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**Case Identifier:** 84a8ee11-7245-59fa-a85f-ba738c17e133
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.08.2015 IV 2013/214
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-214_2015-08-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/214

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 28.05.2020

Entscheiddatum: 12.08.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 12.08.2015
Art. 28 IVG. Art. 43 ATSG. Beurteilung eines Rentengesuchs. Würdigung 
eines psychiatrischen Gutachtens. Ungenügende Abklärungen hinsichtlich 
der Validen- und der Invalidenkarriere (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 12. August 2015, IV 2013/214).

Entscheid Versicherungsgericht, 12.08.2015

Entscheid vom 12. August 2015

Besetzung

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2013/214

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Nico Gächter,

rohner thurnherr wiget & partner, Rosenbergstrasse 42b,

9000 St. Gallen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 14. Januar 2009 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe keinen Beruf erlernt, aber eine 

Anlehre als Hauswart absolviert. Seit Januar 2007 übe er diese Tätigkeit aus. Der 

Hausarzt Dr. med. B.___ gab am 19. Januar 2009 an (IV-act. 10), im November 2008 

sei ein Diabetes vom Typ I diagnostiziert worden. Aufgrund dieser Diagnose sei der 

Versicherte psychisch dekompensiert. Aktuell könne dem Versicherten die bisherige 

Tätigkeit halbtags mit voller Leistung zugemutet werden. Die Prognose sei vom 

psychischen Zustand abhängig. Die Arbeitgeberin des Versicherten berichtete am 

6. Februar 2009 (IV-act. 17), dass sie diesen seit dem 1. Februar 2008 als 

Reinigungsmitarbeiter beschäftige. Der Stundenlohn betrage 27.10 Franken. Aufgrund 

von Umstrukturierungen eines Kunden müsse das Arbeitspensum des Versicherten per 

1. März 2009 auf 50 Prozent reduziert werden. Am 27. Februar 2009 teilte sie 

telefonisch mit (IV-act. 21), dass sie das Gefühl habe, dem Versicherten sei alles egal. 

Letzte Woche habe sie dem Versicherten mitgeteilt, dass sie mit seinem Verhalten und 

seiner Leistung nicht zufrieden sei. Er habe sich nicht weiter dazu geäussert. Im 

Gespräch habe er sich gleichgültig verhalten und als Opfer seiner Krankheit betrachtet. 

Andere Arbeitnehmer, die ebenfalls an einem Diabetes litten, arbeiteten ohne 

Einschränkung, weshalb das Verhalten des Versicherten für die Arbeitgeberin nicht 

nachvollziehbar sei. Das Ärztehaus C.___ respektive die Dr. med. D.___ AG hatte am 

20. Februar 2009 berichtet (IV-act. 30), dass der Diabetes im Rahmen einer 

Hospitalisation aufgrund eines Harnweginfekts und einer Mykose im Penisbereich 

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festgestellt worden sei. Der Diabetes sei mittlerweile ordentlich eingestellt. Mittels einer 

Ernährungsberatung und einer regelmässigen sportlichen Aktivierung hätten 

Blutzuckerwerte erreicht werden können, die eine Bolusinsulingabe zu den Mahlzeiten 

erübrigt hätten. Der Versicherte habe angegeben, dass er aufgrund des Diabetes einen 

Druck im Kopf verspüre, aggressiv sei, Herzklopfen empfinde und dauernd schwitze, 

weshalb er nicht vollständig arbeiten könne. Seine Ehefrau habe ihm schon mit der 

Scheidung gedroht. Wenn er alleine in einem Raum sei, müsse er sich selbst 

verstümmeln, im Moment noch mit Knabbern an den Fingernägeln, manchmal aber 

auch mit Kratzen. Zudem habe er die Gedanken, dass er aus dem Fenster springen 

oder jemandem etwas antun müsse. Der Versicherte habe diese Gedanken im weiteren 

Gespräch wieder verharmlost, aber angegeben, schon vor Jahren einmal ähnliche 

Gedanken gehabt und sich infolgedessen in psychiatrische Behandlung begeben zu 

haben. Die von ihm angegebenen Symptome seien im Rahmen der psychosozialen 

Belastungssituation und nicht als Folge des Diabetes zu interpretieren. In Kürze dürfte 

deshalb wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit erreicht werden können. Die 

Klinik E.___ berichtete am 6. Juli 2009 (IV-act. 38), der Versicherte leide an einer 

leichtgradigen depressiven Episode mit einem somatischen Syndrom, an einer 

Anpassungsstörung mit einer gemischten Störung von Gefühlen und dem 

Sozialverhalten im Rahmen einer Eheproblematik inklusive Trennungsprocedere sowie 

an einem Diabetes mellitus vom Typ I. Der Versicherte sei vom 23. März bis zum 8. Mai 

2009 ambulant behandelt worden. Der Diabetes mellitus sei im November 2008 

anlässlich einer Hospitalisation infolge eines Koma diabeticum festgestellt worden. Im 

März 2009 habe sich der Zustand des Versicherten aufgrund einer Eheproblematik 

verschlechtert. Die vom Versicherten angegebene emotionale Unausgeglichenheit 

stehe in einem möglichen Zusammenhang mit dem Diabetes. Die subjektiven Angaben 

stimmten jedenfalls mit den objektiven Befunden recht gut überein. Der Versicherte sei 

nicht mehr in der Lage, Arbeiten auszuführen, bei denen er eine Verantwortung tragen 

müsse, vermehrtem Stress ausgesetzt sei oder sich schnell an wechselnde Situationen 

anpassen müsse. Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent für 

leidensadaptierte Tätigkeiten. Die Prognose sei gut und eine Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit nach einer erfolgreichen Wiedereingliederung sei durchaus möglich.

A.b  Die IV-Stelle erhielt im Dezember 2009 ein im Auftrag der zuständigen 

Krankentaggeldversicherung erstelltes psychiatrisches Gutachten. Der 

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Sachverständige Dr. med. F.___ hatte darin ausgeführt (Fremdakten), der Versicherte 

leide an einer Anpassungsstörung mit einer Beeinträchtigung psychischer Funktionen, 

an einem Diabetes mellitus vom Typ I sowie an einer aktuell noch nicht 

rekompensierten, wahrscheinlich vorbestehenden emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typus. Bis Mitte Januar 2010 könne dem 

Versicherten die Wiederaufnahme seiner früheren Tätigkeit im Reinigungsdienst nicht 

zugemutet werden. Ab Mitte Januar 2010 dürfte der Versicherte wiederum zu 50 

Prozent arbeitsfähig sein. Die Klinik E.___ berichtete am 7. Juni 2010 (IV-act. 57), der 

Versicherte leide gegenwärtig an einer schweren depressiven Episode mit einem 

organischen Syndrom, an einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver 

Reaktion gemischt sowie verdachtsweise an einer unreifen Persönlichkeitsstörung. 

Aufgrund der schweren depressiven Symptomatik sei er weiterhin vollständig 

arbeitsunfähig. Er benötige dringend ein Arbeitstraining in einem geschützten Rahmen. 

Die IV-Stelle plante daraufhin, ein dreimonatiges Arbeitstraining durchzuführen, was der 

Versicherte allerdings kategorisch ablehnte (IV-act. 70). Am 22. Oktober 2010 teilte die 

Rechtsvertreterin des Versicherten mit, dass ein Missverständnis vorgelegen habe und 

der Versicherte bereit sei, ein Arbeitstraining zu absolvieren (IV-act. 73). In der Folge 

leitete die IV-Stelle ein Arbeitstraining für die Dauer vom 1. Februar 2011 bis zum 

30. April 2011 in die Wege (IV-act. 85). Der Eingliederungsbetrieb berichtete am 2. Mai 

2011 (IV-act. 92), die dreimonatige berufliche Abklärung habe zu keiner Integration in 

Richtung der freien Wirtschaft führen können, da der Versicherte oft gesundheitliche 

Störungen gezeigt habe. Aktuell sei er auf einen geschützten Rahmen angewiesen. Die 

Leistung habe etwa 20–30 Prozent betragen. Der Versicherte wünschte keine 

Verlängerung des Arbeitstrainings (IV-act. 94). Am 24. Juni 2011 berichtete die Klinik 

E.___, der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich nicht verändert (IV-act. 97).

A.c  Am 27. Juli 2011 erhielt die IV-Stelle einen Informationsbericht der Stadtpolizei 

St. Gallen (IV-act. 99). Die Bericht erstattenden Polizisten hatten festgehalten, sie seien 

vom Versicherten beim Vorbeifahren mittels Gesten um Hilfe gerufen worden. Dieser 

habe sich dann darüber beschwert, dass die Parkplätze, die er für seinen 

Occasionsautohandel gemietet habe, immer wieder von Besuchern des nahegelegenen 

Einkaufszentrums missbraucht würden. Da der Versicherte angegeben habe, einen 

Occasionshandel zu betreiben, und sich im Gespräch auch ergeben habe, dass er sich 

zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung angemeldet habe, sei die IV-Stelle 

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kontaktiert worden. Nach der Kenntnisnahme dieses Berichtes empfahl Dr. med. G.___ 

vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) eine psychiatrische Begutachtung 

(IV-act. 100). Am 8. August 2011 beauftragte die IV-Stelle die Psychiaterin 

med. pract. H.___ mit der Erstellung eines solchen Gutachtens (IV-act. 103). Diese 

erstattete das Gutachten am 16. Januar 2012 (IV-act. 107). Sie führte aus, der 

Versicherte habe unter anderem angegeben, seit drei Jahren kein Auto mehr zu 

besitzen. Sein Freund besitze eine Autovermietung mit etwa 50 Fahrzeugen. 

Unvermittelt habe der Versicherte der Sachverständigen das Angebot gemacht, ein 

Auto für 39 Franken pro Tag oder 339 Franken pro Monat zu mieten. Auf eine 

Nachfrage hin habe er erklärt, die Autovermietung gehöre nicht ihm, sondern seinem 

Freund. Dieser beschäftige zwei Mitarbeiter und habe keine Arbeit für ihn. Danach habe 

die Sachverständige den Versicherten mit der polizeilichen Anzeige konfrontiert, 

woraufhin dieser erklärt habe, er sei falsch verstanden worden, denn er besitze keine 

eigene Autofirma. Die Angaben des Versicherten zu seinem Gesundheitszustand seien 

teilweise widersprüchlich und inkonsistent gewesen. Insgesamt sei der Eindruck von 

einer über blosse Verdeutlichungstendenzen hinausgehenden Aggravation entstanden. 

Eine neuropsychologische Testung habe leichte bis mittelgradige kognitive Störungen 

ergeben. Bei der Schilderung der Lebensgeschichte und speziell der sozialen 

Anamnese sei der Eindruck einer deutlichen Akzentuierung der Persönlichkeit in Form 

emotional instabiler (impulsiver Typus) und unreifer Züge entstanden. Auf der 

psychischen und sozialen Funktionsebene hätten eine leicht verminderte Stress- und 

Frustrationstoleranz, geringfügig eingeschränkte soziale Kompetenzen sowie gewisse 

kognitive Einschränkungen festgestellt werden können. Diagnostisch lägen eine 

rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichter depressiver Episode und 

allenfalls zeitweilig mittelgradiger Episode sowie – ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit – eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und 

unreifen Zügen vor. Der Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht höchstens zu 20–30 

Prozent in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Unter einer adäquaten psychiatrisch-

psychotherapeutischen Behandlung sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu 

erwarten. Retrospektiv sei davon auszugehen, dass nur während der akuten 

Krankheitsphasen eine psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20–30 

Prozent vorgelegen habe. Diese Phasen hätten jeweils bloss einige Monate gedauert. 

Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte allgemein für leidensadaptierte Tätigkeiten, also 

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Tätigkeiten ohne besonders hohe Anforderungen an die Stress- und 

Frustrationstoleranz, die emotionale Belastbarkeit und die sozialen Kompetenzen sowie 

ohne erhöhte Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit. Ein geschützter Rahmen 

sei mit Sicherheit nicht erforderlich. Die RAD-Ärztin Dr. G.___ erachtete das Gutachten 

als beweiskräftig (IV-act. 110).

A.d  Die Rechtsvertreterin des Versicherten beanstandete am 1. März 2012 (IV-

act. 114), dass sie über wichtige Verfahrensschritte nicht informiert worden sei und 

diverse Schreiben der IV-Stelle an ihren Bürokollegen adressiert gewesen seien. Unter 

anderem habe sie den von der psychiatrischen Sachverständigen zu beantwortenden 

Fragenkatalog nicht erhalten und keine Möglichkeit gehabt, Ergänzungsfragen zu 

stellen beziehungsweise sich zum Fragenkatalog zu äussern. Die Begutachtung müsse 

deshalb wiederholt werden, wobei eine nicht vorbefasste Stelle damit zu beauftragen 

sei. Eventualiter müsse ihr die Möglichkeit eingeräumt werden, Ergänzungsfragen zu 

stellen. Auf eine Rückfrage der IV-Stelle hin führte Frau H.___ am 15. April 2012 aus (IV-

act. 125), der Versicherte sei vom Juli 2009 bis zum Juni 2010 zu 50 Prozent 

arbeitsunfähig gewesen. Ab Juni 2010 habe überwiegend wahrscheinlich lediglich noch 

eine Arbeitsunfähigkeit von 20–30 Prozent bestanden. Der neue Rechtsvertreter des 

Versicherten teilte der IV-Stelle am 21. Mai 2012 mit (IV-act. 127), dass nicht auf das 

Gutachten von Frau H.___ abgestellt werden könne, weil dem Versicherten vorgängig 

keine Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt worden sei und weil sich die 

psychiatrische Sachverständige vom aktenwidrigen Polizeibericht habe leiten lassen. 

Die Stadtpolizei habe die Aussagen des Versicherten falsch protokolliert und sich nicht 

einmal die Mühe gemacht, die Aussagen zu verifizieren. Wäre sie ihrer Pflicht 

nachgekommen, hätte sie ohne Weiteres herausgefunden, dass nicht der Versicherte, 

sondern ein Dritter die fraglichen Parkplätze für den Occasionshandel angemietet habe. 

Dem Versicherten müsse nun ein Arbeitstraining mit einem Pensum von 50 Prozent 

angeboten werden. Sollte die IV-Stelle diesem Begehren nicht folgen, sei eine 

rechtsmittelfähige Verfügung zu erlassen. Seiner Eingabe legte der Rechtsvertreter des 

Versicherten einen Mietvertrag betreffend drei Parkplätze, lautend auf I.___, bei.

A.e  Mit einem Vorbescheid vom 26. Juli 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit 

(IV-act. 131), dass sie die Abweisung seines Rentengesuchs vorsehe. Aus 

medizinischer Sicht sei er zu mindestens 75 Prozent arbeitsfähig. Angesichts eines 

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Valideneinkommens von 54’338 Franken und eines zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommens von 42’791 Franken ergebe sich ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 21 Prozent. Dagegen liess der Versicherte am 21. September 2012 

einwenden (IV-act. 132), dass er nach wie vor an beruflichen Massnahmen interessiert 

sei und daher die Gewährung solcher Massnahmen oder den Erlass einer formellen 

Verfügung verlange. Augenscheinlich könne die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

angelernter Hauswart nicht als leidensadaptiert qualifiziert werden. Weiter sei nicht 

nachvollziehbar, weshalb die IV-Stelle von einerArbeitsfähigkeit von 75 Prozent ab Juni 

2010 ausgehe. Auf das Gutachten von Frau H.___ könne nicht abgestellt werden, da 

dem Versicherten vorgängig keine Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt worden 

sei und Frau H.___ massgebend auf den Bericht der Stadtpolizei abgestellt habe, der 

wahrheitswidrige Aussagen enthalte. Die Klinik E.___ habe in einem Bericht vom 

27. April 2012 den Gesundheitszustand des Versicherten beschrieben. Aus dem 

Bericht gehe hervor, dass das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit weit grösser als von der 

IV-Stelle gestützt auf den nicht verwertbaren Bericht „vermutet“ sei. Für 

leidensadaptierte Tätigkeiten betrage der Arbeitsunfähigkeitsgrad mindestens 

50 Prozent, womit der Versicherte einen Anspruch auf eine ganze, auf eine Dreiviertels- 

oder auf eine halbe Rente habe. Die Klinik E.___ hatte am 27. April 2012 berichtet, der 

Versicherte leide an einer schweren depressiven Episode. Eine therapeutische Basis 

habe erst nach einem Monat Rehabilitationsprogramm aufgebaut werden können. 

Aufgrund der schweren depressiven Symptomatik sei der Versicherte nicht mehr 

arbeitsfähig. Er benötige dringend ein mindestens dreimonatiges Arbeitstraining im 

geschützten Rahmen. Die RAD-Ärztin Dr. G.___ erachtete das Gutachten von Frau 

H.___ trotz der Einwände des Versicherten nach wie vor als beweiskräftig (IV-act. 136). 

Eine Eingliederungsberaterin der IV-Stelle hielt fest (IV-act. 135), dass die zuletzt 

ausgeübte Tätigkeit gemäss den Angaben im Arbeitgeberbericht vom 6. Februar 2006 

als leidensadaptiert qualifiziert werden könne. Zudem listete sie mehrere Tätigkeiten 

auf, die der Versicherte ausüben könnte. Am 8. April 2013 wies die IV-Stelle das 

Rentengesuch des Versicherten ab (IV-act. 139).

B.    

B.a  Am 10. Mai 2013 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. April 2013 erheben (act. G 1). Sein 

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Rechtsvertreter beantragte die Zusprache einer ganzen Rente und eventualiter die 

Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur 

Durchführung ergänzender medizinischer und beruflicher Abklärungen. Zur 

Begründung führte er aus, die retrospektive Arbeitsfähigkeitsschätzung von Frau H.___ 

widerspreche sämtlichen übrigen medizinischen Berichten. Selbst der RAD habe im 

August 2010 noch eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Auf das Gutachten 

von Frau H.___ könne aber ohnehin nicht abgestellt werden, weil dem 

Beschwerdeführer keine vorgängige Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt 

worden sei und weil sich die Sachverständige vom tatsachenwidrigen Bericht der 

Stadtpolizei habe beeinflussen lassen. Das Arbeitstraining habe das tiefe 

Restleistungsniveau des Beschwerdeführers belegt. Die frühere Tätigkeit könne diesem 

jedenfalls nicht mehr zugemutet werden. Wie die Beschwerdegegnerin das 

Invalideneinkommen berechnet habe, könne nicht nachvollzogen werden.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 19. Juni 2013 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie aus, dass das Gutachten von Frau 

H.___ nicht bereits deshalb unbeachtlich sei, weil dem Beschwerdeführer vorgängig 

keine Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt worden sei. Die damalige 

Rechtsvertreterin habe die Möglichkeit zur Stellung von Ergänzungsfragen verlangt. 

Diesem Begehren hätte entsprochen werden müssen. Anschliessend habe aber der 

neue Rechtsvertreter seine Vertretung angezeigt. Dieser habe keine Ergänzungsfragen 

mehr stellen wollen, folglich also konkludent auf dieses Recht verzichtet. Wenn er nun 

geltend mache, aus diesem Grund könne nicht auf das Gutachten abgestellt werden, 

verhalte er sich rechtsmissbräuchlich. Der Mangel sei als geheilt zu betrachten. Der 

Bericht der Stadtpolizei sei vorliegend irrelevant. Ob der Beschwerdeführer mit 

Occasionsautos handle, beeinflusse die Berechnung des Invaliditätsgrades nicht. 

Vorliegend seien keine Gründe ersichtlich, weshalb für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit nicht auf das Gutachten von Frau H.___ abgestellt werden könnte. 

Rechtsprechungsgemäss sei zudem zu beachten, dass leichte depressive Störungen 

keine Invalidität bewirken könnten. Selbst wenn man auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

von Frau H.___ abstellte, betrüge der Arbeitsunfähigkeitsgrad bloss 25 Prozent, was 

keinen Rentenanspruch auslösen könne. Berufliche Massnahmen bildeten nicht 

Gegenstand der angefochtenen Verfügung, weshalb sie auch nicht Gegenstand des 

Beschwerdeverfahrens bilden könnten. Der Beschwerdeführer könne sich für berufliche 

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Massnahmen bei der Beschwerdegegnerin anmelden, falls er wirklich daran interessiert 

sei.

B.c  Der Beschwerdeführer liess am 29. August 2013 an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 9). Sein Rechtsvertreter wies daraufhin, dass sich der Beschwerdeführer am 

3. Juni 2013 einer Phimosenoperation habe unterziehen müssen, womit Arbeiten, bei 

denen sich der Beschwerdeführer die Hände schmutzig machen würde, nun definitiv 

nicht mehr zumutbar seien. Der Hinweis auf den Anwaltswechsel könne das 

Versäumnis der Beschwerdegegnerin bei der Einholung des Gutachtens nicht ernsthaft 

erklären. Selbstverständlich habe die Forderung, wenigstens Ergänzungsfragen stellen 

zu können, auch nach dem Anwaltswechsel weiterhin Gültigkeit gehabt. Der haltlose 

Vorwurf, der Beschwerdeführer habe einen Occasionshandel betrieben, müsse definitiv 

ausgeräumt werden, bevor der Invaliditätsgrad objektiv berechnet werden könne, 

zumal sich auch die psychiatrische Sachverständige von den wahrheitswidrigen 

Angaben im Bericht der Stadtpolizei habe beeinflussen lassen.

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik. Am 18. Februar 2014 reichte 

der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen aktuellen Medikamentenplan und ein 

aktuelles Insulinspritzschema ein (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin nahm keine 

Stellung dazu.

Erwägungen:

1.     

Mit der angefochtenen Verfügung vom 8. April 2013 hat die Beschwerdegegnerin das 

Rentenbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen. Obwohl der Beschwerdeführer 

vor dem Erlass dieser Verfügung mehrfach um die Durchführung eines Arbeitstrainings 

oder um eine Abweisung dieses Begehrens in Form einer anfechtbaren Verfügung hatte 

ersuchen lassen, hat die Beschwerdegegnerin weder ein Arbeitstraining in die Wege 

geleitet noch das entsprechende Begehren verfügungsweise abgewiesen. 

Diesbezüglich fehlt es also an einem Anfechtungsgegenstand. Der Gegenstand dieses 

Beschwerdeverfahrens muss sich daher auf den Gegenstand der Verfügung vom 

8. April 2013, das heisst auf das Rentenbegehren des Beschwerdeführers, 

beschränken. Da die Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung grundsätzlich 

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die Erfüllung der Eingliederungspflicht voraussetzt („Eingliederung vor Rente“; vgl. Ueli 

Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Vorbemerkungen N 47), würde dieser 

Verfahrensgegenstand gegebenenfalls auch jene beruflichen Massnahmen 

einschliessen, die im Sinne der Eingliederungspflicht durchgeführt werden müssten, 

wenn die gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse nach der Auffassung des 

Versicherungsgerichtes 40 Prozent oder mehr betragen würde.

2.     

Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 

Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 Prozent invalid ist, hat einen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die Bemessung der Invalidität einer 

erwerbstätigen Person wird das Erwerbseinkommen, das sie nach dem Eintritt der 

Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zum Erwerbseinkommen gesetzt, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 16 ATSG).

3.     

3.1   Der Beschwerdeführer leidet an einem Diabetes mellitus Typ I, an einer 

depressiven Störung und verdachtsweise an auffälligen Persönlichkeitszügen oder an 

einer Persönlichkeitsstörung. Hinsichtlich des Diabetes mellitus ist der 

Beschwerdeführer mittlerweile darauf angewiesen, sich regelmässig Insulin zu injizieren 

(vgl. act. G 9.1). Im Februar 2009 hatte eine regelmässige sportliche Betätigung und die 

Einhaltung der Empfehlungen eines Ernährungsberaters noch ausgereicht, um die 

Blutzuckerwerte im Zielbereich zu halten (vgl. IV-act. 30). Die Vermutung des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, angesichts der regelmässigen 

Insulininjektionen habe eine tadellose Hygiene an Bedeutung gewonnen, dürfte wohl 

zutreffen, denn die RAD-Ärztin Dr. G.___ hat bereits im Januar 2012 darauf 

hingewiesen, dass Tätigkeiten mit erheblichen Verschmutzungen der Hände aufgrund 

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der regelmässigen Insulingaben vermieden werden sollten (vgl. IV-act. 110). Folglich 

schränkt der Diabetes mellitus das Spektrum der zumutbaren Tätigkeiten ein. 

Unbestrittenermassen hat er dagegen keine quantitativen Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zur Folge. Die von der Klinik E.___ im Juli 2009 

geäusserte Vermutung, die emotionale Unausgeglichenheit könne allenfalls auf den 

Diabetes mellitus zurückgeführt werden (vgl. IV-act. 38), hat sich mittlerweile aus 

medizinischer Sicht wohl als unzutreffend erwiesen; sie ist jedenfalls nicht mehr 

erwähnt worden. In den späteren Berichten ist die emotionale Unausgeglichenheit 

durchwegs mit einer psychiatrischen Problematik erklärt worden. Die Psychiater gehen 

– mit Ausnahme des Vertrauensarztes Dr. F.___ – davon aus, dass der 

Beschwerdeführer an einer rezidivierenden depressiven Störung leidet. Die Fachärzte 

der behandelnden Klinik E.___ haben ab Juni 2010 durchgehend eine schwere 

depressive Episode im Rahmen dieser rezidivierenden Störung diagnostiziert (vgl. IV-

act. 132-7, 97, 67 und 60); im Juli 2009 hatten sie noch eine leichte depressive Episode 

diagnostiziert (vgl. IV-act. 38). Der Vertrauensarzt der Krankentaggeldversicherung hat 

im Rahmen seiner Untersuchung im September 2009 keine depressive Störung, 

sondern vielmehr eine Anpassungsstörung festgestellt und festgehalten, die – von ihm 

bestätigte – vollständige Arbeitsunfähigkeit sei bloss vorübergehender Natur. Ab 

Januar 2010 könne der Beschwerdeführer wieder eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 

50 Prozent aufnehmen. Die psychiatrische Sachverständige hat für die Zeit ab Juni 

2010 beziehungsweise spätestens ab dem Untersuchungsdatum im September 2011 

eine leichte depressive Episode diagnostiziert und dieser lediglich geringfügige 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, nämlich eine Einschränkung von 20–30 Prozent, 

zugemessen (vgl. IV-act. 107). Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung ist erstmals 

von den Ärzten der Klinik E.___ im Juni 2010 gestellt worden (vgl. IV-act. 60). Auch der 

Vertrauensarzt der Krankentaggeldversicherung hat diese Diagnose gestellt (vgl. 

Fremdakten). Die psychiatrische Sachverständige hat das Vorliegen einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung ebenfalls bestätigt (vgl. IV-act. 107) und wie bereits der 

Vertrauensarzt der Krankentaggeldversicherung darauf hingewiesen, dass diverse 

Beziehungsbrüche in der Kindheit des Beschwerdeführers diese Störung wohl 

wesentlich begünstigt hätten. Soweit dies durch einen medizinischen Laien anhand der 

psychiatrischen Berichte überhaupt beurteilt werden kann, scheint die 

Persönlichkeitsstörung an sich die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht zu 

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beeinträchtigen, denn die psychiatrische Sachverständige hat dieser Diagnose keine 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugebilligt (vgl. IV-act. 107–15). Jedenfalls ist 

angesichts der übereinstimmenden Ausführungen der Fachärzte hinsichtlich der 

Persönlichkeitsstörung mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Persönlichkeitsstörung die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers nicht beeinträchtigt, aber das in verschiedenen Aktenstücken 

beschriebene, infantil anmutende Verhalten und die aggravatorischen Tendenzen des 

Beschwerdeführers teilweise erklärt.

3.2   Eine entscheidende Bedeutung kommt vor diesem Hintergrund der Frage zu, wie 

schwer die depressive Störung, an der der Beschwerdeführer überwiegend 

wahrscheinlich leidet, ausgeprägt ist. Die psychiatrische Sachverständige Frau H.___ 

hat festgehalten, zu Beginn des Jahres 2009 sei von den behandelnden Psychiatern 

eine schwere depressive Störung diagnostiziert worden, die unter einer ambulanten 

psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung innerhalb weniger Monate 

weitestgehend remittiert sei. Bei der vertrauensärztlichen Untersuchung im September 

2009 hätten nämlich bloss noch Symptome einer Anpassungsstörung vorgelegen. Eine 

im Februar 2010 diagnostizierte schwere depressive Episode habe ebenfalls im 

Rahmen einer ambulanten psychosomatischen Rehabilitation gebessert werden 

können, denn in der aktuellen Untersuchung im September 2011 hätten bloss noch 

leichte bis allenfalls zeitweilig mittelgradige depressive Symptome festgestellt werden 

können. Im Juni 2011 sei zwar von den Ärzten der Klinik E.___ noch eine 

schwergradige depressive Episode diagnostiziert worden, doch lasse sich diese 

Diagnose anhand der im entsprechenden Bericht beschriebenen Befunde nicht 

nachvollziehen. Zudem habe der Beschwerdeführer im Rahmen des Arbeitstrainings im 

Frühjahr 2011 ein optimistisches, lustiges Verhalten an den Tag gelegt, was im 

Widerspruch zu einer schwergradigen depressiven Episode stehe. In der aktuellen 

Untersuchung sei der objektive Befund weitgehend unauffällig gewesen. Der 

Beschwerdeführer sei altersentsprechend, adäquat gepflegt und zu Beginn 

zurückhaltend, kontrollierend und etwas angespannt gewesen, habe sich im Verlauf der 

Untersuchung aber recht entspannt, sei freundlich, gar zutraulich und dabei auch 

etwas distanzgemindert gewesen. Die psychiatrische Sachverständige habe keine 

Kratzspuren um Gesicht oder an den Armen feststellen können, wie sie in den Akten 

beschrieben worden seien. Der Beschwerdeführer habe lebendig gewirkt und mit 

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lauter, gut modulierter Stimme gesprochen. Die Beschwerdeschilderungen und die 

Schilderungen zum Tagesablauf seien teilweise inkonsistent und widersprüchlich 

gewesen und es habe sich eine Diskrepanz zwischen den geschilderten Beschwerden 

und den wenigen zu beobachtenden psychischen Symptomen ergeben. Der 

Beschwerdeführer habe seine Beschwerden nicht bloss verdeutlicht, sondern den 

Eindruck einer Aggravation erweckt. Er sei bewusstseinsklar und allseits orientiert 

gewesen. Über weite Strecken sei er ausgeglichen gewesen, kurzzeitig sei die 

Grundstimmung aber etwas herabgesetzt und vor allem gereizt gewesen. Der Affekt sei 

angepasst, aber teilweise etwas labil gewesen. Der Antrieb sei regelrecht gewesen. Der 

formale Gedankengang sei geordnet gewesen und die kognitiven Fähigkeiten seien als 

knapp durchschnittlich erschienen. Die neuropsychologische Testung habe nur leichte 

bis mittelgradige kognitive Störungen ergeben. Diese Befundschilderung überzeugt. 

Sie entspricht den von den Verantwortlichen des Einsatzbetriebes für das 

Arbeitstraining und von den Neuropsychologen, die den Beschwerdeführer separat 

untersucht haben, beschriebenen Eindrücken vom Verhalten des Beschwerdeführers. 

Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die psychiatrische Sachverständige den 

objektiven Befund nicht umfassend oder nicht sorgfältig erhoben hätte. Sie hat auch 

sämtliche relevanten Akten studiert und einlässlich Stellung zu den früheren 

fachärztlichen Berichten genommen. Ihre retrospektive Verlaufsschilderung lässt sich 

gut mit den Vorakten vereinbaren und erscheint daher als plausibel. Die gestützt auf 

diese umfassende Datenlage (objektive Befunde und Aktenstudium) gezogenen 

Schlussfolgerungen leuchten ein. Insofern überzeugt das Gutachten von Frau H.___. 

Auch die RAD-Ärztin Dr. G.___ hat es als nachvollziehbar und aussagekräftig beurteilt. 

Die Berichte der Klinik E.___ wecken aus den folgenden Gründen keine berechtigten 

Zweifel an der Beweiskraft des Gutachtens: Auffällig ist zunächst der erhebliche 

Widerspruch zum Bericht des Arbeitstrainings, das in einem Zeitraum stattgefunden 

hat, in dem der Beschwerdeführer laut den Ärzten der Klinik E.___ schwer depressiv 

und vollständig arbeitsunfähig gewesen sein soll. Zwar hat der Beschwerdeführer keine 

nennenswerte Leistung erbracht, doch haben die Verantwortlichen des 

Einsatzbetriebes die schwache Leistung nicht bloss auf gesundheitliche Beschwerden, 

sondern auch auf eine mangelnde Motivation zurückgeführt. Sie haben den 

Beschwerdeführer weiter in seinem Verhalten als weitgehend unauffällig in Bezug auf 

depressionstypische Symptome beschrieben, was gegen eine schwergradig 

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ausgeprägte depressive Störung spricht. Der Schlussbericht des Arbeitstrainings lässt 

also zumindest am Bericht der Klinik E.___ vom Juni 2011 erhebliche Zweifel 

aufkommen. Die Berichte der Klinik E.___ sind zudem teilweise in sich widersprüchlich, 

da erhebliche Verbesserungen des Gesundheitszustandes im Rahmen der jeweiligen 

mehrwöchigen Behandlungen beschrieben, aber dennoch auch für die Zukunft eine 

anhaltende schwere depressive Störung und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert werden. Die in den Berichten der Klinik E.___ beschriebenen Befunde 

vermögen das diagnostizierte Ausmass der depressiven Störung auch nicht 

überzeugend zu plausibilisieren. Dafür erscheinen sie als zu wenig schwerwiegend. 

Weiter lässt sich den Berichten auch nicht entnehmen, ob die Ärzte den 

objektivierbaren Befunden hinreichend Beachtung geschenkt oder mehrheitlich bloss 

auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abgestellt haben. Auch die Frage, 

ob die Ärzte die Aggravation bemerkt und berücksichtigt haben, lässt sich anhand der 

Berichte nicht beantworten. Die behandelnden Ärzte haben sich mit dem Gutachten 

von Frau H.___ nicht auseinander gesetzt, obwohl sie später nochmals einen Bericht 

erstattet haben (IV-act. 132–7 ff.), weshalb es diesbezüglich an einer Begründung der 

deutlich pessimistischeren Beurteilung fehlt. Die psychiatrische Sachverständige hat 

sich dagegen eingehend mit den Berichten der Klinik E.___ auseinander gesetzt und 

nachvollziehbar dargelegt, weshalb sie zu anderen Schlussfolgerungen gelangt war. 

Die Neuropsychologen haben zwar in ihrem Teilgutachten vom 9. Januar 2012 (IV-

act. 107–24 ff.) leichte bis mittelschwere kognitive Störungen beschrieben, diese 

Testergebnisse als valide beurteilt und festgehalten, die Befunde seien mit der 

psychiatrischen Erkrankung – der depressiven Störung und den infantilen 

Persönlichkeitszügen – vereinbar. Damit haben sie aber nicht bereits eine schwergradig 

ausgeprägte depressive Störung objektiviert. Sie haben nämlich festgehalten, dass die 

in der Kindheit bestandenen schulischen Schwierigkeiten Teilleistungsstörungen 

vermuten liessen und auch ein niedriges prämorbides Niveau in Betracht gezogen 

werden müsse, was bedeutet, dass ein relevanter Teil der erhobenen Befunde auch 

ohne die depressive Störung hätte festgestellt werden können. Zudem haben die 

Sachverständigen festgehalten, dass die in den Akten beschriebene starke 

Verminderung der Leistungsfähigkeit im geschützten Betrieb aufgrund der vorliegenden 

neuropsychologischen Resultate nicht hinreichend erklärbar sei. Sie dürfte mehrheitlich 

psychiatrisch begründet und allenfalls durch Missverständnisse zwischen dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

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Beschwerdeführer und den Vorgesetzten verstärkt gewesen sein. Diese Feststellung 

relativiert die Schwere der von den neuropsychologischen Sachverständigen 

festgestellten kognitiven Störungen deutlich respektive lässt darauf schliessen, dass 

diese Störungen sich nicht erheblich auf kognitiv wenig anforderungsreiche Tätigkeiten 

auswirken dürften. Die psychiatrische Sachverständige hat diese 

neuropsychologischen Befunde bei ihrer Beurteilung berücksichtigt und festgehalten, 

dass „bei den gutachterlichen Untersuchungen im September 2011 (psychiatrische 

Exploration) beziehungsweise auch im November und Dezember 2011 

(neuropsychologische Testung) (…) bloss eine leichte bis allenfalls zeitweilig 

mittelgradige depressive Symptomatik festgestellt“ worden sei (IV-act. 107–20). Sie hat 

also die leichten bis mittelschweren kognitiven Störungen als Ausdruck einer leichten 

bis mittelschweren depressiven Störung qualifiziert. Aus ihrer Sicht haben diese 

Störungen die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für einfachere Tätigkeiten bloss 

zu 20–30 Prozent reduziert, denn sie hat der Persönlichkeitsstörung mit einer 

überzeugenden Begründung bloss mögliche qualitative Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit zugebilligt (IV-act. 107–19).

3.3   Der Beschwerdeführer lässt allerdings geltend machen, auf das Gutachten von 

Frau H.___ dürfe deshalb nicht abgestellt werden, weil ihm vorgängig die mit dem BGE 

137 V 210 eingeführten Parteirechte nicht gewährt worden seien und weil sich Frau 

H.___ von einem tatsachenwidrigen Bericht der Stadtpolizei habe beeinflussen lassen.

3.3.1  Das Bundesgericht hat mit dem BGE 137 V 210 seine Rechtsprechung zu den 

Parteirechten der Versicherten im Zusammenhang mit der Einholung eines 

versicherungsexternen Gutachtens grundlegend geändert, indem es den Versicherten 

neu umfassende Partizipationsrechte eingeräumt und den Entscheid des 

Sozialversicherungsträgers, ein bestimmtes Gutachten einzuholen, als anfechtbare 

Zwischenverfügung qualifiziert hat. Dieser Entscheid ist etwas mehr als einen Monat 

vor der Erteilung des Gutachtensauftrages an Frau H.___ ergangen, weshalb die 

Beschwerdegegnerin rechtsprechungsgemäss gehalten gewesen wäre, mit dem 

Beschwerdeführer einen Konsens bezüglich der Wahl des oder der Sachverständigen 

zu finden, dem Beschwerdeführer vorab ihre Fragen zur Kenntnis- und Stellungnahme 

zuzustellen und diesem die Gelegenheit zu geben, Ergänzungsfragen zu stellen. Die 

Beschwerdegegnerin hat dies versäumt. Sie hat die Wahl der Sachverständigen alleine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

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getroffen, dem Beschwerdeführer keine Möglichkeit gewährt, Stellung zu ihrem 

Fragenkatalog zu nehmen, und ihm keine Gelegenheit gegeben, eigene Fragen zu 

stellen. Der bereits damals anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat sich in der 

Folge allerdings ohne Beanstandungen der Begutachtung unterzogen, obwohl seine 

Rechtsvertreterin beziehungsweise – wohl aus Versehen – ihr Büropartner rechtzeitig, 

nämlich am 9. August 2011 (IV-act. 101), über die bevorstehende Begutachtung 

informiert worden war und folglich die Gelegenheit gehabt hätte, vor der Begutachtung 

auf der Einhaltung der bundesgerichtlichen Vorgaben zu bestehen. Die versehentliche 

Adressierung des Schreibens vom 9. August 2011 an den Büropartner der damaligen 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ändert daran nichts, denn es kann nicht 

angenommen werden, das Schreiben sei kanzleiintern nicht an die zuständige Anwältin 

gelangt. Wenn die Beschwerdegegnerin Anfang August 2011 um die neue 

Rechtsprechung hat wissen müssen, hat auch die damalige Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers darum wissen müssen. Folglich hätte diese umgehend reagieren 

und das „veraltete“ Vorgehen der Beschwerdeführerin rechtzeitig rügen müssen. Dies 

hat die Rechtsvertreterin aber nicht getan. Vielmehr hat sie über ein halbes Jahr 

zugewartet und dann – nach dem Eingang des fertig erstellten Gutachtens – unter 

Hinweis auf das verfahrensrechtlich falsche Vorgehen eine Neubegutachtung verlangt. 

Dieses Verhalten ist als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren, weil die Rechtsvertreterin 

des Beschwerdeführers den falschen Verfahrensablauf rechtzeitig hätte verhindern 

können, statt stillschweigend zuzuwarten und erst nachträglich eine Korrektur zu 

verlangen.

3.3.2  Die psychiatrische Sachverständige hat zwar auftragsgemäss Kenntnis vom 

Bericht der Stadtpolizei St. Gallen genommen, diesem aber ganz offenkundig nicht die 

Bedeutung zugemessen, die der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers immer wieder 

behauptet hat. Sie hat ihre Schlussfolgerungen und insbesondere ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht mit den im Bericht wiedergegebenen Aussagen, 

sondern mit den von ihr erhobenen Befunden und den von ihr aus den Akten 

gewonnenen Erkenntnissen begründet. Ihre Ausführungen enthalten keine 

Anhaltspunkte dafür, dass sie sich vom Bericht der Stadtpolizei in irgendeiner Art hätte 

beeinflussen lassen. Auch wenn die Aussagen im Bericht der Stadtpolizei sich als 

unzutreffend erweisen sollten, hätte dies nicht zur Folge, dass dem Gutachten von Frau 

H.___ der Boden entzogen würde. Der Bericht hat im Gutachten einen so geringen 

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Stellenwert, dass das Gutachten wenn überhaupt nur marginal vom möglicherweise 

zweifelhaften Wahrheitsgehalt des darin Festgehaltenen betroffen ist.

3.3.3  Die Vorbringen des Beschwerdeführers lassen also keine Zweifel an der 

Zuverlässigkeit des Gutachtens aufkommen. Da auch die übrigen Berichte keine 

Anhaltspunkte enthalten, die gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprächen, und 

da das Gutachten in sich zu überzeugen vermag, ist für die Berechnung des 

Invaliditätsgrades darauf abzustellen, das heisst in medizinischer Hinsicht davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich retrospektiv seit 

Juni 2010 leidensadaptierte Tätigkeiten mit einer Leistung von 70–80 Prozent ausüben 

kann und dass er vor Juni 2010 bloss während zweier, jeweils höchstens wenige 

Monate dauernder Phasen stärker in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewesen ist 

(vgl. IV-act. 107–19 und IV-act. 125).

4.     

Der Beschwerdeführer hat vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung im 

November 2008 während Jahren bei der J.___ AG bzw. bei der K.___ AG gearbeitet, 

anschliessend eine Anlehre zum Hauswart absolviert und zuletzt als Leiter einer 

Reinigungsequipe gearbeitet. In dieser letzten Tätigkeit hat er trotz einer für einen 

Hilfsarbeiter hohen Verantwortung lediglich 23 Franken pro Stunde (IV-act. 17–3) 

respektive etwa 4’400 Franken pro Monat (IV-act. 1–5) verdient, was nicht einmal 

einem durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn entsprochen hat, denn dieser hat gemäss 

den Ergebnissen der Schweizer Lohnstrukturerhebung 2008 unter der Annahme eines 

Pensums von 40 Stunden pro Woche 4’806 Franken betragen (BFS, LSE 2008, TA1, 

Niveau 4, alle Branchen). Allerdings hatte der Beschwerdeführer gemäss dem Auszug 

aus seinem individuellen Beitragskonto (IK) bei der K.___ AG von 2000 bis 2003 ein 

deutlich höheres Einkommen erzielt (zwischen 78'000 Franken und 87'000 Franken). 

Welche Erwerbstätigkeit(en) bzw. welche erwerblichen Umstände (hohe Verantwortung, 

viele Überstunden, zusätzliche Nebenerwerbstätigkeit für denselben Arbeitgeber o.ä.) 

einen derart hohen Lohn gerechtfertigt hatte(n), lässt sich den Akten nicht entnehmen. 

Ohne eine Kenntnis dieser Umstände lässt sich die Validenkarriere nicht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestimmen. Dies 

erlaubt es nicht, das Valideneinkommen zu ermitteln. Aber auch die Invalidenkarriere 

steht nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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fest, da nicht bekannt ist, ob die damals ausgeübte Tätigkeit(en) dem 

Beschwerdeführer noch zumutbar ist (sind), d.h. ob sie keine hohen Anforderungen an 

die Stress- und die Frustrationstoleranz, an die emotionale Belastbarkeit, an die 

sozialen Kompetenzen sowie an die Konzentrationsfähigkeit stellen würde(n). Die 

Beschwerdegegnerin wird die versäumte Abklärung zur Art und zum Umfang der 

Tätigkeit(en) für die K.___ AG nachholen, gestützt auf das Ergebnis dieser Abklärung 

die Validen- und die Invalidenkarriere bestimmen und die entsprechenden 

Vergleichseinkommen beziffern. Dazu wird sie zu prüfen haben, ob es dem 

Beschwerdeführer, wenn er gesund geblieben wäre, zumutbar gewesen wäre, die 

Erwerbstätigkeit(en) bei der K.___ AG bis zu seiner Pensionierung in der gleichen Art 

und im gleichen Umfang weiterzuführen. Falls der Beschwerdeführer regelmässig 

zahlreiche Überstunden geleistet und deswegen die hohen Löhne erzielt haben sollte, 

wäre wohl davon auszugehen, dass es ihm nicht zumutbar oder sogar unmöglich 

gewesen wäre, dies bis zu seiner Pensionierung aufrecht zu erhalten. In diesem Fall 

bestünde die Validenkarriere in einer Erwerbstätigkeit mit einer durchschnittlichen 

Wochenarbeitszeit. Die Sache ist somit zur weiteren Abklärung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.     

Die Rückweisung zur weiteren Abklärung ist praxisgemäss hinsichtlich der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen als vollständiges Obsiegen der Beschwerde führenden Partei zu 

qualifizieren. Folglich hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten von 600 Franken 

zu bezahlen und dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 3’500 Franken 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.

Entscheid

1. 

Die angefochtene Verfügung vom 8. April 2013 wird aufgehoben und die Sache wird 

zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.     

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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3.     

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3’500.-- auszurichten.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.08.2015
	Art. 28 IVG. Art. 43 ATSG. Beurteilung eines Rentengesuchs. Würdigung eines psychiatrischen Gutachtens. Ungenügende Abklärungen hinsichtlich der Validen- und der Invalidenkarriere (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. August 2015, IV 2013/214).

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