# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d7e1c88-d3d0-5968-8a7f-b6d0e11559e3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.01.2023 B-2576/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2576-2019_2023-01-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 21.01.2025 (2C_160/2023) 

 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-2576/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Christian Winiger (Vorsitz), 

Richter Jean-Luc Baechler,  

Richterin Vera Marantelli,  

Gerichtsschreiber Davide Giampaolo.  
 

 
 

Parteien 
 Schweizerische Exportrisikoversicherung,  

vertreten durch lic. iur. Martin Romann, Rechtsanwalt,  

Klägerin,   
 

 
gegen 

 
 

X._______ AG,  

vertreten durch Dr. iur. Patrick Sutter, Rechtsanwalt,  

Beklagte.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Erstattungsforderung (Klage vom 27. Mai 2019). 

 

 

B-2576/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Schweizerische Exportrisikoversicherung SERV (nachfolgend 

auch: Klägerin) ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes mit eigener 

Rechtspersönlichkeit (Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezem-

ber 2005 über die Schweizerische Exportrisikoversicherung [SERVG, 

SR 946.10]). In Ergänzung zur Privatwirtschaft bietet sie im nicht marktfä-

higen Bereich Versicherungen für Exporteure und Finanzinstitute nach 

Massgabe des SERVG an (Art. 4 und Art. 6 Abs. 1 Bst. d SERVG i.V.m. 

Art. 5 Abs. 1 der Verordnung vom 25. Oktober 2006 über die Schweizeri-

sche Exportrisikoversicherung [SERV-V, SR 946.101]). 

A.b Die X._______ AG (nachfolgend: Beklagte) ist eine Aktiengesellschaft 

schweizerischen Rechts mit Sitz in A._______. Die Gesellschaft bezweckt 

laut Handelsregister u.a. die Produktion, den Verkauf und den Verleih von 

Inhalten für Telekommunikationsdienste und elektronische Medien aller Art 

im In- und Ausland. 

B.  

B.a Am 11. April 2014 schlossen die Parteien eine Fabrikationsrisiko- und 

Lieferantenkreditversicherung ab (VP 14-1071/1; nachfolgend: "Lieferan-

tenkreditversicherung"). Die Klägerin versicherte damit ein Exportgeschäft 

der Beklagten, welches die Lieferung und Installation eines Funkkommuni-

kationssystems für die Seeschifffahrt in den omanischen Hoheitsgewäs-

sern an das Transport- und Kommunikationsministerium des Sultanats 

Oman (nachfolgend: Besteller oder Ministerium) zum Gegenstand hatte. 

Der Auftragswert des Exportgeschäfts beläuft sich laut Police VP 

14-1071/1 (Ziff. I/6) auf USD 180 Mio. Versichert wurden die Selbstkosten 

(Fabrikationsrisiko) im Betrag von USD 79'600'000 und die Forderung ge-

genüber dem ausländischen Besteller (Lieferantenkredit) in der Höhe von 

USD 146'147'047 (VP 14-1071/1, Ziff. II "Haftung der SERV"). Gestützt auf 

die damalige Rechtslage erfolgte der Versicherungsabschluss in der Form 

eines öffentlich-rechtlichen Vertrages (aArt. 15 Abs. 1 SERVG [AS 2006 

1801]; in Kraft bis 31. Dezember 2015). Die Versicherungspolice wurde in 

der Folge hinsichtlich diverser Abwicklungsdaten und Fristen dreimal an-

gepasst. Die letzte Version (VP 14-7071/4) datiert vom 30. Januar 2017. 

B-2576/2019 

Seite 3 

B.b Am 10. April 2014 schloss die Beklagte mit der Bank B._______ AG 

(nachfolgend auch: Finanzinstitut) einen Vertrag über einen Fabrikations-

kredit bis zu USD 86 Mio. ab ("Working Capital Facility Agreement with 

SERV Insurance [SERV gedeckter Fabrikationskreditvertrag]"; nachfol-

gend: Fabrikationskreditvertrag), welcher in der Folge dreimal abgeändert 

wurde ("Amendment No. 1" vom 28. April 2015, "Amendment No. 2" vom 

17. November 2016, "Amendment No. 3" vom [10.] September 2017). 

Gemäss dieser Vereinbarung durfte die Beklagte den Fabrikationskredit bis 

zum 30. April 2017 für Kosten im Zusammenhang mit dem Exportgeschäft 

benutzen (Ziff. 3 und 4 des Fabrikationskreditvertrages i.V.m. Ziff. 2 

Amendment No. 2), wobei sie sich verpflichtete, (spätestens) ab dem 

30. April 2016 den bis zu diesem Zeitpunkt beanspruchten Kreditbetrag zu-

züglich der darauf aufgelaufenen, kapitalisierten Kreditzinsen sowie 

weiterer Finanzierungsnebenkosten in 16 vierteljährlichen Raten zurückzu-

zahlen (Ziff. 9 Bst. a [3. Spiegelstrich] Amendment No. 1). Zur Sicherung 

der Ansprüche des Finanzinstituts aus dem Fabrikationskreditvertrag 

wurde sodann stipuliert, dass die Beklagte ihre Zahlungsansprüche aus 

dem Exportgeschäft sowie allfällige Entschädigungsansprüche gegenüber 

der Klägerin aus der Fabrikationsrisiko- und Lieferantenkreditversicherung 

an das Finanzinstitut abtritt (Ziff. 20 Bst. a und b des Fabrikationskreditver-

trages; vgl. auch Ziff. 2.3 der Ermächtigungs- und Verpflichtungserklärung 

vom 10. April 2014 und Ziff. I/8 der Versicherungspolice VP 14-1071/4 vom 

30. Januar 2017).  

B.c Gleichzeitig mit dem Abschluss des Fabrikationskreditvertrages gab 

die Beklagte am 10. April 2014 gegenüber der Klägerin eine "Ermächti-

gungs- und Verpflichtungserklärung" (nachfolgend: EVE) ab. Darin 

ermächtigte sie zum einen das Finanzinstitut, zur Absicherung des Fabri-

kationskredits bei der Klägerin einen Antrag auf Abschluss einer Fabrikati-

onskreditversicherung zu stellen; zum anderen verpflichtete sich die Be-

klagte gegenüber der Klägerin, ihr sämtliche Zahlungen, welche die Kläge-

rin gestützt auf die Fabrikationskreditversicherung an das Finanzinstitut 

leistet, auf erste Anforderung und zuzüglich 5 % Zins seit Zahlung zu er-

statten. Die EVE enthält eine Bestimmung, wonach die Beklagte auf Einre-

den und Einwendungen gegen die Erstattungsverpflichtung verzichte 

(Ziff. 2.6).  

B.d Am 11. April 2014 schloss das Finanzinstitut, gestützt auf die EVE, mit 

der Klägerin einen öffentlich-rechtlichen Vertrag (aArt. 15 Abs. 1 SERVG) 

über eine Fabrikationskreditversicherung (VP 14-7073/1) ab. Gemäss der 

gleichentags ausgestellten Police VP 14-7073/1, deren Ingress auf die 

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Seite 4 

damals geltenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Klägerin ("AGB 

FK") verweist, deckt die Fabrikationskreditversicherung die Erfüllung der 

im Fabrikationskreditvertrag vereinbarten Rückzahlungsansprüche des 

Finanzinstituts gegen die Beklagte für die ihr ausbezahlten Kreditbeträge 

(einschliesslich der Zinsforderungen und der Erstattungsansprüche für Fi-

nanzierungsnebenkosten) bis zum versicherten Betrag von USD 86 Mio. 

zum Deckungssatz von 95 % (VP 14-7073/1, Ziff. III "Haftung der SERV"; 

Ziff. 1.1 und 1.2 AGB FK in der Fassung vom 31. März 2012). In der Folge 

wurde die Versicherungspolice viermal abgeändert, wobei jeweils die 

neuere Version die vorangehende ersetzte. Vorliegend massgeblich ist die 

Fassung VP 14-7073/5 vom 30. Januar 2017.  

B.e Zwischen dem 10. April 2014 und dem 18. Dezember 2015 stellte die 

Beklagte 14 Kreditbenutzungsanträge, welche das Finanzinstitut antrags-

gemäss ausführte und der Beklagten wie folgt belastete (Abweichungen 

gegenüber der klägerischen Darstellung hervorgehoben): 

Antrags- 
datum 

Beanspruchter Betrag 
Auszahlungs-

datum 

Belasteter Betrag 

USD EUR USD Total USD 

10.04.2014 18'272'346.00  16.04.2014 14'595'299.00  

   16.04.2014 2'147'047.00  

   16.04.2014 1'530'000.00 18'272'346.00 

  2'070'092.00 16.04.2014 2'863'972.01 2'863'972.01 

29.04.2014 3'714'117.00  05.05.2014 3'714'117.00 3'714'117.00 

15.05.2014  7'795'101.44 20.05.2014 10'708'130.85 10'708'130.85 

16.06.2014 2'024'751.00  18.06.2014 2'024'751.00 2'024'751.00 

06.08.2014 6'934'339.00  13.08.2014 6'934'339.00 6'934'339.00 

06.08.2014  2'923'457.70 28.08.2014 3'864'811.08 3'864'811.08 

16.12.2014  788'344.96 19.12.2014 985'746.54  

 2'024'751.00  19.12.2014 2'024'751.00 3'010'497.54 

24.02.2015 2'155'886.00  27.02.2015 2'155'886.00 2'155'886.00 

10.03.2015  4'872'429.50 13.03.2015 5'194'009.85 5'194'009.85 

23.03.2015 4'750'000.00  26.03.2015 4'750'000.00 4'750'000.00 

04.06.2015 3'725'800.00  09.06.2015 3'725'800.00 3'725'800.00 

29.07.2015 2'150'000.00  30.07.2015 2'150'000.00 2'150'000.00 

30.09.2015 2'430'000.00  06.10.2015 2'430'000.00 2'430'000.00 

18.12.2015 2'300'000.00  22.12.2015 2'300'000.00 2'300'000.00 

Total  74'098'660.33 

 

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Seite 5 

Der Gesamtbetrag der per 29. Februar 2016 ausstehenden Kapitalschuld 

belief sich gemäss Aufstellung des Finanzinstituts vom 25. Februar 2016 

auf USD 77'151'464.54. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus den aus-

bezahlten Kreditbeträgen im Total von USD 74'098'660.33, den bis zu 

diesem Zeitpunkt aufgelaufenen, kapitalisierten Kreditzinsen (total USD 

1'612'574.86), den in der betreffenden Kapitalisierungsperiode angefalle-

nen Prämien für die Fabrikationskreditversicherung der Klägerin (total USD 

1'302'318.30) und den "Commitment Fees" für den nicht beanspruchten 

Kreditbetrag (total USD 137'911.05). Daraus errechnete das Finanzinstitut 

16 Rückzahlungsraten in der Höhe von USD 4'821'966.53 (wobei die letzte 

Rate eine Rundungsdifferenz von + 0.06 USD aufweist), fällig ab dem 

30. April 2016 in vierteljährlicher Periodizität. 

Nachdem die Beklagte die ersten drei Raten vom 30. April 2016, 31. Juli 

2016 und 31. Oktober 2016 zusammen mit den nach Massgabe des Kre-

ditvertrages weiterhin geschuldeten Zinsen und Finanzierungsnebenkos-

ten bezahlt hatte, geriet sie ab dem 31. Januar 2017 mit ihren Verbindlich-

keiten gegenüber dem Finanzinstitut in Zahlungsrückstand. 

B.f Am 13. Dezember 2017 schloss die Beklagte mit dem Finanzinstitut 

eine Stundungsvereinbarung ("Standstill Agreement") ab. Die Beklagte an-

erkannte darin, dem Finanzinstitut den "Debt Amount", bestehend aus dem 

bis zu jenem Zeitpunkt ausstehenden Kreditbetrag von USD 62'685'564.95 

("Deferred Debt Amount") und dem Betrag von total USD 2'540'052.04 

("Due Debt Amount" als Summe diverser Finanzierungsnebenkosten), zu 

schulden (Ziff. 1 und 2). Das Finanzinstitut erklärte den gesamten Debt 

Amount als sofort fällig (Ziff. 4 "Acceleration") und gewährte eine Stundung 

für den Betrag von USD 62'685'564.95 ("Deferred Debt Amount") (Ziff. 3.1 

i.V.m. Ziff. 1). Dabei wurde in Ziff. 3.2 der Vereinbarung festgehalten, dass 

die Stundungsabrede an die Bedingung geknüpft sei, dass die Beklagte bis 

spätestens am 15. Dezember 2017 den Due Debt Amount bezahle ("The 

Standstill Undertaking is subject to the condition subsequent that the 

Borrower pays to the Bank […] no later than by December 15, 2017, the 

Due Debt Amount").  

B.g Zwischen Oktober 2017 und November 2018 gelangte das Finanzinsti-

tut auf der Grundlage der Fabrikationskreditversicherung VP 14-7073/5 mit 

sechs Entschädigungsanträgen an die Klägerin, in deren Rahmen es nicht 

erfüllte Forderungen aus dem Fabrikationskreditvertrag von insgesamt 

USD 66'471'741.69 geltend machte. Die Klägerin entsprach diesen Anträ-

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Seite 6 

gen in Anwendung des Deckungssatzes von 95 % (Entschädigungsent-

scheidungen 14-7073/1, 14-707301/2, 14-707310/3–6) und richtete dem 

Finanzinstitut Versicherungsleistungen im Gesamtbetrag von 

USD 63'148'154.62 aus. 

Entschädigungs-
antrag  

B._____ AG 

Entschädigungs- 
entscheidung  

SERV 

Auszahlungs- 
datum  

(Valuta) 
Betrag in USD 

30.10.2017 "14-7073/1" vom 08.12.2017 13.12.2017 19'987'362.80 

16.01.2018 "14-707301/2" vom 23.01.2018 31.01.2018 5'116'838.00 

13.04.2018 "14-707310/3" vom 02.05.2018 30.04.2018 4'957'739.03 

28.06.2018 "14-707310/4" vom 02.08.2018 31.07.2018 4'969'809.91 

01.10.2018 "14-707310/5" vom 02.10.2018 31.10.2018 4'913'094.87 

29.11.2018 "14-707310/6" vom 03.12.2018 07.12.2018 23'203'310.01 

Total 63'148'154.62 

 

Zwischen Dezember 2017 und Dezember 2018 leistete die Beklagte noch 

vereinzelte Zahlungen (Rückflüsse) an das Finanzinstitut. Dieses rechnete 

in der Folge mit der Klägerin über diese Zahlungseingänge ab (vgl. Ziff. 14 

AGB FK) und überwies ihr Teile davon. Die Klägerin verzeichnete Rück-

flüsse im Gesamtbetrag von USD 2'481'079.17 (15. März 2018: 

USD 122'580.25; 8. Mai 2018: USD 592'023.79; 10. September 2018: 

USD 500'000.–; 2. Oktober 2018: USD 87'799.97; 4. Dezember 2018: 

USD 217'591.25; 9. Januar 2019: USD 961'083.91).  

