# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67efeafd-c3c9-54d2-8d70-425d6da9a73b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.05.2008 D-2976/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2976-2008_2008-05-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2976/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  M a i  2 0 0 8

Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Maurice Brodard,
Gerichtsschreiber Martin Maeder.

A._______, geboren (...), Syrien,
vertreten durch Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 28. April 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2976/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
am  7.  November  2007  auf  dem  Landweg  illegal  verliess  und  am 
20. November  2007  unter  Umgehung  der  Grenzkontrolle  in  einem 
Kühllaster  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  am  selben  Tag um  Asyl 
nachsuchte,

dass das BFM den Beschwerdeführer am 27. November 2007 im Emp-
fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel  zur Ausreise und zu den 
Personalien sowie  summarisch zu den Gründen seines Asylgesuchs 
befragte,

dass der Beschwerdeführer dabei im Wesentlichen geltend machte, er 
habe Probleme mit den syrischen Behörden gehabt,

dass er im Jahre 2005 einen Pass beantragt, diesen jedoch aus unbe-
kannten Gründen nie erhalten habe,

dass das BFM den Beschwerdeführer am 17. Dezember 2007 gemäss 
Art. 29 Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
ausführlich zu seinen Asylgründen befragte,

dass er auf die Frage nach den im Moment der Ausreise auf sich ge-
tragenen Ausweisen  antwortete,  er  habe  keine  solchen bei  sich  ge-
habt,

dass das BFM dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 1. April 2008 
mitteilte, Abklärungen im Rahmen des Asylverfahrens hätten ergeben, 
dass  er  bei  der  Schweizerischen Botschaft  (in  Damaskus)  einen Vi-
sumsantrag gestellt  und  Anfang  November  2007  ein  Visum erhalten 
habe,

dass er bei der Gesuchseinreichung den Reisepass nicht abgegeben 
und in tatsachenwidriger Weise behauptet habe, nie einen Reisepass 
besessen zu haben,

dass  durch  die  Nichtabgabe  des  Reisepasses  der  Tatbestand  von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG erfüllt sei,

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dass der Beschwerdeführer vom BFM gleichzeitig aufgefordert wurde, 
seinen Reisepass abzugeben und überdies die tatsächlichen Reiseda-
ten anzugeben,

dass ihm dazu Frist zur Stellungnahme gewährt wurde,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. April 2008 (Poststem-
pel  vom 9.  April  2008)  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  geltend 
machte,  er  habe "effektiv  noch nie einen Reisepass"  gehabt  und es 
müsse sich offenbar um eine Verwechslung (seiner Person) handeln, 
da er auch nie ein Visum beantragt habe,

dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfü-
gung vom 28. April 2008 gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG nicht 
eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anord-
nete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte,  Abklärun-
gen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer Ende Oktober 2007 
bei der Schweizerischen Vertretung in Damaskus einen Visumsantrag 
eingereicht habe und dabei seinen Reisepass vorgewiesen habe,

dass aus dem Umstand, wonach er in der Folge ein Einreisevisum er-
halten habe, zu schliessen sei, dass er legal in Richtung Schweiz aus-
gereist sei,

dass aus der Eingabe vom 8. April  2008 im Rahmen des rechtlichen 
Gehörs geschlossen werden müsse,  er  sei  nicht  willens,  den Reise-
pass  den  Asylbehörden  abzugeben,  den  er  im  Rahmen  der  Mitwir-
kungspflicht abzugeben habe,

dass er  dadurch seine Mitwirkungspflicht  schuldhaft  in grober Weise 
verletzt habe,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 6. Mai 2008 (Poststem-
pel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob,

dass er im Hauptpunkt beantragt, es sei die angefochtene Verfügung 
der Vorinstanz aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung und 
materiellem Entscheid (Eintreten) an die Vorinstanz zurückzuweisen,

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dass er im Eventualpunkt das Begehren stellt, es sei die Unzulässig-
keit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung 
festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass  er  zudem in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2  des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) und um Erlass des Kostenvorschusses ersucht,

dass die vorinstanzlichen Akten am  8. Mai  2008 bei  Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 VwVG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass die Beschwerde innert der gesetzlichen Frist von fünf Arbeitsta-
gen in gültiger Form eingereicht wurde, weshalb auf diese einzutreten 
ist (vgl. Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass dementsprechend die Beschwerdeinstanz, sofern sie das Nicht-
eintreten auf  das  Asylgesuch als  unrechtmässig  erachtet,  sich  einer 
selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Nichtein-
tretensverfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die 

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Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. 
S. 240 f.),

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit  Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
auf andere Weise als den in Art. 32 Abs. 2 Bstn. a und b AsylG ge-
nannten Gründen ihre Mitwirkungspflicht schuldhaft und in grober Wei-
se verletzen (Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG),

dass eine Verletzung der Mitwirkungspflicht dann als grob zu bezeich-
nen ist, wenn dadurch die Abklärungen des Falles erheblich erschwert 
werden (vgl. EMARK 1995 Nr. 18),

dass das Asylgesetz für einen Nichteintretensentscheid wegen Verlet-
zung  der  Mitwirkungspflicht  im  Übrigen  keinen  Vorsatz  voraussetzt 
(vgl. EMARK 2000 Nr. 8),

dass vorab festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer die Aussagen 
in den Protokollen (A1/8 und A6/16) mit seiner Unterschrift genehmigt 
hat,

dass Abklärungen des BFM jedoch ergeben haben, dass die Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers in Bezug auf den Reisepass und das Vi-
sum wahrheitswidrig ausgefallen sind,

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dass der  Einwand in  der  Beschwerde,  er  sei  nie  auf  der  Schweizer 
Botschaft in Damaskus erschienen und habe nichts von der Beantra-
gung des Visums erfahren, auch nicht von dessen Ausstellung, akten-
widrig ist, zumal aus den Visumsunterlagen (A11/10) klar hervorgeht, 
dass er den Antrag am 29. Oktober 2007 persönlich unterzeichnet hat,

dass die Mitwirkungspflicht die Pflicht, wahrheitsgemässe und vollstän-
dige Angaben zum Sachverhalt  zu machen, umfasst,  und bewusstes 
Verschweigen einer relevanten Tatsache (in casu: Existenz eines Rei-
sepasses und eines Visums, legale Ausreise) als grobe Verletzung der 
Mitwirkungspflicht zu werten ist,

dass  in  Berücksichtigung  der  Aktenlage  der  Rechtsmittelschrift  des-
halb  in  jenem Punkt  zuzustimmen ist,  in  dem festgehalten  wird,  die 
Vorinstanz beziehe sich mit gewissem Recht auf den Nichteintretens-
grund der groben Verletzung einer Mitwirkungspflicht,

dass  nach  dem  Gesagten  das  BFM  zu  Recht  in  Anwendung  von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass es sich erübrigt, auf die weiteren Vorbringen in der Rechtsmitte-
leingabe einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer 
weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf Er-
teilung einer solchen hat,  weshalb die verfügte Wegweisung im Ein-
klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. Au-
gust 1999 über Verfahrensfragen  [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EMARK 
2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen nicht unzuläs-
sig ist, da aus den Ausführungen des Beschwerdeführers und den üb-
rigen Akten keine Hinweise auf eine menschenrechtswidrige Behand-
lung ersichtlich sind (vgl. Art. 3 EMRK), die ihm in Syrien droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass vorliegend weder die allgemeine Lage in Syrien noch individuelle 
Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schlie-
ssen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung des Beschwerde-
führers nicht unzumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Syrien 
schliesslich auch nicht unmöglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass der Antrag, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 
verzichten,  aufgrund des direkten Entscheids in  der Hauptsache ge-
genstandslos geworden ist,

dass  das  Gesuch,  dem  Beschwerdeführer  sei  die  unentgeltliche 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG zu gewähren, zufolge 
Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art.  1-3  des  Reglements  vom 11. Dezember  2006  über  die  Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- das (...) des Kantons (...) ad (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Martin Maeder

Versand: 

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