# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17679116-4330-52d9-b44d-357358353982
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.03.2022 200 2021 839
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-839_2022-03-23.pdf

## Full Text

200 21 839 UV
JAP/SVE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. März 2022

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schwitter

Visana Versicherungen AG
Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beigeladene

betreffend Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2021 (...)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1973 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beigeladene) war über 
ihre beiden Arbeitgeberinnen, die C.________ und die D.________, bei der 
Schweizerischen Versicherungsanstalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) 
und der Visana Versicherungen AG (Visana bzw. Beschwerdeführerin) ob-
ligatorisch unfallversichert, als sie gemäss Schadenmeldung UVG am 21. 
(recte: 28. [vgl. hierzu E. 3.1.1 nachfolgend]) Juni 2014 beim ... mit dem 
linken Fuss einknickte (Akten der Suva [act. II, IIA, IIB] act. II 1). Da die 
Versicherte vor diesem Ereignis zuletzt für die C.________ tätig war, aner-
kannte die Suva ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versi-
cherungsleistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeldern (vgl. 
act. II 9 f.). Nachdem die Behandlung abgeschlossen worden war und die 
Versicherte ihre Arbeitstätigkeit per 8. September 2014 wieder aufgenom-
men hatte (vgl. act. II 24, 26), wurde der Suva am 12. Dezember 2014 ein 
Rückfall gemeldet (act. II 32), woraufhin sie weiterhin Leistungen erbrachte 
(act. II 41). Nach mehreren kreisärztlichen Untersuchungen vom 24. Fe-
bruar 2016 (act. II 118), 30. August 2017 (act. II 209) sowie 26. November 
2018 (act. IIA 327 bzw. 339) schloss die Suva den Fall per 31. Januar 2019 
ab (act. IIA 358) und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 26. April 
2019 (act. IIA 401) bei einem Invaliditätsgrad von 43 % ab dem 1. Februar 
2019 eine Rente zu. Gleichentags informierte die Suva die Visana darüber, 
dass sie ihr den sie betreffenden Anteil im Rahmen von Art. 99 Abs. 2 der 
Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; 
SR 832.202) in Rechnung stellen werde, sobald die Verfügung in Rechts-
kraft erwachsen sei (act. IIA 403). Nachdem die Visana Einsprache gegen 
die Verfügung vom 26. April 2019 (act. IIA 401) erhoben hatte (act. IIA 411, 
418), veranlasste die Suva eine polydisziplinäre Begutachtung bei der ME-
DAS E.________ (MEDAS; Expertise vom 15. September 2020 
[act. IIA 487], Stellungnahme vom 18. Mai 2021 [act. IIB 523]). Gestützt auf 
das MEDAS-Gutachten sprach die Suva der Versicherten mit Einspra-
cheentscheid vom 29. Oktober 2021 (act. IIB 539) in Abänderung der Ver-
fügung vom 26. April 2019 (act. IIA 401) bei einem Invaliditätsgrad von 
33 % eine Rente zu.

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B.

Hiergegen erhob die Visana mit Eingabe vom 2. Dezember 2021 Be-
schwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Beschwerde vom 2. Dezember 2021 sei gutzuheissen.
2. Eventualiter sei die Verfügung vom 26. April 2019 aufzuheben, das Gut-

achten vom 15. September 2020 aus dem Recht zu weisen und ein neu-
es Gutachten in Auftrag zu geben.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 10. Januar 
2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 17. Januar 2022 lud der Instruktions-
richter die Versicherte zum Verfahren bei und gewährte ihr Gelegenheit zur 
Einreichung einer Stellungnahme.

Mit Eingabe vom 3. Februar 2022 beantragte die Beigeladene, vertreten 
durch Rechtsanwältin B.________, die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

Bei einem Nichtberufsunfall einer versicherten Person mit mehreren Arbeit-
gebern wird mit dem Entscheid des verfügenden ersten Versicherers zu-

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gleich der Umfang der Leistungspflicht des zweiten Versicherers festgelegt, 
ohne dass dieser darauf Einfluss nehmen könnte. Der zweite Versicherer 
wird durch die Verfügung so erheblich belastet, dass er in der für die 
Rechtsmittellegitimation geforderten Weise davon berührt ist. Die Verfü-
gung ist ihm daher zu eröffnen und er kann die gleichen Rechtsmittel er-
greifen, wie die versicherte Person (BGE 144 V 29 E. 4.2 S. 32). Die Be-
schwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht 
durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). 

Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestim-
mungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 29. Oktober 
2021 (act. IIB 539). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beigelade-
nen auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung im Zusammenhang mit 
dem Ereignis vom 28. Juni 2014.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der UVV in Kraft 
getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten 
der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet haben, und für 

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Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden 
nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 
Änderung vom 25. September 2015 des UVG). Diese intertemporalrechtli-
che Ausgangslage wirkt sich hier indes nicht entscheidwesentlich aus.

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181).

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele („conditio sine qua non“; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialver-
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges 
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 

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435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 
5.1).

2.3.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate 
Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier 
praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358; 
SVR 2020 UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2). 

2.4 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits-
zustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass-
nahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 
UVG; BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Bes-
serung bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Stei-
gerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt 
beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Bes-
serung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 40 
S. 163 E. 2.3).

2.5 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). Der 
Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen. Er 
kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 UVG). Der 
Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be-

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handlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Ver-
sicherten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass-
nahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Ren-
tenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin 
(Art. 19 Abs. 1 UVG). 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan-
ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsun-
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.6 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
(vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

2.7 Gemäss Art. 99 Abs. 2 UVV ist bei Nichtberufsunfällen der Versi-
cherer desjenigen Arbeitgebers leistungspflichtig, bei dem die versicherte 
Person vor dem Unfall zuletzt tätig und für Nichtberufsunfälle versichert 
war. Die anderen Versicherer, bei denen Nichtberufsunfälle ebenfalls ge-
deckt sind, müssen dem leistungspflichtigen Versicherer einen Anteil an 
einer allfälligen Rente, Integritätsentschädigung oder Hilflosenentschädi-
gung auf dessen Begehren hin zurückerstatten. Der Anteil richtet sich nach 
dem Verhältnis des bei ihnen versicherten Verdienstes zum gesamten ver-
sicherten Verdienst.

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3.

3.1

3.1.1 Initial werden betreffend das Ereignis, anlässlich dessen die Beige-
ladene beim ... mit dem Fuss einknickte, drei verschiedene Daten genannt 
(vgl. act. II 1 [21. Juni 2014], 6 [28. Juni 2014], 25 S. 1 [29. Juni 2014], 87 
[28. Juni 2014]). Gestützt auf das Arztzeugnis UVG vom 14. Juli 2014 
(act. II 7), gemäss welchem die Erstbehandlung am 29. Juni 2014 stattge-
funden habe und betreffend Unfallhergang ausgeführt wurde, die Beigela-
dene sei am Vortag beim ... umgeknickt, und die infolge entsprechend ab 
29. Juni 2014 attestierte Arbeitsunfähigkeit (act. II 5), ist mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich das vorliegend massge-
bende Ereignis am 28. Juni 2014 ereignete. Dies deckt sich überdies mit 
dem von der Beigeladenen im Fragebogen der Beschwerdegegnerin ange-
gebenen Datum (vgl. act. II 6). Das Ereignisdatum ist zwischen den Partei-
en denn auch unbestritten. 

3.1.2 Aufgrund der Akten erstellt und nicht streitig ist, dass das Ereignis 
vom 28. Juni 2014 die kumulativen Tatbestandsvoraussetzungen des Un-
fallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.2 hiervor) erfüllt. Da die Beige-
ladene vor dem Unfall zuletzt für die C.________ tätig und dadurch bei der 
Beschwerdegegnerin unfallversichert war (vgl. act. II 1), traf diese i.S.v. 
Art. 99 Abs. 2 UVV die gesetzliche Leistungspflicht in Form von Heilbe-
handlung und Taggeldern (vgl. E. 2.6 hiervor). Sie erbrachte denn auch 
entsprechende Leistungen (vgl. act. II 9 f.). Unbestritten ist weiter der 
Fallabschluss per 31. Januar 2019 (act. IIA 358) und dass die Beschwerde-
führerin der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 99 Abs. 2 UVV 
grundsätzlich einen Anteil an einer allfälligen Rente zu erstatten hätte (Be-
schwerde S. 15 Ziff. III lit. B Ziff. 1; vgl. E. 2.6 hiervor).

Umstritten ist hingegen, ob die noch beklagten Beschwerden am linken 
Fuss in einem anspruchsbegründenden natürlichen Kausalzusammenhang 
zum Unfallereignis vom 28. Juni 2014 stehen und die Beigeladene folge 
dessen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

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3.2

3.2.1 Im MEDAS-Gutachten vom 15. September 2020 (act. IIA 487) führ-
ten die Gutachter in der Konklusion (S. 8 Ziff. 4.1 ff.) folgende unfallkausale 
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf:

Status nach Supinationstrauma am 28. Juni 2014;
- Ruptur des Lig. fibulo-talare ant. und des Lig. fibulo-calca. links;
- Bone bruise am Talus und kleiner ossärer Ausriss am Processus anterior 

calcanei;
- konservative Behandlung;

in der Folge

- Status nach CRPS Typ I linker Fuss (ICD-10 G90.51);
aktuell

- klinisch neurologische Zeichen peripherer und zentraler 
Schmerzsensitivierung;

- Tendinitis der Sehnen des M. tibialis post. und der Mm. peronei links.

Als unfallkausale Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten 
sie anamnestisch einen Status nach Anpassungsstörung mit kurzer 
depressiver Reaktion 2017 (ICD-10 F 43.2) auf. Unfallfremd 
diagnostizierten sie mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein Morton Neurom 
Interdigitalraum III links (ICD-10 G57.6; S. 9 Ziff. 4.2).

Im orthopädischen Teilgutachten (act. IIA 487 S. 32 ff.) wurde ausgeführt, 
im November 2014 sei von Dr. med. F.________, Fachärztin für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, erstmals der 
Verdacht auf ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) 
geäussert worden. Sie habe typische Symptome wie Hitzegefühl, 
Temperaturunterschied, livide Verfärbung des Fusses festgestellt. Das MRI 
habe ein Knochenmarködem gezeigt. Die Diagnose sei in der Folge von 
mehreren Ärzten bestätigt worden. Es sei nicht dokumentiert, wann die 
Symptomatik angefangen habe, aber die Beigeladene habe nach dem 
Unfall nach einer temporären Besserung nach Ruhigstellung anschliessend 
kontinuierlich zunehmende Schmerzen gehabt. Das Intervall zwischen 
Unfall und Beginn der Symptome dürfe also zwei bis drei Monate betragen 
haben. Im Dezember 2015 habe man in der rheumatologischen Abteilung 
des Spitals G.________ allerdings beobachtet, dass gewisse typische 
Symptome gefehlt hätten. Dennoch sei nicht zu bezweifeln, dass die 

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Beigeladene diese Krankheit durchgemacht habe, wobei sich bis im 
November 2016 die Symptome weitgehend zurückgebildet hätten. Es 
bestehe kein begründeter Zweifel, dass das Auftreten des CRPS 
unfallkausal sei. Die Diagnose sei fünf Monate nach dem Unfall gestellt 
worden mit einer Anamnese von mindestens zwei Monaten zunehmender 
Schmerzen, was einem typischen Intervall entspreche. Auch wenn die 
Beigeladene vorher kurzzeitig wieder zu 100 % gearbeitet habe, sei sie 
während dieser Zeit nie beschwerdefrei gewesen, die Beschwerden hätten 
im Gegenteil stetig zugenommen (S. 39 f. Ziff. 7.1). Es sei eindeutig, dass 
die Beigeladene am linken Fuss ein CRPS durchgemacht habe, es 
bestünden jedoch objektiv kaum Residuen davon, bis auf eine 
Überlastungsproblematik der Sehnen. Die geklagten Schmerzen seien 
isoliert orthopädisch-strukturell nicht ganz in diesem Mass begründbar, 
jedoch unter Berücksichtigung der neurologisch diagnostizierten 
Hyperalgesie/Schmerzsensitivierung plausibel (S. 40 Zif. 7.5). Wegen der 
Überlastungsproblematik der Sehnen des M. tibialis post. und der Mm. 
peronei links bestünden persistierende Schmerzen im linken Fuss, weshalb 
die Steh- und Gehfähigkeit eingeschränkt sei (Ziff. 7.2).

Im psychiatrischen Teilgutachten (act. IIA 487 S. 44 ff.) wurde ausgeführt, 
die Beigeladene sei psychopathologisch unauffällig. Es fänden sich keine 
Hinweise für eine depressive Symptomatik und für eine Auffälligkeit der 
Persönlichkeitsachse. Es persistiere eine leichte Verminderung der 
Schlafdauer, die sich mit den Schmerzen erkläre. Die Beigeladene sei ein 
Jahr in psychologischer Behandlung gewesen, wo eine leichte 
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.20) diagnostiziert worden sei. Die 
Behandlung sei nach einem besseren Umgang mit den Schmerzen Ende 
2018 beendet worden (S. 52 Ziff. 7.1). Es habe zu keinem Zeitpunkt eine 
psychische Störung vorgelegen, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt habe 
(S. 53 Ziff. 8.4).

Im neurologischen Teilgutachten (act. IIA 487 S. 55 ff.) wurde ausgeführt, 
innerhalb der ersten sechs bis acht Wochen seien sowohl die 
anamnestischen als auch die erforderlichen Untersuchungskriterien für die 
Bestätigung der CRPS-Diagnose erfüllt gewesen. Somit könne retrospektiv 
betrachtet in den ersten sechs bis acht Wochen nach stattgehabtem 

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Trauma ein CRPS Typ I bestätigt werden (S. 66 Ziff. 7.1). Zum Zeitpunkt 
der Konsultation bei Dr. med. F.________ seien die CRPS-Kriterien 
vollumfänglich erfüllt gewesen (anhaltend überproportional starker 
Schmerz, 3/4 anamnestische Kategorien und 2/4 Untersuchungskategorien 
erfüllt, keine anderweitige Erklärung, die das Vollbild vollumfänglich 
alternativ erklären könnten). Es habe sich im weiteren Verlauf des Jahres 
2015 eine Besserungstendenz des CRPS bei jedoch weiterhin 
persistierenden Schmerzen gezeigt (S. 67). Ab Dezember 2015 scheine 
sich eine Dynamik im Verlauf dahingehend entwickelt zu haben, als dass 
die CRPS-assoziierten Beschwerden zunehmend in den Hintergrund 
gerückt seien, dafür aber etwas mehr die nozizeptive Schmerzkomponente 
in den Vordergrund getreten sei. Erstmals seien im Bericht der 
Rheumatologie des Spitals G.________ vom 29. Dezember 2015 die IASP-
Diagnosekriterien (International Association for the Study of Pain) für ein 
CRPS als nicht mehr erfüllt erachtet worden (vgl. hierzu act. II 109; S. 70). 
Neurologischerseits bestünden angesichts der Beschwerden vielmehr 
Hinweise dafür, dass sich bei der Beigeladenen zunehmend eine zentrale 
Schmerzsensitivierung auf dem Boden des CRPS eingestellt habe, was 
insbesondere die Allodynie im Bereich des Fusses erkläre. Betrachte man 
die IASP-Diagnosekriterien für ein CRPS, seien die anamnestischen 
Kriterien nicht mehr erfüllt, da die beschriebene Hyperalgesie mit der 
zentralen Schmerzsensitivierung erklärt werden könne. Auch die 
Untersuchungskriterien seien aktuell nicht mehr erfüllt (S. 72). Ein Teil der 
Beschwerden bei lokalem Schmerztriggerpunkt mit messerstichartigen 
Schmerzsensationen in der Mitte des Fussballens links könne auch durch 
das MR-tomographisch festgestellte Morton-Neurom im 
Intermetatarsalraum III erklärt werden. Während das Morton-Neurom 
überwiegend wahrscheinlich unfallfremder Genese sei, seien das CRPS 
Typ I (zumindest so lange die Diagnosekriterien erfüllt gewesen seien), die 
residuellen orthopädischen Beschwerden sowie die zentrale 
Schmerzsensitivierung jedoch überwiegend wahrscheinlich unfallkausal. 
Insbesondere habe sich die Schmerzsensitivierung nur ausbilden können, 
da vorgängig ein CRPS Typ I bestanden habe und auch chronisch-
nozizeptive Schmerzen vorhanden gewesen seien, die eine entsprechende 
Zentralisierung des Schmerzes auslösen könnten. Darüber hinaus hätten 
sich in der Klammer-Algometrie keine Hinweise für eine 

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Schmerzerkrankung aus dem somatoformen Störungskreis gefunden 
(S. 73).

In der Konklusion (act. IIA 487 S. 8 ff. Ziff. 4) hielten die Gutachter fest, es 
sei von einem Endzustand auszugehen. Aus neurologischer Sicht seien die 
wichtigsten schmerzmodulierenden und schmerzreduzierenden 
Massnahmen ergriffen worden, die auch teilweise zur Besserung der 
Beschwerden und zu einer Desensibilisierung beigetragen hätten. 
Restbeschwerden seien jedoch im Sinne eines Mischbildes aus 
orthopädischen und neurologischen Diagnosen weiterhin ausgewiesen 
(S. 11 Ziff. 5 lit. a). Wegen der Überlastungsproblematik bestünden 
persistierende Schmerzen im linken Fuss, weshalb die Steh- und 
Gehfähigkeit eingeschränkt sei. Auch das Treppensteigen sei limitiert und 
solle drei Stockwerke auf einmal nicht übersteigen. Das Arbeiten in 
Zwangshaltungen sei nur kurzfristig möglich, solle aber nicht dauerhaft 
sein. Es sollten keine überwiegend im Stehen oder im Gehen 
auszuführenden Tätigkeiten vollschichtig zugemutet werden, da eine 
Schmerztriggerung mit Schmerzexazerbationen ausgelöst werde. Die 
oberen Extremitäten seien nicht eingeschränkt, entsprechend seien 
Überkopfarbeiten problemlos möglich, auch die kräftige Anwendung beider 
Hände resp. Arme sei uneingeschränkt möglich. In der angestammten 
Tätigkeit könnten zwar grundsätzlich alle Arbeiten verrichtet werden, aber 
nur in zeitlich stark eingeschränktem Umfang. Die Tätigkeit sei als nicht 
ideal angepasst anzusehen und die Vorbeurteilung einer darin nur noch 
40%igen Arbeitsfähigkeit zu stützen. In einer optimal angepassten Tätigkeit 
sei eine 60%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (S. 11 Ziff. 6). Der Einschätzung 
von Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
Kardiologie und Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 
der IV (vgl. hierzu act. IIA 346 S. 4 f.), sei weiterhin zuzustimmen. Das 
Profil von Dr. med. H.________ laute wie folgt: Die Beigeladene sei aus 
medizinischer Sicht in der Lage, trotz ihrer fortbestehenden 
Behinderungen, in einer angepassten Tätigkeit ein arbeitstägliches Pensum 
von sechs Stunden an fünf Tagen der Woche zu leisten (entsprechend 
einem Pensum von 70 %). Dabei sei eine zusätzliche Leistungsminderung 
von 25 % zuzumessen. Diese sei bedingt durch den Bedarf an 
langdauernden zusätzlichen Pausen (von mindestens 30, optimal 60 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 13

Minuten), in den Arbeitstag integriert, in denen die Versicherte durch 
geeignete Massnahmen den schmerzhaften linken Fuss entlasten könne. 
Die Summe dieser Zusatzpausen werde auf zwei Stunden pro Tag 
veranschlagt. Dieser Einschätzung sei weiterhin zuzustimmen. Seit dem 
Berentungszeitpunkt könne von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit ausgegangen werden, zumal das CRPS mittlerweile 
abgeklungen sei und nur noch eine Überlastungsproblematik am Fuss 
sowie eine Hyperalgesie und eine Tendinitis vorhanden seien (S. 12 Ziff. 7 
lit. a). Die Einschränkungen seien organisch (orthopädisch/neurologisch) 
erklärbar (lit. b). 

3.2.2 Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt als beratender Arzt der 
Beschwerdeführerin in der Stellungnahme vom 20. Oktober 2020 zum 
Gutachten (act. IIB 503 S. 7) zusammenfassend fest, dieses vermöge in 
seinem orthopädischen und neurologischen Teil zwar auf Ebene von 
Anamnese und Erhebung der Befunde zu überzeugen, wohingegen deren 
Interpretation – vor allem im neurologischen Teil – nicht ohne weiteres 
nachvollziehbar sei. Dabei werde insbesondere dem Vorliegen von 
möglichen nichtorganischen Faktoren keine ausreichende Bedeutung 
beigemessen, obwohl die Ergebnisse der Klammer-Algometrie am 
Ohrläppchen eindeutig in diese Richtung zeigten. Bei der Festlegung der 
Arbeitsfähigkeit sei nicht erkennbar, dass die MEDAS-Gutachter eine 
eigenständige Beurteilung in einer optimal adaptierten Tätigkeit 
vorgenommen hätten. Vielmehr hätten sie sich auf eine schon vorgängig 
zuhanden der IV gemachte Einschätzung von Dr. med. H.________ 
gestützt. Diese basiere aber überwiegend wahrscheinlich nicht auf den 
Ergebnissen einer eigenen Untersuchung. In Bezug auf die Frage nach 
einem CRPS gelinge es den MEDAS-Gutachtern anhand der zur 
Verfügung stehenden zeitnahen Dokumente – die diesbezüglich die einzige 
heute noch verwertbare Aussagekraft hätten – in keiner Weise, durch 
objektive Befunde zu belegen, dass ein solches schon innert sechs bis acht 
Wochen nach dem Ereignis vom 28. Juni 2014 vorgelegen haben könnte. 
Vielmehr bleibe es dabei, dass diese Diagnose erstmals mit einer Latenz 
von fast fünf Monaten nach dem erlittenen Unfall von Dr. med. F.________ 
in Betracht gezogen worden sei. Allein der Umstand, dass die Beigeladene 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 14

gut zwei Monate nach dem Ereignis ihre angestammte Tätigkeit im ... 
wieder in vollem Umfang aufgenommen habe, mache es höchst 
unwahrscheinlich, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits an einem CRPS 
des linken Fusses gelitten haben könne (S. 12).

3.2.3 In der Stellungnahme der MEDAS-Gutachter vom 18. Mai 2021 
(act. IIB 523) führten diese aus, es müsse davon ausgegangen werden, 
dass Dr. med. I.________ zu einer anderen Schlussfolgerung gelangt sei 
bezüglich der Frage, ob ein CRPS vorgelegen haben könne oder nicht. 
Aber unabhängig davon, ob man ein solches CRPS in der Vergangenheit 
postuliere oder nicht, verbleibe aktuell ein klarer orthopädisch-
neurologischer Befund einer residuellen und klar unfallkausalen 
Schädigung im Sinne einer peripheren und zentralen 
Schmerzsensitivierung sowie einer Tendinitis der Sehne des M. tibialis 
post. und der Mm. peronei links. Dieser Befund führe zu einer 
Funktionseinschränkung. Das Morton Neurom im Interdigitalraum III links 
mit lokalisierten, messerstichartigen Schmerzsensationen durch Druck auf 
den medialen Fussballen wirke zwar an der Minderbelastbarkeit des 
Fusses mit, sei jedoch in der Auswirkung und klinischen Manifestation gut 
abgrenzbar. Während das hohe Schmerzniveau durch die periphere und 
zentrale Schmerzsensitivierung zu einem Dauerschmerz und damit auch zu 
einer Beeinträchtigung z.B. einer rein sitzenden Tätigkeit führe, 
manifestiere sich das Morton Neurom primär beim direkten Druck (Stehen, 
Gehen). Insofern werde keine Grundlage gesehen, die Schlussfolgerungen 
des Gutachtens vom 15. September 2020 zu ändern.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 15

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Eine von anderen mit der versicherten Per-
son befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die Objektivität des 
Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten ei-
nes Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen 
und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung 
letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Ge-
richtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 
E. 7.2.2 S. 110).

3.4 Der angefochtene Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2021 
(act. IIB 539) basiert in medizinischer Hinsicht auf dem MEDAS-Gutachten 
vom 15. September 2020 (act. IIA 487) und der Stellungnahme vom 
18. Mai 2021 (act. IIB 523). 

3.4.1 Vorab ist festzuhalten, dass sich der an die Beschwerdegegnerin 
gerichtete Vorwurf der Verletzung der Untersuchungsmaxime, indem sie 
mit der Anordnung der Begutachtung unnötige Abklärungen veranlasst ha-
be (Beschwerde S. 21 Ziff. III lit. B Ziff. 11) und nur ein Aktengutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 16

zulässig gewesen wäre (Beschwerde S. 23 Ziff. III lit. B Ziff. 15), als haltlos 
erweist. Denn praxisgemäss sind solche Einwendungen gestützt auf Treu 
und Glauben möglichst bald nach Kenntnisnahme der massgebenden 
Kenndaten der Begutachtung zu erheben (vgl. BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69, 
138 V 271 E. 1.1 S. 275). Nachdem die Beschwerdegegnerin die Be-
schwerdeführerin mit Schreiben vom 12. September 2019 (act. IIA 431) 
über die vorgesehene polydisziplinäre Begutachtung unter Bekanntgabe 
der Fachdisziplinen, Gutachter und Gutachterfragen in Kenntnis gesetzt 
hatte, beantragte diese zwar mit Schreiben vom 2. Oktober 2019 
(act. IIA 439) die Erstellung eines Aktengutachtens, erklärte sich allerdings 
ebenso ausdrücklich mit einer persönlichen Begutachtung der Beigelade-
nen einverstanden. Mit Schreiben vom 18. Oktober 2019 (act. IIA 444) hielt 
die Beschwerdegegnerin an der in Aussicht gestellten Begutachtung fest 
und gewährte der Beschwerdeführerin abermals das rechtliche Gehör, 
woraufhin diese sich nicht vernehmen liess. Schliesslich erwuchs auch die 
infolge der opponierenden Beigeladenen (vgl. hierzu act. IIA 438, 447) er-
lassene Zwischenverfügung vom 28. November 2019 (act. IIA 449) unan-
gefochten in Rechtskraft. Damit liess sich die Beschwerdeführerin auf das 
Verfahren ein, womit der Anspruch auf Anrufung der vermeintlich verletzten 
Verfahrensvorschrift (unnötige sog. „second opinion“) verwirkt ist (vgl. hier-
zu auch Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 22. Februar 2021, 
9C_344/2020, E. 4.3.2). Im Übrigen war eine verwaltungsexterne 
Begutachtung auch mit Blick auf die in der Unfallversicherung wesentliche 
Thematik der Revision bei einer Veränderung durchaus angezeigt (vgl. 
hierzu BGE 145 V 141 E. 7.3.1 S. 148, 140 V 85 E. 4.3 S. 87; SVR 2018 
UV Nr. 37 S. 133 E. 4.3).

3.4.2 Das MEDAS-Gutachten samt Stellungnahme erfüllt denn auch die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung gestellten Anforderungen an 
Expertisen (vgl. E. 3.3 hiervor) und erbringt vollen Beweis. Die Gutachter 
haben sich in Kenntnis der medizinischen Vorakten – insbesondere auch 
der echtzeitlichen Arztberichte – sorgfältig mit den geklagten Beschwerden 
auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen gestützt auf eigene Un-
tersuchungen in den Fachrichtungen Psychiatrie, Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Neurologie getroffen. 
Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 17

sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand und insbesondere zur vorliegend im Vordergrund stehenden 
Frage nach dem Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 
28. Juni 2014 und den noch beklagten Beschwerden nachvollziehbar be-
gründet.

So zeigte im Speziellen die neurologische Gutachterin unter Berücksichti-
gung eigenanamnestischer Angaben der Beigeladenen, aber insbesondere 
auch in Würdigung des Arztzeugnisses UVG des Spitals J.________ vom 
14. Juli 2014 (act. II 7) sowie der Zwischenberichte von 
Dr. med. K.________ vom 4. August (act. II 15) und vom 1. September 
2014 (act. II 19) – und damit mittels echtzeitlich erhobenen medizinischen 
Befunden (vgl. statt vieler Entscheide des BGer vom 22. Juni 2016, 
8C_177/2016, E. 4.3, und vom 18. September 2018, 8C_123/2018, 
E. 4.1.2; vgl. Beschwerde S. 16 f Ziff. III lit. B Ziff. 4 ff.) – für den Rechtsan-
wender anhand der geltenden Budapest-Kriterien nach HARDEN et al. 2007 
resp. den nach den aktuellen und darauf basierenden IASP-Kriterien aus-
führlich und einleuchtend auf, weshalb innerhalb der Latenzzeit von sechs 
bis acht Wochen nach dem Unfall sowohl die anamnestischen als auch die 
erforderlichen Untersuchungskriterien für die Bestätigung der CRPS-
Diagnose erfüllt waren. Dabei legte sie – entgegen der Ansicht von 
Dr. med. I.________ (act. IIB 492 S. 4 ff., 496 S. 16 ff.; act. I 360-363) – 
sorgfältig und schlüssig dar, welche Kriterien sie gestützt auf welche Be-
funde als erfüllt bzw. als nicht erfüllt erachtete (vgl. hierzu act. IIA 487 S. 65 
f. Ziff. 7.1). Ferner begründete die neurologische Expertin fundiert und be-
zugnehmend auf echtzeitliche Arztberichte plausibel, dass es bei der Bei-
geladenen als Folge der Verletzung und des sich ab Ende 2015 in Remis-
sion befindlichen CRPS und den zusätzlich vorliegenden chronisch-
nozizeptiven Schmerzen zu einer peripheren und zentralen Schmerzsensi-
tivierung mit Hypersensibilisierung auf thermische und mechanische Reize 
gekommen ist (S. 70 ff. Ziff. 7.1). Gestützt auf das MEDAS-Gutachten ist 
folglich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass es nach dem 
Unfall vom 28. Juni 2014 in Folge der Verletzung und des CRPS zur Aus-
bildung einer ausgeprägten Hyperalgesie und einer peripheren und zentra-
len Schmerzsensitivierung im Bereich des linken Fusses gekommen ist, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 18

wobei zusätzlich eine Tendinitis der Sehnen des M. tibialis posterior und 
der Mm. peronei links vorliegt (S. 8 Ziff. 1). 

Selbst wenn entsprechend der Einschätzung des beratenden Arztes der 
Beschwerdegegnerin, Dr. med. I.________, davon ausgegangen würde, 
dass kein unfallkausales CRPS vorgelegen habe (act. IIA 418 S. 38), ver-
deutlichten die Gutachter in der Stellungnahme vom 18. Mai 2021 
(act. IIB 523) überzeugend, dass unabhängig davon, ob man ein CRPS in 
der Vergangenheit postuliere oder nicht, aktuell ein klarer orthopädisch-
neurologischer Befund einer residuellen und klar unfallkausalen 
Schädigung im Sinne einer peripheren und zentralen 
Schmerzsensitivierung sowie einer Tendinitis der Sehne des M. tibialis 
post. und der Mm. peronei links verblieben. Daraus resultiere eine 
Funktionseinschränkung. Grundsätzlich ist somit die Unfallkausalität hin-
sichtlich des CRPS nicht entscheidend (vgl. Beschwerde S. 18 ff. Ziff. III 
lit. B Ziff. 6 ff.), zumal sich die Symptome für ein CRPS ab Dezember 2015 
zurückbildeten, die Diagnosekriterien ab November 2016 – mithin lange vor 
dem Fallabschluss (31. Januar 2019 [act. IIA 358]) – nicht mehr erfüllt wa-
ren und die Gutachter letztlich unabhängig davon unfallkausale, organisch 
begründbare Residuen feststellten (vgl. act. IIA 487 S. 8 Ziff. 4.1 und S. 12 
Ziff. 4.2, act. IIB 523). Damit ist im Falle einer hier ohnehin nicht gegebenen 
Beweislosigkeit auch die Beweislastverteilung bezüglich des CRPS nicht 
von Relevanz (vgl. Beschwerde S. 22 Ziff. III lit. B Ziff. 12). 

Soweit die Beschwerdeführerin rügt, der Fall wäre bereits 2015 liquid ge-
wesen (Beschwerde S. 17 Ziff. III lit. B Ziff. 5, S. 21 Ziff. III lit. B Ziff. 11), 
trifft zwar zu, dass bereits Dr. med. F.________ in ihrem Bericht vom 
20. November 2014 (act. II 42) einen Verdacht auf einen beginnenden 
Morbus Sudeck (CRPS) aufführte. Dass die Beschwerdegegnerin nichts-
destotrotz (erstmals) im Februar 2016 eine kreisärztliche Beurteilung veran-
lasste (vgl. act. II 118), ist jedoch nicht zu beanstanden. Denn nicht der 
Zeitpunkt der Diagnosestellung bzw. der Kausalitätsbeurteilung ist ent-
scheidend. Vielmehr kann das Auftreten einer CPRS-Symptomatik inner-
halb der Latenzzeit auch retrospektiv anhand der echtzeitlich erhobenen 
Befunde beurteilt werden (BGer 8C_177/2016 E. 4.3 und 8C_123/2018 
E. 4.1.2), wie es sowohl die Ärzte der Beschwerdegegnerin (act. II 118, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 19

209, 274, 280, 289, act. IIA 327 bzw. 339) als auch die Sachverständigen 
(vgl. act. IIA 487 S. 8 Ziff. 4.1, S. 10 Ziff. 4.2, S. 13 Ziff. 4.3, S. 39 f. 
Ziff. 7.1, S. 64 ff. Ziff. 7.1; act. IIB 523) taten. 

Die überzeugende gutachterliche Einschätzung der MEDAS-Gutachter kor-
reliert denn auch mit der Einschätzung des Suva-Kreisarztes Dr. med. 
L.________, Facharzt für Chirurgie (vgl. act. IIA 327 bzw. 339, 397). Der 
beratende Arzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. I.________, vermochte in 
seinen Aktenbeurteilungen (act. IIB 492 S. 4 ff., 946 S. 16 ff.; act. I 360-
363) keine Aspekte zu benennen, die im Rahmen der Begutachtung uner-
kannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 
2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3). Insofern er vorbringt, die Beigeladene habe 
ab 8. September 2014 ihre Tätigkeit wieder in vollem Umfang aufgenom-
men, was mit einem zu diesem Zeitpunkt bestehenden CRPS nicht möglich 
gewesen wäre (act. IIB 503 S. 10 und 12), verkennt er zudem, dass die 
Beigeladene bis zur vollständig attestierten Arbeitsunfähigkeit ab 11. De-
zember 2014 (vgl. act. II 34) bereits ab 31. Oktober wiederum zu 40 % (vgl. 
act. II 30) und ab 20. November 2014 zu 50 % (vgl. act. II 31) arbeitsun-
fähig war (vgl. Beschwerde S. 18 Ziff. III lit. B Ziff. 7). Soweit 
Dr. med. I.________ insbesondere die Einschätzung der neurologischen 
Gutachterin in Zweifel zieht, fehlt es ihm zudem als Orthopäde an der not-
wendigen neurologischen Fachkompetenz, handelt es sich beim CRPS 
doch um eine Erkrankung des Nervensystems (vgl. zur Bedeutung der 
fachärztlichen Qualifikation der Ärzte hinsichtlich des Beweiswertes ihrer 
Aussagen statt vieler Entscheid des BGer vom 13. November 2018, 
8C_584/2018, E. 4.1.1.2). Ferner legte Dr. med. I.________ in keiner Art 
und Weise dar, inwiefern die Ergebnisse der Klammer-Algometrie auf das 
Vorliegen nichtorganischer Faktoren hinweisen sollen (vgl. act. IIB 503). 
Insgesamt vermag die Beurteilung von Dr. med. I.________ somit keine 
auch nur geringen Zweifel an der Einschätzung der MEDAS-Gutachter zu 
wecken. Unter diesen Umständen erweist sich der medizinische Sachver-
halt als hinreichend abgeklärt, weshalb sich weitere Abklärungen – entge-
gen dem Antrag der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 2 Ziff. I Rechts-
begehren 2) – in antizipierter Beweiswürdigung erübrigen (vgl. BGE 144 V 
361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 20

Was die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit betrifft, stimmten 
die Gutachter dem durch Dr. med. H.________ und Dr. med. L.________ 
anlässlich einer telefonischen Besprechung vom 7. Dezember 2018 
(act. IIA 346 S. 4) formulierten Zumutbarkeitsprofil zu. Gemäss diesem sei 
ein arbeitstägliches Pensum von sechs Stunden an fünf Tagen der Woche 
(entsprechend einem Pensum von 70 %) zumutbar. Dabei sei eine zusätz-
liche Leistungsminderung von 25 % zuzumessen, welche durch den Bedarf 
an langdauernden zusätzlichen Pausen (von mindestens 30, optimal 60 
Minuten) bedingt und in den Arbeitstag integriert sei (...). Die Summe dieser 
Zusatzpausen werde auf zwei Stunden pro Arbeitstag veranschlagt. Absch-
liessend attestierten die MEDAS-Gutachter eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit (act. IIA 487 S. 12 Ziff. 7 lit. a). In der Vorlage 
Versicherungsmedizin vom 18. April 2019 (act. IIA 397) führte auch der 
Suva-Kreisarzt Dr. med. L.________ aus, dass bei durchgängiger Arbeit 
von vier Stunden und anschliessender Pause von zwei Stunden anschlies-
send nochmals zwei Stunden Arbeit möglich seien. Falls von einem Ar-
beitstag von acht Stunden ausgegangen werde, entspreche dies dem an-
gegebenen Prozentsatz einer 60%igen Arbeitsfähigkeit. Zwischen 
Dr. med. H.________, Dr. med. L.________ und den MEDAS-Gutachtern 
besteht damit offensichtlich insoweit Einigkeit, als dass die Beigeladene 
insgesamt in der Lage ist an fünf Tagen pro Woche sechs Stunden zu ar-
beiten resp. ein zusätzlicher Pausenbedarf von zwei Stunden besteht. 
Weshalb vor diesem Hintergrund eine Arbeitsfähigkeit von 60 % in einer 
angepassten Tätigkeit attestiert wird, leuchtet nicht ein. Eine Arbeitstätigkeit 
von sechs Stunden an fünf Tagen unter Annahme eines achtstündigen Ar-
beitstages entspricht einer Arbeitsfähigkeit von 75 % (100 / 8 x 6). Dass die 
Pausen im Rahmen von ordentlichen Unterbrüchen ausserhalb der re-
gulären Arbeitszeit, insbesondere im Rahmen einer hinreichend langen 
Mittagspause, erfolgen können, mithin für sich selbst keine weitere Ein-
schränkung begründen, haben die Ärzte überzeugend festgehalten, indem 
sie ausgeführt haben, die sechs Stunden Arbeit könnten morgens zu vier 
und nach einer entsprechenden Pause nachmittags zu zwei Stunden er-
bracht werden. Selbst wenn bei der versicherungsrechtlichen Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit zusätzlich berücksichtigt wird, dass rein statistisch die 
durchschnittliche betriebsübliche Wochenarbeitszeit 41.7 Stunden (und 
nicht 40 Stunden) beträgt (vgl. Tabelle „Betriebsübliche Wochenarbeitszeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 21

nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des Bundesamts für 
Statistik [BfS], Total) ist damit von einer Restarbeitsfähigkeit von nicht we-
niger als 72 % (100 / 41.7 x 30) resp. einer Einschränkung von insgesamt 
28 % auszugehen, was zwischen den Parteien (vgl. hierzu auch Einspra-
cheentscheid vom 29. Oktober 2021; act. IIB 539 S. 24 E. 5.2.2) denn auch 
unbestritten ist. Gestützt darauf ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung 
vorzunehmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1).

Gemäss Rechtsprechung ist das Valideneinkommen in der Unfallversiche-
rung unabhängig davon zu bestimmen, ob die versicherte Person vor dem 
Unfall ihre Arbeitskraft ganz oder nur teilweise eingesetzt hat (BGE 119 V 
475 E. 2b S. 481). Diesem Faktor wird nämlich bereits dadurch Rechnung 
getragen, dass aufgrund des geringeren versicherten Verdienstes eine 
bloss teilzeitlich tätige Person eine kleinere Rente erhalten wird, als eine 
vollzeitlich erwerbstätige. Bei der Festlegung des hypothetischen Validen-
einkommens ist somit von einer vollzeitlich erwerbstätigen Person auszu-
gehen, die hinsichtlich Fähigkeiten, Ausbildung, Alter und örtlicher Verhält-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 22

nisse mit der versicherten Person vergleichbar ist (BGE 135 V 287 E. 3.2 
S. 289).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BfS herausge-
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 143 
V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 3.2). Es gilt zu 
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst 
bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll 
leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des 
konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Er-messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht 
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und 
so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 
(BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.4 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, UV/21/839, Seite 23

bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung er-
gibt sich der massgebliche Zeitpunkt aus Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG, wo-
nach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztli-
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands 
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 
IV abgeschlossen sind (BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 
S. 201). 

Die Beschwerdegegnerin schloss den Fall gestützt auf die kreisärztliche 
Untersuchung von Dr. med. L.________ vom 26. November 2018 
(act. IIA 327 bzw. 339), gemäss welcher ein medizinischer Endzustand 
erreicht war (S. 4), per 31. Januar 2019 ab (act. IIA 358) und setzte den 
Rentenbeginn auf den 1. Februar 2019 fest, was zu Recht nicht beanstan-
det wird. 

4.5 Zur Bestimmung des Valideneinkommens stellte die Beschwerde-
gegnerin auf das bei der C.________ sowie der D.________ erzielte Ein-
kommen ab, was zwischen den Parteien unbestritten blieb. Die Beigelade-
ne war je in einem 40 %-Pensum angestellt (act. II 90 f.). Im Jahr 2019 hät-
te sie in einem 100%-Pensum bei der C.________ ein Einkommen von 
Fr. 57'480.20 (Fr. 23.73 x 43 Stunden [vgl. act. II 1 Ziff. 3] x 52 Wochen + 
Fr. 4'419.90 [8.33 % von Fr. 53'060.30; 13. Monatslohn]) und bei der 
D.________ ein Einkommen von Fr. 60'972.60 (Fr. 4'690.20 x 13 Monate; 
vgl. act. IIA 372 S. 3) erzielt. Damit beläuft sich das Valideneinkommen auf 
Fr. 59'226.40 (Fr. 57'480.20 + Fr. 60'972.60 / 2).

4.6 Die Beigeladene verwertet ihre Restarbeitsfähigkeit nicht, weshalb 
das Invalideneinkommen unbestrittenermassen anhand statistischer Daten 
zu bestimmen ist (vgl. E. 4.3 hiervor). Ausgehend von der LSE 2018, Ta-
belle TA1, Kompetenzniveau 1, Frauen, Total (Fr. 4'371.--), angepasst an 
die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Tabelle „Be-
triebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden 
pro Woche“ des BfS, Total), indexiert auf das Jahr 2019 (gemäss Tabelle 
T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen, 2016-2020, Total, 2018: 101.7 , 2019: 
102.7) und angepasst an ein zumutbares Pensum von 28 % (100 / 41.7 
Stunden x 30 [5 Tage à 6 Stunden; vgl. act. IIA 346 Ziff. 2, 487 S. 12 Ziff. 7 

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lit. a]) resultiert ein Betrag von Fr. 39'757.60 (Fr. 4'371.-- x 12 Monate / 40 x 
41.7 / 101.7 x 102.7 x 0.72).

Dass der mit Verfügung vom 26. April 2019 (act. IIA 401) gewährte zusätz-
liche leidensbedingte Abzug von 15 % im angefochtenen Einspracheent-
scheid vom 29. Oktober 2021 (act. IIB 539) nicht (mehr) berücksichtigt 
wurde, ist nicht zu beanstanden, erscheint ein solcher vorliegend doch 
nicht gerechtfertigt. Den Einschränkungen wurde im gutachterlichen Zu-
mutbarkeitsprofil mit der 28%igen Einschränkung hinreichend Rechnung 
getragen (vgl. E. 4.3 hiervor). Demnach ist ein massgebliches Invalidenein-
kommen von Fr. 39'757.60 heranzuziehen.

4.7 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resul-
tiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 33 % ([Fr. 59'226.40 - Fr. 39'757.60] 
x 100 / Fr. 59'226.40; vgl. zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 
S. 123). Damit hat die Beigeladene Anspruch auf eine diesem Invaliditäts-
grad entsprechende Invalidenrente (vgl. E. 2.5 hiervor).

5.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
29. Oktober 2021 (act. IIB 539) nicht zu beanstanden und die dagegen er-
hobene Beschwerde abzuweisen. 

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Die obsiegende 
Beklagte hat als Sozialversicherungsträgerin ebenfalls keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (BGE 126 V 143 E. 4b S. 150). 

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Obsiegende beigeladene Parteien haben Anspruch auf Parteikostenersatz, 
wenn sie anwaltlich vertreten sind (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 
VPRG; MICHEL DAUM, in: HERZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar zum berni-
schen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 14 N. 11). 

Die Beigeladene wird durch Rechtsanwältin B.________ vertreten, welche 
mit Kostennote vom 17. Februar 2022 ein Honorar von Fr. 2'098.65 (7.5 
Stunden à Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 73.60 und Mehrwertsteu-
er von Fr. 150.05 (7.7 % von Fr. 1'948.60), total Fr. 2'098.65, geltend 
macht. Dies ist nicht zu beanstanden. Die Parteientschädigung wird dem-
nach für das vorliegende Verfahren auf Fr. 2'098.65 (inkl. Auslagen und 
MWST) festgesetzt; diesen Betrag hat die Beschwerdeführerin der Beige-
ladenen zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdeführerin hat der Beigeladenen die Parteikosten, ge-
richtlich bestimmt auf Fr. 2'098.65 (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Visana Versicherungen AG
- Suva
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beigeladenen
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

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desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.