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**Case Identifier:** 1baff9d6-90de-58e3-acdf-24c79d01976c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.09.2025 IV 2025/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2025-14_2025-09-30.pdf

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© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2025/14

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.10.2025

Entscheiddatum: 30.09.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 30.09.2025
Art. 28 Abs. 1 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Krebserkrankung. Fatigue. 
Würdigung eines polydisziplinären Administrativgutachtens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. September 2025, IV 
2025/14).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/9 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung II 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 30. September 2025  

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2025/14 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Sebastiaan van der Werff,  
Schwager Mätzler Schneider, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/14 
 

 

2/9 

Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich im März 2022 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-
act. 4). Sie gab an, sie sei seit 25 Jahren Hausfrau. Als erlernten Beruf nannte sie „Detailhandel“. Die 

Onkologin Dr. med. B.___ berichtete am 24. März 2022 (IV-act. 12), die Versicherte leide an einem 

Mammakarzinom rechts. Sie sei seit Juni 2021 vollständig arbeitsunfähig. Sie leide an einer 

therapiebedingten Müdigkeit und Leistungseinbusse sowie an einer eingeschränkten 

Schulterbeweglichkeit. Mit einer Mitteilung vom 19. April 2022 wies die IV-Stelle das Begehren um 
berufliche Eingliederungsmassnahmen mit der Begründung ab, die Versicherte sei als Hausfrau tätig, 

weshalb eine berufliche Eingliederung nicht angezeigt sei (IV-act. 13). 

A.b Mittels eines Fragebogens „zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt“ gab die 
Versicherte im Juni 2022 an (IV-act. 16), ohne die gesundheitlichen Einschränkungen würde sie 

„natürlich“ einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Sie nannte allerdings kein Pensum. Eine Sachbearbeiterin 

der IV-Stelle erkundigte sich telefonisch bei der Versicherten nach dem Pensum im hypothetischen 

„Gesundheitsfall“; die Versicherte teilte ihr mit, dass sie das nichts angehe (IV-act. 24).  

A.c Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die estimed AG am 9. September 2024 ein polydisziplinäres 
Gutachten (IV-act. 114). Der internistische Sachverständige hielt fest, die Versicherte habe etwas 

bedrückt und auch etwas müde gewirkt. Die allgemeinen Bewegungen hätten flüssig gewirkt. Das 

Sitzen sei im Befragungszeitraum in weitgehend unveränderter Position möglich gewesen. 

Inkonsistenzen hätten sich nicht ergeben. Aus allgemein-internistischer Sicht bestehe keine 

Gesundheitsbeeinträchtigung. Der neuropsychologische Sachverständige führte aus, während der 

Anamneseerhebung sei aufgefallen, dass die Versicherte verschiedentlich Fragen nicht adäquat 
beantwortet und danebengeredet habe. Einige Fragen hätten deshalb wiederholt werden müssen. Auch 

die Nachfragen seien teilweise nicht adäquat beantwortet worden. Die allgemeine Aufmerksamkeit sei 

während der gesamten Untersuchung weitgehend gegeben gewesen. Einige Male habe die Versicherte 

gedanklich kurz abwesend gewirkt; sie habe anschliessend nachfragen müssen. Während der 

Bearbeitung der einzelnen Testaufgaben habe sie die Konzentration permanent aufrecht halten können. 

Das allgemeine Arbeitstempo sei unauffällig gewesen. Die allgemeine Vorgehensweise respektive die 

Handlungsplanung sei leicht eingeschränkt gewesen. Teilweise sei die Versicherte etwas 

unsystematisch und leicht reizgesteuert vorgegangen. Die Fehlerkontrolle sei meist ausreichend 

gewesen. Die kognitive Belastbarkeit sei über eine Untersuchungsdauer von knapp drei Stunden 

gegeben gewesen. Es hätten sich keine Hinweise für ausgeprägte Ermüdungserscheinungen ergeben. 

Die Versicherte habe keine Pausen gewünscht. Überwiegend wahrscheinlich hätten die Testergebnisse 

der tatsächlichen Leistungsfähigkeit entsprochen. Sie hätten auf eine leichte neuropsychologische 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Störung hingewiesen. Die Defizite stünden sehr wahrscheinlich mit der Krebserkrankung im 

Zusammenhang. Die von der Versicherte mittels eines Fragebogens angegebene Fatigue habe 

während der Untersuchung nicht im geltend gemachten Ausmass beobachtet und objektiviert werden 

können. Von einer bewussten Verdeutlichung könne aber angesichts der durchwegs unauffälligen 

Beschwerdevalidierungsparameter nicht ausgegangen werden. Es sei durchaus möglich, dass die 
Fatigue im Alltag respektive unter weniger optimalen Bedingungen (reizarme und ruhige 

Untersuchungssituation) phasenweise ausgeprägter sei. Von weiteren Einflüssen auf die kognitiven 

Leistungen sei nicht auszugehen. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht. Der 

onkologische Sachverständige hielt fest, die Versicherte sei zugewandt, jedoch leicht unmotiviert und 

beim Beantworten der Fragen nur bedingt kooperativ gewesen. Sie habe bedrückt, zwischendurch aber 

auch immer wieder kurz emotional aufbrausend gewirkt. Sie sei nicht auf alle Fragen eingegangen, 

habe teilweise einfach abgewunken. Der objektive klinische Befund sei unauffällig gewesen. Die 

onkologische Behandlung sei vor zwei Jahren abgeschlossen worden. Ein Rezidiv oder eine 

Folgekomplikation sei nicht aufgetreten. Die therapiebedingte Müdigkeit und Leistungseinbusse nehme 

in der Regel im Verlauf ab. Die Versicherte habe jedoch angegeben, dass die Müdigkeit und die 

Leistungsschwäche zugenommen hätten. Ein kausaler Zusammenhang mit der onkologischen 

Therapie könne nicht hergestellt werden. Aus onkologischer Sicht sei die Versicherte uneingeschränkt 

arbeitsfähig. Gegenüber der psychiatrischen Sachverständigen hatte die Versicherte angegeben, die 
Erschöpfung habe sich so langsam eingeschlichen. Von der Psyche her sei sie schon motiviert, aber in 

der letzten Zeit sei so vieles gewesen. Sie sei schlapp und erschöpft. Die Krebserkrankung habe ihr 

einen Strich durchs Leben gemacht. Ihr Ehemann habe mehrere Unfälle gehabt. Der letzte Unfall habe 

sich im Jahr 2016 ereignet. Danach sei er im Rollstuhl und pflegebedürftig gewesen. Er sei im 

Dezember 2022 verstorben. Die letzten zwei Monate vor seinem Tod sei er in einem Pflegeheim 

gewesen. Das älteste Kind sei psychisch auffällig, arbeite nicht und lebe bei der Versicherten. Die 

beiden mittleren Kinder arbeiteten, lebten aber immer noch bei der Versicherten. Das jüngste Kind gehe 

ins Gymnasium. Die psychiatrische Sachverständige führte aus, die Versicherte sei freundlich und 

kooperativ gewesen. Sie habe die zweieinhalb Stunden dauernde Untersuchung ohne Pause 

durchgeführt. Sie sei konzentriert gewesen und sie habe gut mitgearbeitet. Einige Male habe sie sich 

an die linke Schulter gegriffen. Sonst seien keine Schmerzbezeugungen oder andere somatische 

Symptome ersichtlich gewesen. Im Affekt habe die Versicherte leicht gedämpft gewirkt. Der Antrieb sei 

deutlich vermindert gewesen. Sie habe ängstlich gewirkt und sie scheine sich eher übermässig Sorgen 

um die Gesundheit, die Finanzen und die Kinder zu machen. In der Untersuchung seien vor allem eine 
eher mangelhafte Kooperation mit sehr vagen und teilweise kryptischen Angaben sowie eine eher 

indifferente Haltung aufgefallen. Die Versicherte habe leicht fahrig gewirkt. Sie habe kognitive Defizite 

in der Form von Wortverwechslungen und unlogischen Zusammenhängen sowie Mühe mit der 

chronologischen Angabe der Anamnese gezeigt. Sie sei ausgeprägt misstrauisch gewesen. Ansonsten 

sei der objektive klinische Befund unauffällig gewesen. Aus psychiatrischer Sicht sei keine 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4/9 

Gesundheitsbeeinträchtigung zu diagnostizieren. Nach der Konsensbesprechung hielten die 

Sachverständigen fest, die Versicherte leide an einer leichten neuropsychologischen Störung sowie an 

einem invasiven Mamma-Karzinom rechts zentral. Keine dieser Diagnosen wirke sich auf die 

Arbeitsfähigkeit aus. Retrospektiv sei es möglich, dass die kognitiven Defizite während der Radio- und 

Chemotherapie vorübergehend stärker ausgeprägt gewesen seien, sodass die Arbeitsfähigkeit 
beeinträchtigt gewesen sein könnte. Genaueres könne dazu aber nicht gesagt werden. Aus 

internistischer, onkologischer und psychiatrischer Sicht habe nie eine länger dauernde 

Arbeitsunfähigkeit bestanden. Im September 2024 notierte Dr. med. C.___ vom IV-internen regionalen 

ärztlichen Dienst (RAD), das Gutachten überzeuge, weshalb auf es abgestellt werden könne (IV-act. 

116). 

A.d Mit einem Vorbescheid vom 24. September 2024 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass 
sie die Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 118). Die Versicherte erklärte sich am 26. 

September 2024 damit nicht einverstanden (IV-act. 119). Am 30. Oktober 2024 liess sie einwenden (IV-

act. 126), die Sachverständigen der estimed AG hätten der direkt aus der Krebserkrankung und deren 

Behandlung resultierenden Müdigkeit nicht hinreichend Rechnung getragen. Weshalb die festgestellte 

neuropsychologische Störung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben solle, sei nicht einzusehen. 

Die Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf die Tätigkeit im eigenen Haushalt sei nicht begründet 

worden. Das Gutachten überzeuge nicht. Der RAD-Arzt Dr. med. D.___ notierte am 23. November 
2024, die Einwände der Versicherten weckten keinen Zweifel an der Überzeugungskraft des 

Gutachtens (IV-act. 127). Mit einer Verfügung vom 3. Dezember 2024 wies die IV-Stelle das 

Rentenbegehren ab (IV-act. 130). 

B.  

B.a Am 20. Januar 2025 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) eine 
Beschwerde gegen die Verfügung vom 3. Dezember 2024 erheben (act. G 1). Sie liess die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung, die Zusprache der ihr zustehenden gesetzlichen Leistungen der 

Invalidenversicherung, insbesondere einer dauerhaften Rente, ab wann rechtens, eventualiter die 

Zusprache einer befristeten, mindestens halben Rente bis minimal am 12. August 2024 ab wann 

rechtens sowie subeventualiter die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die 

Beschwerdegegnerin) zu weiteren Abklärungen beantragen. Zur Begründung liess sie ausführen, ganz 

generell werde weiterhin an den Ausführungen vom 30. Oktober 2024 festgehalten. Es könne kaum 

ernsthaft bestritten werden, dass die Brustkrebsdiagnose mit anschliessender Radio- und 

Chemotherapie jedenfalls für eine gewisse Zeit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gehabt habe. 
Dafür müsse man kein Mediziner sein. Am 20. Februar 2025 liess die Beschwerdeführerin ergänzend 

geltend machen (act. G 3), die behandelnde Onkologin habe in einem aktuellen Bericht vom 11. Januar 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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2025 bestätigt, dass die Beschwerdeführerin weiterhin unter einer deutlichen, therapiebedingten, 

invalidisierenden sowie anhaltenden Fatigue-Symptomatik leide (vgl. act. G 3.1).  

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 4. April 2025 die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). 
Zur Begründung führte sie an, das in jeder Hinsicht überzeugende Gutachten der estimed AG belege, 

dass die Beschwerdeführerin nicht länger dauernd arbeitsunfähig gewesen sei. Folglich könne sie 
keinen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben. 

B.c Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (act. G 8). 

Erwägungen 
1.  

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf deren 

Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens 

entsprechen muss. Dieses hat sich nach der verbindlichen Abweisung des Begehrens um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen am 19. April 2022 auf die Prüfung des im März 2022 eingereichten 

Rentenbegehrens und damit auf die Frage beschränkt, ob die Beschwerdeführerin frühestens ab dem 

1. September 2022 einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat (vgl. Art. 29 

Abs. 1 IVG). Auch in diesem Beschwerdeverfahren ist folglich ein Rentenanspruch frühestens ab dem 

1. September 2022 zu prüfen. 

2.  

Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat einen Anspruch auf eine Rente der 
Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die Bemessung der Invalidität wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung 

und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, 

in Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund 

geblieben wäre (Art. 16 ATSG), sofern davon auszugehen ist, dass die versicherte Person ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung vollerwerbstätig wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG). Bei einer nicht erwerbstätigen 

Person entspricht die Invalidität dem Mass der Unfähigkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu 

betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Ist davon auszugehen, dass die versicherte Person teilweise erwerbs- 

und teilweise im Aufgabenbereich tätig wäre, ist die Invalidität für beide Teilbereiche nach der jeweils 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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massgebenden Methode zu bemessen; die Teilinvaliditätsgrade sind zu gewichten und zu addieren 

(sog. „gemischte Methode“; Art. 28a Abs. 3 IVG). 

3.  

Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass sie ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung 

„natürlich“ erwerbstätig wäre. In welchem Pensum sie erwerbstätig wäre, hat sie jedoch trotz 
wiederholter schriftlicher und telefonischer Nachfragen der Beschwerdegegnerin nicht angegeben. Das 

schadet allerdings nicht, denn aufgrund der gesamten Umstände ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung vollzeitig erwerbstätig wäre. Ihr Ehemann 

ist im Dezember 2022 verstorben, nachdem er davor während Jahren alters- sowie unfall- und 

krankheitsbedingt erwerbsunfähig sowie pflegebedürftig gewesen war. Allfällige 

Hinterlassenenleistungen dürften tief ausfallen, da der Ehemann bis zum krankheits- bzw. 

unfallbedingten Ausfall selbständig erwerbstätig gewesen war. Das älteste Kind begründet 

offensichtlich keinen Anspruch mehr auf eine Waisenrente, hat auch keinen Anspruch auf eine 

Invalidenrente, arbeitet aber nicht und trägt folglich nichts zum Haushaltseinkommen bei. Das jüngste 

Kind besucht das Gymnasium und kann deshalb (abgesehen von einer Halbwaisenrente) ebenfalls 

nichts zum Einkommen beitragen. Die Beschwerdeführerin verfügt über keine Ausbildung, die es ihr 

ermöglichen würde, ein hohes Lohnniveau zu erzielen. Sie wäre deshalb finanziell gezwungen, 

vollzeitig erwerbstätig zu sein, um den Lebensunterhalt für sich sowie für das älteste und das jüngste 
Kind zu finanzieren. Betreuungspflichten, die sie an einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit hindern würden, 

bestehen nicht mehr, denn das jüngste Kind benötigt keine intensive Betreuung mehr, da es bereits das 

Gymnasium besucht. Die Beschwerdeführerin ist folglich als im sogenannten hypothetischen 

„Gesundheitsfall“ vollerwerbstätig zu qualifizieren, weshalb die Invalidität anhand eines 

Einkommensvergleichs zu bemessen ist. Da der Einkommensvergleich keinen rentenbegründenden 

Invaliditätsgrad liefert, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden, würde sich am Ergebnis 

nichts ändern, wenn die Invalidität mittels eines Betätigungsvergleichs oder mittels der „gemischten 

Methode“ ermittelt würde, weil diesfalls die unhaltbare Bundesgerichtspraxis zur angeblichen 

Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen zu berücksichtigen wäre, die zwingend zu einem 

tieferen Invaliditätsgrad führen würde.  

4.  

Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Herkunftsland eine Ausbildung im Detailhandel absolviert. Da es 

sich beim Detailhandel nach der allgemeinen Lebenserfahrung um eine Tieflohnbranche handelt, hätte 

es ihr diese Ausbildung, selbst wenn sie als einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis vergleichbar 
anerkannt worden wäre, nicht ermöglicht, einen über dem statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterinnenlöhne liegenden Lohn zu erzielen. Obwohl die Beschwerdeführerin seit Jahren nicht 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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ausserhäuslich erwerbstätig gewesen ist, deutet nichts darauf hin, dass sie bei fiktiv vollständig 

erhaltener Gesundheit nicht in der Lage wäre, einen durchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn zu 

erzielen. Das Valideneinkommen entspricht folglich dem statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterinnenlöhne. 

5.  

Für die Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist massgebend, welche 

Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in welchem Umfang zugemutet werden 

können. Die Beschwerdegegnerin hat zur Beantwortung dieser Frage ein polydisziplinäres Gutachten 

der estimed AG eingeholt. Die medizinischen Sachverständigen haben die Beschwerdeführerin 

umfassend internistisch, onkologisch, neuropsychologisch sowie psychiatrisch untersucht und sie 

haben die medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt. Nichts deutet darauf hin, dass sie eine für ihre 

medizinische Beurteilung wesentliche Tatsache übersehen oder ignoriert hätten. Sie haben also über 

eine für ihre medizinische Beurteilung umfassende Sachverhaltskenntnis verfügt. Der onkologische und 

der internistische Sachverständige haben mit einer überzeugenden Begründung anhand der von ihnen 

erhobenen objektiven klinischen Befunde und der Ergebnisse der Aktenwürdigung aufgezeigt, dass die 

Beschwerdeführerin nicht an einer somatischen Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten hat, die ihre 

Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt hätte. Die psychiatrische Sachverständige hat ebenfalls einen 

weitestgehend unauffälligen objektiven klinischen Befund erhoben, weshalb ihre Schlussfolgerung, die 
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt, ohne 

Weiteres überzeugt. Der neuropsychologische Sachverständige hat anschaulich aufgezeigt, dass 

mittels der Testverfahren nur eine leichte, überwiegend wahrscheinlich mit der Krebserkrankung im 

Zusammenhang stehende neuropsychologische Störung hat objektiviert werden können und dass in 

der klinischen Beobachtung keine Aufmerksamkeitsstörung, keine Konzentrationseinbrüche und keine 

Hinweise für ausgeprägte Ermüdungserscheinungen aufgefallen sind. Die kognitive Belastbarkeit ist 

über die Untersuchungsdauer von knapp drei Stunden gegeben gewesen. Die Beschwerdeführerin hat 

keine Pausen gewünscht. Die von der Beschwerdeführerin mittels eines Fragebogens angegebene 

Fatigue hat nicht im geltend gemachten Ausmass beobachtet und objektiviert werden können. Der 

Sachverständige hat jedoch eingeräumt, bei weniger optimalen Bedingungen im Alltag könne die 

Fatigue möglicherweise phasenweise stärker ausgeprägt sein. Selbst bei dieser Annahme lasse sich 

aber eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen. Diese Ausführungen überzeugen. Auch 

die übrigen Sachverständigen, insbesondere die psychiatrische Sachverständige, sind unter 

Berücksichtigung dieser Ergebnisse zur Auffassung gelangt, dass sich eine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit nicht rechtfertigen lasse. Die Kritik des Rechtsvertreters am Gutachten weckt keine 

Zweifel an der Überzeugungskraft dieser Schlussfolgerung. Die Sachverständigen haben sich 

eingehend mit der im Vordergrund stehenden Fatigue-Symptomatik befasst. Sie haben anschaulich 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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aufgezeigt, dass die geltend gemachte Fatigue nicht im behaupteten Umfang hat objektiviert werden 

können. Da die Beschwerdeführerin über eine durchgehende und nicht über eine phasenweise 

schwankende Fatigue geklagt hat, kann zudem nicht davon ausgegangen werden, dass etwa die 

neuropsychologische Testung, die insgesamt drei Stunden gedauert hat, gerade zufällig während einer 

„guten“ Phase erfolgt sei. Die Fatigue hätte sich also in jenen drei Stunden deutlich zeigen müssen, 
was aber nicht der Fall gewesen ist. Ausserdem besteht ein erheblicher Widerspruch zwischen der 

angeblichen Fatigue und dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin einen Fünfpersonenhaushalt mit 

eigenem Grundstück, Garten und Hund meistert, obwohl die Kinder ihren Angaben zufolge kaum etwas 

mithelfen. Würde die Beschwerdeführerin tatsächlich an einer relevanten Fatigue leiden, könnte sie die 

damit verbundene Arbeit nicht leisten. Die Angabe der behandelnden Onkologin, die 

Beschwerdeführerin habe noch im Januar 2025 an einer therapiebedingten Fatigue gelitten, überzeugt 

nicht, weil die Therapie im Januar 2025 schon längst beendet gewesen ist und folglich keine 

therapiebedingte Fatigue mehr hat bestehen können. Angesichts der Diskrepanz zwischen den 

Selbstangaben und der effektiven Alltagsgestaltung, auf die in den Berichten der behandelnden Ärzte 

nicht eingegangen worden ist, sind die Berichte der behandelnden Ärzte nicht geeignet, für die Zeit vor 

der Begutachtung eine relevante Arbeitsunfähigkeit mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen, zumal gemäss der bundesgerichtlichen Praxis ohnehin 

der objektive Anschein der Befangenheit der behandelnden Ärzte besteht. Zusammenfassend steht 
gestützt auf das in jeder Hinsicht überzeugende Gutachten der estimed AG mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin im hier 

massgebenden Zeitraum nie länger dauernd arbeitsunfähig gewesen ist. Das zumutbarerweise 

erzielbare Invalideneinkommen entspricht folglich dem statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterinnenlöhne und damit dem Valideneinkommen, weshalb die Beschwerdeführerin nicht 

invalid ist (Invaliditätsgrad von null Prozent). 

6.  

Da die Beschwerdeführerin im hier massgebenden Zeitraum nicht invalid gewesen ist und da sie auch 

das sogenannte Wartejahr nicht erfüllt hat, hat sie keinen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtmässig, weshalb die 

Beschwerde abzuweisen ist. 

7.  

Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600 Franken 

festzusetzenden Gerichtskosten sind der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Sie sind 
durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. Die unterliegende 

Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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9/9 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  
Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese sind durch den 

von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. 

3.  
Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen. 

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		2026-01-28T04:07:08+0100
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