# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc7d0d7e-451b-516f-8651-65fd59e22faf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.11.2010 A-6228/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6228-2008_2010-11-23.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-6228/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Michael Beusch, 
Richterin Charlotte Schoder, 
Gerichtsschreiberin Gabriela Meier.

X._______ AG, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Zoll; Ursprungsnachweis/Freipass/Verjährung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-6228/2008

Sachverhalt:

A.
Die X._______ AG betreibt in A._______ eine Wäscherei für Textilien. 
Im Jahr 2005 führte die Y._______ Srl für die X._______ AG mehrfach 
industrielle  Putztücher  als  Ursprungserzeugnisse  mit  Waren-
verkehrsbescheinigungen (WVB) zollfrei  aus Italien  zur  Reinigung in 
die Schweiz ein.

B.
Mit  Verfügung  vom  5.  Oktober  2007  forderte  die  Zollkreisdirektion 
Basel Abgaben im Umfang von Fr. 346'795.90 bei der X._______ AG 
nach.  Die  Zollkreisdirektion  machte  diese  Nachforderung  wegen 
formell  ungültiger  Ursprungsnachweise für  28 Einfuhren im Zeitraum 
vom 12. Januar 2005 bis 28. November 2005 geltend.

C.
Dagegen  erhob  die  X._______  AG  mit  Eingabe  vom  5. November 
2007  Beschwerde  bei  der  Oberzolldirektion  (OZD).  Gleichzeitig  er-
suchte sie um Erlass der Zollforderung.

D.
Mit Beschwerdeentscheid vom 27. August 2008 wies die OZD die Be-
schwerde  ab.  Sie  erwog  unter  anderem,  die  X._______  AG  habe 
unrechtmässig Veranlagungsanträge zum Präferenzansatz eingereicht; 
zudem  könne  zum  jetzigen  Zeitpunkt  nicht  über  das  Erlassgesuch 
befunden werden, da noch kein rechtskräftiger Entscheid über die Ab-
gabenachforderung vorliege.

E.
Gegen  diesen  Entscheid  reichte  die  X._______  AG  (Beschwer-
deführerin)  mit  Eingabe vom 29. September  2008 Beschwerde beim 
Bundesverwaltungsgericht ein. Sie beantragte, die Verfügung der Zoll-
kreisdirektion  Basel  vom  5.  Oktober  2007  und  der  Beschwerdeent-
scheid der Oberzolldirektion vom 27. August 2008 seien unter Kosten- 
und  Entschädigungsfolge  aufzuheben.  Zudem sei  auf  eine  Abgabe-
nachforderung  zu  verzichten.  Die  Beschwerdeführerin  brachte  unter 
anderem  vor,  die  Bestimmungen  über  die  Zollansätze  seien  falsch 
angewendet und die Zollabgaben seien nicht auf der richtigen Grund-
lage bemessen worden. Zudem hätten die italienischen Behören den 
italienischen  Ursprung der  Ware zwischenzeitlich  anerkannt.  Für  die 

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schweizerischen Behörden bestehe daher kein Grund, die Präferenz-
behandlung zu verweigern. Schliesslich erhob die Beschwerdeführerin 
die Verjährungseinrede.

F.
Mit Vernehmlassung vom 12. Januar 2009 beantragte die Vorinstanz, 
die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen.

Auf die Begründung der Eingaben ans Bundesverwaltungsgericht wird 
– soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwä-
gungen näher eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Entscheide  der  OZD können  gemäss  Art.  31  in  Verbindung  mit 
Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, SR 173.32) 
beim  Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden.  Das  Verfahren 
richtet  sich  – soweit  das  VGG nichts anderes bestimmt –  nach den 
Vorschriften des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021).

1.2 Am 1. Mai 2007 sind das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, SR 
631.0)  sowie  die  dazugehörige  Verordnung  vom  1. November  2006 
(ZV, SR 631.01) in Kraft getreten. Der hier zu beurteilende Sachverhalt 
betrifft Einfuhren aus dem Jahr 2005, so dass auf die vorliegende Be-
schwerde materiell noch die alte Zollrechtsordnung Anwendung findet 
(Art. 132 Abs. 1 ZG; vgl. Zollgesetz vom 1. Oktober 1925 [aZG, AS 42 
287 und BS 6 465] sowie die Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zoll-
gesetz  [aZV, AS 42 339 und  BS 6  514];  Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-2293/2008 vom 18. Mai 2010 E. 1.3 und A-5595/2007 
vom 8. Dezember 2009 E. 1.2).

1.3
1.3.1 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt  bildet  allein  der  vorinstanzliche Entscheid  und nicht  etwa auch 
Entscheide  unterer  Instanzen;  dieser  ersetzt  allfällige  Entscheide 
unterer  Instanzen  (sog.  Devolutiveffekt;  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/ 

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LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bundesverwaltungsgericht, 
Basel 2008, Rz. 2.7).

Das Anfechtungsobjekt ist in casu der Beschwerdeentscheid der OZD 
vom 27. August 2008. Soweit die Beschwerdeführerin auch die Aufhe-
bung der Verfügung der Zollkreisdirektion Basel vom 5. Oktober 2007 
beantragt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

1.3.2 Unklar ist, ob die Beschwerdeführerin immer noch Zollerlass be-
antragt, zumal sie in ihrer Begründung mit keinem Wort auf die Erlass-
problematik eingeht. Dies ist vorliegend jedoch unerheblich, da die ge-
schuldete Steuer, wie die Vorinstanz richtig feststellt, rechtskräftig fest-
stehen muss, damit über den Erlass der Steuerforderung entschieden 
werden kann. Insofern könnte auf ein Begehren um Steuererlass vor-
liegend ohnehin nicht eingetreten werden. Des Weiteren hat die Vorin-
stanz  als  zuständige  Instanz  zu  Recht  noch  nicht  über  den  Erlass 
entschieden.

1.3.3 Auf  die  im  Übrigen  form-  und  fristgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist jedoch einzutreten.

2.
2.1 Nach Art. 1 aZG hat, wer die Zollgrenze überschreitet oder Waren 
über die Zollgrenzen befördert, die Vorschriften der Zollgesetzgebung 
zu befolgen. Die Zollpflicht umfasst die Befolgung der Vorschriften für 
den Verkehr über die Grenze (Zollmeldepflicht, Art. 6 ff. aZG) und die 
Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Zollzahlungspflicht,  Art. 10 ff. 
aZG;  statt  vieler:  Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  A-2293/2008 
vom 18. Mai 2010 E. 2.1).

2.2 Der  Zollmeldepflicht  unterliegt,  wer  eine  Ware  über  die  Grenze 
bringt  sowie  der  Auftraggeber  (Art.  9  Abs. 1  aZG). Nach  konstanter 
Rechtsprechung ist der Begriff des Auftraggebers zollrechtlich weit zu 
fassen. Als solcher gilt nicht nur derjenige, welcher im zivilrechtlichen 
Sinn  mit  dem Transporteur  einen Frachtvertrag  abschliesst,  sondern 
auch  jede  Person,  welche  die  Wareneinfuhr  tatsächlich  veranlasst 
(BGE 107 Ib 198 E. 6b; Urteile des Bundesgerichts 2C_747/2009 vom 
8. April 2010 E. 4.2 und 2A.580/2003 vom 10. Mai 2004 E. 3.3.2). Im 
Übrigen ist der Arbeitgeber grundsätzlich verantwortlich für die Hand-
lungen, die seine Angestellten in Ausübung ihrer dienstlichen oder ge-
schäftlichen Verrichtungen vornehmen (Art. 9 Abs. 2 aZG; statt vieler: 

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Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2293/2008 vom 18. Mai 2010 
E. 2.1.1).

2.3 Das  Zollverfahren  ist  vom  Selbstdeklarationsprinzip  bestimmt 
(Art. 24  aZG).  Die  Zollmeldepflichtigen  unterliegen  im  Zollverfahren 
besonderen  gesetzlichen  Mitwirkungspflichten  (Art. 29 ff.  aZG).  Hin-
sichtlich ihrer  Sorgfaltspflichten werden hohe Anforderungen gestellt. 
Sie müssen die Zolldeklaration abgeben und haben für deren Richtig-
keit  einzustehen (Art. 31  aZG in  Verbindung  mit  Art. 47  Abs. 2 aZV; 
Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2001, veröffentlicht in ASA 
70 S. 330 E. 2c und 2A.1/2004 vom 31. März 2004 E. 2.1; Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-2293/2008 vom 18. Mai 2010 E. 2.1.1). 
Die  angenommene  Zolldeklaration  ist  für  den  Aussteller  verbindlich 
und bildet,  vorbehältlich  der  Revisionsergebnisse,  die  Grundlage  für 
die Festsetzung des Zolls und der weiteren Abgaben (Art. 35 Abs. 2 
aZG). Sie darf nur ersetzt, ergänzt, berichtigt oder vernichtet werden, 
wenn  vor  Anordnung  der  Revision  und  vor  Ausstellung  der  Zoll -
ausweise darum nachgesucht wird (Art. 49 aZV; BGE 124 IV 23 E. 2a; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-5612/2007  vom  1.  März 
2010 E. 2.1.3 und A-1765/2006 vom 30. März 2009 E. 2.2.3). Eine Be-
schwerde gegen die Zollabfertigung ist innerhalb von 60 Tagen seit der 
Abfertigung möglich (Art. 109 Abs. 2 aZG). Im Rahmen einer solchen 
Beschwerde hat die Zollpflichtige die Möglichkeit, sich gegen die Ab-
fertigung zu wehren,  indem sie nachweist,  dass die Angaben in der 
Einfuhrdeklaration  von  den  tatsächlichen  Gegebenheiten  abwichen 
(BGE  109  Ib  190  E.  1d;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-5595/2007 vom 8. Dezember 2009 E. 2.3.1 und A-4617/2007 vom 
14. Januar 2009 E. 2.3.1).

2.4
2.4.1 Alle Waren, die in die Schweiz eingeführt werden, müssen der 
zuständigen  Zollstelle  zugeführt,  unter  Zollkontrolle  gestellt  und  zur 
Abfertigung angemeldet  werden (Art. 6  aZG). Die Ein-  und Ausfuhr-
zölle  werden gemäss dem Zolltarif  festgesetzt  (Art. 21  Abs. 1 aZG). 
Alle  Waren,  die über  die  schweizerische Zollgrenze ein-  und ausge-
führt  werden,  müssen  nach  dem Generaltarif  verzollt  werden  (Art. 1 
Abs.  1  i.V.m.  den  Anhängen  1  und  2  des  Zolltarifgesetzes  vom 
9. Oktober  1986  [ZTG,  SR  632.10]).  Vorbehalten  bleiben  Abwei-
chungen, die sich ergeben aus Staatsverträgen, besonderen Bestim-
mungen von Gesetz  sowie  Verordnungen des Bundesrates,  die  sich 
auf dieses Gesetz abstützen (Art. 1 Abs. 2 ZTG). Gemäss Art. 2 Abs. 1 

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ZTG  sind  Waren,  für  deren  Verzollung  keine  andere  Bemessungs-
grundlage festgesetzt ist, nach ihrem Bruttogewicht zu verzollen.

