# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b26fda43-d79e-56ba-855f-79ad3e9a011d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.12.2008 D-7803/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7803-2008_2008-12-12.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7803/2008
law/mah
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 1. Dezember 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7803/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer,  eigenen Angaben zufolge ein  nigeriani-
scher Staatsangehöriger der Ethnie Igbo, geboren in Benin, mit  letz-
tem Wohnsitz in Abia State, am 3. März 2008 in der Schweiz um Asyl 
nachsuchte,

dass das BFM am 14. März 2008 im Empfangs- und Verfahrenszent-
rum (EVZ) Vallorbe die Personalien des Beschwerdeführers erhob und 
ihn summarisch zum Reiseweg und zu den Gründen für das Verlassen 
des Heimatlandes befragte, 

dass der Kanton Z._______ dem Beschwerdeführer am 18. März 2008 
eine Vertrauensperson bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zuord-
nete,

dass der Beschwerdeführer am 10. April  2008 wegen Widerhandlun-
gen gegen das Betäubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951 (BetmG, 
SR 812.121)  gemäss Art. 74 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) aus 
dem Kanton Y._______ ausgegrenzt wurde,

dass das BFM den Beschwerdeführer am 9. Juni 2008 einlässlich zu 
den Asylgründen anhörte,

dass  die  Jugendanwaltschaft  des  Kantons  Z._______  aufgrund  der 
Ermittlungsakten  des  Kantons  Y._______  den  Beschwerdeführer  in 
Zusammenhang  mit  den  Widerhandlungen  gegen  das  BetmG  mit 
Entscheid  vom 2. Juni  2008  für  schuldig  befand  und  ihn  mit  einem 
Freiheitsentzug von 10 Tagen bedingt bestrafte,

dass das BFM mit  Verfügung vom 1. Dezember  2008 in  Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, 
die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug anordne-
te,

dass  der  Beschwerdeführer mit  einer  handschriftlich  ergänzten  eng-
lischsprachigen  Formularbeschwerde  vom  5. Dezember  2008  (Post-
stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob, und beantragte, die Verfügung des BFM sei aufzuhe-

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ben, es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen, auf das Asylge-
such einzutreten, ihm Asyl zu gewähren und es sei festzustellen, dass 
der Wegweisungsvollzug unzulässig,  unzumutbar und unmöglich und 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren sei,

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei ihm die un-
entgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) zu gewähren und auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses zu verzichten,

dass er  im Weiteren in verfahrensrechtlicher Hinsicht  um Anordnung 
einer vorsorglichen Massnahme ersuchte, mit der die zuständigen Be-
hörden anzuweisen seien,  die  Kontaktaufnahme mit  seinem Heimat- 
oder Herkunftsstaat  sowie jede Weitergabe von Daten an denselben 
bis zum Endentscheid über die Beschwerde zu unterlassen und bean-
tragte eine eventuell  bereits erfolgte Datenweitergabe an seinen Hei-
matstaat offenzulegen, 

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  die  eingereichte  Formularbeschwerde neben den Englisch ver-
fassten standardisierten Anträgen, das handschriftlich in Deutsch an-
gebrachte  Begehren,  es  sei  auf  das  Asylgesuch  einzutreten,  sowie 
eine handschriftlich in Französisch verfasste Begründung enthält,

dass die Beschwerdebegehren nicht durchgehend in einer Amtsspra-
che (in der Regel Deutsch, Französisch, Italienisch; vgl. Art. 70 Abs. 1 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 

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18. April 1999 [BV, SR 101]) verfasst sind, weshalb diese grundsätzlich 
zur Übersetzung zurückzuweisen wären,

dass  indessen  angesichts  der  gesetzlich  vorgesehenen  kurzen  Be-
handlungsfrist (Art. 109 Abs. 2 AsylG) sowie des Umstandes, dass die 
Eingabe  ohne  Einschränkungen  oder  erheblichen  Mehraufwand  ver-
ständlich ist, auf die Einforderung einer Übersetzung zu verzichten und 
auf  die im Übrigen form- und fristgerecht  eingereichte Beschwerde - 
unter  nachstehendem  Vorbehalt  -  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2 
AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit der Be-
schwerdeführer beantragt, es sei ihm Asyl zu gewähren,

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
Entscheide  des  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2007/8  insbes. 
E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 

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Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand bildet (vgl. a.a.O. E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass der Beschwerdeführer es unterliess, im Moment der Einreichung 
des Asylgesuches im EVZ Vallorbe bzw. in den 48 Stunden nach der 
diesbezüglichen Aufklärung durch Vorhalt eines Informationsblattes ein 
Dokument zu seiner zweifelsfreien Identifizierung abzugeben,

dass damit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Grundvoraus-
setzung für ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere vorliegend er-
füllt ist,

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dass der Beschwerdeführer als Ursache der Nichtabgabe von Reise- 
oder  Identitätspapieren  erklärte,  er  habe  nie  einen  Pass  oder  eine 
Identitätskarte gehabt (vgl. act. A1/11 S. 4),

dass er in der Not in die Schweiz gekommen sei (vgl. act. A1/11 S. 5),

dass er  gemäss seinen Angaben bei  der  Überquerung der  Grenzen 
von Nigeria nach Benin keine Papiere habe vorweisen müssen, weil er 
einen Schlepper bezahlt habe, der ihn gegen Entgelt mit dem Fahrrad 
über die Grenze gebracht habe (vgl. act. A15/13 S. 8 und 9),

dass er ohne Dokumente von Benin mit einem Frachtschiff, das Metall 
transportiert habe in ein ihm unbekanntes Land, wo viele Weisse leb-
ten, reiste und beim Verlassen des Schiffes von einem Mann in Uni-
form nach  Papieren  gefragt  wurde,  er  angefangen  habe  zu  weinen, 
man ihn auf die Station mitgenommen habe, wo man mit ihm in einer 
fremden Sprache gesprochen habe und ihn schliesslich in einen Zug 
geschickt habe (vgl. act. A1/11 S. 7 und 8),

dass  das  BFM  das  Vorliegen  von  entschuldbaren  Gründen  für  das 
Nichtabgeben  von  Reise-  und  Identitätspapieren  verneinte,  dies  mit 
der  Begründung,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  wonach  er 
nie Ausweise besessen habe, weder in Benin noch in Nigeria, er nur in 
den Strassen von Nigeria gearbeitet, sich nie um Dokumente geküm-
mert  habe,  er  niemanden habe,  den er  kontaktieren könne,  er  auch 
nicht wisse, wie man solche Dokumente erhältlich machen könne und 
weder den Aufenthaltsort seiner Mutter in Nigeria noch jemand ande-
ren kenne, den er bezüglich der Dokumente kontaktieren könne, dies 
obwohl er wisse, dass die Mutter  und die Geschwister in X._______ 
leben und auch noch Tanten und Onkel an ihm bekannten Ort wohnen 
würden, die er kontaktieren könnte, seien unglaubwürdig und würden 
vielmehr die Vermutung nahe legen, der Beschwerdeführer habe seit 
seiner  Einreise  in  die  Schweiz  keinerlei  Anstrengung  unternommen, 
sich aus dem Heimatstaat Reise- oder Identitätspapiere zukommen zu 
lassen,  womit  er  offenkundig  auch  nicht  gewillt  sei,  solche  zu 
beschaffen,

dass  seine  diesbezüglichen  Anworten  stereotypen  Vorbringen  der 
Asylgesuchsteller entsprächen, die nicht bereit seien, ihre Identität mit 
Ausweispapieren zu belegen und auch das Bundesverwaltungsgericht 
derartige  Behauptungen  als  zu  realitätsfremd  erachte,  um  geglaubt 
werden zu können,

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dass  die  rudimentären  Angaben  bezüglich  des  Reisewegs  des  Be-
schwerdeführers und die Tatsache, dass der Beschwerdeführer von Ni-
geria bis in die Schweiz ohne jegliche Ausweispapiere über ihm unbe-
kannte Destinationen und abgesehen von der Anhaltung durch die uni-
formierte Personen, die ihn danach in den Zug nach Vallorbe gesetzt 
hätten,  ohne jegliche anderen Personenkontrollen gereist  sein wolle, 
nicht nachvollzogen werden könne,

dass deshalb keine entschuldbaren Gründe vorlägen, die es dem Be-
schwerdeführer verunmöglichen würden, Reise- oder Identitätspapiere 
einzureichen,

dass die Beschwerde diesbezüglich keine Einwendungen enthält,

dass mithin nicht ansatzweise dargetan wird, inwiefern die Erwägun-
gen in der angefochtenen Verfügung unzutreffend sein sollen,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  jedoch  einzelne  Aussagen  des 
Beschwerdeführers anders wertet, als das BFM in der Verfügung,

dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Befragung  zur  Person  nicht  er-
wähnte, er habe keine Ausweise in Benin gehabt, sondern erklärte, er 
habe  zwar  die  Staatsbürgerschaft  von Benin  nicht,  jedoch  eine  Ge-
burtsurkunde (vgl. act. A1/11 S. 2), 

dass das Bundesverwaltungsgericht im Weiteren nicht der Auffassung 
ist,  der Beschwerdeführer hätte gesagt,  er  kenne niemanden den er 
kontaktieren könne, sondern, er kenne niemanden den er kontaktieren 
könnte,  der  wüsste,  wie  man  solche  Dokumente  erhältlich  machen 
könne (vgl. act. A1/11 S. 5),

dass die angebliche Aussage des Beschwerdeführers, wonach er we-
der den Aufenthaltsort seiner Mutter in Nigeria noch jemand anderen 
kenne, den er bezüglich der Dokumente kontaktieren könne, sich so in 
den Protokollen vom 14. März 2008 und 9. Juni 2008 nicht findet,

dass ergänzend anzufügen ist, dass es bei der 48-Stunden-Frist von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a  AsylG nicht  um die Beschaffung neuer  Papiere 
oder der Papiere zuhause, sondern um die Abgabe der schon existie-
renden, für die Reise in die Schweiz verwendeten Papiere geht (vgl. 
EMARK 1999 Nr. 16 E. 5c.aa S. 109 f.), 

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dass jedoch die Darstellung des Beschwerdeführers, in einem Hafen in 
Benin ein Frachtschiff bestiegen zu haben, ohne sich vorher erkundigt 
zu haben, wohin dieses fährt (vgl. act. A15/13 S. 10), wie auch die Be-
hauptung des lesekundigen und englisch wie französisch sprechenden 
Beschwerdeführers,  nicht  gewusst  zu  haben,  wo  er  mit  dem  Facht-
schiff angekommen sei (vgl. act. A1/11 S. 3), nicht plausibel erscheint,

dass dies den Schluss zulässt, die Behauptung keine Identitätspapiere 
zu besitzten, entspreche nicht der Wahrheit,

dass deshalb anzunehmen ist, der Beschwerdeführer sei nicht willens 
Identitätspapiere einzureichen und enthalte die durchaus vorhandenen 
Papiere bewusst vor, um eine allfällige Wegweisung zu erschweren,

dass  das  BFM  demnach  zu  Recht  davon  ausgegangen  ist,  für  das 
Nichteinreichen von Reise- oder Identitätspapieren innerhalb der Frist 
von 48 Stunden nach Einreichen des Asylgesuchs würden keine ent-
schuldbaren Gründe vorliegen,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung des Asylgesuchs im We-
sentlichen geltend machte, er habe seinen immer wieder betrunkenen 
und gewalttätigen Vater  mit  einem Ziegelstein erschlagen,  als  dieser 
seine Schwester zusammengeschlagen habe, weil er ihre Schwanger-
schaft  entdeckt  habe  und  die  Mutter,  welche  ihre  Tochter  habe  be-
schützen wollen, bewusstlos geschlagen habe,

dass er daraufhin nach Benin zu seinem alten Schulfreund und seinem 
Vater geflüchtet sei, welcher ihm mitgeteilt habe, sein Vater sei verstor-
ben, der Mutter gehe es aber gut,

dass er aus Benin geflüchtet sei, weil er gedacht habe, die Brüder sei-
nes Vaters würden ihn in Benin finden und töten (vgl. act. A1/11 S. 7),

dass für weitere Einzelheiten betreffend den zur Begründung des Asyl-
gesuchs geltend gemachten Sachverhalt auf die Protokolle der Befra-
gung vom 14. März 2008 und der Anhörung vom 9. Juni 2008 zu ver-
weisen ist,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung im Ergebnis zutreffend 
dargelegt hat, weshalb die vom Beschwerdeführer geltend gemachten 
Verfolgungsvorbringen, unglaubhaft seien,

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dass diesbezüglich auf die Erwägungen in der Verfügung zu verweisen 
ist,

dass der Beschwerdeführer geltend machte, er habe nicht Angst vor 
einer Gefangennahme durch die Behörden,  sondern von der Familie 
seines Vaters,

dass seine Mutter von der Familie seines Vaters bedrängt worden sei, 
seinen  Aufenthaltsort  preis  zu  geben  und  sie  sich  an  die  nigeriani-
schen Behörden gewendet habe, weil sie ihr auch mit dem Tod gedroht 
hätten, die Sache jedoch ohne Folge geblieben sei, weshalb sich die 
Mutter mit den fünf Schwestern wieder nach Benin begeben habe,

dass der Beschwerdeführer bei der Anhörung angegeben hat, ausser 
seiner Schwester und seiner Mutter habe niemand von diesem Vorfall 
etwas mitbekommen, weil die Studenten und Arbeiter an diesem Vor-
mittag bereits weg gewesen seien (vgl. Act. 15/13 S. 7), weshalb auch 
die Familie seines Vaters, wohnhaft in einem anderen Dorf, gar nicht 
haben wissen können, inwiefern er mit dem Tod seines Vaters zu tun 
hatte,

dass der Beschwerdeführer zudem weder vom Vater seines Freundes 
in  Benin noch von jemandem anderem gehört  habe,  dass nach ihm 
gesucht werde (vgl. act. A15/13 S. 10), weshalb nicht nachvollziehbar 
ist, weshalb der Beschwerdeführer, ohne dass die nigerianischen Be-
hörden eine Fahndung nach ihm eingeleitet oder sich die Familie sei-
nes Vaters gemeldet hat, Benin bereits verliess,

dass  er  ferner  in  der  Beschwerde  behauptet,  die  schweizerische 
Rechtsordnung einzuhalten und sich noch nie illegal betätigt zu haben, 
jedoch  die  Jugendanwaltschaft  des  Kantons  Z.______ den 
Beschwerdeführer  wegen  Verstoss  gegen  das  BetmG  bereits  für 
schuldig  befand  und  ihn  mit  einem  Freiheitsentzug  von  10  Tagen 
bedingt bestrafte, weshalb auch die persönliche Glaubwürdigkeit  des 
Beschwerdeführers in Frage gestellt ist,

dass selbst wenn man davon ausginge, der vom Beschwerdeführer zur 
Begründung seines Asylgesuches geltend gemachte Sachverhalt habe 
sich  tatsächlich  zugetragen,  festzuhalten  ist,  dass  seine  Vorbringen 
nicht  asylrelevant  sind,  zumal  angesichts  der  von ihm begangengen 
Tat die Suche der nigerianischen Behörden nach seiner  Person aus 
rechststaatlich legitimen Gründen, nämlich zur strafrechtlichen Unter-

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suchung des Todschlags seines Vaters, erfolgen würde, und anderer-
seits die Familie seines Vaters ein ebenso legitimes Interesse an der 
Aufklärung des Todes ihres Angehörigen hätte,

dass unter diesen Umständen ohne weitere Erörterungen festgestellt 
werden kann, dass das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des Be-
schwerdeführers offensichtlich ausgeschlossen werden kann und auch 
nicht zusätzliche Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG 
notwendig sind,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeord-
net wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las-
sen,

dass  der  Beschwerdeführer  jung und den  Akten zufolge gesund ist, 
gemäss seinen Aussagen in Nigeria als Strassenverkäufer mit seiner 
Mutter, die Reis in den Restaurants verkauft  habe, für den Unterhalt 
der  achköpfigen  Familie  aufgekommen  sei  (vgl.  act. A1/11  S. 2  und 
A15/13  S. 4),  weshalb  es  ihm möglich  sein  sollte,  sich  im Falle  der 
Rückkehr eine wirtschaftliche Existenzgrundlage aufzubauen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  somit  nicht  unzumutbar  im Sinne 
von Art. 83 Abs. 4 AuG ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass der Antrag auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen durch das 
Bundesverwaltungsgericht - solche können nur für die Dauer des Be-

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schwerdeverfahrens  Wirkung  entfalten  -  aufgrund  des  direkten  Ent-
scheids in der Hauptsache gegenstandslos geworden ist,

dass auch der Antrag, vor einer allfälligen Ablehnung der Beschwerde 
sei  die Vorinstanz anzuweisen, eine eventuell  bereits erfolgte Daten-
weitergabe  an  den  Heimatstaat  offenzulegen  mit  dem  direkten  Ent-
scheid in der Hauptsache als gegenstandslos geworden zu betrachten 
ist, nachdem den Akten nicht entnommen werden kann, dass das BFM 
bereits Daten an die nigerianischen Behörden weitergegeben hat,

dass der Antrag, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 
verzichten, aufgrund des direkten Entscheides in der Hauptsache ge-
genstandslos geworden ist,

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG zufolge Aussichtslosigkeit 
der Beschwerde abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und 
Verbeiständung wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (eingeschrieben;  Beilage:  Einzahlungs-
schein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (...)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

Versand: 

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