# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d635ded-e728-51ce-8920-46be1ae7f611
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2014 D-6063/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6063-2010_2014-09-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

Abteilung IV 

D-6063/2010  

 

  U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, 

Richter Bendicht Tellenbach, 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 

Richter Gérard Scherrer, 

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (...) , 

Kosovo, 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,   

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und Widerruf des 

Asyls; Verfügung des BFM vom 28. Juli 2010 / N_______. 

 

 

6063/2010 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a. Der aus B._______ (Kosovo) stammende Beschwerdeführer albani-

scher Ethnie ersuchte am 5. April 1989 in der Schweiz um Asyl, welches 

ihm mit Verfügung des Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF) vom 6. Sep-

tember 1993 unter Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft gewährt wur-

de. 

A.b. Mit Schreiben vom 5. November 2001 und vom 6. Dezember 2002 

wurde dem Beschwerdeführer seitens des BFF zu seiner Heimreise nach 

Kosovo im August 2001 jeweils das rechtliche Gehör gewährt. Das BFF 

hielt fest, es beabsichtige, dem Beschwerdeführer in Anwendung von 

Art. 1 C Ziff. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 Bst. b 

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) die Flüchtlings-

eigenschaft abzuerkennen und das gewährte Asyl zu widerrufen. Der Be-

schwerdeführer reichte seine Stellungnahme mit Eingabe vom 17. De-

zember 2002 zu den Akten. 

A.c. Mit Verfügung vom 20. Februar 2003 wurde dem Beschwerdeführer 

gestützt auf Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG in Verbindung mit Art. 1 C Ziff. 1 

FK die Flüchtlingseigenschaft aberkannt und das ihm in der Schweiz ge-

währte Asyl widerrufen. Die dagegen erhobene Beschwerde vom 

16. März 2003 wurde mit Urteil der damals zuständigen Schweizerischen 

Asylrekurskommission (ARK) vom 13. April 2004 gutgeheissen und die 

Verfügung des BFF vom 20. Februar 2003 aufgehoben. Die ARK begrün-

dete ihren Entscheid im Wesentlichen damit, dass die Voraussetzungen 

gemäss Art. 1 C Ziff. 1 FK nicht erfüllt seien und sich auch keine anderen 

Aberkennungsgründe ergäben, womit die Voraussetzungen für den Asyl-

widerruf gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG nicht erfüllt seien. Das BFF 

habe die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Unrecht aber-

kannt und das ihm seinerzeit gewährte Asyl zu Unrecht widerrufen. 

B.  

B.a. Mit Schreiben vom 13. Juli 2010 teilte das BFM dem Beschwerde-

führer mit, dass sich die Situation in seinem Heimatland in den letzten 

Jahren derart verändert habe, dass sie nicht mehr jener entspreche, die 

seinerzeit seine Flucht verursacht beziehungsweise zur Gewährung von 

Asyl in der Schweiz geführt habe. Gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG 

werde das Asyl aus Gründen nach Art. 1 C Ziffn. 1–6 FK widerrufen. Art. 1 

C Ziff. 5 FK halte fest, dass eine Person nicht mehr unter das Abkommen 

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Seite 3 

falle, "wenn sie nach Wegfall der Umstände, auf Grund deren sie als 

Flüchtling anerkannt worden ist, es nicht mehr ablehnen kann, den 

Schutz ihres Heimatstaates in Anspruch zu nehmen". Diese Vorausset-

zungen erachtete das BFM beim Beschwerdeführer als gegeben und es 

setzte ihm Frist zur Einreichung einer allfälligen Stellungnahme. 

B.b. Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 19. Juli 2010 seine 

Stellungnahme zu den Akten. 

C.  

Mit Verfügung vom 28. Juli 2010 – eröffnet am 2. August 2010 – wurde 

dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG in Verbin-

dung mit Art. 1 C Ziff. 5 FK die Flüchtlingseigenschaft aberkannt und das 

ihm in der Schweiz gewährte Asyl widerrufen. Auf die Begründung wird, 

soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen Bezug genommen. 

D.  

Mit Eingabe vom 25. August 2010 beantragte der Beschwerdeführer 

sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und von der 

Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und vom Asylwiderruf abzuse-

hen. Auf die Begründung wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

E.  

Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 27. September 2010 wurde 

der Eingang der Rechtsmitteleingabe vom 25. August 2010 bestätigt und 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. 

F.  

Mit Verfügung vom 4. Oktober 2010 wurde die Vorinstanz in Anwendung 

von Art. 57 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-

waltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zur Einreichung einer Stellung-

nahme bis zum 19. Oktober 2010 eingeladen. 

G.  

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 19. Oktober 

2010 die Abweisung der Beschwerde. 

H.  

Mit Verfügung vom 25. Oktober 2010 respektive vom 25. November 2010 

wurde dem Beschwerdeführer die vorinstanzliche Vernehmlassung zur 

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Seite 4 

Stellungnahme unterbreitet. Dieser replizierte mit Eingabe vom 29. No-

vember 2010. 

I.  

Mit Verfügung vom 31. März 2014 eröffnete der Instruktionsrichter dem 

Beschwerdeführer, das C._______ habe dem Bundesverwaltungsgericht 

mit Schreiben vom (...) seinen heimatlichen Reisepass, der am (...) durch 

die Behörden von Kosovo in D._______ ausgestellt worden sei, zukom-

men lassen. Gemäss den im Reisepass befindlichen Stempelungen dürf-

te er sich im Jahre (...) unter zwei Malen ([...]) in Kosovo aufgehalten ha-

ben. Bei dieser Sachlage behalte sich das Bundesverwaltungsgericht vor, 

sein Verfahren im Lichte von Art. 1 C Ziff. 1 FK zu prüfen, zumal er durch 

die Ausstellung eines Reisepasses und die Reise in seinen Heimatstaat 

wiederholt mit den heimatlichen Behörden in Kontakt getreten sein dürfte 

und daher starke Indizien bestünden, dass die frühere Verfolgungssituati-

on oder die Furcht vor Verfolgung nicht mehr existiere. Gleichzeitig wurde 

dem Beschwerdeführer Gelegenheit eingeräumt, sich zu diesen Feststel-

lungen bis zum 15. April 2014 schriftlich zu äussern. 

J.  

Mit Eingabe vom 4. April 2014 (Poststempel) reichte der Beschwerdefüh-

rer seine Stellungnahme zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden 

nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs-

gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus-

nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

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Seite 5 

1.2. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 

AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

1.4. In seiner Replik vom 27. November 2010 beantragte der Beschwer-

deführer, es seien ihm sämtliche Unterlagen, die sich beim BFM befinden 

würden, zuzustellen. Das BFM edierte dem Beschwerdeführer mit Schrei-

ben vom 9. Dezember 2010 die angeforderten Unterlagen, weshalb sich 

das Begehren als gegenstandslos erweist. 

2.  

Die Begründung der Begehren bindet die Beschwerdeinstanz in keinem 

Fall (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Die Beschwerdeinstanz kann die Beschwerde 

auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder 

den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestäti-

gen, die von jener der Vorinstanz abweicht (sog. Motivsubstitution; vgl. 

ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl., Basel 2013, S. 24 Rz. 1.54; MA-

DELEINE CAMPRUBI in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar 

zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 

2008, N 15 zu Art. 62 VwVG; BVGE 2009/61 E. 6.1 S. 856; 2007/41 E. 2 

S. 529 f.). 

3.   

3.1. Die Vorinstanz führte zur Begründung ihrer Verfügung vom 28. Juli 

2010 gestützt auf Art. 1 C Ziff. 5 FK im Wesentlichen aus, seit der Flucht 

des Beschwerdeführers aus seinem Heimatland hätten sich die Verhält-

nisse in Kosovo grundlegend verändert, so dass die Situation nicht mehr 

jener entspreche, die die Flucht verursacht und zur Asylgewährung in der 

Schweiz geführt habe. In seiner Stellungnahme vom 19. Juli 2010 gehe 

der Beschwerdeführer offensichtlich davon aus, dass er mit dem Asylwi-

derruf seine Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) verliere. Diesbezüg-

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Seite 6 

lich sei auf das an den Beschwerdeführer gerichtete Schreiben des BFM 

vom 13. Juli 2010 zu verweisen, worin ausdrücklich festgehalten worden 

sei, dass der Asylwiderruf auf eine bereits erteilte Niederlassungsbewilli-

gung keinen Einfluss habe. Der Asylwiderruf und die Aberkennung der 

Flüchtlingseigenschaft würden nicht bedeuten, dass der Beschwerdefüh-

rer die Schweiz verlassen müsse. Entgegen der in der Stellungnahme 

geäusserten Ansicht habe seine Krankheit für den Entscheid des BFM 

keine Rolle gespielt. Die dazu führenden Gründe seien einzig und allein 

auf die veränderte Situation in seinem Heimatland zurückzuführen. Unter 

den gegebenen Umständen werde das Asyl widerrufen und die Flücht-

lingseigenschaft aberkannt. Ferner unterstehe der Beschwerdeführer 

durch den Asylwiderruf und die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft 

nicht mehr dem internationalen Abkommen über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge vom 28. Juli 1951, weshalb der gestützt auf dieses Abkom-

men ausgestellte Reisepass eingezogen bleiben müsse. 

3.2. Der Beschwerdeführer machte in seiner Stellungnahme vom 13. Juli 

2010 und seiner Rechtsmitteleingabe vom 25. August 2010 geltend, er 

lebe nun seit mehr als 21 Jahren in der Schweiz und habe noch nie ge-

gen die hiesigen Gesetze verstossen. Zudem sei er krank und erachte es 

als diskriminierend, dass man ihm unter den dargelegten Umständen die 

Niederlassungsbewilligung entziehen wolle. Der Entscheid des BFM 

komme deswegen zu früh, weil im (...) in E._______ bei einem Attentat 

drei Kollegen von ihm erschossen worden seien und er damals entdeckt 

habe, wer der Attentäter gewesen sei; es sei jedoch angesichts der be-

stehenden Gerichtsstrukturen in Kosovo – diese seien noch zu wenig 

stark ausgebildet respektive es bestehe die Möglichkeit der Korruption – 

für ihn noch nicht möglich, vor dem Gericht eine Aussage zu machen, 

weil dies im jetzigen Zeitpunkt Probleme für seine Familie zur Folge ha-

ben könne. Er sei nach dem Krieg in Kosovo gewesen, wo man ihm zwei 

Mal erfolglos nach dem Leben getrachtet habe. In (...) Jahren möchte er 

die ihm bekannten Personen in Kosovo vor Gericht bringen. 

3.3. In ihrer Vernehmlassung führte die Vorinstanz im Wesentlichen die 

Kriterien an, die das BFM zur Annahme einer grundlegend veränderten 

Situation in Kosovo geführt hätten. Den Akten seien keine Hinweise auf 

ein beim Beschwerdeführer bestehendes Langzeittrauma zu entnehmen, 

welches allenfalls zur Annahme von zwingenden Gründen im Sinne von 

Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK führen könnte. Ihm sei es zum heutigen Zeit-

punkt durchaus zuzumuten, mit staatlichen Vertretern seines Heimatlan-

des – und sei es nur mit der Vertretung in der Schweiz – in Kontakt zu tre-

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Seite 7 

ten, zumal den Akten und seinen eigenen Angaben entnommen werden 

könne, dass er nach dem Krieg bereits mindestens einmal in sein Heimat-

land zurückgereist sei und sich dort während (...) Wochen aufgehalten 

habe. 

3.4. In seiner Replik vom 29. November 2010 brachte der Beschwerde-

führer im Wesentlichen vor, nach der Rückkehr in seine Heimat am Ende 

des Krieges habe er ursprünglich nicht mehr in die Schweiz zurückkehren 

wollen, da er lange genug von seiner Ehefrau und den Kindern getrennt 

gewesen sei. Diese würden aktuell illegal an einem anderen Ort in Koso-

vo leben. Er verwies erneut auf das bereits in der Rechtsmitteleingabe 

erwähnte Attentat, seine Kenntnis von Personen, die darin verwickelt sei-

en, die Möglichkeit respektive die Absicht, diese Personen eines Tages 

entweder in Kosovo vor Gericht zu bringen oder dann vor dem Europäi-

schen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg anzuklagen, und die Probleme, 

die eine solche Anklageerhebung sowohl für ihn als auch für seine Fami-

lie zur Folge haben könnte, weshalb er den schweizerischen Asylbehör-

den diesbezüglich keine weiteren Informationen geben wolle. 

3.5. In seiner Stellungnahme vom 4. April 2014 zur Verfügung des Bun-

desverwaltungsgerichts vom 31. März 2014 führte der Beschwerdeführer 

als Grund für den Passbesitz an, er habe keine illegalen Handlungen ge-

gen die Schweizer Behörden begehen wollen, weshalb er seinen Reise-

pass beim Grenzübergang gezeigt und die Grenze nicht illegal passiert 

habe. Da seine Frau und die Söhne in Kosovo lebten, müsse er diese im 

Rahmen seiner Möglichkeiten mindestens einmal jährlich besuchen und 

auch sonst unterstützen. Im Übrigen verwies er darauf, dass er nicht mit 

den Justizbehörden Kosovos, sondern mit anderen Personen, welche im 

ehemaligen Jugoslawien gearbeitet hätten, Probleme habe. Zudem seien 

seine Bemühungen, Schweizer Bürger zu werden oder seine Familie in 

die Schweiz nachfolgen zu lassen, gescheitert, und auch seine Renten-

leistungen seien gekürzt worden. Er wisse nicht, wie es nun weitergehen 

werde und ob er die Schweiz verlassen müsse. 

4.  

4.1. Die so genannten Beendigungsklauseln (Art. 1 C Ziff. 1–6 FK) knüp-

fen teilweise an das Verhalten des Flüchtlings an (Ziff. 1–4), teilweise be-

ruhen sie auf einer Veränderung im Verfolgerstaat (Ziff. 5 und 6); beiden 

Kategorien wohnt die Prämisse inne, dass die Schutzbedürftigkeit des 

Flüchtlings dahingefallen ist. Die Klauseln beruhen offensichtlich auf der 

Überlegung, dass (subsidiärer) internationaler Schutz nicht mehr gewährt 

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werden sollte, wo er nicht mehr erforderlich ist (vgl. UNO-Hochkommissa-

riat für Flüchtlinge [UNHCR], Handbuch über Verfahren und Kriterien zur 

Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf 1979, Neuauflage: UNHCR 

Österreich 2003, Rz. 111). Zu beachten ist dabei, dass die Beendigungs-

gründe erschöpfend aufgezählt und daher restriktiv anzuwenden sind. 

Gemäss UNHCR dürfen keine Gründe analog zur Rechtfertigung der Zu-

rücknahme des Flüchtlingsstatus herangezogen werden (vgl. UNHCR-

Handbuch, a.a.O., Rz 116). Die Zurückhaltung bei der Aberkennung einer 

einmal zuerkannten Flüchtlingseigenschaft beruht auf der Überlegung, 

dass Flüchtlinge im Hinblick auf eine erfolgreiche Integration im Aufent-

haltsstaat die Sicherheit haben müssen, dass ihr Status nicht ständig und 

ohne triftigen Grund neu beurteilt wird (vgl. zum Ganzen Entscheidungen 

und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

2002 Nr. 8 S. 61 f.). 

4.2. Das Bundesamt stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf den 

Widerrufsgrund von Art. 1 C Ziff. 5 FK. Indessen ist angesichts der am 

17. Februar 2008 ausgerufenen Unabhängigkeit von Kosovo und der Tat-

sache, dass Kosovo gestützt auf die Verfassung und das kosovarische 

Gesetz über die Staatsangehörigkeit Nr. 03/L-034 vom 20. Februar 2008 

den Erwerb der Staatsangehörigkeit regelt, zu prüfen, ob der Widerrufs-

grund von Art. 1 C Ziff. 3 FK erfüllt ist (Motivsubstitution; vgl. oben E. 2). 

Gemäss dieser Bestimmung fällt eine Person nicht mehr unter die Be-

stimmungen der FK und endet ihr Flüchtlingsstatus, wenn sie eine neue 

Staatsangehörigkeit erworben hat und den Schutz des neuen Heimat-

staates geniesst. 

Zwar wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung des Instruktionsrich-

ters vom 31. März 2014 mitgeteilt, dass sich das Bundesverwaltungsge-

richt vorbehalte, sein Verfahren im Lichte von Art. 1 C Ziff. 1 FK zu prüfen 

(Person stellt sich freiwillig unter den Schutz des Landes, dessen Staats-

angehörigkeit sie besitzt). Da ihm in diesem Zusammenhang das rechtli-

che Gehör zum Umstand des freiwilligen Erwerbs der kosovarischen 

Staatsangehörigkeit respektive zum Faktum, dass das Bundesverwal-

tungsgericht davon Kenntnis erhielt und seinem Urteil zugrunde legen 

werde, gewährt wurde, jedoch bei der Frage der richtigen Rechtsanwen-

dung kein Anspruch auf rechtliches Gehör besteht, ist vorliegend dem 

Beschwerdeführer keine erneute Möglichkeit zur Einreichung einer weite-

ren Stellungnahme einzuräumen. 

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Seite 9 

5.  

Die Bestimmung von Art. 1C Ziff. 3 FK sieht vor, dass die Rechtsstellung 

als Flüchtling endet, wenn dieser eine neue Staatsangehörigkeit erwirbt 

und den Schutz des Landes, dessen Staatsangehörigkeit er erworben 

hat, geniesst. Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7201/2006 vom 

7. September 2010 E. 4.6 wurde zum Anwendungsbereich dieser Be-

stimmung festgehalten, dass gemäss Entstehungsgeschichte der UNO-

Flüchtlingskonvention die Beendigungsklausel von Art. 1C Ziff. 3 FK für 

den Fall konzipiert worden sei, dass ein Flüchtling aus eigener Initiative 

eine neue Staatsangehörigkeit eines Drittstaates – nicht des Verfolger-

oder Heimatstaates – erwerbe. Der Zweck dieser Bestimmung bestehe 

nicht darin, einem Flüchtling die Staatsangehörigkeit des Herkunfts- oder 

Verfolgerstaates gegen seinen Willen aufzudrängen. Vielmehr habe man 

eine Entlastung der Aufnahmestaaten von Flüchtlingen beabsichtigt, 

wenn letztere mit dem Erwerb der Staatsangehörigkeit eines Drittstaates 

dort tatsächlich Schutz erhielten. Art. 1 C Ziff. 3 FK solle demnach nur in 

denjenigen Fällen zur Beendigung des Flüchtlingsstatus führen, in wel-

chen der Erwerb einer neuen Staatsangehörigkeit auch tatsächlich den 

Schutz des betreffenden Staates mit sich bringe. Die neu erworbene 

Staatsangehörigkeit (so durch Einbürgerung durch den Aufnahme- bzw. 

Wohnsitzstaat oder den Erwerb der Staatsangehörigkeit eines Drittstaa-

tes) müsse nach internationalem Recht wirksam sein, und die betroffene 

Person muss die Fähigkeit und den Willen haben, den Schutz des Staa-

tes ihrer neuen Nationalität in Anspruch zu nehmen. 

In casu würde der Beschwerdeführer mit der kosovarischen Staatsange-

hörigkeit die Nationalität des Teilnachfolgestaates (Kosovo) auf einem 

Teilgebiet des vormaligen Verfolgerstaates (Serbien) erwerben, was eine 

Konstellation darstellt, für welche – wie vorstehend ausgeführt – Art. 1 C 

Ziff. 3 FK ursprünglich nicht konzipiert war. Ist der neue Staat, dessen 

Staatsangehörigkeit der Flüchtling (allenfalls ex lege) erwirbt, der Nach-

folgestaat seines Herkunftsstaates, muss sorgfältig geprüft werden, ob 

der Flüchtling dort Schutz wird geniessen können, um zu vermeiden, 

dass die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft zu Verfolgung im Nach-

folgestaat führt (Urteil D-7201/2006 E. 4.6, m.w.H.). Die ARK hat in 

EMARK 1998 Nr. 15 in Änderung der Rechtsprechung entschieden, die 

Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft infolge einer neu erworbenen 

Staatsangehörigkeit gemäss Art. 1 C Ziff. 3 FK setze keinen freiwilligen 

Erwerb voraus, wenn dem Flüchtling im Rahmen einer Staatennachfolge 

und in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht von einem neu 

gebildeten Staat kraft Gesetz und ohne Mitwirkung der betroffenen Per-

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Seite 10 

son dessen Staatsangehörigkeit verliehen wird (EMARK 1998 Nr. 15 E. 8 

und 9a S. 123 ff.). Vorliegend ist also zu prüfen, ob der Beschwerdeführer 

einerseits die Staatsangehörigkeit eines Nachfolgestaates von Ex-Jugo-

slawien (Kosovo) erhalten hat und andererseits deswegen den Schutz 

dieses Staates geniesst. 

6.   

6.1. Hinsichtlich der Feststellung, ob der Beschwerdeführer die Staatsan-

gehörigkeit von Kosovo besitzt, ist Folgendes festzuhalten: Aus den Akten 

wird ersichtlich, dass am (...) an der (...) Grenze der Pass und die Identi-

tätskarte des Beschwerdeführers von den damaligen jugoslawischen Be-

hörden beschlagnahmt wurden (vgl. act. A7/18 S. 3) und sich dieser bis 

zu seiner Ausreise in die Schweiz im Jahre 1989 bei denselben erfolglos 

um die Ausstellung einer neuen Identitätskarte bemühte (vgl. act. A34/17 

S. 9 ff.). Er legte eine – teilweise beschädigte – am (...) von der Sozialisti-

schen Föderativen Republik Jugoslawien ausgestellte Identitätskarte ins 

Recht, deren Echtheit jedoch aufgrund des Prüfungsberichts (Name der 

Prüfstelle und Zeitpunkt der Prüfung) als zweifelhaft erscheint, weil der 

Verdacht einer Bildauswechslung besteht. Aufgrund der von ihm einge-

reichten Dokumente, so insbesondere im Zusammenhang mit seinen 

Bemühungen um den Erhalt einer Identitätskarte, den Gerichtsakten so-

wie weiteren Unterlagen wie dem Militärdienstbüchlein und dem Ehe-

schein, welche von der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien 

ausgestellt wurden, ist davon auszugehen, dass er die jugoslawische 

Staatsangehörigkeit besass. Die Vorinstanz hat denn auch im Asylverfah-

ren keine Zweifel an der Identität und der erwähnten Staatsangehörigkeit 

des Beschwerdeführers geäussert. Dieser erfüllt ohnehin die Vorausset-

zungen zum Erwerb der kosovarischen Staatsangehörigkeit gemäss 

Art. 13 des oben in Ziffer 4.2 erwähnten Staatsangehörigkeitsgesetzes 

unter dem Titel der "Einbürgerung von Angehörigen der kosovarischen 

Diaspora". Diesbezüglich genügen eine Erklärung gegenüber den koso-

varischen Behörden und der Nachweis, in der heutigen Republik Kosovo 

geboren zu sein und dort familiäre respektive wirtschaftliche Verbindun-

gen zu haben, was den eigenen Ausführungen des Beschwerdeführers in 

seiner Replik vom 10. November 2010 zufolge der Fall sein soll. Gestützt 

wird diese Schlussfolgerung augenfällig durch den Umstand, dass ihm 

am (...) durch (Name der Behörde) in D._______ ein bis am (...) gültiger 

Reisepass ausgestellt wurde, der ihn als Staatsangehörigen der Republik 

Kosovo ausweist. 

6063/2010 

Seite 11 

6.2. Weiter ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch die Ausstellung 

und die Verwendung seines Reisepasses den Schutz Kosovos geniesst. 

Diesbezüglich sind die für Art. 1 Bst. C Ziff. 1 FK entwickelten Kriterien 

bezüglich – ausser demjenigen der Freiwilligkeit – in analoger Weise he-

ranzuziehen. So stellt die Kontaktnahme mit den Behörden des Heimat-

staates zwecks Passbeschaffung einen Tatbestand dar, der grundsätzlich 

als "Unterschutzstellung" bezeichnet werden kann (vgl. BVGE 2011/28 

E. 3.3.2; EMARK 1998 Nr. 29 E. 3, je m.w.H.). Wenn ein Flüchtling einen 

Pass des Landes, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, beantragt und 

erhält, so lässt dies darauf schliessen, dass er die Absicht hat, den 

Schutz des Landes seiner Staatsangehörigkeit in Anspruch zu nehmen, 

es sei denn, er kann Beweise vorbringen, die diese Annahme widerlegen 

(vgl. UNHCR-Handbuch, a.a.O., Rz. 121). Dabei mag ein Flüchtling diese 

Handlung in der Absicht vorgenommen haben, entweder in sein Land zu-

rückzukehren oder den Schutz seines Herkunftslandes in Anspruch zu 

nehmen, jedoch weiterhin ausserhalb dieses Landes zu bleiben. Ent-

scheidend ist indessen, dass er mit dem Erhalt eines solchen Dokumen-

tes normalerweise aufhört, ein Flüchtling zu sein (vgl. UNHCR-Handbuch, 

a.a.O., Rz. 123). Als Unterschutzstellung gelten denn auch nicht nur die 

tatsächliche Schutzbeanspruchung im Heimatland, sondern auch die Be-

anspruchung und Benutzung des diplomatischen Schutzes durch Bean-

tragen und Verwenden eines heimatlichen Passes (vgl. WALTER STÖCKLI, 

Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., 

Basel 2009, Rz. 11.28; vgl. auch BVGE 2011/28 E. 3.3.2 m.w.H.).  

Aufgrund der Akten ist erstellt, dass sich der Beschwerdeführer am (...)  

vom (Name Behörde) in D._______ einen heimatlichen Reisepass aus-

stellen liess. Ausserdem ist aufgrund der entsprechenden Stempelungs-

vermerke in seinem kosovarischen Reisepass erwiesen, dass er im (...) 

und im (...) die Grenzkontrolle von Kosovo – offensichtlich unbehelligt – 

durchlief, was darauf schliessen lässt, dass er im Sinne von Art. 1 Bst. C 

Ziff. 3 FK den Schutz seines Heimatlandes geniesst, zumal vorliegend 

auch keine objektiven Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er im Heimat-

land gefährdet ist. So bestehen aufgrund der Tatsache, dass er problem-

los in Kosovo einreisen, sich dort wiederholt für einige Zeit aufhalten (um 

seine in Kosovo lebende Familie zu besuchen und zu unterstützen) und 

in der Folge wieder ungehindert aus dem Land ausreisen konnte, objekti-

ve Anhaltspunkte dafür, dass er in Kosovo nicht (mehr) gefährdet bezie-

hungsweise effektiv geschützt war. Ferner ergibt sich auch aus den Aus-

führungen auf der letzten Seite des dem Beschwerdeführer ausgestellten 

kosovarischen Reisepasses, dass er als Staatsangehöriger von Kosovo 

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den Schutz dieses Staates geniesst, zumal dort vermerkt ist, dass sich 

Staatsangehörige von Kosovo während Auslandaufenthalten für Unter-

stützung, rechtlichen Beistand und andere Art von Schutz an die diploma-

tische oder konsularische Vertretung von Kosovo wenden können. 

6.3. Der Beschwerdeführer hat demnach die Staatsangehörigkeit Koso-

vos – eines Nachfolgestaates von Ex-Jugoslawien – erworben und ge-

niesst den damit verbundenen Schutz gemäss Art. 1 C Ziff. 3 FK. 

6.4. An dieser Einschätzung ändert auch der in der Rechtsmitteleingabe 

gemachte Hinweis des Beschwerdeführers nichts, wonach er die Perso-

nen, welche im Jahre (...) in E._______ drei seiner Kollegen erschossen 

hätten, zu identifizieren vermöge, jene denn auch in Kosovo vor Gericht 

bringen wolle, dies aber erst zu einem späteren Zeitpunkt beabsichtige, 

da die zuständigen Polizei- und Gerichtsinstanzen noch von Korruption 

durchzogen und mit Personen besetzt sein könnten, welche bereits unter 

dem früheren Regime dort gearbeitet hätten, weshalb der angefochtene 

Entscheid des BFM für ihn zu früh ergangen sei. Die somit im Zusam-

menhang mit dem mittlerweile über (...) Jahre zurückliegenden Vorfall, 

den der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung einmal ins Jahr (...) 

setzt (vgl. act. A7/18 S. 6a), um diesen in seiner Beschwerdeschrift ins 

Jahr (...) zu legen, geäusserte Befürchtung, in seiner potenziellen Eigen-

schaft als Zeuge einer Gefährdung ausgesetzt zu werden, vermag im 

heutigen Zeitpunkt keine Gefährdung seiner Person zu begründen und 

steht demzufolge auch einer Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft 

nicht entgegen. Zunächst ist in Ermangelung konkreter Angaben nicht er-

sichtlich, ob ein entsprechendes Strafverfahren, das aufgrund des Ortes 

der Tatbegehung in naheliegender Weise in F._______ durchzuführen 

wäre, jemals angehoben oder bereits zu Ende geführt wurde. Jedenfalls 

dürften sich diesbezüglich wohl Verjährungsfragen stellen. Falls sich die 

Täter in Kosovo befinden und die Behörden ihrer habhaft werden sollten, 

wäre zwar eine Durchführung des Verfahrens im Rahmen der Rechtshilfe 

– vorbehältlich einer Verjährung – auch in Kosovo denkbar. In diesem Zu-

sammenhang bestehen einerseits in F._______ strafprozessuale Mass-

nahmen, um den Beschwerdeführer im Falle einer Zeugenaussage zu 

schützen, wenn diese eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben oder ei-

nen anderen schweren Nachteil für ihn bedeuten könnte. Doch selbst 

wenn er in Kosovo – in einem heute noch nicht absehbaren Zeitpunkt – 

jemals in den Zeugenstand treten sollte, wo ein wirksamer Zeugenschutz 

derzeit noch mangelhaft umgesetzt ist, wäre eine eventuelle Gefährdung 

zu verneinen, zumal es ihm offenstehen würde und unbenommen wäre, 

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sich nach seinem allfälligen Erscheinen vor Gericht zurück in die Schweiz 

zu begeben (vgl. auch Ziffer 6.5 unten). Ohnehin will der Beschwerdefüh-

rer erst nach erfolgreicher Bekämpfung der Korruption im Justizwesen in 

seiner Heimat die Fehlbaren in Kosovo vor Gericht bringen. Angesichts 

der Bemühungen, die bestehenden Mängel im Justizwesen und der 

Rechtsstaatlichkeit in Kosovo zu beheben, dürften bis zu diesem gegen-

wärtig noch unbekannten Zeitpunkt auch griffige Massnahmen betreffend 

den Zeugenschutz implementiert worden sein. 

6.5. Soweit der Beschwerdeführer in seinen Stellungnahmen befürchtet, 

dass ihm durch den angefochtenen Entscheid des BFM auch die Nieder-

lassungsbewilligung entzogen werden könnte und er allenfalls die 

Schweiz verlassen müsste, ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-

instanz in ihrem Entscheid hinzuweisen. In der Tat bleibt ein Asylwiderruf 

und die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft ohne Einfluss auf die 

dem Beschwerdeführer bereits vor einiger Zeit erteilte Niederlassungs-

bewilligung, weshalb sich seine diesbezügliche Befürchtung als unbe-

gründet erweist. Der Asylwiderruf bewirkt vielmehr nur, dass er den dip-

lomatischen Schutz Kosovos in Anspruch zu nehmen hat, ohne aber zu 

einer dauerhaften Rückkehr in sein Heimatland gezwungen zu sein (vgl. 

EMARK 1995 Nr. 16 E. 6f). Es erübrigt sich, auf die weiteren auf Be-

schwerdeebene geltend gemachten Vorbringen (u.a. Korruption in Koso-

vo; schlechter Gesundheitszustand des Beschwerdeführers; Scheitern 

seiner Bemühungen, das Schweizer Bürgerrecht zu erlangen und seine 

Familie hierher kommen zu lassen) einzugehen, da sie an dieser Würdi-

gung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. 

6.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die 

kosovarische Staatsangehörigkeit erworben hat und gestützt darauf den 

Schutz des kosovarischen Staates geniesst. Somit sind sämtliche in 

Art. 1 C Ziff. 3 FK respektive Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG statuierten Vor-

aussetzungen für eine Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und den 

damit verbundenen Asylwiderruf erfüllt. Somit kann offen bleiben, ob die 

Voraussetzungen von Art. 1 C Ziff. 5 FK erfüllt sind. Das BFM hat dem-

nach im Ergebnis zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-

führers aberkannt und das ihm gewährte Asyl widerrufen. Der Asylwider-

ruf und die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft hat zur Folge, dass 

der Beschwerdeführer nicht mehr der FK sowie dem Asylgesetz, sondern 

dem allgemeinen Ausländerrecht untersteht. 

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7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem 

Gesagten abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dem Beschwerdeführer die 

Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1-3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 

Abs. 1 Bst. a VGG). Ausnahmsweise ist jedoch auf deren Erhebung zu 

verzichten (Art. 63 Abs. 1 letzter Satz VwVG; Art. 6 Bst. b VGKE). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Wespi Stefan Weber 

 

 

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