# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5c37e8c8-adc6-5f88-ae97-b4ee2e89b760
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-06
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 06.01.2021 OG.2020.00084 (OGS.2021.126)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2020-00084_2021-01-06.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beschluss
  vom 06. Januar 2021

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2020.00084

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
   

  
	
  Beschwerdeführer

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  1. Staats- und Jugendanwaltschaft des
  Kantons Glarus

  
	
   

  
	
  Beschwerdegegnerin

  
	
  vertreten
  durch die Staatsanwältin

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  2. B.______

  
	
  Beschwerdegegner

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Einstellung
  einer Strafuntersuchung

  
	
   

  
	
   

  
	
  Antrag
  des Beschwerdeführers (gemäss Eingabe vom 18. Dezember 2020,
  act. 2):

  
	
   

  
	
  Die Einstellungsverfügung der
  Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus vom 7. Dezember 2020 sei
  aufzuheben und das Verfahren sei weiterzuführen.

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht zieht in Betracht:

  
	
  I.

  
	
  1. Am 21. Februar
  2020 erstattete A.______ bei der hiesigen Staatsan­waltschaft Anzeige/Strafantrag
  gegen B.______ (nachfolgend Beschuldigter) wegen "Mobbing, Verleumdung,
  Ehrverletzung, Tätlichkeit/Körperverletzung, Dieb­stahl, Hausfriedensbruch
  & Beleidigungen" (Verfahren SA.2020.00172 [nachfolgend Vorakten],
  act. 3.1.01), worauf die Staatsanwaltschaft gegen den Beschuldigten eine
  Strafuntersuchung eröffnete.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Mit Verfügung vom
  7. Dezember 2020 stellte die Staatsanwaltschaft die Strafunter­su­chung
  ein (act. 1).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Mit Eingabe vom
  18. Dezember 2020 erhob A.______ (nachfolgend Beschwerdefüh­rer) gegen
  die Einstellungsverfügung der Staatsan­waltschaft beim Obergericht Beschwerde
  mit dem eingangs wiederge­gebenen Antrag (act. 2).

  
	
   

  
	
  3.2 In der Sache sind
  keine Stellungnahmen eingeholt, indes die Vorakten der Staats­anwaltschaft
  beigezogen worden (siehe dazu Art. 390 Abs. 2 Satz 1 StPO e
  contrario).

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Obergericht
  behandelt als Rechtsmittelinstanz Beschwerden in Strafsachen (Art. 16
  Abs. 1 lit. a GOG/GL; GS III A/2).

  
	
   

  
	
  1.2 Eine
  Einstellungsverfügung der Staatsanwalt­schaft kann innert 10 Tagen mit
  Beschwerde angefochten werden (Art. 322 Abs. 2 StPO). Die
  Beschwerdefrist ist vorliegend eingehalten.

  
	
   

  
	
  1.3 Der
  Beschwerdeführer hat im vorliegenden Sachzusammenhang als Anzeiger bzw.
  Strafantragssteller die Parteistellung eines Privat­klägers inne
  (Art. 118 Abs. 1 und Abs. 2 StPO), zumal er als Folge der von
  ihm angezeigten Handlungen auch noch zivilrechtliche Ansprüche gegen den
  Beschuldigten in Aussicht stellt (Vorakten, act. 3.1.01 S. 4
  unten); seine Beschwerdelegitimation ist damit gegeben (Art. 322
  Abs. 2 in Ver­bindung mit Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO und
  Art. 382 Abs. 1 StPO). 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Mit Beschwerde können
  in Bezug auf den angefochtenen Entscheid Rechtsver­letzungen und eine
  unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie
  Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).

  
	
   

  
	
  2.2 Die Staatsanwaltschaft
  stellt eine Strafuntersuchung unter anderem ein, wenn kein Tatverdacht
  erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt oder wenn eine Prozess­voraussetzung
  nicht gegeben ist (Art. 319 Abs. 1 lit. a und lit. d
  StPO). In Anwen­dung dieser beiden Bestimmungen erfolgte die vorliegend
  angefochtene Einstellung der Strafuntersu­chung (act. 1
  S. 4 ff. Ziff. 4 sowie Ziff. 5.2 und Ziff. 6.1).

  
	
   

  
	
  Der Entscheid über die
  Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz "in dubio pro
  duriore" (im Zweifel für das Härtere) zu richten. Danach darf eine Ein­stellung
  durch die Staatsanwaltschaft nur bei klarer Straflosigkeit an­geordnet wer­den.
  Hingegen hat die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl zu erlas­sen (siehe
  dazu Art. 352 Abs. 1 StPO) bzw. Anklage zu erheben und somit die
  Sache zur gerichtli­chen Beurteilung zu bringen (Art. 324 Abs. 1
  StPO), wenn eine Verurteilung wahr­scheinlicher erscheint als ein Freispruch.
  Mit anderen Wor­ten ist es grundsätzlich Sache des Gerichtes, darüber zu
  befinden, ob sich jemand im strafrechtlichen Sinne schuldig gemacht hat oder
  nicht; die Staatsanwaltschaft hat nur dann einzustellen, wenn unter Einbezug
  der gesamten Umstände eine Ver­urteilung als von vornherein unwahrscheinlich
  er­scheint und insofern eine gerichtli­che Verhandlung als Ressour­cenverschwendung
  resp. aufgrund des absehbaren Freispruchs als Zumutung für die beschuldigte
  Per­son erscheinen müsste (siehe zum Ganzen: BGE 143 IV 241
  E. 2.2.1 S. 243; Basler Kommentar StPO-Grädel/Heiniger, Art. 319 N 8, je mit wei­teren
  Hin­weisen).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Beschwerdeführer
  erhob in seiner Anzeige gegen den Beschuldigten diverse Tatvorwürfe im
  Zusammenhang mit mehreren behaupteten Begebenheiten (Vorak­ten,
  act. 3.1.01). Die Staatsanwaltschaft stellte in der Folge die
  Untersuchung in Bezug auf alle angezeigten Tatbestände ein
  (act. 1).

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Der Beschwerdeführer
  führte in seiner Strafanzeige vom 21. Februar 2020 aus, der Beschuldigte sei
  gegen ihn "mehrfach körperlich tätlich" geworden, "letzt­malig"
  im Sommer 2019 (Vorakten, act. 3.1.01 S. 1 unten); bei diesem
  letzten Vor­fall im Zusammenhang mit einem verstopften Ablauf in der Küche
  des Beschwerde­führers habe der Beschuldigte ihn zudem beleidigt und
  Unwahrheiten über ihn aus­gesprochen, habe zunächst auch die Wohnung nicht
  mehr verlassen wollen und schliesslich gesagt, er (der Beschwerdeführer) habe
  diesmal Glück gehabt, dass er jetzt nicht auf dem Küchenboden liege, bei anderer
  Gelegenheit werde er (der Beschuldigte) härter gegen ihn vorgehen (a.a.O.,
  S. 2 obere Hälfte). Bei einem anderen Vorfall im Frühjahr 2018 habe der
  Beschuldigte "während gemeinschaftli­cher Gartenarbeiten" eine
  "grosse Gartenhacke" nach ihm geschleudert, wobei er (der
  Beschwerdeführer) dank seiner flinken Reaktion habe ausweichen kön­nen
  (a.a.O., S. 2 Mitte).

  
	
   

  
	
  3.2.2 Die
  Staatsanwaltschaft ordnete in der angefochtenen Einstellungsverfügung diese
  soeben dargelegten Begebenheiten – so sie sich tatsächlich zugetragen haben
  sollten – allesamt als Antragsdelikte ein; mithin sei die vom Beschwerdefüh­rer
  erst am 21. Februar 2020 erhobene Strafanzeige (Strafantrag) nach Ablauf
  der dafür vorgesehenen Frist von drei Monaten erfolgt, weshalb es an einer
  Pro­zessvoraussetzung fehle, was zur Einstellung des Verfahrens führe
  (act. 1 S. 4 Ziff. 4).

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer trägt in
  seiner Beschwerde (act. 2) nichts vor, woraus sich in tatsächlicher oder
  rechtlicher Hinsicht eine andere Sichtweise aufdrängen würde; er setzt sich
  mit der eben zitierten Würdigung der Staatsanwaltschaft nicht einmal
  ansatzweise auseinander. Mithin fehlt es der Beschwerde insoweit an einer
  hinrei­chenden Begründung und ist daher darauf nicht einzutreten.

  
	
   

  
	
  Aber selbst wenn auf die
  Beschwerde einzutreten wäre, müsste sie abgewiesen werden. Die von der
  Staatsanwaltschaft erwogene Qualifikation der inkriminierten Begebenheiten
  vom Frühjahr 2018 bzw. bis letztmals im Sommer 2019 als Antrags­delikte
  (Tätlichkeit nach Art. 126 Abs. 1 StGB; einfache Körperverletzung
  nach Art. 123 Ziff. 1 StGB; Drohung nach Art. 180 Abs. 1
  StGB; Hausfriedensbruch nach Art. 186 StGB) ist zutreffend. Bei
  Delikten, die nur auf Antrag hin strafbar sind, erlischt das Antragsrecht
  nach Ablauf von drei Monaten, gerechnet ab dem Tag, an dem der
  antragsberechtigten Person der Täter bekannt wird (Art. 31 StGB). In Hin­sicht
  auf die vom Beschwerdeführer behaupteten strafbaren Handlungen vom Früh­jahr
  2018 bzw. bis letztmals im Sommer 2019 bestand für ihn kein Zweifel über die
  Person des (angeblichen) Täters. Sein erst am 21. Februar 2020 erhobener
  Strafan­trag ist damit verspätet und war das Antragsrecht zu diesem Zeitpunkt
  längst ver­wirkt. Bei Antragsdelikten stellt der (rechtzeitige und damit
  gültige) Strafantrag eine Prozessvoraussetzung dar (OFK/StGB-Donatsch, StGB 30 N 2); an dieser
  fehlt es vorliegend und war daher das Verfahren hinsichtlich der Vorfälle vom
  Frühjahr 2018 bis letztmals Sommer 2019 ohne weiteres einzustellen
  (Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO), wie dies die Staatsanwaltschaft in
  der angefochtenen Verfügung zutreffend ange­ordnet hat, weshalb hier in
  Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO ergänzend auf deren Erwägungen
  verwiesen werden kann (act. 1 S. 2 Ziff. 1.1 und
  Ziff. 1.2 sowie S. 4 Ziff. 4). Demnach ist die Beschwerde in
  diesem Punkt abzuweisen, soweit da­rauf überhaupt einzutreten ist.

  
	
   

  
	
  3.3

  
	
  3.3.1 Der Beschwerdeführer
  bezichtigte in seiner Strafanzeige vom 21. Februar 2020 (Vorakten,
  act. 3.1.01) den Beschuldigten noch weiterer Delikte. So soll der
  Beschuldigte ihm "wiederholt Bauholz wie andere Materialien" aus
  der "Gemein­schaftsgarage" entwendet haben (a.a.O., S. 2
  3. Abschnitt). Ferner soll der Beschuldigte ihn bezichtigt und
  entsprechend bei der Hausverwaltung angeschwärzt haben, er (der
  Beschwerdeführer) habe versucht, in des Beschuldigten Wohnung einzubrechen;
  "später einmal" habe dann der Beschuldigte diese Anschuldigung
  abgeschwächt und gesagt, er (der Beschwerdeführer) habe "zumindest
  mutwillig sein Haustürsicherheitsschloss beschädigt"; all dies habe der
  Beschuldigte zudem "als Nötigung" getan, damit er (der
  Beschwerdeführer) "auf gerechtfertigte explizit schriftlich
  festgehaltene mietrechtliche Ansprüche" verzichte (a.a.O., S. 2
  letzter Abschnitt und S. 3 oben). Anbei habe der Beschuldigte
  "mehrfach" behauptet, er (der Beschwerdeführer) sei ein Verbrecher
  und sei "bereits vorbe­straft" (a.a.O., S. 3 2. Abschnitt).
  Schliesslich soll der Beschuldigte ihn gemobbt haben, indem er ihn bei anderen
  Mietern schlechtmache und sie gegen ihn aufbringe; zugleich habe der
  Beschuldigte ihn bei der Hausverwaltung in ein schlechtes Licht gerückt;
  einmal habe der Beschuldigte im Gespräch mit einer anderen Mieterin ihn einen
  "Dubel" genannt, wobei die Folge davon nun sei, dass jetzt auch
  andere Mieter ihn als "Dubel" bezeichneten, so letztmals geschehen
  am 24. Dezember 2019 (a.a.O., S. 3 3. Abschnitt sowie S. 4
  Abschnitte 1-3).

  
	
   

  
	
  3.3.2 Die
  Staatsanwaltschaft erwog in Hinsicht auf die eben dargelegten Sachver­halte,
  dass die folgenden Straftatbestände in Betracht fallen würden: mehrfacher
  Diebstahl im Sinne von Art. 139 StGB, dabei teilweise in Verbindung mit
  Art. 172ter StGB; Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144
  Abs. 1 StGB; Verleumdung im Sin­ne von Art. 174 Ziff. 1 StGB;
  Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB; mehrfache Drohung
  im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB; Nötigung im Sinne von
  Art. 181 StGB sowie Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB
  (act. 1 S. 5 Ziff. 5.2 in fine).

  
	
   

  
	
  Bezüglich all dieser Tatbestände
  stellte die Staatsanwaltschaft in der Folge die Untersuchung ein; dies mit
  einer Doppelbegründung. Zunächst hielt die Staatsan­waltschaft fest, es liege
  kein zureichender Tatverdacht vor, welcher eine Anklage rechtfertigen würde.
  Auch ein Richter könne den Beschuldigten nur dann der Bege­hung einer Straftat
  schuldig sprechen, wenn ausreichende und eindeutige Beweise vorlägen; von der
  Erhebung einer Anklage sei daher im Lichte von Art. 319 Abs. 1
  lit. a StPO abzusehen, wenn mit einer Verurteilung
  von vornherein überhaupt nicht gerechnet werden könne. Vorliegend würden sich
  die Aussagen des Beschwerde­führers/Anzeigers und des Beschuldigten diametral
  widersprechen; andere Beweismittel zur Sachverhaltsfeststellung oder zur
  Erhärtung der einen oder ande­ren Sachverhaltsfeststellung lägen nicht vor,
  weshalb eine Klärung des Falles nicht möglich sei (zum Ganzen: act. 1
  S. 4 f. Ziff. 5.1 und Ziff. 5.2). Schliesslich sei es – dies
  die zweite Begründung der Staatsanwaltschaft für die erfolgte Verfahrensein­stellung
  – gänzlich unmöglich, vorliegend eine dem Anklage­grundsatz (Art. 9 Abs.
  1 StPO in Verbindung mit Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bzw.
  Art. 353 Abs. 1 lit. c StPO) genügende Anklage zu verfassen;
  hinsichtlich der inkri­minierten Handlungen liessen sich nämlich weder Ort,
  Datum und Zeit noch Art und Folgen der Tatausführung umschreiben; die Anzeige
  des Beschwerdeführers erschöpfe sich weitgehend in pauschalen Vorwürfen (zum
  Ganzen: act. 1 S. 5 f. Ziff. 6.1).

  
	
   

  
	
  3.3.3

  
	
  3.3.3.1 Der
  Beschwerdeführer hat sich in seiner Beschwerde nur rudimentär mit den eben
  dargelegten Erwägungen der Vorinstanz auseinandergesetzt. Er erwähnt, er sei
  zu einer eingehenden Beschwerde aufgrund "der Jahreszeit (Festtage) und
  All­gemeinsituation (COVID)" nicht in der Lage gewesen und werde sich
  daher "im Januar konkreter mit der Angelegenheit
  auseinandersetzen"; er müsse daher "um Geduld bis frühestens Mitte
  Januar 2021" ersuchen (act. 2 S. 1 "Vorzug" und
  S. 2).

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer erhielt die
  angefochtene Einstellungsverfügung der Staats­anwaltschaft am
  15. Dezember 2020 zugestellt (Vorakten, act. 0.1.03). Die zehntä­gige
  Beschwerdefrist (Art. 396 Abs. 1 StPO) lief damit unter
  Berücksichtigung der Weihnachtsfeiertage bis und mit Montag,
  28. Dezember 2020 (Art. 90 Abs. 2 StPO); bis zu diesem Datum
  hätte der Beschwerdeführer seine Beschwerde schrift­lich und begründet
  einreichen müssen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Ist eine begründete
  Beschwerde erforderlich, so hat der Beschwerdeführer namentlich anzugeben,
  wel­che Gründe einen anderen Entscheid nahelegen und welche Beweismittel er
  anruft (Art. 385 Abs. 1 StPO). Erfüllt die Beschwerde diese
  Anforderungen nicht, so weist die Rechtsmittelinstanz sie zur Verbesserung
  innerhalb einer kurzen Nachfrist zurück (Art. 385 Abs. 2 StPO).
  Indes sind nur offensichtliche Irrtümer und Fehler zur Verbesserung zurückzuweisen;
  die Rechtsmittelinstanz ist nicht dafür verantwort­lich, dass der
  Beschwerdeführer eine optimale Begründungs-argumentation vorlegt; keinesfalls
  dient Art. 385 Abs. 2 StPO dazu, Mängel in der ursprünglichen
  Beschwerdebegründung zu beheben bzw. die Begründung zu ergänzen (Zürcher
  Kommentar StPO-Lieber,
  Art. 385 N 3 mit Hinweis auf die Urteile BGer 6B_339/2018 vom 21.
  August 2018 E. 2.3.2 und 1B_113/2017 vom 19. Juni 2017 E. 2.4). Bei
  dieser Sachlage ist daher die vorliegende Beschwerde nicht zur Nach­besserung
  dem Beschwerdeführer zurückzuschicken, andernfalls im Ergebnis die
  gesetzliche Beschwerdefrist von zehn Tagen ausgehebelt würde. Konkret macht
  denn auch der Beschwerdeführer keine objektiven Gründe geltend, welche ihn
  gehindert hätten, innert Frist eine ausreichend begründete Beschwerde einzu­reichen.
  Er führt lediglich lapidar aus, das Obergericht müsse nun halt bis Januar auf
  "Anträge & Begründung" warten, er habe schliesslich auch
  "lange genug auf Sie warten müssen" (act. 2 "Vorzug" in fine).

  
	
   

  
	
  3.3.3.2 Materiell macht
  der Beschwerdeführer geltend, die Staatsanwaltschaft habe "tragfähige
  und eindeutige Beweise […] nicht oder mangelhaft gewürdigt"; zu ande­ren
  Beweismitteleingaben seien keine ernsthaften Bemühungen unternommen wor­den,
  um diese auf ihre Stichhaltigkeit hin zu überprüfen (act. 2 S. 1
  unten und S. 2 oben).

  
	
   

  
	
  Mit diesem Vorbringen bezieht
  sich der Beschwerdeführer konkret auf die von ihm mit Schreiben vom
  1. Juni 2020 der Staatsanwaltschaft eingereichten Unterlagen (Vorakten,
  act. 3.1.07). Die dabei befindlichen Fotografien (B01-B11) sind
  allerdings nicht geeignet, einen angeblichen Diebstahl von Bauholz in
  zureichender Art zu belegen. Dokumentiert sind auf den Fotos Holzlatten, wie
  sie im Handel (etwa in der "Landi" oder im "Bau+Hobby")
  beliebig erhältlich sind. Wenn daher der Beschuldigte einzelne Holzlatten zu
  einer Katzentreppe verbaut hat und diese Latten ähnlich den vom
  Beschwerdeführer in der Garage gelagerten Latten sind, besagt dieser Um­stand
  noch nichts darüber, dass der Beschuldigte die von ihm verarbeiteten Lat­ten
  dem Beschwerdeführer entwendet hat. Bei alledem käme es endlich noch ent­scheidend
  auf den Zeitpunkt des geltend gemachten Diebstahls an bzw. darauf, wann der
  Beschwerdeführer das angebliche Fehlen einzelner seiner Latten bemerkt und
  die Beobachtung betreffend die vom Beschuldigten gebastelte Katzenleiter
  gemacht hat, handelte es sich doch beim behaupteten (geringfügigen) Diebstahl
  um ein Antragsdelikt (Art. 172ter Abs. 1 StGB).

  
	
   

  
	
  Dass sodann in der Untersuchung
  Ablauf und Zeitpunkt des vom Beschwerdeführer geschilderten angeblichen
  Diebstahls offenblieben, hat der Beschwerde­führer letzt­lich selber zu
  vertreten. Der Beschwerdeführer weigerte sich nämlich in der Unter­suchung,
  zu einer polizeilichen Befragung zu erscheinen; am Telefon habe er den
  zuständigen Polizeibeamten angeschrien und erklärt, es sei alles im Anzei­geschreiben
  erwähnt (siehe dazu Vorakten, act. 8.1.01 S. 5 unten und
  S. 6). In der Folge beschwerte sich der Beschwerdeführer in seiner Eingabe
  vom 13./16. März 2020 an die Staatsanwaltschaft über den "schleppenden
  Ablauf" des Verfahrens und fügte bei, es sei für ihn nicht nur ein
  Rätsel, sondern er betrachte es "bereits als Rechtsbruch bis unzulässige
  Parteilichkeit", dass er nun zuerst von der Polizei ein­vernommen werden
  solle, habe er doch mit dieser "bei solcherlei Anlässen […]
  überdurchschnittlich schlechte Erfahrungen gemacht" (Vorakten,
  act. 12.1.01 S. 1). Die­sem Standpunkt des Beschwerdeführers kann
  von vornherein nicht gefolgt wer­den. Die Polizei gehört zur
  Strafverfolgungsbehörde (Art. 12 lit. a StPO) und ist in dieser
  Funktion berechtigterweise mit der Ermittlung der hier inkriminierten Hand­lungen
  beauftragt worden (Art. 15 Abs. 2 StPO; siehe dazu Vorakten,
  act. 9.1.01). die Poli­zei war dabei befugt, den Beschwerdeführer in
  seiner Stellung als angeblich Geschädigter (hier zugleich Privatkläger im
  Sinne von Art. 118 Abs. 1 und Abs. 2 StPO) zur Klärung des
  Sachverhalts zu befragen (Art. 306 Abs. 2 lit. b StPO) und ist
  die Privatklägerschaft dabei zur Aussage verpflichtet (Art. 180 Abs. 2
  StPO).

  
	
   

  
	
  3.3.3.3 Der
  Beschwerdeführer macht ferner geltend, aus der Beilage "B12" ergäbe
  sich ein Hinweis auf den Zeitpunkt der inkriminierten Handlungen (act. 2
  S. 2 oben). Beim betreffenden Beleg, datierend vom 21. Januar 2020
  (Vorakten, act. 3.1.07) handelt es sich indes um eine vom Beschuldigten
  verfasste Auflistung offener For­derungsbeträge. Inwiefern sich daraus
  irgendwelche Indizien für eine der vom Beschwerdeführer zahlreich
  eingeklagten strafbaren Handlungen ergeben sollen, ist unerfindlich.

  
	
   

  
	
  3.3.3.4 Im Übrigen setzt
  sich der Beschwerdeführer, wie bereits erwähnt, mit den einlässlich
  begründeten Erwägungen der Staatsanwaltschaft, welche diese zu Recht zur
  Einstellung des Verfahrens in Bezug auf die Tatbestände des Diebstahls, der
  Sachbeschädigung, der Verleumdung und Beschimpfung, der mehrfachen Drohung
  sowie der Nötigung und des Hausfriedensbruchs bewogen haben (act. 1
  S. 4 ff. Ziff. 5.2 und Ziff. 6.1), nicht weiter
  auseinander. Insofern ist daher auf die unzu­reichend begründete Beschwerde
  nicht einzutreten.

  
	
   

  
	
  3.3.4 Aus alldem ergibt
  sich, dass die Beschwerde auch in diesem (zweiten) Punkt betreffend die
  weiteren Delikte (siehe oben E. 3.3.1 und E. 3.3.2) abzuweisen ist,
  soweit darauf überhaupt einzutreten ist. Es kann auch an dieser Stelle in
  Anwen­dung von Art. 82 Abs. 4 StPO ergänzend auf die zutreffenden
  Erwägungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung verwiesen werden
  (act. 1 S. 4 ff. Ziff. 5.1-6.1).

  
	
   

  
	
  Lediglich ergänzend bleibt
  anzufügen, dass es sich auch bei den betreffenden wei­teren Delikten (oben
  E.3.3.1 und E. 3.3.2) allesamt um Antragsdelikte handelt, mit Ausnahme
  des Tatbestandes der Nötigung im Sinne von Art. 180 StGB, für den jedoch
  in den Akten ohnehin keine Hinweise bestehen. Diese Feststellung bezüglich
  der Antragsdelikte ist deshalb relevant, weil sich aus den wenigen zeitlichen
  Anga­ben in der Strafanzeige des Beschwerdeführers vom 21. Februar 2020
  ergibt (Vorakten, act. 3.1.01 S. 3), dass beispielsweise die dem Beschuldigten
  unterstellte Ver­leumdung und Beschimpfung möglicherweise mehr als drei
  Monate zurücklagen.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Bei
  diesem Ausgang wird der Beschwerdeführer für das obergerichtliche Verfahren
  kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO), wobei die Kosten auf CHF 600.-
  festzulegen sind (Art. 8 Abs. 2 lit. b der Zivil- und
  Strafprozesskostenverordnung; GS III A/5). Dem Beschuldigten ist im
  Beschwerdeverfahren kein Aufwand erwachsen, weshalb von einer
  Parteientschädigung abzusehen ist.

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen,
    soweit darauf überhaupt einzutreten ist.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten für das
    Beschwerdeverfahren von CHF 600.‑ werden dem Beschwerdeführer
    auferlegt und von ihm bezogen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]