# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ef9e6d3-0799-5b0b-a874-6e968e31908b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-06-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 02.06.2006 S 2005 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2005-54_2006-06-02.pdf

## Full Text

S 05 54

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 2. Juni 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) Der heute 44-jährige … (geb. …) erlitt im August 2000 infolge 

Bremsversagens mit zirka 80 km/h einen Motorradunfall auf einem 

abgesperrten Rundkurs (…) im …, wobei er von der geteerten Rennpiste ins 

angrenzende Wiesland (Sturzfreiraum) hinausfuhr und darauf kopfüber rechts 

über den Lenker auf den Erdboden flog. Er verletzte sich dabei trotz 

Sturzhelms am Kopf und an der rechten Schulter. Im Weiteren stellten sich 

innert Stunden Nackenbeschwerden, Schwindel sowie Schlafstörungen ein. 

Nach dem besagten Sturzereignis reiste der Genannte in die Schweiz zurück, 

wo er tags darauf den Hausarzt aufsuchte; derselbe attestierte ihm eine 

Kontusion (Prellung/Quetschung) der rechten Schulter sowie eine Distorsion 

(Stauchung) der Halswirbelsäule (HWS) rechts. Zur damaligen Zeit war der in 

… GR wohnhafte Patient beruflich als Hilfsarbeiter bei einer lokalen Baufirma 

(zeitlich befristet bis Ende August 00) angestellt und durch diese obligatorisch 

gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) versichert. In der Folge kam die SUVA 

auch für die unfallbedingten Heilungskosten und die gesetzlichen Taggelder 

(Erwerbsausfallentschädigung) auf.

b) Im März 2002 beantragte der Versicherte bei der SUVA eine Erhöhung der 

Taggelder, worauf weitere Abklärungen und Berichte über die medizinisch-

theoretische Arbeitsfähigkeit (Gesundheitszustand) sowie die wirtschaftlich in 

Zukunft noch verwertbare Arbeitskraft (Vermittelbarkeit; Behinderungsgrad) 

des Versicherten eingeholt und ausgewertet wurden. Im November 2003 

lehnte die SUVA eine Erhöhung der Taggeldansätze mangels erfüllter 

Voraussetzungen im Sinne von Art. 23 Abs. 7 UVV ab. Damit konnte sich der 

Versicherte nicht einverstanden erklären, weshalb er Ende 2003 bzw. im 

Januar 04 beantragte, die Anpassung der Taggelder gestützt auf die 

Vorgaben der früheren Arbeitgeberin zu ermitteln.

c) Die SUVA veranlasste darauf hin im Februar 04 zusätzliche Abklärungen über 

die aktuelle Lohnentwicklung des Versicherten in dessen neuer 

Erwerbstätigkeit als Lastwagenfahrer, wozu der Einsprecher im Mai 04 noch 

Stellung beziehen konnte. Im Juni/September 04 bestätigte die angefragte 

Drittfirma (… AG) noch schriftlich die zuvor lediglich telefonisch gemachten 

Lohnauskünfte, wozu sich der Einsprecher ebenso im Januar 05 noch 

äussern konnte.

d) Schon mit Verfügung vom 26. Januar 2004 hatte die SUVA dem Versicherten 

mitgeteilt, dass von weiteren therapeutischen Massnahmen keine nachhaltige 

Verbesserung zu erwarten sei und daher auf die Ausrichtung weiterer 

Versicherungsleistungen (inklusive Taggelder) per Ende Februar 04 

verzichtet werde. Gegen diese Einstellung der Taggelder und die Annahme 

einer vollen Arbeits- und Vermittlungsfähigkeit ab März 04 erhob der 

Versicherte unverzüglich Einsprache (30.01.2004; einschliesslich Antwort 

05.01.2005 samt Ergänzungen 10.01.2005), worin er verlangte, dass ihm die 

gesetzlichen Leistungen der SUVA über den 29.02.2004 hinaus auf der Basis 

einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit zu erbringen seien.

e) Mit Entscheid vom 27. Januar 2005 lehnte die SUVA die Einwände bzw. 

Einsprache des Versicherten hauptsächlich mit der Begründung ab, dass die 

Lohnauskünfte der Arbeitgeberin voraussichtlich keine Lohnsteigerung von 

mindestens 10% ergeben hätten, weshalb auch keine Erhöhung der 

Taggeldansätze gerechtfertigt gewesen sei. Vielmehr hätten die ärztlichen 

Untersuchungen gezeigt, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang 

zwischen den Unfallverletzungen (August 00) und den seit März 04 weiterhin 

geklagten Gesundheitsleiden kaum zu bejahen sei und es für weitere 

Versicherungsleistungen vor allem an der erforderlichen Adäquanz zwischen 

dem höchstens als „mittelschwer“ einzustufenden Töffunfall und den heute – 

rund 4½ Jahre später – immer noch geklagten Leiden gefehlt habe.

2. Dagegen erhob der Einsprecher am 28. April 2005 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Begehren um kostenfällige 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids und um Verpflichtung der 

Vorinstanz, ihm über das Datum des 29.02.2004 hinaus die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen zu erbringen. Zur Begründung brachte er hierfür im 

Wesentlichen vor, dass die zahlreich vorhandenen fachärztlichen Gutachten 

und Berichte aus der Schweiz sehr wohl schlüssig ergeben hätten, dass ein 

natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den erlittenen Sturzverletzungen 

im Aug. 00 und den seit März 04 weiterhin geklagten Kopf-, Rücken-, 

Schulterschmerzen und Schwindel-, Schlaf- und Kognitionsstörungen 

(Gedächtnis-/Erinnerungslücken) zu bejahen gewesen wäre. An den 

Befunden und Gutachten der Dres. … vom 18.02.2005 [Hausarzt], … 

06.01.2005 [Spezialarzt FMH Neurologie], Prof. … 27.05. + 02.06.2004 

[bildgebende Röntgen-Befunde], … 14.03.2003 [SUVA-Kreisarzt], Prof. … 

22.10.2002 [Fachgutachter Neurologie], … 04.09.2002 [Spezialarzt 

Neuropsychologie], … 10.01.2002 [Spezialist Neurootologie] samt 

konsultiertem Fachpsychologen für Neuropsychologie am 18.09.2004 (Herr 

…) hätten auch die gegenteiligen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen im 

versicherungstechnischen Unfallgutachten der auf ganz anderen 

Beurteilungsgrundlagen basierenden nervenärztlichen Gemeinschaftspraxis 

vom 07.10.2003 (Dres. … etc.) aus Münster/Deutschland im Resultat nichts 

geändert. Sodann wäre auch die erforderliche Adäquanz zu bejahen 

gewesen, da die vom Eidgenössischen Versicherungsgericht (EVG) 

aufgestellten Leistungskriterien nach derartigen Unfällen mit einem 

Schädelhirntrauma/HWS-Schleudertrauma oder ähnlichen Kopf-

/Rückenverletzungen eindeutig erfüllt worden wären.

3. In der Vernehmlassung beantragte die SUVA Abweisung der Beschwerde und 

Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Gestützt auf eine umfassende 

neurologische Beurteilung vom 17.10.2005 (ihrer Abteilung für 

Versicherungsmedizin) hielt sie fest, dass kein natürlicher 

Kausalzusammenhang zwischen den unmittelbar (Latenzzeit 72 Stunden) 

nach dem Unfall geklagten Körperleiden (Kopf- und Nackenschmerzen; 

Schwindelgefühle und Schlafstörungen) und den erst später aufgetretenen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen (Konzentrations-/Gleichgewichtsstörungen; 

Tinnitus [Ohrensausen]; HWS-Blockierung/Bewegungseinschränkung dgl.) 

mit dem in der Sozialversicherung üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit bejaht werden könnte. Das Gegenteil hätten einzig das 

ärztliche Parteigutachten Dr. … (Jan. 05) sowie die fachlich nicht 

überzeugende Beurteilung des Fachpsychologen … (Sept. 04) ergeben, 

womit aber zu Recht auf die rein naturwissenschaftliche (d.h. 

„rechtsnormunabhängige“) Beurteilung im Unfallgutachten der deutschen 

Fachärzte vom Okt. 03 abgestellt worden sei. Hiernach – wie auch nach der 

aktuellsten Beurteilung vom Okt. 05 – sei jedoch erstellt, dass sämtliche seit 

März 04 immer noch geklagten Leiden nicht auf ein objektivierbares 

unfallkausales Organsubstrat (Schädelhirnverletzung oder klinisch 

gleichwertige Behinderung) zurückgeführten werden könnten. Ausserdem 

wäre auch das kumulativ benötigte Leistungserfordernis der Adäquanz 

sicherlich nicht erfüllt worden, zumal die Kriterien für die Bejahung einer 

psychischen Fehlentwicklung angesichts der geringen Intensität der 

Sturzverletzungen (nur mittelschwerer Unfall) sowie der übrigen hierfür 

aufgestellten Zusatzkriterien laut Praxis allesamt klarerweise gefehlt hätten. 

Aktenkundig sei vielmehr erstellt, dass der Versicherte seit Ende 2000 

praktisch beschwerdefrei gewesen sei und von den Ärzten als voll arbeitsfähig 

taxiert worden sei. Trotz erneuten Vorfalls (Harassentragen bei 

Getränkehändler) sei er ab Mai 03 wieder zu 50% arbeits-/vermittlungsfähig 

gewesen, weshalb die Einstellung der Taggeldleistungen korrekt erfolgt sei.

4. Ein zweiter Schriftenwechsel - in welchem der Beschwerdeführer speziell 

noch zum nachgereichten SUVA-Gutachten vom Okt. 05 ausführlich Stellung 

nehmen konnte – brachte für das Gericht keine neuen Erkenntnisse, da die 

Parteien unverändert an ihren absolut gegensätzlichen Standpunkten 

bezüglich der natürlichen und adäquaten Unfallkausalität festhielten.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die Vorinstanz hat die Grundsätze zum Umfang ihrer Leistungspflicht (Art. 6 

UVG), zum Unfallbegriff (Art. 9 UVV; neu Art. 4 ATSG) und zur nötigen 

Adäquanz zwischen Unfallereignis und Eintritt des Gesundheitsschadens 

(RKUV 3/2005 U 548 S. 228 = EVG 28.02.2005 [U 306/04]; BGE 129 V 181 

E. 3.1, 122 V 415, 119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 1b) richtig dargelegt. 

Zutreffend sind überdies die Ausführungen zum sozialversicherungsrechtlich 

massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 

126 V 360 E. 5b, 121 V 208 E. 6b, 114 V 305 E. 5b) sowie zu den 

Beweislastregeln (BGE 125 V 352, 117 V 263 E. 3b; RKUV 2001 S. 39 E. 5a, 

1993 S. 159 E. 3b). Darauf kann vorliegend verwiesen werden. Zu ergänzen 

bleibt an dieser Stelle einzig noch, dass für die Fortsetzung der beantragten 

Versicherungsleistungen über das Datum 29.02.2004 hinaus beide 

Erfordernisse eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs erfüllt 

sein müssen. Scheitert der geltend gemachte Anspruch auch nur an einer 

dieser beiden Voraussetzungen, entfällt die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers zum vorneherein auch ohne abschliessende und 

verbindliche Prüfung des anderen Kriteriums.

b) Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen dem Schadensereignis und 

der Gesundheitsbeeinträchtigung ein natürlicher Zusammenhang besteht, ist 

eine Tatfrage, worüber die Verwaltung – nur gestützt auf zuverlässige 

Arztberichte – bzw. im Beschwerdefall der Richter zu befinden hat. Als 

adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis erst 

dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach 

der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der 

Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges als durch 

das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125 

V 461 E. 5a, 123 V 141 E. 3d, 122 V 416 E. 2a, 121 V 49 E. 3a, SVR 8-9/2003 

UV Nr. 11 E. 3.2 S. 32). Der zweiten Voraussetzung des adäquaten Kausalität 

kommt dabei die Funktion der Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 

123 V 102 E. 3b). Sie hat bei allen Gesundheitsbeeinträchtigungen – die aus 

ärztlicher Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche 

Unfallfolgen gelten – Platz zu greifen. Die Beurteilung der Adäquanz ist 

folglich eine reine Rechtsfrage, die ursächlich nicht von den medizinischen 

Fachkräften, sondern abschliessend von den Richtern bzw. Gerichten zu 

beurteilen ist.

c) Im konkreten Fall gilt es vorab festzuhalten, dass sich die Vorinstanz im 

angefochtenen Entscheid nicht abschliessend zur Streitfrage der natürlichen 

Kausalität äusserte, zumal ihr die Einstellung der Taggeldleistungen per Ende 

Februar 04 bereits in Anbetracht des Fehlens eines adäquaten 

Kausalzusammenhangs als gerechtfertigt erschien. Trotz Kenntnisnahme und 

eingehender Würdigung des nachgereichten, aussagekräftigen, sehr 

umfassenden und überzeugenden Gesamtgutachtens der Vorinstanz vom 

Okt. 05, worin eine „natürliche Kausalität“ zwischen den Unfallverletzungen 

und den seit März 04 erneut geklagten Gesundheitsbeschwerden klarerweise 

verneint wurde, kann hier diese medizinisch-theoretische Vorfrage letztlich 

offen bleiben, da schon die Prüfung der zweiten Leistungsvoraussetzung 

(Nichtvorliegen „Adäquanz“) ein eindeutiges Resultat zeitigt.

2. a) Wie die höchstrichterliche Praxis stets betonte, gelten für die Beurteilung der 

Adäquanz „psychischer Unfallfolgen“ besondere Regeln. Die generelle 

Eignung eines Unfallereignisses - eine psychisch bedingte Arbeits- und 

Erwerbsunfähigkeit zu bewirken – ist hiernach unter Berücksichtigung der 

Gesamtheit aller Begleitumstände vor und nach dem Unfall zu beurteilen 

(BGE 115 V 136 E. 4d). Aus praktischen Gründen und im Hinblick auf die 

Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung der 

Versicherten hat die Beurteilung anhand einer objektiven Betrachtungsweise 

zu erfolgen, wobei die Unfälle in drei Gruppen einzuteilen sind. Während der 

adäquate Kausalzusammenhang bei banalen Unfällen (wie z.B. bei 

geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertretung des Fusses) und 

leichten Unfällen (wie z.B. bei einem unspektakulären Sturz oder einem 

gewöhnlichen Ausrutscher) in der Regel problemlos verneint werden kann 

(SVR-Rechtsprechung 9/2000 UV Nr. 17 E. 2b S. 56), ist er bei schweren 

Unfällen jeweils zu bejahen. Im mittleren Bereich sind weitere objektiv 

erfassbare Merkmale, die direkt mit dem Unfall in Verbindung stehen oder 

zumindest als indirekte Folge davon erscheinen, in die Gesamtwürdigung 

einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind dazu in Übereinstimmung mit 

BGE 117 V 367 E. 4b 383 zu nennen: Besonders dramatische 

Begleitumstände oder die spezielle Eindrücklichkeit des Unfalles; die Schwere 

oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen 

oder erheblich zu begünstigen; eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen 

Behandlung; ab dem Unfall ununterbrochen anhaltende Dauerschmerzen; 

eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen verschlimmert; ein 

schlechter Heilungsverlauf sowie beträchtliche Komplikationen; ferner das 

Ausmass und die mutmassliche Zeitdauer der unfallbedingten 

Arbeitsunfähigkeit; schliesslich noch die Unmittelbarkeit und persönliche 

Betroffenheit zum Schockerlebnis (SVR-Rechtsprechung 3/2001 UV Nr. 8 E. 

3 S. 32). Zur Bejahung der adäquaten Kausalität müssen im mittleren Bereich 

nach ständiger Rechtsprechung gleich mehrere dieser Kriterien in besonders 

ausgeprägter Form erfüllt oder sonst in gehäufter oder auffallender Art und 

Weise vorhanden sein (RKUV 3/2005 S. 232 E. 3.2.3; BGE 123 V 100 E. 2c, 

117 V 367 E. 6a, 115 V 140 E 6c/aa). Diese Zusatzkriterien wurden beim 

Motorradunfall im August 2000 nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer geht zwar 

selbst von einem Unfall im mittleren Bereich aus, der gar eher zu den 

schwereren als zu den leichteren zu zählen sei. Speziell wegen der hohen 

Fahrgeschwindigkeit beim Sturzunfall (ca. 100 km/h), der kurzen 

Bewusstlosigkeit (ca. 5 Sekunden) nach dem Aufprall am Boden, der 

nachhaltigen Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen (besondere 

Schwere/Intensität der Blessuren) sowie der langen Dauer und des hohen 

Einschränkungsgrads der Arbeitsunfähigkeit (100% AUF bis Mai 03; danach 

lediglich noch zu 50% arbeitsfähig) seien die Zusatzmerkmale erfüllt worden. 

Dieser Beurteilung kann sich das Gericht nicht anschliessen:

 Der Töffunfall im August 2000 ereignete sich keineswegs unter besonders 
dramatischen Begleitumständen (abgesperrte Rennpiste; kein 
Gegenverkehr; Risiko eines Bremsversagens oder anderer 
Verschleisserscheinungen an Maschine vorhersehbar und 
einkalkulierbar; Sturzfreiraum gerade für derartige Vorkommnisse 

geschaffen; kein Drittverschulden; sicherlich kein unüberwindbares 
Schreckens- oder Schockerlebnis) und der Zwischenfall war auch nicht 
von besonderer Eindrücklichkeit („Abflug“ neben Rennpiste ins „Grüne“ 
mit ca. 80 km/h; Überschlag mit Erdlandung auf Kopf-/Schulter-
/Rückenpartie; leicht ramponierter Sturzhelm ohne Aufprall mit harten 
oder gefährlichen Gegenständen (Reifenstappel/Randsteine).

 Der Versicherte hat sodann keine gravierenden Verletzungen 
(Schädelfrakturen, Wirbelsäulenbrüche [HWS/BWS], innere Blutungen an 
lebenswichtigen Organen usw.) oder Beeinträchtigungen ganz 
besonderer Art erlitten. Die festgestellten Stauchungen der HWS bzw. 
Nacken-, Rücken- und Schulterprellungen sind alles Verletzungen, die 
durch entsprechende Stütz- und Stabilisierungsmassnahmen (Tragen 
Halskrause) und spätere Physiotherapien (Lockern der 
verspannten/Wiederaufbau der verkrümmten Nacken-
/Rückenmuskulatur) normalerweise innert weniger Wochen (ca. 5-8 
Wochen) bzw. Monaten wieder beseitigt werden können und danach 
komplett verheilt sein sollten. Tatsache ist vielmehr, dass der Versicherte 
nicht notfallmässig von der Unfallstelle ins nächste Spital verbracht 
werden musste, sondern (nach bloss kurzem „Filmriss“) wieder zu vollem 
Bewusstsein kam, selbst zu Fuss die Unfallstelle verliess und sogar nach 
nur wenigen Stunden wieder imstande war, die zeitlich doch beträchtliche 
Heimreise vom Elsass ins Prättigau (als Beifahrer) anzutreten. Tags 
darauf meldete er sich jedenfalls in dieser Sache beim Hausarzt.

 Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erst 
hervorgerufen oder verschlimmert hätten, kann ebenso nicht die Rede 
sein. Bereits der Umstand, dass der Hausarzt eine Einlieferung ins Spital 
nicht für notwendig erachtete und zuerst mit konventionellen Hilfsmitteln 
(Medikamente; Therapien) versuchte, die anstehende Genesung 
möglichst rasch und unkompliziert voranzutreiben, zeigt, dass keine 
nennenswerten Fehler ärztlicherseits gemacht wurden. Die späteren 
Befunde bestätigten zudem noch, dass keine Fehldiagnose oder 
Fehlbehandlung vorlag. Allfällig neu dazu gekommene 
Belastungsfaktoren, wie namentlich der angeführte Tinnitus 
(Ohrensausen; Gleichgewichtsstörungen) sind offenkundig unfallfremd 
und bestimmt nicht ursächlich auf die klinisch erstellten Unfallfolgen bzw. 
die sachkundig unternommenen Heilbemühungen der konsultierten Ärzte 
oder übrigen Fachkräfte zurückzuführen.

 Unbestritten litt der Versicherte seit dem Unfall an einer eingeschränkten  
Belastbarkeit des Nackens bzw. der HWS. Umgekehrt ist aber ebenfalls 
erstellt, dass seine übrigen Unfallverletzungen bis Dezember 2000 – also 
schon vier Monate nach dem Sturzvorfall – fast komplett ausgeheilt waren 
und der Versicherte bis zur neuen Beschäftigung bei einem 
Getränkhändler während geraumer Zeit unwiderlegt schmerz- und 
beschwerdefrei war. Durch das Heben/Tragen schwerer Harasse geriet 
er körperlich erneut in Schwierigkeiten, was aber zweifellos nichts mit dem 
Unfall zu tun hatte. In Anbetracht der zeitweiligen und markanten 
Verbesserung des Allgemeinzustands (Ende 2000) kann nun jedoch 
bestimmt nicht mehr von besonders ausgeprägten Dauerbeschwerden 

ausgegangen werden; zumal dem Versicherten ab Mai 03 von mehreren 
Ärzten sogar wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidenangepassten 
Tätigkeit zugemutet wurde.

 Ebenso wenig kann bei jenem Ereignisablauf von einer ungewöhnlich 
langen Behandlungsdauer, einem schlechten Heilungsverlauf oder 
beträchtlichen Komplikationen die Rede sein, die geeignet gewesen 
wären, beim Versicherten eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. 
Dem ist umso mehr zuzustimmen, als der erste Arbeitsversuch nach dem 
Unfall bereits nach vier Monaten unternommen werden konnte und sich 
die Vorinstanz seit dem Unfalldatum stets korrekt gegenüber dem 
Versicherten verhielt bzw. aktenkundig anstandslos und grosszügig für 
die Heilungskosten und Taggelder (Erwerbsausfallentschädigung) bis 
Februar 2004 aufkam. Die Leistungsdauer betrug somit 3½ Jahre, obwohl 
der Versicherte nachweislich schon seit 2003 wieder arbeits- und 
einsatzfähig gewesen wäre.

 Richtig ist einzig, dass der Versicherte seit dem Motorradunfall bzw. seit 
dem gescheiterten Arbeitsversuch anfangs 01 längere Zeit arbeitsunfähig 
war (100% AUF bis Mai 03) und sich die damit einhergehende zweijährige 
Arbeitslosigkeit (Zwangspause) glaubhaft auf sein Selbstwertgefühl und 
seine Psyche „negativ“ ausgewirkt haben dürfte; allein die Erfüllung 
dieses einzigen Zusatzkriteriums reicht aber selbstverständlich noch nicht 
aus, um praxisgemäss bereits von einer Häufung oder besonders 
ausgeprägten Form der unfallbedingt erlittenen Nachteile auszugehen.

b) Damit ergibt sich, dass nur ein einziges Zusatzkriterium für die Bejahung eines 

adäquaten Kausalzusammenhangs bei mittleren Unfällen als erfüllt hätte 

betrachtet werden können. Die Vorinstanz lehnte darum schon allein deshalb 

jede weitere Leistungspflicht aus UVG (ab März 04) zu Recht ab.  

3. a) Der angefochtene Einspracheentscheid vom Januar 05 erweist sich damit in 

jeder Beziehung als rechtens und vertretbar, was im Resultat zu seiner 

Bestätigung und zur Abweisung der Beschwerde führt.

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG und Art. 11 der grossrätlichen 

Verordnung über das Verfahren in Sozialversicherungsstreitsachen (VVS; BR 

542.300) grundsätzlich kostenlos ist. Eine aussergerichtliche Entschädigung 

steht dem Unfallversicherer nicht zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde 

am 19. November 2007 abgewiesen (U 343/06.