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**Case Identifier:** 1f38c1ec-4969-52f9-afd4-43ce01523264
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 21.11.2023 BO.2023.2-K1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BO-2023-2-K1_2023-11-21.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BO.2023.2-K1

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 27.02.2024

Entscheiddatum: 21.11.2023

Entscheid Kantonsgericht, 21.11.2023
Art. 712m Abs. 3 i.V.m. Art. 75 ZGB: Die Anfechtungsklage gegen Beschlüsse 
der Stockwerkeigentümerversammlung kann einzig kassatorische Wirkung 
zeitigen. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft ist aber an die Erwägungen 
des gerichtlichen Entscheids gebunden (E. III/2). Soweit keine 
gemeinschaftlichen Interessen betroffen sind, ist die 
Stockwerkeigentümergemeinschaft nicht verpflichtet, ihr Reglement 
gegenüber einzelnen Eigentümern durchzusetzen (E. III/3). (Kantonsgericht, 
I. Zivilkammer, 21. November 2023, BO.2023.2-K1).

Hinweis: Gegen diesen Entscheid wurde Beschwerde beim Bundesgericht erhoben 

(BGer 5A_17/2024).

Entscheid siehe PDF

Kanton St.Gallen 

Gerichte 

 
 

 

 
 
Kantonsgericht St. Gallen 

I. Zivilkammer 

 

 

 
 
 
 
 

 Entscheid vom 21. November 2023  

   

Geschäfts- 
nummer  

 BO.2023.2-K1 (VV.2022.50) 
 

   

Verfahrens-
beteiligte 

 1. A.__,  
2. B.__,  
 

Kläger und  
Berufungskäger,  

 
beide vertreten von Rechtsanwalt F.__,  
 

  gegen 
 

  Stockwerkeigentümergemeinschaft C.__,  
 

Beklagte und  
Berufungsbeklagte,  

 
vertreten von Rechtsanwalt G.__ 
  
 
 

Gegenstand  Anfechtung Beschluss der Stockwerkeigentümergemeinschaft 
 
 

 

  

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 2/13 

  

Anträge vor Kreisgericht 

 

a) der Kläger 

 
1. Die Beschlüsse der Stockwerkeigentümergemeinschaft vom 14. September 2021 zu 

Traktandum 8, Anträge A und B A.__/B.__, seien aufzuheben.  

2. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft/Beklagte sei zu verpflichten, von den Stock-
werkeigentümern D.__ und E.__ den Rückbau innert 2 Monaten der im Jahr 2020 in 
den 4 Schlafzimmern der Stockwerkeinheit Nr. 34 in 2-Schicht-Fertigparkett-Eiche-
Ausführung eingebauten Bodenbeläge zu verlangen und erforderlichenfalls gericht-
lich durchzusetzen.  

3. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft/Beklagte sei zu verpflichten, von den Stock-
werkeigentümern D.__ und E.__ den Rückbau innert 2 Monaten der im Bereich Woh-
nen/Essen/Diele der Stockwerkeinheit Nr. 34 in 2-Schicht-Fertigparkett-Eiche-
Ausführung eingebauten Bodenbeläge zu verlangen und erforderlichenfalls gericht-
lich durchzusetzen.  

4. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft/Beklagte sei zu verpflichten, die Stockwerkei-
gentümer D.__ und E.__ gerichtlich zu belangen, die nach dem Rückbau für die allfäl-
lige Bewohnung neu einzubauenden Bodenbeläge so auszugestalten, dass die er-
höhten Anforderungen der SIA-Norm 181 (2020) an die Schallisolation eingehalten 
werden. Für den Unterlassungs- bzw. Widerhandlungsfall sei die gerichtliche Anord-
nung der Ersatzvornahme zulasten von D.__ und E.__ zu verlangen; 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.  

 

 

b) der Beklagten 

 
Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen; 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Kläger.  

 

 

 
Entscheid des Kreisgerichts V.__, Einzelrichterin, vom 29. September 2022 

 

1. Die Klage wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. a) Die Gerichtskosten von Fr. 5'250.00, bestehend aus der Entscheidgebühr von 
Fr. 4'950.00 sowie den Kosten des Schlichtungsverfahrens von Fr. 300.00, haben die 
Kläger zu bezahlen. 

b) Die Entscheidgebühr des Kreisgerichts von Fr. 4’950.00 wird mit dem von den 
Klägern geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'300.00 verrechnet. 

3. Die Kläger haben der Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 6'944.50 (inkl. Bar-
auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

 

 

 

 
  

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 3/13 

  

Anträge vor Kantonsgericht 

 

a) der Kläger und Berufungskläger 

 
1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.  

2. Die Beschlüsse der StWE-Versammlung vom 14. September 2021 der Beklagten zu 
Traktandum 8, Anträge A und B A.__/B.__, seien aufzuheben. 

3. Die Beklagte sei zu verpflichten, von den Stockwerkeigentümern D.__ und E.__ den 
Rückbau innert 2 Monaten der im Jahr 2020 in den 4 Schlafzimmern der Stockwer-
keinheit Nr. 34 in 2-Schicht-Fertigparkett-Eiche-Ausführung eingebauten Bodenbelä-
ge zu verlangen und erforderlichenfalls gerichtlich durchzusetzen. 

4. Die Beklagte sei zu verpflichten, von den Stockwerkeigentümern D.__ und E.__ den 
Rückbau innert 2 Monaten der im Bereich Wohnen-Essen-Diele der Stockwerkeinheit 
Nr. 34 in 2-Schicht-Fertigparkett-Eiche-Ausführung eingebauten Bodenbeläge zu ver-
langen und erforderlichenfalls gerichtlich durchzusetzen. 

5. Die Beklagte sei zu verpflichten, die Stockwerkeigentümer D.__ und E.__ darauf – 
nötigenfalls gerichtlich – zu belangen, die nach dem Rückbau für die allfällige Be-
wohnung neu einzubauenden Bodenbeläge so auszugestalten, dass die erhöhten 
Anforderungen der SIA-Norm 181 (2020) an die Schallisolation eingehalten werden. 
Für den Unterlassungs- bzw. Widerhandlungsfall sei die gerichtliche Anordnung der 
Ersatzvornahme zulasten von D.__ und E.__ zu verlangen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten für beide Instanzen. 

 

 

b) der Beklagten und Berufungsbeklagten 

 
Die Berufung sei abzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 
Kläger. 

 

 
  

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 4/13 

  

Erwägungen 

 
 

I. 

 

1. A.__ und B.__ (Kläger) sind gemeinsam Eigentümer (zu je hälftigem Miteigentum) 

der Stockwerkeinheit Nr. 24 im ersten Obergeschoss an der C.__strasse xx in U.__, die 

zur Überbauung C.__strasse xx/yy (Grundstück Grundbuch U.__ Nr. zzzz) gehört. Die 

Stockwerkeinheit Nr. 34 liegt direkt über der Stockwerkeinheit Nr. 24 und steht im Eigen-

tum von D.__ und E.__. Die Kläger vertreten die Ansicht, die Bodenbeläge in der Stock-

werkeinheit Nr. 34 seien reglementswidrig ersetzt worden.  

 

Die Stockwerkeigentümergemeinschaft C.__ (Beklagte) lehnte anlässlich der ordentlichen 

Stockwerkeigentümerversammlung vom 14. September 2021 folgende Anträge der Kläger 

mit 11:1 Stimmen ab (kläg.act. 4a, 4b und 5): 

Antrag A 

1.  Die Verwaltung sei zu beauftragen und zu bevollmächtigen, von D.__ und E.__ als ge-
meinsame Eigentümer der Stockwerkeinheit/Wohnung Nr. 34, Haus C.__strasse xx, den 
Rückbau innert 2 Monaten der im Jahr 2020 in den 4 Schlafzimmern in "2-Schicht-
Fertigparkett Eiche"-Ausführung eingebauten Bodenbeläge zu verlangen und erforderli-
chenfalls gerichtlich durchzusetzen.  

2.  Die Eigentümer D.__ und E.__ seien durch die Verwaltung aufzufordern, die nach dem 
Rückbau neu einzubauenden Bodenbeläge so auszugestalten, dass die erhöhten Anforde-
rungen der SIA-Norm 181 (2020) an die Schallisolation eingehalten werden.  

3.  Die Verwaltung sei zu beauftragen, mit A.__ und B.__ als gemeinsame Eigentümer der 
Stockwerkeinheit/Wohnung Nr. 24, Haus C.__strasse xx, eine Vereinbarung über die Auf-
teilung und Tragung der Prozesskosten für die in Ziff. 1 dieses Antrags vorgesehene ge-
richtliche Klage zu treffen.  

Antrag B 

1.  Die Verwaltung sei zu beauftragen und zu bevollmächtigen, von D.__ und E.__ als ge-
meinsame Eigentümer der Stockwerkeinheit/Wohnung Nr. 34, Haus C.__strasse xx, den 
Rückbau innert 2 Monaten der im Bereich Wohnen/Essen/Diele in "2-Schicht-Fertigparkett 
Eiche"-Ausführung eingebauten Bodenbeläge zu verlangen und erforderlichenfalls gericht-
lich durchzusetzen.  

2.  Die Eigentümer D.__ und E.__ seien durch die Verwaltung aufzufordern, die nach dem 
Rückbau neu einzubauenden Bodenbeläge so auszugestalten, dass die erhöhten Anforde-
rungen der SIA-Norm 181 (2020) an die Schallisolation eingehalten werden.  

3.  Die Verwaltung sei zu beauftragen, mit A.__ und B.__ als gemeinsame Eigentümer der 
Stockwerkeinheit/Wohnung Nr. 24, Haus C.__strasse xx, eine Vereinbarung über die Auf-
teilung und Tragung der Prozesskosten für die in Ziff. 1 dieses Antrags vorgesehene ge-
richtliche Klage zu treffen.  

 

 

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 5/13 

  

2. Die Kläger fochten die Beschlüsse der Beklagten vom 14. September 2021 mit 

Schlichtungsgesuch vom 14. Oktober 2021 an das Vermittleramt T.__ an (vi-act. 1). Nach 

erfolglosem Schlichtungsversuch erhoben die Kläger am 31. März 2022 Klage beim 

Kreisgericht V.__ und stellten die eingangs angeführten Rechtsbegehren (vi-act. 2, S. 2). 

Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 24. August 2022 die Abweisung der Klage 

(vi-act. 17, S. 2). Am 29. September 2022 fand die Hauptverhandlung statt (vi-act. 21). 

Gleichentags wies die Einzelrichterin des Kreisgerichts die Klage ab, soweit sie darauf 

eintrat (vi-act. 25 und 28 [vi-Entscheid]). Sie begründete ihren Entscheid (stark) zusam-

mengefasst wie folgt: Auf die Klagebegehren 2 bis 4 könne nicht eingetreten werden, da 

die Anfechtungsklage grundsätzlich kassatorischer Natur sei und mit ihr folglich nur die 

Aufhebung der Beschlüsse der Beklagten, nicht jedoch die Erteilung von Anweisungen 

verlangt werden könne (vi-Entscheid, S. 4). Das Klagebegehren 1 sei abzuweisen, weil 

sich die Pflicht der Beklagten hinsichtlich der Einhaltung von Art. 7 lit. a des Reglements 

sowie der massgebenden gesetzlichen Vorschriften darin erschöpfe, im Einzelfall festzu-

stellen, ob das Verhalten einzelner Stockwerkeigentümer diese Bestimmung verletze. 

Nachdem eine allfällige Verletzung der massgeblichen Regelungen keine gemeinschaftli-

chen Interessen beeinträchtige, bestehe keine Handlungspflicht der Beklagten (vi-

Entscheid, S. 6 ff.).  

 

3. Gegen diesen Entscheid – in schriftlich begründeter Ausfertigung versandt am 

8. Dezember 2022 – erhoben die Kläger am 24. Januar 2023 Berufung beim Kantonsge-

richt mit den eingangs angeführten Anträgen (B/1 [Berufung], S. 2). Mit Berufungsantwort 

vom 13. März 2023 ersuchte die Beklagte um kostenfällige Abweisung der Berufung (B/9, 

S. 2). Mit Schreiben vom 14. März 2023 übermittelte die verfahrensleitende Richterin den 

Klägern die Berufungsantwort mit dem Hinweis, ein zweiter Schriftenwechsel und eine 

Verhandlung seien nicht vorgesehen und es werde voraussichtlich aufgrund der Akten 

entschieden; die Teilnahme an einem allfälligen Beweisverfahren bleibe vorbehalten 

(B/11). Die Kläger reichten daraufhin am 23. März 2023 eine nachträgliche Stellungnahme 

ein (B/12), worauf am 27. März 2023 eine Eingabe der Beklagten folgte (B/16).  

 
 

II. 

 

1. Die von Amtes wegen zu prüfenden Prozessvoraussetzungen sind erfüllt 

(Art. 59 f., Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2, Art. 311 Abs. 1 ZPO). Auf die Berufung ist ein-

zutreten. Zuständig ist die I. Zivilkammer des Kantonsgerichts (Art. 16 Abs. 1 EG-ZPO; 

Art. 14 Abs. 1 lit. b GO). Der Streitwert beträgt Fr. 30'000.00 (vgl. vi-Entscheid, S. 3 f.). 

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 6/13 

  

2. Mit der Berufung nach Art. 308 ff. ZPO können die unrichtige Rechtsanwendung 

und/oder die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 

ZPO). Den Berufungskläger trifft dabei eine Begründungspflicht (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Er 

hat sich daher sachbezogen mit dem Entscheid der Vorinstanz auseinanderzusetzen und 

unter Bezugnahme auf die erstinstanzlichen Erwägungen im Einzelnen darzulegen, wa-

rum dieser in den angefochtenen Punkten unrichtig sein soll (REETZ/THEILER, in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 311 N 36; BGE 138 III 374 

E. 4.3.1; BGer 4A_651/2012 E. 4.2). Fehlt eine hinreichende Begründung, hat dies zur 

Folge, dass auf die Berufung nicht einzutreten ist (ZPO-Rechtsmittel-KUNZ, 2013, Art. 311 

N 84; SEILER, Die Berufung nach ZPO, 2013, N 601). Eine nicht gerade ungenügende, 

aber in der Substanz mangelhafte Begründung erfasst zwar nicht die Eintretensfrage, 

kann sich jedoch bei der materiellen Beurteilung zum Nachteil des Berufungsklägers aus-

wirken (REETZ/THEILER, ZPO Komm., Art. 311 N 36). Ungeachtet der Begründungspflicht 

gilt allerdings der Grundsatz, dass das Recht von Amtes wegen anzuwenden ist, auch im 

Rechtsmittelverfahren, weshalb die Berufungsinstanz in rechtlicher Hinsicht nicht auf die 

Prüfung geltend gemachter Rechtsverletzungen beschränkt ist (Art. 57 ZPO; ZPO-Rechts-

mittel-KUNZ, Art. 311 N 94; LEUENBERGER/UFFER-TOBLER, Schweizerisches Zivilprozess-

recht, 2. Aufl., N 4.52 und 12.41; SEILER, a.a.O., N 893). 

 

3.a) Im Berufungsverfahren sind neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel 

nur zulässig, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgetra-

gen werden konnten sowie ohne Verzug geltend gemacht werden (Art. 317 Abs. 1 ZPO). 

Die zumutbare Sorgfalt setzt dabei voraus, dass jede Partei im erstinstanzlichen Verfah-

ren den Sachverhalt sorgfältig und umfassend darlegt und alle Elemente vorbringt, die 

zum Beweis der erheblichen Tatsachen geeignet sind (BGer 5A_695/2012 E. 4.2.1; 

BGer 5A_739/2012 E. 9.2.2). Die Partei, welche vor der Berufungsinstanz das Novenrecht 

beanspruchen will, hat im Übrigen substantiiert darzulegen und zu beweisen, dass die 

genannten Voraussetzungen (kumulativ) erfüllt sind (REETZ/HILBER, in: Sutter-Somm/

Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 317 N 34; BGer 5A_739/2012 

E. 9.2.2). Nicht unter das Novenrecht fallen schliesslich neue Vorbringen rechtlicher Art. 

Solche sind (im Rahmen des ordentlichen Ganges des [Berufungs-]Verfahrens) jederzeit 

und voraussetzungslos zulässig. Dies ergibt sich aus dem Grundsatz der Rechtsanwen-

dung von Amtes wegen (für das Berufungsverfahren vgl. REETZ/HILBER, ZPO Komm., 

Art. 317 N 31 und 33). 

 

b) Die Zulässigkeit allfälliger Noven wird – soweit entscheidrelevant – im entspre-

chenden Sachzusammenhang geprüft. 

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 7/13 

  

III. 

 

1.a) Die Kläger bringen mit ihrer Berufung zunächst vor, die Vorinstanz habe sich ge-

weigert, abschliessend festzustellen, ob der Ersatz der Bodenbeläge in der Stockwerkein-

heit Nr. 34 eine Verletzung von Art. 7 des Reglements der Stockwerkeigentümergemein-

schaft (bekl.act. 3 [Reglement]) darstelle (Berufung, S. 5). Damit habe die Vorinstanz ei-

nen zentralen Punkt der Streitsache nicht entschieden, was ein Berufungsgrund nach 

Art. 310 ZPO sei.    

 

b) Beschlüsse der Stockwerkeigentümerversammlung, die das Gesetz oder die Sta-

tuten verletzen, können von jedem Mitglied, das nicht zugestimmt hat, binnen Monatsfrist 

nach Kenntnisnahme beim Gericht angefochten werden (Art. 712m Abs. 2 i.V.m. Art. 75 

ZGB). Mit der Anfechtungsklage kann demnach geltend gemacht werden, der angefoch-

tene Beschluss verletze das Gesetz oder die Gemeinschaftsordnung (Begründungsakt, 

Reglement oder Hausordnung der Stockwerkeigentümergemeinschaft); nicht gerichtlich 

überprüfbar sind dagegen die Fragen der Angemessenheit und Zweckmässigkeit eines 

Beschlusses (BGE 131 III 459 E. 5.1; ZK-WERMELINGER, 2. Aufl., Art. 712m ZGB N 224; 

SCHMID/HÜRLIMANN-KAUP, Sachenrecht, 5. Aufl., N 1062; BSK ZGB II-GÄUMANN/BÖSCH, 

7. Aufl., Art. 712m N 10).  

 

c) Die Vorinstanz erwog, dass die angefochtenen Beschlüsse – selbst dann, wenn 

der umstrittene Ersatz der Bodenbeläge eine Verletzung von Art. 7 des Reglements dar-

stelle – weder das Gesetz noch die Gemeinschaftsordnung verletzten und somit nicht 

anfechtbar seien. Die Frage, ob mit dem Ersatz der Bodenbeläge das Reglement verletzt 

worden war, war folglich nicht entscheidrelevant und musste von der Vorinstanz daher 

auch nicht beantwortet werden. Es ist nicht zu beanstanden, wenn sich die Vorinstanz auf 

das Wesentliche konzentriert und keine Feststellungen macht, die den Entscheid nicht zu 

beeinflussen vermögen.  

 

2.a) Die Kläger führen weiter aus, die Vorinstanz sei auf die Klagebegehren 2 und 3 

(richtig wohl 2 bis 4) unter Verweis auf die kassatorische Natur der Anfechtungsklage 

nicht eingetreten (Berufung, S. 9 ff.). Dabei habe sie sich lediglich auf die bundesgerichtli-

che Rechtsprechung gestützt, ohne auf die von ihnen, den Klägern, dargelegte Ausnah-

mesituation einzugehen. 

 

b) Die Anfechtungsklage ist gemäss herrschender Lehre sowie konstanter und aktu-

eller Rechtsprechung kassatorischer Natur, d.h., es kann mit ihr nur die Aufhebung des 

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 8/13 

  

Beschlusses der Beklagten verlangt werden (BGE 145 III 121 E 4.3.6; BGE 118 II 12 

E. 1.c; BGer 5A_753/2020 E. 1.2.2; BGer 5C.248/2006 E. 2.2 nicht publ. in BGE 134 III 

193; BGer 5C.40/2005 E. 1.3 nicht publ. in BGE 131 III 459; ZK-WERMELINGER, Art. 712m 

ZGB N 248; BSK ZGB I-SCHERRER/BRÄGGER, 7. Aufl., Art. 75 N 31; SVIT-Kommentar-

WERMELINGER, 3. Aufl., Art. 712m ZGB N 234 f.; OFK-MICHEL, 4. Aufl., Art. 712m ZGB 

N 14; KUKO ZGB-JAKOB, 2. Aufl., Art. 75 N 2; HAAS/RÜEGG, Luzerner Tag des Stockwer-

keigentums 2022, S. 198). Im Rahmen des entsprechenden Entscheids können der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft folglich keine Pflichten oder Handlungen auferlegt 

werden. Ungeachtet abweichender Lehrmeinungen hält das Bundesgericht an dieser 

Rechtsprechung fest (vgl. BGer 5A_753/2020 E. 1.2.2 und ZK-WERMELINGER, Art. 712m 

ZGB N 248a).  

 

c) Von dieser Rechtsprechung abzuweichen, besteht kein Anlass. Die von den Klä-

gern vorgebrachte Problematik, dass sich bei einer Aufhebung der Beschlüsse nichts än-

dern, sondern die für sie unbefriedigende Situation weiterhin bestehen würde, ändert da-

ran nichts. Das Bundesgericht hat die kassatorische Natur der Anfechtungsklage auch bei 

der Anfechtung eines Negativbeschlusses erst kürzlich bejaht (BGE 145 III 121 E 4.3.6). 

Immerhin zeitigt der Entscheid des Gerichts insofern über die blosse Aufhebung der Be-

schlüsse Wirkung, als die Stockwerkeigentümergemeinschaft an die Erwägungen des 

Entscheids gebunden ist. Ausserdem gewährt das Bundesgericht dem minorisierten 

Stockwerkeigentümer eine Klagemöglichkeit gegen die anderen Stockwerkeigentümer, 

soweit die Gemeinschaft auch bei gutgeheissener Anfechtungsklage ihren Pflichten nicht 

nachkommt (vgl. auch HAAS/RÜEGG, a.a.O., S. 198 und 204). Vor diesem Hintergrund ist 

die Vorinstanz zu Recht auf die Klagebegehren 2 bis 4, welche darauf hinauslaufen, die 

Beklagte zu einem Handeln zu verpflichten, nicht eingetreten.  

 

3.a) Schliesslich machen die Kläger geltend, im Gegensatz zum einzelnen Stockwerk-

eigentümer könne die Gemeinschaft auf Einhaltung von reglementarischen Bestimmun-

gen klagen (Berufung, S. 7 ff.). Die Vorinstanz erachte den streitigen Beschluss der 

Stockwerkeigentümerversammlung jedoch als legitim, weil die Stockwerkeigentümerge-

meinschaft gegen die Eigentümer der Wohnung Nr. 34 gar nicht rechtlich vorgehen kön-

ne, da deren Emissionen von ihrem Sonderrecht ausgingen und sich nur im klägerischen 

Sonderrecht auswirkten. Hätte die Vorinstanz mit ihrer Auffassung recht, bliebe ihnen, den 

Klägern, jedoch gar keine rechtliche Möglichkeit mehr übrig, um gegen die eklatante Re-

glementsverletzung vorzugehen, und Art. 7 lit. a des Reglements bliebe toter Buchstabe, 

dem ohne rechtliche Folgen zulasten von anderen Stockwerkeigentümern zuwidergehan-

delt werden könnte.  

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 9/13 

  

b) Nach rechtlichen Ausführungen zu den Aufgaben des Verwalters und der Stock-

werkeigentümerversammlung – welche von den Parteien zu Recht nicht in Frage gestellt 

werden, womit auf sie verwiesen werden kann (vi-Entscheid, S. 9 ff.) – kam die Vorinstanz 

zusammenfassend zum Schluss, die Pflicht der Stockwerkeigentümergemeinschaft hin-

sichtlich der Einhaltung von Art. 7 lit. a des Reglements sowie der massgebenden gesetz-

lichen Vorschriften erschöpfe sich darin, im Einzelfall festzustellen, ob das Verhalten ein-

zelner Stockwerkeigentümer diese Bestimmungen verletze. Nachdem eine allfällige Ver-

letzung der massgeblichen Regelungen keine gemeinschaftlichen Interessen beeinträch-

tige, bestehe keine Handlungspflicht der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Diese sei 

nicht verpflichtet, Partikularinteressen durchzusetzen. Grundsätzlich könne sich die Stock-

werkeigentümergemeinschaft entschliessen, die einzelnen Stockwerkeigentümer bei der 

Durchsetzung von Art. 7 lit. a des Reglements bzw. der massgebenden gesetzlichen Vor-

schriften (finanziell) zu unterstützen. Verpflichtet sei sie dazu aber nicht. Soweit die Stock-

werkeigentümergemeinschaft Ziff. 1 und 3 der klägerischen Anträge A und B abgewiesen 

habe, sei sie dazu berechtigt gewesen. Sie habe sich nicht gegen den Willen einzelner 

Stockwerkeigentümer zu etwas verpflichten lassen müssen, das nicht den Gemein-

schaftsinteressen diene (vi-Entscheid, S. 11). Was Ziff. 2 der Anträge A und B betreffe, 

sei die Stockwerkeigentümergemeinschaft, nachdem sie bzw. die Verwaltung den Rück-

bau der aktuellen Bodenbeläge nicht durchsetzen müsse, auch nicht verpflichtet gewe-

sen, Anordnungen im Hinblick auf einen allfälligen Ersatz der Bodenbeläge in der Woh-

nung Nr. 34 zu erteilen; umso mehr, als die Verwaltung geltende gesetzliche Bestimmun-

gen für ihre Gültigkeit ohnehin nicht explizit für anwendbar erklären müsse. Soweit Ziff. 2 

der Anträge A und B auf eine zusätzliche Einschränkung der Sonderrechte der Stock-

werkeigentümer abziele (unbedingte Anwendbarkeit der SIA-Norm 181 [2020] bzw. Aus-

schluss von bewilligten Erleichterungen nach Art. 3 LSV) sei ohnehin ein einstimmiger 

Beschluss der Stockwerkeigentümerversammlung notwendig, auf den kein durchsetzba-

rer Anspruch der Kläger bestehe. Folglich sei die Stockwerkeigentümergemeinschaft be-

rechtigt gewesen, auch Ziff. 2 der Anträge A und B abzuweisen (vi-Entscheid, S. 11 f.). 

 

c/aa) Zunächst ist festzuhalten, dass die Kläger in ihrer Berufung mit keinem Wort aus-

führen, weshalb die Stockwerkeigentümerversammlung verpflichtet wäre, geltende ge-

setzliche Bestimmungen für anwendbar zu erklären oder eine zusätzliche Einschränkung 

der Sonderrechte zu beschliessen bzw. weshalb die entsprechenden Erwägungen der 

Vorinstanz unrichtig sein sollten. Somit bleibt es diesbezüglich beim erstinstanzlichen 

Entscheid, wonach die Stockwerkeigentümergemeinschaft berechtigt war, Ziff. 2 der klä-

gerischen Anträge A und B abzuweisen (vgl. E. II/2 hiervor).  

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 10/13 

  

bb) Weiter ist den Klägern zuzustimmen, dass sie als einzelne Stockwerkeigentümer 

andere Stockwerkeigentümer zwar mit nachbarrechtlichen Abwehrklagen ins Recht fas-

sen und gegen die Störer insbesondere auf Unterlassung übermässiger Immissionen kla-

gen können (Art. 684 i.V.m. 679 ZGB), andere Stockwerkeigentümer jedoch nicht direkt 

(ausschliesslich) auf Einhaltung des Reglements belangen können (BGer 5A_89/2020 

E. 4.3; BGer 5A_640/2012 E. 4.4). Entgegen den Klägern folgt daraus jedoch nicht, dass 

sie als Opfer einer Reglementsverletzung deren Folgen schutzlos ausgeliefert sind und 

Art. 7 lit. a des Reglements toter Buchstabe bleibt, dem ohne rechtliche Folgen zulasten 

von anderen Stockwerkeigentümern zuwidergehandelt werden kann (Berufung, S. 8). Bei 

der Beurteilung der Übermässigkeit (i.S.v. Art. 684 ZGB) sind nämlich im Reglement fest-

gehaltene Einschränkungen der aus dem Sonderrecht fliessenden Befugnisse zu beach-

ten (BGer 5A_127/2020 E. 4.1.2; ZGRAGGEN, Kostenverteilung und Haftung für Beiträge 

im Stockwerkeigentum, 2020, N 467; HAAS, Stockwerkeigentum und Nachbarrecht, in: 

Luzerner Tag des Stockwerkeigentums 2012, 2012, S. 11 f.; so auch schon die Vorin-

stanz: vi-Entscheid, S. 8). 

 

cc/aaa) Grundsätzlich ist es Aufgabe des Verwalters, darüber zu wachen, dass sich die 

Stockwerkeigentümer bei der Ausübung ihres Sonderrechts an die Schranken der Rechts- 

und Gemeinschaftsordnung (Reglement, Hausordnung etc.) halten (Art. 712s Abs. 3 ZGB 

und Art. 22 Reglement; vgl. auch ZK-WERMELINGER, Art. 712s ZGB N 39, 41 ff.). Ferner 

hat die Versammlung der Stockwerkeigentümer als oberstes "Organ" der Stockwerkeigen-

tümergemeinschaft dafür zu sorgen, dass das Reglement eingehalten wird (BGer 5A_640/

2012 E. 4.5; vgl. auch Art. 712m ZGB Abs. 1 Ziff. 2 und Art. 22 Reglement sowie SCHMID/

HÜRLIMANN-KAUP, a.a.O., N 1045b). Bei ihr liegt denn auch die Zuständigkeit für die Ände-

rung des Reglements (SVIT-Kommentar-WERMELINGER, Art. 712g ZGB N 143b; vgl. auch 

Art. 27 lit. b und Art. 28 lit. a Reglement). Zu berücksichtigen ist indessen, dass das Reg-

lement grundsätzlich die Verwaltung und Benutzung (vgl. Art. 712 g Abs. 3 ZGB) des 

Stockwerkeigentums (als Ganzes) sowie die Organisation der Stockwerkeigentümerge-

meinschaft regelt. Es dient damit in erster Linie der Umschreibung der Rechtsstellung des 

einzelnen Stockwerkeigentümers innerhalb der Stockwerkeigentümergemeinschaft 

(SCHMID/HÜRLIMANN-KAUP, a.a.O., N 1042 f.; SVIT-Kommentar-WERMELINGER, Art. 712g 

ZGB N 103; BSK ZGB II-GÄUMANN/BÖSCH, Art. 712g N 8 f.). Das Sonderrecht als gesetz-

licher und notwendiger Bestandteil des Stockwerkeigentums (Art. 712a Abs. 1 ZGB) kann 

zwar durch das Reglement bis zu einem gewissen Grad eingeschränkt werden (vgl. ZK-

WERMELINGER, Art. 712a ZGB N 7 f.). Solche Einschränkungen stellen jedoch nicht den 

Kerngehalt eines Reglements dar. Dieses befasst sich – wie dargelegt – im Wesentlichen 

mit der Verwaltung der gemeinschaftlichen Teile und den Regeln des Zusammenlebens 

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 11/13 

  

innerhalb der Gemeinschaft. Unabhängig davon kann der Stockwerkeigentümergemein-

schaft ein grundsätzliches und eigenständiges Interesse daran, dass das Reglement ein-

gehalten wird, wohl nicht von vornherein abgesprochen werden. Allerdings hat die Stock-

werkeigentümerversammlung ihre Aufgaben nur im Rahmen des Zwecks der Stockwerk-

eigentümergemeinschaft wahrzunehmen. Sie hat sich also mit der Verwaltung der ge-

meinschaftlichen Teile und des Stammgrundstücks zu befassen. Dabei umfasst die ge-

meinschaftliche Verwaltung im Sinne von Art. 712g ff. ZGB jene Handlungen, die im Inte-

resse aller Stockwerkeigentümer getätigt werden. Dagegen kann die Stockwerkeigentü-

merversammlung grundsätzlich nicht im Bereich des Sonderrechts eines Stockwerkeigen-

tümers tätig sein (unter Vorbehalt der Überprüfung der Einhaltung des Reglements und 

des Gesetzes). Sie kann auch keine kommerziellen Interessen der Stockwerkeigentümer 

wahrnehmen. Zur Wahrung von Partikularinteressen einzelner Stockwerkeigentümer ist 

die Gemeinschaft jedenfalls nicht verpflichtet (BGE 142 III 551 E. 2.2; BGE 145 III 121 

E. 4.3.3 und 4.3.5; ZK-WERMELINGER, Art. 712m ZGB N 16; SVIT-Kommentar-

WERMELINGER, Art. 712m ZGB N 13).  

 

bbb) Die Kläger stellen nicht in Abrede, dass sich der allenfalls reglementswidrige Er-

satz der Bodenbeläge in der Stockwerkeinheit Nr. 34 lediglich auf die in ihrem Sonder-

recht stehende Stockwerkeinheit Nr. 24 auswirkt. Die störenden Immissionen gehen also 

von einer Sonderrechtseinheit aus und wirken (ausschliesslich) auf eine andere Sonder-

rechtseinheit ein. Andere Stockwerkeigentümer bzw. gemeinschaftliche Interessen sind 

nicht betroffen. Unter diesen Umständen ist die Beklagte nicht verpflichtet, Handlungen 

vorzunehmen, wie sie Ziff. 1 der klägerischen Anträge A und B vorsehen. Mit diesen wer-

den keine gemeinschaftlichen Interessen verfolgt, sondern lediglich diejenigen der Kläger. 

Besteht keine Handlungspflicht der Beklagten, verletzt der die Anträge A und B ablehnen-

de Beschluss der Stockwerkeigentümerversammlung weder das Gesetz noch die Ge-

meinschaftsordnung und die Vorinstanz wies das Klagebegehren Ziff. 1 zu Recht ab. Vor 

diesem Hintergrund kann offen bleiben, ob es der Beklagten für die gerichtliche Durchset-

zung am Rechtsschutzinteresse i.S.v. Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO gefehlt hätte oder nicht.  

 

4. Nachdem die Kläger mit keinem ihrer Einwände durchdringen, ist die Berufung 

abzuweisen.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 12/13 

  

IV. 

 

1. Bei diesem Verfahrensausgang bleiben die Kosten- und Entschädigungsfolgen des 

vorinstanzlichen Entscheids unverändert und sind die Kosten des Berufungsverfahrens 

den Klägern aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

 

2. Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren werden auf Fr. 6'000.00 festgesetzt 

(Entscheidgebühr nach Art. 10 Ziff. 221 GKV) und mit dem von den Klägern geleisteten 

Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet (Art. 111 Abs. 1 ZPO). 

 

3. Sodann haben die Kläger die Beklagte für deren Parteikosten im Berufungsverfah-

ren zu entschädigen (Art. 111 Abs. 2 i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Beklagte hat eine 

Kostennote über Fr. 2'777.80 eingereicht (B/17). Diese ist angemessen und tarifkonform 

(Streitwert: Fr. 30'000.00; mittleres Honorar Fr. 6'200.00 [Art. 14 lit. b HonO], davon 40% 

= Fr. 2'480.00 [Art. 26 Abs. 1 lit. a HonO], zuzüglich 4% pauschal für Barauslagen 

[Art. 28bis HonO] und 7.7% Mehrwertsteuer [Art. 29 HonO]). Demzufolge haben die Kläger 

die Beklagte mit Fr. 2'777.80 zu entschädigen. 

 

 

 

 
  

 

 

 

 

 

BO.2023.2-K1 13/13 

  

Entscheid 

 

1. Die Berufung wird abgewiesen. 
 
2. A.__ und B.__ haben die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens von Fr. 6'000.00 zu 

bezahlen, unter Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

 
3. A.__ und B.__ haben die Stockwerkeigentümergemeinschaft C.__ für deren Partei-

kosten im Berufungsverfahren mit Fr. 2'777.80 zu entschädigen. 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Kantonsgericht, 21.11.2023
	Art. 712m Abs. 3 i.V.m. Art. 75 ZGB: Die Anfechtungsklage gegen Beschlüsse der Stockwerkeigentümerversammlung kann einzig kassatorische Wirkung zeitigen. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft ist aber an die Erwägungen des gerichtlichen Entscheids gebunden (E. III/2). Soweit keine gemeinschaftlichen Interessen betroffen sind, ist die Stockwerkeigentümergemeinschaft nicht verpflichtet, ihr Reglement gegenüber einzelnen Eigentümern durchzusetzen (E. III/3). (Kantonsgericht, I. Zivilkammer, 21. November 2023, BO.2023.2-K1).

		2025-07-19T00:38:48+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen