# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a434ccda-c8d5-5e05-beae-b8bc5289d043
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-05-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 09.05.2007 B 2007/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2007-14_2007-05-09.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2007/14

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 09.05.2007

Entscheiddatum: 09.05.2007

Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 9. Mai 2007
Steuerrecht, Art. 49 Abs. 1 StG (sGS 811.1). Ob ein Steuerpflichtiger für den 
Unterhalt des Kindes zur Hauptsache aufkommt, ist nach den konkreten 
Umständen zu beurteilen. Für die Bemessung der Unterhaltsleistungen an 
Kinder darf auf Pauschalen abgestellt werden. Soweit diese für Betreuung 
und Erziehung unmündiger Kinder Kostenansätze enthalten, sind sie bei der 
Bemessung des Unterhalts für volljährige Kinder anzupassen, da bei solchen 
in der Regel keine besonderen Aufwendungen für Betreuung und Erziehung 
notwendig sind (Verwaltungsgericht, B 2007/14).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

_______________

In Sachen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdeführer,

vertreten durch den Amtsleiter-Stellvertreter,

lic. iur. Hubert Hofmann,

gegen

 

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Abteilung I/1, Unterstrasse 28, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

 

E.F.,

Beschwerdegegnerin,

 

betreffend

Einkommens- und Vermögenssteuern 2002

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Die Ehe von E.F. und R.E. wurde mit Urteil vom 15. Oktober 1992 geschieden. Die 

Kinder Saskia (geb. 24. Mai 1982) und Céline (geb. 19. Oktober 1983) wurden unter die 

alleinige elterliche Gewalt bzw. Sorge der Mutter gestellt, und der Vater wurde 

verpflichtet, an ihren Unterhalt monatliche indexierte Beiträge von je Fr. 950.-- vom 16. 

bis zum vollendeten 20. Altersjahr, mindestens aber bis zum Eintritt ins volle 

Erwerbsleben, zu bezahlen. E.F. lebte mit ihren Töchtern bis 2001 in R. in einer 4 ½-

Zimmer-Wohnung. Auf den 1. September 2001 mietete sie in S. eine 2 ½-Zimmer-

Wohnung. Die beiden Töchter verblieben in der Wohnung in R. und wechselten auf den 

1. November 2002 in eine 4-Zimmer-Wohnung in G. Zudem verlegte E.F. im November 

2002 ihren Wohnsitz nach S. Céline bestand 2002 die Matura und absolvierte ab 30. 

Dezember 2002 einen mehrmonatigen Sprachaufenthalt in den USA.

Für 2002 deklarierte E.F. ein steuerbares Einkommen von Fr. 26'415.-- ohne 

steuerbares Vermögen. Für die beiden Töchter machte sie den Kinderabzug von je Fr. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6'000.-- sowie den Pauschalabzug für Versicherungsprämien und Sparzinsen von je Fr. 

600.-- geltend. Die Veranlagungsbehörde nahm verschiedene Korrekturen vor und liess 

insbesondere die Kinderabzüge nicht zu. E.F. wurde für 2002 mit einem steuerbaren 

Einkommen von Fr. 45'700.-- und ohne steuerbares Vermögen veranlagt. Gegen diese 

Veranlagung erhob E.F. Einsprache. Diese wurde vom kantonalen Steueramt mit 

Entscheid vom 10. Februar 2006 teilweise gutgeheissen. Der Kinderabzug für die ältere 

Tochter Saskia wurde gewährt und das steuerbare Einkommen auf Fr. 39'100.-- 

reduziert. Der Kinderabzug für Céline wurde verweigert mit der Begründung, die Mutter 

komme nicht zur Hauptsache für deren Unterhalt auf.

B./ Gegen den Einspracheentscheid vom 16. Februar 2006 erhob E.F. mit Eingabe vom 

17. März 2006 Rekurs mit dem Antrag, der Kinderabzug sei auch für die Tochter Céline 

zu gewähren.

Die Verwaltungsrekurskommission hiess den Rekurs mit Entscheid vom 14. Dezember 

2006 gut, hob den Einspracheentscheid auf und veranlagte E.F. für 2002 mit einem 

steuerbaren Einkommen von Fr. 32'500.--, ohne steuerbares Vermögen. Die amtlichen 

Kosten von Fr. 800.-- auferlegte sie dem Staat. Sie erwog, es sei zu prüfen, ob die 

Rekurrentin für den Unterhalt ihrer Tochter Céline zur Hauptsache aufkomme. Dabei sei 

nicht massgebend, welcher Elternteil mehr als die rechnerische Hälfte des Bedarfs 

übernehme. Erforderlich sei, dass der Unterhalt des Kindes im wesentlichen oder in 

erster Linie vom betreffenden Steuerpflichtigen erbracht werde. Dabei sei 

unvermeidlich, zur Schätzung des Unterhaltsbedarfs auf Tabellen mit 

Durchschnittswerten zurückzugreifen und diese, falls sie den wahren Verhältnissen 

nicht gerecht werden, zu modifizieren. Hiefür gebe es verschiedene statistische 

Unterlagen, namentlich die allgemein als geeignet anerkannte Tabelle der 

Empfehlungen des Jugendamtes des Kantons Zürich zur Bemessung von 

Unterhaltsbeiträgen. Aufgrund der von der Pflichtigen eingereichten Aufstellung liesse 

sich ein erheblicher Teil der Ausgaben nicht einer bestimmten Person zuordnen. Es 

bestehe kein Anlass, die Ausgaben abweichend von den Empfehlungen des 

Jugendamtes des Kantons Zürich zu bemessen. Einzig bei der Wohnsituation 

bestünden besondere Verhältnisse. Dementsprechend ermittelte die 

Verwaltungsrekurskommission für den monatlichen Bedarf der Tochter einen Betrag 

von Fr. 2'060.-- bzw. Fr. 24'720.-- pro Jahr. Vom Einkommen der Tochter von Fr. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7'036.-- im Jahr 2002 brachte sie ausserdem Gewinnungskosten von Fr. 1'660.-- zum 

Abzug, wodurch sich die Einkünfte auf Fr. 5'376.-- reduzierten. Dazu erwog sie, dem 

volljährigen Kind in Ausbildung sei vom Arbeitserwerb in jedem Fall jährlich ein Betrag 

von Fr. 6'000.-- zur freien Verfügung zuzuweisen. Damit werde erreicht, dass der 

pauschaliert festgesetzte Unterhaltsbedarf nur bei namhaften Einkünften des Kindes 

herabgesetzt und damit das Ergebnis, wer zur Hauptsache für den Unterhalt 

aufkomme, nicht in vielen Fällen verfälscht werde. Vom festgestellten Unterhaltsbedarf 

von Fr. 24'720.-- seien Fr. 11'400.-- durch unbestrittene Alimentenzahlungen des 

Vaters gedeckt, womit der Beitrag der Steuerpflichtigen an den Unterhalt ihrer Tochter 

Céline Fr. 13'320.-- betrage. Dieser Betrag liege über dem geltend gemachten 

Kinderabzug von Fr. 6'000.-- und sei höher als die Alimente des Vaters. Damit sei die 

Steuerpflichtige für den Unterhalt ihrer Tochter zur Hauptsache aufgekommen und 

habe Anspruch auf den Kinderabzug von Fr. 6'000.--.

C./ Mit Eingaben vom 16. Januar und 9. Februar 2007 erhob das kantonale Steueramt 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom 14. 

Dezember 2006 sei aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 16. Februar 2006 

sei zu bestätigen, unter Kostenfolge. Zur Begründung wird im wesentlichen 

vorgebracht, der Unterhaltsbedarf eines Kindes hänge stark von den familiären 

Verhältnissen ab. Deshalb sei es methodisch falsch, beim Unterhaltsbedarf zum 

vornherein auf eine Tabelle mit Durchschnittswerten abzustellen, die nicht auf die 

konkrete Familie Rücksicht nehme. Gerade beim Kinderabzug sei es wichtig, dass die 

Kostenseite möglichst nach den tatsächlichen Verhältnissen ermittelt werde. Nur so 

könne richtig entschieden werden, wer den Unterhalt zur Hauptsache trage. Es sei 

möglichst der effektive Unterhaltsbedarf im konkreten Fall zu ermitteln und nur dann 

auf Schätzungen resp. Pauschalen zurückzugreifen, wenn dies nicht durchführbar sei. 

Die Vorinstanz wolle von den Durchschnittswerten abweichen, wenn diese den wahren 

Verhältnissen nicht gerecht würden. Um dies herauszufinden, müssten aber die 

tatsächlichen Verhältnisse bekannt sein. Es sei daher unvermeidlich, den effektiven 

Unterhaltsbedarf zu ermitteln. Sei die tatsächliche Situation bekannt, bestehe kein 

Grund mehr, auf Durchschnittswerte abzustellen. Die Tatsache, dass ein Elternteil für 

den Unterhalt zur Hauptsache aufkommt, setze ausserdem voraus, dass er mehr als 

die Hälfte der Unterhaltskosten trage. Im konkreten Fall seien an den im 

Einspracheentscheid anerkannten Unterhaltskosten von Fr. 24'617.-- drei Korrekturen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vorzunehmen, indem für die Wohnkosten ein Abzug gemacht werde, da diese 

übersetzt seien, indem die Aufwendungen für ein Depot von Fr. 660.-- nicht anerkannt 

und die unter dem Titel Pflege und Erziehung abgerechneten Kosten von Fr. 2'940.-- zu 

streichen seien, womit sich der effektive Bedarf von Fr. 24'617.-- auf Fr. 18'687.-- 

reduziere. Zugestimmt werden könne indessen dem Standpunkt der 

Verwaltungsrekurskommission, dem volljährigen Kind in Ausbildung vom Arbeitserwerb 

jährlich Fr. 6'000.-- zur freien Verfügung zuzuweisen. Damit entfielen auf die Mutter 

Unterhaltskosten von Fr. 7'287.--, womit fest stehe, dass sie nicht zur Hauptsache für 

den Unterhalt aufgekommen sei.

Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 5. März 2007 die Abweisung der 

Beschwerde.

Auch die Beschwerdegegnerin schliesst in ihrer Stellungnahme vom 27. März 2007 auf 

Abweisung der Beschwerde.

Das kantonale Steueramt verzichtete auf eine Stellungnahme zu den 

Vernehmlassungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin.

Die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen werden, 

soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1 

des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Das kantonale Steueramt ist zur 

Beschwerde legitimiert, und seine Eingaben vom 16. Januar und 9. Februar 2007 

entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 

Abs. 1 und Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 

VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2. Nach Art. 49 Abs. 1 Ingress StG setzt die Gewährung des streitigen Kinderabzuges 

unter anderem voraus, dass der bzw. die Steuerpflichtige für den Unterhalt des Kindes 

zur Hauptsache aufkommt. Im Beschwerdeverfahren ist einzig umstritten, ob dies bei 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Beschwerdegegnerin im Jahr 2002 der Fall war. Fest steht, dass ihre Tochter 

Céline 2002 volljährig war, in Ausbildung stand und von ihrem Vater Alimente von Fr. 

11'400.-- erhielt.

2.1. Nach der erwähnten gesetzlichen Bestimmung ist somit zu prüfen, welche 

Unterhaltsleistungen die Steuerpflichtige bzw. Beschwerdegegnerin für ihre Tochter 

erbrachte. Die Vorinstanz hat sich dabei auf Richtlinien gestützt, welche vom Amt für 

Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich für die Bemessung von 

Unterhaltsbeiträgen für unmündige Kinder aufgestellt wurden. Demgegenüber vertritt 

das kantonale Steueramt die Auffassung, der Unterhaltsbedarf sei aufgrund der 

individuellen Verhältnisse zu ermitteln. Diese Abklärungen könnten im Einzelfall 

aufwendig sein, liessen sich aber angesichts der individuell sehr unterschiedlichen 

Kosten, namentlich für die Ausbildung, keinesfalls durch Durchschnittspauschalen 

ersetzen (vgl. StB 49 Nr. 1 Ziff. 3.1.).

Bei einem Grossteil der Unterhaltsaufwendungen für Kinder im eigenen Haushalt lässt 

sich nicht ziffernmässig genau feststellen, welche Ausgaben auf das Kind und welche 

Ausgaben auf andere Personen (Elternteil, Geschwister) entfallen. Im vorliegenden Fall 

ist es nur aufgrund von wenigen Belegen offenkundig und zweifelsfrei, dass ihnen 

notwendige Unterhaltszahlungen für die Tochter Céline zugrundeliegen. Namentlich bei 

Aufwandkategorien, welche naturgemäss allen im selben Haushalt lebenden Personen 

zukommen, wie Wohnungsmiete, Nahrungsmittel etc. muss nach Erfahrungszahlen 

oder nach Richtlinien eine Ausscheidung vorgenommen werden. Wohl ist es richtig, 

dass Unterhaltsbedarf und Alimente eng zusammenhängen und bei der Festsetzung 

der Alimente auf die konkrete Familiensituation Rücksicht genommen wird. Es wäre 

daher wünschbar, dass auch die Kostenseite möglichst nach den tatsächlichen 

Verhältnissen ermittelt wird. Darin ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen. Freilich ist 

dies nur in den wenigsten Fällen und nur annähernd möglich. Namentlich die Kosten für 

Wohnungsmiete samt Nebenkosten und Lebensmittel sind wie erwähnt in der Regel 

nicht ziffernmässig genau feststellbar, sondern müssen nach Ermessen bestimmt 

werden. Auch weitere Aufwendungen wie Kosten für Körperpflege, Reinigung, 

Wohnungseinrichtung, Freizeit und Verkehr, wenn wie im vorliegenden Fall ein 

gemeinsam benütztes Auto gehalten wird, lassen sich nicht ziffernmässig genau 

zuordnen. Das Abstellen auf pauschalisierte Durchschnittswerte ist daher sachlich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gerechtfertigt. Im übrigen stellt auch das Kantonale Steueramt auf Durchschnittswerte 

ab, indem es bei den Wohnkosten die tatsächlichen Aufwendungen wegen 

übermässiger Kosten nicht anerkennt. Daher kann es nicht als fehlerhaft betrachtet 

werden, auf Schätzungen resp. Pauschalen zurückzugreifen. Ob die Tabelle des Amts 

für Jugend und Berufsberatung auch von den Zürcher Steuerbehörden verwendet wird, 

geht im übrigen aus der vom Beschwerdeführer angeführten Kommentierung nicht 

zweifelsfrei hervor, kann aber offen bleiben.

2.2. Im weiteren ist es nicht zu beanstanden, dass von den Pauschalen abgewichen 

wird, wenn bei einzelnen Ausgabenkategorien besondere Verhältnisse vorliegen. Die 

Vorinstanz hat entsprechend der Tabelle des Amts für Jugend und Berufsberatung für 

als Aufwendungen für Pflege und Erziehung einen Betrag von Fr. 245.-- pro Monat 

veranschlagt. Das Kantonale Steueramt hält zutreffend fest, dass bei einer volljährigen 

Person im allgemeinen keine besonderen Aufwendungen für Pflege und Erziehung 

erforderlich sind. Der Einwand der Vorinstanz, darunter liessen sich die Auslagen für 

Körper- und Gesundheitspflege sowie Auslagen für Telefon und kulturelle Bedürfnisse 

subsumieren, ist nicht stichhaltig. Wohl decken die Pauschalen für Ernährung, 

Bekleidung sowie Pflege und Erziehung in etwa die Kosten ab, die beim betreibungs- 

oder sozialhilferechtlichen Existenzminimum als Notbedarf berücksichtigt werden. 

Ebenfalls in Betracht fällt aber der in den Pauschalen als "weitere Kosten" aufgeführte 

Betrag von Fr. 765.-- pro Monat. Für welche Aufwandkategorie diese Auslagen 

angerechnet werden, ist aufgrund der Tabelle der Bildungsdirektion des Kantons 

Zürich nicht ersichtlich. Auslagen für Körper- und Gesundheitspflege sowie Telefon und 

kulturelle Bedürfnisse können jedenfalls unter diese Pauschale subsumiert werden. 

Diese ist grosszügig bemessen, weshalb kein Anlass besteht, ohne Vorliegen 

besonderer Umstände zusätzliche Kosten für Pflege und Erziehung anzuerkennen, 

zumal im vorliegenden Fall die Beschwerdegegnerin nicht im selben Haushalt lebte wie 

die Töchter. Die Berechnung der Vorinstanz ist daher um Fr. 245.-- zu reduzieren.

2.3. Zu prüfen ist im weiteren, ob die Wohnkosten gerechtfertigt sind. Die Vorinstanz 

gewährte anstelle des Betrags von Fr. 295.-- gemäss Pauschale einen Betrag von Fr. 

600.--, entsprechend den Auslagen für die von den Töchtern benutzte Wohnung in R. 

bzw. Goldach. Die Beschwerdegegnerin überliess ihren Töchtern die gemeinsame 

Wohnung zum alleinigen Gebrauch, nachdem sie in S. eine eigene Wohnung mietete. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anschliessend bezahlte sie den Töchtern eine Wohnung in Goldach für Fr. 1'320.-- pro 

Monat. Der Beschwerdeführer hält fest, die Wohnsituation sei übermässig teuer. Der 

effektive Bedarf der Tochter für das Wohnen sei bedeutend kleiner als der bezahlte 

Mietzins. Bei der Berechnung des Wohnkostenanteils von Céline sei richtigerweise von 

der Situation auszugehen, wie wenn die Mutter zusammen mit ihren Töchtern die 4 ½ 

bzw. 4-Zimmer-Wohnung bewohnt hätte. Welche Art der Bemessung der Wohnkosten 

zutreffend ist, kann allerdings offen bleiben (vgl. unten E. 2.5.). Es ist daher auch nicht 

weiter auf die von der Beschwerdegegnerin vorgebrachten Ausführungen über die 

Gründe des Wohnungswechsels und der Ueberlassung einer eigenen Wohnung an die 

Töchter einzugehen.

2.4. Streitig ist im weiteren, ob Art. 49 Abs. 1 StG voraussetzt, dass der 

Steuerpflichtige rechnerisch mehr als 50 % des Unterhalts des Kindes bezahlt. Nach 

dem Wortlaut des Gesetzes wird vorausgesetzt, dass der Pflichtige "zur Hauptsache" 

für den Unterhalt aufkommt. Dies muss nicht notwendigerweise mehr als 50 % sein. 

Wenn der Pflichtige 40 % des Unterhalts übernimmt und die restlichen 60 % je zur 

Hälfte von Alimentenzahlungen und von eigenem Erwerbseinkommen bestritten 

werden, liesse sich die Annahme rechtfertigen, der Pflichtige komme zur Hauptsache 

für den Unterhalt auf.

Unbestritten ist hingegen, dass einem volljährigen Kind in Ausbildung vom 

Arbeitserwerb jährlich ein Betrag von Fr. 6'000.-- zur freien Verfügung zugewiesen wird, 

weshalb im vorliegenden Fall keine Anrechnung von Erwerbseinkünften von Céline an 

die Unterhaltskosten erfolgt.

2.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass der von der Vorinstanz festgestellte 

Unterhaltsbedarf von Fr. 2'060.-- pro Monat um Fr. 245.-- auf Fr. 1'815.-- zu reduzieren 

ist. Folglich beträgt der jährliche Bedarf Fr. 21'780.--, wobei damit die effektiven 

Wohnkosten von Fr. 600.-- pro Monat angerechnet werden. Von diesem entfallen Fr. 

11'400.-- und damit mehr als die Hälfte auf Alimentenzahlungen des Vaters, womit 

nicht davon ausgegangen werden kann, die Beschwerdegegnerin sei zur Hauptsache 

für den Unterhalt aufgekommen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.6. Die Beschwerdegegnerin macht Gründe geltend, weshalb der Kinderabzug nicht 

dem Vater gewährt werden soll. Sie nimmt aber keinen Bezug auf die gesetzliche 

Vorschrift, welche die Gewährung des Abzugs davon abhängig macht, welcher 

Elternteil zur Hauptsache für den Unterhalt aufkommt. Auf die entsprechenden 

Ausführungen ist daher nicht weiter einzutreten. Das Bundesgericht hat zwar für die 

direkte Bundessteuer festgehalten (Urteil vom 23. Januar 2002, in: ASA 72 S. 471, BGE 

131 II 553 E. 3.3), der die Kinder beherbergende und unmittelbar betreuende Elternteil 

komme im Sinne der gesetzlichen Umschreibung "zur Hauptsache" für deren Unterhalt 

auf. Jene Erwägungen bezogen sich aber auf die Anwendung des Verheiratetentarifs, 

der gemäss Art. 36 Abs. 2 bzw. 214 Abs. 2 des Gesetzes über die direkte 

Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt DBG) voraussetzt, dass der Pflichtige "zur 

Hauptsache" für den Unterhalt aufkommt. Für die Gewährung des Kinderabzuges 

bestimmt Art. 35 Abs. 1 lit. a DBG lediglich, dass der besagte Elternteil für den 

Unterhalt des Kindes sorgt. Im einen Fall (ASA 72 S. 471) machte zudem das 

Bundesgericht keinen expliziten rechnerischen Vergleich der vom pflichtigen Elternteil 

einerseits getätigten Unterhaltsaufwendungen und der Alimente anderseits, im andern 

(BGE 131 II 553, Sachverhalt Abs. 2) betrugen die Alimente lediglich Fr. 200.-- bzw. Fr. 

300.-- pro Monat. Selbst wenn mit dem Beschwerdeführer grundsätzlich davon 

ausgegangen wird, der Alimentenzahler bestreite den Unterhalt des Kindes zur 

Hauptsache, so steht demjenigen Elternteil, der durch Naturalleistungen an den 

Unterhalt des Kindes beiträgt, der Nachweis offen, dass seine Leistungen höher sind 

als die Alimente (vgl. Richner/Frei/ Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten 

Zürcher Steuergesetz, 2. Aufl., Zürich 2006, Rz. 36 zu § 34). Die Bedenken der 

Vorinstanz bezüglich einer Verletzung des Steuergeheimnisses erweisen sich dabei als 

unbegründet (BGE 131 II 553 E.6).

2.7. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und der 

Rekursentscheid vom 14. Dezember 2006 aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin ist mit 

einem steuerbaren Einkommen von Fr. 39'100.--, ohne steuerbares Vermögen, zu 

veranlagen.

3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zulasten der Beschwerdegegnerin (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 

941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 97 VRP).

Die amtlichen Kosten des Rekursentscheids von Fr. 800.-- sind der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen; auf ihre Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 1 

und Art. 97 VRP).

Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Die Beschwerdegegnerin ist 

unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf 

Kostenersatz (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem 

Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. S. 2004, S. 176).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Rekursentscheid vom 14. Dezember 

2006 aufgehoben.

2./ E.F. wird für 2002 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 39'100.-- und ohne 

steuerbares Vermögen veranlagt.

3./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- werden der 

Beschwerdegegnerin auferlegt, auf die Erhebung wird verzichtet.

4./ Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 800.-- werden der 

Beschwerdegegnerin auferlegt, auf die Erhebung wird verzichtet.

5./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V. R. W.

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versand dieses Entscheides an:

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG in Verbindung mit Art. 73 StHG innert 

30 Tagen nach Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 

Beschwerde erhoben werden.

den Beschwerdeführer–

die Vorinstanz–

die Beschwerdegegnerin–

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 9. Mai 2007
	Steuerrecht, Art. 49 Abs. 1 StG (sGS 811.1). Ob ein Steuerpflichtiger für den Unterhalt des Kindes zur Hauptsache aufkommt, ist nach den konkreten Umständen zu beurteilen. Für die Bemessung der Unterhaltsleistungen an Kinder darf auf Pauschalen abgestellt werden. Soweit diese für Betreuung und Erziehung unmündiger Kinder Kostenansätze enthalten, sind sie bei der Bemessung des Unterhalts für volljährige Kinder anzupassen, da bei solchen in der Regel keine besonderen Aufwendungen für Betreuung und Erziehung notwendig sind (Verwaltungsgericht, B 2007/14).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T16:29:32+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen