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**Case Identifier:** 0e9a7555-0cff-514c-a66a-f21affb22900
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 22.04.2021 SK.2020.51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2020-51_2021-04-22.pdf

## Full Text

Urteil vom 22. April 2021 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Martin Stupf, Vorsitz, 

Alberto Fabbri und Stefan Heimgartner,   

Gerichtsschreiber Rafael Schoch  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Leiten-

den Staatsanwalt des Bundes Carlo Bulletti, 

 

und als Privatklägerschaft: 

 

KANTONSPOLIZEI SCHWYZ, vertreten durch 

Rechtsanwalt Arthur Schilter 

 gegen 

 

A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Samuel 

Droxler, 

 

Gegenstand  
Mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz, 

mehrfache ungetreue Amtsführung, mehrfache qualifi-

zierte Veruntreuung, mehrfache Urkundenfälschung, 

mehrfache Verletzung des Amtsgeheimnisses 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2020.51 

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SK.2020.51 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. sei schuldig zu sprechen der: 

 mehrfachen, teilweise gewerbsmässigen Widerhandlung gegen das Waffen-

gesetz (Art. 33 WG) sowie des Versuchs (Art. 22 StGB) dazu; 

 mehrfachen Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB); 

 mehrfachen Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB); 

 mehrfachen ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB); 

 mehrfachen Verletzung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 Ziff. 1 StGB). 

 

2. A. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 48 Monaten. Die Freiheitsstrafe 

sei zu vollziehen. Die ausgestandene Untersuchungshaft von 72 Tagen sei an-

zurechnen. 

 

3. A. sei zudem zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 

Fr. 30.–, ausmachend Fr. 2'700.–. Der Vollzug der Geldstrafe sei unter Anset-

zung einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben. 

 

4. Zulasten von A. und zugunsten der Eidgenossenschaft sei eine Ersatzforderung 

in gerichtlich zu bestimmender Höhe zu begründen (Art. 71 StGB).  

 

5. Beschlagnahmte Gegenstände 

5.1 Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände gemäss Ziff. 4 der Anklageschrift, 

Inventarisierungsliste «Diverses», seien nach Eintritt der Rechtskraft der Privat-

klägerschaft zurückzugeben (Art. 267 Abs. 3 StPO): 

 Ass-Nr. 01.01.0006: diverse Dossiers; 

 Ass-Nr. 01-01.0008: Ordner, gelb, Projekt Dienstwaffe; 

 Ass-Nr. 01.01.0012: Aktenstück CC. SA Munition; 

 Ass-Nr. 01.01.0023: Aktenstücke S1, S2, S3, R1, Hängemäppchen; 

 Ass-Nr. 01.01.0026: Ordner rot, Austritte ab 2012; 

 Ass-Nr. 01.01.0028: Ordner rot, Austritte bis 2011; 

 Ass-Nr. 04.01.0002: Ordner gelb, «Waffen Verwertungs- und Entsorgungs-

protokolle 2015» mit Inhalt; 

 Ass-Nr. 04.01.0003: Ordner gelb, «Waffen Verwertungs- und Entsorgungs-

protokolle 2010 2011 2012»; 

 Ass-Nr. 04.01.0004: Formulare Verzichtserklärung für Waffen und Munition. 

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SK.2020.51 

5.2 Die übrigen beschlagnahmten Gegenstände gemäss Ziff. 4 der Anklageschrift 

seien einzuziehen und nach Eintritt der Rechtskraft zu vernichten oder unbrauch-

bar zu machen oder zu verwerten (Art. 267 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 69 StGB, 

Art. 31 und Art. 8 Abs. 2 WG). Ein allfälliger Verwertungserlös sei zur Deckung 

der Verfahrenskosten zu verwenden. 

 

6. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 65'484.25, zzgl. die vom Gericht fest-

zulegenden Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens, seien A. aufzuerlegen 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). 

 

7. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Samuel Droxler, sei aus der Gerichts-

kasse für seine Aufwendungen zu entschädigen. A. sei im Falle einer Verurtei-

lung zu verpflichten, diese Kosten dem Bund vollumfänglich zurückzuerstatten 

(Art. 135 StPO). 

 

8. Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.  

Anträge der Privatklägerschaft: 

1. Die Schadenersatzforderungen des Kantons Schwyz seien auf den Zivil- bzw. 

Verwaltungsverfahrensweg zu verweisen. 

 

2. Es sei Vormerk davon zu nehmen, dass der Kanton Schwyz an seiner Stellung 

als Strafkläger festhält. 

 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu 7.7 % zu Lasten des 

Beschuldigten. 

Anträge der Verteidigung: 

1. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen: 

 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz wegen unerlaub-

tem Waffen- und Munitionsbesitz (Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a 

und Abs. 5 sowie Art. 5 WG); 

 der mehrfachen Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB); 

 der mehrfachen ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB) bei den Munitions-

bestellungen. 

 

2. Der Beschuldigte sei hierfür mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 30.– 

zu bestrafen. Auf die Erhebung einer Verbindungsbusse sei zu verzichten. Ferner 

sei von den erlittenen 72 Tagen Untersuchungshaft Vormerk zu nehmen. 

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3. Von folgenden Vorhalten sei der Beschuldigte freizusprechen: 

 der unerlaubten, gewerbsmässigen Waffen- und Munitionsverkäufe sowie 

Versuche hierzu gemäss Anklage Ziff. 1.1.1 bis 1.1.4 (Art. 33 Abs. 3 lit. a 

i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 5, Art. 5, Art. 11 und Art. 7b WG i.V.m. 

Art. 22 StGB);  

 der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Anklage Ziff. 1.3 (Art. 251 Ziff. 1 

StGB) durch Übertragung einer Waffe und Munitionsbestellung; 

 der ungetreuen Amtsführung gemäss Anklage Ziff. 1.4.2 (Art. 314 StGB) bei 

der Beschaffung des Maschinengewehrs 51; 

 der mehrfachen Verletzung des Amtsgeheimnisses gemäss Anklage Ziff. 1.5 

(Art. 320 Ziff. 1 StGB). 

 

4. Die Geldstrafe sei bedingt auszusprechen, unter Androhung einer Probezeit von 

2 Jahren. 

 

5. Die Zivilforderungen der Privatklägerin seien abzuweisen, eventualiter auf den 

Zivilweg zu verweisen. 

 

6. Die beim Beschuldigten sichergestellten und beschlagnahmten Gegenstände 

seien der Privatklägerin zu restituieren, eventualiter zur Deckung der Verfahrens-

kosten zu verwenden. 

 

7. Die Verfahrenskosten seien anteilsmässig dem Beschuldigten und dem Staat 

aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse 

zu nehmen, unter Vorbehalt der anteilsmässigen Rückzahlungspflicht gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO (Art. 135 Abs. 1 und Art. 138 Abs. 1 StPO). 

 

  

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SK.2020.51 

Prozessgeschichte: 

A. Die Staatsanwaltschaft Konstanz, Deutschland, führte ein Ermittlungsverfahren 

(Aktenzeichen: […].) gegen den deutschen Staatsangehörigen B. und den 

Schweizer Staatsangehörigen A. (nachfolgend: der Beschuldigte) wegen 

Verstosses gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und unerlaubten Handels mit 

Waffen. Am 14. November 2017 stellte sie diesbezüglich ein Ersuchen um Über-

nahme der Strafverfolgung gegen den Beschuldigten an die Oberstaatsanwalt-

schaft des Kantons Schwyz (BA 01-02-0006 ff.). Dieses Ersuchen wurde durch 

die Oberstaatsanwaltschaft über das Bundesamt für Justiz am 14. Dezem-

ber 2017 an die Bundesanwaltschaft weitergeleitet (BA 01-02-0017 ff.). 

B. Mit Verfügung vom 2. Februar 2018 eröffnete die Bundesanwaltschaft ein Ver-

fahren gegen den Beschuldigten und gegen unbekannte Täterschaft wegen Ver-

dachts der Widerhandlung gegen das Kriegsmaterialgesetz (Art. 33 KMG) 

und/oder Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 WG), Amtsgeheim-

nisverletzung (Art. 320 StGB) und Begünstigung (Art. 305 StGB) (BA 01-01-

0001). Mit Verfügung vom 5. Februar 2018 vereinigte die Bundesanwaltschaft 

die Strafverfolgung wegen vorgenannter Delikte in der Hand der Bundesbehör-

den (BA 01-01-0002 f.). 

C. Die Bundesanwaltschaft ordnete am 8. Februar 2018 eine rückwirkende Über-

wachung (8. August 2017 bis 8. Mai 2018) und die Echtzeitüberwachung der 

durch den Beschuldigten privat und an seinem Arbeitsort bei der Kantonspolizei 

Schwyz benutzen Rufnummern sowie des Internetzugangs des Beschuldigten 

an. Die Massnahmen wurden am 8. Mai 2018 aufgehoben (BA 09-01). 

D. Der Beschuldigte wurde am 22. Februar 2018 verhaftet. Anschliessend befand 

er sich bis am 4. Mai 2018 in Untersuchungshaft (BA 06-01-0001 ff.; -0143). 

E. Am 22. Februar 2018 fanden am Wohnort des Beschuldigten sowie an dessen 

Arbeitsort bei der Kantonspolizei Schwyz Hausdurchsuchungen statt. Bei den 

Hausdurchsuchungen wurde unter anderem eine Vielzahl von Waffen und Muni-

tion sichergestellt und beschlagnahmt (BA 08-01-0001 ff.; -02-0001 ff.). Die Bun-

desanwaltschaft führte sodann, teilweise rechtshilfeweise, mehrere Befragungen 

von in die Vorgänge involvierten Personen durch. Ferner zog sie die Akten des 

deutschen Strafverfahrens (siehe Lit. A) bei. 

F. Am 29. März 2018 erstattete die Kantonspolizei Schwyz bei der Bundesanwalt-

schaft Strafanzeige gegen den Beschuldigten. Die Kantonspolizei Schwyz 

machte in der Strafanzeige geltend, es sei davon auszugehen, dass der Beschul-

digte als Leiter Logistik der Kantonspolizei Schwyz für den Zeitraum von 2015 

bis März 2018 insgesamt 15 Munitionsbestellungen im Umfang von Fr. 57'531.40 

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SK.2020.51 

über die Kantonspolizei Schwyz zum eigenen Vorteil getätigt haben soll (BA 05-

01-0001 ff.). Gestützt auf diese Strafanzeige dehnte die Bundesanwaltschaft das 

Verfahren am 23. Mai 2018 auf den Tatbestand der ungetreuen Amtsführung 

(Art. 314 StGB) aus (BA 01-01-0004).  

G. Mit Schreiben vom 9. Mai 2018 konstituierte sich die Kantonspolizei Schwyz 

(nachfolgend: Kantonspolizei Schwyz oder Privatklägerschaft) im Zusammen-

hang mit den am 29. März 2018 angezeigten Straftaten als Straf- und Zivilkläge-

rin. Eine allfällige Zivilklage wurde nicht beziffert (BA 15-01-0001).  

H. Mit Schreiben vom 22. Juni 2018 und 13. Juli 2018 ergänzte die Privatkläger-

schaft ihre Strafanzeige vom 29. März 2018 (BA 05-01-0005 ff.; -0023 ff.). In der 

Ergänzung vom 13. Juli 2018 machte die Privatklägerschaft insbesondere gel-

tend, der Beschuldigte habe im Zeitraum von 2009 und 2017 Munition und Ma-

terial im Betrag von Fr. 180'976.90 über die Kantonspolizei Schwyz bestellt. 

Diese Ware sei durch die Kantonspolizei Schwyz bzw. den Kanton Schwyz be-

zahlt worden, obwohl die bestellte Ware bei der Kantonspolizei Schwyz keine 

Verwendung gefunden habe (BA 05-01-0023). Gestützt auf diese Ergänzungen 

dehnte die Bundesanwaltschaft das Verfahren am 29. Juni 2018 auf den Tatbe-

stand der Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) aus (BA 01-01-0005). 

I. Die Bundesanwaltschaft führte anschliessend weitere Beweiserhebungen durch. 

Insbesondere fand am 30. Juli 2019 erneut eine Hausdurchsuchung am Wohnort 

des Beschuldigten statt, an welcher wiederum Waffen und weiteres evtl. beweis-

relevantes Material sichergestellt und beschlagnahmt wurde (BA 08-01-0174 ff.). 

J. Am 4. November 2020 erhob die Bundesanwaltschaft bei der Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG), mehrfacher 

Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB), mehrfacher ungetreuer Amtsführung 

(Art. 314 StGB) und mehrfacher Verletzung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 

Ziff. 1 StGB) (TPF 9.100.003 ff.). 

K. Am 23. November 2020 lud das Gericht die Bundesanwaltschaft gestützt auf 

Art. 333 Abs. 1 StPO zur Änderung und Erweiterung der Anklage ein 

(TPF 9.110.001 f.). Daraufhin reichte die Bundesanwaltschaft am 30. Novem-

ber 2020 eine modifizierte Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 3 lit. a WG), mehrfacher 

qualifizierter Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB), mehrfacher 

Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB), mehrfacher ungetreuer Amtsführung 

(Art. 314 StGB) und mehrfacher Verletzung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 

Ziff. 1 StGB) (TPF 9.110.003 ff.) ein. 

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SK.2020.51 

L. Mit Schreiben vom 25. November 2020 stellte die Privatklägerschaft den Antrag, 

dass die Schadenersatzforderungen des Kantons Schwyz auf den Zivil- bzw. 

Verwaltungsverfahrensweg zu verweisen seien (TPF 9.551.001 f.). 

M. Mit Verfügungen vom 3. Dezember 2020 und 28. Januar 2021 entschied der Vor-

sitzende über Beweismassnahmen und hiess die von der Verteidigung gestellten 

Beweisanträge (TPF 9.521.001 ff.) teilweise gut (TPF 9.250.001 ff.). Die Bundes-

anwaltschaft (mit Schreiben vom 9. Dezember 2019 [TPF 9.510.002]) und die 

Privatklägerschaft verzichteten auf die Stellung von Beweisanträgen. 

N. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Gericht von Amtes wegen die er-

forderlichen Beweismittel zu den persönlichen und finanziellen Verhältnissen des 

Beschuldigten ein (TPF 9.231.1 ff.). Weiter erkannte das Gericht den online ab-

rufbaren Bericht der Finanzkontrolle Schwyz «Kantonspolizei: Beschaffung, Be-

wirtschaftung und Vernichtung von Waffen und Munition, Überprüfung der Ord-

nungsmässigkeit von Beschaffungen; Prüfung der Organisation, Prozesse und 

IKS» vom September 2018 zu den Verfahrensakten (abrufbar unter 

<https://www.sz.ch/public/upload/assets/37401/2018.10.22_Kapo-SZ_Beschaf-

fungswesen_%28eingeschw%C3%A4rzt%29_def.pdf>; nachfolgend: Bericht 

FIKO Schwyz [TPF 9.271.001 ff.]). Zudem holte das Gericht beim Bundesamt für 

Polizei (fedpol), Zentralstelle Waffen, einen Amtsbericht über die angeblich an-

gebotenen und verkauften Gegenstände sowie die sichergestellten Gegenstände 

(jeweils Waffen/Munition) vom 15. März 2021 (nachfolgend: Bericht der Zentral-

stelle Waffen vom 15. März 2021 [TPF 9.262.3.009 ff.]) sowie bei der Kantons-

polizei Schwyz weitere Unterlagen und Auskünfte ein (TPF 9.262.4.001 ff.). 

O. Die Hauptverhandlung fand vom 8. und 9. April 2021 in Anwesenheit der Bun-

desanwaltschaft, der Privatklägerschaft und deren Vertreter sowie des Beschul-

digten und dessen Verteidigung am Sitz des Bundesstrafgerichts statt. Das Urteil 

der Strafkammer wurde am 22. April 2021 in Anwesenheit der Parteien mündlich 

eröffnet und begründet. 

P. Mit Schreiben vom 3. Mai 2021 meldete der Beschuldigte innert Frist Berufung 

gegen das Urteil an (TPF 9.940.001). 

 

  

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SK.2020.51 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Zuständigkeit 

1.1.1 Das Gericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen. Die Anklage lautet auf 

mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 3 lit. a WG), 

mehrfache qualifizierte Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB), mehr-

fache Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB), mehrfache ungetreue Amtsfüh-

rung (Art. 314 StGB) und mehrfache Verletzung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 

Ziff. 1 StGB). Für die Verfolgung dieser Delikte bestünde grundsätzlich kantonale 

Zuständigkeit (Art. 22 StPO). Ursprünglich eröffnete die Bundesanwaltschaft das 

Verfahren allerdings auch wegen Verdachts der Widerhandlung gegen das 

Kriegsmaterialgesetz (Art. 33 KMG) (vgl. Lit. B). Die Verfolgung und Beurteilung 

der Widerhandlungen gegen das Kriegsmaterialgesetz unterstehen der Bundes-

gerichtsbarkeit (Art. 23 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 40 Abs. 1 KMG). 

1.1.2 Ist in einer Strafsache sowohl Bundesgerichtsbarkeit als auch kantonale Ge-

richtsbarkeit gegeben, so kann die Bundesanwaltschaft die Vereinigung der Ver-

fahren in der Hand der Bundesbehörden oder der kantonalen Behörden anord-

nen (Art. 26 Abs. 2 StPO). Haben die eidgenössischen und kantonalen Strafver-

folgungsbehörden eine Vereinbarung über die Bundesgerichtsbarkeit getroffen, 

darf die Strafkammer des Bundesstrafgerichts ihre Zuständigkeit nur aus beson-

ders triftigen Gründen verneinen (BGE 133 IV 235 E. 7.1; 132 IV 89 E. 2). 

1.1.3 Vorliegend vereingte die Bundesanwaltschaft das Verfahren gestützt auf Art. 26 

Abs. 2 StPO am 5. Februar 2018 sowie – nach Ausdehnung des Strafverfahrens 

auf die Tatbestände der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB) und der Urkun-

denfälschung (Art. 251 StGB) (vgl. Lit. B, F, H) – am 11. Mai 2020 in der Hand 

der Bundesbehörden (BA 01-01-0002 f.; -0006 f.). Obschon die Bundesanwalt-

schaft den Beschuldigten nicht wegen Widerhandlung gegen das Kriegsmateri-

algesetz angeklagt hat, liegen keine triftigen Gründe für die nachträgliche Ände-

rung der Zuständigkeit vor. 

1.1.4 Die sachliche Zuständigkeit der Strafkammer des Bundesstrafgerichts ist somit 

für die angeklagten Straftatbestände gegeben (Art. 19 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 35 

Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Straf-

behörden des Bundes [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]).  

1.1.5 Die Kompetenz des Kollegialgerichts der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 36 Abs. 1 StBOG. 

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SK.2020.51 

1.2 Anklageprinzip 

1.2.1 Der Verteidiger machte in seinem Parteivortrag in zweifacher Hinsicht eine Ver-

letzung des Anklageprinzips geltend: Erstens sei in Bezug auf die gemäss An-

klagepunkt 1.1.1 angeblich vom Beschuldigten an B. veräusserten 3'500 Schuss 

Munition nicht ersichtlich, welche Munition der Beschuldigte konkret wann und zu 

welchem Preis an B. veräussert haben soll (TPF 9.721.046). Zweitens seien auch 

die dem Beschuldigten im Anklagepunkt 1.1.2 vorgeworfenen Delikte zu wenig 

präzise umschrieben. Die Anklage enthalte keine genauen Angaben zum Tat-

zeitpunkt, Tatort und zu den Beteiligten sowie zu den jeweiligen Seriennummern 

der angeblich verkauften Waffen. Die angeblich veräusserten Karabiner und Pis-

tolen müssten registriert und damit rückverfolgbar sein (TPF 9.721.050 f.). 

1.2.2 Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 

Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen 

Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsver-

fahrens (Umgrenzungsfunktion; Immutabilitätsprinzip). Das Gericht ist an den in 

der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden, nicht aber an dessen 

rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (Art. 350 Abs. 1 StPO). In der 

Anklageschrift sind (unter anderem) die der beschuldigten Person vorgeworfe-

nen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausfüh-

rung möglichst kurz, aber genau zu bezeichnen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Zu-

gleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der be-

schuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informa-

tionsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.; 126 I 19 E. 2a, je m.w.H.). Durch klare 

Umgrenzung des Prozessgegenstands und Vermittlung der für die Verteidigung 

notwendigen Informationen soll dem Betroffenen ein faires Verfahren garantiert 

werden. Entscheidend ist, dass der Beschuldigte genau weiss, was ihm konkret 

vorgeworfen wird (Urteile des Bundesgerichts 6B_209/2010 vom 2. Dezem-

ber 2010 E. 2.4; 6B_794/2007 vom 14. April 2008 E. 2.1, je m.w.H.). 

1.2.3 Im Anklagepunkt 1.1.1 wirft die Anklage dem Beschuldigten vor, B. in der Zeit 

von August / September 2012 bis Oktober 2013 an der […] insgesamt 7 Waffen 

– welche näher spezifiziert werden (siehe E. 2.1.1) – sowie insgesamt mindes-

tens 3'500 Schuss Munition zu diesen Waffen zu einem nicht näher bestimmten 

Preis übergeben zu haben. Dem hinsichtlich der Munition vorgebrachten Ein-

wand des Verteidigers (E. 1.2.1) kann nicht gefolgt werden. Die Anklageschrift 

umschreibt hinreichend klar in welchem Zeitraum der Beschuldigte an welchem 

Ort wie viel Schuss Munition an B. übertragen haben soll. Indem die Anklage-

schrift zudem umschreibt, dass es sich bei der angeblich an B. übertragenen 

Munition um Munition zu den vorgenannten Waffen handelt, ist für den Beschul-

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SK.2020.51 

digten überdies auch genügend klar erkennbar, um welche Munition es sich da-

bei handeln soll, werden die Waffen doch in der Anklageschrift detailliert nach 

Modell und Kaliber umschrieben. Daraus ergibt sich auch die Art und das Kaliber 

der angeblich an B. übertragenen Munition. Damit ist der Inhalts-, Informations- 

und Umgrenzungsfunktion einer Anklageschrift nach Art. 325 StPO Genüge ge-

tan. Eine Verletzung des Anklageprinzips liegt diesbezüglich nicht vor. 

1.2.4 Im Anklagepunkt 1.1.2 wirft die Anklage dem Beschuldigten weiter vor, zusam-

men mit B. in der Zeit von August bis Oktober 2013 in X. die Waffen und Munition 

gemäss nachfolgender Liste zu untenstehenden Preisen C. sowie unbekannte 

Personen verkauft und übergeben zu haben: 

Gegenstand | Beschreibung Käufer Preis 

1 Karabiner 31, 7.5 x 55 mm GP 11, 

inkl. 250 Schuss dazugehöriger Munition 

C. EUR  500.– 

1 Pistole SIG SAUER P210, Kaliber 9 x 19 mm C. EUR  1’800.– 

1 Pistole Erma 452, Kaliber .22 I.r., 

inkl. 100 Schuss Munition 

C. EUR 1’000.– 

1’000 Schuss Kaliber 7.62 x 39 mm C. EUR 700.– 

6 Karabiner und 1 Pistole Unbekannt Unbekannt 

2 Pistolen (davon eine im Kaliber 6.35 x 15.5 mm 

bzw. .25 Automatic) 

Unbekannt Unbekannt 

3-4 weitere Karabiner Unbekannt Unbekannt 

Dem Einwand des Verteidigers hinsichtlich dieses Anklagepunktes (E. 1.2.1) 

kann in Bezug auf die angeblich an C. verkauften Gegenstände nicht gefolgt wer-

den. Die Anklageschrift umschreibt diesbezüglich klar in welchem Zeitraum der 

Beschuldigte an welchem Ort welche Waffe und welche Munition verkauft haben 

soll. Dabei werden jeweils Modell und Kaliber der Waffe bzw. der dazugehörigen 

Munition umschrieben. Dass die Anklageschrift im Unterschied zum Anklage-

punkt 1.1.1 die jeweilige Seriennummer der Waffen sowie die genaue Adresse 

des Übergabeortes nicht umschreibt, ändert daran nichts. Insgesamt geht aus 

der Anklageschrift genügend klar hervor, was dem Beschuldigten vorgeworfen 

wird. Eine Verletzung des Anklageprinzips liegt nicht vor. 

Allerdings ist dem Verteidiger beizupflichten, dass mangels konkreter Umschrei-

bung der angeblich an unbekannte Personen übertragenen Waffen eine Verlet-

zung des Anklageprinzips vorliegt. Es ist unklar, welche Waffen – wenigstens 

Bezeichnung nach Modell und Kaliber der Waffe – an welche Personen übertra-

gen worden sein sollen. Der Beschuldigte weiss mangels Bezeichnung in der 

Anklageschrift nicht, welche Waffenübertragungen an welche Personen ihm kon-

kret angelastet werden. Dies genügt den Anforderungen von Art. 325 Abs. 1 

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lit. f StPO nicht. In Bezug auf den Anklagepunkt 1.1.2 kann das Gericht daher 

einzig die in der Anklage umschriebenen Übertragungen von Waffen und Muni-

tion an C. würdigen und beurteilen.  

1.3 Beweisverwertbarkeit 

1.3.1 Der Verteidiger machte in seinem Parteivortrag geltend, es sei eingehend zu prü-

fen, ob zu Lasten des Beschuldigten ohne Weiteres auf den vom Gericht einge-

holten Bericht FIKO Schwyz (vgl. Lit. N) abgestellt werden könne. Diesem fehle 

nämlich die Qualität eines Gutachtens, sei dieser doch unter Missachtung der 

Ausstandsvorschriften (Art. 182 ff. i.V.m. Art. 56 StPO) erstellt worden. Ferner 

sei dem Beschuldigten bei der Erstellung dieses Berichts nie die Möglichkeit zur 

Mitwirkung eingeräumt worden, womit sein Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Art. 29 Abs. 1 BV; Art. 6 Ziff. 1 EMRK) verletzt worden sei (TPF 9.721.028). 

1.3.2 Das Gericht zieht Akten anderer Verfahren bei, wenn dies für den Nachweis des 

Sachverhalts oder die Beurteilung der beschuldigten Person erforderlich ist 

(Art. 194 Abs. 1 StPO). Aus einem anderen Verfahren beigezogene Akten gelten 

als sachliche Beweismittel gemäss Art. 192 ff. StPO. Dies gilt auch für ein in den 

beigezogenen Akten befindliches Gutachten. Bei dessen Würdigung ist demnach 

zu berücksichtigen, dass es nicht in Anwendung von Art. 184 ff. StPO eingeholt 

wurde (BÜRGISSER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 194 StPO N. 1). Die 

Strafbehörden holen zudem amtliche Berichte über Vorgänge ein, die im Straf-

verfahren bedeutsam sein können (Art. 195 Abs. 1 StPO). Während die Akten 

nach Art. 194 StPO im Zeitpunkt der Anfrage um Herausgabe bereits bestehen, 

sind Berichte nach Art. 195 StPO erst noch zu erstellen (BÜRGISSER, a.a.O., 

Art. 195 StPO N. 1; SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar, 3. AufI. 2018, Art. 195 

StPO N. 1). 

1.3.3 Das Gericht hat den online abrufbaren Bericht FIKO Schwyz vom Septem-

ber 2018 mit Verfügung vom 28. Januar 2021 von Amtes zu den Verfahrensakten 

erkannt (vgl. Lit. N). Als im Zeitpunkt der Aktenerkennung bereits bestehender 

Bericht hat das Gericht den Bericht FIKO Schwyz folglich gestützt auf 

Art. 194 StPO beigezogen und diesen nicht im Sinne von Art. 195 StPO erstellen 

lassen und eingeholt. Somit gilt der Bericht FIKO Schwyz als sachliches Beweis-

mittel i.S.v. Art. 192 ff. StPO und ist als solches verwertbar, unabhängig davon, 

ob es sich bei diesem aufgrund seines Inhaltes um ein – nicht nach den Vor-

schriften von Art. 182 ff. StPO eingeholtes – Gutachten handelt (vgl. E. 1.3.2). 

Dass der Bericht FIKO Schwyz unverwertbar wäre, wird von der Verteidigung 

sodann auch nicht explizit geltend gemacht. Welcher Beweiswert dem Bericht 

FIKO Schwyz – unter Berücksichtigung der bei dessen Erstellung mitgewirkten 

Personen – im Strafverfahren beigemessen werden kann, ist im Übrigen eine 

- 12 - 

SK.2020.51 

Frage der Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Wie noch zu zeigen sein wird 

(vgl. E. 3.3.3.8), kommt dem Bericht FIKO Schwyz für das Beweisergebnis oh-

nehin nur eine untergeordnete Bedeutung zu. 

2. Mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

2.1 Gewerbsmässiges Verkaufen von Waffen und Munition ohne Berechtigung 

und Versuch dazu 

2.1.1 Anklagevorwurf (Anklagepunkte 1.1.1 - 1.1.4) 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, an sei-

nem Wohnort in X. und anderswo in der Schweiz in der Zeit von August 2012 bis 

November 2013 Waffen und Munition ohne die notwendigen Bewilligungen und 

Papiere verkauft und angeboten zu haben. Dabei soll der Beschuldigte gewerbs-

mässig gehandelt haben, indem er innerhalb des genannten Zeitraums mindes-

tens 10 Waffen samt Munition verkauft und 63 Waffen samt Munition angeboten 

und dadurch eine Gesamtdeliktssumme im Bereich von mehreren tausend Euro 

bzw. Schweizerfranken erwirtschaftet habe. Konkret werden ihm folgende Hand-

lungen vorgeworfen: 

2.1.1.1 Verkauf von Waffen und Munition an B. 

In der Zeit von August 2012 bis Oktober 2013 soll der Beschuldigte untenste-

hende Waffen und Munition an seinem Wohnort in X. – mit einer Ausnahme – zu 

unbekannten Preisen B. verkauft und übergeben haben: 

Gegenstand | Beschreibung Käufer Preis 

1 Pistole SIG, Modell 9 mm Pistole 1975, Kaliber 9 x 

19 mm, Seriennummer 1, u.a. bezeichnet als «Selbst-

ladepistole SIG Sauer, P220, Cal. 9 mm Luger, Halb-

automat» 

B. Unbekannt 

1 Pistole Walther, Modell PPK, Kaliber 7.65 x 17 mm, 

Seriennummer 2, u.a. bezeichnet als «Selbstladepis-

tole Walther PPK, CaI. 7.65 mm Browning, Halbauto-

mat» 

B. Unbekannt 

1 Revolver Smith & Wesson, Modellbezeichnung nicht 

eindeutig, Kaliber .357 Magnum, Seriennummer 3 

B. EUR  1’800.– 

1 Revolver Taurus, Modell nicht näher bestimmt, Kali-

ber .22 l.r., Seriennummer 4 

B. Unbekannt 

- 13 - 

SK.2020.51 

1 Pistole SIG, 9 mm Pistole 1949, Kaliber 9 x 19 mm, 

Seriennummer 5, u.a. bezeichnet als «Selbstladepis-

tole SIG P210, Cal. 9 mm Luger, Halbautomat» 

B. Unbekannt 

1 SIG Sturmgewehr 57, Kaliber 7.5 x 55 mm (Gewehr-

patrone 11), privatisiert, Seriennummer 6, u.a. be-

zeichnet als «Selbstladegewehr SIG Sturmgewehr 57, 

Cal. 7,5 x 55 mm, Kriegswaffe» und mit Seriennum-

mer 7 

B. Unbekannt 

1 Vorderschaftrepetierflinte Winchester, Modell 1300 

Turkey, Kaliber 12/76, Seriennummer 8, u.a. bezeich-

net als «Vorderschaftrepetierflinte Marke Winchester, 

Modell 1300, Cal. 12/76, Repetierwaffe» 

B. Unbekannt 

Mindestens 3’500 Schuss Munition zu den vorgenann-

ten Waffen 

B. Unbekannt 

2.1.1.2 Verkauf von Waffen und Munition zusammen mit B. 

In der Zeit von August bis Oktober 2013 soll der Beschuldigte – zusammen mit 

B. – untenstehende Waffen und Munition an seinem Wohnort in X. und anderswo 

in der Schweiz zu nachstehenden Preisen C. verkauft und übergeben haben. 

