# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ae3847d-041d-52db-8ceb-e45b77f46d6d
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-18
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 18.04.2014 VG.2014.00021 (VG.2014.31)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2014-00021_2014-04-18.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 18. Juni 2014

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2014.00021

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Klägerin

    

  

  
	
   

  vertreten durch Rechtsanwalt B.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    C.______AG

    	
    Beklagte

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente aus BVG

  
	
   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______, geboren am […], arbeitete vom
  1. Oktober 1990 bis zum 30. Januar 2009 als Laborleiterin bei der D.______AG.
  Sie war bei der C.______AG im Rahmen der zweiten Säule versichert. Am
  24. Oktober 2008 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis
  zunächst ordentlich per Ende Februar 2009, ehe sie am 30. Januar 2009
  die fristlose Kündigung aussprach. Seit 1. März 2000 bezieht A.______
  eine Witwenrente der Alters- und Hinterbliebenenversicherung.

  
	
   

  
	
  1.2 Im Jahr 1999 sowie am 28. November 2005 und am
  31. März 2008 (vgl. Unfallmeldungen vom 14. Dezember 2005 und
  vom 9. April 2008) erlitt A.______ Autounfälle. Dabei kam es jeweils zu einer
  Halswirbelsäulen-Distorsion und es stellten sich unter anderem die typische
  Schleudertrauma-Symptomatik, ein persistierender Tinnitus, ein
  wirbelsäulenbezogenes Schmerzsyndrom, Fibromyalgie, ein beidseitiges
  Karpaltunnelsyndrom und psychische Beschwerden ein.

  
	
   

  
	
  1.3 A.______ meldete sich am 20. Mai 2008 zum
  Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Nach Durchführung diverser
  Abklärungen und Begutachtungen kündigte die IV-Stelle am 16. Mai 2013 die
  Abweisung des Leistungsbegehrens an. Mit Verfügung vom 6. Januar 2014
  bestätigte sie die Leistungsabweisung. Zur Begründung führte sie aus, dass
  Witwen, die sowohl Anspruch auf eine Hinterlassenenrente der AHV als auch auf
  eine Rente der Invalidenversicherung haben, nur die höhere der beiden
  ausbezahlt werde. Da die Invalidenrente betragsmässig tiefer liege als die
  Witwenrente, bleibe Letztere als Besitzstand bestehen. 

  
	
   

  
	
  1.4 Dagegen erhob A.______ am 29. Januar 2014
  (VG.2014.00013) Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte die
  Aufhebung der Verfügung sowie die Feststellung, dass sie mit Wirkung ab 1.
  Juni 2008 Anspruch auf eine halbe und ab 1. April 2009 auf eine ganze
  Invalidenrente habe. Eventualiter sei die Verfügung der IV-Stelle aufzuheben
  und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen;
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Am 21. März 2014 reichte A.______ beim
  Verwaltungsgericht Klage gegen die C.______AG ein, mit dem Rechtsbegehren,
  die Beklagte sei zu verpflichten, ihr mit Wirkung ab 1. Juni 2008 eine
  halbe Invalidenrente und ab 1. April 2009 eine ganze Invalidenrente
  gemäss einschlägigem Vorsorgereglement, zuzüglich Zins zu 5 % für die
  jeweiligen Rentenbeträge, je seit deren Fälligkeit, zu bezahlen; unter Kosten-
  und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.

  
	
   

  
	
  2.2 Mit Klageantwort vom 16. Mai 2014 beantragte die
  C.______AG teilweise Gutheissung der Klage. Der Klägerin sei für die Zeit vom
  3. Juni bis zum 30. Juni 2009 eine ganze Invalidenrente, zuzüglich
  5 % Zins, zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. In
  prozessualer Hinsicht beantragte die C.______AG die Sistierung des
  Klageverfahrens bis zur rechtskräftigen Erledigung des invalidenversicherungsrechtlichen
  Beschwerdeverfahrens sowie die Durchführung eines weiteren Schriftenwechsels.
  

  
	
   

  
	
  2.3 Am 20. Mai 2014 wies der
  Verwaltungsgerichtspräsident die prozessualen Anträge der C.______AG ab.
  Gleichzeitig zeigte er den Beizug der Akten der Invalidenversicherung an und
  gewährte den Parteien eine Frist, um hierzu Stellung zu nehmen. Die Parteien
  liessen sich dazu nicht vernehmen.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 73 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-,
  Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG) i.V.m.
  Art. 109 lit. e des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai
  1986 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Klage zuständig. Da auch die
  übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Klage einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die obligatorische berufliche Vorsorge
  umfasst unter anderem alle Massnahmen auf kollektiver Basis, die den
  Invaliden bei Eintritt des Versicherungsfalls zusammen mit den Leistungen der
  eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung die
  Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise erlauben
  (Art. 1 Abs. 1 BVG). Die
  obligatorische Versicherung beginnt mit Stellenantritt und endet insbesondere
  im Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses (Art. 10 Abs. 1 und
  Abs. 2 lit. b BVG). Für die Risiken Tod und Invalidität bleibt die
  Arbeitnehmerin noch während eines Monats nach Auflösung des Vorsorgeverhältnisses
  bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung versichert, sofern nicht vorher ein
  neues Vorsorgeverhältnis begründet wird (Art. 10 Abs. 3 BVG).

  
	
   

  
	
  2.2 Anspruch auf
  Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge haben Personen, die im Sinne der
  Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der
  Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert
  waren (Art. 23 lit. a BVG). Leistungspflichtig ist grundsätzlich diejenige
  Vorsorgeeinrichtung, bei der die versicherte Person im Zeitpunkt des
  Eintritts des versicherten Ereignisses versichert war (Hans-Ulrich Stauffer,
  in Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des
  Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Die berufliche Vorsorge,
  3. A., Zürich/Basel/Genf 2013, S. 68 ff.).

  
	
   

  
	
  2.3 Der Rentenanspruch richtet sich nach demjenigen
  Reglement, das im Zeitpunkt des Entstehens des Leistungsanspruchs in Kraft
  steht. Nicht anwendbar ist dasjenige Reglement, das im Zeitpunkt des
  Eintritts der Arbeitsunfähigkeit, die zur Invalidisierung führte, bestand
  (Stauffer, S. 79, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Begriff der Invalidität ist im obligatorischen
  Bereich der beruflichen Vorsorge grundsätzlich derselbe wie in der
  Invalidenversicherung. Gehen die Vorsorgeeinrichtungen vom gleichen
  Invaliditätsbegriff aus wie die Invalidenversicherung, ist die Invaliditätsschätzung
  der Invalidenversicherung für die Vorsorgeeinrichtung verbindlich, ausser sie
  erweist sich als offensichtlich unhaltbar. Andernfalls müssten die
  Vorsorgeeinrichtungen jeden Fall parallel zur Invalidenversicherung medizinisch
  untersuchen. Dies bringt häufig Schwierigkeiten mit sich und birgt zudem das
  Risiko von unterschiedlichen Schätzungen und verschiedenen Ergebnissen (BGE
  115 V 208 E. 2b und 2c). Die Invaliditätsbemessung der
  Invalidenversicherung ist für die Organe der beruflichen Vorsorge daher
  prinzipiell bindend (BGE 132 V 1 E. 3.2; vgl. Stauffer, S. 58 ff.). Die
  Orientierung an der Invalidenversicherung bezieht sich insbesondere auf die
  sachbezüglichen Voraussetzungen des Rentenanspruchs, die Rentenhöhe und den
  Rentenbeginn (BGE 133 V 67 E. 4.3.2). 

  
	
   

  
	
  3.2 Gemäss Ziff. 11.1 des vorliegend anwendbaren Reglements
  der C.______AG vom 18. Dezember 2007, in der ab 1. Januar 2008
  geltenden Fassung, ist der vorsorgerechtliche Invaliditätsbegriff
  grundsätzlich mit demjenigen der Invalidenversicherung identisch. Die
  IV-Stelle stellte in ihrer Verfügung vom 6. Januar 2014 fest, dass vom
  1. Juni bis zum 31. Dezember 2008 und vom 1. Juli 2009 bis zum
  30. November 2011 ein Invaliditätsgrad von 40 % bestanden habe. Vom 1. Januar
  bis zum 30. Juni 2009 habe der Invaliditätsgrad 100 % betragen. Die den
  Erwägungen der IV-Stelle zu Grunde liegende Arbeitsunfähigkeiten und mithin
  die Höhe des Invaliditätsgrades werden von der Klägerin bestritten und sind
  unter anderem Gegenstand eines am Verwaltungsgericht parallel laufenden
  Beschwerdeverfahrens (VG.2014.00013).

  
	
   

  
	
  3.3 Im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren
  beschränkt sich das Gericht im heute ausgefällten Entscheid auf die allseits
  unbestrittene Feststellung eines mindestens 40%igen Invaliditätsgrades ab
  1. Juni 2008. Da die Klägerin seit 2000 eine Witwenrente der AHV bezieht,
  war eine genaue Einschätzung des Invaliditätsgrades für den Ausgang des
  Beschwerdeverfahrens nicht entscheidend. Das Gericht sah deshalb von einer
  exakten Festsetzung des Invaliditätsgrades ab. Insbesondere nahm es keine
  eingehende Prüfung der auf medizinischen Feststellungen beruhenden
  Leistungsfähigkeit der Klägerin vor. Trotz grundsätzlich identischem Invaliditätsbegriff
  sind die Erwägungen aus dem parallelen Verfahren zum Ausmass der Erwerbsunfähigkeit
  für das vorliegende Verfahren somit nicht massgebend. 

  
	
   

  
	
  Eine Bindungswirkung des
  invalidenversicherungsrechtlichen Entscheids hinsichtlich der Rentenhöhe ist
  auch deshalb abzulehnen, weil die Klägerin vor Eintritt der
  Gesundheitsbeeinträchtigung teilerwerbstätig war. Die IV-Stelle ging für die
  Bemessung der Invalidität von einem Erwerbsstatus von 80 % und von einer
  Haushaltstätigkeit der Klägerin im Umfang von 20 % aus. Das BVG
  versichert hingegen nur Erwerbstätige. Die berufliche Vorsorge stellt einen
  Ersatz für den nach Eintritt der Invalidität ausbleibenden Lohn dar. Für die
  berufliche Vorsorge ist deshalb nur derjenige Invaliditätsgrad massgebend,
  der für den erwerblichen Bereich resultiert. Der – wie mit Verfügung vom 6.
  Januar 2014 erfolgt – nach der gemischten Methode des Art. 27bis der Verordnung über die
  Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV) ermittelte Invaliditätsgrad kann nicht in den
  Bereich der beruflichen Vorsorge übernommen werden (BGE 120 V 106 E. 4b).
  Entsprechend zeitigt der parallel zum vorliegenden Klageverfahren ausgefällte
  Entscheid keine Auswirkungen. Eine Ausnahme besteht hingegen in Bezug auf den
  Rentenbeginn. Diesbezüglich gibt es keinen Grund, von den Feststellungen der
  Invalidenversicherung abzuweichen.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Strittig und zu prüfen ist
  das Ausmass und der Verlauf der erwerblichen Leistungsfähigkeit der Klägerin.
  Wie erwähnt, ist diesbezüglich auf die invalidenversicherungsrechtlichen
  Bestimmungen abzustellen (vgl. dazu oben E. II./3.2). 

  
	
   

  
	
  4.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) ist
  Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
  oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch
  eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
  verursachte und nach zumutbarer Behandlung sowie Eingliederung verbleibende
  ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
  kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

  
	
   

  
	
  4.2 Wie körperliche können auch geistige
  Gesundheitsschäden eine Invalidität im gesetzlichen Sinn bewirken. Zu
  Letzteren zählen neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelische
  Abwegigkeiten mit Krankheitswert (BGE 130 V 352 E. 2.2.1). Von einer
  invalidisierenden psychischen Störung kann indessen nur bei Vorliegen eines
  medizinischen Substrats gesprochen werden, das durch einen Facharzt schlüssig
  festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
  wesentlich beeinträchtigt. Namentlich darf das klinische Beschwerdebild nicht
  einzig in Beeinträchtigungen bestehen, welche von belastenden psychosozialen
  oder soziokulturellen Faktoren herrühren, sondern hat davon psychiatrisch zu
  unterscheidende Befunde zu umfassen, wie etwa eine von depressiven Verstimmungszuständen
  klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinn oder
  einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand
  (BGE 127 V 294 E. 5a).

  
	
   

  
	
  4.3
  Invalidenrechtlich nicht als relevant gelten Beeinträchtigungen der
  Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten
  Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte.
  Das Mass des Forderbaren muss dabei weitgehend objektiv bestimmt werden. Es
  ist somit festzustellen, ob und in welchem Masse ein Versicherter infolge
  seines geistigen Gesundheitsschadens auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten
  offenstehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt erwerbstätig sein kann. Dabei
  kommt es darauf an, welche Tätigkeit ihm zugemutet werden darf. Zur Annahme
  einer durch einen geistigen Gesundheitsschaden verursachten
  Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass der Versicherte nicht
  hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist,
  die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihm sozial-praktisch nicht mehr
  zumutbar oder – als alternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft
  untragbar (BGE 135 V 201 E. 7.1.1).

  
	
   

  
	
  4.4 Wie jede andere psychische Beeinträchtigung
  begründet auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als
  solche noch keine Invalidität und es besteht vielmehr die Vermutung, dass die
  somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren
  Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die
  Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg
  in den Arbeitsprozess allerdings unzumutbar machen, da die versicherte Person
  nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen
  verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall
  anhand verschiedener Kriterien.

  
	
   

  Die Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung
  und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess erfordert das Vorliegen einer
  mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere,
  Intensität, Ausprägung und Dauer. Massgebend kann aber das Vorhandensein
  anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter
  Kriterien sein. So können chronische körperliche Begleiterkrankungen und ein
  mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter
  Symptomatik ohne längerfristige Remission, ein ausgewiesener sozialer Rückzug
  in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer
  innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
  Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) oder schliesslich
  unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter Behandlungsbemühungen
  (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen
  bei vorhandener Motivation sowie Eigenanstrengung der versicherten Person
  ausnahmsweise für die Unüberwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung
  sprechen. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die
  entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die
  Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V
  64 E. 4.1, 130 V 352 E. 2.2.2 f.; BGer Urteil 9C_531/2012 vom 5.
  März 2013 E. 2).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Nach dem auch im Berufsvorsorgeprozess
  geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung sind die Beweise frei, d.h.
  ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu
  würdigen. Für das Klageverfahren nach Art. 73 BVG bedeutet dies,
  dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
  objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
  widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne
  das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf
  die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351
  E. 3a; Ulrich Meyer/Laurence Uttinger, in Jacques-André
  Schneider/Thomas Geiser/Thomas Gächter [Hrsg.], BVG und FZG, Bern 2010,
  Art. 73 N. 96).

   

  
	
  5.2 Es ist Aufgabe des Arztes,
  sämtliche Auswirkungen einer Krankheit oder eines Un­falls auf den
  Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung zu
  nehmen, bezüglich welcher konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang sie
  arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige
  Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
  versicherten Person im Hinblick auf ihre persönlichen Verhältnisse noch
  zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4). 

  
	
   

  
	
  5.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen
  Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen
  umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
  Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
  untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen
  Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinanderset­zung
  mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
  medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen
  des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
  rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie ob der Experte
  nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche ihm die
  Beantwortung der Fragen erschweren, gegebenenfalls deutlich macht. Ausschlaggebend
  für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels
  noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme
  als Bericht oder Gutachten,
  sondern dessen Inhalt (vgl. BGE 125 V
  351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  5.4 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem
  Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf
  bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
  Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
  eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
  erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
  gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange
  nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
  137 V 210 E. 1.3.4). Dagegen entspricht es einer allgemeinen Erfahrung, dass
  Hausärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
  Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Ulrich Meyer, in
  Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts
  zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
  2. A., Zürich/Basel/Genf 2010, S. 353).

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Nach den drei Unfallereignissen diagnostizierte
  Suva-Kreisarzt Dr. med. E.______, FMH Chirurgie, ein chronisches
  Schmerzsyndrom bei Status nach dreimaliger HWS-Distorsion (1999, 2005 und
  2008) sowie Fibromyalgie. In seinem Bericht vom 27. Mai 2008 führte er
  aus, dass die Klägerin ihr Pensum, das sie aufgrund der Fibromyalgie seit
  Oktober 2005 auf 50 % reduziert habe, trotz des neuerlichen Unfallereignisses
  weiter leiste.

  
	
   

  
	
  6.2 Hausarzt Dr. med. F.______, FMH Allgemeinmedizin,
  attestierte der Klägerin am 13. Juni 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab
  dem 12. Dezember 2005 sowie wieder ab dem 1. September 2009.
  Zwischenzeitlich habe vom 4. Juni 2007 an eine Arbeitsunfähigkeit von
  100 % bestanden. Er gab an, die Klägerin befinde sich seit 1995 in
  unregelmässiger ärztlicher und seit Mai 2007 in regelmässiger chiropraktischer
  Behandlung wegen persistierender Rückenschmerzen. Die Abklärungen hätten aber
  keine spezifische Ursache der Schmerzen gezeigt. Zudem könne eine latente
  depressive Symptomatik diagnostiziert werden.

  
	
   

  
	
  6.3 Der Krankentaggeldversicherer liess am
  23. Juli 2008 bei Dr. med. G.______, FMH Innere Medizin, ein
  rheumatologisches und am 15. Januar 2009 bei Dr. med. H.______, Facharzt
  FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten einholen.
  Dr. G.______ schätzte dabei die Fibromyalgie, das chronische zerviko- und
  lumbospondylogene Syndrom bei degenerativen Veränderungen der Hals- und
  Lendenwirbelsäule sowie die Tendinitis calcarea der Supraspinatussehnen und
  den Tinnitus als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein. Leichte bis
  mittelschwere manuelle Tätigkeiten sowie Büro- oder Labortätigkeiten könnten
  von der Klägerin jederzeit mit einem Pensum von 100 % wahrgenommen werden.

  
	
   

  Dr. H.______
  diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit trauriger Verstimmung (ICD-10:
  F43). Eine krankheitswertige psychiatrische Symptomatik mit Auswirkungen auf
  die Arbeitsfähigkeit stellte er jedoch nicht fest.

  
	
   

  
	
  6.4 Vom 12. Februar bis zum 4. März 2009 war
  die Klägerin in der Fachklinik I.______ hospitalisiert. Im Austrittsbericht
  vom 15. April 2009 wurde vom behandelnden Psychologen und den Fachärzten
  für Psychiatrie die Diagnosen einer Erschöpfungsdepression (ICD-10: F32.1),
  Fibromyalgie und Diabetes mellitus gestellt. Die Fibromyalgie habe
  wahrscheinlich massgeblich zur Auslenkung der gegenwärtigen depressiven
  Symptomatik mittelgradiger Ausprägung beigetragen. Erstaunlicher Weise habe
  die Klägerin während des Rehabilitationsaufenthaltes nur wenig unter den
  fibromyalgischen Schmerzen gelitten. Ab 3. März 2009 sei eine Arbeitsfähigkeit
  von 50 % gegeben.

  
	
   

  
	
  6.5 Die IV-Stelle gab bei der Medizinischen
  Begutachtungsstelle J.______ ein polydisziplinäres Gutachten, bestehend aus
  einem internistischen, rheumatologischen und einem psychiatrischen
  Teilgutachten, in Auftrag. Dieses wurde am 18. April 2009 erstattet. Als
  Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine abhängige
  (asthenische) Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F 60.7) festgehalten. Die
  Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10:
  Z 56) sowie das chronisch rezidivierende zervikozephale, zerviko- und
  lumbospondylogene Schmerzsyndrom mit/bei Fehlhaltung und skoliotischer
  Fehlstatik, ausgeprägter myostatischer Insuffizienz, Osteochondrose HWK 5/6
  und Generalisierungstendenz seien demgegenüber ohne Einfluss auf die
  Arbeitsfähigkeit. Dr. med. K.______, Facharzt FMH Innere Medizin,
  und Dr. med. L.______, Fachärztin FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation,
  gelangten zum Schluss, dass aus rein internistischer und orthopädisch-rheumatologischer
  Sicht keine Gesundheitsschäden auszumachen seien, die zu einer dauerhaften
  Limitierung der Arbeitsfähigkeit führten.

  
	
   

  
	
  Dr. med. M.______,
  Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie, erläuterte in ihrem
  Teilgutachten vom 30. März 2009, dass hier typisch stabile und beherrschende
  Verhaltensweisen, die sich als rigide Reaktionsmuster in unterschiedlichen Lebenssituationen
  manifestierten und mit persönlichen Funktionseinbussen sowie sozialem Leid
  einhergingen, für eine Persönlichkeitsstörung sprächen. Eine abhängige
  Persönlichkeitsstörung im Speziellen sei geprägt von der Grundannahme, den Anforderungen
  des Lebens ohne Unterstützung durch starke und mächtige andere (Personen)
  nicht gewachsen zu sein. Daraus resultiere auch die ausgeprägte Angst,
  verlassen zu werden und die hohe Bereitschaft zur Unterordnung eigener Bedürfnisse.
  Krisenhafte Zuspitzungen mit depressiver oder angstbesetzter Symptomatik
  entwickelten sich bei drohenden oder vollzogenen Trennungen (Kündigung des Arbeitsplatzes,
  Angst vor Trennung des Partners). Auch neige die Versicherte in Momenten, in
  denen es um selbständiges Denken und Handeln gegangen wäre, zu
  dissoziativ-präpsychotischen Dekompensationen, was bereits einmal zur
  psychiatrischen Hospitalisation geführt habe. So sei es im Rahmen der
  Burn-out-Problematik und des Arbeitsplatzverlustes wieder zur psychischen
  Dekompensation gekommen. Aktuell sei die Versicherte ausschliesslich aufgrund
  der psychiatrischen Diagnose nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig. Bezüglich
  der Festlegung des Beginns und des weiteren Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit
  sei retrospektiv seit der Kündigung des letzten Arbeitsverhältnisses im Oktober
  2008 aufgrund der anschliessenden psychischen Dekompensation von einer
  100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. 

  
	
   

  
	
  6.6 In seinem Bericht vom 16. Januar 2010 teilte
  Dr. med. N.______, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, die
  Befunderhebung der Gutachterin der Medizinischen Begutachtungsstelle J.______
  weitgehend. Ergänzend führte er an, dass aktuell noch ein leicht- bis
  mittelgradiger depressiver Zustand (ICD-10: F33.1) vorliege. Zudem könne
  nicht von einer abhängigen Persönlichkeitsstörung ausgegangen werden, da die
  Klägerin auch sehr energisch auftreten könne, wenn sie befürchte, in
  irgendeine Form von Abhängigkeit zu geraten. Jede Art von Arbeitstätigkeit
  werde durch die vorliegenden, psychischen Beeinträchtigungen bis auf Weiteres
  vollständig verunmöglicht.

  
	
   

  
	
  6.7 Am 26. Juli 2010 liess die IV-Stelle bei Dr. med. O.______,
  FMH Psychiatrie und Psychotherapie, erneut ein psychiatrisches Gutachten
  erstellen. Dr. O.______ hielt als leistungseinschränkende Diagnose eine
  rezidivierende depressive Störung, mit einer gegenwärtig mittelgradigen
  Episode (ICD-10: F33.1) fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei die
  akute polymorphe Störung ohne Symptome einer Schizophrenie (ICD-10: F23.0).

  
	
   

  
	
  Zusammenfassend führte
  Dr. O.______ aus, dass die akute psychotische Störung der Versicherten
  im Jahr 1995, bei der Halluzinationen, Wahnphänomene und Wahrnehmungsstörungen
  vorhanden gewesen seien, verbunden mit einem emotionalen Aufgewühltsein mit
  intensiven vorübergehenden Ängsten und Reizbarkeit, für das Vorliegen einer
  akuten polymorph psychotischen Störung ohne Symptome einer Schizophrenie
  (ICD-10: F 23.0) im Jahr 1995 sprächen. Ungefähr ein Jahr vor ihrer
  Krankschreibung im Jahr 2007 habe die sehr gewissenhafte und pflichtbewusste
  Versicherte ohne erkennbaren Auslöser begonnen, an ihrem gesamten Körper
  Muskelschmerzen und in ihrem Körper ein Zittern zu verspüren, oft zu schwitzen
  und unter Magen- und Stuhlgangproblemen zu leiden. Weiter habe sie zudem
  ungefähr ein Jahr vor ihrer Krankschreibung im Juni 2007 begonnen unter Schlafstörungen,
  unter einer ausgeprägten Müdigkeit, unter Konzentrationsschwierigkeiten,
  unter einer Traurigkeit und unter einer Niedergeschlagenheit zu leiden. Im
  Juni 2007 sei die Versicherte zusammengebrochen und habe nicht mehr gehen
  können, weil ihr gesamter Bewegungsapparat versagt habe.

  
	
   

  
	
  Daher sei davon
  auszugehen, dass im Juni 2007 eine schwere depressive Episode aufgetreten
  sei. Seither bestehe bis zum Untersuchungszeitpunkt eine depressive Episode
  von leichtem bis schwerem Ausprägungsgrad, wobei während der überwiegenden
  Zeit eine mittelgradige Episode bestanden habe. Vom 5. Juni bis zum 23. Juli
  2007 sei die Klägerin gänzlich und vom 27. Juli bis zum 12. August
  2007 zu 80 % arbeitsunfähig gewesen. Seither bestehe eine 50%ige
  Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft.

  
	
   

  
	
  6.8 Im Schreiben vom 3. Juni 2010 führte Dr.
  F.______ unter anderem aus, er sei als Hausarzt froh, dass die Klägerin
  weiterhin zu 50 % arbeite und vor allem arbeiten könne.

  
	
   

  
	
  6.9 Die Klägerin wurde im Spital P.______
  neuropsychologisch untersucht. Dem Bericht vom 25. Juni 2010 ist zu
  entnehmen, dass sich bei einem im Alters- und Bildungsvergleich eher im
  unteren Durchschnittsbereich liegenden kognitiven Leistungsprofil ohne
  Ausnahme unauffällige kognitive Leistungen zeigten. Die subjektiven Klagen
  der Patientin könnten objektiv nicht erklärt werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit
  sei davon auszugehen, dass die im Alltag subjektiv erlebten Einschränkungen
  der Konzentration und des Gedächtnisses mit der psychischen- und der
  Schmerzsymptomatik assoziiert seien und keine hirnorganische Ursache hätten.
  Aus rein neuropsychologischer Sicht sei keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
  auszumachen. Die Patientin sollte in der Lage sein, ihre frühere Tätigkeit sowohl
  qualitativ als auch quantitativ zu bewältigen.

  
	
   

  
	
  6.10 Die Ärztin des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD)
  der Invalidenversicherung, Dr. med. Q.______, FMH für Allgemeine Medizin,
  führte am 8. August 2010 aus, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht
  umfassend auf das Gutachten von Dr. O.______ abgestellt werden könne.
  Insbesondere könne ein seit Juni 2007 bestehendes psychisches Leiden, das die
  Arbeitsfähigkeit massgeblich tangiere, nachvollzogen werden. Dr. med. R.______,
  Facharzt FMH für Rheumatologie und Facharzt FMH für Physikalische Medizin und
  Rehabilitation, fügte am 18. Januar 2012 an, dass aufgrund des im
  Gutachten von Dr. O.______ aufgeführten, medizinisch nachvollziehbar begründeten
  funktionellen Ressourcenverlusts eine 50%ige Einschränkung im Haushalt angenommen
  werden könne.

  
	
   

  
	
  6.11 Am 30. Januar 2012 führte Dr. F.______ bei
  bekannten Diagnosen aus, die Klägerin sei in einer depressiven Stimmung und
  klage über Ängste, Lustlosigkeit und Schlafstörungen. Die bisherige Tätigkeit
  als Laborantin sei ihr nur in reduziertem Umfang von 50 % möglich.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1 Die Beklagte orientiert sich für die Bestimmung des
  Verlaufs und des Ausmasses der Invalidität sowie für die Einschätzung der
  erwerblichen Leistungsfähigkeit der Klägerin am Vorbescheid der IV-Stelle vom
  23. Januar 2012. Gestützt auf die medizinische Aktenlage, insbesondere
  das Gutachten der Medizinischen Begutachtungsstelle J.______, den Bericht der
  Fachklinik I.______ und das Gutachten von Dr. O.______ sei ab 1. Juni 2008
  von einer 50%igen, ab 1. Januar 2009 von einer 100%igen und ab 1. Juli
  2009 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. 

  
	
   

  
	
  7.2 Die Klägerin stellt sich auf den Standpunkt, dass
  der gestützt auf das Gutachten der Medizinischen Begutachtungsstelle J.______
  vom 18. April 2009 ergangene Vorbescheid der IV-Stelle vom 27. Mai
  2009 zutreffend sei. Dieser sei für die Anspruchsbeurteilung heranzuziehen.
  Demzufolge sei sie seit dem 4. Juni 2007 in ihrer Arbeitsfähigkeit
  erheblich eingeschränkt. Vorerst habe eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
  bestanden. Ab dem 1. Juni 2008 habe sie Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
  Nach dem 1. September 2007 sei ihr eine 50%ige Arbeitsfähigkeit wieder
  zumutbar gewesen. Für diese Zeit stehe ihr eine halbe Rente zu. Seit der
  Kündigung sei aber wiederum von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit auszugehen,
  weshalb sie mit Wirkung ab dem 1. April 2009 Anspruch auf eine ganze Rente
  der Invalidenversicherung habe.

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  8.1 Vorliegend ist unbestritten, dass die
  invalidisierende Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit im Juni 2007
  eingetreten ist. Diesbezüglich kann insbesondere auf die schlüssigen und
  nachvollziehbaren Ausführungen von Dr. O.______ verwiesen werden (vgl.
  oben E. II./6.7). Zu diesem Zeitpunkt war die Klägerin bei der Beklagten
  vorsorgeversichert (vgl. Art. 23 lit. a BVG).

  
	
   

  
	
  8.2 Das Verwaltungsgericht ist in seinem Entscheid vom
  7. September 2011 (VG.2011.00017) zum Schluss gelangt, dass bei der Klägerin
  keine Beschwerden mit einem klaren körperlichen Korrelat vorliegen
  (E. II./4). Sodann hat es offen gelassen, ob die
  Schleudertrauma-typischen Beschwerden im Vergleich zur ausgeprägten
  psychischen Fehlentwicklung in den Hintergrund getreten sind (E. II./7). Die
  bei der Klägerin diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung vermag rechtsprechungsgemäss
  für sich alleine gesehen zwar noch keine langandauernde Verringerung der
  erwerblichen Leistungsfähigkeit herbeizuführen. Vorliegend darf in Würdigung
  der medizinischen Aktenlage jedoch von einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen
  Komorbität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
  ausgegangen werden (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.3.3). Die von den
  Ärztinnen und Ärzten diagnostizierten psychischen Beschwerden stellen nicht
  bloss Begleiterscheinungen eines psychogenen Schmerzgeschehens dar. Dr. O.______
  weist in seinem Gutachten denn auch darauf hin, dass die psychosozialen Belastungsfaktoren
  Stressfaktoren darstellten, jedoch nicht ursächlich auslösende und aufrechterhaltende
  Faktoren der rezidivierenden depressiven Störung seien. Auch im Gutachten der
  Medizinischen Begutachtungsstelle J.______ wurde festgehalten, dass die Arbeitsunfähigkeit
  allein psychisch bedingt sei. Die psychische Erkrankung der Klägerin ist
  somit als ein von der Schmerzstörung losgelöstes, eigenständiges Leiden
  anzusehen (BGer-Urteil 8C_438/2013 vom 11. Februar 2014 E. 4.1). 

  
	
   

  
	
  9.

  
	
  9.1 Im Gutachten der Medizinischen Begutachtungsstelle J.______
  vom 18. April 2009 wird gestützt auf das psychiatrische Teilgutachten von Dr.
  M.______ vom 30. März 2009 ausgeführt, dass die abhängige
  Persönlichkeitsstörung bislang noch kompensiert gewesen sei. Im Rahmen einer
  Burn-out-Symptomatik mit Arbeitsplatzverlust habe die Klägerin dekompensiert,
  was zur Einschränkung ihrer Arbeitsfähigkeit geführt habe. Seit der Kündigung
  des Arbeitsverhältnisses am 24. Oktober 2008 bestehe eine 100%ige
  Arbeitsunfähigkeit. Nach Auffassung der Klägerin hat sich ihr
  Gesundheitszustand und mithin ihre Arbeitsfähigkeit seit der Erstattung des Gutachtens
  der Medizinischen Begutachtungsstelle J.______ nicht verändert. 

  
	
   

  
	
  Dr. O.______ setzt die
  Arbeitsunfähigkeit der Klägerin aus psychischen Gründen vom 5. Juni bis
  zum 23. Juli 2007 bei 100 % fest. Vom 24. Juli bis zum 12. August
  2007 geht er dann von einer Arbeitsunfähigkeit von 80 % und ab dem
  13. August 2007 von einer solchen von 50 % aus. Gleichzeitig weist er
  darauf hin, dass die depressiven Episoden der Klägerin von leichtem bis
  schwerem Ausprägungsgrad sein können. Er widerspricht dem Gutachten der Medizinischen
  Begutachtungsstelle J.______ insofern, als er nicht von einer abhängigen
  asthenischen Persönlichkeitsstörung ausgeht, sondern von einer
  rezidivierenden depressiven Störung mit einer (gegenwärtig) mittelgradigen
  Episode. Darüber hinaus erachtet er nicht die psychische Dekompensation
  aufgrund der Kündigung durch die ehemalige Arbeitgeberin als Auslöser der
  erwerblichen Leistungsunfähigkeit, sondern eine schwere depressive Episode im
  Juni und Juli 2007, welche ohne erkennbaren Auslöser begonnen habe.

  
	
   

  
	
  Die beiden Gutachten
  unterscheiden sich somit vor allem bezüglich Diagnose und
  Arbeitsfähigkeitseinschätzung voneinander. Seine vom psychiatrischen
  Teilgutachten der Medizinischen Begutachtungsstelle J.______ abweichende
  Diagnose begründet Dr. O.______ mit dem Funktionsniveau der Klägerin, welches
  in sämtlichen Lebenslagen bis zum Auftreten der depressiven Störung zu hoch
  gewesen sei, als dass sich die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
  rechtfertigen liesse. Die Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung
  wird vom behandelnden Psychiater, Dr. N.______, am 16. Januar 2010
  bestätigt. Diesbezüglich kann er sich mit dem Gutachten der Medizinischen
  Begutachtungsstelle J.______ ebenfalls nicht einverstanden erklären, was für
  die Zuverlässigkeit der medizinischen Einschätzung durch Dr. O.______
  spricht. 

  
	
   

  
	
  Allein auf die Diagnose
  kann es jedoch nicht ankommen. Ausschlaggebend ist die Beurteilung der
  Arbeitsfähigkeit. Dr. N.______ nimmt im Januar 2010 eine vollumfängliche
  Arbeitsunfähigkeit an und stimmt damit mit der Gutachterin der Medizinischen
  Begutachtungsstelle J.______ überein. Er hält die Prognose im Nachgang zum Gutachten
  der Medizinischen Begutachtungsstelle J.______ für wesentlich negativer und
  geht von einer anhaltenden psychischen Dekompensation aus. Dr. O.______
  hingegen schätzt die Arbeitsfähigkeit bei einer mittelgradigen Ausprägung der
  depressiven Episode auf 50 % ein. Hiervon sei seit dem 13. August 2007
  während der überwiegenden Zeit auszugehen. Damit setzt sich Dr. O.______ nur
  vordergründig in Widerspruch zum Gutachten der Medizinischen Begutachtungsstelle
  J.______. Seine Schlussfolgerung schliesst nämlich eine Verschlechterung der
  psychischen Gesundheit und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Klägerin nach
  der Kündigung am 24. Oktober 2008 nicht aus. Die vom Gutachten der Medizinischen
  Begutachtungsstelle J.______ abweichende Beurteilung des Ausprägungsgrades
  der depressiven Episode erklärt Dr. O.______ damit, dass einerseits der
  Schweregrad der depressiven Episode geschwankt habe und andererseits sich die
  Klägerin lange Zeit nicht habe eingestehen können, an einer Depression
  erkrankt zu sein. Im Grunde genommen geht auch Dr. M.______ von einer
  nur vorübergehenden Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands aus.
  So hält sie fest, dass nach einer stationären psychotherapeutischen
  Behandlung bis in sechs Monaten von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % und bis
  in einem Jahr von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % auszugehen sei. Sie
  erwartete somit einen abnehmenden Ausprägungsgrad der Krankheit und eine
  Verbesserung der Arbeitsfähigkeit.

  
	
   

  
	
  Demzufolge ist das
  Gutachten von Dr. O.______ schlüssig. Es leuchtet ein, dass sich die Klägerin
  nach der kündigungsbedingten Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes im
  Oktober 2008 wieder aufgefangen hat, sodass danach mit Dr. O.______ von einer
  mittelgradigen depressiven Episode mit einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
  ausgegangen werden kann. Die 50%ige Arbeitsfähigkeit sowie das Bestehen einer
  latenten depressiven Symptomatik wird sodann am 3. Juni 2010 und am 30.
  Januar 2012 von Hausarzt Dr. F.______ bestätigt. Zu klären bleibt jedoch,
  wann sich der Schweregrad der Depression nach der Kündigung verbessert hat.
  Diesbezüglich kann der Bericht der Fachklinik I.______ vom 15. April
  2009 herangezogen werden. Die behandelnden Psychiater gehen nach einem mehrwöchigen
  Aufenthalt der Klägerin davon aus, dass ihr ab dem 9. März 2009 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
  zumutbar sei.

  
	
   

  
	
  9.2 Das Gutachten von Dr. O.______ beantwortet die
  gestellten Fragen umfassend und beruht auf allseitigen Untersuchungen. Es
  wurde in Kenntnis der Vorakten abgegeben und die geklagten Beschwerden wurden
  berücksichtigt. In der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge leuchtet es
  ein und die Schlussfolgerungen sind begründet. Zweifel an der Zuverlässigkeit
  des Gutachtens bestehen keine. 

  
	
   

  
	
  9.3 Nach dem Gesagten ist mit der Beklagten einig zu
  gehen, dass die Klägerin seit Juni 2007 überwiegend zu 50 % arbeitsunfähig
  ist. Einzig für die Zeit nach der Kündigung am 24. Oktober 2008 bis zum 9.
  März 2009 ist infolge einer psychischen Dekompensation von einem höheren
  Ausprägungsrad der depressiven Episode und von einer vollumfänglichen
  Arbeitsunfähigkeit auszugehen. 

  
	
   

  
	
  10.

  
	
  10.1 Für die
  Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
  versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
  Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
  Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
  zum Erwerbseinkommen gesetzt, welches sie erzielen könnte, wenn sie nicht
  invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

  
	
   

  
	
  10.2 Massgeblicher Zeitpunkt für die
  Invaliditätsbemessung ist grundsätzlich der Beginn des Rentenanspruches (BGE
  129 V 222 E. 4.1). Vor Eintritt des Gesundheitsschadens arbeitete die
  Klägerin in einem 80 %-Pensum und verdiente 87'700.- im Jahr (vgl. Fragebogen
  Arbeitgeberin vom 27. Juni 2008). Auswirkungen eines invalidisierenden
  Leidens, die sich im nichterwerblichen Betätigungsfeld der Klägerin
  niederschlagen, sind für die Invaliditätsbemessung der beruflichen Vorsorge
  nicht zu berücksichtigen (BGE 120 V 106 E. 4b; BGer-Urteil 9C_161/2007
  vom 6. September 2007 E. 2; vgl. oben E. II./3.3). Aus den
  Akten ergibt sich, dass die Klägerin im Zeitpunkt des Rentenbeginns, d.h. im
  Juni 2008, ihre bisherige Tätigkeit bis zu ihrer Entlassung im Umfang von 50
  % weiterführte. Daher ist davon auszugehen, dass sie bei zuvor stabilen
  Arbeitsverhältnissen ihre verbleibende Erwerbsfähigkeit vollumfänglich
  ausschöpfte (BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Berechnung des
  Invalideneinkommen ist daher auf den tatsächlichen, bei Rentenbeginn
  erzielten Verdienst der Klägerin abzustellen. Der Invalidenlohn beträgt somit
  für die Zeit bis zur Kündigung im Oktober 2008 unter Annahme einer
  Arbeitsfähigkeit von 50 % Fr. 54'812.50. Das Invalideneinkommen ist
  dem Valideneinkommen von Fr. 87'700.- gegenüberzustellen. Dadurch
  resultiert ein Invaliditätsgrad von 37,5 %.  

  
	
   

  
	
  10.3 Nach der Kündigung war die Klägerin für sämtliche
  Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig. Die Verschlechterung der
  Erwerbsfähigkeit ist gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV für die
  Invaliditätsbemessung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche
  Unterbrechung drei Monate gedauert hat (BGE 121 V 264 E. 6a). Demnach ergibt
  sich ab dem 1. Februar 2009 ein Invaliditätsgrad von 100 %.

  
	
   

  
	
  10.4 Den schlüssigen Einschätzungen von Dr. O.______ und
  von Hausarzt Dr. F.______ zufolge war die Klägerin nach der
  Dekompensationsphase in ihrer bisherigen Tätigkeit als Laborleiterin wieder
  zu 50 % arbeitsfähig. Es ist deshalb nicht notwendig, für die Bemessung des
  Invalideneinkommens auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für
  Statistik abzustellen. Vielmehr beträgt dieses nach wie vor
  Fr. 54'812.50. In Berücksichtigung der dreimonatigen Frist von
  Art. 88a Abs. 1 IVV ergibt sich ab dem 1. Juli 2009 erneut ein
  Invaliditätsgrad von 37,5 %.

  
	
   

  
	
  10.5 Zusammenfassend ist der Invaliditätsgrad vom
  1. Juni 2008 bis Ende Januar 2009 und ab dem 1. Juli 2009 auf 37,5
  % festzusetzen, was zu keinem Rentenbezug berechtigt. Vom 1. Februar bis zum
  30. Juni 2009 beträgt er hingegen 100 %. Für diese Zeit steht der
  Beklagten grundsätzlich eine ganze Invalidenrente zu (vgl. Art. 24 Abs. 1
  lit. a BVG und Ziff. 11.4 Reglement). 

  
	
   

  
	
  11.

  
	
  11.1 Gemäss Art. 26 Abs. 2 BVG i.V.m. Art. 26 der
  Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
  vom 18. April 1984 (BVV 2) kann die Vorsorgeeinrichtung in ihren
  reglementarischen Bestimmungen vorsehen, dass der Anspruch auf
  Invalidenleistungen aufgeschoben wird, solange der Versicherte anstelle des
  vollen Lohnes Taggelder der Krankenversicherung erhält, die mindestens 80 %
  des entgangenen Lohnes betragen (Art. 26 lit. a BVV2) und die
  Taggeldversicherung von der Arbeitgeberin mindestens zur Hälfte mitfinanziert
  wurde (lit. b). Diese Bestimmungen verfolgen das Ziel, die
  Invalidenleistungen mit der Lohnfortzahlung und Lohnsurrogaten der
  Arbeitgeberin zu koordinieren. Dadurch soll eine Überentschädigung der
  versicherten Person vermieden werden (Marc Hürzeler, in Jacques-André Schneider/Thomas
  Geiser/Thomas Gächter [Hrsg.], BVG und FZG, Bern 2010, Art. 26 N. 7). 

  
	
   

  
	
  11.2 Die Beklagte hat in Ziff. 11.2 ihres Reglements von
  der Möglichkeit des Aufschubs der Invalidenleistungen Gebrauch gemacht. Bis
  am 2. Juni 2009 erhielt die Klägerin Taggelder des Krankenversicherers. Da
  die Voraussetzungen für den Aufschub der Invalidenrente erfüllt sind, beschränkt
  sich der Anspruch der Klägerin auf Bezug einer ganzen Invalidenrente aus
  beruflicher Vorsorge auf die Zeit vom 3. Juni 2009 bis zum 30. Juni
  2009.

  
	
   

  
	
  12.

  
	
  Die Klägerin beantragt
  sodann die Ausrichtung eines Zinses von 5 % seit Fälligkeit der Leistung.
  Mangels einer Bestimmung im Reglement der Beklagten richtet sich die
  Verzugszinspflicht für fällige Invalidenrenten vorliegend nach Art. 102
  ff. des Schweizerischen Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR; vgl. BGE
  119 V 131 E. 4c; BGer-Urteil 9C_66/2012 vom 25. Juni 2012
  E. 3). Gemäss Art. 105 Abs. 1 OR hat ein Schuldner, der mit
  der Zahlung von Renten im Verzuge ist, erst vom Tage der Anhebung der
  gerichtlichen Klage an Verzugszinsen zu bezahlen. Die Klägerin reichte die zu
  beurteilende Klage am 21. März 2014 ein. Von diesem Zeitpunkt an sind
  somit Zinsen von 5 % (Art. 104 Abs. 1 OR) geschuldet.

  
	
   

  
	
  13. 

  
	
  Aufgrund der vorstehenden
  Erwägungen ergibt sich, dass die Klägerin seit Juni 2007 in ihrer
  Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Damals war sie bei der Beklagten
  vorsorgeversichert. Bis zur Kündigung im Oktober 2008 ist in Würdigung der
  medizinischen Aktenlage von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit der Klägerin
  auszugehen. Der Invaliditätsgrad beträgt deshalb vom 1. Juni 2008 bis
  Ende Januar 2009 37,5 %. Infolge der Kündigung kam es im Oktober 2008 bis zum
  Austritt aus der Fachklinik I.______ am 9. März 2009 zu einer
  vorübergehenden Verschlechterung der psychischen Gesundheit. Die Klägerin war
  während dieser Zeit zu 100 % arbeitsunfähig. Anschliessend bestand wieder
  eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, weshalb der Invaliditätsgrad ab
  1. Juli 2009 wiederum auf 37,5 % festzusetzten ist. Der Anspruch
  auf eine ganze Invalidenrente vom 1. Februar 2009 bis zum 30. Juni
  2009 ist schliesslich aufgrund der Ausrichtung von Krankentaggeldern auf die
  Zeit vom 3. bis zum 30. Juni 2009 zu beschränken. 

  
	
   

  
	
  Die Klage ist demgemäss
  teilweise gutzuheissen. Die Beklagte ist zu verpflichten, der Klägerin für
  die Zeit vom 3. bis zum 30. Juni 2009 eine ganze Invalidenrente aus beruflicher
  Vorsorge, zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 21. März 2014, zu bezahlen. 

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1.

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art 73 Abs. 2 BVG).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die teilweise obsiegende
  Klägerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 138 Abs. 3 lit.
  a VRG). Die Beklagte ist daher zu verpflichten, der Klägerin innert
  30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine reduzierte
  Parteientschädigung von Fr. 200.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Der anwaltlich nicht vertretenen
  Beklagten steht keine Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 1 VRG).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Klage wird teilweise gutgeheissen. Die Beklagte wird verpflichtet, der
    Klägerin für die Zeit vom 3. bis zum 30. Juni 2009 eine ganze Invalidenrente,
    zuzüglich Zins von 5 % ab 21. März 2014, zu bezahlen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin innert 30 Tagen nach Rechtskraft
    dieses Entscheids eine Parteientschädigung von Fr. 200.- (inkl.
    Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]