# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82b05775-595e-5496-92b8-fcf21920f49f
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-31
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2019
**Docket/Reference:** ST.2023.122
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-st.2023.122.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2023.122 

Entscheid 

 31. Oktober 2023 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsidentin Christina Hefti, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichte-
rin Barbara Collet und Gerichtsschreiberin Angela Schorno 

In Sachen 

1.  A ,    

2.  B ,    

vertreten durch Wenger Vieli AG,  
Dufourstrasse 56, Postfach, 8034 Zürich,  

Rekurrenten,  

gegen 

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2019 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Per 1. Januar 2019 meldeten sich die seit 1982 im selben Einfamilienhaus 

in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  wohnhaften  A  und  B  (nachfolgend  der  bzw.  die 

Pflichtige, zusammen die Pflichtigen) in die bündnerische Gemeinde D an die Adresse 

des  2000  selbst  erbauten  Ferienhauses  ab.  Seit  2018  ist  die  Pflichtige  zusätzlich  Ei-

gentümerin einer weiteren Ferienliegenschaft in der bündnerische Gemeinde D, die die 

Pflichtigen an Dritte vermieten.  

Beruflich ist der Pflichtige als selbstständiger Unternehmensberater tätig, wo-

bei die Pflichtige ebenfalls in dessen Betrieb arbeitet und administrative Aufgaben erle-

digt.  Der  Geschäftsort  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  wurde  per  14.  Februar 

2019  ebenfalls  von  der  zürcherischen  Gemeinde  C  in  die  bündnerische  Gemeinde  D 

an die Meldeadresse der Pflichtigen verlegt. 

Für  die  Steuerperiode  2019  reichten  die  Pflichtigen  ihre  Steuererklärung  im 

Kanton Graubünden ein, und liessen dem Kanton Zürich aufgrund Steuerpflicht wegen 

Liegenschaftsbesitzes eine Kopie davon zukommen.  

Mit Auflage vom 1. Februar 2022 ersuchte die Steuerkommissärin die Pflichti-

gen um folgende Unterlagen/Auskünfte: 

• 

Zur selbstständigen Erwerbstätigkeit: 

o  Jahresrechnung 2019 

o  Kontoauszüge  Raumaufwand,  Unterhalt  und  Reparaturen mobile Sach-

anlagen, Verwaltungs- und Informatikaufwand, Werbeaufwand 

o  Chronologisch geordnete Belege zu Konto Reise- und Repräsentations-

spesen und Kommunikation 

• 

Sie machen ab 1.1.2019 den Wohnsitz in der bündnerischen Gemeinde D gel-

tend. Die Liegenschaft in der zürcherischen Gemeinde C wird gemäss Dekla-

ration  nicht  vermietet.  Zur  Abklärung  der  unbeschränkten  Steuerpflicht  bitten 

wir um: 

o  Substanziierte  Sachdarstellung  und  Nachweis  des  Wegzugs  in  die 

bündnerische  Gemeinde  D  per  1.1.2019  anhand  von  beweiskräftigen 

Unterlagen (z.B. Rechnung Umzugsfirma) 

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o  Vollständige,  detaillierte Abrechnungen  der  Kreditkarte  für  die Zeit  1.1.-

31.12.2019 sowie detaillierte, monatliche Bankauszüge für die Zeit 1.1.-

31.12.2019 des Kontos, über welches der private Lebensaufwand finan-

ziert  wurde  als  Nachweis,  wo  die  Einkäufe  getätigt  wurden  und  wo  die 

für  die  Bestreitung  des  Lebensunterhalts  verwendeten  finanziellen  

(Bar-)Mittel bezogen wurden 

o  Beschreibung  und  Nachweis  der  Wohnsituation  in  der  bündnerischen 

Gemeinde  D  und  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C,  inklusive  Grund-

risspläne der jeweiligen Wohnstätten sowie Angaben zur Einrichtung 

o  Kopien  der  Strom-,  Wasser-  und  Telefonfestnetz-Rechnungen  der 

selbstgenutzten Liegenschaften in der bündnerischen Gemeinde D und 

der zürcherischen Gemeinde C 

o  Angaben  und  Nachweis,  wo  soziale  Beziehungen  gepflegt  werden  und 

wo  am  gesellschaftlichen  Leben  teilgenommen  wird  (z.B.  Vereinstätig-

keit, persönliche Beziehungen, politisches Engagement etc.). 

Die Pflichtigen reichten die geforderten Unterlagen ein.  

Am  5.  September  2022 schätzte das  kantonale Steueramt  die Pflichtigen mit 

einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  1'839'900.-  (satzbestimmend  Fr.  1'896'300.-) 

und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  12'849'000.- 

(satzbestimmend 

Fr. 15'252'000.-)  ein.  Entgegen  der  Deklaration  ging  es  von  einer  unbeschränkten 

Steuerpflicht im Kanton Zürich bzw. in der zürcherischen Gemeinde C aus, welche sich 

auch auf die selbstständige Erwerbstätigkeit des Pflichtigen erstreckt.   

B. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 4. Oktober 2022 Einsprache mit dem 

Antrag, der geltend gemachte Wohnsitz in der bündnerischen Gemeinde D sei anzuer-

kennen.  

Am  7.  Februar  2023  folgte  eine  weitere  Auflage  des  kantonalen  Steueramts, 

mit  welcher  es  um  folgende  Belege  betreffend  selbstständige  Erwerbstätigkeit  des 

Pflichtigen ersuchte: 

o  Chronologisch geordnete Belege zu Konto 6130, 6500 und 6503 

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o 

Zu Konto 6510: Kopien der Swisscom Rechnungen sowie der Rechnung "Post 

Umleitung" 

o 

Kopien der ausgestellten Honorarrechnungen an die E AG. 

Die Auflage wurde am 9. März 2023 beantwortet.  

Mit Einspracheentscheid vom 12. Mai 2023 wurde die Einschätzung bestätigt. 

C.  Mit  Rekurs  vom  13.  Juni  2023  beantragten  die  Pflichtigen  die  Aufhebung 

des  Einspracheentscheids  bzw.  der  Einschätzungsverfügung  sowie  die  Anerkennung 

des  Wohnsitzes  in  der  bündnerischen Gemeinde D  unter  Vornahme  einer  Steueraus-

scheidung  gemäss  der  Veranlagungsverfügung  2019  des  Kantons  Graubünden.  Zu-

dem ersuchten sie um Zusprechung einer Parteientschädigung. Das kantonale Steuer-

amt  schloss  am  7.  Juli 2023  auf  Abweisung  des  Rekurses.  In  einer  Stellungnahme 

dazu hielten die Pflichtigen an ihrem Standpunkt fest.  

Auf die weiteren Parteivorbringen wird, sofern rechtserheblich, in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  §  3  Abs.  1  des  Steuergesetzes vom  8.  Juni  1997  (StG)  bestimmt,  dass 

natürliche Personen aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig sind, wenn sie 

ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. Einen steuerrecht-

lichen  Wohnsitz  im  Kanton  hat  eine  Person,  wenn  sie  sich  hier  mit  der  Absicht  des 

dauernden Verbleibens aufhält oder wenn ihr das Bundesrecht einen besonderen ge-

setzlichen Wohnsitz zuweist (vgl. § 3 Abs. 2 StG). Diese kantonale Bestimmung lautet 

gleich wie Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern von Kantonen und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) und 

Art.  3  Abs.  1  und  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom 

14. Dezember  1990 (DBG)  betreffend  die Steuerpflicht  natürlicher  Personen aufgrund 

persönlicher  Zugehörigkeit.  Die  Bestimmungen  sind  somit  gleich  auszulegen  

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(BGr, 10. März 2019, 2C_473/2018, E. 3; BGr, 17. Juli 2019, 2C_87/2019, mit weiteren 

Hinweisen, auch zum Folgenden). 

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt der steuerrechtliche 

Wohnsitz  einer  Person  am  Ort,  an  dem  sich  der  Mittelpunkt  ihrer  Lebensinteressen 

befindet. Dieser Ort bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Um-

stände, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen. Der steuerrechtliche Wohn-

sitz  kann  demnach  nicht  frei  bezeichnet  werden.  Der  Ort,  an  welchem  die  Schriften 

hinterlegt  sind  oder  wo die politischen  Rechte  ausgeübt  werden, spielt  nicht  eine  ent-

scheidende Rolle. Als äussere Merkmale können sie ein Indiz für den steuerrechtlichen 

Wohnsitz bilden, falls auch das übrige Verhalten der Person dafürspricht.  

Wenn sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist für die 

Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort sie 

die  stärkeren  Beziehungen  hat.  Diese  Frage  ist  jeweils  aufgrund  der  Gesamtheit  der 

Umstände des Einzelfalls zu beurteilen (vgl. BGE 138 II 300 E. 3.2; 132 I 29 E. 4; 125 I 

54 E. 2; BGr, 10. März 2019, 2C_473/2018, E. 4.1; BGr, 16. Juli 2018, 2C_546/2017, 

E. 2.3; BGr, 16. März 2018, 2C_580/2017, E. 4.1; BGr, 3. August 2017, 2C_1045/2016, 

E.  3.3).  Massgebend  sind  die  Verhältnisse  am  Ende  der  betroffenen  Steuerperiode 

(Art. 4b Abs. 1 StHG).  

b)  Die Umstände,  die die  allgemeine  Steuerpflicht  begründen,  sind steuerbe-

gründende  Tatsachen  und  deshalb  von  den  Steuerbehörden  zu  beweisen  (Oester-

helt/Seiler,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die 

Harmonisierung der direkten Steuern von Kantonen und Gemeinden, 4. A., 2022, Art. 3 

N 82 StHG). Dies gilt auch dann, wenn sich der steuerrechtliche Wohnsitz bis anhin im 

Kanton Zürich befand und streitig ist, ob er aufgegeben worden ist bzw. sich an einen 

ausserkantonalen Ort verlagert hat. Von daher ist der bisherige steuerrechtliche Wohn-

sitz  für  die  Verteilung  der  Beweislast  nicht  von  Bedeutung  (VGr,  26.  März  1997, 

StE 1997 B 11.1 Nr. 15 = ZStP 1997, 269). Immerhin kann der steuerpflichtigen Person 

der Gegenbeweis für die Aufgabe des bisherigen Wohnsitzes oder das Vorliegen eines 

ausserkantonalen  Wohnsitzes  auferlegt  werden,  wenn  die  von  der  Einschätzungsbe-

hörde  behauptete  subjektive  Steuerpflicht  als  sehr  wahrscheinlich  gilt 

(BGr, 

1. März 2012, 2C_785/2011, E. 2.3). Dies trifft vor allem zu, wenn die bisherige Woh-

nung im Kanton (ohne Fremdvermietung) weiterhin beibehalten wird; dies ist ein Indiz 

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dafür, dass der bisherige Lebensmittelpunkt im Kanton nicht definitiv aufgegeben wor-

den ist.  

Die  praktische  Bedeutung  dieser  Beweislastverteilung  ist  jedoch  insofern 

überschaubar,  als  das  Bundesgericht  verschiedene  tatsächliche  Vermutungen  aner-

kannt hat, welche den Zustand der Beweislosigkeit gar nicht erst eintreten lassen (BGr, 

20. Dezember 2019, 2C_415/2019, E. 5.3; BGr, 3. Juni 2019, 2C_73/2018, E. 3.3, mit 

weiteren Hinweisen, auch zum Folgenden). Solche auf allgemeinen Erfahrungssätzen 

aufbauende tatsächliche Vermutungen lassen es zu, aufgrund bewiesener, für die kon-

krete  Frage  nicht  unmittelbar  erheblicher  Tatsachen  auf  das  Vorliegen  ansonsten  un-

bewiesener, erheblicher Tatsachen zu schliessen. War aufgrund bestimmter familiärer 

Verhältnisse  während mehrerer  Steuerperioden  vom  Lebensmittelpunkt  an  einem  be-

stimmten  Ort  auszugehen  und  stösst  die  Steuerbehörde  bei  ihrer  Untersuchung  nicht 

auf  gegenteilige  Hinweise  (Vermutungsbasis),  ist  darauf  zu  schliessen,  dass  sich  an 

den massgebenden Verhältnissen nichts geändert hat (Vermutungsfolge) und sich der 

Mittelpunkt  der  Lebensinteressen  für  die  darauffolgende  Steuerperiode  weiterhin  am 

besagten  Ort  befindet.  Sind  die  Voraussetzungen  dieser  Tatsachenvermutung  gege-

ben,  muss  die  abgabepflichtige  Person  den  Gegenbeweis  antreten  und  nachweisen, 

dass Vermutungsbasis oder Vermutungsfolge nicht zutreffen. Sie kann einerseits dar-

legen, bereits in den Vorperioden sei der Lebensmittelpunkt falsch festgelegt worden. 

Anderseits  kann sie vorbringen,  dass  sich die Verhältnisse in der massgeblichen Zeit 

geändert hätten. 

In  Bezug  auf  die  Beweisführung  über  die  Aufgabe  des  Wohnsitzes  wendet 

somit das Bundesgericht zumindest im Resultat die  Beweislastregel zuungunsten des 

Steuerpflichtigen an. Mit der herrschenden Lehre ist nämlich davon auszugehen, dass 

die Steuerpflicht nicht mit jeder Steuerperiode neu beginnt. In der Regel wird der Steu-

erbehörde  der  Beweis  gelingen,  dass  der  Steuerpflichtige  in  den  Vorperioden  seinen 

Wohnsitz im Kanton und somit die Steuerpflicht zumindest zu Beginn der Steuerperio-

de bestanden hatte. Es ist dann nach der Normentheorie (Art. 8 ZGB) am Steuerpflich-

tigen,  den  Wegfall  seiner  Steuerpflicht  als  steuermindernde  Tatsache  zu  beweisen  

(Oesterhelt/Seiler,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer, 4. A., 2022, Art. 3 N 67 DBG). 

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2. Zur Beweislast ist zunächst festzuhalten, dass sich die Pflichtigen das Ein-

familienhaus in  der  zürcherischen Gemeinde C 2019  weiterhin  zur  Verfügung  hielten, 

ohne es zu vermieten. Daran vermag der Umstand, dass sie zu einem nicht genannten 

Zeitpunkt  nach  eigener  Aussage  das  nackte  Eigentum  daran  auf  ihre  Kinder  übertra-

gen  haben,  nichts  zu  ändern,  haben  sie  sich  doch  von  Letzteren  ein  Nutzniessungs-

recht  einräumen  lassen.  Bereits  allein  deswegen  erscheint  das  Weiterbestehen  des 

Wohnsitzes  der  Pflichtigen  im  Kanton  Zürich  bzw.  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C 

pro 2019 als sehr wahrscheinlich, weswegen es ihnen obliegt, den Gegenbeweis des 

Wohnsitzes in der bündnerischen Gemeinde D zu erbringen.  

3.  a)  Das  kantonale  Steueramt  führt  aus,  die  Pflichtigen  verfügten  sowohl  in 

der  zürcherischen  Gemeinde  C  als  auch  in  der  bündnerischen  Gemeinde  D  über 

grosszügige  Wohnmöglichkeiten.  Jedoch  hätten  sie  nach  eigener  Schilderung  2019 

lediglich  rund  90  Nächte  gemeinsam  in  der  bündnerische  Gemeinde  D  verbracht. 

Selbst  unter  Berücksichtigung  der  Ferienreisen  ins  Ausland (ca.  40  Nächte),  der  Auf-

enthalte  in  Italien  (für  die  Verwaltungsratstätigkeit  des  Pflichtigen  bei  einem  italieni-

schen Unternehmen) und der Besuche der Kinder in der Region Basel und im Tessin 

dürfe es als erstellt betrachtet werden, dass die Mehrzahl der Nächte nach wie vor in 

der zürcherischen Gemeinde C verbracht worden sei.  

Die  Pflichtigen  hätten  einige  freundschaftliche  Beziehungen  in  der  bündneri-

sche Gemeinde D erwähnt, zu denen in Zürich jedoch nichts ausgeführt, obschon da-

von  auszugehen  sei,  dass  solche  existierten.  Von  den 22  dokumentierten  Bargeldbe-

zügen  im  Jahr  2019  seien  18  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  oder  in  einer 

Nachbargemeinde erfolgt. Lediglich dreimal sei in der bündnerische Gemeinde D Bar-

geld abgehoben worden und einmal im Tessin. Kleider, Schuhe und Pharmazieproduk-

te  seien  im  Kanton  Zürich  besorgt  worden  und  auch  Optiker  und  Coiffeur  seien  hier 

aufgesucht worden. Aufgrund der Kreditkartenbezüge und Bankbelastungen verdeutli-

che  sich,  dass  die  Pflichtigen  an  ihren  alten  Gewohnheiten  festhielten  und  sich  der 

Mittelpunkt  ihrer  Lebensinteressen  (noch)  nicht  in  den  Kanton  Graubünden  verlagert 

habe. 

Beruflich sei der Pflichtige im Rahmen seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit 

für  die  E  AG  und  für  die  italienische  F-Gruppe  tätig.  Die  E  AG  habe  ihren  Sitz  in  der 

Nähe  des  Flughafens  Zürich,  wobei  der  Pflichtige  sein  Büro  dort  Ende  Juni  2019  ge-

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räumt habe. 2019 sei der Pflichtige im Rahmen eines reduzierten Arbeitspensums von 

20%  bzw.  ab  August  2019  von  einem  Tag  pro  Monat  tätig  gewesen.  Mangels  eines 

Büro am Domizil der E AG dürfte die Tätigkeit zumindest in der zweiten Jahreshälfte im 

Wesentlichen aus dem Homeoffice ausgeübt worden sein. Während aufgrund des Bü-

ros am Domizil der E AG in der ersten Hälfte des Jahres 2019 davon auszugehen sei, 

dass  der  Arbeitsweg  von  der  zürcherischen  Gemeinde  C  aus  angetreten  worden  sei, 

lasse sich für die Tätigkeit aus dem Homeoffice kein Schluss betreffend Wohnsitz her-

leiten.  Die  Reisen  nach  Italien  seien  zu  gleichen  Teilen  von  der  bündnerischen  Ge-

meinde D und von der zürcherischen Gemeinde C aus erfolgt. Aus den eingereichten 

Kontoblättern ergebe sich  indes,  dass  sich  die  geschäftliche  Tätigkeit  in  der  zürcheri-

schen Gemeinde C abgespielt habe. So seien die Internetkosten in der zürcherischen 

Gemeinde C, nicht jedoch diejenigen in der bündnerische Gemeinde D verbucht wor-

den. Als Telefonkosten sei ein Mobiltelefon-Abonnement verbucht worden, welches auf 

die Adresse in der zürcherischen Gemeinde C laute. Einkäufe für geschäftliche Zwecke 

seien  allesamt  im  Kanton  Zürich  erfolgt  (Papeterie,  IT-Material,  Blumen)  und  auch 

Briefmarken, Stempel und Visitenkarten seien in die zürcherische Gemeinde C bestellt 

und  geliefert  worden.  Schliesslich  zeigten  auch  die  abonnierten  Zeitungen  (NZZ,  Zü-

richseezeitung),  dass  sich  die  Interessen  am täglichen Wirtschaftsgeschehen  auf  den 

Kanton Zürich zentrierten. Dass die Zeitungen allesamt in die zürcherische Gemeinde 

C zugestellt würden, verdeutliche, dass sich die Pflichtigen mehrheitlich in der zürche-

rischen  Gemeinde  C  aufhielten  und  auch  die  Geschäftstätigkeit  im  Homeoffice  dort 

ausgeübt  werde.  Sollten  die Zeitungen  nur  digital  gelesen werden,  sei  nicht  nachvoll-

ziehbar, weswegen ein Print-Abonnement abgeschlossen worden sei.  

Aus den eingereichten Rechnungen der Post ergebe sich, dass die Briefpost 

von  der  zürcherischen  Gemeinde  C  während  zwei  Wochen  im  Oktober  und  vom  20. 

Juli  bis  23.  August 2019  in  die  bündnerische  Gemeinde  D  umgeleitet  worden sei.  Zu-

dem sei sie in der Zeit vom 5. bis 15. Juni 2019 und 1. bis 15. Juli 2019 in der zürcheri-

schen Gemeinde C zurückbehalten worden. Dass Postumleitung und Zurückbehaltung 

nur  dann  gewesen  sein  sollten,  als  die  Reinigungsangestellte  ferienabwesend  gewe-

sen  sei,  wie  von  den  Pflichtigen  behauptet,  sei  weder  glaubhaft  noch  nachgewiesen. 

Vielmehr sei davon auszugehen, dass sich die Pflichtigen in den Sommermonaten so-

wie  im  Herbst  (während  der  Umleitung  der  Post)  mehrere  Wochen  in  der  bündneri-

schen Gemeinde D aufgehalten hätten. Dies decke sich auch mit den Belastungen der 

Kreditkarten, welche Aufenthalte in der bündnerischen Gemeinde D vom 23. Juli bis 7. 

August  2019, vom  10.  August  bis  zum  25.  August  2019  und  vom  4. Oktober  bis  zum 

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21. Oktober 2019 belegten. Bei einer – wenn überhaupt – nur sporadischen, vorüber-

gehenden  Ausübung  der  Geschäftstätigkeit  in  der  bündnerische  Gemeinde  D  ver-

schiebe  sich  der  Mittelpunkt  des  geschäftlichen  Betriebs  nicht.  Entsprechend  könne 

von einer Verlegung des Geschäftsorts in den Kanton Graubünden nicht die Rede sein. 

Ausgehend von der Feststellung, dass sich der Geschäftsort 2019 in der zürcherischen 

Gemeinde  C  befunden habe,  komme  als  Wohnort  ebenfalls  nur  der  Kanton  Zürich  in 

Frage.  Nach  der  herrschenden  Rechtsprechung  sei  nämlich  nur  zurückhaltend  anzu-

nehmen,  die  Beziehungen  zum  Wochenendaufenthaltsort  seien  stärker  als  jene  zum 

Arbeitsort.  

Selbst wenn der Steuerpflichtige, wie vorgebracht, in der strittigen Steuerperi-

ode  seine  Arbeitstätigkeit  massgeblich  reduziert  haben  sollte,  sei  zu  bedenken,  dass 

bei Personen, die im Zuge ihrer Pensionierung wegziehen würden, der steuerrechtliche 

Wohnsitz regelmässig am Wegzugsort verbleibe, wenn sie sich weiterhin während län-

gerer  Zeit  jährlich  im  langjährig  bewohnten  Haus  aufhielten.  Von  einem  vollzogenen 

Wechsel des Wohnsitzes sei denn auch erst dann auszugehen, wenn sich der Mittel-

punkt der Lebensinteressen an den neuen Ort verlagert habe. Dies sei vorliegend nicht 

erfolgt.  Darauf  deute  auch,  dass  die  Pflichtigen  im  Telefonverzeichnis,  neben  der  Ad-

resse in der bündnerischen Gemeinde D, nach wie vor mit der Adresse in der zürcheri-

schen Gemeinde C eingetragen seien.  

b) Die Pflichtigen führen aus, mit der Beendigung der beruflichen Tätigkeit des 

Pflichtigen für die E AG Ende 2018 bzw. Anfang 2019 und der entsprechenden Aufga-

be der wirtschaftlichen Interessen im Kanton Zürich hätten sie sich entschlossen, per 1. 

Januar  2019  in  die  bündnerische  Gemeinde  D  zu  ziehen.  Die  Eltern  der  Pflichtigen 

hätten seit 1963 über ein grosses Ferienhaus in  der bündnerischen Gemeinde D ver-

fügt,  weswegen  im  Laufe  der  Zeit  eine  enge  Verknüpfung  zu  diesem  Ort  aufgebaut 

worden  sei.  Aufgrund  dessen  habe  die  Pflichtige  bereits  2000  einen  Grundstücksteil 

der  elterlichen Liegenschaft  als  Erbvorbezug  erhalten,  welchen  sie für den  Bau  eines 

grossen  6-Zimmer  Hauses  benutzt  habe.  Nachdem  die  Mutter  der  Pflichtigen  2017 

verstorben sei, habe diese das elterliche Ferienhaus übernommen, um es zu sanieren 

und zu vermieten.  

In  der  Jahren  2018  -  2021  sei  in  Eigenregie  und  unter  Einsatz  signifikanter 

Arbeit die Renovation des letzeren Hauses durchgeführt worden. Die Vermietung bzw. 

Verwaltung erfolge  heute durch  die  Pflichtigen  selbst,  inklusive  Übergabe  der  Liegen-

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schaft  an  die  Mieter  und  Rücknahme.  Lediglich  die  Endreinigung  werde  durch  eine 

externe Firma durchgeführt.  

Mit dem Ziel, das Haus in der zürcherischen Gemeinde C für den Sohn bzw. 

die Tochter der Pflichtigen zu erhalten, sei es nach dem Umzug renoviert worden. Vor 

diesem  Hintergrund  sei die  Liegenschaft  bereits an  die beiden Nachkommen  übertra-

gen worden. Bis sie von den Nachkommen genutzt werde, werde sie von den Pflichti-

gen als Feriendomizil gebraucht. Aufgrund von umfassenden Sanierungsarbeiten 2019 

sei das Haus in der zürcherischen Gemeinde C nur beschränkt bewohnbar gewesen. 

Die Hauspflege in der zürcherischen Gemeinde C werde durch eine Reinigungsange-

stellte an zwei Halbtagen pro Woche und die Gartenarbeiten sporadisch durch ein Gar-

tenbauunternehmen durchgeführt. Aufgrund der reduzierten Präsenz sei der Stromver-

brauch in  der  zürcherischen Gemeinde  C  2019  im  Vergleich zum  Vorjahr  um  nahezu 

80% gesunken.  

Gesamthaft  hätten  die  Pflichtigen  2019  106  Mal  in  der  bündnerischen  Ge-

meinde  D  übernachtet  und  damit  zahlreiche  Tage  über  diese  106  Nächte  dort  ver-

bracht. Zudem hätten sie in der streitigen Steuerperiode viel Zeit auf Reisen verbracht, 

z.B. bei der Tochter im Tessin, beim Sohn in der Region Basel, bei der Familie in der 

Toskana, bei der Ausübung der Arbeitstätigkeit des Pflichtigen für ein italienisches Un-

ternehmen  und  der  Region  Emilia-Romagna,  im  Rahmen  einer  Antarktis-  und  Süd-

amerikareise im Januar und Februar 2019 für knapp vier Wochen und für ca. zwei Wo-

chen im Oktober und November in Bangladesch und Thailand.  

Eine  Mehrzahl  der  Nächte  sei  2019  noch  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C 

verbracht worden. Davon seien 47 Nächte auf die Überwachung von Bauarbeiten ent-

fallen, wobei die Pflichtigen auf einer Baustelle mit stark eingeschränkter Lebensquali-

tät  übernachtet  hätten.  Zudem  seien  34  Nächte  deswegen  in  der  zürcherischen  Ge-

meinde  C  verbracht  worden,  weil  von  dort  aus  der  Sitz  der  E  AG  für  die  finalen 

Geschäftstreffen bis im Mai 2019 einfacher zu erreichen gewesen sei. Schliesslich sei-

en gewisse Nächte in der zürcherischen Gemeinde C verbracht worden, weil der Flug-

hafen und sonstige Destinationen von dort aus einfacher zu erreichen seien. Die Tage, 

die  sie  nicht  in  der  bündnerische  Gemeinde  D  verbracht  hätten,  hätten  sich  auf  die 

Tourismus-Nebensaison  konzentriert,  in  welcher  zahlreiche  Restaurants  und  Läden 

geschlossen seien.  

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2019 seien in der bündnerischen Gemeinde D insgesamt 61 Personen an 53 

Tagen  beherbergt  worden  (Anmerkung:  gemäss  Auflageantwort  waren  es  12  Famili-

enmitglieder  über  2  bis  3  Tage  während  Weihnachten/Neujahr).  Ferner  hätten  die 

Pflichtigen  zehnmal  zum  Essen  eingeladen  und  seien  sechzehnmal  eingeladen  wor-

den.  In  der  zürcherischen  Gemeinde  C  seien  dagegen  nur  vereinzelt  Familienmitglie-

der und Übernachtungsgäste empfangen worden, insgesamt 24 Personen während 40 

Tagen.  Zum  Essen  hätten  die Pflichtigen  neunmal  eingeladen; selbst seien  sie  zwölf-

mal eingeladen worden. Aus den Zahlen sei die stärkere Verbundenheit zur bündneri-

schen Gemeinde D ersichtlich.  

Die  einzige  Vereinsmitgliedschaft  des  Pflichtigen sei  beim  HSG  Alumni  Club, 

welcher sich viermal pro Jahr treffe. 

Im  Rahmen  seiner  Erwerbstätigkeit  berate  der  Pflichtige  Unternehmen  und 

nehme in deren Verwaltungsrat Einsitz. Die beruflichen Aktivitäten seien 2019 im We-

sentlichen  von  der  bündnerische  Gemeinde  D  aus  wahrgenommen  worden,  wo  sich 

seit Februar 2019 der Sitz der Einzelunternehmung befinde.  

Bis  Ende  2018  habe  der  Pflichtige  als  Delegierter  des  Verwaltungsrats  und 

CEO der E AG mit Sitz in der Nähe des Flughafen Zürich gearbeitet und habe von De-

zember 2018 bis Ende Juli 2019 erfolgreich sämtliche Aktiven bzw. Geschäftseinheiten 

der  Firma  veräussert.  Für  diese  Liquidationshandlungen  habe  er  eine  Erfolgsprämie 

gemäss Honorarrechnungen vom 25. Juni 2019 und 24. Oktober 2019 erhalten. Nach 

der  Veräusserung  sei  der  Pflichtige  kaum  noch  dort  anwesend  gewesen.  Insgesamt 

habe er sich 2019 lediglich an 36 Tagen an den Sitz der E AG begeben. Seit dem En-

de des ersten Quartals 2019 sei der Pflichtige somit nicht mehr physisch am Sitz der E 

AG  tätig  und  habe  seine  Tätigkeit  für  das  Unternehmen  nahezu  vollständig  beendet. 

Ab  Ende des  1. Quartals  bzw.  den Vertragsabschlüssen  zum  Verkauf  der  Geschäfts-

einheiten  der  E  AG  habe  sich  der  Pflichtige  nur  noch  mit  einem  Rechtsfall  betreffend 

die  E  AG  in  einem  Staat  im  nahen  Osten  befasst  und  arbeite  seit  August  2019  nur 

noch während  einem  Tag  pro  Monat.  Diese  Tätigkeit führe  der  Pflichtige  ausschliess-

lich von der bündnerische Gemeinde D aus.  

Der Pflichtige sei seit mehr als 25 Jahren Verwaltungsratsmitglied einer italie-

nischen  Unternehmensgruppe.  Seit  2019  sei  dies  das  einzige  Mandat  seiner  selbst-

ständigen Erwerbstätigkeit. In der streitigen Steuerperiode sei der Pflichtige achtmal in 

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Italien gewesen, wobei er viermal von der bündnerischen Gemeinde D aus dorthin oder 

zum  Flughafen  gefahren  sei.  Während  der  restlichen  Zeit  sei  die  Tätigkeit  von  der 

bündnerischen  Gemeinde  D  aus  erfolgt.  Aufgrund  der  kürzeren  Distanz  habe  die 

bündnerische  Gemeinde  D  als  Ausgangspunkt  für  die  Tätigkeit  für  die  italienischen 

Unternehmensgruppe gedient.  

Mit  dem  Argument,  dass  Einkäufe betreffend Güter  des  Lebensbedarfs, Klei-

der,  Schuhe  und  Pharmazieprodukte  hauptsächlich  im  Kanton  Zürich  stattgefunden 

hätten, ignoriere das Steueramt den Umstand, dass diese im Rahmen von Baustellen-

besuchen  und  weiteren Terminen  in Zürich  getätigt  worden seien  und  dass  gerade  in 

Bezug auf Kleider Zürich das deutlich bessere Angebot habe. Auch der Umstand, dass 

langjährige  Vertrauensärzte,  Coiffeur  etc.  im  Kanton  Zürich  beibehalten  würden,  weil 

es  sich aufgrund  der  geringen  Distanz  zwischen  Zürich  und Graubünden  nicht  lohne, 

neue Spezialisten zu suchen, die in der bündnerischen Gemeinde D ohnehin nicht zu 

finden wären, spreche nicht für einen Wohnsitz in der zürcherischen Gemeinde C.  

Betreffend die Internet-Abonnemente der Pflichtigen sei richtigzustellen, dass 

sie 2019 sowohl in der zürcherischen Gemeinde C als auch in der bündnerischen Ge-

meinde D über solche der Swisscom verfügt hätten. In der Buchhaltung der selbststän-

digen  Erwerbstätigkeit  seien  jedoch  lediglich  die  Kosten  für  die  Handy-Abonnemente 

(d.h.  keine  Internetkosten)  verbucht  worden.  Aus  den  Zeitungsabonnementen  lasse 

sich  nichts  ableiten.  Ferner  hätten  die  Pflichtigen  in  der  bündnerische  Gemeinde  D 

auch die Lokalzeitung abonniert.  

Betreffend  die  Post-  und  Zeitungsumleitungen  sei  festzuhalten,  dass  die  pri-

vate  Post  der  Pflichtigen  und  diejenige  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  seit  der 

Wohnsitzverlegung  mehrheitlich  in  die  bündnerische  Gemeinde  D  zugestellt  würden. 

An  die  Adresse  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  seien  lediglich  Werbungen,  Spen-

denaufrufe,  Swisscom-Rechnungen  sowie  gewisse  weitere  Rechnungen  von  Dienst-

leistern, bei welchen die Adresse noch nicht angepasst worden sei, gesendet worden. 

Die  Reinigungsangestellte  übernehme  das  Leeren  des  Briefkastens  und  Bündeln  der 

Zeitungen zwecks  Entsorgung. Während  der  ferienbedingten  Abwesenheiten  der  Rei-

nigungsangestellten würden die Zeitungsaus- und Postzustellungen unterbrochen bzw. 

in die bündnerische Gemeinde D umgeleitet. Auf eine vollständige Umstellung der Zu-

stelladresse für Zeitungen hätten die Pflichtigen vorerst verzichtet, da sie für sämtliche 

Medien auch über einen Online-Zugriff verfügten.  

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c)  In  der  Rekursantwort  ergänzte  das  kantonale  Steueramt,  in  der  Liegen-

schaft  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  seien  2019  im  Wesentlichen  Malerarbeiten 

getätigt  und  die  Teppiche  ersetzt  worden.  Entsprechend  sei  es  schwer  vorstellbar, 

dass  diese  Arbeiten  zahlreiche  Übernachtungen  zur  Bauüberwachung  bedingt 

und/oder die Wohnqualität während längerer Zeit beeinträchtigt hätten.  

In der Buchhaltung der selbstständigen Erwerbstätigkeit sei unter Konto 6510 

eine  Rechnung  der  "green.ch"  verbucht  worden,  welche  das  Internet-Abo  in  der  zür-

cherischen  Gemeinde  C  sowie  das  Webhosting  der  einschlägigen  Geschäftswebsite 

samt Mailadresse beinhalte.  

d) Die Pflichtigen hielten der Rekursantwort entgegen, sie hätten 2019 in der 

zürcherischen Gemeinde C und in der bündnerische Gemeinde D über private Internet-

Abonnemente  der  Swisscom  verfügt.  Die  im  Rahmen  der  selbstständigen  Erwerbstä-

tigkeit  verbuchten  Kosten  von  "green.ch"  hätten  vor  allem  Webhosting  sowie  einen 

Internetanschluss betroffen, der im Abo enthalten gewesen sei. Aufgrund der durch die 

"green.ch"  verwendeten  Rechnungsadresse,  welche  aus  administrativer  Bequemlich-

keit  nicht  angepasst  worden  sei,  könne  kein  Schluss  zu  Wohnsitz  bzw.  Sitz  gezogen 

werden.  

4. a) Zunächst sind die Wohnmöglichkeiten in der zürcherischen Gemeinde C 

und der bündnerischen Gemeinde D zu durchleuchten. In der zürcherischen Gemeinde 

C steht den Pflichtigen ein grosses Einfamilienhaus auf drei Etagen (UG: Waschküche, 

Bastelraum,  Werkstatt  und  Keller;  EG:  Wohn-/Esszimmer,  Küche,  1  Schlafzimmer,  1 

WC; Dachgeschoss: 4 Schlafzimmer, 3 Bäder, Abstellraum und Utility) zur Verfügung; 

in der bündnerische Gemeinde D sind die Verhältnisse vergleichbar bzw. das Haus gar 

etwas  grösser  (UG:  Waschküche,  Keller,  Ruheraum,  Sauna,  Dusche/WC  und  Spiel-

zimmer;  EG:  3  Schlafzimmer,  Küche/Wohnraum,  Leseraum,  3  Badzimmer;  Dachge-

schoss:  2  Schlafzimmer  und  2  Badezimmer).  Beide  Liegenschaften  sind  gemäss  den 

zu  den  Akten  gereichten  Fotos  möbliert  und  für  einen  Daueraufenthalt  des  Ehepaars 

samt Besuchen der erweiterten Familie geeignet.  

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b) aa) Die Anwesenheit der Pflichtigen in der zürcherischen Gemeinde C und 

der bündnerische Gemeinde D ist teilweise mittels Belegen dokumentiert und stellt sich 

folgendermassen dar: 

Monat in 2019 

Zürcherische Gemeinde C 

Bündnerische  Gemein-

und Umgebung 

de D und Umgebung 

Januar 

1.01; 7.01; 8.01; 9.01; 

3.01 

Februar  

6.02; 22.02; 28.02 

11.02; 15.02; 16.02; 

11.01; 12.01 

18.02; 19.02; 20.02; 

21.02; 22.02; 23.02 

März 

1.03; 5.03; 6.03; 7.03; 8.03 

3.03 

11.03; 12.03; 13.03; 14.03; 

15.03; 16.03; 17.03; 18.03; 

19.03; 20.03; 26.03; 27.03; 

28.03; 29.03 

April 

1.04; 3.04; 4.04; 9.04; 

Mai 

10.04; 11.04; 12.04; 15.04; 

16.04; 17.04; 18.04; 20.04;  

23.04; 25.04; 26.04; 30.04 

3.05; 4.05; 5.05; 6.05; 8.05; 

9.05; 10.05; 15.05; 17.05; 

20.05; 21.05; 23.05; 24.05; 

25.05; 29.05; 31.05 

Juni  

3.06; 4.06; 17.06; 18.06; 

23.06 

20.06; 21.06; 23.06; 25.06; 

26.06; 28.06; 29.06 

Juli  

1.07; 16.07; 22.07 

23.07; 24.07; 25.07; 

26.07; 29.07; 31.07 

August  

8.08; 26.08; 27.08; 28.08; 

3.08; 5.08; 7.08; 10.08; 

30.08; 31.08 

13.08; 14.08; 16.08; 

17.08; 19.08; 23.08; 

30.08 

September  

2.09; 4.09; 5.09; 14.09; 

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17.09; 18.09; 19.09; 20.09; 

23.09; 24.09; 25.09; 26.09; 

28.09; 29.09; 30.09 

Oktober 

3.10; 18.10; 22.10; 23.10; 

5.10; 7.10; 8.10; 9.10; 

24.10; 25.10 

10.10; 11.10; 14.10; 

17.10; 19.10 

November 

11.11; 12.11; 13.11; 14.11; 

15.11 

18.11; 19.11; 21.11; 25.11; 

26.11; 28.11; 29.11; 30.11 

Dezember 

2.12; 3.12; 4.12; 6.12; 7.12; 

5.12; 9.12; 14.12; 23.12; 

8.12; 9.12; 11.12; 12.12; 

24.12; 26.12; 30.12 

13.12; 16.12; 17.12; 18.12; 

19.12; 20.12 

Der tabellarischen Darstellung lässt sich entnehmen, dass sich die Pflichtigen 

etwa 2 Wochen im Februar, 1 Woche im Juli, 3 Wochen im August, 2 Wochen im Ok-

tober  und  1  Woche  im  Dezember  (zuzüglich  einzelner  Tage  in  verschiedenen  Mona-

ten)  mutmasslich  am  Stück  in  der  bündnerische  Gemeinde  D  aufgehalten  haben,  so-

dass  ihre  Angabe,  sie  hätten  2019  106  Nächte  dort  verbracht,  grosszügig  zu  ihren 

eigenen Gunsten aufgerundet scheint.  

Entsprechend des überwiegenden Aufenthalts in der zürcherischen Gemeinde 

C  ist  nachvollziehbar,  dass  die  Pflichtigen  dort  eine  Reinigungsangestellte  an  zwei 

Halbtagen  pro  Woche  beschäftigen.  Dies  wäre  kaum  nötig,  wenn  sie  sich  nur  spora-

disch dort aufhielten. In der bündnerischen Gemeinde D wird kein Reinigungspersonal 

beschäftigt, weil sämtliche Hausarbeit persönlich verrichtet werde. 

bb)  Nicht  nur  überwiegt die  Anwesenheit  der  Pflichtigen  in  der  zürcherischen 

Gemeinde  C  weitaus,  sondern  sind  auch  der  Grossteil  der  Restaurant-

/Veranstaltungsbesuche im Raum Zürich und Umgebung zu verorten, während für die 

bündnerische Gemeinde  D  nur  wenig  Belege  zum  Sozialleben  der  Pflichtigen  existie-

ren. 

So fand am 1. Juli 2019 ein Treffen der HSG Alumni in einem Zürcher Restau-

rant statt. Am 8. März 2019 besuchten die Pflichtigen das Restaurant Conti in Zürich, 

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am  19.  März  2019  das  Maag-Areal,  am  4.  April  2019  das  Restaurant  Falken  in  Küs-

nacht, am 9. April 2019 die Trattoria Blumenau in Zürich, am 15. April 2019 den Gast-

hof Hirschen in Meilen, am 4. Mai 2019 das Opernhaus Zürich (oder es wurden Karten 

für selbiges gekauft), am 5. Mai 2019 das Restaurant Pflugstein in Erlenbach, am 23. 

Mai 2019 die Trattoria Blumenau in Zürich, am 25. Mai 2019 die Wirtschaft Degenried 

Zürich, am 28. Juni 2019 die Wirtschaft zur Burg Meilen, am 28. September 2019 das 

Restaurant Positano in Zürich, am 29. September 2019 das Restaurant Totò in Zürich, 

am  28.  November  2019 das  Restaurant  dei  venti  in Küsnacht,  am  6. Dezember  2019 

das Restaurant Bernerhof in Zürich und am 8. Dezember 2019 das Restaurant Ochsen 

in Küsnacht.  

In  der  weiteren  Umgebung  der  bündnerischen  Gemeinde  D  besuchten  die 

Pflichtigen  am  20. Februar  2019  das  Hotel  Schiferalp  Klosters,  am  21.  Februar  2019 

ein Restaurant in der bündnerischen Gemeinde D, am 3. März 2019, 23. Juni 2019 und 

am  31.  Juli  2019  verschiedenen  Hotels  in  einer  benachbarten  Gemeinde  und  am  9. 

Oktober 2019 ein Hotel in der bündnerischen Gemeinde D.  

Es  ist  demgemäss  erstellt,  dass  das  Sozialleben  der  Pflichtigen,  zumindest 

soweit es sich ausserhalb der eigenen vier Wänden abspielt bzw. soweit es überhaupt 

belegt ist, weit überwiegend in der Umgebung der zürcherischen Gemeinde C stattfin-

det. 

cc)  Die  Einkäufe  für  den  täglichen  Bedarf  sind  grossmehrheitlich  ebenfalls  in 

der zürcherischen Gemeinde C und Umgebung erfolgt. Coiffeurbesuche haben nur im 

Raum Zürich stattgefunden. Angesichts der im Raum Zürich abgehobenen Bargeldbe-

träge – namentlich 18 von insgesamt 22 Bezügen im Jahr 2019, insgesamt Fr. 18'037.- 

–  ist ferner  von  einer  grösseren  Anzahl  nicht  belegter  Ausgaben  in  der zürcherischen 

Gemeinde C und Umgebung auszugehen. Das Argument der Pflichtigen, es lohne sich 

aufgrund  der  geringen  Distanz  zwischen  der  bündnerischen  Gemeinde  D  und  Zürich 

nicht,  den  Coiffeur  zu  wechseln,  überzeugt  nicht,  da  auch  in  der  bündnerische  Ge-

meinde  D  ein  breites  Angebot  an  Haarstylisten  zu  finden  ist.  Hingegen  wäre  dieses 

Argument bei Spezialärzten nachvollziehbar. 

c) Als Querschläger im Rahmen der allgemeinen Beweislage präsentiert sich 

die Stromrechnung der Pflichtigen für die zürcherischen Gemeinde C pro 2019, da sie 

den übrigen Beweismitteln diametral entgegensteht. Namentlich zahlten die Pflichtigen 

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2018  Fr.  1'703.20,  2019  Fr.  356.05,  2020  Fr. 1'312.70  und  2021  Fr.  2'590.80.  Dies, 

obschon  die  Wasser-/Abwasserrechnung  in der  zürcherischen  Gemeinde  C  zwischen 

2018 und 2019 von Fr. 884.15 auf Fr. 1'678.25 gestiegen ist, sich also in etwa verdop-

pelt hat, und die Stromrechnungen für die selbstgenutze Liegenschaftin der bündneri-

schen Gemeinde D in der Zeit 2018 - 2020 in etwa gleichgeblieben sind bzw. nicht auf 

eine  häufigere  Anwesenheit  der  Pflichtigen  hindeuten.  Letztere  führen  dazu  aus,  sie 

seien erstaunt über die grossen unlogischen Veränderungen, da betreffend Strom und 

Wasser gegenläufig, gewesen. Bezüglich des tiefen Verbrauchs gebe es ihres Erach-

tens keine Erklärung, ausser ihrer starken Abwesenheit, da sie den Eindruck der stän-

digen Anwesenheit mittels Zeitschaltuhren zu erwecken versucht hätten.  

Diese Erklärung, aufgrund reduzierter Präsenz sei der Stromverbrauch in der 

zürcherischen  Gemeinde  C  im  Vergleich  zum  Vorjahr  um  nahezu  80%  gesunken, 

überzeugt  in  Anbetracht  der  belegten  Anwesenheiten  der  Pflichtigen  in  der  zürcheri-

schen Gemeinde C von mehr als 6 Monaten nicht. In der Annahme, die Pflichtigen hät-

ten  sich  2018  das  ganze  Jahr  über  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  aufgehalten, 

würde die Stromrechnung  für  2019  eine  Anwesenheit  von  weniger  als  2 1/2 Monaten 

im Kanton Zürich bedeuten, obschon die Zahlungsbelege eine vielfach intensivere Prä-

senz  belegen.  Auch  lassen  sich  die  Stromrechnungen  der  Folgejahre  nicht  erklären. 

Schliesslich  müsste  die  Stromrechnung  in  der  bündnerische  Gemeinde  D  wesentlich 

höher  als  im  Vorjahr  sein,  indes  ist  sie  in  etwa  gleich  hoch.  Entweder  existiert  somit 

mehr  als  eine  Stromrechnung  für  die  zürcherischen  Gemeinde  C  pro  2019,  oder  die 

Rechnung  ist  fehlerhaft.  Letztlich  ist  eine  Überprüfung  durch  das  Steuerrekursgericht 

gar nicht möglich, da es die Pflichtigen unterlassen haben, den massgebenden Teil der 

jeweiligen  Rechnungen,  namentlich  Seite  2  mit  den  Angaben  zum  Verbrauch,  einzu-

reichen.  

d) Betreffend die Post der Pflichtigen ist zunächst festzustellen, dass pro 2019 

kein  Nachsendeauftrag  errichtet  wurde,  wie  bei  Umzügen  üblich,  sondern  diese  nur 

punktuell  in  die  bündnerische  Gemeinde  D  weitergeleitet  oder  in  der  zürcherischen 

Gemeinde C  zurückbehalten  wurde.  Nach  Aussage  der  Pflichtigen  sei  dies insbeson-

dere der Fall gewesen, wenn die Reinigungsangestellte in den Ferien gewesen sei. 

Aktenkundig wurde die Post vom 5. bis 15. Juni 2019 und vom 1. bis 15. Juli 

2019  in  der  Poststelle  der  zürcherischen  Gemeinde  C  zurückbehalten.  Vom  20.  Juli 

2019  bis  23.  August  2019  und für  weitere zwei Wochen  in  einem  unbestimmten  Zeit-

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raum (Rechnung vom Oktober 2019) wurde die Post von der zürcherischen Gemeinde 

C 

in  die  bündnerische  Gemeinde  D  umgeleitet.  Die  punktuellen  Umleitun-

gen/Rückbehaltungen der Post von der zürcherischen Gemeinde C bzw. in der zürche-

rischen Gemeinde C bestätigen den Eindruck, dass sich die Pflichtigen jeweils nur feri-

enhalber  in  der  bündnerische  Gemeinde  D  aufhielten  und  mindestens  die  Post-

Umleitung  im  Sommer  mit  einem  längeren  Ferienaufenthalt  zusammenhängt.  Wenn 

nämlich  tatsächlich  die  Post  mehrheitlich  in  die  bündnerische  Gemeinde  D  geschickt 

würde  (und  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  lediglich  Werbungen,  Spendenaufrufe, 

Swisscom  Rechnungen  sowie  gewisse  weitere  Rechnungen  von  Dienstleistern,  bei 

welchen die Adresse noch nicht angepasst wurde, ankämen), wäre eine Umleitung in 

die bündnerische Gemeinde D nicht nötig. 

e)  Die  Kinder  (und  Enkelkinder)  der  Pflichtigen  leben  im  Tessin  und  in  der 

Region  Basel.  Nach  Angaben  der  Pflichtigen  besuchen  sie  ihre  Kinder  an  deren 

Wohnorten. Ferner würden seit jeher die Ferien und die Weihnachtsfeiertage im Kreis 

der erweiterten Familie in der bündnerischen Gemeinde D verbracht. Familienangehö-

rige seien aber auch gelegentlich zu Besuch in der zürcherischen Gemeinde C.  

Keine dieser Aussagen der Pflichtigen ist belegt, abgesehen von einigen Aus-

gaben,  die  im  Tessin  stattfanden,  sodass  es  sich  nicht  beurteilen  lässt,  wo  das  Zent-

rum der erweiterten familiären Beziehungen, namentlich zu den Kindern und Enkelkin-

dern, zu verorten ist. 

Die Pflichtigen bringen sodann vor, sie hätten in der bündnerischen Gemeinde 

D  einen  Freundeskreis  aufgebaut,  und  nennen  konkret  zwei  Personen,  welche  die 

Freundschaft  bestätigen.  Dass  diese  Freundschaften  während  ihren  Aufenthalten  in 

der  bündnerischen  Gemeinde  D  gepflegt  werden,  ist  daher  zwar  anzunehmen,  sind 

doch beispielsweise auch Restaurant-Besuche in der bündnerischen Gemeinde D ver-

zeichnet.  Schliesslich  erscheint  aber  sehr  wahrscheinlich,  dass  die  Pflichtigen  auch 

ihre privaten und sozialen Beziehungen in Zürich nach dem 1. Januar 2019 weiter ge-

pflegt haben, zumal sie auch regelmässig im Raum Zürich ausgehen und der Pflichtige 

seine Kontakte zum Zürcher HSG Alumni Club pflegt. Insoweit kann kein Übergewicht 

an sozialen Kontakten in der bündnerischen Gemeinde D erkannt werden. 

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Insgesamt betrachtet muss eine Verlagerung des Schwerpunkts der erweiter-

ten familiären und/oder freundschaftlichen Beziehungen in die bündnerische Gemeinde 

D mangels stichhaltiger diesbezüglicher Beweise verneint werden.  

f) Was die Pflichtigen im Übrigen zugunsten einer Verlegung ihres Wohnsitzes 

in  die  bündnerische  Gemeinde  D  vorbringen,  ist  unbelegt,  wäre  aber  ohnehin  nicht 

geeignet, die durch zahlreiche Beweise untermauerte natürliche Vermutung eines Wei-

terbestehens des Wohnsitzes in der zürcherischen Gemeinde C umzustossen. So fin-

det zum Beispiel die Behauptung der Pflichtigen, der Pflichtige habe sich 2019 teilwei-

se  vom  beruflichen  Leben  zurückgezogen  und  die  wirtschaftlichen  Interessen  im 

Kanton  Zürich  aufgegeben,  keinen  Niederschlag  in  den  Akten.  Unbelegt  sind  ferner 

unter anderem die Aussagen, die Post sei nur während der Abwesenheiten der Reini-

gungskraft  umgeleitet  oder  zurückbehalten  worden,  die Angaben  zu  den Einladungen 

(Essen,  Übernachtungen)  in  der  bündnerischen  Gemeinde  D,  die  Auskunft,  in  der 

bündnerischen  Gemeinde  D  sei  die  Lokalzeitung  abonniert  worden  und  die  Aussage, 

die  private  Post  der  Pflichtigen  und  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  werde  seit 

dem 1.1.2019 mehrheitlich in die bündnerische Gemeinde D zugestellt. 

g)  Von  einem  steuerrechtlich  vollzogenen  Wechsel  des  Wohnsitzes  ist  erst 

auszugehen, wenn sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen von aussen wahrnehm-

bar  an  den  neuen  Ort  verlagert  hat.  Das  Entstehen  neuer  Interessen  (z.B.  Wandern) 

oder das Weiterführen einzelner Freizeitbeschäftigungen am neuen Ort erweisen sich 

als  unzureichend.  Tendenziell  lässt  sich  sagen,  dass  der  Lebensmittelpunkt  älterer 

oder  betagter  Personen  weniger  mobil  ist  als  jener  der  jüngeren  Bevölkerung  (BGr, 

17. August 2012, 2C_92/2012, E. 5.3). 

Die Pflichtigen machen zwar geltend, beschlossen zu haben, ihren Lebensmit-

telpunkt in die bündnerisch Gemeinde D zu verlegen. Damit haben sie aber entgegen 

ihrer Auffassung (noch) nicht objektiv feststellbar ihren steuerrechtlichen Wohnsitz ver-

legt und erweisen sich die Anknüpfungspunkte für einen Schwerpunkt der Lebensinte-

ressen  der  Pflichtigen  im  Jahr  2019  im  Kanton  Zürich  bzw.  in  der  zürcherischen  Ge-

meinde C als gewichtiger, sodass die für die bündnerische Gemeinde D sprechenden 

Umstände  die  natürliche  Vermutung  nicht  umstossen  können.  Deshalb  befindet  sich 

der  Lebensmittelpunkt  der  Pflichtigen  unverändert  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C. 

Die  Verlegung  des  steuerlichen  Wohnsitzes  auf  den  1.  Januar  2019  mutet  sodann 

künstlich an, wobei die Begründung dafür nicht überzeugt.  

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Der Umstand allein, dass sich die Pflichtigen von ihren Kindern ein Nutznies-

sungsrecht  an  der  Liegenschaft  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  haben  einräumen 

lassen,  legt  nahe,  dass  sie  keinesfalls  bereit  sind,  auf  deren  Gebrauch  zu  verzichten 

oder  diesen  auf  Ferienzeiten  zu  reduzieren,  ansonsten  sie  keinen  gegenüber  ihren 

Nachkommen  durchsetzbaren  Titel  bräuchten,  sondern  sich  einfach  gelegentlich  im 

Rahmen von Besuchen bei ihnen in der zürcherischen Gemeinde C aufhalten könnten, 

wie sie es nach eigener Aussage bereits jetzt im Tessin und in der Region Basel tun. 

Letztlich  machen  die Pflichtigen  selbst  implizit  geltend,  ihre Interessen im  Kanton  Zü-

rich – namentlich Überwachung der Arbeiten am Haus, Tätigkeiten für die E AG, Kauf 

von Kleidern, Besuch von Coiffeur etc. – würden oft ihre Anwesenheit erfordern und sie 

hielten sich hauptsächlich in der Tourismus-Saison in der bündnerischen Gemeinde D 

auf,  weil  in  der  Nebensaison  zahlreiche  Restaurants  und  Läden  geschlossen  seien. 

Eine Absicht der Pflichtigen, dauernd in der bündnerische Gemeinde D zu verbleiben, 

ist jedenfalls beim jetzigen Aktenstand nicht auszumachen.  

Damit ist festzustellen, dass die Pflichtigen 2019 ihren steuerlichen Wohnsitz 

in der zürcherischen Gemeinde C hatten. Es bleibt zu klären, wo der Geschäftsbetrieb 

der selbstständigen Erwerbstätigkeit zu verorten ist.  

5. Natürliche Personen sind aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflich-

tig, wenn sie ihren Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben; indessen erstreckt sich 

die  im  Übrigen  unbeschränkte  Steuerpflicht  nicht  auf  Geschäftsbetriebe,  Betriebsstät-

ten und Grundstücke ausserhalb des Kantons. Diesbezüglich erfolgt die Ausscheidung 

im Verhältnis zu anderen Kantonen nach den Grundsätzen des Bundesrechts über das 

Verbot der Doppelbesteuerung (§§ 3 Abs. 1 und 5 Abs. 1 und 3 StG). 

a)  Im  interkantonalen  Verhältnis  stellt  der  Geschäftsbetrieb  ein  Nebensteu-

erdomizil dar (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 5 N 9 StG, auch zum Folgenden). Die 

steuerpflichtige  Person,  welche  ausserhalb  ihres  Wohnsitzkantons  in  ständigen  Ge-

schäftseinrichtungen  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  ausübt,  begründet  am  Ort 

der Geschäftsniederlassung ein Spezialsteuerdomizil, indem das im Geschäft investier-

te Kapital und das daraus fliessende Einkommen dort steuerpflichtig sind. 

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Geschäftsbetriebe  sind  Personenunternehmen.  Ihr  Sitz  befindet  sich  in  der 

Regel  am  Ort  der  zentralen  Geschäftsführung,  wobei  meist  der  Handelsregistersitz 

massgebend ist (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 4 N 6 ff., auch zum Folgenden). Die 

Steuerbehörden können von Letzterem abweichen, wenn der eingetragene bzw. statu-

tarische  Sitz  nicht  den  wirklichen  Verhältnissen  entspricht,  z.B.  wenn  dort  weder  Ein-

richtungen  oder  Infrastrukturen  vorhanden  sind,  noch  Geschäftshandlungen  durchge-

führt  werden.  Selbst  wenn  eine  Infrastruktur  vorhanden  ist,  ist  auf  einen  solchen  Ort 

nicht  abzustellen,  wenn  sich  in  dieser  Infrastruktur  keine  relevante  Tätigkeit  abspielt 

(sogenanntes  Briefkastendomizil),  was  zum  Beispiel  daran  gemessen  werden  kann, 

dass sich die (Spesen-)Aufwendungen nicht auf diese Adresse beziehen oder die Kun-

den aus einem anderen Raum stammen, wo auch die Besprechungen mit diesen statt-

finden. Bei geschäftlichen Tätigkeiten, die ihrer Natur nach nur teilweise von ständigen 

Anlagen  aus  erbracht  werden, mehrheitlich aber  dezentral  an  den Kundenstandorten, 

geht es um den Mittelpunkt des geschäftlichen Betriebs. 

Beim  Spezialsteuerdomizil  des  Geschäftsortes  geht  es  darum,  wo  sich  der 

Mittelpunkt eines geschäftlichen Betriebs befindet. Nur wenn kein solcher zu lokalisie-

ren  ist,  sind  Erwerbseinkommen  und  -vermögen  am  Hauptsteuerdomizil  steuerbar. 

Dienstleistungstätigkeiten  werden  bisweilen  nur  teilweise  in  den  an  sich  vorhandenen 

ständigen  Anlagen  erbracht  und  zum  anderen  Teil  dezentral  bei  verschiedenen  Kun-

den. In diesem Fall genügt es, wenn die übrigen Tätigkeiten (z. B. Vorbereitungs- und 

administrative Arbeiten) vorwiegend am Geschäftsort ausgeübt werden.  

b)  Die  selbstständige  Erwerbstätigkeit  des  Pflichtigen  ist  ein  Einzelunterneh-

men; insofern fällt der Mittelpunkt des Geschäftsbetriebs mit der Tätigkeit  des Pflichti-

gen  zusammen,  der  dieser  nach  eigener  Aussage  primär  im  Homeoffice  nachgeht. 

Aufgrund der belegten Anwesenheiten in der zürcherischen Gemeinde C ist offenkun-

dig,  dass  der  Pflichtige seine  Beratungstätigkeit –  sofern  sie  nicht  beim Kunden  statt-

findet – überwiegend im Kanton Zürich ausführt. Ferner fällt auch auf, dass sämtliche 

Belege für Spesenaufwendungen dem Raum der zürcherischen Gemeinde C und Um-

gebung  zuzuordnen  sind.  Auch  die  über  die  Firma  abonnierten  Zeitungen  (NZZ,  Zü-

richseezeitung,  Sonntagszeitung)  laufen  über  die  zürcherischen  Gemeinde  C.  Die 

diesbezügliche  Aussage  der  Pflichtigen,  sie  würden  die  digitale  Version  lesen,  er-

scheint  als  blosse  Schutzbehauptung,  denn  diesfalls  wäre  das  Print-Abonnement  fi-

nanziell und ökologisch wenig sinnvoll. Erfahrungsgemäss schliessen nur Personen ein 

Print-Abonnement ab, die tatsächlich ihre Zeitungen in Papierform lesen möchten. Die 

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Pflichtigen hätten die Zeitungen in die bündnerische Gemeinde D zustellen bzw. umlei-

ten lassen, wenn sie tatsächlich dort leben und arbeiten würden.  

Selbst wenn somit der Pflichtige die Fahrt nach Italien von der bündnerischen 

Gemeinde D aus antreten sollte, was zwar behauptet aber nicht belegt wurde, vermag 

dies keinen Sitz im Kanton Graubünden zu begründen. Mangels Nachweises jeglicher 

beruflichen Tätigkeit in der bündnerische Gemeinde D, geschweige denn eines qualita-

tiv und quantitativ wesentlichen Teils der Arbeit, ist auch das Vorliegen einer Betriebs-

stätte im Kanton Graubünden zu verneinen, sodass die aus der Beratung fliessenden 

Einkünfte und das Kapital vollumfänglich im Kanton Zürich zu versteuern sind.  

6. a) Abschliessend machen die Pflichtigen geltend, das potenzielle Besteue-

rungsrecht des Kantons Zürich sei infolge ungebührlich langen Zuwartens verwirkt. 

b)  Die Verwirkung des Besteuerungsrechts  eines  Kantons  bezweckt,  den die 

Einrede  erhebenden  Kanton  davor  zu  bewahren,  schon  bezogene  Steuern  aufgrund 

eines  an  sich  vorrangigen,  aber  erst  ungebührlich  spät  erhobenen  Steueranspruches 

des anderen Kantons zurückerstatten zu müssen. Deshalb kann die Verwirkung auch 

nur durch den anderen Kanton und nicht durch die steuerpflichtige Person geltend ge-

macht  werden  (BGr,  19.  Januar  2021,  2C_428/2020.  E.  4.3  mit  weiteren  Hinweisen). 

Somit erübrigt es sich auf das Vorbringen der Pflichtigen näher einzugehen. 

7. Aufgrund dieser Erwägungen ist der Rekurs abzuweisen. Ausgangsgemäss 

sind die Verfahrenskosten den Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG) und ist die-

sen  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen (§ 152 StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2 des  Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959). 

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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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