# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5da5325-2623-5571-8744-6ed606dadd70
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-04
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Zivilappellationshöfe 04.09.2018 102 2018 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_001_102-2018-109_2018-09-04.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

102 2018 109

Urteil vom 4. September 2018

II. Zivilappellationshof

Besetzung Präsident: Adrian Urwyler
Richter: Michel Favre, Dina Beti
Gerichtsschreiber-Praktikant: Mischa Poffet

Parteien A.________, Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin

gegen

ÖFFENTLICHE ARBEITSLOSENKASSE, Gesuchstellerin und 
Beschwerdegegnerin 

Gegenstand Definitive Rechtsöffnung (Art. 80 SchKG)

Beschwerde vom 5. April 2018 gegen das Urteil des Präsidenten 
des Zivilgerichts des Seebezirks vom 13. März 2018

Kantonsgericht KG
Seite 2 von 6

Sachverhalt

A. A.________ bezog von der Öffentlichen Arbeitslosenkasse des Kantons Freiburg in der 
Rahmenfrist vom 5. Juni 2012 bis 4. Juni 2014 Taggeldleistungen. Ab dem 5. Juni 2014 wurde ihr 
eine Folgerahmenfrist eröffnet. Am 21. Dezember 2016 verfügte die Öffentliche Arbeitslosenkasse 
die Rückforderung des Betrags von CHF 23'278.90 wegen zu viel bezahlter Taggelder aufgrund 
nicht gemeldeter Zwischenverdienste im Zeitraum zwischen 2012 und 2015. Am 28. Januar 2017 
reichte A.________ betreffend diese Rückforderung ein Erlassgesuch ein, welches vom Amt für 
den Arbeitsmarkt (nachfolgend: AMA) mit Verfügung vom 7. September 2017 abgewiesen wurde.

B. Mit Entscheid vom 13. März 2018 gewährte der Präsident des Zivilgerichts des Seebezirks 
der Öffentlichen Arbeitslosenkasse in der Betreibung Nr. bbb des Betreibungsamtes des 
Seebezirks gegen A.________ die definitive Rechtsöffnung für den Betrag von CHF 23'278.90, für 
die Kosten des Zahlungsbefehls von CHF 137.65 sowie für die Gerichtskosten von  CHF 350.- und 
die Parteientschädigung von CHF 30.-.

C. A.________ (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) beschwerte sich am 5. April 2018 
(Datum des Poststempels) beim Kantonsgericht über diesen Entscheid. Sie hält insbesondere fest, 
die Verfügung des AMA, mit welcher ihr Gesuch um Rückforderungserlass abgewiesen wurde, sei 
ihr nicht rechtsgültig eröffnet worden. Sie habe erst durch das Zivilgericht des Seebezirks erfahren, 
dass das Erlassgesuch abgewiesen wurde.

D. Die (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) nahm am 3. Mai 2018 Stellung zur Beschwerde 
und Öffentliche Arbeitslosenkasse beantragt deren Abweisung. Sie reichte zudem weitere 
Beweismittel ins Recht. Der II. Zivilappellationshof hat die Akten beigezogen.

Erwägungen

1.

1.1. Mangels Berufungsfähigkeit unterliegt der angefochtene Rechtsöffnungsentscheid vom 
13. März 2018 der Beschwerde (Art. 309 lit. b Ziff. 3 i.V.m. Art. 319 lit. a ZPO).

1.2. Als Rechtsmittelinstanz für das erstinstanzliche Gericht am Betreibungsort ist der 
II. Zivilappellationshof in funktioneller und örtlicher Hinsicht zuständig (Art. 84 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 
Abs. 1 SchKG und Art. 46 ZPO e contrario; Art. 321 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 52 des Justizgesetzes 
vom 31. Mai 2010 [JG; SGF 130.1], Art. 17 Abs. 1 lit. c des Reglements für das Kantonsgericht 
vom 22. November 2012 [RKG; SGF 131.11]).

1.3. Gemäss Art. 251 lit. a ZPO werden Entscheide in Rechtsöffnungssachen im summarischen 
Verfahren gefällt. Die Beschwerdefrist beträgt im summarischen Verfahren 10 Tage (Art. 321 
Abs. 2 ZPO). Der angefochtene Entscheid wurde der Beschwerdeführerin am 29. März 2018 
zugestellt. Die am 5. April 2018 der Post übergebene Beschwerde wurde somit innert der 
10-tägigen Frist eingereicht.

Kantonsgericht KG
Seite 3 von 6

1.4. Mit der Beschwerde kann einerseits eine unrichtige Rechtsanwendung gerügt werden 
(Art. 320 lit. a ZPO). Diesbezüglich entscheidet das Kantonsgericht mit voller Kognition. Anderseits 
kommt als Beschwerdegrund die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts in Frage 
(Art. 320 lit. b ZPO). In tatsächlicher Hinsicht ist somit lediglich eine Willkürprüfung vorgesehen.

1.5. Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind ausgeschlossen 
(Art. 326 ZPO).

1.6. Über eine Beschwerde kann aufgrund der Akten entschieden werden (Art. 327 Abs. 2 
ZPO).

1.7. Der Streitwert beträgt CHF 23'278.90; Zinsen, Betreibungskosten, Gerichtskosten und 
Parteientschädigung werden nicht berücksichtigt (Art. 91 Abs. 1 zweiter Satz ZPO).

2.

Zu prüfen ist, ob überhaupt ein vollstreckbarer definitiver Rechtsöffnungstitel vorliegt.

2.1. Die Vollstreckbarkeit hat der Rechtsöffnungsrichter von Amtes wegen zu prüfen (Urteil KG 
FR 102 2016 36 vom 13. April 2016 E. 2a, in FZR 2016 142).

2.2. Das Kantonsgericht verlangt nach ständiger Rechtsprechung, dass sich die Vollstreckbar-
keit des definitiven Rechtsöffnungstitels aus dem Titel selbst oder einer sich auf den Titel 
beziehenden Urkunde ergibt (Urteil KG FR 102 2016 36 vom 13. April 2016 E. 2a, in FZR 2016 
142; 102 2016 102 vom 1. Juni 2016 E. 3a; 102 2018 113 vom 28. Mai 2018 E. 3.2). In seinem 
Urteil 102 2016 154 vom 7. September 2016 hielt das Kantonsgericht in E. 3b jedoch fest, dass 
sich der Fall einer Verwaltungsbehörde – welche wie in casu im Anwendungsbereich des Einspra-
cheverfahrens selbst zu attestieren hat, dass keine Einsprache erhoben wurde und die Verfügung 
vollstreckbar ist – von den der obig zitierten Rechtsprechung Anlass gebenden Fällen unterschei-
det. Hier rechtfertigt es sich, eine entsprechende Bestätigung der Vollstreckbarkeit der Verfügung 
im Rechtsöffnungsgesuch selbst genügen zu lassen.

2.3. Das Rechtsöffnungsbegehren der Beschwerdegegnerin vom 20. Februar 2018 stützt sich 
auf die beigelegte Verfügung Nr. ccc vom 21. Dezember 2016. Die Beschwerdegegnerin verfügte 
darin die Rückforderung des zu Unrecht bezogenen Betrags von CHF 23'278.90 zulasten der 
Beschwerdeführerin. Die Rückforderungsverfügung vom 21. Dezember 2016 wurde der Besch-
werdeführerin gehörig eröffnet. Gegenteiliges wird von der Beschwerdeführerin nicht behauptet, 
womit sich ein Zustellungsnachweis erübrigt (vgl. STAEHELIN, Basler Kommentar Bundesgesetz 
über Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl. 2010, Art. 80 N. 124); dies erhellt sich zudem ohne 
weiteres aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin ein Erlassgesuch gestellt hat.

Weder die Rückforderungsverfügung vom 21. Dezember 2016 noch eine andere dem Rechtsöff-
nungsgesuch beigelegte Urkunde vermögen allerdings die Vollstreckbarkeit zu belegen. Auch 
enthält das Rechtsöffnungsgesuch selbst keine Bestätigung, wonach die Verfügung – mangels 
Anfechtung mit Einsprache – vollstreckbar geworden ist (vgl. Urteil KG FR 102 2016 154 vom 
7. September 2016 E. 3b). Das Rechtsöffnungsgesuch, welches beim Zivilgericht des Seebezirks 
am 20. Februar 2018 hängig gemacht wurde, enthält folglich keine Vollstreckbarkeitsbescheini-
gung im Sinne der kantonalen Rechtsprechung.

Kantonsgericht KG
Seite 4 von 6

Die Beschwerdegegnerin reicht in ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2018 eine Email-
Korrespondenz mit dem AMA ein. Letzteres wies mit Verfügung vom 7. September 2017 das 
Erlassgesuch der Beschwerdeführerin ab. In der erwähnten Korrespondenz bestätigt das AMA 
unter anderem die Rechtskraft seiner Verfügung vom 7. September 2017. Die Beschwerdegeg-
nerin bezweckt mit dieser Eingabe offenbar, die Rüge der Beschwerdeführerin, ihr sei die Erlass-
verfügung des AMA nicht gehörig eröffnet worden, zu entkräften. Sowohl die neu vorgebrachten 
Tatsachenbehauptungen der Beschwerdeführerin als auch die neu eingereichten Beweismittel der 
Beschwerdegegnerin sind nicht zu hören resp. aus dem Recht zu weisen, da im Beschwerde-
verfahren neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen sind (Art. 326 
ZPO). Die (verspätet) eingereichte Email-Korrespondenz vermag als Vollstreckbarkeitsbescheini-
gung ohnehin nicht zu genügen, da sie sich nicht auf den Rechtsöffnungstitel selber bezieht, 
sondern auf die Erlassverfügung des AMA. Damit bleibt es dabei, dass die Beschwerdegegnerin 
die Vollstreckbarkeit der Rückforderungsverfügung nicht bescheinigt hat. Ihr Gesuch entspricht 
den Vorgaben der obig zitierten Rechtsprechung somit nicht.

3.

Soweit die Rechtsmittelinstanz die Beschwerde gutheisst, entscheidet sie neu, wenn die Sache 
spruchreif ist (Art. 327 Abs. 3 lit. b ZPO). Dies ist vorliegend der Fall.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der Entscheid des Präsidenten des 
Zivilgerichts des Seebezirks dahingehend abzuändern, dass die Rechtsöffnung in der Betreibung 
Nr. bbb verweigert wird.

4.

Nur am Rande sei erwähnt, dass die Frage, ob ein laufendes bzw. nicht rechtskräftig abgeschlos-
senes Erlassverfahren die Vollstreckbarkeit einer Rückforderungsverfügung hemmt, nicht restlos 
geklärt ist (bejahend Urteil VGer des Kantons St. Gallen EL 2008/56 und IV 2008/472 vom 
20. März 2009 E. 4.1; Frage offen gelassen in BGE 130 V 407 E. 3.3.2). Das Bundesgericht geht 
zumindest davon aus, es erscheine bei EL-Bezügern, die weder Vermögen noch Erwerbseinkom-
men haben, wenig sinnvoll, vor dem rechtskräftigen Entscheid der Erlassfrage die Rückforderung 
zu vollstrecken (BGE 130 V 407 E. 3.3.2). Bejaht man die Frage der vollstreckungshemmenden 
Wirkung des Erlassverfahrens, so ist dem Rechtsöffnungsbegehren ebenfalls eine Rechtskraftbe-
scheinigung (und bei bestrittener Eröffnung ein Zustellungsnachweis; vgl. BSK SchKG-STAEHELIN, 
Art. 80 N. 124) der Erlassverfügung beizulegen, da ansonsten die Vollstreckbarkeit der Rückfor-
derungsverfügung nicht abschliessend festgestellt werden kann.

Selbstverständlich steht es der Beschwerdegegnerin frei, ihre Forderung in einem neuen Betrei-
bungsverfahren geltend zu machen und die obigen Erwägungen für das gegebenenfalls darauffol-
gende Rechtsöffnungsverfahren zu beachten.

5.

5.1. Da der Hof einen neuen Entscheid trifft, hat er auch über die Prozesskosten des 
erstinstanzlichen Verfahrens zu entscheiden (Art. 318 Abs. 3 ZPO analog). Die vom Präsidenten 
des Zivilgerichts festgesetzten Gerichtskosten von CHF 350.- wurden nicht beanstandet. Sie 
werden der Beschwerdegegnerin auferlegt, welche unterliegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

Die Beschwerdeführerin beantragte im erstinstanzlichen Verfahren keine Parteientschädigung, 
folglich ist keine solche auszurichten.

Kantonsgericht KG
Seite 5 von 6

5.2. Die Prozesskosten des Beschwerdeverfahrens werden der unterliegenden Beschwerde-
gegnerin auferlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Gerichtskosten sind namentlich in Berücksichtigung 
der in Betreibung gesetzten Summe pauschal auf CHF 350.- festzusetzen (Art. 48 und Art. 61 
Abs. 1 GebV SchKG).

Im Beschwerdeverfahren wurde keine Parteientschädigung beantragt.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

Kantonsgericht KG
Seite 6 von 6

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Der Entscheid des Präsidenten des Zivilgerichts des Seebezirks vom 13. März 2018 wird 
abgeändert und lautet neu wie folgt:

1. Der Öffentlichen Arbeitslosenkasse wird in der Betreibung Nr. bbb des 
Betreibungsamtes des Seebezirks die definitive Rechtsöffnung verweigert.

2. Die dem Staat geschuldeten Gerichtskosten von CHF 350.- werden der Öffentlichen 
Arbeitslosenkasse auferlegt und vom geleisteten Kostenvorschuss bezogen.

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

II. Die Prozesskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Öffentlichen Arbeitslosenkasse 
auferlegt.

Die Gerichtskosten des Verfahrens werden auf CHF 350.- festgesetzt und werden vom 
geleisteten Kostenvorschuss bezogen. A.________ hat Anspruch auf Rückerstattung dieses 
Betrags durch die Öffentliche Arbeitslosenkasse.

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Verfassungsbeschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 113–119 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 4. September 2018/mpo

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber-Praktikant: