# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d39d723e-26f5-53f8-9e41-6a1d4a22ead2
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-24
**Language:** de
**Title:** RAD-Bericht beweiskräftig. 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Einkommensvergleich. Rentenausschliessender Invaliditätsgrad.
**Docket/Reference:** IV.2016.00573
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00573.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00573
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin F. Brühwiler
Urteil
vom
24. Oktober 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Tomas Kempf
Flum
Schlegel Kempf Rechtsanwälte
Webernstrasse 5, 8610 Uster
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 19
67, meldete sich a
m
18. September 2013
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, I
V-Stelle, unter Hinweis auf Rücken- und Schulterschmerzen
zum Leistungsbezug an (Urk.
5/9
).
Nach
erwerblich
e
n
und medizinische
n
Abklärungen
sowie
durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. Dezember 2014
einen Rentenanspruch (Urk. 5/46)
.
Dagegen erhob der Versicherte am 20. Januar 2015 beim hiesigen
Gericht Beschwerde (Urk. 5/50/3-24
). Nachdem die Sache bei Vorliegen übereinstimmender Parteianträge mit Urteil vom 16. April 2015 zur weiteren Abklärung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten an die IV-Stelle zurückgewiesen worden war (Urk. 5/55), veranlasste
diese
eine orthopädische Untersuchung des Versicherten beim Regionalen Ärztlichen
Dienst
(
RAD
). Dr. med. Y.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie, erstattete seinen Bericht am 21. Dezember 2015 (Urk. 5/63).
Nach durchg
e
führtem
Vorbescheidverfahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. April 2016
erneut einen Anspruch auf eine Invali
denrente (Urk. 2 [= 5/73]).
2.
Dagegen erhob der
Versicherte am 17. Mai 2016 Beschwerde (Urk. 1)
und bean
tragte
,
es sei ihm eine Invalidenrente
zuzusprechen
. Eventualiter sei die Sache
zu
r weiteren
Abklärung und Neubeurteilung an die
Verwaltung
zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
14
.
Juni 2016 schloss die
Beschwer
degegnerin
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
4), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 17. Juni 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 6
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
1.4.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist
–, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.4.2
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des
Leistungsan
spruchs
. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizini
schen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundes
amtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärzt
lich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wir
kung  (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135
V
465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog im angefochtenen Entscheid, die weiteren Abklärungen hät
ten ergeben, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit
nicht mehr zumutbar sei, in leidensangepassten Tätigkeiten jedoch eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit bestehe. Nach Einkommensvergleich
resultiere ein Invaliditätsgrad von 34 %,
weshalb ein
Rentenanspruch zu verneinen sei
(Urk. 2)
.
2.2
Demgegenüber bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, auf die Beurtei
lung
des RAD
, wonach
er in angepassten Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfä
hig sei, könne nicht abgestellt werden
(Urk. 1).
3.
3.1
Die IV-Stelle hielt i
m
Rahmen des
Beschwerdeverfahren
s
gegen die Verfügung vom 3. Dezember 2014
dafür
, es bleibe unklar, wie hoch die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in angepassten Tätigkeiten sei.
D
ie Ärzte des
Z.___ h
ätten
im Mai 2014 eine Arbeitsfähig
keit von 80 %
als zumutbar erachtet
,
im November 2014
hingegen lediglich eine solche von 70 %
, wobei nicht nachvollziehbar sei, weshalb zwischenzeitlich eine geringere Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei. Dr. med.
A.___
habe demgegenüber im April als auch im August 2014 zuhanden der Taggeldversicherung berichtet, dass innerhalb
weniger Monate eine Steigerung auf ein
volles Pensum möglich sei
. Insgesamt
seien somit weitere medizinische Abklärungen angezeigt
(
Urk. 5/53).
Nachdem die Sache daraufhin mit Urteil vom 16. April 2015 zu
r weiteren
Abklä
rung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten an die IV-Stelle zurückgewie
sen worden war (Urk. 5/55), veranlasste
sie
eine orthopädische Untersuchung des Beschwerdeführers bei
m RAD-Arzt
Dr.
Y.___
, welche am 23. November 2015 stattfand
(Urk. 5/6
3
).
3.2
3.2.1
Dr.
Y.___
diagnostizierte
ein chronisches vertebrales Schmerzsyndrom bei
Wir
belsäulenfehlform
und Haltungsinsuffizienz (
Hyperlordosierung
von HWS und LWS, Hyperkyphose der BWS)
. Aktenanamnestisch führte er
sodann
fol
gende
weitere
Diagnosen auf: Status nach thorakalem Morbus Scheuermann, Hypovitaminose D3, leichte/mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.0),
leichtgradige
Pallhypästhesie
Malleolus
lateralis
rechts, kardiovaskuläre Risiko
faktoren sowie ein figuriertes Erythem thorakal links (Urk. 5/63/6).
Der RAD-Arzt
hielt
fest
, im Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie des
Z.___
, wo der
Beschwerdeführer
vom
13. Februar bis 26. Februar 2015 hospitalisiert gewesen sei, werde nachvollziehbar dargelegt, dass die bisherige Hauptdiagnose der axialen Spondylarthritis nicht länger halt
bar sei. Die Laborparameter, aufgrund welcher die Diagnose der Spondylarthritis gestellt worden sei, seien seither rückläufig und hätten sich mittlerweile norma
lisiert, ohne dass eine spezifische Therapie durchgeführt habe werden können. Die
seinerzeitige
Erhöhung der
Entzündungsp
arameter werde aktuell auf die Lebensführung zurückgeführt. Auch die jüngsten Laborbefunde vom 10. November 2015
hätten keine Auffälligkeiten im Hinblick auf eine entzündli
che Grunderkrankung gezeigt. Auch radiologisch habe keine Spondylarthritis verifiziert werden können. Es seien jedoch degenerative Veränderungen
festge
stellt
geworden. Die
aktuelle
klinische Untersuchung habe weitestgehend alterstypische Normalbefunde gezeigt, welche die geklagten Beschwerden nicht in ihrem Ausmass erklären könnten. Die von den Ärzten im
Z.___
diagnostizierte
leichtgradige
Pallhypästhesie
des
Malleolus
lateralis
rechts werde in der
Klinik für
Neurologie des
Z.___
am 9.
Dezember 2015 weiter abgeklärt
(Urk. 5/63/6-7)
.
E
in somatischer Gesundheitsschaden
,
welcher die Arbeitsfähigkeit beeinträch
tige
,
sei anhand der medizinischen Aktenlage und der körperlichen Untersu
chung
ausgewiesen. In der bisherigen Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter in der Schokoladenfabrik, bei welcher der Explorand gemäss eigenen Angaben Gewicht
e
von
bis zu 40 kg
habe hantieren müssen
, bestehe
seit dem 1. Oktober
2014
eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit
. In einer körperlich leichten bis mit
telschweren, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und
Trag
belastungen
über 15 kg, ohne häufige wirbelsäule
n
belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Überkopfarbeiten)
,
bestehe aus orthopädischer Sicht keine nennenswerte Reduktion der Arbeitsfähigkeit.
Die in den
bisherigen
Berichten des
Z.___
im Jahr 2013 und 2014
attestierte
n
Arbeitsunfähigkeit
en
liessen
sich nicht durch die
darin
aufgeführten
weitgehend unauffälligen klini
sche
n Untersuchungsbefunde erklären, sondern
würden offensichtlich auf der anfänglichen Verdachtsdiagnose einer axialen Spondylarthritis und den subjek
ti
v geklagten Beschwerden gründen
. Wesentliche Unterschiede
im Vergleich
zu der rheumatologischen Kurzbeurteilung
von
Dr.
A.___
vom 17.
April 2014
hätten bei der heutigen Untersuchung ni
cht festgestellt werden können.
Abschliessend hielt Dr.
Y.___
fest,
es seien
bei der Gesamtbeurteilung noch
die Ergebnisse der ausstehenden neurologischen Untersuchung
sowie
die vom Ver
sicherten mitgebrachten, in tür
kischer
Sprache verfassten ärztlichen Dokumente
zu berücksichtigen
(Urk. 5/63/7).
3.2.2
Daraufhin nahm
am 9. Januar 2016
RAD-Ärztin
med.
pract
. B.___
,
Fachärztin Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, zu den
einge
reichten
Berichten
in türkischer Sprache
Stellung
, wobei sie zum
Schluss
kam
, dass sich aus diesen Berichten keine Hinweise
auf krankheitswertige Befunde ergeben würden.
Ausserdem hielt sie
fest
, dass v
on der geplanten neurologi
schen Abklärung der Hypästhesie am rechen Aussenknöchel kein die Arbeitsfä
higkeit tangierender Befund zu erwarten
sei
(Urk. 5/66/3).
3.
2.3
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
reichte der Beschwerdeführer
schliesslich
den Bericht
der Klinik für Neurologie des
Z.___
über die
am 9. Dezember 2015 dur
chgeführte elektrodiagnostische
Untersuchung
nach (Bericht vom 9. Dezember 2015, Urk. 5/70/1-3).
Darin wurde festgehalten
,
dass
d
ie
Neurogra
phien
sowohl an der rechten Hand als auch a
n den Beinen Normbefunde gezeigt h
ätten
und sich so
mit elektrophysiologisch der Verdacht auf eine
Polyneuropa
thie
nicht
ha
be
erhärten
lassen
(Urk. 5/70/2).
3.3
Der RAD-Untersuchungsbericht vom 21. Dezember 2015 vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 1
.4
).
Die Beurteilung von Dr.
Y.___
beruht auf einer ausführlichen Exploration (Urk. 5/63/3-6), erfolgte unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden (Urk. 5/61/1) und wurde in nachvollziehbarer Weise sowie in Aus
einandersetzung mit den relevanten
Vorakten
begründet (Urk. 5/63/6-7)
.
Dr.
Y.___
setzte sich
insbesondere
eingehend mit den Berichten
der Klinik für Rheumatologie des
Z.___
aus den Jahren 2013 und 2014
auseinander, in
welchen
bei einer diagnostizierten
Spondyloarthritis
wiederholt eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepassten Tä
tigkeiten attestiert worden war
(
Urk. 5/24, 5/26, 5/31/6-9
,
5/50/20-23
)
. Er legte
diesbezüglich
schlüssig
dar, dass sich die attestierten Einschränkungen nicht durch die in diesen Berichten aufgeführten weitgehend unauffälligen klinischen Untersuchungsbefunde erklären liesse
n
, sondern offensichtlich auf der anfänglichen Verdachtsdiagnose der
Spon
d
y
l
o
arthritis
und den subjektiv geklagten Beschwerden gründen würde
n
.
Bei wei
testgehend alterstypischen Normalbefunden
– es kam anlässlich der Untersu
chung
vom 23. November 2015
bei Dr.
Y.___
hauptsächlich zu gewissen Schmerzempfindungen im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule (Urk. 5/63/3-6) – kam
der RAD-Arzt
sodann
zum Schluss, dass eine
angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei.
Diese Beurteilung stimmt denn auch mit jener von
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin FMH,
überein,
welcher den Beschwerdeführer im April 2014 im Auftrag des Krankentaggeldversicherers
rheumatologisch begutachtet
hatte (Urk. 5/27/4-12)
und
eine angepasste Tätigkeit ebenfalls
zu 100 %
als zumutbar erachtet hatte
.
Was die abweichende
Beurteilung von Dr. med. C.___
,
FMH Physikali
sche Medizin und Rehabilitation
, betrifft, welche am 20. Juni 2014 zuhanden des Krankentaggeldversicherers mitgeteilt hatte, der Beschwerdeführer könne auch leichte Arbeiten
nur in einem zeitlich reduziertem Rahmen durchführen
(Urk. 5/31/5)
, so vermag
diese
Einschätzung
die Beurteilung von Dr.
Y.___
nicht zu erschüttern, da
Dr.
C.___
ebenfalls eine
Spondylarthritis mit entzünd
lichen Veränderungen
diagnostiziert hatte, diese Diagnose jedoch in der Folge nicht bestätigt werden konnte.
Gestützt auf die Beurteilung von Dr.
Y.___
ist somit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist.
4.
4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4.2
Die IV-Stelle
stellte zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf das gemäss
IK-A
usz
ug in den Jahren 2009 bis 2012 durchschnittlich erzielte Einkommen ab (Urk. 2 S. 2), was auf das Jahr 2014 hochgerechnet ein
Valideneinkommen
von Fr. 88‘480.
--
erg
ab
(2009: Fr. 79‘175.--, 2010: Fr. 94‘165.--, 2011: Fr. 82‘459.--, 2012: Fr. 88‘167.--; vgl.
Urk. 5/17/1)
.
Aus dem Arbeitgeberbericht
vom 27. März 2014
ergibt sich demgegenüber, dass der
Versicherte ohne
Gesund
heitsschaden
in der ursprünglichen Tätigkeit im Jahr 2014
etwa
Fr.
84‘058.-- verdienen würde
(Urk. 5/25/
3
).
Überstundenentschädigungen gehören
nur zum
Valideneinkommen
,
wenn und soweit die versicherte Person effektiv weiterhin mit solchen Einkünften hätte rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 9C_159/2010
vom 1. Juli 2010
E. 6.4).
Da vorliegend nicht ausgewiesen ist, dass in Zukunft
regelmässig Über
stunden geleistet worden wären und
im Übrigen in der Vergangenheit erhaltene
Dienstaltersgeschenke ebenfalls nicht berücksichtigt werden können, ist zur Ermittlung des
Valideneinkommens
nicht auf das in den Jahren 2009 bis 2012 durchschnittlich erzielte Einkommen abzustellen
, sondern auf die Angaben der Arbeitgeberin zum Einkommen im Jahr 201
4.
Für das Jahr 2014 ergibt sich somit ein
Valideneinkommen
von Fr.
84‘058
.--
.
4.3
4.3.1
Dass die Beschwerdegegnerin zur Bemessung des Invalideneinkommens das standardisierte monatliche Einkommen von Fr. 5‘210.-- für männliche Hilfs
kräfte gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE 2012, T
otal
in der Tabelle TA1, Kompetenzniveau
1, Männer) hera
nzog, ist nicht zu beanstanden.
Das standardisierte monatliche Einkommen von Fr. 5‘210.-- ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
4
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Sta
tistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
Tabelle T03.02.03.01.04.01
) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 201
4
(Indexstand 2188 [2012] auf 222
0
[201
4
], vgl. Bundesamt für Statistik, Schwei
zerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumenten
preise
und der Reallöhne, 1976-2014, Männer)
auf ein
Jahreseinkommen
hoch
zurechnen. Es resultiert somit ein Jahreseinkommen von Fr.
6
6‘
130
.-- (Fr. 5‘210.-- x
12 :
40 x 41,7: 2188 x
222
0
).
4.3.2
Die Beschwerdegegnerin gewährte
von dem so ermittelten Einkommen
einen leidensbedingten Abzug von 10 %
aufgrund des eingeschränkten
Zumutbar
keitsprofils
(Urk. 2 S. 2). Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, es sei aufgrund
seiner
gesundheitlichen Einschränkungen
sowie aufgrund
der
langjährigen Betriebszugehörigkeit ein leidensbedingter Abzug von 25 % vor
zunehmen (Urk. 1 S. 9).
Entgegen der Annahme der Parteien rechtfertigt sich vorliegend kein
leidensbe
dingter
Abzug aufgrund der körperlichen Einschränkungen, zumal der Beschwerdeführer weiterhin mittelschwere Tätigkeiten ausüben kann
und einzig keine regelmässige Hebe
- und Trage
belastungen von über 15 kg sowie häufige wirbelsäule
n
belastende Zwangshaltungen
und Tätigkeiten
mehr ausüben
darf
(vgl. E. 3.2.1).
Sodann vermag auch die lange Betriebszugehörigkeit des Beschwerdeführers keinen Abzug zu begründen
, da die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist, und beim
Kompetenz
niveau
1 - wie beim Anforderungsniveau 4 - der langen Betriebszugehörigkeit keine relevante Bedeutung zukommt (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.1).
Anderweitige Anhalts
punkte für eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit mit unterdurchschnittli
chem Erfolg sind nicht auszumachen, weshalb
sich ein Abzug vom Tabellenlohn nicht rechtfertigt
.
4.4
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr. 66‘130.--
resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von Fr
.
84‘058
.--
eine Erwerbseinbusse von Fr.
17‘928
.--
, was einem anspruchsausschliessenden Invaliditätsgrad von gerundet
2
1
% ent
spricht (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2).
5.
D
ie IV-Stelle
hat einen Rentena
nspruch
somit
zu Recht
verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Tomas Kempf
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstF. Brühwiler