# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39327204-8ea7-5a5c-93e8-ce9019c2b10d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 04.03.2024 23-6201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_23-6201_2024-03-04.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/16

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 23-6201

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 18.03.2024

Entscheiddatum: 04.03.2024

BUDE 2024 Nr. 022
Baurecht, Art. 109 Abs. 2 PBG. Zur Beurteilung, ob die geplante Erweiterung 
einer Baute oder Anlage zu einer wesentlichen Verstärkung der 
Rechtswidrigkeit führt, ist nur auf jenen Bereich der Baute oder Anlage 
abzustellen, der diese materiell rechtswidrig macht. Ist die bestehende 
Rechtswidrigkeit bereits erheblich, kann eine an sich wenig bedeutende 
Erweiterung bereits dazu führen, dass die Verstärkung der Rechtswidrigkeit 
insgesamt als wesentlich bezeichnet werden muss (Erw. 3.2). Im zu 
beurteilenden Fall wurde die bestehende Rechtswidrigkeit der 
Materialboxen bereits als erheblich betrachtet, befand sich doch etwa ein 
Drittel der Lagerfläche innerhalb des Waldabstands. Mit dem Vorhaben 
sollte diese Rechtswidrigkeit zusätzlich verstärkt werden. So war innerhalb 
des Waldabstands eine Flächenerweiterung um rund 21 % vorgesehen, 
welche als bei weitem nicht mehr geringfügig beurteilt werden kann (Erw. 
3.8). Gutheissung des Rekurses. // Gegen diesen Entscheid wurde 
Beschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben.)

BUDE 2024 Nr. 22 finden Sie im angehängten PDF-Dokument.

Kanton St.Gallen 

Bau- und Umweltdepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

23-6201 

 

Entscheid Nr. 22/2024 vom 4. März 2024 

Rekurrent 

 

 A.___ 

vertreten durch lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, Bischofszeller-

strasse 53, 9200 Gossau 

 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Baubewilligungskommission Z.___ (Entscheid vom 7. Juli 2023) 

 

 

 

Rekursgegnerin 

 

 B.___ 

vertreten durch M.A. HSG Nicole A. Bauer, Rechtsanwältin, Rosen-

bergstrasse 85, 9001 St.Gallen 

 

 

Betreff  Baubewilligung (Überdachung der bestehenden Materialboxen und 

Erstellung von Parkplätzen) 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 2/15 

 

Sachverhalt 

A.  

a) Die Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft X.___, Z.___ (im 

Folgenden StWEG), ist Eigentümerin von Grundstück Nr. 001, 

Grundbuchkreis Y.___, an der M.___strasse in Z.___. Das Grundstück 

liegt gemäss geltendem Zonenplan Z.___ vom 1. Dezember 2001 

(Teilplan A) in der Wohn-Gewerbezone für viergeschossige Bauten 

(WG4). Das Grundstück ist mit einem Werkhof und dessen 

Materiallager überbaut. Das Grundstück wird von Süden her über die 

M.___strasse, eine Gemeindestrasse 1. Klasse, erschlossen.  

 

b) Unmittelbar östlich von Grundstück Nr. 001 befindet sich das 

Grundstück Nr. 002 der Politischen Gemeinde Z.___, dessen südli-

cher Teil gemäss geltendem Zonenplan Z.___ vom 1. November 1980 

der Wohnzone für dreigeschossige Bauten (W3) zugeteilt ist, im Übri-

gen aber im Wald liegt. Es ist mit dem Baurechtsgrundstück Nr. 003 

überlagert, das im Eigentum von A.___, Z.___, steht, mit einem Wohn-

haus überbaut ist und über den N.___weg, eine Gemeindestrasse 

2. Klasse, erschlossen wird. 

 

c) Am 23. Juli 2019 reichte die B.___, Z.___ (Eigentümerin aller 

Stockwerkeigentumsanteile an der StWEG), ein erstes Baugesuch für 

die Überdachung der bestehenden offenen Lagerboxen auf Grund-

stück Nr. 001 bei der Baubewilligungskommission Z.___ ein. Es war 

vorgesehen, die neu geplante Dachfläche der Lagerboxen für die Er-

stellung von 31 Parkplätzen zu nutzen. Die Erschliessung wurde von 

Osten, über eine Privatstrasse, die an den N.___weg anschliesst, ge-

plant. A.___ erhob damals Einsprache gegen das Bauvorhaben, u.a. 

mit der Begründung, es fehle dem Baugrundstück an einer rechtlich 

und tatsächlich sichergestellten hinreichenden Erschliessung.  

 

d) Am 27. September 2019 erteilte die Baubewilligungskommis-

sion der B.___ die Baubewilligung zur Überdachung der Lagerboxen 

sowie zur Erweiterung des bestehenden Parkplatzes auf dieser Über-

dachung. Mit BDE Nr. 32/2021 vom 22. April 2021 (Verfahren  

Nr. 19-8218) wurde der dagegen erhobene Rekurs von A.___ mangels 

hinreichender strassenmässiger Erschliessung der geplanten Park-

plätze gutgeheissen und die Baubewilligung aufgehoben.  

 

e) Am 2. November 2021 reichte die B.___ ein zweites Baugesuch 

für die Erstellung einer Überdachung der Materialboxen und die Er-

stellung von Parkplätzen bei der Baubewilligungskommission ein. Zu-

dem erliess der Stadtrat Z.___ am 26. Oktober 2021 den Teilstrassen-

plan «N.___weg, Wendeplatz N.___weg bis Grundstück Nr. 001». In-

nert der gemeinsamen Auflagefrist erhob A.___ abermals Einsprache 

gegen das Bauvorhaben sowie gegen den Teilstrassenplan. Er rügte, 

dass das Grundstück Nr. 001 bereits über die M.___strasse an das 

öffentliche Strassennetz angeschlossen sei und somit auf den Teil-

strassenplan verzichtet werden könne. Ausserdem werde mit dem 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 3/15 

 

Bauvorhaben der vorgeschriebene Waldabstand nicht eingehalten 

und es seien keine Gründe für die Erteilung einer Ausnahmebewilli-

gung ersichtlich. Zudem verursache das Vorhaben übermässige Im-

missionen nach Art. 684 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 

(SR 210; abgekürzt ZGB). 

