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**Case Identifier:** 97b0c342-5262-5a1d-8d71-7f1a6cc8f24e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 30.05.2018 810 17 310
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-17-310_2018-05-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 30. Mai 2018 (810 17 310) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Submission 

 

 

Amtliche Vermessung / Gebote der Transparenz und der Gleichbehandlung der Anbie-

tenden 

 

 
 

Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Claude Jeanneret,  
Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Yves Thommen, Gerichtsschreibe-
rin Chiara Piras 
 
 

Beteiligte A.____ AG, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Amt für Geoinformation, Beschwerdegegner 
 

 B.____ AG, Beigeladene, vertreten durch Adrian Schmid, Advokat,  
 

  
 

Betreff Amtliche Vermessung C.____  
(Zuschlagsentscheid des Amtes für Geoinformation vom 6. November 
2017) 

 

 

 

 

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A. Die Volkswirtschaft- und Gesundheitsdirektion des Kantons Basel-Landschaft, vertre-

ten durch das Amt für Geoinformation, schrieb im kantonalen Amtsblatt Nr. 36 vom 

7. September 2017 die amtliche Vermessung in der Gemeinde C.____ (Erneuerung AV 93 III 

[Los 6], Feld- und Waldgebiet) im offenen Verfahren aus. Das Projekt umfasst insbesondere 

den Bezug von Vermessungsunterlagen und Daten, die Information der Öffentlichkeit in Ab-

sprache mit der Gemeinde, die Besprechung mit der Verifikationsbehörde, die Organisation der 

Arbeiten, Phasenbesprechungen und Zwischenverifikationen, laufende Unternehmerkontrollen 

sowie Qualitätssicherung, den Bericht und die Schlussverifikation. In der Ausschreibung wurde 

festgehalten, die Zuschlagskriterien seien der Angebotspreis (Zuschlagskriterium [ZK] 1; 50% 

Gewichtung), das technische Vorgehen (ZK 2; 30% Gewichtung) und die Eignung und Qualifi-

kation des Anbietenden (ZK 3; 20% Gewichtung). Innert der Eingabefrist gingen drei Angebote 

ein, die zur Bewertung zugelassen wurden.  

 

B. Mit Zuschlagsentscheid vom 6. November 2017 erteilte das Amt für Geoinformation der 

B.____ AG den Zuschlag für die Gemeinde C.____ zum Preis von Fr. 61‘015.15.  

 

C. In der Folge gelang die zweitplatzierte A.____ AG an das zuständige Amt für Geoin-

formation und verlangte, dass ihr die wesentlichen Gründe für den Zuschlag und die Nichtbe-

rücksichtigung ihres Angebots erläutert würden. Das Amt für Geoinformation stellte der A.____ 

AG am 9. November 2017 den Erläuterungsbericht zum Zuschlagsentscheid zu. Darin war im 

Wesentlichen ersichtlich, dass bei der Gemeinde C.____ die Zuschlagsempfängerin 437 Punkte 

und die zweitplatzierte A.____ AG 413 Punkte erhalten hatte. Zudem war erkennbar, dass beim 

Zuschlagskriterium 1 eine Bewertung von 5.0 (tiefstes Angebot) bis 1.0 (höchstes Angebot) und 

bei den Zuschlagskriterien 2 und 3 eine Bewertung nach abgestuften Noten zwischen 5 (sehr 

gut) und 1 (ungenügend) vorgenommen wurde. Die Werte wurden in der Folge mit der jeweili-

gen Gewichtung der Kriterien multipliziert.  

 

D. Mit Eingabe vom 17. November 2017 erhob die A.____ AG gegen den Zuschlagsent-

scheid Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kan-

tonsgericht). Sie stellt das Begehren, es sei der Zuschlagsentscheid vom 6. November 2017 

betreffend die amtliche Vermessung C.____ (Erneuerung AV 93 III [Los 6], Feld- und Waldge-

biet) aufzuheben und ihr der Zuschlag für die ausgeschriebenen Arbeiten zu erteilen (Ziff. 1); 

eventualiter sei der Zuschlagsentscheid vom 6. November 2017 betreffend die amtliche 

Vermessung C.____ (Erneuerung AV 93 III [Los 6], Feld- und Waldgebiet) aufzuheben und die 

Angelegenheit zur Neubeurteilung an den Beschwerdegegner zurückzuweisen (Ziff. 2); unter 

o/e-Kostenfolge (Ziff. 3).  

 

E. Mit Verfügung vom 20. November 2017 erteilte das Kantonsgericht der Beschwerde 

superprovisorisch die aufschiebende Wirkung und setzte den Parteien Frist zur Stellungnahme 

zum Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung und 

zur Vernehmlassung in der Hauptsache.  

 

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F. Mit Eingabe der Beigeladenen vom 1. Dezember 2017 zeigte diese das Vertretungs-

verhältnis durch Adrian Schmid, Advokat, an und stellte den Antrag auf Entzug der superprovi-

sorisch erteilten aufschiebenden Wirkung.  

 

G. Gleichentags informierte das Amt für Geoinformation das Kantonsgericht über seine 

Zustimmung zur Erteilung der aufschiebenden Wirkung.  

 

H. Mit Verfügung vom 6. Dezember 2017 erteilte das Kantonsgericht in Bestätigung der 

superprovisorischen Verfügung vom 20. November 2017 der Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung und bewilligte der Beigeladenen Akteneinsicht im Sinne der Erwägungen.  

 

I. In der Vernehmlassung vom 15. Januar 2018 schloss das Amt für Geoinformation auf 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne.  

 

J. Mit Stellungnahme vom 19. Januar 2018 stellte die Beigeladene den Antrag auf Abwei-

sung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge.  

 

K. Mit Verfügung vom 8. Februar 2018 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung im 

Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen und angeordnet, dass die Beschwerdeverfahren 

Nr. 810 17 310 (C.____), Nr. 810 17 311 (D.____) und Nr. 810 17 312 (E.____) zusammen be-

handelt werden.  

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1.1 Gemäss § 30 Abs. 1 des Gesetzes über öffentliche Beschaffungen (BeG) vom 3. Juni 

1999 in Verbindung mit § 31 lit. f BeG sowie § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- 

und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 kann gegen eine Zuschlags-

verfügung innerhalb von 10 Tagen nach Eröffnung der schriftlichen Begründung Beschwerde 

beim Kantonsgericht erhoben werden (vgl. auch § 27 Abs. 2 BeG). Soweit das Beschaffungs-

gesetz nichts anderes vorsieht, richtet sich das Verfahren nach der Verwaltungsprozessord-

nung (§ 30 Abs. 5 BeG). Das Gericht wendet dabei das Recht von Amtes wegen an. Es prüft 

insbesondere, ob die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind (§ 16 Abs. 2 VPO). 

 

1.2 Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene 

Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

der Änderung oder Aufhebung hat. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. Er-

forderlich ist somit neben der formellen Beschwer (Teilnahme am Verfahren vor der Vorinstanz 

bzw. keine Möglichkeit zur Teilnahme) zusätzlich eine materielle Beschwer in der Form eines 

besonderen Berührtseins sowie eines aktuellen Interesses an der Beschwerdeführung. Letzte-

res besteht im praktischen Nutzen, der sich ergibt, wenn ein Beschwerdeführer mit seinem An-

liegen obsiegt und dadurch seine tatsächliche oder rechtliche Situation unmittelbar beeinflusst 

werden kann (BGE 140 II 214 E. 2.1; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 16. August 2017 [810 17 25] E. 2.1; ALFRED KÖLZ/ISABELLE 

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HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 940 ff.). Die materielle Beschwer der beim Vergabeverfahren nicht 

berücksichtigten oder vom Verfahren ausgeschlossenen Anbietenden ist praxisgemäss dann 

gegeben, wenn diese bei Gutheissung ihrer Beschwerde eine realistische Chance haben, mit 

dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu 

einer Wiederholung des Submissionsverfahrens führt, in dem sie ein neues Angebot einreichen 

können; andernfalls fehlt ihnen das schutzwürdige Interesse an der Beschwerdeführung 

(BGE 141 II 14 E. 4.3; KGE VV vom 22. Juni 2016 [810 16 34] E. 2.2; KGE VV vom 27. April 

2016 [810 15 252] E. 2.3). Die Beschwerdelegitimation fehlt demjenigen, der zwar als Anbie-

tender am Verfahren teilgenommen hat, aber aufgrund seiner Rechtsmittelanträge und Sach-

vorbringen auch bei Durchdringen seiner Auffassung keine reelle Chance auf den Zuschlag 

oder eine Wiederholung des Submissionsverfahrens hat. Sollte die Beschwerdeführerin im vor-

liegenden Fall mit ihrer Argumentation Erfolg haben, so hätte sie als Zweitplatzierte eine realis-

tische Chance, mit ihrem Angebot zum Zuge zu kommen. Ihre Legitimation ist demzufolge ge-

geben. Da die übrigen formellen Erfordernisse wie Fristwahrung und Form eingehalten sind, ist 

auf die Beschwerde einzutreten.  

 

2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und 

lit. b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt 

werden (vgl. Art. 16 Abs. 1 lit. a der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaf-

fungswesen [IVöB] vom 25. November 1994/15. März 2001). Eine Ermessenskontrolle ist dem 

Kantonsgericht vorliegend verwehrt (Art. 16 Abs. 2 IVöB; § 45 Abs. 1 lit. c VPO).  

 

3.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass nicht bei allen Kriterien 

die gleiche harmonisierte Punkteskala verwendet worden sei, weshalb bei der Bewertung der 

Angebote der Preis ein viel zu starkes Gewicht erhalten habe (Beschwerde vom 17. November 

2017, Rz. 8). Da die angewendete Bewertungsmethode zu einem Ergebnis führe, welches die 

bekannt gegebene Gewichtung der Zuschlagskriterien verwische, sei unter dem Strich nur der 

Preis für den Zuschlag massgebend gewesen (Beschwerde vom 17. November 2017, Rz. 9). 

Die Bewertung des Zuschlagskriteriums 1 (Angebotspreis) wird von der Beschwerdeführerin 

nicht beanstandet, sie rügt jedoch die Bewertung der Zuschlagskriterien 2 und 3: Während beim 

Preis eine lineare Skala vom günstigsten zum teuersten Angebot angewendet worden sei, sei 

bei den Zuschlagskriterien 2 und 3 eine relative Beurteilung ohne Maximum und Minimum er-

folgt. Dies bedeute, dass beim Preis die Bewertung in eine lineare Punkteverteilung überführt 

worden sei, während dies bei den anderen Zuschlagskriterien nicht erfolgt sei. Die Bewertung 

des Beschwerdegegners sei deshalb willkürlich (Beschwerde vom 17. November 2017, Rz. 10). 

 

3.2 Der Beschwerdegegner hält demgegenüber fest, die Bewertung der strittigen Vergabe 

in Anlehnung an die im Merkblatt der Zentralen Beschaffungsstelle (ZBS) vom Oktober 2015 

aufgestellten Skala gemäss etablierter und anerkannter Praxis vorgenommen zu haben. Ge-

mäss Muster-Bewertungsmatrix der ZBS sei eine Bewertungsskala mit den Noten 1 bis 5 an-

zuwenden. Die Definition der Noten erfolge mit 5 Punkte = gut / 3 Punkte = genügend / 1 Punkt 

= ungenügend / 4 und 2 Punkte = Zwischenwerte und 0 Punkte = keine prüfbaren Angebotsun-

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terlagen eingereicht. Diese im Kanton empfohlene Methodik decke sich mit derjenigen gemäss 

dem Leitfaden zur Beschaffung von Werkleistungen der Koordinationskonferenz der Bau- und 

Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren (KBOB) vom September 2010. Für die Bewer-

tung der Qualitätskriterien sei eine bewährte Lösung die Notenskala von 5 Punkte = sehr gute 

Erfüllung (qualitativ ausgezeichnet, sehr grosser Beitrag zur Zielerreichung) / 4 Punkte = gute 

Erfüllung (qualitativ gut) / 3 Punkte = genügende Erfüllung (durchschnittliche Qualität, den An-

forderungen der Ausschreibung entsprechend) / 2 Punkte = ungenügende Erfüllung (Angaben 

ohne ausreichenden Bezug zum Projekt) / 1 Punkt = sehr schlechte Erfüllung (ungenügende, 

unvollständige Angaben) / 0 Punkte = nicht beurteilbar (keine Angaben). Der Beschwerdegeg-

ner habe sich im vorliegenden Verfahren an diese Empfehlungen gehalten und die Angebote in 

Anlehnung an die empfohlenen Notenskalen bewertet (Vernehmlassung vom 15. Januar 2018, 

Rz. 20 f.). Für die Bewertung der gerügten Zuschlagskriterien 2 und 3 sei folgende Skala be-

nutzt worden: 5 Punkte = sehr gut / 4 Punkte = gut / 3 Punkte = erfüllt / 2 Punkte = mangelhaft / 

1 Punkt = ungenügend (Vernehmlassung vom 15. Januar 2018, Rz. 11 und 21). Mit dieser Be-

wertungsskala habe der Beschwerdegegner einerseits die Gleichbehandlung der Anbietenden 

und andererseits die Transparenz der Bewertungen sichergestellt. Die Bewerber hätten qualita-

tiv sehr ähnliche Angebote eingereicht und deshalb eine ähnliche Bewertung insbesondere der 

ZK 2 und ZK 3 erhalten. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Grundlage und die daraus 

abzuleitenden Massnahmen zur Erzielung des Standards der sog. Attribute der amtlichen 

Vermessung 93 (AV93-Standard) nahezu identisch seien. Zudem sei der Bereich der Geoin-

formation stark reglementiert, der Schwierigkeitsgrad der ausgeschriebenen Vermessung sei 

als gering zu bezeichnen und es seien keine speziellen Kenntnisse zur Problembehandlung 

erwartet worden (Vernehmlassung vom 15. Januar 2018, Rz. 22 f.). Im Bereich der Geoinforma-

tion müssten grundsätzlich allen zugelassenen Bewerbern gute Punktezahlen gegeben werden, 

was in Anwendung der üblichen Bewertungstabelle Wertungen zwischen 3 und 5, also zwi-

schen erfüllt und sehr gut, bedeute (Vernehmlassung vom 15. Januar 2018, Rz. 25). Eine Aus-

schöpfung der Bewertungsskala rechtfertige sich vorliegend nicht. Die Beigeladene habe das 

wirtschaftlich günstigste Angebot eingereicht, indem sie bei guter Qualität im Rahmen der Zu-

schlagskriterien 2 und 3 den günstigsten Preis (ZK 1) offeriert habe. Die Bewertung sei keines-

falls willkürlich, sondern anhand einer nachvollziehbaren und sachlich haltbaren Methode erfolgt 

(Vernehmlassung vom 15. Januar 2018, Rz. 31 und 31).  

 

4.1 Bevor auf die Rügen der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Punkteskala 

der Zuschlagskriterien 2 und 3 eingegangen werden kann, ist vorliegend festzustellen, dass 

weder aus den Vorakten noch aus der Bewertungsmatrix hervorgeht, wie die Punkteverteilung 

der Zuschlagskriterien 2 und 3 in der Bewertungsmatrix zustande kam. Trotz ihres Beurtei-

lungsspielraums hat die Vergabebehörde bei der Beurteilung der eingereichten Angebote die 

Gebote der Transparenz und der Gleichbehandlung der Anbietenden zu beachten (Art. 1 Abs. 3 

lit. b und lit. c IVöB; § 11 lit. a IVöB; § 1 lit. a und d BeG; § 9 lit. a und b BeG), weshalb bevor 

die vom Beschwerdegegner angewandte Bewertungsmethode überprüft werden kann, zu prü-

fen ist, ob das Vorgehen der Vergabebehörde mit den Grundsätzen der Transparenz und der 

Gleichbehandlung zu vereinbaren ist.  

 

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4.2 Die Gebote der Transparenz und der Gleichbehandlung der Anbietenden verlangen, 

dass die Bewertung der Angebote gemäss einem generell-abstrakten Schema vorgenommen 

wird, welches den bekanntgegebenen Zuschlagskriterien entspricht, die Kriterien der Punkte-

verteilung im Einzelnen umfassend und nachvollziehbar regelt sowie auf alle Angebote gleich 

angewandt wird (BGE 130 I 241 E. 5.1). Nach Art. 1 Abs. 3 lit. c IVöB und § 9 Abs. 1 lit. a BeG 

muss das Verfahren transparent gestaltet sein, damit unter den Anbietenden ein wirksamer 

Wettbewerb stattfinden kann. Die Transparenz des Vergabeverfahrens impliziert insbesondere 

die Öffentlichkeit des Verfahrens, die Voraussehbarkeit und die Nachvollziehbarkeit sämtlicher 

Verfahrensschritte sowie die Objektivität und die Nachvollziehbarkeit aller wesentlichen Motive, 

welche den Entscheidungen der öffentlichen Auftraggeberin im Vergabeverfahren zugrunde 

liegen (MARTIN BEYELER, Öffentliche Beschaffung, Vergaberecht und Schadenersatz, Diss., 

Zürich 2004, Rz. 241). In Nachachtung dieses Prinzips verlangt § 21 Abs. 2 BeG, dass die 

publizierte Ausschreibung unter anderem mindestens Gegenstand und Umfang des Auftrags 

inklusive der Angaben, die von den Anbietenden verlangt werden, anzugeben hat. In § 22 

Abs. 1 BeG wird statuiert, dass die Ausschreibungsunterlagen alle wesentlichen Angaben ent-

halten und die für den Zuschlag massgebenden Kriterien in der Reihenfolge ihrer Bedeutung 

und entsprechend ihrer Gewichtung aufgeführt sein müssen. Es gilt somit der Grundsatz, dass 

alles Zuschlagsrelevante zum Voraus mit der Ausschreibung festgelegt und den Offerenten zur 

Kenntnis gebracht werden soll. Die Zuschlagskriterien sind unter Einschluss ihrer Gewichtung 

und allfälliger Subkriterien demzufolge bereits im abstrakten Stadium des Verfahrens in den 

Ausschreibungsunterlagen präzise zu definieren, wenn die einzelnen Offerten noch nicht be-

kannt sind. Der Detaillierungsgrad dieser Kriterien ergibt sich aus den Erfordernissen, die das 

betreffende Projekt an den Unternehmer stellt (KGE VV vom 27. April 2016 [810 15 252] E. 4.1; 

KGE VV vom 12. September 2012 [810 12 190] E. 5.5.2). Die einmal erfolgte Festsetzung der 

massgeblichen Kriterien ist für die Vergabestelle verbindlich. Eine nachträgliche Änderung die-

ser Kriterien ist grundsätzlich unzulässig (BGE 143 I 177 [nicht publ.] E. 1.2.4; BGE 130 I 241 

E. 5.1). Eine Vergabebehörde handelt mithin rechtswidrig, wenn sie den Zuschlagsentscheid 

nicht (ausschliesslich) aufgrund der bekannt gegebenen Zuschlags- bzw. Subkriterien und des 

ebenso vorgängig bekannt gegebenen (relativen) Gewichts eines jeden Kriteriums fällt (PETER 

GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungs-

rechts, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 859; BLKGE 2005 Nr. 34 E. 5d). Die Rechtmässigkeit der Of-

fertevaluation setzt voraus, dass der konkrete Zuschlagsentscheid im Lichte der massgeblichen 

Beurteilungskriterien samt massgeblicher Gewichtung sowie der konkret zu beurteilenden An-

gebote nachvollziehbar ist (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 979). Zum Transparenzge-

bot gehört auch die Verpflichtung der Vergabebehörde, all ihre Entscheidungen zu begründen, 

die Begründung ausschliesslich auf objektive, also nachvollziehbare und nachprüfbare Kriterien 

abzustützen und sämtlichen Einfluss anderer Umstände auf die Entscheidungen zu unterbinden 

(BEYELER, a.a.O., Rz. 242). Auch die Wertungen (‟Benotungen”) müssen in der Begründung 

des Vergabeentscheids möglichst transparent gemacht werden (BLKGE 2005 Nr. 34 E. 5e 

m.w.H.). Eine Kontrolle und Korrektur der Handlungen und Entscheidungen der Vergabebehör-

de im Rahmen des Rechtsschutzsystems ist nur dann möglich und effektiv, wenn die Handlun-

gen und Entscheidungen unter grösstmöglicher Objektivität geschehen und dokumentiert wer-

den (BEYELER, a.a.O., Rz. 244). Beim Transparenzgebot handelt es sich um eine Regel formel-

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ler Natur. Deren Missachtung muss Konsequenzen haben und kann zur Aufhebung des Zu-

schlags führen (Urteil des Bundesgerichts 2P.299/2000 vom 24. August 2001 E. 4). 

 

4.3 Vorliegend kann der ‟Benotungsmatrix” nur entnommen werden, dass die Beschwerde-

führerin bei den insgesamt mit 50% gewichteten Zuschlagskriterien 2 und 3 besser beurteilt 

wurde als die Zuschlagsempfängerin: Beim ZK 2 erhielt die Beschwerdeführerin die Bewertung 

4.1 (123 Punkte), während die Zuschlagsempfängerin mit der Bewertung 3.7 (111 Punkte) beur-

teilt wurde. Beim ZK 3 erhielt die Beschwerdeführerin die Bewertung 4.5 (90 Punkte) und die 

Zuschlagsempfängerin die Bewertung 3.8 (76 Punkte). Die Gründe für diese Bewertungen kön-

nen aber weder der ‟Benotungsmatrix” noch den übrigen Verfahrensakten entnommen werden. 

Die Vergabebehörde begründete auch in der Vernehmlassung (zur Beschwerde) nicht, wie die 

Benotung bezüglich der fraglichen Kriterien zustande gekommen war. Die Benotung der Anbie-

tenden durch den Beschwerdegegner ist für Aussenstehende – und insbesondere für das Ge-

richt – nicht nachvollziehbar, allfällige Rechtsfehler können nicht konkret gerügt und überprüft 

werden. Das vom Beschwerdegegner gewählte Vorgehen ist deshalb nicht mit dem Transpa-

renzgebot vereinbar.  

 

5.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdegegner kein Bewertungsschema 

vorweisen kann, das eine nachvollziehbare Verteilung der Punkte belegen würde. Damit hat er 

das Transparenzgebot verletzt. Die festgestellte Verletzung des Transparenzgebots führt zur 

Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des Zuschlags. Wie die Bewertung zustande 

kam, ist – auch mangels entsprechender Unterlagen – nicht ersichtlich. Eine direkte Zu-

schlagserteilung an die Beschwerdeführerin ist auch nicht möglich, da die vorhandenen Akten 

hierfür keine taugliche Entscheidgrundlage bieten. Da der Vergabebehörde dabei zudem ein 

erheblicher Beurteilungsspielraum zusteht, kann das Kantonsgericht diese nicht nachholen. 

Entsprechend ist der Vergabeentscheid aufzuheben und die Sache zur Neubewertung der An-

gebote der Beschwerdeführerin und der Beigeladenen an den Beschwerdegegner zurückzu-

weisen (KGE VV vom 27. April 2016 [810 15 252] E. 7.2; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., 

Rz. 1397). Eine neue Ausschreibung erscheint nicht notwendig. 

 

5.2 Mit Blick auf die neuerliche Prüfung durch die Vergabebehörde ist auf die Grundsätze 

der Transparenz und der Gleichbehandlung der Anbietenden hinzuweisen, auf denen das 

Vergaberecht aufbaut. Es muss ein Bewertungsschema vorliegen, anhand dessen die Punkte-

vergabe nachvollzogen werden kann und das eine Kontrolle erlaubt, ob die Anbietenden nach 

demselben Massstab beurteilt wurden. Demnach ist mit Geltung für die Angebote zu be-

stimmen, für welche Merkmale der Offerten wie viele Punkte vergeben werden. Sämtliche zu 

vergebenden Punkte müssen von diesem Schema erfasst werden. Schliesslich ist aufgrund des 

Bewertungsschemas neu zu entscheiden.  

 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens können die sich stellenden Fragen in Bezug auf 

die Bewertungsmethode der Zuschlagskriterien 2 und 3 offen bleiben.  

 

7. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen und die Angelegenheit im Sinne der vor-

stehenden Erwägungen dem Beschwerdegegner zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 

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8.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu befinden. Diese sind dem 

Verfahrensausgang entsprechend zu verlegen; dabei ist festzuhalten, dass sich die Beigelade-

ne als Partei im Sinne von § 3 Abs. 1 lit. c VPO aktiv am Verfahren beteiligt hat. Gemäss dem 

Ausgang des Verfahrens werden die Verfahrenskosten nach § 20 Abs. 3 VPO den unterliegen-

den Parteien auferlegt. Das Kantonsgericht erachtet eine Aufteilung der Kosten zwischen dem 

Beschwerdegegner und der Beigeladenen im Verhältnis von drei Viertel zu einem Viertel als 

gerechtfertigt. Da der Vorinstanz nach § 20 Abs. 3 und 4 VPO keine Verfahrenskosten auferlegt 

werden können, sofern sie das Kantonsgericht nicht in Anspruch nimmt, wird dem Beschwerde-

gegner kein Verfahrenskostenanteil auferlegt. Der Verfahrenskostenanteil von einem Viertel 

und damit in der Höhe Fr. 350.-- wird der Beigeladenen auferlegt.  

 

8.2 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den 

Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 

Gegenpartei zugesprochen werden. Da die Beschwerdeführerin nicht anwaltlich vertreten war, 

sind die Parteikosten in Anwendung von § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen.  

  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Zuschlagsentscheid des Amts 

für Geoinformation vom 6. November 2017 aufgehoben und die Angele-

genheit zur Neubeurteilung der Angebote im Sinne der Erwägungen an 

das Amt für Geoinformation zurückgewiesen.  

   

 2. Der Beigeladenen wird ein Verfahrenskostenanteil in der Höhe von 

Fr. 350.-- auferlegt. 

 

Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- wird der 

Beschwerdeführerin zurückerstattet.  

   

 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.  

 

 

 

 

Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 
 
 

 

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