# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0898aa20-ac0f-5398-a33f-28ce9882b55a
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-29
**Language:** de
**Title:** Arbeitnehmer ohne beitragspflichtigten Arbeitgeber; Ein niederländisches Personalvermittlungsunternehmen vermittelte einen Schweizer Piloten an eine ungarische Fluggesellschaft mit Zweigniederlassung in der Schweiz, welches ihn in Tschechien einsetzte; Abzug von Gewinnungskosten. (BGE 9C_904/2015)
**Docket/Reference:** AB.2013.00084
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AB.2013.00084.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AB.2013.00084
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
29. Oktober 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Das
Y.___
Personalvermittlungsunternehmen
Z.___
vermittelte den in der Schweiz wohnhaften
X.___
v
o
m
1.
März 2009 bis 29.
Fe
bruar 2013
als Pilot an Fluggesellschaften (
Urk.
7/26/4,
Urk.
7/69/1).
Am 1
9.
März 2009 meldete sich
X.___
bei der
Sozialversicherungs
an
stalt
des
Kan
tons Zürich, Ausgleichskasse, als Arbeitnehmer eines nicht bei
trags
pflich
tigen Arbeitgebers (ANOBAG) an (
Urk.
7/26, Akt
enverzeichnis zu
Art.
7/1-75)
. Im Jahr
2011
wurde
er
von der
Z.___
an das
A.___
Unter
nehmen
B.___
vermittelt
, welches über ein
e
im Handels
register des Kantons
C.___
eingetragen
e
Zweignieder
lassung
in
D.___
,
Kan
ton
C.___
,
verfügt (vgl.
Internet-Auszug – Handelsregister des Kantons
C.___
).
Sein Arbeitsort
(Basis
f
lughafen)
war
E.___
,
F.___
(
Urk.
1 S.
1)
.
Daneben arbeitete
X.___
für die
G.___
AG
als Flug
lehrer für
Helikop
terpiloten
(Urk.
12/25-27), wo
durch
er
im Jahre 2011
einen
Netto
jahres
lohn
von
Fr.
6‘623.
45 erzielte (Urk.
12/26)
.
Mit
am
1.
November 2012 ausgefüllte
m
Fra
gebogen „Ausländisches
Erwerbsein
kommen
: Meldung für das Jahr 2011“
deklarierte
X.___
der
Aus
gleichskasse
ein Bruttoeinkommen von Fr.
98‘683.98
(Urk. 7/51
/5
)
. Die geltend gemachten Berufskosten von Fr.
21‘779.69 (Urk. 7/51/6) liess die
Ausgleichs
kasse
zum Abzug zu. Die weiter geltend gemachten
Spesen
entschädigungen
im Betrag von Fr. 8‘103.94 (Urk. 7/51/5) akzep
tierte
sie jedoch nicht, womit sie von
ein
em
Nettoeinkommen von Fr. 76‘904.29
ausging
.
Gestützt auf ein
bei
trags
pflichtige
s
Einkommen 2011 von Fr. 76‘900.--
setzte sie m
it
Nachtragsver
fü
gung
vom 19. Juli 2013
die von
X.___
als ANOBAG
für das Jahr 2011
zu leistenden
AHV/IV/EO-Beiträge auf
Fr.
7‘459.20, die ALV-Beiträge auf Fr. 1‘692.-- und die FAK-Beiträge auf
Fr.
922.80 fest
(
Urk.
7/57)
.
Die dagegen von
X.___
am 5. August 2013 erhobene Ein
sprache
(Urk. 7/60) wies die Ausgleichskasse mit
Einspracheentscheid
vom 7.
November 201
3 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am
5
.
Dezember
2013 Beschwerde
und bean
tragte
,
in Aufhebung des
Einspracheentscheids
vom 7. November 2013 seien seine persönlichen Beiträge 2011 unter Berücksichtigung der Abzüge von Fr. 21‘780.-- und Fr. 8‘104.-- für die Ausgaben im Zusammenhang mit dem
Ein
kommenserwerb
festzusetzen (Urk. 1 S. 2).
D
ie Beschwerdegegnerin bean
tragte
m
it Beschwerdeantwort
vom 27. Januar 2014
Abweisung der Be
schwer
de (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-75), was dem Be
schwer
de
führer mit
Schreiben
vom 29. Januar 2014
mitgeteilt
wurde (Urk. 8).
Mit Gerichtsverfügung vom 2
7.
August 2015 wurde
dem Beschwerdeführer Frist angesetzt, um die Weisungen hinsichtlich seines Arbeitsorts im Jahr 2011, den Lohnausweis der
Z.___
oder
B.___
für sein Ein
kommen 2011 und all
fällige Abrechnungen be
treffend Unkostenentschädigungen, die Belege für sämtliche Gewinnungskosten sowie den Lohnausweis für seinen im Jahr 2011 erzielten Nebenverdienst und Belege, aus denen hervorgeht, wo und für welchen Arbeitgeber
er
diese Nebentätigkeit ausgeübt hat, einzureichen
(
Urk.
9)
. Der Beschwerdeführer liess sich mit Eingabe vom 1
4.
September 2015
vernehmen (Urk. 11
)
,
mit welcher er
diverse Unterlagen zu seine
n
Berufstätigkeit
en
im Jahr 2011 ein
reichte
(
Urk.
12/1-30).
Die Beschwerdegegnerin teilte am 5. Oktober 2015 mit, sie verzichte auf eine Stellungnahme hierzu (
Urk.
15), was dem Beschwerde
führer mit Schreiben vom
6.
Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit er
forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
§
11
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
entscheiden die voll- und teilamtlichen Mitglieder des Gerichts als
Einzelrich
te
rinnen
und Einzelrichter Streitigkeiten, deren Streit
wert
Fr.
20‘000.-- nicht übersteigt. In Fällen von grundsätzlicher Bedeutung kann das Verfahren der Kammer zur Behandlung in ordentlicher Besetzung überwiesen werden (
§
11
Abs.
4
GSVGer
).
1.2
Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer als ANOBAG zu l
eistenden Beiträge ist strittig
, ob vom seinem im Jahr 2011 im Ausland erzielten Bruttoeinkommen ein zusätzlicher
A
bzug
für die von
ihm
geltend gemachten „Spesenabzüge 50 Euro pro Arbeitstag“
im Betrag von
Fr.
8‘104.
--
vorzunehmen ist
(
Urk.
1 S. 2,
Urk.
2)
. Die
auf diesem Betrag
geschuldeten Beiträge übersteigen
d
e
n Streitwert von Fr. 20’000.-- nicht, weshalb die Beurteilung der
Beschwerde grun
d
sätzlich
in die einzelrichterliche Zuständigkeit
fallen würde
(§ 11 Abs. 1
GSVGer
).
Die
Aus
wirkungen der
rechtliche
n
Einordnung
der
auch
grenzüberschreitenden
Erwerbs
tätigkeit
en
des Beschwerdeführers im Jahr 2011
rechtfertig
en
vorliegend
aber
die
Behandlung der Streit
sache in
der
ordentliche
n
Besetzung
mit drei Richte
rinnen und Richter
n
(
§
11
Abs.
4
i.V.m
.
§
9
Abs.
1 und 2
GSVGer
).
2.
Vorab sind die anwendbaren Rechtsvorschriften zu bestimmen. Der Beschwer
deführer ist Schweizer Staatsangehöriger und in der Schweiz wohn
haft. Im Jahr 2011
war
er über das Personalvermittlungsunternehmen
Z.___
mit Sitz in den
Y.___
als
Pilot für die
B.___
,
A.___
, welche
in
D.___
, Kanton
C.___
,
eine Zweigniederlassung hat
, tätig
(Urk. 1 S. 1, Urk. 7/51, Inter
net-Auszug Handelsregister des Kantons
C.___
). Sein Arbeitsort
(Basisflughafen)
war
E.___
,
F.___
(Urk. 1 S. 1).
Zusätzlich
arbeitete
er
in diesem Jahr
an 20 Tagen
für die
G.___
AG
mit Sitz in
H.___
/Kanton
I.___
als Fluglehrer für Helikopterpiloten
(
Urk.
12/25-27
, Internet-Auszug – Handelsregister des Kantons
I.___
)
. Sein Arbeitsort für diese Tätigkeit war
J.___
(Gemeinde
H.___
,
Urk.
12/25
)
.
Seine
Versicherungsunterstellung und Beitragspflicht in der Schweiz hinsicht
lich seiner Tätigkeit für die
Z.___
beziehungsweise die
B.___
wird
vom Beschwerdeführer
nicht bestritten.
A
ufgrund der
Kollisionsregeln zur Be
stim
mung der anzuwendenden Rechtsvorschriften zwischen der Schweiz und der
Euro
päis
chen Gemeinschaft und ihren Mit
gliedstaaten
(Art. 13 bis 17 der Ver
ordnung (EWG) Nr. 1408/07 des Rates vom 14. Juni 1971 der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selb
ständige sowie deren Familienan
ge
hörige, die inner
halb
der Gemeinschaft zu- und abwandern;
anwendbar ge
mäss Art. 1 Abs. 1 des Anhangs II [„Koor
dina
tion der Systeme der sozialen Sicher
heit“] des Freizügigkeitsabkommens zwi
schen der Schweizerischen Eidge
nos
senschaft einer
seits und der Euro
päischen Gemeinschaft und ihren Mit
glied
staaten andererseits [FZA]
in Verbin
dung mit Abschnitt A dieses Anhangs
nach der bis Ende März 2012 geltenden Fassung sowie aufgrund der Tatsache, dass Beiträge für das Beitragsjahr 2011 zu be
urteilen sind)
ist dies
nicht in Frage zu
s
tellen
.
Zumal der Beschwerdeführer in der Schweiz eine unselbständige Neben
erwerbstätigkeit ausübt.
Z
u prüfen ist
weiter
die Höhe
des beitragspflichtigen Einkommens
des Beschwerdeführers als ANOBAG
für die Beitragsperiode 201
1.
3.
3
.
1
Die erwerbstätigen Ver
sicherten sind gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 1
des Bundesge
setzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
bei
tragspflich
tig.
In der bis 31. Dezember 2011 gültig gewesenen Fassung von Art. 6 Abs. 1 AHVG
betrugen
die Beiträge der Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber nicht der
Bei
tragspflicht
untersteht, 7,8
Prozent des massgebenden Lohnes
. Dieser wurde für die Berechnung des Beitrages auf die nächsten 100 Franken abgerun
det.
Betrug
der massgebende Lohn wen
iger als Fr. 55‘700.-- pro Jahr
, so vermin
derte sich der Betragssatz nach einer vom Bundesrat aufzustellenden sinkenden Skala bis auf 4,2 Prozent.
Die gemäss Art. 1a AHVG obligatorisch versicherten und beitragspflichtig
en
Per
sonen sind auch dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG) unterstellt (Art. 1b IVG) und gemäss Art. 2 IVG beitragspflichtig. Die Beiträge ge
mäss
Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mut
ter
schaft (EOG)
werden als Zuschläge zu den AHV-Beiträgen erhoben (Art. 27 Abs. 1 und Abs. 3 EOG). Für die Arbeitslosenversicherung sind namentlich Arbeit
nehmer beitragspflichtig, welche nach dem AHVG versichert und für Ein
kom
men aus un
selbständiger Tätigkeit beitragspflichtig sind (Art. 2 Abs. 1
lit
. a des
Bundes
ge
setz
es
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insolvenzent
schädigung [AVIG]). Die ANOBAG nach Art. 6 AHVG unterstehen gemäss Art. 11 Abs. 1
lit
. b
FamZG
dem Bundesgesetz über die Familienzulagen (
FamZG
) und sind beitragspflichtig (§ 5 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Familienzulagen des Kantons Zürich [EG
FamZG
]).
3
.2
Was die Festsetzung der Beiträge von ANOBAG durch die Ausgleichskasse betrifft, ist zu berücksichtigen, dass die geänderte Fassung von Art. 16 der Ver
ord
nung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV), wonach für die Festsetzung und Ermittlung der Beiträge
der ANOBAG sinngemäss die Arti
kel 22 bis 27 (Festsetzung und Ermittlung der Beiträge von
Selbständiger
werben
den
) gelten, per 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist. Vorliegend geht es um die Sozialversicherungsbeiträge des Beschwerdeführers als ANOBAG für das Jahr 201
1.
In zeitlicher Hinsicht sind regelmässig diejenigen Rechtssätze mass
ge
bend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Gel
tung haben (BGE 139 V 335 E. 6.2, 140 V 246 E. 4.2 je mit weiteren Hin
weisen). Es kann offengelassen werden, ob Art. 16 AHVV als Ver
fahrensvor
schrift hin
sichtlich der Festsetzung der Sozialversicherungs
beiträge de
s
Beschwer
de
führer
s
un
mittelbar anwendbar gewesen wäre (vgl. das zur Publi
kation vor
gesehene Urteil des Bundesgerichts 9C_423/2014 vom 10. August 2015 E. 2.1). Vor
Inkraft
treten der geänderten Fassung von Art. 16 AHVV rich
te
ten sich die
Aus
gleichskassen
bei der Festsetzung der Beiträge der ANOBAG nach der Recht
sprechung des Bundesgerichts (vgl. Randziffer [
Rz
] 1045 der Wegleitung über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV und EO [WBB], gültig ab 1. Januar 2008, in Kraft seit 1. Januar 2011). Nach der bun
desgerichtlichen Recht
spre
chung waren die Beiträge der ANOBAG grundsätzlich nach dem Ver
fahren ge
mäss
aArt
. 22 ff. AHVV, mithin ebenfalls dem Verfahren für
Selb
ständiger
wer
bende
, fest
zusetzen (BGE 110 V 71 E. 2a = ZAK 1984 S. 438 E. 2b).
3
.3
Nach Rechtsprechung
des Bundesgerichts
sind
ANOBAG
hinsichtlich der
Berufsun
kosten
gleich wie
Selbständigerwerbende
zu behandeln und können mithin
von ihrem Ein
kommen
entsprechend den Regeln des Steuerrechts
sämtli
che
Gewinnungskosten abziehen (
ZAK 1959 S. 105 E. 1;
BGE 110 V
71 E.
2a; ZAK 1984 S. 438 E. 2a; vgl.
Art.
9
Abs.
2
lit
. a AHVG,
Art.
18
Abs.
1 AHVV;
Art.
27
des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer [
DBG
]
).
Als
Gewin
nungs
kosten
gelten Aufwendungen, die mit der Erzielung des massgeben
den Erwerbseinkommens in unmittelbarem und direktem Zusammenhang stehen (
BGE 101 V 94 E. 3
).
Die Ermittlung der
abzugs
berechtigten
Unkosten ist Sache der Ausgleichskasse. Dabei besteht keine Bin
dung an eine Steuerveranlagung; indessen bildet eine solche Veranlagung ein beachtliches Indiz (ZAK 1959 S. 105 E. 2).
4
.
4
.1
Unbestritten blieb, dass der Beschwerdeführer mit seine
r
Tätigkeit für die
Z.___
beziehungsweise
B.___
als Pilot mit Standort in
E.___
im Jahr 2011 ein
Brut
toeinkommen von gerundet
Fr.
98‘684
.
--
erzielte (
Urk.
7/51/5)
.
Der Beschwerde
führer macht geltend, dass hiervon Abzüge von gerundet Fr.
21‘780.-- und Fr.
8‘104.-- zuzu
lassen seien
(Urk.
1 S.
2)
.
4
.2
In den
„
Berufskosten
2011
“ im Betrag
von
gerundet
Fr.
21‘7
80
.
--
(
Urk.
7/51/6,
Urk.
12/7)
sind
die Aus
gaben
des
Beschwerdeführes
für die Unterkunft in
E.___
im Betrag von Fr.
8‘036.39 (
vgl.
Urk.
12/8-10
), eine Pauschale für Verpflegung im Betrag von Fr.
3‘200.--, die Ausgaben für die Berufsver
sicherung im Betrag von
Fr.
4‘483.-- (
Urk.
12/11
), Ausgaben für
den Erhalt der Pilotenl
izenz
von
Fr.
990.-- (Urk.
12/12-18
), eine Pauschale für
Transport (Auto und Bus) im Betrag von Fr.
1‘310.-- sowie die Ausgaben für Flüge von
K.___
nach
E.___
im Betrag von
total
Fr.
3‘760.30
(vgl.
Urk.
12/19-24)
ent
halten.
Laut Beschwerde
führer
umfas
sen diese Auslagen
auch die Tage, an welchen er nicht geflogen ist, jedoch in
E.___
bleiben musste (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin hat diese
„Berufskosten 2011“
vollumfänglich
vom Bruttoeinkommen
des Beschwerde
führers
abgezogen
(Urk. 7/51/6).
Es ist nicht zu beanstanden, dass
sie
für Verpflegung und Transport
den
Abzug von Pauschalen
entsprechend der
Steuer
de
klaration
zugelassen hat,
zumal die dies
bezüglichen Auslagen des Beschwerde
führers als ANOBAG mit den
pauschalen
Berufs
kosten
eines unselb
stän
digen Erwerbstätigen im Sinne von
Art.
26
DBG ver
gleichbar sind
(vgl. auch die Ver
ordnung des Eidgenössischen
Finanzde
partements
über den Abzug von
Berufs
kosten
der unselbständigen Erwerbstätig
keit bei der direkten Bundes
steuer, SR 642.118.1)
.
Weiterungen hierzu können unter
bleiben.
4
.3
4
.3.1
Als Pilot hatte der Beschwerdeführer
nach eigenen Angaben zusätzliche
Ausla
gen
während de
s
Flug
dienstes
, namentlich
solche
für Übernachtung, Ver
pfle
gung und Transport
ausserhalb von
E.___
bei Flügen ohne Rückflug am selben Tag
und
für
Uni
formen und Schuhe (vgl.
Urk.
1 S. 2,
Urk.
1
1
S. 1
-2
)
.
Dies
be
züglich kann der
Beschwer
deführer die einzelnen Belege nicht mehr
vor
legen
, beruft sich indes auf das Spesenreglement der
B.___
(Urk.
11 S. 2
;
Urk.
3/1,
Urk.
7/64
).
Laut
diesem
Spesenreglement
und dem Anhang
er
hielt
d
er
Beschwerdeführer
als Pilot
eine pauschale Entschädigung – im
Spesen
reglement
als
„Daily
Allowance
“
bezeichnet –
von EUR
50
zur Deckung der Kosten
für Transport, Essen und Zusatzkosten
bei
interna
tionale
n
Flüge
n
im Ausland oder für Aufgaben aus anderen Operationsbasen als der zuge
wiesenen Heimbasis (Urk.
7/64/6, Urk. 7/64/8). Sie basiert
e
auf den Anzahl Tage Flug- und
Dienst
tage
ausserhalb der geplanten Heimbasis
–
f
ür den
Beschwerdeführer im Jahr 2011
mithin
E.___
–
und
wurde
zusammen mit dem Monatslohn ausbezahlt
.
Diese Pauschalen sind auch im Bruttolohn von
Fr.
98‘683.98 enthalten (vgl.
Urk.
7/51/5).
Die
p
auschal entschädigten
Tage wurden
von der
B.___
syste
matisch erfasst. Eine zusätzliche Geltendmachung der Auslagen durch die Mit
arbeiter oder eine spezielle Be
willigung durch die
B.___
war nicht nötig
(Urk.
7/64/7).
Es rechtfertigt sich
,
vorliegend auf die
–
vom
Kanton
C.___
ge
nehmigte (
vgl.
Urk.
1 S. 2,
Urk.
3/7
) –
p
auschale
Unkostenentschädigung
gemäss Spesenreglement der
B.___
abzuste
llen.
Auch bezüglich
de
s
mit
den
„
Berufskosten
“
im Betrag von gerundet Fr.
21‘780.-- geltend gemachten
Auf
wan
d
s
für Verpflegung und Transport
in
E.___
hat die Beschwerdegegnerin
Pau
schalabzüge akzeptiert (E. 4.2 vorstehend).
4
.3.2
Damit sind die abzugsfähigen Gewinnungskosten für die
se
Flug- und
Dienst
tage
zu
ermitteln.
Gemäss den vom Beschwerdeführer aufgelegten Lohnab
rechnun
gen
der
Z.___
erhielt er
wie folgt Pauschal
entschädig
ung
en
(
in
den Abrech
nungen unter dem Titel
„Minus
flown
duties
“
vermerkt;
Urk.
7/51/7-11,
Urk.
12/6/E1-5
)
: Januar 2011: EUR 700 (14 x EUR 50), Februar 2011: EUR 550 (11 x
EUR 50
), März 2011: EUR 250 (5 x EUR 50), April 2011: EUR 450 (9 x
EUR 50
), Mai 2011: EUR 600 (12 x
EUR 50
).
Für den Rest des Jahres wurden dem Beschwerdeführer
in den Lohnabrechnungen der
Z.___
keine solche
Pauschalentschädi
gungen
mehr
gutgeschrieben (
vgl.
Urk.
7/51/13-18,
Urk.
12/
E7-12)
, jedoch erhielt er von der
Z.___
im Juli und August 2011 je
weils eine „Daily
Allowance
“ im Betrag von EUR 30 (
Urk.
7/51/13
-14
,
Urk.
12/E7-8
, vgl. auch
Art.
7/26/4
). D
iese „Daily
Allowance
“ der
Z.___
ist
als pauschale Unkostenentschädigung
auch zum Abzug zu
zulassen.
Für die Umrechnung in Schweizer
F
ranken ist auf
dieselben
Kurse ab
zu
stellen,
die
der
Beschwerdeführer bei der Umrechnung des Brut
toein
kommens verwendet
hat
(vgl.
Urk.
7/51/5,
Urk.
12/5). Damit ergeben sich die folgenden Beträge: Januar 2011:
Fr.
824.95 (bzw. EUR 700), Februar 2011: Fr.
649.99 (bzw. EUR 550), März 2011:
Fr.
294.98 (bzw. EUR 250), April 2011: Fr.
516.11 (bzw. EUR 450), Mai 2011:
Fr.
645.06 (bzw.
EUR 600), Juli 2011: Fr.
34.83 (bzw. EUR 30) und August 2011:
Fr.
36.09 (bzw. EUR 30).
Es resultieren
Auslagen von gerundet Fr.
3‘002.--
.
4.3.3
Hinsichtlich der übrigen
vom
Be
schwerdeführer geltend gemachten
pauschalen
„Spesenabzüge von 50 Euro pro Arbeitstag“ (Juni: 16 Tage
bzw. EUR 800
, Juli: 14 Tage
bzw. EUR 700
, August: 9 Tage
bzw. EUR 450
, September: 16 Tage
bzw. EUR 800
, Oktober: 6
Tage
bzw. EUR 300
, Novemb
er: 14 Tage
bzw. EUR 700
, Dezember: 11 Tage
bzw. EUR 550
,
Urk.
12/5
)
reichte er
– trotz entsprechender Aufforderung mit Verfügung vom 27.
August 2015
(
Urk.
9) –
keine Belege
, wie namentlich
ein
en
Lohnausweis 2011 oder Abrechnungen über
Unkostenent
schä
digungen
,
ein
.
Solche, über die bereits berücksichtigten hinausgehende
n
Auslagen
oder pauschalen Spesenentschädigungen
sind aufgrund der vor
liegenden Akten mithin nicht ausgewiesen. Weitere Ab
klärungen bei der
Z.___
oder der
B.___
können unterbleiben, da der Beschwerdeführer
die monatlichen
Lohnab
rechnungen
der
Z.___
für das Jahr 2011
bereits
aufgelegt hat (
Urk.
7/51/7-1
8
,
Urk.
12/6/E1-12)
. D
iesen
Lohnabrech
nun
gen sind
weder
die
Auszahlung einer „Daily
Allowance
“ der
B.___
, welche nicht bereits berück
sichtigt wurde,
noch die jeweilige Anzahl Arbeitstage
des Beschwerdeführers
pro Monat
(von oder ausserhalb des Basisortes)
zu entnehmen.
Damit lassen sich
auch
die gelten
d gemachten Arbeitstage in den Monaten Juni bis Dezember 2011 anhand dieser Lohnabrechnungen nicht
bestimmen
.
Es ist jedoch davon auszu
ge
hen, dass die Flug- oder Dienst
tage, welche Anspruch auf eine „Daily
Allo
wance
“ gegeben
hätten
,
auch in den
Monaten Juni bis Dezember 2011
aus
gewiesen worden wären, denn diese Tage sind – wie festgehalten – von der
B.___
systematisch erfasst
und von Januar bis Mai 2011 in den Lohnab
rechnungen aufgeführt worden
.
Der Beschwerde
führer macht
schliesslich auch
geltend, d
ass
ihm vom Steueramt die
Abzüge
von gerundet Fr.
21‘780.-- und
Fr.
8‘104.--
gewährt worden seien (Urk.
1 S.
2).
Ob dies zutrifft, lässt sich
seine
r
Steuererklärung
2011
(
Urk.
3/5,
Urk.
12/4)
nicht entnehmen,
spielt jedoch keine Rolle, weil
keine Bindung des Gerichts an die Steuereinschätzung
besteht
. D
ie Steuerakten
sind
nicht beizuziehen.
4
.4
Demnach sind vom Bruttoeinkommen von
Fr.
98‘68
4
.
-- Berufsauslagen
be
ziehungsweise
Unkostenentschädigungen
im Be
trag von total
Fr.
24‘782.-- (Fr.
21‘780.-- + Fr.
3‘002.--) abzuziehen, womit ein beitragspflichtiges Einkom
men
2011
von Fr.
73‘902.-- resultiert.
In
diesem Sinne
ist die
Beschwerde
teilweise gutzuheissen und
der
Einsprache
entscheid
der
Beschwerdegegnerin
vom
7.
November
2013
(
Urk.
2)
auf
zu
h
e
ben
. Die Sache ist z
ur Neuberechnung der
auf dem
beitragspflichtige
n
Einkommen
des
Beschwerdeführer
s
als ANOBAG
für das Beitragsjahr 2011
von
Fr.
73‘902.--
zu entrichtenden AHV/IV/EO/ALV- und FAK-Beiträge
an die
Beschwerdegeg
nerin
zurückzu
weisen
.
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
der
Sozial
ver
sicherungsanstalt
des Kantons Zürich,
Aus
gleichskasse
, vom
7.
November
2013 aufge
hoben und es wird festgestellt, dass das beitragspflichtige Einkommen für das
Bei
tragsjahr
2011 Fr.
73‘902.--
beträgt. Zur Neuberechnung der hierauf
vom
Beschwer
deführer zu entrichtenden AHV/IV/EO/ALV- und FAK-Beiträge wird die Sache an die Ausgleichskasse zurückgewiesen.
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher