# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfb540c0-3788-5ced-a42b-4edf00a30a22
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 26.01.2023 720 21 159 / 20 (720 2021 159 / 20)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-159---20_2023-01-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 26. Januar 2023 (720 21 159 / 20) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Würdigung von Arztberichten 

 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Stefanie Mathys, Advo-
katin, Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1998 geborene A.____ meldete sich unter Hinweis auf chronische Gelenkschmerzen 
seit Kindheit, eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) sowie eine depressive Episode mit Pa-
nikattacken am 2. Mai 2018 zum Bezug von Leistungen bei der Eidgenössischen Invalidenversi-
cherung (IV) an. Nachdem der Versuch von A.____, das Musikstudium wiederaufzunehmen, 
scheiterte, führte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) Integrationsmassnahmen durch in 
Form eines Belastbarkeitstrainings (3. September 2019 bis 30. November 2019) und eines Auf-
bautrainings (1. Dezember 2019 bis 28. Februar 2020). Die Leistungsfähigkeit blieb unter den 

 
 
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Erwartungen. Im Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahmen vom 5. Mai 2020 wurde fest-
gehalten, dass eine Ausbildungsfähigkeit nicht habe erreicht werden können. Das Dossier werde 
deshalb geschlossen und zur Prüfung weiterer Leistungen an die Abteilung Rente weitergeleitet. 
Zur Klärung des medizinischen Sachverhalts holte die IV-Stelle ein bidisziplinäres Gutachten bei 
Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. C.____, FMH Rheumato-
logie, ein. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle gestützt auf das 
Gutachten vom 4. Oktober 2020/19. November 2020 und einer attestierten Arbeitsfähigkeit von 
75 % mit Verfügung vom 20. April 2021 einen Anspruch von A.____ auf eine Invalidenrente. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Stefanie Mathys, mit Eingabe vom 
19. Mai 2021 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Sie bean-
tragte, die Verfügung vom 20. April 2021 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu ver-
pflichten, ihr eine volle Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weite-
ren Sachverhaltsabklärung und Neuverfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht sei das Beschwerdeverfahren zu sistieren, bis die Resultate der von ihrem 
Hausarzt, Dr. med. D.____, in Auftrag gegebenen neurologischen und immunologischen Begut-
achtung am E.____ vorlägen. Sie leide seit früher Kindheit an Gelenkschmerzen, die in den Hand-
gelenken begonnen und sich zunehmend im ganzen Körper ausgebreitet hätten. Sie verspüre 
heute Schmerzen in den Hüftgelenken, in den Schultern und den Kniegelenken. Zudem leide sie 
an Rücken- und Nackenschmerzen, die bis in den Kopf ausstrahlten. Sowohl der psychiatrische 
als auch der rheumatologische Gutachter gingen davon aus, dass keine relevanten Einschrän-
kungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit beständen. Aus den Akten gebe es jedoch Hinweise 
dafür, dass die Problematik in einem anderen Fachbereich liegen könnte, weshalb die zusätzli-
chen Abklärungen abzuwarten seien. 
 
C. Das Verfahren wurde daraufhin mit Einverständnis der IV-Stelle mit Verfügung vom 
2. Juni 2021 sistiert. Mit Eingabe vom 2. Mai 2022 reichte die Rechtsvertreterin von A.____ einen 
Bericht der Abteilung Klinische Immunologie des E.____ vom 3. Januar 2022 sowie zwei Berichte 
der Neurologischen Klinik und Poliklinik des E.____ vom 7. September 2021 und 8. Oktober 2021 
ein; des Weiteren gingen drei Berichte der Klinik F.____ vom 7. Oktober 2021, 3. März 2022 und 
8. April 2022 ein. 
 
D. Mit Verfügung vom 10. Mai 2022 hob das Gericht die Sistierung auf und setzte der IV-
Stelle Frist zur Vernehmlassung. 
 
E. Mit Vernehmlassung vom 20. Mai 2022 beantragte die IV-Stelle mit Verweis auf den 
RAD-Bericht von Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 13. Mai 2022 die 
Abweisung der Beschwerde. Aus den neu eingereichten Berichten ergäben sich keine Hinweise 
dafür, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bis zum Zeitpunkt der angefochte-
nen Verfügung vom 20. April 2021 anders zu beurteilen gewesen wäre, als von den Gutachtern 
Dr. B.____ und Dr. C.____. Die Erwähnung eines Chronic Fatigue Syndroms (CFS) ändere eben-
falls nichts daran. 
 

 
 
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F. Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 21. Juni 2022 an ihren Anträgen fest. Ge-
mäss Bundesgericht müsse bei Vorliegen eines CFS in einem strukturierten Beweisverfahren 
geprüft werden, ob eine Invalidität bestehe. Sollte das CFS auf einen somatischen Gesundheits-
zustand zurückzuführen sein, sei eine Prüfung nach den Standardindikatoren nicht zulässig. Die-
sen Vorgaben komme die Beschwerdegegnerin nicht nach. Gleichzeitig stelle sie jedoch nicht auf 
die von ihr vorgelegten medizinischen Unterlagen ab. Es sei festzustellen, dass ihre Belastbarkeit 
vermindert und sie grundsätzlich nicht in der Lage sei, einer Erwerbstätigkeit (auch angepasst) 
nachzugehen. Ihr sei deshalb eine Rente auszurichten. 
 
G. Die IV-Stelle hielt mit Duplik vom 7. Juli 2022 an ihrem Abweisungsantrag fest. Der Argu-
mentation der Versicherten, dass von einem CFS auszugehen sei, weil ihre Beschwerden bereits 
über einen langen Zeitraum existierten, könne nicht gefolgt werden. Es sei erstellt, dass bei der 
Beschwerdeführerin kein somatischer Gesundheitsschaden vorliege, auf den ein CFS zurückge-
führt werden könne. Folglich sei es auch korrekt, dass für die Beurteilung des Funk-tionsniveaus 
die Kriterien des bundesgerichtlich vorgegebenen strukturierten Beweisverfahrens herangezogen 
würden. In diesem Sinne werde vollumfänglich auf die Ausführungen in der Vernehmlassung vom 
20. Mai 2022 verwiesen.  
 
H. Mit Schreiben vom 15. Juli 2022 informierte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, 
dass sich der gesundheitliche Zustand ihrer Mandantin verschlechtert habe. Es werde nun konk-
ret abgeklärt, ob ein CFS vorliege. Das Verfahren sei folglich erneut zu sistieren. 
 
I. Die IV-Stelle beantragte, das Verfahren ohne Sistierung fortzuführen. Der Sachverhalt sei 
umfassend abgeklärt und gewürdigt worden. Angesichts dessen, dass kein invalidisierender Ge-
sundheitsschaden festgestellt worden sei, werde auch eine weiterführende Betreuung in einer 
CFS-Sprechstunde keine neuen Erkenntnisse hervorbringen. 
 
J. Mit Verfügung vom 4. August 2022 lehnte das Gericht den Sistierungsantrag ab. 
 
K. Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 18. Oktober 2022 einen Arztbericht von 
Dr. med. H.____ vom 11. Oktober 2022 bezüglich Abklärung eines möglichen CFS ein. Ferner 
teilte sie mit, dass eine Abklärung in Bezug auf eine Autismusspektrumstörung vorgesehen sei. 
 
L. Mit Stellungnahme vom 31. Oktober 2022 hielt die IV-Stelle fest, dass die Einschätzung 
im Bericht vom 11. Oktober 2022 überwiegend auf den subjektiven Angaben der Beschwerde-
führerin und auf Selbstbeurteilungsfragebögen beruhe. Damit sei der betreffende Bericht nicht 
geeignet, den gutachterlich abgeklärten und versicherungsmedizinisch beurteilten Sachverhalt in 
Frage zu stellen. 
 
 
  

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be-
schwerde der Versicherten vom 19. Mai 2021 ist demnach einzutreten. 
 
2. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts 
und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 354 
E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über 
die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den All-
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. De-
zember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 
2022, 8C_455/202, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, 
zitiert und angewendet. 
 
3. Es ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zurecht den Anspruch auf eine Invalidenrente verneint 
hat. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 

 
 
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Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 
3.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines 
anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 
V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische 
Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In 
jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von 
der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass 
bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurtei-
lende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 
143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. 
Art. 7 Abs. 2 ATSG). Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkran-
kungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Diese Abklä-
rungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärzt-
lichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits-
unfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1). 
 
3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 
(BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 
114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4.1 Um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person beurtei-
len zu können, ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen ange-
wiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stel-
lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 
arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 
140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 

 
 
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4.2 Sämtliche Beweismittel, somit auch medizinische Berichte und Sachverständigengut-
achten, unterliegen der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Im Sinne einer Richtlinie ist 
den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, 
welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelan-
gen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 125 V 351 E. 3b/bb). Demgegenüber kommt 
den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen zwar nach der Rechtspre-
chung Beweiswert zu, praxisgemäss haben sie aber nicht dieselbe Beweiskraft wie ein gerichtli-
ches oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen 
Gutachten. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 
E. 5.3, 135 V 465 E. 4.4 und 4.7). 
 
5.1 Die Beschwerdeführerin meldete sich am 2. Mai 2018 zum Leistungsbezug bei der IV-
Stelle an. Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass sie vom 2. Januar 2018 bis 9. Mai 2018 
in der tagesklinischen Behandlung der I.____ war. Davor fanden psychodiagnostische Untersu-
chungen am 11. Dezember 2017 und am 8. Januar 2018 statt, anlässlich welchen eine Aufmerk-
samkeitsstörung ohne Hyperaktivität (ADS; ICD-10 F98.8) des vorwiegend unaufmerksamen 
Typs mit Persistenz ins Erwachsenenalter festgestellt worden war bei aktenanamnestisch be-
kannter anhaltender somatoformer Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) und Panikstörung (ICD-10 
F41.0; vgl. Berichte des E.____ vom 29. Januar 2018 und 7. Dezember 2017). Aus dem Ab-
schluss- und Verlaufsbericht der I.____ vom 9. Mai 2018 geht in Bezug auf die tagesklinische 
Behandlung hervor, dass die Versicherte während des Aufenthaltes kaum mehr Symptome einer 
Panikstörung beschrieben habe. Im Mittelpunkt seien Konzentrations- und Gedächtnisdefizite ge-
standen, die im Rahmen der ADS sowie der bekannten Schmerzstörung zu interpretieren seien. 
Die Funktionseinschränkungen und die defizitären Beziehungsmuster seien im Rahmen einer 
Persönlichkeitsakzentuierung zu sehen. Die Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung seien zur-
zeit nicht erfüllt. Als Diagnosen wurden sodann eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 
(ICD-10 F45.40), eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) sowie eine einfache Aktivitäts- und Aufmerk-
samkeitsstörung (ICD-10 F90.0) gestellt. 
 
5.2 Der Hausarzt der Versicherten, Dr. D.____, führte in seinem Bericht vom 14. Mai 2018 
als Diagnosen einen Verdacht auf eine Fibromyalgie sowie unklare Arthralgien (Gelenkschmer-
zen) auf. Die Versicherte leide an einer starken Ermüdbarkeit und Schmerzen in den Grundge-
lenken. Die Ressourcen sowie die Arbeitsfähigkeit seien unklar. 
 
5.3 Im Rahmen der Prüfung einer beruflichen Integration führte Dr. med. J.____ in ihrem 
Bericht vom 19. Juli 2018 aus, dass die Versicherte seit ihrem 6. Lebensjahr unter chronischen 
Gelenkschmerzen leide, für welche keine organische Ursache habe gefunden werden können. 
Sämtliche Behandlungen seien wirkungslos geblieben. Seit Kindheit beständen durchgängige 

 
 
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Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme mit Beeinträchtigungen in allen Lebensberei-
chen. Seit Abschluss der Sekundarschule leide sie an konstanter Müdigkeit und Erschöpfungs-
gefühlen. Nach dem zehnten Schuljahr habe sie ein Jahr Praktikum an einer Primarschule absol-
viert. Dieses Praktikum habe sie sehr erschöpft und ausser Schlafen und Essen habe sie dane-
ben nichts mehr tun können. Im Jahr 2016 habe sie den Vorkurs zum Musikstudium (ein Tag 
Schule pro Woche) begonnen und diesen trotz Müdigkeit, Erschöpfung, Überforderung und Pa-
nikattacken erfolgreich abgeschlossen. Eine erste ambulante psychiatrisch-psychotherapeuti-
sche Behandlung habe im K.____ von Mai 2017 bis September 2017 stattgefunden. Infolge der 
starken Belastung, der Überforderung im Alltag, der Probleme im Umgang mit der somatoformen 
Schmerzerkrankung und der Schwierigkeiten im Umgang mit den eigenen Emotionen sei es zum 
teilstationären Aufenthalt in der Tagesklinik vom 2. Januar 2018 bis 9. Mai 2018 gekommen. In 
der überlappend mit der teilstationären Behandlung begonnenen ambulanten Therapie in der 
I.____ sei eine Psychopharmakotherapie mit Methylphenidat installiert worden. Nach Austritt aus 
der Tagesklinik sei die Versicherte für sechs Wochen ins Ausland. Sie habe dort bei einer Gast-
familie gelebt und es sei ihr deutlich besser gegangen als zuhause, wo häufig eine gereizte, laute 
Stimmung herrsche. Die Gastfamilie sei sehr verständnisvoll gewesen und sie habe genügend 
Rückzugsmöglichkeiten gehabt. Sie habe nach vielen Jahren wieder begonnen zu lesen und es 
sei ihr auch möglich gewesen, für ihr Musikstudium zu lernen. Nach der Rückkehr nach Hause 
Ende Juni 2018 sei es ihr wieder deutlich schlechter gegangen mit sozialem Rückzug, Motivati-
ons- und Selbstwertverlust. 
 
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. J.____ eine ADS (ICD-10 
F98.8), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), einen Verdacht auf eine 
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33) und einen Verdacht auf akzentuierte Persönlich-
keitszüge (ICD-10 Z73.1). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei der Status nach Panik-
störung (ICD-10 F41.0). In einer den Einschränkungen der Versicherten angepassten Tätigkeit 
und nach Auszug von Zuhause sei von einer günstigen Prognose im Hinblick auf die Erwerbsfä-
higkeit auszugehen. In Bezug auf die Funktionseinschränkungen beständen insgesamt eine ver-
minderte Belastbarkeit, eine chronische Müdigkeit und ein chronisches Erschöpfungserleben, 
chronische Schmerzen und ein Aufmerksamkeitsdefizit. Es liege ein insgesamt eher geringer 
Selbstwert vor. Immer wieder komme es auch zu depressiven Einbrüchen mit sozialem Rückzug, 
Motivations- und Selbstwertverlust, vor allem in familiärem Kontext. In Bezug auf die Ressourcen 
sei zu erwähnen, dass die Versicherte aktiv in der Jungschar sei, sich ein Taschengeld mit Ba-
bysitten verdiene, in einer Band singe, über soziale Kontakte verfüge, Auslandreisen unternehme, 
interessiert sei, eine Berufsausbildung zu absolvieren und über eine gute Behandlungsmotivation 
und –compliance verfüge. In einer angepassten Tätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von min-
destens vier Stunden pro Tag mit Steigerungsmöglichkeiten im weiteren Verlauf auszugehen. 
 
5.4 RAD-Ärztin Dr. G.____ stellte am 26. Juli 2018 fest, dass aktuell die Ausbildungsfähig-
keit der Versicherten eingeschränkt sei durch ADS-Symptome wie Konzentrations- und Aufmerk-
samkeitsstörungen, durch die Schmerzstörung, die erhöhte Erschöpfbarkeit sowie die depressi-
ven Schwankungen mit sozialem Rückzug. Berufliche Massnahmen seien aber zumutbar, da sie 

 
 
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über Ressourcen verfüge. Der Entscheid, ob die Ausbildung in einer IV-Institution begonnen wer-
den sollte oder mit IV-Unterstützung auch eine Lehrstelle im ersten Arbeitsmarkt in Frage komme, 
obliege der Berufsberatung. 
 
5.5 Dr. med. L.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und lic. phil.M.____, welche die 
Versicherte seit 7. Februar 2019 betreuten, führten in ihrem Bericht zur beruflichen Integration 
vom 3. Juni 2019 an, dass sich die aktuelle Leistungsfähigkeit der Versicherten zwischen 20 % 
und 30 % bewege. Sie diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ADS (ICD-
10 F98.8), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), eine Neurasthenie 
(ICD-10 F48.0) sowie eine Panikstörung (ICD-10 F41.0). Diagnostisch seien die Kriterien für eine 
Neurasthenie erfüllt. Es liege eine gesteigerte Ermüd- und Erschöpfbarkeit mit wiederkehrenden 
Schmerzen vor. Gegen eine klassische Depression spreche, dass die Versicherte sehr wohl 
Freude am Leben habe und auch Interessen pflege. Allerdings sei die Ursache des neurastheni-
schen Syndroms nicht ganz klar. Ob dieses eine Folge der Borreliose sei, könnten sie nicht be-
urteilen. In Anbetracht des schon über Jahre bestehenden Erschöpfungssyndroms sei nicht damit 
zu rechnen, dass sich rasch etwas an der Situation ändern werde. In Bezug auf die Funktions-
einschränkungen bemerkten sie, dass die Versicherte erschöpft wirke, wobei sie zielorientiert 
bleibe. Durch die Müdigkeit seien das Denken und die Konzentrations- und Merkfähigkeit ver-
langsamt. Ferner seien die Arbeitsleistung und –effektivität reduziert. Als Ressourcen nannten 
sie die Schwedenreise, das Klavierspielen und die Tätigkeit in der Gemeindebibliothek. Eine Ein-
gliederung müsse in kleinen Teilschritten erfolgen. 
 
5.6. Dr. med. N.____ äusserte sich am 6. Juni 2019 zum Krankheitsbild. Die Versicherte sei 
seit dem 14. November 2018 in seiner Behandlung. Aktuelle Themen seien eine verminderte 
Konzentration, diffuse Gelenkschmerzen, ein CFS, eine Depression sowie eine Fehlhaltung der 
Wirbelsäule. Als Befund nannte er eine Borreliose, wobei kein eindeutiger Hinweis auf eine wei-
terhin aktive Borrelien-Infektion vorliege (grenzwertiger Bereich). 
 
5.7. Daraufhin organisierte die IV-Stelle ein Belastbarkeitstraining in der O.____ vom 3. Sep-
tember 2019 bis 30. November 2019 und anschliessend ein Aufbautraining vom 1. Dezember 
2019 bis 28. Februar 2020. Im Schlussbericht des Aufbautrainings vom 30. März 2020 wurde 
festgehalten, dass die Leistungsfähigkeit der Versicherten ungefähr 55 % betrage. Sie sei den 
Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes zurzeit nicht gewachsen und nicht vermittelbar. 
Aufgrund der momentanen Situation sei es nicht realistisch, dass die Versicherte in absehbarer 
Zeit eine Ausbildungsfähigkeit erreichen, sprich ein 100 %-Pensum leisten könne. Damit weitere 
Massnahmen in Betracht gezogen werden könnten, sei eine Stabilisierung des Gesundheitszu-
standes notwendig. Diesbezüglich seien medizinische Abklärungen vorzunehmen. Die Versi-
cherte selbst sei nicht unbedingt dieser Meinung, sie wolle weiterhin eine Massnahme absolvie-
ren. Alternativ wäre zu prüfen, inwiefern die Versicherte in einer Tätigkeit als Hilfskraft ihre zurzeit 
mögliche Arbeitsfähigkeit von 100 % Leistung in einem 50 %-Pensum oder in einem 100 %-Pen-
sum mit 50 % Leistung zu verwerten vermöge. Der Versicherten sei im Sinne einer Stabilisierung 
sowie Steigerung der Arbeitsfähigkeit die Verlängerung der Integrationsmassnahme Aufbautrai-
ning vom 2. März 2020 bis 1. Juni 2020 in der O.____ angeboten worden. Dies mit der Vorgabe, 
dass sie ihr Pensum bis Ende der Massnahme auf 100 % steigere oder die ganze Massnahmezeit 

 
 
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hindurch in einem 72 %-Pensum bei 100 % Leistung arbeite. Bei absehbarem Nichterreichen der 
Vorgabe würde die Massnahme vorzeitig abgebrochen werden. Die Versicherte habe sich am 27. 
Februar 2020 gegen eine Weiterführung der Massnahme entschieden. Sie fühle sich momentan 
nicht in der Lage, die Anforderungen zu erfüllen. Sie wolle zuerst die Erschöpfung medizinisch 
abklären lassen und sich mit Hilfe der Therapeutin mental stabilisieren. Daraufhin schloss die 
Abteilung Berufsberatung der IV-Stelle das Dossier und leitete es zur Prüfung weiterer Leistungen 
an die Abteilung Rente weiter (Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahme vom 5. Mai 
2020). 
 
5.8 Dr. med. P.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, seit Januar 2020 behandelnder 
Psychiater der Beschwerdeführerin, berichtete am 29. Mai 2020 über ihren Gesundheitszustand. 
Bei der Versicherten liege ein komplexer, chronischer Krankheitsverlauf vor mit weitreichenden 
Beeinträchtigungen der "persönlichen" Funktionen. Aktuell beständen eine depressive Sympto-
matik und eine Schmerzproblematik. Auffallend seien die starke Erschöpfung, die Insuffizienzge-
fühle, die Niedergestimmtheit, die Anspannung und die Ratlosigkeit sowie die Konzentrationsstö-
rungen und der soziale Rückzug. Sie sei verzweifelt, dass sie trotz hoher Motivation und guter 
Intelligenz den Einstieg ins Berufsleben nicht schaffe. Dr. P.____ diagnostizierte eine mittelgra-
dige Episode bei Verdacht auf eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F32.1), eine an-
haltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-
10 Z73.1) sowie einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung und einen Status nach Panik-
störung (ICD-10 F41.0). Eine Prognose bezüglich Arbeitsfähigkeit sei zum jetzigen Zeitpunkt 
schwer zu stellen. Es müsse von einer langfristigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausge-
gangen werden. Als Funktionseinschränkungen nannte er die Ermüdbarkeit, die fehlende Belast-
barkeit, die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sowie die körperlichen Schmerzen. 
Als Ressourcen seien ihre Kreativität, ihr Interesse, ihre Motivation sowie ihre Intelligenz zu se-
hen. Zurzeit seien der Versicherten zwei bis drei Stunden Tätigkeit pro Tag zumutbar. 
 
5.9 Dr. N.____ attestierte der Beschwerdeführerin in seinem Bericht vom 22. Juni 2020 eine 
volle Arbeitsunfähigkeit seit dem 6. September 2019. 
 
5.10.1 Zur vertieften medizinischen Abklärung gab die IV-Stelle schliesslich ein bidisziplinäres 
Gutachten bei Dr. B.____ und Dr. C.____ mit den Fachgebieten Rheumatologie und Psychiatrie 
in Auftrag. Im rheumatologischen Teilgutachten vom 4. Oktober 2020 konnte Dr. C.____ keine 
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
nannte er eine muskuläre Dysbalance am Schultergürtel beidseits, Genua vara (O-Beine), eine 
Periarthopathia humeroscapularis rechts mehr als links, klinisch leichtgradig und ohne Impinge-
ment. Die Resultate der Borrelien-Serologie seien in der Laborbeurteilung als grenzwertig und 
möglicherweise als unspezifisch beurteilt worden. Es fänden sich auch keine Zeichen einer Hy-
permobilität als Ursache der Arthralgien. Des Weiteren seien die Kriterien für ein Fibromyalgie-
syndrom nicht erfüllt. Zusammenfassend liege ein multilokuläres Schmerzsyndrom vor, welches 
keinem rheumatologischen Krankheitsbild zugeordnet werden könne. Allenfalls sei dieses psy-
chiatrisch begründet (anhaltende somatoforme Schmerzstörung). Ferner gebe es aus rheumato-
logischer Sicht keine Erklärung für die beschriebene Erschöpfbarkeit. Aufgrund der klinischen 

 
 
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Untersuchungsbefunde beständen aus somatischer Sicht keine Funktionsstörungen am Bewe-
gungsapparat. 
 
5.10.2 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 19. November 2020 diagnostizierte Dr. B.____ mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit chronischem Ver-
lauf und gegenwärtig leichtgradiger Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.00). Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine Schmerzfehlverarbeitung (ICD-10 F54), akzentu-
ierte, unsichere/vermeidende Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), eine einfache Aktivitäts- und 
Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) sowie ein Status nach Panikstörung (ICD-10 F41.0). 
Anlässlich der aktuellen Untersuchung lasse sich ein Schmerzsyndrom mit andauernden Schmer-
zen unterschiedlicher Intensität im Bereich beider Hüftgelenke sowie sämtlicher Gelenke im Kör-
per mit jeweils unterschiedlicher Lokalisation nachweisen. Gemäss Angaben der Versicherten 
hätten sich die Schmerzen zum ersten Mal im Alter von fünf bis sechs Jahren in den Handgelen-
ken zu entwickeln begonnen, im Verlaufe der Jahre hätten sie sich im ganzen Körper ausgebrei-
tet. Während der aktuellen Untersuchung habe die Versicherte eine Schmerzintensität zwischen 
fünf und sechs bei einer Skala von zehn angegeben. Die Versicherte hinterlasse nicht den Ein-
druck, unter andauernden schweren und quälenden Schmerzen zu leiden. Es liessen sich auch 
keine Belastungen nachweisen, welche schwerwiegend genug wären, um in einem ursächlichen 
Zusammenhang mit den Schmerzen zu stehen. Die Versicherte beklage sich allerdings über eine 
konflikthafte Beziehung zur Mutter, die nicht gewusst habe, wie sie mit den Schmerzen ihrer 
Tochter, vor allem im Kindesalter, umzugehen habe. Es handle sich dabei um reaktive Konflikte 
infolge der Schmerzen der Versicherten, die nicht in einen ursächlichen Zusammenhang mit den 
Schmerzen selbst gebracht werden könnten. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren lasse 
sich die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht stellen. Die von der 
Explorandin geklagten Schmerzen seien am ehesten im Sinne einer Schmerzfehlverarbeitungs-
störung gemäss ICD-10 F54 zu diagnostizieren. Diese habe indes keine Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit. 
 
Des Weiteren liessen sich die Symptome der bei starken Schmerzen auftretenden, gereizten, 
zeitweise auch bedrückt-traurigen Stimmung, der zeitweise verminderten Energie und der Er-
schöpfungsgefühle, der häufigen Müdigkeit, der schmerzbedingten Durchschlafstörungen, der 
Vergesslichkeit sowie des verminderten Selbstvertrauens anamnestisch eruieren. Diese Symp-
tome erfüllten die zur Diagnosestellung einer depressiven Episode notwendigen Kriterien. In ur-
sächlicher Hinsicht seien die andauernden Schmerzen zu nennen, aber auch eine konflikthafte 
Beziehung zur Mutter. Während der aktuellen Untersuchung sei die Stimmung ausgeglichen ge-
wesen. Eine verminderte Energie, eine Müdigkeit, eine ausgeprägte Vergesslichkeit oder eine 
verminderte Konzentrationsfähigkeit hätten rein klinisch während der Untersuchung nicht festge-
stellt werden können. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren und der Tatsache, dass die 
depressiven Beschwerden seit dem 15. Lebensjahr beständen, sei in diagnostischer Hinsicht von 
einer rezidivierenden depressiven Störung mit chronischem Verlauf und einer gegenwärtig leicht-
gradigen Episode auszugehen. Differenzialdiagnostisch wäre an eine Neurasthenie, aber auch 
an eine Adoleszentenkrise zu denken. Gegen eine mittelgradige oder gar schwere Depression 
spreche die Tatsache, dass sich anamnestisch keine Freud-, Lust- oder Interessenlosigkeit und 

 
 
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weder eine andauernd bedrückt-traurige oder gereizt-aggressive Stimmung noch relevante kog-
nitive Beeinträchtigungen nachweisen liessen. Den Angaben der Versicherten zufolge träten seit 
dem 15. Lebensjahr immer wieder depressive Phasen auf, verbunden mit Stimmungsschwan-
kungen, Erschöpfungsgefühlen, Schlafstörungen, sozialem Rückzug und einem Gefühl der allge-
meinen Sinnlosigkeit. Vor zwei Jahren sei es bezüglich all dieser Beschwerden zu einer deutli-
chen Verbesserung gekommen, allerdings leide sie nach wie vor unter zeitweise ausgeprägten 
Erschöpfungsgefühlen. Des Weiteren liessen sich akzentuierte, selbstunsichere und vermei-
dende Persönlichkeitszüge erkennen sowie aktenanamnestisch eine einfache Aktivitäts- und Auf-
merksamkeitsstörung festhalten. Aktuell beständen keine Symptome einer Panikstörung mehr. 
Lediglich bei ausgeprägten Schmerzen oder in ausgeprägter Stresssituation beklage sie subjektiv 
eine gewisse Atemstörung. Dieses Symptom sei jedoch der rezidivierenden depressiven Störung 
zuzuschreiben. 
 
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens erklärte Dr. B.____, dass die Angaben der Ver-
sicherten nicht immer konsistent seien. Beispielsweise beklage sie sich über eine erhebliche ak-
tuelle Schmerzintensität, gleichzeitig deuteten Mimik und Gestik zu keinem Zeitpunkt der 1,75 
Stunden dauernden Untersuchung ein Schmerzerleben an. Sie beklage sich auch über eine er-
hebliche Konzentrationsstörung und gebe an, sich lediglich noch etwa fünfzehn Minuten konzent-
rieren zu können und danach eine Pause zu benötigen. Während der aktuellen Untersuchung 
habe sie jedoch einen sehr konzentrierten und aufmerksamen Eindruck hinterlassen. Therapien 
nehme sie in Anspruch und zwar praktisch ununterbrochen seit 2017. Seither lasse sich auch ein 
ausgewiesener Leidensdruck aus rein psychiatrischer Sicht feststellen. Es müsse indes eine un-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen 
festgestellt werden. Einerseits berichte sie über einen Tagesablauf, dem zu entnehmen sei, dass 
sie die anfallenden Alltagsarbeiten bewältigen könne. Gleichzeitig gehe sie in der Selbstbeurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit davon aus, dass sie zu keiner höheren Arbeitsfähigkeit als einer solchen 
von zwei Stunden pro Tag fähig sei. Diese Diskrepanz lasse sich aus rein psychiatrischer Sicht 
nicht begründen. 
 
Als Ressourcen seien die vielseitigen Interessen der Versicherten zu nennen. Sie spiele gerne 
Klavier und singe auch gerne. Sie sei auch an Aktivitäten interessiert und lese zeitweise die Zei-
tung und schaue auch gerne Dokumentationssendungen. Darüber hinaus könne die psychosozi-
ale Funktionsfähigkeit, abgesehen von derjenigen zur Mutter, als weitgehend intakt beurteilt wer-
den. Schwerwiegende Psychopathologien liessen sich in der Persönlichkeitsstruktur nicht erken-
nen, welche auf das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung hinweisen könnten. Ferner bestän-
den keine schwerwiegenden psychiatrischen Komorbiditäten. Das Funktionsniveau sei gemes-
sen am Ratingbogen der Mini-ICF-APP leichtgradig eingeschränkt. Namentlich die Durchhaltefä-
higkeit, die Fähigkeit zu Spontanaktivitäten sowie die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit seien 
vermindert. Die Beschwerden aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung mit chronischem 
Verlauf und gegenwärtig leichtgradiger Episode schränkten die Funktionsfähigkeiten ein. Die Ver-
sicherte könne zwei mal drei Stunden pro Tag arbeiten, dies entspreche einem Pensum von 
75 %. Aufgrund ausgeprägter Beschwerden der rezidivierenden depressiven Störung sei im Zeit-
raum Mai 2017 bis etwa Mitte 2018 insgesamt von einer gemittelten Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von etwa 40 % auszugehen. Während der teilstationären Behandlung in der Tagesklinik 

 
 
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der I.____ vom 2. Januar 2018 bis 9. Mai 2018 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit 
Mitte 2018 sei lediglich von einer etwa 25 %igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. 
 
Aufgrund der aktuellen gutachterlichen Untersuchung werde die Weiterführung der bestehenden 
Gesprächspsychotherapie und der Psychopharmakotherapie empfohlen, dadurch lasse sich mit 
grosser Wahrscheinlichkeit eine weitere Stabilisierung und auch Verbesserung des psychischen 
Gesundheitszustandes erreichen. Die Prognose sei aus rein psychiatrischer Sicht nicht ungüns-
tig. 
 
5.10.3 In der Konsensbesprechung kamen die Gutachter überein, dass die aus psychiatrischer 
Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 25 % massgebend sei. 
 
6.1 Dem von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den An-
forderungen der Rechtsprechung (BGE 134 V 231 E. 5.1) entsprechenden Gutachten externer 
Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4). 
Zweck interdisziplinärer Gutachten ist es, alle relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen 
zu erfassen und die sich daraus je einzeln ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in 
ein Gesamtergebnis zu fassen (BGE 137 V 210 E. 1.2.4). Dasselbe gilt mit Blick auf die mitunter 
schwierige Abgrenzung der im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG versicherten Zustände von invalidi-
tätsfremden Faktoren. Der abschliessenden, gesamthaften Beurteilung von Gesundheitszustand 
und Arbeitsfähigkeit kommt dann grosses Gewicht zu, wenn sie auf der Grundlage einer Kon-
sensdiskussion der an der Begutachtung mitwirkenden Fachärzte erfolgt (BGE 143 V 124 E. 
2.2.4; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juli 2019, 8C_128/2019, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).  
 
6.2 Bei der Würdigung des Gutachtens darf das Gericht seine eigene Meinung ohne über-
zeugende Begründung nicht über diejenige der sachverständigen Person stellen, wobei aber zu 
prüfen ist, ob das Gutachten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist und auf 
den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, ob es die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben 
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob 
die Schlussfolgerungen in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Behörde sie 
prüfen und nachvollziehen kann und ob die sachverständige Person nicht auszuräumende Unsi-
cherheiten und Unklarheiten, welche ihr die Beantwortung der Fragen erschweren oder verun-
möglichen, deutlich macht (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Bern/Genf 2020, 
Art. 44 Rz. 78 mit Hinweisen). 
 
7.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die IV-Stelle den Sachverhalt unrichtig 
festgestellt beziehungsweise gewürdigt habe. Namentlich habe sie den vorgutachterlichen, ärzt-
lichen Feststellungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit nicht Rechnung getragen und unbesehen 
auf die attestierte gutachterliche Arbeitsfähigkeit von 75 % abgestellt. Hingegen hätten Dr. L.____ 
und lic. phil. M.____ in ihrem Bericht vom 3. Juni 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 20 % attestiert 
und Dr. P.____ habe in seinem Bericht vom 29. Mai 2020 klar festgehalten, dass eine Prognose 
zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer zu stellen sei, weshalb von einer langfristigen Einschränkung 

 
 
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der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden müsse. Schliesslich habe Dr. N.____ am 22. Juni 2020 
sogar eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. 
 
7.2 Der Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen Fachperson einerseits und der Be-
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten andererseits sind unter-
schiedlich; deshalb kann das Gutachten nicht stets infrage gestellt werden, wenn die behandeln-
den Arztpersonen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen; vorbehalten bleiben Fälle, in 
denen wichtige Aspekte benannt werden, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben sind (KIESER, a.a.O., Art. 44 Rz. 80). Ferner ist bei der Beweiswürdigung zu beachten, 
dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen 
kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spiel-
raum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zu-
lässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (Urteile des Bun-
desgerichts vom 29. Dezember 2017, 8C_629/2017, E. 4.3, vom 7. August 2018, 8C_200/2018, 
E. 6.3 und vom 5. April 2019, 9C_668/2018, E. 3.5; KIESER, a.a.O., Art. 44 Rz. 76). Eine Sach-
verhaltsfeststellung ist ferner nicht schon dann offensichtlich unrichtig, wenn sich Zweifel anmel-
den, sondern erst, wenn sie eindeutig und augenfällig unzutreffend ist. Es liegt noch keine offen-
sichtliche Unrichtigkeit vor, nur weil eine andere Lösung ebenfalls in Betracht fällt, selbst wenn 
diese als die plausiblere erscheint. Diese Grundsätze gelten auch in Bezug auf die konkrete Be-
weiswürdigung (BGE 147 V 194 E. 6.3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juli 2022, 
8C_105/2022, E. 1.2). 
 
7.3.1 Vorab ist festzuhalten, dass sowohl Dr. C.____ in seinem rheumatologischen Gutachten 
als auch Dr. B.____ in seinem psychiatrischen Teilgutachten alle Aspekte der Krankheit berück-
sichtigt und gewürdigt haben. Insbesondere liegt eine objektive Befunderhebung und Auseinan-
dersetzung mit Inkonsistenzen und Ressourcen vor. Aus rheumatologischer Sicht lassen sich das 
Schmerzsyndrom sowie die Müdigkeit und die Erschöpfung nicht erklären. Die Ursachen dafür 
sind gemäss den Berichten der behandelnden Ärzte sowie den gutachterlichen Erkenntnissen 
nicht somatischer, sondern vielmehr psychiatrischer Natur. Die Beschwerdeführerin wehrt sich 
gegen die von Dr. B.____ psychiatrisch begründete Arbeitsfähigkeit von 75 %, indem sie die vo-
rangegangenen, anderslautenden Berichte der behandelnden Ärzte dem psychiatrischen Teilgut-
achten gegenüberstellt. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der gutachterlichen Argumenta-
tion, die zur attestierten Arbeitsfähigkeit von 75 % führte, erfolgte hingegen nicht. Dr. B.____ hat 
die Berichte von Dr. L.____ und lic. phil. M.____, Dr. P.____ sowie der I.____ eingehend gewür-
digt und dazu Stellung genommen (vgl. S. 20 und 21 des psychiatrischen Teilgutachtens vom 19. 
November 2020). So führte er aus, dass sich aktuell und im Vergleich zu den Erkenntnissen von 
Dr. P.____ in seinem Bericht vom 29. Mai 2020 keine Verlangsamung, keine Antriebsarmut und 
keine niedergestimmte Stimmung mehr nachweisen liessen. Auch seien während der Untersu-
chung keine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen feststellbar gewesen. Ein direkter 
Vergleich der Befunde sei – so Dr. B.____ – schwierig, weil der behandelnde Psychiater vorwie-
gend subjektiv geklagte Beschwerden beschreibe. Zudem werde der Krankheitsverlauf nicht be-
schrieben, was nicht nachvollziehbar sei, zumal die Versicherte über eine deutliche Verbesserung 
der depressiven Beschwerden von vor zwei Jahren berichte. Des Weiteren begründe Dr. P.____ 
die anhaltende somatoforme Schmerzstörung nicht weiter. Die unterschiedliche Einschätzung der 

 
 
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Arbeitsfähigkeit lasse sich mit der unterschiedlichen Diagnostik erklären. Zum Bericht von Dr. 
L.____ und lic. phil. M.____ vom 3. Juni 2019 äusserte sich Dr. B.____ ebenfalls dahingehend, 
dass die Diagnose der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht weiter begründet wor-
den sei. Die diagnostizierte Neurasthenie lasse sich aufgrund der aktuellen Untersuchung diffe-
renzialdiagnostisch jedoch in Betracht ziehen, diesbezüglich ergäben sich keine relevanten Dis-
krepanzen. Der Vergleich mit den Befunden gemäss Bericht vom 3. Juni 2019 ergebe, dass es 
bis heute zu einer deutlichen Verbesserung der gesundheitlichen Situation gekommen sei. Ins-
besondere seien in der aktuellen Untersuchung keine Gereiztheit, keine Merkfähigkeitsstörung, 
kein verlangsamtes Denken, keine Panikattacken und keine Erschöpfungszustände erkennbar 
gewesen. Die von Dr. L.____ und lic. phil. M.____ attestierte Leistungsfähigkeit von 20-30 % 
basiere auf ihrer damaligen Diagnostik, welche heute nicht zutreffe. 
 
7.3.2 Im Ergebnis beschreibt Dr. B.____ eine merkliche Verbesserung des psychischen Ge-
sundheitszustandes seit den Berichterstattungen der behandelnden Ärzte, womit die Steigerung 
der Arbeitsfähigkeit auf 75 % erklärbar ist. Zur in der O.____ festgestellten Leistungsfähigkeit von 
circa 55 % nahm Dr. B.____ ebenfalls Stellung und hielt fest, dass sich diese aus rein psychiatri-
scher Sicht retrospektiv nicht hinreichend erklären lasse aufgrund der Feststellungen in der aktu-
ellen Untersuchung. Heute könne die psychosoziale Funktionsfähigkeit insgesamt als weitgehend 
intakt beurteilt werden. Schliesslich ist in Bezug auf die von Dr. N.____ in seinem Bericht vom 22. 
Juni 2020 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 6. September 2019 festzuhalten, dass diese 
nicht begründet ist. Bezüglich der gemäss Dr. N.____ dafür wahrscheinlich ursächlichen Infektion 
mit Borrelien ist zu bemerken, dass die Resultate der Borrelien-Serologie vom zuständigen Labor 
als grenzwertig und möglicherweise als unspezifisch beurteilt wurden (vgl. auch rheumatologi-
sches Gutachten von Dr. C.____ vom 4. Oktober 2020, S. 12). Insofern ist eine volle Arbeitsun-
fähigkeit gestützt auf eine Borrelieninfektion nicht nachvollziehbar. 
 
Den von der Beschwerdeführerin angeführten Berichten der behandelnden Fachpersonen sind 
demnach keine Aspekte zu entnehmen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben wären. Es handelt sich letztlich um eine zeitlich und diagnostisch unterschiedliche Be-
urteilung des medizinischen Sachverhaltes, die lege artis vorgenommen worden ist und somit 
Bestand hat. 
 
8.1 Der Haupteinwand der Beschwerdeführerin richtet sich denn auch nicht in erster Linie 
gegen das bidisziplinäre Gutachten an sich. Die Versicherte macht geltend, dass die Vorinstanz 
– im Sinne einer vollständigen Sachverhaltsabklärung – die Abklärungen auf weitere Fachgebiete 
hätte ausdehnen müssen, um den Ursachen des Leidens auf den Grund zu gehen. So führt sie 
an, dass angesichts ihrer langen Leidensgeschichte und ihres jugendlichen Alters alles dafür ge-
tan werden müsse, dass der Sachverhalt umfassend geklärt werde und mögliche Zusammen-
hänge und Gründe für ihren Zustand gefunden würden. Da sie bereits von ihrem Hausarzt an das 
E.____ zur neurologischen und immunologischen Begutachtung überwiesen worden sei, seien 
die entsprechenden Abklärungsergebnisse in die Beurteilung miteinzubeziehen. 
 

 
 
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8.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Gericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der 
Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des strittigen Entscheids eingetretenen Sachver-
halt ab (BGE 144 V 210 E. 4.3.1 mit Hinweis). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert 
haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 144 V 
210 E. 4.3.1, 130 V 138 E. 2.1). Sie sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem 
Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im 
Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juli 2022, 
8C_105/2022, E. 4.1 mit Hinweisen). 
 
9.1 Im Laufe des Beschwerdeverfahrens und somit nach Verfügungserlass wurden die Er-
gebnisse der neurologischen und immunologischen Untersuchungen am E.____ (Berichte vom 
7. September 2021, 8. Oktober 2021 und vom 3. Januar 2022) eingereicht. Zusätzlich fand eine 
Abklärung hinsichtlich eines CFS statt. Der Bericht vom 11. Oktober 2022 liegt ebenfalls vor. 
Schliesslich war die Versicherte gemäss Austrittsbericht vom 8. April 2022 vom 21. Dezember 
2021 bis zum 3. März 2022 stationär in der Klinik F.____. 
 
9.2 Im neurologischem Bericht vom 7. September 2021 wurden die bekannten Beschwerden 
wie diffuse Gelenkschmerzen (differenzialdiagnostisch: Fibromyalgie), chronische, schwere Fati-
gue, Verdacht auf eine leichtgradige ADS sowie rezidivierende depressive Störung genannt. Bei 
der Versicherten liege seit Jahren ein generalisiertes Schmerzsyndrom mittlerweile aller Gelenke 
vor. Nach mehrfacher rheumatologischer, internistischer, psychiatrischer und psychosomatischer 
Abklärung handle es sich am ehesten um ein funktionelles Syndrom. Die Schmerzen zeigten sich 
therapieresistent auf konservative und medikamentöse Massnahmen. Anamnestisch liege ein 
seit Jahren stabiler Verlauf vor mit chronischen, mittelschweren und alltagseinschränkenden 
Schmerzen. Für die Versicherte sei vor allen Dingen die schwere kognitive und motorische Fati-
gue mit episodischen Erschöpfungszuständen belastend. Klinisch seien aktuell keine fokalneuro-
logischen Ausfälle festzustellen. Am 8. Oktober 2021 folgte die planmässige Vorstellung zur Be-
fundbesprechung der MRT des Neurokraniums zum Ausschluss einer neurologischen Grunder-
krankung bei chronischer Fatigue. In der aktuellen MRT vom 17. September 2021 zeige sich kein 
organisches Korrelat für die schwere Fatigue mit subjektiver Angabe von Konzentrationsstörun-
gen. Bei ausgeprägter Fatigue und subjektiven Konzentrationsschwierigkeiten wünsche die Ver-
sicherte eine neuropsychologische Abklärung, welche idealerweise im Rahmen des Aufenthaltes 
in der Klinik F.____ erfolgen könne. 
 
9.3 Anlässlich der immunologischen Sprechstunden im E.____ vom 12. November 2021 und 
17. Dezember 2021 wurden folgende Diagnosen gestellt: Arthralgien seit ca. 2004, aktuell ohne 
Hinweise für eine immunologische Erkrankung; chronic Fatigue seit ca. 2011, keine Hinweise für 
eine Kollagenese, Substratmangel oder Systemerkrankung; gastrointestinale Beschwerden seit 
Kindheit und eine Atopie. Im Labor zeigten sich keine der häufigen Ursachen für eine chronische 
Fatigue wie Anämie, Vitamin B12-Mangel, Eisenmangel oder Vitamin D-Mangel. In der MRT der 
Hände seien trotz der seit 17 Jahren bestehenden Arthralgien der Handgelenke weder Zeichen 
einer Arthritis noch einer Tenosynovitis erkennbar. Das Röntgenbild sei ebenfalls altersentspre-
chend. Allgemein seien die Befunde unauffällig. Zusammenfassend fänden sich in der aktuellen 

 
 
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Abklärung keine Hinweise für eine immunologische oder rheumatologische Ursache der Gelenk-
beschwerden und der Fatigue. Eine entzündliche Systemerkrankung könne somit mit sehr hoher 
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden (vgl. Bericht vom 3. Januar 2022). 
 
9.4 Die Versicherte hielt sich sodann vom 21. Dezember 2021 bis zum 3. März 2022 statio-
när in der Klinik F.____ auf. Als Hauptdiagnose wurde im Austrittsbericht vom 8. April 2022 eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), festgehal-
ten. Als Nebendiagnosen wurden akzentuierte, selbstunsichere und zwanghafte Persönlichkeits-
züge (ICD-10 Z73), eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0) sowie eine Aufmerksamkeitsstö-
rung ohne Hyperaktivität mit Beginn in der Kindheit und Jugend (ICD-10 F98.8) genannt. Die 
Versicherte sei infolge zunehmender Erschöpfung und einer depressiven Entwicklung mit Ängs-
ten bei chronischer Schmerzsymptomatik eingetreten. Diagnostisch sei von einer seit Kindheit 
bestehenden chronischen Schmerzstörung unklarer Genese sowie einer rezidivierenden depres-
siven Symptomatik auszugehen. Mögliche traumatische Erlebnisse als Auslöser liessen sich in 
der Anamnese nicht hinreichend eruieren. Die Versicherte leide sehr unter dieser Schmerzsymp-
tomatik am ganzen Körper, vorwiegend an den Gelenken, die sie im Alltag massiv einschränke, 
so dass sie kaum in der Lage sei, einem regelmässigen Tagesablauf nachzugehen. Sie ermüde 
schnell und müsse häufig Pausen einlegen, was ihre Leistungs- und Arbeitsfähigkeit deutlich ein-
schränke. Hinzu komme eine seit Kindheit bestehende ADS mit Konzentrationsproblemen bei 
hoher Ablenkbarkeit. Die immer wieder auftretenden dissoziativ anmutenden Zustände könnten 
im Sinne eines Reizschutzes im Rahmen der ADS eingeordnet werden. Die Diagnose ADS sei 
für die Versicherte in dem Sinne sehr hilfreich, dass sie ihre Probleme in der Konzentration und 
der Aufmerksamkeit besser einordnen könne. Diese Schwierigkeiten hätten ebenfalls zu einer 
Verminderung des Selbstwertgefühls beigetragen. Die Versicherte sei in einem psychisch stabi-
leren Zustand aus der Klinik entlassen worden. Sie kehre in die gemeinsame Wohnsituation mit 
ihrem Partner zurück. Sie werde ihre Tagesstruktur mit Klavierunterricht, Tätigkeit in einer Biblio-
thek und Betreuung einer älteren Dame stundenweise fortsetzen. 
 
9.5 Zuletzt wurde ein Bericht des E.____, Abteilung Psychosomatik, vom 11. Oktober 2022 
eingereicht. Es ging um die Abklärung bezüglich eines möglichen CFS. Bei der Versicherten stän-
den klinisch chronische Schmerzen am ganzen Körper seit der Kindheit sowie eine chronische 
Müdigkeit und Erschöpfbarkeit seit der Jugend im Vordergrund. Diese seien aufgrund des psy-
chopathologischen Befundes und der testdiagnostischen Ergebnisse als ein chronisches 
Schmerz- und Erschöpfungssyndrom zu werten. Nach Berücksichtigung der anamnestischen An-
gaben und der Vorgeschichte sei diagnostisch von einer rezidivierenden depressiven Störung mit 
gegenwärtig mittelgradiger Episode, einer ADS, einer Autismusspektrumstörung sowie einer So-
matisierungsstörung auszugehen. Die Versicherte sei der Klinik aufgrund der starken Müdigkeit 
und Erschöpfbarkeit zur Beurteilung eines CFS zugewiesen worden. Es sei zu betonen, dass die 
Müdigkeit ein unspezifisches Syndrom sei. Zudem handle es sich beim CFS um eine Ausschluss-
diagnose. Bei lediglich 0,2-0,8 % der Patienten mit dem Leitsymptom Müdigkeit werde ein CFS 
diagnostiziert. Der grösste Teil der Diagnosen entfalle auf eine depressive Episode oder eine 
Angststörung (1,8-76,7 %). Die Versicherte leide an einer depressiven Störung, wodurch die Di-
agnose eines CFS zusätzlich erschwert werde. Die Anamnese sowie das Ergebnis gemäss der 

 
 
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"Kanadischen Konsensuskriterien" legten zwar ein CFS nahe. Es müsse aber festgehalten wer-
den, dass ein CFS eine unspezifische Diagnose sei, hinter welcher eine Vielzahl unterschiedli-
cher Zustände und Erkrankungen stecken könnten. Im vorliegenden Fall sei wahrscheinlicher, 
dass die Vulnerabilität für Schmerzen sowie die Erschöpfbarkeit durch eine Hirnfilterfunktionsstö-
rung hervorgerufen und beeinflusst würden. Eine solche sei bei einer ADS vorhanden. Zudem 
könne sie ebenfalls durch eine Autismusspektrumstörung hervorgerufen werden. ADS/ADHS so-
wie Autismusspektrumstörungen hätten eine hohe Komorbidität, wodurch sehr gut möglich sei, 
dass beide bei der Versicherten vorliegen könnten. 
 
10. Die zusätzlichen neurologischen und immunologischen Abklärungen haben keine neuen 
Erkenntnisse zutage gebracht, die auf eine medizinische Fehlbeurteilung im Zeitpunkt des Ver-
fügungserlasses am 20. April 2021 schliessen lassen. So konnte weder eine immunologische 
noch eine neurologische Ursache für die Leiden der Beschwerdeführerin, namentlich für die Er-
schöpfbarkeit und die Schmerzsymptomatik, eruiert werden. Im Ergebnis wurden weiterhin, wie 
bereits in den früheren Berichten der behandelnden Ärzte sowie im bidisziplinären Gutachten von 
Dr. B.____ und Dr. C.____, eine rezidivierende depressive Störung, ein Schmerzsyndrom, ak-
zentuierte, unsichere/vermeidende Persönlichkeitszüge sowie eine einfache Aktivitäts- und Auf-
merksamkeitsstörung diagnostiziert. Auch dem Austrittsbericht der Klinik F.____ sind keine wich-
tigen medizinischen Aspekte zu entnehmen, die im Zeitpunkt des Verfügungserlasses übersehen 
worden sind. Die Hauptbeschwerden der Versicherten werden je nach diagnostischem Blickwin-
kel eher der ADS oder der rezidivierenden depressiven Störung zugeordnet, so im Austrittsbericht 
der Klinik F.____ vom 8. April 2022. Demgegenüber wird im Abklärungsbericht des E.____, Ab-
teilung Psychosomatik, vom 11. Oktober 2022 erkannt, dass die Diagnose CFS nicht gesichert 
sei, die Beschwerden aber eher der ADS, namentlich der Hirnfilterfunktionsstörung, zuzuordnen 
seien. Im Ergebnis ändert der unterschiedliche diagnostische Blick nichts an den bestehenden 
Funktionseinschränkungen. Diesbezüglich lässt sich den nachgereichten medizinischen Berich-
ten ebenfalls keine massgebende zusätzliche Information entnehmen, die im Zeitpunkt der Ver-
fügung vom 20. April 2021 hätte berücksichtigt werden müssen. In Bezug auf eine mögliche Au-
tismusspektrumstörung handelt es sich nur um eine Verdachtsdiagnose, die im gegebenen Zeit-
punkt nicht zu berücksichtigen ist. 
 
Hingegen ist den Berichten der Klinik F.____ vom 8. April 2022 und dem Bericht des E.____, 
Abteilung Psychosomatik, vom 11. Oktober 2022 zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführe-
rin eine mittelgradige Episode der rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist. 
Dabei könnte es sich um eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der psychiatri-
schen Begutachtung durch Dr. B.____ handeln, der damals in seinem psychiatrischen Teilgut-
achten vom 19. November 2020 eine leichte Episode der rezidivierenden depressiven Störung 
feststellte. Allfällige Verschlechterungen nach Verfügungserlass sind jedoch nicht im vorliegen-
den Beschwerdeverfahren, sondern im Rahmen einer Neuanmeldung geltend zu machen. 
 
11. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die IV-Stelle auf das lege artis er-
gangene bidisziplinäre Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ vom 4. Oktober 2020/19. No-
vember 2020 abstellen durfte und zurecht einen Anspruch auf eine Invalidenrente ohne Vor-

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nahme eines Einkommensvergleichs infolge Nichterfüllung der Wartezeit gemäss den Arbeitsun-
fähigkeitszeiten im bidisziplinären Gutachten verneint hat. Diesbezüglich ist auf die Verfügung 
vom 20. April 2021 zu verweisen. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 
 
12.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwer-
deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah-
renskosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdefüh-
rerin unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Da ihr mit verfah-
rensleitender Verfügung vom 2. Juni 2021 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist, 
gehend die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- vorläufig auf die Gerichtskasse. 
 
12.2 Gemäss Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Art. 61 lit. g ATSG). Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung mit verfahrenslei-
tender Verfügung vom 2. Juni 2021 wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Hono-
rar aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Für das vorliegende Verfahren wird ein Honorar von Fr. 
2'630.50 in Rechnung gestellt (inkl. Auslagen von Fr. 89.10 sowie 7,7 % Mehrwertsteuer), was 
nicht zu beanstanden ist. Der Rechtsvertreterin ist folglich ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 2'630.50 aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
12.3 Die Beschwerdeführerin wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über 
die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2021 aufmerksam gemacht, wonach eine 
Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, so-
bald sie dazu in der Lage ist. 
 
 
 
  

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird der 
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 2'630.50 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 
ausgerichtet.