# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfff4395-345b-5c44-a9ea-fcb2ed9e8105
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 09.09.2025 400 2025 60 (400 25 60)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-2025-60_2025-09-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

vom 9. September 2025 (400 25 60) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Zivilgesetzbuch 

 

 

Fristlose Kündigung: Das Verschweigen der Arbeitsplatzbezogenheit einer Arbeitsunfä-

higkeit stellt zwar eine Verletzung der Treuepflicht dar, rechtfertigt eine fristlose Kündi-

gung jedoch nur, wenn dem Kündigenden keine milderen Massnahmen zur Verfügung 

stehen (E. 5.1 ff.). 

 
 
Besetzung  Präsident Roland Hofmann, Richterin Barbara Jermann Richterich 

(Ref.), Richter Philippe Spitz; Gerichtsschreiber i.V. Numa Tschopp 
  

 

Parteien  A.____, 
vertreten durch Rechtsanwalt Rainer L. Fringeli, Furer & Partner 
Rechtsanwälte, Steinentorstrasse 13, Postfach 223, 4010 Basel,  
Klägerin und Berufungsbeklagte 

  gegen 

  B.____, 
vertreten durch Rechtsanwältin Anna Neukom Chaney, und/oder 
Rechtsanwalt Julien Boulter, Binder Rechtsanwälte KLG, Schützengas-
se 4, 8001 Zürich,  
Beklagte und Berufungsklägerin 

   

Gegenstand  Arbeitsstreitigkeit  
Berufung gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts West vom 10. Sep-
tember 2024 
 
 
 
 
 

 
 
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A. A.____ war seit dem 1. April 2021 in einem 60% Arbeitspensum als Kundenberaterin bei 
der B.____ tätig. Sie arbeitete jeweils am Montag, Dienstag und Freitag. Neben ihrer Anstellung 
bei der B.____ führte A.____ eine kleine Praxis auf selbständiger Basis, in welcher sie Dienst-
leistungen im Bereich der Fuss- und Handpflege anbot. Am 18. Mai 2023 war A.____ in einen 
Verkehrsunfall verwickelt, bei welchem sie verletzt wurde. Vom Universitätsspital Basel wurde 
sie in der Folge zunächst für 7 Tage 100% arbeitsunfähig geschrieben. Für die Zeit danach lie-
gen Arztzeugnisse von Dr. med. C.____, Dr. D.____ und Dr. E.____ vor, gemäss welchen 
A.____ praktisch durchgehend zu 100% bzw. von Mai bis Juli 2023 teilweise 50% arbeitsunfä-
hig war. Nachdem die B.____ am 4. Oktober 2023 erfahren hatte, dass A.____ trotz ihrer Ar-
beitsunfähigkeit angeblich weiterhin Dienstleistungen in ihrer eigenen Praxis anbot, kündigte sie 
das Arbeitsverhältnis am 16. Oktober 2023 fristlos. In der Folge liess A.____ der B.____ mit 
Schreiben vom 18. Oktober 2023 zwei Arztzeugnisse von Dr. med. C.____ und Dr. E.____ zu-
kommen, die ihr eine 100%ige Arbeitsortunfähigkeit attestierten. 

B. Das von A.____ gegen die B.____ eingeleitete Schlichtungsverfahren führte zu keiner 
Einigung, so dass ihr mit Datum vom 24. November 2023 die Klagebewilligung ausgestellt wur-
de. 

C. Mit begründeter Klage vom 19. Februar 2024 ersuchte A.____ beim Zivilkreisgericht Ba-
sel-Landschaft West um Verpflichtung der B.____ zur Zahlung von brutto CHF 8'100.00 zuzüg-
lich Arbeitgeberbeiträge sowie Verzugszins zu 5% seit dem 16. Oktober 2023 sowie einer Ent-
schädigung von CHF 16'785.00, dies unter o/e-Kostenfolge (inkl. MWSt) zu Lasten der Arbeit-
geberin.  

D. Mit Entscheid vom 10. September 2024 hiess der Gerichtspräsident des Zivilkreisgerichts 
Basel-Landschaft West die Klage teilweise gut und verpflichtete die B.____ zur Zahlung von 
CHF 6'750.00. Für die Mehrforderung wurde die Klage abgewiesen. Es wurden keine Gerichts-
kosten erhoben und die Parteien hatten für ihre eigenen Parteikosten aufzukommen. Zur Be-
gründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, dass kein wichtiger Grund für die fristlose 
Kündigung vorgelegen habe. Indem es A.____ unterlassen habe, die Arbeitgeberin darüber zu 
unterrichten, dass sich die 100%ige Arbeitsunfähigkeit lediglich auf die Arbeit bei der B.____ 
beziehe, habe sie es sich jedoch zu einem Teil selbst zuzuschreiben, dass es zur fristlosen 
Kündigung gekommen war. Aus diesem Grund erachtete die Vorinstanz eine Entschädigung im 
Sinne einer Pönale von 2.5 Monatslöhnen, somit CHF 6'750.00, für angemessen. 

E. Gegen diesen Entscheid erhob die B.____ (Berufungsklägerin), vertreten durch Rechts-
anwältin Anna Neukom und/oder Rechtsanwalt Julien Boulter, mit Eingabe vom 26. Februar 
2025 Berufung beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht (nachfolgend Kan-
tonsgericht), mit folgenden Rechtsbegehren:  

1. Der Entscheid des Gerichtspräsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 10. Sep-
tember 2024 im Verfahren 150 24 476 II sei aufzuheben und die Klage vom 19. Februar 2024 abzu-
weisen.  

