# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3c42a3a-372d-544d-abcd-059cffc3abbc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 14.09.2010 S 2010 77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-77_2010-09-14.pdf

## Full Text

S 10 77
3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 14. September 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

1. a) … (nachfolgend …), geboren 1954, ist gelernte Dekorateurin und 

Damenschneiderin. Sie ist geschieden und hat aus dieser Ehe einen 

erwachsenen Sohn (1986), der in Basel studiert. … leidet an einer 

angeborenen Beinverkürzung des rechten Beines mit Beckenschiefstand. 

Daraus ergaben sich degenerative Veränderungen im Rücken und an der 

Hüfte. Seit 1993 übernahm die Invalidenversicherung (IV) deshalb die Kosten 

für die orthopädischen Änderungen an ihren Schuhen (Bestätigung des 

Sekretariatsbeschlusses vom 24. Februar 1993 mit Verfügung vom 3. Januar 

2005).

b) Gemäss ärztlichem Zeugnis von Dr. med. … vom 13. Juli 2004 besteht bei … 

seit dem 16. Juni 2004 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Versuche die 

Arbeitsfähigkeit auf 80% zu erhöhen, mussten wegen starker 

Rückenschmerzen aufgegeben werden. In der Folge meldete sich … am 19. 

Oktober 2004 bei der IV-Stelle Graubünden zum Bezuge von Leistungen an. 

Im Abklärungsbericht Haushalt (Haushaltsbericht) vom 25. Juli 2005 wurde 

festgehalten, dass die invaliditätsbedingte Beschränkung im Haushalt 18.1% 

betrage. … würde mehr arbeiten (80%), wenn sie könnte, da sie sich scheiden 

lassen wolle. Ohne zusätzliche Einnahmen sehe sie keine Möglichkeit zur 

Scheidung. Die Gewichtung zwischen Haushalt und Erwerbstätigkeit liege 

demzufolge bei 20% Haushalt und 80% Erwerbstätigkeit. Mit Vorentscheid 

vom 19. Februar 2007 wurde … informiert, dass kein Anspruch auf eine IV-

Rente bestehe. Sie liess am 12. April 2007 Einwand erheben. Es sei nicht von 

einem 80%-Pensum, sondern von einem 100%-Pensum auszugehen, denn 

sobald die Unterstützungszahlungen des Ehemannes wegfielen, müsste sie 

ihr Pensum auf 100% erhöhen um ihren Unterhalt zu bestreiten. Die IV-Stelle 

bestätigte mit Verfügung vom 9. August 2007 den Vorentscheid und verneinte 

einen Anspruch auf IV-Rente. 

c) Mit Urteil vom 6. April 2009 wurde … von ihrem Mann geschieden. Es wurden 

ihr Unterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 600.-- für 2008, von Fr. 800.-- für 

2009 und 2010, von Fr. 1'000.-- für 2011 sowie Fr. 1'200.-- ab 2012 bis 2018 

zugesprochen. Die vereinbarten Unterhaltsbeiträge decken den gebührenden 

Unterhalt von … in der Höhe von Fr. 3'472.55 (ohne Vorsorgeaufbau) jedoch 

nicht.

2. Am 16. September 2009 reichte … erneut ein Gesuch um Ausrichtung von 

Leistungen bei der IV-Stelle Graubünden ein und verwies dabei auf den 

Arztbericht von Dr. med. … vom 8. September 2009. Er diagnostizierte eine 

schmerzhafte Hüftfunktionsstörung, eine Beinverkürzung rechts, 

degenerative Veränderungen im Bereich L4/5 und L5/S1, eine degenerative 

Spondylarthrose, eine Torsionsskoliose, eine sekundäre Überlastung der 

unteren HWS und des Schultergürtels, eine Degeneration des AC-Gelenks 

rechts sowie ein Nervus medianus Kompressionssyndrom beidseits. Wegen 

Zunahme der Beschwerden hätten die Therapiemassnahmen intensiviert 

werden müssen. Ein Stehen von 15 – 20 Minuten sei weiterhin möglich, 

Tragen dagegen nicht mehr. … sei nach wie vor nur 50% arbeitsfähig. 

Gemäss ihrem Begleitschreiben habe sich die finanzielle Situation seit der 

Scheidung im April 2009 dramatisch verschlechtert. Ihre Mutter habe vom 

Altersheim ins Pflegeheim wechseln müssen und könne sie seither in 

Notlagen nicht mehr finanziell unterstützen. Sie sei gezwungen erneut einen 

Antrag auf eine IV-Rente zu stellen. 

3. a) Mit Vorbescheid vom 20. Oktober 2009 wurde … mitgeteilt, dass auf ihr neues 

Leistungsbegehren nicht eingetreten werde. Sie habe mit ihrem neuen 

Gesuch nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse 

seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es sei ihr weiterhin 

möglich einer 50%igen Erwerbstätigkeit nachzugehen. In der Folge liess … 

am 21. Dezember 2009 Einwand erheben. 

b) In der Verfügung vom 12. April 2010 wurde der Vorbescheid bestätigt und auf 

das Leistungsbegehren nicht eingetreten. Streitig sei allein die 

Eintretensvoraussetzung der glaubhaft gemachten erheblichen 

Sachverhaltsänderung. Bereits zum Zeitpunkt der Haushaltsabklärung 

(Bericht vom 25. Juli 2007) sei die Scheidung absehbar gewesen. Im Einwand 

vom 12. April 2007 habe … die Gewichtung des Erwerbs- bzw. des 

Haushaltsbereichs beanstandet, indem sie geltend gemacht habe, dass sie 

nach der Scheidung höchstens noch für ein Jahr Alimente von ihrem 

Ehemann erhalten werde. Sie sei davon ausgegangen, dass sie mit der 

Erhöhung der Erwerbstätigkeit auf 80% und den Alimenten ein genügend 

hohes Auskommen haben werde. … sei sich zum damaligen Zeitpunkt der 

wirtschaftlichen Situation bewusst gewesen, welche durchaus mit der 

heutigen Situation vergleichbar sei. Insbesondere habe sie bereits von ihrem 

Ehemann getrennt gelebt, habe von ihm Unterhaltszahlungen erhalten und 

habe die Gewichtung von 80% zu 20% nur deshalb kritisiert, weil sie lediglich 

für ein Jahr mit Alimenten gerechnet habe. Das Bezirksgericht Hinterrhein 

habe ihr im Urteil vom 6. April 2009 jedoch namhafte Alimente bis zu ihrer 

Pensionierung 2018 zugesprochen. Mithin sei heute noch klarer als bei der 

letzten Verfügung vom 9. August 2007, dass … ohne Behinderung zu 80% 

erwerbstätig wäre. 

4. Am 17. Mai 2010 liess … Beschwerde beim Verwaltungsgericht Graubünden 

erheben mit den Begehren, die Verfügung vom 12. April 2010 sei aufzuheben 

und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten auf das neue 

Leistungsbegehren einzutreten. Im Weiteren sei ihr die unentgeltliche 

Rechtspflege zu bewilligen. Die Beschwerdegegnerin gehe bei der 

Berechnung des Invaliditätsgrades (IV-Grad) zu Unrecht von der gemischten 

Methode statt des ordentlichen Einkommensvergleiches aus. Die 

gesundheitliche Situation habe sich nicht verschlechtert, verändert habe sich 

hingegen der massgebliche Sachverhalt, insbesondere die finanzielle 

Situation. Gemäss Scheidungsurteil vom 6. April 2009 erhalte sie einen 

Unterhaltsbeitrag von Fr. 800.-- pro Monat bei einem Bedarf von Fr. 3'472.--. 

Damit entstehe ein monatlicher Fehlbetrag von Fr. 354.--. Dazu komme, dass 

aufgrund der sehr kleinen Vorsorge (Freizügigkeitskapital von Fr. 33'536.--) 

ein Aufbau der Altersvorsorge bedacht sein müsse. Eine Veränderung 

bestehe auch darin, dass der Sohn für sein Studium ausgezogen sei und 

damit die Unterhaltszahlungen an ihn entfielen. Seit der Trennung Ende 2006 

sei sie von ihrer Mutter finanziell unterstützt worden. Die durchschnittliche 

jährliche Unterstützung habe sich auf Fr. 9'105.-- oder Fr. 758.-- pro Monat 

beloffen. Seit die Mutter nun vom Alters- ins Pflegeheim gewechselt habe, 

entfalle auch diese Unterstützung. Es sei ihr anlässlich der 

Haushaltsabklärung im Juni 2005 bewusst gewesen, dass sie bei einer 

Scheidung ihr Arbeitspensum werde erhöhen müssen. Eine vollumfängliche 

Kenntnis der nötigen Stellenprozente für einen annähernd gleichen 

Lebensstandard habe jedoch nicht erwartet werden können. Zum Zeitpunkt 

des Einwandes vom 12. April 2007 hätte sie getrennt gelebt, aber durch die 

Unterhaltszahlungen für den Sohn, für sich selbst und durch die Unterstützung 

der Mutter höhere Einnahmen gehabt. Im Vergleich zu heute resultiere ein 

Einnahmeminus von Fr. 867.- Mit einer 80%igen Erwerbstätigkeit könnte sie 

den Lebensunterhalt knapp decken (Überschuss von Fr. 230.--). Es wären 

jedoch keine unvorhersehbaren grösseren Ausgaben möglich. Sie würde 

heute aus finanziellen Gründen und aus Spass an der Arbeit im 

Gesundheitsfall 100% arbeiten. Sie habe keine Betreuungspflichten mehr und 

ein Ein-Frau-Haushalt könne im Gesundheitsfall auch ohne weiteres neben 

einer 100%igen Erwerbstätigkeit erledigt werden. Der für die Methodenwahl 

massgebliche Sachverhalt habe sich demzufolge verändert und somit sei auf 

das Gesuch einzutreten.

5. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden beantragte in ihrer Vernehmlassung 

vom 18. Juni 2010 die Abweisung der Beschwerde. Sie verzichtete auf eine 

Wiederholung ihrer Begründung und verwies auf die angefochtene Verfügung 

vom 12. April 2010, an welcher sie vollumfänglich festhalte.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die 

Verfügung der IV-Stelle vom 12. April 2010. Streitig und zu prüfen ist, ob die 

IV-Stelle zu Recht nicht auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 

16. September 2009 eingetreten ist. 

2. a) Nach Art. 17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG) wird die Invalidenrente von Amtes wegen 

oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 

aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad (IV-Grad) einer Rentenbezügerin 

oder eines Rentenbezügers erheblich ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt 

jede Änderung der anspruchsbegründenden Tatsachen, die geeignet ist, den 

IV-Grad und damit den Rentenanspruch des Versicherten zu beeinflussen. 

Revisionsbegründend sind dabei zunächst wesentliche Veränderungen des 

Gesundheitszustandes. Aber auch bei gleich bleibendem 

Gesundheitszustand fällt eine Rentenrevision in Betracht, wenn sich die 

erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen 

Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ob eine solche Änderung 

eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im 

Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit 

demjenigen zur Zeit des angefochtenen Einspracheentscheides (BGE 130 V 

351; EVG-Urteil I_526/02 vom 27. August 2003). 

b) Nachdem eine Rente oder eine Hilflosenentschädigung wegen eines zu 

geringen IV-Grades oder wegen fehlender Hilflosigkeit verweigert wurde, wird 

eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Art. 87 

Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) erfüllt sind (Art. 

87 Abs. 4 IVV). Danach ist in einem Gesuch um Revision, vorliegend in einer 

neuen Anmeldung, glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität 

oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten 

Betreuungsaufwandes des Versicherten in einer für den Anspruch 

erheblichen Weise geändert hat. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, 

wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine IV-Rente oder deren 

Erhöhung sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als 

richtig erweisen (EVG Urteil I_484/00 vom 21. März 2001, E. 1b/bb). 

Unter Glaubhaftmachen im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV ist kein Beweis nach 

dem im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Die Beweisanforderungen 

sind vielmehr herabgesetzt, indem nicht im Sinne eines vollen Beweises die 

Überzeugung der Verwaltung begründet zu werden braucht, dass seit der 

letzten rechtskräftigen Entscheidung tatsächlich eine relevante Änderung 

eingetreten ist. Vielmehr genügt es, dass für den geltend gemachten 

rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte 

bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei 

eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsänderung 

nicht erstellen lassen (EVG-Urteil I 439/98 vom 30. August 1999, E. 2). 

c) Mit Art. 87 Abs. 4 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach 

vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit 

gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des 

Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 117 V 198 E.4b; 

109 V 119 E.2b m.w.H.). Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die 

Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen des 

Versicherten überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das 

Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei hat sie u.a. zu 

berücksichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit 

zurückliegt, und wird dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere 

oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279). Insofern steht 

ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter grundsätzlich zu 

respektieren hat (BGE 109 V 119 E.3b).

3. a) Vorliegend meldete sich die Beschwerdeführerin mit Gesuch vom 16. 

September 2009 bei der IV an. Zur Begründung brachte sie vor, sie würde seit 

der Scheidung vom 6. April 2009 bei voller Gesundheit 100% arbeiten. Sie 

hielt sowohl in ihrem Einwand vom 21. Dezember 2009 als auch in ihrer 

Beschwerde vom 17. Mai 2010 fest, aufgrund der finanziellen Situation als 

auch aus Spass 100% arbeiten zu wollen. Indem ihre Mutter sie nicht weiter 

unterstützen könne und ihr Sohn einen eigenen Haushalt führe, entstehe ein 

Fehlbetrag von Fr. 354.--. Dazu komme, dass sie auf einen Aufbau der 

Altersvorsorge bedacht sein müsse. Obwohl sie bereits zum Zeitpunkt der 

letzten Beurteilung getrennt gelebt habe, hätte sie damals höhere Einnahmen 

gehabt. Mit einer 80%igen Erwerbstätigkeit könnte sie ihren Unterhalt nur 

knapp decken. Zu beurteilen ist somit, ob die Beschwerdeführerin glaubhaft 

gemacht hat, dass für den Anspruch auf IV-Leistungen relevante veränderte 

Umstände vorliegen. 

b) Wie oben ausgeführt genügt für die Glaubhaftmachung, wenn gewisse 

Anhaltspunkte für den rechtserheblichen Sachverhalt bestehen. Als 

Anhaltspunkte können jedoch nur neue Elemente tatsächlicher Natur 

anerkannt werden, die nach der ursprünglichen Rentenverfügung eingetreten 

und zu dem damals gegebenen Sachverhalt hinzugekommen sind oder 

diesen verändert haben. 

Die Beschwerdeführerin legte dar, dass sich die finanzielle Situation seit der 

Haushaltsabklärung aus dem Jahr 2005 aufgrund der Scheidung verändert 

habe und sie daher 100% arbeiten würde. Das Gericht teilt vorliegend die 

Ansicht der Beschwerdeführerin, dass ihr zum Zeitpunkt der 

Haushaltsabklärung nicht alle finanziellen Folgen der Scheidung bewusst sein 

konnten und daher die Aussage bezüglich des nötigen Arbeitspensums 

lediglich eine ungefähre Schätzung ihrerseits darstellte. Insbesondere da ihr 

seitens des IV-Abklärungsdienstes keine detaillierten Fragen zu den Gründen 

und den näheren Umständen der voraussichtlichen Erhöhung gestellt wurden, 

ist zu beachten, dass der Abklärungsbericht eingeschränkten Beweiswert 

besitzt (VGU S 09 10 E. 3e). Obschon die Scheidung bereits zum damaligen 

Zeitpunkt absehbar gewesen ist, war der Beschwerdeführerin nicht bekannt, 

wann die Scheidung erfolgen würde, ob sie einen nachehelichen Unterhalt 

erhalten und wie hoch ein solcher ausfallen würde. Wie aus dem Einwand 

vom 12. April 2007 hervorgeht, rechnete sie nicht mit länger dauerndem 

Unterhalt. Eine Behaftung auf diese älteren Aussagen erscheint demnach vor 

den heutigen Verhältnissen nicht statthaft. 

Wie die Beschwerdeführerin darlegte, gab es neben den finanziellen 

Veränderungen aufgrund der Scheidung auch Veränderungen der 

tatsächlichen Lebensumstände. Eine durchaus relevante Änderung ist der 

Auszug ihres Sohnes aus der gemeinsamen Wohnung. Einerseits entfiel der 

Kinderunterhaltsbeitrag, womit ein Teil der Haushalts- und Wohnkosten 

abgedeckt worden war, andererseits bestehen seither keine Aufgaben mehr, 

die in gewisser Weise auch bei einem erwachsenen Kind anfallen. Die 

Beschwerdeführerin führt nun lediglich einen Einpersonenhaushalt. 

Schliesslich ist auch die durch die Beschwerdeführerin vorgebrachte 

Unterstützung durch die Mutter weggefallen. Die veränderten Umstände, d.h. 

sowohl die erhöhten Kosten und der entfallende Mehraufwand aufgrund des 

Wegzugs des Sohnes als auch die fehlende finanzielle Unterstützung durch 

die Mutter, sind somit hinlänglich glaubhaft gemacht worden. Anlässlich der 

Prüfung des Rentenanspruchs wird jedoch zu prüfen sein, ob und in welchem 

Umfang sich der Wegfall der Kinderunterhaltsbeiträge tatsächlich auswirkt 

und ob die behauptete finanzielle Unterstützung durch die Mutter tatsächlich 

stattgefunden hat. 

c) Durch die oben aufgeführten Argumente hat die Beschwerdeführerin nach 

Ansicht des Gerichts glaubhaft dargelegt, dass eine Veränderung des 

massgebenden Sachverhaltes seit der letzten Verfügung vom 9. August 2007 

eingetreten ist. Ein Eintreten auf das Gesuch vom 16. September 2009 durch 

die Vorinstanz ist daher angezeigt. 

4. a) Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als nicht rechtmässig, womit 

die Beschwerde gutzuheissen ist und die Vorinstanz verpflichtet wird, auf das 

Gesuch der Beschwerdeführerin vom 16. September 2009 einzutreten und es 

materiell zu prüfen. 

b) Das Beschwerdeverfahren ist - in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – 

gemäss Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG) bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-

Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese 

Kosten werden je nach Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 

im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs 

dieses Verfahrens sind die Kosten von Fr. 700.-- der unterliegenden 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Entsprechend kommt dem von der 

Beschwerdeführerin gestellten Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege keine eigenständige Bedeutung mehr zu. 

c) Der durch den Invalidenverband, Procap Schweiz, vertretenen 

Beschwerdeführerin steht nach Art. 61 lit. g ATSG eine aussergerichtliche 

Entschädigung zu. Dabei kann auf die am 1. Juli 2010 eingereichte 

Honorarnote (reduziert auf einen Aufwandstundenansatz von Fr. 160.-- 

anstatt Fr. 200.--) abgestellt werden, was eine Parteientschädigung von 

insgesamt noch Fr. 1'421.40 inklusive Mehrwertsteuer (Aufwand 7.4 Std. x Fr. 

160.-- = Fr. 1'184.-- plus Auslagen Fr. 137.-- [Fr. 1'321.--] und 7.6% MWST 

[auf Fr. 1'321.-- = Fr. 100.40]; zusammen Fr. 1'421.40) ergibt. Die gemäss 

Honorarnote der Procap Anwältin ausgewiesenen Kosten (Fr. 1'739.90) 

werden damit der Beschwerdegegnerin nicht in vollem Umfang zur 

Entschädigung auferlegt. Dies entspricht der Praxis des Verwaltungsgerichts, 

wonach Anwälten, die innerhalb einer Hilfsorganisation tätig sind, nicht der 

volle Anwaltstarif entschädigt wird, weil ihre Arbeitssituation von derjenigen 

der selbständigen Anwälte abweicht und ihnen strukturbedingte 

Einsparungen möglich sind (VGU S 09 127 E. 3a, S 07 118). Auch das 

Bundesgericht hat festgehalten, dass von Bundesrechts wegen keine 

generelle entschädigungsrechtliche Gleichstellung zwischen einer 

gemeinnützigen Organisation und freiberuflich tätigen Anwälten verlangt sei. 

So habe die gemeinnützige Organisation keine Gewinnabsicht und sie müsse 

die Selbstkosten möglichst gering halten. Ferner müssten die Anwälte solcher 

Organisationen nicht das volle unternehmerische Risiko tragen. Zur Höhe der 

Entschädigung führte das Bundesgericht aus, dass der bundesrechtliche 

Entschädigungsrahmen bei einer gemeinnützigen Organisation zwischen Fr. 

130.-- und Fr. 180.-- pro Stunde anzusetzen sei. Dies schliesse eine 

Gewinnerzielung der Organisation weitgehend aus und sichere die 

Kostendeckung. In diesem Rahmen sei die Festsetzung des Honorars Sache 

des Kantons (vgl. BG-Urteil 9C_ 415/2009 vom 12.08.2009, E. 5.4; 

9C688/2009 vom 19.11.2009, E. 5). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung aufgehoben 

und zur materiellen Prüfung des Gesuchs im Sinne der Erwägungen an die 

Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der Sozialversicherungsanstalt des 

Kantons Graubünden (IV-Stelle) und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden (IV-Stelle) hat … 

aussergerichtlich mit insgesamt Fr. 1'421.40 (inkl. MWST) zu entschädigen.