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**Case Identifier:** 9dc22357-602e-5b0e-87f7-84fbf38cf3d2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-04-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.04.2012 BVGE 2012/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2012-14_2012-04-10.pdf

## Full Text

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 273 

 

2 Privatrecht – Zivilrechtspflege – Vollstreckung 
Droit privé – Procédure civile – Exécution 
Diritto privato – Procedura civile – Esecuzione 

14 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung I  
i.S. Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter gegen 

AXA Stiftung Berufliche Vorsorge Winterthur und 
Eidgenössisches Departement des Innern 

A‒4467/2011 vom 10. April 2012 

Datenschutz. Zustellung von Pensionskassenausweisen. Recht auf 

informationelle Selbstbestimmung. 

Art. 8 Ziff. 1 EMRK. Art. 13 Abs. 2 BV. Art. 51, Art. 85a, Art. 85b, 

Art. 86 und Art. 86a BVG. Art. 328 und Art. 331 Abs. 4 OR. Art. 2 

Abs. 1 Bst. b, Art. 3 Bst. e und f, Art. 4, Art. 7 Abs. 1, Art. 17, Art. 19 

und Art. 27 Abs. 5 DSG. Art. 8 und Art. 9 Abs. 1 Bst. g VDSG. 

1. Art. 85a–Art. 87 BVG als strengere Spezialnormen zur Datenbe-
arbeitung beziehungsweise -bekanntgabe im Bereich der obliga-

torischen beruflichen Vorsorge; ergänzende Anwendung des 

Datenschutzgesetzes auf Vorsorgeeinrichtungen als Bundes-

organe (E. 4.3 f.). 

2. Weitergabe von Daten der Pensionskassenausweise zur persönli-
chen Vorsorgesituation der versicherten Arbeitnehmenden durch 

die Vorsorgeeinrichtung an die angeschlossenen Arbeitgebenden. 

Definition Begriff Dritter gemäss Art. 86 BVG im Zusammen-

hang mit allfälliger Organfunktion der Arbeitgebervertretung in 

paritätischer Kommission der Vorsorgestiftung (E. 6).  

3. Fehlende gesetzliche Grundlage für eine Ausnahme von der 
Schweigepflicht nach Art. 86 BVG. Persönlichkeitsverletzende 

Datenbekanntgabe (E. 8). 

4. Verletzung des Grundsatzes der Datensicherheit durch Zustell-
praxis (E. 9). 

 

2012/14 Datenschutz 

 

 

274 BVGE / ATAF / DTAF 

 

Protection des données. Remise de certificats de caisses de pension. 

Droit à l'autodétermination en matière d'information. 

Art. 8 par. 1 CEDH. Art. 13 al. 2 Cst. Art. 51, art. 85a, art. 85b, 

art. 86 et art. 86a LPP. Art. 328 et art. 331 al. 4 CO. Art. 2 al. 1 let. b, 

art. 3 let. e et f, art. 4, art. 7 al. 1, art. 17, art. 19 et art. 27 al. 5 LPD. 

Art. 8 et art. 9 al. 1 let. g OLPD. 

1. Art. 85a–art. 87 LPP en tant que règles spéciales plus strictes en 
matière de traitement et de communication des données dans le 

domaine de la prévoyance professionnelle obligatoire; application 

à titre supplétif de la loi sur la protection des données, aux 

institutions de prévoyance en tant qu'organes fédéraux (con-

sid. 4.3 s.). 

2. Communication de données contenues dans les certificats per-
sonnels de caisse de pension relatives à la situation de prévoyance 

professionnelle de salariés assurés aux employeurs affiliés par 

l'institution de prévoyance. Définition de la notion de tiers au 

sens de l'art. 86 LPP, en lien avec la possibilité qu'un repré-

sentant de l'employeur siège au sein de l'organe de la commission 

paritaire de la fondation de prévoyance (consid. 6). 

3. Défaut de base légale pour une exception à l'obligation de garder 
le secret au sens de l'art. 86 LPP. Communication de données 

constituant une atteinte à la personnalité (consid. 8). 

4. Le mode de remise des certificats adopté viole le principe de la 
sécurité des données (consid. 9). 

Protezione dei dati. Notificazione di certificati di previdenza. Diritto 

all'autodeterminazione informativa. 

Art. 8 n. 1 CEDU. Art. 13 cpv. 2 Cost. Art. 51, art. 85a, art. 85b, 

art. 86 e art. 86a LPP. Art. 328 e art. 331 cpv. 4 CO. Art. 2 cpv. 1 

lett. b, art. 3 lett. e e f, art. 4, art. 7 cpv. 1, art. 17, art. 19 e art. 27 

cpv. 5 LPD. Art. 8 e art. 9 cpv. 1 lett. g OLPD. 

1. Gli art. 85a–art. 87 LPP regolano, siccome norme speciali più 
restrittive, il trattamento e la comunicazione dei dati nell'ambito 

della previdenza professionale obbligatoria; applicazione a titolo 

complementare della legge sulla protezione dei dati agli istituti di 

previdenza in quanto organi federali (consid. 4.3 seg.). 

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2. Trasmissione ai datori di lavoro affiliati, da parte dell'istituto di 
previdenza, dei dati contenuti nei certificati di previdenza 

riguardo alla situazione previdenziale personale dei lavoratori 

assicurati. Definizione del concetto di terzi ai sensi dell'art. 86 

LPP con riferimento alla funzione di organo eventualmente 

assunta dai rappresentanti del datore di lavoro in seno alla com-

missione paritetica della fondazione di previdenza (consid. 6). 

3. Mancanza di una base legale che legittimi un'eccezione al 
principio dell'obbligo del segreto sancito dall'art. 86 LPP. 

Comunicazione di dati lesiva della personalità (consid. 8). 

4. La prassi seguita nella trasmissione dei certificati di previdenza 
viola il principio della sicurezza dei dati (consid. 9). 

 

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte 

(EDÖB) wurde von Bürgern auf die Praxis der AXA Stiftung Berufliche 

Vorsorge Winterthur (AXA) aufmerksam gemacht, persönliche Pensions-

kassenausweise nicht direkt an die versicherten Personen, sondern 

allesamt unverschlossen in einem Couvert mit dem Vermerk « Vertrau-

lich » an die Adresse der jeweiligen Arbeitgebenden zwecks betriebs-

interner Verteilung zu versenden, was von der AXA auf Anfrage bestätigt 

wurde. 

Am 8. Juni 2009 erliess der EDÖB eine Empfehlung an die Adresse der 

AXA, welche diese mit Schreiben vom 10. August 2009 ablehnte. 

Der EDÖB gelangte mit Schreiben vom 27. August 2009 ans Eidgenössi-

sche Departement des Innern (EDI) und beantragte, die AXA sei mittels 

Verfügung zu verpflichten, die von ihr praktizierte Bekanntgabe der 

Daten der bei ihr versicherten Personen an deren Arbeitgebende unver-

züglich einzustellen. 

Mit Verfügung vom 15. Juni 2011 gab das EDI dem Antrag des EDÖB 

nicht statt und stellte fest, dass die Praxis der AXA, die Pensionskassen-

ausweise den Arbeitgebenden zur Weiterleitung an die Arbeitnehmenden 

zu übergeben, keine rechtlichen Normen verletze und daher dem 

Legalitätsprinzip entspreche. 

In der Folge erhob der EDÖB (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit 

Schreiben vom 12. August 2011 Beschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht. Er beantragt, die Verfügung des EDI (nachfolgend: Vorinstanz) 

vom 15. Juni 2011 sei aufzuheben und die AXA (nachfolgend: Be-

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schwerdegegnerin) sei anzuweisen, den bei ihr versicherten Personen die 

persönlichen Pensionskassenausweise künftig so zuzustellen, dass aus-

schliesslich die jeweilige versicherte Person selbst und damit keine 

Dritten – insbesondere nicht deren Arbeitgebende – Kenntnis vom Inhalt 

des sie betreffenden Ausweises erlangen könnten. 

Das Bundesverwaltungsgericht heisst die Beschwerde gut. 

Aus den Erwägungen: 

3. Umstritten ist vorliegend, ob eine Datenbekanntgabe von der 
Beschwerdegegnerin an die Arbeitgebenden stattgefunden hat be-

ziehungsweise ob Letztere, wie der Beschwerdeführer behauptet, als 

Dritte zu qualifizieren sind oder dem Standpunkt der Beschwerde-

gegnerin zu folgen ist, wonach keine Datenbekanntgabe vorliegen könne, 

da die Arbeitgebenden als Stiftungsorgane mit der Durchführung der 

beruflichen Vorsorge betraut seien und daher nicht als Dritte gelten 

könnten. Die Vorinstanz ist in ihrer Verfügung in Bezug auf den 

Arbeitgebenden nicht bereits aufgrund der Anmeldung der versicherten 

Arbeitnehmenden bei der Vorsorgeeinrichtung bekannte Daten von einer 

Datenbekanntgabe ausgegangen. Sie hat die Arbeitgebenden jedoch 

aufgrund der Qualifikation als Organe der Vorsorgestiftung nicht als 

Dritte eingestuft und in der Folge eine Verletzung der Schweigepflicht 

seitens der Beschwerdegegnerin verneint. Das Bundesamt für Sozialver-

sicherungen (BSV) hat diesbezüglich erklärt, im obligatorischen Bereich 

des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, 

Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG, SR 831.40) würden keine 

Daten bekannt gegeben, welche die Arbeitgebenden nicht bereits 

aufgrund ihrer Mitgliedschaft im paritätischen Organ der Vorsorge-

einrichtung kennen würden oder problemlos selbst berechnen könnten. 

Aber auch wenn von einer Datenbekanntgabe ausgegangen würde, sei 

diese nicht zweckwidrig, da die Arbeitgebenden von der Vorsorgestiftung 

gewisse Daten benötigten, um ihrer gesetzlichen Beitragspflicht gemäss 

Art. 66 BVG und ihrer Informationspflicht nach Art. 333 Abs. 4 des 

Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR, SR 220) nachzukommen. 

Dabei erhielten sie jedoch keinen Einblick in besonders schützenswerte 

Personendaten. 

Im Folgenden sind vorab die anwendbaren Rechtsgrundlagen sowie 

deren Verhältnis zueinander darzulegen. In einem zweiten Schritt ist zu 

prüfen, ob eine datenschutzrechtlich relevante Datenbekanntgabe statt-

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gefunden hat und falls ja, ob diesbezüglich ein Verstoss gegen die 

massgeblichen Gesetzesbestimmungen und damit eine widerrechtliche 

Persönlichkeitsverletzung vorliegt. 

4.  
4.1 Jeder Mensch hat nach Art. 8 Abs. 1 der Konvention vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-

heiten (EMRK, SR 0.101) das Recht auf Achtung seines Privatlebens. 

Unter diesem Blickwinkel werden die Speicherung und Verwertung von 

Informationen durch den Staat sowie die Einsicht in gespeicherte 

Informationen beurteilt. Gemäss Art. 13 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) 

hat jede Person Anspruch auf Achtung ihrer Privatsphäre und Schutz vor 

Missbrauch ihrer persönlichen Daten (vgl. diesbezüglich auch BGE 136 

II 508 E. 6.3.1 f.). Dieser Anspruch bildet Teil der verfassungsmässigen 

Garantie der Privatsphäre und Kernbestandteil des Bundesgesetzes vom 

19. Juni 1992 über den Datenschutz (DSG, SR 235.1) (Art. 1 DSG) und 

räumt jeder Person das Recht darauf ein, selbst zu entscheiden, wann und 

wem sie persönliche Lebenssachverhalte, aber auch Gedanken, Empfin-

dungen und Ähnliches preisgibt. Dieses verfassungsmässige Recht auf 

informationelle Selbstbestimmung (Art. 13 Abs. 2 BV und Art. 8 Ziff. 1 

EMRK) lässt grundsätzlich ohne Rücksicht darauf, wie sensibel die 

fraglichen Informationen tatsächlich sind, dem Einzelnen die Herrschaft 

über seine personenbezogenen Daten zukommen und schützt ihn vor 

Beeinträchtigungen, die durch die staatliche Bearbeitung seiner 

persönlichen Daten entstehen (RAINER J. SCHWEIZER, in: Ehrenzeller/ 

Mastronardi/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die Schweizerische Bundes-

verfassung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2008, Art. 13 Rz. 37 ff.; JÖRG 

PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, Im 

Rahmen der Bundesverfassung, der EMRK und der UNO-Pakte, 4. Aufl., 

Bern 2008, S. 164 ff.; URS MAURER-LAMBROU/SIMON KUNZ, in: Maurer-

Lambrou/Vogt [Hrsg.], Basler Kommentar zum Datenschutzgesetz, 

2. Aufl., Basel 2006, Art. 1 Rz. 19 und 23 mit Hinweisen, nachfolgend: 

BSK-DSG; REBEKKA RIESSELMANN-SAXER, Datenschutz im privatrecht-

lichen Arbeitsverhältnis, Diss. Bern 2002, S. 3 f. mit Hinweis; KURT 

PÄRLI, Datenaustausch zwischen Arbeitgeber und Versicherung, Diss. 

Bern 2003, S. 127 f.).  

4.2 Für die Beurteilung der Anwendbarkeit des Bundesdaten-
schutzrechts beziehungsweise für die Abgrenzung privat- oder öffentlich-

rechtlich ist auf die Natur des zugrunde liegenden Verhältnisses abzustel-

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len; die Beziehung zwischen dem Datenbearbeitenden und der betroffen-

en Person ist in einer gesamthaften Betrachtung zu prüfen (vgl. BGE 122 

I 153 E. 2c; DAVID ROSENTHAL/YVONNE JÖHRI, Handkommentar zum 

Datenschutzgesetz, Zürich 2008, Art. 2 Abs. 1 Rz. 17). Vorliegend 

handelt es sich bei der Datenbearbeiterin um eine Vorsorgestiftung, 

betroffen sind die bei ihr im Rahmen der obligatorischen beruflichen 

Vorsorge versicherten Personen. Die hier in Frage stehende Rechts-

beziehung ist ohne Weiteres gesetzliche Folge des Arbeitsvertrags (vgl. 

Art. 10 BVG), das heisst, der Arbeitnehmende kann grundsätzlich weder 

den Abschluss noch den Partner oder Inhalt der Rechtsbeziehung 

bestimmen, es fehlt an den zentralen Elementen der (privatrechtlichen) 

Vertragsfreiheit. Der erwähnte gesetzliche Anschluss an die Stiftung 

bewirkt, dass der einzelne Arbeitnehmende auch ohne Weiteres ihren 

reglementarischen Bestimmungen unterworfen ist (HANS MICHAEL 

RIEMER/GABRIELA RIEMER-KAFKA, Das Recht der beruflichen Vorsorge 

in der Schweiz, 2. Aufl., Bern 2006, § 4 Rz. 11; PÄRLI, a.a.O., S. 83 mit 

Hinweisen). Als Bundesaufgabe nach Art. 113 BV ist die berufliche 

Vorsorge dem öffentlichen Recht zuzuordnen. Die unter Bundesaufsicht 

stehenden Vorsorgeeinrichtungen, die an der Durchführung der obliga-

torischen Versicherung beteiligt sind (Art. 48 Abs. 1 BVG), gelten als mit 

einer öffentlichen Aufgabe des Bundes betraute juristische Personen und 

sind damit in Bezug auf den Datenschutz trotz ihrer fehlenden Verfü-

gungsmacht als Bundesorgane im Sinne von Art. 2 Abs. 1 Bst. b DSG in 

Verbindung mit Art. 3 Bst. h DSG zu qualifizieren, sofern sie Personen-

daten für die Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe des Bundes bearbei-

ten, was vorliegend der Fall ist (JÖHRI, a.a.O., Art. 3 Bst. h Rz. 99; KURT 

PÄRLI, in: Schneider/Geiser/Gächter [Hrsg.], Handkommentar zum BVG, 

Bern 2010, Art. 85a Rz. 2 mit Hinweis, nachfolgend: Handkommentar 

zum BVG; MAURER-LAMBROU/KUNZ, a.a.O., Art. 2 Rz. 16 und 18). 

4.3 Das Datenschutzgesetz bezweckt den Schutz der Persönlichkeit 
und der Grundrechte von Personen, über die Daten bearbeitet werden 

(Art. 1 DSG). Es ergänzt und konkretisiert damit den bereits durch das 

Schweizerische Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) 

gewährleisteten Schutz (BGE 136 II 508 E. 6.3.2, BGE 127 III 481 

E. 3.a.bb mit Hinweis). Da jegliche Form des Datenbearbeitens das ver-

fassungsrechtlich verankerte Recht auf informelle Selbstbestimmung 

sowie allgemein das Recht auf persönliche Freiheit gemäss Art. 10 BV 

tangiert, ist sie nur dann rechtmässig, wenn die in Art. 36 BV vorge-

sehenen Schranken eingehalten sind. Die Bestimmungen des Daten-

schutzrechts sind letztlich Wertungen darüber, wann eine Datenbear-

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beitung einen schwerwiegenden Grundrechtseingriff darstellt. Der be-

reichsspezifische Gesetzgeber ist nicht an das Schutzniveau des Daten-

schutzgesetzgebers gebunden; er kann andere Wertungen beziehungs-

weise Regelungen vorsehen (MAURER-LAMBROU/KUNZ, a.a.O., Art. 1 

Rz. 15; JÖHRI, a.a.O., Art. 17 Rz. 35 f.). Das Bundesgericht hat dies-

bezüglich festgehalten, dass sich weder aus dem Gesetz noch aus den 

allgemeinen Grundsätzen ergebe, dass das Datenschutzgesetz inhaltliche 

Anforderungen an die Ausgestaltung anderer, spezieller Gesetze enthalte 

(BGE 124 I 176 E. 5c/ee). Der Gesetzgeber kann somit in bereichs-

spezifischen Rechtsgrundlagen von gewissen allgemeinen Prinzipien 

oder Wertungen des Datenschutzrechts abweichen, sodass einzelnen 

Bestimmungen des Datenschutzgesetzes keine eigenständige materielle 

Bedeutung mehr zukommt. Soweit aber nicht eine abschliessende 

spezialgesetzliche Norm vorliegt, müssen die Bundesorgane immer auch 

die allgemeinen Bestimmungen von Art. 4 ff. DSG beachten. Schliesslich 

sind die Grundsätze des Datenschutzgesetzes auch bei der Auslegung 

bereichsspezifischer Normen zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 2A.534/2001 vom 15. März 2002 E. 5; BGE 126 II 126 E. 5b 

und 5c; Botschaft vom 23. März 1988 zum DSG in BBl 1988 II 467; 

JÖHRI, a.a.O., Art. 17 Rz. 5). 

Das Datenschutzgesetz will also in der Regel neben anderen Erlassen 

angewandt werden. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass eine andere 

Bestimmung des schweizerischen Rechts dem Datenschutzgesetz als lex 

specialis vorgeht. Ob der Gesetzgeber mit einer spezialgesetzlichen 

Norm eine bestimmte, auch vom Datenschutzgesetz geregelte Frage für 

den betreffenden Spezialfall abschliessend regeln wollte, ist durch 

Gesetzesauslegung festzustellen. Beispielsweise setzt der Gesetzgeber 

der Datenbearbeitung durch Arbeitgebende über das Datenschutzgesetz 

hinausgehende Schranken, indem diese Daten über Arbeitnehmende 

gemäss Art. 328b Satz 1 OR nur bearbeiten dürfen, soweit sie deren 

Eignung für das Arbeitsverhältnis betreffen oder zur Durchführung des 

Arbeitsvertrags erforderlich sind (ROSENTHAL/JÖHRI, a.a.O., Art. 2 

Abs. 1 Rz. 2 f.). Wenn eine spezialgesetzliche Rechtsgrundlage für die 

Bearbeitung von Personendaten vorhanden ist, so erfolgt diese grundsätz-

lich rechtmässig (STEPHAN C. BRUNNER, Das revidierte Datenschutzge-

setz und seine Auswirkungen im Gesundheits- und Versicherungswesen, 

in: Schaffhauser/Horschik [Hrsg.], Datenschutz im Gesundheits- und 

Versicherungswesen, St. Gallen 2008, S. 145; vgl. auch Art. 4 Abs. 3 

DSG). Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge ist die 

Datenbearbeitung beziehungsweise -bekanntgabe durch Bundesorgane in 

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Art. 85a bis 87 BVG geregelt. Wenn das Spezialrecht strengere Daten-

schutznormen oder wie hier eine in sich geschlossene Datenschutzkon-

zeption enthält, so gehen diese Bestimmungen ausnahmsweise jenen des 

allgemeinen Datenschutzgesetzes vor (BBl 1988 II 444, 471).  

4.4 Auf die Vorsorgeeinrichtungen als Bundesorgane im Sinne von 
Art. 2 Abs. 1 Bst. b DSG sind die Bestimmungen des Datenschutz-

gesetzes aber ergänzend anwendbar (PÄRLI, Handkommentar zum BVG, 

Art. 86a Rz. 6, vgl. auch E. 8.3). Das Datenschutzgesetz ist nämlich ein 

« Querschnitts- beziehungsweise Einheitsgesetz », dessen Geltungs-

bereich sich nicht nur auf Datenbearbeitungen durch private Personen 

erstreckt, sondern wie erwähnt auch auf Bundesorgane, welche 

Personendaten bearbeiten (BBl 1988 II 444; PÄRLI, a.a.O., S. 141; 

MAURER-LAMBROU/KUNZ, a.a.O., Art. 1 Rz. 6). Darunter sind gemäss 

Art. 3 Bst. h DSG Behörden und Dienststellen des Bundes sowie 

Personen zu verstehen, die mit öffentlichen Aufgaben des Bundes betraut 

sind. Bundesorgane sind von Amtes wegen verpflichtet, sowohl die 

Bestimmungen des Datenschutzgesetzes als auch datenschutzrechtliche 

Normen anderer Bundeserlasse einzuhalten und unterstehen grundsätz-

lich den strengeren öffentlich-rechtlichen Bestimmungen von Art. 16 bis 

25
bis

 DSG. Dies liegt darin begründet, dass Bundesbehörden gegenüber 

Privatpersonen grundsätzlich hoheitlich auftreten und sie Personendaten 

auch gegen den Willen der Betroffenen erheben können. Für Daten-

bearbeitungen durch Bundesbehörden gelten daneben jedoch auch die 

allgemeinen Datenschutzbestimmungen (Art. 4 bis 11a DSG), die sowohl 

auf private Personen als auch auf Bundesorgane anwendbar sind (JÖHRI, 

a.a.O., Art. 3 Bst. h Rz. 99 und ROSENTHAL/JÖHRI, a.a.O., Art. 2 Abs. 1 

Rz. 18 f.; MAURER-LAMBROU/KUNZ, a.a.O., Art. 1 Rz. 12; PÄRLI, a.a.O., 

S. 152). 

5. (Begriff der Personendaten) 

6.  
6.1 Bearbeiten von Daten im Sinne von Art. 2 Abs. 1 DSG bedeutet 
jeder Umgang mit Personendaten, unabhängig von den angewandten 

Mitteln und Verfahren, insbesondere das Beschaffen, Aufbewahren, Ver-

wenden, Umarbeiten, Bekanntgeben, Archivieren oder Vernichten von 

Daten (Art. 3 Bst. e DSG). 

6.2 Der Begriff der Bekanntgabe als der heikelste Bearbeitungs-
schritt mit entsprechend hohem Potenzial für Persönlichkeitsverlet-

zungen ist in Art. 3 Bst. f DSG definiert als das Zugänglichmachen von 

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 281 

 

Personendaten wie das Einsichtgewähren, Weitergeben oder Veröffent-

lichen. In der Lehre wird darunter grösstenteils jede aktive Weitergabe 

und jedes passive Zugänglichmachen von Personendaten, zum Beispiel 

durch Herumliegenlassen vertraulicher Akten, verstanden, die es einem 

Dritten ermöglichen, vom Inhalt personenbezogener Informationen 

Kenntnis zu nehmen. RIESSELMANN-SAXER stellt sich demgegenüber auf 

den Standpunkt, die Bekanntgabe durch passive Weitergabe im Sinne 

einer Einsichtgewährung sei von der blossen Verletzung des Grundsatzes 

der Datensicherheit zu unterscheiden. Erstere liege vor, wenn die Daten 

mit entsprechendem Willen zur Bekanntgabe zugänglich gemacht 

werden, Letztere gründe auf einer eigentlichen Nachlässigkeit des 

Verantwortlichen. So oder anders ist erforderlich, dass die Daten einem 

Dritten tatsächlich zugänglich gemacht werden. Wer schon Zugang zu 

bestimmten Daten hat, dem können sie nicht mehr zugänglich gemacht 

werden; mit anderen Worten können Daten nur bekannt gegeben werden, 

wem sie nicht schon beziehungsweise nicht in diesem Umfang bekannt 

sind (JÖHRI, a.a.O., Art. 3 Bst. f Rz. 75 f.; ROSENTHAL, a.a.O., Art. 6 

Rz. 4; URS BELSER, BSK-DSG, Art. 3 Rz. 30; YVONNE JÖHRI/MARCEL 

STUDER, BSK-DSG, Art. 19 Rz. 1; RIESSELMANN-SAXER, a.a.O., S. 18; 

BBl 1988 II 447; zur Datensicherheit vgl. E. 9).  

6.3 Die Beschwerdegegnerin hat die Vorsorgeausweise willentlich 
unverschlossen an die Arbeitgebenden zugestellt, das heisst, es wurde 

zweifelsfrei Einsicht gewährt. Den Ausweisen ist unter anderem zu 

entnehmen, welche Freizügigkeitsleistungen neu eintretende Versicherte 

einbringen, wann und in welcher Höhe versicherte Personen Einkäufe in 

die Pensionskasse tätigen beziehungsweise Pensionskassenguthaben für 

den Erwerb von Wohneigentum vorbeziehen, ob und wann ihr Guthaben 

sich infolge Ehescheidung verändert hat und auf welchen Betrag sich 

ihre angesparten Pensionskassenguthaben belaufen. Unter Umständen 

befinden sich Hinweise betreffend provisorischem Versicherungsschutz 

oder temporärer Erwerbsunfähigkeit auf dem Vorsorgeausweis. Zudem 

wird alljährlich die Höhe der Freizügigkeitsleistung bekannt gegeben 

(Art. 24 des Freizügigkeitsgesetzes vom 17. Dezember 1993 [FZG, 

SR 831.42]). 

Zu klären ist in diesem Zusammenhang, ob die Arbeitgebenden in Bezug 

auf die soeben erwähnten Daten als Dritte zu qualifizieren sind, sodass 

von einer datenschutzrechtlich relevanten Bekanntgabe auszugehen ist, 

oder ob sie aufgrund ihrer Aufgaben im Rahmen der beruflichen 

Vorsorge oder innerhalb der Vorsorgestiftung bereits Kenntnis von 

2012/14 Datenschutz 

 

 

282 BVGE / ATAF / DTAF 

 

obgenannten Daten haben, womit eben keine Datenbekanntgabe 

vorliegen würde (vgl. dazu auch E. 3).  

6.3.1 Der Gesetzgeber hat es unterlassen, in den Legaldefinitionen 
von Art. 3 DSG den Begriff des Dritten zu konkretisieren. Dieser wird 

jedoch in diversen Bestimmungen verwendet und ist daher von einiger 

Bedeutung. Grundsätzlich sind drei Betrachtungsweisen denkbar, um den 

Begriff des Dritten zu bestimmen. Die funktionsbezogene Umschreibung 

fasst den Begriff am engsten: Demnach sind all jene Dritte, welche nicht 

aufgrund ihrer Aufgabe Zugriff auf die Daten erhalten. Bei der recht-

lichen Betrachtungsweise hingegen gilt als Dritter, wer nicht derselben 

rechtlichen Einheit angehört beziehungsweise bei dem es sich um eine 

andere juristische oder natürliche Person handelt. Am weitesten wird der 

Begriff des Dritten aufgrund der wirtschaftlichen Betrachtungsweise 

gefasst: Als Dritte zu qualifizieren sind danach all jene, die ausserhalb 

einer wirtschaftlichen Einheit, zum Beispiel eines Konzerns, stehen. 

Infolge konsequenter Anwendung des Vertraulichkeitsprinzips (vgl. 

Art. 7 Abs. 1 DSG und Art. 9 Abs. 1 Bst. g der Verordnung vom 14. Juni 

1993 zum Bundesgesetz über den Datenschutz [VDSG, SR 235.11]), 

wonach der Zugriff der berechtigten Personen auf diejenigen 

Personendaten zu beschränken ist, die sie für die Erfüllung ihrer Aufgabe 

benötigen, kann grundsätzlich nur die erstgenannte, funktionsbezogene 

Begriffsbestimmung massgebend sein. Dritte sind dementsprechend all 

diejenigen, welche die betreffenden Personendaten für die Erfüllung ihrer 

jeweiligen Aufgabe nicht benötigen. Als Bekanntgabe an einen Dritten 

gilt demnach beispielsweise die Einsichtnahme eines Abteilungsleiters in 

die Personalakte eines Arbeitnehmenden, der nicht derselben Abteilung 

innerhalb desselben Betriebs angehört (RIESSELMANN-SAXER, a.a.O., 

S. 20 mit Hinweisen). Ziel vorgenannter Bestimmung ist – analog zum 

gleichlautenden Art. 33 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) – 

unter anderem der Schutz der Persönlichkeit betroffener Personen, 

welche sowohl durch die Weitergabe entsprechender Daten nach aussen 

als auch innerhalb derselben Behörde tangiert wird. Dies lässt sich 

ebenfalls aus der Tatsache schliessen, dass die Schweigepflicht grund-

sätzlich auch innerhalb derselben Behörde zu beachten ist, solange damit 

nicht die Durchführung der beruflichen Vorsorge verunmöglicht wird. 

Daran ändert nichts, dass die einzelnen Personen innerhalb der Behörde 

ihrerseits der Schweigepflicht unterstehen. Alle Personen und Stellen 

ausserhalb der entsprechenden Behörde – wie etwa Arbeitgebende – 

haben umso mehr als Dritte zu gelten (vgl. UELI KIESER, ATSG-

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 283 

 

Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 33 Rz. 10 f. mit Hin-

weisen; PÄRLI, Handkommentar zum BVG, Art. 86 Rz. 3, 5 und 13 f. mit 

Hinweisen; JÖHRI, a.a.O., Art. 3 Bst. f. Rz. 75). 

6.3.2  
6.3.2.1 Die paritätische Verwaltung nach Art. 51 BVG ist das oberste 
Organ einer Vorsorgeeinrichtung. Der Grundgedanke von Art. 51 BVG 

ist die Einführung einer beitragsunabhängigen und vollen paritätischen, 

das heisst effektiv gleichberechtigten Mitbestimmung der Arbeitnehmer-

vertretung in privatrechtlichen Personalvorsorgestiftungen, also die Sta-

tuierung einer echten Sozialpartnerschaft auf dem Gebiet der beruflichen 

Vorsorge. Dies muss für die Anwendung dieser Bestimmung (Auslegung 

und Füllung allfälliger Lücken des darauf beruhenden Reglements) 

wegleitend sein. Die volle Parität gemäss Art. 51 BVG wurde vorab als 

Minimalvorschrift zum Schutz der Arbeitnehmenden eingeführt, sodass 

sie zu deren Ungunsten nicht verändert werden darf, es den Arbeit-

gebenden jedoch freisteht, auf ihre Vertretungsrechte ganz oder teilweise 

zu verzichten (RIEMER/RIEMER-KAFKA, a.a.O., § 2 Rz. 54 und 69; 

THOMAS GÄCHTER/MAYA GECKELER HUNZIKER, Handkommentar zum 

BVG, Art. 51 Rz. 12 f. mit Hinweisen). Dem paritätischen Organ 

kommen eigentliche Mitbestimmungs- und nicht nur blosse Mit-

spracherechte zu, wobei alle Vertretenden absolut gleichberechtigt sind. 

Ob zur Vertretung auf beiden Seiten externe Personen wie Rechtsanwälte 

oder Experten beigezogen werden dürfen, ist gesetzlich nicht geregelt, 

wird jedoch von der Lehre entsprechend der bisherigen Praxis bejaht. 

Alle strategischen Entscheide als Kernaufgaben des obersten Organs 

dürfen nicht auf aussenstehende Dritte übertragen werden, das heisst, 

bestimmte zentrale Führungsaufgaben müssen vom paritätischen Organ 

selbst wahrgenommen werden. Dieses kann indessen ihm zustehende 

operative Kompetenzen beispielsweise an ein besonderes Fachgremium 

delegieren, insbesondere im Bereich der Vermögensverwaltung im Sinne 

von Art. 51 Abs. 2 Bst. c BVG, wo den Mitgliedern des paritätischen 

Organs oftmals das nötige Fachwissen fehlt. In Anbetracht der zuneh-

menden Komplexität der zu bewältigenden Aufgaben führen mangelnde 

Fachkenntnisse und das Bedürfnis nach Professionalität vermehrt dazu, 

dass Vorsorgeeinrichtungen bestimmte Aufgaben an aussenstehende 

Dienstleistende auslagern. Ebenso kann es – vor allem bei grossen 

Personalvorsorgeeinrichtungen – zweckmässig sein, wenn gewisse Auf-

gaben einzelnen Mitgliedern oder Ausschüssen des Führungsorgans 

zugewiesen werden. Solche Ausschüsse müssen nicht zwingend pari-

2012/14 Datenschutz 

 

 

284 BVGE / ATAF / DTAF 

 

tätisch zusammengesetzt, jedoch durch das paritätische Organ gewählt 

sein und kontrolliert werden können (GÄCHTER/GECKELER HUNZIKER, 

Handkommentar zum BVG, Art. 51 Rz. 29 f. und Rz. 54 ff., je mit Hin-

weisen; RIEMER/RIEMER-KAFKA, a.a.O., § 2 Rz. 58 f.). 

6.3.2.2 Im Sinne einer informationellen Gewaltenteilung ist eine 
gewisse Abschottung zwischen Verwaltungseinheiten sicherzustellen, 

damit nicht jede Amtsstelle in alle Personendaten beliebig Einblick 

nehmen kann, die im Staat bearbeitet werden (BBl 1988 II 469). Dieser 

Grundsatz der informationellen Trennung ist nicht nur bei der Daten-

bekanntgabe zwischen verschiedenen Bundesorganen zu beachten, 

sondern auch innerhalb einer Behörde sicherzustellen (JÖHRI, a.a.O., 

Art. 19 Rz. 6 mit Hinweisen). Die in Art. 7 DSG geforderte Vertraulich-

keit der Daten ist nicht vorhanden, wenn Arbeitgebende Einblick in 

Gesundheits- und andere versicherungsrechtliche Daten erhalten. Die 

Verwaltung einer Vorsorgeeinrichtung muss deshalb so organisiert sein, 

dass weder der Arbeitgebende selber noch ein Organ oder Stellvertreter 

Zugang zu den Daten der versicherten und bei ihm angestellten Personen 

erhält, ansonsten eine widerrechtliche Datenbearbeitung vorliegt. 

Namentlich die fehlende Trennung zwischen Arbeitgeber- und Versiche-

rungsfunktion kann dazu führen, dass die Arbeitgebenden Einblick in 

Versicherungsdaten erhalten (PÄRLI, a.a.O., S. 3 und 9). Wenn ein Mit-

arbeitender der Personalabteilung eines Arbeitgebenden gleichzeitig 

verantwortlich ist für die Abwicklung organisatorischer Belange der 

Vorsorgeeinrichtung, so dient das Wissen, das er in seiner Funktion als 

Vertretender der Vorsorgeeinrichtung erlangt, zwei Herren. Hat der 

Arbeitgebende dadurch uneingeschränkten Zugang zu den Versiche-

rungsdossiers der Vorsorgeeinrichtung, ist die Ausgangslage mit einer 

verpönten Personalunion vergleichbar. 

Folgt man der herrschenden Lehre, so wird alles Wissen eines Organs der 

juristischen Person selbst zugerechnet, das heisst, das Wissen der Vor-

sorgeeinrichtung über die im persönlichen Ausweis enthaltenen Daten 

wird zum Wissen des jeweiligen Arbeitgebenden. Die Lehre wird aller-

dings in ihrer Absolutheit in Frage gestellt. So wird angeregt, eine 

angemessene Informationsbewirtschaftung solle dazu führen, dass Infor-

mationen an diejenigen Stellen gelangten, welche sie auch benötigten. 

Die richtige Kanalisation des Informationsflusses und insbesondere eine 

adäquate Zugangsregelung können durch Kommunikationsschranken 

innerhalb des Betriebs, sogenannte « Chinese Walls », sichergestellt 

werden. Diese verhindern, dass Unbefugte Zugang zu für sie nicht 

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 285 

 

relevanten Informationen erhalten. Die Notwendigkeit solcher Schranken 

ergibt sich wie erwähnt bereits aus dem in Art. 7 DSG verankerten Gebot 

der Datensicherheit. So verlangt denn auch der EDÖB in seinem Leit-

faden für die Bearbeitung von Personendaten im Arbeitsbereich eine 

strikte Trennung zwischen dem Personaldienst des Arbeitgebenden und 

dem Verwaltungspersonal der Versicherung. Die Führung der Dossiers 

der versicherten Personen kann grundsätzlich aussenstehenden Dritten 

übertragen werden. Dadurch lässt sich der unbefugte Datenaustausch als 

Folge von Personalunion oder ungenügenden Kommunikationsschranken 

vermeiden, wobei der grundlegend unbefriedigende Zustand nur mit 

einem Verbot der Wahrnehmung beider Aufgaben in Personalunion ge-

ändert werden kann (HANS MICHAEL RIEMER, Berührungspunkte 

zwischen beruflicher Vorsorge und Arbeitsrecht, in: Schweizerische 

Zeitschrift für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge 2009, S. 119 f. 

mit Hinweisen; GABRIELA RIEMER-KAFKA, Datenschutz zwischen 

Arbeitgeber und Versicherungsträgern, in: Schweizerische Juristen-

Zeitung 96/2000, S. 288, 291 f. mit Hinweisen; PÄRLI, a.a.O., S. 210 ff. 

mit Hinweisen; EDÖB, Leitfaden für die Bearbeitung von Personendaten 

im Arbeitsbereich, Version Mai 2011, S. 10 Ziff. 3.1.4, < http://www. 

edoeb.admin.ch > Dokumentation > Datenschutz > Leitfäden, besucht 

am 2. März 2012; zum Grundsatz der Datensicherheit vgl. E. 9). 

6.3.2.3 In Bezug auf die Auskunftspflicht einer Vorsorgeeinrichtung 
gegenüber ihren Versicherten hat das BSV in diesem Zusammenhang 

Folgendes festgehalten: 

Im Rahmen ihrer Organisation kann die Vorsorgeeinrichtung ihre Vor-

sorgewerke als unmittelbare Kontaktstellen zu den Versicherten bezeich-

nen, sodass sämtliche Anfragen, Informationen, Anweisungen und so 

weiter über diese laufen. Anderseits ist die Übertragung von solchen 

Aufgaben nicht zwingend erforderlich, auch dann nicht, wenn die pari-

tätische Verwaltung auf Stufe der Vorsorgewerke organisiert ist. Die 

alltägliche Geschäftsführung wird nämlich in der Regel nicht vom 

Stiftungsrat oder vom paritätischen Organ des Vorsorgewerkes persönlich 

betreut. Vielmehr wird damit eine Geschäftsstelle beauftragt. 

Ein Bedürfnis nach Direktinformationen besteht zum Beispiel in den 

Fällen, in denen der Arbeitnehmende ein legitimes Interesse daran hat, 

dass sein Arbeitgebender von seinem Auskunftsbegehren nichts erfährt. 

Dies kann insbesondere bei Erkundigungen nach der Höhe der Freizügig-

keitsleistung der Fall sein. Wenn sich die versicherte Person an die im 

Rahmen des Vorsorgewerkes organisierte paritätische Verwaltung, in der 

2012/14 Datenschutz 

 

 

286 BVGE / ATAF / DTAF 

 

ihr Arbeitgebender oder dessen Vertretung Einsitz haben, oder an 

Mitarbeitende im Personalwesen, die das Vorsorgewerk betreuen, 

wenden muss, ist die Vertraulichkeit der Behandlung solcher Anfragen 

nicht gewährleistet. Dies kann die faktische Durchsetzung der Informa-

tionsansprüche der Arbeitnehmenden beträchtlich erschweren. Die Auto-

nomie der Vorsorgeeinrichtung, sich nach ihrem Gutdünken zu organi-

sieren, steht somit in Konflikt mit dem sich aus dem arbeitsrechtlichen 

Persönlichkeitsschutz des Arbeitnehmenden ergebenden Anspruch auf 

vertrauliche Behandlung seiner Anfrage im Bereich des Vorsorge-

verhältnisses. Aus dem Sinn und Zweck von Art. 86 BVG ergibt sich, 

dass Auskunftsbegehren der versicherten Personen zu keinen negativen 

Auswirkungen auf ihr Arbeitsverhältnis führen dürfen. Der Arbeit-

nehmende hat einen legitimen Anspruch darauf, dass der Arbeitgebende 

wegen allfälliger Interessenkollisionen von seiner Anfrage keine Kennt-

nis erhält (vgl. diesbezüglich E. 9.3). Es ist somit organisatorisch die 

Möglichkeit zu schaffen, auf Wunsch des Arbeitnehmenden eine Aus-

kunft in der Weise zu erteilen, dass der Arbeitgebende und andere mit der 

Geschäftsleitung der betreffenden Unternehmung betraute Personen 

davon nichts erfahren. Die Sammel- wie auch die übrigen Einrichtungen 

können dieses Problem zum Beispiel dadurch lösen, dass wichtige, die 

versicherte Person besonders und persönlich interessierende Daten wie 

die Freizügigkeitsleistung periodisch auf einem Versicherungsausweis 

mitgeteilt werden (Mitteilungen des BSV über die berufliche Vorsorge 

Nr. 19 vom 12. August 1991, Nr. 114 Auskunft in der beruflichen Vorsor-

ge, Ziff. 1 S. 2 f., < http://www.bsv.admin.ch > Vollzug Sozialversiche-

rungen > BV (2. Säule) > Mitteilungen, besucht am 2. März 2012). 

6.3.3  
6.3.3.1 Im Fall der Beschwerdegegnerin setzt sich die Personalvorsor-
gekommission als paritätisches Organ aus mindestens je einem Vertreter 

der Arbeitgeber- und -nehmerseite zusammen, wobei auch nicht 

versicherte Dritte als Mitglieder gewählt werden können (vgl. Art. 2 f. 

Organisationsreglement der Personalvorsorge-Kommission der Be-

schwerdegegnerin [Organisationsreglement]). Die Personalvorsorge-

Kommission wählt den Stiftungsrat und nimmt die Aufgaben wahr, die 

dieser ihr reglementarisch überträgt (vgl. Art. 6 Organisationsreglement). 

Die Kommission ist ebenfalls Stiftungsorgan. Vorsorgekommissionen 

sind einerseits Vertreterinnen der angeschlossenen Firmen, zugleich aber 

auch dasjenige Gremium, mittels welchem die in Art. 51 BVG vor-

gesehene paritätische Verwaltung der Vorsorgeeinrichtung durchgeführt 

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 287 

 

wird. Deshalb haben sie grundsätzlich den gleichen Zugang zu den 

massgeblichen Informationen wie die Gremien der paritätischen Ver-

waltung bei einer einzelbetrieblichen Vorsorgeeinrichtung (BGE 124 II 

114 E. 2b mit Hinweisen). Zum Kreis der von der Schweigepflicht nach 

Art. 86 BVG erfassten Personen gehören auch die Mitglieder des 

paritätischen Organs, welche als Organe der Stiftung fungieren 

(GECKELER HUNZIKER, Arbeitnehmermitbestimmung unter besonderer 

Berücksichtigung der paritätischen Verwaltung nach Art. 51 BVG, Diss. 

Zürich/Basel/Genf 2010, S. 174 f.; PÄRLI, Handkommentar zum BVG, 

Art. 86 Rz. 12; RIEMER/RIEMER-KAFKA, a.a.O., § 2 Rz. 76). Obwohl den 

Mitgliedern der Kommission zwecks Erfüllung ihrer Aufgaben ein 

umfassendes Einsichtsrecht zukommen muss, lässt sich aus den diesem 

Organ zustehenden Kompetenzen folgern, dass individualisierte, vor 

allem gesundheitsbezogene Daten über versicherte Arbeitnehmende 

keine Relevanz für das dem paritätischen Gremium zukommende 

Handeln haben. Art. 51 BVG steht somit einer Einschränkung des Ein-

sichtsrechts in Personaldossiers der Versicherung durch die Arbeit-

geberseite nicht im Weg. Darüber hinaus scheint fraglich, ob ein 

Stiftungsratsmitglied – vorbehältlich der Pensionskassenverwaltung – 

überhaupt ein rechtliches Interesse an schützenswerten Daten von 

Arbeitnehmenden haben kann (GECKELER HUNZIKER, a.a.O., S. 174; 

RIEMER-KAFKA, a.a.O., S. 288 mit Hinweisen; vgl. zudem E. 6.3.2.1 zum 

Zweck von Art. 51 als Minimalvorschrift zugunsten der Arbeitnehmen-

den). 

6.3.3.2 Die Personalvorsorge-Kommission der Beschwerdegegnerin 
nimmt strategische Aufgaben wie namentlich die Wahl des Stiftungsrats, 

den Erlass des Vorsorgeplans, Entscheide über die Finanzierung des 

Vorsorgewerks und über die Verwendung des freien Vermögens wahr und 

überprüft die Jahresrechnung (vgl. Art. 6 des Organisationsreglements). 

Dafür benötigten ihre Mitglieder keine Einsicht in die individuellen 

Daten der einzelnen Versicherten. Es ist für die Erfüllung ihrer Aufgabe 

irrelevant, wer welche Einkäufe oder Vorbezüge getätigt hat; vielmehr 

reicht es, wenn sie um die Höhe des insgesamt vorhandenen Kapitals der 

Stiftung wissen. Die Organstellung der Arbeitgebervertretung hat dem-

gemäss entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin und der Vor-

instanz nicht zur Folge, dass die Arbeitgebenden Kenntnis aller 

persönlichen Daten ihrer Arbeitnehmenden haben (müssen). Die diesbe-

züglichen vorinstanzlichen Ausführungen, wonach der Arbeitgebende 

« naturgemäss » Angestellte in die Personalvorsorge-Kommission ent-

sende und es demnach klar sei, dass er als Teil des obersten Organs der 

2012/14 Datenschutz 

 

 

288 BVGE / ATAF / DTAF 

 

Stiftung Einblick in diese Akten habe, solange nicht besonders 

schützenswerte Daten davon betroffen seien, vermag in doppelter 

Hinsicht nicht zu überzeugen. Einerseits ist seitens des Arbeitgebenden 

wie erwähnt die Vertretung im paritätischen Organ nicht zwingend und 

an Dritte delegierbar, andererseits ist nicht auszuschliessen, dass – sofern 

die Vertretung des Arbeitgebenden infolge organisatorischer Mängel 

Einsicht in individuelle Versichertendossiers erhält – besonders sensible 

Gesundheitsdaten nicht betroffen sind. Umso mehr ist die Einsicht auf 

die zur Wahrnehmung der obgenannten strategischen Aufgaben erfor-

derlichen Informationen zu beschränken (vgl. dazu auch E. 6.3.2). 

6.3.4  
6.3.4.1 Die Beitragspflicht der Arbeitgebenden stellt den wichtigsten 
Teil des Inhalts der Rechtsbeziehung zwischen ihnen und der Vorsorge-

stiftung dar (vgl. Art. 66 BVG; RIEMER/RIEMER-KAFKA, a.a.O., § 4 

Rz. 6). Der Arbeitgebende, der obligatorisch zu versichernde Arbeit-

nehmende beschäftigt, muss eine in das Register für die berufliche 

Vorsorge eingetragene Vorsorgeeinrichtung errichten oder sich einer 

solchen anschliessen (Art. 11 Abs. 1 BVG). Gemäss Art. 10 der Ver-

ordnung vom 18. April 1984 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- 

und Invalidenvorsorge (SR 831.441.1) muss der Arbeitgebende der 

Vorsorgeeinrichtung alle versicherungspflichtigen Arbeitnehmenden 

melden und alle Angaben machen, die zur Führung der Alterskonten und 

zur Berechnung der Beiträge nötig sind.  

6.3.4.2 Für die Durchführung der beruflichen Vorsorge beziehungswei-
se zur Erfüllung ihrer damit verbundenen Aufgaben benötigen die 

Arbeitgebenden Angaben im Zusammenhang mit der in Art. 66 BVG 

geregelten Beitragspflicht, das heisst Daten zwecks Anmeldung eines 

Arbeitnehmenden in die Vorsorgeeinrichtung oder Angaben bei dessen 

Austritt. Es werden jedoch keine Angaben über die Höhe von Freizügig-

keitsleistungen, über Bezüge für Wohneigentum oder über Einkäufe in 

die berufliche Vorsorge benötigt. Die in Erwägung 6.3.2.3 zitierte Mit-

teilung des BSV vom 12. August 1991 zeigt auf, dass den Arbeit-

gebenden die Höhe der Freizügigkeitsleistungen, die ihren einzelnen 

Arbeitnehmenden zustehen, grundsätzlich nicht bekannt ist und die 

Vertreter der Arbeitgebenden in der paritätischen Kommission keine 

Einsicht in Daten haben sollten, die sie nicht im Rahmen ihrer Beitrags-

pflicht oder zur strategischen Führung der Stiftung benötigen. Idealer-

weise hat sich eine Vorsorgeeinrichtung demgemäss so zu organisieren, 

dass die Arbeitgebenden beziehungsweise deren Vertretung keinen 

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 289 

 

Einblick in die im Pensionskassenausweis enthaltenen, ihnen grössten-

teils unbekannten und aufgrund der Beitragspflicht nicht errechenbaren 

Daten erhalten. 

6.3.5  
6.3.5.1 Nach Art. 331 Abs. 4 OR hat der Arbeitgebende dem Arbeit-
nehmenden über die ihm gegen eine Vorsorgeeinrichtung zustehenden 

Forderungsrechte den erforderlichen Aufschluss zu erteilen. Der Arbeit-

gebende ist indes nur auskunftspflichtig über die « Forderungsrechte », 

das heisst über den Arbeitnehmenden zustehende Rechte und Anwart-

schaften. Indem der Arbeitgebende dem Arbeitnehmenden bei dessen 

Eintritt das Personalvorsorgereglement abgibt und ihm auch später 

regelmässig einmal jährlich, mindestens jedoch alle drei Jahre (Art. 24 

Abs. 1 FZG analog), den Stand seiner Ansprüche bekanntgibt sowie 

allfällige Fragen beantwortet, wird er seinen Pflichten genügen. Die 

arbeitsrechtliche Informationspflicht tritt hinter der vorsorgerechtlichen 

zurück und wird vor allem im Rahmen der arbeitsrechtlichen Vertrags-

verhandlungen, wenn letztere Pflicht noch nicht aktuell ist, Bedeutung 

haben (ULLIN STREIFF/ADRIAN VON KAENEL, Praxiskommentar zum 

Arbeitsvertrag, 6. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Art. 331 Rz. 10 mit 

Hinweisen; RIEMER, a.a.O., S. 120). In diese Richtung zielen auch die 

Weisungen des Bundesrates über die Pflicht der registrierten Vorsorge-

einrichtungen zur Auskunftserteilung an ihre Versicherten, gemäss 

welchen die Einrichtungen zu veranlassen haben, dass die bei ihnen 

angeschlossenen Arbeitgebenden ihre Arbeitnehmenden über die ihnen 

zustehenden Auskunftsrechte informieren (Mitteilung des BSV über die 

berufliche Vorsorge Nr. 10 vom 15. August 1988, Nr. 54, < http://www. 

bsv.admin.ch > Vollzug Sozialversicherungen > BV (2. Säule) > Mittei-

lungen, besucht am 2. März 2012). Art. 55 Abs. 6 des Reglements 2005 

der Stiftung Auffangeinrichtung BVG, wonach Vorsorgeausweise, 

Reglemente, Merkblätter und Formulare den angeschlossenen Betrieben 

zuzustellen und diese dafür verantwortlich sind, dass die versicherte 

Person in den Besitz der für sie bestimmten Unterlagen gelangt (Stiftung 

Auffangeinrichtung BVG, Reglement 2005 zur Vorsorge BVG, 2. Teil 

Allgemeine Bestimmungen, genehmigt vom Bundesrat am 27. Oktober 

2004, < http://www.chaeis.net > BVGE Berufliche Vorsorge > Arbeit-

geber > Anmeldung > Allgemeine Bestimmungen, besucht am 2. März 

2012), legitimiert die Arbeitgebenden entgegen der Ansicht der 

Vorinstanz nicht, die im Vorsorgeausweis enthaltenen Daten zur Kenntnis 

zu nehmen. Der Hinweis auf die in welcher Form auch immer zu 

2012/14 Datenschutz 

 

 

290 BVGE / ATAF / DTAF 

 

erfolgende Zustellung und Weiterleitung impliziert noch keine Kenntnis 

der Daten. 

6.3.5.2 Die Arbeitgebenden müssen somit über die individuelle 
Vorsorgesituation ihrer Arbeitnehmenden nicht informiert sein, um 

Letztere pflichtgemäss über ihre Forderungsrechte zu unterrichten. Damit 

die Arbeitnehmenden umfassend informiert sind und ihre Forderungen 

gegenüber der Vorsorgeeinrichtung geltend machen können, reichen all-

gemeine Hinweise theoretischer Natur; eine einzelfallspezifische Be-

ratung ist hierfür nicht erforderlich, kann aber mit Einwilligung des 

betroffenen Arbeitnehmenden erfolgen. Entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz lässt sich aus Art. 331 Abs. 4 OR demnach nicht herleiten, 

dass die Beschwerdegegnerin den Arbeitgebenden die im Vorsorgeaus-

weis enthaltenen Daten weiterleiten darf. 

6.3.6 Ebenso wenig lässt sich in der Fürsorgepflicht des Arbeit-
gebenden nach Art. 328 OR eine gesetzliche Grundlage für die Weiter-

gabe der strittigen Daten erblicken. Im Gegenteil: Gemäss Art. 328 

Abs. 1 OR hat der Arbeitgebende im Arbeitsverhältnis unter anderem die 

Persönlichkeit des Arbeitnehmenden zu achten und zu schützen, wozu 

auch dessen private Geheimsphäre zählt; die Missachtung des Daten-

schutzes führt zu einer Verletzung der Persönlichkeit des betroffenen 

Arbeitnehmenden (STREIFF/VON KAENEL, a.a.O., Art. 328 Rz. 7). 

Hinzu kommt, dass der Arbeitgebende Daten über den Arbeitnehmenden 

nur bearbeiten darf, soweit sie dessen Eignung für das Arbeitsverhältnis 

betreffen oder zur Durchführung des Arbeitsvertrags erforderlich sind 

(Art. 328b OR). Die vorgenannte Bestimmung beschränkt die zulässige 

Datenbearbeitung im Arbeitsverhältnis auf Fälle mit Arbeitsplatzbezug 

(STREIFF/VON KAENEL, a.a.O., Art. 328b Rz. 3; vgl. auch E. 4.1 zur An-

wendbarkeit des DSG). Unter den zur Durchführung des Arbeitsvertrags 

erforderlichen Datenbearbeitungen werden gemeinhin administrative 

Belange verstanden, so etwa zur Erfüllung der gesetzlichen Verpflich-

tungen gegenüber den Sozialversicherungen (STREIFF/VON KAENEL, 

a.a.O., Art. 328b Rz. 6). Damit wird jedoch der umgekehrte Fall der 

Datenbekanntgabe von den Arbeitgebenden an die Beschwerdegegnerin 

in Zusammenhang mit deren Beitragspflicht gemäss Art. 66 BVG ange-

sprochen, wovon nur diejenigen Daten aus dem Vorsorgeausweis 

betroffen sind, welche den Arbeitgebenden aufgrund ihrer Beitragspflicht 

ohnehin schon bekannt sind, das heisst in Bezug auf welche hier 

unbestrittenermassen keine Datenbekanntgabe vorliegt. 

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 291 

 

6.4 Zusammenfassend ist Folgendes festzuhalten: Da aus den 
Pensionskassenausweisen Daten zur persönlichen Vorsorgesituation der 

versicherten Arbeitnehmenden ersichtlich sind, welche die angeschlosse-

nen Arbeitgebenden der Vorsorgeeinrichtung nicht bereits in Erfüllung 

ihrer Beitragspflicht nach Art. 66 BVG via Anmeldeformular mitteilen 

und daher weder bereits kennen noch berechnen können, liegt in Bezug 

auf diese Daten nach allen in E. 6.3.1 erwähnten Definitionen eine 

Bekanntgabe beziehungsweise Weitergabe der entsprechenden Personen-

daten an einen Dritten im Sinne des Datenschutzgesetzes vor. Denn auch 

wenn die Arbeitgebenden beziehungsweise die sie vertretenden Personen 

gleichzeitig eine Organfunktion innerhalb der Vorsorgeeinrichtung ein-

nehmen, was vor allem in Bezug auf den vorliegend nicht zu 

thematisierenden Bereich der Verantwortlichkeit relevant ist, benötigen 

sie die strittigen Angaben nicht zur Wahrnehmung der damit verbunde-

nen strategischen Aufgaben und sollten aufgrund entsprechender, zu 

erwartender und wünschenswerter organisatorischer Vorkehrungen der 

Vorsorgeeinrichtung gemäss vorstehenden Erwägungen (vgl. insbes. 

E. 6.3.2) auch keine Kenntnis davon erhalten. Entgegen der Meinung der 

Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin sind die Arbeitgebenden be-

ziehungsweise ihre Vertreter in der paritätischen Kommission daher in 

Bezug auf Daten, die ihnen nicht bekannt sind beziehungsweise sein 

sollten, als Dritte zu qualifizieren. Zudem kann bei der praktizierten Zu-

stellung der Pensionskassenausweise in offenen Couverts – auch wenn 

sie an eine von den Arbeitgebenden mit der Durchführung der 

beruflichen Vorsorge beauftragte Stelle, der die Daten allenfalls wegen 

organisatorischer Mängel oder Personalunion schon bekannt wären, 

erfolgen würde – nicht ausgeschlossen werden, dass zusätzliche unbe-

teiligte Dritte in darin enthaltene Daten, die ihnen bis anhin unbekannt 

waren, Einblick erhalten. 

Die Voraussetzung des Bearbeitens gemäss Art. 2 Abs. 1 in Verbindung 

mit Art. 3 Bst. e und f DSG ist somit in Bezug auf die Beschwerdegegne-

rin erfüllt. Ob die entsprechenden Daten interessant für die Arbeitge-

benden sind oder nicht, wie die Vorinstanz behauptet, ist irrelevant und 

verkennt den Zweck des Datenschutzgesetzes, welcher vorliegend im 

Schutz der Persönlichkeit der betroffenen versicherten Arbeitnehmenden 

beziehungsweise im Verhindern unrechtmässigen Datenflusses zu erbli-

cken ist (vgl. auch E. 4.1). Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, 

dass die bekannt gegebenen Daten von den Arbeitgebenden zum Nachteil 

der Arbeitnehmenden verwendet werden könnten (vgl. dazu E. 9.3). 

2012/14 Datenschutz 

 

 

292 BVGE / ATAF / DTAF 

 

7. Art. 4 DSG, welcher gleichermassen für die Datenbearbeitung 
durch Private und Bundesorgane gilt, verlangt, dass Personendaten nur 

rechtmässig bearbeitet werden dürfen (Abs. 1), dass ihre Bearbeitung 

nach Treu und Glauben zu erfolgen hat und verhältnismässig sein muss 

(Abs. 2), dass Daten nur zu dem Zweck bearbeitet werden, der bei der 

Beschaffung angegeben wurde, aus den Umständen ersichtlich oder ge-

setzlich vorgesehen ist (Abs. 3) und dass die Beschaffung der Daten und 

insbesondere der Zweck ihrer Bearbeitung für die betroffene Person 

erkennbar sein muss (Abs. 4). Die Grundsätze in Art. 4 Abs. 1 bis 4 DSG 

definieren positiv ausgedrückt, welche Verhaltensweisen im Rahmen 

einer Datenbearbeitung per se eine Verletzung der Persönlichkeit der Be-

troffenen darstellen (ROSENTHAL, a.a.O., Art. 4 Rz. 2). Art. 4 Abs. 1 DSG 

enthält die an und für sich selbstverständliche Aussage, dass Personen-

daten nur rechtmässig bearbeitet werden dürfen. Eine Datenerhebung ist 

immer dann rechtswidrig, wenn ein Verstoss gegen eine Rechtsnorm vor-

liegt (MAURER-LAMBROU/STEINER, a.a.O., Art. 4 Rz. 5 f.). Die Personen-

daten müssen zudem vor unbefugtem Zugriff gesichert sein (Art. 7 

Abs. 1 DSG). 

Nachfolgend ist somit zunächst die Rechtmässigkeit der Bearbeitung der 

Personendaten beziehungsweise der mit der Zustellpraxis der Beschwer-

degegnerin verbundenen Bekanntgabe von Angaben über die berufliche 

Vorsorgesituation der versicherten Personen an deren Arbeitgebende zu 

prüfen (E. 8). Danach wird auf den in vorliegendem Zusammenhang 

relevanten Grundsatz der Datensicherheit eingegangen (E. 9). 

8.  
8.1.1 Bundesorgane müssen eine gesetzliche Grundlage für die Daten-
bearbeitung haben (Art. 17 Abs. 1 DSG). Aus dieser Grundlage ergibt 

sich auch, ob und inwieweit sie im Rahmen einer bestimmten Datenbe-

arbeitung von der Einhaltung der Bearbeitungsgrundsätze ausnahms-

weise befreit sind, das heisst die ihnen übertragene Aufgabe erfüllen 

dürfen, auch wenn dies zu einer Verletzung der Persönlichkeit des 

Einzelnen führt (ROSENTHAL, a.a.O., Art. 4 Rz. 4). Ob die Datenbearbei-

tung auf Gesetzes- oder auf Verordnungsebene geregelt werden muss, ist 

nach allgemeinen gesetzestechnischen Grundsätzen zu beurteilen. Mass-

geblich ist, wieweit eine Datenbearbeitung in die Persönlichkeit der 

Bürger eingreift. Aus diesen Gründen ist für die Bearbeitung von 

besonders schützenswerten Personendaten oder Persönlichkeitsprofilen 

grundsätzlich eine formelle gesetzliche Grundlage notwendig (vgl. 

Art. 17 Abs. 2 DSG und allgemein zum Legalitätsprinzip: ULRICH 

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 293 

 

HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-

recht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 377 ff.; EDÖB, Leitfaden für 

die Bearbeitung von Personendaten in der Bundesverwaltung, August 

2009, Ziff. 2.1.1 S. 5, < http://www.edoeb.admin.ch > Dokumentation > 

Datenschutz > Leitfäden, besucht am 2. März 2012). 

8.1.2 Nur in den Fällen von Art. 17 Abs. 2 Bst. a‒c DSG können be-
sonders schützenswerte Personendaten oder Personenprofile ausnahms-

weise ohne formelle gesetzliche Grundlage bearbeitet werden. Bei 

besonders schützenswerten Personendaten handelt es sich gemäss Legal-

definition von Art. 3 Bst. c DSG um Daten über die religiösen, welt-

anschaulichen, politischen oder gewerkschaftlichen Ansichten oder 

Tätigkeiten, die Gesundheit, die Intimsphäre oder die Rassenzugehörig-

keit, Massnahmen der sozialen Hilfe sowie über administrative oder 

strafrechtliche Verfolgungen und Sanktionen. Im Pensionskassenausweis 

aufgeführt sein könnten allenfalls Daten über die Gesundheit der 

versicherten Personen. Wo dies der Fall ist, stellt die Beschwerde-

gegnerin jene Ausweise jedoch künftig unbestrittenermassen direkt den 

betroffenen Personen zu, sodass es sich bei den Gegenstand dieses Ver-

fahrens bildenden Personendaten nicht um besonders schützenswerte im 

Sinne von Art. 3 Bst. c DSG handelt und die obgenannte Ausnahme-

bestimmung deshalb nicht zur Anwendung gelangt. Es bleibt ohnehin 

anzumerken, dass für die Bekanntgabe von Personendaten durch Bundes-

organe als Unterfall der Datenbearbeitung die in nachfolgender Er-

wägung erwähnte Spezialregelung von Art. 19 DSG zu beachten ist. 

8.2  
8.2.1 Die Bekanntgabe von Personendaten muss grundsätzlich wie 
jede Art der Datenbearbeitung in einer Rechtsgrundlage im Sinne von 

Art. 17 DSG vorgesehen sein (Art. 19 Abs. 1 DSG). Die gesetzliche 

Grundlage muss sich ausdrücklich auf den Transfer von Daten als 

solchen beziehen, das heisst, die Rechtsgrundlage muss eine Ermäch-

tigung beziehungsweise Verpflichtung zur Bekanntgabe von Personen-

daten enthalten. Eine allgemeine Kompetenz zur Datenbearbeitung im 

Sinne von Art. 17 DSG genügt für die Datenbekanntgabe nicht (JÖHRI/ 

STUDER, BSK-DSG, Art. 19 Rz. 25). 

8.2.2 Art. 19 DSG sieht einige Ausnahmen vor, in denen eine 
Datenbekanntgabe trotz fehlender gesetzlicher Grundlage zulässig ist, 

um eine rationelle Verwaltungstätigkeit und die Erfüllung gesetzlicher 

Aufgaben zu sichern. Diese Ausnahmen gelten jedoch nur in den 

Einzelfällen, die abschliessend aufgezählt und eng auszulegen sind. Die 

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2012/14 Datenschutz 

 

 

294 BVGE / ATAF / DTAF 

 

Ausnahmen betreffen einzig die Weitergabe von Personendaten, nicht die 

Datenbearbeitung im Allgemeinen, das heisst, die Bestimmungen in 

Art. 19 DSG entbinden nicht von der Schaffung der erforderlichen 

Rechtsgrundlagen für die Datenbearbeitung. Für die Bekanntgabe von 

Personendaten durch ein automatisiertes Abrufverfahren (z.B. Online-

Zugriffe, Selfservice-Prinzip) gelten diese Ausnahmen nicht (vgl. EDÖB, 

Leitfaden für die Bearbeitung von Personendaten in der Bundesverwal-

tung, a.a.O., Ziff. 2.3 S. 6; JÖHRI, a.a.O., Art. 19 Rz. 7 und 20).  

8.2.2.1 Vorliegend geht es nicht darum, Personendaten in einem 
Abrufverfahren zugänglich zu machen. Die Frage, inwiefern Arbeitge-

bende angesichts des Anspruchs auf paritätische Verwaltung nach Art. 51 

Abs. 1 BVG, aufgrund der Erfüllung ihrer Beitragspflicht nach Art. 66 

BVG oder wegen arbeitsvertraglicher Pflichten Anspruch auf Kenntnis 

von Versichertendaten geltend machen können, wurde vorne in E. 6.3 

geklärt. Danach besteht keine rechtliche Verpflichtung beziehungsweise 

Notwendigkeit zur Bekanntgabe der vorliegend strittigen Daten. Zu 

prüfen bleibt daher, ob ein spezieller Grund gemäss Art. 19 DSG 

vorliegt, der im Einzelfall eine Datenbekanntgabe trotz Fehlens einer 

(genügenden) gesetzlichen Grundlage rechtfertigen würde. Vorliegend 

kommt dafür mangels Einwilligung und allgemeinen Zugänglichmachens 

der Daten durch die betroffenen Personen nur Art. 19 Abs. 1 Bst. a in 

Betracht, wonach Bundesorgane Personendaten trotz fehlender rechtli-

cher Grundlage bekannt geben dürfen, wenn die Daten für den Empfän-

ger im Einzelfall zur Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgabe unent-

behrlich sind, das heisst dieser ansonsten seine gesetzliche Aufgabe im 

konkreten Fall nicht erfüllen könnte. Empfänger können neben anderen 

Bundesorganen und kantonalen, kommunalen oder ausländischen 

Behörden auch natürliche oder juristische Privatpersonen im In- und 

Ausland sein. Eine Datenbekanntgabe im Sinne von Art. 19 Abs. 1 Bst. a 

DSG kann nur in einem bestimmten Fall für einen einmaligen Zweck 

sowie nur auf Anfrage erfolgen. Vorgenannte Bestimmung bietet somit 

keine Rechtsgrundlage für eine aktive Information durch eine Verwal-

tungsstelle (BBl 1988 II 469; JÖHRI, a.a.O., Art. 19 Abs. 1 Rz. 21 und 

24 f.; JÖHRI/ STUDER, BSK-DSG, Art. 19 Rz. 42 f. und 45 mit 

Hinweisen). 

8.2.2.2 Die durch Zustellung der Vorsorgeausweise erfolgte Datenbe-
kanntgabe ist nicht auf Anfrage hin erfolgt; vielmehr versendet die 

Beschwerdegegnerin die Ausweise in eigenem Interesse an die Arbeitge-

benden, um Kosten einzusparen. Die Anwendbarkeit der Ausnahmebe-

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 295 

 

stimmung nach Art. 19 Abs. 1 Bst. a DSG ist daher bereits aufgrund 

dieser Tatsache zu verneinen.  

8.3 Im Sozialversicherungsrecht gelten spezielle Geheimhaltungs-
pflichten, die eine Bekanntgabe von Personendaten nur ausnahmsweise 

zulassen. Ebenso gibt es eine Anzahl bereichsspezifischer Datenschutz-

bestimmungen, die den zulässigen Empfängerkreis und zum Teil auch die 

Art der Daten, die übermittelt werden, festlegen. Solche Bestimmungen 

gehen als Spezialnormen Art. 19 DSG vor (BBl 1988 II 471). Es bleibt 

daher zu prüfen, ob eine spezialgesetzliche Ausnahme vorliegt, welche 

weiter geht als Art. 19 DSG und daher eine Datenbekanntgabe aus-

nahmsweise rechtfertigen würde. 

8.3.1 Gemäss Art. 86 BVG haben Personen, die an der Durchführung 
sowie der Kontrolle oder der Beaufsichtigung der Durchführung des 

Bundesgesetzes zur beruflichen Vorsorge beteiligt sind, gegenüber 

Dritten Verschwiegenheit zu bewahren. Die Schweigepflicht bezieht sich 

auf alle Kenntnisse, die zum Stillschweigen verpflichtete Personen im 

Rahmen ihrer vorgenannten Tätigkeit erlangen. Bundesorgane bezie-

hungsweise allgemein Personen, die am Vollzug der Sozialversicherungs-

gesetze beteiligt sind, dürfen Personendaten aus diesen Bereichen nur 

dann an Dritte bekanntgeben, wenn das betreffende Gesetz eine Ausnah-

me von der grundsätzlichen Schweigepflicht vorsieht (vgl. Botschaft 

vom 24. November 1999 über die Anpassung und Harmonisierung der 

gesetzlichen Grundlagen für die Bearbeitung von Personendaten in den 

Sozialversicherungen, in: BBl 2000 261). Ausnahmen von der Schweige-

pflicht bedürfen folglich einer gesetzlichen Grundlage. Der Schweige-

pflicht unterstehen unter anderen die Mitarbeitenden der Vorsorge-

einrichtungen, die in die Durchführung des Bundesgesetzes über die 

berufliche Vorsorge involvierten Personen der Arbeitgebenden sowie die 

Vertretung in der paritätischen Verwaltung der Vorsorgeeinrichtung 

(PÄRLI, Handkommentar zum BVG, Art. 86 Rz. 10 und 12 mit Hinweis).  

8.3.2  
8.3.2.1 Zufolge Art. 85a BVG sind die mit der Durchführung, der 
Kontrolle oder der Beaufsichtigung der Durchführung dieses Gesetzes 

betrauten Organe befugt, die Personendaten, einschliesslich besonders 

schützenswerter Daten und Persönlichkeitsprofile, zu bearbeiten oder 

bearbeiten zu lassen, die sie benötigen, um die ihnen nach diesem Gesetz 

übertragenen Aufgaben zu erfüllen, namentlich um (Bst. a bis f): 

 

2012/14 Datenschutz 

 

 

296 BVGE / ATAF / DTAF 

 

die Versicherungsbeiträge zu berechnen und zu erheben;  

Leistungsansprüche zu beurteilen sowie Leistungen zu berechnen, zu 

gewähren und diese mit Leistungen anderer Sozialversicherungen zu 

koordinieren;  

ein Rückgriffsrecht gegenüber einem haftpflichtigen Dritten geltend 

zu machen;  

die Aufsicht über die Durchführung dieses Gesetzes auszuüben;  

Statistiken zu führen;  

die Versichertennummer der AHV zuzuweisen oder zu verifizieren. 

Die Liste der für zulässig erklärten Datenbearbeitungen ist nicht ab-

schliessend (vgl. Gesetzestext « namentlich »). Zulässig ist jede Bearbei-

tung von Personendaten, die vom zuständigen Organ in Erfüllung der im 

BVG vorgesehenen Aufgabe notwendig ist. Zu ergänzen ist, dass für die 

Bekanntgabe von Personendaten Art. 86a BVG massgebend ist. Dieser 

Artikel erweitert und konkretisiert die Schweigepflicht und geht der all-

gemeinen Datenbearbeitungsbestimmung in Art. 85a BVG vor. Gleiches 

gilt für die in Art. 85b BVG verankerte Akteneinsicht. Die Liste der Fälle 

zulässiger Datenbekanntgaben in Art. 86a BVG ist abschliessend; weiter-

gehende Ausnahmen von der gesetzlichen Schweigepflicht sind nicht 

vorgesehen (PÄRLI, Handkommentar zum BVG, Art. 85a Rz. 10 und 12, 

Art. 86a Rz. 3 f.). Es dürfen zudem nur die Daten bekannt gegeben 

werden, welche für den in Frage stehenden Zweck erforderlich sind 

(Art. 86a Abs. 6 BVG). 

8.3.2.2  Eine mögliche gesetzliche Grundlage für eine Ausnahme von 
der Schweigepflicht stellt das in Art. 85b BVG erwähnte Akteneinsichts-

recht dar: Sofern überwiegende Privatinteressen gewahrt bleiben, steht 

die Akteneinsicht Personen zu, die eine Verpflichtung nach diesem 

Gesetz haben, für diejenigen Daten, die für die Wahrung des Anspruchs 

oder die Erfüllung der Verpflichtung erforderlich sind (Art. 85b Abs. 1 

Bst. b BVG). Diese Regelung bezweckt klarzustellen, in welchen Fällen 

die Vorsorgeeinrichtung zur Gewährung der Akteneinsicht befugt ist, 

ohne damit die Schweigepflicht nach Art. 86 BVG zu verletzen (PÄRLI, 

Handkommentar zum BVG, Art. 85b Rz. 3 mit Hinweis). Daten dürfen 

überdies im Sinne einer Ausnahme zur Schweigepflicht bekannt gegeben 

werden an andere mit der Durchführung sowie der Kontrolle oder der 

Beaufsichtigung der Durchführung dieses Gesetzes betrauten Organe, 

sofern kein überwiegendes Privatinteresse entgegensteht und wenn sie 

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 297 

 

für die Erfüllung der ihnen nach diesem Gesetz übertragenen Aufgaben 

erforderlich sind (Art. 86a Abs. 2 Bst. a BVG). 

Eine Interessenabwägung erübrigt sich vorliegend, da der Einsichts-

anspruch im Fall beider vorgenannter gesetzlicher Bestimmungen auf 

Daten beschränkt ist, die für die Erfüllung einer Verpflichtung gemäss 

BVG notwendig sind. Die vorliegend umstrittenen Daten werden von 

den Arbeitgebenden weder zur Erfüllung ihrer Beitragspflicht nach 

Art. 66 Abs. 2 bis 4 BVG benötigt noch im Rahmen der paritätischen 

Verwaltung nach Art. 51 Abs. 1 BVG. Arbeitsvertragliche Pflichten, die 

einen Anspruch der Arbeitgebenden auf Einsicht begründen würden, sind 

gemäss Wortlaut von Art. 85b Abs. 1 Bst. b BVG und Art. 86a Abs. 2 

Bst. a BVG unbeachtlich (« nach diesem Gesetz ») und vorliegend auch 

nicht ersichtlich (vgl. E. 6.3.5). Abgesehen davon dürfte auch in diesen 

beiden Konstellationen zumindest faktisch ein Gesuch um Akteneinsicht 

beziehungsweise Datenbekanntgabe vorausgesetzt werden, während hier 

die Beschwerdegegnerin von sich aus aktiv geworden ist. 

8.3.2.3  In den übrigen Fällen dürfen Personendaten an Dritte bekannt 
gegeben werden, sofern die betroffene Person im Einzelfall schriftlich 

eingewilligt hat oder, wenn das Einholen der Einwilligung nicht möglich 

ist, diese nach den Umständen als im Interesse des Versicherten voraus-

gesetzt werden darf (Art. 86a Abs. 5 Bst. b BVG). Diese Regelung lehnt 

sich an Art. 19 Abs. 1 Bst. b DSG an (BBl 2000 266). 

Im vorliegenden Fall haben die betroffenen Personen weder in die 

Datenbekanntgabe eingewilligt noch sind Gründe ersichtlich, welche das 

Einholen der Einwilligung als unmöglich und die Bekanntgabe nach den 

Umständen als im Interesse der versicherten Personen erscheinen lassen 

würden. Im Gegenteil ist nicht auszuschliessen, dass die Arbeitnehmen-

den durch die Bekanntgabe ihrer Daten an die Arbeitgebenden Nachteile 

zu erleiden haben (vgl. dazu E. 9.3). 

8.4 Weder auf Gesetzes- noch auf Verordnungsstufe findet sich eine 
gesetzliche Grundlage für eine Ausnahme von der Schweigepflicht, 

welche die Bekanntgabe der Daten von der Beschwerdegegnerin an die 

Arbeitgebenden der bei ihr versicherten Personen rechtfertigen würde. Es 

ist insbesondere kein Grund ersichtlich, weshalb die Arbeitgebenden die 

strittigen Versicherungsdaten der Arbeitnehmenden für die Erfüllung 

ihrer Pflichten im Zusammenhang mit der Durchführung der beruflichen 

Vorsorge und im Übrigen auch bezüglich jener aus dem Arbeitsverhältnis 

benötigen würden (vgl. E. 6.3.4 ff.). Vielmehr gilt die Schweigepflicht 

2012/14 Datenschutz 

 

 

298 BVGE / ATAF / DTAF 

 

gemäss Art. 86 BVG auch für die Arbeitgebervertretung, die an der 

Durchführung der beruflichen Vorsorge beteiligt ist (PÄRLI, Handkom-

mentar zum BVG, Art. 86 Rz. 12).  

Die Daten hätten folglich nicht weitergeleitet werden dürfen, das heisst, 

die von der Beschwerdegegnerin praktizierte Datenbekanntgabe ist 

rechtswidrig und verletzt somit die Persönlichkeit der versicherten 

Personen. Überdies ist in nachfolgender Erwägung kurz auf einen in vor-

liegendem Zusammenhang ebenfalls bedeutsamen Grundsatz des Daten-

schutzrechts, nämlich denjenigen der Datensicherheit, einzugehen. 

9.  
9.1 Aus Art. 8 EMRK erwächst dem Staat nicht nur die negative 
Verpflichtung auf Unterlassen jeder unrechtmässigen Beeinträchtigung 

der Privatsphäre des Einzelnen, sondern ebenso die positive Pflicht, 

Personendaten effektiv und praktisch vor der Möglichkeit eines 

unautorisierten Zugriffs zu schützen; es reicht nicht aus, wenn den Be-

troffenen eine Klagemöglichkeit gewährt wird (KURT PÄRLI, EMRK und 

Datenschutz am Arbeitsplatz, in: digma – Zeitschrift für Datenrecht und 

Informationssicherheit 2009, Heft 1, S. 30 ff. mit Hinweisen insbes. zur 

Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte). 

Gemäss Art. 7 Abs. 1 DSG müssen Personendaten durch angemessene 

technische und organisatorische Massnahmen gegen unbefugtes Bear-

beiten geschützt werden. Es handelt sich dabei um eine Dauerpflicht 

jedes Datenbearbeitenden; aufgrund veränderter Umstände nicht mehr 

genügende Schutzmassnahmen sind anzupassen. Ziel der Datensicherheit 

ist nicht nur die Gewährleistung der Vertraulichkeit, der Verfügbarkeit 

und der Richtigkeit der Personendaten (vgl. diesbezüglich Art. 8 Abs. 1 

VDSG, welcher auch für Bundesorgane gilt), vielmehr geht es ganz 

allgemein um die Verhinderung einer unbefugten Bearbeitung von 

Personendaten. Dabei steht insbesondere der Schutz gegen Risiken der 

unbefugten oder zufälligen Vernichtung, des zufälligen Verlusts, techni-

scher Fehler, der Fälschung, des Diebstahls oder der widerrechtlichen 

Verwendung sowie des unbefugten Änderns, Kopierens, Zugreifens oder 

anderer unbefugter Bearbeitungen im Vordergrund. 

Gegenstand der Massnahmen ist nicht nur die EDV-gestützte, 

automatisierte, sondern auch jegliche Form der manuellen Datenbe-

arbeitung. Bezüglich Art und Umfang der zu treffenden Massnahmen gilt 

das Verhältnismässigkeitsprinzip: Zufolge Art. 8 Abs. 2 VDSG sind 

insbesondere Zweck, Art und Umfang der Datenbearbeitung sowie der 

gegenwärtige Stand der Technik zu berücksichtigen und eine Einschät-

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 299 

 

zung der möglichen Risiken für die betroffenen Personen vorzunehmen. 

Aufgrund der nicht abschliessenden Aufzählung in vorgenannter Bestim-

mung können und dürfen aber auch die Kosten der Massnahmen im 

Hinblick auf den angestrebten Schutzzweck berücksichtigt werden. Die 

allgemeinen finanziellen Möglichkeiten des Datenbearbeitenden sind 

jedoch zweitrangig (RIESSELMANN-SAXER, a.a.O., S. 33 f. mit Hinwei-

sen; ROSENTHAL, a.a.O., Art. 7 Rz. 3 und 5 ff.; KURT PAULI, BSK-DSG, 

Art. 7 Rz. 2, 4 ff. und 17; EDÖB, Leitfaden für die Bearbeitung von Per-

sonendaten in der Bundesverwaltung, a.a.O., Ziff. 2.7 S. 9). 

9.2 Die Pensionskassenausweise der versicherten Personen sind 
trotz des Vermerks « Vertraulich » bei Zustellung an die Arbeitgebenden 

in keiner Weise gegen Einsichtnahme oder Kopieren geschützt 

(vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. e VDSG), insbesondere sind sie nicht einzeln in 

Couverts verpackt, mit einem (Klebe-)Siegel versehen oder nur nach 

Aufreissen einer perforierten Sollbruchlinie einsehbar. Solche Massnah-

men wären einfach zu treffen und nicht allzu kostenintensiv. Die Be-

schwerdegegnerin hat in der Vergangenheit keine entsprechenden Mass-

nahmen getroffen, sondern im Gegenteil bis anhin nicht einmal 

überprüft, ob besonders schützenswerte Daten Inhalt der einzelnen 

weitergeleiteten Vorsorgeausweise bilden. Damit verletzt sie zusätzlich 

den Grundsatz der Datensicherheit gemäss Art. 8 EMRK und Art. 7 

DSG. 

9.3 Weiter ist zu berücksichtigen, dass dem Datenschutz im Arbeits-
verhältnis auch eine antidiskriminierende Funktion zukommt (PÄRLI, 

a.a.O., S. 20 mit Hinweisen). Die Daten der betroffenen Personen 

könnten zu Zwecken verwendet werden, die mit der Durchführung der 

beruflichen Vorsorge nichts zu tun haben und ebenso wenig im Interesse 

der Betroffenen liegen beziehungsweise sie allfälligen Benachteiligungen 

im Arbeitsverhältnis aussetzen. Es kann nicht mit Sicherheit ausgeschlos-

sen werden, dass die Daten beispielsweise im Zusammenhang mit 

Lohnverhandlungen von den Arbeitgebenden zulasten der Arbeitnehmen-

den verwendet werden könnten (vgl. dazu auch die Mitteilung des BSV 

vom 12. August 1991 in E. 6.3.2.3). Wer beispielsweise einen Vorbezug 

für Wohneigentum getätigt hat, ist ortsgebundener und daher vermehrt 

auf seine Stelle angewiesen, was ihn abhängiger von seinem Arbeit-

gebenden macht. Für diesen wiederum spielen die Lohnkosten als 

variabler und beeinflussbarer Budgetposten eine zentrale Rolle und 

bergen aus seiner Sicht im Vergleich zu den festen Kostenfaktoren am 

ehesten ein Sparpotential in sich (RIEMER-KAFKA, a.a.O., S. 285). Die 

2012/14 Datenschutz 

 

 

300 BVGE / ATAF / DTAF 

 

diesbezüglichen Bedenken des Beschwerdeführers sind demnach ge-

rechtfertigt. 

10.   
10.1 Die Beschwerdegegnerin macht als Grund für ihre Zustellpraxis 
wirtschaftliche Interessen geltend; konkret führt sie an, eine separate 

Zustellung der Pensionskassenausweise in verschlossenen Couverts an 

die Arbeitnehmenden stelle einen finanziellen Mehraufwand dar. Zudem 

weist sie auf Bestrebungen im Bereich der beruflichen Vorsorge hin, 

Kosten einzusparen, und erklärt, ihre langjährige Zustellpraxis sei 

branchenüblich. Dass die von der Beschwerdegegnerin praktizierte Zu-

stellung der Vorsorgeausweise von bei ihr versicherten Personen in 

unverschlossenen Couverts an die Arbeitgebenden zwecks Weiterleitung 

sich auf keine gesetzliche Grundlage stützen kann und zudem dem 

Grundsatz der Datensicherheit widerspricht, wurde bereits dargelegt 

(vgl. E. 8 f.). Es stellt sich im Folgenden daher nur noch die Frage, in 

welcher Form die Zustellung der Pensionskassenausweise zu erfolgen hat 

beziehungsweise welche Art der Zustellung geeignet ist, den Grund-

sätzen des Datenschutzes, insbesondere demjenigen der Datensicherheit, 

Genüge zu tun. 

10.2 Vorab gilt es in diesem Zusammenhang zu beachten, dass im 
Rahmen des vorliegenden Verfahrens die Rechte einer Vielzahl von 

Personen in Frage stehen, deren Verteidigung der Beschwerdeführer mit 

seiner Empfehlung beziehungsweise Beschwerde bezweckt. Das 

Ergebnis des Verfahrens kann somit indirekt Wirkung für all jene Perso-

nen zeitigen, die nach einer ähnlichen Methode vorgehen wie die 

Beschwerdegegnerin, was zusätzlich Licht auf die Tragweite des vorlie-

genden Falls und die von der Beschwerdegegnerin zu verlangende Art 

der Zustellung wirft (vgl. BGE 136 II 508 E. 6.3.2 betreffend Klagever-

fahren nach Art. 29 Abs. 4 i.V.m. Abs. 1 Bst. a DSG [sog. « Systemfeh-

ler »] mit Hinweisen).  

10.3 Im Rahmen einer Interessenabwägung sind grundsätzlich auch 
rein wirtschaftliche Interessen des Datenbearbeitenden, wie beispiels-

weise das Interesse daran, eine Datenbearbeitung möglichst effizient zu 

gestalten oder die eigenen Geschäftsabläufe zu optimieren, schützens-

wert. Ebenso kann Gewinnstreben ein schützenswertes Interesse darstel-

len (ROSENTHAL, a.a.O., Art. 13 Rz. 10; a.M. CORRADO RAMPINI, BSK-

DSG, Art. 13 Rz. 22). Vorliegend würde der Mehraufwand indes die 

wirtschaftliche Existenz der Beschwerdegegnerin offensichtlich nicht in 

Frage stellen; dies wird ihrerseits auch nicht geltend gemacht. Die 

Datenschutz 2012/14 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 301 

 

Vermeidung von finanziellem Mehraufwand ist grundsätzlich als 

gewinnstrebiges Interesse der Beschwerdegegnerin anzuerkennen, ver-

mag aber dasjenige der betroffenen Personen am Schutz der eigenen 

Persönlichkeit ebenso wenig zu überwiegen wie das politische Argument 

der Forderung einer Kostenreduktion im Bereich der beruflichen 

Vorsorge. Auch der Hinweis auf die Langjährigkeit und angebliche 

Branchenüblichkeit der umstrittenen Zustellpraxis ist unbehelflich, zumal 

beispielsweise die Pensionskasse des Bundes ebenso wie diejenige des 

Kantons Zürich die Pensionskassenausweise den bei ihr versicherten 

Personen direkt und verschlossen zustellen. 

10.4 Die Beschwerdegegnerin hat demnach alle Massnahmen zu 
treffen, welche erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die Persön-

lichkeitsrechte der bei ihr versicherten Personen im Rahmen der 

Zustellung der Vorsorgeausweise nicht verletzt werden. Das heisst, sie 

hat die Ausweise in einer geeigneten, den Grundsätzen des Daten-

schutzes angemessenen Form zu versenden. Konkret bedeutet dies, die 

Ausweise entweder den Arbeitnehmenden einzeln direkt verschlossen per 

Post an ihre persönliche Adresse oder zumindest in verschlossenen und 

mit dem jeweiligen Namen sowie dem Vermerk « Vertraulich » 

versehenen Couverts den Arbeitgebenden zur Weiterleitung zuzustellen. 

Es geht also letztlich nicht um ein gänzliches Verbot der Zusendung von 

Pensionskassenausweisen an die Arbeitgebenden, sondern lediglich als 

minimale Alternative zur direkten Zustellung an die Arbeitnehmenden 

darum, die Ausweise nicht wie in rechtswidriger Weise praktiziert frei 

zugänglich den Arbeitgebenden zuzusenden. Aus unternehmerischer 

Sicht mag es gerechtfertigt erscheinen, sich auf den finanziellen 

Mehraufwand bei (vereinzelter) manueller Zustellung zu berufen, doch 

lässt sich damit wie erwähnt der Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der 

Betroffenen nicht rechtfertigen. Hinzu kommt, dass die Nichteinhaltung 

von Datenschutzvorschriften für eine Vorsorgeeinrichtung in der 

Öffentlichkeit, bei Arbeitgebenden und versicherten Personen ein 

Imageproblem hervorrufen kann. Deshalb stellt deren Einhaltung bei 

allen Arbeitsprozessen ein nicht zu unterschätzendes Qualitätsmerkmal 

dar und sollte von der Beschwerdegegnerin auch in eigenem Interesse 

beachtet werden (PÄRLI, Handkommentar zum BVG, Art. 85a Rz. 7).