie, 
Diskektomie und Neurolyse mit LWK4/5 und LWK5/SWK1 am 20. Septem-
ber 2012 (ICD-10 Z98.8; bei Status nach sequestrierender Diskushernie 
LWK5/SWK1 sowie Stenose LWK4/5 mit invalidisierender Lumboischialgie 
[ICD-10 M51.1]), ein Keratokonus (ICD-10 H18.6) und eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0) festgehal-
ten. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gut-
achter akzentuierte selbstunsichere Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), 
eine chronische Benetzungsstörung (ICD-10 H19.3), ein latentes Aussen-
schielen (ICD-10 H50.5), eine Adipositas mit BMI von 38.5 kg/m2 (ICD-10 
E66.1; mit Leberwerterhöhung [ICD-10 R74.8; wahrscheinlich bei Steatosis 
hepatis] und Hyperurikämie [ICD-10 E79.0]), eine Hypothyreose (ICD-10 
N03.9; substituiert) und eine Rhinokonjunktivitis pollinosa (ICD-10 H10.8; 
AB 105.1/24 Ziff. 5).

Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, aus neurologischer Sicht 
bestehe für die Dauer der stationären Rehabilitation bis voraussichtlich Juli 
2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche berufliche Tätigkei-
ten. Nachfolgend bestehe für körperlich sitzende Tätigkeiten eine Teilar-
beitsfähigkeit von 50 %. Nach zwei Jahren sollte eine nochmalige Beurtei-

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lung erfolgen. Aus orthopädischer Sicht ergäben sich für sitzende Tätigkei-
ten keine relevanten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der 
reduzierten Sehschärfe bestehe aus ophthalmologischer Sicht eine 20%ige 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Wegen des fehlenden Stereosehens 
seien potentiell gefährliche Arbeitsplätze, etwa auf Gerüsten oder an 
schnell drehenden Maschinen, nicht zumutbar. Aufgrund der psychiatrisch 
diagnostizierten leichten depressiven Störung resultiere eine Arbeitsun-
fähigkeit von 10 %. Bei der allgemeininternistischen Untersuchung habe 
keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden kön-
nen. Insgesamt bestehe aus polydisziplinärer Sicht gegenwärtig bis zum 
Abschluss der Rehabilitation voraussichtlich bis Juli 2017 eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten. Danach bestehe für angepass-
te, sitzende Tätigkeiten eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50 %. Die 
Arbeitsunfähigkeiten aus psychiatrischer, neurologischer und ophthalmolo-
gischer Sicht addierten sich nicht, sondern ergänzten sich. Es könnten die 
gleichen Zeitabschnitte zum Einlegen von vermehrten Pausen verwendet 
werden. Das Pensum könne über vier bis sechs Stunden pro Tag ange-
setzt werden, je nach Möglichkeit, bei der Arbeit Pausen einzulegen 
(AB 105.1/25 Ziff. 6.2). 

Von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für sämtlich Tätigkeiten könne 
ab Dezember 2016 ausgegangen werden. Zuvor dürfte es aufgrund der 
zunehmenden neurologischen Ausfälle im Verlauf des Jahres 2016 zu ei-
ner sukzessiven Zunahme der Arbeitsunfähigkeit gekommen sein. Die Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus ophthalmologischer Sicht bestehe 
wahrscheinlich seit dem Jahr 2015, als vom Beschwerdeführer eine Seh-
verschlechterung bemerkt worden sei. Zusammenfassend könne interdiszi-
plinär arbiträr ab Januar 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % bis No-
vember 2016 angenommen werden, dann sei die Arbeitsfähigkeit ganz 
aufgehoben gewesen und ab Juli 2017 sei eine Arbeitsfähigkeit von 50 % 
in einer angepassten Tätigkeit bei einer bleibenden Arbeitsunfähigkeit in 
der angestammten Tätigkeit anzunehmen (AB 105.1/25 f. Ziff. 6.3). Es 
werde eine Re-Evaluation nach zwei Jahren empfohlen (AB 105.1/26 
Ziff. 6.8).

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3.2.2 Im Gutachten der MEDAS F.________ vom 29. November 2021 
(AB 284.1 [Konsensbeurteilung]) wurde als Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit ein inkomplettes sensomotorisches Querschnittssyn-
drom sub L2 (initial sub Th9) bei Ependymom (WHO Grad II) auf Höhe 
BWK9-11 (ICD-10 G82.5) festgehalten. Als Diagnosen ohne Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine Adipositas permagna nach 
WHO 2000 (ICD-10 E66.02), den Verdacht auf arterielle Hypertonie, ohne 
Angabe einer hypertensiven Krise, nicht medizinisch behandelt (ICD-10 
I10.90), eine Steatosis hepatis (ICD-10 K76.0), eine Hypertriglyzeridämie, 
aktuell nicht medizinisch behandelt (ICD-10 E78.9), eine Hypothyreose, 
aktuell medizinisch behandelt (ICD-10 E03.8), eine aktenanamnestische 
Hypovitaminose D, aktuell medizinisch behandelt (ICD-10 E56.8), Allergien 
auf Hausstaub und Hausmilben (ICD-10 Z88.9), eine Störung durch "Ga-
men", Abhängigkeitssyndrom (ED 2021), eine Essstörung mit Adipositas 
permagna (ICD-10 F50.9), selbstunsichere Persönlichkeitszüge (ICD-10 
Z73.0), einen RA Keratokonus, Status nach CXL Mai 2017 (ICD-19 H18.6) 
und einen LA Keratokonus, Status nach CXL Februar 2016 (ICD-10 H18.6; 
AB 284.1/10 f. Ziff. 4.2). 

Auf neurologischer Seite stünden bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
die Residuen des resezierten Ependymoms im Vordergrund. Das Ependy-
mom sowie die Operation vom 7. Dezember 2016 (vgl. AB 103/1) hätten zu 
einem inkompletten sensomotorischen Querschnittssyndrom sub L2 ge-
führt. Dank intensiver, bis heute anhaltender Rehabilitation – unter ande-
rem mit einem mehr als sechsmonatigen stationären Aufenthalt im Zentrum 
G.________ (vgl. dazu AB 85 bzw. 103) – habe eine schrittweise Besse-
rung der Mobilität erreicht werden können. Aktuell persistierten eine links-
betonte Spastik sowie leichtgradige, ebenfalls linksbetonte Defizite der Tie-
fensensibilität. Die Lähmungen hätten sich bis auf eine fragliche Hüftflexi-
onsschwäche links vollständig zurückgebildet. Nichtsdestotrotz sei der Be-
schwerdeführer wegen der spastisch-ataktischen Gangstörung weiterhin 
auf einen Rollstuhl angewiesen, könne sich aber in Innenräumen mit Geh-
stock oder für kurze Strecken auch ohne Gehhilfe frei bewegen. Seine Ar-
beitstätigkeit verrichte der Beschwerdeführer fast ausschliesslich in sitzen-
der Position. Wegen den zunehmenden Beinschmerzen (Spastik) und kör-
perlicher Ermüdung bei längerem Sitzen sollte der Beschwerdeführer die 

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Möglichkeit von wiederholten Pausen und Positionswechseln haben, idea-
lerweise mit der Möglichkeit, sich kurz hinzulegen (AB 284.1/11 f. Ziff. 4.3). 

Aus interdisziplinärer Sicht attestierten die Gutachter – bei fehlender Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit in den Bereichen Allgemeine Innere Medi-
zin, Psychiatrie und Ophthalmologie – eine neurologisch begründete Ar-
beitsunfähigkeit von 40 % für die aktuelle Tätigkeit im … Bereich. Hierbei 
handle es sich bereits um eine optimal auf die Bedürfnisse des Beschwer-
deführers angepasste Tätigkeit. Im Übrigen sei das Zumutbarkeitsprofil des 
neurologischen Teilgutachtens zu berücksichtigen (AB 284.1/13 Ziff. 4.7). 
Gemäss diesem sollte eine leidensangepasste Tätigkeit weitgehend in sit-
zender Position verrichtet werden können, mit der Möglichkeit von regel-
mässigen Pausen und Positionsänderungen (AB 284.4/28 am Anfang).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 12

3.4

3.4.1 Sowohl das MEDAS E.________-Gutachten vom 12. Juni 2017 
(AB 105.1) als auch das Verlaufsgutachten der MEDAS F.________ vom 
29. November 2021 (AB 284.1) erfüllen die voranstehend genannten An-
forderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert einer versicherungs-
externen medizinischen Expertise und erbringen vollen Beweis. Die darin 
enthaltenen Feststellungen und Ausführungen beruhen auf eingehenden 
fachärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis bzw. Würdigung der Vor-
akten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Einschränkungen (vgl. 
dazu E. 3.4.2 hiernach) getroffen worden. Gestützt darauf haben die Gut-
achter die Befundlage, die medizinischen Zusammenhänge und die daraus 
zu ziehenden Schlüsse zum Gesundheitszustand sowie zur medizinisch-
theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit inklusive deren zeitlichen Verlauf 
nachvollziehbar dargestellt und überzeugend begründet. Dabei fanden je-
weils die Ergebnisse der einzelnen fachärztlichen Untersuchungen Eingang 
in die umfassenden interdisziplinären Konsensbeurteilungen (vgl. dazu 
BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; 137 V 210 E. 1.2.4 S. 224).

Die im Rahmen des MEDAS E.________-Gutachtens aus psychiatrischer 
Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 10 % hatte keine über die somatisch 
begründete Arbeitsunfähigkeit hinausgehende Bedeutung (vgl. AB 105.1/25 
Ziff. 6.2), sodass auf eine Indikatorenprüfung (vgl. dazu vorne E. 2.3) ver-
zichtet werden kann (vgl. Entscheid des BGer vom 23. März 2021, 
8C_690/2020, E. 6.2). Im Rahmen des Verlaufsgutachtens der MEDAS 
F.________ wurde sodann kein psychischer Gesundheitsschaden mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr diagnostiziert und aus psychiatri-
scher Sicht eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit attestiert 
(vgl. AB 284.1/13 Ziff. 4.7, 284.5/12 Ziff. 6.2 und 284.5/20). Angesichts der 
fachärztlich-psychiatrisch erstellten sowie insoweit nicht bestrittenen vollen 
Arbeitsfähigkeit erweist sich auch hier ein strukturiertes Beweisverfahren 
als entbehrlich (vgl. Entscheid des BGer vom 10. Mai 2022, 8C_103/2022, 
E. 2.3 mit Hinweisen).

Es finden sich sodann in den weiteren medizinischen Akten keine Anhalts-
punkte, die gegen die Vollständigkeit und Schlüssigkeit der beiden ME-
DAS-Gutachten sprechen würden, namentlich keine wesentlichen neuen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 13

Befunde, die im Rahmen der Begutachtungen unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben wären (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 
E. 3). Die beiden MEDAS-Gutachten sind sodann auch im Übrigen in sich 
widerspruchsfrei, schlüssig und überzeugend. Dies wird vom rechtskundig 
vertretenen Beschwerdeführer denn auch zumindest betreffend das ME-
DAS E.________-Gutachten vom 12. Juni 2017 (AB 105.1) nicht in Frage 
gestellt.

3.4.2 Soweit der Beschwerdeführer die im MEDAS F.________-
Gutachten aus neurologischer Sicht attestierte Arbeitsfähigkeit von 60 % 
(AB 284.1/13 Ziff. 4.7) beanstandet und geltend macht, es sei, wie im Vor-
gutachten (vgl. AB 105.1/25 f. Ziff. 6.3) von einer dem aktuellen Arbeits-
pensum entsprechenden Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen (vgl. Be-
schwerde S. 5 f. Ziff. IV/2.2-2.7), ist ihm nicht zu folgen. Denn im Rahmen 
des MEDAS E.________-Gutachtens vom 12. Juni 2017 (AB 105.1), wel-
ches noch während der rund sechsmonatigen stationären Neurorehabilita-
tion im Zentrum G.________ (siehe dazu AB 103) stattfand, wurde im neu-
rologischen Befund ein im Wesentlichen inkomplettes Querschnittssyndrom 
mit leichter vorwiegend sensibler, weniger auch motorischer linksbetonter 
Querschnittssymptomatik beschrieben. Der Beschwerdeführer habe alleine 
aus dem Rollstuhl aufstehen können. Der Stand sei unsicher und mit beid-
händiger Unterstützung könne er wenige Schritte gehen, wobei er hierbei 
ein spastisch-ataktisches Gangbild gezeigt habe (AB 105.1/21 Ziff. 4.3.4). 
Der neurologische Gutachter der MEDAS E.________ hielt mit Blick auf die 
noch laufende Neurorehabilitation ausdrücklich fest, dass der Verlauf offen 
sei, eine weitere Besserung erwartet werden könne und nach zwei Jahren 
eine nochmalige Beurteilung erfolgen sollte (AB 105.1/22 Ziff. 4.3.5). Im 
Vergleich dazu wurde anlässlich der neurologischen Verlaufsbegutachtung 
durch die MEDAS F.________ rund vier Jahre später festgehalten, dass 
der Beschwerdeführer sich zur Stand- und Gangprüfung problemlos aus 
dem Rollstuhl habe erheben können. Es bestünden eine aufrechte Körper-
haltung, ein sicherer Stand und keine Falltendenz im Romberg-Test. Beim 
Gehen habe der Beschwerdeführer zuerst einen Gehstock verwendet, wel-
cher zur Stabilisierung und teilweise auch zum Abstützen diene. Es impo-
niere ein deutlich linksbetontes ataktisch-spastisches Gangbild. Der Be-
schwerdeführer könne auch ohne Gehstock gehen, wirke dabei aber etwas 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 14

vorsichtig (AB 284.4/21 f. Ziff. 4.3.1). In der Diagnose-Herleitung führte der 
neurologische Sachverständige der MEDAS F.________ weiter aus, auf-
grund der anhaltenden Rehabilitation habe eine schrittweise Besserung der 
Mobilität erreicht werden können, mit persistierender linksbetonter Spastik 
sowie leichtgradigen, ebenfalls linksbetonten Defiziten der Tiefensensibi-
lität. Die Lähmungen hätten sich bis auf eine fragliche Hüftreflexoren-
schwäche links vollständig zurückgebildet (AB 284.4/24 Ziff. 6.3). Anders 
als vom Beschwerdeführer vertreten (vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. IV/2.5), ist 
damit die im Rahmen der Erstgutachtens prognostizierte Veränderung bzw. 
Verbesserung der neurologischen Symptomatik aus der Gegenüberstellung 
der neurologischen Befunde offenkundig eingetreten. Es besteht ange-
sichts dieser vormals erwarteten und zwischenzeitlich tatsächlich realisier-
ten Verbesserung der neurologischen Symptomatik kein erkennbarer Wi-
derspruch zwischen beiden neurologischen Teilgutachten.

Gestützt auf den verbesserten neurologischen Gesundheitszustand erfolgte 
die gutachterliche Begründung der medizinisch-theoretisch nunmehr 10 % 
höheren Arbeitsfähigkeit keinesfalls willkürlich. So waren den Gutachtern 
der MEDAS F.________ die subjektive Ermüdung, die Spastik und die 
Schmerzsituation des Beschwerdeführers (im Tageslauf) bekannt (vgl. 
AB 284.4/23 Ziff. 6.3) und sie haben diese sowohl in der Beurteilung der 
funktionellen Auswirkungen (vgl. AB 284.1/11 f. Ziff. 4.3) als auch bei der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit (vgl. AB 284.1/12 f.; 284.4/23 ff.) integrativ 
sowie angemessen berücksichtigt. Dabei hielten sie namentlich fest, dass 
die vom Beschwerdeführer unter Verweis auf körperliche und psychische 
Erschöpfung vertretene subjektive Arbeitsfähigkeit von 50 % angesichts 
des täglich gleichwohl betriebenen stundenlangen (vgl. etwa AB 284.5/13 
Ziff. 6.3) "Gamens" nicht nachvollziehbar und inkonsistent sei 
(AB 284.1/12 f. Ziff. 4.6, 284.5/16 Ziff. 7.3.1). Mithin liessen sich die vom 
Beschwerdeführer geltend gemachten weitergehenden Einschränkungen 
anlässlich der stattgehabten sorgfältigen Plausibilitätsprüfung (BGE 141 V 
281 E. 2.1.2 S. 287) nicht rechtsgenüglich nachweisen. Daran ändert auch 
nichts, dass der Beschwerdeführer gegenwärtig eine … Tätigkeit in einem 
50 %-Pensum ausübt (vgl. dazu AB 272.2 f.), da die dabei gezeigte subjek-
tive Arbeitsleistung für die Bemessung der medizinisch-theoretisch zumut-
baren Arbeitsfähigkeit bei optimaler Anstrengung nicht massgebend ist (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 15

Entscheid des BGer vom 8. März 2022, 9C_487/2021, E. 4.1.2). Die Gut-
achter der MEDAS F.________ vermochten allerdings die im zeitlichen 
Verlauf eingetretene Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf 60 % erst ab 
dem Zeitpunkt der neurologischen Exploration am 8. November 2021 (vgl. 
AB 284.4/3 Ziff. 1.1.4) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen 
(vgl. auch AB 284.4/28 Ziff. 8.2.5). Für den davor liegenden Zeitraum ver-
wiesen sie auf die echtzeitliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (vgl. 
AB 284.1/13 f. Ziff. 4.7). Folglich ist zwischen August 2021 und der neuro-
logischen Exploration im November 2021 gestützt auf die Beurteilung der 
MEDAS E.________ (vgl. AB 105.1/26 Ziff. 6.8) weiterhin von einer – dem 
ab 1. August 2021 ausgeübten 50 %-Erwerbspensum entsprechenden (vgl. 
AB 272/2 f.) – Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten, nunmehr … 
Tätigkeit auszugehen.

3.5 Dem Voranstehenden zufolge bilden das Gutachten der MEDAS 
E.________ vom 12. Juni 2017 (AB 105.1) und das Verlaufsgutachten der 
MEDAS F.________ vom 29. November 2021 (AB 284.1) eine zuverlässige 
Grundlage für die Beurteilung des anspruchsrelevanten medizinischen 
Sachverhaltes. Dieser ist hinreichend abgeklärt. Weiterer Abklärungen be-
darf es nicht.

Gestützt auf die beweiskräftigen MEDAS-Gutachten bestand für den Zeit-
raum von Januar bis November 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 30 %, von 
Dezember 2016 bis Ende Juni 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, 
von Juli 2017 bis spätestens am 7. November 2021 eine Arbeitsunfähigkeit 
von 50 % in einer angepassten Tätigkeit und ab dem 8. November 2021 
eine (ausschliesslich neurologisch begründete) Arbeitsunfähigkeit von 40 % 
in einer angepassten Tätigkeit (vgl. AB 105.1/26 Ziff. 6.3 und 6.8, 
284.1/13 f. Ziff. 4.7).

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 16

bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend 
vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Er-
mittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsun-
fähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn 
(Entscheid des BGer vom 27. Juni 2022, 8C_104/2021 [zur Publikation 
vorgesehen], E. 6.2).

4.1.1 Die vorliegend massgebliche Anmeldung zum Leistungsbezug er-
folgte im Juni 2016 (AB 46; vgl. vorne E. 3.1), weshalb unter Berücksichti-
gung der sechsmonatigen Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. vor-
ne E. 2.4) der frühestmögliche Rentenanspruch auf den 1. Dezember 2016 
fiele. Eine das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (vgl. vorne E. 2.4) 
eröffnende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % (vgl. BSV, Kreisschrei-
ben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], 
gültig ab 1. Januar 2015, Stand: 1. Januar 2021, Rz. 2010) ist indes erst ab 
dem 1. Januar 2016 erstellt (vgl. AB 105.1/25 Ziff. 6.3), weshalb das Warte-
jahr frühestens per 31. Dezember 2016 absolviert werden konnte. Zwi-
schen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2016 bestand noch keine 
durchschnittlich mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit, sondern lediglich 
eine solche von 36 % ([335 x 30 % + 30 x 100 %] / 365; zur Berechnung 
vgl. KSIH Rz. 2017 f. und Anhang II). Gestützt auf den gutachterlich be-
schriebenen Verlauf der Arbeitsunfähigkeit (vgl. AB 105.1/25 f. Ziff. 6.3) ist 
die Anspruchsvoraussetzung des absolvierten Wartejahres per 22. Januar 
2017 erfüllt ([312 x 30 % + 53 x 100 %] / 365 = 40.16 %). Dementspre-
chend ist ein erster Einkommensvergleich per Januar 2017 vorzunehmen.

4.1.2 Angesichts der zwischen Dezember 2016 und Ende Juni 2017 er-
stellten vollständigen Arbeitsunfähigkeit (vgl. AB 105.1/25 f. Ziff. 6.3 und 
6.8) besteht im Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahres im Januar 2017 oh-
ne Weiteres ein Invaliditätsgrad von 100 %. Da sich die Stufe der erstmalig 
zu gewährenden Rente nach dem Ausmass der während der Wartezeit 
bestehenden Arbeitsunfähigkeit richtet (KSIH Rz. 4001 f.), hat der Be-
schwerdeführer ab dem 1. Januar 2017 Anspruch auf eine Viertelsrente. 
Diese ist angesichts der ab Dezember 2016 erstellten vollständigen Ar-
beitsunfähigkeit in Nachachtung von Art. 88a Abs. 2 IVV (vgl. vorne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 17

E. 2.5.2) per 1. März 2017 auf eine ganze Rente zu erhöhen. Die angefoch-
tene Verfügung vom 9. Juni 2022 (AB 308) ist insoweit zum Nachteil des 
Beschwerdeführers anzupassen (vgl. dazu auch hinten E. 4.4). 

4.1.3 Mit der ab Juli 2017 eingetretenen Verbesserungen des Gesund-
heitszustandes und der Steigerung der Arbeitsfähigkeit in einer angepass-
ten Tätigkeit auf 50 % (AB 105.1/26 Ziff. 6.8) besteht ein medizinischer 
Revisionsgrund (vgl. vorne E. 2.5.1), weshalb unter Berücksichtigung der 
Übergangsfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. vorne E. 2.5.2) per Okto-
ber 2017 ein zweiter Einkommensvergleich vorzunehmen ist. Sodann be-
steht mit dem Abschluss der beruflichen Ausbildung zum … (vgl. 
AB 201/2 f., 214, 257/2) per Ende Juli 2021 und der dadurch neu beste-
henden Erwerbsmöglichkeiten in einer angepassten Tätigkeit (vgl. dazu 
hinten E. 4.2.4) ein erwerblicher Revisionsgrund, weshalb – wiederum un-
ter Berücksichtigung der Übergangsfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. 
vorne E. 2.5.2) per Oktober 2021 ein weiterer Einkommensvergleich vorzu-
nehmen ist. Schliesslich besteht mit der spätestens ab dem 8. November 
2021 ausgewiesenen zwischenzeitlich eingetretenen Arbeitsfähigkeit von 
60 % in einer angepassten Tätigkeit (vgl. AB 284.1/13 Ziff. 4.7 i.V.m. 
AB 284.4/3 Ziff. 1.1.4; siehe dazu E. 3.5 hiervor) abermals ein medizini-
scher Revisionsgrund (vgl. vorne E. 2.5.1). Gestützt auf die gutachterlichen 
Ausführungen zum Verlauf des Gesundheitszustandes bzw. der Arbeits-
fähigkeit (vgl. AB 284.1/13 f.) seit der letztmaligen Begutachtung im Juni 
2017 (vgl. AB 105.1) und den Umstand, dass der Beschwerdeführer nach 
einer erfolgreich absolvierten Ausbildung zum … per 31. Juli 2021 (vgl. 
AB 201/2 f., 214, 257/2) ab dem 1. August 2021 eine … Tätigkeit in einem 
50 %-Pensum bei C.________ ausübte (vgl. AB 272/2 f.), ist eine Verbes-
serung des Gesundheitszustandes erstellt (vgl. vorne E. 3.5), indes lässt 
sich nicht restlos klären, wann innerhalb der vier Jahre zwischen den zwei 
Begutachtungen diese Verbesserung eingetreten ist. In dieser Konstellation 
rechtfertigt es sich rechtsprechungsgemäss, den weiteren Einkommens-
vergleich bzw. die Rentenaufhebung (vgl. dazu hinten E. 4.4) direkt auf den 
Zeitpunkt der (neurologischen) Begutachtung hin vorzunehmen (vgl. SVR 
2019 IV Nr. 89, E. 2 mit Hinweisen). Für die soeben beschriebenen Ein-
kommensvergleiche sind die nachfolgend (vgl. E. 4.2 f. hiernach) festgeleg-
ten Vergleichseinkommen massgebend.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 18

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). Nicht massgebend ist, 
was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 131 V 51 
E. 5.1.2 S. 53; SVR 2021 IV Nr. 29 S. 91 E. 2.2).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf statistische Werte wie die vom Bundesamt für Statistik 
(BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf 
sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberück-
sichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten 
persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 
E. 5.3 S. 110; SVR 2022 IV Nr. 22 S. 71 E. 4.2).

Für die Berücksichtigung einer beruflichen Weiterentwicklung müssen pra-
xisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte 
Person einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkom-
men tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. So-
dann genügen blosse Absichtserklärungen der versicherten Person nicht. 
Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, durch konkrete 
Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prü-
fungen usw. kundgetan worden sein. Diese Grundsätze gelten auch für 
junge Versicherte. Bei der Prüfung der mutmasslichen beruflichen Entwick-
lung können unter Umständen aus einer besonderen beruflichen Qualifizie-
rung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische Entwicklung 
gezogen werden, zu der es ohne Eintritt des Gesundheitsschadens ge-
kommen wäre. Nach der Rechtsprechung ist eine solche Annahme unter 
anderem dann zulässig, wenn die angestammte Tätigkeit weitergeführt 
werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 19

einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die 
versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch 
im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht (BGE 145 V 141 E. 5.2.1 
S. 144; SVR 2021 IV Nr. 29 S. 92 E. 2.2, 2018 IV Nr. 48 S. 153 E. 4.2).

4.2.2 Der Beschwerdeführer absolvierte die gymnasiale Matura und stu-
dierte danach während fünf Semestern an der H.________. Das Studium 
brach er ohne einen Abschluss ab, nachdem er die 2. Basisprüfung nicht 
bestanden und die 1. Basisprüfung erst im zweiten Anlauf bestanden hatte 
(AB 74/2, 65/2). Ab Juli 2013 durchlief er eine auf zwei Jahre verkürzte 
Lehre zum … mit Schwerpunkt … (AB 46/5; vgl. auch AB 4, 65/6). Im An-
schluss daran arbeitete er während neun Monaten in einem Praktikum bei 
der I.________, … (AB 65/4), und ab November 2015 bei der damaligen 
J.________. Dieses Arbeitsverhältnis wurde von der Arbeitgeberin im Ja-
nuar 2016 aus gesundheitlichen Gründen innerhalb der Probezeit aufgelöst 
(vgl. AB 57/2, 72/2). Zwischen dem 12. August 2019 und dem 31. Juli 2021 
absolvierte der Beschwerdeführer mit Unterstützung durch die IV eine Aus-
bildung zum … im Sinne einer Nachholbildung bei C.________ (vgl. 
AB 201/2 f., 214, 257/2), bei welchem er nach Abschluss der Ausbildung 
per 1. August 2021 eine 50 %-Stelle im … Bereich antrat (AB 272/2 f.).

4.2.3 Aus dem bisherigen beruflichen Werdegang ergeben sich nicht an-
satzweise Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer nach der er-
folgten Ausbildung zum … respektive im hier zu beurteilenden Zeitraum 
einen konkreten beruflichen Aufstieg geplant oder angestrebt hätte. So 
erfolgte die Aufnahme und Durchführung der beruflichen Zweitausbildung 
im … Bereich erst im Rahmen der beruflichen Eingliederungsbemühungen 
durch die Verwaltung, ohne dass der Beschwerdeführer bereits vorgängig 
konkrete Schritte im Hinblick auf ein berufliches Weiterkommen unternom-
men hätte (vgl. E. 4.2.1 hiervor). Insoweit erweist sich das Vorbringen des 
Beschwerdeführers, dass er im hypothetischen Gesundheitsfall bereits 
früher, als mit der durch die Beschwerdegegnerin erhaltenen Unterstüt-
zung, eine Ausbildung im … Bereich absolviert hätte, als rein spekulativ 
und vermag dieses kein höheres Valideneinkommen als dasjenige in der 
angestammten Tätigkeit im Bereich … zu begründen. Soweit der Be-
schwerdeführer weiter geltend macht, er hätte kein Interesse am erlernten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 20

Beruf gehabt (vgl. Beschwerde S. 7), steht dies im Widerspruch zu seinen 
echtzeitlichen Angaben, wonach ihm die Lehre als … sehr gefalle (vgl. 
AB 23/3 Ziff. 1.4). Er äusserte zudem auch mit Blick auf den anstehenden 
Lehrabschluss keine konkreten beruflichen Zukunftsvorstellungen, sondern 
plante, Geld zu sparen für einen Sprachaufenthalt und zu seiner neuen 
Beziehungspartnerin zu reisen (AB 31/4 f.). Nach der im Sozialversiche-
rungsrecht geltenden Beweismaxime, wonach die sogenannten "Aussagen 
der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als 
spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein 
können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47), ist diesen 
echtzeitlichen Angaben des Beschwerdeführers besonderes Gewicht bei-
zumessen. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer über einen 
Matura-Abschluss verfügt und während einer gewissen Zeit an der 
H.________ studierte, da sich alleine hieraus keine konkreten Anhaltspunk-
te für eine bestimmte berufliche Aus- und Weiterbildung im Gesundheitsfall 
ableiten lassen. Insgesamt ist damit eine massgebliche konkrete berufliche 
Weiterentwicklung im hypothetischen Gesundheitsfall nicht mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit erstellt. 

4.2.4 Für die Ermittlung des Valideneinkommens für das Jahr 2017 ist 
dem Voranstehenden zufolge – wie in der angefochtenen Verfügung erfolgt 
(vgl. AB 308/5) – auf den branchenspezifischen Tabellenlohn der LSE im 
Bereich … im Kompetenzniveau 2 abzustellen. Auf eine betraglich exakte 
Berechnung des Valideneinkommens pro 2017 ist indes zu verzichten, weil 
die angestammte Tätigkeit im Rahmen der ab Juli 2017 wiederhergestellten 
50%igen Arbeitsfähigkeit (vgl. vorne E. 3.5) das geltende medizinische 
Zumutbarkeitsprofil erfüllt. In diesem Berechnungszeitpunkt ist für beide 
Vergleichseinkommen auf denselben LSE-Tabellenlohn abzustellen (vgl. 
vorne E. 4.1 und hinten E. 4.4).

4.2.5 Mit dem Abschluss der zweiten Ausbildung zum … am 31. Juli 2021 
(vgl. AB 201/2 f., 214, 257/2) hatte der Beschwerdeführer veränderte Ver-
dienstmöglichkeiten. Konnte eine versicherte Person – wie hier der Fall – 
dank Hilfsmitteln und Umschulung erfolgreich beruflich integriert werden, ist 
für die Ermittlung des Valideneinkommens in einem späteren Zeitpunkt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 21

weiterhin der davor (d.h. vor der invaliditätsbedingt erfolgten beruflichen 
Eingliederung) erzielte Verdienst heranzuziehen (MEYER/REICHMUTH, 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bun-
desgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, Art. 28a N. 
54 mit Hinweis auf SVR 2009 IV Nr. 34 E. 3.2 S. 96). Folglich ist für die 
Bestimmung des Invaliditätsgrades pro 2021 das Valideneinkommen wei-
terhin anhand des branchenspezifischen Tabellenlohnwertes zu ermitteln, 
mithin brutto Fr. 4'963.-- pro Monat (vgl. BFS, LSE 2018, 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Ziff. 47 
Detailhandel, Kompetenzniveau 2, Männer; zu den massgebenden LSE-
Tabellen vgl. BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; SVR 2022 IV Nr. 23 S. 76 E. 
6.2.1 und 6.2.2). Hochgerechnet auf ein Jahr, angepasst an die wöchentli-
che Normalarbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeits-
zeit nach Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro Woche, 2021, Ziff. 47 De-
tailhandel) und indexiert auf das Jahr 2021 (vgl. BFS, Nominallohnindex, 
Männer, 2011-2022, T1.1.10, lit. G Ziff. 45-47 Handel und Reparatur von 
Motorfahrzeugen: 105.0 [2018] bzw. 105.1 [2021]) resultiert pro 2021 ein 
massgebendes Valideneinkommen von Fr. 62’146.25 (Fr. 4'963.-- x 12 / 40 
x 41.7 / 105 x 105.1).

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne der 
LSE herangezogen werden. Dabei wird in der Regel der Totalwert ange-
wendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Ein-
kommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (standardisierte Brut-
tolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle TA1_tirage_
skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung der stan-
dardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom soge-
nannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 22

Es kann sich rechtsprechungsgemäss jedoch rechtfertigen, auf die Tabelle 
TA7 resp. T17 (ab 2012) abzustellen, wenn dies eine genauere Festset-
zung des Invalideneinkommens erlaubt und wenn der versicherten Person 
der öffentliche Sektor auch offensteht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181). Wird 
auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im Zeitpunkt des 
angefochtenen Verwaltungsaktes bezogen auf den Zeitpunkt des Renten-
beginns aktuellsten veröffentlichten statistischen Daten zu verwenden 
(BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; SVR 2022 IV Nr. 23 S. 76 E. 6.2.1 und 
6.2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 
174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 
2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3).

4.3.2 Da der Beschwerdeführer die medizinisch-theoretisch attestierte 
Arbeitsfähigkeit – auch unter Berücksichtigung der am 1. August 2021 an-
getretenen 50 %-Stelle (vgl. AB 272/2 f.) – nicht vollumfänglich umsetzt und 
er sich praxisgemäss in Nachachtung der ihm obliegenden Schadenminde-
rungspflicht diejenige Tätigkeit anrechnen zu lassen hat, bei der der ge-
ringste Invaliditätsgrad resultiert (Entscheid des BGer vom 2. August 2021, 
8C_124/2021, E. 4.4.3.1 mit Hinweisen), ist das Invalideneinkommen un-
bestritten gestützt auf den Tabellenlohn der LSE zu ermitteln (vgl. auch 
AB 308/5). Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfü-
gung vom 9. Juni 2022 (AB 308) für das Jahr 2017 – wie auch beim Vali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 23

deneinkommen (vgl. dazu vorne E. 4.2.4) – auf den branchenspezifischen 
LSE-Tabellenlohn im Bereich … ab und passte diesen an das ab Juli 2017 
medizinisch-theoretisch zumutbare Pensum von 50 % an. Da in diesem 
Berechnungszeitpunkt beide Vergleichseinkommen auf demselben LSE-
Tabellenlohn basieren (vgl. vorne E. 4.2.4), kann deren genaue Berech-
nung unterbleiben (vgl. vorne E. 4.1). 

Für die Einkommensvergleiche im Jahr 2021 nach Abschluss der … Aus-
bildung (vgl. AB 257/2) ist mit der Beschwerdegegnerin auf den branchen-
spezifischen LSE-Tabellenlohn für Bürokräfte und verwandte Berufe abzu-
stellen, wobei – anders als in der angefochtenen Verfügung erfolgt (vgl. 
AB 308/5) – der geschlechter- und altersgruppenspezifische Wert heranzu-
ziehen ist (vgl. Entscheid des BGer vom 2. November 2022, 9C_385/2022, 
E. 4.5), vorliegend mithin Fr. 5'753.-- (BFS, LSE 2018, T17 Monatlicher 
Bruttolohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, 
Ziff. 4 Bürokräfte und verwandte Berufe, Männer, Lebensalter 30 - 49). 
Hochgerechnet auf ein Jahr, angepasst an die wöchentliche Normalar-
beitszeit von 41.7 Stunden (vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro Woche, 2021, Total) und indexiert 
auf das Jahr 2021 (vgl. BFS, Nominallohnindex, Männer, 2011-2022, 
T1.1.10, Total: 105.1 [2018] bzw. 106 [2021]) resultiert in einem vorerst 
zumutbaren 50 %-Pensum (vgl. vorne E. 3.5) ein Invalideneinkommen von 
Fr. 36'293.15 (Fr. 5'753.-- x 12 / 40 x 41.7 / 105.1 x 106.0 x 0.5) bzw. in 
einem 60 %-Pensum ein Invalideneinkommen von Fr. 43'551.80 
(Fr. 36'293.15 / 5 x 6).

4.3.3 Soweit der Beschwerdeführer unter Verweis auf die aufgrund der 
inkompletten Paraplegie bestehenden Einschränkungen sowie verschiede-
nen wöchentlichen therapeutischen Massnahmen die Vornahme eines lei-
densbedingten Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. vorne E. 4.3.1) von 15 % 
beantragt (Beschwerde S. 9), ist ihm nicht zu folgen. Denn die gesund-
heitsbedingten funktionellen Einschränkungen wurden bereits im Rahmen 
der gutachterlich attestierten reduzierten Präsenzzeit und der darin zusätz-
lich eingeschränkten Leistungsfähigkeit sowie dem medizinischen Zumut-
barkeitsprofil (vgl. AB 284.4/27 f. bzw. 284.1/13) umfassend berücksichtigt. 
Ein zusätzlicher Abzug aufgrund derselben gesundheitlichen Einschrän-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 24

kungen würde daher zu einer unzulässigen doppelten Anrechnung dersel-
ben Gesichtspunkte führen (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 
E. 4.1 S. 20). Weitere Umstände, die einen Abzug zu rechtfertigen ver-
möchten, sind nicht ersichtlich. So wirkt sich die verbleibende Restarbeits-
fähigkeit von 50 bis 60 % gemessen an der praxisgemäss heranzuziehen-
den LSE-Tabelle T18 (Entscheid des BGer vom 15. April 2020, 
9C_782/2019, E. 3.2) bei Männern ohne Kaderfunktion verglichen mit einer 
Vollzeitbeschäftigung lediglich geringfügig lohnsenkend aus (vgl. BFS, LSE 
2018, T18 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, 
beruflicher Stellung und Geschlecht, Schweiz 2018, ohne Kaderfunktion, 
Männer, Teilzeit [50 % bis 74 %] bzw. Vollzeit [90 % oder mehr]), weshalb 
sich unter diesem Gesichtspunkt ebenfalls kein Abzug vom Tabellenlohn 
rechtfertigt (vgl. Entscheid des BGer vom 27. Oktober 2021, 8C_329/2021, 
E. 8.6). Das Risiko vermehrter Absenzen aus gesundheitlichen Gründen – 
ein schubweiser Krankheitsverlauf ist nicht erstellt – würde einen Abzug 
ebenfalls nicht rechtfertigen (Entscheid des BGer vom 19. Mai 2020, 
9C_18/2020, E. 6.2.2). Vielmehr ist regelmässig wiederkehrenden krank-
heitsbedingten Absenzen vom Arbeitsplatz – wir hier erfolgt – bereits bei 
der Festlegung des zeitlich zumutbaren Umfangs der Arbeitsfähigkeit 
Rechnung zu tragen (vgl. Entscheid des BGer vom 12. Juli 2022, 
9C_42/2022, E. 4.5 mit Hinweisen). Schliesslich würden auch ein allfällig 
erhöhter Pausenbedarf (vgl. Entscheid des BGer vom 25. November 2021, 
8C_627/2021, E. 5.1 f.) sowie die sinngemäss geltend gemachte, gegebe-
nenfalls erforderliche, verstärkte Rücksichtnahme vonseiten von Vorgesetz-
ten oder Arbeitskollegen – soweit dies nicht ohnehin bereits durch die me-
dizinisch-theoretisch reduzierte Arbeitsfähigkeit abgebildet sein sollte – 
keinen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen (vgl. Entscheid des BGer 
vom 21. September 2020, 8C_393/2020, E. 3.1 mit Hinweisen). Es besteht 
damit keine Grundlage für die Vornahme eines Abzugs vom Tabellenlohn 
beim Invalideneinkommen.

4.4 Aufgrund der ab Juli 2017 erstellten 50%igen Arbeitsfähigkeit (vgl. 
vorne E. 3.5) besteht unter Berücksichtigung der Übergangsfrist gemäss 
Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. vorne E. 2.5.2) und unter Zugrundelegung dessel-
ben LSE-Tabellenlohnes für beide Vergleichseinkommen (vgl. vorne 
E. 4.2.4 und E. 4.3.2) per Oktober 2017 ein Invaliditätsgrad von 50 % 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 25

(100 % ./. 50 %), entsprechend einem Anspruch auf eine halbe Rente (vgl. 
vorne E. 2.4; so auch AB 308/4). 

Nach Abschluss der … Ausbildung per Ende Juli 2021 (vgl. AB 257/2; vgl. 
vorne E. 4.1.3) und wiederum unter Berücksichtigung der Übergangsfrist 
gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. vorne E. 2.5.2) betragen das Validenein-
kommen von Fr. 62'146.25 (vgl. vorne E. 4.2.5) und das zumutbare Invali-
deneinkommen in einem 50 %-Pensum Fr. 36'293.15 (vgl. vorne E. 4.3.2). 
Der Invaliditätsgrad beträgt 42 % ([Fr. 62'146.25 
./. Fr. 36'293.15] / Fr. 62'146.25 x 100; zur Rundungspraxis siehe BGE 130 
V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Dies führt ab November 2021 zu einer Her-
absetzung der vormals halben Rente auf eine Viertelsrente (vgl. vorne 
E. 2.4). Die angefochtene Verfügung vom 9. Juni 2022 (AB 308) ist dahin-
gehend zu Gunsten des Beschwerdeführers anzupassen. 

Mit der per November 2021 erstellten Steigerung der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit auf 60 % (vgl. vorne E. 3.5) beträgt das Inva-
lideneinkommen nunmehr Fr. 43'551.80.-- (vgl. vorne E. 4.3.2), womit der 
Invaliditätsgrad im November 2021 gerundet 30 % beträgt ([Fr. 62'146.25 
./. Fr. 43'551.80] / Fr. 62'145.25 x 100). Eine weitere Übergangsfrist ist auf-
grund der graduellen Steigerung der Arbeitsfähigkeit im zeitlichen Verlauf 
nicht zu berücksichtigen (vgl. vorne E. 4.1.3 in fine). Die Viertelsrente ist 
folglich per Ende November 2021 aufzuheben und die angefochtene Verfü-
gung vom 9. Juni 2022 (AB 308) ist insoweit anzupassen.

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 9. Juni 2022 
(AB 308) in teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde 
(vgl. dazu auch E. 6.1 hiernach) insoweit abzuändern, als dem Beschwer-
deführer vom 1. August bis 31. Oktober 2021 eine halbe Invalidenrente und 
vom 1. bis 30. November 2021 eine Viertelsrente zuzusprechen ist. Im Üb-
rigen ist die Beschwerde abzuweisen und die angefochtene Verfügung vom 
9. Juni 2022 (AB 308) insoweit abzuändern, als dem Beschwerdeführer 
vom 1. Januar bis 28. Februar 2017 eine Viertelsrente zuzusprechen ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 26

Auf die vorgängige Androhung einer Schlechterstellung (sog. reformatio in 
peius; vgl. Art. 61 lit. d ATSG; BGE 144 V 153 E. 4.1.1 f. S. 155; SVR 2007 
AHV Nr. 15 S. 42 E. 3.1) kann verzichtet werden, da durch die gleichzeitige 
Abstufung des anfänglichen Rentenanspruchs zu Ungunsten (vgl. vorne 
E. 4.1.2) bzw. der Verlängerung des Rentenanspruchs zu Gunsten des 
Beschwerdeführers (vgl. vorne E. 4.5) insgesamt keine betragliche 
Schlechterstellung resultiert (vgl. UELI KIESER, Kommentar ATSG, 4. Aufl. 
2020, Art. 61 N. 168 mit Hinweis auf SVR 1997 IV Nr. 104).

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Be-
zahlung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe zu entnehmen.

Das Obsiegen/Unterliegen wird ermittelt, indem das Prozessergebnis an 
den in der Rechtsmitteleingabe bzw. in der Rechtsmittelantwort gestellten 
Anträgen gemessen wird. Als unterliegend gilt, wer mit seinen Anträgen 
nicht durchdringt (vgl. RUTH HERZOG, in: HERZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar 
zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 3 f.). Der Beschwerdefüh-
rer fordert die Zusprache über den 31. Juli 2021 hinaus einer unbefristeten 
Invalidenrente in gesetzlicher Höhe (Beschwerde S. 2 Rechtsbegehren 
Ziff. 2). Ausgehend von der in der Beschwerde vertretenen Restarbeits-
fähigkeit bzw. Einkommenszahlen (vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. 2.7 und 
S. 8 f. Ziff. 3.4 und 4.3 i.V.m. AB 308) ging der Beschwerdeführer dabei von 
einem Anspruch auf eine Dreiviertelsrente aus (zur Auslegung von Rechts-
begehren im Lichte der dazu gegebenen Begründung vgl. BGE 147 V 360 
E. 4.2.1 S. 373).

Der Beschwerdeführer ist zwar angesichts der gegenüber der angefochte-
nen Verfügung erfolgten geringfügigen Besserstellung (vgl. E. 5 hiervor) als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 27

teilweise obsiegend zu qualifizieren, jedoch ist er sowohl mit seinem Antrag 
auf Zusprache einer unbefristeten Invalidenrente als auch hinsichtlich der 
Rentenhöhe weitgehend unterlegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 
rechtfertigt es sich, die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf 
Fr. 800.--, zu drei Vierteln (Fr. 600.--) dem Beschwerdeführer und zu einem 
Viertel (Fr. 200.--) der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der auf den Be-
schwerdeführer entfallende Anteil ist dem geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 800.-- zu entnehmen und der verbleibende Differenzbetrag von 
Fr. 200.-- ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1). 
Ist das Quantitative einer Leistung streitig, rechtfertigt eine "Überklagung" 
eine Reduktion der Parteientschädigung nur, wenn das Rechtsbegehren 
den Prozessaufwand beeinflusst hat. Bei Streitigkeiten um die Höhe einer 
Invalidenrente darf die Parteientschädigung daher nicht allein deswegen 
reduziert werden, weil der Beschwerde führenden Person nicht die bean-
tragte ganze oder höhere Rente, sondern eine geringere Teilrente zuge-
sprochen wird (BGE 117 V 401 E. 2c S. 407; SVR 2016 IV Nr. 12 S. 38 
E. 5). Es besteht grundsätzlich kein Anlass zu einer anderen Betrach-
tungsweise, wenn statt einer unbefristeten oder länger dauernden Rente 
ein befristeter Anspruch oder ein solcher für eine kürzere als die beantragte 
Dauer zugesprochen wird. Ebenso wie die Höhe des Anspruches betrifft 
dessen zeitliche Dimension das Quantitativ. Indessen kommt die Zuspre-
chung einer vollen Parteientschädigung bei teilweisem Obsiegen nur in 
Frage, wenn die Beschwerde führende Person im Grundsatz obsiegt und 
lediglich im Masslichen (teilweise) unterliegt (SVR 2016 IV Nr. 12 S. 38 
E. 5; Entscheid des BGer vom 16. November 2010, 9C_580/2010, E. 4.1).

Der Beschwerdeführer ist – wie erwähnt (vgl. E. 6.1 hiervor) – mit seinen 
Anträgen lediglich in einem untergeordneten Umfang durchgedrungen, wo-
bei hinsichtlich der Befristung bzw. Abstufung unterschiedliche Rechtsfra-
gen zu prüfen waren, welche den Prozessaufwand beeinflussten. Der Be-
schwerdeführer hat demnach Anspruch auf eine reduzierte Parteientschä-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 28

digung, welche entsprechend dem anteilmässigen Obsiegen des Be-
schwerdeführers ermessensweise auf einen Viertel zu reduzieren ist. 

Mit Kostennote vom 27. Dezember 2022 machte Rechtsanwalt B.________ 
einen Aufwand von Fr. 3'281.75 (inkl. Auslagen und MWST) geltend. Die 
Kostennote ist insgesamt angemessen und gibt zu keinen Beanstandungen 
Anlass, weshalb die auf einen Viertel reduzierte Parteientschädigung auf 
Fr. 820.45 (inkl. Auslagen und MWST) festzusetzen ist. Diesen Betrag hat 
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-
Stelle Bern vom 9. Juni 2022 insoweit abgeändert, als dem Beschwer-
deführer vom 1. August bis 31. Oktober 2021 eine halbe Invalidenrente 
und vom 1. bis 30. November 2022 eine Viertelsrente zugesprochen 
wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen und die Verfügung 
insoweit abgeändert, als dem Beschwerdeführer vom 1. Januar bis 
28. Februar 2017 eine Viertelrente zugesprochen wird. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer zu 
Fr. 600.-- und der Beschwerdegegnerin zu Fr. 200.-- auferlegt. Der auf 
den Beschwerdeführer entfallende Anteil von Fr. 600.-- wird dem ge-
leisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- in entsprechender Höhe ent-
nommen.

3. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- 
wird ihm im Umfang von Fr. 200.-- nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2023, IV/22/414, Seite 29

4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer einen Teil der 
Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 820.45 (inkl. Auslagen und 
MWST) zu ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- K.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.