# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5def448-1149-5d61-b40a-57e5a79c38b0
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-02-20
**Language:** de
**Title:** Skiunfall und zwei Heckauffahrkollisionen; natürliche Kausalität zum intrakraniellen Aneurysma nicht erstellt, das auch spontan auftreten kann; rechtliche Adäquanz zwischen den fortbestehenden Beschwerden (AUF 20 %) und den Autounfällen verneint (Psycho- bzw. Schleudertrauma-Praxis, abhängig vom Zeitpunkt der Erstmanifestation der Beschwerden). (BGE 8C_273/2020)
**Docket/Reference:** UV.2018.00235
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2018.00235.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2018.00235
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiberin Bonetti
Urteil
vom
20. Februar 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Oskar
Gysler
Advokatur
Thöni
Gysler
Schweizergasse 8, Postfach, 8021 Zürich 1
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1966, war als Geschäftsführer der
Y.___
AG
(
Urk.
8/
I/17)
bei der Suva gegen Unfälle obligatorisch versichert (
Urk.
8/I/1
)
, als
am
9.
November 2015
ein
Fahrzeug
von hinten
auf
sein Fahrzeug
auffuhr
, während er an einem Lichtsignal stand
(
Urk.
8/
I
/
9/3
)
.
Nach
einigen Tagen
traten beim Versicherten
Kopf- und Nackenschmerzen,
Schwindel
sowie
Übelkeit auf (
Urk.
8/I/18).
Am
1. Dezember 2015
k
onsultierte er
erstmals
d
en
Hausarzt
(
Urk.
8/I/18)
.
Im MRT
der Halswirbelsäule
(HWS)
vom 3.
Dezember 2015 zeigten sich degenerative Veränderungen bei
kyphotischer
Feh
l
haltung
C3
bis C7
mit
be
gleitenden
Neuroforamenstenosen
und
möglichen
inforaminalen
Nervenwurzel
irri
tationen
C6 und C
7.
Eine traumatische Läsion liess sich nicht nachweisen
(
Urk.
8/I/8).
In den
darauf
folgenden Monaten
steigerte
der Versicherte
sein
Arb
eits
pensum
auf
50
%
(
Urk.
8/I/26 und 8/I/28)
.
Am 1
5.
Juni 2016
wurde bei weiteren
bildgebende
n
Abklärungen
ein
je nach Messrichtung
5-7 mm grosses, breit auf
sitzendes Aneurysma im V4 Segment der linken Wirbelarterie
festgestellt (
Urk.
8/I/33
und
8/I/32/2
)
, das im Vergleich
zu einer
Voruntersuchung
im
Juni
2012 neu entstanden war (vgl.
Urk.
8/I/43).
1.2
Am 1
7.
August 2016
war der Versicherte an einer
weiteren
Heckauffahrkollision im stockenden Kolonnenverkehr beteiligt
,
bei der
das Fahrzeug hinter
ihm
von einem dritten Fahrzeug
auf das seine ges
choben
wurde
(
Urk.
8/II/76/4)
.
Innert
weniger Stunden
traten beim Versicherten
ähnliche
Beschwerden wie beim
vor
her
gehenden
Autounfall
auf
(
Urk.
8/
II/13
/2
). In
der
bildgebenden
Untersuchung des Schädels vom
25.
August 2016 zeigte sich
ein stationärer Befund
bezüglich des Aneurysma
s
. Die übrigen Befunde
entsprachen
denjenigen in der
Vorunter
suchung
vom Juni
2012
(
Urk.
8/I/43
; vgl. ferner
Urk.
8/I/39
).
Im MRI der
HWS
vom
22.
November 2016
zeigte
sich die r
echts laterale
Diskushernierung
C6/7
im Vergleich zur
Voruntersuchung
vom Dezember
2015
als
diskret progredient. Die entzündlichen Veränderungen
,
angrenzend an die Anschlussplatten des Seg
men
tes 6/7
,
waren
neu aufgetreten und retrospektiv
allenfalls d
iskret abzugrenzen (
Urk.
8/II/24
/1-2
)
.
Bis Ende März 2017
steigerte der Versicherte sein Arbeits
pen
sum
erneut auf 50
%
. Ab
Mitte
Januar 201
8
wurde ihm
vom Hausarzt
eine Arbeitsunfähigkeit von
noch
30 %
, ab Anfang
Mai 201
8
eine solche von
noch
20
%
attestiert
(
Urk.
8/II/60
und 8/II/
101
/2
).
1.3
Die Suva erbrachte
nach Eingang der Schadenmeldung
en
vom
3.
Dezember 2015 (
Urk.
8/I/1)
und 1
8.
August 2016
(
Urk.
8/II/2)
zunächst die gesetzlichen Leis
tung
en (Taggeld und Heilkosten;
Urk.
8/
I/
6
und 8/II/26
).
Im
Januar 2017
liess ihr der
Haftpflichtversicherer
ein
unfallanalytische
s
Gutachten zum Unfall vom 1
7.
August 2016
zukommen
(
Urk.
8/II/76).
Gestützt auf die Einschätzung der Kreisärztin
Dr.
med.
Z.___
, Fachärztin für Chirurgie, speziell Gefässchirurgie,
vom 1
1.
April 2017
(
Urk.
8/I
/
61)
erliess die Suva gleichentags eine Verfügung, mit
der
sie ihre
Leistungspflicht bezüglich des Aneurysmas mangels eines Kausal
zusammenhangs mit den Ereignissen vom 9. November 2015
und
2.
März 2012
(Skiunfall, vgl.
dazu Urk.
8/I/17)
verneinte
. Ergänzend hie
lt sie fest, vorerst wei
ter
hin L
eistungen
für die erlittenen Schleudertraumata zu erbringen
(
Urk.
8/I/62).
Gegen die
Verfügung
erhob der Versicherte am 18.
Mai 2017
–
unter Beilage einer Stellungnahme seines behandelnden Neurologen
Dr.
med.
A.___
(
Urk.
8/I/72/4) –
Einsprach
e
(
Urk.
8/I/72/1-2)
.
In der Folge
veranlasste di
e Suva ein neurologisches Konsilium bei
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Neurologie
(
Urk.
8/II/84)
, der
den Versicherten am 28.
November 2017
untersuchte
und
Bericht erstattete
(
Urk.
8/I/88).
Mit Verfügung vom 1
3.
Dezember 2017
stellte die Suva
sämtliche
Le
istungen per sofort ein und vern
einte
mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den
noch
geklagten Beschwerden
und den
Ereignissen vom 9.
November
2015 und 1
7.
August
2016
einen Anspruch auf eine Invalidenrente
und/oder
eine Integri
tätsentschädigung
(
Urk.
8/I/89). Dageg
en erhob der Versicherte am 30.
Januar 2018 Einsprache (
Urk.
8/I/90).
Die
Einsprachen
gegen die Verfügungen vom 1
7.
April
2017
und 1
3.
Dezember 2017
wies die Suva
mit
Entscheid vom
2
4.
August 2018 ab und entzog einer allfälligen Beschwerde
dagegen
die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte
mit Eingabe vom 20.
Septem
ber 2018
Beschwerde
. Darin beantragte er, die Suva sei zu verpflich
ten,
einerseits ihre Leistungspflicht für das Aneurysma anzuerkennen und andererseits weiterhin
Taggeldleistungen auszurichten
sowie
ihm die Kosten der Heilbehandlung z
u erstatten. Eventualiter sei
eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen
(
Urk.
1 S. 2). Die Suva schloss in der Beschwerdeantwort vom
2
6.
November 2018
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Mit Verfügung vom 2
8.
November 2018 ordnete das Sozialversicherungsgericht einen zweiten Schrif
tenwechsel an (
Urk.
9).
In der Replik vom
2
0.
März 2019
(
Urk.
14
), unter Beilage medizinischer Fachliteratur (
Urk.
15/13
)
,
sowie der Duplik vom
1
8.
April
2019 (
Urk.
18
) hielten die Parteien an
ihren Anträgen fest. Letztere wurde dem Ver
sicherten mit Verfügung vom 23.
April 2019 zur Kenntnis
gebracht
(
Urk.
19).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
set
zes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten. Indes sieht Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden. Vorliegend finden deshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG), so steht ihr ein Taggeld zu
(
Art.
16
Abs.
1 UVG)
. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
).
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person überdies Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden
jedoch
nur insoweit, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum ver
sicherten Ereignis steht
(
BGE 129 V 177 E.
3.1;
Urteil des Bundesgerichts 8C_834/2018 vom 1
9.
März 2019 E. 3.1).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
geh
enden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, ferner auch Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des
Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
2.
2.1
Zwischen den Parteien ist
vorab strittig
, ob
die Beschwerdegegnerin gestützt auf die kreisärztliche
Beurteilung
zu Recht einen
natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen
dem
Autounfall
vom
9.
November 2015
(eventualiter
dem Skiunfall
im
Jahr 2012
)
und
dem
am 1
5.
Juni 2016 diagnostizierten Aneurysma
verneint
e
oder diesbezüglich insbesondere aufgrund des
Attest
s
von
Dr.
A.___
Anlass zu weiteren Abklärungen
besteht
(
Urk.
2
Ziff.
2a
;
Urk.
1
Ziff.
9-
21
).
2.2
Zur Adäquanzprüfung e
rwog
die Beschwerdegegnerin,
nach den
Schleudertrau
mata vom 9.
November 2015 und 1
7.
August 2016
bestünden keine objektivier
baren Unfallfolgen im Sinne struktureller Veränderungen. Da die Latenzzeit bis zum Auftreten der Beschwerden nach dem
ersten
Schleudertrauma mehr als 72
Stunden betragen habe,
seien
diese nicht als
unfallkausal
zu betrachten
. Nach dem zweiten Schleudertrauma sei ab dem 1
3.
Dezember 2017 prospektiv keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten gewesen
(
Urk.
2
Ziff.
3), wobei das Unfallereignis gestützt auf das unfallanalytische Gutachten und die bundesgerichtliche Praxis zu einfachen Verkehrsunfällen als höchstens mittelschwerer Unfall an der Grenze zu
den leichten Unfällen
einzustufen sei. Es komme die Schleudertrauma-
Praxis
zur Anwendung, wobei kein einziges Zusatz
kriterium erfüllt sei
(
Urk.
2
Ziff.
4).
Der
Beschwerdeführer
hielt indessen
dafür,
e
in verzögerter Heilungsverlauf sei bei sich negativ beeinflussenden
Unfallereig
nissen
, Aneurysma, degenerativen Veränderungen
an
der HWS
und
unterent
wick
elter
Wirbel
arterie
[rechts]
plausibel.
Da
sich
der Zustand inzwischen ge
bessert habe, sei
der Fallabschluss somit verfrüht erfolgt (
Urk.
1
Ziff.
23-29).
3.
3.1
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall
ereignis
und dem eingetretenen Schaden
sind alle Umstände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür
lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heit
liche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
3.2
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung e
in natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber nach dem
im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
sche
in
lichkeit zu befinden
ist
. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
3.3
Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Be
weislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Un
gunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
indessen
erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrschein
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen
; soeben erwähntes Urteil 8C_819/2016 E. 3.2.3
).
4.
4.1
Die Frage, wie wahrscheinlich ein bei der Beschwerdegegnerin versichertes Unfallereignis im oben umschriebenen Sinn (mit)ursächlich für die Entstehung
d
es Aneurysma
s
beim Beschwerdeführer ist, wird in den vorhanden medizi
ni
schen Unterlagen unterschiedlich beantwortet.
Der Radiologe
Dr.
med.
C.___
schlussfolgerte zum MRT des Schädels vom 1
5.
Juni 2016, es zeige sich ein je nach Messrichtung 5 bis 7 mm grosses, breit aufsitzendes Aneurysma im V4 Segment der linken
Arteria
vertebralis. Möglich wäre auch ein traumaassoziiertes Aneurysma nach lokalem
Intimariss
. Eine
längerstreckige
Dissektion im intrakraniellen-
kraniozervikalen
Übergang sei nicht nachzuweisen. Die Indikation zur MRT wurde aufgrund des
Unfall
s
vom 9.
November 2015 mit HWS- und Schädeltrauma
gestellt
. Dabei wurden auch
persistierende Kopf- und Nackenschmerzen
,
eine
b
egleitend
e
Leistungsminderung
,
Gedächtnisstörungen sowie eine
sonographisch gesehen hypoplastische
rechte
A
rteria
vert
ebralis
er
wähnt
(
Urk.
8/I/32/2).
4
.
2
Gestützt darauf
diagnostizierte
der behandelnde
Dr.
A.___
im
Bericht vom 2
7.
Juni 2016 den Verdacht auf ein posttraumatisches Aneurysma. Dazu erläu
terte er,
am
9.
November 2015 sei ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit auf das Fahrzeug des Beschwerdeführers aufgefahren.  Mit einer Latenz von ca. 10
Tagen seien Kopfschmerzen und Schmerzen im Nacken- und Schulter
gürtel
be
reich auf
ge
treten, welche sich nur unvollständig zurückgebildet hätten. D
as sono
graphisch und MR-angiographisch dargestellte Aneurysma im V4-Segment der
Arteria
vertebralis links sei in Anbetracht der Anamnese vermutlich als Folge einer Verletzung der Arterie mit
Intimaeinriss
im Zusammenhang mit dem Unfall vom
9.
November 2015 anzusehen.
Aktuell sei von neurologischer Seite keine eindeutig auf diesen Gefässbefund zu beziehende klinische Symptomatik nachweisbar, bei der aktuellen kranialen MRI-Untersuchung sei keine zerebrale Ischämie abgrenzbar. Das gegenwärtig besteh
ende Beschwerdebild sei wahrscheinlich überwiegend
muskuloskelettal
bedingt, bei seit dem Unfall persistierenden Verhärtungen und Verspannungen der para
ver
tebralen Muskulatur im Hals- und Brustwirbelsäulen-Bereich und zusätzli
chen
, radiologisch nachgewiesenen degenerativen HWS-Veränderungen.
Schwer zu er
klä
ren sei die regelmässig in Rückenlage auslösbare Zunahme der Schmerzen sowie der ungerichteten Schwindelsymptomatik; hier sei ein Zusammenhang mit
dem Befund an der
Arteria
vertebralis links (bei vermutlich anlagebedingter Hypo
plasie der
Arteria
vertebralis rechts) nicht sicher auszuschliessen (
Urk.
8/I/33).
4.3
In der MRT vom 1
6.
August 2016 zeigte sich gemäss den Angaben des Radiologen Prof.
Dr.
med.
D.___
im Vergleich zur Voruntersuchung vom 1
5.
Juni 2016 ein stabiler Befund bei einem Zustand nach Dissektion der
Arteria
vertebralis auf der linken Seite in Höhe des Abgangs der PICA mit konsekutiver Ausbildung eines
dissezierenden
Aneurysmas. Grösse und Konfiguration desselben seien im Vergleich zur Voruntersuchung unverändert. Im Vergleich zu einer früheren Vor
untersuchung vom
1.
Juni 2012 sei dieser Befund neu entstanden. Es bestehe eine starke Hypoplasie der rechten
Vertebralarterie
im gesamten Verlauf (Urk. 8/I/43).
4
.
4
Die Kreisärztin
Dr.
Z.___
fasste
in ihrer Beurteilung vom 1
1.
April 2017
zuerst
die Angaben im
D
okumentationsbogen
zur
hausärztlichen
Erstkonsultation
vom
1.
Dezember 2015
(
Urk.
8/I/23) sowie
die Bildbefunde
der HWS
und des Schädels
aus den Jahren 2015 und 2016 zusammen
(vgl. dazu
Urk.
8/I/61/4
).
Alsdann er
läuterte sie, es
sei zu klä
r
en, ob das Aneurysma im Bereich der
Arteria
vertebralis links,
da
s
–
gemäss
Bericht zur
MRT
vom 16.
August 2016 und
nach
eigener Durchsicht der Bilder
–
am Abgang der PICA und somit an der Schädelbasis lokalisiert sei und gemäss
Dr.
A.___
keine eindeutige klinische Symptomatik
verursache, mit
überwiegender Wahrscheinl
ichkeit auf das Ereignis vom 2.
M
ärz
2012 oder
9.
No
vember 2015 zurückzuführen sei (
Urk.
8/I/61/
4-6
).
Beim Ereignis
vom
2.
März 2012 sei ein Skiunfall mit Aufschlagen des Kopfes auf dem Boden und
verzögertem Auftreten eines Halbseiten-Kopfschmerzes (
Hemi
cranie
rechts) dokumentiert. Im Arztzeugnis vom 2
2.
Juni 2012 sei eine traumatische
Carotisdissektion
,
di
e sich vollständig zurückgebildet
habe, ver
mutet worden. Indessen würden
in den radiologischen
Berichten
k
eine fri
sche,
chronische oder
Zeichen einer
stattgehabte
n
Carotisdissektion
beschrieben
,
noch habe sie
selbst
bei
der
Durchsicht der Bild
er
eine Verän
derung der
Arteria
carotis
beid
seits festgestellt.
Im MRT des Schädels vom 1
6.
August 2016 habe sich der Radiologe auf eine Voruntersuchung vom 1. Juni 2012 bezogen und das Aneu
rysma als neu entstanden beurteilt. Es sei
daher
nicht überwiegend wahrschein
lich, dass zwischen dem Skiunfall und dem zufällig entdeckten Aneurysma ein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe (
Urk.
8/I/61/6).
Beim Ereignis vom
9.
November 2015 sei der Beschwerdeführer als Fahrer im Personenwagen an einem Lichtsignal stehend von einem anderen Auto von hin
ten angefahren worden. Dabei sei der Airbag nicht ausgelöst worden und er habe mit dem Unfallauto weiterfahren können. Foreman beschreibe in seiner Arbeit bei 13 Patienten traumatisch entstandene Aneurysmen. Der häufigste Unfallme
cha
nismus sei eine Kollision von Motorfahrzeugen. Die Aneurysmen seien alle im Ber
ei
ch der
extrakraniell
en
(ausserhalb des Schädels liegend
en
)
Arteria
carotis
respektive vertebralis lokalisiert. Die
extrakranielle
Verletzung als Folge des Unfallmechanismus bei der Heckauffahrkollision sei in der Arbeit von
Erbulut
anschaulich illustriert
(vgl.
dazu
Abbildung in
Urk.
8/I/61/6
)
. Beim Beschwer
deführer sei die
Aneurysmaformation
hingegen intrakraniell im Bereich der Schädelbasis lokalisiert. In keinem der Bericht
e
zu den Bilddokumente
n
werde eine Verletzung des Gehirns
,
im Sinne von Blutung oder Zerrei
ss
ung von Ner
venfasern, oder
des
Schädelknochens beschrieben,
welche auf eine sch
w
ere intra
zerebrale Verletzung hinweisen würde.
Aufgrund des Unfallmechanismus sowie bei fehlender intrazerebraler Verletzung stehe das am 1
5.
Juni 2016 diagnos
ti
zierte Aneurysma
nicht
ü
berwiegend
w
ahrscheinlich
in einem kausalen Zu
sam
menhang mit dem Ereignis vom
9.
November 2015 (
Urk.
8/I/61/6 f.).
4
.
5
Dr.
A.___
hielt daraufhin
i
m ärztlichen Attest vom 1
0.
Mai 2017 fest, auf
grund der vorliegenden Informationen und Befund
e
sei aus neurologischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen, dass es sich bei
m Ge
fässbefund an der
Arteria
vertebralis links um ein posttrau
ma
tisches
disse
ziie
rend
es
Gefässwandaneurysma als Folge des Unfallereignisses vom 9. November 2015
handle. Dies lege nicht nur der anamnestisch berichtete Unfallverlauf nahe, sondern auch die Tatsache, dass das Aneurysma gemäss einer kranialen MRI-Voruntersuchung mit MR-Angiographie der hirnversorgenden Gefässe im Jahr 2012 noch nicht vorhanden gewesen sei. Daneben sei festzuhalten, dass beim Beschwerdeführer ansonsten keine Zeichen einer Gefässerkrankung bestünden, also keine Disposition für das Auftreten einer spontanen
Gefässwanddissektion
und/oder eines Aneurysmas der hirnversorgenden Gefässe vorliege (
Urk.
8/I/72
/4
).
4.6
Nach dem zweiten Autounfall hielt der die
zuständige
Haftpflichtversicherung be
ratende Facharzt für Chirurgie,
Dr.
med.
E.___
,
fest, das zufällig diagnos
ti
zi
erte Aneurysma der Arterie vert
ebralis sei vorbestehend zum Unfall vom 1
7.
August 2016 und könne auch n
i
cht kaus
a
l in Zusammenhang mit den Vor
unfällen in den Jahren 2012 und 2015 gestellt werden (
Urk.
8/II/61/3
).
4.7
Schliesslich führte der die Beschwerdegegnerin beratende Neurologe
Dr.
med.
B.___
im
neurologischen Konsilium vom 2
8.
November 2017 nach eigener Unter
suchung des Beschwerdeführers und Sichtung der Akten
aus (
Urk.
8/I/88
/
1)
, das zufällig radiologisch dargestellte Aneurysma der
Arteria
vertebralis
habe
keine neurologischen Ausfälle zur Folge und
sei
– wie von der Gefässchirur
gi
schen Abteilung der Beschwerdegegnerin begründet worden sei – nicht unfall
kau
sa
l
. Diagnostisch seien keine Fähigkeitsstörungen feststellbar, die den Anfor
derungen des Arbeitsplatzes nicht genügen würden (
Urk.
8/I/88/5).
5.
5.1
Zusammenfassend
wurde ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem am 1
5.
Juni
2016 diagnostizierten Aneurysma und de
m Autounfall vom 9.
November
2015 von der Kreisärztin
und weiteren, die involvierten Versiche
rungen beratenden Ärzten
verneint,
von einem der
Radiologe
n
als möglich er
achtet
und
vom
behandelnde
n
Neurologe
n
zuletzt als überwiegend wahr
schein
lich bejaht.
Ärztliche
Einschätzungen
,
wonach
der Skiunfall für die Entstehung des Aneurysma
s
mitverantwortlich sein könnte, liegen keine vor.
5.2
D
en Berichten und Gutachten von beratenden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_608/2015 vom 1
7.
Dezember 2015 E. 3.3.3 mit Hinweis) respektive versiche
rungs
internen Ärzten wird nach der Rechtsprechung Beweiswert zugemessen, so
fern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
mit Hinweis). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht
dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach
Art.
44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut
achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anfor
de
rungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergän
zende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom
9.
Dezember 2016 E. 2.4; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 2
5.
Juni 2018 E. 3.2.2).
5.
3
Bei der im Vordergrund
stehende
n
Stellungnahme von
Dr.
Z.___
vom 11.
April 2017
handelt es sich
um eine
reine Aktenbeurteilung. Eine solche kann nach der Rechtsprechung beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 8C_674/2015 vom
2.
Februar 2016 E. 2.2.1 mit Hinweisen und 8C_780/
2016 vom 2
4.
März 2017 E. 6.1).
D
iese Voraussetzungen sind
vorliegend
erfüllt.
Die objektiven Befunde wurden im Rahmen zahlreicher bildgebender Untersuc
hungen dokumentiert
und – ausge
nommen die Unfallkausalität des Aneurysmas – einhellig interpretiert
.
Insbeson
dere steht aufgrund der medizinischen Akten fest, dass
beim Beschwerdeführer zwischen dem
1.
Juni 2012 und 1
5.
Juni 2016 ein intrakranielles Aneurysma
neu
entstanden ist,
welches
keine
eindeutige
klinische Symptomatik
verursacht. Wahr
scheinlicher ist es, da
s
s d
ie bestehende Symptomatik
muskuloskelettal
be
dingt ist
. Alle
weiteren Bildbefunde
betreffend den Schädel wie auch die
Hals
wirbelsäule
sind
nicht traumatisch
respektive unfall
bedingt
(vgl. E. 3.2.2-4 und Sachverhalt E. 1.1-2).
Davon geht
implizit auch der Beschwerdeführer aus
(
Urk.
1
Ziff.
11-
14)
beziehungsweise bringt
diesbezüglich
keine substantiierten Einwände vor (
Urk.
1
Ziff.
18
und 26
).
5.
4
Hinsichtlich
des natürlichen Kausalzusammenhangs arg
umentierte die Kreisärztin
mit
der Unfallschwere
,
dem Unfallmechanismus
sowie dem Verletzungsbild
.
Einer
seits führte sie z
utreffend
aus
, dass der Beschwerdeführer nach dem Ereignis selbst mit dem Unfallauto
weiterfuhr (vgl.
Urk.
8/I/18/4)
und
sich
bis anhin bildgebend weder eine
Verletzung des Gehirns
im Sinne von Blutung oder Zer
reissung von Nervenfasern noch
des Schädelknochens
nachweisen liess
(vgl.
Urk.
8/I/8 und 8/I/32/2
; zum
Fehlen sichtbarer
äusserer
Verletzung
en
v
gl.
Urk.
8/I/17/
2
,
8/I/17/
6
und
8/I/18/4
). Andererseits legte sie nachvollziehbar da
r,
dass Heckauffahrkollisionen –
die
zu einer
stossartige
n
Beschleunigung des Rumpfes
und
trägheitsbedingte
r
, gegenläufige
r
Bewegung des Kopfes
führen
(
vgl.
dazu
im Detail
Urk.
15/2
:
Abschnitt
«The
Mechanism
of
Whiplash
Injuries
»
)
–
Schäden im Bereich der
extrakraniellen
Arterien
bewirken
,
beim Beschwerde
füh
rer
indessen
ein
intrakranielles Aneurysma
besteh
t
.
5.
5
5.
5
.1
Die gegenteilige Beurteilung von
Dr.
A.___
vermag nicht zu überzeugen.
Vorab ist festzuhalten, dass
er
zuerst
selbst
– wie
auch
der Radiologe
Dr.
C.___
–
nur
einen
Verdacht auf ein posttraumatisches Aneurysma äusserte, wobei sich der Verdacht angesichts der Bildbefunde notgedrungen auf das Trauma als Ur
sache bezie
hen musste (vgl. E. 3.2)
.
Zudem
ist
Dr.
A.___
Facharzt für
Neu
rologie, während
die Kreisärztin
auf Gefässchirurgie spezialisiert i
st und damit über vertiefte Fachkenntnisse
in Bezug auf Gefässverletzungen
verfügt
.
5.
5
.2
Dr.
A.___
argumentierte mit dem
anamnestisc
h berichteten
Unfallverlauf,
wobei
er
aber
von einer Auffahrkollision mit hoher Geschwindigkeit aus
ging
(vgl. E.
3.2).
Gegen einen schweren Unfall
sprechen neben
der von der Kreisärztin erwähnten Fahrtauglichkeit
des
Beschwerdeführers und seines Fahrzeuges nach dem Unfall
sowie
dem Fehlen
objektive
r
Befunde
bei
auch
stark verzögertem
Auftreten
der ersten
Beschwerden
(
gemäss
Dr.
A.___
nach 10 Tagen
)
die vom Haftpflichtversicherer dokumentierten Fahrzeugschäden (vgl.
Urk.
8/I/58).
5.
5
.3
D
r.
A.___
s
Begründung, weshalb
er das Aneurysma
mit ü
berwiegender Wahr
scheinlichkeit
als Folge des Unfalles vom
9
.
November 2015
sieht
, erschöpft sich
d
aher
weitgehend in der Erwähnung, das Aneurysma sei in der kranialen MRI-Voruntersuchung
mit MR-Angiographie der hirnversorgenden Gefässe im Jahr 2012 noch nicht vorhanden gewesen.
Rechtsprechungsgemäss reicht eine solche Argumentation nach der Formel "
post
hoc ergo
propter
hoc" beweisrechtlich nicht aus (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_200/2016 vom 1
5.
Juni 2016 E. 4.3
und 8C_8634/2018 vom 1
9.
März 2019 E. 4.2, je
mit Hinweisen
).
Dies muss umso mehr gelten, als zwischen den
beiden
bildgebenden Abklärungen des Schädels
ein sehr langer
Zeitraum von vier Jahren liegt.
5.
5
.4
Dabei gilt es auch zu beachten, dass
Dr.
A.___
das Aneurysma als
a
symp
tom
atisch
beschrieb
beziehungsweise
die
geklagten
Beschwerden als überwiegend
muskuloskelettal
bedingt beurteilte
. Nicht sicher ausschliessen
konnte er
einen Zusammenhang zwischen dem Aneurysma und der regelmässig in Rückenlage aus
lösbaren Zunahme der Schmerzen respektive der ungerichteten Schwindel
symptomatik
. Dabei
wies er allerdings
selbst auf die vermutlich anlagebedingte Hypoplasie der Arterie vertebralis rechts hin.
So können Ursache von gerichtetem Drehschwindel, Hirnnervenausfällen und/oder Sehstörungen die ausgeprägte Hypo
plasie
– wie
sie beim Beschwerdeführer besteht
(vgl.
Urk.
8/I/61/5 Abbil
dung 3) –
oder das Fehlen der Arterie vertebralis auf der einen und eine vor
übergehende
Vertebraliskompression
durch bestimmte Kopfbewegungen auf der anderen Seite m
it gleich
zeitig auftretender Symptomatik sein (vgl.
Suchen
wirth
/
Kunze/
Krasney
[Hrsg.], Neurologische Begutachtung: Ein praktisches Handbuch für Ärzte und Juristen,
3.
Auflage, München 2000, S. 202).
Bei soweit bekannt stabilem Befund spricht zudem die vom Hausarzt attestierte und vom Beschwerdeführer selbst geltend gemachte Steigerung der Arbeits
fähig
keit g
egen relevante
,
durch das Aneurysma verursach
t
e Beschwerden
(
vgl.
Urk.
8/II/101/2
;
Urk.
1
Ziff.
29)
.
Auch
gab
d
er
Beschwerdeführer
bereits
nach dem Unfall vom 17.
August 2016 nur
«
wenig
»
Schwindel an
und erwähnte die
se
Symptomatik
in der neurologischen Untersuchung
vom 28.
November 201
7
nicht mehr
(
Urk.
8/II/88/3).
Hängen die nach dem Unfall auf
getretenen Beschwerden
demzufolge
höchstens
möglicherweise, nicht aber überwiegend wahrscheinlich mit dem Aneurysma zu
sammen, so können schon aus diesem Grund keine Rückschlüsse a
uf den Ent
stehungszeitpunkt desselben
gezogen werden.
5.
5
.5
Im Übrigen
erwog
Dr.
A.___
entsprechend den radiologischen Beurteilungen
ein
«
disseziierendes
Gefässwandaneurysma
»
und wies
auf das Fehlen von Anzei
chen für eine Gefässerkrankung hin
.
Hierzu ist zu bemerken, dass in allen Altersklassen auch s
pontane Dissektionen der hirnversorgenden Arterien
möglich
sind
,
wobei diese gehäuft in der 5.
Lebensdekade auftreten.
Die Patienten mit einem adäquaten Trauma,
wozu grundsätzlich auch ein A
uffahrunfall mit dem Auto
zählt
, bilden
im Vergleich dazu
die Minderheit.
Die eigentlic
he Pathogenese ist bis anhin unklar.
Mediziner vermuten
eine genetische Veranlagung
, die sich bisher
aber
nicht
zuordnen
liess,
und
diskutieren
verschiedene Risikofaktoren
. Darunter fallen mitunter Gefässvarianten wie die beim Beschwerdeführer be
stehende starke
Hypoplasie
der
Arteria
vertebralis rechts.
Es
w
ird
dement
spre
chend
postuliert,
dass bereits
Bag
atelltraumen wie schweres Heben
, Niesen oder Husten
eine Dissektion begünstigen können
(vgl.
dazu
Neidhart,
Diagnostik, Therapie und Verlauf von Dissektionen hirnversorgender Arterien – Eine Unter
suchung der Patienten des Universitätsklinikums Jena im Zeitraum 1997-2005,
Diss
.
,
S.
12-15, 35-38 und 61-66 mit Diskussion
verschiedener
Arbeiten,
veröff
ent
licht
im Jahr 2008, abrufbar unter
https://www.db-thueringen.de/ser
vlets/
MCRFileNodeServlet/dbt_derivate_00015198/Neidhardt/Dissertation.pdf;
Aktuelle
d
iagnostische und therapeutische Leitlinien
der Deutschen Gesellschaft für Neu
rol
ogie
betreffend s
pontane Dissektionen der extra- und intrakraniellen
h
irn
ver
sorgenden Arterien, S. 6 f.
,
abrufbar unter
https://www.dgn.org/leitlinien/3264-
030-005-spontane-dissektionen-der-extrakraniellen-und-intrakraniellen-hirnver
sorgenden-arterien-2016
)
.
W
enn ein alltäglicher alternativer Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung hätte bewirken können, erscheint
ein
Unfall nicht als kausal signifikantes Ereignis, sondern als austauschbarer Anlass
, so dass
keine Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers
entsteht
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_337/2016 vom
7.
Juli 2016 E. 4.1.1
-2
).
5.
6
5.
6
.1
D
er Beschwerdeführer
machte
darüber hinaus
geltend,
aus
der Arbeit von Foreman
könne
nicht geschlossen werden
,
ein Beschleunigungstrauma der HWS sei nicht geeignet, ein intrakranielles Aneurysma zu verursachen, oder solche seien weniger häufig als
extrakranielle
Aneurysmen, wobei die Häufigkeit auch nichts üb
er die Unfallkausalität
aussage
. Insbesondere scheine es gut möglich, dass ein bereits geschwächtes intrakranielles Gefäss trotz seiner geschütz
t
en Lage geschädigt werde
(
Urk.
1
Ziff.
11 und 12
;
Urk.
14
Ziff.
2-4
). Damit brachte er l
etztlich nichts vor, was
im konkret zu beurteilenden Fall
einen natürlichen Kausalzusammenhang zu begründen
vermöchte
.
Ein solcher kann
in Anbetracht der überwiegend spontan (allenfalls im Rahme
n
alltäglicher
Bagatelltraumen
) auftretenden Dissektionen der hirnversorgenden Arterien
nicht allein aufgrund der
theoretische
n
Möglichkeit
traumatisch bedingter intrakranieller Aneurysmen
und
der
zeitliche
n
Abfolge von Unfall und Erstdiagnose
hergestellt werden.
5.
6
.2
In diesem Sinne
unbehelflich
ist
auch
sein
Hinweis
,
das Fehlen anderer Ver
letzungen
schliesse eine Unfallkausalität bezüglich des Aneurysmas nicht aus
(
Urk.
1
Ziff.
13
).
Dies mag zutreffen, ist aber im Gegensatz zum Vorliegen
etwa
einer Fraktur der Halswirbelsäule,
wie sie
bei
zahlreichen
Trauma-Patienten mit einer Verletzung der
Arteria
vertebralis zu finden ist
(vgl. Fasset DR/
Dailey
AT/
Vaccaro
AR, Vertebral
artery
injuries
associated
with
cervical
spine
injuries
: a review oft
t
he
literature
, J Spinal
Disord
Tech. 2008, abrufbar unter
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18525485
)
, kein Indiz für einen natürli
chen Kausalzusammenhang
.
