# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 688328cb-ec79-54be-8b0d-c72703583dae
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-27
**Language:** de
**Title:** Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 27.04.2017 S 2016 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/XX_Upload/ZG_UPL_001_S-2016-112_2017-04-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG 
 

 
 

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER 

 

 

Mitwirkende Richter: lic. iur. Felix Gysi, Vorsitz 

lic. iur. Oskar Müller und Rosemarie Rossi Andenmatten  

Gerichtsschreiber: lic. iur. Peter Kottmann 

 

 

U R T E I L  vom 27. April 2017 

 

 

 in Sachen 

 

A, B Strasse, C Gemeinde 

Beschwerdeführerin 

vertreten durch RA lic. iur. D 

 

 gegen 

 

IV-Stelle des Kantons Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug 

Beschwerdegegnerin  

 

 betreffend 

 

Invalidenversicherung 

 

 

 

S 2016 112 

2 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

A. Die 1984 geborene Versicherte A meldete sich am 13. Juli 2007 unter Angabe von 

seit 2002 bestehenden psychischen Problemen bei der Invalidenversicherung zum Bezug 

von Leistungen an. Zu dieser Zeit war sie als Köchin im Restaurant E tätig. Mit Schreiben 

vom 21. November 2007 teilte die IV-Stelle Zug der Versicherten mit, dass sie Berufsbera-

tung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten gewähre. Die IV-Stelle 

Zug übernahm anschliessend folgende Kosten: 

- kaufmännische Umschulung an der Handelsschule F vom 21. April 2008 bis 3. Juli 

2009; 

- Wiederholung der kaufmännischen Umschulung an der Handelsschule F; 

- Verlängerung der Umschulung zur Kauffrau (Profil B) an der Handels- und Kader-

schule G vom 23. August 2010 bis 15. Juni 2012; 

- ergänzender Stützunterricht in Deutsch von September 2010 bis Januar 2011; 

- Arbeitsversuch mit Job Coaching bei der Gastronomie H; 

- fachspezifischer Englisch-Unterricht im Gastro-Bereich; 

- Kursbesuch "Selbstsicherheitstraining" bei der Schule I 

 

Mit Vorbescheid vom 4. September 2014 sprach die IV-Stelle Zug der Versicherten ab 

1. April 2014 eine Viertelsrente zu. Mit Schreiben vom 19. September 2014/12. November 

2014 erhob die Versicherte Einwand und beantragte, ihr sei mindestens eine halbe Rente 

der IV zuzusprechen. Am 26. September 2014 kündigte die Gastronomie H AG das Ar-

beitsverhältnis mit der Versicherten per 31. Oktober 2014. Am 15. Januar 2015 teilte die 

IV-Stelle Zug der Versicherten mit, dass sie eine medizinische Untersuchung (Psychiatrie 

und Psychotherapie) bei Dr. J als notwendig erachte. Das Gutachten wurde am 2. Februar 

2016 erstellt, und am 19. Mai 2016 nahm die Versicherte dazu schriftlich Stellung. Mit Ver-

fügung vom 23. August 2016 entschied die IV-Stelle Zug gestützt auf das Gutachten von 

Dr. J, dass die Versicherte keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. 

 

Zu folgenden Zeiten war die Versicherte in der Klinik K für Psychiatrie und Psychotherapie 

hospitalisiert: 

- 4. Mai 2007 bis 31. Juli 2007; 

- 11. bis 14. August 2007; 

- 20. September 2007 bis 28. November 2007; 

- 19. Februar 2015 bis 2. April 2015. 

 

Vom 22. Juni 2012 bis 3. Juli 2012 sowie vom 22. bis 24. Oktober 2012 hielt sich die Ver-

sicherte in der Psychiatrischen Klinik L auf. 

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Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

 

B. Gegen den Entscheid der IV-Stelle vom 23. August 2016 liess A am 22. Septem-

ber 2016 beim Verwaltungsgericht Beschwerde einreichen und beantragen, ihr sei eine 

Rente nach Gesetz auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Beschwerdegegnerin. Zur Begründung liess die Beschwerdeführerin ausführen, die Be-

schwerdegegnerin stütze ihren Entscheid auf das psychiatrische Gutachten von Dr. J vom 

30. Oktober 2015 [recte: 2. Februar 2016] und dessen Beantwortung der ihm gestellten 

Zusatzfragen vom 29. Februar 2016 sowie dessen Schreiben zur Stellungnahme der be-

handelnden Ärztin und Therapeutin zum Gutachten von Dr. J. Die Beschwerdeführerin sei 

mit den Ausführungen im Gutachten nicht einverstanden. Das Gutachten leide an diversen 

Mängeln, weshalb es im vorliegenden IV-Verfahren nicht angewendet werden dürfe. Die 

zahlreichen Arztberichte der stationären psychiatrischen Aufenthalte und der behandeln-

den Ärzte stützten diese Ansicht. Doktor J komme in seinem Gutachten nicht auf diesel-

ben Diagnosen wie die behandelnde Therapeutin und die Ärzte der Klinik K. Die Be-

schwerdeführerin sei der Ansicht, die durch Dr. J gestellte Diagnose sei nicht korrekt bzw. 

unvollständig. Die richtige Diagnosestellung sei Grundvoraussetzung zur Formulierung ei-

ner Arbeitsfähigkeit. Es sei daher von zentraler Bedeutung, den Diskurs um die bei der 

Beschwerdeführerin vorhandenen Diagnosen zu lösen. Doktor J führe als Diagnose mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung: 

Borderline-Typ (F60.31) auf. Er berichte, theoretisch könne man die Diagnose einer Ess-

störung stellen. Er habe sich aber entschlossen, die Symptome der emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung zuzuordnen. Weiter gehe Dr. J davon aus, dass die Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung nicht gegeben sei. Diese Diagnose sei in der Klinik 

K von Dr. M und lic. phil. N  als Austrittsdiagnose gestellt worden, nachdem die Beschwer-

deführerin vom 19. Februar 2015 bis zum 2. April 2015 auf der Traumastation O der Klinik 

K hospitalisiert gewesen sei. Im Austrittsbericht werde beschrieben, die Beschwerdeführe-

rin sei durch die Zwangsheirat völlig gebrochen worden. Sie sei innerlich wie tot gewesen. 

In der Zwangsehe sei es häufig zu Gewalt und Vergewaltigungen gekommen. Es würden 

Grübeln und Gedankenkreisen, wiederkehrende Ängste, rascher Stimmungswechsel und 

geminderter Antrieb beschrieben. Ebenfalls habe die Beschwerdeführerin Ein- und Durch-

schlafprobleme, sie berichte von visuellen und auditiven Intrusionen, Albträumen, Selbst-

hass, Hyperarousal, Numbing-Phänomenen und Derealisationsphänomenen. Die Trau-

mastation O der Klinik K sei die erste zertifizierte psychiatrische Station für Psychotrauma-

tologie der Schweiz gewesen. Es könne daher davon ausgegangen werden, dass die dort 

arbeitenden Ärzte und Therapeuten über sehr viel mehr Erfahrung in der Diagnosestellung 

einer posttraumatischen Belastungsstörung hätten. Schliesslich wäre es unverständlich, 

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Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

wenn die Ärzte einer der führenden Traumastationen der Schweiz anlässlich einer 6-

wöchigen traumaspezifischen Therapie zu einer Diagnose gelangten, welche gemäss Dr. 

J nicht mal im Ansatz bestehen soll. Hierzu sei anzumerken, dass die Beschwerdeführerin 

vor dem Aufenthalt in der Traumastation bereits dreimal in der Klinik K stationär behandelt 

worden sei. Es könne daher davon ausgegangen werden, dass sie nicht einfach ohne nä-

here Abklärungen auf die Traumastation gebracht worden sei. Vielmehr deuteten die 

dreimaligen vorhergehenden Aufenthalte in der Psychotherapiestation für junge Erwach-

sene der Klinik K darauf hin, dass vorher eingehend abgeklärt worden sei. Zudem sei be-

reits anlässlich der ersten Hospitalisation in der Klinik K die Diagnose einer posttraumati-

schen Belastungsstörung gestellt worden. Da es sich bei den mittlerweile vier Aufenthalten 

in der Klinik K um verschiedene Stationen derselben Klinik handle, müsse davon ausge-

gangen werden, dass sämtliche Therapieverläufe und Kriterien für die richtige Diagnose-

stellung in die Beurteilung von Dr. M einbezogen worden seien. Dr. M habe somit nicht 

bloss auf seine Beobachtungen während des 6-wöchigen Aufenthalts auf der Traumastati-

on O zurückgreifen, sondern ebenfalls von den unzähligen Symptombeschreibungen der 

vorhergehenden stationären Aufenthalte profitieren können. Es sei daher davon auszuge-

hen, dass die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung erst nach einer detail-

lierten Auseinandersetzung mit dem sich über die Jahre ergebenden Gesamtbild gestellt 

worden sei bzw. sich die bereits im Austrittsbericht vom 31. Juli 2007 gestellten Diagnosen 

bestätigen liessen. Doktor J schreibe in seinem Gutachten, eine diagnostische Zuordnung 

zu einer Restkategorie aus dem ICD-Kapitel über Reaktionen auf schwere Belastungen 

und Anpassungsstörungen sei gerechtfertigt. Dennoch stelle er diese Diagnose unver-

ständlicherweise nicht. Dass die Behandler früher selber eine Anpassungsstörung statt ei-

ner posttraumatischen Belastungsstörung diagnostizierten, hänge wohl damit zusammen 

(wie Dr. J selber feststelle), dass die Anpassungsstörung definitionsgemäss lediglich 6–24 

Monate Beschwerden verursache. Dass die Ärzte der Klinik K erst nach mehrmaligen Auf-

enthalten der Beschwerdeführerin in ihrer Klinik schlussendlich die Diagnose einer post-

traumatischen Belastungsstörung bestätigt hätten, zeuge von seriöser ärztlicher Arbeit. Es 

könne davon ausgegangen werden, dass sie die Beschwerdeführerin erst eingehend beo-

bachtet und während vieler Gespräche deren Symptome schlussendlich einer Diagnose 

zugeordnet hätten. Auch die behandelnde Psychologin P habe die in der Klinik K gestell-

ten Diagnosen bestätigen können. Während vieler Sitzungen habe sie die Beschwerdefüh-

rerin eingehend beobachten und kennenlernen können. Gemäss ihren Beobachtungen 

aus dem Langzeitverlauf weise die Beschwerdeführerin die Symptome einer komplexen 

posttraumatischen Belastungsstörung (F43.1) und einer Bulimarexie (F50.2) auf. Richtig-

erweise müsse die Essstörung als eine eigenständige Diagnose betrachtet werden. Zu-

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Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

dem sei es diagnostisch gesehen wichtig, in welchem Kontext die Symptomatik einer in-

stabilen Persönlichkeit vom Borderline-Typ erscheine. Bei der Beschwerdeführerin sei das 

klarerweise im Zusammenhang mit dem traumatischen Hintergrund zu betrachten. Dies 

zeige sich, indem die Beschwerdeführerin fähig sei, langjährige Beziehungen einzugehen 

und aufrechtzuerhalten. Es fehlten typische Verhaltensweisen einer Borderline-Störung 

ohne traumatischen Hintergrund, wie typische Manipulationen, Abbrüche sowie Spal-

tungsversuche. Die Beschwerdeführerin habe viele Phasen mit Antriebslosigkeit, wenig 

Zuversicht in Bezug auf die Zukunft, Ängste, wenn sie alleine sei, rasche Stimmungs-

wechsel, sei wechselhaft in der Ausdauer und zurückhaltend bis ängstlich im Kontakt. Zu-

dem spüre sie eigene Kräftegrenzen nicht deutlich. Die Überregung und Anspannung sei 

immer noch recht hoch, es gäbe abwechselnd Tage mit Essbrechanfällen und Tage mit 

anorektischem Verhalten. Die Beschwerdeführerin leide nach wie vor unter visuellen und 

auditiven Intrusionen im Zusammenhang mit der Zwangsehe, Albträumen und Selbst-

hassgefühlen. Es leuchte nicht ein, wieso der Gutachter Dr. J anlässlich einer einmaligen 

kurzen Begutachtung zu einer anderen Diagnose komme als die zahlreichen Psychiater 

und Psychotherapeuten, welche die Beschwerdeführerin über längere Zeit hätten be-

obachten können. Die Argumentation von Dr. J, dass er eigentlich auf die gleichen Diag-

nosen gekommen sei, überzeuge nicht. Die Essstörung in der Form einer Bulimie sei in 

sämtlichen Berichten als eigenständige Störung beschrieben. Dass diese bei der Be-

schwerdeführerin über Jahre bestehende gravierende Problematik nun lediglich ein Teil 

der Persönlichkeitsstörung sein soll, überzeuge nicht. Vielmehr sei auf die zahlreichen Be-

schreibungen abzustellen, wonach die Beschwerdeführerin an einer Essstörung leide, 

welche im Zusammenhang mit der Zwangsehe auftrete. In den Berichten der Klinik sei 

ebenfalls durchwegs das gleiche Störungsbild einer Bulimie beschrieben. Diese Diagnose 

stehe denn auch seit Beginn an im Zentrum sämtlicher psychiatrischer Behandlungen. 

Dass Dr. J diese Diagnose nun lediglich einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung 

zuordnen wolle, sei unverständlich. So werde das erstmalige Auftreten der Essstörung in 

sämtlichen Berichten in Zusammenhang mit der durch die Familie erzwungenen Verlo-

bung in der Türkei beschrieben. Gemäss Dr. Q und lic. phil. P sei anzunehmen, dass die 

Beschwerdeführerin die Essstörung ohne die Zwangsehe, in der sie regelmässig über 

mehrere Monate Gewalt und Vergewaltigungen erlebt habe, nicht entwickelt hätte. Die Be-

schwerdeführerin habe anlässlich der Begutachtung angegeben, sie habe vor einer Wo-

che erneut eine Brechattacke gehabt. Dies nachdem jemand sie auf die Zwangsehe ange-

sprochen habe. Solche Verhaltensweisen seien typisch für das Diagnosebild der Be-

schwerdeführerin. Der Gutachter Dr. J gehe trotz dieser klaren Aussagen während der 

Begutachtung in seinem Gutachten nicht auf diese Symptomatik ein. Er unterlasse es, die 

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Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

Brechattacken in Zusammenhang mit den traumatischen Erlebnissen in der Diagnostik zu 

erörtern.  

 

Das Gutachten von Dr. J enthalte diverse Widersprüche. Es sei unverständlich, wie er an-

gesichts der zahlreichen stationären psychiatrischen Aufenthalte und der zweimaligen Su-

izidversuche der Beschwerdeführerin davon ausgehen könne, die Beschwerdeführerin sei 

nur kurzfristig arbeitsunfähig gewesen. Die von ihm behauptete Verbesserung der Symp-

tome im Vergleich zum Jahre 2007 begründe er nicht näher. Im Arbeitsversuch habe sich 

eine starke Überforderung der Beschwerdeführerin gezeigt. Die Arbeits- und Leistungsfä-

higkeit der Beschwerdeführerin habe sich mit der zunehmenden Pensumsteigerung und 

Verantwortung verschlechtert. Bestünden Diskrepanzen zwischen den Resultaten einer 

beruflichen Abklärung und der gutachterlichen Einschätzung seien diese zu beachten und 

bedürften einer Klärung, bspw. durch Rückfragen. Doktor J habe zwar eine gewisse Über-

forderung der Beschwerdeführerin im Arbeitsversuch bejaht. Er sei jedoch der Meinung, 

diese rühre alleine von den IV-fremden Faktoren. Erst durch die Pensumsteigerung sei die 

Beschwerdeführerin vermehrt in Krisen geraten und habe schlussendlich dekompensiert. 

Die soziale Situation, in welcher sie sich befunden habe, sei dabei durchwegs die gleiche 

geblieben. Zur rückwirkenden Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. J lässt die Be-

schwerdeführerin Folgendes ausführen: Gemäss der Rechtsprechung seien rückwirkende 

Arbeitsunfähigkeitseinschätzungen insbesondere bei psychiatrischen Erkrankungen in der 

Regel nicht sehr zuverlässig. Auch Dr. J schreibe in seinem Gutachten, er könne rückwir-

kend nicht mit Sicherheit eine Arbeitsunfähigkeit formulieren. Auf Nachfrage der Be-

schwerdegegnerin erlaube er sich dann trotzdem eine Schätzung der Arbeitsunfähigkeit. 

Er schreibe, die Arbeitsunfähigkeit ab dem Jahre 2007 bis März 2014 sehe er bei durch-

schnittlich 20 %. Ab dem 1. April 2014 bis zu seiner Begutachtung sei ein Ausfall von le-

diglich 10 % anzunehmen. Für die Beschwerdeführerin sei es unverständlich, wieso Dr. J 

in seinem Gutachten behaupte, keine Einschätzung für die Vergangenheit abgeben zu 

können, im Rahmen der Zusatzfragen aber schlussendlich trotzdem relativ genau angebe, 

dass die Arbeitsunfähigkeit lediglich bei 20 % bzw. 10 % gewesen sein könne. Auch der 

RAD, Dr. R, sei in seiner Stellungnahme vom 22. Mai 2014 offenbar der Ansicht gewesen, 

es könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin entsprechend ihren 

Möglichkeiten eingegliedert sei. Sie arbeite zu einem Leistungslohn von 60 %. Auf dieses 

echtzeitliche Dokument müsse abgestellt werden.  

 

C. Mit Verfügung vom 28. November 2016 bewilligte der Vorsitzende der sozialversi-

cherungsrechtlichen Kammer das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche 

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Rechtspflege und unentgeltliche Rechtsverbeiständung in der Person von RA lic. iur. D, 

welcher aus der Staatskasse entschädigt werde.  

 

D. Mit Vernehmlassung vom 19. Dezember 2016 beantragte die IV-Stelle des Kan-

tons Zug die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Begründend führte sie aus, das 

Administrativgutachten von Dr. J sei schlüssig und im Zusammenhang mit der Beantwor-

tung der Zusatzfragen nachvollziehbar. Es erhebe den medizinisch relevanten Sachverhalt 

sorgfältig und umfassend, es stütze sich auf die ausführliche Erhebung der Anamnese und 

erhebe die nötigen objektiven Befunde ausführlich. In der Beurteilung der Diagnose sei Dr. 

J ausführlich und sorgfältig, und die Herleitung der Diagnose sei nachvollziehbar. Die 

früheren Berichte würden behandelt und diskutiert. Die gestellten Diagnosen von Dr. J 

seien als gesichert zu betrachten, weshalb gestützt darauf auch eine Arbeitsunfähigkeits-

beurteilung zulässig sei, im Sinne einer Referenz für allfällige Funktionseinschränkungen. 

Die Herleitung der Diagnose durch Dr. J sowie die Begründung der Ablehnung der Diag-

nose einer posttraumatischen Belastungsstörung seien dem Gutachten ausführlich zu ent-

nehmen. Diese Herleitung sei definitiv ausführlicher und besser nachvollziehbar als dieje-

nige der Klinik K, welche keine ausführliche Beurteilung der Diagnose aufführe. Die Beur-

teilung durch Dr. J sei nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden könne. Die zwi-

schen Dr. J und der Klinik K unterschiedliche Diagnose sei gemäss Dr. J "nicht Ausdruck 

eines wesentlichen Unterschiedes zwischen meiner Sicht und der der Behandler", was 

heisse, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit davon unabhängig zu betrachten sei. Die 

Diagnose von Dr. J sei eher Ausdruck eines mehr leitlinienorientierten Vorgehens. Ob die 

Diagnosekriterien je erfüllt gewesen seien, könne schon deshalb nicht näher nachgeprüft 

werden, weil die Behandler einer der führenden Traumastationen in K die Diagnose nicht 

anhand der notwendigen Diagnosekriterien nachvollziehbar ausgearbeitet hätten. Auch 

der Bericht über die erste Hospitalisation in K enthalte keine nachvollziehbare Diagnose-

herleitung. Die Herleitung der Diagnose durch Dr. J sei nachvollziehbar und ausführlich 

begründet. Die genaue Diagnose hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit spiele keine entschei-

dende Rolle, zumal der Gutachter in der Diagnostik keine Gegensätze zwischen seiner 

Sichtweise und derjenigen der Behandler sehe. Hätte die IV-Stelle auf die Ausführungen 

der behandelnden Ärzte abstellen können, wäre eine Begutachtung nicht nötig gewesen. 

Eine solche sei gerade deswegen angeordnet worden, weil die medizinischen Akten eine 

schlüssige Beurteilung nicht zuliessen. Insbesondere habe festgestellt werden müssen, 

dass die Beschwerdeführerin eine Zeit lang nicht in Behandlung gewesen sei, und dass 

sie die erwartete Arbeitsfähigkeit nicht erreicht habe, entgegen den eigenen Wünschen 

der Beschwerdeführerin, welche sich für die berufliche Eingliederung motiviert gezeigt ha-

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be. Unter diesen Umständen sei es notwendig gewesen, eine gutachterliche Abklärung 

durchzuführen. Es sei zudem darauf hinzuweisen, dass die Klinik K keine Arbeitsunfähig-

keit attestiert habe. Die psychiatrische Klinik L habe am 6. Juli 2012, am 30. August 2012 

und am 2. November 2012 eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert und Dr. Q am 10. April 

2014 eine solche im Rahmen von 70–80 %. Soweit Dr. J von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

ausgehe, hätten die früher stärker ausgeprägten Symptome eine Arbeitsunfähigkeit von 

20 % und 10 % bewirkt. Die Austrittsberichte der Kliniken hätten – wenn sie sich über-

haupt dazu äusserten – jeweils volle Arbeitsfähigkeit nach Austritt attestiert. Der Gutachter 

habe sich im Schreiben vom 29. Februar 2016 zur rückwirkenden Entwicklung geäussert, 

wobei er eingeräumt habe, eine tatsächliche Leistungsminderung nicht seriös nachweisen 

zu können. Im Rahmen der Beweisregel, dass eine Leistungsminderung nachgewiesen 

sein müsse (und kein Grundsatz "im Zweifel zu Gunsten der versicherten Person" existie-

re), könne deshalb nicht auf eine relevante Leistungsminderung geschlossen werden. Die 

Beschwerdeführerin führe selbst aus, dass sie heute stabiler sei als früher. Die behaupte-

ten Krisen, welche oft eine Symptomverschlechterung mit sich gebracht hätten, seien al-

lerdings nur vordergründig auf eine angebliche Überforderung am Arbeitsplatz zurückzu-

führen. Grundsätzlich handle es sich vorliegend um eine ausgeprägte soziale Problematik, 

welche in der Familie angesiedelt sei und welche die Symptomatik fördere. Es sei davon 

auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit erreicht werde, wenn die soziale Problematik gelöst 

sei. Die durch die Coaching-Person geäusserten Einschränkungen in Form der Überlas-

tung seien nicht ärztlich verifiziert. Insbesondere äussere sich niemand im Bereich des Ar-

beitsversuchs über die Gründe der Überforderung. Doktor Q halte aber fest, dass psycho-

soziale Faktoren bestünden. Dementsprechend seien dem Gutachten zu entnehmen, dass 

limitierend vor allem die psychosozialen Faktoren seien bzw. die Konflikte, welche die Be-

schwerdeführerin im Zusammenhang mit ihrem familiären Umfeld auszuhalten habe. Die-

se Konflikte seien allerdings weder invaliditätsrelevant noch als dauerhaft und unbewältig-

bar zu bezeichnen. Illusorisch sei es, eine Person durch Teilberentung vor Dekompensati-

on zu schützen. Teilberentung sei kein therapeutisches Mittel und wäre, wenn es so wäre, 

durch die Krankenpflegeversicherung (als Therapieleistung) zu tragen. Es sei ärztliche 

Aufgabe, die Aussagen wie auch das Umfeld und die Entwicklungsgeschichte der Be-

schwerdeführerin medizinisch zu würdigen und daraus nachvollziehbar eine Schlussfolge-

rung hinsichtlich der Leistungsfähigkeit zu ziehen. Vorliegend sei offensichtlich, dass die 

Beschwerdeführerin unter familiären, also sozialen Problemen leide, welche sie an der 

Ausübung einer Erwerbstätigkeit hinderten, aber nicht als invalidisierend betrachtet wer-

den könnten. Es sei nicht an der Invalidenversicherung, die Folgen von Zwangsverheira-

tung, dauernder familiärer Einmischung und schwieriger partnerschaftlicher Beziehung im 

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Rahmen eines Erwerbsausfalls zu tragen, wenn es möglich sei, die sozialen Umstände zu 

korrigieren. Massgebend sei die Verfügung, nicht der Vorbescheid. Die Beschwerdeführe-

rin sei ganz offensichtlich der Meinung gewesen, dass ihr eine Viertelsrente nicht genüge, 

weshalb die medizinische Situation, welche durch die Einreichung von medizinischen Be-

richten ohnehin einer erneuten Klärung bedurft hätte, nochmals habe abgeklärt werden 

müssen. Dazu habe sich die Beschwerdeführerin äussern können. Seltsam mute an, dass 

sich die Beschwerdeführerin nun plötzlich auf die Stellungnahme des Allgemeinmediziners 

Dr. R berufe – und trotz nachträglicher Einreichung neuer medizinischer Berichte – das 

fachärztlich psychiatrische Gutachten beiseiteschieben wolle. Die Rentenprüfung sei ge-

stützt auf eine medizinisch-theoretische Beurteilung in versicherungsmedizinischer Hin-

sicht erfolgt. Wenn Dr. Q und lic. phil. P aus rehabilitativer Hinsicht einen langsamen Ein-

stieg in die Erwerbsfähigkeit empfehlen würden, sage das nichts über die versicherungs-

medizinische Arbeitsfähigkeit aus, sondern wäre im Rahmen einer Rehabilitation durchzu-

führen, um die theoretische Arbeitsfähigkeit zu erreichen. Führe man sich die Stellung-

nahme der Berufsberaterin S vom 1. Mai 2014 vor Augen, sei zu erkennen, dass die Be-

schwerdeführerin im Arbeitsversuch durch die fachlichen Kenntnisse, die Zuverlässigkeit 

und Gewissenhaftigkeit zu überzeugen vermocht habe. Die Leistungsfähigkeit habe ge-

steigert werden können mit der Zunahme des Vertrauens in ihre Fähigkeiten. Eine Steige-

rung des Arbeitspensums sei mit der Hoffnung verknüpft worden, dass die Beschwerde-

führerin die Probleme im Privaten angehen könne, womit mit einer Steigerung der Leis-

tungsfähigkeit gerechnet werden könne. Nach der Geburt der Tochter am 7. September 

2015 dürften sich die sozialen Probleme der Beschwerdeführerin einerseits kaum verbes-

sert haben, andererseits sei davon auszugehen, dass die entsprechenden Probleme, die 

ab diesem Zeitpunkt eingereichten medizinischen Berichte beeinflusst hätten. Es dürfte 

selbstredend im vorhandenen sozialen Umfeld schwieriger sein, mit der Tochter eine Er-

werbsfähigkeit zu verwirklichen.  

 

E. Mit Replik vom 18. Januar 2017 hielt die Beschwerdeführerin vollumfänglich an ih-

ren Anträgen fest. Ergänzend liess sie ausführen, die im Gutachten von Dr. J angegebene 

Anamnese sei sehr knapp. Mehrere Angaben erfolgten nicht differenziert. Doktor J halte 

sich nicht durchgehend an das AMDP-System. Viele mögliche Items fehlten, was proble-

matisch sei. Da die Diagnosestellung der Persönlichkeitsstörung Mängel aufweise, sei 

auch die Einstufung derer als leicht nicht brauchbar. Ein ausführliches Persönlichkeitsstö-

rung-spezifisches Interview habe Dr. J nicht durchgeführt. Der Anamnese fehlten relevante 

Angaben, welche Rückschlüsse auf die Persönlichkeit und die Persönlichkeitsentwicklung 

der Beschwerdeführerin zuliessen. Doktor J weise unter "Vorgeschichte, Krankheitsent-

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wicklung" nur auf das hin, worüber die Beschwerdeführerin berichtet habe, jedoch gebe er 

nicht an, was sie im Einzelnen erzählt habe. Würden dann in der Beurteilung auf einmal 

Dinge diskutiert, welche auf angeblichen Angaben der Beschwerdeführerin beruhen sol-

len, sich diese aber im Anamnese- und Untersuchungsteil nicht finden liessen, sei dies 

höchst problematisch. Richtigerweise müssten erst alle Befunde und Informationen zu-

sammengestellt werden, auf deren Basis dann die Diskussion und schlussendlich Beurtei-

lung beruhen könne. Insgesamt kläre das Gutachten ungenügend ab, ob die Persönlich-

keitsstörung wirklich die einzige psychiatrische Diagnose sei und ob diese überhaupt als 

leicht zu qualifizieren sei. Offenbar sei die Beschwerdegegnerin der Überzeugung, dass 

sich die psychischen Probleme der Beschwerdeführerin einzig mit einer schwierigen fami-

liären Situation erklären liessen. Sie verkenne dabei, dass weder Dr. J von dieser Annah-

me ausgegangen sei noch sonst irgendein behandelnder Arzt sich dahingehend geäussert 

habe. Zudem sei darauf hinzuweisen, dass auch die psychische Störung die Lösung fami-

liärer Probleme einschränken könnte. Es sei unseriös, einfach zu behaupten, ohne die so-

zial eher schwierige Situation wäre die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig. Eine psy-

chisch kranke Person könne durch eine Teilberentung vor Dekompensation geschützt 

werden. Insbesondere gehe es darum, den noch vorhandenen Teil der Restarbeitsfähig-

keit zu schützen. Eine Teilberentung sei denn auch kein therapeutisches Mittel, sondern 

könne vor einer Überforderung schützen. Wenn die Beschwerdegegnerin schreibe, es sei 

möglich, die sozialen Umstände zu korrigieren, so unterstelle sie der Beschwerdeführerin 

eine Mitschuld an ihrer Situation. Eine solche Behauptung sei nicht zu beachten. Inwiefern 

Folgen von Zwangsverheiratung durch eine Korrektur der heutigen sozialen Umstände zu 

beseitigen seien, erkläre die Beschwerdegegnerin dann auch nicht. Bei der Beschwerde-

führerin habe sich in der Vergangenheit immer wieder eine starke Überforderung gezeigt. 

Trotz mehrerer Arbeitsversuche sei es immer wieder zu einer Dekompensation gekom-

men. Von einer Stabilisierung der Leistungsfähigkeit bei Aufnahme einer vollen Arbeitstä-

tigkeit auszugehen sei daher unwahrscheinlich. 

 

F. Mit Duplik vom 2. Februar 2017 verwies die Beschwerdegegnerin auf ihre Ver-

nehmlassung, die angefochtene Verfügung sowie die Akten. Ergänzend hielt sie fest, die 

Methoden und Grundlagen, mit welchen der Gutachter zu seinem Ziel komme, seien ihm 

zu überlassen. Inwieweit sich Dr. J an das ADMP-System gehalten habe und inwiefern er 

sich daraus auch lösen dürfe, lasse sich für medizinische Laien nicht bestimmen. Es sei 

davon auszugehen, dass Dr. J sich in medizinisch-wissenschaftlich zulässigem Mass da-

ran gehalten habe. Gemäss den invalidenversicherungsrechtlichen Vorgaben könne eine 

Teilberentung dann erfolgen, wenn medizinisch eine Leistungseinschränkung bewiesen 

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sei und damit davon ausgegangen werden müsse, dass eine Erwerbstätigkeit über das 

medizinisch-theoretische Mass hinaus zu Überforderung führen würde. Grundlage einer 

Berentung sei also die medizinische Feststellung einer Einschränkung und nicht die mögli-

che Wirkung einer Teilrente. 

 

G. Am 13. Februar 2017 reichte die Beschwerdeführerin eine Triplik ein. Darin liess 

sie insbesondere ausführen, bei ihr liege eben gerade eine Situation vor, dass eine Er-

werbstätigkeit über das medizinisch-theoretische Mass hinaus zu Überforderung führe. Als 

bester Beweis müssten die zahlreichen gescheiterten Arbeitsversuche gelten. Doktor J 

habe sich damit nicht auseinandergesetzt. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug habe 

im Verfahren S 2016 36 E. 7.2 festgehalten, dass eine Auseinandersetzung mit geschei-

terten Arbeitsversuchen essentiell sei. Nicht kulturelle Unterschiede hätten zu dem Ge-

sundheitsschaden geführt, sondern eine psychische Erkrankung, die aus den Folgen von 

erlittener Gewalt während einer Zwangsheirat entstanden sei.  

 

H. Die IV-Stelle Zug verzichtete auf eine weitere Eingabe. 

 

 

 

 Das Verwaltungsgericht erwägt: 

 

 

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 

dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 [ATSG, SR 830.1] in Verbindung 

mit § 77 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 1. April 1976 [VRG, BGS 162.1] und 

§ 12 des Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlas-

senenversicherung und die Invalidenversicherung vom 28. Januar 1993 [BGS 841.1]). Die 

örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend und ge-

stützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 

19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – gegeben, wäre in-

des auch aufgrund von Art. 58 Abs. 1 ATSG – Wohnsitz der Beschwerdeführerin zum 

Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung – zu bejahen, wohnt diese doch in der Gemeinde C. 

Die Verfügung datiert vom 23. August 2016. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist 

dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die 

Beschwerdeschrift trägt das Datum des 22. September 2016 und wurde gleichentags der 

12 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

Post übergeben, so dass die 30-tägige Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG als gewahrt gilt. 

Die Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Be-

schwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält Antrag und Begründung, genügt mithin 

den formellen Anforderungen, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. 

 

2. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätz-

lich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu 23. August 

2016) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch: BGE 121 V 362 Erw. 1b). Dabei sind in 

zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des zu 

Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 329 und 130 V 445, 

mit Verweis auf BGE 129 V 1 Erw. 1.2, 167 Erw. 1, 354 Erw. 1, je mit weiteren Hinweisen). 

Vorliegend sind Leistungen, konkret Rentenleistungen ab Frühling 2014, streitig. Mithin 

kommen die materiellen Bestimmungen des ATSG und die Bestimmungen der vierten und 

fünften IV-Revision bzw. der IV-Revision 6a zum Tragen. 

 

3. 

3.1 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder länge-

re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist 

der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver-

ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähig-

keit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich-

tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Dies spricht die Schadenminderungspflicht an. Die-

se gilt im Bereich des IVG aber auch ganz allgemein und bedeutet, dass der Versicherte, 

bevor er Leistungen verlangt, das ihm Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen 

seines invalidisierenden Gesundheitszustandes soweit wie möglich zu mildern. Zu diesen 

Vorkehren gehört natürlich auch, dass ein Versicherter die ärztlich empfohlenen, zumutba-

ren Behandlungen über sich ergehen lässt (vgl. Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Recht-

sprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich 2014, Art. 4 Rz. 57). 

 

3.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie 

körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbin-

dung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 

13 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 

Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die 

verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderba-

ren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang 

die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi-

schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur 

soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die 

Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch 

nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 Erw. 1.2 mit Hinweisen). 

 

3.3 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in 

Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. 

Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-

massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage er-

zielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 

das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). 

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hy-

pothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander 

gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad 

bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs). Bei nicht erwerbstäti-

gen Versicherten, die im Aufgabenbereich (zum Beispiel im Haushalt, in der Kinderbetreu-

ung) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden 

kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf ab-

gestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 

(Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unent-

geltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die 

Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tä-

tig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem 

Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des 

Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen 

und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Diese so 

genannte gemischte Methode wurde 2016 vom Europäischen Gerichtshof für Menschen-

rechte (EGMR) kritisiert, insbesondere weil sie fast ausschliesslich auf Frauen angewen-

det werde, was diskriminierend sei. Der EGMR kritisierte die Methode an sich indes nicht 

substantiiert und zeigte auch keine Alternativen auf. 

14 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

 

3.4 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem In-

validitätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Inva-

liditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 

IVG).  

 

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be-

schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 

auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärz-

tin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in wel-

chem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist 

(BGE 125 V 256 Erw. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundla-

ge für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch 

zugemutet werden können (BGE 105 V 156 Erw. 1). Für die Invaliditätsbemessung ist im 

Übrigen nicht die medizinisch-theoretische Schätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Arzt 

ausschlaggebend, sondern vielmehr die durch den Gesundheitsschaden bedingte Ein-

schränkung der Erwerbsmöglichkeiten auf dem gesamten für den Versicherten in Betracht 

fallenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (BGE 110 V 273 Erw. 4). 

 

3.6 

3.6.1 Die medizinischen Unterlagen gilt es nach dem im Sozialversicherungsrecht gel-

tenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung zu werten, d.h. der Richter ist grundsätzlich 

an keine förmlichen Beweisregeln gebunden. Zu beachten ist dabei jedoch, dass der So-

zialversicherungsrichter bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-

zess nicht erledigen darf, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklag-

ten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-

den ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün-

det sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft 

eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz 

15 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

der freien Beweiswürdigung aber als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. 

So ist namentlich den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 

externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-

gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung grundsätzlich volle Be-

weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-

pertise sprechen. Demgegenüber darf und soll der Richter in Bezug auf Berichte von 

Hausärzten – wie auch von behandelnden Fachärzten (Urteil des Bundesgerichts 

8C_812/2007 vom 6. Oktober 2008 Erw. 8.2) – der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, 

dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels-

fällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Nach der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung sind Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund der Verschiedenheit von Ex-

pertise und Therapie grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allgemein 

praktizierenden Hausarzt, den behandelnden Spezialarzt und namentlich für den thera-

peutischen Psychiater mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis zum Patienten, wel-

ches die geklagten Beschwerden als Faktum hinzunehmen hat (Urteil des Bundesgerichts 

9C_420/2008 vom 23. September 2008 Erw. 3 mit zahlreichen Hinweisen). Immerhin ver-

pflichtet aber jede substantiiert vorgetragene Einwendung den Richter, den von der Recht-

sprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend zu prüfen, ob sie in 

rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen eines vom Gericht 

oder von der Verwaltung förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, 

dass davon abzuweichen ist (siehe zum Ganzen BGE 125 V 351 Erw. 3 mit zahlreichen 

Hinweisen). 

 

3.6.2 Hinsichtlich des Beweiswerts von Berichten des Regionalen Ärztlichen Dienstes 

(RAD) resp. der Aufgaben des RAD gilt Folgendes: Die Funktion interner RAD-Berichte 

besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizi-

nischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsan-

spruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und 

zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten 

eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht ab-

zustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen ist. Der RAD bzw. die 

RAD-Berichte würdigen mithin die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (SVR 

2009 IV Nr. 50 S. 153, Urteil des Bundesgerichts 8C_756/2008 vom 4. Juni 2009 Erw. 4.4; 

Urteil des Bundesgerichts 9C_589/2010 vom 8. September 2010 Erw. 2). Das Bundesge-

16 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

richt hat in Erw. 3.3.2 des BGE 135 V 254 überdies festgehalten, dass gemäss Art. 59 

Abs. 2
bis

 IVG die regionalen ärztlichen Dienste die für die Invalidenversicherung nach Arti-

kel 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten festsetzen, ei-

ne zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Nach 

Art. 49 IVV beurteilen sie die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. 

Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz 

und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen. Die regionalen 

ärztlichen Dienste können bei Bedarf aber auch selber ärztliche Untersuchungen von Ver-

sicherten durchführen und sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest. Praxis-

gemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseiti-

gen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden be-

rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

tion einleuchtet und die Schlussfolgerungen widerspruchsfrei begründet, allerdings nicht 

der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 

Erw. 3.4). 

 

4. Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdeführerin wirklich an einer krankheitswer-

tigen, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden psychischen Störung leidet. Die Akten der 

IV-Stelle enthalten hierzu unter anderem die folgenden Berichte: 

 

4.1 Der IV-Anmeldung der Versicherten vom 11. Juli 2007 kann entnommen werden, 

dass sie sechs Jahre die Primarschule und drei Jahre die Realschule besucht, von 2001 

bis 2004 eine Lehre als Köchin im Restaurant T absolviert und von September 2004 bis 

März 2005 als Jungköchin im Restaurant U und ab Juni 2006 als Köchin im Restaurant E 

gearbeitet hat (act. 1 der IV-Akten). Ab 6. April 2007 war die Versicherte 100 % arbeitsun-

fähig, und per 30. September 2007 wurde ihr Arbeitsverhältnis mit dem Restaurant E ge-

kündigt (act. 6 der IV-Akten). Dem IK-Auszug der Ausgleichskasse Zug kann entnommen 

werden, dass die Versicherte als Lernende in den Jahren 2002 bis 2004 ein Monatsgehalt 

von rund Fr. 1'100.– und in den Monaten September bis Dezember 2004 ein Monatsgehalt 

von rund Fr. 3'000.– erzielen konnte (act. 11 der IV-Akten).    

 

4.2 Vom 4. Mai 2007 bis 31. Juli 2007 war die Versicherte in der Klinik K für Psychiat-

rie und Psychotherapie hospitalisiert. Im Austrittsbericht von dipl.-psych. V vom 23. August 

2007 wurde folgende Diagnose gestellt: Bulimia nervosa (ICD-10:F50.2) und posttraumati-

sche Belastungsstörung (ICD-10:F43.1) auf dem Hintergrund einer Persönlichkeit mit 

17 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

selbstunsicheren Zügen. Der anfängliche Verdacht auf eine Borderline-

Persönlichkeitsstörung habe sich nicht bestätigt (act. 29 – 21 ff./34 der IV-Akten). 

 

4.3 Am 11. August 2007 trat die Versicherte freiwillig erneut in die Klinik K ein nach 

Tablettenintoxikation in suizidaler Absicht (erstmaliger Versuch) am 9. August 2007 (Aus-

trittsbericht Spital BB, act. 29 – 19 f./34 der IV-Akten). Am 14. August 2007 trat die Versi-

cherte gegen ärztlichen Rat wieder aus der Klinik K aus. Als Austrittsdiagnose wurde ge-

nannt: Anpassungsstörung: Kurze depressive Reaktion (ICD-10:F43.20). Die Versicherte 

wandte sich am 17. August 2007 für ein Erstgespräch an die Ambulanten Psychiatrischen 

Dienste des Kantons Zug (act. 29 – 17 f./34 der IV-Akten).   

 

4.4 Am 20. September 2007 wurde die Versicherte erneut der Klinik K zur stationären 

Psychotherapie zugewiesen, wo sie bis am 28. November 2007 blieb. Einem Verlaufsbe-

richt der Klinik K vom 3. Oktober 2007 kann die Diagnose einer Bulimia nervosa (ICD-

10:F50.2) bestehend seit ca. vier Jahren sowie einer Anpassungsstörung (ICD-10:F43.2) 

bestehend seit April 2007 entnommen werden. Die Prognose sei prinzipiell als gut einzu-

schätzen, jedoch werde es der Versicherten kaum möglich sein, wieder als Koch oder in 

einem Beruf, in welchem sie mit Lebensmitteln zu tun habe, zu arbeiten (act. 10 der IV-

Akten). Im Bericht vom 6. Dezember 2007 wurde als Austrittsdiagnose wiederum Anpas-

sungsstörung: Kurze depressive Reaktion (ICD-10:F43.20) genannt. Die Versicherte wer-

de sich einer ambulanten Psychotherapie unterziehen und sich als arbeitsfähig und su-

chend melden (act. 29 – 31/34 der IV Akten).  

 

4.5 Doktor W, Facharzt für Allgemeinmedizin, RAD Zentralschweiz, hatte am 2. No-

vember 2007 wie folgt Stellung genommen: Er habe den Fall mit Dr. X, Psychiaterin beim 

RAD, besprochen. Laut dieser Fachärztin sei in der Fachwelt anerkannt, dass in solchen 

Fällen einer Essstörung der berufliche Kontakt mit Lebensmitteln die Störung verschlim-

mern könne. Doktor X rate, der Empfehlung einer Umschulung wegen unmittelbar drohen-

der Invalidität im Kochberuf zu folgen, bei guter Prognose in anderer Tätigkeit (act. 12 der 

IV-Akten). Die IV-Stelle übernahm daraufhin die Kosten für die kaufmännische Umschu-

lung und sprach ein IV-Taggeld zu (act. 22 und 25 der IV-Akten). 

 

4.6 Am 27. Juli 2008 wurde die Versicherte wegen einer Tablettenintoxikation in suizi-

daler Absicht bei psychosozialer Belastungssituation notfallmässig in das Spital Y einge-

wiesen. Am 28. Juli 2008 konnte sie das Spital wieder verlassen (act. 29 – 10 f./34 der IV-

Akten). 

18 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

 

4.7 Der Hausarzt der Versicherten, Dr. Z, berichtete der IV-Stelle am 28. August 2009 

Folgendes: Er habe sporadische Gespräche mit der Patientin. Bezüglich gegenwärtiger 

Behandlung führte er aus, die Patientin sei nicht wirklich motiviert, irgendetwas an ihrem 

Leben bzw. ihrer Lebenssituation zu ändern. Es stelle sich die Frage, wie gross ihr Lei-

densdruck sei; Medikamente wolle sie keine, bei Therapeuten sei sie wählerisch (zu weit 

weg, unsympathisch usw.). Doktor Z erachtete die bisherige Tätigkeit aus medizinischer 

Sicht in vollem zeitlichem Rahmen als zumutbar, die Patientin sei sich dies einfach nicht 

gewohnt; sie müsste in die entsprechenden Tätigkeiten eingeführt werden (wie ein Auf-

bautraining im Sport). Die Leistungsfähigkeit sei vermindert, weil die Patientin das Pensum 

einfach nicht schaffe. Die Einschränkungen liessen sich durch medizinische 

Massnahmen wahrscheinlich nicht vermindern. Mit der Wiederaufnahme der beruflichen 

Tätigkeit bzw. einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden (act. 29 

– 2 ff./34 der IV-Akten). Im Beiblatt für spezielle Fragen erklärte Dr. Z, es gebe keinen 

Grund für eine Rente (act. 34 – 9/9 der IV-Akten). 

 

4.8 Die Versicherte war vom 22. Juni 2012 bis 3. Juli 2012 in der Psychiatrischen Kli-

nik L hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 6. Juli 2012 wurden folgende Diagnosen ge-

stellt: Bulimia nervosa (F50.2), Anpassungsstörungen (F43.2), Hinweise auf emotional in-

stabile Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ (F60.31). Die Versicherte wurde als 100 % 

arbeitsfähig beurteilt (act. 56 – 3/5 der IV-Akten). 

 

4.9 Zwischen dem 22. und 24. Oktober 2012 war die Versicherte erneut in der Psychi-

atrischen Klinik L hospitalisiert. Im Bericht vom 2. November 2012 wurden folgende Diag-

nosen gestellt: Bulimia nervosa (F50.2), Züge einer emotional instabilen Persönlichkeits-

störung: Borderline-Typ (F60.31). Die Versicherte wurde wiederum als 100 % arbeitsfähig 

beurteilt (act. 66 – 9f./10 der IV-Akten). 

 

4.10 Am 2. März 2013 berichtete Dr. AA, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH, Zug, der IV-Stelle Zug was folgt: Die Versicherte sei vom 1. November 2012 bis 

16. Dezember 2012 nach suizidalen Krisen arbeitsunfähig gewesen. Zeitweise habe sie 

wieder Tendenz zu bulimischem Verhalten. Im November/Dezember 2012 habe sie zu ei-

ner weiteren stationären Behandlung in der Klinik K tendiert, was er, Dr. AA, allerdings e-

her als regressives Rückzugsverhalten verstanden habe. Krisen träten meist im Zusam-

menhang mit ihren Eltern oder bei Kränkungen auf, beispielsweise im Rahmen von Be-

werbungen. Die Beziehung zu ihren Eltern sei sehr ambivalent. Die Versicherte fühle sich 

19 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

hin- und hergerissen zwischen den traditionellen Anforderungen ihrer Herkunftsfamilie und 

ihren Ansprüchen als moderne westeuropäisch orientierte Frau. In der Öffentlichkeit fühle 

sie sich zeitweise überfordert, reagiere mit Panikattacken und soziophobischer Tendenz. 

Doktor AA diagnostizierte Bulimia nervosa (ICD-10 Nr. F50.2), selbstunsichere Persön-

lichkeit (ICD-10 Nr. F60.6), Differenzialdiagnose: emotionale instabile Persönlichkeitsstö-

rung vom Borderline-Typ (act. 66 – 1 ff./10 der IV-Akten). 

 

4.11 Am 12. Juni 2013 vereinbarten die Gastronomie H AG die Versicherte und die IV-

Stelle Zug einen Arbeitsversuch zu 80 % vom 11. Juni 2013 bis 10. Dezember 2013 im 

kaufmännischen Bereich (act. 67 der IV-Akten). Der Arbeitsversuch wurde bis 31. März 

2014 verlängert (act. 86 der IV-Akten). Am 19. März 2014 schätzte die Gastronomie H AG 

die Arbeitsleistung/Leistungsfähigkeit der Versicherten mit 60–70 % ein (act. 93 der IV-

Akten). Am 20. März 2014 vereinbarten die Gastronomie H AG und die Versicherte ein 

unbefristetes Arbeitsverhältnis mit einem 80 %-Pensum in der Funktion "Catering", wobei 

in den besonderen Vereinbarungen festgehalten wurde, die Arbeitnehmerin erhalte aus 

gesundheitlichen Gründen einen leistungsangepassten Lohn. Der effektive Lohn werde 

ausgehend von einem branchenüblichen Monatslohn von Fr. 4'500.– bei 100 % errechnet. 

Die Arbeitsleistung der Arbeitnehmerin werde nach einem mehrmonatigen Arbeitsversuch 

bei 60 % eingeschätzt. Gestützt darauf wurde ein monatlicher Bruttolohn von Fr. 2'700.– 

festgelegt. Das Arbeitspensum wurde bei 80 % belassen (act. 94 der IV-Akten). 

 

4.12 Mit Bericht vom 9. April 2014 stellte Dr. Q, Fachärztin Allgemeine Medizin FMH, 

bei der Versicherten folgende Diagnosen: Angststörung (F41.2), emotional instabile Per-

sönlichkeitsstörung, Borderline-Typ (F60.31), Anpassungsstörungen (F43.2), Bulimia ner-

vosa (F50.2). Die Arbeitsunfähigkeit sah Dr. Q bei 20 % von August 2013 bis auf weiteres. 

Die Patientin könne kein 100 %-Arbeitspensum bewältigen. Sie habe für gewisse Tätigkei-

ten einen erhöhten Zeitbedarf. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht in einem 

zeitlichen Rahmen von 70–80 % zumutbar. Eine Veränderung sei mittelfristig nicht zu er-

warten (act. 95 der IV-Akten). 

 

4.13 In einem Bericht vom 19. Mai 2014 empfahl die zuständige Berufsberaterin der IV-

Stelle Zug die Rentenprüfung. Die Versicherte habe bei ihrem Arbeitsversuch bei der 

Gastronomie H AG sehr schnell durch ihre fachlichen Kenntnisse, ihre Zuverlässigkeit und 

Gewissenhaftigkeit überzeugt. Allerdings stelle sie an sich selber sehr hohe Anforderun-

gen und suche bei Fehlern die Schuld immer sofort bei sich. Es habe sich schon schnell 

gezeigt, dass die Belastbarkeit immer noch reduziert gewesen sei. Sie habe aber ihre 

20 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

Leistungsfähigkeit steigern und stabilisieren können. Der Versicherten sei bei der Gastro-

nomie H AG nun eine Festanstellung angeboten worden, im klaren Wissen, dass ihre Be-

lastbarkeit und Leistungsfähigkeit noch nicht voll erreicht sei. Es werde jedoch gehofft, 

dass die Versicherte durch eine nachhaltige Lösung (sicherer Lohn) nun auch Probleme 

im Privaten angehen könne. Dadurch sei längerfristig wohl auch mit einer weiteren Steige-

rung der Leistungsfähigkeit zu rechnen (act. 96 der IV-Akten). Doktor R, RAD Zentral-

schweiz, unterstützte in seiner Stellungnahme vom 22. Mai 2014 die Rentenprüfung und 

schlug eine Revision in 1–2 Jahren vor (act. 97 der IV-Akten). Mit Vorbescheid vom 4. 

September 2014 teilte daraufhin die IV-Stelle Zug der Versicherten mit, sie habe ab 1. Ap-

ril 2014 Anspruch auf eine Viertelsrente. Seit dem 1. April 2014 habe die Versicherte eine 

Festanstellung in der freien Wirtschaft mit einem Leistungslohn basierend auf einer Ar-

beitsfähigkeit von 60 %. Die Prüfung der medizinischen Unterlagen durch den regionalen 

ärztlichen Dienst habe ergeben, dass die Versicherte zurzeit entsprechend ihrer Möglich-

keiten eingegliedert sei (act. 98 der IV-Akten).  

 

4.14 Am 26. September 2014 kündigte die Gastronomie H AG das Arbeitsverhältnis mit 

der Versicherten per 31. Oktober 2014 (act. 107 der IV-Akten). Begründet wurde diese 

Kündigung mit "betrieblichen Umstrukturierungen". 

 

4.15 Vom 18. November 2014 bis 31. Dezember 2014 erklärte Dr. Q die Versicherte 

wegen Krankheit 100 % arbeitsunfähig (act. 116 der IV-Akten). 

 

4.16 Vom 19. Februar 2015 bis 2. April 2015 wurde die Versicherte zum vierten Mal in 

der Klinik K hospitalisiert. Dem Austrittsbericht vom 27. April 2015 können folgende Diag-

nosen entnommen werden: Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-

10:F43.1), Bulimarexia (ICD-10:F50.1), Rezidivierende depressive Störung gegenwärtig 

leichte Episode (ICD-10:F33.0), emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderli-

ne-Typ (ICD-10:F60.31), Co-Missbrauch von Alkohol (ICD-10:F10.1), schädlicher Ge-

brauch von Nikotin (ICD-10:F17.1), Schwangerschaft 3 Monate. Der familiäre Druck sei 

anhaltend und die daraus resultierende Verunsicherung beeinflusse auch weiterhin ihr Le-

ben. Die Versicherte trete auf eigenen Wunsch etwas früher als geplant nach Hause aus 

(act. 131 der IV-Akten). 

 

4.17 Vom 3. April 2015 bis 31. August 2015 erklärte Dr. Q die Versicherte wegen 

Krankheit 100 % arbeitsunfähig (act. 133 der IV-Akten). Am 7. September 2015 gebar die 

Versicherte eine Tochter (act. 136 der IV-Akten). 

21 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

 

4.18 Am 1. Februar 2016 begutachtete Dr. J, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie 

und Facharzt für Neurologie, die Versicherte. Dem Gutachten vom 2. Februar 2016 kann 

im Wesentlichen Folgendes entnommen werden: Gemäss Selbsteinschätzung der Versi-

cherten traue sie sich eine Tätigkeit in einem Backoffice im kaufmännischen Bereich ohne 

sehr viele Kundenkontakte oder in einem Kleinbetrieb in einem Pensum von 100 % zu. 

Von der IV erwarte bzw. wünsche sie eine Hilfe, langsam in der Arbeit einsteigen zu kön-

nen. Sie erwarte schon, dass sie dann nach einer gewissen Eingewöhnungszeit volle Leis-

tung auf einer vollen Stelle bringen könne. Heute würde sie eine 100 %-Stelle suchen. 

Doktor J stellte die Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung: Borderline-

Typ (F60.31) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Weder eine Angststörung noch eine 

Anpassungsstörung lägen vor. Die Ängste, vor allem im sozialen Kontext, könnten der 

emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ zugeordnet werden, eine 

eigene Diagnose sei dadurch nicht begründet. Er habe sich entschlossen, die Diagnose 

einer Essstörung nicht zu stellen, sondern die entsprechenden Symptome der emotional-

instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ zuzuordnen. Dass er das formal so 

zugeordnet habe, sei aber nicht Ausdruck eines wesentlichen Unterschiedes zwischen 

seiner Sicht und der der Behandler. Die Kriterien für die Diagnose "komplexe posttrauma-

tische Belastungsstörung ICD-10 F43.1", wie sie die Traumastation der Klinik K in der letz-

ten stationären Behandlung gestellt habe, seien aktuell nicht erfüllt. Er sei sich nicht si-

cher, ob sie früher erfüllt gewesen seien. Früher hätten auch die Behandler eine Anpas-

sungsstörung, nicht eine posttraumatische Belastungsstörung, diagnostiziert (auch die Kli-

nik K). Auch eine rezidivierende depressive Störung liege nicht vor, sondern die affektiven 

Auffälligkeiten seien charakteristischer Teil der emotionalen instabilen Persönlichkeitsstö-

rung vom Borderline-Typ und folgten keinem typischen episodenhaften Verlauf wie bei ei-

ner rezidivierenden depressiven Störung. Die zahlreichen früheren Expertisen ergäben ein 

Bild, das gut zu den Ergebnissen der jetzigen Untersuchung passe. Dabei falle auf, dass 

zu Beginn der psychiatrischen Behandlung noch nicht die Diagnose einer Persönlichkeits-

störung gestellt worden sei, sondern die Diagnose einer Anpassungsstörung nach der Er-

fahrung der Zwangsheirat und der Diagnose einer Essstörung. Aus der jetzigen Perspekti-

ve sei das insofern nachvollziehbar, als jetzt nur eine leichtgradig ausgeprägte emotional 

instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ feststehe, die damals möglicherweise 

schwerer feststellbar gewesen sei. Persönlichkeitsstörungen an sich führten in der Mehr-

zahl nicht zu Invalidität. Es sei auch so, dass Menschen mit Persönlichkeitsstörungen zwar 

zu bestimmten Erlebens- und Verhaltensmustern neigten. Sie seien aber nicht im Sinne 

einer Aufhebung der Steuerungsfähigkeit gezwungen, sich ihrem Muster entsprechend zu 

22 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

verhalten, sondern sie verfügten da schon über einen gewissen Spielraum. Sich zu über-

winden sei nicht gesundheitsschädlich oder gefährlich, sondern eher günstig. Die krank-

heitsbedingten Beeinträchtigungen wirkten sich auf die bisherige Tätigkeit nicht wesentlich 

oder anhaltend aus, weshalb sie zumutbar sei. Er, Dr. J, habe keine Arbeitsunfähigkeit 

festgestellt. Wahrscheinlich sei bei Beendigung der letzten Arbeitstätigkeit um den Oktober 

2014 herum eine Krise vorhanden gewesen, mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Nach 

Angaben der Beschwerdeführerin habe sie die Arbeitssituation trotz Rücksichtnahme des 

Arbeitgebers zunehmend überfordert und sie habe wiederholt krankgeschrieben werden 

müssen. Ebenfalls gemäss Angaben der Beschwerdeführerin habe keine Stabilisierung ih-

rer Leistungs- und Arbeitsfähigkeit erreicht werden können. Im Cateringbetrieb habe sie 

vor vielen Leuten einen Nervenzusammenbruch gehabt, habe geweint, geheult und ge-

schrien. Dem Chef habe das nicht gepasst; er habe gesagt, das sei unmöglich und habe 

ihr gekündigt. Eine tatsächliche Leistungsminderung könne er, Dr. J, nicht seriös nachwei-

sen. Er habe auch Zweifel, dass über die Zeiten um die Klinikaufenthalte hinaus ein anhal-

tendes wesentliches Leistungsdefizit vorhanden gewesen sein soll. In der Zeit nach der 

Beendigung des Arbeitsverhältnisses habe sich die Krise zurückgebildet, und auch hin-

sichtlich anderer Aspekte der psychischen Krankheit seien Fortschritte eingetreten. Die 

Versicherte sei ihrem Arbeitsumfeld aufgrund ihrer psychischen Störung zumutbar. In ei-

nem Nachtrag vom 29. Februar 2016 äusserte sich Dr. J auf die Frage nach einer Schät-

zung der durchschnittlichen Arbeitsfähigkeit/Leistungsfähigkeit mit grossen Vorbehalten 

und darauf hinweisend, dass es sich dabei nicht um eine medizinische Leistungsbeurtei-

lung im engen gutachterlichen Sinne handle, wie folgt: Ab Frühjahr 2007 bis März 2014 

unter Einbezug der durch stationäre Aufenthalte begründeten Arbeitsunfähigkeiten schät-

zungsweise ein Ausfall von ca. 20 %. Ab 1. April 2014 bis heute schätzungsweise um die 

10 % Ausfall (act. 139 und 144 der IV-Akten). 

 

4.19 Mit Stellungnahme vom 21. März 2016 erklärte Dr. R, RAD Zentralschweiz, aus 

allg. internistischer Sicht ergäben sich keine Hinweise, welche eine von der Beurteilung 

von Dr. J abweichende Beurteilung zu begründen vermöchten. Abgesehen von Krisen 

(z.B. zum Zeitpunkt der Beendigung der letzten Tätigkeit im Oktober 2014) lägen keine 

wesentlichen/anhaltenden Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit/Leistungsfähigkeit vor 

bzw. hätten vorgelegen (act. 145 der IV-Akten).  

 

4.20 Am 19. Mai 2016 reichte die Versicherte zum Gutachten von Dr. J eine schriftliche 

Stellungnahme ein, welche von Dr. Q, Fachärztin Allgemeine Medizin FMH, sowie lic. phil. 

P, Fachpsychologin für Psychotherapie, zusammengestellt worden war. Die Essstörung 

23 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

mit zuerst anorektischem und anschliessend bulimischem Verhalten sei gemäss anamnes-

tischer Daten erstmals im Zusammenhang mit der Zwangsehe aufgetreten. Es sei zu ver-

muten, dass die Patientin die Essstörung ohne die Zwangsehe, in der sie regelmässig 

über mehrere Monate Gewalt und Vergewaltigungen erlebt habe, nicht entwickelt hätte. 

Gemäss den Beobachtungen von Dr. Q und P aus dem Langzeitbehandlungsverlauf kön-

ne die in der Klinik K im April 2015 gestellte Diagnose einer komplexen posttraumatischen 

Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie Bulimarexie (F50.2) bestätigt werden. Diagnos-

tisch gesehen sei es zudem relevant, zu unterscheiden, in welchem Kontext die Sympto-

matik einer instabilen Persönlichkeit vom Borderline-Typ erscheine. Bei ihr sei diese auf 

dem traumatischen Hintergrund zu betrachten. Ein Unterschied sei vor allem darin zu se-

hen, dass sie zur Empathie fähig sei und fähig sei, langjährige Beziehungen einzugehen 

und aufrechtzuerhalten. In der therapeutischen und ärztlichen Beziehung fehlten die für 

Personen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ohne traumatischen Belastungshin-

tergrund typischen Manipulationen, Abbrüche sowie Spaltungsversuche. Eine hohe The-

rapiemotivation und aktives Mitarbeiten, Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit seien gege-

ben, ein auf Vertrauen basierendes Arbeitsbündnis sei möglich und entstanden. Sie halte 

sich an Abmachungen, Grenzen und Regeln. Es sei nicht selten der Fall und verständlich, 

dass die Diagnosekriterien bei komplexen Störungsbildern im Rahmen der einmalig statt-

findenden gutachterlichen Situation für den Gutachter nicht beobachtbar seien und auf-

grund eines reinen Aktenstudiums nicht nachvollzogen werden könnten. Es sei zudem be-

kannt, dass Personen mit solchen Störungen in der Lage seien, sich in solchen Situatio-

nen stark zusammenzureissen und eine gute Anpassungsleistung zeigten und recht gut 

funktionierten. Auch die Behandlerinnen seien, nachdem sie die Patientin nur im Praxis-

setting kennengelernt hätten, von einer Arbeitsfähigkeit der Patientin mit einem höheren 

Pensum (80 %) ausgegangen. Im Arbeitsversuch habe sich aber bald gezeigt, dass sie mit 

dem Pensum überfordert gewesen sei. Die vorhandenen krankheitsbedingten Beeinträch-

tigungen wirkten sich eindeutig auf eine Arbeitstätigkeit aus; im Vergleich zu einer gesun-

den Person könne sie zurzeit die vom ersten Arbeitsmarkt erwarteten Arbeitsleistungen 

und sozialen Ansprüche nicht gewährleisten. Ein Rehabilitationsplan sei notwendig und 

zielführend, insbesondere betreffend Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Einüben sozialer 

Grundfertigkeiten sowie Einüben vorhandener Ressourcen. Ein langsamer dosierter Ein-

stieg, realistischerweise über den zweiten Arbeitsmarkt (geschützter Arbeitsplatz) mit einer 

Präsenzzeit von 50 % könnte eine vielversprechende Massnahme darstellen (act. 151 der 

IV-Akten). 

 

24 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

4.21 Am 8. August 2016 nahm Dr. J zum Bericht der Beschwerdeführerin vom 19. Mai 

2016 Stellung. Darin führt Dr. J aus, der Bericht erscheine ihm fachlich mangelhaft. Es 

handle sich nicht um einen fachärztlichen psychiatrischen Bericht. Was er, Dr. J, im Gut-

achten geschrieben habe, gelte nach wie vor (act. 157 IV-Akten). Auf die weiteren Ausfüh-

rungen von Dr. J in seiner Stellungnahme wird – soweit erforderlich – in den in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

 

4.22 Mit Stellungnahme vom 22. August 2016 erklärte Dr. R, RAD Zentralschweiz, aus 

allg. internistischer Sicht könne unverändert auf das Gutachten von Dr. J abgestützt wer-

den (act. 158 der IV-Akten). 

 

4.23 Am 23. August 2016 verfügte die IV-Stelle Zug, dass kein Anspruch auf eine Inva-

lidenrente bestehe. Begründend führte die IV-Stelle aus, es sei auf das Gutachten von Dr. 

J vom 2. Februar 2016 und die Ergänzung vom 29. Februar 2016 abzustellen, welches für 

die streitigen Belange umfassend sei, auf allseitigen Untersuchungen beruhe, die geklag-

ten Beschwerden berücksichtige, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden sei, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchte und in der Schlussfolgerung begründet sei. Es besitze vollen Beweis-

wert. Demzufolge habe zu keinem Zeitpunkt seit 2007 eine relevante dauerhafte Arbeits-

unfähigkeit trotz Vorliegens einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Border-

line-Typ bestanden. Dementsprechend sei nie – auch nicht vor April 2014 – ein Rentenan-

spruch entstanden. Die dauerhafte Einschränkung von 10 % erfülle die Voraussetzungen 

für die Entstehung eines Rentenanspruchs nicht (act. 159 der IV-Akten).  

 

5. Diese Akten und Fakten sind nun nach dem im Sozialversicherungsrecht generell 

herrschenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu würdigen. Insbeson-

dere ist zu prüfen, ob das Gutachten von Dr. J den Anforderungen der bundesgerichtli-

chen Praxis zu genügen vermag bzw. ob Einwände vorliegen, die das fragliche Gutachten 

zu entkräften vermögen. 

 

5.1 Die Beschwerdeführerin lässt in ihrer Beschwerde unter dem Zwischentitel "Wi-

dersprüche im Gutachten von Dr. J" geltend machen, das Gutachten von Dr. J enthalte di-

verse Widersprüche. Die genaue Prüfung der entsprechenden Vorbringen ergibt jedoch, 

dass es sich dabei um keine tatsächlichen Widersprüche handelt, sondern Dr. J die ge-

sundheitliche Situation der Beschwerdeführerin lediglich anders einschätzt als ein Teil der 

Ärzte, die die Beschwerdeführerin behandelt haben. Wenn der Gutachter beispielsweise 

25 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

(unter Äusserung von grossen Vorbehalten) die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

seit 2007 mit 20 % bzw. 10 % einschätzt, die Beschwerdeführerin aber ausführt, ange-

sichts der zahlreichen stationären psychiatrischen Aufenthalte und der Suizidversuche sei 

es unverständlich, wie Dr. J davon ausgehen könne, die Beschwerdeführerin sei nur kurz-

zeitig arbeitsunfähig gewesen, handelt sich um eine Meinungsdifferenz, nicht um einen 

Widerspruch zu eigenen Aussagen des Gutachters. Das Gleiche gilt, wenn es um die Fra-

ge geht, ob die Krisen, welche die Beschwerdeführerin zu erleiden hatte, immerzu von ei-

ner Überforderung an ihrem Arbeitsplatz herrührten oder nicht. Im Weiteren wiederholt die 

Beschwerdeführerin unter dem Zwischentitel "Widersprüche im Gutachten von Dr. J" an 

mehreren Stellen lediglich Aussagen von Ärzten, welche der Meinung sind, die Beschwer-

deführerin sei in ihrer Arbeitsfähigkeit derart eingeschränkt, dass sie Anspruch auf eine IV-

Rente habe. Näher zu prüfen sein wird die Behauptung der Beschwerdeführerin, Dr. J ha-

be eine Klärung der Diskrepanzen zwischen den Resultaten der beruflichen Abklärung und 

seiner Einschätzung unterlassen. Diese Prüfung erfolgt in Erwägung 5.3.7.  

 

5.2 

5.2.1 Einig sind sich Dr. J und die behandelnden Ärzte, dass die Beschwerdeführerin 

eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31) auf-

weist, wobei der Gutachter diese als leichtgradig ausgeprägt bezeichnet. Gemäss Dr. J 

führten Persönlichkeitsstörungen an sich in der Mehrzahl nicht zu Invalidität. Er könne kei-

ne Arbeitsunfähigkeit feststellen. Von den Behandlern seien allerdings umfangreiche Ar-

beitsunfähigkeiten attestiert worden. Diese passten aber nicht dazu, was die Explorandin 

selbst über ihre Symptomentwicklung und über die Selbsteinschätzung zu ihrer Leistungs-

fähigkeit sage. Während die behandelnden Ärzte weitere Diagnosen stellten, erklärt Dr. J, 

für ihn seien weitere Diagnosen nicht begründet. Unter Bezugnahme auf die entsprechen-

de Diagnose der Behandler entschloss er sich, die Diagnose einer Essstörung nicht ge-

sondert zu erfassen, sondern die entsprechenden Symptome der emotional-instabilen 

Persönlichkeitsstörung zuzuordnen. Denn impulsives, selbstschädigendes und dysfunktio-

nales Verhalten zum Zweck der Emotionsregulation sei Kern der Diagnosekriterien für 

Borderline-Störung. Auch die Kriterien für die Diagnose einer posttraumatischen Belas-

tungsstörung seien nicht erfüllt. Menschen mit Persönlichkeitsstörungen seien nicht im 

Sinne einer Aufhebung der Steuerungsfähigkeit gezwungen, sich ihrem Muster entspre-

chend zu verhalten. Sie hätten durchaus die Fähigkeit, sich zu überwinden, was nicht ge-

sundheitsschädlich oder gefährlich sei, sondern eher günstig. Bezüglich beider Punkte 

(Essstörung und posttraumatische Belastungsstörung) führt Dr. J aus, dass seine formale 

Zuordnung nicht Ausdruck eines Gegensatzes zwischen seiner Sicht und derjenigen der 

26 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

Behandler sei, sondern eher Ausdruck eines mehr leitlinienorientierten Vorgehens. Der 

Gutachter macht zudem darauf aufmerksam, dass die Klinik K eine rezidivierende depres-

sive Störung nenne, er diese aber verneine. Die affektiven Auffälligkeiten seien charakte-

ristischer Teil der emotionalen instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ und 

folgten keinem typischen episodenhaften Verlauf wie bei einer rezidivierenden depressi-

ven Störung. Die zahlreichen früheren Expertisen ergäben ein Bild, das gut zu den Ergeb-

nissen der jetzigen Untersuchung passe. Dr. J zeigt auf, warum zu Beginn der psychiatri-

schen Behandlung noch nicht die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung gestellt worden 

sei, sondern die Diagnose einer Anpassungsstörung nach der Erfahrung der Zwangsheirat 

und die Diagnose einer Essstörung. Anschliessend erklärt Dr. J, dass bei längeren statio-

nären psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungen bei Borderline-Störungen das 

Risiko bestehe, dass sich das Störungsbild, die Erlebens- und Verhaltensmuster fixierten 

und verschlechterten. Auch bei der jetzigen ambulanten Behandlung könnten ungünstige 

Kontextumstände vorhanden sein. Der Bericht über den Arbeitseinsatz vom 19. März 

2014, worin der Explorandin bescheinigt werde, dass sie gut logisch denken könne und 

Arbeitsweisungen einhalte und die Anforderungen im Bereich der Beziehungsaspekte gut 

bis sehr gut erfülle, weise darauf hin, dass die Explorandin in hohem Masse in der Lage 

sei, Defizite im Interaktionsverhalten zu kompensieren oder dass diese sich nicht wesent-

lich in der Arbeit auswirkten. Das stütze die Beurteilung, dass es sich nur um eine eher 

leicht ausgeprägte emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ handle.    

 

5.2.2 Das psychiatrische Gutachten von Dr. J vom 2. Februar 2016, das er auf Nachfra-

gen hin am 29. Februar 2016 und 8. August 2016 ergänzte, ist für die streitigen Belange 

umfassend. Doktor J sichtete die Akten der IV-Stelle sowie den Austrittsbericht der Klinik K 

und stellte den Inhalt der medizinisch relevanten Informationen in seinem Gutachten dar. 

Die Untersuchung zur Begutachtung dauerte drei Stunden. Die Beschwerdeführerin gab 

ausführlich Auskunft über ihre Gesundheits- und Lebenssituation (Eigenanamnese), und 

es fand auch eine Fremdanamnese durch die die Beschwerdeführerin zur Untersuchung 

begleitende Psychotherapeutin P statt. In seinem Gutachten führt Dr. J die objektiven Be-

funde auf und setzt sich in seiner Beurteilung mit den von der Beschwerdeführerin und ih-

ren Behandlern geschilderten Beschwerden sowie mit den vorliegenden Berichten ausei-

nander. Insbesondere legt er ausführlich dar, warum er lediglich eine emotional instabile 

Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ diagnostiziert und die übrigen von den Be-

handlern gestellten Diagnosen nicht unterstützt. Zudem begründet er, warum er keine Ar-

beitsunfähigkeit festgestellt hat. Kommt man zum Ergebnis, dass die Beurteilung der me-

dizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und der Experte 

27 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangt ist, ist seinem Gut-

achten volle Beweiskraft zuzuerkennen. 

 

5.3 Zu prüfen ist somit in der Folge, ob sich aus den gegen das verwaltungsexterne 

Gutachten erhobenen Einwendungen konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-

pertise ergeben. 

 

5.3.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass Dr. J in seinem Gutachten ausführt, 

möglicherweise sei eine diagnostische Zuordnung zu einer Restkategorie aus dem ICD-

Kapitel über Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen gerechtfer-

tigt, er diese Diagnose unverständlicherweise dennoch nicht stelle. Für Dr. J sind die Di-

agnosekriterien für eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung ICD-10 F43.1, wie 

sie die Klinik K in ihrem Bericht vom 27. April 2015 sieht, nicht gegeben. Traumatische Er-

lebnisse und spezifische Reaktionen darauf kämen etwa bei der Hälfte aller Fälle mit 

Borderline-Störung vor. Er habe sich daher entschlossen, die entsprechenden aktuell vor-

handenen Merkmale der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ 

zuzuordnen. Früher hätten ja auch die Behandler (auch in der Klinik K) eine Anpassungs-

störung, nicht eine posttraumatische Belastungsstörung, diagnostiziert. Die Beschwerde-

führerin wiederum versucht Letzteres damit zu erklären, dass die Anpassungsstörung de-

finitionsgemäss lediglich 6–24 Monate Beschwerden verursache. Dass die Ärzte der Klinik 

K erst nach mehrmaligen Aufenthalten der Beschwerdeführerin in ihrer Klinik schlussend-

lich die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung bestätigten, zeuge von seri-

öser ärztlicher Arbeit. Es könne davon ausgegangen werden, dass sie die Beschwerdefüh-

rerin erst eingehend beobachtet und deren Symptome während vieler Gespräche schluss-

endlich einer Diagnose zugeordnet hätten. Dieser Erklärungsversuch überzeugt nicht und 

zeigt auf, dass früher die Behandler ebenfalls nicht von einer posttraumatischen Belas-

tungsstörung, welche heute für die Beschwerdeführerin das Hauptargument für die Zu-

sprechung einer IV-Rente darstellt, ausgegangen sind. Tatsächlich fällt auf, dass diese Di-

agnose zwar bei der ersten Hospitalisation der Beschwerdeführerin in der Klinik K gestellt 

wurde, bei den beiden folgenden aber nicht mehr. Die Diagnose erscheint erst wieder am 

2. April 2015 anlässlich des Austritts der Beschwerdeführerin aus der Klinik K nach ihrem 

vierten Aufenthalt dort. Weder die Psychiatrische Klinik L, wo die Beschwerdeführerin 

2012 zweimal stationär behandelt wurde, noch Dr. AA, welcher die Beschwerdeführerin ab 

2012 betreute, attestierten eine posttraumatische Belastungsstörung. Der Beschwerde-

gegnerin ist zudem zuzustimmen, wenn sie darauf hinweist, dass die Begründung der Ab-

lehnung der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung im Gutachten von Dr. J 

28 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

ausführlicher und besser nachvollziehbar ist als die Herleitung der Diagnose durch die Kli-

nik K im Austrittsbericht vom 27. April 2015, welcher keine ausführliche Beurteilung der 

Diagnose enthält. Jedenfalls reichen die Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht aus, 

um zum Ergebnis zu gelangen, die Verneinung der Diagnose einer posttraumatischen Be-

lastungsstörung und deren Begründung durch Dr. J sei ein konkretes Indiz gegen die Zu-

verlässigkeit seines Gutachtens. 

 

5.3.2 Die Beschwerdeführerin führt an, die Essstörung in der Form einer Bulimie sei in 

sämtlichen Berichten als eigenständige Störung beschrieben worden. Dass diese bei der 

Beschwerdeführerin über Jahre bestehende gravierende Problematik nun lediglich ein Teil 

der Persönlichkeitsstörung sein solle, überzeuge nicht. Der Gutachter Dr. J gehe trotz der 

klaren Aussagen der Beschwerdeführerin während der Begutachtung, sie habe vor einer 

Woche erneut eine Brechattacke gehabt, nachdem sie jemand auf die Zwangsehe ange-

sprochen habe, in seinem Gutachten nicht näher auf diese Symptomatik ein. Er unterlasse 

es, die Brechattacken in Zusammenhang mit den traumatischen Erlebnissen in der Diag-

nostik zu erörtern. Die Beschwerdeführerin gab anlässlich der Untersuchung tatsächlich 

an, vor einer Woche erneut einmal erbrochen zu haben. Gleichzeitig erklärte sie aber, da-

vor ein Jahr lang kein Erbrechen mehr nach Überessen erlitten zu haben. Weiter führte sie 

aus, die Beschwerden hätten sich mit der Zeit gebessert, auch in den letzten Monaten sei 

es zu Besserungen gekommen. Es ist keineswegs so, dass sich Dr. J in seinem Gutach-

ten nicht mit dem Thema Essstörung auseinandergesetzt hat. Er begründet, warum er sich 

dazu entschlossen hat diese Diagnose nicht gesondert zu erfassen, sondern die entspre-

chenden Symptome der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ 

zuzuordnen. Impulsives, selbstschädigendes und dysfunktionales Verhalten zum Zweck 

der Emotionsregelung sei Kern der Diagnosekriterien für Borderline-Störung. Somit zeigt 

sich, dass Dr. J – entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin – auf das Thema 

Essstörung eingegangen ist und nachvollziehbar begründet, warum er die entsprechende 

Diagnose nicht gesondert erfasst hat. Ihm kann deshalb auch in diesem Punkt gefolgt 

werden. 

 

5.3.3 Auch dadurch, dass sich Dr. J nach anfänglichem Zögern und auf Wunsch der 

Beschwerdegegnerin bereit erklärte, eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit/Leistungs-

fähigkeit im zeitlichen Ablauf ab Frühjahr 2007 vorzunehmen, kann die Beschwerdeführe-

rin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Unter grossen Vorbehalten und darauf hinweisend, 

dass es sich dabei nicht um eine medizinische Leistungsbeurteilung im engen gutachterli-

chen Sinne handle, schätzte er ab Frühjahr 2007 bis März 2014 unter Einbezug der durch 

29 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

stationäre Aufenthalte begründeten Arbeitsunfähigkeiten einen Ausfall von ca. 20 %, ab 

1. April 2014 einen solchen um die 10 %. Unter Berücksichtigung, dass Dr. J in seinem 

Gutachten vom 2. Februar 2016 erklärte, es liege keine Arbeitsunfähigkeit vor, ist festzu-

stellen, dass die von ihm später geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 20 % bzw. 10 % immer 

noch weit entfernt von der für die Zusprechung einer Invalidenrente erforderlichen 40 %i-

gen Arbeitsunfähigkeit (Art. 28 Abs. 1 IVG) ist. Der Gutachter hat sich in ausreichendem 

Ausmass mit den umfangreichen Arbeitsunfähigkeiten, welche die Behandler attestiert ha-

ben, auseinandergesetzt. Er erklärt, diese passten nicht dazu, was die Explorandin selbst 

über ihre Symptomentwicklung und über die Selbsteinschätzung zu ihrer Leistungsfähig-

keit sage. In der Tat sagte sie in der Begutachtung aus, sie traue sich eine Tätigkeit im 

kaufmännischen Bereich, in der Buchhaltung, lieber im Backoffice, in einer Tätigkeit ohne 

sehr viele Kundenkontakte oder in einem Kleinbetrieb, zu einem Pensum von 100 % zu. 

Sie würde heute eine 100 %-Stelle suchen. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass keiner der 

Berichte der Klinik K eine Arbeitsunfähigkeit feststellt. Die Psychiatrische Klinik L attestier-

te am 6. Juli 2012 und am 2. November 2012 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Und auch Dr. Q 

erachtete am 9. April 2014 die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin in einem zeitli-

chen Rahmen von 70–80 % noch als zumutbar. Wenn Dr. J vor diesem Hintergrund und 

aufgrund seiner eigenen erhobenen Befunde zu Erkenntnis gelangt, er könne keine Ar-

beitsunfähigkeit feststellen, ist das nicht zu beanstanden. 

 

5.3.4 Die Beschwerdeführerin bemängelt, die Anamnese sei sehr knapp. Angaben zu  

schulischen Leistungen und zur Ausbildung erfolgten nicht differenziert. Beziehungen und 

emotionale Reaktionen seien aus der Anamnese ebenfalls nicht ablesbar. Beim Tagesab-

lauf sollte in einem psychiatrischen Gutachten eine differenzierte Beschreibung eines voll-

ständigen Durchschnittstages der letzten Wochen angegeben werden. Mit diesen Vorbrin-

gen versucht die Beschwerdeführerin, das Gutachten schlechtzureden. Das gelingt aber 

nicht. Nach Ansicht des Gerichts hat Dr. J eine umfassende, den Anforderungen entspre-

chende Anamnese vorgenommen. Unter "Biografie" werden Angaben zur Ausbildung der 

Beschwerdeführerin und zu ihren Lieblingsfächern in der Schule gemacht. Die Beschwer-

deführerin hat sich auch zu den Beziehungen zu ihrem Freund und zu ihrer Verwandt-

schaft sowie zum Umgang mit ihrer Tochter geäussert. Emotionale Reaktionen gehören 

nicht in eine Anamnese. Dass die Beschreibung eines Tagesablaufs nicht so ausführlich 

ausfällt, wie das die Beschwerdeführerin verlangt, ist ebenfalls nicht als Mangel zu erken-

nen. Die Anamnese bildete die erforderliche Grundlage für die Diagnose und die Beurtei-

lung der Beschwerdeführerin. Es ist nichts zu erkennen, was die Expertise in Frage stellt. 

Das Gleiche gilt für die Rüge der Beschwerdeführerin, Dr. J habe sich beim Psychostatus 

30 

Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

nicht durchgehend an das AMDP-System gehalten. Das AMDP-System ist nur eine der 

Möglichkeiten zur Erfassung eines psychopathologischen Befundes. Es gibt keine Vor-

schrift, dass zu diesem Zweck nur das AMPD-System Anwendung finden darf. Wenn Dr. J 

erklärt, er habe den psychischen Befund lediglich in Anlehnung an das AMDP-System 

vorgenommen, ist ihm das überlassen und nicht zu bemängeln. Entscheidend ist, dass im 

vorliegenden Fall ein Psychostatus erfolgte, der die wesentlichen und für den Befund not-

wendigen Elemente enthält. Die Erfassung des psychischen Befunds enthält zudem 

durchaus auch Aussagen, in welchen sich die Beschwerdeführerin selbst einschätzt, ab-

gesehen davon, dass dem Kapitel "Objektive Befunde" die Selbsteinschätzung der Be-

schwerdeführerin unmittelbar vorangeht.  

 

5.3.5 Die Beschwerdeführerin macht folgende Mängel im Abschnitt "5. Beurteilung und 

Prognose" des Gutachtens geltend: Ängste könnten einer Persönlichkeitsstörung nur dann 

zugeordnet werden, wenn die Kriterien einer eigenen Angststörung nicht erfüllt seien. Ge-

mäss ICD-10: F41 sei eine Persönlichkeitsstörung jedoch kein Ausschlusskriterium für 

"andere Angststörungen" und müsste separat aufgeführt werden, wenn sie vorhanden wä-

re. Hier irre also Dr. J mit seiner Aussage. Gleiches gelte für seine Zuordnung einer Ess-

störung zur Persönlichkeitsstörung. Auch hier seien Persönlichkeitsstörungen nach ICD-

10: F50 kein Ausschlusskriterium für eine Essstörung. Wäre die Essstörung nur selbst-

schädigendem Verhalten zuzuordnen, hätte Dr. J dies am konkreten Fall der Beschwerde-

führerin herleiten müssen. Er habe sich jedoch lediglich theoretischer Modelle bedient. 

Dazu ist Folgendes auszuführen: Doktor J hat die Persönlichkeitsstörung nicht als Aus-

schlusskriterium für Angststörungen verwendet, sondern eine Angststörung per se ver-

neint. Vor dem Hintergrund, dass eine Angststörung lediglich von Dr. Q (2014), jedoch von 

keinem anderen Arzt oder Behandler festgestellt wurde, ist das nicht zu beanstanden. Die 

Beschwerdeführerin hat Angst lediglich in dem Sinne erwähnt, dass sie Angst habe, "zu 

viel von sich zu geben" bzw. dass sie leicht Angst habe, zu versagen, beschämt zu wer-

den (Gutachten, act. 139 – 10/26 der IV-Akten). Das der emotional instabilen Persönlich-

keitsstörung vom Borderline-Typ zuzuordnen, ist nachvollziehbar. Auch betreffend Essstö-

rung hat der Gutachter nicht die Persönlichkeitsstörungen als Ausschlusskriterium ge-

nommen. Schon in Erw. 5.3.2 wurde dargelegt, mit welcher Begründung er die Diagnose 

Essstörung nicht stellt bzw. nicht gesondert erfasst und warum das Gericht darin keinen 

Mangel erkennt. Darauf kann verwiesen werden. 

 

5.3.6 Die Beschwerdeführerin behauptet, Dr. J habe darauf hingewiesen, dass darum 

keine posttraumatische Belastungsstörung gegeben sei, weil lange Zeit eine Anpassungs-

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Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

störung gegeben sei. Das sei aber nur dann korrekt, wenn die Anpassungsstörung auch 

tatsächlich gegeben gewesen und nicht einfach eine posttraumatische Belastungsstörung 

übersehen worden sei. Tatsächlich attestierten die Verantwortlichen der Klinik K 2007 eine 

Anpassungsstörung. Im Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik L vom 6. Juli 2012 wur-

den dann noch einmal Angststörungen als Diagnose erwähnt. Es gibt keinen Beleg dafür, 

dass in der Klinik K im Rahmen der drei Aufenthalte der Beschwerdeführerin im Jahr 2007 

eine posttraumatische Belastungsstörung übersehen wurde. Wenn die Beschwerdeführe-

rin bei der Begründung ihres Hauptstandpunktes derart grossen Wert auf die Berichte der 

Klinik K legt, müsste sie auch in dieser Hinsicht der Einschätzung der Verantwortlichen der 

Klinik K vertrauen. Es ist im Übrigen keineswegs so, dass Dr. J die posttraumatische Be-

lastungsstörung deshalb ausgeschlossen hat, weil lange Zeit eine Anpassungsstörung ge-

geben war. Die entsprechende Begründung von Dr. J wurde schon in Erw. 5.3.1 darge-

stellt. Darauf kann verwiesen werden. Ausserdem gesteht die Beschwerdeführerin dem 

Gutachter zu, dass er in seiner Expertise die massgebenden Kriterien für eine posttrauma-

tische Belastungsstörung geklärt hat. 

 

5.3.7 Mit dem Arbeitsversuch bzw. der Anstellung der Beschwerdeführerin bei der Gast-

ronomie H AG setzte sich Gutachter Dr. J zu wenig auseinander. Der Arbeitsversuch dau-

erte vom 11. Juni 2013 bis 31. März 2014. Zum Ende des Arbeitsversuchs schätzte die 

Gastronomie H AG die Arbeitsleistung/Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit 

60 % ein. Auf der Basis dieser geschätzten 60 %igen Arbeitsfähigkeit wurde der Be-

schwerdeführerin eine Festanstellung mit einem 60 %-Lohn, allerdings bei einer Präsenz-

zeit von 80 %, angeboten. Nach Angaben der Beschwerdeführerin überforderte sie jedoch 

die Arbeitssituation trotz Rücksichtnahme des Arbeitgebers zunehmend und sie habe wie-

derholt krankgeschrieben werden müssen. Es habe keine Stabilisierung ihrer Leistungs- 

und Arbeitsfähigkeit erreicht werden können. Im Cateringbetrieb habe sie vor vielen Leu-

ten einen Nervenzusammenbruch gehabt, habe geweint, geheult und geschrien. Dem 

Chef habe das nicht gepasst; er habe gesagt, das sei unmöglich und habe ihr gekündigt. 

Dass der Gutachter vor diesem Hintergrund keine Arbeitsunfähigkeit feststellt bzw. später 

eine solche von 20 % zwischen 2007 und 2014, ab 2014 von 10 %, attestiert, überzeugt 

nicht und wird auch nur ungenügend begründet. Weder aufgrund der medizinischen Be-

gründung von Dr. J noch aufgrund der durchgeführten Tests wird belegt, dass die Leis-

tungsfähigkeit trotz des Arbeitsversuchs und der Festanstellung zu einem klar tieferen 

Lohn höher war, als die Realität glauben lässt. Das wäre aber essentiell gewesen, hängt 

doch der Entscheid über die Verwaltungsgerichtsbeschwerde davon ab, wie nachvollzieh-

bar die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung sämtlicher 

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Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

Umstände und Begebenheiten ist. Dazu gehört im Wesentlichen die intensive Auseinan-

dersetzung mit der Anstellung der Beschwerdeführerin bei der Gastronomie H AG, die per 

31. Oktober 2014 unter nicht restlos geklärten Umständen beendet wurde und die Zweifel 

an der von Dr. J geschätzten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufkommen lassen.  

 

6. Aus den dargelegten Gründen ist die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklä-

rung bzw. zu entsprechenden Rückfragen und zum anschliessenden Neuentscheid an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In diesem Sinne erweist sich die Beschwerde als 

begründet und ist gutzuheissen. Nachdem der Beschwerdegegnerin im vorliegenden Fall 

eine ungenügende Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist, erweist sich eine Rückweisung 

zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung auch unter dem Gesichtswinkel des Urteils des 

Bundesgerichts 9C_243/2010 vom 28. Juni 2011 Erw. 4.4.1.4 als rechtmässig, zumal es 

lediglich darum geht, eine Ergänzung der gutachterlichen Ausführungen einzuholen.  

 

7. Das Verfahren ist gemäss Art. 69 Abs. 1
bis

 IVG kostenpflichtig. Es ist demnach eine 

Spruchgebühr zu erheben, welche auf Fr. 800.– festgesetzt wird und entsprechend dem 

Ausgang des Verfahrens von der Beschwerdegegnerin zu tragen ist. Der Beschwerdefüh-

rerin ist zulasten der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g 

ATSG auszurichten, welche ermessensweise auf Fr. 4'000.– (inkl. Auslagen und MwSt.) 

festgesetzt wird.  

 

 

 

 

 

 

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Urteil i.S. A c. IV-Stelle des Kantons Zug  S 2016 112 

 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 

__________________________________ 

 

1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügung vom 23. August 

2016 aufgehoben und die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung im Sin-

ne der Erwägungen und zum abschliessenden Neuentscheid an die Beschwerde-

gegnerin zurückgewiesen wird. 

 

2. Es wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– erhoben, welche der Beschwerdegegne-

rin auferlegt wird. 

 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in 

der Höhe von Fr. 4'000.– (inkl. Auslagen und MwSt.) zu bezahlen.  

 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 

beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten eingereicht werden. 

 

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die IV-

Stelle des Kantons Zug (mit Rechnung), an das Bundesamt für Sozialversicherun-

gen, Bern, und zum Vollzug von Ziffer 2 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des 

Kantons Zug. 

 

 

 

Zug, 27. April 2017 

 

 Im Namen der 

 SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER 

 Der Vorsitzende 

 

 

 

 Der Gerichtsschreiber 

 

versandt am