# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e794c8e-22b5-5fd1-8119-7f0538127e2c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 28.03.2007 BK 2007 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2007-12_2007-03-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 28. März 2007 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 07 12

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
Richter Rehli und Tomaschett-Murer
Aktuar ad hoc Walder

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des Z., Beschwerdeführer, 

gegen

die Einstellungs- und Abtretungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 23. Januar 2007, mitgeteilt am 24. Januar 2007, in Sachen gegen X . , Be-
schwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Alfred Castel-
berg, Vazerolgasse 2, Chur,

betreffend Sachbeschädigung usw.,

hat sich ergeben:

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A. 1. Am Nachmittag des 11. August 2006 fuhr Z. mit seinem Personen-
wagen Toyota Prius, GR H., von der B. kommend in Richtung D.; er befand sich 
an letzter Stelle einer aus vier bis fünf Fahrzeugen bestehenden Kolonne. Zwi-
schen A. und C. schloss X. mit dem Mercedes GR I. auf diese Autokolonne auf, 
und hinter diesem folgte der Personenwagen von Norbert A.. Nach der Darstel-
lung von X. soll der Toyota-Lenker auch nach den Kurven auf diesem Strassen-
stück sein Fahrzeug abgebremst haben, so dass sich eine grössere Lücke zwi-
schen seinem und dem vorausfahrenden Auto gebildet habe. X. wollte diesen 
Umstand nutzen und setzte daher auf der langen Geraden nach der scharfen 
Linkskurve im K. zum Überholen an. Als er sich auf der Höhe des Toyota befand, 
soll dessen Lenker beschleunigt haben, so dass X. seinerseits die Geschwindig-
keit bis auf 80 km/h habe steigern müssen, um das Überholmanöver sicher be-
enden zu können. Gegen Ende des Dorfes C. hielt X. sein Fahrzeug auf seiner 
Fahrspur an; er öffnete die Autotür, liess diese offen, um dem nachfahrenden Z. 
die Weiterfahrt zu erschweren und lief auf die Gegenfahrbahn, um diesen anzu-
halten. Über die nun folgenden Geschehnisse gehen die Schilderungen der Par-
teien auseinander. X. behauptet, weil er auf der Strasse gestanden habe, sei ihm 
Z. links ausgewichen und zum Teil noch aufs Trottoir gefahren. Trotzdem habe 
er (X.) zur Seite treten müssen, andernfalls er von Z. angefahren worden wäre. 
Er habe den Aussenspiegel gestreift, wodurch es ihn abgedreht habe. Der Toyota 
sei dann weitergefahren und er sei ihm mit grossem Abstand gefolgt. Z. macht 
demgegenüber geltend, X. sei mit weit ausgebreiteten Armen und mit dem Natel 
in der Hand auf die verbleibende Fahrbahn gesprungen, wodurch er ihn zu einer 
massiven Bremsung gezwungen habe. X. habe zunächst mit der Handyfaust auf 
die Kühlerhaube und darauf gegen das rechte Seitenfenster geschlagen. Weil 
ihm der Versuch, die rechte Vordertüre zu öffnen, nicht gelungen sei, habe er 
dieser darauf einen massiven Fusstritt versetzt. Er (Z.) habe darauf die Fahrt in 
Richtung D. fortgesetzt.

2. Sowohl Z. als auch X. begaben sich in D. zur Kantonspolizei und 
erstatteten gegeneinander Strafanzeige wegen Widerhandlungen gegen das 
Strassenverkehrsgesetz. Dr. Z. stellte zudem einen Strafantrag wegen Sachbe-
schädigung.

B. 1. Am 3. November 2006 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubün-
den gegen X. eine Strafuntersuchung wegen Sachbeschädigung und Verletzung 
von Verkehrsregeln. Nachdem die beiden Anzeigeerstatter bereits zuvor durch 
die Polizei befragt worden waren, wurden sie nun durch den Untersuchungsrich-

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ter einem Konfrontverhör unterzogen. Z. wurde anschliessend zudem in einem 
Konfront dem Zeugen Norbert A. gegenübergestellt. Die beiden Protagonisten 
blieben im Wesentlichen bei den schon gegenüber der Polizei gemachten Aus-
sagen.

2. Mit vom Staatsanwalt genehmigter Verfügung vom 23. Januar 2007 
stellte der Untersuchungsrichter das Strafverfahren gegen X. wegen Sachbe-
schädigung wieder ein und trat das Verfahren zur Weiterbehandlung der Ver-
kehrsregelverletzungen an das Kreisamt C. ab. Zur Begründung wurde ausge-
führt, am Fahrzeug Z. habe nach dem Vorfall eine Beule an der Beifahrertüre 
festgestellt werden können, welche möglicherweise von X. stammen könnte. Auf-
grund der gegebenen Beweislage sei es aber fraglich, ob die Sachbeschädigung 
auch absichtlich erfolgt sei. Nach den Aussagen des Zeugen A. erscheine es 
durchaus möglich, dass die Beschädigung am Fahrzeug von Z. unbeabsichtigt 
entstanden sei. Nach dem Beweisergebnis sei jedenfalls eine vorsätzliche Sach-
beschädigung nicht genügend dargetan, weshalb das diesbezügliche Verfahren 
einzustellen sei und die dadurch entstandenen Kosten auf die Staatskasse zu 
nehmen seien.

C. Gegen diese Verfügung beschwerte sich Z. am 14. Februar 2007 
bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Graubünden. Er stellte den An-
trag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache an das Unter-
suchungsrichteramt D. zur Fortsetzung der Untersuchung und weiteren Ab-
klärung des Sachverhaltes zurückzuweisen. Der Beschwerdegegner stellte in 
seiner Vernehmlassung vom 8. März 2007 das Rechtsbegehren, die Beschwerde 
sei abzuweisen, und auch der Staatsanwalt beantragte in seiner Stellungnahme 
von 7. März 2007 deren kostenfällige Abweisung. – Auf die Ausführungen in den 
Rechtsschriften zur Begründung dieser Anträge wird, soweit erforderlich, in den 
Erwägungen eingegangen.

 Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

I. 1. Der Untersuchungsrichter hat in der angefochtenen Einstellungs-
verfügung einiges Gewicht auf die Aussagen des Zeugen Norbert A. gelegt. Er 
führte aus, an Z.s Fahrzeug sei zwar eine Beule festzustellen gewesen, welche 
von X. stammen könnte, hingegen sei es fraglich, ob diese Sachbeschädigung 
mit Vorsatz erfolgt sei. Dagegen spreche insbesondere die Aussage des Zeugen 
A., der keinen absichtlichen Tritt gegen die Beifahrertüre habe beobachten kön-

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nen. Z. weist nun in seiner Beschwerde darauf hin, bei Norbert A. handle es sich 
um einen Kollegen von René (recte André) X., mit dem er auch geschäftlich zu 
tun habe. X. und A. würden behaupten, nach dem kurz nach dem Überholmanö-
ver zusammen geführten kurzen Telefonat nicht mehr miteinander über diese Sa-
che gesprochen zu haben, und der Angeschuldigte wolle nicht gewusst haben, 
dass A. als Zeuge befragt worden sei. Der Untersuchungsrichter habe die Anga-
ben der beiden Kollegen trotz leichter Überprüfbarkeit nicht näher hinterfragt. 
Aufgrund der Aussagen des Zeugen A. sei aber erkennbar, dass dieser seinem 
Kollegen habe helfen wollen. Er wolle zwar gesehen haben, was er (Z.) falsch 
gemacht habe, vermöge aber bezüglich des X. vorgeworfenen Verhaltens an-
geblich keine Feststellungen zu machen.

2. Es trifft zu, dass X. durch die Aussagen von Norbert A. mit Bezug 
auf das Überholmanöver eher entlastet und bezüglich des hier zur Diskussion 
stehenden angeblichen Fusstritts gegen die Beifahrertüre des Fahrzeugs von Z. 
zumindest nicht belastet wird. Der Zeuge sagte aus, er habe weder feststellen 
können, dass X. mit den Händen auf die Motorhaube geschlagen noch dass er 
gegen die rechte Autotüre getreten habe. Er habe aber gesehen, dass sich X. 
sehr nahe am grauen Fahrzeug (von Z.) befunden habe, als er im Gegenuhrzei-
gersinn abgedreht worden sei. Es sei möglich, dass er dabei mit dem Fuss in 
Kontakt mit dem Fahrzeug gekommen sei, hingegen habe er keinen vorsätzli-
chen Tritt gegen das Auto wahrnehmen können. Der Beschwerdeführer rügt, der 
Untersuchungsrichter habe auf diese Aussagen abgestellt, ohne deren Zuverläs-
sigkeit angesichts des zwischen X. und A. bestehenden kollegialen Verhältnisses 
in Zweifel gezogen und das Verhältnis zwischen den beiden abgeklärt zu haben. 
Diese Beanstandung ist insofern nicht gerechtfertigt, als der Untersuchungsrich-
ter den Zeugen sehr wohl zu seinem Verhältnis zum Angeschuldigten befragt hat. 
Norbert A. antwortete auf die entsprechende Frage, er wohne in E. und X. in F., 
so dass man sich kenne; er habe ab und zu mit X. geschäftlich zu tun gehabt, 
kenne ihn aber privat nicht näher. Auf Grund dieser unter der Androhung der 
strafrechtlichen Folgen einer wissentlich falschen Aussage gegebenen Auskunft 
durfte der Untersuchungsrichter Norbert A. durchaus als unverdächtigen Zeugen 
betrachten und dessen Depositionen bei der Beweiswürdigung mitberücksichti-
gen.

Doch selbst wenn man die Zeugenaussage G.’s ausser Acht liesse, würde 
sich am Ergebnis nichts ändern. Nebst den direkt Beteiligten ist Norbert A. die 
einzige Person, welche zum ganzen Vorfall Beobachtungen gemacht haben 

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konnte; auch der Beschwerdeführer vermag diesbezüglich keine weiteren Au-
genzeugen zu nennen. Lässt man die Depositionen des einzigen Zeugen bei-
seite, stehen die Aussagen des Anzeigeerstatters jenen des Angeschuldigten ge-
genüber. Dabei lässt sich nicht sagen, dass der eine der beiden Beteiligten glaub-
würdiger wäre als der andere; es liegen keine objektiven Fakten vor, welche dies-
bezüglich eine Differenzierung zu rechtfertigen vermöchten. Es verhält sich auch 
nicht etwa so, dass auf Grund der festgestellten leichten Delle an der Fahrzeug-
türe die Aussagen des Beschwerdeführers glaubhafter erscheinen könnten als 
jene des Beschwerdegegners. Zum einen handelt es sich gemäss den Ermittlun-
gen der Polizei bloss um eine kleine Einstellung, was eher gegen einen absicht-
lich ausgeführten brutalen Fusstritt, wie er von Z. behauptet wird, spricht. Dazu 
kommt, dass der von der Polizei festgestellte dunkelfarbene Kunststoffabrieb an 
der Fahrzeugtüre durch die vom kriminaltechnischen Dienst durchgeführte Spu-
rensicherung nicht mit hinreichender Sicherheit den dunklen Schuhen des Ange-
schuldigten zugeordnet werden konnte. Konnte schon am Tage des Geschehens 
auf Grund der vorhandenen Spuren und der geringfügigen Beschädigungen am 
Fahrzeug Z.s nicht eindeutig auf eine Gewalteinwirkung seitens von X. geschlos-
sen werden, so ist nicht vorstellbar, durch welche Beweismassnahmen Monate 
nach dem Vorfall ein zuverlässigeres Resultat erzielt werden könnte. Aber selbst 
wenn dies entgegen allen Erwartungen möglich wäre, so liesse sich dadurch X. 
noch keineswegs eine vorsätzliche Sachbeschädigung nachweisen. Die Schilde-
rung, die er über den Ablauf der Geschehnisse gibt, sind nicht derart, als dass 
sie nicht ebenso zutreffen könnten wie diejenigen des Beschwerdeführers. Wenn 
dieser geltend macht, der Angeschuldigte habe erst bei der Einvernahme durch 
den Untersuchungsrichter auf den Hinweis, dass die Beule vom kriminaltechni-
schen Dienst der Kantonspolizei untersucht werde, gesagt, er könne nicht aus-
schliessen, das Fahrzeug auf der Seite berührt zu haben, so spricht dies nicht 
gegen, sondern eher für die Glaubwürdigkeit der Darstellung des Beschwerde-
gegners. So legt dieser Umstand den Schluss nahe, dass X. gar nicht bewusst 
wahrgenommen hatte, mit seinem Fuss gegen das Auto Z.s gestossen zu sein. 
Geht man von der auch mit den Aussagen von Z. durchaus vereinbaren An-
nahme aus, dass X. den rechten Aussenspiegel touchierte, dadurch abgedreht 
wurde und kurz das Gleichgewicht verlor, ist nicht auszuschliessen, dass es da-
bei zu einer unkontrollierten Bewegung kam, bei der X. mit dem Fuss an der 
Fahrzeugtüre anschlug. Ob bei einem solchen Schlag eine Delle der vorliegen-
den Art entstehen konnte, hängt von der Stärke des Stosses ab, was heute nicht 
mehr abgeklärt werden kann. In jedem Falle lässt sich eine vorsätzliche Began-
genschaft nicht rechtsgenüglich nachweisen, so dass im Falle einer Anklageer-

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hebung mit einem Freispruch gerechnet werden müsste. Das Strafverfahren 
wurde angesichts dieser Beweislage zu Recht eingestellt, womit sich die Be-
schwerde als unbegründet erweist und abzuweisen ist.

II. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten der Be-
schwerdekammer zu Lasten des Beschwerdeführers. Gestützt auf Art. 160 Abs. 
4 StPO wird Z. zudem verpflichtet, X. für das Beschwerdeverfahren eine ange-
messene aussergerichtliche Entschädigung auszurichten. 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 800 Franken gehen zu Lasten 
des Beschwerdeführers, der zudem den Beschwerdegegner aus-serge-
richtlich mit 400 Franken (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen hat.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsge-
setzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: