# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67ae9e47-cd94-50a4-bc15-317674ae60d5
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-26
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 26.05.2021 BB.2020.257
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2020-257_2021-05-26.pdf

## Full Text

Beschluss vom 26. Mai 2021 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

A.,  

vertreten durch Rechtsanwalt Philippe Currat, 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Akteneinsicht (Art. 101 f. i.V.m. Art. 107 Abs. 1 lit. a 

StPO); Wiederholung der Beweiserhebung (Art. 147 

Abs. 3 StPO); amtliche Verteidigung im Beschwer-

deverfahren (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2020.257 

Nebenverfahren: BP.2020.81  

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») gegen A. eine Strafuntersu-

chung u.a. wegen Verdachts der Verbrechen gegen die Menschlichkeit führt; 

 

- A. mit Schreiben vom 7. Juli 2020 (sinngemäss) beantragte, es seien die 

Einvernahmen der Auskunftspersonen B. und C. zu wiederholen, es seien 

sämtliche Behördenkontakte zwischen der BA und Gambischen Behörden 

offenzulegen und es sei ihm spezifisch in Bezug auf die Auskunftspersonen 

B. und C. darzulegen, welche Kontaktaufnahmen durch jedwede Schweizer 

Behörde im Vorfeld der Einvernahmen stattgefunden hätten (SV.17.0026, 

pag. 16-102-1751 f.); 

 

- die BA am 16. Oktober 2020 namentlich bezugnehmend auf das Schreiben 

vom 7. Juli 2020 verfügte, dass der Antrag von A. auf Wiederholung von 

Einvernahmen in der Strafuntersuchung SV.17.0026 und der Antrag von A. 

auf Akteneinsicht in der Strafuntersuchung SV.17.0026 abgelehnt werden 

(act. 1.1); 

 

- dagegen A., vertreten durch Rechtsanwalt Philippe Currat, mit Beschwerde 

vom 29. Oktober 2020 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

gelangte (act. 1); 

 

- die BA mit Beschwerdeantwort vom 5. November 2020 beantragte, die Be-

schwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen (act. 3); 

 

- die Beschwerdekammer im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 

BB.2021.108 Kenntnis eines Schreibens der BA vom 8. April 2021 erhielt, 

wonach A. in der Strafuntersuchung SV.17.0026 eine umfassende Kopie der 

Akten erhalte, wobei die bis dato aufrechterhaltene Beschränkung der Ak-

teneinsicht weitgehend aufgehoben werde (act. 6.1); 

 

- die Beschwerdekammer am 7. Mai 2021 A. und die BA einlud, sich zur Ge-

genstandslosigkeit des Beschwerdeverfahrens sowie zu den diesbezügli-

chen Kosten- und Entschädigungsfolgen zu äussern (act. 6); 

 

- A. mit Eingabe vom 20. Mai 2021 seine Beschwerde vom 29. Oktober 2020 

zurückzog und beantragte, die Kosten seien der Bundesanwaltschaft aufzu-

erlegen und dem Beschwerdeführer eine Entschädigung zuzusprechen 

(act. 7); 

 

- 3 - 

 

 

 

- die BA mit Eingabe vom 20. Mai 2021 sich zur Gegenstandslosigkeit sowie 

zu den diesbezüglichen Kosten- und Entschädigungsfolgen vernehmen liess 

(act. 8). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben wer-

den kann (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG); 

 

- wer ein Rechtsmittel ergriffen hat, dieses zurückziehen kann (Art. 386 Abs. 2 

StPO); 

 

- das Verfahren vor der Beschwerdeinstanz mit dem Rückzug unmittelbar be-

endet wird, weshalb das vorliegende Beschwerdeverfahren abzuschreiben 

ist (vgl. BGE 141 IV 269 E. 2.2.3); 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens (entgegen den Anträgen des Beschwer-

deführers) der (den Rückzug erklärende) Beschwerdeführer die Gerichtskos-

ten zu tragen hat (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO); 

 

- vorliegend ausnahmsweise auf die Erhebung von Kosten zu verzichten ist 

(vgl. Art. 73 Abs. 2 StBOG und Art. 5 BStKR); 

 

- der Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege für das vorliegende 

Verfahren ersucht; 

 

- es bereits am Nachweis fehlt, dass der Beschwerdeführer nicht über die er-

forderlichen Mittel verfügt; nach der Rechtsprechung es dem Gesuchsteller 

obliegt, seine finanziellen Verhältnisse umfassend darzulegen und soweit 

möglich zu belegen (BGE 125 IV 161 E. 4a S. 164 f. mit Hinweis); dem der 

Beschwerdeführer nicht nachkommt (vgl. zuletzt u.a. Beschluss des Bun-

desstrafgerichts BH.2020.7 vom 2. September 2020 E. 10.3 und Urteil des 

Bundesgerichts 1B_519/2020 vom 28. Oktober 2020 E. 5); am ungenügen-

den Nachweis seiner Bedürftigkeit sich seit der letzten Beurteilung nichts ge-

ändert hat; die unentgeltliche Rechtspflege deshalb nicht gewährt werden 

kann; das entsprechende Gesuch – soweit es nicht durch den Verzicht auf 

die Erhebung von Kosten gegenstandslos geworden ist – abzuweisen ist; 

 

- 4 - 

 

 

 

und erkennt: 

 

1. Das Verfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde abgeschrieben. 

 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen, soweit es nicht 

gegenstandslos geworden ist. 

 

3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

 

 

Bellinzona, 26. Mai 2021 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Philippe Currat 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.