# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbbfb1cc-6dfd-5d7b-b7f6-dd96fa928f91
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.06.2010 D-2394/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2394-2007_2010-06-11.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2394/2007/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), Richter Martin Zoller, 
Richter Robert Galliker; 
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren [...], Côte d'Ivoire,
vertreten durch Asylhilfe Bern, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 1. März 2007 / N [..]

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2394/2007

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge den Heimat-
staat am 26. Dezember 2006 und gelangte via Ghana (Landweg) und 
Italien (Luftweg) am 25. Januar 2007 in die Schweiz, wo er gleichen-
tags um Asyl nachsuchte. Am 31. Januar 2007 wurde er in  der Em-
pfangsstelle  (heute:  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  [EVZ]) 
Z._______ summarisch zu den Personalien, dem Reiseweg und den 
Gesuchsgründen befragt. Am 12. Februar 2007 hörte ihn das BFM di-
rekt  zu  seinen Asylgründen an. Im Wesentlichen machte  er  bei  den 
Befragungen geltend, seit 1996 Mitglied des Rassemblement des Ré-
publicains (RDR; Partei des ehemaligen Premierministers) zu sein, für 
diese Partei an Versammlungen teilgenommen und neue Mitglieder re-
krutiert zu haben. Er sei verschiedentlich deswegen von einem Anhän-
ger  des  Front  Populaire  Ivorien  (FPI;  Regierungspartei)  in  seinem 
Quartier bedroht worden. Ein Halbbruder, Angehöriger der Armee, sei 
seit September 2002 in Y._______ stationiert  und habe sich den Re-
bellen angeschlossen. Am 4. Dezember 2006 sei er über eine bei ihm 
zu Hause von der Kriminalpolizei hinterlegte Vorladung informiert wor-
den. Er sei nicht mehr nach Hause zurückgekehrt und habe sich zu-
nächst  einige Tage bei  einem Freund aufgehalten,  ehe er sich nach 
X._______ (Vorort von Abidjan) begeben habe. Ihm seien in der Folge 
noch zwei weitere Vorladungen zugestellt worden; ebenfalls sei in der 
Zeitung "_______" sein Foto mit Namen veröffentlicht worden. Vor die-
sem Hintergrund habe er  sein  Heimatland verlassen.  Für  den Inhalt 
der weiteren Aussagen wird auf  die Akten verwiesen. Das BFM ver-
zichtete auf weitere Abklärungen.

Der Beschwerdeführer wurde für die Dauer des Verfahrens dem Kan-
ton Bern zugewiesen.

B.
Das BFM stellte mit Verfügung vom 1. März 2007  – eröffnet am glei-
chen  Tag  – fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigen-
schaft  nicht,  und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig  verfügte es 
die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und ordnete 
den Wegweisungsvollzug an. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 
ausgeführt, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anfor-
derungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  nicht  stand  (fehlende  Kenntnisse 

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hinsichtlich  des  Inhalts  der  Vorladungen;  realitätsfremde  Schilderun-
gen im Zusammenhang mit der Vorgehensweise des RDR bei Kennt-
nissen von Übergriffen, Verhaftungen, Hausdurchsuchungen usw. ge-
genüber ihren Mitgliedern; unglaubhafte Angaben im Zusammenhang 
mit  der  Anzahl  der  erhaltenen Vorladungen,  insbesondere in  Verbin-
dung mit  der Bezugsherstellung zu seinem bei den Rebellen tätigen 
Halbbruder; Ausreiseumstände). Die Asylrelevanz seiner Darlegungen 
müsse daher nicht  geprüft  werden. Der  Vollzug der Wegweisung sei 
durchführbar  und  zumutbar;  diesem  stünden  keine  triftigen  Gründe 
entgegen. 

C.
Unter Beilage der drei polizeilichen Vorladungen und des Zeitungsarti-
kels (im Original) liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2.  April 
2007  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  die 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft beantragen. Es sei die Unzulässigkeit und Un-
zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und als Folge 
davon, von Amtes wegen die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Es sei  
die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Auf die Begründung der 
Beschwerde wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen ein-
gegangen.

D.
Mit  Instruktionsverfügung vom  11. April  2007 wurde das Gesuch um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) auf einen späteren Zeitpunkt ver-
wiesen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet.

E.
In seiner Vernehmlassung vom 23. April 2007 hielt das BFM an seiner 
Verfügung  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde. Zur 
Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt,  selbst wenn man da-
von ausgehen wolle, bei den eingereichten Vorladungen würde es sich 
um authentische Dokumente handeln, so gehe aus diesen nicht her-
vor, in welcher Eigenschaft – d.h. ob als Zeuge oder Beschuldigter – 
die  betreffende Person vorgeladen  werde. Der  Umstand,  dass  keine 
Sanktionen bei  Nichtbefolgung vorgesehen seien,  lasse es indessen 
als unwahrscheinlich erscheinen, dass sich die Vorladungen an einen 
Beschuldigten richten würden. Diesbezüglich sei auch auf die Ausfüh-

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rungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen. Vor diesem Hin-
tergrund könnten die eingereichten Dokumente nicht als Beweis dafür 
erachtet werden, der Beschwerdeführer werde in Verbindung mit den 
Rebellen gebracht. Aus dem eingereichten Zeitungsartikel  lasse sich 
auch keine Verfolgungssituation des Beschwerdeführers ableiten. Des-
sen  Inhalt  (der  Beschwerdeführer  sei  nach  Zusammenstössen  mit 
"jeune patriots" Mitte Januar 2006, bei denen er beinahe umgebracht 
worden sei, verschwunden; man habe auch versucht, ihn zu entführen; 
in  der  Folge sei  er  verschiedentlich von Unbekannten zu Hause ge-
sucht  worden)  entspreche  in  keiner  Weise  den  Aussagen  des  Be-
schwerdeführers  im Rahmen des  Asylverfahrens. Zusammenfassend 
sei festzuhalten, dass die eingereichten Beweismittel untauglich seien, 
die geltend gemachten Vorbringen glaubhaft zu machen. 

F.
Mit Instruktionsverfügung vom 26. April 2007 wurde dem Beschwerde-
führer die Vernehmlassung der Vorinstanz zur Replik zugestellt. Auf die 
Stellungnahme vom 10. Mai 2007 wird, soweit entscheidwesentlich, in 
den Erwägungen eingegangen.

G.
Mit Instruktionsverfügung vom 20. April 2010 wurde der Beschwerde-
führer  aufgrund  seiner  Heirat  mit  einer  Ausländerin  mit  Niederlas-
sungsbewilligung C unter Fristansetzung angefragt, ob er unter diesen 
Umständen die Beschwerde zurückzuziehen gedenke.

H.
Mit  Eingabe  vom 4. Mai  2010  liess  der  Beschwerdeführer  mitteilen, 
dass er an seinem Begehren um Anerkennung der Flüchtlingseigen-
schaft festhalte.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-

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me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig für  die  Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde;  es  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung; er  ist  daher  zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1, 
Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichti-
ge  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu letzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei -
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.
4.1 Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung unter Angabe der 
Fundstellen  im Protokoll  der  direkten Bundesanhörung schlüssig  die 

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diversen Unglaubhaftigkeitselemente in den Aussagen des Beschwer-
deführers aufgezeigt. Die entsprechenden vorinstanzlichen Erwägun-
gen  halten  einer  Überprüfung  durch  das  Bundesverwaltungsgericht 
stand. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann daher auf die nicht 
zu  beanstandenden  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung 
verwiesen werden.

4.2 An dieser Feststellung ändern auch die Vorbringen des Beschwer-
deführers in der Rechtsmitteleingabe nichts, zumal darin grundsätzlich 
lediglich  der  Sachverhalt  wiederholt  wird  und  die  auf  Behauptungen 
und Mutmassungen beruhenden Ausführungen letztlich nicht geeignet 
sind, die Argumentation des BFM zu entkräften oder gar zu beseitigen. 
Vielmehr entsteht  der Eindruck,  der Beschwerdeführer versuche, mit 
unbehelflichen Erklärungsversuchen eine nachträgliche Sachverhalts-
anpassung vorzunehmen. So führt er hinsichtlich der auf Beschwerde-
stufe eingereichten Vorladungen unter anderem aus, er habe diese in 
seiner  Abwesenheit  erhalten  und  von  deren  Existenz  durch  seinen 
Bruder erfahren, wobei der Grund der Vorladung nicht genannt wurde. 
Nebst den zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz in der angefoch-
tenen  Verfügung  und  insbesondere  in  ihrer  Vernehmlassung  vom 
23. April  2007 (vgl. Bst. E), ist in diesem Zusammenhang ergänzend 
zu  vermerken,  dass  aus  den  Befragungsprotokollen  hervorgeht,  der 
Beschwerdeführer habe über seinen Freund respektive seine Partnerin 
Kenntnis von den Vorladungen erlangt (A1/9 S. 4; A6/10 S. 4, insbe-
sondere Frage 40). Gleichermassen unstimmig und ungereimt verhält 
es sich mit den Ausführungen im Zusammenhang mit dem eingereich-
ten Zeitungsartikel. Bloss nebenbei ist zunächst festzuhalten, dass in 
der  Beschwerde  sowie  in  der  Stellungnahme vom 10.  Mai  2007  im 
Rahmen des  dem Beschwerdeführer  gewährten  Replikrechts  jeweils 
von Zeitungsartikeln (Mehrzahl) die Rede ist. Aufschlussreich erweisen 
sich  in  diesem Zusammenhang sodann vor allem dessen Antworten 
bei der direkten Bundesanhörung, wo er unmissverständlich erklärte, 
X._______ nach Erscheinen des Zeitungsartikels (23. Dezember 2006) 
am 26. Dezember 2006 verlassen zu haben (A6/10 S. 7). Die Tageszei-
tung "_______", in der der Artikel über den Beschwerdeführer mit des-
sen Foto publiziert wurde, trägt als Herausgabedatum jedoch Freitag, 
den 29. Dezember 2006 bis Montag den 1. Januar 2007. Ferner ist der 
Vollständigkeit halber den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz in 
ihrer Vernehmlassung vom 23. April 2007, wonach der Inhalt des be-
sagten Zeitungsartikels nicht im Einklang mit den Vorbringen des Be-
schwerdeführers stehen würde, hinzuzufügen, dass der Beschwerde-

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führer Probleme mit den heimatlichen Behörden vor dem 4. Dezember 
2006 verneinte (A1/9 S. 5; A6/10 S. 7). Der Schlussfolgerung des BFM 
in seiner Vernehmlassung vom 23. April  2007 ist demnach zuzustim-
men, wonach die eingereichten Beweismittel untauglich seien, die vom 
Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Vorbringen  glaubhaft  zu  ma-
chen. 

4.3 Zur Veranschaulichung ist der vom Beschwerdeführer behaupteten 
asylrelevanten Gefährdungssituation ein weiteres massgebendes Un-
glaubhaftigkeitselement  anzufügen. Gemäss  Inhalt  des  Zeitungsaus-
schnittes soll der Beschwerdeführer nach den Zusammenstössen von 
Mitte Januar 2006 verschwunden sein. Es erscheint daher erstaunlich, 
dass  er  seit  Juni  2006  regelmässig  (monatlich)  seinen  Bruder  in 
Y._______  besucht  haben  will,  insbesondere   vor  dem Hintergrund, 
dass sich dieser den Rebellen angeschlossen und für den Beschwer-
deführer  Kundschaft  für  den  Vertrieb  seiner  Waren  (Haushaltgeräte, 
Mobiltelefone)  gesucht  haben soll  (A6/10 S. 3,  4  und  5). In  das Er-
scheinungsbild  nicht  nachvollziehbarer  respektive  unglaubhafter  Vor-
bringen  passen  schliesslich  die  realitätsfremden  Schilderungen  des 
Beschwerdeführers  zu  den  Ausreiseumständen.  Ohne  im  Einzelnen 
darauf  einzugehen,  kann  hierzu  vollumfänglich  auf  die  zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung verwie-
sen werden (I/Ziff. 2c S. 3). Ferner kann nicht unerwähnt bleiben, dass 
im  Rahmen  der  Ehevorbereitungen  des  Beschwerdeführers  eine  an 
dessen  heutige  Ehefrau  _______  adressierte  Kuriersendung  vom 
Grenzwachposten W._______ Flughafen kontrolliert wurde, wobei der 
Inhalt der Kuriersendung aus einem auf den Namen des Beschwerde-
führers lautenden Reisepasses (Gültigkeit: [...]) bestand, der am [...] in 
Abidjan um drei Jahre bis [...] verlängert wurde. In der Folge wurde der 
keine  objektiven  Fälschungsmerkmale  aufweisende  Pass  in  Anwen-
dung von Art. 10 Abs. 2 AsylG eingezogen und dem BFM überwiesen, 
welches mit  Schreiben vom 21. Dezember 2009 die heutige Ehefrau 
_______ des Beschwerdeführers  über  die  entsprechende Dokumen-
tensicherstellung informierte. Nach dem Gesagten – nähere Hinweise 
oder Aufschlüsse für eine asylrelevante Gefährdungssituation des Be-
schwerdeführers unterbleiben – drängt sich insgesamt die Vermutung 
auf,  beim  vorliegenden  Sachvortrag  handle  es  sich  um  einer  kon-
struierte Geschichte.

4.4 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer 
nicht darzutun vermochte, dass er einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 

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AsylG ausgesetzt war oder begründete Furcht hat, einer solchen aus-
gesetzt  werden zu können. Er kann daher  nicht  als  Flüchtling  aner-
kannt werden. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdefüh-
rers demnach zu Recht abgelehnt. Bei dieser Sachlage erübrigen sich 
weitere Erörterungen zu den übrigen Vorbringen in der Beschwerde. 

5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Infolge Heirat mit  einer Ausländerin, welche im Besitz einer Nie-
derlassungsbewilligung  ist,  verfügt  der  Beschwerdeführer  grundsätz-
lich  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung. 
Die konkrete Beurteilung des geltend gemachten Anspruchs und damit 
auch der Entscheid über die Wegweisung fällt in die Zuständigkeit der 
fremdenpolizeilichen  Behörden  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  21  E.  8d 
S. 175 f.). Die  Ehefrau des Beschwerdeführers hat  am 10. Mai  2010 
bei den zuständigen Behörden für ihren Ehemann ein Gesuch um Fa-
miliennachzug – mithin ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbe-
willigung für diesen – gestellt. Bei dieser Sachlage ist die  vom BFM im 
Rahmen des Asylverfahrens angeordnete Wegweisung (Ziff. 3 der an-
gefochtenen Verfügung) aufzuheben (vgl. EMARK 2001 Nr. 21 a.a.O. 
E. 11a S. 177).

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten in Bezug auf die Frage der Flücht-
lingseigenschaft und der Asylgewährung abzuweisen. Die Anordnung 
der Wegweisung ist, da die diesbezügliche Zuständigkeit aufgrund der 
Heirat des Beschwerdeführers zu den ausländerrechtlichen Behörden 
gewechselt hat – aufzuheben.

7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten für den Teil 
des Unterliegens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 
und 5 VwVG). Da der Beschwerdeführer indes gemäss den vorliegen-
den Akten aktuell nicht erwerbstätig ist, kann davon ausgegangen wer-

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den,  dass  er  prozessual  bedürftig  ist.  Gleichzeitig  müssen  die  Be-
schwerdebegehren  als  im  Zeitpunkt  der  Einreichung  als  nicht  aus-
sichtslos bezeichnet werden. Demnach ist das Gesuch um Gewährung 
der  unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65  Abs. 1 VwVG 
gutzuheissen und auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzich-
ten.

7.2 Die Frage der Ausrichtung einer Parteientschädigung für den Teil 
der Gegenstandslosigkeit im vorliegenden Verfahren bemisst sich auf-
grund  der  Sachlage vor  Eintritt  des  Erledigungsgrundes,  sofern  das 
Verfahren ohne Zutun der Partei gegenstandslos geworden ist (Art. 15 
i.V.m. Art. 5  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2). Bezogen  auf  die  Aufhebung der  Wegweisung  infolge 
eines  grundsätzlichen  Anspruchs  des  Beschwerdeführers  auf  Ertei-
lung einer Aufenthaltsbewilligung ist eine summarische Würdigung der 
Prozessaussichten  vorzunehmen.  Aufgrund  der  Aktenlage  und  der 
Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVGE 2009/41) 
sind vor dem Eintritt des Erledigungsgrundes – Anspruch auf Erteilung 
einer Aufenthaltsbewilligung – die Erfolgsaussichten im Vollzugspunkt 
betreffend  die  Wegweisung  indes als  gering zu betrachten,  so  dass 
diesbezüglich keine Parteientschädigung zu sprechen ist. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird hinsichtlich der Frage der Flüchtlingseigenschaft 
und  Asylgewährung  (Ziffn.  1  und  2  der  Verfügung  des  BFM  vom 
1. März 2007) abgewiesen.

2.
Die  Anordnung  der  Wegweisung  (Ziffn. 3-5  der  Verfügung  des  BFM 
vom 1. März 2007) wird aufgehoben.

3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird 
gutgeheissen.

4.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

5.
Es wird keine Parteientschädigung entrichtet.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 

Kurier; in Kopie)
- [die zuständige kantonale Behörde] (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

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