Hierzu soll der Beschuldigte die jeweiligen Gegenstände an seinem Wohnort an 

B. übergeben haben, welcher anschliessend jeweils die Gegenstände auf einem 

Parkplatz etwas ausserhalb von X. dem C. gegen Erhalt des jeweiligen Kaufprei-

ses übergeben haben soll und anschliessend den erhaltenen Kaufpreis, abzüg-

lich seines eigenen Anteils von jeweils EUR 500.– pro Verkauf, dem Beschuldig-

ten übergeben haben soll. 

Gegenstand | Beschreibung Käufer Preis 

1 Karabiner 31, 7.5 x 55 mm GP 11, 

inkl. 250 Schuss dazugehöriger Munition 

C. EUR  500.– 

1 Pistole SIG SAUER P210, Kaliber 9 x 19 mm C. EUR  1’800.– 

1 Pistole Erma 452, Kaliber .22 I.r., 

inkl. 100 Schuss Munition 

C. EUR 1’000.– 

1’000 Schuss Kaliber 7.62 x 39 mm C. EUR 700.– 

 

2.1.1.3 Anbieten von Waffen und Munition zusammen mit B. 

In der Zeit von Mai 2013 bis November 2013 bzw. zu untenstehenden Angebots-

daten soll der Beschuldigte über den – gemeinsam mit B. – gegründeten und 

betriebenen Account «D.» im Darknet untenstehende Waffen und Munition an 

seinem Wohnort in X. und anderswo in der Schweiz zu nachstehenden Preisen 

zum Verkauf angeboten haben. 

- 14 - 

SK.2020.51 

Gegenstand | Beschreibung Angebotsdatum Preis 

Mehr als 20 Karabiner K11 und K31 (Abnahme von 

drei und mehr gewünscht) 

Ab dem 16. August 

2013 dauerhaft bis 

November 2013 

zu je 

EUR 400.– 

(Mengenra-

batt möglich: 

2 Stück für 

EUR 500.–) 

100 Schuss [zu Karabiner K11 und K31] dazugehöri-

ger Munition 7,5 x 55 

Ab dem 16. August 

2013 dauerhaft bis 

November 2013 

EUR 150.–  

2 Selbstladepistolen P 210, Cal. 9 mm 8. September 2013 zu je 

EUR 1’600.– 

2 Selbstladepistolen CZ 83, Cal. 7,65 mm 8. September 2013 zu je 

EUR 1’000.– 

1 halbautomatisches Schweizer Sturmgewehr SGI 57 

PE 

8. September 2013 EUR 2’200.– 

1 Selbstladepistole Daewoo DP51C, Cal. 9 mm 8. September 2013 EUR 1’800.– 

1 Selbstladepistole Davis Industries Chino Model 

P-380 

8. September 2013 EUR 1’000.– 

3 weitere Selbstladepistolen P 210, Cal. 9 mm (insge-

samt nunmehr 5 Stück) 

15. September 2013 zu je 

EUR 1’600.– 

1 weiteres halbautomatisches Schweizer Sturmge-

wehr SIG 57 PE (insgesamt nunmehr 2 Stück) 

15. September 2013 EUR 2’200.– 

1 Selbstladepistole Walther PP 32.acp 15. September 2013 EUR 1’200.– 

1 Selbstladepistole Deutsche Werke 7,65 mm 20. September 2013 EUR 700.– 

1 Selbstladepistole Star (Spain) 22lr 20. September 2013 EUR 700.– 

1 Maschinenpistole Ceska zbrojovka (Skorpion) VZ 68 

CaI. 9 mm 

26. September 2013 EUR 4’200.– 

1 Selbstladepistole FN Browning, Cal. 9 mm 13. Oktober 2013 EUR 1’500.– 

1 Selbstladepistole Makarov 9x18 13. Oktober 2013 EUR 1’500.– 

Mindestens 15 weitere Karabiner K11 und K31  19. Oktober 2013 Unbekannt 

2 weitere Selbstladepistolen P 210, Cal. 9 mm 19. Oktober 2013 zu je 

EUR 1’600.– 

2 weitere halbautomatische Schweizer Sturmgewehre 

SIG 57 PE 

19. Oktober 2013 zu je 

EUR 2’200.– 

2 Selbstladepistolen LC380.380 auto 19. Oktober 2013 zu je 

EUR 1’400.– 

1 halbautomatisches Schweizer Sturmgewehr SIG 90 

PE 

19. Oktober 2013 EUR 3’200.– 

1 Double-Action-Revolver Smith & Wesson mod.29 44 

Magnum 

19. Oktober 2013 EUR 2’500.– 

- 15 - 

SK.2020.51 

1 Selbstladepistole Glock 33 .357 SIG 19. Oktober 2013 EUR 2’800.– 

1 Selbstladepistole (Hersteller unbekannt, diverse 

möglich) 1911, Cal. 9 mm 

19. Oktober 2013 EUR 1’800.– 

1 Selbstladepistole Erma KGP68 7,65 19. Oktober 2013 EUR 1’200.– 

2.1.2 Anwendbares Recht 

2.1.2.1 Der Beschuldigte soll die ihm vorgeworfenen Handlungen in der Zeit von Au-

gust 2012 bis November 2013 begangen haben, mithin vor der Revision von 

Art. 97 StGB (Verlängerung der Verfolgungsverjährung), die am 1. Januar 2014 

in Kraft trat (AS 2013 4417). Die Verfolgungsverjährung bestimmt sich grundsätz-

lich nach dem zur Zeit der inkriminierten Taten geltenden Recht. Der Grundsatz 

der lex mitior (Art. 2 Abs. 2 StGB) gilt aber auch in Bezug auf die Verfolgungs-

verjährung (Art. 389 Abs. 1 StGB). Ist das im Zeitpunkt der Beurteilung geltende 

Verjährungsrecht milder als das zur Zeit der inkriminierten Taten geltende Recht, 

ist das neue Verjährungsrecht anwendbar. 

2.1.2.2 Die Strafverfolgung wegen des gewerbsmässigen Übertragens von Waffen und 

Munition ohne Berechtigung (Art. 33 Abs. 3 lit. a WG) verjährt sowohl unter altem 

als auch unter neuem Recht in 15 Jahren nach der Tatausführung (Art. 97 Abs. 1 

lit. b StGB). In Bezug auf das nicht gewerbsmässige Übertragen (Art. 33 Abs. 1 

lit. a WG) wurde mit der Revision von Art. 97 StGB die Verjährungsfrist hingegen 

von sieben Jahren (aArt. 97 Abs. 1 lit. c StGB, in der bis am 31. Dezember 2013 

geltenden Fassung) auf zehn Jahre erhöht (Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB, in der seit 

dem 1. Januar 2014 geltenden Fassung). Die für dieses Vergehen geltende, 

neue Verjährungsfrist von zehn Jahren ist im Vergleich zur altrechtlichen Verjäh-

rungsfrist von sieben Jahren nicht milder. Folglich ist in Bezug auf das nicht ge-

werbsmässige Übertragen von Waffen und Munition ohne Berechtigung (Art. 33 

Abs. 1 lit. a WG) die altrechtliche, zum Tatzeitpunkt geltende Verjährungsfrist von 

sieben Jahren massgebend.  

2.1.3 Gewerbsmässigkeit 

2.1.3.1 Die Strafverfolgung wegen der Widerhandlung gegen das Waffengesetz nach 

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG war bereits bei der ersten Anklageerhebung am 4. No-

vember 2020 – bei welcher das gewerbsmässige Übertragen (Art. 33 Abs. 3 

lit. a WG) noch nicht angeklagt war (vgl. Lit. J) – verjährt. Gestützt auf die Einla-

dung zur Änderung und Erweiterung der Anklage des Gerichts nach Art. 333 

Abs. 1 StPO hat die Bundesanwaltschaft am 30. November 2020 u.a. Anklage 

wegen der gewerbsmässig begangenen Widerhandlung gegen das Waffenge-

setz nach Art. 33 Abs. 3 lit. a WG erhoben (vgl. Lit. K). Dieses Verbrechen ist 

zum Urteilszeitpunkt noch nicht verjährt. Im Hinblick auf die Verjährungsfrage ist 

- 16 - 

SK.2020.51 

deshalb vorab zu prüfen, ob die angeklagten Handlungen, den Tatbestand ge-

mäss Art. 33 Abs. 3 lit. a WG (gewerbsmässiges Übertragen von Waffen und Mu-

nition ohne Berechtigung) erfüllen.  

2.1.3.2 Gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. a WG macht sich strafbar, wer vorsätzlich und ge-

werbsmässig ohne Berechtigung Waffen, wesentliche oder besonders konstru-

ierte Waffenbestandteile, Waffenzubehör, Munition oder Munitionsbestandteile 

anbietet, überträgt, vermittelt, herstellt, repariert, abändert, umbaut, in einen 

Schengen-Staat ausführt oder in das schweizerische Staatsgebiet verbringt. 

2.1.3.3 Für den Begriff der Gewerbsmässigkeit gemäss Art. 33 Abs. 3 WG ist die bun-

desgerichtliche Rechtsprechung im Bereich des Strafrechts massgebend (Bot-

schaft zum Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition vom 

24. Januar 1996, BBl 1996 I 1053, 1066, 1074; ASLANTAS, in: Facincani/Sutter 

[Hrsg.], Waffengesetz [WG], 2017, Art. 33 WG N. 18). Nach der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts liegt im Begriff des berufsmässigen Handelns der Ansatz-

punkt für die Umschreibung der Gewerbsmässigkeit. Der Täter handelt berufs-

mässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische Tätigkeit 

aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeit-

raums sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die 

deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufes ausübt. Eine quasi «nebenberuf-

liche» deliktische Tätigkeit kann genügen. Wesentlich ist, dass sich der Täter, 

wie aus den gesamten Umständen geschlossen werden muss, darauf eingerich-

tet hat, durch deliktische Handlungen Einkünfte zu erzielen, die einen namhaften 

Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Lebensgestaltung darstellen; dann 

ist die erforderliche soziale Gefährlichkeit gegeben. Notwendig ist zudem, dass 

der Täter die Tat bereits mehrfach begangen hat, dass er in der Absicht handelte, 

ein Erwerbseinkommen zu erlangen, und dass aufgrund seiner Taten geschlos-

sen werden muss, er sei zu einer Vielzahl von unter die fraglichen Tatbestände 

fallenden Taten bereit gewesen. Ob Gewerbsmässigkeit vorliegt, ist aufgrund der 

gesamten Umstände des konkreten Falles zu beurteilen (BGE 123 IV 113 E. 2c; 

119 IV 129 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 6B_793/2019 vom 12. Septem-

ber 2019 E. 1.2). 

2.1.3.4 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen in einem Zeitraum von 16 Monaten (Au-

gust 2012 bis November 2013) insgesamt 10 Waffen inkl. Munition verkauft und 

63 Waffen inkl. Munition angeboten zu haben. Damit soll der Beschuldigte einen 

Erlös von mindestens EUR 5'800.– erwirtschaftet haben, wobei es sich hierbei 

lediglich um den Erlös von 5 der angeblich 10 stattgefundenen Waffen- und Mu-

nitionsverkäufe handle. Der Erlös der übrigen Geschäfte sei nicht näher bestimm-

- 17 - 

SK.2020.51 

bar. Aufgrund der sehr vielen Einzeltaten soll sich die Gesamtdeliktssumme al-

lerdings in einem Bereich von mehreren tausend Euro bzw. Schweizerfranken 

bewegen (vgl. E. 2.1.1).  

2.1.3.5 In tatsächlicher Hinsicht ist in Bezug auf die angeblich erwirtschaftete Delikts-

summe Folgendes festzuhalten: Der von der Bundesanwaltschaft geltend ge-

machte Betrag von EUR 5'800.– stützt sich einzig auf die Aussagen der angebli-

chen Käufer, B. und C. 

a) B. konnte dabei nur Angaben in Bezug auf den angeblich vom Beschuldigten 

abgekauften Revolver «Smith & Wesson» machen. Diesbezüglich gab B. am 

24. August 2017 im Rahmen des deutschen Strafverfahrens an, diesen für EUR 

1'800.– vom Beschuldigten gekauft zu haben, wobei er lediglich eine Anzahlung 

von EUR 300.– geleistet habe (BA 01-02-0031; 18-01-0101). Abweichend zu die-

ser Aussage gab B. im Rahmen der Konfrontationseinvernahme vom 17. Ap-

ril 2018 an, EUR 800.– für diese Waffe als Anzahlung geleistet zu haben 

(TPF 9.272.001 Z. 7 ff.). Im Bericht der Zentralstelle Waffen vom 15. März 2021 

(vgl. Lit. N) ist festgehalten, dass der Verkaufspreis eines solchen Revolvers auf 

dem legalen Markt Fr. 800.– bis 1'200.– betrage, wobei dieser Preis auf dem 

Schwarzmarkt mindestens 50 % höher ausfallen könne (TPF 9.262.3.010 f.). 

Selbst wenn dem Beschuldigten rechtsgenügend nachgewiesen werden könnte, 

dass er den besagten Revolver an B. verkauft hat, wäre aufgrund der wider-

sprüchlichen Aussagen von B., welche überdies rund vier Jahre nach dem an-

geblichen Kauf gemacht worden sind, zugunsten des Beschuldigten maximal von 

einem Verkaufspreis von Fr. 1'200.– (entspricht 150 % des Mindestverkaufsprei-

ses gemäss Bericht der Zentralstelle Waffen vom 15. März 2021) auszugehen. 

b) Die übrigen in der Anklageschrift erwähnten Verkaufspreise stützen sich einzig 

auf die Aussagen von C. im Rahmen des deutschen Strafverfahrens (USB-Stick 

BA 18-02-0025, 111Js239798-16 Protokoll II und Urteil, S. 169). Anlässlich der 

rechtshilfeweise durchgeführten Einvernahme vom 26. April 2018 konnte C. die 

damals angegebenen Preise nur noch hinsichtlich zweier angeblich gekaufter 

Waffen bestätigen. Gemäss dem Bericht der Zentralstelle Waffen vom 

15. März 2021 betrage der Verkaufspreis der angeblich an C. verkauften Gegen-

stände auf dem legalen Markt total Fr. 2’210.–, wobei dieser Preis auf dem 

Schwarzmarkt mindestens 50 % höher ausfallen könne (TPF 9.262.3.012). Auf-

grund der nicht gänzlich schlüssigen und lange nach dem angeblichen Kauf er-

folgten Aussagen C.s sowie der Differenz zwischen den von ihm angegebenen 

und dem im Bericht der Zentralstelle Waffen vom 15. März 2021 festgehaltenen 

Verkaufspreisen, wäre zugunsten des Beschuldigten maximal von einem Ver-

kaufspreis von Fr. 3'315.– (entspricht 150 % des Verkaufspreises gemäss Be-

richt der Zentralstelle Waffen vom 15. März 2021) auszugehen.  

- 18 - 

SK.2020.51 

c) In Bezug auf die übrigen angeblich verkauften Gegenstände finden sich in den 

Akten – ausser dem Bericht der Zentralstelle Waffen vom 15. März 2021 – kei-

nerlei Anhaltspunkte zur Bestimmung des Verkaufspreises. Könnten dem Be-

schuldigten die jeweiligen Verkäufe nachgewiesen werden, wäre auch in Bezug 

auf diese Gegenstände von maximal 150 % des Mindestverkaufspreises gemäss 

Schätzungen des Berichts der Zentralstelle Waffen vom 15. März 2021 auszuge-

hen. Selbst wenn dem Beschuldigten die einzelnen Verkäufe nachgewiesen wer-

den könnten, wäre – unter Einschluss sämtlicher ihm vorgeworfenen Verkäufe – 

maximal von einem Umsatz von Fr. 10'335.– bzw. von rund Fr. 650.– pro Monat 

auszugehen. 

2.1.3.6 Dieser dem Beschuldigten aufgrund von Schätzungen maximal nachweisbare 

Bruttoerlös von durchschnittlich rund Fr. 650.– pro Monat stellt im Verhältnis zum 

damaligen – in den Jahren 2012/2013 – vom Beschuldigten erzielten durch-

schnittlichen Nettoeinkommen von über Fr. 6'600.– pro Monat 

(TPF 9.231.2.011 ff.) einen zu niedrigen Betrag dar, um als namhafter Beitrag an 

die Kosten zur Finanzierung der Lebensgestaltung zu gelten. Hinzu kommt, dass 

es sich bei diesem Betrag um den dem Beschuldigten maximal nachweisbaren 

Bruttoerlös handelt. Der Einkaufspreis der angeblich verkauften Gegenstände 

sowie der gemäss Anklageschrift an B. geflossene Anteil von EUR 500.– pro 

Verkauf (vgl. E. 2.1.1.2) ist dabei noch nicht berücksichtigt, sodass der tatsächli-

che Nettoerlös deutlich tiefer wäre. Im Übrigen könnte auch das angebliche Tat-

vorgehen nicht als besonders professionell bezeichnet werden. Der Beschuldigte 

ist seit den 1980er Jahren passionierter Waffensammler (BA 13-01-0004 

Z. 33 ff.; TPF 9.731.015). Zudem verfügte er über eine umfangreiche Waffen- 

und Munitionssammlung, wurden anlässlich der beim Beschuldigten durchge-

führten Hausdurchsuchungen doch insgesamt 72 Waffen sowie über 70'000 

Schuss Munition diverser Kaliber sichergestellt (vgl. BA 10-01-0277 f.; 

-0284 ff.). Folglich wären für den Verkauf von insgesamt zehn Waffen keine be-

sonderen, logistischen Vorbereitungsarbeiten nötig gewesen, was ebenfalls ge-

gen die Annahme von Gewerbsmässigkeit spricht.  

2.1.3.7 Nach dem Gesagten könnten die in den Anklagepunkten 1.1.1 - 1.1.4 umschrie-

benen Handlungen – selbst wenn sie dem Beschuldigten nachgewiesen werden 

könnten – unter Berücksichtigung der gesamten Umstände des konkreten Falles 

nicht als gewerbsmässig im Sinne von Art. 33 Abs. 3 lit. a WG qualifiziert werden. 

2.1.4 Verjährung 

2.1.4.1 Da der qualifizierte Tatbestand von Art. 33 Abs. 3 WG nicht erfüllt ist, käme einzig 

eine Strafbarkeit wegen nicht gewerbsmässiger Übertragung von Waffen und 

Munition ohne Berechtigung gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Betracht. Die 

- 19 - 

SK.2020.51 

Strafverfolgung wegen dieses Vergehens verjährt nach dem zum Tatzeitpunkt 

geltenden Recht in sieben Jahren (aArt. 97 Abs. 1 lit. c StGB, in der bis am 

31. Dezember 2013 geltenden Fassung; vgl. E. 2.1.2.2). 

2.1.4.2 Der Beschuldigte soll die Handlungen im Zeitraum von August 2012 bis spätes-

tens November 2013 begangen haben. Die angeklagten Handlungen liegen folg-

lich mehr als sieben Jahre zurück und waren somit bereits im Zeitpunkt der An-

klageerhebung verjährt. Nach dem Gesagten ist das Verfahren gegen den Be-

schuldigten in den Anklagepunkten 1.1.1 - 1.1.4 einzustellen (Art. 329 Abs. 4 und 

5 StPO). 

 

2.2 Besitz von Waffen, Waffenzubehör und Munition ohne Berechtigung 

2.2.1 Anklagevorwurf (Anklagepunkt 1.1.5) 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, bis am 22. Februar 2018 

folgende Waffen und Munition ohne die notwendigen Bewilligungen und Papiere 

an seinem Wohnort in X. aufbewahrt zu haben: 

Gegenstand | Beschreibung Ass-Nr. 

1 Springmesser 02.03.0026 

1 Maschinenpistole FN, Mod. UZI, 9mm Para, Nr. 9 02.03.0032 

1 Maschinengewehr, Mod. 34, 8x57IS, Nr. 10 02.04.0010 

1 Maschinenpistole Sten, 9mm Para, Nr. 11 02.05.0001 

1 Wechsellauf zu Mg 34, ohne Nr. 02.06.0001 

1 Wechsellauf zu Mg 34, ohne Nr. 02.06.0004 

1 Wechsellauf zu Mg 34, Nr. 12 02.06.0002 

1 Wechsellauf zu Mg 34, Nr. 13 02.06.0003 

1 Wechsellauf zu Mg 34, Nr. 14 02.06.0004 

188 Patronen Kaliber 7.92 x 33 mm, Hartkern 02.03.0041 

55 Patronen, Hartkern 02.03.0042 

1 Patrone 20 mm, HS 48, Minenbrand explosiv 02.06.0013 

200 Gewehrpatronen [Munitionsart] 02.06.0036 

1 Patrone Kaliber .55 Boys Armor Piercing 02.06.0046 

15 Gewehrpatronen 8x57 IS, Leuchtspur gelb, Hartkern 05.03.0002 

13 Patronen 8x57 IS, Hartkern 05.13.0049 

3 Patronen 8x57 IS, schwarze Spitze, Hartkern 05.13.0049 

8 Patronen, 8 mm kurz, Hartkern 05.13.0049 

15 Patronen, 8 mm kurz, Hartkern 05.13.0049 

  

- 20 - 

SK.2020.51 

2.2.2 Rechtliches 

2.2.2.1 Gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG macht sich strafbar, wer vorsätzlich ohne Be-

rechtigung Waffen (Art. 4 Abs. 1 WG), wesentliche Waffenbestandteile (Art. 4 

Abs. 3 WG i.V.m. Art. 3 WV) oder Munition (Art. 4 Abs. 5 WG) besitzt. 

2.2.2.2 Das Waffengesetz unterstellt gewisse Waffen und Munition einem Besitzverbot. 

Dies galt zum Tatzeitpunkt gemäss Anklageschrift am 22. Februar 2018 unter 

anderem für Seriefeuerwaffen sowie ihre wesentlichen Bestandteile (aArt. 5 

Abs. 2 lit. a WG in der vom 1. Juli 2016 bis zum 14. August 2019 geltenden Fas-

sung) sowie für Munition mit Hartkerngeschossen (Art. 6 Abs. 1 WG i.V.m. Art. 26 

Abs. 1 lit. a WV). Dieses Besitzverbot wurde mit der auf den 12. Dezember 2008 

in Kraft getretenen Revision des Waffengesetzes neu in das Gesetz aufgenom-

men (AS 2008 5499) und gilt auch heute noch (Art. 5 Abs. 1 lit. a WG [betreffend 

Seriefeuerwaffen] bzw. Art. 6 Abs. 1 WG i.V.m. Art. 26 Abs. 1 lit. a WV [betref-

fend Munition mit Hartkerngeschossen]).  

2.2.2.3 Zum Besitz von Waffen und Munition, die keinem Besitzverbot unterliegen, ist 

berechtigt, wer den Gegenstand rechtmässig erworben hat (Art. 12 WG [betref-

fend Waffen] bzw. Art. 16a WG [betreffend Munition]). Gilt für eine Waffe ein Er-

werbsverbot nach Art. 5 Abs. 2 WG (bzw. aArt. 5 Abs. 1 WG in der vom 1. Juli 

2016 bis zum 14. August 2019 geltenden Fassung), bedarf es für den rechtmäs-

sigen Erwerb dieser Waffe einer Ausnahmebewilligung nach Art. 5 Abs. 6 WG 

(bzw. aArt. 5 Abs. 4 WG in der vom 1. Juli 2016 bis zum 14. August 2019 gelten-

den Fassung). Gleiches gilt für Munition, die einem Erwerbsverbot unterliegt 

(Art. 6 Abs. 1 WG i.V.m. Art. 26 WV). 

2.2.3 Tatsächliches 

2.2.3.1 Aufgrund der Akten und den Aussagen des Beschuldigten ist erstellt und unbe-

stritten, dass er am 22. Februar 2018 in Besitz der ihm vorgeworfenen Gegen-

stände war (BA 08-01-0009 ff.; -0174 ff.; 13-01-0190 Z. 45, TPF 9.731.015 ff.). 

Allerdings machte er sinngemäss geltend, die Gegenstände vor längerer Zeit le-

gal erworben zu haben und in der Folge legal besessen zu haben. Im Vorverfah-

ren gab er anlässlich der Einvernahme vom 22. Februar 2018 auf Frage zu den 

gleichentags sichergestellten Gegenständen an, dass vieles davon registriert sei, 

er seit 35 Jahren Waffen und Munition sammle und nichts illegal sei (BA 13-01-

0006 Z. 20 f.). Anlässlich der Schlusseinvernahme vom 30. April 2020 präzisierte 

er, sämtliche sichergestellte Waffen legal oder vor längerer Zeit erworben zu ha-

ben; mit Ausnahme der sichergestellten Maschinenpistolen UZI und STEN (Ass-

Nr. 02.03.0032; 02.05.0001), welche er Ende der 1970er Jahre erworben habe 

und mehrfach versucht habe, beim zuständigen Mitarbeiter der Kantonspolizei 

Schwyz anzumelden. Hinsichtlich der sichergestellten Munition machte er zudem 

- 21 - 

SK.2020.51 

geltend, als Geschichtsinteressierter seit den 1970er Jahren Munition zu sam-

meln (BA 13-01-0190 Z. 45). Anlässlich der Hauptverhandlung bestätigte der Be-

schuldigte diese Aussagen im Wesentlichen und präzisierte, dass er sämtliche 

ihm vorgeworfenen Gegenstände in den 1970er bis 1990er Jahren erworben 

habe (TPF 9.731.016 ff.). Lediglich die 200 Gewehrpatronen [Munitionsart] (Ass-

Nr. 02.06.0036) habe er im Jahr 2007 über die Kantonspolizei Schwyz für sich 

privat bestellt (TPF 9.731.017 Z. 14 ff.). 

2.2.3.2 In tatsächlicher Hinsicht ist somit vorab anhand der Personalbeweise und der 

anderen Beweismittel festzustellen, zu welchem Zeitpunkt der Beschuldigte die 

ihm vorgeworfenen Gegenstände erworben hat (vgl. E. 2.2.3.4) und über welche 

Bewilligungen der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt für diese Gegenstände verfügt 

hat (E. 2.2.3.5). 

2.2.3.3 Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Per-

son günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, 

dass die tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese 

Bestimmung konkretisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Unschulds-

vermutung (in dubio pro reo; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Sie 

verbietet es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von einem be-

lastenden Sachverhalt auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der ge-

samten Beweise ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich 

so verwirklicht hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person günstigere Tat-

version vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Auf der anderen 

Seite kann keine absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und theoreti-

sche Zweifel sind kaum je ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1 m.w.H.). 

Der Nachweis kann mittels direkten oder indirekten Beweises erbracht werden. 

Bei Letzterem (sog. «Indizienbeweis») wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht 

unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu bewei-

sende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von 

Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

die Täterschaft oder die Tat hinweisen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild er-

zeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich 

der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_1427/2016 

vom 27. April 2017 E. 3 m.w.H.; Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2018.26 vom 

9. August 2018 E. 3.4.4.4). Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleich-

gestellt (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; Urteile des Bundesgerichts 6B_360/2016 

vom 1. Juni 2017 E. 2.4; nicht publ. in: BGE 143 IV 361 sowie 6B_332/2009 vom 

4. August 2009 E. 2.3; je mit Hinweisen). Sachverhaltsalternativen sind nur zu 

prüfen, wenn die Indizienlage widersprüchlich oder ambivalent ist (BGE 144 IV 

345 E. 2.2.3.7). 

- 22 - 

SK.2020.51 

2.2.3.4 a) In Bezug auf den Zeitpunkt des Erwerbs der dem Beschuldigten vorgeworfe-

nen Gegenstände ist Folgendes festzuhalten: Gemäss Bericht der Zentralstelle 

Waffen vom 14. Januar 2020 könne hinsichtlich folgender Gewehrpatronen ge-

klärt werden, zu welchem Zeitpunkt der Beschuldigte diese erworben habe: 

Gegenstand | Beschreibung Ass-Nr. 

200 Gewehrpatronen [Munitionsart] 02.06.0036 

Diese Munition sei gemäss Rechnung Nr. 15 vom 7. April 2017 am 

29. März 2017 von der E. AG an die Kantonspolizei Schwyz geliefert worden 

(BA 10-01-0281). Diese Rechnung liegt bei den Akten: Danach hat die E. AG am 

29. März 2017 200 Stück der vorgenannten Munition mit der Chargen-Nummer 

«16» an die Kantonspolizei Schwyz geliefert (BA 05-01-0163). Gemäss Bericht 

der Zentralstelle Waffen vom 15. März 2021 stamme auch die vorgenannte, si-

chergestellte Munition aus der Charge «16». Patronen mit dieser Chargen-Num-

mer seien am 12. Februar 2016 hergestellt worden (TPF 9.262.3.006). Anläss-

lich der Hauptverhandlung gab der Beschuldigte an, diese 200 Gewehrpatronen 

im Jahr 2007 über die Kantonspolizei Schwyz für sich privat bestellt zu haben 

(TPF 9.731.017 Z. 14 ff.). Gestützt auf die Ausführungen in den Berichten der 

Zentralstelle Waffen und den Aussagen des Beschuldigten bestehen für das Ge-

richt keine Zweifel, dass die vorgenannten 200 Gewehrpatronen aus der Liefe-

rung der E. AG vom 29. März 2017 stammen. Demnach konnten diese Gewehr-

patronen frühestens am 29. März 2017 in den Besitz des Beschuldigten gelan-

gen. 

b) In Bezug auf die übrigen dem Beschuldigten vorgeworfenen Gegenstände 

lasse sich gemäss Bericht der Zentralstelle Waffen vom 14. Januar 2020 hinge-

gen nicht eindeutig eruieren, zu welchem Zeitpunkt diese in den Besitz des Be-

schuldigten gelangt seien (BA 10-01-0279; -0281). Hinsichtlich der sichergestell-

ten Patronen wurde im Bericht der Zentralstelle Waffen vom 15. März 2021 so-

dann präzisiert, dass es sich hierbei mehrheitlich um Munition aus dem Zweiten 

Weltkrieg handle, welche in den Jahren 1937 bis 1945 hergestellt worden seien; 

lediglich zwei dieser übrigen Patronen (Ass-Nr. 02.06.0013; 0014) seien später 

– in den Jahren 1968 und 1992 – hergestellt worden (TPF 9.262.3.007 f.). Der 

Beschuldigte machte in Bezug auf diese übrigen Patronen geltend, diese in den 

1970er bis 1990er Jahren erworben zu haben (BA 13-01-0190 Z. 45; 

TPF 9.731.016). Gemäss den für das Gericht glaubhaften Aussagen des Be-

schuldigten sowie den Ausführungen der Zentralstelle Waffen ist zugunsten des 

Beschuldigten davon auszugehen, dass die ihm vorgeworfenen Patronen – mit 

Ausnahme der vorgenannten 200 Gewehrpatronen (vgl. E. 2.2.3.4a) – spätes-

tens in den 1970er Jahren und somit nach Inkrafttreten des (altrechtlichen) Kon-

- 23 - 

SK.2020.51 

kordats über den Handel mit Waffen und Munition vom 27. März 1969 (nachfol-

gend: Waffen-Konkordat), aber vor Inkrafttreten des eidgenössischen Waffenge-

setzes am 1. Januar 1999 in seinen Besitz gelangten. Gleich verhält es sich ent-

sprechend den Aussagen des Beschuldigten (TPF 9.731.015 ff.) in Bezug auf die 

übrigen dem Beschuldigten vorgeworfenen Gegenstände (Springmesser, Ma-

schinenpistolen, Maschinengewehr inkl. Wechselläufe). Der Verteidiger machte 

in seinem Parteivortrag zwar geltend, dass der Beschuldigte das Springmesser 

«mutmasslich sogar noch vor Inkrafttreten» des Waffen-Konkordats erlangt habe 

(TPF 9.721.062). Da der Beschuldigte mit Jahrgang 1962 bei Inkrafttreten des 

Waffen-Konkordats im Jahr 1970 erst acht Jahre alt war, ist es aber realistischer-

weise ausgeschlossen, dass er das Springmesser bereits vor Inkrafttreten des 

Waffen-Konkordats erworben hat. 

2.2.3.5 a) In Bezug auf die im Tatzeitpunkt vorhandenen Bewilligungen des Beschuldig-

ten ist Folgendes festzuhalten: Aktenkundig ist, dass der Beschuldigte über eine 

(altrechtliche) Ausnahmebewilligung für ein «Maschinengewehr, MG 34 […] Nr.» 

vom 8. November 1990 verfügte. Beim Beschuldigten wurde lediglich ein Maschi-

nengewehr des Modells 34 sichergestellt (vgl. Inventarisierungsliste «Waffen und 

Waffenteile»). Aus diesem Grund ist zugunsten des Beschuldigten – und in Über-

einstimmung mit den Aussagen des Beschuldigten (TPF 9.731.016 Z. 20 ff.) so-

wie der Verfügung der Bundesanwaltschaft vom 5. August 2020 (BA 16-01-

0247) – davon auszugehen, dass sich diese Ausnahmebewilligung auf folgendes 

Maschinengewehr inkl. der dazugehörigen Wechselläufe bezieht, obwohl auf der 

genannten Ausnahmebewilligung die Seriennummer des Maschinengewehrs 

fehlt:  

Gegenstand | Beschreibung Ass-Nr. 

1 Maschinengewehr, Mod. 34, 8x57IS, Nr. 10 02.04.0010 

1 Wechsellauf zu Mg 34, ohne Nr. 02.06.0001 

1 Wechsellauf zu Mg 34, ohne Nr. 02.06.0004 

1 Wechsellauf zu Mg 34, Nr. 12 02.06.0002 

1 Wechsellauf zu Mg 34, Nr. 13 02.06.0003 

1 Wechsellauf zu Mg 34, Nr. 14 02.06.0004 

b) In Bezug auf alle übrigen dem Beschuldigten vorgeworfenen Gegenstände ist 

anhand der vom Beschuldigten eingereichten (BA 16-01-0029 ff.) und den von 

Amtes wegen eingeholten (BA 10-01-0169 ff.) Bewilligungen in tatsächlicher Hin-

sicht erstellt, dass der Beschuldigte nicht über entsprechende Ausnahmebewilli-

gung verfügte (vgl. BA 10-01-0278; -0281). Gegenteiliges wird vom Beschuldig-

ten sodann auch nicht geltend gemacht (vgl. TPF 9.731.015 ff.). 

- 24 - 

SK.2020.51 

2.2.3.6 Zusammenfassend ist in tatsächlicher Hinsicht festzuhalten, dass der Beschul-

digte am 22. Februar 2018 im Besitz sämtlicher ihm vorgeworfenen Gegen-

stände war. Mit Ausnahme der 200 Gewehrpatronen [Munitionsart] (Ass-

Nr. 02.06.0036), welche frühestens am 29. März 2017 in den Besitz des Beschul-

digten gelangten, hat er sämtliche Gegenstände nach Inkrafttreten des Waffen-

Konkordats, aber vor Inkrafttreten des eidgenössischen Waffengesetzes erwor-

ben. Schliesslich verfügte der Beschuldigte lediglich für das Maschinengewehr 

Mod. 34 (Ass-Nr. 02.04.0010) und die dazugehörigen fünf Wechselläufe (Ass-

Nr. 02.06.0001 bis 0004) über eine gültige Ausnahmebewilligung; in Bezug auf 

alle übrigen Gegenstände verfügte er im Tatzeitpunkt nicht über entsprechende 

Bewilligungen. 

2.2.4 Rechtliche Würdigung 

2.2.4.1 a) Der Beschuldigte hat nachfolgende Gegenstände am 22. Februar 2018 in ob-

jektiver Hinsicht ohne Berechtigung besessen: 

Gegenstand | Beschreibung Ass-Nr. 

1 Springmesser 02.03.0026 

1 Maschinenpistole FN, Mod. UZI, 9mm Para, Nr. 9 02.03.0032 

1 Maschinenpistole Sten, 9mm Para, Nr. 11 02.05.0001 

200 Gewehrpatronen [Munitionsart] 02.06.0036 

Hinsichtlich der Begründung ist zwischen dem Springmesser (vgl. E. 2.2.4.1b), 

den zwei Maschinenpistolen (vgl. E. 2.2.4.1c) und den 200 Gewehrpatronen 

(vgl. E. 2.2.4.1d) wie folgt zu differenzieren: 

b) Das inkriminierte Springmesser (Ass-Nr. 02.03.0026), welches eine Gesamt-

länge von 22,5 cm und eine Klingenlänge von 10.5 cm aufweist 

(TPF 9.262.3.008), unterliegt keinem Besitzverbot (aArt. 5 Abs. 1 und Abs. 2 WG 

e contrario in der vom 1. Juli 2016 bis 14. August 2019 geltenden Fassung; Art. 5 

Abs. 1 und Abs. 2 WG e contrario in der heute geltenden Fassung; vgl. Botschaft 

zur Genehmigung und Umsetzung des Notenaustauschs zwischen der Schweiz 

und der EU betreffend die Übernahme der Richtlinie [EU] 2017/853 zur Änderung 

der EU-Waffenrichtlinie [Weiterentwicklung des Schengen-Besitzsands] vom 

2. März 2018, BBl 2018 1881, 1909). Zum Besitz dieses Springmessers ist somit 

berechtigt, wer dieses rechtmässig erworben hat (Art. 12 WG, vgl. E. 2.2.2.3). 

Der Erwerb solcher Springmesser ist seit dem Inkrafttreten des Waffengesetzes 

per 1. Januar 1999 verboten und bedarf bis heute einer Ausnahmebewilligung 

(Art. 4 Abs. 1 lit. c i.V.m. 5 Abs. 2 lit. a und Abs. 6 WG; zu den altrechtlichen Best-

immungen des WG vgl. MIORI, Waffenrecht in der Praxis der Strafverfolgung, Si-

cherheit & Recht 1/2017, S. 17). Eine analoge Regelung galt bereits vor Inkraft-

- 25 - 

SK.2020.51 

treten des eidgenössischen Waffengesetzes: Gemäss dem altrechtlichen Waf-

fen-Konkordat war der Ankauf von Springmessern, die einhändig bedient werden 

können, verboten und bedurfte im Kanton Schwyz einer Ausnahmebewilligung 

(Art. 8 Abs. 1 und Abs. 2 Waffen-Konkordat i.V.m. § 3 des Beschlusses des Re-

gierungsrates des Kantons Schwyz betreffend den Vollzug des Konkordats über 

den Handel mit Waffen und Munition vom 9. November 1970; GS 15-820). Der 

Kanton Schwyz ist diesem Waffen-Konkordat am 9. November 1970 beigetreten. 

Folglich konnte das Springmesser seit dem 9. November 1970 lediglich mit einer 

Ausnahmebewilligung rechtmässig erworben werden. Über eine solche Ausnah-

mebewilligung verfügte der Beschuldigte weder unter altem noch unter neuem 

Recht (vgl. E. 2.2.3.5). Demnach hat er das Springmesser – entgegen dem Vor-

bringen des Verteidigers (TPF 9.721.062) – nicht rechtmässig erworben und so-

mit ohne Berechtigung besessen. 

c) Hinsichtlich der zwei Maschinenpistolen (Ass-Nr. 02.03.0032; 02.05.0001) ist 

Folgendes festzuhalten: Die Maschinenpistolen unterliegen als Seriefeuerwaffen 

seit dem 12. Dezember 2008 einem Besitzverbot (aArt. 5 Abs. 2 lit. a WG in der 

vom 1. Juli 2016 bis zum 14. August 2019 geltenden Fassung; Art. 5 Abs. 1 

lit. a WG in der heute geltenden Fassung). Wer bei Inkrafttreten dieses Besitz-

verbotes die entsprechenden, dem Besitzverbot unterliegenden Waffen sowie 

ihre wesentlichen Bestandteile unter dem neuen Waffenrecht weiterhin besitzen 

möchte, hatte dafür innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten des Besitz-

verbotes ein Gesuch um Ausnahmebewilligung einzureichen (Art. 42 Abs. 6 

Satz 1 und Satz 3 WG; BGE 141 IV 132 E. 2.4.3 mit Hinweisen). Ausgenommen 

von der Pflicht zur Einreichung eines Gesuchs um Ausnahmebewilligung war, 

wer bereits eine gültige Ausnahmebewilligung zum Erwerb der Waffe hatte 

(Art. 42 Abs. 6 Satz 2 WG). Ist dies nicht der Fall und wurde keine Ausnahmebe-

willigung beantragt oder ein solches Gesuch abgelehnt, so hatte der Besitzer die 

Waffe an eine berechtigte Person zu veräussern oder zur Aufbewahrung zu über-

tragen, ansonsten er wegen unberechtigten Besitzes nach Art. 33 Abs.1 lit. a WG 

belangt werden kann (Art. 42 Abs. 6 Satz 3 und Abs. 7 WG; BGE 141 IV 132 

E. 2.4.3 mit Hinweisen). 

Selbst wenn der Beschuldigte die zwei Maschinenpistolen – wie er geltend 

machte (vgl. E. 2.2.3.1) – vor Inkrafttreten des Besitzverbotes erworben hatte, 

hätte er, um diese weiterhin rechtmässig besitzen zu können, innert der in Art. 42 

Abs. 6 WG statuierten Frist eine entsprechende Ausnahmebewilligung einholen 

müssen (BGE 141 IV 132 E. 2.4.3). Die Pflicht zur Einholung einer solchen Aus-

nahmebewilligung entfällt nur, wenn er bereits eine gültige (altrechtliche) Aus-

nahmebewilligung zum Erwerb der entsprechenden Waffen hatte (Art. 42 Abs. 6 

Satz 2 WG). In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt, dass der Beschuldigte weder 

- 26 - 

SK.2020.51 

unter altem noch unter neuem Recht über eine entsprechende Ausnahmebewil-

ligung für die genannten Maschinenpistolen verfügte (vgl. E. 2.2.3.5b). Die über-

gangsrechtliche Frist von sechs Monaten zur Einholung einer Ausnahmebewilli-

gung war zum Tatzeitpunkt bereits seit rund neun Jahren abgelaufen. Da der 

Beschuldigte weder unter altem Recht über eine entsprechende Ausnahmebe-

willigung für die zwei Maschinenpistolen verfügte und auch unter neuem Recht 

nicht innert Frist eine Ausnahmebewilligung einholte, hat er diese zwei Waffen 

ohne Berechtigung besessen. Das Vorbringen des Beschuldigten, mehrmals ver-

sucht zu haben, diese Waffen beim damals zuständigen Mitarbeiter der Kantons-

polizei Schwyz, F., nachzumelden (BA 13-01-0190 Z. 45; TPF 9.731.016 Z. 1 ff.), 

ändert daran nichts. Diese angeblichen Nachmeldungsversuche wurden anläss-

lich der an der Hauptverhandlung durchgeführten Zeugeneinvernahme von F. 

nicht bestätigt (TPF 9.764.006; -008) und sind somit bereits in tatsächlicher Hin-

sicht nicht erstellt. Überdies gab der Beschuldigte an der Hauptverhandlung 

selbst an, erstmals in den Jahren 2013/2014 (TPF 9.731.018 Z. 11) bzw. 

2015/2016 (TPF 9.731.016 Z. 2 f.) versucht zu haben, diese Waffen nachzumel-

den. In diesem Zeitpunkt war die übergangsrechtliche Frist zur Nachmeldung 

bzw. Einholung einer Ausnahmebewilligung bereits abgelaufen. Folglich könnte 

der Beschuldigte durch eine versuchte Nachmeldung ohnehin nichts zu seinen 

Gunsten ableiten. 

d) Schliesslich unterliegen die vorgenannten 200 Gewehrpatronen (Ass-

Nr. 02.06.0036) als Munition mit Hartkerngeschossen (BA 10-01-0281) seit dem 

12. Dezember 2008 einem Besitzverbot (Art. 6 WG i.V.m. Art. 26 Abs. 1 

lit. a WV). In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt, dass der Beschuldigte frühestens 

im Jahr 2017 – und folglich nach Inkrafttreten des Besitzverbots – in deren Besitz 

gekommen ist (vgl. E. 2.2.3.4a). Somit hätte der Beschuldigte für diese Munition 

eine Ausnahmebewilligung einholen müssen, um diese rechtmässig besitzen zu 

können (Art. 6 WG i.V.m. Art. 26 Abs. 2 WV). Da er zum Tatzeitpunkt nicht über 

eine entsprechende Ausnahmebewilligung für die genannte Munition verfügte 

(vgl. E. 2.2.3.5b), hat er diese demnach ohne Berechtigung besessen.  

2.2.4.2 a) Die übrigen dem Beschuldigten vorgeworfenen Gegenstände hat er rechtmäs-

sig besessen. Zur Begründung ist zwischen dem Maschinengewehr und den da-

zugehörigen Wechselläufen (vgl. E. 2.2.4.2b) und der übrigen Munition (vgl. 

E. 2.2.4.2c) wie folgt zu differenzieren: 

b) Das Maschinengewehr sowie die dazugehörigen fünf Wechselläufe unterlie-

gen zwar seit dem 12. Dezember 2008 einem Besitzverbot gemäss Art. 5 

Abs. 1 WG (bzw. aArt. 5 Abs. 2 WG in der vom 1. Juli 2016 bis zum 14. Au-

gust 2019 geltenden Fassung) sowie grundsätzlich der übergangsrechtlichen 

Pflicht nach Art. 42 Abs. 6 WG zur Einholung einer Ausnahmebewilligung. Die 

- 27 - 

SK.2020.51 

Pflicht zur Einholung einer solchen Ausnahmebewilligung entfällt allerdings, 

wenn der Besitzer bereits eine gültige (altrechtliche) Ausnahmebewilligung zum 

Erwerb der entsprechenden Waffen hat (Art. 42 Abs. 6 Satz 2 WG). In tatsächli-

cher Hinsicht ist erstellt, dass der Beschuldigte über eine solche altrechtliche 

Ausnahmebewilligung für das genannte Maschinengewehr sowie die dazugehö-

rigen Wechselläufe verfügte (vgl. E. 2.2.3.5a). Folglich hat er die unter 

E. 2.2.3.5a erwähnten Gegenstände – wie die Bundesanwaltschaft im Vorverfah-

ren selber einräumte (BA 16-01-0247) – rechtmässig besessen. 

c) Bei der übrigen dem Beschuldigten vorgeworfenen Munition handelt es sich 

um Munition mit Hartkerngeschossen (BA 10-01-0281). Solche Munition unter-

liegt seit Inkrafttreten des eidgenössischen Waffengesetzes am 1. Januar 1999 

einem Erwerbsverbot (Art. 6 WG i.V.m. Art. 17 Abs. 1 lit. a der altrechtlichen Ver-

ordnung über Waffen, Waffenzubehör und Munition vom 21. September 1998; 

[AS 1998 2549]) und seit dem 12. Dezember 2008 zusätzlich einem Besitzverbot 

(Art. 6 WG i.V.m. Art. 26 Abs. 1 lit. a WV). In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt, 

dass der Beschuldigte nach Inkrafttreten des Waffen-Konkordates, aber vor In-

krafttreten des Waffengesetzes in Besitz dieser Munition gelangte 

(vgl. E. 2.2.3.4b). Das damals geltende Waffen-Konkordat enthielt zwar Regeln 

in Bezug auf den Erwerb von Faustfeuerwaffen und anderen Schusswaffen 

(Art. 2 Waffen-Konkordat) sowie gewisse An- und Verkaufsverbote (Art. 8 Waf-

fen-Konkordat). In Bezug auf Munition enthielt das Waffen-Konkordat allerdings 

lediglich folgende Bestimmung: «Jugendlichen unter 18 Jahren darf Munition nur 

abgegeben werden, wenn sie unverzüglich und unter Kontrolle verschossen 

wird» (Art. 7 Waffen-Konkordat). Weder das Waffen-Konkordat noch der gestützt 

darauf erlassene Beschluss des Regierungsrates des Kantons Schwyz betref-

fend den Vollzug des Konkordats über den Handel mit Waffen und Munition vom 

9. November 1970 (GS 15-820) enthielten weitergehende Vorschriften in Bezug 

auf den Erwerb von Munition. Somit konnte solche Munition vor Inkrafttreten des 

Waffengesetzes ohne besondere Bewilligung erworben werden. Wer vor Inkraft-

treten des Waffengesetzes rechtmässig heute verbotene Munition erworben hat, 

kann diese auch nach Inkrafttreten des Waffengesetzes rechtmässig besitzen 

(vgl. WÜST, Schweizer Waffenrecht, 1999, S. 62). Nach dem Gesagten hat der 

Beschuldigte nachfolgende Munition unter altem Recht legal erworben und be-

sass diese zum Tatzeitpunkt rechtmässig: 

Gegenstand | Beschreibung Ass-Nr. 

188 Patronen Kaliber 7.92 x 33 mm, Hartkern 02.03.0041 

55 Patronen, Hartkern 02.03.0042 

1 Patrone 20 mm, HS 48, Minenbrand explosiv 02.06.0013 

1 Patrone Kaliber .55 Boys Armor Piercing 02.06.0046 

15 Gewehrpatronen 8x57 IS, Leuchtspur gelb, Hartkern 05.03.0002 

- 28 - 

SK.2020.51 

13 Patronen 8x57 IS, Hartkern 05.13.0049 

3 Patronen 8x57 IS, schwarze Spitze, Hartkern 05.13.0049 

8 Patronen, 8 mm kurz, Hartkern 05.13.0049 

15 Patronen, 8 mm kurz, Hartkern 05.13.0049 

2.2.4.3 In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte seit dem 5. No-

vember 1990 über eine Bewilligung zum Sammeln von Seriefeuerwaffen (BA 16-

01-0053 f.) und über eine Vielzahl von Waffenerwerbsscheine und Ausnahme-

bewilligungen verfügte (BA 10-01-0169 ff.; BA 16-01-0053 f.). Es ist somit davon 

auszugehen, dass er sich vertiefter mit der Waffenthematik und -gesetzgebung 

auseinandergesetzt hat. Zudem ist allgemein bekannt, dass der Besitz von Waf-

fen und Munition gesetzlicher Regelung untersteht und auch, dass der Besitz 

gewisser Waffen und Munition für den Privatgebrauch verboten ist (Urteil des 

Bundesstrafgerichts SK.2016.34 vom 21. Januar 2019 E. 4.4.6). Hinzu kommt 

seine berufliche Erfahrung, gestützt auf welche er sich in den vorgenannten Be-

reichen überdurchschnittliches Wissen angeeignet hat. 

Hinsichtlich des Springmessers gab der Beschuldigte an, nicht mehr gewusst zu 

haben, dass dieses existiere (TPF 9.731.015 Z. 34 ff.). Diese Aussage ist als 

Schutzbehauptung anzusehen, erscheint es doch nicht glaubhaft, dass der Be-

schuldigte als Waffensammler nicht wusste, über welche Waffen er verfügte. 

Überdies bestätigte der Beschuldigte anlässlich der am 22. Februar 2018 durch-

geführten Hausdurchsuchung (BA 08-01-0010), dass dieses Springmesser bei 

ihm zu Hause sichergestellt worden war. Hätte er nicht gewusst, dass er dieses 

Springmesser besitzt, hätte er die Sicherstellung auch nicht bestätigen können 

bzw. mindestens beanstanden müssen. Der Beschuldigte hat das Springmesser 

somit am 22. Februar 2018 vorsätzlich besessen. Zudem gab er selbst an, ge-

wusst zu haben, dass der Besitz von derartigen Springmessern verboten ist 

(BA 13-01-0007 Z. 19; TPF 9.731.015 Z. 36 f.). In Bezug auf die zwei Maschi-

nenpistolen gab der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung an, versucht 

zu haben, bei der Kantonspolizei Schwyz eine Ausnahmebewilligung einzuholen 

(TPF 9.731.015 Z. 1 ff.; -018 Z. 7 ff.). Als ihm dies nicht gelang, habe er dem da-

mals dafür zuständigen Mitarbeiter der Kantonspolizei, F., gesagt: «Dann behalte 

ich diese halt weiterhin schwarz» (TPF 9.731.018 Z. 23 ff.). Demnach war ihm 

auch in Bezug auf die Maschinenpistolen bewusst, dass er diese ohne Berechti-

gung besessen hat. Aufgrund seines Fachwissens musste der Beschuldigte auch 

in Bezug auf die 200 Gewehrpatronen wissen, dass er diese ohne Berechtigung 

besass. Folglich hat der Beschuldigte die vorgenannten Gegenstände (vgl. 

E. 2.2.4.1) vorsätzlich ohne Berechtigung besessen. 

2.2.4.4 Nach dem Gesagten ist der Tatbestand der Widerhandlung gegen das Waffen-

gesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Bezug auf das Springmesser (Ass-Nr. 

- 29 - 

SK.2020.51 

02.03.0026), die Maschinenpistole FN, Mod. UZI (Ass-Nr. 02.03.0032), die Ma-

schinenpistole Sten (Ass-Nr. 02.05.0001) und die 200 Gewehrpatronen [Muniti-

onsart] (Ass-Nr. 02.06.0036) in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt. Recht-

fertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Der Beschuldigte 

ist somit der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. 

a i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. a WG, Art. 6 Abs. 1 WG i.V.m. Art. 26 Abs. 1 lit. a WV 

und Art. 12 WG schuldig zu sprechen. 

3. Mehrfache Veruntreuung  

3.1 Anklagevorwurf (Anklagepunkt 1.2) 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, in seiner damaligen Funk-

tion als Leiter Logistik der Kantonspolizei Schwyz in der Zeit vom 19. Ja-

nuar 2009 bis 28. Februar 2018 Munition und Material im Gesamtwert von 

Fr. 180'976.90 (recte: Fr. 183'313.60) im Namen der Kantonspolizei Schwyz be-

stellt und anschliessend von den jeweiligen Lieferanten entgegengenommen zu 

haben, um die bestellte Ware für die Kantonspolizei Schwyz in Besitz zu nehmen. 

Die entgegengenommene Ware, welche von der Kantonspolizei Schwyz bezahlt 

worden sei, habe innerhalb der Kantonspolizei Schwyz keine Verwendung ge-

funden. Vielmehr habe der Beschuldigte diese für private Zwecke verwendet, um 

sich so einen ihm nicht zustehenden geldwerten Vorteil zu verschaffen. Konkret 

werden dem Beschuldigten diese Handlungen im Zusammenhang mit folgenden 

Munitions- und Materialbestellungen vorgeworfen: 

a) insgesamt 34 Bestellungen bei der Logistikbasis der Armee (nachfolgend: 

LBA) zwischen 2009 und 2017 im Betrag von total Fr. 108'807.25 (recte: 

Fr. 110'823.25); 

b) insgesamt fünf Bestellungen bei der G. AG zwischen 2014 und 2017 im Betrag 

von total Fr. 6'250.05; 

c) eine Bestellung bei der H. GmbH aus dem Jahr 2017 im Betrag von Fr. 492.50; 

d) eine Bestellung bei der I. AG aus dem Jahr 2017 im Betrag von Fr. 1'333.80; 

e) insgesamt 19 Bestellungen bei der E. AG zwischen 2009 und 2017 im Betrag 

von total Fr. 64'414.–. 

  

- 30 - 

SK.2020.51 

3.2 Rechtliches 

3.2.1 Nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich der Veruntreuung strafbar, wer sich 

eine ihm anvertraute fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen an-

dern damit unrechtmässig zu bereichern. Wer die Veruntreuung als Beamter 

begeht, unterliegt einer qualifizierten Strafdrohung (Art. 138 Ziff. 2 StGB). 

3.2.2 Als Beamter gelten die Beamten und Angestellten einer öffentlichen Verwaltung 

und der Rechtspflege sowie die Personen, die provisorisch ein Amt bekleiden 

oder provisorisch bei einer öffentlichen Verwaltung oder der Rechtspflege ange-

stellt sind oder vorübergehend amtliche Funktionen ausüben (Art. 110 Abs. 3 

StGB). Entscheidend für die Beamtenstellung ist, ob die übertragene Funktion 

amtlicher Natur ist, das heisst, ob sie zur Erfüllung einer dem Gemeinwesen zu-

stehenden öffentlich-rechtlichen Aufgabe übertragen wurde (BGE 141 IV 329 

E. 1.3 mit Hinweisen). Der qualifizierte Tatbestand von Art. 138 Ziff. 2 StGB soll 

Tätergruppen erfassen, die ein erhöhtes Vertrauen geniessen (BGE 120 IV 182 

E. 1b). Erforderlich ist, dass der Täter die Tat in Ausübung der betreffenden Tä-

tigkeit begeht (NIGGLI/RIEDO, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 138 StGB 

N. 158). Der Täter muss die Vermögenswerte, die er veruntreut, im Rahmen sei-

ner Beamtenstellung anvertraut erhalten haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_629/2015 vom 7. Januar 2016 E. 4.3.1). 

3.2.3 Ob eine Sache fremd ist, beurteilt sich nach dem Zivilrecht (BGE 132 IV 5 E. 3.3 

m.w.H.). Als anvertraut gilt, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in 

bestimmter Weise im Interesse des Treugebers zu verwenden, insbesondere es 

zu verwahren, zu verwalten oder einem anderen abzuliefern (BGE 143 IV 297 

E. 1.3; 133 IV 21 E. 6.2). Gemäss einer anderen Umschreibung ist anvertraut, 

was jemand mit der besonderen Verpflichtung empfängt, es dem Treugeber zu-

rückzugeben oder es für diesen einem Dritten weiterzuleiten, wobei der Treuge-

ber seine Verfügungsmacht über das Anvertraute aufgibt (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., 

Art. 138 StGB N. 45; BGE 143 IV 297 E. 1.3). Aneignung bedeutet, dass der Tä-

ter die fremde Sache oder den Sachwert wirtschaftlich seinem eigenen Vermö-

gen einverleibt, sei es, um sie zu behalten oder zu verbrauchen, sei es, um sie 

an einen andern zu veräussern, beziehungsweise dass er wie ein Eigentümer 

über die Sache verfügt, ohne diese Eigenschaft zu haben. Die Aneignung setzt 

einerseits einen Willen des Täters auf dauernde Enteignung des Eigentümers 

voraus und andererseits einen Willen auf mindestens vorübergehende Zueig-

nung an sich selbst, d.h. auf Verwendung der Sache zu seinen eigenen Gunsten. 

Dieser Wille muss sich nach aussen manifestieren (BGE 129 IV 223 E. 6.2.1; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_444/2019 vom 14. November 2019 E. 2.3). 

- 31 - 

SK.2020.51 

3.2.4 Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz (Art. 12 Abs. 1 und Abs. 2 StGB) und 

ein Handeln in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht. Als unrechtmässige Be-

reicherung gilt jede wirtschaftliche Besserstellung, auf die ihr Empfänger keinen 

Rechtsanspruch besitzt. In der Regel ist mit der Aneignung auch eine Bereiche-

rung verbunden (BGE 114 IV 133 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 6B_66/2008 

vom 9. Mai 2008 E. 5.3.3). 

3.3 Tatsächliches 

3.3.1 Im Vorverfahren sowie anlässlich der Hauptverhandlung bestritt der Beschuldigte 

den Umfang der ihm vorgeworfenen Bestellungen. Zusammenfassend machte er 

geltend, er habe nicht Munition und Material im Betrag von ca. Fr. 180'000.–, 

sondern lediglich Munition im Betrag von ca. Fr. 40'000.– für sich privat über die 

Kantonspolizei Schwyz bestellt (BA 13-01-0098 Z. 4; -0189 Z. 44; 

TPF 9.731.019 Z. 40 ff.; -020 Z. 20 ff.). Hingegen bestritt er nicht, dass sämtliche 

ihm vorgeworfenen Bestellungen im Namen der Kantonspolizei Schwyz durch 

ihn bestellt und durch die Kantonspolizei Schwyz bezahlt worden sind 

(TPF 9.731.023 Z. 3 ff.). Dies ergibt sich im Übrigen auch aus den Akten (BA 05-

01-0029 bis 0057; -0248 bis 0335). 

Vorab ist somit festzustellen, in welchem Umfang der Beschuldigte Munition und 

Material aus den ihm vorgeworfenen Bestellungen für sich privat bestellt und 

schliesslich verwendet hat. 

3.3.2 Beweismittel 

3.3.2.1 Aussagen Beschuldigter 

a) In Bezug auf seine Stellung und Aufgaben als Leiter Logistik führte der Be-

schuldigte im Vorverfahren aus, er habe die Kompetenz gehabt, Einkäufe bis zu 

Fr. 5'000.– selbständig zu tätigen (BA 13-01-0100 Z. 26 f.). Erst bei Bestellun-

gen, die über diesen Betrag gingen, habe er einen sogenannten Arbeitsauftrag 

bei seinen Vorgesetzen einholen müssen (BA 13-01-0116 Z. 27 ff.). Diese Aus-

sagen bestätigte er anlässlich der Hauptverhandlung und führte weiter aus, für 

die Verwaltung von insgesamt vier Konti der Buchhaltung der Kantonspolizei 

Schwyz zuständig gewesen zu sein (TPF 9.731.021). 

b) Nach anfänglicher Aussageverweigerung (BA 13-01-0026 ff.) gab der Be-

schuldigte im Vorverfahren anlässlich der Einvernahme vom 2. Mai 2018 erst-

mals an, ab dem Jahr 2014 über die Kantonspolizei Schwyz für sich selbst Mu-

nition im Umfang von ca. Fr. 40'000.– bezogen und abgerechnet zu haben. Es 

habe sich dabei um Munition gehandelt, welche er für sich zum Schiessen ge-

brauchen konnte, vor allem Ordonnanzmunition (BA 13-01-0098 Z. 1 ff.). Auf 

- 32 - 

SK.2020.51 

Vorhalt der einzelnen Bestellungen präzisierte der Beschuldigte anlässlich dieser 

Einvernahme, die ihm vorgeworfenen Bestellungen bei der LBA aus den Jahren 

2015 bis 2017 (mit zwei Ausnahmen) über die Kantonspolizei Schwyz für sich 

selbst getätigt bzw. die Munition dieser Bestellungen für sich selbst verwendet zu 

haben (BA 13-01-0098 bis -0118). Davon ausgenommen seien die Bestellung 

vom 24. April 2015 im Betrag von Fr. 1'931.– sowie die Bestellung vom 29. Feb-

ruar 2016 im Betrag von Fr. 3'660.–, bei denen er nicht mehr wisse, ob er diese 

für sich privat oder für die Kantonspolizei Schwyz vorgenommen habe (BA 13-

01-0101 Z. 9 ff.; -0108 Z. 1 ff.). Auf Vorhalt, dass es sich bei diesen ihm vorge-

haltenen Bestellungen um Munitionsbestellungen aus dem Zeitraum 2015 bis 

2017 handle, gab der Beschuldigte an, sich mit dem eingangs erwähnten Jahr 

2014 «wohl geirrt» zu haben; der Zeitraum ab 2015 sei korrekt (BA 13-01-0121 

Z. 17 ff.). Im Vorverfahren gab er anlässlich der Einvernahme vom 28. Juni 2018 

weiter zu, die ihm vorgeworfene Bestellung bei der H. GmbH im Betrag von 

Fr. 492.50 ebenfalls für sich selbst vorgenommen bzw. die Munition dieser Be-

stellung für sich selbst verwendet zu haben (BA 13-01-0134 Z. 5 ff.). Anlässlich 

der Schlusseinvernahme bestätigte er, lediglich Munition im Umfang von ca. 

Fr. 40'000.– über die Kantonspolizei Schwyz für sich privat bestellt zu haben 

(BA 13-01-0189 Z. 44). Anlässlich seiner Einvernahme an der Hauptverhandlung 

gab er zu Protokoll, ab 2015 Munition im Umfang von total ca. Fr. 40'000.– für 

sich privat über die Kantonspolizei Schwyz bestellt zu haben (TPF 9.731.020 

Z. 11/Z. 20 ff.). Er präzisierte, «in erster Linie» bei der E. AG sowie einmal bei 

der H. GmbH Munition für private Zwecke bestellt zu haben (TPF 9.731.022 

Z. 41). Überdies bestätigte er seine im Vorverfahren gemachte Aussage, wonach 

er privat Munition bei der LBA und der H. GmbH bestellt habe (TPF 9.731.022 

Z. 44 ff.). 

c) In Bezug auf die eingestandenen Bestellungen bei der LBA gab er im Vorver-

fahren an, diese jeweils per Fax oder E-Mail an die LBA gesandt zu haben 

(BA 13-01-0098 Z. 23; -0101 Z. 16; -0102 ff.). Die Rechnungen und die bestellte 

Munition seien jeweils an ihn als Leiter Logistik der Kantonspolizei Schwyz adres-

siert gewesen und in sein Büro bei der Kantonspolizei Schwyz geliefert worden 

(BA 13-01-0098 Z. 24 f./32; -0099 Z. 1; -0102 ff.). Die Rechnungen habe er an-

schliessend jeweils visiert und zur weiteren Unterschrift innerhalb der Kantons-

polizei Schwyz an das Rechnungsbüro weitergeleitet, sodass diese schliesslich 

durch die Kantonspolizei bezahlt worden seien (BA 13-01-0098 Z. 27 ff.). Die 

Munition habe er jeweils in seinem privaten Motorfahrzeug nach Hause mitge-

nommen. Grösstenteils habe er die Munition für sich privat zum Schiessen ver-

wendet; etwa «1 %» habe er über die Plattform «J.» an Dritte verkauft (BA 13-

01-0099 Z. 2 ff.; -0102 Z. 28). Zur Begründung seiner Handlungen gab er an, 

dass Privatpersonen viele Munitionsarten kaum kaufen könnten; er habe daher 

seine Position bei der Kantonspolizei Schwyz dafür ausgenutzt (BA 13-01-0099 

- 33 - 

SK.2020.51 

Z. 16 f.). Insbesondere hätte er als Privatperson nicht bei der Armee Munition 

bestellen können (BA 13-01-0120 Z. 12 ff.). Weiter gab er an, «es war einfach zu 

einfach»; er habe es einmal versucht und bemerkt, dass er die Rechnungen 

durch die Polizei bezahlen lassen könne. Anschliessend habe er dies «halt dann 

immer so gemacht», obwohl er genügend Geld für den Kauf der Munition gehabt 

hätte. Es sei ihm um den «Kick» gegangen (BA 13-01-0099 Z. 19 ff.). Diese Aus-

sagen bestätigte er im Wesentlichen an der Hauptverhandlung (TPF 9.731.020 

Z. 1 ff./14 f.; -022). 

d) In Bezug auf alle weiteren ihm vorgeworfenen Bestellungen stritt der Beschul-

digte im Vorverfahren kategorisch ab, diese für sich privat getätigt zu haben bzw. 

machte er mehrheitlich von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch 

(BA 13-01-0132 ff.). Als Begründung für die Differenz zwischen den ihm vorge-

worfenen und von ihm eingestandenen Bestellungen im Umfang von 

ca. Fr. 140'000.– gab er insbesondere an, dass es im Schiesskeller beim Stütz-

punkt der Kantonspolizei Schwyz sogenannte Demoschiessen gegeben habe, 

an welchen verschiedene beschlagnahmte Waffen durch Polizeiangehörige be-

schossen werden konnten. Zudem seien verschiedene Polizisten zu ihm gekom-

men und hätten durch ihn Gegenstände bestellen lassen, wobei er die Bestellun-

gen jeweils nicht hinterfragt habe (BA 13-01-0132 Z. 17 ff.). Anlässlich der 

Schlusseinvernahme gab er an, verschiedene Abteilungen hätten über ihn Mate-

rial bestellt. Er wolle keine Namen nennen, aber man habe seine Gutmütigkeit 

ausgenutzt. Zudem finde er es ungerecht, wenn man nun alle Ungereimtheiten, 

welche aufgrund schlechter Buchführung und Kontrolle entstanden seien und 

durch die Finanzkontrolle Schwyz festgestellt worden seien, auf ihn abschieben 

wolle (BA 13-01-0190 Z. 44/49 f./52). Diesbezüglich präzisierte er, dass es zahl-

reiche Anstifter und seine Gutmütigkeit ausnützende mittelbare Täter gegeben 

habe, die nicht belangt worden seien, u.a. die Kaderoffiziere, welche die Bestel-

lungen abgesegnet hätten, die Leistungsbezüger auf dem Ausbildungsplatz Z. 

und im Schiesskeller Y. sowie diverse Sondergruppen (BA 13-01-0191 Z. 71). 

Auf Vorhalt dieser Aussage gab der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhand-

lung zu Protokoll, dass verschiedene Personen der Sondergruppe «K.» und der 

Ausbildung bei ihm Munition und Material hätten bestellen können. Er habe diese 

Bestellungen nicht hinterfragt und sei jeweils davon ausgegangen, dass diese 

Bestellungen für dienstliche Zwecke gewesen seien (TPF 9.731.024). Auch habe 

er Munition für Gast-, Versuchs- und Fremdwaffenschiessen bestellen und teil-

weise schlagartig ausliefern müssen (TPF 9.731.025). An solchen Schiessen 

seien jeweils sicherlich 80 bis 100 Schuss pro Person verschossen worden (TPF 

9.731.028 Z. 19 ff.). 

  

- 34 - 

SK.2020.51 

3.3.2.2 Schriftliche Eingaben der Privatklägerschaft 

a) Hinsichtlich der Bestellkompetenz des Beschuldigten führte die Privatkläger-

schaft in ihrem Bericht vom 28. November 2019 aus, dass der Beschuldigte be-

fugt gewesen sei, Bestellungen bis Fr. 5'000.– selber auszuführen. Für Bestel-

lungen über Fr. 5'000.– habe er einen sog. Arbeitsauftrag erstellen und diesen 

durch seinen Vorgesetzten unterzeichnen lassen müssen (BA 15-01-0085).  

b) Die Privatklägerschaft führte im erwähnten Bericht weiter aus, dass neben 

dem Beschuldigten folgende drei Stellen innerhalb der Kantonspolizei Schwyz 

Munition hätten bestellen konnten: 1) der Dienst Schiessen, Taktik und Selbst-

verteidigung (nachfolgend: Dienst STS), 2) die Sondergruppe «K.» und 3) das 

Detachement Ordnungsdienst (BA 15-01-0079). Die Munitionsbestellungen für 

den Dienst STS seien jeweils zentral über den Beschuldigten gelaufen. Abgese-

hen von einzelnen Ausnahmen, habe der Dienst STS die Bestellungen vorberei-

tet und der Beschuldigte habe diese im Bedarfsfall angepasst (Datum, Bestell-

nummer, etc.). Anschliessend habe der Beschuldigte die Bestellungen in seinem 

Namen bei den Lieferanten in Auftrag gegeben. Dabei sei üblicherweise auch die 

Rechnungsadresse des Beschuldigten als Leiter Logistik angegeben worden (BA 

15-01-0080). Demgegenüber seien die Munitionsbestellungen für die Sonder-

gruppe «K.» im Normalfall direkt durch den Materialchef der Sondergruppe «K.» 

getätigt worden. In Ausnahmefällen, wenn eine grosse Menge oder spezielle Mu-

nition zu bestellen gewesen sei, seien die Bestellungen über den Beschuldigten 

gelaufen (BA 15-01-0081). Das Detachement Ordnungsdienst der Kantonspoli-

zei Schwyz habe schliesslich für Einsätze im Zusammenhang mit unfriedlichem 

Ordnungsdienst über Mehrzweckwerfer (Gummischrot/CS) verfügt. Die Beschaf-

fung von den dafür nötigen Treibpatronen sei jeweils zentral über den Beschul-

digten gelaufen. Konkret seien folgende zwei Munitionstypen im Detachement 

Ordnungsdienst verwendet worden: «[Munitionsart]», welche bei der LBA, und 

«[Munitionsart]», welche bei der E. AG bestellt worden seien (BA 15-01-0082).  

c) In Bezug auf die dem Beschuldigten vorgeworfenen Bestellungen machte die 

Privatklägerschaft in ihrem Bericht vom 11. Juli 2018 zusammengefasst geltend, 

dass eine Verwendung der damit bestellten Munition durch die Kantonspolizei 

Schwyz zusammengefasst ausgeschlossen sei, da 1) die Munition aufgrund 

Nicht-Vorhandensein der entsprechenden, dazugehörigen Waffen nicht verwen-

det werden könne; 2) die Munition im relevanten Zeitraum nie von der Kantons-

polizei Schwyz verwendet worden sei; 3) die Munition zwar aufgrund der vorhan-

denen Waffen verwendet werden könne, aber solche Munition noch an Lager 

gewesen sei und deshalb kein Bedarf für weitere Munition bestanden habe oder 

4) die Munition zwar aufgrund der vorhandenen Waffen verwendet werden 

- 35 - 

SK.2020.51 

könne, die Munition aber bei anderen Lieferanten bestellt worden sei (BA 05-01-

0227 ff.). 

d) Was die vom Beschuldigten geltend gemachten Gast-, Versuchs- und 

Fremdwaffenschiessen anbelangt, hielt die Privatklägerschaft in ihrem Bericht 

vom 1. März 2021 fest, dass im Zeitraum von 2009 bis 2018 insgesamt 28 sol-

cher Schiessen im Schiesskeller des Sicherheitsstützpunktes Y. sowie auf dem 

Schiessplatz Z. stattgefunden hätten. Im Rahmen der Gastschiessen sei die per-

sönliche Dienstwaffe vorgestellt worden. Bei den Versuchs- und Fremdwaffen-

schiessen seien verschiedene Munitionssorten und -typen verwendet worden; 

unter anderem auch Munition für Waffen, die nicht als Dienstwaffen anzusehen 

seien (TPF 9.262.4.017 ff.). Die für solche Schiessen verwendete Munition 

stamme aus dem Bestand der Kantonspolizei Schwyz. Genaue Angaben zu den 

Schusszahlen bei solchen Schiessen können nicht gemacht werden, da diese 

nicht erfasst worden seien. Erfahrungsgemäss könne bei einem Gastschiessen 

von ein paar Dutzend Schuss pro Gast ausgegangen werden; bei Versuchs- und 

Fremdwaffenschiessen sei jeweils eine sehr geringe Anzahl Schuss für das Be-

schiessen der verschiedenen Zielmedien benötigt worden (TPF 2.262.4.020). 

3.3.2.3 Aussagen Zeuge L. 

L., ehemaliger stellvertretender Kommandant der Kantonspolizei Schwyz, wurde 

an der Hauptverhandlung als Zeuge befragt. Dabei führte er zusammenfassend 

Folgendes aus: Der Beschuldigte sei als Leiter Logistik der Kantonspolizei 

Schwyz ihm direkt unterstellt gewesen. In dieser Funktion habe er in eigener 

Kompetenz Bestellungen bis zu einem Betrag von Fr. 5'000.– tätigen können. 

Sodann sei der Beschuldigte für die materielle und formelle Prüfung der Rech-

nungen für solche Bestellungen zuständig gewesen (TPF 9.761.003 ff.). Nach 

dieser Kontrolle seien diese Rechnungen an die Geschäftsleitung der Kantons-

polizei Schwyz, unter anderem auch an ihn (L.) selbst, zur Zahlungsfreigabe wei-

tergeleitet worden (TPF 9.761.005). Für die Zahlungsfreigabe habe er dann je-

weils – gestützt auf die zuvor durch den Beschuldigten erfolgte Kontrolle – die 

Rechnungen visieren müssen (TPF 9.761.009 f.). Bei Bestellungen über 

Fr. 5'000.– habe der Beschuldigte einen Arbeitsauftrag bei ihm einholen müssen. 

Dieser sei jeweils der Rechnung beigelegt worden (TPF 9.761.004; 

-010). Ob die Kantonspolizei Schwyz Gast-, Versuchs- oder Fremdwaffenschies-

sen durchgeführt habe, wisse er nicht. Er habe davon gehört, könne aber keine 

weiteren Aussagen dazu machen, da er nicht daran beteiligt gewesen sei 

(TPF 9.761.007). 

  

- 36 - 

SK.2020.51 

3.3.2.4 Aussagen Zeuge M. 

M., Chef Einsatztraining (früher: Dienst STS) der Kantonspolizei Schwyz, wurde 

an der Hauptverhandlung als Zeuge befragt. Dabei führte er zusammenfassend 

Folgendes aus: Er habe u.a. bei der Munitionsbestellung mit dem Beschuldigten 

zusammengearbeitet. Der Beschuldigte sei der Kontoführer gewesen und die 

Rechnungen seien schliesslich alle über ihn beglichen worden (TPF 9.762.004), 

sodass dieser immer über alles informiert gewesen sei (TPF 9.762.006). Es sei 

auch vorgekommen, dass er selbst Bestellungen vorgenommen und den Be-

schuldigten erst im Nachhinein informiert habe (TPF 9.762.005). Dabei seien ins-

besondere grössere Munitionsbestellungen (50'000 Schuss) direkt zum Schiess-

keller Y. geliefert worden; der Beschuldigte habe aber die entsprechenden Rech-

nungen erhalten (TPF 9.762.005). Weiter bestätigte der Zeuge, dass die Kan-

tonspolizei Schwyz Gast-, Versuchs- und Fremdwaffenschiessen im Schiesskel-

ler Y. und auf dem Schiessplatz Z. durchgeführt habe. Dabei sei jeweils eine 

geringe Menge pro Person (ein Magazin, 15 Schuss) verschossen worden 

(TPF 9.762.007 f.). Auf Vorhalt des Berichts der Kantonspolizei Schwyz vom 

1. März 2021 (TPF 9.262.4.016; vgl. E. 0d) gab der Zeuge an, dass ihm keine 

anderen als im Bericht erwähnten Gast- und Fremdwaffenschiessen bekannt 

seien (TPF 9.762.011). 

3.3.2.5 Aussagen Zeuge N. 

N., ehemaliger stellvertretender Regionenchef Höfe/Einsiedeln der Kantonspoli-

zei Schwyz, wurde an der Hauptverhandlung als Zeuge befragt. Dabei führte er 

zusammenfassend Folgendes aus: Er sei mit dem Beschuldigten beruflich in 

Kontakt gestanden, da er in seiner Funktion Büromaterial, nicht hingegen Muni-

tion, bei diesem habe bestellen müssen (TPF 9.763.003). In Bezug auf den Um-

gang mit Munition im Schiesskeller Y. und dem Schiessplatz Z. gab er weiter an, 

dass sich dort jeweils Munition befunden hätte, welche er als Teilnehmer von 

Schiessen habe benützen können (TPF 9.763.005). Weiter bestätigte der Zeuge, 

dass die Kantonspolizei Schwyz Gast-, Versuchs- und Fremdwaffenschiessen 

durchgeführt habe. Er könne aber nicht sagen, wie viel Munition dabei verschos-

sen worden sei (TPF 9.763.004). 

3.3.2.6 Bestellschreiben und Rechnungen 

Die Bestellschreiben zu den dem Beschuldigten vorgeworfenen Bestellungen bei 

der LBA liegen bei den Akten (BA 05-01-0029 bis 0057); die Bestellschreiben für 

die Bestellungen bei den übrigen Lieferanten konnten hingegen nicht erhältlich 

gemacht werden. Sodann befinden sich in Bezug auf sämtliche dem Beschuldig-

ten vorgeworfene Bestellungen bei allen Lieferanten die dazugehörigen Rech-

nungen in den Akten (BA 05-01-0248 bis 0335).  

- 37 - 

SK.2020.51 

3.3.2.7 Elektronische Sicherstellungen 

a) Anlässlich der am 22. Februar 2018 am Wohnort des Beschuldigten durchge-

führten Hausdurchsuchung konnten unter anderem sein Computer HP Elite Book 

(Ass-Nr. 02.07.0001) sowie seine Harddisk USB Toshiba (Ass-Nr. 02.11.0016) 

sichergestellt werden (BA 08-01-0007). Gemäss Bericht der Bundeskriminalpoli-

zei vom 2. Oktober 2018 (BA 10-01-0139 ff.) sind darauf zusammengefasst unter 

anderem folgende Dokumente abgespeichert: 

 16 Dokumente mit dem Logo der Kantonspolizei Schwyz betreffend die Be-

stellung von Munition bei der LBA zwischen 18. November 2009 und 14. No-

vember 2014 durch den Leiter Logistik der Kantonspolizei Schwyz, A. 

(BA 10-01-0149 bis -0153), wobei das Dokument betreffend die Bestellung 

vom 18. November 2009 doppelt abgespeichert ist (BA 10-01-0149; -0153); 

 drei Dokumente mit dem Logo der Kantonspolizei Schwyz betreffend die Be-

stellung von Munition bei der G. AG zwischen 7. März 2014 und 

12. Juni 2014 durch den Leiter Logistik der Kantonspolizei Schwyz, A. 

(BA 10-01-0151 bis -0153); 

 drei Dokumente mit dem Logo der Kantonspolizei Schwyz betreffend die Be-

stellung von Munition bei der E. AG zwischen 14. März 2014 und 20. Okto-

ber 2014 durch den Leiter Logistik der Kantonspolizei Schwyz, A. (BA 10-01-

0150; -0152 f.). 

b) Auf dem Computer HP Elite Book (Ass-Nr. 02.07.0001) sowie auf dem eben-

falls anlässlich der am Wohnort des Beschuldigten am 22. Februar 2018 durch-

geführten Hausdurchsuchung sichergestellten Computer Terra PC System (Ass-

Nr. 02.11.0019; BA 08-01-0007) sind gemäss Bericht der Bundeskriminalpolizei 

vom 23. April 2019 überdies rund 65 Worddateien gespeichert (BA 10-01-0217). 

Diese Worddateien enthielten jeweils 15 bis 20 Kleininserate für den Verkauf von 

Munition und Waffenzubehör. Ein Inserat bestand jeweils aus einer fortlaufenden 

Nummerierung, einem Titel, dem Text, in welchem die Ware beschrieben wird, 

und den Versandkosten. Teilweise sind die Worddateien mit den Titeln «Verkauf 

Munition O.», «Verkauf Munition P.» oder «Verkauf Munition im 

J.» ergänzt (BA 10-01-0218). In diesen Kleininseraten sind insgesamt 31'261 

Schuss Munition erwähnt, bestehend aus Gewehrpatronen [Munitionsart] (6’420 

Schuss), [Munitionsart] (4’476 Schuss) und [Munitionsart] (4’340 Schuss) und 

Patronen weiterer Munitionsarten (BA 10-01-0218; -0220). 

  

- 38 - 

SK.2020.51 

3.3.2.8 Rechnungskontrolle der Kantonspolizei Schwyz 

Die Kantonspolizei Schwyz reichte mit Nachtragsbericht vom 11. Juli 2018 die 

Daten ihrer Rechnungskontrolle aus den Jahren 2009 bis 2018 ein (BA 05-01-

0236). Diese Daten zeigen unter anderem, dass die folgenden 28 Rechnungen 

zu den folgenden, dem Beschuldigten vorgeworfenen, Munitionsbestellungen 

durch den Beschuldigten wie folgt verbucht worden sind: 

a) Bestellungen bei der LBA (BA 05-01-0245 ff.): 

Datum Bestel-

lung / Rechnung 

Bestellte Munition Kontogruppe Buchungsnotiz 

20.10.2015 /  

28.10.2015 

[Munitionsart] Ausrüstung Diverse Munition 

04.09.2015 /  

10.09.2015 

[Munitionsart] Diverses Trainingsmunition 

16.01.2015 /  

27.01.2015 

[Munitionsart] SG OD Munition für OD 

14.08.2014 / 

05.09.2014 

[Munitionsart] SG OD Munition OD 

09.07.2014 /  

21.07.2014 

[Munitionsart] Bekleidung Jacken 

26.06.2014 /  

04.07.2014 

[Munitionsart] Bekleidung Arbeitsschuhe 

12.05.2014 / 

19.05.2014 

[Munitionsart] Bekleidung Arbeitsschuhe 

20.02.2014 /   

27.02.2014 

[Munitionsart] SG OD Treibpat 

18.11.2013 / 

26.11.2013 

[Munitionsart] SG OD Treibpat 

03.09.2013 / 

12.09.2013 

[Munitionsart] SG OD Mun OD 

20.03.2013 / 

02.04.2013 

[Munitionsart] SG OD Munition 

Unbekannt /  

13.09.2011 

[Munitionsart] SG OD Treib PAT 

17.09.2010 / 

23.09.2010 

[Munitionsart] SG OD Treibpatronen 

Unbekannt / 

25.11.2009 

[Munitionsart] SG OD Gew Treib Pat 

Unbekannt / 

02.04.2009 

[Munitionsart] Diverses Pistolenputzzeug 

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SK.2020.51 

b) Bestellungen bei der G. AG (BA 05-01-0284): 

Datum Bestel-

lung / Rechnung 

Bestellte Munition Kontogruppe Buchungsnotiz 

Unbekannt / 

23.03.2017 

[Munitionsart] SG OD Munition für OD 

Unbekannt / 

23.06.2014 

[Munitionsart] SG OD diverse Mun 

Unbekannt /  

19.05.2014 

[Munitionsart] 

 

Ausrüstung G. AG Patrone SAR 

Unbekannt / 

11.03.2014 

[Munitionsart] 

 

Ausrüstung Diverses Waffengurt-

material 

c) Bestellungen bei der E. AG (BA 05-01-0299 f.): 

Datum Bestel-

lung / Rechnung 

Bestellte Munition Kontogruppe Buchungsnotiz 

22.03.2017 / 

07.04.2017 

[Munitionsart] SG OD Munition für OD 

03.09.2015 / 

21.09.2015 

[Munitionsart] SG OD Munition für OD 

22.06.2015 / 

07.07.2015 

[Munitionsart] SG OD Diverse Munition für OD 

23.03.2015 / 

13.05.2015 

[Munitionsart] Ausrüstung Diverses Alkomaterial 

16.01.2015 / 

30.01.2015 

[Munitionsart] Bewaffnung 

und Munition 

Ausbildungsmaterial für 

OD 

15.04.2014 / 

30.04.2014 

[Munitionsart] 

 

Ausrüstung Testmaterial für OD 

14.03.2014 / 

28.03.2014 

[Munitionsart] 

 

SG OD Diverses Kleinmaterial 

03.09.2012 / 

18.09.2012 

[Munitionsart] 

 

SG OD Tragtaschen 

19.01.2009 / 

30.01.2009 

[Munitionsart] SG OD Treibpatronen für OD 

3.3.2.9 Bericht FIKO Schwyz  

Die Finanzkontrolle des Kantons Schwyz hat im Zusammenhang mit diesem 

Strafverfahren die Bestell- und Abrechnungsabläufe im Bereich der Materialbe-

schaffung und -bewirtschaftung bei der Kantonspolizei Schwyz überprüft, insbe-

sondere bezüglich Munition im Zeitraum von 2008 bis 2017. Die Ergebnisse die-

ser Überprüfung hat sie im Bericht FIKO Schwyz (siehe Lit. N; TPF 9.271.001 ff.) 

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SK.2020.51 

zusammengefasst. Als Prüfungsergebnisse hält der Bericht u.a. Folgendes fest: 

«lm Zeitraum von 2008 bis 2017 konnten insgesamt 60 Bestellungen bzw. 62 Lie-

ferungen festgestellt werden, welche keinem internen Verwendungszweck zuge-

ordnet werden können. Zudem ist die gelieferte Munition mit Ausnahme von drei 

Kisten intern nicht auffindbar. Es betrifft 167 gelieferte Positionen im Wert von Fr. 

180'976.60. Bei der unrechtmässig beschafften Munition handelt es sich unter 

anderem auch um Munitionstypen, welche bei der Kantonspolizei Schwyz nicht 

zum Einsatz kommen oder kamen. Aufgrund der getätigten Abklärungen muss 

davon ausgegangen werden, dass die für keinen internen Verwendungszweck 

zuordbaren Lieferungen durch den ehemaligen Leiter Logistik zu nicht polizeili-

chen Zwecken, sprich für den privaten Gebrauch, bestellt und unrechtmässig an-

geeignet wurden. Bei diesen Lieferungen ist nicht nachvollziehbar, weshalb die 

Munition nach Schwyz geliefert werden sollte. Die Bestellungen wurden zudem 

auffallend oft unter der Kompetenzschwelle für ein zweites Visum getätigt» (Be-

richt FIKO Schwyz, S. 14 f.). Weiter wird in allgemeiner Hinsicht ausgeführt, dass 

das Beschaffungswesen der Kantonspolizei Schwyz relativ informell ablaufe und 

die Logistikprozesse (Beschaffung, Wareneingang, -bewirtschaftung, 

-ausgang, und Ausmusterung) formell nicht durch Weisungen bzw. Dienstbefehle 

geregelt seien (Bericht FIKO Schwyz, S. 18 f.). Hinsichtlich der Bestellkompeten-

zen gelte gemäss Weisung «Kontoführung (Ausgabenkompetenzen / Laufwege 

/ Ausgabengrundsätze)» vom 15. April 2014 Folgendes: Der Logistiker (Konto-

führer) entscheide bei Bestellungen unter Fr. 2'000.– abschliessend (kein 

4-Augenprinzip). Bei Bestellungen ab Fr. 2'000.– bis Fr. 5'000.– entscheide der 

Logistiker ebenfalls abschliessend (kein 4-Augenprinzip), sofern die Anschaffung 

detailliert im Budget aufgeführt sei; andernfalls sei ein Arbeitsauftrag an den 

Kommandanten bzw. dessen Stellvertreter zur Unterzeichnung zu erstellen. Bei 

Bestellungen ab Fr. 5'000.– bis Fr. 20'000.– habe der Logistiker ebenfalls einen 

Arbeitsauftrag zu erstellen und der Kommandant habe die Bestellung zu