# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b0189dd-bbc3-5d8b-870f-bf9f275525af
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 01.09.2021 RR.2020.297
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2020-297_2021-09-01.pdf

## Full Text

Entscheid vom 1. September 2021 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

 

   
 

Parteien 

  

A. AG, vertreten durch Rechtsanwalt Lucien W. Val-

loni,  

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Lettland  

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2020.297 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Das Amt für Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität des Hauptkriminalam-

tes der Staatspolizei des Innenministeriums der Republik Lettland führt ge-

gen Unbekannt eine Strafuntersuchung wegen Geldwäscherei. Bei der Vor-

tat handle es sich um ein in der Ukraine begangenes Delikt («Unterschla-

gung staatlicher Finanzmittel»). Dabei seien mutmasslich deliktisch erlang-

ten Gelder über verschiedene ausländische Gesellschaften in den Kauf 

eines lettischen Unternehmens namens B. Limited und in ein Casino-Projekt 

dieses Unternehmens investiert worden. 

 

 In diesem Zusammenhang sind die lettischen Behörden mit Rechtshilfeersu-

chen vom 15. Januar 2020 und mit Ergänzung vom 10. Juni 2020 an die 

Schweiz gelangt und haben um Bankedition unter anderem betreffend ein 

auf die A. AG lautendes Konto Nr. 1 bei der Bank C. ersucht (Verfahrensak-

ten Register 1, nicht paginiert = act. 1.3 und 1.4). 

 

 

B. Mit Verfügung vom 10. Juli 2020 trat die Bundesanwaltschaft auf das Rechts-

hilfeersuchen ein, gelangte gleichentags an die Bank C. und forderte diese 

um Herausgabe von Bankunterlagen betreffend die Geschäftsbeziehung 

Konto Nr. 1, lautend auf die A. AG, auf (Verfahrensakten Register 2 und 5, 

nicht paginiert). 

 

 

C. Die edierten Unterlagen gingen am 3. August 2020 bei der Bundesanwalt-

schaft ein (Verfahrensakten Register 5, nicht paginiert). 

 

 

D. Am 20. August 2020 stellte die Bundesanwaltschaft die erhobenen und zur 

Herausgabe vorgesehenen Kontounterlagen der A. AG zur Einsicht zu (Ver-

fahrensakten Register 15, nicht paginiert). 

 

 

E. Mit Eingabe vom 14. September 2020 nahm die A. AG zum Rechthilfeersu-

chen Stellung und teilte mit, dass sie einer vereinfachten Ausführung im 

Sinne von Art. 80c IRSG nicht zustimme (act. 1.6). 

 

 

F. Am 25. September 2020 verfügte die Bundesanwaltschaft die Herausgabe 

der erhobenen Bankunterlagen der Geschäftsbeziehung Nr. 1, lautend auf 

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die A. AG, an Lettland (Verfahrensakten Register 16, nicht paginiert = 

act. 1.2). 

 

 

G. Dagegen erhob die A. AG mit Eingabe vom 28. Oktober 2020 bei der Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde. Sie stellt folgende 

Anträge (act. 1 S. 2): 

 

 «1. Die Dispositiv-Ziffer 1 der angefochtenen Schlussverfügung sei aufzuheben 

und das Rechtshilfeersuchen des Amts für Bekämpfung von Wirtschaftskrimi-

nalität des Hauptkriminalamtes der Staatspolizei des Innenministeriums der Re-

publik Lettland vom 15. Januar 2020 und dessen Ergänzung vom 10. Juni 2020 

seien abzuweisen. 

 

  2. Die Dispositiv-Ziffer 1 der angefochtenen Schlussverfügung sei aufzuheben 

und es seien die edierten Bankunterlagen betreffend das Konto Nr. 1 bei der 

Bank C. der Beschwerdeführerin herauszugeben.  

 

  3. Eventualiter seien Dispositiv-Ziffer 1 und 2 aufzuheben und der ersuchenden 

Behörde lediglich die Bankunterlagen zu denjenigen Transaktionen zu übermit-

teln, welche die Geldzuflüsse auf dem Konto Nr. 1 der Beschwerdeführerin bei 

der Bank C. von der D. SA sowie die Geldabflüsse an die E. Limited betreffen 

und das Rechtshilfeersuchen des Amts für Bekämpfung von Wirtschaftskrimi-

nalität des Hauptkriminalamtes der Staatspolizei des Innenministeriums der Re-

publik Lettland vom 15. Januar 2020 und dessen Ergänzung vom 10. Juni 2020 

im Übrigen abzuweisen.  

 

  4. Subeventualiter sei die angefochtene Schlussverfügung aufzuheben und es sei 

die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. 

 

  5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.» 

 

 

H. Die Bundesanwaltschaft verzichtet mit Eingabe vom 18. November 2020 auf 

das Einreichen einer Beschwerdeantwort (act. 6). Das Bundesamt für Justiz 

(nachfolgend «BJ») beantragt mit Eingabe vom 26. November 2020 die kos-

tenfällige Abweisung der Beschwerde und verzichtet im Übrigen auf das Ein-

reichen einer Beschwerdeantwort (act. 8). Die Eingaben der Bundesanwalt-

schaft und des BJ werden der A. AG am 27. November 2020 zur Kenntnis 

gebracht (act. 9).  

 

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Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Lettland und der Schweiz sind in erster Linie 

das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 

20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1) sowie das Zweite Zusatzprotokoll vom 

8. November 2001 zum Europäischen Übereinkommen über die Rechtshilfe 

in Strafsachen (SR 0.351.12; Zweites Zusatzprotokoll) anwendbar. Zur An-

wendung kommen vorliegend auch das Übereinkommen vom 8. Novem-

ber 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einzie-

hung von Erträgen aus Straftaten (Geldwäschereiübereinkommen, GwUe; 

SR 0.311.53) sowie die Art. 43 ff. des Übereinkommens vom 31. Okto-

ber 2003 der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC; SR 0.311.56), 

in Verbindung mit Art. 14 und Art. 23 UNCAC betreffend die Geldwäscherei 

im Allgemeinen. Überdies gelangen die Bestimmungen der Art. 48 ff. des 

Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkom-

mens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungs-

übereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19-62) zur 

Anwendung, wobei die zwischen den Vertragsparteien geltenden weiterge-

henden Bestimmungen aufgrund bilateraler Abkommen unberührt bleiben 

(Art. 48 Abs. 2 SDÜ; Art. 26 Abs. 2 und 3 EUeR; ZIMMERMANN, La coopéra-

tion judiciaire internationale en matière pénale, 5. Aufl. 2019, N. 18-21, 28-

40, 77, 109).  

 

 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch 

stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere An-

forderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 

250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, 

a.a.O., N. 229), sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internatio-

nale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Ver-

ordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 

IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; 136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch 

Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 

139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; ZIMMER-

MANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 681 ff.).  

 

- 5 - 

 

 

2.2  Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem anwendbar die Be-

stimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-

waltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; 

Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundegesetzes vom 

19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Straf-

behördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.1]).  

 

 

3. 

3.1 Die Verfügung der ausführenden Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfe-

verfahren abgeschlossen wird, unterliegt zusammen mit den vorangehenden 

Zwischenverfügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist 

beträgt 30 Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer 

persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h 

lit. b IRSG). Als persönlich und direkt betroffen im Sinne des Art. 80h lit. b 

IRSG gelten namentlich der Kontoinhaber bei der Erhebung von Kontoinfor-

mationen (Art. 9a lit. a IRSV). 

 

3.2 Die Beschwerdeführerin ist Inhaberin des Kontos Nr. 1 bei der Bank C. und 

diesbezüglich gegen die rechtshilfeweise Herausgabe der betreffenden Kon-

tounterlagen beschwerdelegitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formge-

recht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten. 

 

 

4. 

4.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsprin-

zips. Ihrer Ansicht nach ergebe sich aus dem Rechtshilfeersuchen keinerlei 

Bezug der Beschwerdeführerin zum in Lettland untersuchten Sachverhalt 

(act. 1 S. 12 ff.). 

 

4.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (statt vieler vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2011.193 vom 9. Juli 2012 E. 8.2). Die internationale Zusammenarbeit 

kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolg-

ten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet 

sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vor-

wand für eine unzulässige Beweisausforschung («fishing expedition») er-

scheint (BGE 142 II 161 E. 2.1.2; 139 II 404 E. 7.2.2; 136 IV 82 E. 4.1). Ob 

die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig 

oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung grundsätzlich dem 

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Ermessen der Behörden dieses Staates anheimgestellt ist. Der ersuchte 

Staat ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu 

übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachver-

halt beziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für 

das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. po-

tentielle Erheblichkeit; BGE 128 II 407 E. 6.3.1; 122 II 367 E. 2c; TPF 2009 

161 E. 5.1 S. 163 m.w.H.). Hierbei ist auch zu beachten, dass für das aus-

ländische Strafverfahren nicht nur belastende, sondern auch entlastende Be-

weismittel von Bedeutung sein können, um einen bestehenden Verdacht al-

lenfalls zu widerlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 m.w.H.). Dabei darf die ersuchte 

Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen gestelltes Begehren 

nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 85 f.). Die 

Rechtsprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern präzisiert, als das 

Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der angestrebten Rechts-

hilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Voraussetzungen für die Ge-

währung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann eine andernfalls 

notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermieden werden (BGE 

136 IV 82 E. 4.1 S. 86; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 161 E. 5.1 S. 164). 

Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geld-

mittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben worden sind, so sind 

die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktio-

nen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt worden 

sind, welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3 

S. 468; TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.).  

 

4.3 Aus den für den Rechtshilferichter verbindlichen Ausführungen im Ersuchen 

ist zu entnehmen, dass die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden im Zu-

sammenhang mit dem Verkauf von zwei Bohrplattformen der staatlichen Ak-

tiengesellschaft F. in der Ukraine eine Strafuntersuchung wegen «Unter-

schlagung staatlicher Finanzmittel» führten und es im Rahmen dieser Unter-

suchung bereits zu Schuldsprüchen wegen «Unterschlagung von ukraini-

schen staatlichen Finanzmitteln im Rahmen einer kriminellen Vereinigung» 

gekommen sei. G. habe unter Verwendung seines lettischen Unternehmens 

AS H. an dieser Unterschlagung teilgenommen. Die mutmasslich inkriminier-

ten Gelder seien insbesondere auf Konten der I. LLP, der AS H., der SIA J. 

und der E. Limited (mit Sitz in Zypern) gelangt. Die bei der E. Limited einge-

gangenen Vermögenswerte seien in der Folge über die von G. beherrschten 

Unternehmen SIA J. und SIA K. in den Kauf des lettischen Unternehmens 

B. Limited und in ein Casino-Projekt investiert worden. Zwischen dem 

21. Mai 2014 bis 21. Dezember 2016 sollen GBP 12 Mio. von der A. AG und 

zwischen dem 15. Juli 2014 bis 17. Dezember 2014 von der D. SA auf das 

Konto der E. Limited eingegangen sein.  

- 7 - 

 

 

 

4.4 Die lettischen Behörden verfügen über konkrete Hinweise, dass auf ein auf 

die Beschwerdeführerin lautendes Konto bei der Bank C. möglicherweise 

Gelder aus dem G. vorgeworfenen Delikt in der Ukraine geflossen sind. Die 

Schlussverfügung bezieht sich dabei exakt auf dieses Konto der Beschwer-

deführerin bei der Bank C., weshalb die Unterlagen, deren Herausgabe da-

mit verfügt werden, für das ausländische Verfahren als potentiell erheblich 

einzustufen sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch gestützt auf die 

Bankunterlagen feststellen können, dass das Konto Nr. 1 am 20. Ja-

nuar 2014 von G. eröffnet wurde und mit einem Darlehen in der Höhe von 

GBP 20 Mio. finanziert werden sollte. Der entsprechende Darlehensbetrag 

sei am 16. Mai 2014 von der D. SA mit dem Vermerk «Loan Agreement DD 

16th May 2014» auf das Konto eingegangen. Das EUR-Konto sei am 

19. Mai 2014 mit einer Zahlung von der K. Ltd. im Umfang von 

EUR 1'500'028.19 eröffnet worden. In der Folge seien vom betreffenden 

Konto der Beschwerdeführerin in der Zeit vom 20. Mai 2014 bis 16. Dezem-

ber 2016 GBP 12 Mio. an die E. Limited überwiesen worden. Ein sachlicher 

Konnex zwischen dem zu untersuchenden Sachverhalt und dem Konto der 

Beschwerdeführerin ist daher ohne Weiteres gegeben. Von einer «fishing 

expedition» kann keine Rede sein. Es entspricht – wie bereits ausgeführt – 

sodann der Rechtsprechung, dass die Behörden des ersuchenden Staates 

grundsätzlich alle sichergestellten Aktenstücke zu übermitteln haben, welche 

sich auf den im Ersuchen dargelegten Verdacht beziehen können. Dies ge-

rade dann, wenn das Rechtshilfeersuchen, wie vorliegend, auf die Ermittlung 

abzielt, auf welchem Weg Geldmittel mutmasslich strafbarer Herkunft ver-

schoben wurden. Ob die Transaktionen tatsächlich deliktischer Herkunft sind 

– was von der Beschwerdeführerin bestritten wird –, ist nicht vom Rechtshil-

ferichter zu prüfen. Diese Frage wird Gegenstand im lettischen Strafverfah-

ren sein. Im Übrigen sind die Überweisungen auch als potentiell relevant zu 

bezeichnen, um darauf Rückschlüsse be- aber auch entlastender Natur über 

das den beschuldigten Personen angelastete Verhalten zu ziehen. Schliess-

lich ist darauf hinzuweisen, dass es nicht erforderlich ist, wonach dem der 

Rechtshilfemassnahme Betroffenen im ausländischen Strafverfahren selbst 

ein strafbares Verhalten zur Last gelegt wird. Es genügt, wenn zwischen den 

von der Rechtshilfe betroffenen Unterlagen und dem Gegenstand der Straf-

untersuchung ein ausreichender Sachzusammenhang besteht (Urteil des 

Bundesgerichts 1A.245/2006 vom 26. Januar 2007 E. 3; Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2007.29 vom 30. Mai 2007 E. 3). Dies ist, wie eben dar-

gelegt, vorliegend zu bejahen. Eine Verletzung des Verhältnismässigkeits-

prinzips ist nicht auszumachen.  

 

 

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5. Andere Rechtshilfehindernisse werden nicht genannt und sind auch nicht er-

sichtlich. Der Herausgabe der vorgenannten Unterlagen steht somit nichts 

entgegen. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.  

 

 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 5'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG so-

wie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a BStKR), unter Anrechnung des geleisteten Kos-

tenvorschusses in derselben Höhe. 

 

 

 

  

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

Bellinzona, 1. September 2021 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Lucien W. Valloni 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde einge-
reicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der 
Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 
schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 
BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massge-
bend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die 
auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Be-
schwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Ge-
genständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbe-
reich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein 
besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass 
elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere 
Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).