B.h Mit Schreiben vom 18. Dezember 2018 forderte die Klägerin die 

Beklagte auf, ihr die gestützt auf die Fabrikationskreditversicherung 

VP 14-7073/5 an das Finanzinstitut ausbezahlten Versicherungsleistungen 

im Betrag von USD 61'628'159.36 (Totalbetrag von USD 63'148'154.62 ab-

züglich der bis zu diesem Zeitpunkt erfolgten Rückflüsse in der Höhe von 

USD 1'519'995.25) zuzüglich aufgelaufener Zinsen und Kosten umgehend 

zu erstatten. Die Beklagte kam dieser Zahlungsaufforderung nicht nach 

und lehnte mit Schreiben vom 2. Januar 2019 jede Verantwortung für den 

Eintritt des Schadenfalls ab.  

B.i Am 29. Januar 2019 setzte die Klägerin die geltend gemachte Erstat-

tungsforderung beim Betreibungsamt A._______ in Betreibung, wobei sie 

die in USD lautenden Forderungen zu dem von der Schweizerischen 

Nationalbank (SNB) veröffentlichten Tageskurs (USD 1 = Fr. 0.9918) in 

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Seite 7 

Franken umrechnete. Als Forderungsgrund nannte sie "Art. 21a Abs. 2 

SERVG" sowie die "Ermächtigungs- und Verpflichtungserklärung vom 

10. April 2014". 

Am 4. Februar 2019 stellte das Betreibungsamt A._______ den Zahlungs-

befehl in der Betreibung Nr. […] aus und stellte ihn am 6. Februar 2019 der 

Beklagten zu. Die Beklagte erhob am 13. Februar 2019 Rechtsvorschlag 

gegen die gesamte Erstattungsforderung. 

C.  

Mit (Anerkennungs-)Klage vom 27. Mai 2019 stellt die Klägerin vor dem 

Bundesverwaltungsgericht folgende Rechtsbegehren:  

"1.  Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin zu zahlen: 

 USD 19'985'693.92 zuzüglich Zins zu 5 % seit 13.12.2017, 

 USD 4'994'257.75 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31.01.2018, 

 USD 4'365'715.24 zuzüglich Zins zu 5 % seit 30.04.2018, 

 USD 4'382'009.94 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31.07.2018, 

 USD 4'695'503.62 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31.10.2018, 

 USD 22'242'226.10 zuzüglich Zins zu 5 % seit 07.12.2018, 

 USD 1'455.09 zuzüglich Zins zu 5 % seit 22.12.2017, 

 USD 279.84 zuzüglich Zins zu 5 % seit 06.07.2018, 

 USD 559.65 zuzüglich Zins zu 5 % seit 24.08.2018 

 und die Betreibungskosten in der Betreibung Nr. […] des Betreibungs-

amtes A._______ (einstweilen Fr. 413.30 für den Zahlungsbefehl). 

2. In der Betreibung Nr. […] des Betreibungsamtes A._______ (Zahlungs-

befehl vom 4. Februar 2019) sei der Rechtsvorschlag zu beseitigen und 

die definitive Rechtsöffnung für die folgenden Beträge zu gewähren: 

 Fr. 19'821'811.23 zuzüglich Zins zu 5 % seit 13.12.2017, 

 Fr. 4'953'304.84 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31.01.2018, 

 Fr. 4'329'916.35 zuzüglich Zins zu 5 % seit 30.04.2018, 

 Fr. 4'346'077.45 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31.07.2018, 

 Fr. 4'657'000.49 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31.10.2018, 

 Fr. 22'059'839.85 zuzüglich Zins zu 5 % seit 07.12.2018, 

 Fr. 1'443.15 zuzüglich Zins zu 5 % seit 22.12.2017, 

 Fr. 277.55 zuzüglich Zins zu 5 % seit 06.07.2018, 

 Fr. 555.05 zuzüglich Zins zu 5 % seit 24.08.2018 

B-2576/2019 

Seite 8 

 und die Betreibungskosten in der Betreibung Nr. […] des Betreibungs-

amtes A._______ (einstweilen Fr. 413.30 für den Zahlungsbefehl). 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu-

lasten der Beklagten." 

Zur Begründung bringt die Klägerin im Wesentlichen vor, die Beklagte sei 

gegenüber dem Finanzinstitut ihren Verpflichtungen aus dem Fabrikations-

kreditvertrag nicht nachgekommen, weshalb die Klägerin gegenüber dem 

Finanzinstitut nach Massgabe der Fabrikationskreditversicherung VP 

14-7073/5 entschädigungspflichtig geworden sei. Für die ausgerichteten 

Versicherungsleistungen sei die Beklagte gestützt auf Art. 21a Abs. 2 

SERVG bzw. Ziff. 2.6 EVE gegenüber der Klägerin erstattungspflichtig.  

D.  

Am 29. Mai 2019 machte die X._______ AG ebenfalls eine Klage beim 

Bundesverwaltungsgericht anhängig. Sie verlangt von der SERV die Zah-

lung von Versicherungsleistungen aus der Lieferantenkreditversicherung 

VP 14-7071/4 in der Höhe von USD 118'366'018.63 zuzüglich Zins. Diese 

Forderung ist Gegenstand des Parallelverfahrens B-2722/2019.  

E.  

Mit (innert erstreckter Frist erstatteter) Klageantwort vom 16. September 

2019 beantragt die Beklagte, die Klage vollumfänglich abzuweisen. 

Die Beklagte macht im Wesentlichen geltend, die Klägerin habe den Scha-

denseintritt beim Finanzinstitut, für welchen sie vorliegend die Erstattung 

der Entschädigungsleistungen fordere, aus mehreren Gründen selbst ver-

ursacht. Dadurch sei infolge groben Selbstverschuldens der Klägerin der 

Kausalzusammenhang zu jeglichem schadensrelevanten Handeln der Be-

klagten unterbrochen worden, womit die Erstattungspflicht entfalle. Ausser-

dem erklärt die Beklagte die Verrechnung mit der Entschädigungsforde-

rung, die sie gestützt auf die Lieferantenkreditversicherung VP 14-7071/4 

im Verfahren B-2722/2019 einklagt. 

F.  

Mit (innert erstreckter Frist eingereichter) Replik vom 15. Januar 2020 hielt 

die Klägerin an den Rechtsbegehren der Klage vom 27. Mai 2019 fest. Sie 

bringt vor, die Behauptungen der Beklagten, die Klägerin habe den Eintritt 

des Versicherungsfalls unter der Fabrikationskreditversicherung durch 

eigenes Verschulden herbeigeführt, entbehre jeder Grundlage. Auch habe 

die Beklagte keine Verrechnungsforderung gegen die Klägerin. 

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Seite 9 

G.  

Mit (innert erstreckter Frist eingereichter) Duplik vom 30. April 2020 bestä-

tigte die Beklagte den in der Klageantwort vom 16. September 2019 

gestellten Antrag, die Klage vollumfänglich abzuweisen. Auch hält sie an 

ihrer Argumentation fest, die Klägerin habe aufgrund treuwidriger Verhal-

tensweisen den Schaden selbst verursacht. 

H.  

Am 19. November 2021 fand in den Räumlichkeiten des Bundesverwal-

tungsgerichts eine Vorbereitungsverhandlung (im Sinne von Art. 35 Abs. 1 

BZP [zit. in E. 1.2]) statt, anlässlich derer die Parteien Gelegenheit erhiel-

ten, Ergänzungen, Präzisierungen oder Berichtigungen zum Sachverhalt 

vorzutragen. Am 15. Dezember 2021 stellte der Instruktionsrichter den 

Parteien das Verhandlungsprotokoll zu, gegen welches sie innert der 

hierfür angesetzten Frist keine Einwände erhoben. 

I.  

Am 13. April 2022 fand in den Räumlichkeiten des Bundesverwaltungs-

gerichts eine Hauptverhandlung (im Sinne von Art. 66 ff. BZP) statt. Die 

Parteien wurden zum Sachverhalt befragt und hielten ihre Parteivorträge. 

Am 19. Mai 2022 wurde den Parteien das Verhandlungsprotokoll zuge-

stellt, gegen welches sie innert der hierfür angesetzten Frist keine Ein-

wände erhoben.  

J.  

Infolge altersbedingten Ausscheidens des bisherigen Instruktionsrichters 

Ronald Flury aus dem Amt als Bundesverwaltungsrichter wurde auf den 

1. Mai 2022 Richter Christian Winiger als Instruktionsrichter eingesetzt. 

K.  

K.a Am 20. Juli 2022 reichte die Klägerin innert erstreckter Frist eine 

schriftliche Version des anlässlich der Hauptverhandlung gehaltenen Plä-

doyers sowie die Schlussbemerkungen zur Sache ein. Die Klägerin äus-

serte sich zu den protokollierten Parteiaussagen und hielt unverändert an 

ihren bisherigen Rechtsbegehren und der vorgetragenen Argumentation 

fest. 

K.b Am 20. Juli 2022 reichte die Beklagte innert erstreckter Frist ihren 

Schlussvortrag zur Sache ein. Sie nahm zu den protokollierten Parteiaus-

B-2576/2019 

Seite 10 

sagen Stellung, u.a. in der Form einer chronologischen "Zusammenfas-

sung des Beweisergebnisses", wobei sie ihre bisherigen Rechtsbegehren 

bestätigte. 

L.  

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 30. September 2022 äusserte sich die 

Klägerin zu einzelnen Punkten des Schlussvortrags der Beklagten und be-

stätigte erneut ihre Rechtsbegehren und bisherigen Ausführungen. 

M.  

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 30. September 2022 nahm die Beklagte 

zu einzelnen Punkten des Plädoyers und der Schlussbemerkungen der 

Klägerin Stellung. 

N.  

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 10. Oktober 2022 äusserte sich die Klä-

gerin zur unaufgeforderten Eingabe der Beklagten vom 30. September 

2022, indem sie die Ausführungen der Beklagten bestritt. 

O.  

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 2. November 2022 teilte die Beklagte 

mit, dass sich Noven zugetragen hätten, welche im vorliegenden Verfahren 

einzubringen seien. So habe die Klägerin am 27. Oktober 2021 Strafan-

zeige erstattet, woraufhin diverse strafprozessuale Zwangsmassnahmen 

gegen Mitglieder des Verwaltungsrates der Beklagten sowie gegen die Be-

klagte selbst angeordnet worden seien. Die Beklagte äusserte sich zu den 

Ereignissen der Strafuntersuchung und nahm zu diversen Beweismitteln, 

welche die Klägerin auch beim Bundesverwaltungsgericht einreichte (in 

erster Linie im Zusammenhang mit dem Verfahren B-2722/2019) erneut 

Stellung. 

P.  

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 18. November 2022 äusserte sich die 

Klägerin zur unaufgeforderten Eingabe der Beklagten vom 2. November 

2022.  

Q.  

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 5. Dezember 2022 replizierte die Be-

klagte auf die unaufgeforderte Eingabe der Klägerin vom 18. November 

2022.  

B-2576/2019 

Seite 11 

R.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien, die eingereichten Urkunden 

sowie die protokollierten Parteiaussaugen wird, soweit entscheidrelevant, 

in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Die Akten des Ver-

fahrens B-2722/2019 werden beigezogen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt auf Klage als erste Instanz 

Streitigkeiten aus öffentlich-rechtlichen Verträgen, an denen der Bund, 

seine Anstalten und Betriebe oder Organisationen ausserhalb der Bundes-

verwaltung (im Sinne von Art. 33 Bst. h VGG) beteiligt sind (Art. 35 Bst. a 

des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]), 

sofern nicht ein Bundesgesetz die Erledigung des Streits einer in Art. 33 

VGG erwähnten Behörde überträgt (Art. 36 VGG).  

1.1.1 Im Streit steht eine Forderung der Klägerin gegen die Beklagte auf 

Erstattung der Versicherungsleistungen, welche die Klägerin auf der 

Grundlage der (als öffentlich-rechtlicher Vertrag ausgestalteten) Fabrikati-

onskreditversicherung VP 14-7073/5 (aArt. 15 Abs. 1 SERVG) gegenüber 

dem Finanzinstitut erbracht hat. Die Beklagte ist in der vorliegenden Kon-

stellation nicht Versicherungsnehmerin, wurde aber über die EVE vom 

10. April 2014 in das betreffende Rechtsgeschäft eingebunden. Die EVE, 

auf welche sich der eingeklagte Anspruch aus Vertrag stützt und welche 

darüber hinaus auch Anknüpfungspunkt für den ebenfalls eingeklagten ge-

setzlichen Anspruch aus Art. 21a Abs. 2 SERVG bildet, ist selbst ein (nicht 

synallagmatischer) verwaltungsrechtlicher Vertrag (vgl. E. 3.3.2 hiernach), 

an dem mit der Klägerin eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes im 

Sinne von Art. 35 Bst. a VGG beteiligt ist. Eine Ausnahme gemäss Art. 36 

VGG liegt nicht vor. 

1.1.2 Soweit die Klägerin die streitbetroffene Erstattungsforderung gegen-

über der Beklagten am 18. Dezember 2018 durch eine Zahlungsaufforde-

rung geltend machte, entfaltet diese Aufforderung aufgrund der einge-

schränkten klägerischen Verfügungskompetenz (Art. 15 Abs. 1 und 3 

SERVG) nicht die Wirkungen einer direkt vollstreckbaren Verfügung, die 

auf Geldzahlung lautet (Art. 80 Abs. 1 und Abs. 2 Ziff. 2 SchKG [SR 281.1]; 

BGE 143 III 162 E. 2.1; vgl. Botschaft vom 21. Mai 2014 zur Änderung des 

B-2576/2019 

Seite 12 

SERVG, BBl 2014 4057, 4058 [nachfolgend: Botschaft SERVG 2014]; 

KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffentliches Verfahrensrecht, 3. Aufl. 2021, 

Rz. 351 ff., 856; TOBIAS JAAG, Der Staat als Gläubiger, in: Breitschmid et al. 

[Hrsg.], Tatsachen – Verfahren – Vollstreckung, 2015, S. 365 f.). 

1.1.3 Demgemäss ist das Bundesverwaltungsgericht für den materiellen 

Entscheid in der Sache und für die Beseitigung des Rechtsvorschlags 

(Art. 79 SchKG) zuständig. 

1.2 Streitigkeiten aus verwaltungsrechtlichen Verträgen im Sinne von 

Art. 35 Bst. a VGG sind vom Bundesverwaltungsgericht im Klageverfahren 

zu entscheiden (vgl. BVGE 2009/49 E. 10; 2008/51 E. 2.4.2; Urteil des 

BVGer B-3729/2014 vom 22. März 2018 E. 1.2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜH-

LER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 

2022, Rz. 5.3 m.w.H.). Das Verfahren richtet sich gemäss Art. 44 Abs. 1 

VGG nach den Art. 3–73 und 79–85 des Bundesgesetzes vom 4. Dezem-

ber 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP, SR 273), die sinngemäss zur 

Anwendung gelangen (vgl. Urteil des BVGer A-5225/2015 vom 12. April 

2017 E. 1.1). 

1.2.1 Das Klageverfahren ist kontradiktorisch ausgestaltet und wird 

namentlich von der Dispositionsmaxime beherrscht (vgl. BVGE 2008/16 

E. 2.2; MICHAEL MERKER, Die verwaltungsrechtliche Klage (I.-III.), in: 

Häner/Waldmann [Hrsg.], Brennpunkte im Verwaltungsprozess, 2013, 

S. 101 f.). Dies hat zur Folge, dass sich der Streitgegenstand durch die 

Rechtsbegehren der Parteien bestimmt und das Gericht an die Parteian-

träge gebunden ist. Es darf einer Partei nicht mehr und nichts anderes zu-

sprechen, als diese verlangt, aber auch nicht weniger, als die Gegenpartei 

zugesteht (vgl. Art. 3 Abs. 2 BZP; BGE 133 II 181 E. 3.3; Urteil des BGer 

1C_151/2012 vom 5. Juli 2012 E. 1.3; BVGE 2010/19 E. 13.5; BERNHARD 

WALDMANN, Grundsätze und Maximen in der Verwaltungsrechtspflege, in: 

Häner/Waldmann [Hrsg.], Brennpunkte im Verwaltungsprozess, 2013, 

S. 9 ff.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-

rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 139).  

1.2.2 Abweichend von Art. 3 Abs. 2 BZP, wonach der Richter sein Urteil nur 

auf Tatsachen gründen darf, die im Verfahren geltend gemacht worden 

sind, gilt für das Klageverfahren vor Bundesverwaltungsgericht gemäss 

Art. 44 Abs. 2 VGG der Grundsatz der Sachverhaltsabklärung von Amtes 

wegen (Untersuchungsgrundsatz). Demnach hat das Gericht von sich aus 

für die Beschaffung der notwenigen Entscheidungsgrundlagen zu sorgen. 

B-2576/2019 

Seite 13 

Der Untersuchungsgrundsatz gilt allerdings nicht absolut; eine Einschrän-

kung erfährt er namentlich durch die in Art. 23 Bst. d und e BZP verankerte 

Obliegenheit der Parteien, ihre Eingaben zu begründen und für ihre Tatsa-

chenbehauptungen die Beweismittel anzugeben (vgl. BGE 138 V 86 

E. 5.2.3 m.w.H.; 125 V 193 E. 2; BERNHARD WALDMANN, a.a.O., S. 15). 

1.3 Gemäss Art. 23 Bst. b BZP hat die Klageschrift sodann die klägeri-

schen Rechtsbegehren zu enthalten. Die Rechtsbegehren sind so abzu-

fassen, dass sie unverändert zum Urteil erhoben werden könnten, was 

insbesondere bedeutet, dass Forderungen auf Geldleistungen zu beziffern 

sind (vgl. Urteile des BVGer B-3729/2014 vom 22. März 2018 E. 1.3 und 

B-3132/2010 vom 19. August 2015 E. 1.3). Die von der Klägerin mit Klage 

vom 27. Mai 2019 gestellten Forderungsbegehren erfüllen diese Anforde-

rungen. 

1.4 Die übrigen Anforderungen an Form und Inhalt der Klageschrift sind 

ebenfalls erfüllt (Art. 23 BZP) und der Kostenvorschuss wurde fristgerecht 

bezahlt. 

Auf die Klage ist daher einzutreten. 

2.  

2.1 Im Zeitpunkt der erstmaligen Gewährung der Fabrikationskreditversi-

cherung VP 14-7073/1 vom 11. April 2014 sowie der Abgabe der EVE vom 

10. April 2014 stand das Bundesgesetz vom 20. März 2009 über die be-

fristete Ergänzung der Versicherungsleistungen der Schweizerischen Ex-

portrisikoversicherung (AS 2009 1175; AS 2012 509; nachfolgend: BG vom 

20. März 2009) in Kraft, dessen Regelung zur Fabrikationskreditversiche-

rung auf den 1. Januar 2016 in das SERVG überführt wurde (Änderungs-

gesetz vom 12. Dezember 2014 [AS 2015 2217]). Gegenüber der bis zum 

31. Dezember 2015 geltenden Regelung von Art. 3 des BG vom 20. März 

2009 ist im novellierten Art. 21a Abs. 2 SERVG im Zusammenhang mit der 

Rückerstattungspflicht einzig der Ausdruck "in vollem Umfang" durch den 

Zusatz "zuzüglich Kosten und Zinsen" ergänzt worden. Die weiteren Ände-

rungen sind redaktioneller Natur. 

Die Versicherungspolice wurde in der Folge mehrfach geändert, letztmals 

am 30. Januar 2017. Mit der letzten Fassung VP 14-7073/5 wurden die 

früheren Versionen unter Einschluss der jeweiligen Änderungen ersetzt. Im 

Lichte dessen, dass die VP 14-7073/5 bereits unter der Geltung des neuen 

B-2576/2019 

Seite 14 

Rechts entstand, findet mit Blick auf den gesetzlichen Erstattungsanspruch 

unbestrittenermassen das neue Recht Anwendung.  

2.2 Entsprechend der legislatorischen Zielsetzung, der Schweizer Export-

wirtschaft die Teilnahme am internationalen Wettbewerb zu erleichtern und 

den Wirtschaftsstandort Schweiz zu fördern, versichert die SERV Export-

geschäfte schweizerischer Exporteure gegen Rückstände im Zahlungsein-

gang oder gegen andere aus Forderungen gegenüber ausländischen 

Schuldnern resultierende Verluste, die auf die Verwirklichung bestimmter 

Exportrisiken zurückzuführen sind (Art. 5 Bst. b, Art. 11 Abs. 1 und Art. 13 

Abs. 1 Bst. a und c SERVG; Botschaft vom 11. Februar 2009 zum Bundes-

gesetz über die befristete Ergänzung der Versicherungsleistungen der 

Schweizerischen Exportrisikoversicherung [SERV], BBl 2009 1051, 1052 

[nachfolgend: Botschaft zum BG vom 20. März 2009]). Die SERV ist dem 

Grundsatz der Subsidiarität verpflichtet und bietet ihre Deckungen in Er-

gänzung zu den vorhandenen Angeboten der privaten Versicherungswirt-

schaft an (Art. 6 Abs. 1 Bst. d SERVG i.V.m. Art. 5 SERV-V). Für ihre De-

ckungen erhebt sie risikogerechte Prämien im Einzelfall (Art. 6 Abs. 1 

Bst. c SERVG). 

2.2.1 Als versicherbare Risiken gelten gemäss dem abschliessenden Ka-

talog in Art. 12 Abs. 1 SERVG (vgl. Botschaft vom 24. September 2004 

zum SERVG, BBl 2004 5795, 5832 [nachfolgend: Botschaft SERVG 2004]) 

politische Risiken (Bst. a), Transferschwierigkeiten und Zahlungsmorato-

rien (Bst. b), höhere Gewalt (Bst. c), Risiken aus Sicherungsgarantien 

(Bst. e), unter bestimmten Voraussetzungen Fremdwährungsrisiken 

(Bst. f) sowie das Delkredererisiko, sofern gleichzeitig auch die Verlust-

risiken nach Bst. a–c bei der SERV versichert werden (Bst. d). Die Versi-

cherungsdeckung kann dabei sowohl für den Fall, dass sich die Risiken 

nach Art. 12 Abs. 1 SERVG vor der Lieferung (Fabrikationsrisiko) verwirk-

lichen, als auch für den Fall, dass sie sich nach der Lieferung realisieren 

(Kreditrisiko), gewährt werden (Art. 12 Abs. 2 SERVG). Die Definition des 

im Einzelfall versicherten Fabrikations- und/oder Kreditrisikos regelt die 

SERV direkt im Versicherungsvertrag (Botschaft SERVG 2004, BBl 2004 

5795, 5833), sofern die Versicherung in dieser Form abgeschlossen wird 

(vgl. Art. 15 Abs. 1 SERVG). 

2.2.2 Mit dem BG vom 20. März 2009, dessen Regelung auf den 1. Januar 

2016 in das SERVG überführt wurde, erweiterte der Gesetzgeber das In-

strumentarium der SERV u.a. um die Fabrikationskreditversicherung: Ge-

währt ein Finanzinstitut einer Exporteurin einen Kredit zur Finanzierung der 

B-2576/2019 

Seite 15 

Erbringung ihrer im Rahmen des Exportgeschäfts geschuldeten Leistun-

gen, so kann die SERV gemäss Art. 21a Abs. 1 SERVG gegenüber dem 

Finanzinstitut die Zahlungsverpflichtungen der Exporteurin versichern, so-

fern das betreffende Exportgeschäft von der SERV versichert ist. Die SERV 

wird gegenüber dem Finanzinstitut entschädigungspflichtig, wenn der Ex-

porteur den Kredit nicht zurückzahlt (Botschaft SERVG 2014, BBl 2014 

4057, 4070).  

Mit dieser zusätzlichen Deckungsart übernimmt die SERV zugunsten der 

Finanzinstitute Risiken, die nicht im Ausland begründet sind, sondern im 

Bonitätsbereich der schweizerischen Versicherungsnehmer liegen (Bot-

schaft zum BG vom 20. März 2009, BBl 2009 1051, 1054). Die Fabrikati-

onskreditversicherung ergänzt somit das Kreditangebot von Finanzinstitu-

ten, wenn diese dem Exporteur ohne die Deckung der SERV keinen Kredit 

für die Erbringung der Exportleistung gewähren würden. Dementspre-

chend wird die Fabrikationskreditversicherung durch das Finanzinstitut und 

nicht durch den Exporteur beantragt (Botschaft SERVG 2014, BBl 2014 

4057, 4071), wobei Art. 2 Bst. a (i.V.m. Art. 21a Abs. 3) SERVG voraus-

setzt, dass der Exporteur das Finanzinstitut zum Versicherungsabschluss 

mit der SERV ermächtigt hat. Art. 21a Abs. 3 SERVG stellt klar, dass für 

die Fabrikationskreditversicherung die Bestimmungen über den Abschluss 

und die Abwicklung des Versicherungsgeschäfts (2. Abschnitt: Art. 11–21b 

SERVG) anwendbar sind, wobei der Gesetzgeber damit die Anwendbarkeit 

der übrigen Abschnitte des SERVG nicht ausschloss (Botschaft SERVG 

2014, BBl 2014 4057, 4085). Erfolgt der Versicherungsabschluss, wie vor-

liegend, durch öffentlichen-rechtlichen Vertrag – was nach der bis Ende 

2015 geltenden Rechtslage den Regelfall darstellte (aArt. 15 Abs. 1 

SERVG) –, so beurteilen sich die daraus entstehenden (vertraglichen) An-

sprüche bei Fehlen entsprechender Normen des öffentlichen Rechts sinn-

gemäss nach den Regeln des Obligationenrechts (OR; SR 220) (vgl. Urteil 

des BVGer B-3729/2014 vom 22. März 2018 E. 2.3 m.w.H.; BERNHARD 

WALDMANN, Der verwaltungsrechtliche Vertrag, in: Häner/Waldmann 

[Hrsg.], Der verwaltungsrechtliche Vertrag in der Praxis, 2007, S. 10). 

2.2.3 Wird eine notleidende Forderung oder ein Schaden angemeldet, so 

leistet die SERV den in der Versicherung festgelegten Anteil am nachge-

wiesenen Verlust oder Zahlungsrückstand (Art. 17 Abs. 1 SERVG). Die 

Versicherungsdeckung beträgt höchstens 95 % des versicherten Betrags. 

Der Bundesrat legt die Maximalsätze der Versicherungsdeckung nach 

Risiken und Schuldnerinnen fest (Art. 17 Abs. 2 SERVG). 

B-2576/2019 

Seite 16 

3.  

3.1 Die Klägerin macht eine Erstattungsforderung im Gesamtbetrag von 

USD 60'667'701.15 (zuzüglich Zins zu 5 % bei unterschiedlichem Beginn 

des Zinsenlaufs) geltend. Sie bringt im Wesentlichen vor, die Beklagte 

habe gegenüber dem Finanzinstitut ihre (Rückzahlungs-)Verpflichtungen 

aus dem Fabrikationskreditvertrag nicht vertragsgemäss erfüllt, weshalb 

die Klägerin gegenüber dem Finanzinstitut nach Massgabe der Fabrikati-

onskreditversicherung VP 14-7073/5 entschädigungspflichtig geworden 

sei. Dass die Beklagte diese Entschädigungsleistungen samt Zinsen und 

Kosten der Klägerin zu erstatten habe, ergebe sich direkt, d.h. "ohne Um-

weg" über eine Subrogation der Kreditforderung, aus Art. 21a Abs. 2 

SERVG. Sodann stütze sich die Erstattungsverpflichtung auch auf Ziff. 2.6 

EVE, welche den gesetzlichen Anspruch der Klägerin konkretisiere. 

3.2 Die Beklagte stellt nicht in Abrede, dass sie vom Finanzinstitut einen 

Fabrikationskredit erhielt, dass die Klägerin dessen Rückzahlung mit der 

Fabrikationskreditversicherung VP 14-7073/5 versicherte und gestützt da-

rauf das Finanzinstitut entschädigte, nachdem es zu einem Zahlungsaus-

fall gekommen war. Die Beklagte macht jedoch im Wesentlichen geltend, 

die Klägerin habe den Schadenseintritt beim Finanzinstitut, für welchen sie 

nun die Erstattung der Entschädigungsleistungen einfordere, aus mehre-

ren Gründen selbst verursacht: Hätte die Klägerin nämlich (1) die Beklagte, 

wie geschuldet, im Dezember 2017 aus der Lieferantenkreditversicherung 

VP 14-7071/4 entschädigt oder (2) im Februar 2018 nicht verhindert, dass 

die Bank E._______ den Fabrikationskredit ablösen würde, so wäre kein 

Zahlungsausfall und mithin auch kein Schaden beim Finanzinstitut ent-

standen, den die Klägerin hätte entschädigen müssen. Hätte es die 

Klägerin sodann (3) unterlassen, nachdem die Beklagte im September 

2018 den vollen Due Debt Amount bezahlt gehabt habe, das Finanzinstitut 

zu einer Kündigung des Standstill-Agreements vom 13. Dezember 2017 zu 

veranlassen bzw. in treuwidriger Weise ihre Zustimmung zu dessen nach-

träglicher Inkraftsetzung zu verweigern, und (4) hätte die Klägerin der Be-

klagten überdies nicht den Abschluss von weiteren umsatzgenerierenden 

Exportrisikogeschäften verunmöglicht, so hätte der Schadenseintritt eben-

falls verhindert werden können. Durch diese mutwilligen und treuwidrigen 

Verhaltensweisen sei infolge groben Selbstverschuldens der Klägerin der 

Kausalzusammenhang zu jeglichem schadensrelevanten Handeln der Be-

klagten unterbrochen worden, weshalb eine Erstattungspflicht entfalle. 

B-2576/2019 

Seite 17 

Ausserdem erklärt die Beklagte die Verrechnung mit der Entschädigungs-

forderung, die sie gestützt auf die Lieferantenkreditversicherung VP 

14-7071/4 im parallelen Verfahren B-2722/2019 einklagt. 

3.3  

3.3.1 Art. 21a Abs. 2 SERVG verpflichtet die Exporteurin, Entschädigun-

gen, welche die SERV gestützt auf eine Fabrikationskreditversicherung 

dem Finanzinstitut geleistet hat, "in vollem Umfang zuzüglich Zinsen und 

Kosten zu erstatten". Aufgrund der Gesetzessystematik ist Art. 21a Abs. 2 

SERVG als lex specialis gegenüber der Vorschrift von Art. 19 Abs. 1 

SERVG zu betrachten, welche die Grundnorm des versicherungsrechtli-

chen Regresses für alle Versicherungen der SERV bildet. Danach gehen 

im Versicherungsfall die notleidende Forderung samt Nebenrechten und 

das Eigentum an nicht ausgeliefertem Exportgut im Ausmass ihrer Zahlung 

an die SERV über (Art. 19 Abs. 1 SERVG). In dieser Konstellation tritt die 

SERV, soweit sie den Versicherungsnehmer entschädigt hat, mittels Legal-

zession in dessen Position (Subrogation) und kann im eigenen Namen des-

sen Ansprüche gegen einen Drittschuldner geltend machen. Demgegen-

über gewährt Art. 21a Abs. 2 SERVG der SERV schon von Gesetzes 

wegen einen Rückerstattungsanspruch für Entschädigungsleistungen aus 

Fabrikationskreditversicherungen. Der Gesetzgeber zielte damit darauf ab, 

der SERV den Regress dadurch zu erleichtern, dass er die Erstattungsver-

pflichtung von der subrogierten Kreditforderung entkoppelte und im Sinne 

eines gesetzlichen, abstrakten Anspruchs verselbständigte. In den Materi-

alien findet sich dazu folgende Erläuterung (Botschaft SERVG 2014, 

BBl 2014 4057, 4085): 

"Absatz 2 hält fest, dass der Exporteur eine Entschädigungsleistung der SERV 

in jedem Fall vollumfänglich zu erstatten hat. Zwar würde im Schadenfall die 

notleidende Forderung samt Nebenrechten auch bei der Fabrikationskredit-

versicherung im Ausmass ihrer Zahlung auf die SERV übergehen (Art. 19 

SERVG). Als Spezialnorm erleichtert Absatz 2 der SERV den Regress jedoch, 

indem der Anspruch ein gesetzlicher ist; dadurch entstehen ihr keine Risiken 

in Bezug auf den Bestand und die Höhe der Kreditforderung des Finanzinsti-

tuts gegenüber dem Exporteur namentlich aus möglichen Einreden und 

Einwendungen." 

3.3.2 Die Klägerin beruft sich als weitere Anspruchsgrundlage auf Ziff. 2.6 

EVE, welche wie folgt lautet:  

"Wir verpflichten uns, der SERV sämtliche Zahlungen, die sie gestützt auf die 

Fabrikationskreditversicherung an das Finanzierungsinstitut leistet, auf erste 

Anforderung vollumfänglich und zuzüglich 5 Prozent Zins seit Zahlung der 

B-2576/2019 

Seite 18 

SERV zu erstatten. Wir können dagegen keine Einreden oder Einwendungen 

erheben und verzichten insbesondere auf das Recht, die Erstattungsverpflich-

tung mit Gegenforderungen zu verrechnen." 

Der EVE selbst kommt Vertragscharakter zu, weshalb die daraus abgelei-

teten Ansprüche vertraglicher Natur sind. Die vertraglich vereinbarte Er-

stattungsverpflichtung kongruiert zwar weitgehend mit dem in Art. 21a 

Abs. 2 SERVG gesetzlich normierten Regressanspruch. Hinsichtlich der 

Verzinsungspflicht weist jedoch Ziff. 2.6 EVE einen gegenüber Art. 21a 

Abs. 2 SERVG insofern erweiterten Regelungsgehalt auf, als darin auch 

der Zinssatz (5 %) und der Beginn des Zinsenlaufs ("seit Zahlung der 

SERV") definiert werden. Zudem enthält Ziff. 2.6 EVE zusätzlich einen Fäl-

ligkeitstermin für die Erstattungsverpflichtung ("auf erste Anforderung"), 

während Art. 21a Abs. 2 SERVG einer entsprechenden Regelung erman-

gelt. Andererseits sind in Ziff. 2.6 EVE die Kosten als Teil der Erstattungs-

pflicht, anders als bei Art. 21a Abs. 2 SERVG ("zuzüglich Zinsen und Kos-

ten"), nicht erwähnt. Im Lichte dessen, dass beide Anspruchsgrundlagen 

auch unabhängig voneinander bestehen könnten, ist von alternativer An-

spruchskonkurrenz auszugehen. 

3.4 Abgesehen von der Verrechnungserklärung fasst die Beklagte ihre Ein-

wände gegen die eingeklagte Erstattungsforderung allesamt unter dem 

Titel des "Selbstverschuldens" der Klägerin zusammen, indem sie argu-

mentiert, dadurch sei der Kausalzusammenhang zwischen ihrem eigenen 

Verhalten und dem beim Finanzinstitut eingetretenen Schaden unterbro-

chen worden. Eine derartige Kausalitätsrelation, deren Unterbrechung an-

spruchshindernd sein soll, kann sich allerdings nur dann als relevant er-

weisen, wenn angenommen wird, die Klägerin mache vorliegend einen 

Schadenersatzanspruch geltend, sei es einen nach Massgabe von Art. 19 

Abs. 1 SERVG subrogierten Schadenersatzanspruch wegen Nichterfül-

lung des Kreditvertrages mit dem Finanzinstitut, sei es einen eigenen haft-

pflichtrechtlichen Anspruch. 

3.4.1 Indessen handelt es sich beim streitgegenständlichen Erstattungsan-

spruch konzeptionell nicht um einen Schadenersatzanspruch: Denn wird 

Ziff. 2.6 EVE als Anspruchsgrundlage herangezogen, macht die Klägerin, 

wie gezeigt, einen eigenen Erfüllungsanspruch aus Vertrag geltend. Beim 

Anspruch aus Art. 21a Abs. 2 SERVG handelt es sich um einen abstrakten 

Rückerstattungsanspruch, der einzig daran anknüpft, dass die SERV dem 

Finanzinstitut eine Entschädigung auf der Grundlage der Fabrikationskre-

ditversicherung geleistet hat. Aber auch ausgehend vom generellen Versi-

cherungsregress gemäss Art. 19 Abs. 1 SERVG könnte sich die Klägerin 

B-2576/2019 

Seite 19 

nach der vertragsrechtlichen Regress-Systematik (wahlweise anstelle 

eines subrogierten Schadenersatzanspruchs wegen Nichterfüllung des 

Kreditvertrages zwischen dem Finanzinstitut und der Beklagten) weiterhin 

auch auf einen subrogierten Erfüllungsanspruch aus dem entsprechenden 

Kreditvertrag berufen (zum Anspruch auf specific performance: CLAIRE 

HUGUENIN, Obligationenrecht Allgemeiner und Besonderer Teil, 

3. Aufl. 2019, Rz. 809 ff. m.w.H.).  

3.4.2 Davon ausgehend, dass eine entsprechende Kausalitätsrelation dem 

eingeklagten Erstattungsanspruch mithin nicht inhärent ist, ist die Argu-

mentation der Beklagten sinngemäss wie folgt zu deuten: Soweit Ziff. 2.6 

EVE und Art. 21a Abs. 2 SERVG mit der Erwähnung des Entschädigungs-

grundes (Ziff. 2.6 EVE: "Zahlungen, die [die SERV] gestützt auf die Fabri-

kationskreditversicherung […] leistet"; Art. 21a Abs. 2 i.V.m. Marginalie: 

"Hat die SERV […] eine Entschädigung [aus der Fabrikationskreditversi-

cherung] geleistet") zumindest indirekt an den Eintritt des Versicherungs-

falls bei der Fabrikationskreditversicherung – im Sinne der Realisierung 

einer versicherungsvertraglichen Bedingung – anknüpfen, stellt die Be-

klagte der klägerischen Erstattungsforderung die Einwendung der 

Nichterfüllungsfiktion im Sinne von Art. 156 OR (analog) entgegen (zur 

diesbezüglichen Qualifikation als "rechtshindernde Einwendung": JEAN-

MARC SCHALLER, Einwendungen und Einreden im schweizerischen 

Schuldrecht, Habil. 2010, Rz. 295 f.).  

Gemäss Art. 156 OR gilt eine Bedingung als erfüllt (Erfüllungsfiktion), wenn 

ihr Eintritt von einer Partei wider Treu und Glauben verhindert worden ist. 

Entgegen dem zu engem Gesetzeswortlaut, welcher nur die treuwidrige 

Verhinderung des Eintritts einer Bedingung erwähnt, erfasst die Bestim-

mung – spiegelbildlich – auch die hier interessierende treuwidrige Herbei-

führung einer Bedingungslage (vgl. Urteil des BGer 5C.192/2004 vom 

14. Dezember 2004 E. 2.3.1; BGE 109 II 20 E. 2a f. m.w.H.). In diesem Fall 

greift bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen eine Nichterfül-

lungsfiktion, d.h., die Nichterfüllung der Bedingungslage wird gesetzlich 

fingiert (ROTH PELLANDA, in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht 

[CHK], Obligationenrecht, Allgemeine Bestimmungen, 3. Aufl. 2016, 

Art. 156 OR N. 5).  

3.4.3 Insofern, als die Beklagte vorbringt, die Klägerin habe den Schadens-

eintritt infolge Selbstverschuldens und Treuwidrigkeit selbst verursacht, 

wirft sie ihr damit sinngemäss die treuwidrige Herbeiführung des Versiche-

rungsfalls bei der Fabrikationskreditversicherung vor, indem die Klägerin 

B-2576/2019 

Seite 20 

durch ihr Verhalten bewirkt habe, dass die Beklagte ihre Rückzahlungsver-

pflichtungen aus dem Fabrikationskreditvertrag mit dem Finanzinstitut nicht 

mehr habe erfüllen können, wodurch sich das versicherte Delkredererisiko 

realisiert habe. Greift die Nichterfüllungsfiktion im Sinne von Art. 156 OR, 

würde der Versicherungsfall indessen als nicht eingetreten gelten, mit der 

Folge, dass die dem Finanzinstitut ausgerichteten Entschädigungsleistun-

gen nicht mehr aufgrund der Fabrikationskreditversicherung (i.S.v. Ziff. 2.6 

EVE bzw. Art. 21a Abs. 2 SERVG) erfolgt wären, womit die Grundlage für 

den Erstattungsanspruch – vorbehältlich der nachstehenden Erwägungen 

über die Zulässigkeit der dagegen erhobenen Einreden und Einwendungen 

– entfiele.  

3.5 Vor dem Hintergrund, dass die Beklagte in Ziff. 2.6 EVE auf Einreden 

und Einwendungen gegen die Erstattungsverpflichtung verzichtet hat und 

der Anspruch gemäss Art. 21a Abs. 2 SERVG, wie in E. 3.3.1 hiervor ge-

zeigt, von abstrakter Natur ist, gilt es vorab die Frage zu klären, ob die 

vorliegend sinngemäss erhobene Einwendung der treuwidrigen Herbeifüh-

rung des Versicherungsfalls (Art. 156 OR analog; Einwendung der Nichter-

füllungsfiktion) sowie die geltend gemachte Verrechnung überhaupt zu-

lässig sind. 

3.5.1 Die Beklagte bringt dazu im Wesentlichen vor, die vorformulierte Be-

stimmung von Ziff. 2.6 EVE sei unklar, weshalb sie nach der vertragsrecht-

lichen Unklarheitenregel zugunsten der Beklagten als der die AGB akzep-

tierenden Partei auszulegen sei. Sie habe Ziff. 2.6 EVE so verstanden, 

dass damit nur Einreden und Einwendungen aus dem Rechtsverhältnis 

zwischen der Klägerin und dem Finanzinstitut (aus der Fabrikationskredit-

versicherung) ausgeschlossen worden seien. Das Rechtsverhältnis zwi-

schen ihr und der Klägerin sei indessen davon nicht betroffen, weshalb sie 

gegenüber der Klägerin auch alle Einreden und Einwendungen vortragen 

dürfe. Dieses Verständnis entspreche im Übrigen auch der in der Botschaft 

erläuterten Intention des Gesetzgebers (mit Verweis auf Botschaft SERVG 

2014, BBl 2014 4057, 4085), wonach der Klägerin durch Art. 21a Abs. 2 

SERVG einzig keine Risiken in Bezug auf die Kreditforderung des Finan-

zinstituts gegenüber der Beklagten, namentlich aus diesbezüglichen Ein-

reden und Einwendungen, entstehen sollten. Eventualiter sei Ziff. 2.6 EVE 

als ungültig zu betrachten, weil ein im Voraus erklärter unbestimmter Ver-

zicht auf jegliche Einreden und Einwendungen gegenüber der Klägerin und 

dem Finanzinstitut – was im Endeffekt einer "Blankovollmacht zu einem 

verantwortungslosen Handeln" gleichkomme – gegen das Verbot der über-

mässigen Bindung (Art. 27 ZGB [SR 210]) verstosse. Hinzu komme, dass 

B-2576/2019 

Seite 21 

auf Einwendungen ohnehin nicht verzichtet werden könne, weil das Gericht 

eine dem Forderungsbestand entgegenstehende Tatsache trotzdem be-

rücksichtigen könne. Auch sei die Verrechnungseinrede zuzulassen, weil 

sie nicht die Kreditforderung betreffe, sondern sich aus Ansprüchen gegen 

die Klägerin selbst ergebe. 

3.5.2 Demgegenüber stellt sich die Klägerin auf den Standpunkt, der von 

der Beklagten in Ziff. 2.6 EVE akzeptierte Einrede- und Einwendungsaus-

schluss sei weder unklar noch ungültig. So ergebe sich bereits aus dem 

Wortlaut der Erklärung, dass der vereinbarte Einrede- und Einwendungs-

ausschluss die Erstattungsforderung der Klägerin betreffe ("dagegen […]") 

und namentlich durch den beispielhaft erwähnten Ausschluss der Verrech-

nungseinrede konkretisiert werde, wobei die Verrechnungseinrede genau 

im Verhältnis zwischen der Klägerin und der Beklagten wirksam sei. Ent-

sprechend dem in Art. 21a SERVG vorgezeichneten Ziel diene der Aus-

schluss von Einreden und Einwendungen dazu, der Klägerin die Durchset-

zung der Erstattungsforderung zu erleichtern (mit Verweis auf Botschaft 

SERVG 2014, BBl 2014 4057, 4085). Damit seien nicht nur Einreden und 

Einwendungen der Beklagten aus dem Fabrikationskreditvertrag ausge-

schlossen, sondern auch solche wegen jeglichen behaupteten Fehlverhal-

tens der Klägerin. Solche Behauptungen könnten nämlich nur im Rahmen 

einer (separaten) Rückerstattungsklage des Exporteurs gegen die SERV 

vorgebracht werden, weil die in Ziff. 2.6 EVE konkretisierte Erstattungs-

pflicht garantieähnliche Züge trage. Die Beurteilung, ob allfällige Einreden 

und Einwendungen berechtigt seien, habe daher nicht im Rahmen der 

Durchsetzung der garantieähnlichen Erstattungsforderung zu erfolgen, 

sondern erst dann, wenn der Exporteur die bereits geleistete Erstattung 

von der Klägerin zurückfordern würde. Dies erleichtere die prozessuale 

Stellung der Klägerin, indem dem Exporteur die Klägerrolle und das damit 

verbundene Prozess- und Kostenrisiko zugeschoben würden ("pay now, 

litigate later").  

3.5.3 Verwaltungsrechtliche Verträge sind grundsätzlich gleich wie privat-

rechtliche nach den Regeln von Treu und Glauben (Vertrauensprinzip) aus-

zulegen (vgl. BGE 135 V 237 E. 3.6; 122 I 328 E. 4e; RICHLI/BUNDI, in: Wie-

derkehr/Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Band I, 2012, 

Rz. 2993). Dies bedeutet, dass einer Willensäusserung der Sinn zu geben 

ist, den ihr der Empfänger aufgrund der Umstände, die ihm im Zeitpunkt 

des Empfangs bekannt waren oder hätten bekannt sein müssen, in guten 

Treuen beilegen durfte und musste.  

B-2576/2019 

Seite 22 

3.5.3.1 Die Beklagte unterzeichnete u.a. folgende Erklärung (als Teil von 

Ziff. 2.6 EVE): "Wir […] verzichten insbesondere auf das Recht, die Erstat-

tungsverpflichtung mit Gegenforderungen zu verrechnen." Mit Blick auf den 

klaren Wortlaut, welcher hinsichtlich des Verrechnungsausschlusses keine 

Differenzierungen nach dem zugrundeliegenden Rechtsgeschäft vornimmt 

und überdies, was sich schon aus dem Erfordernis der Gegenseitigkeit der 

Verrechnung (vgl. Art. 120 Abs. 1 OR) ergibt, gerade auf das Rechtsver-

hältnis zur Klägerin Bezug nimmt, musste die Beklagte Ziff. 2.6 EVE nach 

dem Vertrauensprinzip so verstehen, dass sie keine eigene Forderung ge-

genüber der Klägerin zur Tilgung der streitbetroffenen Erstattungsforde-

rung verwenden darf. Der Beklagten kann daher nicht gefolgt werden, 

wenn sie argumentiert, die Verrechnung der klägerischen Erstattungsfor-

derung mit der von ihr im Verfahren B-2722/2019 eingeklagten Forderung 

aus der Lieferantenkreditversicherung VP 14-7071/4 sei zulässig, weil sich 

Ziff. 2.6 EVE nicht auf Einreden und Einwendungen aus dem Verhältnis zur 

Klägerin beziehe. Der vereinbarte Verrechnungsverzicht, welcher eine kon-

kret definierte Hauptforderung der Klägerin betrifft ("die Erstattungsver-

pflichtung […]"), verstösst sodann weder gegen das Verbot der übermäs-

sigen Bindung (Art. 27 ZGB) noch ist er, soweit ersichtlich, mit weiteren 

Gültigkeitsmängeln behaftet. Mithin hat die Beklagte rechtswirksam auf 

eine Verrechnung der Erstattungsverpflichtung mit allfälligen Gegenan-

sprüchen verzichtet, worauf sie zu behaften ist. 

Insoweit, als die Beklagte mit der "Erhebung der Verrechnungseinrede" 

sinngemäss eine Tilgung der streitbetroffenen Erstattungsforderung durch 

Verrechnung mit der im Parallelverfahren B-2722/2019 eingeklagten For-

derung aus der Lieferantenkreditversicherung geltend macht, erweisen 

sich ihre Vorbringen damit als nicht stichhaltig. 

3.5.3.2 Im Übrigen wird nach dem Wortlaut von Ziff. 2.6 EVE die Erhebung 

von Einreden und Einwendungen gegen die Erstattungsverpflichtung ver-

hältnisindifferent ausgeschlossen, d.h. ohne Differenzierung zwischen 

Mängeln aus dem Fabrikationskreditvertrag, der Fabrikationskreditversi-

cherung oder der EVE selbst. Zur Beantwortung der Frage, ob dadurch 

auch die vorliegend sinngemäss erhobene Einwendung der Nichterfül-

lungsfiktion (Art. 156 OR analog) ausgeschlossen wird, ist zunächst auf die 

Rechtsnatur der EVE einzugehen: 

Im Lichte des versicherungsvertraglichen Gesamtgefüges, in welches die 

EVE eingebettet ist, dient die Bestimmung von Ziff. 2.6 EVE in erster Linie 

der Sicherung des klägerischen Regresses auf die Beklagte für den Fall, 

B-2576/2019 

Seite 23 

dass die Klägerin – infolge Nichterfüllung des Fabrikationskreditvertrages 

durch die Beklagte – Leistungen gegenüber dem Finanzinstitut aus der 

Fabrikationskreditversicherung erbringen muss. Aufgrund dieser Siche-

rungsfunktion, des Wortlauts der Bestimmung, aber auch des gesetzlichen 

Kontexts (Art. 21a Abs. 2 SERVG) kann der Schluss gezogen werden, 

dass der Bestimmung von Ziff. 2.6 EVE der Charakter eines Garantie- bzw. 

garantieähnlichen Versprechens zukommt (vgl. BGE 122 III 275 E. 3a/aaa; 

122 III 321 E. 4a; MARKUS VISCHER, Garantien und verwandte Versprechen 

wie Gewährleistungen, indemnities und covenants in Unternehmenskauf-

verträgen, SJZ 109/2013, S. 325 f., wonach eine Garantie insbesondere 

auch dann vorliegt, wenn der [Nicht-]Eintritt des abgesicherten Risikos vom 

Verhalten des Promittenten, z.B. der Nichterfüllung einer vom Promittenten 

mittels eines anderen Vertrags versprochenen Leistung, abhängt). Ein Ga-

rantie- bzw. garantieähnlicher Vertrag charakterisiert sich gerade durch 

seine Abstraktheit gegenüber dem Grund- oder Hauptschuldverhältnis 

(vgl. CLAIRE HUGUENIN, a.a.O., Rz. 1172 ff.). Die Abstraktheit der Garantie 

findet nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts allerdings dort ihre 

Grenzen, wo die Garantie in offensichtlicher Missachtung der Regeln von 

Treu und Glauben (Art. 2 ZGB) in Anspruch genommen wird (BGE 122 III 

321 E. 4a m.w.H.: "[Le] caractère abstrait ou autonome trouve certaines 

limites, entre autres dans la loi […], [et] cesse lorsque son bénéficiaire s'en 

prévaut au mépris manifeste des règles de la bonne foi"). Insofern bleibt 

es dem Promittenten jedenfalls nicht verwehrt, dem Promissar einen an-

spruchshindernden Rechtsmissbrauchstatbestand entgegenzuhalten. 

3.5.3.3 Diese Überlegungen lassen sich sinngemäss auch auf das vorlie-

gend zu beurteilende öffentlich-rechtliche Rechtsverhältnis übertragen. Im 

Lichte dessen, dass der sinngemäss vorgetragenen Einwendung der 

Nichterfüllungsfiktion (Art. 156 OR analog) der Vorwurf des Handelns ent-

gegen Treu und Glauben (Treuwidrigkeit) inhärent ist, ist sie im vorliegen-

den Fall zuzulassen. Dies bewirkt zwar eine partielle Durchbrechung des 

abstrakten Charakters der garantieähnlichen EVE, weil damit im Ergebnis 

ein atypischer Akzessiorietätskonnex zur Fabrikationskreditversicherung 

ermöglicht wird (vgl. dazu Urteil des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

HG180051 vom 8. Mai 2019 E. 3.3.4). Dies ist jedoch insofern gerechtfer-

tigt, als die Beachtung des Prinzips von Treu und Glauben einem verfas-

sungsmässigen Grundsatz (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) entspricht und 

ausserdem die Klägerin über Art. 35 Abs. 2 BV an die Grundrechte ge-

bunden ist.  

B-2576/2019 

Seite 24 

3.5.4 Zum gleichen Ergebnis gelangt man im Übrigen, wenn Art. 21a 

Abs. 2 SERVG als Anspruchsgrundlage für die eingeklagte Erstattungsfor-

derung herangezogen wird. Wie gezeigt, entsprach es der Intention des 

Gesetzgebers, durch den gesetzlichen Erstattungsanspruch den Regress 

der Klägerin vom Bestand und der Einredefreiheit der subrogierten Kredit-

forderung loszulösen (Botschaft SERVG 2014, BBl 2014 4057, 4085; 

vgl. E. 3.3.1 hiervor). Soweit hier interessierend, ist jedoch nicht anzuneh-

men, dass mittels Art. 21a Abs. 2 SERVG – über Ziff. 2.6 EVE hinaus – 

auch die Entgegenhaltung eines Rechtsmissbrauchstatbestands (Treuwid-

rigkeit) verhindert werden sollte, zumal ein solches Auslegungsergebnis 

vor Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV nicht standhalten würde. 

3.5.5 Nach dem Gesagten erweist sich die sinngemäss erhobene Einwen-

dung der Nichterfüllungsfiktion (Art. 156 OR analog) als zulässig und ist im 

Folgenden zu prüfen.  

4.  

Voraussetzungen für die Nichterfüllungsfiktion (Art. 156 OR analog) sind – 

neben dem Umstand, dass sich die Bedingungslage realisiert hat – ein 

treuwidriges Verhalten sowie der adäquate Kausalzusammenhang zwi-

schen dem treuwidrigen Verhalten und der Realisierung der Bedingungs-

lage (vgl. CHK-ROTH PELLANDA, a.a.O., Art. 156 OR N. 5 m.w.H.).  

4.1  

4.1.1 Mit der Fabrikationskreditversicherung VP 14-7073/5 versicherte die 

Klägerin gegenüber dem Finanzinstitut das Delkredererisiko, d.h. das 

Risiko, dass die versicherten Forderungen aus dem Fabrikationskreditver-

trag wegen Zahlungsunwilligkeit oder Zahlungsunfähigkeit der Beklagten 

nicht erfüllt werden (Ziff. 3 AGB FK). Konkret deckt die Fabrikationskredit-

versicherung die Rückzahlungsansprüche des Finanzinstituts gegen die 

Beklagte für die ihr ausbezahlten Kreditbeträge ("Hauptforderung"; Ziff. 1.1 

AGB FK), die Zinsforderungen bis zur Fälligkeit der Rückzahlung (Ziff. 1.2 

AGB FK) und die (vertraglichen) Erstattungsansprüche für Finanzierungs-

nebenkosten (Ziff. 1.2 AGB FK). Letztere umfassen neben den Gebühren 

und Kommissionen des Finanzinstituts auch die Prämien, welche die Klä-

gerin vom Finanzinstitut als Gegenleistung für die Fabrikationskreditversi-

cherung verlangt ("SERV-Prämien"). Ebenfalls mitversichert sind sodann 

die sog. "Breakage Costs", d.h. diejenigen Kosten, die bei vorzeitiger Ab-

lösung einer Refinanzierung entstehen (Ziff. 1.3 AGB FK). Schliesslich um-

B-2576/2019 

Seite 25 

fasst die Versicherungsdeckung auch vertraglich vereinbarte oder gesetz-

liche Verzugszinsen von der Fälligkeit der Hauptforderung bis zum Eintritt 

des Versicherungsfalls (Ziff. 1.2 AGB FK), wobei der Versicherungsfall laut 

Ziff. 4.1 ABG FK nach Ablauf einer Karenzfrist von einem Monat ab Ver-

wirklichung des versicherten Risikos (Ziff. 3 AGB FK) eintritt.  

4.1.2 Die Leistung einer Entschädigung aus der Fabrikationskreditversi-

cherung setzt voraus, dass die versicherten Forderungen rechtsbeständig, 

fällig und frei von Einreden und Einwendungen sind (Ziff. 5.1.1 AGB FK). 

Das versicherte Risiko muss eingetreten und ein Schaden entstanden sein, 

wobei zwischen Risikoeintritt und Schaden ein Kausalzusammenhang be-

stehen muss (Ziff. 5.1.2 AGB FK). Ferner wird vorausgesetzt, dass keine 

Leistungsausschlussgründe vorliegen (Ziff. 5.1.3 AGB FK), die Karenzfrist 

abgelaufen ist und das Entschädigungsgesuch innerhalb der Verwirkungs-

frist von zwei Jahren seit Eintritt des Versicherungsfalls eingereicht wurde 

(Ziff. 5.1.4 AGB FK; Art. 17 Abs. 1 und 4 SERV-V). 

4.1.3 Zwischen Dezember 2017 und Dezember 2018 entschädigte die Klä-

gerin das Finanzinstitut in insgesamt sechs Tranchen im nachfolgend dar-

gelegten Umfang für die Nichterfüllung der geltend gemachten Forderun-

gen gegen die Beklagten aus dem Fabrikationskreditvertrag: 

Versicherungsleistung 1: Auf der Grundlage der Entschädigungsent-

scheidung 14-7073/1 vom 8. Dezember 2017 erbrachte die Klägerin ge-

genüber dem Finanzinstitut folgende Versicherungsleistungen. Die Kläge-

rin entschädigte die zu jenem Zeitpunkt offenen Forderungen aus dem Kre-

ditvertrag zum Deckungssatz von 95 % auf den Ablauf der Karenzfrist. 

Datum der 
Fälligkeit 

Kapitalrück-
zahlungsrate 

in USD 

Kreditzins  
in USD 

Verzugszins 
(während  

Karenzfrist)  
in USD 

SERV- 
Prämie 

Total Betrag 
in USD 

31.01.2017 4'821'966.53 334'382.84 15'898.02 *63'180.52 5'235'427.91 

28.04.2017 4'821'966.53 313'095.11 19'323.86 166'056.47 5'320'441.97 

31.07.2017 4'821'966.53 328'485.82 18'731.26 164'465.89 5'333'649.50 

31.10.2017 4'821'966.53 309'439.15 18'404.20 -- 5'149'809.88 

Total 19'287'866.12 1'285'402.92 72'357.34 393'702.88 21'039'329.26 

Versicherungsleistung der SERV an B._______ AG  
(zum Garantiesatz von 95 %) mit Valuta vom 13.12.2017 

19'987'362.80 

Abzug: Korrektur (überentschädigter Verzugszins) -1'668.88 

B-2576/2019 

Seite 26 

Eingeklagte Erstattungsforderung 19'985'693.92 

* Differenz zwischen der am 31. Januar 2017 fällig gewordenen SERV-Prämie von 

USD 190'233.28 und einer von der Beklagten am 27. September 2017 geleisteten 

Zahlung von USD 127'052.76, welche das Finanzinstitut anrechnete. 

Versicherungsleistung 2: Auf der Grundlage der Entschädigungsent-

scheidung 14-707301/2 vom 23. Januar 2018 erbrachte die Klägerin ge-

genüber dem Finanzinstitut folgende Versicherungsleistungen. Auf Antrag 

des Finanzinstituts hin erfolgten die Entschädigungen auf den Zeitpunkt 

der Fälligkeit. 

Datum der 
Fälligkeit 

Kapitalrück-
zahlungsrate 

in USD 

Kreditzins  
in USD 

Verzugszins 
(während  

Karenzfrist)  
in USD 

SERV- 
Prämie 

Total Betrag 
in USD 

31.10.2017 -- -- -- 146'333.29 146'333.29 

31.01.2018 4'821'966.53 286'145.48 -- 131'699.96 5'239'811.97 

Total 5'386'145.26 

Versicherungsleistung der SERV an B._______ AG  
(zum Garantiesatz von 95 %) mit Valuta vom 31.01.2018 

5'116'838.00 

Abzug: Rückfluss vom 15.03.2018 -122'580.25 

Eingeklagte Erstattungsforderung 4'994'257.75 

 

Versicherungsleistung 3: Auf der Grundlage der Entschädigungsent-

scheidung 14-707310/3 vom 2. Mai 2018 erbrachte die Klägerin gegenüber 

dem Finanzinstitut folgende Versicherungsleistungen. Die Entschädigun-

gen wurden auf den Zeitpunkt der Fälligkeit berechnet.  

Datum der 
Fälligkeit 

Kapitalrück-
zahlungsrate 

in USD 

Kreditzins  
in USD 

Verzugszins 
(während  

Karenzfrist)  
in USD 

SERV- 
Prämie 

Total Betrag 
in USD 

30.04.2018 4'821'966.53 283'456.89 -- 113'249.24 5'218'672.66 

Total 5'218'672.66 

Versicherungsleistung der SERV an B._______ AG  
(zum Garantiesatz von 95 %) mit Valuta vom 30.04.2018 

4'957'739.03 

Abzug: Rückfluss vom 08.05.2018 -592'023.79 

Eingeklagte Erstattungsforderung 4'365'715.24 

 

B-2576/2019 

Seite 27 

Versicherungsleistung 4: Auf der Grundlage der Entschädigungsent-

scheidung 14-707310/4 vom 2. August 2018 erbrachte die Klägerin gegen-

über dem Finanzinstitut folgende Versicherungsleistungen. Die Entschädi-

gungen wurden auf den Zeitpunkt der Fälligkeit berechnet.  

Datum der 
Fälligkeit 

Kapitalrück-
zahlungsrate 

in USD 

Kreditzins  
in USD 

Verzugszins 
(während  

Karenzfrist)  
in USD 

SERV- 
Prämie 

Total Betrag 
in USD 

31.07.2018 4'821'966.53 306'979.02 -- 102'433.30 5'231'378.85 

Total 5'231'378.85 

Versicherungsleistung der SERV an B._______ AG  
(zum Garantiesatz von 95 %) mit Valuta vom 31.07.2018 

4'969'809.91 

Abzug: Rückfluss vom 10.09.2018 -500'000.00 

Abzug: Rückfluss vom 02.10.2018 -87'799.97 

Eingeklagte Erstattungsforderung 4'382'009.94 

 

Versicherungsleistung 5: Auf der Grundlage der Entschädigungsent-

scheidung 14-707310/5 vom 2. Oktober 2018 erbrachte die Klägerin ge-

genüber dem Finanzinstitut folgende Versicherungsleistungen. Die Ent-

schädigungen wurden auf den Zeitpunkt der Fälligkeit berechnet. 

Datum der 
Fälligkeit 

Kapitalrück-
zahlungsrate 

in USD 

Kreditzins  
in USD 

Verzugszins 
(während  

Karenzfrist)  
in USD 

SERV- 
Prämie 

Total Betrag 
in USD 

31.10.2018 4'821'966.53 261'912.31 -- 87'799.97 5'171'678.81 

Total 5'171'678.81 

Versicherungsleistung der SERV an B._______ AG  
(zum Garantiesatz von 95 %) mit Valuta vom 31.10.2018 

4'913'094.87 

Abzug: Rückfluss vom 04.12.2018 -217'591.25 

Eingeklagte Erstattungsforderung 4'695'503.62 

 

Versicherungsleistung 6: Auf der Grundlage der Entschädigungsent-

scheidung 14-707310/6 vom 3. Dezember 2018 erbrachte die Klägerin ge-

genüber dem Finanzinstitut folgende Versicherungsleistungen. Gestützt 

auf Ziff. 6.2 AGB FK leistete die Klägerin, auf Antrag des Finanzinstituts 

B-2576/2019 

Seite 28 

hin, eine Einmalentschädigung für den gesamten verbliebenen Ausstand 

bei vorzeitiger Fälligstellung der Rückzahlungsraten.  

Datum der 
Fälligkeit 

Kapitalrück-
zahlungsrate 

in USD 

Kreditzins 
(31.10.2018 bis 

07.12.2018) 
in USD 

Breakage 
Costs  
in USD 

SERV- 
Prämie 

Total Betrag in 
USD 

31.01.2019 4'821'966.53 92'344.21  73'166.65 4'987'477.39 

30.04.2019 4'821'966.53   56'624.62 4'878'591.15 

31.07.2019 4'821'966.53   43'899.99 4'865'866.52 

31.10.2019 4'821'966.53   29'266.66 4'851'233.19 

31.01.2020 4'821'966.53  4'768.74 14'633.33 4'841'368.60 

Total 24'109'832.65 92'344.21 4'768.74 217'591.25 24'424'536.85 

Versicherungsleistung der SERV an B._______ AG  
(zum Garantiesatz von 95 %) mit Valuta vom 07.12.2018 

23'203'310.01 

Abzug: Rückfluss vom 09.01.2019 -961'083.91 

Eingeklagte Erstattungsforderung 22'242'226.10 

 

4.1.4 Die von der Klägerin an das Finanzinstitut ausgerichteten Entschädi-

gungsleistungen sind somit ausgewiesen. Die Beklagte bestreitet nicht, 

dass der Versicherungsfall effektiv eingetreten ist und die Klägerin das 

Finanzinstitut nach Massgabe der Fabrikationskreditversicherung VP 

14-7073/5, übereinstimmend mit dessen kreditvertraglichen Ansprüchen, 

entschädigt hat. Sie macht indessen sinngemäss geltend (vgl. E. 3.4.3 

hiervor), die Klägerin habe in treuwidriger Weise den Eintritt des Versiche-

rungsfalls herbeigeführt, weshalb in analoger Anwendung von Art. 156 OR 

dessen Nichteintritt fingiert werde. Darauf ist im Folgenden einzugehen. 

4.2  

4.2.1 Die Beklagte wirft der Klägerin Treuwidrigkeit vor, weil sie der Beklag-

ten keine Entschädigung aus der Lieferantenkreditversicherung 

VP 14-7071/4 geleistet habe, obwohl diese geschuldet gewesen sei und 

die Klägerin diesbezüglich nie Zweifel habe aufkommen lassen; nur die 

Höhe und die Modalitäten der Entschädigungsleistung seien fraglich 

gewesen. So habe F._______ (Team "Restrukturierung und Schäden" bei 

der Klägerin) bereits anlässlich der Besprechung vom 21. Juli 2017 auf ent-

sprechende Nachfrage von H._______ (C._______ AG; in der Funktion als 

B-2576/2019 

Seite 29 

Berater der Beklagten) bejaht, dass sich die Klägerin gegenüber einem 

Entschädigungsantrag der Beklagten "offen zeige". Auch habe F._______ 

anlässlich eines Telefonats vom 30. August 2017 immer wieder bestätigt, 

dass die von der Beklagten eingereichte Dokumentation vollständig sei, 

der Schadensbetrag jedoch die Kompetenz des Versicherungsausschus-

ses überschreite, weshalb die Angelegenheit in die Kompetenz des Ver-

waltungsrates der Klägerin falle. Es sei "courant normal" signalisiert 

worden: Die Schadensdeckung sei als gesichert und sogar als dem Zirku-

larverfahren zugänglich dargestellt worden. Mit keinem Wort habe die 

Klägerin erwähnt, dass die Ansprüche an sich bestritten sein könnten. Die 

Beklagte habe – auf Wunsch des Finanzinstituts – von Juli bis Oktober 

2017 eine IBR (Independent Business Review) durch R._______ (Wien) 

durchführen lassen. Im Bericht vom 18. Oktober 2017 habe R._______ 

festgehalten, dass keine Anzeichen dafür bestünden, dass die SERV die 

Entschädigungsansprüche der X._______ AG ablehnen würde ("Based on 

information obtained in the regular calls with SERV and B._______ we are 

not aware that SERV will reject the application. However, as the process is 

still ongoing and several bodies need to approve the application we cannot 

exclude potential delays in the payment"). Hinzu komme, dass die Klägerin 

die omanische Anwaltskanzlei D._______ (Maskat) mit einer Rechtsabklä-

rung (Legal Opinion) beauftragt habe. Mit E-Mail vom 7. Oktober 2017 

habe D._______ bestätigt, dass die Forderungen der Beklagten gegen das 

omanische Ministerium aus dem Exportvertrag rechtsgültig und fällig seien 

("Hence in answer to your questions, and on the information available to 

us: [1] Yes, X._______ Middle East [X. ME_______] has a strong claim for 

payment from MoTC under Omani law; [2] In our view, MoTC has an obli-

gation to pay X. ME_______ under Omani law"). Diese E-Mail sei der 

Beklagten in der Folge von der Klägerin zugestellt worden, woraufhin sie 

sich darauf verlassen habe, dass somit hinsichtlich der Entschädigungs-

leistung keine Hinderungsgründe mehr bestünden. Indessen habe die 

Klägerin anlässlich einer Besprechung vom 20. Oktober 2017 plötzlich mit-

geteilt, dass sie erwäge, eventuell nur das Finanzinstitut zu entschädigen 

(Besuchsbericht vom 20. Oktober 2017, Ziff. 3). Gleichzeitig habe die Klä-

gerin der Beklagten empfohlen, zu prüfen, ob dies die Verpflichtung mit 

sich bringen würde, einen "Eigenkonkursantrag zu stellen". 

4.2.2 Ob der Beklagten ein Entschädigungsanspruch aus der Lieferanten-

kreditversicherung VP 14-7071/4 zusteht, ist Gegenstand des Klagever-

fahrens B-2722/2019. Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 

24. Januar 2023 einen entsprechenden Anspruch der Beklagten verneint. 

Für die Begründung wird auf die Erwägungen jenes Urteils verwiesen. 

B-2576/2019 

Seite 30 

Soweit hier von Interesse, kann in den von der Beklagten beanstandeten 

Verhaltensweisen und Äusserungen der Mitarbeiter der Klägerin (in den 

Rechtsschriften jeweils zusammengeführt unter dem Titel "von der Klägerin 

selbst verursachter Schadenseintritt Teil I") keine Treuwidrigkeit erblickt 

werden. Denn schon angesichts dessen, dass vonseiten der Klägerin von 

Anfang an kommuniziert wurde, dass die Entscheidungskompetenz aus-

schliesslich bei ihrem Verwaltungsrat (und nicht bei den einzelnen mit der 

Sache befassten Mitarbeitern) liegt, kann die Beklagte nichts zu ihren 

Gunsten ableiten, wenn sie (sinngemäss) vorbringt, gewisse Mitarbeiter 

der Klägerin hätten in der (Abklärungs-)Phase ab Eingang des formlosen 

Entschädigungsantrags vom 21. Juli 2017 bis 17. Oktober 2017 durch be-

stimmte Äusserungen ihr oder Dritten gegenüber die Entschädigungsleis-

tung als gesichert dargestellt. Ausserdem trifft es nicht zu, dass die hier zur 

Diskussion stehenden Äusserungen eine Gutheissung des Entschädi-

gungsantrags suggerieren würden, zumal darin gar keine Angaben über 

den möglichen Ausgang des Entschädigungsverfahrens enthalten sind, so 

namentlich weder in den Aussagen, die Dokumentation sei vollständig und 

die Klägerin stehe dem Antrag der Beklagten "offen" gegenüber, noch im 

IBR-Bericht vom 18. Oktober 2017, an welchem die Klägerin nicht beteiligt 

war und welcher explizit mit einem entsprechenden Vorbehalt versehen 

wurde ("[h]owever, as the process is still ongoing and several bodies need 

to approve the application […]"). Insofern ist unerfindlich, was die Beklagte 

daraus ableiten will, zumal sie in ihrer Duplik betont, "keine Haftung aus 

Vertrauen" geltend machen zu wollen. Selbst wenn im Übrigen der Argu-

mentation der Beklagten gefolgt würde, dass die Verweigerung der bean-

tragten Entschädigung aus der Lieferantenkreditversicherung zum Zah-

lungsausfall und mithin zum Eintritt des Versicherungsfalls beigetragen 

habe, wäre wiederum die ablehnende Entscheidung des Verwaltungsrats 

selbst dafür ursächlich und nicht die erwähnten Äusserungen der Mitarbei-

ter der Klägerin während der Abklärungsphase. Insofern fehlt es hier auch 

am erforderlichen Kausalzusammenhang.  

4.3  

4.3.1 Sodann wirft die Beklagte der Klägerin vor, sie habe in treuwidriger 

Weise ihre Zustimmung für eine Ablösung des Kredits durch die Bank 

E._______ verweigert. Die Beklagte habe Ende 2017 einen Ablösungspro-

zess eingeleitet, indem sie mit der Bank E._______ eine neue Kreditfinan-

zierung ausgehandelt habe, durch welche der bestehende Vertrag mit dem 

Finanzinstitut (B._______ AG) im Februar 2018 hätte abgelöst werden 

B-2576/2019 

Seite 31 

sollen und die Klägerin für sämtliche Entschädigungen an das Finanzinsti-

tut vollumfänglich gedeckt worden wäre. Da der Kredit der Bank E._______ 

nicht zu amortisieren gewesen wäre, hätte die Beklagte in der Folge den 

Fortschritt im Oman abwarten und sich mindestens bis im Frühling 2020 

"finanziell erholen" können, wobei die Klägerin für die Zahlungen an das 

Finanzinstitut entschädigt und der Fabrikationskredit vollumfänglich 

refinanziert worden wäre. Ein Schaden hätte somit abgewendet werden 

können. Indessen habe G._______ (Abteilung Claims & Recovery der 

Klägerin), in diametralem Widerspruch zur Legal Opinion der durch die Klä-

gerin selbst mandatierten omanischen Anwaltskanzlei D._______, in einer 

E-Mail vom 9. Februar 2018 an die Bank E._______ behauptet, es sei 

weder erstellt, dass die Beklagte eine Forderung gegen das omanische 

Ministerium habe, noch, dass das Ministerium im Zahlungsverzug sei 

("However, according to the facts presented to SERV until now: [i] 

X._______ does not have an established claim towards the Ministry of 

Transport and Communications; and therefore [ii] it has not been estab-

lished that the Ministry of Transport and Communications is in payment 

default"). Die Klägerin habe aufgrund dieser unwahren Aussagen die Re-

finanzierung verweigert ("This is why the Claims and Recovery Department 

and the Management Board of SERV regard the chances of the insurance 

committee followed by the board of directors approving a policy covering 

the transfer [as well as an extension of the term of the loan and respective 

additional interest] as extremely slight" [E-Mail vom 9. Februar 2018]), 

womit sie ein gravierendes Selbstverschulden am Schadenseintritt treffe.  

4.3.2 Die Klägerin führt in diesem Zusammenhang aus, aufgrund des Um-

stands, dass das Finanzinstitut (B._______ AG) bereit gewesen sei, eine 

Stundungsverpflichtung zugunsten der Beklagten einzugehen, und dass 

die Klägerin zu jenem Zeitpunkt noch nicht die Absicht gehabt habe, die 

Erstattungsforderung zu vollstrecken, sei die vorgeschlagene Ablösung 

des Fabrikationskredits durch die Bank E._______ für die Klägerin nicht 

nachvollziehbar gewesen. Zwar habe es die Beklagte versäumt, den für die 

Rechtswirksamkeit der Stundungsverpflichtung vereinbarten Due Debt 

Amount rechtzeitig, d.h. bis zum 15. Dezember 2017, zu bezahlen; nahe-

liegender als eine Ablösung des Kredits durch die Bank E._______ wäre 

es unter den gegebenen Umständen aber gewesen, wenn die Beklagte 

beim Finanzinstitut um eine Verlängerung der Zahlungsfrist für den Due 

Debt Amount ersucht hätte, um dadurch die Wirksamkeit der Stundungs-

abrede zu bewirken, was sie indes nicht getan habe. Hinzu komme, dass 

die Ablösung des Kredits durch die Bank E._______ mit einer Erhöhung 

des Risikos der Klägerin verbunden gewesen wäre, was sich angesichts 

B-2576/2019 

Seite 32 

der gesamten Umstände, insbesondere des fehlenden Nachweises der als 

Sicherheit für den Fabrikationskredit dienenden Exportforderung gegen 

das Ministerium und von dessen Zahlungsverzug, nicht habe vertreten las-

sen. Denn durch die längere Laufzeit des von der Bank E._______ ins 

Spiel gebrachten Kredits hätte die Klägerin zusätzliche Zinsen versichern 

müssen, was für die Klägerin im Ergebnis eine Erhöhung des bestehenden 

Engagements bedeutet hätte. Insofern hätte die Ablösung des Kredits aus 

Sicht der Klägerin den Zahlungsausfall nur verzögert; er wäre jedoch 

gleichwohl eingetroffen, und zudem mit einem höheren Schadensbetrag. 

Im Übrigen hätten weder die Beklagte noch die Bank E._______ einen for-

mellen Antrag zur Ablösung des Kredits gestellt. 

4.3.3 Gemäss Art. 15 Abs. 2 SERVG besteht kein Rechtsanspruch auf Ab-

schluss und folgerichtig damit auch nicht auf Verlängerung einer Fabrikati-

onskreditversicherung. Wenn die Voraussetzungen (vgl. Art. 13 SERVG) 

erfüllt sind, kann die SERV eine Versicherung abschliessen, wobei eine 

Versicherung namentlich dann ausgeschlossen ist, wenn die Risikolage 

deren Gewährung verbietet (Art. 13 Abs. 2 Bst. a SERVG). Die Klägerin 

hatte zu jenem Zeitpunkt die Risikolage als unsicher eingestuft und ging 

auf Verhandlungen zur Ablösung des Kredits aus sachlich nachvollziehba-

ren Gründen, namentlich der Vermeidung einer Risikoerhöhung durch zu-

sätzliche Zinsen, nicht weiter ein. Soweit die Beklagte in diesem Zusam-

menhang geltend macht, die von der Klägerin dargelegten Gründe für die 

"eher distanzierte Begleitung des Vorschlags" (Plädoyer der Klägerin) 

seien im Nachhinein konstruiert worden und entsprächen nicht der Kom-

munikation in Echtzeit, ist ihr entgegenzuhalten, dass sich ein entspre-

chender Hinweis bereits in der E-Mail der Klägerin an die Bank E._______ 

vom 9. Februar 2018 findet («as well as an extension of the term of the 

loan and respective additional interest […]») und dass die Beklagte dies-

bezüglich die Klägerin auch nicht um eine formelle Entscheidung ersucht 

hat (vgl. Art. 15 Abs. 3 SERVG). Es ist mithin nicht davon auszugehen, 

dass das Verhalten der Klägerin im Zusammenhang mit dem Ablösungs-

vorschlag der Beklagten treuwidrig gewesen ist.  

  

B-2576/2019 

Seite 33 

4.4  

4.4.1 Weiter macht die Beklagte geltend, sie habe aufgrund der "treuwidri-

gen Verweigerungshaltung" der Klägerin seit 2017 keine neuen Exportrisi-

koversicherungen abschliessen können, und zwar weder bei der Klägerin 

noch bei anderen Versicherern (wie z.B. V._______, weil dort jeweils die 

Frage zu beantworten sei, ob pendente Versicherungsfälle bestehen wür-

den). Damit habe die Beklagte lukrative Exportgeschäfte "verloren". Hätte 

sie weiterhin bei der Klägerin neue Exportgeschäfte versichern und 

dadurch wichtige Umsätze erzielen können, wäre der wirtschaftliche Erfolg 

wieder eingetreten, was auch die Grundannahmen im IBR-Bericht vom 

18. Oktober 2017 gewesen seien. Dadurch, dass die Klägerin der Beklag-

ten verunmöglicht habe, neue Exportversicherungen abzuschliessen, habe 

sie aktiv (absichtlich und/oder grobfahrlässig) sämtliche Grundannahmen 

des IBR-Berichts unterminiert. 

4.4.2 Für den Antrag auf Abschluss einer Versicherung nach dem SERVG 

ist es keine Voraussetzung, dass der Antragsteller keinen hängigen Versi-

cherungsfall hat (vgl. Art. 13 SERVG). Es ist daher nicht ersichtlich, inwie-

fern die Klägerin der Beklagten in treuwidriger Weise verunmöglicht haben 

sollte, einen Antrag auf Abschluss weiterer Exportrisikoversicherungen zu 

stellen. Abgesehen davon bleibt der Einwand, soweit er einen präsumier-

ten "entgangenen Gewinn" betrifft, unsubstantiiert. 

4.5  

4.5.1 Schliesslich macht die Beklagte geltend, es sei treuwidrig, dass die 

Klägerin, nachdem die Beklagte im September 2018 den vollen Due Debt 

Amount bezahlt gehabt habe, das Finanzinstitut zu einer Kündigung des 

Standstill-Agreements vom 13. Dezember 2017 veranlasst bzw. die Zu-

stimmung zu dessen nachträglicher Inkraftsetzung verweigert habe. Denn 

im Februar 2018 habe sie noch unter Verweis auf das Standstill-Agreement 

die vorgeschlagene Kreditablösung durch die Bank E._______ abgelehnt 

und in diesem Zusammenhang auch mitgeteilt, sie habe keine Absicht, die 

Erstattungsforderung gegen die Beklagte zeitnah durchzusetzen (E-Mail 

der Beklagten [G._______] vom 9. Februar 2018 an die Bank E._______). 

Auch sei die "Fälligstellung" der gestundeten Forderung durch das Finanz-

institut im Oktober 2018 nicht zulässig gewesen, da die Stundungsverein-

barung zu jenem Zeitpunkt in Kraft gewesen sei und keine der Kündigungs-

voraussetzungen erfüllt gewesen seien; insofern sei das Finanzinstitut von 

B-2576/2019 

Seite 34 

der Klägerin dazu aufgefordert worden, "einen Stundungsvertrag zu kündi-

gen, der gar nicht kündbar" gewesen sei (Schlussvortrag der Beklagten). 

4.5.2 In Ziff. 3.2 des Standstill-Agreements wurde die Stundungsabrede in 

Bezug auf den "Deferred Debt Amount" von USD 62'685'564.95 an die Be-

dingung gebunden, dass die Beklagte bis spätestens am 15. Dezember 

2017 den Due Debt Amount (bestehend aus der Summe diverser Finan-

zierungsnebenkosten im Totalbetrag von USD 2'540'052.04) bezahlt ("The 

Standstill Undertaking is subject to the condition subsequent that the Bor-

rower pays to the Bank […] no later than by December 15, 2017, the Due 

Debt Amount"). Es ist unbestritten, dass die Beklagte diesen Betrag bis am 

15. Dezember 2017 nicht leistete. Wie sich aus den Akten ergibt, fragte 

L._______ (CFO der Beklagten) mit E-Mail vom 27. September 2018 das 

Finanzinstitut an, wie hoch der ausstehende Due Debt Amount noch sei 

und bat um eine Bestätigung, dass nach Eingang der ausstehenden Zah-

lung das Standstill Agreement "nun in Kraft trete". Das Finanzinstitut teilte 

der Beklagten gleichentags den ausstehenden Betrag mit und wies gleich-

zeitig darauf hin, dass das Standstill-Agreement keine Wirksamkeit erlangt 

habe (E-Mail des Finanzinstituts vom 27. September 2018 an die Beklagte: 

"Please note that given the Standstill Undertaking is not effective […]"). Für 

den Fall, dass der ausstehende Due Debt Amount bezahlt werden sollte, 

verwies das Finanzinstitut sodann auf die dafür erforderliche Zustimmung 

der Klägerin ("This amendment is subject to SERV / B._______ approval"). 

In der Folge verweigerte die Klägerin die Zustimmung mit Schreiben vom 

20. November 2018.  

Der Einwand der Beklagten, die Klägerin habe im Oktober 2018 das 

Finanzinstitut zur "Kündigung" des Standstill-Agreements veranlasst, ob-

gleich dessen Kündigungsvoraussetzungen nicht gegeben gewesen seien, 

geht fehl. Die Bestimmung von Ziff. 3.2 des Standstill-Agreements enthält 

eine Suspensivbedingung, welche sich infolge Nichtbezahlung des Due 

Debt Amount nicht realisierte, wodurch die Stundungsabrede nicht rechts-

wirksam wurde. Dies entspricht auch dem Verständnis der Beklagten, wie 

sich aus ihrer E-Mail vom 27. September 2018 an das Finanzinstitut ergibt 

("Nach Eingang der Zahlung bitte ich Sie […] zu bestätigen, dass die Be-

dingungen des Standstill-Agreements abschliessend erfüllt sind und dieses 

nun in Kraft ist"). Dass die nachträgliche Inkraftsetzung des Standstill-

Agreements die Zustimmung der Klägerin voraussetzte, ergibt sich schon 

daraus, dass im Umfang der bis zu diesem Zeitpunkt gegenüber dem 

Finanzinstitut erbrachten Versicherungsleistungen die Kreditforderung auf 

B-2576/2019 

Seite 35 

die Klägerin übergegangen war. Zu prüfen bleibt daher einzig, ob die Aus-

sage der Klägerin in ihrer E-Mail vom 9. Februar 2018, sie habe keine 

Absicht, die Erstattungsforderung gegen die Beklagte zeitnah durchzu-

setzen, mit der Verweigerung der Zustimmung im November 2018 unter 

dem Gesichtspunkt des Handelns nach Treu und Glauben vereinbar ist. 

4.5.3 Die Klägerin führt aus, Ende 2018 habe sie sich mit folgenden Um-

ständen konfrontiert gesehen: Zum einen sei das Standstill-Agreement 

wegen nicht rechtzeitiger Zahlung des Due Debt Amount durch die Be-

klagte nicht wirksam geworden. Zum anderen sei sie von der Beklagten mit 

Schreiben vom 26. Oktober 2018 darüber informiert worden, dass die 

Beklagte das Oman-Geschäft – ihre einzige potentielle Ertragsquelle – 

"verkaufen" wolle. Darüber hinaus hätten sich die im IBR-Bericht vom 

18. Oktober 2017 erwähnten Indonesien- und Vietnam-Geschäfte nicht 

konkretisiert. Unter diesen Umständen sei es für die Klägerin nicht mehr in 

Frage gekommen, dem Standstill-Agreement zuzustimmen. Ausserdem 

habe die Klägerin zwar die am 8. November 2018 bis zum 15. Januar 2019 

beantragte Stundung nicht gewährt, die beantragte Frist aber dennoch ab-

gewartet, bevor sie am 29. Januar 2019 die Betreibung eingeleitet habe.  

Unter diesen Umständen erscheint es nicht treuwidrig, wenn die Klägerin 

im September 2018, aufgrund einer veränderten Ausgangslage, ihre 

Zustimmung für das Standstill-Agreement nicht erteilt hat. 

4.6 Nach dem Gesagten erweist sich die von der Beklagten sinngemäss 

erhobene Einwendung der Nichterfüllungsfiktion (Art. 156 OR analog) ins-

gesamt als unbegründet.  

5.  

5.1 Für die Qantifizierung der eingeklagten Erstattungsforderung hinsicht-

lich der dem Finanzinstitut ausbezahlten Entschädigungsleistungen rech-

nete die Klägerin die eingegangenen Rückflüsse jeweils der ihrem Eingang 

vorausgegangen Entschädigungsleistung an.  

Die Klägerin verlangt eine Verzinsung zu 5 % ab Auszahlungsdatum. 

Dieser Anspruch ergibt sich direkt aus Ziff. 2.6 EVE, wonach die Erstat-

tungsverpflichtung "zuzüglich 5 Prozent Zins seit Zahlung der SERV" ge-

schuldet ist. Es handelt sich hierbei um einen vertraglichen Anspruch, der 

auf Erfüllung der getroffenen Verzinsungsvereinbarung gerichtet ist. 

Insofern gelangen hier die gesetzlichen, an den Eintritt des Verzugs an-

knüpfenden Verzinsungsregeln von Art. 104 OR nicht zur Anwendung. 

B-2576/2019 

Seite 36 

Somit resultieren folgende ausgewiesene Beträge (samt Verzinsungsan-

spruch): 

 

Datum 
Versiche-

rungsleistung  
in USD 

Abzug 
(Rückfluss) 

in USD 

Erstattungs- 
forderung  

in USD 

Verzinsung 

Beginn des 
Zinsenlaufs 

Zinssatz 
(%) 

13.12.2017 19'987'362.80     

13.12.2017  -1'668.88* 19'985'693.92 13.12.2017 5.00 

31.01.2018 5'116'838.00     

15.03.2018  -122'580.25 4'994'257.75 31.01.2018 5.00 

30.04.2018 4'957'739.03     

08.05.2018  -592'023.79 4'365'715.24 30.04.2018 5.00 

31.07.2018 4'969'809.91     

10.09.2018  -500'000.00    

02.10.2018  -87'799.97 4'382'009.94 31.07.2018 5.00 

31.10.2018 4'913'094.87     

04.12.2018  -217'591.25 4'695'503.62 31.10.2018 5.00 

07.12.2018 23'203'310.01     

09.01.2019  -961'083.91 22'242'226.10 07.12.2018 5.00 

Total 63'148'154.62 -2'482'748.05 60'665'406.57   

* Korrektur wegen fehlerhafter Verzugszinsberechnung 

5.2 Des Weiteren verlangt die Klägerin die Erstattung der Kosten, die ihr 

im Zusammenhang mit dem versicherten Exportgeschäft (Lieferantenkre-

ditversicherung VP 14-7071/4) für Rechtsabklärungen durch die omani-

sche Anwaltskanzlei D._______ (Maskat) entstanden seien. Die geltend 

gemachte Kostenerstattungsforderung bezieht sich auf drei von 

D._______ ausgestellte Rechnungen im (umgerechneten) Betrag von 

USD 1'455.09 (Rechnung vom 6. Dezember 2017), USD 279.84 (Rech-

nung vom 13. Juni 2018) und USD 559.65 (Rechnung vom 9. August 

2018), welche die Klägerin mit Valuta vom 22. Dezember 2017, 6. Juli 2018 

und 24. August 2018 beglich. Die Klägerin fordert auf diese Beträge einen 

Zins zu 5 % ab dem jeweiligen Zahlungsdatum.  

Dagegen wendet die Beklagte ein, die streitbetroffenen Kostenpositionen 

beträfen die Exportforderung gegenüber dem omanischen Ministerium und 

stünden allein im Zusammenhang mit dem Antrag der Beklagten auf Ent-

schädigung aus der Lieferantenkreditversicherung VP 14-7071/4. Es be-

stehe diesbezüglich kein Konnex zu den Entschädigungsleistungen der 

Klägerin an das Finanzinstitut, welches keinen direkten Bezug zum Oman-

B-2576/2019 

Seite 37 

Geschäft gehabt habe. Infolgedessen bestehe hinsichtlich dieser Aufwen-

dungen keine Erstattungspflicht. 

5.2.1 Der Anspruch auf Erstattung der "Kosten" ergibt sich vorliegend – 

ausschliesslich – aus Art. 21a Abs. 2 SERVG ("zuzüglich Zinsen und Kos-

ten"). Eine vertragliche Anspruchsgrundlage fällt hier ausser Betracht, da 

sich die in Ziff. 2.6 EVE stipulierte Erstattungsverpflichtung mangels ent-

sprechender Erwähnung nicht auf den Aufwendungsersatz erstreckt. Frag-

lich und näher zu prüfen ist, ob zwischen den geltend gemachten Kosten 

für rechtliche Abklärungen betreffend die Exportforderung und den gegen-

über dem Finanzinstitut erbrachten Versicherungsleistungen ein relevanter 

Konnex besteht. Im Rahmen des Fabrikationskreditvertrages erfolgte eine 

Sicherungszession der Ansprüche der Beklagten aus dem Exportgeschäft 

an das Finanzinstitut (Ziff. 20 Bst. a und b des Fabrikationskreditvertrages; 

Ziff. 2.3 EVE). Im Umfang, in dem die Klägerin das Finanzinstitut aus der 

Fabrikationskreditversicherung VP 14-7073/5 entschädigte, ging die Kre-

ditforderung des Finanzinstituts gegen die Beklagte "samt Nebenrechten" 

auf die Klägerin über (Art. 19 Abs. 1 SERVG). Zu diesen Nebenrechten ge-

hören laut AGB FK (Ziff. 10.1), welche die Beklagte in Ziff. 1 EVE ausdrück-

lich anerkannte, u.a. auch die zur Kreditforderung akzessorischen "Sicher-

heiten", womit vorliegend die abgetretene Exportforderung erfasst wird. An-

gesichts dessen, dass die Exportforderung demnach (in einem beträchtli-

chen Umfang) der Sicherung der streitbetroffenen Erstattungsforderung 

dient, stehen die Kosten für diesbezügliche Rechtsabklärungen (auch) in 

einem relevanten Zusammenhang zur Fabrikationskreditversicherung, 

weshalb die Beklagte gestützt auf Art. 21a Abs. 2 SERVG auch hierfür er-

stattungspflichtig ist. 

5.2.2 Indessen besteht für die ab Zahlungsdatum verlangte Verzinsung der 

Kostenersatzforderung keine Grundlage, da Art. 21a Abs. 2 SERVG den 

Beginn des Zinsenlaufs nicht regelt und Ziff. 2.6 EVE, wie in E. 5.2.1 hier-

vor dargelegt, den Aufwendungsersatz nicht erfasst. Abzustellen ist 

demnach auf die dispositive Regel von Art. 104 Abs. 1 OR, wonach bei Ein-

tritt des Verzugs ein Verzugszins zu 5 % geschuldet ist. Die Klägerin for-

derte die Beklagte mit Telefax vom 18. Dezember 2018 auf, den Forde-

rungsbetrag "umgehend" zu überweisen, wodurch die Beklagte am 

18. Dezember 2018 in Verzug geriet (Art. 102 Abs. 1 OR). Demgemäss hat 

die Beklagte auf den Beträgen von USD 1'455.09, USD 279.84 und 

USD 559.65 jeweils ab dem 18. Dezember 2018 einen Verzugszins zu 5 % 

zu bezahlen.  

B-2576/2019 

Seite 38 

5.3 Schliesslich verlangt die Klägerin, die Beklagte habe ihr die Betrei-

bungskosten zu ersetzen. Die Klägerin als Gläubigerin hat für den Fall, 

dass ihr, wie vorliegend, die in Betreibung gesetzte Forderung ganz oder 

teilweise zugesprochen wird, von Gesetzes wegen einen Anspruch auf Er-

satz der Betreibungskosten (Art. 68 SchKG), weshalb die Beklagte ihr 

diese im ausgewiesenen Umfang von Fr. 413.30 (Kosten des Zahlungsbe-

fehls vom 4. Februar 2019) zu vergüten hat.  

6.  

Nach dem Gesagten ist die Klage – mit Ausnahme der Zinsbetreffnisse vor 

dem 18. Dezember 2018 für die zu erstattenden Kosten – gutzuheissen 

und die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin die aus der Fabrikationskre-

ditversicherung VP 14-7073/5 dem Finanzinstitut ausgerichteten Entschä-

digungsleistungen im Totalbetrag von USD 60'665'406.57 (USD 

19'985'693.92 zuzüglich Zins zu 5 % seit 13. Dezember 2017; USD 

4'994'257.75 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31. Januar 2018; USD 

4'365'715.24 zuzüglich Zins zu 5 % seit 30. April 2018; USD 4'382'009.94 

zuzüglich Zins zu 5 % seit 31. Juli 2018; USD 4'695'503.62 zuzüglich Zins 

zu 5 % seit 31. Oktober 2018; USD 22'242'226.10 zuzüglich Zins zu 5 % 

seit 7. Dezember 2018), zuzüglich der Kosten im Totalbetrag von 

USD 2'294.58 (USD 1'455.09 zuzüglich Zins zu 5 % seit 18. Dezember 

2018; USD 279.84 zuzüglich Zins zu 5 % seit 18. Dezember 2018; USD 

559.65 zuzüglich Zins zu 5 % seit 18. Dezember 2018), zuzüglich der Be-

treibungskosten von Fr. 413.30 zu bezahlen.  

Im Mehrbetrag (Zins zu 5 % auf USD 1'455.09 von 22. Dezember 2017 bis 

17. Dezember 2018, Zins zu 5 % auf USD 279.84 von 6. Juli 2018 bis 

17. Dezember 2018, Zins zu 5 % auf USD 559.65 von 24. August 2018 bis 

17. Dezember 2018) ist die Klage abzuweisen. 

7.  

7.1 Ist gegen die in Betreibung gesetzte Forderung Rechtsvorschlag erho-

ben worden, kann der Gläubiger im Anerkennungsprozess dessen Besei-

tigung verlangen (Art. 79 SchKG). Der Gläubiger kann die Beseitigung des 

Rechtsvorschlags aber auch im Rahmen eines (separaten) Rechtsöff-

nungsverfahrens erwirken, wenn er für seine Forderung über einen Rechts-

öffnungstitel verfügt (Art. 80 ff. SchKG). Vorliegend beantragt die Klägerin 

neben der Beseitigung des Rechtsvorschlags ausdrücklich auch die Ertei-

lung der "definitiven Rechtsöffnung" (vgl. Klagebegehren Ziff. 2). Es ist da-

von auszugehen, dass ihr Begehren im Wesentlichen auf die Beseitigung 

B-2576/2019 

Seite 39 

des Rechtsvorschlags gerichtet ist und sie damit nicht um Durchführung 

eines grundsätzlich den kantonalen Instanzen vorbehaltenen Rechtsöff-

nungsverfahrens ersucht, für welches das Bundesverwaltungsgericht nicht 

zuständig ist (Art. 23 i.V.m. Art. 84 Abs. 1 SchKG; Art. 31 ff. VGG). Der klä-

gerische Antrag Ziff. 2 ist daher ungeachtet der Formulierung als Begehren 

im Sinne von Art. 79 SchKG entgegenzunehmen. 

7.2 Wird die in Betreibung gesetzte Forderung ganz oder teilweise zuge-

sprochen, erfolgt die Beseitigung des Rechtsvorschlags in diesem Umfang. 

Die Forderung muss als notwendige Voraussetzung identisch sein mit der-

jenigen, die in Betreibung gesetzt wurde (STAEHELIN, in: Basler Kommen-

tar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. I, 3. Aufl. 

2021, Art. 79 SchKG N 10a). Die Bezeichnung der Gläubigerin und Schuld-

nerin auf dem Zahlungsbefehl vom 4. Februar 2019 stimmt mit den Par-

teien im vorliegenden Verfahren überein. Die auf dem Zahlungsbefehl auf-

geführten Teilforderungen, welche von der Klägerin unbestrittenermassen 

zum Tageskurs der SNB vom 29. Januar 2019 (Datum des Betreibungsbe-

gehrens) in Franken umgerechnet wurden (USD 1 = Fr. 0.9918) und be-

züglich welcher als Forderungsgrund "Art. 21a Abs. 2 SERVG" sowie die 

"Ermächtigungs- und Verpflichtungserklärung vom 10. April 2014" angege-

ben wurde, stimmen mit den eingeklagten Ansprüchen überein. Dass die 

Klägerin in ihrer Klage die auf dem Zahlungsbefehl aufgeführten Teilforde-

rungen Nr. 1 und Nr. 6 von Fr. 19'823'466.45 auf Fr. 19'821'811.23 respek-

tive von Fr. 23'013'042.85 auf Fr. 22'059'839.85 reduzierte, ist für die An-

nahme der Forderungsidentität unbeachtlich.  

Was die Betreibungskosten von Fr. 413.30 betrifft, erfolgt praxisgemäss 

keine Beseitigung des Rechtsvorschlags. Weil der Gläubiger bei mindes-

tens partiell erfolgreicher Betreibung gestützt auf Art. 68 Abs. 2 SchKG be-

rechtigt ist, die Betreibungskosten von den Zahlungen des Schuldners 

vorab zu erheben, womit diese ex lege zur Schuld geschlagen werden, 

muss dafür der Rechtsvorschlag nicht beseitigt werden (vgl. Urteil des 

BGer 5A_455/2012 vom 5. Dezember 2012 E. 3; EMMEL, in: Basler 

Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. I, 

3. Aufl. 2021, Art. 68 SchKG N 16). 

7.3 Demnach ist der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. […] des Betrei-

bungsamtes A._______ (Zahlungsbefehl vom 4. Februar 2019) im Umfang 

der Klagegutheissung, mit Ausnahme des zugesprochenen Betrags für die 

Betreibungskosten, zu beseitigen. Die entsprechenden Beträge sind zum 

B-2576/2019 

Seite 40 

Tageskurs der SNB vom 29. Januar 2019 (USD 1 = Fr. 0.9918) umzurech-

nen (Art. 67 Abs. 1 Ziff. 3 SchKG). Im Mehrbetrag ist der Antrag auf Besei-

tigung des Rechtsvorschlags abzuweisen. 

8.  

8.1 Die Gerichtsgebühr und die Parteientschädigung richten sich gemäss 

Art. 44 Abs. 3 VGG nach den Art. 63–65 VwVG, womit auch das Reglement 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht (VGKE; SR 173.320.2) sinngemäss zur Anwendung 

gelangt (Art. 44 Abs. 3 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 16 Abs. 1 

Bst. a VGG; Urteile des BVGer B-6759/2019 vom 13. Oktober 2020 E. 8.1; 

B-8031/2015 vom 4. November 2019 E. 10). 

8.2 Nach Art. 63 Abs. 1 VwVG hat in der Regel die unterliegende Partei die 

Verfahrenskosten zu tragen. Die Gerichtsgebühr bestimmt sich nach Um-

fang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finan-

zieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 VGKE). Bei 

vermögensrechtlichen Streitigkeiten mit einem Streitwert über Fr. 5 Mio. 

beträgt die Gebühr zwischen Fr. 15'000.– und Fr. 50'000.– (Art. 4 VGKE). 

Ausgehend von einem Streitwert von USD 60'667'701.15 und unter Be-

rücksichtigung des erheblichen, im Zeitpunkt der Festlegung des Kosten-

vorschusses nicht vorhersehbaren Verfahrensaufwands, insbesondere im 

Zusammenhang mit der nach Abschluss des doppelten Schriftenwechsels 

am 19. November 2021 stattgefundenen Vorbereitungsverhandlung und 

der am 13. April 2022 durchgeführten Hauptverhandlung sowie den im 

Nachgang dazu eingegangenen unaufgeforderten Eingaben, ist die Ge-

richtsgebühr auf Fr. 30'000.– festzusetzen. Entsprechend dem Prozess-

ausgang sind die Verfahrenskosten der Beklagten aufzuerlegen. Die ge-

ringfügigen Abweichungen gegenüber den klägerischen Rechtsbegehren 

bezüglich der Verzinsung der Kosten sowie der Beseitigung des Rechts-

vorschlags für die Betreibungskosten fallen nicht erheblich ins Gewicht und 

haben daher keinen Einfluss auf die Kostenverlegung.  

8.3 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann von Amtes wegen 

oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendi-

gen Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 

VGKE). Die Klägerin prozessierte im Rahmen ihres gesetzlich vorgesehe-

nen Aufgabenbereichs und hat als öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE).  

  

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Seite 41 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

1.1 Die Klage wird teilweise gutgeheissen. Die Beklagte wird verpflichtet, 

der Klägerin zu bezahlen: 

USD 19'985'693.92 zuzüglich Zins zu 5 % seit 13. Dezember 2017, 

USD 4'994'257.75 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31. Januar 2018, 

USD 4'365'715.24 zuzüglich Zins zu 5 % seit 30. April 2018, 

USD 4'382'009.94 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31. Juli 2018, 

USD 4'695'503.62 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31. Oktober 2018, 

USD 22'242'226.10 zuzüglich Zins zu 5 % seit 7. Dezember 2018, 

USD 1'455.09 zuzüglich Zins zu 5 % seit 18. Dezember 2018, 

USD 279.84 zuzüglich Zins zu 5 % seit 18. Dezember 2018, 

USD 559.65 zuzüglich Zins zu 5 % seit 18. Dezember 2018, 

Fr. 413.30 (Betreibungskosten). 

1.2 Im Mehrbetrag (Zins zu 5 % auf USD 1'455.09 von 22. Dezember 2017 

bis 17. Dezember 2018, Zins zu 5 % auf USD 279.84 von 6. Juli 2018 bis 

17. Dezember 2018, Zins zu 5 % auf USD 559.65 von 24. August 2018 bis 

17. Dezember 2018) wird die Klage abgewiesen. 

2.  

2.1 Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. […] des Betreibungsamtes 

A._______ (Zahlungsbefehl vom 4. Februar 2019) wird beseitigt im Um-

fang von:  

Fr. 19'821'811.23 zuzüglich Zins zu 5 % seit 13. Dezember 2017, 

Fr. 4'953'304.84 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31. Januar 2018, 

Fr. 4'329'916.35 zuzüglich Zins zu 5 % seit 30. April 2018, 

Fr. 4'346'077.45 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31. Juli 2018, 

Fr. 4'657'000.49 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31. Oktober 2018, 

Fr. 22'059'839.85 zuzüglich Zins zu 5 % seit 7. Dezember 2018, 

Fr. 1'443.15 zuzüglich Zins zu 5 % seit 18. Dezember 2018, 

Fr. 277.55 zuzüglich Zins zu 5 % seit 18. Dezember 2018, 

Fr. 555.05 zuzüglich Zins zu 5 % seit 18. Dezember 2018. 

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Seite 42 

2.2 Im Mehrbetrag (Zins zu 5 % auf Fr. 1'443.15 von 22. Dezember 2017 

bis 17. Dezember 2018, Zins zu 5 % auf Fr. 277.55 von 6. Juli 2018 bis 

17. Dezember 2018, Zins zu 5 % auf Fr. 555.05 von 24. August 2018 bis 

17. Dezember 2018, Betreibungskosten von Fr. 413.30) wird der Antrag 

auf Beseitigung des Rechtsvorschlags abgewiesen.  

3.  

3.1 Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 30'000.– festgesetzt und der Be-

klagten auferlegt. Dieser Betrag ist nach Eintritt der Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die 

Zahlungsfrist beträgt 30 Tage ab Rechnungsdatum. Die Zustellung des 

Einzahlungsscheins erfolgt mit separater Post. 

3.2 Der von der Klägerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 20'000.– wird 

ihr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

4.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Klägerin und die Beklagte. 

 

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