# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a3e4d59a-cf62-550b-a1d8-52d75c6adb85
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-28
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 28.10.2016 SK 2016 148
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-148_2016-10-28.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 16 148+149

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 28. Oktober 2016 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Obergerichtssuppleantin Graf, 
Oberrichter Weber
Gerichtsschreiber i.V. Nydegger

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________
amtlich vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger 1

und

E.________

Straf- und Zivilklägerin 2

Gegenstand Versuchte schwere Körperverletzung, Vernachlässigung der Un-
terhaltspflichten etc. sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 27.01.2016 (PEN 2015 168)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 27.01.2016 stellte das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (nach-
folgend: Vorinstanz) das Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend: Beschul-
digter) wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten, angeblich mehrfach be-
gangen in der Zeit vom 01.05.2014 bis am 31.05.2015 in F.________ z.N.v. 
E.________ (nachfolgend: Straf- und Zivilklägerin 2) ein, ohne Ausrichtung einer 
Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten (Ziff. I. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 742). 

Es sprach den Beschuldigten von der Anschuldigung der mehrfachen Widerhand-
lungen gegen das Ausländergesetz, angeblich begangen ca. vom 09.01.2015 bis 
am 23.01.2015 in G.________ und ca. vom 09.01.2015 bis am 23.01.2015 in 
G.________, sowie von der Anschuldigung der mehrfachen Widerhandlungen ge-
gen das Gastgewerbegesetz, angeblich begangen in der Zeit von September 2013 
bis 31.10.2013 in G.________, frei, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und oh-
ne Ausscheidung von Verfahrenskosten (Ziff. II. des erstinstanzlichen Urteilsdispo-
sitivs, pag. 742).

Hingegen erklärte die Vorinstanz den Beschuldigten schuldig (Ziff. III. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 742 f.)

- der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 23.05.2014 in 
G.________, z.N.v. C.________ (nachfolgend: Straf- und Zivilkläger 1); 

- der mehrfachen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten, begangen in der 
Zeit vom 28.07.2013 bis am 30.04.2014 in F.________ z.N.d. Straf- und Zivil-
klägerin 2;

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, mehrfach began-
gen durch Verletzung der Anmelde- und Mitwirkungspflichten (am 15.02.2013 
bzw. vom 15.02.2013 bis am 03.10.2014 in F.________ und am 05.11.2014 in 
M.________), mehrfach begangen durch Förderung der rechtswidrigen Einrei-
se und des rechtswidrigen Aufenthaltes (vom 14.04.2012 bis am 23.05.2014 in 
F.________ und H.________ sowie vom 01.09.2013 bis am 23.05.2014 in 
F.________ und H.________) und mehrfach begangen durch Beschäftigen von 
Ausländern ohne Bewilligung (von November 2013 bis 23.05.2014 in 
G.________ sowie von Dezember 2013 bis am 23.05.2014 in G.________); 
sowie

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Gastgewerbegesetz, begangen von 
November 2013 bis 23.05.2014 in G.________ und von Dezember 2013 bis 
23.05.2014 in G.________. 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe 
von 30 Monaten, wobei sie 12 Monate davon für vollziehbar erklärte und den Voll-
zug der Teilstrafe von 18 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren 

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aufschob. Weiter wurde der Beschuldigte zu einer Übertretungsbusse von 
CHF 2‘000.00 sowie zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten verurteilt (Ziff. III. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 743). 

Betreffend den Zivilpunkt verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten zur Bezah-
lung einer Genugtuung von CHF 2‘000.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 23.05.2014 
an den Straf- und Zivilkläger 1. Soweit weitergehend wies es die Zivilklage ab. Für 
die Beurteilung der Zivilklage wurden keine Kosten ausgeschieden (Ziff. IV. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 744 f.). 

Der dem Beschuldigten mit Strafmandat der Staatsanwaltschaft BS/BSD Basel 
vom 12.12.2013 für eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen à je CHF 30.00 gewährte 
bedingte Vollzug wurde nicht widerrufen. Die Probezeit wurde um 1 Jahr verlängert 
und die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 wurden dem 
Beschuldigten auferlegt (Ziff. V. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 744).

Schliesslich bestimmte die Vorinstanz die Entschädigungen für die amtliche Vertei-
digung des Beschuldigten und die unentgeltliche Rechtsvertretung des Straf- und 
Zivilklägers 1 (Ziff. VI. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 745 f.) und traf 
die notwendigen Verfügungen (Ziff. VII. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 
pag. 746 f.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens und im Auftrag 
des Beschuldigten am 03.02.2016 fristgerecht die Berufung an (pag. 762). Die Be-
rufungserklärung ging am 17.05.2016 ebenfalls fristgerecht beim Obergericht des 
Kantons Bern ein (pag. 840 f.). Der Beschuldigte hielt darin fest, die Verfahrensein-
stellung und die Freisprüche seien unbestritten. Im Schuldpunkt werde einzig die 
versuchte schwere Körperverletzung (Ziff. III.1. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs, pag. 742) angefochten, die übrigen Schuldsprüche würden akzeptiert. Im 
Sanktionenpunkt werde einzig die Höhe der Freiheitsstrafe angefochten. Der Zivil-
punkt (Ziff. IV. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 744) werde nicht ange-
fochten. Anerkannt würden auch das Urteil im Widerrufsverfahren (Ziff. V. des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 744) sowie die durch die Vorinstanz getroffe-
nen Verfügungen (Ziff. VII. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 746 f.). 

Am 23.05.2016 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass weder die An-
schlussberufung erklärt werde, noch Gründe für ein Nichteintreten auf die Berufung 
geltend gemacht würden (pag. 849 f.). Die Straf- und Zivilkläger haben sich innert 
Frist nicht vernehmen lassen.

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurden von Amtes wegen 
ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 04.10.2016, pag. 895 f.), sowie ein 
Leumundsbericht inkl. Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse (datierend 
vom 13.09.2016, pag. 882 ff.) eingeholt. Zudem wurden die Vorakten der Staats-
anwaltschaft Basel-Landschaft betreffend Führenlassen ohne Haftpflichtversiche-
rung (SB1 15 2911) beigezogen. In der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurde 

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auf Antrag des Beschuldigten ein Arbeitsvertrag zwischen ihm und der 
N.________ GmbH zu den Akten genommen (pag. 911 f.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung na-
mens und im Auftrag des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 913 ff. bzw. 
923 ff.):

I. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom
27. Januar 2016 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist als

A.:
das Strafverfahren gegen A.________ wegen Vernachlässigung von Unterstützungs-
pflichten, angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom 01.05.2014 bis 31.05.2015 in 
F.________, z.N. von E.________ eingestellt wurde, ohne Ausrichtung einer Entschä-
digung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten;

B.:
der Beschuldigte freigesprochen wurde von den Anschuldigungen

1. der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, angeblich mehrfach begangen
1.1. ca. vom 09.01.2015 bis 23.01.2015 in G.________, durch Förderung der rechts-

widrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthaltes (I.________);
1.2. ca. vom 09.01.2015 bis 23.01.2015 in G.________, durch Beschäftigen von Aus-

ländern ohne Bewilligung (I.________);

2. der Widerhandlungen gegen das Gastgewerbegesetz, angeblich mehrfach began-
gen in der Zeit von September 2013 bis 31.10.2013 in G.________ durch Beschäftigen
oder Dulden von Animierdamen

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Kosten;

C.:
der Beschuldigte schuldig erklärt wurde

1. der Vernachlässigung von Unterstützungspflichten, mehrfach begangen in der Zeit 
vom 28.07.2013 bis 30.04.2014 in F.________, z.N. von E.________;

2. der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz mehrfach begangen
2.1. durch Verletzung der Anmelde- und Mitwirkungspflichten, mehrfach begangen

3.1.1. am 156 [recte: 15].02.2013 bzw. vom 15.02.2013 bis 02.10.2014 in F.________
3.1.2. am 05.11.2014 in M.________

2.2. durch Förderung der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufent-
haltes, mehrfach, begangen
2.2.1. vom 14.04.2012 bis 23.05.2014 in F.________ und H.________ (J.________)
2.2.2. vom 01.09.2013 bis 23.05.2014 in F.________ und H.________ (K.________)

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2.3. Beschäftigen von Ausländern ohne Bewilligung, mehrfach begangen
2.3.1. von November 2013 bis 23.05.2014 in G.________ (J.________)
2.3.2. von Dezember 2013 bis 23.05.2014 in G.________ (K.________)

3. der Widerhandlungen gegen das Gastgewerbegesetz, mehrfach begangen
3.1. in der Zeit von November 2013 bis 30.05.2014 in G.________ durch Beschäftigen 

oder Dulden von Animierdamen
3.2. am 22./23.05.2014 und am 23.01.2015 in G.________ durch Missachten 

des Rauchverbots in Gastgewerbe als verantwortliche Person;

D.:
der Beschuldigte zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 2000.00 an den Straf- 
und Zivilkläger C.________ verurteilt und die Zivilklage soweit weitergehend abge-
wiesen wurde, dies ohne Ausscheidung von Kosten für die Beurteilung der Zivilklage;

E.:
1. der A.________ mit Strafmandat der Staatsanwaltschaft BS/SBD, Basel, vom 

12.12.2013 für eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen à je CHF 30.00 gewährte, be-
dingte Vollzug nicht widerrufen wurde;

2. die Probezeit um ein Jahr verlängert wurde;
3. die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 A.________

auferlegt wurde.

Il. Der Beschuldigte sei schuldig zu erklären wegen einfacher Körperverletzung mit ge-
fährlichem Gegenstand, eventualvorsätzlich begangen am 23.05.2014 um ca. 03.30 
Uhr in G.________, vor dem Eingang des L.________ Clubs, z.N. von C.________.

III. Der Beschuldigte sei in Anwendung der einschlägigen Artikel zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft 
von 56 Tagen und unter Aufschub des Vollzugs bei einer Probezeit von vier Jahr-
en.

2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Staat aufzuerlegen, und es sei 
dem Beschuldigten eine Entschädigung für die entstandenen Anwaltskosten ge-
mäss eingereichter Kostennote auszurichten.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte im Rahmen des oberinstanzlichen 
Parteivortrages ihrerseits Folgendes (pag. 917 ff. bzw. 927 f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung) vom 27.01.2016 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist als

1. das Strafverfahren gegen A.________ wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten, angeb-
lich mehrfach begangen in der Zeit vom 01.05.2014 bis 31.05.2015 in F.________, z.N. von 
E.________ eingestellt wurde, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung 
von Verfahrenskosten;

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2. A.________ freigesprochen wurde von den Anschuldigungen
2.1. der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, angeblich mehrfach begangen, ca. vom 

09.01.2015 bis 23.01.2015 in G.________, durch Förderung der rechtswidrigen Einreise und 
des rechtswidrigen Aufenthaltes (I.________) sowie ca. vom 09.01.2015 bis 23.01.2015 in 
G.________, durch Beschäftigen von Ausländern ohne Bewilligung (I.________);

2.2. der Widerhandlung gegen das Gastgewerbegesetz, angeblich mehrfach begangen in der Zeit 
von September 2013 bis 31.10.2013 in G.________ durch Beschäftigen oder Dulden von 
Animierdamen;

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten

3. A.________ schuldig gesprochen wurde:
3.1. der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten, mehrfach begangen in der Zeit vom 

28.07.2013 bis 30.04.2014 in F.________, z. N. von E.________ (Deliktsbetrag: Euro 
2'000.00);

3.2. der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, mehrfach begangen
3.2.1. durch Verletzung der Anmelde- und Mitwirkungspflichten, mehrfach begangen, am 
          15.02.2013 bzw. vom 15.02.2013 bis 03.10.2014 in F.________ sowie am 05.11.2014 
           in M.________;
3.2.2. durch Förderung der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthaltes, 
          mehrfach begangen, vom 14.04.2012 bis 23.05.2014 in F.________ und H.________ 
          (J.________) sowie vom 01.09.2013 bis 23.05.2014 in F.________ und H.________ 
          (K.________);
3.2.3. durch Beschäftigen von Ausländer ohne Bewilligung, mehrfach begangen, von No-
          vember 2013 bis 23.05.2014 in G.________ (J.________) sowie von Dezember 2013 
          bis 23.05.2014 in G.________ (K.________);

3.3. der Widerhandlungen gegen das Gastgewerbegesetz, mehrfach begangen in der Zeit von 
November 2013 bis 23.05.2014 in G.________ durch Beschäftigen oder Dulden von Animier-
damen sowie am 22./23.05.2014 und am 23.01.2015 in G.________ durch Missachten des 
Rauchverbots in Gastgewerbe als verantwortliche Person;

4. A.________ verurteilt wurde:
4.1. zu einer Übertretungsbusse von CHF 2'000.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 

Nichtbezahlung wurde auf 20 Tage festgesetzt;
4.2. zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 2'000.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 23.05.2014 

an den Straf- und Zivilkläger C.________;

5. der A.________ mit Strafmandat der Staatsanwaltschaft BA/SBD, Basel vom 12.12.2013 für eine 
Geldstrafe von 5 Tagessätzen àje CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug nicht widerrufen 
wurde, unter Verlängerung der Probezeit um ein 1 Jahr, und ihm die Verfahrenskosten von CHF 
300.00 zur Bezahlung auferlegt wurden;

6. das amtliche Honorar bestimmt wurde (CHF 23‘139.15).

7.  das Gericht die weiteren Verfügungen gemäss Ziff. VII/1 - 3 des Urteils getroffen hat.

II.

A.________ sei schuldig zu sprechen der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 
23.05.2014, um ca. 03.30 Uhr in G.________, vor dem Eingang des L.________ Clubs, z.N. von 
C.________;

und in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen

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zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, unter bedingtem Aufschub einer Teilstrafe von 18 Mona-
ten bei einer Probezeit von vier Jahren, unter Anrechnung von 56 Tagen auf die zu vollziehende 
Teilstrafe.

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemessenen Ge-
bühr von CHF 500.00 gemäss Art. 21 VKD).

III. 

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Honorar amtliche Verteidigung, Löschung DNA-Profil 
etc.).

Dem Straf- und Zivilkläger 1 wurde das Erscheinen in der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung freigestellt (pag. 870 f.). Dessen unentgeltlicher Rechtsvertreter, 
Rechtsanwalt D.________, reichte folgende Anträge schriftlich ein (pag. 905 f.):

Herr C.________ stellt bezüglich des Tatvorgangs vom 23. Mai 2014 den Antrag, dass Herr 
A.________ der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil von Herrn C.________ schuldig 
zu erklären sei und im Sinne des Urteils des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 27. Janu-
ar 2016 zu einer Freiheitsstrafe zu verurteilen sei. Die Verfahrenskosten sind von Herrn A.________ 
zur Bezahlung zu übernehmen und er sei zu verurteilen, Herrn C.________ eine Genugtuung in der 
Höhe von CHF 2‘000.00, zuzügl. 5 % Zins seit dem 23. Mai 2014, sowie eine Parteientschädigung zu 
bezahlen.

Der Straf- und Zivilklägerin 2 wurde das Erscheinen an der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung ebenfalls freigestellt (pag. 872 f.). Sie hat sich weder vernehmen 
lassen, noch ihren Verzicht auf die Teilnahme an der Berufungsverhandlung ange-
zeigt.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das erstinstanzliche Urteil wurde durch den Beschuldigten mit Berufungserklärung 
vom 17.05.2016 nur teilweise angefochten (vgl. Ziff. I.2. Berufung und Anschluss-
berufung hiervor). Die Berufung erstreckte sich lediglich auf den Schuldspruch we-
gen versuchter schwerer Körperverletzung sowie auf die Sanktion (pag. 840 f.). Die 
Verteidigung beantragte anlässlich ihres mündlichen Parteivortrages an der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung – abweichend von ihrer Berufungserklärung und den 
schriftlich zu den Akten gereichten Anträgen – dass die Übertretungsbusse auf 
CHF 1‘000.00, statt auf CHF 2‘000.00 festzusetzen sei. Der Verfahrensgegenstand 
wurde mit der Berufungserklärung verbindlich eingeschränkt, was eine nachträgli-
che Erweiterung verunmöglicht (Art. 399 Abs. 4 der Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Somit hat die Kammer über den Schuldspruch gemäss Ziff. III.1. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs und die dafür sowie für die Schuldsprüche 
gemäss den Ziff. III.2.3.2. und 3.3. als Freiheitsstrafe ausgesprochene Sanktion 
neu zu befinden. Demgegenüber sind die Ziff. I., II., III.2., 3., 4., III.2., 3., IV., V., VI. 
und VII. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, einschliesslich die für die Schuld-
sprüche gemäss den Ziff. III.3.1. und 4. ausgefällte Übertretungsbusse von 
CHF 2‘000.00, in Rechtskraft erwachsen. 

In Bezug auf die angefochtenen Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Aufgrund des Verschlechterungsverbotes (Art. 391 

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Abs. 2 StPO) kann das Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert 
werden.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Sachverhaltsmässig ist lediglich der Vorwurf der versuchten schweren Körperver-
letzung gemäss Ziff. I.1. der Anklageschrift zu prüfen (pag. 628).

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 23.05.2014 um ca. 03.30 Uhr vor dem 
Eingang des L.________ Clubs in G.________ eine versuchte schwere Körperver-
letzung, evtl. eine einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, z.N.d. 
Straf- und Zivilklägers 1 begangen zu haben.

Gemäss Anklageschrift liess der Beschuldigte den Straf- und Zivilkläger 1 nach ei-
ner verbalen Auseinandersetzung an der Bar des L.________ Clubs von seinem 
Kollegen O.________ aus dem Club bringen. Er selber holte in seinem Büro die 
spätere Tatwaffe und folgte den beiden nach draussen. Dort ging er unverzüglich 
mit dem geöffneten Klappmesser der Marke «ARMY specifics» mit einer Klingen-
länge von 8,5 cm auf den Straf- und Zivilkläger 1 los und stach diesem damit in die 
Brustgegend. Er traf ihn unterhalb der linken Achsel und fügte ihm eine 3 cm lange, 
spitz zulaufende Hautdurchtrennung zu, die im Spital chirurgisch versorgt werden 
musste. Der Einstich war nicht sehr tief und führte nicht zu einer lebensgefährlichen 
Verletzung. Aufgrund der anatomischen Nähe zu vitalen Strukturen im Brustbereich 
– insbesondere der Lunge – hätte der Beschuldigte mit dem Messerstich aber auch 
eine lebensgefährliche und somit schwere Körperverletzung herbeiführen können. 
Aufgrund seines Verhaltens unmittelbar vor und während der Tat, griff der Be-
schuldigte den Straf- und Zivilkläger 1 wissentlich und willentlich mit seinem Mes-
ser an und verletzte ihn mit direktem Vorsatz. Mindestens aber hielt der Beschul-
digte die Verwirklichung der Tat, d.h. den Eintritt einer einfachen oder schweren 
Körperverletzung, für möglich und nahm eine solche in Kauf (Eventualvorsatz). Zu-
dem verhinderte der Straf- und Zivilkläger 1 allenfalls schlimmere Verletzungen, in-
dem er sich mit einem massiven Faustschlag ins Gesicht des Angreifers wehrte. 
Letzterer stürzte daraufhin zu Boden, wodurch der Straf- und Zivilkläger 1 flüchten 
konnte.

7. Unbestrittener Sachverhalt

In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vorinstanz (pag. 787, S. 10 der 
Entscheidbegründung) und gestützt auf die objektiven Beweismittel (Erkenntnisse 
des Kriminaltechnischen Dienstes der Kantonspolizei Bern [KTD; pag. 170 ff.] so-
wie des Institutes für Rechtsmedizin der Universität Bern [IRM; pag. 156 ff.]), ist 
folgender Sachverhalt unbestritten:

[…] Anlässlich der Hausdurchsuchung im L.________ Club konnte in einer Schublade des Büros des 
L.________ Clubs ein Klappmesser sichergestellt werden (pag. 197 f. und 488). An der Messerklinge 
des Klappmessers konnte ein komplexes DNA-Mischprofil isoliert werden, wobei die Merkmale von 

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C.________ sowie diejenigen des Beschuldigten komplett enthalten sind. Auf dem Messergriff wurden 
DNA-Spuren des Beschuldigten festgestellt (pag. 170 ff. und 199 f.).

Weiter ist unbestritten, dass C.________ durch die Auseinandersetzung vor dem L.________ Club in 
G.________ eine Stichverletzung thorakal links von ca. 3 cm Länge, welche mit Einzelknopfnähten 
genäht werden musste, erlitten hat (pag. 189 und 205/1; [recte 205/3]). Das spitz zulaufende Wun-
dende und die weitgehend scharfen Wundränder würden gemäss rechtsmedizinischem Gutachten zur 
körperlichen Untersuchung des IRM Bern einen scharfen Gegenstand wie z.B. ein Messer vermuten 
lassen. Ferner spreche die Wundmorphologie für einen unruhigen Ereignisablauf, wobei es zu einer 
Relativbewegung zwischen Stichwerkzeug und Opfer gekommen sein könnte (pag. 163). Der Be-
schuldigte wurde am 23.05.2014 ebenfalls rechtsmedizinisch untersucht. Gemäss rechtsmedizini-
schem Gutachten hätte [recte: habe] die körperliche Untersuchung diverse, auf stumpfe Gewaltein-
wirkung zurückzuführende Verletzungen in Form einer Schwellung und Unterblutung der Augenlider 
rechts und einer Schorfkruste unter dem rechten Auge gezeigt, die zwanglos mit einer Entstehung 
durch einen Faustschlag erklärt werden könnten, sowie Hautverfärbungen und Schorfkrusten am lin-
ken Ellenbogen und linken Unterarm, die zwanglos mit einem Sturzgeschehen auf eine harte Ober-
fläche vereinbar wären [recte: seien] (pag. 156 ff. und 191). […]

8. Bestrittener Sachverhalt

Demgegenüber erachtete die Vorinstanz insbesondere als bestritten (und für die 
rechtliche Würdigung relevant), was sich im L.________ Club vor der Auseinander-
setzung abspielte und wie genau es zur Stichverletzung des Straf- und Zivilklä-
gers 1 kam (pag. 787, S. 10 der Entscheidbegründung).

Der Messereinsatz an sich wird vom Beschuldigten nicht bestritten, was sich auch 
im oberinstanzlichen Antrag auf Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung 
mit gefährlichem Gegenstand widerspiegelt (pag. 914 f.). Für die Kammer konzen-
trieren sich die beweismässig zu klärenden Fragen auf die Geschehnisse vor der 
Eingangstüre des L.________ Clubs. Dabei ist durch die Sequenz der Kamera 1 
um 03:28:16 nur – aber immerhin – objektiviert, dass der Straf- und Zivilkläger 1 
rückwärts lief, der Beschuldigte ihm vorwärts schreitend folgte, wobei er mit den 
Armen fuchtelte und einen Gegenstand in den Händen hielt (pag. 153, 155.1). Zur 
Beantwortung der Frage, wie genau es zum Messerstich kam, stehen nebst den 
erwähnten Videoaufnahmen nur die Aussagen der beiden Beteiligten und des Zeu-
gen O.________ zur Verfügung, wobei aber der Straf- und Zivilkläger 1 selbst den 
Stich gar nicht gespürt haben will und der Zeuge O.________, der gemäss der 
Darstellung des Straf- und Zivilkläger 1 alles gesehen haben müsste, nichts gese-
hen haben will. Es ist demzufolge wesentlich, welche Aussagen die Kammer als 
glaubhaft erachtet und welche nicht. Zu hinterfragen ist insbesondere die Darstel-
lung des Beschuldigten, wonach er erst als Reaktion auf den Faustschlag ins Ge-
sicht mit dem Messer zugestochen haben will (pag. 449 Z. 430 f.) bzw. den Straf- 
und Zivilkläger 1 «irgendwie bzw. unbeabsichtigt bzw. im Fallen» mit dem Messer 
verletzt haben will (pag. 450 Z. 481 ff., 455 Z. 739, 469 Z. 125 f., 470 Z. 133 ff., 721 
Z. 29 ff.) bzw. der Straf- und Zivilkläger 1 sogar auf das vom Beschuldigten in der 
Hand gehaltenen Messer gekippt sein soll (pag. 721 Z. 32 f.). Im Weiteren bestrei-
tet der Beschuldigte – die Vorinstanz erachtete dies als erstellt (pag. 796, S. 19 der 

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Entscheidbegründung) – das Messer in seinem Büro geholt zu haben; vielmehr ha-
be er sein Mobiltelefon geholt. 

Die Geschehnisse an der Bar des L.________ Clubs betreffen vorwiegend das 
Rahmengeschehen und erklären, woran sich die Auseinandersetzung entzündete. 
Die Vorinstanz ging diesbezüglich davon aus, dass das Verhältnis am fraglichen 
Abend über längere Zeit gut gewesen sei und der Grund der Auseinandersetzung 
in P.________ liege (pag. 793 f., S. 16 f. der Entscheidbegründung). In Bezug auf 
das eigentliche Kerngeschehen liefern die Aussagen betreffend das Vorgeschehen 
allenfalls Hinweise. 

9. Allgemeines betreffend Beweiswürdigung und Aussagenanalyse

Bezüglich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagen-
analyse kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 783 ff., S. 6 ff. der Entscheidbegründung).

10. Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte wurde im Laufe des Verfahrens mehrfach befragt. In Bezug auf 
sein Aussageverhalten kann allgemein festgehalten werden, dass der Beschuldigte 
jeweils nur das zugibt, was ihm ohnehin nachgewiesen werden konnte und dies nur 
soweit, wie ihm entsprechende Vorhalte gemacht wurden. Die Aussagen des Be-
schuldigten glichen einem eigentlichen Slalomlauf und widersprachen sich sowohl 
bezüglich des Kern- als auch des Nebengeschehens; er sagte etwas, nur um kurze 
Zeit später alles wieder abzuschwächen, zu korrigieren oder gar das genaue Ge-
genteil zu behaupten. Das zeigte sich bereits bei der Schilderung betreffend das 
Ausschütten des Whiskys (vgl. die Ausführungen der Vorinstanz pag. 788, S.11 der 
Entscheidbegründung) und wurde dann geradezu krass, wenn es um das eigentli-
che Kerngeschehen – die Auseinandersetzung vor der Türe des Clubs und den 
Messereinsatz – ging. 

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen des Beschuldigten zum Kerngeschehen 
sorgfältig und schälte die zahlreichen Widersprüche heraus (pag. 788 ff., S. 11 ff. 
der Entscheidbegründung). Sie hielt unter anderem fest:

[...] So führte er [Anmerkung: der Beschuldigte] zunächst am 23.05.2014 aus, dass, als sie im Be-
reich des Ausgangs gewesen seien, also ausserhalb des Clubs, C.________ sich umgedreht und ihn 
geschlagen habe. Danach habe sich C.________ aus dem Staub gemacht (pag. 421 Z. 22-23; 
bestätigend: pag. 428 Z. 75-76). Wie genau C.________ ihn geschlagen haben soll, konnte der Be-
schuldigte hingegen nicht sagen (vgl. pag. 422 Z. 69-71). Die Stichverletzung von C.________ sei Mil-
lionen-Prozent, sogar Milliarde-Prozent nicht von ihm. Er habe nicht einmal die Hand nach „ufe ge-
hebt“ (pag. 422 Z. 82-84). Er sei auch nicht im Besitz eines Messers, man könne jeden fragen 
(pag. 423 Z. 123-125). Anlässlich der Hafteröffnung vom 24.05.2014 bestätigte der Beschuldigte 
dann, dass er ein Messer gehabt habe. Es sei ein kleines Messer gewesen. Ein Sackmesser. Das 
Messer müsse man von Hand öffnen, es habe keinen Knopf zum Öffnen. Das Messer sei im Büro im 
L.________ in der Schublade. Beim Vorfall habe er das Messer jedoch nicht dabei gehabt (pag. 432 
Z. 217-223). Weiter führte der Beschuldigte aus, dass O.________ nicht mitbekommen habe, dass 
C.________ ihn geschlagen habe (pag. 428 Z. 85). Kurze Zeit später gab er dann auf Frage, wer die 

11

Auseinandersetzung mitbekommen habe, zu Protokoll, dass O.________ dabei gewesen sei. Es sei 
jedoch keine Auseinandersetzung gewesen (pag. 433 Z. 255-257). Nach Vorhalt einer Aufnahmese-
quenz der Videoüberwachung, auf welcher ersichtlich ist, dass der Beschuldigte nicht direkt mit 
C.________ und O.________ die Treppe hinaufgeht, sondern zuerst noch ins Büro geht, führte der 
Beschuldigte am 26.06.2014 aus, dass er sein Telefon im Büro behändigt habe. Das Telefon habe er 
einfach so geholt. Er sei kein Messer holen gegangen (pag. 445 Z. 216-223, Z. 235-238 und Z. 252-
253). Weiter führte der Beschuldigte aus, dass er, nachdem er wieder zurück ins L.________ sei, 
dass Telefon K.________ gegeben und ihr gesagt habe, dass sie es ins Büro bringen solle, um es 
aufzuladen. Der Akku sei fast leer gewesen (pag. 446 Z. 289-305). Nach Vorhalt einer Videosequenz 
gab er dann kurze Zeit später zu Protokoll, dass er K.________ (nach der Auseinandersetzung) ein 
defektes Mikrofon übergeben habe. Von sich aus ergänzte der Beschuldigte, dass es bestimmt kein 
Messer gewesen sei (pag. 446 f. Z. 307-322). Das (Tat)messer habe er am fraglichen Abend sicher 
nicht in der Hand gehabt. Letztmals habe er das Messer ungefähr drei bis fünf Tage vor dem Vorfall in 
der Hand gehabt (pag. 448 Z. 384-385 und Z. 404-405). Während der Einvernahme änderte der Be-
schuldigte dann plötzlich seine Aussagen und bestätigte, dass er mit dem Messer gestochen habe. Er 
habe aber nicht zuerst gestochen. C.________ habe ihn mit der Faust ins Gesicht geschlagen, da-
nach habe er zugestochen. Er sei bereits nahe gestanden und weil C.________ ihn beleidigt habe, 
habe er zugestochen. Er wisse nicht, woher er das Messer gehabt habe. Das Messer sei offen gewe-
sen. Er sei am Boden gelegen und wie das Messer zu ihm gekommen sei, wisse er nicht. Er habe 
nicht direkt zugestochen (pag. 449 Z. 430-435). Der Beschuldigte führte dann – wiederum entgegen 
seinen früheren notabene anlässlich der gleichen Einvernahme gemachten Aussagen – aus, dass er 
das Messer bereits im Hosensack gehabt habe. Er habe es am Abend zum Schneiden von irgendet-
was benötigt. Als er ins Büro sei, wie man auf dem Video sehe, sei er wirklich das Natel holen gegan-
gen (pag. 449 Z. 446-448). Wiederum im Widerspruch zu seinen bisherigen Aussagen sagte der Be-
schuldigte kurze Zeit später aus, dass er zu C.________ gesagt habe, dass er gehen solle und dass 
er das Messer geöffnet habe, um ihm Angst zu machen. Er wisse heute noch nicht, wo er 
C.________ schlussendlich mit dem Messer getroffen habe (pag. 450 Z. 462-464). Nur wenige Zeilen 
später führte der Beschuldigte dann erneut aus, dass er nicht mehr wisse, in welchem Moment er die 
Klinge geöffnet habe. Als C.________ ihn geschlagen habe, sei die Klinge schon offen gewesen 
(pag. 450 Z. 470-471). Im Widerspruch dazu führte er gleich anschliessend aus, dass als er geschla-
gen worden sei, die Klinge noch zu gewesen sei, als er dann am Boden gelegen sei, die Klinge offen 
gewesen sei (pag. 450 Z. 472-473). Anlässlich der Einvernahme vom 17.07.2014 bei der Staatsan-
waltschaft bestätigte der Beschuldigte dann, dass er auf dem Video, auf welchem ersichtlich ist, dass 
er C.________ hinterher rennt, ein Messer in der Hand halte und nicht das Telefon (pag. 470 Z. 137-
139).

Zum Aussageverhalten des Beschuldigten passt auch, dass er die Frage, ob er schon mehr tätliche 
Auseinandersetzungen, bei welchen Waffen oder gefährliche Gegenstände eingesetzt worden seien, 
gehabt habe, verneinte (pag. 434 Z. 283-285), obwohl er wegen einer einfachen Körperverletzung mit 
Waffe oder gefährlichem Gegenstand [recte: gefährlichem Gegenstand, nämlich Bierglas] vorbestraft 
ist (vgl. pag. 695). 

Offensichtlich ist sodann auch die Aussage des Beschuldigten, dass er O.________ gebeten habe, 
P.________ nach H.________ zu fahren (pag. 422 Z. 101), gelogen. So wird dies einerseits von 
O.________ selbst nicht bestätigt, dieser führt nämlich aus, dass er zum Beschuldigten gesagt habe, 
dass er P.________ nach Hause fahre (pag. 400 Z. 53-55 und 415 Z. 98-99). Andererseits ist auch 

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nicht zu erwarten, dass der wütende Beschuldigte sich in dieser Situation noch um die Heimfahrt von 
P.________ kümmert. [...]

Das inkonsistente Aussageverhalten des Beschuldigten widerspiegelte sich auch in 
seinen Aussagen in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung. So gab der Beschul-
digte zu, wegen dem Straf- und Zivilkläger 1 anfangs gelogen zu haben (pag. 721 
Z. 5). Daran, wie es zum Stich kam, wollte er sich aber nach wie vor nicht erinnern 
können. Als er geschlagen worden sei, sei das Messer in seiner Hand gewesen, 
der Straf- und Zivilkläger 1 sei danach auf ihn gekippt (pag. 721 Z. 16 ff.). Ihm sei 
dabei schwindlig geworden und er sei nach 20 - 30 Sekunden wieder zu sich ge-
kommen, als der Straf- und Zivilkläger 1 bereits nicht mehr dort gewesen sei 
(pag. 721 Z. 17 ff.). Das Messer sei schon den ganzen Tag in seinem Sack gewe-
sen, er habe damit am Abend ein Kabel geschnitten. Auf Nachfrage, warum das 
Messer plötzlich offen in der Hand gewesen sei, führte der Beschuldigte aus, dass 
das Messer nicht offen gewesen sei und er nicht wisse, wie es sich geöffnet habe 
(pag. 721 Z. 16 ff.). Abgesehen davon, dass es zur Öffnung des verwendeten Mes-
sers zumindest eines gewissen Kraftaufwands bzw. einer aktiven Klappbewegung 
bedurfte und sich dieses somit nicht von selbst öffnen konnte, widersprach sich der 
Beschuldigte während der gleichen Einvernahme erneut: So führte er aus: 
«C.________ hat mich mit der Faust geschlagen, ich bin dann runtergefallen und 
das Messer ist gegen ihn» (pag. 721 Z. 27 ff.). Kurz darauf gab er zur Protokoll, er 
habe das Messer in der Hand gehabt, als ihn der Straf- und Zivilkläger 1 geschla-
gen habe und Letzterer sei auf ihn gekippt (pag. 722 Z. 13 f.: «Er hat mich mit der 
Faust geschlagen und ich bin zu Boden. Er ist auf mich gefallen»). Auf Frage, war-
um das Messer offen gewesen sei, führte er sodann folgendes aus: «Vielleicht woll-
te ich ihm Angst machen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich das Messer 
geöffnet habe» (pag. 721 Z. 35 f.). Dass er ein Messer gehabt und der Straf- und 
Zivilkläger 1 auf ihn gekippt sei, gab der Beschuldigte auch gegenüber der Staats-
anwaltschaft Basel-Landschaft an, als ihn diese am 20.04.2016 im Verfahren we-
gen Führenlassens eines Motorfahrzeugs ohne Haftpflichtversicherung befragte 
(vgl. die beigezogenen Vorakten der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft [SB1 15 
2911]).

Der Beschuldigte wollte sich offenkundig nicht mehr an für ihn negative Umstände 
erinnern. Das zeigte sich auch beim Vorhalt der Videosequenz der Kamera 1 
02:28:36 - 02:28:40 (+1) nochmals: Der Beschuldigte musste einräumen, dass er 
dem Straf- und Zivilkläger 1 nachlief und nicht umgekehrt, sagte dann aber, der 
Schlag [Anmerkung: des Straf- und Zivilklägers 1] komme erst nach der vorge-
spielten Videosequenz. Er gebe zu, dass er ein Messer in der Hand gehabt habe 
und wisse, dass es nicht gut sei, wenn man ein Messer in der Hand habe und auf 
jemanden zuschreite (pag. 722 Z. 14 ff.). Die Verteidigung selber führte in der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung aus, dem Beschuldigten könne vorgeworfen wer-
den, sich mit einem Messer in eine körperliche Auseinandersetzung begeben zu 
haben (vgl. pag. 926). Zur Tendenz, alles Unangenehme zu verdrängen, passt 
schliesslich auch, dass der Beschuldigte nach wie vor bestritt, P.________ gegen 
deren Willen geküsst zu haben. Er räumte einzig ein, sie umarmt zu haben. Er lie-
ferte dazu allerdings eine eher konfuse und dürftige Begründung: «Ich habe sie 

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umarmt, damit sie wieder runterkommt. Das war unten bei der Treppe. Ich habe 
meine Hand auf die Schulter gelegt, damit sie wieder runterkommt. Ich habe sie 
von der Treppe zur Bar geführt. Ich habe sie umarmt, weil sie betrunken war und 
geweint hat» (pag. 723 Z. 1 ff.). Demgegenüber wurde in der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung ausgeführt, dass der Beschuldigte die Zeugin P.________ an 
den Lippen berührt habe (pag. 925).

Der Vorinstanz ist beizupflichten, wenn sie zusammenfassend festhielt, die Aussa-
gen des Beschuldigten seien nicht glaubhaft, widersprüchlich, teilweise erlogen und 
würden weder mit den Aussagen der weiteren Befragten noch mit den Aufnahmen 
der Überwachungskameras übereinstimmen, weshalb nicht darauf abgestellt wer-
den könne (pag. 788 ff., S. 11 ff. der Entscheidbegründung).

11. Aussagen des Straf- und Zivilklägers 1

Die Aussagen des Straf- und Zivilklägers 1 waren demgegenüber – wie bereits die 
Vorinstanz festhielt – konstant und stimmig (pag. 788, S. 11 der Entscheidbegrün-
dung); es kann somit grundsätzlich auf die zutreffende Aussagewürdigung der Vor-
instanz verwiesen werden (pag. 787 f., S. 10 f. der Entscheidbegründung). So 
musste sogar der Beschuldigte im Laufe des Verfahrens die Erstaussagen des 
Straf- und Zivilklägers 1 betreffend das Ausschütten des Getränks als zutreffend 
anerkennen (pag. 722 Z. 18 f.). Dessen Aussagen zum ganzen Ablauf wurden teil-
weise durch die Aufnahmen der Videoüberwachung bzw. die Verletzungsbilder ob-
jektiviert und bestätigt. Der Straf- und Zivilkläger 1 belastete sich mit seinen Aussa-
gen sodann teilweise selber und liess jegliche Tendenz, den Beschuldigten über-
mässig zu belasten, vermissen, was zusätzlich für die Glaubhaftigkeit seiner Aus-
sagen spricht. So führte er unter anderem aus, den Messerstich am Anfang gar 
nicht gespürt zu haben und bestätigte umgehend, den Beschuldigten nach dem 
Messerstich reflexartig ein- bis zweimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu 
haben (pag. 208 Z. 62 f.). Er führte zudem aus, dass der Beschuldigte nur einmal 
zugestochen habe (pag. 210 Z. 174 f.).

12. Aussagen Zeugin P.________

Von der Zeugin P.________ erhielt die Vorinstanz einen guten Eindruck. Ihre Aus-
sagen waren gemäss der Vorinstanz widerspruchsfrei, stimmten mit den Aussagen 
der weiteren Beteiligten und den Aufzeichnungen der Überwachungskameras übe-
rein und waren mithin glaubhaft (pag. 790 f., S. 13 der Entscheidbegründung). Für 
die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Zeugin P.________ spricht auch, dass diese 
jeweils insistierte, wenn eine ihr vorgehaltene Aussage nicht detailgetreu stimmte, 
selbst wenn es sich hierbei lediglich um Nebensächlichkeiten handelte (vgl. bei-
spielhaft pag. 726 Z. 15 ff.). Es gibt gesamthaft keine Hinweise darauf, welche an 
der Glaubhaftigkeit der Aussagen Zweifel hervorrufen würden, weshalb darauf ab-
gestellt werden kann. Zum Kerngeschehen und zur Tat selbst konnte sie zwar kei-
ne Wahrnehmungen machen, sagte aber von der ersten Einvernahme an konstant 
und überzeugend aus, dass der Beschuldigte sie zwei Mal küsste und sie diesen 
wegstiess, weil sie seine körperliche Zuneigung ablehnte (pag. 247 Z. 21, 250 Z. 
165 f., 250 Z. 170 f., 725 Z. 42, 726 Z. 1 und 23).

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13. Aussagen des Zeugen O.________ 

Obwohl der Zeuge O.________ – wie der Straf- und Zivilkläger 1 mehrmals über-
zeugend und glaubhaft aussagte – die Auseinandersetzung mitbekam, den Straf- 
und Zivilkläger 1 gar noch mit den Worten «Messer, Messer» warnte und somit 
zweifelsohne Aussagen zum Kerngeschehen hätte machen können, wollte 
O.________ diesbezüglich offensichtlich nicht aussagen. Stattdessen schilderte er 
einen angeblichen Geschehensablauf, welcher alles andere als nachvollziehbar er-
scheint. Seine Aussagen stimmten im Wesentlichen nicht einmal mit der Schilde-
rung des Beschuldigten überein, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass 
die Aussagen nicht abgesprochen wurden. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass 
die Aussagen von O.________ in grossen Teilen in sich widersprüchlich und un-
glaubhaft sind (pag. 791, S. 14 der Entscheidbegründung); so hat beispielsweise 
der Beschuldigte selber nie angegeben, er sei auf dem nassen Boden ausgerutscht 
und habe sich dabei die Gesichtsverletzung zugezogen. Seine erste Aussage war 
vielmehr, dass er durch den Straf- und Zivilkläger 1 geschlagen worden sei 
(pag. 421 Z. 22 f.). Ebenso unglaubhaft, weil widersprüchlich und unlogisch, sind 
seine Aussagen zum Tatmesser (vgl. dazu die Ausführungen der Vorinstanz 
pag. 792, S. 15 der Entscheidbegründung). Hinsichtlich der ausführlichen Aussa-
gewürdigung und Beschreibung der Widersprüche in den Aussagen des Zeugen 
O.________ kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz (pag. 791 f., 
S. 14 f. der Entscheidbegründung) verwiesen werden. Immerhin bestätigte 
O.________, dass der Beschuldigte und der Straf- und Zivilkläger 1 an diesem 
Abend wegen P.________ Differenzen gehabt hätten bzw. dass es wegen ihr zur 
Auseinandersetzung gekommen sei (pag. 401 Z. 127 f., 403 Z. 224). Weiter 
bestätigte er, dass der Beschuldigte das Messer bei seiner Rückkehr an die Bar 
aus der Hosentasche genommen und der Zeugin K.________ gegeben habe 
(pag. 409 Z. 104 - 106). Die Kammer schliesst sich der Auffassung der Vorinstanz 
(pag. 792, S. 15 der Entscheidbegründung) an, wonach die Aussagen von 
O.________ einen geringen Wahrheitsgehalt aufweisen und seine Ausführungen 
insgesamt nicht glaubhaft sind, mithin nicht darauf abgestellt werden kann.

14. Aussagen der Zeugin K.________

Die Zeugin K.________ konnte zum Kerngeschehen keine Aussagen machen. Sie 
war in ihren Aussagen betreffend den Gegenstand, welchen sie vom Beschuldigten 
nach dessen Rückkehr an die Bar in Empfang nahm, bestrebt, sich bestmöglich 
aus der Sache rauszuhalten. Ihre Darstellung, wonach es sich bei dem übergebe-
nen Gegenstand zuerst um ein Mobiltelefon (pag. 371 Z. 284 f.), danach um einen 
Stick und ein Aufladekabel (pag. 371 Z. 294 f.) gehandelt habe, mit welchem sie 
das Mobiltelefon des Beschuldigten habe aufladen sollen (pag. 371 Z. 302 f.) bzw. 
dass sie den Stick auf den Bürotisch habe legen sollen (pag. 372 Z. 320), erscheint 
bereits angesichts der Videoaufzeichnung (vgl. Screenshot Kamera 3 pag. 379 ff.) 
wenig glaubhaft. Sodann konnte die Zeugin auf Nachfrage hin selber nicht mehr mit 
Sicherheit sagen, um was für einen Gegenstand es sich gehandelt habe (pag. 372 
Z. 356 ff.). Zwar ist der Gegenstand auch für die Kammer nicht sofort und mit Si-
cherheit als Messer erkennbar. Sicher ist aber, dass es sich nur um einen einzel-
nen Gegenstand handelte, welcher zudem wesentlich grösser war als ein Stick. 

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Angesichts der unglaubhaften Aussagen der Zeugin K.________ sowie vor dem 
Hintergrund der übrigen Geschehnisse und Aussagen (insbesondere der Aussagen 
des Straf- und Zivilklägers 1 und des Zeugen O.________), bestehen keine Zwei-
fel, dass es sich beim vorerwähnten Gegenstand um das später in der Büroschub-
lade des Beschuldigten aufgefundene Tatmesser handelte. Die Kammer schliesst 
sich der erstinstanzlichen Beurteilung, wonach die diesbezüglichen Aussagen der 
Zeugin K.________ widersprüchlich und unglaubhaft sind, an (pag. 792 f., S. 15 f. 
der Entscheidbegründung). Soweit die Zeugin K.________ hingegen in Überein-
stimmung mit dem Straf- und Zivilkläger 1 bestätigte, der Beschuldigte habe – als 
die verbale Auseinandersetzung an der Bar stattfand – diesem die Getränkegläser 
weggenommen und ins Spülbecken gestellt (pag. 367 Z. 97 f.), kann auf sie abge-
stellt werden.

15. Erstellter Sachverhalt

Als Fazit ihrer umfassenden Würdigung aller objektiven und subjektiven Beweismit-
tel erachtete die Vorinstanz den Sachverhalt wie in der Anklageschrift dargestellt, 
als erwiesen (pag. 799, S. 22 der Entscheidbegründung). Auch die Kammer kommt 
bei ihrer Würdigung zu keinem anderen Schluss. Unterteilt man das Geschehen 
hierbei in mehrere Phasen, ergibt sich für jeden Zeitabschnitt ein klares Bild:

Phase 1: Hinsichtlich der verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldig-
ten und dem Straf- und Zivilkläger 1 an der Bar (inklusive dem auf der Videoauf-
nahme [Kamera 3 02:26:02 - 02:26:23; + 1 h] festgehaltenen Ausschütten des Ge-
tränks des Straf- und Zivilklägers 1 durch den Beschuldigten) kann auf die glaub-
haften Aussagen des Straf- und Zivilklägers 1 abgestellt werden (pag. 207 Z. 46 -
47, 222 Z. 216 - 218, 237 Z. 207 - 208, 716 Z. 35 - 38). Weiter ist auf der Aufnahme 
ersichtlich, wie der Beschuldigte dem Straf- und Zivilkläger 1 offensichtlich seine 
Grenzen aufzeigen wollte. Der Beschuldigte wirkt bereits zu diesem Zeitpunkt sicht-
lich aggressiv und so passt gut dazu, dass O.________ wenig später (Kamera 3 
03:27:39) – welcher gemäss Aussage des Straf- und Zivilklägers 1 vom Beschul-
digten herbeigerufen wurde (pag. 207 Z. 48 f.) – hinzu kommt und sich schlichtend 
zwischen die beiden Kontrahenten stellt. Dies ist vor dem Hintergrund – wie ihn der 
Straf- und Zivilkläger 1 und P.________ glaubhaft und übereinstimmend schilder-
ten – nachvollziehbar: Der Beschuldigte hatte die Begleiterin des Straf- und Zivil-
klägers 1 gemäss deren glaubhaften Angaben zuvor zwei Mal auf den Mund 
geküsst und überdies sexistische Anspielungen gemacht, was P.________ nicht 
wollte und was auch der Straf- und Zivilkläger 1 nicht goutiert haben dürfte. Die 
Küsse wurden zwar vom Beschuldigten bestritten, immerhin wurden aber in der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung Berührungen an den Lippen bestätigt 
(pag. 925). Jedenfalls wird P.________ auch gemäss O.________ (pag. 401 
Z. 127 f., 403 Z. 224) als Grund und Ursache für die Differenzen zwischen dem Be-
schuldigten und dem Straf- und Zivilkläger 1 genannt. Erstellt ist auch, dass der 
Beschuldigte zu P.________ nach der Auseinandersetzung vor dem Club sagte: 
«Hau ab du Schlampe, wegen dir ist es passiert.» (O.________: pag. 415 Z. 97 - 
98 und Z. 108 - 109; Beschuldigter: pag. 723 Z. 7 - 12; P.________: pag. 726 Z. 15 
- 21), wodurch auch der Grund für den Stimmungswechsel als erstellt erachtet 
werden kann. Bezüglich der von der Verteidigung geltend gemachten starken Alko-

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holisierung des Straf- und Zivilklägers 1 (pag. 925) ist festzuhalten, dass dieser 
zwar angab, im Verlaufe des Abends eine Flasche Rotwein und etwa fünf Whisky-
Cola konsumiert zu haben (pag. 221 Z. 236 ff.), auf den Videoaufnahmen aber kei-
neswegs übermässig alkoholisiert wirkt. Der Straf- und Zivilkläger 1 selber führte 
aus, er sei «nicht absolut betrunken» (pag. 717 Z. 9 ff.) gewesen. K.________ gab 
an, er sei betrunken gewesen und habe sehr viel getrunken gehabt (pag. 366 Z. 34, 
367 Z. 93 ff.). Der Zeuge O.________ beschrieb den Zustand des Straf- und Zivil-
klägers 1 als «leicht besoffen» (pag. 339 Z. 22 f.), «besoffen» (pag. 408 Z. 54) und 
«angetrunken» (pag. 414 Z. 64). Der Beschuldigte führte zum Zustand des Straf- 
und Zivilklägers 1 aus, dass dieser «lustig drauf» gewesen sei und getanzt habe 
(pag. 422 Z. 108 ff.). O.________ gab zudem zu Protokoll, der Beschuldigte habe 
ebenfalls Bier konsumiert (pag. 403 Z. 230 ff.), was letzterer auch selber bestätigte 
(pag. 423 Z. 110, Z. 151, 423 Z. 234, 441 Z. 44). Ob und in welchem Ausmass der 
Straf- und Zivilkläger 1 zum Tatzeitpunkt alkoholisiert gewesen ist, kann nicht 
rechtsgenüglich geklärt werden, zumal sich das rechtsmedizinischen Gutachten 
(pag. 160 ff.) diesbezüglich nicht äusserte. Eine Alkoholisierung des Beschuldigten 
zum Tatzeitpunkt wird von keinem der Beteiligten geltend gemacht. 

Phase 2: Betreffend diese Phase kann den Videoaufnahmen entnommen werden, 
wie der Straf- und Zivilkläger 1, der Zeuge O.________ und der Beschuldigte in 
Richtung Treppe gehen (Kamera 4, 02:28:02 - 02:28:20 Uhr). Auf den ersten Trep-
penstufen folgt ein kleineres Handgemenge. Der genaue Geschehensverlauf bzw. 
was für Äusserungen gemacht wurden – die Vorinstanz listete diesbezüglich mögli-
che plausible Varianten auf (pag. 795, S. 18 der Entscheidbegründung) – kann 
nicht eruiert, letztlich aber offen gelassen werden. Dabei muss aber zugunsten des 
Beschuldigten zumindest von einer verbalen Entgleisung seitens des Straf- und Zi-
vilklägers 1 ausgegangen werden. Für den weiteren Verlauf wesentlich ist, dass 
sich der Beschuldigte unmittelbar im Anschluss an das Handgemenge ins Büro be-
gibt, dieses nur kurze Zeit später und in höchster Eile mit einem Gegenstand in der 
Hand wieder verlässt – wobei er sowohl das Licht brennen sowie auch die Bürotür 
offen stehen liess – und den beiden anderen die Treppe hinauf folgt. Dies ist zum 
einen klar auf den Überwachungsaufnahmen ersichtlich und wird zum anderen 
auch von O.________ bestätigt (Kamera 4, 02:28:02 - 02:28:20 Uhr; O.________: 
pag. 414 Z. 81 ff.). Der Vorinstanz folgend, ist auch für die Kammer nichts anderes 
denkbar und logisch, als dass der Beschuldigte bei dieser Gelegenheit das Messer 
behändigte. Die diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten, wonach er sein 
Handy im Büro geholt habe, machen keinen Sinn und sind als reine Schutzbehaup-
tungen zu qualifizieren. Dass der Beschuldigte das Messer – wie in der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung vorgebracht (pag. 926) – lediglich aus Angst vor der 
Gewalttätigkeit des Straf- und Zivilklägers 1 behändigte, ist ebenfalls eine Schutz-
behauptung und widerspricht zudem den vorerwähnten Aussagen. Der Beschuldig-
te war im Begriff, den Straf- und Zivilkläger 1 mit Hilfe von O.________ aus dem 
Lokal zu werfen. In dieser Situation holte er in seinem Büro sicherlich nicht sein 
Mobiltelefon, weil er angeblich mit seiner Freundin in Y.________ telefonieren woll-
te und er zudem «sein Handy immer dabei habe» (pag. 445 Z. 219 - 238). Eine 
solche Vorgehensweise erscheint – wie die Vorinstanz zutreffend ausführte 

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(pag. 796 f., S. 19 f. der Entscheidbegründung) – realitätsfremd und absolut un-
glaubhaft.

Phase 3: Der weitere Ablauf, insbesondere die Auseinandersetzung an sich, ist 
durch die Überwachungskamera (Kamera 1, 03:28:36 Uhr) nicht oder nur unvoll-
ständig dokumentiert. Ersichtlich ist lediglich Folgendes: Der Straf- und Zivilkläger 1 
und der Beschuldigte erscheinen vor der Eingangstür, der Straf- und Zivilkläger 1 
läuft hierbei rückwärts, der Beschuldigte folgt ihm, fuchtelt mit den Armen und hält 
einen Gegenstand in der rechten Hand. Für die Phase unmittelbar vor der Ausein-
andersetzung und für die Beantwortung der Frage, wie es zu den Verletzungen 
kam (Stichverletzung des Straf- und Zivilklägers 1, Kopfverletzung des Beschuldig-
ten), kommt deshalb den Aussagen der beiden Kontrahenten eine entscheidende 
Bedeutung zu. Die Kammer verweist dazu zum einen auf ihre Würdigung der Aus-
sagen des Beschuldigten unter Ziff. III.8. hiervor (insbesondere auf die völlig un-
glaubhaften Aussagen zum Messereinsatz), zum anderen auf die Ausführungen 
der Vorinstanz, welche umfassend dargelegte, weshalb auch im Gesamtkontext die 
Darstellung des Straf- und Zivilklägers 1 und nicht diejenige des Beschuldigten 
überzeugt (pag. 796 ff. S. 19 ff. der Entscheidbegründung): 

[…] C.________ führte diesbezüglich [Anmerkung: bezüglich die Auseinandersetzung] von Anfang 
[recte: an] aus, dass er gesehen habe, dass der Beschuldigte ein Messer in der Hand gehabt habe. 
Dieses habe der Beschuldigte bereits in der Hand gehabt, als er die Treppe hinauf gekommen sei. 
O.________ habe etwas von einem Messer gesagt. O.________ habe alles gesehen (C.________: 
pag. 208 Z. 59-61, 209 Z. 128-129 und Z. 144-145, 221 Z. 198-200 und Z. 211-212, 223 Z. 281-284, 
234 Z. 54-94, 235 Z. 100-125). Nachdem der Beschuldigte zugestochen habe, habe O.________ 
„Messer, Messer“ gerufen. Er sei dann weggerannt und der Beschuldigte sei ihm kurz mit dem Mes-
ser nachgerannt (C.________: pag. 210 Z. 170-172, 222 Z. 249-252, 234 Z. 62-65, 235 Z. 102-103 
und Z. 131-139). Das Gericht zweifelt nicht an den Aussagen C.________, er habe das Messer in der 
Hand des Beschuldigten gesehen. Das Messer war offen, was durch die Videosequenz bestätigt wird. 
Der Beschuldigte war wütend, holte das Messer und eilte C.________ nach. Beim Treppenhaus han-
delte es sich sodann auch nicht um ein finsteres Verliess. Ein Hauseingang in eine Bar ist in aller Re-
gel, wie auch in casu, ausgeleuchtet. Das Messer war demnach sichtbar. C.________ vermag sodann 
zu beschreiben, wie das Messer ausgesehen hat und in welcher Hand der Beschuldigte das Messer 
hatte (vgl. pag. 209 f. Z. 147-156, 234 Z. 67-69). Auch O.________ muss das Messer gesehen ha-
ben. Davon zeugt, dass er das Messer anlässlich der Einvernahme vom 11.07.2014 beschreiben 
kann (vgl. pag. 409 Z. 125-132), obwohl er es gar nicht gesehen haben will. 

C.________ führte zur Auseinandersetzung weiter aus, dass O.________ vor dem Eingang noch ver-
sucht habe, den Beschuldigten zurückzuhalten. O.________ habe den Beschuldigten dann jedoch 
nicht mehr aufhalten können. Der Beschuldigte sei an O.________ vorbei, direkt mit dem Messer auf 
ihn los und habe auch gleich zugestochen. Die Verletzung habe er am Anfang gar nicht bemerkt, nur 
den Aufprall habe er gespürt (C.________: pag. 207 Z. 50-53, 208 Z. 58-62 und Z. 96, 234 Z. 54, 
Z. 57-58 und Z. 84-88, 236 Z. 159-160 und Z. 166-168, 716 Z. 42-45). O.________ bestätigte, dass er 
versucht habe, C.________ und den Beschuldigten zu trennen (pag. 401 Z. 142-143) und dass er 
versucht habe, den Beschuldigten zurück zu halten, als dieser nach draussen treten wollte. Der Be-
schuldigte sei jedoch trotzdem an ihm vorbei und ins Freie getreten (pag. 408 Z. 61-62). Weiter führte 
O.________ aus, dass der Beschuldigte wütend und mit Tempo die Treppe hoch gekommen sei 
(pag. 414 Z. 85-86) sowie, dass er dem Beschuldigten gesagt habe, dass er kein Scheiss machen 

18

solle (pag. 399 Z. 41). O.________ gab zudem zu Protokoll, dass er dem Beschuldigten, als dieser 
die Treppe hochgekommen sei, „Lass es, egal!“ gesagt haben soll (pag. 414 Z. 83). All diese Aussa-
gen O.________, der in den Einvernahmen für den Beschuldigten Partei ergriffen hat, belegen, dass 
dieser nichts Gutes im Schilde geführt haben kann und O.________ angesichts der konkreten Situati-
on eine Eskalation befürchtet haben muss, ansonsten er den aufgebrachten und aggressiven Be-
schuldigten nicht à tout prix hätte stoppen wollen. Auf den Aufzeichnungen der Überwachungskamera 
ist sodann ersichtlich, dass C.________ vor dem L.________ rückwärts gehend flüchtet und der Be-
schuldigte aggressiv mit einem Gegenstand in der Hand und mit den Armen fuchtelnd auf ihn losgeht 
(Kamera 1, 02:28.36-02:28:38 Uhr). Diese Szene spielte sich nur rund 17 Sekunden, nachdem der 
Beschuldigten wütend aus dem Büro kam, ab. Der Beschuldigte greift an, C.________ weicht zurück 
– nicht umgekehrt. Der Beschuldigte hat bewusst zugestochen, daran bestehen beim Gericht keine 
Zweifel. So hätte der Beschuldigte – welcher offensichtlich lügt und wider jeglicher Evidenz alles ab-
streitet – mit Sicherheit nicht wortwörtlich gesagt, dass er zugestochen habe (vgl. pag. 449 Z. 430, „Ja 
ich habe mit dem Messer gestochen.“), wenn dem nicht so gewesen ist.

Unbestrittenermassen hat C.________ dem Beschuldigten einen oder zwei Faustschläge ins Gesicht 
versetzt. Es stellt sich deshalb die Frage, wie die Auseinandersetzung abgelaufen ist. Zum Faust-
schlag führte C.________ aus, dass er den Beschuldigten nach dem Angriff aus Angst gepackt und 
ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe. Er habe den Beschuldigten ein- oder zweimal mit der 
Faust ins Gesicht geschlagen. Danach sei er sofort abgehauen und mit dem Fahrrad nach 
Q.________ gefahren. Er sei völlig ausser Atem gewesen und habe Schmerzen verspürt. Er habe 
danach getastet und gesehen, dass er stark blute (C.________: pag. 208 Z. 62-71, 222 Z. 232-235, 
234 Z. 61-62, 236 Z. 155-156 und Z. 173-187, 716 Z. 45, 717 Z. 1-7). C.________ hat von Anfang an 
zugegeben, dass er den Beschuldigten verletzt habe und sich selbst belastet, was für die Glaubhaf-
tigkeit seiner Aussagen spricht. Die Aussagen von C.________ passen zu den Verletzungsbildern 
(pag. 156 ff.). Es macht aus Sicht von C.________ auch wenig Sinn, den mit einem Messer bewaffne-
ten, aggressiven Beschuldigten aktiv anzugreifen. Entsprechend weicht C.________, der quasi auf 
der Flucht ist (vgl. Videoaufnahme) zurück. Von einer Kehrtwende im wahrsten Sinne des Wortes und 
einem aktiven Angriff C.________ ist nicht auszugehen. Das Gericht ist überzeugt, dass der Faust-
schlag von C.________ eine Reaktion auf den Messerstich des Beschuldigten war. Aufgrund des hef-
tigen Faustschlags fiel der Beschuldigte zu Boden, was C.________ die Flucht ermöglichte.

Der Beschuldigte führte anlässlich der Einvernahme vom 26.06.2014 aus, dass er C.________ nicht 
gestochen habe. Hätte er so etwas gemacht, hätte er der Staatsanwaltschaft nicht von diesem Mes-
ser erzählt. Zudem hätte er K.________ gesagt, dass sie das Messer verschwinden lassen solle 
(pag. 448 Z. 392-397). Diese Argumentation des Beschuldigten überzeugt nicht. C.________ ist nach 
der Auseinandersetzung davongelaufen und mit dem Fahrrad bis nach Q.________ gefahren. Es ist 
demnach ohne Weiteres vorstellbar, dass der Beschuldigte nicht gemerkt hat, dass und wie er 
C.________ getroffen hat, somit nichts befürchtet hatte und keinen Grund sah, das Messer ver-
schwinden zu lassen. C.________ selbst hat die Verletzung zunächst auch nicht bemerkt 
(vgl. pag. 236 Z. 159-168). […]

Auch wenn letztlich nicht bis ins Detail geklärt werden kann, wie genau die Stich-
verletzung entstand, ist für die Kammer erstellt, dass der Beschuldigte mit dem of-
fenen Messer auf den zurückweichenden Straf- und Zivilkläger 1 zuging und diesen 
in die Brustgegend stach und dass der Straf- und Zivilkläger 1 erst als Reaktion 
darauf dem Beschuldigten ein- bis zweimal die Faust ins Gesicht schlug. Für die 
Kammer erscheint sowohl unglaubhaft, dass der Beschuldigte das Messer nicht 

19

habe einsetzen wollen, als auch, dass er nicht bewusst zugestochen haben will. Es 
bestehen keine Zweifel, dass sich der Beschuldigte mit einem offenen Messer in 
ein Handgemenge begab, er das Messer absichtlich einsetzte und dieses auch 
einzig zu diesem Zweck in seinem Büro behändigte. Für die Kammer ist zudem er-
stellt, dass sich das Messer nicht von selbst öffnete bzw. wieder schloss, da dies 
einerseits nur beidhändig und unter grösserem Aufwand möglich ist und anderer-
seits das fragliche Messer nach dem Öffnen arretiert. 

In der oberinstanzlichen Hauptverhandlung führte die Verteidigung selber aus, dass 
dem Beschuldigten vorgeworfen werden könne, sich mit einem Messer in ein 
Handgemenge begeben zu haben (pag. 925). Dabei nahm der Beschuldigte zu-
mindest in Kauf, den Straf- und Zivilkläger 1 schwer zu verletzen (mögliche Verlet-
zung vitaler Strukturen). Dass auch der Straf- und Zivilkläger 1 selbst den Messer-
stich nicht bemerkte, ist nicht ungewöhnlich. Der Ansicht der Verteidigung, wonach 
eine Abwehr mittels Faustschlag als Reaktion auf einen Messerstich, welcher vom 
Betroffenen nicht bemerkt worden sei, unmöglich bzw. ausgeschlossen sei, kann 
demnach nicht gefolgt werden (pag. 925 f.). Auch der Umstand, dass der Beschul-
digte das Messer nach der Tat hätte verschwinden lassen oder zumindest hätte 
reinigen können, vermögen diesen – wie bereits die Vorinstanz ausführte 
(pag. 798, S. 21 der Entscheidbegründung) – nicht zu entlasten. Ob der Beschul-
digte nach der Tat bemerkte, dass das Messer Blut aufwies, ist hinsichtlich der 
Strafbarkeit des Messerstichs irrelevant. Hingegen erscheint in Anbetracht seines 
Nachtatverhaltens glaubhaft, dass der Beschuldigte nicht annahm, den Straf- und 
Zivilkläger 1 verletzt zu haben. Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, wie der Be-
schuldigte sich zuerst um sich selber und erst danach um das Messer kümmert. 
Bezüglich des Versteckens des Tatmessers ist zudem anzumerken, dass letzteres 
in der Büroschublade aufgefunden wurde, was durchaus als Versteck angesehen 
werden kann. 

Entgegen der Ansicht der Verteidigung geht die Kammer nicht davon aus, dass der 
Straf- und Zivilkläger 1 nach dem Motto «Angriff ist die beste Verteidigung» 
(pag. 929) als Erster zuschlug. In Anbetracht des geschilderten Geschehensver-
laufs und der Videoaufnahmen ist der Vorinstanz (pag. 798, S. 21 der Entscheid-
begründung) vielmehr zuzustimmen, wenn sie ausführte, es könne nicht von einer 
Kehrtwende im wahrsten Sinne des Wortes und von einem aktiven Angriff des 
Straf- und Zivilklägers 1 ausgegangen werden. Für die Kammer bestehen keine 
Zweifel, dass der Straf- und Zivilkläger 1 dem Beschuldigten die Faustschläge als 
Reaktion auf den Messerangriff versetzte und diese der Abwehr weiterer Angriffe 
dienten. Es kann an dieser Stelle auf die durch den Beschuldigten unangefochten 
gebliebene Einstellungsverfügung vom 17.06.2015 (pag. 621 ff.) im Strafverfahren 
gegen den Straf- und Zivilkläger 1 wegen Beschimpfung und einfacher Körperver-
letzung zum Nachteil des Beschuldigten verwiesen werden:

[…] Es muss somit davon ausgegangen werden, das der Faustschlag, den C.________, A.________ 
versetzt hat, als Reaktion auf den Angriff mit dem Messer bzw. wie von C.________ vorgebracht der 
Abwehr weiterer Angriffe durch A.________ diente. A.________ hat ihn ohne Recht mit einem Messer 
angegriffen. Die Abwehr weiterer Angriffe mit einem Messer durch einen Faustschlag ins Gesicht ist 

20

angemessen. C.________ hat somit in Notwehr gehandelt, womit ein Rechtfertigungsgrund vorliegt 
(Art. 15 StGB). […]

Für den von der Vorinstanz angenommenen Geschehensablauf sprechen auch die 
Aussagen des Zeugen O.________, welcher ausführte, der Beschuldigte sei 
draussen vor dem Club auf dem Rücken gelegen, dieser sei nass gewesen 
(pag. 408 Z. 65). Letzteres ist auch auf den Videoaufnahmen zu erkennen. Der Be-
schuldigte sei während des Aufstehens nochmals ausgerutscht und er, 
O.________, sei entsprechend davon ausgegangen, dass die Wunde am Kopf des 
Beschuldigten beim Ausrutschen entstanden sei (pag. 416 Z. 154 ff.). Er habe dem 
Beschuldigten zudem geholfen aufzustehen (pag. 417 Z. 187 ff.). Für die Kammer 
erscheint die Hypothese, dass der Beschuldigte – nachdem er zu Boden gestürzt 
war, beim Versuch aufzustehen erneut ausrutschte und O.________ ihm aufhelfen 
musste – in der Lage gewesen wäre, den flüchtenden Straf- und Zivilkläger 1 mit 
dem Messer zu attackieren. Es erscheint vielmehr logisch, dass der Sturz die Folge 
des Faustschlages bzw. der Faustschläge des Straf- und Zivilklägers 1 war, was 
gegen die von der Verteidigung vorgebrachte Reihenfolge der Geschehnisse 
spricht. Schon rein der Umstand, dass der Beschuldigte mehrere Anläufe und so-
gar Hilfe beim Aufstehen benötigte, zeigt, dass die Version des Beschuldigten nicht 
stimmen kann. 

Phase 4: Schliesslich sprechen auch die durch die Überwachungskamera 3 von 
03:31:51 - 03:31:56 und die Kamera 4 von 02:32:00 - 02:32:05 Uhr festgehaltenen, 
quasi schon das Nachtatverhalten betreffenden Sequenzen klar dafür, dass die 
Version des Straf- und Zivilklägers 1 die zutreffende ist. Auf den erwähnten Auf-
nahmen ist erkennbar, wie der Beschuldigte um 03:31:52 Uhr unten an der Bar der 
Zeugin K.________ einen Gegenstand überreicht, von welchem die Kammer auf-
grund der Aussagen der Beteiligten davon ausgeht, dass es sich um das Tatmes-
ser handelt. K.________ geht damit anschliessend ins Büro, wo das Messer 
schliesslich auch aufgefunden wurde. O.________ bestätigte anfänglich ebenfalls, 
dass der Beschuldigte das Messer aus der Hosentasche genommen und 
K.________ gegeben habe (pag. 409 Z. 104 - 106). Schliesslich musste auch der 
Beschuldigte einräumen, es könne sein, dass er das Messer nach der Tat 
K.________ gegeben habe (pag. 470 Z. 163 - 165). Für die Kammer bestehen wie 
hiervor dargelegt keine Zweifel, dass es sich bei dem an K.________ übergebenen 
Gegenstand um das Messer gehandelt hat.

Zusammenfassend ist für die Kammer der Sachverhalt, so wie er in der Anklage-
schrift umschrieben ist und wie er auch von der Vorinstanz als erstellt erachtet 
wurde, erwiesen.

III. Rechtliche Würdigung

Auf die korrekten theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zum Tatbestand der 
schweren Körperverletzung kann verwiesen werden (pag. 805 f., S. 28 f. der Ent-
scheidbegründung).

Die konkrete rechtliche Subsumtion der Vorinstanz (pag. 806 f., S. 29 f. der Ent-
scheidbegründung) überzeugt ebenfalls. Die vorliegend vom Straf- und Zivilkläger 1 

21

erlittenen Verletzungen waren nicht unmittelbar lebensgefährlich und es resultierten 
weder bleibende Schädigungen noch Entstellungen oder gar eine Invalidität. Auch 
war der Stichkanal nicht sehr tief. Der objektive Tatbestand von Art. 122 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) ist somit nicht erfüllt. Hinge-
gen musste der Beschuldigte zweifellos mit einer schweren Verletzung seines Kon-
trahenten rechnen, wenn er mit einer 8,5 cm langen Messerklinge unkontrolliert 
– wenngleich nicht mit letztem Krafteinsatz – gegen dessen Brustbereich stach. 
Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, spielte sich das Ganze in einem dynami-
schen Geschehen ab und weder Stichrichtung noch Stichtiefe waren letztlich kon-
trollierbar. Es ist mithin dem Zufall zu verdanken, dass der Straf- und Zivilkläger 1 
durch den Messerstich des Beschuldigten keine lebensgefährlichen Verletzungen 
erlitt; eine scharfe Gewalteinwirkung auf den Brustkorb kann ohne weiteres zu ei-
nem lebensgefährlichen Zustand führen, so z.B. bei einer Eröffnung des Brustin-
nenraumes mit Kollaps der Lunge (Luftbrust, Pneumothorax) und dadurch beding-
ter Atembehinderung oder einer direkten Verletzung der Lunge mit allfälligem Blut-
verlust nach innen (pag. 163 und 205/3). Der Beschuldigte verwendete zudem ein 
Messer, welches im offenen Zustand arretiert, was ihm eine besondere Gefährlich-
keit verleiht. Dass der Beschuldigte wusste, dass ein Messerstich in den Brustbe-
reich schwere Verletzungen nach sich ziehen kann, ist offensichtlich; dafür braucht 
es kein besonderes Wissen, es handelt sich vielmehr um grundlegendes Allge-
meinwissen. Ohnehin ist bei ungezielten Messerstichen in den Bauch- und Brust-
bereich unabhängig vom Bildungsniveau bekannt, dass diese äusserst gefährlich 
sind (BGE 109 IV 5 E. 2). Auch mit Blick auf die durch die Generalstaatsanwalt-
schaft in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung zitierte bundesgerichtliche 
Rechtsprechung, ist schliesslich vorliegend ohne Weiteres von einer versuchten 
schweren Körperverletzung auszugehen (vgl. pag. 929: Urteile des Bundesgerichts 
6B_775/2011 vom 04.06.2012 E. 2.3; 6B_991/2015 vom 24.05.2016; 6B_239/2009 
vom 13.07.2009, 6B_475/2012 vom 27.11.2012 E. 4.2; 6B_808/2013 vom 
19.05.2014).

Wie die Generalstaatsanwaltschaft in ihrem Parteivortrag in der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung korrekt ausführte, muss sich der Vorsatz auf den Moment der 
Tat und nicht auf die Vorgeschichte beziehen (pag. 930). Dem Beschuldigten sei 
es im Zeitpunkt des Messerstichs gleichgültig gewesen, ob der Straf- und Zivilklä-
ger 1 verletzt werde oder nicht. Vielmehr habe er seinen verletzten Männerstolz 
rächen wollen und habe die schwere Körperverletzung in Kauf genommen. Ohne-
hin könne eine einfache Körperverletzung vorliegend nur angenommen werden, 
wenn es Indizien dafür gebe, dass der Beschuldigte nicht bewusst zugestochen 
habe (mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts 6S_133/2007 vom 11.09.2008 
E. 2.6). Die Kammer folgt diesen Ausführungen. Wer sich mit einem Messer in ein 
Handgemenge begibt, nimmt generell Verletzungen in Kauf. Vorliegend bestehen 
keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte nicht bewusst gegen die Brust 
stechen wollte. Beide Kontrahenten standen sich beim Messerstich aufrecht ge-
genüber und es ist unwahrscheinlich, dass der Beschuldigte in einem dynamischen 
Geschehen eine andere, weniger gefährliche Körperregion treffen wollte. Aus Sicht 
der Kammer war der Messerstich eindeutig gegen die Brust bzw. den Oberkörper 
gerichtet, weshalb klar ist, dass der Beschuldigte eine schwere Verletzung zumin-

22

dest in Kauf nahm. Er war sich über sämtliche objektiven Tatbestandselemente im 
Klaren und handelte zumindest mit Eventualvorsatz. Die zugefügte Stichwunde ist 
objektiv nur als einfach Körperverletzung zu qualifizieren und wird von der versuch-
ten schweren Körperverletzung konsumiert. Der Versuch der schweren Körperver-
letzung ist zu bejahen und der Beschuldigte nach Art. 122 i.V.m. Art. 22 StGB 
schuldig zu sprechen.

IV. Strafzumessung

16. Allgemeine Ausführungen

Es kann vorab auf die korrekten theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zur 
Strafzumessung und Gesamtstrafenbildung (Art. 49 Abs. 1 StGB) verwiesen wer-
den (pag. 811 ff., S. 34 ff. der Entscheidbegründung). 

Die 2. Strafkammer weicht indessen in konstanter Praxis insoweit vom Entscheid 
des Bundesgerichts 6B_466/2013 vom 25.07.2013 E. 2.3.2 ab, als dass sie die 
Täterkomponente bereits bei der Festsetzung der Einsatzstrafe (und dann auch bei 
der Festlegung der jeweils für die übrigen Delikte festzusetzenden Strafen) berück-
sichtigt und nicht erst nach der Bestimmung der Gesamtstrafe. Dies insbesondere 
dann, wenn sich einzelne Täterkomponenten lediglich bei einem von mehreren De-
likten manifestieren (vgl. dazu MARKO CESAROV, Zur Gesamtstrafenbildung nach 
der konkreten Methode, in: forumpoenale 2/2016, S. 97; HANS MATHYS, Leitfaden 
Strafzumessung, S. 157 N. 360). Das Bundesgericht entschied in BGE 138 IV 120, 
die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB sei nur bei 
gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen seien kumulativ zu 
verhängen, da das Asperationsprinzip nur greife, wenn mehrere gleichartige 
Strafen ausgesprochen würden. Die Voraussetzungen von Art. 49 Abs. 1 StGB 
seien erfüllt, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss 
gleichartige Strafen ausfälle. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen 
abstrakt gleichartige Strafen androhen würden, genüge nicht (E. 5.2). Bereits in 
BGE 137 IV 57 äusserte sich das Bundesgericht zudem zur Frage der 
Gleichartigkeit der Strafen bei der Gesamtstrafenbildung. Es befand, die Geldstrafe 
und die Freiheitsstrafe seien keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 
1 StGB (E. 4.3.1). 

Somit wird auch vorliegend zu prüfen sein, welche Strafart für die jeweiligen Delikte 
auszusprechen ist (vgl. Ausführungen hiernach).

Wie erwähnt, hat die Kammer das Verbot der reformatio in peius zu beachten. Die 
Gesamtstrafe darf damit nicht höher als im angefochtenen Urteil ausfallen, da nur 
der Beschuldigte Berufung erhoben hat (Art. 391 Abs. 2 StPO). Demgegenüber 
können in der Berechnung die Strafanteile für einzelne Delikte auch mit höheren 
Werten eingesetzt werden, als sie von der Vorinstanz verwendet wurden; denn das 
Verschlechterungsverbot wirkt sich nur auf das Ergebnis, mithin das Dispositiv des 
Urteils aus, nicht auf dessen Begründung (BGE 139 IV 282 E. 2.6). 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-IV-120%3Ade&number_of_ranks=0#page120
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-IV-57%3Ade&number_of_ranks=0#page57

23

17. Bestimmung der Einsatzstrafe für das schwerste Delikt

17.1 Schwerstes Delikt und Referenzsachverhalte

Auszugehen ist vom abstrakt schwersten Delikt, also von der versuchten schweren 
Körperverletzung zum Nachteil des Straf- und Zivilklägers 1. Die vollendete Tat (mit 
einem Strafrahmen von mindestens 180 Tagessätzen Geldstrafe bis 10 Jahren 
Freiheitsstrafe, Art. 122 StGB) bildet den Ausgangspunkt für die Festsetzung der 
Einsatzstrafe. Die derart ermittelte hypothetische Strafe ist in der Folge unter 
Berücksichtigung des fakultativen Strafmilderungsgrunds des Versuchs gemäss 
Art. 22 Abs. 1 StGB zu reduzieren (Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2013 vom 
25.07.2013 E. 2.3.1).

Die VBRS-Richtlinien enthalten keinen Referenzsachverhalt für eine vollendete 
schwere Körperverletzung. In der Praxis der Kammer finden sich hingegen ver-
schiedene Fälle, die zum Vergleich herangezogen werden können. 

Im Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 07 61 vom 12.07.2007 war eine 
schwere Körperverletzung zu beurteilen, bei welcher der Täter das am Boden lie-
gende Opfer mehrfach geschlagen und mit Füssen ins Gesicht getreten hat. Das 
Opfer erlitt zum Teil tiefe Rissquetschwunden im Gesichtsbereich, Brüche des Na-
senbeins, des Siebbeins, des Augenhöhlendachs und des Augenhöhlenbodens. 
Zudem hatte es eine mittelschwere Gehirnerschütterung. Die Verletzungen muss-
ten operativ versorgt werden und führten zu bleibenden Schäden und neurologi-
schen Defiziten. Die Kammer hielt dabei eine (Ausgangs-)Freiheitsstrafe von 
30 Monaten als angemessen. 

Eine Freiheitstrafe von 36 Monaten setzte die Kammer im Urteil des Obergerichts 
des Kantons Bern SK 15 8 vom 22.05.2015 fest. Dabei ging es um eine versuchte 
schwere Körperverletzung (6 cm lange und auf 4 cm klaffende, stark blutende 
Schnittverletzung mit Durchtrennung wesentlicher Sehnen und Nerven; längere Ar-
beitsunfähigkeit, keine bleibenden Schäden), welche dem Opfer im Rahmen eines 
Raufhandels mit einem Teppichmesser zugefügt wurde. 

Im Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 16 42 vom 01.07.2016 warf der 
Beschuldigte grundlos und aus dem Nichts zwei Glasvasen gegen den Kopf des 
Opfers. Dieses erlitt dadurch eine bogenförmig insgesamt zirka 6 cm lange und bis 
zirka 0,5 cm klaffende Hautdurchtrennung an der rechten Wange (keine unmittelba-
re Lebensgefahr, Verletzungen längere Zeit spürbar, jetzt sichtbare Narbe, Kopfre-
gion ist gemäss Bundesgericht besonders sensibler Bereich). Die Kammer setzte 
dafür eine (Ausgangs-)Freiheitsstrafe von 42 Monaten fest.

Im Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 11 202 vom 28.02.2012 veran-
schlagte die Kammer eine Einsatzstrafe von 32 Monaten für eine versuchte schwe-
re Körperverletzung, bei welcher der Täter dem Opfer mindestens zwei Mal gegen 
den Kopf trat und weitere Fusstritte gegen den Oberkörper des Opfers richtete. 

Gestützt auf die objektive Tatschwere erachtete die Kammer in einem weiteren Fall 
(Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 12 334 vom 29.04.2014) eine Frei-
heitsstrafe von 42 Monaten als angemessen, welche aufgrund der subjektiven 
Tatschwere und der Täterkomponenten schliesslich auf 27 Monate reduziert wurde. 

24

Im Rahmen einer Schlägerei wurden in diesem Fall mehrere Faustschläge und 
Fusstritte gegen das Opfer ausgeteilt. Dieses erlitt eine Dissektion der Halsschlag-
ader, welche zu einem linksseitigen Hirninfarkt führte. Eine schwere 
Sprachstörung, hochgradig armbetonte Halbseitenlähmung, Pflegebedürftigkeit und 
fehlende Erwerbsfähigkeit waren die bleibenden Schäden beim Opfer. 

Mit Blick auf die diese Vergleichsfälle erweist sich vorliegend die Einsatzstrafe der 
Vorinstanz von 5 Jahren Freiheitsstrafe als zu hoch.

17.2 Objektive Tatschwere

17.2.1 Ausmass des verschuldeten Erfolgs / Schwere der Verletzungen

Konkret stellt die Kammer in Bezug auf die Schwere der Verletzung folgende Über-
legungen an: Das Ausmass der Verletzung war nicht übermässig gross (3 cm lan-
ge, annähernd J-förmige, klaffende Durchtrennung der Haut; pag. 162), die Verlet-
zung ist folgenlos verheilt. Berichte, die den aktuellen Gesundheitszustand des Op-
fers dokumentieren würden, sind nicht aktenkundig. Es handelte sich aber nicht, 
wie die Vorinstanz festhielt und auch die Verteidigung in der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung ausführte, um eine Schnitt-, sondern um eine Stichverletzung 
(vgl. Foto pag. 189), allerdings mit einem wohl eher kurzen Stichkanal (keine Ver-
letzung des die Brusthöhle innenseitig auskleidenden Brust- bzw. Rippenfells; 
pag. 168). Das Opfer befand sich zu keinem Zeitpunkt in unmittelbarer Lebensge-
fahr. Eine scharfe Gewalteinwirkung am Brustkorb kann jedoch zu einem lebensge-
fährlichen Zustand führen (vgl. rechtliche Erwägungen Ziff. III.16 vorne). 

Ein solches Ereignis (Messereinsatz mehr oder weniger aus dem Nichts) hinter-
lässt aber beim Opfer regelmässig auch in psychischer Hinsicht Spuren und beein-
trächtigt dessen Sicherheitsgefühl nachhaltig. Der Straf- und Zivilkläger 1 leidet 
gemäss seinen Angaben in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung auch heute 
noch an Albträumen (pag. 716 Z. 24 f.). 

17.2.2 Verwerflichkeit des Handelns / Art und Weise der Herbeiführung / kriminelle 
Energie

Bezüglich der Verwerflichkeit des Handelns sowie der Art und Weise des Vorge-
hens ist festzuhalten, dass der eigentliche Messerstich aus dem Moment heraus 
erfolgte, nachdem das Messer zuvor – allerdings nur für einen äusserst kurzen 
Moment – zur Drohung eingesetzt worden war. Erschwerend kommt hinzu, dass 
der Beschuldigte das Messer nicht bereits mitführte, sondern eigens vor der Aus-
einandersetzung in seinem Büro behändigte. Hinzu kommt schliesslich, dass der 
Straf- und Zivilkläger 1 unbewaffnet war und somit keine Abwehrchancen hatte. Die 
vorausgegangene Auseinandersetzung im Club war verbaler Natur und es war der 
Beschuldigte, der das Ganze zur Eskalation brachte.

Insgesamt ist die objektive Tatschwere als knapp mittelschwer zu qualifizieren. Die 
hypothetische Strafe liegt für die Kammer folglich bei 36 Monaten Freiheitsstrafe.

17.3 Subjektive Tatschwere

In Bezug auf die subjektive Tatkomponente gilt Folgendes: Der Beschuldigte han-
delte nicht mit direktem Vorsatz. Eine schwere, möglicherweise lebensgefährliche 

25

Verletzung des Straf- und Zivilklägers 1 war nicht sein eigentliches Ziel. Er reagier-
te aber völlig unverhältnismässig auf die verbalen Beleidigungen des Straf- und Zi-
vilklägers 1, der sich seinerseits zu solchen berechtigt erachtete, weil sich der Be-
schuldigte zuvor an seine Begleiterin P.________ herangemacht hatte. Mit seiner 
völlig inadäquaten und nicht mehr steuerbaren Aktion stellte der Beschuldigte sei-
nen verletzten Stolz über die körperliche Unversehrtheit des Straf- und Zivilklä-
gers 1 und nahm schwere Verletzungen lebenswichtiger Organe zumindest in Kauf. 
Er handelte damit eventualvorsätzlich. Eine Reduktion der Strafe um 4 auf 32 Mo-
nate scheint unter dem Titel der subjektiven Tatkomponente als angemessen.

Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass es beim (vollendeten) Versuch blieb, was 
zu einer weiteren Reduktion führt. Das Opfer erlitt zwar nur eine vergleichsweise 
unbedeutende, jedenfalls noch als einfach zu qualifizierende Körperverletzung. 
Diese wird von der versuchten schweren Körperverletzung konsumiert. Nichtsdes-
totrotz ist dem Unrechtsgehalt Rechnung zu tragen. Es ist in keiner Weise dem Be-
schuldigten, sondern vielmehr dem Zufall zuzuschreiben, dass nicht schwerwie-
gendere Verletzungen eingetreten sind. In Anbetracht dieser Tatsachen ist eine 
Reduktion um weitere 6 Monate auf nunmehr 26 Monate Freiheitsstrafe angezeigt.

17.4 Täterkomponenten

Bei den Täterkomponenten fallen vorab die Vorstrafen negativ ins Gewicht: Der 
Beschuldigte wurde am 19.11.2010 vom Bezirksstatthalteramt Laufen wegen einer 
einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand (Bierglas gegen den 
Kopf; vgl. Vorakten der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft LA1 09 560) zu einer 
bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu CHF 30.00 sowie zu einer Busse 
von CHF 1‘000.00 verurteilt. Diese Vorstrafe resultiert aus einem Vorfall, welcher 
sich weitgehend mit dem vorliegend zu beurteilenden deckt. Sie ist einschlägig und 
damit straferhöhend zu berücksichtigen (TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, Schweizeri-
sches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, N. 30 zu Art. 47 StGB).

Weiter wurde der Beschuldigte am 12.12.2013 von der Staatsanwaltschaft BS/BSD 
Basel wegen Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kontrollschildern zu einer be-
dingten Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF 30.00 sowie einer Busse von 
CHF 200.00 verurteilt (vgl. Strafregisterauszug pag. 896).

Neu im Strafregister figuriert das Urteil der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 
vom 26.05.2016 wegen Führenlassen ohne Haftpflichtversicherung, begangen am 
10.09.2015. Der Beschuldigte wurde zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 
CHF 40.00, bedingt auf 2 Jahre, sowie zu einer Busse von CHF 400.00 verurteilt 
(vgl. Strafregisterauszug, pag. 895 f. und eingeholte Vorakten der Staatsanwalt-
schaft Basel-Landschaft SB1 15 2911). Trotz laufendem Verfahren bekundet der 
Beschuldigte offenbar Mühe, sich an die geltenden Normen und Regeln zu halten 
und delinquiert – wenn auch nicht einschlägig – weiter. 

Das Vorleben des Beschuldigten verlief unauffällig (vgl. dazu die Ausführungen der 
Vorinstanz auf pag. 818, S. 41 der Entscheidbegründung). Er kam im Jahre 1992 
mit seinem Vater in die Schweiz und konnte nach dem Schulabschluss eine einjäh-
rige Anlehre als Maschinenreparateur absolvieren. Die anschliessende Malerlehre 
brach er dann aber nach 1 ½ Jahren ab und so wurde sein Berufsleben zuneh-

26

mend unstetig (Kellner im Restaurant R.________, Chauffeur bei S.________, Ma-
ler bei T.________ in Z.________, ab 2008 selbständiger Betreiber der 
U.________ in V.________, Geschäftsführer L.________ Club in G.________ ab 
2013 - 2014). Im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Hauptverhandlung war der Be-
schuldigte arbeitslos und erhielt eine Arbeitslosenentschädigung (bzw. Sozialhilfe) 
in der Höhe von monatlich CHF 1‘200.00 (vgl. Leumundsbericht vom 02.01.2016, 
pag. 698 ff. sowie Aussagen des Beschuldigten, pag. 140/15 Z. 24 - 26, 424 Z. 169 
- 181 und pag. 718 Z. 36 - 37). Den eingeholten Vorakten der Staatsanwaltschaft 
Basel-Stadt betreffend Führenlassen ohne Haftpflichtversicherung (SB1 15 291) 
kann entnommen werden, dass der Beschuldigte angab, seit dem 01.04.2016 zu 
50% bei seinem Bruder in einer Transportfirma zu arbeiten und hierbei ein monatli-
ches Nettoeinkommen von CHF  1‘970.00 zu erzielen. Gemäss dem in der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung zu den Akten gereichten (vom Beschuldigten jedoch 
nicht unterzeichneten) Arbeitsvertrag (pag. 911 f.), ist der Beschuldigte seit dem 
01.05.2016 zu 80% bei der N.________ GmbH, dem Unternehmen seines Bruders, 
angestellt und erzielt ein monatliches Einkommen von brutto CHF 2‘800.00. 

Seit dem 27.06.2016 ist der Beschuldigte geschieden. Er hat insgesamt vier Kinder 
mit drei verschiedenen Frauen. In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte 
der Beschuldigte aus, er bezahle keine Unterhaltsbeiträge an seine Kinder, das be-
zahle der Staat (pag. 719 Z. 4 - 5). Der Beschuldigte hat Schulden in der Höhe von 
rund CHF 150‘000.00 (pag. 700 ff. und 728 Z. 13 - 14) und gab an, gesundheitlich 
in guter Verfassung zu sein (vgl. eingeholte Vorakten der Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft [SB1 15 2911]).

Das Nachtatverhalten ist insgesamt neutral zu werten. Der Beschuldigte verhielt 
sich korrekt, war jedoch nicht besonders kooperativ. Reue und Einsicht sind nicht 
ersichtlich. Eine besondere Strafempfindlichkeit besteht nicht. 

Nach dem Gesagten wirken sich die Täterkomponenten – insbesondere die ein-
schlägige Vorstrafe sowie die Delinquenz während laufendem Strafverfahren – zu 
Ungunsten des Beschuldigten aus. Eine Erhöhung der Einsatzstrafe um vier auf 
30 Monate scheint angemessen.

18. Zu den weiteren Delikten

Für die weiteren Schuldsprüche wegen Vernachlässigung der Unterhaltspflicht und 
wegen Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz (AuG; SR 142.20) erachtete 
die Vorinstanz ebenfalls Freiheitsstrafen als angezeigt und bezog diese in die Be-
rechnung der Gesamtstrafe mit ein (pag. 816 ff., S. 39 ff. der Entscheidbegrün-
dung).

Sie begründete dies wie folgt (pag. 817 f., S. 40 der Entscheidbegründung):

[…] In casu wäre in Anbetracht des festgesetzten Verschuldens für die neben der versuchten schwe-
ren Körperverletzung erfüllten Delikte einzeln betrachtet je eine Geldstrafe möglich. Der Beschuldigte 
hat jedoch bis heute – trotz laufendem Strafverfahren – keinen Unterhalt für seine Kinder bezahlt. Der 
Beschuldigte zeigt diesbezüglich auch keine Einsicht, sagte er doch anlässlich der Hauptverhandlung, 
dass er keine Unterhaltsbeiträge für seine Kinder W.________ und X.________ bezahle, das bezahle 
der Staat (pag. 719 Z. 4-5). Der Beschuldigte fühlt sich nicht zur Zahlung von Unterhaltsleistungen an 

27

seine Kinder verpflichtet. Anlässlich der Hauptverhandlung führte der Beschuldigte weiter aus, dass er 
eine neue Lebenspartnerin habe, welche aus AA.________ stamme, nicht in der Schweiz angemeldet 
und derzeit bei ihm in den Ferien sei (pag. 727 Z. 26-37). Auch diese Aussagen lassen an der Ein-
sicht des Beschuldigten Zweifel aufkommen. Weiter ist auf die Vorstrafen und die breitgefächerte De-
linquenz des Beschuldigten zu verweisen. Ihm kann demnach bezüglich der Vernachlässigung von 
Unterhaltspflichten sowie der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz keine gute Prognose ge-
stellt werden, womit eine allfällige Geldstrafe unbedingt auszusprechen wäre. Da der Beschuldigte je-
doch derzeit von der Sozialhilfe lebt (pag. 718 Z. 36-37), Schulden in der Höhe von rund 
CHF 150‘000.00 hat (pag. 700 ff. und 728 Z. 13-14) und aufgrund seinem Hang zum „Chef-Sein“ kei-
ne „normale“ Arbeitsstelle wird innehaben können, könnte er eine Geldstrafe nicht bezahlen. Eine 
Solche wäre nicht zweckmässig. Somit sind für die Schuldsprüche der Vernachlässigung von Unter-
haltspflichten sowie der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz durch Förderung der rechts-
widrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthaltes sowie das Beschäftigen von Ausländern ohne 
Bewilligung Freiheitsstrafen auszusprechen. Alle Strafen sind mithin gleichartig, weshalb der Be-
schuldigte zu einer Gesamtfreiheitsstrafe zu verurteilen ist. Dies gilt auch dort, wo Delikte mit Strafen 
im Bereich von weniger als sechs Monaten Freiheitsstrafe zu ahnden sind (BGer 6B_466/2013 vom 
25.07.2013 E. 2.3.3). […]

Angesichts des vorliegend zu beachtenden Verbots der reformatio in peius 
(Art. 391 Abs. 2 StPO) erübrigen sich Ausführungen darüber, ob unter Berücksich-
tigung der konkreten Methode nicht allenfalls noch Geldstrafen hätten ausgefällt 
werden können und/oder müssen. So oder anders kann die Kammer nicht über das 
Strafmass der Vorinstanz hinausgehen, weshalb für die weiteren Delikte weder ei-
ne zusätzliche Asperation noch die Ausfällung einer Geldstrafe in Betracht kommt. 
Ebenso wenig ist die Ausfällung einer Zusatzstrafe zum neusten Strafbefehl ein 
Thema.

19. Konkrete Strafe / Teilbedingter Vollzug

Die Freiheitsstrafe von 30 Monaten ist nach dem Gesagten zu bestätigen. Mit Blick 
auf das Verschlechterungsverbot ist klar, dass der Beschuldigte in den Genuss ei-
ner teilbedingten Strafe kommt. Diskutabel ist einzig, ob allenfalls der unbedingt zu 
vollziehende Teil der Strafe weiter, d.h. bis auf das gesetzliche Minimum von 6 Mo-
naten gemäss Art. 43 Abs. 3 StGB verkürzt werden könnte.

Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Gewährung des beding-
ten/teilbedingten Strafvollzugs zutreffend dargelegt, es kann darauf verwiesen wer-
den (pag. 819 f., S. 42 f. der Entscheidbegründung). Sie stellte dem Beschuldigten 
grundsätzlich keine gute Prognose und begründete dies wie folgt (pag. 820 f., 
S. 43 f. der Entscheidbegründung):

[…] Der Beschuldigte ist, wie bereits ausgeführt, vorbestraft und uneinsichtig, womit ihm grundsätzlich 
keine gute Prognose zu stellen ist. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass das vorliegen-
de Strafverfahren, die erstandene Untersuchungshaft und der zwingend unbedingt zu verbüssende 
Teil der Freiheitsstrafe eine genügende spezialpräventive Wirkung auf den Beschuldigten haben, um 
ihn von weiteren Delikten abzuhalten. Aus diesem Grund ist für die ausgesprochene Freiheitsstrafe 
von drei Jahren der teilbedingte Strafvollzug gemäss Art. 43 StGB zu gewähren.

Der unbedingt vollziehbare Teil darf die Hälfte der Strafe nicht überschreiten (Art. 43 Abs. 2 StGB) 
und gemäss Art. 43 Abs. 3 StGB müssen sowohl der aufgeschobene als auch der vollziehbare Teil 

28

mindestens sechs Monate betragen. In Anbetracht der konkreten Umstände bestimmt das Gericht 
den vollziehbaren Teil der Freiheitsstrafe auf 12 Monate. Für die restlichen 18 Monate wird der Voll-
zug der Freiheitsstrafe aufgeschoben. Eine zu verbüssende Freiheitsstrafe von 12 Monate erscheint 
aus spezialpräventiver Sicht genügend und angemessen, um den Beschuldigten von weiteren Delik-
ten abzuhalten.

Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so bestimmt es dem Verurteilten 
eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB). Insbesondere mit Blick auf die Vorstra-
fen und die Uneinsichtigkeit des Beschuldigten, ist das Gericht der Ansicht, dass es eine gewisse 
Warnwirkung für den Beschuldigten braucht, weshalb die Probezeit auf vier Jahre festgesetzt 
wird. […]

Die Kammer schliesst sich diesen Überlegungen an. Insbesondere sprechen die 
konkreten Umstände dafür, den unbedingt zu vollziehenden Teil nicht auf das ab-
solute Minimum festzusetzen. Der Beschuldigte ist nicht einsichtig, die einschlägige 
Vorstrafe war weder Lehre noch Warnung. Trotz der Untersuchungshaft von 
56 Tagen und dem laufenden Verfahren wurde er erneut straffällig. Weder seine 
beruflichen noch seine persönlichen Verhältnisse erscheinen wirklich stabil. Aus 
spezialpräventiver Sicht ist deshalb ein deutliches Zeichen nötig und der zu ver-
büssende Teil der Strafe ist auf 12 Monate festzusetzen. Dies entspricht vorliegend 
auch dem erheblichen Verschulden des Beschuldigten. Für die bedingt auszuspre-
chende Teilstrafe von 18 Monaten ist die Probezeit indes auf 3 Jahre festzulegen. 
Die Probezeit läuft zwar ab Rechtskraft des Urteils, ruht aber während des Vollzugs 
des unbedingten Teils, so dass eine dreijährige Probezeit zur Stützung der Legal-
prognose genügt (HUG, in: OFK-StGB, 19. Aufl. 2013, N. 1 zu Art. 44 StGB; 
SCHNEIDER/GARRÉ, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 3. Aufl. 2013, N. 9 zu Art. 44 
StGB).

V. Kosten und Entschädigungen

20. Verfahrenskosten

Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschuldigte gestützt auf Art. 426 
Abs. 1 StPO die gesamten erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu tragen. Diese be-
laufen sich auf insgesamt CHF 26‘764.70 (vgl. pag. 743 f.).

Entgegen der vorinstanzlichen Kostenliquidation sind weder das Honorar für die 
amtliche Verteidigung noch die Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege der Pri-
vatklägerschaft bei den Verfahrenskosten zu berücksichtigen; vielmehr werden die-
se separat ausgeschieden (vgl. V.21. Amtliche Entschädigung Rechtsanwalt 
B.________ sowie V.22. Amtliche Entschädigung Rechtsanwalt D.________ hier-
nach). 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte ist oberin-
stanzlich mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, sodass er zur Bezahlung der 
gesamten Verfahrenskosten zu verurteilen ist. Diese werden bestimmt auf 
CHF 5‘000.00 (Art. 24 Abs. 1 Bst. b des Dekrets betreffend die Verfahrenskosten 
und die Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 

29

[Verfahrenskostendekret, VKD, BSG 161.12]).

21. Amtliche Entschädigung Rechtsanwalt B.________

Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers des Beschuldigten wird für das erst- 
und oberinstanzliche Verfahren gestützt auf die eingereichten Kostennoten festge-
setzt. Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern die für das erst- und oberinstanzliche 
Verfahren ausgerichtete Entschädigung von insgesamt CHF 15‘191.25 zurückzu-
zahlen und dem amtlichen Verteidiger die Differenz zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 3‘402.00, zu erstatten, so-
bald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

22. Amtliche Entschädigung Rechtsanwalt D.________

Das amtliche Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung des Straf- und Zivil-
klägers 1 wird für das erst- und oberinstanzliche Verfahren anhand der eingereich-
ten Kostennoten festgesetzt. Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern die für das 
erst- und oberinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädigung von insgesamt 
CHF 6‘591.25 dem amtlichen Rechtsvertreter des Straf- und Zivilklägers 1 die Dif-
ferenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausma-
chend CHF 2‘397.60, zu erstatten, wenn er in günstige wirtschaftliche Verhältnisse 
gelangt (Art. 426 Abs. 4 StPO).

VI. Verfügungen

Dem zuständigen Bundesamt ist die Zustimmung zur Löschung des erstellten 
DNA-Profils (.________) zu erteilen (Art. 16 Abs. 1 Bst. e des DNA-Profil-Gesetzes 
[DNA-ProfilG; SR 360]). Dem für die Führung des AFIS zuständigen Dienst ist die 
Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen 
Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 1 Bst. e i.V.m. 
Art. 19 Abs. 1 der Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungs-
dienstlicher Daten [SR 361.3]).

VII. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau (Kollegi-
algericht) vom 27.01.2016 (PEN 15 186) insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als:

1. Das Strafverfahren gegen A.________ wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflich-
ten, angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom 01.05.2014 bis 31.05.2015 in 
F.________, z.N. von E.________ eingestellt wurde, ohne Ausrichtung einer Ent-
schädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten (Ziff. I des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs).

30

2. A.________ freigesprochen wurde

2.1 von den Anschuldigungen der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, 
angeblich mehrfach begangen

2.1.1 ca. vom 09.01.2015 bis 23.01.2015 in G.________, durch Förderung der 
rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthaltes (Ziff. II.1.1 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

2.1.2 ca. vom 09.01.2015 bis 23.01.2015 in G.________, durch Beschäftigen 
von Ausländern ohne Bewilligung (Ziff. II.1.2 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs);

2.2 von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das Gastgewerbegesetz, 
angeblich mehrfach begangen in der Zeit von September 2013 bis 31.10.2013 in 
G.________ durch Beschäftigen oder Dulden von Animierdamen (Ziff. II.2 des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs); 

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskos-
ten.

3. A.________ schuldig erklärt wurde der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten, 
mehrfach begangen in der Zeit vom 28.07.2013 bis 30.04.2014 in F.________, 
z.N. von E.________ (Deliktsbetrag: Euro 2‘000.00; Ziff. III.2 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs).

4. A.________ schuldig erklärt wurde der Widerhandlungen gegen das Ausländerge-
setz, mehrfach begangen

4.1. durch Verletzung der Anmelde- und Mitwirkungspflichten, mehrfach begangen

4.1.1. am 15.02.2013 bzw. vom 15.02.2013 bis 03.10.2014 in F.________ 
(Ziff. III.3.1.1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

4.1.2. am 05.11.2014 in M.________ (Ziff. III.3.1.2 des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs);

4.2. durch Förderung der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthal-
tes, mehrfach begangen

4.2.1. vom 14.04.2012 bis 23.05.2014 in F.________ und H.________ 
(Ziff. III.3.2.1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

4.2.2. vom 01.09.2013 bis 23.05.2014 in F.________ und H.________ 
(Ziff. III.3.2.2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

31

4.3. durch Beschäftigen von Ausländern ohne Bewilligung, mehrfach begangen

4.3.1. von November 2013 bis 23.05.2014 in G.________ (Ziff. III.3.3.1 des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

4.3.2. von Dezember 2013 bis 23.05.2014 in G.________ (Ziff. III.3.3.2 des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

5. A.________ schuldig erklärt wurde der Widerhandlungen gegen das Gastgewerbe-
gesetz, mehrfach begangen

5.1. in der Zeit von November 2013 bis 23.05.2014 in G.________ durch Beschäfti-
gen oder Dulden von Animierdamen (Ziff. III.4.1 des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs);

5.2. am 22./23.05.2014 und am 23.01.2015 in G.________ durch Missachten des 
Rauchverbots in Gastgewerbe als verantwortliche Person (Ziff. III.4.2 des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs).

6. A.________ verurteilt wurde zu einer Übertretungsbusse von CHF 2‘000.00 unter 
Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 20 Tage 
(Ziff. III.2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

7. A.________ in Anwendung von Art. 41 und 47 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO zur 
Bezahlung einer Genugtuung von CHF 2‘000.00 zuzüglich 5 % Zins seit dem 
23.05.2014 an den Straf- und Zivilkläger C.________ verurteilt wurde (Ziff. IV.1 des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

die Zivilklage weitergehend abgewiesen wurde (Ziff. IV.2 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs);

für die Beurteilung der Zivilklage keine Kosten ausgeschieden wurden (Ziff. IV.3 des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

8. Der A.________ mit Strafmandat der Staatsanwaltschaft BS/SBD, Basel vom 
12.12.2013 für eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen à je CHF 30.00 gewährte bedingte 
Vollzug nicht widerrufen wurde (Ziff. V.1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

die Probezeit um 1 Jahr verlängert wurde (Ziff. V.2 des erstinstanzlichen Urteilsdispo-
sitivs);

die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren in der Höhe von CHF 300.00 
A.________ auferlegt wurden (Ziff. V.3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

9. Verfügt wurde, dass

9.1. das Klappmesser der Marke «ARMY specifics» gestützt auf Art. 69 StGB zur 
Vernichtung eingezogen werde (Ziff. VII.1 des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs);

32

9.2. folgende Gegenstände A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des erstin-
stanzlichen Urteils zurückgegeben werden:
- Videorecorder mit Festplatte aus L.________ Club
- Blaue Kasse (aus L.________ Club)
- Euro 2.42
- Lei 0.50
(Ziff. VII.2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

9.3. der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 1‘958.64 zur Deckung der Busse von 
CHF 2‘000.00 verwendet werde (Ziff. VII.3 des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs);

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 23.05.2014 in G.________, 
z.N. von C.________

und gestützt darauf sowie auf die rechtskräftigen Schuldsprüche gemäss Ziff. I hiervor und 
in Anwendung der Artikel

3, 8 Abs. 1, 22 Abs. 1, 40, 43, 44, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 106, 122, 217 Abs. 1 StGB, 
11, 12 Abs. 2 und 3, 13, 37, 90 Bst. b, 116 Abs. 1 Bst. a, 117 Abs. 1, 120 Abs. 1 Bst. a und 
c AuG,
15 Abs. 1, 67 Abs. 1 VZAE,
27 Abs. 1 und 3, 29 Abs. 3 Bst. a und b i.V.m. 49 Abs. 1 Bst. b Gastgewerbegesetz,
2 Abs. 3 Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen,
426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten.

Davon sind 12 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 18 Monaten wird der 
Vollzug aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

Die Untersuchungshaft von 56 Tagen wird im Umfang von 56 Tagen auf die zu voll-
ziehende Teilstrafe angerechnet.

2. Zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 26‘764.70 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung).

3. Zu den oberinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 5‘000.00 
(ohne Kosten für die amtliche Verteidigung).

33

III.

1. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Rechtsan-
walt B.________, wurde/wird für das erst- bzw. oberinstanzliche Verfahren wie folgt 
bestimmt:

Erste Instanz
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 52.00 200.00 CHF 10'400.00
Reisezuschlag CHF 750.00

CHF 467.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 11'617.00 CHF 929.35

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 12'546.35

volles Honorar CHF 13'000.00
Reisezuschlag CHF 750.00

CHF 467.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 14'217.00 CHF 1'137.35

CHF 0.00
Total CHF 15'354.35

nachforderbarer Betrag CHF 2'808.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Obere Instanz

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 11.00 200.00 CHF 2'200.00
Reisezuschlag CHF 100.00

CHF 149.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2'449.00 CHF 195.90

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2'644.90

volles Honorar CHF 2'750.00
Reisezuschlag CHF 100.00

CHF 149.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2'999.00 CHF 239.90

CHF 0.00
Total CHF 3'238.90

nachforderbarer Betrag CHF 594.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern die für das erst- und oberinstanzliche Verfahren 
ausgerichtete Entsch