# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 747b76e2-a42e-5a7f-b240-3fbc45c0156a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.03.2012 E-6361/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6361-2011_2012-03-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-6361/2011 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  M ä r z  2 0 11  

Besetzung 

 
Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Hans Schürch, Richter Jean-Pierre Monnet, 

Gerichtsschreiberin Anna Poschung. 

   Parteien 
 

A._______, 

B._______, 

C._______, 

D._______, 

E._______, 

Afghanistan,   

alle vertreten durch (…),  

Advokatur Kanonengasse, (…), 

Gesuchstellende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom  

7. November 2011 (E-5411/2011) / N (…). 

 

 

E-6361/2011 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass das BFM auf die Asylgesuche der Gesuchstellenden vom 28. Juli 

2011 mit Verfügung vom 15. September 2011 nicht eintrat und die Weg-

weisung aus der Schweiz nach Ungarn anordnete, 

dass das Bundesverwaltungsgericht eine gegen diese Verfügung einge-

reichte Beschwerde vom 28. September 2011 mit Urteil E-5411/2011 vom 

7. November 2011 abwies, 

dass die Gesuchstellenden durch ihren Rechtsvertreter am 23. November 

2011 ein Revisionsgesuch einreichten und beantragen, das Urteil  

E-5411/2011 sei aufzuheben, das Beschwerdeverfahren sei wieder auf-

zunehmen und die vorinstanzliche Verfügung vom 15. September 2011 

sei aufzuheben und das BFM anzuweisen, sein Recht auf Selbsteintritt 

auszuüben und sich für die Asylgesuche zuständig zu erklären, 

dass ihnen in prozessualer Hinsicht die unentgeltliche Rechtspflege zu 

gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten 

sei, 

dass dem Revisionsgesuch die aufschiebende Wirkung zu erteilen und 

die zuständigen kantonalen Behörden im Sinne einer superprovisorischen 

Massnahme anzuweisen seien, bis zum Entscheid über die aufschieben-

de Wirkung von Vollzugsmassnahmen abzusehen, 

dass auf die Begründung des Revisionsgesuchs und die eingereichten 

Beweismittel, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen 

eingegangen wird, 

dass die Instruktionsrichterin mit Telefax vom 24. November 2011 man-

gels Aktenbesitzes den Vollzug der Wegweisung einstweilen aussetzte, 

dass mit Instruktionsverfügung vom 16. Dezember 2011 das Gesuch um 

aufschiebende Wirkung der Revisionseingabe gutgeheissen sowie die 

unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt und 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet wurde, 

dass die Gesuchstellenden am 16. Dezember 2011, 13. Januar 2012 und 

20. Februar 2012 ergänzende Eingaben machten, 

 

E-6361/2011 

Seite 3 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren ([VwVG, 

SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 ([AsylG, 

SR 142.31]) i. V. m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32); Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) und ausserdem für 

die Revision von Urteilen, die es in seiner Funktion als Be-

schwerdeinstanz gefällt hat, zuständig ist (vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1 

S. 242), 

dass gemäss Art. 45 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) für die Revision von Urteilen des Bundesverwaltungs-

gerichts die Art. 121 - 128 BGG sinngemäss gelten und nach Art. 47 VGG 

auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67 Abs. 3 

VwVG Anwendung findet, 

dass mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision die Unabän-

derlichkeit und Massgeblichkeit eines rechtskräftigen Beschwerdeent-

scheides angefochten wird, im Hinblick darauf, dass die Rechtskraft be-

seitigt wird und über die Sache neu entschieden werden kann (vgl. ANDRÉ 

MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 247 Rz. 5.36), 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf Gesuch hin seine Urteile aus den 

in Art. 121 - 123 BGG aufgeführten Gründen in Revision zieht (Art. 45 

VGG),  

dass im Revisionsgesuch insbesondere der angerufene Revisionsgrund 

anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens im Sinne von 

Art. 124 BGG darzutun ist, 

dass im Gesuch vom 23. November 2011 der Revisionsgrund von 

Art. 121 Bst. d BGG (versehentliches Nichtberücksichtigen von in den Ak-

ten liegenden erheblichen Tatsachen) geltend gemacht wird und ausser-

dem die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens aufgezeigt wird, 

E-6361/2011 

Seite 4 

dass die Revisionseingabe zudem die Begehren für den Fall eines neuen 

Beschwerdeentscheides enthält (vgl. Art. 67 Abs. 3 VwVG), 

dass somit auf das frist- und formgerecht eingereichte Revisionsgesuch 

einzutreten ist,  

dass gemäss Art. 121 Bst. d BGG die Revision insbesondere verlangt 

werden kann, wenn das Gericht in den Akten liegende erhebliche Tatsa-

chen aus Versehen nicht berücksichtigt hat, 

dass die Gesuchstellenden in ihrer Eingabe unter anderem geltend ma-

chen, das Gericht habe ihre Beschwerde in einem wesentlichen Punkt mit 

der Begründung abgewiesen, dass Serbien – anders als angeblich in der 

Beschwerde behauptet – von der Schweiz als verfolgungssicherer Staat 

(safe country) eingestuft worden sei, wobei es sich auf den entsprechen-

den Bundesratsbeschluss berufen habe, 

dass das Gericht dabei übersehen habe, dass in der Beschwerdeschrift 

nirgends behauptet worden sei, bei Serbien handle es sich nicht um ein 

safe country, die Gesuchstellenden hingegen in ihrer Beschwerdeschrift 

geltend gemacht hätten, Serbien sei kein sicherer Drittstaat (safe third 

country), was auch der Darstellung des Sachverhalts im Urteil des Ge-

richts zu entnehmen sei, weshalb diese Tatsache aufgrund der Be-

schwerdeschrift der Gesuchstellenden aktenkundig sei, 

dass sich das Gericht zu diesem zentralen Vorbringen in seinen Erwä-

gungen mit keinem Wort geäussert habe, wobei sich die Nichtberücksich-

tigung auf den Inhalt der aktenkundigen Tatsache und nicht auf deren 

rechtliche Würdigung beziehe,  

dass die Folge der Nichtberücksichtigung dieser erheblichen und akten-

kundigen Tatsache gewesen sei, dass sich das Gericht mit der Frage, ob 

Serbien (nicht) als sicherer Drittstaat gelte, gar nicht erst auseinanderge-

setzt habe, 

dass ein Versehen im Sinne von Art. 121 Bst. d BGG dann vorliegt, wenn 

das Gericht ein Aktenstück gar nicht zur Kenntnis genommen oder nicht 

richtig gelesen, dessen Sinn nicht korrekt erfasst hat und deshalb irrtüm-

lich von seinem klaren Wortlaut abgewichen ist, wobei sich das Versehen 

auf den Inhalt der nicht berücksichtigten Tatsache und nicht auf die Sach-

verhalts- oder Beweiswürdigung beziehen muss (vgl. ANDRÉ MO-

E-6361/2011 

Seite 5 

SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 252 Rz. 5.54), 

dass die übergangene Tatsache zudem erheblich sein muss, das heisst 

dazu geeignet, die tatbeständliche Grundlage des Entscheids zu ändern 

und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einem anderen, für die ge-

suchstellende Person günstigeren Ergebnis zu führen (vgl. a.a.O., S. 251 

Rz. 5.51), 

dass das Gericht – wie dies auch von den Gesuchstellenden in ihrer Re-

visionseingabe anerkannt wird (vgl. dort S. 5) – in seiner Darstellung der 

Rechtsmitteleingabe ausdrücklich angeführt hatte, auf Beschwerdeebene 

sei vorgebracht worden, dass Serbien nicht als sicherer Drittstaat gelte 

(vgl. Urteil E-5411/2011 vom 7. November 2011 S. 7), womit es von die-

sem Beschwerdevorbringen offensichtlich in seinem klaren Wortlaut 

Kenntnis genommen hat, 

dass mit dem Revisionsgesuch zu Recht geltend gemacht wird, dass das 

Gericht in seinen Erwägungen davon ausgegangen war, in der Be-

schwerdeschrift sei behauptet worden, Serbien sei kein verfolgungssiche-

rer Staat (vgl. Urteil E-5411/2011 vom 7. November 2011 S. 9), die Be-

schwerdeführenden hingegen geltend gemacht hatten, Serbien sei kein 

sicherer Drittstaat (vgl. Beschwerdeschrift vom 28. September 2011 S. 6), 

dass das Gericht in seiner Urteilsbegründung somit die beiden Rechts-

begriffe verfolgungssicherer Staat und sicherer Drittstaat vermischt hat, 

dass es sich hierbei jedoch entgegen der Ansicht der Gesuchstellenden 

nicht um ein Versehen in Bezug auf ein in den Akten liegendes Sachver-

haltsmoment beziehungsweise eine Tatsache im Sinne von Art. 121 Bst. d 

BGG, sondern eine rechtliche Würdigung der – vom Gericht korrekt zur 

Kenntnis genommenen – Sachverhaltsdarstellung handelt, 

dass eine (selbst falsche) rechtliche Würdigung eines Sachverhalts indes 

nicht zu einer Revision berechtigt (vgl. ELISABETH ESCHER in Bundesge-

richtsgesetz, Marcel Alexander Niggli/Peter Uebersax/Hans Wiprächtiger 

[Hrsg.], Basel 2008, S. 1593 Rz. 9), 

dass sich dementsprechend eine Auseinandersetzung mit der Argumen-

tation der Gesuchstellenden hinsichtlich revisionsrechtlicher Erheblichkeit 

(vgl. Revisionseingabe S. 5-15) erübrigt, 

E-6361/2011 

Seite 6 

dass es den Gesuchstellenden somit nicht gelungen ist, revisionsrechtlich 

relevante Gründe im Sinne von Art. 121 Bst.  d BGG darzutun,  

dass das Gesuch um Revision des Urteils des Bundesverwaltungsge-

richts E-5411/2011 vom 7. November 2011 demzufolge abzuweisen ist 

und darauf verzichtet werden kann, auf den weiteren Inhalt der Revisi-

onseingaben und die eingereichten Beweismittel näher einzugehen, 

dass den Gesuchstellenden mit Instruktionsverfügung vom 16. Dezember 

2011 die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

gewährt wurde, weshalb ihnen keinen Verfahrenskosten aufzuerlegen 

sind. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6361/2011 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Gesuchstellenden, das BFM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Anna Poschung 

 

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