2. Eventualiter sei der Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 10. September 2024 
im Verfahren 150 24 476 II aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen. 

3. Alles unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbeklagten. 

Auf die Ausführungen der Berufungsklägerin in ihrer Berufung wird in den nachstehenden Er-
wägungen eingegangen.  

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F. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 27. Februar 2025 wurde die Berufung vom 
26. Februar 2025 zur Stellungnahme innert 30 Tagen seit Zustellung an die Berufungsbeklagte 
übermittelt. Zudem wurde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet und der Beizug 
der Akten der Vorinstanz angeordnet.  

G. In ihrer Berufungsantwort vom 2. April 2025 beantragte A.____, vertreten durch Rechts-
anwalt Rainer L. Fringeli, die vollumfänglich Abweisung der Berufung sowie die unentgeltliche 
Rechtspflege für das Berufungsverfahren, alles unter o/e-Kostenfolge (inkl. MWSt und Ausla-
gen) zu Lasten der Berufungsklägerin. Auf die Begründung der Berufungsbeklagten wird in den 
nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

H. Die Berufungsantwort vom 2. April 2025 wurde mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 
3. April 2025 an die Berufungsklägerin zur Kenntnisnahme weitergeleitet. Der Schriftenwechsel 
wurde geschlossen und ein Entscheid der Dreierkammer aufgrund der Akten in Aussicht ge-
stellt. Schliesslich wurde festgehalten, dass von der Einvernahme von Dr. med. C.____ als 
Zeuge, vorbehaltlich eines anderslautenden Entscheids der Dreierkammer, abgesehen werde.  

I. In ihrer Replik vom 14. April 2025 bestritt die Berufungsklägerin die Ausführungen der 
Berufungsbeklagten in der Berufungsantwort vom 2. April 2025.  

J. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 15. April 2025 wurde die Replik vom 14. April 
2025 der Berufungsbeklagten zur Kenntnisnahme übermittelt, mit dem Hinweis, dass allfällige 
freiwillige Bemerkungen innert 10 Tagen einzureichen seien. 

Erwägungen 

1. Gegen erstinstanzliche Endentscheide kann gemäss Art. 308 ZPO Berufung erhoben 
werden, wobei in vermögensrechtlichen Angelegenheiten die Berufung nur zulässig ist, wenn 
der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 be-
trägt. Die Berufung ist schriftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründe-
ten Entscheids bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Vorliegend hat 
das Kantonsgericht die Berufung vom 26. Februar 2025 gegen den Entscheid des Gerichtsprä-
sidenten des Zivilkreisgerichts vom 10. September 2024 zu beurteilen. Vorinstanzlich wurde die 
Bezahlung von brutto CHF 8'100.00 zuzüglich Arbeitgeberbeiträge sowie Verzugszins zu 5% 
seit dem 16. Oktober 2023 sowie eine Entschädigung von CHF 16'785.00 gefordert. Der Streit-
wert liegt damit über der für eine Berufung erforderlichen Streitwertgrenze von CHF 10'000.00. 
Der angefochtene Entscheid wurde der Berufungsklägerin gemäss Rückschein der Schweizeri-
schen Post am 27. Januar 2025 zugestellt. Die 30-tägige Rechtsmittelfrist endete am 26. Feb-
ruar 2025. Die gleichentags bei der Post zum Versand aufgegebene Berufungsschrift erfolgte 
daher fristgerecht. Die Berufungsklägerin stützt ihre Berufung auf zulässige Berufungsgründe 
(Art. 310 ZPO). Da auch die weiteren Formalien und Prozessvoraussetzungen erfüllt sind 
(Art. 59 ZPO), ist auf die Berufung einzutreten. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c i.V.m. § 5 Abs. 1 e 
contrario des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG ZPO, SGS 
221) ist die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von 
Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgerichte sachlich zuständig. 

2. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass die Berufungsklägerin das Arbeitsverhältnis 
mit der Berufungsbeklagten ohne wichtigen Grund fristlos gekündigt habe und hiess die Klage 
teilweise gut. Sie hielt zusammenfassend fest, dass die Arbeitstätigkeit in der eigenen Praxis 
während einer angeblichen Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich einen wichtigen Grund für eine frist-
lose Kündigung darstellen könne. Die Berufungsbeklagte habe jedoch nach Erhalt der fristlosen 

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Kündigung neue Arztzeugnisse eingereicht, die ihr eine arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit 
attestieren. Die Berufungsklägerin habe weder die Richtigkeit der ursprünglich eingereichten 
noch der nachträglich vorgelegten Arztzeugnisse rechtsgenüglich bestritten. Ferner habe die 
Berufungsbeklagte in der Parteibefragung glaubwürdig dargelegt, dass ihr die Arbeit in der ei-
genen Praxis möglich gewesen sei. Aufgrund der nachträglich eingereichten Arztzeugnisse sei 
die arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit erstellt. Aus diesem Grund könne nicht von einer 
Tätigkeit der Berufungsbeklagten in der eigenen Praxis während einer angeblichen Arbeitsun-
fähigkeit bei der Berufungsklägerin ausgegangen werden, welche einen wichtigen Grund für 
eine fristlose Kündigung darstellen könne. Zudem habe es die Berufungsklägerin der eigenen 
Risikosphäre zuzurechnen, wenn sie die Berufungsbeklagte im Wissen um die bereits vor dem 
Unfall ausgeübte Nebentätigkeit fristlos entlasse, ohne davor persönlich bei ihr nachzufragen, 
weshalb sie trotz der ärztlich bescheinigten 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der Praxis arbeiten 
könne. Schliesslich sei der Umstand, dass die Berufungsbeklagte trotz 100%iger Arbeitsunfä-
higkeit in ihrer eigenen Praxis tätig gewesen sei, vorliegend nicht als wichtiger Grund zu qualifi-
zieren. Die Berufungsbeklagte habe die Berufungsklägerin dadurch weder konkurrenziert, noch 
habe die Arbeit in der eigenen Praxis einen Einfluss auf das Arbeitsverhältnis gehabt. 

3.1 Die Berufungsklägerin macht in ihrer Rechtsmitteleingabe geltend, die Vorinstanz habe 
den Sachverhalt unrichtig festgestellt, indem sie davon ausgegangen sei, dass die Berufungs-
klägerin weder die Richtigkeit der ursprünglich noch der nachträglich eingereichten Arztzeug-
nisse sowie die 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Berufungsbeklagten rechtsgenüglich bestritten 
habe. Zur Begründung führt die Berufungsklägerin im Wesentlichen aus, sie sei von der Beru-
fungsbeklagten nie über die Arbeitsplatzbezogenheit ihrer Arbeitsunfähigkeit und die damit ein-
hergehende Einschränkung mit Bezug auf Computerarbeit, die Notwendigkeit eines besonderen 
Stuhls oder der Möglichkeit aufstehen und sich bewegen zu können, informiert worden. Sie ha-
be bereits anlässlich ihrer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass aus dem nach der fristlosen 
Kündigung eingereichten Arztzeugnis, im Gegensatz zu den vorherigen Arztzeugnissen, ledig-
lich hervorgehe, dass sich die 100%ige Arbeitsunfähigkeit auf «Audiomessung» beziehe. In 
ihrer mündlichen Duplik habe die Berufungsbeklagte indes darauf hingewiesen, dass ihr Aufga-
benbereich vielseitig gewesen sei und nicht nur Arbeiten am Computer umfasst habe, sondern 
insbesondere auch Kundenberatung, Kundenbetreuung und Lagerführung. Die Berufungskläge-
rin führt hierzu aus, dass Audiomessungen folglich gar nicht zum Tätigkeitsbereich der Beru-
fungsbeklagten gehört hätten. In ihrer mündlichen Duplik habe die Berufungsklägerin dargelegt, 
dass sie, wenn sie ordnungsgemäss über die Arbeitsunfähigkeit informiert worden wäre, der 
Berufungsbeklagten eine angepasste Tätigkeit zugewiesen und einen ergonomisch geeigneten 
Arbeitsplatz eingerichtet hätte. Dies sei von der Berufungsbeklagten auch nicht bestritten wor-
den. In ihrem Schlussvortrag habe sie lediglich ausgeführt, dass das Arztzeugnis wesentlich 
sei. Darin werde gesagt, was möglich sei und was nicht. Die Berufungsbeklagte verkenne da-
bei, dass die Beurteilung einer arbeitsplatzbezogenen Arbeitsunfähigkeit davon abhänge, ob 
der Arbeitsplatz den gesundheitlichen Einschränkungen angepasst werden könne. Dies setze 
jedoch eine korrekte Information seitens der Arbeitnehmerin voraus, ansonsten die Arbeitgebe-
rin keine geeigneten Massnahmen ergreifen und der behandelnde Arzt die Arbeitsplatzbezo-
genheit nicht beurteilen könne.  

3.2 In rechtlicher Hinsicht rügt die Berufungsklägerin, die Vorinstanz habe Art. 321a sowie Art. 
337 Abs. 1 und Abs. 2 OR unrichtig angewendet. Zur Begründung führt sie an, die Berufungs-
beklagte habe durch ihr Verhalten ihre Informations- und Mitteilungspflicht gemäss Art. 321a 
Abs. 1 OR verletzt. Die Vorinstanz habe diesen Umstand verkannt und sei stattdessen von ei-
ner Abklärungspflicht seitens der Berufungsklägerin ausgegangen. Lediglich im Rahmen der 
Beurteilung des Mitverschuldens der Berufungsbeklagten habe die Vorinstanz eine Verletzung 
der Informationspflicht ansatzweise bejaht. Weiter habe die Vorinstanz bei der Prüfung der 
Rechtmässigkeit der fristlosen Kündigung vom 16. Oktober 2023 die erst danach erstellten und 

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eingereichten Arztzeugnisse zu Unrecht berücksichtigt. Für die Beurteilung der Rechtmässigkeit 
einer fristlosen Kündigung sei nur das der Kündigung vorausgehende Verhalten des Arbeit-
nehmers massgebend. Tatsachen, die sich erst danach verwirklicht haben, seien jedoch nicht 
zu berücksichtigen. Sodann macht die Berufungsklägerin geltend, sie habe die fristlose Kündi-
gung vom 16. Oktober 2023 rechtzeitig ausgesprochen. Entgegen der Auffassung der Vo-
rinstanz habe nach dem Telefonat zwischen F.____ und der Berufungsbeklagten lediglich ein 
Verdacht bestanden, dem sie unverzüglich nachgegangen sei. Zu diesem Zweck habe sie den 
nächstmöglichen Termin von Montag, 16. Oktober 2023, vereinbart. Sichere Kenntnis davon, 
dass die Berufungsbeklagte Behandlungen in ihrer eigenen Praxis angeboten habe, habe sie 
erst durch den vereinbarten Termin erlangt. Noch am selben Tag habe sie sodann die fristlose 
Kündigung ausgesprochen.  
 
3.3 Die Berufungsklägerin gelangt schliesslich zum Schluss, die Vorinstanz hätte bei korrekter 
Feststellung des Sachverhalts und der richtigen Anwendung von Art. 321a und Art. 337 OR 
einerseits erkennen müssen, dass die Berufungsbeklagte ihre aus der Treuepflicht fliessende 
Informationspflicht gegenüber der Berufungsklägerin verletzt habe, und andererseits, dass die 
nach der fristlosen Kündigung vom 16. Oktober 2023 eingereichten Arztzeugnisse bei der Beur-
teilung der Rechtmässigkeit der Kündigung nicht zu berücksichtigen seien. Die Berufungskläge-
rin habe folglich davon ausgehen dürfen, dass eine schwerwiegende Treuepflichtverletzung 
vorgelegen habe, die eine fristlose Kündigung rechtfertige.  

 
3.4 Die Berufungsbeklagte führt im Wesentlichen aus, die Berufungsklägerin habe entgegen 
ihren Ausführungen keinerlei Schritte unternommen, um die Arbeitsbedingungen anzupassen 
oder mit ihr das Gespräch zu suchen, um allfällige Eingliederungsmassnahmen zu prüfen. Zu-
dem liege keine Verletzung der Treue- und Informationspflicht vor. Die Berufungsbeklagte habe 
die Berufungsklägerin stets umfassend und rechtzeitig über ihre krankheitsbedingte Abwesen-
heit dokumentiert. Weiter macht die Berufungsbeklagte geltend, die Berufungsklägerin habe seit 
Beginn des Arbeitsverhältnisses von ihrer Nebentätigkeit Kenntnis gehabt. Eine Konkurrenzie-
rung der Berufungsklägerin durch diese Tätigkeit habe zu keinem Zeitpunkt stattgefunden. 
Schliesslich bringt die Berufungsbeklagte vor, bei den nach der Kündigung eingereichten Arzt-
zeugnissen handle es sich um Konkretisierungen der zuvor eingereichten Atteste. Der behan-
delnde Arzt habe es vor der Kündigung nicht für angezeigt erachtet, die Arbeitsplatzbezogen-
heit der Arbeitsunfähigkeit ausdrücklich festzuhalten. Die Angabe einer Diagnose – und damit 
auch die Arbeitsplatzbezogenheit – seien nicht erforderlich. Diese Information sei der Vollstän-
digkeit halber nachgereicht worden. Es handle sich dabei jedoch nicht um eine erst nach der 
Kündigung entstandene Tatsache, sondern um die Konkretisierung eines bereits zuvor beste-
henden Sachverhalts. 
 
4.1 Der Arbeitgeber wie auch der Arbeitnehmer können das Arbeitsverhältnis aus wichtigen 
Gründen jederzeit auflösen. Als wichtiger Grund gilt namentlich jeder Umstand, bei dessen Vor-
handensein dem Kündigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Arbeitsverhältnis-
ses nicht zugemutet werden darf. Als ausserordentliche Massnahme ist die fristlose Kündigung 
des Arbeitsverhältnisses nur mit grosser Zurückhaltung zuzulassen. Eine fristlose Entlassung ist 
einzig bei besonders schweren Verfehlungen des Arbeitnehmers gerechtfertigt. Diese müssen 
einerseits objektiv geeignet sein, die für das Arbeitsverhältnis wesentliche Vertrauensgrundlage 
zu zerstören oder zumindest so tiefgreifend zu erschüttern, dass dem Arbeitgeber die Fortset-
zung des Vertrags nicht mehr zuzumuten ist. Anderseits wird vorausgesetzt, dass sie tatsäch-
lich zu einer entsprechenden Zerstörung oder Erschütterung des gegenseitigen Vertrauens ge-
führt haben. Sind die Verfehlungen weniger schwerwiegend, müssen sie trotz Verwarnung wie-
derholt vorgekommen sein. Ob die dem Arbeitnehmer vorgeworfene Pflichtverletzung die erfor-
derliche Schwere erreicht, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab (KGE BL 
400 19 77 vom 18. Juni 2019 E. 3.1 m.w.H.; KGE BL 400 18 239 vom 18. Februar 2020 E. 8.1; 

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BGer 4A_57/2021 vom 21. Juli 2021 E. 3.2.1; BGE 142 III 579 E. 4.2 m.w.H.; ZK OR-
STAEHELIN, 4. Aufl., 2014, Art. 337 N 14; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, Arbeitsvertrag Praxis-
kommentar zu Art. 319-362 OR; 7. Aufl., 2012, Art. 337 N 2 f.). Eine fristlose Entlassung muss 
als «ultima ratio» oder «Notventil», mithin als einziger Ausweg aus einer verfahrenen Situation 
erscheinen. Ihre Zulässigkeit darf nur mit grosser Zurückhaltung angenommen werden. Sie un-
tersteht damit dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit und ist ausgeschlossen, wenn dem 
Kündigenden mildere Massnahmen zur Verfügung stehen, um die eingetretene Störung des 
Arbeitsverhältnisses in zumutbarer Weise zu beheben, beispielsweise durch ordentliche Kündi-
gung, Ergreifen von vertraglich vorgesehenen Disziplinarmassnahmen, Versetzung an einen 
anderen Arbeitsplatz oder Abmahnung des Arbeitnehmers. Je kürzer die Kündigungsfrist ist, 
umso gewichtiger muss der angeführte Grund sein, um zur fristlosen Kündigung zu berechtigen 
(KGE BL 400 19 77 vom 18. Juni 2019 E. 3.1; BGE 117 II 560 E. 3b; BGer 4C.114/2002 vom 
10. Juli 2002 E. 2.2; ZK OR-STAEHELIN, 4. Aufl., 2014, Art. 337 N 4; STREIFF/VON 
KAENEL/RUDOLPH, Arbeitsvertrag Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR; 7. Aufl., 2012, Art. 337 
N 13 f.). 
 
Die Beweislast für die Tatsachen, aus welchen die Berechtigung zur ausserordentlichen Kündi-
gung abgeleitet wird, obliegt in Anwendung von Art. 8 ZGB der Partei, welche die Kündigung 
erklärt hat. Ist dieser Beweis nicht erbracht, so ist die ausserordentliche Kündigung ungerecht-
fertigt (ZK OR-STAEHELIN, 4. Aufl., 2014, Art. 337 N 42). Über das Vorhandensein solcher Kün-
digungsgründe entscheidet der Richter nach seinem Ermessen (Art. 337 Abs. 3 OR). Gemäss 
Art. 4 ZGB hat er dabei seine Entscheidung nach Recht und Billigkeit zu treffen, wozu sämtliche 
für den Entscheid wesentlichen Umstände des Einzelfalls zu würdigen sind. Zu berücksichtigen 
sind dabei insbesondere die Stellung und die Verantwortung des Arbeitnehmers im Betrieb, die 
Art und die Dauer des Arbeitsverhältnisses, die Länge der ordentlichen Kündigungsfrist sowie 
die Natur und die Tragweite der dem Arbeitnehmer vorgeworfenen Verfehlungen (KGE BL 400 
19 77 vom 18. Juni 2019 E. 3.1; BGer 4C.114/2002 vom 10. Juli 2012 E. 2.3; BGE 116 II 145 
E. 6a).  
 
4.2 Der Arbeitnehmer ist gesetzlich dazu verpflichtet, die berechtigten Interessen des Arbeit-
gebers in guten Treuen zu wahren (Art. 321a Abs. 1 OR). Neben der Erbringung der vereinbar-
ten Arbeitsleistung obliegt ihm die Pflicht, Schaden vom Arbeitgeber abzuwenden und dessen 
Belange zu fördern. Diese Treuepflicht erstreckt sich nicht nur auf die vertraglich vereinbarte 
Tätigkeit, sondern umfasst sämtliche geschäftlichen Tätigkeiten, an denen der Arbeitnehmer 
beteiligt ist (BSK OR I-PORTMANN/RUDOLPH, 7. Aufl., 2020, Art. 321a N 2). Aus der Treuepflicht 
ergibt sich praxisgemäss eine (allgemeine) Informations- bzw. Mitteilungspflicht. Diese verlangt 
von Arbeitnehmern im Grundsatz, dass sie den Arbeitgeber unaufgefordert und früh genug über 
sämtliche relevanten Umstände in Kenntnis setzen. Ein weiterer Bestandteil der Treuepflicht ist 
die Pflicht zur Schadenminderung. Verhindert eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit den 
Arbeitnehmer an der Erbringung seiner Arbeitsleistung, so verpflichtet ihn die Schadenminde-
rungspflicht, alle zumutbaren Massnahmen zu ergreifen, die eine möglichst rasche Rückkehr an 
den Arbeitsplatz ermöglichen. Welche Massnahmen im Einzelfall angemessen und zumutbar 
erscheinen, hängt von den konkreten Umständen ab. Sind die Voraussetzungen erfüllt, besteht 
für den erkrankten Arbeitnehmer nicht nur die Pflicht, vom Arbeitgeber angebotene Ersatzarbei-
ten anzunehmen, sondern unter Umständen auch, den Arbeitgeber proaktiv über mögliche al-
ternative Tätigkeiten zu informieren (GEISER, Was ist Arbeitsunfähigkeit?, ZBJV 155/2019 
S. 795 ff., 804). Unabhängig davon ist der Arbeitnehmer während der ganzen Dauer seiner ge-
sundheitlichen Beeinträchtigung verpflichtet, den Arbeitgeber rasch, kontinuierlich und vollstän-
dig über seine Arbeitsunfähigkeit zu unterrichten (vgl. BGer 4A_486/2024 E. 5.7).  
 
5.1 Die Berufungsbeklagte reichte der Berufungsklägerin vorliegend ab dem Zeitpunkt ihres 
Unfalls am 18. Mai 2023 regelmässig neue Arztzeugnisse ein. Diese attestierten ihr eine Ar-

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beitsunfähigkeit von 100% bzw. von 50%. Aus den bis zum Zeitpunkt der fristlosen Kündigung 
vorgelegten Arztzeugnissen ging jedoch nicht ausdrücklich hervor, ob sich die bescheinigte Ar-
beitsunfähigkeit ausschliesslich auf die Tätigkeit bei der Berufungsklägerin oder auch auf die 
eigene Praxis bezog. Erst aus den nach der fristlosen Kündigung eingereichten Arztzeugnissen 
ergab sich die Arbeitsplatzbezogenheit der Arbeitsunfähigkeit. Dabei handelt es sich jedoch 
entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin nicht um eine Tatsache, die sich erst nach der 
fristlosen Kündigung verwirklicht hat. Vielmehr bestand die arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfä-
higkeit bereits vor diesem Zeitpunkt. Die nachträglich eingereichten Arztzeugnisse stellen ledig-
lich eine Konkretisierung der bisher eingereichten dar, weshalb sie zu berücksichtigen sind. 
Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Berufungsbeklagte ihre Treuepflicht gemäss Art. 
321a OR verletzte, indem sie der Berufungsklägerin nicht aus eigenem Antrieb offenlegte, dass 
sich ihre Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich auf das Arbeitsverhältnis mit ihr, nicht jedoch auf 
ihre Tätigkeit in der eigenen Praxis bezog. Es wäre ihre Pflicht gewesen, die Arbeitgeberin über 
diesen Umstand zu informieren, damit alternative Arbeiten hätten geprüft werden können. Es 
sind keine Gründe ersichtlich, welche dieses Unterlassen rechtfertigen würden. Von einer Ab-
klärungspflicht seitens der Berufungsklägerin kann indessen nicht ausgegangen werden.  
 
5.2 Im Anschluss daran stellt sich die Frage, ob diese Treuepflichtverletzung derart schwer 
wiegt, dass sie objektiv geeignet war, das Vertrauensverhältnis zu zerstören und eine Fortset-
zung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar zu machen. Wie oben dargelegt, hängt die Beurtei-
lung, ob diese Schwelle erreicht ist, von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab.  
 
5.2.1 Die Berufungsbeklagte war seit dem 1. April 2021 in einem 60% Pensum für die Beru-
fungsklägerin als Kundenberaterin tätig und führte nebenbei eine kleine Praxis auf selbständi-
ger Basis, in der sie Dienstleistungen im Bereich der Fuss- und Handpflege anbot. Dieser Ne-
benerwerb war der Berufungsklägerin gemäss eigenen Angaben seit April 2023 bekannt und 
wurde von ihr geduldet. Am 18. Mai 2023 war die Berufungsbeklagte in einen Verkehrsunfall 
verwickelt und danach in unterschiedlichem Ausmass arbeitsunfähig. Die Berufungsklägerin 
erfuhr sodann am 4. Oktober 2023, dass die Berufungsbeklagte trotz ihrer Arbeitsunfähigkeit 
weiterhin Dienstleistungen in ihrer eigenen Praxis anbot. Noch am selben Tag vereinbarte ein 
Mitarbeiter der Berufungsklägerin, F.____, einen Termin mit der Berufungsbeklagten für eine 
Behandlung in ihrer Praxis am 16. Oktober 2023. Als F.____ an diesem Tag in der Praxis er-
schien, kam ein weiterer Mitarbeiter der Berufungsklägerin hinzu und übergab der Berufungs-
beklagten die fristlose Kündigung.  
 
5.2.2 Die Berufungsklägerin führt in ihrer Rechtsmitteleingabe aus, es habe am 4. Oktober 2023 
lediglich ein Verdacht bestanden, den sie durch die Terminvereinbarung habe abklären wollen. 
Auf diese Weise habe sie sichere Kenntnis erlangt, dass die Berufungsbeklagte in ihrer Praxis 
tätig war. Dass die Berufungsklägerin den Sachverhalt abklären wollte, ist nachvollziehbar. 
Gleichwohl erscheint das Vorgehen der Berufungsklägerin nach Ansicht der Dreierkammer der 
Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts als fragwürdig und treuwidrig. Die Berufungsklägerin 
beauftragte ihren Mitarbeiter, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Termin in der Pra-
xis der Berufungsbeklagten zu vereinbaren, um diese während der Ausübung ihrer Nebentätig-
keit «in flagranti» zu ertappen und ihr die fristlose Kündigung zu überreichen. Der Berufungsbe-
klagten wurde damit bewusst eine Falle gestellt.  

 
5.2.3 Eine fristlose Kündigung ist wie erwähnt nur zulässig, wenn sie als «ultima ratio» oder 
«Notventil», mithin als einziger Ausweg aus einer verfahrenen Situation erscheint. Stehen dem 
Kündigenden mildere Massnahmen zur Verfügung, sind diese vorrangig zu ergreifen. Die Beru-
fungsklägerin hätte in einem ersten Schritt das Gespräch suchen und die Berufungsbeklagte mit 
den Vorwürfen konfrontieren können. Dies umso mehr, als der Berufungsklägerin die Nebentä-
tigkeit der Berufungsbeklagten bekannt war und diese duldete. Eine Aussprache hätte der Beru-

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fungsbeklagten die Möglichkeit eröffnet, die Arbeitsplatzbezogenheit ihrer Arbeitsunfähigkeit 
offenzulegen und dadurch für Transparenz zu sorgen. Der Berufungsklägerin wäre bei Zweifeln 
an den Aussagen der Berufungsbeklagten der Weg über einen Vertrauensarzt offen gestanden. 
Indem die Berufungsklägerin jedoch unmittelbar und ohne vorherige Anhörung die fristlose 
Kündigung aussprach, verweigerte sie der Berufungsbeklagten jegliche Möglichkeit, überhaupt 
zur Situation Stellung zu nehmen. Dieses Vorgehen erweist sich insbesondere auch deshalb als 
nicht nachvollziehbar, weil der Termin am 16. Oktober 2023 stattfand und die Kündigung somit 
erst zwölf Tage nach Bekanntwerden des Verdachts ausgesprochen wurde. Hätte die Beru-
fungsklägerin die Berufungsbeklagte bereits am 4. Oktober 2023 oder kurz darauf etwa telefo-
nisch kontaktiert und konfrontiert, hätte sie sofort Klarheit erlangt und im Falle einer Bestätigung 
des Verdachts die fristlose Kündigung umgehend aussprechen können. Das Vorgehen der Be-
rufungsklägerin erweist sich damit einerseits als unverhältnismässig, andererseits nicht als ein-
ziger Ausweg aus einer verfahrenen Situation im Sinne eines „Notventils“.  
 
5.3 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Berufungsbeklagte ihre Treue-
pflicht gemäss Art. 321a OR gegenüber der Berufungsklägerin zwar verletzt hat, die fristlose 
Kündigung vorliegend jedoch nicht die mildeste Massnahme darstellte. Wie die Vorinstanz zu-
treffend erwog, hätte die Berufungsklägerin zunächst das Gespräch mit der Berufungsbeklagten 
suchen und die Umstände abklären müssen, bevor ein solch einschneidender Schritt ergriffen 
wurde. Vor diesem Hintergrund erscheint die fristlose Kündigung als nicht gerechtfertigt. 
 
6.1 Die Berufungsklägerin macht weiter für den Fall, dass die fristlose Kündigung als un-
rechtmässig beurteilt werde, eine Verletzung von Art. 337c Abs. 3 OR geltend und beantragt, es 
sei von der Zusprache einer Entschädigung abzusehen. Zur Begründung führt sie an, die Vor-
instanz habe nicht sämtliche relevanten Umstände berücksichtigt und sei dadurch grundlos von 
den anerkannten Grundsätzen der Lehre und Rechtsprechung abgewichen. Folglich habe die 
Vorinstanz ihr Ermessen missbraucht, indem sie der Berufungsbeklagten unter Würdigung 
sämtlicher Umstände eine Entschädigung von 2.5 Monatslöhnen zugesprochen habe.  
 
6.2 Art. 337c Abs. 3 OR sieht als Sanktion bei ungerechtfertigter fristloser Kündigung durch 
den Arbeitgeber eine Entschädigung von maximal sechs Monatslöhnen vor. Diese hat sowohl 
Strafcharakter als auch Genugtuungsfunktion und soll die durch die ungerechtfertigte fristlose 
Kündigung erlittene Persönlichkeitsverletzung des Arbeitnehmers abgelten. Die Entschädigung 
ist nach freiem Ermessen des Gerichts unter Würdigung aller Umstände festzulegen. Zu den 
massgeblichen Umständen gehören insbesondere die soziale und wirtschaftliche Lage der Par-
teien, der Grad der Persönlichkeitsverletzung der entlassenen Partei, die Intensität und Dauer 
der arbeitsvertraglichen Beziehungen, die Art und Weise der Kündigung sowie ein allfälliges 
Mitverschulden des Arbeitnehmers, wobei keiner dieser Gesichtspunkte für sich allein entschei-
dend ist (BSK OR I-PORTMANN/RUDOLPH, 7. Aufl., 2020, Art. 337c N 6). 
 
6.3 Als Rechtsmittelinstanz greift das Kantonsgericht nicht ohne Not in das Ermessen der 
Vorinstanz ein. Es schreitet ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtspre-
chung anerkannten Grundsätzen abgewichen ist, wenn Tatsachen berücksichtigt wurden, die 
keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn umgekehrt Umstände ausser Betracht geblieben 
sind, die zwingend hätten beachtet werden müssen. In derartige Ermessensentscheide wird 
ferner eingegriffen, wenn sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise unge-
recht erweisen. Das Kantonsgericht darf mithin sein Ermessen gegebenenfalls an die Stelle 
desjenigen der Vorinstanz setzen; die freie Überprüfungsbefugnis hindert es jedoch nicht daran, 
in Ermessensfragen einen Entscheidungsspielraum der Vorinstanz zu respektieren. Der Vo-
rinstanz kann somit die Wahl unter mehreren angemessenen Lösungen überlassen werden. 
Einzugreifen ist erst bei einer unangemessenen Entscheidung. Dabei ist Unangemessenheit 
dann gegeben, wenn ein gerichtlicher Entscheid – welcher innerhalb des gerichtlichen Ermes-

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senspielraums liegt und zudem in Ausübung des dem Gericht zukommenden Ermessensspiel-
raums getroffen wurde – auf sachlichen Kriterien beruht, unter Berücksichtigung der Gegeben-
heiten des konkreten Falles aber dennoch als unzweckmässig erscheint (REETZ, in: Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), 4. Aufl., 2025, Art. 310 N 36). Die erwähnte 
Zurückhaltung bei der Überprüfung der Angemessenheit darf jedenfalls nicht so weit gehen, 
dass erst bei Ermessenüberschreitungen eingegriffen würde, also dann, wenn die Bandbreite 
zulässiger Ermessensentscheide nach oben oder nach unten verlassen wird (u.a. KGE BL 410 
19 292 E. 7.1; 410 16 231 E. 5.2). 
 
6.4 Die Vorinstanz würdigte bei der Festsetzung der Entschädigung das Verhalten beider 
Parteien sowie die Dauer des Arbeitsverhältnisses. Sie hielt fest, die Berufungsbeklagte habe 
es sich zu einem Teil selbst zuzuschreiben, dass es zur fristlosen Kündigung gekommen sei. 
Sie habe die Berufungsklägerin nicht darauf hingewiesen, dass sich die 100%ige Arbeitsunfä-
higkeit lediglich auf die Arbeit bei ihr beziehe. Zudem habe das Arbeitsverhältnis lediglich 2.5 
Jahre gedauert, was nicht sehr lange sei. Weiter führte die Vorinstanz aus, die Berufungskläge-
rin habe sich nach Kenntnis der Arbeitstätigkeit der Berufungsbeklagten in deren eigener Praxis 
nie direkt bei dieser erkundigt oder um eine Erklärung ersucht. Stattdessen habe sich die Beru-
fungsklägerin für eine andere Vorgehensweise entschieden, die in ihrer Art und Weise als unnö-
tig hart erscheine. Aus diesen Gründen kam die Vorinstanz zum nachvollziehbaren Schluss, 
dass aufgrund sämtlicher relevanter Umstände, die mit der fristlosen Kündigung vorliegend ver-
bunden sind, eine Entschädigung gemäss Art. 337 Abs. 3 OR von 2.5 Monatslöhnen, entspre-
chend CHF 6'750.00, angemessen sei. Dabei hat sie ihr Ermessen pflichtgemäss ausgeübt und 
die konkreten Umstände angemessen berücksichtigt. Entgegen den Ausführungen der Beru-
fungsklägerin hat die Vorinstanz kein Recht verletzt, indem sie keine weiteren Aspekte, welche 
die Rechtsprechung kennt, für die Bemessung der Entschädigung geprüft hat. Die Berufung ist 
somit auch in diesem Punkt abzuweisen.  
 
7. Da sich sämtliche Rügen der Berufungsklägerin als unbegründet erweisen, ist die Beru-
fung abzuweisen. Es bleibt noch über die Verlegung der im Berufungsverfahren entstandenen 
Kosten zu befinden. Diese bestehen aus den Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung 
(Art. 95 Abs. 1 ZPO). Gemäss Art. 114 lit. c ZPO dürfen bei Streitigkeiten aus einem Arbeitsver-
hältnis bis zu einem Streitwert von CHF 30‘000.00 keine Gerichtskosten gesprochen werden. 
Diese Vorschrift entfaltet auch im kantonalen Rechtsmittelverfahren Gültigkeit, weshalb mit dem 
vorliegenden Entscheid keine Gerichtsgebühr zu erheben ist. Da die Berufungsklägerin im vor-
liegenden Verfahren vollständig unterliegt, hat sie antragsgemäss eine Parteientschädigung an 
die Berufungsbeklagte auszurichten. Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten hat im Beru-
fungsverfahren keine Honorarnote eingereicht, weshalb die Parteientschädigung gemäss § 18 
Abs. 1 TO von Amtes wegen nach Ermessen festzusetzen ist. Die Parteientschädigung bemisst 
sich in Anwendung von § 2 Abs. 2 und § 10 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und 
Anwälte (TO, SGS 178.112) nach dem zweitinstanzlichen Streitwert, welcher sich vorliegend 
aus der gutgeheissenen Entschädigung gemäss Art. 337c OR ergibt und CHF 6'750.00 netto 
beträgt. Das Grundhonorar bemisst sich nach § 7 Abs. 1 lit. c TO und liegt zwischen 
CHF 1'500.00 und CHF 2'400.00. Im vorliegenden Berufungsverfahren fand keine Hauptver-
handlung mit Parteien statt. Vorliegend rechtfertigt sich ein Grundhonorar von CHF 2'000.00. 
Die Gewährung von Zuschlägen gemäss § 8 TO ist nicht angezeigt. Mangels Einreichung einer 
Honorarnote ist kein Auslagenersatz geschuldet (vgl. KGer BL 400 19 196 vom 19. November 
2019 E. 10.2). Die Vergütung der Mehrwertsteuer wurde hingegen beantragt, so dass die Beru-
fungsklägerin dem Berufungsbeklagten eine Parteientschädigung in Höhe von CHF 2'162.00 zu 
bezahlen hat. 
  

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http://bl.swisslex.ch/doc/unknown/ed820ed8-1e2e-4465-82ba-fafe95651efe/citeddoc/42385ca2-f861-420f-bbf6-01e266474b57/source/document-link

 
 
Seite 10  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

Demnach wird erkannt: 

://: 1.  Die Berufung wird abgewiesen. 

 2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

Die Berufungsklägerin hat der Berufungsbeklagten eine Parteientschä-

digung von CHF 2'162.00 (inkl. MWSt) zu bezahlen.  

Präsident 

 

Roland Hofmann 

Gerichtsschreiber i.V. 

 

Numa Tschopp 

 

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