# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01641dd3-7b82-53c5-af6a-b8063eeb4ddd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.06.2010 B-6256/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-6256-2009_2010-06-14.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-6256/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  J u n i  2 0 1 0

Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), 
Richter David Aschmann, Richter Frank Seethaler, 
Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann.

A._______,
vertreten durch Christoph A. Werner, 
C.A. Werner Associates, Brainware Network, 
Mülihalde 24, 8484 Weisslingen,
Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Maturitätskommission,
Staatssekretariat für Bildung 
und Forschung - Maturitätsprüfungen, 
Hallwylstrasse 4, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Maturitätsprüfung August 2009.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-6256/2009

Sachverhalt:

A.
An der Prüfungssession vom 11. bis 29. August 2009 legte A._______ 
(Beschwerdeführer) nach  einem misslungenen  ersten  Durchgang  im 
Sommer 2008 den zweiten Versuch der Maturitätsprüfung ab. Mit Ver-
fügung vom 31. August 2009 eröffnete ihm die Schweizerische Maturi -
tätskommission  (Vorinstanz),  dass  er  mit  insgesamt  90  erzielten 
Punkten  die  Bestehensnormen  der  Verordnung  über  die 
schweizerische  Maturitätsprüfung  nicht  erfüllt  und  demzufolge  die 
Prüfung  nicht  bestanden  habe. Weiter  hielt  die  Vorinstanz  fest,  der 
Beschwerdeführer  sei  im  Rahmen  der  schweizerischen  Maturitäts-
prüfung zu keiner weiteren Prüfung zugelassen. 

B.
Gegen diesen Entscheid führt der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 
1.  Oktober  2009  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht. 
Sinngemäss  stellt  er  das  Rechtsbegehren,  die  von  ihm  abgelegte 
Eidgenössische  Maturitätsprüfung  sei  als  bestanden  zu  werten  und 
ihm sei  das  Maturitätszeugnis  auszustellen. Zur  Begründung rügt  er 
einerseits die ihm anlässlich der Prüfung vom 11. bis 29. August 2009 
erteilten  Gesamtnoten  in  den  Fächern  Französisch  (3.5)  und 
Mathematik  (4.0),  darüber  hinaus  aber  auch  die  im  Rahmen  des 
ersten Versuchs 2008 erzielten Gesamtnoten in den Fächern Englisch 
(4.0)  und Musik  (4.5)  sowie  die  für  die  Maturarbeit  (Videoarbeit)  er-
haltene  Bewertung  "genügend".  Der Beschwerdeführer  kritisiert  ins-
besondere verschiedene Mängel im Ablauf der mündlichen Prüfung im 
Fach  Französisch.  Er  bemängelt, demselben  Examinator  zugeteilt 
worden zu sein, welcher ihn bereits anlässlich des ersten Anlaufs im 
Sommer 2008 geprüft habe. Der Examinator sei nicht mehr unvorein-
genommen gewesen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass der Be-
schwerdeführer  als  letzter  Kandidat  an  diesem Prüfungstag erst  um 
17.45  Uhr  geprüft  worden  sei.  Erfahrungsgemäss  seien  die  An-
forderungen  dann  höher.  Zudem  habe  der  Examinator  Prüfungs-
müdigkeitserscheinungen  gezeigt.  Die  Prüfung  beim  betreffenden 
Examinator sei für den Beschwerdeführer in jeder Hinsicht unfair ge-
wesen. Die Note für die mündliche Prüfung im Fach Französisch sei 
daher nach oben zu korrigieren. 

Im  Weiteren  beantragt  der  Beschwerdeführer  die  Offenlegung  der 
schriftlichen  Arbeiten  sowie  der  Protokolle  der  Examinatoren  in  den 

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Fächern Französisch und Mathematik aus der Prüfungssession August 
2009  sowie  in  den  Fächern  Englisch  und  Musik  aus  der 
Prüfungssession Sommer 2008. 

C.
Mit Vernehmlassung vom 11. Dezember 2009 beantragt die Vorinstanz 
die  Abweisung  der  Beschwerde.  Zur  Begründung  legt  sie  dar,  ihre 
Stellungnahme beschränke sich auf  die Prüfungen und Sachverhalte 
anlässlich der Prüfungssession 2009 und gehe nicht auf die vom Be-
schwerdeführer  in  Zweifel  gezogenen  Bewertungen  in  den  Fächern 
Englisch  und  Musik  sowie  der  Maturitätsarbeit  ein,  weil  diese 
Prüfungen an früheren Sessionen abgelegt worden seien und der Be-
schwerdeführer  innerhalb der  Rekursfrist  keine Beschwerde erhoben 
habe. In der beigelegten Stellungnahme vom 27. November 2009 weist 
der  Examinator  im Fach Französisch  die  vom Beschwerdeführer  er-
hobenen  Vorwürfe  vollumfänglich  zurück.  Auch  der  in  den  Fächern 
Mathematik  und  Französisch  anwesend  gewesene  Gruppenexperte 
beantragt in seinem Schreiben vom 5. Dezember 2009 die Abweisung 
der Beschwerde und  führt  aus, die Prüfungsleitung sei sich bewusst 
gewesen,  dass  es  sich  um  die  "letzte  Chance"  des  Beschwerde-
führers, die Schweizerische Maturitätsprüfung zu bestehen, gehandelt 
habe.  Sämtliche  erbrachten  Leistungen  und  Schlussnoten  des  Be-
schwerdeführers seien nochmals geprüft  worden, doch habe der Be-
schwerdeführer die Anforderungen an das Bestehen der Prüfung klar 
nicht erfüllt. In seiner Stellungnahme vom 8. Dezember 2009 stellt der 
Examinator im Fach Mathematik fest, die Prüfungen seien ordnungs-
gemäss und problemlos verlaufen. 

D.
In  seiner  Replik  vom 17.  Januar  2010  bemängelt  der  Beschwerde-
führer, es seien nur die schriftlichen Prüfungen sowie die Aufgaben-
stellungen der mündlichen Prüfungen im Fach Mathematik eingereicht 
worden,  hingegen  nicht  die  Protokolle  der  mündlichen  Prüfungen  in 
den Fächern Französisch und Mathematik. Der Beschwerdeführer er-
klärt  sich mit  der  Korrektur  und der  Bewertung (Note 3)  der  schrift -
lichen Französischprüfung einverstanden, hält  aber an seinen Rügen 
betreffend die behaupteten Mängel im Ablauf der mündlichen Prüfung 
im Fach Französisch fest. Betreffend der schriftlichen Prüfung im Fach 
Mathematik rügt er, die nachträgliche Eliminierung einer Aufgabe habe 
sich negativ auf sein Ergebnis ausgewirkt. Er fordert die Anhebung der  
von ihm erreichten Note 3.5 im Fach Französisch mündlich auf 4.5 und 

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die Korrektur der Note von 3.5 im Fach Mathematik schriftlich auf 4.0. 
Der  Beschwerdeführer  legt  dar,  dass sich damit  die  Gesamtnote  für 
das  Fach Französisch  von  3.5  auf  4.0  und  die  Gesamtnote  für  das 
Fach Mathematik von 4.0 auf 4.5 erhöhen würde, was wiederum zur 
Folge hätte, dass er die Matura bestanden haben würde. 

E.
Am 17. Februar 2010 verzichtet die Vorinstanz auf eine Duplik. 

F.
Auf die Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen 
wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid vom 31. August 2009 stellt eine Ver-
fügung im Sinne von Art. 5  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  dar. Das 
Beschwerdeverfahren  gegen  Verfügungen  der  Schweizerischen 
Maturitätskommission  betreffend  das  Ergebnis  von  Eidgenössischen 
Maturitätsprüfungen richtet sich gemäss Art. 29 der Verordnung über 
die schweizerische Maturitätsprüfung vom 7. Dezember 1998 (Maturi-
tätsprüfungsverordnung,  SR  413.12)  nach  den  allgemeinen  Bestim-
mungen  der  Bundesrechtspflege. Gemäss  Art. 31  und  33  Bst. f  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) ist 
das  Bundesverwaltungsgericht  zur  Beurteilung  der  vorliegenden Be-
schwerde zuständig, da keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt.

1.2 Der  Beschwerdeführer  ist  als  Adressat  durch  die  angefochtene 
Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Abs. 1 VwVG).

1.3 Eingabefrist und -form sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG). 
Der Kostenvorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) 
und  die  übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen  liegen  vor  (Art. 46 ff. 
VwVG).

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1.4 Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten. 

2.
Die  Verordnung  über  die  schweizerische  Maturitätsprüfung vom 
7. Dezember  1998  (Maturitätsprüfungsverordnung,  SR  413.12)  legt 
fest, dass die Maturitätsprüfung in sieben Grundlagenfächern sowie in 
einem  Schwerpunkt-  und  einem Ergänzungsfach  abgenommen  wird 
(Art.  14  Abs.  1  Maturitätsprüfungsverordnung).  Die  Prüfung  ist  be-
standen, wenn der Kandidat mindestens 115 Punkte erreicht (Art. 22 
Abs.  1  Bst.  a  Maturitätsprüfungsverordnung)  oder  zwischen  92  und 
114.5 Punkte erreicht, in höchstens drei Fächern ungenügend ist und 
die Summe der Punkte aus allen Notenabweichungen von vier nach 
unten  höchstens  sieben  Punkte  beträgt  (Art.  22  Abs.  1  Bst.  b 
Maturitätsprüfungsverordnung). Sind die  genannten Voraussetzungen 
nicht  erfüllt,  ist  die Maturitätsprüfung nicht bestanden. Die Punktzahl 
ist  die  Summe  der  Noten  in  den  neun  Fächern.  Die  Noten  in  den 
Fächern  zweite  Landessprache,  dritte  Sprache,  Mathematik, 
Bildnerisches  Gestalten,  Musik  und  im  Ergänzungsfach  zählen 
doppelt.  Die  Noten  im  Fach  Erstsprache,  im  Bereich  Naturwissen-
schaften,  im  Bereich  Geistes-  und  Sozialwissenschaften,  im 
Schwerpunktfach  sowie  im Grundlagenfach,  zählen  dreifach (Art.  21 
Abs. 3 Maturitätsprüfungsverordnung). 

Im Anschluss an die Teil- oder Gesamtprüfung werden die Noten durch 
den Experten oder die Expertin und den Sessionspräsidenten oder die 
Sessionspräsidentin ratifiziert. Auch wird in jedem einzelnen Fall fest -
gestellt,  ob  die  Prüfung  bestanden  ist  oder  nicht  (Art.  24  Abs.  2 
Maturitätsprüfungsverordnung).  Es  besteht  ein  Recht  auf  zwei  Ver-
suche für jede Teil- und Gesamtprüfung. Bei der Wiederholung können 
das Schwerpunkt- und das Ergänzungsfach ersetzt werden. Innerhalb 
von zwei Jahren nach einem ersten Misserfolg werden die Prüfungen 
in jenen Fächern erlassen,  in  denen mindestens die Note 5 erreicht 
wurde. Bei  Fächern mit  Noten unter 4 müssen und bei  Fächern mit 
Note 4 oder 4,5 können die Prüfungen wiederholt  werden. Die Note 
des letzten Prüfungsversuchs zählt  (Art. 26 Abs. 1 und 2 Maturitäts-
prüfungsverordnung).

Die  Prüfungsziele  und -inhalte für  die  einzelnen Fächer  richten sich 
nach  dem  gesamtschweizerischen  Rahmenlehrplan  der 
Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) 
und  sind  in  den  Richtlinien  enthalten  (Art.  9  Maturitätsprüfungsver-

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ordnung).  Diese  Richtlinien  für  die  Prüfungen  werden  von  der 
Kommission in Ergänzung zur Maturitätsprüfungsverordnung erlassen 
und  regeln  unter  anderem  die  Prüfungsziele  und  -inhalte  für  die 
einzelnen Fächer (Art. 10 Abs. 1 Bst. b Maturitätsprüfungsverordnung), 
das  Prüfungsverfahren  und  die  Beurteilungskriterien  (Art.  10  Abs. 1 
Bst.  c  Maturitätsprüfungsverordnung).  Sowohl  die  von  der 
Schweizerischen Maturitätskommission im Bereich Sprachen als auch 
im  Bereich  Mathematik  erlassenen  Richtlinien  gelten  ab  1.  Januar 
2009  (abrufbar  auf:  www.sbf.admin.ch/htm/themen/bildung/matur/ch-
matur_de.html  ). 

3.
Mit  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Überschreitung  oder 
Missbrauch des Ermessens,  die unrichtige oder unvollständige Fest-
stellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unan-
gemessenheit  der  angefochtenen  Verfügung  gerügt  werden  (Art. 49 
VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Diese Grundsätze gelten auch im Rahmen 
der  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Verfügungen  über  das 
Nichtbestehen der Eidgenössischen Maturitätsprüfungen. 

Das Bundesverwaltungsgericht kann Entscheide über die Ergebnisse 
von  Prüfungen  grundsätzlich  frei  überprüfen.  Ebenso  wie  das 
Bundesgericht  (BGE  131  I  467  E. 3.1,  BGE  121  I  225  E.  4b,  mit 
weiteren Hinweisen),  der  Bundesrat  (Verwaltungspraxis  der  Bundes-
behörden [VPB] 62.62 E. 3, VPB 56.16 E. 2.1) sowie die ehemaligen 
Rekurs- und Schiedskommissionen des Bundes (VPB 66.62 E. 4, VPB 
64.122 E. 2) auferlegt es sich dabei aber in ständiger Rechtsprechung 
Zurückhaltung,  indem  es  in  Fragen,  die  seitens  der  Justizbehörden 
naturgemäss  schwer  überprüfbar  sind,  nicht  ohne  Not  von  den  Be-
urteilungen  der  erstinstanzlichen  Prüfungsexaminatoren  abweicht 
(BVGE 2008/14 E. 3.1, BVGE 2007/6 E. 3). 

Die  dargelegte  Zurückhaltung  gilt  jedoch  nur  für  die  materielle  Be-
wertung der Prüfungsleistungen. Sind die Auslegung und Anwendung 
von  Rechtsvorschriften  streitig  oder  werden  Verfahrensmängel  im 
Prüfungsablauf  gerügt,  hat  die  Rechtsmittelbehörde  die  erhobenen 
Einwendungen mit  umfassender  Kognition  zu prüfen,  andernfalls  sie 
eine formelle Rechtsverweigerung beginge (vgl. BGE 106 Ia 1 E. 3c; 
BVGE 2008/14 E. 3.3 und BVGE 2007/6 E. 3,  Urteil  des Bundesver-
waltungsgericht  B-6261/2008  vom  4.  Februar  2010  E.  4.1).  Hierbei 

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http://www.sbf.admin.ch/htm/themen/bildung/matur/ch-matur_de.html
http://www.sbf.admin.ch/htm/themen/bildung/matur/ch-matur_de.html

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nehmen  all  jene  Einwände  auf  Verfahrensfragen  Bezug,  die  den 
äusseren Ablauf  der  Prüfung oder  das Vorgehen bei  der  Bewertung 
betreffen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-6340/2008 vom 
26. August 2009 E. 3; BVGE 2008/14 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). 

4.
In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  rügt  der  Beschwerdeführer,  die 
Vorinstanz habe ihm keine Einsicht in die Protokolle der mündlichen 
Prüfungen  in  den  Fächern  Französisch  und  Mathematik  gewährt. 
Daher  fehle  jede  Grundlage  zur  Rechtfertigung  der  mündlichen 
Benotungen.  Sinngemäss  macht  der  Beschwerdeführer  damit  eine 
Verletzung  des  sich  aus  Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) 
ergebenden Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend. 

4.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Bundes-
verwaltungsgerichts  gelten nur  die  in  Bezug  auf  die  von  den 
Examinatoren auf Grund einer formellen Vorschrift erstellten Protokolle 
als Bestandteil  der erheblichen und einsehbaren Prüfungsakten (vgl. 
BGE 115 V 297 E. 2g,  BGE 125 II  473 E. 4; Urteil  des Bundesver-
waltungsgerichts B-2203/2006 vom 27. März 2007 E. 4.2). Vorliegend 
sehen weder die Maturitätsprüfungsverordnung noch die in Ergänzung 
zu  dieser  Verordnung  erlassenen  Richtlinien  der  Schweizerischen 
Maturitätskommission  für  die  Schweizerische  Maturitätsprüfung  und 
darunter die für den Beschwerdeführer massgebenden Prüfungsricht-
linien im Bereich Sprachen oder Mathematik vor, dass über die münd-
lichen Prüfungen ein  Protokoll  erstellt  werden  müsste. Soweit  –  wie 
vorliegend – die Examinatoren und der Experte während der Prüfung 
Notizen machten, gelten diese daher als persönliche Gedankenstützen 
der  Examinatoren  für  die  Notengebung  und  das  Verfassen  einer 
Stellungnahme  im  Rahmen  eines  allfälligen  Beschwerdeverfahrens 
und  gehören  zu  den  Hilfsmitteln,  welche  ausschliesslich  der  ver-
waltungsinternen Meinungsbildung dienen und somit grundsätzlich nur 
für den verwaltungsinternen Gebrauch bestimmt sind (vgl. BGE 115 V 
297 E. 2g, BGE 125 II 473 E. 4; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
B-2203/2006 vom 27. März 2007 E. 4.2). Da somit die Examinatoren 
nicht  verpflichtet  waren,  Protokolle  zu  führen und diese im Rahmen 
des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgerichts einzureichen, und 
überdies  die  von  den  Experten  während  der  mündlichen  Prüfungen 
erstellten  Handnotizen  keine  dem  Akteneinsichtsrecht  unterliegende 
Prüfungsakten  bilden,  erweist  sich  die  vom  Beschwerdeführer  er-

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hobene Rüge, es seien ihm die Prüfungsprotokolle  zu Unrecht  nicht 
zugänglich gemacht worden, als unbegründet. 

4.2 Der  Grundsatz  des  rechtlichen  Gehörs  (Art.  29  Abs.  2  BV)  als 
persönlichkeitsbezogenes  Mitwirkungsrecht  verlangt,  dass  die  Be-
hörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Be-
troffenen auch tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der 
Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht 
der Behörden,  ihren Entscheid zu begründen.  Bei  Verstössen gegen 
die Begründungspflicht wird ein diesbezüglicher Mangel als behoben 
erachtet,  wenn  die  unterinstanzliche  Behörde  anlässlich  der  An-
fechtung ihres Entscheides eine genügende Begründung nachliefert, 
typischerweise  in  der  Vernehmlassung  (LORENZ KNEUBÜHLER,  Die  Be-
gründungspflicht, Bern 1998, S. 214 mit Hinweisen). Im Rahmen von 
Prüfungsentscheiden  kommt  die  Prüfungsbehörde  ihrer  Be-
gründungspflicht nach, wenn sie dem Betroffenen kurz darlegt, welche 
Lösungen  bzw.  Problemanalysen  von  ihm  erwartet  wurden  und  in-
wiefern  seine  Antworten  den  Anforderungen  nicht  zu  genügen  ver-
mochten. Dem Anspruch auf  Begründung wird  Genüge getan,  wenn 
die Prüfungsbehörde die Begründung im Rechtsmittelverfahren liefert 
und  der  Betroffene  Gelegenheit  erhält,  in  einem  zweiten  Schriften-
wechsel  dazu  Stellung  zu  nehmen  (vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts 
2P.23/2004  vom  13.  August  2004  E.  2.1,  1P.593/1999  vom 
1. Dezember 1999 E. 5a und 5e sowie 2P.21/1993 vom 8. September 
1999, publ. in: SJ 1994 S. 161 ff. E. 1b).

Im vorliegenden Fall haben, was das Fach Französisch betrifft, sowohl 
der Examinator und der Beisitzer der mündlichen Prüfung im Rahmen 
der Vernehmlassung der Vorinstanz ausführliche Stellungnahmen zum 
Prüfungsablauf,  den  massgeblichen  Kriterien  für  die  Bewertung  und 
zur Notengebung eingereicht. Der Beschwerdeführer konnte auf diese 
Weise  die  Überlegungen,  welche  der  Bewertung  seiner  Leistungen 
zugrunde  lagen,  zur  Kenntnis  nehmen  und  dazu  in  seiner  Replik 
Stellung  beziehen.  Eine  allfällige  Verletzung  der  Begründungspflicht 
der Vorinstanz ist daher als geheilt zu betrachten.

Im  Fach  Mathematik  hat  der  zuständige  Examinator  nur  die  an  der 
mündlichen Prüfung gestellten Aufgaben dargelegt und nochmals be-
stätigt,  dass  die  Prüfung  "in  jeder  Beziehung  ordnungsgemäss  und 
problemlos" verlaufen sei und die Leistung des Beschwerdeführers mit 
der  Note  4  bewertet  worden  sei.  Auch  die  Ausführungen  des 

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Gruppenexperten  beschränken  sich  auf  diese  Bestätigung.  Diese 
Stellungnahmen  reichen  offensichtlich  nicht  aus,  um  dem  Be-
schwerdeführer  oder  der  Rechtsmittelinstanz  nachvollziehbar  zu 
machen,  inwiefern die Antworten des Beschwerdeführers auf die ge-
stellten  Aufgaben  den  Anforderungen  nicht  vollständig  zu  genügen 
vermochten  bzw. weshalb  er  nicht  die  von ihm beantragte  Note  4.5 
erhalten hat. In Bezug auf das Fach Mathematik mündlich ist die Vor-
instanz ihrer Begründungspflicht daher nicht nachgekommen.

5.
Sodann  rügt  der  Beschwerdeführer  verschiedene  Mängel  im  Ablauf 
der mündlichen Prüfung im Fach Französisch. Er macht geltend, er sei  
demselben Examinator zugeteilt worden, welcher ihn bereits anlässlich 
des ersten Anlaufs im Sommer 2008 geprüft hatte. Der Examinator sei 
im Rahmen der Prüfung 2009 einer Voreingenommenheit infolge des 
sogenannten  HALO-Effektes unterlegen.  Diesen  Effekt  definiert  der 
Beschwerdeführer  als  einen  systematischen  Beurteilungsfehler  oder 
eine Wahrnehmungsverzerrung bei der Einschätzung von Menschen, 
beispielsweise bezüglich ihrer Kompetenz oder Qualifikation, was dazu 
führen könne, dass die Bewertung je nach Examinator im Extremfall 
um bis zu zwei Noten divergiere. Sodann bemängelt der Beschwerde-
führer,  der  Examinator  habe  ein  "unfreundliches,  abweisendes  und 
einschüchterndes  Auftreten  und  gehässiges  Verhalten"  sowie  eine 
"konsequent  fehlende Bereitschaft,  nicht  verstandene Fragen anders 
formuliert  vorzubringen"  gezeigt.  Er  habe  den  Beschwerdeführer 
wiederholt "brüskierend" bei seiner Fragenbeantwortung unterbrochen 
und stur  am vorbereiteten Fragenkatalog festgehalten,  ohne auf  den 
Kandidaten einzugehen. Schliesslich habe  der Beschwerdeführer die 
mündliche Französischprüfung am betreffenden Prüfungstag als letzter 
um  17.45  Uhr  ablegen  müssen.  Erfahrungsgemäss  seien  die  An-
forderungen  dann  höher,  und  es  bestehe  die  Tendenz,  dass  die 
Examinatoren am Ende des für sie strengen Prüfungstages "Burnout"-
Erscheinungen zeigten, welche dem Kandidaten abträglich seien. Der 
betreffende  Examinator  habe  derartige  Prüfungsmüdigkeits-
erscheinungen gezeigt  und am Schluss der Prüfung nur noch selbst 
gesprochen.  Aufgrund  dieser  Umstände  solle  die  abgegebene  Note 
3.5 im Fach Französisch mündlich "kompensierend" durch eine Note 
4.5 ersetzt werden. 

Der  in  Frage stehende Examinator,  der  Gruppenexperte,  der  an der 
fraglichen  mündlichen  Prüfung  anwesend  gewesen  war,  sowie  der 

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Prüfungspräsident  bestreiten  die  vom  Beschwerdeführer  erhobenen 
Vorwürfe.  Der  Prüfungspräsident  führt  aus,  der  Examinator  sei  auf-
grund seiner grossen Erfahrung fähig, Prüfungsleistungen präzise und 
korrekt zu beurteilen. Dies gelte auch für den Gruppenexperten. Der 
Gruppenexperte erklärt,  die Prüfung sei  klar  strukturiert  und für  alle 
Kandidaten  der  Gruppe  in  gleicher  Weise  aufgebaut  gewesen.  Der 
Examinator sodann führt aus, seine Prüfungen hätten immer exakt 15 
Minuten  gedauert.  Der  Ablauf  der  mündlichen  Prüfung  sei  für  alle 
Kandidatinnen und Kandidaten identisch gewesen.  In Bezug auf  den 
Vorwurf,  die  mündliche  Prüfung  im  Fach  Französisch  habe  erst  um 
17.45  Uhr  statt  gefunden,  halten  die  Vorinstanz  und  der  Prüfungs-
präsident fest, dass an der betreffenden Prüfungssession im Sommer 
2009 rund 850 mündliche Prüfungen zu je 15 Minuten stattgefunden 
hätten. Angesichts dieser Rahmenbedingungen sei  es unumgänglich 
gewesen,  Prüfungen  bis  um  18  Uhr  abzuhalten,  zumal  sämtliche 
Prüfungen einer  Kandidaten-Gruppe auf  zwei  aufeinander  folgenden 
Tagen hätten durchgeführt werden müssen. 

5.1 Mängel  im  Prüfungsablauf  stellen  nur  dann  einen  rechtserheb-
lichen  Verfahrensmangel  dar,  wenn  sie  das  Prüfungsergebnis  eines 
Kandidaten in kausaler Weise entscheidend beeinflussen können oder 
beeinflusst  haben  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  1P.420/2000/sch 
vom 3. Oktober 2000 E. 4b; VPB 45.43 E. 3, VPB 50.45 E. 4.1, VPB 
56.16 E. 4). Eine Beeinträchtigung muss so schwerwiegend sein, dass 
sie nach dem Lauf der Dinge und der allgemeinen Erfahrung geeignet 
ist,  die  Feststellung  der  Leistungsfähigkeit  und  des  Wissens  des 
Kandidaten zu verunmöglichen oder  doch wesentlich  zu erschweren 
(vgl.  Beschwerdeentscheid  der  REKO/EVD  vom  1.  April  2005  i.S. 
[HB/2004-10]  E. 5.2.1). Auf rein subjektiver Interpretation beruhende 
Einwendungen  gegen  das  Verhalten  des  prüfenden  Dozenten,  bei-
spielsweise die Behauptung, dieser sei "unwirsch" oder "auffällig un-
freundlich"  gewesen,  reichen  nicht  aus,  um  auf  einen  unkorrekten 
Prüfungsvorgang  zu  schliessen  (Urteile  des  Bundesgerichts 
2P.23/2004 vom 13. August 2004 E. 3.4, 2P.19/2003 vom 29. Juli 2003 
E. 4.2 mit Hinweisen). 

5.2 Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  eine  erneute  Zuteilung  eines 
Repetenten  zum gleichen  Examinator  wie  beim ersten  Prüfungsver-
such durch keine im Rahmen der Schweizerischen Maturitätsprüfung 
gültigen Rechtsgrundlagen,  d.h. weder durch die Maturitätsprüfungs-
verordnung  noch  die  Richtlinien  für  die  Maturitätsprüfung,  untersagt 

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ist. Darauf  weisen die Vorinstanz und der  Prüfungspräsident  in  ihrer 
Stellungnahme zutreffend hin. Aus rechtlicher Sicht ist demnach diese 
Regelung nicht  zu beanstanden, insbesondere lässt  sich auch keine 
Ungleichbehandlung  der  Kandidierenden  feststellen.  Auch  der  Zeit -
punkt  der  Prüfung  von  17.30  bis  17.45  Uhr  erscheint  weder  als 
rechtswidrig noch sonstwie als unzumutbar.

5.3 Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit gehabt 
hätte, bereits im Vorfeld des mündlichen Examens bei der zuständigen 
Stelle  gegen  den  vorgesehenen  Prüfungszeitpunkt  zu  protestieren 
oder ein Ausstandsgesuch gegen den in Frage stehenden Examinator 
zu stellen,  dies aber nicht  getan hat. Spätestens am ersten Tag der 
Prüfungssession  konnte  er  am Informationsbrett  vor  dem Prüfungs-
sekretariat  den  Prüfungszeitpunkt  und  die  ihm  zugeteilten 
Examinatoren  ersehen. Es  verstösst  gegen  Treu  und  Glauben,  Ein-
wände  dieser  Art  erst  im  Rechtsmittelverfahren  vorzubringen,  wenn 
ein  allfälliger  Mangel  schon  vorher  hätte  gerügt  und  in  der  Folge 
rechtzeitig  hätte  behoben  werden  können  (vgl.  Urteil  des  Bundes-
gerichts  2P.26/2003 vom 1. September 2003 E. 3.5; Beschwerdeent-
scheid der REKO/EVD vom 1. April  2005 i.S. [HB/2004-10] E. 5.2.2). 
Zwar  ergibt  sich  aus den  Ausführungen der  Vorinstanz,  dass  einem 
Gesuch  um  Wechsel  des  Examinators  grössere  organisatorische 
Hindernisse im Weg gestanden wären, weswegen nicht mit Sicherheit 
gesagt  werden  kann,  dass  ein  derartiges  –  hypothetisches  –  Aus-
standsgesuch  zum  Erfolg  geführt  hätte.  Indessen  hätte  der  Be-
schwerdeführer  zumindest  beantragen  können,  einen  unabhängigen 
und fachkundigen Begleiter als weiteren Zeugen mitbringen zu dürfen 
oder eine Tonaufnahme zu machen, wenn er tatsächlich Grund gehabt 
hätte, einen unkorrekten Prüfungsablauf zu befürchten. Auch dies hat 
er  indessen nicht  getan,  sondern er hat  sich auf  die ihm bekannten 
Prüfungsbedingungen  hinsichtlich  Examinator  und  Zeitpunkt  ein-
gelassen.

Soweit  der  Beschwerdeführer  allein  aus  den  Umständen,  dass  die 
Prüfung  von  17.30  bis  17.45  Uhr  stattfand  oder  dass  der  fragliche 
Examinator ihn bereits im Vorjahr geprüft hatte, einen Verfahrensfehler 
ableiten  oder  Schlüsse  auf  eine  Überforderung  oder  vorurteils-
behaftete Einstellung des Examinators ziehen will,  sind seine Rügen 
daher nicht mehr zu hören.

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5.4 Der  Beschwerdeführer  behauptet,  der  Examinator  habe ein  "un-
freundliches,  abweisendes  und  einschüchterndes  Auftreten  und  ge-
hässiges  Verhalten"  sowie  eine  "konsequent  fehlende  Bereitschaft, 
nicht verstandene Fragen anders formuliert vorzubringen" gezeigt und 
habe  ihn  wiederholt  "brüskierend"  bei  seiner  Fragenbeantwortung 
unterbrochen  und  stur  am vorbereiteten  Fragenkatalog  festgehalten, 
ohne  auf  ihn  einzugehen.  Diese  Behauptungen  sind  weder 
substantiiert noch belegt. 

Zwar hat der Beschwerdeführer "Rapporte" von drei Mitkandidaten ins 
Recht  gelegt,  welche  die  mündliche  Französischprüfung  in  der 
Sommersession 2009 beim gleichen Examinator wie der Beschwerde-
führer  abgelegt  haben.  In  den  Rapporten  beschrieben  diese 
Kandidierenden das Verhalten des betreffenden Examinators als  de-
motivierend und brüskierend. Der Beschwerdeführer möchte die bei-
gelegten  "Rapporte"  im  Sinne  von  Nachweisen  für  die  behaupteten 
Prüfungsmüdigkeitserscheinungen  des  Examinators  verstanden 
wissen. Auch wenn die Rügen des Beschwerdeführers mit einigen der 
in den "Rapporten" geäusserten Vorwürfen übereinstimmen, erscheint 
es  vorliegend  nicht  sachgerecht,  die  "Rapporte"  wie  vom  Be-
schwerdeführer gewünscht im Sinne von "Belegen" zu verwenden, da 
diese  Dokumente  nichts  über  die  konkreten  Umstände  der  Prüfung 
des  Beschwerdeführers  auszusagen  vermögen.  Keiner  dieser  Mit-
kandidaten  war  an  der  Prüfung  des  Beschwerdeführers  anwesend. 
Auch ist  die Behauptung, die "Rapporte" würden die Prüfungsmüdig-
keit des Examinators beweisen, nicht nachvollziehbar, denn just dieser  
Vorwurf wird von keinem der "Rapportierenden" erhoben. 

Während  der  Beschwerdeführer  selbst  Partei  ist  und  seine  Mit -
kandidaten an der konkreten Prüfung gar nicht anwesend waren, war 
der Gruppenexperte sowohl an der konkreten Prüfung anwesend als 
auch  ein  unabhängiger  und  fachkundiger  Zeuge.  Irgendwelche 
Gründe, die gegen die Glaubwürdigkeit  seiner Bestätigung, dass die 
Prüfung korrekt verlaufen sei, sprechen würden, sind nicht ersichtlich. 

5.5 Im  Verwaltungsverfahren  besteht  zwar  die  Pflicht  zur  amtlichen 
Sachverhaltsfeststellung  (Art.  12  VwVG).  Dieser  Untersuchungs-
grundsatz ändert  aber nichts  an der materiellen Beweislast. Die Be-
weislast richtet sich nach der Beweislastregel von Art. 8 ZGB, sofern 
das  massgebliche  Recht  keine  spezifische  Beweisregel  enthält. 
Danach hat  derjenige  die  Folgen der  Beweislosigkeit  zu  tragen,  der 

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aus einer unbewiesen gebliebenen Tatsache Rechte ableiten will (vgl. 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B-4385/2008 vom 16. Februar 
2009 E. 5.1.1, B-2213/2006 vom 2. Juli 2007 E. 5.2.2). Im vorliegenden 
Fall  ist  dies der Beschwerdeführer. Da die von ihm behaupteten Un-
korrektheiten  im  Prüfungsablauf  nicht  nachgewiesen  sind,  kann  er 
daraus auch keine Rechtsfolgen ableiten. 

6.
Der Beschwerdeführer rügt weiter, es sei ihm als Einzigem der Gruppe 
kein  der  Prüfung  vorangehendes,  psychologisch  aufbauendes  Ge-
spräch mit seinem ihn durch die mündlichen Prüfungen begleitenden 
Experten  zuteil geworden,  dies,  obwohl  sich  der  Beschwerdeführer 
vorschriftsgemäss frühzeitig am Prüfungsort eingefunden habe. Damit 
habe man ihm signalisiert, dass sein Auftritt gar nicht mehr zähle. 

Hierzu  hält  die  Vorinstanz  fest,  in  einem  derartigen  Gespräch 
informiere  der  Gruppenexperte  die  Kandidat/innen über  seine Rolle, 
beispielsweise,  dass  er  den  Prüfungsverlauf  festhalte.  Es  dürften 
jedoch  darin  keinerlei  Angaben  zu  einzelnen  Prüfungen  der 
Kandidaten gemacht werden. Der Beschwerdeführer sei  zwar erst  in 
den letzten zwei Prüfungen zur Gruppe gestossen, doch sei ihm der  
Ablauf der Prüfungen bereits aufgrund seiner Erfahrung anlässlich des 
ersten  Prüfungsversuchs  bekannt  gewesen,  weshalb  es  über  eine 
kurze Begrüssung hinaus von Seiten des Gruppenexperten nichts zu 
sagen gegeben habe. 

Auch bezüglich dieses behaupteten Mangels ist somit nicht ersichtlich, 
inwiefern  die  Prüfungskommission  gegen  reglementarische  Vor-
schriften verstossen hätte oder Ungleichbehandlungen vorgenommen 
hätte,  die  geeignet  gewesen  wären,  das  Prüfungsergebnis  des 
Kandidaten in sozialadäquater und kausaler Weise entscheidend zu be-
einflussen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1P.420/2000/sch vom 3. Oktober 
2000 E. 4 b). Wenn der Beschwerdeführer irrtümliche Vorstellungen über 
den Inhalt dieses Gesprächs hegte oder in übertrieben sensibler Weise auf 
die vermeintliche Ungleichbehandlung reagierte, stellt dies keinen rechtlich 
relevanten Mangel im Prüfungsablauf, sondern eine nicht sozialadäquate 
Reaktion des Beschwerdeführers dar. 

Auch diese  Rüge des Beschwerdeführers erweist  sich daher als  un-
begründet.

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7.
Was die  Bewertung seiner  Prüfungsleistungen betrifft,  beantragt  der 
Beschwerdeführer, die Gesamtnote für das Fach Französisch sei von 
3.5 auf 4.0 und diejenige für das Fach Mathematik von 4.0 auf 4.5 an -
zuheben.  Weiter  macht  er  geltend,  es  seien  –  "ungeachtet  der 
Gesetzesgrundlagen  für  eine  Beschwerdeführung  im letzten  Jahr"  – 
die  im  Jahr  2008  anlässlich  des  ersten  Versuchs  erzielten  Gesamt-
noten 4.0 und 4.5 für  die Fächer Englisch und Musik sowie die Be-
urteilung seiner Maturaarbeit zu überprüfen. 

7.1 Die Gesamtnoten in den Fächern Englisch und Musik sind Teil des 
Prüfungsresultats  des  ersten  Prüfungsversuchs  des  Beschwerde-
führers im Jahr 2008. Dieses Resultat wurde dem Beschwerdeführer in 
Verfügungsform  eröffnet  und  von  ihm  nicht  angefochten.  Der  Be-
schwerdeführer  hat  zwar  einzelne  Fächer  im  Jahr  2009  wiederholt, 
nicht aber die Fächer Englisch und Musik, obwohl er dazu berechtigt  
gewesen wäre. 

Lehre  und  Rechtsprechung  gehen  davon  aus,  dass  einzelne  Fach-
noten nur Begründungselemente darstellen, die letztlich zur Gesamt-
beurteilung führen, weshalb auch nur das Prüfungsergebnis (d.h. die 
Nichterteilung eines Diploms) als Streitgegenstand aufzufassen ist. Da 
die  einzelnen  Prüfungsnoten  kein  Rechtsverhältnis  regeln  und  in-
folgedessen  für  sich  allein  betrachtet  auch  keinen  selbständigen 
Streitgegenstand zu bilden vermögen, können sie nicht als Entscheid 
betrachtet  werden; sie gehören grundsätzlich nicht  zum Streitgegen-
stand und nehmen auch nicht an der formellen Rechtskraft teil. Daher 
wird  die  selbständige  Anfechtbarkeit  von  Einzelnoten  grundsätzlich 
verneint.  Ausnahmsweise  können  einzelne  Noten  dann  einen  selb-
ständigen  Streitgegenstand  bilden,  wenn  an  ihre  Höhe  direkt  be-
stimmte  Rechtsfolgen  geknüpft  sind,  beispielsweise  die  Möglichkeit, 
bestimmte  zusätzliche  Kurse  oder  Weiterbildungen  zu  absolvieren 
oder  besondere  Qualifikationen  zu  erwerben,  oder  wenn  sich  die 
Noten  später  als  Erfahrungsnoten  in  weiteren  Prüfungen  auswirken 
(Urteil  des Bundesgerichts 2D_76/2009 vom 14. Mai 2010 E. 2.2 mit 
weiteren Hinweisen; BVGE 2007/6 E. 1.2 mit  zahlreichen Hinweisen; 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-4771/2008 vom 15. April 2009 
E. 6.2.5). 

Prüfungsnoten, die selbständig anfechtbar sind, erwachsen in formelle 
Rechtskraft, wenn sie nicht fristgerecht angefochten werden. Dies hat 

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zur Folge, dass sie später auch im Kontext des gesamten Prüfungs-
resultates nicht mehr in Frage gestellt werden können.

Im vorliegenden  Fall  ist  unbestritten,  dass  die  Gesamtnoten  in  den 
Fächern  Englisch  und  Musik  Teil  des  Prüfungsresultats  des  ersten 
Prüfungsversuchs im Jahr  2008 sind. Da der  Beschwerdeführer  den 
diese Fächer betreffenden Teil des Ergebnisses des ersten Prüfungs-
versuchs  weder  fristgerecht  angefochten  noch  durch  das  Ergebnis 
einer Prüfungswiederholung ersetzt  hat,  ist  dieser Teil in  Rechtskraft 
erwachsen.  Die  Gesamtnoten  in  den  Fächern  Englisch  und  Musik 
können somit im vorliegenden Verfahren nicht mehr in Frage gestellt 
werden. 

7.2 Die Bewertung der Maturaarbeit erfolgte ebenfalls im Rahmen des 
ersten  Prüfungsversuchs.  Die  Bewertung  der  Maturaarbeit  hat  in-
dessen  keinen  Einfluss  auf  Bestehen  oder  Nichtbestehen  der 
Maturitätsprüfung  (vgl.  Art.  14,  21  und  22  Maturitätsprüfungsver-
ordnung). Die  diesbezüglichen Rügen sind daher  zum vornherein  ir-
relevant, weshalb darauf ebenfalls nicht weiter einzugehen ist.

7.3 In  Bezug  auf  die  Bewertung  der  Leistungen  des  Beschwerde-
führers im Fach Französisch mündlich führten der Examinator und der 
Experte  übereinstimmend aus,  der  Beschwerdeführer  habe  langsam 
und häufig stockend gelesen. Sein freier Kommentar sei äusserst kurz 
gewesen. Es  sei  ihm nicht  gelungen,  die  wesentlichen  Aspekte  der 
Textpassage  zu  erkennen  und  mit  dem  Werk  in  Bezug  zu  setzen. 
Zentrale  Elemente  seien  unerwähnt  geblieben.  Die  Fragen  des 
Examinators  zum  Inhalt  des  Werks  habe  er  nicht  zufriedenstellend 
beantworten  können. In  allen  Prüfungsteilen  habe  der  Beschwerde-
führer grosse Mühe gehabt, seine Gedanken korrekt und verständlich 
auf  Französisch  zu  formulieren.  Er  habe  auf  die  Fragen  des 
Examinators  oft  einsilbig  reagiert.  Die  Note  3.5  für  die  mündliche 
Prüfung entspreche demnach sogar einer wohlwollenden Beurteilung. 

Der Beschwerdeführer geht  auf  diese Begründung gar nicht  ein und 
zeigt auch nicht auf, inwiefern diese Bewertung seiner Leistung nicht 
gerecht worden wäre. 

Macht ein Beschwerdeführer geltend, die Bewertung seiner Prüfungs-
leistungen sei  offensichtlich  unangemessen  gewesen,  müssen  diese 
Rügen von objektiven und nachvollziehbaren Argumenten sowie den 
entsprechenden  Beweismitteln  getragen  sein.  Ergeben  sich  solche 

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eindeutigen Anhaltspunkte nicht bereits aus den Akten, so kann von 
der Beschwerdeinstanz nur dann verlangt werden, dass sie auf alle die 
Bewertung  der  Examensleistung  betreffenden  Rügen  detailliert  ein-
geht,  wenn  der  Beschwerdeführer  selbst  substantiierte  und  über-
zeugende  Anhaltspunkte  dafür  liefert,  dass  eindeutig  zu  hohe  An-
forderungen  gestellt  oder  die  Prüfungsleistung  offensichtlich  unter-
bewertet  wurde  (vgl.  das  zur  Veröffentlichung  bestimmte  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts B-6261/2008 vom 4. Februar 2010 E. 4.1).

Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall  offensichtlich nicht 
erfüllt. Die Bewertung der Leistungen des Beschwerdeführers im Fach 
Französisch  mündlich  und  damit  auch  die  Gesamtnote  im  Fach 
Französisch sind daher nicht zu beanstanden.

7.4 Der  Beschwerdeführer  verlangt  weiter  eine  Anhebung  seiner 
Matura-Note im Fach Mathematik auf eine 4.5. 

Kann nach dem Gesagten die Gesamtnote im Fach Französisch nicht 
angehoben  werden,  würde  die  beantragte  Notenanhebung  im  Fach 
Mathematik  indessen  nicht  zum  Bestehen  der  Maturitätsprüfung 
führen. Würde der Beschwerdeführer im Fach Mathematik anstelle der 
Gesamtnote 4.0 die Note 4.5 erhalten, würde dies allein dazu führen, 
dass er einen Punkt mehr erreicht hätte, d.h. 91 statt 90 Punkte. Mit 
diesem Ergebnis hätte der Beschwerdeführer aber nach wie vor die für 
das Bestehen der Prüfungen erforderliche Mindestzahl von 92 Punkten 
verfehlt (Art. 21 Abs. 3 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 Bst. b Maturitätsprüfungs-
verordnung). 

Der Examinator und der Gruppenexperte haben die in der mündlichen 
Prüfung  erteilte  Note  4  zwar  als  korrekt  bestätigt,  jedoch  nicht  be-
gründet (vgl. vorne E. 4.2 a.E.). Diese fehlende Begründung der in der 
mündlichen Prüfung erteilten Note stellt zwar eine Verletzung des An-
spruchs  des  Beschwerdeführers  auf  rechtliches  Gehör  dar,  denn 
dadurch konnte  der  Beschwerdeführer  seine diesbezüglichen  Rügen 
nicht weiter substantiieren. Nach dem Gesagten ist  dieser Mangel  in-
dessen für den Verfahrensausgang unerheblich. Es kann daher darauf 
verzichtet werden, die Prüfungskommission nochmals ausdrücklich auf 
ihre Begründungspflicht  hinzuweisen und konkret aufzufordern, die in 
Frage stehende Begründung nachzuholen. 

Aus dem gleichen Grund erübrigen sich  auch weitere Ausführungen 
zur Frage, ob die nachträgliche Eliminierung einer Frage in der schrift -

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lichen  Mathematikprüfung  sich  in  unzulässiger  Weise  zum  Nachteil 
des  Beschwerdeführers  ausgewirkt  hat  und  daher  in  der  vom  Be-
schwerdeführer beantragten Weise korrigiert werden müsste. 

8.
Die  Beschwerde  erweist  sich  nach  dem  Gesagten  als  unbegründet 
und ist abzuweisen.

9.
Bei  diesem  Verfahrensausgang  werden  dem  Beschwerdeführer  die 
Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 VwVG). Sie werden in Anwendung 
von Art. 1 i.V.m. Art. 2 und 3 Bst. b  des Reglements vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2)  auf  Fr. 700.– festgesetzt  und 
mit  dem  vom  Beschwerdeführer  am  8.  Oktober  2009  geleisteten 
Kostenvorschuss in  gleicher  Höhe verrechnet  (vgl. Art. 5  Abs. 3  der 
Verordnung  vom  10. September  1969  über  Kosten  und  Ent-
schädigungen  im  Verwaltungsverfahren,  Kostenverordnung,  SR 
172.041.0).  Eine  Parteientschädigung  kann  ihm  nicht  zugesprochen 
werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG).

10.
Nach  Art.  83  lit.  t  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
(BGG,  SR 173.110)  ist  die  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  An-
gelegenheiten  an  das  Bundesgericht  unzulässig  gegen  Entscheide 
über  das  Ergebnis  von  Prüfungen  und  anderen  Fähigkeits-
bewertungen,  namentlich  auf  den  Gebieten  der  Schule,  der  Weiter-
bildung und der Berufsausübung. 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 700.– verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Beschwerdebeilagen 
retour)

- die  Vorinstanz  (Ref-Nr.  206.5/REP  1+2/Ausschluss;  Einschreiben; 
Beilage: Vernehmlassungsbeilagen retour)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann

Versand: 17. Juni 2010

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