# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e95f570-a913-5a29-893b-a73b4e4f5ee4
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 20.11.2025 SST.2025.192
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2025-192_2025-11-20.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 3. Kammer 

 

SST.2025.192 
(ST.2024.98; STA.2023.4499) 

 

 

Urteil vom 20. November 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Möckli, Präsidentin  

Oberrichter Fedier  

Oberrichterin Jacober  

Gerichtsschreiberin Wanner 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Baden  

 

    
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1967, von Liestal, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Carl Ulrich Mayer,  

[…]   

  

 
 

Gegenstand  Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Baden sprach den Beschuldigten mit Strafbefehl 

vom 26. Juni 2023 der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch 

ungenügenden Abstand beim Hintereinanderfahren (Art. 90 Abs. 2 SVG 

i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 12 Abs. 1 VRV) schuldig und verurteilte ihn 

zu einer unbedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 30.00, 

ersatzweise 40 Tage Freiheitsstrafe. Auf den Widerruf des mit Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 30. Juni 2022 für die 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 30.00 gewährten bedingten 

Vollzugs wurde verzichtet und stattdessen der Beschuldigte verwarnt und 

die Probezeit um 1.5 Jahre verlängert. 

 

Dem Beschuldigten wurde vorgeworfen, er sei am 17. Mai 2023, ca. 

09:10 Uhr, als Lenker des Personenwagens "Porsche Cayenne", 

[Kennzeichen], in Dättwil, auf dem 2. Überholstreifen der Autobahn A1 in 

Richtung Bern gefahren und sei einem vor ihm fahrenden Personenwagen 

über eine Distanz von ca. 800 m mit einer Geschwindigkeit von ca. 100-

105 km/h und einem Abstand von ca. 1-2 Fahrzeuglängen gefolgt. Indem 

der Beschuldigte dem vorausfahrenden Fahrzeug mit ungenügendem 

Abstand folgte, schuf er wissentlich und willentlich eine konkrete oder 

erhöhte abstrakte Gefahr für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer 

bzw. nahm eine solche Gefahr zumindest in Kauf. 

 

2. 

Auf Einsprache hin bestätigte der Präsident des Bezirksgerichts Baden mit 

Urteil vom 4. November 2024 die Verurteilung des Beschuldigten wegen 

grober Verletzung des Strassenverkehrsgesetzes durch ungenügenden 

Abstand beim Hintereinanderfahren und verurteilte ihn zu einer bedingten 

Geldstrafe von 24 Tagessätzen zu je Fr. 170.00, Probezeit 2 Jahre, und 

einer Busse von Fr. 1'020.00, ersatzweise 6 Tage Freiheitsstrafe. Auf den 

Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 

30. Juni 2022 für die Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 30.00 

gewährten bedingten Vollzugs wurde verzichtet und stattdessen der 

Beschuldigte verwarnt und die Probezeit von 3 Jahren um 1.5 Jahre 

verlängert. 

 

3. 

3.1. 

Mit bereits begründeter Berufungserklärung vom 28. Juli 2025 beantragte 

der Beschuldigte: 

 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 04.11.2024 sei bis auf Ziff. 4 

des Dispositivs des Urteils vom 04.11.2024 aufzuheben, der 

Strafbefehl vom 26.06.2023 (in der Form des Urteils vom 04.11.2025) 

 - 3 - 

 

 

sei ebenfalls aufzuheben und der Angeschuldigte sei von Schuld und 

Strafe freizusprechen. 

 

2. Unter a/o-Kostenfolge zu Lasten der Staatskasse, wobei dem 

Angeschuldigten wegen der notwendigen anwaltlichen Vertretung eine 

Parteientschädigung von 6'850.- Fr. zzgl. MwSt, zuzusprechen sei (die 

Honorarnote wird zur Einreichung offeriert). 

 

3.  In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird beantragt, dem Angeschuldigten 

zu gestatten, anlässlich der Durchführung der mündlichen Verhandlung 

einen Gutachter mitzubringen, welcher dem Gericht die in der 

Verhandlung vorzuspielende Beweisaufzeichnung erläutert. 

 

3.2. 

Mit Verfügung vom 20. August 2025 ordnete die Verfahrensleiterin das 

mündliche Verfahren an. 

 

3.3. 

Auf instruktionsrichterliche Verfügung vom 2. September 2025 wurde das 

Eichzertifikat betreffend das Polizeifahrzeug BMW X3, [Kennzeichen], 

betreffend den Tatzeitpunkt eingereicht.  

 

3.4. 

Mit Eingabe vom 2. Oktober 2025 reichte die Staatsanwaltschaft eine 

Stellungnahme ein. 

 

3.5. 

Die Berufungsverhandlung mit Befragung des Beschuldigten fand am 

20. November 2025 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den vorinstanzlichen 

Schuldspruch wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln durch 

ungenügenden Abstand beim Hintereinanderfahren gemäss Art. 90 Abs. 2 

SVG (Vergehen) i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG. Er beantragt einen Freispruch. 

Das vorinstanzliche Urteil ist somit vollumfänglich angefochten und zu 

überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf den Polizeibericht vom 17. Mai 2023 

(Untersuchungsakten [UA] 14 ff.), die Videoaufnahme (UA 18) sowie die 

Aussagen des Beschuldigten anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-

verhandlung (Gerichtsakten [GA] 18 ff.) im Wesentlichen erwogen, dass die 

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von der Polizei aufgenommene Videosequenz als Beweismittel zugelassen 

sei (vgl. vorinstanzliches Urteil E. II.3.3.3 f. S. 6 f.). Der Beschuldigte sei 

dem voranfahrenden Fahrzeug mit ca. 100-105 km/h bei normalem 

Verkehr auf der A1 mit einem geringen Abstand über eine Strecke von ca. 

800 Meter gefolgt. Es sei aufgrund des Schattenwurfes und der Mittellinien 

zu erkennen, dass der Beschuldigte über mehrere Zeitabschnitte weniger 

als 1/6 Tacho Abstand zum voranfahrenden Fahrzeug gehabt habe (bspw. 

00:00:18; 00:00:21; 00:00:23; 00:00:28; 00:00:29). Indem der Beschuldigte 

zum voranfahrenden Fahrzeug weniger als 16.6 Meter Abstand gehabt 

habe, habe er den notwenigen Abstand massiv unterschritten (vgl. 

vorinstanzliches Urteil E. II.3.6.3 S. 8 f.). Gestützt darauf verurteilte sie den 

Beschuldigten wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss 

Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV. 

 

2.2. 

Der Beschuldigte bringt im Wesentlichen vor, die Videoaufnahme sei von 

einem nicht hierzu befähigten Beamten mit einem Videogerät, dessen 

Eichung nicht mehr gültig gewesen sei, erstellt worden, was rechtswidrig 

sei (vgl. Berufungserklärung S. 2 f.; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 7 f.). Zudem sei der Bestimmtheitsgrundsatz verletzt, da der relevante 

Vorwurf (zu welchem Zeitpunkt und wie lange eine Unterschreitung des 

Sicherheitsabstandes stattgefunden haben soll) nicht genau bezeichnet 

worden sei (vgl. Berufungserklärung S. 3.; Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 7 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung verzichtete der 

Beschuldigte auf die Beiziehung eines Gutachters (vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 2). 

 

2.3. 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Eingabe vom 2. Oktober 2025, dass 

der Beweisantrag auf Anhörung eines durch den Beschuldigten anlässlich 

der Berufungsverhandlung mitgebrachten Privatgutachters zur Erläuterung 

der vorzuspielenden Beweisaufzeichnung abzulehnen und die Berufung 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen abzuweisen sei. Sie verweist in 

ihrer Begründung zunächst auf das vorinstanzliche Urteil. Die Ablehnung 

des Beweisantrags begründet sie damit, dass der Beschuldigte einerseits 

im vorinstanzlichen Verfahren anerkannt habe, mit einer Geschwindigkeit 

von ca. 100 km/h gefahren zu sein, vielleicht auch etwas weniger (Eingabe 

vom 2. Oktober 2025 S. 1 mit Verweis auf vorinstanzliches Urteil E. 3.3.5 

S. 7 mit Aktenzitat) und andererseits die Abstände auf dem Video gut 

sichtbar und gerichtsnotorisch bekannt seien. Das in den Akten liegende 

Video sei verwertbar, womit rechtsgenüglich nachgewiesen sei, dass der 

Beschuldigte wegen ungenügenden Abstands gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG 

zu verurteilen sei (vgl. Eingabe vom 2. Oktober 2025 S. 2). 

 

 - 5 - 

 

 

3. 

3.1. 

Sofern der Beschuldigte rügt, den vorinstanzlichen Erwägungen und dem 

Strafbefehl könne nicht genau entnommen werden, zu welchem Zeitpunkt 

und wie lange eine Unterschreitung des vorgegebenen Sicherheits-

abstandes stattgefunden haben soll (vgl. Berufungserklärung S. 3; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7 f.), so ist dem Folgendes ent-

gegenzuhalten: 

 

3.1.1. 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 

Abs. 2 BV; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b 

EMRK). Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sach-

verhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche 

Würdigung durch die Anklagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat 

die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem 

Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe im objektiven 

und subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind. Das bedingt eine 

zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass die betroffene 

Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und 

welchen Straftatbestand sie durch ihr Verhalten erfüllt haben soll. Gemäss 

Art. 325 Abs. 1 lit. g StPO hat die Anklage die nach Auffassung der Staats-

anwaltschaft erfüllten Straftatbestände unter Angabe der anwendbaren 

Gesetzesbestimmungen anzugeben. Die Angabe des Tat-bestands ist ein 

Teilaspekt des Anklagegrundsatzes und dient der Informationsfunktion. 

Das Anklageprinzip bezweckt damit zugleich den Schutz der 

Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf 

rechtliches Gehör (BGE 143 IV 63 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anklageschrift 

ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck der Umgrenzung des 

Prozessgegenstandes und der Information der beschuldigten Person, 

damit diese die Möglichkeit hat, sich zu verteidigen (statt vieler: Urteile des 

Bundesgerichts 6B_62/2024 vom 13. September 2024 E. 3.4; 

6B_1364/2019 vom 14. April 2020 E. 1.2). 

 

3.1.2. 

Im Strafbefehl, der als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO), wird der 

Vorwurf mit folgenden Worten spezifiziert: "Der Beschuldigte fuhr am 

17. Mai 2023, ca. 09.10 Uhr als Lenker des Personenwagens 'Porsche 

Cayenne', [Kennzeichen], in Dättwil, auf dem 2. Überholstreifen der 

Autobahn A1 in Richtung Bern und folgte einem vor ihm fahrenden 

Personenwagen über eine Distanz von ca. 800 m, mit einer 

Geschwindigkeit von ca. 100-105 km/h und einem Abstand von ca. 1-2 

Fahrzeuglängen. Indem der Beschuldigte dem vorausfahrenden Fahrzeug 

mit ungenügendem Abstand folgte, schuf er wissentlich und willentlich eine 

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konkrete oder erhöhte abstrakte Gefahr für die Sicherheit anderer 

Verkehrsteilnehmer bzw. nahm eine solche Gefahr zumindest in Kauf." 

 

Zeitpunkt (17. Mai 2023, ca. 09.10 Uhr) und Dauer der Unterschreitung des 

Sicherheitsabstandes (über eine Distanz von ca. 800 m) werden entgegen 

der Ansicht des Verteidigers des Beschuldigten klar umschrieben. 

Aufgrund des obigen Sachverhalts wusste der Beschuldigte genau, 

welcher konkreter Handlungen er beschuldigt wird und welchen 

Straftatbestand er durch sein Verhalten erfüllt haben soll. Die nähere 

Begründung der Anklage erfolgt an Schranken; es ist Sache des Gerichts, 

den Sachverhalt verbindlich festzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1078/2022 vom 25. Januar 2023 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Dies 

hat die Vorinstanz gemacht, indem sie präzisierte, dass der Beschuldigte 

auf der A1 mit einem geringen Abstand über eine Strecke von ca. 800 Meter 

gefahren sei, wobei aufgrund des Schattenwurfes und der Mittellinien 

erkennbar sei, dass der Beschuldigte über mehrere Zeitabschnitte weniger 

als 1/6 Tacho Abstand zum voranfahrenden Fahrzeug gehabt habe (bspw. 

00:00:18; 00:00:21; 00:00:23; 00:00:28; 00:00:29; vgl. vorinstanzliches 

Urteil E. 3.6.3 S. 9). Inwiefern eine wirksame Verteidigung aufgrund des im 

Strafbefehl festgehaltenen Sachverhalts nicht möglich gewesen sein soll, 

legt der Beschuldigte nicht dar und ist auch nicht ersichtlich.  

 

3.2. 

Sofern der Verteidiger weiter eine Verletzung des "Bestimmtheits-

grundsatzes" (vgl. Berufungserklärung S. 3; Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 7 f.) moniert, so fehlt es an entsprechenden Ausführungen 

dazu und es erschliesst sich eine solche dem Obergericht auch nicht, 

weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.  

 

3.3. 

Soweit der Beschuldigte vorbringt, die Videoaufnahme (UA 18) sei von 

einem nicht hierzu befähigten Beamten mit einem Videogerät, dessen 

Eichung nicht mehr gültig gewesen sei, erstellt worden (vgl. Berufungs-

erklärung S. 2 f.; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7 f.), so ist dem 

Folgendes entgegenzuhalten: 

 

3.3.1. 

Dem mittels Verfügung vom 2. September 2025 eingeholten Eichzertifikat 

Nr. 258-40431 für das Polizeifahrzeug BMW X3, [Kennzeichen], ist zu 

entnehmen, dass der Nachfahrtachograf im Deliktszeitpunkt (17. Mai 2023) 

gültig geeicht war (Datum der Eichung: 28. April 2023; Gültigkeit der 

Eichung: bis 30. April 2024). Auf die in der Videoaufnahme ersichtliche 

Geschwindigkeit ist demnach grundsätzlich abzustellen. Es schadet nicht, 

dass kein Messprotokoll und Logbuch vorliegen. Selbst die Weisungen des 

ASTRA vom 22. Mai 2008 über polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen 

und Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr (ASTRA-Weisungen) 

 - 7 - 

 

 

fordern diese Unterlagen bei einer – wie hier durchgeführten – 

Nachfahrkontrolle (im Sinne von Art. 6 lit. c Ziff. 2 VSKV-ASTRA) mit einem 

Nachfahrtachographen mit automatischer Kalibrierung (act. 44) nicht. Im 

Übrigen kann darauf hingewiesen werden, dass sich die im Video 

angezeigte Geschwindigkeit anhand der in 36 Sekunden (Videolänge) 

passierten 57 Leitlinien (6 m lang) und den dazwischen liegenden 

Abständen (12 Meter lang; 57 x 6 m + 56 x 12 m = 1'014 m) auch 

plausibilisieren lässt (28.16 m/s. [1'014 m / 36 Sek.] bzw. 101.3 km/h).  

 

3.3.2. 

Was die Fachkenntnisse des zuständigen Polizeibeamten anbelangt, so 

hielt Wm mbV B._____, zuständiger Gruppenchef Messwesen der Mobilen 

Polizei, in seiner E-Mail vom 18. März 2024 fest, dass Asp C._____ am 

11. November 2022 eine theoretische Ausbildung bei der Mobilen Polizei 

als Videofahrender absolviert habe und er dann regelmässig als 

Videofahrer eingesetzt worden sei (vgl. UA 40). Im Übrigen verlangt selbst 

Art. 2 Abs. 3 lit. a VSKV-ASTRA nicht, dass die zur Messung und 

Auswertung nötigen theoretischen und praktischen Kenntnisse mit einer 

Ausbildungsbescheinigung in Form eines Diploms nachgewiesen werden 

müssten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 7B_687/2023 vom 11. April 2025 

E. 2.6.2; 6B_220/2021 vom 24. März 2022 E. 2.5.2; 6B_464/2009 vom 

21. Juli 2009 E. 1.5, je mit weiteren Hinweisen). Es werden denn vom 

Beschuldigten auch keine Anhaltspunkte aufgezeigt, die offensichtliche 

Zweifel an den hinreichenden Fach-kenntnissen des Polizeibeamten 

erwecken (vgl. Protokoll der Berufungs-verhandlung S. 7 f.). 

 

3.3.3. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Video- und Audioaufnahme 

nicht rechtswidrig ist. Was der Beschuldigte dagegen vorbringt, verfängt 

nicht. Indem der Polizeibeamte Asp C._____ der Mobilen Polizei am 

17. Mai 2023 während seiner Patrouillentätigkeit eine Video- und 

Audioaufnahme vom Fahrzeug des Beschuldigten machte, erfüllte er eine 

verkehrspolizeiliche Aufgabe (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 SKV i.V.m. § 3 Abs. 1 

lit. a PolG AG und Art. 9 Abs. 1 lit. c SKV) und die Video- und Audio-

aufnahme ist verwertbar.  

 

4. 

4.1. 

Gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

mit Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf 

nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die Annahme einer schweren Wider-

handlung bzw. einer groben Verkehrsregelverletzung voraus, dass die 

Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet wurde. Dabei genügt eine erhöhte 

abstrakte Gefährdung (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 142 IV 93 E. 3.1).  

 

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Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwer-

wiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, 

bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit. Je schwerer die Verkehrs-

regelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit 

subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien 

vorliegen. Die Rücksichtslosigkeit ist ausnahmsweise zu verneinen, wenn 

besondere Umstände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem 

milderen Licht erscheinen lassen (BGE 142 IV 93 E. 3.1; statt vieler: Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.4.2). 

 

4.2. 

Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern 

ausreichender Abstand zu wahren, namentlich beim Hintereinanderfahren. 

Der Fahrzeugführer hat beim Hintereinanderfahren einen ausreichenden 

Abstand zu wahren, so dass er auch bei überraschendem Bremsen des 

voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig halten kann (Art. 12 Abs. 1 VRV). 

Was unter einem "ausreichenden Abstand" im Sinne von Art. 34 Abs. 4 

SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV zu verstehen ist, hängt von den gesamten 

Umständen ab. Dazu gehören unter anderem die Strassen-, Verkehrs- und 

Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der beteiligten Fahrzeuge. Für 

die Beurteilung, ob eine grobe Verkehrsregelverletzung anzunehmen ist, 

wird auf Autobahnen als Richtschnur die Regel "1/6 Tacho" bzw. der 

Abstand von 0.6 Sekunden herangezogen (BGE 131 IV 133 E. 3.2.2; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_894/2020 vom 26. November 2020 E. 2.1; 

6B_1139/2019 vom 3. April 2020 E. 2.2 mit Hinweisen). Zur Bejahung einer 

ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer im Sinne 

von Art. 90 Abs. 2 SVG durch ungenügenden Abstand reicht es aus, wenn 

auf einer verhältnismässig kurzen Strecke zu nahe aufgefahren wird. 

Gemäss Rechtsprechung kann eine grobe Verkehrsregelverletzung bereits 

vorliegen, wenn der erforderliche Mindestabstand auf einer Strecke von 

weniger als 300 Metern respektive auf einer Strecke von mindestens 

132 Metern unterschritten wird (Urteile des Bundesgerichts 6B_76/2021 

vom 20. Mai 2021 E. 4.1; 6B_1004/2016 vom 14. März 2017 E. 3.3). 

 

4.3. 

4.3.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass der 

Beschuldigte am 17. Mai 2023, ca. 09:10 Uhr, mit dem Personenwagen 

"Porsche Cayenne", [Kennzeichen], in Dättwil, auf dem zweiten 

Überholstreifen der Autobahn A1 in Richtung Bern dem vor ihm fahrenden 

Personenwagen hinterhergefahren ist.  

 

4.3.2. 

Betreffend die Geschwindigkeit, welche der Beschuldigte fuhr, kann auf die 

von der Polizei angefertigte Videoaufnahme verwiesen werden (UA 18). 

Dort ist ersichtlich, dass das Polizeifahrzeug (UA 47 [Bedienungs-

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anleitung]: "Dabei fährt das Messfahrzeug der Polizei dem zu 

überprüfenden mutmasslichen Tatfahrzeug hinterher, während das SAT-

SPEED G2 in jeder Sekunde die aktuelle Geschwindigkeit des 

Messfahrzeuges misst und registriert.") – gleich wie das vorausfahrende 

Fahrzeug des Beschuldigten – mit einer Geschwindigkeit von 100 bis 

108 km/h fährt und dies über eine Strecke von 1'002.86 Metern. Dies 

stimmt auch mit den Angaben der Polizisten auf dem Video (Tonaufnahme) 

überein und deckt sich mit der Einschätzung des Beschuldigten, der vor 

Vorinstanz angab, er sei mit 100 km/h gefahren, er habe versucht es [die 

zulässige Höchstgeschwindigkeit] einzuhalten, vielleicht sei es auch 

weniger gewesen (GA 23). Es ist somit erstellt und davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte auf dem massgebenden Streckenabschnitt (Distanz 

von rund 1'000 Metern) mit einer Geschwindigkeit zwischen 100 km/h und 

108 km/h fuhr.  

 

4.3.3. 

Eine Patrouille der Mobilen Einsatzpolizei (MEPO) hat das Verhalten des 

Beschuldigten beobachtet und hielt dazu fest, dieser sei mit seinem 

Personenwagen über eine Distanz von ca. 800 m bei einer Geschwindig-

keit von ca. 100-105 km/h mit einem geschätzten Abstand von ein bis zwei 

Fahrzeuglängen gefolgt (vgl. Polizeirapport vom 17. Mai 2023, UA 14 ff.; 

vgl. für die Schätzung des Abstands bereits die Tonaufnahme der 

Videoaufzeichnung, UA 18). Dieser geschätzte Abstand von ein bis zwei 

Fahrzeuglängen beruht auf der eigenen Beobachtung der Patrouille der 

MEPO vor Ort, wobei davon ausgegangen werden kann, dass es den 

Polizeibeamten aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit und Erfahrung möglich 

ist, die Distanz zwischen zwei hintereinanderfahrenden Personenwagen 

aus einem nachfolgenden Fahrzeug relativ zuverlässig einzuschätzen (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 6B_75/2023 vom 18. April 2023 E. 4.3, nicht 

publ. in: BGE 149 IV 284; 6P.138/2004 vom 11. Februar 2005 E. 2.2.1, 

nicht publ. in: BGE 131 IV 133). 

 

Die Einschätzung der Polizisten wird durch den persönlichen Eindruck der 

Videoaufnahme auch bestätigt: Die Aufnahme zeigt nämlich, dass der 

Abstand zwischen dem Fahrzeug des Beschuldigten und dem ihm 

vorausfahrenden Personenwagen während 36 Sekunden über die gesamte 

Strecke von rund 1'000 Meter sehr gering war, lässt sich doch die Distanz 

zwischen diesen beiden Fahrzeugen anhand der auf der Video-

aufzeichnung sichtbaren Leitlinien (Länge der Leitlinien von 6 m und der 

dazwischen liegenden Abstände von 12 m auf Autobahnen; vgl. dazu 

Art. 73 Abs. 3 der Signalisationsverordnung [SSV, SR 741.21] i.V.m. 

Ziff. 6.01-6.26 Anhang 1) (wie auch des Schattenwurfs) schätzen (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 6B_778/2024 vom 29. Januar 2025 E. 3.3.1; 

6B_1382/2017 vom 28. Juni 2018 E. 3; 6B_464/2009 vom 21. Juli 2009 

E. 1.5). Es lässt sich konkret Folgendes feststellen: Bereits bei Zeit 00:01 

der Videoaufzeichnung (gefahrene Geschwindigkeit: 107 km/h) präsentiert 

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sich ein sehr geringer Abstand von geschätzt 12 Meter zwischen dem 

Fahrzeug des Beschuldigten und dem ihm vorausfahrenden Fahrzeug. Es 

ist nicht ersichtlich, dass in der Folge dieser Abstand wesentlich vergrössert 

wird (vgl. auch Videoaufnahme bei Zeit 00:10 [Geschwindigkeit: 106 km/h], 

00:16 [Geschwindigkeit: 105 km/h; vgl. Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 5], 00:34 [Geschwindigkeit 100 km/h]). Zur Ver-

anschaulichung der vorliegenden Situation kann beispielsweise auf die 

Videoaufzeichnung bei der Zeit 00:18 (gefahrene Geschwindigkeit: 

105 km/h), wo der Schattenwurf der beiden relevanten Fahrzeuge sowie 

die Leitlinien gut zu sehen sind, hingewiesen werden. Dort endet der 

Schatten des dem Beschuldigten vorausfahrenden Personenwagens etwa 

anfangs der vorderen weissen Leitlinie und der Schatten des Fahrzeugs 

des Beschuldigten etwa auf der Mitte der folgenden weissen Leitlinie. Das 

ergibt eine Distanz von ca. 18 Meter (12 Meter + 6 Meter) bzw. unter Abzug 

der Länge des Fahrzeugs des Beschuldigten (vgl. 

https://newsroom.porsche.com/dam/jcr:2f9c44ca-3338-4b7a-8ff4-

3aea13f02a9b/PAG_Cayenne_Turbo_GT_Coupe_TD_DE-neu.pdf S. 3) 

ein Abstand von rund 13 Meter. Mit der Vorinstanz ist beispielsweise auch 

bei der Zeit von 00:21 (Geschwindigkeit: 100 km/h); 00:23 (Geschwindig-

keit: 101 km/h), 00:28 (Geschwindigkeit: 104 km/h) und 00:29 

(Geschwindigkeit: 103 km/h) gut erkennbar, dass der Abstand zwischen 

den Fahrzeugen mehr oder weniger gleichbleibt (vgl. vorinstanzliches Urteil 

E. II.3.6.3 S. 9). Der vom Obergericht geschätzt Abstand zwischen den 

Fahrzeugen decken sich auch mit der Beurteilung des Beschuldigten bzw. 

seines Verteidigers vor Vorinstanz, der den Abstand nach Sichtung der 

Videoaufnahme auf 12 bis 13 Meter geschätzt hat (vgl. GA 23).  

 

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich vorliegend der 

massgebliche Abstand zwischen den Fahrzeugen in freier Würdigung der 

Beweise (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1288/2023 vom 26. Juni 2025 

E. 1.4.5) mit ausreichender Genauigkeit feststellen lässt, ohne dass hierfür 

besondere Kenntnisse erforderlich wären. Eine gutachterliche Auswertung 

der Videoaufnahme ist nicht erforderlich. Die zentrale Regel "1/6-Tacho", 

die bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von 100 km/h einen Abstand 

zwischen den Fahrzeugen von 16.6 Meter fordert, wurde somit auf dem 

dokumentierten Autobahnabschnitt während 36 Sekunden und einer dabei 

zurückgelegten Strecke von rund 1'000 Metern konstant deutlich unter-

schritten. Daran ändert auch nichts, sofern auf die mit dem Video 

ausgewiesene Geschwindigkeit ein Sicherheitsabzug von 8 km/h gemäss 

Anhang 1 der VSKV-ASTRA (i.V.m. Art. 8 Abs. 1 lit. g VSKV-ASTRA 

[Nachfahrtmesssystem mit automatischer Kalibrierung, act. 44]) gewährt 

würde, was nach der 1/6-Tacho-Regel zu einem Abstand von 15.3 Metern 

(bei 92 km/h = 100 km/h – 8 km/h [Sicherheitsabzug]) bis zu 16.6 Metern 

(bei 100 km/h = 108 km/h – 8 km/h [Sicherheitsabzug]) führt. So oder 

anders hat der Beschuldigte einen Abstand von weniger als 1/6-Tacho 

gehabt.  

 - 11 - 

 

 

Indem der Beschuldigte einen Abstand von weniger als 1/6-Tacho während 

mehreren hundert Metern beibehielt, hat er eine erhöhte abstrakte Gefahr 

für die übrigen Verkehrsteilnehmer und insbesondere für den ihm 

vorausfahrenden Fahrzeuglenker geschaffen. Es ist allgemein bekannt, 

dass aufgrund der hohen auf der Autobahn gefahrenen Geschwindigkeiten 

bereits geringe Fahrfehler, ein plötzliches Bremsmanöver des voraus-

fahrenden Fahrzeugs oder eine kurze Unachtsamkeit zu Unfällen und 

Folgeunfällen mit fatalen Folgen führen können (vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 6; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_164/2020 

vom 20. Juli 2021 E. 3.5). Dieses Fahrverhalten des Beschuldigten ist nach 

dem Dargelegten objektiv als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von 

Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren.  

 

4.3.4. 

Entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten (GA 29 f.) ist sein Verhalten 

mit der Vorinstanz (E. II.3.6.4 S. 9) als rücksichtslos zu qualifizieren: Indem 

der Beschuldigte im Wissen um die konkrete Verkehrssituation und die 

Abstandsvorschriften (vgl. GA 22, Halber Tacho als Abstandsregel; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4) bewusst über eine längere 

Strecke bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h oder etwas mehr einen 

Abstand von zeitweise nur gerade 12 bis 13 Meter zum ihm 

vorausfahrenden Fahrzeug einhielt, hat er nicht nur seine Pflicht zur 

Rücksichtnahme wissentlich und willentlich grob verletzt, sondern darüber 

hinaus die Gefahr eines schweren Unfalls für die weiteren vor Ort 

anwesenden Verkehrsteilnehmer, insbesondere für den ihm voraus-

fahrenden Fahrzeuglenker, bewusst geschaffen. Denn wäre es – aus 

welchen Gründen auch immer – zu einem plötzlichen Bremsmanöver eines 

vorausfahrenden Fahrzeugs gekommen, so wäre es aufgrund des 

ungenügenden Abstandes des Beschuldigten mit hoher Wahrscheinlichkeit 

zu einer Auffahrkollision gekommen.  

 

Besondere Umstände, die das Verhalten des Beschuldigten subjektiv in 

einem milderen Licht erscheinen lassen, liegen nicht vor. Gute Witterungs- 

und Strassenverhältnisse stellen keine besonderen Umstände im Sinne der 

Rechtsprechung dar (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_1039/2021 

vom 14. Januar 2022 E. 1.3.1). Auch der Einwand des Beschuldigten, der 

geringe Abstand sei auf den nicht strafrechtlich relevanten "Handörgeli-

Effekt" zurückzuführen (vgl. Berufungserklärung S. 3; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 7 f.), ist nicht stichhaltig. Die Videoaufzeichnung 

zeigt zwar einen regen, jedoch keinen übermässigen Verkehr, welcher 

allenfalls die Einhaltung des Mindestabstands auf der Autobahn 

verunmöglicht hätte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_164/2020 vom 

20. Juli 2021 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 142 IV 93 E. 4.2.1). Der Verkehr 

war flüssig (vgl. UA 14 und Videoaufzeichnung in UA 18). Der Beschuldigte 

fährt bei mehr oder weniger gleichbleibendem, klar ungenügendem 

Abstand mehr als eine halbe Minute lang, mithin nicht mehr nur auf einer 

 - 12 - 

 

 

ganz kurzen Strecke, dem vorausfahrenden Personenwagen hinterher. Er 

ist damit auf der Überholspur ohne Not (GA 22, 23 und 30; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 5) einem vorausfahrenden Fahrzeug in dem von 

ihm gewählten viel zu geringem Abstand nachgefahren. Es wäre ihm ohne 

weiteres möglich gewesen, einen genügenden Abstand einzuhalten. Denn 

entgegen der neuen (und damit unglaubhaften) Behauptung des 

Beschuldigten (vgl. vgl. auch GA act. 24, UA act. 15; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 4 ff.) ist nicht ersichtlich, dass der ungenügende 

Abstand auf Bremsmanöver des vorausfahrenden Fahrzeugs 

zurückzuführen ist. Diesfalls wäre nämlich – insbesondere mit Blick auf den 

geringen Abstand – zu erwarten, dass auch der Beschuldigte bremst. Im 

ganzen Video leuchten die Bremslichter am Fahrzeug des Beschuldigten 

jedoch nicht einmal auf. Gleiches gilt für das vorausfahrende Fahrzeug, 

sofern dieses sichtbar ist.  

 

Im Übrigen verfängt auch das Argument des Beschuldigten, es sei nicht 

von einer groben Verletzung der Verkehrsregeln auszugehen angesichts 

neuer Technologien (automatisches Bremsen durch das Fahrzeug), nicht. 

Denn der Bremsweg (ohne Reaktionszeit) ist schon grösser als der vom 

Beschuldigten gehaltene Abstand. Ein Zurückkommen auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung ist nicht angezeigt.  

 

Nach dem Dargelegten ist somit nicht nur bezüglich der groben Verletzung 

der Verkehrsregeln, sondern auch der damit einhergehenden erhöhten 

abstrakten Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer von direktem 

Vorsatz, mindestens aber Eventualvorsatz auszugehen, und damit der 

subjektive Tatbestand zu bejahen. 

 

4.4. 

Es liegen weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vor. Der 

Beschuldigte ist im Hinblick auf die obigen Erwägungen der groben 

Verletzung der Verkehrsregeln durch ungenügenden Abstand beim 

Hintereinanderfahren auf der Autobahn gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. 

Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe 

von 24 Tagessätzen à Fr. 170.00, Probezeit 2 Jahre, sowie einer 

Verbindungsbusse von Fr. 1’020.00, ersatzweise 6 Tage Freiheitsstrafe. 

 

Der Beschuldigte verlangt für den Fall der Abweisung des verlangten 

Freispruchs, keine Änderung betreffend die Strafe. Diese könnte akzeptiert 

werden (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7 f.).  

 

 - 13 - 

 

 

Während die Vorinstanz für die Tatkomponenten von einer Geldstrafe von 

25 Tagessätze ausgegangen ist (vgl. vorinstanzliches Urteil E. III.3.3 S. 11 

f.), erhöht sie diese bei den Täterkomponenten um fünf Tagessätze (vgl. 

E. III.3.4 S. 12) und kommt schliesslich auf 24 Tagessätze sowie einer 

Verbindungsbusse (mit 6 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe) als dem Verschulden 

des Beschuldigten angemessene Strafe (E. III.3.5 S. 12). Die Vorinstanz 

hat die Verbindungsbusse von der Geldstrafe in Abzug gebracht. Da Busse 

(im Geldsummensystem) und Geldstrafe (im Tagessatzsystem) keine 

gleichartigen Strafarten im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB sind (BGE 144 

IV 217 E. 2.3.1) und somit mangels Gleichartigkeit zahlenmässig nicht als 

eine rechnerische Einheit ausgewiesen werden können, ist die Vorinstanz 

nicht korrekt vorgegangen (vgl. BGE 147 IV 471 E. 5.2.5; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_756/2018 vom 15. November 2018 E. 2.4). Diese 

unzutreffende Vorgehensweise hat sich jedoch nicht zu Lasten, sondern zu 

Gunsten des Beschuldigten ausgewirkt. Es ist nicht ersichtlich, unter 

welchem Gesichtspunkt die vorinstanzliche Strafe, welche mit 

24 Tagessätzen Geldstrafe und einer Verbindungsbusse von Fr. 1'020.00 

am untersten Rand des Strafrahmens festgesetzt wurde, auch unter 

Annahme des von der Vorinstanz angenommenen leichten Verschuldens 

herabgesetzt werden könnte. Dazu gibt auch die Täterkomponenten, in 

dessen Rahmen der Leumund des Beschuldigten zu würdigen ist, keinen 

Anlass. Der Strafregisterauszug des Beschuldigten zeigt vier 

Verurteilungen (vom 1. März 2018, 30. Juni 2022, 13. Oktober 2023 und 

19. Mai 2025), wobei die erste ebenfalls wegen einer groben Verletzung 

der Verkehrsregeln erfolgte. Die Vorinstanz (E. 3.4 S. 12) wertete die 

Verurteilungen zu Recht straferhöhend (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 3.4 

S. 12). Andere Umstände, die sich zugunsten des Beschuldigten 

auswirken, liegen nicht vor. Insbesondere sind beim Beschuldigten weder 

Einsicht in das begangene Unrecht noch auf Reue ersichtlich (Frage: 

Sehen Sie kein fehlerhaftes Verhalten Ihrerseits? Beschuldigter: Nein.; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6). Er schiebt die Verantwortung für 

sein Fahrverhalten auf den Fahrassistenten seines Fahrzeugs ("Das Auto 

bremst, wenn man zu nahe auffährt"; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 6) und meint, er hätte angesichts des auf dem Video ersichtlichen 

Abstands bremsen können (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5 f.). 

Andererseits ist eine Erhöhung der Strafe ausgeschlossen, da nur der 

Beschuldigte die Berufung erklärt hat und keine Anschlussberufung 

erhoben worden ist, so dass das Obergericht an das Verschlechterungs-

verbot (vgl. Art. 391 Abs. 2 SPO) gebunden ist.  

 

5.2. 

Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach den persönlichen und 

wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils (Art. 34 

Abs. 2 StGB). Die Anpassung der Höhe des Tagessatzes aufgrund 

verbesserter finanzieller Verhältnisse, welche dem erstinstanzlichen 

Gericht im Zeitpunkt seines Urteils noch nicht bekannt sein konnten, 

 - 14 - 

 

 

verstösst nicht gegen das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 Satz 2 

StPO; vgl. BGE 144 IV 198 E. 5.4).  

 

Der Lohn (Verwaltungsratshonorar) des Beschuldigten ist seit dem 

vorinstanzlichen Urteil von Fr. 80'000.00 (vorinstanzliches Urteil E. 3.7 

S. 13) auf Fr. 118'343.55 (= Fr. 9'103.35 x 13; die anlässlich der 

Berufungsverhandlung eingereichte Lohnabrechnung für den Monat 

Oktober 2025; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3) gestiegen. Es ist 

daher bei der Berechnung der Tagessatzhöhe von einem monatlichen 

Nettoeinkommen von Fr. 9'861.95 (Fr. 9'103.35 x 13 / 12) auszugehen. 

Unter Berücksichtigung eines Pauschalabzugs von 20 % ergibt sich eine 

Tagessatzhöhe von gerundet Fr. 260.00. 

 

5.3. 

Die Vorinstanz gewährte für die Geldstrafe den bedingten Vollzug unter 

Ansetzung der im Gesetz vorgesehenen kürzestmöglichen Probezeit von 

zwei Jahren. Aufgrund des Verschlechterungsverbots hat es dabei zu 

bleiben und auf Ausführungen dazu kann verzichtet werden.  

 

5.4. 

Vorliegend erscheint mit der Vorinstanz die Verbindung einer bedingt 

ausgesprochenen Geldstrafe mit einer Busse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 

StGB angezeigt, um dem Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der Sanktion 

und die Konsequenzen seines Handelns deutlich vor Augen zu führen. 

Unter Berücksichtigung der Denkzettelfunktion, der untergeordneten 

Bedeutung der Verbindungsbusse, der wirtschaftlichen Verhältnisse und 

des Verschuldens des Beschuldigten sowie des Umstands, dass das 

Bundesgericht die Obergrenze der Verbindungsstrafe auf 20 % der 

schuldangemessenen gesamten Strafe festgelegt hat (BGE 146 IV 145 

E. 2.2; 135 IV 188 E. 3.4.4; 149 IV 321 E. 1.3.2), erscheint eine Verbin-

dungsbusse von Fr. 1'560.00 angemessen. 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse ist 

gestützt auf Art. 106 Abs. 2 StGB, ausgehend vom als Umrechnungs-

schlüssel zu verwendenden Tagessatzes von Fr. 260.00 (BGE 134 IV 60 

E. 7.3.3), auf 6 Tage Freiheitsstrafe festzusetzen 

 

5.5. 

Der beantragte Verzicht auf die Verlängerung der mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 30. Juni 2022 ausgesprochenen 

Probezeit von 3 Jahre um 1.5 Jahre auf 4.5 Jahre ist nicht angebracht (vgl. 

Berufungserklärung S. 1). Der Strafregisterauszug des Beschuldigten zeigt 

vier Verurteilungen (Verurteilung mit Strafbefehl vom 1. März 2018 wegen 

grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer bedingten Geldstrafe von 

20 Tagessätzen zu Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 600.00; Verurteilung 

mit Strafbefehl vom 30. Juni 2022 wegen Urkundenfälschung zu einer 

 - 15 - 

 

 

bedingen Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.00 und einer Busse von 

Fr. 650.00; Verurteilung mit Urteil vom 13. Oktober 2023 wegen 

Gehilfenschaft zur Steuerhinterziehung zu einer Busse von Fr. 7'764.00; 

Verurteilung mit Urteil vom 19. Mai 2025 wegen Hinterziehung betreffend 

die Mehrwertsteuer zu einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 260.00 und einer Busse von Fr. 10'500.00). Der Beschuldigte hat sich 

somit in der Vergangenheit mehrfach strafbar gemacht und dies in 

unterschiedlicher Weise, sodass Bedenken hinsichtlich der Legalprognose 

bestehen und eine Verlängerung der Probezeit angezeigt ist.  

 

5.6. 

Die vorinstanzliche Strafe ist zu bestätigen. 

 

6. 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Berufung 

des Beschuldigten erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 

Ausgangsgemäss sind ihm die obergerichtlichen Verfahrenskosten in der 

Höhe von Fr. 2'500.00 (§ 15 GebührD) aufzuerlegen. 

 

6.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 47 

E. 4.1). Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte seine Parteikosten im 

Berufungsverfahren selber zu tragen (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 

Abs. 1 StPO e contrario). 

 

6.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet 

sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung 

(Art. 428 Abs. 3 StPO). Die vorinstanzliche Kostenverlegung erweist sich 

nach wie vor als korrekt und bedarf keiner Korrektur. Der Beschuldigte wird 

verurteilt und hat deshalb die erstinstanzlichen Verfahrenskosten und seine 

Parteikosten zu tragen (Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO bzw. 

i.V.m. Art. 429 StPO e contrario). 

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). 

  

 - 16 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig der groben Verletzung des 

Strassenverkehrsgesetzes durch ungenügenden Abstand beim 

Hintereinanderfahren gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 

SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der in Ziff. 1 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie Art. 102 Abs. 1 SVG, Art. 47 StGB, Art. 34 

StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 24 Tagessätzen à Fr. 260.00, d.h. total 

Fr. 6'240.00, Probezeit 2 Jahre, 

 

sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 1'560.00, ersatzweise 6 Tage 

Freiheitsstrafe,  

 

verurteilt. 

 

3. 

Der dem Beschuldigten mit Urteil der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten 

vom 30. Juni 2022 für die Geldstrafe von 90 Tagessätze zu Fr. 30.00 

gewährte bedingte Strafvollzug wird nicht widerrufen. Stattdessen wird der 

Beschuldigte gestützt auf Art. 46 Abs. 2 StGB verwarnt und es wird die 

Probezeit von 3 Jahren um 1.5 Jahre verlängert. 

 

4. 

4.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'500.00 und die 

erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'305.00 (inkl. Anklagegebühr 

von Fr. 1'000.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

4.2. 

Der Beschuldigte hat seine obergerichtlichen und erstinstanzlichen 

Parteikosten selber zu tragen.  

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

  

 - 17 - 

 

 

   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 20. November 2025 

 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 3. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Möckli     Wanner