# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8c43508-83d5-58c6-a905-39b5a622686b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.05.2015 200 2015 122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-122_2015-05-06.pdf

## Full Text

200 15 122 IV
ACT/GET/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Mai 2015

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Januar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2015, IV/15/122, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1954 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer), gelernter Landwirt, meldete sich am 14. August 2013 un-
ter Hinweis auf ein im … rupturiertes Aortenaneurysma bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 1; 
4 S. 1). Die IVB nahm diverse Abklärungen in erwerblicher und medizini-
scher Hinsicht vor; insbesondere holte sie einen Abklärungsbericht Land-
wirtschaft ein (act. II 24), welcher ergab, dass der Versicherte und seine 
Ehefrau die Aufgabe ihres Landwirtschaftsbetriebes planten (S. 5). In der 
Folge gewährte die IVB Frühinterventionsmassnahmen in Form von Aus-
bildungskursen (act. II 26) und sozialberuflicher Rehabilitation (act. II 27). 
Nachdem die IVB weitere medizinische Berichte beigezogen hatte (act. II 
31 f.), holte sie bei Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin und Rheumatologie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), ei-
nen ärztlichen Bericht ein (act. II 34). Zudem liess sie durch ihren Ab-
klärungsdienst einen weiteren Abklärungsbericht Landwirtschaft erstellen 
(act. II 35). Mit Vorbescheid vom 1. Dezember 2014 (act. II 36) stellte die 
IVB bei einem Invaliditätsgrad von 11% die Ablehnung eines Rentenan-
spruchs in Aussicht. Dagegen liess der Versicherte Einwand erheben (act. 
II 38), woraufhin die IVB bei Dr. med. C.________ (RAD) eine Stellung-
nahme einholte (act. II 42). Am 20. Januar 2015 (act. II 43) verfügte sie wie 
im Vorbescheid in Aussicht gestellt. 

B.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
mit Eingabe vom 4. Februar 2015 Beschwerde erheben und die folgenden 
Rechtsbegehren stellen: 

1. Die Verfügung sei aufzuheben und die IV sei anzuweisen, dem 
Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente auszurichten.

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2. Eventuell: Die Verfügung sei aufzuheben und das Verfahren 
sei an die Vorinstanz zurückzuweisen zur Durchführung weite-
rer Abklärungen, insbesondere zur Durchführung eines Ar-
beitsversuchs zur Ermittlung der tatsächlichen Leistungsfähig-
keit des Beschwerdeführers. 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge

In der Begründung lässt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbrin-
gen, die vom RAD für leichte körperliche oder manuelle Arbeiten postulierte 
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit werde bestritten; ein Arbeitsversuch zur 
Ermittlung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit sei nicht durchgeführt wor-
den. Zudem seien sowohl die Beurteilung durch den RAD als auch jene 
durch den Abklärungsdienst nicht aufgrund eines persönlichen Kontaktes 
mit dem Beschwerdeführer erfolgt. Unhaltbar sei weiter, dass bei der Be-
rechnung des zumutbaren Einkommens lediglich ein statistischer Abzug 
von 10% vorgenommen worden sei (Art. 2). Im Übrigen habe sich der Ge-
sundheitszustand gemäss Bericht des Hausarztes vom 29. Oktober 2014 
verschlechtert; auch müsse der Beschwerdeführer Psychopharmaka ein-
nehmen (Art. 3). Ferner müsse er wegen des Risikos einer Erweiterung 
oder eines Durchbruchs des Aneurysmas auch bei leichteren Arbeiten Vor-
sichtsmassnahmen ergreifen und sich schonen, wodurch die Leistungs-
fähigkeit erheblich eingeschränkt werde (Art. 4). Auch müsste er für eine 
allfällige Erwerbstätigkeit einen Arbeitsweg von je einer Stunde in Kauf 
nehmen, was einen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbaren 
Arbeitstag von 10 Stunden ergäbe (Art. 5). 

Mit Beschwerdeantwort vom 9. März 2015 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin Abweisung der Beschwerde.  

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 

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Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Januar 2015 (act. II 
43). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. Allfälli-
ge berufliche Massnahmen (vgl. Art. 5, S. 5 der Beschwerde) bilden nicht 
Streitgegenstand, nachdem die Beschwerdegegnerin darüber nicht verfügt 
und der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer auch keinen entsprechen-
den Antrag gestellt hat. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-

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lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgende entneh-
men: 

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3.1.1 Der Beschwerdeführer erlitt am … eine akute Aortendissektion, 
weshalb er vom … bis … im Spital D.________ hospitalisiert war (act. II 15 
S. 22 ff.). Anschliessend erfolgte bis am … ein Rehabilitationsaufenthalt in 
der Rehaklinik E.________ (act. II 15 S. 19 ff.). Vom … bis … erfolgte auf-
grund eines Erysipels im linken Unterschenkel eine weitere Hospitalisation 
im Spital D.________ (act. II 15 S. 14 ff.). 

3.1.2 Mit undatiertem, bei der Beschwerdegegnerin am 16. September 
2013 (act. II 15 S. 1 ff.) eingegangenem Bericht hielt Dr. med. F.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie FMH, unter Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen eine „aku-
te Typ A-Dissektion 04/2013“, eine multisegmentale Osteochondrose und 
Fazettengelenksarthrose der LWS, eine rezidivierende Arthritis am Grund-
gelenk Dig. II rechts sowie einen Hallux valgus links fest (S. 1). Wegen der 
persistierenden Dissektion in die Karotiden und in die abdominalen Arterien 
seien höchstens leichte bis mittelschwere Arbeiten möglich (S. 3 f.). Es 
bestehe eine Gewichtslimite von 5-10kg bis Oktober 2013, ab diesem Zeit-
punkt von maximal 20kg (S. 6). Wenn besagte Limiten eingehalten würden, 
sei der Beschwerdeführer abgesehen von leichten Konzentrationsschwie-
rigkeiten, muskuloskelettalen Schmerzen bei gewissen Bewegungen im 
Oberkörper und allgemeiner, wahrscheinlich postoperativer Müdigkeit, nicht 
eingeschränkt (S. 4). 

3.1.3 Im Bericht des Spitals D.________ vom 22. September 2014 (act. II 
32 S. 1 ff.) wurde festgehalten, bis auf zwei Episoden mit Amaurosis fugax 
(vgl. act. II 31 S. 10) sei es dem Beschwerdeführer seit der letzten Kontrolle 
gut gegangen. Anstrengungsdyspnoe, Angina pectoris-Beschwerden, An-
gina abdominalis oder Claudicatio-Beschwerden würden verneint; ander-
weitige sensible oder motorische Ausfälle würden nicht beschrieben. Der 
Blutdruck sei gut eingestellt und werde vom Beschwerdeführer regelmässig 
kontrolliert (S. 1). Ein Jahr nach der letzten Kontrolle in der Aortensprech-
stunde zeigten sich radiologisch stabile Verhältnisse. Die Gefässdurch-
messer seien im Vergleich zur Voruntersuchung unverändert. Die Dissekti-
onsmembran zeige eine stationäre Ausdehnung (S. 2).

3.1.4 Mit Bericht vom 29. Oktober 2014 (act. II 31 S. 2 ff.) hielt Dr. med. 
G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, fest, der Ge-

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sundheitszustand habe sich verschlechtert. Es sei eine Amaurosis fugax 
mit arterio-arteriellen Embolien aufgetreten, welche als Komplikation des 
Grundleidens anzusehen sei und einen Ausbau der antiembolischen The-
rapie zur Folge gehabt habe. Ansonsten seien keine neuen Befunde hinzu-
gekommen. Der Ausbau der antithrombotischen Therapie habe auch eine 
gewisse Verbesserung von immer wieder monierten Skelettbeschwerden 
und akuten Schwindelzuständen gebracht. Diese seien retrospektiv auch 
als Embolisierungen anzusehen. Der Beschwerdeführer gelte als austhera-
piert; das Aneurysma spurium sei in der Nachkontrolle im CT stabil geblie-
ben (vgl. act. II 32 S. 3 f.), bleibe jedoch immer noch rupturgefährdet (S. 2). 
Es beständen keine geistigen und psychischen Einschränkungen. Eine 
depressive Verstimmung habe bestanden, als der Beschwerdeführer seine 
landwirtschaftliche Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen habe aufgeben 
müssen. Diese depressive Verstimmung sei mittlerweile wieder ver-
schwunden und die antidepressive Therapie habe auch wieder abgesetzt 
werden können. Von körperlicher Seite sei er weitgehend eingeschränkt, so 
dass Erschütterungen, Schläge, das Heben schwererer Lasten und ruckar-
tige Bewegungen im Rumpfbereich vermieden werden müssten. Die land-
wirtschaftliche Tätigkeit sei deshalb nicht mehr zumutbar. Indessen seien 
Stehen, Gehen und Sitzen gut möglich; das Heben von Gewichten über 
5kg sei nicht zumutbar; zudem sei zu beachten, dass Erschütterungen und 
körperliche Belastungen sowie stumpfe Traumata oder Ähnliches, welche 
die dissezierte Aorta rupturieren könnten, unbedingt vermieden werden 
müssten. Dadurch, dass sich beim Gehen keine Ausrutscher oder ähnliche 
Vorfälle ereignen dürften, sei das Arbeitstempo relevant eingeschränkt 
(S. 3). 

3.1.5 Mit ärztlichem Bericht vom 18. November 2014 (act. II 34 S. 3 ff.) 
hielt Dr. med. C.________ (RAD) unter Diagnosen mit Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen einen Status nach Aortendissektion 
Typ A am … sowie eine zweimalige Amaurosis fugax rechts 2014 fest. Un-
ter Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen 
Status nach Handgelenksoperation rechts vor Jahren. Beim Beschwerde-
führer bestehe ein Gesundheitsschaden nach durchgemachter Aortendis-
sektion. Durch den operativen Eingriff sowie nach durchgeführter Rehabili-
tation habe grundsätzlich eine Stabilität erreicht werden können. Es beste-

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he allerdings ein erhöhtes Rerupturrisiko, auch bei noch radiologisch fest-
gestellter persistierender Dissektion bis in die Karotiden und abdominalen 
Arterien, weshalb übermässige körperliche Belastungen vermieden sowie 
eine gute Einstellung der kardiovaskulären Risikofaktoren erfolgen sollten. 
Die doppelte Blutverdünnung mit Aspirin und Marcoumar, aufgrund der 
noch durchgemachten cerebralen Durchblutungsstörungen, sei ebenfalls 
mit einem erhöhten Blutungsrisiko bei Verletzungen verbunden. Aufgrund 
dieser Diagnosen und Befunde könne die ursprüngliche Tätigkeit als Land-
wirt nicht mehr durchgeführt werden, bei erhöhtem Risiko für eine erneute 
Ruptur sowie dem erhöhten Blutungsrisiko bei Verletzungen. Für leichte 
körperliche oder manuelle Arbeiten, z.B. bei einer sitzenden oder wechsel-
belastenden Tätigkeit, sei auch über einen Zeitraum von acht Stunden am 
Tag keine Einschränkung ersichtlich (S. 4). 

Mit Stellungnahme vom 12. Januar 2015 (act. II 42) hielt Dr. med. 
C.________ fest, es bestehe ein erhöhtes Blutungsrisiko bei Verletzungen 
im Rahmen körperlicher Tätigkeiten wegen der ausgebauten doppelten 
Antikoagulation und weiterhin eine Gewichtslimite für Heben und Tragen 
von Lasten über 5-10kg bei erhöhtem Rerupturrisiko des Aneurysma, wo-
mit eine Tätigkeit als Landwirt nicht zumutbar sei. Diese Risiken würden 
jedoch für die im Zumutbarkeitsprofil erwähnten angepassten Tätigkeiten 
nicht gelten. Entsprechend könne daran festgehalten werden (S. 2). 

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

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chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Der RAD steht den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen 
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Er setzt die für 
die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle 
Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit 
oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben (Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 3. Oktober 2014, 8C_197/2014, E. 4.1). Nicht zwingend 
erforderlich ist, dass die versicherte Person untersucht wird. Nach Art. 49 
Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 (IVV; SR 831.201) führt der RAD für die Beurteilung der medizini-
schen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ selber 
ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beur-
teilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen von 
eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um einen RAD-
Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es im Wesentli-
chen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den 
Hintergrund rückt (Entscheid des BGer vom 25. März 2011, 9C_58/2011, 
E. 2.2). 

3.3 Die verfügbaren medizinischen Akten erlauben eine zuverlässige 
Beurteilung des Gesundheitszustands und der dadurch bedingten Arbeits- 
bzw. Erwerbsunfähigkeit. Namentlich erfüllen die Berichte von Dr. med. 
C.________ (RAD) vom 18. November 2014 und 12. Januar 2015 (act. II 
34 S. 3 ff.; 42) die höchstrichterlichen Vorgaben an den Beweiswert ärztli-
cher Berichte (vgl. E. 3.2.2 vorne). Was der Beschwerdeführer dagegen 
vorbringt, dringt denn auch nicht durch: 

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Dass die Beurteilungen von Dr. med. C.________ (RAD) „nicht aufgrund 
eines persönlichen Kontakts“ (Beschwerde, Art. 2, S. 4) mit dem Be-
schwerdeführer erfolgten, ist unter den gegebenen Umständen sowie mit 
Blick auf die Funktion des RAD (vgl. E. 3.2.3 vorne) nicht zu beanstanden. 
Entscheidend ist, dass der Verlauf und die Folgen der (die Arbeitsfähigkeit 
einzig einschränkenden) akuten Aortendissektion vom … fachärztlicher-
seits lückenlos und mit Bezug auf die medizinische Einschätzung überein-
stimmend dokumentiert sind – mithin von einem feststehenden medizini-
schen Sachverhalt ausgegangen werden kann –, so dass Dr. med. 
C.________ gestützt darauf die Arbeitsfähigkeit zuverlässig einschätzen 
konnte. Im Übrigen wird seine Beurteilung, wonach die bisherige Tätigkeit 
als Landwirt nicht mehr möglich, leichte körperliche Arbeiten bei sitzender 
oder wechselbelastender Tätigkeit dagegen grundsätzlich ohne Einschrän-
kung zumutbar sind, durch die behandelnden Ärzte im Wesentlichen ge-
stützt (vgl. act. II 15 S. 3 ff; 31 S. 3). Soweit der Hausarzt Dr. med. 
G.________ im Bericht vom 29. Oktober 2014 (act. II 31 S. 2 ff.) eine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes festhält (S. 2), bezieht er sich 
hierbei auf die zweimal durchgemachte Amaurosis fugax, bei welchen Er-
eignissen es sich indes um vorübergehende Episoden handelte (vgl. act. II 
31 S. 10), die keine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustan-
des zur Folge hatten. Dies bestätigt denn auch der Bericht des Spitals 
D.________ vom 22. September 2014 (act. II 32 S. 1 f.), worin der Ge-
sundheitszustand als seit eineinhalb Jahren im Wesentlichen „gut“ be-
schrieben wird (S. 1). Sodann sind keine medizinischen Aspekte ersichtlich, 
welche Dr. med. C.________ allenfalls unberücksichtigt liess: Insbesonde-
re und entgegen der in der Beschwerde (Art. 3, S. 4) vertretenen Auffas-
sung liegt gemäss Dr. med. G.________ keine die Arbeits- respektive Er-
werbsfähigkeit dauerhaft einschränkende psychische Problematik vor (act. 
II 31 S. 3); die im Zuge der Betriebsaufgabe erfolgte reaktive depressive 
Verstimmung war gemäss dem Hausarzt denn auch lediglich vorüberge-
hender Natur, wobei er die „antidepressive Therapie“ inzwischen wieder 
habe absetzen können. Schliesslich findet sich in den medizinischen Akten 
keine Stütze für die beschwerdeweise vorgebrachte Behauptung (Art. 5, 
S. 5), wonach der Arbeitsweg die Restarbeitsfähigkeit mindern könnte. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2015, IV/15/122, Seite 11

Demnach ist eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer den Leiden ange-
passten Tätigkeit erstellt. Ein Arbeitsversuch ist entgegen dem Beschwer-
deführer (Beschwerde, Art. 2, S. 3 f.) nicht erforderlich, da dem Dargeleg-
ten zufolge eine zuverlässige Einschätzung der verbliebenen Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit aufgrund der medizinischen Akten möglich ist. 

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
pass-ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 

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zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität /Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 
4.1.1).

4.4 Nachdem für die Bemessung des Invaliditätsgrades der Zeitpunkt 
des (potentiell) frühestmöglichen Rentenbeginns massgebend ist, sich der 
Beschwerdeführer im August 2013 (act. II 1 S. 6) zum Leistungsbezug an-
meldete und die (mindestens 40%ige) Arbeitsunfähigkeit mit der Aortendis-
sektion im … ihren Anfang genommen hat (act. II 14.3), sind Validen- und 
Invalideneinkommen unter Berücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 und 28 Abs. 
1 lit. b IVG auf den April 2014 hin festzulegen. Mangels Daten für dieses 
Jahr ist auf diejenigen des Jahres 2012 abzustellen.  

4.5 Hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens ist überwie-
gend wahrscheinlich erstellt, dass der Beschwerdeführer heute als Gesun-
der weiterhin (in seinem erlernten Beruf) als Landwirt auf dem eigenen Hof 
tätig wäre, zumal die Aktenlage nicht den Schluss auf eine überwiegend 
wahrscheinlich anderweitige berufliche Entwicklung zulässt. Die Beschwer-
degegnerin hat das Valideneinkommen demnach zu Recht auf dem bisher 
erzielten Verdienst von Fr. 63‘881.-- (act. II 35 S. 6) festgesetzt, was denn 
auch nicht bestritten ist. 

4.6

4.6.1 Mit Bezug auf das Invalideneinkommen ist zunächst festzustellen, 
dass die in den RAD-Berichten vom 18. November 2014 und 12. Januar 
2015 attestierte Restarbeitsfähigkeit im relevanten Zeitpunkt ihres Festste-

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hens (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 462) auf dem für die Bestimmung des 
Invaliditätsgrades massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. E. 4.1 
vorne) wirtschaftlich verwertbar war: Dr. med. F.________ hielt mit unda-
tiertem, der Beschwerdegegnerin am 16. September 2013 eingegangenem 
Bericht leichte (bis mittelschwere), den Leiden angepasste Arbeiten ohne 
Einschränkung der Leistungsfähigkeit für möglich (act. II 15 S. 3 f.), womit 
bereits im September 2013 eine ganztägige Einsatzfähigkeit in einer Ver-
weistätigkeit erstellt war. Damals war der im … 1954 geborene (act. II 2) 
Beschwerdeführer 59jährig, so dass angesichts der voraussichtlich fast 
sechsjährigen Aktivitätsdauer sowie mit Blick auf das nicht restriktiv formu-
lierte und bis zum Zeitpunkt der Rentenprüfung (vgl. E. 4.4 vorne) im We-
sentlichen unverändert gebliebene Zumutbarkeitsprofil nicht gesagt werden 
kann, die vollständige Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit wäre 
alters- (und/oder) gesundheitsbedingt nicht mehr zumutbar gewesen (vgl. 
Entscheid des BGer vom 29. Dezember 2014, 8C_448/2014, E. 4.3.2.1). 

Schliesslich ist unbestritten, dass dem Beschwerdeführer, welcher bis im … 
als selbstständiger Landwirt mit eigenem Hof tätig war, ein Berufswechsel 
zumutbar war, zumal keines der Kinder den Hof übernehmen wollte (act. II 
9 S. 2) und der Beschwerdeführer bereits im … von sich aus die Betriebs-
aufgabe plante (act. II 24 S. 5). Davon abgesehen sprachen dem Dargeleg-
ten zufolge auch keine gesundheitlichen Gründe gegen einen Berufswech-
sel respektive eine Betriebsaufgabe (vgl. auch Entscheid des BGer vom 
7. April 2015, 9C_357/2014, E. 2.3.2). 

4.6.2 Nachdem der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht 
vollständig ausschöpft, ist für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf 
statistische Werte gemäss LSE 2012 abzustellen (vgl. E. 4.4 vorne). 

Gestützt auf das von Dr. med. C.________ (RAD) erstellte Zumutbar-
keitsprofil sind dem Beschwerdeführer körperlich leichte oder manuelle 
Arbeiten, z.B. bei einer sitzenden oder wechselbelastenden Tätigkeit, über 
einen Zeitraum von acht Stunden pro Tag ohne Einschränkung möglich 
(act. II 34 S. 4), wobei das Heben und Tragen von Lasten über 5-10kg nicht 
zumutbar ist (act. II 42 S. 2). Ebenso nicht mehr zumutbar ist die frühere 
Tätigkeit als Landwirt. Der Beschwerdeführer verfügt über seine bisherige 
Tätigkeit als Landwirt hinaus über keine anderweitige berufliche Ausbildung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2015, IV/15/122, Seite 14

oder hinreichende praktische Erfahrung. Im Anwendungsbereich der alten 
LSE-Tabellen (bis 2010) war in solchen Fällen für die Bestimmung des In-
valideneinkommens praxisgemäss auf Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4 
(einfache und repetitive Arbeiten), Totalwert, Männer, abzustellen (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 23. Oktober 2013, 9C_633/2013, E. 4.2). Tabelle 
TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, 
Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht [1/2] – Privater 
Sektor) gemäss LSE 2010 entspricht – anders als im Anhang des IV-
Rundschreibens Nr. 328 vom 22. Oktober 2014 angegeben – nicht der Ta-
belle „TA1_skill_level“ respektive T1_skill_level der LSE 2012 (welche den 
privaten und öffentlichen Sektor umfasst), sondern deren Tabelle TA1 (Mo-
natlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzni-
veau und Geschlecht* Privater Sektor). Entsprechend ist im Anwendungs-
bereich der alten Tabelle TA1 die neue Tabelle TA1 der LSE 2012 weiter-
hin massgebend. 

Gestützt auf Tabelle TA1, Männer, Kompetenzniveau 1, Wert „Total“ sowie 
unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 
Stunden (vgl. BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 77; Bundesamt für Statistik [BFS], 
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Abschnitt A-S) 
resultiert per 2012 ein massgebliches Invalideneinkommen von 
Fr. 65‘177.10 (Fr. 5‘210.-- x 12 / 40 x 41.7). Dabei kann offen bleiben, ob 
der von der Beschwerdegegnerin berücksichtigte Abzug von 10% (act. II 35 
S. 4) zutreffend ist: Selbst wenn der maximal zulässige (indes vorliegend 
nicht ausgewiesene) und ein Invalideneinkommen von minimal 
Fr. 48‘882.85 (Fr. 65‘177.10 x 0.75) ergebende Abzug von 25% (vgl. E. 4.3 
vorne) berücksichtigt würde, resultierte kein rentenbegründender Invali-
ditätsgrad (vgl. E. 4.6.3 hiernach). 

4.6.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert 
eine Erwerbseinbusse von höchstens Fr. 14‘998.20 und damit ein Invali-
ditätsgrad von gerundet maximal 23% (Fr. 14‘998.20 / Fr. 63‘881.-- x 100 
[zur Rundung: vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123]), womit kein Rentenan-
spruch besteht (vgl. E. 2.1 vorne).

Schliesslich schadet es entgegen dem Beschwerdeführer (vgl. Beschwer-
de, Art. 2, S. 2) nicht, dass der Abklärungsbericht aus dem Jahr 2013 da-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2015, IV/15/122, Seite 15

tiert, wurde doch ein Einkommensvergleich durchgeführt und das Invali-
deneinkommen aufgrund einer Verweisungstätigkeit festgelegt, womit die 
Einschränkungen im Betrieb nicht massgebend sind. 

4.7 Nach dem Dargelegten erweist sich die Verfügung vom 20. Januar 
2015 als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men.

5.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2015, IV/15/122, Seite 16

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.