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**Case Identifier:** 09704066-4da2-5a1b-ab2a-071d01b1b625
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.10.2016 100 2016 74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2016-74_2016-10-26.pdf

## Full Text

100.2016.74U
KEP/SES/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Oktober 2016

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Keller und Müller
Gerichtsschreiberin Seiler

1. A.________
2. B.________ AG

handelnd durch die statutarischen Organe
beide vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Einwohnergemeinde Twann-Tüscherz 
Baupolizeibehörde, Moos 11, 2513 Twann
Beschwerdegegnerin

und

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend Baupolizei, Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 
bezüglich Sonnenstoren, Bambuspflanzen, Holzzaun und Unterstand 
(Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern 
vom 8. Februar 2016; RA Nr. 120/2015/59) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die B.________ ist Eigentümerin der Parzellen Twann-Tüscherz Gbbl. 
Nr. 1___ und 2___ in der Einwohnergemeinde (EG) Twann-Tüscherz. Das 
Grundstück liegt im geschützten Uferbereich direkt am Bielersee und ist 
seit 1989 mit einem Einfamilienhaus bebaut. A.________ ist Verwaltungs-
ratsmitglied der B.________ und lebt im besagten Wohnhaus. Nachdem 
die EG Twann-Tüscherz festgestellt hatte, dass auf dem Grundstück 
verschiedene bauliche Änderungen ohne Bewilligung durchgeführt worden 
waren, erliess sie am 3. September 2015 eine Wiederherstellungsverfü-
gung und ordnete an, die Bambuspflanzen an der westlichen Grenze der 
Parzelle Nr. 1___ seien zurückzuschneiden, der Holzpalettenzaun an der-
selben Grenze zu kürzen und durch ein geeignetes Material zu ersetzen, 
die «Pergolastoren» West, der Unterstand Ost, die Platten bei den Sitzplät-
zen West und Süd sowie die abgestützte Sonnenstore im Bereich des 
Sitzplatzes Süd seien zurückzubauen und das Cheminée und der Schrank 
an der westlichen Grenze der Parzelle Nr. 1___ seien zu entfernen. Die EG 
Twann-Tüscherz setzte – unter Androhung der Ersatzvornahme – Frist zur 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bis zum 6. November 2015 
und wies auf die Möglichkeit hin, ein nachträgliches Baugesuch einzu-
reichen. Davon machten A.________ und die B.________ keinen Ge-
brauch. 

B.

Gegen die Wiederherstellungsverfügung erhoben A.________ und die 
B.________ am 7. Oktober 2015 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). Diese hiess die Beschwerde mit 
Entscheid vom 8. Februar 2016 teilweise gut und hob die angefochtene 
Verfügung auf, soweit diese den Rückbau der Platten bei den Sitzplätzen 
West und Süd anordnete. Weiter änderte sie die Verfügung insofern ab, als 
der Schrank nicht entfernt, sondern um 1,20 m zurückversetzt werden 
muss. Im Übrigen wies sie das Rechtsmittel ab, soweit das Verfahren nicht 

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durch Kürzung des Holzzauns und Entfernung des Cheminées gegen-
standslos geworden war (vgl. angefochtener Entscheid, E. 1).

C.

Dagegen haben A.________ und die B.________ am 10. März 2016 
gemeinsam Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie stellen folgende 
Rechtsbegehren:

«Der Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons 
Bern vom 8. Februar 2016 im Verfahren 120/2015/59 sei aufzuheben,

- soweit darin die Verfügung vom 3. September 2015 der EG Twann-
Tüscherz bestätigt wird,

- sowie die von der BVE darin neu formulierte Ziffer 2

und die Verfügung vom 3. September 2015 sei in diesem Umfang auf-
zuheben und die Beschwerde vom 7. Oktober 2015 in diesem Umfang 
gutzuheissen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.»

Während die EG Twann-Tüscherz keine Beschwerdeantwort eingereicht 
hat, beantragt die BVE mit Vernehmlassung vom 17. März 2016, die Be-
schwerde sei abzuweisen.

Mit Schreiben vom 2. Juni 2016 beantwortete die EG Twann-Tüscherz Fra-
gen des Instruktionsrichters, A.________ und die B.________ haben am 
22. Juli 2016 Stellung genommen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21; vgl. auch Art. 49 Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 
[BauG; BSG 721.0]) zuständig. 

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1.2 Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und haben grundsätzlich ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung 
oder Änderung desselben (Art. 79 Abs. 1 Bst. a und b VRPG). Da das Ver-
waltungsgericht die Prozessvoraussetzungen von Amtes prüft (Art. 20a 
VRPG), ist dennoch auf Folgendes hinzuweisen: Die Gemeinde hat in ihrer 
Verfügung vom 3. September 2015 lediglich «den Grundeigentümer» zur 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verpflichtet (Dispositivzif-
fern 1 und 2). Im Rubrum hat sie den Beschwerdeführer 1 als Verhaltens-
störer, die Beschwerdeführerin 2 als Zustandsstörerin aufgeführt und bei-
den schliesslich unter solidarischer Haftbarkeit die Verfahrenskosten auf-
erlegt (Dispositivziffer 6). Es ist daher nicht klar, ob die Gemeinde nur die 
Beschwerdeführerin 2 als Grundeigentümerin oder auch den Beschwerde-
führer 1 als Nutzer der Parzelle verpflichten wollte (vgl. zur Adressatin, zum 
Adressaten der Wiederherstellungsverfügung Zaugg/Ludwig, Kommentar 
zum bernischen BauG, Band I, 4. Aufl. 2013, Art. 46 N. 12). Die Vorinstanz 
hat sich hierzu nicht geäussert. Auch sie hat beiden Beschwerdeführenden 
unter solidarischer Haftbarkeit die Verfahrenskosten auferlegt. In Bezug auf 
den Kostenpunkt hat der Beschwerdeführer 1 daher ein schutzwürdiges 
Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids 
und war er auch vor der Vorinstanz zur Beschwerde legitimiert. Betreffend 
die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands ist zwar fraglich, ob der 
Beschwerdeführer 1 verpflichtet wurde, Massnahmen zu ergreifen. Jeden-
falls ist er als Nutzer der Liegenschaft durch die Wiederherstellungsverfü-
gung besonders berührt und hat daher auch in dieser Hinsicht ein schutz-
würdiges Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Auf 
die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist vorbehältlich E. 1.3 
hiernach einzutreten. 

1.3 Anfechtungsobjekt vor Verwaltungsgericht ist einzig der Entscheid 
der BVE vom 8. Februar 2016, der die Wiederherstellungsverfügung der 
Gemeinde vom 3. September 2015 ersetzt hat. Soweit die Beschwerdefüh-
renden beantragen, die erstinstanzliche Verfügung sei aufzuheben, ist auf 
ihre Beschwerde daher nicht einzutreten (sog. Devolutiveffekt; statt vieler 
BVR 2010 S. 411 E. 1.4; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum 
bernischen VRPG, 1997, Art. 60 N. 7). 

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1.4 Die Beschwerdeführenden verweisen in der Beschwerdeschrift 
vielerorts auf ihre Beschwerde vom 7. Oktober 2015. Dazu ist festzuhalten, 
dass der Verweis auf frühere Rechtsschriften keine rechtsgenügliche Be-
gründung im Sinn von Art. 32 Abs. 2 VRPG darstellt; es darf lediglich er-
gänzend auf früher Gesagtes hingewiesen werden (vgl. BVR 2006 S. 193 
[VGE 22333 vom 20.1.2006], nicht publ. E. 1.3; VGE 22186 vom 
30.5.2005, E. 1.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 32 N. 15, je mit 
weiteren Hinweisen). Insofern sind die zum Teil pauschalen Verweise le-
diglich im Sinn einer Ergänzung der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
vorgebrachten Rügen aufzufassen. Auf Einwände, welche die Beschwer-
deführenden in der früheren Rechtsschrift erhoben haben, in der nun zu 
beurteilenden Beschwerde aber nicht mehr substanziieren, ist in den fol-
genden Erwägungen aus den genannten Gründen nicht einzugehen.

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 In der Sache geht es um die Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands auf den Grundstücken der Beschwerdeführerin 2. Gegenstand 
des Verfahrens vor Verwaltungsgericht sind noch die Anordnungen, wo-
nach die Bambuspflanzen an der Grundstücksgrenze zur Parzelle Nr. 3___ 
auf 1,20 m zurückzuschneiden sind, für die Zaunkonstruktion eine geeig-
nete Materialart zu wählen ist und die Storenkonstruktionen auf der West- 
und der Südseite sowie der Unterstand auf der Ostseite des Wohnhauses 
zu entfernen sind. 

2.2 Die fraglichen Konstruktionen wurden zu unterschiedlichen Zeit-
punkten erstellt: So hat der Beschwerdeführer 1 im Frühling 2009 auf der 
Parzelle Nr. 1___ mit verschiedenen Bauarbeiten begonnen (Vorakten Ge-
meinde 4B und 4B1 pag. 1). Bei dieser Gelegenheit hat er entlang der 
Grenze zur Parzelle Nr. 3___ die Thujahecke entfernt und in etwa 40 cm 
Entfernung rund 3-4 m hohe Bambussträucher dicht nebeneinander ge-
pflanzt. Aus den Akten ergibt sich, dass die Bambussträucher zwischen 

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dem 23. März 2010 und dem 24. April 2010 gepflanzt wurden (Vorakten 
Gemeinde 4B und 4B1 pag. 5-8). Dasselbe gilt für die Paletten aus Natur-
holz, die als Zaun neben den Bambuspflanzen unmittelbar an der Grenze 
zur Parzelle Nr. 3___ stehen (Vorakten Gemeinde 4B und 4B1 pag. 5, 7 
und 8). Ausfahrbare Sonnenstoren überdecken den westlichen und den 
südlichen Sitzplatz. Sie werden beidseitig in Metallschienen geführt, welche 
ihrerseits mit drei Querlatten aus Metall verbunden sind (Vorakten Ge-
meinde 4B und 4B1 nicht paginierte Fotos des Augenscheins der Ge-
meinde vom 15.8.2013; für die südliche Sonnenstore zudem pag. 8). Dabei 
ist nicht genau erstellt, zu welchem Zeitpunkt diese Konstruktionen errichtet 
wurden. Jedenfalls Ende April 2010 stand westlich der Liegenschaft noch 
eine Holzpergola mit grünem Kunststoffdach (Vorakten Gemeinde 4B und 
4B1 pag. 8). In der chronologischen Darstellung des Sachverhalts in der 
Verfügung der Gemeinde ist weiter noch in der zweiten Hälfte des Jahres 
2011 von der Pergola und deren Dachrückbau die Rede (Wiederherstel-
lungsverfügung der Gemeinde vom 3.9.2015, S. 4 ff.). Diese Darstellung 
wird nicht bestritten. Folglich ist die Holzpergola erst zu einem späteren 
Zeitpunkt durch die Storenkonstruktion ersetzt worden. Die südliche Son-
nenstore ist in der Verkaufsdokumentation zur Liegenschaft aus dem 
Jahr 2008 ersichtlich (Vorakten BVE Beschwerdebeilage Nr. 2). Es ist da-
her davon auszugehen, dass sie zwischen 1989 (Bau der Liegenschaft) 
und 2008 errichtet wurde. Dasselbe gilt für den Unterstand Ost, einem nach 
der Feststellung der Vorinstanz 3 m breiten und 3,5 m langen sowie 2,5 m 
hohen, einer Pergola ähnlichem Holzkonstrukt, das überdacht ist und an 
dessen vier Seiten hölzerne Rankgitter befestigt sind. Das Dach und die 
Seitenwände sind zumindest teilweise überwachsen. Auf der Südseite des 
Unterstands befindet sich eine türgrosse Öffnung (Vorakten Gemeinde 4B 
und 4B1 nicht paginierte Fotos des Augenscheins der Gemeinde vom 
15.8.2013). 

2.3 Es ist unbestritten, dass die genannten Konstruktionen nicht bewil-
ligt worden sind. Die Beschwerdeführenden bringen indes vor, es handle 
sich teilweise gar nicht um «Bauten», sie seien nicht bewilligungspflichtig, 
besitzstandsgeschützt oder seien den Gemeindebehörden seit langem be-
kannt gewesen. Zudem machen sie geltend, in ähnlich gelagerten Fällen 

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sei die Gemeinde nicht eingeschritten (Gleichbehandlung im Unrecht; vgl. 
im Einzelnen hinten E. 4 ff.).

3.

3.1 Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung 
einer solchen ausgeführt, ist der rechtmässige Zustand wiederherzustellen 
(Art. 46 Abs. 2 BauG). Eine Wiederherstellungsverfügung muss im öffentli-
chen Interesse liegen, verhältnismässig sein und darf den Vertrauens-
grundsatz nicht verletzen, was von Amtes wegen zu prüfen ist (Art. 47 
Abs. 6 BewD; statt vieler BVR 2013 S. 85 E. 5.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., 
Art. 46 N. 9). An der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands be-
steht im Allgemeinen ein öffentliches Interesse, da der Einhaltung der bau-
rechtlichen Bestimmungen und der konsequenten Verhinderung von Bau-
ten und Anlagen, die der baurechtlichen Ordnung widersprechen, grosses 
Gewicht beizumessen ist (BGE 136 II 359 E. 6; BVR 2003 S. 97 E. 3d; 
VGE 2016/62 vom 18.8.2016, E. 3.1, 2012/419 vom 3.7.2013, E. 5.3; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a). Wird im Wiederherstellungsverfahren 
kein nachträgliches Baugesuch eingereicht, ist dennoch summarisch zu 
prüfen, ob das Erstellte baubewilligungsfähig wäre. Eine bloss formelle 
Rechtswidrigkeit rechtfertigt eine Wiederherstellung nicht (BVR 2000 
S. 416 E. 3a; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 15a). 

3.2 Für die Beurteilung nachträglicher Baugesuche und entsprechend 
für die summarische Prüfung der materiellen Rechtmässigkeit im Wieder-
herstellungsverfahren ist grundsätzlich das Recht massgebend, das im 
Zeitpunkt der Ausführung des (unbewilligten) Bauvorhabens galt. Späteres 
Recht ist dann anwendbar, wenn es für die Bauherrschaft günstiger ist oder 
wenn diese das Bewilligungserfordernis in der Absicht missachtet hat, dem 
späteren strengeren Recht zuvorzukommen (BGE 123 II 248 E. 3a/bb, 
104 Ib 301 E. 5c; BVR 1997 S. 23 E. 2; VGE 2014/173 vom 22.10.2014, 
E. 3.2, 21021 vom 16.7.2001, E. 5b; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 14a 
mit weiteren Hinweisen). Da die fraglichen Bauteile zu unterschiedlichen 
Zeitpunkten erstellt wurden (vorne E. 2.2), rechtfertigen sich vorab einige 
Ausführungen zu den anwendbaren Bestimmungen.

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3.3 Das Grundstück liegt im Wirkungsbereich des Gesetzes vom 6. Juni 
1982 über See- und Flussufer (SFG; BSG 704.1). Demnach hat die Ge-
meinde für das Ufer des Bielersees einen Uferschutzplan zu erstellen, der 
eine Uferschutzzone im unbebauten und Baubeschränkungen im über-
bauten Gebiet festlegt (Art. 2 Abs. 1 Bst. a sowie Art. 3 Abs. 1 Bst. a SFG). 
In der Uferschutzzone dürfen Bauten und Anlagen – mit Zustimmung der 
zuständigen Stelle der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion – nur er-
richtet werden, wenn sie nach ihrem Zweck einen Standort in dieser Zone 
erfordern, im öffentlichen Interesse liegen und die Uferlandschaft nicht be-
einträchtigen (Art. 4 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 3 SFG). Bis zum Erlass der 
Uferschutzpläne gilt innerhalb von 50 m vom Ufer ein allgemeines Bauver-
bot (Art. 8 Abs. 2 Satz 1 SFG). Bauvorhaben innerhalb dieses Bauverbots-
streifens setzen in jedem Fall die Zustimmung des Amtes für Gemeinden 
und Raumordnung des Kantons Bern (AGR) voraus, die zwingend im 
Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens einzuholen ist (Art. 8 Abs. 2 
Satz 2 SFG i.V.m. Art. 24 der See- und Flussuferverordnung von dem 
29. Juni 1983 [SFV; BSG 704.111]; vgl. überdies VGE 21183 vom 
16.11.2001, E. 3a/aa, 19518 vom 6.9.1995, E. 2). Die Zustimmung wird nur 
erteilt, wenn das Bauvorhaben weder die Uferschutzplanung noch die Ver-
wirklichung der Uferschutzgesetzgebung beeinträchtigen kann (Art. 24 
Abs. 3 SFV). Das Bauverbot und die Pflicht, die Zustimmung des AGR ein-
zuholen, gilt auch für Bauvorhaben, die nach der Baugesetzgebung an sich 
bewilligungsfrei sind, da auch solche geeignet sind, die Uferschutzplanung 
zu beeinträchtigen (BVR 2004 S. 316 E. 2c; Art. 1b Abs. 2 BauG; vgl. dazu 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 1b N. 3; ebenso Art. 7 Abs. 2 des Dekrets vom 
22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren [Baubewilligungsdekret, 
BewD; BSG 725.1]; und mit Blick auf die altrechtliche Regelung der Bau-
bewilligungspflicht bereits Aldo Zaugg, Kommentar zum bernischen BauG, 
1. Aufl. 1987, Art. 11 N. 16). Sobald die kommunale Uferschutzplanung 
rechtskräftig wird, fällt das provisorische Bauverbot weg (BVR 1996 S. 365 
E. 2a).

3.4 Grundsätzlich schafft das SFG eine besondere, von der allgemei-
nen Regelung des Baurechts abweichende Ordnung, weshalb die Vor-
schriften der Baugesetzgebung nicht ohne weiteres als ergänzendes Recht 
herangezogen werden können (BVR 1984 S. 205 E. 2; VGE 21183 vom 

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16.11.2001, E. 5b). Da die Raumplanung aber eine ganzheitliche Ordnung 
schaffen will, können nicht willkürlich einzelne Uferbereiche ausgeklammert 
und gänzlich isoliert geregelt werden. Daher kommt die Anwendung des 
Baugesetzes gerade dann in Betracht, wenn dieses eine allgemeine Ord-
nung aufstellt, von der die Uferbereiche der Gewässer, für welche das SFG 
gilt, nicht ausgenommen sein können, oder wenn Sachverhalte in Frage 
stehen, für die eine der Sache nach unerlässliche Regel im SFG fehlt, aber 
im Baugesetz enthalten ist (VGE 2010/173 vom 15.9.2010, E. 3.2; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 11 N. 12). So ist etwa für die Definition einer 
Baute und Anlage auf die Baugesetzgebung zurückzugreifen. Bauten oder 
Anlagen sind demnach zumindest jene künstlich geschaffenen und auf 
Dauer angelegten Einrichtungen, die in fester Beziehung zum Erdboden 
stehen und geeignet sind, die Vorstellung über die Nutzungsordnung zu 
beeinflussen, sei es, dass sie den Raum äusserlich erheblich verändern, 
die Erschliessung belasten oder die Umwelt beeinträchtigen (Art. 22 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung [Raumpla-
nungsgesetz, RPG; SR 700]; Art. 1a Abs. 1 BauG; BGE 139 II 134 E. 5.2, 
123 II 256 E. 3, 120 Ib 379 E. 3c mit Hinweisen). 

3.5 Gestützt auf das SFG erliess die Einwohnergemeinde Tüscherz-
Alfermée (seit der Gemeindefusion per 1. Januar 2010 Twann-Tüscherz; 
vgl. Grossratsbeschluss vom 11.8.2009 [BAG 09–79]) unter anderem den 
Uferschutzplan Nr. 5 vom 26. November 1998 (nachfolgend Uferschutz-
plan 1998) und die dazugehörenden Überbauungsvorschriften (nachfol-
gend UeV 1998), die vom AGR am 18. April 2000 genehmigt wurden. Nach 
diesen Vorschriften lagen die Grundstücke Nrn. 1___ und 2___ in zwei Zo-
nen; der grössere nördliche Teil, auf welchem das Wohnhaus steht, im 
Baugebiet D nach Art. 10 UeV 1998, wo Bauten grundsätzlich zulässig 
sind, der kleinere, nicht überbaute, südliche Teil des Grundstücks in der 
Uferschutzzone, wo ein absolutes Bauverbot gilt (Art. 6 UeV 1998; vgl. 
auch Art. 4 SFG und Art. 10 BauG). Am 24. Juni 2009 beschloss die dama-
lige EG Tüscherz-Alfermée eine Änderung der Uferschutzbestimmungen, 
welche das AGR am 7. April 2010 genehmigte und die gleichentags in Kraft 
trat (Art. 12 UeV 1998; Art. 61 BauG; Art. 110 der Bauverordnung vom 
6. März 1985 [BauV; BSG 721.1]; nachfolgend Uferschutzplan 2010 bzw. 
UeV 2010). Nach dieser Planung liegt der nördliche Teil des Grundstücks 

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weiterhin im Baugebiet D, der südliche Teil seither im neu geschaffenen 
Sektor G, der als Garten vor dem Baugebiet D definiert ist. Dort dürfen 
Sitzplätze von 30 m2 erstellt werden, die naturnah zu gestalten sind. Im 
Weiteren gilt (wie bereits zuvor in der Uferschutzzone) ein allgemeines 
Bauverbot für andere oberirdische Bauten und Anlagen jeglicher Art 
(Art. 10 B Abs. 2 UeV 2010 und Uferschutzplan 2010). 

3.6 Seit dem 1. Januar 2011 haben die Kantone zudem bis zum 
31. Dezember 2018 den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer festzu-
legen, der für die Gewährleistung der natürlichen Funktion der Gewässer, 
den Schutz vor Hochwasser und die Gewässernutzung erforderlich ist 
(Gewässerraum; Art. 36a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 24. Januar 
1991 über den Schutz der Gewässer [Gewässerschutzgesetz, GSchG; 
SR 814.20]; Abs. 1 der Übergangsbestimmung zur Änderung vom 4. Mai 
2011 der Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 [GSchV; 
SR 814.201; nachfolgend: Übergangsbestimmung GSchV]; zur Grösse des 
minimalen Gewässerraums bei stehenden Gewässern Art. 41b Abs. 1 
GSchV). Solange die Kantone den Gewässerraum noch nicht festgelegt 
haben, gelten die Vorschriften für Anlagen nach Art. 41c Abs. 1 und 2 
GSchV entlang von stehenden Gewässern in einem Streifen von 20 m. 
Innerhalb dieses Streifens dürfen nur standortgebundene, im öffentlichen 
Interessen liegende Anlagen erstellt werden (Art. 41c Abs. 1 Satz 1 
GSchV). Sofern keine überwiegenden Interessen entgegenstehen, kann 
die Behörde in dicht überbauten Gebieten die Erstellung zonenkonformer 
Anlagen bewilligen (Art. 41c Abs. 1 Satz 2 Bst. a GSchV). Die Bestimmun-
gen der GSchV zum Gewässerraum sind mit ihrem Inkrafttreten (1.6.2011) 
direkt anwendbar und bedürfen keiner gesetzgeberischen Umsetzung 
durch die Kantone, verfolgen sie doch zwingende öffentliche Interessen 
(BGE 139 II 470, in URP 2013 S. 333, E. 4.2).

3.7 Nach dem Gesagten sind auf die westseitige Storenkonstruktion die 
UeV 2010 sowie die Bestimmungen des GSchG und der GSchV anwend-
bar. Da nicht geklärt ist, ob die Bambusbepflanzung und der Holzpaletten-
zaun vor dem 7. April 2010 erstellt wurden, könnten sowohl die UeV 1998 
als auch die UeV 2010 massgebend sein, was mit Blick auf die nachfol-
genden Erwägungen nicht geklärt werden muss. Was die südseitige Sto-

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renkonstruktion und den östlichen Unterstand anbelangt, ist jedenfalls das 
SFG zu beachten. In Bezug auf den Unterstand Ost, der seit Inkrafttreten 
der Uferschutzvorschriften im Baugebiet D liegt, ist das im Verfügungszeit-
punkt geltende Recht günstiger, da nach den UeV 2010 und dem Ufer-
schutzplan 2010 in diesem Streifen Bauten und Anlagen zulässig sind und 
das Bauverbot nach Art. 8 Abs. 2 SFG dahingefallen ist (vorne E. 3.2). Die 
Storenkonstruktion Süd liegt hingegen weiterhin in einer Bauverbotszone 
(dazu hinten E. 8). Art. 36a GSchG über den Gewässerraum und die zuge-
hörigen Bestimmungen der GSchV sind erst am 1. Januar 2011 bzw. am 
1. Juni 2011 in Kraft getreten. Es ist davon auszugehen, dass bis auf die 
Storenkonstruktion West alle fraglichen Bauten zu diesem Zeitpunkt bereits 
standen. Hingegen erging die Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde 
am 3. September 2015 und damit nach Inkrafttreten der Bestimmungen 
über den Gewässerraum. Wo – wie beim Unterstand Ost (hinten E. 7) – 
das kantonale und kommunale Recht zum Verfügungszeitpunkt günstiger 
wäre, sind daher auch die bundesrechtlichen Bestimmungen über den Ge-
wässerschutz beachtlich, ebenso sind sie mit Blick auf die heute massge-
benden öffentlichen Interessen an der Wiederherstellung des rechtmässi-
gen Zustands zu berücksichtigen. 

4. 

4.1 Zur westseitigen Storenkonstruktion bringen die Beschwerdeführen-
den vor, sie diene der Sicherung der Store vor den zeitweise starken Win-
den am Bielersee und führe nicht dazu, dass der Sitzplatz besser genutzt 
werden könne. Sie sei daher keine Baute. Die Vorinstanz hat erwogen, das 
stützende Gerüst sei fest installiert, so dass es bei eingefahrener Store 
sichtbar bleibe. Durch die Abstützung werde eine grössere Fläche abge-
deckt, als dies bei einer frei tragenden Store möglich wäre, und sei die 
Überdachung stabiler, weshalb der Sitzplatz auch bei schlechterem Wetter 
länger und intensiver nutzbar sei. Da die Konstruktion den Grenzabstand 
nicht einhalte, sei sie zu entfernen. 

4.2 Die Storenkonstruktion ist fest mit dem Boden verankert und erin-
nert optisch an eine Pergola oder ein Turngerät. Sie ist auf Dauer angelegt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
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und hat räumliche Auswirkungen, womit sie als Anlage anzusehen ist (vgl. 
bspw. VGE 21183 vom 16.11.2001, E. 3b/aa, wo im Boden verankerte 
Sonnenschirme als baubewilligungspflichtig beurteilt wurden). Entgegen 
dem Vorbringen der Beschwerdeführenden unterliegt die Storenkonstruk-
tion der Baubewilligungspflicht. Da sie sich im geschützten Uferbereich 
befindet, ist sie prinzipiell geeignet, die Schutzinteressen des SFG zu be-
einträchtigen (Art. 7 Abs. 2 BewD; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 1b N. 7b; 
auch dazu VGE 21183 vom 16.11.2001, E. 3b/aa). Die Storenkonstruktion 
wurde erst nach Inkrafttreten der UeV 2010 erstellt und befindet sich im 
Baugebiet D. Nach kommunalem Recht sind dort Bauten und Anlagen 
grundsätzlich zulässig. Die Bauten müssen aber einen seitlichen Grenzab-
stand von 5 m einhalten, der für jede oberirdische Baute, inklusive An- und 
Nebenbauten, Gartenhallen, Gartenhäuschen, Garagen etc. gilt (Art. 10 
Abs. 3 UeV 2010). Da die Stützen des Metallgerüsts unbestrittenermassen 
beinahe auf der Grenze stehen, ist die Konstruktion, unabhängig von ihrer 
Funktion, nicht bewilligungsfähig. Zudem liegt sie im Gewässerraum nach 
Abs. 2 Bst. c der Übergangsbestimmung GSchV, wo zum vornherein nur 
standortgebundene Bauten zulässig wären, sofern in einem dicht über-
bauten Gebiet keine Ausnahmebewilligung erteilt werden kann, was hier 
nach dem Gesagten nicht geprüft werden muss. 

4.3 Wie dargelegt sind Bauten und Anlagen ohne Baubewilligung, die 
auch materiell rechtswidrig sind, zu entfernen. An der Wiederherstellung 
des rechtmässigen Zustands besteht sodann ein öffentliches Interesse, 
liegt ein solches doch bereits in der Einhaltung der baurechtlichen Ordnung 
(vorne E. 3.1) und darüber hinaus an der Freihaltung des übergangsrechtli-
chen Gewässerraums (vorne E. 3.6). Inwiefern die Wiederherstellungs-
anordnung nicht verhältnismässig sein soll, wird nicht substanziiert begrün-
det (vgl. Beschwerde Art. 9) und ist auch nicht ersichtlich, handelt es sich 
doch um eine Einrichtung in leichter Bauweise, die sich mit kleinem Auf-
wand entfernen lässt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
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5.

5.1 Die Gemeinde hat die Bambusbepflanzung als Einfriedung angese-
hen. Mit Blick auf Art. 10 Abs. 4 UeV 2010 (gleichlautend Art. 10 Abs. 5 
UeV 1998), wonach Einfriedungen auf 1,20 m beschränkt sind, hat sie an-
geordnet, der Bambus sei auf 1,20 m zurückzuschneiden. Die BVE hat 
diese Anordnung geschützt. Es handle sich um eine Grünhecke, die ge-
mäss Art. 79k des Gesetzes vom 28. Mai 1911 betreffend die Einführung 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (EG ZGB; BSG 211.1) maximal 
1,20 m hoch sein dürfe, da sie direkt hinter dem unmittelbar an der March 
angebrachten Holzzaun liege. Die Beschwerdeführenden bringen vor, mit 
der Baubewilligung vom 26. Januar 1989 sei die Auflage verbunden ge-
wesen, die vorbestehende Thujahecke zu erhalten. Die Thujahecke habe 
aufgrund ihres Alters entfernt werden müssen, weshalb es sich um eine 
Erneuerung im Sinn von Art. 3 Abs. 2 BauG handle. Es sei überspitzt for-
malistisch, den Besitzstand zu verweigern. Mit der Bambusbepflanzung 
werde die Auflage gemäss Baubewilligung erfüllt. Im Übrigen fänden sich 
vielerorts bei den Liegenschaften am Nordufer des Bielersees – insbeson-
dere gegenüber Strassen – Einfriedungen, die höher seien als 1,20 m. Es 
gehe daher nicht an, dass dies bei den Beschwerdeführenden nicht gedul-
det werde.

5.2 Die Bambusbepflanzung befindet sich teilweise im Baugebiet D und 
teilweise im Sektor G. Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführen-
den vor der Vorinstanz handelt es bei den auf mehreren Metern dicht ne-
beneinander gereihten Bambuspflanzen durchaus um eine Einfriedung, 
grenzen sie doch das Grundstück der Beschwerdeführerin 2 gegenüber der 
Parzelle Nr. 3___ ab, auch wenn ihnen dabei insbesondere eine Sicht-
schutzfunktion zukommt. Da die Parzelle im Uferschutzgebiet liegt, sind die 
Pflanzen bewilligungspflichtig, sind sie doch geeignet, die Uferlandschaft zu 
beeinträchtigen (Art. 1 SFG; Art. 6 Abs. 1 Bst. r i.V.m. Art. 7 Abs. 2 BewD; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 1b N. 8 Bst. r). Auch ohne formelles Baugesuch 
ist indes zu prüfen, ob die Bepflanzung materiell rechtmässig ist (vorne 
E. 3.1).

5.3 Soweit der Bambus im Baugebiet D steht ergibt sich, wie die Ge-
meinde richtig erwogen hat, bereits aus Art. 10 Abs. 4 UeV 2010 bzw. dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
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gleichlautenden Art. 10 Abs. 5 UeV 1998, dass die Hecke maximal 1,20 m 
hoch sein darf. Für die Bambuspflanzen im Sektor G verhält es sich nicht 
anders: Zwar enthalten weder die UeV 2010 für den Sektor G noch die 
UeV 1998 für die vormals dort bestehende Uferschutzzone besondere 
Bestimmungen über die Höhe von Einfriedungen, indes muss ein Verbot für 
Einfriedungen von mehr als 1,20 m Höhe für das Baugebiet D umso mehr 
im Sektor G bzw. der Uferschutzzone gelten. Darüber hinaus verweist 
Art. 2 UeV 1998 (gleichlautend Art. 2 UeV 2010) auf das hier noch mass-
gebende Baureglement der Gemeinde Tüscherz-Alfermée (genehmigt am 
12.12.1997), soweit die Überbauungsvorschriften nichts anderes bestim-
men. Nach Art. 28 Abs. 2 GBR gelten für Einfriedungen die Bestimmungen 
des EG ZGB als öffentlich-rechtliche Vorschriften der Gemeinde (vgl. dazu 
BVR 1999 S. 211 E. 4c, 1982 S. 168 E. 2; VGE 2013/148 vom 25.6.2014, 
E. 3.2; 21990 vom 15.3.2005, E. 9.1.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 13 
Bst. a). Da sich die Bambuspflanzen im Grenzbereich befinden, sind sie – 
wie die Vorinstanz zu Recht erwog – auch im heutigen Sektor G nach 
Art. 79k Abs. 1 EG ZGB auf 1,20 m zurückzuschneiden. Es wird nicht dar-
gelegt und ist auch nicht ersichtlich, inwiefern diese Massnahme unverhält-
nismässig sein sollte. 

5.4 Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführenden enthielt die 
Baubewilligung vom 26. Januar 1989 keine Auflage, wonach die Thuja-
hecke bestehen bleiben müsse (act. 9A). Es wurde lediglich eine (privat-
rechtliche) Rechtsverwahrung vorgemerkt (vgl. Art. 32, Art. 36 Abs  3 Bst. f 
BewD). Doch selbst aus der Erhaltungspflicht lässt sich nicht ableiten, dass 
die Thujahecke durch eine beliebige Bepflanzung ersetzt werden darf. 
Ebenso wenig ergibt sich aus Art. 3 Abs. 2 BauG etwas für den Standpunkt 
der Beschwerdeführenden. Die Besitzstandsgarantie bezweckt den Schutz 
der ursprünglichen, unter altem Recht getätigten Investition und kommt dort 
nicht zum Tragen, wo diese vernichtet worden ist (BVR 2001 S. 125 E. 3; 
VGE 2015/194 vom 2.3.2016, E. 4.1, 2013/55 vom 10.3.2014, E. 4.2.2; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 3 N. 3b). Die Thujahecke wurde vollständig 
entfernt, womit jeglicher Besitzstandsschutz entfällt. 

5.5 Schliesslich machen die Beschwerdeführenden geltend, es bestün-
den vielerorts Grünhecken, die höher seien als 1,20 m und dieser rechts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
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widrige Zustand von der Gemeinde toleriert würde. Sie berufen sich damit 
auf den Grundsatz der Gleichbehandlung im Unrecht. Nach diesem geht 
jedoch die Gesetzmässigkeit der Verwaltung in der Regel der Rechts-
gleichheit vor. Ein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht wird aus-
nahmsweise anerkannt, wenn eine ständige gesetzwidrige Praxis einer 
rechtsanwendenden Behörde vorliegt und die Behörde zu erkennen gibt, 
dass sie auch in Zukunft nicht von dieser Praxis abzuweichen gedenkt 
(BGE 139 II 49 E. 7.1 [Pra 102/2013 Nr. 33], 136 I 65 E. 5.6; BVR 2013 
S. 85 E. 8.1, 2012 S. 86 E. 4.8.1, 2006 S. 496 E. 5.3 je mit Hinweisen). – 
Unbehelflich sind vorab die in der Beschwerde vorgebrachten Vergleiche 
zum Kirschlorbeer und dem Feigenbaum der Nachbarin. Dabei handelt es 
sich nicht um Einfriedungen, sondern um einzelne Pflanzen. Weiter ist zwar 
auf den Fotografien in den Beschwerdebeilagen 8 und 9 ersichtlich, dass 
einzelne Grünhecken von mehr als 1,20 m bestehen. Die Gemeinde hat 
indes in ihrer Stellungnahme vom 2. Juni 2016 (act. 8) dargelegt, sie habe 
in den letzten Jahren ausnahmslos darauf geachtet, dass die Vorschriften 
der UeV eingehalten werden. Weiter hat sie ausgeführt, die Bauverwaltung 
werde innert 30 Tagen die Sachlage vor Ort prüfen und gegebenenfalls 
baupolizeiliche Verfahren eröffnen, wenn die Beschwerdeführenden kon-
krete parzellengenaue Hinweise auf Einfriedungen geben würden, die hö-
her seien als 1,20 m. Wie die Beschwerdeführenden zwar zu Recht vor-
bringen, ist es nicht an ihnen, den Baupolizeibehörden parzellengenau 
anzugeben, wo allenfalls baurechtswidrige Zustände vorliegen könnten. 
Indes hat die Gemeinde mit ihren Ausführungen deutlich gemacht, künftig 
keine höheren Einfriedungen als solche von 1,20 m (mehr) zuzulassen; es 
ist daher nicht so, dass die Gemeinde eine rechtswidrige Praxis verfolgt, 
von der sie nicht abzuweichen gedenkt – ein Anspruch auf Gleichbehand-
lung im Unrecht besteht folglich nicht.

6.

6.1 Die Gemeinde hat – soweit hier noch Gegenstand – weiter verfügt, 
für die Zaunkonstruktion sei eine geeignete Materialart zu wählen, weil sich 
die bestehende Einfriedung schlecht integriere. Die Vorinstanz hat diese 
Anordnung geschützt. Die Beschwerdeführenden sind der Ansicht, Holz sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
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ein geeignetes Material für einen Zaun und das verwitternde Holz sei ein 
gestaltendes Element. Zudem sei der Zaun weder von der nordseitig ver-
laufenden Strasse noch vom See her erkennbar.

6.2 Die von der BVE bestätigte Anordnung im Dispositiv der Wiederher-
stellungsverfügung ist in Bezug auf die Materialwahl für den Zaun nicht 
eindeutig. Die Wiederherstellungsverfügung muss die genaue Bezeichnung 
der Massnahme enthalten, welche die Pflichtigen zur Herbeiführung des 
rechtmässigen Zustands zu treffen haben (vgl. etwa VGE 23134 vom 
25.6.2008, E. 5.2; 22566 vom 15.2.2007, E. 7.2; BGer 1A.301/2000 vom 
28.5.2001, in ZBl 2002 S. 354, nicht publ. E. 6d; Zaugg/Ludwig, a.a.O., 
Art. 46 N. 13 mit Hinweisen). Bleiben Zweifel über die Tragweite der im 
Dispositiv getroffenen Regelung, muss deren massgebender Gehalt durch 
Auslegung ermittelt werden, wofür insbesondere auf die Entscheidbegrün-
dung zurückzugreifen ist (BGE 136 III 345 E. 2.1, 131 II 13 E. 2.3; 
BGer 2C_423/2012 vom 9.12.2012, E. 1.2; VGE 2015/146 vom 23.2.2016, 
E. 3.3; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 49 N. 4, Art. 52 N. 12 mit 
weiteren Hinweisen). – Die Gemeinde hat ihre Anordnung u.a. auf den un-
veränderten Art. 4 Abs. 4 UeV 1998 bzw. UeV 2010 gestützt, wonach die 
Wahl der Baumaterialien und Farben Gewähr bieten müssen, dass sie sich 
in das Ufergelände integrieren. Die Farbgebung und die Gestaltung unter-
stehen dabei einer sorgfältigen ästhetischen Beurteilung durch die Baupoli-
zeibehörde unter Beizug von Fachexperten. Bei der Gestaltung und Mate-
rialwahl u.a. für Gartenanlagen ist dem empfindlichen Charakter des See-
ufers Rechnung zu tragen (Art. 10 Abs. 2 UeV 1998; Art. 10 Abs. 1 
UeV 2010). Die Gemeinde führt weiter aus, es handle sich bei den aufge-
stellten Holzpaletten nicht um eine übliche Einfriedungsart und sie passten 
sich schlecht in die Umgebung ein. Wenn auch der Begriff «Material» et-
was ungenau ist, erhellt diese Begründung, dass eine andere, für Einfrie-
dungen übliche Konstruktion gewählt werden soll, die sich in die Uferland-
schaft integriert und die von Fachexperten (vorgängig) beurteilt wird. So-
dann könnte das Dispositiv dahingehend verstanden werden, dass die Be-
schwerdeführenden verpflichtet werden sollten, die bestehende Einrichtung 
durch einen anderen Zaun zu ersetzen, anstatt lediglich die Holzpaletten zu 
entfernen. Eine solche Anordnung hätte sich auf eine gesetzliche Grund-
lage zu stützen, die nicht ersichtlich ist, und wäre wohl unverhältnismässig, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
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fällt das aus Sicht der Gemeinde störende Element doch bereits mit der 
Entfernung der Holzpaletten weg. Gestützt auf die Ausführungen der Ge-
meinde ist das Dispositiv denn auch so zu verstehen, dass sie den Be-
schwerdeführenden einen Zaun zwar nicht verwehren will, ein solcher aber 
anders gestaltet werden muss.

6.3 Mit Blick auf das positive Einfügungsgebot für Bauten und Anlagen 
in die Uferlandschaft (Art. 4 Abs. 4 UeV 1998 bzw. UeV 2010) ist nicht zu 
beanstanden, dass die Gemeinde die Entfernung der lose nebeneinander 
aufgestellten Holzpaletten verlangt und die Vorinstanz diese Anordnung 
geschützt hat. Aufgrund der Bilder in den Akten ist nachvollziehbar, dass 
die Vorinstanzen den «Zaun» als nicht fachmännisch erstellt und im ge-
schützten Uferbereich fehl am Platz erachteten. In Bezug auf den Sektor G, 
in dem grundsätzlich ein Bauverbot gilt, und mit Blick auf die Bestimmun-
gen des GSchG erscheint zudem fraglich, ob eine Einfriedung überhaupt 
zulässig ist (vgl. vorne E. 3.5 und 3.6); aufgrund des Verschlechterungs-
verbots (Art. 84 Abs. 2 VRPG; vgl. dazu Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
a.a.O., Art. 84 N. 8) ist dies hier nicht zu beurteilen. Den Beschwerdefüh-
renden muss es offen stehen, mit einem anderen, vorgängig mit der Ge-
meinde abzusprechenden Material einen Zaun zu erstellen, sofern sie denn 
nicht lediglich die Holzpaletten entfernen möchten. Es ist schliesslich nicht 
ersichtlich, weshalb die Entfernungsanordnung unverhältnismässig wäre, 
können die Holzpaletten doch ohne nennenswerten Aufwand weggenom-
men werden.

7.

7.1 In Bezug auf den Unterstand östlich des Wohnhauses machen die 
Beschwerdeführenden geltend, dieser sei zusammen mit Letzterem abge-
nommen worden. Zudem sei der vorherige Eigentümer Mitglied des Ge-
meinderats gewesen und es seien offizielle Sitzungen in der Liegenschaft 
abgehalten worden. Es sei daher «widersprüchlich», wenn die Gemeinde 
nach so langer Zeit verlange, den Unterstand abzureissen, und es bestün-
den keine zwingenden Gründe, die eine Wiederherstellung nach Ablauf von 
fünf Jahren rechtfertigen würden. Die BVE erwog, der Unterstand wirke wie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
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ein Geräteschuppen und sei als Baute anzusehen. Da er rund 2 m von der 
Parzellengrenze entfernt stehe, halte er den massgebenden Grenzabstand 
nicht ein. In Bezug auf die Frist zur Wiederherstellung führte sie aus, der 
Unterstand sei von der Strasse nicht einsehbar, weshalb die Gemeinde erst 
aufgrund der Umbauarbeiten im März 2010 auf die Liegenschaft und den 
Unterstand aufmerksam geworden sei. Vorher habe sie dessen Rechtswid-
rigkeit nicht erkennen können; die Fünfjahresfrist nach Art. 46 Abs. 3 BauG 
sei daher eingehalten.

7.2 Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Einrichtung eine 
Baute darstellt, ist sie doch fest im Boden verankert und tritt wie ein kleines 
Gebäude in Erscheinung. Dass lediglich die Eckstützen und Dachverstre-
bungen aus massivem Holz, die Seitenwände demgegenüber aus Rank-
gittern und die Dachabdeckung aus Kunststoff oder einer mobilen Son-
nenstore bestehen, ist dabei nicht entscheidend. Ebenso wenig ist aus-
schlaggebend, welche Funktion dem Unterstand zukommt. Er befindet sich 
zwar im Baugebiet D, in dem heute Bauten – zumindest nach kommunalem 
Recht – zulässig sind. Nach Art. 10 Abs. 4 UeV 1998 (übereinstimmend 
Art. 10 Abs. 3 UeV 2010) hat aber jede oberirdische Baute einen seitlichen 
Grenzabstand von 5 m einzuhalten, was beim Unterstand mit 2 m Entfer-
nung unbestrittenermassen nicht der Fall ist. Sodann befindet er sich im 
übergangsrechtlichen Gewässerraum, weshalb er auch aus diesem Grund, 
ohne Ausnahmebewilligung, nicht rechtmässig ist. Auch wenn er vor Erlass 
der UeV 1998 erstellt worden sein sollte, ist er materiell rechtswidrig, da 
das Grundstück damals noch dem Bauverbot nach Art. 8 Abs. 2 SFG un-
terlag und auch eine Kleinbaute nicht ohne Zustimmung nach Art. 24 SFV 
hätte erstellt werden dürfen. Dass eine solche vorliegt, wird weder geltend 
gemacht noch wäre dies ersichtlich. Entgegen den Ausführungen der Be-
schwerdeführenden finden sich in den Akten auch keine Hinweise darauf, 
dass der Unterstand bei der Abnahme der Liegenschaft schon bestanden 
hätte und gebilligt worden wäre. Eine Art nachträgliche Bewilligung könnten 
die Beschwerdeführenden daraus ohnehin nicht ableiten (BVR 2011 S. 200 
E. 4.4.2). 

7.3 Die Beschwerdeführenden sind aber der Ansicht, aufgrund der zeit-
lichen Verhältnisse könne die Wiederherstellung nicht mehr angeordnet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
Seite 19

werden: Nach Ablauf von fünf Jahren, seitdem die Rechtswidrigkeit er-
kennbar war, kann die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands nur 
verlangt werden, wenn zwingende öffentliche Interessen dies erfordern 
(Art. 46 Abs. 3 BauG; vgl. dazu hinten E. 7.4). Gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung verwirkt der Wiederherstellungsanspruch der Behörden 
zudem im Interesse der Rechtssicherheit grundsätzlich nach 30 Jahren seit 
Beendigung der rechtswidrigen Arbeiten. Auf eine kürzere Verwirkungsfrist 
kann sich allenfalls berufen, wer in gutem Glauben gehandelt hat 
(BGE 136 II 359 E. 7.1, 132 II 21 E. 6.3, 107 Ia 121 E. 1a; BVR 2006 
S. 444 E. 5.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 11 Bst. b und c). – Die Be-
schwerdeführenden bringen vor, der Unterstand sei im selben Zeitraum 
gebaut worden wie das Haus. Die Gemeinde schätzte ihn in ihrer Verfü-
gung auf ein Alter von etwa zwölf Jahren, sodass er im September 2003 
erstellt worden wäre. Es ist folglich unbestritten, dass der Unterstand seit 
über fünf Jahren vor der Wiederherstellungsverfügung besteht. Zwar unter-
bricht nicht erst die Wiederherstellungsverfügung die Fünfjahresfrist, son-
dern bereits die formelle Aufforderung, ein (nachträgliches) Baugesuch 
einzureichen (BVR 2004 S. 498 E. 4d; VGE 2011/22 vom 5.10.2011, 
E. 3.1). Die Gemeinde forderte die Beschwerdeführerin 2 indes erstmals im 
Juni 2009 auf, Informationen über die (laufenden) Arbeiten auf ihrem 
Grundstück einzureichen. Bereits dieses Schreiben hätte die Frist nicht 
mehr eingehalten, zumal es sich nicht auf den Unterstand Ost bezieht. Ent-
gegen den Erwägungen der Vorinstanz begann die Frist nach Art. 46 
Abs. 3 BauG auch nicht erst zu laufen, als die Baupolizeibehörden im 
Jahr 2010 auf den Unterstand aufmerksam wurden, sondern ab dem Zeit-
punkt, in dem die Rechtswidrigkeit erkennbar war. Erkennbar ist ein 
rechtswidriger Zustand, wenn er von der Behörde bei Anwendung der 
gebotenen Sorgfalt hätte erkannt werden können und müssen (Zaugg/ 
Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 11 Bst. a). Der Unterstand steht im Garten der 
Beschwerdeführenden und ist sowohl von der Strasse oberhalb des Hau-
ses als auch vom See her gut einsehbar (vgl. Verkaufsdokumentation 
Vorakten BVE  Beilage Nr. 2 zu pag. 1 ff.). Da sich die Baute schon damals 
im Wirkungsbereich des SFG befand und sehr nahe an der nachbarlichen 
Grenze stand, war auch ihre Rechtswidrigkeit bei gebotener Sorgfalt er-
kennbar. Die Fünfjahresfrist nach Art. 46 Abs. 3 BauG ist daher abgelau-
fen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
Seite 20

7.4 Zu prüfen ist, ob zwingende Gründe die Wiederherstellung des 
rechtmässigen Zustands dennoch rechtfertigen. Als zwingend erscheint die 
Wiederherstellung, wenn für die Öffentlichkeit untragbare Verhältnisse be-
wirkt worden sind wie erhebliche Beeinträchtigungen der Umwelt, Störun-
gen des Ortsbildes, Eingriffe in eine schutzwürdige Landschaft und derglei-
chen. Das Verwaltungsgericht anerkennt zudem in konstanter Rechtspre-
chung die Durchsetzung der Grundlagen der Nutzungsordnung als zwin-
gendes öffentliches Interesse. Grundlegend ist dabei vor allem die Tren-
nung von Bau- und Nichtbaugebiet, aber auch etwa der Schutz der Wohn-
zone vor zonenwidrigen Immissionen (BVR 2004 S. 440 E. 4.1, 2001 
S. 125 E. 4a; VGE 2011/387 vom 26.7.2012, E. 3.2). – Der Unterstand 
steht seit Inkrafttreten der Bestimmungen über den Gewässerraum im 
übergangsrechtlichen Uferstreifen. Da die Gemeinde den Gewässerraum 
noch nicht rechtkräftig ausgeschieden hat, sind innerhalb von 20 m ab der 
Uferlinie nur standortgebundene Bauten und Anlagen zulässig, was auf den 
fraglichen Unterstand nicht zutrifft. Er bedürfte daher einer Ausnahmebe-
willigung, die nur im dicht überbauten Gebiet erteilt werden könnte, wenn 
keine überwiegenden Interessen dagegen sprechen. Ob hier von dicht 
überbautem Gebiet ausgegangen werden könnte, kann offen bleiben, da 
die Beschwerdeführenden keine Ausnahmebewilligung beantragt haben – 
obschon die Bestimmungen über den Gewässerraum zum Zeitpunkt der 
Wiederherstellungsverfügung in Kraft waren – und weil eine Ausnahmebe-
willigung nur dann in Frage käme, wenn die übrigen baurechtlichen Vor-
schriften eingehalten sind. Da der Grenzabstand vorliegend zu klein ist, 
könnte auch aus diesem Grund keine Ausnahmebewilligung gewährt wer-
den. Die Bestimmungen zum Gewässerraum dienen der Durchsetzung 
wichtiger öffentlicher Interessen, nämlich insbesondere der Gewährleistung 
der natürlichen Funktionen der Gewässer, dem Schutz vor Hochwasser 
und der Gewässernutzung. Es bestehen daher zwingende öffentliche Inte-
ressen an der Entfernung materiell rechtswidriger Bauten aus dem Gewäs-
serraum (BGE 139 II 470 in URP 2013 S. 333, E. 4.2; BGer 1C_505/2011 
vom 1.2.2012, in URP 2012 S. 165, E. 3.1.3; vgl. auch VGE 2011/177 vom 
3.7.2012, E. 2.3.2 f.). Die privaten Interessen der Beschwerdeführenden 
sind dabei nicht besonders gewichtig, da es sich um eine unbewohnte Ne-
benbaute handelt, die ohne grösseren Aufwand entfernt werden kann. Die 
30-jährige Verwirkungsfrist (vorne E. 7.3) ist eingehalten, wurde das Haus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
Seite 21

selber doch 1989 erstellt. Der Unterstand Ost ist nach dem Gesagten zu 
entfernen.

8.

8.1 Schliesslich bringen die Beschwerdeführenden in Bezug auf die 
Storenkonstruktion Süd vor, diese sei im selben Zeitraum gebaut worden 
wie der Unterstand Ost. Auch die BVE geht davon aus, dass die Konstruk-
tion vom vorherigen Eigentümer erstellt worden ist (vorne E. 2.2). Sie hat 
erwogen, bereits vor Erlass der heute massgebenden UeV 2010 habe ein 
vollständiges Bauverbot im Uferbereich bestanden, weshalb die Konstruk-
tion nicht rechtmässig erstellt wurde und nicht besitzstandsgeschützt sei. 
Die Beschwerdeführenden bringen vor, es handle sich nicht um eine Baute. 
Die Farbe der Konstruktion verschmelze mit dem Haus und beeinträchtige 
das Ortsbild nicht.

8.2 Wie bereits in Bezug auf die Storenkonstruktion West dargelegt, 
handelt es sich beim vorliegenden Metallgerüst um eine Anlage (vgl. vorne 
E. 4.2). Sie steht im heutigen Sektor G und unterliegt somit, wie die BVE zu 
Recht erwogen hat, seit jeher dem Bauverbot (ab 1982 gestützt auf Art. 8 
Abs. 2 SFG, danach nach Art. 6 UeV 1998 und anschliessend gestützt auf 
Art. 10 B Abs. 2 UeV 2010). Sie ist daher materiell rechtswidrig und grund-
sätzlich zu entfernen.

8.3 Ebenso wie beim Unterstand Ost (vorne E. 7.4) bestehen vorliegend 
zwingende öffentliche Interessen an der Entfernung. Nebst dem, dass die 
Storenkonstruktion im Gewässerraum steht, befindet sie sich auch nach 
kommunalem Recht im Bauverbotsbereich, dem Teil des Grundstücks also, 
das grundsätzlich von jeglichen Bauten und Anlagen freizuhalten ist. Damit 
legen die UeV 2010 eine Schutzzone fest (wie bereits die UeV 1998 mit der 
Uferschutzzone). Sie schreiben ähnlich dem Grundsatz der Trennung von 
Bau- und Nichtbaugebiet im Sinn des RPG eine grundlegende Unterschei-
dung zwischen Bau- und Nichtbauzone vor. Damit bestehen zwingende 
öffentliche Interessen an der Entfernung der Storenkonstruktion, die eine 
Wiederherstellungsmassnahme auch nach Ablauf der Frist gemäss Art. 46 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
Seite 22

Abs. 3 BauG rechtfertigen. Auch hier ist die 30-jährige Verwirkungsfrist 
(vorne E. 7.4) eingehalten. Andere Gründe, die eine Entfernung der Sto-
renkonstruktion unverhältnismässig erscheinen liessen, sind weder geltend 
gemacht noch ersichtlich. 

9.

Nach dem Gesagten erübrigt sich ein Augenschein. Der entsprechende 
Beweisantrag wird abgewiesen.

10.

10.1 Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet 
und ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird. 

10.2 Die von der Vorinstanz auf den 15. April 2016 angesetzte und zwei 
Monate dauernde Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 
ist verstrichen, weshalb eine neue festzulegen ist. Da alle zu entfernenden 
Einrichtungen klein, in leichter Bauweise erstellt sind und die Bambuspflan-
zen ohne weiteres zurückgeschnitten werden können, ist eine Frist von 
zwei Monaten ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils angemessen. 

10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerde-
führenden. Sie haben die Verfahrenskosten unter solidarischer Haftbarkeit 
zu tragen (Art. 108 Abs. 1 und 106 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind 
keine angefallen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 4 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.10.2016, Nr. 100.2016.74U, 
Seite 23

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands wird auf 
zwei Monate ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils festgesetzt.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden den Beschwerdeführen-
den auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Beschwerdegegnerin
- der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
- dem Bundesamt für Umwelt

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.