# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42e103d6-4cc9-5b41-a2b7-6c7f1c299df1
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-21
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 21.02.2023 BZ 2022 95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BZ-2022-95_2023-02-21.pdf

## Full Text

20221212_165327_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung BZ 2022 95

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. M. Siegwart
Oberrichter Dr.iur. A. Sidler
Gerichtsschreiber lic.iur. J. Lötscher

Urteil vom 21. Februar 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ GmbH,
Beschwerdeführerin,

gegen

B.________ GmbH,
vertreten durch RA Dr.iur. C.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Forderung
(Beschwerde gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 18. August 
2022)

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Sachverhalt

1. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2021 reichte die B.________ GmbH (nachfolgend: 
Beschwerdegegnerin) beim Kantonsgericht Zug eine Forderungsklage über CHF 5'409.75 
zuzüglich Zins gegen die A.________ GmbH (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ein 
(Verfahren EV 2021 163). In der Klageantwort vom 2. Dezember 2021 schloss die 
Beschwerdeführerin auf Abweisung der Klage (Ziffer 1). Zudem beantragte sie, die 
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Betreibung Nr. D.________ des 
Betreibungsamtes Hünenberg zurückzuziehen (Ziffer 2). 

2. Am 3. Dezember 2021 setzte der zuständige Einzelrichter am Kantonsgericht der 
Beschwerdeführerin eine Frist von zehn Tagen an, um mitzuteilen, ob sie mit ihrem Antrag 
Ziffer 2 eine Widerklage anhängig machen wolle oder ob sie auf eine solche verzichte. Auf 
die Anfrage der Beschwerdeführerin vom 13. Dezember 2021, wie hoch der Kostenvorschuss 
für eine Widerklage sein würde, hielt der Einzelrichter mit Schreiben vom 14. Dezember 2021 
im Wesentlichen fest, er habe am 3. Dezember 2021 übersehen, dass sich die Betreibung 
Nr. D.________ des Betreibungsamtes Hünenberg auf CHF 78'270.75 belaufe. Das wäre der 
Streitwert der Widerklage. Widerklage könne aber nur erhoben werden, wenn der geltend 
gemachte Anspruch nach der gleichen Verfahrensart wie die Hauptklage zu beurteilen sei 
(Art. 224 Abs .1 ZPO). Die Hauptklage sei im vereinfachten Verfahren zu beurteilen. Für die 
Widerklage würde aufgrund des Streitwerts über CHF 30'000.00 das ordentliche Verfahren 
gelten. Die vorliegende Widerklage wäre mithin unzulässig, weshalb ein 
Nichteintretensentscheid zu fällen wäre. Gestützt auf diese Ausführungen ersuchte der 
Einzelrichter die Beschwerdeführerin um Klarstellung innert zehn Tagen, ansonsten 
angenommen würde, dass sie an ihrer Eingabe vom 2. Dezember 2021 festhalte. Mit 
Eingabe vom 16. Dezember 2021 teilte die Beschwerdeführerin mit, sie ziehe ihr 
Klageantwortbegehren 2 zurück. 

3. In der unaufgefordert eingereichten Eingabe vom 20. Dezember 2021 hielt die 
Beschwerdegegnerin fest, betreffend das Rechtsbegehren Ziffer 2 der Beschwerdeführerin 
bestehe kein Anlass zur Klärung. Das erwähnte Rechtsbegehren sei zweifellos als 
Widerklage zu qualifizieren, auf welches aufgrund des Streitwerts von CHF 78'270.75 
mangels sachlicher Zuständigkeit des Gerichts unter Kostenfolge nicht einzutreten sei. Dies 
habe die Beschwerdeführerin selber eingesehen, weshalb sie die Widerklage mit Eingabe 
vom 16. Dezember 2021 zurückgezogen habe.

4. Am 31. Januar 2022 ordnete der Einzelrichter einen zweiten Schriftenwechsel an. Nach 
Eingang der Replik vom 14. März 2022 und der Duplik vom 2. Mai 2022 reichte die 
Beschwerdegegnerin am 13. Mai 2022 unaufgefordert eine "Kurzstellungnahme" zur Duplik 
der Beschwerdeführerin ein. In der Folge verzichteten die Parteien auf die Durchführung 
einer Hauptverhandlung.

5. Mit Entscheid vom 18. August 2022 verpflichtete der Einzelrichter die Beschwerdeführerin, 
der Beschwerdegegnerin CHF 5'409.75 nebst Zins zu 5 % seit 4. Februar 2021 zu bezahlen 
(Ziffer 1.1), und ermächtigte Beschwerdegegnerin, die Betreibung Nr. D.________ des 
Betreibungsamtes Hünenberg im Betrag von CHF 5'409.75 nebst Zins zu 5 % seit 4. Februar 
2021 fortzusetzen (Ziffer 1.2). Die Widerklage wurde zufolge Rückzugs abgeschrieben (Ziffer 

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2). Die Gerichtskosten von CHF 3'000.00 wurden der Beschwerdeführerin auferlegt und mit 
dem von der Beschwerdegegnerin geleisteten Kostenvorschuss von CHF 900.00 verrechnet; 
der Fehlbetrag von CHF 2'100.00 wurde von der Beschwerdeführerin nachgefordert und 
diese verpflichtet, der Beschwerdegegnerin den Kostenvorschuss von CHF 900.00 sowie die 
Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 350.00 zu ersetzen (Ziffer 3). Schliesslich 
verpflichtete der Einzelrichter die Beschwerdeführerin, der Beschwerdegegnerin eine 
Parteientschädigung von CHF 5'293.60 (inkl. MWST) zu bezahlen (Ziffer 4).

6. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 19. September 2022 Beschwerde 
bei der Beschwerdeabteilung des Obergerichts Zug mit folgenden Anträgen:

1. Der Entscheid des Einzelrichters vom 18. August 2022 sei wegen Unzuständigkeit als Ganzes 
aufzuheben und neu vom Kantonsgericht Zug zu bearbeiten.

2. Sollte der Entscheid nicht als Ganzes aufgehoben werden, wären mindestens die Kostenpunkte 
(Ziffern 3 und 4) aufzuheben und die Kosten neu festzulegen.

3. Die Kosten dieses Beschwerdeverfahrens seien der Beschwerdegegnerin und/oder dem Kanton 
Zug zu belasten.

Während die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung verzichtete, beantragte die 
Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 24. Oktober 2022 die kostenpflichtige Abweisung der 
Beschwerde. Dazu liess sich die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 4. November 2022 
unaufgefordert vernehmen.

Erwägungen

1. Der Einzelrichter führte zur Verteilung und Bemessung der Prozesskosten Folgendes aus:

1.1 Gerichtskosten und Parteientschädigung richteten sich nach dem Streitwert (Art. 91 ZPO). 
Zur Bestimmung der Prozesskosten würden die Streitwerte zusammengerechnet, sofern sich 
Klage und Widerklage nicht gegenseitig ausschliessen würden (Art. 94 Abs. 2 ZPO). Da die 
Beschwerdeführerin vorliegend vollumfänglich unterliege, seien ihr die Prozesskosten 
aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

1.2 Bei einem Streitwert von CHF 78'270.76 belaufe sich die ordentliche Entscheidgebühr auf 
CHF 6'000.00 (§ 2 Abs. 1 i.V.m. § 11 Abs. 1 KoV OG). Da die Beschwerdeführerin die 
Widerklage bereits nach dem ersten Schriftenwechsel zurückgezogen habe, über die Klage 
aber mit vorliegendem Entscheid habe befunden werden müssen, sei die Entscheidgebühr 
ermessensweise auf 50 %, mithin auf CHF 3'000.00 zu reduzieren (§ 5 Abs. 1 KoV OG). Zu 
den Gerichtskosten gehöre auch die Pauschale für das Schlichtungsverfahren von 
CHF 350.00 (Art. 95 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 207 Abs. 2 ZPO).

1.3 Die Beschwerdegegnerin reiche eine Aufstellung über 22,97 Stunden zu einem 
Gesamtbetrag von CHF 8'038.45 ein, mache jedoch lediglich ein Honorar auf Basis eines 
Streitwerts von CHF 5'409.75 geltend. Da sie in der Replik ausführe, ihr sei für die 

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Aufwendungen betreffend Stellungnahmen zur Widerklage eine angemessene 
Parteientschädigung zuzusprechen, sei diese vorliegend aufgrund der Verordnung über den 
Anwaltstarif des Kantons Zug zu berechnen. Bei einem Streitwert von CHF 78'270.75 belaufe 
sich das Grundhonorar gemäss § 3 Abs. 1 AnwT auf gerundet CHF 9'544.00. Angesichts des 
Umstandes, dass der Beschwerdegegnerin aufgrund der zurückgezogenen Widerklage kein 
erheblicher Aufwand entstanden sei (zweiseitige Stellungnahme vom 20. Dezember 2021 
sowie zwei Seiten in der Replik vom 14. März 2022), sei das Grundhonorar ermessensweise 
um 50 % auf CHF 4'772.00 zu reduzieren (§ 9 AnwT). Hinzuzurechnen seien die geltend 
gemachte Auslagenpauschale von 3 % (= CHF 143.15; § 25 Abs. 2 AnwT) sowie die 
Mehrwertsteuer (= CHF 378.45; § 25a AnwT), was eine von der Beschwerdeführerin an die 
Beschwerdegegnerin zu leistende Parteientschädigung von total CHF 5'293.60 ergebe.

2. Dagegen bringt die Beschwerdeführerin Folgendes vor:

2.1 Der Einzelrichter habe im vereinfachten Verfahren mit einem Streitwert bis CHF 30'000.00 
bei der Festlegung der Kosten im Hauptpunkt (Forderung von CHF 5'409.75) auf einen 
deutlich höheren Streitwert aus einem Nebenpunkt (Betreibung im Betrag von CHF 
78'270.75) gegriffen und damit seine Zuständigkeit nach Art. 243 ZPO überschritten. Wenn 
der Einzelrichter – wie in seinen Schreiben vom 3. und 14. Dezember 2021 erwähnt – auf 
einen Streitwert von CHF 78'270.75 komme, hätte er bereits damals Nichteintreten 
beschliessen oder den Fall an das Gesamtgericht überweisen müssen. Erst nach dem 
Rückzug der Widerklage sei der Einzelrichter wieder zuständig geworden. In diesem Fall 
hätte er seinem Entscheid nicht einen Streitwert von CHF 78'270.95 zugrunde legen dürfen. 
Der Entscheid vom 18. August 2022 müsse somit aufgehoben werden, weil der Einzelrichter 
aufgrund des von ihm zugrunde gelegten Streitwerts von CHF 78'270.95 gar nicht zuständig 
gewesen sei. Vielmehr hätte über die Sache im ordentlichen Verfahren (Art. 219 ZPO) 
entschieden werden müssen, wofür das Gesamtgericht zuständig gewesen wäre.

2.2 Zur Begründung des Eventualbegehrens hielt die Beschwerdeführerin zusammengefasst 
fest, nach Art. 91 Abs. 1 ZPO werde der Streitwert – und damit die Gerichtsgebühr und das 
Anwaltshonorar – durch das Rechtsbegehren bestimmt. Nach dem Rückzug der Widerklage 
habe das Rechtsbegehren auf CHF 5'409.75 gelautet. Von einem Streitwert von 
CHF 78'270.75 habe nach dem Rückzug der Widerklage nicht mehr gesprochen werden 
können. Die Gerichtsgebühr und das Anwaltshonorar seien somit nach dem Streitwert von 
CHF 5'409.75 festzusetzen.

3. Der Antrag der Beschwerdeführerin, der Entscheid des Einzelrichters vom 18. August 2022 
sei wegen Unzuständigkeit aufzuheben, erweist sich als unbegründet. 

3.1 Für vermögensrechtliche Streitigkeiten bis CHF 30'000.00 ist der Einzelrichter im 
vereinfachten Verfahren zuständig (Art. 243 Abs. 1 ZPO i.V.m. § 28 Abs. 2 Bst. b GOG). Der 
vorinstanzliche Richter war somit für die Beurteilung der Forderungsklage der 
Beschwerdegegnerin über CHF 5'409.75 zuständig. Die Ziffern 1.1 und 1.2 des 
angefochtenen Entscheids, in denen die Beschwerdeführerin verpflichtet wurde, der 
Beschwerdegegnerin CHF 5'409.75 nebst Zins zu bezahlen, und worin Letztere ermächtigt 
wurde, die Betreibung Nr. D.________ des Betreibungsamtes Zug in diesem Umfang 
fortzusetzen, sind daher nicht zu beanstanden. 

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3.2 An diesem Ergebnis ändert auch der Umstand nichts, dass die Beschwerdeführerin in der 
Klageantwort widerklageweise beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die 
Betreibung Nr. D.________ des Betreibungsamtes Hünenberg zurückzuziehen.

3.2.1 Nach Art. 224 Abs. 1 ZPO kann die beklagte Partei in der Klageantwort Widerklage erheben, 
wenn der geltend gemachte Anspruch nach der gleichen Verfahrensart wie die Hauptklage 
zu beurteilen ist. Übersteigt der Streitwert der Widerklage die sachliche Zuständigkeit des 
Gerichts, so hat dieses beide Klagen dem Gericht mit der höheren sachlichen Zuständigkeit 
zu überweisen (Art. 224 Abs. 2 ZPO). Eine Widerklage, die einer anderen Verfahrensart 
unterliegt, ist unzulässig, weil es am erforderlichen Verbindungszusammenhang fehlt. Das 
Gericht fällt einen Nichteintretensentscheid ohne Überweisung. Eine Prozessüberweisung 
nach Art. 224 Abs. 2 ZPO erfolgt nur, wenn eine zugelassene Widerklage einen höheren 
Streitwert aufweist, der die sachliche Zuständigkeit des Hauptklagegerichts übersteigt 
(Willisegger, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 224 ZPO N 45). 

3.2.2 Das Betreibungsbegehren in der Betreibung Nr. D.________ des Betreibungsamtes Zug 
lautete auf CHF 78'270.75 nebst Zins. Der Streitwert des mit der Widerklage erhobenen 
Rechtsbegehrens der Beschwerdeführerin betrug somit mehr als CHF 30'000.00. Dieser 
Anspruch hätte im ordentlichen Verfahren vom Kantonsgericht als Spruchkörper mit drei 
Mitgliedern beurteilt werden müssen (Art. 243 Abs. 1 ZPO e contrario i.V.m. § 26 Abs. 1 Bst. 
c, § 27 Abs. 1 und § 28 Abs. 2 Bst b GOG). Die Widerklage erwies sich damit als unzulässig. 
Der Einzelrichter setzte dies der Beschwerdeführerin im Schreiben vom 14. Dezember 2021 
auseinander. Daraufhin zog die Beschwerdeführerin die Widerklage am 16. Dezember 2021 
zurück. Bei dieser Rückzugserklärung handelt es sich um eine Bewirkungshandlung, die 
unmittelbar zu einer Veränderung der prozessualen Rechtslage führt, ohne dass es einer 
richterlichen Entscheidung bedarf (Frei, Berner Kommentar, 2012, Art. 130 ZPO N 4 mit 
Hinweisen). Eine Rückzugserklärung beendet damit den Prozess eo ipso und ein aufgrund 
des Rückzugsbegehrens erlassener Abschreibungsentscheid des Gerichts ist daher bloss 
deklaratorischer Natur. Der Einzelrichter war daher zum Erlass der deklaratorischen 
Abschreibung der Widerklage befugt. Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids ist demnach 
nicht zu beanstanden.

4. Die Beschwerdeführerin rügt sodann die Bemessung der Prozesskosten. 

4.1 Nach Art. 91 Abs. 1 ZPO wird der Streitwert durch das Rechtsbegehren bestimmt. Zinsen 
und Kosten des laufenden Verfahrens oder einer allfälligen Publikation des Entscheids sowie 
allfällige Eventualbegehren werden nicht hinzugerechnet. Für die Streitwertberechnung bei 
Prozessen mit Widerklagen hält Art. 94 ZPO Folgendes fest: Stehen sich Klage und 
Widerklage gegenüber, so bestimmt sich der Streitwert nach dem höheren Rechtsbegehren 
(Abs. 1). Zur Bestimmung der Prozesskosten werden die Streitwerte zusammengerechnet, 
sofern sich Klage und Widerklage nicht gegenseitig ausschliessen (Abs. 2). Art. 94 ZPO 
kommt bei der Verlegung der Kosten indes nur zur Anwendung, wenn sowohl die Klage als 
auch die Widerklage materiell-rechtlich beurteilt werden. Wird einzig die Klage materiell-
rechtlich beurteilt und wird auf die Widerklage nicht eingetreten oder wird sie zufolge 
Rückzugs abgeschrieben, ist die Kostenverlegung für die Klage und die Widerklage separat 
vorzunehmen (vgl. Urteil des Obergerichts Zug BZ 2014 118 vom 31. Mai 2015 E. 2.1.3 und 

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2.3.2). Die Kostenverlegung im angefochtenen Entscheid, die trotz Abschreibung der Klage 
zufolge Rückzugs gestützt auf Art. 94 ZPO erfolgte, war damit nicht korrekt. Vielmehr wäre 
der Einzelrichter verpflichtet gewesen, die Kostenverlegung für die Beurteilung der Klage und 
die Abschreibung der Widerklage separat vorzunehmen. Ziffern 3 und 4 des angefochtenen 
Entscheids sind daher aufzuheben und die Kosten sind im Beschwerdeverfahren neu 
festzusetzen.

4.2 Der Streitwert der Widerklage belief sich auf CHF 78'270.75. Im ordentlichen und 
vereinfachten Verfahren beträgt die Entscheidgebühr für diesen Streitwert nach der 
massgebenden kantonalen Verordnung über die Kosten in der Zivil- und Strafrechtspflege 
(KoV OG; Art. 96 ZPO i.V.m. § 1 KoV OG) maximal CHF 6'000.00 (§ 11 Abs. 1 KoV OG). 
Angesichts dessen, dass die Widerklage zufolge Rückzugs abgeschrieben wurde, können 
die Mindestansätze gemäss § 5 Abs. 1 KoV OG angemessen unterschritten werden. 
Vorliegend war der Aufwand des Einzelrichters minimal. So zog die Beschwerdeführerin ihre 
Widerklage am 16. Dezember 2021 zurück, nachdem der Einzelrichter ihr die Rechtslage im 
Schreiben vom 14. Dezember 2021 korrekt auseinandergesetzt hatte. Aufgrund des 
geringfügigen Aufwands ist die Entscheidgebühr – in Übereinstimmung der Praxis des 
Kantonsgerichts bei Abschreibungsentscheiden – gestützt auf § 5 Abs. 1 KoV OG auf 20 % 
des ordentlichen Ansatzes von CHF 6'000.00, mithin auf rund CHF 1'200.00 festzusetzen. 
Diese Kosten sind der Beschwerdeführerin als unterliegender Partei aufzuerlegen (Art. 106 
Abs. 1 ZPO). 

4.3 Trotz ihres Unterliegens hat die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin im 
Zusammenhang mit dem Rückzug der Widerklage nicht zu entschädigen. Die 
Beschwerdegegnerin erhielt den Schriftenwechsel zwischen dem Einzelrichter und der 
Beschwerdegegnerin lediglich zur Kenntnisnahme und hatte somit diesbezüglich keine 
substanziellen Aufwendungen. Sie liess sich erst in der Eingabe vom 20. Dezember 2021 
und in der Replik vom 14. März 2022 zu diesem Thema vernehmen. Zu dieser Zeit hatte die 
Beschwerdeführerin die Widerklage indes bereits zurückgezogen, weshalb es keinen Grund 
mehr gab, sich dazu vernehmen zu lassen. Diese Stellungnahmen waren damit unnötig. Die 
Beschwerdegegnerin hat daher keinen Anspruch auf Zusprechung einer Entschädigung zu 
Lasten der Beschwerdeführerin.

4.4 Der Streitwert der Klage belief sich auf CHF 5'409.75. Im vereinfachten Verfahren beträgt die 
Entscheidgebühr für diesen Streitwert rund CHF 865.00 (§ 11 Abs. 1 KoV OG). Eine 
Erhöhung dieser Gebühr erscheint nicht angezeigt, da kein besonders umfangreicher oder 
schwieriger Fall zu beurteilen war, der nach § 4 Abs. 1 KoV OG einen Zuschlag rechtfertigen 
würde. Die Entscheidgebühr von CHF 865.00 ist der Beschwerdeführerin als unterliegender 
Partei aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

4.5 Die anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin, die mit ihrer Klage vollumfänglich 
durchgedrungen ist, hat Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der 
Beschwerdeführerin (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Bemessung erfolgt nach der kantonalen 
Verordnung über den Anwaltstarif (AnwT; Art. 96 ZPO i.V.m. § 1 Abs. 1 Ziff. 1 AnwT). Für die 
Führung eines Zivilprozesses im vereinfachten Verfahren mit einem Streitwert von CHF 
5'409.75 beträgt das Grundhonorar CHF 1'344.00 (§ 3 Abs. 1 AnwT). Zur Berücksichtigung 
der besonderen Umstände des einzelnen Falles, namentlich der Verantwortung des 

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Rechtsanwaltes oder der Rechtsanwältin, der Schwierigkeit des Falles und des notwendigen 
Zeitaufwandes, können diese Ansätze um höchstens einen Drittel über- oder unterschritten 
werden (§ 3 Abs. 3 AnwT). Missverhältnisse zwischen Streitwert und Interesse der Parteien 
oder Bemühungen des Rechtsanwaltes bzw. der Rechtsanwältin sind entsprechend durch 
Erhöhung bzw. Herabsetzung des Honorars zu berücksichtigen (§ 3 Abs. 5 AnwT). Mit Blick 
auf den geringen Streitwert von CHF 5'409.75 erwies sich der Forderungsprozess als 
aufwändig. Gestützt auf § 3 Abs. 3 und 5 AnwT ist das Honorar daher auf CHF 2'688.00 zu 
verdoppeln. Weitere Zuschläge sind nicht angezeigt. Zum Honorar von CHF 2'688.00 sind 
die Auslagenpauschale von 3 % (§ 25 Abs. 2 AnwT) und die Mehrwertsteuer von 7,7 % (§ 
25a AnwT) zu addieren. Die Parteientschädigung beträgt damit gerundet CHF 2'982.00.

5. Nach dem Gesagten sind in teilweiser Gutheissung der Beschwerde Ziffern 3 und 4 des 
angefochtenen Entscheids aufzuheben und die Kostenregelung im vorinstanzlichen 
Verfahren ist wie folgt neu festzusetzen: Die Entscheidgebühr von CHF 1'200.00 für die 
Abschreibung der Widerklage und die Entscheidgebühr von CHF 865.00 für die Beurteilung 
der Klage sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zudem ist Letztere zu verpflichten, der 
Beschwerdegegnerin die Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 350.00 zu ersetzen 
und ihr im Zusammenhang mit der Beurteilung der Klage eine Parteientschädigung von CHF 
2'982.00 (inkl. MWST) zu bezahlen. Indes hat die Beschwerdeführerin die 
Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit der Abschreibung der Widerklage nicht zu 
entschädigen.

6. Bei diesem Ausgang unterliegt die Beschwerdeführerin mit ihrem Hauptantrag auf 
vollständige Aufhebung des angefochtenen Entscheids und obsiegt mit Bezug auf die von ihr 
im Eventualstandpunkt angefochtene Kostenregelung. Die Beschwerdegegnerin, welche die 
Abweisung der Beschwerde beantragt hat, unterliegt mit Bezug auf die Neuregelung der 
Kosten- und Entschädigungsfolgen im erstinstanzlichen Verfahren. Bei diesem Ausgang 
rechtfertigt es sich, die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren den Parteien je zur 
Hälfte aufzuerlegen. Damit sind keine Parteientschädigungen auszurichten.

Urteilsspruch

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden Ziffern 3 und 4 des Entscheids des 
Einzelrichters am Kantonsgericht vom 18. August 2022 aufgehoben und die Kostenregelung 
im erstinstanzlichen Verfahren wird durch folgende Formulierung ersetzt:

"3.1 Die Entscheidgebühr von CHF 1'200.00 für die Abschreibung der Widerklage wird der 
Beklagten und Widerklägerin auferlegt.

3.2 Der Klägerin und Widerbeklagten wird im Zusammenhang mit der Abschreibung der 
Widerklage keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.1 Die Entscheidgebühr von CHF 865.00 für die Beurteilung der Klage wird der Beklagten 
und Widerklägerin auferlegt und mit dem von der Klägerin und Widerbeklagten 
geleisteten Kostenvorschuss von CHF 900.00 verrechnet. Die Gerichtskasse wird 
angewiesen, den Restbetrag von CHF 35.00 der Klägerin und Widerbeklagten zu 

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überweisen. Die Beklagte und Widerklägerin wird verpflichtet, der Klägerin und 
Widerbeklagten den Kostenvorschuss im Umfang von CHF 865.00 sowie die Kosten 
des Schlichtungsverfahrens von CHF 350.00 zu ersetzen.

4.2 Die Beklagte und Widerklägerin wird im Zusammenhang mit der Beurteilung der Klage 
verpflichtet, der Klägerin und Widerbeklagten eine Parteientschädigung von 
CHF 2'982.00 (inkl. MWST) zu bezahlen."

2. Die Entscheidgebühr für das vorliegende Verfahren von CHF 800.00 wird den Parteien je zur 
Hälfte (= CHF 400.00) auferlegt und mit von der Beschwerdeführerin geleisteten 
Kostenvorschuss von CHF 800.00 verrechnet. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der 
Beschwerdeführerin den Kostenvorschuss im Umfang von CHF 400.00 zu ersetzen.

3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid mit einem Streitwert von unter CHF 30'000.00 ist die Beschwerde in 
Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) nur zulässig, wenn sich 
eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG gegeben. Die Beschwerdegründe richten sich 
nach den Art. 95 ff. bzw. Art. 116 BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit 
Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter 
Beilage des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Wird gleichzeitig ordentliche Beschwerde 
und Verfassungsbeschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift 
einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine 
aufschiebende Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- Kantonsgericht, Einzelrichter (EV 2021 163)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer lic.iur. J. Lötscher
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: