# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4606bda7-06e7-588f-b841-68db11c76dd4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.10.2009 AVI 2009/18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2009-18_2009-10-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2009/18

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 04.03.2020

Entscheiddatum: 23.10.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 23.10.2009
Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG; Art. 15 Abs. 1 AVIG: Vermittlungsfähigkeit bejaht bei 
einem Versicherten, der zwar ein Praktikum im Hinblick auf eine geplante 
Ausbildung suchte, sich daneben aber auch um reguläre Stellen bemühte 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. 
Oktober 2009, AVI 2009/18).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle 

Frei, Versicherungsrichter Martin Rutishauser; a.o. Gerichtsschreiber Benedikt Fässler

Entscheid vom 23. Oktober 2009

in Sachen

G.___,

Beschwerdeführer,

gegen

RAV Oberuzwil, Wiesentalstrasse 22, Postfach, 9242 Oberuzwil,

Beschwerdegegner,

vertreten durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,

betreffend

Vermittlungsfähigkeit (Vermittlungsbereitschaft)

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Sachverhalt:

A.      

A.a G.___ war seit dem 1. September 2005 in einem 100 %-Pensum als 

Kaufmännischer Angestellter bei der A.___ tätig (act. G 7.1/A1). Mit Schreiben vom 25. 

August 2008 wurde das Arbeitsverhältnis von der Arbeitgeberin aus wirtschaftlichen 

Gründen unter Einhaltung einer zweimonatigen Kündigungsfrist auf den 31. Oktober 

2008 gekündigt (act. G 7.1/A2). Am 9. September 2008 wurde zwischen der A.___ und 

G.___ eine neue Vereinbarung getroffen. Darin wird festgehalten, dass G.___ auf 

Anfang 2009 eine noch zu suchende Praktikumsstelle in Hinblick auf eine weitere 

Ausbildung anzutreten beabsichtige. Aus dieser Konstellation ergebe sich, dass er im 

November und Dezember keiner geregelten Arbeit nachgehen könnte. Deshalb wurde 

vereinbart, dass das Arbeitsverhältnis ab sofort auf ein Pensum von 50 % reduziert und 

bis zum 31. Dezember 2008 verlängert werde. Weiter wurde vereinbart, dass die Arbeit 

an ganzen Tagen zu leisten sei (act. G 7.1/A3). Am 10. September 2008 meldete sich 

der Versicherte beim RAV Oberuzwil zur Arbeitsvermittlung an und stellte Antrag auf 

Arbeitslosenentschädigung ab dem 10. September 2008 (act. G 7.1/C1 und C2). Mit 

Schreiben vom 17. Oktober 2008 teilte das RAV Oberuzwil dem Versicherten mit, es 

bestünden Zweifel an dessen Vermittlungsfähigkeit. Aus den eingereichten 

Arbeitsbemühungen für die Kontrollperiode September 2008 ergebe sich, dass er sich 

ausschliesslich um Praktikumsstellen im Sozialbereich bemühe. Aufgrund dieses 

Umstandes müsse davon ausgegangen werden, dass er nicht bereit sei, eine ihm 

zumutbare Stelle anzunehmen, weshalb die Vermittlungsfähigkeit auf Grund fehlender 

Vermittlungsbereitschaft verneint werden müsse. Dem Versicherten wurde zwecks 

Gewährung des rechtlichen Gehörs Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme 

eingeräumt (act. G 7.1/A14). Mit Stellungnahme vom 21. Oktober 2008 führte der 

Versicherte aus, er habe der Verlängerung der Kündigungsfrist im Rahmen des 

bisherigen Arbeitsverhältnisses zugestimmt, weil es zu wenig Arbeit gegeben habe. 

Nun, wo er nur noch 50 % arbeite, könne sich die Arbeit etwas sammeln und er habe 

an seinen Arbeitstagen etwas zu tun. Er habe am 24. September 2008 den 

Stellenvermittler Herrn R.___ gefragt, ob es für die Kasse nachvollziehbar sei, wenn er 

hauptsächlich eine Praktikumsstelle suche. Dieser habe ihm erklärt, dass dies für den 

September noch in Ordnung sei, dass er aber ab Oktober eine Festanstellung suchen 

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solle, was er auch getan habe. Im Sommer 2008 habe er die Prüfung zur Nachholung 

der BMS bestanden. Für die geplante Anmeldung bei der Fachhochschule benötige er 

neben der bestandenen Matura ein mindestens 3-monatiges Praktikum, weshalb ein 

Praktikum für ihn ganz klar Priorität habe. Aber er wolle nicht ein halbes Jahr Ferien 

machen. Deswegen bemühe er sich nun ebenfalls für eine Festanstellung im Büro und 

hoffe weiterhin, dass er ein Praktikum erhalte (act. G 7.1/A16). Am 11. November 2008 

schloss der Versicherte einen Praktikumsvertrag als Praktikant an der B.___schule für 

die Dauer von 6 Monaten vom 9. Januar 2009 bis zum 3. Juli 2009 ab (act. G 7.1/B35). 

Der Versicherte meldete sich in der Folge per 8. Januar 2009 von der 

Arbeitsvermittlung ab (act. G 7.1/B37).

A.b Mit Verfügung vom 18. November 2008 entschied das RAV Oberuzwil, dass der 

Versicherte ab Antragsstellung, d.h. ab 10. September 2008, als nicht vermittlungsfähig 

eingestuft werde. Zur Begründung führte das RAV aus, der Versicherte habe zwar mit 

sechs erbrachten Arbeitsbemühungen für die Kontrollperiode Oktober 2008 teilweise 

die formellen Bedingungen erfüllt. Da er in seiner Stellungnahme eindeutig geschrieben 

habe, dass er einer Praktikumsstelle Priorität einräumen würde, er nach Kenntnis des 

RAV bereits eine solche gefunden habe und diese auch eine zwingende Voraussetzung 

für seine weiteren beruflichen Ziele sei, müsse davon ausgegangen werden, dass der 

Versicherte zu keinem Zeitpunkt bereit gewesen wäre, eine ihm zumutbare Arbeit 

anzunehmen. Die Vermittlungsfähigkeit müsse deshalb wegen fehlender 

Vermittlungsbereitschaft verneint werden (act. G 7.1/A8).

B.      

B.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 2. Dezember 2008 Einsprache. 

Er machte geltend, seine Erklärung, dass ein Praktikum 1. Priorität habe, habe nur dazu 

gedient, seine Arbeitsbemühungen im September zu erklären. Für das RAV spiele es 

keine Rolle, ob er nun eine neue KV-Stelle oder ein Praktikum beginne. Beides führe 

zur Beendigung der Arbeitslosigkeit und zur Abmeldung beim RAV. Er sollte nicht dafür 

bestraft werden, dass er nun einen Praktikumsplatz gefunden habe. Bis zum Zeitpunkt, 

in dem er den Vertrag unterschrieben habe, habe er ebenso eine reguläre KV-Stelle 

gesucht (act. G 7.1/A20).

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B.b Mit Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2008 wurde die Einsprache 

abgewiesen. Zur Begründung führte das RAV zusammenfassend aus, dass der 

Versicherte nicht glaubhaft habe darlegen können, dass er jemals bereit gewesen wäre, 

eine ihm zumutbare Stelle anzutreten. Vielmehr sei davon auszugehen, dass er bereits 

bei Antragsstellung eine feste Disposition getroffen habe, im Januar 2009 ein Praktikum 

anzutreten. Darüber hinaus sei er bis Ende 2008 in einem Arbeitsverhältnis ohne 

Kündigungsfrist fest gebunden gewesen, was allfällig eine ergänzende Tätigkeit 

zugelassen hätte. Es sei nicht davon auszugehen, dass ihn ein Arbeitgeber für diese 

kurze Zeit zu einem Arbeitspensum von 50 % angestellt hätte (act. G 7.1/A21).

C.      

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 25. Februar 

2009. Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss, seine Vermittlungsfähigkeit sei zu 

bejahen. Zur Begründung verweist er auf die bisherigen Ausführungen gegenüber dem 

Beschwerdegegner (act. G 1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2009 beantragt der Beschwerdegegner die 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird zunächst auf den 

Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2008 verwiesen. Die Begründung des 

Einspracheentscheids dürfe jedoch nicht so verstanden werden, dass der Versicherte 

im Zeitraum zwischen dem 9. September bis 31. Dezember 2008 objektiv nicht 

vermittlungsfähig gewesen wäre, weil kein Arbeitgeber bereit gewesen wäre, ihn für 

diese kurze Zeit einzustellen. Vielmehr wäre der Beschwerdeführer grundsätzlich in der 

Lage gewesen, neben der bestehenden Tätigkeit eine ergänzende Tätigkeit mit einem 

Pensum von höchstens 50 Prozent auszuüben, selbst wenn angenommen würde, der 

Beschwerdeführer habe bereits vor der Anmeldung zur Stellenvermittlung ein 

Praktikum ab 1. Januar 2009 vereinbart gehabt, da er dem Arbeitsmarkt in diesem Fall 

3 Monate und 3 Wochen zur Verfügung gestanden hätte, was praxisgemäss für die 

Annahme der Vermittlungsfähigkeit ausreiche. Zur Vermittlungsunfähigkeit führe jedoch 

der Umstand, dass der Beschwerdeführer gar nie bereit gewesen sei, in Erfüllung 

seiner Schadenminderungspflicht eine ergänzende Tätigkeit auszuüben. Der 

Beschwerdeführer habe nicht nur durch seine Äusserungen, sondern auch durch sein 

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Bemühungsverhalten dokumentiert, dass er primär eine Praktikumsstelle suche und 

sich nur pro forma auch um eine Erwerbstätigkeit bemühte (act. G 7).

C.c Mit Replik vom 2. Juni 2009 macht der Beschwerdeführer geltend, er habe sein 

weiteres Vorgehen stets in Rücksprache mit Herrn R.___ vom RAV geplant. Er habe 

sich anfänglich auf eine 100 %-Stelle ab Januar 2009 konzentriert und habe nicht 

gewusst, dass er sich zuerst um eine 50 %-Stelle für die Monate September – 

Dezember 2008 bemühen müsste. Im September habe er nur nach einem 

Praktikumsplatz gesucht. Nachdem ihm Herr R.___ erklärt habe, dass er auch eine 

reguläre Stelle suchen solle, habe er dies in die Tat umgesetzt. Ebenfalls im September 

habe er zum ersten Mal Kontakt mit dem Schulleiter der B.___schule gehabt. Dieser 

habe Interesse gezeigt, aber zuerst noch die Finanzierung des Praktikumsplatzes 

regeln müssen. Bis zur Unterzeichnung des Praktikumsvertrags habe er sich weiter um 

eine 100 %-Stelle bemüht (act. G 9). Der Beschwerdegegner hat auf die Einreichung 

einer Duplik verzichtet (act. G 10 und 11).

Erwägungen:

1.       

Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Vermittlungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers für die Zeit vom 10. September 2008 bis zum 8. Januar 2009.

2.       

2.1   Eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ist die 

Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Die 

arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, 

eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen 

(Art. 15 Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach auch die persönliche 

Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während 

der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 120 V 388 E. 3a mit Hinweisen). 

Wesentliches Merkmal der Vermittlungsbereitschaft ist dabei im Allgemeinen die 

Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstelle (ARV 2004 Nr. 13 S. 126 E. 2.3 mit Hinweis 

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= Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. Juni 2003, C 272/02). Die 

Bereitschaft der versicherten Person, eine neue Stelle anzutreten, ist aufgrund 

objektiver Kriterien zu prüfen. Der Wille allein oder die bloss verbal erklärte 

Vermittlungsbereitschaft der versicherten Person genügen nicht (BGE 122 V 266 f. E. 

4).

2.2   Fortdauernd ungenügende Bemühungen um eine neue Stelle können ein 

wesentlicher Hinweis darauf sein, dass die versicherte Person während einer 

bestimmten Zeitdauer nicht gewillt ist, ihre Arbeitskraft anzubieten. Im Allgemeinen ist 

aber eine unzureichende Stellensuche nur Ausdruck davon, dass die versicherte 

Person ihrer Schadenminderungspflicht ungenügend nachkommt (BGE 112 V 218 

E. 1b; ARV 1996/97 Nr. 19 S. 98, Nr. 8 S. 31 E. 3 mit Hinweisen). Erst wenn sich eine 

versicherte Person trotz Einstellung in der Anspruchsberechtigung nach Art. 30 Abs. 1 

lit. c AVIG über längere Zeit hinweg nicht um eine neue Stelle bemüht, darf 

angenommen werden, es fehle ihr an der Vermittlungsbereitschaft. Sind aber immerhin 

gewisse Anstrengungen der versicherten Person festzustellen, kann grundsätzlich nicht 

auf fehlende Vermittlungsbereitschaft geschlossen werden, es sei denn, dass trotz des 

äussern Scheins nachweislich keine Absicht zur Wiederaufnahme einer 

Arbeitnehmertätigkeit bestanden hat (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 10. November 2000, C 65/00, E. 3b).

2.3   Die Vermittlungsfähigkeit setzt gemäss Art. 15 Abs. 1 AVIG auch voraus, dass die 

arbeitslose Person "in der Lage" ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen. Dazu gehört 

auch die Verfügbarkeit in zeitlicher Hinsicht (vgl. Thomas Nussbaumer, 

Arbeitslosenversicherung, in: Ulrich Meyer (Hrsg.), Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Rz 264, S. 2259). 

Eine versicherte Person, die für eine neue Beschäftigung nur noch während relativ 

kurzer Zeit zur Verfügung steht, weil sie auf einen bestimmten Termin hin anderweitig 

disponiert hat, gilt in der Regel nicht als vermittlungsfähig. In einem solchen Fall sind 

nämlich die Aussichten, zwischen dem Verlust der alten und dem Antritt der neuen 

Stelle von einem dritten Arbeitgeber angestellt zu werden, verhältnismässig gering. 

Entscheidend für die Beurteilung des Einzelfalls ist dabei, ob mit einer gewissen 

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Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass ein Arbeitgeber die 

versicherte Person für die konkret zur Verfügung stehende Zeit noch einstellen würde 

(BGE 110 V 207 E. 1; ARV 2000 Nr. 29, S. 150, E. 1b). Das Eidgenössische 

Versicherungsgericht hat jedoch wiederholt darauf hingewiesen, dass die dargelegte 

Rechtsprechung nicht dazu führen darf, jenen arbeitslosen Versicherten zu bestrafen, 

der eine geeignete, aber nicht unmittelbar freie Stelle findet und annimmt. Es handelt 

sich dabei um jenen Versicherten, der in Erfüllung seiner Schadenminderungspflicht 

alle jene Vorkehrungen getroffen hat, die man vernünftigerweise von ihm erwarten darf, 

damit er so rasch als möglich eine neue Stelle antreten kann. Einem solchen 

Versicherten ist es nicht zuzumuten, im Hinblick auf einen – theoretisch zwar 

möglichen, praktisch aber wenig wahrscheinlichen – früheren Stellenantritt mit dem 

Abschluss des neuen Arbeitsvertrages zuzuwarten und dadurch das Risiko einer 

allenfalls noch längeren Arbeitslosigkeit auf sich zu nehmen (ARV 2000 Nr. 29, S. 150, 

E. 1b; BGE 110 V 207 E. 1; BGE 123 V 214 E. 5a).

3.       

3.1   In sachverhaltsmässiger Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im 

Zeitpunkt der Anmeldung noch nicht definitiv auf Januar 2009 disponiert hatte. Der 

Praktikumsvertrag wurde vielmehr erst am 11. November 2008 abgeschlossen (act. 

G 7.1/B35). Zwar ergibt sich aus der Vereinbarung zwischen dem Beschwerdeführer 

und seiner bisherigen Arbeitgeberin vom 9. September 2008, dass er schon damals 

plante, auf Anfang 2009 eine noch zu suchende Praktikumsstelle anzutreten (act. 

G 7.1/A3). Auch in der Replik vom 2. Juni 2009 führt der Beschwerdeführer selber aus, 

dass er sich zuerst auf eine 100 %-Stelle ab Januar konzentriert und zudem im 

September 2008 nur nach Praktikumsstellen gesucht habe. Zudem gibt er selber an, 

dass seitens der B.___schule bereits im September 2008 Interesse an einer 

Praktikumsstelle signalisiert wurde (act. G 9). Dies zeigt, dass der Beschwerdeführer im 

Zeitpunkt der Anmeldung zwar beabsichtigte, ein Praktikum als Sozialarbeiter zu 

beginnen. Eine fixe Disposition ab Januar 2009 lag jedoch noch nicht vor. Weiter stand 

der Beschwerdeführer ab dem 10. September bis Ende Dezember 2008 noch zu 50 % 

in einem bis zum 31. Dezember 2008 befristeten Arbeitsverhältnis zu seiner bisherigen 

Arbeitgeberin und stand dem Arbeitsmarkt somit nur zu 50 % zur Verfügung. 

Praxisgemäss kann die Vermittlungsfähigkeit bejaht werden, wenn die versicherte 

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Person dem Arbeitsmarkt für mindestens 3 Monate zur Verfügung steht (015-AVIG-

Praxis 2006/19). Zudem war die Tätigkeit bei seiner bisherigen Arbeitgeberin an ganzen 

Tagen zu leisten, so dass die Vereinbarkeit mit einer weiteren Teilzeittätigkeit gegeben 

gewesen wäre. Weiter ergibt sich aus der Vereinbarung zwischen dem 

Beschwerdeführer und seiner Arbeitgeberin, dass die Verlängerung des 

Arbeitsverhältnisses auf Wunsch des Beschwerdeführers vorgenommen wurde. Die 

Stelle hätte vor diesem Hintergrund wohl in Absprache mit der Arbeitgeberin vor Ende 

Dezember 2008 gekündigt werden können, um noch im laufenden Jahr eine 

Vollzeitstelle anzutreten. Entgegen dem im Einspracheentscheid vertretenen 

Standpunkt kann die objektive Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers somit 

nicht verneint werden, was vom Beschwerdegegner in der Beschwerdeantwort auch 

explizit anerkannt wird.

3.2   Es bleibt zu prüfen, ob es, wie vom Beschwerdegegner geltend gemacht, beim 

Beschwerdeführer an der subjektiven Vermittlungsbereitschaft gefehlt hat. Aus den 

Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer sich im September 2008 ausschliesslich 

für Praktikantenstellen als Sozialpädagoge beworben hat (act. G 7.1/B16). Daraus darf 

jedoch nicht auf fehlende Vermittlungsbereitschaft des Beschwerdeführers 

geschlossen werden, da nachvollziehbar ist, dass er davon ausging, es spiele aus Sicht 

der Arbeitslosenversicherung keine Rolle, ob er sich abmelde, weil er eine 

Praktikumsstelle oder eine reguläre Arbeitsstelle gefunden habe. Nachdem ihm der 

RAV-Berater am 24. September 2008 mitgeteilt hatte, er müsse auch nach regulären 

Arbeitsstellen suchen, hat er sich im Oktober 2008 entsprechend beworben. Der 

Einwand des Beschwerdegegners, bei den Bewerbungen auf reguläre Stellen im 

Oktober 2008 habe es sich mit Ausnahme einer einzigen Stelle mit einem Pensum von 

50 % um Vollzeitstellen oder 80 %-Stellen gehandelt, welche er wegen der noch bis 

zum 31. Dezember 2008 laufenden 50 %-Stelle nicht hätte antreten können (vgl. act. 

G 7), rechtfertigt nicht, die im Oktober 2008 vorgenommenen Bewerbungen als blosse 

Alibi-Bewerbungen zu qualifizieren. Wie in der vorangehenden Erwägung ausgeführt, 

war es nicht ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer die Stelle bei seiner 

bisherigen Arbeitgeberin in gegenseitigem Einvernehmen allenfalls früher hätte 

verlassen können. Somit muss zumindest bis zur Unterzeichnung des 

Praktikumsvertrags am 11. November 2008 von einer subjektiven 

Vermittlungsbereitschaft des Beschwerdeführers ausgegangen werden.

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3.3   Ab der Unterzeichnung des Praktikums-Vertrages am 11. November 2008 hatte 

der Beschwerdeführer auf Anfang Januar 2009 fix disponiert. Zwar suchte er im 

November 2008 weiterhin nach einer ergänzenden Teilzeitstelle zu seinem 50 %-

Pensum bis Anfang Januar 2009. Für diesen kurzen Zeitraum war es praktisch 

unmöglich, noch eine Teilzeitstelle bis Anfang Januar 2009 zu finden. So wurde denn 

auch beispielsweise die Bewerbung bei der C.___ mit der Begründung abgesagt, eine 

Arbeit nur im Monat Dezember sei zu knapp (act. G 7.1/B34). Ab dem 11. November 

2008 fehlte es deshalb an der Vermittlungsfähigkeit in zeitlicher Hinsicht. Die Situation 

des Beschwerdeführers ist auch nicht mit derjenigen vergleichbar, in welcher ein 

Versicherter alle Vorkehren für einen raschmöglichsten Stellenantritt getroffen hatte und 

es ihm nicht zumutbar gewesen wäre, im Hinblick auf einen wenig wahrscheinlichen 

früheren Stellenantritt mit dem Abschluss eines neuen Arbeitsvertrages zuzuwarten 

(vgl. vorstehende E. 2.3 mit Hinweisen). Bei einem Praktikum überwiegen der 

Ausbildungszweck und das Erlangen beruflicher Erfahrung gegenüber der Absicht, ein 

Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit zu erzielen (ARV 1998 Nr. 7). Die Annahme der 

per 9. Januar 2009 angetretenen Praktikumsstelle am 11. November 2008 ist deshalb 

nicht in Erfüllung der Schadenminderungspflicht erfolgt (vgl. BGE 123 V 214 E. 5). 

Somit hat der Beschwerdeführer ab dem 11. November 2008 als nicht mehr 

vermittlungsfähig zu gelten.

4.       

Im Sinne der voranstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen 

und der Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2008 aufzuheben. Die 

Vermittlungsfähigkeit ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung beim RAV am 10. 

September 2008 bis 10. November 2008 zu bejahen und ab 11. November 2008 zu 

verneinen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

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1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 

23. Dezember 2008 aufgehoben und die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers 

im Zeitraum vom 10. September 2008 bis 10. November 2008 bejaht und ab 11. 

November 2008 verneint.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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