2.4.2 Unter dem Begriff Generaltarif (vgl. Art. 3 ZTG) ist ein unter Be-
achtung  der  inländischen Gesetzgebung  und  unter  Berücksichtigung 
der nationalen Bedürfnisse geschaffener Zolltarif zu verstehen. Er ent-
hält die Tarifnummern, die Bezeichnungen der Waren, die Einreihungs-
vorschriften,  die  Zollkontingente  sowie  die  höchstmöglichen  Zollan-
sätze,  wie  sie  grösstenteils  im  GATT/WTO-Abkommen  konsolidiert 
wurden. Die  Struktur  des  Generaltarifs  basiert  auf  der  Nomenklatur 
des internationalen Übereinkommens vom 14. Juni 1983 über das Har-
monisierte  System zur  Bezeichnung und Codierung der  Waren (HS-
Übereinkommen, SR 0.632.11). Der Generaltarif wird nicht in der Amt-
lichen Sammlung des Bundesrechts (AS) veröffentlicht. Die Veröffent-
lichung erfolgt durch Verweis (Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
18. Juni  2004  über  die  Sammlungen  des  Bundesrechts  und  das 
Bundesblatt  [Publikationsgesetz,  PublG,  SR 170.512]).  Der  General-
tarif  kann  bei  der  OZD  eingesehen  oder  im  Internet  (unter 
www.ezv.admin.ch) abgerufen werden. Trotz fehlender Veröffentlichung 
in  der  AS  kommt  dem  Generaltarif  Gesetzesrang  zu;  das  Bundes-
verwaltungsgericht ist demnach an diesen Tarif gebunden (Art.  190 der 
Bundesversammlung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999  [BV, SR 101];  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-8527/2007 vom 12. Oktober 2010 E. 2.5.1.1 f. und A-1692/2006 vom 
25. April 2007 E. 2.1.1).

2.4.3 Der  Gebrauchstarif (vgl. Art. 4 ZTG) entspricht im Aufbau dem 
Generaltarif und enthält die aufgrund von vertraglichen Abmachungen 
und von autonomen Massnahmen ermässigten Zollansätze. Er wider-
spiegelt  die  in  Erlassen  festgelegten  gültigen  Zollansätze  (vgl.  zum 
Ganzen auch Botschaft  zu den für  die Ratifizierung der GATT/WTO-
Übereinkommen  [Uruguay-Runde]  notwendigen  Rechtsanpassungen, 
BBl  1994  IV  1004  f.;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-8527/2007 vom 12. Oktober 2010 E. 2.5.1.1). Die Höhe der Zollab-
gaben  darf  dabei  die  Ansätze  des  Generaltarifs  in  jedem Fall  nicht 
überschreiten  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-8527/2007 
vom 12. Oktober  2010 E. 2.5.2.3;  REMO ARPAGAUS,  Zollrecht,  in Koller/ 
Müller/Rhinow/Zimmerli  [Hrsg.],  Schweizerisches Bundesverwaltungs-
recht, Bd. XII, 2. Aufl., Basel 2007, Rz. 621 f.).

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2.4.4 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens sind verpflichtet, 
ihre Tarifnomenklaturen mit dem Harmonisierten System (HS) in Über-
einstimmung zu bringen und beim Erstellen der nationalen Tarifnomen-
klatur alle Nummern und Unternummern des HS sowie die dazugehö-
renden Codenummern zu verwenden, ohne dabei etwas hinzuzufügen 
oder zu ändern. Sie sind verpflichtet, die allgemeinen Vorschriften für 
die Auslegung des Harmonisierten Systems sowie alle Abschnitt-, Ka-
pitel-  und Unternummern-Anmerkungen anzuwenden. Sie dürfen den 
Geltungsbereich  der  Abschnitte,  Kapitel,  Nummern  oder  Unter-
nummern des HS nicht verändern und haben die Nummernfolge des 
HS einzuhalten (Art. 3 Ziff. 1 Bst. a des HS-Übereinkommens;  Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-8527/2007  vom 12. Oktober  2010 
E. 2.6 und A-1753/2006 vom 23. Juni 2008 E. 2.3).

2.4.5 Die  Nomenklatur  des  HS  bildet  die  systematische  Grundlage 
des Schweizerischen Generaltarifs, dessen Kodierung durchwegs als 
achtstellige Tarifnummer pro Warenposition ausgestaltet und damit ge-
genüber der sechsstelligen Nomenklatur des HS um zwei Stellen ver-
feinert ist (ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 576). Daraus folgt, dass die schweize-
rische Nomenklatur bis zur sechsten Ziffer völkerrechtlich bestimmt ist. 
Die  siebte  und achte Position  bilden schweizerische Unternummern, 
denen  grundsätzlich  ebenso  Gesetzesrang  zukommt,  soweit  sie  mit 
Erlass  des  ZTG  geschaffen  worden  sind.  Diesfalls  ist  die  gesamte 
achtstellige  Nomenklatur  für  das  Bundesverwaltungsgericht  massge-
bend  (Art. 190  BV;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-8527/2007  vom 12.  Oktober  2010  E. 2.6.1  und  A-1765/2006  vom 
30. März 2009 E. 2.1.3; vgl. auch ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 578).

2.4.6 Die systematische Gliederung der Tarifnummern 6307.1010 und 
6309.0000 stellt sich wie folgt dar:

XI SPINNSTOFFE UND WAREN DARAUS

63 Andere  konfektionierte  Spinnstoff-
waren;  Warenzusammenstellungen; 
Altwaren und Lumpen

(...)

6307 Andere  konfektionierte  Waren,  ein-
schliesslich  Schnittmuster  zum  Her-
stellen von Bekleidung

6307.10 Scheuertücher, Spültücher, Staubtücher 
und ähnliche Reinigungstücher

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6307.1010 aus  Baumwolle  oder  anderen  pflanz-
lichen Spinnstoffen

Normal  82.00  Fr. 
je  100  kg  brutto; 
EU 0.00 Fr. je 100 
kg brutto

(...)

6309.0000 Altwaren Normal 0.03 Fr. je 
100 kg brutto

01 R mit  beträchtlichen  Gebrauchsspuren, 
lose oder in Ballen, Säcken oder ähn-
lichen  Aufmachungen,  zum  Reissen 
oder zur Herstellung von Putzlappen

26 V an  Papierfabriken  oder  Spinnereien 
adressierte Sendungen

Gemäss "Erläuterungen zum Zolltarif" (D.6) umfasst die Nr. 6307 ins-
besondere "(1) Scheuertücher und Putztücher, Spültücher, Staubücher 
für  die  Möbelpflege,  Reinigungstücher,  auch  mit  Pflegemitteln  im-
prägniert (...)."

Nach  den  "Anmerkungen  zum  Zolltarif"  zu  Kapitel  63  gehören  zur 
Nr. 6309 nur die nachstehend abschliessend aufgeführten Waren:

"a) Waren aus Spinnstoffen:
- Bekleidung und Bekleidungszubehör, und Teile davon;

- Decken;

- Bettwäsche, Tischwäsche, Wäsche zur Körperpflege und 

Küchenwäsche;

- Gegenstände zur Innenausstattung, andere als Teppiche der Nrn. 

5701 bis 5705 und Tapisserien der Nr. 5805;

b) Schuhe und Kopfbedeckungen aus anderen Stoffen als Asbest.

Die vorstehend aufgeführten Waren müssen, um in die Nr. 6309 

eingereiht zu werden, gleichzeitig folgende Bedingungen erfüllen:

- wahrnehmbare Gebrauchsspuren aufweisen, und

- lose oder in Ballen, Säcken oder ähnlichen Aufmachungen zur 

Abfertigung gestellt werden."

2.5
2.5.1 Art.  17  Abs. 1  aZG i.V.m. Art.  39  Abs. 1  aZV sieht  eine  Aus-
nahme  vom  Grundsatz  der  allgemeinen  Zollpflicht  vor.  Danach  ge-
währt die Zollverwaltung für Waren, die zur Bearbeitung, Verarbeitung 
oder  Reparatur  vorübergehend  eingeführt  oder  ausgeführt  werden, 
nach den Vorschriften über den Freipassverkehr Zollermässigung oder 
gänzliche Zollbefreiung,  sofern  der  Zollbetrag und die  anderweitigen 
Abgaben erlegt  oder  sichergestellt  werden  (vgl.  Art.  47  Abs. 1  aZG 

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i.V.m.  Art.  39  Abs.  1  aZV;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-2677/2007 vom 16. Januar 2009 E. 2.5.2). Formelle Voraussetzung 
der Zollermässigung oder -freiheit ist die Freipassabfertigung der Ware 
bei der Einfuhr. Hierfür bedarf es eines auf einem amtlichen Formular 
gestellten Antrags seitens der Zollpflichtigen. Gleichzeitig muss erklärt 
werden,  in  welcher  Form  der  Zollbetrag  sichergestellt  werden  soll 
(Art. 105 aZV).

2.5.2
2.5.2.1 Für  Ursprungserzeugnisse  im  Sinne  des  Protokolls  Nr.  3 
(SR 0.632.401.3) zum Freihandelsabkommen zwischen der Schweize-
rischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft  vom 
22. Juli  1972 (SR 0.632.401)  wird  eine Präferenzzollbehandlung ge-
währt (Art. 11 des erwähnten Abkommens). Als Ursprungserzeugnisse 
gelten Erzeugnisse, welche unter anderem vollständig in der Gemein-
schaft  gewonnen oder  hergestellt  worden sind; und  jene,  die  in  der 
Gemeinschaft unter Verwendung von Vormaterialien hergestellt worden 
sind, die dort nicht vollständig gewonnen oder hergestellt worden sind, 
vorausgesetzt, dass diese Vormaterialien in der Gemeinschaft in aus-
reichendem Masse be- oder verarbeitet worden sind (Art. 2 Abs. 1 Bst. 
a  und  b  des  Protokolls  Nr. 3).  Derartige  Ursprungserzeugnisse  er-
halten bei der Einfuhr in die Gemeinschaft oder in die Schweiz die Be-
günstigungen, sofern unter anderem eine WVB EUR.1 vorgelegt wird 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a des Protokolls Nr. 3). Die WVB EUR.1 wird von 
den Zollbehörden des Ausfuhrlandes erteilt (Art. 17 Abs. 1 und 7 des 
Protokolls Nr. 3).

2.5.2.2 Eine  nachträgliche  Prüfung  der  Ursprungsnachweise  erfolgt 
durch die Zollbehörden des Ausfuhrlandes stichprobenweise oder im-
mer dann, wenn die Zollbehörden des Einfuhrlandes begründete Zwei-
fel an der Echtheit des Papiers, der Ursprungseigenschaft der betref-
fenden Erzeugnisse oder der Erfüllung der übrigen Voraussetzungen 
haben (Art. 32  Abs. 1  und 3  des Protokolls  Nr. 3). In  diesen Fällen 
senden die  Zollbehörden des  Einfuhrlandes die  WVB EUR.1  an  die 
Zollbehörde des Ausfuhrlandes zurück, gegebenenfalls unter Angabe 
der Gründe, die eine Untersuchung rechtfertigen. Zur Begründung des 
Antrages  auf  nachträgliche  Prüfung  übermitteln  sie  alle  Unterlagen 
und teilen alle bekannten Umstände mit, die auf die Unrichtigkeit der 
Angaben im Ursprungsnachweis schliessen lassen (Art. 32 Abs. 2 des 
Protokolls Nr. 3). Das Verfahren dieser nachträglichen Prüfung ist  im 
Protokoll  Nr. 3  nicht  geregelt.  Es  bestimmt  sich  vielmehr  nach  dem 

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innerstaatlichen  Recht  des  Ausfuhrstaates  (BGE  114  Ib  168  E.  1c, 
BGE 111 Ib 323 E. 3b f.). An den Widerruf einer WVB durch die zu-
ständige Behörde des Ausfuhrstaates sind die Behörden des Einfuhr-
staates  genauso  gebunden,  wie  diese  grundsätzlich  die  Richtigkeit 
solcher  Bescheinigungen  hinzunehmen  haben  (BGE  114  Ib  168 
E. 1c f.,  BGE 110 Ib  306 E. 1; Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1740/2006 vom 30. Mai 2007 E. 3.2).

2.5.3 Die  Zollpflichtige  hat  eine  allfällige  Präferenzverzollung  selber 
geltend zu machen, bevor die entsprechenden Waren aus der Zollkont-
rolle  entlassen  worden  sind  (vgl.  Art.  49  Abs. 2  aZV). Die  der  Zoll -
pflichtigen damit  auferlegte erhöhte Sorgfaltspflicht  ist  zumutbar  und 
entspricht der gesetzlichen Ordnung des Veranlagungsverfahrens und 
der Pflichtenverteilung (Urteile des Bundesgerichts 2A.539/2005 vom 
12. April  2006  E.  4.5,  2A.566/2003  vom 9. Juni  2004  E. 2.3  f.,  ver-
öffentlicht in ASA 74 S. 246 E. 2.3 f.; Entscheide der ZRK 2003-016 
vom 28. Oktober  2003  E.  3b,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der 
Bundesbehörden [VPB] 68.51 E. 3b).

2.6 Ist  infolge  einer  Widerhandlung  gegen  die  Verwaltungsgesetz-
gebung des Bundes zu Unrecht eine Abgabe nicht erhoben worden, ist 
diese  nachzuentrichten  (Art. 12  Bst.  a  des  Bundesgesetzes  vom 
22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht [VStrR, SR 313.0]). Zur 
Nachleistung verpflichtet ist, wer in den Genuss des unrechtmässigen 
Vorteils  gelangt  ist,  insbesondere  die  zur  Zahlung  der  Abgabe  Ver-
pflichtete  (Art. 12 Abs. 2  VStrR). Ein Verschulden und eine Strafver-
folgung sind nicht Voraussetzung der Nachleistungspflicht; es genügt, 
dass  sich  der  unrechtmässige  Vorteil  –  infolge  Nichtleistung  der 
Abgabe – in einer entsprechenden Widerhandlung im objektiven Sinn 
begründet (Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2001, veröffent-
licht  in  ASA 70 S. 330 E. 2a und 2A.82/2005 vom 23. August  2005 
E. 2.1). Eine solche begeht namentlich, "wer für  Waren Zollbefreiung 
oder  Zollermässigung erwirkt,  ohne dass die  Voraussetzung für  den 
zollfreien Warenverkehr oder die Zollbegünstigung zutreffen" (Art. 74 
Ziff. 9 aZG). Der Genuss dieses Vorteils soll den Leistungspflichtigen 
mit  dem  Institut  der  Nachleistungspflicht  entzogen  werden.  Zu  den 
gestützt  auf  Art.  12  Abs.  2  VStrR  Nachleistungspflichtigen  gehören 
insbesondere jene Personen, welche dem weit  gezogenen Kreis  der 
Zollzahlungspflichtigen nach Art. 9 und 13 aZG entsprechen (vgl. oben 
E. 2.1 f.), denn sie gelten ipso facto als durch die Nichtbezahlung der 
Abgabe  bevorteilt  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.82/2005  vom 

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23. August 2005 E. 2.1; [anstelle vieler] Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts A-2293/2008 vom 18. Mai 2010 E. 2.3). Alle diese Personen – 
für  welche  die  gesetzliche  Vermutung  eines  unrechtmässigen  Ver-
mögensvorteils gilt  – haften solidarisch für den gesamten nicht erho-
benen  Abgabebetrag  (vgl.  auch  Art.  13  Abs.  1  aZG).  Sie  bleiben 
deshalb  selbst  dann  leistungspflichtig,  wenn  sie  nichts  von  der 
falschen Deklaration wussten (BGE 107 Ib 198 E. 6c f.) und selber aus 
der Widerhandlung keinen persönlichen Nutzen gezogen haben (Urteil 
des Bundesgerichts 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.1; vgl. zum 
Ganzen auch  MICHAEL BEUSCH,  in  Martin  Kocher/Diego  Clavadetscher 
[Hrsg.], Zollgesetz, Bern 2009, Rz. 12 zu Art. 70).

2.7 Art. 64 aZG regelt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus-
schliesslich die Verjährung von Zollforderungen, welche infolge eines 
Irrtums der Zollverwaltung nicht erhoben worden sind und daher nach 
Art. 126 aZG nachgefordert werden können. Nach Art. 12 Abs. 4 VStrR 
verjähren Leistungs- und Rückleistungspflicht hingegen nicht, solange 
die  Strafverfolgung  und  -vollstreckung  nicht  verjährt  sind.  Art.  12 
Abs. 4 VStrR regelt die Verjährung für die in den Absätzen 1 und 2 ge-
nannten Forderungen, welche ihren Grund darin haben können, dass 
eine Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes 
auch nur in  objektiver Hinsicht  vorliegt,  jedoch ein Verschulden fehlt 
(siehe  dazu  vorangehende  E.  2.6;  BGE  110  Ib  306  E.  2b  und  3, 
BGE 107 Ib E. 7bcc, BGE 106 Ib 218 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 
2C_112/2010 vom 30. September 2010 E. 2.1; Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts A-2293/2008 vom 18. Mai 2010 E. 2.4).

Vor der Revision des Allgemeinen Teils des Schweizerischen Strafge-
setzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0; revidierte Fas-
sung vom 13. Dezember 2002, in Kraft seit 1. Januar 2007) waren am 
1. Oktober  2001 Neuerungen im Verjährungsrecht  gemäss Art. 70 ff. 
des aStGB (AS 2002 2993) in Kraft getreten. Die beiden Gesetzesfas-
sungen unterscheiden sich  jedoch hinsichtlich  des Beginns der  Ver-
jährungsfrist nicht, ist doch dafür sowohl nach Art. 98 Bst. a StGB als 
auch  nach  Art. 71  Bst.  a  aStGB  auf  den  Zeitpunkt  der  deliktischen 
Handlung abzustellen. Da im Nebenstrafrecht (insbesondere auch im 
VStrR)  infolge  der  Neuerungen  im  Verjährungsrecht  per  1.  Oktober 
2001  keine  entsprechenden  Anpassungen  vorgenommen  wurden, 
wurden  für  diesen  Bereich  Art. 333  Abs.  5  aStGB  (sog.  "Transfor-
mationsnorm";  Fassung  vom 22. März  2002,  in  Kraft  seit  1. Oktober 
2002; AS 2002 2986) bzw. Art. 333 Abs. 6 StGB (in Kraft seit 1. Januar 

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2007) geschaffen. Nach deren gleichlautenden Bst. b werden die Ver-
folgungsverjährungsfristen für Übertretungen, welche über ein Jahr be-
tragen,  um  die  ordentliche  Dauer  verlängert.  Dies  ergibt  eine  Ver-
jährungsfrist bei Übertretungen gemäss Art. 11 Abs. 2 VStrR (und ent-
sprechend  auch  nach Art.  74  Ziff. 9  aZG),  welche  in  einer  unrecht-
mässigen  Reduktion  von  Abgaben  bestehen,  von  nunmehr  zehn 
Jahren  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-2293/2008  vom 
18. Mai 2010 E. 2.4).

Für die nach VStrR zu ahndenden Vergehen beträgt die Verjährungs-
frist  hingegen lediglich  sieben Jahre  (Art. 70  aStGB,  Art.  97  StGB).  
Das  Bundesgericht  hat  entschieden,  es  könne  nicht  sein,  dass  für 
Übertretungen nach Art. 11 Abs. 2 VStrR eine längere Verjährungsfrist 
gelte als für  die nach dem gleichen Gesetz zu ahndenden Vergehen 
(BGE 134 IV 328 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_112/2010 vom 
30. September 2010 E. 2.1). Deshalb setzt das Bundesgericht die Ver-
jährungsfrist für Übertretungen auf das nach dem StGB für Vergehen 
geltende  Mass  von  sieben  Jahren  herab  (vgl.  dazu  auch  BVGE 
2009/59 E. 4.3 ff.; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2293/2008 
vom 18. Mai 2010 E. 2.4).

Wie in E. 3.5 noch zu zeigen sein wird, spielt es im vorliegenden Fall 
ohnehin  keine  Rolle,  ob eine Verjährungsfrist  von sieben oder  zehn 
Jahren  zur  Anwendung  gelangt,  da  die  Verjährung  in  beiden  Fällen 
nicht eingetreten wäre.

3.
3.1 Im vorliegenden Fall bestreitet die Beschwerdeführerin ihre grund-
sätzliche Zollpflicht zu Recht nicht. Das Zollverfahren ist vom Selbstde-
klarationsprinzip  bestimmt  und  der  Beschwerdeführerin  als  Zoll-
pflichtige obliegt die Verantwortung für die rechtmässige und richtige 
Deklaration ihrer grenzüberschreitenden Warenbewegungen; als Zoll-
meldepflichtige wird ihr zudem die volle Verantwortung für den einge-
reichten Abfertigungsantrag überbunden und es  werden hohe Anfor-
derungen an ihre Sorgfaltspflicht gestellt (E. 2.1).

3.2
3.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, der Zollansatz der Tarifnum-
mer 6307.1010 für verschmutze industrielle Putztücher sei vorliegend 
zu  hoch.  Vielmehr  sei  der  für  die  Tarifnummer  6309.0000  geltende 
Zollansatz anwendbar.

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Damit  scheint  sie implizit  auch die Tarifeinreihung zu rügen. Die Be-
schwerdeführerin  liess  die  schmutzigen  industriellen  Putztücher  be-
reits  anlässlich  der  Zollabfertigungen  unter  der  Tarifnummer 
6307.1010 einreihen. Nichts anderes geht aus der Liste der Zollkreis-
direktion Basel vom 8. August 2007 und derjenigen der Agenzia delle 
Dogane gemäss Schreiben vom 7. Februar  2007 hervor. Die  Einrei-
hung in die betreffende Tarifnummer ist durch die Beschwerdeführerin 
auch nicht  innert  der gesetzlichen Beschwerdefrist  bei  der Zollkreis-
direktion  angefochten  worden  (E.  2.3).  Der  anzuwendende  Zolltarif 
steht  damit  rechtskräftig  fest  und  bildet  nicht  mehr  Gegenstand des 
vorliegenden Verfahrens. Deshalb ist  auf die Beschwerde, soweit  die 
Tarifeinreihung gerügt wird, nicht einzutreten. 

Selbst  wenn  aber  darauf  eingetreten  werden  könnte,  wäre  das 
Vorbringen ohnehin unbegründet. Die von der Beschwerdeführerin ge-
nannte  Tarifnummer  6309.0000  könnte  schon  deshalb  nicht  zur  An-
wendung gelangen, weil  industrielle Putztücher vom Geltungsbereich 
dieser Tarifnummer nicht erfasst  werden (E. 2.4.6). Die Beschwerde-
führerin  selber  geht  davon aus,  dass  industrielle  Putztücher  in  sau-
berem Zustand in die Tarifnummer 6307.1010 hätten eingeordnet wer-
den müssen. Der Gebrauchstarif  sieht  zudem keine unterschiedliche 
Behandlung von sauberen und schmutzigen Putztüchern vor. Deshalb 
wären im vorliegenden Fall auch die verschmutzten industriellen Putz-
tücher unter die Tarifnummer 6307.1010 einzureihen.

3.2.2 Nicht  anders  verhält  es  sich  mit  der  beschwerdeführerischen 
Rüge, es sei ein falscher Zollansatz zur Anwendung gekommen. Nach-
dem  die  Beschwerdefrist  gegen  die  Zollabfertigung  ungenutzt  ver-
strichen ist, steht nicht nur die Tarifeinreihung, sondern auch der ent -
sprechende Zollansatz rechtskräftig fest. Auf die Beschwerde ist auch 
diesbezüglich nicht einzutreten. 

Als  hypothetisch  erweisen  sich  also  die  diesbezüglichen  Vorbringen 
der  Beschwerdeführerin,  verschmutzte  Putztücher  seien bei  der  Be-
stimmung der Zollansätze unbeachtet geblieben, weshalb eine rechts-
politische  Lücke  vorliege,  und  der  Normal-Zollansatz  gemäss  Ge-
brauchstarif  im Zeitraum der  strittigen Einfuhren (Jahr  2005)  für  die 
hier  anzuwendende Tarifnummer 6307.1010 von Fr. 82.-- pro 100 kg 
sei willkürlich hoch. Nur am Rande sei hier erwähnt, dass schmutzige 
industrielle  Putztücher  bei  Vorliegen  einer  gültigen  WVB  oder  der 
Voraussetzungen des Freipassverfahrens wohl zollbegünstigt oder gar 

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zollbefreit in die Schweiz eingeführt hätten werden können (E. 2.5.1 f.). 
Aufgrund des Selbstdeklarationsprinzips hätte aber die Beschwerde-
führerin für die hierfür erforderlichen Voraussetzungen sorgen müssen 
(siehe E. 2.3, 2.5.3 und unten E. 3.3 f.).

3.2.3 Waren, für deren Verzollung – wie hier – keine andere Bemes-
sungsgrundlage festgesetzt ist, sind nach ihrem Bruttogewicht zu ver-
zollen (E. 2.4.1). Das Bruttogewicht setzt sich im vorliegenden Fall aus 
den verschmutzen Putztüchern und der gesamten Verpackung zusam-
men. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist weder das 
Nettogewicht noch der Schmutzanteil  der Tücher massgeblich. Es ist 
nicht  ersichtlich,  inwieweit  die  Zollabgaben,  wie  die  Beschwerdefüh-
rerin rügt, auf einer falschen Grundlage bemessen worden sein sollen.

3.3 Die Beschwerdeführerin  wendet  weiter  ein,  die  italienischen Be-
hörden  hätten  den  italienischen  Ursprung  der  Ware  nunmehr  aner-
kannt. Für die schweizerischen Behörden bestehe daher kein Grund, 
die italienische Herkunft der Waren abzuerkennen und die Präferenz-
behandlung zu verweigern.

Im  massgebenden  Schreiben  der  Agenzia  delle  Dogane  vom 
7. Februar 2007 wird ausgeführt, es könne nicht davon ausgegangen 
werden,  dass  die  industriellen  Putztücher  italienischen oder  europä-
ischen Ursprungs seien, sondern vielmehr müsse angenommen wer-
den,  dass diese aus Drittweltländern stammten. Die betreffenden 28 
Ausfuhren aus Italien in die Schweiz werden in genanntem Schreiben 
einzeln aufgeführt und es wird entgegen den beschwerdeführerischen 
Ausführungen  nicht  nur  Bezug  auf  eine  einzelne  Rechnung  ge-
nommen. Damit hat die zuständige italienische Behörde die entspre-
chenden  Ursprungsnachweise  als  ungültig  erklärt.  Die  Behörde  des 
Einfuhrstaates  ist  nach  höchstrichterlicher  Rechtsprechung  genauso 
an  den  Widerruf  einer  WVB  gebunden,  wie  sie  grundsätzlich  die 
Richtigkeit solcher Bescheinigungen hinzunehmen hat (E. 2.5.2.2). Die 
schweizerischen Behörden sind im hier zu beurteilenden Fall bei der 
Ausfuhr der Waren von Italien in die Schweiz demnach an den Wider-
ruf der WVB der italienischen Behörde, d.h. der Agenzia delle Dogane, 
gebunden. Unbestrittenermassen  hat  die  zuständige italienische  Be-
hörde  diesen  Widerruf  bislang  weder  korrigiert  noch  annulliert.  Mit 
Recht  hat  die  Vorinstanz  die  Präferenzbehandlung  der  fraglichen 
Tücher verweigert. 

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Daran ändert nichts, wenn sich die Commissione Tributaria Provinciale 
die Brescia im Urteil vom 19. Dezember 2008 für die Ausfuhr aus der 
Schweiz umgekehrt  – irrtümlich oder nicht; rechtskräftig oder nicht – 
auf  die  WVB  der  schweizerischen  Behörden  stützen.  Für  die 
Auffassung der Beschwerdeführerin bleibt demnach kein Raum.

3.4 Weiter bestreitet die Beschwerdeführerin eine Widerhandlung ge-
gen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes im Sinne von Art. 12 
VStrR und bringt vor, sie hätte die Waren im Freipassverfahren einge-
führt, hätte sie gewusst, dass die Ursprungsnachweise an einem Man-
gel leiden würden. Sie hätte so die Waren auch ohne Ursprungsnach-
weise  zollfrei  in  die  Schweiz  einführen  können.  Dementsprechend 
fehle es an dem gemäss Art. 12 VStrR erforderlichen Kausalzusam-
menhang,  weshalb  auch  keine  Steuernachforderungen  geltend  ge-
macht werden könnten.

Die Beschwerdeführerin hat für die hier in Frage stehenden Einfuhren 
im Jahr  2005 die  Voraussetzungen für  die  Präferenzverzollung nicht 
erfüllt. Sie hat weder gültige WVB vorgelegt (E. 2.5.2 und 3.3.) noch 
den formellen Voraussetzungen an das Freipassverfahren entsprochen 
(E. 2.5.1).  Auch  steht  eine  nachträgliche  Präferenzverzollung  ausser 
Frage,  da  die  betreffenden  Waren  bereits  aus  der  Zollkontrolle  ent -
lassen worden sind (E. 2.5.3). Die Beschwerdeführerin hat damit den 
Tatbestand der Zollübertretung nach Art. 74 Ziff. 9 aZG objektiv erfüllt,  
soweit sie für die Einfuhren Zollbefreiungen erwirkt hat, ohne dass die 
Voraussetzungen dafür gegeben waren. Gemäss Art. 12 VStrR hat die 
Beschwerdeführerin  die  entsprechenden  Steuerforderungen  folglich 
nachzuentrichten (E. 2.6). Die Beschwerdeführerin vermag aus ihren 
Vorbringen damit nichts für sich abzuleiten.

3.5 Schliesslich  erhebt  die  Beschwerdeführerin  die  Verjährungsein-
rede  und bringt  unter  anderem vor,  die  Zollforderung  sei  bereits  im 
November  2006  verjährt,  d.h.  bevor  die  Vorinstanz  die  Verfügung 
betreffend die Abgabenachforderung überhaupt erliess. Sie habe sich 
keine  im  Sinne  des  Verwaltungsstrafrechtes  strafbare  Handlung  zu-
schulden kommen lassen,  weshalb nicht  die längere Verjährungsfrist 
gemäss  Art.  12  VStrR,  sondern  die  einjährige  Verjährungsfrist  nach 
Art. 64 aZG zur Anwendung gelange.

Die Beschwerdeführerin stützt sich dabei im Wesentlichen auf die Be-
hauptung,  die  längere  Verjährungsfrist  gelte  nur  für  den  Straftäter 
selbst,  nicht auch gegenüber dem straflosen Dritten. Das Vorbringen 

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erweist sich bereits als im Ansatz verfehlt, sofern es davon ausgeht, 
die Nachleistungspflicht gemäss Art. 12 Abs. 2 VStrR setze auch die 
subjektive  Strafbarkeit  bzw. ein  Verschulden  des  Zahlungspflichtigen 
voraus  (E.  2.6).  Überdies  hat  die  Beschwerdeführerin  wie  gezeigt 
(E. 3.4)  den  objektiven  Straftatbestand  von Art.  74  Ziff.  9  aZG sehr 
wohl erfüllt.

Wie  im  Übrigen  in  E. 1.2  bereits  ausgeführt,  kommt  vorliegend  das 
aZG  zur  Anwendung.  Dieses  regelt  in  Art.  64  aZG  einzig  die  Ver-
jährungsfristen  für  die  im  ordentlichen  Abfertigungsverfahren  erho-
benen Abgaben; hingegen ist bei Vorliegen von objektiven Widerhand-
lungen gegen Strafbestimmungen grundsätzlich das Verwaltungsstraf-
recht  mit  seinen  Verjährungsbestimmungen  anwendbar  (E.  2.7;  vgl. 
auch Art. 80  aZG). Die  aus den Zollübertretungen des Jahres 2005 
resultierenden Nachforderungen erweisen sich entgegen den Vorbrin-
gen der Beschwerdeführerin als noch längst nicht verjährt (vgl. E. 2.7).

4.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-
zutreten ist. Die Verfahrenskosten von Fr. 6'000.-- sind der Beschwer-
deführerin auszuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 4 
des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu  verrechnen.  Eine  Parteientschädigung  ist  nicht  zuzusprechen 
(Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 VGKE e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 6'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 6'000.-- verrechnet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.

Seite 16

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4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Gabriela Meier

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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