5.
6
.3
E
ntsprechendes gilt für die
Ausführungen des
Beschwerdeführer
s
zur von ihm
eingereichte
n
Arbeit
von Kumar/Singh
, worin
der «ungewöhnliche» Fall eines Teenagers
geschildert wird
, der drei Tage vor der
Diagnose
eines intrakraniellen Aneurysmas der
Arteria
vertebralis
das Bewusstsein verlor
en
und den Nacken überstreckt hatte (
Urk.
15/3).
Daraus ergibt sich wiederum einzig, dass intra
kra
nielle Aneurysmen
dieser Arterie
selten sind und durch ein
T
rauma
bedingt sein können
, was im Fall des Beschwerdeführers eine spontane Genese seit der Vor
untersuchung im Jahr 2012 nach dem vorstehend Gesagten indessen nicht weni
ger wahrscheinlich
erscheinen lässt.
5.
6
.4
W
orauf
der Beschwerdeführer
seine Annahme stützt, dass sich bei spontaner Ge
nese
des Aneurysmas
in der Voruntersuchung
bereits
eine Gefässausweitung
und in der Verlaufsuntersuchung eine Verschlechterung
hätte zeigen müssen
, legte er nicht dar
(
Urk.
1
Ziff.
16
f.). Gemäss de
n
vorliegenden Erfahrungs
be
richten
können sich
auch traumatisch bedingte Aneurysmen
verbessern, ver
schlechtern oder
eben
stagnieren
(vgl.
Urk.
15/1
,
Abschnitt «Imaging
Findings
at Initial Diagnosis and at Follow-Up»)
und kommt es n
ach
einem Jahr
auch bei spontaner Genese
nur noch in wenigen Fällen zu einer Änderung
des Gefäss
befundes
(
ob
erwähnte Leitlinien der
Deutschen Gesellschaft für Neurol
ogie, S. 5
;
ferner
auch
Wanke/
Bijlenga
/
Rüfenacht
, Zufallsbefund intrakranielles Aneurysma
, Swiss Medical Forum 2017,
abrufbar unter
https://medical
forum.ch/
article/
doi/
smf.2017.02883
).
5.7
5.7
.1
Demnach vermag der Beschwerdeführer mit seiner Argumentation
respektive
dem Attest von
Dr.
A.___
keine Zweifel an der krei
särztlichen Beurteilung vom 11.
April 2017 zu wecken.
Diese wurde
denn auch
ohne Weiterungen
von
Dr.
B.___
und
Dr.
E.___
übernommen
, wie es
– trotz des Fokus ihrer Beurtei
lungen auf dem zweiten Autounfall –
bei einer
nicht haltbaren kreis
ärztlichen
Fehleinschätzung
kaum
zu erwarten wäre
.
Weitere Abklärungen würden
zudem
weder am
Kenntnisstand der Wissenschaft
etwas ändern, noch
wären
neue
trau
matisch bedingte Bildbefunde
oder relevante (vom laufenden Verfahren unge
trübte) Erkenntnis
se
zum polizeilich nicht dokumentierten (
Urk.
8/I/17/2 oben) Unfallgeschehen zu erwarten.
5.7
.2
Beim
im
Juni 2016
festgestellten
intrakraniellen Aneurysma
handelte
es
sich
so
mit
wie
so oft
um einen Zufallsbefund
,
der mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit keinen
konkrete
n
Bezug zu den
vom Beschwerdeführer
geklagten
Beschwe
rden
aufweist
.
Ein Auslösezusammenhang mit dem
Unfall vom 9. November 2015
, der sich
bereits
sieben Monate zuvor ereignet hatte, lässt sich nicht mit dem
nötigen Beweisgrad erstellen.
Eine spontane Dissektion davor oder danach ist ebenso wahrscheinlich.
Offengelassen werden kann
unter diesen Umständen
, ob
bei zeit
naher Voruntersuchung
, Symptomatik und
Erstdiagnose aufgrund des heutigen Wissensstandes der Medizin und bei fehlenden Anhaltspunkten für ein schwe
reres Trauma eine blosse Zufalls- respektive Gelegenheitsursache zu erwägen
wäre
.
5.7
.3
Der Vollständigkeit halber sei angefügt, dass
analoge
Überlegungen auch zur Ver
neinung eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Aneurysma und dem Skiunfall vom März 2012 führen müssen.
B
esonders ins Gewicht
fällt hierbei
, dass es sich nach übereinstimmenden Angaben der Radiologen um einen gegenüber
der Voruntersuchung
des Schädels vom
1.
Juni 2012, di
e
mehrere Wochen nach jenem Unfall durchgeführt wurde,
neuen Befund handelt.
6.
6.1
Die Adäquanz spielt als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E.
2; 127 V 102 E. 5b/
bb
). Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann indessen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die
hiebei
ange
wen
deten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1; 134 V 109 E. 7 ff.; vgl. auch BGE 117 V 359 E. 5).
6.2
Sind die geklagten Beschwerden natürlich unfallkausal, nicht aber in diesem Sinne
objektiv ausgewiesen, so ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbezo
gene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1). Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten, der die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis recht
fertigt, so sind hierbei die durch BGE 134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grundsätzlich die Adäquanzkriterien, die für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall ent
wickelt wurden (sog. Psycho-Praxis, BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
), anzuwenden (BGE 134 V 109 E. 2.1; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_720/2017 vom 1
2.
März 2018 E. 3.2).
6.3
Bei der Psycho-Praxis werden die Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychi
scher Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
), während bei Schleudertraumen (BGE 117 V 359 E. 6a) und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67) sowie bei Schädelhirntraumen (BGE 117 V 369 E. 4b) auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten ver
zichtet wird, zumal diese angesichts des komplexen, vielschichtigen Beschwer
de
bildes in heiklen Fällen gelegentlich grosse Schwierigkeiten bereiten würde (BGE 134 V 109 E. 6.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_156/2016
vom 1. September 2016 E. 2.2).
Dementsprechend stellen bei der Psycho-Praxis noch
behandlungsbedürftige
psychische Leiden keinen Grund für einen Aufschub des Fallabschlusses dar. Bei Massgeblichkeit der Schleudertrauma–Rechtsprechung kann der Fall hingegen erst
abgeschlossen werden, wenn insgesamt keine namhafte Besserung des Ge
sund
heitszustandes mehr zu erwarten ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_892/2015
vom 2
9.
April 2016 E. 4.1, 8C_58/2017 vom
9.
Juni 2017 E. 4.1).
6.4
Die Adäquanzprüfung im Anschluss an mehrere Unfälle mit Schleudertrauma der HWS oder gleichgestellter Verletzung hat grundsätzlich für jeden einzelnen Un
fall gesondert zu erfolgen. In diesem Rahmen ist es rechtsprechungsgemäss je
doch nicht ausgeschlossen, die wiederholte Betroffenheit desselben Körperteils zumindest bei der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen. Letzteres ist insbe
son
dere dann denkbar - und oftmals unumgänglich -, wenn sich die Auswirkungen verschiedener Ereignisse auf gewisse Beschwerden und/oder die Arbeitsfähigkeit nicht voneinander abgrenzen lassen. Einer hinreichend nachgewiesenen, durch einen früheren versicherten Unfall verursachten dauerhaften Vorschädigung der HWS kann bei der Beurteilung einzelner Adäquanzkriterien - beispielsweise der besonderen Art der Verletzung (BGE 134 V 109 E. 10.2.2.), der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (BGE 134 V 109 E.
10.2.7.) oder der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung (BGE 134 V 109 E. 10.2.3) - Rechnung getragen werden (Urteil
e
des Bundesge
richts
8C_150/2011 vom 1
4.
Februar
2012 E.
8.1
und
8C_477/2008 vom 1
9.
Dezember 2008 E. 6.1 mit Hinweis). Dabei ist allerdings in der Regel voraus
gesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorschädigung unmittelbar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunfähig war (
Urteile des Bundesgerichts
8C_833/2016
vom 14. Juni 2017
E. 6.3, 8C_783/2015 vom 2
2.
Februar 2016 E. 4.4
und
8C_352/2012 vom 2
7.
Dezember 2012 E. 6.4
; zum Ganzen
:
Urteil des Bundes
gerichts 8C_414/2017 vom 2
6.
Februar 2018 E. 2.3
).
7.
7.1
Organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen
sind vorliegend keine ersichtlich
. Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem ersten Autounfall und dem
Aneurysma
oder
eine damit verbundene Beschwerdesymptomatik
liess sich
nach dem vorstehend Ausgeführten
nicht
rechtsgenüglich
nachweisen
. Alle übrigen Bildbefunde zeigen unstrittig degenerative Veränderungen
(vgl. E. 5).
Dies gilt
insbesondere
für die
gemäss MR vom 22.
November 2016 im Vergleich zur Voruntersuchung vom
3.
Dezember 2015
leicht progrediente rechtslaterale
Diskushernierung
im Segment C6
/
7
(vgl.
Urk.
8/I/8 und 8/II/24)
.
So
finden sich
in den
Akten
keine Hinweise auf eine
nach den
Autounfällen
unmittelbar auf
getreten
e
radikuläre Symptomatik
und
es
wird in den
radiologischen Berichten keine sich von der
altersüblichen Progression abhebende richtunggebende Ver
schlimmerung
erwogen
.
Ist
eine
Diskushernie bei (stummen) degenerativem Vor
zustand durch
einen
Unfall nur aktiviert,
sind
nur Leistungen für das unmittelbar
damit im Zusammenhang stehende S
chmerzsyndrom zu erbringen. Im Allge
mei
nen ist bei einer Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule die vor
über
gehende Verschlimmerung in der Regel nach sechs bis neun Monaten, und bei Vorliegen eines erheblich degenerativen Vorzustandes, spätestens nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_834/2018 vom 1
9.
März 2019 E. 3.3 und 4.2
).
Dies schliesst eine Leistungspflicht
im Zu
sammenhang mit
der
festgestellten
Diskushernierung
für den Zeitraum
ab
1
4
.
Dezember 2017 von vornherein aus.
7.2
Das
Vorliegen einer HWS-Distorsion
muss
sodann
durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein, damit die auf solche Verletz
ungen zugeschnittene Schleu
dertrauma-Praxis
zur Anwendung kommen kann. Zwar wird nicht voraus
gesetzt, dass sämtliche der zum sogenannten typischen Beschwerdebild dieser Verletzung gehörenden Symptome (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel,
Konzen
trations
- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstö
rungen
, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Affektlabilität, Depression, Wesensverän
de
rungen usw., vgl. BGE 117 V 359 E. 4b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) innert der massgeblichen Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Ereignis aufgetreten sein müssen. Erforderlich ist aber, dass sich innert dieser Latenzzeit zumindest HWS- oder Nackenbeschwerden (SVR 2007 U
V Nr. 23 S. 75 E. 5 [U 215/05])
- oder bei einem Schädel-Hirntrauma auch Kopfschmerzen
–
manifes
tie
ren
(vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_574/2009 vom
9.
Dezember 2009 E.
5.3.1,
8C_1021/2009 vom
3.
November 2010 E. 5.2 und 8C_498/2011 vom
3.
Mai 2012 E. 6.1.1, je mit Hinweisen).
Im Übrigen genügt nach konstanter bundesgerichtlicher
Rechtsprechung
ein
Schädel-Hirntrauma,
da
s höchstens den Schweregrad einer Commotio cerebri - nicht im Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri - erreicht, grundsätzlich nicht für die Anwen
dung der Schleudertrauma-Praxis. Dies trifft auf Versicherte zu, bei denen
keine strukturelle
n
Veränderungen oder Mikroblutungen im Gehirn gefunden
wurden und auch keine Amnesie bestand (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_75/2016 vom 1
8.
April 2016 E. 4.2
mit diversen Hinweisen).
7.3
7.3.1
Beim
Ereignis
vom
9.
November 2015
handelte es sich um eine Heckauffahr
kollision
(
vgl.
Urk.
8/I/9/3)
. Der
vom Beschwerdeführer angegebene Kopfanprall
bei vorhandener Kopfstütze
ist deshalb denkbar
(vgl.
Urk.
8/I/17/6 und 8/I
18/3). Dieser schilderte zudem
neben Kopf- und Nackenbeschwerden auch Schwindel,
Schlafstörungen, Gedächtnisprobleme, rasche Erschöpfbarkeit und eingeschränk
t
e Belastbarkeit. Indessen gab er konstant an, diese seien erst mehr als drei Tage nach dem Unfall aufgetreten
(vgl.
Urk.
8/I/17/3, 8/I/18/5 und 8/I/
33/1
)
.
D
ie ärzt
liche Erstkonsultation
erfolgte
am
1.
Dezember 2015 (
vgl.
Urk.
8/I/17/4 [
offen
sichtlich falsche Jahreszahl
] und 8/I/18/3).
Diese lange Latenzzeit schliesst die
Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis aus
. Folglich ist
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den noch besteh
enden Beschwerden und dem ersten Autounfall nach der Psycho-Praxis zu beur
teilen
(
vgl
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_498/2011 vom 3. Mai 2012
E. 6.1 und 6.2
; nicht publiziert in BGE 138 V 248
).
7.3.2
Nach der Heckauffahrkollision vom 1
7.
August 2016, bei welcher der Beschwer
de
führer wiederum einen Kopfanprall angab (vgl.
Urk.
8/II/13/3), konsultierte
er
erstmals am 22.
August 2016
seinen Hausarzt (vgl.
Urk.
8/II/10). Dabei klagte er über
innerhalb von zwei bis acht Stunden nach dem Unfall aufgetretene Kopf- und Nackenschmerzen sowie wenig Schwindelbeschwerden. Ferner gab er Seh
störungen nach vier bis fünf Tagen an
(vgl.
Urk.
8/II/
13/2).
Es gilt allerdings zu bedenken
, dass
nach Angaben des Beschwerdeführers
be
hand
lungsbedürftige
Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen
vorbestanden
(vgl.
Urk.
8/II/
13/2)
. Zudem verneinte d
er
die Beschwerdegegnerin
beratende Neuro
loge
Dr.
B.___
–
mit Blick auf die Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis man
gels entsprechender Bildbefunde
, Bewusstlosigkeit und Amnesie
(vgl.
Urk.
8/II/13/3)
zutreffend
–
ein
Schädelhirntrauma
(vgl.
Urk.
8/II/
88/5)
.
Ob
unter diesen Umständen
aufgrund der
Erfüllung des Zeitkriteriums und
des bunten
Be
schwerdestrausse
s
in Kombination mit einer allenfalls
erhöhten Vulnerabilität nach dem ersten Autounfall
eine HSW-Distorsion
zu bejahen ist
, braucht nicht abschliessend geklärt zu werden,
sollte
auch die in der Regel vorteilhaftere Schleudertrauma-Rechtsprechung zur
Verneinung
eines
adäqu
aten Kausalzu
sammenhangs
führen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2016 vom 1
2.
April 2016 E. 5.1)
und
sich
vorweg
der Fallabschluss auch bei Anwendung dieser
Rechtsprechung
als rechtens erweisen.
7.4
7.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin schloss beide Fälle per
1
3.
Dezember 2017 unter Ein
stellung
sämtlicher
Leistungen
ab.
Dazu führte sie aus
, die ab dem 2
3.
Juni 2017 attestierte Arbeitsfähigkeit von 50
%
habe stagniert, wobei der
Hausarzt die Prognose damals
auch
als unsicher bezeichnet
habe
.
Der Beschwerdeführer selbst habe in der Untersuchung
vom 2
8.
November
2017
erklärt, die Beschwerden hätten
sich seit dem Unfall vom 1
7.
August
2016 nicht wesentlich gebessert und d
ie Physiotherapie, die nichts gebracht habe, sei fertig (
Urk.
2
Ziff.
3 c).
7.
4.
2
Diese Sachverhaltsdarstellung
wurde
vom Beschwerdeführer zu Recht nicht
bestritten.
Es kann auf den hausärztlichen Bericht vom 2
3.
Juni
2017 (
Urk.
8/II
/60) und
di
e
Angaben
des Beschwerdeführers
zur Beschwerdeent
wick
lung und aktu
ellen Behandlung im neurologischen Konsilium
von
Dr.
B.___
verwiesen werden (
Urk.
8/II/
88/
3).
Gemäss Unf
allschein konnte
der Beschwerdeführer
seine Arbeits
fähigkeit
von
Januar
bis
März 2017
kontinuierlich
von 20 auf 50
%
steigern. Die Steigerung
auf 70
%
erfolgte
Mitte Januar 2018
– nach einem Wechsel des Hausarztes
im November 2017 (vgl.
Urk.
8/I/80/1)
und Einstellung der Leistungen Mitte Dezember 201
7.
Ab Anfang Mai 2018
attestierte
der neue Hausarzt
dem Beschwerdeführer
eine
Arbeitsfähigkeit von 80
%
(
Urk.
8/II/101/2).
7.
4
.3
Vom
Beschwerdeführer
wurde
nicht
erö
r
tert
und
es
ist auch
sonst n
icht ersicht
lich,
inwiefern
im Jahr 2018
tatsächlich
eine
gesundheitliche Besserung einge
treten
ist. Dennoch kann offen bleiben
, ob
die höhere Arbeitsfähigkeit bloss in einer anderen Einschätzung des gleichen Sachverhalts durch den neuen Hausarzt
respektive
den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers gründet.
Wie die Be
schwerdegegnerin unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_285/2016 vom 2
2.
Juli 2016 E. 7.1-2 richtig dargelegt
hat
, ist es nicht stichhaltig und mit dem Erfordernis der prospektiven Beurteilung nicht vereinbar, den Fallabschluss im Nachhinein auf der Basis einer nachträglichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit, die nicht absehbar
war, als verfrüht zu betrachten.
Prospektiv betrachtet rechtfertigt sich e
in Aufschub des Fallabschlusses nur, wenn
etwa
aufgrund einer anstehenden Therapie
oder
des bisherigen Heilungsverlaufs
hinreichend konkrete
Anhaltspunkte für eine in absehbarer Zeit wesentliche gesundheitliche Besserung bestehen.
Di
e
im Dezember 2017 verbliebene blosse
Möglichkeit
, dass
trotz abgeschlossener, gescheiterter
Therapie und
seit
neun Monaten
unveränderte
m
Gesundheitszustand
irgendwann noch eine s
pontane Besserung
unbekannten Ausmasses
eintreten könnte
, genügt
hierfür nicht
.
Der Hausarzt des Beschwerdeführers sprach insoweit zutreffend von einer unsicheren
Prognose. Daran
ändert
die
vom Beschwerdeführer angeführte
mögliche
Wechsel
wirkung
der verschiedenen
Traumata,
des Aneurysmas
, der Hypoplasie
der Wirbel
arterie
und der degenerativen Veränderungen
(
Urk.
1
Ziff.
26-28;
Urk.
14
Ziff.
7
) nichts, selbst
wenn diese eine plötzliche Besserung nach eineinhalb oder zwei Jahren oder auch noch später miterklären könnte.
Dr.
E.___
machte
in Kenntnis der neurologischen und bildgebenden Abklärungen
im Übrigen
deut
lich
, dass beim Unfall
vom 17.
August 2016 mit einem
mittlere
n
Delta V von ca. 10 km/h
(vgl. dazu
Urk.
8/II/76)
grundsätzlich
mit einer Ausheilung
in ca.
6
Mona
ten
zu rechnen gewesen wäre
, sich der Heilungsverlauf unter
Berück
sichtigung der
Vorzustände
aber
bis hin zu einem Jahr verzöger
n könne
(vgl.
Urk.
8/II/61
/2).
7.
4
.4
Demnach erfolgte d
er Abschluss beider Fälle 16 Monate nach dem zweiten Auto
unfall
respektive nach neu
n Monaten unverändertem Gesundheitszustand trotz Therapie
r
echtens
, unabhängig von der Frage der Anwendbarkeit der Schleuder
trauma-
oder Psycho-Praxis
und
damit verbunden der
B
erücksichtigung
der psy
chischen Unfallfolgen
.
7.
5
7.5.1
Weiter prüfte d
ie
Beschwerdegegnerin die
Adäquanz der Heckauffahrkollision vom 1
7.
August 2016
n
ach den in BGE 134 V 109 statuierten Grundsätzen
(
Urk.
2
Ziff.
4a)
.
Hinsichtlich des Unfalls vom
9.
November 2015 wies sie zumindest auf die fehlenden objektivierbaren Unfallfolgen hin (
Urk.
2
Ziff.
3b).
Der Beschwerde
führer äusserte sich
nicht zur Frage der Adäquanz, da er die Adäquanzprüfung als
verfrüht erachtete und eine interdisziplinäre Begutachtung forderte
. Eine solche ist indessen auch im Rahmen der Schleudertrauma-Rechtsprechung nicht zwingend, soweit die vorhandenen medizinischen Akten eine schlüssige Gesamt
beurteilung erlauben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_240/2016 vom 1
3.
Juli 2016 E. 5.2).
7.5.2
Ausgangspunkt
der Adäquanzbeurteilung bildet
für
beide Autounfälle
die Unfall
schwere.
Auffahrkollisionen vor einem Fussgängerstreifen oder einem Lichtsignal
respektive auf ein haltendes Fahrzeug
werden rechtsprechungsgemäss regel
mässig als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis qualifiziert. In einzelnen Fällen hat das
Bundesgericht
einen leichten Unfall angenommen, insbesondere bei einer niedrigen kollisionsbedingten Ge
schwin
digkeitsveränderung
von
Delta-v unter 10
(
bis 15
)
km/h und - zusätzlich - weitgehendem Fehlen von unmittelbar im Anschluss an den Unfall auftretenden Beschwerden
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_626/2009 vom
9.
November 2009 E. 4.2.2
, 8C_833/2016 vom 1
4.
Juni 2017 E. 6.1 und 8C_651/2016 vom 1
5.
Dezember 2016 E. 5.4,
8C_29/2010 vom 2
7.
Mai 2010 E. 5.3,
je mit Hin
weisen)
.
Die zitierte Rechtsprechung findet ohne weiteres auch bei Doppelkollisionen, bei denen das mittlere Fahrzeug durch den Heckaufprall mit dem hinteren in das
da
vors
tehende Fahrzeug geschoben wird
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_651/
2016 vom 1
5.
Dezember 2016 E. 5.4 betreffend den Fahrer des mittleren
Fahr
zeuges)
,
und im Autobahnverkehr (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_401/2009
vom 1
0.
September 2009 Sachverhalt A. und E 3.4.1) Berücksichtigung.
7.5.
3
Beim Ereignis vom
9.
November 2015 wartete der Beschwerdeführer mit seinem
Fahrzeug vor einem Lichtsignal, als ein Fahrzeug hinten auffuhr (vgl.
Urk.
8/I/9/3).
Die aktenkundigen Fotos des Un
fallwagens
dokumentieren keine gravierenden
Schäden. Die Reparaturkosten beli
efen sich auf insgesamt Fr. 7'55
1.-- (vgl.
Urk.
8/I/58). Beschwerden traten beim
angeschnallten und durch eine Kopfstütze geschützten
Beschwerdeführer
frühestens
nach einer Woche
auf
.
Er
konnte seine Fahrt nach dem Unfall dementsprechend
im Unfallwagen
fortsetzen (vgl.
Urk.
8/I/18/3 und
Urk.
8/I/18/5).
Dass er nach eigener Schätzung
rund einen Meter nach vorne geschoben wurde (vgl.
Urk.
8/I/17/
2) lässt unter diesen Um
ständen nicht auf eine markant höhere Krafteinwirkung
als bei einfachen Auf
fahrunfällen üblich
schliessen
.
Beim Ereignis vom 1
7.
August 2016
fuhr der Beschwerdeführer im stockenden Kolonnenverkehr
. Als er abbremsen musste, erlitt das Fahrzeug hinter ihm einen Heckaufprall und wurde auf sein Fahrzeug
geschoben (vgl.
Urk.
8/II/76/4). Ge
mäss dem unfallanalytischen Gutachten vom
9.
Januar 2017 lag die kollisions
bedingte Geschwindigkeitsänderung
seines
Fahrzeuges zwischen 8,6 und 11,6
km/h,
allenfalls noch 2 km/h tiefer (vgl
.
Urk.
8/II/76/3
; zur Bedeutung solcher Expertisen vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_114/2018 vom 2
2.
August 2018 E. 5.3.1
).
Die Aufnahme des Unfallwagens (
Urk.
8/II/76/10 ff.) und die Reparaturkosten von
Fr.
7'491.-- (
vgl.
Urk.
8/II/76/14) sind mit dem ersten
Auto
unfall
vergleichbar
. Der Beschwerdeführer war wiederum angeschnallt und durch eine Kopfstütze geschützt. Auch konnte er die Fahrt nach dem Unfall selbst mit dem Unfallfahrzeug fortsetzen (vgl.
Urk.
8/II/13/3).
7.5.
4
Demnach
sind beide Unfälle
als maximal mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzustufen.
Damit die Adäquanz bejaht werden könnte, müsste von den in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien somit entweder ein ein
zelnes in besonders ausgeprägter Form erfüllt sein oder hätten mehrere
–
min
destens vier bei einem Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen (Urteil
des Bundesgerichts
8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5 mit Hinweisen, in: SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100) - in gehäufter Form vor
zuliegen (BGE 134 V 109 E.
10.1;
117 V 359 E. 6a
und
E. 4c
; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_860/2015 vom 30. Juni 2016 E. 4.2.2).
Es
wird
auf die rechtlichen Erwä
gung
en im
Einspracheentscheid
verwiesen
(
Urk.
2
Ziff.
4a).
7.6
7.6.1
Beim
Auffahrunfall vom
9.
November 2015
sind die Kriterien unter Ausschluss der psychischen Unfallfolgen zu prüfen. Der Unfall
hat
sich
weder unter beson
ders dramatischen Begleitumständen ereignet, noch zeichnet er sich durch eine
besondere Eindrücklichkeit aus
(
vgl.
auch
Urk.
8/I/17/2
:
Verzicht auf
den
Beizug
der anwesenden Polizei; vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2017 vom 1
9.
April 2017 E.
6.2.2)
.
7.6.2
Alle weiteren Kriterien scheitern bereits an der Tatsache, dass sich der Be
schwerdeführer keine objektivierbaren Verletzungen zuzog.
Dies gilt vorab für das M
erkmal der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen
und
deren
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen
. Ebenso setzt das
Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Be
handlung eine länger dauernde, kontinuierliche und zielgerichtete Behandlung somatisch begründbarer Beschwerden voraus (BGE 140 V 356 E. 5.6.2).
Zudem vermögen b
losse ärztliche Verlaufskontrollen und Abklärungsmassnahmen sowie manualtherapeutische und medikamentöse Behandlungen
– wie im Falle des Beschwerdeführers
(vgl. etwa
Urk.
8/I/23/2)
–
das Kriterium
ohnehin
nicht zu erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8C_686/2012 vom 2
8.
Mai 2013 E. 7.3 mit Hinweisen).
Das Kriterium der Dauerschmerzen setzt
ebenfalls
voraus, dass in der ganzen Zeit zwischen Unfall und Fallabschluss durchgehend körperliche Schmer
zen bestehen, die auf organisch nachweisbare, unfallkausale Befunde zurück
gehen. Psychische Beschwerden können selbst dann nicht in die Beurteilung der Adäquanz einbezogen werden, wenn sie körperlich imponieren (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_359/2008 vom 1
8.
Dezember 2008 E. 6.4 und 8C_933/2014 vom 2
2.
April 2015 E. 3.2.2.3).
Dies ist auch beim
Kriterium des Grades und der Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit
(vgl.
Ur
teile des Bundesgerichts vom 3.
Februar 2012 E. 7.3.6 mit Hinweisen und 8C_933/2014
vom 2
2.
April 2015 E. 3.2.2.5) entscheidend.
Eine ärztliche Fehlbehandlung wird in den Akten nicht diskutiert und a
uf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen darf nicht schon aus der ärztlichen Behandlung (z.B. lange Dauer, Einnahme vieler Medikamente) und den geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf vielmehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien weder eine Beschwer
de
freiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnte, reicht allein nicht aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 11.3 und 8C_626/2009 vom
9.
November 2009 E. 4.3 je mit Hinweisen).
Entsprechende Gründe sind
in den Akten
nicht ersichtlich,
wobei es – wie erwähnt – bereits an objektivierbaren
behandlungs
be
dürftigen
Verletzungen fehlt.
7.6.3
Da keine eindeutig auf das Aneurysma zurückzuführende Symptomatik besteht
und
dieses
bis zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 70
%
r
espektive 80
%
im Jahr 2018
soweit ersichtlich
keine namhafte Behandlung
erforderte, würde die Bejahung eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen diesem und dem Unfallereignis an den vorstehenden Ausführungen
übrigens
nichts ändern.
7.7
7.7.1
Bezüglich der
Adäquanzbeurteilung des
Auffahrunfall
s
vom 17.
August 2016 kann auf die Ausführungen im
Einspracheentscheid
verwiesen werden (
Urk.
2
Ziff.
4b).
Ergänzend ist festzustellen
, dass der Beschwerdeführer
auch im vorlie
genden Prozess
keine dramatischen Begleitumstände oder eine besondere Ein
drücklichk
eit des Unfalls geltend machte.
7.7.2
Zur Bejahung des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen
bedürfte
es einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma bzw. die äquivalente Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer Um
stände, die das Beschwerdebild beeinflussen können. Es kann sich dabei z.B. um eine beim Unfall eingenommene spezielle Körperhaltung und die dadurch be
wirkten Komplikationen handeln (
Urteil des Bundesgerichts 8C_114/2018 vom 2
2.
August 2018 E. 6.4
).
Der Beschwerdeführer sass indessen mit gerade gerichte
tem Blick, wenn auch nach vorne gebeugt, im Auto und erlitt keine
objek
ti
vierbaren
Verletzungen (
Urk.
8/I/13/3). Der von ihm am 2
8.
November 2017 – bei
seit März 2017 unveränderter
Arbeits
fähi
gkeit
(vgl.
Urk.
8/II/101/2)
– geschilderte Tagesablauf, lässt zudem keine massgeblichen gesundheitlich
bedingte
n
Ein
schränkungen im Alltag
erkennen
. Dass er keinen S
port mehr treibt, hängt nicht mit seinen Beschwerden, sondern den Risiken zusammen, welche das Aneurysma birgt
(vgl.
Urk.
8/II/88/3)
.
7.7.3
Der vom Hausarzt attestierte Verlauf der Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
(50
%
bereits ab Ende März 2017, 70 % ab Mitte Januar 2018 und 80
%
ab Anfang Mai 2018,
Urk.
8/II/60 und 8/II/101/2) vermag das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen kaum zu er
füllen (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_616/2016 vom
4.
November 2016
E
. 1
0
und
8C_651/2016 vom 1
5.
Dezember 2016 E. 5.7.4).
Dabei bestehen
auch gewisse Zweifel
an
der hausärztlichen
Einschätzung, zumal
diese
mangels
nennenswerter
objektiver Befunde
vorderhand auf den subjektiven Angaben des Beschwerde
führers gründet
.
Es erscheint deshalb e
rwähnenswert
, dass
die Firma des Be
schwerdeführers im Herbst 2016 nicht gut
lief
(vgl.
Urk.
8/28) und
er
im Jahr 2017 eine
zusätzliche
Geschäftstätigkeit auf
nahm
,
was
er der Beschwerdegeg
nerin
nicht mitteilte
(vgl.
Urk.
8/II/108)
.
Dies deutet auf ein gesteigertes finan
zielles Interesse mit (
un
)bewusstem Einfluss auf sein Aussageverhalten hin.
7.7.4
Angesichts des vorstehend Ausgeführten ist ferner nicht
davon auszugehen, dass
die aufgetretenen Schmerzen und Beeinträchtigung
en
, welche der Beschwerde
führer im Lebensalltag erfahren hat, das bei derartigen Verletzungen
Üblich
e übertreffen
, so dass
das Kriterium der erheblichen Besch
werden erfüllt wäre.
Eine
ärztliche Fehlbehandlung
ist
, wie bereits erwähnt,
kein Thema. Zudem bestehen keine
Anhaltspunkte für einen
schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Kom
plikationen
oder eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung im Sinne der Rechtsprechung
(vgl. etwa
Urk.
8/II/60/1)
.
7.7.
5
Es
bleibt anzufügen
, dass selbst der behandelnde
Dr.
A.___
die seines Er
achtens überwiegend
mu
s
kuloskelettal
bedingten Beschwerden nicht nur auf seit dem Unfall persistierende Verhärtungen und Verspannungen der paravertebralen Muskulatur zurückführte, sondern zusätzlich auf die radiologisch nachgewie
se
nen degenerativen Veränderungen der HWS hinwies. Letztere zeichnen also für den Umfang der Beschwerden sowie die hieraus resultierende Arbeitsunfähigkeit mitverantwortlich
und müssten ausgeklammert werden, da
die
Beschwerde
geg
nerin
nur für den unfallbedingten Gesundheitsschaden
eine Leistun
gspflicht trifft.
Objektive Anhaltspunkte
(wie Bildbefunde oder ein dokumentiertes schweres Trauma)
für eine relevante Vorschädigung der HWS
,
des Schädels
oder des Ge
hirns
durch einen der früheren Unfälle
bestehen
nicht, weshalb eine solche trotz der beim Unfall vom 1
7.
August 2016
noch attestierten
Teilarbeitsunfähigkeit auch nicht berücksichtigt werden kann
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2016 vom
4.
November 2016 E. 7)
.
7.8
Es ist somit weder beim Unfall vom
9.
November 2015 noch beim Unfall vom 17. August 2016 eines der Zusatzkriterien erfüllt,
schon gar nicht in ausgeprägter Weise. Dies obschon die Beschwerden im Zusammenhang mit den degenerativen Veränderungen noch nicht ausgeschieden wurden.
Eine interdisziplinäre Begut
achtung ist
demnach
nicht erforderlich, zumal die
vorhandenen
medizinischen Akten bereits eine schlüssi
ge Adäquanzbeurteilung erlauben.
8.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin ihre
vorübergehenden
Leistungen somit zu R
echt per
1
3.
Dezember 2017
eingestellt und den Anspruch auf eine Invalidenrente und Integritätsentschädigung mangels eines adäquaten Kausalzu
sammenhangs zwischen nach diesem Zeitpunkt fortbestehenden gesundheit
li
chen
Beeinträchtigungen und
den Ereignissen vom
9.
November 2015 und 1
7.
August 2016 verneint. Ebenso wenig ist zu bestanden, dass sie einen natürlichen Kau
salzusammenhang zwischen dem am 1
5.
Juni 2016 beim Beschwerdeführer fest
gestellten Aneurysma sowie den Unfallereignissen vom März 2012 und
9.
Novem
ber 2016 verneinte. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Oskar
Gysler
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
VogelBonetti