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**Case Identifier:** 34f7e066-d1ff-5939-8d9d-46bd9e1d34f1
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 09.06.2020 400 20 57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-20-57_2020-06-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

 

vom 9. Juni 2020 (400 20 57) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Zivilprozessrecht 

 

 

Dispositions- und Verhandlungsmaxime im Verfahren betreffend Volljährigenunterhalt 

(E. 4); ist das volljährige Kind für die zerrüttete Eltern-Kind-Beziehung mitverantwort-

lich, können die Ausgaben für "Sport / Freizeit" und "Diverses (Ferien etc.)" im Bedarf 

des volljährigen Kindes unberücksichtigt bleiben (E. 5.3.1 ff.); volle Anrechnung des 

Kindeseinkommens im vorliegenden Fall (E. 5.3.6 f.); selbst getragene Krankheitskos-

ten können im familienrechtlichen Grundbedarf angerechnet werden, soweit sie re-

gelmässig anfallen und sich die Medikamente bzw. Behandlungen als medizinisch an-

gezeigt erweisen (E. 6.3); Prüfung einer Rechtsfrage vom Amtes wegen im Rechtsmit-

telverfahren (E. 7.5.1 ff.).  

 

 

 
Besetzung  Präsidentin Christine Baltzer-Bader (Vorsitz), Richterin Barbara Jermann 

Richterich (Ref.), Präsident Roland Hofmann;  
Gerichtsschreiber Giuseppe Di Marco 

  
 

Parteien  A.____,  
vertreten durch Advokat Daniel Levy, Wasserturmplatz 3, Postfach 349, 
4410 Liestal,  
Klägerin und Berufungsklägerin 

  gegen 

  B.____,  
vertreten durch Advokat Dieter Gysin, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 
4410 Liestal,  
Beklagter und Berufungsbeklagter 

   

Gegenstand  Unterhalt Kind / Volljährigenunterhalt 
Berufung gegen den Entscheid des Präsidenten des Zivilkreisgerichts 
Basel-Landschaft West vom 27. September 2019 

 

 
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A. Die heute 23-jährige A.____, geboren am 21. xxx 1996, ist die Tochter von B.____ 
und C.____. Die Eltern trennten sich im April 2014 und mit Entscheid des Zivilkreisgerichts 
Basel-Landschaft West vom 30. Januar 2017 wurde ihre Ehe geschieden. Da A.____ damals 
bereits mündig war, enthielt das Scheidungsurteil keine Regelung über ihren Unterhaltsan-
spruch. Gestützt auf eine Vereinbarung zwischen den Eltern vom 15. September 2015, wel-
che im Rahmen eines Berufungsverfahrens in Eheschutzsachen vor dem Kantonsgericht 
Basel-Landschaft West erzielt worden war, bezahlte ihr der Vater einen Volljährigenunterhalt 
von monatlich CHF 1'000.00. Vereinbarungsgemäss sollte dieser Unterhaltsbeitrag bis zum 
ordentlichen Abschluss einer existenzsichernden Ausbildung geleistet werden. A.____ wohnt 
zusammen mit ihrer ein Jahr älteren Schwester D.____ bei ihrer Mutter in Z.____.  

B. Mit Schlichtungsgesuch vom 19. Januar 2018 machte A.____ rückwirkend ab 1. Ja-
nuar 2017 Unterhaltsansprüche gegenüber ihrem Vater B.____ geltend. Die anschliessend 
einberufene Schlichtungsverhandlung vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West ver-
lief ergebnislos, woraufhin A.____ am 19. Juni 2018 die Klagebewilligung ausgestellt wurde. 
Ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wies die Schlichtungsbehörde aufgrund ihres 
damaligen Gesamtvermögens in Höhe von mehr als CHF 25'000.00 ab.  

C. Mit Klage vom 17. Oktober 2018 an das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West be-
antragte A.____, ihren Vater zur Leistung von folgenden monatlichen Unterhaltsbeiträgen zu 
verpflichten:  

- ab 1. Januar 2017 bis zum 30. Juni 2017 in der Höhe von CHF 2'238.00, 
- ab 1. Juli 2017 bis zum 30. September 2017 in der Höhe von CHF 1'488.00, 
- ab 1. Oktober 2017 bis zum 31. Dezember 2017 in der Höhe von CHF 938.00, 
- ab 1. Januar 2018 bis zum 31. August 2018 in der Höhe von CHF 823.00, 
- ab 1. September 2018 bis zum ordentlichen Abschluss einer Erstausbildung in der Höhe 

von CHF 1'618.00,  

jeweils zuzüglich allfälliger Ausbildungszulagen und unter Anrechnung der vom Vater bereits 
geleisteten Unterhaltsbeiträge. Die Prozesskosten sollten dem Vater auferlegt werden und 
für sich ersuchte die Klägerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Sie begrün-
dete ihren Unterhaltsanspruch zusammenfassend damit, dass sie nach bestandener Matura 
im Sommer 2017 ein einjähriges Praktikum im Bereich Marketing des Y.____clubs E.____ 
absolviert habe. Im September 2018 habe sie plangemäss ihr Studium an der Hochschule 
für Technik und Wirtschaft in Chur aufgenommen, wobei sie voraussichtlich im Sommer 
2022 den Bachelor- und im Sommer 2024 den Masterabschluss machen werde. Neben dem 
Studium arbeite sie weiterhin mit einem Pensum von 50 % beim E.____. Mit ihrem Einkom-
men könne sie ihren Lebensbedarf nicht decken, weshalb sie von ihrem Vater Unterhaltsbei-
träge gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB geltend mache.  

D. In seiner Stellungnahme vom 17. Dezember 2018 ersuchte der Vater um Abweisung 
der Unterhaltsklage. Gleichzeitig beantragte er widerklageweise, den mit gerichtlicher Ver-
einbarung vom 15. September 2015 geregelten Unterhaltsbeitrag für die Klägerin von monat-
lich CHF 1'000.00 mit Wirkung ab 19. Dezember 2018 vollumfänglich aufzuheben und even-
tualiter auf monatlich CHF 148.00 bis zum ordentlichen Abschluss einer Erstausbildung her-

 
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abzusetzen. Der Vater argumentierte hauptsächlich, es sei ihm persönlich nicht zumutbar, 
Unterhaltsbeiträge an die Klägerin zu leisten, da diese seit der Trennung der Eltern im 2014 
jeglichen Kontakt zu ihm verweigere. Sollte seine persönliche Zumutbarkeit zur Unterhalts-
leistung an die Klägerin jedoch bejaht werden, müsse der Unterhaltsbeitrag aufgrund der 
wirtschaftlichen Verhältnisse der Klägerin pro futuro auf monatlich CHF 148.00 reduziert 
werden.  

E. Am 12. April 2019 führte der Präsident der fünften Kammer des Zivilkreisgerichts Ba-
sel-Landschaft West eine Instruktionsverhandlung durch, welche die Parteien zum Abschluss 
einer Vereinbarung mit Widerrufsvorbehalt bis zum 30. April 2019 nutzten. Nachdem die 
Klägerin innerhalb dieser Frist jedoch den Widerruf der Vereinbarung erklärt hatte, bot der 
Gerichtspräsident die Parteien zu einer Hauptverhandlung auf. Noch vor Abhaltung der 
Hauptverhandlung entschied der Gerichtspräsident am 18. Juni 2019 auf Gesuch des Be-
klagten, dessen Unterhaltsverpflichtung gegenüber seiner Tochter aufgrund eingetretener 
wesentlicher Veränderungen der Verhältnisse vorsorglich von monatlich CHF 1'000.00 auf 
CHF 600.00 ab 1. Juli 2019 und für die Dauer des Verfahrens zu reduzieren.  

F. Am 27. September 2019 erschienen beide Parteien mit ihren Rechtsvertretern zur 
Hauptverhandlung. Zu Beginn der Verhandlung wurde C.____, die Mutter der klagenden 
Tochter, als Zeugin befragt. Es folgten die Plädoyers der Rechtsvertreter und die Befragung 
beider Parteien. Abschliessend erkannte der Gerichtspräsident unter Würdigung aller Um-
stände, dass der Beklagte das Zerwürfnis zwischen Vater und Tochter ursächlich zu vertre-
ten habe, weshalb ihm die Leistung von Unterhaltsbeiträgen an seine Tochter persönlich 
zumutbar sei, auch wenn die Tochter mit ihrer anhaltend ablehnenden Haltung eine Mitver-
antwortung am gestörten Eltern-Kind-Verhältnis trage. Der Gerichtspräsident wies jedoch 
gestützt auf seine Unterhaltsberechnungen die Klage für die beantragte Unterhaltsperiode 
von Januar 2017 bis und mit Oktober 2018 ab. Für die Monate November 2018 und Dezem-
ber 2018 verpflichtete er den Beklagten hingegen zur Leistung eines monatlichen Unter-
haltsbeitrages von CHF 100.00 an die Klägerin, wobei bereits erbrachte Leistungen maximal 
bis zur Höhe des für den jeweiligen Monat geltenden Unterhaltsbeitrags anzurechnen seien. 
Für den Zeitraum von Januar 2019 bis Oktober 2021 wurde der Beklagte ebenfalls zur Leis-
tung eines monatlichen und künftig vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrages an die Klägerin von 
CHF 100.00 verurteilt, unter Anrechnung von bereits erbrachten Leistungen. Für die Zeit ab 
November 2021 bis zum ordentlichen Abschluss der Erstausbildung der Klägerin wurde der 
Beklagte schliesslich zu monatlichen Unterhaltszahlungen von CHF 330.00 an die Klägerin 
verpflichtet. Die Gerichtsgebühr von CHF 2'500.00 sowie die Kosten des vorangehenden 
Schlichtungsverfahrens von CHF 200.00 auferlegte er vollumfänglich der Klägerin und die 
Parteikosten schlug er wett. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege an die 
Klägerin wurden die vorinstanzlichen Verfahrenskosten sowie eine Parteientschädigung von 
CHF 6'199.25 für Advokat Daniel Levy von der Staatskasse übernommen, unter Vorbehalt 
der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO. 

G. Gegen den nachträglich schriftlich begründeten Entscheid vom 27. September 2019 
erhob A.____ (nachfolgend Berufungsklägerin) am 3. März 2020 Berufung beim Kantonsge-
richt Basel-Landschaft mit folgenden Anträgen: 

 
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1. Es seien die Ziffern 1 – 4 des Entscheids vom 27. September 2019 aufzuheben und 

wie folgt neu zu formulieren: 

a) 1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird der Beklagte verurteilt, der Klägerin für den 

Zeitraum Februar 2017 bis Dezember 2017 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von 

CHF 1'429.00 zu bezahlen. Bereits erbrachte Leistungen sind anzurechnen, maximal 

jedoch bis zur Höhe des für den jeweiligen Monat geltenden Unterhaltsbeitrages. 

 2. In teilweiser Gutheissung der Klage wird der Beklagte verurteilt, der Klägerin mit Wir-

kung für den Zeitraum Januar 2018 - August 2018 einen monatlichen Unterhaltsbei-

trag von CHF 573.00 zu bezahlen. Bereits erbrachte Leistungen sind anzurechnen, 

maximal jedoch bis zur Höhe des für den jeweiligen Monat geltenden Unterhaltsbei-

trages. 

 3. ln teilweiser Gutheissung der Klage und Abweisung der Widerklage wird der Beklagte 

verurteilt, der Klägerin mit Wirkung ab September 2018 bis und mit Dezember 2019 

einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'327.00 und ab Januar 2020 bis und 

mit Oktober 2021 einen monatlichen und künftig vorauszahlbaren Unterhalt von 

CHF  1'252.00 zu bezahlen. Allfällige vom Beklagten künftig bezogene Ausbildungs-

zulagen sind zusätzlich zu entrichten. Bereits erbrachte Leistungen sind anzurech-

nen, maximal jedoch bis zur Höhe des für den jeweiligen Monat geltenden Unter-

haltsbeitrages. 

 4. ln teilweiser Gutheissung der Klage und Abweisung der Widerklage wird der Beklagte 

verurteilt, der Klägerin mit Wirkung ab November 2021 bis zum Abschluss der or-

dentlichen Erstausbildung einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren Unter-

haltsbeitrag von CHF 1'577.00 zu bezahlen. 

b)  Falls die beiden Positionen ,,Sport/Freizeit" (CHF 200.00) und ,,Diverses" 

(CHF 300.00) nicht im Grundbedarf der Berufungsklägerin berücksichtigt werden soll-

ten, seien die Unterhaltsbeiträge in Ziffer 2 auf CHF 793.00, in Ziffer 3 auf 

CHF 1'564.00 bzw. CHF 1'489.00 und in Ziffer 4 auf CHF 1'814.00 anzusetzen. 

2.  Unter o/e Kostenfolge für beide lnstanzen, wobei der Berufungsklägerin auch für das 

Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit dem Unterzeichneten als un-

entgeltlichem Rechtsbeistand zu bewilligen sei.  

Die Berufungsklägerin machte im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe ihren Bedarf 
zwar grundsätzlich zutreffend in drei Phasen unterteilt, diesen aber jeweils zu tief veran-
schlagt. Zudem gab sie unter anderem an, dass sie ihr Studium in Chur aufgrund von nicht 
bestandenen Prüfungen nicht habe weiterführen können.   

H. Mit Berufungsantwort vom 23. März 2020 ersuchte B.____ (nachfolgend Berufungs-
beklagter) um Abweisung der Berufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 27. September 2019, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beru-
fungsklägerin.  

 
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I. Am 25. März 2020 verfügte das Gerichtspräsidium den Schluss des Schriftenwech-
sels und es zeigte den Parteien an, dass auf eine erneute Befragung der von der Berufungs-
klägerin angerufenen Zeugin C.____ verzichtet werde, vorbehältlich eines gegenteiligen Ent-
scheides der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht. Zudem stellte das 
Gerichtspräsidium den schriftlichen Entscheid durch die Rechtsmittelinstanz in Aussicht.  

J. Mit Eingabe vom 1. April 2020 wies die Berufungsklägerin auf veränderte tatsächliche 
Verhältnisse seit ihrer Berufungseingabe hin. Namentlich habe ihr Arbeitgeber aufgrund der 
Corona-Pandemie Kurzarbeit anmelden müssen, was Auswirkungen auf die Höhe ihres Ein-
kommens haben werde. Zudem habe sie am 1. April 2020 ein neues Studium in Freiburg, 
Deutschland, begonnen. 

K. Mit Verfügung vom 14. Mai 2020 wies das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, die 
Parteien darauf hin, dass die Widerklage des Berufungsbeklagten vom 17. Dezember 2018 
von der Vorinstanz rückwirkend ab November 2018 abgewiesen worden sei. Die Parteien 
wurden eingeladen, eine Stellungnahme zur Rechtsfrage, ab welchem Zeitpunkt die Wider-
klage vom 17. Dezember 2018 ihre Wirkung entfaltet, abzugeben. Während sich der Beru-
fungsbeklagte mit Eingabe vom 27. Mai 2020 dazu vernehmen liess, verzichtete die Beru-
fungsklägerin auf eine Stellungnahme.  

L. In den nachfolgenden Erwägungen werden die Rechtsstandpunkte der Parteien wie-
dergegeben, soweit sie für die Beurteilung der Berufung rechtserheblich sind. 

Auszug aus den Erwägungen: 

(…) 
 
4. In materieller Hinsicht ist zunächst festzustellen, dass einerseits die persönliche und 
wirtschaftliche Zumutbarkeit des Berufungsbeklagten zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen 
an die Berufungsklägerin gestützt auf Art. 285 Abs. 1 ZGB und Art. 277 Abs. 2 ZGB bis zum 
ordentlichen Abschluss einer Erstausbildung unbestritten ist, zumal der Berufungsbeklagte 
auf eine Anschlussberufung nach Art. 313 ZPO verzichtet hat. Andererseits anerkennt die 
Berufungsklägerin das ihr von der Vorinstanz angerechnete Einkommen und die Einteilung 
ihrer Unterhaltsansprüche in drei Berechnungsperioden (1. Phase von Februar 2017 bis und 
mit Dezember 2017; 2. Phase von Januar 2018 bis und mit August 2018; 3. Phase von Sep-
tember 2018 bis und mit Dezember 2019). Der angefochtene Entscheid enthält darüber hin-
aus auch Unterhaltsberechnungen für den Zeitraum von Januar 2020 bis zum Abschluss 
einer existenzsichernden Ausbildung, welcher gemäss der Formulierung der Berufungsklä-
gerin als "Phase 4" bezeichnet werden kann. In dieser vierten Unterhaltsperiode sind die von 
der Berufungsklägerin vorgebrachten Noven sowie die im Kanton Basel-Stadt in Kraft getre-
tene Gesetzesänderung zu den Kinder- und Ausbildungszulagen relevant. Die Berufungsklä-
gerin bestreitet hingegen ihren vom vorinstanzlichen Richter veranschlagten Grundbedarf, 
den sie in allen Phasen als zu tief erachtet. Zudem streitet sie generell eine Mitverantwortung 
für die zerrüttete Eltern-Kind-Beziehung zwischen dem Berufungsbeklagten und ihr ab. Im 

 
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Folgenden sind die von der Berufungsklägerin gerügten Bedarfspositionen und Erwägungen 
der Vorinstanz im Rahmen der einzelnen Unterhaltsperioden zu überprüfen. Dabei ist zu 
berücksichtigen, dass ein mündiges Kind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
nicht denselben prozessualen Schutz benötigt wie ein unmündiges Kind (BGE 118 II 93 E. 1, 
in: Präjudizienbuch ZPO, 2018, Art. 296 N 8). Damit gelangt vorliegend nicht die Offizial- und 
unbeschränkte Untersuchungsmaxime von Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO zur Anwendung. Die 
Geltendmachung eines Mündigenunterhalts untersteht der Dispositionsmaxime nach Art. 58 
Abs. 1 ZPO sowie der Verhandlungsmaxime gemäss Art. 55 Abs. 1 ZPO (vgl. auch OGer ZH 
NC180001 vom 17. Oktober 2018 E. II.2; OGer ZH LZ170006 vom 12. Juli 2017 E. 7; OGer 
ZH LZ140010 vom 5. Dezember 2014 E. III.2.1, in: ZR 114/2015 Nr. 77 S. 297 ff., mit Hin-
weis auf BGE 139 III 368 E. 3.3.3).  

1. Unterhaltsphase von Februar 2017 bis Dezember 2017 

5.1.1 Wohnkosten: (…)  

5.2.1 Mobilitätskosten: (…)  

5.3.1 Kosten für "Sport / Freizeit" und "Diverses (Ferien etc.)": Die Vorinstanz lehnte es 
ab, im Grundbedarf der Berufungsklägerin separate Kosten für Sport und Freizeit sowie für 
Ferien einzusetzen. Diese seien laut dem vorinstanzlichen Richter aus der Grundbetrags-
pauschale zu bestreiten, insbesondere vor dem Hintergrund der kategorischen Kontakt-
verweigerung gegenüber dem Berufungsbeklagten. Die Berufungsklägerin beantragt hinge-
gen die Hinzurechnung von monatlichen Rückstellungen für "Sport / Freizeit" in Höhe von 
CHF 200.00 und für "Diverses (Ferien etc.)" in Höhe von CHF 300.00 mit der Begründung, 
sie und ihre Schwester seien in guten Verhältnissen aufgewachsen. Die Kindsmutter habe im 
Rahmen der Scheidung die Familienliegenschaft übernommen und der Kindsvater habe 
kürzlich ein neu gebautes Einfamilienhaus bezogen. Diese Positionen würden daher zum 
angemessenen Bedarf der Berufungsklägerin gehören. Die volle Einrechnung dieser Positio-
nen rechtfertige sich auch deshalb, weil die Berufungsklägerin einer in doppelter Hinsicht 
"überobligatorischen" Erwerbstätigkeit nachgehe. Zum einen arbeite sie 50 %, obwohl  
gemäss herrschender Praxis neben dem Studium lediglich ein Pensum von 20 % verlangt 
werde. Zum anderen erziele sie dabei ein weit überdurchschnittliches Nettoeinkommen von 
monatlich CHF 1'800.00. Schliesslich habe sie sich bei der Unterhaltsberechnung ihr gesam-
tes Einkommen anrechnen lassen, obwohl die Beteiligung des Kindereinkommens nicht 
mehr als 60 %, hier also CHF 1'080.00, betragen dürfe. Die Differenz von CHF 720.00, wel-
che sie sich anrechnen lasse, sei um CHF 220.00 höher als die beiden Positionen "Sport / 
Freizeit" und "Diverses" von insgesamt CHF 500.00, womit diese im Gegenzug zum ange-
messenen Bedarf im Sinne von Art. 285 ZGB zu rechnen seien. Dass die Berufungsklägerin 
den Kontakt zum Kindsvater verweigert habe, sei allein seinem Verhalten geschuldet, wes-
halb ihr die Vorinstanz dieses Verhalten auch nicht entgegengehalten dürfe. Sollte auch das 
Kantonsgericht diese beiden Positionen nicht im Grundbedarf der Berufungsklägerin berück-
sichtigen, dürfe bei der Unterhaltsberechnung im Gegenzug nur 60 % ihres Einkommens 
eingesetzt werden. 

 
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5.3.2 Für den Berufungsbeklagten sind die beiden geltend gemachten Positionen aus 
dem Grundbetrag zu bezahlen. Eine separate Berücksichtigung solcher Luxuskosten sei 
nicht statthaft und entspreche auch nicht der Praxis. Zudem könne nicht von einer überobli-
gatorischen Erwerbstätigkeit der Berufungsklägerin die Rede sein, denn die Eigenverantwor-
tung des Kindes gehe der Unterhaltspflicht der Eltern vor, was für ein mündiges Kind erst 
recht gelte. Die Berufungsklägerin habe demnach alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den 
Unterhalt während der Ausbildung nach Möglichkeit selbst zu bestreiten und namentlich ei-
nem Erwerb nachzugehen. Der erzielte Erwerb der Berufungsklägerin könne daher nicht als 
freiwillig oder überobligatorisch angesehen werden. Vielmehr erfülle sie damit ihre Pflicht. 
Eine Beschränkung auf 60 % des zu berücksichtigenden Einkommens sei nicht gerechtfertigt 
und abzulehnen. Ob das geleistete Pensum neben einer Ausbildung im Allgemeinen als zu-
mutbar zu betrachten wäre, sei nicht Gegenstand dieses Verfahrens, zumal sie dieses Pen-
sum seit längerem bestreite und damit zeige, dass es ihr persönlich zumutbar sei. Das erziel-
te Einkommen von CHF 1'800.00 sei darüber hinaus für ein 50 % Pensum auch nicht über-
durchschnittlich. Schliesslich könne dem Berufungsbeklagten für die Zeit nach der Trennung 
kein Fehlverhalten vorgeworfen werden. Es würde an der kategorischen Kontaktverweige-
rung der Berufungsklägerin liegen, dass das Verhältnis zwischen ihnen zerrüttet sei. Jeden-
falls sei mit der Vorinstanz mindestens von einem Mitverschulden der Berufungsklägerin 
auszugehen, was im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu einer Kürzung 
des Volljährigenunterhalts führen könne. 

5.3.3 Wie bereits in Erwägung 5.1.4 erwähnt, bemisst sich der Unterhaltsbeitrag gemäss 
Art. 285 Abs. 1 ZGB nach den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leis-
tungsfähigkeit der Eltern, unter Berücksichtigung des Vermögens und der Einkünfte des Kin-
des. Diese gesetzlichen Bemessungskriterien beeinflussen sich gegenseitig; die Festsetzung 
des Unterhaltsbeitrages ist ein Ermessensentscheid, bei dem die gesamten Umstände zu 
würdigen sind (BGer 5A_292/2009 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen). Die Leistungsfähigkeit der 
Eltern ergibt sich aus der Gegenüberstellung von Einkommen und Eigenbedarf; ein allfälliges 
Vermögen ist nur ausnahmsweise bei ungenügenden Einkommensverhältnissen und gleich-
zeitigem Vorhandensein eines namhaften Vermögens heranzuziehen (ZGB I-FOUNTOULAKIS, 
6. Aufl. 2018, Art. 285 N 13). Es ist ein angemessener Unterhaltsbeitrag für das Kind ge-
schuldet, welcher in einem vernünftigen Verhältnis zur Lebensstellung und zur Leistungsfä-
higkeit des beitragspflichtigen Elternteils stehen soll. Gestattet sich dieser eine hohe Le-
benshaltung, so hat das Kind grundsätzlich Anspruch darauf, dass auch sein Unterhalt 
grosszügig bemessen wird. Während es bei bescheidenen und "normalen" Verhältnissen 
üblich ist, auf den betreibungsrechtlichen Grundbetrag – ergänzt um bestimmte Bedarfsposi-
tionen und um einen etwaigen Überschuss – abzustellen, ist bei guten finanziellen Verhält-
nissen der Bedarf des Kindes aufgrund der massgeblichen Lebenshaltung des unterhalts-
pflichtigen Elternteils konkret zu bemessen (ZGB I-FOUNTOULAKIS, 6. Aufl. 2018, Art. 285 
N 2, u. a. mit Hinweis auf BGer 5A_85/2017 vom 19. Juni 1017 E. 6.1; 5A_1017/2014 vom 
4. April 2001 E. 4.1).  

5.3.4 Gemäss den unbestrittenen vorinstanzlichen Feststellungen verfügt der Berufungs-
beklagte über ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 8'513.00 (einschliesslich 13. Mo-
natslohn), mit welchem er nach Abzug seines Grundbedarfs von CHF 5'647.00 – ein Regel-

 
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zuschlag von 20 % ist darin bereits berücksichtigt – einen Überschuss von monatlich 
CHF 2'866.00 zu erzielen vermag (vgl. Erwägung 18 des angefochtenen Entscheids vom 
27. September 2019). Dieses Einkommen lässt auf "normale" bis gute wirtschaftliche Ver-
hältnisse des unterhaltsverpflichteten Vaters schliessen. Eine vollständige oder anteilsmäs-
sige Anrechnung der beantragten Grundbedarfspositionen der Berufungsklägerin für "Sport / 
Freizeit" und "Diverses (Ferien etc.)" ist demnach nicht von vornherein ausgeschlossen. In 
Erwägung 15 des angefochtenen Entscheids hielt die Vorinstanz jedoch zusammenfassend 
fest, dass die Berufungsklägerin nach den Konflikten im April 2014, welche zur Ehetrennung 
geführt hätten, den Kontakt zum Berufungsbeklagten abgelehnt und sich mit der Kindsmutter 
solidarisiert habe, was objektiv nachvollziehbar sei und ihr nicht zum Vorwurf gereichen kön-
ne. Vor den Vorfällen im April 2014 seien die Familienverhältnisse intakt gewesen und die 
Kindsmutter habe den Berufungsbeklagten als liebevollen Ehemann und Vater beschrieben. 
Es sei fraglich, ob es der Berufungsklägerin in der Zeit danach zumutbar gewesen sei, sich 
dem Berufungsbeklagten wieder anzunähern. Nachvollziehbare Gründe für ihre anhaltende 
Ablehnung habe die Berufungsklägerin nicht plausibel darlegen können. Als inzwischen er-
wachsene Person in den Zwanzigern könne von der Berufungsklägerin eine gewisse An-
strengung in Bezug auf die persönliche Beziehung mit ihrem Vater verlangt werden, zumal 
sich dieser gemäss der aktenkundigen Dokumentation stets um den Kontakt mit ihr bemüht 
habe, ohne sich aufzudrängen. Es sei anhand der Nachrichten des Berufungsbeklagten er-
stellt und widerlege teilweise die Vorbringen der Berufungsklägerin, dass sich dieser regel-
mässig nach dem Befinden, den Hobbies und der schulischen Ausbildung der Berufungsklä-
gerin erkundigt habe. Die Berufungsklägerin habe darauf mit Schweigen oder Vorhaltungen 
reagiert, falls überhaupt eine Rückmeldung erfolgt sei. Gestützt darauf kam die Vorinstanz 
zum Schluss, dass sich die Berufungsklägerin auch mit zunehmendem Alter gegen einen 
Kontakt zum Berufungsbeklagten gestemmt habe. Ihre Ablehnung habe keine mildere Form 
angenommen. Dem Berufungsbeklagten sei kein Fehlverhalten in Bezug auf die Zeit nach 
der Trennung vorzuwerfen, im Gegensatz zur Berufungsklägerin, welcher eine Mitschuld an 
der fehlenden persönlichen Beziehung zum Berufungsbeklagten trage. Dieser könne für die 
zerrüttete Beziehung daher nicht alleine verantwortlich gemacht werden. Aufgrund der anhal-
tenden Kontaktverweigerung durch die Berufungsbeklagte seit April 2014 kürzte die Vor-
instanz in der Folge den Volljährigenunterhalt der Berufungsklägerin in der Weise, als dass 
sie die von ihr geltend gemachten Kosten für Sport / Freizeit sowie für Ferien nicht als 
Grundbedarfspositionen anerkannte.  

5.3.5 Gegen diese vorinstanzliche Subsumtion und Beweiswürdigung, welcher sich die 
Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts anschliesst, bringt die Beru-
fungsklägerin in ihrer Berufungsschrift lediglich vor, sie habe an den vorinstanzlichen Ver-
handlungen ausgeführt bzw. ausführen lassen, wie traumatisch das Verhalten des Vaters für 
sie gewesen sei und dass seine späteren Kontaktversuche nie wirklich ernst gemeint gewe-
sen seien, sondern lediglich dazu gedient hätten, seine vermeintlich ernsthaften Bemühun-
gen für Prozesszwecke dokumentieren zu können. Dies belege seine eingereichte Doku-
mentation zum Verhalten der Berufungsklägerin und ihrer Schwester. Die Berufungsklägerin 
legt jedoch nicht weiter dar, weshalb die Schlussfolgerungen der Vorinstanz, wonach die 
Berufungsklägerin mit ihrer anhaltend ablehnenden Haltung eine Mitverantwortung am ge-

 
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störten Eltern-Kind-Verhältnis trage, fehlerhaft sein sollen. Insbesondere hätte die Beru-
fungsklägerin konkret darlegen müssen, aus welchen Gründen die Vorinstanz bei ihrer Be-
weiswürdigung hätte zum Schluss gelangen müssen, dass die dokumentierten zahlreichen 
Kontaktversuche des Berufungsbeklagten einzig aus prozessrechtlichen Überlegungen 
erfolgt sein sollen. Mangels hinreichender Substantiierung ist auf die Rüge der Berufungs-
klägerin nicht weiter einzugehen und die Vorinstanz ist darin zu bestätigen, dass im Grund-
betrag der Berufungsklägerin keine separaten Ausgabepositionen für "Sport / Freizeit" und 
"Diverses (Ferien etc.)" zu berücksichtigen sind. Dieses Ergebnis rechtfertigt sich nicht nur 
aufgrund der heute noch zerrütteten Eltern-Kind-Beziehung zwischen den Parteien, für wel-
che die Berufungsklägerin mitverantwortlich ist, sondern auch aufgrund des Umstands, dass 
die Berufungsklägerin mit dem grosszügigen Unterhaltsbeitrag von monatlich CHF 1'000.00, 
den sie vom Vater gestützt auf die Elternvereinbarung vom 15. September 2015 erhielt, ein 
beachtliches Vermögen äufnen konnte (dazu auch nachstehende Erwägung 5.3.7), auf den 
sie zur Befriedigung ihrer Freizeitaktivitäten und zur Finanzierung ihrer Ferien zurückgreifen 
kann.  

5.3.6 Für den Fall, dass die Aufwendungen für "Sport / Freizeit" und "Diverses (Ferien 
etc.)" in Höhe von insgesamt CHF 500.00 pro Monat nicht als Grundbedarfspositionen be-
rücksichtigt würden, beantragt die Berufungsklägerin, dass ihr im Gegenzug lediglich 60 % 
ihres Erwerbseinkommens von monatlich CHF 1'800.00, somit CHF 1'080.00, angerechnet 
werde. Hiergegen ist zunächst in tatsächlicher Hinsicht festzustellen, dass die Höhe des von 
der Berufungsklägerin in den einzelnen Phasen erzielten Nettoeinkommens unbestritten  
geblieben ist. In der Leistungsperiode von Februar 2017 bis Dezember 2017 betrug dieses 
gemäss Berechnungen der Vorinstanz durchschnittlich CHF 1'059.00 zuzüglich Ausbil-
dungszulagen von CHF 250.00. Es setzte sich aus einem Nebenerwerb bei einem Catering-
unternehmen von Februar 2017 bis Juni 2017 und dem Praktikumslohn beim E.____ ab Juli 
2017 bei einem Pensum von 100 % zusammen (dazu Erwägung 20 des angefochtenen Ent-
scheids). 60 % davon ergeben ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 635.00 zuzüglich 
Ausbildungszulagen von CHF 250.00, welches die Berufungsklägerin in der ersten Periode 
angerechnet haben möchte. 

Nach Art. 276 Abs. 3 ZGB sind die Eltern in dem Masse von ihrer Unterhaltspflicht befreit, als 
dem Kind zugemutet werden kann, den Barunterhalt aus seinem Arbeitserwerb oder anderen 
Mitteln zu bestreiten. Die Eigenverantwortung des Kindes geht der Unterhaltspflicht der El-
tern vor. Soweit zumutbar und damit insbesondere mit der Ausbildung vereinbar, hat das 
Kind demnach alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um seinen Unterhalt selbst zu bestreiten 
und namentlich einem Erwerb nachzugehen. Andernfalls könnte ihm gar ein hypothetisches 
Einkommen aufgerechnet werden (BGer 5A_129/2019 vom 10. Mai 2019 E. 9.3, mit Hinweis 
auf BGer 5C.150/2005 vom 11. Oktober 2005 E. 4.4; BK ZGB-HEGNAUER, 1997, Art. 277 
N 92). Art. 285 Abs. 1 ZGB hält denn auch explizit fest, dass bei der Bemessung des Unter-
haltsbeitrags nicht nur die Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern, sondern auch 
das Vermögen und die Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen sind. Es hängt von den kon-
kreten Verhältnissen auf Seiten der Eltern und des Kindes ab, in welchem Umfang das Kin-
deseinkommens zu berücksichtigen ist. Den urteilenden Gerichten ist bei dieser Beurteilung 
ein Ermessen zuzugestehen (BGer 5A_129/2019 vom 10. Mai 2019 E. 9.3; 5A_442/2016 

 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

vom 7. Februar 2017 E. 4.4.3; HAUSHEER/SPYCHER, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Aufl. 
2010, N 06.23, 06.111). Es muss ein gerechter Ausgleich gefunden werden zwischen dem 
Beitrag, der unter Berücksichtigung aller Umstände von den Eltern erwartet werden darf, und 
der Leistung, die dem Kind in dem Sinne zugemutet werden kann, dass es zu seinem Unter-
halt durch eigenen Arbeitserwerb oder andere Mittel beiträgt. Während von einem minderjäh-
rigen Kind in der Regel nicht mehr als 60 % seines Erwerbseinkommens als angemessener 
eigener Beitrag an seinen Unterhalt verlangt werden sollte, muss beim volljährigen Kind ins-
besondere nach Vollendung des 20. Lebensjahres sein möglicher Verdienst voll in seine 
Bedarfsrechnung aufgenommen werden (FamKomm Scheidung-SCHWEIGHAUSER, 3. Aufl. 
2017, Art. 285 N 34 mit Hinweis u. a. auf BGE 111 410 E. 2, BGer 5C.53/2007 vom 19. Ok-
tober 2007 E. 3.3, in FamPra.ch 2008, 186; OGer ZH vom 23. Januar 1990, in SJZ 87 / 1991 
S. 47 ff.; vgl. auch BSK ZGB I-FOUNTOULAKIS, 6. Aufl. 2018, Art. 276 N 35, die je nach Ein-
zelfall für eine Anrechnung von 60 - 80 % des Kindeseinkommens ist).  

5.3.7 Die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, erachtet in der vorlie-
genden Sache nach einer Gesamtwürdigung aller Umstände die Anrechnung des vollen 
Verdienstes der Berufungsklägerin nicht nur in der ersten Leistungsperiode, sondern in allen 
Phasen, als sachgerecht. Einerseits ist die Berufungsklägerin über 20-jährig und entscheidet 
weitgehend selbständig über ihr berufliches Fortkommen und ihren Arbeitserwerb. Der Beru-
fungsbeklagte wurde bei ihrer Praktikums- und Studienwahl nicht miteinbezogen. Anderer-
seits war sie von Februar 2017 bis und mit August 2018 aufgrund ihres Erwerbseinkommens 
und des vom Berufungsbeklagten geleisteten Unterhaltsbeitrags von monatlich 
CHF 1'000.00 in der Lage, einen monatlichen Überschuss zu generieren und so Vermögen 
von noch ca. CHF 18'800.00 per anfangs Oktober 2018 aufzubauen (vgl. Klage vom 
17. Oktober 2018, S. 13, sowie Klagebeilage 19). Umso mehr ist es gerechtfertigt und der 
Berufungsklägerin zuzumuten, sich während ihrer Studienzeit den vollen Eigenverdienst an-
rechnen zu lassen, zumal es ihr ab September 2018 offensichtlich möglich war, neben dem 
Studium in Chur mit einem Pensum von 50 % für den E.____ zu arbeiten. Hinzu kommt, 
dass es aufgrund der kategorischen Kontaktverweigerung der Berufungsklägerin gegenüber 
dem Berufungsbeklagten nicht angemessen wäre, wenn ihr tatsächlicher Eigenverdienst nur 
zu 60 % angerechnet würde mit der Folge, dass der Berufungsbeklagte ab September 2018 
einen noch höheren Unterhaltsbeitrag bezahlen müsste und die Berufungsklägerin auch ab 
September 2018 einen beachtlichen monatlichen Überschuss erzielen könnte. Im Übrigen ist 
darauf hinzuweisen, dass es in rechtlicher Hinsicht auch zulässig gewesen wäre, den 
Grundbetrag der Berufungsklägerin phasenübergreifend auf monatlich CHF 600.00 für eine 
junge erwachsene Person festzulegen, da sie auch nach Erreichen der Volljährigkeit weiter-
hin in der Liegenschaft ihrer Mutter wohnte und sich ihre Ausgaben nicht wesentlich erhöh-
ten. Mit dem zugestandenen Grundbetrag von CHF 850.00, den der Berufungsbeklagte in 
dieser Höhe anerkannt hatte, nahm die Vorinstanz faktisch einen höheren Bedarf der Beru-
fungsklägerin an. Umso mehr ist der vorinstanzliche Entscheid, wonach der Berufungskläge-
rin in allen Phasen der volle Eigenverdienst anzurechnen ist, angemessen und im Beru-
fungsverfahren zu bestätigen.  

5.4 Zusammenfassend kann hinsichtlich der ersten Leistungsperiode vom Februar 2017 
bis Dezember 2017 festgehalten werden, dass die Rügen der Berufungsklägerin betreffend 

 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

die Wohnkosten, die Mobilitätskosten, die Kosten für "Sport / Freizeit" und "Diverses (Ferien 
etc.)" nicht begründet sind. Der von der Vorinstanz berechnete Grundbedarf von monatlich 
CHF 1'891.00 ist mithin zu bestätigen. Zufolge des während dieser Periode (Februar 2017 
bis Dezember 2017) erzielten unbestrittenen Durchschnittseinkommens von monatlich 
CHF 1'059.00 netto zuzüglich Ausbildungszulagen von monatlich CHF 250.00 resultiert bei 
der Berufungsklägerin zwar eine monatliche Unterdeckung von CHF 582.00. Mit dem vom 
Berufungsbeklagten in dieser Periode geleisteten Unterhaltsbeitrag von monatlich 
CHF 1'000.00 konnte die Berufungsklägerin nicht nur ihr Manko von CHF 582.00 decken, 
sondern gar einen vermögensbildenden Überschuss von monatlich CHF 418.00 erzielen. 
Ihre Unterhaltsklage für die von Februar 2017 bis und mit Dezember 2017 betreffende erste 
Phase wurde von der Vorinstanz zu Recht abgewiesen.  

2. Unterhaltsphase von Januar 2018 bis und mit August 2018 

6.1 Selbstgetragene Arztkosten: Bezüglich der zweiten Unterhaltsphase ab Januar 2018 
bist August 2018 kritisiert die Berufungsklägerin nebst den bereits in der ersten Phase gerüg-
ten Bedarfspositionen Wohnkosten, Mobilität sowie Kosten für Sport / Freizeit und Diverses 
wie Ferien etc. (dazu vorstehende Erwägungen 5.1.1 ff., welche auch für die zweite Phase 
gelten) zusätzlich den ihrer Ansicht nach zu tiefen Betrag für die selbstgetragenen Arztkos-
ten. Der Vorderrichter habe ihr diesbezüglich lediglich CHF 82.00 pro Monat zugestanden, 
während er ihr für die Phasen 1 und 3 einen Betrag von monatlich CHF 150.00 angerechnet 
habe. Es sei nicht ersichtlich, wie die Vorinstanz zu diesem tieferen Betrag komme, zumal es 
sich um Auslagen handle, welche sich über einen längeren Zeitraum verteilen würden. Es sei 
ein monatlicher Durchschnitt für das ganze Jahr zur Anwendung zu bringen.  

6.2 Der Berufungsbeklagte lässt vorbringen, auch für ihn sei auf den ersten Blick nicht 
ersichtlich, wie die Vorinstanz für die zweite Phase einen niedrigeren Betrag von CHF 82.00 
pro Monat für selbstgetragene Arztkosten errechnet habe. Dem Bedarf der Berufungskläge-
rin würde jedenfalls ein höheres Einkommen gegenüberstehen, womit diese geänderte Posi-
tion im Bedarf der Berufungsklägerin am Ergebnis nichts ändere, wonach der Berufungsbe-
klagte für die Phase 2 keine Unterhaltsbeiträge zu entrichten habe.  

6.3 Fallen zusätzlich zu den obligatorischen Krankenversicherungsprämien nach KVG 
regelmässig Krankheitskosten an, die von der Krankenversicherung nicht übernommen wer-
den und damit von der versicherten Person selbst zu tragen sind, so können diese zusätzli-
chen Krankheitskosten als separate Bedarfsposition im familienrechtlichen Existenzminimum 
aufgenommen werden, sofern sie belegt werden. In der Regel geht es dabei um die Fran-
chise- und Selbstbehaltskosten, welche anhand der selbst getragenen Krankheitskosten des 
Vorjahres geschätzt werden können (KGer BL 400 14 176 vom 11. November 2014 E. 5, mit 
Hinweis auf Six, Eheschutz, 2. Aufl. 1014, N 2.109). Weitere belegte Krankheitskosten kön-
nen hinzugerechnet werden, soweit sie regelmässig anfallen und sich die Medikamente bzw. 
Behandlungen als medizinisch angezeigt erweisen. Gemäss Erwägung 19 des angefochte-
nen Entscheids setzte die Vorinstanz die laut einem Beleg der Krankenkasse im Jahr 2018 
entstandenen nicht versicherten Behandlungskosten von CHF 82.00 pro Monat als selbstge-
tragene Arztkosten im Bedarf der Berufungsklägerin ein. Die Vorinstanz bezog sich dabei auf 

 
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eine von der Berufungsklägerin eingereichte Prämien- und Kostenübersicht des Krankenver-
sicherers G.____ für das Steuerjahr 2018. Diesem Dokument vom 31. Mai 2019 kann zum 
einen entnommen werden, dass sich die Berufungsklägerin im Jahr 2018 für versicherte 
Leistungen mit Franchise- und Selbstbehaltskosten im Umfang von CHF 492.20 oder 
ca. CHF 41.00 pro Monat beteiligen musste. Zum anderen sind auf der Prämien- und Kos-
tenübersicht des Krankenversicherers nicht versicherte Behandlungskosten im Jahr 2018 
von CHF 983.55 bzw. monatlich rund CHF 82.00 aufgeführt. Die Berufungsklägerin äussert 
sich nicht dazu, welche Leistungen unter "nicht versicherte Behandlungskosten" fallen.  
Darunter können beispielsweise Kosten für Arzneimittel oder Behandlungen verstanden wer-
den, die vom Krankenversicherer aufgrund der Versicherungsdeckung nicht oder nur bis zu 
einem bestimmten Betrag übernommen werden wie beispielsweise homöopathische Medi-
kamente, Erholungskuren, Physio- und Massagetherapien oder Fitnessabonnemente. Die 
nicht versicherten Behandlungskosten dürfen deshalb nur bei entsprechendem Nachweis, 
dass es sich hierbei um medizinisch angezeigte und regelmässig anfallende Gesundheits-
kosten handelt, zur Grundbedarfsposition der selbstgetragenen Krankheitskosten hinzuge-
rechnet werden. 

Ein solcher Nachweis fehlt vorliegend, weshalb die nicht versicherten Behandlungskosten 
von monatlich CHF 82.00 an sich nicht zur Bedarfsposition der selbst getragenen Krank-
heitskosten hinzugerechnet werden können. Die Position der selbst getragenen Arztkosten 
im Grundbedarf der Berufungsklägerin wäre folglich zu korrigieren. Belegt sind zwar einzig 
die Franchise- und Selbstbehaltskosten von ca. 41.00 pro Monat. Nachdem aber die Vor-
instanz der Berufungsklägerin für die erste und dritte Berechnungsphase selbst getragene 
Arztkosten von CHF 150.00 pro Monat zugestanden hat, rechtfertigt es sich, auch für die 
zweite Phase von pauschalen selbst getragenen Krankheitsausgaben von monatlich 
CHF 150.00 auszugehen, zumal medizinische Ausgaben gerichtsnotorisch schwankend sind 
und sich in aller Regel über einen längeren Zeitraum verteilen. Im Übrigen hat der Beru-
fungsbeklagte der Berufungsklägerin solche Auslagen in dieser Höhe zugestanden. Die Rü-
ge der Berufungsklägerin bezüglich der selbstgetragenen Arztkosten erweist sich damit als 
begründet.  

6.4 In der Unterhaltsphase 2 unterlief der Vorinstanz sodann ein Rechnungsfehler. 
Werden die einzelnen Bedarfspositionen gemäss Berechnung der Vorinstanz zusammenge-
rechnet (Grundbetrag CHF 850.00, Krankenversicherung CHF 363.00, selbstgetragene Arzt-
kosten CHF 82.00, Mobilität CHF 53.00, auswärtige Verpflegung CHF 220.00, Lehrmittelkos-
ten CHF 100.00, Steuern CHF 40.00), ergeben sie einen Grundbedarf der Berufungsklägerin 
von monatlich CHF 1'708.00 anstatt des im angefochtenen Entscheid festgehaltenen Betrags 
von CHF 1'858.00. Nach Korrektur der selbstgetragenen Arztkosten auf CHF 150.00 beträgt 
der monatliche Grundbedarf der Berufungsklägerin in der zweiten Berechnungsphase nun-
mehr CHF 1'776.00. Mit ihrem unbestritten gebliebenen Nettoeinkommen der Berufungsklä-
gerin von monatlich CHF 1'800.00 zuzüglich Ausbildungszulagen von CHF 250.00 kann die 
Berufungsklägerin nicht nur ihren eigenen Bedarf decken, sondern einen Überschuss von 
monatlich CHF 274.00 erzielen. Ungeachtet dessen liess ihr der Berufungsbeklagte weiterhin 
den am 15. September 2015 zwischen den Kindseltern vereinbarten Unterhaltsbeitrag von 
CHF 1'000.00 zukommen.  

 
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6.5 Im Ergebnis erweist sich damit der Entscheid der Vorinstanz, die Unterhaltsklage 
der Berufungsklägerin auch für die zweite Berechnungsphase von Januar 2018 bis und mit 
August 2018 abzuweisen, als korrekt. Dies führt dazu, dass die Berufung, mit welcher die 
Berufungsklägerin für die zweite Phase einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 573.00 
beantragt, abzuweisen ist.  

3. Unterhaltsphase von September 2018 bis und mit Dezember 2019 

7.1 In der dritten Phase, welche am 1. September 2018 mit dem Beginn des Studiums 
durch die Berufungsklägerin startet und am 31. Dezember 2019 endet, werden wiederum die 
Bedarfspositionen betreffend Wohnkosten, "Sport / Freizeit" und "Diverses (Ferien etc.)" im 
angefochtenen Entscheid moniert. Hierzu wird auf die diesbezüglichen Erwägungen 5.1.1 ff. 
der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, zur Berechnungsphase 1 ver-
wiesen, welche auch für die Phase 3 gelten. Die Berufungsklägerin beantragt für die dritte 
Phase zusätzlich einen höheren Grundbetrag sowie die Anrechnung von höheren Lehrmittel-
kosten. 

7.2.1  Grundbetrag: (…)  

7.3.1  Lehrmittelkosten: (…)  

7.4 Hinsichtlich der dritten Unterhaltsperiode von September 2018 bis und mit Dezem-
ber 2019 sind gemäss den vorstehenden Erwägungen 7.1 ff. sämtliche Rügen der Beru-
fungsklägerin abzuweisen, womit ihr Bedarf gemäss der unveränderten Berechnung der Vor-
instanz monatlich CHF 2'168.00 beträgt. Wird ihr unbestritten gebliebenes Nettoeinkommen 
von monatlich CHF 1'841.00 zuzüglich Ausbildungszulagen von CHF 250.00 diesem Grund-
bedarf gegenübergestellt, so resultiert für die Berufungsklägerin eine Unterdeckung von mo-
natlich CHF 77.00, womit sie ab September 2018 grundsätzlich einen Anspruch auf Leistung 
eines Unterhaltsbeitrags hat. Zu diesem Schluss ist auch die Vorinstanz gelangt. Weshalb 
sie anschliessend jedoch den Berufungsbeklagten zur Leistung eines auf CHF 100.00 aufge-
rundeten Unterhaltsbeitrages erst ab November 2018 und nicht bereits ab September 2018 
verpflichtet hat, geht weder klar aus der Entscheidbegründung oder dem Entscheid-
Dispositiv hervor, noch äussern sich die Parteien in ihren Berufungsschriften dazu. Immerhin 
lässt sich der vorinstanzlichen Entscheiderwägung 23 und Dispositiv-Ziffer 2 des angefoch-
tenen Entscheids entnehmen, dass die Vorinstanz im Rahmen der dritten Unterhaltsphase 
ab September 2018 die Widerklage des Berufungsbeklagten vom 17. Dezember 2018 bei 
ihrer Entscheidfindung miteinbezogen hat. So hält die Vorinstanz im letzten Absatz ihrer  
Erwägung 23 und in Dispositiv-Ziffer 2 des Entscheids fest, dass sie die Unterhaltsklage teil-
weise gutheisse und in Abweisung der Widerklage werde der Berufungsbeklagte verpflichtet, 
für November 2018 und Dezember 2018 monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 100.00 an 
die Berufungsklägerin zu leisten. Nach Ansicht der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Ab-
teilung Zivilrecht, übersieht die Vorinstanz hierbei, dass die Widerklage des Berufungsbe-
klagten vom 17. Dezember 2018, mit welcher dieser die Aufhebung des am 15. September 
2015 schriftlich vereinbarten Unterhaltsbeitrags für die Berufungsklägerin von monatlich 
CHF 1'000.00 mit Wirkung ab 19. Dezember 2018 vollumfänglich aufgehoben und eventuali-

 
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ter auf monatlich CHF 148.00 reduziert haben will, angesichts der Widerklagebegehren nicht 
rückwirkend ab November 2018 abgewiesen werden kann.  

7.5.1 Der Zeitpunkt, ab wann einer Widerklage Rechtswirkungen zukommen können, 
stellt eine Rechtsfrage dar, welche die Rechtsmittelbehörde nach Art. 57 ZPO von Amtes 
wegen klären und beurteilen kann, selbst wenn die Rechtsmittelparteien sich dazu nicht äus-
sern und den vorinstanzlichen Entscheid hierzu nicht in Frage stellen. Nach der Rechtspre-
chung des Bundesgerichts ist eine Rechtsmittelinstanz zwar trotz Rechtsanwendung von 
Amtes wegen nicht verpflichtet, wie eine erstinstanzliche Behörde alle möglicherweise rele-
vanten Rechtsfragen von Amtes wegen aufzugreifen, sondern sie kann sich grundsätzlich 
darauf beschränken, sich mit den Argumentationen der Parteien auseinanderzusetzen, falls 
allfällige weitere rechtliche Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 141 II 307 E. 6.5; 
138 I 274 E. 1.6 m. w. H.). Mit anderen Worten hat die Rechtsmittelbehörde Rechtsfragen, 
welche von den Verfahrensbeteiligten nicht aufgeworfen werden, nur dann zu prüfen, wenn 
hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhalts-
punkte ein hinreichender Anlass besteht (BGE 119 V 347 E. 1). Der Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen entbindet die Parteien und die Parteivertreter jedoch nicht 
davor, auch ihrerseits die sich stellenden Rechtsfragen zu prüfen. Denn es hängt letztlich 
von den Rechtsfragen ab, welche Tatsachen die Parteien in ihrem Interesse vorbringen 
müssen (BSK ZPO-GEHRI, 3. Aufl. 2017, Art. 57 N 22). Einschränkungen erfährt die richterli-
che Rechtsanwendung zum einen dort, wo die betreffende Rechtsfrage bereits rechtskräftig 
abgeurteilt worden ist; in solchen Fällen besteht kein Raum mehr für eine erneute materielle 
Beurteilung. Zum anderen ist das Gericht an die geltend gemachten Ansprüche der Parteien 
oder an allfällige Parteieinreden wie Verjährung, Verrechnung oder Stundung gebunden. 
Schliesslich schränkt die von den Parteien zu tragende Behauptungs- und Substantiierungs-
last, welche namentlich in Verfahren mit Dispositions- und Verhandlungsmaxime gilt, die 
Rechtsanwendung von Amtes wegen ein. Das Gericht kann demnach die einschlägigen 
Rechtssätze nur auf den von den Parteien behaupteten und vom Gericht festgestellten 
Sachverhalt anwenden (zum Ganzen BSK ZPO-GEHRI, 3. Aufl. 2017, Art. 57 N 22 ff.).  

7.5.2 Im hier zu beurteilenden Fall ergibt sich aus der Erwägung 23 sowie Dispositiv-
Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids, dass die Vorinstanz die Widerklage des Berufungs-
beklagten vom 17. Dezember 2018 rückwirkend per November 2018 abgewiesen hat. Der 
Berufungsbeklagte erachtet in seiner Eingabe vom 27. Mai 2020 die rückwirkend auf den 
Zeitpunkt der Klageeinreichung berücksichtigte Widerklage als korrekt. Der Zeitpunkt, ab 
wann der Widerklage Rechtswirkungen zukommen, stellt eine von der Rechtsmittelinstanz 
von Amtes wegen überprüfbare Rechtsfrage dar. Hingegen darf von der Rechtsmittelbehör-
de mangels Anfechtung durch die Parteien nicht geprüft werden, ob die Widerklage von der 
Vorinstanz inhaltlich zu Recht teilweise oder vollständig abgewiesen oder gutgeheissen wur-
de. Mit der Erhebung einer Widerklage in der Klageantwort wird die Widerklage rechtshängig 
(Art. 224 Abs. 1 ZPO; BSK ZPO-WILLISEGGER, 3. Aufl., 2017, Art. 224 N 16). Die Rechtswir-
kungen der Widerklage ergeben sich aus den Widerklagebegehren und sind grundsätzlich 
ab dem Zeitpunkt der Klage zurück zu beziehen, um den Widerkläger nicht schlechter zu 
stellen als den Kläger. Mit den Widerklagebegehren kann der Widerkläger auch eine weiter-
gehende Rückwirkung seiner Widerklage vor dem Zeitpunkt der Klage beantragen, soweit 

 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

das Gesetz ihm ein solches Recht gewährt. Gelangt die Dispositionsmaxime zur Anwen-
dung, ist das urteilende Gericht an die Widerklagebegehren gebunden und es kann dem 
Widerkläger nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als er verlangt bzw. nicht weniger, 
als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Das vorliegende Verfahren betref-
fend Volljährigenunterhalt wird von der Dispositionsmaxime beherrscht (vgl. vorstehende 
Erwägung 4 in fine), womit das urteilende Gericht an die Widerklagebegehren des Beru-
fungsbeklagten gebunden ist. Dieser beantragt mit Widerklagebegehren Ziffern 1 und 2, 
dass seine Unterhaltspflicht gegenüber der Berufungsklägerin gemäss Vereinbarung vom 
15. September 2015 von monatlich CHF 1'000.00 mit Wirkung ab 19. Dezember 2018 voll-
umfänglich aufgehoben bzw. eventualiter auf monatlich CHF 148.00 herabgesetzt wird. Ent-
gegen der Meinung der Vorinstanz kann die Widerklage vom 17. Dezember 2018 nicht rück-
wirkend ab November 2018 angewendet werden, sondern antragsgemäss erst ab 19. De-
zember 2018. Hinzu kommt, dass in Anbetracht des vorinstanzlichen Ergebnisses, wonach 
der Berufungsbeklagte seiner Tochter für November 2018 und Dezember 2018 einen monat-
lichen Unterhaltsbeitrag von aufgerundet CHF 100.00 zu leisten hat, die Widerklage des Be-
rufungsbeklagten ab November 2018 nicht abgewiesen, sondern teilweise gutgeheissen 
wird. Denn bei einer Abweisung der Widerklage würde die zwischen den Kindseltern verein-
barte Unterhaltspflicht des Berufungsbeklagten von monatlich CHF 1'000.00 gegenüber der 
Berufungsklägerin nach wie vor gelten, so dass der Berufungsbeklagte ab November 2018 
nicht nur monatlich CHF 100.00, sondern zusätzlich CHF 1'000.00 pro Monat an die Beru-
fungsklägerin bezahlen müsste. Im Weiteren hält die Vorinstanz in Erwägung 23 sowie Dis-
positiv-Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids fest, dass bereits erbrachte Unterhaltsleistun-
gen für November 2018 und Dezember 2018 angerechnet werden könnten, maximal jedoch 
bis zur Höhe des für den jeweiligen Monat geltenden Unterhaltsbeitrages. Folgt man dem 
Wortlaut von Dispositiv-Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils, wonach der Berufungsbeklagte 
monatlich CHF 100.00 und aufgrund der abgewiesenen Widerklage zusätzlich CHF 1'000.00 
pro Monat an die Berufungsklägerin bezahlen müsste, so könnten für November 2018 und 
Dezember 2018 gar keine anrechenbaren Unterhaltsleistungen bestehen. Ein solches Er-
gebnis kann von der Vorinstanz offensichtlich nicht gemeint gewesen sein. Der angefochtene 
Entscheid der Vorinstanz kann richtigerweise nur so verstanden werden, als die Widerklage 
ab November 2018 teilweise gutgeheissen und der Berufungsbeklagte für November 2018 
und Dezember 2018 zu Unterhaltszahlungen von monatlich CHF 100.00 verpflichtet worden 
ist. Indessen kommen der Widerklage vom 17. Dezember 2018 antragsgemäss erst ab 
19. Dezember 2018 Rechtswirkungen zu. Dieser Fehler der Vorinstanz in der Rechtsanwen-
dung ist zu korrigieren.  

7.5.3  Der inhaltliche Widerspruch in der Erwägung 23 und in Dispositiv-Ziffer 2 des ange-
fochtenen Entscheids ist offensichtlich. Eine Korrektur des Entscheids müsste grundsätzlich 
auf Antrag einer Partei durch die Erstinstanz vorgenommen werden. Soweit ersichtlich haben 
die Parteien von der Vorinstanz keine Erläuterung oder Berichtigung des Entscheids gestützt 
auf Art. 334 ZPO beantragt. Die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, 
verzichtet vorliegend, den Fall an die Vorinstanz zur Neubeurteilung in Bezug auf die Beur-
teilung der Rechtswirkungen der Widerklage zurück zu weisen, da eine Rückweisung zu ei-
nem formalistischen Leerlauf und zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit den 

 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Interessen der Parteien an der beförderlichen Beurteilung ihrer Sache nicht zu vereinbaren 
wären (u.a. KGer BL 400 18 329 vom 18. Februar 2020 E. 4; BGE 137 I 195 E. 2.3.2; 133 I 
201 E. 2.2). Im Berufungsverfahren konnten sich die Parteien zu den Rechtswirkungen der 
Widerklage vom 17. Dezember 2018 äussern und die Rechtsmittelinstanz kann den Sach-
verhalt und die Rechtslage im Berufungsverfahren mit voller Kognition überprüfen (Art. 310 
ZPO). Zudem kann die Rechtsmittelinstanz die sich stellende Rechtsfrage, ab welchem Zeit-
punkt die Widerklage ihre Wirkung entfaltet, von Amtes wegen prüfen (dazu vorstehende 
Erwägungen 7.5.1 f.). Es liegt ein Unterhaltsbegehren der Berufungsklägerin vor, mit wel-
chem sie ab September 2018 einen Unterhaltsbeitrag von monatlich CHF 1'327.00 geltend 
macht. Der vorinstanzliche Entscheid ist nicht in Rechtskraft erwachsen. Darüber hinaus 
stellt die Rechtsmittelinstanz bei der zu behandelnden Rechtsfrage auf die tatsächlichen 
Feststellungen der Vorinstanz ab. Gestützt darauf gelangt die Dreierkammer der Abteilung 
Zivilrecht des Kantonsgerichts zum Schluss, dass die Dispositiv-Ziffern 1 bis 4 des angefoch-
tenen Entscheids aufzuheben und so zu formulieren sind, dass (1.) die Unterhaltsklage für 
die Zeit von Januar 2017 bis zum 18. Dezember 2018 abgewiesen wird, da der Bedarf der 
Berufungsklägerin mit ihrem Einkommen und dem vom Berufungsbeklagten gestützt auf die 
Vereinbarung vom 15. September 2015 zu leistenden Unterhaltsbeitrag von monatlich 
CHF 1'000.00 jederzeit gedeckt ist. Es versteht sich von selbst, dass dieser Unterhaltsbeitrag 
für die Zeit vom 1. bis 18. Dezember 2018 pro rata geschuldet ist. Im Weiteren ist (2.) der 
Berufungsbeklagte in teilweiser Gutheissung der Unterhaltsklage und teilweiser Gutheissung 
der Widerklage zu verpflichten, der Berufungsklägerin für die Zeit von 19. Dezember 2018 
bis zum 31. Dezember 2018 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 100.00 pro rata 
zu leisten, wobei bereits erbrachte Leistungen anzurechnen sind. Für die Mehrforderung ist 
die Klage abzuweisen. Die Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des angefochtenen Entscheids sind 
schliesslich von Amtes wegen dahingebend zu ergänzen, dass die Klage für die Mehrforde-
rung abgewiesen wird. 

4. Unterhaltsphase von Januar 2020 bis zum Abschluss der Erstausbildung 

8.1 Ab Januar 2020 sind die von der Berufungsklägerin vorgebrachten echten Noven zu 
berücksichtigen (dazu vorstehende Erwägungen 2.1 ff.). Aufgrund einer Lohnerhöhung mit 
Wirkung ab Januar 2020 erzielt sie gemäss der eingereichten Lohnabrechnung Januar 2020 
neu ein Bruttoeinkommen von monatlich CHF 2'400.00. Die Telefonspesen von pauschal 
CHF 100.00 pro Monat, welche der Berufungsklägerin für die geschäftliche Nutzung ihres 
Privattelefons ausbezahlt werden, stellen einen Nettobetrag dar. Sie können daher entgegen 
der Ansicht der Berufungsklägerin nicht im Bruttolohn von CHF 2'400.00 enthalten sein. Die 
Bestätigung ihres Arbeitgebers vom 31. März 2020, wonach in der Lohnzahlung vom Januar 
2020 die Telefonspesen von CHF 100.00 zusätzlich zum vertraglichen Monatslohn von 
CHF 2'300.00 ausbezahlt worden seien, was zum angegebenen Bruttolohn von 
CHF 2'400.00 führe, steht in Widerspruch zur eingereichten Lohnabrechnung Januar 2020, 
auf welcher keine Telefonspesen aufgeführt sind, und zum Grundsatz der Nettoauszahlung 
von Spesenentschädigungen. Ungeachtet der Telefonspesen ist demnach von einem Brutto-
lohn der Berufungsklägerin von monatlich CHF 2'400.00 bzw. von einem Nettolohn von rund 
CHF 2'200.00 ab Januar 2020 auszugehen, welcher im Rahmen der Unterhaltsberechnung 
wie bis anhin zu 100 % zu berücksichtigen ist. Diesem Einkommen sind ab Januar 2020 

 
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Ausbildungszulagen von monatlich CHF 325.00 hinzuzurechnen, was ein Gesamteinkom-
men der Berufungsklägerin von CHF 2'525.00 ausmacht und zur Deckung ihres Eigenbe-
darfs von weiterhin CHF 2'168.00 pro Monat (vgl. vorstehende Erwägung 7.4) ausreicht. Die-
ser Eigenbedarf wäre im Übrigen selbst dann gedeckt, wenn die Telefonspesen von 
CHF 100.00 vom Bruttolohn abgezogen würden, woraus sich ein Nettoeinkommen der Beru-
fungsklägerin von rund CHF 2'425.00 ergeben würde (Nettoeinkommen von CHF 2'100.00 
zuzüglich Ausbildungszulagen von CHF 325.00). Ihr Unterhaltsanspruch gegenüber dem 
Berufungsbeklagten fällt daher ab Januar 2020 prinzipiell weg. Nachdem jedoch der Beru-
fungsbeklagte den Entscheid der Vorinstanz vom 27. September 2019 nicht angefochten hat, 
ist er gemäss Dispositiv-Ziffer 3 des vorinstanzlichen Entscheids verpflichtet, der Berufungs-
klägerin ab Januar 2020 weiterhin einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 100.00 zu 
leisten.   

8.2 Zufolge des per Ende Februar 2020 beendeten Studiums an der Hochschule für 
Technik und Wirtschaft in Chur sind im Bedarf der Berufungsklägerin die Positionen Zim-
mermiete (CHF 335.00), Studiengebühren (CHF 160.00) und Lehrmittel (CHF 50.00) mit 
Wirkung ab März 2020 zu streichen. Mit dem Wegfall des studienbedingten Aufenthaltes in 
Chur können der Berufungsklägerin, welche nach wie vor einem Erwerbspensum von 50 % 
beim E.____ nachgeht, keine Mehrkosten für auswärtige Verpflegung zugestanden werden, 
zumal solche Kosten nicht belegt sind. Hinsichtlich der Mobilitätskosten ergibt sich aus dem 
Arbeitsvertrag zwischen der Berufungsklägerin und dem E.____ vom 29. / 30. April 2018, 
dass ihr der Arbeitgeber für die Dauer des Studiums an der Hochschule für Technik und 
Wirtschaft in Chur ein Generalabonnement der SBB kostenlos zur Verfügung stellt. Nachdem 
das Studium per Ende Februar 2020 beendet worden ist, sind der Berufungsklägerin praxis-
gemäss monatlich CHF 53.00 für ein nicht übertragbares Umweltschutz-Abonnement für 
junge Erwachsene bis 25 Jahren anzurechnen. Hingegen können regelmässige Einzahlun-
gen der Berufungsklägerin von angeblich CHF 300.00 pro Monat auf ein per März 2020 er-
öffnetes Säule 3a-Konto zwecks Aufbaus einer freiwilligen Altersvorsorge nicht in ihren  
Bedarf aufgenommen werden. Eine solche vermögensbildende Position wäre im Rahmen 
eines Verfahrens betreffend Kindesunterhalt nur bei sehr guten finanziellen Verhältnissen 
denkbar. Solche Verhältnisse sind einzig mit der Bemerkung der Berufungsklägerin, dass die 
Mutter im Rahmen der Scheidung die Familienliegenschaft übernommen und der Vater ein 
neu gebautes Einfamilienhaus bezogen habe, nicht belegt und werden vom Berufungs-
beklagten bestritten. Die von der Vorinstanz festgestellten Nettoeinkommen der Kindsmutter 
von monatlich CHF 4'783.00 und des Berufungsbeklagten von monatlich CHF 8'513.00 las-
sen zudem nicht darauf schliessen, dass hier sehr gute wirtschaftliche Verhältnisse vorlie-
gen. Ebenfalls nicht zu berücksichtigen sind gemäss den vorstehenden Erwägungen 5.1.1 ff. 
die Bedarfspositionen betreffend Wohnkosten, "Sport / Freizeit" und "Diverses (Ferien etc.)". 
Der Bedarf der Berufungsklägerin, bestehend aus einem Grundbetrag von CHF 850.00, 
Krankenversicherungskosten von CHF 363.00, selbst zu tragende Gesundheitskosten von 
CHF 150.00, Mobilitätskosten von CHF 53.00 sowie Steuerauslagen von CHF 40.00 beträgt 
somit ab März 2020 monatlich CHF 1'456.00. Was ihre Einkommensseite anbelangt, liegt 
eine Bestätigung des E.____ vor, wonach er aufgrund der Corona-Pandemie per 17. März 
2020 Kurzarbeit für alle Mitarbeiter eingeführt hat. Die Berufungsklägerin ergänzt in ihrer 

 
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Eingabe vom 2. April 2020, dass Kurzarbeit vorerst für drei Monate bewilligt worden sei und 
sie vorläufig bis zum nicht absehbaren Ende der Kurzarbeit noch knapp CHF 1'700.00 ver-
dienen werde, was 80 % ihres bisherigen Lohnes von brutto CHF 2'300.00 entspreche. Ihr 
Nettoeinkommen im März 2020 wird demnach zwischen CHF 1'700.00 und CHF 2'100.00 
betragen haben. Ausbildungszulagen sind der Berufungsklägerin für den Monat März 2020 
keine anzurechnen, da sie im März 2020 nicht in einer Ausbildungsstätte immatrikuliert war. 
Mit dem soeben erwähnten Nettoeinkommen konnte die Berufungsklägerin ihren Bedarf von 
CHF 1'456.00 ohne Weiteres decken. Für den Monat März 2020 stehen ihr somit grundsätz-
lich keine Unterhaltsbeiträge zu. Trotzdem ist der Berufungsbeklagte gemäss der von ihm 
nicht angefochtenen Dispositiv-Ziffer 3 des vorinstanzlichen Entscheids vom 27. September 
2019 verpflichtet, der Berufungsklägerin auch für März 2020 einen Unterhaltsbeitrag von 
CHF 100.00 zu bezahlen. 

8.3 Im April 2020 begann die Berufungsklägerin ein vierjähriges Teilzeitstudium in Me-
dien- / Sportmanagement an der Hochschule F.____ in Freiburg im Breisgau, welches mo-
natliche Studiengebühren von umgerechnet CHF 270.00 mit sich bringt. Da es sich hierbei 
um ein Fernstudium handelt und die Berufungsklägerin nach eigenen Angaben lediglich ein-
zelne Module in Freiburg besuchen muss, sind in ihrem Grundbedarf keine Mehrkosten für 
auswärtige Verpflegung einzusetzen, zumal die per 17. März 2020 eingeführte Kurzarbeit zu 
einer Reduktion ihres Arbeitspensums von 50 % auf 0 % führte. Hingegen sind ihr ab April 
2020 wieder Kosten für Lehrmittel von monatlich CHF 50.00 sowie Mobilitätskosten in Höhe 
von aufgerundet CHF 80.00 pro Monat anzurechnen, welche sich aus den Kosten für ein 
nicht übertragbares Umweltschutzabonnement für junge Erwachsene bis 25 Jahren von 
CHF 53.00 und einem Zuschlag für studienbedingte Reisekosten in Höhe von aufgerundet 
CHF 27.00 ergeben, da gerichtsnotorisch Zusatzkosten für die Fahrt nach Freiburg und  
retour entstehen. Demgemäss ist ab April 2020 von einem monatlichen Bedarf der Beru-
fungsklägerin in Höhe von CHF 1'803.00 auszugehen, welcher aus dem Grundbetrag von 
CHF 850.00, den Krankenversicherungskosten von CHF 363.00, selbst zu tragenden Ge-
sundheitskosten von CHF 150.00, Mobilitätskosten von CHF 80.00, Kosten für Lehrmittel von 
CHF 50.00, Studiengebühren von CHF 270.00 sowie Steuerauslagen von CHF 40.00 resul-
tiert. Diesem Grundbedarf von CHF 1'803.00 steht ab April 2020 ein Monatseinkommen der 
Berufungsklägerin von netto CHF 2'085.00 gegenüber, bestehend aus einer Kurzarbeitsent-
schädigung von CHF 1'760.00 (80 % des ursprünglichen Nettoeinkommens in Höhe von 
CHF 2'200.00) und den Ausbildungszulagen von CHF 325.00. Daraus folgt, dass die Beru-
fungsklägerin ab April 2020 trotz Kurzarbeit ihren Lebensunterhalt selbst decken kann, wes-
halb ein Anspruch auf Leistung von Unterhaltsbeiträgen durch den Berufungsbeklagten 
grundsätzlich entfällt. Gleichwohl hat der Berufungsbeklagte die Berufungsklägerin weiterhin 
mit monatlichen Unterhaltsbeiträgen von CHF 100.00 zu unterstützen, da er den Entscheid 
der Vorinstanz vom 27. September 2019 nicht angefochten hat.  

8.4 Im November 2021 wird die Berufungsklägerin 25 Jahre alt sein und keine Ausbil-
dungszulagen mehr beanspruchen können. Da davon auszugehen ist, dass die Berufungs-
klägerin dannzumal wieder den vollen Monatslohn von netto CHF 2'200.00 für ihre Teilzeit-
arbeit beim E.____ wird erzielen können, wird sie ab November 2021 ihren Bedarf von 
CHF 1'803.00 weiterhin decken können. Demzufolge ist der Unterhaltsanspruch der Beru-

 
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fungsklägerin auch für die Zeit ab November 2021 unbegründet. Trotzdem hat ihr der Beru-
fungsbeklagten aufgrund der von ihm nicht angefochtenen Dispositiv-Ziffer 4 des vorinstanz-
lichen Entscheids vom 27. September 2019 ab November 2021 bis zum ordentlichen  
Abschluss einer Erstausbildung einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 330.00 zu 
leisten.  

8.5 Im Ergebnis kann gestützt auf die vorstehenden Erwägungen 8.1 ff. festgehalten 
werden, dass die Berufungsanträge betreffend die Unterhaltsperiode ab Januar 2020 alle-
samt abzuweisen sind. Der Verzicht des Berufungsklägers auf eine Anschlussberufung nach 
Art. 313 ZPO führt dazu, dass die Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des angefochtenen Entscheids 
unverändert bestehen bleiben. Der Berufungsbeklagte ist demnach verpflichtet, der Beru-
fungsklägerin ab Januar 2020 bis Oktober 2021 monatliche Unterhaltsbeiträge von 
CHF 100.00 und ab November 2021 bis zum ordentlichen Abschluss einer Erstausbildung 
solche von monatlich CHF 330.00 zu bezahlen, selbst wenn gemäss den obenstehenden 
Erwägungen der Rechtsmittelbehörde die Berufungsklägerin in der Lage ist, ab Januar 2020 
für ihren Lebensbedarf aufzukommen.  

9. Zusammenfassend ergibt sich, dass nahezu alle Rügen der Berufungsklägerin un-
begründet sind. Weder ist ihr für die Zeit, in der die Berufungsklägerin bei ihrer Mutter in 
Z.____ wohnte bzw. wohnt, ein Wohnkostenanteil von CHF 300.00 im Grundbedarf anzu-
rechnen, noch sind ihr in den verschiedenen Berechnungsphasen höhere Mobilitätskosten 
zuzugestehen. Das vorinstanzliche Urteil ist ebenso hinsichtlich der Nichtberücksichtigung 
der geltend gemachten Bedarfspositionen für "Sport / Freizeit" sowie "Diverses (Ferien etc.)" 
aufgrund ihrer kategorischen Kontaktverweigerung zum Berufungsbeklagten nicht zu bean-
standen. Monatliche Ausgaben für Lehrmittel in der Höhe von CHF 150.00 sind unbewiesen 
geblieben, womit eine pauschale Anrechnung von CHF 50.00 durch die Vorinstanz gerecht-
fertigt erscheint. Einzig die Rüge der Berufungsklägerin in Bezug auf die Bedarfsposition 
"selbstgetragene Arztkosten" ist insoweit begründet, als ihr die Vorinstanz für die zweite Un-
terhaltsperiode von Januar 2018 bis und mit August 2018 lediglich CHF 82.00 anstatt korrek-
terweise CHF 150.00 zugestand. Hinzu kommt der offensichtliche Rechnungsfehler der Vor-
instanz beim Zusammenrechnen der einzelnen Bedarfspositionen der Berufungsklägerin in 
der zweiten Unterhaltsphase. Diese beiden berechtigten Rügen haben indes keine Auswir-
kungen auf das Ergebnis der Vorinstanz, wonach der Berufungsklägerin für die Monate Ja-
nuar 2018 bis und mit August 2018 kein Unterhaltsanspruch zusteht.  

In der dritten Unterhaltsphase von September 2018 bis und mit 18. Dezember 2018 ver-
zeichnete die Berufungsklägerin eine monatliche Unterdeckung von CHF 77.00 bzw. aufge-
rundet CHF 100.00 gemäss dem angefochtenen Entscheid der Vorinstanz. Dieses Manko 
konnte sie mit dem Unterhaltsbeitrag von monatlich CHF 1'000.00, den sie gestützt auf die 
Vereinbarung zwischen den Eltern vom 15. September 2015 erhielt, vollständig decken. Auf-
grund der teilweise gutzuheissenden Widerklage des Berufungsbeklagten, welche die Auf-
hebung der erwähnten Vereinbarung vom 15. September 2015 zur Folge hat, ist die Unter-
haltsklage der Berufungsklägerin ab dem 19. Dezember 2018 teilweise gutzuheissen und der 
Berufungsbeklagte zu verpflichten, ihr einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 100.00 
zu bezahlen, unter Anrechnung von bereits geleisteten Unterhaltsbeiträgen für die Zeit ab 

 
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dem 19. Dezember 2018. Zufolge Anerkennung bzw. Nichtanfechtung des vorinstanzlichen 
Entscheids durch den Berufungsbeklagten bleibt dieser monatliche Unterhaltsanspruch der 
Berufungsklägerin von CHF 100.00 bis und mit Oktober 2021 bestehen. Dieser Unterhalts-
anspruch der Berufungsklägerin erhöht sich gemäss Dispositiv-Ziffer 4 des angefochtenen 
Entscheids ab November 2021 auf monatlich CHF 330.00 und ist bis zum ordentlichen  
Abschluss ihrer Erstausbildung geschuldet. 

Entgegen dem angefochtenen Entscheid ist die Widerklage des Berufungsbeklagten vom 
17. Dezember 2018 mit Wirkung ab 19. Dezember 2018 teilweise gutzuheissen, was dazu 
führt, dass der Entscheid der Vorinstanz vom 27. September 2019 teilweise aufzuheben und 
neu zu formulieren ist. 

10.1 Es bleibt über die Verteilung und Liquidation der Prozesskosten des Berufungsver-
fahrens, bestehend aus den Gerichtskosten sowie den Parteientschädigungen, zu befinden 
(Art. 95 Abs. 1 ZPO). Massgebend für die Regelung der Kostenfolgen sind die Bestimmun-
gen der Art. 104 ff. ZPO, die auch im Berufungsverfahren gelten, da die Zivilprozessordnung 
für das Rechtsmittelverfahren keine speziellen Kostenregelungen vorsieht (SEILER, Die Beru-
fung nach ZPO, 2013, Rz. 1560). Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten 
der unterliegenden Partei auferlegt. Nachdem sich die Korrekturen hinsichtlich der selbst 
getragenen Arztkosten und des Rechnungsfehlers in der zweiten Unterhaltsphase nicht auf 
den Entscheid der Vorinstanz auswirken (vgl. dazu Erwägungen 6.3 bis 6.5) und die weiteren 
Rügen der Berufungsklägerin abzuweisen sind, ist die Berufungsklägerin als unterliegende 
Partei anzusehen. Die teilweise Aufhebung des angefochtenen Entscheids der Vorinstanz ist 
für die Kostenverlegung nicht massgebend, denn sie ist nicht auf Rügen der Parteien zu-
rückzuführen, sondern auf eine von Amtes wegen geprüfte Rechtsfrage durch die Rechtsmit-
telinstanz. Die Prozesskosten sind demgemäss vollständig von der unterliegenden Beru-
fungsklägerin zu tragen. Diese hat die zweitinstanzliche Entscheidgebühr, welche in Anwen-
dung von § 9 Abs. 1 i.V. mit § 8 Abs. 1 lit. g des kantonalen Gebührentarifs (SGS 170.31) auf 
pauschal CHF 2'500.00 festgelegt wird, zu übernehmen. Da der Berufungsklägerin mit Ver-
fügung vom 5. März 2020 die unentgeltliche Rechtspflege gestützt auf Art. 117 ZPO bewilligt 
worden ist, geht diese Entscheidgebühr vorläufig zu Lasten des Staates, vorbehältlich einer 
Nachzahlung durch die Berufungsklägerin gemäss Art. 123 ZPO. 

11.2 Ungeachtet der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege hat die Berufungsklägerin 
dem im Rechtsmittelverfahren obsiegenden Berufungsbeklagten eine angemessene Partei-
entschädigung zu bezahlen (Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO). (…) 

11.3 Nach Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO ist der unentgeltliche Rechtsbeistand der Berufungs-
klägerin, Advokat Daniel Levy, vom Kanton angemessen zu entschädigen. Auch in diesem 
Fall gilt § 2 Abs. 1 TO, wonach die angemessene Parteientschädigung nach dem mutmassli-
chen Zeitaufwand festzulegen ist. (…) 

 

 

 
Seite 21   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 

://: 1. In teilweiser Aufhebung des Entscheids des Gerichtspräsidenten vom 
27. September 2019 (Verfahren 120 18 2797 V) werden die Dispositiv-
Ziffern 1 bis 4 durch folgende Dispositiv-Ziffern ersetzt:  

1. Die Unterhaltsklage der Klägerin wird für die Zeit von Januar 2017 

bis und mit 18. Dezember 2018 abgewiesen. 

2. In teilweiser Gutheissung der Klage und teilweiser Gutheissung der 

Widerklage wird der Beklagte verurteilt, der Klägerin für die Zeit von 

19. Dezember 2018 bis und mit 31. Dezember 2018 einen monatli-

chen Unterhaltsbeitrag von CHF 100.00 pro rata zu bezahlen. Be-

reits erbrachte Leistungen sind anzurechnen, maximal jedoch bis 

zur Höhe des für den jeweiligen Monat geltenden Unterhaltsbeitra-

ges. Für die Mehrforderung wird die Klage abgewiesen.  

  3. In teilweiser Gutheissung der Klage und teilweiser Gutheissung der 
Widerklage wird der Beklagte verurteilt, der Klägerin für die Zeit ab 

Januar 2019 bis und mit Oktober 2021 monatliche und künftig 

vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 100.00 zu bezahlen. 

Bereits erbrachte Leistungen sind anzurechnen. Für die Mehrforde-

rung wird die Klage abgewiesen. 

  4. In teilweiser Gutheissung der Klage und teilweiser Gutheissung der 
Widerklage wird der Beklagte verurteilt, der Klägerin für die Zeit ab 

November 2021 bis zum ordentlichen Abschluss der Erstausbildung 

monatliche und künftig vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von 

CHF 330.00 zu bezahlen. Für die Mehrforderung wird die Klage ab-

gewiesen.  

 2. Die Entscheidgebühr des Berufungsverfahrens von CHF 2'500.00 wird 
der Berufungsklägerin auferlegt. 

Die Berufungsklägerin hat dem Berufungsbeklagten eine Parteientschä-
digung von CHF 4'816.45 (inkl. Auslagen von CHF 117.90 und 7,7 % 
MwSt. von CHF 344.35) für das Berufungsverfahren zu bezahlen. 

 
Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 3. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege an die Berufungs-
klägerin gehen die Entscheidgebühr des Berufungsverfahrens von 
CHF 2'500.00 sowie eine Entschädigung für das Berufungsverfahren an 
ihren unentgeltlichen Rechtsbeistand, Advokat Daniel Levy, in Höhe von 
CHF 4'471.85 (inkl. Auslagen von CHF 185.50 und 7,7 % MwSt. von 
CHF 319.70) zu Lasten des Staates. Die Berufungsklägerin ist zur 
Nachzahlung der Entscheidgebühr und der Parteientschädigung an 

den Kanton verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 

Abs. 1 ZPO): Der Nachzahlungsanspruch des Kantons verjährt 

zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 Abs. 2 ZPO). 

Präsidentin 
 
 
 
Christine Baltzer-Bader 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
Giuseppe Di Marco