# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7fa1e3b2-c949-5196-bb65-494a8c6df84b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 07.05.2024 SK 2023 229
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-229_2024-05-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 23 229

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. Mai 2024 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Gysi (Präsidentin i.V.), Oberrichter Wuil-
lemin, Oberrichterin Weingart
Gerichtsschreiber Weibel

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin 2

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Geldwä-
scherei, in Umlaufsetzen falschen Geldes etc. sowie Widerrufs-
verfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 9. Februar 2023 (PEN 2022 
246+247)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland, Kollegialgericht in Fünferbesetzung 
(nachfolgend: Vorinstanz), fällte am 9. Februar 2023 folgendes Urteil 
(pag. 1311 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen in 
D.________ (Ortschaft), E.________ (Adresse) und anderswo in der Zeit vom 01.05.2019 bis am 
24.03.2021 durch Erwerb zum Eigenkonsum, Besitz zum Eigenkonsum und Konsum von rund 4 
Gramm Marihuana und Haschisch

wird eingestellt,

ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung.

II.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung des in Umlaufsetzen falschen Geldes (EUR 3'080.00), angeblich be-
gangen in der Zeit vom 20.09.2020 bis am 24.03.2021 in D.________ (Ortschaft), 
E.________(Adresse);

2. von der Anschuldigung des unrechtmässigen Bezuges von Leistungen der Sozialhilfe, an-
geblich begangen in der Zeit von April 2020 bis März 2021 in D.________ (Ortschaft) (Deliktsbe-
trag CHF 114'030.00)

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/20), sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 1'287.50 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtlichen Verteidigungen) von 
CHF 1'626.75, insgesamt bestimmt auf CHF 2'914.25, an den Kanton Bern.

[Kostentabelle]

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwältin B.________ eine Entschädi-
gung von CHF 395.25 ausgerichtet. 

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwältin F.________ eine Entschädi-
gung von CHF 932.60 ausgerichtet. 

3

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen- und gewerbsmässig 
(Umsatz mind. CHF 394’944.00, Reingewinn mind. CHF 89’760.00) qualifiziert begangen in 
D.________ (Ortschaft), E.________(Adresse)

1.1. in der Zeit vom 11.04.2020 bis am 19.07.2020 durch Erwerb von unbekannten Personen 
und Veräussern an unbekannte Personen von total 2'427 Gramm Kokaingemisch (1’796 
Gramm reines Kokain Hydrochlorid, RHG 74%);

1.2. in der Zeit vom 20.09.2020 bis am 21.03.2021 durch Erwerb von G.________ und 
H.________ und Veräussern an unbekannte Personen von total 9250 Gramm Kokain-
gemisch (8’417.5 Gramm reines Kokain Hydrochlorid, RHG 91%);

1.3. am 24.03.2021 durch Besitz und Anstaltentreffen zur Veräusserung von 

1.3.1. 216 Gramm Kokaingemisch (203 Gramm reines Kokain Hydrochlorid, RHG 
94%);

1.3.2. 58 Gramm Kokaingemisch (48 Gramm reines Kokain Hydrochlorid, RHG 
83%)

1.4. am 16.12.2020 durch Erwerb von unbekannten Personen und Veräussern an 
L.________ von 99.2 Gramm Heroingemisch (33 Gramm reines Heroin Hydrochlorid, 
RHG 33%);

1.5. am 24.03.2021 durch Besitz und Anstaltentreffen zur Veräusserung von 499 Gramm 
Heroingemisch (289.4 Gramm reines Heroin Hydrochlorid, RHG 58%);

2. der Geldwäscherei, begangen in der Zeit vom 11.04.2020 bis am 24.03.2021 in D.________ 
(Ortschaft) (Deliktsbetrag CHF 9'401.12)

und in Anwendung der
Art. 40, 47, 51, 66a Abs. 1 Bst. o, 305bis Ziff. 1 StGB,
Art. 19 Abs. 1 Bst. c, d und g, Art. 19 Abs. 2 Bst. a und c BetmG,
Art. 426 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren und 7 Monaten.

Die Untersuchungshaft von 688 Tagen (24.03.2021 - 09.02.2023) wird auf die Freiheitsstrafe 
angerechnet.

2. Zu einer Landesverweisung von 8 Jahren.

3. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten (19/20), sich zusammensetzend 
aus Gebühren von CHF 26'462.50 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtlichen Verteidigungen) 
von CHF 30'794.85, insgesamt bestimmt auf CHF 57'257.35 (ohne Kosten für die amtlichen Ver-
teidigungen auf CHF 32'027.60).

4

[Kostentabelle]

IV.

1. Der A.________ mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 
19.09.2018 für eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF 40.00 gewährte bedingte Vollzug 
wird nicht widerrufen.

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ aufer-
legt.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskosten um 
CHF 150.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 150.00.

V.

1. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die 
amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwältin B.________ (ab 12.10.2022) wer-
den wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 7’509.95.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwältin B.________ die Differenz von CHF 2'424.95 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

2. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die 
amtliche Verteidigung von A.________ durch Fürsprecherin F.________ (24.03.2021 - 
11.10.2022) werden wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecherin F.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 17'719.80.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Fürsprecherin F.________ die Differenz von CHF 5'491.45 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

VI.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen. Die Verlängerung der Sicherheitshaft wird für 
vorerst 3 Monate bewilligt (Art. 231 i.V.m. Art. 227 StPO).

Begründung: vgl. separates Dokument.

5

2. Die folgenden beschlagnahmten Drogen werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- 499 Gramm Heroingemisch (RHG 58%)
- 216 Gramm Kokaingemisch (RHG 94%) 
- 58 Gramm Kokaingemisch (RHG 83%)
- ca. 4 Gramm Marihuana

3. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- Verpackungsmaterial
- Verpackung Mobiltelefon PALM
- Verpackung Mobiltelefon SAMSUNG
- Digitalwaage MYCO
- Digitalwaage KENEX
- Tasche mit Verpackungsmaterial
- Verpackungsmaterial (aus Kehrichtsack)
- Mobiltelefon SAMSUNG
- Mobiltelefon PALM
- SIM Karte
- Quittungen/Notizen

4. Der Geldbetrag von CHF 25'300.00 wird eingezogen (Art. 70 StGB).

5. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 823.00 wird in der Höhe von CHF 823.00 zur De-
ckung der Verfahrenskosten verwendet.

Die beschuldigte Person hat damit noch einen Betrag von CHF 56'434.35 (ohne Kosten für die 
amtlichen Verteidigungen CHF 31’204.60) für die Verfahrenskosten zu bezahlen.

6. Folgende Gegenstände werden gestützt auf Art. 69 StGB zur Vernichtung eingezogen und der 
Bundeskriminalpolizei, Kommissariat SK 2 / Falschgeld, Guisanplatz 1, 3003 Bern (Fall Nr. 
________) übergeben:

- 4 Falschgeldnoten à EUR 20.00
- 30 Falschgeldnoten à EUR 100.00

7. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) wird nach Ablauf 
der gesetzlichen Frist dem zuständigen Bundesamt erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

8. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten wird 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist der auftraggebenden Behörde erteilt (Art. 354 Abs. 4 Bst. a 
StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

9. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

10. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

6

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), amtlich 
verteidigt durch Rechtsanwältin B.________, und die Regionale Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland jeweils am 10. Februar 2023 fristgerecht die Berufung 
an (pag. 1326 f. resp. pag. 1332). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 
11. Mai 2023 (pag. 1359 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom gleichen 
Tag eröffnet (pag. 1435 f.). Am 25. Mai 2023 reichten die Generalstaatsanwalt-
schaft (pag. 1446 ff.) und am 5. Juni 2023 der Beschuldigte (pag. 1449 ff.) form- 
und fristgerecht die Berufungserklärung ein.

Die Generalstaatsanwaltschaft beschränkte die Berufung auf den Freispruch 
gemäss Ziff. II.2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs vom Vorwurf des un-
rechtmässigen Bezugs von Leistungen der Sozialhilfe (Ziff. II.2. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs) sowie auf den Sanktionen- und Kostenpunkt (pag. 1447). 
Der Beschuldigte seinerseits beschränkte seine Berufung auf die Schuldsprüche 
wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen- und ge-
werbsmässig qualifiziert begangen, sowie Geldwäscherei (Ziff. III.1. und III.2. des 
erstinstanzlichen Urteildispositivs), die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 8 
Jahren und 7 Monaten, einer Landesverweisung von 8 Jahren und die Auferle-
gung der Verfahrenskosten.

Sowohl die Generalstaatsanwaltschaft (Schreiben vom 14. Juni 2023 [pag. 1457 
f.]) als auch der Beschuldigte (Schreiben vom 28. Juni 2023 [pag. 1459 f.]) teilten 
auf entsprechende Verfügung hin mit, dass kein Nichteintreten auf die Berufung 
der anderen berufungsführenden Partei beantragt werde.

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 28. September 2023 wurde antrags-
gemäss der Substituierung von Rechtsanwältin B.________ durch Rechtsanwalt 
C.________

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 6./7. Mai 2024 statt 
(pag. 1529 ff.).

3. Antritt des vorzeitigen Strafvollzugs

In der Berufungsanmeldung vom 10. Februar 2023 wurde namens des Beschul-
digten zugleich der vorzeitige Strafvollzug beantragt (pag. 1326 f.). Nachdem die 
Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland in ihrer Stellungnahme vom 
21. Februar 2023 (pag. 1337.1) keine Einwände gegen das Gesuch erhob, wurde 
das Gesuch um Antritt des vorzeitigen Strafvollzugs mit Verfügung vom 24. Fe-
bruar 2023 gutgeheissen (pag. 1342 f.). Der Beschuldigte trat die Strafe per 
26. April 2023 vorzeitig an (pag. 1353).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurde über den Beschul-
digten ein Führungsbericht bei der Justizvollzugsanstalt Thorberg (datierend vom 
4. April 2024, pag. 1515 ff.) eingeholt sowie ein aktueller Strafregisterauszug (da-
tierend vom 17. April 2024, pag. 1523 f.) angefordert. Sodann wurden beim 
Staatssekretariat für Migration SEM sowie den Einwohner- und Spezialdiensten 

7

der Stadt D.________ (Ortschaft) (ESD) ergänzende Berichte im Hinblick auf die 
Prüfung der strafrechtlichen Landesverweisung eingeholt (datierend vom 5. April 
2024, pag. 1520 ff. [SEM-Bericht] resp. 3. April 2024, pag. 1512 ff. [ESD-Bericht]). 

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwältin B.________ stellte namens des Beschuldigten anlässlich der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung vom 6. Mai 2024 folgende Anträge (pag. 1553 
ff.; ohne Hervorhebungen):

Plaise à la 1ère Chambre pénale de la Cour suprême du canton de Berne de : 

1. Prendre acte que le jugement de première instance est entré en force de chose jugée dans la 
mesure où il 

1.1. Classe la procédure pour violation à la LStup selon ch. I du dispositif ; 

1.2. Libère A.________ de la prévention de mise en circulation de fausse monnaie (chiffre II. 1. 
du dispositif du jugement de première instance) ; 

1.3. Renonce à la révocation du sursis de la peine du jugement du 19.09.2018 (chiffre IV. du 
dispositif) ; 

1.4. Rends les différentes ordonnances de procédure (ch. VI. du dispositif). 

2. Statuer à nouveau sur les préventions suivantes, reprochées à Monsieur A.________: 

2.1. Infraction qualifiée à la LStup, prétendument commise à D.________ (Ortschaft), dans les 
quantités et aux périodes retenues aux chiffres III. 1.1 à1.5; 

2.2. Blanchiment d'argent, prétendument commis entre le 11.04.2020 et 24.03.2021, à 
D.________(Ortschaft) (chiffre III. 2.); 

2.3. Obtention illicite de prestations de l'aide sociale, prétendument commise entre avril 2020 et 
mars 2021 à D.________(Ortschaft) pour CHF 114’030.- (chiffre II.. 2. du dispositif).

3. Partant, reconnaître Monsieur A.________ coupable des préventions suivantes : 

3.1. Infraction qualifiée à la LStup : 

3.1.1. Pour s'être rendu complice d'acquisition et mise en vente de 2'427 grammes de 
cocaïne net, entre le 11.04.2020 et le 19.07.2020 (ch. 1.1. de l'AA); 

3.1.2. Pour avoir acquis et possédé 251 grammes de cocaïne net et 289.4 grammes 
d'héroïne net (ch. 1.3. et 1.5. de l'AA); 

Et le libérer pour le surplus. 

4. Partant, condamner Monsieur A.________ à une peine privative de liberté de 36 mois, dont 24 
fermes et 12 avec sursis, sous déduction de la peine privative de liberté déjà purgée en 
détention provisoire, resp. pour motifs de sûretés ou en exécution anticipée de peine. 

5. Renoncer à ordonner une mesure d'expulsion selon l'art. 66a CP et à ordonner l'inscription de 
l'expulsion dans le système SIS. 

6. Examiner nouvellement la répartition des frais de première instance, plus particulièrement mettre 
à la charge de l'Etat les frais relatifs aux infractions pour lesquelles le prévenu a été libéré. 

7. Mettre les frais judiciaires de seconde instance à charge de l'État. 

8

8. Allouer au prévenu une indemnité équitable pour ses frais de défense en première instance 
relatifs aux infractions pour lesquelles il a été libéré, pour le surplus, taxer les honoraires de la 
mandataire d'office. 

9. Allouer au prévenu une indemnité équitable pour ses frais de défense en deuxième instance.

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte in der Berufungsverhandlung vom 6. Mai 
2024 folgende Anträge (pag. 1549 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland 
(Kollegialgericht) vom 9. Februar 2023 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 

1. der Einstellung von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz, angeblich begangen in D.________ (Ortschaft), E.________(Adresse) und anderswo in der 
Zeit vom 01.05.2019 bis am 24.03.2021 durch Erwerb zum Eigenkonsum, Besitz zum Eigenkon-
sum und Konsum von rund 4 Gramm Marihuana und Haschisch, ohne Ausscheidung von Ver-
fahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung; 

2. des Freispruchs von der Anschuldigung des in Umlaufsetzen falschen Geldes (EUR 
3'080.00), angeblich begangen in der Zeit vom 20.09.2020 bis am 24.03.2021 in D.________ 
(Ortschaft), E.________(Adresse); 

3. des Verzichts auf Widerruf der A.________ mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Ber-
ner Jura-Seeland vom 19.09.2018 für eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF40.00 gewähr-
te bedingte Vollzug, mit Auferlage der Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren an den Be-
schuldigten (Ziff. I.V. Urteilsdispositiv);

4. die amtliche Entschädigung der amtlichen Verteidigung von A.________ für das erstinstanz-
liche Verfahren bestimmt wurde (Ziff. V. Urteilsdispositiv);

5. der weiteren Verfügungen betreffend 

5.1. Einziehung zur Vernichtung der beschlagnahmten Drogen (Art. 69 StGB; Ziff. VI.2. erst-
instanzliches Urteilsdispositiv): 

- 499 Gramm Heroingemisch (RHG 58%) 

- 216 Gramm Kokaingemisch (RHG 94%)

- 58 Gramm Kokaingemisch (RHG 83%) 

- ca. 4 Gramm Marihuana

5.2. Einziehung zur Vernichtung folgender Gegenstände (Art. 69 StGB; Ziff. VI.3. erstinstanz-
liches Urteilsdispositiv):

 - Verpackungsmaterial 

- Verpackung Mobiltelefon PALM 

- Verpackung Mobiltelefon SAMSUNG 

- Digitalwaage MYCO 

- Digitalwaage KENEX Tasche

- mit Verpackungsmaterial 

9

- Verpackungsmaterial (aus Kehrichtsack) 

- Mobiltelefon SAMSUNG 

- Mobiltelefon PALM 

- SIM Karte 

- Quittungen/Notizen 

5.3. Einziehung des Betrags von CHF 25’300.00 (Art. 70 StGB; Ziff. VI.4. erstinstanzliches Ur-
teilsdispositiv); 

5.4. Verwendung des beschlagnahmten Geldbetrages von CHF 823.00 zur Deckung der Ver-
fahrenskosten (Ziff. VI.5. erstinstanzliches Urteilsdispositiv); 

5.5. Einziehung zur Vernichtung folgender Gegenstände und Übergabe an die Bundeskrimi-
nalpolizei, Kommissariat SK2/ Falschgeld, Guisanplatz1, 3003 Bern (Fall Nr. ________) 
(Ziff. VI.6. erstinstanzliches Urteilsdispositiv): 

- 4 Falschgeldnoten à EUR 20.00 

- 30 Falschgeldnoten à EUR 100.00

II.

A.________ sei zudem schuldig zu erklären: 

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen- und gewerbsmässig 
(Umsatz mind. CHF 394'944.00, Reingewinn mind. CHF 89'760.00) qualifiziert begangen in 
D.________ (Ortschaft), E.________(Adresse) 

1.1. in der Zeit vom 11.04.2020 bis am 19.07.2020 durch Erwerb von unbekannten Personen 
und Veräussern an unbekannte Personen von total 2’427 Gramm Kokaingemisch (1'796 
Gramm reines Kokain Hydrochlorid, RHG 74%); 

1.2. in der Zeit vom 20.09.2020 bis am 21.03.2021 durch Erwerb von G.________ und 
H.________ und Veräussern an unbekannte Personen von total 9'250 Gramm Kokain-
gemisch (8’417.5 Gramm reines Kokain Hydrochlorid, RHG 91%);

1.3. am 24.03.2021 durch Besitz und Anstaltentreffen zur Veräusserung von 

1.3.1 216 Gramm Kokaingemisch (203 Gramm reines Kokain Hydrochlorid, RHG 
94%);

1.3.2 58 Gramm Kokaingemisch (48 Gramm reines Kokain Hydrochlorid, RHG 
83%)

1.4. am 16.12.2020 durch Erwerb von unbekannten Personen und Veräussern an 
L.________ von 99.2 Gramm Heroingemisch (33 Gramm reines Heroin Hydrochlorid, 
RHG 33%); 

1.5. am 24.03.2021 durch Besitz und Anstaltentreffen zur Veräusserung von 499 Gramm 
Heroingemisch (289.4 Gramm reines Heroin Hydrochlorid, RHG 58%); 

2. des unrechtmässigen Bezuges von Leistungen der Sozialhilfe, angeblich begangen in der 
Zeit von April 2020 bis März 2021 in D.________ (Ortschaft) (Deliktsbetrag ca. CHF 27’073.60); 

10

3. der Geldwäscherei, begangen in der Zeit vom 11.04.2020 bis am 24.03.2021 in D.________ 
(Ortschaft) (Deliktsbetrag CHF 9’401.12);

und er sei in Anwendung von
Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a Abs. 1 Bst. e und o, 148a, 305bis Ziff. 1 StGB, 
Art. 19 Abs. 1 Bst. c, d und g, Art. 19 Abs. 2 Bst. a und c BetmG, 
Art. 426 StPO 

zu verurteilen: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren und 6 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen 
Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 764 Tagen (24.03.2021 — 26.04.2023); 

2. zu einer Landesverweisung von 10 Jahren; 

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. A.________ sei in Sicherheitshaft zu belassen (Art. 231 Abs. 1 Bst. aStPO).

2. Das von A.________ erfasste DNA-Profil ist nach 30 Jahren, gerechnet ab Urteilsdatum, zu lö-
schen (Art. 16 Abs. 2 Bst. c i.V.m. Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG).

3. Die von A.________ erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sind nach 30 Jah-
ren, gerechnet ab Urteilsdatum, zu löschen (Art. 354 Abs. 4 Bst. aStGB i.V.m. Art. 16 Abs. 2 Bst. 
c und Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG).

4. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem anzuordnen. 

5. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

6. Das Urteil sei dem Bundesamt für Polizei mitzuteilen (Art. 28 Abs. 3 BetmG).

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Zufolge der beschränkten Berufungen des Beschuldigten und der 
Generalstaatsanwaltschaft (siehe oben E. 2) ist das vorinstanzliche Urteil insoweit 
in Rechtskraft erwachsen, als das Strafverfahren gegen den Beschuldigten we-
gen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen in 
D.________ (Ortschaft), E.________ (Adresse) und anderswo in der Zeit vom 
1. Mai 2019 bis am 24. März 2021 durch Erwerb zum Eigenkonsum, Besitz zum 
Eigenkonsum und Konsum von rund 4 Gramm Marihuana und Haschisch einge-
stellt wurde, ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung ei-
ner Entschädigung (Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Weiter rechts-
kräftig sind sodann der Freispruch von der Anschuldigung des in Umlaufsetzen 
falschen Geldes, angeblich begangen in der Zeit vom 20. September 2020 bis am 
24. März 2021 in D.________ (Ortschaft), E.________ (Adresse) (Ziff. II.1. des 
erstinstanzlichen Urteildispositivs), der Verzicht auf den Widerruf des dem Be-

11

schuldigten mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland 
vom 19. September 2018 für eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF 40.00 
gewährten bedingten Vollzugs sowie die Auferlegung von CHF 300.00 Verfah-
renskosten für das Widerrufsverfahren (Ziff. IV. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs). Die weiteren Verfügungen sind soweit die Beschlagnahmungen betref-
fend (Ziff. IV.2.–6. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) ebenfalls in Rechtskraft 
erwachsen.

Zu überprüfen sind demnach der erstinstanzliche Freispruch von der Anschuldi-
gung des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen der Sozialhilfe (Ziff. II.2. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die erstinstanzlichen Schuldsprüche wegen 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen- und gewerbs-
mässig qualifiziert begangen in D.________ (Ortschaft), E.________(Adresse) 
(Ziff. III.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und Geldwäscherei (Ziff. III.2. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Sanktion (Verurteilung zu einer Frei-
heitsstrafe von 8 Jahren und 7 Monaten), die ausgesprochene Landesverweisung 
von 8 Jahren und die Verurteilung zu den auf die Schuldsprüche entfallenden 
Verfahrenskosten. Die weiteren Verfügungen gemäss Ziff. VI. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs sind betreffend die Ausschreibung der Landesverweisung 
im Schengener Informationssystem (Ziff. VI.9. des erstinstanzlichen Urteilsdispo-
sitivs) zu überprüfen; praxisgemäss neu zu verfügen ist auch über das erstellte 
DNA-Profil, die biometrischen erkennungsdienstlichen Daten und die Eröff-
nungsmodalitäten.

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle 
Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Auf die Höhe des amtlichen Honorars für die 
Verteidigung des Beschuldigten in erster Instanz ist nur zurückzukommen, sofern 
die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in un-
haltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_349/2016 
vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3). 

Aufgrund der Berufung der Generalstaatsanwaltschaft darf das Urteil betreffend 
den Vorwurf des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen der Sozialhilfe, die 
Sanktion, die Höhe der Landesverweisung sowie den Kostenpunkt zum Nachteil 
des Beschuldigten abgeändert werden; das Verschlechterungsverbot (Verbot der 
«reformatio in peius») kommt betreffend die von der Staatsanwaltschaft ange-
fochtenen Punkte nicht zum Tragen (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorwurf der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

7.1 Vorwurf gemäss Ziff. I.1. der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in Ziff. I.1.1.–1.5. der Anklageschrift vom 21. April 2022 
folgendes Verhalten vorgeworfen (pag. 997 ff.; Hervorhebungen im Original):

1. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, teilweise mengenmässig und ge-
werbsmässig qualifiziert begangen, durch Erwerb und Veräusserung von Kokain und Heroin, 
Besitz und Anstalten treffen zur Veräusserung von Kokain und Heroin, sowie Konsum von Ma-

12

rihuana und Haschisch, in der Zeit von 11.04.2020 bis 24.03.2021 in D.________ (Ortschaft), 
E.________(Adresse), und evtl. anderswo, im Einzelnen:

1.1. in der Zeit von 11.04.2020 bis 19.07.2020 in D.________ (Ortschaft), 
E.________(Adresse) und evtl. anderswo, durch Erwerb und Veräusserung von Kokain-
gemisch,

indem der Beschuldigte im erwähnten Zeitraum eine unbekannte Menge, jedoch mindes-
tens 2'427 Gramm Kokaingemisch (Annahme Reinheitsgrad 74 % Cocain Hydrochlorid) 
von unbekannten Personen erwarb und an unbekannt gebliebene Abnehmer veräusser-
te, wobei davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte einen Gewinn von mindestens 
CHF 10.00 pro Gramm, somit insgesamt mindestens CHF 24'270.00, erzielte, im Einzel-
nen:

1.1.1. ca. 11.04.2020: Erwerb von 49.9 Gramm Kokaingemisch

1.1.2. ca. 06.05.2020: Erwerb von 468 Gramm Kokaingemisch

1.1.3. ca. 28.05.2020: Erwerb von 477.4 Gramm Kokaingemisch

1.1.4. ca. 11.06.2020: Erwerb von 456.1 Gramm Kokaingemisch

1.1.5. ca. 16.06.2020: Erwerb von 293.3 Gramm Kokaingemisch

1.1.6. ca. 27.06.2020: Erwerb von 480.1 Gramm Kokaingemisch

1.1.7 ca. 05.07.2020: Erwerb von 83.2 Gramm Kokaingemisch

1.1.8. ca. 09.08.2020: Erwerb von 44.9 Gramm Kokaingemisch

1.1.9. ca. 19.07.2020: Erwerb von 74.4 Gramm Kokaingemisch

insgesamt erworben rund 2'427 Gramm Kokaingemisch,
insgesamt erworben rund 1'796 Gramm reines Kokain

1.2. in der Zeit von 20.09.2020 bis 21.03.2021 in D.________ (Ortschaft), 
E.________(Adresse) und evtl. anderswo, durch Erwerb und Veräusserung von Kokain-
gemisch,

indem der Beschuldigte im erwähnten Zeitraum eine Menge von insgesamt rund 9'250 
Gramm Kokaingemisch von der Gruppierung rund um G.________ und H.________ er-
warb und davon rund 8'976 Gramm (Annahme Reinheitsgrad 91 % Cocain Hydrochlorid) 
an unbekannt gebliebene Abnehmer veräusserte, wobei davon auszugehen ist, dass der 
Beschuldigte einen Gewinn von mindestens CHF 10.00 pro Gramm, somit insgesamt 
rund CHF 89'760.00, erzielte; im Einzelnen:

1.2.1. am 20.09.2020: Erwerb von 200 Gramm Kokaingemisch

1.2.2. am 21.09.2020: Erwerb von 300 Gramm Kokaingemisch

1.2.3. am 25.09.2020: Erwerb von 200 Gramm Kokaingemisch

1.2.4. am 30.09.2020: Erwerb von 1600 Gramm Kokaingemisch

1.2.5. am 21.10.2020: Erwerb von 300 Gramm Kokaingemisch

1.2.6. am 29.10.2020: Erwerb von 300 Gramm Kokaingemisch

1.2.7 am 30.10.2020: Erwerb von 400 Gramm Kokaingemisch

13

1.2.8. am 07.11.2020: Erwerb von 200 Gramm Kokaingemisch

1.2.9. am 13.11.2020: Erwerb von 200 Gramm Kokaingemisch

1.2.10. am 20.11.2020: Erwerb von 250 Gramm Kokaingemisch

1.2.11. am 23.11.2020: Erwerb von 200 Gramm Kokaingemisch

1.2.12. am 24.11.2020: Erwerb von 400 Gramm Kokaingemisch

1.2.13. am 30.11.2020: Erwerb von 300 Gramm Kokaingemisch

1.2.15. [sic!] am 17.12.2020: Erwerb von 400 Gramm Kokaingemisch

1.2.16. am 27.12.2020: Erwerb von 300 Gramm Kokaingemisch

1.2.17. am 23.12.2020: Erwerb von 400 Gramm Kokaingemisch

1.2.18. am 02.01.2021: Erwerb von 300 Gramm Kokaingemisch

1.2.19. am 09.01.2021: Erwerb von 100 Gramm Kokaingemisch

1.2.20. am 18.01.2021: Erwerb von 50 Gramm Kokaingemisch

1.2.21. am 22.01.2021: Erwerb von 300 Gramm Kokaingemisch

1.2.22. am 28.01.2021: Erwerb von 300 Gramm Kokaingemisch

1.2.23. am 01.02.2021: Erwerb von 300 Gramm Kokaingemisch

1.2.24. am 07.02.2021: Erwerb von 200 Gramm Kokaingemisch

1.2.25. am 15.02.2021: Erwerb von 300 Gramm Kokaingemisch

1.2.26. am 27.02.2021: Erwerb von 200 Gramm Kokaingemisch

1.2.27. am 05.03.2021: Erwerb von 200 Gramm Kokaingemisch

1.2.28. am 09.03.2021: Erwerb von 250 Gramm K0kaingemisch

1.2.29. am 18.03.2021: Erwerb von 300 Gramm Kokaingemisch

1.2.30. am 21.03.2021: Erwerb von 100 Gramm Kokaingemisch

insgesamt erworben: rund 9’250 Gramm Kokaingemisch,
insgesamt erworben: rund 8'419 Gramm reines Kokain

insgesamt veräussert: rund 8'976 Gramm Kokaingemisch
insgesamt veräussert: rund 8'419 Gramm Kokaingemisch

1.3. am 24.03.2021, durch Besitz und Anstalten treffen zur Veräusserung von Kokaingemisch,

1.3.1. indem der Beschuldigte in dem von ihm gemieteten Studio an der 
E.________(Adresse) in D.________ (Ortschaft) 216 Gramm Kokaingemisch 
(Reinheitsgrad 94% Cocain Hydrochlorid; reiner Wirkstoff rund 203 Gramm) auf-
bewahrte, welches zur Weiterveräusserung bestimmt war;

1.3.2. indem der Beschuldigte in dem von ihm gemieteten Studio an der 
E.________(Adresse) in D.________ (Ortschaft) 58 Gramm Kokaingemisch 
(Reinheitsgrad 83% Cocain Hydrochlorid; reiner Wirkstoff ca. 48 Gramm) auf-
bewahrte, welches zur Weiterveräusserung bestimmt war.

14

1.4. am 16.12.2020 in D.________ (Ortschaft), E.________ (Adresse), durch Veräusserung 
von Heroingemisch

Indem der Beschuldigte insgesamt 99.2 Gramm Heroingemisch (Reinheitsgrad 33% He-
roin Hydrochlorid; rund 33 Gramm reiner Wirkstoff) an L.________ veräusserte,

1.5. am 24.03.2021, durch Besitz und Anstalten treffen zur Veräusserung von Heroingemisch,

indem der Beschuldigte in dem von ihm gemieteten Studio 499 Gramm Heroingemisch 
(Reinheitsgrad 58% Heroin Hydrochlorid, 289.4 Gramm reiner Wirkstoff) aufbewahrte, 
welches zur Weiterveräusserung bestimmt war;

7.2 Bestrittener/unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet vor oberer Instanz, selber mit Kokain oder Heroin ge-
handelt zu haben. Er habe nichts gekauft und nichts verkauft. Der Beschuldigte 
gibt hingegen zu, G.________ seine Wohnung und das Studio zur Verfügung ge-
stellt und davon gewusst zu haben, dass dieser dem Drogenhandel nachgehe. 
Der Beschuldigte sei somit nicht selbst aktiv im Drogenhandel tätig gewesen, wie 
ihm dies zum Vorwurf gemacht werde; er habe lediglich den Drogenhandel von 
G.________ indirekt unterstützt. Aus den Anträgen der Verteidigung geht hervor, 
dass mit Blick auf die Anklageschrift der Vorwurf der qualifizierten Widerhandlun-
gen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. I.1. der Anklageschrift) insoweit be-
stritten wird, als der Beschuldigte seine eigentliche Täterschaft beim Vorwurf 
gemäss Ziff. I.1.1. der Anklageschrift verneint und vorbringt, sich nur in unterge-
ordnetem Rahmen – nämlich als Gehilfe – strafbar gemacht zu haben. Überdies 
werden gemäss den Anträgen der Verteidigung Erwerb und Besitz von 251 
Gramm reinem Kokain und 289.4 Gramm reinem Heroin anerkannt (Ziff. I.1.3. 
und Ziff. I.1.5. der Anklageschrift). Alles andere in der Anklageschrift erwähnte – 
namentlich die Vorwürfe gemäss Ziff. I.1.2. und I.1.4. der Anklageschrift – wird 
vom Beschuldigten hingegen vollumfänglich bestritten.

7.3 Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung wird vorab auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 1365; S. 7 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung).

Für das oberinstanzliche Verfahren sei an dieser Stelle festgehalten, dass das 
Gericht im Rechtsmittelverfahren für die tatsächliche und die rechtliche Würdi-
gung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz verwei-
sen kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Solche Verweisungen erscheinen in erster Linie 
bei nicht strittigen Sachverhalten und abstrakten rechtlichen Ausführungen sinn-
voll, kommen hingegen bei strittigen Sachverhalten und Beweiswürdigungen so-
wie bei der rechtlichen Subsumtion des konkreten Falls nur dann infrage, wenn 
die Rechtsmittelinstanz den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) bei-
pflichtet. Art. 82 Abs. 4 StPO entbindet die Rechtsmittelinstanzen nicht von deren 
Begründungspflicht und findet seine Grenzen, wenn sich nicht mehr ohne Weite-
res feststellen lässt, was die massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Erwä-
gungen der Rechtsmittelinstanz sind (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3; Urteil 
6B_1164/2023 vom 7. Oktober 2024 E. 3.2; je mit Hinweisen). Stimmt die 

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Rechtsmittelinstanz grundsätzlich zu und hat sie bloss nebensächliche Vorbehal-
te, kann sie indes punktuelle Korrekturen formulieren und im Übrigen auf die vor-
instanzliche Begründung verweisen (Urteil 6B_1164/2023 vom 7. Oktober 2024 E. 
3.2 mit Hinweisen).

7.4 Vorbemerkung zum Aufbau der Beweiswürdigung

Nachfolgend wird die Beweiswürdigung entsprechend der Gliederung der Vorin-
stanz vorgenommen, d.h. die einzelnen Tatvorwürfe werden separat und – in Ab-
weichung der chronologischen Aufführung in der Anklageschrift – in der Reihen-
folge Ziff. I.1.2., I.1.1., I.1.3., I.1.5. und I.1.4. AKS geprüft.

7.5 Beweiswürdigung zu Ziff. I.1.2. der Anklageschrift

7.5.1 Objektive Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen objektiven Beweismittel zutreffend wiederge-
geben; auf diese Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen werden 
(pag. 1366 ff., S. 8 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Darüber hinaus 
wird auf eine weitere Auflistung und eigentliche Zusammenfassung der objektiven 
Beweismittel verzichtet. Aus Sicht der Kammer sei an dieser Stelle zu den objek-
tiven Beweismitteln, teilweise wiederholend, teilweise präzisierend, Folgendes 
hervorgehoben:

Gemäss Anzeigerapport vom 8. März 2022 (pag. 112 ff.) ist der Beschuldigte 
nicht nur am Briefkasten der Liegenschaft an der E.________(Adresse) ange-
schrieben, sondern auch schriftenpolizeilich in der vorgenannten Liegenschaft 
gemeldet. Er habe gemäss Eigentümerin der Liegenschaft und gemäss Mietver-
trag das Studio ________ (Nummer x) an der E.________(Adresse) ab dem 20. 
Dezember 2017 bis zum 31. Mai 2018 für monatlich CHF 500.00 gemietet (pag. 
136). Anschliessend habe er das Studio .________ (Nummer x) ab dem 25. Ja-
nuar 2021 nochmals für drei Monate gemietet (pag. 143). Sodann habe er 
gemäss den Angaben der Eigentümerin der Liegenschaft und dem Mietvertrag 
vom 31. Mai 2018 seit dem 1. Juni 2018 das Studio ________ (Nummer y) an der 
E.________(Adresse) für monatlich CHF 700.00 gemietet. Dieser Mietzins wird 
direkt vom Sozialdienst bezahlt (pag. 223). 

Die Studiowohnung ________(Nummer y) sei unmittelbar im Anschluss an die 
Anhaltung und im Beisein des Beschuldigten durchsucht worden. Nebst einer ge-
ringen Menge Marihuana-Blüten, Verpackungsmaterialien sowie EUR 3'080.00 
Falschgeld sei in einer Schublade der Schlüssel zum Studio .________(Nummer 
x) gefunden worden. Im Studio ________ (Nummer x) wurden zwei Digitalwaa-
gen, CHF 25'300.00 sowie mehrere Portionen Betäubungsmittel (rund 810 
Gramm brutto) aufgefunden und sichergestellt (pag. 115).

Der Beschuldigte führte anlässlich der Anhaltung zwei Mobiltelefone (Samsung 
mit der Nr. ________ und Palm mit der Nr. ________) sowie eine separate SIM-
Karte (mit der Nr. ________) mit sich. Auf beiden Mobiltelefonen hätten sich Hin-
weise auf Betäubungsmittelhandel befunden. Am Tag der Anhaltung von 
G.________ habe der Beschuldigte die SIM-Karte (Palm) ausgewechselt. Dies 
lasse vermuten, dass er weiterhin mit Personen aus dem Umfeld von G.________ 

16

in Verbindung gestanden und durch diese über dessen Anhaltung informiert wor-
den sei (pag. 122). In den sichergestellten Geräten hätten sehr wenige telefoni-
sche Verbindungen zwischen dem Beschuldigten und G.________ bzw. 
H.________ gefunden werden können. Allerdings habe der Beschuldigte die Ap-
plikation «Viber» benutzt, welche er offensichtlich bereinigt und sowohl die Nach-
richten- als auch die Anrufverläufe gelöscht habe. Diese Verbindungen hätten 
nachträglich nicht mehr aufgedeckt werden können (pag. 122).

Sodann liegen den Akten die Protokolle der Hausdurchsuchungen der Studios 
________(Nummer y) und 11 (pag. 669 f.) an der E.________(Adresse), 
________ (PLZ) D.________ (Ortschaft), vor. Bezüglich des Studios 
________(Nummer y) sind die im Protokoll aufgeführten Posten Verpackungsma-
terial, 3 Minigrip mit Gras (ca. 4 Gramm) sowie der Schlüssel zum Studio 
.________(Nummer x), welcher sich im Sideboard befand, zu erwähnen (pag. 
670). Im Studio .________(Nummer x) wurden gemäss Durchsuchungsprotokoll 
(pag. 670) insgesamt CHF 25'300.00 gefunden; dies in drei Bündeln à CHF 
4'500.00, CHF 13'800.00 und CHF 700.00 (vgl. hierzu Fotos pag. 687–689). Wei-
ter wurden fünf Blöcke mit Drogen gefunden. Diese wurden jeweils inklusive Ver-
packung gewägt und fotografiert. Es handelt sich um einen blau verpackten Block 
à 525.3 Gramm (pag. 677) sowie vier weiss verpackte Blöcke à 102.9, 79.1, 62.2 
sowie 42.2 Gramm (pag. 678–681), zusammengerechnet somit 811.7 Gramm. 
Die genauen Berechnungen des entsprechenden Nettogewichts und der Rein-
heitsgrade sind im forensisch-chemischen Abschlussbericht des Instituts für 
Rechtsmedizin vom 7. Juni 2021 ersichtlich (pag. 237 ff). Weiter wurden bei der 
Hausdurchsuchung zwei Digitalwaagen (vgl. hierzu Fotos pag. 682 f.) sowie Ver-
packungsmaterial (vgl. Fotos pag. 684 f.) gefunden. 

Betreffend die Auswertungen der Mobiltelefone des Beschuldigten ist an dieser 
Stelle hervorzuheben, dass die Rufnummer ________ (Mobiltelefon Samsung 
[pag. 137 f.]) auf den Namen der Tochter des Beschuldigten registriert wurde. Es 
konnte keine Verbindung zwischen dieser Rufnummer und jener von G.________ 
festgestellt werden. In der History der Taschenrechner-Applikation konnten drei 
Rechnungen gefunden werden (vgl. hierzu Fotos pag. 148 und pag. 151). Erwäh-
nenswert ist, dass das Resultat einer Rechnung (300 x 46 = 13'800) mit der Bar-
geldsicherstellung korrespondiert. In den Notizen des Telefons findet sich sodann 
eine Auflistung von Namen und jeweils eine Zahl dahinter (vgl. hierzu Fotos pag. 
156, pag. 181–183). Im Systemordner «WhatsApp/Media/WhatsApp 
Images/Sent» fand sich die Fotografie einer Notiz, auf welcher «N.________, 
O.________ (Ortschaft), 250. Fr.» geschrieben steht (vgl. hierzu Foto pag. 142). 
Weiter wurden auf dem Mobiltelefon Fotos mit Betäubungsmitteln gefunden, die 
sich auf dem roten Salontisch des Beschuldigten befanden. Diese Bilder waren 
gelöscht worden und konnten anlässlich der Analyse des Mobiltelefons wieder-
hergestellt werden (es handelt sich dabei um die für die vorliegende Anklageziffer 
relevanten Fotos auf pag. 171–176, pag. 180 sowie pag. 184 bis 186).

Auf einem weiteren Foto ist ein Stapel mit Tausendernoten sowie eine Uhr der 
Marke Calvin Klein auf dem roten Salontisch des Beschuldigten ersichtlich 
(pag. 167). Hinzu kommt ein Foto mit einer der Digitalwaagen (pag. 168), welche 

17

auch bei der Hausdurchsuchung vorgefunden wurde (pag. 682). Es befinden sich 
weitere Fotos auf dem Mobiltelefon Samsung, welche aber einzig für das Jahr 
2020 und damit für den Vorwurf gemäss Ziff. I.1.1. der Anklageschrift relevant 
sind (es wird darauf in nachstehender Ziff. 7.7.2 zurückgekommen werden). Foto-
grafiert wurden mit dem Samsung alsdann folgende SMS-Nachrichten auf dem 
Mobiltelefon Palm (pag. 133): «il a une odeur essence et un goût dégueulasse!!! 
C’est pas bon pour fumer sniffer non plus» (pag. 192), «Une tra le peggiori che 
abbia provato!» (pag. 193) sowie «Cattiva Sapore di chimico, petrolio o simili, 
brucia, se fumata fa vomitare» (pag. 194), «Cattiva anche questa Dani Domani ti 
chiamo vediamo che fare» (pag. 195).

Das Mobiltelefon Palm betreffend wurde die Rufnummer ________ (pag. 139 f.) 
am 19. Oktober 2020 auf den Namen P.________ registriert. Der Reisepass die-
ser Person ist seit dem 23. September 2020 als gestohlen oder von ihm verloren 
im Schengener Informationssystem SIS zur Sicherstellung ausgeschrieben. Diese 
Rufnummer stand am 7. Februar 2021 zwei Mal mit der Rufnummer ________) 
von G.________ in Kontakt. Es sind diverse Rufnummern auf dem Mobiltelefon 
Palm gespeichert; diese entsprechen zum Teil auch den gespeicherten Rufnum-
mern auf der sichergestellten SIM-Karte (pag. 139). Es wurden zwei SMS-
Nachrichten sichergestellt: Die eine vom 26. Dezember 2020, 15.53 Uhr, mit dem 
Inhalt «il a une odeur essence et un goût dégueulasse!!! C’est pas bon pour fu-
mer sniffer non plus» (pag. 157). Die andere vom 12. Januar 2021, 11.09 Uhr, mit 
dem Inhalt «C’est tres bien mon amie super flach merci» (pag. 158).

Zur SIM-Karte (mit der Nr. ________ [pag. 141]) ist festzuhalten, dass diese Ruf-
nummer am 21. Januar 2019 auf den Namen Q.________ registriert wurde. Es 
konnte keine Person mit diesem Namen gefunden werden; die Ausweisnummer 
dieser Person ist in der Schweiz unbekannt und die angegebene Adresse existiert 
nicht. Diese Rufnummer stand in der Zeit vom 20. Januar 2021 bis 4. Februar 
2021 zehn Mal mit zwei durch G.________ genutzten Rufnummern in Kontakt 
________ und ________). Es sind diverse Rufnummern auf der SIM-Karte ge-
speichert, welche zum Teil auch den gespeicherten Rufnummern auf dem sicher-
gestellten Mobiltelefon Palm entsprechen (pag. 139).

In den Buchhaltungsunterlagen von G.________ (pag. 296–299, 302 f., 306 f., 
309 f., 324 f., 329 f., 332–334, 341, 334–338) wurde Buch darüber geführt, wann 
G.________ wem wieviel Drogen zu welchem Preis geliefert hat. Der Name 
«I.________» taucht immer wieder auf und wurde von der ermittelnden Polizei 
gelb markiert. Der Beilage 101 zum Anzeigerapport vom 8. März 2022 (pag. 231) 
ist zu entnehmen, dass die Daten in der Buchhaltung mit den festgestellten Fahr-
ten der Kuriere (G.________ und H.________) nach D.________ (Ortschaft) kor-
respondieren. Aus diesen Buchhaltungsaufstellungen geht hervor, dass 
G.________ «I.________» im Zeitraum 20. September 2020 bis 21. März 2021 
insgesamt 9'250 Gramm Kokaingemisch zu einem Preis von total CHF 
402'050.00 lieferte. 

Weiter ist auf den aktenkundigen Auszug des Schlussberichts der Strafuntersu-
chung des Bundesamts für Polizei fedpol vom 25. Mai 2021 (pag. 1232 ff.) hinzu-
weisen, woraus zur Zelle «I.________» hervorgeht, dass G.________ und 

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H.________ regelmässig Betäubungsmittel an eine Person, genannt 
«I.________», geliefert hätten. Diese Treffen hätten, im Gegensatz zu den meis-
ten übrigen Treffen, in einer Liegenschaft in D.________ (Ortschaft) an der 
E.________(Adresse) stattgefunden. G.________ habe am 1. Februar 2021 ge-
gen 17.20 Uhr beim Betreten dieser Adresse beobachtet werden können. Sein 
Besuch habe nur ein paar Minuten gedauert. In ähnlicher Weise sei H.________ 
am 15. Februar 2021, ca. 17.10 Uhr, beim Betreten des Gebäudes gesehen wor-
den. Die Tatsache, dass G.________ und H.________ Kokain an «I.________» 
geliefert hätten, gehe aus mehreren Audioaufnahmen hervor. Erwähnenswert sei 
die Aufnahme vom 11. Februar 2021, in der G.________ und «I.________» mit-
einander telefonierten und in der G.________ «I.________» frage, «ob er 3 mit-
nehmen solle». I.________ habe geantwortet, dass er nur noch 1 und etwas übrig 
habe. G.________ habe daraufhin geantwortet, dass er «zwei nehme». Ebenfalls 
erwähnenswert sei die Aufnahme vom 15. Februar 2021, in der in einem Telefon-
gespräch G.________ H.________ frage, ob er zu «I.________» gehe und 
H.________ dies bestätigt habe. Gerade im Zusammenhang mit dieser Lieferung 
an «I.________» seien weitere Audioaufnahmen vom 15. Februar 2021 von In-
teresse, aus denen hervorgehe, dass G.________ als Vermittler zwischen 
H.________ und «I.________» auftrete. In einer Audioaufnahme vom 25. Februar 
2021, in der G.________ und R.________ über die Abrechnung von Betäu-
bungsmittelgeschäften sprechen würden, tauche der Name «I.________» auf. Es 
scheine, dass «I.________» damals noch Schulden bei G.________ gehabt ha-
be. «S.________» sei von G.________ über diese Lieferungen informiert worden. 
In einem Gespräch zwischen G.________ und «S.________» vom 12. Februar 
2021, in dem es um die Abrechnung des Betäubungsmittelverkaufs gehe, habe 
G.________ «S.________» mitgeteilt, dass «ihm der I.________ eine weniger 
gerechnet habe». Die Kantonspolizei Bern, Fahndung D.________ (Ortschaft), 
sei über diese Informationen in Kenntnis gesetzt worden und habe «I.________» 
als A.________ identifizieren können (pag. 1236).

Sodann liegt den Akten der Rapport Domaine forensique vom 29. Juni 2021 
(pag. 241 ff.) vor. Hierzu ist präzisierend zu den Ausführungen der Vorinstanz da-
zu (vgl. pag. 1368) festzuhalten, dass die Fingerabdrücke nicht nur auf verschie-
denen Stücken von Zellophan, Plastiksäcken und auf einem Metalllöffel zu finden 
waren, sondern dass sich in diesen Zellophanstücken und Plastiksäcken die Dro-
gen befunden haben (pag. 254). Im Rapport wird weiter festgehalten, dass die 
DNA-Spuren des Beschuldigten nicht nur auf den äusseren Schichten der Verpa-
ckungen, sondern auch in den inneren Schichten der Verpackungen zu finden 
waren (pag. 242).

7.5.2 Subjektive Beweismittel

Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten 
(pag. 418 ff., 446 ff., 458 ff., 480 ff., 505 ff., 520 ff., 572 ff., 576 ff., 589 ff., 612 ff., 
622 ff., 635 ff. und 1275 ff.), die Aussagen des Zeugen G.________ (pag. 266 ff., 
269 ff., 284 ff., 314 ff., 326 ff., 357 ff., 1285 ff.) und die Aussagen des Zeugen 
H.________ (pag. 369 ff., 372 ff., 406 ff.) vor. Vorab sei auf die eigentlichen Ein-
vernahmeprotokolle sowie deren zutreffende, ausführliche Zusammenfassung der 

19

Vorinstanz (pag. 1368 ff., pag. 1375 ff. und pag. 1378 f.) verwiesen. Soweit sich 
ergänzende und/oder präzisierende Ausführungen zu den subjektiven Beweismit-
teln aufdrängen, erfolgen diese im Rahmen der nachfolgenden Würdigung der 
Kammer. Auch auf eine Zusammenfassung der oberinstanzlichen Einvernahme 
des Beschuldigten wird verzichtet und hierauf – soweit relevant – direkt im Rah-
men der nachfolgenden Beweiswürdigung eingegangen.

7.5.3 Würdigung der Kammer

Wie die Vorinstanz gelangt auch die Kammer nach Würdigung sämtlicher Aussa-
gen und des Aussageverhaltens der befragten Personen sowie unter Berücksich-
tigung der objektiven Beweismittel zur Überzeugung, dass der Beschuldigte 
durchaus im Betäubungsmittelhandel tätig war und grössere Mengen Kokain von 
der Gruppierung rund um G.________ und H.________ erwarb und anschlies-
send weiterveräusserte. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung ist in dieser Hin-
sicht weitestgehend überzeugend, auf sie kann vorab verwiesen werden 
(pag. 1386 f., S. 28 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Der Vollständig-
keit halber werden ergänzend zu den erstinstanzlichen Erwägungen, teilweise 
aber auch wiederholend, die wesentlichen Aussagen des Beschuldigten und der 
Zeugen nochmals in beweismässiger Hinsicht einer Aussagenwürdigung unterzo-
gen und auf Übereinstimmung mit den objektiven Beweismitteln überprüft.

7.5.3.1 Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen des Beschuldigten wie folgt (pag. 1380 f., 
S. 22 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Die Aussagen des Beschuldigten sind (...) widersprüchlich und liessen wenig Kontinuität erkennen. 
Vielmehr passte er seine Angaben immer wieder dem Stand der Untersuchung an. Dies beispiels-
weise betreffend den Zeitpunkt, wann er G.________ kennen lernte. Am Anfang der Untersuchung 
liess er diesbezüglich verlauten, ihn seit Januar 2021 zu kennen (pag. 420 Z. 56 f.). Anlässlich einer 
nächsten Einvernahme machte er geltend, G.________ schon seit 2020 zu kennen (pag. 510 Z. 
215). Er habe das aus Angst bei der ersten Einvernahme nicht gesagt (pag. 510 Z. 215 f.). Er habe 
G.________ von September – November 2020 erlaubt, bei ihm zu bleiben und in dieser Zeit habe 
dieser auch seine Sachen vorbereitet (pag. 511 Z. 288 f.). Auf Vorhalt eines Fotos aus seinem Han-
dy, welches G.________ im Juli 2020 zeigte, gab der Beschuldigte schlussendlich an, G.________ 
nun doch seit Ende Dezember 2019 oder Januar 2020 zu kennen (pag. 527 Z. 313). Anlässlich der 
nächsten delegierten Einvernahme durch die Polizei am 10.08.2021 (pag. 572 ff.) machte der Be-
schuldigte geltend, dass er gestresst sei und keine Fotos mehr vorgehalten bekommen wolle (pag. 
572 Z. 23). Die Einvernahme wurde in der Folge abgebrochen. Ein ähnliches Aussageverhalten leg-
te er auch bezüglich der von G.________ erhaltenen Geldbeträge an den Tag. So gab er im Febru-
ar 2021 an, lediglich die Miete von 600.00 Fr. für das Studio .________(Nummer x) von 
G.________ erhalten zu haben (pag. 451 Z. 194 ff., pag. 461 Z. 129 ff.). Als schliesslich Fragen zu 
grösseren Anschaffungen gestellt wurden, machte er sodann aus taktischen Gründen geltend, dass 
ihm G.________ auch finanziell ausgeholfen habe und er für die Nutzung der Wohnung ab Septem-
ber jeden Monat von G.________ 600.00 Fr. erhalten habe (pag. 512 Z. 335 ff.). Insgesamt habe er 
3'000.00 Fr. von G.________ bekommen (pag. 514 Z. 413). Das Aussageverhalten des Beschuldig-
ten zeichnete sich daher auch durch prozesstaktische Überlegungen aus. Er antizipierte die Vorwür-
fe und passte seine Aussagen entsprechend an, um dann anschliessend die passenden Antworten 

20

auf die Fragen bereit zu haben. Nichtsdestotrotz verstrickte er sich bei seinen Aussagen in Wider-
sprüche, machte nicht logische Aussagen und die Anpassungen seiner Aussagen an den Ermitt-
lungsstand der Untersuchung sind evident. Insgesamt sind daher die Aussagen des Beschuldigten 
nicht glaubhaft und auf diese kann nicht abgestellt werden.

Diesen zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz kann sich die Kammer ansch-
liessen. Vor oberer Instanz blieb der Beschuldigte betreffend die Frage, wann er 
G.________ kennengelernt habe, nun bei seinen späteren Aussagen, wonach 
dies Ende 2019 in D.________ (Ortschaft) gewesen sei (pag. 1535 Z. 147 f.). Un-
terschiedliche Angaben machte der Beschuldigte im Verlauf des Strafverfahrens 
auch zu den Gründen, weshalb er das Studio .________(Nummer x) gemietet 
hatte. So führte er bei der Hafteröffnung am 24. März 2021 aus, dass seine Woh-
nung zu klein gewesen sei, er Platz für sein Velo gebraucht habe und so ab Fe-
bruar 2021 vorübergehend für ca. drei Monate das Studio .________(Nummer x) 
für CHF 400.00 habe mieten können, um sein Velo und andere Sachen dort zu 
deponieren (pag. 451 Z. 166 ff.). Gleichzeitig führte er aber aus, dass er Anfang 
Februar 2021 – resp. war es auf Nachfrage schliesslich Ende Februar 2021 – 
G.________ mitgeteilt habe, dass er noch ein Zimmer habe und – da er Geld 
brauchte – ihm dieses für CHF 600.00 vermietet habe (pag. 451 Z. 195 f. und 
pag. 452 197 ff.). Es sei abgemacht worden, dass er G.________ das Studio für 
einen Monat vermiete (pag. 453 Z. 235 ff.). Später, am 25. Mai 2021, sagte er 
dann aus, G.________ habe ihm zweimal CHF 600.00 bezahlt (pag. 461 Z. 122). 
Am 7. Juni 2021 hiess es wiederum, G.________ habe ihm im Februar 2021 
CHF 1'800.00 Miete im Voraus gegeben, nachdem er G.________ gesagt habe, 
dass er die Miete von 1'200.00 schon bezahlt habe (pag. 514 Z. 428 ff.). Am 
9. November 2021 führte der Beschuldigte dann aus, G.________ habe ihm im 
Jahr 2020 drei, vier oder fünf Mal je CHF 600.00 Miete bezahlt, danach noch 
CHF 400.00. Auf Frage, ob G.________ ihm im Jahr 2021 Geld gegeben habe, 
führte der Beschuldigte in einer neuen Version aus, er habe im Februar 2021 
CHF 400.00 von G.________ erhalten; im März 2021 habe G.________ ihm dann 
kein Geld mehr gegeben. Er habe noch darauf gewartet, doch habe er ihm nichts 
mehr gegeben (pag. 591 Z. 74 ff.). Nur kurze Zeit später, am 29. November 2021 
scheint der Beschuldigte seine früheren Aussagen wieder vergessen zu haben 
und gab zu Protokoll, drei bis vier Monate lang CHF 600.00 erhalten zu haben, 
danach habe G.________ die Miete selber bezahlt und ihm (gemeint: dem Be-
schuldigten) nur noch CHF 200.00 bezahlt (pag. 625 Z. 141 ff.). Vor der oberen 
Instanz sagte der Beschuldigte aus, die Wohnung erstmal für drei Monate gemie-
tet zu haben, woraufhin G.________ ihm das Geld für drei Monate gegeben und 
er dies der «Frau» bezahlt habe (pag. 1535 Z. 173 ff.). 

Auch die Angaben des Beschuldigten, wie es dazu kam, dass er im Studio 
.________(Nummer x) die Drogen(-utensilien) zusammenräumte, sind wider-
sprüchlich. Am 24. März 2021 sagte der Beschuldigte bei der Hafteröffnung aus, 
dass ihn jemanden, der angegeben habe, er sei der Bruder von G.________, an-
gerufen und ihm gesagt habe, G.________ sei ausgereist. Der Bruder habe wis-
sen wollen, wo die Sachen von G.________ seien und sei vorbeigekommen. Zu-
sammen seien sie dann ins Studio ________(Nummer y) gegangen. Als der Bru-
der kurz zum Denner gegangen sei, sei er selbst ins Studio .________(Nummer 

21

x) gegangen und habe festgestellt, dass es viele Sachen habe und sei erschro-
cken. Er habe sich einen Moment bei einem Spaziergang gefangen, sei dann 
wieder ins Studio gegangen und habe alles zusammengepackt (pag. 453 Z. 246 
ff.). Bei der polizeilichen Einvernahme vom 25. Mai 2021 änderte er dann seine 
Version: Als er nichts von G.________ gehört habe, habe er dieses Zimmer or-
dentlich gemacht und alle Sachen zusammengepackt (pag. 462 Z. 175 f.). Vorher 
habe er versucht, G.________ anzurufen (pag. 462 Z. 185). Nach fünf Tagen sei 
eine Person gekommen und habe G.________ Sachen abholen wollen. Da er die 
Person nicht gekannt habe, habe er ihr gesagt, dass G.________ diese Sachen 
abholen solle. Die Person habe gesagt, dass sie aus T.________ (Land) komme, 
also habe er dieser Person seine Wohnung gezeigt und nicht das Studio 
.________(Nummer x) (pag. 462 Z. 176 ff.). Diese Version änderte der Beschul-
digte dann wiederum noch in der gleichen Einvernahme, indem er aussagte, die-
se Person habe ständig telefoniert und gesagt, dass er der Kollege oder Fratello 
von G.________ sei. Nach zwei Tagen habe ihn diese Person auf sein privates 
Telefon angerufen und nach der Arbeit auf ihn gewartet. Diese Person sei dann 
mit ihm direkt nach oben gekommen, weshalb er seine Wohnung gezeigt habe. 
Nach einer Weile sei diese Person dann gegangen und der Beschuldigte sei auch 
weggegangen (pag. 466 Z. 392 ff.). Abermals eine neue Version kam im Rahmen 
der Einvernahme vom 27. Mai 2021 hinzu. Es habe ihn ein Mann angerufen und 
ihm gesagt, dass G.________ von der Polizei angehalten worden sei. Dieser 
Mann kenne G.________ schon lange und schaue nach ihm. Eine Woche später 
sei der Mann dann gekommen und habe nach den Drogen gefragt, doch habe der 
Beschuldigte ihm diese nicht gegeben (pag. 485 Z. 243 ff.). Bei der Staatsanwalt-
schaft erzählte es der Beschuldigte am 7. April 2022 wiederum anders. So habe 
er einen Anruf erhalten, dass G.________ festgenommen worden sei, wobei ihm 
mitgeteilt worden sei, dass er alles zusammenpacken und an einen Ort bringen 
solle. Das habe er dann auch gemacht (pag. 643 Z. 283 ff.). Anlässlich der Beru-
fungsverhandlung gab der Beschuldigte schliesslich zu Protokoll, dass 
G.________ dort gelebt habe, bis ihn die Polizei fasste. Er habe dann einen Anruf 
erhalten und jemand habe ihm gesagt: «Hallo, Fratello, er wurde gefasst, pack 
seine Sachen zusammen und nimm sie aus der Wohnung». Es spricht Bände, 
dass der Beschuldigte sich sodann hierfür zur Verfügung stellte, wenn er doch 
kein Interesse am eigentlichen Drogenhandel und lediglich die Wohnung zur Ver-
fügung gestellt haben will.

Zu den Aussagen des Beschuldigten bezüglich der auf seinem Mobiltelefon vor-
gefundenen Fotos erwog die Vorinstanz was folgt (pag. 1386, S. 28 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung):

Nichts Anderes gilt für die Aussagen des Beschuldigten zur Herkunft der Fotos der Digitalwaagen 
mit dem Kokainpulver/-steinen. Die diesbezüglichen Angaben des Beschuldigten muten geradezu 
abenteuerlich an. G.________ soll sämtliche Fotos, welche sich auf dem Mobiltelefon des Beschul-
digten befanden und Inhalte aufwiesen, welche auf eine illegale Tätigkeit hindeuten könnten (bspw. 
Bargeld, Drogen, Notizzettel) mit dem Mobiltelefon des Beschuldigten aufgenommen haben (pag. 
525 Z. 238 ff., pag. 626 Z. 197 ff., pag. 649 Z. 525 ff., pag. 1275 Z. 32 ff.). G.________ verfügte 
aber selber über ein Mobiltelefon und hätte das Bargeld und die Drogen ohne weiteres selber foto-
grafieren können. Zumal es wenig einleuchtend ist, dass G.________ den Aufwand betrieben hätte, 

22

diese Fotos mit dem Mobiltelefon des Beschuldigten zu machen, um sie sich anschliessend an sein 
Handy zu senden und sie dann dem Chef weiterzuleiten. Wie G.________ glaubhaft ausgeführt hat, 
hatte zunächst sein Chef Kontakt mit dem Beschuldigten (pag. 294 Z. 751). So wäre es um einiges 
einleuchtender gewesen, wenn die Fotos direkt vom Mobiltelefon des Beschuldigten an 
«S.________» geschickt worden wären. Es sind deshalb auch diese Aussagen des Beschuldigten 
als Schutzbehauptungen zu erachten und auf diese kann nicht abgestellt werden. 

Hingegen gab der Beschuldigte zu, dass die Fotos aus seiner Wohnung stammen (pag. 524 Z. 163 
ff., Z. 198, pag. 525 Z. 245 ff., pag. 528 Z. 260). Dass er die Bilder von jemandem erhalten hätte, 
machte er nicht geltend und dafür finden sich auch keine Hinweise. Auch bestritt der Beschuldigte 
nicht, dass sich in den Paketen auf den Fotos Kokaingemisch befand (pag. 525 Z. 255 f., pag. 526 
Z. 260, pag. 526 Z. 301 f.).

Beweismässig gilt deshalb als erstellt, dass die im Mobiltelefon des Beschuldigten wieder herge-
stellten Fotos der Digitalwaagen mit dem weissen Pulver vom Beschuldigte aufgenommen wurden 
und das Kokain ihm gehörte. 

Diese Erwägungen der Vorinstanz erweisen sich als zutreffend. Auch der Kam-
mer erhellt nicht, weshalb die auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten aufgefun-
denen Fotos von G.________ erstellt worden sein sollten, zumal in zeitlicher Hin-
sicht auch darauf hinzuweisen ist, dass die Fotos zu einem Zeitpunkt erstellt wur-
den, als der Beschuldigte G.________ gemäss seinen Erstaussagen (pag. 420 
Z. 56 f.) noch gar nicht kannte. Auch vor oberer Instanz betonte der Beschuldigte, 
G.________ habe ein iPhone 6 gehabt, welches kaputt gewesen sei. G.________ 
habe sehr viele Fotos mit seinem Handy gemacht und wenn er ihn gefragt habe, 
weshalb er dies mache, habe G.________ geantwortet, er wolle sie seinem Chef 
schicken (pag. 1535 Z. 133 ff.). Selbst wenn auf die Aussagen des Beschuldigten 
abzustellen wäre, offenbaren sie einzig, dass der Beschuldigte deutlich mehr im 
Drogenhandel involviert war, als er zugeben wollte. 

Der Beschuldigte bestritt sodann auch vor oberer Instanz, «I.________» zu sein 
(pag. 1538 Z. 290 f.). Er gab anlässlich seiner delegierten Einvernahme vom 
29. November 2021 hierzu Folgendes zu Protokoll (pag. 614 Z. 99 ff.):

Sie sagten aus, dass «G.________» Sie «U.________ (Spitzname)» oder «K.________(ähnlich 
wie J.)» genannt habe. «G.________» erklärte gegenüber der Polizei, dass er Sie «I.________» 
genannt und Ihre Rufnummer in seinem Telefon unter dem Namen «J.________» registriert 
habe. Aufgrund der Ähnlichkeit der Namen «J.________» und «K.________ (ähnlich wie J.)», 
sowie des Ergebnisses der Fotokonfrontation gehe ich davon aus, dass «G.________» von 
Ihnen spricht, wenn er «I.________» oder «J.________» erwähnt. Möchten Sie hierzu etwas 
sagen?

Er hat mich so gerufen. Das ich I.________ oder K.________(ähnlich wie J.) bin? Bitte lasst mich. 
Ich habe nichts entgegengenommen.

Sofern die Generalstaatsanwaltschaft unter Verweis auf diese Aussage argumen-
tiert, der Beschuldigte habe auch selbst einmal zugegeben, «I.________» ge-
nannt zu werden, kann ihr mit Blick auf die konkrete Aussage zumindest nicht in 
dieser Absolutheit gefolgt werden. Dessen ungeachtet verbleiben der Kammer 
keine Zweifel, dass es sich beim Beschuldigten tatsächlich um «I.________» 
handelte. Es ist in diesem Zusammenhang insbesondere auf die stimmigen und 

23

nachvollziehbaren Aussagen von G.________ (vgl. E. 7.5.3.2 hiernach) sowie 
den Schlussbericht der Strafuntersuchung des Bundesamts für Polizei fedpol vom 
25. Mai 2021 (pag. 1232 ff.) zu verweisen. Auch wurde der Beschuldigte von 
H.________ als «I.________» identifiziert (pag. 380 Z. 120). Weiter fällt auf, dass 
der Beschuldigte seinerseits zu keinem Zeitpunkt eine überzeugende Erklärung 
zu liefern vermochte, wer «I.________» denn sein solle; dies obwohl er zur eige-
nen Entlastung ein hohes Interesse an dessen Identifizierung haben müsste.

Aus der gesamten Aussageanalyse erhellt, dass der Beschuldigte den Überblick 
darüber verloren hat, wann er nun was sagte. Er passte seine Aussagen wieder-
holt dem laufenden Erkenntnisstand an und verstrickte sich zunehmend in Wider-
sprüche. Mit der Vorinstanz und Generalstaatsanwaltschaft ist festzuhalten, dass 
in den Aussagen des Beschuldigten insgesamt viele Schutzbehauptungen aus-
zumachen sind. Die Angaben des Beschuldigten widersprechen sodann diametral 
den objektiven Beweismitteln. Der Beschuldigte kann die ihn belastenden Be-
weismittel in keiner Weise widerlegen. Die Vorinstanz führte hierzu richtigerweise 
aus (pag. 1380, S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Beim Beschuldigten konnte in der Wohnung ________(Nummer y) Verpackungsmaterial und im 
Studio .________(Nummer x) Drogen (Kokain und Heroin), Verpackungsmaterial und ein grosser 
Bargeldbetrag sichergestellt werden (pag. 667 ff.).

Trotz dieser objektiven Beweismittel bestritt der Beschuldigte bis zuletzt, im Betäubungsmittelhandel 
tätig gewesen zu sein. Er machte geltend, dass die im Studio .________(Nummer x) sichergestell-
ten Sachen (Drogen und Verpackungsmaterial) G.________ gehören würden (pag. 420 Z. 42, pag. 
421 Z. 114 f., pag. 425 Z. 304, pag. 521 Z. 33 ff., pag. 581 Z. 221 f., pag. 597 Z. 375 ff., pag. 614 Z. 
96 f., pag. 624 Z. 57 f., pag. 642 Z. 259 f., pag. 1276 Z. 26). Seine Angaben, wonach er das Opfer 
und von G.________ instrumentalisiert worden sei, um die Wohnung für den Betäubungsmittelhan-
del mieten zu können, ist jedoch als reine Schutzbehauptung bzw. den Versuch, den Fokus auf 
G.________ zu lenken, zu werten. So sind die Aussagen des Beschuldigten diesbezüglich nicht ein-
leuchtend. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb G.________ den Wohnungsschlüssel für das Stu-
dio .________(Nummer x) beim Beschuldigten hätte deponieren sollen, wenn es tatsächlich ihm 
gehören würde (pag. 420 Z. 73 f., pag. 452 Z. 199, pag. 463 Z. 248 ff., pag. 1281 Z. 25 ff.). Dies hät-
te G.________ sowie dem Beschuldigten einen organisatorischen Mehraufwand bereitet, der mit 
Blick auf die Arbeitstätigkeit des Beschuldigten, nicht sinnvoll gewesen wäre. Zudem ist es auch le-
bensfremd, dass G.________ dem Beschuldigten den Wohnungsschlüssel zum Studio 
.________(Nummer x) überlassen hätte, da er damit riskiert hätte, dass dieser das darin gelagerte 
Bargeld und Drogenmaterial entwendete, zumal der Beschuldigte kein langjähriger Freund und Ver-
trauter von G.________ war. Hinzu kommt, dass im Studio .________(Nummer x) keine persönli-
chen Gegenstände von G.________, wie beispielsweise Zahnbürste, Kleider etc. gefunden worden 
sind, welche auf seinen Aufenthalt hingewiesen hätten. Die Angaben des Beschuldigten können 
auch nicht durch die sporadischen Überwachungen durch die Polizei bestätigt werden. Vielmehr 
konnte diese feststellen, dass sich G.________ jeweils sehr kurz so am 21.03.2021 für 14 Minuten, 
am 18.03.2021 für 5 Minuten und am 09.03.2021 für 3 Minuten beim Beschuldigten aufgehalten hat 
(pag. 596 Z. 316 ff.). Ein längerer Aufenthalt oder gar eine Übernachtung konnte durch die Polizei 
nicht beobachtet werden. G.________ verneinte anlässlich der Hauptverhandlung denn auch, Be-
darf an einem weiteren Drogenbunker gehabt zu haben, da er bereits über zwei Wohnungen verfüg-
te (pag. 1287 Z. 40).

24

Vor oberer Instanz äusserte sich der Beschuldigte zu den Sicherstellungen an-
lässlich der Hausdurchsuchung vom 24. März 2021 dahingehend, dass er nicht 
wisse, wie viel Geld, Kokain oder Heroin das gewesen sei; er habe alles in die 
Tasche gepackt (pag. 1536 Z. 182 ff.). Insgesamt bleibt mit der Vorinstanz fest-
zuhalten, dass die Erkenntnisse aus den objektiven Beweismitteln sich nicht mit 
den Vorbringen des Beschuldigten in Einklang bringen lassen.

Im Ergebnis ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass auf die unglaubhaften Aus-
sagen des Beschuldigten zur Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts nicht 
abgestellt werden kann.

7.5.3.2 Aussagen von G.________

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen von G.________ wie folgt (pag. 1381, S. 
23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

G.________ hingegen war in seinem eigenen Verfahren, soweit aus den vorliegend erhältlich ge-
machten Akten ersichtlich, geständig und gab zu, im Kokainhandel tätig gewesen zu sein. Auch er 
erkannte den Beschuldigten auf der Fotowahlkonfrontation als den Abnehmer 
«I.________/I.________-44» (pag. 290 Ziff. 733, pag. 736, pag. 359 Z. 8). Anlässlich der Hauptver-
handlung identifizierte er den anwesenden Beschuldigten als den Abnehmer 
«I.________/I.________-44» (pag. 1285 Z. 28). Ferner bestätigte er, die sichergestellten Buchhal-
tungen als richtig und bestätigte auch die darin vorgeworfenen gelieferten Mengen (pag. 300 Z. 766 
ff., pag. 1285 Z. 35 f.). Zudem gab er an, dass der Beschuldigte oft wegen der schlechten Qualität 
des Kokains auf ihn zurückgekommen sei. Dies lässt sich durch die auf dem Mobiltelefon des Be-
schuldigten sichergestellten Nachrichten bestätigen, wonach Abnehmer des Beschuldigten sich 
über die Qualität des Kokains beschwerten (pag. 157 f.). G.________ belastet sich mit seinem Ge-
ständnis selber und muss sich gemäss seinen Aussagen für den Handel mit ca. 80 kg Kokainge-
misch vor Gericht verantworten (pag. 1287 Z. 33). Seine Aussagen sind daher glaubhaft und darauf 
kann abgestellt werden. 

Nach Ansicht der Kammer belasten die Aussagen von G.________ den Beschul-
digten schwer. Seine Aussagen decken sich mit den objektiven Beweismitteln und 
sind – entgegen jenen des Beschuldigten – durch alle Einvernahmen hinweg kon-
stant und nachvollziehbar geblieben. Eine «Komplotttheorie», wie der Beschuldig-
te sie vor oberer Instanz insinuierte (pag. 1538 Z. 291 ff.) erscheint der Kammer 
wenig naheliegend. So ist kein Grund ersichtlich, warum G.________ den Be-
schuldigten zu Unrecht belasten sollte. Der Einwand der Verteidigung, wonach 
G.________ neben seiner eigentlichen Tätigkeit für seinen Chef zunehmend ei-
nen selbständigen Drogenhandel aufgezogen habe und diesen – nachdem er 
aufgeflogen sei – dem Beschuldigten habe anlasten müssen, vermag nach An-
sicht der Kammer nicht zu überzeugen. Die entsprechenden Aussagen des Be-
schuldigten – gerade auch vor oberer Instanz (pag. 1538 Z. 285 ff.) – lassen sich 
nicht mit  konkreten Hinweisen in den Akten belegen und scheinen auch in zeitli-
cher Hinsicht – einmal mehr – nachgeschoben. G.________ hat sich mit seinen 
Aussagen selbst massiv belastet. Die Verteidigung wendete sodann ein, die Ein-
vernahmen von G.________ seien nicht oder nur auszugsweise in den Akten, 
weshalb bei der Würdigung seiner Aussagen zu berücksichtigen sei, dass diese 
nicht in einen Gesamtzusammenhang gestellt werden könnten. Wenngleich mit-

25

unter nicht die gesamten Einvernahmen von G.________, sondern lediglich die 
Auszüge, die den Beschuldigten betreffen, ediert wurden, ist dennoch eine Fülle 
von Aussagen G.________ – ausführliche, teilweise seitenlange Einvernahmen – 
aktenkundig, die es nach Auffassung der Kammer ohne Weiteres ermöglicht, das 
Aussageverhalten von G.________ zu analysieren.

Die Aussagen von G.________ in diesen Einvernahmen waren konstant und oh-
ne nennenswerte Widersprüche. Er belastete sich selbst mit seinen Aussagen in 
erheblichem Masse und gab zu, grosse Mengen an Kokain von September 2020 
bis März 2021 umgesetzt zu haben und dies zu einem Teil auch alleine (pag. 273 
F. 577 und 581.). Er bestätigte, dass hauptsächlich er die Buchhaltung geschrie-
ben habe und dort stehe, was sie bekommen hätten und was ausgeliefert worden 
sei (pag. 287 F. 714.). Auch gab er zu Protokoll, für den Drogenhandel länger in 
der Schweiz gewesen zu sein als H.________ (pag. 288 F. 722). Andererseits 
sagte er aber auch, dass er sich nicht mit etwas belasten möchte, dass er nicht 
getan habe (pag. 301 F. 769). Er kooperierte mit den Behörden und machte er-
hebliche Zugeständnisse. Wenn er etwas nicht wusste, so sagte er dies auch so. 
So beispielsweise, dass er denke, H.________ sei bei Lieferungen für 
«I.________» auch allein gewesen, wobei er sich nicht ganz sicher sei (pag. 293 
F. 742). Den Beschuldigten belastete er auch nicht übermässig. So antwortete er 
bspw. auf Frage, dass die Strafbehörden davon ausgingen, dass I.________ & 
I.________-44 ein grosser Betäubungsmittelabnehmer vom Kanton Bern war: 
«Ich weiss es nicht. Ich kenne seine Geschichte nicht» (pag. 290 F. 737.). Auf 
Frage, ob der Beschuldigte bereits vor September 2020 im Betäubungsmittelhan-
del tätig gewesen sei, antwortete er, dies nicht zu wissen (pag. 364 F. 43). Bezüg-
lich der gefälschten Euros, mit denen er von I.________ für die Lieferung des Ko-
kains bezahlt wurde, sagte G.________ an der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung aus, dass er deswegen nicht wütend gewesen sei. Er denke, dass der Be-
schuldigte das nicht extra gemacht habe. Er denke auch nicht, dass der Beschul-
digte gewusst habe, dass es sich um Falschgeld gehandelt habe (pag. 1287 Z. 46 
und pag. 1288 Z. 1 ff.). Seine Aussagen wirken authentisch und nicht einstudiert. 
Insbesondere ist sodann wesentlich, dass die Angaben von G.________ auch 
durch die objektiven Beweismittel gestützt wurden. Die Argumentation der Vertei-
digung, dass G.________ einen Grund gehabt habe, den Beschuldigten falsch zu 
belasten, um nicht zugeben zu müssen, dass er auch in D.________ (Ortschaft) 
Drogen verkauft habe, geht fehl. So hat G.________ ja gerade zugegeben, in 
D.________ (Ortschaft) Drogen verkauft zu haben, nämlich an den Beschuldig-
ten.  

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz kann somit auf die glaubhaften Aussagen 
von G.________ abgestellt werden.

7.5.3.3 Aussagen von H.________

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen von H.________ wie folgt (pag. 1381, 
S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Bezüglich der Aussagen von H.________ im eigenen Verfahren ist festzuhalten, dass dieser weni-
ger breitwillige Zugeständnisse machte wie G.________. Dies ist aber insofern nachvollziehbar, als 

26

er sich mit den Angaben selber belastete. Nichtsdestotrotz erkannte H.________ den Beschuldigten 
bei der Fotowahlkonfrontation als den Abnehmer «I.________» (pag. 380 Z. 120 f., pag. 383 f., pag. 
409 Z. 9, pag. 416 f.). Auch wenn sich H.________ nicht an die Gesamtmenge erinnern kann/will, 
bestreitet er nicht, grundsätzlich Kokain an den Beschuldigten geliefert zu haben (pag. 375 Z. 103 f., 
pag. 409 Z. 15 f., pag. 412 Z. 37).

H.________ beschrieb auch, wie er «I.________» in einem Fall das Kokain über-
geben hatte. So habe die Übergabe auf einem Parkplatz stattgefunden; er habe 
ihm bei der Übergabe die Hand gegeben und ihm so das Kokain übergegeben 
(pag. 379 F. 114 und 115). H.________ bestätigte auch, «I.________» am 15. 
Februar 2021 300 Gramm Kokain übergeben und von ihm dafür CHF 11'500.00 
ausgehändigt erhalten zu haben (pag. 387 Z. F. 127.3). Nach langem Ringen gab 
er auch zu, «I.________» am 23. Dezember 2020 400 Gramm Kokain zum Preis 
von CHF 13'500.00 übergeben zu haben (pag. 397 F. 140 und 141). Ebenso 
bestätigte er die Übergabe von 50 Gramm Kokain für CHF 4'500.00 vom 18. Ja-
nuar 2021 (pag. 398 F. 144). Darüber hinaus wollte er sich nicht erinnern, für wei-
tere Lieferungen an «I.________» verantwortlich zu sein.

Bei diesen Aussagen fällt auf, dass es H.________ einiges an Überwindung 
brauchte, um die an «I.________» durchgeführten Lieferungen zuzugestehen, er 
bei einem grossen Teil nicht die Verantwortung übernehmen wollte und sich ins-
besondere lediglich als Chauffeur darstellte. Die Aussagen H.________ muten 
aber nicht an, dass er dem Beschuldigten einfach alles in die Schuhe schieben 
wollte. Auch sagte er aus, dass er dem Beschuldigten Kokain gebracht habe; was 
dieser danach weitergemacht habe, wisse er nicht (pag. 410 F. 18.). Auch wisse 
er nicht, ob der Beschuldigte vor September 2020 bereits im Betäubungsmittel-
handel tätig war und ob er von weiteren Lieferanten Betäubungsmittel bezogen 
hatte. Auch wusste er nichts über Abnehmer des Beschuldigten zu sagen 
(pag. 411 F. 31 bis 33). Auf Frage, was er dazu sagen könne, dass der Beschul-
digte ausgesagt habe, nie im Betäubungsmittelhandel tätig gewesen zu sein, 
antwortete H.________: «Ich weiss nicht was ich sagen soll. Jeder versucht sich 
zu schützen oder zu verteidigen. Jetzt bin ich aber im Gefängnis und er ja sicher 
auch. Wir können nichts mehr dazu sagen, wenn die Polizei überwacht hat. Ich 
beschuldige ihn nicht einfach so» (pag. 410 F. 20). Fakt ist, dass auch 
H.________ bestätigt hat, dass Kokain an «I.________» geliefert wurde und 
«I.________» Geld dafür bezahlt habe. Hingegen bestreitet er, ihm auch Heroin 
oder Marihuana übergeben zu haben (pag. 411 F. 28). Wiederum räumte er ein, 
dass auch er Einträge in die Buchhaltung gemacht habe, dies auf Anweisung von 
G.________. Es seien Kokainmengen, Geldbeträge und Pseudonyme aufge-
schrieben worden (pag. 373 Z. F. 95). Weiter bestätigte H.________, dass er und 
G.________ die jeweils gemachten Betäubungsmittellieferungen auf den hand-
schriftlichen Listen/Buchhaltungen vermerkt hätten (pag. 411 F. 35). H.________ 
machte keine unnötigen Schuldzuweisungen und belastet sich mit seinen Aussa-
gen selbst. Seine Aussagen werden von der Kammer als glaubhaft erachtet; es 
kann darauf abgestellt werden.

27

7.5.3.4 Zwischenfazit Aussagen

Die Vorinstanz erwog in ihrer konkreten Beweiswürdigung was folgt (pag. 1381, 
S. 23 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Die Anschuldigungen von G.________ und H.________ tut der Beschuldigte lediglich mit einem ein-
fachen Gegenangriff ab, wonach diese beiden lügen würden (pag. 616 Z. 191 f. pag. 624 Z. 64 ff.). 
Es ist allerdings nicht einleuchtend, weshalb H.________ und G.________ in diesem Sinne lügen 
sollten, da sie sich mit ihren Aussagen selber belasten. Die Verteidigung des Beschuldigten machte 
an der Hauptverhandlung geltend, dass die beiden Auskunftspersonen eine Drittperson schützen 
wollen und deshalb den Beschuldigten als Abnehmer falsch anschuldigen würden. Dem ist jedoch 
entgegen zu halten, dass sich die beiden Auskunftspersonen in diesem Fall bereits sehr gut hätten 
absprechen müssen. Beide erkannten unabhängig voneinander den Beschuldigten als 
«I.________» auf der Fotowahlkonfrontation. Eine Absprache wäre zwischen den beiden ohnehin 
praktisch gar nicht möglich gewesen, da sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Haft genommen 
wurden. Hinzu kommt, dass wie bereits ausgeführt wurde, die Polizei die Aufenthalte von 
G.________ und H.________ beim Beschuldigten observiert und beobachtet hat. Die Version der 
Verteidigung ist deshalb nicht zu hören. Aufgrund der glaubhaften Aussagen von G.________ und 
der Tatsache, dass auch H.________ den Beschuldigten als Abnehmer erkannt hat, ist davon aus-
zugehen, dass der Beschuldigte Kokainlieferungen von G.________ und H.________ erhalten hat. 

Auch diesen Ausführungen kann sich die Kammer ohne weiteres anschliessen. 
Nach Auffassung der Kammer sind den Akten keine hinreichenden Anhaltspunkte 
zu entnehmen, wonach G.________ und H.________ dem Beschuldigten zu Un-
recht und über Gebühr belasten würden. Vielmehr erachtet die Kammer mit Blick 
auf ihre glaubhaften Aussagen sowie die objektiven Beweismittel als erstellt, dass 
der Beschuldigte Kokainlieferungen entgegengenommen und dafür Zahlungen 
geleistet hat.

7.5.3.5 Gesamtmenge, Reinheitsgrad, Ankaufspreis und Weiterverkauf

In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, welche Kokainmengen der Beschuldigte 
entgegengenommen hat, welchen Reinheitsgrad das Kokain hatte, was er dafür 
bezahlt und ob er dieses Kokain weiterverkauft hat.

Gesamtmenge des bezogenen Kokaingemischs

Zur Gesamtmenge des an den Beschuldigten gelieferten Kokains führte die Vor-
instanz aus was folgt (pag. 1382, S. 24 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Bezüglich der Gesamtmenge kann auf die nachvollziehbare Buchhaltung abgestellt werden. Diese 
wurde durch G.________ sehr sorgfältig geführt, indem die Lieferungen mit Gramm und Datum ver-
sehen und der Erhalt des entsprechenden Bargeldes in Höhe und mit Datum festgehalten wurde. 
Die einzelnen Lieferungen wurden jeweils auf den folgenden Seiten zusammengetragen. Die Buch-
haltung wurde G.________ auf pag. 300 – 342 einzeln vorgehalten und durch ihn bestätigt. Anläss-
lich der Hauptverhandlung stellte sich die Verteidigung auf den Standpunkt, dass bezüglich der Ge-
samtmenge in dubio pro reo auf die Zusammenstellung der Polizei auf pag. 350 abgestellt werden 
müsse, da diese 300 Gramm weniger aufweise. Dieser Einwand kann jedoch nicht gehört werden. 
G.________ anerkannte die Menge von 9’250 Gramm auch an der Hautverhandlung (pag. 1285 Z. 
25). Es ist davon auszugehen, dass er die für ihn günstigere kleinere Menge als richtig bestätigt hät-
te, wenn diese den Tatsachen entsprochen hätte.

28

Auch vor oberer Instanz bemängelte die Verteidigung, dass die dem Beschuldig-
ten vorgeworfene Menge nicht so hoch sein könne, wie sie von der Vorinstanz 
angenommen worden sei. Die Vorinstanz sei irrtümlicherweise von 9'250 Gramm 
Kokaingemisch ausgegangen. Zwar habe G.________ diese Gesamtmenge 
bestätigt, ihm sei aber in der Folge eine detaillierte Berechnung vorgelegt worden, 
worauf lediglich 7'900 Gramm aufgelistet seien, weshalb – wenn überhaupt – inkl. 
der von H.________ bestätigten 1'050 Gramm nur auf insgesamt 8'950 Gramm 
Kokaingemisch abgestellt werden könne. Die Differenz von 300 Gramm könne 
demgegenüber nicht als erstellt gelten; diese fehle auch in den Vorhalten ge-
genüber dem Beschuldigten (pag. 1544). 

Mit der Verteidigung ist festzuhalten, dass G.________ im Rahmen seiner dele-
gierten Einvernahme vom 1. September 2021 eine Zusammenstellung mit insge-
samt 7'900 Gramm Kokaingemisch vorgehalten wurde, welche er an 
«I.________» übergeben habe. G.________ bejahte die Frage, ob er dazu ste-
hen könne und ergänzte, dass er nur möchte, dass die Summe von 9'000 Gramm 
überprüft werde. Wenn das stimme mit den Einträgen in der Buchhaltung, sei dies 
in Ordnung (pag. 350 F. 898). Aus den Buchhaltungsunterlagen geht hervor, dass 
G.________ «I.________» im Zeitraum 20. September 2020 bis 21. März 2021 
insgesamt 9'250 Gramm Kokaingemisch lieferte, so

- vom 2. Januar bis 15. Februar 2021 total 1’850 Gramm Kokaingemisch (pag. 
280 und 281);

- vom 20. September bis 21. Oktober 2020 total 2'600 Gramm Kokaingemisch 
(pag. 296);

- vom 29. bis 30. Oktober 2020 total 700 Gramm Kokaingemisch (pag. 303);

- vom 7. bis 20. November 2020 total 650 Gramm Kokaingemisch (pag. 307);

- vom 23. bis 30. November 2020 total 900 Gramm Kokaingemisch (pag. 310);

- vom 14. bis 27. Dezember 2020 total 1'500 Gramm Kokaingemisch (pag. 325);

- vom 27. Februar bis 21. März 2021 total 1'050 Gramm Kokaingemisch (pag. 
341).

Zusammengerechnet ergibt dies ein an den Beschuldigten geliefertes Kokainge-
misch von 9'250 Gramm, worauf nach Auffassung der Kammer abzustellen ist, 
zumal G.________ wiederholt – unabhängig vom fehlenden Vorhalt der 300 
Gramm bei der Zusammenfassung der Mengen – betonte, dass die Angaben in 
seiner Buchhaltung korrekt seien und nicht zuletzt auch vor der Vorinstanz die 
Gesamtmenge von 9'250 Gramm bestätigte (pag. 1285 Z. 25).

Einkaufspreis

Bezüglich des Einkaufspreises erwog die Vorinstanz was folgt (pag. 1381, S. 23 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Bezüglich des Einkaufpreises muss gemäss den glaubhaften Aussagen von G.________ ferner da-
von ausgegangen werden, dass der Beschuldigte das Kokain zunächst für 45 Fr./g und danach für 
44 Fr./g übernommen hat (pag. 289 Z. 728, pag. 1286 Z. 10). Da mittels der Buchhaltung und man-
gels Angaben von G.________ beweismässig nicht erstellt werden kann, ab welchem Zeitpunkt der 

29

Preis für den Beschuldigten angepasst wurde, ist in dubio pro reo für die angeklagte Gesamtmenge 
von 9’250 Gramm von einem Preis von 44 Fr./g auszugehen.

Diesen Schlussfolgerungen der Vorinstanz kann sich die Kammer nicht vollum-
fänglich anschliessen. Aus der Buchhaltung von G.________ ist zwar nicht er-
sichtlich, wie viel der Beschuldigte pro Gramm bezahlte. Der Gesamtpreis lässt 
sich jedoch für die 9'250 Gramm Kokaingemisch berechnen, da in der Buchhal-
tung die Zahlungen der Drogen durch den Beschuldigten mit Datum und Betrag 
aufgeschrieben wurden. So wurde seitens des Beschuldigten bezahlt was folgt:

CHF 117’000.00 für den Zeitraum 20. September bis 28. Oktober 2020 (pag. 
296, 297 und 300);

CHF 13'500.00 am 31. Oktober 2020 (pag. 303 und 304)

CHF 13'500.00 am 4. November 2020 (pag. 303 und 304)

CHF 40'500.00 im Zeitraum 7. bis 21. November 2020 (pag. 307 und 308)

CHF 33'750.00 im Zeitraum 23. bis 30. November 2020 (pag. 310 und 311)

CHF 63'000.00 im Zeitraum 14. bis 23. Dezember 2020 (pag. 319 und 325)

CHF 72'250.00 im Zeitraum 2. Januar bis 15. Februar 2021 (pag. 280, 281, 
282, 337 und 340)

CHF 48'550.00 im Zeitraum 27. Februar bis 21. März 2021 (pag. 341 und 342)

Dies ergibt einen Einkaufspreis von insgesamt CHF 402'050.00 für das erworbe-
ne Kokaingemisch von insgesamt 9'250 Gramm.

Weiterverkauf durch den Beschuldigten

Den Weiterverkauf des Kokaingemischs durch den Beschuldigten betreffend er-
wog die Vorinstanz was folgt (pag. 1382, S. 24 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung):

Betreffend den Weiterverkauf durch den Beschuldigten kann beweismässig festgehalten werden, 
dass der Beschuldigte nach der Festnahme von G.________ sofort angehalten wurde, weshalb kei-
ne Ermittlungen nach Abnehmer des Beschuldigten getätigt werden konnten. Auch aus den Auswer-
tungen der Mobiltelefone des Beschuldigten lassen sich keine diesbezüglichen Erkenntnisse gewin-
nen. Schlussendlich kann und muss deshalb offen bleiben an wen und zu welchem Preis der Be-
schuldigte das Kokaingemisch weiterverkauft hat. Da jedoch in der Wohnung ________(Nummer y) 
und im Studio .________(Nummer x) kein Streckmittel sichergestellt werden konnte, ist davon aus-
zugehen, dass der Beschuldigte das Kokaingemisch in etwa den Mengen weitergegeben hat, wel-
che er von G.________ und H.________ erhalten hat. Gemäss den glaubhaften Aussagen von 
G.________ war dies in 50 Gramm oder 100 Gramm Portionen.

Die Kammer kann sich diesen Schlussfolgerungen der Vorinstanz anschliessen. 
Die Verteidigung gab vor oberer Instanz zu bedenken, dass keine weiteren Rap-
porte oder Beweismittel betreffend potentieller Abnehmer des Beschuldigten und 
des vorgeworfenen Weiterverkaufs aktenkundig seien. Es würden keine konkre-
ten Hinweise vorliegen, dass der Beschuldigte diese Mengen tatsächlich veräus-
sert habe (pag. 1544). Nach Auffassung der Kammer kann und muss in Anbe-
tracht der durch den Beschuldigten bezogenen Mengen an Kokaingemisch davon 

30

ausgegangen werden, dass es in der Folge zu weiteren Veräusserungen durch 
den Beschuldigten kam, zumal alternative Erklärungen für den Verbleib oder Ver-
brauch des Kokaingemischs – gerade auch Eigenkonsum – vorliegend gänzlich 
ausgeschlossen werden können.

Die Verteidigung wandte weiter ein, entgegen der Annahme der Vorinstanz dürf-
ten die beim Beschuldigten sichergestellten 274 Gramm Kokaingemisch, welche 
in der Folge durch das IRM untersucht wurden, für den Weiterverkauf nicht 
berücksichtigt werden, da diese bereits im Vorwurf gemäss Ziff. I.1.3. der Ankla-
geschrift enthalten seien. Dieser Einwand erweist sich als zutreffend. Bereits die 
Staatsanwaltschaft hielt in der Anklageschrift richtigerweise fest, dass rund 9'250 
Gramm Kokaingemisch erworben und rund 8'976 Gramm Kokaingemisch veräus-
sert worden seien (vgl. pag. 33, S. 3 der Anklageschrift). Für die Bestimmung der 
veräusserten Menge Kokaingemisch sind von den insgesamt gelieferten 9'250 
Gramm die sichergestellten 274 Gramm (vgl. pag. 118, pag. 237 f.) in Abzug zu 
bringen. Nach dem Gesagten ist vom Erwerb von total 9'250 Gramm Kokainge-
misch und der Veräusserung von total 8'976 Gramm hiervon auszugehen.

Reinheitsgrad

In Bezug auf den Reinheitsgrad kam die Vorinstanz zu folgendem Schluss 
(pag. 1383, S. 25 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Bezüglich des Reinheitsgrades des von G.________ und H.________ gelieferten Kokaingemischs 
kann folgendes ausgeführt werden: Aufgrund der zuverlässigen und häufigen Lieferungen durch 
G.________ und H.________, kann angenommen werden, dass der Beschuldigte in der Zeit vom 
20.09.2020 bis zu seiner Anhaltung keine anderen Kokainlieferanten hatte. Entsprechend stammte 
das anlässlich der Hausdurchsuchung im Studio .________(Nummer x) sichergestellte Kokainge-
misch aus der Lieferung aus dem Kanton AK.________(Ortschaft). Gemäss dem forensisch-
chemischen Abschlussbericht wurden 216 Gramm Kokaingemisch mit 94% Reinheitsgrad und 58 
Gramm mit 83% Reinheitsgrad sichergestellt. Gemäss der Anklageschrift wird von einem durch-
schnittlichen Reinheitsgrad von 91% für die angeklagte Menge von 9’250 Gramm ausgegangen. Mit 
Blick auf die sichergestellten und ausgewerteten Drogenmengen ist diese Annahme plausibel. Der 
Einwand der Verteidigung, wonach in dubio pro reo auf den geringeren Reinheitsgrad von 83% für 
die Gesamtmenge ausgegangen werden müsste, ist entgegen zu halten, dass nur eine kleine Men-
ge des sichergestellten Kokaingemischs einen Reinheitsgehalt von 83% aufwies. Dass die Anklage 
deshalb von einem etwas höheren Wert als den Mittelwert nämlich von 91% ausgeht, ist nicht zu 
beanstanden. Das Gericht geht daher von einem Reinheitsgrad von 91% und somit von einer Men-
ge von 8’417.5 Gramm Kokain Hydrochlorid aus.

Die Verteidigung ging anlässlich der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz davon 
aus, dass von einem tieferen Wert von 74 % auszugehen sei (pag. 1294). Dies 
bekräftige die Verteidigung auch vor oberer Instanz. Sie führte hierzu aus, dass 
nach BGE 138 IV 100 E. 3.5 auf eine mittlere Qualität abzustellen sei, wenn keine 
Hinweise auf eine besonders reine oder gestreckte Substanz vorliegen würden. 
Vorliegend seien die Vorwürfe in den einzelnen Anklageziffern auseinanderzuhal-
ten. Während man für die Anklageziffern I.1.3 und I.1.5 Sicherstellungen und vom 
IRM bestimmte Reinheitsgrade habe, sei dies für die Anklageziffern I.1.1 und I.1.2 
nicht der Fall. Die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz hätten hierfür verschie-

31

dene Reinheitsgrade angenommen (74 % [Ziff. I.1.1 AKS] und 91 % [Ziff. I.1.2 
AKS]). Ziff. I.1.2 betreffend sei mit Blick auf die Sicherstellungen gemäss Ziff. I.1.3 
AKS auf einen Wert zwischen 83 % und 94 % abgestellt worden, wobei die Vorin-
stanz davon ausgegangen sei, dass die von der Staatsanwaltschaft geltend ge-
machten 91 % plausibel seien. Die Vorinstanz sei fälschlicherweise davon ausge-
gangen, dass die Verteidigung sich für den tieferen Reinheitsgrad von 83 % aus-
spreche. Vielmehr sei geltend gemacht worden, dass auf den statistischen 
Durchschnittswert – nämlich 74 % - abzustellen sei, zumal die dem Beschuldigten 
vorgeworfene Gesamtmenge die sichergestellte Menge um ein Vielfaches über-
steigen würde. In Anbetracht dessen dürften vor dem Hintergrund des Grundsat-
zes in dubio pro reo die statistischen Durchschnittswerte nicht ausser Acht gelas-
sen werden (pag. 1545). 

Zur Bestimmung des Reinheitsgrads stellt die Kammer praxisgemäss auf die Ko-
kainbase ab. Hierzu sei auf das Urteil SK 18 87 der 1. Strafkammer vom 23. Au-
gust 2018 verwiesen, wo Folgendes festgehalten wurde (E. 11.2):

Zur Frage, ob für den qualifizierten Fall auf die Base oder das Hydrochlorid abzustellen ist, hat sich 
das Bundesgericht nie geäussert. Die 1.Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern geht 
grundsätzlich jeweils von der Kokainbase aus: Das Bundesgericht hat im Gegensatz zum Heroin, 
wo zur Bestimmung des Reinheitsgrades bzw. der Berechnung der Menge des reinen Wirkstoffes 
vom Heroin-Hydrochlorid ausgegangen wird (vgl. BGE 109 IV 143), keine Leitlinien aufgestellt, von 
welcher chemischen Form für die Bestimmung des Reinheitsgrades beim Kokain auszugehen ist. 
Es hat in seiner Rechtsprechung verschiedentlich Fälle beurteilt, in denen die kantonale Vorinstanz 
für die mengenmässige Qualifikation auf das Kokainhydrochlorid abgestellt hatte (Urteile 
6S.465/2004 vom 12. Mai 2005, 1P.536/2006 vom 7. Dezember 2006, 6B_13/2012 vom 19. April 
2012, 6B_76/2012 vom 7. Mai 2012, 6B_846/2013 vom 16. Juni 2014, 6B_280/2014 vom 1. Sep-
tember 2014, 6B_421/2014 vom 1. September 2014) und in einem andern Fall auf die Kokainbase 
(6P.92/2006 vom 2. November 2006), ohne dies zu beanstanden. Zur Frage, ob für den qualifizier-
ten Fall auf die Base oder das Hydrochlorid abzustellen ist, hat sich das Bundesgericht nie geäus-
sert. Die 1.Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern geht grundsätzlich jeweils von der Ko-
kainbase aus (so in den Urteilen SK 16 338 vom 10. April 2017, SK 08 479 vom 4. Juni 2009). Im 
Urteil SK 17 94 vom 7. August 2017 entschied die 1. Strafkammer, dass die bisherige bernische 
Praxis beibehalten und auf den Wert der Kokainbase abgestellt werde (E. III.9.3). Das Bundesge-
richt erachtete dies im betreffenden Fall nicht als willkürlich (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1040/2017 vom 14 Februar 2018). Daher stellt die Kammer auch im vorliegenden Fall auf die 
Kokainbasenwerte ab.

Diese Ausführungen haben nach wie vor Gültigkeit, weshalb die Kammer auch 
vorliegend – in Abweichung von der Vorinstanz – auf den Wert «Cocain Base» 
aus dem forensisch-chemischen Abschlussbericht vom 7. Juni 2021 (pag. 237 f.) 
abstellt. 

Im Weiteren ist zu prüfen, ob es aufgrund der geringen sichergestellten und vom 
IRM untersuchten Menge, nämlich insgesamt 274 Gramm Kokaingemisch (ge-
genüber 9'250 Gramm Kokaingemisch) überhaupt zulässig ist, einen durchschnitt-
lichen Wert von 91 % gestützt auf diese geringe Menge anzunehmen (216 
Gramm Kokaingemisch mit 94 % Reinheitsgrad und 58 Gramm mit 83 % Rein-

32

heitsgrad) und diesen auch auf die restlichen 8'976 Gramm anzuwenden, um den 
konkreten Reinheitsgrad zu ermitteln. 

Das Bundesgericht erachtet es als zulässig, wenn die Sachgerichte von einer 
mittleren Qualität der nicht sichergestellten Drogen ausgehen, solange es keine 
Hinweise auf eine besonders reine oder besonders gestreckte Substanz gibt 
(BGer 6B_1081/2018 v. 10.09.2019 E. 3.1; BGE 138 IV 100 E. 3.4 S. 104 f.). Die 
Lehre steht dieser Praxis kritisch gegenüber und wendet ein, dass der alleinige 
Hinweis auf Durchschnittswerte (vgl. hierzu die Statistiken über die Wirkstoffge-
halte der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin [SGRM] unter 
www.sgrm.ch) insbesondere aufgrund der erheblichen Qualitätsschwankungen 
von Betäubungsmitteln auf dem Schwarzmarkt nicht geeignet sei, gesicherte 
Rückschlüsse auf den Einzelfall zuzulassen. Lägen keine hinreichenden Feststel-
lungen zum Wirkstoffgehalt vor, habe das Sachgericht von dem für die beschul-
digte Person günstigsten Mischverhältnis auszugehen, das nach den konkreten 
Umständen des zu beurteilenden Falls in Betracht kommt und hinreichend sicher 
festgestellt werden kann (PETER ALBRECHT, Die Strafbestimmungen des Betäu-
bungsmittelgesetzes [Art. 19-28 l BetmG], 3. Aufl. 2016, N. 224 ff. zu Art. 19 
BetmG; SCHLEGEL/JUCKER, BetmG-Kommentar, 4. Aufl. 2022, N. 186 ff. zu Art. 19 
BetmG; GUSTAV HUG-BEELI, Kommentar Betäubungsmittelgesetz [BetmG], 2016, 
N. 895 ff. zu Art. 19 BetmG). Zwar gilt der Zweifelssatz auch bei Schätzungen des 
Wirkstoffgehalts, jedoch bedeutet das nicht, dass das Sachgericht stets von der 
denkbar schlechtesten Qualität auszugehen hat. Vielmehr sind die konkreten 
Umstände des zu beurteilenden Einzelfalls zu beachten. Bei Schätzungen des 
Wirkstoffgehalts von Betäubungsmitteln können Durchschnittswerte – soweit sie 
repräsentativ und aussagekräftig sind – zur Orientierung herangezogen werden 
(vgl. BGE 145 IV 312 E. 2.3; 6B_1068/2014 vom 29. September 2015 E. 1.5; je-
weils zur Berücksichtigung der Standardabweichungen von den Durchschnitts-
werten). Das Sachgericht ist auch nicht verpflichtet, von einem durch tragfähige 
Schätzungen ermittelten Wirkstoffgehalt in Anwendung des Grundsatzes in dubio 
pro reo einen zusätzlichen Sicherheitsabschlag zu machen. Erst wenn keine hin-
reichenden Feststellungen zum Wirkstoffgehalt getroffen werden können, ist von 
dem nach den Umständen für die beschuldigte Person in Betracht kommenden 
niedrigsten Wirkstoffgehalt auszugehen (HUG-BEELI, a.a.O., N. 897 zu Art. 19 
BetmG mit zahlreichen Hinweisen).

Vorliegend liegt eine – wenn auch geringe – sichergestellte Menge vor, welche 
qualitativ und quantitativ analysiert wurde und darauf schliessen lässt, dass es 
sich in der Tendenz insgesamt um Kokain von guter Qualität handelte. Sodann ist 
aus den aktenkundigen SMS-Nachrichten (vgl. E. 7.5.1 hiervor) zu entnehmen, 
dass die Lieferung einer guten Qualität zumindest beabsichtigt war. Wie aus dem 
forensisch-chemischen Abschlussbericht vom 7. Juni 2021 (pag. 237 f.) hervor-
geht, wurden 216 Gramm (100 Gramm + 77 Gramm + 39 Gramm) Kokainge-
misch mit 94 % Reinheitsgrad und 58 Gramm mit 83 % Reinheitsgrad sicherge-
stellt. In Anbetracht dessen und im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung ist folglich nicht – wie von der Verteidigung beantragt – in dubio auf den 
statistischen Durchschnittswert abzustellen. Hingegen erachtet es die Kammer in-
folge der vergleichsweisen kleinen Menge, welche analysiert werden konnte, als 

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33

angezeigt, für die Sicherstellungen im forensisch-chemischen Abschlussbericht 
aufgeführte Fehlertoleranz (± 5.5 resp. 5 %) zugunsten des Beschuldigten zu 
berücksichtigen. Folglich geht die Kammer für die sichergestellte Menge von 216 
Gramm von einem Cocain Base-Wert von 78.5 % aus; bei der sichergestellten 
Menge von 58 Gramm von einem Cocain Base-Wert von 69 %. Hieraus resultiert 
für die insgesamt sichergestellte und untersuchte Menge von 274 Gramm Ko-
kaingemisch eine reine Drogenmenge von 209.58 Gramm ([100 x 0.785] + 
[77 x 0.785] + [58 x 0.69] + [39 x 0.785]), was einem durchschnittlichen Rein-
heitsgrad von rund 76.5 %1 entspricht. Ausgehend von diesem durchschnittlichen 
Reinheitsgrad aus den sichergestellten Mengen resultieren für die vorgeworfene 
gelieferte Gesamtmenge von total 9'250 kg Kokaingemisch insgesamt rund 7'076 
Gramm reines Kokain; für die Veräusserung von total 8'976 Gramm hiervon eine 
reine Kokainmenge von rund 6’866 Gramm.

7.6 Beweisergebnis zu Ziff. I.1.2. der Anklageschrift

Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass G.________ und H.________ in der 
Zeit vom 20. September 2020 bis 21. März 2021 dem Beschuldigten eine Menge 
von insgesamt 9'250 Gramm Kokaingemisch (7'076 Gramm Kokainbase, RHG 
76.5 %) zu einem Verkaufspreis von insgesamt rund CHF 400'000.00 geliefert 
haben. Der Beschuldigte hat das Kokaingemisch zuerst in seiner Wohnung an der 
E.________(Adresse), Wohnung ________(Nummer y), und ab Februar 2021 bis 
zur Anhaltung im dazu gemieteten Studio .________(Nummer x) weiter portioniert 
und in der Folge 8'976 Gramm (6'866 Gramm Kokainbase) hiervon an unbekann-
te Abnehmer zu einem unbekannten Preis weiterverkauft. Sämtliches Material, 
das in der Wohnung ________(Nummer y) und im Studio .________(Nummer x) 
sichergestellt wurde, gehört dem Beschuldigten. Der Sachverhalt gemäss Ziff. 
I.1.2. der Anklageschrift ist demnach erstellt.

7.7 Beweiswürdigung zu Ziff. I.1.1. der Anklageschrift

7.7.1 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel vollständig und 
korrekt zusammengefasst (pag. 1384 ff., S. 26 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Darauf kann verwiesen werden. Auf eine weitergehende Zusammen-
fassung der Beweismittel wird vorliegend verzichtet. Auf die Beweismittel wird, 
soweit rechtserheblich, direkt im Rahmen der nachfolgenden Würdigung der 
Kammer eingegangen.

7.7.2 Würdigung der Kammer

Einleitend ist in Erinnerung zu rufen, dass dem Beschuldigten in dieser Anklage-
ziffer vorgeworfen wird, in der Zeit vom 11. April 2020 bis am 19. Juli 2020 in 
D.________ (Ortschaft), E.________(Adresse) und evtl. anderswo eine unbe-
kannte Menge, jedoch mindestens 2'427 Gramm Kokaingemisch (Annahme RHG 
74 % Kokain Hydrochlorid, insgesamt rund 1'796 Gramm reines Kokain) von un-

1 Im Urteilsdispositiv vom 7. Mai 2024 wurde hierfür ein Reinheitsgrad von 76.4 % ausgewiesen (Ziff. II.1.2 des 
Dispositivs), was in Anwendung von Art. 83 Abs. 1 StPO zu berichtigen ist (vgl. Ziff. II.1.2 des untenstehen-
den, berichtigten Urteilsdispositivs [S. 86 der oberinstanzlichen Urteilsbegründung]).

34

bekannten Personen erworben und an unbekannt gebliebene Abnehmer veräus-
sert zu haben, wobei davon auszugehen sei, dass der Beschuldigte einen Gewinn 
von mindestens CHF 10.00 pro Gramm, somit insgesamt CHF 24'270.00, erzielt 
habe (pag. 997 f.). Gemäss den Anträgen der Verteidigung (pag. 1553) wird die-
ser Vorwurf insoweit bestritten, als geltend gemacht wird, der Beschuldigte habe 
ausschliesslich seine Wohnung resp. das Studio zur Verfügung gestellt und einige 
wenige Botengänge vorgenommen, was als Gehilfenschaft zu qualifizieren sei. 
Die Vorinstanz erwog zum rechtserheblichen Sachverhalt was folgt (pag. 1386 f., 
S. 28 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte wies auch diesen Vorwurf von sich. Wie bereits betreffend die aufgefundenen 
Betäubungsmittel im Studio .________(Nummer x), schob er die gesamte Verantwortung für die Fo-
tos respektive dessen Inhalt G.________ zu. Wie unter Ziff. 2.1.4 hiervor ausgeführt wurde, sind die 
diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten jedoch nicht glaubhaft. 

Nichts Anderes gilt für die Aussagen des Beschuldigten zur Herkunft der Fotos der Digitalwaagen 
mit dem Kokainpulver/-steinen. Die diesbezüglichen Angaben des Beschuldigten muten geradezu 
abenteuerlich an. G.________ soll sämtliche Fotos, welche sich auf dem Mobiltelefon des Beschul-
digten befanden und Inhalte aufwiesen, welche auf eine illegale Tätigkeit hindeuten könnten (bspw. 
Bargeld, Drogen, Notizzettel) mit dem Mobiltelefon des Beschuldigten aufgenommen haben (pag. 
525 Z. 238 ff., pag. 626 Z. 197 ff., pag. 649 Z. 525 ff., pag. 1275 Z. 32 ff.). G.________ verfügte 
aber selber über ein Mobiltelefon und hätte das Bargeld und die Drogen ohne weiteres selber foto-
grafieren können. Zumal es wenig einleuchtend ist, dass G.________ den Aufwand betrieben hätte, 
diese Fotos mit dem Mobiltelefon des Beschuldigten zu machen, um sie sich anschliessend an sein 
Handy zu senden und sie dann dem Chef weiterzuleiten. Wie G.________ glaubhaft ausgeführt hat, 
hatte zunächst sein Chef Kontakt mit dem Beschuldigten (pag. 294 Z. 751). So wäre es um einiges 
einleuchtender gewesen, wenn die Fotos direkt vom Mobiltelefon des Beschuldigten an 
«S.________» geschickt worden wären. Es sind deshalb auch diese Aussagen des Beschuldigten 
als Schutzbehauptungen zu erachten und auf diese kann nicht abgestellt werden. 

Hingegen gab der Beschuldigte zu, dass die Fotos aus seiner Wohnung stammen (pag. 524 Z. 163 
ff., Z. 198, pag. 525 Z. 245 ff., pag. 528 Z. 260). Dass er die Bilder von jemandem erhalten hätte, 
machte er nicht geltend und dafür finden sich auch keine Hinweise. Auch bestritt der Beschuldigte 
nicht, dass sich in den Paketen auf den Fotos Kokaingemisch befand (pag. 525 Z. 255 f., pag. 526 
Z. 260, pag. 526 Z. 301 f.).

Beweismässig gilt deshalb als erstellt, dass die im Mobiltelefon d