# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29645a95-5551-5412-b5b5-8f3c1f009187
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.09.2015 200 2015 421
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-421_2015-09-11.pdf

## Full Text

200 15 421 UV
KOJ/PRN/LIA/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. September 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 26. März 2015 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1973 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) ist im Rahmen seiner Erwerbstätigkeit bei der Schweizeri-
schen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend SUVA bzw. Beschwerde-
gegnerin) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 1. August 2013 
erlitt der Versicherte einen Verkehrsunfall, als es zu einer Auffahrkollision 
mit einem nachfahrenden Personenwagen kam (Akten der SUVA, Antwort-
beilage [AB] 1). Die Ärzte der Notfallstation des Spitals C.________ dia-
gnostizierten anlässlich der Erstkonsultation vom 5. August 2013 ein kra-
niocervicales Beschleunigungstrauma I (AB 9).

Die SUVA nahm die Abklärungen auf und erbrachte Leistungen in Form 
von Heilbehandlung (vgl. AB 2, 13). Mit Verfügung vom 15. Januar 2015 
(AB 85) stellte sie die Versicherungsleistungen per 31. Januar 2015 man-
gels kausaler Unfallfolgen ein. Die dagegen am 13. Februar 2015 erhobene 
Einsprache (AB 91) des Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, wies die SUVA mit Entscheid vom 26. März 2015 (AB 94) ab. 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 11. Mai 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheids sowie die Rückweisung an die SUVA zur Neubeurteilung. Eventua-
liter seien die Beschwerden als Folge des Unfalls zu qualifizieren und ihm 
eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung in noch zu bestim-
mender Höhe zuzusprechen. In der Begründung wird im Wesentlichen eine 
unvollständige Abklärung des rechtserheblichen medizinischen Sachver-
halts gerügt.

Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2015 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der SUVA vom 
26. März 2015 (AB 94). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer 
aufgrund des Ereignisses vom 1. August 2013 auch nach dem 31. Janu-
ar 2015 Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
hat. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Der Anspruch auf Leistungen 
der obligatorischen Unfallversicherung setzt nebst anderem einen natürli-
chen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem 
eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; 
SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Für die Bejahung des natürli-
chen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimm-
te gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 
E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 5

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3

2.3.1 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.3.2 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die re-
produzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Anga-
ben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiese-
nen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erho-
benen Befunde mit apparativen, insbesondere bildgebenden Abklärungen 
bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden 
wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251).

2.3.3 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die 
Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge-
hen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubezie-
hen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 

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Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft 
(BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei 
Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule so-
wie Schädel-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen 
und psychischen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 
S. 112; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). Dabei ist wie folgt zu differenzie-
ren: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein 
Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquiva-
lente Verletzung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 
E. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; 
SVR 2001 UV Nr. 1 S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-
Praxis nur dann Anwendung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 
bis 72 Stunden Beschwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule 
(HWS) manifestieren (SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der 
erwähnten Verletzungen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss 
BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung. 
Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der 
soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die 
zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Be-
einträchtigungen (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und 
Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, 
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.; 
BGE 119 V 335 E. 1 S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorlie-
gen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber bereits unmittelbar 
nach dem Unfall ganz in den Hintergrund treten oder die physischen Be-
schwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beur-
teilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt 
haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind 
(vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies zu, sind für die Adäquanz-
beurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen 
Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt 
die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der Schleudertrauma-Praxis 
(BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriterien, d.h. ohne Unterschei-
dung zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden 
(BGE 134 V  09 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 7

2.3.4 Nach der Schleudertrauma-Praxis ist analog zu den bei psychi-
schen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen 
(BGE 115 V 133) für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- 
bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies 
trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen 
Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an 
das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen 
Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften 
(SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.4) – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen 
einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen 
liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Dabei können die erlitte-
nen Verletzungen Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwi-
ckelt haben, gestatten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 37 E. 4.2.2). Während der 
adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne 
Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich 
die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf-
grund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, 
objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zu-
sammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erschei-
nen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 
S. 126). Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des 
adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies 
trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu 
den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als 
Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im 
gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in 
besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Liegt im eigentlichen mittleren 
Bereich keines der Einzelkriterien in besonders ausgeprägter oder auffal-
lender Weise vor, so müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzu-
sammenhangs drei Kriterien erfüllt sein (SVR 2012 UV Nr. 2 S. 7 E. 3.5). 
Handelt es sich um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den 
leichten Unfällen müssen für die Bejahung der Adäquanz vier Kriterien ge-
geben sein (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 102 E. 4.5). Diese Würdigung des Un-
falles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver-

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neinung des adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 359 E. 6 
S. 366, 117 V 369 E.4c S. 384). 

In Präzisierung der Rechtsprechung hat das Bundesgericht den Katalog 
der adäquanzrelevanten Kriterien (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367, 117 V 369 
E. 4b S. 383) in BGE 134 V 109, E. 10.2 S. 127 und E. 10.3 S. 130, neu 
gefasst, wobei die Aufzählung der Kriterien abschliessend ist: 

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrück-
lichkeit des Unfalls; 

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; 
- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; 
- erhebliche Beschwerden; 
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver-

schlimmert; 
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 
- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Im Rahmen der Schleudertrauma-Praxis wird bei der Beurteilung der vor-
stehend genannten Kriterien auf eine Differenzierung zwischen physischen 
und psychischen Komponenten verzichtet, weil hier nicht entscheidend ist, 
ob Beschwerden medizinisch eher als organisch und/oder psychischer Na-
tur bezeichnet werden (BGE 117 V 359 E. 5d aa S. 364 und E. 6a S. 367; 
RKUV 1999 U 341 S. 409 E. 3b, 1997 U 272 S. 174 E. 4a). Voraussetzung 
für die Anwendung dieser Praxis ist aber, dass die psychischen Beschwer-
den aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Be-
schwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein 
komplexes Gesamtbild ergeben (SVR 2001 UV Nr. 13 S. 48 E. 3b).

3.

3.1 Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass der Beschwerde-
führer am 1. August 2013 einen Unfall im Rechtssinne (vgl. E. 2.1 hiervor) 
erlitten hat. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versi-
cherungsleistungen erbracht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 9

Umstritten ist hingegen, ob der Beschwerdeführer über die verfügte Leis-
tungseinstellung per 31. Januar 2015 (vgl. AB 85) hinaus weiterhin An-
spruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Dabei ist 
zu prüfen, ob die anhaltend geklagten Beschwerden in einem natürlichen 
und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 1. August 2013 
stehen.

3.2 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen:

3.2.1 Der Beschwerdeführer begab sich am 5. August 2013 auf die Not-
fallstation des Spitals C.________ (vgl. AB 9). Im Dokumentationsfragebo-
gen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma 
vom 5. August 2013 wurde festgehalten, beim Beschwerdeführer seien 
nach dem Unfall vom 1. August 2013 keine Bewusstlosigkeit oder Ge-
dächtnislücken aufgetreten (AB 12 S. 1). Er habe angegeben, 24 Stunden 
nach dem Auffahrunfall Kopf- und Nackenschmerzen mit Schmerzausstrah-
lung in beide Schultern sowie Schwindel verspürt zu haben. Weitere Sym-
ptome sowie Schmerzen wurden bis auf eine schmerzhafte Seitneigung 
rechts verneint (AB 12 S. 2). Neurologische Befunde bzw. äussere Verlet-
zungen hätten nicht vorgelegen (AB 12 S. 2 f.) In Anlehnung an die Quebec 
Task Force (QTF)-Klassifikation wurde ein kranio-zervikales Beschleuni-
gungstrauma Grad I (Nackenbeschwerden mit Schmerz, Steifigkeitsgefühl 
oder nur Schmerzhaftigkeit, keine somatischen Befunde, normale Beweg-
lichkeit) diagnostiziert (AB 12 S. 3). Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht 
attestiert (vgl. AB 15).

3.2.2 Im Bericht vom 10. Januar 2014 diagnostizierte Dr. med. 
D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates FMH, E.________, posttraumatische Cervicalgien 
nach Auffahrunfall vom 1. August 2013 bei bekannter Diskushernie HWK 
5/6 mit präforaminaler Affektion der Wurzel C6 rechts (AB 19; vgl. dazu 
auch AB 21 S. 1). 

3.2.3 Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie FMH, hielt in seinem 
Bericht vom 24. Februar 2014 als Diagnosen einen Status nach Auffahrun-
fall vom 1. August 2013 mit aktuell persistierenden Nackenverspannungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 10

und Cervikalgien sowie eine MR-tomographische Diskushernie medio 
rechts lateral auf Höhe HWK 5/6 bei aktuell MR-tomographischer Verlaufs-
untersuchung: MRI HWS vom 15. Februar 2014: Medio rechtslaterale Dis-
kushernie mit Affektion der Radix C6 rechts, insgesamt stabiler Befund, fest 
(AB 26 S. 1; vgl. auch AB 20 sowie AB 34 S. 1).

3.2.4 Dem Bericht von Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, 
E.________, vom 7. April 2014 ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer 
leide unter posttraumatischen Cervicalgien ohne 
Schmerzausstrahlungen in die Arme nach Auffahrunfall vom 1. August 
2013 mit/bei bekannter medio rechts lateraler Diskushernie HWK 5/6 mit 
präforaminaler Affektion der Wurzel C6 rechts (im MRI der HWS vom 
15. Februar 2014 unveränderter Befund zu den Voraufnahmen; AB 32 
S. 1). Momentan sehe er keine Indikation für ein operatives Vorgehen. 
Durch die traumatisch bedingte Diskushernie C5/6 werde die Bandscheibe 
jedoch auch in Zukunft eine Schwachstelle darstellen (AB  32 S. 2).

3.2.5 Am 24. April 2014 führte der SUVA -Kreisarzt Dr. med. H.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH und Chirurgie FMH, in seinem 
Untersuchungsbericht aus, es bestehe eine HWS-Distorsion Grad II nach 
QTF. Als weitere Diagnose nannte er eine Diskushernie
mediolateral rechts auf Höhe HWK 5/6. Bei der aktuell noch persistieren-
den Nackenverspannung und den Zervikalgien könne die Unfallkausalität 
vorderhand noch bejaht werden. Eine Kausalität für die MR-tomographisch 
nachgewiesene Diskusprotrusion auf Höhe 5/6 sei mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nicht gegeben. In der zeitnah durchgeführten primären 
MRI-Untersuchung der HWS hätten keine zusätzlichen unfallbedingten 
strukturellen Veränderungen nachgewiesen werden können (AB 40 S. 6).

3.2.6 Im Verlaufsbericht vom 20. September 2014 nannte die Hausärztin 
des Beschwerdeführers Dr. med. I.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin FMH, als Diagnose eine Cervicalgie posttraumatisch bei 
MRI vom Oktober 2013 Diskushernie mit Myelonimpression HWK 5/6 
(AB 67; vgl. auch AB 20, 46, 48).

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3.2.7 Dr. med. G.________ führte im Bericht vom 21. November 2014 
hinsichtlich einer Verlaufskontrolle aus, dass neben posttraumatischen Zer-
vikalgien neu zusätzlich Kribbelparästhesien und ein subjektives 
Schwächegefühl im rechten Arm nach dem Auffahrunfall bestünden. Alle 
Beschwerden würden zeitlich ganz eindeutig im Zusammenhang mit dem 
Unfallereignis am 1. August 2014 (recte: 2013) stehen. Vorher sei der Be-
schwerdeführer bezüglich der HWS, Kopfschmerzen, Schwindelattacken 
und rechtsseitigen Armbeschwerden vollständig beschwerdefrei gewesen 
(AB 74 S. 1).

3.2.8 Im Bericht vom 15. Dezember 2014 hielt der SUVA -Kreisarzt 
Dr. med. H.________ fest, dass die aktuellen Beschwerden zehn Monate 
nach dem Ereignis aufgetreten seien und ein kausaler Zusammenhang 
schon deshalb wenig wahrscheinlich sei. Die Veränderungen an den Band-
scheiben seien unfallfremd bzw. vorbestehend (AB 75).

Am 8. Januar 2015 führte der SUVA -Kreisarzt aus, der Status quo sine 
gelte angesichts des fehlenden Nachweises von unfallbedingten strukturel-
len Veränderungen im MRI der HWS spätestens nach einem Jahr als er-
reicht. Die erst zehn Monate nach dem Unfall neu aufgetretene radikuläre 
Symptomatik könne nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in 
kausalen Zusammenhang mit dem Unfall gebracht werden. Die neu aufge-
tretene Symptomatik stehe am ehesten in Zusammenhang mit der unfall-
fremden Diskushernienproblematik (AB 82). 

3.2.9 Dem Verlaufsbericht von Dr. med. G.________ vom 14. Januar 
2015 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer wegen der psychoso-
zialen Belastungssituation nun in psychologischer Behandlung sei (AB 89 
S. 8).

3.2.10 Am 9. Februar 2015 hielt Dr. med. I.________ fest, die Hals- und 
rechtsseitigen Armschmerzen seien eindeutig auf die grosse Bandscheibe 
zurückzuführen. Ebenfalls sei es sehr gut verständlich, dass sich eine de-
pressive Störung entwickelt habe. Die Beschwerden führt sie eindeutig auf 
den Unfall vom 1. August 2013 zurück. Weder bei dem zuvor behandeln-
den Hausarzt noch bei ihr habe der Beschwerdeführer vor dem Unfall über 
Nackenschmerzen geklagt und auch in den Unterlagen fände sich nichts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 12

Entsprechendes. Die Aussage des SUVA -Kreisarztes (vgl. E. 3.2.8), dass 
die Beschwerden zehn Monate nach dem Unfall aufgetreten seien, sei 
falsch und könne eindeutig wiederlegt werden (AB 91 S. 11).

Die Hausärztin führte im Bericht vom 7. April 2015 aus, dass die geringe 
Spondylosis deformans der HWS und die angedeutete rechtskonvexe Sko-
liosierung Abnützungserscheinungen seien, welche nicht mit dem Auffah-
runfall erklärt werden könnten. Die Diskopathie mit Diskushernie im Seg-
ment HWK 5/6 mit Stenosierung der rechtsseitigen Nervenwurzel C6 sei 
aber als Folge des Unfalls zu sehen (AB 98). 

3.2.11 Im Bericht vom 20. April 2015 nahm Dr. med. G.________ Stellung 
und gab an, dass bereits die erste bildgebende Untersuchung vom 25. Ok-
tober 2013 einen grossen Diskusprolaps C5/6 mit Impression des Myelons 
gezeigt habe. Die Aussage, wonach diese Untersuchung keine strukturelle 
Läsion gezeigt habe, sei für ihn nicht nachvollziehbar (AB 101).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 13

Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 
E. 3b ee S. 354).

3.4 Der Bericht des SUVA -Kreisarztes Dr. med. H.________ anlässlich 
der kreisärztlichen Untersuchung vom 24. April 2014 (AB 40) sowie die 
Aktenberichte vom 15. Dezember 2014 (AB 75) und 8. Januar 2015 
(AB 82) erfüllen die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 3.3. hiervor), weshalb ihnen volle Beweiskraft zukommt. Dr. med. 
H.________ hat sich in seinen ärztlichen Beurteilungen sorgfältig mit den 
medizinischen Vorakten auseinandergesetzt und seine Schlussfolgerungen 
insbesondere gestützt auf die bildgebenden Dokumente getroffen. Der Um-
stand, dass er in den Berichten vom 15. Dezember 2014 und 8. Januar 
2015 keine erneute eigene Untersuchung durchgeführt hat, schadet nicht. 
Denn die Voraussetzungen für einen Aktenbericht (RKUV 2006 U 578 
S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b) sind vorliegend erfüllt. 

3.4.1 Dr. med. H.________ führt schlüssig und nachvollziehbar aus, dass 
die mittels MRI-Untersuchungen vom 25. Oktober 2013 (AB 6) und 15. Fe-
bruar 2014 (AB 20) bildgebend erhobenen Befunde der HWS (Diskopathie 
mit Diskushernie im Segment HWK 5/6 mit Stenosierung/Komprimierung 
der rechtsseitigen Nervenwurzel C6 und geringe Spondylosis deformans 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 14

der HWS) degenerative Veränderungen darstellen. Dabei legte er überzeu-
gend dar, dass die Diskushernie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
nicht auf den Unfall vom 1. August 2013 zurückzuführen, sondern vorbe-
stehend ist (AB 40 S. 6, 75, 82). Wie auch vom Kreisarzt wiederholt ausge-
führt wird, entspricht es denn auch einer medizinischen Erfahrungstatsache 
im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskusherni-
en bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen 
und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise unter besonderen Vorausset-
zungen als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbe-
dingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis 
von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Band-
scheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales 
oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähig-
keit auftreten (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 E. 2.3). Eine solche Ausnahme liegt 
hier nicht vor. Insbesondere finden sich in den Akten keinerlei Anhaltspunk-
te dafür, dass der Auffahrunfall von besonderer Schwere und damit geeig-
net gewesen wäre, die bildgebend erhobenen Bandscheibenvorfälle her-
beizuführen. So wird in der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 5. Au-
gust 2014 festgehalten, dass die Geschwindigkeitsänderung (delta-v) un-
terhalb oder innerhalb eines Bereiches von 10-15 km/h war (AB 56 S. 3) 
und ansonsten biomechanisch keine relevanten Besonderheiten vorgele-
gen haben (AB 56 S. 4). Im Weiteren konnte der Unfallverursacher vor der 
Kollision noch eine Vollbremsung einleiten (AB 45 S. 10) und die Schäden 
am Fahrzeug des Beschwerdeführers fielen gering aus (vgl. AB 27). Hinzu 
kommt, dass der Beschwerdeführer nicht direkt nach dem Unfall Be-
schwerden erlitt, sondern diese erst nach 24 Stunden eintraten und radi-
kuläre Beschwerden erst rund ein Jahr nach dem Unfallereignis beschrie-
ben wurden (vgl. AB 12, 74).

Die Einschätzung von Dr. med. H.________, wonach die Diskushernie 
nicht natürlich kausal zum Unfall ist, wird denn auch durch die Dres. med. 
F.________ und D.________ bestätigt. Diese diagnostizierten "posttrauma-
tischen Cervicalgien" und daneben lediglich eine "bekannte Diskushernie" 
(AB 19; 32, S. 1). Im Bericht vom 10. Februar 2014 diagnostizierte Dr. med. 
F.________ die Diskushernie ausdrücklich separat vom Status nach Auf-
fahrunfall (AB 35 S. 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 15

3.4.2 Daran ändern auch die Einschätzungen von Dr. med. I.________ 
vom 9. Februar 2015 (AB 91 S. 10 f.) und 7. April 2015 (AB 98) sowie von 
Dr. med. G.________ vom 21. November 2014 (AB 74) und 20. April 2015 
(AB 101) nichts, in welchen die beiden behandelnden Ärzte ausführen, die 
Beschwerden bzw. die Diskushernie sei auf den Unfall vom 1. August 2013 
zurückzuführen, da der Beschwerdeführer bis zum Unfallereignis weitge-
hend beschwerdefrei gewesen sei. Denn für den Nachweis einer unfallkau-
salen gesundheitlichen Schädigung ist der Grundsatz "post hoc, ergo 
propter hoc" nicht massgebend, nach dessen Bedeutung eine gesundheitli-
che Schädigung schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, wenn 
sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; 
SVR 2008 UV Nr. 11 S. 36 E. 4.2.3). 

3.4.3 Somit ist eine unfallbedingte Diskushernie nicht erstellt. In Anbe-
tracht der insoweit übereinstimmenden und klaren Aktenlage sind von wei-
teren medizinischen Abklärungen keine anderen Ergebnisse zu erwarten, 
sodass in antizipierter Beweiswürdigung darauf zu verzichten ist 
(BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236). 

3.5 Die übrigen vom Beschwerdeführer geklagten persistierenden Na-
ckenschmerzen und Zervikalgien im Sinne eines Schleudertrauma-
Mechanismus (vgl. AB 9, 40, 101) sind organisch nicht nachweisbar 
(vgl. auch AB 75, 82). Diese Einschätzung wird durch die bildgebenden 
Unterlagen (MRI der HWS vom 25. Oktober 2013 [AB 6] und 15. Febru-
ar 2014 [AB 20]) bestätigt, in welchen – wie bereits ausgeführt – lediglich 
eine Diskopathie mit Diskushernie im Segment HWK 5/6 mit Stenosie-
rung/Komprimierung der rechtsseitigen Nervenwurzel C6 diagnostiziert 
werden konnte. Die zudem objektivierte geringe Spondylosis deformans 
der HWS und die angedeutete rechtskonvexe Skoliosierung wurden so-
dann von Dr. med. I.________ im Bericht vom 7. April 2015 (AB 98) als 
Abnützungserscheinungen, welche nicht mit dem Auffahrunfall erklärt wer-
den können, beschrieben. Im Weiteren ist festzustellen, dass bereits im 
Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Be-
schleunigungstrauma vom 5. August 2013 ein kranio-zervikales Beschleu-
nigungstrauma Grad I ohne somatische Befunde diagnostiziert worden ist 
(AB 12 S. 3). Sodann ist dem schlüssigen Bericht des SUVA -Kreisarztes 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 16

Dr. med. H.________ vom 8. Januar 2015 zu entnehmen, dass keine un-
fallbedingten strukturellen Veränderungen im MRI der HWS nachgewiesen 
werden konnten (AB 82).

Somit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht an 
keinen organisch nachweisbaren (unfallkausalen) Beschwerden leidet. 

Ob die weiterhin geklagten Beschwerden, die auf keine (nicht unfallkausa-
le) organische Grundlage zurückgeführt werden können, in einem natürli-
chen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 1. August 2013 stehen, 
kann vorliegend offen bleiben, da eine Leitungspflicht der Beschwerdegeg-
nerin jedenfalls – wie nachfolgend dargelegt wird – an der fehlenden 
Adäquanz des Kausalzusammenhangs scheitert (vgl. zur Zulässigkeit die-
ser Vorgehensweise: BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472; SVR 2014 UV Nr. 25 
S. 82 E. 4). 

3.6 Die für die Adäquanzprüfung relevante Frage, ob der Beschwerde-
führer beim Unfall vom 1. August 2013 ein Schleudertrauma erlitten hat, ist 
zu bejahen (vgl. E. 2.3.3 hiervor). Dies ist zwischen den Parteien denn 
auch unbestritten. Zudem wird aus den Akten ersichtlich, dass sich 24 
Stunden nach dem Unfall Symptome wie Kopf- und Nackenschmerzen so-
wie Schwindel manifestiert hatten (vgl. E. 3.2.1 hiervor; vgl. dazu auch 
AB 9, 12, 40). Das für ein Schleudertrauma typische Beschwerdebild ist 
somit erstellt (vgl. E. 2.3.3 hiervor). Der Beschwerdeführer befindet sich 
zwar seit etwa Januar 2015 in einer psychologischen Behandlung, diese 
Beschwerden basieren allerdings auf psychosozialen Belastungsfaktoren 
bzw. unfallfremden Gründen (Angst vor einem Arbeitsplatzverlust; AB 89 
S. 8) und sind damit vorliegend nicht zu berücksichtigen (vgl. BGE 127 V 
294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). 

Dementsprechend erfolgt die Adäquanzprüfung mangels organischer Un-
fallfolgen nach der Schleudertrauma-Praxis (vgl. E. 2.3.4 hiervor).

3.7 Für die Adäquanzbeurteilung ist an das (objektiv fassbare) Unfaller-
eignis anzuknüpfen (BGE 117 V 359 E. 5d bb S. 364 f.). Aus den Akten 
geht hervor, dass der Beschwerdeführer mit seinem … an einem Fussgän-
gerstreifen angehalten hat, als der nachfolgende … auf das still stehende 
Auto des Beschwerdeführers auffuhr (vgl. AB 45 S. 10 und 15, AB 56 S. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 17

f.). Einfache Auffahrunfälle werden rechtsprechungsgemäss in der Regel 
als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (statt 
vieler Entscheid des BGer vom 9. Juni 2012, 8C_906/2011, E. 5.2). In An-
betracht der anlässlich der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 5. Au-
gust 2014 (AB 56 S. 3) errechneten kollisionsbedingten Geschwindigkeits-
änderung unterhalb oder innerhalb eines Bereiches von 10-15 km/h ist der 
Auffahrunfall vom 1. August 2013 einem mittelschweren Ereignis im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen. Für diese Einstufung 
spricht zudem, dass eine ärztliche Betreuung am Unfallort nicht erforderlich 
war. 

Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit nur dann zu beja-
hen, wenn eines der relevanten Adäquanzkriterien in besonders ausge-
prägter oder diese Kriterien in gehäufter Weise, d.h. vier davon erfüllt 
wären (vgl. E. 2.3.4 hiervor).

3.7.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht 
aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten 
Person. Jedem mindestens mittelschweren Unfall ist eine gewisse Ein-
drücklichkeit eigen, welche somit noch nicht für die Bejahung des Kriteri-
ums ausreichen kann (BGE 140 V 356 E. 5.6.1 S. 366, 134 V 109 E. 10.2.1 
S. 127; SVR 2013 UV Nr. 3 S. 9 E. 6.1). In den Akten sind keine Umstände 
ersichtlich, die das Ereignis vom 1. August 2013 objektiv als besonders 
dramatisch oder besonders eindrücklich erscheinen liessen. 

3.7.2 Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer anderen, 
adäquanzrechtlich gleich behandelten Verletzung genügt für sich allein 
nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der 
erlittenen Verletzung. Es bedarf dazu vielmehr einer besonderen Schwere 
der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Um-
stände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können 
beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körper-
haltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Auch erheb-
liche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleu-
dertrauma zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 
10.2.2 S. 127; SVR 2010 UV Nr. 10 S. 42 E. 4.3). Zu beachten ist, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 18

eine Distorsion einer erheblich vorgeschädigten Halswirbelsäule eher ge-
eignet ist, die typischen Symptome hervorzurufen, und deshalb als Verlet-
zung besonderer Art qualifiziert werden kann (SVR 2009 UV Nr. 30 S. 108 
E. 6.3.2, 2007 UV Nr. 1 S. 3 E. 3.4.2). Zwar wurden mittels MRI der HWS 
degenerative Veränderungen erhoben (AB 6, 20; vgl. E. 4.1 hiervor). Je-
doch ist weder hinsichtlich dieses Vorzustandes eine krankheitsbedingte 
Arbeitsunfähigkeit aktenkundig – vielmehr gab der Beschwerdeführer an, 
vor dem Unfall nie an entsprechenden Beschwerden gelitten zu haben (AB 
12) – noch wurde von den Ärzten je vorgebracht, dass die vorbestehenden 
degenerativen Veränderungen die Entwicklung des Beschwerdebilds be-
sonders bzw. zusätzlich beeinflusst hätten. Äussere Verletzungen wurden 
keine vermerkt (AB 12 S. 3) und es war auch keine besondere Körperhal-
tung gegeben (AB 12 S. 1). Unter diesen Umständen kann das Kriterium 
nicht als erfüllt betrachtet werden.

3.7.3 Die nach dem Unfall vom 1. August 2013 erfolgten Behandlungen 
bestanden im Wesentlichen aus Physiotherapie und ärztlichen Verlaufskon-
trollen (AB 4, 5, 19, 32, 47, 70, 74, 89 S. 8 f.) und sind insoweit nicht im 
Sinne der Rechtsprechung als belastend zu qualifizieren (SVR 2007 UV 
Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; Entscheid des BGer vom 1. Juni 2011, 8C_174/2011, 
E. 2.4). Gleiches gilt hinsichtlich der in den Rahmen der üblichen Sachver-
haltsabklärung fallenden fachärztlichen Explorationen, wie vorliegend die 
neurologischen Untersuchungen bei Dr. med. F.________ (AB 26, 35; Ent-
scheid des BGer vom 16. Februar 2009, 8C_327/2008, E. 4.2). Das Kriteri-
um der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung ist 
somit nicht erfüllt. 

3.7.4 Für die Adäquanzfrage wesentlich können im Weiteren in der Zeit 
zwischen Unfall und Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch beste-
hende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach 
den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die 
verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt 
(BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128). Der Beschwerdeführer berichtete 
hauptsächlich über Beschwerden am Arbeitsplatz namentlich bei vermehr-
ter Arbeitsbelastung primär im Nackenbereich, teils mit Ausstrahlungen in 
die Arme (AB 19, 32 S. 1). Abgesehen von den in diesem Zusammenhang 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 19

hausärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeiten für körperlich mittlere bis 
schwere Tätigkeiten (AB 72) sowie der von Dr. med. G.________ attestier-
ten Arbeitsunfähigkeit für weniger als zwei Wochen (AB 86 S. 2) sind den 
Akten jedoch keine Angaben zu entnehmen, die überdies auf eine relevan-
te Beeinträchtigung im Alltag hinweisen würden (vgl. AB 21, 32 S. 1). Ver-
merkt wurde dagegen etwa, dass der Beschwerdeführer in den Ferien ge-
wesen sei und die Erholung zu einer Beschwerdebesserung geführt habe 
(AB 74 S. 1). Unter diesen Umständen liegt das Kriterium „erhebliche Be-
schwerden“ eher nicht, jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise, vor. Die 
Frage braucht mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen nicht absch-
liessend beantwortet zu werden.

3.7.5 Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen 
erheblich verschlimmert hätten, finden sich in den Akten nicht.

3.7.6 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklag-
ten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf 
und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu be-
sonderer Umstände, die die Heilung beeinträchtigt haben (BGE 140 V 356 
E. 5.6.3 S. 367, 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 85 
E. 8.5). In den medizinischen Unterlagen finden sich keine Hinweise auf 
solche besonderen Umstände; das Kriterium ist nicht erfüllt.

3.7.7 Dem Beschwerdeführer wurde vom 14. September bis 31. Dezem-
ber 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für mittlere bis schwere (AB 72) 
und vom 21. November bis 3. Dezember 2014 für sämtliche Tätigkeiten 
attestiert. Eine andauernd erhebliche Arbeitsunfähigkeit bis zum Fallab-
schluss vom 31. Januar 2015 liegt damit nicht vor, womit es schliesslich 
auch an diesem Kriterium fehlt (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 130; 
SVR 2009 UV Nr. 13 S. 56 E. 7.7.1).

3.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass von den sieben Kriterien 
allenfalls eines erfüllt ist, jedoch keinesfalls in ausgeprägter Weise. Zur 
Bejahung der Adäquanz allfällig noch vorhandener unfallbedingter Be-
schwerden genügt dies bei einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich 
zu den leichten Ereignissen nicht (vgl. E. 2.3.4 hiervor). Somit hat die Be-
schwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid die Adäquanz 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 20

eines allfälligen Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten Be-
schwerden und dem Unfallereignis vom 1. August 2013 zu Recht verneint.

4.

Nach dem Dargelegten besteht zwischen den geklagten Beschwerden und 
dem Unfallereignis vom 1. August 2013 kein natürlicher bzw. adäquater 
Kausalzusammenhang. Damit hat die Beschwerdegegnerin die Versiche-
rungsleistungen im Zusammenhang mit dem Unfall zu Recht mit Verfügung 
vom 15. Januar 2015 (AB 85) per 31. Januar 2015 eingestellt. Der ange-
fochtene Einspracheentscheid vom 26. März 2015 (AB 94) ist somit nicht 
zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde vom 11. Mai 2015 
als unbegründet abzuweisen.

5.

5.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG)

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2015, UV/15/421, Seite 21

3. Zu eröffnen (R):
-  Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- SUVA
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.