# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43ca662b-f81a-5584-8b36-84028c96e41e
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1993-09-06
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 06.09.1993 JAAC 58.61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-61--_1993-09-06.pdf

## Full Text

JAAC 58.61

Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen
Asylrekurskommission vom 6. September 1993

Décision de principe de la Commission suisse de recours en matière
d’asile. Pas de possibilité de recours distinct contre une décision de
l’ODR refusant l’autorisation de consulter les pièces du dossier.[31].

Art. 46a LA. Art. 45 PA. Pas de possibilité de recours distinct contre
une décision de l’ODR refusant l’autorisation de consulter les pièces du
dossier.

1. La décision de l’ODR relative à la consultation des pièces du dossier
constitue une décision incidente au sens de la loi (consid. 1.a).

2. En tant que lex specialis, l’art. 46a LA exclut l’application de
l’art. 45 PA en procédure d’asile (consid. 2.a). A l’exception des cas
exhaustivement prévus par l’art. 46a let. a et b LA, les décisions
incidentes prises en procédure d’asile ne sont susceptibles de recours
que conjointement avec le recours contre la décision finale (consid. 2.b).

Grundsatzentscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission.
Keine selbständige Anfechtung eines Entscheides des BFF über die
Akteneinsicht.[30].

Art. 46a AsylG. Art. 45 VwVG. Keine selbständige Anfechtung eines
Entscheides des BFF über die Akteneinsicht.

1. Der Akteneinsichtsentscheid des BFF stellt eine Zwischenverfügung im
Sinne des Gesetzes dar (E. 1.a).

2. Art. 46a AsylG schliesst im Asylverfahren als lex specialis die
Anwendung von Art. 45 VwVG aus (E. 2.a). Mit Ausnahme der in
Art. 46a Bst. a und b AsylG abschliessend aufgeführten Fälle sind
Zwischenverfügungen im Asylverfahren nicht selbständig, sondern nur
durch Beschwerde gegen die Endverfügung anfechtbar (E. 2.b).

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Decisione di principio della Commissione svizzera di ricorso in materia
d’asilo. Alcun rimedio distinto è esperibile contro una decisione
incidentale dell’UFR di diniego d’esame degli atti.[32].

Art. 46a LA. Art. 45 PA. Alcun rimedio distinto è esperibile contro una
decisione incidentale dell’UFR di diniego d’esame degli atti.

1. La decisione dell’UFR di diniego d’esame degli atti di causa costituisce
una decisione incidentale ai sensi di legge (consid. 1.a).

2. In quanto lex specialis, l’art. 46a LA esclude nella procedura
d’asilo l’applicazione dell’art. 45 PA (consid. 2.a). Ad eccezione dei
casi esaustivamente enumerati all’art. 46a lett. a e b LA, decisioni
incidentali rese in una procedura d’asilo sono impugnabili unicamente
mediante ricorso contro la decisione finale (consid. 2.b).

Zusammenfassung des Sachverhalts

Im Anschluss an den negativen Asyl- und Wegweisungsentscheid des
Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF) vom 17. Juni 1993 ersuchte S.U. die
verfügende Behörde am 9. Juli 1993 um Akteneinsicht. Diese wurde ihm,
soweit entscheidwesentliche Akten betreffend, vom BFF am 12. Juli 1993
grundsätzlich gewährt, gleichzeitig aber auch teilweise verweigert.

Am 19. Juli 1993 wiederholte der Vertreter von S.U. das Akteneinsichtsgesuch
bezüglich derjenigen Akten, deren Einsicht das BFF zuvor verweigert hatte.
Mit Zwischenverfügung vom 23. Juli 1993 gab das BFF dem Begehren erneut
nicht statt.

Mit Beschwerde vom 5. August 1993 beantragte S.U. die Aufhebung der
Verfügung des BFF vom 12. Juli 1993 und die Gewährung von Akteneinsicht im
Sinne seines Gesuchs vom 19. Juli 1993, einschliesslich der in der Zwischenzeit
entstandenen Akten.

Die ARK tritt auf die Beschwerde nicht ein.

Aus den Erwägungen

1.a. Gemäss den allgemeinen Regelungen im Verwaltungsverfahren
sind verfahrensleitende und andere Zwischenverfügungen in einem der
Endverfügung vorangehenden Verfahren unter bestimmten Voraussetzungen
selbständig durch Beschwerde anfechtbar (Art. 45 VwVG). Zum Zeitpunkt des
Erlasses der die Akteneinsicht verweigernden Verfügungen des BFF vom 12.
beziehungsweise 23. Juli 1993 war das zweitinstanzliche Verfahren mangels
Beschwerdeerhebung in der Hauptsache noch nicht eröffnet, weshalb die
Vorinstanz zur Entgegennahme und Beurteilung der Akteneinsichtsgesuche
zuständig war. Diese Gesuche sind auch insofern dem vorinstanzlichen
Verfahren zuzurechnen, als sie bezweckten, den heutigen Beschwerdeführer
über die zum Endentscheid führenden Akten umfassend zu informieren.
Hinzu kommt, dass die Vorinstanz den am 17. Juni 1993 getroffenen Asyl-
und Wegweisungsentscheid mit Verfügung vom 26. Juli 1993 aufgehoben

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und vollumfänglich ersetzt hat. Aus all diesen Gründen rechtfertigt es sich,
die Akteneinsichtsentscheide vom 12. beziehungsweise 23. Juli 1993 den
Zwischenverfügungen im Sinne des Gesetzes zuzuordnen und zu behandeln.

2.a. Gemäss Art. 45 Abs. 2 Bst. e VwVG stellt die Verweigerung der
Akteneinsicht (Art. 27 VwVG) eine selbständig anfechtbare Zwischenverfügung
dar, sofern die Verweigerung der Akteneinsicht für den Betroffenen einen
nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken könnte. «Das besondere
Rechtsschutzinteresse, das die sofortige Anfechtbarkeit begründet, liegt
im Nachteil, der entstünde, wenn die Anfechtung der Zwischenverfügung
erst zusammen mit der Beschwerde gegen die Endverfügung zugelassen
wäre (Art. 45 Abs. 3 VwVG )» (Gygi Fritz, Bundesverwaltungsrechtspflege,
2. Aufl., Bern 1983, S. 142). Das Asylverfahren richtet sich nach dem
Verwaltungsverfahrensgesetz und dem Bundesrechtspflegegesetz, soweit
das Asylgesetz vom 5. Oktober 1979 (AsylG, SR 142.31) nichts anderes
bestimmt (Art. 12 AsylG). In concreto ist festzustellen, dass gemäss Art. 46a
AsylG Zwischenverfügungen, die in Anwendung der Art. 13 bis 19 des
Gesetzes ergehen, nur durch Beschwerde gegen die Endverfügung
angefochten werden können; selbständig anfechtbar sind, sofern sie einen
nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, vorsorgliche
Massnahmen sowie Verfügungen, mit denen das Verfahren sistiert wird. Diese
Gesetzesbestimmung ist im Rahmen des Bundesbeschlusses vom 22. Juni 1990
über das Asylverfahren (AVB) ins Asylgesetz aufgenommen worden (AS 1990
938). Sie ist gestützt auf Abs. 2 der Schlussbestimmungen der Änderungen vom
22. Juni 1990 auf das vorliegende Asylverfahren anwendbar und schliesst im
Asylverfahren als lex specialis die Anwendung von Art. 45 VwVG aus.

b. Zu prüfen ist, ob die angefochtene Zwischenverfügung in Anwendung
von Art. 13 bis 19 AsylG ergangen ist oder nicht. Bei den Art. 13 bis 19
AsylG handelt es sich ausschliesslich um Bestimmungen des Kapitels 2 des
AsylG, welche das Asylverfahren in seiner Gesamtheit von der Einreichung
des Asylgesuches (2. Abschnitt) bis zur Wegweisung und dem Vollzug
(4. Abschnitt) eines ablehnenden Asylentscheids regeln. Das erstinstanzliche
Verfahren (3. Abschnitt) wird von den erwähnten Bestimmungen ebenfalls
vollumfänglich erfasst. Da der Gesetzestext von Art. 46a AsylG die vorliegend
interessierende Frage des Grades der Einschränkung der selbständigen
Anfechtbarkeit von Zwischenverfügungen im Asylverfahren explizit nicht
zu klären vermag, ist bei der Auslegung auf die Materialien und nicht zuletzt
auch auf die Zielsetzungen des AVB zurückzugreifen. Gemäss zugehöriger
Botschaft (BBl 1990 II 661) müssen Rügen gegen die Verfahrensführung
der ersten Instanz, worunter auch die Verweigerung der Akteneinsicht zu
subsumieren ist, durch Beschwerde in der Hauptsache eingebracht werden.
Mit Ausnahme der in Art. 46a Bst. a und b AsylG abschliessend aufgeführten
Fälle sind Zwischenverfügungen im Asylverfahren nicht selbständig
anfechtbar und ein «Prozess im Prozess» (Gygi, a.a.O., S. 141) im Sinne
der Zielsetzung des AVB, nämlich Beschleunigung des Verfahrens, gerade
nicht möglich. Die Expertenkommission (Botschaft, a.a.O.) stellt in diesem
Zusammenhang zudem fest, dass trotz dieser im Vergleich mit Art. 45 Abs. 2
VwVG im Asylverfahren auf zwei Ausnahmen beschränkten selbständigen
Anfechtbarkeit von Zwischenverfügungen auch verfassungsmässig geschützte
Rechte dennoch nicht zum Nachteil des betroffenen Asylbewerbers
tangiert werden. Denn stellt die Beschwerdeinstanz eine Verletzung

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verfassungsmässig garantierter Rechte fest und kann diese im Verfahren
vor der Rechtsmittelinstanz nicht geheilt werden, führt dies zur Kassation des
erstinstanzlichen Entscheids und Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung.

c. Da es sich bei der Zwischenverfügung über ein Akteneinsichtsgesuch
nicht um eine vorsorgliche Massnahme oder das Verfahren sistierende
Verfügung handelt, ergibt sich aus dem Gesagten, dass die angefochtene
Zwischenverfügung vom 12. Juli 1993 nur durch Beschwerde gegen die
Endverfügung angefochten werden kann. Auf die einzig gegen diese
Zwischenverfügung erhobene Beschwerde ist somit nicht einzutreten.

[30] Entscheid der Präsidentenkonferenz über eine Rechtsfrage von
grundsätzlicher Bedeutung, gemäss Art. 12 Abs. 2 Bst. a der Verordnung vom
18. Dezember 1991 über die Schweizerische Asylrekurskommission (VOARK,
SR 142.317).
[31] Décision de la Conférence des présidents sur une question juridique
de principe, selon l’art. 12 al. 2 let. a de l’Ordonnance du 18 décembre 1991
concernant la Commission suisse de recours en matière d’asile (OCRA, RS
142.317).
[32] Decisione della Conferenza dei presidenti su una questione giuridica
di principio, conformemente all’art. 12 cpv. 2 lett. a dell’Ordinanza del
18 dicembre 1991 concernente la Commissione svizzera di ricorso in materia
d’asilo (OCRA, RS 142.317).

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 58.61 - Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission

vom 6. September 1993

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1994
Année

Anno

Band 58
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Ref. No 150 002 225

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 6. September 1993