# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d17919f-0056-5766-8d2b-27cb277d5a51
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-11
**Language:** de
**Title:** betreffend LWS-Beschwerden vorübergehende Verschlimmerung eines krankhaften Vorzustandes, dann Wegfall der natürlichen Kausalität; Adäquanz der HWS-Beschwerden rund 2 Jahre nach dem Unfallereignis verneint.
**Docket/Reference:** UV.2012.00205
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2012.00205.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2012.00205
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Schüpbach
Urteil
vom
11. Februar 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Antonia
Kerland
Advokaturbüro
Langstrasse 4, 8004 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1976
,
arbeitete seit Mai 2002 bei der
Y.___
in
Z.___
als Flight
Attendant
und war in dieser Eigenschaft bei der Schweize
rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unfälle versi
chert
(Urk. 9/107)
.
Am 7. Juni 2010 erlitt sie einen Unfall, als sie während dem Duschen in der Badewanne ausrutschte und sich dabei
den Rücken verletzte. Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen.
1.2
Mit Verfügung vom
29. Mai 2012 (Urk. 9/10
5) schloss die SUVA den Fall per 30. Juni 2012 ab und stellte die Versicherungsleistungen (Taggeld und
Heilkos
ten
) ein, da die noch bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, son
dern ausschliesslich
krankhafter Natur seien. Die von der Krankenkasse der Versicherten am 4. Juni
2
012 hiergegen erhobene vorsorgliche Einsprache (Urk. 9/106) zog diese am 25. Juni 2012 zurück (Urk. 9/115). Die am
26. Juni 2012 von der Versicherten erhobene Einsprache (Urk. 9/117) wies die SUVA mit Ent
scheid vom 9. August 2012 (Urk. 9/125 = Urk. 2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 9. August 2012 (Urk. 2) erhob die Versi
cherte am 1
2.
September 2012 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, er sei auf
zuheben (S. 2 Ziff. 1) und es seien ihr weiterhin Taggelder auszubezahlen (S. 2 Ziff. 2), eventuell sei ihr eine dem korrekt ermittelten Invaliditätsgrad entspre
chende Rente zuzusprechen (S. 2 Ziff. 3), subeventuell sei eine Begutachtung durchführen zu lassen (S. 2 Ziff. 4), subsubeventuell sei die Angelegenheit für weitere Abklärungen an die SUVA zurückzuweisen (S. 2 Ziff. 5).
Mit Beschwerdeantwort vom 13. November 2012 (Urk. 8) schloss die
Beschwer
-
de
gegnerin
auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführe
rin am
19. November 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10). Mit Replik vom
7. März 2013
hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest (Urk. 14). Mit Eingabe vom 15. März 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik und bestätigte ihren Antrag auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 21), was der Beschwerdeführerin am 18. März 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 22).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
denversicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
hin
terlässt (
Art.
19
Abs.
1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 41 E. 2c).
1.
3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.
4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000
Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchs
-
aufhe
bende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusam
-
menhang
ge
geben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.6
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Be
einträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig da
von, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Un
falls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Be
urteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und ei
ner psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001 Nr. U 442
S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.8
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356
S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entsch
eid (Urk. 2) davon aus, dass gemäss den ärztlichen Stellungnahmen das Unfallereignis vom 7. Juni 2010 nicht mehr Ursache der gemeldeten Beschwerden an der
Lendenwirbel
säule
(
LWS
)
, wie sie sich nach dem 30. Juni 2012 präsentiert hätten, dargestellt habe und der
status
quo sine
vel
ante spätestens zu diesem Zeitpunkt erreicht gewesen sei. Die danach noch bestehenden LWS-Beschwerden seien nicht mehr unfall-, sondern ausschliesslich noch krankheitsbedingt (S. 11 oben).
Ausserdem sei ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den erst viel später beklag
ten Beschwerden an der
Halswirbelsäule (
HWS
)
und dem Unfall von Anfang an nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
gegeben gewesen. Eine bloss mög
liche Kausalität genüge für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht
(S. 11 Mitte).
In der Beschwerdeantwort (Urk. 8) ging die Beschwerdegegneri
n bezüglich der HWS-Beschwerden gestützt auf die Aktenlage zu Gunsten der Beschwerdefüh
rerin davon aus,
dass sie beim Sturz in der Badewanne den Nacken angeschla
gen habe
.
Vorliegend seien jedoch keine objektivierbaren Unfallfolgen an der HWS nachgewiesen, weshalb aufgrund einer eigenständigen Adäquanzprüfung festzustellen sei, ob die geklagten Beschwerden im Bereich der HWS
in
einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Sturz vom 7. Juni 2010 stünden
(S. 3 f.).
Vorliegend sei von einem mittleren Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen (S. 4 unten).
Zusammenfassend sei höchstens ein Kriterium in nicht besonders ausgeprägter Weise erfüllt, weshalb die Adäquanz zwischen den beklagten Beschwerden und dem Unfall vom 7. Juni 2010 zu ver
neinen sei (S. 5 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber beschwerdeweise auf den Sta
ndpunkt (Urk. 1, Urk. 14), dass die durch die
Spondylolyse
und
Spondylolit
hesis
verursachten Beschwerden nicht als degenerativ zu bezeichnen seien, son
dern auf den Sturz in der Badewanne zurückzuführen seien (Urk. 1 S. 7).
Be
züglich der HWS-Beschwerden seien ausserdem mindestens drei der sieben Kri
terien in auffallender Weise gegeben, weshalb die adäquate Kausalität zu beja
hen sei (Urk. 14 S. 2 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob
eine
über
den Zeitpunkt der erfolgten
Leis
tungseinstellung
(30. Juni 2012) hinaus gehende Leistungspflicht der
Beschwer
degegnerin
besteht, mithin der Kausalzusammenhang zwischen den zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Beschwerden und dem Unfallereignis vom 7. Juni 2010.
3.
3.1
Gemäss Akten
rutschte
die Beschwerdeführerin am 7. Juni 2010
in der Bade
wanne aus und stürzte dabei auf das Gesäss (Urk. 9/1
Ziff.
6)
. Die Beschwerde
führerin machte geltend,
in der Folge
unter Schmerzen im Bereich der ganzen Wirbelsäule zu leiden (Urk. 1 S. 2 f.). Betreffend ihren Gesundheitszustand fin
den sich im Wesentlichen die nachfolgenden medizinischen Berichte in den Akten:
3.2
Nach ihrem Sturz in der Badewanne vom 7. Juni 20
10 wurde die
Beschwer
-
defüh
rerin
erstmals am 8. Juni 2010 bei ihrer Hausärztin
Dr.
med.
A.___
, FMH Physikalische Medizin,
untersucht
.
In ihrem Bericht vom 8. Juli 2010 (Urk. 9/2)
erhob
dies
e
als Befund ausgedehnte muskuläre Verspan
nungen lumbal beidseits mit stark eingeschränkter Beweglichkeit der LWS,
Druckdolenzen
gluteal
beidseits ohne sichtbare Verletzung sowie einen unauf
fälligen ne
urologischen Status (
Ziff.
4), und diagnostizierte
ein posttraumati
sches
lumbospondylogenes
Syndrom (
Ziff.
5)
. Sie attestierte der Beschwerde
führerin bis auf weiteres eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
8).
3.3
Mittels am 10. Juni 2010
durchgeführtem
Röntgen (Urk. 9/6) der LWS konnten keine
ossären
Läsionen sowie keine posttraumatisch aufgetretene
Beckenringlo
ckerung
festgestellt werden.
Das Röntgen ergab hingegen eine
Spondylolisthesis
des LWK 5 um 1 cm bei einer
Spondylo
lyse
beider Wirbelbögen sowie eine rechtskonvexe Skoliose und ein Hohlkreuz.
Mittels
am
24. August 2010 durchgeführt
e
r
Magnetresonanz-Tomographie
(MRI)
der HWS (Ur
k. 9/128 = Urk. 9/130/4) konnte ausser einer linkskonvexen
skoliotischen
Fehlhaltung der HWS sowie einer Streckhaltung und angedeuteter Kyphose im unteren HWS-Bereich nichts Auffälliges festgestellt werden.
3.
4
Mit Zwischenbericht vom
19. Oktober 2010 (Urk. 9/17 = Urk. 9/130/3)
diagnos
-
ti
zierte
Dr.
A.___
ein posttraumatisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei vorbestehender
Spondylolisthesis
L5 gegenüber S1 um 1 cm sowie ein
post
trau
-
matisches
Zervikovertebralsyndrom
(
Ziff.
1).
Sie führte aus, die Beschwer
de
-
führerin arbeite seit dem 1. Oktober 2010 wieder zu
100 % (
Ziff.
4).
3.
5
Dr.
med.
B.___
, Facharzt F
M
H für Neurologie, berichtete am 3. Dezem
ber 2010 (Urk. 9/18 = Urk. 9/130/6-8) und
nannte als Diagnose ein
zerviko-ce
phales
Schmerzsyndrom bei Status nach Sturz in der Badewanne am 7. Juni 2010 (S. 1 Mitte). Er führte aus,
es bestünden keine neurologischen Ausfälle und es gebe keine Hinweise für traumatische Gefässschäden (S. 2 Mitte). Die Be
schwerdeführerin habe beim Sturz in der Badewanne neben Rückenprellungen ein stumpfes Direkttrauma der HWS erlitten. Relevante Befunde seien eine ein
geschränkte Beweglichkeit der HWS mit
palpatorisch
verdickter und
druckdo
lenter
Nacken- und Schultermuskulatur (S. 2 unten). Eine Verletzung am Ner
vensystem scheine nicht vorzuliegen (S. 3 oben).
3.
6
Dr.
med.
C.___
, Innere Medizin FMH,
führte
am 11. Mai (Urk. 9/22-23)
aus, die Beschwerdeführerin leide aktuell immer noch unter b
elastungsabhängigen Beschwerden und klage auch über
Kribbelparästhesien
an beiden Armen.
3.
7
Die Ärzte der
D.___
berichteten am 29. Juni 2011 (Urk. 9/32) über das ambulante Assessment der Beschwerdeführerin vom
2
2.
Juni 2011 und führten aus,
aus medizinisch-diagnostischer Sicht sei bei guter Kooperation und Leistungsbereitschaft mit einem intensiven trainingsorientierten
Rehabilitati
onsprogramm
eine erhebliche Verbesserung der Beschwerden und der
arbeitsbe
zogenen
Belastbarkeit zu erreichen (S. 2 oben).
Es sei eine mässige
Symptom
ausweitung
beobachtet worden (S. 3 oben). Unter Berücksichtigung der Emp
fehlung einer multidisziplinären, trainingsorientierten un
d
psychologisch
mit
begleiteten
Rehabilitation im Tageszentrum sei gerade aufgrund der trotz er
heblicher Beschwerden noch immer starken Verankerung in ihrer Berufswelt eher von einer guten Prognose auszugehen (S. 4 oben).
3.
8
Die Ärzte des
E.___
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, berichteten am 1
2.
Juli 2011 (
Urk.
9/54 =
Urk.
9/
58)
und nannten folgende Diagnosen:
-
chronisches
Panvertebralsyndrom
-
unklare, passagere, abendliche Fühlstörung distale Extremitäten
-
Status nach
Supinationstrauma
OSG links März 2010
Sie führten aus,
bei der Beschwerdeführerin bestehe ein
chronifiziertes
pan
-
verteb
rales Schmerzsyndrom mit zervikaler und lumbaler Betonung.
Ver
schiedene ausführliche Abklärungen im Vorfeld mittels MRI der HWS und Röntgen der LWS sowie neurologische und
angiologische
Untersuchungen hät
ten unauffällige und die Beschwerden nicht erklärende Befunde ergeben (S. 1 f.).
Auch in der aktuellen klinischen Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf
höhergradige
Pathologien des Bewegungsapparates ergeben. Es zeige sich eine gewisse Diskrepanz bei unbeobachteten Bewegungen und der direkten Un
tersuchung der LWS und HWS mit Gegenspann (S. 2 oben).
3.
9
Die Ärzte der
D.___
berichteten am 31. August 2011 (
Urk.
9/43) über die
ambulante
Rehabilitation der Beschwerdeführerin und führten aus,
von einer weiteren Behandlung sei eine weitere Steigerung der Belastbarkeit zu er
warten, weshalb die Zumutbarkeitsbeurteilung nicht als
abschliessend
zu werten sei.
Die Ärzte der
D.___
ber
ichteten am 15. November 2011 (
Urk.
9/65)
über die stationäre Rehabilitation der Beschwerdeführerin vom
18. Oktober bis 11. November
2011 und führten aus, es sei eine erhebliche Symp
tomausweitung zu beobachten gewesen, welche teilweise auf eine psychische Störung zurückzuführen sei. Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur t
eil
weise verwertbar. Das
Ausmass
der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären
(S. 2 oben).
Die festgestellte psychische Störung be
gründe aktuell eine leichte arbeitsrelevante Leistungsminderung. Der Beschwer
deführerin sei eine leichte Arbeit ohne hohe psychische Anforderungen und ohne Tätigkeiten in länger dauernd vorgeneigter und/oder verdrehter
Rumpf
position
ganztags zumutbar (S. 2 Mitte).
3.1
0
Dr.
med.
F.___
, Facharzt FMH für Neurologie, berichtete am 17. Februar 2012 (
Urk.
9/
89)
,
und
nahm Stellung zum Austrittsbericht der
D.___
(vgl. vorstehend E. 3.11)
. Er führte aus, das herrschende Symptom sei der Schmerz, resultierend aus
muskuloskelettaler
Symptomatik mit Hypertonus der Schulter-/Nackenmuskeln. Die Ursache der
Chronifizierung
sei die ungenügende
Detonisierung
der betroffenen Muskelgruppen
(S. 5 unten, S. 6 Mitte)
. Er
emp
fahl die Durchführung einer High-Resolution-CT sowie
eine
Botoxbehandlung
als
weitere
Behandlungsmassnahmen
(S. 6
oben und unten
).
Am 19. März 2012 berichtete
Dr.
F.___
(
Urk.
9/91) und führte aus, die
Be
-
schwer
den
der Beschwerdeführerin seien unfallkausal und
musculo-skelettal
bedingt. Weitere Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien nicht zu erheben.
Ob eine namhafte Besserung erzielt werden könne, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden.
Am 21. März 2012 berichtete
Dr.
F.___
(
Urk.
9/92/3)
über die Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 20. März 2012
und führte aus,
die Beschwerdeführerin habe leider nicht auf die hohen Dosen der verschriebenen Medikamente rea
giert, sie habe immer noch eine verspannte Muskulatur. Die aktuelle Untersu
chung zeige eine eingeschränkte Beweglichkeit der HWS nach rechts. Es be
stünden keine sensomotorischen Ausfälle.
3.1
1
SUVA-Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchi
rurgie FMH, berichtete am 16. April 2012 (
Urk.
9/98) über die glei
chentags durchgeführte kreisärztliche Untersuchung der Beschwerdeführerin und führte aus,
somatisch bestehe ein nicht objektivierbares Schmerzsyndrom der gesamten Wirbelsäule. Bei der heutigen Untersuchung zeige sich eine
mäs
sige
bis deutliche Bewegungseinschränkung der HWS sowie der LWS in allen Bewegungsrichtungen. Neurologische Ausfälle könnten bis auf subjektiv ange
gebene Sensibilitätsstörungen des linken Unterschenkels, die keinem
Dermatom
gesichert zuzuordnen
seien, nicht festgestellt werden. Die von der Beschwerde
führerin demonstrierten Bewegungseinschränkungen sowie die subjektiv be
klagte Beschwerdesymptomatik der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in die oberen Extremitäten und auch in die unteren Extremitäten könnten aus somatischer
Sicht nicht objektiviert werden. Nach nunmehr
zwei
jährigem Verlauf seien die g
eklagten Schmerze
n
und auch die
Funktionsein
schränkungen
nicht mehr auf den Unfall vom 7. Juni 2010, sondern auf die unfallfremden degenerativen Veränderungen des Achsenorgans zurückzuführen (S. 4).
Die bildgebenden Befunde des Achsenorgans dokumentierten
ausschlies
slich
degenerative beziehungsweise bandscheibenbedingte Erkrankungen im Sinne einer
Spondylolisthesis
L5 über S1 mit
Spondylolyse
beider Wirbelbögen L5 sowie einer linkskonvexen
skoliotischen
Fehlhaltung der HWS mit
Streck
haltung
und angedeuteter Kyphose im unteren Bereich bei sonst unauffälligen Zwischenwirbelräumen. Somit habe zu keinem Zeitpunkt des hier dokumen
tierten Verlaufs eine traumatisch strukturelle Schädigung des Achsenorgans festgestellt werden können (S. 5).
Die Beschwerdeführerin sei in der Lage leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten ganztags zu verrichten. Wesentliche qualitative Einschränkungen könnten aus somatischer Sicht nicht festgestellt werden
(S. 5 unten)
.
3.1
2
Dr.
F.___
berichtete am 16. Mai 2012 (
Urk.
9/104) und nahm Stellung zum Be
richt von SUVA-Kreisarzt
Dr.
G.___
.
Er führte aus,
es gebe eine Diskrepanz in der Beurteilung des Kreisarztes und seinen erhobenen Befunden
(S. 1)
. Wenn keine Frakturen festgestellt würden,
heisse
dies nicht, dass die Beschwer
den nicht posttraumatisch seien. Die Beschwerden der Beschwerdeführerin
liessen
sich anhand der
muscul
o-skelettalen
Befunden wohl
somatisch erklären und
seien keineswegs auf degenerative Veränderungen des Achsenorgans zurückzuführen (S. 2).
Am 13. Juni 2012 berichtete
Dr.
F.___
(
Urk.
9/118) über die Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1. Juni 2012
sowie über die am 11. Juni 2012 durch
geführte Computer-Tomografie (CT)
und führte aus, die Untersuchung zeige nach wie vor eine stark eingeschränkte Rotation der HWS nach rechts.
Die ge
naue Messung der
Spondylolisthesis
L5/S1 habe 2.9 mm im High-Resolution-CT ergeben, ferner sei eine
Spondylolyse
L5 beidseits im Bereich der
Interartikular
portion
und eine weitere isthmische
Spondylolyse
im Bereich der Lamina L4 links dargestellt worden. Ansonsten hätten sich unauffällige
ossäre
Strukturen und unauffällige Bandscheiben gezeigt.
Es handle sich somit um einen
Zufalls
befund
im Zuge der Abklärungen. Eine symptomlose
Spondylo
lyse
/
Spondylo
-
listhesis
könne durch einen Unfall erstmalig Beschwerden auslö
sen und dann bildgebend entdeckt werden. Dieser Befund könne auch nicht als degenerativ bezeichnet werden.
3.1
3
Dr.
med.
H.___
, Neurologie FMH, berichtete am 21. Juni 2012 (
Urk.
9/119)
, nannte als Diagnose eine panvertebrale
myofaszia
le
Symptomatik, deutlich rechts
und zervikal betont
und führte aus,
es finde sich eine hypertone Nackenmuskulatur und eine hypertone Schultergürtelmuskulatur. Die neurolo
gischen Befunde seien im Übrigen unauffällig. Es bestehe keine Hypotrophie und keine sichere Parese und die Funktionsstörungen seien schmerzbedingt. Die Beweglichkeit des Kopfes se
i schmerzbedingt eingeschränkt. Aufgrund der bis
herigen resultatlosen therapeutischen Bemühungen sei ein Behandlungsversuch mit
Botulinumtoxin
indiziert.
3.1
4
Dr.
F.___
berichtete am 11. September 2012 (
Urk.
9/129) und
führte aus,
dass im Funktions-CT die Rotation des Kopfes in jedem Wirbelkörper von C0 bis C7 beziehungsweise in den entsprechenden Segmenten differenziert gemessen wür
den. Rotationsuntersuchungen könnten überdies mit dem Funktions-CT besser und sicherer beurteilt werden, als im MRI. Daher könne die Rechtsprechung zum Beweiswert von funktionellen MRIs nicht auf die mittels Funktions-CT erhobe
nen Befunde Anwendung finden
(S. 2)
.
Ausserdem
sei es höchst unwahrschein
lich, dass die HWS der Beschwerdeführerin ohne Unfall und aus eigener Dyna
mik heraus solche Beschwerden und solche Befunde verursacht hätte (S. 3).
4.
4.1
Unmittelbar nach dem Unfallereignis im Juni 2010 standen bei der Beschwerde
führerin vor allem Beschwerden im Bereich der LWS im Vordergrund. Die
erst
behandelnde
Ärztin
Dr.
A.___
diagnostizierte ein posttraumatisches
lumbos
pondylogenes
Syndrom (E. 3.
2). Mittels eines in der Folge am 10. Juni 2010 an
gefertigten Röntgens der LWS (E. 3.3) konnten lediglich degenerative Verände
rungen an der LWS, jedoch keine
ossären
Läsionen und auch keine posttrauma
tisch aufgetretene Beckenringlockerung
festgestellt werden.
Dr.
A.___
(E. 3.
4
), die Ärzte des
E.___
(E. 3.
8
) und Kreisarzt
Prof
.
G.___
(E. 3.1
1
) bestätigten diesen Befund.
Gemäss
dem Bericht von Kreisarzt
Prof
.
G.___
(E. 3.1
1
)
seien die aktuell noch geklagten Schmerzen
und auch die Funktionseinschränkungen nicht mehr auf den Unfall vom 7. Juni 2010, sondern auf die unfallfremden degenerativen Ver
änderungen zurückzuführen.
So hätten die bildgebenden Befunde des
Achsen
organs
ausschliesslich
degenerative beziehungsweise bandscheibenbedingte Er
krankungen dokumentiert und es habe zu keinem Zeitpunkt des dokumentierten Verlaufs eine traumatisch strukturelle Schädigung festgestellt werden können.
Gestützt auf diese medizinischen Einschätzungen ist davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin im Bereich der LWS bereits vor dem Unfallereignis ein krankhafter Vorzustand (vgl. vorstehend E. 1.4) im Sinne von degenerativen Veränderungen bestand, welcher das Beschwerdebild diesbezüglich
massgeblich
mitbestimmt.
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass der Bericht von Kreisarzt
Prof
.
G.___
(E. 3.1
1
) für die Beantwortung der gestellten Frage umfassend ist.
D
ie
Beurteilung berücksichtigt die medizinischen
Vorakten
ebenso wie die ge
klagten Beschwerden der Beschwerdeführerin. Die Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beurteilung leuchten ein und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet. So machte
Dr.
G.___
darauf aufmerksam, dass bis auf subjektiv angegebene Sensibilitätsstörungen keine neurologischen Ausfälle hätten festgestellt werden können und die von der Beschwerdeführerin de
monstrierten Bewegungseinschränkungen und Beschwerdesymptomatik nicht objektiviert werden könnten.
Weiter bezog er ausdrücklich Stellung zu den bildgebenden Befunden und
legte plausibel dar, dass ausschliesslich degenera
tive Erkrankungen
dokumentiert worden seien. Einleuchtend ist in diesem Zu
sammenhang die Argumentation, dass nach nunmehr zweijährigem Verlauf die geklagten Beschwerden nicht mehr auf den Unfall, sondern auf die degenerati
ven Veränderungen zurückzuführen seien.
Dr.
G.___
zeigte weiter in nachvoll
ziehbarer Weise auf,
dass somatisch ein nicht objektvierbares Schmerzsyndrom
der ganzen Wirbelsäule
bestehe
.
Seine Beurteilung steht zudem mit der
bundes
gerichtlichen
Rechtsprechung im Einklang, wonach es der medi
zinischen Er
fahrung entspricht, dass der organische Zustand des Rückens nach allfällig er
littenen Verletzungen wie Prellung, Verstauchung oder Zerrung in der Regel sechs Monate beziehungsweise bei degenerativen Veränderungen spätes
tens ein Jahr nach dem Unfall wieder so weit hergestellt ist, wie er es auch wäre, wenn sich der Unfall nicht ereignet hätte (vgl. etwa Urteile des Bundesge
richts 8C_744/2008 vom 26. November 2008, und 8C_29/2009 vom 1. Mai 2009,
E. 3.5, je mit Hinweisen).
Die ärztliche Beurteilung durch Kreisarzt
Prof
.
G.___
entspricht somit den
von der Rechtsprechung konkretisierten Anforderungen (vgl.
vorstehend
E.
1.7
und
E. 1.8
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt wer
den kann.
Zudem wird
die Beu
rteilung durch den Bericht der Ärzte des
E.___
(E. 3.
8
) gestützt; denn auch diese gingen von unauffälligen und die Beschwerden nicht erklärenden Befunden aus.
Weder die Einschätzung
durch
Dr.
F.___
(E. 3.1
0
, E. 3.1
2
, E. 3.1
4
) noch die Beur
teilung
durch
Dr.
H.___
(E. 3.15) vermögen die Schlussfolgerungen von Kreisarzt
Prof.
G.___
in Frage zu stellen, zumal sie keine massgeblichen und so
mit auch keine vom Bericht des Kreisarztes
Prof
.
G.___
abweichenden
Kausali
tätsaussagen
bezüglich der LWS-Beschwerden enthalten.
4.3
Somit ist festzuhalten, dass die rein unfallbedingten Beschwerden der
Be
-
schwer
deführerin
im Bereich der LWS spätestens am 30. Juni 2012 abgeheilt waren, weshalb zu diesem Zeitpunkt weder eine du
r
ch das Unfallereignis be
dingte Arbeitsunfähigkeit bestand, noch ein unfallbedingter Integritätsschaden resultierte.
5.
5.1
Bezüglich der HWS-Beschwerden ist vorweg zu prüfen, ob
von einer Fortset
zung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des
u
nfallbe
dingt
beeinträchtigten
Gesundheitszustan
des erwartet werden kann
(vgl. vorste
hend E. 1.2), mithin
ob diesbezüglich der End
zustand erreicht ist.
5.2
Die Ärzte der
D.___
führten
ber
eits im November 2011
aus, dass keine wesentliche Verbesserung der Schmerzproblematik habe erreicht werden können
und von einer Fortsetzung der Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden könne, weshalb keine weiteren Therapien mehr vorgese
hen seien
(
Urk.
9/65 S. 1 unten, S. 2 unten)
.
Kreisarzt
Prof
.
G.___
bestätigte das
Erreichen des Endzustandes im November 2011 (
Urk.
9/87,
Urk.
9/93).
Diesen schlüssigen Einschätzungen
kann gefolgt werden.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin geht aus den Berichten von
Dr.
F.___
nicht hervor, das
s
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mit entsprechender Auswirkung auf die erwerbliche Leistungsfähigkeit hätte erwartet werden kön
nen. So hielt
Dr.
F.___
im März 2012
fest, er könne nicht mit Sicherheit sagen, ob eine namhafte Besserung erzielt werden könne. Er habe einen
Behandlungs
plan
mit Abstufung aufgestellt und werde die Bes
chwerdeführerin kontrollieren
(
Urk.
9/91)
.
Dass eine namhafte Besse
rung,
wie es Dr.
F.___
formulierte, ledig
lich nicht ausgeschlossen er
scheine, genügt hier nicht, um eine weitere
Leis
tungspflicht
der
Beschwerde
gegnerin
zu be
grün
den.
Entsprechend stand einem Fallabschluss auf diesen Zeitpunkt respektive auf den
30. Jun
i 201
2
nichts im Wege (vgl. Urteil des Bundesgerichts  8C_527/2008, vom
27. November 2008 E. 4.1), und es waren keine weiteren
Heilbehandlungs
leis
tung
en
mehr geschuldet.
5.3
Aufgrund des Gesagten ist daher davon auszugehen, dass nach einem Zustand
rund
zwei
Jahre nach dem Unfall vom
Juni 2010
der Endzustand als erreicht an
ge
sehen werden kann und die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausging, dass
von den weiteren ärztlichen Behandlungen keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten sei.
6
.
6
.1
Bereits die am 24. August 2010 durchgeführte Magnetresonanz-Tomografie der HWS (E. 3.
3
) ergab
ausser einer linkskonvexen
skoliotischen
Fehlhaltung der HWS sowie einer Streckhaltung und angedeuteten Kyphose im unteren HWS-Bereich nichts Auffälliges.
Dr.
B.___
(E. 3.
5
) erwähnte im Dezember 2010 eine eingeschränkte Beweglich
keit der HWS mit
palpatorisch
verdickter und
druckdolenter
Nacken- und Schultermuskulatur
, jedoch ohne neurologische Ausfälle und ohne Hin
weise für traumatische Gefässschäden.
Sodann beobachteten d
ie Ärzte der
D.___
(E. 3.
7
, E. 3.
9
)
eine
erhebli
che
Symptomausweitung
und führten aus, dass das Ausmass der de
monstrierten physischen Einschränkungen sich mit den geringfügigen objekti
vierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und
bildge
benden
Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären lasse.
Auch die Ärzte des
E.___
(E. 3.
8
) erwähnten im Juli 2011 ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom und wiesen auf unauffällige und die Beschwerden nicht er
klärende Befunde hin.
Dr.
F.___
berichtete dann im
März (E. 3.1
0
), Mai und Juni 2012 (E. 3.1
2
) von
musculo-skelettalen
Befunden, welche die Beschwerden der Beschwerdeführerin wohl somatisch
erklären liessen u
nd keineswegs als
degenerativ
bezeichnet werden könnten.
Inwiefern diese Befunde als unfallbedingt anzusehen sind, geh
t
aus den Berichten von
Dr.
F.___
jedoch nicht hervor. So führte er
leid
glich
aus, eine symptomlose
Spondylolyse
/
Spondylolisthesis
könne durch einen Unfall erstmalig Beschwerden auslösen und dann bildgebend entdeckt werden (vgl. vorstehend E. 3.1
2
).
Da im Übrigen Schmerzen,
Druckdolenzen
, klinisch feststellbare
Bewegungsein
schränkungen
,
Muskulaturverhärtungen
und Ver
spannungen für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines
Be
schwerdebildes
zu begründen ver
mö
gen (vgl. etwa Urteile des Bundesge
richts U 9/05 vom 3. August 2005 E. 4; U 354/06
vom 4. Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 25. Juli 2007 E. 5.2 sowie vom
6. Mai 2008 8C_369/2007, E. 3), können die geklagten Beschwerden nicht als klar
ausgewiesenes
unfallbe
dingtes
organisches Substrat qualifiziert werden.
6
.2
Ob die noch geklagten Beeinträchtigungen, welchen nach den vorstehenden Ausführungen kein klar fassbares
unfallbedingtes organisches Korrelat zugrun
de
liegt
,
in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum versicherten
Unfaller
eignis
steh
en, kann offen gelassen werden. Denn diesbezüglich ist - anders als bei
Ge
sund
heitsschädigungen
mit einem klaren unfallbedingten Substrat, bei welchen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
mit Hinweisen) - eine besondere
Adä
quanz
prü
fung
vorzunehmen. Ob diese nach den in BGE 115 V 133 ge
nannten Krite
rien (Psycho-Praxis) oder nach den für die Folgen eines
Schleu
dertraumas
der HWS, eines Schädelhirntraumas oder einer dem
Schleuder
trauma
ähnlichen Verletz
ung in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisierten Regeln zu erfolgen hat, kann offenbleiben, da auch die Beur
teilung nach letzte
rer Praxis - wie im Folgenden zu zeigen ist - zur Verneinung der Adäquanz führt.
6
.3
Mangels objektiv ausgewiesener
organische
r
Unfallfolgen im Sinne nachweis
ba
rer organischer Veränderungen stellt sich di
e Frage der Ad
äquanz der von der
Be
schwerd
eführer
in
gekl
agten Beschwerden (
vgl. vorstehend E. 1.5 und E. 1.6
).
Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige
Gesche
hensablauf
mit den sich dabei entwickelnden Kräften (Urteil
des Bundesgerichts
8C_356/2007 vom 1
1.
Juni 2008, E. 6.1).
Betreffend den Unfallhergang führte die Besc
hwerdeführerin unter anderem anlässlich des ambulanten Assessments in der
D.___
(
Urk.
9/32) aus, sie sei in der Badewanne ausgerutscht und auf die rechte Gesässhälfte ge
stürzt, wobei sie mit dem Nacken auf der Badewannenkante aufgeschlagen sei. Den Kopf selbst habe sie nicht angeschlagen und sie sei auch nicht bewusstlos gewesen
. Zuerst seien mehrere Stunden nach dem Sturz Schmerzen in der Kreuzgegend aufgetreten und während dem darauffolgenden Tag
sei es zu ei
nem zunehmenden Block
i
erungsgefühl des ganzen Rückens gekommen
(S. 5).
Angesichts der Beschreibung des Unfallherganges, ist der
Beschwerde
geg
nerin
folgend (vgl. Urk.
8
S.
4
Ziff.
7.5
) davon auszugehen, dass es sich hier
bei um ein Unfallereignis mittlerer Schwere an der Grenze zu einem leichten handelt.
6.4
F
ür die Annahme einer adäquaten Kausalität
ist damit
erforderlich, dass min
des
tens
vier der
praxisgemässe
n
Kriterien gegeben s
ind (Urteil des Bundesge
richts
8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5).
Weder besonders dramatische Begleitumstände noch eine besondere Eindrück
lichkeit des Unfalls sind vorliegend ersichtlich. Zu urteilen ist hierbei objektiv
und nicht aufg
rund des subjektiven Empfindens der Beschwerdeführerin
(Urteil des Bundesgerichts 8C_249/2009 vom 3. August 2009
E. 8.2 mit Hinwe
isen).
Der
Sturz in der Badewanne vom
7.
Juni 2010
spielte s
ich
auf
grund der Schilderung de
r
Beschwerdeführer
in
und nach Lage der Akten weder
unter be
sonders drama
tischen Begleitumständen ab, noch war er besonders ein
drück
lich.
Es waren na
mentlich keine relevanten Begleitumstände zu verzeich
nen
, welche die Bejahung dieses Kriteriums gestatten würden.
Die
Beschwerdeführer
in erlitt beim Sturz
keine schweren oder besonders gelager
ten Verletzungen.
Zwar litt die
Beschwerdeführer
in
im Anschluss an den
Unfall an Beschwerden im
LWS- und HWS-B
ereich, doch ergaben die nach dem
Unfall
durchgeführten Untersuche
keine relevanten Befunde
. So erlitt
die
Be
schwerdeführer
in
keine
ossären
Verletzungen (vorstehend E. 3.2
-3.13
).
Anhaltspunkte für eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung bestehen nicht. Abklärungsmassnahmen und blosse ärztliche Kontrollen sind im Rahmen dieses Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung nicht zu berücksichtigen (Urteile
des Bundesgerichts
8C_698/2008 vom 2
7.
Januar 2009 E. 4.4 und 8C_126/2008 vom 1
1.
November 2008 E. 7.3).
Im Wesentlichen fanden nebst medikamentöser Schmerzbehandlung eine Physi
otherapie sowie eine Rehabilitation in der
D.___
statt.
Das genügt zur Bejahung des Kri
teriums nicht.
Das Kriterium der erheblichen Beschwerden kann, wenn auch nicht in ausge
prägter Form, al
s erfüllt betrachtet werden. Die
Beschwerdeführer
in
klagte durch
wegs über Nacken
- und
Rückenschmerzen
mit Ausstrahlung in beide Schultern bis zu den Händen
(vorsehend E. 3.1-
3.1
4
).
Diese Beschwerden sind einerseits jedoch nicht durchwegs durch ärztlich festgestellte Befunde hinrei
chend erklärbar und ander
er
seits konnte die Beschwerdeführerin
ärztliche Ter
mine wahrnehmen und
arbeitete
auch
seit dem
1. Oktober 2010
wieder im ur
sprünglichen Pensum
von 100
%
.
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mer
te, ist weder ersichtlich noch geltend gemach
t worden. Im Gegentei
l wurde die
Be
schwerdeführer
in
jederzeit
adäquat behandelt, an jeweilige
Spezialisten über
wie
sen und
umfassend medizinisch betreut.
Zum Kriterium der erheblichen Arbeitsunfäh
igkeit ist festzuhalten, dass die
Be
schwerdeführer
in
ihre Arbeit bereits am 1
9.
Juli 2010 wieder zu 50
%
aufnahm und ab dem
1.
Oktober 2010 wieder zu 100
%
arbeitete. Seit November 2011 wurde ih
r sodann eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittel
schweren Tätigkeit attestiert.
Eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewie
senen Anstren
gungen lag
demnach nicht vor.
6
.
5
Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass
von den  genannten Kri
terien lediglich das Kriterium der erheblichen Beschwerden – aber nicht in ausgeprägter Form -
als erfüllt erachtet werden kann, womit die Kriterien nicht in gehäufter Weise ge
geben sind, wes
halb die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem
Un
fallereignis
vom
7
.
Juni
20
10
und den über de
n 3
0
. Ju
n
i 201
2
hinaus geklag
ten, organisch nicht im Sinne der Rechtsprechung hinreichend nachweisbaren Be
schwerden
der HWS
,
zu verneinen ist.
7
.
Aufgrund des Gesagten
ist bei dieser Sachlage die Leistungseinstellung der
Be
schwerdegegnerin
per
3
0
.
Jun
i 201
2
nicht zu beanstand
en, was
zur Ab
weisung der Beschwerde
führt
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Antonia
Kerland
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Rechtsabteilung
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchüpbach