# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1b09ce6-2bb0-5a69-b78f-a16373284f95
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1995-07-04
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 04.07.1995 JAAC 60.35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_031_JAAC-60-35--_1995-07-04.pdf

## Full Text

JAAC 60.35

Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen
Asylrekurskommission vom 4. Juli 1995

Décision de principe de la Commission suisse de recours en matière
d’asile[26].

Art. 41 al. 1er let. b LAsi en relation avec l’art. 1 C ch. 5 al. 1 et 2 Conv.
relative au statut des réfugiés (Conv.). Révocation de l’asile en raison
de la modification de la situation dans le pays d’origine. Raisons
impérieuses.

1. Durant ces dernières années, on a pu constater en Hongrie, en
Pologne et en République tchèque un changement sérieux et durable sur
le plan de la démocratie, de l’Etat de droit et des droits de l’homme, au
point qu’il faut admettre aujourd’hui une amélioration fondamentale
de la situation dans ces pays qui justifie l’application de l’art. 1 C ch. 5
al. 1er Conv. (consid. 5.a).

2. L’exception prévue à l’art. 1 C ch. 5 al. 2 Conv., selon laquelle des
raisons impérieuses peuvent s’opposer au retrait de la qualité de
réfugié, n’est pas applicable dans la configuration de l’art. 1 C ch. 1-4,
mais seulement lorsque les circonstances à la suite desquelles une
personne a été reconnue comme réfugiée ont cessé d’exister au sens de
l’art. 1 C ch. 5 al. 1er Conv. (consid. 6.a).

L’exception prévue à l’art. 1 C ch. 5 al. 2 Conv. ne concerne pas seulement
les réfugiés statutaires mais tous les réfugiés (consid. 6.b, confirmation
de jurisprudence, cf. JAAC 58.25).

3. La formulation «raisons impérieuses tenant à des persécutions
antérieures» signifie que le réfugié doit s’être trouvé au moment de sa
fuite dans une situation de persécution au sens d’une crainte fondée
de persécutions, situation à laquelle se rattachent ses motifs d’asile
(consid. 6.c).

4. (ne concerne que la version allemande).

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5. Par raisons impérieuses tenant à des persécutions antérieures, il faut
entendre avant tout des événements traumatisants à long terme. De
tels événements demeurent constitutifs de raisons impérieuses alors
même que le retrait de la qualité de réfugié et la révocation de l’asile
n’impliquent pas un retour dans le pays d’origine. La doctrine envisage
d’autres motifs répondant à la définition de raisons impérieuses.
Toutefois, ces motifs doivent être interprétés de manière restrictive si
le réfugié peut rester en Suisse (consid. 6.d).

Grundsatzentscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission[25].

Art. 41 Abs. 1 Bst. b AsylG in Verbindung mit Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 1 und 2
FK. Asylwiderruf zufolge veränderter Verhältnisse. Zwingende Gründe.

1. In Ungarn, Polen und Tschechien ist die generelle Situation über
den Zeitraum der letzten Jahre so demokratisch, rechtsstaatlich,
menschenrechtskonform, stabil und dauerhaft, dass eine grundlegende
Verbesserung der Verhältnisse angenommen wird, die die Anwendung
von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 1 FK rechtfertigt (E. 5.a).

2. Die Ausnahmebestimmung von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK, wonach
triftige Gründe einer Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft
entgegenstehen, bezieht sich nicht auf die Bestimmungen von Art. 1 C
Ziff. 1-4, sondern gilt nur bei Wegfall der seinerzeitigen Umstände im
Sinne des ersten Absatzes von Art. 1 C Ziff. 5 FK (E. 6.a).

Der Ausnahmetatbestand von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK ist auf alle
Flüchtlinge anwendbar, nicht nur auf die statutären (E. 6.b, Bestätigung
der Praxis gemäss VPB 58.25).

3. Die Formulierung, wonach triftige Gründe auf frühere Verfolgungen
zurückzugehen haben, bedeutet, dass sich der Flüchtling im Zeitpunkt
seiner Flucht in einer Verfolgungssituation im Sinne einer begründeten
Furcht vor Verfolgung befunden haben muss, an welche Situation die
geltend gemachten Gründe anknüpfen (E. 6.c).

4. Der in der deutschen Übersetzung verwendete Begriff «triftige
Gründe» in Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK ist im Sinne von «zwingende
Gründe» zu verstehen (E. 6.d).

5. Unter zwingenden Gründen, die auf frühere Verfolgungen
zurückgehen, sind vorab traumatisierende Erlebnisse zu verstehen.
Liegt ein solches Langzeittrauma vor, bestehen selbst dann zwingende
Gründe, wenn die Aberkennung und der Asylwiderruf nicht zu einer
Rückkehr ins Heimatland führen würde. Andere Gründe werden im
Sinne der Doktrin als zwingend anerkannt, wobei bei einem Verbleib
des Flüchtlings in der Schweiz ein strengerer Massstab anzulegen ist
(E. 6.d).

Decisione di principio della Commissione svizzera di ricorso in materia
d’asilo[27].

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Art. 41 cpv. 1 lett. b LAsi in relazione all’art. 1 C n. 5 cpv. 1 e 2 Conv.
sullo statuto dei rifugiati (Conv.). Revoca dell’asilo in virtù di un
cambiamento della situazione. Ragioni imperiose.

1. Si può ritenere che negli ultimi anni sia intervenuto in Ungheria,
Polonia e nella Repubblica Ceca un mutamento effettivo e
duraturo della situazione generale - in particolare nel senso della
democratizzazione del potere, dell’instaurazione e difesa dei principi
fondamentali di uno Stato di diritto e del rispetto dei diritti dell’uomo -,
che giustifica la revoca dell’asilo in applicazione dell’art. 1 C n. 5 cpv. 1
Conv. (consid. 5.a).

2. L’eccezione prevista all’art. 1. C n. 5 cpv. 2 Conv. - secondo la quale
non può essere privato dello statuto di rifugiato colui che possa
invocare «motivi imperiosi» derivanti da persecuzioni precedenti -, non
trova applicazione in caso di perdita dello status giusta l’art. 1 C n. 1-4
Conv., ma esclusivamente in relazione al motivo di cessazione di cui
all’art. 1 C n. 5 cpv. 1 Conv. (consid. 6.a).

L’eccezione di cui all’art. 1 C n. 5 cpv. 2 Conv. è valida per tutti i
rifugiati, e non solo per quelli statutari (consid. 6.b, conferma della
giurisprudenza, cfr. GAAC 58.25).

3. La formulazione secondo la quale i motivi imperiosi (o gravi che
dir si voglia) devono riferirsi a precedenti persecuzioni, significa
che gli stessi devono essere in correlazione con i fondati timori
d’essere perseguitato provati dall’interessato al momento della fuga
(consid. 6.c).

4. (concerne unicamente la versione tedesca).

5. Vanno considerati quali motivi imperiosi ai sensi della citata
disposizione, in primo luogo gli eventi profondamente traumatici. In
siffatta evenienza, la revoca dell’asilo e la privazione della qualità
di rifugiato non si giustificano nemmeno ove l’interessato non sia
comunque obbligato a far rientro nel suo Paese d’origine. Secondo
la dottrina, esistono altri motivi imperiosi; tuttavia s’impone
un’interpretazione restrittiva di quest’ultimi allorquando il rifugiato
possa comunque restare in Svizzera (consid. 6.d).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

Die Beschwerdeführer reisten am 29. November 1956 in die Schweiz ein,
wo sie aufgrund eines Bundesratsbeschlusses und gestützt auf das BG vom
26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG,
SR 142.20) sowie das Abk. vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der
Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention [FK], SR 0.142.30) im Rahmen der
Ungarn-Aktion als Flüchtlinge anerkannt wurden, unter Gewährung des
dauernden Aufenthaltes.

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Mit Schreiben vom 20. Mai 1994 stellte das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF)
fest, dass es die Voraussetzungen des Widerrufsgrundes von Art. 1 C Ziff. 5
FK als erfüllt erachte, und lud die Beschwerdeführer zu einer Stellungnahme
ein. Die Beschwerdeführer nahmen dazu am 14. Juni 1994 schriftlich Stellung
und beantragten, es sei ihnen der Status als politische Flüchtlinge weiter zu
belassen.

Das BFF widerrief am 8. Juli 1994 gestützt auf die genannte
Konventionsbestimmung sowie Art. 41 Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes vom
5. Oktober 1979 (AsylG, SR 142.31) das den Beschwerdeführern in der Schweiz
gewährte Asyl und erkannte ihnen die Flüchtlingseigenschaft ab.

Mit Eingabe vom 2. August 1994 stellten die Beschwerdeführer den Antrag,
es sei ihnen das Asylrecht weiterhin zu gewähren, und beantragen damit
sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung. Zur Begründung
nannten sie im wesentlichen die damaligen Fluchtgründe, den langen
Aufenthalt in der Schweiz, die fehlenden Kontakte mit dem Heimatland,
die heutigen politischen Verhältnisse in Ungarn und den Umstand, dass sie
in der Schweiz von allem Anfang an keiner Unterstützung bedurften. Sie
wiesen darauf hin, dass zufolge der damaligen kollektiven Aufnahme nie eine
Befragung zu den Fluchtgründen stattgefunden habe, und stellten den Antrag
auf persönliche Anhörung.

Das BFF beantragte in seiner Vernehmlassung vom 29. November 1994 die
Abweisung der Beschwerde.

Am 11. Januar 1995 wurde eine Instruktionsverhandlung vor dem
Instruktionsrichter durchgeführt. Die Beschwerdeführer wurden befragt über
ihre damaligen Fluchtgründe, ihre Beurteilung der gegenwärtigen Verhältnisse
in Ungarn sowie ihre Gründe, weshalb sie es ablehnen, den Schutz ihres
Heimatlandes in Anspruch zu nehmen. Ihr für die Verhandlung beigezogener
Rechtsvertreter nahm zum Verhandlungsergebnis Stellung.

Die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) weist die Beschwerde ab.

Aus den Erwägungen:

3.a. Die Beschwerdeführer sind gestützt auf das ANAG im Rahmen der
Kollektivaufnahme ungarischer Staatsangehöriger als Flüchtlinge im Sinne der
Flüchtlingskonvention anerkannt und in der Schweiz aufgenommen worden.
Gemäss Art. 53 AsylG (Übergangsbestimmung) gelten diejenigen Personen,
die am 1. Januar 1981 bereits als Flüchtling in der Schweiz anerkannt sind,
fortan als Flüchtlinge im Sinne des Asylgesetzes. Damit ist auch gesagt,
dass die Beschwerdeführer mit Inkrafttreten des Asylgesetzes Asyl im
Sinne von Art. 4 AsylG erhalten haben und dass die Aberkennungs- und
Widerrufsklauseln nach Art. 41 AsylG auch für die Gesuchsteller gelten.
Dem steht folgende Aussage des Bundesrates in seinem Schlussbericht
über die Ungarn-Aktion nicht entgegen: «Die aufgenommenen ungarischen
Flüchtlinge können so lange in der Schweiz bleiben, als sie es wünschen,
immer unter der Voraussetzung, dass sie sich korrekt verhalten. Es soll auf
sie kein Druck ausgeübt werden, weder zur Weiterreise noch zur Heimkehr.»
(Die schweizerische Asylpraxis in neuester Zeit, Bericht des EJPD vom 7. März
1957, Anhang zum Ludwig-Bericht, S. 415, in Bericht des Bundesrates an die

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Bundesversammlung über die Flüchtlingspolitik der Schweiz seit 1933 bis zur
Gegenwart, 13. September 1957, BBl 1957 II 658). Vielmehr ist festzuhalten,
dass trotz diesem Versprechen der Landesregierung die Aberkennung
der Flüchtlingseigenschaft nach den Regeln des Asylgesetzes möglich ist.
Immerhin dürfte eine Wegweisung nach aberkanntem Asyl gegen Treu und
Glauben verstossen, wobei diese Frage angesichts der langen Aufenthaltsdauer
der ungarischen Flüchtlinge und der daraus resultierenden ständigen
Aufenthaltsberechtigung aufgrund erlangter Niederlassungsbewilligung - wie
dies auch bei den Beschwerdeführern der Fall ist - rein theoretischer Natur
sein dürfte (vorbehältlich allerdings der, mit der vom Bundesrat genannten
Voraussetzung korrekten Verhaltens zu vereinbarenden, Ausweisungsgründe
nach Art. 10 ANAG).

b. Gemäss Art. 41 Abs. 1 Bst. b AsylG wird das Asyl aus Gründen nach Art. 1 C
Ziff. 1-6 FK widerrufen. Nach Ziff. 5 dieser Bestimmung fällt eine Person nicht
mehr unter den Geltungsbereich des Flüchtlingsabkommens, wenn sie nach
Wegfall der Umstände, aufgrund derer sie als Flüchtling anerkannt worden
ist, es nicht mehr ablehnen kann, den Schutz ihres Heimatstaates in Anspruch
zu nehmen. Abs. 2 der nämlichen Bestimmung schliesst davon Flüchtlinge
(im Sinne von Art. 1 A Ziff. 1 FK) aus, die den Schutz ihres Heimatlandes aus
triftigen Gründen, die auf frührere Verfolgung zurückgehen, ablehnen. Mit
dem Asylwiderruf kann die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft erfolgen
(Art. 41 Abs. 2 AsylG).

4. Bei der Anwendung von Art. 1 C Ziff. 5 FK zufolge genereller
Situationsveränderung im Herkunftsland stellt sich einerseits die Frage, ob
diesfalls gegen alle Flüchtlinge der betreffenden Staatsangehörigkeit ein
Widerrufsverfahren einzuleiten ist oder ob das BFF in bestimmten Fällen
davon absehen kann, und anderseits, wie ein eröffnetes Widerrufsverfahren
abzuschliessen ist.

Nach bisheriger Praxis sind Zumutbarkeitsüberlegungen bereits in die
Anforderungen an die Umstände eingeflossen, welche einen Widerruf
rechtfertigen (vgl. Werenfels Samuel, Der Begriff des Flüchtlings im
schweizerischen Asylrecht, Bern u. a. 1987, S. 320). Das heisst, dass das BFF
trotz genereller Situationsveränderung in gewissen Einzelfällen von der
Einleitung eines Widerrufverfahrens oder, aufgrund der Stellungnahme
des Flüchtlings, vom beabsichtigten Widerruf abgesehen hat, wobei es auf
Erlass einer Verfügung verzichtet hat. Bezüglich der ungarischen Flüchtlinge
hat das BFF offenbar entschieden, gegen sie alle ein Widerrufsverfahren
einzuleiten. So hat das BFF in seinem Schreiben vom 20. Mai 1994, worin
es die Beschwerdeführer zur Stellungnahme zum beabsichtigten Widerruf
eingeladen hat, ausgeführt: «Das Bundesamt für Flüchtlinge ist deshalb
laufend daran, bei allen anerkannten Flüchtlingen aus Ungarn die
Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft zu prüfen.»

Wird die Situation in einem Herkunftsland von den zuständigen Behörden als
so grundlegend verbessert betrachtet, dass der Widerrufsgrund von Art. 1 C
Ziff. 5 Abs. 1 FK greift, handelt es sich bei einem solchen länderspezifischen
Entscheid um einen generell abstrakten Rechtssatz (vgl. Kölz Alfred / Häner
Isabelle, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes,
Zürich 1993, S. 133 f.), der zwar als solcher nicht anfechtbar ist, wohl
hingegen seine konkrete Anwendung im individuellen Fall. Aus Gründen der

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(prozessualen) Gleichbehandlung, aber auch der allgemeinen Rechtssicherheit
wäre daher nach einer solchen Entscheidung gegenüber allen Flüchtlingen des
betreffenden Landes ein Widerrufsverfahren einzuleiten, und nicht nur eine
vorgezogene «Zumutbarkeitsüberlegung» anzustellen bezüglich der Frage, ob
überhaupt ein Widerrufsverfahren eröffnet werden soll.

Auch der Flüchtling, dessen Flüchtlingseigenschaft entgegen dem generell
abstrakten Rechtssatz nicht aberkannt oder dessen Asyl nicht widerrufen
wird, hat aus Gründen der Rechtssicherheit ein berechtigtes Interesse
an der formellen Feststellung dieser Tatsache. Die Eröffnung eines
Widerrufsverfahrens hätte demnach zur Folge, dass dieses mit einer
Verfügung zu enden hätte.

5. Das BFF geht in der angefochtenen Verfügung ohne weitere Begründung
davon aus, dass «aufgrund der veränderten Situation in Ungarn» die
Bestimmung von Art. 1 C Ziff. 5 FK erfüllt ist. Die Beschwerdeführer machen
jedoch in der Beschwerde geltend, die Verhältnisse in Ungarn seien für
sie nicht beruhigend, da für die seinerzeitigen Grausamkeiten praktisch
niemand zur Verantwortung gezogen worden sei und die damaligen
Machthaber ungestört weiterleben und ihre Pension geniessen. An der
Instruktionsverhandlung führte der Beschwerdeführer weiter aus, er halte
die heutige Regierung nicht für die wahre Vertretung von Ungarn, da bei
den Wahlen eine blosse Abmachung zwischen Parteien zu einer falschen
Zählweise der Stimmen geführt habe. Ferner seien die Regierungsmitglieder
Kommunisten beziehungsweise ehemalige; der jetzige Ministerpräsident,
Horn, habe seinerzeit mit der Waffe in der Hand gegen die Revolution
gekämpft.

Die Umstände, auf Grund derer Ausländer als Flüchtlinge anerkannt worden
sind, können sowohl generell (beispielsweise zufolge allgemeiner Amnestie,
rechtsstaatlich funktionierender Staatsorgane, Beachtens der Menschenrechte,
allgemeiner physischer und sozialer Sicherheit) wie auch individuell
(beispielsweise zufolge einer Rehabilitierung oder der Aufhebung eines
Haftbefehls beziehungsweise eines Urteils) weggefallen sein beziehungsweise
noch andauern.

a. Die generelle Situation in Ungarn hat sich, verglichen mit dem Jahre 1956,
massiv zum Guten verändert. Bereits in den 70er-Jahren nahm die Bereitschaft
zur Flüchtlingsanerkennung durch die zuständigen Schweizer Behörden
aufgrund der verbesserten Menschenrechtslage deutlich ab, und gegen Ende
der 80er-Jahre konnte es nur noch in ausserordentlichen Einzelfällen zu
einer Anerkennung kommen. Am 30. Oktober 1991 erklärte der Bundesrat die
Länder Ungarn, Polen und die CSFR (bzw. deren Nachfolgestaaten Tschechien
und Slowakei am 4. Oktober 1993) als verfolgungssicher im Sinne von Art. 16
Abs. 2 AsylG. Ebenfalls im Jahre 1991 hat das Hochkommissariat der Vereinten
Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) bezüglich der gleichen Länder die Existenz
der Beendigungsgründe von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 1 FK grundsätzlich bejaht.

Auch seitens der ARK ist festzustellen, dass in den Ländern Ungarn, Polen
und Tschechien (sowie in etwas eingeschränkterem Masse in der Slowakei)
eine tiefgreifende Veränderung stattgefunden hat. Jedenfalls in Ungarn,
Polen und Tschechien ist die Situation über den Zeitraum der letzten Jahre
hinweg als demokratisch, rechtsstaatlich, menschenrechtskonform, stabil
und dauerhaft zu bezeichnen. Im November 1993 ratifizierte Ungarn die

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Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte
und Grundfreiheiten (Europäische Meschenrechtskonvention [EMRK],
SR 0.101) sowie deren Sechstes Zusatzprotokoll, das die Abschaffung der
Todesstrafe in Friedenszeiten vorsieht. Ungarn anerkannte darüber hinaus
das Individualbeschwerderecht und die Gerichtsbarkeit des Europäischen
Gerichtshofes für Menschenrechte. Auch wenn von Amnesty International
noch in den beiden letzten Jahren verschiedentlich gewalttätige Übergriffe
staatlicher Organe gegenüber ausländischen Staatsangehörigen, die sich
in Ungarn befinden, gemeldet worden sind, kann im allgemeinen gesagt
werden, dass die Menschenrechtssituation für ungarische Staatsangehörige
und der Grad der Einhaltung der EMRK durch Ungarn mit derjenigen durch
westeuropäische Staaten vergleichbar ist. Von dieser Feststellung sind
allerdings die Roma auszunehmen, welche sich in Ungarn nicht nur vieler
Feindseligkeiten seitens der Bevölkerung ausgesetzt sehen, sondern auch von
staatlichen Organen zu wiederholten Malen keinen Schutz erhalten haben und
in diversen Einzelfällen sogar von polizeilicher Seite gewaltsame Übergriffe
erleiden mussten.

Das BFF hat somit entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer zurecht
eine grundlegend verbesserte Situation in Ungarn angenommen, welche
grundsätzlich die Anwendung von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 1 FK rechtfertigt.

b. Die Beschwerdeführer, welche nicht zur Volksgruppe der Roma gehören,
machen neben den angeblich nicht beruhigenden Verhältnissen in Ungarn
nicht zusätzlich geltend, dass sie individuell und konkret auch im jetzigen
Zeitpunkt im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG noch verfolgt seien oder im Falle
einer Rückkehr begründete Furcht hätten, seitens des Staates verfolgt zu
werden. Damit ist kein Anlass gegeben, ein trotz genereller Veränderung
individuelles Fortdauern der begründeten Furcht anzunehmen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Umstände, aufgrund derer die
Beschwerdeführer als Flüchtlinge anerkannt worden sind, weggefallen
sind, weshalb sie es grundsätzlich nicht ablehnen können, den Schutz ihres
Heimatlandes in Anspruch zu nehmen.

6. Gemäss Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK sind «diese Bestimmungen (...) jedoch nicht
auf die in Ziff. 1 des Abschnittes A erwähnten Flüchtlinge anwendbar, die die
Rückkehr in das Land ihres frühereren Wohnsitzes aus triftigen Gründen, die
auf frühere Verfolgungen zurückgehen, ablehnen.» Zu prüfen ist demnach,
auf wen diese Klausel anwendbar ist und was der Begriff der triftigen Gründe
umfasst.

a. Ein Vergleich mit den Originalsprachen der Flüchtlingskonvention (Art. 46
Abs. 3 FK) zeigt, dass mit der missverständlichen Formulierung «diese
Bestimmungen» nicht etwa die fünf vorangegangenen Bestimmungen (Art. 1 C
Ziff. 1-5 FK) gemeint sind, sondern dass sich diese Ausnahme nur auf die Regel
gemäss Abs. 1 der Ziff. 5 bezieht (vgl. englischen Originalttext: «Provided
that this paragraph shall not apply [...]»; französischer Originaltext: «[...]
que les dispositions du présent paragraphe ne s’appliqueront pas [...]»).
Aus der Systematik der Flüchtlingskonvention geht zweifelsfrei hervor,
dass mit «paragraph» nicht etwa ein Artikel, sondern eine Subziffer eines
Artikels gemeint ist (vgl. auch Art. 1 A Ziff. 1 FK, wo in der englischen
Originalfassung zwischen «Article» [für Artikel] und «Section» [für Buchstabe]
und «Paragraph» [für Ziffer] unterschieden wird). Auch die Darstellung

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(Einrückung des zweiten Absatzes) und die unter Ziff. 6 Abs. 2 bezüglich der
Staatenlosen wiederholte Formulierung (sich beziehend auf Ziff. 6 Abs. 1)
zeigen, dass es sich bei der Pluralform von «Bestimmungen» um eine falsche
Übersetzung handelt.

b. Die Ausnahmeregelung beschränkt sich, zufolge des Verweises auf Art. 1 A
Ziff. 1 FK, grundsätzlich auf sogenannte statutäre Flüchtlinge, das heisst solche
Personen, die aufgrund früherer Vertragswerke am 28. Juli 1951 bereits als
Flüchtlinge galten. Damit wäre sie für die Beschwerdeführer nicht anwendbar.

Die Flüchtlingskonvention selbst, das Statut des UNHCR vom 14. Dezember
1950 sowie die Doktrin zu diesen beiden Vertragswerken lassen allerdings
diese Einschränkung in einem anderen Licht erscheinen. Während das Statut
die Begrenzung auf statutäre Flüchtlinge gar nicht kennt (§ 6 A Bst. e), wird
in der Literatur zur Flüchtlingskonvention diese Ausnahmeregelung als
Ausdruck eines weiterreichenden humanitären Grundsatzes verstanden,
der folgerichtig auch für alle anderen Flüchtlinge zu gelten habe (vgl.
insbesondere Handbuch des UNHCR über Verfahren und Kriterien zur
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft [UNHCR-Handbuch], Genf 1979/1993,
§ 136; Goodwin-Gill Guy S., The Refugee in International Law, Oxford 1983,
S. 52; D’Aoust E., La mise en oeuvre des clauses de cessation du statut de
réfugié au vu de la doctrine, de la jurisprudence et des recommandations
du United Nations High Commissioner for Refugees / Haut Commissariat
des Nations Unies pour les réfugiés [HCR], Documentation-Réfugiés,
supplément au N° 241, S. 8; Köfner G. / Nicolaus Peter, Grundlagen des
Asylrechts in der Bundesrepublik Deutschland, Mainz/München 1986, Bd. 2,
S. 605; anderer Meinung: Grahl-Madsen Atle, The Status of Refugees in
International Law, Leyden 1966, Bd. I, S. 407, welcher die weitergehende
Bedeutung alleine auf das Statut des UNHCR abstützt). Die Empfehlungen
des Exekutiv-Komitees für das Programm des Hohen Flüchtlingskommissars
der Vereinten Nationen, in welchem auch die Schweiz vertreten ist, gehen in
die selbe Richtung (Ex-Com-Beschluss Nr. 69 [XLIII] von 1992; Document de
travail sur l’application des clauses de cessation dans la Convention de 1951,
20. Dezember 1991, Ziff. 15).

Die ARK ist diesbezüglich zum gleichen Ergebnis gekommen und wendet,
allerdings aus einem im schweizerischen Asylrecht liegenden Grund,
die Beschränkung auf statutäre Flüchtlinge in der Schweiz nicht an; die
Ausnahmebestimmung hat demnach ebenfalls Geltung für diejenigen
Personen, die später als Flüchtlinge anerkannt worden sind (vgl.
Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission
[EMARK] 1993 Nr. 31). Der Grund für diese Praxis liegt in der Formulierung
von Art. 3 AsylG, der über die begründete Furcht hinaus (Art. 1 A Ziff. 2 FK)
auch die Relevanz sogenannter Vorverfolgung in die Flüchtlingsdefinition
aufgenommen hat. Aus dem erwähnten Urteil ist abzuleiten, dass dieser
Erweiterung nur dann eine eigenständige Bedeutung - ohne in Widerspruch
mit den Widerrufsgründen zu geraten - zukommt, wenn bei festgestellter
Vorverfolgung «die Rückkehr in den Verfolgerstaat aus triftigen Gründen, die
auf frühere Verfolgung zurückgehen, nicht zugemutet werden kann».

Beide Argumentationen führen zum Resultat, dass die Ausnahmebestimmung
von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK für alle Flüchtlinge anwendbar ist. Sie stehen
auch in Übereinstimmung mit der jahrzehntelangen Praxis der Schweiz, die

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bei den angestellten Zumutbarkeitsüberlegungen (vgl. E. 4) nie zwischen
statutären Flüchtlingen und Konventionsflüchtlingen unterschieden hat. Die
besagte Bestimmung ist somit grundsätzlich auch auf die Beschwerdeführer
anwendbar.

c. Triftige Gründe müssen «auf frühere Verfolgungen zurückgehen», um
beachtlich zu sein (Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK; «[...] raisons [...] tenant à des
persécutions antérieures»/«[...] reasons arising out of previous persecutions»).
Der Flüchtlingsbegriff der Flüchtlingskonvention knüpft bekanntlich an die
begründete Furcht vor Verfolgung an (Art. 1 A Ziff. 2 FK: «well-founded fear of
persecutions»). Wenn nun Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK von früheren Verfolgungen
spricht, ist damit nicht eine Aufsplitterung des Flüchtlingsbegriffs avisiert,
nämlich in solche, die aufgrund erlittener Verfolgung begründete Furcht
vor künftiger Verfolgung hatten, und in solche, die die gleiche Furcht
hatten, ohne selber bereits Verfolgung erlitten zu haben. Eine solche
Unterscheidung würde der Logik und dem Geist der Flüchtlingskonvention
zuwiderlaufen. Obwohl der deutsche und der originale französische Text
von Verfolgungen (persécutions) spricht - im Unterschied zum originalen
englischen Text: persecutions -, sind damit nicht Verfolgungshandlungen,
sondern eine Verfolgungssituation gemeint. Eine andere Betrachtungsweise
wäre nicht nur mit dem Sinn des Flüchtlingsbegriffs nicht vereinbar, sondern
hätte auch zur Folge gehabt, dass viele der jüdischen Flüchtlinge, die der
Verfolgung durch die Schergen des Hitler-Regimes entfliehen konnten,
bevor sie selber Opfer von Verfolgungsmassnahmen geworden sind, von
der Ausnahmebestimmung von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK nicht umfasst gewesen
wären. Auch diese einzuschliessen war aber der unbestreitbare Wille der
Schöpfer der Flüchtlingskonvention (vgl. Robinson N., Convention Relating to
the Status of Refugees, New York 1953, S. 60 f.).

aa. Da die Beschwerdeführer im Rahmen einer Kollektivaufnahme als
Flüchtlinge anerkannt und aufgenommen worden sind, wurde damals
keine Anhörung über die Fluchtgründe durchgeführt und es finden sich
auch sonst in den vorinstanzlichen Akten (mit Ausnahme der vom 14. Juni
1994 datierten Stellungnahme der Beschwerdeführer zum beabsichtigten
Widerruf) keine Angaben über die Fluchtmotive. In solchen Fällen ist es
Sache der Asylbehörden, vorab des BFF, die seinerzeitigen Fluchtgründe auf
geeignete Weise zu eruieren. Obwohl im vorliegenden Fall demzufolge durch
das BFF ein Beweisverfahren (Anhörung) durchzuführen gewesen wäre und
die Unterlassung eines solchen wegen Verweigerung des rechtlichen Gehörs
durchaus Anlass zu einer Kassation hätte geben können (vgl. VPB 60.33[28]),
wurde die Beweiserhebung aus prozessökonomischen Gründen in Form
einer Instruktionsverhandlung (Art. 28 Abs. 3 VOARK) durch die ARK selber
nachgeholt. Diese Vervollständigung des Sachverhaltes heilt indessen den
erwähnten Mangel, womit sich eine Rückweisung an die Vorinstanz erübrigt
und ein Beschwerdeentscheid in der Sache selbst ermöglicht wird (vgl. Art. 61
VwVG).

bb. Der Beschwerdeführer macht im wesentlichen die folgenden Fluchtgründe
geltend:

Nach seiner militärischen Ausbildung an der Militärakademie von 1930
bis 1934 sei er zum Leutnant der ungarischen Luftwaffe befördert worden
und habe bis am 4. April 1945 Kriegsdienst geleistet, zuletzt im Range eines

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003044.pdf?ID=150003044

Hauptmanns. Er habe es nach Kriegsende abgelehnt, der Roten Armee
beizutreten. Ebenfalls 1945 sei ihm und der Beschwerdeführerin im Rahmen
der Agrarreform der Grossteil ihres Landgutes in der Nähe der Stadt Veszprém
sowie ihr 7-Zimmer-Einfamilienhaus in der Stadt weggenommen und
verstaatlicht worden. Vier Jahre später seien sie aufgefordert worden, den
Rest des Grundeigentums dem Staat anzubieten, unter der Androhung, dass
der Beschwerdeführer andernfalls in ein Arbeitslager gehen müsse. Sie hätten
dem Zwang nachgegeben und es sei ihnen im Gegenzug ein kriegsbeschädigtes
Haus angeboten worden, welches sie entgegen anderslautender Zusage auf
eigene Kosten hätten reinigen, reparieren und renovieren müssen. Von
den vier Zimmern, die sie zu neunt bewohnt hätten, hätten sie nach drei
Monaten ein Zimmer an zwei Soldaten abtreten müssen. Ein Jahr später
habe ihnen ein Geheimpolizist mitgeteilt, dass er das Haus übernehme,
worauf sie innerhalb eines Tages in ein kleines Bauerndorf haben ziehen
müssen, wo ihnen zwei Räume in einem Bauernhaus zugewiesen worden
seien. Da dem Beschwerdeführer nicht einmal die Arbeit in einer Fabrik
erlaubt worden sei, habe er, nachdem er eine Zeitlang Gelegenheitsarbeiten
als Trödler verrichtet habe, eine Schlosserlehre gemacht und in der Folge mit
Schneeschleudermaschinen gearbeitet. Ihrer Tochter sei der Übertritt in die
Mittelschule wegen «klassenfeindlicher Abstammung» nicht bewilligt worden.
Nach dem Tod Stalins sei bekanntgeworden, dass man den Ort wechseln
dürfe - ohne dass die Deportation formell aufgehoben worden wäre -, worauf
die Familie nach Balatonfüred gezogen sei, wo der Beschwerdeführer eine
Wohnung (Wohnrecht) gekauft und in einer staatlichen Bäckerei gearbeitet
habe.

Am 23. Oktober 1956 habe es, nachdem man bereits während des Sommers
von Aktivitäten von Schriftstellern und Journalisten in Budapest gehört habe,
keine Sendungen im Radio gegeben und entsprechend seien Diskussionen
und Gerüchte entstanden. Drei Tage später habe es, ausgehend von einem
Marsch der Schifffabrikarbeiter, eine Versammlung in Balatonfüred
gegeben, an welcher der Beschwerdeführer - entgegen demWunsch der
Beschwerdeführerin - auch teilgenommen habe. Er sei dann überraschend
aufgrund eines Aufrufes eines Arbeiters ins 30köpfige Revolutionskomitee
gewählt worden, welches bei dieser Gelegenheit entsprechend der Vorgänge
im ganzen Land konstituiert worden sei. Aus diesem Komitee habe man ihn
in ein sechsköpfiges Gremium für die Führung der Stadt gewählt, und er sei
in der Folge mit der Organisation der Stadt - quasi als Gemeindepräsident -
beauftragt worden. In der Nacht 3./4. November 1956 habe er Detonationen
gehört und darauf einen Telefonanruf von der lokalen Polizei erhalten
mit der Information, die Russen hätten Ungarn angegriffen und eine
Munitionsfabrik in der Nähe von Balatonfüred sei in die Luft gesprengt
worden. Am 8. November, bis zu welchem Tag er im Amt geblieben sei,
habe er die Weisung bekommen, die alten kommunistischen Beamten seien
wieder in ihr Amt einzusetzen. Er habe darauf seine frühere Tätigkeit in der
Bäckerei aufgenommen. Am 20. November habe er bei einer Besorgung in der
Stadt von einem Kollegen erfahren, dass er wegen seiner Führungsfunktion
im Revolutionsrat verhaftet werden solle. Am gleichen Tag seien sie nach
Österreich geflohen. Im nachhinein habe er erfahren, dass der Schuldirektor,
welcher eigentlich als Präsident des Revolutionsrates hätte fungieren
sollen, dieses Amt dann aber dem Beschwerdeführer überlassen habe,
verhaftet worden sei. 1988 sei aufgrund veröffentlichter Geheimakten

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bekanntgeworden, dass die Russen allein bis am 22. November 1956 5000
Personen verhaften und an der ungarischen Revolution beteiligte «illegale
Gruppen» liquidieren liessen.

Die Schilderung der Fluchtgründe durch den Beschwerdeführer, bestätigt
durch die Beschwerdeführerin, erfolgte ausführlich und widerspruchsfrei. Die
Beschwerdeführer erscheinen zudem glaubwürdig, weshalb die vorgetragene
Schilderung als glaubhaft gemachter Sachverhalt zu gelten hat. Es ist davon
auszugehen, dass die im Rahmen einer Kollektivaufnahme als Flüchtlinge
anerkannten Beschwerdeführer auch bei einem Individualverfahren aufgrund
des erwähnten Sachverhaltes als Flüchtlinge anerkannt worden wären. Die
Vorbedingung, dass eine frühere Verfolgungssituation - das heisst: begründete
Furcht vor politischer Verfolgung - bestanden hat, ist somit erfüllt.

cc. Nach eigenen Angaben haben die Beschwerdeführer während ihres
Aufenthaltes in der Schweiz keinerlei Beziehungen gepflegt mit ihrem
Heimatland oder deren offiziellen Vertretung im Ausland. Sie machen geltend,
sie hätten «so viele Ungerechtigkeiten, Erniedrigungen und Unterdrückungen
erdulden» müssen, dass sie auch künftig keine Kontakte haben wollen.
Diese Einstellung würde sich ihren Angaben zufolge auch durch einen
Asylwiderruf nicht ändern, das heisst, sie würden diesfalls die Ausstellung
eines Ersatzreisepapiers einer Beantragung eines ungarischen Passes
«unbedingt» vorziehen.

Aus den Akten sind keine Hinweise ersichtlich, die Anlass gäben, an der
behaupteten Beziehungslosigkeit zum Heimatland während der letzten vierzig
Jahre zu zweifeln. Auch in diesem Punkt sowie im Hinblick auf ihre Absichten
erscheinen die Beschwerdeführer als glaubwürdig.

d. Einleitend ist allgemein zu prüfen, welche Gründe als triftig zu
gelten haben. In der in die Systematische Sammlung des Bundesrechts
aufgenommenen deutschen Übersetzung der Flüchtlingskonvention ist von
«triftigen Gründen» die Rede. In den Originalsprachen der Konvention, die
gleichermassen als authentisch gelten (vgl. Art. 46 Abs. 3 FK), werden die
Begriffe «des raisons impérieuses» beziehungsweise «compelling reasons»
verwendet. Diese sind mit «triftig» (= stichhaltig, [zu]treffend) ungenau
übersetzt. Sprachlich korrekt ist das im deutschsprachigen UNHCR-Handbuch
oder auch in der Konventions-Übersetzung der Bundesrepublik Deutschland
(Bundesgesetzblatt [BGBl.] 1953 II, S. 559) verwendete Wortpaar «zwingende
Gründe», welche Formulierung in allen drei Sprachen nicht auf einen
von irgendeiner Seite ausgeübten Zwang hindeutet, sondern im Sinne
von «gedanklich zwingend, stringent» zu verstehen ist. Es wird fortan der
zutreffende Begriff «zwingende Gründe» verwendet.

In der Doktrin werden dreierlei Kategorien von relevanten Gründen
unterschieden, wobei sich nur die beiden ersten auf die Flüchtlingskonvention
abstützen und somit auf frühere Verfolgungen zurückgehen müssen:

1. Traumatisierende Erlebnisse, die zur Flucht geführt haben: Während
bei der Schaffung der Flüchtlingskonvention zweifellos vorallem an die
schrecklichen Verfolgungs- und Vernichtungsaktionen gegenüber den Juden
und anderer Gruppen insbesondere in Deutschland und Österreich gedacht
worden ist (vgl. Robinson, a. a. O., S. 60 ff.), ist die gleiche Voraussetzung
immer dann erfüllt, wenn ein Flüchtling (oder seine Angehörigen oder

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Gruppenzugehörigen) vor seiner Flucht so schlecht behandelt - insbesondere
gefoltert - worden ist (bzw. sind), dass sich dies als Langzeit-Trauma
ausgewirkt haben dürfte.

2. Andauernde feindselige Haltung weiter Teile der einheimischen
Bevölkerung (insbesondere Diskriminierung) gegenüber Staatsangehörigen,
die die gleiche politische Anschauung, Religion usw. haben wie der
betreffende Flüchtling; dessen andauernde starke oppositionelle Haltung
gegenüber dem gegenwärtigen Regime; psychologische Blockade des
Flüchtlings, sich aufgrund der Verfolgung und der seither verstrichenen
langen Zeit als Mitglied seines Heimatstaates zu betrachten (vgl. Grahl-Madsen,
a. a. O., S. 411; Köfner/Nicolaus, a. a. O., S. 605; D’Aoust, a. a. O., S. 9; alle
unter Berufung auf Robinson, a. a. O., S. 61 f.). Diese Ausnahmebestimmung
der Konvention kann nach Grahl-Madsen (a. a. O.) zudem unter gewissen
Umständen auch ein Flüchtling geltend machen, der als Folge der Verfolgung
und der Flucht ohne Wohnung und Beruf und ohne irgendetwas, das ihn mit
seinem Heimatland verbindet, dasteht.

3. Weitere Gründe des persönlichen Wohlbefindens: Gemäss negativer
Umschreibung im § 6 A Bst. e des Statuts des UNHCR vom 14. Dezember
1950 fällt der Flüchtling nicht mehr unter das Statut, wenn er keine anderen
Gründe anrufen kann «que de convenance personnelle», wobei solche
rein ökonomischer Natur ausgeschlossen sind (vgl. Grahl-Madsen, a. a. O.,
S. 407 ff.).

Die ersten zwei Kategorien sind als zwingende Gründe gemäss
Flüchtlingskonvention zu verstehen, die dritte beruht allein auf dem Statut
des UNHCR. Die dort verwendete Formulierung wurde bei der Erarbeitung
der Flüchtlingskonvention bewusst abgelehnt (vgl. den Ausgangstext, von dem
die Bevollmächtigtenkonferenz im Juli 1951 ausging [A/CONF.2/1], welcher
noch die Formulierung gemäss Statut enthielt, die Änderungsvorschläge des
israelischen Vertreters [A/CONF.2/81 und 82] und die Schlussabstimmung
[A/CONF.2/SR.29, S. 4]). Bei der Ausnahmebestimmung von Art. 1 C Ziff. 5
Abs. 2 FK geht es um «den Schutz ihres Heimatlandes» («la protection du
pays dont il a la nationalité»), den Flüchtlinge aus zwingenden Gründen
ablehnen können, und nicht um «die Rückkehr in das Land ihres früheren
Wohnsitzes» («de retourner dans le pays dans lequel il avait sa résidence
habituelle»), welche Formulierung aus dem für staatenlose Flüchtlinge
geltenden Art. 1 C Ziff. 6 Abs. 2 FK stammt. Damit ist klargestellt, dass
grundsätzlich auch der blossen Konsequenz, nicht mehr als Flüchtling mit
Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung, sondern nur noch als Ausländer
mit entsprechender Bewilligung zu gelten, zwingende Gründe entgegenstehen
können. Fraglich ist allerdings, ob bei Verbleib im Asylland der gleiche
Massstab an die Bedeutsamkeit der Gründe anzulegen ist wie im Falle der
Rückkehr-Konsequenz. Grahl-Madsen hat sich dazu (im Zusammenhang
mit § 6 A Bst. e des Statuts des UNHCR, der zwar die gleiche Unterscheidung
zwischen Flüchtlingen mit und solchen ohne Staatsangehörigkeit macht, aber
statt von zwingenden Gründen von «grounds other than those of personal
convenience» spricht) wie folgt geäussert: «In the context of § 6 A (e) it
must be remembered, however, that the emphasis is on availing oneself of
protection rather than on returning to the country of origin. Therefore, the

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above-mentioned considerations are pertinent only in so far as the person who
avails himself of national protection will be requested to return to the said
country.» (Grahl-Madsen, a. a. O., S. 408)

- In der Tat ist es kaum gerechtfertigt, neben einer nachvollziehbaren,
eigentlichen psychologischen Unmöglichkeit, mit staatlichen Vertretern des
Heimatlandes in einen minimalen Kontakt zu treten, weitere Gründe als
zwingend anzuerkennen. In diesem Sinne sind zwar die Gründe der ersten
Kategorie, immer unter der Voraussetzung, dass sie auf frühere Verfolgung
zurückgehen, auch bei einem Verbleib in der Schweiz vollumfänglich gültig.

- Bereits bei der zweiten Kategorie, bei der ebenfalls vorausgesetzt wird,
dass die Gründe auf frühere Verfolgung zurückgehen, ist aber im Falle eines
Verbleibs in der Schweiz ein strengerer Massstab anzulegen, der dem Umstand
Rechnung trägt, dass diesfalls die Kontakte mit offiziellen Vertretern des
Heimatlandes und erst recht der heimatlichen Bevölkerung sich nur in sehr
geringem Masse realisieren werden. So verlieren insbesondere Kriterien
wie eine lange Aufenthaltsdauer im Ausland und eine Entfremdung vom
Heimatland weitgehend an Bedeutung, und Gründe wie die Einstellung
der heimischen Bevölkerung oder schwierige Reintegrationsprobleme
mangels Wohnung und Arbeitsstelle werden vollends bedeutungslos. Weiter
dürfte es selten vorkommen, dass innerhalb der ab Asylgesuchstellung
gerechneten fünf Jahre, die der Niederlassungsbewilli-gung vorausgehen
(vgl. Art. 28 AsylG), im Herkunftsland eine fundamentale, dauerhafte und
stabile Verbesserung der allgemeinen Lage stattgefunden hat. Gerade die
von der Doktrin genannten Gründe der andauernden feindseligen Haltung
der einheimischen Bevölkerung oder die andauernde starke oppositionelle
Haltung des Betroffenen gegenüber dem gegenwärtigen Regime (sofern
nachvollziehbar) deuten darauf hin, dass in diesen Fällen eben noch keine
fundamentale Verbesserung eingetreten ist. Damit dürfte auch für die Schweiz
zutreffen, was D’Aoust über die Praxis verschiedener Staaten sagte: «Quoi
qu’il en soit, ces questions n’ont que peu d’incidence en pratique: en effet, de
nombreux Etats, suivants par là les recommandations du HCR, prennent
en ligne de compte le maintien de droits préalablement acquis pour les
personnes dont on ne peut attendre qu’elles quittent le pays d’asile du fait d’un
long séjour dans ce pays, dont résultent des attaches sociales, économiques
ou familiales profondes» (vgl. D’Aoust, a. a. O., S. 9). Ob angesichts dieser
Ausführungen bei weiter dauernder Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz
überhaupt noch Raum bleibt, Gründe dieser zweiten Kategorie als zwingende
Gründe im Sinne der Flüchtlingskonvention anzunehmen, ist fraglich.

- Bezüglich der dritten Kategorie kann vorab gesagt werden, dass solche
Gründe jedenfalls nicht zu berücksichtigen sind, wenn die Betroffenen nach
Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft in der Schweiz verbleiben können.
Inwieweit dann, wenn ein Asylwiderruf zu einer Wegweisung und letztlich
einer Rückkehr ins Heimatland führen würde, auch weitere humanitäre
Aspekte im Sinne der dritten Kategorie berücksichtigt werden können und
ob sich eine solche Prüfung tendenziell nach dem § 6 A Bst. e des für die
Schweiz nicht verbindlichen Statuts des UNHCR ausrichten soll, wo von
Motiven «de convenance personnelle» die Rede ist (allerdings unter Ausschluss
rein ökonomischer Gründe) oder ob diesfalls die schweizerische Praxis zur
vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
(im Hinblick auf die den Flüchtling zu erwartende Situation im Heimatland)

13

beziehungsweise die für humanitäre Aufnahmen entwickelte Härtefallpraxis
(bezüglich seiner Integration in der Schweiz) analog herangezogen werden
soll, kann hier offen bleiben.

e. Im vorliegenden Fall hätte die - wegen jahrelanger Schikanen und der vom
Beschwerdeführer im Revolutionsrat bekleideten Funktion - mit gutem Grund
bestehende Furcht vor Verfolgung auch in einem Individualverfahren zur
Anerkennung als Flüchtling geführt (vgl. E. 6.c.bb). Setzt man das bis zum
Datum der Flucht von den Beschwerdeführern Erlittene und die zahlreichen
und massiven Übergriffe der russischen Besatzungstruppen und des späteren
ungarischen Regimes gegenüber der ungarischen Bevölkerung, die bis zu
standrechtlichen Erschiessungen und der Vollstreckung von Todesurteilen
gegangen sind, in Relation mit dem vierzig Jahre langen, von keinerlei
Kontakten mit dem Heimatland gekennzeichneten Exilaufenthalt, so wäre
in casu - ohne dass gleich von einem Langzeit-Trauma gesprochen werden
könnte - aufgrund der Verfolgungen, des langen Aufenthaltes in der Schweiz,
der innerlichen und durch fehlende Kontakte geprägten Entfremdung sowie
der nachvollziehbaren Aversion gegenüber gewissen Regierungsvertretern
das Bestehen von zwingenden Gründen im Sinne einer psychologischen
Unzumutbarkeit (im Sinne der zweiten Kategorie) zu bejahen, sofern eine
Rückkehr der Beschwerdeführer in ihr Heimatland zur Debatte stehen würde.

f. Da die Beschwerdeführer aber über eine Niederlassungsbewilligung
verfügen, würde ein Asylwiderruf nur bewirken, dass sie den diplomatischen
Schutz des Heimatlandes in Anspruch zu nehmen hätten, ohne zu einer
Heimreise gezwungen zu sein. Auch wenn es den Beschwerdeführern
abgenommen werden kann, dass es ihnen nach ihrem 40jährigen Unterbruch
schwer fallen würde, wieder mit heimatlichen Behörden - und sei es auch nur
der ungarischen Botschaft in der Schweiz - in Kontakt zu treten, kann ihnen
nicht eine nachvollziehbare, eigentliche psychologische Unmöglichkeit zu
dieser Art von Minimalkontakt attestiert werden. Zu diesem Schluss führt,
trotz der eingetretenen Entfremdung der Beschwerdeführer von ihrem
Heimatstaat sowie dessen Regierung und Bevölkerung, insbesondere die
Überlegung, dass heute der grosse Teil der ungarischen Bevölkerung und
ein überwiegender Anteil der Regierungsvertreter in keiner Weise mehr mit
den kommunistischen Nachfolgeregimes des 1956 weggeputschten und zwei
Jahre später hingerichteten Ministerpräsidenten Imre Nagy gesinnungsmässig
Gemeinsamkeiten haben.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Aberkennung der
Flüchtlingseigenschaft und dem Asylwiderruf keine zwingenden Gründe
im Sinne von Art. 41 Abs. 1 Bst. b AsylG in Verbindung mit Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2
FK entgegenstehen.

Die zuständigen schweizerischen Behörden werden allerdings an dieser
Stelle ausdrücklich auf die Möglichkeit hingewiesen, den Beschwerdeführern
einen sogenannten «Pass für Ausländer» auszustellen (vgl. Verordnung über
Reisepapiere für schriftenlose Ausländer [SR 143.5], Art. 2 i. V. m. Art. 1 Abs. 3).

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Auf diese Weise dürfte den verständlichen innerlichen Widerständen der
Beschwerdeführer, sich bei ihrem Heimatstaat um Ausstellung heimatlicher
Ausweispapiere zu bemühen, angemessen Rechnung getragen werden können.

7. Den Beschwerdeführern ist es somit nicht gelungen darzutun, inwiefern
die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangemessen sei
(vgl. Art. 11 Abs. 3 AsylG). Die Verfügung der Vorinstanz ist demzufolge zu
bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.

[25] Vgl. oben Fussnote 1, S. 239.
[26] Cf. ci-dessus note 2, p. 240.
[27] Cfr. sopra nota 3, pag. 242.
[28] Vgl. oben S. 240.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 60.35 - Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission

vom 4. Juli 1995

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1996
Année

Anno

Band 60
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Ref. No 150 003 050

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 4. Juli 1995
	Zusammenfassung des Sachverhalts:
	Aus den Erwägungen: