# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f00315d-58c1-58b2-a959-3e69ab4a21bb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 27.02.2024 AVI 2023/12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_AVI-2023-12_2024-02-27.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2023/12

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 21.05.2024

Entscheiddatum: 27.02.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 27.02.2024
Art. 15 Abs. 1 AVIG Vermittlungsfähigkeit eines bisher stets in saisonalen 
Arbeitsverhältnissen beim gleichen Arbeitgeber erwerbstätigen 
Beschwerdeführers. Der Beschwerdegegner verneinte die 
Vermittlungsfähigkeit mangels Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstelle 
und insbesondere mangels nachprüfbarer Bewerbungen auf Dauerstellen zu 
Recht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 27. Februar 2024, AVI 2023/12).

Entscheid vom 27. Februar 2024

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann und 

Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

AVI 2023/12

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Frischknecht, Gmünder Frischknecht & 

Partner, Bahnhofstrasse 7, 9630 Wattwil,

gegen

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Amt für Wirtschaft und Arbeit, Rechtsdienst, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

Gegenstand

Vermittlungsfähigkeit

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 28. Dezember 2022 erneut beim 

Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an 

(Wiederanmeldung; act. G3.1/A1), nachdem sein befristetes Arbeitsverhältnis geendet 

hatte (vgl. act. G3.1/A9 und A44 [Erstgespräch vom 4. Januar 2023]). Anlässlich des 

Erstgesprächs vom 4. Januar 2023 gab der Versicherte an, voraussichtlich ab März 

2023 wieder bei derselben Arbeitgeberin beginnen zu können. Er sei bereits seit Jahren 

immer wieder bei derselben Arbeitgeberin tätig, wobei es sich jeweils um befristete 

Anstellungen handle (Erstgespräch vom 4. Januar 2023; act. G3.1/A44).

A.a. 

Mit Verfügung vom 3. Februar 2023 stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit 

(nachfolgend: AWA) fest, der Versicherte sei ab dem 28. Dezember 2022 nicht 

vermittlungsfähig. Der Versicherte sei in der Vergangenheit wiederholt saisonal bei 

derselben Arbeitgeberin angestellt gewesen. Mit Verfügung vom 2. Februar 2022 sei er 

ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass künftig die getätigten 

Arbeitsbemühungen vor Antragsstellung darüber entscheiden würden, ob sich sein 

Wille, eine Dauerstelle auch ausserhalb des Bausektors zu finden, darin widerspiegle. 

Der Versicherte könne zwar vor Antragsstellung Arbeitsbemühungen nachweisen, doch 

seien diese vor allem in qualitativer Hinsicht nicht genügend, da es sich erneut 

ausschliesslich um telefonische und persönliche Bemühungen gehandelt habe, obwohl 

er ausdrücklich darauf hingewiesen worden sei, dass vorwiegend schriftliche 

Bemühungen erwartet würden (act. G3.1/A26). 

A.b. 

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Gegen diese Verfügung liess der Versicherte, vertreten durch die Orion 

Rechtschutz-Versicherung AG, am 6. März 2023 Einsprache erheben. Es sei nicht 

zutreffend, dass die Saisontätigkeit seine gewünschte Lebensform sei. Er habe die vom 

AWA geforderten Stellenbemühungen getätigt, doch sei es extrem schwierig, eine 

Arbeit zu finden. Hätte er die diesbezüglichen Pflichten verletzt, wäre der RAV-Berater 

verpflichtet gewesen, ihn entsprechend abzumahnen. Es könne ihm somit nicht 

vorgeworfen werden, dass er keine ununterbrochenen Arbeitsbemühungen für eine 

Festanstellung getätigt habe (act. G3.1/A38).

A.c. 

Mit Entscheid vom 22. März 2023 wies das AWA die Einsprache ab mit der 

Begründung, dass der Versicherte seit 2010 immer wieder in saisonal befristeten 

Arbeitsverhältnissen bei derselben Arbeitgeberin gearbeitet habe. Nach der erneuten 

Anmeldung zur Stellenvermittlung am 28. Dezember 2022 habe der Versicherte bereits 

am 30. Dezember 2022 wieder einen saisonalen Arbeitsvertrag mit Arbeitsbeginn 

11. April 2023 unterzeichnet. Bereits mit Verfügungen vom 12. Dezember 2011, 

30. Januar 2013, 28. Januar 2014, 17. Dezember 2014, 11. Januar 2016, 1. Februar 

2018 und 2. Februar 2022 sowie auch in einem mit den Anmeldeunterlagen 

ausgehändigten Merkblatt "Vermittlungsfähigkeit von Personen, die aus saisonalen 

Gründen arbeitslos sind oder temporär gearbeitet haben" sei der Versicherte 

wiederholt darauf hingewiesen worden, dass nur vermittlungsfähig sei, wer sich um 

eine Dauerstelle bemühe und versuche, den wechselnden saisonalen Anstellungen zu 

entkommen. Aus den vom Versicherten eingereichten Arbeitsbemühungen sei indessen 

zu entnehmen, dass er sich erst mit der erneuten Anmeldung zur Stellenvermittlung 

intensiv um eine neue Stelle beworben habe. In den letzten drei Monaten vor der 

Wiederanmeldung habe er sich persönlich oder telefonisch überwiegend als 

Bauarbeiter, Gerüstmonteur und Hilfsarbeiter beworben. Dabei habe es sich nicht um 

Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen gehandelt, sondern um sogenannte 

Blindbewerbungen. Dies gehe aus dem angegebenen Absagegrund "keine Stelle" klar 

hervor. Verlangt seien zudem schriftliche Bewerbungen. Die getätigten 

Arbeitsbemühungen genügten somit weder in quantitativer noch qualitativer Hinsicht. 

Eine Beanstandung der ungenügenden Arbeitsbemühungen durch die 

Personalberatung für den vorliegenden Zeitraum vor Arbeitslosigkeit hätte am 

Bewerbungsverhalten des Versicherten vor Antragsstellung nichts geändert, zumal 

A.d. 

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B.  

dieser in den vergangenen Jahren wiederholt und ausdrücklich darauf hingewiesen 

worden sei, dass überwiegend schriftliche Bewerbungen für Dauerstellen erwartet 

würden. Damit sei die Vermittlungsfähigkeit zu Recht verneint worden (act. G3.1/A40).

Gegen diesen Einspracheentscheid vom 22. März 2023 lässt der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer), nun vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel 

Frischknecht, am 21. April 2023 Beschwerde erheben. Er lässt beantragen, der 

Einspracheentscheid vom 22. März 2023 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

vollumfänglich aufzuheben und die Vermittlungsfähigkeit und damit seine 

Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung ab 28. Dezember 2022 seien 

zu bestätigen. Zur Begründung macht er geltend, er habe zusätzlich zu den gegenüber 

dem RAV dokumentierten Arbeitsbemühungen weitere Bewerbungen getätigt. Diese 

habe er nicht aufgeführt, weil der zuständige RAV-Mitarbeiter drei Bewerbungen pro 

Monat als ausreichend bezeichnet habe. Nehme die versicherte Person eine geeignete, 

aber nicht unmittelbar freiwerdende Stelle an, habe sie die ihr aufgrund der 

Schadenminderungspflicht obliegenden Massnahmen getroffen. Es könne ihr nicht 

zugemutet werden, mit dem Abschluss eines neuen Arbeitsvertrages zuzuwarten und 

dadurch eine länger dauernde Arbeitslosigkeit zu riskieren. Seine getätigten 

Bewerbungen bezögen sich nicht auf befristete Stellen, sondern auf auch berufsfremde 

Dauerstellen. Es treffe somit nicht zu, dass er bewusst jedes Jahr kurze Unterbrüche 

der Erwerbstätigkeit und damit einhergehende Verdiensteinbussen freiwillig in Kauf 

nehme. Da er trotz intensiver Bemühungen ausschliesslich Absagen erhalten habe, sei 

ihm nichts anderes übrig geblieben, als befristete Arbeitsverträge mit der B.___ AG 

abzuschliessen. Diese seien weder Beweis noch Indiz dafür, dass es sich bei den 

saisonalen Arbeitsverhältnissen um die von ihm gewünschte Lebensform handle. 

Dagegen spreche auch der lange Arbeitsweg von mindestens einer Stunde. Er habe 

sich nicht erst mit der erneuten Anmeldung zur Stellenvermittlung am 28. Dezember 

2022, sondern bereits seit Mai 2022 um eine unbefristete Anstellung bemüht. Entgegen 

dem Einspracheentscheid könne der Absagegrund "keine Stelle" nicht dahingehend 

interpretiert werden, dass es sich um so genannte "Blindbewerbungen" gehandelt 

habe. Er habe sich auch auf ausgeschriebene Stellen beworben. Das AWA 

(nachfolgend: Beschwerdegegner) habe ihm in der Verfügung vom 2. Februar 2022 

B.a. 

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keine Vorgaben betreffend Anzahl Bewerbungen gemacht und bezüglich Form der 

Arbeitsbemühungen lediglich festgehalten, dass diese nachzuweisen und überprüfbar 

sein müssten. Er habe sich wie vom zuständigen Berater vorgeschrieben beworben 

(act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Mai 2023 beantragt der Beschwerdegegner, die 

Beschwerde sei abzuweisen. Er bringt vor, mit Verfügung vom 2. Februar 2022 sei dem 

Beschwerdeführer aufgrund des Vertrauensschutzes die Vermittlungsfähigkeit trotz 

quantitativ und qualitativ ungenügender Arbeitsbemühungen für die Zeit vor der 

Wiederanmeldung zugesprochen worden. Der Beschwerdeführer habe in der Zeit vor 

der Anmeldung am 28. Dezember 2022 lediglich telefonische und persönliche 

Arbeitsbemühungen nachweisen können, obwohl er in der Verfügung vom 2. Februar 

2022 darauf hingewiesen worden sei, dass er schriftliche Bewerbungen tätigen müsse, 

sollte er nach seiner saisonalen Tätigkeit erneut Antrag auf Arbeitslosenentschädigung 

stellen. Die zusätzlich zwischen Mai und Dezember 2022 getätigten Bewerbungen 

seien mangels Angabe eines Datums oder einer Kontaktperson wohl kaum überprüfbar 

und könnten daher nicht berücksichtigt werden. Zudem sei nicht nachvollziehbar, wie 

der Beschwerdeführer auf die Anzahl von (lediglich) drei erforderlichen 

Arbeitsbemühungen pro Monat komme. Hätte der Beschwerdeführer eine Stelle nicht 

erhalten, weil ein geeigneterer Bewerber verfügbar oder die Stelle bereits vergeben 

gewesen wäre, hätte dies der potentielle Arbeitgeber so deklariert. Es sei daher davon 

auszugehen, dass der Absagegrund "keine Stelle" mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit bedeute, dass keine Stelle ausgeschrieben gewesen sei. Der 

Beschwerdeführer habe für die Zeit vor der Wiederanmeldung weder qualitativ noch 

quantitativ genügende Bewerbungen nachweisen können, weshalb die Beschwerde 

abzuweisen sei (act. G 3).

B.b. 

Mit Replik vom 21. Juni 2023 bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, in 

der Verfügung vom 2. Februar 2022 seien nicht ausschliesslich, sondern lediglich "vor 

allem" schriftliche Bewerbungen verlangt worden. Die von ihm getätigten persönlichen 

und telefonischen Arbeitsbemühungen seien entgegen dem Beschwerdegegner 

überprüfbar. Seine Arbeitsbemühungen seien sowohl in qualitativer als auch in 

quantitativer Hinsicht genügend. Dass er sich nicht mehr im Detail an jede 

Kontaktperson und an jedes Bewerbungsdatum zu erinnern vermöge, entspreche der 

B.c. 

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Erwägungen

1.  

allgemeinen Lebenserfahrung und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und sei ihm nicht 

anzulasten. Die zusätzlichen Bewerbungen im Zeitraum von Mai bis Dezember 2022 

seien deshalb zu berücksichtigen. Dass drei Bewerbungen pro Monat ausreichen 

würden, sei ihm vom zuständigen RAV-Mitarbeiter mitgeteilt worden. Es seien ihm 

keinerlei konkreten Vorgaben betreffend der Anzahl der Arbeitsbemühungen gemacht 

worden. Bezüglich der verwendeten Formulierung "keine Stelle" sei zu berücksichtigen, 

dass er der deutschen Schriftsprache nur bedingt mächtig und entsprechend nicht 

fähig sei, sich sprachlicher Feinheiten und Differenzierungen zu bedienen (act. G 5).

Der Beschwerdegegner verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 7).B.d. 

Umstritten ist die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers ab 28. Dezember 

2022.

1.1. 

Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf 

Arbeitslosenentschädigung ist die Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f des 

Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Die arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, 

wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und 

an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). Die 

Vermittlungsfähigkeit setzt sich aus den zwei objektiven Elementen der Arbeitsfähigkeit 

und Arbeitsberechtigung sowie aus dem subjektiven Element der 

Vermittlungsbereitschaft zusammen (vgl. Th. Nussbaumer, Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 261; 

BGE 136 V 103, E. 7.3).

1.2. 

Die Vermittlungsfähigkeit beurteilt sich prospektiv, hier ab Antragsstellung am 

28. Dezember 2022, und aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse, wie sie sich bis zum 

Erlass des Einspracheentscheids (hier: 22. März 2023) entwickelt haben. Sie ist unter 

Berücksichtigung der im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung vorgelegenen und bis zum 

Erlass des Einspracheentscheids eingetretenen Verhältnisse zu prüfen (vgl. BGE 120 

V 287 f. E. 2; Urteil des Bundesgerichts vom 27. Januar 2022, 8C_494/2021, E. 2.2 und 

3.3.3).

1.3. 

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2.

Das zuständige RAV führte bereits in der Verfügung betreffend Vermittlungsfähigkeit 

vom 12. Dezember 2011 im Wesentlichen aus, es bleibe unbestritten, dass der 

Beschwerdeführer vorwiegend saisonalen Tätigkeiten beim gleichen Arbeitgeber 

nachgehe. Während der Beschäftigungslücken zwischen den saisonalen Tätigkeiten 

entstehende saisonbedingte Lohneinbussen nehme er bereits bei Annahme der 

Saisonanstellung in Kauf. Folge er weiterhin diesem Arbeitsrhythmus ohne sich 

nachweislich auch während seiner Anstellung in ausreichendem Masse um eine 

dauerhafte Arbeitsstelle zu bemühen, zeige er an, dass er nicht an einer Dauerstelle 

interessiert sei und die befristeten Arbeitsstellen mit dazwischen berufstypischem 

Arbeitsausfall der Wahl seiner Lebensgestaltung entspreche. Künftig werde bei 

erneuter Antragsstellung die Vermittlungsfähigkeit geprüft und bei identischem 

Verhalten voraussichtlich verneint werden (act. G 3.1/A50). Ähnlich lautende 

Verfügungen erliess das RAV am 30. Januar 2013 (act. G 3.1/A51), am 28. Januar 2014 

Wird eine versicherte Person jeweils auf den Winter hin entlassen und im Frühling 

zwischen denselben Parteien wieder ein neuer Arbeitsvertrag abgeschlossen, muss 

davon ausgegangen werden, dass sie freiwillig bereit ist, Arbeitsverhältnisse 

einzugehen, die mit beschäftigungslosen Zeiten verbunden sind. Die Bereitschaft zur 

Annahme einer Dauerstelle ist ein wesentliches Merkmal der Vermittlungsbereitschaft 

gemäss Art. 15 Abs. 1 AVIG (ARV 2013, Nr. 8 S. 178). Dazu genügt die Willenshaltung 

oder die bloss verbal erklärte Vermittlungsbereitschaft nicht (Urteil des Bundesgerichts 

vom 27. Januar 2022, 8C_494/2021, E. 2.2; BGE 119 V 47 f. E. 1 b; Urteil des 

Bundesgerichts vom 22. Februar 2013, 8C_937/2012 E. 3.2). Die bisherigen 

Arbeitsbemühungen können Aufschluss darüber geben, ob die versicherte Person 

tatsächlich eine Festanstellung anstrebte und im Hinblick darauf all jene Vorkehrungen 

getroffen hat, die zwecks Vermeidung von Arbeitslosigkeit vernünftigerweise von ihr 

erwartet werden durften (ARV 2013, Nr. 8, E. 4 S. 181). Davon abzugrenzen ist die 

Rechtsprechung, wonach arbeitslose Versicherte nicht bestraft werden sollen, die eine 

geeignete, aber nicht unmittelbar freie Stelle finden und annehmen. Solchen 

Versicherten ist es nicht zuzumuten, im Hinblick auf einen – theoretisch zwar 

möglichen, praktisch jedoch wenig wahrscheinlichen – früheren Stellenantritt mit dem 

Abschluss eines neuen Arbeitsvertrages zuzuwarten und dadurch das Risiko einer 

allenfalls noch längeren Arbeitslosigkeit auf sich zu nehmen. In solchen Fällen ist die 

Frage nach einer allfälligen Vermittlungsunfähigkeit wegen des bevorstehenden 

Antrittes der neuen Stelle nicht mehr zu prüfen (Urteile des Bundesgerichts vom 

13. September 2019, 8C_337/2019, E. 3.3, und vom 24. Dezember 2004, C 157/04, 

E. 2.3).

1.4. 

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(act. G 3.1/A52), am 17. Dezember 2014 (act. 3.1/A53), am 11. Januar 2016 

(act. G 3.1/54) und am 1. Februar 2018 (act. G 3.1/A55). In der Verfügung betreffend 

Vermittlungsfähigkeit vom 2. Februar 2022 führte das RAV aus, bisher sei das 

Vorgehen des Beschwerdeführers fälschlicherweise akzeptiert worden. Die 

Vermittlungsfähigkeit sei deshalb gestützt auf den Vertrauensschutz (nochmals) zu 

bejahen. Sollte der Beschwerdeführer erneut eine Saisonanstellung antreten, müsse er 

ununterbrochen Arbeitsbemühungen für eine Festanstellung tätigen und nachweisen. 

Sollte er im Fall einer Wiederanmeldung keine intensiven und überprüfbaren (d.h. vor 

allem schriftlichen) Arbeitsbemühungen für eine Dauerstelle vorweisen können, werde 

davon ausgegangen, dass es sich bei der Saisontätigkeit um seine gewünschte 

Lebensform handle. Der Beschwerdeführer müsste diesfalls das Risiko, jeweils nach 

Ende der Saison arbeitslos zu sein, selber tragen. Die Vermittlungsfähigkeit würde dann 

bei einer erneuten Anmeldung verneint werden (act. G 3.1/A56).

3.

Zu prüfen ist, ob mit dem Beschwerdegegner davon auszugehen ist, dass der 

Beschwerdeführer keine Dauerstelle anstrebte und daher ab 28. Dezember 2022 nicht 

vermittlungsfähig war.

In der anlässlich des Erstgesprächs vom 4. Januar 2023 unterzeichneten 

Wiedereingliederungsstrategie wurden 8 gezielte und überprüfbare Arbeitsbemühungen 

pro Monat vereinbart (act. G 3.1/A6). Die Behauptung des Beschwerdeführers, der 

zuständige RAV-Mitarbeiter habe drei Bewerbungen pro Monat als ausreichend 

bezeichnet, steht dazu im Widerspruch. Es fällt zudem auf, dass der Beschwerdeführer 

dies erstmals in der Beschwerde geltend macht. Der Beschwerdeführer hatte sich in 

den Monaten Mai bis Juli 2022 bei jeweils drei Unternehmen als Gerüstmonteur 

beworben. Ab August 2022 hatte er sich auch als (Tief-)Bauarbeiter und als 

Hilfsarbeiter beworben und ab Oktober und November 2022 jeweils fünf 

Arbeitsbemühungen verzeichnet. Die Anfragen waren bis auf je zwei persönliche im 

Oktober und November 2022 ausschliesslich telefonisch erfolgt. Diese 

Arbeitsbemühungen reichte er am 9. Januar 2023 (also nach dem Erstgespräch) 

monatsweise mit am 4. Januar 2023 unterzeichneten Formularen "Nachweis der 

persönlichen Arbeitsbemühungen" ein. Als Absagegrund wurde durchgängig "keine 

Stelle" angegeben (act. G 3.1/A11 ff.) In der Beschwerde werden erstmals 15 weitere 

getätigte Arbeitsbemühungen geltend gemacht. Dabei handelt es sich um Stellen als 

Hilfsarbeiter, Produktionsmitarbeiter, Bauarbeiter und als Allrounder/Fahrer. Die 

Bewerbungen sollen wiederum telefonisch und persönlich erfolgt sein. Daten oder 

3.1. 

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weitere Einzelheiten zu diesen Bewerbungen wurden nicht angegeben. Der 

Beschwerdeführer beantragt zum Beweis dieser zusätzlichen Bewerbungen die 

Einholung schriftlicher Auskünfte bei den entsprechenden Betrieben (act. G1).

Mit Verfügung vom 2. Februar 2022 war der Beschwerdeführer aufgefordert 

worden, überprüfbare, d.h. vor allem schriftliche Arbeitsbemühungen für eine 

Dauerstelle vorzuweisen. Zweck der verlangten Schriftlichkeit war und ist, dem 

Beschwerdegegner die Überprüfung zu ermöglichen, ob sich der Beschwerdeführer – 

wie zu Recht verlangt – um realistischerweise in Frage kommende Dauerstellen 

beworben hat. Insofern sind die geltend gemachten Arbeitsbemühungen bereits 

mangels Schriftlichkeit ungenügend, unabhängig davon, welcher Anteil an schriftlichen 

Bewerbungen für die Erfüllung des Quantums "vor allem" erforderlich gewesen wäre. 

Insoweit erübrigt sich das Einholen der beantragten schriftlichen Auskünfte. Zudem 

setzt die Nachprüfbarkeit telefonischer oder persönlicher Bewerbungen Angaben zu 

deren Zeitpunkt, zu den Kontaktpersonen der angefragten Unternehmen, zur Art der 

Bewerbung (Spontanbewerbung oder nicht) und zur gesuchten Stelle (Dauerstelle oder 

nicht) voraus. Der Beschwerdeführer hat keine schriftliche Bewerbung und ebenso 

wenig ein zu den von ihm geltend gemachten Bewerbungen zugehöriges Stelleninserat 

vorgelegt. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass er sich auch als 

Produktionsmitarbeiter, Allrounder/Fahrer und als Bauarbeiter beworben haben will. Es 

ist sodann davon auszugehen, dass der Inhalt der Gespräche mit den angefragten 

Unternehmen mangels bekannter Daten und fehlender Eruierbarkeit der seitens des 

Unternehmens gesprächsführenden Personen nicht mehr ermittelt werden kann. Der 

Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang geltend, es entspreche der 

allgemeinen Lebenserfahrung sowie dem gewöhnlichen Lauf der Dinge, dass er sich 

nach mehreren Monaten nicht mehr an eine Kontaktperson und das Bewerbungsdatum 

zu erinnern vermöge (vgl. act. G 5 S. 5). Wenn sich selbst der Beschwerdeführer an 

diese Daten nicht mehr erinnern kann, erscheint es ausgeschlossen, dass sich die 

Betriebe daran erinnern können sollen. Schliesslich ist der im Sozialversicherungsrecht 

geltende Grundsatz der Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen durch die 

Mitwirkungspflicht eingeschränkt. Diese auferlegt den Parteien, soweit dies 

vernünftigerweise gefordert werden kann, die aufgrund der Natur der Streitsache für 

geltend gemachte Tatsachen geeigneten Beweismittel beizubringen (BGE 125 V 195 

E. 2). Der Beschwerdeführer wusste um die Obliegenheit, überprüfbare Bemühungen 

um eine Dauerstelle beizubringen. Es hätte deshalb an ihm gelegen, die zur 

Überprüfung der getätigten Arbeitsbemühungen notwendigen Informationen 

beizubringen. In antizipierender Beweiswürdigung kann von der Einholung schriftlicher 

Auskünfte bei den vom Beschwerdeführer bezeichneten Betrieben abgesehen werden. 

3.2. 

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Es ist vielmehr von ungenügenden Arbeitsbemühungen um eine Festanstellung 

auszugehen.

Gegen die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorhandene Absicht des 

Beschwerdeführers, eine Dauerstelle der saisonalen Erwerbstätigkeit vorzuziehen, 

spricht neben den ungenügenden Arbeitsbemühungen auch Folgendes: Der 

Beschwerdeführer schloss den neuen befristeten Arbeitsvertrag mit der B.___ AG 

bereits zwei Tage nach der Anmeldung beim RAV ab (act. G 3.1/A31). Anlässlich des 

Erstgesprächs äusserte der Beschwerdeführer zwar, dass er gerne in der Nähe und als 

Festangestellter arbeiten würde, statt täglich von C.___ nach D.___ zu fahren. Am 

1. März 2023 notierte der Berater indes, der Beschwerdeführer könne per 1. April 2023 

wieder bei der B.___ AG zu arbeiten beginnen. Er setze vor allem dort auf eine 

Festanstellung, da ihn die Arbeitgeberin bereits über viele Jahre hinweg sehr gut kenne 

(act. G 3.1/A44). Davon kann der Beschwerdeführer, nachdem er bei der B.___ AG seit 

Jahren keine Festanstellung erhalten hat, wohl nicht ernsthaft ausgehen. Sodann 

bewarb er sich zunächst vorwiegend um offensichtlich nicht ausgeschriebene Stellen 

im Gerüstbau. Damit korrespondiert der in diesen Fällen vermerkte Absagegrund 

"keine Stelle". Entgegen den diesbezüglichen Ausführungen seines Rechtsvertreters 

sind seine Deutschkenntnisse auch nicht dürftig, sondern entsprechen dem Niveau B1 

(vgl. act. G 3.1/A23). Deshalb ist aus dem Nichtvorhandensein einer offenen Stelle bzw. 

den fehlenden Stellenausschreibungen mit dem Beschwerdegegner zu schliessen, 

dass es sich bei den Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers überwiegend 

wahrscheinlich um Spontanbewerbungen handelte. Der Beschwerdeführer hat denn 

auch kein einziges Stelleninserat beigebracht. Für eine ausgeschriebene Stelle dürften 

zudem nur schriftliche Bewerbungen Aussicht auf Erfolg haben. Überdies vermerkte 

der RAV-Berater beim Erstgespräch vom 4. Januar 2023, dass das Bewerbungsdossier 

noch nicht komplett vorhanden sei (act. G3.1/A44), was ebenfalls dagegen spricht, 

dass der Beschwerdeführer bereit war, sich wie gefordert schon vor Eintritt der 

Arbeitslosigkeit schriftlich auf ausgeschriebene Dauerstellen zu bewerben. In 

Gesamtwürdigung dieser Umstände ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht wirklich beabsichtigte, eine Dauerstelle 

zu suchen und anzunehmen, sondern stattdessen erneut einzig auf eine 

Wiederanstellung bei der bisherigen Arbeitgeberin setzte, bei der er denn auch schon 

mehr als 10 Jahre saisonal beschäftigt wird. Auch kann er sich nicht darauf berufen, 

dass seine Vermittlungsfähigkeit in früheren Jahren anerkannt wurde und er 

Arbeitslosenentschädigung erhielt, da der Beschwerdegegner ihn über die Sach- und 

Rechtslage mit Verfügung vom 2. Februar 2022 umfassend in Kenntnis gesetzt und 

informiert hat, von welchen Rahmenbedingungen er künftig auszugehen hat.

3.3. 

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4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Nach dem Gesagten ist der Beschwerdegegner zu Recht davon ausgegangen, 

dass der Beschwerdeführer seine Bereitschaft, eine Dauerstelle anzunehmen, nicht 

ausreichend nachgewiesen hat und demzufolge ab 28. Dezember 2022 als 

vermittlungsunfähig gelten muss. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

4.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG).4.2. bis

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