# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43699ec5-6544-577f-9816-15693f27df14
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 28.10.2015 S 2015 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2015-23_2015-10-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 23

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Stecher 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 28. Oktober 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto T. Annen, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. Der im Jahr 1956 geborene B._____ heiratete am 27. Januar 1980 

A._____. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor. Seit dem 26. Juni 

1989 arbeitete B._____ als Betriebsmitarbeiter der C._____ AG. In dieser 

Eigenschaft war er bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(SUVA) obligatorisch unfallversichert. Am 22. Juni 2014 wurde er in 

seinem in X._____ gelegenen Schrebergarten, regungslos am Boden 

liegend, gefunden. Die verständigte Rettungssanität sowie der 

hinzugezogene Hausarzt von B._____, Dr. med. D._____, konnten nur 

noch dessen Tod feststellen. Am 25. Juni 2014 wurde B._____ in 

X._____ beerdigt. 

2. Bereits am 23. Juni 2014 hatte Dr. med. D._____ die SUVA über den 

Vorfall vom 22. Juni 2014 informiert und ihr mitgeteilt, der Leichnam von 

B._____ sei an die Rechtsmedizin des Kantonsspitals Graubünden 

überführt worden. Die C._____ AG setzte die SUVA ihrerseits mit 

elektronischer Schadenmeldung vom 24. Juni 2014 über das fragliche 

Ereignis in Kenntnis. Mit Schreiben vom 25. Juni 2014 meldete sich die 

SUVA in der Folge bei der Witwe des Verstorbenen, A._____. 

Gleichentags bat sie die C._____ AG um ergänzende Angaben, forderte 

bei der Kantonspolizei Graubünden den Polizeirapport an und erkundigte 

sich beim Kantonsspital Graubünden nach dem Obduktionsbericht. Am 

28. Juli 2014 stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden der SUVA den 

Bericht über die forensische Leichenuntersuchung (Legalinspektion) des 

Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals Graubünden zu und teilte 

ihr mit, der Leichnam des Versicherten sei nicht obduziert worden. Der 

Kriminalrapport der Kantonspolizei Graubünden vom 25. Juli 2014 ging 

bei der SUVA am 11. August 2014 ein. Die fraglichen Unterlagen legte die 

SUVA am 14. August 2014 dem Kreisarzt, Dr. med. E._____, vor. Dieser 

gelangte gestützt darauf zur Überzeugung, mangels Kenntnis der 

Todesursache sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, 

dass der Tod von B._____ auf ein Unfallereignis zurückzuführen sei.

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3. Auf der Grundlage dieser Beurteilung verneinte die SUVA mit Verfügung 

vom 19. September 2014, der Witwe des Versicherten, A._____, 

Versicherungsleistungen zu schulden. Die dagegen erhobene Einsprache 

wies sie mit Entscheid vom 13. Januar 2015 ab.

4. Gegen diesen abschlägigen Einspracheentscheid gelangte A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 13. Februar 2015 mit Beschwerde 

an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte 

sie, der Einspracheentscheid der SUVA vom 13. Januar 2015 sei 

aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien die ordentlichen 

Versicherungsleistungen der SUVA auszurichten. Zur Begründung führte 

sie primär aus, die SUVA sei ihrer Untersuchungspflicht nicht in 

verantwortungsvollem Umfang nachgekommen. Von der grössten 

Unfallversicherung der Schweiz könne erwartet werden, dass sie 

umgehend nach einem möglichen Unfallereignis mit Todesfolge sämtliche 

Schritte unternehme, die erforderlich seien, um die genaue Todesursache 

festzustellen. Im vorliegenden Fall hätte sie sich hierzu bei der 

Staatsanwaltschaft Graubünden erkundigen müssen, ob die im Rahmen 

des Strafverfahrens vorgenommenen Abklärungen genügten, um die 

Todesursache festzustellen und widrigenfalls eigene Abklärungen 

veranlassen müssen. Davon habe die SUVA im vorliegenden Fall 

abgesehen im Wissen darum, dass die erforderlichen 

rechtsmedizinischen Untersuchungen zwecks Klärung der wahren 

Todesursache mit Zuwarten immer schwieriger, wenn nicht gar unmöglich 

würden. Die SUVA habe es demnach zu verantworten, dass die 

Beschwerdeführerin nicht mehr beweisen könne, dass ihr Ehemann an 

den Folgen eines Unfalls verstorben sei. Diesem Versäumnis sei im 

vorliegenden Fall mit einer Umkehr der Beweislast Rechnung zu tragen, 

mithin habe die SUVA nachzuweisen, dass B._____ nicht an einem Unfall 

verstorben sei. Dieser Beweis sei ihr misslungen, weshalb sie die 

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begehrten Versicherungsleistungen zu erbringen habe. Zu demselben 

Schluss gelange man im Übrigen in Anwendung des Vertrauensschutzes, 

zumal die SUVA der Beschwerdeführerin mitgeteilt habe, sich um 

sämtliche Abklärungen zu kümmern. 

5. Die SUVA (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer 

Beschwerdeantwort vom 6. März 2015 die Abweisung der Beschwerde. 

