# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3da0f17-ed02-5a20-98ef-47ac402a19ad
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.03.2012 E-3613/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3613-2010_2012-03-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3613/2010 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

Richter Walter Lang, Richterin Christa Luterbacher, 

Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

vertreten durch Patrizia Carù, 

(…) 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 

19. April 2010 / N (…). 

 

 

E-3613/2010 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 18. Januar 

2009 seinen Heimatstaat per Flugzeug verliess und nach einem Aufent-

halt von ungefähr sieben oder acht Tagen in Italien am 26. Januar 2009 il-

legal in die Schweiz gelangte, wo er am 28. Januar 2009 im Empfangs- 

und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nachsuchte,  

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung im EVZ 

B._______ vom 4. Februar 2009 sowie der Gewährung des rechtlichen 

Gehörs vom 6. März 2009, anlässlich welcher er aufgrund seiner damali-

gen Minderjährigkeit von einer Vertrauensperson begleitet wurde, und der 

Anhörung vom 26. März 2009, welcher nebst der Vertrauensperson eine 

Hilfswerksvertreterin beiwohnte, geltend machte, er sei srilankischer 

Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus C._______, wo er zusammen 

mit seinen Eltern und seiner Schwester aufgewachsen sei,  

dass er zur Begründung des Asylgesuchs ausführte, wegen der zuneh-

menden Unruhen und wegen einer benötigten ärztlichen Behandlung in-

folge einer (…) sei er mit seiner Familie im Jahre 2008 nach D._______ 

gezogen,  

dass er anstelle seines Vaters von Angehörigen der Karuna-Gruppe ent-

führt und mehrere Tage gefangen gehalten worden sei, 

dass er in dieser Zeit geschlagen und zur Spitzeltätigkeit aufgefordert 

worden sei, wozu er sich unter Schlägen schlussendlich bereit erklärt ha-

be,  

dass es seiner Mutter gelungen sei, ihn ausfindig zu machen und ihn ge-

gen 10'000 oder 15'000 Rupien freizukaufen, woraufhin seine Eltern und 

er nach Colombo zu (…) geflüchtet seien,  

dass er und sein Vater in Colombo von der Polizei kontrolliert und er-

mahnt worden sei, Colombo zu verlassen, 

dass er schliesslich bei (…) habe bleiben können, während dieser mit 

seiner Mutter nach D._______ zurückgekehrt sei, 

dass sein Vater in D._______ von einem Nachbar erfahren habe, dass er 

(der Beschwerdeführer) und seine Familie weiterhin von Mitgliedern der 

Karuna-Gruppe gesucht würden,  

E-3613/2010 

Seite 3 

dass er vor diesem Hintergrund sein Heimatland am 18. Januar 2009 mit 

einem gefälschten Pass und mit Hilfe einer Schlepperin verlassen habe,  

dass das BFM mit Verfügung vom 19. April 2010 – eröffnet am 20. April 

2010 – feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, das Asylgesuch vom 28. Januar 2009 ablehnte, die Wegwei-

sung des Beschwerdeführers aus der Schweiz verfügte und den Vollzug 

der Wegweisung infolge Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen 

Aufnahme aufschob, 

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen ausführte, die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers zu seiner Festnahme seien in chronologi-

scher und zeitlicher Hinsicht undifferenziert ausgefallen, 

dass auch seine Angaben zu der Anzahl der Karuna-Mitglieder, die ihn zu 

Hause festgenommen und ihn nach seiner Ausreise nach Colombo er-

neut gesucht hätten, sowie zur Lösegeldsumme, wenig substanziiert aus-

gefallen seien,  

dass diesbezüglich von einer Person erwartet werden dürfe, dass sie die 

Ereignisse, welche sie zum Verlassen ihres Heimatlandes veranlasst hät-

ten, konkreter darstelle,  

dass seine Aussagen zum vorgebrachten Aufenthalt in Colombo unstim-

mig seien, weil er beispielsweise nicht habe angeben können, wie lange 

sein Vater bei ihm in Colombo geblieben sei,  

dass der Beschwerdeführer ferner widersprüchliche Angaben zu seiner 

Aufenthaltsdauer in Colombo gemacht habe, indem er anlässlich der Be-

fragung zu Protokoll gegeben habe, er habe sich vor seiner Ausreise rund 

eineinhalb Monate in Colombo aufgehalten (vgl. Akten BFM A11/11 S. 1), 

um im Rahmen der Anhörung auszusagen, er habe sich dort vier Monate 

aufgehalten (vgl. A26/15 S. 5),  

dass auch seine Erzählung zu der angeblichen Polizeikontrolle nicht 

glaubhaft ausgefallen sei, weil er im Rahmen der Befragung ausgesagt 

habe, er sei während seines Aufenthalts in Colombo in der ersten Lodge 

polizeilich kontrolliert worden (vgl. A1/14 S. 7), wogegen er anlässlich der 

Anhörung vorgebracht habe, er sei auch in einer zweiten Lodge polizei-

lich kontrolliert worden (vgl. A26/15 S. 12), 

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers damit den Anforderungen an 

die Glaubwürdigkeit (recte: Glaubhaftigkeit) gemäss Art. 7 des Asylgeset-

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Seite 4 

zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhielten, sein Asyl-

gesuch abzuweisen sei, und die Asylrelevanz nicht geprüft werden müs-

se, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. Mai 2010 – Datum 

Poststempel: 18. Mai 2010 – gegen diesen Entscheid beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde erheben und dabei beantragen liess, die Zif-

fern 1 bis 3 der angefochtenen Verfügung seien aufzuheben, es sei seine 

Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu ge-

währen,  

dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt wurde, ihm sei die un-

entgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungs-

verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie 

vollständige Akteneinsicht zu gewähren, hinsichtlich der erstmalig eröffne-

ten Akten sei ihm eine angemessene Frist zur Stellungnahme einzuräu-

men, 

dass er seiner Beschwerde eine Urkunde über die Ernennung einer  Bei-

standsperson vom 7. Juli 2009 sowie eine Fürsorgeabhängigkeitsbestäti-

gung beilegte, 

dass die zuständige Instruktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts 

mit Zwischenverfügung vom 27. Mai 2010 das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG auf ei-

nen späteren Zeitpunkt verwies, antragsgemäss auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses verzichtete, das Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abwies, das 

Gesuch um Einsichtnahme in die Aktenstücke A12/2, A13/2 und A14/16 

guthiess und das BFM anwies, dieselben dem Beschwerdeführer – allen-

falls unter Abdeckung gewisser Stellen aus Geheimhaltungsgründen – 

zur Kenntnis zu bringen, den Antrag auf Fristansetzung zur Beschwerde-

ergänzung abwies, den Beschwerdeführer aufforderte, die Aktenstücke zu 

bezeichnen, auf die sich sein Akteneinsichtsgesuch im Weiteren beziehe, 

und die Vorinstanz in Anwendung von Art. 57 Abs. 1 VwVG zu einem 

Schriftenwechsel einlud,  

dass das BFM in seiner Vernehmlassung vom 11. Juni 2010 an seiner 

Verfügung festhielt und die Abweisung der Beschwerde beantragte,  

dass die Vernehmlassung dem Beschwerdeführer am 17. Juni 2010 zur 

Kenntnis gebracht wurde, 

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Seite 5 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG rich-

tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG), 

dass vorab die Frage der Prozessfähigkeit des Beschwerdeführers als 

Sachurteilsvoraussetzung von Amtes wegen zu prüfen ist (FRITZ GYGI, 

Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 73), welche als 

verfahrensrechtliches Korrelat der Handlungsfähigkeit nach den einschlä-

gigen zivilrechtlichen Vorschriften zu beurteilen ist (vgl. Entscheidungen 

und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

1996 Nr. 3 E. 2b S. 19),  

dass die Prozessfähigkeit grundsätzlich die Mündigkeit, die Urteilsfähig-

keit sowie das Fehlen einer Entmündigung voraussetzt (Art. 13, 16 und 

17 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 

[ZGB, SR 210] sowie Art. 35 i.V.m. Art. 20 Abs. 1 Bst. a des Bundesge-

setzes vom 18. Dezember 1987 über das Internationale Privatrecht 

[IPRG, SR 291]),  

dass sich urteilsfähige Unmündige grundsätzlich zwar nur mit der Zu-

stimmung ihres gesetzlichen Vertreters durch ihre Handlungen verpflich-

ten können (Art. 19 Abs. 1 ZGB); ohne diese Zustimmung indessen Rech-

te auszuüben vermögen, welche ihnen um ihrer Persönlichkeit willen zu-

stehen (Art. 19 Abs. 2 ZGB), 

dass zudem gestützt auf die langjährige Praxis die Einreichung eines 

Asylgesuchs als sogenannt "relativ höchstpersönliches Recht" gilt  

(vgl. EMARK 1996 Nr. 5), das eine Vertretung nur insofern zulässt, als für 

eine urteilsunfähige Person ein Asylgesuch auch durch ihren gesetzlichen 

Vertreter eingereicht werden kann (vgl. EMARK 1996 Nr. 4 und 5), 

http://links.weblaw.ch/EMARK-1996/5
http://links.weblaw.ch/EMARK-1996/4

E-3613/2010 

Seite 6 

dass urteilsfähig ist, wem es nicht wegen seines Kindesalters oder infolge 

anderer Umstände an der Fähigkeit mangelt, vernunftgemäss zu handeln 

(Art. 16 ZGB),  

dass aufgrund der Akten vorliegend keinerlei Anhaltspunkte bestehen, die 

zu Zweifeln an der Urteilsfähigkeit des Beschwerdeführers in Bezug auf 

das Einreichen des Asylgesuchs oder auf das Vortragen seiner Asylvor-

bringen Anlass geben würden, womit von dessen Urteilsfähigkeit auszu-

gehen ist, 

dass dem Beschwerdeführer sodann eine Vertrauensperson ernannt 

wurde, welche ihn zu den Befragungen vom 6. März 2009 und vom 26. 

März 2009 begleitete, 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass Beschwerdegegenstand vorliegend die Fragen der Flüchtlingsei-

genschaft, des Asyls und der Wegweisung als solche sind, nachdem das 

BFM den Beschwerdeführer wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs vorläufig aufgenommen hat,   

dass vorab die in der Beschwerde erhobene Rüge der Gehörsverletzung 

zu behandeln ist, 

dass hierzu in der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen ausgeführt wur-

de, das BFM stütze sich für seine Entscheidfindung auf Akten, in welche 

dem Beschwerdeführer die Einsichtnahme verweigert worden sei, 

dass das BFM die Einsicht in die Aktenstücke A12/2 (Formular Beschaf-

fung von Visumsunterlagen), A13/2 (Rückmeldung EDA zu A12/2) und 

A14/16 (Visumsunterlagen) gemäss Charakterisierung im Aktenverzeich-

nis mit der Begründung verweigert habe, es bestünden überwiegende öf-

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Seite 7 

fentliche oder private Interessen an der Geheimhaltung im Sinne von 

Art. 27 VwVG,  

dass dem Beschwerdeführer mit Instruktionsverfügung vom 27. Mai 2010 

Einsicht in die vorerwähnten Aktenstücke gewährt wurde, nachdem fest-

gehalten worden war, das BFM habe diese zu Unrecht als Art. 27 VwVG 

unterliegend nicht offengelegt, wobei aber diese Aktenstücke von ihrem 

Inhalt her keine massgebliche Bedeutung hätten, 

dass mit der Offenlegung der Aktenstücke eine allfällige Verletzung des 

rechtlichen Gehörs als auf Beschwerdeebene geheilt zu betrachten ist,  

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder 

im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Natio-

nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen 

ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind 

oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 

ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben 

hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-

sentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, 

den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder 

verfälschte Beweismittel abgestützt werden,  

dass die Vorbringen nicht hinreichend begründet sind, wenn sie in we-

sentlichen Punkten zu wenig konkret, detailliert und differenziert dargelegt 

werden und somit den Eindruck von nicht selbst Erlebtem vermitteln, 

dass für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen entscheidend ist, ob bei einer 

Gesamtwürdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhalts-

darstellung sprechen, überwiegen oder nicht, wobei auf eine objektivierte 

Sichtweise abzustellen ist (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1, mit weiteren 

Hinweisen), 

http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/21

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Seite 8 

dass dem BFM darin zuzustimmen ist, dass die Chronologie und die 

Dauer der Festnahme sowie die Umstände, die zu dieser führten, undiffe-

renziert und nicht präzise ausgefallen sind, 

dass das BFM zu Recht feststellte, der Beschwerdeführer sei weder in 

der Lage gewesen, die Anzahl der Angehörigen der Karuna-Gruppe, wel-

che ihn festgenommen hätten, zu nennen noch jene zu beziffern, die ihn 

nach seiner Ausreise nach Colombo angeblich zu Hause gesucht hätten,  

dass er dazu auch keine konkrete Angaben gemacht habe,  

dass der Vorinstanz darin zuzustimmen ist, dass der Beschwerdeführer 

unterschiedliche Angaben zur Dauer seines Aufenthalts in Colombo sowie 

zu den dort erfolgten Polizeikontrollen gemacht hat, 

dass vom Beschwerdeführer – unbesehen seines jungen Alters – durch-

aus hätte erwartet werden dürfen, dass er zumindest über die zentralen 

Beweggründe, die ihn zum Verlassen seines Heimatlandes bewogen ha-

ben, konkrete und ausführlichere Angaben hätte zu Protokoll geben kön-

nen, 

dass daran sein Einwand, er sei im Zeitpunkt der Empfangsstellenbefra-

gung anfangs 2009 erst (…)-jährig gewesen, weswegen seine Aussagen 

zu den Asylgründen mit einer gewissen Vorsicht zu würdigen seien und 

nicht vorschnell auf einzelne Widersprüche abgestellt werden dürfe, 

nichts zu ändern vermag,  

dass diesbezüglich weder die Vertrauensperson, welche an der Befra-

gung vom 6. März 2009 und der Anhörung vom 26. März 2009 teilge-

nommen hat, noch die Hilfswerksvertreterin, die der Anhörung vom 

26. März 2009 beigewohnt hat, Vorbehalte angebracht haben, die Zweifel 

an der Aussagefähigkeit des zu dieser Zeit (…)-jährigen Beschwerdefüh-

rers aufkommen liessen,  

dass die vorliegenden Befragungsprotokolle vielmehr zum Schluss füh-

ren, er sei sich über den Sinngehalt der an ihn gerichteten Fragen im Kla-

ren gewesen, zumal er insgesamt sachbezogen darauf geantwortet hat 

und sich bei der Darlegung seiner Asylgründe sowie der persönlichen und 

familiären Verhältnisse jederzeit von vernünftigen Überlegungen hat leiten 

lassen, 

dass die von ihm in seiner Eingabe zitierte Rechtsprechung und die Lite-

raturhinweise nicht geeignet sind, daran etwas zu ändern, 

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Seite 9 

dass auch sein Vorbringen, in Berücksichtigung der Kinderrechtskonven-

tion (Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des 

Kindes (KRK; SR 0.107) sei unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden 

mit Blick auf die Sachverhaltsfeststellung besondere Aufmerksamkeit zu 

schenken, nicht stichhaltig ist, zumal der KRK nichts über das Beweis-

mass und die Aussagefähigkeit minderjähriger Asylsuchender entnom-

men werden kann,  

dass den Protokollen auch kein Hinweis für die Behauptung entnommen 

werden kann, der Beschwerdeführer sei anlässlich der Befragungen nicht 

ernst genommen worden und sei zusätzlich verwirrt gewesen, weshalb es 

zu verschiedenen Missverständnissen gekommen sei,  

dass sich ebenso wenig konkrete Hinweise in den Akten finden, welche 

auf ein Trauma schliessen liessen,  

dass diesbezüglich festzuhalten ist, dass er kein ärztliches Attest einge-

reicht hat, welches die Behauptung in der Beschwerde, seine psychische 

Verfassung habe ihn daran gehindert, substanziiert und widerspruchsfrei 

auszusagen, belegen würde, 

dass sein Einwand, die Vorinstanz habe lediglich wegen seiner vagen 

und wenig konkreten Zeitangaben auf Unglaubhaftigkeit geschlossen, 

was willkürlich sei, nicht stichhaltig und damit nicht geeignet ist, um zu ei-

nem anderen Schluss zu gelangen, 

dass zusammenfassend festzustellen ist, dass die Vorbringen zu wenig 

konkret und substanziiert sowie widersprüchlich sind,  

dass zur Begründung des BFM zu ergänzen ist, dass auch bei Wahrun-

terstellung der Vorbringen die Entführung und Übergriffe im Herbst 2008 

vor dem Hintergrund der damaligen Situation des Bürgerkrieges zu sehen 

wären, sich die Karuna-Gruppierung mittlerweile als politische Partei 

etabliert hat und nicht mehr als militante Gruppierung agiert, so dass zum 

heutigen Zeitpunkt nicht von einer aktuellen Gefährdungslage für den Be-

schwerdeführer auszugehen wäre,  

dass sich frühere Angehörige solcher Gruppierungen zwar noch immer 

kriminell betätigen und die lokale Bevölkerung mit Drohungen und Er-

pressungsversuchen unter Druck setzen, der Beschwerdeführer sich aber 

gegen allfällige Behelligungen von Seiten Dritter an den Staat wenden 

könnte, der als schutzfähig und schutzwillig zu bezeichnen ist, 

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Seite 10 

dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene im Übrigen nichts vor-

bringt, was diese Einschätzung umstossen würde, zumal sich die Ausfüh-

rungen in der Beschwerdeschrift im Weiteren in der Wiedergabe des 

Sachverhalts und in der Wiederholung seiner Vorbringen erschöpfen, 

weshalb es sich erübrigt, auf diese näher einzugehen, 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das 

Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat, 

wobei der Grundsatz der Einheit der Familie zu berücksichtigen ist 

(Art. 44 Abs. 1 AsylG),  

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 

Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, 

wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, 

SR 142.20]), 

dass vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und 

zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 

2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den ge-

setzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht 

angeordnet wurde (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 737), 

dass sich Ausführungen zur Frage der Durchführbarkeit des Vollzugs er-

übrigen, zumal der Beschwerdeführer mit Verfügung des BFM vom 

19. April 2010 vorläufig aufgenommen wurde, 

dass die angefochtene Verfügung damit Bundesrecht nicht verletzt, den 

rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und ange-

messen ist (Art. 106 AsylG), weshalb keine Veranlassung auf Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung besteht, und die 

Beschwerde abzuweisen ist,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 600.- festzusetzen wären (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/50

E-3613/2010 

Seite 11 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), 

dass die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ausgewiesen ist und das 

Verfahren zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung nicht als aussichtslos 

zu bezeichnen war, womit das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen ist 

und keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

E-3613/2010 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gut-

geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer