# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4321078-9f57-5153-b00b-1374e8c2ecd2
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-15
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 15.11.2010 RR.2010.235
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2010-235_2010-11-15.pdf

## Full Text

Entscheid vom 15. November 2010 
II. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Roy Garré,  
Gerichtsschreiberin Chantal Blättler  

   
 
Parteien 

  
A., zur Zeit in Haft, vertreten durch Rechtsanwalt 
Patrik Eisenhut,  

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, FACHBEREICH AUS-
LIEFERUNG,  

Beschwerdegegner 
 

Gegenstand  Auslieferung an Deutschland 
 
Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG) 
 
Rückzug der Beschwerde 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  RR.2010.235 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- die deutschen Behörden mit Ausschreibung im Schengener Informations-
system (SIS) vom 25. Mai 2010 um Verhaftung des deutschen Staatsange-
hörigen A. zwecks Auslieferung ersuchten; 

 
- die Auslieferung gestützt auf einen Haftbefehl des Amtsgerichts Freiburg 

vom 11. Mai 2010 wegen sexueller Handlungen mit Kindern verlangt wird; 
 
- A. am 24. Juli 2010 im Kanton Bern verhaftet wurde und sich am 25. Juli 

2010 mit einer vereinfachten Auslieferung an Deutschland nicht einver-
standen erklärte; 

 
- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „BJ“) am 26. Juli 2010 einen Auslie-

ferungshaftbefehl erliess, der unangefochten blieb; 
 

- das Justizministerium Baden-Württemberg mit Schreiben vom 5. August 
2010 formell um Auslieferung von A. für die ihm im obgenannten Haftbefehl 
zur Last gelegten Straftaten ersuchte; 

 
- A. anlässlich seiner Einvernahme vom 18. August 2010 erneut erklärte, 

sich der Auslieferung an Deutschland zu widersetzen; 
 

- das BJ am 8. September 2010 einen Auslieferungsentscheid erliess und 
die Auslieferung von A. an Deutschland für die dem Auslieferungsersuchen 
des Justizministeriums Baden-Württemberg vom 5. August 2010 zugrunde 
liegenden Straftaten bewilligte (act. 1.1); 

 
- A. gegen den Auslieferungsentscheid durch seinen Rechtsvertreter am 11. 

Oktober 2010 mit Beschwerde an die II. Beschwerdekammer des Bundes-
strafgerichts gelangte und beantragte, der Auslieferungsentscheid sei auf-
zuheben und die Auslieferung zu verweigern (act. 1); 

 
- der Beschwerdeführer am 13. Oktober 2010 aufgefordert wurde, bis zum 

25. Oktober 2010 resp. innert erstreckter Frist bis zum 6. November 2010 
einen Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- zu leisten (act. 3 und 4); 

 
- das Ende der erstreckten Frist für das Bezahlen des Kostenvorschusses 

auf einen Samstag fiel, weshalb sich diese bis Montag, 8. November 2010, 
verlängerte (Art. 20 Abs. 3 VwVG); 

 

- 3 - 

 

 

- der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 8. November 2010 den Rückzug 
der Beschwerde mitteilen liess (act. 5); 

 
- das Beschwerdeverfahren daher zufolge Rückzugs der Beschwerde als er-

ledigt abzuschreiben ist; 
 

- der Beschwerdeführer, welcher seine Beschwerde zurückzieht, grundsätz-
lich als unterliegende Partei zu gelten und folglich gemäss Art. 30 lit. b 
SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG die Gerichtskosten zu tragen hat (Ent-
scheide des Bundesstrafgerichts RR.2007.4 vom 6. März 2007 und 
RR.2007.70 vom 30. Mai 2007), wobei die Gerichtsgebühr vorliegend auf 
Fr. 300.-- anzusetzen ist (vgl. Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 
über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht, SR 173.711.32). 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

- 4 - 

 

 

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer: 
 
1. Das Verfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erledigt abge-

schrieben. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 
 

Bellinzona, 16. November 2010 
 
Im Namen der II. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Patrik Eisenhut 
- Bundesamt für Justiz 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).