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, aus dem Bericht über die 

forensische Leichenuntersuchung gehe hervor, dass keine Klarheit 

darüber bestehe, ob der Versicherte aufgrund eines Unfalls oder an einer 

natürlichen Todesursache gestorben sei. Diese Beweislosigkeit wirke sich 

zu Lasten der beweisbelasteten Beschwerdeführerin aus. Entgegen den 

Ausführungen der Beschwerdeführerin könne der Beschwerdegegnerin 

bei der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts keine 

Pflichtverletzung zur Last gelegt werden. Mit Anruf vom 23. Juni 2014 

habe der Hausarzt von B._____ die Beschwerdegegnerin nicht nur über 

den "Unfall", sondern auch darüber informiert, dass die Polizei vor Ort 

gewesen und der Leichnam der Rechtsmedizin übergeben worden sei. 

Daraus habe die Beschwerdegegnerin folgern dürfen, dass die für die 

Abklärung der Todesursache erforderlichen Abklärungen im Gange seien. 

Im Übrigen habe die Beschwerdegegnerin erst am 25. Juni 2014, also am 

Tag der Beerdigung durch die Schadenmeldung der C._____ AG, effektiv 

von ihrer Zuständigkeit erfahren. Aufgrund der bis zur Beerdigung 

vorliegenden Informationen habe für die SUVA ausserdem keine 

Veranlassung bestanden, eine Autopsie anzuordnen. Erst durch den 

Polizeirapport und den Bericht über die Legalinspektion sei für die 

Beschwerdegegnerin erkennbar geworden, dass eine Obduktion 

erforderlich gewesen wäre, um die Todesursache bestimmen zu können. 

Zu diesem Zeitpunkt sei der Verstorbene jedoch längst beerdigt gewesen. 

Schliesslich hätte auch die Beschwerdeführerin die Möglichkeit gehabt, 

eine Obduktion ihres Ehemannes zu fordern. Aus den vorgenannten 

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Gründen habe die Beschwerdegegnerin ihre Untersuchungspflicht nicht 

verletzt, schon gar nicht grobfahrlässig, wie die Beschwerdeführerin 

geltend mache. Ein solcher Vorwurf könne aufgrund der Akten kein Gehör 

finden. Sodann habe die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 

nie eine falsche Auskunft erteilt, weshalb die Voraussetzungen für den 

Vertrauensschutz nicht erfüllt seien. 

6. In der Replik vom 20. März 2015 erneuerte die Beschwerdeführerin ihr 

Rechtsbegehren unter Vertiefung ihrer Argumentation. Die 

Beschwerdegegnerin hielt in der Duplik vom 9. April 2015 ihrerseits an 

ihren Anträgen fest und nahm zu den Ausführungen der 

Beschwerdeführerin Stellung. Am 16. April 2015 reichte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine Honorarnote ein.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten 

Beweismittel wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der SUVA vom 13. Januar 2015. Ein solcher Entscheid kann gemäss 

Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons angefochten werden, in 

welchem der Versicherte oder der Beschwerde führende Hinterlassenen 

(BGE 135 V 153 E.4.11) zur Zeit der Beschwerdeführung Wohnsitz hat. 

Die Beschwerdeführerin wohnt in X._____ (Kanton Graubünden), 

weshalb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

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Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben 

ist. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus 

Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist die Zuständigkeit 

des angerufenen Gerichts für die Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit 

zu bejahen. Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin von diesem überdies 

berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher 

Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Ihre Beschwerdelegitimation ist folglich 

zu bejahen. Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist damit einzutreten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 

lit. a ATSG).

2. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin als 

Folge des Ereignisses vom 22. Juni 2014 Versicherungsleistungen von 

der Beschwerdegegnerin beanspruchen kann. Gemäss Art. 28 UVG 

stehen der Beschwerdeführerin als überlebender Ehegattin eines 

Versicherten Hinterlassenenleistungen zu, wenn der Versicherte an den 

Unfallfolgen oder an den Folgen einer Berufskrankheit verstorben ist. Als 

Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 

Dabei ist zu beachten, dass auch wenn ein Gesundheitsschaden vorliegt 

und entsprechend der Unfallbegriff erfüllt ist, ein Unfall erst Anspruch auf 

Versicherungsleistungen begründet, wenn der durch das Unfallereignis 

eingetretene Gesundheitsschaden eine Heilbehandlung, eine 

Arbeitsunfähigkeit oder den Tod eines Versicherten nach sich zieht 

(PATRICK THOMANN, in: STEIGER-SACKMANN / MOSIMANN [Hrsg.], Recht der 

Sozialen Sicherheit, Basel 2014, S. 577; GUSTAVO SCARTAZZINI / MARC 

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HÜRZELER, Bundessozialversicherungsrecht, 4. Aufl., Basel 2012, § 17 

N. 64 S. 462). 

b) Die Verfahrensparteien sind sich darin einig, dass der bei der 

Beschwerdegegnerin versicherte Ehemann der Beschwerdeführerin, 

B._____ (nachfolgend: Versicherter), am 22. Juni 2014 in der 

Schrebergartenanlage vom Kirschbaum fiel und mit dem Kopf auf die 

dortigen Steinplatten aufschlug. Mit diesem Ereignis war eine plötzliche 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den Körper des 

Versicherten verbunden. Um als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu 

gelten, ist darüber hinausgehend erforderlich, dass die Verletzungen, die 

sich der Versicherte beim Sturz vom Kirschbaum zuzog, zu dessen Tod 

geführt haben, mithin der Tod des Versicherten in natürlichem und 

adäquatem Kausalzusammenhang zum Sturz vom Kirschbaum steht 

(BGE 129 V 177 E.3). Dass diese Voraussetzungen erfüllt sind, hat die 

Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid mit der 

Begründung verneint, es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt, dass der Tod des Versicherten auf den Sturz vom Kirschbaum 

und damit ein Unfallereignis zurückzuführen sei. Nachfolgend ist zu 

prüfen, ob diese Auffassung zutreffend ist.

3. a) Ob zwischen einem Ereignis und einem Gesundheitsschaden (Tod, 

Invalidität, Krankheit) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist in 

der Unfallversicherung nach der Theorie "conditio sine qua non" zu 

beurteilen. Danach gelten als Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 

Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 

werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung 

des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall 

die alleinige oder unmittelbare Ursache einer gesundheitlichen 

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Schädigung ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, 

der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass 

auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 

E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je mit Hinweisen; RUMO-

JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung 

[UVG], 4. Aufl., Zürich 2012, Art. 6 S. 53).

b) Das Vorliegen des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen einem 

Ereignis und dem eingetretenen Gesundheitsschaden ist eine Tatfrage. 

Dieser Beweis wird dadurch erschwert, dass der Vorgang im Zeitpunkt 

des Beweisverfahrens bereits abgeschlossen ist und regelmässig 

rekonstruiert werden muss. Hierfür muss häufig mit Indizien und 

Hypothesen gearbeitet werden, die nach den Umständen vernünftiger 

Weise in Betracht fallen, was einen strikten Beweis im Allgemeinen 

ausschliesst. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen einem 

schädigenden Ereignis und dem eingetretenen Gesundheitsschaden gilt 

indessen, wie im Sozialversicherungsrecht üblich, bereits als erstellt, 

wenn er mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

ausgewiesen ist. Dies ist zu bejahen, wenn der behauptete 

leistungsbegründende, natürliche Kausalzusammenhang unter 

Würdigung aller relevanten Sachumstände als der Wahrscheinlichste aller 

möglichen Geschehensabläufe erscheint. Die blosse Möglichkeit eines 

Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches 

folglich nicht (BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je 

mit Hinweisen; ALEXANDER RUMO-JUNGO / ANDRÉ-PIERRE HOLZER, in: 

MURER / STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

Zürich / Basel / Genf 2012, Art. 6 S. 54). Der Beweis betreffend den 

natürlichen Kausalzusammenhang wird in erster Linie mittels der 

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Angaben medizinischer Fachpersonen geführt (Urteil des Bundesgerichts 

8C_178/2010 vom 22. Juni 2010 E.4.1; RUMO-JUNGO / HOLZER, a.a.O., 

Art. 6 S. 55), wobei die Unfallversicherungsgesellschaft die erforderlichen 

Sachverhaltsabklärungen von Amtes wegen vorzunehmen hat (Art. 43 

Abs. 1 ATSG). Lässt sich der behauptete Kausalzusammenhang trotz 

Ausschöpfung aller in Betracht fallenden Beweismittel nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, so geht diese 

Beweislosigkeit zu Lasten der beweisbelasteten Partei. Im 

Sozialversicherungsrecht existiert kein Grundsatz, wonach die Verwaltung 

oder das im Beschwerdefall angerufene Gericht im Zweifel zu Gunsten 

des Versicherten zu entscheiden hat (BGE 129 V 477 E.4.2.1; URS 

MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern 

2010, § 25 N. 1753). 

4. a) Die Kantonspolizei Graubünden stufte den Tod des Versicherten als 

unklar ein, weshalb die Staatsanwaltschaft Graubünden eine 

rechtsmedizinische Untersuchung des Leichnams des Versicherten beim 

Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals Graubünden veranlasste. 

Der verantwortliche Rechtsmediziner, Dr. med. F._____, Facharzt für 

Rechtsmedizin FMH, beschrieb in seinem Bericht über die forensische 

Leichenuntersuchung (Legalinspektion) vom 23. Juni 2014 zunächst die 

von ihm aufgrund der Leichenschau erhobenen Befunde (Beilagen der 

Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 21, Beilagen der Beschwerdeführerin [Bf-

act.] 7). Davon ausgehend hielt er alsdann schlussfolgernd fest, am 

Leichnam keine Verletzungen festgestellt zu haben, die einer 

grossflächigen Quetschung der Gesichtshälfte links entsprechen würden. 

Bei der Wunde am Scheitel handle es sich um eine Rissverletzung, diese 

sei sekundär infolge von Scherkräften beim Sturz aufs Gesicht links 

entstanden. Hinweise für einen Bruch des Schädeldaches, der 

Schädelbasis oder der Halswirbelsäule bestünden nicht. Die am 

Leichnam eher spärlich festgestellten Totenflecken könnten auf einen 

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Blutverlust nach innen oder aussen hinweisen. Die Befunde seien 

vereinbar mit einem Sturz aus Höhe auf das Gesicht links. Die Blutung 

am Oberarm rechts könnte beim Sturz im Geäst aufgetreten sein. Ob der 

Verstorbene zum Zeitpunkt des Sturzes eine Kreislauffunktion gehabt 

habe, könne aufgrund der äusseren Besichtigung nicht entschieden 

werden. Deshalb müsse offenbleiben, ob es sich beim Todesfall um einen 

natürlichen Tod, also einen Sturz ausgelöst durch ein natürliches inneres 

Geschehen, oder um einen Unfall, ausgelöst zum Beispiel durch eine 

Ungeschicklichkeit oder einen Abbruch des Astes, handle. Unklar bleibe 

auch, ob der Mann unter Einfluss bewusstseinsverändernder Wirkstoffe, 

wie zum Beispiel Trinkalkohol, Medikamente oder Betäubungsmittel, 

gestanden sei. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung am Tode des Mannes 

ergäben sich nicht (Bg-act. 21 S. 2, Bf-act. 7 S. 2).

b) Der von der Staatsanwaltschaft Graubünden mit der Untersuchung des 

Leichnams des Versicherten beauftragte Dr. med. F._____ ist als 

Rechtsmediziner befähigt, eine Leicheninspektion durchzuführen, die 

entsprechenden Befunde zu erheben und mittels Erfahrungssätzen die in 

Betracht fallenden Todesarten (Delikt, Unfall, Krankheit) 

herauszuschälen. Seine Ausführungen im Bericht vom 23. Juni 2014 sind 

überdies in sich schlüssig und überzeugend begründet. Unter diesen 

Umständen besteht für das Gericht kein Anlass, an der Richtigkeit seiner 

Schlussfolgerungen zu zweifeln, wonach aufgrund der äusseren 

Inspektion der Leiche des Versicherten eine Krankheit als Todesart 

gleichermassen wahrscheinlich ist wie ein Versterben infolge der 

Verletzungen, die sich der Versicherte beim Sturz vom Kirschbaum zuzog 

(Unfall). Sich auf diese Beurteilung stützend hielt bereits der Kreisarzt, Dr. 

med. E._____, am 14. August 2014 fest, die festgestellten Befunde 

(hauptsächlich grossflächige Quetschungen der Gesichtshälfte links) 

seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Todesursache, da 

nicht bekannt sei, woran der Versicherte gestorben sei (Bg-act. 23). 

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c) Die übrigen Beweismittel helfen in dieser Beziehung nicht weiter. Freilich 

geht sowohl aus dem Kriminalrapport vom 25. Juli 2014 (vgl. Bg-act. 22, 

Bf-act. 4) als auch aus der Fotodokumentation vom 18. Juli 2014 (Bg-

act. 39, Bf-act. 3) hervor, dass der Beschwerdeführer am 22. Juni 2014 

tot in seiner Gartenparzelle in der Schrebergartensiedlung in X._____, 

seitlich auf dem Plattenboden neben dem Kirschbaum liegend, gefunden 

wurde. Sein Gesicht war beim Eintreffen der Kantonspolizei Graubünden 

schon blau verfärbt und eine Rissquetschwunde prangerte auf der Stirn 

des Aufgefundenen. Unmittelbar beim Kopf des Versicherten hatte sich 

auf den Steinplatten überdies eine grössere Blutlache gebildet. Entdeckt 

wurden ausserdem eine am Stamm des Kirschbaums angelehnte Leiter, 

ungefähr auf der Höhe von 2.75 m ein abgebrochener Ast und auf der 

Höhe von 3.65 m ein mit Kirschen gefüllter Kessel. Aufgrund der im 

Übrigen getätigten Abklärungen folgerte die Kantonspolizei Graubünden 

aus dieser Auffindesituation, der Versicherte sei im Zeitraum von 16.00 

Uhr bis 17.45 Uhr vom Kirschbaum gefallen und dabei mit dem Kopf 

aufgeschlagen (Bf-act. 22 S. 3 f., Bf-act. 4 S. 3 f.). Diese 

Schlussfolgerung ist zweifellos zutreffend. Daraus ergibt sich indessen 

nicht, dass der Versicherte, als er vom Kirschbaum fiel, noch lebte, zumal 

die Kantonspolizei Graubünden keine Zeugen finden konnte, die den 

interessierenden Sturz beobachtet haben. Aus den polizeilichen 

Ermittlungsakten kann für die hier interessierende Frage nach der 

Todesart (Krankheit oder Unfall) somit nichts abgeleitet werden.

d) In Würdigung der Akten gelangt das Gericht damit zum Schluss, dass es 

zwar möglich ist, dass die Verletzungen, die sich der Versicherte beim 

Sturz vom Kirschbaum zuzog, zu dessen Tod geführt haben. Ebenso gut 

denkbar ist jedoch, dass er auf dem Baum stehend an einer inneren, 

körperlichen Ursache (Krankheit) starb und bereits tot vom Kirschbaum 

fiel. Welche dieser beiden Geschehensabläufe unter den gegebenen 

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Umständen wahrscheinlicher gewesen ist, hätte sich nach der insofern 

übereinstimmenden Auffassung der Verfahrensparteien mittels einer 

Autopsie des Leichnams des Versicherten ermitteln lassen. Diese 

rechtsmedizinische Untersuchung hätte es ermöglicht, den Sterbevorgang 

zu rekonstruieren und dadurch die Todesursache (Unfall, Krankheit) 

festzustellen. Da eine Autopsie jedoch unterblieben und zum jetzigen 

Zeitpunkt nicht mehr nachgeholt werden kann, steht dieses Beweismittel 

nicht mehr zur Verfügung. Dass andere Beweismittel existieren, die neue 

Erkenntnisse bezüglich des für die Bestimmung der Todesart 

massgeblichen Sachverhalts erwarten lassen, wurde von den 

Verfahrensparteien nicht geltend gemacht und ist nicht ersichtlich. Die 

(noch) vorhandenen Beweisvorkehren wurden demnach alle getätigt, 

womit der Sachverhalt als umfassend untersucht anzusehen ist. Aufgrund 

der erfolgten Sachverhaltserhebungen steht nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit fest, dass der Tod des Beschwerdeführers auf den 

Sturz vom Kirschbaum zurückzuführen ist. 

5. a) Die Folgen dieser (objektiven) Beweislosigkeit hat aufgrund der 

allgemeinen, aus Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; 

SR 210) abgeleiteten Regelungen die Beschwerdeführerin zu tragen, die 

aus dem Vorliegen eines Unfallereignisses im Sinne von Art. 4 ATSG 

Rechte ableitet (vgl. dazu BGE 126 V 319 E.5a, 117 V 261 E.3b; Urteile 

des Bundesgerichts 9C_189/2015 vom 11. September 2015 E.5.1, 

8C_513/2011 vom 22. Mai 2012). Das Bundesgericht hat allerdings 

verschiedentlich entschieden, dass die Beweislast gestützt auf den 

verfassungsmässigen Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; 

SR 101]) umzukehren ist, wenn eine Partei einen Beweis nicht erbringen 

kann aus Gründen, die von der zuständigen Versicherungsgesellschaft zu 

verantworten sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_693/2010 vom 25. März 

2011 E.12, Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 235/04 

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vom 18. Januar 2005 E.3.2). Davon ist nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung namentlich auszugehen, wenn eine 

Versicherungsgesellschaft in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 

(Art. 43 Abs. 1 ATSG) auf die Abnahme eines Beweismittels verzichtet 

und dem Versicherten dadurch die Beweisführung verunmöglicht. So hat 

das Eidgenössische Versicherungsgericht beispielsweise festgestellt, es 

gehe nicht an, in Verletzung der Aktenführungspflicht den Briefumschlag 

einer Eingabe nicht zu den Akten zu nehmen und anschliessend dem 

Versicherten entgegenzuhalten, er könne den Beweis für die 

Rechtzeitigkeit der Postaufgabe nicht führen. Dieses Verhalten 

verunmögliche das Beweisführungsrecht des Versicherten und 

widerspreche dem Grundsatz von Treu und Glauben. Deshalb habe der 

Versicherte die Nachteile der Beweislosigkeit nicht zu tragen und seine 

Einsprache habe als rechtzeitig eingereicht zu gelten (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_693/2010 vom 25. März 2011 E.12; vgl. UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2015, Art. 43 N. 66 ff.; 

BARBARA KOBEL, in: ZÜND / PFIFFNER RAUBER [Hrsg.], Gesetz über das 

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich / Basel / 

Genf 2009, § 23 N. 43 S. 260). 

b) Unter Berufung auf diese Rechtsprechung fordert die Beschwerdeführerin 

vorliegend die Beweislast betreffend die Verwirklichung des versicherten 

Risikos umzukehren, da es die Beschwerdegegnerin versäumt habe, den 

Leichnam des Versicherten obduzieren zu lassen und es der 

Beschwerdeführerin dadurch verunmöglicht habe, zu beweisen, dass der 

Versicherte infolge des Sturzes vom Kirschbaum gestorben sei. 

Diesbezüglich ist unbestritten und aufgrund des Berichts von Dr. med. 

F._____ vom 23. Juni 2014 (vgl. Bg-act. 21; Bf-act. 7) plausibel, dass die 

Todesursache und damit die Todesart vorliegend mittels einer Obduktion 

des Leichnams des Versicherten zumindest insofern hätte ermittelt 

werden können, als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hätte 

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festgestellt werden können, ob der Versicherte als Folge einer Krankheit 

oder eines Unfalls zu Tode gekommen ist. Streitig ist dagegen, ob die 

Beschwerdegegnerin eine solche rechtsmedizinische Untersuchung 

schuldhaft nicht angeordnet hat und die Beschwerdegegnerin dadurch in 

einen Beweisnotstand geraten ist, dem durch eine Umkehr der Beweislast 

Rechnung zu tragen ist. 

aa) In Bezug auf den erstgenannten Punkt gilt es zunächst zu beachten, dass 

der Hausarzt des Versicherten der Beschwerdegegnerin am 23. Juni 

2014 und damit zwei Tage vor der Beerdigung des Versicherten 

telefonisch mitteilte, der Versicherte sei anscheinend von einem 

Kirschbaum gestürzt und habe sich tödliche Verletzungen zugezogen. Die 

Polizei sei vor Ort gewesen und der Leichnam an die Rechtsmedizin des 

Kantonspitals Graubünden überwiesen worden (Bg-act. 4). Gleichentags 

holte die Beschwerdegegnerin die von der Kantonspolizei Graubünden 

veröffentlichte Meldung zum Vorfall 22. Juni 2014 ein (Bg-act. 1). Tags 

darauf nahm sie ferner Kenntnis von den beiden Todesanzeigen, die in 

der Südostschweiz erschienen waren (Bg-act. 2). Schliesslich informierte 

die C._____ AG die Beschwerdegegnerin mit elektronischer 

Schadenmeldung vom 24. Juni 2014 über den interessierenden Vorfall 

(Bg-act. 4). Diese Schadenmeldung verarbeitete die Beschwerdegegnerin 

am 25. Juni 2014 (Bg-act. 4). Gleichentags kondolierte sie der 

Beschwerdeführerin (Bg-act. 6), holte per E-Mail ergänzende Auskünfte 

bei der C._____ AG ein (Bg-act. 7), forderte bei der Kantonspolizei 

Graubünden den Polizeirapport zum interessierenden Vorfall an (Bg-

act. 8) und ersuchte das rechtsmedizinische Institut des Kantonsspitals 

Graubünden um Zustellung des Berichts über die beim Versicherten 

durchgeführte Obduktion (Bg-act. 8). Bei dieser Sachlage steht ausser 

Frage, dass die Beschwerdegegnerin schon vor der Beerdigung vom 

25. Juni 2014 Kenntnis vom Tod des Versicherten hatte und damit 

Gelegenheit gehabt hätte, in Anwendung von Art. 43 Abs. 1 ATSG i.V.m. 

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Art. 60 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; 

SR 832.202) eine Obduktion des Leichnams des Versicherten 

anzuordnen.

bb) Dabei war sich die Beschwerdegegnerin, wir ihr Schreiben an das 

rechtsmedizinische Institut des Kantonsspitals Graubünden zeigt (vgl. Bg-

act. 8), durchaus bewusst, dass eine solche rechtsmedizinische 

Untersuchung für die Ermittlung der Todesart erforderlich sein könnte. Sie 

nahm jedoch offenbar an, die Staatsanwaltschaft Graubünden hätte eine 

Obduktion des Leichnams veranlasst. Gemäss Art. 253 Abs. 1 der 

Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) hat die Staatsanwaltschaft zur 

Klärung der Todesart oder zur Identifizierung des Leichnams indessen 

nur eine Legalinspektion (Leichenschau) durch eine sachverständige 

Ärztin oder einen sachverständigen Arzt anzuordnen. Weitergehende 

rechtsmedizinische Untersuchungen, wie insbesondere eine Obduktion, 

erfolgen nur, wenn Hinweise auf eine Straftat bestehen oder die Identität 

des Verstorbenen nicht feststeht (Art. 253 Abs. 3 StPO; vgl. ULRICH 

ZOLLINGER, in: NIGGLI/HEER/WIPRÄCHTIGER [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung, Basel 2011, Art. 253 N. 42). Allein 

die Eröffnung einer Strafuntersuchung zur Abklärung eines Todesfalls 

gewährleistet somit nur, dass der Leichnam einer Legalinspektion 

unterzogen, nicht jedoch dass eine Obduktion durchgeführt wird. Von 

einer Unfallversicherungsgesellschaft ist zu erwarten, dass sie diese 

Rechtslage kennt. Sie darf daher im Falle einer strafrechtlichen 

Untersuchung des Todes eines Versicherten nicht darauf vertrauen, dass 

die Staatsanwaltschaft eine Obduktion veranlasst. Vielmehr muss sie, 

sobald sie Kenntnis vom Tod des Versicherten erhält, unverzüglich die 

zuständige Staatsanwaltschaft kontaktieren und in Erfahrung bringen, ob 

diese zusätzlich zur Legalinspektion eine Obduktion angeordnet hat. Stellt 

sich heraus, dass im Strafverfahren eine solche rechtsmedizinische 

Untersuchung unterblieben ist, so hat die Unfallversicherungsgesellschaft 

- 16 -

die Möglichkeit, im Hinblick auf die Bestimmung der Todesart (Unfall oder 

Krankheit) gestützt auf Art. 43 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 60 UVV eine 

Obduktion des Leichnams des Versicherten anzuordnen, sofern die 

Angehörigen hiermit einverstanden sind. Um diesen Entscheid zu fällen, 

stehen der Unfallversicherungsgesellschaft nach Eintritt des Todes eines 

Versicherten wenige Stunden bis Tage zur Verfügung, bevor der 

Leichnam des Versicherten bestattet und diese Beweisvorkehr dadurch 

verunmöglicht (Kremation) oder zumindest erheblich erschwert wird. Mit 

einer ausgezeichneten Arbeitsorganisation und geschulten Mitarbeitern, 

welche die Notwendigkeit des sofortigen Handelns erkennen, kann jedoch 

gewährleistet werden, dass die erforderlichen Schritte eingeleitet und der 

Leichnam eines Versicherten vor dessen Beerdigung obduziert wird. 

Diese Vorkehren, die nach den Umständen geboten sind, hat eine 

Unfallversicherungsgesellschaft zu treffen.

cc) Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, ihre Betriebsabläufe 

entsprechend organisiert und ihre Mitarbeiter im Hinblick auf die 

vorliegende Problematik besonders instruiert sowie allenfalls erforderliche 

Weisungen erlassen zu haben. Dadurch hat sie die unter den gegebenen 

Umständen gebotene Sorgfalt missachtet. Im vorliegenden Fall kommt 

hinzu, dass die Beschwerdegegnerin bereits am 24. Juni 2014 Kenntnis 

von den beiden Todesanzeigen hatte, die in der Südostschweiz 

erschienen waren (Bg-act. 2), und damit wusste, dass der 

Beschwerdeführer am 25. Juni 2014 beerdigt werden sollte (Bg-act. 2). 

Unter diesen Umständen hätte für die Beschwerdegegnerin klar sein 

müssen, dass die Staatsanwaltschaft den Leichnam bereits am 23. Juni 

2014 freigegeben und keine Obduktion angeordnet hatte. Spätestens zu 

diesem Zeitpunkt hätte sich die Beschwerdegegnerin deshalb 

unverzüglich mit der zuständigen Staatsanwaltschaft in Verbindung 

setzen und in Kenntnis des Berichts über die beim Versicherten 

durchgeführte Legalinspektion die für die Bestimmung der Todesart 

- 17 -

unerlässliche Obduktion des Leichnams des Versicherten vor dem 

25. Juni 2014 anordnen können. Indem die Beschwerdegegnerin diese 

Sachverhaltserhebung unterliess, missachtete sie die unter den 

gegebenen Umständen gebotene Sorgfalt. Dieses Verhalten ist der 

Beschwerdegegnerin als schuldhafte Verletzung der ihr obliegenden 

Untersuchungspflicht anzulasten. 

dd) Was die Beschwerdegegnerin gegen diese Betrachtungsweise 

einwendet, vermag nicht zu überzeugen. Soweit sie geltend macht, 

aufgrund der ihr zunächst vorliegenden Informationen keinen Anlass 

gehabt zu haben, am Vorliegen eines Unfallereignisses zu zweifeln, dürfte 

dies wohl zutreffen (vgl. Zugang des Berichts von Dr. med. F._____ am 

28. Juli 2014 Bg-act. 21). Ebenso mag es aus betrieblichen Gründen 

verständlich und durchaus nachvollziehbar gewesen sein, dass die 

Beschwerdegegnerin im Juni 2014 auf eine Obduktion des Leichnams 

des Versicherten verzichtete. Dies ändert indessen nichts daran, dass die 

Beschwerdegegnerin mit diesem Verhalten die gebotene Sorgfalt bei der 

Erhebung des rechtserheblichen Sachverhalts missachtete, was ihr als 

Pflichtversäumnis entgegenzuhalten ist. Wenn die Beschwerdegegnerin 

zu ihrer Entlastung im Weiteren vorbringt, von der 

Versicherteneigenschaft und damit ihrer Zuständigkeit erst mit der 

Schadenmeldung durch den Arbeitgeber Kenntnis erhalten zu haben, die 

sie am 25. Juni 2014 und damit am Tag der Beerdigung bearbeitet habe, 

kann ihr nicht gefolgt werden. Denn die Beschwerdegegnerin hat schon 

vor dem Eingang der fraglichen Schadenmeldung Beweiserhebungen 

getätigt, indem sie eine Aktennotiz über das mit dem Hausarzt des 

Versicherten geführte Telefonat verfasste (Bg-act. 4), am 23. Juni 2014 

die von der Kantonspolizei Graubünden veröffentliche Meldung zum 

Vorfall 22. Juni 2014 einholte und im Dossier niederlegte (Bg-act. 1) und 

am 24. Juni 2014 die in der Südostschweiz publizierten Todesanzeigen 

aktenkundig machte (Bg-act. 3). Bereits zum damaligen Zeitpunkt ging sie 

- 18 -

davon aus, der Verstorbene sei bei ihr versichert und nahm jene 

Sachverhaltsabklärungen vor, welche ihr erforderlich erschienen. Im 

Übrigen hätte sie ungeachtet ihrer Zuständigkeit jene Beweisvorkehren 

treffen müssen, welche für die Beurteilung der im Raum stehenden 

Versicherungsleistungen erforderlich sein könnten und zu einem späteren 

Zeitpunkt mutmasslich nicht mehr möglich gewesen wären. Selbst wenn 

der Versicherte nicht bei der Beschwerdegegnerin versichert gewesen 

wäre, hätte sie folglich dafür sorgen müssen, dass dessen Leichnam 

obduziert wird oder die zuständige Versicherungsgesellschaft so rasch als 

möglich über den Eintritt des geltend gemachten Versicherungsfalls 

informieren müssen. Mit dem Argument, ihre Zuständigkeit sei im 

Zeitpunkt, als sie die Obduktion hätte anordnen müssen, nicht geklärt 

gewesen, vermag sich die Beschwerdegegnerin somit nicht zu entlasten. 

Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin die ihr obliegende 

Untersuchungspflicht verletzt, indem sie keine Obduktion des Leichnams 

des Versicherten veranlasste.

ee) Eine solche Verletzung der Untersuchungspflicht führt nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung allerdings nur zu einer 

Beweislastumkehr, wenn der beweisbelasten Partei hierdurch die 

Beweisführung verunmöglicht wird. Nur in diesem Fall liegt eine 

Beweisvereitelung vor, die eine Umkehr der Beweislast zu rechtfertigen 

vermag (vgl. vorne E.4a). Diesbezüglich weist die Beschwerdegegnerin 

durchaus zu Recht darauf hin, der Leichnam des Versicherten hätte sich, 

nachdem er von der Staatsanwaltschaft Graubünden freigegeben worden 

sei, in der Herrschaft der Beschwerdeführerin befunden und diese hätte 

selbst dessen Obduktion veranlassen können. Zudem hätte sie die 

Möglichkeit gehabt, die Beschwerdegegnerin zu ersuchen, eine Autopsie 

anzuordnen, um die Todesart abzuklären. Bei dieser Argumentation lässt 

die Beschwerdegegnerin ausser Acht, dass die Beschwerdeführerin ihren 

Ehemann am 22. Juni 2014 überraschend verlor und sich zunächst mit 

- 19 -

dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes auseinandersetzen musste. 

Zudem hatte sie innert drei Tagen eine Beerdigung zu organisieren. 

Aufgrund der Auffindesituation bestand für sie, wie die 

Beschwerdegegnerin selbst einräumt, im Übrigen keine Veranlassung 

anzunehmen, es könnte im Hinblick auf die Versicherungsleistungen 

erforderlich sein, den Leichnam des Versicherten obduzieren zu lassen 

(vgl. Beschwerdeantwort vom 6. März 2015 Ziff. 9.5). Dies gilt umso 

mehr, als die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Schreiben 

vom 25. Juni 2014 (Bg-act. 6) mitteilte, zu den Versicherungsleistungen 

noch nicht Stellung nehmen zu können. Sobald sie (die 

Beschwerdegegnerin) die Abklärungen durchgeführt habe, werde sie die 

Beschwerdeführerin über die Leistungen orientieren. Sie bitte die 

Beschwerdeführerin um etwas Geduld. Vor diesem Hintergrund konnte 

und durfte sich die Beschwerdeführerin darauf verlassen, dass die 

Beschwerdegegnerin – wie angekündigt – die erforderlichen Abklärungen 

vornimmt. Sie ist folglich ohne ihr Verschulden in eine Beweisnot geraten.

ff) Daraus folgt, dass die Beschwerdegegnerin ihre Untersuchungspflicht 

vorliegend schuldhaft verletzte, indem sie davon absah, den Leichnam 

des Versicherten obduzieren zu lassen. Durch dieses Verhalten vereitelte 

die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die Beweisführung 

betreffend der Ursache, welche zum Tod des Versicherten führte, 

weshalb nicht feststeht, ob der Versicherte am 22. Juni 2014 infolge einer 

Krankheit oder eines Unfalls zu Tode gekommen ist. In Anwendung des 

verfassungsmässigen Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 

BV) erfolgt deshalb vorliegend hinsichtlich des Eintritts des Unfalls als 

versichertes Risiko eine Beweislastumkehr. Es obliegt somit der 

Beschwerdegegnerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu beweisen, 

dass der Versicherte am 22. Juni 2014 nicht an den Folgen eines Unfalls 

verstorben ist. Dieser Beweis ist ihr aufgrund der Aktenlage nicht 

gelungen (vgl. vorne E.4). Demzufolge gilt als mit überwiegender 

- 20 -

Wahrscheinlichkeit als ausgewiesen, dass der Versicherte am 22. Juni 

2014 infolge des Sturzes vom Kirschbaum gestorben ist. Ein solches 

Ereignis ist nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen 

Lebenserfahrung geeignet, den Tod herbeizuführen. Der Versicherte ist 

folglich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an den Folgen eines 

Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG verstorben.

6. a) Nach dem vorangehend Ausgeführten hat die Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Einspracheentscheid das Vorliegen eines Unfalls im Sinne 

von Art. 4 ATSG zu Unrecht verneint. Damit erweist sich der 

angefochtene Einspracheentscheid als widerrechtlich, weshalb er in 

Gutheissung der vorliegenden Beschwerde aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, der Beschwerdeführerin die 

infolge des Unfalls vom 22. Juni 2014 geschuldeten 

Hinterlassenenleistungen zu erbringen.

b) Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren im Bereich der Unfallversicherung nach Art. 61 lit. a 

ATSG, abgesehen von vorliegend ausser Betracht fallenden Ausnahmen, 

kostenlos ist.

c) Die Beschwerdeführerin ist mit dem von ihr gestellten Rechtsbegehren 

zur Gänze durchgedrungen, weshalb ihr gemäss Art. 61 lit. g ATSG die 

Parteikosten zu ersetzen sind. Diese werden vom Versicherungsgericht 

festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 

der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht 

in seiner Honorarnote vom 16. April 2015 Aufwendungen im Betrag von 

Fr. 4'950.20, bestehend aus einem Honorar von Fr. 4'450.-- (17.80 

Stunden à Fr. 250.--), Kleinspesen von Fr. 133.50 sowie einer 

Mehrwertsteuer von Fr. 366.70 (8 % von Fr. 4'583.50), geltend. In dieser 

- 21 -

Forderung sind jedoch auch Aufwendungen für das vorinstanzliche 

Verfahren mitenthalten, die als vorprozessualer Aufwendungen im 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren nicht entschädigt werden 

können (vgl. Honorarnote vom 16. April 2015). Werden diese Positionen 

in Abzug gebracht, so resultieren Kosten im Betrag von Fr. 2'558.55 (9.2 

Stunden [17.80 Stunden – 1.00 Stunde (27.10.2014) – 0.30 Stunde 

(29.20.2014) – 1.00 Stunde (03.11.2014) – 0.80 Stunde (04.11.2014) – 

05.00 (06.11.2014) – 0.50 (07.11.2014)] à Fr. 250 = Fr. 2'300.-- + 

Kleinspesen 69.-- [0.03 x Fr. 2'300.--] + Mehrwertsteuer Fr. 189.55 [0.08 x 

Fr. 2'369.--]). Ein solcher Aufwand erscheint dem Gericht angesichts der 

Schwierigkeit der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen und der 

Bedeutung der Streitsache ohne weiteres als angemessen. Die 

Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren demzufolge aussergerichtlich mit Fr. 2'558.55 (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutheissen und der Einspracheentscheid der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt vom 13. Januar 2015 

aufgehoben. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt wird 

verpflichtet, A._____ die aufgrund des Unfalls vom 22. Juni 2014 

geschuldeten Hinterlassenenleistungen zu erbringen.

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Die SUVA wird verpflichtet, A._____ mit Fr. 2'558.50 (inkl. Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) aussergerichtlich zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

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Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 14. Juni 

2016 abgewiesen (8C_227/2016).