# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7fce2a99-5dc0-546c-96fd-273261dd9914
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-14
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Fürsorgerechtliche Kammer 14.10.2022 F 2022 35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_003_F-2022-35_2022-10-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

FÜRSORGERECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Diana Oswald, Vorsitz 
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Ersatzrichter lic. iur. Roger Grünvogel
Gerichtsschreiberin: MLaw Jeannine Suter

U R T E I L  vom 14. Oktober 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Dr. med. B.________
Klinik C.________

Verfahrensbeteiligte

betreffend

Fürsorgerische Unterbringung

F 2022 35

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Urteil F 2022 35

A. A.________, geb. am _______ 1980, wurde am 8. Oktober 2022 von 
Notfallpsychiater Dr. med. B.________, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, Zug, mit 
fürsorgerischer Unterbringung (FU) in die Klinik C.________ eingewiesen. 

B. Hiergegen beschwerte er sich mit Schreiben vom Samstag, 8. Oktober 2022, 
eingegangen auf der Kanzlei des Verwaltungsgerichts am Dienstag, 11. Oktober 2022. 

C. Am 14. Oktober 2022 wurde A.________ von der fürsorgerechtlichen Kammer des 
Verwaltungsgerichts in den Räumlichkeiten der Klinik C.________ angehört. An der 
Verhandlung nahmen seitens der Klinik Prof. Dr. med. D.________, Chefarzt, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, sowie die behandelnden Ärzte Dr. med. E.________, 
Oberarzt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und F.________, Assistenzarzt, 
teil. Als gerichtlicher Gutachter wirkte Dr. med. G.________, Facharzt FMH Psychiatrie 
und Psychotherapie, Zürich, mit, der sein Gutachten im Anschluss an die Anhörung 
mündlich erstattete. Die Verhandlung wurde anschliessend zur Beratung unterbrochen 
und der Urteilsspruch danach mündlich eröffnet.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Gegen eine ärztlich angeordnete Unterbringung kann die betroffene oder eine ihr 
nahestehende Person innert zehn Tagen seit Mitteilung des Entscheids schriftlich das Ge-
richt anrufen (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 und Abs. 2 ZGB). Zuständiges Gericht für die 
Beurteilung von Beschwerden in den Fällen von Art. 439 ZGB ist gemäss § 58 Abs. 1 lit. b 
des Gesetzes betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches für den 
Kanton Zug (EG ZGB; BGS 211.1) das Verwaltungsgericht. Der Beschwerdeführer ist in 
der Stadt Zug von einem hier praktizierenden Arzt eingewiesen worden, so dass die 
örtliche und sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug gegeben 
(BGE 146 III 377) und die den minimalen formellen Anforderungen genügende 
Beschwerde (Art. 439 Abs. 3 i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB) zu prüfen ist.

2.
2.1 Eine Person, die an einer psychischen Störung oder an geistiger Behinderung lei-
det oder schwer verwahrlost ist, darf in einer geeigneten Einrichtung untergebracht wer-

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Urteil F 2022 35

den, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann (Art. 426 
Abs. 1 ZGB). Die Belastung und der Schutz von Angehörigen und Dritten sind mit zu 
berücksichtigen (Art. 426 Abs. 2 ZGB; Geiser/Etzensberger, Basler Kommentar 
Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl. 2018, Art. 426 N 22 ff.), wobei eine Fremdgefährlichkeit allein 
nicht ausreicht (vgl. BGE 145 III 441 E. 8.4). Die betroffene Person wird entlassen, sobald 
die Voraussetzungen für ihre Unterbringung nicht mehr erfüllt sind; über die Entlassung 
entscheidet die Einrichtung (Art. 426 Abs. 3 und Art. 429 Abs. 3 ZGB). Die ärztliche 
Unterbringung fällt spätestens nach sechs Wochen dahin, sofern nicht ein vollstreckbarer 
Unterbringungsentscheid der Erwachsenenschutzbehörde vorliegt (Art. 429 Abs. 2 ZGB 
i.V.m. § 51 Abs. 3 und 53 Abs. 1 EG ZGB). Hat die betroffene Person gegen eine 
fürsorgerische Unterbringung Beschwerde erhoben, hört sie die gerichtliche Be-
schwerdeinstanz in der Regel als Kollegium an (Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB) und ent-
scheidet innert fünf Arbeitstagen seit Eingang der Beschwerde (Art. 450e Abs. 5 ZGB). Bei 
psychischen Störungen muss gestützt auf das Gutachten einer sachverständigen Person 
entschieden werden (Art. 450e Abs. 3 ZGB). 

2.2 Das Gesetz nennt als Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbringung das 
Vorliegen eines Schwächezustandes, der eine Behandlung oder Betreuung notwendig 
macht, die nicht anders als durch den Entzug der Freiheit erbracht werden kann (vgl. auch 
Geiser/Etzensberger, a.a.O., Art. 426 N 8). Zu ermitteln ist auf tatsächlicher Ebene 
zunächst, ob ein Schwächezustand vorliegt und ob bzw. inwiefern deshalb ein 
Fürsorgebedarf hinsichtlich Behandlung und/oder Betreuung besteht. Letzteres ist 
aufgrund der konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person 
bzw. von Dritten, die besteht, wenn die Behandlung der psychischen Störung bzw. die 
Betreuung unterbleibt, zu beurteilen. Anhand dieser tatsächlichen Angaben ist in 
rechtlicher Hinsicht zu beurteilen, ob und wenn ja warum eine Behandlung einer 
festgestellten geistigen Störung bzw. eine Betreuung "nötig" ist (vgl. BGer 5A_254/2013 
vom 17. April 2013 E. 2.2). Dabei ist die Verhältnismässigkeit zu prüfen. Die 
fürsorgerische Unterbringung muss erforderlich, geeignet und verhältnismässig im 
engeren Sinne sein. Der Schwächezustand allein vermag eine FU nie zu rechtfertigen, 
sondern immer nur zusammen mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. 
Die Unterbringung muss für den angestrebten Zweck tauglich sein. Die Zulässigkeit der 
fürsorgerischen Unterbringung lässt sich deshalb immer nur mit Bezug auf die Einweisung 
in eine bestimmte Einrichtung beurteilen (Geiser/Etzensberger, a.a.O., Art. 426 N 7). Im 
Auge zu behalten ist bei der Überprüfung der Geeignetheit der Massnahme das Ziel der 
fürsorgerischen Unterbringung, das grundsätzlich darin besteht, die betroffene Person in 

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die Selbständigkeit zu führen, ihre Eigenverantwortung zu stärken und ihr ein 
menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen. Lässt sich der Schwächezustand beseitigen 
oder mindestens abschwächen, ist mit der fürsorgerischen Unterbringung dafür zu sorgen, 
dass die betroffene Person wieder aus der Einrichtung entlassen werden und ihr Leben 
nach ihren eigenen Vorstellungen, Neigungen und Fähigkeiten selber gestalten und 
organisieren kann (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., vor Art. 426-439 N 14). Die 
freiheitsbeschränkende Unterbringung ist schliesslich selbst bei Vorliegen der genannten 
Voraussetzungen nur gesetzeskonform, wenn der Zweck nicht mit einer milderen 
Massnahme erreicht werden kann. Die Vor- und Nachteile, welche eine FU der 
betroffenen Person bringt, sind gegeneinander abzuwägen. 

3. Zunächst ist zu prüfen, ob ein Schwächezustand im Sinne von Art. 426 Abs. 1 
ZGB vorliegt. 

3.1 Die Klinikeinweisung erfolgte, nachdem der Beschwerdeführer am Morgen des 
8. Oktober 2022 maskiert und bewaffnet mit einem "Gipfeli" die Postfiliale Zug Laubenhof 
aufgesucht hatte, dort den Eindruck eines Überfalls erweckte und anwesende Personen 
erschreckte, bevor er schliesslich von seinem Konto Fr. 22'000.– abhob. Gemäss seiner 
Aussage in der Anhörung vom 14. Oktober 2022 handelte es sich dabei um den grössten 
Teil seiner flüssigen Ersparnisse, wobei er ca. Fr. 2'500.– für die laufenden Kosten auf 
dem Konto belassen habe. Von der Polizei wurde der Beschwerdeführer hernach in 
verwirrtem Zustand in einer nahegelegenen Pianobar angetroffen. In der Anhörung vom 
14. Oktober 2022 gab A.________ an, er habe in dieser Bar ein Halloween-Video gedreht 
für Instagram; auf der Post habe er ausdrücklich gesagt, dass es sich nicht um einen 
Überfall handle. Er könne indes verstehen, dass dies von den umstehenden Personen 
anders aufgefasst worden sei. Er habe sicher eine Grenze überschritten; dass das Tragen 
einer Vollmaske verboten sei, sei ihm nicht bewusst gewesen, zumal er die fragliche 
Halloweenmaske im Geschäft ohne Weiteres habe erwerben können. Das "Gipfeli" habe 
er von einem Kollegen erhalten. Weiter habe er die Maske zum Bezug seines Guthabens 
auf Geheiss des Schalterpersonals sowie des Filialleiters vorübergehend abgelegt. Der 
behandelnde Oberarzt ergänzte, dass der Beschwerdeführer bereits am Vortag auffällig 
geworden sei; gemäss den Akten bestand am Abend des 7. Oktober 2022 denn auch ein 
(telefonischer) Kontakt mit dem ambulant behandelnden Psychiater Dr. med. H.________. 

3.2 Gemäss übereinstimmenden Berichten des Notfallpsychiaters sowie der Klinik 
(Psychostatus bei Eintritt) zeigte sich A.________ am 8. Oktober 2022 manisch-gereizt, 

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stark angetrieben, umtriebig, bedrohlich und aggressiv, bei fehlender Behandlungs- und 
Krankheitseinsicht. Nach übereinstimmender Auffassung des behandelnden Oberarztes 
und des psychiatrischen Gutachters leidet der Beschwerdeführer an einer bipolaren 
Störung. Gestützt auf die Akten sowie die ärztlichen bzw. gutachterlichen Ausführungen 
erachtet es das Gericht als erwiesen, dass der Beschwerdeführer an einer schweren 
psychischen Störung (bipolare affektive Störung, ICD-10 F31) leidet. In der Anhörung 
selber war die für eine manische Episode typische, deutliche Angetriebenheit mit teils 
grössenwahnhaften Ideen erkennbar, worauf auch der Gutachter an geeigneter Stelle hin-
wies (etwa: Erklärung des Beschwerdeführers, er sei eine Weiterentwicklung vom 
Menschen hin zu einer höheren Lebensform). Gleichzeitig hielt der Gutachter aber auch 
fest, dass eine Diagnose allein aufgrund des Verhaltens im Gutachtens- und 
Anhörungszeitpunkt schwerfalle, bei bereits deutlich reduzierter Ausprägung der Manie. Im 
Ergebnis bleibt indes mit dem grundsätzlichen Vorliegen eines Schwächezustands die 
erste Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbringung in einer Einrichtung erfüllt. 

4. Zu prüfen ist im Weiteren, ob die beim Beschwerdeführer bestehende psychische 
Störung eine Behandlung und/oder eine Betreuung im Beurteilungszeitpunkt (noch) nötig 
macht, was unter anderem anhand des Selbst- und/oder Fremdgefährdungspotentials zu 
diesem Zeitpunkt zu beurteilen ist (wobei ein Fremdgefährlichkeitspotenzial allein für eine 
fürsorgerische Unterbringung oder Rückbehaltung nicht ausreicht, vgl. oben E. 2.1). 

4.1 Bei der Beurteilung der Selbstgefährdung stellt sich einerseits die Frage nach 
einer allfälligen Suizidgefahr. Andererseits ist auch danach zu fragen, ob die Gesundheits-
schädigung bedrohliche Ausmasse annimmt, ob Anzeichen für ein Fortschreiten der Er-
krankung bestehen, ob die betroffene Person daran ist, in ihrer Lebensgestaltung, ihrem 
Verhalten in ihrer Umgebung, ihrer persönlichen Hygiene und ihrer Gesamtverfassung in 
einen Zustand von Selbstdestruktion zu geraten, der der Menschenwürde nicht mehr ent-
spricht (vgl. bereits zum alten Recht R. Furger, Unterbringung Jugendlicher und 
Erwachsener im Sinne der FFE aus psychiatrischer Sicht, ZVW 38, 41 ff.).

Hinweise auf Suizidalität lassen sich weder den Akten entnehmen noch vermochten der 
behandelnde Oberarzt oder der Gutachter solche konkret zu benennen. Dass dem 
Krankheitsbild statistisch gesehen durchaus eine erhöhte Suizidrate innewohnt (vgl. etwa 
Klaus Lieb, Bipolare Störungen, in: Lieb/Frauenknecht [Hrsg.], Intensivkurs Psychiatrie 
und Psychotherapie, 9. Aufl. 2019, S. 223), reicht nicht aus. Akut und konkret ist hingegen 
absehbar, dass der Beschwerdeführer im Falle der Entlassung aus der Klinik seine 

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Ersparnisse behändigt und sich ins Ausland begibt. Indes vermochte er an seiner 
Anhörung glaubhaft darzulegen, dass er eine Auswanderung bereits seit acht Wochen 
plane, wobei er konkrete Vorstellungen hat und kognitiv offensichtlich in der Lage ist, 
Hindernisse rational wahrzunehmen und anzugehen, wenngleich eine gewisse Gereiztheit 
und verbale Aggression klar spürbar wurde, sobald die Referentin in seiner Befragung 
vom 14. Oktober 2022 Zweifel äusserte an der Durchführbarkeit seiner Pläne. Dass sich 
der Patient im Beurteilungszeitpunkt bereits wieder viel "geordneter" präsentiere, nachdem 
er sich von der Einnahme des Stimmungsstabilisators Valproat habe überzeugen lassen, 
bestätigte denn auch der behandelnde Oberarzt. Der Beschwerdeführer zeigte sich 
insbesondere über seine finanziellen Angelegenheiten grundsätzlich orientiert und es ist 
nicht absehbar, dass er Dispositionen treffen könnte, die ihn finanziell nachgerade 
ruinieren würden. Dies gilt umso mehr, als er bereits beim Abheben seiner Ersparnisse auf 
der Post am 8. Oktober 2022 nach eigener Aussage einen Restbetrag von ca. Fr. 2'500.– 
auf dem Konto belassen hat für laufende Kosten und sein weiterer Lebensunterhalt vorerst 
durch Lohnfortzahlungen des Arbeitgebers sowie allenfalls Zahlungen der 
Krankentaggeldversicherung gesichert erscheint, wie er in seiner Anhörung vom 
14. Oktober 2022 darlegte. Zu bejahen ist eine Selbstgefährdung im weiteren Sinne 
allenfalls mit Verweis auf das Risiko des kognitiven Abbaus mit jeder erneuten manischen 
Phase, sowie das Risiko, dass sich der Beschwerdeführer soziale und strafrechtliche 
Probleme schafft durch seine Rücksichtslosigkeit hinsichtlich der Befindlichkeiten seiner 
Mitmenschen, und diese etwa unnötig schreckt. Diese Risiken erscheinen indes im 
Urteilszeitpunkt bereits wieder erheblich reduziert. Das Risiko, dass es erneut zu Vorfällen 
wie am 8. Oktober 2022 kommt oder der Beschwerdeführer ausserhalb der Klinik aufgrund 
seines Verhaltens akut und unmittelbar schwerwiegende Konsequenzen in medizinischer 
oder sozialer Hinsicht zu erwarten hätte, erachtete der psychiatrische Gutachter als im 
Gutachtenszeitpunkt nur noch als sehr gering, selbst bei Auftreten von Konfliktsituationen. 
Das ist insofern nachvollziehbar, als der Beschwerdeführer sich nicht zuletzt in der akuten 
Belastungssituation der Befragung durch das Gericht im Wesentlichen beherrschte, 
wenngleich ihm dies zeitweise sichtlich schwerfiel und er dazu u.a. Meditationstechniken 
anzuwenden schien. 

4.2 Bei der Beurteilung der Fremdgefährdung geht es nicht nur um die Gefahr für Leib 
und Leben von Drittpersonen, sondern ebenso sehr auch um elementare Gefährdungen 
des Wohlbefindens und der seelischen Gesundheit anderer. Neben der eigentlichen 
Fremdgefährdung ist auch die Drittgefährdung im Sinne der Belastung der Umgebung 

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durch den Betroffenen mit zu berücksichtigen, die indes für sich allein nicht für eine 
Einweisung oder eine Rückbehaltung ausreicht (vgl. vorstehend E. 2.1). 

Vorliegend sind mehrere fremdgefährdende Vorfälle im Klinikrahmen aktenkundig. So hat 
der Beschwerdeführer mehrfach Personal der Klinik verbal bedroht und auch 
Mitarbeiterinnen der Pflege angegriffen mit dem Ziel, aus der Isolation zu entweichen. 
Infolgedessen wurde er jeweils medikamentös beruhigt und über längere Zeit (mehrere 
Tage) physisch fixiert. Ausserhalb der Belastungssituation des unfreiwilligen 
Klinikaufenthalts mit Isolation und über längere Zeit auch Fixierung am Bett sind indes 
tätliche Angriffe gegen Drittpersonen nicht aktenkundig und gemäss gerichtlichem 
Gutachter auch nicht zu erwarten. Auch der behandelnde Oberarzt äusserte lediglich die 
Auffassung, dass Bedrohungen für Drittpersonen nicht auszuschliessen seien, benannte 
aber keine konkreten Anhaltspunkte, die künftig – auch ausserhalb des artifiziellen 
Klinikrahmens – ein (erheblich) fremdgefährdendes Verhalten erwarten lassen würden. Im 
Rahmen der aktuellen manischen Episode zeigte der Beschwerdeführer vor seiner 
Anhaltung durch die Polizei in der Öffentlichkeit gegenüber Drittpersonen zwar ein 
aggressives und bedrohliches Verhalten, das auch zum Aufgebot der Polizei geführt hat. 
Zugute zu halten ist ihm in diesem Zusammenhang immerhin, dass er mittlerweile eine 
begrenzte Einsicht darin kundtut, dass solches Verhalten nicht tolerierbar ist. Dass er 
sowohl für den Vorfall auf der Post als auch für seinen tätlichen Angriff auf Pflegepersonal 
in der Klinik gegebenenfalls noch strafrechtliche Konsequenzen zu gewärtigen hat, scheint 
er zu verstehen und akzeptieren zu können. Zwar ist nicht auszuschliessen, dass es sich 
dabei um eine bewusst manipulative Präsentation handelt. Darauf kommt es jedoch 
insofern nicht an, als ein Fürsorgebedarf bereits dann zu verneinen ist, wenn der 
Beschwerdeführer vernunftgemäss erkennen kann, wie er sich sozialadäquat zu verhalten 
hat und auch gewillt ist, dies zu tun, egal ob er davon intrinsisch tatsächlich überzeugt ist 
oder lediglich extrinsisch motiviert (z.B. durch den Wunsch, nicht mehr negativ aufzufallen 
und erneut in eine Klinik eingewiesen zu werden). Jedenfalls ist nicht davon auszugehen, 
bei Entlassung des Beschwerdeführers bestehe wegen seines Zustands ein bedeutendes 
Risiko, dass er Dritten einen erheblichen Schaden zufügen könnte (vgl. BGE 145 III 441 E. 
8.4 mit Verweis auf Urteil des EGMR Nr. 1760/15 vom 30. April 2019 i.S. T.B. gegen 
Schweiz § 54). 

Bezüglich der Belastung für das familiäre Umfeld des Beschwerdeführers führte dieser in 
der Anhörung vom 14. Oktober 2022 aus, gemäss seiner Patientenverfügung habe die Ex-
Ehefrau und Mutter seiner Kinder (Jahrgänge 2009 und 2011) das Recht, den Kontakt mit 

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den Kindern zu verbieten, wenn dies nach Rücksprache mit dem ambulant behandelnden 
Psychiater angezeigt sei. Zur Verhinderung einer potenziellen Belastung seiner Kinder hat 
er mithin selber bereits geeignete Vorkehrungen getroffen. 

4.3 Zusammenfassend kann beim Beschwerdeführer lediglich (noch) ein mehr oder 
weniger diffuses, latentes Selbstgefährdungspotenzial festgehalten werden im Sinne einer 
Gefahr der erneuten Verschlechterung des Krankheitsbildes, falls er – entgegen seiner 
Beteuerungen anlässlich der Anhörung vom 14. Oktober 2022 – seine aktuelle Medikation 
ohne Rücksprache mit dem ambulant behandelnden Psychiater, zu dem offenbar ein 
langjähriges Vertrauensverhältnis besteht, absetzt. Ein nennenswertes 
Fremdgefährlichkeitspotenzial ist – ausserhalb des Klinikrahmens – aktuell zu verneinen. 
Anlässlich seiner Anhörung durch das Gericht präsentiere sich der Beschwerdeführer 
zumindest nach aussen wahrnehmbar grundsätzlich unauffällig und mehr oder weniger 
adäquat im Verhalten; ebensolches referierte der gerichtliche Gutachter aus seinem 
Begutachtungsgespräch. Er erschien zu vernunftgemässer Erkenntnis fähig und – 
zumindest aktuell, nach einer initialen Medikation – auch fähig, danach zu handeln (was 
offenbar im Zeitpunkt der Vorfälle vom 8. Oktober 2022 sowie zu Beginn der 
Hospitalisation zeitweise nicht der Fall war, gab doch der Beschwerdeführer selber im 
Zeitpunkt des Klinikeintritts an, sein Verhalten sei nicht von ihm selbst gesteuert). Ein 
Betreuungsbedarf ist mit Blick darauf aktuell nicht mehr auszumachen. Aus objektiver 
Sicht bedarf er hingegen – nach insoweit übereinstimmender Ansicht des behandelnden 
Oberarztes und des Gutachters – der medikamentösen Behandlung, um seinem 
vorübergehenden Schwächezustand wirksam zu begegnen und einer weiteren 
Verschlechterung seines Gesundheitszustands vorzubeugen. 

5. Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit. Eine fürsorgerische Unterbringung 
gegen den Willen des Betroffenen ist nur dann zulässig und verhältnismässig, wenn ihm 
die nötige persönliche Fürsorge nicht anderweitig erwiesen werden kann, beispielsweise 
durch eine ambulante Psychotherapie und/oder eine ambulante Abgabe von 
Medikamenten. Bei der Beurteilung dieser Frage sind die folgenden Kriterien in die Ent-
scheidung miteinzubeziehen: Krankheitseinsicht, Bereitschaft, in eine medizinische Be-
handlung einzuwilligen, soziale Begleitumstände (Wohnung, Arbeit, Beziehungsnetz) und 
die Folgen einer sofortigen Entlassung in medizinischer und sozialer Hinsicht. Ob die 
fürsorgerische Unterbringung aufrecht erhalten bleiben soll, beurteilt sich anhand der Lage 
im Zeitpunkt des jeweiligen Entscheides (vgl. etwa VGer ZG F 2013 60 vom 4. Dezember 
2013 E. 4, in: GVP 2013 1.1.9.2).

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5.1 Vorliegend ist die Krankheits- und Behandlungseinsicht des Beschwerdeführers 
nach nachvollziehbarer Darstellung des behandelnden Oberarztes im 
Beurteilungszeitpunkt noch ambivalent. Zwar nimmt er aktuell eine Medikation ein, jedoch 
lässt sich nicht genau vorhersagen, ob er dies im Falle einer Entlassung auch weiterhin 
tun wird. Auch in seiner Anhörung schwankte er in seinen Äusserungen wenig fassbar 
zwischen völliger Verneinung einer Krankheit und Akzeptanz der Erkrankung unter 
Verweis auf deren Behandlung in Zusammenarbeit mit dem ambulant behandelnden 
Psychiater mittels vorzugsweise alternativer Mittel (Meditation, Musikspiel, Yoga, etc.), 
aber auch bei Bedarf klassischer Medikation bei aufkommender Manie. Positiv zu werten 
ist das langjährige Behandlungsverhältnis mit dem behandelnden Psychiater Dr. med. 
H.________, der gemäss Aussage des Beschwerdeführers bereits im März und Juni 2022 
akute manische Dekompensationen aufzufangen vermochte und von dem er bei Bedarf 
auch durchaus Medikamente bezieht und einnimmt, so dass es nach einer Reihe von 
Hospitalisationen zwischen 2010 und 2014 seither lediglich zu zwei Hospitalisationen 
gekommen ist, nämlich im Februar 2020 sowie aktuell. 

5.2 Mit Blick auf das Gesagte ist das Gericht – mit dem gerichtlichen Gutachter – 
überzeugt, dass die aktuell akut notwendige Behandlung im gegenwärtigen Zeitpunkt auch 
durch den ambulant behandelnden Psychiater gewährleistet werden kann, zu dem der 
Beschwerdeführer denn auch grundsätzlich glaubhaft umgehend telefonischen Kontakt 
aufnehmen will. 

Hinsichtlich der auf längere Frist objektiv-medizinisch wohl wünschenswerten 
Phasenprophylaxe ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer diese offenbar auch 
ausserhalb seiner akuten manischen Episoden, mithin in grundsätzlich urteilsfähigem 
Zustand, ablehnt. Als Ausdruck seines Selbstbestimmungsrechts ist dies zu akzeptieren, 
auch wenn es sich aus rein medizinischer Sicht dabei möglicherweise nicht um die 
bestmögliche Entscheidung handelt. Das gilt umso mehr, als nach Ausführung des 
Gutachters zwar (auch) bei den bipolaren Erkrankungen manische Episoden in ca. zwei 
Drittel der Fälle mit einem kognitiven Abbau einhergehen, dieser aber immerhin nicht so 
gravierend ausfällt wie etwa bei Erkrankungen des schizophrenen Formkreises und sich 
konkret beim Beschwerdeführer offenbar trotz seit ca. 12 Jahren bestehender Krankheit 
bisher (noch) nicht ohne Weiteres erkennbar manifestiert hat, vermochte er doch immerhin 
bis vor kurzer Zeit einer sehr anspruchsvollen Tätigkeit als Projektleiter/Programmierer 
nachzugehen. Angesichts dessen lässt sich ein erzwungener Aufenthalt in der Klinik auch 

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nicht mit dem Zweck der Einstellung einer medikamentösen Phasenprophylaxe als 
notwendig begründen. Dies erhellt auch daraus, dass der Beschwerdeführer selbst bei 
einem Aufenthalt von bis zu sechs Wochen in der Klinik die Phasenprophylaxe 
zweifelsohne bei Austritt absetzen würde, mithin der gewünschte Zweck einer langfristigen 
Stabilisierung und Verhinderung weiterer manischer Episoden selbst mit erzwungenem 
Klinikaufenthalt sowie Medikamentengabe gerade nicht erreicht werden könnte. Wie der 
Gutachter nämlich auf Nachfrage hin ausführte, ist mit einer solchen Phasenprophylaxe 
über die kurze Dauer einiger Wochen jedenfalls kein nachhaltiger Effekt zu erzielen, 
sondern es bedürfte hierzu einer dauerhaften Medikation. Folgerichtig erachtet er denn 
auch – mit Blick auf das hier einzig realistische Ziel der unmittelbaren Stabilisierung – eine 
weitere stationäre Behandlung zwar als höchst wünschenswert, aber nicht zwingend 
erforderlich. 

5.3 Zusammenfassend erfordert die zur Abwendung der aktuell noch bestehenden, 
potenziellen Selbstgefährdung noch gebotene Behandlung im Beurteilungszeitpunkt nicht 
mehr die Hospitalisation des Beschwerdeführers, die mithin als nicht (mehr) 
verhältnismässig erscheint. Die Beschwerde ist insoweit gutzuheissen.

6. Das Gerichtsverfahren ist gemäss § 57 Abs. 2 EG ZGB im Bereich der 
fürsorgerischen Unterbringung kostenlos. Der obsiegende, nicht anwaltlich vertretene 
Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da ihm für seine 
Rechtswahrung keine aussergewöhnlichen Aufwände entstanden sind. 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als die fürsorgerische Unterbringung 
aufgehoben wird. Der Beschwerdeführer ist im Tagesverlauf aus der Klinik zu 
entlassen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen und 
begründeten Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne 
Beschwerde in Zivilsachen eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Beschwerdeführer (mit ausführlicher Rechtsmittelbelehrung), an 
Dr. med. B.________ sowie an die ärztliche Leitung der Klinik C.________. 

Zug, 14. Oktober 2022

Im Namen der
FÜRSORGERECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am