# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8cf0cbc9-3e67-5072-aac0-c91cddcd27c7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.02.2018 100 2017 137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2017-137_2018-02-02.pdf

## Full Text

100.2017.137U
DAM/BIP/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. Februar 2018

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichter Müller
Gerichtsschreiber Bieri 

1. A.________
2. B.________
3. C.________
4. D.________
die Beschwerdeführenden 2-4 gesetzlich vertreten durch ihren Vater 
A.________ 
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Familiennachzug; nachträglicher Nachzug der Kinder durch den 
niedergelassenen Vater (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern vom 5. April 2017; 2016.POM.373) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.02.2018, Nr. 100.2017.137U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der kosovarische Staatsangehörige A.________ hielt sich erstmals vom 
19. Oktober 1991 bis 3. April 1995 als Asylbewerber in der Schweiz auf. Er 
reiste am 23. Juni 1996 erneut in die Schweiz ein und heiratete am 20. Mai 
1997 die Schweizer Bürgerin E.________. A.________ erhielt in der Folge 
eine Aufenthaltsbewilligung. Seit dem 24. September 2002 ist er im Besitz 
der Niederlassungsbewilligung. Die Ehe wurde mit Urteil vom 9. September 
2003 geschieden. 

Am 23. September 2003 heiratete A.________ in …/Kosovo die Landsfrau 
F.________, von der er sich am 25. April 2006 scheiden liess. Aus dieser 
Beziehung gingen drei Kinder hervor: B.________ (geb. … 2001), 
C.________ (geb. … 2002) und D.________ (geb. … 2004). Die elterliche 
Sorge wurde dem Vater übertragen.

A.________ stellte bereits am 4. September 2009 ein Familiennachzugs-
gesuch für alle Kinder, welches jedoch mangels Unterlagen nicht ab-
schliessend geprüft werden konnte. Am 7. Oktober 2014 ersuchte er erneut 
um Nachzug seiner Kinder. Mit Verfügung vom 3. Juni 2016 wies das Amt 
für Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst 
(MIDI), die Anträge auf Erteilung eines Visums für den langfristigen Aufent-
halt zwecks Familiennachzugs der drei Kinder B.________, C.________ 
und D.________ ab.

B.

Dagegen erhob A.________ am 8. Juli 2016 Beschwerde bei der Polizei- 
und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Mit prozessleitender Ver-
fügung vom 11. Juli 2016 beteiligte die POM B.________, C.________ und 
D.________ als notwendige Parteien am Beschwerdeverfahren. Mit 
Entscheid vom 5. April 2017 wies die POM die Beschwerde ab.

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C.

Gegen diesen Entscheid haben A.________ sowie B.________, 
C.________ und D.________, gesetzlich vertreten durch ihren Vater, 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen die Aufhebung 
des Entscheids der POM und die Erteilung der Aufenthaltsbewilligungen für 
B.________, C.________ und D.________ im Rahmen des 
Familiennachzugs. Eventualiter sei die Sache zur Ergänzung und Korrektur 
des Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

Die POM schliesst mit Vernehmlassung vom 2. Juni 2017 auf Abweisung 
der Beschwerde.

Am 13. Oktober 2017 haben A.________, B.________, C.________ und 
D.________ weitere Unterlagen eingereicht. Mit Stellungnahme vom 
6. November 2017 hält die POM an ihrem Antrag fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanz-
lichen Verfahren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid 
besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

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2.

Gestützt auf die Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

2.1 Der Beschwerdeführer 1 reiste am 23. Juni 1996 in die Schweiz ein, 
nachdem er sich bereits vom 19. Oktober 1991 bis 3. April 1995 als Asyl-
bewerber hier aufgehalten hatte. Am 20. Mai 1997 heiratete er die Schwei-
zer Bürgerin E.________ und erhielt daraufhin eine Aufenthaltsbewilligung 
(vorne Bst. A; Akten MIDI 4B pag. 218 und 291). Am 24. September 2002 
wurde ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt (vgl. Akten MIDI 4B 
pag. 163 f.). Die Eheleute lebten spätestens seit Ende 1998 getrennt 
(Akten MIDI 4B pag. 279). Die Ehe wurde am 9. September 2003 
gerichtlich geschieden; das Urteil erwuchs am 23. September 2003 in 
Rechtskraft (Akten MIDI 4B pag. 249 f.). 

2.2 Am 23. September 2003 heiratete der Beschwerdeführer 1 in 
…/Kosovo die Landsfrau F.________ (Akten MIDI 4C pag. 10). Diese 
erklärte auf der Schweizer Botschaft, ihn bereits im Jahr 1994 oder 1995 
traditionell geheiratet zu haben (vgl. Akten MIDI 4C pag. 117). Die beiden 
haben drei gemeinsame Kinder: B.________ (geb. … 2001), C.________ 
(geb. … 2002) und D.________ (geb. … 2004), wobei der Beschwerde-
führer 1 noch mit seiner ersten Ehefrau verheiratet war, als die beiden älte-
ren Kinder zur Welt kamen (vgl. vorne Bst. A; Akten MIDI 4C pag. 73 ff. und 
129). Am 10. Juni 2003 zog der Beschwerdeführer 1 nach Zürich, wo er am 
22. Januar 2004 ein Familiennachzugsgesuch für seine (zweite) Ehefrau 
sowie die beiden älteren Kinder stellte (vgl. Akten MIDI 4B pag. 59 und 
284). Mit Verfügung vom 1. Juni 2004 widerrief das Migrationsamt des 
Kantons Zürich die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers 1 
und wies das Familiennachzugsgesuch ab (vgl. Akten MIDI 4B 291 f.), wo-
gegen der Betroffene beim Regierungsrat des Kantons Zürich Rekurs er-
hob. Der Beschwerdeführer 1 meldete sich daraufhin wieder nach Bern ab, 
ohne den Regierungsrat des Kantons Zürich darüber zu informieren. Er 
erhielt am 10. Februar 2005 im Kanton Bern (erneut) die Niederlassungs-
bewilligung, woraufhin der Regierungsrat des Kantons Zürich das Rekurs-
verfahren als erledigt abschrieb (vgl. Akten MIDI 4B pag. 50 ff. und 131). 
Seit Februar 2005 war der Beschwerdeführer 1 an verschiedenen Adres-
sen im Kanton Bern gemeldet, auch wenn er zwischenzeitlich in Basel 

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arbeitete und dort eine Beziehung führte (vgl. etwa Akten MIDI 4B pag. 47, 
109 und 125 ff.). Am 4. September 2009 stellte er in der Gemeinde … für 
seine drei Kinder ein Familiennachzugsgesuch (vgl. Akten MIDI 4C 
pag. 18 f.). Dieses Gesuch konnte mangels Unterlagen nicht abschliessend 
geprüft werden (angefochtener Entscheid S. 2; Akten MIDI 4C pag. 235). 
Der Beschwerdeführer 1 führt an, seine finanziellen Verhältnisse hätten 
damals nicht genügt (vgl. Akten MIDI 4C pag. 145 und 152; vgl. auch Akten 
MIDI 4B pag. 324). Per 28. Februar 2012 meldete er sich in den Kanton 
Freiburg ab, weswegen der MIDI das Gesuch als «hinfällig» betrachtete 
(Akten MIDI 4B pag. 327). 

