# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a184252-54ef-5238-b5c5-f28916a76ca9
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-30
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 30.08.2011 BB.2011.85
**Docket/Reference:** BB.2011.85
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2011-85_2011-08-30

## Full Text

Ausstand (Art. 59 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 56 StPO). Zulassung der Verteidigung (Art. 127 Abs. 2-5 i.V.m. Art. 129 StPO).;;Ausstand (Art. 59 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 56 StPO). Zulassung der Verteidigung (Art. 127 Abs. 2-5 i.V.m. Art. 129 StPO).;;Ausstand (Art. 59 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 56 StPO). Zulassung der Verteidigung (Art. 127 Abs. 2-5 i.V.m. Art. 129 StPO).;;Ausstand (Art. 59 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 56 StPO). Zulassung der Verteidigung (Art. 127 Abs. 2-5 i.V.m. Art. 129 StPO).

Beschluss vom 30. August 2011 
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, 
Patrick Robert-Nicoud und Joséphine Contu,  
Gerichtsschreiberin Sarah Wirz  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt E.,  
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT, 
 

Beschwerdegegnerin 
 

Gegenstand  Ausstand (Art. 59 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 56 StPO) 
sowie Zulassung der Verteidigung (Art. 127 Abs. 2-5 
i.V.m. Art. 129 StPO) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BB.2011.85 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass: 
 

- die Bundesanwaltschaft gegen A. und weitere Mitbeschuldigte, darunter 
dessen Ehefrau B., eine Strafuntersuchung führt wegen des Verdachts des 
gewerbsmässigen Betrugs (Art. 146 Abs. 2 StGB) und weiterer Delikte; 

 
- A. und Rechtsanwalt E. am 20. April 2011 mit separaten Schreiben die 

Bundesanwaltschaft ersuchten, E. sei in der Strafuntersuchung gegen A. 
als dessen neuer amtlicher Verteidiger einzusetzen (vgl. BB.2011.49); 

 
- die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 4. Mai 2011 die Anträge von E. 

und A. auf Einsetzung von E. als amtlicher Verteidiger von A. abwies, wo-
gegen E. bzw. A. an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
gelangte (vgl. BB.2011.49); 

 
- im Beschluss der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

BB.2011.49 vom 7. Juli 2011 festgehalten wurde, es bestehe hinsichtlich 
der Verteidigung von A. durch E. ein offensichtlich latenter Interessenkon-
flikt, weswegen die beantragte Vertretung unmöglich sei; 

 
- infolge dessen die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 12. Au-

gust 2011 Rechtsanwalt C. sowie als dessen Substitut Rechtsanwalt D. als 
amtlichen Verteidiger von A. einsetzte; 

 
- E. hiergegen am 23. August 2011 im Namen von A. mit Beschwerde an die 

I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte, die Entlassung 
von Rechtsanwalt C. sowie Rechtsanwalt D. aus der amtlichen Verteidi-
gung beantragt und das Gesuch um Ausstand beinahe aller Mitglieder der 
I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts stellt (act. 1). 

 
 
 

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- bereits im Beschluss der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
BB.2011.49 vom 7. Juli 2011 festgestellt wurde, dass hinsichtlich der Ver-
tretung von A. durch E. ein Interessenkonflikt besteht und somit diese Ver-
tretung nicht zulässig ist; 

 
- die Frage betreffend Vertretung von A. durch E. somit eine „res iudicata“ 

darstellt; 
 

- 3 - 

 

 

- E. deshalb nicht rechtsgültig im Namen und im Auftrag von A. in dem der 
Beschwerde zugrunde liegenden Strafverfahren und den damit zusam-
menhängenden Nebenverfahren auftreten kann; 

 
- infolge dessen mangels Vertretungsbefugnis von E. nicht auf die Be-

schwerde eingetreten werden kann; 
 

- sich durch das Verhalten von E. der Verdacht der missbräuchlichen Aus-
übung des Anwaltsberufs aufdrängt, weswegen im Falle weiterer Eingaben 
von E. als Vertreter von A. eine Meldung an die Aufsichtskommission über 
die Rechtsanwälte des Kantons Zürich vorbehalten wird; 

 
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO); 
 
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- festgesetzt wird (Art. 73 StBOG und Art. 5 

und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 
31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-
desstrafverfahren, BStKR; SR 173.713.162); 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 
 
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 
 
2. Die Gerichtsgebühr in Höhe von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. 
 
 

Bellinzona, 30. August 2011 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt E. 
- A. 
- Bundesanwaltschaft  
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.