# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf9a354a-cfaf-515f-939d-b3ce3573e003
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 03.03.2014 HG110004
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG110004_2014-03-03.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 
 

Geschäfts-Nr.: HG110004-O U3/ei 

 

 

Mitwirkend: der Oberrichter Peter Helm, Präsident, die Oberrichterin Dr. Franzis-

ka Grob, die Handelsrichter Dr. Thomas Lörtscher, Verena Preisig 

und Dr. Ursina Pally Hofmann sowie die Gerichtsschreiberin Claudia 

Marti 

 

Urteil vom 3. März 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,   
Klägerin 

 

 

vertreten durch X._____,  

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____  

 

betreffend Forderung 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren der Hauptklage gemäss Klagebegründung: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin CHF 2'816'087.– zu-
züglich Zins zu 5 %  

 - ausmachend für die Zeit vom 25. Mai 1989 bis zum 31. Ok-
tober 2010 CHF 328'106.– 

 - und ab dem 1. November 2010 auf CHF 2'816'087.– 
 zu bezahlen. 
 Die Mehrforderung wird vorbehalten.  
 2. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beklagten." 

Rechtsbegehren der Hauptklage gemäss Replik: 
(act. 48 S. 2) 

"1. Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin CHF 2'318'004.– zu-
züglich Zins zu 5 % seit dem 1. Dezember 2012 zu bezahlen.  

 2. Die Mehrforderung bleibt vorbehalten.  
 3. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beklagten." 

Rechtsbegehren der Widerklage: 
(act. 9 S. 2) 

"Antrag: 
1. Es sei die Beklagte zu verurteilen, der Klägerin CHF 640'814.– zu 

bezahlen. 
2. Im Mehrbetrag sei die Klage abzuweisen, unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zulasten der Klägerin. 
 
Widerklage: 
3. Es sei festzustellen, dass die Beklagte der Klägerin als Schaden-

ersatz und Genugtuung insgesamt nicht mehr als CHF 640'814.– 
schuldet. 

4. Es sei der Beklagten die Hinterlegung von CHF 640'814.– bei der 
Zürcher Kantonalbank zu bewilligen. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin." 

- 3 - 

Inhaltsverzeichnis 

A. Sachverhaltsübersicht ..................................................................................... 4 

B. Prozessverlauf ................................................................................................. 5 

1. Formelles ......................................................................................................... 8 
1.1. Anwendbares Prozessrecht .................................................................... 8 
1.2. Zuständigkeit ........................................................................................... 8 
1.3. Anpassung des Rechtsbegehrens nach dem Teilvergleich ..................... 8 
1.4. Zulässigkeit der Noveneingabe der Klägerin vom 17. Juni 2013 ............. 9 
1.5. Anerkennung eines Teils der Klage im Eventualfall ................................ 9 

2. Haftung der Beklagten ................................................................................... 10 
2.1. Haftungsgrundlage ................................................................................ 10 
2.2. Verletzung der Klägerin durch den Unfall .............................................. 10 
2.3. Anerkennung der Haftung dem Grundsatze nach ................................. 10 
2.4. Selbstverschulden ................................................................................. 11 
2.5. Fazit ...................................................................................................... 14 

3. Art und Umfang des Schadenersatzes .......................................................... 15 
3.1. Rechtsgrundlage ................................................................................... 15 
3.2. Strittige Schadenspositionen ................................................................. 16 
3.3. Rechnungstag ....................................................................................... 16 

4. Erwerbs- resp. Lohnausfallschaden .............................................................. 16 
4.1. Rechtliches zur Definition und Berechnung ........................................... 16 
4.2. Anwendbarer Kapitalisierungszinsfuss .................................................. 21 
4.3. Invalideneinkommen ............................................................................. 23 
4.4. Hypothetisches Valideneinkommen ...................................................... 24 
4.5. Anrechenbare Leistungen der Sozialversicherung ................................ 47 
4.6. Anrechenbare Einsparungen ................................................................. 49 
4.7. Fazit Erwerbsausfallschaden ................................................................ 50 

5. Rentenausfallschaden ................................................................................... 51 
5.1. Darstellung der Klägerin ........................................................................ 51 
5.2. Darstellung der Beklagten ..................................................................... 52 
5.3. Ersatz des Rentenausfallschadens ....................................................... 54 

6. AHV-Beiträge als Nichterwerbstätige ............................................................ 55 
6.1. Darstellung der Klägerin ........................................................................ 55 
6.2. Darstellung der Beklagten ..................................................................... 55 
6.3. Ersatzpflicht für AHV-Beiträge als Nichterwerbstätige ........................... 56 

7. Fazit ............................................................................................................... 59 

- 4 - 

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen ............................................................... 59 
8.1. Streitwert ............................................................................................... 59 
8.2. Gerichtskosten ...................................................................................... 59 
8.3. Parteientschädigung.............................................................................. 60 

 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Die Klägerin erlitt am 25. Mai 1989 im Alter von vierzehn Monaten auf dem 

Bauernhof ihrer Eltern einen schweren Verkehrsunfall. Sie wurde mit einem im 

Unfallzeitpunkt bei der Beklagten haftpflichtversicherten Lieferwagen Ford Transit 

120 (amtliches Kennzeichen …), gelenkt von einem Angestellten des Fahrzeug-

halters C._____, überfahren. Der Unfall ereignete sich, als der auf dem Hof der 

Familie der Klägerin Spenglerei- und Sanitärarbeiten ausführende Handwerker 

mit dem Lieferwagen losfuhr, um seine Znünipause zu machen. Die Klägerin be-

fand sich zu diesem Zeitpunkt unter resp. unmittelbar vor dem Lieferwagen und 

wurde von diesem beim Losfahren mit einem Rad (oder zwei Rädern) auf Höhe 

des Kopfes überrollt. Die Klägerin erlitt schwerste Hirnverletzungen, die sie irre-

versibel invalidisierten. Aufgrund dieses Unfalles wird die Klägerin nie eine Er-

werbstätigkeit ausüben können und der dauernden Pflege bedürfen, darin sind 

sich die Parteien einig (act. 1 S. 2 f.; act. 9 S. 23). Die Beklagte, eine Aktienge-

sellschaft mit Sitz in Zürich, war im Unfallzeitpunkt wie erwähnt der Motorfahr-

zeughaftpflichtversicherer des Unfallfahrzeuges (act. 1 S. 4 f.). 

b. Die Klägerin macht mit der vorliegenden Klage ihren aufgelaufenen und 

künftigen Erwerbsschaden, ihren Rentenschaden, die von ihr als Nichterwerbstä-

tige zu bezahlenden AHV-Beiträge, den Betreuungsschaden bis 31. Oktober 

2010, aufgelaufene Kosten bis 31. Oktober 2010 sowie einen Genugtuungsan-

spruch geltend. Eingeklagt wurde unter diesen Positionen gemäss dem Rechts-

begehren der Klagebegründung ein Gesamtbetrag von CHF 2'816'087.– nebst 

Zins (act. 1 S. 2 f.).  

- 5 - 

c. Die Beklagte anerkennt die Haftung des Halters für den Lenker dem 

Grundsatze nach, jedoch nur mit einer Quote von 75 %, und macht einen Selbst-

verschuldensabzug von 25 % geltend. Ausserdem bestätigt sie ihre versiche-

rungsvertragliche Leistungspflicht gegenüber der Klägerin für die Kausalhaftung 

des Halters aufgrund des direkten Forderungsrechts (act. 9 S. 20 f.). Die von der 

Klägerin vorgenommene Berechnung der Schadenspositionen und die Höhe der 

Genugtuung bestreitet die Beklagte und stellt ihr eine eigene Berechnung gegen-

über (act. 9 S. 10). In der Duplik beantragt die Beklagte die Abweisung der Klage; 

eventualiter die Gutheissung im Betrag von CHF 70'346.– und Abweisung im 

Mehrbetrag. Den Betrag von CHF 70'346.– erhält die Beklagte aufgrund ihrer Be-

rechnung der aus dem mutmasslichen Erwerb möglichen Vermögensbildung der 

Klägerin unter Abzug eines Anteils von 25 % für Selbstverschulden (act. 53 S. 2, 

52).  

d. Mit ihrer Klageantwort erhob die Beklagte zudem Widerklage auf Feststel-

lung, dass sie der Klägerin für den gesamten Schadenersatz- und Genugtuungs-

anspruch aus diesem Unfallereignis insgesamt, d.h. auch unter Einbezug der von 

der Klägerin nicht eingeklagten Schadenspositionen, nicht mehr als zusätzliche 

CHF 640'814.– schuldet (act. 9 S. 2).  

B. Prozessverlauf  

a. Am 31. Dezember 2010 reichte die Klägerin die Klageschrift und die Wei-

sung vom 29. Oktober 2010 ein (act. 1 und 3). Mit ihrer Klageantwortschrift vom 

29. März 2011 erhob die Beklagte Widerklage (act. 9). Die der Klägerin mit Verfü-

gung vom 31. März 2011 angesetzte Frist zur Erstattung der Widerklageantwort 

(Prot. S. 3) wurde ihr mit Verfügung vom 21. April 2011 abgenommen und den 

Parteien Frist angesetzt, um zu einem allfälligen Nichteintreten auf die Widerklage 

Stellung zu nehmen (Prot. S. 4). Die Parteien reichten am 9. Mai 2011 (act. 13) 

resp. am 25. Mai 2011 (act. 15) entsprechende Stellungnahmen ein, welche mit 

Verfügung vom 27. Mai 2011 jeweils der Gegenseite zugestellt wurden (Prot.  

S. 6). Mit Beschluss vom 22. Juni 2011 wurde auf die Widerklage nicht eingetre-

ten und der Beklagten Frist angesetzt, um das zuständige Gericht im Hinblick auf 

eine Prozessüberweisung zu bezeichnen (act. 17). Die Eingabe der Beklagten 

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vom 5. Juli 2011 betreffend Terminanfrage des Handelsgerichts hinsichtlich einer 

Referentenaudienz und Vergleichsverhandlung (act. 19) wurde der Klägerin mit 

Verfügung vom 8. Juli 2011 zugestellt (Prot. S. 7). Mit Eingabe vom 26. Juli 2011 

bezeichnete die Beklagte das Bezirksgericht Zürich im Hinblick auf eine Prozess-

überweisung als das für die von ihr erhobene Widerklage zuständige Gericht (act. 

21). In der Folge wurde der Prozess hinsichtlich der Widerklage mit Verfügung 

vom 2. August 2011 an das Bezirksgericht Zürich überwiesen (Prot. S. 8).  

b. Aufgrund einer Mitteilung des im vorliegenden Verfahren als Referent einge-

setzten Handelsrichters (act. 22) hatten sich die Parteien zu erklären, ob sie ge-

stützt darauf dessen Ausstand verlangen (Prot. S. 9). Die Klägerin teilte mit Ein-

gabe vom 23. August 2011 (act. 25) mit, dass sie kein Ausstandbegehren stelle. 

Die Beklagte erklärte mit Eingabe vom 26. August 2011 (act. 26), dass der vom 

Handelsrichter in seiner Mitteilung befürchtete Sachverhalt gemäss internen Ab-

klärungen nicht zutreffe, und stellte ebenfalls kein Ausstandbegehren.  

c. Gegen den Beschluss vom 22. Juni 2011 betreffend Nichteintreten auf die 

Widerklage erhob die Beklagte Beschwerde beim Bundesgericht (act. 27/1, act. 

29). Das Bundesgericht wies die Beschwerde mit Urteil vom 24. Februar 2012 ab, 

soweit es darauf eintrat (act. 40A).  

d. Am 6. Juli 2012 fand eine Vergleichsverhandlung statt, anlässlich welcher 

die Parteien einen Teilvergleich schlossen (Prot. S. 13 f., act. 42). Gestützt auf 

diesen Teilvergleich wurde das Verfahren mit Teilerledigungsverfügung vom  

12. Juli 2012 (act. 45) in Bezug auf die Schadenspositionen Genugtuung inklusive 

Zins, bisheriger Betreuungs- und Pflegeschaden bis 31. März 2011 inklusive Zins 

sowie abzüglich der von der Beklagten geleisteten Akontozahlungen im Umfang 

von CHF 205'000 sowie deren Verzinsung und bis 31. Dezember 2011 aufgelau-

fene Kosten (Pflegeheim D._____ sowie Transportkosten inklusive Zins) als durch 

Vergleich erledigt abgeschrieben. Dabei wurde die Regelung der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen für den Teilvergleich dem Endentscheid vorbehalten (act. 

45).  

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Prozessgegenstand sind damit noch der aufgelaufene und künftige Erwerbsscha-

den, der Rentenschaden und die von der Klägerin als Nichterwerbstätige zu be-

zahlenden AHV-Beiträge sowie die Regelung der Kosten- und Entschädigungs-

folgen in Bezug darauf und bezüglich des Teilvergleichs.  

e. Fortgesetzt wurde das Verfahren mit Replik vom 12. November 2012 (act. 

48) und Duplik vom 1. Februar 2013 (act. 53). Die Duplik wurde der Klägerin mit 

Verfügung vom 6. Februar 2013 zugestellt (act. 55). Am 17. Juni 2013 reichte die 

Klägerin eine Noveneingabe ein (act. 57). Zu dieser nahm die Beklagte mit Ein-

gabe vom 20. August 2013 Stellung (act. 61). Diese Stellungnahme wurde der 

Klägerin mit Verfügung vom 21. August 2013 zugestellt (act. 63). 

f. Mit Verfügung vom 12. November 2013 wurde den Parteien Frist angesetzt, 

um sich zu den vom Gericht zur Schätzung des Schadens in Erwägung gezoge-

nen Statistiken des Bundesamtes für Statistik bfs zu äussern (act. 66). Die Be-

klagte nahm dazu mit Eingabe vom 29. November 2013 Stellung (act. 68), die 

Klägerin reichte ihre Stellungnahme mit Eingabe vom 16. Dezember 2013 (act. 

72) ein. Mit Verfügung vom 18. Dezember 2013 (act. 73) wurde den Parteien je-

weils eine Ausfertigung der Stellungnahme der Gegenpartei zugestellt, woraufhin 

die Beklagte mit Eingabe vom 21. Dezember 2013 (act. 75) eine Replik zur Ein-

gabe der Klägerin erstattete. Diese wiederum wurde der Klägerin mit Verfügung 

vom 27. Dezember 2013 (act. 76) zugestellt. Auf die Eingabe der Beklagten nahm 

die Klägerin mit Schreiben vom 9. Januar 2014 (act. 78) Stellung, welches der 

Beklagten mit Verfügung vom 10. Januar 2014 (act. 79) zugestellt wurde.  

g. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.  

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Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Anwendbares Prozessrecht 

1.1.1. Am 1. Januar 2011 ist die eidgenössische Zivilprozessordnung (ZPO) in 

Kraft getreten. Nach deren Art. 404 Abs. 1 gilt für Verfahren, die bei Inkrafttreten 

dieses Gesetzes rechtshängig sind, das bisherige Verfahrensrecht bis zum 

Abschluss vor der betroffenen Instanz. Für die Rechtsmittel gilt hingegen das 

Recht, das bei der Eröffnung des Entscheides in Kraft ist (Art. 405 Abs. 1 ZPO).  

1.1.2. Die vorliegende Klage wurde am 31. Dezember 2010 (Datum Poststempel, 

act. 1) eingereicht und war somit am 1. Januar 2011 bereits rechtshängig. 

Demnach ist das frühere kantonale Verfahrensrecht (ZPO/ZH und GVG) 

massgebend, für die Rechtsmittel indes das neue Prozessrecht (Art. 308 ff. ZPO). 

1.2. Zuständigkeit 

Hinsichtlich der örtlichen und sachlichen Zuständigkeit ist auf den Beschluss vom 

22. Juni 2011 zu verweisen (act. 17), welchen das Bundesgericht mit Urteil vom 

24. Februar 2012 bestätigte, soweit es auf die Beschwerde eintrat (act. 40A). 

Übereinstimmend mit diesem Beschluss (act. 17 S. 5) ist festzuhalten, dass die 

örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich für 

die Hauptklage gegeben ist und auch unbestritten blieb (act. 9 Rz. 18; act. 13 Rz. 

1). 

1.3. Anpassung des Rechtsbegehrens nach dem Teilvergleich  

1.3.1. In der Replik berechnete die Klägerin den Forderungsbetrag auf den Rech-

nungstag 30. November 2012 anstelle des 31. Oktober 2010 neu und verlangt 

gestützt darauf für den nach Abschluss des Teilvergleichs noch offenen Teil der 

Klage in ihrem Rechtsbegehren die Verpflichtung der Beklagten zur Zahlung von 

2'318'004.– nebst Zins zu 5 % seit 1. Dezember 2012 (act. 48 S. 2, 40 ff.).  

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1.3.2. Die Berechnung der im vorliegenden Verfahren noch strittigen Schadens-

positionen mit einem neuen Rechnungstag führt zu einer Erhöhung des für diese 

Positionen eingeklagten Betrages von CHF 2'228'415.00 auf CHF 2'335'619.00. 

Sodann anerkennt die Klägerin die Anrechnung eines jährlichen Ersparnisses für 

das Umweltschutzabonnement für die öffentlichen Verkehrsmittel von für die 

Dauer der Erwerbstätigkeit insgesamt CHF 17'615.–, was den noch strittigen 

Betrag gemäss dem abgeänderten Rechtsbegehren von CHF 2'318'004.– nebst 

Zins ergibt. Dennoch handelt es sich um die identische Klage.  

1.4. Zulässigkeit der Noveneingabe der Klägerin vom 17. Juni 2013 

1.4.1. Die Noveneingabe der Klägerin bezieht sich auf den anwendbaren 

Kapitalisierungszinsfuss. Die Klägerin macht mit Noveneingabe vom 17. Juni 

2013 als neues Argument geltend, dass das BAG für die Durchführung der 

obligatorischen Unfallversicherung den technischen Zinsfuss mit einer Mitteilung 

vom 7. Februar 2013 ab dem 1. Januar 2014 für Renten aus Unfallereignissen um 

0.25 % gesenkt habe (act. 57). Von dieser Senkung habe die Klägerin am 12. 

Juni 2013 erfahren. Zum Beweis der Senkung ruft die Klägerin die auf der 

Webseite des BAG publizierte Mitteilung an.  

1.4.2. Die Beklagte nahm zur Noveneingabe der Klägerin am 20. August 2013 

Stellung (act. 61).  

1.4.3. Die von der Klägerin in ihrer Noveneingabe behauptete Senkung des 

technischen Zinsfusses für die Durchführung der obligatorischen Unfallversiche-

rung durch das BAG wurde erst nach der letzten Rechtsschrift (1. Februar 2013) 

veranlasst und kann anhand des neu eingereichten Schreibens (act. 58) sofort 

bewiesen werden. Die Noveneingabe der Klägerin und die dadurch veranlasste 

Stellungnahme der Beklagten sind daher nach § 115 Ziff. 1 und 2 ZPO/ZH noch 

zulässig.  

1.5. Anerkennung eines Teils der Klage im Eventualfall 

1.5.1. In ihren Anträgen der Duplik anerkennt die Beklagte für den Eventualfall 

eine Forderung der Klägerin im Umfang von CHF 70'346.– (act. 53 S. 2). Da es 

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sich dabei indessen nur um eine Anerkennung für den Eventualfall handelt, dass 

die Klage nicht entsprechend dem Hauptantrag der Beklagten abgewiesen wird, 

ist die Klage nicht teilweise durch Anerkennung erledigt abzuschreiben.  

 

2. Haftung der Beklagten 

2.1. Haftungsgrundlage 

Wird durch den Betrieb eines Motorfahrzeugs ein Mensch getötet oder verletzt  

oder Sachschaden verursacht, so haftet der Halter für den Schaden (Art. 58 Abs. 

1 SVG). Der Geschädigte hat im Rahmen der vertraglichen Versicherungsde-

ckung ein Forderungsrecht unmittelbar gegen den Versicherer (Art. 65 Abs. 1 

SVG). Der Halter wird von der Haftpflicht befreit, wenn er beweist, dass der Unfall 

durch höhere Gewalt oder grobes Verschulden des Geschädigten oder eines Drit-

ten verursacht wurde, ohne dass ihn selbst oder Personen, für die er verantwort-

lich ist, ein Verschulden trifft und ohne dass fehlerhafte Beschaffenheit des Fahr-

zeuges zum Unfall beigetragen hat (Art. 59 Abs. 1 SVG). Beweist der Halter, der 

nicht nach Absatz 1 befreit wird, dass ein Verschulden des Geschädigten beim 

Unfall mitgewirkt hat, so bestimmt der Richter die Haftpflicht unter Würdigung aller 

Umstände (Art. 59 Abs. 2 SVG). Sind bei einem Unfall, an dem ein Motorfahrzeug 

beteiligt ist, mehrere für den Schaden eines Dritten ersatzpflichtig, so haften sie 

solidarisch (Art. 60 Abs. 1 SVG). 

2.2. Verletzung der Klägerin durch den Unfall 

Die Parteien sind sich darin einig, dass die Klägerin als Folge des Unfalls vom 25. 

Mai 1989 und der dort erlittenen Verletzungen nie eine Erwerbstätigkeit wird aus-

üben können und dauernd hilflos im mittleren Grade bleiben wird (act. 1 S. 2, act. 

9 S. 23 f.).  

2.3. Anerkennung der Haftung dem Grundsatze nach 

2.3.1. Die Beklagte anerkennt die Haftung des Halters für den Lenker bezüglich 

des der Klägerin durch den Unfall vom 25. Mai 1989 verursachten Schadens dem 

Grundsatze nach. Sie bestreitet indessen eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit des 

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Lenkers und macht geltend, dass die reine Kausalhaftung des Halters mit einem 

groben Selbstverschulden der Klägerin, das ihr aus dem groben Unterlassungs-

verschulden ihrer für sie verantwortlichen Eltern anzurechnen sei, eventuell mit 

einem direkt konkurrierenden groben Verschulden der solidarisch haftenden 

Eltern konkurriere. Gestützt darauf macht die Beklagte einen Selbstverschuldens-

abzug von 25 % geltend und anerkennt die Haftung des Halters mit einer Quote 

von 75 % (act. 9 S. 20 f., act. 53 S. 8).  

Ferner bestätigt die Beklagte, aufgrund des direkten Forderungsrechts nach Art. 

65 Abs. 1 SVG gegenüber der Klägerin für die Kausalhaftung des Halters versi-

cherungsvertraglich leistungspflichtig und damit passivlegitimiert zu sein (act. 9  

S. 20). 

2.3.2. Die Beklagte macht als Folge des von ihr behaupteten Selbstverschuldens 

der Klägerin (eventuell Drittverschuldens der Eltern) nicht eine Haftungsbefreiung 

des Halters im Sinne von Art. 59 Abs. 1 SVG geltend, sondern will dieses nur im 

Rahmen eines Abzuges von 25 % berücksichtigt haben. Damit ist anerkannt, dass 

der Halter für den Schaden der Klägerin aus dem Unfall vom 25. Mai 1989 für den 

Lenker haftet und die Beklagte für den Schaden der Klägerin dieser gegenüber in 

vollem Umfang leistungspflichtig ist, soweit nicht ein Abzug für Selbstverschulden 

gestützt auf Art. 59 Abs. 2 SVG zum Tragen kommt. Das im Eventualfall 

behauptete Drittverschulden der Eltern der Klägerin führt dagegen nur zu einer 

solidarischen Haftung mit dem Halter (Art. 60 Abs. 1 SVG), gestützt auf welche 

die Beklagte allenfalls einen Regressanspruch hat.  

2.4. Selbstverschulden  

2.4.1. Die Beklagte macht geltend, die mangels eines Verschuldens des Lenkers 

reine Kausalhaftung des Halters konkurriere mit einem groben Selbstverschulden 

der Klägerin, das ihr aus dem groben Unterlassungs-Verschulden ihrer für sie 

verantwortlichen Eltern anzurechnen sei. Im vorliegenden Fall sei klar, dass die 

urteilsunfähige Klägerin keine eigene Schuld treffen könne, aber ihre Eltern seien 

eben nicht Dritte, sondern als Eltern sowohl Sorge- wie auch Vertretungs-

pflichtige, und deren Verschulden müsse sich auch ein schuldunfähiges Kind wie 

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andere Vertretene wie eigenes Verschulden anrechnen lassen. Daraus resultiere 

ein Selbstverschuldensabzug von 25 %. Die rechtliche Grundlage für diese 

Anrechnung des Verschuldens der Eltern als Selbstverschulden des Kindes sieht 

die Beklagte im von ihr durch Auslegung ermittelten Inhalt von Art. 32 ff. OR 

sowie Art. 301 und 304 ZGB. Zudem leitet sie sie aus Art. 333 ZGB und Art. 54 

OR her (act. 9 S. 20 f.; act. 53 S. 4 ff).  

2.4.2. Nach Ansicht der Klägerin hat die Beklagte eine hundertprozentige Haftung 

zu vertreten (act. 1 S. 17). Die Klägerin hält fest, losgelöst von der Frage, ob ein 

oder beide Elternteile ein Verschulden treffe, könne nach ihrer Auffassung im 

vorliegenden Verfahren selbst dann, wenn ein Elternteil oder gar beide einen Ver-

schuldensvorwurf zu vertreten hätten, dies nicht dazu führen, dass die Beklagte 

den der Klägerin geschuldeten Ersatz deswegen reduzieren könne. Könne die 14 

Monate alte Klägerin mangels Urteilsfähigkeit nicht selbst haften, könne sie auch 

nicht über den im Rahmen des ausservertraglichen Haftpflichtrechts ohnehin 

untauglichen Weg des Stellvertretungsrechts für das Verhalten ihrer Eltern in 

Anspruch genommen werden und könne ihr demgemäss auch kein 

Selbstverschulden bzw. keine Haftungsreduktion entgegengehalten werden (act. 

48 S. 4 ff.). 

2.4.3. Die Parteien sind sich einig, dass die Klägerin im Zeitpunkt des Unfalls 

wegen ihres Kindesalters urteilsunfähig war (Art. 16 ZGB). Aufgrund der 

Urteilsunfähigkeit fehlt der Klägerin die subjektive Komponente des Verschuldens 

(vgl. ROLAND BREHM, Berner Kommentar zum Privatrecht, Obligationenrecht 

Allgemeine Bestimmungen, Die Entstehung durch unerlaubte Handlungen, Art. 41 

- 61 OR, 4. Aufl. 2013, N 179 zu Art. 41 OR) und ihr kann damit kein eigenes 

Verschulden angelastet werden.  

2.4.4. Die Eltern der Klägerin sind im Verhältnis zwischen Klägerin und 

Fahrzeughalter resp. Beklagter Dritte, selbst wenn sie die gesetzlichen Vertreter 

der Klägerin sind. Damit ein allfälliges Verschulden der Eltern wie ein Selbst-

verschulden der Klägerin berücksichtigt werden könnte, wie dies die Beklagte 

geltend macht, wäre eine entsprechende gesetzliche Bestimmung notwendig. 

Eine solche Norm ist jedoch nicht ersichtlich. Insbesondere ergibt sich aus den 

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von der Beklagten angerufenen Bestimmungen in ZGB und OR und aus deren 

Auslegung keine derartige Anrechnung des Verschuldens der gesetzlichen 

Vertreter als Selbstverschulden des Kindes. Die Vertretung zwischen Eltern und 

Kind ist in Art. 304 ff. ZGB geregelt und stützt sich nicht auf die Vorschriften von 

Art. 32 ff. OR zur Stellvertretung. Die Vertretungsbefugnis der Eltern nach Art. 304 

Abs. 1 ZGB besteht nicht, soweit es sich um ein vertretungsfeindliches Geschäft 

handelt, wie dies bei schweren Eingriffen in das Persönlichkeitsrecht des Kindes 

wie hier der Fall ist (vgl. INGEBORG SCHWENZER, in: Basler Kommentar 

Zivilgesetzbuch I, 4. Aufl. 2010, N 5 zu Art. 304/305 ZGB). Das Unterlassen der 

Eltern kann dem Kind somit nicht gestützt auf die Vertretungsbefugnis 

angerechnet werden. Art. 333 ZGB regelt nur eine Kausalhaftung des Familien-

haupts für einen unmündigen Hausgenossen. Eine konträre Verantwortlichkeit 

des Unmündigen für das Familienhaupt oder die Eltern ist darin nicht normiert und 

schon gar nicht eine Anrechnung des Verschuldens des Familienhauptes als 

Verschulden des Unmündigen. Schliesslich erfolgt auch bei der in Art. 54 OR 

geregelten Haftung urteilsunfähiger Personen nicht eine Anrechnung von 

fremdem Verschulden, sondern es handelt sich um eine Kausalhaftung für einen 

von der urteilsunfähigen Person selbst verursachten Schaden, d.h. es wird gerade 

kein Verschulden verlangt (vgl. CHRISTIAN HEIERLI/ANTON K. SCHNYDER, in: Basler 

Kommentar Obligationenrecht I, 5. Auf. 2011, N 1 zu Art. 54 OR). Die Anrechnung 

des Verschuldens der Eltern als Selbstverschulden ihres Kindes lässt sich somit 

nicht auf das Gesetz stützen.  

2.4.5. Dies entspricht der langjährigen (über 100-jährigen) Rechtsprechung des 

Bundesgerichts. Nur in dem von der Beklagten zitierten BGE 24 II 205 E. 5 hat 

das Bundesgericht das Verschulden der Eltern als Selbstverschulden des Kindes 

berücksichtigt und dies gestützt auf den rein praktischen Gesichtspunkt, dass es 

in erster Linie die Eltern seien, welchen die zu zahlende Entschädigung, 

wenigstens mittelbar, zu gute komme. Bereits in BGE 31 II 31 E. 3 hat das 

Bundesgericht seine Rechtsprechung geändert und ein Mitverschulden des 

verunglückten Kindes aus der Anrechnung der Schuld der Eltern abgelehnt mit 

der Begründung, dass ein derartiger, durchaus singulärer Rechtssatz nur auf 

einer ausdrücklichen Norm des positiven Rechts beruhen könnte und es an einer 

- 14 - 

solchen überall fehle. Seither hat das Bundesgericht mehrfach festgehalten, dass 

ein Verschulden der Eltern dem Kind nicht als Selbstverschulden angelastet 

werden kann (vgl. etwa BGE 95 II 255 E 4.b, BGE 81 II 159 E. 3 m.w.H.). Dabei 

hat es zu der in BGE 24 II 205 angeführten Begründung ausgeführt, dass nichts 

Abweichendes daraus folgt, dass die dem Kinde aus der Haftpflicht zukommen-

den Leistungen an die Eltern als gesetzliche Vertreter zu erbringen sind. Denn es 

handelt sich um Kindesvermögen, das seinem Zwecke nicht entfremdet und von 

den Eltern nicht zur Erfüllung eigener Schulden, insbesondere nicht bei einem 

Rückgriff der Beklagten auf sie, verwendet werden darf (vgl. die Art. 290 ff. 

aZGB). Nur soweit Dritte, wie eben etwa die Eltern eines verunfallten Kindes, 

ihnen selbst zustehende Ansprüche aus der Motorfahrzeughaftpflicht des Halters 

erheben, müssen sie sich eine Herabsetzung ihrer Forderungen gefallen lassen, 

soweit sie dann der Beklagten gegenüber rückgriffspflichtig wären (BGE 81 II 159 

E. 3 mit Hinweis auf BGE 34 II 582, BGE 57 II 433, BGE 60 II 224, 63 II 62; Urteil 

i.S. Sihltalbahn-Gesellschaft gegen Eheleute Frei vom 16. März 1944 Erw. 1c).  

2.4.6. Damit ist der Klägerin ein mögliches Verschulden ihrer Eltern nicht als 

Selbstverschulden anzurechnen. Entsprechend hat es bei einem allfälligen 

Rückgriff der Beklagten auf die Eltern der verunfallten Klägerin nach Art. 60 Abs. 

1 SVG sein Bewenden (vgl. HANS GIGER, SVG Kommentar Strassenverkehrs-

gesetz, 7. Aufl. 2008, N 1 zu Art. 60 SVG).  

2.5. Fazit 

Da die Beklagte die Haftung des Halters für den Schaden der Klägerin dem 

Grundsatze nach anerkennt und zudem kein Selbstverschulden der Klägerin als 

Ermässigung der Halterhaftung nach Art. 59 Abs. 2 SVG vorliegt, ist von einer 

Haftung des Halters in vollem Umfang für den der Klägerin durch den Unfall vom 

25. Mai 1989 entstandenen Schaden auszugehen. Die Leistungspflicht der Be-

klagten besteht im Umfang der Haftung des Halters. Demnach ist die Beklagte für 

den der Klägerin durch den Unfall vom 25. Mai 1989 verursachten Schaden in vol-

lem Umfang leistungspflichtig. Das allfällige Verschulden der Eltern der Klägerin 

ist ein Drittverschulden und könnte, da es keine Unterbrechung des Kausalzu-

- 15 - 

sammenhangs bewirkt, nur zu einem Regressanspruch der Beklagten gegen die 

Eltern führen.  

 

3. Art und Umfang des Schadenersatzes 

3.1. Rechtsgrundlage 

3.1.1. Art und Umfang des Schadenersatzes richten sich nach den Grundsätzen 

des Obligationenrechts über unerlaubte Handlungen (Art. 62 Abs. 1 SVG). Nach 

Art. 46 Abs. 1 OR gibt Körperverletzung dem Verletzten Anspruch auf Ersatz der 

Kosten sowie auf Entschädigung für die Nachteile gänzlicher oder teilweiser 

Arbeitsunfähigkeit, unter Berücksichtigung der Erschwerung des wirtschaftlichen 

Fortkommens.  

3.1.2. Die in Art. 46 Abs. 1 OR genannten Schadenspositionen stehen entgegen 

der Auffassung der Beklagten (act. 9 S. 8) nicht in einer Rangfolge, gemäss 

welcher primär ein Anspruch auf Ersatz der Kosten und nur sekundär Anspruch 

auf Entschädigung der Nachteile der Arbeitsunfähigkeit als wirtschaftliche Folge 

der Körperverletzung gewährt wird. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Auf-

zählung und es gilt der Grundsatz der Totalreparation sämtlicher Schadensposten 

(CHRISTIAN HEIERLI/ANTON K. SCHNYDER, in: Basler Kommentar Obligationenrecht 

I, a.a.O., N 1 zu Art. 46 OR; HARDY LANDOLT, N 45 der Vorbemerkungen zu Art. 

45/46 OR). Die Nachteile der Arbeitsunfähigkeit sind im wirtschaftlichen Sinne zu 

verstehen; massgebend ist die Verminderung der Erwerbsfähigkeit (BGE 129 III 

135 E. 2.2. = Pra 92 (2003) Nr. 69).  

3.1.3. Wer Schadenersatz beansprucht, hat den Schaden zu beweisen. Der nicht 

ziffernmässig nachweisbare Schaden ist nach dem Ermessen des Richters mit 

Rücksicht auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge und auf die vom Geschädigten 

getroffenen Massnahmen abzuschätzen (Art. 42 Abs. 1 und 2 OR). Diese 

Bestimmung enthält eine bundesrechtliche Beweisvorschrift, die dem Geschädig-

ten den Schadensnachweis erleichern soll. Sie räumt dem Sachgericht für Fälle, 

in denen der strikte Nachweis des Schadens ausgeschlossen ist, einen erweiter-

ten Ermessensspielraum ein, indem sie ihm gestattet, den Schaden aufgrund 

- 16 - 

einer blossen Schätzung als ausgewiesen zu erachten (Urteil des Bundesgerichts 

4A_116/2008 vom 13. Juni 2008 E. 3.2.1., nicht publizierte Erwägung von BGE 

134 III 489).  

3.2. Strittige Schadenspositionen 

Strittig sind im vorliegenden Verfahren noch die Schadenspositionen Erwerbsaus-

fallschaden, Rentenschaden und AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige.  

3.3. Rechnungstag 

Rechnungstag für die Schadensberechnung ist der Urteilstag, vorliegend der 

3. März 2014. Zur Berechnung werden die neuesten Kapitalisierungsfaktoren ge-

mäss STAUFFER/SCHAETZLE/WEBER, Barwerttafeln und Berechnungsprogramme, 

6. Auflage 2013 verwendet. Da es sich beim Rechnungstag zudem um den Ge-

burtstag der Klägerin handelt, würde für diesen Rechnungstag die Berechnung 

des Erwerbsausfallschadens anhand der Barwerttafel mit der Berechnung mit 

dem Rechenprogramm Leonardo übereinstimmen. Auf die Diskussion der Partei-

en, ob die Berechnung mit Leonardo vorgenommen werden darf oder nicht (act. 9 

S. 13, act. 53 S. 45; act. 48 S. 44), ist deshalb nicht näher einzugehen.  

 

4. Erwerbs- resp. Lohnausfallschaden 

4.1. Rechtliches zur Definition und Berechnung 

4.1.1. Mit dem Lohnausfallschaden (Erwerbsausfallschaden) werden die wirt-

schaftlichen Folgen einer Erwerbsunfähigkeit des Unselbstständigerwerbenden 

entschädigt. Der Lohnausfallschaden besteht gemäss Rechtsprechung und herr-

schender Lehre in der Differenz zwischen dem ohne Eintritt des haftungsbegrün-

denden Ereignisses erzielbaren Erwerbseinkommen (Valideneinkommen) und 

dem trotz Erwerbsunfähigkeit noch erzielbaren Erwerbseinkommen (Invalidenein-

kommen; HARDY LANDOLT, Zürcher Kommentar Obligationenrecht, Teilband V1c, 

Zweite Lieferung, Zürich/Basel/Genf 2007, N 533 zu Art. 46 OR m.w.H.).  

- 17 - 

4.1.2. Die Berechnung des Erwerbsausfalls erfolgt nach der geänderten Praxis 

des Bundesgerichts auf der Grundlage des Nettolohnes. Zunächst ist das Brutto-

einkommen zu bestimmen, welches die Geschädigte durch Berufstätigkeit erzielt 

hätte, wenn sie nicht Opfer des Unfalls geworden wäre. Sodann müssen von 

jenem Einkommen die Arbeitnehmer-Beiträge an die Sozialversicherungen 

abgezogen werden, um das mutmassliche Nettoeinkommen der Geschädigten zu 

bestimmen und auf dieser Grundlage den von ihr erlittenen gegenwärtigen und 

zukünftigen Erwerbsausfall zu berechnen (vgl. BGE 129 III 135 E. 2.2. und 2.3.3 = 

Pra 92 (2003) Nr. 69).  

4.1.3. Der Lohnausfall, der vom Zeitpunkt des Eintritts des haftungsbegründenden 

Ereignisses an bis zum Urteilstag eingetreten ist, ist entsprechend den allgemei-

nen Grundsätzen konkret zu berechnen. Das mutmassliche Valideneinkommen 

bis zum Urteilszeitpunkt ist dem seit dem Verletzungszeitpunkt tatsächlich erziel-

ten bzw. erzielbaren Invalideneinkommen gegenüberzustellen. Da die tatsäch-

liche Lohnentwicklung nicht bekannt ist, sind mutmassliches Validen- und 

Invalideneinkommen der jeweiligen Nominallohnentwicklung bis zum Urteilstag 

anzupassen (HARDY LANDOLT, a.a.O., N 552 ff. zu Art. 46 OR). 

4.1.4. Eine Geschädigte, die vor dem Unfall keiner Erwerbstätigkeit nachging, 

aber nach Eintritt des haftungsbegründenden Ereignisses einen Lohnausfall- bzw. 

Gewinnausfallschaden behauptet, muss dartun, dass eine künftige Erwerbs-

tätigkeit überwiegend wahrscheinlich gewesen wäre. Sie hat substantiiert den 

mutmasslichen Erwerbstätigkeitsgrad darzulegen. Die Annahme einer Voll-

erwerbstätigkeit muss in Würdigung der gesamten Umstände wahrscheinlicher 

sein als die Aufnahme einer Teilerwerbstätigkeit. Hätte die Geschädigte ihre 

Erwerbstätigkeit in Zukunft mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu Gunsten 

einer Hausarbeitstätigkeit aufgegeben oder umgekehrt, ist ein Erwerbsausfall- 

und ein Haushaltteilschaden zu entschädigen. Bei Kindern und Jugendlichen 

muss eine Prognose hinsichtlich der zukünftigen Berufskarriere gemacht werden. 

In der Regel ist davon auszugehen, dass nach der obligatorischen Schulzeit bzw. 

ab dem 16. Lebensjahr eine Berufslehre gemacht und diese mit Alter 19 bzw. 20 

abgeschlossen wird. Steht die mutmassliche Berufskarriere fest, ist der 

- 18 - 

Ausbildungslohn und das nach erfolgter Ausbildung überwiegend wahrscheinliche 

Lohnprofil zu schätzen. Der nach Abschluss der Berufslehre erzielbare Validen-

lohn ist anhand des Durchschnittslohnes gemäss der Lohnstrukturerhebung oder 

allfälliger Lohnrichtlinien festzusetzen. Nötigenfalls ist auf statistische Durch-

schnittslöhne, zum Beispiel den Medianwert, abzustellen. Allfällige Karriere-

schritte bzw. individuelle Reallohnerhöhungen sind zu berücksichtigen (HARDY 

LANDOLT, a.a.O., N 578, N 582, N 589 ff. und N 605 zu Art. 46 OR m.w.H.). 

4.1.5. Stehen die mutmassliche Validen- und die Invalidenberufskarriere bzw. das 

jeweilige Erwerbseinkommen im Urteilszeitpunkt fest, ist die zukünftige Lohnent-

wicklung im jeweiligen Beruf zu schätzen. Die Geschädigte hat die zukünftige 

Lohnentwicklung, namentlich auch allfällige Reallohnerhöhungen rechtsgenüglich 

zu behaupten und zu beweisen. Die Löhne steigen erfahrungsgemäss am Beginn 

des Berufslebens stark und erhöhen sich hernach bis zum 50. Altersjahr, um dann 

bis zur Pensionierung relativ konstant zu bleiben (BGE 129 III 135 = Pra 2003 Nr. 

69). Dabei ergeben Teuerung und Reallohnerhöhung zusammen das Nominal-

lohnwachstum (HARDY LANDOLT, a.a.O, N 628 ff. zu Art. 46 OR). Der zukünftige 

Lohnausfall ist bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters der 

Geschädigten anhand der Aktivitätskoeffizienten zu kapitalisieren (BGE 123 III 

115 E. 6.c).  

4.1.6. Entschädigung nur im Umfang der Sparquote 

4.1.6.1. Die Beklagte ist demgegenüber der Auffassung, vorliegend falle eine 

Forderung auf vollen Ersatz unter anderem eines potentiellen Erwerbsausfalles, 

auf Ersatz eines Rentenschadens und auch eines Haushaltschadens wegen der 

dadurch bewirkten ungerechtfertigten Bereicherung der Erben der Klägerin ausser 

Betracht. Die Kosten der Lebensführung würden der Klägerin grundsätzlich über 

den Pflege- und Betreuungsschaden entschädigt. Einige Kosten seien mit der 

Entschädigung des Pflege- und Betreuungsschadens jedoch nicht gedeckt, die in 

Anlehnung an die Positionen des betreibungsrechtlichen Notbedarfs geschätzt 

und so entschädigt werden könnten. Würde nun der Klägerin der ganze mutmass-

liche Erwerbsausfall entschädigt, ohne die davon in Abzug zu bringenden Auf-

wendungen einer gesunden Vergleichsperson zu berücksichtigen, so würde ihr 

- 19 - 

Vermögenszuwachs enorm viel grösser als wenn man sich das Unfallereignis 

wegdenke. Es würde eine Überentschädigung der Klägerin entstehen in dem 

Sinne, dass sie zur Trägerin eines grossen Vermögens würde, obwohl sie ohne 

den Unfall mit Erwerbstätigkeit nie ein derart grosses Vermögen hätte äufnen 

können, weil sie von ihrem Erwerbseinkommen Lebenshaltungskosten und 

Gewinnungskosten wie Arbeitsweg oder auswärtige Verpflegung usw. hätte ab-

ziehen müssen. Dieses Vermögen werde die Klägerin mangels Handlungsfähig-

keit mit bedauerlich zuverlässiger Voraussehbarkeit lebenslänglich nicht zu ihren 

eigenen Gunsten einsetzen können. Daher sei der Klägerin als Nachteil der durch 

den Unfall eingetretenen Arbeitsunfähigkeit einzig die kapitalisierte jährliche 

Sparquote zu schätzen, zu kapitalisieren und zu entschädigen, also der Betrag, 

den die Klägerin ohne den Unfall aus ihrem Erwerbs- und Renteneinkommen 

während ihres Lebens in der aktiven wie allenfalls der Rentenphase hätte 

aufsparen können, wäre sie nicht verunfallt (act. 9 S. 8 ff., 42; act. 53 S. 27 ff.).  

4.1.6.2. Die Klägerin führt dazu aus, die These der Beklagten, wonach im vor-

liegenden Fall die Klägerin ihren Erwerbsausfall bloss dergestalt ersetzt erhalten 

solle, als ihr der Betrag zur Verfügung gestellt werde, den sie als Gesunde hätte 

sparen können, sei abwegig. Zu ersetzen habe der Haftpflichtige das, was die 

Geschädigte nicht mehr in der Lage sei zu erzielen. Die Beklagte masse sich an 

zu bestimmen, wofür die Klägerin welche Beträge auszugeben habe, und darüber 

zu befinden, dass die Klägerin beispielsweise keine Reisen unternehmen dürfe, 

weil sie ihr hierfür nichts zur Verfügung stelle (act. 48 S. 27 f.).  

4.1.6.3. Die Frage, in welchem Umfang der Klägerin allenfalls ein Haushalt-

schaden zu ersetzen ist, stellt sich im vorliegenden Verfahren nicht. Der Haushalt-

schaden ist nicht eingeklagt und deshalb auch nicht Thema des Prozesses (§ 54 

Abs. 2 ZPO/ZH).  

4.1.6.4. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist der der Geschädigten 

zustehende Schadenersatzanspruch nicht dazu bestimmt, ihre Bedürfnisse zu 

decken, sondern er soll die durch die unerlaubte Handlung bewirkte Verminde-

rung des Vermögens ausgleichen. Insbesondere steht die unter dem Titel des 

Lohnausfalls zugesprochene Entschädigung nicht in Zusammenhang mit den 

- 20 - 

wirklichen Bedürfnissen der Geschädigten. Einer Person in guter Gesundheit 

steht es frei, ihr Arbeitseinkommen so zu verwenden, wie sie es für richtig hält: sie 

kann Ersparnisse machen, sie kann investieren oder sie kann es auf die eine oder 

andere Weise ausgeben. Es kann daher im Haftpflichtrecht nicht in Betracht 

kommen, die Ersatzleistungen je nach diesen rein subjektiven Verhaltensweisen 

verschieden zu bemessen, und es besteht kein Grund, einen Vollinvaliden anders 

zu behandeln als einen Gesunden oder nur Teilbehinderten (vgl. BGE 108 II 422 

E. 3 = Pra 72 (1983) Nr. 30). Entsprechend dieser Rechtsprechung des Bundes-

gerichts ist für die Höhe des Schadenersatzanspruches der Klägerin für Erwerbs-

ausfall nicht von Bedeutung, welche Bedürfnisse sie hat oder ob sie den 

Schadenersatz zu ihren Gunsten einsetzen kann. Auch ist irrelevant, wie sie den 

Erwerb eingesetzt hätte und welche Ersparnisse sie gebildet hätte. Durch den 

Ersatz dieses Schadens entsteht auch keine ungerechtfertigte Bereicherung im 

Sinne von Art. 62 ff. OR, da Art. 46 OR den Haftpflichtigen zum Ersatz der 

Nachteile der Arbeitsunfähigkeit verpflichtet. Der Klägerin ist daher unter dem 

Titel Nachteile der Arbeitsunfähigkeit entgegen der Ansicht der Beklagten nicht 

nur eine durchschnittliche Sparquote zu entschädigen, sondern ihr ist unabhängig 

von der Verwendung die durch die Arbeitsunfähigkeit bewirkte Verminderung des 

Vermögens, der Erwerbsausfallschaden auszugleichen. Wie bereits dargelegt, 

besteht dieser in der Differenz zwischen dem ohne Eintritt des haftungsbegrün-

denden Ereignisses erzielbaren Erwerbseinkommen (Valideneinkommen) und 

dem trotz Erwerbsunfähigkeit noch erzielbaren Erwerbseinkommen.  

4.1.6.5. Im Übrigen ist die Beklagte darauf hinzuweisen, dass der Pflege- und 

Betreuungsschaden nur Kosten umfasst, die der Verletzten als Folge eines 

Dienst- und Sachleistungsmehrbedarfs, der durch eine verletzungsbedingte 

Hilfsbedürftigkeit hervorgerufen wird, entsteht (HARDY LANDOLT, a.a.O., N 241 zu 

Art. 46 OR). Die Kosten der Lebensführung, welche der Klägerin auch ohne den 

Unfall angefallen wären, sind daher nicht über den Pflege- und Betreuungs-

schaden entschädigt.  

4.1.6.6. Der Beklagten ist einzig darin zuzustimmen, dass die eingesparten 

variablen Erwerbskosten vom Schadenstotal abzuziehen sind. Es handelt sich 

- 21 - 

dabei etwa um Automobilspesen, Bahnkosten für den Arbeitsweg oder für 

Kundenbesuche usw., welche nicht in Anspruch genommen wurden (ROLAND 

BREHM, a.a.O., N 42 zu Art. 46 OR). Auf die von der Beklagten für den 

Eventualfall zu den eingesparten Aufwendungen gemachten Ausführungen (vgl. 

act. 53 S. 50) ist daher im Anschluss an die Berechnung des Erwerbsausfall-

schadens näher einzugehen.  

4.2. Anwendbarer Kapitalisierungszinsfuss  

4.2.1. Die Klägerin macht geltend, dass sie keine Möglichkeit habe, im Rahmen 

des aktuell geltenden Kapitalisierungszinsfusses von 3.5 % eine ausreichende 

reale Rendite zu erzielen. Würde man mit diesem Zinszfuss rechnen, würde sie 

definitiv unterentschädigt. Der Kapitalisierungszinsfuss von 3.5 % sei zu hoch. 

Dies begründet die Klägerin anhand von mehreren, von ihr zitierten Lehr-

meinungen, die im Jahr 2004 publiziert wurden, sowie anhand von im 

Zusammenhang mit dem BVG-Mindestzinssatz veröffentlichten Artikeln und 

derzeit von Finanz- und Versicherungsunternehmen erzielten Renditen. 

Ausserdem beruft sie sich zu den in Zukunft realisierbaren Renditen auf die 

massiv verschärften Eigenkapitalvorschriften für Banken, welche dazu führten, 

dass die vor 2007 erwirtschafteten Renditen mittelfristig nicht mehr erreicht 

werden könnten. Schliesslich nennt die Klägerin als Grund für die Senkung des 

Kapitalisierungszinsfusses in ihrer Noveneingabe die Senkung des technischen 

Zinsfusses für die Durchführung der obligatorischen Unfallversicherung durch das 

BAG ab 1. Januar 2014, mit welcher der technische Zinsfuss für Renten aus 

Unfallereignissen vor dem 1. Januar 2014 von 3 % auf 2.75 % gesenkt und für 

solche ab dem 1. Januar 2014 auf 2 % festgesetzt wurde. Aus diesen Gründen 

sei die Kapitalisierung vorliegend mit einem Zinsfuss von 2.5 % vorzunehmen 

(act. 1 S. 42 ff.; act. 48 S. 23 ff, act. 57).  

4.2.2. Die Beklagte führt zum Kapitalisierungszinsfuss zusammengefasst aus, 

nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sei der geltende Kapitalisierungs-

zinsfuss von 3.5 % abzuändern, wenn hinreichend sichere Anzeichen dafür 

bestünden, dass ein Realertrag von 3.5 % auf Kapitalabfindungen in absehbarer 

Zukunft nicht realisierbar wäre bzw. wenn sich mit hinreichender Gewissheit 

- 22 - 

sagen liesse, dass der bisherige Zinssatz von 3.5 % mit dem Grundsatz des 

vollen Schadensausgleichs nicht zu vereinbaren wäre. Diese Voraussetzungen 

seien nicht gegeben. Auch die Senkung des technischen Zinsfusses für die 

Durchführung der obligatorischen Unfallversicherung, welche Teil des gesetzlich 

geregelten Rechnungslegungs- und Finanzierungsverfahrens derselben sei, 

ändere daran nichts. Für eine langfristige Kapitalanlage wie die Kapitalentschädi-

gung der Klägerin sei der Kapitalisierungszinsfuss von 3.5 % demzufolge nach 

wie vor angemessen (act. 9 S. 25 ff.; act. 53 S. 20 ff., act. 61 S. 2 ff.). Zur 

Kapitalisierung der künftigen IV-Renten macht die Beklagte demgegenüber 

geltend, aufgrund der bisherigen Praxis des BSV bzw. des Bundesrates sei davon 

auszugehen, dass im Durchschnitt der Jahre eine Erhöhung der IV-Renten um 

1 % pro Jahr erfolge, um Kostensteigerungen auszugleichen, was wegen der 

existenzsichernden Funktion der IV-Renten weiterhin sachrichtig sein werde. 

Deshalb sei die Rechnung hier mit einem Barwertfaktor von 2.5 % statt 3.5 % 

vorzunehmen (act. 9 S. 50).  

4.2.3. Das Bundesgericht hielt in seinem Entscheid vom 11. Mai 1999 nach 

Würdigung der Aussagen von verschiedenen Experten am Kapitalisierungs-

zinsfuss von 3.5 % fest und erklärte, die Änderung dieser langjährigen, bisherigen 

Rechtsprechung rechtfertige sich nur, wenn hinreichend sichere Anzeichen dafür 

bestehen, dass ein Realertrag von 3.5 % auf Kapitalabfindungen in absehbarer 

Zukunft nicht realisierbar ist, und sich mit hinreichender Gewissheit sagen lässt, 

dass der seit 1946 geltende Kapitalisierungszinsfuss mit dem Grundsatz des 

vollen Schadensausgleichs nicht zu vereinbaren ist. In Würdigung der Aussagen 

der Experten sei davon auszugehen, dass ein realer Ertrag von 3.5 % jedenfalls 

seit Mitte der achtziger Jahre im Rahmen dessen läge, was sich mit einem 

angemessen gemischten Wertschriften-Portfeuille oder mit Anteilen an einem auf 

eine vorsichtige Anlagestrategie ausgerichteten Anlagefonds erzielen lasse. 

Dafür, dass sich die derzeitige Ertragslage solcher Anlagen in absehbarer Zukunft 

nicht mehr werde halten können, bestünden keine hinreichend gesicherten 

Anhaltspunkte (BGE 125 III 312 E. 7). Diese Praxis bestätigte das Bundesgericht 

in verschiedenen weiteren Entscheiden in den folgenden Jahren und zuletzt 2011, 

wobei es sich mit der dagegen erwachsenen Kritik auseinandersetzte und eine 

- 23 - 

Anpassung an den variablen BVG-Mindestzinssatz erneut ablehnte (Urteil des 

Bundesgerichts 4a_127/2011 vom 12. Juli 2011 E. 11 m.w.H.). Auch die von der 

Klägerin für die Senkung des Kapitalisierungszinsfusses vorgebrachten Argu-

mente liefern keine hinreichend gesicherten Anhaltspunkte dafür, dass sich die 

Ertragslage, von der das Bundesgericht noch 2011 ausgegangen ist, in abseh-

barer Zukunft nicht mehr wird halten können. Insbesondere ist eine Anpassung an 

den BVG-Mindestzinssatz, auf den sich die Klägerin beruft, in Übereinstimmung 

mit der Praxis des Bundesgerichts abzulehnen. Ebenso liefert die Senkung des 

technischen Zinsfusses für die Durchführung der obligatorischen Unfallversiche-

rung per 1. Janaur 2014 um 0.25 % für Renten aus Unfallereignissen vor dem 

1. Januar 2014 keine hinreichend gesicherten Anhaltspunkte, gestützt auf welche 

der Kapitalisierungszinsfuss von 3.5 % auf 2.5 % angepasst werden müsste. Die 

Kapitalabfindung der Klägerin ist daher mit einem Zinsfuss von 3.5 % zu kapita-

lisieren. Dieser Kapitalisierungszinsfuss gilt dabei in Übereinstimmung mit der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. etwa BGE 129 III 135 = Pra 92 (2003) 

Nr. 69 E. 2.3.2.3.) entgegen der Ansicht der Beklagten auch für die Kapitalisie-

rung der IV-Rente. Eine zukünftige Erhöhung der IV-Rente wegen der alle zwei 

Jahre erfolgenden Anpassung der Höhe der IV-Renten an die Lohn- und Preisent-

wicklung (Art. 40 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 37 Abs. 1 IVG und Art. 33ter Abs. 1 

AHVG) ist nicht einzurechnen, da bei der Festsetzung des angewandten Kapitali-

sierungszinssatzes von 3.5 % der mutmasslichen künftigen Teuerung bereits 

durch die Verwendung des erwarteten Realzinses Rechnung getragen wird (vgl. 

SCHAETZLE/WEBER, Kapitalisieren, Handbuch zur Anwendung der Barwerttafeln, 5. 

Aufl. 2001, Rz. 1.142) und die von der Beklagten unter Hinweis auf den Ausgleich 

von Kostensteigerungen dargelegte Erhöhung der IV-Renten (act. 53 S. 43) nur 

deren Anpassung an die Teuerung und nicht etwa eine reale Erhöhung darstellt, 

welche zusätzlich durch einen tieferen Kapitalisierungszinsfuss berücksichtigt 

werden müsste. 

4.3. Invalideneinkommen 

Die Parteien sind sich einig, dass die Klägerin aufgrund der Verletzungen, die sie 

beim Unfall vom 25. Mai 1989 erlitten hat, nie einer Erwerbstätigkeit wird nachge-

- 24 - 

hen können (act. 1 S. 26, act. 9 S. 42). Aufgrund dieser Darstellungen der Partei-

en ist von einer 100 % Erwerbsunfähigkeit resp. keinem erzielbaren Invalidenein-

kommen der Klägerin auszugehen.  

4.4. Hypothetisches Valideneinkommen 

4.4.1. Darstellung der Klägerin  

4.4.1.1. Die Klägerin geht bei der Darstellung ihres hypothetischen Validenein-

kommens davon aus, dass sie bis zu ihrer Pensionierung mit 64 Jahren immer zu 

100 % erwerbstätig gewesen wäre, selbst wenn sie geheiratet hätte. Die Klägerin 

bestreitet aber, dass sie ohne Unfall geheiratet und/oder Kinder gehabt hätte. Im 

Falle einer anzunehmenden Heirat weist sie darauf hin, dass sie einen ent-

sprechenden Unterhaltsanspruch gegenüber ihrem Ehemann erworben hätte, 

was jetzt nicht möglich sei. Die Beklagte hätte ihr also den Lebensstandard zu 

ersetzen, den sie gehabt hätte, wenn sie geheiratet hätte. Zusammen mit dem 

Haushaltführungsschaden dürfte all dies auf dasselbe herauskommen, wie wenn 

ihr der verlangte Schadenersatz unter dem Titel des Erwerbsschadens zuge-

sprochen werde. Der Vergleich mit einer ehelichen Situation lasse sich aber hier 

nicht heranziehen, weil solches schlechterdings unmöglich sei (act. 48 S. 35, 37). 

4.4.1.2. Weiter legt die Klägerin zur Fundierung des von ihr in ihrer Hauptbe-

gründung behaupteten, hypothetischen beruflichen Werdegangs die Laufbahn 

ihrer Eltern und Geschwister dar. Diese Darstellungen blieben unbestritten. 

Demnach ist der Vater der Klägerin gelernter Landwirt mit Meisterprüfung und 

führt den eigenen Bauernbetrieb als selbständiger Unternehmer. Der älteste 

Bruder der Klägerin, E._____ (*1976), absolvierte eine Lehre als Landwirt und 

anschliessend ebenfalls die Meisterprüfung. Er ist im väterlichen Betrieb 

angestellt und Teil der Gemeinschaft F._____. Die Schwester G._____ (*1979) 

schloss die Lehre zur Konditorin ab und führt in einer Bäckerei die Feinbäckerei-

/Konditor-/Confiseurabteilung und die Ausbildung der Lehrlinge. Die zweite 

Schwester H._____ (*1982) schloss die Berufsschule für Gesundheits- und 

Krankenpflege ab als diplomierte Pflegefachfrau DN I und erwarb zusätzlich das 

Diplom Pflegefachfrau HF. Sie arbeitet im …spital in I._____. Der zweite Bruder 

- 25 - 

J._____ (*1984) schloss die Berufslehre als Müller Fachrichtung Lebensmittel ab 

und absolvierte anschliessend eine Zusatzlehre als Müller Fachrichtung 

Tiernahrung. Er ist ebenfalls im väterlichen Betrieb angestellt und führt den 

Betriebszweig … selbständig (act. 1 S. 28 ff.). Die Mutter der Klägerin hat 

ursprünglich eine Lehre als Floristin abgeschlossen und besuchte anschliessend 

die Landwirtschaftsschule während eines halben Jahres. Als Mutter von vier 

Kindern bestand sie vor der Geburt der Klägerin zudem die Meisterprüfung für 

landwirtschaftlichen Haushalt. Auf dem Bauernhof der Familie A1._____ 

kümmerte sie sich stets um die Finanzen und die Angestellten (act. 48 S. 32 f.). 

Die Klägerin hält dazu fest, aufgrund dieser Lebensläufe sei ersichtlich, dass das 

soziale Umfeld von Eltern und Geschwistern der Klägerin beruflich betrachtet 

nicht in den akademischen Bereich falle, dass aber sämtliche Familienmitglieder 

problemlos und erfolgreich Lehrabschlüsse erreicht hätten und sich in gefestigten 

Stellen- und Lohnverhältnissen befänden (act. 1 S. 30). 

4.4.1.3. In ihrer Hauptbegründung erachtet es die Klägerin auch nach Darlegung 

ihrer heute zu Tage tretenden Neigungen als wahrscheinlich, dass sie selbst wie 

auch ihre Geschwister mit Sicherheit eine gute Berufsausbildung absolviert und 

dabei einen Beruf im sozialen Milieu einer kaufmännischen Tätigkeit vorgezogen 

und sich einem Beruf im Gesundheitswesen, nämlich in der diplomierten Kranken-

pflege, zugewandt und dort eine entsprechende Ausbildung absolviert hätte. 

Dabei legt sie ihren mutmasslichen Werdegang und das hypothetische Ein-

kommen im Einzelnen wie folgt dar: Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit 

hätte sie zusätzlich eine weiterführende Schule besucht und nach deren Ab-

schluss im Alter von 18 Jahren eine Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau 

angetreten. Während der Ausbildung zur Krankenpflegerin sei von monatlichen 

Löhnen von CHF 800.– im ersten Lehrjahr 2007-2008, CHF 1'000.– im zweiten 

Lehrjahr 2008-2009 und CHF 1'250.– im dritten Lehrjahr 2009-2010 auszugehen. 

Anschliessend hätte sie ab dem 1. August 2010 im Alter von 22 Jahren als 

diplomierte Krankenpflegerin bei Ersteinstellung nach dem Besoldungssystem 

des Kantons Basel-Landschaft bei Einstufung in die Lohnklasse 16, Erfahrungs-

stufe B einen Jahresbruttolohn von CHF 65'560.– inkl. 13. Monatslohn erzielt. 

Aufgrund des automatischen Lohnanstiegs wäre dieser Lohn in der Folge bis 

- 26 - 

2012 auf CHF 71'251.– in der Stufe 1 der Lohnklasse 16 gestiegen. Die Klägerin 

nimmt weiter an, dass sie während zehn Jahren in der gleichen Lohnklasse 

geblieben wäre und dabei bei einem jährlichen Erfahrungsanstieg im Jahre 2020 

die Erfahrungsstufe 9 erreicht hätte, was einen Jahreslohn von CHF 87'045.50 

bedeute. Dann sei aufgrund der Erfahrung und in Anlehnung an den Werdegang 

ihrer Geschwister davon auszugehen, dass die Klägerin berufsbegleitend zusätz-

liche Ausbildungen angestrebt hätte und dies mit der Übernahme von Vorge-

setztenfunktionen einher gegangen wäre. Entsprechend der Übernahme vermehr-

ter Verantwortung und Leitungstätigkeit sei davon auszugehen, dass sie im Sinne 

einer Beförderung im Jahr 2020 neu in Lohnklasse 15 bei gleicher Erfahrungs-

stufe eingereiht worden wäre und somit im Jahr 2021 einen Lohnsprung auf CHF 

92'365.65 gemacht hätte. Dieses Einkommen werde bis zum Alter 50 einer 

jährlichen 1 %-igen Steigerung unterzogen, was bis zu jenem Zeitpunkt zu einem 

Einkommen von CHF 110'482.– führe. Sodann werde diese Grösse bis zum Ende 

der beruflichen Tätigkeit unverändert belassen (act. 1 S. 30, 34 ff.; act. 48 S. 40 

ff.).  

4.4.1.4. Ferner legt die Klägerin dar, vom Bruttoeinkommen sei für AHV/IV/EO/ 

ALV initial ein Abzug von 6.05 % und ab dem Jahr 2012 von 6.25 % 

vorzunehmen. Was die BVG-Abzüge angehe, halte sich die Klägerin ans Gesetz 

und nehme die in Art. 16 BVG vorgesehenen Prozentsätze des koordinierten 

Lohnes als Abzug vom Bruttolohn. Die Abzüge würden daher zunächst 3.5 % für 

das 25. bis 34. Altersjahr, dann 5 % für das 35. bis 44. Altersjahr, dann 7.5 % für 

das 45. bis 54. Altersjahr und schliesslich 9 % für das 55. bis 64. Altersjahr 

betragen (act. 48 S. 34).  

4.4.1.5. Gestützt auf diese Darstellungen errechnet die Klägerin einen 

Erwerbsausfall von CHF 188'470.– bis Ende November 2012 sowie einen mit 

dem Zinsfuss von 3.5 % und dem Koeffizient 20.76 kapitalisierten künftigen 

Erwerbsausfall von CHF 1'803'804.– (resp. von CHF 2'118'834 bei einem Kapitali-

sierungszinsfuss von 2.5 % und dem Koeffizient 24.13) von Dezember 2012 bis 

zur Pensionerung per 1. April 2052 (vgl. act. 48 S. 41 ff.).  

- 27 - 

4.4.1.6. Zudem macht die Klägerin geltend, es sei bei einer Tätigkeit als diplo-

mierte Pflegefachfrau zusätzlich von einem durchschnittlichen Zuschlag zum Lohn 

für Inkonvenienzen zwischen CHF 200.– und CHF 500.– pro Monat auszugehen, 

bei einem Mittelwert von CHF 350.– monatlich von einer pauschalen Abgeltung 

von CHF 4'200.– jährlich, welcher nicht dynamisiert werde. Bei der Berechnung 

werde für das Jahr 2010 bei Stellenantritt pauschal CHF 1'000.– angenommen. 

Vom 1. August 2010 bis zum 30. November 2012 mache diese Schadensposition 

CHF 9'600.– aus, der Kapitalwert ab dem 1. Dezember 2012 bis zur Pensionie-

rung betrage mit Kapitalisierungszinsfuss 2.5 % und Kapitalisierungsfaktor 24.13 

CHF 101'338.–; beim Kapitalisierungszinsfuss 3.5 % mit einem Faktor von 20.76 

stünden die künftigen Lohnzulagen mit CHF 87'205.– zu Buche (act. 1 S. 41 f.; 

act. 48 S. 44 f.).  

4.4.1.7. Für den Fall, dass das Gericht nicht vom Berufsweg als diplomierte 

Pflegefachfrau ausgehen sollte, legt die Klägerin in einer Eventualbegründung 

auch die Lohnentwicklung gestützt auf statistische Zahlen zum Einkommen der 

Arbeitnehmer dar. Hierzu macht sie geltend, lege man der Berechnung des 

Erwerbsausfalles eine vierjährige Lehre zugrunde und wende anschliessend die 

vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen Zahlen über das 

durchschnittliche Einkommen der Arbeitnehmer an, so beliefe sich der Einstiegs-

lohn im Jahre 2008 auf CHF 53'900.–, welcher sich bis zum 25. Altersjahr auf 

CHF 61'600.– und bis zum 30. Altersjahr auf CHF 69'300.– erhöhe. Anschlies-

send sei vom Durchschnittslohn von CHF 77'000.– auszugehen, welcher einer 

mindestens 1 % igen jährlichen Reallohnsteigerung zu unterziehen sei. Dies führe 

bis zum Alter 50 zu einem Bruttoeinkommen über CHF 93'955.–. Unter Annahme 

eines Lehrlingslohnes von zunächst CHF 600.– pro Monat, im zweiten Lehrjahr 

CHF 800.– pro Monat, im dritten Lehrjahr CHF 1'000.– und im letzten Lehrjahr 

CHF 1'100.– pro Monat ergebe diese, auf statistischen Daten beruhende 

Schadensberechnung einen bisherigen Erwerbsschaden von CHF 159'682.– und 

einen künftigen Erwerbsschaden bei einem Zinssatz von 2.5 % von CHF 

1'381'168.–. Bei einem Zinssatz von 3.5 % belaufe sich der künftige Schaden auf 

CHF 1'174'340.– (act. 1 S. 36, act. 48 S. 47).  

- 28 - 

4.4.2. Darstellung der Beklagten  

4.4.2.1. Die Beklagte bestreitet das von der Klägerin dargestellte Validenein-

kommen im Einzelnen und erachtet die Berechnung der Klägerin als intransparent 

(act. 53 S. 43 f.). Sie stellt der klägerischen Darstellung ihre eigene Darstellung 

und Berechnung gegenüber:  

4.4.2.2. Auch die Beklagte ist der Auffassung, dass die für eine Schätzung zur 

Anwendung kommende Methodik eine multifaktorielle sein müsse, wobei das 

familiäre und soziale Umfeld und die Entwicklung der Geschwister bedeutsam 

sein könnten. Die Darstellung des Werdegangs von Geschwistern sowie Vater 

und Mutter habe aber vorliegend eine eng limitierte Bedeutung, da die 

Heranziehung von Berufslaufbahnen in der Familie auf einem überholten Vorver-

ständnis der beruflichen Generationennachfolge beruhe. Vor allem sei nach den 

Erfahrungen des Lebens unwahrscheinlich, dass die Klägerin denselben Berufs-

weg eingeschlagen hätte wie eines ihrer Geschwister, insbesondere wie von der 

Klägerin behauptet analog ihrer älteren Schwester H._____, oder wie ihre Mutter. 

Es wisse keiner, welchen beruflichen und persönlichen Weg die Klägerin ohne 

den Unfall eingeschlagen hätte. Es sei daher auf die Statistiken und ihre Mittel-

werte abzustellen (act. 9 S. 43 f., 46; act. 53 S. 31 ff.).  

4.4.2.3. Die Beklagte bestreitet als unrealistisch und statistikwidrig, dass die 

Klägerin bis Alter 64 durchgehend zu 100 % berufstätig gewesen wäre. Es arbeite 

nur ein kleiner Teil der Frauen 100 %, und bei den verheirateten Frauen und 

speziell bei den Müttern sei es statistisch nur eine kleine Zahl. Die meisten berufs-

tätigen Frauen würden Teilzeit arbeiten. Für die Klägerin bestehe dieselbe Wahr-

scheinlichkeit einer Familienpause wie für die meisten anderen Frauen auch, 

wobei diese Familien-Wahrscheinlichkeit in ausgesprochen ländlichen Gegenden 

wie zwischen …- und …tal vermutlich immer noch grösser sei als in metro-

politanen Räumen und Agglomerationen. Und sie sei wohl noch grösser deshalb, 

weil die beiden älteren Schwestern der Klägerin diesem Muster bisher nicht 

folgten, denn dies erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass wenigstens das Leben der 

dritten Tochter der Familie A1._____ diesem mehrheitlichen Frauen-

Lebensmuster gefolgt wäre. Die Beklagte geht daher davon aus, dass die 

- 29 - 

Klägerin ohne den Unfall wahrscheinlich das mehrheitliche Lebensmuster von 

Frauen durchlebt, also geheiratet und Kinder gehabt hätte. Dies habe mit der vom 

Bundesamt für Statistik ermittelten Heiratswahrscheinlichkeit zu tun, welche mit 

0.14 % aller Heiraten von Frauen durch 17-jährige Frauen beginne, bei 9.77 % 

aller Heiraten durch 29-jährige Frauen gipfle, und dann auslaufe. Ausserdem 

habe die Anzahl Kinder je Frau im Kanton Basel-Landschaft im Jahr 2011 bei 

1.51 gelegen. Der von der Klägerin behauptete Fall, dass sie unverheiratet und 

kinderlos bis zum AHV-Schlussalter 100 % gearbeitet hätte, sei aufgrund aller 

Statistiken des BFS gerade der unwahrscheinlichste Fall. Die BFS-Statistiken 

würden die Vermutung begründen, dass die Klägerin ohne Unfall geheiratet hätte 

und Mutter geworden wäre. Konkret nimmt die Beklagte für die Schätzung an, 

dass die Klägerin 2013, also in einem in ländlichen Gegenden immer noch 

üblichen Alter von 25 Jahren, geheiratet hätte und Mutter geworden wäre. Für die 

übliche Familienphase sei mit einem entsprechenden Einbruch beim 

Erwerbseinkommen der Klägerin zu rechnen. So sei während eines Drittels der 

beruflich aktiven Phase der Klägerin, d.h. während 15 von 45 Jahren, mit einer 

über diese 15 Jahre gemittelten Einkommenseinbusse von 67 % zu rechnen. 

Dabei sei von anfänglich 5 Jahren 0 %, dann 5 Jahren 33 % und zuletzt 5 Jahren 

67 % auszugehen. Dies basiere auf einer allgemeinen Erfahrung des Lebens, 

indem die Beklagte für die Klägerin Heirat und Mutterschaft im mutmasslichen 

Alter von 25 Jahren, dann einen anfänglichen völligen Rückzug aus dem 

erwerblichen Arbeitsprozess ausserhalb eines Landwirtschaftsbetriebes in der 

zweiten Hälfte der ersten Schwangerschaft, und in der Folge einen sukzessiven 

Wiedereintritt ins Berufsleben ab etwa Alter 30 bis zum Alter 40, allerdings nicht 

mit einer substantiellen weiteren Erhöhung mit Rücksicht auf die Mutterpflichten, 

annehme. Es wäre vermutlich Ziel der Klägerin gewesen, vor Alter 40 wieder ein 

50-70 % Pensum zu haben. Zu schätzen sei dann für Alter 41 bis 64 mit einem 

durchschnittlichen Pensum von 60 % (act. 9 S. 45 ff.; act. 53 S. 35 ff.).  

4.4.2.4. Zum mutmasslichen Valideneinkommen der Klägerin führt die Beklagte 

aus, sie rechne für ein 100 % Pensum und ohne Fixierung auf eine Berufsrichtung 

gestützt auf die Lohnstatistiken und den Salarium Lohnrechner des BFS für Alter 

22 mit einem geschätzten Starteinkommen von brutto rund CHF 50'000.– für eine 

- 30 - 

Zwanzigjährige. Bei einer jährlichen realen Steigerung von 1,5 % bis Alter 50 

ergebe sich über die Zeit bis zum Schlussalter 64 bei einem 100 % Pensum ein 

durchschnittliches Nettojahreseinkommen von CHF 56'210.–. Im Alter 50 und bis 

im Schlussalter 64 würde das letzte 100 % Jahresbruttoeinkommen CHF 77'000.– 

betragen, was sicher als respektables Einkommen gelten dürfe. In diesem Ein-

kommen seien Naturalleistungen und Erschwerniszulagen inbegriffen, d.h. solche 

seien nicht extra in die Schätzung einzubeziehen. Die von ihr zu dieser Rechnung 

in der Klageantwort genannten Beitragssätze an die Sozialversicherungen 

(7.55 % Abzug AHV/IV/EO/ALV/FAK und 3 % bzw. 6.6 % bzw. 10.4 % bzw. 

11.3 % BVG-Abzug) korrigiert die Beklagte in der Duplik auf 6.25 % Arbeitneh-

merbeiträge für AHV/IV/EO/ALV ab 2012 und hält fest, dass die FAK-Beiträge 

vom Arbeitgeber erbracht werden, sofern die Klägerin nicht selbständig erwerbs-

tätig sei. Sodann beziffert sie nun die BVG-Beitragssätze per 1. Juli 2012 

aufgrund der Beitragssätze der überparitätischen PUBLICA bei paritätischer 

Berechnung für 22-34 Jahre auf 5.85 %, für 35-44 Jahre auf 7.45 %, für 45-54 

Jahre auf 11.538 % und für 55-70 Jahre auf 15.0 %. Zusätzlich sei die Hälfte der 

Risikoprämie von 3-4 % für Invalidität und Hinterlassenenleistungen in die 

Berechnung einzuziehen. Dennoch hält die Beklagte aber an dem von ihr ge-

schätzten durchschnittlichen Nettojahreseinkommen der Klägerin von CHF 

56'210.– fest. Zu ihrer Schätzung führt sie aus, diese werde auch durch die 

neueste Statistik des Statistischen Amtes des Kantons St. Gallen vom März 2011 

gestützt, wo für Frauen in der Nordwestschweiz durchschnittliche Monats-

Bruttolöhne 2008 mit einem Median von CHF 5'200.– ausgewiesen würden, also 

noch tiefer als CHF 72'000.– pro Jahr. Dieser Median verlaufe ab Alter 33 bei den 

Frauen ziemlich waagrecht (act. 9 S. 44, 47; act. 53 S. 31 ff.).  

4.4.2.5. Gestützt auf die von ihr geschätzten Parameter geht die Beklagte von 

einer Berufstätigkeit ab 1. Oktober 2010 in drei Phasen mit einem Pensum von 

100 % vom 1. Oktober 2010 bis 31. März 2013, von 33.333 % vom 1. April 2013 

bis 31. März 2028 und anschliessend von 60 % vom 1. April 2028 bis 31. März 

2052 und einem durchschnittlichen Nettolohn bei 100 % Pensum von 56'210.– 

pro Jahr aus. Sodann macht sie geltend, die bis zum 31. März 2011 mutmasslich 

ohne Unfall erzielbaren Einkommen seien unter Hinweis auf die übliche 

- 31 - 

Konsumption des Lehrlingslohnes durch die Auszubildenden unwesentlich, da 

keine Sparquote übrig geblieben wäre. Diese Einnahmen bestreitet die Beklagte 

deshalb. Das mutmassliche Einkommen ohne Unfall betrage nach Darstellung der 

Beklagten vom 1. Dezember 2012 bis zum 31. März 2013 bei 100 % 

Erwerbstätigkeit CHF 18'081.– und vom 1. April 2013 bis 31. März 2052 CHF 

1'282'150.– abzüglich CHF 404'339.– für die Mutterphase und CHF 190'664.– für 

Teilzeiterwerbstätigkeit 60 %, was ein mutmassliches Einkommen ohne Unfall ab 

1. Dezember 2012 bis 31. März 2052 von CHF 705'228.– ergebe. Auf die von ihr 

geschätzten Zahlen lasse sich die Beklagte aber bei der gerichtlichen Wahl einer 

anderen Schätzungsart oder -methodik nicht behaften (act. 9 S. 47 ff.; act. 53 

S. 52). 

4.4.2.6. Zudem ist die Beklagte der Auffassung, dass auch die Klägerin dem 

durchschnittlichen Arbeitslosenrisiko ausgesetzt gewesen wäre, was in der 

Berechnung eines Einkommens zu berücksichtigen sei (act. 53 S. 35). In welcher 

Form oder welchem Ausmass diese Berücksichtigung zu erfolgen hätte, legt die 

Beklagten indes nicht dar.  

4.4.3. Schätzung des Gerichts 

4.4.3.1. Die Klägerin wird aufgrund des im Alter von vierzehn Monaten erlittenen 

Unfalls nie eine Erwerbstätigkeit ausüben können; darin sind sich die Parteien 

einig. Da dieser Unfall im frühen Kindesalter geschah, kann weder anhand einer 

bereits in Angriff genommenen Ausbildung noch aufgrund der schulischen Leis-

tungen oder der Interessen der Klägerin eine überwiegende Wahrscheinlichkeit 

für eine bestimmte, mutmasslich künftige berufliche Tätigkeit ausgemacht werden. 

Aus dem von der Klägerin beschriebenen Werdegang ihrer Geschwister und 

Eltern lässt sich zwar erahnen, dass die Klägerin wohl eine Ausbildung absolviert 

und abgeschlossen hätte. Doch eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine 

bestimmte berufliche Tätigkeit lässt sich daraus nicht herleiten, insbesondere 

auch nicht der von der Klägerin in ihrer Hauptbegründung dargestellte Werdegang 

und Berufsweg als diplomierte Pflegefachfrau analog ihrer Schwester H._____. 

Damit fallen auch die von der Klägerin für die berufliche Tätigkeit als diplomierte 

Pflegefachfrau geltend gemachten Inkonvenienz-Zulagen ausser Betracht. 

- 32 - 

Vielmehr kann aufgrund der vielen Unbekannten einzig ein durchschnittlicher 

Werdegang als dem gewöhnlichen Lauf der Dinge entsprechend zur Schätzung 

des Erwerbsausfallschadens nach Art. 42 Abs. 2 OR herangezogen werden. Zur 

Ermittlung des mutmasslichen Valideneinkommens der Klägerin ist daher auf die 

statistischen Werte des Bundesamtes für Statistik (bfs) zum durchschnittlichen 

Lohn und Beschäftigungsgrad von Frauen nach Lebensalter abzustellen, soweit 

die Parteien in ihren Darstellungen zum mutmasslichen Werdegang gemäss 

Statistik (die Klägerin in ihrer Eventualbegründung) nicht von übereinstimmenden 

Annahmen ausgehen oder gemeinsam über die vom Gericht ermittelten, 

statistischen Werte hinausgehen resp. die Klägerin weniger verlangt, als jene ihr 

zugestehen würden. Aufgrund der umfangreichen, durch das bfs im Internet 

publizierten Statistiken zum durchschnittlichen Lohn und Beschäftigungsgrad, auf 

die das Gericht seine Schätzung stützen kann, ist von der Einholung einer 

schriftlichen Auskunft des bfs abzusehen. Den Parteien war indes Gelegenheit zu 

geben, zu den nachfolgenden Statistiken Stellung zu nehmen:  

a. "Bruttoerwerbseinkommen pro Jahr der Erwerbstätigen nach Erwerbsstatus, 

Berufsgruppen ISCO 88 (COM), Beschäftigungsgrad und Geschlecht, Stän-

dige Wohnbevölkerung, Zentralwert in Franken 2012" des bfs (vgl. 

http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/04/blank/key/erwerbs

einkommen.html, besucht am 12. November 2013) 

b. "Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert und Quartilbereich) nach Lebensalter, 

Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, privater und öf-

fentlicher Sektor (Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körperschaften) zu-

sammen, Schweiz 2008 resp. 2010" des bfs (vgl. http://www.bfs.admin. 

ch/bfs/portal/de/index/themen/03/04/blank/data/01/06_01.html#5, Tabelle 

Monatlicher Bruttolohn nach Lebensalter - Privater und öffentlicher Sektor 

zusammen - Schweiz je-d-03.04.01.00.09 besucht am 12. November 2013) 

c. "Erwerbsquoten nach Nationalität und Altersgruppe 2012" des bfs (vgl. 

http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/00/09/blank/ind42.indica

tor.420007.420002.html, Tabelle Erwerbsquoten nach Geschlecht, Natio-

- 33 - 

nalität, Altersgruppen, Familientyp je-d-03.01.02.02 besucht am 12. No-

vember 2013).  

d. "Beschäftigungsgrad der Erwerbstätigen Personen nach Altersgruppe 2010 - 

2012" des bfs (vgl. http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/ 

03/02/blank/data/03.html, Tabelle Beschäftigungsgrad nach Geschlecht, Na-

tionalität, Altersgruppen, Familientyp je-d-03.02.01.15 besucht am 12. No-

vember 2013) 

4.4.3.2. Die Klägerin legt in ihrer Stellungnahme dar, es sollten zur Schätzung 

auch Analysen der Zukunftsszenarien gemäss der Broschüre "Szenarien zur Be-

völkerungsentwicklung der Schweiz 2010 - 2060" des bfs (abrufbar unter http:// 

www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/news/publikationen.html?publicationID= 

3989 besucht am 24. Januar 2014) berücksichtigt werden, da es sich um die 

Schätzung eines Schadens für die kommenden rund 40 Jahre handle. Ausserdem 

seien das Diskriminierungsverbot und Gleichstellungsgebot zu berücksichtigen, 

weshalb zwischen den Löhnen für Frauen und Männer nicht mehr zu unter-

scheiden sei. Zudem hätten die Erwerbsquote und der Beschäftigungsgrad von 

Frauen in der jüngeren Vergangenheit stetig zugenommen und diese Tendenz 

werde sich fortsetzen. Der in den vergangenen Jahren zu beobachtende Rück-

gang der Erwerbsquote bei Männern und Frauen in der Altergruppe der 55- bis 

64-jährigen dürfe nicht berücksichtigt werden, werde doch mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit in 40 Jahren ein höheres Rücktrittsalter auch für Frauen 

gelten. Dies vorweggenommen, ergebe sich aus den Statistiken, dass der 

überwiegende Teil der Frauen erwerbstätig sei und in jeder Altersgruppe der 

Beschäftigungsgrad von 90 bis 100 % markant überwiege. Bei einer derartigen 

Aufschlüsselung müsse entscheidend sein, welche Altersgruppe für sich allein 

gegenüber den jeweils anderen überwiege. Zudem werde gemäss allen drei 

Grundszenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Schweiz 2010 bis 2060 des bfs 

die Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Frauen relativ stark zunehmen. Ferner 

sei der Schätzung des Lohnes das Anforderungsniveau 2 zugrunde zu legen, 

ohne zwischen den Löhnen von Frauen und Männern zu unterscheiden. Die 

- 34 - 

Schätzung sei mit jährlichen Reallohnsteigerungen entsprechend den individuel-

len und generellen Lohnsteigerungen zu versehen (act. 72 und 78 S. 2).  

4.4.3.3. Die Beklagte führt in ihrer Stellungnahme aus, bei der Wahl der 

Statistiken sei zu berücksichtigen, dass die Klägerin in einer ländlichen und relativ 

schwach besiedelten Gegend wohne und wohl auch bis zur wirtschaftlichen 

Selbständigkeit bei ihren Eltern gelebt hätte. Alsdann wäre sie vermutlich nach 

I._____ als nächstes Regionalzentrum als Ausbildungsort gegangen und dieser 

Ort wäre vermutlich auch als Ort einer weiteren beruflichen Entwicklung im 

Vordergrund gestanden ebenso wie der Bezirk K._____. Daher sei als 

Schätzungsgrundlage nicht auf die auf der Basis der gesamten Schweiz 

erhobenen Statistiken des bfs abzustellen, sondern es sei die Schätzung auf die 

Baselbieter Statistik aufzubauen, ergänzt mit der Lohnlandschaft Ostschweiz, vor 

allem den konkreten Einkommensmöglichkeiten in I._____. Dies liefere eine 

konkretere, präzisere Schätzungsgrundlage. Eine mögliche Unterstützung der 

richterlichen Schätzung biete die Einholung einer schriftlichen Auskunft beim bfs 

konkret für I._____ und den Bezirk K._____ (act. 68). Zu den von der Klägerin in 

deren Stellungnahme zusätzlich herangezogenen Zukunftsszenarien hält die 

Beklagte fest, dabei handle es sich nicht um reale Fakten, weshalb in der 

Rechtsprechung darauf nicht abgestellt werden dürfe. Auch die Erhöhung des 

Rentenalters hätte nur berücksichtigt werden müssen, falls sie während des 

Prozesses geltendes Recht geworden wäre. Ausserdem gehe es um die 

Berechung für eine Frau und nicht für einen Mann (act. 75).  

4.4.3.4. Bei der Auswahl der verwendeten Statistiken des bfs ist, soweit 

überhaupt möglich, zu berücksichtigen, dass die Klägerin eine Frau mit Schweizer 

Bürgerrecht ist. Dies sind die einzigen bekannten Tatsachen als Grundlage für die 

Schätzung des Valideneinkommens. Entgegen der klägerischen Darstellung 

erscheint es angemessen, tatsächlich auf die statistischen Werte für Frauen abzu-

stellen und nicht eine geschlechtsneutrale Schätzung vorzunehmen, soweit die 

Lohnunterschiede auf erklärbare Unterschiede zwischen den Geschlechtern 

zurückzuführen sind. Aus demselben Grund erfolgt auch die Kapitalisierung 

anhand von nach Geschlecht unterscheidenden Kapitalisierungsfaktoren. Die in 

- 35 - 

den Statistiken des bfs sichtbaren Lohnunterschiede zwischen Frauen und 

Männern kommen mehrheitlich aufgrund von erklärbaren Merkmalen zustande, 

und nur ein Anteil von rund 37 % der Differenz (im Jahr 2010) ist auf nicht 

erklärbare Gründe zurückzuführen (vgl. dazu http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/ 

de/index/themen/03/04/blank/key/lohnstruktur/ nach_geschlecht.html besucht am 

13. Januar 2014). Es hat daher nur eine Erhöhung des für Frauen ermittelten, 

statistischen Medianlohnes um rund 40 % der Differenz zu dem in der Statistik für 

Männer ausgewiesenen Wert zu erfolgen, um die verfassungswidrigen 

Geschlechtsunterschiede (Art. 8 Abs. 3 BV) zu korrigieren. Weiter ist entgegen 

der Beklagten für die Klägerin keine Eingrenzung auf die Wohnregion Kanton 

Baselland oder gar die Stadt I._____ und die Region K._____ vorzunehmen, dies 

wegen der reduzierten Aussagekraft von auf ein derart kleines Gebiet 

beschränkten Statistiken sowie auch angesichts der grossen Wahrscheinlichkeit 

eines Wohnortwechsels innerhalb der Schweiz (gerade wegen der von der 

Beklagten angedeuteten, beschränkten beruflichen Optionen in dieser Gegend). 

Bezüglich des von der Klägerin vorgebrachten Einbezugs von Zukunftsszenarien 

und jährlichen Reallohnsteigerungen aufgrund der zunehmenden Berufserfahrung 

ist festzuhalten, dass die jeweiligen Reallohnsteigerungen in die Statistiken schon 

durch die Berücksichtigung der Löhne nach Altersklassen Eingang gefunden 

haben. Eine mittlere Reallohnsteigerung durch die zunehmende Berufserfahrung 

ist somit eingerechnet. Im Übrigen ist auf die drei von der Klägerin angerufenen 

Zukunftsszenarien nicht abzustellen. Aus prozessualer Sicht ist dieses Vorbringen 

der Klägerin zwar noch zu berücksichtigen (FRANK/STRÄULI/MESSMER, Kommentar 

zur Zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 1997, N 12 zu § 114/115 

ZPO/ZH). Es wäre aber einerseits widersprüchlich, diese Szenarien - wie es die 

Klägerin verlangt - nur teilweise zu berücksichtigten, nämlich soweit sie eine 

Erhöhung der Erwerbsquote schätzen, und gleichzeitig den Rückgang der 

Erwerbstätigkeit ab Alter 55 Jahre unberücksichtigt zu lassen. Bereits deshalb ist 

eine solche partielle Berücksichtigung im Grundsatz abzulehnen. Andererseits 

basieren die einzelnen Zukunftsszenarien jeweils auf mehreren, unterschiedlich 

formulierten Hypothesen für die Zukunft, welche zu recht divergenten 

Ergebnissen führen. Gestützt darauf wird die Entwicklung der Erwerbsquoten 

- 36 - 

vorausgeschätzt, wobei im Rahmen der kommentierten Ergebnisse festgehalten 

wird, insgesamt betrachtet zeigten die Szenarien und Varianten zwar eine positive 

Entwicklung der Erwerbsquote der 15- bis 64-Jährigen (mit einigen wesentlichen 

Ausnahmen einer schwach negativen Veränderung), aber das Ausmass dieser 

Entwicklung sei relativ bescheiden (vgl. http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/ 

index/news/publikationen.htmpublicationID=3989, Broschüre Szenarien zur 

Bevölkerungsentwicklung der Schweiz 2010 - 2060 besucht am 24. Januar 2014, 

S. 51 ff.). Auch in Anbetracht dessen erscheint es angemessen, die Schätzung 

des hypothetischen Einkommens auf der Basis der gegenwärtigen Verhältnisse 

vorzunehmen und auf die gegenwärtigen, statistisch erhobenen Zahlen abzu-

stellen. Weiter sind entgegen den klägerischen Ausführungen (act. 72 S. 4) nicht 

die Medianwerte des Anforderungsniveaus II zu Grunde zu legen, sondern es ist 

von den Medianwerten aller Anforderungsniveaus zusammen auszugehen, da die 

vorliegenden Grundtatsachen bereits die Festlegung auf ein bestimmtes 

Anforderungsniveau nicht zulassen. Das Abstellen auf den Medianwert aller 

Anforderungsniveaus erscheint daher geboten. Schliesslich sind für die Klägerin 

keine Annahmen zu treffen, ob sie geheiratet und Kinder bekommen hätte oder 

nicht. Ihr hypothetisches Erwerbseinkommen kann anhand der obgenannten 

Statistiken unabhängig von den mutmasslichen Familienverhältnissen geschätzt 

werden.  

4.4.3.5. Vom hypothetischen Bruttoerwerbseinkommen in Abzug zu bringen sind 

die Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen AHV, IV, EO und ALV 

sowie ab dem 25. Altersjahr der Klägerin die Altersgutschriften an die berufliche 

Vorsorge (2. Säule; vgl. BGE 129 III 135 = Pra 92 (2003) Nr. 69 E. 2.3.2.3.). Die 

Beitragssätze betrugen bis 2010 für AHV 4.2 %, IV 0.7 %, EO 0.15 % und ALV 

1 %, womit bis 2010 ein Abzug von 6.05 % vorzunehmen ist. Ab 2011 wurden die 

Beiträgssätze für EO auf 0.25 % und für ALV auf 1.1 % erhöht, weshalb ab 2011 

der Abzug 6.25 % beträgt. Weiter ist entgegen der Darstellung der Beklagten bei 

den Beiträgen für die berufliche Vorsorge im Rahmen der Schätzung des 

hypothetischen Valideneinkommens der Klägerin als dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge entsprechend auf die gesetzlichen Altersgutschriften nach Art. 16 BVG 

abzustellen und von paritätischen Zahlungen auszugehen, womit im Alter von 25 

- 37 - 

bis 34 Jahren 3.5 %, von 35 bis 44 Jahren 5 %, 45 bis 54 Jahren 7.5 % und ab 55 

Jahren 9 % vom koordinierten Lohn (nicht vom gesamten Lohn) abzuziehen ist.  

4.4.3.6. Beide Parteien gehen bei ihrer Darstellung des mutmasslichen Validen-

einkommens nach Statistiken davon aus, dass die Klägerin zunächst eine Aus-

bildung absolviert und im Alter von 20 Jahren abgeschlossen hätte. Die Beklagte 

macht dabei keine Angaben dazu, wie lange die Ausbildung gedauert hätte oder 

welches Erwerbseinkommen die Klägerin erzielt hätte, da sie dieses Einkommen 

bei ihrer Berechnung der Sparquote nicht für relevant hält. Gestützt darauf be-

streitet sie Einnahmen in dieser Zeit. Die Klägerin dagegen nimmt eine vierjährige 

Ausbildung mit Beginn im Alter von 16 Jahren im August 2004 und Lehrabschluss 

im August 2008 an, bei welcher sie im ersten Lehrjahr CHF 7'200.–, im zweiten 

CHF 9'600.–, im dritten CHF 12'000.– sowie im vierten CHF 13'200.– verdient 

hätte (act. 48 S. 47). Nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge wird in der 

Berufsausbildung ein Einkommen erzielt, weshalb ein solches für die Klägerin zu 

schätzen ist. Gemäss den statistischen Werten 2012 beträgt der Lehrlingslohn 

von Frauen durchschnittlich CHF 8'600.– im ersten, CHF 11'900.– im zweiten und 

CHF 15'000.– im dritten und vierten Lehrjahr (vgl. Tabelle "Bruttoerwerbsein-

kommen pro Jahr der Erwerbstätigen nach Erwerbsstatus, Berufsgruppen ISCO 

88 (COM), Beschäftigungsgrad und Geschlecht, Ständige Wohnbevölkerung, 

Zentralwert in Franken 2012", http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/ 

themen/03/04/blank/key/erwerbseinkommen.html besucht am 12. November 

2013). Da die Klägerin auch nach Berücksichtigung der eingetretenen Nominal-

lohnentwicklung bei Frauen seit dem mutmasslichen Lehrbeginn im August 2004 

bis zum Zeitpunkt der statistischen Erhebung 2012 (2004: 2360, 2005: 2386, 

2006: 2417, 2007: 2454, 2012: 2630; BFS Publikation Lohnentwicklung 2012, 

S. 23) weniger als das durchschnittliche Einkommen gemäss Statistik als hypo-

thetischen Lohn während der Ausbildung geltend macht (unter Berücksichtigung 

der Nominallohnentwicklung durchschnittlich 2004 CHF 7'717.– 1. Lehrjar, 2005 

CHF 10'796.– 2. Lehrjahr, 2006 CHF 13'785.– 3. Lehrjahr, 2007 CHF 13'996.– 

4. Lehrjahr; die damaligen statistischen Erhebungen sind online nicht verfügbar), 

ist das hypothetische Valideneinkommen während der vierjährigen Lehre nach 

den Behauptungen der Klägerin anzunehmen. Die Klägerin hätte damit vom 1. 

- 38 - 

August 2004 bis zum 31. Juli 2008 ein hypothetisches Bruttovalideneinkommen 

von total CHF 42'000.– (CHF 7'200.– + CHF 9'600.– + CHF 12'000.– + CHF 

13'200.–) erzielt. Davon in Abzug zu bringen sind die Arbeitnehmerbeträge an die 

Sozialversicherungen von AHV 4.2 %, IV 0.7 %, EO 0.15 % sowie ALV 1 % in den 

Jahren 2004 bis 2008, womit für diese Zeitperiode ein hypothetisches 

Nettovalideneinkommen von CHF 39'459.– (= CHF 42'000.– x 0.9395) resultiert.  

4.4.3.7. Ab 1. August 2008 bis zum 2. März 2013, d.h. vor dem 25. Geburtstag 

der Klägerin, gehen beide Parteien davon aus, dass die Klägerin einer 100 % 

Erwerbstätigkeit als Arbeitnehmende nachgegangen wäre. Die Klägerin macht 

geltend, sie hätte mit einem Einstiegslohn von CHF 53'900.– brutto pro Jahr 

begonnen und ihr Einkommen hätte sich bis zum 25. Altersjahr auf CHF 61'600.– 

erhöht. Bei einer gleichmässigen Erhöhung um CHF 1'540.– pro Altersjahr hätte 

die Klägerin die unten in der Tabelle dargestellten Einkommen erzielt. Nach 

beklagtischer Darstellung hätte die Klägerin demgegenüber am 1. August 2008 

mit einem Bruttojahreseinkommen von CHF 50'000.– begonnen, welches jährlich 

bis Alter 50 eine reale Steigerung von 1,5 % erfahren hätte (vgl. dazu ebenfalls 

die Tabelle unten). Nach der Statistik "Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert und 

Quartilbereich) nach Lebensalter, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und 

Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor (Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, 

Körperschaften) zusammen, Schweiz" des bfs von 2008 für die Jahre 2008 und 

2009 resp. von 2010 für die Zeit ab 2010 (vgl. http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/ 

de/index/themen/03/04/blank/data/01/06_01.html#5, Tabelle Monatlicher Brutto-

lohn nach Lebensalter - Privater und öffentlicher Sektor zusammen - Schweiz  

je-d-03.04.01.00.09 besucht am 12. November 2013) betrug der Medianwert des 

monatlichen Bruttolohnes für Frauen aller Anforderungsniveaus im Alter von 20 

bis 29 Jahren 2008 CHF 4'571.– (pro Jahr CHF 54'852.–) und 2010 CHF 4'694.– 

(pro Jahr CHF 56'328.–). Angepasst an die Nominallohnentwicklung ist sodann 

2009 von CHF 56'015.33 (Nominallohn Basis 1939 = 100, 2008 = 2499, 2009 = 

2552) und 2011 von CHF 56'874.03 resp. 2012 von CHF 57'441.89 (Nominallohn 

Basis 1939 = 100, 2010 = 2579, 2011 = 2604, 2012 = 2630) auszugehen, wobei 

die Veränderung des Lohnes jeweils auf den Geburtstag der Klägerin hin 

- 39 - 

anzunehmen ist. Gegenüber gestellt ergibt dies folgende Tabelle für Alter 20 bis 

24 der Klägerin:  

 
 Klägerin  Beklagte  Statistik Frauen 
Alter Bruttojahreseink.  Bruttojahreseink.  Bruttojahreseink. 

20 CHF 53'900  CHF 50'000.00  CHF 54'852.00 
21 CHF 55'440  CHF 50'750.00  CHF 56'015.33 
22 CHF 56'980  CHF 51'511.25  CHF 56'328.00 
23 CHF 58'520  CHF 52'283.92  CHF 56'874.03 
24 CHF 60'060  CHF 53'068.18  CHF 57'441.89 
25 (CHF 61'600)       

Soweit die Klägerin mit ihrer Behauptung nicht bereits unter dem Medianwert für 

Frauen gemäss Statistik liegt (Alter 20 und 21), ist das jeweilige Bruttojahresein-

kommen den Medianwerten bei Männern gegenüber zu stellen und um 40 % der 

Differenz zu erhöhen. Nach der Statistik "Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert und 

Quartilbereich) nach Lebensalter, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und 

Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor (Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, 

Körperschaften) zusammen, Schweiz" des bfs von 2008 für die Jahre 2008 und 

2009 resp. von 2010 für die Zeit ab 2010 (vgl. http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/ 

de/index/themen/03/04/blank/data/01/06_01.html#5, Tabelle Monatlicher Brutto-

lohn nach Lebensalter - Privater und öffentlicher Sektor zusammen - Schweiz  

je-d-03.04.01.00.09 besucht am 12. November 2013) betrug der Medianwert des 

monatlichen Bruttolohnes für Männer aller Anforderungsniveaus im Alter von 20 

bis 29 Jahren 2008 CHF 4'911.– (pro Jahr CHF 58'932.–) und 2010 CHF 5'007.– 

(pro Jahr CHF 60'084.–). Angepasst an die Nominallohnentwicklung ist sodann 

2009 von CHF 60'171.49 (Nominallohn Basis 1939 = 100, 2008 = 2092, 2009 = 

2136) und 2011 von CHF 60'642.66 resp. 2012 von CHF 61'117.52 (Nominallohn 

Basis 1939 = 100, 2010 = 2151, 2011 = 2171, 2012 = 2188) auszugehen. 

 

- 40 - 

 
Alter Statistik Männer Differenz zu  40 % der Differenz Betrag korrigiert  
 Bruttojahreseink. Statistik Frauen  um unbegr. Diff. 
22 CHF 60'084.00 CHF 3'756.00 CHF 1'502.40 CHF 57'830.40 
23 CHF 60'642.66 CHF 3'768.63 CHF 1'507.45 CHF 58'381.48 
24 CHF 61'117.52 CHF 3'675.62 CHF 1'470.25 CHF 58'912.14 

Wo die Klägerin in ihrer Darstellung unter dem statistischen Medianwert für Frau-

en oder unter dem korrigierten Wert liegt, ist von dem von ihr geltend gemachten 

Bruttojahreseinkommen auszugehen; liegt sie darüber, von dem aufgrund der 

Statistik geschätzten Betrag (in der Tabelle fett abgedruckt). Während des 20. Al-

tersjahres ist das Einkommen zudem nur pro Rata für die Zeit vom 1. August 

2008 bis zum 2. März 2009 anzurechnen, d.h. im Betrag von CHF 31'741.11. So-

dann sind die Sozialversicherungsbeiträge vom Bruttoeinkommen abzuziehen, bis 

31. Dezember 2010 im Umfang von 6.05 und ab 1. Januar 2011 von 6.25 %. Dies 

ergibt einen Erwerbsausfall für die Zeit vom 1. August 2008 bis zum 2. März 2013 

von CHF 245'449.41 (Nettoerwerbseinkommen).  

 
von bis Bruttojahreslohn pro Rata Abzug Nettolohn pro Rata 
01.08.2008 02.03.2009 CHF 53'900.00 CHF 31'741.11 6.05 % CHF 29'820.77 
03.03.2009 02.03.2010 CHF 55'440.00 CHF 55'440.00 6.05 % CHF 52'085.88 
03.03.2010 31.12.2010 CHF 56'980.00 CHF 47'166.78 6.05 % CHF 44'313.19 
01.01.2011 02.03.2011 CHF 56'980.00 CHF 9'813.22 6.25 % CHF 9'199.90 
03.03.2011 02.03.2012 CHF 58'381.48 CHF 58'381.48 6.25 % CHF 54'732.64 
03.03.2012 02.03.2013 CHF 58'912.14 CHF 58'912.14 6.25 % CHF 55'230.13 
         
01.08.2008 02.03.2013     Total CHF 245'382.51 

4.4.3.8. Ab dem 25. Geburtstag der Klägerin geht sie selbst davon aus, dass sie 

weiterhin eine Vollzeiterwerbstätigkeit ausgeübt hätte und ihr Bruttoerwerbs-

einkommen bis zum 30. Altersjahr von CHF 61'600 auf CHF 69'300 angestiegen 

wäre, mithin erneut um jährlich CHF 1'540.–. Ab dem 30. Altersjahr macht die 

Klägerin ein Bruttojahreseinkommen bei 100 % Erwerbstätigkeit von 77'000.– mit 

einer jährlichen Steigerung um 1 % bis zum 50. Altersjahr und ab diesem 

Zeitpunkt konstant bei CHF 93'955.– geltend.  

- 41 - 

Demgegenüber hätte nach Darstellung der Beklagten die Klägerin von Alter 25 bis 

30 nicht gearbeitet, von 30 bis 35 zu 33 ⅓ % und von 35 bis 40 zu 66 ⅔ % sowie 

anschliessend zu 60 % bis zur Pensionierung. Das Bruttojahreseinkommen hätte 

sich weiterhin jährlich um 1.5 % erhöht, um ab dem 50. Altersjahr konstant bei 

CHF 77'000 zu bleiben.  

Gemäss der Statistik "Erwerbsquoten nach Nationalität und Altersgruppe" des bfs 

waren im Jahr 2012 von den Schweizerinnen im Alter von 25 bis 39 Jahren 

86.1 %, von denjenigen im Alter von 40 bis 54 Jahren 86.2 % und von den 55 bis 

64-jährigen 64.8 % erwerbstätig (vgl. http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/ 

themen/00/09/blank/ind42.indicator.420007.420002.html, Tabelle Erwerbsquoten 

nach Geschlecht, Nationalität, Altersgruppen, Familientyp je-d-03.01.02.02 be-

sucht am 12. November 2013). Der Beschäftigungsgrad der erwerbstätigen Frau-

en für das Jahr 2012 ist in der Tabelle "Beschäftigungsgrad der Erwerbstätigen 

Personen nach Altersgruppe" des bfs erfasst (vgl. http://www.bfs.admin.ch/bfs/ 

portal/de/index/themen/03/02/blank/data/03.html, Tabelle Beschäftigungsgrad 

nach Geschlecht, Nationalität, Altersgruppen, Familientyp je-d-03.02.01.15 be-

sucht am 12. November 2013). Wird bei den einzelnen Bereichen des Beschäfti-

gungsgrades jeweils der mittlere Beschäftigungsgrad genommen und mit dem An-

teil der in diesem Umfang tätigen Frauen multipliziert (ohne diejenigen zu berück-

sichtigen, welche keine Angaben zu ihrem Beschäftigungsgrad gemacht haben) 

sowie anschliessend aus diesen Werten der durchschnittliche Beschäftigungsgrad 

der erwerbstätigen Frauen berechnet, ergibt dies für die 29 bis 39 -jährigen 73.01 

%, für die 40 bis 54 -jährigen 67.94 % und für die 55 bis 64 -jährigen 66.14 % 

(Bsp.: 27.108:(638.897-11.506) x 10 % = 4.32 %; vgl. die nachfolgende Tabelle).  

Daten gemäss Statistik 2012 Berechnungen 
Frauen 2012 ø-Werte in 1'000 

Mittlerer  
Beschäftigungsgrad 

Anteil bez. Pers. 
mit Angaben   

Durchschnittlicher  
Beschäftigungsgrad 

25-39 Jahre 638.897 
 

   73.01 % 
Unter 20% 27.108 10% 4.32% 

  20-49% 109.686 35% 17.48% 
  50-69% 102.475 60% 16.33% 
  70-89% 88.388 80% 14.09% 
  90-100% 299.734 95% 47.77% 
  Keine Angabe/Weiss nicht 11.506 

 
  

  

- 42 - 

 
40-54 Jahre 752.566 

 
   67.94% 

Unter 20% 36.072 10% 4.93% 
  20-49% 146.068 35% 19.94% 
  50-69% 171.082 60% 23.36% 
  70-89% 133.446 80% 18.22% 
  90-100% 245.690 95% 33.55% 
  Keine Angabe/Weiss nicht 20.208 

 
  

  55-64 Jahre 295.864 
 

  66.14% 
Unter 20% 19.175 10% 6.71% 

  20-49% 57.975 35% 20.30% 
  50-69% 67.606 60% 23.67% 
  70-89% 51.316 80% 17.96% 
  90-100% 89.586 95% 31.36% 
  Keine Angabe/Weiss nicht 10.206 

 
  

   

Wird weiter berücksichtigt, welcher Anteil der Schweizerinnen der jeweiligen Al-

tersklassen überhaupt erwerbstätig ist, ergeben sich aufgrund der statistischen 

Werte folgende durchschnittlichen Erwerbsgrade:  

25-39 Jahre: 73.01 % x 86.1 % = 62.86 % 

40-54 Jahre: 67.94% x 86.2 % = 58.56 % 

55-64 Jahre: 66.14%  x 64.8 % = 42.86 % 

Sodann ist gemäss dem Medianwert für alle Anforderungsniveaus bei Frauen der 

Statistik "Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert und Quartilbereich) nach Lebensal-

ter, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater und öffentli-

cher Sektor (Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körperschaften) zusammen" 

des bfs für 2010 (vgl. http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/04/ 

blank/data/01/06_01.html#5, Tabelle Monatlicher Bruttolohn nach Lebensalter - 

Privater und öffentlicher Sektor zusammen - Schweiz je-d-03.04.01.00.09 besucht 

am 12. November 2013) unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 

2012 von 2579 auf 2630 (Basis 1939 = 100; die Nominallohnentwicklung 2013 ist 

noch nicht verfügbar) von nachfolgend dargestellten Bruttoerwerbseinkommen 

auszugehen, welche mit dem jeweiligen Beschäftigungsgrad zu multiplizieren 

sind.  

 

- 43 - 

 

Alter Median Frauen 
Bruttolohn / Mt 

Median Frauen 
Bruttolohn / Jahr 

Nominallohnentw. 2010-
2012 Bruttolohn / Jahr 

Beschäfti-
gungsgrad 

Frauen 
Bruttolohn x Be-
schäftigungsgrad 

25-29 CHF 4'694.00 CHF 56'328.00 CHF 57'441.89 62.86 % CHF 36'107.75 

30-39 CHF 6'033.00 CHF 72'396.00 CHF 73'827.64 62.86 % CHF 46'407.77 

40-49 CHF 6'024.00 CHF 72'288.00 CHF 73'717.50 58.56 % CHF 43'170.26 

50-54 CHF 6'069.00 CHF 72'828.00 CHF 74'268.18 58.56 % CHF 43'492.74 

55-64 CHF 6'069.00 CHF 72'828.00 CHF 74'268.18 42.86 % CHF 31'830.00 

Diese rein nach den statistischen Werten für Frauen berechneten Löhne sind den 

entsprechenden Werten bei Männern gegenüberzustellen und um 40 % der Diffe-

renz zu erhöhen.  

Alter Median Männer 
Bruttolohn / Mt 

Median Männer 
Bruttolohn / Jahr 

Nominallohnentw. 2010-
2012 Bruttolohn / Jahr 

Beschäfti-
gungsgrad 

Männer 
Bruttolohn x Be-
schäftigungsgrad 

25-29 CHF 5'007.00 CHF 60'084.00 CHF 61'117.52 62.86 % CHF 38'418.24 

30-39 CHF 6'541.00 CHF 78'492.00 CHF79'842.16 62.86 % CHF 50'188.47 

40-49 CHF 7'290.00 CHF 87'480.00 CHF 88'984.77 58.56 % CHF 52'111.04 

50-54 CHF 7'495.00 CHF 89'940.00 CHF 91'487.09 58.56 % CHF 53'576.43 

55-64 CHF 7'495.00 CHF 89'940.00 CHF 91'487.09 42.86 % CHF 39'209.71 

Daraus ergeben sich folgende, um die nicht erklärbare Differenz von 40 % zu den 

Bruttolöhnen der Männer bereinigten Bruttolöhne für Frauen:  

Alter Differenz Män-
ner/Frauen 

40 % der Diffe-
renz 

Frauen Bruttolohn x Be-
schäftigungsgrad bereinigt 

  

25-29 CHF 2'310.49 CHF 924.19 CHF 37'031.94   

30-39 CHF 3'780.70 CHF 1'512.28 CHF 47'920.05   

40-49 CHF 8'940.78 CHF 3'576.315 CHF 46'746.57   

50-54 CHF 10'083.69 CHF 4'033.48 CHF 47'526.22   

55-64 CHF 7'379.71 CHF 2'951.88 CHF 34'781.88   

- 44 - 

Diese Zahlen gemäss Statistik (um die unerklärbare Differenz zwischen den Ge-

schlechtern bereinigt) sind als dem gewöhnlichen Lauf der Dinge entsprechende 

Schätzung des Bruttoerwerbseinkommens durch das Gericht den von den Partei-

en behaupteten Bruttoeinkommen gegenüber zu stellen. Verlangt die Klägerin 

weniger, ist davon auszugehen; verlangt die Klägerin mehr und schätzt auch die 

Beklagte im Rahmen der klägerischen Vorgabe höher, ist auf die beklagtische 

Schätzung abzustellen. Wo schliesslich die Klägerin höher und die Beklagte tiefer 

als der statistische Wert liegt, ist von der Schätzung des Bruttoerwerbseinkom-

mens durch das Gericht auszugehen.  

Anschliessend sind zur Berechnung des jeweiligen hypothetischen Nettoerwerbs-

einkommens der Klägerin die Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen 

von den derart ermittelten hypothetischen Bruttoerwerbseinkommen der Klägerin 

abzuziehen. Bis zum Rechnungstag 3. März 2014 handelt es sich um bisheriges 

Einkommen. Für das hypothetische Nettoerwerbseinkommen der Klägerin ab dem 

3. März 2014 ist demgegenüber die Kapitalisierung nach Aktivität und temporär 

bis zum Erreichen des AHV-Alters vorzunehmen.  

Diese Schritte - Gegenüberstellung des von den Parteien und dem Gericht ge-

schätzten Bruttoerwerbseinkommens, Berechnung des jeweiligen Nettoerwerbs-

einkommens ohne Unfall und der Kapitalisierungsfaktor nach Aktivitätstafeln ge-

mäss der Tafel A2y Temporäre Aktivitätsrente Frauen (bestimmte Dauer) (STAUF-

FFER/SCHAETZLE/WEBER, a.a.O., S. 275 ff) - werden in der nachfolgenden Tabelle 

dargestellt und berechnet. Der Kapitalisierungsfaktor beträgt insgesamt 20.62, 

was dem Wert gemäss Tafel A3y Temporäre Aktivitätsrente bis Alter 64 Frauen 

entspricht (STAUFFFER/SCHAETZLE/WEBER, a.a.O., S. 291).  

 

 

- 45 - 
 

Alter Klägerin (CHF) 
Beklagte 

(CHF) 
Statistik  
bereinigt 

(CHF) 
Entscheid 

(CHF) 
Koord. 
 Lohn 

Abzug 
BVG % 

Abzug  
BVG (CHF) 

ANB 
übrige  

(6.25 %) 

Soz.vers. 
Abzüge 
in %  

Nettoein- 
kommen Faktor  

Kap. Betrag 
Aktivität, 
temporär 
bis 64 (CHF) 

25 61'600.00 0.00 37'031.94 37'031.94 12'461.94 3.50% 436.17 2'314.50 7.43% 34'281.28 ---  
ab  03.03.2014            

26 63'140.00 0.00 37'031.94 37'031.94 12'461.94 3.50% 436.17 2'314.50 7.43% 34'281.28 0.98 33'595.65 

27 64'680.00 0.00 37'031.94 37'031.94 12'461.94 3.50% 436.17 2'314.50 7.43% 34'281.28 0.95 32'567.22 

28 66'220.00 0.00 37'031.94 37'031.94 12'461.94 3.50% 436.17 2'314.50 7.43% 34'281.28 0.92 31'538.78 

29 69'300.00 0.00 37'031.94 37'031.94 12'461.94 3.50% 436.17 2'314.50 7.43% 34'281.28 0.89 30'510.34 

30 77'000.00 19'342.35 47'920.05 47'920.05 23'350.05 3.50% 817.25 2'995.00 7.96% 44'107.79 0.85 37'491.63 

31 77'770.00 19'632.48 47'920.05 47'920.05 23'350.05 3.50% 817.25 2'995.00 7.96% 44'107.79 0.83 36'609.47 

32 78'547.70 19'926.97 47'920.05 47'920.05 23'350.05 3.50% 817.25 2'995.00 7.96% 44'107.79 0.79 34'845.16 

33 79'333.18 20'225.87 47'920.05 47'920.05 23'350.05 3.50% 817.25 2'995.00 7.96% 44'107.79 0.77 33'963.00 

34 80'126.51 20'529.26 47'920.05 47'920.05 23'350.05 3.50% 817.25 2'995.00 7.96% 44'107.79 0.74 32'639.77 

35 80'927.77 41'674.40 47'920.05 47'920.05 23'350.05 5.00% 1'167.50 2'995.00 8.69% 43'757.54 0.72 31'505.43 

36 81'737.05 42'299.52 47'920.05 47'920.05 23'350.05 5.00% 1'167.50 2'995.00 8.69% 43'757.54 0.69 30'192.71 

37 82'554.42 42'934.01 47'920.05 47'920.05 23'350.05 5.00% 1'167.50 2'995.00 8.69% 43'757.54 0.66 28'879.98 

38 83'379.97 43'578.02 47'920.05 47'920.05 23'350.05 5.00% 1'167.50 2'995.00 8.69% 43'757.54 0.64 28'004.83 

39 84'213.77 44'231.69 47'920.05 47'920.05 23'350.05 5.00% 1'167.50 2'995.00 8.69% 43'757.54 0.62 27'129.68 

40 85'055.90 40'405.65 46'746.57 46'746.57 22'176.57 5.00% 1'108.83 2'921.66 8.62% 42'716.08 0.60 25'629.65 

41 85'906.46 41'011.73 46'746.57 46'746.57 22'176.57 5.00% 1'108.83 2'921.66 8.62% 42'716.08 0.58 24'775.33 

42 86'765.53 41'626.91 46'746.57 46'746.57 22'176.57 5.00% 1'108.83 2'921.66 8.62% 42'716.08 0.55 23'493.84 

43 87'633.18 42'251.31 46'746.57 46'746.57 22'176.57 5.00% 1'108.83 2'921.66 8.62% 42'716.08 0.53 22'639.52 

44 88'509.51 42'885.08 46'746.57 46'746.57 22'176.57 5.00% 1'108.83 2'921.66 8.62% 42'716.08 0.52 22'212.36 

45 89'394.61 43'528.36 46'746.57 46'746.57 22'176.57 7.50% 1'663.24 2'921.66 9.81% 42'161.67 0.49 20'659.22 

46 90'288.56 44'181.29 46'746.57 46'746.57 22'176.57 7.50% 1'663.24 2'921.66 9.81% 42'161.67 0.48 20'237.60 

- 46 - 

Alter Klägerin (CHF) 
Beklagte  

(CHF) 
Statistik  
bereinigt 

(CHF) 
Entscheid 

(CHF) 
Koord. 
 Lohn 

Abzug 
BVG % 

Abzug  
BVG (CHF) 

ANB 
übrige  

(6.25 %) 

Soz.vers. 
Abzüge 
in %  

Nettoein- 
kommen Faktor