# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22aa4bc3-0049-57ff-ae11-25faf3666b40
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-07-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 12.07.2010 A 2009 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2009-59_2010-07-12.pdf

## Full Text

A 09 58 und 59
4. Kammer 

URTEIL
vom 12. Juli 2010

in den verwaltungsrechtlichen Streitsachen

betreffend Perimeterentscheid

1. Nachdem das Verwaltungsgericht mit Urteil A 04 61 vom 11. November 2004 

einen ersten, sich auf eine einzige Parzelle beschränkenden 

Einleitungsbeschluss für das Gebiet „…“ aufgehoben hatte, fasste die 

Gemeindeversammlung … am 29. November 2004 einen neuen, den 

gerichtlichen Vorgaben entsprechenden, weitere Parzellen einbeziehenden 

Einleitungsbeschluss. Weil die Erschliessungsanlagen keine übergeordneten 

Funktionen erfüllen sollen, wurde die Privatinteressenz mit 100% und der 

Anteil aus öffentlicher Interessenz mit 0% festgelegt. Der 

Einleitungsbeschluss erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

In der Folge liess die Gemeinde das Erschliessungsprojekt (Sanierung der Via 

… und Neubau einer Erschliessungsstrasse für das Gebiet …) ausarbeiten. 

Das Projekt lag im Zeitraum 7. - 28. Februar 2005 öffentlich auf, ohne dass 

aber dagegen Einsprache erhoben worden wäre. In der Folge wurden die 

Erschliessungsanlagen entsprechend dem aufgelegten Projekt realisiert und 

mit Baunahme vom 12. April 2006 vollendet. Die Gesamtkosten der 

Erschliessung „…“ inkl. Perimeterverfahren betrugen gemäss den 

Auflageakten Fr. 933'971.20. 

Nachdem zwei Auflagen des Kostenverteilers im Sommer 2007 und Herbst 

2008 gescheitert waren, erfolgte am 30. Mai 2009 eine dritte überarbeitete 

Auflage des Kostenverteilers, gegen welchen 13 private Grundeigentümer 

sowie die Bürgergemeinde … Einsprache erhoben. Währenddem letztere im 

Wesentlichen bezüglich der Verzinsung eine fehlerhafte Berechnung sowie 

eine geradezu willkürliche, überproportionale Belastung ihrer Parzellen rügte, 

erachteten die privaten Grundeigentümer den Kostenverteiler aus formellen 

(ungenügende Eröffnung des Einleitungsbeschlusses) und materiellen 

Überlegungen (unzulässiger Einbezug von Kosten für Wasser- und 

Abwasseranschlüsse; ungenügende Berücksichtigung der zonengemässen 

Ausnützung; zu hoher Kostenanteil für den Strassenbau im Vergleich mit den 

Kosten für den Bau der Kanalisation und der Werkleitungen; fehlender 

Sondervorteil der Parzellen Nr. 777, 778, 367 und 368; unzulässiger Einbezug 

von Sanierungskosten der Strassenparzellen Nr. 570 und 366) als unzulässig 

bzw. fehlerhaft. Mit separaten Einspracheentscheiden vom Oktober 2009 wies 

der Gemeindevorstand … die seitens der privaten Grundeigentümer 

eingereichten Einsprachen vollumfänglich ab. Jene der Bürgergemeinde … 

hiess er lediglich bezüglich der gerügten fehlerhaften Verzinsung gut, im 

Übrigen wies er auch diese Einsprache ab.

2. Dagegen erhoben die im Rubrum aufgeführten 13 privaten Grundeigentümer 

am 5. November 2009 Beschwerde (A 09 58) an das Verwaltungsgericht mit 

dem Antrag auf vollumfängliche Aufhebung des Einspracheentscheides. 

Erneut machten sie eine fehlerhafte Eröffnung des Einleitungsbeschlusses 

geltend. Ferner stellten sie sich auf den Standpunkt, dass das 

Erschliessungswerk nie abgenommen und das ursprüngliche Projekt zudem 

ohne Orientierung der Eigentümer abgeändert worden sei. So sei die geplante 

Weiterführung bis zum EW nicht ausgeführt worden, mit der Folge, dass die 

hinterliegenden Eigentümer der Parzellen Nr. 777 und 778 deswegen selbst 

eine private Erschliessung käuflich sicherstellen müssten. Obwohl die 

Parzelle Nr. 368 sodann nicht über die Via … sondern über die Hauptstrasse 

erschlossen sei, werde sie, wie die benachbarten Parzellen Nr. 369 und 370, 

welche nur über die neue Quartierstrasse erschlossen würden, mit Kosten 

belastet. Die Anschlüsse der erwähnten drei Grundstücke an die neue 

Quartierstrasse würden bis heute fehlen. Bei der Festlegung des Anteils der 

Privatinteressenz habe die Gemeinde übersehen, dass sie nach neuem Recht 

aus öffentlicher Interessenz einen Anteil zwischen 70 und 40% übernehmen 

müsste. Unberücksichtigt geblieben sei sodann, dass die in den Zonen 1 - 4 

gelegenen Grundstücke bezüglich Wasser und Kanalisation längst 

erschlossen seien und denn auch nicht an die neue Kanalisation 

angeschlossen würden, sodass für sie aus dem neuen Werk kein 

Sondervorteil resultiere. Unverständlich sei, weshalb die Strassenkosten 

gemäss Kostenabrechnung rund 86% ausmachen würden, nachdem beim 

Kostenvoranschlag im Jahre 2004 der Anteil bei rund 46% gelegen sei. Die 

Kostenaufteilung sei deshalb durch eine Expertise zu überprüfen. Bezüglich 

Parzelle Nr. 766 sei das Resultat insbesondere deshalb stossend, weil diese 

sowohl bezüglich Wasser und Kanalisation als auch strassenseitig (mit 

Bewilligung des Kantons) direkt an die Hauptstrasse angeschlossen sei.

3. Gegen den ablehnenden Einspracheentscheid liess die Bürgergemeinde … 

am 5. November 2009 ebenfalls Beschwerde (A 09 59) erheben mit folgenden 

Anträgen:

„1. Der Einspracheentscheid der Gemeinde … vom 5. Oktober 2009, mitgeteilt 
am 6. Oktober 2009, sei aufzuheben.

 2. Der Kostenverteiler für die Quartiererschliessung „…“, …, sei wie folgt zu 
korrigieren:

a) Bei der Aufteilung der Strassenbaukosten und der Wasser- und 
Abwasserkosten der Abschnitte 1 bis 4 sei

- eine neue Zoneneinteilung vorzunehmen und seien die Parzellen 
925 - 929 der Zone 3 zuzuteilen.

- der Anteil der Parzellen der Zone 5 an den Kosten der Abschnitte 
1 bis 3 um die Hälfte zu reduzieren, eventualiter seien die 
Parzellen der Zonen 1 - 4 mit einem hälftigen Anteil ihrer Flächen 
auch an den Kosten des vierten Abschnittes zu beteiligen.

b) Es seien überdies sämtliche Parzellen der Zonen 1, 2 und 3, mit 
Ausnahme der Parzelle 766, sowie der Parzellen 367, 777 und 938 
der Zone 4 mit ihrem vollen Flächenanteil (d.h. zu 100%) an den 
Strassenbaukosten zu beteiligen.

c) Es seien des Weiteren alle Parzellen der Zone 1, die Parzellen 373, 
374 und 375 der Zone 2, die Parzellen 369 und 778 der Zone 3 sowie 
die Parzellen 367 und 777 der Zone 4 mit einem Anteil von 
mindestens 50% ihrer Fläche (d.h. mit ihrem hälftigen Flächenanteil) 
an den Kosten der Wasser- und Abwasserleitungen zu beteiligen.

d) Es seien schliesslich die Parzellen 370 und 376 mit ihrem vollen 
Flächenanteil (d.h. mit 100%) an die Kosten der Wasser- und 
Abwasserleitungen zu beteiligen.

3. Eventualiter sei der Kostenverteiler zur neuen Ausarbeitung an die 
Gemeinde … zurückzuweisen.“

Der gerügte Kostenverteiler bringe mit sich, dass die Beschwerdeführerin 

nicht weniger als Fr. 751'120.20, mithin über 80% der gesamten 

Erschliessungskosten übernehmen müsste, und dies obwohl ihr nur 13 von 

28 Parzellen im Perimetergebiet, entsprechend einem Flächenanteil von rund 

42%, gehören würden. Die Aufteilung der Strasse in vier Abschnitte wie auch 

die Verpflichtung zur Übernahme der gesamten Kosten für den vierten 

Abschnitt lasse sich sachlich nicht rechtfertigen. Die damit einhergehende 

Ungleichbehandlung ihrer Grundstücke mit den vorderliegenden sei 

widerrechtlich und willkürlich und müsse entsprechend korrigiert werden. 

Dabei dränge sich eine Neuaufteilung sowohl der Strassenbau- als auch der 

Wasser- und Abwasserkosten unter Berücksichtigung der massgebenden 

Nutzungen und jeweiligen Sondervorteile auf. Dies umso mehr, als 

beispielsweise die von der Gemeinde gewählte Berechnungsweise zu einer 

mehrfachen Belastung der beschwerdeführerischen Grundstücke führe, 

welche darin gipfle, dass sie pro m2 zum Teil das 5-, 12- bis sogar 18-fache 

jener der privaten Eigentümer bezahlen müsste. Dass die Gemeinde mit 

diesem Vorgehen ihr Ermessen bei weitem überschritten habe, sei 

offenkundig. 

4. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 19. November 2009 gewährte der 

Instruktionsrichter den Beschwerden A 09 58 und A 09 59 die aufschiebende 

Wirkung.

5. Die Gemeinde … beantragte die Abweisung beider Beschwerden. Zur 

Begründung führte sie im Wesentlichen folgendes aus:

a) Zur Beschwerde A 09 58 führte sie aus, der Einleitungsbeschluss sei am 29. 

November 2004 durch die Gemeindeversammlung gestützt auf das damals 

geltende aKRG und die aKRVO gefasst worden. Gestützt auf Art. 29 aKRVO 

seien die Gemeinden damals noch befugt gewesen, abweichende 

Verfahrensvorschriften zu erlassen. Deshalb sei vorliegend allein das 

kommunale Erschliessungsrecht massgebend, welches in Art. 15 des 

Erschliessungsreglements (ER) keine Publikationspflicht des 

Einleitungsbeschlusses enthalte. Im Übrigen hätten die Beschwerdeführer bei 

pflichtgemässer Sorgfalt auch ohne öffentliche Publikation von der Einleitung 

und vom Perimeterverfahren, spätestens bei Baubeginn, Kenntnis erlangen 

müssen. Nachdem aber auch zu jenem Zeitpunkt kein Rechtsmittel eingelegt 

worden sei, sei der damalige Einleitungsbeschluss längst in Rechtskraft 

erwachsen. Materiell sei gestützt auf Art. 15 ER über Erschliessungsprojekt 

und Kostenvoranschlag mit Strassenbau, Kanalbau und Werkleitungen 

entschieden worden. Nebst dem Perimetergebiet sei damals auch gestützt 

auf Art. 11 ER ein Anteil aus Privatinteressenz von 100% festgelegt worden. 

Diese rechtskräftigen Aspekte könnten im vorliegenden Verfahren nicht mehr 

zur Diskussion gestellt werden. Den unterschiedlichen Sondervorteilen und 

Nutzen der einzelnen Grundstücke aus dem Erschliessungswerk sei durch 

entsprechende Reduktion der Grundstücksflächen Rechnung getragen 

worden. Weil die Laufmeterkosten der Strasse und der Leitungen innerhalb 

der Gesamtanlage unterschiedlich hoch ausgefallen seien, seien die Strasse 

in 4 Abschnitte aufgeteilt und 5 verschiedene Zonen gebildet worden. 

Innerhalb der einzelnen Zonen bemesse sich die Beitragspflicht nach der 

berücksichtigten Fläche sowie der Anstosslänge. In der Regel sei die effektive 

Grundstücksfläche herangezogen worden. Nur dort, wo bereits eine 

Erschliessung über die …strasse vorhanden sei, sei die Fläche reduziert 

worden. Bereits im Zuge der ersten beiden Auflagen seien verschiedene 

Korrekturen vorgenommen worden. Die dritte Auflage berücksichtige diese, 

zeige aber auch, dass das Finden einer für alle betroffenen 

Grundstückeigentümer genehmen Lösung offenbar unmöglich sei. Das 

Erschliessungsreglement erfasse im Übrigen nicht nur die Verkehrsanlagen 

nach Art. 20, sondern gemäss Art. 15 und 17 und nach eigener Systematik 

alle Erschliessungsanlagen. Dass die Erschliessungsstrasse nicht gemäss 

Projekt bis zur Parzelle Nr. 938 reiche, ergebe sich aus dem Baufortschritt, im 

Rahmen dessen geringfügige Modifikationen eines Projektes grundsätzlich 

möglich und üblich seien. Die Grundeigentümer könnten aus solchen 

Modifikationen keine Rechtsansprüche ableiten. Die Parzelle Nr. 368 befinde 

sich in der gleichen Lage wie jene Nr. 369 und 370, weshalb sich ihre 

Gleichbelastung auch rechtfertige, selbst wenn sie nicht direkt an die Via … 

angrenze. Weitere Detailanschlussarbeiten der Strasse würden nach 

Bauabnahme in den Zuständigkeitsbereich der Privaten fallen. Der verlangte 

Anteil aus öffentlicher Interessenz von 25% scheitere bereits an der 

Rechtskraft des Einleitungsbeschlusses. Die Grundstücke in den Zonen 1 - 4 

gehörten gemäss rechtskräftig ausgeschiedenem Perimetergebiet zur 

Beitragzone. Ihr Sondervorteil liege darin, dass sie aufgrund des 

Erschliessungswerks über eine künftige weitere Anschlussmöglichkeit 

bezüglich Wasser- und Kanalisation verfügen würden, was ein Sondervorteil 

darstelle. Die Kostenbeteiligung der Parzelle Nr. 766 sei im Ergebnis aus 

denselben Überlegungen zu bejahen. 

b) Hinsichtlich der Beschwerde A 09 59 hielt sie fest, dass der frühere 

Erschliessungszustand der Parzellen der Bürgergemeinde unschwer aus dem 

Leitungskataster vom 22. Januar 1998 hervorgehe, wo sowohl die Lage der 

vormaligen Via … als auch der Strassenteil ohne Werkleitungen ersichtlich 

sei. Die öffentliche Auflage des Kostenverteilers bezwecke die 

Berücksichtigung der Mitwirkungsrechte der Betroffenen, wie auch deren 

besonderen Umstände. Aufgrund der grossen, effektiven Sondervorteile, der 

fehlenden vorbestehenden Erschliessungsanlagen wie auch der Lage der 

beschwerdeführerischen Parzellen, welche zum Zwecke der 

Überbaubarmachung vollständig neu hätten erschlossen werden müssen, 

ergebe sich nach objektiver detaillierter Betrachtung und unter 

Berücksichtigung des der Gemeinde zustehenden Ermessens die 

vorgenommene Aufteilung, welche insgesamt als korrekt bezeichnet werden 

müsse. Diese könne nicht mit Erfolg mittels einer Pauschalberechnung über 

die Anzahl der Parzellen und der entsprechenden Flächen kritisiert werden. 

Ebenso wenig vermöchten weder eine divergierende subjektive Wertung, 

noch die nackten Zahlenvergleiche zwischen den einzelnen Parzellen eine 

relevante Rechtsverletzung darzutun. Vor Augen zu halten gelte es sich 

sodann, dass von den nun baureif erschlossenen Grundstücken im 

Beizugsgebiet jene der Beschwerdeführerin am meisten profitieren würden.

c) In ihrer Vernehmlassung beantragte die Beschwerdeführerin 2, die 

Beschwerde A 09 58 sei abzuweisen, soweit sie nicht mit von ihr im Verfahren 

A 09 59 vorgebrachten Anträgen übereinstimme. Die allgemeinen Einwände 

bezüglich Publikation der Einleitung, mangelnde gesetzliche Grundlage für 

die Kostenverteilung von Wasser- und Kanalisationskosten wie auch das 

Begehren nach Festlegung eines nachträglichen Anteils aus öffentlicher 

Interessenz würden von ihr geteilt. Bei einem allfälligen Obsiegen der privaten 

Beschwerdeführer müssten die daraus resultierenden Folgen auf den 

Kostenverteiler auch für die Bürgergemeinde gelten. Im übrigen sei aber 

darauf hinzuweisen, dass die einzelnen Parzellen der privaten Eigentümer 

namhafte Erschliessungsvorteile erfahren würden, welchen mit den im 

Verfahren A 09 59 beantragten Erhöhungen ihrer Belastung berücksichtigt 

werden müssten. 

d) Die Beschwerdeführer 1 beantragten in ihrer Vernehmlassung, der Antrag der 

Bürgergemeinde auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides 

sei gutzuheissen. Hingegen seien die von dieser gestellten einzelnen 

materiellen Anträge vollumfänglich abzuweisen. In Wiederholung der bereits 

ihrer eigenen Beschwerde zugrunde liegenden Überlegungen führten sie 

noch aus, es treffe nicht zu, dass ihre Parzellen nicht bereits früher 

weitgehend erschlossen gewesen seien. Hingegen verfügten nun die bis 

anhin noch unüberbauten Parzellen der Bürgergemeinde neu über eine 

vollkommene Erschliessung, weshalb es sich auch rechtfertige, sie wesentlich 

mehr zu belasten. 

6. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels erhielten die Parteien die 

Gelegenheit, die von ihnen eingenommenen Rechtsstandpunkte zu ergänzen 

und zu vertiefen.

7. Am 12. Juli 2010 führte die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts im Beisein 

der Parteien und ihrer Rechtsvertreter sowie dem von der Gemeinde 

betrauten Planer vor Ort einen Augenschein durch. Allen Anwesenden wurde 

dabei - nach einer gerafften Darstellung zur Vorgeschichte des 

Erschliessungswerks durch den betrauten Planer - an verschiedenen 

Standorten im Beizugsgebiet Gelegenheit geboten, sich auch noch mündlich 

ausführlich zu allen aufgeworfenen Fragen zu äussern.

Auf die Ausführungen der Parteien am Augenschein, wie auch auf ihre 

weiteren Darlegungen in ihren Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die Beschwerdeverfahren A 09 58 und A 09 59 richten sich gegen kommunale 

Einspracheentscheide betreffend den definitiven Kostenverteiler für die 

Quartiererschliessung „…“. Beiden Eingaben liegt im Wesentlichen derselbe 

Sachverhalt zugrunde und es stellen sich sodann identische Rechtsfragen, 

weshalb es sich ohne weiteres rechtfertigt, die beiden Beschwerdeverfahren 

gestützt auf Art. 6 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG) zu 

vereinigen und mit einem einzigen Urteil zu erledigen.

2. Der Antrag der privaten Beschwerdeführer 1 auf Einholung einer Expertise 

betreffend einer neutralen Überprüfung der im Kostenverteiler vorgesehenen  

Kostenanteile „Strassenbau“ und „Leitungsbau“ ist abzuweisen, weil sich der 

rechtserhebliche Sachverhalt mit hinreichender Klarheit aus den Akten und 

den vom Gericht anlässlich eines Augenscheines gewonnenen Erkenntnissen 

ergibt.

3. a) Vorgängig einer materiellen Prüfung des streitigen Kostenverteilers sind die 

verschiedenen formellen Einwände einer näheren Betrachtung zu 

unterziehen. Dabei gilt es sich vorweg vor Augen zu halten, dass das von der 

Gemeindeversammlung (Zuständigkeit derselben bejaht mit VGU A 04 61; 

Art. 15 ER) mit Beschluss vom 29. November 2004 eingeleitete 

Perimeterverfahren zum Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens des KRG (1. 

November 2005) hängig war. Mit Blick auf die sich im vorliegenden Verfahren 

stellenden Fragen hat dies zur Folge, dass das Perimeterverfahren nach den 

bisherigen Zuständigkeits- und Verfahrensvorschriften weitergeführt werden 

musste (Art. 108 Abs. 1 Ziff. 1 KRG), wohingegen in materiellrechtlicher 

Hinsicht zwingend neues Recht (Art. 106 Abs. 2 Ziff. 3 KRG; PVG 2007 Nr. 

20), also Art. 61 ff. KRG, zur Anwendung gelangt. 

b) Soweit die Beschwerdeführer 1 die Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheides mit der Überlegung beantragen, dass ihnen der 

damalige Einleitungsbeschluss nie rechtsgültig mitgeteilt worden sei, können 

sie daraus nichts zugunsten ihrer Begehren ableiten. Selbst wenn nämlich ein 

Eröffnungsfehler vorliegen sollte, hätte dieser nicht die Nichtigkeit des 

damaligen Einleitungsbeschlusses, sondern lediglich dessen Anfechtbarkeit 

zur Folge. Massgebend für den Beginn der Anfechtungsfrist wäre dabei der 

Zeitpunkt, in welchem die Beschwerdeführern 1 vom Einleitungsbeschluss 

und dem Perimeterverfahren Kenntnis hätten haben können und müssen. Ob 

dies bereits im Zeitpunkt des Beginns der Arbeiten am Erschliessungswerk 

war, kann offen gelassen werden. Spätestens im Zeitpunkt der 1. öffentlichen 

Auflage des Kostenverteilers (17. August 2007) musste selbst der von den 

Beschwerdeführern angeführten auswärtigen Grundeigentümerin klar 

geworden sein, dass seit längerem ein ihr Kosten auferlegendes 

Perimeterverfahren eingeleitet war. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hätte 

auch sie ein Rechtsmittel (Beschwerde an das Verwaltungsgericht) gegen den 

missliebigen Einleitungsbeschluss erheben können und müssen. Nachdem 

aber auch sie, wie bereits alle anderen privaten Grundeigentümer, von einer 

Anfechtung abgesehen hat, ist der Einleitungsbeschluss so oder anders 

rechtskräftig, mit der Folge, dass die Beschwerdeführer im vorliegenden 

Verfahren aus dem Einwand der fehlerhaften Eröffnung zufolge Verspätung 

nichts mehr zu Gunsten ihrer Begehren ableiten können.

c) Erweist sich aber der damalige Einleitungsbeschluss als rechtskräftig, hat dies 

für das vorliegende Verfahren zur Konsequenz, dass die damals (im 

Einleitungsverfahren) beschlossenen Bestandteile (u.a. die Anteile 

öffentlicher [0%] und privater Interessenz [100%]) vom Verwaltungsgericht im 

vorliegenden Verfahren nicht mehr überprüft werden können (VGU A 08 58 

und A 08 75). Soweit daher im vorliegenden Verfahren der im Jahre 2004 

beschlossene 0%-Anteil aus öffentlicher Interessenz in Frage gestellt und 

eine Erhöhung auf wenigstens 25% beantragt wird, erweisen sich die 

diesbezüglichen Überlegungen und Einwände als verspätet. Als verspätet 

erweisen sich sodann auch alle Darlegungen, mit welchen sinngemäss eine 

formelle Entlassung aus dem (rechtskräftig festgelegten) Beizugsgebiet 

verlangt wird.

d) Soweit seitens der Beschwerdeführer 1 ferner geltend gemacht wird, das 

Erschliessungswerk sei gegenüber dem ursprünglichen Projekt ohne 

Mitteilung an die Betroffenen abgeändert (fehlende Verlängerung der Strasse 

im Bereiche der Parzellen Nr. 367, 368, 777 und 778 gegen das EW hin) 

worden, erweisen sich ihre Überlegungen als aktenwidrig. So lag das 

Auflageprojekt im Zeitraum zwischen dem 7. und 28. Februar 2005 öffentlich 

auf und war als Baugesuch „Erschliessung Baugebiet …“ auch 

ordnungsgemäss im örtlichen Publikationsorgan (Rhiblatt vom 4. Februar 

2005) publiziert. Den aufgelegten Projektunterlagen konnte unschwer 

entnommen werden, dass im Bereich der heute T-förmig ausgestalteten 

Kreuzung in Richtung der Parzellen 778, 777 und 367 keinerlei 

strassenmässiger Ausbau gegen Westen hin vorgesehen war. Eine 

Abweichung gegenüber dem Auflageprojekt erfolgte lediglich insofern, als 

anstelle des vorgesehen rechtwinkligen Abzweigers zu ihren Gunsten eine 

geringfügige Verlängerung erfolgt ist, welche sich nun in der erwähnten T-

förmigen Kreuzung manifestiert. Dass die Anliegen der Eigentümer der 

erwähnten Parzellen nach Sicherung der Zufahrt und Weiterführung der 

Strasse bis hin zu ihren überbauten Liegenschaften Parzellen 

berücksichtigungswürdig gewesen wären, wurde am Augenschein selbst von 

der Gemeinde als Bauherrin des Erschliessungswerks nicht in Abrede 

gestellt. Diese Anliegen hätten aber bereits im Rahmen des damaligen 

Projektauflage- und Baubewilligungsverfahrens vorgebracht werden können 

und müssen. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren erweisen sie sich daher 

als verspätet.

e) Als unzutreffend erweist sich ferner der Einwand der fehlenden Abnahme des 

Werks. Gemäss den bei den Akten liegenden Prüfungsprotokollen wurden die 

im Zusammenhang mit dem Erschliessungswerk getätigten Arbeiten von der 

mit der Abnahmepflicht belegten Gemeinde als Bauherrschaft - wie in Art. 24 

Abs. 1 KRVO vorgegeben - abgenommen (Prüfungsprotokoll der Baumeister-

/Belagsarbeiten [exkl. Deckbelag] vom 12. April 2006; Abnahmeprotokoll der 

Hydranten 5./30. September 2006). Nachdem sich dem übergeordneten 

Recht auch weder eine Verpflichtung zur, noch ein Recht auf Abnahme des 

Erschliessungswerks durch die privaten Grundeigentümer entnehmen lässt, 

zielt ihr Einwand der fehlenden Abnahme des Werks offenkundig ins Leere. 

4. a) Zu prüfen bleiben die gegen den Kostenverteiler vorgebrachten materiellen 

Rügen. Dass der angewandte Privatanteil (100%) zufolge rechtskräftiger 

Festlegung im Einleitungsbeschluss nicht mehr im vorliegenden Verfahren 

überprüft werden kann, wurde bereits ausgeführt (3.c). Dies bedeutet, dass 

die gesamten Erschliessungskosten mithin von den Grundeigentümern im 

Beizugsgebiet zu tragen und zwischen diesen aufzuteilen sind. Fraglich kann 

entsprechend im vorliegenden Verfahren nur noch sein, ob die zwischen den 

einzelnen Grundeigentümern im Beizugsgebiet vorgenommene Aufteilung 

des Privatanteils den massgebenden Kostenverteilungsgrundsätzen (Art. 62 

ff. KRG; BV) gerecht wird. 

b) Erschliessungsabgaben sind grundsätzlich von jenen Personen bzw. 

Eigentümern zu bezahlen, die aus den Anlagen einen wirtschaftlichen 

Sondervorteil ziehen oder diese Anlagen nutzen oder nutzen könnten (Art. 
62 Abs. 3 KRG). Für die Aufteilung des Privatanteils auf mehrere Beteiligte 

dient in der Regel die mögliche Grundstücksnutzung unter Berücksichtigung 

allfälliger weiterer Vor- und Nachteile (Art. 63 Abs. 3 KRG). Nach konstanter 

Rechtsprechung wird einer Gemeinde bei der Festsetzung des 

Kostenverteilers wie dem vorliegenden regelmässig ein relativ erheblicher 

Beurteilungs- und Ermessenspielraum eingeräumt. Dieser findet seine 

Grenze jedoch in den Grundsätzen der angemessenen Abschöpfung des 

konkreten Sondervorteils, des Willkürverbots von Art. 9 BV sowie des 

Gleichbehandlungsgebotes von Art. 8 BV. Ein Verstoss gegen das 

verfassungsrechtliche Gleichheitsgebot liegt dann vor, wenn rechtliche 

Unterscheidungen getroffen werden, für die kein vernünftiger Grund 

ersichtlich ist, oder wenn Unterscheidungen unterlassen werden, die sich 

aufgrund der Verhältnisse geradezu aufdrängen würden, d.h., wenn Gleiches 

nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und Ungleiches nicht nach 

Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird. Vorausgesetzt wird, 

dass sich die ungerechtfertigte Gleich- bzw. Ungleichbehandlung auf eine 

wesentliche Tatsache bezieht (vgl. BGE131 l 7 mit weiteren Hinweisen). Bei 

der Prüfung einer gewählten Lösung wird Willkür nicht schon dann bejaht, 

wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen 

wäre, sondern nur dann, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist (BGE 

124 1 23), mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht (BGE 

127 1 41), eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass 

verletzt (BGE 129 III 419) oder in stossender Weise dem 

Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Bei der Ausarbeitung eines 

Kostenverteilers sind Schematismen, soweit sie sich innerhalb der erwähnten 

Grenzen bewegen, ohne weiteres zulässig.

c) Im Lichte dieser Grundsätze betrachtet, lässt sich der angefochtene 

Kostenverteiler, mit welchem die Kosten auf die einzelnen Grundeigentümer 

entsprechend deren Nutzungsmöglichkeiten und unter Beachtung der ihnen 

anfallenden Vor- und Nachteile (bestehende Erschliessungs- und 

Überbauungssituation; aktuell und künftig mögliche Nutzungen ihrer 

Grundstücke; aktuelle und künftige Anschlussmöglichkeiten) nicht 

beanstanden. Bereits in den angefochtenen Einspracheentscheiden hat die 

Gemeinde die Überlegungen aufgrund derer sie den individuellen 

Sondervorteil an der Strassenanlage einerseits, sowie den Wasser- und 

Abwasseranlagen anderseits, ermittelt hat, dargelegt und diese im 

vorliegenden Verfahren im Rahmen eines doppelten Schriftenwechsels und 

eines Augenscheins verdeutlicht. Massgebend für den Verteiler waren im 

Wesentlichen der bisherige Erschliessungs- und Überbauungsstand eines 

Grundstücks, dessen Anstosslänge an die neu erstellte Strasse, die 

Grundstücksfläche und die mit dem Erschliessungswerk einhergehenden 

neuen, verbesserten (bzw. mit Blick auf die Parzellen der Beschwerdeführerin 

2 gar erstmaligen) Überbauungs- und Nutzungsmöglichkeiten der einzelnen 

Bauparzellen. Zwecks Präzisierung des individuellen Nutzens (= 

Sondervorteils) der einzelnen Grundeigentümer wurde sodann das 

Beizugsgebiet in fünf Zonen und die Strasse in vier Strassenabschnitte 

aufgeteilt. Die Beschwerdeführer vermochten in ihren Eingaben und am 

Augenschein nichts darzutun, was den nach dreimaliger Überarbeitung und 

Auflage erarbeiteten Kostenverteiler im Lichte der oben umschriebenen 

Rechtsprechung als rechts- und/oder verfassungswidrig erscheinen liesse. 

Letztlich beschränkten sie sich auch im vorliegenden Verfahren auf Einwände, 

welche sie bereits im Verfahren vor der Vorinstanz vorgebracht hatten, und 

auf welche diese in den angefochtenen Entscheiden bereits zutreffend 

eingegangen ist. Auf jene Überlegungen kann anstelle von Wiederholungen 

verwiesen werden. Es drängen sich entsprechend nur noch einige wenige, 

ergänzende Bemerkungen auf.

d) Soweit seitens der Beschwerdeführer 1 die Auffassung vertreten wird, dass 

im Perimeterverfahren lediglich die Kosten für die Strasse (Verkehrsanlage), 

nicht aber für die Wasser- und Abwasserleitungen (Versorgungs- und 

Entsorgungsanlagen) aufzuteilen sind, kann es mit dem Verweis auf Art. 62 

Abs. 2 in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 KRG sein Bewenden haben, welche 

die gesetzliche Grundlage für die Erhebung von Beiträgen zur Deckung von 

Kosten für die Erstellung, Änderung und Erneuerung von 

Erschliessungsanlagen darstellen. 

e) Unzutreffend ist sodann ihre Auffassung, dass ihnen aufgrund des konkreten 

Erschliessungsstandes ihrer Parzellen innerhalb des Beizugsgebiets 

gelegenen Parzellen gar kein Sondervorteil aus dem Erschliessungswerk 

entstehe. Ihre Sichtweise greift zu kurz. In Bekräftigung der bereits den 

Einspracheentscheiden zugrunde liegenden Überlegungen, mit welchen 

bereits seitens der Gemeinde der den einzelnen Grundeigentümern aufgrund 

des Erschliessungswerks entstehende Sondervorteil zutreffend dargelegt 

worden ist, bleibt festzuhalten, dass sich eine Belastung mit Beiträgen bereits 

aufgrund der mit dem Werk geschaffenen verbesserten 

Erschliessungssituation resp. neuen, künftig zu realisierenden Nutzungs- und 

Anschlussmöglichkeiten rechtfertigt und zwar unbesehen, in welchem 

Umfang von diesen derzeit Gebrauch gemacht wird. So oder anders entsteht 

ihnen mit dem Erschliessungswerk ein ausgleichungspflichtiger Sondervorteil. 

Den individuellen Sondervorteilen hat die Gemeinde mit der erwähnten, sehr 

differenzierten Ausscheidung von Abschnitten und Zonen angemessen 

Rechnung getragen, welche sich ohne weiteres auch vertreten lässt und 

rechtens ist. Für eine weitergehende Reduktion der die Beschwerdeführer 1 

treffenden Anteile besteht weder aufgrund der beschwerdeführerischen 

Vorbringen noch der vom Gericht am Augenschein gewonnenen Eindrücke 

Anlass. Dass den Beschwerdeführern 1 allenfalls im Zuge einer künftigen 

Feinerschliessung ihrer Grundstücke erneut Kosten entstehen werden - z.B. 

aufgrund der erforderlichen Tiefbauarbeiten zwecks  Anbringens der 

notwendigen Abzweigungsstücke an die neuen Ver- und 

Entsorgungsleitungen - trifft zu, ist vorliegend, wo es einzig um die streitige 

Verteilung der bereits angefallenen Kosten geht, aber ohne Belang. Ebenso 

wenig spielt es mangels eines entsprechenden Rechtsanspruchs im 

vorliegenden Verfahren eine Rolle, dass im Zuge der Projektrealisierung 

seitens der Gemeinde als Bauherrin weder den von verschiedenen 

Grundeigentümern vorgebrachten Wünschen und Anregungen nach Einbau 

solcher Abzweigungsstücke in den neuen Ver- und Entsorgungsleitungen 

noch den „besseren“ Anrampungen an die neue Strasse Rechnung getragen 

worden ist. Letzteres umso weniger, als der Augenschein gezeigt hat, dass 

die erstellten Anschlüsse an die Quartierstrasse den üblichen Anforderungen 

an eine Zufahrt entsprechen und dass insbesondere auch deren 

zonengemässe Funktionsfähigkeit ohne weiteres bejaht werden kann. Ein 

Mehr an Komfort wäre allenfalls möglich gewesen, doch kann dieses im 

vorliegenden Verfahren nicht mehr verlangt werden.

f) Im Lichte von Art. 62 und 63 Abs. 1 KRG betrachtet unbehelflich ist sodann 

auch ihr Einwand, es sei unverständlich, weshalb die Strassenkosten gemäss 

Kostenabrechnung rund 86% ausmachen würden, nachdem beim 

Kostenvoranschlag im Jahre 2004 der Anteil noch bei rund 46% gelegen 

habe. Abzurechnen sind nach den erwähnten Bestimmungen alle für das 

öffentliche Werk notwendigen Aufwendungen. Dass die von der Gemeinde 

ihrem Kostenverteiler zugrunde gelegten tatsächlichen Aufwendungen den 

umschrieben gesetzlichen Vorgaben nicht gerecht werden könnten, wird nicht 

dargetan und ist auch nicht ersichtlich.

g) Die Beschwerdeführerin 2, welche rund 80% der Gesamtkosten für das 

Erschliessungswerk zu tragen hat, blendet bei ihrer Argumentation völlig aus, 

dass das in ihrem Eigentum stehende Bauland (ehemals eine einzige Parzelle 

Nr. 366, heute aufgeteilt in die Parzellen Nr. 925 - 937 = ca. 42% der Fläche 

des Beizugsgebietes) erst aufgrund der Realisierung dieses Werkes 

überhaupt baureif, d.h. erschlossen und überbaubar, geworden ist. Die 

gänzlich fehlende Erschliessung und Überbaubarkeit war denn auch Auslöser 

für das dem streitigen Kostenverteiler zugrunde liegende Perimeterverfahren, 

dessen Einleitung im Übrigen seitens der heutigen Beschwerdeführerin 

anbegehrt worden ist. Dass sie von dem neuen Erschliessungswerk weitaus 

am meisten profitiert, ist bereits aufgrund der peripheren Lage ihres Landes 

am nordwestlichen Ende des Beizugsgebiets, der bis anhin vollständig 

fehlenden Erschliessung, der umfangreichen für eine Erschliessung 

erforderlichen (baulichen) Vorkehren (so insbesondere das Erstellen eines 

komplett neuen, zonengemässen Strassenkörpers und der entsprechend der 

vorgesehenen Nutzung erforderlichen Wasser- und Abwasserleitungen) und 

dem Nutzen (baureifes, überbaubares Land; bessere Verkaufsmöglichkeiten 

zu höheren Baulandpreisen) offenkundig. Die gerügte Auferlegung von rund 

80% der Gesamtkosten des Erschliessungswerks wird angesichts dieser 

Sachlage und der von der Gemeinde angewandten, vertretbaren Kriterien 

(Anstosslänge [Abschnitt 4]; bisheriger Erschliessungs- und 

Überbauungsstand [Zone 5]) ohne weiteres nachvollziehbar und lässt sich 

auch aus verfassungsrechtlicher Sicht betrachtet ohne weiteres vertreten. Im 

Lichte dieser Grundsätze und Gegebenheiten erweisen sich die punktuellen 

Vergleiche einzelner benachbarter Parzellen als zu kurz greifend und 

unangebracht. Was die Beschwerdeführerin 2 dagegen vorbringen lässt, 

erschöpft sich im Ergebnis an rein appellatorischer Kritik, auf die nicht mehr 

näher eingegangen werden muss. Festzuhalten bleibt aber, dass für die von 

ihr verlangte stärkere Belastung der übrigen Grundeigentümer im 

Beizugsgebiet kein Anlass besteht. Abgesehen vom bereits Dargelegten auch 

deshalb, weil diese allesamt Eigentümer von Grundstücken sind, die bereits 

über eine hinreichende vorbestehende Erschliessung verfügten. 

h) Nachdem auch die weiteren, von den Beschwerdeführern 1 und 2 zur 

Stützung ihrer Begehren vorgebrachten Überlegungen die Rechtmässigkeit 

des Kostenverteilers nicht in Frage zu stellen vermögen, erweisen sich beide 

Beschwerden als unbegründet, weshalb sie denn auch abzuweisen sind. 

5. Bei diesem Ausgang rechtfertigt es sich, die Verfahrenskosten der beiden 

Beschwerdeverfahren je zur Hälfte der Bürgergemeinde … und   den privaten 

Beschwerdeführern 1 - unter solidarischer Haftung für den sie treffenden 

hälftigen Anteil - aufzuerlegen (Art. 73 VRG). Der in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegenden politischen Gemeinde steht keine 

Parteientschädigung zu (Art. 78 Abs. 2 VRG). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerden A 09 58 und A 09 59 werden vereinigt.

2. Die Beschwerden A 09 58 und A 09 59 werden abgewiesen. 

3. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 447.--

zusammen Fr. 5'447.--

werden zur Hälfte der Bürgergemeinde … und zur anderen Hälfte unter 

solidarischer Haftung den privaten Beschwerdeführern im Verfahren A 09 58 

auferlegt. Die entsprechenden Kostenanteile sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.