# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba5e3e29-7a0d-5c27-bbed-b6f72b5ab5dc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-21
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 21.03.2024 SK 2023 61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-61_2024-03-21.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 23 61-63

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 21. März 2024 

Besetzung Oberrichterin Schwendener (Präsidentin), 
Obergerichtssuppleant Sarbach, Oberrichter Wuillemin
Gerichtsschreiberin Kilchenmann

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

C.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. D.________

Beschuldigter/Berufungsführer 2

E.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt F.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 26. August 2022 
(PEN 21 17-20)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 26. August 2022 stellte das Regionalgericht Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung, nachfolgend Vorinstanz) das Strafverfahren 
gegen A.________ (nachfolgend Beschuldigter 1), wegen Widerhandlungen gegen 
das Waffengesetz, angeblich mehrfach begangen, festgestellt am 29. November 
2017 in I.________, durch Besitz von Waffen (Schlagstock mit Taschenlampe und 
Soft-Air-Waffe, welche aufgrund ihres Aussehens mit einer echten Feuerwaffen 
verwechselt werden kann) ohne schriftlichen Vertrag, ohne Ausrichtung einer Ent-
schädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten ein. Zudem wurde der 
Beschuldigte 1 freigesprochen von der Anschuldigung der Pornografie, angeblich 
begangen vom 25. Juni 2014 bis 29. November 2017 durch Besitz von illegaler 
Pornografie mit tatsächlichen Darstellungen von sexuellen Handlungen zwischen 
einem Hund und einer Frau, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Aus-
scheidung von Verfahrenskosten. Hingegen wurde er schuldig erklärt der Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, (1) mengen- und bandenmässig 
qualifiziert (gemeinsam mit C.________ und E.________), begangen in der Zeit 
von Anfang 2016 bis Oktober 2017 in I.________ und J.________ durch Erwerb, 
Besitz, Lagern, Verarbeiten und Veräussern von 125g Kokaingemisch bzw. 68.25g 
reinem Kokain, (2) bandenmässig qualifiziert (gemeinsam mit C.________ und 
E.________ sowie K.________ [Gehilfenschaft]) begangen in der Zeit von ca. Mai 
2015 bis 29. November 2017 in I.________ durch Erwerb, Besitz, Lagern, Verar-
beiten, Veräussern und Verschaffen von 4'776g Marihuana und (3) bandenmässig 
qualifiziert (gemeinsam mit C.________ und E.________) begangen in der Zeit von 
Anfang 2016 bis Ende 2016 in I.________ durch Erwerb, Besitz und Veräussern 
von 110 Ecstasy-Pillen. In Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 
verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten 1 zu einer Freiheitsstrafe von 31 Mo-
naten unter Gewährung des bedingten Vollzugs für eine Teilstrafe von 19 Monaten 
bei einer Probezeit von drei Jahren und unter Anrechnung der ausgestandenen Un-
tersuchungshaft von 65 Tagen an die zu vollziehende Teilstrafe sowie zur Bezah-
lung der anteilsmässigen Verfahrenskosten im Umfang von CHF 15'448.00. Weiter 
bestimmte die Vorinstanz die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung 
des Beschuldigten 1 durch Rechtsanwalt B.________, verzichtete auf die Anord-
nung einer Landesverweisung und traf die weiteren Beschlüsse (pag. 2145 ff.). 

Mit gleichem Urteil wurde C.________ (nachfolgend Beschuldigter 2) der Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, (1) mengen- und bandenmässig 
qualifiziert (gemeinsam mit dem Beschuldigten 1 und E.________) begangen in der 
Zeit von Anfang 2016 bis Oktober 2017 in I.________ und J.________ durch Er-
werb, Besitz, Lagern, Verarbeiten und Veräussern von 125g Kokaingemisch bzw. 
68.25g reinem Kokain, (2) bandenmässig qualifiziert (gemeinsam mit dem Be-
schuldigten 1 und E.________ sowie K.________ [Gehilfenschaft]) begangen in 
der Zeit von ca. Mai 2015 bis 29. November 2017 in I.________ durch Erwerb, Be-

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sitz, Lagern, Verarbeiten, Veräussern und Verschaffen von 4'776g Marihuana und 
(3) bandenmässig qualifiziert (gemeinsam mit dem Beschuldigten 1 und 
E.________), begangen in der Zeit von Anfang 2016 bis Ende 2016 in I.________ 
durch Erwerb, Besitz und Veräussern von 110 Ecstasy-Pillen, schuldig erklärt. In 
Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen verurteilte die Vorinstanz 
den Beschuldigten 2 zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten unter Gewährung des 
bedingten Vollzugs für eine Teilstrafe von 20 Monaten bei einer Probezeit von vier 
Jahren und unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 65 Ta-
gen an die zu vollziehende Teilstrafe sowie zur Bezahlung der anteilsmässigen 
Verfahrenskosten im Umfang von CHF 15'848.00. Weiter bestimmte die Vorinstanz 
die amtliche Entschädigung sowie das volle Honorar für die amtliche Verteidigung 
des Beschuldigten 2 durch Rechtsanwältin Dr. D.________ und traf die weiteren 
Beschlüsse (pag. 2149 ff.).

Schliesslich erklärte die Vorinstanz – ebenfalls mit Urteil vom 26. August 2022 – 
auch E.________ (nachfolgend Beschuldigter 3), schuldig der Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz, (1) mengen- und bandenmässig qualifiziert 
(gemeinsam mit dem Beschuldigten 1 und dem Beschuldigten 2) begangen in der 
Zeit von Anfang 2016 bis Oktober 2017 in I.________ und J.________ durch Er-
werb, Besitz, Lagern, Verarbeiten und Veräussern von 125g Kokaingemisch bzw. 
68.25g reinem Kokain, (2) bandenmässig qualifiziert (gemeinsam mit dem Be-
schuldigten 1 und dem Beschuldigten 2 sowie K.________ [Gehilfenschaft]), be-
gangen in der Zeit von ca. Mai 2015 bis 29. November 2017 in I.________ durch 
Erwerb, Besitz, Lagern, Verarbeiten, Veräussern und Verschaffen von 4'776g Ma-
rihuana und (3) bandenmässig qualifiziert (gemeinsam mit dem Beschuldigten 1 
und dem Beschuldigten 2) begangen in der Zeit von Anfang 2016 bis Ende 2016 in 
I.________ durch Erwerb, Besitz und Veräussern von 110 Ecstasy-Pillen. In An-
wendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen verurteilte die Vorinstanz den 
Beschuldigten 3 zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten unter Gewährung des be-
dingten Vollzugs für eine Teilstrafe von 22 Monaten bei einer Probezeit von zwei 
Jahren und unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 65 Ta-
gen an die zu vollziehende Teilstrafe sowie zur Bezahlung der anteilsmässigen 
Verfahrenskosten im Umfang von CHF 14'948.00. Weiter bestimmte die Vorinstanz 
die amtliche Entschädigung sowie das volle Honorar für die amtliche Verteidigung 
des Beschuldigten 3 durch Rechtsanwalt L.________ (für die Dauer vom 29. No-
vember 2017 bis 28. Juni 2019) sowie durch Rechtsanwalt F.________ (ab 28. Ju-
ni 2019) und traf die weiteren Beschlüsse (pag. 2153 ff.).

Der Vollständigkeit halber ist – auch wenn nicht mehr Gegenstand des Verfahrens 
– festzuhalten, dass mit demselben Urteil K.________ schuldig erklärt wurde der 
Gehilfenschaft zu Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (der Mit-
beschuldigten 1-3), begangen in der Zeit von ca. Mai 2015 bis 29. November 2017 
in I.________. In Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen verurteilte 
die Vorinstanz K.________ zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 
CHF 100.00, ausmachend total CHF 4’000.00, unter Gewährung des bedingten 
Vollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren, zur Bezahlung einer Verbindungs-
busse von CHF 1'000.00 unter Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaf-
ter Nichtbezahlung auf zehn Tage sowie zur Bezahlung der anteilsmässigen Ver-

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fahrenskosten im Umfang von CHF 1'154.00. Schliesslich wurde über das Schick-
sal des beschlagnahmten Geldbetrages befunden (pag. 2157 f.).

2. Berufungen

Gegen dieses Urteil meldeten der Beschuldigte 2, amtlich verteidigt durch Rechts-
anwältin Dr. D.________, der Beschuldigte 3, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt 
F.________, der Beschuldigte 1, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________ 
und K.________, privat verteidigt durch Rechtsanwalt G.________ mit Eingaben 
vom 30. August 2022 bzw. 5. September 2022 fristgerecht die Berufung an 
(pag. 2162 [Beschuldigter 2]; pag. 2167 [Beschuldigter 3]; pag. 2169 [Beschuldigter 
1]; K.________ [pag. 2171]). 

Die schriftliche Urteilsbegründung wurde den Parteien mit Verfügung vom 31. Ja-
nuar 2023 zugestellt (pag. 2180 ff.). Die Berufungserklärungen datieren vom 
23. Februar 2023 (pag. 2326 ff. [Beschuldigter 1]), 24. Februar 2023 (pag. 2331 ff. 
[Beschuldigter 2]), 28. Februar 2023 (pag. 2337 ff. [Beschuldigter 3]) und gingen 
frist- und formgerecht beim Obergericht des Kantons Bern ein.

Mit Schreiben vom 27. Februar 2023 verzichtete K.________ auf die Berufung und 
führte aus, dass sie allerdings die Ausdehnung allfälliger gutheissender Rechtsmit-
telentscheide auf sie als Gehilfin begehre (pag. 2335). Am 5. April 2023 wurde da-
her das Verfahren betreffend K.________ als durch Rückzug der Berufung erledigt 
abgeschrieben (pag. 2354 ff.).

Mit Eingabe vom 22. März 2023 schloss sich die Generalstaatsanwaltschaft den 
Berufungen der Beschuldigten 1-3 an (pag. 2345 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft und der Beschuldigte 1 äusserten sich nicht zur Be-
rufung bzw. Anschlussberufung der jeweils anderen Partei(en) (pag. 2345 ff.). Die 
Beschuldigten 1 und 2 machten je mit Eingaben vom 17. April 2023 keine Gründe 
für ein Nichteintreten auf die Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft 
geltend (pag. 2365 [Beschuldigter 2], pag. 2367 [Beschuldigter 1]). 

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand vom 19.-21. März 2024 
statt (pag. 2507 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung behielt sich die Kammer in 
Anwendung von Art. 344 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; 
SR 312.0) vor, den angeklagten Sachverhalt auch unter dem Tatbestand von 
Art. 19 Abs. 1 Bst. a und b des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die 
psychotropen Stoffe (BetmG; SR 812.121) zu prüfen (pag. 2509).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden über die drei Beschuldig-
ten von Amtes wegen aktuelle Strafregisterauszüge, allesamt datierend vom 
5. März 2024 (pag. 2494 ff.), sowie aktuelle Leumundsberichte inkl. wirtschaftliche 
Verhältnisse, datierend vom 29. Februar 2024 (pag. 2477 ff. [Beschuldigter 3], 
pag. 2485 ff. [Beschuldigter 1]) und vom 1. März 2024 (pag. 2490 ff. [Beschuldigter 
2]) eingeholt. Der guten Ordnung halber wurden zudem im Hinblick auf die Landes-
verweisung betreffend den Beschuldigten 1 aktualisierte Berichte beim Migrations-
dienst des Kantons Bern, datierend vom 15. Februar 2024 (pag. 2474), und dem 

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Staatssekretariat für Migration, datierend vom 28. Februar 2024 (pag. 2481 ff.), 
eingeholt. 

Des Weiteren wurden anlässlich der Berufungsverhandlung vom 19. März 2024 al-
le drei Beschuldigten und die Zeugin K.________ einvernommen (pag. 2511 ff. 
[K.________], pag. 2515 ff. [Beschuldigter 1], pag. 2519 ff. [Beschuldigter 2], 
pag. 2522 [Beschuldigter 3]) sowie die vom Beschuldigten 3 mit Eingabe vom 
13. März 2024 eingereichte Bestätigung seiner Arbeitgeberin vom 13. März 2024 
(pag. 2503 f.) und seine an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung eingereichten 
Lohnausweise aus den Jahren 2014-2019 (pag. 2537 ff.) zu den Akten erkannt 
(pag. 2510).

4. Anträge der Parteien

4.1 Beschuldigter 1

Rechtsanwalt B.________ verwies namens und auftrags des Beschuldigten 1 an-
lässlich der Berufungsverhandlung grundsätzlich auf seine bereits schriftlich ge-
stellten Anträge gemäss Berufungserklärung vom 23. Februar 2023, mit der Ergän-
zung unter Ziff. III. (nachfolgend Ziff. I.), dass gemäss neuer Ziff. 3 auch die 
Rechtskraft des Verzichts auf die Anordnung einer Landesverweisung festzustellen 
sei (pag. 2327 ff., pag. 2526; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 26. August 
2022 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

1. das Strafverfahren gegen den Berufungsführer eingestellt wurde wegen Widerhandlungen 
gegen das Waffengesetz;

2. der Berufungsführer freigesprochen wurde von der Anschuldigung der Pornografie;

3. dass auf die Anordnung einer Landesverweisung verzichtet wurde; 

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten. 

II.

Der Berufungsführer sei freizusprechen

1. von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeb-
lich begangen in der Zeit von ca. Mai 2015 bis 29.11.2017 wie folgt:

1.1. mengenmässig- und bandenmässig qualifiziert (gemeinsam mit C.________ und 
E.________) begangen in der Zeit von Anfang 2016 bis Oktober 2017 in I.________ 
und J.________ durch Erwerb, Besitz, Lagern, Verarbeiten und Veräussern von 125 
Gramm Kokaingemisch bzw. 68.25 Gramm reinem Kokain;

1.2. bandenmässig qualifiziert (gemeinsam mit C.________ und E.________ sowie 
K.________ [Gehilfenschaft]) begangen in der Zeit von ca. Mai 2015 bis 29.11.2017 in 
I.________ durch Erwerb, Besitz, Lagern, Verarbeiten, Veräussern und Verschaffen 
von 4'776 Gramm Marihuana;

1.3. bandenmässig qualifiziert (gemeinsam mit C.________ und E.________) begangen 
in der Zeit von Anfang 2016 bis Ende 2016 in I.________ durch Erwerb, Besitz und 
Veräussern von 110 Ecstasy-Pillen;

unter Ausscheidung der erst- sowie der oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern, so-
wie unter Ausrichtung einer Entschädigung für die Verteidigungskosten gemäss separat eingereichter 
Honorarnote (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO) sowie unter Ausrichtung einer Genugtuung für die ausge-

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standene Untersuchungshaft vom 29. November 2017 bis 01. Februar 2018, total 65 Tage à 
CHF 200.00 pro Tag, total ausmachend CHF 13'000.00 (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). 

III.

Die beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte gemäss II. Ziffer 1.3 lit. a - d der Anklage-
schrift vom 11. Januar 2021 seien Herrn A.________ herauszugeben.

IV.

1. Über die weiteren beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte sei von Amtes wegen 
zu verfügen.

2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gestützt auf die eingereichte Honorarnote gericht-
lich zu bestimmen. 

3. Allfällige weitere Verfügungen (insbes. Löschung DNA-Profil, Mitteilungen und dergleichen) 
seien von Amtes wegen zu treffen.

4.2 Beschuldigter 2

Rechtsanwältin Dr. D.________ stellte und begründete für den Beschuldigten 2 an-
lässlich der oberinstanzlichen Verhandlung was folgt (pag. 2529, pag. 2547 ff.; 
Hervorhebungen im Original):

I.

Herr C.________ sei freizusprechen:

Vom Vorwurf der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach, teilweise men-
genmassig qualifiziert, teilweise gewerbsmässig und bandenmässig angeblich begangen durch: 

1.1. Veräussern von mind. 8g Marihuana an M.________ und N.________ in I.________ am 
14.08.2019 (AKS Ziffer 1.1); 

1.2. Veräussern von einer 480g Marihuana, 12 Ecstasy Pillen und 25g Kokain übersteigenden 
Menge an O.________ von ca. 2015 bis 16.05.2017 (AKS Ziffer 1.2); 

1.3. Veräussern von einer unbestimmten Menge Marihuana an P.________ in I.________ vom Mai 
2017 bis 27.10.2017 (AKS Ziffer 1.3);

1.4. Veräussern von 26g Marihuana im Rahmen von 13 Treffen an Q.________ von 01.01.2014 bis 
31.12.2016 (AKS Ziffer 1.4); 

1.5. Veräussern von Betäubungsmitteln im Wert von CHF 600.00 an R.________ zu einem unbe-
kannten Zeitpunkt, wahrscheinlich im Jahr 2014 (AKS Ziffer 1.5); 

1.6. Veräussern von einer unbekannten Menge Kokain anlässlich von fünf Treffen an S.________ 
von Sommer 2017 bis November 2017 (AKS Ziffer 1.6); 

1.7. Veräussern von insgesamt 8g Marihuana zu einem Preis von CHF 100.00 anlässlich von zwei 
Treffen an T.________ von Sommer 2017 bis November 2017 (AKS Ziffer 1.7); 

1.8. Veräussern von 12g Marihuana im Rahmen von 6 Treffen an U.________ von 08.12.2015 bis 
21.11.2017(AKS Ziffer 1.8); 

1.9. Veräussern von mindestens 245g Marihuana an V.________ in I.________ am 12.10.2017 
(AKS Ziffer 1.9); 

1.10. Veräussern von unbestimmter Menge Kokain an einen Unbekannten in I.________ am 
13.10.2017 (AKS Ziffer 1.11); 

1.11. Veräussern von mindestens 75g Kokain, einer unbekannten Menge Marihuana sowie mindes-
tens 50 Ecstasy Pillen, an W.________ in I.________ von ca. 2015 bis September/Oktober 
2017 (AKS Ziffer 1.12); 

1.12. Veräussern von Betäubungsmitteln im Wert von CHF 6'500.00 an X.________ ca. im August 
2016 (AKS Ziffer 1.13);

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1.13. Veräussern von 400g Marihuana an Y.________ ab ca. Herbst 2015 bis mindestens Januar 
2016 im Wert von CHF 3600.00 (AKS Ziffer 1.14); 

1.14. Veräussern einer unbestimmten Menge an Betäubungsmitteln an Z.________ im Rahmen von 
rund 10 Treffen vom 22.05.2017 bis 04.11.2017 (AKS Ziffer 1.15); 

1.15. E.________, namens der Bande, Z.________ am 09.11.2017, 11.11.2017 und 14.11.2017 und 
einem Unbekannten am 20.11.2017 und AA.________ am 24.11.2017 zum Zwecke des 
Betäubungsmittelhandels den Kontakt zu AX.________ vermittelte und diesen so eine unbe-
stimmte Menge Betäubungsmittel verschaffte (AKS Ziffer 1.16); 

unter Ausscheidung der darauf entfallenden Verfahrenskosten der ersten und zweiten Instanz an 
den Kanton Bern sowie unter anteilsmässiger Ausrichtung einer Entschädigung für die ange-
messene Ausübung seiner Verfahrensrechte im Verfahren vor der ersten- und zweiten Instanz 
gemäss Honorarnote.

II.

Herr C.________ sei schuldig zu sprechen: 

Der einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen durch Ver-
äussern, Besitzen und Anstaltentreffen zum Veräussern von insgesamt 458g Marihuana namentlich 
durch:

1. Veräussern von 480g Marihuana, 12 Ecstasy Pillen und 25g Kokain an O.________ von 2015 
bis 16.05.2017 (AKS Ziff. 1.2); 

2. Veräussern von 20g Marihuana von AC.________ von 05.12.2016 bis 02.09.2017 in 
I.________ zu einem Wert von CHF 200.00 (AKS Ziff. 1.10); 

und in Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen zu verurteilen: 

1. Zu einer Geldstrafe von 194 Tagessätzen mit einer richterlich zu bestimmenden Tages-
satzhöhe, unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von drei Jah-
ren. Die ausgestandene Untersuchungshaft von 65 Tagen sei an die Strafe anzurechnen. 

2. Zu den auf ihn entfallenden, anteilsmässigen Verfahrenskosten.

III.

Weiter sei zu verfügen: 

1. Die Gegenstände gemäss Anklageschrift Ziff. II 1.3 betreffend C.________ seien einzuziehen 
bzw. zu vernichten (Art. 69 und 70 StGB). Die Mobiltelefone und das Bargeld seien Herrn 
C.________ auszuhändigen. 

2. Es sei das von C.________ erstellte DNA-Profil (PCN 15 544009 48) in Anwendung von 
Art. 16 Abs. 2 lit. a DNA-ProfilG nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu löschen. 

3. Es sei 30 Tage nach Eintreten der gesetzlichen Voraussetzungen für die Löschung der von 
C.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten, dem für die Führung 
von AFIS zuständigen Dienst zu melden, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Lö-
schung der Daten eingetreten sind (Art. 22 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 Verordnung über die Bear-
beitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

4. Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gemäss Kostennote zu bestimmen. 

5. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

4.3 Beschuldigter 3

Rechtsanwalt F.________ stellte namens und im Auftrag des Beschuldigten 3 an 
der oberinstanzlichen Verhandlung die folgenden Anträge (pag. 2531, pag. 2554 f.; 
Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass im vorliegenden Verfahren das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist. 

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II.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil bezüglich der Sachverhalte gemäss Ziff. 1.7., 
Ziff. 1.10. und Ziff. 1.12. der Anklageschrift in Rechtskraft erwachsen ist.

III.

E.________ sei

freizusprechen

vom Vorwurf der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig und ban-
denmässig, ev. gewerbsmässig qualifiziert, ev. mehrfach, angeblich begangen gemäss Ziff. 1.1.-1.6., 
Ziff. 1.8. und 1.9., Ziff. 1.11., Ziff. 1.13.-1.16. der Anklageschrift, 

unter Auferlegung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu Lasten des Kantons Bern und 
unter Ausrichtung einer Entschädigung für die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

IV.

Weiter sei E.________ für die ausgestandene Untersuchungshaft eine Entschädigung nach richterli-
chem Ermessen, jedoch im Betrag von CHF 8'500.00 sowie eine Genugtuung nach richterlichem Er-
messen im Betrag von CHF 12'400.00 auszurichten. 

V.

Es seien die weiteren Verfügungen von Amtes wegen zu treffen. 

4.4 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte und begründete ihrerseits folgende Anträge 
anlässlich der Berufungsverhandlung (pag. 2533, pag. 2560 ff.; Hervorhebungen im 
Original):
A. A.________

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung) vom 26. August 2022 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellung wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, angeblich begangen bzw. 
festgestellt am 29.11.2017 in I.________, durch Besitz von Waffen (Schlagstock mit Taschen-
lampe und Soft-Air-Waffe, welche aufgrund ihres Aussehens mit einer echten Feuerwaffe ver-
wechselt werden kann) ohne schriftlichen Vertrag, 
ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten; 

2. des Freispruchs von der Anschuldigung der Pornografie, angeblich begangen vom 
25.06.2014 bis 29.11.2017, durch Besitz von illegaler Pornografie mit tatsächlichen Darstellun-
gen von sexuellen Handlungen zwischen einem Hund und einer Frau (Oralverkehr und Pene-
tration ausgeführt durch den Hund) 
ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ sei in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils schuldig zu erklären der Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen in der Zeit von ca. Mai 2015 bis 29.11.2017, 
wie folgt:

1. mengenmässig qualifiziert und bandenmässig (gemeinsam mit C.________ und 
E.________) begangen in der Zeit von Anfang 2016 bis Oktober 2017 in I.________ und 
J.________ durch Erwerb, Besitz, Lagern, Verarbeiten und Veräussern von 125 Gramm Ko-
kaingemisch bzw. 68.25 Gramm reinem Kokain; 

2. bandenmässig (gemeinsam mit C.________ und E.________ sowie K.________ [Gehilfen-
schaft]) begangen in der Zeit von ca. Mai 2015 bis 29.11.2017 in I.________ durch Erwerb, 
Besitz, Lagern, Verarbeiten, Veräussern und Verschaffen von 4’776 Gramm Marihuana; 

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3. bandenmässig (gemeinsam mit C.________ und E.________) begangen in der Zeit von An-
fang 2016 bis Ende 2016 in I.________ durch Erwerb, Besitz und Veräussern von 110 Ecsta-
sy-Pillen; 

und er sei in Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten.

Davon sind 12 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 22 Monaten wird der Vollzug auf-
geschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. 

Die Untersuchungshaft von 65 Tagen wird im vollen Umfang auf die zu vollziehende Teilstrafe 
angerechnet. 

2. auf die Anordnung einer Landesverweisung sei zu verzichten; 

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemesse-
nen Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

B. C.________

C.________ sei in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils schuldig zu erklären der Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen in der Zeit von ca. Mai 2015 bis 29.11.2017, 
wie folgt:

1. mengenmässig qualifiziert und bandenmässig (gemeinsam mit A.________ und E.________) 
begangen in der Zeit von Anfang 2016 bis Oktober 2017 in I.________ und J.________ durch 
Erwerb, Besitz, Lagern, Verarbeiten und Veräussern von 125 Gramm Kokaingemisch bzw. 
68.25 Gramm reinem Kokain;

2. bandenmässig (gemeinsam mit A.________ und E.________ sowie K.________ [Gehilfen-
schaft]) begangen in der Zeit von ca. Mai 2015 bis 29.11.2017 in I.________ durch Erwerb, 
Besitz, Lagern, Verarbeiten, Veräussern und Verschaffen von 4'776 Gramm Marihuana;

3. bandenmässig (gemeinsam mit A.________ und E.________) begangen in der Zeit von An-
fang 2016 bis Ende 2016 in I.________ durch Erwerb, Besitz und Veräussern von 110 Ecsta-
sy-Pillen;

und er sei in Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten;

Davon sind 12 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 24 Monaten wird der Vollzug auf-
geschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. 

Die Untersuchungshaft von 65 Tagen wird im vollen Umfang auf die zu vollziehende Teilstrafe 
angerechnet. 

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemesse-
nen Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

C. E.________

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung) vom 26. August 2022 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 
des Schuldspruchs, wonach E.________ der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz schuldig erklärt wurde, namentlich indem

1. er T.________ von Sommer 2017 bis November 2017 anlässlich von zwei Treffen in 
I.________ insgesamt 8g Marihuana zum Preis von insgesamt CHF 100.00 verkaufte; 

2. er AC.________ von mindestens 05.12.2016 bis mindestens 02.09.2017 in I.________ Mari-
huana im Wert von CHF 200.00 bis 250.00 verkaufte, damit AC.________ dieses Marihuana 

10

weiterverkaufen konnte und indem er AC.________ zu dessen Eigenkonsum jährlich ca. 10 bis 
15g Marihuana unentgeltlich abgab; 

3. er W.________ von ca. 2015 bis September/Oktober 2017 in I.________ über einen Unbe-
kannten bzw. direkt W.________ mindestens 75g Kokain im Wert von mindestens 
CHF 7’100.00 eine unbekannte Menge Marihuana im Wert von mindestens CHF 450.00 sowie 
mindestens 50 Ecstasy-Pillen im Wert von ca. CHF 400.00 verkaufte.

II.

E.________ sei schuldig zu erklären der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
begangen in der Zeit von ca. Mai 2015 bis 29.11.2017, wie folgt:

1. mengenmässig qualifiziert und bandenmässig (gemeinsam mit A.________ und C.________) 
begangen in der Zeit von Anfang 2016 bis Oktober 2017 in I.________ und J.________ durch 
Erwerb, Besitz, Lagern, Verarbeiten und Veräussern von 125 Gramm Kokaingemisch bzw. 
68.25 Gramm reinem Kokain; 

2. bandenmässig (gemeinsam mit A.________ und C.________ sowie K.________ [Gehilfen-
schaft]) begangen in der Zeit von ca. Mai 2015 bis 29.11.2017 in I.________ durch Erwerb, 
Besitz, Lagern, Verarbeiten, Veräussern und Verschaffen von 4’776 Gramm Marihuana; 

3. bandenmässig (gemeinsam mit A.________ und C.________) begangen in der Zeit von An-
fang 2016 bis Ende 2016 in I.________ durch Erwerb, Besitz und Veräussern von 110 Ecsta-
sy-Pillen; 

und er sei in Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten.

Davon sind 6 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 24 Monaten wird der Vollzug auf-
geschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

Die Untersuchungshaft von 65 Tagen wird im vollen Umfang auf die zu vollziehende Teilstrafe 
angerechnet. 

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemesse-
nen Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

D. Verfügungen

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Honorar amtliche Verteidigungen, Mitteilung ans 
Bundesamt für Polizei etc.).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

Der Beschuldigte 1 hat das erstinstanzliche Urteil teilweise angefochten. Seine Be-
rufung bezieht sich auf die Schuldsprüche wegen qualifizierten Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. A.III. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs), den Sanktionenpunkt (Ziff. A.III.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), 
damit einhergehend die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. A.III.2. und 
Ziff. A.IV. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Einziehung diverser Ge-
genstände (Ziff. A.V.1.1.-1.8. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und die Ver-
wendung des beschlagnahmten Geldbetrages (Ziff. A.V.3. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs).

Der Beschuldigte 2 hat das erstinstanzliche Urteil in Teilen angefochten. Seine Be-
rufung umfasst die Vorwürfe gemäss Ziff. B.1.1., Ziff. B.1.2. (teilweise), Ziff. B.1.3.-

11

1.9. und Ziff. B.1.11.-1.16. der Anklageschrift (enthalten in den Schuldsprüchen 
gemäss Ziff. B.I.1.-3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), den Sanktionenpunkt 
(Ziff. B.I.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (Ziff. B.I.2. und Ziff. B.II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die 
Einziehung diverser Gegenstände (Ziff. B.III.1.1.-1.3. des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs) und die Verwendung des beschlagnahmten Geldbetrages (Ziff. B.III.2. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Der Beschuldigte 3 hat das erstinstanzliche Urteil teilweise angefochten. Seine Be-
rufung bezieht sich auf die Vorwürfe gemäss Ziff. C.1.1.-1.6., Ziff. C.1.8.-1.9., 
Ziff. C.1.11. sowie Ziff. C.1.13.-1.16. der Anklageschrift (enthalten in den Schuld-
sprüchen gemäss Ziff. C.I.1.-3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), den Sank-
tionenpunkt (Ziff. C.I.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie die Kosten- 
und Entschädigungsfolgen (Ziff. C.I.2. und Ziff. C.II. des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs), implizit einschliesslich die Einziehung diverser Gegenstände 
(Ziff. C.III.1.1.-1.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und die Verwendung 
des beschlagnahmten Geldbetrags zur Deckung der Verfahrenskosten (Ziff. C.III.2. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Die Generalstaatsanwaltschaft beschränkte ihre Anschlussberufung gegen die Be-
schuldigten 1-3 je ausdrücklich auf den Sanktionenpunkt (Ziff. A.III.1., Ziff. B.I.1. 
und Ziff. C.I.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Damit sind hinsichtlich des Beschuldigten 1 die Verfahrenseinstellung betreffend 
Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Ziff. A.I. des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs) und der Freispruch von der Anschuldigung der Pornografie (Ziff. A.II. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) samt den diesbezüglichen Kosten- und 
Entschädigungsfolgen sowie die Einziehung diverser Gegenstände (Ziff. A.V.1.9.-
1.17. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) in Rechtskraft erwachsen. 

Durch die Kammer zu überprüfen sind in Bezug auf den Beschuldigten 1 hingegen 
die angefochtenen Schuldsprüche wegen qualifizierten Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz samt Sanktionenpunkt (Ziff. A.III.1.-.3. und Ziff. A.III.1. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Zu überprüfen ist auch eine allfällige Lan-
desverweisung, zumal die Generalstaatsanwaltschaft mit dem beantragten Schuld-
spruch wegen eines Katalogdelikts und dem Antrag auf Verzicht auf eine Landes-
verweisung (implizit) deren Überprüfung verlangt (Ziff. A.V.1. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs). Neu zu entscheiden hat die Kammer auch über die Verteilung 
der Verfahrenskosten (Ziff. A.III.2.), über eine allfällige Rückzahlungspflicht des 
amtlichen Honorars (Ziff. A.IV.) sowie über eine allfällige Genugtuung i.S.v. Art. 429 
Abs. 1 Bst. c StPO und einen Teil der Beschlüsse (Ziff. A.V.1.1.-1.8. und Ziff. A.V.3. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Nicht der Rechtskraft zugänglich und somit durch die Kammer ebenfalls neu zu be-
urteilen sind schliesslich die Beschlüsse bzw. Verfügungen betreffend die erhobe-
nen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten und das erstellte DNA-Profil 
(Ziff. A.V.4.-5. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

12

In Bezug auf den Beschuldigten 2 ist das erstinstanzliche Urteil betreffend die Ein-
ziehung diverser Gegenstände (Ziff. B.III.1.4.-1.8. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs) in Rechtskraft erwachsen. 

Hingegen sind die angefochtenen Schuldsprüche wegen qualifizierten Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. B.I. des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs) samt Sanktionenpunkt (Ziff. B.I.1. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs) neu zu beurteilen. Dabei ist über die Schuldsprüche gemäss Ziff. B.I.1.-3. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs als Ganzes neu zu befinden, auch wenn sich die 
Berufung des Beschuldigten 2 gemäss Berufungserklärung nur auf die Vorwürfe 
gemäss Ziff. B.1.1., Ziff. B.1.2. (teilweise), Ziff. B.1.3.-1.9. und Ziff. B.1.11.-1.16. der 
Anklageschrift (aber nicht auf den Vorwurf gemäss Ziff. B.1.10. der Anklageschrift) 
bezieht, weil die den jeweiligen Schuldsprüchen zugrundeliegenden Vorwürfe der 
Anklageschrift hinsichtlich der Betäubungsmittelart (Kokain, Marihuana, Ecstasy-
Pillen) als Tateinheit anzusehen sind (vgl. BÄHLER, Basler Kommentar zur Schwei-
zerischen StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, N 11 zu Art. 399 StPO). Neu zu befinden hat 
die Kammer auch über die Verteilung der Verfahrenskosten (Ziff. B.I.2. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs), über eine allfällige Rück- und Nachzahlungspflicht 
des Beschuldigten 2 hinsichtlich des amtlichen und vollen Honorars für die amtliche 
Verteidigung (Ziff. B.II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie die Beschlüs-
se gemäss Ziff. B.III.1.1.-1.3. und Ziff. B.III.2. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs.

Nicht der Rechtskraft zugänglich und somit durch die Kammer ebenfalls neu zu be-
urteilen sind schliesslich die Beschlüsse bzw. Verfügungen betreffend die erhobe-
nen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten und das erstellte DNA-Profil 
(Ziff. B.III.3.-4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Hinsichtlich des Beschuldigten 3 ist das erstinstanzliche Urteil betreffend die Ein-
ziehung diverser Gegenstände (Ziff. C.III.1.4.-1.20. des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs) in Rechtskraft erwachsen. 

Durch die Kammer zu überprüfen sind in Bezug auf den Beschuldigten 3 hingegen 
die angefochtenen Schuldsprüche wegen qualifizierten Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. C.I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) samt 
Sanktionenpunkt (Ziff. C.I.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Dabei gilt das 
bereits zuvor Ausgeführte: Es ist über die Schuldsprüche gemäss Ziff. C.I.1.-3. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs als Ganzes neu zu befinden, auch wenn sich die 
Berufung des Beschuldigten 3 gemäss Berufungserklärung lediglich auf die Vor-
würfe gemäss Ziff. C.1.1.-1.6., Ziff. C.1.8.-1.9., Ziff. C.1.11. sowie Ziff. C.1.13.-1.16. 
der Anklageschrift (aber nicht auf die Vorwürfe gemäss Ziff. C.1.7., Ziff. C.1.10. und 
Ziff. C.1.12. der Anklageschrift) bezieht, weil die den jeweiligen Schuldsprüchen 
zugrundeliegenden Vorwürfe der Anklageschrift hinsichtlich der Betäubungsmittel-
art (Kokain, Marihuana, Ecstasy-Pillen) als Tateinheit anzusehen sind (vgl. BÄHLER, 
a.a.O., N 11 zu Art. 399 StPO). Neu zu entscheiden hat die Kammer auch über die 
Verteilung der Verfahrenskosten (Ziff. C.I.2. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs), über eine allfällige Rück- und Nachzahlungspflicht des Beschuldigten 3 hin-
sichtlich des amtlichen und vollen Honorars für die amtliche Verteidigung (Ziff. C.II. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie über eine allfällige Genugtuung i.S.v. 

13

Art. 429 Abs. 1 Bst. c StPO und die Beschlüsse gemäss Ziff. C.III.1.1.-1.3. und 
Ziff. C.III.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs. 

Nicht der Rechtskraft zugänglich und somit durch die Kammer ebenfalls neu zu be-
urteilen sind schliesslich die Beschlüsse bzw. Verfügungen betreffend die erhobe-
nen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten und das erstellte DNA-Profil 
(Ziff. C.III.3.-4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Auf die Höhe der amtlichen Entschädigungen für das erstinstanzliche Verfahren ist 
nur zurückzukommen, sofern die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zu-
stehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bun-
desgerichts [BGer] 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 
6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3). Darüber hinausgehend unterliegt dieser 
Punkt aufgrund der fehlenden Beanstandung durch die Generalstaatsanwaltschaft 
dem Verschlechterungsverbot (BGer 6B_1231/2022 vom 10. März 2023 E. 2.2.5).

Hinsichtlich der zu überprüfenden Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Da die Generalstaatsanwaltschaft ihre Anschlussberufung 
gegen alle drei Beschuldigten auf den Sanktionenpunkt beschränkte, darf das erst-
instanzliche Urteil nur hinsichtlich dieses Sanktionenspunktes zum Nachteil der Be-
schuldigten abgeändert werden; in Bezug auf die weiteren angefochtenen Punkte, 
insbesondere in Bezug auf den Schuldpunkt, gilt das Verschlechterungsverbot 
(Art. 391 Abs. 2 StPO). 

6. Anklagegrundsatz

Die Verteidigungen rügten in ihren erstinstanzlichen Plädoyers die Verletzung des 
Anklagegrundsatzes. Diese Rügen haben sie oberinstanzlich wiederholt.

Insbesondere rügten sie hinsichtlich der einzelnen Anklagesachverhalte unter 
Ziff. 1.1-1.16, dass daraus nicht abgelesen werden könne, was den Beschuldigten 
genau vorgeworfen werde, dass die einzelnen Sachverhaltsvorwürfe immer nur 
dem Kollektiv vorgeworfen werde und nicht herausgelesen werden könne, wer 
denn nun konkret die einzelne Tat begangen haben solle, was eine effektive Ver-
teidigung verunmögliche. Aufgrund teilweise ungenauer und fehlender Angaben 
über Datum, Ort, Drogenart und Drogenmenge sei das Prinzip ne bis in idem ge-
fährdet. Weil die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe jeweils keiner konkreten Person 
zuordnen könne, habe sie bandenmässiges Vorgehen konstruiert. Die Anklage-
schrift zeige allerdings nicht auf, durch welche konkreten Sachverhaltselemente die 
Kriterien der Bandenmässigkeit erfüllt seien (pag. 2524 ff.). 

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen des Anklagegrundsatzes treffend 
wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (pag. 2186 f.; S. 5 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). 

Die Vorinstanz hat sich sodann detailliert und sorgfältig mit den einzelnen Rügen 
auseinandergesetzt und diese im Ergebnis widerlegt. Sie hielt in allgemeiner Weise 
fest, was folgt (pag. 2189; S. 8 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):
Betreffend die vorgebrachten ungenauen oder fehlenden Angaben bei den einzelnen Tatvorwürfen ist 
in allgemeiner Weise festzuhalten, dass gewisse Unsicherheiten insbesondere in Bezug auf die Dro-
genmengen und den genauen Zeitraum bei Betäubungsmitteldelikten in der Natur der Sache liegen 

14

und häufig keine genauen Angaben gemacht werden können. Die Staatsanwaltschaft arbeitete denn 
auch mit den Beweismitteln, die ihr zur Verfügung standen und klagte diejenigen Sachverhalte an, die 
ihr bekannt waren. So führte sie die ihr bekannten Abnehmer namentlich an, gab wo immer möglich 
die Drogenarten und die Mindestmengen an und umgrenzte die Deliktszeiträume. Genauere Angaben 
als in der Anklageschrift aufgeführt waren ihr grundsätzlich nicht möglich. Die Staatsanwaltschaft hat 
eine bandenmässige Begehung der drei Beschuldigten angeklagt, weshalb es nachvollziehbar ist, 
dass sie trotz Unkenntnis gewisser Punkte alle aus ihrer Sicht erstellten Drogentransaktionen der 
Bandenmitglieder aufführen wollte. Die geschilderten Ungenauigkeiten sind solange nicht von ent-
scheidender Bedeutung, als für die beschuldigten Personen keine Zweifel darüber bestehen, welches 
Verhalten ihnen angelastet wird und sie sich angemessen dagegen verteidigen können. Letztlich und 
einzig ist entscheidend, ob die Beschuldigten unter den gegebenen Umständen wussten, was ihnen 
vorgeworfen wird. Das Anklageprinzip ist kein Selbstzweck. Grundsätzlich kann die Anklageschrift gar 
genügen, wenn den Beschuldigten kein konkretes Verkaufsgeschäft mit einer bestimmten Person 
vorgeworfen wird, solange sie wissen, was Gegenstand der Anklage bildet (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 6B_288/2014 vom 22.01.2015 E. 1.3). 

Diesen Ausführungen kann sich die Kammer anschliessen. Gerade in Ermittlungs-
verfahren im organisierten Drogenhandel setzen sich die Tatvorwürfe nicht selten 
aus zahlreichen Puzzleteilen, statt aus ein oder zwei umfassenden Vorwürfen zu-
sammen. Solche kleinen Einzelteile können für sich alleine betrachtet oft nicht 
rechtsgenüglich eine Täterschaft oder gar ein deliktisches Verhalten nachweisen. 
Das bedeutet aber nicht, dass es bei einer Vielzahl solcher Einzelteile nicht zur An-
klage kommen könnte. Ergibt eine Vielzahl solcher Puzzleteile letztendlich ein kla-
res Bild über Täterschaft und deliktisches Verhalten, so kann dies mittels Auflistung 
der einzelnen Indizien, und seien sie auch für sich alleine betrachtet noch nicht 
ausschlaggebend, zur Anklage gebracht werden.

In Bezug auf die Frage, ob die Beschuldigten wussten, was ihnen vorgeworfen 
wurde, hielt die Vorinstanz fest (pag. 2189 ff.; S. 8 ff. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung): 
Anlässlich der delegierten Einvernahmen wurden die drei Beschuldigten zu den einzelnen ihnen zur 
Last gelegten Vorwürfen detailliert befragt (C.________: p. 742 ff., A.________: p. 844 ff., 
E.________: p. 961 ff.). So wurden ihnen die massgebenden Extraktionsberichte mit den Chats vor-
gelegt und die Aussagen der Auskunftspersonen vorgehalten. Dabei wurden gestützt auf die Nach-
richten und Aussagen jeweils konkrete Daten genannt, an denen mutmasslich Drogentreffen bzw. 
-übergaben stattgefunden haben sollen. An diesen Vorhalten der Polizei gegenüber den Beschuldig-
ten orientierte sich sodann die Anklageschrift. Die Anklageschrift ist zudem in der Reihenfolge der 
Einvernahmen der Auskunftspersonen in den amtlichen Akten geordnet. Die Verteidigungen nahmen 
in ihren Plädoyers denn auch bei jedem einzelnen Anklagesachverhalt Bezug auf die entsprechenden 
Aktenstellen. Die Vorwürfe in der Anklageschrift waren folglich hinreichend umschrieben und genü-
gend konkretisiert. A.________, C.________ und E.________ wussten mit Bezug auf die einzelnen 
Vorwürfe, welche konkreten Handlungen ihnen vorgeworfen wurden und waren in der Lage, sich da-
gegen angemessen zu verteidigen. Allfällige sich aus den fehlenden Angaben ergebende Beweis-
schwierigkeiten und Konsequenzen sind bei der Beweiswürdigung zu thematisieren. Die Staatsan-
waltschaft hat mithin das Risiko zu tragen, dass sich diese Sachverhalte nicht beweisen lassen. Die 
teilweise vagen Angaben indizieren denn auch gewisse Beweisschwierigkeiten, ändern aber nichts 
daran, dass den drei Beschuldigten die massgebenden Vorwürfe bekannt waren. Bereits an dieser 
Stelle kann vorweggenommen werden, dass in fast allen bemängelten Fällen – mit Ausnahme von 
Ziff. 1.3 und 1.6 der Anklageschrift – im Rahmen der Beweiswürdigung der Sachverhalt als nicht er-
stellt erachtet wird. Konkret lässt sich zu den einzelnen Ziffern der Anklageschrift ergänzend Folgen-
des festhalten: Bezüglich Ziff. 1.3 wurde der mehrmalige Verkauf einer unbestimmten Menge Marihu-
ana sowie betreffend Ziff. 1.6 der mehrmalige Verkauf einer unbestimmten Menge Kokain angeklagt. 
Es liegt keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vor, wenn die genaue Betäubungsmittelmenge 
nicht angegeben wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_720/2018 vom 03.10.2018 E. 1.3). Vorliegend 
konnten die mehrmals veräusserten Betäubungsmittelmengen gar nicht bestimmt werden. Wenn kei-

15

ne konkreten Drogenmengen angeklagt sind, können den Beschuldigten auch keine solche nachge-
wiesen und angerechnet werden. Folglich haben diese Vorwürfe keine Auswirkungen auf die ange-
klagten Gesamtmengen Kokain und Marihuana. Die Drogenmengen sind denn auch bei diesen Vor-
würfen (zwangsläufig) nicht von zentraler Bedeutung, ging es doch der Staatsanwaltschaft offensicht-
lich um den Nachweis eines weiteren, wenngleich unbestimmten Drogengeschäfts mit Blick auf die 
Bandenmässigkeit. Die Beschuldigten wurden bei beiden Vorwürfen mit den Extraktionsberichten mit 
den Abnehmern und den Einvernahmen der Abnehmer hinreichend konfrontiert und hatten Kenntnis 
von den konkreten Vorwürfen (C.________: p. 750 f. Z. 364 ff., p. 751 f. Z. 432 ff.; A.________: 
p. 852 f. Z. 401 ff., p. 854 f. Z. 478 ff.; E.________ p. 970 f. Z. 429 ff., p. 972 f. Z. 537 ff.). Betreffend 
Ziff. 1.4 wurden ein Zeitraum von mindestens 01.01.2014 bis mindestens 31.12.2016, rund zehn bis 
zwanzig Treffen und eine unbestimmte Menge Betäubungsmittel angeklagt; hinsichtlich Ziff. 1.5 wur-
den ein unbekannter Zeitpunkt, wahrscheinlich im Jahr 2014, eine unbestimmte Betäubungsmittel-
menge und ein Betrag von mindestens CHF 600.00 angeklagt; und bezüglich Ziff. 1.8 wurden ein Zeit-
raum vom 08.12.2015 bis 21.11.2017 und eine unbestimmte Menge Betäubungsmittel angeklagt. Ne-
ben der Drogenmenge konnten auch die Drogenart und in einem Fall der Zeitpunkt nicht konkretisiert 
werden. Es liegen aber auch hier entsprechende Extraktionsberichte der Beschuldigten mit den Ab-
nehmern und die Einvernahmen der Abnehmer vor, welche den Beschuldigten unter Nennung der 
Chatnachrichten bzw. Daten mit angeblichen Drogentransaktionen konkret vorgehalten wurden 
(C.________: p. 745 f. Z. 131 ff., p. 748 f. Z. 296 ff., p. 749 f. Z. 348 ff.; A.________: p. 849 Z. 206 ff, 
p. 851 f. Z. 339 ff., p. 852 Z. 386 ff.; E.________: p. 965 f. Z. 169 ff., p. 968 f. Z. 345 ff.; p. 969 f. 
Z. 406 ff.). Die Zeiträume sind zudem deshalb so lange, weil sie sich auf mehrere konkrete Treffen 
verteilen, welche sich aus den Chatnachrichten ergeben, und nicht, weil die einzelnen angeblichen 
Drogenverkäufe nicht hätten bestimmt werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_720/2018 
vom 03.10.2018 E. 1.3). Hinsichtlich Ziff. 1.11 wurden ein unbestimmter Abnehmer und eine unbe-
stimmte Menge Kokain angeklagt. Konkret sind Kenntnisse der Identität des Drogenlieferanten (und 
damit folglich auch des Drogenabnehmers) für einen Schuldspruch nicht zwingend, weshalb sich auch 
die Anklageschrift nicht in jedem Fall dazu äussern muss (Urteil des Bundesgerichts 6B_518/2014 
vom 04.12.2014 E. 6.3). Betreffend Ziff. 1.13 wurde eine unbestimmte Menge Betäubungsmittel, ver-
mutlich Kokain, angeklagt; bezüglich Ziff. 1.15 wurde eine unbestimmte Menge Betäubungsmittel an-
geklagt; und hinsichtlich Ziff. 1.16 wurden ein unbekannter Abnehmer und eine unbestimmte Menge 
Betäubungsmittel angeklagt. Zu diesen Sachverhalten kann auf die vorstehenden Ausführungen ver-
wiesen werden. Auch hierzu lagen Chatnachrichten und Einvernahmen vor, die den Beschuldigten 
vorgehalten wurden (C.________: p. 747 f. Z. 220 ff.; A.________: p. 850 f. Z. 259 ff.; E.________: 
p. 966 ff. Z. 242 ff.). Im Ergebnis ist somit der Anklagegrundsatz betreffend die einzelnen Tatvorwürfe 
gemäss Ziff. 1.1 bis 1.16 nicht verletzt.

An dieser Stelle ist zudem zu bemerken, dass sich dem Anzeigerapport vom 14.01.2019 – anders als 
von den Verteidigungen vorgebracht – keine erheblichen Zweifel der Polizei entnehmen lassen. Viel-
mehr wird festgehalten, dass den sichergestellten Geräten Erkenntnisse zu Abnehmern von Betäu-
bungsmitteln entnommen werden können und diese (zahlreichen) fallrelevanten Chats den jeweiligen 
Einvernahmeprotokollen beigelegt sind. (Lediglich) die weiteren vorgefundenen Chats, welche nur 
vermuten lassen, dass es bei den Treffen um Betäubungsmittelhandel geht, wurden wegen des gros-
sen Umfangs und der geringen Aussagekraft dem Anzeigerapport nicht beigelegt (p. 327 ff.).

Auch diesen Ausführungen kann sich die Kammer anschliessen. Relevant ist in der 
Anklageschrift die Verbindung des ersten Absatzes (generelle Bezeichnung des 
Tatvorwurfes mit seinen Qualifikationen, der angeklagten Gesamtdauer, der ein-
zelnen angeklagten Tätigkeiten) mit dem zweiten Absatz (Qualifikationsmerkmale 
der Mengenmässigkeit mittels Zusammenfassung der vorgeworfenen Gesamtmen-
gen brutto und netto samt Reinheitsgrad wo nötig), dem dritten Absatz (Qualifikati-
onsmerkmale der Bandenmässigkeit), dem vierten Absatz (Qualifikationsmerkmale 
der Gewerbsmässigkeit) und schliesslich der Auflistung der einzelnen Tatvorwürfe, 
auf welche sich die mehrfach qualifizierte Anklage stützt. Bei dieser Auflistung ist 
festzuhalten, dass alle Einzelvorwürfe entweder ein bestimmtes Datum, ein abge-
grenztes Zeitfenster oder zumindest – in einem Fall – eine mutmassliche Jahres-
zahl enthalten. Jeder Tatvorwurf – bis auf Ziff. 1.11. der Anklageschrift – enthält ei-

16

nen oder mehrere konkrete Abnehmer resp. Empfänger, eine konkret vorgeworfene 
Tätigkeit und – wo möglich – konkret vorgeworfene Mengen und Drogenarten. 
Dass bei Betäubungsmitteldelikten in Anklageschriften teilweise von unbekannten 
Mengen die Reden ist und teilweise auch die Drogenart nicht angegeben werden 
kann, ist notorisch. Wie die Vorinstanz richtig festgehalten hat, ist dies eine Frage 
der tatsächlichen und rechtlichen Subsumtion, wobei auch die Kammer alle 
bemängelten Einzelvorwürfe mit zwei Ausnahmen sowieso als nicht erstellt erach-
tet. Fehlende Mengenvorwürfe bei erstellten Sachverhalten dürfen bei der Strafzu-
messung nicht straferhöhend berücksichtigt werden. Sie können aber allenfalls re-
levant für eine der Qualifikationsfragen sein. Angesichts der sauberen Auflistung 
der einzelnen Tatvorwürfe in der Anklageschrift, welche im Einklang mit der Akten-
ordnung steht und mit denen alle drei Beschuldigten je einzeln konfrontiert wurden, 
erachtet auch die Kammer den Anklagegrundsatz vor diesem Hintergrund als un-
verletzt. 

Die Vorinstanz führte betreffend die Zuordnung der Tathandlungen zu einem der 
Täter und damit zusammenhängend die Möglichkeit, sich individuell zu verteidigen 
Folgendes aus (pag. 2191 f.; S. 10 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 
Betreffend die gerügte fehlende direkte Zuordnung der Tathandlungen zu einem Täter ist festzuhal-
ten, dass die Staatsanwaltschaft allen drei Beschuldigten, A.________, C.________ und E.________, 
alle Sachverhalte vorgeworfen hat («er bzw. ein anderes Bandenmitglied»). Das erscheint angesichts 
der angeklagten Bandenmässigkeit nachvollziehbar. So werden bei Bandenmässigkeit alle im Rah-
men des Vereinigungszwecks begangenen Handlungen durch einzelne Bandenmitglieder allen Ban-
denmitgliedern zugerechnet. M.a.W. wird jedem einzelnen Beschuldigten als Bandenmitglied jede der 
aufgeführten Tathandlungen vorgeworfen, was so aus der Anklageschrift hervorgeht. Entsprechend 
musste sich jeder der drei Beschuldigten gegen alle Vorwürfe verteidigen. Zwar wäre es der Staats-
anwaltschaft durchaus möglich (und begrüssenswert) gewesen, bei den einzelnen Sachverhalten, 
soweit ihrer Ansicht nach bekannt, den/die mutmasslichen Täter namentlich aufzuführen, wie sie das 
in Ziff. 1.16 der Anklageschrift auch getan hat («namens der Bande»). Das ändert aber nichts daran, 
dass A.________, C.________ und E.________ wussten, was ihnen vorgeworfen wurde und sie oh-
ne weiteres und jederzeit in der Lage waren, sich gegen den strafrechtlichen Vorwurf angemessen 
und umfassend zu verteidigen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_648/2019 vom 28.08.2019 
E. 1.4). Inwiefern eine angemessene Verteidigung nicht möglich gewesen sein sollte, erschliesst sich 
nicht. Die Anklageschrift ist nicht Selbstzweck. Die Details zu den Sachverhalten ergeben sich aus 
den Extraktionsberichten und Einvernahmen der Abnehmer, welche den Beschuldigten wie ausge-
führt konkret vorgehalten wurden. So wurde in den Einvernahmen jeweils erwähnt, bei welchem der 
drei Beschuldigten der konkrete Abnehmer Drogen gekauft haben soll (z.B. p. 744 Z. 71 ff., p. 745 
Z. 119 ff., p. 748 Z. 280 ff., p. 749 Z. 333 ff., p. 750 Z. 379 ff., p. 751 Z. 416 ff.). Auch die Verteidigun-
gen führten in ihren Plädoyers konkret aus, welcher der drei Beschuldigten betreffend den jeweiligen 
Sachverhalt als Täter in Frage kam. Bezüglich derjenigen Taten, bei denen der konkrete Täter der 
Staatsanwaltschaft nicht bekannt war, die Taten aber allen drei Beschuldigten im Rahmen der Bande 
vorgeworfen wurden, war eine andere Anklage gar nicht möglich. Die Frage der Zuordnung der Tat-
handlungen zu einem (unbekannten) Täter bzw. diesfalls die Zurechnung über die Bande ist rechtli-
cher Natur und dort zu thematisieren. 

Diese Ausführungen sind zutreffend und erfordern keine Ergänzung. Die Kammer 
schliesst sich diesen Einschätzungen vollumfänglich an. Hinsichtlich der Banden-
mässigkeit hielt die Vorinstanz sodann fest (pag. 2192 ff.; S. 11 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung): 
Bezüglich der geltend gemachten ungenügenden Umschreibung der Bandenmässigkeit in der Ankla-
geschrift ist zu bemerken, dass die Staatsanwaltschaft bei allen drei Beschuldigten, hier am Beispiel 
von A.________, unter Ziff. I konkret zur Bandenmässigkeit Folgendes ausführte: «Er wirkte mit 
C.________, E.________ und H.________ seit ca. 01.01.2014 in arbeitsteiliger Weise zusammen, 

17

um gemeinsam eine Vielzahl von Betäubungsmitteldelikten zu verüben. Es handelte sich dabei um 
ein stabiles Team, welches konstant in der gleichen Formation, arbeitsteilig, wenn nötig untereinander 
stellvertretend, effizient und organisiert agierte.» Vorstehend zu diesen Ausführungen hielt sie in all-
gemeiner Weise Folgendes fest: Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmäs-
sig und bandenmässig, ev. gewerbsmässig qualifiziert (gemeinsam mit C.________, E.________ und 
H.________ [eigenes Strafbefehlsverfahren]), (...) durch Erwerb unbekannter Mengen Marihuana, Ec-
stasy und Kokain von Unbekannt, Besitz, Lagerung, Verarbeitung, Veräusserung, teilweise Verschaf-
fung unbestimmter Mengen Marihuana, Ecstasy und Kokain sowie Anstaltentreffen dazu, an diverse 
Abnehmer, indem er von Unbekannt eine unbestimmte Menge Marihuana, mindestens jedoch 5'000g, 
eine unbestimmte Menge Kokaingemisch, mindestens jedoch 125g und eine unbestimmte Menge Ec-
stasy-Pillen, mindestens jedoch 110 Stück, kaufte, diese am Domizil von E.________ und 
H.________, im PKW von H.________ und ev. andernorts lagerte (namentlich am 29.11.2017 netto 
505g Marihuana [brutto 1'220 g]), diese streckte und in Verkaufsportionen abwog, sich einen Kunden-
kreis aufbaute, Treffen mit Abnehmern organisierte und Drogenübergaben selber durchführte oder 
Übergaben mit den und durch die übrigen Beschuldigten organisierte. Die Beschuldigten verkauften 
so eine unbestimmte Menge Kokaingemisch, mindestens jedoch 125g (...), eine unbestimmte Menge 
Marihuana, mindestens jedoch 5'000g und eine unbestimmte Menge Ecstasy-Pillen, mindestens je-
doch 110 Stück.» Nachfolgend finden sich unter Ziff. I.1.1-1.16 die einzelnen konkreten Sachverhalte 
mit den Tathandlungen, wonach jeweils einer der Beschuldigten die entsprechenden Drogengeschäf-
te getätigt haben soll («er bzw. ein anderes Bandenmitglied»). Diese Ausführungen der Staatsanwalt-
schaft genügen den Anforderungen an den Anklagegrundsatz betreffend die Bandenmässigkeit. Bei 
einer Gesamtbetrachtung der Anklageschrift ergibt sich, dass die Staatsanwaltschaft die wesentlichen 
konkreten Tatumstände, welche die Bandenmässigkeit begründen sollen, in gedrängter Form um-
schrieben hat. Die entsprechenden Umstände – stabiles Team, konstant in der gleichen Formation, 
arbeitsteilig, wenn nötig untereinander stellvertretend, effizient und organisiert agierend – beziehen 
sich auf die zusammenfassenden Ausführungen unter Ziff. I sowie die konkreten einzelnen Sachver-
halte unter Ziff. 1.1-1.16. Aus diesen Umschreibungen ist erkennbar, inwiefern ein (bandenmässiges) 
Zusammenwirken von A.________, C.________ und E.________ vorgelegen haben soll. Die drei Be-
schuldigten sollen sich zum Zweck des Drogenhandels zusammengeschlossen haben und dabei die 
Drogen erworben, am Domizil von E.________ gelagert und regelmässig verkauft haben, wobei einer 
der drei Beschuldigten ein konkretes Drogengeschäft getätigt haben und im Bedarfsfall von einem der 
anderen beiden vertreten worden sein soll. Es wird umschrieben, in welcher Zeitspanne, an welchem 
Ort und in Zusammenarbeit mit welchen Personen der jeweils Beschuldigte welche Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz begangen haben soll. Zu berücksichtigen ist im vorliegenden Fall, 
dass – anders als in den Fällen, wo jede beschuldigte Person eine unterschiedliche Funktion in der 
Kette vom Erwerb bis zum Veräussern inne hat – die Staatsanwaltschaft allen drei Beschuldigten 
dasselbe Vorgehen vorwirft, nämlich den Erwerb, die Lagerung, Verarbeitung und das Veräussern 
von Drogen. Mithin sollen grundsätzlich A.________, C.________ und E.________ dieselben Aufga-
ben und Funktionen innerhalb der Bande gehabt haben. Folglich drängte sich die Umschreibung einer 
Differenzierung der Rollen der drei Beschuldigten nicht geradezu auf. Zu bedenken ist auch, dass die 
Beschuldigten ihre Aussagen verweigerten und die Staatsanwaltschaft mit den Beweismitteln arbeite-
te, die ihr zur Verfügung standen. Trotzdem könnte die Anklageschrift in gewissen Punkten tatsächlich 
etwas ausführlicher und exakter sein. So hätte die Staatsanwaltschaft wie ausgeführt die Tathandlun-
gen mittels Nennung des/der mutmasslichen Täter/s bei den einzelnen Sachverhalten individueller 
sowie z.B. die Arbeitsteilung und Rolle der einzelnen Beschuldigten etwas detaillierter und konkreter 
aufführen können. Der Vorwurf der Bandenmässigkeit war aber insgesamt genügend konkret um-
schrieben. Es geht rechtsgenüglich hervor, dass den drei Beschuldigten vorgeworfen wird, als Bande 
tätig gewesen zu sein. Letztlich und einzig ist ohnehin entscheidend, ob die drei Beschuldigten unter 
den gegebenen Umständen keine Zweifel darüber hatten, welches Verhalten ihnen angelastet wird. 
Diesfalls wären auch gewisse Ungenauigkeiten nicht entscheidend. Der Anklagegrundsatz ist denn 
auch kein Selbstzweck, worauf gerade mit Blick auf die von den Verteidigungen geforderten, weit ge-
henden Umschreibungen der Bandenmässigkeit erneut hinzuweisen ist. Insgesamt wussten vorlie-
gend A.________, C.________ und E.________ jederzeit genau, aufgrund welcher konkreter Ta-
tumstände ihnen der Vorwurf der Bandenmässigkeit zur Last gelegt wurde und sie konnten sich ent-
sprechend angemessen dagegen verteidigen. Inwiefern eine angemessene Verteidigung nicht mög-
lich gewesen sein sollte, erschliesst sich nicht. Neben den Schilderungen in der Anklageschrift wur-
den ihnen wie erwähnt anlässlich ihrer Einvernahmen sehr detailliert die massgebenden Extraktions-
berichte mit den Chats vorgelegt und die Aussagen der Auskunftspersonen vorgehalten. Insbesonde-

18

re wurde ihnen dabei mitgeteilt, dass ihnen der Drogenverkauf gemeinsam mit den anderen beiden 
Beschuldigten vorgeworfen wird (p. 734 Z. 65 ff., p. 739 Z. 54 ff., p. 842 Z. 63 ff., p. 855 Z. 544 f., p. 
959 Z. 67 ff.) und teilweise die Aussagen von K.________ zur Zusammenarbeit vorgehalten (p. 739 Z. 
60 ff.). Weiter wurden die drei Beschuldigten betreffend die einzelnen mutmasslichen Drogenabneh-
mer jeweils gefragt, ob der befragte Beschuldigte oder einer der anderen beiden Beschuldigten dieser 
Person Drogen verkauft habe (p. 744 ff. Z. 63 ff., p. 847 ff. Z. 138 ff., p. 963 ff. Z. 92 ff.). Der Anklage-
grundsatz ist betreffend den Vorwurf der Bandenmässigkeit nicht verletzt. Ob sodann die Vorausset-
zungen der Bandenmässigkeit erfüllt sind, ist eine Frage der nachfolgenden Beweiswürdigung und 
rechtlichen Würdigung.

Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Anklageschrift den gesetzlichen Anforderungen 
genügt. Es liegt keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vor. Die in der Anklage genannten Vorwür-
fe sind genügend konkret umschrieben. Die drei Beschuldigten A.________, C.________ und 
E.________ wussten zu jedem Zeitpunkt genau, was ihnen vorgeworfen wird und sie konnten sich 
entsprechend rechtzeitig sowie umfassend verteidigen. Eine andere Frage und nachfolgend zu klären 
ist, ob die vorliegenden Beweismittel für eine Verurteilung genügen.

Die Kammer schliesst sich diesen Ausführungen ebenfalls an. Auch nach hier ver-
tretener Auffassung hätten einige Angaben der Anklageschrift, insbesondere be-
treffend Zuordnung von Tathandlungen zu den einzelnen Bandenmitgliedern 
durchaus noch genauer erfolgen können, zumal die vorhandenen Beweismittel dies 
erlauben. Da sich die Zuordnung aber klar aus den Akten ergibt, die betreffenden 
Beschuldigten auch mit diesen Vorwürfen einzeln konfrontiert wurden und sie letzt-
endlich im Tatvorwurf als eines der drei Bandenmitglieder enthalten sind, schadet 
dies nicht. 

Was den Grundsatz ne bis in idem betrifft, kann bereits an dieser Stelle festgehal-
ten werden, dass die Anklageschrift nach hier vertretener Auffassung bei genauer 
Betrachtung einen zusammengefassten Vorwurf umfasst, basierend auf einem 
(gemeinsamen) Tatentschluss, jenen gerichtet auf qualifizierte Widerhandlung im 
Sinne einer Tateinheit, evtl. mehrfach begangen. Es geht um die Frage, ob mit den 
Einzelvorwürfen der bandenmässige und teilweise mengenmässig qualifizierte 
Drogenhandel während eines bestimmten, klar abgrenzbaren Zeitraums erfüllt ist. 
Daraus erhellt, dass die Anklageschrift bei der Prüfung des Anklageprinzips ent-
sprechend auch als Ganzes zu betrachten ist, und die einzelnen Drogenvorfälle 
nicht isoliert vom Rest. Durch eine Verurteilung wegen bandenmässigen Drogen-
handels in Bezug auf Marihuana, Kokain und Ecstasy in dieser Zeitspanne, began-
gen in Mittäterschaft der beiden anderen Beschuldigten tritt somit die res iudicata 
für ebendies ein. Mit anderen Worten können die drei Beschuldigten später bei Auf-
tauchen weiterer Drogenabnehmer nicht noch einmal in diesem Zeitraum betref-
fend diese drei Drogenarten wegen qualifizierten Drogenhandels verurteilt werden, 
es sei denn, es liessen sich diesbezüglich ein separater, unabhängiger Tatent-
schluss nachweisen. Grund dafür ist nach hier vertretener Auffassung, dass an-
dernfalls statt eines Schuldspruchs zwei (qualifizierte) Schuldsprüche erfolgen wür-
den, nur weil die Sachverhalte nicht gleichzeitig, sondern in separaten Verfahren 
beurteilt worden wären. Soweit allfällige neue Vorwürfe in der betreffenden Zeit-
spanne als nicht qualifizierte erhoben würden, bestünde angesichts der hiervor be-
reits festgestellten hinlänglichen Bestimmtheit der Einzelvorwürfe gemäss Anklage-
schrift zusammen mit der Loskoppelung von der Mittäterschaft, mit der anderen 
Drogenart und/oder mit dem separaten Tatentschluss der neuen Vorwürfe eben-

19

falls kein Risiko einer Doppelbestrafung. Der Anklagegrundsatz ist somit nicht ver-
letzt. 

7. Verwertbarkeit der Aussagen von O.________ und W.________

Die Verteidigungen der Beschuldigten machten in ihren Plädoyers vor der Vor-
instanz und teilweise auch im oberinstanzlichen Verfahren die Unverwertbarkeit 
sämtlicher Aussagen von O.________ und W.________ geltend, weil diese im 
Kanton Fribourg in ihrem eigenen Verfahren als Beschuldigte einvernommen wor-
den seien und der einvernehmenden Polizei angesichts der Aussagen bereits ab 
der ersten Einvernahme hätte bewusst sein müssen, dass es sich um einen Fall 
notwendiger Verteidigung handle. Trotzdem sei ihnen auch bei der zweiten Einver-
nahme keine Verteidigung zur Seite gestellt worden (pag. 2524 ff.).

Die Vorinstanz hat dazu Folgendes festgehalten (pag. 2195 f.; S. 14 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung):
Liegt ein Fall notwendiger Verteidigung vor, so achtet die Verfahrensleitung darauf, dass unverzüglich 
eine Verteidigung bestellt wird (Art. 131 Abs. 1 StPO). Werden in Fällen, in denen die Verteidigung 
erkennbar notwendig gewesen wäre, Beweise erhoben, bevor eine Verteidigerin oder ein Verteidiger 
bestellt worden ist, so ist die Beweiserhebung nur gültig, wenn die beschuldigte Person auf ihre Wie-
derholung verzichtet (Art. 131 Abs. 3 StPO). 

Im vorliegenden Verfahren kann offen bleiben, ob für O.________ und W.________ eine notwendige 
Verteidigung hätte bestellt werden müssen. Insofern erübrigen sich Ausführungen zu den Vorausset-
zungen zur notwendigen Verteidigung, zu deren Erkennbarkeit und zur Verwertbarkeit von Aussagen 
ohne notwendige Verteidigung. Massgebend ist vielmehr, dass O.________ und W.________ im vor-
liegenden Verfahren ihre Aussagen als Auskunftspersonen und nicht als beschuldigte Personen 
getätigt haben. Die notwendige Verteidigung bezweckt den Schutz der beschuldigten Personen vor 
einer Selbstbelastung, nicht jedoch auch den Schutz von Drittpersonen. Sofern eine notwendige Ver-
teidigung erforderlich gewesen wäre und O.________ und W.________ nicht auf eine Wiederholung 
ihrer Einvernahmen verzichten, sind ihre Aussagen in den sie betreffenden Strafverfahren unverwert-
bar. Dies führt aber nicht zur Unverwertbarkeit ihrer Aussagen im hiesigen Verfahren: Die vorliegend 
Beschuldigten können aus der allfälligen Verletzung der Rechte anderer Verfahrensbeteiligter nichts 
zu ihren Gunsten ableiten. Sie können nicht Vorschriften, welche den Schutz anderer Verfahrensbe-
teiligter wie etwa der Auskunftspersonen bezwecken, in deren Namen als verletzt anrufen und ge-
stützt darauf die Unverwertbarkeit der Einvernahmen geltend machen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_269/2018 vom 24.10.2018 E. 1.4). Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass die selbstbelas-
tende Aussage, welche dazu führt, dass eine amtliche Verteidigung als notwendig erscheint, von den 
rechtlichen Folgen, welche eine unterlassene Beiordnung zeitigt, ausgenommen wäre (Beschluss des 
Obergerichts des Kantons Bern BK 16 44 vom 21.03.2016 E. 3.4). 

Voraussetzung für die Verwertbarkeit einer Einvernahme einer Auskunftsperson bzw. einer beschul-
digten Person aus einem getrennt geführten Verfahren ist, dass das Konfrontationsrecht gewahrt 
wurde. Die im vorliegenden Verfahren beschuldigten Personen müssen wenigstens einmal während 
des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit haben, die sie belastenden Aussagen in 
Zweifel zu ziehen und Fragen an die beschuldigten Personen im getrennten Verfahren zu stellen (vgl. 
BGE 140 IV 172 E. 1.3; HASLER DOMINIK, Rollenwechsel im Strafverfahren, Strafprozessuale und straf-
rechtliche Fragen beim Wechsel zwischen Zeugen, Auskunftspersonen und Beschuldigten, 2019, 
S. 387 f.). Das ist vorliegend unbestrittenermassen der Fall, da die zweiten Einvernahmen von 
O.________ vom 09.01.2018 und von W.________ vom 16.01.2018 parteiöffentlich und damit in An-
wesenheit der Verteidigungen der Beschuldigten durchgeführt wurden. Folglich wurde das Konfronta-
tionsrecht gewahrt und sind sämtliche Aussagen von O.________ in den Einvernahmen vom 
16.05.2017 und 09.01.2018 sowie von W.________ in den Einvernahmen vom 01.12.2017 und 
16.01.2018 verwertbar. 

20

Die Kammer kann sich diesen treffenden Erwägungen der Vorinstanz anschlies-
sen. Hervorzuheben ist vorliegend ergänzend und teilweise wiederholend insbe-
sondere, dass einzig O.________ und W.________ sich jeweils für ihr Verfahren 
auf das Beweisverwertungsverbot berufen könnten, weil dieses Verbot sie als Be-
schuldigte in ihrem eigenen Verfahren davor schützen soll, sich ohne rechtlichen 
Beistand selber zu belasten. Durchsetzen kann die Unverwertbarkeit mit anderen 
Worten nur der selber während der Beweiserhebung zu Unrecht nicht verteidigte 
Beschuldigte (vgl. auch BGer 6B_22/2022 vom 9. Dezember 2022 E. 2.; RUCK-
STUHL, Basler Kommentar zur Schweizerischen StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, N 18 zu 
Art. 131 StPO). Verstärkt wird diese Auffassung auch dadurch, dass Art. 131 
Abs. 3 StPO die (damals noch erwähnte) Ungültigkeit (heute «Unverwertbarkeit» 
vgl. nachfolgend) einer Beweiserhebung in das Belieben des Beschuldigten selber 
stellt, nämlich indem es ihm das Recht einräumt, auf die Ungültigkeit zu verzichten, 
indem er nicht auf einer Wiederholung der Beweiserhebung beharrt. Dadurch un-
terscheidet sich dieses Beispiel aus dem Gesetz deutlich von Art. 140 StPO, der 
Unverwertbarkeit wegen verbotener Beweismethoden, wozu der Beschuldigte aus-
drücklich nicht zustimmen kann. Ein Rechtsschutzinteresse bezüglich dieses 
Rechts hat somit nur der aussagende Beschuldigte selber, nicht aber ein Dritter. 
Somit scheitern die Einwände der Verteidiger bereits daran, dass sie sich nicht auf 
ein Recht eines anderen berufen können. 

Sowohl O.________ als auch W.________ haben gegenüber dem Protokollführer 
in ihren jeweiligen Einvernahmen ausdrücklich auf den Beizug eines Verteidigers 
verzichtet. Ob dies zu Recht oder zu Unrecht geschah, d.h. ob ein Fall notwendiger 
Verteidigung vorlag, kann vorliegend im Einklang mit der Vorinstanz offengelassen 
werden. Obwohl für das vorliegende Verfahren nicht von Belang, ist in der Ver-
zichtserklärung immerhin ein Hinweis darauf auszumachen, dass sie im Nachgang 
auch nicht auf eine Wiederholung der Beweismassnahmen bestanden haben dürf-
ten. Weil die damals gültige Fassung von Art. 131 Abs. 3 StPO für den Fall eines 
Verzichts auf eine Wiederholung noch von Gültigkeit (‘nur gültig’) der Beweiserhe-
bung (per 1. Januar 2024 wurde dieser Begriff mit Unverwertbarkeit [‘nur verwert-
bar’] ersetzt) sprach, war auch in der Lehre umstritten, ob mit Verwendung dieses 
Begriffes die absolute Unverwertbarkeit nach Art. 141 Abs. 1 StPO gelten sollte, 
oder nicht eher die relative Unverwertbarkeit i.S.v. Art. 141 Abs. 2 StPO. Ob sich 
die Kammer der Meinung gemäss Beschwerdekammer in BK 16 44 E. 4 (absolutes 
Beweisverwertungsverbot) anschliesst, kann angesichts der fehlenden Rügemög-
lichkeit offengelassen werden. Im Falle von Art. 141 Abs. 2 StPO würden mit den 
vorliegenden schweren Vorwürfen der BetmG-Widerhandlungen jedenfalls genü-
gend schwere Straftaten vorliegen, welche es aufzuklären gäbe. 

Soweit die beiden Freiburger «Informanten» (vgl. auch pag. 325) je in ihren zwei 
Einvernahmen Aussagen machten, mit welchen sie sich selber in ihrem eigenen 
Verfahren und gleichzeitig auch die Beschuldigten im vorliegenden Verfahren be-
lasteten, machen sie die Aussagen in Bezug auf die Beschuldigten im vorliegenden 
Verfahren als Auskunftspersonen nach Art. 178 Bst. f StPO. Für sie gelten weder 
Mitwirkungs- noch Wahrheitspflichten (KERNER, Basler Kommentar zur Schweizeri-
schen StPO/ JStPO, 3. Aufl. 2023, N 2 zu Art. 180 StPO) und somit sinngemäss 
die Aussageverweigerungsrechte der beschuldigten Person (Art. 180 Abs. 1 StPO). 

21

Über diese Rechte wurden sie in beiden Einvernahmen ausdrücklich belehrt 
(pag. 396, pag. 400 f., pag. 635 und pag. 647 f.). Zudem war jeweils die zweite 
Einvernahme parteiöffentlich, d.h. die Verteidiger der Beschuldigten waren anwe-
send (pag. 400, pag. 647) und hatten somit Gelegenheit, Ergänzungsfragen zu 
stellen resp. die beiden Informanten zu konfrontieren, was zumindest Rechtsanwalt 
B.________ denn auch ausdrücklich tat. 

Die Aussagen von O.________ und W.________ sind somit verwertbar.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse

Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussa-
genanalyse im Allgemeinen sowie der Aussageverweigerung im Speziellen wird auf 
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 2197 ff.; S. 16 ff. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

9. Vorbemerkungen

Generell kann vorweg genommen werden, dass die Vorinstanz die einzelnen Vor-
würfe gemäss Ziff. 1.1.-1.16. der Anklageschrift detailliert und sorgfältig analysiert, 
die Beweismittel richtig gewürdigt und die richten Schlüsse gezogen hat. Diesen 
Ausführungen kann sich die Kammer mit Ausnahme des Vorwurfs gemäss 
Ziff. 1.14. der Anklageschrift vorbehaltslos anschliessen. Nachfolgend werden dem 
Aufbau der Vorinstanz folgend die konkreten einzelnen Tathandlungen gemäss 
Ziff. 1.1.-1.16. der Anklageschrift abgehandelt und anschliessend die unter Ziff. 1. 
der Anklageschrift dargelegte Zusammenarbeit, Gesamtmenge und Reinheit des 
Kokains, die Gesamtmenge des Marihuanas, die Gesamtmenge der Ecstasy-Pillen 
sowie der Gewinn/Umsatz thematisiert. Sofern sich die Parteien konkret zu den 
Vorwürfen geäussert haben, werden diese Aussagen zusammengefasst wiederge-
geben. Soweit von Relevanz wird anschliessend auf die Beweismittel im Rahmen 
der konkreten Beweiswürdigung direkt eingegangen. 

Zu den einzelnen Tatvorwürfen sei vorab Folgendes erwähnt: Wie sich sogleich 
zeigen wird, geht auch die Kammer letztendlich von Bandenmässigkeit als durch-
gehendes Qualifikationsmerkmal für alle drei Drogenarten aus. Da für alle drei Dro-
genarten mindestens eine Qualifikation (Kokain: Mengen- und Bandenmässigkeit; 
Marihuana und Ecstasy: Bandenmässigkeit) erfüllt ist und der Handel durch die Mit-
täter nach Ansicht der Kammer von einem Tatentschluss getragen wurde, braucht 
auch nicht für jeden der 16 konkreten Vorwürfe ein Schuld- oder Freispruch zu er-
folgen, da die einzelnen Vorwürfe so nur die Grundlage bilden für die zwei Schuld-
sprüche für qualifizierten Betäubungsmittelhandel (einen für den Marihuanahandel 
sowie einen für den Kokain- und Ecstasyhandel). Die Vorinstanz hat richtig erkannt, 
dass auch die erstellten Anklagepunkte ohne Mengenangabe relevant sind, näm-
lich, weil sie ein weiteres Puzzleteil in der Kontinuität des gemeinsamen, organi-
sierten Handels im Sinne eines Unternehmens darstellen und so als Ganzes zwar 
nichts zur strafbaren Drogenmenge beitragen, so doch aber die Bandenmässigkeit 
untermauern.

22

10. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Die drei Beschuldigten haben hinsichtlich des Vorwurfs der qualifizierten BetmG-
Widerhandlung von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht 
(pag. 836 ff., pag. 842 ff., pag. 847 ff., pag. 2089 ff., pag. 2518 Z. 8 ff. [Beschuldig-
ter 1]; pag. 727 Z. 77 ff., pag. 734 Z. 61 ff., pag. 738 ff., pag. 743 ff., pag. 2094 f., 
pag. 2520 Z. 42 ff., pag. 2521 Z. 1 ff. [Beschuldigter 2]; pag. 953 ff., pag. 959 ff., 
pag. 962 ff., pag. 2098, pag. 2523 Z. 17 ff. [Beschuldigter 3]). 

Unbestritten ist aber, dass sich die drei Beschuldigten seit der Schulzeit kennen, 
Kollegen waren, viel Zeit zusammen am Domizil des Beschuldigten 3 verbracht und 
dabei Marihuana konsumiert haben, wobei auch noch weitere Personen zugegen 
waren (pag. 729 Z. 165 ff., pag. 837 Z. 98 ff., pag. 2107, pag. 2112, pag. 2115 f., 
pag. 2120, pag. 2115 f., pag. 2523 Z. 13 ff., pag. 2524). Seitens des Beschuldig-
ten 1 ist der (frühere) Konsum und Besitz zum Eigenkonsum von Marihuana und 
Kokain unbestritten (pag. 837 Z. 94 ff., pag. 839 Z. 168 ff., pag. 843 Z. 92 f., 
pag. 846 Z. 86 ff., pag. 847 Z. 120 f.). Hinsichtlich des Beschuldigten 2 ist der 
(frühere) Konsum und Besitz zwecks Eigenkonsum von Marihuana und Ecstasy 
sowie die Veräusserung von 500g Marihuana, 12 Ecstasy-Pillen und 25g Kokain 
(Ziff. 1.2. und Ziff. 1.10. der Anklageschrift) unbestritten (pag. 726 Z. 57 ff., 
pag. 728 Z. 150 ff., pag. 2114 f., pag. 2526 f., pag. 2548). In Bezug auf den Be-
schuldigten 3 ist überdies der Verkauf von Marihuana gemäss Ziff. 1.7., 1.10. und 
1.12 der Anklageschrift unbestritten (pag. 2118 f., pag. 2337, pag. 2529, 
pag. 2554). 

Bestritten wird hingegen der Vorwurf des qualifizierten Betäubungsmittelhandels 
(mengenmässig, bandenmässig und gewerbsmässig qualifiziert) insgesamt 
(pag. 2106 ff., pag. 2112 ff., pag. 2116 ff., pag. 2326 ff., pag. 2524 ff., pag. 2528 ff., 
pag. 2547 f., pag. 2554 f.) sowie (teilweise) die einzelnen konkreten Vorwürfe: Sei-
tens des Beschuldigten 1 werden sämtliche Vorwürfe gemäss Ziff. 1.1.-1.16. der 
Anklageschrift bestritten (pag. 2107 ff., pag. 2326 ff., pag. 2524 f.). Der Beschuldig-
te 2 bestreitet die Vorwürfe gemäss Ziff. 1.1., 1.3.-1.9. und 1.11.-1.16. der Anklage-
schrift insgesamt, die vorgeworfenen Mengen gemäss Ziff. 1.2. und Ziff. 1.10. der 
Anklageschrift sowie generell die Lagerung von Betäubungsmitteln, welche nicht 
zum Eigenkonsum bestimmt waren (pag. 2112 ff., pag. 2526 ff., pag. 2547 f.). Der 
Beschuldigte 3 bestreitet generell, etwas mit Kokain und/oder Ecstasy zu tun ge-
habt zu haben (pag. 2117) und konkret die Vorwürfe gemäss Ziff. 1.1.-1.6., 1.8.-
1.9., 1.11., 1.12. (betreffend Kokain und Ecstasy) sowie Ziff. 1.13.-1.16. der Ankla-
geschrift (pag. 2117 ff., pag. 2529 ff., pag. 2554). 

11. Beweismittel

Als Beweismittel liegen der Kammer insbesondere folgende vor: Anzeigerapport 
vom 14. Januar 2019 (pag. 316 ff.), Nachtrag vom 5. Januar 2018 (pag. 344 f.), 
Rapport des Kriminaltechnischen Dienstes (KTD) vom 23. Januar 2018 (pag. 348 
ff.) und vom 17. Januar 2018 (pag. 358 ff.), forensisch-chemische Abschlussberich-
te des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) vom 16. Februar 2018 (pag. 365 ff.), Be-
richtsrapport vom 14. November 2017 (pag. 1056 ff.), die Hausdurchsuchungen 
(pag. 1063 [Beschuldigter 3]; pag. 1112 ff. [Beschuldigter 2]; pag. 1128 ff. [Be-

23

schuldigter 1]), Auswertungen der Mobiltelefone der drei Beschuldigten (pag. 1165 
ff. [Beschuldigter 2], pag. 1237 ff. [Beschuldigter 1], pag. 1307 ff.), die Bankeditio-
nen (pag. 1317 ff. [Beschuldigter 2], pag. 1398 ff. [Beschuldigter 1], pag. 1456 ff. 
[Beschuldigter 3]), die Observation (pag. 1663 ff.) sowie die Aussagen der im Zu-
sammenhang mit den Tatvorwürfen befragten Personen (vgl. nachfolgend).

12. Verkauf von Marihuana an M.________ und N.________ (Ziff. 1.1. der Ankla-
geschrift)

12.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Gemäss Ziff. 1.1. der Anklageschrift wird den Beschuldigten folgender Sachverhalt 
vorgeworfen (pag. 1946, pag. 1949, pag. 1952):
indem er bzw. ein anderes Bandenmitglied M.________ und N.________ in I.________ am 14. Juni 
2016 mindestens 8g Marihuana verkaufte

12.2 Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ und Rechtsanwältin Dr. D.________ machten im Rah-
men des Parteivortrages im Wesentlichen geltend, dass sich der vorgeworfene 
Sachverhalt nicht erstellen lasse. Der Vorwurf stütze sich einzig auf die Chatnach-
richten zwischen dem Beschuldigten 2 und seiner Schwester. Anhand dieser Chat-
nachrichten sei aber unklar, um was es gehe. Vielmehr sei auf die Aussagen von 
M.________ abzustellen, wonach das Marihuana aus I.________ und nicht aus 
dem Domizil des Beschuldigten 3 stamme. Zudem stimme die bei M.________ 
aufgefundene Menge von 5.3g nicht mit der angeklagten Menge von 8g überein. 
Auch N.________ habe ausgesagt, dass sie die Drogen nicht von den Beschuldig-
ten, sondern von einem Kollegen erhalten habe. Entsprechend habe ein Freispruch 
zu erfolgen (pag. 2524, pag. 2526). 

12.3 Beweismittel

Als Beweismittel sind vorliegend der Anzeigerapport vom 14. Januar 2019 
(pag. 331 ff.), der Berichtsrapport vom 14. November 2017 (pag. 1056 ff.), die Ein-
vernahmen von M.________ vom 11. Januar 2019 (pag. 383 ff.) und von 
N.________ vom 10. Januar 2019 (pag. 514 ff.), der Extraktionsbericht des Be-
schuldigten 2 über die Chats mit seiner Schwester (pag. 393 f.) sowie der Chat von 
M.________ (pag. 395) zu nennen. 

12.4 Beweiswürdigung

Dem Anzeigerapport vom 14. Januar 2019 ist zu entnehmen, dass die Polizei am 
14. Juni 2016 einen parkierten Personenwagen an der AE.________ (Strasse) 
feststellte und beobachtete, dass mindestens eine Person das Domizil am 
AD.________ (Strasse) aufsuchte und kurze Zeit später zurück zum Fahrzeug 
kam. Anschliessend fuhr der Personenwagen an die AF.________ (Strasse), wobei 
eine Polizeipatrouille dem Fahrzeug folgte und dieses noch an derselben Strasse 
zur Kontrolle anhielt (pag. 331). Bei der Polizeikontrolle wurde festgestellt, dass 
M.________ brutto 5.3g Marihuana und N.________ brutto 3.05g Marihuana auf 
sich trugen (pag. 331, pag. 386 Z. 108 ff., pag. 516 Z. 83 ff., pag. 1058). In Über-
einstimmung mit der Vorinstanz stellt auch die Kammer auf die nachvollziehbaren 

24

und stimmigen Angaben der Polizei ab, zumal weder die Polizeikontrolle noch der 
Besitz von Marihuana seitens der kontrollierten Personen M.________ und 
N.________ in Abrede gestellt wurde (pag. 386 Z. 108 ff., pag. 516 f. Z. 83 ff.). 

N.________ führte zunächst aus, wo sie zuvor gelebt hatte und aufgewachsen war, 
und dass sie bereits wegen ihres Marihuanakonsums mit der Polizei zu tun gehabt 
habe (pag. 515 Z. 22 ff.). Im Kanton Bern sei sie auch einmal erwischt worden. Seit 
vier Monaten konsumiere sie aber keine Betäubungsmittel mehr (pag. 515 Z. 22 
ff.). Die drei Beschuldigten kenne sie nicht (pag. 515 Z. 44). Sie sei mit ihrer 
Schwester und deren beiden Kollegen unterwegs gewesen (pag. 516 Z. 77 ff.). Auf 
Frage, ob sie von den Beschuldigten Drogen gekauft habe, erklärte sie, dass sie zu 
einem Haus gefahren seien. Sie wisse aber nicht, wo das sei (pag. 516 Z. 66 ff.). 
Auf Vorhalt erkannte sie das Haus nicht wieder. Es könnte ja ein anderes Haus 
gewesen sein (pag. 516 Z. 95 f.). Die Begleiter von ihnen hätten dort Gras holen 
wollen. Sie hätten dies auch gemacht. Sie wisse aber nicht, wer das geholt und wer 
was bezahlt habe. Sie habe einen «20ger» oder «50ger» gekauft. Dies habe sie 
von den Begleitern dann direkt im Auto erhalten. Sie hätten sie bei der Bushalte-
stelle ausladen wollen und da seien sie bereits von der Polizei kontrolliert worden 
(pag. 516 f. Z. 70 ff.). Auf Vorhalt des Fotos von M.________ erklärte sie, dass er 
damals auch dabei gewesen sei. Sie glaube, er sei auch rein gegangen. Sie glau-
be, sie sei sich fast sicher (pag. 517 Z. 132 ff.). 

N.________ legte unumwunden ihren Betäubungsmittelkonsum offen und erklärte, 
dass dieser der Vergangenheit angehöre, was anhand des Drogenschnelltests 
bestätigt wurde (pag. 517 Z. 115 f.). Zudem korrigierte sie ihre Aussage auf Vorhalt 
des mitgeführten Marihuanas sogleich dahingehend, dass sie das falsch gesagt 
habe und es in diesem Fall doch ein «fufi» gewesen sei (pag. 516 f. Z. 98 ff.). Wei-
ter sind ihre fehlenden Ortskenntnisse in I.________ angesichts ihrer langjährigen 
Lebensmittelpunkte in Basel und BI.________ ohne weiteres nachvollziehbar 
(pag. 515 Z. 22 ff.). Damit ist auch nicht weiter erstaunlich, dass sie die Beschuldig-
ten nicht kannte und es eben nicht sie war, sondern ihre Begleitpersonen, welche 
wussten, wo sie «etwas holen müssen». Entgegen der Verteidigung gab 
N.________ zudem an, das Marihuana von den Begleitern, einem Kollegen ihrer 
Schwester, direkt im Auto erhalten zu haben, und nicht etwa von ihrem Kollegen 
(vgl. pag. 516 Z. 71 f., pag. 517 Z. 100 ff.). Sie belastete weder die Beschuldigten 
noch M.________ übermässig, im Gegenteil, so fällt insbesondere ihr vorsichtiges 
Aussageverhalten auf, wonach sie sich beispielsweise hinsichtlich des Domizils, wo 
die Betäubungsmittel abgeholt wurden, nicht festlegen wollte, weil es ja auch ein 
anderes Haus gewesen sein könnte oder dass sie eben nur fast sicher war, dass 
M.________ reingegangen ist. Insgesamt sind die Aussagen von N.________ an-
schaulich, stimmig, nachvollziehbar und damit glaubhaft. Darauf kann abgestellt 
werden. 

M.________ gab an, dass die drei Beschuldigten Kollegen von ihm seien (pag. 385 
Z. 42 ff.). Er wisse nicht, ob sie etwas mit Drogen zu tun hätten (pag. 385 f. Z. 82 
ff.). Auch bestritt er, Drogen von den Beschuldigten gekauft zu haben, er habe das 
Gras schon dabei gehabt (pag. 386 Z. 108 ff.). Angaben zur Herkunft des bei ihm 
gefundenen Marihuanas wollte er keine machen (pag. 386 Z. 121 f.). Weiter wollte 

25

er auch nicht wissen, wer das Domizil des Beschuldigten 3 damals aufgesucht hat-
te und führte auf Vorhalt der Aussagen von N.________ aus, dass er ihr von sei-
nem Gras gegeben habe und nicht wisse, warum das eine Rolle spielen sollte, be-
vor er sich dann darüber echauffierte, wegen einem «50er», den er vor zwei Jahren 
bei sich gehabt habe, den Weg von BI.________ zur Polizeiwache in I.________ 
auf sich genommen zu haben (pag. 386 Z. 124 ff.). Die Aussagen von M.________ 
sind als ausweichend und detailarm zu bezeichnen. Die Konversationen zwischen 
dem Beschuldigten 2 und seiner Schwester einerseits sowie zwischen dem Be-
schuldigten 2 und M.________ andererseits lassen zudem vermuten, dass 
M.________ sehr wohl wusste, dass jedenfalls der Beschuldigte 2 mit Drogen zu 
tun hatte und er zumindest beabsichtigte, diese beim Beschuldigten 2 zu kaufen 
(pag. 393: «Hesh du shoggi de M.________ het gern läppu»; pag. 395: 
«Weisch du grad wie vill es git u flappe», «Chasch luege ds es 8g dinne si mindes-
tens ds wer grob»). Auf seine unglaubhaften Aussagen kann daher nicht abgestellt 
werden. 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist gestützt auf die Feststellungen und Si-
cherstellungen der Polizei sowie die Aussagen von N.________ davon auszuge-
hen, dass M.________ das Marihuana nicht bereits zuvor bei sich hatte, sondern er 
und N.________ (via M.________) am 14. Juni 2016 die sichergestellten (abge-
rundet) 8g Marihuana am Domizil des Beschuldigten 3 erworben haben. Welcher 
der drei Beschuldigten den Verkauf tätigte, bleibt unklar. Aufgrund der weiteren 
Tatvorwürfe und Ausführungen zur Zusammenarbeit (vgl. nachfolgend) ist aber da-
von auszugehen, dass nur die Beschuldigten 1-3 vom Domizil des Beschuldigten 3 
aus Drogen veräusserten. Somit ist erstellt, dass M.________ und N.________ die 
Drogen bei den drei Beschuldigten erworben haben, wobei von einer Gesamtmen-
ge von 8g Marihuana ausgegangen wird. 

13. Verkauf von Marihuana, Ecstasy-Pillen und Kokain an O.________ (Ziff. 1.2. 
der Anklageschrift)

13.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Gemäss Ziff. 1.2. der Anklageschrift wird den Beschuldigten folgender Sachverhalt 
zur Last gelegt (pag. 1946, pag. 1949, pag. 1952):
indem er bzw. ein anderes Bandenmitglied O.________ von ca. 2015 bis 16.05.2017 in I.________ 
mindestens 3.6kg Marihuana (Gesamtpreis mindestens CHF 28'800.00), mindestens 60 Ecstasy-
Pillen (Gesamtpreis CHF 300.00) und mindestens 50g Kokain (Gesamtpreis 5'000.00) verkaufte

13.2 Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ führte im Rahmen des Plädoyers aus, dass die Aussa-
gen von O.________ nicht verwertbar seien. Andere Beweismittel gebe es nicht, 
weshalb ein Freispruch zu erfolgen habe (pag. 2525). Rechtsanwältin 
Dr. D.________ brachte vor, dass der Beschuldigte 2 bei den Verkäufen eine Ne-
benrolle eingenommen habe. In dubio sei davon auszugehen, dass ca. 80% der 
Verkäufe über den Beschuldigten 1 und 20% über den Beschuldigten 2 abgewickelt 
worden seien. Beim Kokain sei von «halb halb» auszugehen. Ein allfälliges Be-
weisverwertungsverbot würde aber auch für den Beschuldigten 2 gelten (pag. 2526 
f.). 

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13.3 Beweismittel
Als Beweismittel liegen insbesondere die verwertbaren Aussagen von O.________ 
vom 16. Mai 2017 und vom 9. Januar 2018 (pag. 396 ff., pag. 400 ff.; vgl. für die 
Verwertbarkeit seiner Aussagen Ziff. I.7. hiervor) sowie die Chats und Extraktions-
berichte über die Chats zwischen dem Beschuldigten 1 und O.________ 
(pag. 1259 ff., pag. 1284 ff., pag. 1292 ff.) vor. 

13.4 Beweiswürdigung

O.________ führte anlässlich der Befragung vom 16. Mai 2017 zusammengefasst 
aus, dass er in der Region Bern seit ca. zwei Jahren 150g Marihuana pro Monat 
zum Preis von ca. CHF 1'200.00 kaufe. Manchmal nehme er auch 100g oder 200g, 
in der Regel seien es aber monatlich 150g. 10g konsumiere er selber, den Rest 
verkaufe er dann an diverse Personen (pag. 398 Z. 26 ff.). Ecstasy-Pillen habe er 
ebenfalls verkauft. Diese habe er auch in der Region Bern erworben. Insgesamt 
habe er ungefähr vor einem Jahr ca. 60 Stück à CHF 5.00 gekauft, welche er in 
insgesamt zwei Käufen erworben habe. Zusätzlich habe er noch Kokain für Freun-
de organisiert. Er habe ungefähr 50g für CHF 100.00 pro Gramm erworben. Das 
Kokain habe er in der selben Zeit wie die Pillen erworben. Es seien etwa vier Käufe 
gewesen (pag. 399 Z. 42 ff.). 

Anlässlich der Einvernahme am 9. Januar 2018 gab O.________ auf Vorhalt einer 
WhatsApp-Unterhaltung zwischen ihm und dem Beschuldigten 2 an, dass es dabei 
um die Abholung von Marihuana gegangen sei. Er habe ungefähr während eines 
oder eines halben Jahres Drogen in I.________ erworben (pag. 402 Z. 15 ff.). Wei-
ter führte O.________ aus, dass er die drei Beschuldigten kenne und dass das 
Domizil des Beschuldigten 3 der Treffpunkt gewesen sei (pag. 403 Z. 38 ff.). Aus-
serdem bestätigte er die vorgehaltenen Angaben zum Erwerb von 2’400g bis 
4’800g Marihuana (Gesamtpreis von mind. CHF 19'200.00), 60 Ecstasy-Pillen für 
CHF 300.00 und 50g Kokain für CHF 5'000.00 im Zeitraum zwischen 2015 und 
2017 und dass er die Gesamtmenge in I.________ gekauft habe. Erworben habe 
er die Drogen beim Beschuldigten 1 und 2, hauptsächlich aber beim Beschuldig-
ten 1. Die beiden Beschuldigten hätten bestimmt zusammengearbeitet, beim Be-
schuldigten 3 könne er dies nicht bestätigen. Er sei halt einfach anwesend gewe-
sen (pag. 405 f. Z. 77 ff.). Auf Vorhalt erklärte O.________, der Zeitraum sei ca. ein 
Jahr gewesen, mit Spielraum. Er wisse den genauen Zeitraum nicht mehr 
(pag. 406 Z. 114 ff.). Er bestätigte auf Vorhalt, dass es tatsächlich vier Käufe für 
das Kokain gewesen seien. Die Käufe seien zur Hälfte aufgeteilt gewesen zwi-
schen dem Beschuldigten 2 und 1 (pag. 406 Z. 130 ff.). Der Beschuldigte 3 habe 
ihm kein Kokain verkauft (pag. 406 Z. 135 f.).

Die Kammer kann sich hierzu den Erwägungen der Vorinstanz anschliessen: Die 
Aussagen von O.________ sind detailliert, anschaulich und stimmig. Ein Motiv für 
Falschbelastung ist nicht ersichtlich, im Gegenteil, so muss aufgrund der damit ein-
hergehenden Selbstbelastung davon ausgegangen werden, dass er die zugestan-
dene Menge sicher nicht zu hoch angesetzt hat. Dass er den Zeitraum des Betäu-
bungsmittelerwerbs mit einem bzw. einem halben Jahr – und nicht wie zu Beginn 
der ersten Einvernahme mit zwei Jahren – bezifferte, dürfte dem Zeitablauf ge-
schuldet sein. Jedenfalls bestätigte er dann auf konkreten Vorhalt hin seine anläss-

27

lich der ersten Einvernahme gemachten Angaben. Diese Aussagen werden seitens 
der Beschuldigten (inhaltlich) denn auch nicht in Zweifel gezogen bzw. sie werden 
vom Beschuldigten 2 grundsätzlich bestätigt und durch die Chatnachrichten zwi-
schen ihm und dem Beschuldigten 2 gestützt, wonach sie sich in der für den 
Betäubungsmittelhandel üblichen verschlüsselten Sprache über diverse Treffen 
und die Qualität der Betäubungsmittel unterhielten (vgl. z.B. pag. 1259 f.: «Und si 
dFöteli gnue guet usdruckt worde?», «Für mi scho. Aber füre kolleg isch d uflösig 
zweni guet gsi»; pag. 1261: «Bis wenn muesch wüsse wie viu biuder dasi bruche»; 
pag. 1264). 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist nach dem Gesagten davon auszugehen, 
dass O.________ sämtliche Betäubungsmittel von den Beschuldigten 1 und 2 am 
Domizil des Beschuldigten 3 bezogen hat, wobei die Verkäufe hälftig zwischen den 
beiden aufgeteilt waren. Konkret erwarb er dabei von ca. Mai 2015 bis Mai 2017 
insgesamt 3'600g Marihuana (150g pro Monat während zwei Jahren) für 
CHF 28'800.00 (monatlich je 150g à CHF 1'200.00), im Jahr 2016 60 Ecstasy-
Pillen für CHF 300.00 (CHF 5.00 pro Pille) unter zwei Malen und in den Jahren 
2016 und 2017 50g Kokain für CHF 5’000.00 (CHF 100.00 pro Gramm) unter vier 
Malen. 

14. Verkauf von Marihuana an P.________ (Ziff. 1.3. der Anklageschrift)

14.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Den drei Beschuldigten wird in Ziff. 1.3. der Anklageschrift folgender Sachverhalt 
vorgeworfen (pag. 1947, pag. 1950, pag. 1953):
indem er bzw. ein anderes Bandenmitglied P.________ von mindestens ca. Mai 2017 bis 27.10.2017 
in I.________ mehrmals eine unbestimmte Menge Marihuana verkaufte

14.2 Vorbringen der Parteien

Rechtsanwältin Dr. D.________ führte im Rahmen des Plädoyers aus, dass 
P.________ ausdrücklich ausgesagt habe, nur mit dem Beschuldigten 3 Kontakt 
gehabt zu haben. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die drei Beschuldigten ar-
beitsteilig organisiert gewesen seien. Bei P.________ habe man 0.2g Marihuana 
sicherstellen können, nachdem er aus dem Domizil des Beschuldigten 3 gekom-
men sei. Eine derart geringe Menge werde bekanntermassen nirgends gehandelt. 
Ein Verkauf könne dem Beschuldigten 2 nicht angerechnet werden, der Sachver-
halt sei nicht erstellt (pag. 2527). 

14.3 Beweismittel

Als Beweismittel liegen der Extraktionsbericht über Chats zwischen dem Beschul-
digten 3 und P.________ (pag. 423 ff.), der Berichtsrapport vom 14. November 
2017 (pag. 1056 ff.) und die Einvernahme von P.________ vom 26. Januar 2018 
(pag. 413 ff.) vor.

14.4 Beweiswürdigung

Die Vorinstanz führte aus, dass der Einvernahme von P.________ zufolge am 
27. Oktober 2017 eine Polizeikontrolle in der Einstellhalle des AG.________ (Ein-
kaufszentrum) in I.________ stattgefunden habe, bei welcher P.________ 0.2g 

28

Marihuana auf sich getragen habe und festgestellt worden sei, dass er zuvor aus 
dem Domizil des Beschuldigten 3 gekommen sei. Zwar befinde sich hier kein An-
zeigerapport zu dieser Polizeikontrolle in den Akten, das Gericht stelle aber auf die 
Angaben der Polizei in der Einvernahme ab (pag. 2205; S. 24 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die vorgehaltene An-
gabe von 0.2g der Mengenangabe im Berichtsrapport vom 14. November 2017 wi-
derspricht, wonach P.________ 2g Marihuana auf sich getragen habe (pag. 1058, 
zweiter Absatz). Bei dieser Unstimmigkeit dürfte es sich aber um eine auf Tippfeh-
ler zurückführende Mengenangabe handeln. In Übereinstimmung mit der Vor-
instanz bestehen allerdings keine Hinweise dafür, dass das Auffinden von Marihu-
ana bei P.________ anlässlich der Polizeikontrolle am 27. Oktober 2017 nicht der 
Wahrheit entsprechen sollte. Einzig die Menge muss aufgrund der widersprüchli-
chen Mengenangabe offen bleiben. 

P.________ führte anlässlich der Einvernahme vom 27. Oktober 2017 aus, dass er 
wegen des «Kiffens» bereits mit der Polizei zu tun gehabt habe, sonst nicht 
(pag. 414 Z. 32 ff.). Zudem gab er an, die drei Beschuldigten zu kennen (pag. 414 
Z. 50 ff., pag. 415 Z. 61 ff.). Ansonsten verweigerte er die Aussage, so beispiels-
weise zu den Fragen, was die drei Beschuldigten mit Drogen zu tun hätten und 
ober er von ihnen Drogen gekauft habe sowie auf Vorhalt der Polizeikontrolle und 
der Extraktionsberichte (pag. 415 ff.). 

Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang die Nachrichten von P.________ an 
den Beschuldigten 3, wonach er ihn beispielsweise am 22. Mai 2017 vor der Polizei 
warnte (Nachricht vom 22. Mai 2017 um 20:17 Uhr [pag. 423]) und ihn mehrmals 
fragte, ob er ihm etwas in die Schuhe legen könne (Nachrichten vom 28. August 
2017 um 12:02 Uhr, 2. September 2017 um 18:47 Uhr und 21. September 2017 um 
21:53 Uhr [pag. 424]), er das andere auch in die Schuhe lege (Nachricht vom 
28. August 2017 [pag. 424]) und schrieb, dass es dort sei, wo das andere gewesen 
sei, «T note» (Nachricht vom 3. Juli 2017 [pag.423]). Gestützt auf diese Nachrich-
ten ist offensichtlich, dass es in dieser Konversation um die Übergabe von Betäu-
bungsmitteln gegen Geld ging, ansonsten es nicht nötig gewesen wäre, die erbete-
nen Sache in Schuhen zu deponieren und vor der Polizei zu warnen. Aufgrund des 
bei P.________ aufgefundenen Marihuanas, seines eingestandenen Marihuana-
konsums sowie der Ausführungen der Verteidigung, dass eine bandenmässige Zu-
sammenarbeit betreffend den Beschuldigten 3 einzig in Bezug auf Marihuana in 
Betracht komme (vgl. pag. 2529), ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte 3 
P.________ in der Zeit von ca. Mai 2017 bis spätestens zur Polizeikontrolle am 
27. Oktober 2017 mehrmals eine unbestimmte Menge Marihuana verkaufte. 

15. Verkauf von Betäubungsmitteln an Q.________ (Ziff. 1.4. der Anklageschrift)

15.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Gemäss Ziff. 1.4. der Anklageschrift wird den Beschuldigten folgender Sachverhalt 
vorgeworfen (pag. 1947, pag. 1950, pag. 1953):
indem er bzw. ein anderes Bandenmitglied Q.________ von mindestens 01.01.2014 bis mindestens 
31.12.2016 im Rahmen von rund zehn bis zwanzig Treffen eine unbestimmte Menge an Betäu-
bungsmitteln verkaufte

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15.2 Vorbringen der Parteien

Seitens Rechtsanwältin Dr. D.________ und Rechtsanwalt F.________ wurde an-
lässlich der Berufungsverhandlung im Wesentlichen vorgebracht, dass dieser Vor-
wurf nicht mit dem Anklagegrundsatz vereinbar sei, zumal nicht klar sei, um welche 
Betäubungsmittelart und Menge es gehe und wer wann wie und wieviel verkauft 
habe. Es handle sich dabei um reine Spekulationen (pag. 2527, pag. 2529).

15.3 Beweismittel

Als Beweismittel liegen der Extraktionsbericht des Beschuldigten 2 und 
Q.________ (pag. 438 ff.) sowie die Aussagen von Q.________ vom 10. Januar 
2018 (pag. 428 ff.) vor. 

15.4 Beweiswürdigung

Hinsichtlich der Beweiswürdigung kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwä-
gungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 2206 f.; S. 25 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung):
Dem Extraktionsbericht lassen sich insbesondere folgende Nachrichten zwischen C.________ und 
Q.________ entnehmen: 

- «Duesch eigt. Weder?^^» - (...) «ja voll jetzt wider» - (...) «Wers der moglich was z organisiere?» 
(...) - «hahah jaaa muesh uf I.________ cho» (15.06.2015, p. 438)

- «Ach so..und du hescj grad nix diham?:/» - «ich ha nie daheim das ghört ned mir» - (...) «Gaht 
120» - (...) «jaja» - (...) «Aso 5 +5 +2 gaht da?» (15.07.2015, p. 442 f.)

- «chani ezt 5...&morn mini schulde zrzg zahle ha morn geld» - (...) «nei bi no gad zbern aber i gi-
be schnell es tel viellicjt iscj öpper ume», (...) «also ich han i bscheid gäh alles bestens gash zur 
tür ga lüte» - (...) «de brengi morn nachm scheffe geld» (24.08.2015, p. 444 f.)

- «120?», (...) «esch guet na plus 5» - «het gester nid guet usgseh , viellicht bis de du chunnsch 
besser» (27.08.2015, p. 446)

- «Bruche no» - «i ha nix daheim», (...) «wart i call schnell mim amigo haha», (...) «du suchti hesh 
mi morge zerstört hahaha», (...) «jo was dänksch de du, e kifer wo morge aktiv osch findsch hie 
nirgend s haha», (...) «bis am 12i isch da» - «Oki seischem fahre ez grad ab» (28.11.2015, 
p. 455 f.)

- «haha fuck du muesh di gedulde nochli er het grad nix sry sry» (27.12.2015, p. 457)

Q.________ gab in ihrer Einvernahme an, dass sie nur C.________ von den drei Beschuldigten ken-
ne (p. 430 Z. 57 ff., 61 ff., 73 ff.). Sie bestritt, Drogen von den drei Beschuldigten gekauft zu haben 
(p. 430 Z. 82 ff.). Auf Vorhalt des Extraktionsberichts verweigerte sie ihre Aussage (p. 430 ff. Z. 86 ff.).

Es ist schwer zu vermuten, dass es bei den Nachrichten gemäss Extraktionsbericht um mehrere Dro-
gengeschäfte zwischen Q.________ und C.________ ging. Q.________ fragte zahlreiche Male, ob 
C.________ vor Ort sei und etwas habe, zudem wurde von konkreten Zahlen und Geld gesprochen. 
Es lässt sich jedoch alleine gestützt auf den Extraktionsbericht nicht zweifelfsfrei erstellen, dass es 
sich um konkrete Drogengeschäfte und um welche Drogen und Mengen gehandelt hat. Zudem ist der 
angeklagte Zeitraum vom 01.01.2014 bis 31.12.2016 fraglich, zumal die Chatnachrichten erst ab Mitte 
Juni 2015 bis 25.01.2016 datieren. Es sind auch keine belastenden Aussagen von Q.________ vor-
handen. Insgesamt liegen zu wenige Indizien für den rechtsgenüglichen Nachweis des Sachverhalts 
vor. Entsprechend wurde auch im Anzeigerapport vom 14.01.2019 festgehalten, dass hinreichende 
Beweise fehlten, um Q.________ anzuzeigen (p. 332).

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz und unter Verweis auf deren Begründung 
erachtet auch die Kammer den Sachverhalt gemäss Ziff. 1.4. der Anklageschrift 
gestützt auf die dürftigen Indizien als nicht erstellt. 

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16. Verkauf von Betäubungsmitteln an R.________ (Ziff. 1.5. der Anklageschrift)

16.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Gemäss Ziff. 1.5. der Anklageschrift wird den Beschuldigten folgender Sachverhalt 
vorgeworfen (pag. 1947,