# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7a117bb-c4db-5bc8-baac-e6464803a556
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.04.2016 200 2015 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-60_2016-04-28.pdf

## Full Text

200 15 60 IV
200 15 61 IV
GRD/TOZ/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. April 2016

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 5. Dezember 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/60, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1943 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Mai 1994 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbe-
zug (berufliche Massnahmen und/oder eine Rente) an. Nach Abklärungen 
verneinte die IV-Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) mit Verfügung 
vom 24. Februar 1997 einen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmass-
nahmen, was das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 
2. Juli 1997 bestätigte (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht] vom 9. Juni 2006, I 607/05, lit. 
A des Sachverhalts). 

Im April 1997 rutschte die Versicherte auf nassem Trottoir aus und stürzte 
auf die rechte Schulter, welche in der Folge operiert werden musste. Ge-
stützt auf die Abklärungen im medizinischen, erwerblichen und häuslichen 
Bereich (insb. eine Expertise der MEDAS C.________, Spital D.________, 
vom 1. Oktober 2003 [Antwortbeilagen der Invalidenversicherung {AB} 26] 
sowie ein Abklärungsbericht Haushalt vom 17. Juni 2004 [AB 30]) verneinte 
die IVB mit Verfügung vom 29. Juni 2004 (AB 31) einen Anspruch auf eine 
Invalidenrente. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 4. Januar 
2005 (AB 40) fest. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 7. Juli 2005, IV 65303 (AB 
47), ab. Mit Entscheid EVG I 607/05 (AB 51) hiess das EVG eine hiergegen 
erhobene Beschwerde in dem Sinne teilweise gut, als es das Urteil 
VGE IV 65303 und den Einspracheentscheid vom 4. Januar 2005 aufhob 
und die Sache zur neuen Abklärung und Entscheidung an die IVB zurück-
wies. Es erwog hauptsächlich, dass für die Zeit vom 25. Januar 1993 bis 
31. Juli 1994 sowie vom 29. April 1997 bis 31. Mai 1999 von einer gesund-
heitlich bedingten Arbeitsunfähigkeit von 100 %, für die Zeit vom 1. August 
1994 bis 28. April 1997 sowie vom 1. Juni bis mindestens 5. September 
1999 von einer ebenso hohen Arbeitsfähigkeit wie im Gutachten der 
MEDAS C.________ vom 1. Oktober 2003 attestiert mit grundsätzlich zu-
mutbarer … auszugehen sei. Für die übrige Zeit bis zum Einspracheent-
scheid vom 4. Januar 2005 sei der rechtserhebliche medizinische Sachver-

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halt, insbesondere in psychiatrischer Hinsicht und in Bezug auf die Schul-
terverletzung links nicht richtig und vollständig festgestellt. Die IVB werde 
die notwendigen Erhebungen vorzunehmen und anschliessend (unter 
Berücksichtigung der im Urteil festgesetzten Anteile Erwerbstätigkeit und 
Haushalt) über den Anspruch auf eine Invalidenrente neu zu verfügen ha-
ben.

B.

Mit Verfügung vom 29. November 2007 (AB 88) hielt die IVB an einer Be-
gutachtung in der MEDAS E.________, trotz den von der Versicherten mit 
Schreiben vom 9. November 2006 bzw. 22. November 2007 (AB 59 S. 1 
und AB 87) geäusserten Einwänden fest. Eine dagegen erhobene 
Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 
8. April 2008, IV 68984 (AB 97), ab, soweit es darauf eintrat. Hierauf liess 
die IVB die Versicherte in der MEDAS E.________ begutachten (Expertise 
vom 16. Dezember 2008 [AB 107 S. 1 bis 30]). Auf Einwände der Versi-
cherten gegen einen Vorbescheid vom 16. Januar 2009 hin (AB 114 f.) 
holte die IVB beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) und Abklärungs-
dienst Stellungnahmen ein (AB 119 f.) und stellte mit (den Vorbescheid 
vom 16. Januar 2009 ersetzenden) Vorbescheid vom 15. Juni 2010 (AB 
122) eine Viertelsrente vom 1. Januar 1994 bis 31. Oktober 1994 und eine 
ganze Rente vom 1. April 1998 bis 31. August 1999 in Aussicht. Dagegen 
erhob die Versicherte am 7. Juli 2010 Einwand (AB 125). Die IVB veran-
lasste alsdann - nach Einholung einer Stellungnahme des Abklärungs-
dienstes vom 21. Dezember 2010 (AB 134) - eine Untersuchung durch den 
RAD (Bericht vom 25. Januar 2013 [AB 152]). Gestützt darauf sprach sie - 
ohne Durchführung eines Vorbescheidverfahrens - mit zwei Verfügungen 
vom 5. Dezember 2014 (AB 162) eine Viertelsrente vom 1. Januar 1994 bis 
31. Oktober 1994 und eine ganze Rente vom 1. April 1998 bis 31. August 
1999 zu. 

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C.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 21. Januar 2015 Beschwerde erheben und die Aufhebung 
der ergangenen Verwaltungsakte beantragen. Die Streitsache sei zwecks 
Erlass von berichtigten Rentenverfügungen an die Verwaltung zurückzu-
weisen. Weiter ersuchte die Beschwerdeführerin um die Durchführung ei-
ner öffentlichen Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Men-
schenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101).

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2015 beantragte die Beschwer-
degegnerin, in teilweiser Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung 
vom 5. Dezember 2014 insoweit aufzuheben, als darin ein Verzugszins von 
Fr. 9‘852.-- zugesprochen werde; es sei vielmehr ein Verzugszins von 
Fr. 23‘095.-- geschuldet. 

Mit Eingabe vom 23. März 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 
Schlussbemerkungen. Die Beschwerdeführerin hielt mit Eingabe vom 
30. März 2015 an ihren Rechtsbegehren fest. 

Aufforderungsgemäss reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 
am 20. April 2016 seine Kostennote ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist in den vorinstanzlichen Verfahren mit ihren An-
trägen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekte bilden die Verfügungen vom 5. Dezember 
2014 (AB 162). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdefüh-
rerin auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft die angefochtenen Entscheide frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Vorab macht die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht geltend, 
dass ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei, da die Be-
schwerdegegnerin kein Vorbescheidverfahren durchgeführt habe und ihr 
daher verwehrt geblieben sei, Einwände vorzubringen (vgl. Beschwerde, 
S. 2 Ziff. II.2).

2.2

2.2.1 Gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG teilt die IV-Stelle der versicherten 
Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder 
den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels 

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Vorbescheid mit (Satz 1). Die versicherte Person hat Anspruch auf recht-
liches Gehör im Sinne von Artikel 42 ATSG (Satz 2). Die Parteien können 
innerhalb einer Frist von 30 Tagen Einwände zum Vorbescheid vorbringen 
(Art. 73ter Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Der Sinn und Zweck des Vorbe-
scheidverfahrens besteht darin, eine unkomplizierte Diskussion des Sach-
verhalts zu ermöglichen und dadurch die Akzeptanz des Entscheids bei 
den Versicherten zu verbessern (BGE 134 V 97 E. 2.7 S. 106). Die IV-
Stelle darf sich nicht darauf beschränken, die von der versicherten Person 
vorgebrachten Einwände tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen und zu prü-
fen. Sie hat ihre Überlegungen dem oder der Betroffenen gegenüber auch 
namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den (entscheidwesent-
lichen) Einwänden auseinanderzusetzen, oder aber zumindest die Gründe 
anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen 
kann (BGE 124 V 181 E. 2b S. 183). Das Vorbescheidverfahren geht inso-
weit über den verfassungsrechtlichen Mindestanspruch auf rechtliches 
Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) hinaus, indem 
es Gelegenheit gibt, sich nicht nur zur Sache, sondern auch zum vorgese-
henen Endentscheid zu äussern (BGE 134 V 97 E. 2.8.2 S. 107 mit Hin-
weisen). 

2.2.2 Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander-
seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Verfah-
rensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, die ihre Rechtsstellung 
betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor 
Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu 
äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu neh-
men, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhe-
bung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum 
Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu 
beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 S. 371; SVR 2014 UV Nr. 32 S. 108 
E. 5.1).

2.2.3 Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung 
des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt ungeachtet der Erfolgsaussich-
ten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen 

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Entscheids. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die An-
hörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentschei-
dung von Bedeutung ist, d.h. die Behörde zu einer Änderung ihres Ent-
scheides veranlasst wird oder nicht (BGE 127 V 431 E. 3d aa S. 437; SVR 
2013 IV Nr. 26 S. 75 E. 4.2).

2.2.4 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwie-
gende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die be-
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen 
kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben 
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2013 IV 
Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs 
an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer 
schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn 
und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit 
zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung 
gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen 
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 
S. 197; SVR 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

2.3 Mit zwei Verfügungen vom 5. Dezember 2014 (AB 162) sprach die 
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente vom 
1. Januar 1994 bis 31. Oktober 1994 und eine ganze Rente vom 1. April 
1998 bis 31. August 1999 zu, ohne hierzu vorgängig ein Vorbescheidver-
fahren durchgeführt zu haben; der letzte Vorbescheid über den Rentenan-
spruch erging am 15. Juni 2010 (AB 122) und wurde - auf Einwand der 
Beschwerdeführerin vom 7. Juli 2010 hin (AB 125) - mit der Durchführung 
weiterer Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin (u.a. Untersuchungs-
bericht des RAD vom 25. Januar 2013 [AB 152]) hinfällig. Indem die Be-
schwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente 
ohne (neues) Vorbescheidverfahren abgelehnt hat, verletzte sie den 
Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin in schwerwiegender Weise, 
konnte sich diese doch nicht zu den neuen Abklärungen äussern. Mit dem 
Erlass der Verfügungen ohne Durchführung eines Vorbescheidverfahrens 

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hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin an der Erhebung von 
Beanstandungen im Verwaltungsverfahren gehindert.

2.4 Die Beschwerdegegnerin räumt selbst ein, dass vor Erlass der hier 
angefochtenen Verfügungen zu entsprechenden Vorbescheiden das recht-
liche Gehör hätte gewährt werden müssen (vgl. Beschwerdeantwort, S. 3 
Ziff. 8). Es ist nur sehr zurückhaltend anzunehmen, dass bei Unterlassung 
des Vorbescheidverfahrens eine Heilung der Gehörsverletzung im Be-
schwerdeverfahren möglich ist (BGE 134 V 97 E. 2.9.2 S. 108 f. mit zahl-
reichen Hinweisen). Es kann nur in speziell gelagerten Ausnahmefällen auf 
das Vorbescheidverfahren verzichtet werden (vgl. BGE 134 V 97 E. 2.8.2 
und 2.9.1 S. 107 f. mit Hinweisen). Ein solcher Ausnahmefall liegt hier aber 
nicht vor. 

Angesichts der im vorliegenden Fall festgestellten besonders schweren 
Verletzung des rechtlichen Gehörs und mit Blick auf die Umstände, dass 
zum einen der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin diesbezüglich eine 
Rückweisung beantragt (vgl. Beschwerde, S. 2 Ziff. II.2), sowie dass zum 
anderen im Vorbescheidverfahren an das rechtliche Gehör erhöhte Anfor-
derungen zu stellen sind (vgl. E. 2.2.1 hiervor) kann die Gehörsverletzung 
vorliegend nicht geheilt werden. Hinzu kommt, dass vorliegend eine Rück-
weisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Gewährung des recht-
lichen Gehörs keineswegs als formalistischer Leerlauf zu qualifizieren ist 
(vgl. E. 2.2.4 hiervor), sondern zur ausreichenden Wahrung der Parteirech-
te erforderlich erscheint. Dies umso mehr, als der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin um Gewährung der Gehörsrechte bzw. des Rechts auf 
ein faires Gerichtsverfahren im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK ersucht (vgl. 
Beschwerde, S. 2 f. Ziff. II.3 sowie Eingabe vom 30. März 2015, S. 3 un-
ten). 

3.

Nach dem Dargelegten sind in Gutheissung der offensichtlich begründeten 
Beschwerde die angefochtenen Verfügungen vom 5. Dezember 2014 (AB 
162) aufzuheben und ist die Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/60, Seite 9

resp. Durchführung eines Vorbescheidverfahrens und anschliessenden 
neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Pro-
zesses bemessen (vgl. Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwalt 
B.________ vom 20. April 2016 wird die Parteientschädigung festgesetzt 
auf Fr. 3‘871.80 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügun-
gen der IV-Stelle Bern vom 5. Dezember 2014 aufgehoben und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie im Sin-
ne der Erwägungen verfahre und neu verfüge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/60, Seite 10

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘871.80 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (inkl. Einga-

be der Beschwerdegegnerin vom 23. März 2015)
- IV-Stelle Bern (inkl. Eingabe der Beschwerdeführerin vom 30. März 

2015)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.