# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62f64f26-d92f-5be2-aa9f-57ddb03a55f2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LY240047-O1
**Docket/Reference:** LY240047-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LY240047-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LY240047-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. et phil. D. Glur und Oberrichter Dr. M. Sarbach sowie 

Gerichtsschreiber M.A. HSG M. Toscanelli

Urteil vom 28. Januar 2025

in Sachen

A._____, 

Kläger und Berufungskläger

vertreten durch B._____, 

gegen

C._____, 

Beklagte und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw X._____, 

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen) 

Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes (1. Abteilung) des Be-

zirksgerichtes Zürich vom 12. Dezember 2024; Proz. FE230726

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Rechtsbegehren vorsorgliche Massnahmen der 
Beklagten und Berufungsbeklagten:
(act. 7/91, Prot. VI S. 23)

"1. Es sei den Parteien das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die ge-

meinsamen Tochter D._____ wieder zu erteilen.

2. Die gemeinsame Tochter der Parteien, D._____, sei während der 
Dauer des Verfahrens unter die alleinige Obhut der Beklagten zu 
stellen.

3. Der Kläger sei während der Dauer des Verfahrens berechtigt und 
verpflichtet  zu  erklären,  D._____  jedes  zweite  Wochenende  von 
Samstagmorgen, 10.00 Uhr bis Sonntagabend, 17.00 Uhr zu sich 
oder mit sich auf Besuch zu nehmen.

4. Es sei eine Familienbegleitung in den Haushalten beider Eltern zu 
installieren wobei der hierfür einzusetzenden Fachperson folgende 
Aufgabe zu erteilen ist:
- Unterstützung  der  Eltern  bei  der  Erweiterung  ihrer  elterlichen 

Kompetenzen

5. Es sei die bisherige Beistandsperson mit der folgenden neuen Auf-

gabe zu beauftragen: 
- Organisation der Familienbegleitung gemäss Antrag Ziff. 4 

lm  Übrigen  seien  die  Anträge  der  Beistandsperson  entsprechend 
den  neuen  Gegebenheiten  anzupassen.  Insbesondere  seien  die 
Aufgaben  gemäss  Entscheid  der  KESB  Uster  vom  15. Dezember 
2022, Dispositiv Ziff. 5 a-c sowie vom 30. November 2023, Disposi-
tiv Ziff. 4 a-c aufzuheben

6. Alles  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  des  Klä-

gers."

Rechtsbegehren vorsorgliche Massnahmen 
des Klägers und Berufungsklägers:
(sinngemäss, Prot. VI S. 13 f.)

1. Die Anträge der Beklagten seien abzuweisen.

2. Die gemeinsame Tochter der Parteien, D._____, sei während der 
Dauer des Verfahrens unter die alleinige Obhut und Sorge des Klä-
gers zu stellen.

3. Der Beklagten sei ein angemessenes Besuchsrecht einzuräumen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklag-

ten.

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Verfügung des Einzelgerichts:
(act. 6)

"1. Den Parteien wird das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die 

Tochter D._____, geboren am tt.mm.2020, per 1. März 2025 wie-
der erteilt.

2.

3.

4.

5.

6.

Die Obhut für die Tochter D._____ wird per 1. März 2025 für die 
Dauer des Scheidungsverfahrens der Beklagten zugeteilt.

Der Kläger ist während der Dauer des Scheidungsverfahrens be-
rechtigt und verpflichtet, die Tochter D._____ jedes zweite Wo-
chenende von Freitagabend bis Sonntagabend zu betreuen.

Die Betreuung durch den Vater ist in Absprache mit der Beistän-
din zu erweitern.

Es wird eine Familienbegleitung parallel in beiden Elternhäusern 
angeordnet mit max. zwei Einsätzen pro Woche bei der Beklagten 
und max. einem Einsatz pro Woche beim Kläger, welche die El-
tern bei der Erweiterung ihrer elterlichen Kompetenzen unter-
stützt.

Die Beiständin E._____ erhält den ergänzenden Auftrag, die Fa-
milienbegleitung zu organisieren, zu begleiten und für die Finan-
zierung zu sorgen.

Die Kosten für diesen Entscheid werden im Endentscheid gere-
gelt.

[7./8. Schriftliche Mitteilungen; Rechtsmittel: Berufung, 10 Tage]"

Berufungsanträge:

des Klägers und Berufungsklägers (act. 2 sinngemäss):

Es seien Dispositiv-Ziff. 2, 3 und 4 des angefochtenen Entscheids aufzuhe-
ben. 

Erwägungen:

1.

Prozessgeschichte und Sachverhalt

1.1. Die Parteien sind die verheirateten Eltern der 4-jährigen Tochter D._____ 

(geb. tt.mm.2020) und stehen sich derzeit im Rahmen eines Scheidungsverfah-

rens nach Art. 114 ZGB vor dem Einzelgericht (1. Abteilung) des Bezirksgerichts 

Zürich (fortan: Vorinstanz) gegenüber. 

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1.2. Vor dem Scheidungsverfahren fand ein Eheschutzverfahren vor dem Be-

zirksgericht Pfäffikon statt. D._____ wurde im Einverständnis beider Eltern mit Ur-

teil vom 4. Oktober 2021 unter die Obhut der damaligen Gesuchstellerin und heu-

tigen Berufungsbeklagten (fortan: Berufungsbeklagte) gestellt und es wurde für 

den damaligen Gesuchsgegner und heutigen Berufungskläger (fortan: Berufungs-

kläger) ein Besuchsrecht eingerichtet. Gleichzeitig wurde für D._____ eine Bei-

standschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB errichtet (act. 7/25/48). Mit superprovisori-

schem Entscheid der KESB Uster vom 1. Dezember 2022 wurde den Eltern das 

Aufenthaltsbestimmungsrecht über D._____ entzogen und D._____ im Kinder-

haus F._____ fremdplatziert (vgl. act. 6 E. 4.1). 

1.3. Mit Eingabe vom 24. November 2023 reichte der Berufungskläger eine 

Scheidungsklage nach Art. 114 ZGB gegen die Berufungsbeklagte bei der 

Vorinstanz ein (act. 7/1). Anlässlich der Einigungsverhandlung vom 29. Februar 

2024 schlossen die Parteien eine Teilscheidungsvereinbarung bezüglich Schei-

dungsgrund, nachehelichem Unterhalt, Vorsorgeausgleich und Güterrecht 

(Prot. VI S. 11; act. 7/32). Zu den Kinderbelangen konnte keine Regelung getrof-

fen werden, da zunächst ein von der KESB Uster in Auftrag gegebenes Erzie-

hungsfähigkeitsgutachten über die Parteien abgewartet wurde (act. 6 E. 1). Das 

Gutachten der Psychologinnen G._____ und lic. phil. H._____ der Psychiatri-

schen Universitätsklinik Zürich wurde am 3. September 2024 erstattet (act. 7/69–

70). Mit Eingabe vom 27. November 2024 beantragte die Berufungsbeklagte vor-

sorgliche Massnahmen in Bezug auf die Tochter (act. 7/91). Anlässlich der Ver-

handlung über vorsorgliche Massnahmen vom 5. Dezember 2024 äusserten sich 

die Parteien zu dem im Gutachten vorgeschlagenen Vorgehen bzw. zu den vor-

sorglichen Massnahmen (Prot. VI S. 13–24). Es konnte keine Einigung erzielt 

werden (Prot. VI S. 15). 

1.4. Mit Verfügung vom 12. Dezember 2024 (act. 6 [Aktenexemplar] = act. 7/94) 

ordnete die Vorinstanz an, dass den Parteien das Aufenthaltsbestimmungsrecht 

für die Tochter D._____ per 1. März 2025 wieder erteilt werde (Dispositiv-Ziff. 1). 

Die Obhut für die Tochter wurde per 1. März 2025 für die Dauer des Scheidungs-

verfahrens der Berufungsbeklagten zugeteilt (Dispositiv-Ziff. 2). Der Berufungsklä-

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ger wurde für die Dauer des Scheidungsverfahrens berechtigt und verpflichtet, die 

Tochter jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend zu be-

treuen, wobei die Betreuung durch ihn in Absprache mit der Beiständin zu erwei-

tern sei (Dispositiv-Ziff. 3). Weiter wurde eine Familienbegleitung parallel in bei-

den Elternhäusern mit maximal zwei Einsätzen pro Woche bei der Berufungsbe-

klagten und maximal einem Einsatz pro Woche beim Berufungskläger angeord-

net, welche die Eltern bei der Erweiterung ihrer elterlichen Kompetenzen unter-

stützt (Dispositiv-Ziff. 4). Die Beiständin erhielt den ergänzenden Auftrag, die Fa-

milienbegleitung zu organisieren, zu begleiten und für die Finanzierung zu sorgen 

(Dispositiv-Ziff. 5). Die Kosten des Entscheids wurden dem Endentscheid vorbe-

halten (Dispositiv-Ziff. 6).

1.5. Gegen die Verfügung vom 12. Dezember 2024 erhob der Berufungskläger, 

vertreten durch B._____ (act. 3), mit Eingabe vom 22. Dezember 2024 Berufung 

(act. 2). Er gibt an, mit Dispositiv-Ziff. 2, 3 und 4 der angefochtenen Verfügung 

nicht einverstanden zu sein. Zudem ersucht er um die nötige Zeit, um einen An-

walt zu suchen, sofern ein solcher gewünscht werde.

1.6. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 7/1–95). Auf das Ein-

holen einer Berufungsantwort kann verzichtet werden (vgl. Art. 312 Abs. 1 ZPO). 

Das Berufungsverfahren erweist sich als spruchreif. Der Berufungsbeklagten ist 

mit dem vorliegenden Entscheid eine Kopie der Berufungsschrift (act. 2) zur 

Kenntnisnahme zuzustellen. 

2.

Prozessuales

2.1. Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich um einen erstinstanzli-

chen Entscheid über vorsorgliche Massnahmen in Kinderbelangen und damit 

nicht vermögensrechtlichen Angelegenheiten, welcher mit Berufung anfechtbar ist 

(Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO).

2.2. Die Berufungsfrist beträgt 10 Tage ab Zustellung des begründeten Ent-

scheids resp. der nachträglich ausgefertigten Begründung (Art. 311 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 314 Abs. 1 ZPO). Die Berufung vom 22. Dezember 2024 wurde innert vorge-

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nannter Frist (vgl. act. 7/95/1 zur Rechtzeitigkeit) und unter Einhaltung der Form-

vorschriften bei der Kammer als der zuständigen Rechtsmittelinstanz eingereicht. 

Beim Vertreter des Berufungsklägers handelt es sich um seinen Onkel (vgl. Prot. 

VI S. 3). Da keine Hinweise auf eine berufsmässige Vertretung im Sinne von 

Art. 68 Abs. 2 ZPO bestehen und eine genügende Vollmacht vorliegt (act. 3), ist 

das Vertretungsverhältnis nicht zu beanstanden. Der Berufungskläger ist durch 

den angefochtenen Entscheid beschwert und somit zur Ergreifung eines Rechts-

mittels legitimiert. 

2.3.

Zur Angabe des Berufungsklägers, dass man ihm, sofern ein Anwalt ge-

wünscht werde, zusätzliche Zeit geben möge, ist anzumerken, dass vor der Kam-

mer kein Anwaltszwang besteht und es Sache der Parteien ist, zu entscheiden, 

ob sie eine Rechtsvertretung beiziehen möchten. Zudem handelt es sich bei der 

Berufungsfrist um eine gesetzliche und damit nicht erstreckbare Frist (Art. 144 

Abs. 1 ZPO). Entsprechend hätte auch eine nach Ablauf der Berufungsfrist beige-

zogene Rechtsvertretung die Berufungsbegründung nicht mehr verbessern kön-

nen.

2.4. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige 

Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Be-

rufung ist schriftlich und begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die Beru-

fung hat dabei neben der Begründung auch Berufungsanträge zu enthalten. Bei 

diesen darf sich eine Berufung führende Partei nicht damit begnügen, einzig die 

Aufhebung des angefochtenen erstinstanzlichen Entscheides oder die Rückwei-

sung des Prozesses an die Vorinstanz zu beantragen. Sie hat auch einen Antrag 

in der Sache selbst zu stellen und grundsätzlich im Rechtsbegehren anzugeben, 

wie im Falle der Gutheissung der Berufung zu entscheiden wäre. Das folgt 

zwangsläufig aus der reformatorischen und nicht bloss kassatorischen Natur der 

Berufung (OGer ZH LY240008 vom 15. Mai 2024 E. II.2.1. m.w.H.). Mindestens 

aber muss sich der Berufungsantrag aus der Begründung, allenfalls in Verbindung 

mit dem angefochtenen Entscheid, ergeben (BGE 137 III 617 E. 6.2). Im Hinblick 

auf die Begründung werden an Rechtsmitteleingaben von juristischen Laien nur 

minimale Anforderungen gestellt. Als Begründung reicht aus, wenn (auch nur rudi-

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mentär) zum Ausdruck kommt, an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid 

leidet bzw. weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten 

unrichtig sein soll. Werden jedoch auch diese minimalen Anforderungen nicht er-

füllt, so wird auf das Rechtsmittel nicht eingetreten (vgl. OGer ZH LF240057 vom 

18. Juni 2024 E. 3.1 m.w.H.). Die genannten Anforderungen hinsichtlich der zu 

stellenden Anträge und der Begründung gelten auch dann, wenn – wie hier – Kin-

derbelange betroffen sind, in welchen der uneingeschränkte Untersuchungs-

grundsatz (Art. 296 Abs. 1 ZPO) und die Offizialmaxime (Art. 296 Abs. 3 ZPO) 

gelten (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGE 137 III 617 E. 4.5.3).

2.5.

2.5.1. Der Berufungskläger führt aus, dass er nicht einverstanden sei mit den An-

ordnungen in Dispositiv-Ziff. 2, 3 und 4 des angefochtenen Entscheids (act. 2). 

Betroffen sind folglich die Zuteilung der Obhut für die Tochter an die Berufungsbe-

klagte, das Besuchsrecht des Berufungsklägers sowie die Anordnung einer Fami-

lienbegleitung in beiden Elternhäusern (vgl. act. 6). Aus der Begründung in Ver-

bindung mit dem angefochtenen Entscheid ergibt sich, dass der Berufungskläger 

die alleinige Obhut für die Tochter zugeteilt erhalten möchte (vgl. act. 2 und act. 6 

E. 4.4). Wenn er mit diesem Antrag durchdringen würde, wäre auch die Anord-

nung zum Besuchsrecht betroffen, weshalb die Anträge in Bezug auf Dispositiv-

Ziff. 2–3 des angefochtenen Entscheids genügen. Hingegen lässt sich auch bei 

wohlwollender Leseart nicht ermitteln, welchen Antrag der Berufungskläger in Be-

zug auf die für beide Haushalte der Parteien angeordnete Familienbegleitung stel-

len möchte, zumal er sich vor Vorinstanz noch damit einverstanden erklärte 

(Prot. VI S. 18). In Bezug auf die Familienbegleitung mangelt es der Berufung 

ebenfalls an einer genügenden Begründung, da sich der Berufungskläger dazu 

gar nicht äussert.

2.5.2. Sodann kann auf die Ausführungen des Berufungsklägers, wonach die 

Tochter in ein Heim gebracht worden sei, ohne dass er etwas dagegen habe un-

ternehmen können und ihm die Obhut zu Unrecht entzogen worden sei (act. 2), 

nicht eingetreten werden, da diese früheren Vorgänge in Bezug auf die Fremd-

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platzierung der Tochter nicht Verfahrensgegenstand des aktuellen Verfahrens bil-

den. 

2.5.3. Im Übrigen ist auf die Berufung einzutreten. 

3. Materielles

3.1. Der Berufungskläger rügt, dass ein einseitiges Gutachten ohne Befragung 

seiner familiären Seite erstellt worden sei (act. 2). Insbesondere hätte sein Onkel 

B._____ angehört werden sollen. 

3.2. Beim beanstandeten Gutachten handelt es sich um das 78-seitige psycho-

logische Erziehungsfähigkeitsgutachten der Psychologinnen G._____ und lic. phil. 

H._____ der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 3. September 2024 

(act. 7/70). Dieses wurde von der KESB Uster mit Entscheid vom 30. November 

2023 in Auftrag gegeben (vgl. act. 7/70 S. 29). Es handelt sich folglich um ein be-

hördliches Gutachten und nicht um ein Privatgutachten, weshalb es sich rechtfer-

tigt, die rechtlichen Grundsätze für gerichtliche Gutachten anzuwenden.

3.3. Gerichtliche Gutachten unterliegen wie alle Beweismittel der freien Beweis-

würdigung (Art. 157 ZPO). Das Gericht hat das Gutachten auf Vollständigkeit, 

Nachvollziehbarkeit und Schlüssigkeit zu prüfen (vgl. Art. 188 Abs. 2 ZPO). Im 

Übrigen hat sich das Gericht eine gewisse Zurückhaltung aufzuerlegen. Das 

Gericht darf grundsätzlich nicht sein Wissen über das Fachwissen des Sachver-

ständigen stellen, sondern in Fachfragen nur aus triftigen Gründen von einem 

Gerichtsgutachten abweichen. Es hat aufgrund der übrigen Beweismittel und der 

Vorbringen der Parteien zu prüfen, ob sich ernsthafte Einwände gegen die 

Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen (BGE 138 III 193 

E. 4.3.1; OGer ZH LY190041 vom 18. November 2019 E. III.1).

3.4.

Zu den Fachfragen gehört auch die Frage, welche Abklärungen vorzuneh-

men sind, um den gestellten Gutachtensauftrag erfüllen zu können. Den von meh-

reren Fachorganisationen mitgetragenen Leitlinien für psychologische Gutachten 

im Familienrecht lässt sich diesbezüglich entnehmen, dass Sachverständige ge-

halten sind, multimodal vorzugehen, d.h. unterschiedliche Datenquellen beizuzie-

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hen und vielfältige Untersuchungsmittel zu kombinieren. Möglich sind unter ande-

rem Gespräche mit den Eltern, Kindern und Referenzpersonen sowie Hausbesu-

che, Interaktions-/Verhaltensbeobachtungen und weitere Untersuchungsmittel. In 

Sorgerechts- oder Besuchsgutachten ist dabei die Symmetrie bezüglich beider 

Elternteile zu beachten, d.h. es sind die gleichen Evaluationskriterien und Vorge-

hensweisen anzuwenden und es ist darauf zu achten, zeitnahe und alternierende 

Gespräche und Abklärungen mit beiden Elternteilen durchzuführen (zum Ganzen: 

AEBI/STEINBACH/VILÉN, Leitlinien für psychologische Gutachten im Familienrecht, 

Zeitschrift für Kindes- und Erwachsenenschutz, 2020, S. 1 ff., S. 10–11). 

3.5.

Im Erziehungsfähigkeitsgutachten vom 3. September 2024 werden einlei-

tend die Quellen aufgeführt (act. 7/70 S. 4–5):

Datum

Quelle

Aktenanalyse

ohne Datum

Durchsicht weiterer im Mai vom Gericht (bzw. durch die Beiständin)

zugesendeter Dokumente

12. März 2024

Erstgespräch mit der Mutter

12. März 2024

Erstgespräch mit dem Vater

21. März 2024

Zweites Gespräch mit dem Vater

22. März 2024

Zweites Gespräch mit der Mutter

25. März 2024

D._____ mit ihrem Vater

Besuch im Kinderhaus F._____ während eines Umgangskontaktes von 

26. März 2024

Drittes Gespräch mit der Mutter

Hausbesuch bei der Mutter

09. April 2024

Exploration von D._____ im Zusammensein mit der Mutter in deren Le-

benswelt

26. April 2024

Erstes interventionsorientiertes Gespräch mit der Mutter

07. Mai 2024

Telefonat mit Frau I._____

11. Juni 2024

Telefonat mit der Beiständin Frau E._____

- 10 -

Besuch im Kinderhaus F._____

11. Juni 2024

Exploration während der Verabschiedung nach einem Umgangskon-

takt mit der Mutter in Anwesenheit der Grossmutter mütterlicherseits

11. Juni 2024

Gespräch mit der Kinderhaus-Leitung Herrn J._____

12. Juni 2024

von D._____ mit ihrer Mutter in den Räumen der Fachstelle

Strukturierte Spiel-und lnteraktionsbeobachtung des Zusammenseins 

14. Juni 2024

Zweites interventionsorientiertes Gespräch mit der Mutter

14. Juni 2024

Gespräch mit der Mutter und Frau I._____

14. Juni 2024

Gespräch mit Frau K._____, D._____s Grossmutter mütterlicherseits

02. Juli 2024

Themenzentriertes Telefonat mit der Beiständin Frau E._____

Beobachtung einer Abholsituation vom Kinderhaus F._____ zum Vater 

06. Juli 2024

mit anschliessendem Hausbesuch in der derzeitigen Lebenswelt des 

Vaters bei seiner Mutter (bzw. Grossmutter D._____s)

Situative Beobachtungen von D._____ in der Lebenswelt des Vaters 

06. Juli 2024

(bei seiner Mutter, Frau L._____, deren Ehemann (M._____) und dem 

10 jährigen Halbbruder des Vaters N._____)

09. Juli 2024

Telefonat mit Frau L._____, D._____s Grossmutter väterlicherseits

Aus dieser Aufstellung ergibt sich, dass für die Erstellung des Gutachtens meh-

rere Gespräche mit beiden Parteien geführt und darüber hinaus weitere Quellen 

einbezogen wurden. So fanden insbesondere auch Gespräche mit K._____, der 

Grossmutter mütterlicherseits, und L._____, der Grossmutter väterlicherseits von 

D._____, statt. Das familiäre Umfeld beider Parteien wurde auch im Rahmen von 

Beobachtungen einbezogen, da anlässlich dieser Termine nebst den Eltern wei-

tere Familienmitglieder anwesend waren. Entsprechend haben sich die Gutachte-

rinnen ein umfassendes Bild der jeweiligen familiären Verhältnisse der Parteien 

verschafft. Die Vorinstanz folgerte daher zu Recht, das Gutachten habe die vorlie-

genden Verhältnisse sorgfältig überprüft und habe sich eingehend mit den Par-

teien und ihren nächsten Verwandten auseinandergesetzt, auch wenn nicht das 

ganze Umfeld des Berufungsklägers miteinbezogen worden sei (act. 6 S. 7 f.). 

- 11 -

Der Verzicht auf die Anhörung von B._____ ist damit nicht zu beanstanden, zumal 

der Berufungskläger auch nicht ausführt, welche für das Gutachten relevante Ein-

sichten sich aus einer solchen Befragung hätten ergeben sollen. Abgesehen von 

dieser Rüge begründet der Berufungskläger nicht, weshalb das Gutachten einsei-

tig sein soll.

3.6.

Folglich dringt der Berufungskläger mit seinen Rügen nicht durch.

4.

Fazit

Die Berufung ist damit abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

5.

Kosten- und Entschädigungsfolgen

5.1. Ausgangsgemäss wird der Berufungskläger für das zweitinstanzliche Beru-

fungsverfahren kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

5.2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 5 

Abs. 1, § 6 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b sowie § 12 Abs. 1 und 2 der Gebührenverord-

nung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 300.– festzu-

setzen.

5.3. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen; dem Berufungskläger 

nicht, weil er unterliegt und der Berufungsbeklagten nicht, weil ihr im Rechtsmittel-

verfahren keine Aufwendungen entstanden sind, die zu entschädigen wären. 

Es wird erkannt:

Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.– festgesetzt und 

dem Berufungskläger auferlegt.

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Schriftliche Mitteilung an

1.

2.

3.

4.

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den Berufungskläger,

die Berufungsbeklagte (unter Beilage einer Kopie von act. 2),

die Beiständin E._____, kjz O._____, … [Adresse],

die KESB Uster,

die KESB Pfäffikon,

sowie an das Einzelgericht (1. Abteilung) des Bezirksgerichts Zürich, je ge-

gen Empfangsschein.

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist an die Vorinstanz zurück.

5.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 

innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-

richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

M.A. HSG M. Toscanelli

versandt am: