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**Case Identifier:** fd3aaf3d-a02a-566d-9b53-9ba37c5c7744
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-05-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.05.2016 A-185/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-185-2016_2016-05-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-185/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  M a i  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richter Michael Beusch (Vorsitz), 

Richter Daniel Riedo, Richterin Marie-Chantal May Canellas,    

Gerichtsschreiberin Anna Strässle. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG, (…), 

vertreten durch Philippe Rosat, Rosat & Cie Rechtsanwälte, 

(…),  

Beschwerdeführerin, 

 
 

 
gegen 

 
 

Oberzolldirektion (OZD), 

Hauptabteilung Verfahren und Betrieb, 

Monbijoustrasse 40, 3003 Bern, 

Vorinstanz, 

 
 

 
 

Gegenstand 
 Rückforderung von LSVA-Rückerstattungen. 

 

 

 

A-185/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die A._______ AG (nachfolgend: A._______ AG) mit Sitz in (Ort) be-

zweckt gemäss Handelsregistereintrag insbesondere den (Zweck). 

A.b Im Zusammenhang mit dem Betrieb einer Abfallsammelstelle für die 

Gemeinde (Ort) und umliegende Gemeinden transportierte die A._______ 

AG zur Verladestation B._______ Abfallcontainer (CTS 2000; nachfolgend 

auch "Container 5.25" genannt), welche eine Länge ohne Zubehör von 

rund 5.25 m aufweisen. Dort wurden die Container für die Beförderung zur 

Kehrichtverwertungsanlage (Ort) von den Lastwagen auf die Bahn verla-

den. Der Rücktransport der leeren Container erfolgte in umgekehrter Rich-

tung; ab B._______ wieder durch die A._______ AG. 

A.c Die durch die A._______ AG durchgeführten Transporte unterlagen der 

Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA). Diese wurde in ei-

nem ersten Schritt entrichtet. Im Anschluss stellte die A._______ AG An-

träge mit dem Formular "Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe 

LSVA, Rückerstattungsantrag für Fahrten im unbegleiteten kombinierten 

Verkehr (UKV; Form. 56.76)". Dabei deklarierte sie die von ihr verwendeten 

Container als Behälter mit einer Länge zwischen 18 und 20 Fuss (5.5 und 

6.1 m). In der Folge erstattete die Oberzolldirektion (OZD) der A._______ 

AG für diese Fahrten im sog. unbegleiteten kombinierten Verkehr (UKV) 

die erhobene LSVA zurück. 

B.  

Anlässlich einer Kontrolle durch die Abteilung LSVA 2 der OZD wurden die 

für eine Firma in der Zentralschweiz verwendeten Container vermessen. 

Dabei gelangte die OZD zur Erkenntnis, dass die Ladebehälter die für die 

Rückerstattung erforderliche Länge nicht aufweisen würden. Es fanden 

weitere Ermittlungen statt, unter anderem auch bei der A._______ AG. In 

der Folge leitete die Sektion Zollfahndung der Zollkreisdirektion (Ort) am 

8. August 2012 eine Zollstrafuntersuchung gegen die A._______ AG ein. 

C.  

Mit Verfügung vom 21. Mai 2013 forderte die Zollkreisdirektion (Ort) von 

der A._______ AG die ihrer Auffassung nach zu Unrecht erwirkten Rücker-

stattungen für den Zeitraum Januar 2010 bis Mai 2012 in der Höhe von 

insgesamt Fr. 23'037.45 (Rückerstattungsbetrag von Fr. 21'768.-- und Ver-

zugszins von Fr. 1'269.45) zurück. Die A._______ AG sei anhand des Bau-

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planes des Herstellers und der Aufschrift auf den Containern im Bilde dar-

über gewesen, dass die Container lediglich 5.25 m Länge aufgewiesen 

hätten, habe diese aber mit einer Länge zwischen 5.5 und 6.1 m deklariert. 

D.  

Die gegen diese Verfügung von der A._______ AG erhobene Beschwerde 

wurde von der OZD mit Beschwerdeentscheid vom 8. Dezember 2015 ab-

gewiesen. Die OZD erwog im Wesentlichen, die Voraussetzungen von 

Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das Verwal-

tungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) seien erfüllt. Die A._______ AG habe als 

abgabepflichtige Halterin die fraglichen unrechtmässigen Rückerstattun-

gen erhalten und sei daher rückleistungspflichtig. Es habe nie eine Mess-

weise "über alles" (also inkl. ausgeklappter Haken) gegeben. Die OZD 

habe auf die Angaben in den Rückerstattungsanträgen abgestellt, der Ver-

trauensschutz stehe – mangels Vertrauensgrundlage – der Nachbezugs-

verfügung nicht entgegen. 

E.  

Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht vom 7. Januar 2016 bean-

tragt die A._______ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin), die durch den 

angefochtenen Beschwerdeentscheid vom 8. Dezember 2015 bestätigte 

Rückforderungsverfügung vom 21. Mai 2013 im Betrag von Fr. 23'037.45 

sei vollumfänglich und ersatzlos aufzuheben (Ziff. 1). Der Beschwerde sei 

– soweit nicht bereits von Gesetzes wegen geschehen – aufschiebende 

Wirkung zuzuerkennen (Ziff. 2); alles unter Kosten- und Entschädigungs-

folge. Zur Begründung bringt sie insbesondere vor, sie habe eine ausdrück-

liche Anfrage an die OZD gerichtet und mit Schreiben vom 3. März 2010 

eine Rückerstattungsberechtigung bestätigt erhalten. Sie habe erhebliche 

Investitionen aufgrund dieser Zusicherung getätigt, das gutgläubige Ver-

trauen in diese vorbehaltlose Zusicherung müsse geschützt werden. So-

dann habe die OZD die Rückerstattungsanträge während der Jahre 2010 

bis Mai 2012 gebilligt. Überdies habe Herr C._______, (Funktion) der über 

eine monopolartige Stellung verfügenden ACTS AG, die Rückerstattungs-

berechtigung der "Container 5.25" erklärt. Beim Umschlag von der Strasse 

auf die Bahn müssten die Bügel vorne und hinten ausgeklappt sein und 

somit sei die Messweise "über alles" anzuwenden. Die Beschwerdeführe-

rin sei gutgläubig gemäss der damaligen Verwaltungspraxis davon ausge-

gangen, die Container seien mit Bügel zu messen und habe damit keine 

relevante Tatsache unrichtig deklariert. Die rückwirkende Anwendung der 

vorliegenden Praxisänderung [Messweise "von Wand zu Wand"] verstosse 

gegen das Verbot des "widerspruchsvollen Verhaltens" der Behörde und 

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gegen den Schutz des gutgläubigen Vertrauens des Bürgers in behördliche 

und quasi behördliche Zusicherungen und Auskünfte. Auch die massge-

benden Instanzen, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) und OZD, 

ACTS AG und die SBB-Cargo seien nämlich übereinstimmend und still-

schweigend durch konkludentes Verhalten von der Messweise "über alles" 

ausgegangen und hätten die "Container 5.25" zur pauschalen Rückerstat-

tung zugelassen. Der Sachverhalt in den höchstrichterlichen Urteilen, die 

nun zu einer Praxisänderung geführt hätten, sei nicht mit dem vorliegenden 

vergleichbar, da die Beschwerdeführerin einerseits keine Anschriften über-

klebt habe und es andererseits in jenen Verfahren um die kürzeren Contai-

ner 5.00 gegangen sei. 

F.  

In ihrer Vernehmlassung vom 24. Februar 2016 schliesst die OZD (nach-

folgend: Vorinstanz) auf Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge und 

entgegnet insbesondere, es sei der Beschwerdeführerin nie schriftlich und 

ausdrücklich die Rückerstattungsberechtigung der verwendeten Container 

zugesichert worden. Eine Messweise "über alles" habe es nie gegeben. 

Sie habe sich lediglich auf die Angaben in den Rückerstattungsanträgen 

gestützt, wonach Container mit einer Länge von 5.5 m verwendet worden 

seien. Da keine Vertrauensgrundlage vorliege, könne sich die Beschwer-

deführerin auch nicht darauf berufen, keine unzutreffenden Angaben ge-

macht zu haben. Für nicht von der Vorinstanz stammende Auskünfte von 

C._______ gäbe es keine Bindungswirkung; die Zollverwaltung sei zustän-

dig gewesen. Sodann habe alleine der Gesuchsteller für die Richtigkeit der 

Angaben im Rückerstattungsgesuch einzustehen, nicht die EZV und OZD, 

die ACTS AG oder die SBB-Cargo. Überdies habe auch das Verfahren in 

den höchstrichterlichen Urteilen "Container 5.25" betroffen; der Sachver-

halt sei somit vergleichbar. 

G.  

In ihrer Replik vom 14. März 2016 hält die Beschwerdeführerin im Wesent-

lichen an ihren bisherigen Ausführungen fest. Die Vorinstanz verzichtet 

stillschweigend auf die Einreichung einer Duplik. 

H.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Un-

terlagen wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen der Vorinstanz betreffend die LSVA, die keine erstinstanz-

lichen Veranlagungsverfügungen sind, können gemäss Art. 23 Abs. 4 des 

Bundesgesetzes vom 19. Dezember 1997 über eine leistungsabhängige 

Schwerverkehrsabgabe (Schwerverkehrsabgabegesetzes, SVAG, 

SR 641.81) i.V.m. Art. 31 ff. VGG beim Bundesverwaltungsgericht ange-

fochten werden. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor 

der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur 

Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders be-

rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ände-

rung hat. Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen 

Verfügung zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 VwVG). 

1.2 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid; dieser ersetzt allfällige Ent-

scheide unterer Instanzen (sog. Devolutiveffekt; vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4; 

Urteile des BVGer A-272/2013 vom 21. November 2013 E. 1.3, 

A-5151/2011 vom 2. Oktober 2012 E. 1.1 und A-6124/2008 vom 6. Sep-

tember 2010 E. 1.2; ANDRÉ MOSER et al., Prozessieren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.7). Soweit die Beschwerdeführerin 

die Aufhebung der durch den vorliegend angefochtenen Beschwerdeent-

scheid vom 8. Dezember 2015 bestätigte Rückforderungsverfügung vom 

21. Mai 2013 im Betrag von Fr. 23'037.45 beantragt (vgl. Sachverhalt 

Bst. E), ist daher auf ihre Beschwerde nicht einzutreten. Immerhin gilt die 

erstinstanzliche Verfügung als inhaltlich mit angefochten bzw. kann unter 

Einbezug der gesamten Rechtsschrift geschlossen werden, die Beschwer-

deführerin beantrage die Aufhebung des Beschwerdeentscheids vom 

8. Dezember 2015. 

1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach – unter Vorbehalt der 

Einschränkung in E. 1.2 – einzutreten. 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid 

grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann 

neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-

richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 

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Bst. c VwVG; ANDRÉ MOSER et al., a.a.O., Rz. 2.149 ff.; ULRICH HÄFELIN et 

al., Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 1146 ff.). Das Bun-

desverwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen an und ist an 

die Begründung der Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4 

VwVG). 

2.  

2.1 Gemäss Art. 1 SVAG bezweckt die LSVA, dass der Schwerverkehr die 

ihm zurechenbaren Wegekosten und Kosten zulasten der Allgemeinheit 

langfristig deckt, soweit er für diese nicht bereits durch andere Leistungen 

oder Abgaben aufkommt (Abs. 1). Zudem soll die Abgabe einen Beitrag 

dazu leisten, dass die Rahmenbedingungen der Schiene im Transport-

markt verbessert und die Güter vermehrt mit der Bahn befördert werden 

(Abs. 2). Abgabeobjekt ist die Benützung der öffentlichen Strassen durch 

die in- und ausländischen schweren Motorfahrzeuge und Anhänger für den 

Güter- und Personentransport (vgl. Art. 2 und 3 SVAG). 

Erhobene Abgaben können unter anderem für Fahrten im UKV zurücker-

stattet werden (Art. 4 Abs. 3 SVAG; nachfolgend: E. 2.4). Hierfür muss der 

Ladebehälter oder Sattelanhänger eine Länge zwischen 5.5 und 6.1 m  

oder zwischen 18 und 20 Fuss erreichen (Art. 8 Abs. 2 der Verordnung vom 

6. März 2000 über eine leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe 

[Schwerverkehrsabgabeverordnung, SVAV, SR 641.811] bzw. Art. 9 Abs. 2 

SVAV). Das Bundesgericht hat unlängst erkannt, dass sich die diesbezüg-

lich einschlägige Auslegung und Auffassung der Verwaltungsbehörde als 

rechtmässig erweist. Demnach bezieht sich die eben erwähnte Mindest-

länge auf die "Länge über Kanten", also unter Ausschluss der front- und 

heckseitig angebrachten, abnehmbaren Bügel. Fehlten landesrechtliche 

Vorgaben zum Messverfahren – wie bei Art. 8 Abs. 2 SVAV bzw. Art. 9 

Abs. 2 SVAV – bestünden aber gefestigte, teils weltweit anerkannte Regel-

werke (welche vorliegend eine Messung "von Kante zu Kante" bzw. "von 

Wand zu Wand" vorsähen), dränge sich eine Lückenfüllung mittels dieser 

Normen auf. Dies insbesondere auch deshalb, weil dem Gesetz der Ge-

danke der technischen Interoperabilität und der politischen "EU-Kompati-

bilität" innewohne (unter anderem: Urteil des BGer 2C_423/2014 vom 

30. Juli 2015 E. 3.2 f.). 

2.2 Gemäss Art. 20 Abs. 1 SVAG wird, wer die Abgabe vorsätzlich hinter-

zieht oder gefährdet, sich oder einer anderen Person sonst wie einen un-

rechtmässigen Abgabevorteil verschafft oder die gesetzmässige Veranla-

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Seite 7 

gung gefährdet, wer ungerechtfertigt eine Vergünstigung oder Rückerstat-

tung erwirkt oder in einem Rückerstattungsgesuch unrichtige Angaben 

macht, mit Busse bis zum Fünffachen der hinterzogenen oder gefährdeten 

Abgabe oder des unrechtmässigen Vorteils bestraft. Bei fahrlässiger Bege-

hung beträgt die Busse bis zum Dreifachen der hinterzogenen oder gefähr-

deten Abgabe oder des unrechtmässigen Vorteils. Vorbehalten bleiben die 

Artikel 14–16 VStrR. Widerhandlungen werden nach dem VStrR durch die 

EZV verfolgt und beurteilt (Art. 22 SVAG). 

2.3 Gemäss Art. 12 Abs. 1 VStrR sind Abgaben, die infolge einer Wider-

handlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes zu Unrecht 

nicht erhoben, zurückerstattet, ermässigt oder erlassen worden sind, ohne 

Rücksicht auf die Strafbarkeit einer Person nachzuentrichten oder zurück-

zuerstatten. 

Art. 12 Abs. 2 VStrR ergänzt, dass zur Nach- oder Rückleistung verpflichtet 

ist, wer in den Genuss des unrechtmässigen Vorteils gelangt ist, insbeson-

dere der zur Zahlung der Abgabe Verpflichtete oder der Empfänger der 

Vergütung oder des Beitrages. Die Leistungspflicht hängt weder von einer 

strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von einem Verschulden oder gar 

der Einleitung eines Strafverfahrens ab. Vielmehr genügt es, dass der 

durch die Nichterhebung der entsprechenden Abgabe entstandene un-

rechtmässige Vorteil in einer objektiven Widerhandlung gegen die Verwal-

tungsgesetzgebung des Bundes gründet (statt vieler: Urteil des BGer 

2C_425/2014 vom 18. Juli 2015 E. 5.2.2; Urteil des BVGer A-5311/2015 

vom 28. Oktober 2015 E. 2.1). 

2.4 Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichtigen ge-

hören – wie erwähnt – insbesondere die zur Zahlung der Abgabe Verpflich-

teten. Gemäss Art. 5 Abs. 1 SVAG ist der Halter oder die Halterin, bei aus-

ländischen Fahrzeugen zusätzlich der Fahrzeugführer oder die Fahrzeug-

führerin abgabepflichtig. Gemäss Art. 4 Abs. 3 SVAG besteht für Fahrten 

im unbegleiteten kombinierten Verkehr Anspruch auf eine pauschale Rück-

erstattung dieser Abgabe, welche gemäss Art. 8 Abs. 1 SVAV lediglich der 

Halter oder die Halterin geltend machen kann. Haben diese also zu Un-

recht um eine pauschale Rückerstattung ersucht, gelten sie bei Erhalt der 

Rückerstattung als unrechtmässig bevorteilt. Darüber hinaus gilt auch der 

Empfänger der Vergütung oder des Beitrages, also unter anderem derje-

nige, dem die Vergütung ausgerichtet wird, als Nachleistungspflichtiger 

(BGE 114 Ib 94 E. 4a; Urteil des BVGer A-5311/2015 vom 28. Oktober 

2015 E. 2.2). 

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Seite 8 

2.5 Der unrechtmässige Vorteil, in dessen Genuss der Leistungspflichtige 

nach Art. 12 Abs. 2 VStR gelangen muss, liegt im Vermögensvorteil, der 

durch die Nichtleistung der Abgabe entstanden ist. Ein Vermögensvorteil 

braucht nicht in einer Vermehrung der Aktiven, er kann auch in einer Ver-

minderung der Passiven bestehen. Dies trifft regelmässig zu, wenn eine 

Abgabe, obwohl sie geschuldet ist, infolge einer Widerhandlung nicht er-

hoben wird. Eine Haftungserleichterung in dem Sinn, dass lediglich der ef-

fektive Vorteil abgeschöpft wird, anerkennt die Rechtsprechung lediglich 

für einen gutgläubigen indirekt Bevorteilten. Als unpräjudizielles Beispiel 

hat das Bundesverwaltungsgericht etwa den Fall eines Endverbrauchers 

erwogen, der trotz mehrerer inländischer Handelsstufen noch einen mini-

men Preisvorteil erzielen kann und dabei keinerlei Verdachtsmomente hin-

sichtlich Zollwidrigkeit zu schöpfen vermag (vgl. statt vieler: Urteile des 

BVGer A-5311/2015 vom 28. Oktober 2015 E. 2.3.1 und A-667/2015 vom 

15. September 2015 E. 3.4). 

2.6  

2.6.1 Gemäss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatli-

chen Organen ohne Willkür und nach Treu und Glauben behandelt zu wer-

den. Laut dem Grundsatz des Vertrauensschutzes haben die Privaten An-

spruch darauf, in ihrem berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherun-

gen oder in anderes, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der 

Behörden geschützt zu werden (HÄFELIN et al., a.a.O., Rz. 624). Allerdings 

wird der Vertrauensschutz im Abgaberecht, das von einem strengen Lega-

litätsprinzip beherrscht wird, nur zurückhaltend gewährt (Urteile des BVGer 

A-5757/2015 vom 19. Februar 2016 E. 2.6, A-7148/2010 vom 19. Dezem-

ber 2012 E. 7.1 und A-1374/2011 vom 5. Januar 2012 E. 3.4). 

2.6.2 Für die erfolgreiche Geltendmachung des Vertrauensschutzprinzips 

bedarf es zunächst eines Anknüpfungspunktes; es muss eine Vertrauens-

grundlage vorhanden sein. Darunter ist das Verhalten eines staatlichen Or-

gans zu verstehen, das bei den betroffenen Privaten bestimmte Erwartun-

gen auslöst (statt vieler: Urteil des BVGer A-525/2013 vom 25. November 

2013 E. 2.5.3). Mündliche oder schriftliche Auskünfte und Zusicherungen 

einer (zuständigen oder gutgläubigerweise für zuständig gehaltenen) Ver-

waltungsbehörde bilden eine Vertrauensgrundlage, wenn sie sich auf eine 

konkrete, den betroffenen Privaten berührende Angelegenheit beziehen 

(vgl. BGE 137 II 182 E. 3.6.2, BGE 131 II 627 E. 6.1; WIEDERKEHR/RICHLI, 

Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bd. I, 2012 Rz. 2057, mit Hin-

weisen). Schriftliche Auskünfte allgemeiner Art bilden hingegen in der Re-

A-185/2016 

Seite 9 

gel keine Vertrauensgrundlage, wobei es sich ausnahmsweise anders ver-

hält, wenn sich diese Auskünfte auf die ständige Praxis der betreffenden 

Behörde beziehen, sie zumindest auch konkreter Natur sind oder die be-

troffene Person zu einer bestimmten, sie betreffenden konkreten Frage 

eine Auskunft verlangt hat (WIEDERKEHR/RICHLI, a.a.O., Rz. 2059, mit Hin-

weisen; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5757/2015 vom 19. Februar 

2016 E. 2.6). Beweisbelastet ist diesbezüglich nach den allgemeinen Re-

geln grundsätzlich jene Partei, die sich auf den Vertrauensschutz beruft 

(vgl. zur allgemeinen Beweislastregel statt vieler: BGE 130 III 321 E. 3.1; 

Urteile des BVGer A-40/2015 vom 3. Juni 2015 E. 2.6.2 und A-2900/2014 

vom 29. Januar 2015 E. 1.4, mit Hinweisen). 

2.6.3 Der gefestigte Ausdruck dessen, was die Verwaltung als richtig ver-

standenen Sinn des Gesetzes erkennt, führt zur Bildung einer Verwal-

tungspraxis (Urteil des BVGer A-1878/2014 vom 28. Januar 2015 E. 3.4.1). 

Diese vermag unter gewissen Umständen, vorab in verfahrensrechtlichen 

Fragen eine geeignete Vertrauensgrundlage zu bilden (vgl. dazu: Urteil des 

BVGer A-1374/2011 vom 5. Januar 2012 E. 3.5.1, mit Hinweisen). Die Ver-

waltungspraxis materialisiert sich mitunter in sog. Verwaltungsverordnun-

gen. Verwaltungsverordnungen sind verallgemeinernde Dienstbefehle, 

also generell-abstrakte Handlungsanweisungen der vorgesetzten Behörde 

an die unterstellten Behörden und Personen über die Besorgung ihrer Ver-

waltungsangelegenheiten. Dazu zählen insbesondere Dienstreglemente, 

Zirkulare, Kreisschreiben, Wegleitungen, Richtlinien, Merkblätter etc. (vgl. 

dazu: PIERRE TSCHANNEN et al., Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 

2014, § 14 Rz. 11 und 13). Eine Praxisänderung kann nur dann vorliegen, 

wenn überhaupt über längere Zeit eine gefestigte Praxis bestanden hat 

(Urteil des BGer 2C_509/2013 vom 8. Juni 2014 E. 2.4.2), d.h. in mehreren 

Fällen jeweils gleich entschieden und so eine Erwartung für künftige Fälle 

begründet worden ist. Ein ständige Praxis kann demnach nicht auf einzelne 

Fälle zurückgeführt werden (WIEDERKEHR/RICHLI, a.a.O., Rz. 1666, mit 

Hinweisen; zum ganzen Abschnitt: Urteile des BVGer A-40/2015 vom 

3. Juni 2015 E. 2.6.3 und A-1878/2014 vom 28. Januar 2015 E. 3.4.1). 

2.6.4 Auf die weiteren Voraussetzungen des Vertrauensschutzes muss an 

dieser Stelle – wie nachstehend zu zeigen – nicht weiter eingegangen wer-

den. 

2.7 Gemäss dem Verbot widersprüchlichen Verhaltens dürfen die Verwal-

tungsbehörden insbesondere einen einmal in einer bestimmten Angele-

http://links.weblaw.ch/BGE-130-III-321

A-185/2016 

Seite 10 

genheit eingenommenen Standpunkt ohne sachlichen Grund nicht wech-

seln. Verhält sich eine Verwaltungsbehörde widersprüchlich und vertrauen 

Private auf deren ursprüngliches Verhalten, stellt das widersprüchliche Ver-

halten eine Verletzung des Vertrauensschutzprinzips gemäss Art. 9 BV dar, 

wobei die Unterscheidung zwischen dem Verbot widersprüchlichen Verhal-

tens und dem Vertrauensschutzprinzip schwer fällt (Urteil des BVGer 

A-235/2014 vom 26. Mai 2014 E. 5.2, mit weiteren Hinweisen; HÄFELIN et 

al., a.a.O., Rz. 712 f.). 

3.  

Unbestritten ist im vorliegenden Fall, dass die von der Beschwerdeführerin 

verwendeten Container (CTS 2000 bzw. "Container 5.25") die gemäss Ver-

ordnung für die Rückerstattung bzw. die gemäss der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts erforderliche Mindestlänge von 5.5 m nicht aufweisen (vgl. 

Sachverhalt Bst. A.b; E. 2.1; gleiches gilt im Übrigen – entgegen den ge-

genteiligen Behauptungen der Beschwerdeführerin – auch für in der er-

wähnten höchstrichterlichen Rechtsprechung genannte Container). Strittig 

und zu prüfen ist jedoch, ob infolge einer Widerhandlung zu Unrecht die 

umstrittenen Abgaben in Höhe von insgesamt Fr. 23'037.45 an die Be-

schwerdeführerin zurückerstattet worden sind und diese somit rückleis-

tungspflichtig wird (E. 3) oder ob eine allfällige Nachforderung das berech-

tigte Vertrauen der Beschwerdeführerin verletzt (E. 4). 

3.1 In ihrer Beschwerde vom 7. Januar 2016 führt die Beschwerdeführerin 

aus, beim Umschlag von der Strasse auf die Bahn müssten die Bügel vorne 

und hinten ausgeklappt sein und somit sei die Messweise "über alles" an-

zuwenden; diesfalls erreichten die Container eine Mindestlänge von 5.5 m. 

Überdies sei allein der Umschlag massgeblich für die pauschale Rücker-

stattung, ohne dass Länge oder Art des Transports eine Rolle spiele. Die 

Beschwerdeführerin sei gutgläubig gemäss der damaligen Verwaltungs-

praxis davon ausgegangen, die Container seien mit Bügel zu messen und 

habe damit keine relevante Tatsache unrichtig deklariert, schliesslich ge-

höre die Messweise zum Rechtsbereich und nicht zum Tatsachenbereich. 

Sodann habe sie auch nie Anschriften auf den Containern verändert oder 

überklebt. Ausserdem weist sie in ihrer Replik vom 13. März 2016 darauf 

hin, dass alle am UKV Beteiligten gewusst hätten, dass die wenigen zuge-

lassenen Containertypen von den Herstellern mit den Längenangaben 

"von Wand zu Wand" gemessen worden seien und dies jedoch nicht der 

damaligen Praxis "über alles" entsprach; die Längenangabe 5.5 m in den 

Rückerstattungsformularen seien folglich keine Falschangaben gewesen 

(vgl. auch Sachverhalt Bst. E). 

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Seite 11 

Die Vorinstanz vertritt demgegenüber der Meinung, eine Messweise "über 

alles" habe es nie gegeben. Sie habe sich lediglich auf die Angaben in den 

Rückerstattungsanträgen gestützt, wonach Container mit einer Länge von 

5.5 m verwendet worden seien. Auch das Bundesverwaltungsgericht habe 

keine diesbezügliche langjährige Praxis feststellen können. Da somit keine 

Vertrauensgrundlage vorliege, könne sich die Beschwerdeführerin auch 

nicht darauf berufen, keine unzutreffenden Angaben gemacht zu haben. Es 

habe keine komplexe Rechtsfrage erörtert werden müssen, sondern es sei 

lediglich eine Längenangabe zu machen gewesen, welche überdies auf 

dem Container angeschrieben gewesen sei (vgl. auch Sachverhalt Bst. F). 

3.2 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung bezieht sich die Mindest-

länge nach Art. 8 Abs. 2 SVAV bzw. Art. 9 Abs. 2 SVAV auf die "Länge über 

Kanten", also unter Ausschluss der front- und heckseitig angebrachten, ab-

nehmbaren Bügel (E. 2.1). Wie gesagt (E. 3) erfüllen die vorliegend ver-

wendeten Container diese Mindestlänge nicht (vgl. Urteil des BVGer 

A-1225/2013 vom 27. März 2014 E. 3.4.4). Entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin handelt es sich bei den in den Rückerstattungsformu-

laren gemachten Längenangaben von 5.5 m folglich um eine unrichtige An-

gabe gemäss Art. 20 Abs. 1 SVAG (E. 2.2). Da der Beschwerdeführerin so-

mit eine Abgabe infolge einer objektiven Widerhandlung gegen die Verwal-

tungsgesetzgebung des Bundes zu Unrecht zurückerstattet wurde, ist 

diese ohne Rücksicht auf eine allfällige Strafbarkeit (bzw. subjektive Vor-

werfbarkeit) der Beschwerdeführerin von dieser zurückzuerstatten (E. 2.3). 

Daran vermag nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin nach eige-

nen Angaben davon ausgegangen sei, die Container seien mit Bügel zu 

messen und sie auch nie Anschriften auf den Containern verändert oder 

überklebt habe; derlei wirft ihr im Übrigen – schon mangels Relevanz – im 

vorliegenden Verfahren auch niemand vor. Denn wie gesagt hängt die Leis-

tungspflicht weder von einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von 

einem Verschulden oder gar der Einleitung eines Strafverfahrens ab 

(E. 2.3). Da die Beschwerdeführerin als direkt Bevorteilte gilt – der Vorteil 

steht nämlich in unmittelbarem Zusammenhang mit der objektiven Verlet-

zung –, ist auch irrelevant, ob die Bevorteilte in gutem Glauben gehandelt 

hat und die gebotene Vorsicht hat walten lassen; so oder anders haftet sie 

als direkt Bevorteilte für den gesamten Abgabebetrag der dem Bund vor-

enthaltenen Abgabe (Urteil des BVGer A-5311/2015 vom 28. Oktober 2015 

E. 2.3.2). Folglich wird die Beschwerdeführerin für die ihr objektiv zu Un-

recht zurückerstatteten Abgaben in Höhe von insgesamt Fr. 23'037.45 

grundsätzlich rückleistungspflichtig. 

A-185/2016 

Seite 12 

4.  

Zu prüfen bleibt, ob die Rückleistung der Abgabe das Vertrauensschutz-

prinzip gemäss Art. 9 BV verletzt. Die erfolgreiche Geltendmachung des 

Vertrauensschutzprinzips setzt zunächst den Nachweis einer Vertrauens-

grundlage voraus (E. 2.6.2). 

4.1 Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich vor, eine Praxisänderung 

sei zwar grundsätzlich zulässig; unzulässig sei jedoch, dass diese neue 

Praxis rückwirkend angewendet werden soll. Dies verstosse nämlich ge-

gen das Verbot des "widerspruchsvollen" Verhaltens der Behörde und ge-

gen den Schutz des gutgläubigen Vertrauens des Bürgers in behördliche 

und quasi behördliche Zusicherungen und Auskünfte. Sie habe eine aus-

drückliche Anfrage an die OZD gerichtet, welche ihren Dienstchef zu einem 

persönlichen Augenschein vor Ort geschickt habe. Dieser habe die Rück-

erstattungsberechtigung mit Schreiben an die Beschwerdeführerin vom 

3. März 2010 bestätigt und die OZD habe die Rückerstattungsanträge wäh-

rend der Jahre 2010 bis Mai 2012 gebilligt. Hätte diese Zusicherung nur 

den Vor- und Nachlauf betroffen und nicht die Containerlänge, hätte der 

Dienstchef Letztere ausdrücklich davon ausnehmen müssen. Zudem sei 

Voraussetzung für die Bestätigung des UKV nicht nur der Vor- und Nach-

lauf, sondern auch die Containerlänge. Die Beschwerdeführerin habe er-

hebliche Investitionen aufgrund dieser Zusicherung getätigt, das gutgläu-

bige Vertrauen in diese vorbehaltlose Zusicherung müsse geschützt wer-

den. Überdies habe Herr C._______ von der ACTS AG, der eine monopol-

artige Stellung innehabe, die Rückerstattungsberechtigung der "Container 

5.25" erklärt. Auch wenn er nicht sachlich zuständig gewesen sei, müsse 

der gute Glaube der Beschwerdeführerin geschützt werden, da sie nach 

den gesamten Umständen nach Treu und Glauben diesen als zuständig 

habe betrachten dürfen. Die massgebenden Instanzen, wie EZV und OZD, 

ACTS AG und die SBB-Cargo seien nämlich übereinstimmend und still-

schweigend durch konkludentes Verhalten von der Messweise "über alles" 

ausgegangen und hätten die "Container 5.25" zur pauschalen Rückerstat-

tung zugelassen; die Hersteller-Aufschrift war ohne weiteres erkennbar (da 

vorliegend nicht überklebt), nur ACTS-Container seien zugelassen worden, 

der "Container 5.25" aufgrund enger Platzverhältnisse zwingend nötig und 

die Container seien sodann durch die SBB-Cargo stets widerspruchslos 

umgeschlagen worden (vgl. auch Sachverhalt Bst. E). 

Die Vorinstanz entgegnet, ihr Dienstchef habe nicht die Verladestation in 

B._______, sondern jene in D._______ besichtigt, bei welcher die Anliefe-

rung des Abfalls mit normalen Kehrrichtfahrzeugen stattgefunden habe 

A-185/2016 

Seite 13 

(erstere sei im Rahmen einer früheren Besichtigung besucht und lediglich 

der Vor- und Nachlauf überprüft worden). Die Containerlänge sei nie über-

prüft worden. Somit sei nie schriftlich und ausdrücklich die Rückerstat-

tungsberechtigung der verwendeten Container zugesichert worden. Eine 

Messweise "über alles" habe es nie gegeben. Auch das Bundesverwal-

tungsgericht habe keine diesbezügliche langjährige Praxis feststellen kön-

nen; eine Vertrauensgrundlage sei nicht auszumachen. Es sei in keiner 

Weise ersichtlich, dass die ACTS AG mit der behördlichen Aufgabe der 

Rückerstattung betraut worden wäre; die Zollverwaltung sei zuständig ge-

wesen. Für nicht von der Vorinstanz stammende Auskünfte gäbe es keine 

Bindungswirkung, insbesondere, da es sich bei C._______ um eine private 

Person handle und kein Fall von zwei agierenden Behörden vorgelegen 

habe. Für die Richtigkeit der Angaben im Rückerstattungsgesuch habe al-

leine der Gesuchsteller einzustehen, nicht die EZV und OZD, die ACTS AG 

oder die SBB-Cargo. Daran ändere auch die geltend gemachte faktische 

Notwendigkeit zur Verwendung eines bestimmten (kürzeren) Container-

typs nichts. Geänderte Bedürfnisse hätten wenn schon in einer Änderung 

der SVAV ihren Niederschlag finden müssen (vgl. auch Sachverhalt Bst. F). 

4.2  

4.2.1 Als erstes ist darauf hinzuweisen, dass die Behauptung der Be-

schwerdeführerin, die Messweise "über alles" habe einer Praxis der EZV 

entsprochen, in der einschlägigen Rechtsprechung keine Stütze findet und 

entsprechend als unbelegt zu gelten hat (Urteil des BVGer A-1225/2013 

vom 27. März 2014 E. 3.5). Da eine Praxisänderung nur dann vorliegen 

kann, wenn über längere Zeit eine gefestigte Praxis bestanden hat, kann 

damit vorliegend von einer solchen von Vornherein keine Rede sein 

(E. 2.6.3). Die von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang an-

gebotene Befragung von C._______ als Zeugen kann damit ohne weiteres 

unterbleiben. 

4.2.2 Was sodann die angebliche Bestätigung des Dienstchefs nach einem 

persönlichen Augenschein vor Ort und dessen Schreiben an die Beschwer-

deführerin vom 3. März 2010 – in welchem er die Rückerstattungsberech-

tigung der von der Beschwerdeführerin verwendeten Container bestätigt 

haben soll – angeht, kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten 

ableiten. Klarerweise ist dieses Schreiben nach einer Besichtigung der Um-

ladestation D._______ entstanden und bezieht sich insbesondere auf 

diese Umladestation, was überdies von der Beschwerdeführerin auch nicht 

bestritten wird. In diesem Schreiben vom 3. März 2010 wird die Anfrage 

A-185/2016 

Seite 14 

der Beschwerdeführerin betreffend UKV-Rückerstattung für die Umla-

destation D._______ thematisiert und auf den dort fehlenden Vor- und 

Nachlauf eingegangen. Da in D._______ der Kehricht beim Übergang von 

einem zum anderen Verkehrsträger das Transportgefäss wechselt, wurde 

das Verladen als für nicht rückerstattungsberechtigt erklärt. Dieser feh-

lende Vor- und Nachlauf als (organisatorische) Grundvoraussetzung bzw. 

Anforderung für eine Rückerstattung (vgl. Art. 9 Abs. 1 SVAV) – also die Art 

des entsprechenden Verkehrs – war Thema dieses Schreibens. Grund zur 

Überprüfung der Länge der in D._______ eingesetzten Container bestand 

damit – wie die Vorinstanz glaubhaft darlegt – von Vornherein nicht. Die 

Verladestation B._______, welche erst im letzten Satz – und somit nur am 

Rande – zur Sprache kommt, wurde lediglich zur Abgrenzung herangezo-

gen. Selbst wenn man dem Satz zur Verladestation B._______ mehr als 

das ihm gebührende Gewicht zukommen lassen wollte, würde mit ihm 

höchstens zugesichert, dass dort der Vor- und Nachlauf (im Schreiben als 

"Verkehr mit den Abfallcontainern" bezeichnet) als für gegeben erachtet 

werde. Die Länge der in B._______ verwendeten Container – als weitere 

Anforderung für Fahrten im UKV – war erst recht kein Thema (da dies auch 

bei der Umladestation D._______ nicht zur Sprache kam) und kann somit 

auch nicht verbindlich zugesichert worden sein. 

Überdies sei daran erinnert, dass bei der Erhebung der LSVA das Selbst-

deklarationsprinzip gilt (vgl. Art. 11 Abs. 1 SVAG, Art. 22 f. SVAV) und die 

abgabepflichtige Person selber für die ordnungsgemässe – d.h. vollstän-

dige und richtige – Deklaration verantwortlich ist (Urteil des BVGer 

A-1225/2013 vom 27. März 2014 E. 3.5.3.2). 

4.2.3 Hinsichtlich des Vorbringens, die OZD habe die Rückerstattungsan-

träge während der Jahre 2010 bis Mai 2012 gebilligt, die massgebenden 

Instanzen seien von der Messweise "über alles" ausgegangen und hätten 

die "Container 5.25" zur pauschalen Rückerstattung zugelassen und wi-

derspruchslos umgeschlagen, gilt wiederum zu erwähnen, dass eine Pra-

xis der Messweise "über alles" nicht ausgemacht werden kann (E. 4.2.1) 

und dass bei der Erhebung der LSVA das Selbstdeklarationsprinzip gilt 

(vgl. oben). Die abgabepflichtige Person ist selber für die richtige Deklara-

tion verantwortlich und hat damit, dass sie zweieinhalb Jahre für die zu 

kurzen Container eine Rückerstattung verlangt hat (also eine unrichtige An-

gabe gemäss Art. 20 Abs. 1 SVAG gemacht hat [E. 2.2 und E. 3.2]), selbst-

redend keine Vertrauensgrundlage zu schaffen vermocht (vgl. Urteil des 

BVGer A-1225/2013 vom 27. März 2014 E. 3.5.3.2). 

A-185/2016 

Seite 15 

4.2.4 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, C._______, (Funktion) der 

ACTS AG (Ort), hätte eine monopolartige Stellung innegehabt und die 

Rückerstattungsberechtigung der "Container 5.25" erklärt. Ihr guter Glaube 

in diese Auskunft sei zu schützen, da sie aufgrund der gesamten Umstände 

nach Treu und Glauben diesen als zuständig betrachten habe dürfen (vgl. 

auch Sachverhalt Bst. E). 

Grundsätzlich muss die Auskunft erteilende Amtsstelle zur Auskunftsertei-

lung zuständig gewesen sein. Durften jedoch Private in guten Treuen an-

nehmen, die Behörde sei zur Erteilung der Auskunft befugt, genügt dies 

unter dem Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes (BGE 127 I 31 E. 3.a). 

War die Unzuständigkeit jedoch offensichtlich, entfällt der Gutglaubens-

schutz (HÄFELIN et al., a.a.O., Rz. 677). C._______ war zur Auskunftsertei-

lung nicht zuständig gewesen, was die Beschwerdeführerin bei pflichtge-

mässer Aufmerksamkeit ohne weiteres hätte erkennen können. 

Wie bereits in Erwägung 2.5.3 des Urteils A-5311/2015 vom 28. Oktober 

2015 ausgeführt, hat als erstellt zu gelten, dass C._______ unzutreffende 

Auskünfte erteilt hatte, wobei das in der Folge gegen ihn eingeleitete Straf-

verfahren unter anderem mit der Begründung eingestellt wurde, dass er 

über keine Weisungsbefugnis verfügt habe und für die Richtigkeit der An-

gaben in den Rückerstattungsgesuchen anderer Personen nicht verant-

wortlich sei. Insbesondere aber handelte es sich bei den Auskünften auch 

nicht um solche technischer Natur, bei denen die instruierte Person auf die 

Angaben eines Fachexperten angewiesen gewesen wäre. 

Auch vorliegend kann der Beschwerdeführerin vorgehalten werden, sie 

hätte im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht nach wie vor beurteilen müssen, 

welche Länge massgebend gewesen wäre und sich nicht einfach nach ei-

genem Gutdünken oder auf Anraten Dritter für eine von zwei in Betracht 

fallenden Möglichkeiten entscheiden dürfen. Die Beschwerdeführerin hätte 

sich vielmehr bei der Vorinstanz erkundigen oder zumindest in den Gesu-

chen klar darlegen müssen, auf welchen Sachverhalt sich die Längenan-

gabe von 5,5 m stützt. Die Beschwerdeführerin kann aus ihrem Vorbringen 

somit nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

4.3 Insgesamt bestand vorliegend keine gefestigte Praxis einer Messweise 

"über alles". Auch das Schreiben an die Beschwerdeführerin vom 3. März 

2010 stellt keine geeignete Vertrauensgrundlage dar, insbesondere weil 

die Länge der in B._______ verwendeten Container im entsprechenden 

Schreiben kein Thema war und somit auch nicht verbindlich zugesichert 

A-185/2016 

Seite 16 

worden sein konnte. Da die Beschwerdeführerin bei gebotener Aufmerk-

samkeit hätte erkennen können, dass C._______ nicht zuständig und 

seine Auskunft falsch war, kann sie sich auch nicht auf ihren allenfalls dies-

bezüglich bestehenden guten Glauben berufen. Die erfolgreiche Geltend-

machung des Vertrauensschutzprinzips scheitert bereits an einer Vertrau-

ensgrundlage. Die Folgen der erwähnten Beweislosigkeit hat die Be-

schwerdeführerin zu tragen (vgl. E. 2.6.2). An diesem Ergebnis vermag 

auch der Einwand, es seien nur Container des "ACTS-Systems" zugelas-

sen worden und aufgrund oft enger Platzverhältnisse beim Transport von 

Abfällen habe ein starkes Bedürfnis nach dem etwas kürzeren "Container 

5.25" bestanden, ja man sei sogar zwingend darauf angewiesen gewesen, 

nichts zu ändern. 

5.  

Somit ist die Beschwerdeführerin für die ihr zu Unrecht zurückerstatteten 

Abgaben in Höhe von insgesamt Fr. 23'037.45 rückleistungspflichtig und 

kann sich dieser Rückleistungspflicht auch nicht gestützt auf den Grund-

satz des Vertrauensschutzes entziehen. Die Beschwerde ist demnach ab-

zuweisen. 

6.  

6.1 Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten, die auf Fr. 2'500.-- fest-

gesetzt werden, der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG i.V.m. Art. 4 des Reglements von 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- ist zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

6.2 Eine Parteientschädigung an die Beschwerdeführerin ist nicht zuzu-

sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Kosten des Verfahrens werden auf Fr. 2'500.-- festgesetzt und der Be-

schwerdeführerin auferlegt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvor-

schuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

A-185/2016 

Seite 17 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Michael Beusch Anna Strässle 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die Be-

schwerdeführerin in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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