# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7fe0ea25-5abc-5412-a94c-4fd3ec4ec1e7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.06.2015 IV 2013/73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-73_2015-06-03.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/73

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.05.2020

Entscheiddatum: 03.06.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 03.06.2015
Art. 28 und 28a IVG. Psychische Komorbidität von erheblicher Schwere 
aufgrund einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode (DD: 
chronische Depression, Double Depression) bei Vorliegen einer anhaltenden 
somatoformen Schmerzstörung bejaht. Gutheissung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Juni 
2015, IV 2013/73). Teilweise aufgehoben durch Bundesgericht 9C_437/2015.

Entscheid Versicherungsgericht, 03.06.2015

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Lea Locher

Entscheid vom 3. Juni 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob, 

St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 13. August 2009 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, zuletzt als Raumpflegerin bei 

der B.___ AG und bei der C.___ AG gearbeitet zu haben. Seit dem 13. Februar 2009 sei 

sie zu 100 % arbeitsunfähig. Sie leide unter reaktiven depressiven Verstimmungen, 

innerer Unruhe, Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Müdigkeit, Angstgefühlen, 

Spannungskopfschmerzen, einer Diskushernie und Schmerzen in den Gelenken, im 

Nacken, der Hüfte, den Händen und den Beinen.

A.b  Anlässlich eines Telefongesprächs vom 27. August 2009 gab Dr. med. D.___, 

Fachärztin für Psychiatrie, gegenüber RAD-Ärztin Dr. E.___ an, dass sie eine 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und eine leistungsorientierte 

Persönlichkeit diagnostiziert habe (IV-act. 8). Seit Februar 2009 sei die Versicherte zu 

100 % arbeitsunfähig. Bis zu diesem Zeitpunkt habe die Versicherte "einwandfrei 

funktioniert". Infolge einer Überlastungssituation (Haushalt, Arbeit, Kinder) sei es zu 

einer massiven Erschöpfung gekommen. Die Versicherte sei in der Lage, in der 

angestammten Tätigkeit wie auch in einer adaptierten Tätigkeit halbtags, d.h. zu 50 %, 

zu arbeiten. Am 28. August 2009 reichte Dr. D.___ das unterzeichnete 

Gesprächsprotokoll samt weiterer medizinischer Berichte ein (IV-act. 20). Ergänzend 

führte sie an, dass die Versicherte an einer andauernden Persönlichkeitsänderung bei 

chronischem Schmerzsyndrom leide (ICD-10: F62.8). Dr. med. F.___, Innere Medizin 

FMH, hatte am 18. März 2009 berichtet (IV-act. 20-5), dass die Versicherte an einer 

Cervicobrachialgie rechts (ursächlich kleine Diskushernie C5/C6) und "sicher auch" an 

einem Karpaltunnelsyndrom rechts sowie an "rheumatischen" Symptomen einer 

Fibromyalgie leide. Die jahrelange Vierfach-Belastung (Erwerbstätigkeit, invalider 

Ehemann, Kinder, Haushalt) sei ihr nun zu viel geworden. Nun, "wie konnte es anders 

sein", sei sie depressiv geworden und alles beeinflusse sich gegenseitig ungünstig. 

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Laut dem Austrittsbericht der Klinik Gais vom 28. August 2009 (IV-act. 19; besser 

lesbar: IV-act. 15) war die Versicherte vom 15. Juni bis 8. Juli 2009 hospitalisiert 

gewesen. Die Diagnosen lauteten wie folgt:

1.   Depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom 

(F32.11);

2.   Fibromyalgie (M79.70);

3.   Probleme bei der Lebensführung - Rauchen (Z72.0);

4.   Ungeeignete Ernährungsweise und Essgewohnheiten (Z72.4).

Die Klinik gab an, dass die Versicherte seit Januar 2009 an Nackenschmerzen mit 

Ausstrahlung in beide Hände leide. Parallel habe sich eine depressive Verstimmung 

entwickelt. Beim Eintritt habe das Bewusstsein leicht getrübt und vermindert gewirkt. 

Es seien leichte örtliche und zeitliche Orientierungsstörungen sowie Konzentrations- 

und Merkfähigkeitsstörungen vorhanden gewesen. Die Versicherte habe von 

Gedankenkreisen, umständlichem und ideenflüchtigem Denken und Gedankendrängen 

berichtet. Sie sei misstrauisch gewesen und habe an hypochondrischen Ängsten 

gelitten. Im Affekt sei sie ratlos und deprimiert gewesen und es habe eine Störung der 

Vitalgefühle vorgelegen; sie sei ängstlich, gereizt und innerlich unruhig gewesen. Im 

Antrieb sei sie vermindert und gehemmt gewesen. Beim Klinikaustritt hätten sich keine 

Veränderungen gezeigt. Der zusammenfassenden Beurteilung war zu entnehmen, dass 

die jahrelange grosse Mehrfachbelastung durch Beruf, Familie und Pflege des invaliden 

Ehemannes gekoppelt mit perfektionistischen Persönlichkeitszügen die Entwicklung 

einer depressiven Störung begünstigt habe. Durch das Rehabilitationsprogramm sei im 

Verlauf des Aufenthalts ein verbesserter psychophysischer Zustand mit einer 

Stimmungsaufhellung erreicht worden. Die Versicherte sei bis 26. Juli 2009 zu 100 % 

arbeitsunfähig gewesen.

A.c  Am 31. August 2009 berichtete die B.___ AG (IV-act. 14), dass sie die Versicherte 

seit August 2002 als Raumpflegerin beschäftige. Seit dem 13. Februar 2009 sei sie 

krankgeschrieben. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens habe sie ein Pensum von 

wöchentlich 13.5 Stunden absolviert (rund 30 %). Sie habe einen Monatslohn von 

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ca. Fr. 829.95 erzielt. Die C.___ AG berichtete am 21. September 2009 (IV-act. 22), 

dass sie die Versicherte seit März 2003 als Reinigungsfachfrau beschäftige. Der letzte 

effektive Arbeitstag sei der 12. Februar 2009 gewesen. Die Versicherte habe 22 

Stunden pro Woche gearbeitet und einen Brutto-Monatslohn von Fr. 2'600.-- erzielt. 

Die allgemeine wöchentliche Arbeitszeit im Betrieb betrage 43.75 Stunden.

A.d  Am 6. Oktober 2009 fand eine Frühinterventions-Triage zwischen der zuständigen 

IV-Sachbearbeiterin, RAD-Ärztin Dr. E.___ und der Eingliederungsverantwortlichen statt 

(Gesprächsprotokoll vom 7. Oktober 2009, IV-act. 24). Dem Protokoll war zu 

entnehmen, dass der Versicherten zurzeit mindestens eine 50 %ige Arbeitstätigkeit 

zumutbar sei. Am 30. September 2009 fand ein Gespräch zwischen der 

Eingliederungsverantwortlichen und der Versicherten statt (IV-act. 26). Anlässlich des 

Gesprächs gab die Versicherte an, sich nicht arbeitsfähig zu fühlen. Am 4. Dezember 

2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zurzeit keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 27).

A.e  Die Klinik G.___ gab in ihrem Bericht vom 19. März 2010 (IV-act. 30) die folgenden 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an:

-     Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit dependenten und histrionischen Zügen 

(F61.0);

-     mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (F32.11; mind. seit

März 2009);

-     anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4; seit ca. 2004).

Sie gab weiter an, dass die Versicherte vom 26. Oktober 2009 bis 23. Februar 2010 

einen stationären Aufenthalt in der Klinik absolviert habe. Die Versicherte habe ange­

geben, seit vielen Jahren unter starken Schmerzen in beiden Handgelenken zu leiden. 

Zu Beginn des Jahres 2009 sei es zu einer akuten Verschlechterung der 

Schmerzsymptomatik mit Schmerzausweitung gekommen. In psychischer Hinsicht sei 

der Aufenthalt in der Klinik Gais für sie erfreulich gewesen, an der 

Schmerzsymptomatik habe sich jedoch nichts verändert. Nach der Entlassung habe 

sich ihr Zustand wieder deutlich verschlechtert. Die Klinik erklärte sodann, dass im 

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Verlauf der therapeutischen Gespräche die histrionischen, aber auch die dependenten 

Züge immer deutlicher geworden seien. Der Behandlungsverlauf sei in einer ersten 

Phase von einer durch die Auseinandersetzung mit schmerzhaften Themen 

mitverursachten, adäquat wirkenden Traurigkeit und in der Folge von einer leichten 

Zunahme der depressiven Symptomatik geprägt gewesen. Dennoch sei eine deutliche 

Aktivierung möglich gewesen. Die Schmerzsymptomatik sei subjektiv unverändert 

geblieben, habe aber im Verlauf zunehmend weniger Raum eingenommen. Insgesamt 

sei die Versicherte bezüglich der depressiven Symptomatik in deutlich stabilisiertem 

Zustand entlassen worden. Der objektive Befund habe eine grobkursorisch leicht 

beeinträchtigte Konzentrations- und Merkfähigkeit, im formalen Denken gefühlsbetont, 

weitschweifig und diskret beschleunigt gezeigt. Im Affekt habe die Versicherte 

gedrückt, ängstlich und affektlabil gewirkt. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei sie 

seit Februar 2009 und bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Ihre Arbeitsfähigkeit 

sei durch eine reduzierte Belastbarkeit, einen gehemmten Antrieb, eine erhöhte 

Ermüdbarkeit und eine ausgeprägte Reizempfindlichkeit eingeschränkt. Eine überhöhte 

Anspruchshaltung gegenüber der Qualität der eigenen Leistungen führe zudem zu einer 

grossen inneren Anspannung und Druck; die Folge davon sei wiederum ein diffuses 

Schmerzerleben. Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne bis auf 

Weiteres nicht gerechnet werden.

A.f   Dr. D.___ berichtete am 12. August 2010 (IV-act. 32), dass die Versicherte an einer 

rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische 

Symptome (F33.2) und an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit dependenten 

und histrionischen Zügen leide. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Dem Bericht waren die folgenden ärztlichen 

Befunde zu entnehmen: Generalisierte Schmerzen (v.a. Kopf-, Nacken- und 

Schulterschmerzen) mit Tendenz zur Ausdehnung, Störung der Vitalgefühle, 

Insuffizienzgefühle, emotionale Labilität, innere Unruhe, Nervosität, Gereiztheit, 

Lärmempfindlichkeit, Schlafstörungen, Isolationstendenz, schwere 

Persönlichkeitsdefizite, strukturelle Defizite und intensive Schamgefühle. Die 

Versicherte sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bleibend seit Februar 2009 zu 100 % 

arbeitsunfähig. Auch in einer adaptierten Tätigkeit sei sie zu 100 % arbeitsunfähig. Mit 

einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden.

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A.g  RAD-Arzt Dr. H.___ hielt am 16. August 2010 fest (IV-act. 33), die Versicherte leide 

an einer komplexen psychiatrischen Erkrankung mit zwei Hospitalisationen innerhalb 

des letzten Jahres. Die fachärztliche Diagnosestellung sei ausgewiesen. Die

Therapierbarkeit sei entsprechend den Schilderungen der Klinik G.___ eingeschränkt. 

Die Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit Februar 2009 sei ausgewiesen; die Prognose sei 

schlecht. Seines Erachtens reiche die Aktenlage für die Rentenprüfung aus.

A.h  Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 

10. September 2010 (IV-act. 34) gab die Versicherte an, dass sie heute ‒ ohne 

Behinderung ‒ zu 80 % als Reinigungsfachfrau tätig wäre.

A.i   RAD-Arzt Dr. I.___, Facharzt Psychiatrie, hielt in einer Stellungnahme vom 

5. November 2010 fest (IV-act. 38), dass es sich um eine typische Fallentwicklung mit 

psychophysischer Überlastung und Schmerzsymptomausweitung handle, wobei 

allerdings der organische Kern hierfür nicht apparent werde und sich somit die Frage 

stelle, ob überhaupt von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gesprochen 

werden könne. Ferner falle eine diagnostische Inkonsistenz zwischen den 

verschiedenen behandelnden Institutionen auf. Die von der Klinik G.___ angegebene 

100 %ige Arbeitsunfähigkeit stimme mit den Angaben im Arzt- bzw. Austrittsbericht 

nicht überein. Auch die Einschätzung von Dr. D.___, dass die Versicherte wegen einer 

schweren, rezidivierenden depressiven Episode zu 100 % arbeitsunfähig sei, sei nicht 

nachvollziehbar. Hinweise auf eine rezidivierende depressive Störung bestünden 

aufgrund der Vorgeschichte nicht. Dr. I.___ kam zum Schluss, dass es sich bei der 

mittelgradigen/ schweren depressiven Episode um ein abgrenzbares, im Rahmen der 

psychophysischen Dekompensation im Frühjahr 2009 entwickeltes eigenständiges 

Krankheitsbild handeln könnte. Falls tatsächlich eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung oder eine Fibromyalgie vorlägen, müsste bei Vorliegen einer 

mittelgradigen/schweren depressiven Episode von einer psychiatrischen Komorbidität 

ausgegangen werden. Ob diese von erheblicher Schwere wäre oder gegebenenfalls die 

Foerster-Kriterien erfüllt wären, müsste durch weitere Abklärungen geklärt werden, 

zumal die psychiatrisch-psychotherapeutischen Optionen einschliesslich 

belastungsmobilisierender Massnahmen bei weitem noch nicht ausgeschöpft seien.

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A.j   Am 15. Februar 2011 fand eine Abklärung an Ort und Stelle statt (IV-act. 44). Die 

Versicherte gab anlässlich der Abklärung an, ohne Behinderung würde sie heute einer 

Erwerbstätigkeit im Pensum von 80 % nachgehen. Der Betätigungsvergleich ergab

einen Invaliditätsgrad von 42.5 %.

A.k  Dr. D.___ berichtete am 15. März 2011, dass der Gesundheitszustand stationär sei 

(IV-act. 45). Die affektiven Verhältnisse sowie die Schmerzsituation seien unverändert. 

Der Versicherten seien leichte körperliche Arbeiten in einem geschützten Raum, 

lärmfrei und alleine zwei bis drei Stunden pro Tag zumutbar, wobei ihre 

Leistungsfähigkeit um 50 % vermindert sei.

A.l   RAD-Arzt Dr. I.___ hielt am 20. Juli 2011 fest (IV-act. 49), die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. D.___ sei durch die psychiatrische Befundlage nicht 

gedeckt. Eine bidisziplinäre Begutachtung (rheumatologisch-psychiatrisch) erscheine 

wegen der sich teilweise widersprechenden psychiatrischen Diagnosen erforderlich.

A.m Am 21. Oktober 2011 wurde die Versicherte vom Institut für Forensisch-Psycho­

logische Begutachtung bidisziplinär (psychiatrisch und orthopädisch) begutachtet 

(Gutachten vom 19. November 2011, IV-act. 55). Die Sachveständigen gaben die 

folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an:

1.   Leichte bis mittelgradige depressive Episode (F32.0-1);

-     Differentialdiagnose: Chronische Depression im Sinne einer Double Depression, 

gegenwärtig leichtes bis mittelgradiges Zustandsbild (F32.8);

2.   kombinierte Persönlichkeitsstörung mit

-     ängstlich-abhängigen, histrionischen, selbstunsicheren und emotional instabilen 

Anteilen (F61.0);

3.   Cervicobrachialgie rechts (M50.1) bei kleiner Diskushernie C5/C6 rechts.

Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben sie eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung an. Dr. med. J.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

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FMH, führte in seinem Teilgutachten aus, dass die Versicherte bei der Untersuchung 

über praktisch am ganzen Körper bestehende Schmerzen geklagt habe. Die 

Schmerzen seien immer vorhanden und hätten, bei einer Skala von 1-10, 

durchschnittlich die Intensität 8. Sitzen sei während einer Stunde möglich, Gehen und 

Stehen könne sie wegen der sofort auftretenden Schmerzen nur während kurzer Zeit. 

Dr. J.___ gab in der zusammenfassenden Beurteilung an, er habe objektiv keine 

schwerwiegenden Befunde erheben können. Sowohl am Achsenskelett wie auch an 

den übrigen Teilen des Bewegungsapparates sei die Beweglichkeit schmerzbedingt 

vermindert gewesen, ohne dass klare objektiv fassbare Einschränkungen hätten 

festgestellt werden können. Namentlich lägen keine neurologischen Ausfallsymptome 

vor. Über Röntgenbilder habe er nicht verfügt; dem Schreiben von Dr. F.___ vom 18. 

März 2009 sei jedoch zu entnehmen, dass mittels MRI eine kleine Diskushernie C5/C6 

festgestellt worden sei. Angesichts der klinischen Untersuchungsbefunde sei es 

vertretbar, auf zusätzliche radiologische Abklärungen zu verzichten, da aus solchen in 

Bezug auf die Arbeitsfähigkeit keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden könnten. 

Die Diagnose einer Fibromyalgie könne gemäss den gängigen Richtlinien nicht gestellt 

werden, da sowohl die typischen Trigger-Punkte wie auch die Kontrollpunkte praktisch 

alle positiv gewesen seien. Aus orthopädischer Sicht sei die Versicherte in ihrer 

bisherigen Tätigkeit als Reinigungsfachfrau wegen der verminderten Belastbarkeit des 

Achsenskelettes (Diskushernie C5/C6) noch etwa zu 50 % arbeitsfähig; dies unter der 

Annahme, dass die Reinigungstätigkeit mittelschwere Arbeiten und die Einnahme von 

Zwangspositionen der Wirbelsäule beinhaltet habe. Der Eintritt der Arbeitsunfähigkeit 

sei auf Mitte Februar 2009 festzusetzen. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei die 

Versicherte ganztägig arbeitsfähig, wobei es sinnvoll sei, ihr vermehrte und 

betriebsunübliche Pausen von etwa einer Stunde (pro Tag) zuzugestehen. Bei einer 

adaptierten Tätigkeit müsse es sich um eine körperlich leichte Arbeit mit der 

Möglichkeit des Wechselns zwischen Sitzen, Gehen und Stehen, ohne Heben und 

Tragen von Lasten über 5 kg, ohne Zwangspositionen oder repetitive Bewegungen der 

Wirbelsäule, ohne Absolvieren längerer Gehstrecken und ohne Überwinden von 

Höhendifferenzen (Treppen, Leitern, Gerüste) sowie ohne Tätigkeiten oberhalb der 

Horizontalebene handeln. Dr. med. E.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, gab im psychiatrischen Teilgutachten an, dass die Versicherte 

eine depressive Stimmung und eine Rückzugstendenz beschrieben habe. Weiter habe 

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sie angegeben, nichts mehr zu spüren, sich teilweise selbst zu hassen, Angst vor allem 

zu haben, schlecht durchzuschlafen, sich schlecht konzentrieren zu können und 

unkonkrete Suizidgedanken zu haben. Dr. E.___ befand, dass der Antrieb der 

Versicherten leicht vermindert gewesen sei. Vom Willen her habe sie unentschlossen 

bis willensschwach gewirkt. Das formale Denken sei weitschweifend und etwas 

sprunghaft gewesen. Es seien überwertige Ideen im Sinne eines magisch-mystischen 

Denkens fassbar gewesen. Die Versicherte habe berichtet, ab und zu eine Stimme zu 

hören, welche ihren Namen rufe, sowie braune Würmer zu sehen, welche sie aber nicht 

weiter störten. Die Stimmung habe leicht gedrückt und ängstlich gewirkt. 

Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit seien während des 

zweieinhalbstündigen Gesprächs anhaltend gut gewesen. Mit Bezug auf die 

Gedächtnisleistungen seien leichte Zeitgitterstörungen aufgefallen. Dr. E.___ 

schlussfolgerte, dass von Seiten der depressiven Symptomatik gegenwärtig ein 

leichtes bis mittelgradiges depressives Zustandsbild vorliege. Begünstigt durch frühere 

Traumatisierungen als Kind hätten sich aus heutiger Sicht eine chronische depressive 

Störung im Sinne einer Double Depression, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung 

und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung entwickelt. Von Seiten der 

Persönlichkeit lägen leistungsorientiert perfektionistische Anteile, aber auch ängstlich 

abhängige histrionische und emotional instabile Anteile vor. Die Schmerzstörung könne 

aus psychiatrischer Sicht als anhaltende somatoforme Schmerzstörung interpretiert 

werden, zumal seit Anfang 2009 schwere, andauernde Schmerzen vorlägen, welche 

von somatischer Seite nicht ausreichend erklärt werden könnten. Die 

Willensanstrengung sei angesichts der depressiven Symptomatik, der Rückzugsten­

denz, der diffusen Angst, der Schlaf- und der zeitweisen Konzentrationsstörungen 

sowie der unkonkreten Suizidgedanken teilweise eingeschränkt. Es lägen eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit einer psychiatrischen Komorbidität von 

einer gewissen Schwere sowie eine Persönlichkeitsstörung vor, so dass gewisse 

negative Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit resultierten. Aus rein psychiatrischer 

Sicht liege in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungsangestellte eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 % vor. Dasselbe gelte für eine adaptierte 

Tätigkeit, die möglichst selbständig auszuübende Tätigkeiten mit der Gelegenheit, 

Pausen zu machen, beinhalten sollte. Das Arbeitsumfeld sollte wohlwollend sein. Von 

Seiten der psychiatrischen Grunddiagnosen bestünden keine wesentlichen 

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Widersprüche zu den Beurteilungen der behandelnden Ärzte. Lediglich der 

Schweregrad der Depression sei von der behandelnden Psychiaterin in den Berichten 

vom 12. August 2010 und vom 15. März 2011 als schwer angegeben worden, was 

anhand der vorliegenden Unterlagen und des aktuellen klinischen Befundes nur schwer 

nachvollziehbar sei: Die umschriebenen Symptome unterschieden sich grundsätzlich 

nur wenig von den heute beschriebenen Funktionsausfällen. In der 

zusammenfassenden Beurteilung hielten die Sachverständigen fest, dass sich die 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nicht additiv 

auswirkten, da aus Sicht beider Fachgebiete ein erhöhter Pausenbedarf bestehe. 

Konklusiv könne somit von einer Arbeitsunfähigkeit von 40 % ausgegangen werden. Es 

sollte sich hierbei um eine möglichst selbständig auszuübende, körperlich leichte 

Tätigkeit mit der Möglichkeit des Wechselns zwischen Sitzen, Gehen und Stehen ohne 

Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, ohne Zwangspositionen oder repetitive 

Bewegungen der Wirbelsäule, ohne Absolvieren längerer Gehstrecken und ohne 

Überwinden von Höhendifferenzen (Treppen, Leitern, Gerüste) in einem wohlwollenden 

Umfeld handeln.

A.n  RAD-Arzt Dr. I.___ hielt am 28. Dezember 2011 fest (IV-act. 56), dass das 

bidisziplinäre Gutachten die versicherungsmedizinischen Anforderungen in vollem 

Umfang erfülle und uneingeschränkt darauf abgestellt werden könne.

A.o  Mit Vorbescheid vom 1. Februar 2012 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei 

einem IV-Grad von 27 % die Abweisung des Rentenbegehrens an (IV-act. 59). Sie hatte 

den Invaliditätsgrad anhand der gemischten Methode ermittelt, wobei sie die 

Versicherte als zu 80 % erwerbstätig und zu 20 % im Haushalt tätig eingestuft hatte. 

Dagegen liess die Versicherte am 29. Februar 2012 u.a. einwenden (IV-act. 68), dass 

sie aufgrund der finanziellen Verhältnisse ohne Invalidität zu 100 % erwerbstätig wäre. 

Ihr Rechtsvertreter machte zudem geltend, dass es Dr. E.___ an der notwendigen 

Unabhängigkeit gefehlt habe, ein Gutachten zu erstellen, da sie im selben Verfahren 

bereits zweimal als RAD-Ärztin beteiligt gewesen sei.

A.p  Mit Verfügung vom 12. Juli 2012 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren bei einem 

IV-Grad von 37 % ab (IV-act. 87). Den Invaliditätsgrad berechnete sie gestützt auf 

einen reinen Einkommensvergleich. Dagegen liess die Versicherte am 16. Juli 2012 

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Beschwerde erheben (IV-act. 95). In zwei internen Notizen vom 20. September 2012 

hielt eine IV-Sachbearbeiterin fest, die weiteren Abklärungen bei der C.___ AG hätten 

ergeben, dass die Versicherte aktuell bei einem 100 %-Pensum ein Jahreseinkommen 

von Fr. 62'400.-- erzielen würde (IV-act. 99 f.). Die C.___ AG könnte der Versicherten 

aber kein 100 %-Pensum anbieten. Bei der zweiten Arbeitgeberin betrage das 

"Valideneinkommen" Fr. 40'449.--; die Einkommen schwankten enorm; der Mittelwert 

betrage Fr. 51'424.70. Die Versicherte erleide somit eine Erwerbseinbusse von 40 %. 

Mit Verfügung vom 20. September 2012 widerrief die IV-Stelle die Rentenverfügung 

vom 12. Juli 2012 (IV-act. 105). Mit Entscheid vom 2. Oktober 2012 schrieb das 

Versicherungsgericht die gegen die Verfügung vom 12. Juli 2012 erhobene 

Beschwerde ab (IV-act. 110).

A.q  Auf interne Anfrage hin erklärte der Rechtsdienst der IV-Stelle am 2. November 

2012 (IV-act. 114), dass der von Dr. J.___ angegebene erhöhte Pausenbedarf von etwa 

einer Stunde pro Tag nicht anerkannt werden könne, da keine schwerwiegenden 

organischen Befunde vorlägen. Weiter stelle die von Dr. E.___ diagnostizierte leichte 

bis mittelgradige depressive Episode rechtsprechungsgemäss keine von depressiven 

Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines 

verselbständigten Gesundheitsschadens dar, die es der Versicherten verunmöglichen 

würde, die Folgen der bestehenden Schmerzproblematik zu überwinden, zumal leichte 

bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis 

grundsätzlich als therapeutisch angehbar gälten. Weiter habe Dr. E.___ hinsichtlich der 

Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung die für diese Diagnose 

charakteristischen Merkmale nicht hinreichend dargelegt. Die Versicherte sei jahrelang 

erwerbstätig gewesen und habe keine Auffälligkeiten oder Schwierigkeiten mit ihrer 

Aufgabe als Mutter gehabt. Vor diesem Hintergrund erscheine die Diagnose einer 

kombinierten Persönlichkeitsstörung nicht verlässlich. Eine erhebliche psychische 

Komorbidität sei deshalb zu verneinen. Auch fehlten Hinweise darauf, dass die 

Foerster-Kriterien hinreichend gehäuft und ausgeprägt vorlägen. Somit bestehe kein 

Raum für die Annahme einer mit dem psychischen Leiden begründeten (teilweisen) 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zusammengefasst sei gestützt auf das in Bezug 

auf den medizinischen Sachverhalt beweiskräftige bidisziplinäre Gutachten von einer 

100 %igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.

B.   

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B.a  Mit Vorbescheid vom 19. November 2012 (IV-act. 119) kündigte die IV-Stelle der 

Versicherten bei einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs an. Sie 

ging dabei von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus. Als 

Validen- und als Invalideneinkommen zog sie das durchschnittliche Einkommen einer 

Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 

im Jahr 2010 heran, d.h. Fr. 52'728.-- (IV-act. 117). Zur Begründung brachte sie die 

vom Rechtsdienst in der Stellungnahme vom 2. November 2012 angeführten 

Argumente vor. Mit Bezug auf die Befangenheitsvorwürfe gegen die Sachverständige 

Dr. E.___ führte die IV-Stelle an, dass kein vernünftig erkennbarer Grund gegeben sei, 

an deren Objektivität zu zweifeln.

B.b  Dagegen liess die Versicherte am 29. November 2012 einwenden (IV-act. 122), 

dass das bidisziplinäre Gutachten in materieller Hinsicht nicht vollständig sei. Es fehle 

eine ausführliche Medikamentenanamnese und ob bzw. welche physiotherapeutischen 

Massnahmen mit welcher Wirkung durchgeführt worden seien. Dem Gutachten könne 

auch keine aktuelle radiologische Diagnostik und keine Beurteilung der bestehenden 

radiologischen Bilder entnommen werden. Die Einschätzung der somatisch bedingten 

Restarbeitsfähigkeit sei unklar; so habe der orthopädische Sachverständige nur 

angegeben, es bestehe eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit der Notwendigkeit 

vermehrter Pausen von etwa einer Stunde. Weiter habe die psychiatrische 

Sachverständige die Auswirkungen der psychischen Beschwerden auf die 

Arbeitsfähigkeit nicht genügend umschrieben und hierzu auch keine quantitativen 

Angaben gemacht. Der psychiatrische Untersuchungsbefund sei sehr kurz gefasst. 

Auch habe die psychiatrische Sachverständige nicht begründet, weshalb die 

Willensanstrengung teilweise eingeschränkt sei. RAD-Arzt Dr. I.___ nahm am 

16. Januar 2013 zu den medizinischen Einwendungen Stellung (IV-act. 124): Vorab 

erklärte er, an der Arbeitsfähigkeitsschätzung von 60 % festzuhalten. Das Gutachten 

enthalte auf Seite 7 eine vollständige Liste der aktuell eingenommenen Medikamente. 

Vom ‒ sehr detailliert dargestellten ‒ Untersuchungsbefund her habe keine 

Veranlassung bestanden, aktuelle Röntgenbilder anzufertigen, da hiervon keine 

weitergehenden Ergebnisse zu erwarten gewesen seien. Die Frage, ob Physiotherapien 

durchgeführt worden seien, habe für die aktuelle gutachterliche Beurteilung keine 

Relevanz gehabt. Wenn der orthopädische Gutachter vermerkt habe, es sei vertretbar, 

in einer adaptierten Tätigkeit von einem ganztägigen Pensum auszugehen, dann lasse 

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der Hinweis auf eine zusätzliche Pause von einer Stunde darauf schliessen, dass eine 

Arbeitsfähigkeit von 87.5 % bestehe. Auch Dr. E.___ habe die aktuelle 

Medikamenteneinnahme erfragt. Der dargestellte psychiatrische Befund sei 

umfangreich, vollständig und nach den Richtlinien der AMDP erstellt worden. Die 

funktionellen Einschränkungen seien im Gutachten auf Seite 20 ausdrücklich 

beschrieben worden. Zur Begründung der teilweise eingeschränkten 

Willensanstrengung habe sich Dr. E.___ in Ziffer 6.3 ausführlich geäussert. Die 

Schätzung der Arbeitsfähigkeit auf 60 % sei konklusiv nicht zu beanstanden.

B.c  Mit Verfügung vom 28. Januar 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den 

im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 125). Zum Einwand verwies sie auf 

die Stellungnahme von Dr. I.___ vom 16. Januar 2013.

C.    

C.a  Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 12. Februar 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die 

Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente spätestens 

ab März 2010; eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen 

an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zur Begründung 

machte der Rechtsvertreter ‒ wie bereits im Verwaltungsverfahren ‒ geltend, das 

bidisziplinäre Gutachten sei sowohl aus formellen als auch aus materiellen Gründen 

nicht beweistauglich. Ausserdem könne es nicht angehen, dass die 

Beschwerdegegnerin, ohne mit Dr. E.___ Rücksprache genommen zu haben, von deren 

Arbeitsfähigkeitsschätzung abweiche. Als ehemalige RAD-Ärztin sei diese mit den sich 

stellenden invalidenversicherungsrechtlichen Fragen vertraut. Sie habe die Frage der 

zumutbaren Willensanstrengung, wenngleich nicht nachvollziehbar diskutiert, 

beantwortet. Nachdem der RAD ihre Beurteilung ‒ entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin ‒ als ausführlich und konklusiv beurteilt habe, leuchte es umso 

weniger ein, dass die Beschwerdegegnerin davon abweiche. Selbst wenn auf das 

Gutachten abgestellt würde, hätte die Beschwerdeführerin mindestens Anspruch auf 

eine Viertelsrente.

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C.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 6. Mai 2013 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Vorab erklärte sie, die Frage nach der richtigen Qualifikation der 

Beschwerdeführerin erübrige sich, da unabhängig von der Methode der 

Invaliditätsbemessung kein Rentenanspruch bestehe. Dr. E.___ sei anfangs 2010 aus 

dem RAD ausgeschieden. Sie sei bereits als RAD-Ärztin von Gesetzes wegen von der 

IV-Stelle unabhängig gewesen. Weil ihre gutachterlichen Feststellungen im Ton neutral 

und sachlich gehalten seien, ergäben sich keine Anhaltspunkte, die den Anschein der 

Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit objektiv begründen könnten.

C.c  Mit Replik vom 30. Mai 2013 hielt die Beschwerdeführerin an den mit der 

Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 9). Ihr Rechtsvertreter brachte 

ergänzend vor, dass niemand die Beschwerdeführerin in einer Tätigkeit, wie sie von 

den Sachverständigen umschrieben worden sei, anstellen würde; insbesondere auch 

deshalb, weil die Beschwerdeführerin gerade mal acht Jahre lang die Primarschule 

besucht habe, über keine Berufsausbildung verfüge und in der Vergangenheit 

weitgehend als Raumpflegerin tätig gewesen sei. Falls die Beschwerdeführerin 

überhaupt ein Einkommen erzielen könnte, dann sicher keines, welches mehr als 40 % 

des Valideneinkommens betrage.

C.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 11).

Erwägungen:

1.     

1.1   Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen Renten­

anspruch der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 0 % abgelehnt. 

Strittig ist demnach, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente 

hat.

1.2   Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf 

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dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist 

gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3   Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Die Methode zur Bemessung der konkreten Unmöglichkeit, sich 

im Aufgabenbereich zu betätigen, ist in Art. 28a IVG geregelt: Es ist darauf abzustellen, 

in welchem Mass die betreffende Person unfähig ist, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen (Abs. 2). Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die sogenannte gemischte Methode der 

Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im 

Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der 

Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 

Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.

2.     

Zunächst ist zu prüfen, welche Methode der Invaliditätsbemessung vorliegend zur 

Anwendung kommt. Die Beschwerdeführerin hat im Fragebogen zur Rentenabklärung 

vom 10. September 2010 und anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle vom 15. 

Februar 2011 angegeben, dass sie heute ohne die Gesundheitsbeeinträchtigungen zu 

80 % erwerbstätig und zu 20 % im Haushalt tätig wäre. Im Einwand gegen den 

Vorbescheid vom 1. Februar 2012 hat der Rechtsvertreter demgegenüber erklärt, dass 

die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig wäre. Der Ehemann 

der Beschwerdeführerin bezieht eine ganze Invalidenrente und eine reduzierte 

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Unfallrente (IV-act. 44-2). Die Beschwerdeführerin verfügt über keine Berufsausbildung 

und hat jahrelang als Reinigungsfachfrau gearbeitet; sie könnte somit auch im 

Gesundheitsfall nur ein Einkommen in der Höhe des durchschnittlichen Lohnes einer 

Hilfsarbeiterin erzielen. Die Beschwerdeführerin hat sich im August 2009 bei der 

Invalidenversicherung angemeldet. Unter Berücksichtigung des Wartejahres (Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG) und der sechsmonatigen Wartezeit nach Art. 29 Abs. 1 IVG kann 

frühestens ab 1. Februar 2010 ein Anspruch auf eine IV-Rente bestehen. Aufgrund der 

finanziellen Situation ihrer Familie ist es nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin 

ohne Gesundheitsbeeinträchtigung (spätestens) seit Februar 2010 ein Arbeitspensum 

von 100 % absolvieren würde. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass der 

nicht erwerbstätige Ehemann einen grossen Teil der Haushaltsarbeit und der 

Kindererziehung übernehmen könnte (siehe IV-act. 44-1). Die Beschwerdegegnerin hat 

den Invaliditätsgrad daher zu Recht anhand eines reinen Einkommensvergleichs 

ermittelt.

3.     

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass das bidiszipli­

näre Gutachten von Dr. J.___ und Dr. E.___ bereits aus formellen Gründen nicht 

verwertbar sei, da Dr. E.___ im selben Verfahren bereits als RAD-Ärztin fungiert habe. 

Tatsächlich hat Dr. E.___ als RAD-Ärztin zweimal zum vorliegenden Fall Stellung 

genommen: Am 27. August 2009 hatte sie ein Telefongespräch mit der behandelnden 

Psychiaterin geführt und am 6. Oktober 2009 hatte sie an einer Frühinterventions-

Triage teilgenommen. Zum vorliegenden Fall hat sie als RAD-Ärztin einzig insoweit 

Stellung genommen, als sie anlässlich der Frühinterventions-Triage die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der behandelnden Psychiaterin als plausibel qualifiziert hat. 

Die Begutachtung ist zwei Jahre später, im Oktober 2011, erfolgt. RAD-Ärzte sind ‒ wie 

auch externe Sachverständige ‒ verpflichtet, medizinische Sachentscheide unabhängig 

zu fällen (Art. 59 Abs. 2  IVG). Hieraus könnte der Schluss gezogen werden, dass der 

Beweiswert von Untersuchungsberichten des RAD und derjenige externer Gutachter 

grundsätzlich gleich hoch ist. Wäre dies der Fall, würde es für den Beweiswert des 

Gutachtens grundsätzlich keine Rolle spielen, dass Dr. E.___ bereits als RAD-Ärztin 

zum selben Fall Stellung bezogen hat, da sie ja in beiden Fällen eine unabhängige 

Beurteilung hat abgeben müssen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

bis

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kommt jedoch den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen, 

namentlich auch jenen von RAD-Ärzten, nicht dieselbe Beweiskraft wie einem 

gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in 

Auftrag gegebenen Gutachten zu. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 

externen Gutachtens entschieden werden, so sind gemäss dem Bundesgericht strenge 

Anforderungen an die Beweiswürdigung zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel 

an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 

mit Hinweisen). Aus dem Gesagten folgt, dass dem Gutachten von Dr. E.___ nicht von 

Vornherein jeglicher Beweiswert abgesprochen werden kann, weil sie zwei Jahre zuvor 

als RAD-Ärztin zum Fall Stellung genommen hat. Dem Gutachten sind denn auch keine 

Hinweise zu entnehmen, die auch nur den Anschein einer Befangenheit erwecken 

könnten. Trotzdem ist dem Umstand, dass Dr. E.___ bereits als RAD-Ärztin im 

Verwaltungsverfahren involviert gewesen ist, insoweit Rechnung zu tragen, als bei der 

Beweiswürdigung die (strengeren) Anforderungen, d.h. diejenigen, die für Berichte 

versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen gelten, angewendet werden. 

Demnach darf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. J.___ und Dr. E.___ hinsichtlich 

seiner Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit nicht einmal geringe Zweifel wecken.

4.     

4.1   In somatischer Hinsicht hat die Beschwerdeführerin geltend gemacht, ständig an 

starken Schmerzen im ganzen Körper ‒ insbesondere im Kopf, im Nacken, in den 

Schultern, den Hüften, den Händen und den Beinen ‒ zu leiden. Der orthopädische 

Sachverständige Dr. J.___ hat die Beschwerdeführerin klinisch eingehend untersucht 

(S. 9 ff. des Gutachtens, IV-act. 55). Er ist zum Schluss gekommen, dass die 

Beweglichkeit des Achsenskeletts und der übrigen Teile des Bewegungsapparates 

schmerzbedingt vermindert sei, diese Einschränkungen objektiv jedoch nicht klar 

fassbar seien. Namentlich hätten keine neurologischen Ausfallsymptome vorgelegen. 

Auch eine Fibromyalgie hat Dr. J.___ anhand eines standardisierten Testverfahrens 

ausschliessen können. Mangels weiterer objektiver Befunde hat Dr. J.___ lediglich eine 

Cervicobrachialgie rechts bei kleiner Diskushernie C5/C6 diagnostiziert, wobei er diese 

Diagnose vom Hausarzt übernommen hat. Der Rechtsvertreter hat kritisiert, dass 

erstens keine ausführliche Medikamentenanamnese gemacht worden sei und zweitens 

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nicht festgestellt worden sei, welche Medikamente die Beschwerdeführerin wie oft 

einnehme und welche Wirkung die Medikamente hätten. Wie bereits der RAD dargelegt 

hat, sind die Medikamente samt Dosierung auf Seite 7 des Gutachtens aufgelistet. Die 

Sachverständigen haben das Gutachten somit in Kenntnis der eingenommenen 

Medikamente verfasst. Der Rechtsvertreter hat weiter moniert, dass nicht erfasst 

worden sei, ob und wenn ja, welche physiotherapeutischen Massnahmen mit welcher 

Wirkung durchgeführt worden seien. Mit dem RAD ist davon auszugehen, dass diese 

Fragen für die aktuelle Begutachtung keine Relevanz gehabt haben, da 

physiotherapeutische Massnahmen nur eine arbeitsfähigkeitserhöhende Wirkung 

haben könnten. Der Rechtsvertreter hat sodann bemängelt, dass Dr. J.___ keine 

aktuelle radiologische Diagnostik und keine Beurteilung der bestehenden 

radiologischen Bilder durchgeführt habe. Medizinische Sachverständige sind 

grundsätzlich in der Wahl der geeigneten Prüfmethoden frei. Dr. J.___ hat 

nachvollziehbar begründet, weshalb im vorliegenden Fall eine aktuelle radiologische 

Untersuchung keine weiteren Erkenntnisse für die Arbeitsfähigkeitsschätzung bringen 

würde. Auch dass er auf den MRI-Befund von Dr. F.___ abgestellt und die MRI-Bilder 

nicht selber interpretiert hat, schmälert die Beweiskraft seines Teilgutachtens nicht, da 

MRI-Bilder ohnehin stets von Fachspezialisten, d.h. Radiologen, ausgewertet werden. 

Es sind somit keine Gründe ersichtlich, die die Diagnose des orthopädischen 

Sachverständigen in Zweifel zu ziehen vermöchten. Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit 

hat Dr. J.___ erklärt, dass die Beschwerdeführerin wegen der Diskushernie C5/C6 nur 

noch körperlich leichte Tätigkeiten ausüben dürfe. Da die angestammte Tätigkeit als 

Reinigungskraft wohl mittelschwere Arbeiten und die Einnahme von Zwangspositionen 

der Wirbelsäule beinhalte, sei ihr diese Tätigkeit nur noch zu 50 % zumutbar. Diese 

Einschätzung überzeugt grundsätzlich. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, 

dass der Anteil mittelschwerer Arbeiten bei der Reinigungstätigkeit sogar bei über 50 

% liegt und damit die Restarbeitsfähigkeit weniger als 50 % beträgt. Der genaue 

Arbeitsunfähigkeitsgrad in der angestammten Tätigkeit ist jedoch nicht von Relevanz, 

da im vorliegenden Fall die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit massgebend 

ist. In einer körperlich leichten Tätigkeit mit der Möglichkeit des Wechselns zwischen 

Sitzen, Gehen und Stehen, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, ohne 

Absolvieren längerer Gehstrecken und ohne Überwinden von Höhendifferenzen 

(Treppen, Leitern, Gerüste) sowie ohne Tätigkeiten oberhalb der Horizontalen hat Dr. 

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J.___ die Arbeitsfähigkeit auf 100 % geschätzt. Allerdings hat er angegeben, dass der 

Versicherten vermehrte und betriebsunübliche Pausen von etwa einer Stunde täglich 

zugestanden werden müssten. Dr. J.___ hat die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit, ausgehend von einer 40-Stunden-Woche, somit auf 87.5 % geschätzt. Die 

Beschwerdegegnerin hat hiergegen vorgebracht, dass die Einräumung einer 

Leistungsverminderung durch die organischen Befunde nicht begründet sei. Diese 

Kritik erscheint auf den ersten Blick als berechtigt, da bereits bei der Umschreibung 

der adaptierten Tätigkeit Rücksicht auf das HWS-Leiden genommen worden ist. Die 

Frage, ob die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit tatsächlich vermehrte 

Pausen im Umfang von einer Stunde pro Tag benötigt, kann jedoch offen gelassen 

werden; denn auch eine Arbeitsunfähigkeit von 12.5 % vermöchte ‒ aus rein 

somatischer Sicht ‒ keinen Invaliditätsgrad von 40 % oder mehr begründen. Im 

Übrigen überzeugt die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. J.___, da keine 

schwerwiegenden Befunde haben erhoben werden können. Aus somatischer Sicht ist 

die Beschwerdeführerin somit seit Februar 2009 in einer von Dr. J.___ umschriebenen 

adaptierten Tätigkeit wohl zu 100 % arbeitsfähig.

4.2   Als Nächstes ist zu klären, ob die Beschwerdeführerin an psychischen 

Beeinträchtigungen leidet, die einen Einfluss auf ihre Arbeitsfähigkeit haben.

4.2.1         Die psychiatrische Sachverständige Dr. E.___ hat eine leichte bis mittel­

gradige depressive Episode (DD: chronische Depression im Sinne einer Double 

Depression), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-abhängigen, 

histrionischen, selbstunsicheren und emotional instabilen Anteilen sowie eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Entgegen der Behauptung 

des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin hat Dr. E.___ den psychiatrischen 

Untersuchungsbefund nicht sehr kurz gefasst. Dem Gutachten ist vielmehr ein 

ausführlicher psychiatrischer Status zu entnehmen (vgl. Ziff. 4.3.1. des Gutachtens). Die 

Diagnose einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode stimmt mit der 

Diagnose der Klinik G.___ (mittelgradige depressive Episode mit somatischem 

Syndrom) überein. Demgegenüber haben Dr. D.___ und die Klinik Gais eine depressive 

Störung angegeben. Eine depressive Störung darf allerdings erst diagnostiziert werden, 

wenn die betroffene Person wiederholt unter depressiven Episoden leidet (siehe 

ICD-10: F33). Wie bereits RAD-Arzt Dr. I.___ festgestellt hat, geht aus den Akten nicht 

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hervor, dass die Beschwerdeführerin bereits früher an einer depressiven Episode 

gelitten hätte. Auch deutet nichts darauf hin, dass die depressive Episode seit ihrem 

Ausbruch (ca. Februar 2009) zwischenzeitlich remittiert wäre. Aufgrund der langen 

Dauer der depressiven Episode ist auch gut nachvollziehbar, dass Dr. E.___ als 

Differentialdiagnose eine chronische Depression im Sinne einer Double Depression 

diagnostiziert hat. Dr. D.___ hat die Depression im August 2010 als schwer bezeichnet. 

Dr. E.___ hat dieser Einschätzung zu Recht entgegnet, dass die von Dr. D.___ 

umschriebenen Symptome nicht einer schweren depressiven Episode entsprächen. Es 

ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit Februar 2009 an einer 

leichten bis mittelschweren depressiven Episode, evtl. sogar einer chronischen 

Depression im Sinne einer Double Depression, leidet. Die Diagnose einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung ist erstmals während des stationären Aufenthalts von Oktober 

2009 bis Februar 2010 von der Klinik G.___ erhoben worden. Dr. D.___ hat diese 

Diagnose im August 2010 bestätigt. Die behandelnden Ärzte wie auch die 

psychiatrische Sachverständige Dr. E.___ sind sich somit einig, dass die 

Beschwerdeführerin an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung leidet. Auch RAD-

Psychiater Dr. I.___ hat keine Widersprüche in dieser Diagnosestellung gesehen (vgl. 

IV-act. 56). Obwohl die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung unter den 

psychiatrischen Fachpersonen unbestritten ist, hat die Beschwerdegegnerin behauptet, 

dass es sich hierbei nicht um eine verlässliche Diagnose handle: Erstens habe Dr. E.___ 

die einer Persönlichkeitsstörung zugrunde liegenden charakteristischen Merkmale nicht 

hinreichend dargelegt. Und Zweitens sei die Beschwerdeführerin jahrelang erwerbstätig 

gewesen und habe keine Auffälligkeiten oder Schwierigkeiten mit ihrer Aufgabe als 

Mutter gehabt. Die Argumentation der Beschwerdegegnerin ist nicht stichhaltig: Denn 

kombinierte Persönlichkeitsstörungen (F61) weisen eben gerade nicht die spezifischen 

Symptombilder der Persönlichkeitsstörungen nach F60 auf. Da die Diagnose einer 

kombinierten Persönlichkeitsstörung unter den Fachärzten nicht umstritten ist und 

keine Hinweise vorliegen, die gegen das Vorliegen einer solchen sprechen würden, 

muss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-

abhängigen, histrionischen, selbstunsicheren und emotional instabilen Anteilen leidet. 

Unbestritten ist schliesslich auch, dass die Beschwerdeführerin an einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung leidet. Auch diese Diagnose überzeugt, da die 

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Beschwerdeführerin unter andauernden, starken Schmerzen am ganzen Körper leidet, 

die weder durch einen physiologischen Prozess noch durch eine körperliche Störung 

hinreichend erklärt werden können (vgl. ICD-10: F45.4). Die Beschwerdeführerin leidet 

in psychischer Hinsicht somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an einer leichten 

bis mittelgradigen depressiven Episode (DD: Chronische Depression im Sinne einer 

Double Depression), an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-

abhängigen, histrionischen, selbstunsicheren und emotional instabilen Anteilen sowie 

an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung.

4.2.2         Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist das Vorliegen eines 

fachärztlich ausgewiesenen psychischen Leidens mit Krankheitswert ‒ worunter 

anhaltende somatoforme Schmerzstörungen grundsätzlich fallen ‒ aus rechtlicher Sicht 

wohl Voraussetzung, nicht aber hinreichende Basis für die Annahme einer 

invalidisierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Namentlich vermag nach der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung eine diagnostizierte anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung als solche in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität 

führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu 

bewirken. Ein Abweichen von diesem Grundsatz fällt nur in jenen Fällen in Betracht, in 

denen die festgestellte somatoforme Schmerzstörung nach Einschätzung des Arztes 

eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten Person die Verwertung ihrer 

verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung ‒ und 

unter Ausschluss von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die auf 

aggravatorisches Verhalten zurückzuführen sind ‒ sozial-praktisch nicht mehr 

zumutbar oder dies für die Gesellschaft gar untragbar ist. Die ‒ nur in Ausnahmefällen 

anzunehmende ‒ Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines 

Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt jedenfalls das Vorliegen einer 

mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, 

Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, 

mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus. So sprechen unter 

Umständen (1) chronische körperliche Begleiterkrankungen und ein mehrjähriger 

Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne 

längerfristige Remission, (2) ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des 

Lebens, (3) ein verfestigter therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf 

einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer 

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Krankheitsgewinn, "Flucht in die Krankheit") oder schliesslich (4) unbefriedigende 

Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder 

stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischen 

Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und 

Eigenanstrengung der versicherten Person für die ausnahmsweise Unüberwindlichkeit 

der somatoformen Schmerzstörung (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 mit Hinweisen). Je mehr 

dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde 

darstellen, desto eher sind die Voraussetzungen für eine zumutbare 

Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 mit Hinweisen). Mittelgradige 

depressive Episoden stellen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

grundsätzlich keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare 

andauernde Depression im Sinne eines verselbständigen Gesundheitsschadens dar, 

die es der betroffenen Person verunmöglichten, die Folgen der Schmerzstörung zu 

überwinden (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2012, 9C_736/2011 E 4.2.2.1 

mit Hinweisen).

4.2.3         Die im Recht liegenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden 

Ärzte vermögen nicht zu überzeugen. Zum einen stimmen ihre Einschätzungen, wie 

bereits RAD-Arzt Dr. I.___ festgestellt hat, nicht mit den von ihnen erhobenen Befunden 

überein (IV-act. 38 und 49). Zum anderen haben sie sich nicht mit der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zu den somatoformen Schmerzstörungen auseinandergesetzt. Es 

bleibt somit zu prüfen, ob auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. E.___ abgestellt 

werden kann. Die psychiatrische Sachverständige hat erklärt, dass die Symptome der 

leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode (DD: Chronische Depression im Sinne 

einer Double Depression) es der Beschwerdeführerin teilweise verunmöglichten, die 

Folgen der somatoformen Schmerzstörung zu überwinden. Sie ist somit davon 

ausgegangen, dass die depressive Episode zwar nur eine "Begleiterscheinung" der 

somatoformen Schmerzstörung ist, die depressive Episode jedoch von einer solchen 

Schwere ist, dass sie die willentliche Überwindung der Schmerzstörung teilweise 

verunmöglicht. Die Beschwerdeführerin hat im Verfügungszeitpunkt seit rund vier 

Jahren an einer depressiven Episode bzw. an einer chronischen Depression im Sinne 

einer Double Depression in leichter bis mittelgradiger Ausprägung gelitten. In den 

medizinischen Berichten der behandelnden Ärzte hat der Fokus stets auf der 

depressiven Episode und nicht auf der somatoformen Schmerzstörung gelegen. Trotz 

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regelmässiger psychotherapeutischer Behandlung durch Dr. D.___ und der beiden 

Klinikaufenthalte von Juni bis Juli 2009 und Oktober 2009 bis Februar 2010 hat sich die 

depressive Symptomatik bis zum Verfügungszeitpunkt im Januar 2013 nicht anhaltend 

verbessert. Die Qualifikation der depressiven Episode als psychische Komorbidität von 

erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer ist daher gut nachvollziehbar. 

Ausserdem ist evident, dass eine Person, die an einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-abhängigen, histrionischen, selbstunsicheren und 

emotional instabilen Anteilen leidet, in ihrer Willenskraft, eine psychische Störung 

überwinden zu können, zusätzlich eingeschränkt ist. Auch der geschätzte 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 40 % erscheint realistisch, zumal keine Anzeichen für eine 

schwere Depression vorliegen und als adaptierte Tätigkeit nur Hilfsarbeitertätigkeiten in 

Frage kommen, die keine hohen Anforderungen an das Konzentrationsvermögen, das 

Auffassungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit stellen. Der 

psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hat sich seit Februar 2009 

nicht wesentlich verändert. Es ist daher davon auszugehen, dass die psychisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit von 40 % seit Februar 2009 besteht. Für die Dauer der 

Hospitalisationen (Juni/Juli 2009 und Oktober 2009 bis Februar 2010) ist von einer 

100 %igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen. Dr. J.___ und Dr. E.___ 

haben in der interdisziplinären Zusammenfassung ihres Gutachtens dargelegt, dass 

sich die somatisch und psychisch bedingten Einschränkungen nicht additiv auswirkten, 

da aus Sicht beider Fachgebiete ein erhöhter Pausenbedarf notwendig sei. Sie haben 

die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus polydisziplinärer Sicht deshalb auf 

60 % festgesetzt. Auch diese Einschätzung ist schlüssig. Zusammenfassend ist 

festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in einer möglichst selbständig 

auszuübenden, körperlich leichten Tätigkeit mit der Möglichkeit des Wechselns 

zwischen Sitzen, Gehen und Stehen ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, 

ohne Zwangspositionen oder repetitive Bewegungen der Wirbelsäule, ohne Absolvieren 

längerer Gehstrecken und ohne Überwinden von Höhendifferenzen (Treppen, Leitern, 

Gerüste) in einem wohlwollenden Umfeld seit Februar 2009 ‒ mit Ausnahme der 

stationären Klinikaufenthalte, während derer sie in allen Tätigkeiten zu 100 % 

arbeitsunfähig gewesen ist ‒ zu 40 % arbeitsunfähig ist.

4.3   Schliesslich bleibt noch der Einkommensvergleich vorzunehmen.

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4.3.1         Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Rentenbeginns als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Dabei wird 

in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 125 V 58 

E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014 E. 5.E1). Die 

Beschwerdeführerin ist seit 2002 bei der B.___ AG und zusätzlich seit 2003 bei der 

C.___ AG als Reinigungskraft beschäftigt gewesen. Es ist davon auszugehen, dass sie 

diese Tätigkeiten weiterhin ausgeübt hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Die 

ausbezahlten Löhne der beiden Unternehmen differierten stark. Während die 

Beschwerdeführerin bei der B.___ AG mit einem Stundenlohn von Fr. 18.65 (ohne 

Ferien- und Feiertagsentschädigung) einen unterdurchschnittlichen Lohn erzielt hat, hat 

sie bei der C.___ AG mit einem Stundenlohn von Fr. 27.35 (Fr. 2'600.-- / [22 Std. x 

4.3333 Wo.]) einen überdurchschnittlichen Lohn erhalten. Die C.___ AG hat im 

Arbeitgeberfragebogen betont, dass die Beschwerdeführerin seit dem 

Anstellungsbeginn im Jahr 2003 nie krank und immer zuverlässig gewesen sei (IV-act. 

22-4). Die vergleichsweise hohe Entlöhnung ist daher mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf die sehr gute Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin und damit 

auf die besondere Zufriedenheit der Arbeitgeberin zurückzuführen. Für die C.___ AG 

hat die Beschwerdeführerin im Jahr 2008 durchschnittlich in einem Pensum von 50 % 

gearbeitet (100 % x Fr. 30'220.-- [Einkommen gem. IK-Auszug + Lohnkonto abzgl. 

Kinderzulage] / Fr. 60'093.-- [fiktives Einkommen 2008 bei 100 %-Pensum, siehe IV-

act. 22-10]). Dies entspricht exakt den Angaben im Arbeitgeberfragebogen, wonach 

das Pensum der Beschwerdeführerin (bei einer allgemeinen betrieblichen Arbeitszeit 

von 43.75 Std.) 22 Stunden pro Woche betragen habe. Nichts spricht dagegen, dass 

die Beschwerdeführerin auch im Jahr 2009 50 % für die C.___ AG gearbeitet hätte, 

wenn sie gesund geblieben wäre. Die Beschwerdeführerin hat per 1. Juni 2008 einer 

Lohnerhöhung erhalten und fortan bei einem Pensum von 50 % durchschnittlich 

Fr. 2'600.-- pro Monat verdient. Da sie weder im Jahr 2006 noch im Jahr 2007 eine 

Lohnerhöhung erhalten hat und ihr Lohn per 1. Juni 2008 verhältnismässig stark 

angestiegen ist (von Fr. 2'320.-- auf Fr. 2'600.--), ist davon auszugehen, dass sie per 1. 

Januar 2009 keine Lohnerhöhung erhalten hätte. Eine Anpassung an die 

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Nominallohnentwicklung hat daher erst per 1. Januar 2010 zu erfolgen. Die 

Beschwerdeführerin hätte im Jahr 2009 bei einem Pensum von 50 % bei der C.___ AG 

folglich ein Einkommen von Fr. 31'200.-- erzielen können (12 x Fr. 2'600.--). Für die 

Reinigungstätigkeit bei der B.___ AG hat die Beschwerdeführerin gemäss dem IK-

Auszug im Jahr 2008 ein Einkommen von Fr. 7'889.-- erzielt. Allerdings hat sie in 

diesem Jahr zusätzlich eine EO/ MSE-Entschädigung von Fr. 1'476.-- für die Monate 

Januar bis März 2008 erhalten. Tatsächlich hat die Beschwerdeführerin in diesem 

Zeitraum kein Einkommen von der B.___ AG erhalten (IV-act. 14-8). Deshalb ist das 

absolvierte Pensum lediglich anhand der Monate April bis Dezember 2008 zu 

bestimmen. Die Beschwerdeführerin hat im Jahr 2008 demnach durchschnittlich in 

einem Pensum von 25.5 % für die B.___ AG gearbeitet (100 % x Fr. 7'889.-- / Fr. 

30'912.-- [Fr. 18.65 x 42.5 Std. x 39 Wo.]). Im Jahr 2009 hätte sie ebenfalls einen 

Stundenlohn von Fr. 18.65 erhalten. Bei einem Pensum von 25.5 % hätte sie im Jahr 

2009 für die Tätigkeit bei der B.___ AG somit einen Jahreslohn von Fr. 10'510.-- erzielt 

(Fr. 41'216.50 [Fr. 18.65 x 42.5 Std. x 52 Wo.] x 25.5 % / 100 %). Werden die Einkünfte 

aus den beiden Reinigungstätigkeiten zusammengerechnet und der 

Nominallohnentwicklung angepasst, hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2010 ohne 

Gesundheitsschaden bei einem Pensum von 75.5 % insgesamt einen Jahreslohn von 

Fr. 42'085.40 erhalten ([Fr. 31'200.-- + Fr. 10'510.--] / 100 % x 100.9 %, siehe 

Lohnentwicklung 2010, Bundesamt für Statistik, T1.05, O, 90-93, Erbringung von 

sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen). Wie in Erw. 2 ausgeführt, ist 

zu unterstellen, dass die Beschwerdeführerin spätestens im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Rentenbeginns, d.h. ab Februar 2010, zu 100 % erwerbstätig 

gewesen wäre, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Da sie das Pensum bei den 

bisherigen Arbeitsstellen offenbar nicht hätte erhöhen können, muss davon 

ausgegangen werden, dass sie zusätzlich zu den Reinigungstätigkeiten bei der C.___ 

AG und der B.___ AG eine weitere Hilfsarbeiterinnentätigkeit im Umfang von ca. 24.5 % 

aufgenommen hätte. Das durchschnittliche Einkommen einer Hilfsarbeiterin hat im Jahr 

2010, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden, Fr. 

52'728.--, betragen (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der 

Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015). In einer dritten Tätigkeit hätte die 

Beschwerdeführerin im Jahr 2010 bei einem Pensum von 24.5 % somit Fr. 12'918.35 

verdienen können. Rechnet man die Erwerbseinkommen aus allen drei Tätigkeiten 

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zusammen, ergibt sich für das Jahr 2010 ein hypothetisches Einkommen von Fr. 

55'003.75 (Fr. 12'918.35 + Fr. 42'085.40). Das Valideneinkommen beträgt folglich Fr. 

55'004.--.

4.3.2         Mit Bezug auf das Invalideneinkommen hat der Rechtsvertreter 

eingewendet, dass die Beschwerdeführerin eine allfällige Restarbeitsfähigkeit gar nicht 

verwerten könnte, da kein Arbeitgeber sie einstellen würde. Ob eine versicherte Person 

die verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch 

verwerten kann, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern 

hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend sind beispielsweise das 

Alter, die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der 

absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang 

auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, 

beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem 

angestammten Bereich. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren 

Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

30. Juli 2014, 9C_272/2014 E. 2.1). Die Argumentation, dass die Beschwerdeführerin 

aufgrund fehlender Schul- und Berufsausbildung keine Stelle finden würde, geht fehl, 

da Hilfsarbeitertätigkeiten keine spezifische Ausbildung voraussetzen und in der Regel 

gerade von ungelernten Personen ausgeübt werden. Die psychiatrische 

Sachverständige hat die Beschwerdeführerin zudem als durchschnittlich intelligent 

eingeschätzt (Ziff. 4.3.1 des Gutachtens). Sodann wird der Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin bis Anfang 2009 zu ca. 80 % als Reinigungsfachfrau tätig 

gewesen ist, ihre Chancen erhöhen, eine Stelle in einer adaptierten Tätigkeit zu finden, 

zumal sich die ehemalige Arbeitgeberin sehr positiv zur Arbeitsleistung der 

Beschwerdeführerin geäussert hat (siehe IV-act. 22-4). Für die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit spricht auch das junge Alter der Beschwerdeführerin; ihre 

Arbeitskraft wird einem potentiellen Arbeitgeber noch lange Zeit zur Verfügung stehen. 

Ein potentieller Arbeitgeber wird darum auch gewillt sein, den notwendigen 

Einarbeitungsaufwand zu tätigen. Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände 

muss daher davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre 

Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten könnte. Als 

Invalidenkarriere kommt nur eine Hilfsarbeitertätigkeit in Frage, da die 

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Beschwerdeführerin über keine Berufsausbildung verfügt. Das durchschnittliche 

Einkommen einer Hilfsarbeiterin hat, wie bereits erwähnt, im Jahr 2010 Fr. 52'728.-- 

betragen. Ohne Tabellenlohnabzug würde das Invalideneinkommen Fr. 31'636.80 

betragen. Die Beschwerdeführerin leidet unter drei verschiedenen psychischen 

Störungen. Ein potentieller Arbeitgeber würde sie nur zu einem unterdurchschnittlichen 

Lohn anstellen, da bei einer Arbeitnehmerin, die an erheblichen psychischen Defiziten 

leidet, ein grosses Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen besteht. Auch 

wird die Beschwerdeführerin aufgrund der psychischen Problematik einen grösseren 

Betreuungsaufwand benötigen als eine gesunde Arbeitnehmerin. Diese rein 

betriebswirtschaftlichen bzw. ökonomischen Faktoren haben in der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen des Instituts für Forensisch-

Psychologische Begutachtung selbstverständlich nicht berücksichtigt werden können, 

da sie mit der aus medizinischer Sicht zumutbaren Arbeitsleistung nichts zu tun haben. 

Daher rechtfertigt sich ein Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 15 %. Das 

Invalideneinkommen beträgt bei einer Arbeitsunfähigkeit von 40 % somit Fr. 26'891.--.

4.3.3         Die Beschwerdeführerin war vom 26. Oktober 2009 bis 23. Februar 2010 in 

der Klinik G.___ hospitalisiert und in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig ge­

wesen. Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung der Leistung 

zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ge­

dauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Für die 

Zeit vom 1. Februar 2010 bis 31. Mai 2010 beträgt das Invalideneinkommen daher 

Fr. 0.--. Für die Periode 1. Februar 2010 bis 31. Mai 2010 resultiert ein Invaliditätsgrad 

von 100 % und ab 1. Juni 2010 ein solcher von 51 % (100 % - [100 % x Fr. 26'891.-- / 

Fr. 55'004.--]).

4.4   Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen. Die Beschwerdeführerin hat für den 

Zeitraum 1. Februar 2010 bis 31. Mai 2010 wegen des stationären Aufenthaltes in der 

Klinik G.___ Anspruch auf eine ganze Rente und ab 1. Juni 2010 Anspruch auf eine 

halbe Rente. Die Sache ist zur Festsetzung der Rentenhöhe an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/29

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5.1   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

5.2   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter hat keine Honorarnote eingereicht. In einem Fall mit mittlerem Aufwand 

und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr. 

3'500.-- ausgerichtet. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin 

entsprechend mit Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu 

entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 28. Januar 2013 auf-

gehoben und der Beschwerdeführerin wird für die Zeit vom 1. Februar 2010 bis 31. Mai 

2010 eine ganze Rente und ab 1. Juni 2010 eine halbe Rente zugesprochen; zur 

Festsetzung der Rentenhöhe wird die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurück­

erstattet.

bis 

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3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.06.2015
	Art. 28 und 28a IVG. Psychische Komorbidität von erheblicher Schwere aufgrund einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode (DD: chronische Depression, Double Depression) bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bejaht. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Juni 2015, IV 2013/73). Teilweise aufgehoben durch Bundesgericht 9C_437/2015.

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