# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9904ee2e-3d09-59df-b0d4-2b3d1831c1e3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240560-O1
**Docket/Reference:** SB240560-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240560-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: SB240560-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. S. Volken 

und Oberrichter lic. iur. B. Amacker sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw K. Lüscher

Urteil vom 10. November 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache, teils versuchte räuberische Erpressung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 6. Abteilung, 

vom 9. Oktober 2024 (DG240064)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 5. April 2024 

(Urk. 23) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 55 S. 69 f.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig





der Erpressung i.S.v. Art. 156 Ziff. 1 StGB sowie

der versuchten räuberischen Erpressung i.S.v. Art. 156 Ziff. 3 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 32 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis heute 323 Tage 

3.

4.

5.

durch Haft erstanden sind.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen. 

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

5'000.–

; die weiteren Kosten betragen:

2'550.–

  Gebühr für das Vorverfahren;

17'747.85   amtliche Verteidigung.

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

6.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt.

7.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.

8.

9.

[Mitteilungen]

[Rechtsmittel]"

- 3 -

Erwägungen:

I. Prozessuales

1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom 

9.  Oktober  2024  wurde  der  Beschuldigte  A._____  weitgehend  anklagegemäss 

schuldig gesprochen und mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten be-

straft (Urk. 55 S. 69). Gegen diesen Entscheid liess der Beschuldigte durch seine 

amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 16. Oktober 2024 innert gesetzlicher Frist 

Berufung anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 50). Die Berufungserklärung der 

Verteidigung ging ebenfalls innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein 

(Art. 399  Abs.  3  StPO;  Urk.  58).  Die  Anklagebehörde  hat  mit  Eingabe  vom 

15. Januar 2025 innert Frist mitgeteilt, dass auf Anschlussberufung verzichtet wird 

(Urk. 63;  Art.  400  Abs.  2f.  StPO  und  Art.  401  StPO).  Der  Beschuldigte  liess  das 

vorinstanzliche Urteil durch seine amtliche Verteidigung abgesehen von Dispositiv-

Ziffer  5  (Kostenfestsetzung)  vollumfänglich  anfechten  (Urk.  58;  Art.  399  Abs.  4 

StPO).  Die  Anklagebehörde  beantragt  die  Bestätigung  des  angefochtenen  Ent-

scheides (Urk. 63). 

2.

Das vorinstanzliche Urteil ist demnach betreffend Dispositiv-Ziffer 5 in Rechts-

kraft erwachsen, was vorab mit Beschluss festzustellen ist.

3.

In der Berufungserklärung stellte die Verteidigung den Beweisantrag, B._____ 

sei als Zeuge einzuvernehmen (Art. 389 Abs. 3 StPO; Urk. 58 S. 2). Der Antrag 

wurde  mit  Präsidialverfügung  vom  28.  Januar  2025  begründet  einstweilen  abge-

wiesen  (Urk.  65).  Diesen  Beweisantrag  stellte  die  Verteidigung  –  im  Übrigen  mit 

wortwörtlich  derselben  Begründung  wie  in  der  Berufungserklärung  –  bereits  mit 

schriftlicher Eingabe vor der Hauptverhandlung (Urk. 35). Der Antrag wurde durch 

die vorinstanzliche Verfahrensleitung ebenfalls noch vor der Hauptverhandlung ab-

gewiesen (Urk. 39). An der Hauptverhandlung wurde der Beweisantrag durch die 

Verteidigung zuhanden des Kollegialgerichts nicht wiederholt (Prot. I S. 8ff.; Urk. 45 

S.  10;  Art.  331  Abs.  3  StPO).  Konsequenterweise  setzte  sich  die  Vorinstanz  im 

angefochtenen Urteil damit nicht – mehr – inhaltlich auseinander (Urk. 55 S. 8). 

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Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte die amtliche Verteidigung den vorge-

nannten Beweisantrag erneut (Urk. 84 S. 2; Prot. II S. 7). 

Gemäss  Art.  389  StPO  beruht  das  Rechtsmittelverfahren  grundsätzlich  auf  den 

Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben 

wurden. Eine Beweisergänzung hat – nebst Weiterem – dann zu erfolgen, wenn 

die Beweiserhebungen durch Untersuchungsbehörde und Vorinstanz unvollständig 

waren (Abs. 2 lit. b). Das massgebliche Beweismittel war der Verteidigung längs-

tens  bekannt,  hat  sie  dessen  Abnahme  doch  vor  der  Hauptverhandlung  bereits 

beantragt.  Auf  eine  erneute  Stellung  des  Antrags  an  der  Hauptverhandlung  und 

damit  eine  Beurteilung  des  zuständigen  Kollegialgerichts  im  Sinne  von  Art.  331 

Abs. 3 StPO hat die Verteidigung verzichtet. Der Vorinstanz kann somit nicht vor-

geworfen werden, ihre Beweiserhebungen seien unvollständig. Eine Beweisergän-

zung im Berufungsverfahren findet somit in Art. 389 Abs. 2 StPO keine gesetzliche 

Stütze.

Abgesehen davon handelt es sich bei B._____ unbestrittenermassen nicht um ei-

nen eigentlichen Tatzeugen, der Wahrnehmungen zu den inkriminierten Vorfällen 

machen kann. Vielmehr soll er gemäss der Verteidigung Angaben zum Hintergrund 

der Geldübergabe machen können. Dabei wird in keiner Weise substantiiert, inwie-

fern bzw. aufgrund welcher Umstände genau anzunehmen ist, dass B._____ den 

Beschuldigten entlasten könnte. In diesem Zusammenhang ist auf die Erwägungen 

in der Präsidialverfügung vom 28. Januar 2025 zu verweisen, wonach B._____ le-

diglich die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten im Allgemeinen erhö-

hen soll. Seine Aussagen stünden in keinem direkten Zusammenhang mit den kon-

kreten Tatvorwürfen und vermöchten folglich nicht mehr Licht in den Anklagesach-

verhalt zu bringen (vgl. Urk. 65). Von einer entsprechenden Einvernahme ist daher 

abzusehen.

Weitere  Beweisergänzungsanträge  wurden  im  Berufungsverfahren  nicht  gestellt 

(vgl. Urk. 58 und 63).

4.

Soweit  die  amtliche  Verteidigung  geltend  macht,  dass  die  Aussagen  der 

Privatklägerin  C._____  vom  22.  [recte:  23.]  November  2023  mangels  gültigen 

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Verzichts auf das Teilnahme- und Fragerecht nicht zu Lasten des Beschuldigten 

verwertbar  seien,  kann  dem  nicht  gefolgt  werden  (vgl.  Urk. 84  S. 5ff.).  Wie  die 

Vorinstanz  korrekt  ausgeführt  hat,  scheiterte  die  Durchführung  der  auf  den 

15. August 2023 in Anwesenheit des Beschuldigten anberaumten Zeugeneinver-

nahme am unentschuldigten Nichterscheinen der Privatklägerin C._____. Vor der 

Haftentlassung und Zuführung an das Migrationsamt erklärte der Beschuldigte im 

Beisein  seines  Verteidigers  sodann  ausdrücklich,  sowohl  auf  eine  Teilnahme  an 

der neu anzusetzenden Zeugeneinvernahme als auch auf eine Teilnahme an einer 

allfälligen  Hauptverhandlung  zu  verzichten  (Urk. 55  S.  11  mit  Hinweisen  auf 

Urk. 16/5  F/A  8  sowie  Urk. 10/3  S. 1).  Der  Umstand,  dass  der  Beschuldigte  bei 

einem Festhalten an der Teilnahme an der entsprechenden Zeugeneinvernahme 

weiterhin in Haft verblieben wäre, macht diesen Verzicht – entgegen der Ansicht 

der Verteidigung – nicht ungültig. Dies insbesondere angesichts der Tatsache, dass 

der  Beschuldigte  diesen  Entscheid  einerseits  in  Anwesenheit  seines  amtlichen 

Verteidigers fällte und Letzterer andererseits – nach entsprechender vorgängiger 

Instruktion  vom  Beschuldigten  –  an  der  nachgeholten  Zeugeneinvernahme  teil-

nehmen und der Zeugin Fragen stellen konnte. Damit wurde dem Anspruch des 

Beschuldigten  auf  rechtliches  Gehör  ausreichend  Rechnung  getragen.  Die  Aus-

sagen der Privatklägerin C._____ sind folglich uneingeschränkt verwertbar.

II. Schuldpunkt 

1.1. Gemäss Anklagevorwurf hat der Beschuldigte ab April 2015 den Privatkläger 

D._____  mittels  Drohungen  gegen  ihn  und  seine  Partnerin,  die  Privatklägerin 

C._____,  veranlasst,  zwecks  Abgeltung  einer  behaupteten  Schuld  D._____s  ge-

genüber einer Drittperson (E._____) dem Beschuldigten Fr. 9'000.– zu zahlen. 

Sodann habe der Beschuldigte am 7. Januar 2016 den Privatkläger D._____ mit 

Faustschlägen und Fusstritten traktiert, um ihn zur Zahlung weiterer behaupteter 

Schulden  von  Fr.  6'500.–  zu  veranlassen,  was  der  Privatkläger  jedoch  nicht  tat, 

weshalb es beim Versuch geblieben sei (Urk. 23 S. 2). 

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1.2. Zusammengefasst anerkennt der Beschuldigte respektive lässt anerkennen, 

dass  er  einmalig  vom  Privatkläger  D._____  Fr.  500.–  erhalten  habe.  Er  habe  im 

Auftrag von E._____, bei welcher der Privatkläger "noch höhere Schulden" gehabt 

habe, diesen um die Fr. 500.– für E._____ angegangen, jedoch ohne Drohungen 

auszusprechen (Urk. 45 S. 6).

1.3. Die  Eröffnung  des  Strafverfahrens  gegen  den  Beschuldigten  betreffend 

räuberische Erpressung wurde durch die Aussagen des Privatklägers D._____ in 

dessen  eigenen  Strafverfahren  initiiert  (Urk.  55  S.  6  Ziff.  5  mit  Verweisen).  Die 

Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid sämtliche Aussagen des Privatklägers 

D._____ aus prozessualen Gründen als nicht zulasten des Beschuldigten verwert-

bar taxiert und sie bei der Beweiswürdigung ausser Acht gelassen (Urk. 55 S. 12f. 

mit Verweisen). 

1.4. Als zentrales belastendes Beweismittel sind daher die Aussagen der Privat-

klägerin C._____, der tatzeitaktuellen Partnerin des Privatklägers D._____, zu prü-

fen. 

1.5. Die Vorinstanz hat die Aussagen C._____s, wie sie diese in mehreren Einver-

nahmen  in  der  Untersuchung  über  einen  mehrjährigen  Zeitraum  deponiert  hat, 

detailliert  wiedergegeben  (Urk.  55  S.  18  -  23).  Darauf  wird  vorab  verwiesen. 

Anschliessend  hat  die  Vorinstanz  eine  sehr  ausführliche  und  präzise  Würdigung 

der Beweiskraft der Aussagen C._____s vorgenommen und sich dabei auch über-

zeugend  mit  den  jeweiligen  Einwendungen  der  Verteidigung  auseinandergesetzt 

(Urk. 55 S. 23-30 mit Verweisen; vgl. Urk. 45). Zusammengefasst hat die Vorinstanz 

erwogen, vorab sei die Glaubwürdigkeit C._____s nicht aufgrund ihrer Parteistel-

lung per se in Frage zu stellen, vielmehr stehe die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen 

im Vordergrund.

Diesbezüglich seien ihre Aussagen trotz mehrjährigen Zeitablaufs – entgegen der 

Behauptung  der  Verteidigung  –  weitestgehend  deckungsgleich  ausgefallen.  Sie 

habe die Geschehnisse in freier Erzählung flüssig und in den wesentlichen Punkten 

inhaltlich  gleichbleibend,  wenn  auch  in  leicht  anderen  Worten,  jedoch  mit  zahl-

reichen Details, wiedergegeben. Die Schilderung eher nebensächlicher Elemente 

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verleihe ihren Aussagen zusätzliche Tiefe. Sie habe ferner stets differenziert, ob 

sie  etwas  selbst  miterlebt  habe  oder  nur  vom  Hörensagen  (namentlich  von 

D._____) wisse. Sodann würden die Aussagen von C._____ durch objektive Be-

weismittel  gestützt,  namentlich  durch  die  Bankbelege  D._____s  sowie  den  nach 

dem  angeblichen  Überfall  des  Beschuldigten  ausgestellten  Arztbericht  vom 

27. März 2018. 

Tatsächlich  vorhandene  Widersprüche  und  Ungereimtheiten  in  den  Aussagen 

C._____s  hat  die  Vorinstanz  erkannt  und  sich  ausführlich  damit  auseinanderge-

setzt,  um  überzeugend  zu  schliessen,  diese  seien  erklärbar  respektive  wiegten 

nicht derart schwer, dass dadurch ihre ansonsten überwiegend konstante und le-

bensnahe Sachdarstellung in Zweifel gezogen würde.

C._____ habe plastisch geschildert, wie der Beschuldigte den Privatkläger D._____ 

wochenlang immer wieder verbal bedroht und zur Zahlung einer Nichtschuld auf-

gefordert habe, wobei sich D._____ irgendwann dem Druck gebeugt und nach Er-

halt seiner Erbschaft dem Beschuldigten schliesslich die verlangte Summe ausge-

händigt habe. Dabei habe sie die Ausweglosigkeit von D._____, auch und gerade 

angesichts seines schlechten Gesundheitszustands, eindrücklich geschildert. Auch 

die nächtliche Attacke des Beschuldigten auf D._____ und deren gesundheitliche 

Folgen habe sie im Wesentlichen immer gleichbleibend beschrieben. 

Schliesslich  sei  auch  ihre  wohl  falsche  Behauptung,  sie  und  der  Privatkläger 

D._____  hätten  bei  E._____  keine  Schulden  gehabt,  erklärbar  und  wecke  keine 

Zweifel  an  ihren  konkreten  Belastungen  des  Beschuldigten  hinsichtlich  dessen 

Übergriffe. 

1.6. Die  Würdigung  der  Aussagen  C._____s  durch  die  Vorinstanz  ist  ebenso 

detailliert  wie  überzeugend.  C._____s  Schilderungen  des  konkreten  Vorgehens 

des Beschuldigten, wie es ihm aktuell vorgeworfen wird, wirken trotz gewisser – mit 

der Vorinstanz erklärbarer – Unstimmigkeiten in Details insgesamt erlebt und nicht 

konstruiert. Mit der Vorinstanz werden die Belastungen des Beschuldigten durch 

C._____ sodann durch weitere Beweismittel gestützt: 

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Das aktenkundige Arztzeugnis vom 27. März 2018 beweist zwar für sich allein noch 

keine Täterschaft des Beschuldigten (Beilage zu Urk. D1/1). Dieses belegt jedoch 

immerhin, dass der Privatkläger D._____ am 8. Januar 2016, am Tag nach dem 

inkriminierten Überfall, gewisse Verletzungen aufwies und gegenüber dem durch 

ihn aufgesuchten städtischen Ambulatorium schilderte, er sei am Vortag durch eine 

ihm bekannte Person tätlich angegangen worden. Die Argumentation der Verteidi-

gung, wonach dem Arztbericht nicht der geringste Beweiswert zukomme, verfängt 

nicht. So handelt es sich um reine Spekulationen, dass der Arzt dieses Schreiben 

lediglich  gestützt  auf  sein  –  aus  Sicht  der  Verteidigung  wegen  des  "Massenge-

schäfts"  unzuverlässiges  –  Erinnerungsvermögen  verfasst  bzw.  dass  er  nur  den 

durch  die  Polizei  vorgegebenen  Sachverhalt  wiedergegeben  habe  (vgl.  Urk. 84 

S. 12).  Es  ist  gerichtsnotorisch,  dass  Ärzte  für  jeden  Patienten  eine  Patienten-

dokumentation  anlegen  und  diese  laufend  nachführen.  Entsprechend  ist  davon 

auszugehen, dass der vorgenannte Bericht – rund zwei Jahre nach der erfolgten 

Konsultation – gestützt auf die damals erstellten Notizen verfasst wurde. Entgegen 

der  Verteidigung ist  anhand  der Formulierung,  wonach  der  Privatkläger  D._____ 

angegeben  habe,  "von  Mitpatienten  am  Vorabend  zusammengeschlagen  gewor-

den zu sein", sprachlich nicht eindeutig, dass es sich um mehrere Personen gehan-

delt  hat.  Aufgrund  des  Umstands,  dass  der  Schwerpunkt  bei  der  Erstellung  des 

Berichts  nicht  auf  der  Grammatik  gelegen  zu  haben  scheint  (teilweise  falsche 

Gross-/Kleinschreibung, Fallfehler und fehlerhafte Satzstellung), ist durchaus mög-

lich, dass einfach der Artikel weggelassen wurde, weshalb eigentlich "von einem 

Mitpatienten" gemeint war. Dafür spricht auch der Umstand, dass im direkt darauf-

folgenden  Satz  betreffend  die  konkret  ausgeführten  Angriffshandlungen  klar  von 

"einem  Mann"  die  Rede  ist.  Angesichts  dessen  vermag  auch  die  Ungereimtheit, 

wonach  im  vorhergehenden  Satz  (losgelöst  von  der  Anzahl)  "Mitpatienten"  ver-

merkt wurde – worum es sich beim Beschuldigten unbestrittenermassen nicht ge-

handelt hat – dem Arztbericht den Beweiswert nicht abzusprechen. Im Übrigen han-

delt es sich bei diesem nur um eines von mehreren Beweismitteln, welches sich in 

die Schilderungen der Privatkläger einfügt (siehe sogleich).

Die in der Untersuchung edierten Bankauszüge betreffend das Konto des Privat-

klägers D._____ belegen sodann wohl noch keine Übergabe von Fr. 9'000.– an den 

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Beschuldigten,  hingegen  –  mit  der  Vorinstanz  –  immerhin,  dass  der  Privatkläger 

D._____ zum mutmasslichen Tatzeitpunkt am 6. Mai 2015 über ein entsprechen-

des Guthaben verfügte und just an diesem Tag eine im Vergleich mit seinen übli-

chen  Abhebungsbeträgen  einmalig  und  aussergewöhnlich  hohe  Abhebung  von 

Fr. 10'000.– tätigte (Urk. 55 S. 16f. mit Verweisen). Sodann deckt sich der Bezugs-

ort, die ZKB-Filiale in Zürich … [Ortschaft], mit den Schilderungen von C._____.

Die Verteidigung versuchte – auch anlässlich der Berufungsverhandlung – gar nicht 

erst, für eine bewusste Falschbelastung des Beschuldigten durch C._____s (oder 

den  Privatkläger  D._____)  ein  nachvollziehbares  Motiv  zu  behaupten  (Urk.  45, 

Urk. 84). Ein solches ist denn auch in keiner Weise nachvollziehbar. Der Beschul-

digte  mutmasste  dazu,  der  Privatkläger  D._____  wolle  allenfalls  E._____  an-

schwärzen (Urk. 55 S. 38 Ziff. 1.4. mit Verweisen). Diese Behauptung entbehrte 

jeglicher Logik: Der Privatkläger D._____ hat zumindest anfänglich bestritten, von 

E._____ Drogen bezogen respektive bei dieser Schulden gehabt zu haben. Hätte 

er als bekennender Drogenkonsument E._____ belasten wollen, hätte er dies von 

Beginn  an  im  Zusammenhang  mit  Betäubungsmitteln  getan  und  nicht  eine  sehr 

spezielle, geradezu ausgeklügelte Geschichte einer Anstiftung eines unbeteiligten 

Dritten (des Beschuldigten) durch E._____ zur Eintreibung einer Nicht-Schuld er-

funden.  Die  ausdrückliche  Behauptung  der  Verteidigung,  E._____  habe  den  Be-

schuldigten gebeten, beim Privatkläger D._____ Geld einzufordern (Urk. 45 S. 6), 

widerspricht sodann der eigenen, konstanten diesbezüglichen Bestreitung des Be-

schuldigten (Urk. 55 S. 41f. Ziff. 2.2. mit Verweisen). Im Übrigen machte die amtli-

che Verteidigung im Rahmen der Berufungsverhandlung im Wesentlichen lediglich 

sehr spekulative Ausführungen und aus dem Gesamtkontext losgelöste Interpreta-

tionen einzelner Aussagen. 

1.7. Auch  die  Aussagen  des  Beschuldigten,  wie  er  sie  in  der  Untersuchung 

gemacht  hat,  hat  die  Vorinstanz  detailliert  wiedergegeben  (Urk.  55  S.  36-41  mit 

Verweisen). Diese hat sie anschliessend dahingehend gewürdigt, der Beschuldigte 

habe seine ursprüngliche Sachdarstellung mehrfach abgeändert und sie insbeson-

dere  im  Rahmen  der  Konfrontationseinvernahme  mit  E._____  laufend  an  deren 

Schilderungen  angepasst.  Augenfällig  ziehe  sich  durch  sämtliche  Befragungen, 

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dass er einerseits sich selber nach Kräften in eine gutes Licht zu rücken und den 

Privatkläger D._____ schlecht zu machen suche, was seine Aussagen insgesamt 

unglaubhaft  wirken  lasse.  Der  Beschuldigte  könne  nicht  einmal  im  Ansatz  eine 

überzeugende Erklärung dafür liefern, weshalb er D._____ hätte konfrontieren oder 

von ihm Geld entgegennehmen sollen. Seine Darstellung vermöge insbesondere 

den  glaubhaften  Schilderungen  von  C._____  nichts  entgegenzusetzen,  wonach 

D._____  sich  nach  einigen  Wochen  des  fortwährenden  Drucks  der  Einschüchte-

rungsversuche  des  Beschuldigten  gebeugt  und  diesem  schliesslich  Fr. 9'000.– 

übergeben habe. Der Beschuldigte habe sodann in seiner allerersten Einvernahme 

im vorliegenden Verfahren den mutmasslichen Deliktsbetrag von Fr. 9'000.– und 

die  mutmasslich  ausgesprochene  Drohung  einer  Entführung  der  Freundin 

D._____s von sich aus erwähnt, bevor dies Thema der Einvernahme gewesen sei, 

was dafür spreche, dass er solches tatsächlich selbst so erlebt habe, zumal er die 

Namen von D._____, C._____ und E._____ erst auf Vorhalt der damaligen Adresse 

der Genannten konkreten Geschehnissen zuzuordnen vermochte (Urk. 55 S. 41-

46). 

1.8. Mit der Vorinstanz sind die Aussagen des Beschuldigten höchst unglaubhaft: 

Seine  ursprüngliche  Behauptung,  er  habe  ohne  jegliches  Eigeninteresse  und  für 

einen ihm bekannten "F._____" dessen Schuldnerin E._____ aufgesucht, um dann 

deren Schuldner D._____ zu einer Zahlung an E._____ aufzufordern, mutet nicht 

realistisch, sondern vielmehr konstruiert an. Er habe sich sodann – eigentlich ritter-

lich – für die bedrängte E._____ eingesetzt. Auch dies erscheint frei erfunden, zu-

mal E._____ keinem F._____ etwas schulden wollte, mit Bezug auf den Privatklä-

ger D._____ nicht schutzbedürftig war und grundsätzlich die gesamte Darstellung 

des  Beschuldigten  in  keiner  Weise  stützte.  Der  Beschuldigte  konnte  schliesslich 

auch  den  Umstand,  dass  C._____  zwei  ihm  zurechenbare  Telefonnummern  be-

sass,  nicht  überzeugend  erklären,  wollte  er  diese  doch  überhaupt  nicht  und  den 

Privatkläger D._____ lediglich ein einziges Mal kontaktiert haben. Zusammenge-

fasst vermögen die unglaubhaften Sachverhalts-Darstellungen des Beschuldigten 

die Aussagen der Privatklägerin nicht zu entkräften, so dass nicht mehr darauf ab-

gestellt werden könnte. Im Gegenteil sind zusammengefasst mehrere Beweismittel 

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vorhanden, welche ein Gefüge ergeben, das den Aussagen des Beschuldigten klar 

entgegen steht.

Dieses  Beweisergebnis  wird  überdies  noch  vervollständigt  durch  die  Tatsache, 

dass  der  Beschuldigte  betreffend  Drohungen  aus  dem  Jahre  2015  einschlägig 

vorbestraft  ist  (Urk.  56).  Sodann  hat  er  selber  ausgesagt,  er  habe  früher  eine 

Verurteilung im Zusammenhang mit Geldeintreibungen erwirkt (Urk. 55 S. 64f. mit 

Verweisen). Das dem Beschuldigten aktuell vorgeworfene Verhalten war für ihn im 

mutmasslichen Tatzeitraum somit zumindest nicht wesensfremd.

1.9.

Insgesamt  ist  mit  der  Vorinstanz  der  Anklagesachverhalt  im  Wesentlichen 

erstellt  und  es  kann  lediglich  offen  gelassen  werden,  ob  der  Beschuldigte  durch 

E._____ zu seinen Übergriffen auf den Privatkläger D._____ motiviert worden ist 

(Urk. 55 S. 46f.). 

2.1. Die  Vorinstanz  hat  –  wiederum  sehr  ausführlich  –  die  mittels  Drohungen 

erzwungene Geldübergabe vom 6. Mai 2015 als Erpressung und die Attacke des 

Beschuldigten  auf  den  Privatkläger  D._____  zwecks  Erzwingen  einer  weiteren 

Geldzahlung  (die  dann  ausblieb)  vom  7.  Januar  2016  als  versuchte  räuberische 

Erpressung qualifiziert (Urk. 55 S. 48-58). 

2.2. Die Verteidigung hat zum Rechtlichen im Hauptverfahren plädiert, weder die 

objektiven  noch  die  subjektiven  Tatbestandselemente  des 

inkriminierten 

Tatbestandes  seien  erfüllt  (Urk.  45  S.  11).  Dabei  –  sowie  auch  im  Rahmen  der 

Berufungsverhandlung (Urk. 84 S. 26) – ging sie jedoch von der behaupteten – wie 

gesehen  –  widerlegten  Sachdarstellung  des  Beschuldigten  und  nicht  vom  –  wie 

erwogen – in den wesentlichen Teilen erstellten Anklagesachverhalt aus. Insofern 

vermischt  die  Verteidigung  ihre  Ausführungen  zum  Rechtlichen  mit  solchen  zum 

(erstellten) Sachverhalt.

2.3. Der Beschuldigte hat dem Privatkläger D._____ physische Gewalt gegen ihn 

sowie  ernstliche  Nachteile  gegen  dessen  Partnerin  C._____  angedroht,  was 

D._____  dazu  bewegte,  zum  Nachteil  seines  Vermögens  dem  Beschuldigten  Fr. 

9'000.– zu geben. Ob der Beschuldigte dies tat, um sich selber unrechtmässig zu 

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bereichern, weil er allfällige Schulden E._____s bei deren – behaupteten – Schuld-

ner D._____ erhältlich machen wollte, oder aber um die Drittperson E._____ be-

treffend eine durch D._____ bestrittene Schuld unrechtmässig zu bereichern, kann 

offen gelassen werden. 

Sodann hat der Beschuldigte am 7. Januar 2016 den Privatkläger D._____ nieder-

geschlagen  und  getreten, also relevante Gewalt gegen ich ausgeübt, verbunden 

mit der Aufforderung, ihm Fr. 6'500.– auszuhändigen; dies tat er, um eine seitens 

des Privatklägers D._____ bestrittene Forderung einzutreiben, wobei D._____ trotz 

erlittener Gewalt die Zahlung verweigerte. Ob mit dieser Aktion der Beschuldigte 

selber oder eine Drittperson hätte unrechtmässig bereichert werden sollen, kann 

wiederum offen bleiben. Soweit die Verteidigung vorbringt, dass dem Beschuldig-

ten im Anklagesachverhalt keine mehrfachen Aufforderungen vorgeworfen würden, 

ist anzumerken, dass dem Beschuldigten keine mehrfache Tatbegehung zur Last 

gelegt  wird.  Ihm  wird  vorgeworfen,  mehrere  Äusserungen  gemacht  zu  haben, 

welche  insgesamt  als  Erpressung  gewürdigt  werden  (vgl.  Urk. 84  S. 27).  Der 

Verteidigung  ist  sodann  zuzustimmen,  dass  beim  Beschuldigten  keine  Vorstrafe 

wegen Geldeintreibens vorliegt. Dies ist jedoch auf den Umstand zurückzuführen, 

dass  gar  kein  solcher  Straftatbestand  existiert.  Die  Aussage  des  Beschuldigten 

selbst, wonach er wegen "Geldeintreibersachen" vorbestraft sei, ist insofern nach-

vollziehbar,  als  er  eine  Vorstrafe  wegen  Drohung  aufweist,  welcher  Tatbestand 

sehr  wohl  mit  einer  Tätigkeit  als  "Geldeintreiber"  einhergehen  kann  (vgl.  vorge-

hende Erw. II.1.8. und Urk. 84 S. 27). 

2.4. Die  rechtliche  Würdigung  der  Vorinstanz  erweist  sich  jedenfalls  als  korrekt 

und die angefochtene Verurteilung ist zu bestätigen. 

III. Sanktion

1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit 32 Monaten Freiheitsstrafe bestraft 

(Urk. 55 S. 69).

1.2. Die Verteidigung hat sich zu einem allfälligen Strafmass im Hauptverfahren 

nicht geäussert (Urk. 45). 

- 13 -

1.3.

Im Berufungsverfahren (Urk. 84 S. 28) hat sich die Verteidigung nicht mit den 

Erwägungen des vorinstanzlichen Urteils auseinandergesetzt.

2.1. Die  Vorinstanz  hat  vorab  Erwägungen  zum  anwendbaren  Recht,  dem 

massgeblichen  Strafrahmen  sowie  den  Grundsätzen  der  Strafzumessung  ange-

stellt, worauf verwiesen wird (Urk. 55 S. 58-61). 

2.2. Betreffend  die  räuberische  Erpressung  vom  7.  Januar  2016  als  schwer-

wiegendere der beiden zu sanktionierenden Taten hat die Vorinstanz ausgehend 

von  einem  noch  leichten  Verschulden  für  den  Fall  einer  vollendeten  Tat  eine 

hypothetische Strafe von 20 Monaten bemessen und diese infolge des Versuchs 

um 2 Monate auf 18 Monate reduziert. Für die Erpressung vom 6. Mai 2015 – isoliert 

– hat die Vorinstanz ausgehend von einem nicht mehr leichten Verschulden eine 

Strafe von 12 Monaten bemessen. Die Einsatzstrafe der versuchten räuberischen 

Erpressung von 18 Monaten hat sie in Abgeltung der Erpressung asperierend um 

8 Monate auf 26 Monate erhöht. Diese nach der Beurteilung der Tatkomponente 

bemessene  Einsatzstrafe  von  26  Monaten  hat  die  Vorinstanz  schliesslich  in  Be-

rücksichtigung der Täterkomponente um 6 Monate auf letztlich 32 Monate erhöht, 

da die Vorstrafen erschwerend wiegten und der Beschuldigte kein strafminderndes 

positives Nachtatverhalten zeige (Urk. 55 S. 61-65). Die Strafzumessung der Vor-

instanz ist insoweit korrekt und nur in einem Punkt zu korrigieren. Zwar ist entgegen 

der  amtlichen  Verteidigung  kein  zwingender  Strafmilderungsgrund  im  Sinne  von 

Art. 48 lit. e StGB gegeben. Die versuchte räuberische Erpressung als schwereres 

Delikt hat sich im Januar 2016 ereignet. Damit sind seither technisch gesehen noch 

keine zehn Jahre (2/3 der Verfolgungsverjährungsfrist gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung) vergangen. Jedoch ist angesichts des Umstands, dass der Zeit-

ablauf seit Tatbegehung nur knapp nicht zehn Jahre beträgt – was der Beschuldigte 

zwar namentlich durch seinen Wegzug ins Ausland zu vertreten hat – unter diesem 

Titel eine gewisse Strafreduktion vorzunehmen. 

2.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden zu den Täterkomponenten bzw. 

zur  Aktualisierung  der  persönlichen  Verhältnisse  des  Beschuldigten  durch  die 

Verteidigung  keinerlei  Ausführungen  gemacht  (Urk. 84).  Aus  dem  durch  die 

Verteidigung im Anschluss an ihr Plädoyer verlesenen Brief des Beschuldigten ging 

- 14 -

jedoch hervor, dass dieser zwischenzeitlich mit seiner Ehefrau ein 15 Monate altes 

Kind habe und mit dieser bald sein zweites Baby erwarte. Er trage Verantwortung 

für seine Familie (Urk. 85). Ausserdem scheint sich der Beschuldigte seit den Tat-

vorwürfen soweit bekannt wohlverhalten zu haben. 

2.4.

 Im  Ergebnis  ist  der  Beschuldigte  demnach  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

2 ¼ Jahren bzw. 27 Monaten zu bestrafen.

3.

Die  Vorinstanz  hat  dem  Beschuldigten  mit  zutreffenden  Erwägungen  und 

unter Verweis auf seine mehreren Vorstrafen eine günstige Legalprognose abge-

sprochen und die Gewährung des (teil-)bedingten Strafvollzugs verweigert (Urk. 55 

S. 65f.; Art. 42 und Art. 43 StGB). Die amtliche Verteidigung hat die Vollzugsfrage 

im  Rahmen  der  Berufungsverhandlung  nicht  substantiiert  begründet.  Die  Ver-

weigerung des (teil-)bedingten Strafvollzugs durch die Vorinstanz ist korrekt und zu 

bestätigen. 

4.

Die  erstandene  Haft  ist  dem  Beschuldigten  ohne  Weiteres  auf  die  auszu-

fällende Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB).

5.

Die  Verteidigung  hat  im  Berufungs-  wie  bereits  im  Hauptverfahren  namens 

des Beschuldigten eine Entschädigung [recte: Genugtuung] für zu Unrecht erlittene 

Haft beantragt (Urk. 45, Urk. 58 und Urk. 84.). Wie erwogen, hat der Beschuldigte 

entgegen der Verteidigung keine ungerechtfertigte Haft erlitten, weshalb ihm keine 

Genugtuung zusteht (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). 

6.

Eine materielle Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen Absehen von 

einer Landesverweisung entfällt schon aus prozessualen Gründen (Art. 391 Abs. 2 

StPO). Dies ist ohne Weiteres zu bestätigen. 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Ausgangsgemäss  ist  die  vorinstanzliche  Kostenregelung  zu  bestätigen 

(Art. 426 StPO). 

- 15 -

2.

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  praxisgemäss  auf 

Fr. 3'600.– festzusetzen.

3.

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unter-

liegt  mit  seinen  Anträgen  im  Berufungsverfahren  praktisch  vollumfänglich.  Im 

Rahmen  einer  wohlwollenden  Ermessensentscheidung  erfolgte  lediglich  eine 

leichte Reduktion der Höhe der ausgesprochenen unbedingten Freiheitsstrafe. Mit 

Blick darauf, dass der Beschuldigte einen vollumfänglichen Freispruch sowie eine 

Entschädigung  in  der  Höhe  von  Fr. 82'050.–  beantragte,  handelt  es  sich  dabei 

lediglich um ein marginales Obsiegen, welches keine andere Kostenauflage recht-

fertigt. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich, dem Beschuldigten die Kosten 

des  Berufungsverfahrens,  mit  Ausnahme  der  Kosten  seiner  amtlichen  Vertei-

digung, vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 428 StPO).

4.1. Die amtliche Verteidigung macht für ihre Aufwendungen und Barauslagen im 

Berufungsverfahren  Fr. 13'504.95  geltend  (Urk. 83).  Gemäss  § 18  Abs. 1  Anw-

GebV reicht der anwendbare Tarifrahmen für das Verteidigerhonorar im Berufungs-

prozess bei Straffällen im kollegialgerichtlichen Zuständigkeitsbereich in der Regel 

von  Fr. 1'000.–  bis  Fr. 28'000.–.  Konkret  erfolgt  die  Festsetzung  der  Entschädi-

gungssumme  bei  einer  Honorarbemessung  nach  Pauschalgebühr  so,  dass  alle 

prozessualen Bemühungen zusammen als einheitliches Ganzes abgefasst werden, 

wohingegen der tatsächlich geleistete Zeitaufwand nur sehr bedingt berücksichtigt 

wird.  Entsprechend  ist  das  Gericht  bei  der  rein  pauschalen  Entschädigungsbe-

messung  auch  nicht  gehalten,  sich  mit  den  in  der  Honorarnote  der  Verteidigung 

enthaltenen  Aufwandspositionen  im  Einzelnen  auseinanderzusetzen  (BGE 143 

IV 453 E. 2.5). Nach Massgabe von § 2 Abs. 1 AnwGebV bemisst sich die Gebühr 

vielmehr  vor  allem  nach  der  Bedeutung  der  Strafsache,  der  Verantwortung  der 

Verteidigung und der Schwierigkeit des Falls.

4.2. Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass das Verfahren für den Beschuldigten 

zwar durchaus von Bedeutung war, da eine unbedingte Freiheitsstrafe bzw. eine 

Entschädigung betreffend die bereits erstandene Haft zur Beurteilung stand. Der 

Fall  wies  jedoch  weder  in  rechtlicher  noch  in  tatsächlicher  Hinsicht  komplexe 

- 16 -

Fragen auf, der Aktenumfang war überschaubar und im Berufungsverfahren haben 

sich  für  die  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren  involvierte  Verteidigung  keine 

wesentlichen  Änderungen  im  Vergleich  zur  Vorinstanz  ergeben.  Vor  diesem 

Hintergrund  erweist  sich  eine  pauschale  Entschädigung  von  Fr. 7'000.– 

(inkl. MwSt.) als angemessen. 

4.3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichtskasse 

zu nehmen, unter Vorbehalt einer Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 6. Abteilung, 

vom 9. Oktober 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

[…]

[…]

[…]

[…]

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

5'000.–

; die weiteren Kosten betragen:

2'550.–

  Gebühr für das Vorverfahren;

17'747.85   amtliche Verteidigung.

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

[…]

[…]

[Mitteilungen]

[Rechtsmittel]"

- 17 -

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig





der Erpressung i.S.v. Art. 156 Ziff. 1 StGB sowie

der versuchten räuberischen Erpressung i.S.v. Art. 156 Ziff. 3 StGB 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 27 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

3.

4.

5.

6.

323 Tage durch Haft erstanden sind.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen. 

Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv-Ziff. 6 und 7) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

7'000.– 

  amtliche Verteidigung (inkl. MwSt.).

7.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung  werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

8.

Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (versandt)

die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (versandt)

die Privatklägerin C._____ (versandt)

(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 

- 18 -

zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.)

sowie in vollständiger Ausfertigung an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

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Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 10. November 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. B. Gut

MLaw K. Lüscher