# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c96b881d-9874-57b1-93a7-52d9a515b6f3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.12.2010 D-8291/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8291-2010_2010-12-13.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-8291/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Thomas Wespi, 
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; 
Gerichtsschreiberin Anna Kühler.

A._______, geboren B._______,
Mongolei,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-
Verfahren); Verfügung des BFM vom 17. November 
2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-8291/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben zufolge  im  Jahr  1992 
aus seinem Heimatstaat ausreiste, sich mit seinen Eltern nach Polen 
begab, wo er während 18 Jahren lebte, und am 24. August 2010 in die 
Schweiz gelangte, wo er am 25. August 2010 um Asyl nachsuchte,

dass er im C._______ am 13. September 2010 zu seiner Person, zum 
Reiseweg  und  zu  den  Gründen  für  das  Verlassen  des  Heimat- 
beziehungsweise  Herkunftslandes  summarisch  befragt  wurde,  wobei 
ihm das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Zuständigkeit Polens und 
einem damit verbundenen Nichteintretensentscheid nach Art. 34 Abs. 
2  Bst.  d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31) 
sowie einer Überstellung nach Polen gewährt wurde,

dass  er  in  der  Folge  für  die  Dauer  des  Verfahrens  dem  Kanton 
D._______ zugewiesen wurde, 

dass er zur Begründung seines Asylgesuches im Wesentlichen geltend 
machte, seine Familie sei in der Mongolei sehr arm gewesen, weshalb 
sie nach Polen ausgewandert sei, 

dass  er  in  Polen  ohne  jede  Sicherheit  lebe  und  weder  einen  Beruf 
noch Einkünfte habe, 

dass  er  am  (...)  und  (...)  attackiert  und  beim  ersten  Mal  mit  fünf 
Messerstichen am Bein verletzt worden sei, 

dass die Tat rassistisch motiviert  gewesen sei,  da seine Augen asia-
tisch aussehen würden,

dass es sich bei den Angreifern um junge polnische Männer handle, 
welche wüssten, dass er nicht in Polen leben dürfe, nicht zur Polizei 
gehen könne und keine Krankenversicherung habe, 

dass ihm nämlich seine Aufenthaltsbewilligung entzogen worden sei, 
als er 18 Jahre alt geworden sei,

dass er die Vorfälle nicht der Polizei gemeldet habe, weil er nicht of fi-
ziell in Polen leben dürfe und ihm gedroht worden sei, sein Vater wür-
de umgebracht werden, wenn er sich an die Polizei wende, 

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dass er nicht mehr zur Schule gegangen sei und aufgrund seines ste-
ten Geldmangels begonnen habe, mit  Drogen zu handeln, wobei ihn 
die  Polizei  erwischt  habe  und  er  zu  einer  Gefängnisstrafe  verurteilt  
worden und vom (...) bis (...) im Gefängnis gewesen sei, 

dass er in Polen nur noch seinen Vater habe, welcher ihn finanziell un -
terstützt habe, dies aber nicht weiterhin tun könne, 

dass er in Polen ein illegaler Ausländer sei, weshalb er dort nicht ar -
beiten könne, 

dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf das Protokoll bei den 
Akten zu verweisen ist, 

dass der Beschwerdeführer die Kopie eines mongolischen Passes zu 
den Akten reichte, 

dass  das  BFM am 7.  Oktober  2010  Polen  um Übernahme des  Be-
schwerdeführers ersuchte, 

dass  Polen  am  26.  Oktober  2010  einer  Wiederaufnahme  des  Be-
schwerdeführers zustimmte, 

dass das BFM mit  – am 24. November  2010 eröffneter – Verfügung 
vom 17. November 2010 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, die Wegwei-
sung aus der Schweiz nach Polen spätestens am Tag nach Ablauf der 
Beschwerdefrist sowie den Vollzug anordnete und feststellte, einer all-
fälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu, 

dass das Bundesamt zur Begründung seines Entscheids im Wesent li-
chen ausführte, Polen sei gemäss dem Abkommen vom 26. Oktober 
2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Euro-
päischen Gemeinschaft  über die Kriterien und Verfahren zur Bestim-
mung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitglied-
staat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziie-
rungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]), gestützt auf das „Überein-
kommen vom 17. Dezember 2004 zwischen der Schweizerischen Eid-
genossenschaft,  der  Republik  Island  und dem Königreich  Norwegen 
über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Be-
sitzstandes und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 
zuständigen Staates  für  die Prüfung eines in  der  Schweiz,  in  Island 

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oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags“  (Übereinkommen  vom 
17. Dezember  2004,  SR  0.362.32)  und  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1 
Bst. e  (recte: Art. 10  Abs. 2)  der  Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des 
Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfah-
ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asyl-
antrages zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in 
einem Mitgliedstaat gestellt  hat (Dublin-II-Verordnung), für die Durch-
führung des Asylverfahrens zuständig, 

dass Polen am 26. Oktober 2010 einer Übernahme des Beschwerde-
führers zugestimmt habe und die Rückführung – vorbehältlich einer all -
fälligen Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens am 26.  Ap-
ril 2011 zu erfolgen habe, 

dass dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu einer allfälligen 
Überstellung nach Polen gewährt worden sei,

dass der Beschwerdeführer im Falle von Problemen jederzeit die polni-
schen Behörden um Hilfe und Schutz ersuchen könne, da diese die 
Strukturen, welche im Rahmen des Aufenthaltsstatus von Asylbewer-
bern erforderlich seien,  sicherstellen würden und ihren aus dem  Ab-
kommen  vom 28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge 
(FK,  SR 0.142.30)  und  der  Konvention vom 4. November  1950 zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) 
erwachsenden Verpflichtungen nachkommen würden, 

dass der Beschwerdeführer Gründe geltend mache, die praxisgemäss 
eine Wegweisung nach Polen nicht verhindern könnten, 

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, 

dass bezüglich  des weiteren Inhalts  der Verfügung auf  die Akten zu 
verweisen ist, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 1. Dezember 2010 gegen 
diesen Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob 
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das 
Verfahren  zwecks materieller  Verfügung  an  die  Vorinstanz zurückzu-
weisen, auf das Asylgesuch sei aus humanitären Gründen einzutreten, 
der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren, es sei 
die Bezahlung des Kostenvorschusses sowie der Verfahrenskosten zu 

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erlassen  und  es  sei  eine  angemessene  Parteientschädigung  auszu-
richten, 

dass der Beschwerde mehrere Kopien von in polnischer Sprache ver-
fassten amtlichen Dokumenten und ärztlichen Berichten und ein Be-
richt des Kantonsspitals Winterthur vom (...) beilagen, 

dass für den Inhalt der Beschwerdebegründung auf die Beschwerde-
schrift zu verweisen ist,

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung ge-
stützt auf Art. 56  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) am 2. Dezember 2010 
vorsorglich aussetzte, 

dass die vollständigen vorinstanzlichen Akten am 3. Dezember 2010 
beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

dass mit Schreiben vom 7. Dezember 2010 ein ärztlicher Bericht (Aus-
trittsdiagnose)  von  med.  pract.  Y._______,  (...)  eingereicht  wurde, 
wonach  der  Beschwerdeführer  am  (...)  einen  Selbstmordversuch 
begangen  habe  und  unter  einer  akuten  Belastungsstörung  leide,  er 
jedoch aufgrund fehlender Anhaltspunkte für eine akute Selbst- oder 
Fremdgefährdung  aus  der  psychiatrischen  Akutstation  entlassen 
worden sei, 

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM auf dem Gebiet des Asyls 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

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beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art.  52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt,  um eine solche handelt,  weshalb  der  Beschwerde-
entscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen und Mitteilungen der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass der vorgängige Aufenthalt des Beschwerdeführers in Polen fest-
steht und er diesen auch nicht bestreitet,

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dass das BFM am 7. Oktober 2010 die polnischen Behörden um Wie-
deraufnahme des Beschwerdeführers ersuchte,

dass die zuständige polnische Behörde mit Schreiben vom 26. Oktober 
2010 die Zusicherung der Übernahme des Beschwerdeführers in An-
wendung von Art. 10 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung erklärte,

dass  der  Beschwerdeführer  somit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat 
(Polen) ausreisen kann, welcher für  die Durchführung des Asyl-  und 
Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist,

dass der Beschwerdeführer anlässlich des ihm im Rahmen der Befra-
gung vom 13. September 2010 gewährten rechtlichen Gehörs zu einer 
allfälligen  Überstellung  nach  Polen  und  auch  auf  Beschwerdeebene 
vorbrachte, er könne nicht nach Polen zurückkehren, weil er dort ras-
sistischen Angriffen ausgesetzt sei, 

dass dieser Einwand jedoch nicht gegen eine Überstellung nach Polen 
spricht,  da  der  Beschwerdeführer,  wie  schon  von  der  Vorinstanz  in 
ihrer angefochtenen Verfügung (S. 3) festgestellt, bei den dortigen Be-
hörden um Schutz ersuchen kann,

dass er in der Beschwerdeschrift ferner geltend machte, der Grund für 
die Reise in die Schweiz liege darin, dass ihm die polnischen Behör-
den die Aufenthaltsbewilligung entzogen hätten, 

dass auch dieser Einwand nicht gegen eine Rückführung nach Polen 
spricht, weil sich der Beschwerdeführer dort mit den ihm zustehenden 
rechtlichen  Mitteln  gegen  einen  allenfalls  ungerechtfertigten  Entzug 
der Aufenthaltsbewilligung wehren kann,

dass der Beschwerdeführer ferner anführte, er könne nicht in die Mon-
golei reisen, da dies für ihn ein fremdes Land sei, dessen Sprache er 
nicht spreche, wo er niemanden kenne und keine Chance habe, sich 
ein eigenständiges Leben aufzubauen, so dass er Angst haben müss-
te, dort auf der Strasse leben zu müssen, 

dass es im vorliegenden Verfahren indessen darum geht, die Voraus-
setzungen  einer  Rückführung  nach  Polen  im  Rahmen  der  Dublin-II-
Verordnung zu prüfen, und auf die Vorbringen in Bezug auf die Situa-
tion des Beschwerdeführers in der Mongolei nicht einzugehen ist,

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dass er sodann vorbrachte, aufgrund der fehlenden Krankenversiche-
rung sei die nötige medizinische Behandlung seines verletzten Beines 
(Operation und Physiotherapie) nicht gewährleistet, 

dass auch dieses Vorbringen nicht massgeblich ist und in Bezug auf 
die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers festzuhalten ist, 
dass adäquate Möglichkeiten für die Behandlung der von ihm geltend 
gemachten gesundheitlichen Einschränkungen auch in Polen zur Ver-
fügung stehen,

dass gemäss allgemein zugänglichen Quellen Asylsuchende in Polen 
dieselben Leistungen in der Gesundheitsversorgung bekommen sollen 
wie polnische Staatsangehörige und, auch wenn die medizinische Ver-
sorgung von Asylsuchenden nicht in vollem Umfang gewährleistet sein 
sollte, dies nicht gegen eine Überstellung nach Polen spricht,

dass  gemäss  der  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Men-
schenrechte (EGMR) der Vollzug der  Wegweisung eines abgewiese-
nen Asylsuchenden mit  gesundheitlichen Problemen im Einzelfall  ei-
nen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann, hierfür jedoch ganz 
aussergewöhnliche Umstände vorausgesetzt  sind (vgl. EMARK 2005 
Nr. 23  E. 5.1. S. 211 f.,  mit  einer  Zusammenfassung  der  Rechtspre-
chung des EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen), 

dass  vorliegend  solche  ganz  aussergewöhnlichen  Umstände  („very 
exceptional circumstances“), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 
2. Mai 1997 i.S. D. gegen Grossbritannien feststellte, wo neben einer 
kurzen Lebenserwartung aufseiten des an AIDS erkrankten Auszuwei-
senden  erschwerend  die  Gefahr  eines  Todes  unter  extremen  physi-
schen und psychischen Leiden hinzukam (vgl. BVGE 2009/2 E.  9.1.3), 
bei  einer  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Polen  hinlänglich 
ausgeschlossen werden können, 

dass sich der Beschwerdeführer, welcher gemäss den ärztlichen Be-
richten einerseits unter den Folgen einer tiefen Schnittverletzung am 
Bein  leidet  und  andererseits  wegen  einer  akuten  Belastungsstörung 
nach  einem  Suizidversuch  psychiatrisch  behandelt  werden  musste, 
zwar in einer schwierigen Situation befinden wird,

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dass  die  gesundheitlichen  Probleme  des  Beschwerdeführers  aber 
auch in Polen behandelt werden können, auch wenn der Standard der 
dortigen medizinischen und psychiatrischen Kliniken nicht jenem in der 
Schweiz entsprechen sollte, 

dass  gemäss  dem eingereichten  Bericht  von  med. pract.  Y._______ 
vom 1. Dezember 2010 beim Beschwerdeführer keine Anhaltspunkte 
für  eine  akute  Selbst-  oder  Fremdgefährdung  bestehen  (siehe 
vorstehend S. 5),

dass vor dem Hintergrund der möglichen Behandelbarkeit der diagnos-
tizierten  akuten Belastungsstörung  in  Polen,  insbesondere auch  der 
massgeblichen  Rechtsprechung  des  EGMR,  keine  Verpflichtung  be-
steht, von einer zu vollziehenden Weg- oder Ausweisung Abstand zu 
nehmen, wenn die betroffene Person mit Suizid droht, dies aber vor-
aussetzt,  dass  der  ausschaffende  Staat  geeignete  Massnahmen er-
greift,  um die  Umsetzung der  Suiziddrohung  im Zusammenhang mit 
der  Ausschaffung  zu  verhindern  (vgl.  EMARK  2005  Nr. 23  E. 5.1 
S. 212 mit dem Hinweis auf den Unzulässigkeitsentscheid des EGMR 
vom  7. Oktober  2004  i.S.  Dragan  et  al.  gegen  Deutschland 
[Nr. 33743/03]), 

dass es dem Beschwerdeführer sodann zuzumuten ist, sich in Zusam-
menarbeit mit seinen Ärzten im Rahmen von therapeutischen Sitzun-
gen  sowie  gegebenenfalls  unter  Zuhilfenahme  von  entsprechenden 
Medikamenten adäquat auf eine Rückkehr nach Polen vorzubereiten,

dass sich der Vollzug der Wegweisung nach Polen in Berücksichtigung 
gesundheitlicher Aspekte somit als zulässig darstellt, 

dass vorliegend auch sonst keine Gründe zur Anwendung der humani-
tären Klausel (Art. 15 Dublin-II-Verordnung) ersichtlich sind, zumal Po-
len Signatarstaat  der FK, der EMRK und des Übereinkommens vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschli-
che oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, 
und sich aus den Akten keine konkreten Hinweise ergeben, wonach 
Polen seine sich daraus ergebenden völkerrechtlichen Verpflichtungen 
generell  oder in  Bezug auf  die Person des Beschwerdeführers nicht 
einhält,

dass das BFM demzufolge zu Recht in Anwendung von Art.  34 Abs. 2 
Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

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dass  sich  bei  dieser  Sachlage  eine  eingehende  Prüfung  der  einge-
reichten polnischsprachigen Dokumente erübrigt und auch keine Ver-
anlassung besteht, den Eingang eines mit Eingabe vom 7. Dezember 
2010 in Aussicht gestellten psychiatrischen Berichtes abzuwarten, 

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeord-
net wurde,

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-
stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständi-
gen Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum bleibt  für  Ersatzmass-
nahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20),

dass eine entsprechende Prüfung soweit  notwendig vielmehr  bereits 
im Rahmen des Dublin-Verfahrens stattfinden muss,

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Polen zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet 
hat,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 
gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da die Begehren – wie 
sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu 
bezeichnen  sind,  weshalb  die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 

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SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 und 5 VwVG),

dass mit  vorliegendem Urteil  die Gesuche um Verzicht auf die Erhe-
bung  eines  Kostenvorschusses  und  um  Wiederherstellung  der  auf-
schiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos sind,

dass in Anbetracht des Unterliegens des Beschwerdeführers die Vor-
aussetzungen  für  eine  Parteientschädigung  nicht  erfüllt  sind  (vgl. 
Art. 64 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(in Kopie)
- das Z._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Anna Kühler

Versand: 

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