# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d0e415fa-d460-5848-aaa9-e4fb34fbd479
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.04.2022 SB210315
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210315_2022-04-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB210315-O/U/as 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterinnen lic. iur.  

Bertschi und lic. iur. Ohnjec sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw Baechler 

 

Urteil vom 12. April 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Nötigung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 
10. Dezember 2020 (GG200041) 
 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I das Kantons Zürich vom 2. Juli 2020 

(Urk. 42) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Das Strafverfahren betreffend Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und 

Abs. 2 lit. b StGB wird eingestellt (Dossier 1, September 2018). 

2. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Dossier 1, April 2016), 
− der mehrfachen einfachen Körperverletzung als Ehegatte während der 

Ehe im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 4 
StGB (Dossier 1, 15. September 2019; Dossier 3, September 2016), 

− der Drohung als Ehegatte während der Ehe im Sinne von Art. 180 
Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB (Dossier 1, 
15. September 2019), 

− der Tätlichkeit als Ehegatte während der Ehe im Sinne von Art. 126 
Abs. 1 und Abs. 2 lit. b StGB (Dossier 1, Juli 2019). 

3. Vom Vorwurf  

− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Dossier 2, Juni 2016), 
− des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 

StGB (Dossier 1, Januar 2020) 

wird der Beschuldigte freigesprochen. 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, wovon 128 Tagessätze durch Haft erstanden sind, sowie mit einer 

Busse von Fr. 600.–. 

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen. 

6. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

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7. Eine Landesverweisung im Sinne von Art. 66abis StGB wird nicht angeord-

net. 

8. Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67b Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 67b Abs. 2 lit. a StGB für die Dauer von 2 Jahren verboten, mit der Pri-

vatklägerin 1 direkt oder über Drittpersonen Kontakt aufzunehmen. 

9. Missachtet der Beschuldigte das Kontaktverbot, kann er gemäss Art. 294 

Abs. 2 StGB mit Freiheitstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft 

werden. Überdies wird der Beschuldigte darauf hingewiesen, dass bei Miss-

achtung die Bestimmungen über den Widerruf einer bedingten Strafe sowie 

über die Rückversetzung in den Straf- und Massnahmenvollzug anwendbar 

sind (Art. 67c Abs. 9 StGB). 

Auszug aus dem Strafgesetzbuch (StGB): 

Art. 294 Missachtung eines Tätigkeitsverbots oder eines Kontakt- und Rayonverbots 

1 […] 

2 Wer mit einer oder mehreren bestimmten Personen oder mit Personen einer bestimmten 

Gruppe Kontakt aufnimmt oder sich ihnen nähert, wer sich an bestimmten Orten aufhält, 

obwohl ihm dies durch ein Kontakt- und Rayonverbot nach Artikel 67b, nach Artikel 

50b MStG oder nach Artikel 16a JStG untersagt ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem 

Jahr oder Geldstrafe bestraft. 

10. Die folgenden beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenz-

Nr. K190916-064 / 76338197 lagernden Asservate (diverse DNA-Spuren auf 

Wattetupfer und ein Vergleichs-WSA) sind nach Eintritt der Rechtskraft die-

ses Urteils durch das Forensische Institut Zürich zu vernichten:  

­ A013’021'006     DNA-Spur-Wattetupfer 

­ A013’021'017     DNA-Spur-Wattetupfer 

­ A013’021'039     DNA-Spur-Wattetupfer 

­ A013’021'040     DNA-Spur-Wattetupfer 

­ A013’021'051     DNA-Spur-Wattetupfer 

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­ A013’021'062     DNA-Spur-Wattetupfer 

­ A013’021'299     DNA-Spur-Wattetupfer 

­ A013’021'302     DNA-Spur-Wattetupfer 

­ A013’021'313     DNA-Spur-Wattetupfer 

­ A013’021'324     DNA-Spur-Wattetupfer 

­ A013’021'335     DNA-Spur-Wattetupfer 

­ A013’021'346     DNA-Spur-Wattetupfer 

­ A013’021'288     Vergleichs-WSA 

11. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenz-Nr. K190916-064 / 

76338197 lagernden Asservate (Fotografien, A013’021'277 und 

A013’020'989) sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch das Fo-

rensische Institut Zürich zu vernichten. 

12. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 1 wird auf den Zivilweg ver-

wiesen. 

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 1'000.– nebst Zinsen zu 5 % seit 1. April 2018 zu 

bezahlen. 

14. Die Zivilansprüche der Privatklägerin 2 werden auf den Zivilweg verwiesen. 

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15. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'600.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 1'430.–   Auslagen Kantonspolizei Zürich 

Fr.  1'772.85   Auslagen für Gutachten/Expertisen usw.  

Fr. 25'330.–   Entschädigung amtl. Verteidigung inkl. MWST (davon bereits   Fr. 17'952.60 bezahlt) 

Fr. 13'940.45   Kosten der unentgeltlichen Vertretung der    Privatklägerin 1 inkl. MWST 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. 

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, 

einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerin 1, werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen 

sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter 

dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse 

übernommen werden. 

17. Der Antrag des Beschuldigten auf Zusprechung einer Genugtuung und einer 

Entschädigung wird abgewiesen. 

Berufungsanträge: 

a) Der amtlichen Verteidigung: 

(Urk. 120 S. 2) 

1. Dispositivziff. 2, Dispositivziff. 4 bis und mit Dispositivziffer 6, 

Dispositivziff. 8 bis und mit Dispositivziff. 9, Dispositivziffer 12 bis und 

mit Dispositivziffer 14 sowie Dispositivziff. 16 bis und mit Dispositivziffer 

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17 des Urteils vom 10. Dezember 2020 des Bezirksgerichts Bülach 

seien aufzuheben; 

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB, der mehrfachen einfachen Körperverletzung als Ehegatte 

während der Ehe im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit 

Ziff. 2 Abs. 4 StGB, der Drohung als Ehegatte während der Ehe im 

Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. a 

StGB und der Tätlichkeit als Ehegatte während der Ehe im Sinne von 

Art. 126 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b StGB freizusprechen;  

3. Es sei dem Beschuldigten im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO eine 

angemessene Genugtuung in der Höhe von CHF 200 pro Tag für die 

ungerechtfertigte Untersuchungshaft auszurichten (16. September 

2019 bis 21. Januar 2020 = 128 Tage) zzgl. 5 % Verzugszins ab 

16. September 2019; 

4. Die Zivilforderungen der Privatklägerin 1 (Genugtuungs- und 

Schadenersatzbegehren) sowie der Privatklägerin 2 

(Schadenersatzbegehren) seien abzuweisen; 

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens inkl. 

die Kosten der amtlichen Verteidigung seien durch die Staatskasse zu 

tragen; 

6. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich: 

(Urk. 106, schriftlich, sinngemäss) 

1. Verzicht auf Anschlussberufung 

2. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

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3. Gesuch um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhand-

lung 

 

  

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksge-

richts Bülach, Einzelgericht, vom 10. Dezember 2020 liess der Beschuldigte mit 

Eingabe vom 16. Dezember 2020 (Datum des Poststempels) rechtzeitig Berufung 

anmelden (Urk. 91; Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Erhalt des begründeten Urteils 

am 8. Juni 2021 reichte die amtliche Verteidigung am 28. Juni 2021 (Datum des 

Poststempels) fristgerecht die Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 

StPO ein (Urk. 98; Urk. 101). 

2. Mit Präsidialverfügung vom 5. Juli 2021 wurde die Berufungserklärung 

des Beschuldigten der Staatsanwaltschaft und den Privatklägerinnen zugestellt 

und Frist für Anschlussberufung oder einen Nichteintretensantrag angesetzt. Die-

selbe Frist wurde dem Beschuldigten angesetzt, um das Datenerfassungsblatt 

und Unterlagen zu seinen aktuellen wirtschaftlichen Verhältnissen einzureichen 

(Urk. 104). Mit Eingabe vom 12. Juli 2021 erklärte die Staatsanwaltschaft ihren 

Verzicht auf Anschlussberufung, beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils und stellte ein Gesuch um Dispensation von der Teilnahme an der Beru-

fungsverhandlung (Urk. 106). Die Privatklägerinnen liessen sich innert Frist nicht 

vernehmen. Mit Eingabe vom 15. Juli 2021 teilte der erbetene Verteidiger mit, 

dass das Mandatsverhältnis mit dem Beschuldigten nicht mehr bestehe und zu-

künftige Korrespondenz ausschliesslich an den amtlichen Verteidiger zu richten 

sei (Urk. 107). Mit Eingaben vom 26. Juli und 30. September 2021 beantragte die 

amtliche Verteidigung jeweils Fristerstreckungen zur Einreichung des Datenerfas-

sungsblattes und Unterlagen zu den aktuellen wirtschaftlichen Verhältnissen des 

Beschuldigten, welche bewilligt wurden (Urk. 108; Urk. 111). Mit Eingabe vom 

30. November 2021 liess der Beschuldigte das ausgefüllte Datenerfassungsblatt 

inklusive Unterlagen zu seinen aktuellen wirtschaftlichen Verhältnissen einreichen 

(Urk. 113; Urk. 114/1-6). 

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3. Am 11. August 2021 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf 

den 12. April 2022 vorgeladen (Urk. 110). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

liess der Beschuldigte die eingangs aufgeführten Anträge stellen (Prot. II S. 3 f.; 

Urk. 120 S. 2). 

II. Prozessuales 

1. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die vorinstanzlichen 

Urteilsdispositivziffern 2 (Schuldsprüche), 4-6 (Strafmass), 8 und 

9 (Kontaktverbot), 12-14 (Zivilforderungen Privatklägerschaft), 16 (Kostenauflage) 

und 17 (Abweisung Genugtuungsbegehren des Beschuldigten). Er beantragt ei-

nen vollumfänglichen Freispruch sowie die Zusprechung einer angemessenen 

Genugtuung für die Dauer der erlittenen Untersuchungshaft in der Höhe von 

Fr. 200.– pro Tag (Urk. 101 S. 4; Urk. 120 S. 2). 

2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem 

die Urteilsdispositivziffern 1 (Einstellung des Verfahrens betreffend Tätlichkeiten 

[Dossier 1, September 2018]), 3 (Freisprüche von den Vorwürfen der Nötigung 

[Dossier 2] und des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen [Dossier 1]), 

7 (Nichtanordnung einer Landesverweisung), 10 und 11 (Entscheid betreffend 

Asservate) sowie 15 (Kostenfestsetzung) unangefochten blieben, ist mittels Be-

schluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

III. Sachverhalt 

1. Vorbemerkung 

Infolge rechtskräftiger Erledigung aller übrigen Anklagevorwürfe verbleiben die 

nachfolgenden Vorwürfe betreffend die Dossiers 1, teilweise, und 3 Gegenstand 

des Berufungsverfahrens. 

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2. Anklagevorwürfe 

2.1. Anklagevorwurf Freiheitsberaubung eventualiter Nötigung (April 2016, 

Dossier 1) 

Gemäss Anklagesachverhalt sei es zusammengefasst im April 2016 in der eheli-

chen Wohnung zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldig-

ten und der Privatklägerin 1 gekommen. Als diese verängstigt über das Vorgefal-

lene beschlossen habe, mit dem Sohn die Wohnung zu verlassen, habe der Be-

schuldigte absichtlich die Tür von innen verschlossen und die zwei Wohnungs-

schlüssel in seiner Hosentasche verstaut, um die Privatklägerin 1 damit am Ver-

lassen der Wohnung zu hindern. Der Beschuldigte habe – wie er gewusst habe – 

nicht das Recht gehabt, die Privatklägerin 1 während mehrerer Stunden in der 

Wohnung festzuhalten. Unfähig, die im 3. Stockwerk liegende Wohnung ohne 

Schlüssel zu verlassen, habe die Privatklägerin 1 mit dem Kind gezwungener-

massen zunächst in der Küche später auch in anderen Räumlichkeiten verharrt. 

Dabei sei es ihr über mehrere Stunden hinweg bis gegen Abend trotz entspre-

chenden Wunsches nicht möglich gewesen, die Wohnung zu verlassen, da der 

Beschuldigte, auch nachdem ein Freund zu Besuch gekommen sei, die Woh-

nungstür sofort wieder verschlossen und die Schlüssel bei sich behalten habe. 

Dabei habe der Beschuldigte gewusst, dass die Privatklägerin 1 die Wohnung 

nach der vorausgegangenen tätlichen Auseinandersetzung mit dem Kind habe 

verlassen wollen, und er habe ihr dies bewusst verunmöglicht, indem er ihr zuvor-

gekommen sei, die Tür verschlossen und die beiden vorhandenen Schlüssel an 

sich genommen und dies über den ganzen Nachmittag so beibehalten habe (Urk. 

42 S. 3). 

2.2. Anklagevorwurf mehrfache einfache Körperverletzung eventualiter ver-

suchte einfache Körperverletzung (September 2016, Dossier 3) 

Gemäss Anklagesachverhalt sei es zusammengefasst im September 2016 zu-

nächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und 

der Privatklägerin 1 in der ehelichen Wohnung gekommen, in deren Verlauf der 

Beschuldigte der auf dem Bett sitzenden Privatklägerin 1 zunächst mit der rechten 

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Hand eine Ohrfeige gegen deren linke Gesichtshälfte und daraufhin einen so hef-

tigen Faustschlag gegen den Brustkorb verpasst habe, dass diese mit dem Rü-

cken gegen die hinter ihr liegende Wand geprallt sei. Auf dem Weg in Richtung 

Wohnungstür habe der Beschuldigte der Privatklägerin 1 eine zweite Ohrfeige 

verpasst, dieses Mal mit der linken Hand gegen deren rechte Gesichtshälfte. Wei-

ter habe er sie ins Treppenhaus verfolgt und versucht, sie auf dem Weg zur Haus-

tür mit Körpereinsatz aufzuhalten, indem er sie an beiden Armen gepackt sowie 

festzuhalten versucht habe und erst von ihr abgelassen habe, als sie vor der 

Haustür zusammengebrochen sei. Aufgrund dieser tätlichen Übergriffe habe die 

Privatklägerin 1 die in der Anklageschrift aufgelisteten, diversen Verletzungen er-

litten. Der Beschuldigte sei bewusst so gegen die Privatklägerin 1 vorgegangen 

und habe damit zumindest billigend in Kauf genommen, dass er ihr Schmerzen 

zufüge bzw. sie verletzen könnte (Urk. 42 S. 5). 

2.3. Anklagevorwurf Tätlichkeiten (Juli 2019, Dossier 1) 

Gemäss Anklagesachverhalt sei es gegen Ende Juli 2019 im Wohnzimmer der 

ehelichen Wohnung zum wiederholten Mal zu einem tätlichen Übergriff des Be-

schuldigten zum Nachteil der Privatklägerin 1 gekommen, indem dieser aufgrund 

einer Unstimmigkeit die Privatklägerin 1 zunächst am linken Oberarm gepackt und 

in der Folge grob gegen einen Tisch gestossen habe, sodass sie an der Innensei-

te des linken Oberschenkels ein Hämatom erlitten habe, was der Beschuldigte mit 

seinem Handeln zumindest in Kauf genommen habe (Urk. 42 S. 6). 

2.4. Anklagevorwürfe mehrfache einfache Körperverletzung, Drohung, Tätlich-

keiten eventualiter versuchte einfache Körperverletzung, eventualiter Tätlichkeiten 

(15. September 2019, Dossier 1) 

Gemäss Anklageschrift sei es am 15. September 2019 in der ehelichen Wohnung 

zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und der Pri-

vatklägerin 1 gekommen, in deren Verlauf der Beschuldigte die Privatklägerin 1 

zudem mit dem Tod bedroht habe. Nach einer zunächst verbalen Auseinander-

setzung habe der Beschuldigte der Privatklägerin 1 im Wohnzimmer mit der rech-

ten Hand eine Ohrfeige gegen die linke und alsdann mit der linken Hand eine sol-

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che gegen ihre rechte Gesichtshälfte verpasst, bevor er ihr mit seiner linken Hand 

einen derartigen Stoss gegen die rechte Schulter versetzt habe, dass diese das 

Gleichgewicht verloren und mit der rechten Seite der Stirn gegen die Wand ge-

prallt sei. Als die Privatklägerin 1 daraufhin vom Wohnzimmer ins Bad habe flüch-

ten wollen, habe er sie zunächst davon abgehalten, indem er sie noch im Flur an 

den Armen grob gepackt und festgehalten habe. In der Folge habe er die Privat-

klägerin 1 mit beiden Händen am Hals gepackt und derart zugedrückt, dass sie 

für kurze Zeit nicht mehr richtig habe atmen können, während er ihr auf Albanisch 

gesagt habe: "Ich werde dich umbringen". Als die Privatklägerin 1 sich mit den 

Händen zu wehren begonnen habe, habe der Beschuldigte von ihrem Hals abge-

lassen, stattdessen aber ihren Kopf mit beiden Händen umfasst und diesen min-

destens zwei Mal gegen die Wand im Flur geschlagen, bevor er ihr mit den Dau-

men mehrere Sekunden mit Kraft auf die geschlossenen Lider und die Augäpfel 

gedrückt bzw. diese mit beiden Daumen nach aussen gedrückt habe, wodurch er 

der Privatklägerin 1 grosse Schmerzen verursacht habe. Als der Beschuldigte da-

nach von ihr abgelassen habe, habe sich diese selber im Badezimmer einge-

schlossen und aus Angst vor dem Beschuldigten bzw. davor, dass er ihr erneut 

ein Leid zufügen könnte, rund eine Stunde darin verharrt, bis sich die Situation 

beruhigt und sie die Wohnung verlassen habe. In derselben Nacht hätten sich bei 

der Privatklägerin 1 starke Kopfschmerzen eingestellt und diese habe sich mehr-

fach übergeben müssen. Als Folge der körperlichen Einwirkungen des Beschul-

digten auf die Privatklägerin 1 erlitt diese darüber hinaus die in der Anklageschrift 

aufgelisteten, diversen Verletzungen. Abgesehen von den objektiven Befunden 

habe die Privatklägerin 1 nach diesem Vorfall an anhaltenden Kopfschmerzen 

während mindestens zwei Wochen, an einer Druckdolenz am gesamten Kopf, 

hauptsächlich im Bereich der rechten Schläfe sowie an einer Druckdolenz über 

dem Kehlkopf, an Schluckbeschwerden und an Heiserkeit gelitten. Zudem habe 

sich bei der Privatklägerin 1 die Angst eingestellt, der Beschuldigte könnte seine 

Drohung in die Tat umsetzen und sie tatsächlich umbringen. Dabei sei der Be-

schuldigte bewusst so gegen die Privatklägerin 1 vorgegangen und habe durch 

seine Handlungen zumindest billigend in Kauf genommen, dass er ihr damit 

Schmerzen zufügen bzw. sie damit verletzen könnte. Ebenso habe dieser ge-

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wusst oder zumindest in Kauf genommen, dass er das Sicherheitsgefühl der Pri-

vatklägerin 1 mit seinen Worten "Ich bringe dich um" massgeblich beeinträchtigen 

könnte, umso mehr vor dem Hintergrund seines gewaltsamen Vorgehens (Urk. 42 

S. 6 f.). 

3. Standpunkt des Beschuldigten 

3.1. Der Beschuldigte bestreitet den Anklagevorwurf betreffend Freiheitsbe-

raubung eventualiter Nötigung (vgl. vorstehend, Erw. III.2.1.) vollumfänglich 

(Urk. 18/4 S. 2 ff.; Urk. 18/7 S. 4; Prot. I S. 54 f.; Prot. II S. 13). Der Beschuldigte 

bestreitet nicht nur, die Privatklägerin am Verlassen der ehelichen Wohnung ge-

hindert zu haben, sondern dass es überhaupt zu einem Vorfall im April 2016 ge-

kommen sei. Die Privatklägerin 1 habe dies einfach erzählt (Urk. 18/4 S. 3, 

F/A 14). Weiter führte der Beschuldigte aus, die Privatklägerin 1 sei krank und 

habe bereits im Jahr 2015 ähnliche Anzeigen gemacht. Er glaube, dass sie die 

Anzeigen nicht von sich aus mache, sondern dies schwarze Magie sei (Urk. 18/4 

S. 4). 

3.2. Im Zusammenhang mit dem Anklagevorwurf der mehrfachen einfachen 

Körperverletzung eventualiter der versuchten einfachen Körperverletzung (vgl. 

vorstehend, Erw. III.2.2.) machte der Beschuldigte geltend, sich an einen Vorfall 

erinnern zu können, bei welchem er die Polizei und Sanität habe aufbieten müs-

sen, weil die Privatklägerin 1 ohnmächtig geworden sei (Urk. 18/4 S. 5). Die Pri-

vatklägerin 1 sei damals in der Wohnung hingefallen, weshalb, wisse er nicht. 

Eventuell sei sie selber hingefallen, jedenfalls habe er nichts damit zu tun 

(Urk. 18/4 S. 5 f., F/A 46). Auf Vorhalt der Bilder der Verletzungen (Urk. 14/5-11) 

führte der Beschuldigte aus, die Privatklägerin 1 habe diese selber gemacht. Man 

sehe Verletzungen, aber es sei unmöglich, dass er dafür verantwortlich sei. Er sei 

es nicht gewesen. Er habe dies zu 1'000 % nicht gemacht. Sie habe selber ein 

Problem. Hätte er es gemacht, hätte er es gesagt. Es sei möglich, dass sie die 

Verletzungen schon gehabt habe, als sie ins Spital eingeliefert worden sei. Er ha-

be diese nicht gesehen (Urk. 18/4 S. 5, F/A 42 ff.). Auch anlässlich der staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme vom 30. Juni 2020 gab der Beschuldigte zu Proto-

koll, dass er das der Privatklägerin 1 nicht zugefügt habe und er es zugeben wür-

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de, wenn er ihr etwas angetan hätte (Urk. 18/7 S. 6). Vor Vorinstanz bestritt der 

Beschuldigte diesen Vorwurf erneut vollumfänglich und machte geltend, es habe 

sich um einen Unfall gehandelt (Prot. I S. 58 f.). 

3.3. Der Beschuldigte bestritt auch den Anklagevorwurf betreffend Tätlichkei-

ten (vgl. vorstehend, Erw. III.2.3.) vollumfänglich (Urk. 18/4 S. 6 f.; Urk. 18/7 S. 7) 

und machte anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 5. Dezember 2019 

auf Vorhalt von Fotoaufnahmen der Privatklägerin 1 (Urk. 14/1-2) geltend, die auf 

den Bildern dokumentierten Verletzungen seien nicht von ihm. Er wisse nicht, wo-

her diese seien. Er habe diese Hämatome nie bei ihr gesehen (Urk. 18/4 S. 6 f., 

F/A 57). Sie hätten nie derartige Konflikte gehabt. Es habe noch nie Tätlichkeiten 

gegeben, weder seitens der Privatklägerin 1 noch von seiner Seite (Urk. 18/4 

S. 7, F/A 59). 

3.4. Hinsichtlich der Anklagevorwürfe der mehrfachen einfachen Körperverlet-

zung, Drohung, Tätlichkeiten eventualiter der versuchten einfachen Körperverlet-

zung, eventualiter Tätlichkeiten (vgl. vorstehend, Erw. III.2.4.) führte der Beschul-

digte aus, dass nichts passiert sei (Urk. 18/1 S. 1). Er bestritt sämtliche ihm vor-

geworfene Gewalttätigkeiten und die Drohung als unwahr und machte geltend, ihr 

nichts getan, sondern sich nur geschützt zu haben (Urk. 18/1 S. 2 ff.; Prot. I S. 44 

ff. und S. 53). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 30. Juni 

2020 führte der Beschuldigte ferner aus, er habe ihr diese Verletzungen nicht zu-

gefügt. Er habe keine solche Verletzungen bei ihr gesehen. Daher wisse er auch 

nicht, wer ihr diese zugefügt habe. Er habe ihr nichts angetan. Wenn er sie so ge-

packt hätte, dann hätte einiges passieren können, aber er habe sie nicht ange-

fasst (Urk. 18/7 S. 8 f.). Weiter gab der Beschuldigte zu Protokoll, die Privatkläge-

rin 1 nicht gewürgt, sondern sie lediglich mit beiden Händen hinten am Nacken 

gehalten zu haben (Urk. 18/1 S. 3 f., F/A 17; Prot. I S. 48). 

3.5. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung blieb der Beschuldigte bei 

seiner bisherigen Darstellung und bestritt die angeklagten Sachverhalte vollum-

fänglich (Prot. II S. 13 ff.). 

- 15 - 

3.6. Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich die bestrittenen Anklagesachverhalte 

anhand der vorliegenden Beweismittel erstellen lassen, wobei sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (Urteil des Bundesge-

richts 6B_170/2011 vom 10. November 2011, E. 1.2). 

4. Übersicht Beweismittel 

4.1. Für die Erstellung der bestrittenen Sachverhalte liegen als Beweismittel 

die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 18/1-7; Prot. I S. 44 ff.; Prot. II S. 13 ff.), 

der Privatklägerin 1 (Urk. 19/1-2; Urk. 19/4-5; Prot. I S. 13 ff.) und des Zeugen 

B._____ (Urk. 20/1-2), der Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 17. September 

2019 samt Fotodokumentation (Urk. 1; Urk. 2), die Rapporte der Kantonspolizei 

Zürich je vom 22. Oktober 2019 samt Übersetzung des Nachrichtenverlaufs zwi-

schen der Privatklägerin 1 und ihrer Kollegin C._____ (Urk. 7-9), der Rapport der 

Kantonspolizei Zürich vom 10. Dezember 2019 samt Fotodokumentation (Urk. 13; 

Urk. 14), die Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin, Universität Zürich (nach-

folgend: IRM), zur körperlichen Untersuchung des Beschuldigten und der Privat-

klägerin 1 vom 23. und 27. September 2019 (Urk. 22; Urk. 24), der Austrittsbericht 

samt ärztlichem Befund des Universitätsspitals Zürich vom 16. und 26. September 

2019 (Urk. 27/5), der ärztliche Befund des Spitals Bülach vom 22. Oktober 2019 

(Urk. 27/7) sowie der ärztliche Bericht von FMH Prakt. D._____ vom 15. Januar 

2020 (Urk. 27/9) vor. 

4.2. Auf die Aussagen von C._____ (Urk. 20/3) und E._____ (Urk. 20/4) darf 

zulasten des Beschuldigten nicht abgestellt werden. Zwar konnte der Beschuldig-

te zu den beiden Einvernahmen Stellung nehmen (vgl. Urk. 18/3 S. 5 ff.; 

Urk. 18/5), er hatte allerdings nicht die Möglichkeit, C._____ und E._____ allfällige 

Ergänzungsfragen zu stellen (vgl. Art. 146 Abs. 2 StPO und Art. 147 StPO). Die 

Vorinstanz stützte sich bei der Sachverhaltserstellung allerdings auch nicht auf 

diese Aussagen (vgl. Urk. 102 S. 38), sodass sich weitergehende Erwägungen 

dazu erübrigen. 

- 16 - 

5. Aussagen 

5.1. Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen des Be-

schuldigten, der Privatklägerin 1 und des Zeugen B._____ zutreffend wiederge-

geben (Urk. 102 S. 9 ff.), weshalb vorab vollumfänglich darauf verwiesen werden 

kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

5.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte erneut aus, 

er habe mit der Privatklägerin 1 immer nur verbal gestritten. Berührt oder ge-

schlagen habe er sie nie. Er wisse auch nicht, woher ihre Verletzungen stammten, 

von ihm seien diese nicht. Die Darstellung der Privatklägerin 1 entspreche nicht 

der Wahrheit. Jede Frau renne zur Polizei. Sie manipuliere, mache Behauptungen 

womöglich wegen der Papiere. Die Privatklägerin 1 habe schon einmal eine An-

zeige gemacht, diese dann aber wieder zurückgezogen. Deshalb könne er ihre 

Gründe nicht verstehen. 50 % der Frauen würden zur Polizei gehen und diese 

manipulieren. Bis heute habe er nie eine Frau geschlagen. Im September 2016 

sei die Privatklägerin 1 nicht seinetwegen ins Spital Bülach gegangen. Er habe sie 

nämlich nicht geschlagen. Sie habe oft ins Spital gehen müssen, da sie viele ge-

sundheitliche Probleme gehabt habe. Beim Vorfall im September 2016 sei die Pri-

vatklägerin 1 zu Boden gefallen, so, als hätte sie ein Trauma gehabt. Er habe le-

diglich versucht, ihr zu helfen. Sie sei dann bewusstlos geworden, und er habe sie 

nur ins Spital gebracht, um ihr zu helfen (Prot. II S. 14 ff.). 

6. Glaubwürdigkeit 

6.1. Der Beschuldigte ist vom Strafverfahren direkt betroffen und hat deshalb 

ein legitimes Interesse daran, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht 

darzustellen, was dazu führt, dass seine Aussagen vor dem Hintergrund der Inte-

ressenlage zu würdigen sind. Es liegen aber keine Anhaltspunkte vor, die von 

vornherein gegen seine Glaubwürdigkeit sprechen würden. 

6.2. Die Privatklägerin 1 war im Tatzeitpunkt die Ehefrau des Beschuldigten 

und lebte mit ihm und dem gemeinsamen Sohn F._____ in der ehelichen Woh-

nung. Sie hat aufgrund ihrer Stellung als Verfahrensbeteiligte und der von ihr gel-

- 17 - 

tend gemachten Zivilansprüche ein eigenes Interesse am Ausgang des Verfah-

rens. Sie könnte daher versucht sein, die Geschehnisse in einem für sie günsti-

gen Licht darzustellen, was bei der Würdigung ihrer Aussagen entsprechend zu 

berücksichtigen ist. Es liegen jedoch keine Anhaltspunkte vor, welche an ihrer all-

gemeinen Glaubwürdigkeit zweifeln liessen. 

6.3. Gemäss den Ausführungen der Verteidigung handelt es sich bei B._____ 

um einen Familienfreund, welcher keinen Grund habe, für den einen oder ande-

ren Ehegatten Partei zu ergreifen (Urk. 82 S. 3; Urk. 120 S. 3). Zwar beschreibt 

sich der Zeuge selbst als Freund der Familie (Urk. 20/2 S. 4, F/A 17), allerdings 

pflegt er eine klar engere Beziehung zum Beschuldigten, was sich auch aus des-

sen Aussagen ergibt (Urk. 18/3 S. 2 f.). So führte der Zeuge aus, dass er mit dem 

Beschuldigten seit mindestens 15 oder 16 Jahren befreundet sei und diesen 

manchmal zwei bis drei Mal in der Woche gesehen habe. Manchmal habe er den 

Beschuldigten nach der Arbeit getroffen und dann seien sie dessen Sohn abholen 

gegangen und er habe dann mit diesem gespielt (Urk. 20/1 S. 1 f.; Urk. 20/2 S. 3 

f.). Er habe auch oft auf den Sohn aufgepasst, wenn die Privatklägerin 1 in der 

Nacht habe arbeiten müssen oder beispielsweise zum Friseur gegangen sei (Urk. 

20/1 S. 3 f.; Urk. 20/2 S. 3). Er habe die Familie auch finanziell mit mehreren Tau-

send Franken unterstützt. Der Beschuldigte habe ihn jeweils um Geld gebeten, 

wenn dieser beispielsweise die Miete nicht habe bezahlen können (Urk. 20/1 S. 

2). Die Beziehung zur Privatklägerin 1 beschrieb er dagegen als schwierig, weil er 

sich mit ihr gar nicht habe verständigen können, da sie lediglich Albanisch spre-

che (Urk. 20/1 S. 3). Sie habe ihm mit einfachen Worten einen Kaffee anbieten 

können, aber eine Konversation führen sei nicht möglich gewesen (Urk. 20/2 S. 4 

f.). Zudem räumte er auch ein, dass er anfangs Vorbehalte gegenüber der Privat-

klägerin 1 gehabt habe (Urk. 20/2 S. 4). Aufgrund der doch engeren Beziehung 

zum Beschuldigten könnte der Zeuge B._____ ein legitimes Interesse daran ha-

ben, die Darstellung und Aussagen des Beschuldigten zu bekräftigen, was ent-

sprechend zu berücksichtigen ist. Allerdings sind den Akten keinerlei Hinweise zu 

entnehmen, welche aufgrund der bestehenden Freundschaft auf eine dadurch 

begründete Voreingenommenheit schliessen liessen. Hinzu kommt, dass B._____ 

als Zeuge unter Hinweis auf die strenge Strafandrohung bei falscher Zeugenaus-

- 18 - 

sage gemäss Art. 307 StGB ausgesagt hat (Urk. 20/2 S. 2). Den Aussagen des 

Zeugen ist mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen, es besteht aber keine 

Veranlassung, an seiner Glaubwürdigkeit zu zweifeln. 

6.4. Im Vordergrund steht aber bei allen erwähnten Personen die Glaubhaf-

tigkeit ihrer Aussagen. 

7. Beweiswürdigung 

7.1. Allgemeine Grundsätze 

Die Grundsätze der Beweiswürdigung und die allgemeingültigen Beweisregeln 

wurden von der Vorinstanz korrekt dargelegt, weshalb vollumfänglich darauf ver-

wiesen werden kann (Urk. 102 S. 7 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

7.2. Anklagevorwurf Freiheitsberaubung eventualiter Nötigung (April 2016, 

Dossier 1) 

7.2.1. Aussagen der Privatklägerin 1 

7.2.1.1. Die Privatklägerin 1 hat in ihren Befragungen konstant und im Kerngehalt 

gleichbleibend ausgesagt. Sie schilderte diesen anklagegegenständlichen Vorfall 

detailliert, lebensnah und schlüssig. So gab sie konstant zu Protokoll, dass es zu 

einem Streit gekommen sei, nachdem der Beschuldigte den Sohn mit nach 

draussen genommen habe, ohne ihr zu sagen, wohin, und ihr auf Nachfrage im-

mer wieder andere Aufenthaltsorte genannt habe, an denen sie aber nicht anzu-

treffen gewesen seien (Urk. 19/4 S. 6; Urk. 19/5 S. 4; Prot. I S. 21 f.). Im Rahmen 

dieses Streites habe der Beschuldigte ihr dann eine Ohrfeige verpasst, ihren rech-

ten Arm weit nach hinten gedrückt und seinen rechten Arm über ihren 

Hals/Nacken gelegt, sodass sie eine Drehung gemacht habe und aufs Sofa gefal-

len sei. Während der Drehung habe sie ein Tablet umgeworfen, worüber sich der 

Beschuldigte aufgeregt habe. Dieser habe dann ein grösseres Tablet nach ihr 

geworfen, wobei sie diesem habe ausweichen können. Dieses sei dann zu Boden 

gefallen und habe im Parkettboden ein Loch verursacht (Urk. 19/4 S. 5; Urk. 19/5 

S. 5; Prot. I S. 22). Ihre Auseinandersetzung habe im Wohnzimmer vor ihrem 

- 19 - 

Sohn stattgefunden, der verängstigt gewesen sei und gezittert habe, worauf sie 

diesen in die Arme genommen und aus der Wohnung habe flüchten wollen. Der 

Beschuldigte habe sie daran gehindert, ihr den Schlüssel abgenommen und die 

Wohnungstür abgeschlossen. Daraufhin sei sie in die Küche gegangen und habe 

versucht, ihren Sohn zu beruhigen. Anschliessend sei dann ein ihr unbekannter 

Mann zu ihnen nach Hause gekommen, vor welchem sie sich geängstigt habe 

und nach dessen Einlass der Beschuldigte die Wohnungstür sofort wieder ver-

schlossen und die Schlüssel an sich genommen habe (Urk. 19/4 S. 6; Urk. 19/5 

S. 6 f.; Prot. I S. 22 f.). Der unbekannte Mann sei zu ihr in die Küche gekommen, 

habe Wasser trinken wollen und ihr nichts getan (Urk. 19/5 S. 4; Prot. I S. 22). 

Schliesslich habe der Beschuldigte diesen fremden Mann wieder aus der Woh-

nung gelassen. Sie habe keine Möglichkeit gehabt, ihre Wohnung zu verlassen, 

da der Beschuldigte die Wohnungsschlüssel an sich genommen habe (Urk. 19/4 

S. 6; Urk. 19/5 S. 8; Prot. I S. 22 f.). Später sei dann noch der Kollege B._____ zu 

ihnen gekommen, nach dessen Einlass der Beschuldigte die Wohnungstür erneut 

abgeschlossen habe. B._____ habe ihre zerrissene Bluse und auch sonst gese-

hen, in welchem Zustand sie gewesen sei. Auf ihre Bemerkungen sei er nicht ein-

gegangen bzw. habe einmal mit dem Zeigefinger vor dem Mund "sch" gesagt und 

ihr gegenüber geäussert, sie solle den Beschuldigten lassen, denn dieser habe 

einige Freunde, welche "so" zu ihren Frauen seien. Noch bevor B._____ am 

Abend wieder gegangen sei, habe sich die Lage beruhigt gehabt und nachdem 

dieser die Wohnung verlassen habe, sei die Wohnungstür nicht mehr verschlos-

sen gewesen (Urk. 19/5 S. 4 und S. 9 f.; Prot. I S. 22 ff.). 

7.2.1.2. Die Aussagen der Privatklägerin 1 enthalten keine Widersprüche und ihre 

Schilderungen sind chronologisch nachvollziehbar und inhaltlich plausibel. Ihre 

Aussagen enthalten zudem zahlreiche Einzelheiten, durch welche ihre Ausfüh-

rungen lebendig werden und wie sie nur von jemandem zu erwarten sind, der das 

Geschilderte auch tatsächlich erlebt hat. So beschrieb sie beispielsweise, dass 

das Tablet, welches der Beschuldigte nach ihr geworfen habe, im Parkettboden 

ein Loch hinterlassen habe (Urk. 19/5 S. 5). Auch schilderte sie anschaulich, dass 

ihre Angst gestiegen sei, als ein fremder Mann zu ihnen in die Wohnung gekom-

- 20 - 

men sei, da sie befürchtet habe, dieser würde ihr zusammen mit dem Beschuldig-

ten etwas antun (Urk. 19/5 S. 8, F/A 46; Prot. I S. 22). 

7.2.1.3. Der Umstand, dass die Privatklägerin 1 den Besuch von B._____ wäh-

rend des Vorfalls im April 2016 erstmals anlässlich ihrer Einvernahme vom 

10. Dezember 2019 erwähnte, bedeutet – entgegen der Verteidigung (Urk. 82 

S. 3) – nicht, dass sie ihre Aussagen im Verlauf der verschiedenen Einvernahmen 

änderte. Dass der Besuch von B._____ anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme 

vom 22. November 2019 unerwähnt geblieben ist, lässt sich durchaus damit erklä-

ren, dass es viele einzelne Vorfälle waren, welche die Privatklägerin 1 schildern 

musste. Dass der Privatklägerin 1 bei einer Vielzahl von Geschehnissen nicht je-

der einzelne Vorfall mit sämtlichen Details bereits bei der Polizei in den Sinn ge-

kommen ist, erscheint nachvollziehbar, zumal sie sich während den Einvernah-

men in einer belastenden Situation befand. So gab sie gegenüber der Polizei zu 

Protokoll, dass die vergangenen zwei Monate schwierig für sie gewesen seien 

und sie sich habe finden müssen (Urk. 19/4 S. 2). Zudem wurde die Privatklägerin 

1 in der polizeilichen Einvernahme vom 22. November 2019 nicht aufgefordert, 

den Vorfall vom April 2016 frei zu schildern, sondern die Fragen konzentrierten 

sich vorwiegend darauf, zu welchen körperlichen Übergriffen es bei diesem Vorfall 

seitens des Beschuldigten gekommen war und wie lange der Zustand andauerte, 

bis sie die eheliche Wohnung wieder habe verlassen können.  

7.2.1.4. Ihre Schilderungen weisen keine Übertreibungen auf und der Umstand, 

dass die Privatklägerin 1 sehr zurückhaltend aussagte, ohne den Vorfall zu dra-

matisieren oder den Beschuldigten übermässig zu belasten, zeigt, dass es ihr 

nicht darum geht, ihm zu schaden oder eine möglichst hohe Strafe zu erwirken. 

So sagte sie klar aus, dass der Beschuldigte sie beim anklagegegenständlichen 

Vorfall im April 2016 nicht am Hals gewürgt, sondern lediglich am Nacken gehal-

ten habe (Urk. 19/5 S. 5). Hätte die Privatklägerin 1 den Beschuldigten übermäs-

sig belasten wollen, wäre es für sie ein Leichtes gewesen, die Vorfälle dramati-

scher darzustellen und auszuführen, er habe ihr mit der Faust ins Gesicht ge-

schlagen, oder er habe sie mehrmals gewürgt respektive so stark gewürgt, bis sie 

das Bewusstsein verloren habe. 

- 21 - 

7.2.1.5. Wenn die Verteidigung geltend macht, die Aussagen der Privatklägerin 1 

seien nicht glaubhaft, weil sie den Vorfall zeitlich nicht richtig einzuordnen vermö-

ge (Urk. 82 S. 4), kann dieser Argumentation nicht gefolgt werden. So konnte sie 

zwar keinen genauen Tag benennen, sie konnte den Vorfall aber dennoch einem 

bestimmten Monat und Jahr (April 2016) zuordnen. Zudem erscheint gerade in ei-

ner belastenden Stresssituation nachvollziehbar, dass zeitliche Dimensionen nur 

schwer abschätzbar sind und deshalb nur sehr eingeschränkt verlässliche Anga-

ben zur Dauer oder zum Zeitraum von Vorfällen gemacht werden können. Ebenso 

nachvollziehbar ist, dass sich Betroffene bei traumatischen Erlebnissen im 

Schockzustand nicht an sämtliche Details zu erinnern vermögen, weil gewisse in 

einer solchen Situation in den Hintergrund treten. Entsprechend ist – entgegen 

der Auffassung der Verteidigung (Urk. 82 S. 4) – auch nachvollziehbar, dass die 

Privatklägerin 1 keine exakte Zeitangabe zur Dauer der angeblichen Freiheitsbe-

raubung im April 2016 machen konnte. So räumte sie diesbezüglich auch ein, 

dass sie keine Zeit angeben könne. Es seien Stunden gewesen, von nachmittags 

bis abends. In diesem Zustand sei ihr eine Stunde wie fünf Stunden vorgekom-

men (Urk. 19/5 S. 10). Angesichts des Umstandes, dass ihr Fokus während die-

ses Vorfalls auf ihren Sohn bzw. dessen Wohlergehen gerichtet gewesen war, er-

scheint ebenfalls plausibel, dass sich nicht sämtliche Details wie beispielsweise 

die genaue Zeitdauer, wie lange sie die eheliche Wohnung nicht verlassen konn-

te, in ihrer Erinnerung festgesetzt haben. 

7.2.1.6. Weiter moniert die Verteidigung, die Privatklägerin 1 habe dem Beschul-

digten nicht einmal gesagt, dass sie die Wohnung hätte verlassen wollen. Der Be-

schuldigte habe dies auch nicht erahnen können. Diese Tatsache stehe somit im 

Widerspruch zum aufgeführten Sachverhalt in der Anklageschrift, worin behauptet 

werde, die Privatklägerin 1 habe trotz entsprechenden Wunsches die Wohnung 

nicht verlassen können. Unklar bleibe auch, ob die Privatklägerin 1 nicht die Mög-

lichkeit gehabt hätte, zu telefonieren respektive externe Hilfe zu holen (Urk. 82 

S. 4 f.; Urk. 120 S. 6 f.). In der Anklageschrift wird umschrieben, es sei der Privat-

klägerin 1 über mehrere Stunden hinweg bis gegen Abend trotz entsprechenden 

Wunsches nicht möglich gewesen, die Wohnung zu verlassen, da der Beschuldig-

te, auch nachdem ein Freund zu Besuch gekommen sei, die Wohnungstür sofort 

- 22 - 

wieder verschlossen und die Schlüssel bei sich behalten habe. Aufgrund der 

glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 1 lässt sich erstellen, dass sie nach der 

tätlichen Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten die eheliche Wohnung mit 

dem gemeinsamen Sohn F._____ verlassen wollte. Zwar bestätigte sie, dass sie 

dem Beschuldigten nicht gesagt habe, dass sie die Wohnung verlassen wolle, 

weil sie aufgrund seines Zustandes nicht in der Lage gewesen sei, mit ihm zu 

sprechen. Sie habe aber ihren Sohn F._____ genommen und sei Richtung Tür 

gegangen. Der Beschuldigte habe ihr dann den Schlüssel weggenommen, die Tür 

verschlossen und sämtliche Schlüssel an sich genommen (Urk. 19/4 S. 6; 

Urk. 19/5 S. 7; Prot. I S. 24). Dem Beschuldigten musste somit aufgrund des Ver-

haltens der Privatklägerin 1 bewusst gewesen sein, dass sie die Wohnung verlas-

sen wollte, ansonsten sie nicht mit dem Sohn auf die Wohnungstür zugeschritten 

wäre. Zwar drückte die Privatklägerin 1 ihren Wunsch, die Wohnung zu verlassen, 

nicht verbal aus, ihr Verhalten liess aber keinen anderen Schluss zu. Da der Be-

schuldigte anschliessend die Tür verschloss und sämtliche Wohnungsschlüssel 

an sich nahm, wusste er, dass sie die Wohnung verlassen wollte, was er durch 

sein Verhalten verhinderte.  

7.2.1.7. Gestützt auf die glaubhaften und konstanten Aussagen der Privatkläge-

rin 1 lässt sich weiter erstellen, dass sie die eheliche Wohnung bis zum Zeitpunkt, 

als der fremde Mann wieder gegangen war, nicht verlassen konnte. So schilderte 

sie schlüssig, dass der Beschuldigte die Wohnungstür nach Einlass des fremden 

Mannes wieder verschlossen und die Schlüssel erneut an sich genommen hat-

te. Als der fremde Mann dann habe gehen wollen, habe der Beschuldigte diesen 

zuerst ebenfalls nicht gehen lassen. Nachdem dieser die Wohnung dann verlas-

sen habe, sei die Wohnungstür wiederum verschlossen worden (Urk. 19/5 S. 7 f.; 

Prot. I S. 22). Der Fokus der Privatklägerin 1 galt bis zu diesem Zeitpunkt somit 

neben dem Wohlergehen ihres Sohnes weiterhin der abgeschlossenen Woh-

nungstür, was in Verbindung mit ihrer Aussage, dass sie noch mehr Angst gehabt 

habe, als dann auch noch ein fremder Mann in der Wohnung aufgetaucht sei, weil 

sie gedacht habe, dieser würde ihr zusammen mit dem Beschuldigten etwas an-

tun (Urk. 19/5 S. 8) – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 102 S. 16) – 

darauf schliessen lässt, dass sie die Wohnung zu ihrer Sicherheit weiterhin hätte 

- 23 - 

verlassen wollen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist somit erstellt, dass die Privatklägerin 

1 die Wohnung hätte verlassen wollen, dies aber aufgrund des Verhaltens des 

Beschuldigten nicht tun konnte. 

7.2.1.8. Nicht erstellen lässt sich allerdings, dass die Privatklägerin 1 – wie im An-

klagesachverhalt umschrieben (Urk. 42 S. 3) – auch, nachdem B._____ Einlass 

gewährt worden war, die Wohnung nicht verlassen konnte, da der Beschuldigte 

die Schlüssel bei sich behalten haben soll. Zwar führte die Privatklägerin 1 vor 

Vorinstanz aus, dass der Kollege B._____ gekommen sei und der Beschuldigte 

auch da die Wohnungstür noch einmal abgeschlossen habe (Prot. I S. 22), dass 

er danach die Wohnungsschlüssel erneut an sich genommen habe, sagte sie 

aber nicht aus. Anlässlich ihrer Einvernahme vom 10. Dezember 2019 gab sie 

dann auch zu Protokoll, dass B._____ die Wohnung am Abend wieder verlassen 

habe, da die Tür offen respektive nicht abgeschlossen gewesen sei (Urk. 19/5 

S. 4). Ob die Privatklägerin 1 während des Besuchs von B._____ noch die Ab-

sicht hegte, die Wohnung zu verlassen, kann ihren Aussagen ebenfalls nicht ent-

nommen werden. Gemäss ihren Aussagen hielt sie sich später auch nicht mehr 

nur in der Küche, sondern in verschiedenen Räumlichkeiten der Wohnung auf 

(vgl. Urk. 19/5 S. 9, F/A 62), sodass sie auch wieder Zugang zu ihrem Mobiltele-

fon gehabt haben dürfte, welches ihr im Wohnzimmer heruntergefallen und dort 

liegen geblieben war (vgl. Urk. 19/5 S. 8, F/A 52; Prot. I S. 23). Entsprechend ist 

davon auszugehen, dass die Privatklägerin 1 die Möglichkeit gehabt hätte, die 

eheliche Wohnung früher zu verlassen als zu jenem Zeitpunkt, als B._____ diese 

am Abend verlassen hat. Folglich ist – entgegen dem in der Anklage umschriebe-

nen Sachverhalt – nicht erstellt, dass es der Privatklägerin 1 auch während des 

Besuchs von B._____ nicht möglich gewesen war, die eheliche Wohnung zu ver-

lassen. Erstellt ist somit lediglich, dass die Privatklägerin 1 die eheliche Wohnung 

entgegen ihres Wunsches nicht verlassen konnte, bis auch der fremde Mann die 

Wohnung verlassen hat. Durch dessen Verlassen der Wohnung dürfte sich auch 

ihre Angst wieder gelegt haben. So bestätigte die Privatklägerin 1 auch, dass sich 

die Situation wieder beruhigt habe (Urk. 19/5 S. 10). Hinweise darauf, dass sie 

anschliessend respektive während des Besuchs von B._____ weiterhin entgegen 

- 24 - 

ihrem Willen in der Wohnung eingeschlossen war, ergeben sich mangels gegen-

teiliger Aussagen keine. 

7.2.1.9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Privatklägerin 1 die Ge-

schehnisse in einer charakteristischen Weise konkret und anschaulich wiedergibt, 

wie es nur von derjenigen Person zu erwarten ist, welche diesen Vorfall selber er-

lebt hat. Zudem schilderte sie den Vorfall detailreich und widerspruchsfrei. Allfälli-

ge Ungereimtheiten beziehen sich insbesondere auf zeitliche Angaben respektive 

beschlagen vorwiegend Nebensächlichkeiten und das Randgeschehen. Die kon-

stanten und detailreichen Aussagen der Privatklägerin 1 erscheinen insgesamt 

glaubhaft. 

7.2.2. Aussagen des Zeugen B._____ 

7.2.2.1. Die Verteidigung macht geltend, dass der Zeuge B._____, welcher ein 

Freund der Familie sei, die von der Privatklägerin 1 geschilderten Vorkommnisse 

nicht bestätigen könne, was den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen in Frage stelle. 

Offenbar sei es der Privatklägerin 1 nicht einmal in den Sinn gekommen, dem 

Zeugen B._____, welcher am Tag des Vorfalls von April 2016 bei ihnen zu Be-

such gewesen sei, mitzuteilen, dass sie gegen ihren Willen vom Beschuldigten in 

der Wohnung festgehalten werde, obwohl dieser ein Freund der Familie sei 

(Urk. 82 S. 3 ff.; Urk. 120 S. 3 ff.). 

7.2.2.2. B._____ konnte die Aussagen der Privatklägerin 1, wonach er ihre zerris-

sene Bluse im Rahmen des Vorfalls vom April 2016 gesehen und ihr gesagt habe, 

sie solle den Beschuldigten lassen, er habe viele Freunde, welche "so" zu ihren 

Frauen seien, nicht bestätigen. So führte der Zeuge auf Vorhalt der entsprechen-

den Aussagen der Privatklägerin 1 aus: "Oh Gott…Wirklich… Ich glaube ehrlich 

gesagt nicht, dass ich mich daran erinnern kann. Ich glaube nicht, dass ich sie 

gesehen habe, bevor sie ins Frauenhaus ging." (Urk. 20/2 S. 6, F/A 31). Auf wei-

teren Vorhalt, dass die Privatklägerin 1 ihm ihre zerrissene Bluse gezeigt haben 

soll, gab er zu Protokoll: "Nein, nein, nein. Nicht dass ich mich daran erinnern 

könnte oder gesehen hätte." (Urk. 20/2 S. 6, F/A 33). Weiter führte er aus, dass er 

sich an so etwas wirklich nicht erinnern könne, und auf Vorhalt, er solle der Pri-

- 25 - 

vatklägerin 1 gesagt haben, der Beschuldigte habe einige Freunde, die "so" zu ih-

ren Frauen seien, sie solle ihn sein lassen, sagte er aus, so etwas würde er nie 

sagen, auf keinen Fall (Urk. 20/2 S. 7). 

7.2.2.3. Aus den Aussagen des Zeugen B._____ ergibt sich, dass dieser ein deut-

lich engeres Freundschaftsverhältnis zum Beschuldigten pflegte, selbst wenn er 

sich als Freund der Familie bezeichnet (vgl. vorstehend, Erw. III.6.3.). Dies zeigt 

sich auch anschaulich anhand seiner Aussagen, wonach er den Beschuldigten 

nach der Haftentlassung so lange wie nötig bei sich beherbergen wolle. Er probie-

re, diesem so gut wie möglich zu helfen. Er werde schauen, dass er einige Sa-

chen von sich verkaufen könne, um dem Beschuldigten helfen zu können. Er 

werde auch schauen, dass man sich gut um den Sohn des Beschuldigten küm-

mere. Er wolle nicht, dass sich nur die Privatklägerin 1 um den Sohn kümmere. Er 

sei dagegen, dass sie das alleinige Sagen habe (Urk. 20/2 S. 7, F/A 40). Fraglich 

sind zudem seine teilweise widersprüchlichen Aussagen betreffend sein Verhält-

nis zur Privatklägerin 1. So führte er einerseits aus, dass er die Privatklägerin 1 

sehr gut kenne und sie ein sehr enges Verhältnis gehabt hätten (Urk. 20/2 S. 3), 

während er im Verlauf der Einvernahme im Widerspruch dazu dann zu Protokoll 

gab, sie hätten keine Konversation miteinander führen können, sie habe ihm nur 

mit einfachen Worten Kaffee anbieten können, sie hätten viel mit Händen und 

Füssen gesprochen (Urk. 20/2 S. 4 f.). Auffallend ist zudem, dass sich der Zeuge 

teilweise sehr negativ über die Privatklägerin 1 äusserte, indem er ausführte, sie 

sei bipolar, er habe am Anfang auch Vorbehalte ihr gegenüber gehabt, und sie 

hätten einmal für ca. fünf Monate keinen Kontakt mehr gehabt, weil die Privatklä-

gerin 1 aufgrund seiner guten Beziehung zu ihrem Sohn F._____ eifersüchtig auf 

ihn gewesen sei (Urk. 20/1 S. 2 und S. 4 f.; Urk. 20/2 S. 3 ff. und S. 8 f.). 

7.2.2.4. Weiter fällt auf, dass der Zeuge B._____ im Wissen um das Vorhanden-

sein von ehelichen Problemen und Streitigkeiten zwischen dem Beschuldigten 

und der Privatklägerin 1 diese zu verharmlosen respektive nicht ernst zu nehmen 

scheint. So sagte er aus, der Beschuldigte und die Privatklägerin 1 hätten zwar oft 

gestritten und sich auch schon vor ihm gegenseitig angeschrien, wobei die Privat-

klägerin 1 mehr geschrien habe, was der Beschuldigte einfach stets hingenom-

- 26 - 

men habe. Er habe nicht das Gefühl gehabt, dass dies mit Gewalt verbunden ge-

wesen sei. Er habe gedacht, dass das vielleicht ihr Temperament sei und Leute 

aus dem Balkan gerne laut seien. Er wisse nur, dass sie oft gestritten hätten, aber 

er habe nie körperliche Gewalt oder Handgreiflichkeiten gesehen (Urk. 20/1 S. 3; 

Urk. 20/2 S. 5). Er glaube, dass es nun das zweite Mal sei, dass der Beschuldigte 

und die Privatklägerin 1 Probleme hätten. Beim ersten Mal sei die Privatklägerin 1 

ins Frauenhaus gegangen und der Beschuldigte habe auch schon einmal ins Ge-

fängnis müssen (Urk. 20/1 S. 1 und S. 3). Damals habe ihm die Privatklägerin 1 

erzählt, dass der Beschuldigte sie gestossen habe, worauf er mit "ach wirklich?" 

reagiert habe. Sie sei dann zusammen mit dem Sohn F._____ für drei Monate 

weg gegangen (Urk. 20/2 S. 5). Als die Privatklägerin 1 das erste Mal ins Frauen-

haus gegangen sei für drei Monate, sei es für den Sohn F._____ sehr schlimm 

gewesen. Dann sei die Privatklägerin 1 zurückgekommen und danach sei noch-

mals etwas gewesen, was wirklich sehr schwierig für den Sohn F._____ und nicht 

gut gewesen sei (Urk. 20/2 S. 5 f.). Auf entsprechende Frage, ob er je Folgen ei-

ner möglichen tätlichen Auseinandersetzung habe feststellen können, führte der 

Zeuge B._____ aus, er glaube, die Privatklägerin 1 habe das erste Mal, als sie 

weg gegangen sei, gesagt, der Beschuldigte habe sie am Arm gepackt, weshalb 

sie zwei rote Flecken habe. Auf die nachfolgenden Fragen gab B._____ nicht nur 

zu Protokoll, er glaube, die Privatklägerin 1 habe ihm diese gezeigt, sondern er 

bestätigte auch, dies gesehen zu haben (Urk. 20/2 S. 6, F/A 28 ff.), was seine ei-

gene Aussage, wonach die Streitigkeiten nicht mit Gewalt verbunden gewesen 

seien, fraglich erscheinen lässt. 

7.2.2.5. Angesichts des Umstandes, dass der Zeuge B._____ ein klar engeres 

Freundschaftsverhältnis zum Beschuldigten pflegte (vgl. vorstehend, Erw. III.6.3.) 

und sich eher negativ über die Privatklägerin 1 äusserte, ist – entgegen der Auf-

fassung der Verteidigung – durchaus nachvollziehbar, dass sie sich diesem nicht 

restlos anvertraute, zumal auch die bestehende Sprachbarriere sie daran gehin-

dert haben dürfte. Zudem zeugt seine Reaktion "ach wirklich" auf das Vorbringen 

der Privatklägerin 1, sie sei vom Beschuldigten gestossen worden, von einer ge-

wissen Gleichgültigkeit und deutet darauf hin, dass er die Privatklägerin 1 nicht 

besonders ernst genommen hat. Aufgrund dieser Reaktion erscheint auch die von 

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der Privatklägerin 1 beschriebene Haltung des Zeugen anlässlich seines Besuchs 

in der ehelichen Wohnung im April 2016, wonach er mit dem Zeigefinger vor dem 

Mund "sch" gesagt und ihr gegenüber geäussert habe, sie solle den Beschuldig-

ten lassen, denn dieser habe einige Freunde, welche "so" zu ihren Frauen seien 

(Urk. 19/5 S. 4), durchaus plausibel. Zudem passt die von der Privatklägerin 1 be-

schriebene Haltung auch zu den Aussagen und zum vom Beschuldigten vertrete-

nen Frauenbild. So gab er diesbezüglich anlässlich der Berufungsverhandlung zu 

Protokoll: "Jede Frau rennt zur Polizei. Sie manipuliert, macht Behauptungen wo-

möglich wegen der Papiere" (Prot. II S. 15) oder "50 % der Frauen gehen zur Po-

lizei und manipulieren diese" (Prot. II S. 16). Für den Zeugen dürften die ihm von 

der Privatklägerin 1 geschilderten Vorkommnisse im April 2016 nichts Ausserge-

wöhnliches gewesen sein, zumal die Wahrnehmung von Spannungen und Strei-

tigkeiten zwischen dem Ehepaar gemäss den Aussagen des Zeugen für ihn keine 

Seltenheit darstellte. Dass der Zeuge sich dann mehr als 3½ Jahre später, seine 

Einvernahmen erfolgten erst im Dezember 2019 und Januar 2020 (Urk. 20/1-2), 

nicht mehr an den Zustand der Privatklägerin 1 respektive ihre Äusserungen vom 

April 2016 erinnern konnte, ist ebenfalls nachvollziehbar, zumal es der allgemei-

nen Lebenserfahrung entspricht, dass die Erinnerung zeitnah zu den Vorfällen am 

zuverlässigsten ist, um dann mit zunehmendem Zeitablauf zu verblassen. Einzig 

der Umstand, dass der Zeuge B._____ die Darstellung der Privatklägerin 1 nicht 

bestätigen konnte oder wollte, vermag die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht zu 

schmälern. 

7.2.3. Aussagen des Beschuldigten 

7.2.3.1. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf vollumfänglich und bleibt mit sei-

nen Aussagen sehr vage und oberflächlich. Er bestreitet nicht nur, die Privatklä-

gerin 1 am Verlassen der Wohnung gehindert oder sie tätlich angegriffen zu ha-

ben, sondern er macht geltend, ein solcher Vorfall existiere nicht, das habe die 

Privatklägerin 1 einfach erzählt, dies seien alles Lügen (Urk. 18/4 S. 3). Weiter 

führte er anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 5. Dezember 2019 auf 

Vorhalt der Fotografie Nr. 16 (Urk. 14/16) aus, die Privatklägerin 1 habe die Bluse 

selber beschädigt, er habe damit nichts zu tun (Urk. 18/4 S. 4, F/A 24). Wie oder 

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weshalb die Privatklägerin 1 dies getan haben sollte, ergibt sich aus seinen Aus-

sagen allerdings nicht. Auffallend ist auch, dass der Beschuldigte die Privatkläge-

rin 1 schlecht zu machen versucht. So führte er beispielsweise aus, dass sie 

krank sei. Es sei eine Art Magie, welche mit ihr gemacht worden sei, schwarze 

Magie. Er glaube nicht, dass sie die Anzeigen von sich aus gemacht habe 

(Urk. 18/4 S. 4). 

7.2.3.1. Insgesamt vermögen die pauschalen Bestreitungen des Beschuldigten 

keine ernsthaften Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatkläge-

rin 1 zu begründen. 

7.2.4. Zwischenfazit 

Der Sachverhalt hinsichtlich des Vorfalls vom April 2016 (vgl. Urk. 42 S. 3) ist ge-

stützt auf die gewürdigten Beweismittel, insbesondere die glaubhaften und 

schlüssigen Aussagen der Privatklägerin 1, mit Ausnahme, dass es der Privatklä-

gerin 1 auch während des Besuchs von B._____ nicht möglich gewesen sein soll, 

die eheliche Wohnung zu verlassen, da der Beschuldigte auch nach dessen Ein-

lass die Wohnungstür sofort wieder verschlossen und die Schlüssel bei sich be-

halten haben soll, vollumfänglich erstellt. 

7.3. Anklagevorwurf mehrfache einfache Körperverletzung eventualiter ver-

suchte einfache Körperverletzung (September 2016, Dossier 3) 

7.3.1. Aussagen der Privatklägerin 1 

7.3.1.1. Auch diesen anklagegegenständlichen Vorfall schilderte die Privatkläge-

rin 1 in ihren Einvernahmen detailliert, lebensnah und schlüssig. So gab sie kon-

stant zu Protokoll, dass sie und der Beschuldigte sich wegen ihres Sohnes gestrit-

ten hätten, worauf der Beschuldigte ihr eine Ohrfeige und sodann einen Faust-

schlag gegen die Brust verpasst habe, sodass sie mit dem Rücken gegen die 

Wand geprallt sei. Sie habe daraufhin mit dem Sohn die Wohnung verlassen wol-

len, habe diesen aber nicht nehmen können, da der Beschuldigte ihren Sohn ge-

halten habe. Der Beschuldigte sei dann in den Flur gegangen, sie hinterher. Im 

Flur habe er ihr nochmals eine Ohrfeige verpasst, worauf sie aus der Wohnung 

- 29 - 

geflüchtet und er ihr gefolgt sei. Er habe sie an den Oberarmen festgehalten und 

versucht, sie zurück in die Wohnung zu zerren. Das habe sie nicht gewollt, da sie 

gewusst habe, was sie dort dann erwartet hätte. Sie habe anschliessend das Be-

wusstsein verloren und sei erst wieder erwacht, als die Ambulanz vor Ort gewe-

sen sei (Urk. 19/4 S. 8; Urk. 19/5 S. 12 f.; Prot. I S. 28 f.). Zu erwähnen ist zudem, 

dass die Privatklägerin 1 bereits anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme vom 1. Oktober 2019, bei welcher es in erster Linie um den Vorfall vom 

15. September 2019 ging, den Vorfall vom September 2016 erwähnte und ihre 

Aussagen hinsichtlich der Chronologie der Ereignisse und Handlungen des Be-

schuldigten deckungsgleich sind mit denjenigen in ihren späteren Einvernahmen 

(vgl. Urk. 19/2 S. 18).  

7.3.1.2. Weiter führte die Privatklägerin 1 anlässlich ihrer Einvernahme vom 

22. November 2019 aus, sie wisse nicht, wer die Sanität gerufen habe. Als sie 

erwacht sei, seien Sanität und Polizei bereits vor Ort gewesen. Der Beschuldigte 

habe ihr später gesagt, er habe der Polizei und der Sanität gesagt, dass sie sich 

habe verletzen wollen, wovon er sie abgehalten habe. Man werde ihm glauben, 

womit er wohl habe sagen wollen, sie solle keine Anzeige machen (Urk. 19/4 

S. 8). Auf entsprechende Frage sagte die Privatklägerin 1 aus, dass die Ohrfeigen 

heftig – auf einer Skala von 1 bis 10 – mindestens auf Stufe 9 gewesen seien. Sie 

sei zudem frisch operiert gewesen. Im Schlafzimmer sei die erste Ohrfeige mit der 

rechten Hand gegen ihre linke Seite und im Flur mit der linken Hand gegen ihre 

rechte Seite erfolgt (Urk. 19/4 S. 8). Die von ihr zu den Akten gereichten Fotoauf-

nahmen (Urk. 14/3-13) würden von diesem Vorfall vom September 2016 stammen 

(Urk. 19/4 S. 9). 

7.3.1.3. Die Aussagen der Privatklägerin 1 enthalten betreffend den Vorfall vom 

September 2016 keine Widersprüche und ihre Schilderungen sind chronologisch 

nachvollziehbar und inhaltlich plausibel. Ihre Aussagen enthalten zudem zahlrei-

che Einzelheiten, durch welche ihre Ausführungen lebendig werden und wie sie 

nur von jemandem zu erwarten sind, der das Geschilderte auch tatsächlich erlebt 

hat. So beschrieb sie beispielsweise auch den Grund für ihren Streit mit dem Be-

schuldigten und ihre damalige Gefühlslage detailreich und authentisch. Zudem 

- 30 - 

vermochte sie sich auch noch an den genauen Wortlaut von damals zu erinnern. 

Anlässlich ihrer Einvernahme vom 10. Dezember 2019 führte sie dazu aus, es sei 

ca. 23.00 Uhr oder 00.00 Uhr gewesen, als sie ihren Sohn ins Bett habe schicken 

wollen. Der Beschuldigte habe mit dem Sohn auf dem Mobiltelefon gespielt und 

sich dann mit diesem zum Schlafen ins Bett gelegt. Als sie nach einer Weile 

nachschauen gegangen sei, habe sie gesehen, wie er den Rücken zum Sohn ge-

dreht gehabt habe und wie ihr Sohn sich "sexuelle Filme" angesehen habe. Das 

habe sie verrückt gemacht. Es sei ihr extrem schlecht gegangen. Sie habe das 

Mobiltelefon genommen und es zu Boden geworfen. Daraufhin habe sie zum Be-

schuldigten gesagt: "Schau mal auf die Zeit und der Sohn ist noch immer am Te-

lefon. Nicht nur das, schau was er sich ansieht." (Urk. 19/5 S. 12). 

7.3.1.4. Die Privatklägerin 1 räumte auch ein, wenn sie sich nicht sicher war oder 

etwas nicht mehr wusste. So führte sie anlässlich ihrer Einvernahme vom 

10. Dezember 2019 auf die Frage, wie genau sie geohrfeigt worden sei, aus, sie 

könne es heute nicht mehr sagen. Es könne auf der rechten oder der linken Wan-

genseite gewesen sein. Es könne sein, dass sie sich bei der Polizei noch erinnert 

habe, aber jetzt wisse sie es nicht mehr. Sie wisse, dass es zwei kräftige Ohrfei-

gen gewesen seien, denn ihr Hirn habe sich gedreht (Urk. 19/5 S. 13, F/A 91). 

Dass gewisse Nebensächlichkeiten für die Privatklägerin 1 in den Hintergrund ge-

rückt sind und sie sich nicht mehr an jedes kleinste Detail zu erinnern vermag, ist 

einerseits angesichts der Vielzahl der Vorfälle und der zwischen der Tat und ihren 

Befragungen verstrichenen Zeit von gut drei Jahren durchaus nachvollziehbar und 

vermag die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht zu schmälern. Im Gegenteil ist 

dies ein Hinweis darauf, dass sie das von ihr tatsächlich Erlebte aus ihrer eigenen 

Erinnerung wiedergibt, ohne zuvor eine Geschichte minutiös auswendig gelernt 

zu haben. Zudem ist auch nicht weiter von Bedeutung, mit welcher Hand er die 

Privatklägerin 1 auf welche Gesichtshälfte geschlagen hat, denn dass er ihr zuerst 

eine Ohrfeige, dann einen Faustschlag gegen die Brust und später nochmals eine 

Ohrfeige verpasst habe, gab die Privatklägerin 1 während sämtlichen Einvernah-

men konstant zu Protokoll. 

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7.3.1.5. Auch betreffend diesen Vorfall weisen die Schilderungen der Privatkläge-

rin 1 keine Übertreibungen auf und sie versucht weder den Vorfall zu dramatisie-

ren noch den Beschuldigten übermässig zu belasten. So sagte sie nicht aus, sie 

habe ihr Bewusstsein aufgrund der gewalttätigen Handlungen des Beschuldigten 

verloren, sondern sie machte geltend, dies sei wegen "des ganzen Druckes, das 

ganze Drumherum" gewesen (Urk. 19/4 S. 8, F/A 63).  

7.3.1.6. Dem Einwand der Verteidigung, wonach die Aussagen der Privatkläge-

rin 1 inkonsistent seien, da sie den während des Vorfalls anwesenden Gast 

G._____ erstmals anlässlich ihrer Einvernahme vom 10. Dezember 2019 erwähnt 

habe (Urk. 82 S. 8; Urk. 120 S. 8 f.), ist entgegenzuhalten, dass dies die Glaub-

haftigkeit ihrer Aussagen nicht zu schmälern vermag, und es kann dazu auf die 

vorstehenden Erwägungen III.7.2.1.3. verwiesen werden. 

7.3.1.7. Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 82 S. 8) ist durchaus 

verständlich, dass sich die Privatklägerin 1 ihrem Bruder nicht anvertraute und 

ihm das Vorgefallene nicht erzählte, zumal es sich bei häuslicher Gewalt unter 

Ehegatten um ein persönliches und auch schambehaftetes Thema handelt und 

überdies nicht bekannt ist, wie nahe sich die Privatklägerin 1 und ihr Bruder ste-

hen respektive ob sie zu ihm ein Vertrauensverhältnis hat. 

7.3.1.8. Die konstanten und detailreichen Aussagen der Privatklägerin 1 erschei-

nen auch hinsichtlich des Vorfalls vom September 2016 insgesamt glaubhaft. 

7.3.2. Aussagen des Beschuldigten 

7.3.2.1. Demgegenüber weisen die Aussagen des Beschuldigten gewisse Wider-

sprüche auf. So konnte sich der Beschuldigte zwar an einen Vorfall erinnern, bei 

dem auf seinen Anruf hin die Polizei und Sanität ausgerückt sei, weil die Privat-

klägerin 1 ohnmächtig geworden sei (Urk. 18/4 S. 5, F/A 39 f.), wobei er teilweise 

von einem Unfall sprach, bei welchem die Privatklägerin 1 in der Wohnung hinge-

fallen sei (Urk. 18/4 S. 5 f., F/A 46), um dann im Widerspruch dazu auszuführen, 

sie habe sich ihre Verletzungen selber zugefügt (Urk. 18/4 S. 5, F/A 43). Auf Vor-

halt der Bilder der Verletzungen der Privatklägerin 1 (Urk. 14/1-13) stellte er diese 

- 32 - 

nicht in Abrede, sondern sagte aus, es sei möglich, dass die Privatklägerin 1 die 

Verletzungen schon bei ihrer Einlieferung ins Spital gehabt habe, aber nicht er 

habe diese verursacht, sondern sie (Urk. 18/4 S. 5, F/A 46). Aus den Aussagen 

des Beschuldigten ergibt sich somit nicht klar, ob die Privatklägerin 1 sich die Ver-

letzungen nun selber zugefügt haben soll oder ob diese durch einen Unfall bzw. 

ein Hinfallen der Privatklägerin 1 entstanden sein sollen. Ausführungen dazu, wa-

rum und wie sie sich diese Verletzungen selber zugefügt haben oder wie es zu 

einem Unfall gekommen sein soll, fehlen gänzlich. So führte er anlässlich seiner 

polizeilichen Einvernahme vom 5. Dezember 2019 auf die Aufforderung hin, er 

solle erzählen, was sich damals zugetragen habe, als er die Polizei und Sanität 

habe avisieren müssen, einzig aus: "Ich rief an, weil meine Frau hingefallen war. 

Sie fiel in der Wohnung hin. Weshalb sie hingefallen war, weiss ich nicht. Evt. fiel 

sie selber hin, ich habe dies nicht verursacht, zu 100 % nicht." (Urk. 18/4 S. 5 f., 

F/A 46). Auch vor Vorinstanz machte er geltend, es sei ein Unfall passiert, wobei 

er dann auf die Frage, was für ein Unfall passiert sei, ausweichend zu Protokoll 

gab: "So wie ich es beim Staatsanwalt erzählt habe." (Prot. I S. 58). Gegenüber 

der Staatsanwaltschaft hat der Beschuldigte den Unfallhergang allerdings eben-

falls nicht erläutert, sondern mit dem Sachverhalt konfrontiert einzig ausgeführt, er 

habe ihr das nicht zugefügt, er habe das nicht gemacht (Urk. 18/7 S. 6, F/A 21). 

Weiter sagte er aus, wenn er ihr etwas angetan hätte, würde er das zugeben, 

aber er habe das nicht gemacht (Urk. 18/7 S. 6). Auf die von der Privatklägerin 1 

geschilderte Vorgeschichte, wonach es zwischen ihnen zu einem Streit gekom-

men sei, weil ihr Sohn in Gegenwart des Beschuldigten Sexfilme schauen konnte, 

ging der Beschuldigte nicht ein, er stellte diese aber auch nicht in Abrede (Prot. I 

S. 60). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte auf 

mehrfache Frage, woher die Verletzungen der Privatklägerin 1 stammten und 

weshalb er damals die Sanität gerufen habe, vage und ausweichend zu Protokoll, 

sie sei nicht seinetwegen ins Spital gegangen, er habe sie nämlich nicht geschla-

gen. Sie sei zu Boden gefallen, als hätte sie ein Trauma gehabt. Er habe ver-

sucht, ihr zu helfen, sie aufzuheben, aber es sei nicht gegangen. Geschlagen ha-

be er sie nicht. Es könne auch sein, dass eine Person sich das selber zufüge. 

Woher solle er wissen, woher sie diese Verletzungen gehabt habe (Prot. II S. 17). 

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Auf die weitere Frage, ob er meine, dass die Privatklägerin 1 absichtlich selber 

hingefallen sei, führte er ausschweifend aus, er habe nur versucht, ihr zu helfen. 

Sie habe oft Probleme gehabt. Vor allem 2020 habe sie sehr viele gesundheitliche 

Probleme gehabt, wobei er sie immer wieder ins Spital begleitet habe (Prot. II S. 

17 f.). Auf Vorhalt, er weiche mit seinen Aussagen aus, und die erneute Frage, 

was er an jenem Tag nun festgestellt habe, dass er zum Schluss gekommen sei, 

die Privatklägerin 1 müsse ins Spital, gab er zu Protokoll, er wisse es nicht (Prot. 

II S. 18). Die äusserst vagen und oberflächlichen Aussagen des Beschuldigten 

wirken lebensfremd und wenig glaubhaft. 

7.3.3. Spitalbericht und Fotoaufnahmen der Verletzungen der Privatklägerin 1 

7.3.3.1. Die Aussagen der Privatklägerin 1 werden durch den ärztlichen Befund 

vom 22. Oktober 2019 aus dem Spital Bülach sowie die Fotoaufnahmen der Ver-

letzungen der Privatklägerin 1 untermauert (Urk. 14/5-13; Urk. 26; Urk. 27/7). Aus 

dem ärztlichen Befund geht hervor, dass die Privatklägerin 1 am 24. September 

2016 untersucht worden sei und folgende Verletzungen erlitten habe:  

Anhand vorliegender Fotodokumentation: Fraglich älterer, abgeblasster Bluter-

guss über dem rechten Jochbein, kleine Schürfwunde über der hinteren Achselfal-

te, mehrere Kratzspuren am hinteren linken Oberarm, ca. 3x2 cm grosse Rötung 

Oberarminnenseite rechts sowie links, diverse kleine (ca. 1x1 cm) Rötungen im 

Dekolleté-Bereich sowie ca. 1x1 cm und 3x1 cm grosse Rötung über Schultervor-

derseite rechts, ca. 3x1 cm grosse Rötung über Schulterblattunterseite rechts, 

fraglich (soweit anhand von Bild beurteilbar) auch älterer dortiger Bluterguss, ca. 

3x1 cm grosse Rötung über der linken Schulter und anhand dem vorliegenden 

ambulanten Arztbericht: Druckschmerzen entlang der Burst- und Halswirbelsäule 

sowie am Hinterkopf, keine Prellmarke dort ersichtlich, Druckschmerzen entlang 

der Rötungen im Dekolleté-Bereich und Druckschmerz über dem Brustbein sowie 

bei Druck über dem Brustkorb im Sinne einer Weichteilverletzung Brustkorbregion 

(Urk. 27/7 S. 1). Weiter wird festgehalten, dass die von der Privatklägerin 1 mittels 

Fotoaufnahmen dokumentierten Hautveränderungen durchaus mit der von ihr ge-

schilderten Krankheitsgeschichte (Schlag mit der Faust auf die Brust sowie gegen 

eine Wand gestossen) übereinstimmen könnten. Aufgrund der Lokalisationen wä-

- 34 - 

re eine Selbstbeibringung der Hautveränderungen jedoch möglich (Urk. 27/7 

S. 2). 

7.3.3.2. Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 84 S. 6; Urk. 120 S. 10) 

basiert der ärztliche Befund vom 22. Oktober 2019 nicht einzig gestützt auf den 

von der Privatklägerin 1 gemachten Fotoaufnahmen, sondern auch auf Aktenun-

terlagen und insbesondere auf einem ambulanten Arztbericht (vgl. Urk. 27/7 S. 1), 

womit dem ärztlichen Befund – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 102 

S. 24) – nicht jeglicher Beweiswert abzusprechen ist. Ebenfalls nicht weiter von 

Relevanz ist, dass der ärztliche Befund nicht von den damals involvierten Ärzten 

verfasst wurde, welche nicht mehr im Spital Bülach tätig waren (Urk. 82 S. 8), da 

diejenigen Ärzte, welche den Befund verfasst haben, diesen anhand der ihnen 

vorliegenden Aktenunterlagen und insbesondere eines ambulanten Arztberichts 

erstellen konnten. Zwar wird in Übereinstimmung mit der Verteidigung (Urk. 120 

S. 9) im ärztlichen Befund vom 22. Oktober 2019 nicht explizit festgehalten, die 

Privatklägerin 1 habe von häuslicher Gewalt berichtet, was – entgegen der Auf-

fassung der Verteidigung – aber nicht einfach den Schluss zulässt, es sei zu kei-

nen Vorfällen häuslicher Gewalt gekommen. Es ist durchaus nachvollziehbar, 

dass die Privatklägerin 1 anfänglich Mühe hatte, sich jemandem anzuvertrauen, 

zumal es sich beim Thema Gewalt in der Ehe um ein sehr privates und allenfalls 

auch schambehaftetes Thema handelt, und sie somit erst nach einer gewissen 

Anzahl Vorfällen den Mut aufbrachte, das Vorgefallene zu melden. Dass der Vor-

fall vom 15. September 2019 sie dazu bewegte, den Beschuldigten anzuzeigen, 

ist angesichts des Umstandes, dass es sich bei diesem Vorfall um den schwer-

wiegendsten handelte und das Ausmass an Gewalt seitens des Beschuldigten ei-

ne neue Intensität erreicht hatte, was so von der Privatklägerin 1 mehrfach zu 

Protokoll gegeben wurde (Urk. 19/2 S. 8; Prot. I S. 17), ist ebenfalls verständlich. 

7.3.3.3. Dem ärztlichen Befund ist vor allem zu entnehmen, wo die Privatkläge-

rin 1 Druckschmerzen verspürte und dass sie im Dekolleté-Bereich Rötungen 

aufwies (Urk. 27/7 S. 1). Dazu passen nicht nur die von der Privatklägerin 1 ein-

gereichten Fotoaufnahmen (Urk. 14/5-13), welche unter anderem diese Rötungen 

im Dekolleté-Bereich zeigen und darüber hinaus auch mit den von ihr geschilder-

- 35 - 

ten Handgreiflichkeiten des Beschuldigten übereinstimmen. Es ist somit glaubhaft, 

dass diese Verletzungen vom Vorfall im September 2016 stammen respektive 

Verletzungen der Privatklägerin 1 zeigen. 

7.3.4. Zwischenfazit 

Der Sachverhalt hinsichtlich des Vorfalls vom September 2016 (vgl. Urk. 42 

S. 4 f.) ist gestützt auf die gewürdigten Beweismittel – insbesondere die glaubhaf-

ten und schlüssigen Aussagen der Privatklägerin 1 sowie den ärztlichen Befund 

vom 22. Oktober 2019 und die Fotoaufnahmen – vollumfänglich erstellt. 

7.4. Anklagevorwurf Tätlichkeiten (Juli 2019, Dossier 1) 

7.4.1. Aussagen der Privatklägerin 1 

7.4.1.1. Die Privatklägerin 1 schilderte den anklagegegenständlichen Vorfall vom 

Juli 2019 in sämtlichen Einvernahmen gleichbleibend. So sagte sie aus, der Be-

schuldigte habe sie nach einer Streitigkeit, bei welcher es um den Hort und die 

KESB gegangen sei, am linken Oberarm gepackt und gestossen, sodass sie sich 

ihr Bein an der Kante des Salontischs angeschlagen habe. Sie habe danach ein 

Hämatom an der Innenseite des linken Oberschenkels gehabt (Urk. 19/1 S. 3 f., 

F/A 14 f.; Urk. 19/4 S. 10, F/A 83 f.; Urk. 19/5 S. 17, F/A 117; Prot. I S. 32). Zwei 

Tage nach dem Vorfall habe der Beschuldigte sie dann gefragt, woher die blauen 

Flecken stammen würden. Sie habe ihm dann geantwortet "von dir". Er habe aber 

abgestritten, dass er ihr diese zugefügt habe (Urk. 19/4 S. 10, F/A 84; Urk. 19/5 

S. 17, F/A 118). Zum Arzt sei sie damals nicht gegangen, sondern sie habe ledig-

lich ihrer Kollegin, C._____, über die Probleme zuhause erzählt (Urk. 19/4 S. 10, 

F/A 85 f.). Zur Untermauerung ihrer Aussagen reichte die Privatklägerin 1 anläss-

lich ihrer polizeilichen Befragung vom 22. November 2019 zwei Fotoaufnahmen 

zu den Akten (Urk. 14/1-2), welche vom Vorfall vom Juli 2019 stammen und ein 

Hämatom an ihrem linken Oberarm sowie an der Innenseite ihres linken Ober-

schenkels zeigen würden (Urk. 19/4 S. 10, F/A S. 83 f.). Zwar ist in Übereinstim-

mung mit der Verteidigung nicht ersichtlich, wann diese Aufnahmen gemacht 

wurden, zumindest auf dem zweiten Bild (Urk. 14/2) ist allerdings klar erkennbar, 

- 36 - 

dass es sich um die Innenseite des Oberschenkels handelt, was sich somit mit 

den Aussagen der Privatklägerin 1 deckt. 

7.4.1.2. Obwohl die Privatklägerin 1 zu diesem Sachverhalt jeweils nur kurz be-

fragt wurde und damit relativ wenig umfangreiche Aussagen vorliegen, sind diese 

nicht nur in Bezug auf das Kerngeschehen (Packen am linken Oberarm, Stoss 

gegen den Salontisch mit nach sich ziehendem Hämatom an der Innenseite des 

linken Oberschenkels), sondern auch hinsichtlich des Randgeschehens (Thema 

des Streits) konstant und widerspruchsfrei. 

7.4.2. Aussagen des Beschuldigten 

7.4.2.1. Die Aussagen des Beschuldigten zu diesem Vorfall im Juli 2019 sind äus-

serst knapp und oberflächlich. Er bestreitet diesen Vorfall vollumfänglich 

(Urk. 18/4 S. 6 f.; Urk. 18/7 S. 7). Zwar stellte er auf Vorhalt der Fotoaufnahmen 

(Urk. 14/1-2) nicht in Abrede, dass es sich dabei um Verletzungen der Privatklä-

gerin 1 handelt, er macht allerdings geltend, die dokumentierten Hämatome nie 

gesehen zu haben (Urk. 18/4 S. 6 f., F/A 57 f.). Vor Vorinstanz verwies der Be-

schuldigte lediglich auf seine bereits gemachten Aussagen und wollte inhaltlich zu 

diesem Vorfall nichts mehr beifügen (Prot. I S. 61). 

7.4.2.2.  Insgesamt vermögen die pauschalen Bestreitungen des Beschuldigten 

keine ernsthaften Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatkläge-

rin 1 zu begründen. 

7.4.3. Zwischenfazit 

Der Sachverhalt betreffend den Vorfall vom Juli 2019 (vgl. Urk. 42 S. 6) ist ge-

stützt auf die gewürdigten Beweismittel – insbesondere die glaubhaften und 

schlüssigen Aussagen der Privatklägerin 1 – vollumfänglich erstellt. 

- 37 - 

7.5. Anklagevorwürfe mehrfache einfache Körperverletzung, Drohung, Tätlich-

keiten eventualiter versuchte einfache Körperverletzung, eventualiter Tätlichkeiten 

(15. September 2019, Dossier 1) 

7.5.1. Aussagen der Privatklägerin 1 

7.5.1.1. Die Privatklägerin 1 schilderte den anklagegegenständlichen Vorfall vom 

15. September 2019 anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 16. September 

2019 und der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 1. Oktober 2019 detail-

liert in freier Erzählung und beantwortete zusätzlich mehrere Fragen dazu wider-

spruchsfrei. So gab die Privatklägerin 1 bei ihren Einvernahmen detailliert und im 

Kerngeschehen gleichbleibend zu Protokoll, dass der Beschuldigte die Wohnung 

am Abend des 15. September 2019 verlassen habe. Sie sei dann mit ihrem Sohn 

im gleichen Bett eingeschlafen. Der Beschuldigte habe dann sehr laut an die 

Wohnungstür geklopft, sie habe es aber nicht gehört, weil sie geschlafen habe. Ir-

gendwann habe sie es dann gehört. Der Beschuldigte habe ihr auch eine SMS 

geschickt und geschrieben, sie solle die Tür aufmachen, ansonsten er diese ka-

putt machen werde. Sie habe ihm dann die Wohnungstür geöffnet und er habe sie 

angeschrien, warum sie die Klingel ausgeschaltet habe. Er sei dann ins Wohn-

zimmer gegangen. Sie sei ihm gefolgt, da sie mit ihm über die familiären Proble-

me habe sprechen wollen. Sie habe ihm gesagt, dass er das Mobiltelefon sein 

lassen und sich mit ihr unterhalten soll. Sie habe dann eines seiner Mobiltelefone 

genommen und ihm gesagt, dass sie es aus dem Fenster werfen werde. Er sei 

dann aufgestanden und habe ihr das Mobiltelefon wieder weggenommen. An-

schliessend habe er ihr mit der rechten Hand auf ihre linke Wange respektive ihr 

Ohr geschlagen und danach mit der linken Hand auf ihre rechte Wange geschla-

gen. Dann habe er sie mit der linken Hand gegen ihre rechte Schulter gestossen, 

sodass sie ihre Stirn an der Wand angeschlagen habe. Er habe immer wieder ihre 

Arme festgehalten. Sie habe ins Badezimmer gehen wollen, was er verhindert 

habe. Sie habe nicht gewollt, dass ihr Sohn den Streit mitbekomme. Im Korridor 

habe er sie mit beiden Händen am Hals gepackt und zugedrückt. Sie habe nicht 

mehr atmen können. Sie wisse nicht, wie sie reagiert habe. Sie habe sich vermut-

lich mit den Händen gewehrt. Sie könne nicht mehr sagen, wie lange er sie ge-

- 38 - 

würgt habe. Während er sie gewürgt habe, habe er gesagt, dass jetzt der Moment 

gekommen sei und er sie umbringen würde. Sie habe seine Hände von ihrem 

Hals gerissen. Er habe dann mit seinen Händen ihren Kopf gehalten und mit bei-

den Daumen in ihre Augen gedrückt. Sie habe ihre Augenlieder noch schliessen 

können, sie habe aber riesige Schmerzen gehabt. Sie habe sich deshalb wieder 

zur Wehr gesetzt. Der Beschuldigte habe danach weiter herumgeschrien und sie 

habe sich in der Toilette eingeschlossen. Sie habe sich dann ca. eine Stunde im 

Badezimmer aufgehalten. Sie habe Angst gehabt, dass er ihr etwas antun würde 

und vielleicht ein Messer holen würde. Dies habe er aber nicht getan. Als sie die 

Badezimmertür später wieder geöffnet habe, habe sich die Lage etwas beruhigt 

gehabt. Sie habe dann einen Schlüssel genommen und die Wohnung verlassen. 

Sie sei dann bis am Morgen weggeblieben (Urk. 19/1 S. 2 und S. 5 ff.; Urk. 19/2 

S. 5 ff.; Prot. I S. 17 ff.). 

7.5.1.2. Auffallend ist, dass die Privatklägerin 1 viele Details zu Protokoll geben 

konnte, so beispielsweise, mit welcher Hand sie auf welche Gesichtshälfte ge-

schlagen oder mit welcher Hand sie gestossen worden sei (Urk. 19/1 S. 2). Sie 

konnte auch den genauen Wortlaut der vom Beschuldigten ausgesprochenen 

Drohung auf Albanisch wiedergeben (Urk. 19/1 S. 6, F/A 42). Die rund ein Jahr 

später vor Vorinstanz gemachten Aussagen fielen zwar leicht weniger detailliert 

aus, jedoch erfolgten sie in Übereinstimmung mit den bei der Polizei und der 

Staatsanwaltschaft gemachten Aussagen. So gab sie vor Vorinstanz nach wie vor 

zu Protokoll, dass der Beschuldigte sie zwei Mal ins Gesicht geschlagen habe, mit 

welcher Hand er auf welche Gesichtshälfte geschlagen habe, führte sie allerdings 

nicht mehr aus (Prot. I S. 18 f.). Dies weist darauf hin, dass die Privatklägerin 1 

nicht einfach Angelerntes wiedergab, und ist vereinbar mit im Zeitablauf nachlas-

sender Erinnerung. 

7.5.1.3. Die Privatklägerin 1 schilderte auch eindrücklich und authentisch ihre Ge-

fühlslage anlässlich dieses Vorfalls. So sagte sie bei der Polizei aus, dass der Be-

schuldigte sie gewürgt und ihr gesagt habe, dass er sie jetzt umbringen werde. Da 

habe sie ihm gesagt, dass es besser sei, wenn er sie umbringen würde. Sie sei so 

müde von all dem. Sie habe Angst gehabt. Sie sei so müde von diesem ständigen 

- 39 - 

psychischen Druck. Deshalb habe sie ihm auch gesagt, dass er sie umbringen 

solle (Urk. 19/1 S. 6). Sie betonte auch mehrfach, dass sie keine Kraft mehr ge-

habt habe und es ihr sehr schlecht gegangen sei (Urk. 19/2 S. 7 f.; Prot. I S. 19). 

Die Aussagen der Privatklägerin 1 verdeutlichen, in welcher psychischen Er-

schöpfung sie sich befand. Der von ihr geschilderte Zustand ist ohne Weiteres 

vereinbar mit der von ihr geltend gemachten Häufung und Steigerung der Dro-

hungen und Gewalttätigkeiten seitens des Beschuldigten. Aufgrund dieser Steige-

rung erscheint auch nachvollziehbar, weshalb die Privatklägerin 1 sich erst nach 

diesem Vorfall zu einer Anzeige durchringen konnte. Dazu führte sie bei der 

Staatsanwaltschaft anschaulich aus, sie habe entschieden, sich Hilfe bei der Poli-

zei zu suchen, denn es sei ihr zu viel geworden. Dies sei der letzte Vorfall gewe-

sen, denn auch früher habe es Vorfälle gegeben, aber jetzt bei diesem Vorfall sei 

sie explodiert, denn sie sehe, dass es nicht aufhöre. Es seien viele Leiden zu-

sammengekommen und sie könne das nicht mehr dulden. Sie habe keinen ande-

ren Ausweg gehabt (Urk. 19/2 S. 8). Auch vor Vorinstanz führte sie glaubhaft aus, 

an diesem Tag sei Schreckliches passiert. Da habe er die Spitze erreicht, sodass 

sie nicht mehr konnte (Prot. I S. 17). Die Privatklägerin 1 hat ferner nachvollzieh-

bar erklärt, dass sie sich lediglich aufgrund ihres gemeinsamen Sohnes nicht be-

reits früher vom Beschuldigten getrennt habe (Urk. 19/1 S. 4). Vor diesem Hinter-

grund und angesichts des jungen Alters ihres Sohnes (geboren tt.mm.2014, Urk. 

19/1 S. 4) vermag auch der Umstand, dass sie trotz der früheren Vorfälle weiter-

hin beim Beschuldigten blieb, die Glaubhaftigkeit ihrer Darstellung nicht in Frage 

zu stellen. Dass die Zuspitzung der Situation aufgrund der Drohung und der ge-

steigerten Brutalität geeignet war, ihre Angst zu verstärken, ist ohne Weiteres 

nachvollziehbar. 

7.5.1.4. Die Privatklägerin 1 räumte auch ein, wenn sie sich nicht sicher war oder 

etwas nicht mehr wusste. So sagte sie aus, sie könne nicht einschätzen, wie lan-

ge sie gewürgt worden sei (Urk. 19/1 S. 7, F/A 49; Urk. 19/2 S. 10, F/A 40). Sie 

gab auch zu Protokoll, dass sie nicht wisse, wie es ihr gelungen sei, ins Bade-

zimmer zu flüchten, nachdem der Beschuldigte ihr auf die Augen gedrückt und sie 

grosse Schmerzen verspürt habe (Urk. 19/2 S. 15, F/A 75; Prot. I S. 18). Auf die 

Fragen, wie lange der Beschuldigte ihren Kopf festgehalten und mit den Daumen 

- 40 - 

auf ihre Augen gedrückt habe, führte sie aus, dies könne sie nicht mehr genau 

beziffern, einige Sekunden, da sie sich aufgrund der Schmerzen zur Wehr gesetzt 

habe (Urk. 19/1 S. 7 f., F/A 58), respektive sie wisse es nicht, sie habe aber den 

Druck gespürt und grosse Schmerzen seitlich und oberhalb der Augenhöhlen ge-

habt (Urk. 19/2 S. 10, F/A 41). Weiter führte sie aus, nicht zu wissen, wie sie 

überhaupt auf das Drücken in ihre Augäpfel reagiert respektive wie sie sich konk-

ret zur Wehr gesetzt habe, und fügte hinzu, dass sie möglicherweise auch ge-

schlagen habe, sie es aber nicht mehr wisse (Urk. 19/1 S. 7, F/A 57; Urk. 19/2 S. 

7). Sie liess bei ihren Schilderungen auch ihre eigenen Provokationen nicht aus, 

indem sie aussagte, sie habe zu Beginn der Auseinandersetzung dem Beschul-

digten ein Mobiltelefon weggenommen und gedroht, dieses aus dem Fenster zu 

werfen (Urk. 19/1 S. 2; Urk. 19/2 S. 6; Prot. I S. 18). 

7.5.1.5. Auch betreffend den Vorfall vom 15. September 2019 weisen die Schilde-

rungen der Privatklägerin 1 keine Übertreibungen auf und sie versucht weder den 

Vorfall zu dramatisieren noch den Beschuldigten übermässig zu belasten. So 

führte sie auf die Frage, was sie denke, was die Absicht des Beschuldigten gewe-

sen sei, als dieser sie gewürgt habe, aus, sie wisse nicht, warum er das getan 

habe. Ferner sagte sie auch aus, der Beschuldigte habe sie lediglich ein Mal an-

lässlich eines anderen Vorfalls mit der Faust gegen die Brust geschlagen 

(Urk. 19/4 S. 10, F/A 89). Hätte sie den Beschuldigten übermässig belasten wol-

len, wäre es für sie ein Leichtes gewesen, auszusagen, dass er sie mehrmals mit 

der Faust geschlagen respektive sie zu töten beabsichtigt habe. Adäquat und oh-

ne Aggravierungstendenz schilderte sie auch die Verletzungen respektive 

Schmerzen, welche sie durch die Gewalttätigkeiten des Beschuldigten erlitten hat-

te. So führte sie im Zusammenhang mit dem Würgen stets aus, sie habe nicht 

mehr ein- und ausatmen können (Prot. I S. 18), und sie habe sich darauf konzent-

rieren müssen, dass sie keinen Urinabgang habe (Urk. 19/1 S. 6 f., F/A 48; 

Urk. 19/2 S. 14, F/A 67). Zu den Ohrfeigen und dem Packen an den Armen mach-

te die Privatklägerin 1 von sich aus keine Angaben dazu, ob respektive wie fest 

sie dies geschmerzt habe (Urk. 19/1 S. 2; Urk. 19/2 S. 6; Prot. I S. 18). Hinsicht-

lich des Stosses und des Anschlagens der Stirn an der Wand respektive des 

Schlagens des Kopfes gegen die Wand gab sie teilweise zu Protokoll, dass sie 

- 41 - 

dies geschmerzt habe (Urk. 19/2 S. 6 und S. 10; Prot. I S. 18). Einzig im Zusam-

menhang mit dem auf ihre Augen Drücken sagte sie konstant aus, dass sie dabei 

sehr starke Schmerzen verspürt habe (Urk. 19/1 S. 2 und S. 7, F/A 57; Urk. 19/2 

S. 7; Prot. I S. 18). Aufgrund ihrer Antworten auf entsprechende Fragen bei der 

Polizei und der Staatsanwaltschaft aber auch bei ihrer Schilderung des Vorfalls 

vor Vorinstanz wird deutlich, dass derjenige Moment, als der Beschuldigte sie am 

Hals gewürgt hat, und vor allem jener, als er ihr in die Augen und dabei auch noch 

seitlich gegen aussen gedrückt habe, die schlimmsten für sie gewesen sein müs-

sen (Urk. 19/1 S. 6 f.; Urk. 19/2 S. 10, F/A 37 und F/A 42; Prot. I S. 18). Das 

nachvollziehbare Hervorheben dieser Schmerzen und die Differenzierung, welche 

sie hinsichtlich der unterschiedlichen Gewalttätigkeiten seitens des Beschuldigten 

vorgenommen hat, ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 102 S. 32) – 

als weiteres Glaubhaftigkeitsmerkmal zu werten. 

7.5.1.6. Die Privatklägerin 1 schilderte auch nachvollziehbar und schlüssig innere 

Gedankengänge. So führte sie aus, sie habe nicht gewollt, dass ihr bereits schla-

fender Sohn etwas mitbekomme, oder dass sie während der Zeit, als sie sich im 

Badezimmer eingeschlossen habe, Angst gehabt habe, dass der Beschuldigte 

vielleicht ein Messer holen und ihr etwas antun könnte (Urk. 19/1 S. 2). Weiter 

gab sie zu Protokoll, dass sie sich überlegt habe, aus dem Badezimmerfenster zu 

springen. Sie habe mehrere Male versucht, ihre Freundin anzurufen respektive 

habe dieser mangels Erreichbarkeit geschrieben, dass diese das Telefon abneh-

men solle, da es ein Notfall sei. Schliesslich habe sie mit ihrer Freundin, Frau 

C._____, per Viber kommunizieren können und diese habe sie davon abhalten 

wollen, aus dem Fenster zu springen. Sie habe dann gedacht, dass es viel zu 

hoch sei und sie nachher ein "Krüppel oder Invalide" werden könnte (Urk. 19/2 

S. 15, F/A 78). Bei der Polizei erwähnte sie auch, dass sie während den Angriffen 

des Beschuldigten weder geschrien noch geweint habe, damit ihr Sohn den Streit 

zwischen ihnen nicht mitbekomme (Urk. 19/1 S. 7, F/A 57). 

7.5.1.7. Es ist nochmals festzuhalten, dass allfällige Abweichungen oder Unre-

gelmässigkeiten in den Aussagen der Privatklägerin 1 nicht das eigentliche Kern-

geschehen betreffen. Sie bestätigte auf mehrfaches Befragen auch Details 

- 42 - 

gleichbleibend. So schilderte sie durchgehend die Reihenfolge der einzelnen Ge-

walttätigkeiten seitens des Beschuldigten gleichbleibend und sie gab auch kon-

stant an, dass sie starke Schmerzen verspürt habe, als er mit seinen Daumen in 

ihre Augen gedrückt habe (vgl. vorstehend, Erw. III.7.5.1.1. und III.7.5.1.5.). Allfäl-

lige Abweichungen oder Unregelmässigkeiten beziehen sich einzig auf das Rand-

geschehen und Nebensächlichkeiten. Entsprechend ist auch nicht weiter von Be-

deutung, dass die Privatklägerin 1 einmal aussagte, sie habe in der Nacht nach 

diesem gewalttätigen Vorfall zweimal erbrechen müssen, wobei einmal davon bei 

ihrer Freundin C._____ zuhause (Urk. 19/2 S. 7; Prot. I S. 19), während sie ein 

anderes Mal ausführte, sie habe dreimal erbrechen müssen, zweimal davon im 

Park und einmal bei ihrer Freundin C._____ zuhause (Urk. 19/2 S. 16, F/A 89). 

Diese Abweichung vermag die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht zu schmälern, 

denn dass sie nach diesem Vorfall habe erbrechen müssen, sagte die Privatklä-

gerin 1 anlässlich beider Befragungen konstant aus und ist zudem ein Hinweis da-

rauf, dass sie das von ihr tatsächlich Erlebte aus ihrer eigenen Erinnerung wie-

dergibt, ohne zuvor eine Geschichte minutiös auswendig gelernt zu haben. 

7.5.1.8. Die Aussagen der Privatklägerin 1 erweisen sich insgesamt als sehr de-

tailreich, widerspruchsfrei und glaubhaft. 

7.5.2. Aussagen des Beschuldigten 

7.5.2.1. Auffallend bei der Darstellung des Beschuldigten ist, dass diese Lücken 

aufweist, indem er zwar den anfänglichen Streit mit der Privatklägerin 1 und ihr 

späteres Verlassen der Wohnung detailliert und konstant schilderte, die dazwi-

schenliegenden Handlungen allerdings ausliess respektive seine freie Erzählung 

unterbrach. So erklärte er anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 

17. September 2019, es sei nichts passiert, und gab sodann zu Protokoll, dass 

die Privatklägerin 1 ihn provoziert und schliesslich sein Mobiltelefon auf den Bo-

den geworfen habe. Als er aufgestanden und sein Telefon aufgehoben habe, ha-

be die Privatklägerin 1 begonnen, ihn zu schlagen. Der Beschuldigte zeigte dabei, 

wie er geschlagen worden sei, indem er mit den Armen um sich schlug und Ohr-

feigenbewegungen gegen den Torso machte (Urk. 18/1 S. 2). Weiter führte der 

Beschuldigte aus, er habe dann versucht, die Privatklägerin 1 festzuhalten und sie 

- 43 - 

gefragt, was sie habe. Sie habe jedoch weiter und weiter geschlagen und ver-

sucht, ihm das Telefon abzunehmen. An dieser Stelle unterbrach der Beschuldig-

te seine Erzählung der Vorkommnisse und fuhr damit fort, dass ihm die Privatklä-

gerin 1 gesagt habe, sie gehe jetzt, er solle ihr die Tür öffnen. Er habe ihr dann 

gesagt, sie solle gehen, wenn sie das wolle. Die Privatklägerin 1 habe daraufhin 

die Nacht bei einer Freundin verbracht und sei am Morgen wiedergekommen, um 

den Sohn mitzunehmen (Urk. 18/1 S. 1 f.). 

7.5.2.2. Weiter fällt auf, dass der Beschuldigte bei den Einvernahmen bemüht ist, 

sich in ein gutes Licht zu rücken, während er die Privatklägerin 1 schlecht zu ma-

chen oder gar zu belasten versucht. Zudem weisen seine Aussagen gewisse Wi-

dersprüche auf. So führte er aus, er habe ihr nichts getan. Er habe sie lediglich 

festgehalten, weil sie immer weitergemacht habe. Er habe sich nur geschützt 

(Urk. 18/1 S. 2 f.). Er habe ihr nichts angetan. Wenn er sie so gepackt hätte, 

dann hätte einiges passieren können, aber er habe sie nicht angefasst (Urk. 18/7 

S. 9). Er habe sie nicht gewürgt. Er habe sie gehalten. Sie sei wie von Sinnen 

gewesen (Urk. 18/1 S. 4). Vor Vorinstanz gab er dann auf die Frage, wie er rea-

giert habe, als sie ihn geboxt habe, zu Protokoll, gar nicht, er habe sie nicht ange-

fasst, sondern sie nur gefragt, warum sie das Telefon auf den Boden werfe. Sie 

sei dann ins Badezimmer gegangen und er habe durchs Schlüsselloch geschaut, 

ob er ihr helfen könne (Prot. I S. 46). Er habe sie gehalten, damit nichts passiert 

und um sie zu schützen (Prot. I S. 48). Ferner führte der Beschuldigte aus, die 

Privatklägerin 1 habe ihm mit voller Kraft eine Ohrfeige verpasst (Urk. 18/1 S. 2, 

F/A 9), während er im Widerspruch dazu in einer späteren Einvernahme und vor 

Vorinstanz zu Protokoll gab, sie habe ihm einen Faustschlag gegen die linke 

Bauchseite verpasst respektive ihn in den Bauch geboxt (Urk. 18/2 S. 3, F/A 13; 

Prot. I S. 45). Auch bei der Schilderung des weiteren Geschehensablaufs fallen 

Widersprüche in den Aussagen des Beschuldigten auf. So räumte er auf Nachfra-

ge ein, die Privatklägerin 1 mit beiden Händen an den Schultern gehalten zu ha-

ben, während diese weiter geschlagen und rückwärts bis zur Wand im Korridor 

gegangen sei (Urk. 18/1 S. 3). Von dieser Darstellung abweichend sprach er spä-

ter nicht mehr von ihren Schultern, sondern führte aus, er habe sie nicht am Hals 

gewürgt (vgl. Prot. I S. 48), sondern lediglich mit beiden Händen hinten am Na-

- 44 - 

cken gehalten (Urk. 18/1 S. 3 f., F/A 17 f.). Zudem betonte der Beschuldigte, dass 

die Privatklägerin 1 keinen Schlüssel gehabt und er ihr die Tür aufgemacht und 

sie rausgelassen habe (Urk. 18/1 S. 4; Urk. 18/2 S. 5 und S. 7). Anlässlich der 

Hafteinvernahme vom 18. September 2019 sprach der Beschuldigte dann von ei-

ner neuen Körperstelle, an welcher er die Privatklägerin 1 gehalten haben will. So 

führte er aus, er sei hinter ihr gestanden und habe sie um den Bauch/Oberkörper 

umfasst, damit sie die Wohnung nicht habe verlassen können (Urk. 18/2 S. 4, 

F/A 19). Vor Vorinstanz sprach er dann nicht mehr von einem hinter ihr Stehen, 

sondern machte geltend, vor der Privatklägerin 1 gestanden zu sein und dass sie 

sich dann Richtung Wand zurückbewegt habe (Prot. I S. 49). Während er einer-

seits derjenige gewesen sein will, welcher ihr die Türe aufgeschlossen haben soll, 

stellte er sich in der Hafteinvernahme auf den Standpunkt, er habe sie am Verlas-

sen der Wohnung gehindert. Er habe nicht gewollt, dass sie die Wohnung verlas-

se, weil es nachts gewesen sei und ihr etwas hätte passieren können (Urk. 18/2 

S. 4). Später führte er erneut im Widerspruch dazu aus, er habe sie zwar gehal-

ten, aber losgelassen, als sie die Wohnung habe verlassen wollen und von ihm 

den Schlüssel verlangt habe (Urk. 18/2 S. 5, F/A 26 und S. 7, F/A 40). Auch vor 

Vorinstanz sagte der Beschuldigte diesbezüglich nicht konstant aus: Einerseits 

führte er aus, er habe sie nicht angefasst, und andererseits gab er auf entspre-

chende Nachfrage zu Protokoll, er wisse es nicht mehr, vielleicht habe er verges-

sen, was er gemacht habe (Prot. I S. 46). Konfrontiert mit seiner früheren Aussa-

ge, wonach er die Privatklägerin 1 festgehalten habe, damit sie die Wohnung 

nicht verlasse, führte er vor Vorinstanz aus, er habe sie nicht gehalten, damit sie 

nicht aus der Wohnung gehe, sondern damit nichts passiere (Prot. I S. 49). Auf 

die Frage, was er mit "damit nichts passiere" meine, gab er zu Protokoll: "Damit 

sie nichts nimmt und nichts damit macht. Sie hat Depressionen, deshalb habe ich 

sie festgehalten. Ich habe nichts gemacht, ich habe sie nur festgehalten." (Prot. I 

S. 49). 

7.5.2.3. Die Aussagen des Beschuldigten fielen in Bezug auf den Streit zu Beginn 

der Geschehnisse insofern konstant aus, als dass die Privatklägerin 1 sein Mobil-

telefon genommen und auf den Boden geworfen habe. Auch den Umstand, dass 

er der Privatklägerin 1 gegen Ende der Auseinandersetzung die Wohnungstür ge-

- 45 - 

öffnet haben soll respektive was passierte, nachdem sie die eheliche Wohnung 

verlassen hatte, schilderte der Beschuldigte in allen Einvernahmen widerspruchs-

frei und detailreich. Anders verhält es sich jedoch in Bezug auf das Kerngesche-

hen. Während der Beschuldigte anlässlich seiner ersten Einvernahme seine 

Schilderung der Vorkommnisse dort unterbrach, als die Privatklägerin 1 ihm sein 

Mobiltelefon weggenommen habe, und erst wieder an derjenigen Stelle fortsetzte, 

als sie die Wohnung habe verlassen wollen (Urk. 18/1 S. 2), blieben seine Aussa-

gen in den nachfolgenden Einvernahmen zum Kerngeschehen äusserst vage und 

oberflächlich. Damit ist ein deutlicher Strukturbruch in den Aussagen des Be-

schuldigten feststellbar. Zudem sind seine wenigen Aussagen in Bezug auf das 

Kerngeschehen nicht plausibel. So soll einzig die Privatklägerin 1 auf den Be-

schuldigten eingeschlagen haben, während dieser das Ganze einfach über sich 

ergehen lassen und sie nicht angefasst haben soll. Dennoch habe die Privatklä-

gerin 1 schliesslich die Wohnung verlassen wollen, wobei nicht nachvollziehbar 

ist, weshalb sie die Wohnung Mitten in der Nacht (gemäss Aussagen des Be-

schuldigten um 02.00 Uhr, Urk. 18/2 S. 6) noch hätte verlassen sollen, wenn sei-

tens des Beschuldigten nichts vorgefallen wäre respektive von seiner Seite keine 

Gewalttätigkeiten erfolgt wären. Bereits die späte Uhrzeit und der Umstand, dass 

sie den Sohn alleine beim Beschuldigten zurückliess, deuten darauf hin, dass sie 

die Wohnung schnellstmöglich verlassen wollte, um die Situation zu deeskalieren 

und dem Beschuldigten nicht weiter ausgeliefert zu sein. Auch die Erklärung des 

Beschuldigten, weshalb er die Privatklägerin 1 festgehalten haben will, vermag 

nicht zu überzeugen. Ungeachtet, dass seine Aussagen diesbezüglich wider-

sprüchlich ausfielen, vermochte er nicht plausibel zu erklären, vor was er die Pri-

vatklägerin 1 habe schützen wollen, zumal er lediglich pauschal zu Protokoll gab, 

damit sie nichts nehme und nichts damit mache, sie habe Depressionen (Prot. I S. 

49). Aus welchem Grund und was sich die Privatklägerin 1 hätte antun sollen, 

lässt sich seinen Aussagen nicht entnehmen. 

7.5.2.4. Der Beschuldigte bestätigte mit seinen Aussagen den räumlichen Ablauf 

der Geschehnisse, so wie diese von der Privatklägerin 1 zu Protokoll gegeben 

wurden. So führte auch er auf entsprechende Nachfrage aus, die Privatklägerin 1 

sei immer mehr rückwärts bis zur Wand im Korridor gegangen, als er sie festge-

- 46 - 

halten habe (Urk. 18/1 S. 3). Dass sich die Privatklägerin 1 vor dem Verlassen der 

Wohnung noch im Badezimmer eingeschlossen hatte, gab der Beschuldigte 

ebenfalls zu Protokoll (vgl. Urk. 18/2 S. 5; Prot. I S. 46). Zudem bestätigte er, dass 

die Privatklägerin 1 um sich geschlagen habe, als sie an der Wand gewesen sei 

und er sie festgehalten habe (Urk. 18/1 S. 2), was sich mit ihren Aussagen deckt, 

wonach sie sich vermutlich mit den Händen gegen ihn gewehrt habe (Urk. 19/1 

S. 2). 

7.5.2.5. Auch die Erklärung des Beschuldigten, wonach er die Privatklägerin 1 

nicht am Hals gewürgt, sondern lediglich mit beiden Händen an ihrem Nacken 

festgehalten habe, "damit nichts passiert", vermag nicht zu überzeugen, zumal 

der Beschuldigte – wie bereits erwogen (vgl. vorstehend, Erw. III.7.5.2.3.) – 

nicht plausibel aufzuzeigen vermochte, was hätte passieren sollen, wovor er die 

Privatklägerin 1 zu schützen versuchte. Zudem ist – in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz (Urk. 102 S. 37) – fraglich, wie er mit seinen beiden Händen den Na-

cken der Privatklägerin 1 umfassen konnte, ohne dabei ihren Hals zu berühren, 

zumal die Privatklägerin 1 gemäss Aussagen des Beschuldigten um sich ge-

schlagen habe, es sich also um ein dynamisches Geschehen handelte, und er vor 

dieser gestanden sei (Urk. 18/1 S. 2; Prot. I S. 49). Seine Aussage, wonach er sie 

am Hals nicht berührt habe (Prot. I S. 48), erscheint damit wenig glaubhaft. 

7.5.2.6. Nicht zu überzeugen vermögen auch die Aussagen des Beschuldigten, 

weshalb die Privatklägerin 1 ihn zu Unrecht belasten sollte. Dazu führte er aus, 

dass sie ihm dies bereits früher angetan habe, dann aber wieder zu ihm zurück-

gekehrt sei (Urk. 18/2 S. 8 f.). Zudem machte er geltend, sie habe so gehandelt, 

um sich von ihm trennen zu können, obwohl er an anderer Stelle angab, sie kön-

ne machen, was sie wolle, er werde sie bei nichts stören, sie könne sich auch von 

ihm trennen oder scheiden lassen (Urk. 18/2 S. 9, F/A 59; Urk. 18/3 S. 12, F/A 52; 

Prot. I S. 45 und S. 50). Im Verlauf der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 30. Oktober 2019 stellte er sich dann auf den Standpunkt, sie sei nur auf die 

Papiere in der Schweiz aus (Urk. 18/3 S. 11 f., F/A 51) oder dass sie ihn fertig 

machen wolle, weil sie glaube, er liebe sie nicht (Urk. 18/3 S. 12, F/A 54). Eben-

falls nicht stichhaltig sind die Vorbringen der Verteidigung, wonach die Privatklä-

- 47 - 

gerin 1 den Beschuldigten aufgrund ausländerrechtlicher oder familienrechtlicher 

Motive, beispielsweise um sich Vorteile für die Obhutszuteilung des gemeinsamen 

Sohnes verschaffen zu können, zu Unrecht beschuldigt haben könnte, zumal der 

Beschuldigte dies selber nicht geltend macht, sondern anlässlich der Berufungs-

verhandlung ausführte, ihre Ehe sei gut verlaufen, sie hätten keine Probleme ge-

habt, und die Vorwürfe seien wie aus dem Nichts gekommen (Prot. II S. 9 f. und 

S. 14 ff.). Auffallend ist auch, dass er mehrmals pauschal auf eine allfällige De-

pression der Privatklägerin 1 hinwies (vgl. Urk. 18/1