 

f) Mit Beschluss vom 25. Januar 2022 wies der Stadtrat die Ein-

sprache von A.___ gegen den Teilstrassenplan ab. Am 28. Januar 

2022 erteilte die Baubewilligungskommission die Baubewilligung für 

die Überdachung der Materialboxen und die Errichtung von Parkplät-

zen unter Bedingungen und Auflagen und wies die Einsprache von 

A.___ ab. Sowohl gegen den Beschluss des Stadtrates vom 25. Ja-

nuar 2022 als auch gegen den Entscheid der Baubewilligungskommis-

sion erhob A.___ Rekurs beim Bau- und Umweltdepartement (BUD). 

Der gegen die Baubewilligung erhobene Rekurs (Verfahren  

Nr. 22-1081) wurde mit BUDE Nr. 64/2022 vom 8. Juli 2022 aufgrund 

formeller Mängel gutgeheissen. Zudem wurde im Entscheid darauf 

hingewiesen, dass das Vorhaben aufgrund der geplanten Erweiterung 

der Überdachung von rund 1,4 m in Richtung Osten zu einer zusätzli-

chen Unterschreitung des Waldabstands und zu einer wesentlichen 

und deshalb unzulässigen Verstärkung der bereits bestehenden 

Rechtswidrigkeit der Materialboxen führe. Der Rekurs gegen den Teil-

strassenplan «N.___weg, Wendeplatz N.___weg bis Grundstück 

Nr. 001» (Verfahren Nr. 22-1083) wurde am 8. November 2022 zu-

folge Gegenstandslosigkeit von der Geschäftsliste des BUD abge-

schrieben, da die Vorinstanz sich bereit erklärte, die noch fehlende 

Genehmigung des Teilstrassenplans durch das kantonale Tiefbauamt 

(TBA) nachträglich einzuholen und in der Folge den Gesamtentscheid 

zu eröffnen. 

 

B.  

a) Mit Baugesuch vom 4. April 2023 beantragte die B.___ bei der 

Baubewilligungskommission zum dritten Mal die Baubewilligung für 

die Erstellung einer Überdachung der Materialboxen sowie die Erstel-

lung von Parkplätzen auf der Überdachung. Im Unterschied zum Vor-

gängerprojekt sollte neu auf die Erweiterung der Überdachung in Rich-

tung Osten um rund 1,4 m verzichtet und lediglich 26 Parkplätze reali-

siert werden. 

 

b) Innert der Auflagefrist vom 4. bis 19. April 2023 erhob A.___, 

vertreten durch lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, Gossau, Einsprache 

gegen das Bauvorhaben. Er rügte, es bestehe keine hinreichende 

Erschliessung für die Parkanlage und der Waldabstand werde nicht 

eingehalten. Die Realisierung von Dachparkplätzen werde nicht von 

der Bestandes- und Erweiterungsgarantie nach Art. 109 f. des Pla-

nungs- und Baugesetzes (sGS 731.1; abgekürzt PBG) umfasst und 

Gründe für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung seien weder 

vorgebracht worden, noch ersichtlich. Zudem verursache das 

Bauvorhaben übermässige Immissionen nach Art. 684 ZGB. Weiter 

verletze das Bauvorhaben den Dienstbarkeitsvertrag vom 3. Juli 1972. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 4/15 

 

c) Mit Stellungnahme vom 22. Juni 2023 teilte die B.___, vertreten 

durch Dr.iur. Walter Locher, Rechtsanwalt, St.Gallen, mit, das Vorha-

ben sei gemäss BUDE Nr. 64/2022 vom 8. Juli 2022 angepasst und 

auf die Erweiterung der Überdeckung Richtung Osten um rund 1,4 m 

verzichtet worden. Es liege somit keine wesentliche Verstärkung der 

Rechtswidrigkeit mehr vor und das Vorhaben sei bewilligungsfähig. 

Entgegen den Ausführungen des Einsprechers führe die Überdachung 

der Materialboxen primär zu einer Lärmabschirmung und nicht zu 

übermässigen Immissionen für dessen Grundstück. Die Parkplätze 

würden nur werktags durch die Mitarbeiter der Bauherrschaft genutzt. 

Die geplanten, zusätzlichen 24 Parkplätze würden ca. 48 Fahrbewe-

gungen pro Tag generieren, was nicht zu übermässigen Immissionen 

führe. Zudem werde der Dienstbarkeitsvertrag vom 3. Juli 1972 nicht 

verletzt. 

 

d) Am 29. Juni 2023 genehmigte das TBA nachträglich den Teil-

strassenplan «N.___weg, Wendeplatz N.___weg bis Grundstück 

Nr. 001». 

 

e) Mit Beschluss vom 7. Juli 2023 erteilte die Baubewilligungskom-

mission Z.___ die Baubewilligung für die Überdachung der Material-

boxen und die Realisierung von Parkplätzen unter Bedingungen und 

Auflagen und wies die Einsprache von A.___ ab. Die privatrechtliche 

Einsprache wurde auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Bestandteil der 

Baubewilligung bildete zudem die Kanalisationsbewilligung vom 

26. Mai 2023. Zur Begründung wurde ausgeführt, mit dem Wegfall der 

Erweiterung der Überdachung Richtung Osten resultiere im Unter-

schied zum vorangegangenen Projekt keine zusätzliche Waldab-

standsunterschreitung mehr. Auf der Westseite entstehe mit der Über-

dachung gegenüber dem heutigen Grundriss der Lagerboxen zwar 

eine Erweiterung der nutzbaren Flächen innerhalb des Waldabstands 

um ca. 21 % (37,5 m2). Angesichts dieser geringfügigen flächenmäs-

sigen Erweiterung und der geplanten Nutzung seien die damit verbun-

denen Auswirkungen auf den Wald vernachlässigbar. Aus dem Vorha-

ben resultiere somit keine wesentliche Verstärkung der Rechtswidrig-

keit, weshalb es nach Art. 109 PBG bewilligt werden könne.  

 

C.  

a) Gegen den Entscheid der Baubewilligungskommission vom 

7. Juli 2023 betreffend das Bauvorhaben sowie gegen den Beschluss 

des Stadtrates vom 25. Januar 2022 betreffend Teilstrassenplan 

«N.___weg, Wendeplatz N.___weg bis Grundstück Nr. 001» und den 

Genehmigungsentscheid des TBA vom 29. Juni 2023 erhob A.___ 

durch seinen Rechtsvertreter mit Schreiben vom 25. August 2023 Re-

kurs beim BUD, der anschliessend in zwei Rekursverfahren aufgeteilt 

wurde (Verfahren Nrn. 23-6201 [Baugesuch] und 23-6198 [Teilstras-

senplan]).  

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 5/15 

 

b) Der Rekurs gegen den Teilstrassenplan (Verfahren  

Nr. 23-6198) wurde mit Schreiben vom 9. Oktober 2023 wieder zu-

rückgezogen und in der Folge von der Geschäftsliste des BUD abge-

schrieben.  

 

c) Mit Rekursergänzung vom 9. Oktober 2023 werden im Rekurs 

gegen den Entscheid der Baubewilligungskommission vom 7. Juli 

2023 (Verfahren Nr. 23-6201) folgende Anträge gestellt:  

 
1. Der Bau- und Einspracheentscheid Nr. 235 der Bau-

bewilligungskommission Z.___ vom 7. Juli 2023 für 
das Baugesuch Nr. 60'370 sei, mit Einschluss aller 
weiteren Teilbewilligungen, wegen Verletzung öffent-
lich-rechtlicher Vorschriften aufzuheben; 

dementsprechend sei das Baugesuch Nr. 60'370 we-
gen Verletzung öffentlich-rechtlicher Vorschriften ab-
zuweisen, unter gleichzeitiger Gutheissung der öffent-
lich-rechtlichen Einsprache des Rekurrenten. 

2. Der Bau- und Einspracheentscheid Nr. 235 der Bau-
bewilligungskommission Z.___ vom 7. Juli 2023 für 
das Baugesuch Nr. 60370 sei, mit Einschluss aller 
weiteren Teilbewilligungen, wegen Verletzung von 
Art. 684 ZGB aufzuheben; 

dementsprechend sei das Baugesuch Nr. 60'370 we-
gen Verletzung von Art. 684 ZGB abzuweisen, unter 
gleichzeitiger Gutheissung der privatrechtlichen Ein-
sprache gemäss Art. 684 ZGB des Rekurrenten. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.  

Zur Begründung wird geltend gemacht, die Änderung einer blossen 

Anlage (offener Materiallagerplatz) in eine Baute (und mit einer Zu-

satznutzung auf dem Dach dieser Baute) werde von der Bestandes- 

und Erweiterungsgarantie nach Art. 109 PBG nicht umfasst. Die von 

der Vorinstanz berechnete Erweiterung von 21 % der Flächen inner-

halb des Waldabstands könne auch nicht als geringfügig bezeichnet 

werden. Zudem sei unklar, ob für die ursprüngliche Errichtung der Ma-

terialboxen je eine Ausnahmebewilligung erteilt und die Anlage somit 

rechtmässig bewilligt worden sei. Das Vorhaben habe weiter übermäs-

sige Immissionen nach Art. 684 ZGB zur Folge, da die Parkierungsan-

lage dauernd und bis spät in die Nacht genutzt werden solle. Schliess-

lich sei darauf hinzuweisen, dass bereits die bestehende Nutzung des 

Grundstücks Nr. 001 (grosser Werkhof für eine Bauunternehmung mit 

Altlasten) in der WG4 nicht zonenkonform und somit rechtswidrig sei. 

Gesamthaft führe das Vorhaben zu Immissionen, welche über das 

Mass hinausgingen, das bei einer Überbauung nach Regelbauweise 

resultieren würde. 

  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 6/15 

 

D.  

a) Mit Vernehmlassung vom 6. November 2023 beantragt die  

Vorinstanz, den Rekurs abzuweisen. Zur Begründung wird geltend ge-

macht, die bestehenden Materialboxen seien von der Baupolizeisek-

tion Z.___ am 17. Februar 1972 rechtmässig bewilligt worden. Aus den 

alten Planunterlagen sei ersichtlich, dass bereits damals gedeckte Un-

terstände zur Bewilligung eingereicht worden seien, die Überdeckung 

anschliessend aber nie realisiert wurde. Zudem sei anzumerken, dass 

zum damaligen Zeitpunkt das kantonale Baugesetz noch nicht in Kraft 

und somit kein Waldabstand zu berücksichtigen gewesen sei. Die Be-

willigung der Boxen sei somit zu Recht ohne Ausnahmebewilligung er-

teilt worden. Ob das vorliegende Vorhaben unter dem Titel der Bestan-

des- und Erweiterungsgarantie bewilligungsfähig sei, liege im Ermes-

sen der Vorinstanz. Die geplante Erweiterung halte das Mass des Zu-

lässigen gerade noch ein. 

 

b) Mit Vernehmlassung vom 17. November 2023 beantragt die 

Rekursgegnerin, neu vertreten durch M.A. HSG Nicole A. Bauer, 

Rechtsanwältin, St.Gallen, den Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen. 

Zur Begründung wird geltend gemacht die Materialboxen seien ur-

sprünglich rechtskonform bewilligt worden. Dies sei in den vorange-

gangenen Entscheiden der Rekursinstanz auch nie in Abrede gestellt 

worden. Es sei damit einzig zu prüfen, ob das angepasste Bauvorha-

ben immer noch eine wesentliche Verstärkung der Rechtswidrigkeit 

bewirke oder im Rahmen der Erweiterungsgarantie zulässig sei. Das 

Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) habe bereits in 

den früheren Verfahren nach Rücksprache mit dem Kantonsforstamt 

mitgeteilt, dass keine kantonale Zustimmung für eine Ausnahmebewil-

ligung erforderlich sei und das Vorhaben nach Art. 109 PBG bewilligt 

werden könne. Das Vorhaben sei im Nachgang zum BUDE 

Nr. 64/2022 vom 8. Juli 2022 so angepasst worden, dass keine zu-

sätzliche Unterschreitung des Waldabstands gegenüber der heutigen 

Situation mehr resultiere. Weder liege eine Vermehrung noch eine we-

sentliche Verstärkung der Rechtswidrigkeit vor. Zudem werde der 

Schutzzweck des Waldabstands durch das Bauvorhaben in keiner Art 

und Weise beeinträchtigt, weshalb die Bewilligung nach Art. 109 PBG 

zu Recht erteilt worden sei. Die sinngemäss geforderte Waldfeststel-

lung sei nicht notwendig, da die Rekursinstanz bereits im BUDE 

Nr. 64/2022 vom 8. Juli 2022 den Wald für die Beurteilung hinreichend 

lokalisiert habe.  

 

c) Mit Replik vom 18. Dezember 2023 hält der Rekurrent daran 

fest, dass der Waldbestand unklar bzw. das frühere Waldareal auf dem 

Baugrundstück unerlaubt gerodet worden sei. Dass die ursprüngliche 

Baubewilligung eine Überdachung vorgesehen habe, sei unerheblich, 

da diese offensichtlich nicht erstellt worden sei. Die Umwandlung der 

heutigen Anlage in eine Baute führe zu einer Vermehrung und wesent-

lichen Verstärkung der Rechtswidrigkeit. Es sei nicht nur die Über-

dachung der Materialboxen, sondern zusätzlich auch die Errichtung 

von Parkplätzen vorgesehen. Die nutzbaren Flächen des Betriebsare-

als würden somit erweitert. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 7/15 

 

 

d) Mit Duplik vom 6. Februar 2024 bestreitet die Rekursgegnerin 

die geltend gemachte wesentliche Verstärkung der Rechtswidrigkeit. 

Es könne für die Anwendung der Bestimmungen über die Bestandes- 

und Erweiterungsgarantie nicht darauf ankommen, ob das bestehende 

rechtswidrige Bauvorhaben neu ein Dach aufweise oder nicht. Im vor-

liegenden Fall werde eine Parkierungsanlage erstellt, deren Bodenflä-

che gleichzeitig die Dachfläche der darunterliegenden Materialboxen 

darstelle. Die durch den zusätzlichen Verkehr entstehenden Emissio-

nen seien vernachlässigbar. 

 

E.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen.  

Erwägungen 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Bau- und Umweltdepartementes ergibt 

sich aus Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(sGS 951.1; abgekürzt VRP).  

 

1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 

VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP). 

Auf den Rekurs ist einzutreten.  

 

2.  

Am 1. Oktober 2017 ist das PBG in Kraft getreten und das Baugesetz 

vom 6. Juni 1972 (nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden 

(Art. 172 Bst. a PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewil-

ligungsentscheid erging am 7. Juli 2023. Mithin sind vorliegend grund-

sätzlich die Bestimmungen des PBG anwendbar, sofern sie gemäss 

Anhang zum Kreisschreiben «Übergangsrechtliche Bestimmungen im 

PBG» vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristische Mitteilun-

gen 2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt werden. Im Übrigen 

gelangen weiterhin das Baugesetz und das entsprechende Bauregle-

ment zur Anwendung.  

 

3.  

Der Rekurrent macht geltend, das Bauvorhaben werde von der Be-

standes- und Erweiterungsgarantie nach Art. 109 PBG nicht umfasst. 

Vorliegend werde eine Anlage aufgrund der geplanten Überdachung 

in eine Baute umgewandelt, und darüber hinaus solle auf der Über-

dachung noch eine zusätzliche Parkplatznutzung realisiert werden. Mit 

dem Vorhaben gehe somit eine wesentliche Verstärkung der Rechts-

widrigkeit einher. Zudem könne die von der Vorinstanz berechnete 

Flächenerweiterung von 21 % der Flächen innerhalb des Waldab-

stands nicht als geringfügig bezeichnet werden.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 8/15 

 

 

3.1 Gemäss Art. 109 Abs. 1 PBG ist der Bestand und die Erneue-

rung von formell rechtmässig erstellten Bauten und Anlagen, die den 

geltenden Vorschriften oder Plänen widersprechen, gewährleistet. 

Umbauten, Zweckänderungen und Erweiterungen sind zulässig, so-

weit dadurch die Rechtswidrigkeit weder vermehrt noch wesentlich 

verstärkt wird. Keine Verstärkung der Rechtswidrigkeit liegt vor, wenn 

Bauten und Anlagen ohne Vergrösserung des umbauten Raums 

umgebaut oder in ihrem Zweck geändert werden, sowie beim Anbrin-

gen einer Wärme- und Schalldämmung (Art. 109 Abs. 2 PBG). Ge-

mäss den Gesetzgebungsmaterialien weicht Art. 109 PBG in den eben 

zitierten Absätzen im Wesentlichen nicht von der Bestandes- und Er-

weiterungsgarantie des früheren Baugesetzes ab (vgl. Art. 77bis 

BauG). Neu wird ergänzend ausdrücklich festgehalten, dass bau-

rechtswidrige Bauten zusätzlich mit einer Wärme- und Schallisolation 

versehen werden können, auch wenn dies zu einer Verminderung der 

Abstände oder zur Überschreitung der Höhen-, Längen- oder Dichte-

vorschriften führen könne. Weitere Neuerungen werden nicht erwähnt 

(Botschaft und Entwurf der Regierung zum Planungs- und Baugesetz 

vom 11. August 2015, in: ABl 2015, S. 2497; BDE Nr. 43/2021 vom 

11. Juni 2021 Erw. 4.1). 

 

3.2 Eine Vermehrung der Rechtswidrigkeit im Sinn von Art. 109 

Abs. 2 PBG liegt vor, wenn die Änderung zu einer Verletzung 

zusätzlicher Vorschriften führt, z.B. neben der bestehenden Verlet-

zung des Grenzabstands auch noch zu einer Verletzung der Ausnüt-

zungsziffer. Eine Verstärkung der Rechtswidrigkeit liegt vor, wenn eine 

bereits verletzte Vorschrift in noch stärkerem Ausmass verletzt wird, 

indem z.B. ein bereits unterschrittener Grenzabstand noch weiter un-

terschritten oder – selbst wenn er gleichbleibt – durch zusätzliche Bau-

teile unterschritten wird. Gemäss Art. 109 Abs. 2 PBG ist es somit bei-

spielsweise möglich, ein Gebäude, das den geltenden Abstandsvor-

schriften widerspricht, aufzustocken, falls die Aufstockung hinsichtlich 

der Abstandsverletzung zu keiner wesentlichen Verstärkung der 

Rechtswidrigkeit führt und mit den übrigen Vorschriften (Gebäude-

höhe, Geschosszahl usw.) vereinbar ist. Möglich ist es beispielsweise 

auch, ein im Waldabstand liegendes Gebäude durch einen Anbau auf 

der waldabgewandten Seite zu ergänzen, weil dieser Anbau zu keiner 

wesentlichen Verstärkung der Rechtswidrigkeit in Bezug auf den ver-

letzten Waldabstand führt. Nicht durch Art. 109 Abs. 2 PBG gedeckt 

ist dagegen zum Beispiel der Ausbau eines bestehenden Gebäudes, 

wenn dadurch die schon überschrittene Ausnützungsziffer noch zu-

sätzlich wesentlich überschritten oder der Ausbau zu einer Verletzung 

zusätzlicher Vorschriften führen würde. Wann die Verstärkung der 

Rechtswidrigkeit wesentlich ist, beurteilt sich grundsätzlich anhand 

zweier Kriterien, zum einen nach der Schwere der Verletzung des 

Schutzzwecks der Norm und zum anderen nach dem Ausmass, in dem 

ein bestehender rechtswidriger Gebäude- oder Anlageteil erweitert 

werden soll. Unwesentlich ist eine Verstärkung der Rechtswidrigkeit 

nur, wenn weder der Schutzzweck der Norm erheblich beeinträchtigt 

noch die Erweiterung des bestehenden rechtswidrigen Teils für sich 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 9/15 

 

allein oder zusammen mit dem weiteren Gebäude als bedeutsam be-

zeichnet werden muss. Ist die bestehende Rechtswidrigkeit bereits er-

heblich, kann eine an sich wenig bedeutende Erweiterung bereits dazu 

führen, dass die Verstärkung der Rechtswidrigkeit insgesamt als we-

sentlich bezeichnet werden muss (VerwGE B 2010/106 vom 26. Ja-

nuar 2011 Erw. 5.1 ff. mit Hinweisen; BDE Nr. 51/2021 vom 16. Juli 

2021 Erw. 4.2). Zur Beurteilung, ob die geplante Erweiterung zu einer 

wesentlichen Verstärkung der Rechtswidrigkeit führt, ist auf jenen Be-

reich der Baute abzustellen, der die Baute materiell rechtswidrig macht 

(GVP 2001 Nr. 95; BDE Nr. 43/2021 vom 11. Juni 2021 Erw. 4.4).  

 

3.3 Mit Beschluss vom 17. Februar 1972 hat die Baupolizeisektion 

Z.___ die Bewilligung für eine Werkplatzerweiterung mit Überdachung 

auf Grundstück Nr. 001 erteilt. Wie die Vorinstanz sowie die 

Rekursgegnerin zu Recht vorbringen, wurde die Anlage noch vor 

Inkrafttreten des kantonalen Baugesetzes am 6. Juni 1972 und somit 

vor der Einführung des ursprünglich nur für Bauten geltenden 

Waldabstands rechtmässig bewilligt (Baudepartement SG, Juristische 

Mitteilungen 2003/II/13). Die bestehende Anlage ist somit als formell 

rechtmässig erstellt zu betrachten. Jedoch ist unbestritten, dass die 

Materialboxen hinsichtlich des Waldabstands nicht mehr dem heute 

geltenden Recht entsprechen. So grenzen die bestehenden 

Materialboxen nördlich unmittelbar an das Waldareal und gegen Osten 

hin wird der gesetzliche Waldabstand von 15 m auf einer Länge von 

rund 38 m um rund 3 bis 5 m unterschritten. Aufgrund des formell 

rechtmässigen Vorbestands geniesst die Anlage aber grundsätzlich 

Bestandes- und Erweiterungsgarantie gemäss Art. 109 Abs. 1 PBG. 

 

3.4 Zu prüfen bleibt somit, ob durch das geplante Vorhaben – wie 

der Rekurrent geltend macht – die Rechtswidrigkeit der Materialboxen 

vermehrt oder wesentlich verstärkt wird. Die heutige Anlage umfasst 

acht offene Materialboxen, welche teilweise als Fahrzeugab-

stellflächen genutzt werden. Hangwärts gegen Osten besteht auf einer 

Länge von ca. 51 m eine rund 5,5 m hohe Stützmauer aus Stahlbeton. 

Im Norden besteht gegen das Waldareal hin eine gegen Westen 

abfallende Mauer, im Süden grenzen die Materialboxen an das 

überdachte Sanddepot, dessen Überdachung bereits heute als 

Parkfläche genutzt wird. Ausgehend von der östlichen Stützmauer 

unterteilen sieben gegen Westen hin abfallende Zwischenwände mit 

einer Breite von 0,3 m und einer Länge von jeweils 9 m bis 9,6 m das 

Materiallager in einzelne, unüberdachte «Boxen». Ausnahme bildet 

die mittlere Trennwand, welche eine Gesamtlänge von 11,5 m 

aufweist und rund 5 m hoch ist. Die Gesamtfläche der Lagerboxen 

beträgt rund 500 m2, wobei sich rund 175 m2 innerhalb des 

Waldabstands befinden. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 10/15 

 

 
 

3.5 Gemäss den Projektunterlagen sollen die Materialboxen über 

die gesamte Fläche überdacht werden: 

 
Die neue Überdachung soll dabei Richtung Westen rund 3 m über die 

bestehenden Boxenzwischenwände hinausragen und somit die 

«Flucht» der Überdachung des Sanddepots übernehmen und 

weiterführen. Hierzu müssen die bestehenden Mauern erweitert sowie 

mit zusätzlichen Stützen aus Stahlbeton ergänzt werden. Aufgrund der 

auf der Überdachung geplanten Parkplätze sollen entlang der West- 

und Nordseite des «Parkdecks» zusätzlich massive 

Absturzbrüstungen mit einer Höhe von 1,23 m realisiert werden. 

 

3.6 Die Vorinstanz beurteilte die geplante Erweiterung der nutzba-

ren Flächen innerhalb des Waldabstands um 37,5 m2, resp. 21 %, als 

geringfügig. Die damit verbundenen Auswirkungen auf den Wald seien 

vernachlässigbar und es sei keine Beeinträchtigung des Schutz-

zwecks des Waldabstands ersichtlich. In ihrer Rekursvernehmlassung 

vom 6. November 2023 führt sie ergänzend aus, dass mit der 

geplanten Erweiterung das Mass des Möglichen gerade noch 

eingehalten sei. Die Rekursgegnerin verweist auf BUDE Nr. 64/2022 

vom 8. Juli 2022, wonach lediglich die zusätzliche Unterschreitung des 

8 Materialboxen Sanddepot 

Osten 

Stützmauer 
mittlere Trennwand 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 11/15 

 

Waldabstands Richtung Osten um rund 1,4 m zu einer wesentlichen 

Verstärkung der Rechtswidrigkeit geführt habe. Diesem Umstand sei 

mit dem vorliegenden Projekt Rechnung getragen und es sei auf die 

Erweiterung Richtung Osten verzichtet worden. Die verbleibende Er-

weiterung der Lagerfläche Richtung Westen beeinträchtige den 

Schutzzweck der Norm in keiner Art und Weise.  

 

3.7 Vorinstanz und Rekursgegnerin verkennen, dass im BUDE 

Nr. 64/2022 vom 8. Juli 2022 (Erw. 4) lediglich eine summarische, also 

inhaltlich geraffte, nicht vollständige Überprüfung der materiellen 

Rechtmässigkeit der damals angefochtenen Baubewilligung vorge-

nommen wurde. Es wurde zwar kurz erwogen, dass die bestehenden 

Materialboxen im Norden direkt an den Waldsaum grenzten, also bis 

fast an die Stockgrenze reichten, sie auch gegen Osten nur einen 

Waldabstand zwischen etwa 11 m und 13 m einhielten und allein 

dadurch den Waldabstand schon deutlich unterschritten. Diese Unter-

schreitung werde durch das Bauvorhaben, weil die geplante Überde-

ckung Richtung Osten rund 1,4 m über die heute bestehenden Mate-

rialboxen hinausreichen solle und damit den Waldabstand um eben 

dieses Mass zusätzlich unterschreiten würde, nochmals verstärkt. An-

gesichts der Tatsache, dass der Waldabstand Richtung Osten bereits 

von den bestehenden Boxen deutlich unterschritten sei, könne wohl 

nicht von einer bloss unwesentlichen Verstärkung ausgegangen wer-

den. Weitere Abklärungen und Erwägungen wurden im damaligen Ent-

scheid nicht angestellt. Vorinstanz und Rekursgegnerin können des-

halb nicht in guten Treuen davon ausgehen, die geplante Überdach-

ung der bestehenden Boxen an sich, die schon damals vorgesehene 

Erweiterung dieser Dachfläche in Richtung Westen, über den Grund-

riss der heutigen Materialboxen hinaus, und die geplante Nutzung die-

ser Dachfläche als Parkplatz wäre von der Rekursinstanz als bewilli-

gungsfähig befunden worden.  

 

3.8 Sowohl die Vorinstanz als auch die Rekursgegnerin setzen sich 

nicht mit der Rechtswidrigkeit der bereits bestehenden Anlage ausein-

ander. Im Osten unterschreiten die bestehenden Materialboxen den 

Waldabstand auf einer Länge von etwa 38 m um bis zu 5 m und somit 

deutlich. Im Norden grenzen die Materialboxen sogar fast unmittelbar 

an den Waldsaum (Abstand zur Stockgrenze rund 1 m bis 2 m), womit 

der gesetzlich vorgeschriebene Waldabstand nahezu vollständig un-

terschritten wird. Die bestehende Rechtswidrigkeit der Materialboxen 

ist deshalb gesamthaft bereits als erheblich zu betrachten, befinden 

sich doch etwa ein Drittel der Lagerfläche innerhalb des Waldab-

stands. Mit dem Vorhaben soll diese Rechtswidrigkeit zusätzlich ver-

stärkt werden. Gemäss der Berechnung der Vorinstanz resultiert aus 

der neuen Überdachung, welche die bestehenden Boxenzwischen-

wände Richtung Westen um etwa 3 m überragt, innerhalb des Wald-

abstands eine Flächenerweiterung von 37,5 m2 (12,5 m x 3 m). Dies 

entspricht im Verhältnis zu den bereits bestehenden Flächen innerhalb 

des Waldabstands (175 m2) rund 21 % und kann somit bei weitem 

nicht als geringfügig bezeichnet werden. Unter Berücksichtigung der 

verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung (VerwGE B 2010/106 vom 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 12/15 

 

26. Januar 2011 Erw. 5.1 ff. mit Hinweisen) führt das geplante Vorha-

ben bei der bereits bestehenden erheblichen Rechtswidrigkeit zu einer 

wesentlichen Verstärkung derselben. Der Ansicht der Vorinstanz, wo-

nach das Mass des Möglichen gerade noch eingehalten sei, kann so-

mit nicht gefolgt werden. Hinzu kommt, dass die vorinstanzliche Beur-

teilung einzig auf die beschriebene flächenmässige Erweiterung ein-

ging, jedoch ausser Acht liess, dass gleichzeitig mit der Überdachung 

ein zusätzliches Bauvolumen geschaffen wird. Der Rekurrent rügt zu 

Recht, dass mit der «Aufklassierung» der Anlage zu einer Baute eine 

wesentliche Verstärkung der Rechtswidrigkeit einhergeht. Mit der ge-

planten Überdachung sowie der zusätzlichen Absturzbrüstung wird ein 

im Vergleich zur bestehenden Anlage weitaus voluminöserer Baukör-

per – analog dem südlich angrenzenden, bereits überdachten Sand-

depot – geschaffen. Es resultiert eine Volumenerweiterung von ca. 

216 m3 (37,5 m2 x ca. 6 m). Weiter entsteht auf der Überdachung mit 

den Parkplätzen eine zusätzliche Nutzung innerhalb des Waldab-

stands, welche sich nicht auf die bestehende Fläche beschränkt, son-

dern auf einer darüber liegenden Ebene stattfinden soll. Beim geplan-

ten Vorhaben kann somit nicht mehr von einer geringfügigen Erweite-

rung ausgegangen werden, wie das die Vorinstanz tut. Die Verstär-

kung der Rechtswidrigkeit ist vielmehr als wesentlich zu betrachten, 

zumal bereits die bestehende Rechtswidrigkeit der Anlage erheblich 

ist. 

 

4.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass das Vorhaben eine wesentliche 

Verstärkung der Rechtswidrigkeit zur Folge hat und deshalb eine Be-

willigung gestützt auf Art. 109 PBG nicht möglich ist. Die angefochtene 

Baubewilligung und der Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 

7. Juli 2023 sind deshalb aufzuheben. Der Rekurs erweist sich als be-

gründet und ist im Sinn der Erwägungen gutzuheissen. Bei diesem 

Resultat kann offenbleiben, ob das Vorhaben auch zu übermässigen 

Immissionen nach Art. 684 ZGB führen würde. 

 

5.  

Aus verfahrensökonomischen Gründen erscheint es indessen ange-

zeigt, noch auf Folgendes hinzuweisen: Das Überdachen der Materi-

alboxen führte nach dem oben Ausgeführten dazu, dass die ehemalige 

Anlage (Materialdepot) neu als Baute zu qualifizieren wäre. Eine Baute 

unterliegt den einschlägigen Bestimmungen der Bauordnung Z.___ 

vom 1. Oktober 2006 (abgekürzt BO), namentlich den Bestimmungen 

über die Gebäudelänge. Gemäss Anhang 1 zu Art. 13 BO beträgt die 

maximale Gebäudelänge in der Zone WG4 60 m. Die Materialboxen 

allein würden bereits eine Länge von rund 50 m aufweisen und mit 

dem überdachten Sanddepot (Vers.-Nr. W4435) mit einer Länge von 

gut 17 m zusammengebaut. Dieses ist wiederum mit den bestehenden 

Gebäuden Vers.-Nrn. 005 sowie 006 zusammengebaut, welche für 

sich allein eine Länge von gut 90 m aufweisen. Die überdachten Ma-

terialboxen müssten aufgrund des Zusammenbaus in die Berechnung 

der Gebäudelänge einbezogen werden, wodurch sich eine Gebäude-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 13/15 

 

länge von gesamthaft rund 160 m ergäbe. Da die maximale Gebäude-

länge bereits heute massiv überschritten ist, würde das Vorhaben so-

mit auch zu einer wesentlichen Verstärkung der rechtswidrigen Ge-

bäudelänge führen.  

 

 
 

6.  

6.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen 

werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.– (Nr. 20.13.01 des 

Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, 

sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die 

amtlichen Kosten der Rekursgegnerin zu überbinden. 

 

6.2 Der vom Rekurrenten am 4. September 2023 geleistete Kosten-

vorschuss von Fr. 1'800.– ist zurückzuerstatten. 

 

7.  

Rekurrent und Rekursgegnerin stellen ein Begehren um Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten. 

 

7.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, 

soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-

messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-

digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-

liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung 

(Art. 98ter VRP). Nach Art. 22 Abs. 1 Bst. a der Honorarordnung 

(sGS 963.75; abgekürzt HonO) beträgt das Honorar in der Verwal-

tungsrechtspflege vor Verwaltungsbehörden pauschal Fr. 500.– bis 

Fr. 6'000.–. Für ein aussergewöhnlich aufwendiges Verfahren kann 

das Honorar um 100 Prozent erhöht werden (Art. 22 Abs. 2 HonO). 

Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grund-

honorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und 

Umfang der notwendigen Bemühungen, der Schwierigkeit des Falls 

und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen 

Gebäude Vers.-Nr. W0177 

Gebäude Vers.-Nr. W3413 Sanddepot Vers.-Nr. W4435 

8 Materialboxen 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 14/15 

 

(Art. 19 HonO). Nach ständiger Praxis des Bau- und Umweltdeparte-

mentes wird für durchschnittlich schwierige Rekursverfahren (ohne 

Rekursaugenschein) regelmässig ein mittleres Honorar von 

Fr. 2'750.–, bzw. von Fr. 3'250.– mit Rekursaugenschein, zuzüglich 

Mehrwertsteuer und Barauslagen festgesetzt, sofern ein begründeter 

Antrag auf Entschädigung der Mehrwertsteuer und der Barauslagen 

gestellt wurde.  

 

7.2 Der Rekurrent obsiegt mit seinen Anträgen. Da das Verfahren 

zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bot, 

die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht grund-

sätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98bis 

VRP). Der Rekurrent beantragt die Zusprache einer ausseramtlichen 

Entschädigung von Fr. 3'250.– zuzüglich 4 % Barauslagenpauschale 

und 7,7 % Mehrwertsteuer, letzteres mit der Begründung, dass sein 

Mandant nicht mehrwertsteuerpflichtig sei. Die Erhöhung der praxis-

gemäss vom Bau- und Umweltdepartement zugesprochenen Honorar-

pauschale von Fr. 2'750.– um Fr. 500.– verlangt der Rekurrent mit der 

Begründung, dass der Rekurs zwei Rechtsverfahren (nach Art. 153 

PBG sowie nach Art. 154 PBG) betreffe, nämlich den Rekurs gegen 

den Entscheid der Vorinstanz, soweit diese seine öffentlich-rechtliche 

Einsprache abgewiesen und die Baubewilligung erteilt habe, und an-

derseits den Rekurs gegen den gleichzeitig ergangenen Entscheid der 

Vorinstanz, soweit diese seine privatrechtliche Einsprache abgewie-

sen habe. Entgegen der Ansicht des Rekurrenten begründet der Um-

stand, dass er seinen Rekurs nicht nur in öffentlich-rechtlicher Hin-

sicht, sondern darüber hinaus auch in privatrechtlicher Hinsicht nach 

Art. 684 ZGB begründet hat, für sich allein weder bereits einen erhöh-

ten Aufwand noch stellt er ein zusätzliches Rekursverfahren dar, das 

es rechtfertigte, von der Honorarpauschale abzuweichen. Diese Pau-

schale ist so bemessen, dass sie Rekursbegründungen in öffentlich- 

und/oder privatrechtlicher Hinsicht, zumindest solange sie sich – wie 

vorliegend – in einem normalen Rahmen bewegen und nur normalen 

Aufwand verursachen, ausreichend abdeckt (BUDE Nr. 64/2022 vom 

8. Juli 2022 Erw. 7.2; BUDE Nr. 8/2022 vom 1. Februar 2022 

Erw. 6.5.1). Folglich ist die ausseramtliche Entschädigung in Anwen-

dung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 HonO auf die Honorarpau-

schale, also auf Fr. 2'750.– plus 4 % Barauslagen, insgesamt also auf 

Fr. 2'860.– (zuzüglich Mehrwertsteuer), zu beschränken; sie ist von 

der Rekursgegnerin zu bezahlen. 

 

7.3 Da die Rekursgegnerin mit ihren Anträgen unterliegt, hat sie von 

vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung. 

Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen. 

  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 22/2024), Seite 15/15 

 

Entscheid 

1.  

a) Der Rekurs von A.___, Z.___, wird im Sinn der Erwägungen 

gutgeheissen. 

 

b) Der Beschluss der Baubewilligungskommission Z.___ vom 

7. Juli 2023 wird aufgehoben. 

 

2.  

a) Der B.___, Z.___, wird eine Entscheidgebühr von Fr. 3'000.– 

auferlegt. 

 

b) Der am 4. September 2023 von A.___ geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 1'800.– wird zurückerstattet. 

 

3.  

a) Das Begehren von A.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kos-

ten wird gutgeheissen. Die B.___ entschädigt A.___ ausseramtlich mit 

Fr. 2'860.– zuzüglich Mehrwertsteuer. 

 

b) Das Begehren der B.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kosten 

wird abgewiesen. 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BUDE 2024 Nr. 022
	Baurecht, Art. 109 Abs. 2 PBG. Zur Beurteilung, ob die geplante Erweiterung einer Baute oder Anlage zu einer wesentlichen Verstärkung der Rechtswidrigkeit führt, ist nur auf jenen Bereich der Baute oder Anlage abzustellen, der diese materiell rechtswidrig macht. Ist die bestehende Rechtswidrigkeit bereits erheblich, kann eine an sich wenig bedeutende Erweiterung bereits dazu führen, dass die Verstärkung der Rechtswidrigkeit insgesamt als wesentlich bezeichnet werden muss (Erw. 3.2). Im zu beurteilenden Fall wurde die bestehende Rechtswidrigkeit der Materialboxen bereits als erheblich betrachtet, befand sich doch etwa ein Drittel der Lagerfläche innerhalb des Waldabstands. Mit dem Vorhaben sollte diese Rechtswidrigkeit zusätzlich verstärkt werden. So war innerhalb des Waldabstands eine Flächenerweiterung um rund 21 % vorgesehen, welche als bei weitem nicht mehr geringfügig beurteilt werden kann (Erw. 3.8). Gutheissung des Rekurses. // Gegen diesen Entscheid wurde Beschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben.)

		2024-05-27T01:58:58+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen