# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7323e20c-9a4a-5a12-b58e-f79bbfd87811
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.02.2022 UV 2021/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-14_2022-02-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/14

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 07.07.2022

Entscheiddatum: 25.02.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 25.02.2022
Art. 11 UVG. Die Anspruchsvoraussetzungen für die Übernahme der Kosten 
einer Oberschenkelprothese mit elektronischem Kniegelenk (C-Leg) statt 
einer herkömmlichen Prothese sind erfüllt, da letztere vorliegend als 
einfaches und zweckmässiges Hilfsmittel anzusehen ist. Gutheissung der 
Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 25. Februar 2022, UV 2021/14). Aufgehoben durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_214/2022.

Entscheid vom 25. Februar 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Miriam 

Lendfers und Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiberin Katja Blättler

Geschäftsnr.

UV 2021/14

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, Amparo Anwälte und Notare, 

Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Hilfsmittel

Sachverhalt

A.  

A.___ war bei der B.___ AG als Feinmechaniker-Lehrling tätig und dadurch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen 

die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 20. August 1968 beim Weitsprung 

das rechte Knie verdrehte (Suva-act. 124). Er erlitt dabei eine mediale 

Seitenbandverletzung am rechten Knie mit medialer Meniskusläsion (Suva-act. 125). 

Dr. med. C.___, Spezialarzt für Chirurgie und Urologie FMH, beurteilte am 16. 

Dezember 1968, pneumoradiographisch sei eine Schädigung des medialen Meniskus 

zu vermuten, ein vollkommener Abriss oder weitergehender Einriss mit Luxation 

eingerissener Partien sei aber nicht zu sehen. Daher würde er weiterhin eine 

konservative Behandlung versuchen (Suva-act. 128). Nachdem die Suva Leistungen 

erbracht hatte, schloss sie den Fall am 14. April 1969 vorerst ab (vgl. Suva-act. 133).

A.a. 

Am 25. August 1971 meldete die Arbeitgeberin der Suva einen Rückfall (Suva-act. 

134). Hausarzt Dr. med. D.___ hatte tags zuvor berichtet, der Versicherte komme immer 

wieder mit Schmerzen und leichten Sperrungssymptomen im rechten Knie in seine 

Sprechstunde (Suva-act. 135). Der zuständige Suva-Kreisarzt befand am 7. September 

1971, es lägen Symptome im Sinne der schon früher objektivierten medialen 

Meniskusschädigung vor. Mit einer Meniskektomie sei er einverstanden (Suva-act. 

137). Der genannte operative Eingriff wurde am 30. März 1972 im Kantonsspital St. 

Gallen (nachfolgend: KSSG) durchgeführt (Suva-act. 140 ff.).

A.b. 

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Am 18. September 1974 liess der Versicherte erneut einen Rückfall melden (Suva-

act. 157). Am 6. Februar 1975 unterzog er sich im KSSG einer Re-Arthrotomie mit 

Entfernung des Meniskusrests rechts (Suva-act. 167, 169). Aufgrund persistierender 

Beschwerden wurde Ende April 1975 im KSSG eine Kniemobilisation in Narkose 

durchgeführt (Suva-act. 177). Vom 12. August bis 12. September 1975 befand sich der 

Versicherte stationär im Nachbehandlungszentrum Bellikon (Suva-act. 199). Am 18. 

Dezember 1975 unterzog er sich im Spital E.___ einer Streckung des Kniegelenks 

rechts in Narkose mit anschliessender Eingipsung des Gelenks (Suva-act. 207, 210). 

Am 23. Februar 1977 erfolgte in der Klinik F.___ eine offene Kniemobilisierung rechts 

mit ausgedehnter Weichteilablösung (Suva-act. 252 f.).

A.c. 

Nach einer weiteren Rückfallmeldung (vgl., Suva-act. 266, 268, 270, 274) sprach 

die Suva dem Versicherten im April 1978 rückwirkend ab 1. November 1977 eine Rente 

bei einer Erwerbsunfähigkeit von 33 1/3 % zu (Suva-act. 284).

A.d. 

Am 3. Mai 1979 wurde in der Klinik F.___ eine Verlagerung der Tuberositas tibiae, 

eine Spaltung des lateralen Retinaculums, eine z-förmige Verlängerung des medialen 

Retinaculums, eine Desinsertion des Vastus medialis und Vastus lateralis sowie eine 

Distalisierung des Ansatzes des Musculus vastus radialis obliquus durchgeführt (Suva-

act. 310 f.).

A.e. 

Mit Verfügung vom Juni 1979 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung 

ab 1. November 1978 eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % zu (Suva-act. 

312; vgl. die unveränderten Revisionsverfügungen in Suva-act. 345, 368, 376, 394, 

406). Mittels Vergleichs vom 17. Oktober 1980 erhöhte die Suva die dem Versicherten 

zugesprochene Rente rückwirkend ab 1. November 1977 von 33 1/3 % auf 50 % 

(Suva-act. 339).

A.f. 

Nach weiteren Rückfallmeldungen (vgl. Suva-act. 408, 415) führte die Suva mit 

Verfügung vom 8. Januar 1997 aus, die vom Versicherten geltend gemachte volle 

Arbeitsunfähigkeit (vgl. Suva-act. 415) sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie an der 

Arbeitsfähigkeit im Rahmen der bereits zugesprochenen halben Rente festhalte (Suva-

act. 465).

A.g. 

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Am 23. August 1997 kollidierte der Versicherte als Velofahrer mit einem 

Lieferwagen. Nach der Erstbehandlung im Spital G.___ wurde er ins Spital H.___ 

verlegt. Die dort zuständigen Ärzte diagnostizierten unter anderem eine Commotio bzw. 

Contusio cerebri, eine erstgradig offene Radiusfraktur links, eine Femurfraktur rechts, 

Rippenfrakturen links mit Pneumothorax, eine Beckenringfraktur mit Sakrum-

Kompressionsfraktur links und oberer und unterer Schambeinastfraktur links mit 

massiver Blutung aus der Corona mortis sowie eine Kniekontusion links mit 

Hämarthros und möglicher Eminentiafraktur. Am 6. September 1997 kam es zudem zu 

multifokalen Lungenembolien (Suva-act. 769-9 ff., 769-22). In der Folge musste sich 

der Versicherte mehreren operativen Eingriffen unterziehen (vgl. Suva-act. 680-2). 

Unter anderem wurde dem Versicherten am 28. April 1999 in der Klinik I.___ eine Knie-

Totalendoprothese rechts implantiert (Suva-act. 611).

A.h. 

Die IV-Stelle sprach dem Versicherten am 7. Januar 2003 revisionsweise 

rückwirkend per 1. Juni 1996 eine ganze Rente zu (Suva-act. 668, vgl. auch Suva-act. 

691, 35). Mit Verfügung vom 10. Oktober 2002 hatte die Suva dem Versicherten mit 

Wirkung ab 1. August 2002 eine (Komplementär-)Rente basierend auf einer 

Erwerbsunfähigkeit von 100 % zugesprochen (Suva-act. 665; vgl. Neuberechnungen in 

Suva-act. 36, 670, 674).

A.i. 

Mit Verfügungen vom 9. November 2006 sprach die Suva dem Versicherten eine 

Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 100 % sowie 

einen Verzugszins zu (Suva-act. 698 f.).

A.j. 

Am 11. Dezember 2008 wurde dem Versicherten in der Klinik J.___ infolge einer 

septischen Lockerung eine Revisions-Knieprothese rechts implantiert. Am 23. 

Dezember 2008 erfolgte zudem eine Revisions-Arthrotomie am Knie rechts (Suva-act. 

32, 34).

A.k. 

Mit Bericht vom 12. April 2010 äusserte PD Dr. med. K.___, Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Klinik L.___, den 

Verdacht auf eine Osteomyelitis im Bereich der mittleren Tibia an der Spitze des 

Prothesen-Schaftes. Der Versicherte werde zur Kniepunktion rechts mit 

Operationsbereitschaft zur arthroskopischen Spülung (wenn gleich die Klinik nicht nach 

A.l. 

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einem Knieinfekt aussehe) hospitalisiert. Danach erfolge eine Antibiotika-Therapie 

wegen Verdachts eines Infektherdes im Bereich der mittleren Tibia (Suva-act. 757-4 f., 

vgl. bzgl. der Bestätigung des Infektverdachts und der diesbezüglichen Behandlung 

auch Suva-act. 757-8, 757-14 ff.). Im weiteren Verlauf kam es zu rezidivierenden 

Infekten im Bereich der Knieprothese (vgl. Suva-act. 37, vgl. 41).

Vom 27. Oktober bis 26. November 2019 befand sich der Versicherte aufgrund 

einer Sepsis bei Verdacht auf einen persistierenden Low-Grade-Infekt im Bereich der 

Knietotalprothese rechts stationär im Spital M.___. Während des Aufenthalts wurde 

eine Kniegelenkspunktion sowie eine Wundrevision des Knies rechts mit Spülung und 

Probenentnahme durchgeführt. Der Versicherte wurde antibiotisch therapiert (Suva-act. 

44 f.). Am 4. Dezember 2019 erfolgte dort eine Fistelexzision am Kniegelenk rechts, 

eine Spülung und Redon-Einlage sowie am 12. Dezember 2019 eine 

Hämatomausräumung Kniegelenk rechts, eine Redoneinlage subkutan und eine 

Einlage einer Thoraxdrainage intraartikulär zur Fistelanlage (Suva-act. 40 f., 47).

A.m. 

Am 13. Februar 2020 berichtete PD Dr. K.___, es liege ein ausgedehnter 

Protheseninfekt des rechten Kniegelenks vor. Es sei nicht anzunehmen, dass die 

derzeitige Antibiotikabehandlung alleine langfristig zum Erfolg führe. Um eine 

Infektsanierung zu erreichen, sollte die Prothese entfernt werden, es lägen jedoch sehr 

schwierige anatomische Verhältnisse vor. Als Alternative käme eine Amputation in 

Frage, was der sicherste Weg zur Infektsanierung wäre. Eine Prothesenentfernung mit 

Zementspacereinlage und späterer Prothesen-Re-Implantation werde wieder 

infektgefährdet sein (Suva-act. 65, vgl. bzgl. der Behandlungsoptionen auch die 

Berichte des KSSG vom 9. März 2020; Suva-act. 74, 79). Am 17. März 2020 wurde im 

KSSG die Revisionsknieprothese rechts ausgebaut und eine distale 

Oberschenkelamputation rechts durchgeführt (Suva-act. 82). Am 20. März 2020 

erfolgte erneut ein operativer Eingriff im KSSG, primär zur Entfernung von Restzement 

und Bildung eines modifizierten Gritty-Stumpfes (Suva-act. 83).

A.n. 

Am 2. April 2020 reichte die N.___ AG der Suva einen Kostenvoranschlag für eine 

Prothese mit elektronischem Kniegelenk (C-Leg 4), einem Vakuum-Schaft mit ProSeal 

System und einem Tritonfuss (bzw. damals neu entwickeltem Taleofuss zum gleichen 

Preis) im Gesamtbetrag von Fr. 33'427.65 ein (Suva-act. 92).

A.o. 

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B.  

Die Suva teilte dem Versicherten am 5. Mai 2020 mit, er habe keinen Anspruch auf 

ein elektronisches Kniegelenk. Da er als Pensionär nicht wieder ins Erwerbsleben 

zurückkehren werde, mangle es an den wirtschaftlichen Voraussetzungen für die 

Abgabe eines solchen C-Legs. Für die Kosten einer herkömmlichen 

Prothesenversorgung könne sie hingegen aufkommen (Suva-act. 101).

A.p. 

PD Dr. med. O.___, Leitender Arzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, KSSG, führte am 6. Mai 2020 aus, der 

Versicherte sei bis wenige Monate vor der Exazerbation des chronischen Infektes sehr 

aktiv gewesen. Er sei unter anderem passionierter Radfahrer und wieder Radfahren zu 

können, sei auch sein grosses Ziel. Dies sei mit einem elektronischen Kniegelenk 

wesentlich eher und besser möglich. Auch für die folgenden Jahre wäre das An- und 

Einlernen des Versicherten mit einem elektronischen Kniegelenk sinnvoll, nicht zuletzt 

als mittel- und längerfristige Sturzprophylaxe (Suva-act. 103, vgl. auch Suva-act. 111). 

Mit Schreiben vom 11. Mai 2020 hielt die Suva an ihrem Standpunkt fest (Suva-act. 

105).

A.q. 

Am 18. Juni 2020 bat der Versicherte die Suva, ihren ablehnenden Entscheid zu 

überdenken (Suva-act. 707). Ergänzend teilte er am 2. Juli 2020 mit, er habe seit dem 

2. Juni und noch bis zum 15. Juli 2020 probeweise eine C-Leg A Prothese zur 

Verfügung gestellt bekommen. Nach diesem Datum habe entweder der Kauf zu 

erfolgen oder er müsse die Prothese zurückgeben (Suva-act. 709). Mit Schreiben vom 

21. Juli 2020 hielt die Suva an ihrem Entscheid fest (Suva-act. 710).

A.r. 

Die N.___ AG reichte der Suva am 27. Juli 2020 einen Kostenvoranschlag für eine 

(mechanische) Knieexartikulations-Prothese rechts im Gesamtbetrag von Fr. 18'293.45 

ein (Suva-act. 711). Die Suva erteilte am 13. August 2020 Kostengutsprache dafür 

(Suva-act. 715).

A.s. 

Mit Verfügung vom 13. August 2020 wies die Suva das Gesuch um 

Kostengutsprache für ein elektronisches Kniegelenk ab (Suva-act. 718).

A.t. 

Dagegen erhob der Versicherte am 18. August 2020 Einsprache (Suva-act. 721).B.a. 

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C.  

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf die Kostenübernahme für eine Oberschenkelprothese rechts 

mit elektronischem Kniegelenk (C-Leg-Gelenk) durch die Beschwerdegegnerin. Diese 

hat bereits Kostengutsprache erteilt für eine herkömmliche Oberschenkelprothese mit 

mechanischem Kniegelenk (Suva-act. 733, vgl. auch Suva-act. 715).

Am 28. August 2020 reichte die neu zuständige Orthopädie P.___ einen 

Kostenvoranschlag für eine herkömmliche Oberschenkelprothese mit mechanischem 

Kniegelenk im Gesamtbetrag von Fr. 20'160.80 ein (vgl. Suva-act. 726). Mit Schreiben 

vom 21. September 2020 erteilte die Suva dafür Kostengutsprache (Suva-act. 733).

B.b. 

Mit Entscheid vom 13. Januar 2021 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 

766).

B.c. 

Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 15. Februar 

2021 Beschwerde. Er beantragte darin, der Einspracheentscheid vom 13. Januar 2021 

sei aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, 

Kostengutsprache für eine Oberschenkelprothese rechts mit elektronischem 

Kniegelenk (C-Leg-Gelenk) zu erteilen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

(act. G1).

C.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. März 2021 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G3).

C.b. 

Mit Replik vom 6. Mai 2021 und Duplik vom 2. Juni 2021 hielten die Parteien an 

ihren Anträgen fest (act. G7, G9).

C.c. 

Laut Art. 11 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) hat der Versicherte Anspruch auf die Hilfsmittel, die körperliche Schädigungen 

oder Funktionsausfälle ausgleichen. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser Hilfsmittel. 

Die Hilfsmittel müssen einfach und zweckmässig sein. Sie werden zu Eigentum oder 

leihweise abgegeben (Art. 11 Abs. 2 UVG). Gemäss Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über 

1.1. 

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2.

Während der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Oberschenkelprothese mit 

elektronischem Kniegelenk geltend macht, bestreitet die Beschwerdegegnerin deren 

Einfachheit und Zweckmässigkeit (act. G1, G3, G7, G9).

die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Unfallversicherung (HVUV; SR 832.205.12) hat 

der Versicherte Anspruch auf die in der Liste im Anhang aufgeführten Hilfsmittel, soweit 

diese durch Unfall oder Berufskrankheit bedingte körperliche Schädigungen oder 

Funktionsausfälle ausgleichen. Der Anspruch erstreckt sich auf die notwendigen und 

dem Gesundheitsschaden angepassten Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger 

Ausführung, das erforderliche Zubehör und die Anpassungen, die wegen des 

Gesundheitsschadens nötig sind. Ausstattung und Anzahl der Hilfsmittel müssen den 

Anforderungen des privaten sowie des beruflichen Lebens entsprechen (Art. 1 Abs. 2 

HVUV). Die Kriterien der Einfachheit und Zweckmässigkeit, die das 

Verhältnismässigkeitsprinzip konkretisieren, setzen zum einen voraus, dass die 

fragliche Leistung geeignet ist, den gesetzlichen Zweck zu erreichen, und dass diese 

dazu notwendig und erforderlich erscheint. Zum anderen verlangen sie, dass zwischen 

den Kosten des Hilfsmittels und seinem Nutzen ein vernünftiges Verhältnis besteht, 

wobei sämtliche tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles zu 

berücksichtigen sind (BGE 141 V 34 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juli 

2015, 8C_279/2014, E. 7.1, je mit Hinweisen).

Nach Ziff. 1.01 der im Anhang zur HVUV stehenden Hilfsmittelliste zählen 

funktionelle Fuss- und Beinprothesen zu den von der Unfallversicherung zu 

gewährenden Hilfsmitteln.

1.2. 

Als Begründung führte die Beschwerdegegnerin in ihrer ablehnenden Verfügung 

vom 13. August 2020 im Wesentlichen aus, die Versorgung mit elektronischen 

Kniegelenken sei vor allem für Menschen bestimmt, die im direkten Zusammenhang 

mit der Erwerbstätigkeit auf ein gut und sicher funktionierendes Bein angewiesen seien. 

Ein elektronisches Kniegelenk wie das C-Leg 4 (Computerized Leg 4) sei in erster Linie 

ein Hilfsmittel, welches für die Wiedereingliederung ins Berufsleben notwendig und 

erforderlich sein müsse, damit es durch die Unfallversicherung finanziert werden 

könne. Da der Beschwerdeführer als Pensionär nicht wieder ins Erwerbsleben 

zurückkehren werde, mangle es an den wirtschaftlichen Voraussetzungen für die 

Abgabe eines C-Legs. Ein elektronisches Kniegelenk könne vorliegend nicht als 

einfache und zweckmässige Ausführung angesehen werden (Suva-act. 718). Nach 

Auffassung des Beschwerdeführers stützte sich die Beschwerdegegnerin dabei auf die 

2.1. 

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primär im Bereich der Invalidenversicherung entwickelte Rechtsprechung, wonach die 

Hilfsmittelabgabe (mit gewissen Ausnahmen) der beruflichen Eingliederung dienen 

muss (vgl. u.a. BGE 132 V 215). Wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht 

(act. G1), wich das Bundesgericht jedoch in BGE 141 V 30 (= Pra 104 [2015] Nr. 80; vgl. 

Suva-act. 707-8 ff.) von dieser Rechtsprechung ab. Es befand, die Abgabe eines 

Hilfsmittels hänge im Unfallversicherungsrecht nicht von einer beruflichen 

Wiedereingliederung und folglich auch nicht von einer wahrscheinlichen 

Tätigkeitsdauer ab (E. 3.2.5 mit weiteren Hinweisen). Dieser bundesgerichtliche 

Entscheid hat jedoch nichts daran geändert, dass der Anspruch auf ein Hilfsmittel unter 

Berücksichtigung sämtlicher tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles 

zu prüfen ist (vgl. E. 1.1).

Beim beantragten C-Leg handelt es sich um ein mikroprozessor-gesteuertes 

Prothesenkniegelenk mit aktivitätsabhängiger elektronischer Kontrolle und Regelung 

der Stand- und Schwungphasenwiderstände gemäss dem individuellen Gang des 

Patienten. Eine komplexe Sensorik erfasst kontinuierlich die Daten in jeder Phase des 

Gehens und reguliert die Dämpfung der Hydraulik. Der Prothesenträger kann sich bei 

unterschiedlichen Gehgeschwindigkeiten unbeschwert und sicher bewegen. Dies gilt 

auch für das Gehen auf verschiedenen Untergründen sowie für das alternierende 

Treppabgehen. Die hydraulische Standphasendämpfung sichert das Kniegelenk beim 

Fersenauftritt. Sie wird am Ende der Standphase bei Vorfusslast deaktiviert, um die 

Schwungphase mit geringem Energieaufwand einleiten zu können. Die Regelung der 

Schwungphase basiert auf "Echtzeitmessungen" auch für unterschiedliche 

Geschwindigkeiten, wobei das elektronische System durch ein Softwareprogramm 

gesteuert wird, welches im Mikrocontroller gespeichert ist und alle Mess- und 

Regelvorgänge koordiniert (BGE 132 V 215, E. 2.1 f. mit weiteren Hinweisen).

2.2. 

Das C-Leg kam 1997 auf den Markt und bedeutete damals einen Quantensprung 

in der Entwicklung der Beinprothetik (vgl. https://www.myhandicap.ch/fileadmin/

myhandicap _ch/webinhalte/Gesundheit_Partnerschaft_Hilfsmittel/Hilfsmittel/

Prothetik_01/c-leg. pdf, S. 1, zuletzt abgerufen am 15. Februar 2022). Im Jahr 2011 

kam sodann die Genium-Prothese auf den Markt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

10. Juli 2015, 8C_279/2014, Sachverhalt A). Bei dieser handelt es sich um eine neue 

Generation elektronischer Beinprothesensysteme, wobei das gleiche 

Konstruktionsprinzip wie beim C-Leg verwendet wird. Das Kniesystem Genium ist 

jedoch mit Mikroprozessoren neuester Generation sowie zusätzlichen Sensoren und 

Steuerungselementen ausgestattet, die es erlauben, den Bewegungsablauf des 

Benutzers zu erkennen. Nach Angaben des Herstellers ermöglichen wichtige 

2.3. 

https://www.myhandicap.ch/fileadmin/myhandi
https://www.myhandicap.ch/fileadmin/myhandi

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Innovationen in der Computertechnik ein mit den physiologischen Bewegungsabläufen 

fast identisches Gehen. Mit Hilfe dieser Prothese können versicherte Personen 

Hindernisse und Treppen alternierend (im Wechselschritt) überwinden und symmetrisch 

belasten. Dank der intuitiven Steuerung sind das Gehen (vorwärts und rückwärts) und 

Richtungswechsel sicher möglich und erfordern weniger Kraftaufwand und 

Konzentration. Die Genium-Prothese stellt eine technische Weiterentwicklung des C-

Leg-Modells dar (BGE 143 V 190, E. 4, mit weiteren Hinweisen). Das Bundesgericht 

befasste sich seit dem Jahr 2015 mehrfach mit Anträgen auf Kostenübernahme einer 

Genium-Prothese. Diese ist deutlich teurer als ein C-Leg (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 8. April 2016, 8C_52/2016, E. 3.2, und vom 20. August 2020, 

9C_408/2020, Sachverhalt A.b [die Mehrkosten betragen ca. Fr. 20'000.--]). Das 

Bundesgericht verneinte einen Anspruch auf eine Genium-Prothese in den Jahren 2015 

bis 2017 mangels Einfachheit des Hilfsmittels mehrfach (vgl. Urteile vom 10. Juli 2015, 

8C_279/2014, vom 8. April 2016, 8C_52/2016 und vom 13. Februar 2017, 

9C_457/2016). Im Urteil vom 10. Juli 2015, 8C_279/2014, E. 7.4, erwog das 

Bundesgericht, im Jahr 2006 habe es mit dem Übergang von mechanisch zu 

elektronisch gesteuerten Prothesen einen wichtigen technischen Fortschritt zu 

beurteilen gehabt (vgl. BGE 132 V 215). Seit ihrer Markteinführung im Jahr 1997 sei die 

C-Leg-Prothese konstant verbessert worden und werde vom Hersteller immer noch als 

fortschrittliches Erzeugnis mit zuverlässiger Leistung angepriesen. Gleiches könne von 

der Genium-Prothese mangels hinreichender Erhebungen noch nicht gesagt werden. 

Mit Urteil vom 20. Juni 2017 bejahte das Bundesgericht sodann erstmals einen 

Anspruch auf Übernahme der Kosten einer Genium-Prothese bei einem Versicherten 

mit einer Mehrfachbehinderung, wobei es festhielt, der Einsatz dieser Prothese sei auf 

Fälle eines besonders gesteigerten Eingliederungsbedürfnisses zu beschränken (Urteil 

des Bundesgerichts vom 20. Juni 2017, 9C_640/2016, publiziert als BGE 143 V 90; vgl. 

auch die Rückweisung zu weiteren Abklärungen im Urteil des Bundesgerichts vom 20. 

August 2020, 9C_408/2020). Wie Forscher der ETH Zürich am 9. September 2019 

berichteten, schreitet die Entwicklung von Beinprothesen weiter voran. Sie 

präsentierten damals erste Ergebnisse einer Studie mit einer neuartigen Prothese mit 

Sensoren, welche es beinamputierten Personen ermöglichen soll, das künstliche Bein 

und den künstlichen Fuss in Echtzeit zu spüren. Gemäss den Forschern kann diese 

Technik zahlreiche gesundheitliche Vorteile, unter anderem eine Reduktion von 

Phantomschmerzen, mit sich bringen (https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/

eth-news/news/2019/09/mm-beinprothese-mit-gespuer.html, zuletzt abgerufen am 15. 

Februar 2022).

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Der vorstehenden Erwägung lässt sich entnehmen, dass es in den vergangenen 

Jahren zu grossen technischen Fortschritten bei Beinprothesen gekommen ist. Das 

vom Beschwerdeführer vorliegend beantragte C-Leg ist bereits seit 1997, mithin also 

seit 25 Jahren, auf dem Markt. Das ist insbesondere bei der Beurteilung der Einfachheit 

des Hilfsmittels zu berücksichtigen. Dies, zumal eine einfache und zweckmässige 

Hilfsmittelversorgung gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zeitgemäss sein 

muss und sich Versicherungen der fortlaufenden Entwicklung im Bereich der 

technisch-orthopädischen Versorgungsmöglichkeiten nicht verschliessen dürfen. 

Zudem könne der Grundsatz der Einfachheit so lange nicht verletzt sein, als der 

voraussichtliche Erfolg des im Einzelfall gewählten Modells in einem vernünftigen 

Verhältnis zu seinen Kosten stehe (vgl. BGE 132 V 215, E. 4.3.3, und BGE 143 V 190, E. 

7.3.2). Weiter ist darauf hinzuweisen, dass der Ständerat am 4. Dezember 2019 zwei 

Motionen, welche unter anderem die Übernahme der Kosten für "optimale Hilfsmittel" 

durch die Sozialversicherungen forderten (16.3880 und 16.3881), zwar ablehnte, jedoch 

als Alternative gleichentags ein Postulat (19.4380) zur Verbesserung der 

Hilfsmittelversorgung annahm. Daraus ist zu schliessen, dass es aus Sicht der 

Bundespolitik zwar - namentlich aus finanziellen Überlegungen - nicht um eine 

optimale Hilfsmittelversorgung gehen kann, jedoch eine individuell angemessene 

Versorgung zu gewährleisten ist (https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb /suche-

curia-vista; vgl. ferner Larissa Rhyn, Ein Vermögen für ein selbstbestimmtes Leben: 

Warum die IV bisher moderne Prothesen nicht finanziert und was das für Betroffene 

bedeutet, Neue Zürcher Zeitung [NZZ], 4. Dezember 2019).

2.4. 

Vorliegend führte die N.___ AG entsprechend den Angaben des 

Beschwerdeführers in ihrem Kostengutsprachegesuch vom 2. April 2020 aus, dieser sei 

bereits vor der Amputation sehr aktiv gewesen. Er lebe in einer Umgebung, wo er 

täglich auf die sichere Bewältigung von Schrägen und Rampen angewiesen sei. Zu 

seinen alltäglichen Lebensgewohnheiten gehöre das Gehen von unterschiedlichen 

Geschwindigkeiten, das Bewältigen von Schrägen und unebenem Untergrund sowie 

das Bewegen in freier Natur. Er lebe mit seiner Frau in einem Haus, welches aussen 

wie auch innen mehrere Treppen habe. Er betreibe eine Hobby-Fischzucht, fahre 

Mountainbike, wandere und unterhalte den häuslichen Garten. Bei all diesen Aktivitäten 

sei er auf ein Prothesensystem angewiesen, welches ihm Sicherheit und Stabilität gebe 

(Suva-act. 92). Von ärztlicher Seite ist die Beurteilung von PD Dr. O.___ aktenkundig. 

Dieser führte am 6. Mai 2020 nach Kenntnis der Ablehnung des 

Kostengutsprachegesuchs durch die Beschwerdegegnerin aus, es wäre sehr schade, 

wenn der Beschwerdeführer nur mit einem mechanischen Gelenk auskommen müsste. 

Dies, da er - für sein Alter und seine Komorbiditäten - im Alltag bis wenige Monate vor 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

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der Exazerbation des chronischen Infektes sehr aktiv gewesen sei. Vor allem sei er 

passionierter Radfahrer und auch ein bis zwei Stunden lange Spaziergänge seien ihm 

trotz des langjährigen Protheseninfekts fast schmerzfrei möglich gewesen. 

Insbesondere das Radfahren liege dem Beschwerdeführer sehr am Herzen und wieder 

Radfahren zu können, sei auch sein grosses Ziel. Verständlicherweise hätten der 

langjährige Protheseninfekt und nun der Beinverlust auch an der Psyche gezerrt. Umso 

wichtiger wäre es, dass er seinem Hobby, dem Fahrradfahren, weiterhin nachgehen 

könne. Mit einem elektronischen Kniegelenk wäre dies wesentlich eher und besser 

möglich. Auch für die nächsten Jahre wäre das An- und Einlernen des 

Beschwerdeführers mit dem elektronischen Kniegelenk sinnvoll, nicht zuletzt als mittel- 

und längerfristige Sturzprophylaxe (Suva-act. 103). Die Beschwerdegegnerin hielt mit 

Schreiben vom 11. Mai 2020 an ihrer ablehnenden Haltung fest. Da der 

Beschwerdeführer als Pensionär nicht wieder ins Erwerbsleben zurückkehren werde 

und als Begründung eines elektronischen Kniegelenks Hobbys sowie sportliche 

Aktivitäten im Vordergrund stünden, mangle es an den wirtschaftlichen 

Voraussetzungen für die Abgabe eines C-Legs (Suva-act. 105). PD Dr. O.___ hielt am 

13. Mai 2020 erneut fest, insbesondere die Sturzprophylaxe spiele, vor allem, wenn 

man mittel- und langfristig denke, eine Rolle (Suva-act. 111). Aus den Argumenten von 

PD Dr. O.___ kann zwar nicht geschlossen werden, dass dem Beschwerdeführer die 

Bewältigung des Alltags und die Ausübung seiner bisherigen sportlichen Aktivitäten mit 

einer herkömmlichen Prothese völlig unmöglich wären. Sie sind aber im Vergleich zu 

einer Versorgung mit einem C-Leg wesentlich beschwerlicher und wohl teilweise auch 

nur beschränkt möglich.

PD Dr. O.___ wies - wie erwähnt (E. 2.5) - mehrfach auf die Sturzprophylaxe hin, 

welche mit einem C-Leg besser gewährleistet sei als mit einer herkömmlichen Prothese 

(Suva-act. 103, 111). Auch das deutsche Bundessozialversicherungsgericht, welches 

Ansprüche auf Kostenübernahme eines C-Legs bereits im Jahr 2004 bejahte, widmete 

sich dem Thema der Sturzgefahr und erwog, die Verwendung eines C-Legs führe zu 

einer deutlichen Minderung derselben (vgl. Urteile des deutschen Bundessozialgerichts 

vom 16. September 2004, B 3 KR 1/04 R, B3 KR 2/04 R und B 3 KR 20/04 R, alle 

abrufbar unter https://www.sozialgerichtsbarkeit.de/entscheidungen). Gerade im 

fortgeschrittenen Alter des Beschwerdeführers erscheint eine Verminderung des 

Sturzrisikos entscheidend. Wie vom Beschwerdeführer erwähnt (act. G1), bestehen 

bezüglich der Sturzprophylaxe gewisse Parallelen zum Sachverhalt im erwähnten BGE 

141 V 30 (vgl. Suva-act. 707-8 ff.). Das Bundesgericht hatte im genannten Urteil 

ausgeführt, der Versicherte weise vielfache somatische Defizite auf, neben der 

transfemoralen Amputation links bestehe insbesondere ein vollständiger Plexus 

2.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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brachialis links, er könne seinen linken Arm also nicht gebrauchen (E. 3.2.4, 3.2.6). Die 

vom Versicherten verwendete mechanische Prothese sei die Ursache wiederholter 

Stürze. Daher habe er eine bedeutende Furcht entwickelt, sodass er hauptsächlich bei 

blockiertem Knie mit Hilfe eines Stockes gehe. Die Prothese benutze er nur zu ungefähr 

25 % der Zeit drinnen und zu 50 % draussen. Die übrigen Fortbewegungen erfolgten 

im Rollstuhl. In den drei Wochen, seit er die neue C-Leg-Prothese habe, sei es 

hingegen nicht mehr zu Stürzen gekommen und subjektiv melde der Versicherte eine 

deutliche Verminderung seiner Furcht beim Gehen sowie eine häufigere Verwendung 

der Prothese. Gemäss Aussagen der behandelnden Ärzte habe auch der Index der 

Bewegungsfähigkeiten bedeutend zugenommen und er habe hauptsächlich bei den 

Grundtätigkeiten Fortschritte gemacht. Objektiv hätten die medizinischen Spezialisten 

ebenfalls eine Verbesserung aller Gehparameter festgestellt, wobei die bedeutendste 

Verbesserung bei den Gefällen und beim Treppenabstieg festgestellt worden sei. Man 

müsse somit anerkennen, dass eine mechanische Prothese beim Zustand des 

Versicherten ungeeignet und sogar kontraindiziert sei. Sie sei folglich nicht - jedenfalls 

nicht voll - geeignet, ihren Zweck der funktionellen Eingliederung zu erreichen. Die 

Kriterien der Zweckmässigkeit und der Einfachheit seien im konkreten Fall hingegen für 

die Abgabe eines C-Leg-Knies erfüllt. Der Umstand, dass dieses dem Versicherten, in 

Anbetracht seiner vielfältigen Behinderungen, nicht ermöglichen werde, wieder eine 

Erwerbstätigkeit von einer gewissen Bedeutung aufzunehmen, dürfe nicht 

entscheidend sein. Eine mechanische Prothese entspreche auch den Anforderungen 

des privaten Lebens des Versicherten aufgrund seines doppelten funktionellen Ausfalls 

(Gebrauch von Bein und Arm) nicht (E. 3.2.4 f.). Im Gegensatz dazu bestehen zwar 

vorliegend keine Hinweise dafür, dass eine mechanische Prothese für den 

Beschwerdeführer völlig kontraindiziert wäre. Der Beschwerdeführer selbst macht aber 

geltend, es sei bereits zu mehreren Stürzen gekommen und die Standsicherheit beim 

Gehen sei nicht gleich gut gegeben wie bei einem C-Leg-Gelenk. Beim Gehen benötige 

er viel mehr Kraft und Kondition, das Treppensteigen gestalte sich schwieriger und 

Abwärtsgehen sei höchstens bis 10 % Gefälle möglich (act. G1). PD Dr. O.___ hatte 

zwar - wie erwähnt -  lediglich festgehalten, dass eine elektronische Prothese zur 

Sturzprophylaxe besser wäre, er hatte jedoch die vom Beschwerdeführer geltend 

gemachten Einschränkungen beim Treppensteigen bzw. Abwärtsgehen mit der 

mechanischen Prothese nicht ärztlich bestätigt (Suva-act. 103, 111). Der vorliegende 

Fall ist damit weniger umfassend auf medizinische Beurteilungen gestützt als der 

Sachverhalt im erwähnten BGE 132 V 215. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass 

der Beschwerdeführer - wie der in BGE 132 V 215 anspruchserhebende Versicherte - 

nebst dem Verlust eines Grossteils seines rechten Beines weitere somatische 

Einschränkungen, insbesondere einen Status nach Schädelhirntrauma mit gewissen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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kognitiven Beeinträchtigungen, eine eingeschränkte Funktion des linken Armes sowie 

der linken Hand, Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks und 

Kniegelenksbeschwerden links hat (vgl. act. G1). Insgesamt ist die Situation des 

Beschwerdeführers damit zwar nicht exakt die gleiche wie diejenige, mit der sich das 

Bundesgericht in BGE 132 V 215 zu befassen hatte. Insbesondere vor dem 

Hintergrund, dass das genannte Urteil bereits am 10. April 2006, also rund 15 Jahre vor 

dem vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 13. Januar 2021, gefällt 

worden war und es seither zu einer massgeblichen technischen Entwicklung im Bereich 

der Beinprothesen gekommen ist (vgl. E. 2.3), sprechen die genannten Unterschiede 

vorliegend nicht gegen eine andere Beurteilung als in BGE 132 V 215 und damit auch 

nicht gegen eine Kostenübernahme eines C-Legs.

Der Beschwerdeführer zitiert in seiner Replik vom 6. Mai 2021 Auszüge aus einem 

im Jahr 2005 erstellten polydisziplinären Gutachten der UMEG (unabhängige 

medizinische Gutachtenstelle, Zürich). Mit Verweis darauf macht er geltend, er leide 

unter diversen Einschränkungen, welche es notwendig machten, ihm nicht nur eine 

"minimale", sondern eine angemessene Prothesen-Versorgung zu gewähren (act. G7). 

Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt (act. G9), ergibt sich aus dem 

Gutachten der UMEG (vgl. Suva-act. 21 ff.) keine medizinische Indikation für die 

Abgabe einer Oberschenkelprothese mit elektronischem Kniegelenk. Das Gutachten 

der UMEG wurde allerdings bereits im Jahr 2005 und damit 15 Jahre vor der 

Oberschenkelamputation im März 2020 erstellt. Dementsprechend ist es nicht möglich, 

dem Gutachten der UMEG Hinweise oder Empfehlungen zur Art der 

Prothesenversorgung zu entnehmen. Die Gutachter befassten sich jedoch eingehend 

mit den Folgen der Unfälle vom 20. August 1968 sowie 23. August 1997 und hielten 

zahlreiche somatische sowie psychische Beeinträchtigungen fest. Aufgrund derselben 

erscheint - wie gesagt - insbesondere die Sturzprophylaxe als gewichtiges Argument 

für die Notwendigkeit eines C-Legs.

2.7. 

Zusammengefasst soll eine Oberschenkelprothese vorliegend primär dazu dienen, 

dem pensionierten Beschwerdeführer die Mobilität bzw. die Erhaltung der 

Selbständigkeit zu ermöglichen und Stürze möglichst zu verhindern. Dem nicht mehr 

arbeitstätigen Beschwerdeführer ist es zwar auch mit einer herkömmlichen 

(mechanischen) Prothese möglich, sich im Alltag fortzubewegen und einem Teil seiner 

Aktivitäten nachzugehen. Er ist dabei jedoch wesentlich eingeschränkt und im 

Vergleich zur Verwendung eines C-Legs einem deutlich höheren Sturzrisiko ausgesetzt. 

Damit ist ein elektronisches Kniegelenk im vorliegenden Fall als einfaches und 

2.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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3.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 13. Januar 2021 

gutgeheissen und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, die Kosten für die beantragte 

Oberschenkelprothese rechts mit C-Leg-Gelenk zu übernehmen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

zweckmässiges Hilfsmittel anzusehen, weshalb die Beschwerdegegnerin die Kosten 

dafür zu tragen hat.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 13. Januar 2021 gutzuheissen. Die Beschwerdegegnerin ist 

zu verpflichten, die Kosten für die beantragte Oberschenkelprothese rechts mit C-Leg-

Gelenk zu übernehmen.

3.1. 

Im vorliegenden Verfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. f  des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1]).

3.2. bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen.

3.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.02.2022
	Art. 11 UVG. Die Anspruchsvoraussetzungen für die Übernahme der Kosten einer Oberschenkelprothese mit elektronischem Kniegelenk (C-Leg) statt einer herkömmlichen Prothese sind erfüllt, da letztere vorliegend als einfaches und zweckmässiges Hilfsmittel anzusehen ist. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Februar 2022, UV 2021/14). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_214/2022.

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		2025-07-19T01:58:49+0200
	"9001 St.Gallen"
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