# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37f4b799-7e50-575a-a841-8580c43117b9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 27.08.2013 U 2013 53
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2013-53_2013-08-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

U 13 53

1. Kammer 

bestehend aus

Verwaltungsrichter Audétat als Vorsitzender, Vizepräsident Priuli 

und Verwaltungsrichter Stecher, Aktuar Gross

URTEIL
vom 27. August 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Spital B._____ AG, 

Beschwerdegegnerin 1

und

C._____, 

Beschwerdegegnerin 2

betreffend Submission

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1. Die Spital B._____ AG schrieb am T.1._____ öffentlich im kantonalen 

Amtsblatt die Ersatzbeschaffung eines Rettungswagens „RTW, IVR Typ C 

mit Rücknahme «Dumeni 4» VWT4“ aus. Die Ausschreibung erfolgte im 

Rahmen des offenen Verfahrens nach kantonalem Submissionsgesetz. Als 

Zuschlagskriterien wurden die „Beschaffungskosten“ mit 40 %, die „Zweck-

mässigkeit/Erfüllungsgrad der offerierten Leistungen gegenüber dem tech-

nischen Pflichtenheft“ ebenso mit 40 %, die „Beurteilung der Referen-

zen/durch fachspezifische Benutzer“ mit 10 % und der „Standard für Ser-

vice und Unterhaltsarbeiten“ ebenfalls mit 10 % gewichtet und ausgeschrie-

ben.

2. Insgesamt gingen innerhalb der Eingabefrist bis am 15. März 2013 fünf Of-

ferten ein. Anlässlich der Offertöffnung ergab sich folgendes Bild:

1.C._____ GmbH 9.14 Punkte
2.A._____ AG 8.82 Punkte
3.D._____ 8.51 Punkte
4.E._____ 8.41 Punkte
5.F._____ 8.33 Punkte

3. Mit Verfügung vom 17. Juni 2013 erteilte die Spital B._____ AG den Zu-

schlag der C._____ GmbH zum (bereinigten) Preis von Fr. 283‘309.00 (inkl. 

MWST). Die Offerte der A._____ AG war zwar mit einem (bereinigten) An-

gebot von Fr. 265‘335.00 preislich günstiger als die Offerte der C._____ 

GmbH, doch verlor sie in den Kriterien „Zweckmässigkeit/ Erfüllungsgrad 

der offerierten Leistungen gegenüber dem technischen Pflichtenheft“ sowie 

„Beurteilung der Referenzen/durch fachspezifische Benutzer“ Punkte auf 

die obsiegende C._____ GmbH (vgl. nachstehende Tabelle/Zusammen-

stellung):

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Tabelle/Zusammenstellung X._____

4. Dagegen erhob die A._____ AG Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden und machte in formeller Hinsicht geltend, dass 

der Vergabeentscheid keine Rechtsmittelbelehrung enthalten habe. Mate-

riell beanstandete sie, dass bei der Bewertung der Offerten Annahmen ge-

troffen bzw. hineininterpretiert worden seien, welche nicht zuträfen bzw. 

nicht so gefordert worden seien. So habe ihre Offerte in jedem Punkt dem 

Pflichtenheft entsprochen und sie führte zahlreiche Beispiele an, welche 

von der Vergabebehörde in dem von ihr erstellten Abgleich beanstandet 

wurden, nach Ansicht der A._____ aber entweder im Grundausbau oder in 

anderen Positionen mitenthalten gewesen seien; die A._____ räumte aller-

dings ein, dass ihr Angebot auf einem eigenen Detaillierungsgrad beruht 

habe und es Unterschiede in der Terminologie gegeben habe; die Verga-

bebehörde hätte bei Unklarheiten im Abgleich aber bei ihr rückfragen müs-

sen. Als Beispiele für fehlerhafte Interpretationen seitens der Vergabe-

behörde führte die Beschwerdeführerin auf: 

- S. 1/15 Pos. 31 „Xenon-Scheinwerfer“ -> bei A._____ auf S. 3 „LG1 Xe-
nonscheinwerfer“; 

- S. 11/15 „Rollo Rückwandfenster“ -> bei A._____ S. 8 „Blendrollo“;
- „Kopfschutzpolsterungen“ -> bei A._____ S. 9 „Kopfschutzpolster Ein-

stiege Koffer“;
- S. 11 „Trittschutzstreifen“  -> bei A._____ S. 9 „V2A Trittschutz/Schutz-

belag“;
- Pos. 87 „2 grosse symmetrische Hecktüren“ -> bei A._____ auf S. 6 „Flü-

geltüren“; 
- Pos. 112 „Radkastenverkleidung“ -> bei A._____ S. 5 „Radkasten“;
- Pos. 161 „Kühlfach“ -> S. 13 „Kompressorkühlbox“;
- Pos. 186 „Innenbeleuchtung von 4 Stellen“ -> bei A._____ S. 14 unten;

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- Pos. 234 – 246 „Tragentischfunktionen“ -> bei A._____ S. 11 „Tragenla-
gerung PB-Medtech“.

Weiter beanstandete die Beschwerdeführerin, dass eine Beurteilung 

durch die eigenen Mitarbeiter der Vergabebehörde erfolgt sei, welche die 

Fahrzeuge der A._____ nicht aus eigener Erfahrung gekannt hätten; das 

Einholen von Referenzen durch externe fachspezifische Benutzer gemäss 

eingeforderter Referenzliste sei hingegen unterblieben.

5. Die Vergabebehörde reichte ihre Vernehmlassung am 5. Juli 2013 ein und 

beantragte die Abweisung der Beschwerde. Was die Rechtsmittelbeleh-

rung betreffe, sei der Beschwerdeführerin auf Nachfrage hin innert tages-

frist Auskunft zur Frage des Beschwerdeweges erteilt worden; es sei zu 

erwarten, dass ein Lieferant, der grossmehrheitlich in der öffentlichen Be-

schaffung tätig sei, neben dem Offertwesen auch den Beschwerdeweg 

kenne oder sich zumindest in den anwendbaren Gesetzen und Verordnun-

gen orientieren könne. In Bezug auf die Auswertung des 247 Positionen 

umfassenden technischen Pflichtenhefts (Beilage 2 Beschwerdegegnerin) 

habe es sich die Vergabebehörde nicht leicht gemacht. Zu den von der 

A._____ aufgelisteten Fehlern nahm die Vergabebehörde in ihrer nachfol-

gend abgebildeten Beilage 3 Stellung und wies die Kritik von sich, ihre Be-

urteilung sei nicht korrekt erfolgt: 

Beilage 3 Vergabebehörde

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Weiter wies die Vergabebehörde auf die Komplexität der Auswertung des 

technischen Pflichtenheftes hin und illustrierte dies anhand dessen Pos. 94 

wie folgt:

Kriterium Pos. 94 = „Maximale Fahrzeugbreite (ohne Rückspiegel“: 2.05m“. 
Obschon die A._____ diese Position bestätigt („abgehakt“) habe (S. 4/11 
Offerte A._____), gebe sie in ihrer Offerte auf S. 5 ein Aufbau-Innenmass 
von 2090mm an; daraus könne nur geschlossen werden, dass die maxi-
male Fahrzeugbreite eben grösser als die ausgeschriebenen 2050mm sei; 
diese Annahme sei dadurch gestärkt worden, dass in der Beilage 
1/11_Massblatt eine Gesamtbreite des Fahrzeuges von 2254mm eingetra-
gen worden sei. 

Zum Zuschlagskriterium 3 hielt die Vergabebehörde fest, dass die Ret-

tungssanitäter ihre Beurteilung einzeln und unabhängig voneinander vor-

genommen hätten; ausserdem stimme der Vorwurf nicht, diese hätten 

keine praktische Erfahrung mit den Fahrzeugen der A._____, betreibe das 

Spital B._____ doch selber ein solches Fahrzeug und hätten mehrere Mit-

arbeiter in den letzten Jahren bei anderen Rettungsdiensten mit Ambulan-

zen der Firma A._____/Ausbauer Baus Erfahrungen gesammelt. Die Ver-

gabebehörde stehe zudem mit ihren Nachbarrettungsdiensten ständig in 

Kontakt und tausche auch Mitarbeitende aus, weshalb diese auch die dort 

eingesetzten Fahrzeuge der Firma A._____ kennen würden. Der Vergabe-

behörde sei die Beurteilung durch ihre ortskundigen Rettungssanitäter als 

zukünftige Benutzer wichtig, und zwar vor dem Hintergrund der topographi-

schen Gegebenheiten, der engen Hofzufahrten und Waldstrassen, insbe-

sondere zur Winterzeit. Mit einer Gewichtung von 10 % bzw. max. 1 Punkt 

erscheine diese Benutzerbeurteilung auch nicht als überbewertet; auf die 

Einholung von allgemeinen Referenzauskünften sei verzichtet worden, da 

sämtliche Offerenten, im Speziellen auch die A._____, als kompetente und 

vertrauenswürdige Lieferanten in der Branche bekannt seien.

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6. Von Seiten der A._____ ging am 30. Juli (Poststempel 29. Juli) 2013 eine 

Replik ein. Frist für die Replik war allerdings der 26. Juli 2013, weshalb die 

Replik verspätet einging. Diese wird somit als Stellungnahme – gleich wie 

die irrtümlich noch eingeholte Duplik – zu den Akten genommen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Vergabeentscheid (Verfügung) vom 

17. Juni 2013, worin die Beschwerdegegnerin 1 (Spital B._____ AG) die 

Ersatzbeschaffung für einen Rettungswagen an die erstrangierte Anbiete-

rin (C._____ GmbH mit 9.14 Punkten; Beschwerdegegnerin 2) zum Liefer-

preis von Fr. 283‘309.-- erteilte. Die zweitrangierte Anbieterin (A._____ AG 

mit 8.82 Punkten; Beschwerdeführerin) war damit nicht einverstanden, da 

eine ganze Reihe der Leistungspositionen falsch interpretiert worden sei 

und ihr preisgünstigstes Angebot (Lieferpreis Fr. 265‘335.--) deshalb zu Un-

recht nicht beim Zuschlag berücksichtigt worden sei. Strittig und zu klären 

ist hier insbesondere, ob die Vergabebehörde sowohl in formeller als auch 

in materieller Hinsicht korrekt handelte, als sie für die (fehlende) Rechts-

mittelbelehrung im angefochtenen Vergabeentscheid auf die rechtlichen 

Grundlagen in der Ausschreibung und das danach unbestritten zur Anwen-

dung gelangende Recht (kantonales Submissionsgesetz [SubG]; BR 

803.300) und auf die Rechtskundigkeit der Beschwerdeführerin aus frühe-

ren Verfahren verwies, und andererseits materiell das Zuschlagskriterium 

des Preises „lediglich“ mit 40 % gewichtete.

2. a) Gemäss Art. 22 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) müssen Entscheide/Verfügungen eine Rechtsmittelbe-

lehrung über die Möglichkeit und die Frist des ordentlichen Weiterzugs ent-

halten. Fehlt eine solche Rechtsmittelbelehrung oder wurde sogar ein fal-

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scher Instanzenzug angegeben, ist der Weiterzug innert zwei Monaten seit 

der Mitteilung des Entscheids zulässig (Art. 22 Abs. 2 VRG). Gemäss Art. 

26 Abs. 1 SubG sind Beschwerden im Submissionswesen schriftlich und 

begründet innert zehn Tagen seit Eröffnung der Verfügung (Vergabeent-

scheid) einzureichen. Unbestritten ist im Grundsatz, dass den Parteien aus 

einer fehlenden oder gar unrichtigen Rechtsmittelbelehrung keine Nach-

teile erwachsen dürfen. Den erwähnten Schutz kann eine Prozesspartei 

aber nur dann beanspruchen, wenn sie sich nach Treu und Glauben auf 

die fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung verlassen durfte. Wer die Unrichtig-

keit erkannte oder bei gebührender Aufmerksamkeit hätte erkennen kön-

nen, kann sich nicht auf Art. 22 Abs. 2 VRG berufen, sondern für diesen gilt 

weiterhin die 10-tätige Frist gemäss Art. 26 Abs. 1 SubG ab dem Zeitpunkt 

der Eröffnung der Verfügung bzw. der nachweislich erfolgten „Inempfang-

nahme“ durch den Verfügungsadressaten. Allerdings vermag nur eine 

grobe prozessuale Unsorgfalt der betroffenen Partei oder ihres Anwalts 

eine unrichtige Rechtsmittelbelehrung aufzuwiegen. Der Vertrauensschutz 

versagt zudem nur dann, wenn der Mangel in der Rechtsmittelbelehrung 

für den Rechtsuchenden bzw. seinen Rechtsvertreter allein schon durch 

einfache Konsultierung der massgebenden Verfahrensbestimmungen er-

sichtlich gewesen wäre (zum Ganzen: BGE 134 I 199 E.1.3.1, 129 II 125 

E.3.3, 124 I 255 E.1a/aa und 117 Ia 421 E.2a; sowie PETER GALLI/ANDRÉ 

MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaf-

fungsrechts, 3. Aufl., Zürich 2013, N 1277 m.w.H. in Fn 2874). Wann einer 

Partei eine als grob zu wertende Unsorgfalt vorzuwerfen ist, beurteilt sich 

nach den konkreten Umständen und nach ihren Rechtskenntnissen (vgl. 

BGE 106 Ia 13 E.4). Ist diese rechtsunkundig und auch nicht rechtskundig 

vertreten, darf sie hingegen nicht der anwaltlich vertretenen Partei gleich-

gestellt werden, es sei denn, sie verfüge namentlich aus früheren Verfahren 

über einschlägige Erfahrungen. Eine Überprüfung der in der Rechtsmittel-

belehrung enthaltenen Angaben oder Verweise kann von einer Prozess-

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partei im Übrigen bloss dann verlangt werden, wenn diese über die Kennt-

nisse verfügt, die es ihr überhaupt ermöglichen, die massgebenden Geset-

zesbestimmungen ausfindig zu machen und korrekt auszulegen (vgl. BGE 

135 III 374 E.1.2.2.2 in fine).

b) Vorliegend ist im angefochtenen Vergabeentscheid vom 17. Juni 2013 gar 

keine Rechtsmittelbelehrung enthalten, was wie eine unrichtige Rechtsmit-

telbelehrung zu behandeln ist. Zudem ist die Beschwerdeführerin weder 

anwaltlich vertreten noch anderweitig besonders bzw. offensichtlich rechts-

kundig, weshalb auf die Beschwerde eingetreten werden kann.

3. a) In materieller Hinsicht gilt es vorweg klarzustellen, dass laut Art. 21 Abs. 1 

SubG das „wirtschaftlich günstigste Angebot“ den Zuschlag erhält. In Art. 

21 Abs. 4 Satz 1 SubG wird dazu noch präzisierend festgehalten: Der Zu-

schlag für weitgehend standardisierte Beschaffungen kann ausschliesslich 

nach dem Kriterium des niedrigsten Preises erfolgen. Laut gefestigter 

Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden bildet 

das Preiskriterium ein wesentliches und somit zentrales Zuschlagskrite-

rium, dass es bei der öffentlichen Arbeitsvergabe entsprechend gebührend 

zu berücksichtigen bzw. in den Ausschreibungsunterlagen angemessen 

hoch zu gewichten gilt. Als allgemeine Grundregel gilt, dass dem Preis ein 

umso höheres Gewicht zuzuerkennen ist, je geringer der Schwierigkeits-

grad einer Aufgabe ist. Als Richtschnur wird vorgegeben, dass bei Aufga-

ben mittlerer Komplexität die Gewichtung des Preises in der Regel nicht 

weniger als 50 % betragen sollte. Umgekehrt darf indes bei hochkomplexen 

Aufträgen der Preis eine untergeordnete Rolle spielen (vgl. PVG 2002 Nr. 

36; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 04 

125 vom 23. Dezember 2004 E.4 und VGU U 12 29 vom 12. Juli 2012 E. 

3a). Bezüglich Pisten- und Loipenpräpariermaschinen hat das Gericht be-

reits entschieden, dass das Kriterium „Preis“ mindestens mit 60 % zu ge-

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wichten sei. Im konkreten Fall handelt es sich um ein Ambulanz- bzw. Ret-

tungsfahrzeug, welches von der Fabrikation und Beschaffung her im Mo-

dul- bzw. Baukastensystem durchaus noch als weitgehend standardisiertes 

Gebrauchsgut qualifiziert werden kann. Bei Annahme einer mittleren Kom-

plexität für die Herstellung und Ausstattung des ausgeschriebenen Ret-

tungs- und Krankenwagens sollte die Gewichtung des Preises daher ge-

wiss nicht weniger als 50 % betragen, womit die von der Beschwerdegeg-

nerin 1 gewählte Preisgewichtung von 40 % zum vornherein nicht vertretbar 

und folgerichtig auch nicht schutzwürdig ist. Für eine Praxisänderung einer 

graduell abgestuften Gewichtungsskala beim Preiskriterium je nach Kom-

plexität der zu erfüllenden Aufgabe besteht vorliegend kein Anlass, wes-

halb der angefochtene Vergabeentscheid vom 17. Juni 2013 bereits aus 

diesem Grunde aufgehoben werden muss. Für die Beschwerdegegnerin 1 

hat dies zur Konsequenz, dass sie die Gewichtung der massgebenden Zu-

schlagskriterien nochmals neu vornehmen muss, wobei das Hauptkriterium 

des „Preises“ mindestens mit 50 % zu gewichten sein wird. Gestützt auf die 

sich daraus neu ergebende Gewichtung der Angebotspreise und Punkte-

verteilung wird die Beschaffung des „wirtschaftlich günstigsten“ Rettungs-

fahrzeugs im Sinne von Art. 21 Abs. 1 SubG nochmals neu zu beurteilen 

und zu vergeben sein. Klar ist dabei, dass die restlichen Zuschlagskriterien 

(„Zweckmässigkeit/Erfüllungsgrad der offerierten Leistungen gegenüber 

dem technischen Pflichtenheft“ [40 %]; „Beurteilung der Referenzen/durch 

fachspezifische Benutzer“ [10 %]; sowie „Standard für Service und Unter-

haltsarbeiten“ [10 %]) im Vergleich zur bisherigen Gewichtung entspre-

chend nach unten angepasst bzw. allenfalls – sofern sachlich nicht gerecht-

fertigt - gänzlich gestrichen werden müssen, da die mindestens um 10 % 

höhere Gewichtung des Preises zu Lasten der übrigen Zuschlagskriterien 

wieder kompensiert werden muss.

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b) Zur Überprüfung und Punktebewertung des Zuschlagskriteriums „Zweck-

mässigkeit/Erfüllungsgrad laut technischem Pflichtenheft“ anhand von 247 

Leistungspositionen sei noch vermerkt: Aus der Auflistung der Vergabe-

behörde (vgl. Beilagen 1 und 2 der Beschwerdegegnerin 1) geht hervor, 

dass die Beschwerdeführerin von insgesamt 247 Positionen deren 205 er-

füllt; die tatsächlich berücksichtigte Anbieterin (Beschwerdegegnerin 2) hin-

gegen deren 243 Positionen. In Prozenten hat die Beschwerdeführerin da-

mit umgerechnet 83 %, die Beschwerdegegnerin 2 demgegenüber 98.4 % 

des technischen Pflichtenhefts erfüllt. Bei einer Gewichtung von 40 % die-

ses Kriteriums ergab dies arithmetisch bei der Punktebewertung pro 1 % 

Abweichung eine Punktedifferenz von 0.04. Gemäss Punktetabelle zur Ar-

beitsvergabe (Beilage 3 der Beschwerdeführerin) erhielt die Beschwerde-

gegnerin 2 bei diesem Kriterium 3.94 Punkte und die Beschwerdeführerin 

„nur“ deren 3.32. Der daraus resultierende Punkteunterschied von 0.62 

[3.94 – 3.32] entspricht nun aber umgerechnet genau der prozentual unter-

schiedlich hohen Erfüllungsquote des technischen Pflichtenhefts von 15.4 

% [98.4 – 83 x 0.04 = 0.62], womit erstellt ist, dass die Umrechnung durch 

die Vergabebehörde korrekt erfolgt ist. Der Beschwerdegegnerin 1 kann 

daher nicht vorgeworfen werden, sie hätte bei den zwei hier zur Diskussion 

stehenden Offerten keinen gründlichen Abgleich gemacht. Weiter ist aus 

den Akten (Beilage 3 der Beschwerdegegnerin 1) ersichtlich, dass die Ein-

wände der Beschwerdeführerin betreffend fehlerhafte Interpretationen 

durch die Vergabebehörde ebenfalls nicht stichhaltig sind. Vielmehr hat 

letztere jeweils nachvollziehbar und übersichtlich dargetan, inwiefern die 

offerierten Leistungen der Beschwerdeführerin nicht mit den geforderten 

Leistungspositionen in der Ausschreibung übereinstimmten; so beispiels-

weise unter Position 31 laut technischem Pflichtenheft: Dort wurde ein „Bi-

Xenon-Scheinwerfer“ verlangt, die Beschwerdeführerin offerierte indessen 

ein „LG1 Xenonscheinwerfer“, weshalb sie diese Leistungsposition offen-

sichtlich nicht devisgemäss erfüllte und diese daher in der Auswertung 

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auch nicht oder nur teilweise angerechnet erhielt. Auch was die beiden 

grossen symmetrischen Hecktüren gemäss Position 87 im technischen 

Pflichtenheft betrifft, erfüllte die Offerte der Beschwerdeführerin die Anfor-

derungen laut Devis nicht, da die dort verlangte Symmetrie nicht vorliegt. 

Ferner widerlegte die Beschwerdegegnerin 1 auch die weiteren Kritik-

punkte der Beschwerdeführerin überzeugend (vgl. Beilage 3 der Vergabe-

behörde). Zusätzlich geäusserte Kritik an der Interpretation und Anrech-

nung der insgesamt 247 verlangten Leistungspositionen, wovon die Be-

schwerdeführerin deren 42 nicht oder teilweise erfüllte, waren mangels 

Substantiierung durch die Beschwerdeführerin nicht weiter zu prüfen.

c) Eine ganz andere Frage ist, ob ein rein prozentualer Abzug von nicht erfüll-

ten Punkten sachgerecht ist oder ob es nicht sinnvoller wäre, eine Gewich-

tung innerhalb des technischen Pflichtenhefts vorzunehmen (z.B. fehlende 

Standheizung fällt deutlich mehr ins Gewicht als fehlendes Rollo an der 

Fensterscheibe zum Patientenraum). Die wichtigsten Eckwerte und Merk-

male für eine einwandfreie Auftragserfüllung könnten auch direkt von Be-

ginn weg als Eignungskriterien deklariert bzw. ausgestaltet werden, bei de-

ren Nichtvorhandensein eine Offerte vorgängig vom Vergabeverfahren 

ausgeschlossen würde. Derart unverzichtbare Erfüllungsparameter könn-

ten vorliegend z.B. die Höhe, die Breite und das Gewicht des gewünschten 

Ambulanz-/Rettungswagens sein. Allein aus der Tatsache, dass eine solch 

differenzierte Gewichtung im konkreten Fall bisher nicht vorgenommen 

wurde, kann die Beschwerdeführerin hier aber gerade nichts zu ihren 

Gunsten herleiten; war sie es doch, welche bei der Fahrzeugbreite wider-

sprüchliche Angaben gemacht hatte (vgl. Beilage 5 der Vergabebehörde: 

Vernehmlassung „Maximale Fahrzeugbreite“ [ohne Rückspiegel] 2.05 m 

von der Beschwerdeführerin als erfüllt angekreuzt; im technischen Bericht 

der Beschwerdeführerin unter der Rubrik „Amulanzausbau/1. Aufbau“ ist 

hingegen von einer selbstdeklarierten Innenbreite von 2.090 m die Rede 

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und laut beigelegter Fahrzeugskizze beträgt die [äussere] Gesamtlänge 

gar 2.254 m). Die verlangte Fahrzeugbreite [ohne Rückspiegel] wäre damit 

faktisch nach den Selbstangaben der Beschwerdeführerin bereits um min-

destens 0.2 m überschritten worden. Ein Ausschluss vom Wettbewerb wäre 

bei dieser Faktenlage durchaus möglich und denkbar gewesen. An der er-

mittelten Punktezahl von 3.32 für die Beschwerdeführerin beim Zuschlags-

kriterium „Zweckmässigkeit/Erfüllungsgrad der offerierten Leistungen ge-

genüber dem technischen Pflichtenheft“ gibt es daher auch unter diesem 

Aspekt (Ausschlussmöglichkeit) nichts auszusetzen.

d) Was das weitere Kriterium „Beurteilung der Referenzen/durch fachspezifi-

sche Benutzer“ mit einer ursprünglichen Gewichtung von 10 % betrifft, so 

entspricht das Vorgehen sowie das Ergebnis (0.5 Punkte für Beschwerde-

führerin bzw. 0.8 Punkte für Beschwerdegegnerin 2) grundsätzlich den ori-

ginären Ausschreibungsunterlagen, welche nicht beanstandet wurden. Je-

doch erscheint es dem Gericht fraglich, ob das gewählte Vorgehen mit der 

Befragung firmenabhängiger Angestellter (Referenz durch fachspezifische 

Benutzer) sinnvoll und objektiv wirklich haltbar ist. Eine derartige interne 

Bewertung stellt nämlich keine sachlich überprüfbare Komponente dar, die 

vergabespezifisch auf sämtliche Anbieterinnen zuverlässig und gleich aus-

sagekräftig übertragen werden kann. Vielmehr stehen hier die persönlichen 

Präferenzen und Vorlieben der jeweils Befragten im Vordergrund, die sach-

lich keine Gleichbehandlung aller Wettbewerbsteilnehmer garantieren. 

Selbst wenn man aber die Mitarbeiter ins Evaluationsverfahren miteinbe-

ziehen wollte, müsste die Verwendung dieses betriebsinternen „Know-

Hows“ - wenn schon - bei der Ausarbeitung des technisches Pflichtenhefts 

berücksichtigt werden, und sicherlich nicht – wie im konkreten Fall – unter 

der Rubrik unabhängige/neutrale „Referenzen“ mittels eines gesonderten 

und eigenständigen Zuschlagskriteriums. Die Angebotsbewertungen durch 

die Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin 1 sind denn auch inhaltlich 

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tatsächlich wenig überzeugend bzw. sachlich kaum nachvollziehbar, und 

zwar losgelöst davon, ob die besagten Bewertungen einzeln und unabhän-

gig voneinander vorgenommen wurden. Die Kritik der Beschwerdeführerin 

kann in dieser Beziehung deshalb als gerechtfertigt taxiert werden. Bei der 

Neuausschreibung der Auftragsvergabe durch die Beschwerdegegnerin 1 

wird darauf entsprechend zu achten sein, was allenfalls sogar die gänzliche 

Streichung dieses Kriteriums bedeuten kann.

e) Das vierte Zuschlagskriterium „Standard für Service und Unterhaltsarbei-

ten“ (mit Gewichtung 10 %) hat allseits zu keinen Beanstandungen Anlass 

gegeben und erscheint sachlich auch vernünftig, weshalb sich diesbezüg-

lich weitere Erörterungen betreffend Neuausschreibung erübrigen.

4. a) Zusammengefasst ergibt sich somit, dass der angefochtene Vergabeent-

scheid vom 17. Juni 2013 nicht in jeder Hinsicht rechtmässig ist, was zu 

seiner Aufhebung und zur Gutheissung der Beschwerde im Sinne der Er-

wägungen (Neuausschreibung und Neuvergabe durch Beschwerdegegne-

rin 1) führt. Die Vergabeinstanz wird bei der Neuausschreibung das Preis-

kriterium mit mindestens 50 % zu gewichten haben und die übrigen Zu-

schlagskriterien auf ihre Zweckmässigkeit und Vergabetauglichkeit zu 

überprüfen haben, was die Befragung „firmenabhängiger Mitarbeiter“ und 

deren  Bewertung als separates Zuschlagskriterium wohl ausschliesst. In 

diesem Sinne wird die Angelegenheit also an die Beschwerdegegnerin 1 

zur Neuausschreibung und Neuvergabe zurückgewiesen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdegegnerin 1 aufzuerlegen. Eine ausser-

gerichtliche Entschädigung nach Art. 78 Abs. 1 VRG steht der nicht anwalt-

lich vertretenen Beschwerdeführerin praxisgemäss nicht zu. Auf eine Kos-

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tenauferlegung zulasten der sich nicht am Beschwerdeverfahren beteili-

genden Beschwerdegegnerin 2 wird verzichtet.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Vergabeentscheid 

vom 17. Juni 2013 aufgehoben und die Angelegenheit an die Vorinstanz 

(Spital B._____ AG) zur Neuausschreibung und zu neuer Auftragsvergabe 

zurückgewiesen.  

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 352.--

zusammen Fr. 3‘352.--

gehen zulasten der Spital B._____ AG und sind innert 30 Tagen seit Zustel-

lung dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]