# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f13c6369-dc1c-5299-a53e-5c7d7a3df810
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.02.2012 D-7368/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7368-2010_2012-02-08.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­7368/2010

U r t e i l   v om   8 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz),
Richter Walter Lang, Richter Thomas Wespi,   
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

Parteien A._______, geboren am _______,
Irak,  
vertreten durch Dr. iur. Hans Ulrich Ziswiler, _______,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 9. September 2010 / _______.

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Sachverhalt:

A. 
A.a.  Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen 
Heimatstaat  am 22. August  2007  legal  auf  dem Landweg  und  gelangte 
_______ am 16.  Juli  2008  in  die Schweiz, wo er  am selben Datum ein 
Asylgesuch  stellte.  Dazu  wurde  er  am  21.  Juli  2008  vom  BFM 
summarisch befragt. 

A.b.  Der  Beschwerdeführer  brachte  zur  Begründung  vor,  er  sei  Kurde 
und habe von Geburt an bis zur Ausreise in _______ gelebt. Als Händler 
habe  er  Waren  aus  dem  Iran  importierten  lassen  und  sei  zu  diesem 
Zweck  oftmals  an  die  Staatsgrenze  gereist.  Mitte  April  2007  sei  er  in 
diesem  Zusammenhang  durch  als  Polizisten  verkleidete  Terroristen 
angehalten und entführt worden. Gegen ein Lösegeld von 50'000 Dollar, 
welches sein Bruder übermittelt habe, sei er nach einigen Tagen wieder 
freigekommen. Sein Bruder habe den Vorfall polizeilich angezeigt. In der 
Folge  habe  er  einen  Entführer  zusammen  mit  einer  ihm  unbekannten 
Person auf der Strasse erkannt. Auf seine Anzeige hin seien die beiden 
verhaftet,  aber  nach  20  bis  30  Tagen  wieder  freigelassen  worden.  Sie 
hätten  die  Tat  nicht  gestanden.  Er  habe  erfahren,  dass  es  sich  bei 
derjenigen  Person,  welche  ihm  bekannt  vorgekommen  sei,  um  einen 
arabischen  Terroristen  handle.  Angehörige  von  dessen Gruppe  würden 
steckbrieflich gesucht. Nach  ihrer Haftentlassung hätten sie  ihn zweimal 
bedroht und zur Rücknahme der Anzeigen genötigt. Die Gruppe sei auch 
weiterer  Delikte  beschuldigt  worden,  habe  aber  Verbindungen  zu  den 
Behörden. Auf eine erneute behördlich Anzeige seinerseits hin sei er zur 
Vorsicht gemahnt worden. Da er eine Fortsetzung der Repressalien durch 
die Terroristen befürchtet habe, sei er schliesslich ausgereist. 

A.c. 
Für  die  bei  der  Befragung  eingereichten  Beweismitte  –  Unterlagen  im 
Zusammenhang  mit  der  geltend  gemachten  Entführung  und  den 
Anzeigen  –  ist  auf  die  Akten  zu  verweisen  (vgl.  BFM­
Beweismittelverzeichnis A 1). 

B. 
Am  11.  August  2008  führte  die  Vorinstanz  eine  Anhörung  durch.  Der 
Beschwerdeführer  erwähnte  dabei  wiederum  die  Entführung  und 
schilderte deren Umstände. Ein Entführer habe  ihm vorgeworfen, Kurde 
zu  sein  und  mit  den  Amerikanern  zusammenzuarbeiten.  Am  Haftort 
hätten sich noch andere  Insassen befunden. Seinem Bruder sei ein von 

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der  Gruppe  _______  unterzeichnetes  Schreiben  für  eine 
Lösegeldforderung  zugegangen,  was  dieser  umgehend  den  Behörden 
mitgeteilt habe. Aufgrund des vom Bruder in der Folge geleisteten Geldes 
sei  er  freigekommen.  Nach  der  von  ihm  erfolgten  Anzeige  gegen  den 
Terroristen,  welchen  er  auf  der  Strasse  wiedererkannt  habe,  sei  dieser 
festgenommen worden. Einige Tage vor der Aburteilung sei diesem indes 
die  Flucht  gelungen.  In  der  Folge  habe  er  unter  den  geschilderten 
Einschüchterungen  der  Gruppe  gelitten.  Es  seien  Todesdrohungen 
ergangen. Die Polizei  habe  ihm nicht  helfen  können, weshalb er  in  den 
Westen geflohen sei. 

C. 
Mit Schreiben vom 5. Oktober 2008 an die kantonale Behörde stellte der 
Beschwerdeführer  weitere  Beweismittel  in  Aussicht.  Besagte 
Beweismittel  (irakische  ID­Karte;  Quittungen;  drei  andere  Fassungen 
bereits eingereichter Dokumente; weiteres Dokument) wurden dem BFM 
am 17. November 2008 übermittelt. 

D. 
Am  19. November  2008  unterzog  das  BFM  die  vom  Beschwerdeführer 
eingereichte irakische Identitätskarte einer  internen Dokumentenanalyse. 
Dabei  stellte  das  BFM  fest,  dass  dieses  Dokument  objektive 
Fälschungsmerkmale aufweise.

E. 
Ein  vom  BFM  beauftragter  Experte  kam  in  einer  Sprachanalyse  mit 
teilweiser  Berücksichtigung  länderkundlicher  Kenntnisse  (LINGUA­
Dokument) vom 18. Juni 2009 zum Schluss, dass der Beschwerdeführer 
in  geografischer  Hinsicht  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  der 
Region  _______  zuzuordnen  sei. Gleichwohl  könnten  die  Angaben  des 
Beschwerdeführers, in _______ bei _______ geboren zu sein und einige 
Jahre dort gelebt zu haben, nicht ausgeschlossen werden. Er habe sehr 
gute Kenntnisse über den Ort  _______ und dessen nähere Umgebung. 
Zudem  kenne  er  viele  typische  Ausdrücke  der  dort  gesprochenen 
Mundart. 

F. 
Mit  Verfügung  vom  18.  August  2010  wurde  dem  Beschwerdeführer 
Gelegenheit  zur  Stellungnahme  zu  den  Ergebnissen  der  LINGUA­
Analyse  sowie  der  Dokumentenprüfung  gegeben.  Gemäss  ersterer 
stamme  er  entgegen  seinen  bisherigen  Erklärungen mit  überwiegender 

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Wahrscheinlichkeit  aus  der  Region  _______.  Die  typische Mundart  von 
_______  sei  bei  ihm  nicht  feststellbar.  In  Abweichung  der  bisherigen 
Angaben  habe  er  ferner  geltend  gemacht,  sich  _______  in  _______ 
aufgehalten zu haben. _______ sei er nach _______ zurückgekehrt.  Im 
Weiteren  habe  eine  interne  Analyse  der  Identitätskarte  ergeben,  dass 
diese gefälscht  sei. Sie weise drucktechnische Mängel auf und enthalte 
falsche  geografische  Angaben.  Angesichts  der  Aktenlage  werde  ein 
Vollzug  der Wegweisung  in  den  von  der  kurdischen  Regionalregierung 
kontrollierten Nordirak erfolgen. Es sei davon auszugehen, dass er in der 
Provinz _______ Wohnsitz gehabt habe. Ferner gewährte das BFM dem 
Beschwerdeführer Einsicht in die Asylakten. 

G. 
Mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertretung  vom  30.  August  2010  hielt  der 
Beschwerdeführer  an  der  behaupteten  Herkunft  aus  _______  sowie 
daran,  dass  die  eingereichte  Identitätskarte  von  der  zuständigen 
Amtsstelle  ausgestellt  worden  sei,  fest.  Das  Dokument  weise  ein 
Merkmal, welches  schlüssig  auf  die  behauptete Ausstellung  in  _______ 
hinweise,  auf. Mit  dem Dokument  sei  er  innerhalb des  Iraks problemlos 
herumgereist.  Gestützt  auf  das  Dokument  sei  ihm  Anfang  2007  in 
_______  überdies  ein  Pass  ausgestellt  worden.  Auch  die  (von  Hand 
gemachten)  Einträge  des  Dokuments  entsprächen  denjenigen  von 
Identitätskarten,  welche  aus  der  Provinz  _______  stammten.  Er  werde 
sich  ausserdem  bemühen,  durch  Vermittlung  seines  Bruders  eine 
Bestätigung  der  Behörde  für  seinen  letzten  Wohnsitz  in  _______ 
beizubringen. Im Weiteren treffe in sprachlicher Hinsicht zwar zu, dass er 
nebst dem in _______ üblichen Dialekt auch den von _______ spreche, 
zumal  er  sich  _______  dort  aufgehalten  habe.  Seine  anderslautende 
angebliche  Aussage  bei  der  Erstbefragung,  seit  der  Geburt  bis  2007 
ausschliesslich  in  _______  gelebt  zu  haben,  sei  auf  eine  falsche 
Protokollierung zurückzuführen. 

H. 
Mit Verfügung vom 9. September 2010 – eröffnet am 13. September 2010 
– stellte  das  BFM  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  lehnte  sein  Asylgesuch  ab  und 
ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Ferner 
wurde  die  Einziehung  der  Identitätskarte  als  gefälschtes  Dokument 
angeordnet.  Betreffend Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  erwog  das BFM, 
er habe die angebliche Herkunft aus _______ mittels einer als gefälscht 
erkannten Identitätskarte zu belegen versucht. Es sei ihm im Rahmen des 

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rechtlichen  Gehörs  nicht  gelungen,  das  Analyseergebnis  zu  entkräften. 
Im  Weiteren  habe  eine  Sprachanalyse  ergeben,  dass  er  mit 
überwiegender  Wahrscheinlichkeit  aus  der  Region  _______  stamme. 
Seine  Behauptung,  auch  den  Dialekt  von  _______  zu  sprechen,  treffe 
gemäss  LINGUA­Gutachten  nicht  zu.  Erst  im  Rahmen  des  rechtlichen 
Gehörs  habe  er  eingeräumt,  sich  _______  in  _______  aufgehalten  zu 
haben.  Dies  sei  als  Versuch  zu  werten,  den  Sachverhalt  an  das 
Analyseergebnis  anzupassen.  Es  sei  mithin  nicht  davon  auszugehen, 
dass er aus _______ stamme und dort bis zur Ausreise gewohnt habe. 
Entsprechend  sei  auch  die  angeblich  dort  erfolgte  Verfolgung  als 
unglaubhaft  zu  erachten. Das  in Aussicht  gestellte weitere Beweismittel 
für die angebliche Herkunft aus _______ sei mangels Beweistauglichkeit 
nicht  abzuwarten.  Ferner  seien  seine  Darlegungen  zu  den  angeblichen 
Verfolgungshandlungen  mit  Widersprüchen  behaftet.  Die  Angaben  zu 
Belangen  respektive  Verhaltensweisen  der  Entführer  seien  ungereimt 
ausgefallen. Auch den Zeitpunkt angeblich ergangener Drohungen habe 
er  nicht  übereinstimmend  geschildert.  Den  Vollzug  der  Wegweisung  in 
den Nordirak erachtete das BFM für zulässig, zumutbar und möglich. Es 
sei  davon  auszugehen,  dass  er  aus  einer  der  drei  durch  die  kurdische 
Regionalregierung kontrollierten Provinzen stamme. Dort herrsche keine 
Situation  allgemeiner  Gewalt.  Aufgrund  des  Aussageverhaltens  des 
Beschwerdeführers  beziehungsweise der Aktenlage  sei  es  für  das BFM 
indes nicht möglich, sich in voller Kenntnis der tatsächlichen persönlichen 
und  familiären  Situation  des  Beschwerdeführers  zur  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  zu  äussern.  Die  Abklärungspflicht  finde  aber 
praxisgemäss  ihre Grenze an der Mitwirkungs­ und Wahrheitspflicht des 
Betroffenen. 

I. 
I.a.  Mit  Beschwerde  seiner  Rechtsvertretung  vom  13.  Oktober  2010 
beantragte  der  Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  die 
Aufhebung  des  vorinstanzlichen  Entscheids,  die  Feststellung  seiner 
Flüchtlingseigenschaft  verbunden  mit  der  Asylgewährung  sowie  in 
prozessualer  Hinsicht  eventualiter  die  unentgeltliche  Rechtspflege  samt 
Entbindung  von  der  Vorschusspflicht  (Art.  65  Abs.  1  und  2  des 
Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  [VwVG,  SR 
172.021]).  Zur  Begründung  führte  er  aus,  die  Vorinstanz  setze  sich  im 
Entscheid mit den Argumenten, welche er im Rahmen der Stellungnahme 
vom 30. August 2010 für die Echtheit der Identitätskarte angeführt habe, 
nicht  auseinander.  Sie  verweise  lediglich  auf  eine  interne 
Dokumentenanalyse  und  deren  Befund,  welche  ihm  aber  nicht  bekannt 

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seien. Es  gehe nicht  an  und  sei  als willkürlich  zu werten,  das Ergebnis 
einer zentralen, amtsinternen Abklärung aus Geheimhaltungsgründen zu 
verwehren. Die eingereichte Stellungnahme vom 30. August 2010 sei als 
Bestandteil  der  vorliegenden  Beschwerde  beizuziehen,  und  zwar  auch 
betreffend  Argumentation  zur  LINGUA­Analyse.  In  diesem 
Zusammenhang brachte der Beschwerdeführer wiederum vor,  das BFM 
habe sich mit seinen Aussagen im Rahmen des rechtlichen Gehörs nicht 
auseinandergesetzt  und  verweise  stereotyp  auf  den  Analysebefund, 
welcher ihm nicht bekannt sei. Im Übrigen unterschieden sich die Dialekte 
von _______ und _______ nicht dermassen, dass aufgrund eines kurzen 
Telefongesprächs  die  Herkunft  des  Betroffenen  schlüssig  beurteilt 
werden könne. Die vom BFM vorgenommene Analyse sei entsprechend 
mit  einem  Mangel  behaftet;  es  seien  von  Amtes  wegen  weitere 
Abklärungen zu treffen. Zudem sei es ihm gelungen, zwei Bestätigungen 
der  Behörden  für  seinen  geltend  gemachten  Wohnsitz  in  _______ 
beizubringen. Entgegen den antizipierenden, aber haltlosen Erwägungen 
des  BFM  handle  es  sich  dabei  nicht  um  Fälschungen.  Schliesslich 
bestünden  in  der  Tat  gewisse  unbedeutende  Widersprüche  in  seinen 
Aussagen.  Insgesamt  habe  er  aber  ein  stimmiges  Bild  der 
Bedrohungssituation vor Ort vermitteln können. 

I.b. Als  Beweismittel  gab  er  zwei Wohnsitzbestätigungen  aus  dem  Irak 
samt  Briefumschlag  und  Übersetzungen  sowie  die  erwähnte 
Stellungnahme vom 30. August 2010 zu den Akten. 

J. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  19.  Oktober  2010  verzichtete  die 
Instruktionsrichterin  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses. 
Betreffend  Entscheid  über  das  Gesuch  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG 
wurde  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verwiesen.  Das  Gesuch  um 
unentgeltliche Verbeiständung wurde abgewiesen. Im Weiteren legte das 
Bundesverwaltungsgericht  dar,  der  Beschwerdeführer  sei  gemäss  einer 
Meldung der  zuständigen deutschen Behörde vom 25. August 2010 am 
29. September 2007  in Deutschland eingereist. Seine Personalien seien 
dort  mit  _______  erfasst  worden.  Er  habe  angegeben,  iranischer 
Staatsbürger  aus  _______  zu  sein,  und  sei  _______  in  Anbetracht  der 
Ablehnung  seines  Asylantrags  nach  _______  überstellt  worden.  Zu 
diesem  Sachverhalt  gewährte  ihm  das  Bundesverwaltungsgericht  das 
rechtliche Gehör. 

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K. 
In  seiner  Stellungnahme  vom  3.  November  2010  bestätigte  der 
Beschwerdeführer,  in  Deutschland  als  iranischer  Asylsuchender  in 
Erscheinung getreten zu sein. Die  falsche  Identität habe er gewählt, um 
nicht  in  den  Fokus  der  ihn  bedrohenden  Terrorgruppe,  welche  auch  in 
Deutschland verwurzelt sei, zu geraten. Er habe von Anfang an versucht, 
in die Schweiz zu gelangen, was ihm erst später gelungen sei. 

L. 
Mit  Vernehmlassung  vom  23.  November  2010  beantragte  das  BFM  die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Der  verschwiegene  Deutschlandaufenthalt 
bestätige  die  Unglaubhaftigkeit  zentraler  Aussagen  des 
Beschwerdeführers. 

M. 
Mit Replik vom 10. Dezember 2010 hielt der Beschwerdeführer an seinen 
bisherigen  Vorbringen  fest.  Diese  würden  durch  die  eingereichten 
Beweismittel bestätigt. 

N. 
Am 1. September 2011 gab der Beschwerdeführer einen Ausdruck einer 
Internet­Zeitung vom 14. August 2011 samt Übersetzung zu den Akten. 
Im  Begleitschreiben  machte  er  geltend,  gemäss  Zeitungsartikel  sei  die 
von  ihm  erwähnte  Terrorgruppe  in  der Region  von  _______  tatsächlich 
aktiv,  was  seine  Vorbringen  bestätige.  Sie  habe  Festnahmen 
vorgenommen. Auch ein Terrorist sei verhaftet worden.  Im Artikel werde 
diejenige Person, welche ihn gekidnappt habe, erwähnt. 

O. 
Am 30. Januar 2012  reichte der Beschwerdeführer weitere Beweismittel 
ein. Es handelte sich dabei um eine aufgenommene Radiosendung (Stick 
von  _______)  samt  Übersetzung.  In  der  Sendung  gehe  es  um  die 
terroristische Gruppe, welche ihn verfolgt und bedroht habe. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG).  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 

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Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1. Vorab ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer – wie von ihm in der 
Rechtsmittelschrift beantragt – Einsicht in die Aktenstücke A 20/2 (interne 
Analyse der Identitätskarte) und A 25/5 (LINGUA­Analyse) hätte gewährt 
werden  müssen.  Das  BFM  verweigerte  mit  Verfügung  vom  18.  August 
2010  das  Einsichtsrecht  in  diese  Aktenstücke  als  solche  unter  Hinweis 
auf  bestehende  öffentliche  und  private  Geheimhaltungsinteressen  (vgl. 
Art. 27 VwVG).

3.1.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör enthält gemäss Art. 29 Abs.2 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom    
18.  April  1999  (BV,  SR  101)  nebst  weiteren  Verfahrensgarantien  ins­
besondere  auch  das  Recht  auf  Akteneinsicht.  Die  allgemeinen,  aus      
Art.  29  Abs.  2  BV  abgeleiteten  Grundsätze  zum  Akteneinsichtsrecht 
haben in den Art. 26 bis 28 VwVG Ausdruck gefunden (BGE 115 V 297      

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E.  2d  S.  301  f.).  Die  Gewährung  der  Akteneinsicht  ist  der  Grundsatz, 
deren Verweigerung die Ausnahme.

3.1.2. Art. 26 Abs. 1 VwVG beinhaltet den grundsätzlichen Anspruch der 
Partei oder ihres Vertreters auf Einsicht in die Verfahrensakten. Darunter 
sind  sämtliche  Aktenstücke  zu  verstehen,  die  für  die  Behörde 
grundsätzlich entscheidrelevant sind oder aber sein könnten. Die Einsicht 
in  Unterlagen,  die  persönlichen  Charakter  haben,  wie  etwa 
Entscheidentwürfe  eines  Sachbearbeiters,  Notizen  zuhanden  einer 
Person innerhalb der Behörde oder persönliche Notizen, welche von der 
verfügenden  Behörde  ausschliesslich  für  den  Eigengebrauch  bestimmt 
sind, fallen indessen nicht unter das Einsichtsrecht. Die Verweigerung der 
Einsicht  in  solch  interne  Dokumente  ist  möglich.  Allerdings  gilt  es  zu 
beachten,  dass  die  verfügende  Behörde  auch  in  Bezug  auf  diese 
Kategorie von Aktenstücken nicht einfach beliebige Unterlagen als interne 
Akten  klassifizieren  und  so  vom  Grundsatz  des  Einsichtsrecht 
ausnehmen  kann,  sondern  es  auf  die  objektive  Bedeutung  eines 
Aktenstückes  für  die  verfügungswesentliche  Sachverhaltsfeststellung 
ankommt.  Verwaltungsintern  erstellte  Berichte  und  Gutachten  zu 
Sachverhaltsfragen  unterliegen  ebenfalls  dem  Grundsatz  des 
Einsichtsrechts  nach  Art.  26  Abs.  1  VwVG,  weshalb  sich  eine 
Verweigerung auf die  in Art. 27 VwVG genannten Gründe stützen muss 
(Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 1 E. 3a und b). 

3.1.3.  Gemäss  Art.  27  VwVG  darf  die  Behörde  die  Einsichtnahme  in 
Akten  nur  verweigern,  wenn  wesentliche  öffentliche  Interessen  des 
Bundes  oder  der  Kantone,  insbesondere  die  innere  oder  äussere 
Sicherheit  der  Eidgenossenschaft  (Art.  27  Abs.  1  Bst.  a  VwVG)  oder 
wesentliche private Interessen, insbesondere von Gegenparteien (Art. 27 
Abs. 1 Bst. b VwVG) die Geheimhaltung erfordern oder aber wenn dies 
im  Interesse einer noch nicht abgeschlossenen amtlichen Untersuchung 
steht (Art. 27 Abs. 1 Bst. c VwVG). Nach Absatz 2 erwähnter Bestimmung 
darf das Einsichtsrecht allerdings lediglich soweit beschränkt werden, als 
effektiv  Geheimhaltungsgründe  bestehen,  wobei  in  jedem  Fall  eine 
konkrete, sorgfältige und umfassende Abwägung der entgegenstehenden 
Interessen  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vorzunehmen  und  der 
Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  zu  beachten  ist.  Die  Verweigerung 
hat  sich demnach auf das Erforderliche zu beschränken und der übrige 
und somit nicht geheimzuhaltende Inhalt des betreffenden Aktenstücks ist 
in  geeigneter  Form  (wie  etwa  Abdecken  oder  Aussondern  geheimer 

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Stellen,  Auskunftserteilung,  Zusendung  von  Auszügen)  zugänglich  zu 
machen.  Die  in  Anwendung  von  Art.  27  Abs.  1  und  2  VwVG 
eingeschränkte  oder  verweigerte  Akteneinsicht  ist  zudem  konkret  zu 
begründen (EMARK 1994  Nr. 1 E. 4b).

3.1.4. Auf  ein  Aktenstück,  in  welches  die  Einsichtnahme  im  Sinne  von  
Art.  27  VwVG  verweigert  respektive  eingeschränkt  wurde,  darf  sodann 
gemäss  Art.  28  VwVG  zum  Nachteil  der  Partei  nur  abgestellt  werden, 
wenn  ihr  die  Behörde  von  seinem  für  die  Sache  wesentlichen  Inhalt 
mündlich  oder  schriftlich  Kenntnis  und  ihr  ausserdem  Gelegenheit 
gegeben hat, sich zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen. Die 
Bestimmung  schliesst  somit  die  Berücksichtigung  geheimgehaltener 
Akten  respektive  geheimgehaltene  Teile  von  Dokumenten  bei  der 
Entscheidfindung nicht aus, knüpft indessen an die Voraussetzung, dass 
die  Parteien  darüber  informiert  werden,  in  welchen  Punkten  sich  der 
betreffende Entscheid auf das  fragliche Aktenstück stützt  (EMARK 1994 
Nr. 1 E. 5b). 

3.2. Die Akte A 20/2 wurde vom BFM mit  "B" klassifiziert  (interne Akte). 
Dies  ist  nach  dem  Gesagten  insofern  unzutreffend,  als  sie  ein 
Analyseformular  für  gewisse  irakische  Identitätskarten  samt  Befund 
betreffend das geprüfte Dokument enthält (vgl. Ziff. 3.1.2. vorstehend). Im 
Ergebnis  hat  die  Vorinstanz  aber  auch  den  wesentlichen  Inhalt  dieses 
Dokument  dem  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung  vom  18. 
August 2010 offen gelegt, weshalb  ihm aus der  falschen Klassifizierung 
kein  Nachteil  erwachsen  ist.  Zu  dieser  Akte  ist  festzustellen,  dass 
gewichtige  Geheimhaltungsinteressen  bestehen,  die  geeignet  sind,  die 
Akteneinsicht  einzuschränken.  Ein  solches  Interesse  stellen 
insbesondere  das  genaue  Vorgehen  und  die  Prüfungspunkte  bei  einer 
internen  Dokumentenanalyse  dar.  Auch  der  Umstand,  dass  bei  einer 
vollständigen  Offenlegung  aller  Einzelheiten  von  behördlichen 
Fälschungserkenntnissen  bezüglich  gewisser  Dokumente  deren 
missbräuchliche Verwendung durch den Beschwerdeführer oder Dritte zu 
befürchten ist, stellt einen genügenden Verweigerungsgrund dar (EMARK 
1994  Nr.  1  E.  4c).  Somit  hat  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer 
bezüglich der Akte A 20/2 das Akteneinsichtsrecht zu Recht gestützt auf 
Art.  27  VwVG  verweigert.  Dadurch,  dass  die  Vorinstanz  den 
Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 18. August 2010 über das 
Ergebnis der Dokumentenanalyse in den wesentlichen Zügen informierte 
und er dazu Stellung nehmen konnte, hat sie den Anforderungen von Art. 

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28 VwVG Genüge getan und durfte zum Nachteil des Beschwerdeführers 
in der angefochtenen Verfügung auf das Aktenstück A 20/2 abstellen.

3.3.  Die  Akte  A  25/5  wurden  durch  das  BFM  mit  "A"  klassifiziert,  das 
heisst  als  Akte,  an  der  gemäss  Aktenverzeichnis  des  BFM  ein 
überwiegendes  öffentliches  oder  privates  Interesse  an  der 
Geheimhaltung bestehe. Bei  diesem Aktenstück handelt  es  sich um ein 
"Gutachten"  einer  vom  BFM  (Fachstelle  LINGUA)  beauftragten 
Expertenperson, mit deren Hilfe Erkenntnisse über den Sozialisierungsort 
des  Beschwerdeführers  gewonnen  werden  sollten.  Es  ist  festzuhalten, 
dass  auch  hinsichtlich  dieses  Aktenstücks  gewichtige 
Geheimhaltungsinteressen existieren, die geeignet sind, die Akteneinsicht 
einzuschränken. Solche Interessen bestehen insbesondere bezüglich des 
genauen  Vorgehens  und  der  Prüfungspunkte  bei  Durchführung  einer 
derartigen  Analyse.  Der  Umstand,  wonach  bei  einer  vollständigen 
Offenlegung  aller  Prüfungspunkte  deren  missbräuchliche  Verwendung 
durch  den  Beschwerdeführer  oder  Dritte  zu  befürchten  ist,  stellt  einen 
genügenden  Verweigerungsgrund  dar.  Daher  hat  die  Vorinstanz  auch 
bezüglich der Akte A 25/5 das Akteneinsichtsrecht zu Recht gestützt auf 
Art. 27 VwVG verweigert. 

3.4.  Da  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  den  wesentlichen  Inhalt 
besagter  Aktenstücke  vor  Entscheiderlass  im  Sinne  von  Art.  28  VwVG 
offenlegte,  ist  seine  Vorgehensweise  mithin  nicht  zu  beanstanden.  Die 
Behauptung  des  Beschwerdeführers,  ihm  seien  die  Ergebnisse  der 
Analysen  nicht  bekannt  gegeben  worden,  trifft  nicht  zu.  Die  gerügte 
Verletzung  des  Akteneinsichtsrechts  liegt  somit  nicht  vor,  weshalb  das 
Gesuch  um  Rückweisung  der  Sache  an  das  BFM,  wie  auch  die 
(sinngemässen)  Anträge  auf  vollständige  Einsicht  in  besagte  Akten 
abzuweisen sind. 

4. 
4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

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4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

5. 
5.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  anerkennt  LINGUA­Analysen  des 
BFM nicht als Sachverständigengutachten (Art. 12 Bst. e VwVG; Art. 57 
ff.  des  Bundesgesetzes  vom  4.  Dezember  1947  über  den 
Bundeszivilprozess  [BZP,  SR  273]  i.V.m.  Art.  19  VwVG),  sondern  als 
schriftliche Auskünfte einer Drittperson (Art. 12 Bst. c VwVG; Art. 49 BZP 
i.V.m.  Art.  19  VwVG),  misst  ihnen  indessen  −  sofern  bestimmte 
Anforderungen an die  fachliche Qualifikation, Objektivität und Neutralität 
des  Experten  wie  auch  an  die  inhaltliche  Schlüssigkeit  und 
Nachvollziehbarkeit  der  Analyse  erfüllt  sind  −  erhöhten  Beweiswert  zu 
(vgl.  EMARK  2003  Nr.  14  E.  7,  EMARK  1998  Nr. 34).  Demnach  sind 
LINGUA­Analysen  grundsätzlich  geeignet,  den  Nachweis  einer 
Herkunftstäuschung zu erbringen (vgl. EMARK 1999 Nr. 19 E. 3d).

5.2. Die LINGUA­Analyse vom 18. Juni 2009 ist fundiert, sehr differenziert 
und in allen Teilen der Begründung überzeugend ausgefallen. Sie gibt zu 
keinen  Beanstandungen  Anlass.  Der  eingesetzte  Gutachter  verfügt 
gemäss Aktenlage über vertiefte Kenntnisse in den relevanten Bereichen 
(vgl. A 24/1). Es  liegen demnach keine Gründe vor, an der Qualifikation 
des  Gutachters  insbesondere  hinsichtlich  der  Analyse  der  sprachlichen 
Sozialisation  des  Beschwerdeführers  zu  zweifeln.  Der  Antrag  auf 
Durchführung weiterer  behördlicher  Abklärungen  –  etwa  im Sinne  einer 
neuen  Sprachanalyse  durch  einen  anderen  Gutachter  –  ist  somit 
abzuweisen.  Vielmehr  ist  entgegen  den  nicht  überzeugenden 
Beschwerdevorbringen  von  korrekten  Analyseergebnissen  auszugehen, 
die  geeignet  sind,  die  Glaubhaftigkeit  der  angeblichen  Verfolgung  im 
angegebenen Herkunftsgebiet zu beeinträchtigen. 

6. 

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6.1.    Eine  Durchsicht  der  Aussagen  des  Beschwerdeführers  ergibt  das 
Bild  einer  in  wesentlichen  Punkten  konstruiert  wirkenden  Schilderung. 
Einzelne etwas substanziiertere Passagen vermögen entgegen der sehr 
pauschalen  Argumentationsweise  der  Rechtsvertretung  darüber  nicht 
hinwegzutäuschen, zumal die Darlegungen des Beschwerdeführers kaum 
Realkennzeichen im Hinblick auf die geltend gemachte Entführung durch 
Mitglieder  einer  Terrorgruppe  aufweisen  (A  9/22  Antwort  51).  Es  mag 
zwar  zutreffen,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  seinem  Wagen  auf 
irakischem Staatsgebiet in eine Kontrolle geraten ist und im Rahmen von 
Abklärungen  befragt  wurde.  Soweit  er  aber  in  diesem  Zusammenhang 
den  Eindruck  einer  Entführung  durch  Mitglieder  der  besagten 
Terrorgruppe  zu  erwecken  versucht,  gelingt  ihm  dies  in  Anbetracht  der 
diesbezüglich  sehr  stereotypen  Schilderungen  nicht  (vgl.  A  9/22 
Antworten 76  ff.,  118  ff.,  143  ff.  und 171  ff.). Die Tatsache, dass er mit 
Eingabe  vom  1.  September  2011  Material  aus  dem  Internet  zu 
terroristischen Umtrieben vor Ort einreichte, bestätigt den Eindruck einer 
ihm  allenfalls  aus  den  Medien  bekannten  Situation;  dass  er  davon 
persönlich betroffen gewesen wäre, kann den Unterlagen aber  in keiner 
Weise schlüssig entnommen werden. Dasselbe trifft gemäss Übersetzung 
auf  das  am  30.  Januar  2012  nachgereichte  Beweismittel  (Stick  einer 
Radiosendung)  zu.  Im  Weiteren  ist  zu  berücksichtigen,  dass  nach 
Erkenntnissen der schweizerischen Asylbehörden  im  Irak alle Arten von 
Dokumenten  einfach  auf  illegale  Weise  zu  beschaffen  sind,  weshalb 
ihnen  generell  nur  ein  reduzierter  Beweiswert  beizumessen  ist.  Die  im 
vorinstanzlichen  Verfahren  und  auf  Beschwerdeebene  eingereichten 
Beweismittel  für  die  angebliche  Entführung  –  namentlich  Drohbriefe, 
Anzeigen,  behördeninternes  Schreiben  –  vermögen  daher  die 
dargelegten  erheblichen  Anhaltspunkte  für  die  Unglaubhaftigkeit  der 
Angaben  des  Beschwerdeführers  nicht  auszuräumen  (vgl.  auch  A  9/22 
Antworten 128 ff.). Zudem hat er die Vorfälle im Zusammenhang mit der 
angeblichen  Entführung  wiederholt  widersprüchlich  und  ungereimt 
dargelegt;  die  entsprechenden  und  zutreffenden  vorinstanzlichen 
Erwägungen, auf welche verwiesen werden kann, sind mangels konkreter 
Gegenargumente unwidersprochen geblieben. 

6.2.  Der  Beschwerdeführer  hat  im  Weiteren  bei  der  Erstbefragung 
ausgesagt,  seit  der  Geburt  bis  August  2007  in  _______  wohnhaft 
gewesen  zu  sein  (A  2/11  S.  1).  Dem  LINGUA­Experten  gegenüber 
räumte  er  indes  ein,  sich  während  langer  Zeit  (auch)  in  _______ 
aufgehalten  zu  haben.  Ein Übersetzungs­  oder Dolmetscherproblem  für 
die  Erstaussage  kann  entgegen  den  Beschwerdevorbringen 

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ausgeschlossen werden,  da er  keine entsprechenden Probleme geltend 
machte  (A  2/11  S.  2,  9  und  10).  Diese  widersprüchlichen  Angaben  zu 
Aufenthaltsorten bestätigen die Zweifel an der Verfolgung im angeblichen 
Herkunftsgebiet. Auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer  seinen 
Aufenthalt  in  Deutschland  verbunden  mit  einem  Asylverfahren  vorerst 
verschwieg,  lässt  sein  Aussageverhalten  als  sehr  berechnend 
erscheinen. Und schliesslich weckt auch die dort angegebene angeblich 
falsche  Identität,  mitsamt  einer  anderen  Staatsangehörigkeit  erhebliche 
Zweifel  an  der Glaubwürdigkeit  des Beschwerdeführers. Die  angebliche 
Furcht vor der auch in Deutschland aktiven Terrorgruppe erscheint dabei 
konstruiert und wenig überzeugend.

6.3.  Das  Ergebnis  der  Herkunfts­Analyse  (geografische  Zuordnung  mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit  zu  _______) wird  grundsätzlich  auch 
dadurch  erhärtet,  dass  die  Vorinstanz  bei  der  zu  den  Akten  gereichten 
Identitätskarte Fälschungsmerkmale  festgestellt hat. Angesichts der vom 
BFM  aufgelisteten  Fälschungsmerkmale,  welche  durch  die 
Gegenargumente  des  Beschwerdeführers  nicht  hinreichend  erklärbar 
erscheinen, kann diesem Dokument demnach  in Bezug auf die Herkunft 
des  Beschwerdeführers  nur  ein  beschränkter  Beweiswert  zuerkannt 
werden.  In  Anbetracht  der  erwähnten  leichten  Erhältlichkeit  irakischer 
Dokumente unbesehen der Frage, ob sie einen tatsächlichen Sachverhalt 
belegen,  trifft  dies  auch  auf  die  im  Beschwerdeverfahren  eingereichten 
Wohnsitzbestätigungen zu. Es  ist  aber auch darauf hinzuweisen, das  in 
der  sehr  differenzierten  LINGUA­Analyse  im  Rahmen  der  Überprüfung 
von  Phonetik/Phonologie,  Morphologie  und  Syntax  auch  Elemente, 
welche  für  einen  gewissen  Bezug  des  Beschwerdeführers  zu  _______ 
sprechen  sollen,  festgehalten  wurden.  So  schloss  der  Experte  eine 
Geburt des Beschwerdeführers am von ihm angegebenen Ort und einige 
Jahre  Aufenthalt  dort  nicht  aus.  Der  Experte  wies  überdies  auf  gute 
Ortskenntnisse  des  Beschwerdeführers  hin.  Im  Ergebnis  ist  demnach 
nicht  ausgeschlossen,  dass  er  tatsächlich  aus  _______  stammt,  dort 
einige  Jahre  lebte  und  dorthin  auch  während  oder  nach  seiner 
Sozialisation in _______ zwischendurch wieder zurückkehrte. Vor diesem 
Hintergrund dürfte es ihm unter Umständen auch möglich gewesen sein, 
Dokumente  aus  seinem Geburtsort  zu  beschaffen. Die Frage,  inwieweit 
diese  tatsächlich  als  authentisch  anzusehen  sind,  kann  nach  dem 
Gesagten aber  letztlich offen gelassen werden, da sie die vom Experten 
festgehaltene  Hauptsozialisation  in  _______  nicht  zu  entkräften 
vermögen. 

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6.4.  In  Anbetracht  dieser  Umstände  sowie  des  klaren  Ergebnisses  der 
LINGUA­Analyse  gelangt  das  Gericht  in  Übereinstimmung  mit  der 
Vorinstanz  zum  Schluss,  dass  der  Beschwerdeführer  seine 
Hauptsozialisation  in _______ nicht  glaubhaft  gemacht hat. Demzufolge 
ist  die  von  ihm  vorgebrachte  Gefährdung  durch  arabische  Terroristen 
auch in diesem Lichte besehen nicht glaubhaft. Anzumerken ist ohnehin, 
dass  Entführungen  durch  kriminelle  Organisationen  aus  finanziellen 
Gründen  nicht  als  asylrechtlich  relevante  Verfolgungsmotive  gelten 
könnten  und  der  Beschwerdeführer  zudem  vor  einer  allfälligen 
Gefährdung in diesem Sinne im Norden des Iraks geschützt wäre.

6.5. Zusammenfassend  ist  festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer 
nicht  gelungen  ist,  eine  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  asylrelevante 
Verfolgungsgefahr nachzuweisen oder glaubhaft darzutun. Die Vorinstanz 
hat sein Asylgesuch demzufolge zu Recht abgelehnt. Mangels Relevanz 
kann davon abgesehen werden, auf weitere Beschwerdevorbringen und 
die Beweismittel näher einzugehen. 

7. 
7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie.

7.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit weiteren Hinweisen).

8. 
8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 

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Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

8.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

8.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers in den Irak ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 
AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  in  den  Irak  dort mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer 
nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung 
ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für 
Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses 

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müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk") 
nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Nordirak, 
wo  der  Beschwerdeführer  jedenfalls  längere  Zeit  gelebt  hat,  lässt  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig 
erscheinen (vgl. BVGE 2008/4     E. 6.2  ff.). Nach dem Gesagten  ist der 
Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

8.4. 
8.4.1.   Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

8.4.2. Wie  oben  ausgeführt,  ist  von  einem  langjährigen  Aufenthalt  des 
Beschwerdeführers in der Provinz _______ auszugehen.

8.4.3.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  aufgrund  einer  umfassenden 
Beurteilung  der  aktuellen  Situation  in  den  nordirakischen  Provinzen 
Dohuk, Sulaimaniya und Erbil zum Schluss gekommen, dass in den drei 
kurdischen  Provinzen  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht,  und 
die  dortige  politische  Lage  nicht  dermassen  angespannt  ist,  dass  eine 
Rückführung dorthin  als  generell  unzumutbar  betrachtet werden müsste 
(vgl.  BVGE 2008/5).  Zudem  ist  die Region mit Direktflügen  aus Europa 
und aus den Nachbarstaaten erreichbar. Damit entfällt  das Element der 
unzumutbaren  Rückreise  via  Bagdad  und  anschliessend  auf  dem 
Landweg  durch  den  von  Gewalt  heimgesuchten  Zentralirak. 
Zusammenfassend wurde im erwähnten Entscheid festgehalten, dass die 
Anordnung  des  Wegweisungsvollzugs  in  der  Regel  für  alleinstehende, 
gesunde und junge kurdische Männer, die ursprünglich aus einer der drei 
Provinzen  stammen  oder  eine  längere  Zeit  dort  gelebt  haben  und  dort 
nach  wie  vor  über  ein  soziales  Netz  oder  Parteibeziehungen  verfügen, 
zumutbar  ist.  Für  alleinstehende  Frauen  und  für  Familien  mit  Kindern, 
sowie  für  Kranke  und Betagte  ist  bei  der  Feststellung  der  Zumutbarkeit 
des  Wegweisungsvollzugs  dagegen  grosse  Zurückhaltung  angebracht 

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(vgl.  BVGE  2008/5  E.  7.5  und  insbesondere  E.  7.5.8  S.  65  ff.).  Die 
Sicherheitslage in den drei kurdischen Provinzen hat sich seit Publikation 
des  erwähnten  Urteils  nicht  verschlechtert.  In  der  überwiegenden 
Mehrheit  der  Berichte  von  Regierungs­  und 
Nichtregierungsorganisationen  sowie  des  UN­Sicherheitsrats  wird  eine 
insgesamt  stabile  Situation  beschrieben  (vgl.  Amt  des  Hohen 
Flüchtlingskommissars  der  Vereinten  Nationen  [UNHCR],  Note  on  the 
Continued Applicability of the April 2009 UNHCR Eligibility Guidelines for 
Assessing  the  International  Protection  Needs  of  Iraqi  Asylum­Seekers, 
Juli 2010, S. 2 f.).

Beim  Beschwerdeführer  handelt  es  sich  um  einen  relativ  jungen, 
alleinstehenden und gemäss Aktenlage gesunden Mann. Er verfügt über 
Sprachkenntnisse, eine gewisse Schulbildung und arbeitete als Händler. 
Dabei  erzielte  er  als  Grossist  offenbar  ein  hohes  Einkommen  (A  9/22 
Antworten  45,  168  und  197).  Ferner  war  es  ihm  möglich,  wiederholt 
Beweismittel  aus  dem  Irak  einzureichen,  was  auf  soziale 
Anknüpfungspunkte  vor  Ort  hindeutet.  Nach  dem  Gesagten  steht  auch 
fest, dass er längere Zeit im Nordirak gelebt hat. Unter diesen Umständen 
ist entgegen seinen Aussagen grundsätzlich davon auszugehen, dass er 
dort über ein tragfähiges soziales Netz verfügt. Dieser Schluss rechtfertigt 
sich  auch  aufgrund  des  erhärteten  Verdachts,  der  Beschwerdeführer 
lasse die Asylbehörden über seine  tatsächliche soziale Situation vor Ort 
letztlich  im  Dunkeln.  Bei  dieser  Sachlage  kann  der  Umstand,  ob  er 
gemäss seinen Angaben  tatsächlich über  keine Verwandten  in den drei 
genannten nordirakischen Provinzen verfügt, letztlich nicht geklärt werden 
und  ist  vom  Bundesverwaltungsgericht  praxisgemäss  auch  nicht  weiter 
abzuklären,  da  die  Untersuchungspflicht  nach  Treu  und  Glauben  ihre 
Grenzen  an  der  Mitwirkungspflicht  der  beschwerdeführenden  Person 
findet  (Art. 8  AsylG),  die  auch  die  Substanziierungslast  trägt  (Art. 7 
AsylG). 

Im Übrigen  ist darauf hinzuweisen, dass wirtschaftliche Schwierigkeiten, 
von welchen die vor Ort ansässige Bevölkerung generell betroffen ist, wie 
beispielsweise Wohnungsnot oder ein  schwieriger Arbeitsmarkt,  für  sich 
allein  praxisgemäss  keine  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  83  
Abs. 4 AuG darstellen  (vgl. BVGE 2010/41 E. 8.3.5 und 8.3.6 S. 590  f.; 
EMARK 2003 Nr. 24 E. 5e S. 159 mit weiteren Hinweisen). 

8.4.4.  Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung 
auch als zumutbar.

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8.5.    Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

8.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10. 
Bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens wären  dem Beschwerdeführer  die 
Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Gemäss Aktenlage ist indes 
nach  wie  vor  von  seiner  Bedürftigkeit  auszugehen.  Die  Begehren 
erschienen  zudem  nicht  aussichtslos.  In  Gutheissung  des  Gesuchs  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist entsprechend auf eine Kostenauflage 
zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber

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