# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8bdc8b1-890e-5cec-9975-d6834911ddf0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.12.2021 IV 2020/189
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-189_2021-12-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/189

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 28.04.2022

Entscheiddatum: 09.12.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 09.12.2021
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiskraft des Administrativgutachtens 
bejaht. Aus dem Grundsatz «Eingliederung vor Rente» kann nicht abgeleitet 
werden, dass über die Rentenfrage in jedem Fall nur befunden werden 
könne, wenn vorgängig oder (mindestens) gleichzeitig über den Anspruch 
auf berufliche Eingliederungsmassnahmen entschieden worden ist. Der 
gesetzlich vorgeschriebene Eingliederungsgrundsatz beinhaltet lediglich das 
Gebot, dass eine Invalidenrente erst und nur dann zugesprochen werden 
darf, wenn die beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. 
Falls bereits vor der Durchführung von beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen kein rentenbegründender Invaliditätsgrad 
besteht, kann der Rentenentscheid unabhängig von allfälligen 
Eingliederungsmassnahmen gefällt werden (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Dezember 2021, IV 
2020/189).

Entscheid vom 9. Dezember 2021

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann und 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2020/189

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in Law, Amparo Anwälte und 

Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ wurde von seiner Mutter am 21. Juni 2011 zum Bezug von Leistungen für 

Minderjährige bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen angemeldet (IV-act. 1). Der vom 

3. September 2008 bis 28. Juni 2010 behandelnde Dr. med. B.___, Facharzt für Kinder- 

und Jugendpsychiatrie, berichtete am 13. Februar 2012, der Versicherte leide an einer 

Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung (ICD-10: F92.0). Die 

gesundheitliche Störung bestehe seit vielen Jahren und wirke sich sowohl in der Schule 

als auch Zuhause stark beeinträchtigend aus. Zurzeit nehme der Versicherte bei ihm 

(Dr. B.___) keine Therapie wahr (IV-act. 20; zur vom 12. Juli 2010 bis 2. Januar 2011 

erfolgten stationären Behandlung im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Zentrum 

C.___ siehe den Auszug aus dem Austrittsbericht vom 18. August 2011, IV-

act. 13-3 ff.). Am 30. Januar 2012 wies die IV-Stelle das Gesuch um Kostengutsprache 

für eine Psychotherapie ab, da eine psychotherapeutische Behandlung nicht 

ununterbrochen während eines ganzen Jahres durchgeführt worden sei (IV-act. 21). Mit 

gleicher Begründung wies sie, nach einer neuerlichen Anmeldung vom 8. Dezember 

2012 (IV-act. 25), am 16. März 2013 ein Kostengutsprachegesuch für Psychotherapie 

wiederum ab (IV-act. 22). Zuvor, am 14. Januar 2013, gewährte die IV-Stelle dem 

A.a. 

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Versicherten Berufsberatung und Abklärung der beruflichen 

Eingliederungsmöglichkeiten (IV-act. 37).

Gestützt auf den Bericht der am Kinder- und Jugendambulatorium an der Klinik 

D.___ behandelnden Psychiaterin vom 20. Februar 2013 (IV-act. 50) hielt die RAD-

Ärztin Dr. med. E.___, Fachärztin für Allgemeinmedizin, in der Stellungnahme vom 

22. März 2013 fest, es bestehe beim Versicherten ein sehr komplexes Störungsbild 

(sonstige kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen). Es müsse von 

einer langandauernden Störung ausgegangen werden. Schulische Leistungsprobleme 

hätten zu keiner Zeit bestanden. Die versicherungsmedizinischen Voraussetzungen für 

die Übernahme der Kosten einer Psychotherapie seien nicht erfüllt, da von einer 

«Leidensbehandlung an sich» auszugehen sei (IV-act. 53). Am 13. Mai 2013 wies die 

IV-Stelle das Gesuch um Kostengutsprache ab (IV-act. 59).

A.b. 

Im Rahmen der erstmaligen beruflichen Ausbildung zum Carrossier Spenglerei 

übernahm die IV-Stelle die Kosten für betreutes Wohnen vom 7. August 2014 bis 

6. August 2018 (Mitteilung vom 15. Januar 2014, IV-act. 71). Wegen einer akuten 

Belastungsreaktion mit Suizidalität wurde der Versicherte vom 12. bis 28. August 2015 

erneut stationär im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Zentrum C.___ behandelt. Im 

Austrittsbericht vom 7. September 2015 gaben die dort behandelnden medizinischen 

Fachpersonen an, der Versicherte habe sich von seinen Mitarbeitern «gemobbt» gefühlt 

und es sei erneut zu Auseinandersetzungen mit der Mutter und deren Partner 

gekommen (IV-act. 76). Das Lehrverhältnis wurde per 6. Mai 2016 aufgelöst (IV-act. 85). 

Im Rahmen einer im F.___ vom 9. Mai bis 31. Juli 2016 durchgeführten Abklärung 

entschied sich der Versicherte für eine erstmalige berufliche Ausbildung zum Kaufmann 

EFZ (Schlussbericht vom 14. Juli 2016, IV-act. 87; zum Lehrvertrag vom 8. Juli 2016 

mit dem F.___ als Lehrbetrieb siehe IV-act. 89). Mit Mitteilungen vom 9. September 

2016 hob die IV-Stelle die Mitteilung vom 15. Januar 2014 per 15. Juli 2016 auf (IV-

act. 93), erteilte eine Kostengutsprache für die vom 9. Mai bis 31. Juli 2016 erfolgte 

Abklärung (IV-act. 94) sowie für die Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung 

zum Kaufmann EFZ Profil B und für das betreute Wohnen (IV-act. 95; zum 

Taggeldanspruch des Versicherten siehe die Verfügungen vom 12. Juli 2017, IV-

act. 120, vom 13. Dezember 2017, IV-act. 124, und vom 10. August 2018, IV-act. 134).

A.c. 

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Am 3. Januar 2017 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle erneut um 

Kostengutsprache für eine Psychotherapie (IV-act. 99). Der behandelnde Dr. med. 

G.___, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, berichtete am 

2. Februar 2017, der Versicherte leide seit ca. 2007 an einer einfachen Aktivitäts- und 

Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0) und seit November 2015 an einer 

Adoleszentenkrise (ICD-10: F93.8) mit Selbstwert- und Identitätsproblematik, 

depressiven und narzisstischen Anteilen. Durch die insgesamt erfreuliche Entwicklung 

der letzten Wochen auf der Grundlage einer stabilen, positiven Übertragungsbeziehung 

zum Therapeuten könne unter der Voraussetzung einer kontinuierlichen Fortsetzung 

der Behandlung und durch den unterstützenden Rahmen der IV-gestützten beruflichen 

Massnahme die Prognose so günstig gestellt werden, dass negative Wirkungen auf die 

Berufsausbildung und Erwerbsfähigkeit verhindert werden dürften (IV-act. 107; zum 

miteingereichten Austrittsbericht der Klinik C.___ vom 23. Juni 2016 über die wegen 

einer suizidalen Krise erfolgten stationären Behandlung vom 16. bis 19. Mai 2016 siehe 

IV-act. 107-14 ff.). Die RAD-Ärztin Dr. E.___ verneinte die Frage, ob die Psychotherapie 

bei Dr. G.___ die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht durch die 

Invalidenversicherung erfülle, da es sich bei der Krankheit des Versicherten um ein 

Leiden handle, das zumindest über längere Zeit hinweg einer Therapie bedürfe, ohne 

dass sich hierbei eine zuverlässige Prognose stellen lasse (Stellungnahme vom 

22. März 2017, IV-act. 111). Daraufhin wies die IV-Stelle das Kostengutsprachegesuch 

mit Verfügung vom 1. Juni 2017 ab (IV-act. 117).

A.d. 

Am 6. März 2019 berichtete Dr. G.___, die mit der einfachen Aktivitäts- und 

Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0) einhergehenden und permanenten 

Einschränkungen bezüglich Daueraufmerksamkeit, Ausdauer und 

Strukturierungsfähigkeit würden die Leistungen des Versicherten bei repetitiven, 

monotonen, abwechslungsarmen Arbeiten erheblich beeinträchtigen, so dass in einem 

solchen Berufsfeld von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgegangen werden müsse 

(IV-act. 139; siehe auch den Bericht von Dr. G.___ vom 19. Juni 2019, worin dieser 

angab, die Arbeitsfähigkeit sei seines Erachtens auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht 

gegeben; die psychotherapeutische Behandlung sei in beiderseitigem Einvernehmen 

im Oktober 2018 beendet worden, IV-act. 140).

A.e. 

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Im Schlussbericht des F.___ vom 3. Juli 2019 wurde ausgeführt, der Versicherte 

habe das praktische und schulische Qualifikationsverfahren erfolgreich bestanden. Bei 

den praktischen Aufgaben sei zu beobachten gewesen, dass er die geforderten 

Leistungen nicht durchwegs habe erzielen können und dass seine Aufnahme-, Merk- 

und Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Der Versicherte habe während 

des Lehrjahres Motivationsprobleme geäussert und trotz der engen Begleitung und 

Hilfestellungen auf die praktischen Ausbildungsanforderungen mit psychischer 

Instabilität reagiert. Er habe die Absenzen damit begründet, dass ihn die Arbeit und das 

F.___ in seiner Leistungsfähigkeit einschränken würden. Aufgrund der Defizite in der 

Verlässlichkeit, der Merkfähigkeit sowie der mangelnden Arbeitsorganisation würden 

seine Leistungen insgesamt als ungenügend eingestuft. Es werde eine Neuorientierung 

in der Berufswahl empfohlen (IV-act. 148; zum Fähigkeitsausweis Kaufmann EFZ siehe 

IV-act. 148-9). Der RAD-Arzt H.___, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt in der 

Stellungnahme vom 11. Juli 2019 fest, gestützt auf die vorhandene Aktenlage werde 

derzeit sowohl aus berufsberaterischer als auch psychiatrischer Sicht aufgrund der 

Erfahrung der letzten Jahre übereinstimmend davon ausgegangen, dass eine 

Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt derzeit nicht gegeben sei (IV-act. 143).

A.f. 

Am 14. Januar 2020 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die beruflichen 

Massnahmen erfolgreich abgeschlossen worden seien und er mit der absolvierten 

Ausbildung im zweiten Arbeitsmarkt angemessen eingegliedert sei. Betreffend Rente 

werde er später eine separate Verfügung erhalten (IV-act. 159).

A.g. 

In der Stellungnahme vom 30. Januar 2020 führte der RAD-Arzt H.___ aus, aus 

dem Abschluss der Ausbildung, den nunmehr vorliegenden relevanten Dokumenten 

und Einschätzungen würden neben den unbestreitbaren Defiziten doch Hinweise auf 

eine Reihe von Ressourcen bestehen, die auf ein relevantes Eingliederungspotenzial 

auf dem ersten Arbeitsmarkt schliessen lassen könnten. Zudem ergebe sich aus dem 

Ausbildungsbericht, dass der Versicherte eine Reihe von Kompetenzen besitze, die er 

in psychisch stabilen Phasen gut abrufen könne. In Stresssituationen verfalle er 

allerdings in alte Verhaltensmuster und ziehe sich zurück. Diese Umstände würden 

darauf schliessen lassen, dass mit entsprechenden therapeutischen Bemühungen 

möglicherweise eine deutlichere Stabilisierung und Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

erreicht werden könne. Zur abschliessenden Einschätzung des 

A.h. 

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Eingliederungspotenzials auf dem ersten Arbeitsmarkt werde deshalb eine 

fachpsychiatrische Begutachtung empfohlen (IV-act. 160).

Der mit der psychiatrischen Begutachtung beauftragte Prof. Dr. med. I.___, 

Facharzt u.a. für Psychiatrie und Psychotherapie, empfahl am 4. März 2020, den 

monodisziplinären Gutachtensauftrag mit einer neuropsychologischen 

Teilbegutachtung zu ergänzen. Damit zeigte sich die IV-Stelle am 5. März 2020 

einverstanden (siehe zur entsprechenden E-Mailkorrespondenz IV-act. 165). Der 

Versicherte wurde am 5. März 2020 psychiatrisch durch Prof. I.___ und am 17. März 

2020 neuropsychologisch durch lic. phil. J.___, Fachpsychologe für Neuropsychologie 

FSP, begutachtet. Prof. I.___ stellte folgende Diagnosen: ein ADS persistierend im 

Erwachsenenalter (ICD-10: F90.0), eine minimale bis leichtgradige Hirnfunktionsstörung 

mit objektivierbarer Beeinträchtigung attentionaler Funktionen (ICD-10: F06.7), eine 

sonstige andere spezifische Persönlichkeitsstörung (unreif; narzisstische Anteile; 

ICD-10: F60.88), eine rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig remittiert; 

ICD-10: F33.4) und Ereignisse in der Kindheit, die den Verlust des Selbstwertgefühls 

zur Folge haben (ICD-10: Z61.3). Arbeitspraktisch zeige sich im Alltag, dass der 

Versicherte seit Oktober 2019 unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarkts bei der 

K.___ arbeite. Beginnend mit einem 20%igen Pensum arbeite er seit Dezember 2019 

mit einem 50%igen Pensum auf Stundenlohnbasis mit Schichtdiensten. Gleichzeitig 

absolviere der Versicherte die Vorbereitungen für die X.___schule (X.___), die er mit 

einem Pensum von gesamthaft 30 % für schulische Aktivitäten einschätze. Bei 

Zulassung zur X.___ werde die schulische Anspruchnahme auf ca. 16 Wochenstunden 

entsprechend zwei Arbeitstagen einzuschätzen sein. Bezogen auf eine 

leidensangepasste Tätigkeit sei von einer 80 bis 100%igen Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten auszugehen. Diese Beurteilung gelte seit Antragstellung im Dezember 

2012. Bei der nach dem Abschluss der Berufsausbildung für kurze Zeit ausgeübten 

Tätigkeit als Kaufmann sei es beim Versicherten zunehmend wegen monotoner und 

langweiliger Aufgaben zu Ablenkungen und Fehlern gekommen. Psychiatrisch dürften 

in Kombination mit den neuropsychologischen Handicaps die unreifen 

Persönlichkeitsanteile interferiert haben. Daher werde die Arbeitsfähigkeit für die 

Tätigkeit als Kaufmann entsprechend der Einschätzung des F.___ auf 30 % seit der 

Antragstellung eingeschätzt (psychiatrisches Gutachten vom 19. März 2020, IV-

A.i. 

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B.  

act. 167, insbesondere S. 71 ff.; neuropsychologisches Teilgutachten vom 19. März 

2020, IV-act. 167-80 ff.). Der RAD-Arzt H.___ hielt die gutachterliche Beurteilung für 

überzeugend. Gestützt darauf sei bezogen auf eine leidensangepasste Tätigkeit von 

einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 80 % auszugehen (Stellungnahmen vom 

26. März und 11. Mai 2020, IV-act. 168 und IV-act. 173).

Die IV-Stelle ermittelte auf der Grundlage einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten im Rahmen eines Einkommensvergleichs einen 

16%igen Invaliditätsgrad und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 13. Mai 

2020 die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 176). Dagegen erhob der 

Versicherte am 22. Mai 2020 Einwand und brachte vor, nicht mehr als 50 % 

arbeitsfähig zu sein (IV-act. 177). Dr. G.___ schloss sich der Selbsteinschätzung des 

Versicherten in der Stellungnahme vom 8. Juni 2020 an und befürwortete die 

Zusprache einer halben Rente (IV-act. 179). In der Stellungnahme vom 20. Juli 2020 

empfahl der RAD-Arzt H.___, es könne aus versicherungsmedizinischer Sicht weiterhin 

an der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung festgehalten werden (IV-act. 180). 

Am 21. Juli 2020 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs des 

Versicherten (IV-act. 182).

A.j. 

Gegen die Verfügung vom 21. Juli 2020 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 7. September 2020. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Ausrichtung der ihm zustehenden 

gesetzlichen Leistungen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung weiterer 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (act. G 1). Zur Begründung 

bringt der Beschwerdeführer in der ergänzenden Eingabe vom 5. November 2020 im 

Wesentlichen vor, die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung leide an 

verschiedenen Mängeln. Des Weiteren kritisiert er die Höhe der von der 

Beschwerdegegnerin ermittelten Vergleichseinkommen. Den in der Eingabe vom 

7. September 2020 gestellten Antrag um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung zieht er zurück (act. G 5).

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 5. Januar 

2021 die Abweisung der Beschwerde. Sie macht im Wesentlichen geltend, die Kritik 

B.b. 

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Erwägungen

1.

Gegenstand der angefochtenen Verfügung und im vorliegenden Verfahren 

ausschliesslich umstritten ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente.

des Beschwerdeführers an der gutachterlichen Beurteilung sei nicht stichhaltig. Daraus 

ergebe sich, dass der Beschwerdeführer bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten 

über eine 90%ige Arbeitsfähigkeit verfügt, womit der Invaliditätsgrad lediglich 5 % 

betrage (act. G 7).

Am 16. April 2021 orientiert der Beschwerdeführer das Gericht, dass die 

Beschwerdegegnerin mittlerweile erneut berufliche Massnahmen prüfe (act. G 13; zur 

Sistierung des Verwaltungsverfahrens bezüglich des Gesuchs des Beschwerdeführers 

um eine Umschulung siehe das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 23. Dezember 

2020, act. G 15.1).

B.c. 

In der Replik vom 12. Mai 2021 rügt der Beschwerdeführer, die 

Beschwerdegegnerin habe den Grundsatz «Eingliederung vor Rente» verletzt, womit 

die Rentenverfügung verfrüht ergangen sei. Zusätzlich kritisiert er, dass die 

Unabhängigkeit und Objektivität von Prof. I.___ aufgrund seiner überdurchschnittlichen 

Tätigkeit für die Beschwerdegegnerin zu bezweifeln sei. Des Weiteren legt er seine 

Sichtweise zur Bestimmung der Vergleichseinkommen dar (act. G 15).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 17).B.e. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 % invalid sind (lit. c). Der Anspruch auf eine Rente entsteht nicht, solange die 

versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Art. 29 Abs. 2 

IVG). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

1.1. 

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2.

Zunächst zu beantworten ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage, ob der 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

1.4. 

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medizinische Sachverhalt mit der gutachterlichen Beurteilung spruchreif abgeklärt 

wurde.

Der Beschwerdeführer rügt, Prof. I.___ stelle bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

einzig auf die Selbsteinschätzung ab. Diese sei jedoch unrealistisch. Die 

Fremdbeurteilung durch das F.___ sei vollkommen anders gewesen (act. G 5, Rz 14).

2.1. 

Dieser Kritik kann nicht gefolgt werden. Die ausführlich begründete 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Prof. I.___ beruht auf einer umfassenden persönlichen 

Untersuchung des Beschwerdeführers und in Berücksichtigung der gesamten 

relevanten Aktenlage (siehe etwa die Ausführungen in IV-act. 167-71 ff.). Hinzu kommt, 

dass der Gutachtensauftrag auf Initiative von Prof. I.___ (IV-act. 165) um eine 

neuropsychologische Begutachtung ergänzt wurde und die dort gewonnenen 

Erkenntnisse in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung Eingang fanden, womit keine Rede 

davon sein kann, Prof. I.___ habe bloss auf die Selbsteinschätzung des 

Beschwerdeführers abgestellt (zum detaillierten negativen und positiven Leistungsprofil 

aus neuropsychologischer Sicht sowie den weiteren Ausführungen zu einer 

leidensangepassten Tätigkeit siehe IV-act. 167-75). Es spricht vielmehr gerade für die 

Überzeugungskraft der gutachterlichen Einschätzung, dass Prof. I.___ im Rahmen einer 

sorgfältigen Ressourcenbeurteilung die vom Beschwerdeführer erbrachten Leistungen 

auf dem ersten Arbeitsmarkt sowie seine zusätzlichen Weiterbildungsbemühungen (IV-

act. 167-73; siehe auch IV-act. 167-56 Mitte) einbezog. Zu ergänzen ist, dass der 

Beschwerdeführer daneben über einen aktiven Alltag verfügt (so schaut und liest er 

Nachrichten, spielt bei gutem Wetter Basketball, joggt regelmässig, macht Sport und 

beschäftigt sich mit Videospielen; IV-act. 167-56 unten). Zudem bedurfte er im 

Zeitpunkt der Begutachtung keiner psychopharmakologischen Therapie mehr (IV-

act. 167-57).

2.1.1. 

Die Einschätzung des F.___ vermag keine Zweifel an der gutachterlichen 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten zu wecken. 

Vielmehr geht aus dem Schlussbericht vom 3. Juli 2019 hervor, dass der 

Beschwerdeführer offenbar hauptsächlich mit dem dortigen Arbeitsplatz unzufrieden 

war. So habe er über «Motivationsprobleme» berichtet und die Absenzen damit 

begründet, «dass ihn die Arbeit und das F.___ in seiner Leistungsfähigkeit 

einschränken» (IV-act. 148-1). Die Leistungserbringung war damit – zumindest teilweise 

– offenbar motivationsbedingt, zumal der Beschwerdeführer kein Interesse am 

kaufmännischen Beruf bzw. der damit verbundenen im F.___ verrichteten Tätigkeiten 

erkennen liess (IV-act. 148-3). Auch gegenüber dem neuropsychologischen Gutachter 

2.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

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berichtete der Beschwerdeführer, die Ausbildung im kaufmännischen Bereich sei eher 

ein Ausweg gewesen, damit er überhaupt eine Ausbildung absolvieren könne. 

«Eigentliches Interesse für diesen Bereich habe er nicht» (IV-act. 167-82). Im Übrigen 

ging auch Dr. G.___ – und zwar bezogen auf eine kaufmännische Tätigkeit – immerhin 

von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 179).

Aus der Sicht des Beschwerdeführers hat sich der psychiatrische Gutachter bei 

der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausserdem weder mit den tatsächlichen 

Anforderungen in der jetzigen Tätigkeit bei der K.___ noch mit jenen der 

Berufsmaturität auseinandergesetzt (act. G 5, Rz 15 f.). Dieses Vorbringen überzeugt 

nicht. Wie bereits ausgeführt, beruht die gutachterliche Beurteilung auf einer 

umfassenden, nachvollziehbaren Ressourcenbeurteilung unter Einbezug der 

neuropsychologischen Erkenntnisse (siehe vorstehende E. 2.1.1). Der Vollständigkeit 

halber bleibt anzufügen, dass der Beschwerdeführer bei der Begutachtung selbst 

angab, dass seine teilzeitliche Erwerbstätigkeit zusammen mit der berufsbegleitend 

besuchten X.___ einem Pensum von 90 % entspreche (IV-act. 167-56 Mitte). Seine erst 

im Beschwerdeverfahren davon abweichend geäusserte Einschätzung (act. G 5, Rz 16) 

erscheint von versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägt und beinhaltet keine 

relevanten Gesichtspunkte, welche die ursprünglichen glaubwürdigen Aussagen in 

Frage zu stellen vermögen. Es spricht vielmehr für eine hohe Ressourcenlage des 

Beschwerdeführers, wenn er gemäss eigenen Angaben während der Nachtdienste 

teilweise in der Lage war, sich den anspruchsvollen Stoff der X.___ anzueignen (act. 

G 5, Rz 16). Im Übrigen zeigt das mit der Beschwerdeergänzung eingereichte 

Lohnjournal, dass der Beschwerdeführer nach Beendigung des Vorbereitungskurses 

Ende Februar 2020 sein Arbeitspensum bei der K.___ steigern konnte, und zwar im 

Monat Mai 2020 mit 169 Stunden auf über 90 % (bei durchschnittlich 21.7 Tagen pro 

Monat à 8.6 Stunden = 186.62 Stunden; vgl. act. G 5.2).

2.2. 

Nach der Ansicht des Beschwerdeführers ist die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung auch nicht mit der Einschätzung von Dr. G.___ vereinbar 

(act. G 5, Rz 17). Die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. G.___ vom 8. Juni 2020 geht 

ausdrücklich in einer unkritischen Übernahme der Selbsteinschätzung des 

Beschwerdeführers auf. Eine objektive Ressourcenbeurteilung, insbesondere unter 

Einbezug der anerkennenswerten teilzeitlichen Erwerbstätigkeit samt anspruchsvoller 

schulischer Weiterbildung, ist nicht erkennbar. Zudem äusserte sich Dr. G.___ über die 

medizinischen Belange hinaus zum aus seiner Sicht gerechtfertigten Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers, was zusätzlich Zweifel an der Objektivität seiner Einschätzung 

begründet.

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

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3.

Gestützt auf eine 90%ige Restarbeitsfähigkeit ist nachfolgend der Invaliditätsgrad im 

Rahmen eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a 

Abs. 1 IVG).

Zusätzlich kritisiert der Beschwerdeführer, dass die Arbeitsfähigkeit bezogen auf 

eine leidensangepasste Tätigkeit im Vergleich zur Arbeitsfähigkeit bezogen auf die 

angestammte kaufmännische Tätigkeit nicht nachvollziehbar begründet sei (act. G 15, 

S. 2). In Anbetracht der ausführlichen gutachterlichen Beschreibung von 

leidensangepassten Tätigkeiten unter Einbezug des vom neuropsychologischen 

Gutachter erstellten positiven sowie negativen Leistungsprofils (IV-act. 167-75 und -77 

Mitte) erweist sich die Kritik des Beschwerdeführers als unberechtigt.

2.4. 

Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten fällt ausserdem ins Gewicht, dass sie sämtliche 

Anforderungen an beweiskräftige Gutachten erfüllt und die darin gezogenen Schlüsse 

einleuchten. Gestützt darauf ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer für 

leidensangepasste Tätigkeiten über eine 80 bis 100%ige Arbeitsfähigkeit verfügt. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist auf den Mittelwert dieser Bandbreite 

abzustellen (siehe etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 8. November 2018, 

8C_49/2018, E. 4 mit Hinweisen) und folglich von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen. Dabei ist das Abstellen auf den Mittelwert 

von den Parteien an sich unbestritten (act. G 7, III. Rz 3 am Schluss, und act. G 15, S. 3 

Mitte).

2.5. 

Da gemäss vorstehenden Ausführungen nicht einmal geringe Zweifel an der 

gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf leidensangepasste 

Tätigkeiten bestehen, kann die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Frage (act. G 15, 

S. 2 f.) offenbleiben, ob dem Gutachten von Prof. I.___ aufgrund seiner wirtschaftlich 

engen Verflechtung mit der Beschwerdegegnerin bei der Beweiswürdigung ein mit 

versicherungsinternen Gutachten vergleichbarer Stellenwert zukommt (vgl. hierzu das 

Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2016, 8C_354/2016, E. 5.3, sowie den sich 

darauf beziehenden Entscheid des Versicherungsgerichts vom 17. September 2019, 

IV 2018/9 E. 3.2; ablehnend zu dieser Sichtweise siehe demgegenüber das Urteil des 

Bundesgerichts vom 14. Januar 2020, 9C_824/2019, E. 3.2).

2.6. 

Die Parteien sind sich zu Recht darin einig, dass der Beschwerdeführer wegen der 

Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse zu erwerben vermochte und sich 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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das Valideneinkommen folglich nach Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) bestimmt (act. G 5, Rz 20, und act. G 7, III. 

Rz 4). Für das Jahr 2019 beträgt der massgebende Jahresverdienst Fr. 83'000.-- bzw. 

das Valideneinkommen angepasst an das damalige Alter des Beschwerdeführers 

Fr. 58'100.-- (Fr. 83'000.-- x 0.7). Seit dem Jahr 2020 beträgt der massgebende 

Jahresverdienst Fr. 83'500.-- (siehe hierzu das IV-Rundschreiben Nr. 403 des 

Bundesamts für Sozialversicherung vom 17. November 2020) bzw. das 

Valideneinkommen angepasst an das jeweilige Alter des Beschwerdeführers 

Fr. 66'800.-- (Fr. 83'500.-- x 0.8).

Für die Bemessung des Invalideneinkommens spricht sich die 

Beschwerdegegnerin dafür aus, auf den vom Bundesamt für Statistik ermittelten 

Medianlohn für Hilfsarbeiter abzustellen (act. G 7, III. Rz 5). Dieser betrug im Jahr 2017 

bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden Fr. 67'102.-- (siehe hierzu 

Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, 

Ausgabe 2019). Angepasst an die bis zum Jahr 2019 bzw. bis zum Jahr 2020 

eingetretene Nominallohnentwicklung resultiert ein Medianlohn von Fr. 67'997.-- bzw. 

von Fr. 68'564.-- (zum Nominallohnindex für Männer im Jahr 2017 von 2249, im Jahr 

2019 von 2279 und im Jahr 2020 von 2298 siehe Bundesamt für Statistik, Tabelle T 39, 

Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 

2010-2020). Diese Jahreslöhne liegen über den in Art. 26 Abs. 1 IVV festgelegten 

Beträgen (siehe hierzu vorstehende E. 3.1). Bei Anwendung des generellen 

Lohndurchschnittes beim Invalideneinkommen im Vergleich zum Valideneinkommen 

nach Art. 26 Abs. 1 IVV ergäben sich folglich statistische Verwerfungen, die zum 

Ergebnis hätten, dass die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers als Gesunder 

kleiner ist als die gesundheitlich beeinträchtigte Erwerbsfähigkeit. Dieses Ergebnis 

würde gegen den Sinn und Zweck von Art. 26 Abs. 1 IVV verstossen, der gerade zu 

verhindern beabsichtigt, dass Versicherte, die wegen der Invalidität keine zureichenden 

beruflichen Kenntnisse zu erwerben vermochten, beim Valideneinkommen der tiefste 

Medianlohn, nämlich der Hilfsarbeiterlohn, angerechnet wird. Die statistischen 

Verwerfungen sind denn auch auf folgende invaliditätsfremde Ursache zurückzuführen: 

Im Rahmen von Art. 26 Abs. 1 IVV wird nämlich dem Umstand Rechnung getragen, 

dass im jugendlichen Alter im Allgemeinen noch nicht die Löhne erzielt werden, die 

erfahrene Berufsleute erzielen. Dieser Aspekt wird beim vorbehaltlosen Beizug des 

Medianlohns für Hilfsarbeiter ausgeblendet. Es würde mit anderen Worten auf 

unterschiedliche statistische Grundlagen abgestellt, die keinen für die Bemessung des 

Verlusts der Erwerbsfähigkeit bzw. des Invaliditätsgrads aussagekräftigen 

Einkommensvergleich zulassen. Aus diesem Grund rechtfertigt es sich, bei der 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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4.

Schliesslich verbleibt die Prüfung der Rüge des Beschwerdeführers, die angefochtene 

Rentenverfügung sei verfrüht ergangen (act. G 15, S. 1 f.).

Bestimmung des Invalideneinkommens zwar den LSE-Hilfsarbeiterlohn des Jahres 

2019 bzw. 2020 heranzuziehen, allerdings – wie bei der Kürzung der für Art. 26 Abs. 1 

IVV massgebenden Medianlöhne – dem jugendlichen Alter gleichermassen Rechnung 

zu tragen. Für das Jahr 2019 resultiert folglich bei einer 90%igen Arbeitsfähigkeit und 

einer Kürzung analog zu Art. 26 Abs. 1 IVV ein Invalideneinkommen von Fr. 42'838.-- 

(Fr. 67'997.-- x 0.9 x 0.7) bzw. für das Jahr 2020 von Fr. 49'366.-- (Fr. 68'564.-- x 0.9 x 

0.8). Daraus resultieren jeweils Invaliditätsgrade für das Jahr 2019 von abgerundet 

26 % ([Fr. 58'100.-- - Fr. 42'838.--] / Fr. 58'100.--) und für das Jahr 2020 ebenfalls von 

abgerundet 26 % ([Fr. 66'800.-- - Fr. 49'366.--] / Fr. 66'800.--). In der Tätigkeit bei der 

K.___ könnte der Beschwerdeführer gemäss den Berechnungen seiner 

Rechtsvertreterin bei einem Pensum von 90 % sogar ein leicht höheres Einkommen 

von aufgerundet Fr. 50'342.-- (Fr. 55'935.-- x 0.9) erzielen, womit der Invaliditätsgrad 

bei aufgerundet 25 % läge (vgl. dazu act. G 5, Rz 24). Damit wird der für einen 

Rentenanspruch erforderliche Mindestinvaliditätsgrad von 40 % nicht erreicht. Ein 

solcher wird auch nicht erreicht, falls der vom Beschwerdeführer geforderte – wenn 

überhaupt höchstens – 15%ige Tabellenlohnabzug (act. G 15, S. 3 unten) gewährt 

würde. Bei einem 15%igen Tabellenlohnabzug würden Invaliditätsgrade von 

abgerundet 37 % sowohl für das Jahr 2019 ([Fr. 58'100.-- - {Fr. 42'838.-- 

x 0.85}] / Fr. 58'100.--) als auch das Jahr 2020 ([Fr. 66'800.-- - {Fr. 49'366.-- x 0.85}] / 

Fr. 66'800.--) resultieren.

Aus dem Prinzip «Eingliederung vor Rente» (siehe hierzu Art. 7 Abs. 1 ATSG sowie 

Art. 16 ATSG und Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG) kann nicht der Grundsatz abgeleitet werden, 

dass über die Rentenfrage in jedem Fall nur befunden werden könne, wenn vorgängig 

oder (mindestens) gleichzeitig über den Anspruch auf berufliche 

Eingliederungsmassnahmen entschieden worden sei. Der gesetzlich vorgeschriebene 

Eingliederungsgrundsatz beinhaltet lediglich das Gebot, dass eine Invalidenrente erst 

und nur dann zugesprochen werden darf, wenn die beruflichen 

Eingliederungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Falls bereits vor der Durchführung von 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen kein rentenbegründender Invaliditätsgrad 

besteht, kann der Rentenentscheid unabhängig von allfälligen 

Eingliederungsmassnahmen gefällt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Mai 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von ihm 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm daran angerechnet.

2021, 8C_204/2021, E. 4.2.2 mit Hinweisen), da diesen von vornherein eine 

rentenrelevante Eingliederungswirkung fehlt.

Da die Invalidität des Beschwerdeführers kein rentenbegründendes Ausmass 

besitzt (siehe vorstehende E. 3.2), ist der Zeitpunkt der Verfügung über das 

Rentengesuch nicht zu beanstanden.

4.2. 

Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Der Beschwerdeführer hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.

5.2. 

bis

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

5.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 09.12.2021
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiskraft des Administrativgutachtens bejaht. Aus dem Grundsatz «Eingliederung vor Rente» kann nicht abgeleitet werden, dass über die Rentenfrage in jedem Fall nur befunden werden könne, wenn vorgängig oder (mindestens) gleichzeitig über den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen entschieden worden ist. Der gesetzlich vorgeschriebene Eingliederungsgrundsatz beinhaltet lediglich das Gebot, dass eine Invalidenrente erst und nur dann zugesprochen werden darf, wenn die beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Falls bereits vor der Durchführung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen kein rentenbegründender Invaliditätsgrad besteht, kann der Rentenentscheid unabhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen gefällt werden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Dezember 2021, IV 2020/189).

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