2.3 Der Beschwerdeführer 1 zog am 2. April 2012 nach … (Akten MIDI 
4B pag. 330), wo er am 7. Oktober 2014 erneut um Nachzug seiner Kinder 
ersuchte (vorne Bst. A). Er lebt dort in einer 4,5 Zimmerwohnung mit einer 
neuen Lebenspartnerin zusammen (vgl. Akten MIDI 4C pag. 64). Diese 
erklärt sich damit einverstanden, dass die drei Kinder in die Wohnung 
einziehen. Ihr erwachsener Sohn werde eine eigene Unterkunft suchen 
(Akten MIDI 4C pag. 156 ff.; Akten POM Beilage 10, act. 4A1). Nach 
Darstellung der Beschwerdeführenden kennt die neue Lebenspartnerin des 
Beschwerdeführers 1 die Kinder durch regelmässige telefonische Kontakte 
(vgl. Gesuch, Akten MIDI 4C pag. 67). Nach eigenen Angaben hat der 
Vater ein «sehr gutes und inniges Verhältnis» zu seinen Kindern (vgl. Akten 
MIDI 4C pag. 63 und 66). Er versuche so oft als möglich, mindestens alle 
zwei Monate, einige Tage in den Kosovo zu fahren, um Zeit mit ihnen zu 
verbringen. Zudem telefonieren sie wöchentlich miteinander (vgl. Akten 
MIDI 4C pag. 63 bzw. Akten MIDI 4B pag. 375). Der Beschwerdeführer 1 
unterstützt die Kinder finanziell mit 1'000.-- Euro monatlich (vgl. Akten MIDI 
4C pag. 145 und 154; Beschwerde an POM S. 5, Akten POM pag. 17).

2.4 Die Kinder haben ihr gesamtes bisheriges Leben in Kosovo ver-
bracht; sie waren noch nie in der Schweiz (angefochtener Entscheid E. 5 
S. 10; Akten MIDI 4C pag. 154; zur bisherigen sowie zur aktuellen Betreu-
ungssituation in ihrer Heimat vgl. hinten E. 4 und E. 5). B.________ und 
C.________ besuchen aktuell nach eigenen Angaben eine 
Wirtschaftsmittelschule in …. D.________ geht in die 8. Klasse der 
Grundschule in … (vgl. Akten POM Beilagen 9a und 9b, act. 4A1; 

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Beschwerdebeilage [BB] 7, act. 6A). Die Kinder nehmen seit Juni 2017 
Deutschunterricht; dabei arbeiten sie mit einem Lehrmittel des Lernniveaus 
A1 (vgl. BB 7, act. 6A). Die Tochter erklärte im vorinstanzlichen Verfahren 
schriftlich, dass der Vater sie liebe und ihnen jederzeit geholfen habe. Ihr 
«grosser Wunsch» sei es, «ein neues Leben zu beginnen und mit [ihrem] 
Vater in der Schweiz zusammenzuleben». Auch der ältere Sohn äussert 
diesen Wunsch. Er schrieb zudem der Vorinstanz, sie hätten 
regelmässigen Kontakt zu ihrem Vater und seien mit diesem emotional 
stärker verbunden als mit der Mutter (vgl. Akten POM Beilagen 8a und 8b, 
act. 4A1).

2.5 Zum Verhältnis der Kinder zur Mutter lässt sich den Akten Folgen-
des entnehmen: Die Ehe zwischen ihr und dem Beschwerdeführer 1 wurde 
auf gemeinsamen Antrag der Eheleute mit Urteil des Bezirksgerichts … 
vom 25. April 2006 geschieden (Akten MIDI 4C pag. 10 f.; vorne Bst. A). 
Die beiden älteren Kinder erklärten im vorinstanzlichen Verfahren, die 
Mutter sei nach der Scheidung ausgezogen (Akten POM Beilagen 8a und 
8b, act. 4A1). Gemäss dem Beschwerdeführer 1 zog sie bereits im Jahr 
2004 oder 2005 aus. Die Mutter lebt weiterhin in Kosovo. Der Be-
schwerdeführer 1 gab an, sie lebe in … in der Gemeinde … (vgl. Akten 
MIDI 4C pag. 145 und 153). Die Kontaktperson der Schweizerischen 
Botschaft von Kosovo ging indes davon aus, dass die Mutter nach wie vor 
«bei der Familie des Ehemanns (Ex-Ehemanns)» lebe, «wie es sich für 
eine traditionell verheiratete Frau gehör[e]» (Akten MIDI 4C pag. 118). – Mit 
Scheidungsurteil wurde dem Vater die alleinige elterliche Sorge übertragen. 
Gleichzeitig wurde festgelegt, die Mutter dürfe die Kinder zweimal 
monatlich sehen (vgl. etwa Akten MIDI 4C pag. 10 f. und 179 f.). Das Be-
suchsrecht wurde mit Urteil des Grundgerichts … vom 19. November 2015 
dahin geändert, dass die Mutter neu zweimal im Jahr während den 
Sommer- und Winterferien mit ihren Kindern Zeit verbringen dürfe (vgl. 
Akten MIDI 4C pag. 229). Im Gesuch gaben die Beschwerdeführenden an, 
zur Mutter bestehe nur unregelmässiger Kontakt (Akten MIDI 4C pag. 66, 
145 und 154; vgl. auch Erklärungen der älteren Kinder im vorinstanzlichen 
Verfahren, Akten POM Beilagen 8a und 8b, act. 4A1). Die Mutter erklärte 
vor der Schweizer Botschaft, sie sehe die Kinder einmal in der Woche 
(Akten MIDI 4C pag. 117). Vor der Vorinstanz reichten die Beschwerde-

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führenden neu eine Erklärung der Mutter vom 27. Juni 2016 ein, wonach 
diese auf ihr Kontaktrecht fortan vollständig verzichte. Sie beabsichtige, 
eine neue Ehe zu schliessen. Der neue Partner sei nur bereit, die Ehe ein-
zugehen, wenn sie künftig dem Kontakt mit ihren Kindern entsage 
(vgl. BB 6). 

3.

Strittig ist, ob die Vorinstanz den Nachzug der Beschwerdeführenden 2-4 
zu Recht verweigert hat.

3.1 Gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) haben 
ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen 
mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach 
Art. 47 Abs. 1 AuG muss dieser Anspruch auf Familiennachzug innerhalb 
von fünf Jahren geltend gemacht werden (Satz 1); Kinder über zwölf Jahre 
müssen innerhalb von zwölf Monaten nachgezogen werden (Satz 2). Die 
Fristen beginnen bei Familienangehörigen von Ausländerinnen und Aus-
ländern mit der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung 
oder der Entstehung des Familienverhältnisses (Art. 47 Abs. 3 Bst. b AuG). 
Sie beginnen allerdings erst mit dem Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 
2008, sofern vor diesem Zeitpunkt die Einreise erfolgt oder das Familien-
verhältnis entstanden ist (Art. 126 Abs. 3 AuG). Wurde der Nachzug innert 
der Fristen von Art. 47 Abs. 1 AuG beantragt, so ist er zu bewilligen, wenn 
gemäss Art. 51 Abs. 2 AuG kein Rechtsmissbrauch und keine Widerrufs-
gründe nach Art. 62 Abs. 1 AuG gegeben sind, die nachziehenden Eltern 
das Sorgerecht haben und das Kindeswohl dem Nachzug nicht entgegen-
steht (vgl. BGE 136 II 78 E. 4.7 f. [Pra 99/2010 Nr. 70]; BGer 2C_578/2012 
vom 22.2.2013 E. 4.1 f.). Ein nachträglicher Familiennachzug wird hin-
gegen nur bewilligt, wenn wichtige familiäre Gründe geltend gemacht wer-
den (Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG).

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3.2 Es ist nicht bestritten, dass mit dem Gesuch vom 7. Oktober 2014 
die auf die Beschwerdeführenden 2-4 anwendbaren Fristen von fünf Jahren 
bzw. von zwölf Monaten nicht eingehalten worden sind und deshalb einzig 
ein nachträglicher Familiennachzug im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG zur 
Diskussion steht (vgl. Beschwerde Ziff. 4 S. 7; Akten MIDI 4C pag. 65; zur 
Fristberechnung etwa BGE 137 II 393 E. 3.3 [Pra 101/2012 Nr. 26]; 
BGer 2C_767/2015 vom 19.2.2016 E. 4.2). Die Beschwerdeführenden sind 
indes der Ansicht, die POM habe zu Unrecht das Vorliegen wichtiger fami-
liärer Gründe verneint (vgl. Beschwerde Ziff. 4 S. 9). Sie rügen überdies, 
durch die Verweigerung des Familiennachzugs habe die Vorinstanz das 
Recht auf Achtung des Familienlebens gemäss Art. 8 der Europäischen 
Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) und Verpflichtungen zum 
Schutz der Kinder nach Art. 3 des Übereinkommens vom 20. November 
1989 über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK; 
SR 0.107) verletzt (Beschwerde Ziff. 5 S. 9 f.). 

3.3 Art. 8 Ziff. 1 EMRK (bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]) verschafft keinen vorbehaltlosen Anspruch auf Einreise und Auf-
enthalt bzw. auf Wahl des von den Betroffenen gewünschten Wohnorts für 
die Familie. Soweit ein Bewilligungsanspruch besteht, gilt er nicht absolut: 
Liegt eine aufenthaltsbeendende oder -verweigernde Massnahme im 
Schutz- und Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK, erweist sich diese 
dennoch als zulässig, falls sie – wie hier – gesetzlich vorgesehen ist (vgl. 
Art. 47 AuG), einem legitimen Zweck dient und in einer demokratischen 
Gesellschaft als notwendig erscheint (vgl. Art. 8 Ziff. 2 EMRK; 
BGE 142 II 35 E. 6.1, 139 I 330 E. 2.1 f.). Die Konvention verlangt, dass die 
individuellen Interessen an der Erteilung bzw. am Erhalt des Anwesenheits-
rechts und der öffentlichen Interessen an dessen Verweigerung sorgfältig 
gegeneinander abgewogen werden (BGE 143 I 21 E. 5.1 mit Hinweis auf 
EGMR 56971/10 vom 8.11.2016 i.S. El Ghatet gegen Schweiz Ziff. 53). 
Dabei ist dem Kindeswohl als einem (wesentlichen) Element unter anderen 
Rechnung zu tragen (BGE 143 I 21 E. 5.5.1; vgl. auch BGer 2C_76/2017 
vom 1.5.2017 E. 3.2.4 mit Hinweis auf EGMR 56971/10 vom 8.11.2016 i.S. 
El Ghatet gegen Schweiz Ziff. 46). Der Anspruch auf einen nachträglichen 
Familiennachzug hat sich dabei in erster Linie an den gesetzlichen Bestim-
mungen auszurichten; es ist davon auszugehen, dass diese den konven-

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tionsrechtlichen Vorgaben genügen (BGE 137 I 284 E. 2.4 mit Hinweisen) 
und diesbezüglich zudem ein nationaler Beurteilungsspielraum der Behör-
den besteht, in welchen der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 
(EGMR) praxisgemäss nicht eingreift (vgl. BGer 2C_38/2017 vom 
23.6.2017 E. 4.1, 2C_1/2017 vom 22.5.2017 E. 4.1.1, 2C_363/2016 vom 
25.8.2016 E. 2.1). Auch aus Art. 3 KRK ergibt sich kein direkt ableitbarer 
Anspruch auf einen nachträglichen Familiennachzug (vgl. etwa 
BGer 2C_132/2016 vom 7.7.2016 E. 2.3.5 mit Hinweisen; ferner auch 
VGE 2013/178 vom 2.12.2013 E. 2.3 [bestätigt durch BGer 2C_17/2014 
vom 28.10.2014]). Dem Leitgedanken von Art. 3 KRK bzw. von Art. 11 
Abs. 1 BV, wonach das Kindesinteresse bei allen Entscheiden vorrangig 
berücksichtigt werden soll, wird ausländerrechtlich im Rahmen der Interes-
senabwägung von Art. 8 Ziff. 2 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 
Abs. 3 BV Rechnung getragen (BGE 143 I 21 E. 5.5.2). 

3.4 Wichtige familiäre Gründe für die Bewilligung des nachträglichen 
Nachzugs nach Art. 47 Abs. 4 AuG liegen vor, wenn das Kindeswohl nur 
durch einen Nachzug in die Schweiz gewahrt werden kann (Art. 75 der 
Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Er-
werbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Entgegen dem Wortlaut dieser Ver-
ordnungsbestimmung ist nach der Rechtsprechung jedoch nicht aus-
schliesslich auf das Kindeswohl abzustellen; es bedarf vielmehr der Würdi-
gung aller erheblichen Umstände im Einzelfall. Dabei ist nach der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung dem vom Gesetzgeber beabsichtigten Zweck 
der Fristenregelung Rechnung zu tragen, welche die Integration der Kinder 
erleichtern will, indem diese durch einen frühzeitigen Nachzug unter ande-
rem auch eine möglichst umfassende Schulbildung in der Schweiz genies-
sen sollen (vgl. BGer 2C_38/2017 vom 23.6.2017 E. 4.2, 2C_771/2015 
vom 5.10.2015 E. 2.1; zu den im Einzelfall zu berücksichtigenden Elemen-
ten vgl. etwa BGer 2C_132/2016 vom 7.7.2016 E. 2.3.3). Den Fristen in 
Art. 47 AuG kommt (auch) die Funktion zu, den Zuzug von ausländischen 
Personen zu steuern. Hierbei handelt es sich praxisgemäss um eine legiti-
mes staatliches Interesse, um im Sinn von Art. 8 Ziff. 2 EMRK das Recht 
auf Familienleben beschränken zu können (BGer 2C_207/2017 vom 
2.11.2017 E. 5.2.2, 2C_1/2017 vom 22.5.2017 E. 4.1.2, u.a. mit Hinweis 
auf BGE 137 I 284 E. 2). Zudem geht es darum, Nachzugsgesuchen ent-

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gegenzuwirken, die erst kurz vor Erreichen des erwerbsfähigen Alters ge-
stellt werden, wobei die erleichterte Zulassung zur Erwerbstätigkeit und 
nicht (mehr) die Bildung einer echten Familiengemeinschaft im Vorder-
grund steht. Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Frist muss 
nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme bleiben; dabei ist Art. 47 
Abs. 4 Satz 1 AuG aber so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz 
des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV im Rahmen der 
erforderlichen Interessenabwägung gewahrt bleibt (vgl. etwa 
BGer 2C_1/2017 vom 22.5.2017 E. 4.1.3, 2C_132/2016 vom 7.7.2016 
E. 2.3.1, 2C_771/2015 vom 5.10.2015 E. 2.1, je mit weiteren Hinweisen). 
Im Einzelfall ist sorgfältig zu prüfen, ob dem Kindeswohl durch eine Kon-
tinuität der bisherigen Betreuung oder durch einen Umzug in die (unver-
traute) neue Umgebung besser entsprochen werden kann 
(BGer 2C_182/2016 vom 11.11.2016 E. 2.2, u.a. mit Hinweis auf 
BGer 2C_303/2014 vom 20.2.2015 E. 6.1). Ein wichtiger Grund liegt etwa 
vor, wenn die weiterhin notwendige Betreuung der Kinder im Herkunftsland 
beispielsweise wegen des Todes oder der Krankheit der betreuenden Per-
son nicht mehr gewährleistet ist. Praxisgemäss liegen indes keine wichti-
gen familiären Gründe vor, wenn im Heimatland alternative Pflegemöglich-
keiten bestehen, die dem Kindeswohl besser entsprechen, weil dadurch 
vermieden werden kann, dass die Kinder aus ihrer bisherigen Umgebung 
und dem ihnen vertrauten Beziehungsnetz gerissen werden (vgl. 
BGer 2C_363/2016 vom 25.8.2016 E. 2.5; VGE 2015/261 vom 6.4.2016 
E. 3.2, je mit zahlreichen weiteren Hinweisen). 

3.5 Zu prüfen ist somit, ob eine Änderung der Betreuungs- und Erzie-
hungsmöglichkeiten eingetreten ist, die eine Übersiedlung der Kinder in die 
Schweiz notwendig erscheinen lässt (E. 4 hiernach) und keine alternativen 
Betreuungsmöglichkeiten bestehen, die den Bedürfnissen der Kinder bes-
ser entsprechen als ein Umzug in die Schweiz (hinten E. 5; vgl. zum Prüf-
programm auch VGE 2012/397 vom 3.6.2013 E. 4.3). Es obliegt im Rah-
men ihrer prozessualen Mitwirkungspflicht der nachzugswilligen Person, 
die entsprechenden Umstände nicht nur zu behaupten, sondern auch zu 
belegen (vgl. Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AuG; BGer 2C_1154/2016 
vom 25.8.2017 E. 3.1, 2C_1/2017 vom 22.5.2017 E. 4.1.4; vgl. auch 
BGE 137 II 393 [BGer 2C_276/2011 vom 10.10.2011] nicht publ. E. 4.2, in 

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Pra 101/2012 Nr. 26; VGE 2015/261 vom 6.4.2016 E. 2.1 mit Hinweisen). 
An den Nachweis der fehlenden Betreuungsmöglichkeit im Heimatland 
stellt die Rechtsprechung umso höhere Anforderungen, je älter das nach-
zuziehende Kind ist und je grösser die Integrationsschwierigkeiten erschei-
nen, die ihm hier drohen (BGE 137 I 284 E. 2.2; BGer 2C_1154/2016 vom 
25.8.2017 E. 3.1, 2C_467/2016 vom 13.2.2017 E. 3.1.3). Dabei geht es 
inhaltlich nicht darum, dass alternative Betreuungsmöglichkeiten im Hei-
matland überhaupt fehlen; d.h. es ist nach der Rechtsprechung mit Art. 8 
EMRK nicht vereinbar, einen Familiennachzug erst dann zuzulassen, wenn 
keine einzige andere Alternative zur Betreuung des Kindes in seinem Hei-
matland zur Verfügung steht. Eine solche Alternative muss aber dann 
ernsthaft in Betracht gezogen und sorgfältig geprüft werden, wenn das Kind 
bereits älter ist, sich seine Integration schwieriger gestalten dürfte und die 
zum in der Schweiz lebenden Elternteil aufgenommene Beziehung noch 
nicht allzu eng erscheint (BGer 2C_467/2016 vom 13.2.2017 E. 3.1.3, 
2C_767/2015 vom 19.2.2016 E. 5.1.2, je mit Hinweis auf 
BGE 133 II 6 E. 3.1.2 [Pra 96/2007 Nr. 124]; vgl. auch VGE 2016/107 vom 
3.2.2017 E. 4.1). 

4.

Zu prüfen ist zunächst, ob eine Änderung der Betreuungssituation einge-
treten ist.

4.1 Die Beschwerdeführenden schildern die Betreuungssituation wie 
folgt: Die Kinder seien seit 2006 bei ihren Grosseltern G.________ und 
H.________ im Dorf … in …/Kosovo aufgewachsen. Am … 2014 verstarb 
der Grossvater (vgl. Akten MIDI 4C pag. 62, 66 und 153; Akten POM 
Beilagen 8a und 8b, act. 4A1). Die Grossmutter (geb. ... 1938) leide an 
Bluthochdruck, an Osteoporose, an Arteriosklerose, an Polyarthritis, an 
einer Verkrümmung der Wirbelsäule und an seniler Demenz. Alter und 
Gesundheitszustand würden es ihr mittlerweile nicht mehr erlauben, eine 
«umfassende Betreuung» der Kinder zu gewährleisten (vgl. Beschwerde 
Ziff. 1 S. 3; Akten MIDI 4C pag. 223). Die Kinder seien «solange wie 
möglich» bei ihrer Grossmutter geblieben, wobei I.________, ihr Onkel 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.02.2018, Nr. 100.2017.137U, 
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väterlicherseits, zuletzt unterstützend punktuelle Betreuungsaufgaben 
übernommen habe. Dieser habe sich schliesslich entschieden, die Kinder 
vorübergehend bei sich und seiner Familie aufzunehmen, als der Zustand 
der Grossmutter «eine Beherbergung der Kinder […] gar nicht mehr 
erlaubte». Dies sei als eine Gefälligkeit und nicht als permanente 
(faktische) Übernahme des Sorgerechts gedacht gewesen (Beschwerde 
Ziff. 3.2 S. 5). Der Onkel sei mangels ausreichender Kapazitäten nicht 
mehr länger bereit und in der Lage, die Kinder bei sich unterzubringen (vgl. 
Beschwerde Ziff. 4 S. 9; Beschwerde an POM Ziff. 3.2 S. 4 f., Akten POM 
pag. 18-17; Akten MIDI 4C pag. 224). Der Onkel wohnt ebenfalls in …. Er 
sei verheiratet und habe drei eigene Kinder, wovon eine Tochter (geb. … 
1999) im gleichen Haushalt lebe (vgl. Beschwerde Ziff. 1 S. 3). Eine Tante, 
die auch drei eigene Kinder habe, wohne 20 Kilometer entfernt. Sie 
kümmere sich nebenbei noch um «die kranke und pflegebedürftige» 
Grossmutter, könne jedoch die Beschwerdeführenden 2-4 nicht bei sich 
aufnehmen. Ein anderer Onkel lebe im Ausland (vgl. Akten MIDI 4C 
pag. 66, 154 und 223). Weitere Unterbringungsmöglichkeiten bei 
Verwandten seien nicht «ersichtlich» (vgl. Beschwerde an POM Ziff. 3.5 
S. 8, Akten POM pag. 14). – Die POM erwägt dagegen, die bisherige Be-
treuungssituation sei nicht in nachvollziehbarer Weise dargetan und belegt; 
sie geht aufgrund ihrer Würdigung davon aus, dass die Kinder nach wie vor 
bei ihrer Grossmutter leben (angefochtener Entscheid E. 4e S. 8 f.) 

4.2 Um ihre Schilderung zu belegen, haben die Beschwerdeführenden 
(bereits vor der Vorinstanz) zwei übersetzte Arztzeugnisse («Facharzt-
berichte» vom 13.7.2015 und vom 4.7.2016) ins Recht gelegt (vgl. BB 3 
und 4, act. 1C bzw. Akten POM Beilagen 5 und 6, act. 4A1). Danach ist die 
Grossmutter nicht mehr in der Lage, ihre persönlichen Bedürfnisse selber 
wahrzunehmen und benötigt dafür die Unterstützung einer Begleitperson. 
Sie werde regelmässig ärztlich untersucht. Beide Arztzeugnisse äussern 
sich nur in sehr allgemeiner Weise zur Gesundheit der Grossmutter. Die 
Diagnosen sind stichwortartig festgehalten. Sie enthalten jedoch keine An-
gaben dazu, ob und inwieweit es der Grossmutter aus medizinischer Sicht 
noch möglich ist, sich um ihre Enkel zu kümmern. Bei den angeführten Lei-
den handelt es sich vorwiegend um körperliche Beschwerden (Bluthoch-
druck, Osteoporose, Arteriosklerose, Polyarthritis, Verkrümmung der Wir-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.02.2018, Nr. 100.2017.137U, 
Seite 13

belsäule). In welcher Weise sich die Demenz auswirkt, legen die Be-
schwerdeführenden nicht dar; dies geht auch nicht aus den Arztberichten 
hervor. Es fällt zudem auf, dass die Demenz allein im älteren Zeugnis 
erwähnt wird («Dg.: Dementia senilis»). Weder ist vorgebracht noch er-
sichtlich, dass die Grossmutter nicht mehr allein zu Hause leben könnte. 
Offenbar nimmt die Schwester des Beschwerdeführers 1, welche 20 Kilo-
meter entfernt wohnt, Pflegeaufgaben wahr (vgl. E. 4.1 hiervor). Nach dem 
Gesagten lässt sich aus den Arztzeugnissen höchstens herauslesen, dass 
die Grossmutter keine umfassende Betreuung der Kinder (mehr) wahr-
nehmen kann (so auch Beschwerde Ziff. 1 S. 3). Dass die Kinder gar nicht 
(mehr) im Haus der Grossmutter unter deren Aufsicht wohnen könnten, 
vermögen die Arztberichte indes nicht zu belegen. Solches erschiene auch 
unwahrscheinlich, solange die Grossmutter den Haushalt noch weitgehend 
selbständig führen kann. Weder vorgebracht noch ersichtlich ist, dass die 
Grossmutter etwas dagegen hätte, die Kinder bei sich wohnen zu lassen. 
Damit darf davon ausgegangen werden, dass den Kindern jedenfalls eine 
Unterkunft zur Verfügung steht und die Grossmutter in der Lage ist, die 
Kinder zumindest noch moralisch zu unterstützen. Gestützt auf die Arzt-
zeugnisse kann somit höchstens insoweit von einer geänderten Betreu-
ungssituation ausgegangen werden, als die Grossmutter keine umfassende 
Betreuung mehr übernehmen kann.

4.3 Zu würdigen ist weiter eine übersetzte Erklärung des Onkels vom 
25. November 2015 (BB 5), welche die Beschwerdeführenden dem MIDI zu 
den Akten gegeben haben, um zu belegen, dass die Kinder nicht (länger) 
bei diesem untergebracht werden können (Akten MIDI 4C pag. 223 und 
225). Der Onkel schreibt, seinem Bruder sei nach der Scheidung die Obhut 
über dessen minderjährige Kinder anvertraut worden. Sein Bruder sei nicht 
in der Lage gewesen, sich um die Kinder zu kümmern, weil er in der 
Schweiz gelebt und gearbeitet habe. Daher habe er (der Onkel) «die 
vorübergehende Betreuung [der] Kinder» übernommen. In der Zwischen-
zeit habe er «Pflichten gegenüber [s]einer Familie» und sei daher nicht 
mehr in der Lage, sich um die Kinder seines Bruders zu kümmern. Die 
Übersetzung ist sprachlich fehlerhaft und weist einen gewissen Interpretati-
onsbedarf auf. Unklar ist namentlich, was der Onkel mit «Betreuung» 
meint. Die Vorinstanz versteht die (aus ihrer Sicht allerdings unglaub-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.02.2018, Nr. 100.2017.137U, 
Seite 14

würdige) Erklärung dahin, dass die Kinder bereits seit der Scheidung ihrer 
Eltern im Jahr 2006 beim Onkel wohnen (vgl. angefochtener Entscheid 
E. 4d S. 8). Die Beschwerdeführenden interpretieren die Erklärung des 
Onkels anders: Dieser habe unter «Betreuung» nicht eine «tatsächliche 
Beherbergung», sondern eine «Unterstützung im weiteren Sinn» gemeint 
(Beschwerde Ziff. 3.2 S. 6). – Die «Auslegung» der Vorinstanz steht in Ein-
klang mit einer «declaration on joint household», welche der Onkel am 
26. Januar 2015 gegenüber dem Ministerium für innere Angelegenheiten 
(«ministery of internal affairs») der Republik Kosovo abgegeben hatte, wo-
nach nebst seiner Ehefrau und einer Tochter auch die Beschwerdeführen-
den 2-4 bereits damals bei ihm lebten (Akten MIDI 4C pag. 127). Zu die-
sem Zeitpunkt behauptete der Beschwerdeführer 1 noch, die Kinder lebten 
bei ihrer Grossmutter (Akten MIDI 4C pag. 154). Es springt sodann ins 
Auge, dass in der Erklärung des Onkels die Situation der Grossmutter mit 
keinem Wort erwähnt wird, wiewohl gerade dies zu erwarten gewesen 
wäre, wenn der Onkel die Betreuung wegen verschlechterten Gesundheits-
zustands der Grossmutter übernommen hätte. Nach dem Gesagten weckt 
die Erklärung des Onkels gewisse Zweifel an der Darstellung der Be-
schwerdeführenden, wonach die Kinder bei ihren Grosseltern aufge-
wachsen seien (vorne E. 4.1). Sie steht namentlich in Widerspruch zu den 
Stellungnahmen der älteren Kinder, die darauf hinweisen, dass sie zusam-
men mit ihrem jüngeren Bruder nach der Scheidung der Eltern bei den 
Grosseltern wohnten; den Umzug zu ihrem Onkel erwähnen sie nicht (vgl. 
Akten POM, Beilagen 8a und 8b, act. 4A1). Die Akten enthalten keine 
Stellungnahme der Grossmutter. Ebenso wenig lässt sich in dieser Hinsicht 
den Arztzeugnissen eine Aussage entnehmen (vgl. E. 4.2 hiervor).

4.4 Mit Blick auf das bisher Erwogene ist damit unklar, ob die Kinder 
nach der Scheidung ihrer Eltern – wie von den Beschwerdeführenden vor-
gebracht – bei den Grosseltern lebten oder ob sie bei ihrem Onkel auf-
wuchsen, wie dessen Erklärung vermuten lässt. Die Vorinstanz hat somit 
zu Recht geschlossen, dass die Beschwerdeführenden nicht in nachvoll-
ziehbarer Weise belegt haben, wie die Kinder bisher betreut worden sind 
(angefochtener Entscheid E. 4e S. 8; Beschwerdevernehmlassung S. 2, 
act. 4). Die Beschwerdeführenden sind in diesem Punkt ihrer prozessualen 
Mitwirkungspflicht nicht genügend nachgekommen (vgl. vorne E. 3.5). Da 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.02.2018, Nr. 100.2017.137U, 
Seite 15

die ursprüngliche Betreuungslage im Unklaren bleibt, ist auch nicht eindeu-
tig erstellt, ob sich die Betreuungssituation der Kinder in ihrer Heimat über-
haupt verändert hat. Es ist mithin fraglich, ob das Vorliegen wichtiger 
Gründe im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG bereits deswegen verneint werden 
muss. Dies kann jedoch mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen 
offenbleiben. 

5.

Strittig ist weiter, ob die Betreuung der Kinder in ihrer Heimat (noch) ge-
währleistet ist.

5.1 Die Beschwerdeführenden bringen vor, es finde sich niemand, der 
noch in der Lage bzw. willig wäre, Betreuungsaufgaben zu übernehmen 
(vgl. vorne E. 4.1). Die POM erwägt dagegen, die noch erforderliche punk-
tuelle Betreuung sei weiterhin gewährleistet, wohingegen eine Integration in 
der Schweiz mit grossen Schwierigkeiten verbunden wäre. Im Ergebnis 
bestünden keine wichtigen Gründe nach Art. 47 Abs. 4 AuG (angefochtener 
Entscheid E. 5 S. 9 ff.).

5.2 Zunächst ist zu beurteilen, welches Ausmass an Betreuung die Kin-
der noch benötigen. Die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz 
nehme eine nicht sachgerechte Verallgemeinerung vor, indem sie bei allen 
Kindern davon ausgehe, es sei nur noch eine punktuelle Betreuung not-
wendig. Dieser Einschätzung könne jedenfalls beim jüngsten Sohn nicht 
gefolgt werden. Alle Kinder seien noch relativ weit vom Erreichen der Voll-
jährigkeit entfernt und benötigten für ihre ungestörte Entwicklung eine mehr 
oder weniger engmaschige Betreuung durch (mindestens) eine Person, zu 
welcher sie eine sehr enge Bindung haben (Beschwerde Ziff. 3.3 S. 6 und 
Ziff. 4 S. 8). – Im Gesuchszeitpunkt (Oktober 2014) waren die Kinder 13-, 
12- und 10-jährig. Mittlerweile sind sie 17, 15 und in wenigen Monaten 
14 Jahre alt. Mit Blick auf das Alter der Beschwerdeführenden sind an den 
Nachweis der fehlenden Betreuungsmöglichkeiten im Heimatland erhöhte 
Anforderungen zu stellen (vgl. BGer 2C_1154/2016 vom 25.8.2017 E. 3.3 
zu vier kosovarischen Kindern, geb. 1999, 2001, 2003 und 2005). Aufgrund 

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Seite 16

der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AuG (vgl. vorne E. 3.5) liegt es an den 
Beschwerdeführenden, eine vom Normalfall abweichende Entwicklung des 
Jugendlichen darzutun und entsprechend zu belegen (VGE 2016/107 vom 
3.2.2017 E. 4.3, 2013/430 vom 13.1.2015 E. 3.3.2). Das Vorbringen, in den 
Akten fänden sich keinerlei Hinweise, dass für die Kinder nur noch punk-
tuelle Betreuungsmassnahmen erforderlich seien, hilft den Beschwerdefüh-
renden mithin nicht weiter (Beschwerde Ziff. 3.3 S. 6). Die Kinder gehen 
ihrem Alter gemäss in die Wirtschaftsmittelschule bzw. in die Grundschule 
(vgl. vorne E. 2.4). Dass sie besonderer Betreuung bedürften, machen die 
Beschwerdeführenden vor Verwaltungsgericht nicht mehr geltend. Inwie-
fern die Aussagen von C.________ und B.________, sie fühlten sich ohne 
ihren Vater nicht sicher bzw. sie erachteten ein Leben ohne ihren Vater als 
sinn- und wertlos, auf eine fehlende Selbständigkeit schliessen lassen 
sollen (vgl. Beschwerde Ziff. 3.3 S. 6), ist nicht nachvollziehbar. Im 
Familiennachzugsgesuch führten die Beschwerdeführenden noch an, der 
ältere Sohn leide an einer chronischen Niereninsuffizienz. Er klage daher 
täglich über Müdigkeit und sei überaus anfällig auf Infektionen; er benötige 
zusätzliche Aufmerksamkeit und Betreuung (Gesuch S. 9 f. mit Beilagen 
13 f., Akten MIDI 4B pag. 380 f. und 414 ff.). Das MIP hat darin keinen 
wichtigen Grund im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG erblickt, weil das Problem 
von Geburt an bestanden habe und bisher im Heimatland habe behandelt 
werden können (vgl. Akten POM pag. 5). Diese Ausführungen sind 
unbestritten geblieben. 

5.3 Unter diesen Umständen ist die Vorinstanz jedenfalls bei den zwei 
älteren Kindern begründetermassen davon ausgegangen, dass diese – wie 
bei Jugendlichen in ihrem Alter üblich – bereits ein hohes Mass an Selb-
ständigkeit erreicht haben und nur noch punktuelle Betreuungsmass-
nahmen erforderlich sind (vgl. angefochtener Entscheid E. 5 S. 9, u.a. mit 
Hinweis auf BGer 2C_449/2015 vom 4.8.2015 E. 4.3). Zwar trifft zu, dass 
die Selbständigkeit der Kinder individuell beurteilt werden muss und der 
jüngste Sohn noch etwas mehr Betreuung bedarf als seine Geschwister 
(vgl. Beschwerde Ziff. 3.3 S. 6, Ziff. 4 S. 8), wiewohl auch bei ihm bereits 
von einer gewissen Selbständigkeit auszugehen ist. Zu berücksichtigen ist 
aber auch, dass die Kinder nicht ohne Not getrennt werden, sondern wenn 
immer möglich unter gemeinsamer Obhut aufwachsen sollten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.02.2018, Nr. 100.2017.137U, 
Seite 17

(BGer 2C_182/2016 vom 11.11.2016 E. 2.4). Sodann können die älteren 
Geschwister teilweise unterstützend bei der Betreuung des jüngeren Bru-
ders mitwirken. 

5.4 Weiter ist zu prüfen, ob in der Heimat der Kinder genügend Bezugs-
personen leben, welche die noch nötige altersgerechte Betreuung gewähr-
leisten können. Nicht glaubhaft ist, dass der Onkel tatsächlich keine 
(punktuellen) Betreuungsaufgaben mehr wahrnehmen will, wie die Be-
schwerdeführenden mit Hinweis auf dessen Erklärung vom 25. November 
2015 vorbringen (vgl. vorne E. 4.1 und 4.3). – Soweit der Onkel festhält, 
wegen den wachsenden Bedürfnissen seiner Kinder nicht mehr länger in 
der Lage zu sein, die Betreuung der Beschwerdeführenden 2-4 zu über-
nehmen, steht dies in Widerspruch dazu, dass nur (noch) eine Tochter bei 
ihm wohnt, die mittlerweile volljährig ist. Die im gleichen Haushalt woh-
nende Tochter könnte den Onkel vielmehr sogar entlasten. Sodann muss 
berücksichtigt werden, dass die Kinder aufgrund ihres Alters und ihrer Ent-
wicklung heute ein geringeres Mass an Betreuung benötigen als früher, als 
der Onkel wenigstens punktuelle Unterstützung zu leisten vermochte. 
Schliesslich weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass sich der Onkel 
als Familienmitglied im Sinn des beabsichtigten Familiennachzugs äussern 
könnte (vgl. angefochtener Entscheid E. 4e S. 9), zumal die Erklärung aus-
drücklich «zwecks Nachzugs [der] Kinder in [die] Schweiz» abgegeben 
worden ist. Die Vorinstanz hat den Onkel somit zu Recht nach wie vor als 
Bezugsperson betrachtet, die wenigstens punktuell weiterhin Betreuungs-
aufgaben wahrnehmen kann.

5.5 Neben dem Onkel befinden sich weitere Personen in der Heimat der 
Kinder, die Betreuungsaufgaben übernehmen können. So kann die Gross-
mutter trotz ihrer körperlichen Beschwerden nach wie vor als Bezugsper-
son berücksichtigt werden, die jedenfalls noch moralisch Unterstützung 
anzubieten vermag und bei der die Beschwerdeführenden 2-4 auch woh-
nen können (vgl. vorne E. 4.2). Sodann ist nicht ausgeschlossen, hilfsweise 
die Tante beizuziehen, zumal es dieser trotz örtlicher Distanz und trotz 
eigener familiärer Verpflichtungen möglich ist, sich um die Grossmutter zu 
kümmern. Die Beschwerdeführenden scheinen zudem zu übersehen, dass 
eine gewisse Unterstützung auch durch Bekannte oder entferntere Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.02.2018, Nr. 100.2017.137U, 
Seite 18

wandte wahrgenommen werden kann. Es wäre lebensfremd anzunehmen, 
dass es in der näheren Umgebung keine weiteren Personen gibt, die bei 
der Betreuung der Beschwerdeführenden 2-4 ebenfalls unterstützend mit-
wirken können, auch wenn diese nicht als nahe Bezugspersonen betrachtet 
werden können. Beispielsweise ist an die Ehefrau und die ältere Tochter 
des Onkels zu denken (vgl. vorne E. 4.1). Eine dem Alter und der Selb-
ständigkeit der Jugendlichen angemessene Betreuung wäre im Übrigen 
auch dann möglich, wenn die Bezugspersonen nicht immer vor Ort sein 
sollten (VGE 2016/107 vom 3.2.2017 E. 4.3 mit Hinweis auf 
BGer 2C_771/2015 vom 5.10.2015 E. 2.2.2). Schliesslich kann der Vater 
von der Schweiz aus seinen Teil zur Betreuung beitragen. So kann er 
weiterhin finanzielle Unterstützung von der Schweiz aus leisten (vgl. vorne 
E. 2.3). Zutreffend ist sodann der Hinweis der POM, dass über gegen-
seitige Besuche und mit Hilfe der üblichen Kommunikationsmittel auch 
erzieherisch und moralisch ein wesentlicher Teil der Betreuung und Be-
gleitung vom Vater wahrgenommen werden kann (angefochtener Entscheid 
E. 5 S. 10). Es wird denn auch nicht in Frage gestellt, dass der Vater die 
Kinder weiterhin regelmässig in ihrer Heimat besuchen kann (vgl. vorne 
E. 2.3). 

5.6 Der Schluss der Vorinstanz, dass eine adäquate Betreuung der Kin-
der in Kosovo aufrechterhalten werden kann, ist somit nicht zu beanstan-
den. Selbst wenn – wie die Beschwerdeführenden behaupten – keine oder 
keiner der Verwandten in der Lage sein sollte, allein die noch notwendige 
Unterstützung bzw. Betreuung zu gewährleisten, besteht insgesamt ein 
ausreichendes, stabiles Beziehungsnetz. Unter diesen Umständen ist nicht 
entscheidwesentlich, ob die Mutter tatsächlich keinen Kontakt mehr zu 
ihren Kindern wünscht, was mit Blick auf die Erklärung der Kontaktperson 
der Schweizer Botschaft und angesichts der Tatsache, dass lediglich ein 
halbes Jahr, bevor die Mutter ihre Erklärung abgab, die Besuchsregelung 
gerichtlich neu festgelegt wurde, fraglich erscheint (vgl. vorne E. 2.6). Je-
denfalls stellt der Wunsch einer Mutter, künftig keine Verantwortung mehr 
für die Kinder übernehmen zu müssen, keinen wichtigen Grund im Sinn von 
Art. 47 Abs. 4 AuG dar (BGer 2C_1154/2016 vom 25.8.2017 E. 3.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.02.2018, Nr. 100.2017.137U, 
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5.7 Der Beschwerdeführer 1 hat sein Heimatland bereits vor der Geburt 
seiner Kinder verlassen und lebt seit mehr als 20 Jahren hauptsächlich in 
der Schweiz (vgl. vorne E. 2.1-2.3). Er hat die örtliche Trennung von seinen 
Kindern bewusst in Kauf genommen, was namentlich auch unter dem 
Gesichtswinkel von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV von Bedeutung ist (vgl. zu 
einer ähnlichen Konstellation BGer 2C_132/2016 vom 7.7.2016 E. 2.3.5). 
Soweit ersichtlich, hat der Beschwerdeführer kaum je längere Zeit mit den 
Kindern verbracht. Auch haben die Kinder ihn über die Jahre hinweg nie in 
der Schweiz besucht (vgl. vorne E. 2.3 f.). Dies lässt den Schluss zu, dass 
die affektiven Bande zu ihrem Vater nicht besonders eng sind (vgl. auch 
BGer 2C_771/2015 vom 5.10.2015 E. 2.2.1 in Bezug auf einen 17-jährigen 
Sohn, der hauptsächlich bei seinem Grossvater aufgewachsen ist). Die 
aktuelle Lebenspartnerin des Vaters hat die Kinder ebenfalls noch nicht 
persönlich getroffen (vorne E. 2.3). Dass den Kindern verunmöglicht wird, 
mit ihrem Vater in der Schweiz zusammenzuleben, fällt daher mit Blick auf 
das Kindeswohl nicht massgeblich ins Gewicht. Die Beteuerungen, wie gut 
die Beziehung des Vaters zu seinen Kindern sei, vermögen daran nichts zu 
ändern. 

5.8 Mit der Vorinstanz ist weiter darin einig zu gehen, dass ein Nachzug 
mit erheblichen Integrationsschwierigkeiten verbunden wäre. Die POM hat 
zutreffend erwogen, dass die Kinder bisher die Schulen in Kosovo ab-
solviert haben und vollumfänglich in ihrer Heimat sozialisiert worden sind. 
Der Wegzug hätte den Abbruch der laufenden Schulbildung zur Folge (an-
gefochtener Entscheid E. 5 S. 10). Allein die Tatsache, dass die Kinder seit 
kurzem Deutschunterricht nehmen (vgl. eingereichte Videos und hand-
geschriebene Texte [BB 7-11], act. 6A), bescheinigt noch keine hohe Inte-
grationsbereitschaft, zumal sie die Schweiz bisher nie besucht haben (vgl. 
BGer 2C_38/2017 vom 23.6.2017 E. 4.4.3). Kommt hinzu, dass die Kinder 
sich bisher höchstens elementare Kenntnisse aneignen konnten, was 
dadurch belegt wird, dass sie ein Lehrmittel des Niveaus A1 nutzen (vorne 
E. 2.4). Das Kindeswohl kann bei dieser Konstellation gegen einen Nach-
zug bzw. für die Beibehaltung der bisherigen Situation sprechen. Nach 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt gerade für Jugendliche über 
13 Jahre eine Übersiedlung in ein anderes Land einen bedeutenden Ein-
griff dar, weil dies zu einer empfindlichen Entwurzelung und erheblichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.02.2018, Nr. 100.2017.137U, 
Seite 20

Integrationsschwierigkeiten führen kann (BGer 2C_781/2015 vom 1.4.2016 
E. 4.2, 2C_29/2014 vom 10.11.2014 E. 3.3).

6.

Zusammenfassend ergibt sich Folgendes:

6.1 Die Beschwerdeführenden vermögen mit den eingereichten Doku-
menten keine Umstände zu belegen, die einen Nachzug erforderlich er-
scheinen lassen. Es bleibt zwar unklar, ob überhaupt eine Änderung der 
Betreuungssituation eingetreten ist (vorne E. 4). Es kann jedoch davon 
ausgegangen werden, dass eine altersgerechte Betreuung der Kinder in 
ihrer Heimat nach wie vor gewährleistet werden kann, da mehrere Bezugs-
personen vor Ort leben und mithin ein stabiles Beziehungsnetz besteht. Da 
die Kinder alle älter als 13 Jahre sind, ihr gesamtes Leben in Kosovo ver-
bracht haben und bisher nur sporadisch Kontakt mit ihrem Vater hatten, 
wäre ein Umzug in die Schweiz dem Kindeswohl wenig förderlich (vorne 
E. 5). Unter Berücksichtigung der verschiedenen Interessen (namentlich 
des Kindeswohls) ergibt sich somit, dass die Vorinstanz zu Recht das Vor-
liegen wichtiger Gründe im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG verneint hat. Vor 
diesem Hintergrund erweist sich der vorinstanzliche Entscheid auch im 
Licht von Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV sowie der KRK als recht-
mässig (vgl. vorne E. 3.3). 

6.2 Anknüpfend an das Erwogene geht auch die zur Begründung des 
Eventualantrags auf Rückweisung der Sache vorgetragene Rüge fehl, die 
POM habe den Sachverhalt ungenügend festgestellt (vgl. Beschwerde 
Ziff. 3.4 S. 7): Die Beschwerdeführenden haben vor der Vorinstanz die 
Gelegenheit erhalten und teilweise wahrgenommen, die Situation der Kin-
der darzulegen. Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführenden ausdrücklich 
um eine detaillierte und belegte Schilderung der Betreuungsverhältnisse 
der Kinder seit der Geburt bis heute, der aktuellen Lebensumstände der 
Kinder sowie der vorgesehenen Betreuung der Kinder in der Schweiz er-
sucht (verfahrensleitende Verfügung vom 29.11.2016, Akten POM pag. 28). 
Die beiden älteren Kinder haben sodann im vorinstanzlichen Verfahren am 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.02.2018, Nr. 100.2017.137U, 
Seite 21

21. März 2017 schriftlich Stellung genommen, wozu sie ebenfalls aufgefor-
dert wurden (vgl. Akten POM pag. 36-35 bzw. Beilagen 8-10, act. 4A1). Es 
hätte daher an den Beschwerdeführenden gelegen, von sich aus weitere 
Beweismittel vorzulegen oder eine detailliertere bzw. eine ergänzende 
Stellungnahme einzureichen, wenn sie sich davon eine günstigere Würdi-
gung versprochen hätten.

6.3 Damit erweist sich die Beschwerde insgesamt als unbegründet und 
ist abzuweisen.

7.

Bei diesem Verfahrensausgang werden die Beschwerdeführenden kosten-
pflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen 
(Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden den Beschwerdeführen-
den auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- dem Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.02.2018, Nr. 100.2017.137U, 
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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.