# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e092646-93d8-57e6-b701-fd04948e58f6
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-05
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2018 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2018
**Docket/Reference:** DB.2021.80
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2021.80--2-st.2021.107.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2021.80 
2 ST.2021.107 

Entscheid 

5. Mai 2022 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Hans Heinrich Knüsli und Gerichtsschreiber Gilles Vogt 

A   G m b H ,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau, Bändliweg 21,  
Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerde-/ 
Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2018 sowie 
Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2018 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. 1. Die A GmbH (nachfolgend die Pflichtige) bezweckt Maurer- und Umbau-

arbeiten  aller  Art.  Die  mit  der  Steuererklärung  2018  eingereichte  Jahresrechnung  für 

das  Geschäftsjahr  1.1.  -  31.12.2018  wies  bei  einem  Umsatz  von  knapp  Fr.  809'000.- 

einen  Reingewinn  von  Fr.  42'934.-  aus.  Für  den  Einkauf  von  Werkzeugen  und  Ver-

brauchsmaterial wendete die Pflichtige den Gesamtbetrag von Fr. 586.55 auf, Drittleis-

tungen  (Bauarbeiten)  wurden  gemäss  Buchhaltung  mit  insgesamt  Fr.  281'579.90  ab-

gegolten.  Einen  grösseren  Posten  stellte  der  Personalaufwand  mit  Fr.  449'469.-  dar, 

wobei  der  einzige  Gesellschafter  und  Geschäftsführer  C  gemäss  Lohnausweis  einen 

Bruttolohn  von  Fr.  67'200.-  verdiente.  Die  Pflichtige  beschäftigte  daneben  insgesamt 

14 weitere Personen, teils für das ganze Jahr, teils nur für einige Wochen bzw. Mona-

te.  

Mit Auflage vom 27. Januar 2021 forderte der Steuerkommissär die Pflichtige 

auf, das Kassenbuch (inkl. Nachweis von regelmässigen Kassenstürzen) und den voll-

ständigen  Kontoauszug  des  Kontokorrentkontos  des  Gesellschafters  (Buchhaltungs-

konto  1180)  einzureichen.  Weiter  sollte  die  Pflichtige  u.a.  die  geschäftsmässige  Be-

gründung  des  Aufwands  für  Drittleistungen  (Buchhaltungskonto  4400)  an  Hand  von 

Belegen (Quittungen betr. etwaige Barzahlungen, Offerten, Verträgen, detaillierten Ab-

rechnungen, Arbeitsrapporten, Garantievereinbarungen) und mittels einer substanziier-

ten Sachdarstellung nachweisen.  

Die Pflichtige  reichte mit  Eingabe  vom  1.  März  2021  die Quittungen  über  die 

Bezahlung  aller  in  Bar  beglichenen  Drittleistungen  sowie  Kontoauszüge  (Buchhal-

tungskonten  1000  [Kasse],  4400  [Drittleistungen]  und  1180  [Kontokorrent])  ins  Recht. 

Weitere  Unterlagen  oder  Belege  zu  den  Drittleistungen  enthielt  die  Eingabe  nicht, 

ebenso  fehlte  das  Kassenbuch  mit  regelmässigen  Saldierungen  und  die  detaillierte 

Sachdarstellung  in  Bezug  auf  alle  Drittleistungen.  Im  Buchhaltungskonto  4400  waren 

fünf Barzahlungen an die D GmbH (ab … 2019 im Konkurs bzw. seit … 2019 im Han-

delsregister gelöscht) im Gesamtumfang von Fr. 28'300.- verzeichnet, als Gegenkonto 

war  jeweils  das  Kontokorrentkonto  1180  und  nicht  das  Kassenkonto  1000  aufgeführt. 

Gleich verhielt es sich mit den übrigen im Buchhaltungskonto 4400 enthaltenen 17 Bar-

transaktionen in Höhe von insgesamt Fr. 206'909.90, bei welchen als Empfängerin die 

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E GmbH (ab … 2019 im Konkurs bzw. … 2020 im Handelsregister gelöscht) aufgeführt 

war.  Die  übrigen  Drittleistungs-Posten  (Fr.  46'370.-)  wurden  gemäss  den  Buchungen 

an verschiedene weitere Firmen per Banküberweisung oder zunächst als kurzfristiges 

Darlehen (Kreditor) ausbezahlt.  

In  der  Mahnung  vom  11.  März  2021  wies  der  Steuerkommissär  darauf 

hin,  dass  der  Nachweis  für  die  geschäftsmässige  Begründetheit  der  Drittleistungen 

durch die eingereichten Quittungen nicht erbracht worden sei und wiederholte u.a. die 

Aufforderung, den Aufwand für Drittleistungen mittels Belegen (Offerten, Verträge, de-

taillierte Abrechnungen, Arbeitsrapporte, Garantievereinbarungen) und einer substanzi-

ierten  Sachdarstellung  nachzuweisen.  Die  Pflichtige  reagierte  auf  die  Mahnung  am 

30. März 2021 und reichte eine mit der E GmbH abgeschlossene und auf den … 2018 

datierte  Vereinbarung  über  den  zeitlich  unbefristeten  Verleih  von  Arbeitnehmern  (un-

genannte  Maurer  und  Bauarbeiter  zu  Stundensätzen  von  Fr.  55.-  bzw.  Fr. 45.-)  auf 

diversen  Baustellen  ein.  Die  Kündigungsfrist  für  den  Vertrag  betrug  zwei  Tage.  Die 

Pflichtige führte aus, es hätten  ihr externe Dienstleister im Jahr 2018 bei Zugrundele-

gung  eines  Durchschnittsstundenlohns  von  Fr.  46.-  während  rund  6'121  Stunden 

Arbeitskräfte ausgeliehen. 

2. Das kantonale Steueramt veranlagte die Pflichtige mit separaten Verfügun-

gen  vom  13.  April  2021  für  die  direkte  Bundessteuer  und  die  Staats-  und  Gemeinde-

steuern  (Steuerperiode  1.1.  -  31.12.2018)  je  mit  einem  steuerbaren  Reingewinn  von 

Fr. 124'400.-. Das Eigenkapital per 31. Dezember 2018 setzte es auf Fr. 57'000.- fest. 

Die einzige Korrektur betraf den Aufwand für Drittleistungen (Buchhaltungskonto 4400), 

welchen die Steuerbehörde nach pflichtgemässem Ermessen i.S.v. Art. 130 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über  die direkte Bundessteuer vom  14.  Dezember  1990 (DBG)  bzw. 

§ 139 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) auf 200'000.- (statt wie ver-

bucht Fr. 281'579.90) schätzte.  

B.  Auf  die  hiergegen  erhobene  Einsprache  trat  das  kantonale  Steueramt  mit 

Entscheid  vom  1.  Juni  2021  wegen  mangelhafter  Begründung  eines  gegen  eine  Er-

messensveranlagung  gerichteten  Rechtsmittels  nicht  ein  (Art.  132  Abs. 3  DBG  bzw. 

§ 140 Abs. 2 StG). 

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C. Die Pflichtige gelangte mit Eingaben vom 26. Juni 2021 beschwerde- bzw. 

rekursweise ans Steuerrekursgericht mit dem Antrag,  die Einspracheentscheide seien 

aufzuheben, und die Sache sei zur materiellen Behandlung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. Eventualiter seien die Drittleistungen wie im Buchhaltungskonto (4400) ver-

bucht  in  voller  Höhe  zum  Abzug  zuzulassen,  und der  steuerbare  Reingewinn  sei  ent-

sprechend deklarationsgemäss auf Fr. 42'900.- festzusetzen. 

Das kantonale Steueramt schloss in der Beschwerde- und Rekursantwort vom 

2. August 2021 auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Pflichtige nahm dazu am 26. Ok-

tober 2021 Stellung.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  aa)  Der  steuerbare  Reingewinn  einer  Kapitalgesellschaft  setzt  sich  ge-

mäss Art. 58 Abs. 1 DBG und § 64 Abs. 1 StG zusammen aus dem Saldo der Erfolgs-

rechnung, unter Berücksichtigung des Saldovortrags des Vorjahres (lit. a bzw. Ziff. 1), 

und  (unter  anderem)  allen  vor  Berechnung  des  Saldos  der  Erfolgsrechnung  ausge-

schiedenen  Teilen  des  Geschäftsergebnisses,  die  nicht  zur  Deckung  von  geschäfts-

mässig begründetem Aufwand verwendet werden (lit. b bzw. Ziff. 2), wie insbesondere 

geschäftsmässig  nicht  begründete  Abschreibungen  und  Rückstellungen  (al. 2  bzw. 

lit. b)  sowie  offene  und  verdeckte  Gewinnausschüttungen  und  geschäftsmässig  nicht 

begründete Zuwendungen an Dritte (al. 5 bzw. lit. e).  

bb)  aaa)  Ausgangspunkt  für  die  steuerrechtliche  Bestimmung  des  Unterneh-

mensgewinns  ist  die  kaufmännische  Jahresrechnung,  bestehend  aus  Bilanz  und  Er-

folgsrechnung. Dabei sind die handelsrechtlichen Vorschriften zu beachten, damit das 

Steuerrecht  darauf  abstellen  kann  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar 

zum DBG, 3. A., 2016, Art. 58 N 3 DBG und Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Kommen-

tar zum Zürcher Steuergesetz, 4. A., 2021, § 64 N 4 StG). Die Buchführung bildet die 

Grundlage  der  Rechnungslegung.  Sie  erfasst  diejenigen  Geschäftsvorfälle  und  Sach-

verhalte,  die für  die  Darstellung  der  Vermögens-,  Finanzierungs-  und Ertragslage  des 

Unternehmens  (wirtschaftliche  Lage)  notwendig  sind  (Art.  957a  Abs.  1  OR).  Sie  folgt 

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den  Grundsätzen  ordnungsmässiger  Buchführung.  Namentlich  sind  zu  beachten:  Die 

vollständige, wahrheitsgetreue und systematische Erfassung der Geschäftsvorfälle und 

Sachverhalte  (Art.  957a  Abs. 2  Ziff. 1  OR),  der  Belegnachweis  für  die  einzelnen  Bu-

chungsvorgänge  (Ziff.  2),  die  Klarheit  (Ziff.  3),  die  Zweckmässigkeit  mit  Blick  auf  die 

Art und Grösse des Unternehmens (Ziff. 4) sowie die Nachprüfbarkeit (Ziff. 5). Als Bu-

chungsbeleg gelten alle schriftlichen Aufzeichnungen auf Papier oder in elektronischer 

oder vergleichbarer Form, die notwendig sind, um den einer Buchung zugrunde liegen-

den  Geschäftsvorfall  oder  Sachverhalt  nachvollziehen  zu  können  (Art.  957a  Abs. 3 

OR).  Ein  zentrales  Element  der  Buchführung  stellt  das  Dokumentationsprinzip  dar, 

denn  zur  Kontrolle der Richtigkeit  der  Erfassung  und Verarbeitung muss  jederzeit  die 

Nachprüfbarkeit  des  Rechnungswesens  gegeben  sein  [...].  Der  Grundsatz  der  Doku-

mentation  fordert  für  jeden  buchführungsrelevanten  Vorgang  das  "Dokument",  das 

als  Beweismittel  stellvertretend  für  den  wirtschaftlichen  Sachverhalt  einzustehen  hat 

(= Urbeleg). Die Erfüllung der Forderung nach Dokumentation der Vorgänge bildet eine 

unerlässliche Voraussetzung für das Funktionieren des Rechnungswesens (Schweizer 

Handbuch der Wirtschaftsprüfung, Band 1, Buchführung und Rechnungslegung, 2009, 

S. 12 f., a.z.F.). Jede Buchung erfordert m.a.W. einen begründenden Beleg (Belegprin-

zip).  Die  einzelnen  Aufzeichnungen  müssen  von  der  Erfassung  des  Buchungstatbe-

stands über die Verarbeitung im Rechenapparat bis hin zur Darstellung der Information 

im  Jahresabschluss  nachprüfbar  sein  (Boemle/Lutz,  Der  Jahresabschluss,  2007, 

S. 54). Dabei stellt der Beleg die Dokumentation bzw. den Nachweis eines Geschäfts-

vorfalls  in  knapper,  für  das  Rechnungswesen  bearbeitbarer  Form  dar  und  ist  die  

Verbindung  zwischen  Geschäftsvorfall  und  Buchung.  Ist  dies  gewährleistet,  ist  die 

Belegfunktion  erfüllt  (Winkeljohann/Klein, 

in:  Ellrott/Förschle/Hoyos/Winkeljohann, 

Beck'scher  Bilanz-Kommentar,  Handels-  und  Steuerbilanz,  6.  A.,  2006,  §  238  N 86). 

Dokumente werden zu Belegen, wenn sie zum Nachweis von Art und Betrag von Bu-

chungen  dienen  (Karl  Käfer,  in:  Berner  Kommentar  zum  Obligationenrecht,  Die  kauf-

männische Buchführung (Art. 957 - 964 OR), 1976, Art. 957 N 530). Das Verwaltungs-

gericht geht mit Hinweis auf die Botschaft vom 21. Dezember 2007 zur Änderung des 

Obligationenrechts  (BBl  2008  1698)  davon  aus,  dass  der  Beleg  den  Belegtext,  den 

Buchungsbetrag, den Aussteller des Belegs und das Ausstellungdatum enthalten muss 

(VGr, 22. Juli 2020, SB.2020.00001 und SB.2020.00002). Dabei sei entscheidend, so 

das obere kantonale Gericht, ob anhand der Bezeichnungen auf einem Beleg der da-

hinterstehende wirtschaftliche Sachverhalt nachvollzogen werden kann. Die zu beurtei-

lenden Rechnungen im erwähnten Präjudiz wiesen unter dem Titel "Bezeichnung" das 

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Projekt aus. Im konkreten Fall handelte es sich jeweils um die Benennung des Dorfes, 

in  welchem  die  Liegenschaft  sich  befand,  an  welcher  Fremdarbeiten  vorgenommen 

wurden.  Weiter  enthielten  die  Rechnungen  eine  Beschreibung  der  Arbeiten  ("Div. 

Gipserarbeiten  oder  "Div.  Fassadenarbeiten").  Die  meisten  Rechnungen  verwiesen  in 

jenem Fall schliesslich auf einen Rapport (z.B. Rapportnr.: …). Nach Ansicht des Ver-

waltungsgerichts  war  es  anhand  dieser  Informationen  möglich,  den  der  Buchung  zu-

grundeliegenden  Geschäftsvorfall  –  die  Erbringung  von  Gipser-  oder  Fassadenarbeit 

im  Rahmen  eines  Bauprojekts  der  steuerpflichtigen  Gesellschaft  –  nachzuvollziehen. 

Als  Buchungsbelege  gelten  nicht  nur  Rechnungen,  sondern  auch  weitere  Dokumente 

wie  Geschäftskorrespondenzen,  Verträge,  etc.,  welche  eine  gezielte  Nachforschung 

bis  zum  Ausgangspunkt  der  ursprünglichen Transaktion  erlauben (vgl.  StRG,  17.  De-

zember 2020, 2 DB.2020.114/2 ST.2020.133).  

bbb)  Buchführungs-  und  aufzeichnungspflichtige  Steuerpflichtige  haben  den 

Bargeldverkehr  in  einem  Kassabuch  festzuhalten.  Sämtliche  Bareinnahmen  und  

-ausgaben  sind  unverzüglich  und  chronologisch  aufzuzeichnen.  Der  Einbezug  von  so 

genannten Vorjournalen oder Vorbüchern wie z.B. Registrierkassenstreifen und Tages-

Umsatzjournalen  ist  zwar  statthaft,  doch  entbinden  diese  nicht  von  der  Pflicht  zur 

fortlaufenden Führung des Kassabuchs, weil mit solchen Hilfsbüchern allein noch nicht 

sichergestellt  ist,  dass  sämtliche  Bareinnahmen  und  -ausgaben  erfasst  werden  (VGr, 

21. September 2005,  SB.2005.00026;  RB 1983  Nr. 51  mit  Hinweisen;  vgl.  auch 

RB 1994 Nr. 44, 1995 Nr. 43 = StE1995 B 92.3 Nr. 7). Das Kassabuch hat sodann für 

jeden Geschäftsvorfall  einen klaren,  auf den wahren Inhalt  der  Eintragung  hinweisen-

den Text  zu  enthalten.  Ausserdem  ist  es  periodisch  –  je  nach  Intensität  des  Bargeld-

verkehrs  täglich,  ein-  oder  zweiwöchentlich  oder  monatlich  –  zu  saldieren  und  mit 

dem  tatsächlichen  Bargeldbestand  zu  vergleichen,  wobei  allfällige  Differenzen  sofort 

zu buchen sind. Kassabücher in Form von Excel-Tabellen genügen den Anforderungen 

an  eine  ordnungsgemässe  Kassabuchführung  nicht,  weil  diese  Software  jederzeit 

Änderungen früher erfasster Datenbestände sowie des ausgewiesenen Bearbeitungs-

datums  zulässt  (StRK  II,  3.  Dezember  2002,  2  ST.2002.63;  23. September 2004, 

2 ST.2004.315).  

Die  Vorschriften  bezüglich  Kassabuchführung  und  Zählung  des  Bargeldbe-

stands  durch  regelmässige  Kassenstürze  dürfen  nicht  dadurch  umgangen  werden, 

dass der Gesellschafter bzw. Inhaber vom Firmenkonto abgehobene oder von Kunden 

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empfangene  Barbeträge  jeweils  eine  logische  Sekunde  nach  Empfang  einfach  in  das 

private Portemonnaie legt bzw. in den privaten Kassenbereich nimmt und hernach als 

Privatvermögen behandelt, um jeweils bei Bedarf flugs eine logische Sekunde vor der 

Bezahlung eines Lieferanten privates Bargeld zu geschäftlichem zu erklären. Wird die 

als  privat  deklarierte  Kasse  (bzw.  der  als  privat bezeichnete  Kassenbereich)  teilweise 

oder  überwiegend  dazu  verwendet,  liquide  Mittel  für  die  Geschäftstätigkeit  der  Firma 

zur  Verfügung  zu  stellen,  so  muss  der  sorgfältige  Kaufmann  die  Aus-  und  Eingänge 

und  den  momentanen  Stand  des  gesamten  Bargeldbereichs  im  Auge  behalten,  an-

sonsten er die Übersicht über die letztlich (auch) für das Geschäft wichtigen Barmittel 

verlöre.  Die  Vorschriften  über  die  ordnungsgemässe  Führung  eines  Kassabuchs  und 

über regelmässige Kassenstürze bzw. Saldierungen beziehen sich somit, wenn Wech-

sel  zwischen  privatem  und  geschäftlichem  Bargeldbestand  nicht  nur  gelegentlich  vor-

kommen,  immer  auf  den  Bargeldbestand  als Ganzes,  also auch auf  den  privaten  Be-

reich.  Im  Kassabuch  ist über  den  gesamten  Bargeldbestand  und  damit auch über  die 

privaten  Transaktionen  ein  Kassabuch  zu  führen,  ansonst  eine  einigermassen  ernst-

hafte Übersicht über für das Geschäft bedeutende finanzielle Mittel nicht gewährleistet 

ist (StRG, 17. März 2014, 1 DB.2013.199/1 ST.2013.227). 

ccc)  Auch  wenn  die  Belege  bzw.  die  Buchhaltung  den  eben  erläuterten  zivil-

rechtlichen  Vorschriften  entsprechen,  haben  Aufwendungen  geschäftsmässig  begrün-

det  zu  sein.  Geschäftsmässig  unbegründeter  Aufwand  liegt  vor,  wenn  dieser  keine 

Grundlage  in  der  geschäftlichen  Aktivität  findet,  d.h.  wenn  ein  sachlicher  Zusammen-

hang  zwischen  Aufwendung  und  Geschäftsbetreib  fehlt  (Richner/Frei/Kaufmann/-

Meuter, Art. 58 N 74; Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 64 N 162 StG). 

b)  aa)  Die  Veranlagungsbehörden  stellen  zusammen  mit  dem  Steuerpflichti-

gen  die  für  eine  vollständige  und  richtige  Besteuerung  massgebenden  tatsächlichen 

und  rechtlichen  Verhältnisse  fest  (Art.  123  Abs.  1  DBG  und  §  132  Abs.  1  StG).  Der 

Steuerpflichtige  muss  das  Formular  für  die  Steuererklärung  wahrheitsgemäss  und 

vollständig ausfüllen, persönlich unterzeichnen und samt den vorgeschriebenen Beila-

gen fristgemäss der zuständigen Behörde einreichen (Art. 124 Abs. 2 DBG und § 133  

Abs. 2  StG).  Juristische  Personen  müssen  der  Steuererklärung  die  unterzeichneten 

Jahresrechnungen 

(Bilanzen,  Erfolgsrechnungen)  der  Steuerperiode  einreichen 

(Art. 125 Abs. 2 lit. a DBG, § 134 Abs. 2 lit. a StG). Der Steuerpflichtige muss im Wei-

tern alles tun, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen. Er muss 

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auf  Verlangen  der  Veranlagungsbehörde  insbesondere  mündlich  oder  schriftlich  Aus-

kunft erteilen, Geschäftsbücher, Belege und weitere Bescheinigungen sowie Urkunden 

über den Geschäftsverkehr vorlegen (Art. 126 Abs. 1 und 2 DBG und § 135 Abs. 1 und 

2  StG).  Die  hier  angesprochenen  Verfahrensprinzipien  der  Untersuchungspflicht  der 

Steuerbehörde  und  der  Mitwirkungspflicht  des  Steuerpflichtigen  stehen  dergestalt  in 

einem  Unterordnungsverhältnis  zueinander,  als  dass  das  Mitwirkungsprinzip  der  Ver-

wirklichung des Untersuchungsgrundsatzes dient, weil die Steuerbehörde die ihr oblie-

gende Untersuchung ohne Mitwirkung des Steuerpflichtigen praktisch nicht vornehmen 

kann (Zweifel/Hunziker, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesge-

setz über die direkte Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 123 N 9 DBG). Wirkt der Steuer-

pflichtige  nicht  mit,  kann  daher  ein  "Untersuchungsnotstand",  d.h.  die  Unmöglichkeit, 

die rechtserheblichen Tatsachen zu ermitteln, entstehen. 

bb)  Hinsichtlich  der  Beweislast  im  Steuerrecht  gilt,  dass  der  Nachweis  für 

steuerbegründende  Tatsachen  der  Steuerbehörde,  der  Beweis  für  steuermindernde 

Tatsachen grundsätzlich dem Steuerpflichtigen obliegt; er hat steuermindernde Tatsa-

chen  nicht  nur  zu  behaupten,  sondern  auch  zu  belegen  (BGE  140  II  248  E. 3.5,  mit 

weiteren  Hinweisen).  Bleibt  eine  feststellungsbedürftige  Tatsache  unbewiesen,  so  ist 

aufgrund  der  objektiven  Beweislast  zuungunsten  desjenigen  zu  entscheiden,  der  die 

Beweislast  trägt  (Zweifel/Hunziker,  Art.  130  N  27  DBG).  Es  obliegt  der  Gesellschaft 

nachzuweisen,  dass  der  von  ihr  verbuchte  –  steuermindernde  –  Aufwand  geschäfts-

mässig  begründet  ist.  Hierzu  muss  eine  umfassende  und  substanziierte  Sachdarstel-

lung der erhaltenen Leistung vorliegen, d.h. der Dienst- oder Sachleistung, welche die 

Gesellschaft erhalten hat und deren Preis die Gesellschaft verficht. Ohne eine solche 

Sachdarstellung kann der Nachweis der geschäftsmässigen Begründetheit von vornhe-

rein  nicht  erbracht  werden.  Aus  steuerrechtlicher  Sicht  muss  der  Geschäftsbezug  auf 

Verlangen  der  Steuerbehörde  Buchungsposition  für  Buchungsposition  im  Einzelfall 

dargetan und nachgewiesen werden. Die steuerpflichtige Gesellschaft ist gehalten, den 

Sachverhalt so detailliert zu schildern, dass dieser sämtliche für die Subsumtion unter 

die  entsprechende  gesetzliche  Bestimmung  notwendigen  Elemente  enthält  (StRG, 

10. Dezember 2018, 2 ST.2017.306; VGr, 17. November 2010, SB.2010.00080 = STE 

2011 B 93.5 Nr. 25). 

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2.  a)  aa)  Hat  ein  Steuerpflichtiger  trotz  Mahnung  seine  Verfahrenspflichten 

nicht  erfüllt  oder  können  die  Steuerfaktoren  mangels  zuverlässiger  Unterlagen  nicht 

einwandfrei  ermittelt  werden,  so  nimmt  die  Steuerbehörde  die  Veranlagung  bzw.  Ein-

schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vor  (Art. 130  Abs. 2  Satz  1  DBG  bzw. 

§ 139  Abs. 2  StG).  Die  Vornahme  einer  Ermessensveranlagung  bzw.  -einschätzung 

setzt also einen Untersuchungsnotstand voraus. Dieser ist im Regelfall dadurch verur-

sacht,  dass  der  Steuerpflichtige  trotz  Mahnung  Verfahrenspflichten  nicht  oder  nicht 

gehörig erfüllt hat, d.h. seinen Mitwirkungspflichten nicht oder nur unvollständig nach-

gekommen  ist.  Betrifft  dies  steueraufhebende  oder  -mindernde  Tatsachen,  z.B.  bei 

einem von ihm geltend gemachten Abzug, so führt dies nach verwaltungsgerichtlicher 

Rechtsprechung (RB 2003 Nr. 92 = ZStP 2003, 343, auch zum Folgenden) grundsätz-

lich  nicht  zu  einer  Ermessenseinschätzung.  Vielmehr  ist  diesfalls  aufgrund  der  allge-

meinen Beweislastregel (vgl. ASA 62, 720 E. 5b; BGE 121 II 257 E. 4c/aa) zu Unguns-

ten  des  für  derartige  Tatsachen  beweisbelasteten  Steuerpflichtigen  anzunehmen,  die 

behaupteten  Tatsachen  hätten  sich  nicht  verwirklicht.  Dementsprechend  ist  der  in 

Frage stehende Abzug nicht zu berücksichtigen (vgl. BGE 92 I 398; ASA 46, 512). Nur 

ausnahmsweise  ist  auch  bezüglich  steueraufhebender  oder  -mindernder  Tatsachen 

eine  Schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vorzunehmen,  nämlich  dann,  wenn 

dem Steuerpflichtigen die gehörige Mitwirkung an der Ermittlung dieser Tatsachen aus 

Gründen,  die  er  nicht  zu  vertreten  hat,  unmöglich  oder  unzumutbar  ist  (RB 1975 

Nr. 54). Gleich verhält es sich, wenn feststeht, dass dem Steuerpflichtigen dem Grunde 

nach abziehbare Kosten erwachsen sind, diese aber hinsichtlich ihrer Höhe ungewiss 

sind. In diesem Fall wäre es sachwidrig und willkürlich, den Abzug nicht zu berücksich-

tigen,  vielmehr  muss  diesfalls  dessen  Höhe  nach  pflichtgemässem  Ermessen  ge-

schätzt  werden  (Zweifel/Beusch,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht, 

Bundesgesetz  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Ge-

meinden,  3. A.,  2017,  Art. 46  N 30  ff.  StHG).  Anlass  zu  einer  Einschätzung  nach 

pflichtgemässem Ermessen bietet jede nicht zu beseitigende Ungewissheit des Sach-

verhalts, unbekümmert darum, worauf sie zurückgeht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art. 130 N 26 DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 139 N 46 StG, mit weiteren Hin-

weisen).  

bb)  aaa)  Das  kantonale  Steueramt  hat  mittels  Auflage  vom  27.  Januar 2021 

und Mahnung vom 11. März 2021 u.a. alle schriftlichen Dokumente einverlangt (Quit-

tungen, Offerten, Verträge, detaillierte Abrechnungen, Arbeitsrapporte, Garantieverein-

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barungen),  welche  das  Buchhaltungskonto  4400  betrafen.  Trotz  der  beiden  Eingaben 

der  Pflichtigen  vom  1. März  2021  bzw.  30. März  2021  präsentierte sich  die Aktenlage 

betreffend  die  verbuchten  Fremdarbeiten  als  ungenügend.  Die  Pflichtige  hatte  die 

im  Konto  4400  enthaltenen  Aufwendungen  für  Fremdarbeiten  wie  bereits  eingangs 

dargelegt  im  Umfang  von  Fr.  235'209.90  (=  Fr. 28'300.-  Zahlungen  der  D  GmbH  + 

Fr. 206'909.90 Zahlungen der E GmbH) über das Kontokorrentkonto des Gesellschaf-

ters  (Buchhaltungskonto  1180)  und  im  Umfang  von  Fr. 46'370.-  als  Banküberweisun-

gen bzw. Kreditoren (Gegenkonten 1020 bzw. 2000) verbucht.  

Für  die  als  Kreditoren  bzw.  Banküberweisungen  verbuchten  Aufwendungen 

lagen  im  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsverfahren  –  bis  auf  eine  Rechnung  über 

Fr. 1'508.- – keine Belege bei den Akten. Buchungen ohne Beleg sind handelsrechtlich 

von vornherein unzulässig.  

Die  fünf  eingereichten  Quittungen  über  den  Erhalt  von  diversen  namhaften 

Barbeträgen durch die D GmbH waren zwar mit Datum, Stempel und Unterschrift ver-

sehen, enthielten aber keine Hinweise auf das konkrete Projekt und auf den Zeitpunkt 

der erbrachten Dienstleistungen. Die jeweils einzig angebrachten Vermerke "Baustelle: 

Diverse"  bzw.  "Maurerarbeiten"  waren  nicht  dazu  geeignet,  die  zugrundeliegenden 

wirtschaftlichen  Sachverhalte  in  zuverlässiger Weise  zu  umschreiben,  zumal  der  Ver-

weis auf Stundenrapporte fehlte, und auf den Quittungen keine Stundenzahlen genannt 

wurden. Die Pflichtige hatte keine weiteren Unterlagen oder Verträge eingereicht, wel-

che zumindest eine annähernde Quantifizierung bzw. Umschreibung der Art der Arbei-

ten und die Zuordnung zu einem konkreten Projekt ermöglicht hätten.  

Die durch die E GmbH quittierten Leistungen liessen sich zumindest teilweise 

einer bestimmten Arbeitsgattung zuordnen und quantifizieren. So wiesen die Rechnun-

gen Nrn. … bis … über den Gesamtbetrag von rund Fr. 40'000.- jeweils auf "Maurerar-

beiten" und auf eine bestimmte Stundenanzahl und einen Stundentarif von Fr. 45.- hin. 

Die  Quittungen  wurden  durch  eine  schriftliche  Vereinbarung  zwischen  der  Pflichtigen 

und  der  E  GmbH  vom  …  2018  über  den  Verleih  von  Arbeitnehmern  (im  Akkord)  er-

gänzt, wobei gemäss diesem Vertrag Maurerarbeiten nicht zu Fr. 45.- sondern Fr. 55.- 

abgegolten  werden  sollten.  Dessen  ungeachtet  blieb  bei  diesen  Arbeiten  indes  das 

konkrete  Projekt  und  der  Zeitpunkt  der  Dienstleistungserbringung  im  Dunkeln;  die  je-

weiligen  Hinweise "diverse  Baustellen"  und  die genannten, sich teilweise  überlappen-

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den Zeiträume von jeweils mehreren Wochen genügten nicht, um den wirtschaftlichen 

Grundsachverhalt nachvollziehen zu können.  

Auch  den  übrigen  elf  Barquittungen  der  E  GmbH  in  Höhe  von  über 

Fr. 160'000.- ging die handelsrechtlich erforderliche Belegqualität ab, denn sie erwähn-

ten nicht einmal Zeiträume, in welchen Arbeiten stattfanden. Zu den konkreten Projek-

ten  fehlten  wiederum  die  nötigen  Informationen,  indem  neben  dem  Titel  "Objekt" 

jeweils  lediglich  der  Vermerk  "Diverse"  aufgeführt  war.  Auch  unter  Zuhilfenahme  des 

erwähnten  Vertrags  über  den  Verleih  von  Arbeitern  liessen  sich  die  wirtschaftlichen 

Hintergründe nicht rekonstruieren, wurden in den Quittungen doch immer nur "Maurer-

arbeiten  pauschal"  quittiert,  obwohl  vertraglich  die  stundenweise  Abrechnung  verein-

bart war.  

Das Buchhaltungskonto 4400 der Pflichtigen litt in Bezug auf das strittige Ge-

schäftsjahr 2018 nach dem Gesagten nach gründlicher vorangegangener steueramtli-

chen Untersuchung im Veranlagungs- bzw. Einschätzungsverfahren aufgrund gänzlich 

fehlender  bzw.  ungenügender  Belege  –  nur  schon  aus  handelsrechtlicher  Sicht  –  an 

einem grundlegenden schweren Mangel. Ob die Pflichtige die ungenügenden Quittun-

gen im Sinne eines Eigenbelegs zeitnah selber unterschriftlich mit weiteren sachdienli-

chen Informationen hätte ergänzen dürfen, oder ob sie gegenüber der Auftragnehmerin 

auf  eine  genügende  schriftliche  Quittierung  hätte  bestehen  müssen,  kann  hier  offen 

bleiben.  Bezeichnend  ist  in  diesem  Zusammenhang,  dass  den  Vertretern  der  Pflichti-

gen  die  Anforderungen  an  Belege  offenbar  bekannt  waren.  Die  durch  die  Pflichtige 

ausgestellten  Quittungen  für  ausgeliehene  eigene  Arbeiter  entsprachen  nämlich  den 

handelsrechtlichen  Vorgaben,  indem  sie  einerseits  auf  Arbeitsrapporte  verwiesen,  die 

zumindest eine taggenaue und arbeiterspezifische Zuordnung der Arbeiten ermöglicht 

hätten,  und  anderseits  eine  genaue  Bezeichnung  der  Baustelle  mit  vollständiger 

Adresse enthielten.  

Dem  Steuerkommissär  stand  nach  vorangegangener  Untersuchung  vor  der 

Entscheidung,  entweder  die  unbelegten  bzw.  ungenügend  belegten  Ausgaben  in  ei-

nem  Beweislastentscheid  in  voller  Höhe  von  Fr. 281'579.-  nicht  zum  Abzug  zuzulas-

sen,  oder  aber  die  unbelegten  Fremdarbeiten  zu  schätzen.  Dass  er  sich  im  Ein-

spracheentscheid zugunsten der Pflichtigen für letzteres Vorgehen entschieden hat, ist 

nicht  zu  beanstanden,  jedenfalls  ist  aufgrund  der  Aktenlage  nicht  auszuschliessen, 

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dass  –  in  gewissem  Umfang  –  den  eigenen  15  Angestellten  zusätzliche  Arbeitskräfte 

zur Seite gestellt wurden. Die (für die Pflichtige durchaus glimpflich anmutende) Schät-

zung der Fremdarbeiten nach pflichtgemässem Ermessen auf Fr. 200'000.- ist somit zu 

Recht ergangen.  

bbb)  Die  umfassend geführte  Untersuchung des  Steuerkommissärs ergab  im 

Weitern, dass die Pflichtige trotz erheblicher Barausgaben in sechsstelliger Höhe kein 

manipulationssicheres Kassenbuch geführt hat, um darin sorgfältig und zeitnah sämtli-

che  Abhebungen  vom  Firmenkonto  und  sämtliche  für  die  Firma  getätigten  Barausga-

ben aufzuführen. Der durch den Inhaber für die meisten Transaktionen gewählte Um-

weg  über  das  eigene  Kontokorrentkonto  (Buchhaltungskonto  1180)  ist  wie  gesehen 

als Umgehung der Kassenbuchvorschriften zu werten und deshalb nicht statthaft. Von 

einer  zuverlässigen  Übersicht  über  die  Vermögensverhältnisse  der  Gesellschaft  zu 

jeder Zeit konnte keine Rede sein. Auch aus diesem Grund wäre der Steuerkommissär 

bereits  nach  entsprechender  erfolgter  (einmaliger)  Auflage  befugt  gewesen,  die  ent-

sprechenden  Baraufwände  in  einem  Beweislastentscheid  ohne  Weiterungen  ganz  zu 

streichen.  

ccc) Auf die Frage der (rein steuerrechtlich vorgegebenen) geschäftsmässigen 

Begründetheit  der  verbuchten  Fremdarbeiten  braucht  unter  diesen  Umständen  nicht 

näher  eingegangen  zu werden.  Die  beweisbelastete  Pflichtige  hat  es  trotz  ausdrückli-

cher  Auflage  und  Mahnung  in  diesem  Zusammenhang  unterlassen,  die  geltend  ge-

machten  Leistungen  in  detaillierter  Weise  Tag  für  Tag  konkret  zu  beschreiben.  Die 

Sachdarstellung der Pflichtigen erschöpfte sich vielmehr in einer (rein kalkulatorischen) 

nachträglichen  Plausibilisierung  der  Höhe  der  Fremdarbeiten.  Ihrer  steuerrechtlichen 

Pflicht  zur  Substanziierung  des  Sachverhalts  ist  sie  damit  in  keiner  Weise  nachge-

kommen. Der Vorwurf der Pflichtigen, ihre als Beweis eingereichten schriftlichen Bele-

ge seien nicht in gehöriger Weise gewürdigt worden, erweist sich als ungerechtfertigt, 

denn  die  Berücksichtigung  von  Beweismitteln  verbietet  sich  bei  ungenügender  Sach-

darstellung.  

Eine unrechtmässige Unterlassung einer Beweisabnahme, wie sie die Pflichti-

ge ins Feld führt, ist nicht zu erkennen. Die Pflichtige unterlässt es in ihrer Beschwer-

deschrift zu erklären, welche (zusätzlich angebotenen) Beweise das kantonale Steuer-

amt denn im Rahmen der Untersuchung oder im Einspracheverfahren hätte abnehmen 

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oder würdigen sollen. Ein Beweismittelangebot zu den in Auftrag gegebenen und konk-

ret  ausgeführten  Arbeiten,  z.B.  eine  persönliche  Befragung  oder  eine  Zeugeneinver-

nahme der damals beschäftigten Maurer bzw. Bauarbeiter, das über die eingereichten 

(wie gesehen handelsrechtlich wie steuerrechtlich ungenügenden) Belege hinausgeht, 

sucht man in den Eingaben an die Steuerbehörde und auch in der Beschwerde- bzw. 

Rekursschrift  vergeblich.  Die  Pflichtige  verkennt,  dass  der  Nachweis  der  durch  die 

Steuergesetzgebung statuierten geschäftsmässigen Begründetheit ganz erheblich über 

die zivilrechtlichen Buchführungsvorschriften bzw. über die Anforderungen,  welche an 

Buchhaltungsbelege gestellt werden, hinausgeht.  

b) aa) aaa) Gegen die Veranlagung bzw. Einschätzung kann der Steuerpflich-

tige  binnen  30 Tagen  nach  Zustellung beim kantonalen  Steueramt  schriftlich Einspra-

che  erheben (Art. 132 Abs. 1 DBG  bzw.  § 140 Abs. 1  StG).  Nicht  erforderlich sind  da-

bei  grundsätzlich  Antrag  und  Begründung.  Richtet  sich  die  Einsprache  jedoch  gegen 

eine  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen,  kann  der 

Steuerpflichtige  diese  nach  Art. 132  Abs. 3  DBG  bzw.  § 140  Abs. 2  StG  nur  wegen 

offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten (je Satz 1). Zudem ist die Einsprache in diesem 

Fall zu begründen und sind allfällige Beweismittel zu nennen (je Satz 2).  

Das Erfordernis, wonach eine Einsprache gegen eine Ermessensveranlagung 

bzw. -einschätzung zu begründen ist und allfällige Beweismittel nennen muss, ist nach 

der Rechtsprechung nicht bloss eine Ordnungsvorschrift, sondern eine Prozessvoraus-

setzung,  bei  deren  Fehlen  auf  die  Einsprache  nicht  eingetreten  wird  (BGr,  9.  Janu-

ar 2015, 2C_568/2014 und 2C_569/2014, E. 3.1, www.bger.ch; BGE 131 II 548 E. 2.3, 

je mit weiteren Hinweisen).  

bbb) Die  eingeschränkte  Anfechtbarkeit  einer  (zu  Recht  ergangenen)  Ermes-

sensveranlagung  bzw.  -einschätzung  bedeutet  eine  Kognitionsbeschränkung  der  Prü-

fungsinstanzen (Thomas Meister, Rechtsmittelsystem der Steuerharmonisierung, 1995, 

S. 144;  vgl.  Zweifel/Hunziker,  Art. 132  N 33  DBG).  Diese  können  eine  zu  Recht  ge-

troffene  Ermessenstaxation  nur  aufheben,  wenn  sie  sich  als  offensichtlich  falsch  er-

weist.  Vor  diesem  Hintergrund  muss  die  Begründung  der  Einsprache  sachbezogen 

sein  und  hinreichend  detaillierte  Darlegungen  über  den  steuerlich  massgeblichen 

Sachverhalt  enthalten,  welche  geeignet  erscheinen,  der  Überprüfungsinstanz  ein voll-

ständiges  und  verlässliches  Bild  darüber  zu  verschaffen.  Der  Einsprecher  muss  sich 

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mit  anderen  Worten  mit  der  angefochtenen  Verfügung  sachbezogen  befassen  (BGr, 

19. Dezember 1984 = StE 1985 B 96.11 Nr. 1). Die Begründung muss als tauglich er-

scheinen,  die  angefochtene  Einschätzung  zu  überprüfen.  Sie  muss  so  ausgestaltet 

sein,  dass  die vom  Steuerpflichtigen  verfochtene  Veranlagung im  Einzelnen  nachvoll-

ziehbar ist und – soweit möglich – beweismässig überprüft werden kann. Dagegen ist 

nicht erforderlich, dass die vorgetragenen Gründe und Sachdarlegungen (wenigstens) 

geeignet  sind,  die  offensichtliche  Unrichtigkeit  der  angefochtenen  Ermessensveranla-

gung  bzw.  -einschätzung  darzutun  oder gar  zu  belegen;  denn  dies ist  eine  Frage der 

materiellen Prüfung und keine Eintretensfrage (StRK II, 19. März 2007, 2 ST.2006.279; 

vgl. Zweifel/Hunziker, Art. 132 N 34 ff. DBG).  

Die  Begründung  muss  aus  der  Einsprache  selber  hervorgehen.  Bloss  pau-

schale  Verweisungen  sind  nicht  zu  berücksichtigen,  denn  es  ist  nicht  Sache  der  Ein-

sprachebehörde, in den Akten nach möglichen Gründen für die Einsprache zu forschen 

(vgl.  VGr,  16. Dezember  2010,  SB.2010.00075, E. 3.2).  Die fehlende  Substanziierung 

kann weder in einer mündlichen Verhandlung noch in einem Beweisverfahren nachge-

holt werden (RB 1973 Nr. 35). Die formellen Erfordernisse sind binnen der Einsprache-

frist  zu  erfüllen;  nachträgliche  Eingaben  sind  unbeachtlich  und  vermögen  allfälliges 

Ungenügen nicht zu heilen. 

Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  ist  auf  die  Einsprache  eines 

Steuerpflichtigen,  welcher  wegen  der  nicht  eingereichten  Steuererklärung  zulässiger-

weise  nach  Ermessen  veranlagt  bzw.  eingeschätzt  worden  ist  und  der  auch  mit 

der  Einsprache  seiner  Deklarationspflicht  nicht  nachkommt,  nicht  einzutreten  (BGr, 

23. Mai 2005  =  ZStP  2005  Nr. 29;  BGr,  19. Juni  2002,  2A.442/2001,  www.bger.ch; 

BGr,  9. September 2004,  2P.234/2003  und  2A.407/2003,  www.bger.ch).  Das  gilt  in-

dessen  nur  dann,  wenn  es  wegen  der  nicht  nachgereichten  Deklaration  an  der  not-

wendigen  Begründung  der  Einsprache  fehlt.  Das  Nachbringen  der  Steuererklärung 

oder allgemein das Nachholen der versäumten Mitwirkungshandlung ist nach der diffe-

renzierten höchstrichterlichen Praxis nicht in jedem Fall eine Gültigkeitsvoraussetzung 

(BGr,  4. Juli  2005  =  StR  2005,  976  f.;  VGr,  27. Februar 2008,  SB.2007.00082).  Aus-

nahmsweise genügen andere hinreichend substanziierte Vorbringen. So ist die Anfech-

tung  einer  Ermessensveranlagung  bzw.  -einschätzung  auch  dann  möglich,  wenn  der 

Steuerpflichtige aus besonderen Gründen nicht in der Lage ist, eine vollständig ausge-

füllte  Steuererklärung  einzureichen.  Entscheidend  ist  allein,  ob  eine  genügende  Be-

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gründung  vorliegt.  Als  solche  kann  selbstredend  (je  nach  Umständen)  namentlich  die 

Steuererklärung  gelten;  doch  ist  deren  Vorlage  nicht  zwingend.  Es  genügt  vielmehr, 

wenn  eine  hinreichende  Sachdarstellung  und  ein  zu  deren  Untermauerung  erforderli-

ches Beweisangebot vorliegen (vgl. BGr, 2. Juli 2008, 2C_620/2007 und 621/2007, mit 

Hinweis auf StR 2005, 976 f.).  

bb)  Der  Begründung  des  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsentscheids  vom 

13. April  2021  ist  zu  entnehmen,  dass  die  eingereichten  Unterlagen  aus  Sicht  des 

Steueramts den gesetzlichen Anforderungen nicht genügten, und dass anderseits der 

Umfang der tatsächlichen Arbeiten nicht ausgeführt  wurde. Ebenso klar war, dass die 

Teilveranlagung  bzw.  Teileinschätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  in  globaler 

Weise  die gesamten  Fremdarbeiten  im  Konto  4400  zum Gegenstand  hatte,  und dass 

es sich hierbei um die einzige Aufrechnung handelte. Die fachkundig vertretene Pflich-

tige war damit ohne Weiteres in der Lage, die Tragweite der Entscheide zu erkennen 

und insbesondere ihren Mitwirkungspflichten (insbesondere zur genügenden Substan-

ziierung des Sachverhalts) innert Einsprachefrist nachzukommen. Trotzdem unterliess 

es die Pflichtige, mit Einsprache vom 6. Mai 2021 auch nur ein einziges Wort über die 

Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen zu verlieren. Die Einsprache enthielt auch 

keine Ausführungen dazu, weshalb es der Pflichtigen (angeblich) unmöglich gewesen 

sein soll, rechtzeitig einen Vertreter beizuziehen bzw. die notwendigen Materialien und 

Begründungen  in  zeitgerechter  Weise  beizubringen.  Bezeichnenderweise  wurde  die 

Eingabe durch den Vertreter fast eine Woche vor Ablauf der Einsprachefrist bereits am 

7. Mai 2021 zur Post gebracht. Warum eine umsichtige, genügende Vorbereitung des 

Rechtsmittels in den darauf folgenden Tagen bis zum definitiven Ablauf der Frist nicht 

möglich gewesen sein soll, blieb offen. 

Dass ungenügende bzw. nicht vorhandene Buchhaltungsbelege bzw. ein feh-

lendes Kassenbuch nicht nachträglich erstellt werden können, leuchtet ein. Allein des-

wegen eine mangelhafte Begründung anzunehmen, ginge nicht an, ansonst den Pflich-

tigen  der  Rechtsweg  abgeschnitten  würde  (vgl.  StRG,  25.  Mai  2018,  1  DB.2018.57/ 

1 ST.2018.74;  VGr,  24.  Juli  2018,  SB.2018.00065  und  SB.2018.00066,  a.z.F.).  Aller-

dings versäumte es die Pflichtige vorliegend, die ausgeführten Arbeiten in irgend einer 

Weise  zu  beschreiben  und  hierfür  die  nötigen  Beweismittel  zu  nennen  bzw.  vorzule-

gen. Überdies fehlte es der Einsprache an einem klaren ziffernmässigen Antrag und an 

einer  Erklärung  dazu,  auf  welche  konkrete  Vergleichszahlen  oder  Plausibilisierungen 

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(etwa durch einen zu umschreibenden Vergleich mit den durch die Pflichtige selber für 

Dritte  ausgeführten  Arbeiten)  bei  der  Beurteilung  der  ermessensweisen  Schätzung 

denn abgestellt werden sollte.  

Die einzig gebotene Überprüfung der Höhe der Schätzung auf Willkür hin war 

damit  im  Einsprachverfahren  aufgrund  der  Versäumnisse  der  Pflichtigen  unmöglich, 

weshalb die Steuerbehörde zu Recht auf die Rechtsmittel nicht eingetreten ist.  

3.  Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Ausgangsge-

mäss  sind  die  (reduzierten)  Kosten  des  Verfahrens  der  Pflichtigen  aufzuerlegen 

(Art. 144 Abs. 1 DBG bzw. § 151 Abs. 1 StG). Prozessentschädigungen wurden nicht 

beantragt. 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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