# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a41ddf73-2106-5d89-8b5b-f9f8aac9b9c1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.06.2014 200 2013 633
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-633_2014-06-11.pdf

## Full Text

200 13 633 UV
FUR/MAK/MAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juni 2014

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Mauerhofer

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

SUVA
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwalt C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 14. Juni 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2014, UV/13/633, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (Jg. 1972) erlitt am 29. Juli 2011 bei einem Misstritt auf der 
Treppe eine Distorsion des linken Fusses. Radiologisch wurden keine Be-
funde erhoben, hingegen ergab ein MRI vom 29. August 2011 eine mögli-
che Knochenkontusion im Talushals (AB 6 f.). In der Folge attestierte ihr 
der Hausarzt, Dr. med. D.________ (Allgemeine Medizin FMH) eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 5. August bis am 25. September 2011 
(AB 6 ff., 11). Die SUVA, bei der A.________ infolge ihrer damaligen Ar-
beitslosigkeit gegen wirtschaftliche Unfallfolgen versichert war, erbrachte 
die gesetzlichen Leistungen. 

Der Heilungsverlauf gestaltete sich protrahiert. Die behandelnden Ärzte 
verordneten Physiotherapie wegen eines Verdachts auf posttraumatische 
Fasziitis plantaris (AB 9 f.) und anschliessend Ergotherapie wegen eines 
Morbus Sudeck und eines Knochenödems am Talus (AB 12/2). 

Am 9. Januar 2012 nahm die Versicherte eine Erwerbstätigkeit als … im 
Umfang von 60 % auf; im Umfang der verbleibenden 40 % bescheinigte ihr 
der Hausarzt erneut eine Arbeitsunfähigkeit (AB 13, 15 f.). Am 31. Januar 
2012 wurde abermals ein MRI durchgeführt. Dieses ergab eine Plantarfas-
ziitis, ansonsten aber einen Normalbefund (AB 22).

B.

Nachdem der Kreisarzt der SUVA, Dr. med. E.________ (Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH), am 25. April 
2012 zur Frage der Unfallkausalität der persistierenden Beschwerden Stel-
lung genommen hatte (AB 27), teilte die SUVA der Versicherten mit 
Schreiben vom 4. Mai 2012 formlos mit, die bisherigen Versicherungsleis-
tungen würden per 7. Mai 2012 eingestellt, da die gegenwärtigen Be-
schwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter 
Natur seien (AB 30). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2014, UV/13/633, Seite 3

Vertreten durch Rechtsanwältin F.________ von der B.________ erklärte 
sich die Versicherte mit Schreiben vom 10. August 2012 damit nicht einver-
standen und reichte zugleich einen Bericht von Dr. med. G.________ 
(Facharzt für Chirurgie) vom 26. Juli 2012 zu den Akten (AB 33/3 ff.).

Die SUVA unterbreitete die Sache daraufhin ihrem Kreisarzt, Dr. med. 
H.________ (Chirurgie FMH). Mit Stellungnahme vom 30. August 2012 
erklärte dieser sich mit der Beurteilung von Kreisarzt Dr. med. E.________ 
vom 25. April 2012 (AB 27) einverstanden, wonach zu diesem Zeitpunkt 
keine unfallbedingten strukturellen Pathologien mehr vorgelegen hätten 
(AB 36). Am 4. September 2012 erliess die SUVA eine Verfügung, wonach 
die Versicherungsleistungen per 7. Mai 2012 eingestellt würden (AB 37).

Die Versicherte erhob mit Eingabe vom 2. Oktober 2012 dagegen Einspra-
che (AB 38) und reichte im Rahmen dieses Verfahrens weitere Berichte 
von Dr. med. G.________ zu den Akten (AB 38/13 ff., 49). Die SUVA holte 
abermals bei Dr. med. H.________ eine Beurteilung ein (AB 46). Nachdem 
die Versicherte erklärt hatte, sie halte an der Einsprache fest (AB 49), ge-
langte die SUVA an ihre Abteilung Versicherungsmedizin. Gestützt auf ei-
nen Bericht von PD Dr. med. I.________ (Orthopädische Chirurgie FMH) 
vom 6. Juni 2013 wies sie die Einsprache mit Entscheid vom 14. Juni 2013 
ab (AB 60).

   

C.

Weiterhin vertreten durch Rechtsanwältin F.________ hat die Versicherte 
den Einspracheentscheid der SUVA vom 14. Juni 2013 (AB 60) beim Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern angefochten und dessen Aufhebung 
beantragt. Mit Beschwerde vom 11. Juli 2013 wird um Ausrichtung der ge-
setzlichen Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 29. 
Juli 2011 ersucht. Ausserdem wird beantragt, die Beschwerdegegnerin sei 
zur Bezahlung einer Parteientschädigung sowie zur Übernahme der Kosten 
für die Berichte von Dr. med. G.________ zu verurteilen.

Vertreten durch Rechtsanwalt C.________ schloss die SUVA mit Be-
schwerdeantwort vom 26. August 2013 auf Abweisung der Beschwerde.  

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der SUVA vom 14. Juni 
2013 (AB 60). Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beschwer-
deführerin hinsichtlich des Ereignisses vom 29. Juli 2011 auch nach dem 
7. Mai 2012 und dabei namentlich die Frage der natürlichen Kausalität. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-

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hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 
337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 
181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2014, UV/13/633, Seite 6

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

2.5 Grundsätzlich ist es zulässig, dass ein Gericht auf die vom 
Versicherungsträger korrekt erhobenen Beweise abstellt und auf ein 
eigenes Beweisverfahren verzichtet.  Auch wenn die Rechtsprechung den 
Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen stets 
Beweiswert zuerkannt hat, so ist indessen zu betonen, dass ihnen 
praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder 
einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 
gegebenen Gutachten zukommt. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung 
eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 
Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 465 E. 4.3.2 und E. 4 S. 470).

2.6 Ein Parteigutachten ist ein Gutachten, das entweder von der am 
Prozess beteiligten Partei selber erstellt worden ist (z.B. Gutachten der 
Unfallabteilung der SUVA in einem eigenen Streitfall) oder von einer Partei 
bei einem Sachverständigen eingeholt und im Verfahren aufgelegt wird 
(BGE 115 V 62). Dabei ist der Beweiswert eines solchen Gutachtens nicht 
schon deshalb zweifelhaft, weil es von einer Partei ins Verfahren einge-
bracht wird (BGE 125 V 351 E. 3b dd S. 353, 122 V 157 E. 1c S. 161; 
RKUV 1993 U 167 S. 96 E. 5a; ZAK 1986 S. 188 E. 2a).

3. Zur massgebenden Frage der Unfallkausalität enthalten die Akten 
mehrere sich widersprechende medizinische Berichte.

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3.1 Dr. med. E.________, SUVA-Kreisarzt, notierte am 25. April 2012, 
es lägen keine unfallbedingten strukturellen Pathologien vor (AB 27).

3.2 Mit Bericht vom 26. Juli 2012 schilderte der Privatgutachter, Dr. 
med. G.________, den Behandlungsverlauf (AB 33/3) und vertrat überdies 
die Auffassung, es bestünden eindeutig über Monate unfallbedingte 
Beschwerden mit bildgebendem Korrelat, unter anderem auch gemäss den 
Radiologen der Klinik J.________ mit einer initialen unfallbedingten 
Fasziitis plantaris. 

3.3 Der SUVA-Kreisarzt, Dr. med. H.________, hielt mit Bericht vom 30. 
August 2012 fest, trotz mittlerweile umfangreicher Bildgebung bleibe die 
Diagnose eines CRPS Typ I in erster Linie klinisch (AB 36). Vorliegend 
fänden sich anfänglich die typischen Befunde eines solchen Beschwerde-
bildes wie Schwellung, Hautverfärbung und Hyperhidrosis. Es lasse sich 
somit sagen, dass der Talus infolge der Fussdistorsion eine Kontusion erlit-
ten habe, welche im initialen MRI als ödemartige Signalalteration sichtbar 
geworden sei. Der anschliessende Verlauf sei durch das Auftreten eines 
CRPS Typ I prolongiert worden. Im Rahmen der Abklärung eines CRPS 
Typ I sei die Plantarfasciitis eine mögliche Differentialdiagnose und keine 
Begleit- oder Folgeerscheinung eines CRPS. Zusammenfassend lasse sich 
sagen, dass im April 2012 die typischen klinischen Befunde bei wahr-
scheinlich mildem Verlauf eines CRPS Typ I gefehlt hätten, und gleichzeitig 
ein krankhafter Zustand, namentlich die Plantarfasciitis klinisch und MR-
grafisch nachgewiesen gewesen sei. An der Beurteilung von Kreisarzt Dr. 
med. G.________ vom 25. April 2012, wonach zu diesem Zeitpunkt keine 
unfallbedingten strukturellen Pathologien vorgelegen hätten, ändere sich 
somit nichts.

Im Rahmen des Einspracheverfahrens nahm Dr. med. H.________ zur 
Einsprache Stellung und erklärte mit Bericht vom 20. November 2012, eine 
unfallbedingte Plantarfasciitis entstehe durch Risse in der Plantarfascie und 
verursache entsprechende Schmerzen (AB 46). Demgegenüber sei die 
Ursache einer krankhaft bedingten Plantarfasciitis eine Verkürzung der 
dorsalen Unterschenkelmuskulatur. Vorliegend sei letzteres echtzeitlich 
dokumentiert, wie die behandelnde Physiotherapeutin in ihrem Kostengut-
sprachegesuch vom 19. Oktober 2011 festgehalten habe (AB 9). Ausser-

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dem würden beim CRPS klinische und radiologische Befunde weder im 
Allgemeinen noch im vorliegenden Fall korrelieren. Die vorliegende Plantar-
fasciitis sei somit nicht unfallbedingt, sondern krankhafter Natur.

3.4 Am 20. September 2012 nahm Dr. med. G.________ zur 
kreisärztlichen Beurteilung von Dr. med. H.________ (AB 36) Stellung (AB 
38/13 ff.). Er erklärte im Wesentlichen, im vorliegenden Fall würden die 
radiologischen Befunde mit der Klinik korrelieren. Das Beschwerdebild 
habe in Schwellungen, erhöhter Schweissneigung und livider 
Hautverfärbung bestanden, ausserdem beklage die Beschwerdeführerin 
auch eine Allodynie. Dies seien objektive Befunde, die für einen Morbus 
Sudeck sprächen. Den radiologisch nachgewiesenen Veränderungen 
komme aufgrund der klinischen Befunde deshalb auch eine Spezifität zu. 
Mit dem Unfall hätten sich eindeutig gewebliche Veränderungen entwickelt, 
die für einen Morbus Sudeck im ersten Stadium typisch seien mit 
korrelierenden radiologischen Veränderungen. Dass im Zusammenhang 
mit dem Morbus Sudeck und der von Anfang an bestehenden plantaren 
Fasziitis nun eine unfallunabhängig eigenständige Krankheit postuliert 
werde, könne nicht ausreichend begründet werden. 

Mit Bericht vom 18. Dezember 2012 führte Dr. med. G.________ aus, er 
gehe mit Dr. med. H.________ darin einig, dass die plantare Fasziitis 
krankheitsbedingt sei (AB 49). Entscheidend sei aber, dass sie sich aus 
dem – unfallbedingten – CRPS entwickelt habe, wie der dokumentierte 
Verlauf belege. Exakt zum Zeitpunkt der ausgeprägten Sudeck-Symptome 
sei dokumentiert, dass bereits im Dezember eine Druckdolenz der 
gesamten Plantarfaszie im Sinne einer plantaren Fasziitis bestanden habe. 
Damit sei bewiesen, dass sich die plantare Fasziitis synchron zusammen 
mit den anderen sensomotorischen und vegetativen Zeichen des CRPS 
entwickelt habe. Die plantare Fasziitis sei biologisch integriert in den 
Krankheitsprozess des CRPS und lasse sich nicht als unfallunabhängige 
eigenständige Krankheit darstellen. 

3.5 In der anlässlich des Einspracheverfahrens eingeholten ärztlichen 
Stellungnahme des PD Dr. med. I.________, SUVA Versicherungsmedizin, 
vom 6. Juni 2013 (AB 59) legte der Facharzt im Wesentlichen dar, das im 
Dezember 2011 vom behandelnden Fuss-Spezialisten Dr. med. 

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K.________ (Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates FMH) erhobene CRPS – das mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit unfallkausal sei – sei im April 2012 mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit abgeklungen. Hiervon abzugrenzen sei die Plantarfasziitis. Auch 
wenn das MRI keinen pathologischen Befund des Plantarfaszienansatzes 
liefere, bestehe kein Anlass, die von Dr. med. K.________ klinisch nach-
vollziehbar gestellte Diagnose einer Plantarfasziitis anzuzweifeln. Es hand-
le sich dabei um eine in erster Linie degenerativ bedingte Erscheinung. 
Durch die Bildgebung sei vorliegend ein mögliches traumatisches Gesche-
hen im Sinne einer akuten Zerreissung von Strukturen der Plantarfaszie 
ausgeschlossen; letzteres wäre im Übrigen von der Versicherten auch 
deutlich dramatischer erlebt worden. Das Entstehen einer Plantarfasziitis 
infolge eines CRPS werde in der Literatur nicht beschrieben. Ausserdem 
handle es sich beim CRPS um eine Ausschlussdiagnose. Infolgedessen 
bedeute die Diagnose einer Plantarfasciitis „(…) den Ausschluss für das 
Vorliegen eines CRPS als Ursache für in diesem Bereich beklagte Schmer-
zen“. Somit sei diese überwiegend wahrscheinlich keine Folge des Ge-
schehens vom 29. Juli 2011. Im Übrigen verweist PD Dr. med. I.________ 
auf das Erfordernis einer Evidenz-basierten Medizin (EBM); die von der 
Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Berichte von Dr. med. G.________ 
enthielten jedoch keinerlei Literaturangaben. Insbesondere entbehre des-
sen Auffassung, wonach die Plantarfasziitis in den Krankheitsprozess des 
CRPS biologisch integriert sei, einer wissenschaftlichen Untermauerung.

3.6 Am 3. Juli 2013 nahm Dr. med. G.________ zum Bericht von PD 
Dr. med. I.________ Stellung (Beschwerdebeilage [BB] 9). Er führte darin 
aus, im vorliegenden Fall fehle es an anderweitigen pathogenetischen 
Faktoren, die eine plantare Fasziitis verursachen könnten. So habe weder 
ein Fersensporn noch – jedenfalls zum Zeitpunkt des Morbus Sudeck – 
eine verkürzte Wadenmuskulatur bestanden, die Beschwerdeführerin treibe 
auch keinen Sport und es bestehe daher auch keine mechanische 
Überlastung. PD Dr. med. I.________ habe sich mit diesem Umstand 
allerdings nicht auseinandergesetzt. Bei gleichbleibenden Beschwerden, 
die den gesamten Rückfuss betrafen, sei es nicht statthaft, zunächst von 
einem CRPS auszugehen und dann plötzlich den monatelang laufenden 
Prozess eines typischen floriden CRPS abzukoppeln. Ein spezifisches 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2014, UV/13/633, Seite 10

Krankheitsbild einer plantaren Fasziitis habe zu keinem Zeitpunkt 
vorgelegen, hingegen ein Morbus Sudeck, der in Rückbildung begriffen  
war. Dass Druckschmerzen im gesamten Rückfuss und auch für die 
Plantaraponeurose bestanden hätten, liege in der Natur des CRPS. Dieses 
betreffe im Übrigen alle Strukturen des Fusses. Es komme zu 
sensomotorisch wie auch vegetativ bedingten Funktionsstörungen, die bei 
einem chronischen Verlauf zu fibrösen bindegewebigen Veränderungen 
und auch zu metaplastischen Umwandlungen der Sehnen führen könnten, 
beispielsweise mit Kontrakturen von Füssen und Händen. Mit Sicherheit 
könne somit gesagt werden, dass es auch zu Veränderungen der 
Sehnenplatte kommen könne. 

3.7 Nach dem Ausgeführten ist unbestritten und steht fest, dass sich 
zunächst ein unfallbedingtes CRPS Typ I entwickelt hat. Ebenso hat als 
erstellt zu gelten, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig an einer 
Plantarfasziitis leidet, wobei sich die Parteien darin uneinig sind, ob diese in 
einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 29. Juli 2011 
steht. Die Beschwerdeführerin beruft sich auf die Beurteilung des Privat-
gutachters, Dr. med. G.________, wonach eine CRPS durchaus zu einer 
Plantarfasziitis führen könne. Gestützt auf die versicherungsinterne medizi-
nische Beurteilung von PD Dr. med. I.________ vom 6. Juni 2013 sowie 
die im Ergebnis gleichlautenden kreisärztlichen Stellungnahmen der Dres. 
med. E.________ und H.________ (AB 27, 36, 46) verneinte die Be-
schwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 14. Juni 2013 (AB 60) 
jedoch eine Leistungspflicht ab 7. Mai 2012, da die persistierenden Be-
schwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfaller-
eignis vom 29. Juli 2011 zurückzuführen seien. Ein versicherungsexterner 
Gutachter wurde nicht herbeigezogen.

Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind 
rechtsprechungsgemäss ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. 
vorstehend E. 2.5). Solche Zweifel an den Beurteilungen der Dres. med. 
E.________ und I.________ vermochten die Berichte des Dr. med. 
G.________ (vgl. vorstehend E. 3.2, 3.4, 3.6) zu begründen: 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2014, UV/13/633, Seite 11

Zwar erscheinen die Ausführungen von Dr. med. H.________ (AB 46) 
nachvollziehbar, wonach im vorliegenden Fall die Plantarfasziitis keine 
direkte Unfallfolge darstellt. Zum einen ist radiologisch nichts Derartiges 
nachgewiesen, zum andern hat die Beschwerdeführerin keine 
entsprechenden heftigen Schmerzen beschrieben. Ungewiss erscheint 
hingegen, ob – gemäss der Auffassung von Dr. med. G.________ – ein 
CRPS ein systemisches Geschehen sei, das alle Gewebestrukturen erfas-
se und daher sehr wohl auch, im Sinne einer indirekten Unfallfolge, eine 
Plantarfasziitis auslösen könne (BB 9). Immerhin vermag diese These die 
Beurteilung durch die versicherungsinternen Ärzte in Frage zu stellen. An 
der Schlüssigkeit von deren Auffassung, wonach eine Plantarfasciitis kei-
nesfalls aus einem CRPS entstehen kann, bestehen daher sehr wohl Zwei-
fel. Jedenfalls schliesst der Umstand, dass ein CRPS stets im Sinne einer 
Ausschlussdiagnose festzustellen sei – wie PD Dr. med. I._______ erklärt 
(AB 59/11) –, nicht sachlogisch aus, dass diese Krankheit unter Umständen 
auch, als sekundäre Folge, später eine Plantarfasziitis herbeiführen kann. 
Entgegen der Auffassung von PD Dr. med. I.________ liegt auch in dessen 
Annahme, dass diese Frage bislang in der medizinischen Fachliteratur (an-
geblich) nirgendwo behandelt worden sei, kein ausreichend beweiswertiges 
Argument gegen die Unfallkausalität. 

Mit Blick auf den strengen Massstab der Praxis zu den versicherungsintern 
erhobenen Beweismitteln (vgl. vorstehend E. 2.5) sind die Berichte von Dr. 
med. E.________ und PD Dr. med. I.________ nicht geeignet, die Kausa-
litätsfrage und damit die Frage der Leistungspflicht für die Zeit ab dem 
7. Mai 2012 zuverlässig zu beurteilen. Bei der gegenwärtigen Aktenlage 
lässt sie sich auch nicht anhand anderer Arztberichte schlüssig beantwor-
ten. Die Beschwerdegegnerin wird deshalb über den Kausalzusammen-
hang zwischen dem Ereignis vom 29. Juli 2011 und den nach dem 7. Mai 
2012 anhaltenden Fussbeschwerden erneut zu befinden haben. In Gut-
heissung der Beschwerde ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
14. Juni 2013 (AB 60) daher aufzuheben und die Sache an die Beschwer-
degegnerin zurückzuweisen, damit diese ein versicherungsexternes Gut-
achten einhole und anschliessend über die Frage der weiteren Leistungs-
pflicht nach UVG neu verfüge. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2014, UV/13/633, Seite 12

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61 lit. a 
ATSG sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Ist eine versicherte Person durch einen Anwalt einer Rechtsschutzversiche-
rung vertreten, hat sie im Falle des Obsiegens Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung (BGE 135 V 473 E. 3 S. 477). 

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 
und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-
gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter www.justice.be.ch).

Im Fall der Vertretung durch Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaften 
und Berufsverbände wird der Stundenansatz bei einer fachlich qualifizierten 
Vertretung auf Fr. 180.-- und bei einer fachlich nicht qualifizierten Vertre-
tung auf 100.-- festgelegt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2014, UV/13/633, Seite 13

Im vorliegenden Fall wird die Beschwerdeführerin durch Rechtsanwältin 
F.________ von der B.________ vertreten. Gemäss deren Eingabe vom 2. 
September 2013 wird die Parteientschädigung hinsichtlich der anwaltlichen 
Bemühungen für das Beschwerdeverfahren nach richterlichem Ermessen 
auf pauschal (inkl. Auslagen und MWSt) Fr. 1‘500.-- festgesetzt. 

Hinzu kommen die beantragten Kosten für die Berichte von Dr. med. 
G.________. Nach der Rechtsprechung können die Kosten eines Privat-
gutachtens, auf das sich der Entscheid der Rechtsmittelinstanz stützt, im 
Rahmen der Parteientschädigung zurückerstattet werden (RKUV 2004 U 
503 S. 187 E. 5.1). Diesbezüglich reicht die Beschwerdeführerin vier Rech-
nungen von Dr. med. G.________ ein, ausmachend Fr. 750.--, Fr. 750.--, 
Fr. 600.-- und Fr. 1‘500.-- (BB 4, 6, 8, 10). Insgesamt belaufen sich die gel-
tend gemachten Kosten des Privatgutachters auf Fr. 3‘600.--. Zu beachten 
ist indessen, dass die Kosten nur insoweit zu erstatten sind, als das Privat-
gutachten für die Rückweisung massgebende Bedeutung hat (Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 11. Juni 2013, 8C_971/2012, E. 4.2). Im 
vorliegenden Fall trifft dies lediglich für den Bericht von Dr. med. 
G.________ vom 3. Juli 2013 zu (BB 9). Die Beschwerdegegnerin hat da-
her den am 4. August 2013 dafür in Rechnung gestellten Betrag von 
Fr. 1‘500.-- (BB 10) zu erstatten. Kommt hinzu, dass für die Bemühungen 
im Rahmen des Einspracheverfahrens ohnehin keine Parteientschädigung 
geschuldet ist (Art. 52 Abs. 3 ATSG), die diesbezüglichen Berichte von Dr. 
med. G.________ vom 26. Juli, 20. September und vom 18. Dezember 
2012 (BB 3, 5, 7) begründen daher auch aus diesem Grund keinen An-
spruch auf Parteientschädigung. 

Insgesamt beläuft sich die Parteientschädigung somit auf Fr. 3‘000.--
(Fr. 1‘500 + Fr. 1‘500). Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Be-
schwerdeführerin zu ersetzen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2014, UV/13/633, Seite 14

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der SUVA vom 14. Juni 2013 aufgehoben und die Sache 
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornah-
me der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf insgesamt pauschal Fr. 3‘000.-- (inkl. Ausla-
gen und MWSt), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt eingereichten Akten)
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin (samt ein-

gereichten Akten)
- Bundesamt für Gesundheit 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.