# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca6dd051-5aa9-5604-ac71-719c7478e54c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.11.2017 200 2017 648
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-648_2017-11-02.pdf

## Full Text

200 17 648 IV
MAW/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. November 2017

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Juni 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2017, IV/17/648, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 19.. geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) wur-
de am 19. November 2010 unter Hinweis auf ein …-Syndrom bei der IV-
Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug ange-
meldet (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB anerkannte 
(nachträglich) das Geburtsgebrechen GG … und sprach Leistungen zu 
(medizinische Massnahmen [AB 21] und Lerntherapie [AB 62]).

Am 15. April 2011 stellte der Versicherte, gesetzlich vertreten durch seine 
Mutter, zudem ein Gesuch um eine Hilflosenentschädigung (AB 14). Ge-
stützt auf den Abklärungsbericht vom 30. Juni 2011 (AB 22) verfügte die 
IVB am 21. September 2011 die Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung 
(leichten Grades) ab dem 1. März 2009 (AB 30), welche sie im Rahmen 
einer Revision nach Einholung des Abklärungsberichts vom 25. Oktober 
2013 (AB 57) weiterhin ausrichtete (Mitteilung vom 31. Oktober 2013 [AB 
59]). 

Ein Gesuch um Eingliederungsmassnahmen im Ausland (AB 75, 78) wies 
die IVB mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 27. Februar 2015 
ab (AB 95). Auch ein weiteres Gesuch für berufliche Eingliederungsmass-
nahmen (AB 98) wies die IVB mit Verfügung vom 2. Dezember 2015 ab 
(AB 103). Hiergegen erhob der Versicherte, gesetzlich vertreten durch sei-
ne Mutter, am 17. Januar 2016 Beschwerde (AB 105 S. 3 ff.), welche das 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom ... März 2016 abwies 
(VGE IV/2016/…; AB 110). Die hiergegen erhobene Beschwerde (AB 111) 
wies das Bundesgericht mit Entscheid vom .. Juli 2016 ab (9C_.../2016; AB 
114).

B.

Im November 2016 meldete sich der Versicherte erneut für berufliche Ein-
gliederung bzw. für eine Rente bei der IVB an (AB 139). Die IVB leitete 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2017, IV/17/648, Seite 3

zudem bezüglich der Hilflosenentschädigung eine Revision von Amtes we-
gen ein (AB 141). Mit Mitteilung vom 30. Dezember 2016 übernahm die IVB 
die Kosten für eine Abklärung durch die Stiftung C.________ im Hinblick 
auf eine Matura beim D.________ (AB 148). Mit Mitteilung vom 13. März 
2017 erfolgte eine Kostengutsprache für die Absolvierung der Matura von 
Februar 2017 bis Ende August 2018 beim D.________ (Kosten: Fr. 6‘060.-- 
für Studiengebühren, Präsenzunterricht und Lehrmittel und Fr. 1‘450.-- für 
Prüfungsgebühr Teilprüfung und zusätzliche Studienhilfsmittel), mit Beglei-
tung und Unterstützung während der Matura durch die Stiftung C.________ 
(Kosten: Fr. 4‘200.--) und mit begleitetem Wohnen und Wohncoaching 
durch die Stiftung C.________ (Kosten: Fr. 1‘000.-- pro Monat für Wohn-
coaching und Fr. 900.-- pro Monat für Miete); zudem wurden Entschädi-
gungen für allfällige auswärtige Verpflegung in Aussicht gestellt (AB 160). 
Am 5. April 2017 ersetzte die IVB letztere Mitteilung in Bezug auf die Über-
nahme der Kosten für die Begleitung und Unterstützung während der Matu-
ra durch die Stiftung C.________, welche neu nach IV-Tarif laufe (AB 170). 
Nach Einholung eines Abklärungsberichts Hilflosenentschädigung für voll-
jährige Versicherte der IV vom 10. April 2017 (AB 173) und nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (AB 174) verfügte die IVB am 8. Juni 2017 
die weitere Zusprechung einer Hilflosenentschädigung (leichten Grades) ab 
1. April 2016 und die Erlöschung des Anspruchs per 31. März 2017 wegen 
Eintritt in die Institution Stiftung C.________ (AB 183).

C.

Am 10. Juli 2017 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung vom 8. Juni 2017 
sei aufzuheben und die Hilflosenentschädigung sei über den 31. März 2017 
hinaus zuzusprechen.

Mit Beschwerdeantwort vom 11. August 2017 beantragte die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 13. September 2017 und Duplik vom 16. Oktober 2017 hiel-
ten die Parteien an ihren Anträgen fest.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
8. Juni 2017 (AB 183), mit welcher dem Beschwerdeführer vom 1. April 
2016 bis befristet auf den 31. März 2017 eine Hilflosenentschädigung leich-
ten Grades zugesprochen wurde. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch 
auf eine Hilflosenentschädigung, insbesondere die Befristung per Ende 
März 2017.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, haben Anspruch auf 
eine Hilflosenentschädigung (Art. 42 Abs. 1 IVG).

Als hilflos gilt eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit 
für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der per-
sönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Als hilflos gilt ebenfalls eine 
Person, welche zu Hause lebt und wegen der Beeinträchtigung der Ge-
sundheit dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist. Ist nur 
die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer 
Hilflosigkeit mindestens ein Anspruch auf eine Viertelsrente gegeben sein. 
Ist eine Person lediglich dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewie-
sen, so liegt immer eine leichte Hilflosigkeit vor (Art. 42 Abs. 3 IVG).

2.2

2.2.1 Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn die versicherte Person trotz der 
Abgabe von Hilfsmitteln

a. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;

c. einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders 
aufwändigen Pflege bedarf;

d. wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren kör-
perlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleis-
tungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder

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e. dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV 
angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 IVV).

2.2.2 Gemäss Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer 
Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige ver-
sicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung 
der Gesundheit ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbstständig woh-
nen kann (lit. a), für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung 
auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist (lit. b) oder ernsthaft ge-
fährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren (lit. c). 

Ziel der lebenspraktischen Begleitung ist es, den Eintritt einer versicherten 
Person in ein Heim nach Möglichkeit hinauszuschieben oder zu verhindern. 
Das Wohnen einer versicherten Person bei den Eltern schliesst den An-
spruch auf lebenspraktische Begleitung nicht aus. Massgebend ist einzig, 
dass sich die versicherte Person nicht in einem Heim aufhält (BGE 133 V 
450 E. 5 S. 461; SVR 2008 IV Nr. 17 S. 52 E. 4.2.1). Ob die lebensprakti-
sche Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht, ist für den Anspruch auf Hilflo-
senentschädigung nicht bedeutsam (BGE 133 V 472 E. 5.3.2 S. 476). Der 
Anspruch auf lebenspraktische Begleitung ist nicht auf Menschen mit Be-
einträchtigung der psychischen oder geistigen Gesundheit beschränkt. 
Auch andere Behinderte können einen Bedarf an lebenspraktischer Beglei-
tung geltend machen. Zu denken ist insbesondere an hirnverletzte Men-
schen (BGE 133 V 450 E. 2.2.3 S. 455; SVR 2008 IV Nr. 17 S. 50 E. 2.2.2 
und Nr. 26 S. 81 E. 4.3). 

Im Rahmen der lebenspraktischen Begleitung gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. a 
IVV ist die direkte und indirekte Dritthilfe zu berücksichtigen. Demnach 
kann die Begleitperson die notwendigerweise anfallenden Tätigkeiten auch 
selber ausführen, wenn die versicherte Person dazu gesundheitsbedingt 
trotz Anleitung oder Überwachung bzw. Kontrolle nicht in der Lage ist 
(BGE 133 V 450 E. 10.2 S. 467; SVR 2008 IV Nr. 17 S. 52 E. 4.2.1).

2.3 Der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung entfällt bei einem 
Aufenthalt in einer Institution zur Durchführung von Eingliederungsmass-
nahmen nach Artikel 8 Absatz 3. Der Bundesrat definiert den Aufenthalt. Er 
kann ausnahmsweise auch bei einem Aufenthalt einen Anspruch auf eine 

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Hilflosenentschädigung vorsehen, wenn die versicherte Person wegen ei-
ner schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebre-
chens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter ge-
sellschaftliche Kontakte pflegen kann (Art 42 Abs. 5 IVG).

2.3.1 Versicherte, welche das 18. Altersjahr vollendet haben und sich zur 
Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nach Artikel 8 Absatz 3 IVG 
während mindestens 24 Tagen im Kalendermonat in einer Institution auf-
halten, haben für den betreffenden Kalendermonat keinen Anspruch auf die 
Hilflosenentschädigung. Vorbehalten bleibt Absatz 4 (Art. 35bis Abs. 1 IVV). 
Als Aufenthalt in einer Institution gelten die Tage, für die die Invalidenversi-
cherung die Kosten für den stationären Aufenthalt in einer Institution über-
nimmt (Art. 35bis Abs. 3 IVV). Von den Einschränkungen nach den Absät-
zen 1 und 2 nicht betroffen sind Entschädigungen, die für eine Hilflosigkeit 
nach Artikel 37 Absatz 3 Buchstabe d ausgerichtet werden (Art. 35bis Abs. 4 
IVV).

2.4 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63). Diese Rechtsprechung ist auf Abklärungs-
berichte für Ansprüche auf Hilflosenentschädigung, Intensivpflegezuschlag, 
Hilfsmittel oder Assistenzbeitrag analog anwendbar. Bei der Erarbeitung 
der Grundlagen für die Bemessung der Leistung ist eine enge, sich ergän-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2017, IV/17/648, Seite 8

zende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich 
(BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

2.5

2.5.1 Gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG wird – nebst der Rente – auch jede 
andere formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung von Amtes 
wegen oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn 
sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich 
verändert hat (Art. 17 Abs. 2 ATSG).

2.5.2 Für die Bestimmung der massgeblichen Vergleichszeitpunkte gelten 
die zur Rentenanpassung entwickelten Grundsätze analog (UELI KIESER, 
Kommentar zum ATSG, 3. Aufl., 2015, Art. 17 N. 68). Als zeitliche Ver-
gleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der ursprünglichen 
Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der streitigen 
Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 S. 351, 
125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Die weitere Aus-
richtung einer Hilflosenentschädigung nach einer von Amtes wegen durch-
geführten Revision, sofern dabei keine leistungsbeeinflussende Änderung 
der Verhältnisse festgestellt wurde, bedarf gemäss Art. 74ter lit. f IVV keiner 
Verfügung. Die blosse Mitteilung eines Revisionsergebnisses ist, wenn 
keine Verfügung verlangt wurde (Art. 74quater Abs. 1 IVV), in Bezug auf den 
Vergleichszeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen 
(SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2, 2010 IV Nr. 4 S. 8 E. 3.1). Liegt eine 
erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Anspruch in rechtlicher 
und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesam-
ten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspek-
trums neu zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200 betreffend Rente).

3.

3.1 Dem Versicherten wurde mit Verfügung vom 31. Oktober 2013 
(AB 59) aufgrund der Hilfsbedürftigkeit in zwei alltäglichen Lebensverrich-
tungen (An-/Auskleiden und Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kon-
takte) eine Hilflosenentschädigung leichten Grades für die Zeit vom 17. Juli 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2017, IV/17/648, Seite 9

2013 bis 30. April 2016 zugesprochen. Dem Abklärungsbericht vom 25. Ok-
tober 2013 ist dazu die Bemerkung zu entnehmen, dass sich der Be-
schwerdeführer (bereits damals) von Sonntagabend bis Freitag in einer 
Wohngruppe aufhielt, weshalb nach Art. 42bis Abs. 4 IVG die Hilflosenent-
schädigung nur an den Tagen ausgerichtet werden könne, an denen er 
sich nicht auf der Wohngruppe aufhalte (AB 57 S. 7). In August 2016 
(AB 119) leitete die Beschwerdegegnerin ein Revisionsverfahren ein und 
mit E-Mail vom 8. Februar 2017 teilte sie dem Beschwerdeführer mit, dass 
die Verfügung vom 31. Oktober 2013 bis zum Erlass der neuen Verfügung 
im Rahmen des Revisionsverfahrens weiterlaufe (AB 152). Die Prüfung, ob 
sich der massgebliche Sachverhalt im Zeitraum zwischen der Verfügung 
vom 31. Oktober 2013 (AB 59) und der vorliegend angefochtenen Verfü-
gung vom 8. Juni 2017 (AB 183) erheblich verändert hat (vgl. E. 2.5.2 hier-
vor) ergibt das Folgende: Gemäss Abklärungsbericht vom 4. April 2017 
(AB 173) ist der Beschwerdeführer in keiner der alltäglichen Lebensverrich-
tungen mehr auf erhebliche Dritthilfe, jedoch auf lebenspraktische Beglei-
tung angewiesen. Damit ist im Vergleich zur Verfügung vom 31. Oktober 
2013 (AB 59) mit dem Wegfall der Dritthilfe beim An- und Auskleiden selbst 
dann ein Revisionsgrund ausgewiesen, wenn man die nunmehr unter dem 
Aspekt der lebenspraktischen Begleitung aufgeführte Dritthilfe als zuvor 
unter der alltäglichen Lebenshilfe der Pflege gesellschaftlicher Kontakte 
aufgeführt betrachten würde. Somit ist der Anspruch auf Hilflosenentschä-
digung in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (vgl. 
E. 2.5.2 hiervor).

3.2 Die Beschwerdegegnerin richtet dem Beschwerdeführer für die Zeit 
von April 2016 bis März 2017 eine Hilflosenentschädigung leichten Grades 
aus. Gestützt auf den überzeugenden Abklärungsbericht vom 10. April 
2017 (AB 173) bestand für die Zeit von April 2016 bis Ende Dezember 
2016 ein Unterstützungsbedarf bei der lebenspraktischen Begleitung 
(AB 173 S. 7 f.), welcher seit jeher durch die Mutter bzw. die Grossmutter 
und neu durch die Stiftung C.________ erfolgte (vgl. 173 S. 4 Ziff. 2, S. 8 
Ziff. 7.4). Dies ist unter den Parteien zu Recht unbestritten.

3.3 Umstritten ist jedoch die Beurteilung der Beschwerdegegnerin, dass 
der Beschwerdeführer ab März 2017 – nachdem er in die WG „…“ der Stif-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2017, IV/17/648, Seite 10

tung C.________ (begleitetes Wohnen) eingezogen ist (vgl. AB 173 S. 4 
Ziff. 2) – keinen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung hat. 

Im Rahmen von beruflichen Massnahmen sprach die Beschwerdegegnerin 
dem Beschwerdeführer die Übernahme von Kosten für die Absolvierung 
der Matura beim D.________ mit Begleitung und Unterstützung während 
der Matura durch die Stiftung C.________ zu. Weiter werden die Kosten für 
das begleitete Wohnen in der WG und ein Wohncoaching durch die Stif-
tung C.________ von der Beschwerdegegnerin übernommen (Kosten Fr. 
1‘000.-- pro Monat für Wohncoaching und Fr. 900.-- pro Monat für Miete; 
Mitteilung vom 13. März 2017 [AB 160]). Es ist somit erstellt, dass sich der 
(volljährige) Beschwerdeführer seit März 2017 definitiv während mindes-
tens 24 Tagen im Monat (vgl. AB 173 S. 4 Ziff. 2) in der beruflichen Einglie-
derung in einer Institution (Stiftung C.________) befindet, welche zur 
Durchführung von Eingliederungsmassnahmen befugt ist (AB 173 S. 3) und 
die Beschwerdegegnerin hierfür die Kosten übernimmt. Der Beschwerde-
führer hat somit ab März 2017 keinen Anspruch mehr auf eine Hilflosenent-
schädigung (Art. 41 Abs. 5 IVG i.V.m. Art. 35bis Abs. 1 IVV i.V.m. Art. 35bis 
Abs. 3 IVV).

3.4 An diesem Ergebnis ändern auch die Vorbringen des Beschwerde-
führers nichts: Mit der Argumentation, das Wohnen in der WG der Stiftung 
C.________ sei kein Heimaufenthalt, verkennt er, dass Art. 35bis IVV nicht 
an einen formellen Heimbegriff anknüpft, sondern es nach Absatz 3 genügt, 
dass die Beschwerdegegnerin für die Aufenthaltskosten aufkommt und 
zudem im Rahmen von Eingliederungsmassnahmen monatlich Kosten von 
Fr. 1‘000.-- für ein Wohncoaching übernimmt (AB 160), womit die lebens-
praktische Begleitung gewährleistet und entschädigt wird. Soweit er aus-
führen lässt (Replik S. 4), er sei auf keine lebenspraktische Begleitung im 
Sinne des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit (KSIH), 
Rz. 8040 bis 8046, angewiesen, vertritt er letztlich die Auffassung, er habe 
ohnehin keinen Anspruch (mehr) auf eine Hilflosenentschädigung. Diese 
Angaben decken sich mit dem Umstand, dass der Beschwerdeführer of-
fenbar das Angebot des Wohncoaching nicht in Anspruch nimmt bzw. 
nehmen muss. Denn dem Abklärungsbericht vom 10. April 2017 lässt sich 
entnehmen, dass seit dem definitiven Eintritt in die WG der Stiftung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2017, IV/17/648, Seite 11

C.________ Mitte März 2017 bis zur Erhebung durch die Abklärungsperson 
am 4. April 2017 noch kein Wohncoaching erfolgte (AB 173 S. 3). Was dies 
für die durch die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Eingliederung ge-
leisteten Fr. 1‘000.-- für Wohncoaching bedeutet, ist nicht im vorliegenden 
Verfahren zu beurteilen. Widersprüchlich ist auch, dass der Beschwerde-
führer in der Replik (S. 1) nunmehr bestreitet, sich mindestens 24 Tage im 
Monat in der Institution aufzuhalten; dies offenbar mit Blick auf die gesetzli-
chen Grundlagen (Art. 42 Abs. 5 IVG i.V.m. Art. 35bis Abs. 1 IVV). Gegenü-
ber der Abklärungsperson gab er nämlich an, er wohne und schlafe in der 
Regel immer in der WG der Stiftung C.________ und er halte sich im 
Durchschnitt lediglich zweimal pro Monat für eine Nacht bei der Grossmut-
ter in … auf (Abklärungsbericht vom 10. April 2017 [AB 173 S. 4 Ziff. 2]). 
Zum Ausbildungsprogram ist dem Abklärungsbericht vom 10. April 2017 zu 
entnehmen, dass der Beschwerdeführer sich am Donnerstag ab Mittag und 
am Samstag den ganzen Tag in der D.________ in … aufhält, am Montag-
vormittag und Mittwochnachmittag das Sportangebot der Stiftung 
C.________ besucht und an den anderen Tagen mit Unterstützung in der 
Stiftung C.________ in … lernt (AB 173 S. 2 Ziff. 1). Die Ausführungen des 
Beschwerdeführers in der Replik (S. 5; vgl. auch Beschwerdebeilage [BB] 
1) er halte sich die meiste Zeit bei seiner Mutter bzw. Grossmutter auf, sind 
unter diesen Umständen nicht überzeugend. Vielmehr ist diesbezüglich auf 
die Angaben anlässlich der Abklärung vor Ort abzustellen, denn die spon-
tanen „Aussagen der ersten Stunde“ sind in der Regel unbefangener und 
zuverlässiger als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von 
nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 
beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 8c 
S. 143; RKUV 2004 U 515 S. 420 E. 1.2). Auch unter dem Aspekt, dass der 
Beschwerdeführer einzig an einem nach der Klassifikation der ICD-10 psy-
chischen Gesundheitsschaden (F84.5) leidet und keine Invalidenrente be-
zieht (Art. 43 Abs. 3 IVG), da die Beschwerdegegnerin die Kosten für Un-
terkunft und Verpflegung während der beruflichen Massnahme übernimmt 
(AB 160), ist die Anspruchsberechtigung fraglich (Art. 42 Abs. 3 IVG), was 
mit Blick auf die vorherigen Ausführungen letztlich offen bleiben kann.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2017, IV/17/648, Seite 12

3.5 Damit erweist sich die Beschwerde gegen die Verfügung der IV-
Stelle Bern vom 8. Juni 2017 (AB 183) als offensichtlich unbegründet und 
ist deshalb abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2017, IV/17/648, Seite 13

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.