# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ad2fa1b-4778-5201-8594-36bf04773dcf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.03.2025 F-1935/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1935-2025_2025-03-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1935/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 

mit Zustimmung von Richterin Susanne Genner;   

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren (...), Türkei, 

vertreten durch Smera Rehman, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 17. März 2025 / N_______. 

 

 

 

  

F-1935/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am (...) in der Schweiz um Asyl nach. 

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) 

ergab, dass er bereits am 14. Juni 2024 in Kroatien ein Asylgesuch gestellt 

hatte. 

A.b Am 8. Januar 2025 fanden sowohl die Personalienaufnahme (PA) als 

auch das persönliche Gespräch des Beschwerdeführers statt gemäss 

Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: 

Dublin-III-VO). Dabei wurde ihm das rechtliche Gehör zur allfälligen Zu-

ständigkeit Kroatiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver-

fahrens gewährt und er wurde zu seinem Gesundheitszustand befragt.

  

Er gab diesbezüglich an, er sei am (...) zunächst nach B._______, wo er 

etwa 20 Tage geblieben sei sowie seinen Reisepass verloren habe, und 

danach nach Kroatien gereist. Die kroatischen Polizisten hätten ihn dort 

sowohl beim Aufgriff als auch auf der Polizeistation mit Fäusten und 

Fusstritten geschlagen. Er sei auch gezwungen worden, seine Fingerab-

drücke abzugeben. Aus Angst vor weiteren Übergriffen sei er nach drei Ta-

gen mit Hilfe von Schleppern in die Türkei zurückgekehrt, habe sich zu-

nächst wieder angemeldet und dann "schwarz" gearbeitet. Auch habe er 

sich während (Nennung Dauer) zuhause versteckt. Am (...) habe er seine 

Heimat mit einem LKW erneut verlassen und sei direkt in die Schweiz ge-

reist. In der Türkei sei er schon mehrmals im Gefängnis gewesen und sei 

gefoltert worden. Diese Angst vor Folter habe er jetzt wieder in Kroatien 

verspürt, weshalb er nicht dorthin zurückkehren wolle.  

  

Zum Gesundheitszustand führte er aus, in letzter Zeit (Nennung Leiden) zu 

haben. Psychisch gehe es ihm nicht gut. Die Trennung von seiner Familie 

und die Ereignisse in Kroatien würden ihm zu schaffen machen. Aufgrund 

der erlittenen Folter in der Türkei und in Kroatien sei ein medizinisches 

Gutachten durch einen Facharzt zu erstellen. 

A.c Die Vorinstanz ersuchte die kroatischen Behörden am 17. Januar 2025 

gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO um Wiederaufnahme des 

F-1935/2025 

Seite 3 

Beschwerdeführers, welche das Ersuchen gestützt auf Art. 19 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO am 30. Januar 2025 zunächst ablehnten. Im Rahmen des nach-

folgenden Remonstrationsverfahrens stimmte Kroatien am 19. Februar 

2025 einer Wiederaufnahme gemäss Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zu. 

A.d Mit E-Mail an die Rechtsvertretung vom 22. Januar 2025 nahm das 

SEM zu dem anlässlich des persönlichen Gesprächs gestellten Antrag auf 

Erstellung eines medizinischen Gutachtens durch einen Facharzt Stellung. 

Die Rechtsvertretung bedankte sich in ihrer E-Mail vom 5. Februar 2025 

für die vorinstanzliche Stellungnahme und gab weitere gesundheitliche Be-

schwerden des Beschwerdeführers bekannt. Ausserdem teilte sie mit, dass 

er sich bislang nicht an Medic-Help gewandt habe. 

A.e In seiner Eingabe vom 5. Februar 2025 ersuchte der Beschwerdefüh-

rer um Erstellung eines Foltergutachtens gemäss § 267 des Istanbul-Pro-

tokolls (vollständiger Titel: Handbuch für die wirksame Untersuchung und 

Dokumentation von Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder 

entwürdigender Behandlung oder Strafe, Resolution der Generalversamm-

lung der Vereinten Nationen 55/89 vom 4. Dezember 2000 [überarbeitete 

Version vom 29. Juni 2022]).  

A.f Am 12. März 2025 gingen dem SEM Informationen zum Gesundheits-

zustand respektive über durchgeführte Kontrollen/Behandlungen des Be-

schwerdeführers zu. 

B.  

Mit Verfügung vom 17. März 2025 – eröffnet tags darauf – trat das SEM in 

Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylge-

such des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete die Wegweisung nach Kro-

atien an und forderte ihn auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf 

der Beschwerdefrist zu verlassen. Ferner ordnete es die Aushändigung der 

editionspflichtigen Akten an und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde 

komme keine aufschiebende Wirkung zu.  

C.  

Mit Eingabe vom 21. März 2025 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene Ver-

fügung sei vollständig aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf sein 

Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Sache zur Einho-

lung einer individuellen schriftlichen Zusicherung der kroatischen 

F-1935/2025 

Seite 4 

Behörden hinsichtlich adäquater und nahtloser medizinischer sowie psy-

chiatrischer Versorgung, der Verfügbarkeit sowie des Zugangs zu ganz-

heitlichen Rehabilitationsmassnahmen im Sinne von Art. 14 des Überein-

kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 

0.105) sowie bezüglich adäquater Unterbringung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Anordnung vor-

sorglicher Massnahmen und Erteilung der aufschiebenden Wirkung für die 

Beschwerde. Ferner sei ihm die unentgeltliche Prozessführung unter Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusse zu gewähren. 

D.  

Mit Verfügung vom 24. März 2025 setzte die Instruktionsrichterin den Voll-

zug der Wegweisung per sofort einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von 

Beschwerden gegen Verfügungen des SEM (Art. 105 AsylG, Art. 31 und 33 

Bst. b VGG). Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet es in der Regel – und 

so auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Der Be-

schwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (48 Abs. 1 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-

treten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-

fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters oder einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durch-

führung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung, zu 

behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

 

F-1935/2025 

Seite 5 

3.  

3.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

4.  

Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung der Informationspflicht ge-

mäss Art. 23 Abs. 4 Dublin-III-VO rügt, ist eine solche zu verneinen. Zum 

einen liegt kein vergleichbarer Sachverhalt zu dem in der Beschwerde 

(S. 7) zitierten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts F-687/2024 vom 

10. Januar 2024 E. 4.4. f. vor. Zum anderen waren die kroatischen Behör-

den auch ohne Kenntnisse der körperlichen und psychischen Beschwer-

den des Beschwerdeführers gestützt auf die Wiederaufnahmeersuchen 

der Vorinstanz absolut in der Lage, ihre Zuständigkeit gemäss der Dublin-

III-VO zu prüfen. 

5.  

5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. 

Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die 

Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-

fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt 

hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 

5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den im Kapitel III dargelegten Kri-

terien (Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. 

auch Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

F-1935/2025 

Seite 6 

5.3 Die Pflicht eines Mitgliedstaates zur Wiederaufnahme eines Antragstel-

lers nach Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO erlischt, wenn der zuständige 

Mitgliedstaat nachweisen kann, dass der Antragsteller das Hoheitsgebiet 

der Mitgliedstaaten für mindestens drei Monate verlassen hat (Art. 19 

Abs. 2 Dublin-III-VO). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz kam vorliegend bei der Bestimmung des zuständigen 

Mitgliedstaates zur Fortführung des Verfahrens und der Frage, ob völker-

rechtliche Vollzugshindernisse nach Art. 3 EMRK (oder einer anderen die 

Schweiz bindenden völkerrechtlichen Bestimmung) bestehen, mit zutref-

fender Begründung zu den folgenden Schlüssen, die zu bestätigen sind: 

6.1.1 Die grundsätzliche Zuständigkeit für die Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens liegt bei Kroatien. Der Beschwerdeführer vermag 

mit der nicht hinreichend substanziiert geltend gemachten Rückkehr in die 

Türkei im (Nennung Zeitpunkt) und dem anschliessenden, angeblich etwas 

mehr als sechs Monate dauernden dortigen Aufenthalt vor seiner neuerli-

chen Einreise in den Dublin-Raum (vgl. SEM act. 2/2 und 13/4) keinen über 

drei Monate dauernden Aufenthalt ausserhalb des Hoheitsgebietes der Mit-

gliedstaaten darzulegen. Der als einziges Dokument eingereichte Auszug 

aus e-Devlet (vgl. SEM act. 5/3 ID-002) ist ungeeignet, eine Ausreise aus 

dem Dublin-Raum inklusive einen anschliessenden, über drei Monate dau-

ernden Aufenthalt in der Türkei glaubhaft zu machen. So vermag der Aus-

druck lediglich eine Anmeldung bei der türkischen Sozialversicherung vom 

(...) bis (...) zu belegen. Auch bleiben die Angaben zum angeblich über 

sechs Monate andauernden Aufenthalt in der Heimat oberflächlich und un-

einheitlich. So ist der Beschwerdeführer beispielsweise nicht in der Lage, 

den Namen seines Arbeitgebers zu nennen, obwohl er mehrere Monate für 

diesen gearbeitet haben will. Ferner soll er sich gemäss Angaben im Dub-

lin-Gespräch während seines dortigen Aufenthalts nebst seiner Schwarz-

arbeit während (Nennung Dauer) zuhause versteckt haben (vgl. SEM act. 

13/4 S. 2). Im Widerspruch dazu gibt er in der Beschwerde an, nach der 

Kündigung seiner Arbeitsstelle sechs Monate schwarz gearbeitet zu haben 

(S. 3). Wenig plausibel ist überdies, dass er sich – obwohl er sich vor einer 

erneuten Festnahme in der Türkei gefürchtet habe und dort wiederholt ge-

foltert worden sei – zunächst offiziell bei der Versicherung angemeldet und 

während drei Monaten ausgerechnet bei sich zuhause versteckt haben will. 

Im Übrigen ist davon auszugehen, dass er verschiedene Dokumente hätte 

einreichen können, wenn er tatsächlich über den behaupteten längeren 

Zeitraum im Jahre 2024 in der Türkei gelebt hätte. Der angebliche 

F-1935/2025 

Seite 7 

Aufenthalt rechtfertigt daher keinen Übergang der Zuständigkeit auf die 

Schweiz nach Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO. 

6.1.2 Sodann stützt sich die Abnahme von Fingerabdrücken von asylsu-

chenden Personen auf die Verordnung (EU) Nr. 603/2013 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 (Eurodac-Verord-

nung). Die Abnahme erweist sich damit ungeachtet eines fehlenden Wil-

lens, ein Asylgesuch zu stellen, als zuständigkeitsbegründend beziehungs-

weise -relevant, zumal die Dublin-III-VO kein Recht einräumt, den für die 

Durchführung des Asylverfahrens zuständigen Staat selber auswählen zu 

können (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). 

6.1.3 Das kroatische Asylsystem weist rechtsprechungsgemäss keine sys-

temischen Mängel auf, aufgrund derer die Zuständigkeit gemäss Art. 3 

Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz übergehen würde (vgl. Referenzurteil 

E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 8 und E. 9.5). Darüber hinaus besteht 

keine beachtliche Wahrscheinlichkeit einer Verletzung der aus dem Refou-

lement-Verbot fliessenden Rechte (vgl. Urteil E-1488/2020 E. 9 sowie ins-

besondere E. 9.4.2 m.H. auf die Rechtsprechung anderer Dublin-Staaten). 

Weiter hielt die Vorinstanz zutreffend fest, dass mögliches unkorrektes 

oder rechtswidriges Verhalten einzelner Mitarbeiter der kroatischen Sicher-

heitskräfte oder der Behörden entsprechend zur Anzeige gebracht werden 

können. 

6.1.4 Mit Blick auf die Prüfung eines möglichen Verstosses gegen Art. 3 

EMRK sind diverse medizinische Probleme des Beschwerdeführers – 

(Nennung Leiden) – aktenmässig dokumentiert. Diese Beschwerden wur-

den wiederholt begutachtet und regelmässig mittels Medikamenten sowie 

Gesprächen mit einem Seelsorger/Psychologen behandelt. Die gesund-

heitliche Situation des Beschwerdeführers – so insbesondere hinsichtlich 

der psychischen Beschwerden – ist den Akten zufolge unter Kontrolle und 

scheint sich beruhigt beziehungsweise stabilisiert zu haben. Gemäss den 

Pflegefachkräften sind aktuell keine weiteren Abklärungen nötig und es be-

stehen keine ärztlichen Dokumente oder Berichte (vgl. SEM act. 13/4, 28/2, 

29/2). Die medizinischen Probleme sind nicht derart schwerwiegend, dass 

davon ausgegangen werden müsste, der Beschwerdeführer könnte nicht 

auch in Kroatien adäquat (weiter-)behandelt werden, wo grundsätzlich eine 

durchaus ausreichende medizinische Infrastruktur zur Verfügung steht (vgl. 

insbes. Referenzurteil E-1488/2020 a.a.O. E. 10.2, statt vieler das Urteil 

BVGer E-2952/2023 vom 31. Mai 2023 E. 7.3, je m.w.H.). Nebst den staat-

lichen Einrichtungen bestehen auch Angebote von Nichtregierungs-

F-1935/2025 

Seite 8 

organisationen für die psychische Betreuung. Es kann davon ausgegangen 

werden, dass dem Beschwerdeführer eine angemessene medizinische 

Versorgung und eine allenfalls benötigte psychologische Therapie zur Ver-

fügung stehen wird (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer F-663/2023 vom 

17. Januar 2024 E. 4.3 m.w.H.); Dublin-Mitgliedstaaten sind zur Erbringung 

medizinischer Leistungen verpflichtet sind (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). 

Aus den in der Verfügung ersichtlichen Hinweisen, welche die oben aufge-

führten gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausführlich mitberücksichti-

gen (vgl. SEM act. 31/20 S. 9 f), ergibt sich ein aktuelles Bild seiner ge-

sundheitlichen Verfassung, weshalb das SEM nicht gehalten war, noch 

weitere Abklärungen in dieser Hinsicht zu treffen. Alleine die nicht weiter 

belegten Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe in der Türkei wieder-

holt und dann auch in Kroatien Folter erlitten, vermag vor dem Hintergrund 

der vom SEM getätigten Abklärungen zu seinem Gesundheitszustand und 

seiner Ausführungen zum Verzicht auf eine Einzelfallabklärung im Ver-

ständnis von § 267 des Istanbul-Protokolls noch kein Unterlassen, mithin 

einen formellen Mangel mit Blick auf die beantragte Erstellung eines Fol-

tergutachtens respektive eines fachärztlichen Gutachtens darzustellen (an-

tizipierte Beweiswürdigung; vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 357 sowie 

E. 7.2.2 hienach). Der medizinische Sachverhalt ist demnach als genü-

gend abgeklärt zu erachten.  

Unter diesen Umständen liegt auch keine Verletzung der Begründungs-

pflicht, mithin des rechtlichen Gehörs vor. Die formellen Rügen erweisen 

sich somit als unbegründet. Der eventualiter gestellte Rückweisungsantrag 

(Rechtsbegehren Ziff. 2) ist daher abzuweisen. 

6.1.5 Aufgrund der konkreten Ausgangslage ist es nicht angezeigt, die Vor-

instanz zu verpflichten, bei den kroatischen Behörden individuelle Zusiche-

rungen bezüglich des Zugangs zu adäquater und nahtloser medizinischer 

sowie psychiatrischer Versorgung, zu ganzheitlichen Rehabilitationsmass-

nahmen im Sinne von Art. 14 FoK sowie Unterbringung einzuholen. Der 

entsprechende Eventualantrag (Rechtsbegehren Ziff. 3) ist abzuweisen. 

6.2 Nach dem Ausgeführten konnte der Beschwerdeführer kein konkretes 

und ernsthaftes Risiko dartun, dass seine Überstellung nach Kroatien die 

Verletzung völkerrechtlicher Bestimmungen zur Folge hätte. Ein notwendi-

ger Selbsteintritt gebietet sich daher nicht. 

 

F-1935/2025 

Seite 9 

7.  

7.1 Bei der Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

verfügt das SEM sodann über einen Ermessensspielraum (vgl. BVGE 

2015/9 E. 7 f.). Es bestehen vorliegend keine Hinweise auf eine Ermes-

sensunterschreitung oder eine andere, nicht gesetzeskonforme Ausübung 

des Ermessens (Ermessensmissbrauch, Überschreitung des Ermessens).  

7.2 Nach dem Gesagten bleibt Kroatien der für die Behandlung des Asyl-

gesuchs des Beschwerdeführers zuständige Mitgliedstaat gemäss der 

Dublin-III-VO.  

8.  

Das SEM ist zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Die Überstel-

lung nach Kroatien wurde in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu 

Recht angeordnet. 

9.  

Die Beschwerde ist abzuweisen und die Verfügung des SEM zu bestätigen. 

10.  

Mit dem Entscheid in der Hauptsache sind die Gesuche um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses gegenstandslos geworden. 

Der am 24. März 2025 verfügte einstweilige Vollzugsstopp fällt mit dem 

vorliegenden Urteil dahin. 

11.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu-

weisen, da die Beschwerde gemäss den vorstehenden Erwägungen als 

aussichtslos zu bezeichnen war. Daher fehlt es, unbesehen der finanziellen 

Verhältnisse des Beschwerdeführers, an einer gesetzlichen Voraussetzung 

gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind 

ihm die Kosten von insgesamt Fr. 750.– aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-1935/2025 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die zu-

ständige Migrationsbehörde. 

 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Stefan Weber 

 

 

 

Versand: