# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0254f4c4-234c-51e1-ae6d-a113822444db
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-24
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 24.01.2014 OG.2013.00060 (OGZ.2014.90)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2013-00060_2014-01-24.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 24. Januar 2014

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2013.00060

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  B.______

  
	
    

  
	
  Berufungskläger

  
	
   

  
	
  vertreten durch
  C.______ Vertreter,  

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  Bank A.______

  
	
    

  
	
  Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Forderung

  
	
   

  
	
   

  
	
  Anträge des Berufungsklägers (gemäss
  Eingabe vom 16. September 2013):

  
	
   

  
	
  „1.     Das Urteil des Kantonsgerichts Glarus vom 26. Juni 2013
  (Verfahren ZG.2012.01074) sei vollumfänglich aufzuheben und die Klage sei
  vollumfänglich abzuweisen.

  
	
   

  
	
  2.       Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für beide Instanzen zu
  Lasten der Klägerin und Berufungsbeklagten.“

  
	
   

  
	
   

  
	
  Anträge der
  Berufungsbeklagten (gemäss Eingabe vom 15. Oktober 2013 :

  
	
   

  
	
  „1.     Die Berufung sei, soweit darauf einzutreten ist, abzuweisen;

  
	
   

  
	
  2.       das Urteil des Kantonsgerichts Glarus vom 26.06.2013 sei
  vollumfänglich zu bestätigen;

  
	
   

  
	
  3.       unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des
  Berufungsklägers.“

  
	
   

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht   zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
   

  
	
  1.— a) Am
  4. Mai 2004 schloss die Bank A.______ mit der D.______ AG einen
  Kreditvertrag. Demnach gewährte die Bank dem Kreditnehmer einen Rahmenkredit.
  Anlässlich einer Versteigerung des Betreibungs- und Konkursamtes des Kantons
  Nidwalden vom 5. Mai 2004 erhielt die D.______ AG den Zuschlag für drei
  Grundstücke. Sie leistete die Anzahlung von Fr. 2‘400‘000.- mit einem
  Check. Dieser Betrag wurde dem Betreibungsamt Nidwalden am 11. Mai 2004
  durch die Bank A.______ gutgeschrieben.

  
	
   

  
	
  b) Am 14. November
  2005 bzw. am 21. Dezember 2005 unterzeichneten dieselben Parteien einen
  Rahmenkreditvertrag über den Betrag von Fr. 20‘000‘000.-.

  
	
   

  
	
  c) Am 26. Oktober
  2006 schlossen die Parteien einen Basisvertrag, welcher „die Grundlage für
  sämtliche Geschäftsbeziehungen des Kunden mit der Bank A.______“ ist.

  
	
   

  
	
  d) Mit Schreiben vom
  9. Januar 2009 kündigte die Bank A.______ den Rahmenkreditvertrag vom
  14. November 2005 bzw. 21. Dezember 2005 und stellte unter anderem auch
  die Kapitalschuld von Fr. 2‘400‘000.- nebst Zins mit sofortiger
  Rückzahlungsfrist fällig.

  
	
   

  
	
  2.— a) Mit
  Zahlungsbefehl vom 8. April 2009 betrieb die Bank A.______ die D.______
  AG an deren damaligem Sitz in St. Gallen für Fr. 2‘400‘000.- und
  für Fr. 74‘616.65 nebst Zins und Kosten (nachfolgend St. Galler
  Rechtsöffnung). Die D.______ AG erhob Rechtsvorschlag. In der Folge stellte die
  Bank A.______ ein Gesuch um Rechtsöffnung für Fr. 2‘475‘431.30 zuzüglich
  Zins beim Kreisgericht Rorschach, welches infolge der Sitzverlegung der
  D.______ AG nach […] zuständig war. Das Kreisgericht wies das
  Rechtsöffnungsbegehren ab, auferlegte die Gerichtskosten von Fr. 2‘000.-
  der Bank A.______  und sprach der D.______ AG eine Parteientschädigung von
  Fr. 7‘531.70 zu.

  
	
   

  
	
  b) Das Kantonsgericht
  St. Gallen hob im Rekursverfahren diese Verfügung auf und erteilte der
  Bank A.______ provisorische Rechtsöffnung für Fr. 2‘400’000.- nebst Zins
  und Betreibungskosten und wies das Rechtsöffnungsbegehren im Mehrbetrag ab.
  Die Gerichtskosten von Fr. 2‘000.- für das erstinstanzliche und von
  Fr. 3‘000.- für das Rekursverfahren auferlegte das Gericht der D.______
  AG, welche überdies verpflichtet wurde, die Bank A.______ für beide Verfahren
  mit Fr. 3‘000.- zu entschädigen.

  
	
   

  
	
  c) In der Folge gelangte
  die D.______ AG an das Bundesgericht. Dieses hiess die Beschwerde in
  Zivilsachen gut, hob den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom
  12. April 2010 auf und wies das Rechtsöffnungsbegehren ab. Die
  Gerichtskosten von Fr. 20‘000.- für das bundesgerichtliche Verfahren
  auferlegte das Bundesgericht der Bank A.______. Die Bank A.______ wurde
  überdies verpflichtet, die D.______ AG für das bundesgerichtliche Verfahren
  mit Fr. 20‘000.- zu entschädigen. Die Verlegung der kantonalen Kosten
  übertrug das Bundesgericht dem Kantonsgericht St. Gallen.

  
	
   

  
	
  d) Schliesslich wurden die
  Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens von Fr. 2‘000.- und jene
  des Rekursverfahrens von Fr. 3‘000.- durch das Kantonsgericht
  St. Gallen der Bank A.______ auferlegt, welche zudem verpflichtet wurde,
  der D.______ AG für das Verfahren vor beiden kantonalen Instanzen eine
  Parteientschädigung von insgesamt Fr. 11‘297.55 zu bezahlen.

  
	
   

  
	
  3.— a) Die Bank A.______ teilte B.______ mit Schreiben vom
  7. Dezember 2010 mit, dass die D.______ AG der Bank A.______ knapp
  Fr. 3 Mio. schulde. Unter diesen Umständen werde sie die
  Parteientschädigung von Fr. 20‘000.- nicht auszahlen, sondern die
  Verrechnungseinrede erheben. Sie werde dem Konto „fester Vorschuss“
  Fr. 20‘000.- gutschreiben, unter dem Vorbehalt der Rückforderung. Dagegen
  brachte die D.______ AG bzw. B.______ mit Schreiben vom 8. Dezember 2010
  vor, dass die Einrede der Verrechnung nicht zu hören und er beauftragt sei,
  die Betreibung einzuleiten, wenn der Betrag von Fr. 20‘000.- nicht bis
  spätestens 13. Dezember 2010 überwiesen sei. 

  
	
   

  
	
  b) Am 23. Dezember
  2010 trat die zwischenzeitlich umfirmierte D.______ AG die
  Parteientschädigung der St. Galler Rechtsöffnung von Fr. 20‘000.-
  für das Verfahren vor Bundesgericht und von Fr. 11‘297.55 für das
  Verfahren vor den kantonalen Instanzen an Rechtsanwalt B.______ ab. Die
  Abtretung von Parteientschädigungen hatten B.______ und die D.______ AG
  bereits in „Auftrag und Vollmacht“ vom 16. Dezember 2009 vereinbart.

  
	
   

  
	
  c) B.______ betrieb die
  Bank A.______ mit Zahlungsbefehlen vom 11. Januar 2011 für die Forderung
  von Fr. 20‘000.- und von Fr. 11‘297.55. Die Bank A.______ erhob
  Rechtsvorschlag. In der Folge stellte B.______ beim Kantonsgericht Glarus
  zwei Rechtsöffnungsbegehren (Glarner Rechtsöffnungen). In den beiden Verfahren wurde ihm am 4. Mai 2011 die
  Rechtsöffnung für Fr. 20‘000.- bzw. Fr. 11‘297.55 nebst Zins
  erteilt. Die Gerichtsgebühr von je Fr. 500.- wurde der Bank A.______ auferlegt,
  welche überdies verpflichtet wurde, B.______ Parteientschädigung in der Höhe
  von Fr. 1‘000.- und von Fr. 500.- zu bezahlen. 

  
	
   

  
	
  d) Mit Schreiben vom 17. Mai 2011 teilte die Bank
  A.______ B.______ mit, dass Fr. 20‘000.- Parteientschädigung und
  Fr. 11‘297.55 Parteientschädigung aus der St. Galler Rechtsöffnung,
  die Gerichtsgebühren von je Fr. 500.- und die Parteientschädigungen von
  je Fr. 1‘000.- für die Glarner Rechtsöffnungen überwiesen würden. Die
  Bank A.______ teilte überdies mit, dass sie die Verrechnung, welche sie den
  genannten Forderungen entgegengestellt habe, mit der Überweisung nicht
  zurückziehe und dass den abgetretenen Forderungen von Fr. 20‘000.- und
  Fr. 11‘297.55 die Einrede der Verrechnung weiterhin anhafte. Am
  24. Mai 2011 schrieb die Bank A.______ Fr. 35‘096.00  an B.______
  gut. 

  
	
   

  
	
  4.— a) Mit Eingabe vom 14. April 2011 erhob
  die Bank A.______ eine Forderungsklage gegen die D.______ AG beim
  Kantonsgericht Glarus. Gegenstand der Klage ist eine Teilforderung von
  Fr. 1‘000‘000.- aus dem Kreditvertrag vom 4. Mai 2004.

  
	
   

  
	
  b) Am 23. Januar 2013, wurde über die D.______ AG
  der Konkurs eröffnet. Der Forderungsprozess wurde einstweilen sistiert.

  
	
   

  
	
  c) Die Forderung wurde anerkannt und das Verfahren
  schliesslich abgeschrieben.

  
	
   

  
	
  5.— a) Nachdem die Bank A.______ B.______ mit
  Zahlungsbefehl vom 11. Mai 2011 des Betreibungsamtes Appenzeller
  Mittelland über den Betrag von Fr. 31‘815.55 nebst Zins und Kosten des
  Zahlungsbefehls betrieben und dieser Rechtsvorschlag erhoben hatte, machte die
  Bank A.______ am 26. September 2012 schliesslich eine
  Rückforderungsklage nach Art. 86 SchKG beim Kantonsgericht anhängig.
  Beim Forderungsbetrag handelt es sich um die Parteientschädigung aus der
  St. Galler Rechtsöffnung.

  
	
   

  
	
  b) Mit Urteil vom 26. Juni 2013 verpflichtete das
  Kantonsgericht B.______, der Bank A.______ Fr. 31‘814.55 nebst Zinst zu
  5 % seit 16. Mai 2012 zu bezahlen. Weiter beseitigte das
  Kantonsgericht den Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 20121000
  (Zahlungsbefehl vom 11. Mai 2012) des Betreibungsamtes Appenzellerland
  im vorgenannten Umfang sowie für die Gerichtskosten, die Parteientschädigung
  und die Betreibungskosten. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4‘000.- wurde
  B.______ auferlegt, welcher überdies verpflichtet wurde, der Bank A.______
  eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘000.- zu bezahlen.

  
	
   

  
	
  c) Gegen diesen Entscheid ging B.______ am
  16. September 2013 fristgerecht in Berufung und stellte die einleitend
  wiedergegebenen Anträge. die Bank A.______ beantwortete die Berufung mit
  Eingabe vom 15. Oktober 2013.

  
	
   

  
	
   

  
	
  II.

  
	
   

  
	
  1.— Mit der Berufung
  können die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige Feststellung des
  Sachverhaltes durch die Vorinstanz gerügt werden (Art. 310 ZPO). 

  
	
   

  
	
  2.— a) Der
  Berufungskläger bringt vor, die Vorinstanz habe das Recht falsch angewendet
  und rügt, er habe bereits vor Vorinstanz vorgebracht, dass im vorliegenden
  Verfahren über die von der Berufungsbeklagten zur Verrechnung gestellte
  Forderung nicht entschieden werden könne, weil diese Forderung bereits
  Gegenstand des rechtshängigen Verfahrens ZG.2011.00330 sei. Selbst im Falle
  einer rechtskräftigen Kollokation der Forderung der Berufungsbeklagten
  gegenüber der D.______ AG in Liquidation müsste er [B.______] sich dies nicht
  entgegenhalten lassen. Die Bank A.______ hätte ihm in jenem Verfahren den
  Streit verkünden müssen. Da sie dies nicht getan habe, habe es sich die Bank
  selbst zuzuschreiben, dass die Forderung im vorliegenden Verfahren nicht
  bewiesen werden könne. Die Argumentation, dass das Kollokationsurteil keine
  Rechtskraft über den Konkurs hinaus entfalte, sei rechtsfehlerhaft. Der
  Kollokationsplan im Konkurs der D.______ AG in Liquidation sei erst nach der
  Hauptverhandlung aufgelegt worden, zum Zeitpunkt des Aktenschlusses sei das
  Schicksal des Prozesses ZG.2011.00330 völlig ungewiss gewesen. Einer
  Beurteilung der zur Verrechnung gestellten Forderung der Bank A.______ sei
  die Litispendenz entgegen gestanden, im vorinstanzlichen Prozess hätte nicht
  über diese Forderung entschieden werden dürfen. Die Frage, ob einem gemäss
  Art. 260 SchKG weitergeführten Prozess Rechtskraft über den Konkurs
  hinaus zukommt, spiele im vorliegenden Zusammenhang keine Rolle, die Frage
  der Litispendenz sei von der Frage der res iudicata zu trennen.

  
	
   

  
	
  b) Das Gericht tritt auf
  eine Klage ein, sofern die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 59
  Abs. 1 ZPO). Prozessvoraussetzungen sind insbesondere, dass die Sache
  nicht anderweitig rechtshängig ist und dass die Sache noch nicht
  rechtskräftig entschieden ist (Art. 59 Abs. 2 lit. d und e
  ZPO).

  
	
   

  
	
  c) Die Bestimmung, dass
  keine anderweitige Rechtshängigkeit bestehen darf, will verhindern, dass
  gleichzeitig oder hintereinander über den gleichen Streitgegenstand zwischen
  denselben Parteien ein Prozess stattfindet (BSK-Gehri, Art. 59 ZPO N 13). Dies ist hier nicht
  der Fall. Im vorliegenden Verfahren sind B.______ und die Bank A.______
  Partei. Gegenstand des Verfahrens ist die Frage, ob die Bank A.______ von
  B.______ Fr. 31‘814.55 nebst Zins zurückfordern kann. Dagegen betrifft
  das Verfahren ZG.2011.00330 eine Forderungsklage der Bank A.______ gegen die
  D.______ AG in Liquidation. Wohl ist vorfrageweise zu klären, ob die Bank
  A.______ der D.______ AG in Liquidation bzw. der D.______ AG einen Kredit von
  Fr. 2‘400‘000.- ausbezahlt hat. Dies ändert aber nichts daran, dass die
  Parteien der beiden Verfahren ZG.2011.00330 und ZG.2012.01074 bzw.
  OG.2013.00060 nicht identisch sind. Die Antwort auf die Vorfrage gehört bloss
  zu den Urteilserwägungen und wird damit nicht rechtskräftig und hat folglich
  auch keine präjudizielle Wirkung auf den anderen Prozess (vgl. BK-Zingg, Art. 59 N 129). 

  
	
   

  
	
  d) Mit dem Erfordernis,
  dass in der gleichen Sache nicht bereits ein Urteil vorliegen darf, soll
  verhindert werden, dass die gleiche Sache zwischen denselben Parteien bei
  verschiedenen Gerichten zur Beurteilung gelangt. Dabei soll die Gefahr sich
  widersprechender Urteile vermieden werden und der definitive Rechtsfriede
  durch ein bindendes autoritatives Urteil wieder hergestellt werden (BSK-Gehri, Art. 59 ZPO N 18).
  Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass über dieselbe Sache bereits ein
  rechtskräftiges Urteil existieren würde, weshalb keine abgeurteilte Sache
  (res iudicata) vorliegt.

  
	
   

  
	
  e) Im Übrigen stellt das
  Kantonsgericht fest, dass die tatsächlichen Vorausssetzungen für eine
  Forderung von der Bank A.______ gegen die D.______ AG bestehen. B.______ rügt
  diesbezüglich keine falsche Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz.

  
	
   

  
	
  f) Zusammenfassend kann
  festgehalten werden, dass keine negativen Prozessvoraussetzungen vorliegen
  und die Vorinstanz zu Recht auf die Klage eingetreten ist. Im Übrigen kann
  auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zur Rechtskraft des
  Kollokationsurteils betreffend die D.______ AG verwiesen werden. 

  
	
   

  
	
  3.— a) Weiter, so
  der Berufungskläger, sei unstrittig, dass die Berufungsbeklagte aus
  prozessualen Gründen im Rechtsöffnungsverfahren mit ihrer Verrechnungseinrede
  auch dann nicht durchgedrungen wäre, wenn die Parteient­schädigung nicht an
  den Berufungskläger abgetreten und von diesem geltend gemacht worden, sondern
  im Namen der D.______ AG in Liquidation eingetrieben worden wäre. Im Falle
  einer Zahlung an die D.______ AG in Liquidation AG müsste sich die
  Rückforderungsklage gegen diese und nicht gegen den Berufungskläger richten.
  Da die D.______ AG in Liquidation im Zeitpunkt der Einleitung der
  Rückforderungsklage bereits im Konkurs war, wäre es der Berufungsbeklagten ohne
  Abtretung nicht möglich gewesen, den vollen bezahlten Betrag gestützt auf
  Art. 86 SchKG zurückzufordern, da höchstens eine Konkursdividende zu
  holen gewesen wäre. Eine solche Besserstellung widerspreche dem Sinn und
  Zweck von Art. 169 OR. Entscheidend sei nicht, dass er (der
  Berufungskläger) allenfalls eine einredebelastete Forderung durch Abtretung
  erworben habe, sondern die Tatsache, dass die Berufungsbeklagte nur in Folge
  der Abtretung überhaupt in den Genuss der Rückforderungsklage gemäss Art. 86
  SchKG kam. Die vorliegend zu beurteilende Rückforderungsklage sei deshalb
  abzuweisen, weil deren Gutheissung zu einer mit Sinn und Zweck von
  Art. 169 OR nicht zu vereinbarenden Besserstellung der
  Berufungsbeklagten führen würde.

  
	
   

  
	
  b) Einreden, die der Forderung
  des Abtretenden entgegenstanden, kann der Schuldner auch gegen den Erwerber
  geltend machen, wenn sie schon zu der Zeit vorhanden waren, als er von der
  Abtretung Kenntnis erhielt (Art. 169 Abs. 1 OR). Mit der Vorinstanz
  und der Lehre ist davon auszugehen, dass der Zweck dieser Bestimmung im
  Schutz des Schuldners und nicht jenem des Zessionars liegt. Der
  Schuldnerschutz findet seine Grenze darin, dass der Schuldner nicht aus der
  Zession Profit schlagen können soll. Aus diesem Grund sollen dem Schuldner alle
  Verteidigungsmittel verwehrt sein, die ihm auch dann nicht gegen den Zedenten
  zur Verfügung stehen würden, wenn die Zession nicht stattgefunden hätte. Auf
  der anderen Seite nimmt das Gesetz in Kauf, dass der Zessionar beim
  Forderungserwerb das Risiko von Einreden und Einwendungen des Schuldners
  eingeht (BSK-Girsberger,
  Art. 169 OR N 1). 

  
	
   

  
	
  c) Die Bank A.______ erhob
  am 17. Mai 2011 gegenüber der D.______ AG bzw. einer Anwältin im Büro
  des Berufungsklägers die Verrechnungseinrede über die gesamte Parteientschädigung
  aus dem St. Galler Rechtsöffnungsverfahren. Nichtsdestotrotz beantragte
  B.______ erfolgreich die definitive Rechtsöffnung (vgl. Verfahren
  ZG.2011.00121 und ZG.2011.00143). In der Folge bezahlte die Bank A.______
  Fr. 35‘096.-. Dieser Sachverhalt ist der Beurteilung zu Grunde zu legen.
  Die Argumentation des Berufungsklägers geht an der Sache vorbei und verfängt
  nicht. Es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen
  der Vorinstanz verwiesen werden. Im Übrigen legt die Vorinstanz in ihrem
  Entscheid eingehend dar, dass die Bank A.______ gegen die D.______ AG
  verrechenbare Forderungen im Sinne von Art. 120 OR hat und unter
  Betreibungszwang eine Nichtschuld bezahlte. Auf diese Erwägungen kann
  vollumfänglich verwiesen werden.

  
	
   

  
	
  4.— a) Der
  Berufungskläger bringt weiter vor, dass die Berufungsbeklagte durch ihre
  Prozessführung im über drei Instanzen bis vor Bundesgericht geführten
  Rechtsöffnungsverfahren gegen die D.______ AG mutwillig unnötigen Aufwand
  generiert habe, da es ihr im Rahmen des Rechtsöffnungsverfahrens nicht
  möglich war, die behauptete Auszahlung eines Darlehens über
  Fr. 2‘400‘000.- zu beweisen. Für diesen Aufwand sei der D.______ AG eine
  Parteientschädigung zugesprochen worden, welche sie dem vorliegenden Berufungskläger
  abgetreten habe. Die Zahlung der Parteientschädigung habe sich die
  Berufungsbeklagte durch die mutwillige Prozessführung selber zuzuschreiben,
  wäre der Aufwand doch nicht entstanden, wenn die Berufungsbeklagte direkt
  eine Klage im ordentlichen Verfahren gegen die D.______ AG in Liquidation
  eingeleitet hätte. Die Berufungsbeklagte habe deshalb eine allfällige
  betreibungsrechtliche Zwangslage im Sinne von Art. 86 SchKG selber
  verschuldet, weshalb sich die von ihr angehobene Rückforderungsklage im Sinne
  von Art. 86 SchKG als offenkundig rechtsmissbräuchlich erweise und
  deshalb nicht zu schützen sei.

  
	
  Die Vorinstanz habe sich trotz
  des detailliert vorgetragenen Einwandes der Rechtsmissbräuchlichkeit der
  Rückforderungsklage nicht damit auseinandergesetzt.

  
	
  Würde die Rückforderungsklage der
  Bank A.______ gutgeheissen, würde der Berufungskläger im Ergebnis für seinen
  von der Berufungsbeklagten verursachten Aufwand nicht entschädigt.

  
	
   

  
	
  b) Rein
  betreibungsrechtliche Streitigkeiten wie die definitive oder provisorische
  Rechtsöffnung haben keine über die hängige Betreibung hinausgehende
  Rechtskraft. Rechtsöffnungsentscheide können einen in ihrem Gefolge
  allenfalls stattfindenden materiellrechtlichen Prozess nicht präjudizieren
  (BK-Zingg, Art. 59 ZPO
  N 118 f., m.w.H.). Insofern ist nicht auf solche mit dem
  vorliegenden Verfahren im Zusammenhang stehende Entscheide abzustellen. Es
  sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass das St. Galler
  Rechtsöffnungsverfahren missbräuchlich gewesen sein könnte. Im Übrigen kann auf
  E. III.3 des vorinstanzlichen Entscheides  verwiesen werden. Darin hat
  sich das Kantonsgericht entgegen den Vorbringen des Berufungsklägers mit der
  Missbräuchlichkeit der Rückforderungsklage auseinandergesetzt.

  
	
  Soweit der Berufungskläger
  vorträgt, er würde im Ergebnis für seinen von der Berufungsbeklagten
  verursachten Aufwand nicht entschädigt, ist die Argumentation nicht
  stichhaltig; für seinen Aufwand wird der Anwalt durch die Auftraggeberin
  entschädigt, soweit er sich eine einredebelastete Forderung abtreten lässt,
  ist dies seine Sache.

  
	
   

  
	
   

  
	
  III.

  
	
   

  
	
  Zusammenfassend ist festzuhalten,
  dass die Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts vom 26. Juni 2013
  abzuweisen ist. Die Kosten sind ausgangsgemäss dem Berufungskläger
  aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Dieser ist überdies zu
  verpflichten, der Berufungsbeklagten eine angemessene Umtriebsentschädigung
  zu bezahlen (Art. 106 i.V.m. Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO; Suter/von Holzen, in:
  Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen
  Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Art. 95 N 42). Bei diesem
  Ausgang besteht keine Veranlassung zu einer Korrektur der vorinstanzlichen
  Kostenregelung (Dispositiv Ziff. 4-6).

  
	
  Der Streitwert übersteigt
  Fr. 30‘000.-.

  
	
   

  ____________________

   

  
	
  Das Gericht   erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Berufung wird abgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtsgebühr von Fr. 4‘000.- für das
    Berufungsverfahren wird dem Berufungskläger auferlegt und von dem von ihm
    geleisteten Kostenvorschuss bezogen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Der Berufungskläger wird verpflichtet, der
    Berufungsbeklagten für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von
    Fr. 2‘000.- zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Mitteilung an:

    
	
    [...]

    	
     

    
	
     

     

     

    Das Bundesgericht hat diesen
    Entscheid im Urteil 4A_95/2014 vom 10. Juli 2014 bestätigt.