# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5b80320-c817-55d7-a73e-a1507532f0ac
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.12.2008 D-5542/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5542-2006_2008-12-05.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5542/2006/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  5 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), 
Richter Martin Zoller, Richter Robert Galliker; 
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren (...), Nepal,
vertreten durch lic. iur. Ursina Geisser, 
Bündner Beratungsstelle für Asylsuchende, 
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
27. Oktober 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5542/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess den Heimatstaat nach eigenen Anga-
ben am 21. Dezember 2004 und gelangte via Indien und Frankreich 
am 15. Februar 2005 illegal in die Schweiz, wo er am gleichen Tag um 
Asyl nachsuchte. Nach einer Kurzbefragung im Empfangszentrum (...) 
vom 23. Februar 2005 wurde der Beschwerdeführer für die Dauer des 
Verfahrens dem Kanton (...)  zugewiesen. Am 15. März 2005 erfolgte 
die Anhörung zu den Asylgründen durch die zuständige kantonale Be-
hörde. Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer bei den Befra-
gungen  geltend,  am  30.  November  1993  (15.8.2050  gemäss 
nepalesischer  Zeitrechnung)  seine  Ausbildung  als  Polizist  begonnen 
zu haben und am 27. November 1999 (12.9.2056) nach (...) versetzt 
worden zu sein, wo er rund eineinhalb Jahre im Einsatz gewesen sei. 
Am 29. Juni 2001 (15.3.2058) sei sein Grossvater gestorben. Er habe 
sich  um  die  Beerdigung  kümmern  müssen,  wofür  er  vier  Tage  frei 
genommen  habe.  Daraus  seien  schliesslich  sieben  Tage  geworden. 
Am 6. Juli 2001 (22.3.2058) habe er unterwegs zum Polizeiposten von 
(...)  erfahren,  dass  Angehörige  der  Maobaadi  diesen  besetzt  halten 
würden. Er habe sich deshalb beim Polizeiposten von (...)  gemeldet. 
Dort sei er in diesem Zusammenhang der Unterstützung der Maobaadi 
bezichtigt  und  in  der  Folge  während  sieben  Tagen  in  einer  Zelle 
festgehalten worden. Nachdem er die Gründe für  seinen Heimurlaub 
schriftlich  dargelegt  habe,  sei  er  freigelassen  worden.  Am  17. 
September 2001 (1.6.2058) sei er nach (...) versetzt worden. Da nach 
der Heirat seiner den elterlichen Laden führenden Schwester niemand 
mehr für diesen zuständig gewesen sei, habe er seine Stelle bei der 
Polizei  am 26. November  2002 (10.8.2059)  gekündigt  und fortan  im 
Laden  gearbeitet.  Am  14.  April  2002  (1.1.2060)  hätten  viele  Leute, 
worunter  auch  einige  Anhänger  der  Maobaadi  gewesen  seien,  in 
seinem  Laden  das  nepalesische  Neujahr  gefeiert.  Die  Polizei  sei 
gekommen  und  habe  Verhaftungen  vorgenommen.  Ungefähr  sechs 
Tage  später  sei  er  von  bewaffneten  Angehörigen  der  Maobaadi  zu 
Hause  aufgesucht  worden.  Er  sei  beschuldigt  worden,  der  Polizei 
geholfen  zu  haben.  Man  habe  ihn  in  ein  Ausbildungszentrum  der 
Maobaadi mitgenommen, wo er rund eineinhalb Jahre habe verbringen 
und  als  ehemaliger  Polizist  die  Ausbildung  der  Maobaadi  an  den 
Waffen habe übernehmen müssen. Auf dem Weg zu einem Angriff auf 
den Polizeiposten von (...) sei ihm am 19. Dezember 2004 (4.9.2061) 
die Flucht gelungen. Er habe sich an seinen Wohnort begeben und sei 

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nach  einer  Nacht  auf  Rat  seiner  Eltern  vor  diesem Hintergrund  via 
Indien ausgereist.

B.
Am 1. April 2005 wurde die Mandatsübernahme durch die im Rubrum 
erwähnte Rechtsvertreterin angezeigt.

C.
Mit  Eingabe  vom  14.  Oktober  2005  fanden  diverse  Dokumente 
(Wohnsitzbestätigung, Bescheinigung Polizei-Training, Fotos, Briefum-
schlag) Eingang in die Akten.

D.
Das BFM stellte mit  Verfügung vom 27. Oktober 2006 – eröffnet  am 
1. November 2006 – fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings-
eigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte 
es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und ord-
nete den Vollzug an. Zur Begründung wurde ausgeführt, nebst erheb-
lichen Vorbehalten  bezüglich  der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen des 
Beschwerdeführers habe sich die aktuelle Lage in Nepal seit dessen 
Ausreise  massgeblich  verändert.  Die  Darlegungen  des  Beschwerde-
führers hielten deshalb weder den Anforderungen an die Flüchtlingsei-
genschaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR  142.31)  noch  denjenigen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7 
AsylG  stand. Die eingereichten Beweismittel  würden einen unbestrit-
tenen Sachverhalt belegen und seien daher nicht geeignet, die Erwä-
gungen  des  BFM zu  beeinflussen. Der  Vollzug  der  Wegweisung  sei 
durchführbar  und zumutbar;  ihm stünden keine triftigen  Gründe ent-
gegen.

E.
Mit Beschwerde vom 27. November 2006 (Poststempel) liess der Be-
schwerdeführer bei der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der angefoch-
tenen  Verfügung  und  die  Gewährung  von  Asyl  beantragen.  Even-
tualiter  sei  die  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisung  festzustellen  und  die  Vorinstanz  anzuweisen,  den  Be-
schwerdeführer  vorläufig  aufzunehmen.  Es  sei  die  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021)  zu  gewähren und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-

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schusses zu verzichten. Auf die Begründung der Beschwerde wird, so-
weit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

F.
Mit  Zwischenverfügung vom 30. November  2006 wurde das Gesuch 
um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen (genü-
gende  Mittel  aufweisendes  Sicherheitskonto;  Art.  86  Abs. 1  aAsylG) 
und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet.

G.
Das BFM hielt in der Vernehmlassung vom 20. Dezember 2006 an sei-
ner  Verfügung  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde. 
Hinsichtlich der Begründung wird auf die Akten verwiesen.

H.
Mit Instruktionsverfügung vom 2. März 2007 wurde dem Beschwerde-
führer die Vernehmlassung des BFM zur Replik zugestellt. Auf die mit 
einem Zeitungsartikel  (NZZ vom 13. März  2007,  S. 5)  untermauerte 
Stellungnahme vom 19. März 2007 wird, soweit  entscheidwesentlich, 
in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105 
AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der am 31. Dezember 2006 bei der ARK hängigen Rechtsmittel 

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übernommen.  Das  neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar  (vgl.  Art. 53 
Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einrei-
chung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 und 6 AsylG i.V.m. 
Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

4.
4.1 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im 
Zeitpunkt  des  Asylentscheides  massgebend. Dabei  ist  einerseits  die 
Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise aktuell vorhandenen Furcht 
zu stellen und andererseits zu prüfen, ob die Furcht vor einer abseh-
baren Verfolgung (noch) begründet ist. So sind Veränderungen der ob-

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jektiven  Situation  im  Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylent-
scheid zugunsten und zulasten des Gesuchstellers zu berücksichtigen 
(vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.).

4.2 Unabhängig von der Frage, ob die Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers als glaubhaft zu beurteilen sind, ist im heutigen Zeitpunkt festzu-
stellen, dass sich die Lage seit der Ausreise des Beschwerdeführers 
wesentlich verbessert  hat. Bereits die ARK hat die allgemeine Situa-
tion  in  Nepal  ausführlich  beurteilt  und  festgestellt,  die  allgemeine 
Sicherheits-  und  Menschenrechtslage  habe  sich  seit  der  Aufnahme 
von  Friedensverhandlungen  zwischen  den  Maoisten  ("Communist 
Party of Nepal" [CPN-M]) und der Regierung beziehungsweise der Ver-
kündung der Maoisten vom 28. Juli 2006, den Waffenstillstand zu ver-
längern,  erheblich  verbessert  (vgl.  dazu  Entscheidungen  und  Mittei-
lungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006 
Nr. 31 E. 4.3.4. und 4.3.5 S. 332 ff.).

Seither hat sich die Lage weiter wesentlich verbessert. Am 21. Novem-
ber  2006 unterzeichneten die  Regierung und die  Maoisten ein  Frie-
densabkommen. Gemäss diesem Vertrag beteiligten sich die Maoisten 
am  Übergangsparlament  und  stellten  73  der  330  Abgeordneten.  Im 
Dezember  2006  wurde  die  Interimsverfassung  verabschiedet.  Am 
15. Januar 2007 beschloss das Übergangsparlament seine Auflösung, 
und  es  erfolgte  die  Neubestellung  des  interimistischen  Parlaments, 
welchem 83 Abgeordnete der Maoisten angehörten. Nach einigen Ver-
zögerungen  wurde  am  16.  Januar  2007  mit  der  Entwaffnung  der 
Maoisten begonnen. Am 10. April  2008 erfolgte die Wahl der verfas-
sungsgebenden Versammlung, die in Anwesenheit einer EU-Beobach-
termission  mit  insgesamt  120  Wahlbeobachtern  durchgeführt  wurde. 
Dabei  wurden  die  Maoisten  vor  dem Nepali  Congress  zur  stärksten 
Kraft. Am 28. Mai 2008 kam die verfassungsgebende Versammlung zu 
ihrer ersten Sitzung zusammen. Gleich zu Beginn der konstituierenden 
Sitzung schuf die Versammlung die fast 240 Jahre alte Monarchie ab 
und  erklärte  das  Land  zur  Republik.  Am  11. Juni 2008  verliess  der 
entmachtete  Monarch  Nepals,  König  Gyandendra,  seinen  Palast  in 
(...).  Die  verfassungsgebende  Versammlung  wählte  schliesslich  am 
21. Juli 2008  Ram  Baran  Yadav  vom  Nepali  Congress  zum  ersten 
Präsidenten  der  Republik,  und  am  15. August  2008  wählte  sie  den 
Chef der Maoisten, Pushpa Kamal Dahal (Prachanda), zum Minister-
präsidenten. Die Maoisten sind somit in den politischen Prozess einge-
bunden worden, was zu einer weiteren Stabilisierung der Lage in Ne-

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pal führen dürfte. Die Parteien in der Verfassungsgebenden Versamm-
lung haben sich denn auch für die Schaffung einer neuen Verfassung 
am 17. November 2008 den 28. Mai 2010 als Frist gesetzt. (vgl. zum 
Ganzen beispielsweise  http://www.crisisgroup.org   > reports  by region 
> asia > south asia > nepal; final report on the Constituent Assembly 
Election  on  10 April 2008,  http://ec.europa.eu/external_rela      tions/hu      -  
man_rights/eu_election_ass_observ/nepal/index.htm  , besucht  am 
21. November  2008;  http://www.nzz.ch/nachrichten/interna      tio      -  
nal/neue_ver      fassung_fuer_nepal_bis_mai_2010_1.1274060.html      , 
besucht am 21. November 2008).

In Anbetracht dieser Entwicklung geht das Bundesverwaltungsgericht 
davon  aus,  dass  sich  die  Furcht  des  Beschwerdeführers  vor  einer 
künftigen Verfolgung seitens der Konfliktparteien im heutigen Zeitpunkt 
als unbegründet erweist. Daher kann darauf verzichtet werden, auf die 
Ausführungen  in  der  Beschwerde  vom 27. November  2006  und  der 
Stellungnahme vom 19. März 2007 einzugehen, da sie am Ergebnis 
offensichtlich nichts zu ändern vermögen. Insbesondere erübrigen sich 
Erörterungen zu den eingereichten Beweismitteln (vgl. Bst. C und H). 

4.3 Zusammenfassend folgt, dass der Beschwerdeführer keine Grün-
de nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Die 
Vorinstanz  hat  das  Asylgesuch des  Beschwerdeführers  demnach zu 
Recht abgelehnt.

5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-

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http://www.crisisgroup.org/
http://ec.europa.eu/external_relations/human_rights/eu_election_ass_observ/nepal/index.htm
http://ec.europa.eu/external_relations/human_rights/eu_election_ass_observ/nepal/index.htm

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desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach un-
ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 

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UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat  lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig 
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung so-
wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 
zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.5 Eine  Situation,  welche  den  Beschwerdeführer  als  "Gewalt-  oder 
de-facto-Flüchtling" qualifizieren würde, lässt sich aufgrund der heuti-
gen Situation in Nepal nicht bejahen (vgl. EMARK 2006 Nr. 31 sowie 
E. 4.2 hiervor).

Darüber  hinausgehende  individuelle  Unzumutbarkeitsaspekte  stehen 
einem allfälligen Wegweisungsvollzug auch nicht entgegen. Es ist nicht 
davon auszugehen, dass der junge, ledige und gemäss Akten gesunde 
Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in sein Heimatland Lebensum-
ständen ausgesetzt wird, die ein derartiges Ausmass annehmen, dass 
ihm eine menschenwürdige Existenz  verunmöglicht  würde. Ebenfalls 
dürften ihm seine Schulbildung, sein während Jahren im Heimatland 
ausgeübter Beruf als Polizist, die vor der Ausreise und in der Schweiz 
gesammelten Erfahrungen im Erwerbsleben sowie das familiäre Bezie-
hungsnetz in Nepal eine Reintegration erleichtern. 

6.6 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 

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der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) ad (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

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