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**Case Identifier:** c123b2fe-ccd5-5084-bb43-983ac2322549
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.01.2021 200 2020 749
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-749_2021-01-21.pdf

## Full Text

200 20 749 IV
FUR/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Januar 2021

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. September 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1970 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Mai 2018 unter Hinweis auf eine chronische Müdigkeit, 
eine Erschöpfung, eine Vergesslichkeit, eine Einschränkung am Bewe-
gungsapparat und Muskelschmerzen bei der Invalidenversicherung zum 
Leistungsbezug an (Antwortbeilagen der Invalidenversicherung [AB] 2). Die 
IV-Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) klärte hierauf die erwerb-
lichen und medizinischen Verhältnisse ab. Gestützt auf ein bidisziplinäres 
Gutachten der C.________ (MEDAS) vom 10. Juli 2019 (AB 52.1) stellte 
sie mit Vorbescheid vom 22. August 2019 (AB 56) die Ablehnung des 
Leistungsgesuchs in Aussicht mit der Begründung, es bestehe kein 
Gesundheitsschaden mit invalidisierender Wirkung. Daran hielt sie nach 
erhobenem Einwand vom 28. August 2019 (ergänzt am 30. Oktober 2019; 
AB 57, 64) fest und verneinte - nach Einholung einer Stellungnahme des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 27. Februar 2020 (AB 71) und 
einer Ergänzung des Gutachtens der MEDAS vom 22. Juli 2020 (AB 81) - 
mit Verfügung vom 2. September 2020 (AB 82) einen Leistungsanspruch.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 2. Oktober 2020 Beschwerde. Sie beantragt, unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung seien ihr die gesetzlichen Leistungen 
auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer Abklärun-
gen und anschliessender Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 5. November 2020 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. September 2020 
(AB 82). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung 
der Begründungspflicht und damit des rechtlichen Gehörs geltend, da die 
Beschwerdegegnerin in ihrer Begründung der Leistungsabweisung nicht 
genügend auf die Vorbringen im Vorbescheidverfahren eingegangen sei 
(vgl. Beschwerde, S. 3 ff. Ziff. 3). 

2.2 Die Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der 
Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die Begründungs-
pflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im 
Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101). Sie soll ver-
hindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und 
den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht 
anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als 
auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein 
Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überle-
gungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und 
auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass 
sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf 
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 
I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2020 AHV Nr. 2 S. 5 E. 4, 
2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5).

2.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung (AB 
82) die massgeblichen Rechtsnormen und die Überlegungen insbesondere 
zur Prüfung der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit im Rahmen des 
strukturierten Beweisverfahrens genannt, von denen sie sich bei ihrem 
Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt. Mit Blick 
auf diese Begründung konnte die juristisch vertretene Beschwerdeführerin 
die Verfügung zweifellos sachgerecht anfechten. Es ist, wie bereits 
ausgeführt (vgl. E. 2.2 hiervor), nicht erforderlich, dass sich die 
Beschwerdegegnerin mit allen Parteistandpunkten einlässlich 
auseinandersetzt und jede einzelne Rüge ausdrücklich widerlegt. Vielmehr 
kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 
beschränken. Damit liegt keine Verletzung der Begründungspflicht resp. 

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des rechtlichen Gehörs vor. Doch selbst wenn von einer Gehörsverletzung 
auszugehen wäre, die indes nicht als schwerwiegend gewertet werden 
könnte, würde diese als geheilt gelten, da sich die Beschwerdeführerin vor 
dem angerufenen Gericht, das sowohl den Sachverhalt wie auch die 
Rechtslage und die Angemessenheit frei überprüfen kann, äussern konnte 
(vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2019 IV 
Nr. 65 S. 210 E. 4.3).

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

3.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

3.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

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3.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf 
Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

3.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des - unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
"funktioneller Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 7

können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

4.

4.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen: 

4.1.1 Im Bericht des Spitals D.________ vom 7. April 2017 (AB 17) wur-
den als Diagnosen unter anderem ein generalisiertes myofasziales 
Schmerzsyndrom mit wechselnden Puncta maxima sowie ein paroxysma-
les Vorhofflimmern genannt. Formell könne die Diagnose eines Fibromyal-
giesyndroms gestellt werden (AB 17 S. 1). Als physiotherapeutische 
Massnahmen seien ein aerobes Ausdauertraining sowie ein Krafttraining 
zur Kräftigung des Schultergürtels, der Rumpf- und Quadrizepsmuskulatur 
angezeigt (AB 17 S. 2).

4.1.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
diagnostizierte im Bericht vom 20. Juni 2018 (AB 24.2 S. 13 f.) ein 
Fibromyalgiesyndrom (AB 24.2 S. 13 Ziff. 1). Aufgrund eines permanenten 
Schmerzes und einer Fatigue bestehe seit dem 20. Juli 2017 eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit (AB 24.2 S. 14 Ziff. 13 f.).

4.1.3 Im Bericht der Privatklinik F.________ vom 26. Juli 2018 (AB 28) 
wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere 
depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F 32.2) festge-
halten (AB 28 S. 5 Ziff. 2.5). Es liege ein erheblicher psychosozialer Druck 
in Form von familiären Problemen vor. Die Arbeit sei bisher eine Flucht-
möglichkeit aus dem komplexen Familiensetting gewesen, nach dem Ver-
lust der Arbeitsstelle habe sich die Beschwerdeführerin seitens der Familie 
trotz eines stattgefundenen Familiengesprächs in Anwesenheit des Ehe-
mannes nicht verstanden gefühlt; sie vermisse die Unterstützung (AB 28 
S. 4 Ziff. 2.1). Unter der kombinierten psychotherapeutischen, psychiatri-
schen und physiotherapeutischen Therapie sei eine deutliche Besserung 
des gesamten ursprünglichen depressiven Geschehens und der Schmerz-
symptomatik eingetreten (AB 28 S. 4 Ziff. 2.2). Zumutbar wäre eine lang-

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same sukzessive Steigerung der Arbeitsfähigkeit (sowohl in der bisherigen 
als auch in einer angepassten Tätigkeit) ausgehend von 20 bis 30 % (AB 
28 S. 7 Ziff. 4.1 f.). Aktuell stünden der Eingliederung keine Faktoren im 
Weg (AB 28 S. 8 Ziff. 4.4). 

4.1.4 Im bidisziplinären (psychiatrisch-rheumatologischen) Gutachten der 
MEDAS vom 10. Juli 2019 (AB 52.1) wurden als Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episode, derzeit unter störungs-
spezifischer Behandlung restsymptomatisch (ICD-10 F32.0), eine Zwangs-
symptomatik (im Sinne von Reinigungs- und Ordnungszwängen; ICD-10 
F42.2) differentialdiagnostisch bei einer Persönlichkeit mit zwanghaften und 
selbstunsicheren Zügen (ICD-10 F61.0; Differentialdiagnose: ICD-10 
Z73.1) und eine wahrscheinliche Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) genannt 
(AB 52.1 S. 4 Ziff. 4.2). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine 
Fibromyalgie, myofasziale Schmerzen und eigenanamnestisch eine Angst-
störung (gegebenenfalls derzeit subsyndromal oder remittiert; AB 52.1 S. 5 
Ziff. 4.2). In rheumatologischer Hinsicht habe keine Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden können (AB 52.3 S. 
9 Ziff. 8.1). Aus bidisziplinärer Sicht sei die Beschwerdeführerin aufgrund 
ihrer Persönlichkeit und insbesondere Zwanghaftigkeit und Rigidität bezüg-
lich Flexibilität und allen interaktionsassoziierten Fähigkeiten (Selbstbe-
hauptungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten, Gruppen-/Teamfähigkeit) 
mindestens leicht bis zumindest zeitweise mittelgradig eingeschränkt (AB 
52.1 S. 5 Ziff. 4.3). Deren Persönlichkeit erschwere höchstwahrscheinlich 
einen aktiven lösungsorientierten und psychohygienisch funktionalen Um-
gang mit den Belastungsfaktoren (AB 52.1 S. 5 Ziff. 4.4). Es bestünden 
bildungsbedingte Defizite (mit Hinweisen auf eine erhebliche Rechen-
schwäche). Auch die familiäre Ehe- und Wohnsituation (kranke Tochter, 
Schwiegermutter) sei als Belastung einzustufen (AB 52.1 S. 5 Ziff. 4.5). Es 
liege eine Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Be-
schwerden und den objektivierbaren Befunden vor. In der psychiatrischen 
Untersuchung sei der REY-Memory-Test zur Detektion von Aggravation 
bzw. Simulation positiv gewesen, was als Hinweis auf eine eingeschränkte 
Beschwerdenvalidität gewertet werden könnte. Allerdings sei zu berück-
sichtigen, dass sich die Beschwerdeführerin in der gesamten Testung des 
kognitiven Funktionsniveaus ausgesprochen unsicher, teils auch beschämt, 

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teils (pseudo-heiter) überspielend präsentiert habe und ganz offensichtlich 
auch mit ihrer "Schönschrift" beschäftigt gewesen sei, so dass auch andere 
Gründe für den Befund denkbar seien. Konsistent mit dem klinischen Ein-
druck werde eine aggravierende Verdeutlichung der (somatisch imponie-
renden) Schmerz- und Fatigue-Symptomatik angenommen, wobei die un-
mittelbar evidente zwanghafte Komponente eher heruntergespielt worden 
sei. Gerade diese, auch persönlichkeitsassoziierte Zwanghaftigkeit mit 
wahrscheinlich der Aufwendung erheblicher psychischer Energie zur Ab-
wehr subjektiv bedrohlicherer innerer Ängste und Konflikte scheine aber 
hinsichtlich der Funktionalität und Arbeitsfähigkeit, bei unter Medikation 
nunmehr restsymptomatischer Depressivität, derzeit ein wesentliches Pro-
blem zu sein (AB 52.1 S. 5 Ziff. 4.6). Die Beschwerdeführerin befinde sich 
seit Ende 2017 in (ausschliesslich) ambulanter psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung; die angegebene psychopharmakologi-
sche Medikation sei nachweisbar gewesen. Mit Blick auf die Selbstpräsen-
tation der Beschwerdeführerin erscheine auch die von ihr geschilderte Ein-
schränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen 
(auch Alltag und Freizeit) plausibel. Zusammenfassend sei eine gewisse 
Verdeutlichung, jedoch keine die relevanten psychiatrischen bzw. persön-
lichkeitsassoziierten Befunde und Aspekte verzerrende Aggravation oder 
Simulation resp. eingeschränkte Konsistenz und Plausibilität der geklagten 
Beschwerden festzustellen (AB 52.1 S. 6 Ziff. 4.6). Aus rein psychiatrischer 
Sicht bestehe in der bisherigen Tätigkeit als Hauswirtschafterin bzw. Reini-
gungskraft, welche dem Leiden optimal angepasst sei, eine Arbeitsfähigkeit 
von 70 %; die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei rein psychiatrisch 
bedingt (AB 52.1 S. 6 Ziff. 4.7 bis 4.9). Eine intensivierte psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung über eine ausreichend lange Zeit in ei-
nem teilstationären tagesklinischen Setting wäre wahrscheinlich geeignet, 
die psychiatrische Symptomatik, die allgemeine soziale Funktionalität wie 
auch die Arbeitsfähigkeit zu verbessern (AB 52.1 S. 7 Ziff. 4.11.1). 

4.1.5 Stellung nehmend dazu hielt Dr. med. E.________ am 12. Septem-
ber 2019 fest, dass im rheumatologischen Teilgutachten der MEDAS als 
Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Fibromyalgie genannt 
worden sei. Fraglich sei, ob die rheumatologische Gutachterin bezüglich 
der Fibromyalgie über die entsprechende Spezialisierung verfüge; den 

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Rheumatologen fehle es bekanntlich an der Fachkompetenz. Diese würden 
selten Patienten mit Fibromyalgie behandeln. Es gehe hier um die 
Feststellung der aktuellen Erwerbsfähigkeit. Vorliegend verursache die 
Fibromyalgie die wesentlichen Einschränkungen. Bezüglich des 
psychiatrischen Teilgutachtens der MEDAS sei anzumerken, dass die de-
pressiven Episoden Symptome der Fibromyalgie seien. Die Beschwerde-
führerin sei deswegen in psychiatrischer Behandlung. Aktuell betrage ihre 
Arbeitsfähigkeit weniger als zwei Stunden pro Tag (AB 64 S. 5).

4.1.6 Hierzu und zu den im Vorbescheidverfahren vorgebrachten Ein-
wänden nahm der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, am 27. Februar 2020 Stellung und führte 
aus, dass hier eine polydisziplinäre Begutachtung nicht angezeigt sei. Laut 
RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Neurologie, lägen bezüg-
lich der Diagnose eines paroxysmalen Schwindels keine neurologisch 
fachärztlich bestätigten Befunde vor. Auch im Rahmen der bidisziplinären 
Begutachtung seien keine diesbezüglichen Beschwerden angegeben wor-
den. Zudem handle es sich beim paroxysmalen Lagerungsschwindel um 
eine in der Regel durch eine entsprechende psychotherapeutische Behand-
lung (Lagerungsübungen) meist gut zu behandelnde Erkrankung. Daraus 
lasse sich keine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableiten 
(AB 71 S. 3). Weiter lasse sich gemäss RAD-Arzt Dr. med. I.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, das paroxysmale Vorhofflimmern 
mit einer entsprechenden Behandlung gut beheben, so dass diesbezüglich 
keine wesentliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit zu erwarten sei. 
Dem Bericht von Dr. med. E.________ vom 12. Dezember 2019 (AB 67 S. 
2 f.) sei zu entnehmen, dass die im Jahr 2017 durchgeführte 
Echokardiografie normal ausgefallen sei (AB 67 S. 2). Die Herzfunktion sei 
somit nicht eingeschränkt (AB 71 S. 4). 

4.1.7 Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin (AB 72) hielten die 
Gutachter der MEDAS am 22. Juli 2020 fest, dass sich aus dem 
Einwandschreiben der Beschwerdeführerin und den neu vorgelegten 
Berichten von Dr. med. E.________ keine neuen Befunde oder Diagnosen 
ergäben, welche nicht bereits gutachterlich bekannt gewesen wären oder 
die gutachterliche Beurteilung hätten beeinflussen können. Anzumerken 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 11

sei, dass psychiatrische, insbesondere komplexere Erkrankungen mit einer 
Kombination mehrerer Störungselemente und bei biographischer Belastung 
- wie im vorliegenden Fall - einer multifaktoriellen Dynamik unterlägen. 
Falls sich aus fachärztlicher, namentlich fachpsychiatrischer Sicht seit der 
Begutachtung neue Aspekte ergeben haben sollten, wäre eine zeitnahe 
psychiatrische Verlaufsbegutachtung zu empfehlen (AB 81. S. 2).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 2. September 2020 (AB 82) massgeblich auf das bidisziplinäre 
Gutachten der MEDAS vom 10. Juli 2019 samt Ergänzung vom 22. Juli 
2020 (AB 52.1, 81) gestützt. Dieses erfüllt die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens ge-
stellten Anforderungen (vgl. E. 4.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft 
zukommt. Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Ab-
klärungen (AB 52.1 S. 2 Ziff. 2) und sind in Kenntnis der Vorakten (AB 52.1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 12

S. 10 bis 12) sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 
getroffen worden. Wie sich nachfolgend ergibt, sind die Ausführungen in 
der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nach-
vollziehbar begründet. Auch stehen die einzelnen Fachbeurteilungen in 
Übereinstimmung untereinander und flossen in die bidisziplinäre Beurtei-
lung ein, so dass darauf grundsätzlich abzustellen ist. 

4.3.1 In psychiatrischer Hinsicht hat die psychiatrische Gutachterin der 
MEDAS - unter Darlegung der Anamnese, der psychopathologischen Be-
funde und der Verhaltensbeobachtung während der Begutachtung (AB 52.2 
S. 4 bis 9 Ziff. 3.2 bis 4.3) - schlüssig und nachvollziehbar aufgezeigt, dass 
die Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer 
depressiven Episode, derzeit restsymptomatisch (ICD-10 F32.0) und einer 
Zwangssymptomatik (im Sinne von Reinigungs- und Ordnungszwängen 
[ICD-10 F42.2]; differentialdiagnostisch bei einer Persönlichkeit mit zwang-
haften und selbstunsicheren Zügen [ICD-10 F61.0, Differentialdiagnose: 
ICD-10 Z73.1]) leidet (AB 52.1 S. 4 Ziff. 4.2, AB 52.2 S. 9 Ziff. 6.1) und in-
folge dessen eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 % für die bisheri-
ge als auch eine angepasste Tätigkeit besteht (AB 52.1 S. 6 Ziff. 4.7 f., AB 
52.2 S. 14 Ziff. 8.1 f.). Hinsichtlich der gutachterlich gestellten Verdachts-
diagnose einer Schmerzstörung (ICD-10 F45.4; AB 52.1 S. 4 Ziff. 4.2) ist 
anzumerken, dass eine blosse Verdachtsdiagnose nur eine mögliche Ge-
sundheitsstörung impliziert, aber versicherungsmedizinisch keine rechts-
genügliche Grundlage bilden kann, um mögliche Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit nachzuweisen. Die psychiatrisch-gutachterliche Beurteilung 
lässt sich ohne weiteres in das von den Behandlern der Privatklinik 
F.________ im Bericht vom 26. Juli 2018 gezeichnete Gesamtbild einfü-
gen, wonach unter der kombinierten psychotherapeutischen, psychiatri-
schen und physiotherapeutischen Therapie eine deutliche Besserung des 
gesamten depressiven Geschehens und der Schmerzsymptomatik einge-
treten sei und mithin eine sukzessive Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu-
mutbar sei (AB 28 S. 4 Ziff. 2.2 und S. 7 Ziff. 4.1 f.). 

Hieran vermag die Beurteilung von Dr. med. E.________ vom 12. Septem-
ber 2019 (AB 64 S. 5), wonach die depressiven Episoden Symptome der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 13

Fibromyalgie seien und die Arbeitsfähigkeit aktuell weniger als zwei Stun-
den pro Tag betrage, nichts zu ändern. Die Gutachter der MEDAS hielten 
am 22. Juli 2020 nachvollziehbar fest, dass die Berichte von Dr. med. 
E.________ keine Befunde bzw. wichtigen Aspekte enthielten, welche von 
der psychiatrischen Expertin der MEDAS nicht schon berücksichtigt worden 
wären. Sie hoben hervor, dass psychiatrische, insbesondere komplexere 
Erkrankungen mit einer Kombination mehrerer Störungselemente und bei 
biographischer Belastung - wie im vorliegenden Fall - einer multifaktoriellen 
Dynamik unterlägen (AB 81 S. 2). Sodann ist stets dem Umstand 
Rechnung zu tragen, dass die medizinische Folgenabschätzung 
notgedrungen eine hohe Variabilität aufweist und unausweichlich 
Ermessenszüge trägt (BGE 145 V 361 E. 4.1.2 S. 365), die es zu 
respektieren gilt. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass Dr. med. 
E.________ als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin nur beschränkt 
über die für die Beurteilung der Auswirkungen der psychischen Einschrän-
kungen erforderliche Fachkompetenz verfügt, weshalb auf seine diesbe-
zügliche Einschätzung nicht unbesehen abgestellt werden kann. 

Folglich ist von einer depressiven Episode, derzeit restsymptomatisch 
(ICD-10 F32.0), und einer Zwangssymptomatik (im Sinne von Reinigungs- 
und Ordnungszwängen [ICD-10 F42.2]; differentialdiagnostisch bei einer 
Persönlichkeit mit zwanghaften und selbstunsicheren Zügen [ICD-10 F61.0, 
Differentialdiagnose: ICD-10 Z73.1]) auszugehen (AB 52.1 S. 4 Ziff. 4.2, AB 
52.2 S. 9 Ziff. 6.1), woraus die psychiatrische Gutachterin der MEDAS - aus 
rein medizinischer Sicht nachvollziehbar - eine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von 30 % sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten 
Tätigkeit ableitete (AB 52.1 S. 6 Ziff. 4.7 bis 4.9; vgl. aber E. 4.3.3 hier-
nach). Mithin ist der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend erstellt; wei-
terer Abklärungen bedarf es nicht (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 
V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

4.3.2 Ebenso ist der somatische Gesundheitszustand der Beschwerde-
führerin hinreichend abgeklärt. Die rheumatologische Gutachterin der 
MEDAS hat schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, dass aus rheumato-
logischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 14

bestünden (AB 52.3 S. 7 f. Ziff. 6, S. 9 f. Ziff. 8.1 f.); ohne Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit seien eine Fibromyalgie und myofasziale Schmerzen (AB 
52.3 S. 7 f. Ziff. 6.2). Soweit Dr. med. E.________ geltend macht, der 
rheumatologischen Expertin fehle es an der notwendigen Fachkompetenz 
zur Beurteilung der Fibromyalgie (AB 64 S. 5), so ist dem 
entgegenzuhalten, dass die rheumatologische Gutachterin Fachärztin für 
Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin ist, mithin fachlich 
qualifiziert für die Beurteilung des vorliegenden rheumatologischen Leidens 
wie die Fibromyalgie (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
16. Februar 2017, 9C_688/2016, E. 3.5). Weiter liegen keine Anhaltspunkte 
vor, dass mit der am 7. Dezember 2015 gestellten Diagnose eines 
paroxysmalen Vorhofflimmerns (AB 67 S. 2) bezüglich der Herzfunktion 
eine relevante funktionelle Einschränkung besteht. Es wurde diesbezüglich 
weder ein medizinischer Behandlungsbedarf noch eine Arbeitsunfähigkeit 
postuliert. Im Gegenteil, ist doch dem Bericht von Dr. med. E.________ 
vom 12. Dezember 2019 (AB 67 S. 2) - wie der RAD-Arzt Dr. med. 
G.________ in der Stellungnahme vom 27. Februar 2020 zutreffend darauf 
hingewiesen hat (AB 71 S. 4) - zu entnehmen, dass die im Jahr 2017 
durchgeführte Echokardiografie normal ausgefallen sei. In Bezug auf den 
von Dr. med. E.________ diagnostizierten paroxysmalen Schwindel (AB 67 
S. 2) finden sich in den Akten weder eine entsprechende fachärztlich 
(neurologisch) bestätigte 
Diagnose noch Hinweise auf einen diesbezüglichen medizinischen 
Behandlungsbedarf. Auch anlässlich der bidisziplinären Begutachtung 
wurden keine entsprechenden Schwindelbeschwerden angegeben (AB 71 
S. 3). Vor diesem Hintergrund erübrigen sich - auch hier - in antizipierter 
Beweiswürdigung weitere Sachverhaltserhebungen.

4.3.3 Zu prüfen bleibt anhand des strukturierten Beweisverfahrens nach 
BGE 141 V 281, ob der psychiatrisch attestierten Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit von 30 % (AB 52.1 S. 6 Ziff. 4.7 bis 4.9) aus rechtlicher Sicht 
gefolgt werden kann, wobei hierfür die Beschwerdeführerin die materielle 
Beweislast zu tragen hat (vgl. E. 3.2.2 f. hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 15

5.

5.1 Die klassifikatorischen Vorgaben hinsichtlich der depressiven Epi-
sode, derzeit restsymptomatisch (ICD-10 F32.0), und der Zwangssympto-
matik (ICD-10 F42.2) differentialdiagnostisch bei einer Persönlichkeit mit 
zwanghaften und selbstunsicheren Zügen (ICD-10 F61.0) sind erfüllt (vgl. 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi-
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
10. Aufl., 2015, S. 172 f., 204, 284). Die psychiatrische Gutachterin der 
MEDAS zeigt keine Diskrepanzen im Sinne eines Ausschlussgrundes auf 
(AB 52.2 S. 7 Ziff. 4.1), insbesondere bestehen auch aus gesamtgutachter-
licher Sicht keine Hinweise auf Selbstlimitierung oder gar Aggravation (AB 
52.1 S. 5 Ziff. 4.6). Die von der psychiatrischen Gutachterin festgehaltene 
gewisse Tendenz zur Schmerzverdeutlichung (AB 52.2 S. 7 Ziff. 4.1) weist 
keine aggravatorischen Züge auf resp. geht nicht über eine blosse 
Verdeutlichung hinaus (vgl. Entscheid des BGer vom 11. Januar 2019, 
9C_658/2018, E. 4.1). 

Die Prüfung der ersten Ebene schliesst damit einen invalidisierenden Ge-
sundheitsschaden nicht aus (vgl. E. 3.2.2 hiervor), womit auf der zweiten 
Ebene anhand der Standardindikatoren die ergebnisoffene symmetrische 
Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu erfolgen 
hat (vgl. E. 3.2.3 hiervor). 

5.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
"funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

5.2.1 Mit Bezug auf den Komplex "Gesundheitsschädigung" (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

5.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.). Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung stellte die 
psychiatrische Gutachterin der MEDAS - nebst weitgehend unauffälligen 
Befunden - affektiv bloss eine Niedergestimmtheit, anamnestisch panikarti-
ge Angstzustände (letztmals Mitte 2018), Zwangshandlungen im Sinne von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 16

Reinigungs- und Ordnungszwängen, eine gelegentliche Hoffnungslosigkeit 
sowie passive Sterbewünsche fest (AB 52.2 S. 7 Ziff. 4.3). Die diagnosere-
levanten Befunde waren vor diesem Hintergrund nicht stark ausgeprägt, 
weshalb die psychiatrische Gutachterin die depressive Episode denn auch 
lediglich als restsymptomatisch und die Zwangssymptomatik als leichtgra-
dig qualifizierte (AB 52.2 S. 12 Ziff. 7.1). Dies überzeugt insbesondere auch 
im Lichte der von der Beschwerdeführerin geschilderten Freizeit- bzw. All-
tagsaktivitäten sowie der sozialen Kontakte (AB 15 S. 2, AB 52.3 S. 4 Ziff. 
3.2; vgl. E. 5.2.3 und 5.3.1 hiernach). Sodann wies die Gutachterin auch 
auf invaliditätsfremde und damit unbeachtliche Belastungsfaktoren wie die 
Krankheit einer im gleichen Haushalt lebenden erwachsenen Tochter der 
Beschwerdeführerin (AB 52.2 S. 4 Ziff. 3.2, S. 9 Ziff. 6.2.2), die schwierigen 
familiären Verhältnisse (keine befriedigende Ehe; AB 52.2 S. 5 Ziff. 3.2), 
die schwierige Wohnsituation (Kontrolle durch die in der Nachbarswohnung 
lebende Schwiegermutter; AB 52.2 S. 5 Ziff. 3.2, S. 10 Ziff. 7.1), das 
Mobbing am Arbeitsplatz und die bildungsbedingten Defizite (erhebliche 
Rechenschwäche) hin, welche eine erhebliche Rolle für die Sym-
ptomausprägung spielten (AB 52.2 S. 12 f. Ziff. 7.1; vgl. auch AB 28 S. 4 
Ziff. 2.1). 

5.2.1.2 Sodann ist auf die Behandlungs- und Eingliederungserfolge oder 
-resistenz als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad ein-
zugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Aus den Akten geht hervor, 
dass sich die Beschwerdeführerin seit dem 17. November 2017 einer am-
bulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung unterzieht (AB 
28 S. 3 Ziff. 1.1, AB 52.1 S. 6 Ziff. 4.6), jedoch lediglich eine niedrigfrequen-
te psychotherapeutische Therapie (alle drei Wochen) in Anspruch nimmt 
(AB 52.2 S. 11 Ziff. 7.1). Stationäre Massnahmen fanden bislang keine 
statt. Gemäss der psychiatrischen Gutachterin wäre eine intensivierte 
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung über eine ausreichend 
lange Zeit in einem teilstationären tagesklinischen Setting wahrscheinlich 
geeignet, die psychiatrische Symptomatik, die allgemeine soziale Funktio-
nalität wie auch die Arbeitsfähigkeit zu verbessern (AB 52.1 S. 7 
Ziff. 4.11.1, AB 52.2 S. 15 Ziff. 8.4.1). Mithin kann unter diesen Umständen 
nicht von einer Ausschöpfung der Behandlungsmöglichkeiten bzw. einer 
ausgewiesenen Behandlungsresistenz die Rede sein. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 17

In Bezug auf die Eingliederung ist festzustellen, dass die Beschwerdeführe-
rin seit der Kündigung bei der J.________ zwar eine Tätigkeit als … in ei-
nem Privathaushalt im Umfang von 20 bis 30 % ausübt (AB 15 S. 1, AB 
52.2 S. 5 Ziff. 3.2), indessen nicht wie es ihr medizinisch-theoretisch zu-
mutbar wäre (AB 52.1 S. 6 Ziff. 4.7 bis 4.9). Vor diesem Hintergrund kann 
nicht von einer Eingliederungsresistenz gesprochen werden.

5.2.1.3 Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 
S. 300 ff.) angeht, führte die psychiatrische Expertin als Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nebst der depressiven Episode, derzeit 
restsymptomatisch, noch eine Zwangssymptomatik auf (AB 52.2 S. 9 
Ziff. 6.1; vgl. E. 4.3.1 hiervor), doch postulierte sie keine eigentlichen 
Wechselwirkungen zwischen den Diagnosen. Mithin bestehen keine Hin-
weise für eine ressourcenhemmende Komorbidität.

5.2.2 Betreffend den Komplex "Persönlichkeit" (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) stellte die psychiatrische Expertin differentialdiagnostisch eine Per-
sönlichkeit mit zwanghaften und selbstunsicheren Zügen (ICD-10 F61.0; 
Differentialdiagnose: ICD-10 Z73.1), jedoch keine eigentliche Persönlich-
keitsstörung fest (AB 52.2 S. 9 Ziff. 6.1). Auch seitens der Behandler der 
Privatklinik F.________ erfolgte keine entsprechende Diagnosestellung (AB 
28 S. 5 Ziff. 2.5). 

5.2.3 Was den Komplex "Sozialer Kontext" (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 
S. 303) betrifft, so gab die Beschwerdeführerin bereits im Erstgespräch 
vom 20. Juni 2018 (AB 15) an (vgl. Beschwerde, S. 12 Ziff. 4), dass sie ab 
und zu lese und wieder Klavier spiele (AB 15 S. 2). Anlässlich der bidiszi-
plinären Begutachtung im März 2019 (AB 52.1 S. 2 Ziff. 2) erklärte die Be-
schwerdeführerin sodann, sie verfüge über zwei gute Kolleginnen (AB 52.2 
S. 6 Ziff. 3.2), spiele täglich eine halbe Stunde Klavier und liebe das 
Kochen sowie das Ausprobieren neuer Rezepte (AB 52.3 S. 4 Ziff. 3.2). 
Damit hält das soziale Umfeld gewisse Ressourcen bereit.

5.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie “Konsistenz“. Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.). 

5.3.1 Zum Indikator "gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus 
in allen vergleichbaren Lebensbereichen" (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 18

S. 303 f.) bemerkte die psychiatrische Gutachterin keine Diskrepanzen (AB 
52.2 S. 13 Ziff. 7.3). Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdefüh-
rerin ab und zu lese, täglich eine halbe Stunde Klavier spiele sowie das 
Kochen und das Ausprobieren neuer Rezepte liebe (AB 15 S. 2, AB 52.3 
S. 4 Ziff. 3.2). Ausserdem kümmere sie sich um die kranke Tochter, indem 
sie ihr immer irgendwie helfen oder etwas besorgen müsse (AB 52.2 S. 3 
Ziff. 3.2). Damit kontrastiert - entgegen der Auffassung in der Beschwerde 
(vgl. S. 9 Ziff. 3.3) - nicht der Umstand, dass die Tochter grundsätzlich 
selbständig und arbeitstätig ist (AB 52.2 S. 6 Ziff. 3.2). Sodann ist darauf 
hinzuweisen, dass eine gesundheitsbedingte Veränderung oder Beeinflus-
sung der Freizeit- bzw. Alltagsaktivitäten sowie der sozialen Kontakte ge-
genüber der Gutachterin nicht beschrieben wurde. 

5.3.2 In Bezug auf den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch 
ausgewiesenen Leidensdruck und in diesem Zusammenhang die Inan-
spruchnahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 
S. 304) ist zwar von einem zumindest gewissen Leidensdruck auszugehen 
(vgl. zu den Behandlungen E. 5.2.1.2 hiervor), gleichzeitig bestehen jedoch 
insofern Zweifel an dessen Erheblichkeit, als die Beschwerdeführerin ledig-
lich eine niedrigfrequente psychotherapeutische Therapie (alle drei 
Wochen) in Anspruch nimmt (AB 52.2 S. 11 Ziff. 7.1) und sich bislang nie 
stationär behandeln liess. Auch der Umfang des Eingliederungsversuchs 
spricht nicht für einen erheblichen Leidensdruck (vgl. zum Ganzen 
E. 5.2.1.2 hiervor). 

5.4 Wenngleich die Indikatoren Persönlichkeit und sozialer Kontext 
allenfalls für eine gewisse funktionelle Einschränkung bzw. eine gewisse 
Ressourcenhemmung sprechen, stehen die übrigen Komplexe, insbeson-
dere der Aspekt "Konsistenz" klar der psychiatrischerseits attestierten 
Arbeitsunfähigkeit von 30 % (vgl. E. 4.3.3 hiervor) entgegen. Mithin sind in 
der Gesamtbetrachtung die geltend gemachten funktionellen Auswirkungen 
der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigung anhand der 
Standardindikatoren nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, weshalb 
das Vorliegen eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens 
zu verneinen ist. Vor diesem Hintergrund ist auf die psychiatrisch attestierte 
Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher Optik nicht abzustellen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/749, Seite 19

Damit erübrigen sich die Durchführung einer Haushaltabklärung und die 
Vornahme einer Invaliditätsbemessung (vgl. Beschwerde, S. 12 Ziff. 4).

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 2. September 
2020 (AB 82) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuwei-
sen. 

7.

7.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.