# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e9d8be7-707c-549a-b9c4-6319b68eb4d8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.11.2023 UV 2023/10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2023-10_2023-11-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2023/10

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 11.01.2024

Entscheiddatum: 07.11.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 07.11.2023
Art. 6 und 19 Abs. 1 UVG: Die Beschwerdegegnerin hat die vorübergehenden 
Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zu Recht eingestellt. Abweisung 
der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 7. November 2023, UV 2023/10).

Entscheid vom 7. November 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn 

und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2023/10

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Zürich Versicherungs- Gesellschaft AG, Geschäftsbereich Litigation, Scanning GIC, 

8085 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als (…) bei der B.___ AG angestellt und über 

diese bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) 

unfallversichert, als er am 3. Dezember 2021 auf Eis ausrutschte und sich dabei das 

linke Knie verletzte (act. G 4.1-2). Eine ärztliche Erstvorstellung erfolgte gleichentags 

bei Dr. med. C.___, Allgemeine Medizin FMH, der den Versicherten ab dem 3. 

Dezember 2021 zu 100 % arbeitsunfähig schrieb (act. G 4.1-3 und 4.1-15; act. G 2.1). 

Die Schadenmeldung UVG erstattete die Arbeitgeberin am __ März 2022 (act. G 4.1-2). 

In der Folge kam die Zürich für die Heilbehandlung auf und entrichtete 

Taggeldzahlungen (act. G 4.1-4, 4.1-6 und 4.1-11).

A.a. 

Am 30. September 2022 erstattete Dr. med. D.___, Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter 

SIM, PMEDA, im Auftrag der Zürich ein orthopädisches Gutachten (act. G 4.1-62). Er 

kam zum Schluss, dass der aktuelle Befund des linken Kniegelenks (die Untersuchung 

des Versicherten hatte am 7. September 2022 stattgefunden) nicht als Folge der 

Kniegelenkskontusion vom 3. Dezember 2021 zu werten sei (act. G 4.1-62 S. 11). Als 

unfallfremder Faktor wirke eine mögliche Innenmeniskusreizung des linken Kniegelenks 

mit. Der Status quo sine sei spätestens sechs Wochen nach der Kniegelenkskontusion 

vom 3. Dezember 2021 per 14. Januar 2022 erreicht gewesen (act. G 4.1-62 S. 12).

A.b. 

Mit Schreiben vom 18. Oktober 2022 stellte die Zürich dem Versicherten das 

orthopädische Gutachten von Dr. D.___ vom 30. September 2022 zu und stellte ihm die 

rückwirkende Einstellung der vorübergehenden Versicherungsleistungen 

(Heilbehandlung und Taggeld) per 15. Januar 2022 in Aussicht, wobei festgehalten 

wurde, auf die Rückforderung der bis zum 31. Mai 2022 erbrachten Taggeldleistungen 

sowie der bereits übernommenen Heilungskosten werde verzichtet. Weiter bat sie den 

Versicherten um schriftliche Stellungnahme innert 20 Tagen, sofern er sich ihrem 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

C.  

Entscheid nicht anschliessen könne. Diesfalls werde sie die gesetzlich vorgeschriebene 

Verfügung erlassen (act. G 4.1-63).

Nachdem der Versicherte mit E-Mail vom 9. November 2022 mitgeteilt hatte, mit 

der Darstellung der Zürich nicht einverstanden zu sein (act. G 4.1-64), stellte die Zürich 

mit Verfügung vom 15. November 2022 die Leistungen für Heilbehandlung und die 

Taggeldleistungen rückwirkend per 15. Januar 2022 ein, da gemäss Dr. D.___ der 

Status quo sine spätestens sechs Wochen nach der Kniegelenkskontusion erreicht 

gewesen sei (act. G 4.1-66). Gleichentags informierte die Zürich den Versicherten per 

E-Mail darüber, dass sie für die Anfahrt zum Begutachtungstermin eine Entschädigung 

von Fr. 0.60 pro Kilometer, sprich Reisekosten von Fr. 75.60, vergüten werde. Der 

Begutachtungstermin habe gemäss Einladung 1.5 Stunden gedauert. Der Hin- und 

Rückweg habe sich ebenfalls gesamthaft auf 1.5 Stunden belaufen. Für die drei 

Stunden werde ihm entsprechend dem Stundenansatz bei der B.___ AG eine 

Entschädigung ausgerichtet. Insgesamt werde sie ihm Fr. 185.60 für die Umtriebe 

entschädigen (act. G 4.1-69; vgl. ferner die Taggeldabrechnung vom 15. November 

2022 [act. G 4.1-68]). Noch gleichentags erklärte der Versicherte per E-Mail, mit der 

Spesenabrechnung nicht einverstanden zu sein (act. G 4.1-70 f.).

A.d. 

Gegen die Verfügung vom 15. November 2022 erhob der Versicherte am 28. 

November 2022 Einsprache (act. G 4.1-74).

B.a. 

Mit Einspracheentscheid vom 3. Januar 2023 wies die Zürich die Einsprache des 

Versicherten ab, soweit sie darauf eintrat. Ergänzend hielt sie fest, dass auf eine 

Rückforderung von allfälligen über den Leistungseinstellungszeitpunkt vom 15. Januar 

2022 erbrachten Leistungen verzichtet werde (act. G 4.1-79).

B.b. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 2. Februar 2023 Beschwerde (act. G 1). Am 3. Februar 2023 

reichte er eine ergänzende Beschwerdebegründung ein (act. G 2). Er beantragte 

sinngemäss, die Zürich (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, ihm für 

die Monate Juni und Juli 2022 Taggelder für eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % zu 

C.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.  

leisten und für den Begutachtungstag vom 7. September 2022 einen Arbeitstagersatz 

sowie Fahrspesen zu vergüten (act. G 1 S. 2 und 2 S. 2).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 21. Februar 2023 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, soweit darauf 

einzutreten sei; unter Kostenfolge (act. G 4).

C.b. 

In seiner Replik vom 26. Februar 2023 hielt der Beschwerdeführer an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen sinngemäss fest (act. G 6).

C.c. 

Mit Schreiben vom 9. März 2023 bestritt die Beschwerdegegnerin sämtliche 

Ausführungen in der Replik des Beschwerdeführers und verzichtete auf die Erstattung 

einer umfassenden Duplik (act. G 8).

C.d. 

Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde eine Arbeitstagentschädigung 

und Fahrspesenersatz für den Tag der Begutachtung vom 7. September 2022 verlangt, 

ist zu beachten, dass im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich 

lediglich Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen sind, zu denen die 

zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung bzw. 

eines Einspracheentscheids – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt (vorliegend) 

der Einspracheentscheid vom 3. Januar 2023 den beschwerdeweise weiterziehbaren 

Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und 

somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit kein Einspracheentscheid 

ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1). Nachdem die dem Einspracheentscheid zu 

Grunde liegende Verfügung vom 15. November 2022 einzig die Einstellung der 

vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zum Inhalt hatte (act. G 

4.1-66), ohne zu einer allfälligen Vergütung eines Arbeitstages und der Fahrspesen 

Stellung zu nehmen, ist die Beschwerdegegnerin auf den Antrag betreffend eine solche 

Vergütung im Einspracheentscheid nicht eingetreten (act. G 4.1-79). Folglich bildet eine 

solche Vergütung für den Begutachtungstag nicht Gegenstand des 

Einspracheentscheids und somit auch nicht des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. 

Da der Beschwerdeführer jedoch mehrfach zum Ausdruck gebracht hat, mit der von 

der Beschwerdegegnerin erstatteten Aufwandentschädigung nicht einverstanden zu 

sein, wird diese darüber noch zu verfügen haben (Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; vgl. dazu 

auch die Ausführungen im Einspracheentscheid unter E. 1.b) [act. G 4.1-79]; vgl. dazu 

ferner act. G 4.1-81).

Gegenstand dieses Verfahrens bildet somit einzig die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Versicherungsleistungen (Heilbehandlung 

und Taggeld) für das Unfallereignis vom 3. Dezember 2021 zu Recht per 15. Januar 

2022 bzw. die Taggeldleistungen faktisch mit dem 31. Mai 2022 eingestellt hat.

1.2. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 

6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem Anspruch auf die 

zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG).

2.1. 

Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; Alexandra Rumo-

Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/

Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Hat der Unfallversicherer seine 

Leistungspflicht für einen Gesundheitsschaden einmal anerkannt, so entfällt seine 

Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder adäquate 

Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der 

(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Trifft ein Unfall auf einen 

vorgeschädigten Körper und steht medizinischerseits fest, dass weder der Status quo 

sine noch der Status quo ante je wieder erreicht werden können, liegt eine 

richtungsgebende Verschlimmerung vor (zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 

6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b 

mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54). Treten im Anschluss an einen Unfall 

vorübergehend Beschwerden auf, die zuvor nicht bestanden haben, so hat der 

Unfallversicherer bis zum Erreichen des Status quo sine oder ante Leistungen für das 

unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen 

(Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3 mit Hinweisen). 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Als Beispiele dafür gelten insbesondere Weichteilverletzungen in Form einer Zerrung 

oder Kontusion. Ihre Diagnosen definieren eine schädigende Einwirkung des Unfalls auf 

den Körper, die insbesondere anhand klinischer Befunde – wie Hämatome, 

Schwellungen, Druckdolenzen, Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen – 

objektiviert wird (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 

4. Aufl. 2005, S. 412; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 357, 441; Psychrembel, 

Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 420). Der Unfallversicherer übernimmt die 

Leistungen bis zur Heilung dieser spezifischen Kontusions- bzw. 

Distorsionsverletzungen und/oder bis zur Heilung des durch ein Unfallereignis 

ausgelösten Beschwerdeschubs (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. September 2020, UV 2019/79, E. 

3.4.1). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss 

das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (Urteil des Bundesgerichts vom 

6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b 

mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54).

Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

E. 3.1 und 123 III 110; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen 

die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine 

selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

2.3. 

Unabhängig vom Kausalzusammenhang sind die vorübergehenden Leistungen 

(Heilbehandlung und Taggeld) auch einzustellen, wenn von der Fortsetzung der 

ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der 

versicherten Person mehr erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Was unter einer 

namhaften Besserung des Gesundheitszustandes (Art. 19 Abs. 1 UVG) zu verstehen ist, 

umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale 

Unfallversicherung ihrer Konzeption nach grundsätzlich auf die erwerbstätigen 

Personen ausgerichtet ist, ist die namhafte Besserung namentlich nach Massgabe der 

zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit – soweit diese 

unfallbedingt beeinträchtigt ist – zu beurteilen. Der Begriff "namhaft" bringt sodann 

zum Ausdruck, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Gewicht fallen muss, mithin unbedeutende Verbesserungen nicht genügen (BGE 134 V 

115 E. 4.3 mit Hinweisen). Grundlage für die Beurteilung der Frage, ob eine namhafte 

Besserung noch zu erwarten ist, bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den 

therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter 

dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts vom 17. Februar 

2021, 8C_739/2020, E. 3, und vom 13. April 2022, 8C_682/2021, E. 5.1; je mit 

Hinweisen). Dabei ist zu berücksichtigen, dass ärztliche Verlaufskontrollen sowie 

manualtherapeutische Behandlungen in der Regel nicht als kontinuierliche, mit einer 

gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 

gerichtete Behandlung im Sinne der Rechtsprechung zählen (Urteile des 

Bundesgerichts vom 22. September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3, und vom 3. Dezember 

2019, 8C_674/2019, E. 4.3; je mit Hinweisen). Für die Annahme des medizinischen 

Endzustandes wird nicht gefordert, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger 

erforderlich ist oder dass eine Besserung der Befindlichkeit nicht mehr möglich ist 

(Urteile des Bundesgerichts vom 4. April 2013, 8C_729/2012, E. 5.2, und vom 22. 

September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3; je mit Hinweisen).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

2.5. 

Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Einstellung ihrer Leistungspflicht auf 

das von ihr eingeholte orthopädische Gutachten von Dr. D.___ vom 30. September 

2022 (act. G 4.1-62), wonach spätestens sechs Wochen nach der 

Kniegelenkskontusion vom 3. Dezember 2021 bzw. per 14. Januar 2022 der Status quo 

sine anzunehmen sei (act. G 4.1-62 S. 12).

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Vorweg ist festzuhalten, dass die Begutachtungsstelle PMEDA im Bereich der 

Invalidenversicherung hinsichtlich der bi- und polydisziplinären Gutachten aktuell in der 

Kritik steht. Dies bedeutet aber nicht, dass bereits erstatteten Gutachten der PMEDA 

ohne Weiteres der Beweiswert abzusprechen ist. Vielmehr sind diese, wie 

grundsätzlich sämtliche Gutachten, einer eingehenden Prüfung zu unterziehen (vgl. 

https://www.admin.ch/gov/de/ start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-

id-98053.html; abgerufen am 2. November 2023). Vorliegend kann dem für die 

Unfallversicherung erstellten monodisziplinären Gutachten von Dr. D.___, wie die 

nachfolgenden Erwägungen zeigen werden, Beweiswert beigemessen werden, zumal 

das Ergebnis der Begutachtung zur übrigen Aktenlage passt. Wie nachfolgend zu 

zeigen ist, ist aufgrund der Gesamtheit der Akten mindestens mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Leistungseinstellung zu Recht erfolgt ist.

3.2. 

Der Beschwerdeführer zweifelt die Richtigkeit des Gutachtens von Dr. D.___ an. Er 

stellt in Frage, ob es überhaupt möglich sei, retrospektiv eine Verletzung zu beurteilen, 

die im Zeitpunkt der Begutachtung mehr oder weniger abgeheilt gewesen sei. Seit dem 

1. August 2022 sei er wieder zu 100 % arbeitsfähig geschrieben. Die Begutachtung bei 

Dr. D.___ habe am 7. September 2022 und damit fünf Wochen nach der Genesung 

bzw. Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit stattgefunden. Weiter erachtet er es 

als eine untragbare, inakzeptable Behauptung von Dr. D.___, dass sein Knie innert 

sechs Wochen verheilt sei. Ein Mensch bestehe nicht aus "baugleichen ISO Normen 

Teilen".  Bis zum Unfall vom 3. Dezember 2021 habe er mit dem Knie nie irgendwelche 

Probleme oder Vorerkrankungen gehabt. Er sei bezüglich des Unfalls von einem 

schweizerischen Arzt behandelt worden und dieser habe ihm bis 31. Mai 2022 eine 

100%ige und für die Monate Juni und Juli 2022 noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert (act. G 1 und 2).

4.1. 

Zunächst ist festzuhalten, dass der Beweis des Wegfalls der Unfallkausalität 

gemäss Rechtsprechung durchaus unter Bezugnahme auf statistische Grundlagen und 

medizinische Erfahrungswerte geführt werden kann (BGE 126 V 189 E. 4c; Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18. September 2002, U 60/02, E. 

2.2). Das Abstellen auf Erfahrungswerte, wie es Dr. D.___ getan hat, bringt 

notwendigerweise eine gewisse Pauschalisierung mit sich. Dies bedeutet aber nicht, 

dass Dr. D.___ den Beschwerdeführer bzw. dessen konkreten Heilungsverlauf ausser 

Acht gelassen hat. Vielmehr hat Dr. D.___ in seinem Gutachten bezugnehmend auf den 

konkreten Fall festgehalten, dass nach dem Trauma bildgebend keine namhafte 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

artikuläre Läsion dokumentiert worden sei, die eine länger andauernde gesundheitliche 

Beeinträchtigung begründen könnte (act. G 4.1-62 S. 11). Angesichts dessen, dass 

echtzeitlich eine Röntgenuntersuchung, eine MRT-Untersuchung sowie eine 

hausärztliche Untersuchung (act. G 4.1-15) stattgefunden haben, ist mit der 

Beschwerdegegnerin davon auszugehen (vgl. act. G 4 S. 4), dass Dr. D.___ eine 

retrospektive Beurteilung möglich gewesen ist. Dies gilt umso mehr, weil vorliegend 

gerade auch medizinische Erfahrungswerte von Bedeutung sind, die bei einer 

retrospektiven Beurteilung ebenso aussagekräftig sein dürften wie bei einer 

echtzeitlichen Einschätzung.

Aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben vor dem 

Unfall am linken Knie nie Probleme hatte, lässt sich sodann nicht auf einen 

Kausalzusammenhang zwischen den aktuell geklagten Kniebeschwerden und dem 

Unfallereignis vom 3. Dezember 2021 schliessen. Wie die Beschwerdegegnerin zu 

Recht anführt (vgl. act. G 4 S. 4), gilt eine gesundheitliche Schädigung beweisrechtlich 

nämlich nicht schon dann als durch den Unfall verursacht, weil sie nach diesem 

aufgetreten ist (Unzulässigkeit der Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc"; Urteil 

des Bundesgerichts vom 4. August 2020, 8C_772/2019, E. 4.2.2 mit vielen Hinweisen).

4.3. 

Zumindest hat Dr. D.___ darauf hingewiesen, dass als unfallfremde Ursache eine 

mögliche Innenmeniskusreizung des linken Kniegelenks mitwirke (act. G 4.1-62 S. 12). 

Zwar hat er unbegründet gelassen, weshalb die Innenmeniskusreizung aus seiner Sicht 

unfallfremd ist. Angesichts dessen, dass eine Meniskusverletzung in der Beurteilung 

des Berichts zur MRT-Untersuchung vom 23. Dezember 2021 nicht erwähnt worden ist 

(act. G 4.1-19), ist eine unfallkausale Verletzung am Meniskus aber jedenfalls nicht 

ausgewiesen. Unabhängig der Genese der möglichen Meniskusreizung bewirkt diese 

entsprechend der Untersuchung bei Dr. D.___ ohnehin auch keine namhafte Störung 

der Funktionalität und Belastbarkeit sowie keine Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1-62-10). 

Eine über den Leistungseinstellungszeitpunkt stattgehabte medizinische Behandlung 

einer Meniskusläsion ist ebenfalls nicht dokumentiert. Namentlich hat auch Dr. C.___ 

im Arztzeugnis UVG vom 28. März 2022 keine Meniskusproblematik erwähnt (act. G 

4.1-15).

4.4. 

Andere unfallkausale Schäden, die eine über den Leistungseinstellungszeitpunkt 

hinaus andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkt haben oder eine über 

den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus andauernde medizinische Behandlung mit 

Aussicht auf namhafte Besserung i.S.v. Art. 19 Abs. 1 UVG erfordert hätten (vgl. dazu 

oben E. 2.1), sind von Dr. D.___ in der persönlichen Untersuchung nicht festgestellt 

worden. Auch die übrige Aktenlage gibt keine Anhaltspunkte für derartige 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gesundheitsschäden. Zwar ist im Bericht zur MRT-Untersuchung vom 23. Dezember 

2021 ein subkutanes Weichteilödem festgestellt worden (act. G 4.1-19), bei welchem 

es sich um einen zum Unfallereignis kausalen Befund handeln könnte (vgl. dazu auch 

die in der Beurteilung des MRT-Berichts erwähnte Weichteilkontusion laterodorsal). 

Allerdings ist dieses Ödem bereits im Zeitpunkt der MRT-Untersuchung, mithin 20 

Tage nach dem Unfall, nur noch geringfügig ausgeprägt gewesen (act. G 4.1-19), 

sodass entsprechend einem normalen Kontusionsverlauf (vgl. dazu oben E. 2.2) eine 

Heilung oder zumindest ein therapeutischer Endzustand in dem von Dr. D.___ 

postulierten Zeitpunkt einleuchtend ist. Behandlungen, die im Sinne der 

Rechtsprechung mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Besserung des 

Ödems gerichtet gewesen sind (vgl. dazu oben E. 2.1), sind nach dem Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung jedenfalls nicht aktenkundig. Im Arztzeugnis UVG vom 28. März 

2022 ist als Therapie lediglich "Rückstellung und Analgetika" genannt worden (act. G 

4.1-15). Möglicherweise hat zwar die Schonung oder die Einnahme von 

Schmerzmedikamenten nach dem Leistungseinstellungszeitpunkt noch zu einer 

subjektiven Besserung der Beschwerden geführt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass 

eine potentielle Besserung der Befindlichkeit der Annahme des medizinischen 

Endzustandes gerade nicht entgegengestanden hat (vgl. oben E. 2.1). Gleiches gilt für 

die nach dem Leistungseinstellungszeitpunkt stattgehabten ärztlichen 

Verlaufskontrollen, anlässlich dieser Dr. C.___ weitere Arbeitsunfähigkeitszeugnisse 

ausgestellt hat (act. G 2.1; vgl. oben E. 2.1).

Die Arbeitsunfähigkeitsatteste von Dr. C.___ äussern sich (abgesehen von dem am 

28. März 2022 zu Handen der Beschwerdegegnerin ausgestellten Zeugnis; act. G 

4.1-15) weder zum Beschwerdebild noch zu dessen Unfallkausalität oder Therapie (vgl. 

act. G 2.1), sodass sie nicht geeignet sind, Zweifel an der Beurteilung von Dr. D.___ zu 

erwecken. Auch das Zeugnis vom 28. März 2022 begründet die Dauer der attestierten 

Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar (vgl. act. G 4.1-15), da, wie bereits erwähnt, 

anzunehmen ist, das geringfügige Weichteilödem alleine habe keine solche bewirkt und 

andere unfallkausale objektivierbare Schäden nicht aktenkundig sind (vgl. dazu oben E. 

3.5 f.). Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, wenn Dr. D.___ zum 

Schluss gekommen ist, die attestierten Arbeitsunfähigkeitszeiten seien ohne 

plausibilisierende befundbasierte medizinische Begründung (act. G 4.1-62 S. 13).

4.6. 

Die seitens des Beschwerdeführers vorgetragenen Einwände gegen das Gutachten 

von Dr. D.___ erweisen sich nach dem Gesagten als unbegründet. Das Gutachten 

beruht auf eigenständigen Abklärungen und ist für die streitigen Belange umfassend. 

Die medizinischen Vorakten und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden 

4.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

sind berücksichtigt worden. Die von Dr. D.___ vorgenommene Festlegung des Status 

quo sine vel ante auf den 14. Januar 2022 leuchtet in der Darlegung der medizinischen 

Situation ein. Andere medizinische Beurteilungen, welche begründete Zweifel an 

dessen Einschätzung erwecken, sind sodann nicht ersichtlich. Auf die Beurteilung von 

Dr. D.___ kann folglich abgestellt werden.

Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde gegen den angefochtenen 

Einspracheentscheid abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG).5.2. bis

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Angesichts der 

Kostenlosigkeit des Beschwerdeverfahrens hat die Beschwerdegegnerin als 

Sozialversicherungsträgerin praxisgemäss ebenfalls keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung, soweit die Prozessführung der Gegenpartei, wie im vorliegenden 

Fall, nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen ist (vgl. BGE 126 V 150 f. E. 4b 

f.; vgl. ferner BGE 128 V 323).

5.3. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 07.11.2023
	Art. 6 und 19 Abs. 1 UVG: Die Beschwerdegegnerin hat die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zu Recht eingestellt. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. November 2023, UV 2023/10).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T00:41:19+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen