# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79b19a40-3e86-5524-af91-69db18f1cf33
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 12.07.2021 20-8451
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_20-8451_2021-07-12.pdf

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© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/14

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 20-8451

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 19.08.2021

Entscheiddatum: 12.07.2021

BDE 2021 Nr. 50
Art. 16a Abs. 1 RPG, Art. 34 RPV. Die Zonenkonformität der geplanten 
Unterstände und des Wildtierzauns für die Haltung von Rentieren ist 
vorliegend zu verneinen, da nicht belegt ist, dass der Betrieb der 
Gesuchsteller voraussichtlich längerfristig bestehen kann. Ob die geplanten 
Bauten und Anlagen für die in Frage stehende Bewirtschaftung überhaupt 
nötig wären und ob dem Bauvorhaben am vorgesehenen Standort 
überwiegende öffentliche Interessen des Natur- und Tierschutzes 
entgegenstünden, kann offen gelassen werden (Erw. 2).

BDE 2021 Nr. 50 finden Sie im angehängten PDF-Dokument

Kanton St.Gallen 

Baudepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

20-8451 

 

Entscheid Nr. 50/2021 vom 12. Juli 2021 

Rekurrentin 

 

  

 A.___ 

 

 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Gemeinderat X.___  (Entscheid vom 13. Oktober 2020) 

 

 

Rekursgegner 

 

 

 B.___ und C.___ 

vertreten durch Dr.iur. Werner Ritter, Rechtsanwalt, Bahnhof- 

strasse 24, 9443 Widnau 

 

 

Betreff  Baubewilligung (Neubau Wildtierzaun, offene Anbauten/Unterstände, 

mobiler Witterungs-Weideunterstand/Rundbogenzelt) 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 2/13 

 

Sachverhalt 

A.  

D.___ ist Eigentümer der Grundstücke Nrn. 001 (23'155 m2), 002 

(4'376 m2) und 003 (7'242 m2), Grundbuch X.___, in der M.___ in 

X.___. Die Grundstücke liegen gemäss geltendem Zonenplan der Ge-

meinde X.___ vom 3. November 1994 in der Landwirtschaftszone und 

werden über den M.___weg (Gemeindestrasse 3. Klasse) erschlos-

sen. Die Grundstücke liegen zudem gemäss Schutzverordnung der 

Gemeinde X.___ vom 3. November 1994 in einem Landschaftsschutz-

gebiet und gemäss kantonalem Richtplan im Streusiedlungsgebiet 

(Koordinationsblatt S52 "Streusiedlungsgebiete"). Gemäss kantona-

lem Richtplan (Koordinationsblatt V31 "Vorranggebiete Natur und 

Landschaft") und Schutzverordnung befinden sich in der näheren Um-

gebung um die Grundstücke zudem geschützte Moor- und Waldge-

biete sowie Lebensräume bedrohter Arten. Das Grundstück Nr. 002 ist 

mit einem grossen Wohnhaus mit Scheunenanbau (Vers.-Nr. 004) und 

einem Garagenunterstand (Vers.-Nr. 005) überbaut.  

 

B.  

a) Mit Baugesuch vom 24. Januar 2019 beantragten B.___ und 

A.___ beim Gemeinderat X.___ die Baubewilligung für die Erstellung 

eines Wildtierzauns, offener Anbauten/Unterstände an das Wohnhaus 

(Vers.-Nr. 004) sowie eines mobilen Rundbogenzelts für die Rentier-

haltung auf den Grundstücken Nrn. 001, 002 und 003. Gemäss Bau-

gesuchsunterlagen (Formular K4A) liegt der geplante Tierbestand bei 

zwei Falabellas (Zwergponyrasse) und 30 Rentieren.  

 

b) Innert der Auflagefrist vom 6. bis 19. Februar 2019 erhob die 

A.___ Einsprache gegen das Bauvorhaben. Sie rügte insbesondere, 

dass es sich vorliegend um eine hobbymässige Tierhaltung handle 

und deshalb neue Bauten und Anlagen nicht zulässig seien. Darüber 

hinaus stünden dem Bauvorhaben öffentliche Interessen 

(Schutzgebiete für Landschaft und Wildtiere) entgegen. 

 

c) Mit raumplanungsrechtlicher Zwischenbeurteilung vom 5. Juli 

2019 teilte das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (nach-

folgend AREG) mit, dass dem Baugesuch nicht zugestimmt werden 

könne, weil weder ein landwirtschaftliches Gewerbe noch ein landwirt-

schaftlicher Nebenbetrieb vorliege. Auch nach Art. 24c und Art. 24e 

des Bundesgesetzes über die Raumplanung (SR 700; abgekürzt 

RPG) könne keine Bewilligung in Aussicht gestellt werden (AREG 

act. 43). In der Folge fand am 12. September 2019 ein Augenschein 

mit der Bauherrschaft, der Einsprecherin sowie den lokalen und kan-

tonalen Behörden statt. Dabei wurde unter anderem eine Reduktion 

der eingezäunten Fläche von 3,0 auf 1,2 Hektaren (ha) besprochen 

(Variante 2). Zudem wurde die Nachlieferung von Unterlagen sowie 

die Bereinigung des Betriebskonzepts mit Businessplan vereinbart 

(AREG act. 47). Am 30. April 2020 reichte das Amt für Verbraucher-

schutz und Veterinärwesen (AVSV) dem AREG einen Amtsbericht zur 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 3/13 

 

Frage der Krankheitsübertragung und Tierhaltung ein (AREG act. 55). 

Mit Amtsbericht vom 25. Juni 2020 nahm sodann das Landwirtschaft-

liche Zentrum St.Gallen (nachfolgend LZSG) zu den Fragen des Be-

triebs, des Finanzplans sowie der Futtermittelgrundlage Stellung 

(AREG act. 56).  

 

d) Mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 25. September 

2020 erteilte das AREG die Zustimmung zum Bauvorhaben und ver-

fügte neben verschiedenen öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschrän-

kungen auch eine Auflage zur Bepflanzung der Zaunanlage gemäss 

vorerwähnter Variante 2. Zur Begründung wurde im Wesentlichen aus-

geführt, gemäss Amtsbericht des LZSG vom 25. Juni 2020 ergebe sich 

infolge der geplanten Flächennutzung ein Standardarbeitskraftwert 

(SAK) von minimal 0,384 und es könne damit ohne Weiteres ein land-

wirtschaftliches Einkommen über Fr. 10'000.– erwirtschaftet werden. 

Damit handle es sich um einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbe-

trieb. Die geplanten baulichen Massnahmen seien betriebsnotwendig 

und angemessen dimensioniert und damit zonenkonform. Da dem 

Bauvorhaben auch keine überwiegenden Interessen entgegenstün-

den, sei eine ordentliche Bewilligung möglich. 

 

e) Mit Beschluss vom 13. Oktober 2020 erteilte der Gemeinderat 

X.___ die Baubewilligung unter Bedingungen und Auflagen und wies 

die Einsprache der A.___ ab. 

 

C.  

Gegen diesen Beschluss erhob die A.___ mit Schreiben vom 

29. Oktober 2020 Rekurs beim Baudepartement. Mit Rekursergän-

zung vom 23. November 2020 werden folgende Anträge gestellt:  

 
1. Die Baubewilligung Nr. 2019/2 des Gemeinderates 

X.___ vom 15. Oktober 2020 sowie der Einsprache-
entscheid zum Baugesuch Nr. 2019/2 des Gemeinde-
rates X.___ vom 13. Oktober 2020 seien aufzuheben 
und es sei das Baugesuch Nr. 2019/2 abzuweisen 
bzw. die nachgesuchte Baubewilligung zu verweigern. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.  

Zur Begründung wird geltend gemacht, die Voraussetzungen für eine 

zonenkonforme Nutzung seien nicht erfüllt. Bauten und Anlagen für die 

Freizeitlandwirtschaft seien von Gesetzes wegen nicht zonenkonform. 

Es fehle aufgrund der unklaren und widersprüchlichen Angaben im Be-

triebskonzept bzw. Businessplan insbesondere am Nachweis der Si-

cherstellung des längerfristigen Bestehens des Gewerbes. Darüber 

hinaus stünden dem Vorhaben überwiegende öffentliche Interessen 

entgegen, da mit dem geplanten Gewerbe im Wesentlichen eine ag-

rotouristische Nutzung mit erheblichen räumlichen Auswirkungen vor-

gesehen sei. Dies stehe in erheblichem Widerspruch zu den planeri-

schen Festlegungen im umliegenden Gebiet. Insgesamt befinde sich 

die geplante Rentieralp mit Blick auf die vorhandenen besonders wert-

vollen Naturräume am falschen Ort und könne nicht bewilligt werden. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 4/13 

 

 

D.  

a) Mit Vernehmlassung vom 2. Dezember 2020 beantragt die Vor-

instanz, den Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen, soweit darauf ein-

zutreten sei. Zur Begründung wird geltend gemacht, es sei Sache der 

Rekursgegner, die Angaben im Betriebskonzept und in der Finanzpla-

nung zu begründen. 

 

b) Mit Schreiben vom 11. Januar 2021 teilt die Rekurrentin mit, 

dass gemäss einem Fernsehbeitrag die Anlagen für die Haltung von 

Rentieren – zumindest teilweise – bereits erstellt seien und beantragt, 

die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands innert drei Mona-

ten nach Rechtskraft des Entscheids unter Androhung der Ersatzvor-

nahme zu verfügen. 

 

c) Mit Vernehmlassung vom 28. Januar 2021 beantragen die 

Rekursgegner, vertreten durch Dr.iur. Werner Ritter, Rechtsanwalt, 

Widnau, den Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen. Zur Begründung 

wird geltend gemacht, die Rekursgegner beabsichtigten den Aufbau 

einer gewerblichen Rentierhaltung zur Fleischgewinnung und würden 

sowohl die notwendigen Ausbildungen als auch die Anforderungen 

zum Erhalt von Direktzahlung erfüllen. Die geplanten Bauten und An-

lagen seien zur artgerechten Haltung der Tiere notwendig. Eine Be-

einträchtigung von Wildtieren sei durch die auf 1,2 ha reduzierte Zau-

nanlage nicht zu erwarten. Es könne mit der Rentierhaltung ohne wei-

teres ein genügender Gewinn erwirtschaftet werden. Die Redimensio-

nierung der Zaunanlage werde durch die Nutzung der Flächen für an-

dere Kulturen und zur Produktion von betriebseigenem Raufutter kom-

pensiert. Weder die Zaunanlage noch die geplanten agrotouristischen 

Nutzungen würden sodann die geschützten Wildlebensräume über-

mässig stören. Die bereits erstellten Zäune seien sodann nicht bewil-

ligungspflichtig. Beim Betrieb der Rekursgegner handle es sich zumin-

dest um einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb und nicht um 

eine Freizeitlandwirtschaft. Es werde mit der Rentierhaltung und  

–zucht sowie den weiteren Betriebszweigen (u.a. Beerenanbau) ein 

landwirtschaftliches Einkommen von mindestens Fr. 70'000.– ange-

strebt, was durch die eingereichten Unterlagen hinreichend belegt 

werde. Zudem werde im Amtsbericht des LZSG bestätigt, dass ohne 

Weiteres ein Gewinn von jährlich Fr. 10'000.– erwirtschaftet werden 

könne. Entgegenstehende öffentliche Interessen seien sodann nicht 

ersichtlich, weshalb das Vorhaben insgesamt als zonenkonform bewil-

ligt werden könne. 

 

d) Mit Vernehmlassung vom 12. März 2021 beantragt das AREG, 

den Rekurs abzuweisen. Zur Begründung wird ausgeführt, im Vorder-

grund stehe die bodenabhängige Bewirtschaftung durch Tierhaltung 

mit Fleisch- und Beerenproduktion mit Direktverkauf sowie einer Be-

schränkung des Geheges unmittelbar beim Hofbereich als Minimalva-

riante. Agrotouristische Aktivitäten seien nicht Bestandteil des Ge-

suchs und könnten als nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe und 

aufgrund entgegenstehender Interessen des Naturschutzes auch nicht 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 5/13 

 

bewilligt werden. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (nachfolgend 

ANJF) bestätigt mit Amtsbericht vom 26. Februar 2021 sodann die von 

der Rekurrentin vorgebrachten entgegenstehenden Naturschutzinte-

ressen. Die geplanten agrotouristischen Aktivitäten hätten unweiger-

lich einen negativen Einfluss auf die Wildtiere in den umliegenden ge-

schützten Lebensräumen. 

 

e) Mit Schreiben vom 30. März 2021 bringt die Rekurrentin vor, die 

beabsichtigte agrotouristische Nutzung mit Beherbergung von Gästen 

dürfe nicht in die Beurteilung der Zonenkonformität einfliessen. Zudem 

bestätige die kantonale Fachstelle, dass dem Bauvorhaben 

überwiegende öffentliche Interessen entgegenstünden. 

 

E.  

a) Das Baudepartement führte am 4. Mai 2021 in Anwesenheit der 

Verfahrensbeteiligten sowie je eines Vertreters des AREG sowie ANJF 

einen Augenschein durch. Dabei wurde insbesondere festgestellt, 

dass bereits eine Zaunanlage auf einer Fläche von rund 1,2 ha erstellt 

wurde und darin zurzeit vier Lamas gehalten werden. Ebenfalls wur-

den rund 50 Nussbäume und fünf Edelkastanien gepflanzt. Darüber 

hinaus bestätigte sich, dass im Wohnhaus (Vers.-Nr. 004) ein 

Bed&Breakfast mit acht Schlafplätzen betrieben wird. 

 

b) Mit Schreiben vom 7. Mai 2021 wurde den Verfahrensbeteiligten 

mitgeteilt, dass für das im Wohnhaus (Vers.-Nr. 004) betriebene 

Bed&Breakfast ein nachträgliches Baubewilligungsverfahren sowie 

der Erlass eines vorsorglichen Nutzungsverbots durch die Vorinstanz 

zu prüfen seien. 

 

c) Gemäss Beschluss des Gemeinderates X.___ vom 11. Mai 

2021 wurden die Rekursgegner aufgefordert, innert 20 Tagen ein voll-

ständiges Baugesuch einzureichen. Zudem wurden sie aufgefordert, 

den Betrieb des Bed&Breakfast unverzüglich einzustellen und dies 

dem Gemeinderat X.___ zu bestätigen. Andernfalls werde ein Nut-

zungsverbot geprüft.  

 

d) Mit E-Mail vom 19. Mai 2021 teilen die Rekursgegner mit, dass 

der Betrieb des Bed&Breakfast eingestellt werde und dies auch so auf 

der Homepage ersichtlich sei. 

 

e) Mit Eingabe vom 25. Mai 2021 lassen sich die Rekursgegner 

zum Augenscheinprotokoll vernehmen. Dabei präzisieren sie unter an-

derem, dass es sich beim Stallanbau um eine bestehende, rechtmäs-

sig bewilligte Baute handle. Im Übrigen würden andere Nutzungen die 

Natur bedeutend mehr stören als das vorliegende Projekt. Dieses soll 

im Einklang mit Natur und Landschaft umgesetzt werden und einen 

sanften Agrotourismus beinhalten. Gegenstand des Verfahrens seien 

baurechtliche Fragestellungen und nicht die Beurteilung des Gesamt-

konzepts der Rekursgegner. Allfällige weitere notwendige Bewilligun-

gen würden zur gegebenen Zeit eingeholt. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 6/13 

 

F.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen.  

Erwägungen 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus 

Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; 

abgekürzt VRP).  

 

1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 

VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP). 

Auf den Rekurs ist einzutreten.  

 

2.  

Vorliegend ist in erster Linie umstritten, ob es sich beim Bauvorhaben 

der Rekursgegner um einen zonenkonformen landwirtschaftlichen 

Nebenbetrieb oder um zonenfremde Freizeitlandwirtschaft handelt. 

 

2.1 Gemäss Art. 16a Abs. 1 RPG sind Bauten und Anlagen in der 

Landwirtschaftszone zonenkonform, wenn sie zur landwirtschaftlichen 

Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau nötig sind. 

Der erweiterte Gehalt der Zonenkonformität ist in Art. 34 ff. der eidge-

nössischen Raumplanungsverordnung (SR 700.1; abgekürzt RPV) 

umschrieben. Gemäss Art. 34 Abs. 4 RPV darf die Bewilligung nur er-

teilt werden, wenn die Baute oder Anlage für die in Frage stehende 

Bewirtschaftung nötig ist (Bst. a), wenn der Baute oder Anlage am vor-

gesehenen Standort keine überwiegenden Interessen entgegenste-

hen (Bst. b) und wenn der Betrieb voraussichtlich längerfristig beste-

hen kann (Bst. c). Ausdrücklich hält Art. 34 Abs. 5 RPV fest, dass Bau-

ten und Anlagen für die Freizeitlandwirtschaft nicht als zonenkonform 

gelten.  

 

2.2 Bei der Beurteilung, ob es sich um einen Betrieb von zonenwid-

riger Freizeitlandwirtschaft oder einen zonenkonformen landwirt-

schaftlichen Nebenerwerbsbetrieb handelt, ist auf den jeweiligen Ein-

zelfall abzustellen. In der Botschaft zur Teilrevision des Raumpla-

nungsgesetzes vom 2. Dezember 2005, die auch Erleichterungen für 

die hobbymässige Tierhaltung in der Landwirtschaftszone beinhaltet, 

wird festgehalten, als hobbymässig seien Tierhaltungen anzusehen, 

welche nicht auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens ausgerichtet 

seien, sondern durch die Eigentümerinnen und Eigentümer der Tiere 

aus Liebhaberei ausgeübt würden und der Freizeitgestaltung dienten 

(vgl. BBl 2005, S. 7114). Indizien für das Vorliegen eines Freizeitland-

wirtschaftsbetriebs sind etwa die fehlende Gewinn- und Ertragsorien-

tierung, das Nichterreichen einer gewissen Mindestgrösse oder der 

marginale Arbeitsbedarf auf dem Betrieb. Auf die Setzung starrer 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 7/13 

 

Grenzwerte wurde indessen bewusst verzichtet. Die landwirtschaftli-

che Bewirtschaftung im Sinn von Art. 16a RPG unterscheidet sich von 

der Freizeitlandwirtschaft insbesondere durch einen dauernden, auf 

Wirtschaftlichkeit ausgerichteten und organisierten Einsatz von Kapital 

und Arbeitskraft in einem wirtschaftlich bedeutsamen Umfang (Urteil 

des Bundesgerichtes 1A.64/2006 vom 7. November 2006 mit Hinweis 

auf Urteil des Bundesgerichtes 1A.256/2005 vom 20. März 2006). 

 

2.3 Die Existenzfähigkeit des Betriebs ist aufgrund der aktuellen Be-

triebsstruktur zu prüfen. Beabsichtigte Erweiterungen können nur in-

soweit berücksichtigt werden, als sie sowie der dadurch zu erwartende 

zusätzliche wirtschaftliche Ertrag hinreichend gesichert erscheinen. 

Die längerfristige Existenzfähigkeit muss insgesamt aufgrund gesi-

cherter Fakten und einer vertieften Prüfung der Wirtschaftlichkeit be-

jaht werden können. Die vage Möglichkeit oder der blosse subjektive 

Wille zu einer längerfristigen Existenz reichen nicht aus, um die Anfor-

derungen von Art. 34 Abs. 4 Bst. c RPV zu erfüllen. Vielmehr muss 

sich aus den Einkommensverhältnissen ergeben, dass mit der land-

wirtschaftlichen Nebentätigkeit ein namhafter Beitrag an den Existenz-

bedarf der Bewirtschafterfamilie geleistet wird. Ein Beitrag von rund 

einem Drittel wird bei Vorhaben, die keine bedeutenden räumlichen 

Auswirkungen haben, als sachgerecht bezeichnet (Urteil des Bundes-

gerichtes 1C_516/2016 vom 5. Dezember 2017 Erw. 5.8; Urteil des 

Bundesgerichtes 1C_8/2010 vom 29. September 2010 Erw. 2.3.3 mit 

Hinweis auf Urteil des Bundesgerichtes 1A.64/2006 vom 7. November 

2006). Auch lässt die Ausrichtung von Direktzahlungen nicht automa-

tisch auf das Vorliegen eines landwirtschaftlichen Betriebs im Sinn von 

Art. 16a RPG schliessen. Fehlt es an der Wirtschaftlichkeit des zu be-

urteilenden Betriebs und damit an einer wesentlichen Voraussetzung 

für eine Baubewilligung in der Landwirtschaftszone, ist es auch nicht 

relevant, ob es sich um einen Betrieb im Sinn der Landwirtschaftsge-

setzgebung handelt (VerwGE B 2010/193 vom 16. März 2011 Erw. 4.3 

mit Hinweisen). 

 

2.4 Im Kanton St.Gallen setzt die Anerkennung als landwirtschaftli-

cher Nebenerwerb abgesehen von der längerfristigen Existenzfähig-

keit des Betriebs eine Ertrags- und Gewinnorientierung in dem Sinn 

voraus, als das im Betrieb erwirtschaftete steuerbare landwirtschaftli-

che Einkommen im Durchschnitt der letzten drei Jahre 10 Prozent des 

Soll-Einkommens, mindestens aber Fr. 10'000.–, betragen muss. Als 

Soll-Einkommen wird jenes Einkommen definiert, das erforderlich ist, 

um die laufenden Ausgaben für Betrieb und Familie zu decken, die 

Zins- und Amortisationszahlungen zu tätigen, die notwendigen Reser-

ven für künftige Investitionen zu bilden und die notwendige Liquidität 

sicherzustellen (Art. 8 Abs. 2 der eidgenössischen Strukturverbesse-

rungsverordnung, SR 913.1). 

 

2.5 Vorliegend handelt es sich grundsätzlich um einen neu zu er-

stellenden Betrieb, welcher erst in Planung ist. Allerdings wurden den-

noch – trotz des hängigen Rekursverfahrens – teilweise bereits Anla-

gen erstellt und einzelne Teile des Betriebskonzepts umgesetzt oder 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 8/13 

 

zumindest in die Wege geleitet. Es kann somit nicht aufgrund der bis-

herigen Einkommensverhältnisse nachgewiesen werden, dass mit der 

landwirtschaftlichen Tätigkeit in den letzten drei Jahren im Durch-

schnitt ein namhafter Betrag an den Existenzbedarf der Bewirtschaf-

terfamilie geleistet wurde. Fehlt es – wie vorliegend – an einem beste-

henden Betrieb müssen die Gesuchsteller auf jeden Fall glaubhaft 

nachweisen, dass mit dem geplanten Landwirtschaftsbetrieb langfris-

tig ein namhafter Betrag an den Existenzbedarf der Familie geleistet 

werden kann bzw. dass es möglich sein wird, einen durchschnittlichen 

Betriebsgewinn von mindestens Fr. 10'000.– zu erzielen. Gelingt dies 

nicht, liegt von vornherein kein landwirtschaftlicher Nebenbetrieb, son-

dern Freizeitlandwirtschaft vor. 

 

2.6 Die Rekursgegner beabsichtigen gemäss den Baugesuchsun-

terlagen die Haltung und Zucht von bis zu 30 Rentieren. Dazu ist die 

Haltung von zwei Falabellas als Therapiepferde vorgesehen. Der dazu 

notwendige Wildtierzaun soll eine reduzierte Fläche von 1,2 ha  

(ursprünglich 3,0 ha) umzäunen. Weiter ist der Anbau von drei Weide-

unterständen an den bestehenden Stallanbau am Wohnhaus (Vers.-

Nr. 004) sowie ein mobiles Rundbogenzelt geplant. Gemäss Betriebs-

konzept vom 8. Oktober 2019 sind eine gewerbliche Haltung und Zucht 

von Rentieren zur Fleischgewinnung sowie diverse agrotouristische 

Angebote vorgesehen. Die Tiere sollen einerseits verwertet (Fleisch, 

Fell, Hörner usw.) und andererseits für agrotouristische (Trekking, 

Schlittenfahrten, Rentierverleih, Samichlaus, Ferien auf Rentier-

Ranch usw.) und therapeutische Zwecke (Betreuung von Menschen in 

schwierigen Lebenslagen, Time-Out) genutzt werden. Zudem sind Pa-

tenschaften und Sponsoring-Einnahmen geplant. Weiter sollen auf 

rund 0,8 ha Aroniabeeren angepflanzt und direkt ab Hof sowie im ei-

genen Bed&Breakfast vermarktet werden. Zu Beginn sind fünf Ren-

tiere vorhanden, welche nach und nach zu einer Herde von bis zu 30 

Tieren vergrössert werden soll. Schliesslich sollen allenfalls auch 

Nussbäume zur Ölgewinnung gepflanzt werden. 

 

2.7 Zunächst ist vorliegend der Gegenstand des fraglichen Bauge-

suchs bzw. der Umfang der erteilten Baubewilligung zu klären. Wie 

das AREG mit Vernehmlassung vom 12. März 2021 bestätigt, wurde 

vorliegend die Zustimmung zur Nutzung bestehender und Erstellung 

neuer Anlagen für die bodenabhängige Bewirtschaftung mit Tierhal-

tung und Fleischproduktion (redimensionierte Umzäunung) sowie 

Beerenproduktion mit Weiden unmittelbar beim Hofbereich erteilt. 

Nicht Bestandteil der Bewilligung seien sämtliche agrotouristischen 

Aktivitäten, welche bewilligungspflichtig wären und voraussichtlich auf-

grund entgegenstehender öffentlicher Interessen nicht bewilligt wer-

den könnten. Ebenfalls nicht Gegenstand des Baugesuchs ist klarer-

weise der nicht bewilligte Betrieb eines Bed&Breakfast im Wohnhaus 

(Vers.-Nr. 004). 

 

2.8 Bereits daraus ergibt sich, dass das während des Einsprache-

verfahrens angepasste Betriebskonzept keine taugliche Grundlage für 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 9/13 

 

die Beurteilung der längerfristigen Existenzfähigkeit des fraglichen Be-

triebs bilden kann, da die darin angegebenen Einnahmen (wie auch 

Ausgaben) korrekterweise zum grössten Teil nicht mitgerechnet wer-

den dürften. Bei den Einnahmen betreffen einzig die Einnahmen aus 

der Direktvermarktung der Tiere sowie aus dem Pflanzenbau direkt die 

bewilligte bodenabhängige Bewirtschaftung. Bei den übrigen allenfalls 

zurechenbaren Einnahmen ist zudem höchst fraglich, ob sich diese – 

insbesondere in dieser Höhe – realisieren lassen (z.B. Sponsoring, 

Rentierverleih, Fleischverkauf usw.). Darüber hinaus sind die Angaben 

und Ausführungen der Rekursgegner auch widersprüchlich und än-

dern sich während des Verfahrens laufend. So haben die Rekursgeg-

ner in der Zwischenzeit bereits einen Zaun erstellt und halten darin vier 

Lamas, für welche allerdings gemäss Aussagen am Augenschein vom 

4. Mai 2021 ein eigenes Gehege mit Stall südlich des M.___wegs ge-

plant sei. Das an diesem Standort ursprünglich beantragte Rundbo-

genzelt werde demgegenüber nicht mehr benötigt. Darüber hinaus 

wurden bereits rund 50 Nussbäume und fünf Edelkastanien auf dem 

ganzen Gelände gepflanzt, wobei nun nicht mehr klar sei, wo und in 

welchem Umfang die beantragten Aroniabeeren gepflanzt werden sol-

len. Im Übrigen wird nun plötzlich ein aussergewöhnlich hoher Kilo-

gramm-Preis von Fr. 250.– (im Gegensatz zu den Fr. 90.– im Busi-

nessplan, S. 19) für Rentierfleisch genannt. Auch die weiteren Anga-

ben in der Finanzplanung konnten teilweise nicht schlüssig begründet 

werden. So ergäbe sich beispielsweise der Betrag von Fr. 50'000.– bis 

Fr. 60'000.– allein aus der Aroniabeerenproduktion, obwohl dazu vor-

gängig kaum Aussagen gemacht werden konnten und deren Anbau 

wohl ohnehin fraglich ist. Ebenfalls nicht nachvollziehbar ist zudem, 

dass bei den Aufwänden eine Miete der ganzen Liegenschaft von 

bloss Fr. 9'000.– (unbelegt) ausgewiesen wird, obwohl bestätigt 

wurde, dass die Liegenschaft demnächst gekauft werde (und dafür ur-

sprünglich auch rund Fr. 1'200'000.– veranschlagt wurden). Im Übri-

gen hat die Rekursgegnerin am Augenschein selbst bestätigt, dass es 

höchst fragwürdig sei, ob jemals 30 Rentiere gehalten werden können, 

da die Zucht in der Schweiz sehr schwierig sei und es sehr wenige 

Jungtiere gäbe. Auch wenn es zutreffen mag, dass für die Haltung von 

Rentieren Erfahrungswerte fehlen, basieren die Angaben im Betriebs-

konzept keineswegs auf gesicherten und verlässlichen Fakten, son-

dern stellen durchwegs optimistische oder gar unrealistische Annah-

men bzw. vage Hoffnungen dar. Bereits aus diesem Grund wäre die 

Finanzplanung grundlegend zu überarbeiten gewesen und hätte vor-

liegend nicht für die Beurteilung des Bauvorhabens herangezogen 

werden dürfen. Dazu kommt – wie die Rekurrentin zu Recht vorbringt 

– dass die Angaben trotz Verkleinerung des Projekts im Gegensatz zu 

den ursprünglichen Angaben übermässig und ohne nachvollziehbare 

Begründung erhöht wurden. Schliesslich enthält die Finanzplanung, 

wie vorgängig erwähnt, auch erhebliche Einnahmen aus dem Agrotou-

rismus, obwohl dieser nicht Gegenstand des Gesuchs ist. 

 

2.9 Vor diesem Hintergrund erstaunt die Beurteilung im Amtsbericht 

des LZSG vom 25. Juni 2020, wonach davon ausgegangen werden 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 10/13 

 

dürfe, dass mit dem geplanten Vorhaben ohne Weiteres ein landwirt-

schaftliches Einkommen von Fr. 10'000.– erreicht werden könne. Die 

rudimentären, offenbar auf Erfahrungswerten beruhenden Aussagen, 

genügen den Anforderungen an eine hinreichende Begründung offen-

kundig nicht. Von einer vertieften Prüfung der Wirtschaftlichkeit im 

Sinn der Rechtsprechung kann jedenfalls nicht gesprochen werden, 

was dem Gutachter aufgrund der Anmerkung in der Fussnote auf S. 5 

des Amtsberichtes ("Der Schreibende ist sich bewusst, dass diese 

Aussage nicht mit Berechnungen belegt ist. Vielmehr beruhen die Aus-

führungen auf Erfahrungswerten. Allerdings haben die Gesuchsteller 

ihre Umsatzerwartungen in der Höhe von 100'000 Franken ebenfalls 

nicht detaillierter substantiiert. Eine konkretere Aussage ist aus die-

sem Grund nicht möglich.") wohl auch bewusst war. Dazu kommt, 

dass offenbar nicht gänzlich unbekannt ist, dass die Haltung von Ren-

tieren in der Schweiz mit Schwierigkeiten verbunden ist und diese in 

der Regel Freizeitlandwirtschaft darstellt. Darauf deutet im Übrigen 

auch die Aussage der Rentierhalterin E.___ hin, wonach selbst bei 16 

Rentieren mit Trekking und Patenschaften bei Weitem kein Gewinn 

erwirtschaftet werden könne. Entgegen den Ausführungen im Amtsbe-

richt ist vorliegend somit nicht nachgewiesen, dass mit der geplanten 

Bewirtschaftung längerfristig ein durchschnittlicher Betriebsgewinn 

von mindestens Fr. 10'000.– erzielt werden kann. 

 

2.10 Insgesamt zeigt sich, dass aufgrund der heute vorliegenden wi-

dersprüchlichen und unvollständigen Zahlen und Angaben der Re-

kursgegner nicht belegt ist, dass der Betrieb im Sinn von Art. 34 Abs. 4 

Bst. c RPV voraussichtlich längerfristig bestehen kann. Die Zonenkon-

formität des Vorhabens ist zu verneinen. Bei diesem Ergebnis kann 

offenbleiben, ob die geplanten Bauten und Anlagen in der vorgesehe-

nen Art und Grösse für die in Frage stehende Bewirtschaftung über-

haupt nötig wären (Art. 34 Abs. 4 Bst. a RPV) und ob dem Bauvorha-

ben am vorgesehenen Standort überwiegende öffentliche Interessen 

des Natur- und Tierschutzes entgegenstünden (Art. 34 Abs. 4 Bst. b 

RPV). 

 

3.  

Die Vorinstanz hat zudem mit Beschluss vom 11. Mai 2021 verfügt, 

dass für das bestehende Bed&Breakfast im Wohnhaus (Vers.-Nr. 004) 

ein nachträgliches Baugesuch einzureichen sei. Zudem sei der Betrieb 

unverzüglich einzustellen, andernfalls ein Nutzungsverbot geprüft 

werde. Nachdem die Rekursgegner mit E-Mail vom 19. Mai 2021 mit-

geteilt haben, dass der Betrieb des Bed&Breakfast per 4. Mai 2021 

geschlossen wurde, erübrigt sich diesbezüglich ein aufsichtsrechtli-

ches Einschreiten von Seiten des Baudepartementes. 

 

4.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Baubewilligung 

und der Einspracheentscheid des Gemeinderates X.___ vom 

13. Oktober 2020 sowie die zugehörige Teilverfügung des AREG vom 

25. September 2020 aufzuheben sind. Der Rekurs erweist sich als be-

gründet und ist im Sinn der Erwägungen gutzuheissen.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 11/13 

 

 

5.  

Weiter wird es allenfalls Sache der Vorinstanz sein, nach Rechtskraft 

über die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands insbeson-

dere in Bezug auf die bereits erstellte Zaunanlage zu befinden. Sollte 

in der Zwischenzeit die Anlage bereits für die Tierhaltung genutzt wer-

den, wäre von der Vorinstanz sodann ein allfälliges Nutzungsverbot zu 

prüfen (vgl. zum Ganzen Art. 159 PBG). 

 

6.  

6.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen 

werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'500.– (Nr. 20.13.01 des 

Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, 

sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die 

amtlichen Kosten den Rekursgegnern unter solidarischer Haftung zu 

überbinden (Art. 96bis VRP). 

 

6.2 Der von der Rekurrentin am 13. November 2020 geleistete Kos-

tenvorschuss von Fr. 1'800.– ist zurückzuerstatten. 

 

7.  

Rekurrentin, Rekursgegner und Vorinstanz stellen ein Begehren um 

Ersatz der ausseramtlichen Kosten. 

 

7.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, 

soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-

messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-

digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-

liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (SR 272; abgekürzt ZPO) finden sachgemäss An-

wendung (Art. 98ter VRP).  

 

Nicht anwaltlich vertretene Verfahrensbeteiligte haben grundsätzlich 

mangels eines besonderen Aufwands keinen Anspruch auf eine aus-

seramtliche Entschädigung (Art. 98ter VRP in Verbindung mit Art. 95 

Abs. 3 Bst. c ZPO). Dass ihnen gleichwohl ersatzfähige Kosten für 

Umtriebe erwachsen, ist ungewöhnlich und bedarf deshalb einer be-

sonderen Begründung. Eine Umtriebsentschädigung erfolgt somit nur 

ausnahmsweise, insbesondere wenn es sich um eine komplizierte Sa-

che mit hohem Streitwert handelt, wenn der getätigte Aufwand erheb-

lich ist und zwischen dem betrieblichen Aufwand und dem Ergebnis 

der Interessenwahrung ein vernünftiges Verhältnis besteht. Nicht an-

waltlich vertretenen Personen spricht das Baudepartement lediglich 

eine Umtriebsentschädigung ohne Bezugnahme auf den Anwalts- 

oder einen anderen Branchentarif zu, und zwar praxisgemäss in der 

Höhe von Fr. 300.– bis Fr. 500.– (vgl. VerwGE B 2013/178 vom 

12. Februar 2014 Erw. 4.3 ff. und 5 ff., zusammengefasst in: Baude-

partement SG, Juristische Mitteilungen 2014/I/6). 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 12/13 

 

7.2 Weil die nicht anwaltlich vertretene Rekurrentin nicht begründet, 

weshalb ihr eine Umtriebsentschädigung geschuldet sein soll, ist der 

Antrag abzuweisen. 

 

7.3 Da die Rekursgegner mit ihren Anträgen unterliegen, haben sie 

von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädi-

gung. Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen. 

 

7.4 Die Vorinstanz hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten (R. HIRT, Die Regelung der Kosten nach 

st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St.Gallen 2004, 

S. 176). Sie bringt keine Gründe vor, die ein Abweichen von dieser 

Regel rechtfertigen. Ihr Begehren ist daher abzuweisen.  

Entscheid 

1.  

a) Der Rekurs der A.___ wird im Sinn der Erwägungen 

gutgeheissen. 

 

b) Baubewilligung und Einspracheentscheid des Gemeinderates 

X.___ vom 13. Oktober 2020 sowie die Teilverfügung des Amtes für 

Raumentwicklung und Geoinformation vom 25. September 2020 

werden aufgehoben. 

 

2.  

a) B.___ und C.___ bezahlen unter solidarischer Haftung eine Ent-

scheidgebühr von Fr. 3'500.–. 

 

b) Der am 13. November 2020 von A.___ geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 1'800.– wird zurückerstattet. 

 

3.  

a) Das Begehren von B.___ und C.___ um Ersatz der ausseramt-

lichen Kosten wird abgewiesen. 

 

b) Das Begehren der A.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kosten 

wird abgewiesen. 

 

c) Das Begehren der Politischen Gemeinde X.___ um Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten wird abgewiesen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 50/2021), Seite 13/13 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BDE 2021 Nr. 50
	Art. 16a Abs. 1 RPG, Art. 34 RPV. Die Zonenkonformität der geplanten Unterstände und des Wildtierzauns für die Haltung von Rentieren ist vorliegend zu verneinen, da nicht belegt ist, dass der Betrieb der Gesuchsteller voraussichtlich längerfristig bestehen kann. Ob die geplanten Bauten und Anlagen für die in Frage stehende Bewirtschaftung überhaupt nötig wären und ob dem Bauvorhaben am vorgesehenen Standort überwiegende öffentliche Interessen des Natur- und Tierschutzes entgegenstünden, kann offen gelassen werden (Erw. 2).