# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2fd10fd-59c9-5b8d-a35e-7fc2aaaba1b5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.12.2010 E-8302/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8302-2010_2010-12-07.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-8302/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Markus König,
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiber Rudolf Bindschedler.

A._______,
B._______,
C._______,
D._______,
Serbien,
alle vertreten durch Dr. iur. Thomas A. Müller, 
Rechtsanwalt,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 24. November 2010 / 
N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-8302/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

A.
Die  Beschwerdeführenden,  ethnische  Roma  aus  E._______, 
verliessen ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 18. Oktober 
2010 und reisten am 20. Oktober 2010 illegal in die Schweiz ein, wo 
sie gleichentags ein Asylgesuch stellten. Am 26. Oktober 2010 wurden 
die  Beschwerdeführerin  und  ihre  (...)-jährige  Tochter  im  Empfangs- 
und  Verfahrenszentrum  F._______  summarisch  angehört,  am  18. 
November  2010  wurden  sie  dort  einlässlich  zu  den  Asylgründen 
befragt. Dabei machten sie geltend, die Mutter sei in Serbien wegen 
ihrer Ethnie behördlichen Benachteiligungen ausgesetzt gewesen, sei 
wegen unbefugten Aufenthalts an bestimmten Orten gebüsst worden 
und sehe sich momentan mit einer _______ Haftstrafe konfrontiert; die 
Kinder seien in der Schule Schikanen und Übergriffen durch serbische 
Jugendliche ausgesetzt gewesen. Deshalb hätten sie sich zur Ausreise 
entschieden.

B.
Das BFM trat mit (gleichentags eröffneter) Verfügung vom 24.  Novem-
ber  2010  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  1  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf das Asylgesuch der Beschwer-
deführenden  nicht  ein  und  ordnete  deren  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Vollzug an.

C.
Gegen diesen Entscheid erhoben die Beschwerdeführenden mit  Ein-
gabe vom 1. Dezember 2010 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-
richt und beantragten die Aufhebung der Verfügung vom 24. November 
2010, das Eintreten auf das Asylgesuch mit Rückweisung der Akten an 
die  Vorinstanz,  eventualiter  für  den Fall  des  Nichteintretens auf  das 
Asylgesuch den Verzicht auf die Wegweisung und ihre vorläufige Auf-
nahme. Als Beweismittel gaben sie ein Schreiben des BFM zur Situa-
tion von Frauen im Asylverfahren und ein Gutachten der Schweizeri-
schen  Flüchtlingshilfe  betreffend  die  medizinische  Behandlung  einer 
behinderten Roma in Serbien zu den Akten.

D.
Die  vorinstanzlichen  Akten  trafen  am 2.  Dezember  2010  beim Bun-
desverwaltungsgericht ein (Art. 109 Abs. 2 AsylG).

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Das Bundesverwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  im  Asylbereich  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]) des BFM (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Die Beschwerdeführenden sind durch die angefochtene Verfügung 
besonders berührt, haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung  beziehungsweise  Änderung  und  sind  daher  zur  Einreichung 
der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG).

1.3 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-
treten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG).

1.4 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG). 

1.5 Bei  Nichteintretensentscheiden,  mit  denen es  das BFM ablehnt, 
das  Asylgesuch auf  seine Begründetheit  hin  zu überprüfen (Art. 32-
Art. 35a  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdein-
stanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt,  ob  die  Vorinstanz  zu 
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist. Ist dies nicht der Fall, 
enthält  sich  die  Beschwerdeinstanz  einer  selbständigen  materiellen 
Prüfung, hebt die angefochtene Verfügung auf und weist die Sache zu 
neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurück  (vgl.  Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.).

2.
Gemäss Art. 111 Bst. e AsylG entscheidet der Richter über offensicht-
lich begründete Beschwerden mit Zustimmung eines zweiten Richters. 
Den nachfolgenden Erwägungen ist zu entnehmen, dass hier eine sol -
che Beschwerde vorliegt. Das Urteil wird deshalb nur summarisch be-

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gründet (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG 
wurde auf einen Schriftenwechsel verzichtet.

3.
3.1 Gemäss Art. 34 Abs. 1 AsylG wird auf Gesuche von Asylsuchen-
den aus verfolgungssicheren Staaten nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG 
nicht  eingetreten,  ausser es gebe Hinweise auf  eine Verfolgung. Bei 
Art. 34 Abs. 1 AsylG kommt derselbe weite Verfolgungsbegriff zur An-
wendung wie bei den Art. 18, Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 35 AsylG 
(vgl. EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247). Dieser umfasst nicht nur die in 
im Art. 3 AsylG erwähnten – flüchtlingsrechtlich relevanten – "ernsthaf-
te Nachteile", sondern auch von Menschenhand verursachte Wegwei-
sungsvollzugshindernisse  im  Sinn  von  Art.  44  Abs.  2  AsylG  i.V.m. 
Art. 83  Abs.  3  und  4  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  (vgl. 
EMARK  2004  Nr.  5  E.  4c.aa  S.  35  f.,  EMARK  2004  Nr.  35  E.  4.3 
S. 247). Zudem ist dabei ein im Vergleich zu dem im Asylverfahren be-
reits  herabgesetzten Beweismass des Glaubhaftmachens (vgl. Art. 7 
AsylG) nochmals reduzierter Massstab anzuwenden: Sobald sich aus 
den Akten Hinweise auf Verfolgung ergeben, deren Unglaubhaftigkeit 
nicht bereits auf den ersten Blick erkannt werden kann, muss auch bei 
Asylgesuchen aus verfolgungssicheren Staaten  die  Flüchtlingseigen-
schaft  einlässlich  geprüft  werden  (vgl.  EMARK  2005  Nr.  2  E.  4.3 
S. 16 f., EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247).

4.
4.1 Die Vorinstanz brachte zur Begründung ihres Entscheids im We-
sentlichen vor, Serbien sei gemäss Beschluss des Bundesrates vom 
6. März 2009 als verfolgungssicherer Staat im Sinn von Art. 6a Abs. 2 
Bst. a AsylG anerkannt worden. Deshalb bestehe die gesetzliche Re-
gelvermutung, dass asylrelevante staatliche Verfolgung nicht statt finde 
und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet sei. Es handle 
sich hierbei um eine relative Verfolgungssicherheit, welche im Einzel-
fall  auf  Grund  konkreter  und  substanziierter  Hinweise  umgestossen 
werden könne.

Die Beschwerdeführerin bringe vor,  wegen ihrer  ethnischen Zugehö-
rigkeit sei sie behördlichen Benachteiligungen und ihre Kinder seien in 
der  Schule  Belästigungen sowie  Übergriffen  serbischer  Jugendlicher 
ausgesetzt gewesen. Die Lage der ethnischen Minderheiten in Serbien 
habe  sich  jedoch  entspannt;  das  am 25. Februar  2002  in  Kraft  ge-

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tretene Bundesgesetz zum Schutz und zur Freiheit der nationalen Min-
derheiten  schütze  Angehörige  ethnischer  Minderheiten,  so  auch  die 
Roma. Vereinzelte Benachteiligungen und Schikanen gegenüber Roma 
könnten zwar nicht  restlos ausgeschlossen werden. Der Staat billige 
oder  unterstütze jedoch  Übergriffe  durch Drittpersonen nicht  und es 
bestehe die Möglichkeit den Rechtsweg zu beschreiten und die zuste-
henden Rechte bei höheren Instanzen einzufordern (vgl. angefochtene 
Verfügung S. 3 f.).

Soweit  die Beschwerdeführerin  vorbringe,  wegen unbefugten Aufent-
halts  an  bestimmten  Orten  wiederholt  gebüsst  worden  zu  sein  und 
eine sechsmonatigen Haftstrafe antreten zu müssen, handle es sich 
um staatliche Massnahmen, welche rechtsstaatlich legitimen Zwecken 
dienten und daher nicht als Verfolgung im asylrechtlichen Sinn gälten 
(vgl. angefochtene Verfügung S. 4).

Aus diesen Gründen lägen keine Hinweise vor, welche die widerleg-
bare Vermutung des Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG umstossen könnten. 
Somit gelinge es den Beschwerdeführenden nicht, die Vermutung feh-
lender Verfolgung zu widerlegen.

4.2 Die  Beschwerdeführenden  machen  geltend,  vorliegend  sei  eine 
asylrechtlich  relevante  Verfolgungsintensität  gegeben.  Sie  hätten 
glaubhaft  geschildert,  wie  die  Kinder  systematisch verfolgt,  geschla-
gen und vergewaltigt worden seien; dies werde auch in der angefoch-
tenen Verfügung nicht bestritten. Zwar seien vorliegend die Nachstel -
lungen nicht vom Staat, sondern von Privaten ausgegangen, aber die 
Behörden hätten mit  dem Hinweis auf ihre ethnische Herkunft  nichts 
unternommen,  um  die  Täterschaft  zu  belangen. Deshalb  sei  auf  ihr 
Asylgesuch  einzutreten  und  dieses  materiell  zu  prüfen  (vgl.  Be-
schwerde S. 4 ff.). Zu berücksichtigen sei auch die körperliche Behin-
derung  zweier  Kinder  der  Beschwerdeführerin;  in  Serbien  gehörten 
gerade behinderte Roma-Kinder zu den am stärksten marginalisierten 
und unterdrückten Bevölkerungsteilen (vgl. Beschwerde S. 5). Jeden-
falls  sei  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zumutbar  und  sie  seien 
– falls ihr Asylverfahren negativ ende – im Sinn von Art. 83 AuG, vor -
läufig in der Schweiz aufzunehmen (vgl. Beschwerde S. 6 f.).

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5.
Im Folgenden ist  zu prüfen,  ob die Vorinstanz zu Recht gestützt auf 
Art. 34 Abs. 1 AsylG auf  das Asylgesuch der Beschwerdeführenden 
nicht eingetreten ist. 

5.1 Die Beschwerdeführenden erklärten anlässlich  der  Befragungen, 
sie seien Staatsangehörige von Serbien. Zur Stützung ihrer Angaben 
reichte  die  Beschwerdeführerin  eine  Identitätskarte,  ihren  Geburts-
schein, den Todesschein ihres Ehemannes, die Geburtsscheine sowie 
Krankenkassenkarten  ihrer  drei  Kinder  und  die  Schulbüchlein  ihrer 
beiden  (...)  Kinder  ein.  Die  geltend  gemachte  Staatsangehörigkeit 
respektive  Herkunft  wurde  vom  BFM  nicht  bestritten.  Es  ist  daher 
davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführenden  tatsächlich  aus 
Serbien stammen.

Mit  Beschluss vom 6. März 2009 erklärte der Bundesrat  Serbien als 
verfolgungssicheren Staat ("Safe Country") im Sinn von Art. 6a Abs. 2 
Bst. a AsylG. 

Die formellen Voraussetzungen für  den Erlass eines Nichteintretens-
entscheids auf der Grundlage von Art. 34 Abs. 1 AsylG sind demnach 
gegeben. 

5.2 Es stellt  sich damit  die Frage,  ob im vorliegenden Fall  Hinweise 
auf eine Verfolgung bestehen, die nicht offensichtlich haltlos sind. 

5.2.1 Das BFM begründet die angefochtene Nichteintretensverfügung 
ausschliesslich  damit,  dass  die  Asylvorbringen  der  Beschwerdefüh-
renden nicht relevant seien.

5.2.2 Die von den Beschwerdeführenden geltend gemachten Behelli -
gungen,  Übergriffe  und  die  in  ethnischen  Vorbehalten  gegenüber 
Roma begründete  Untätigkeit  serbischer  Beamter  können vorliegend 
auch aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts nicht als auf den ers-
ten Blick unglaubhaft qualifiziert werden.

5.2.3 Mit  ihrer  Argumentation  gibt  die  Vorinstanz zu erkennen,  dass 
sie eine mögliche Verfolgung der Beschwerdeführenden in ihrem Hei -
matland nicht ausschliesst, und sie hat deren Vorbringen einer flücht-
lings- beziehungsweise asylrechtlichen Prüfung gemäss Art. 3 AsylG 
unterzogen.

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Das BFM konnte seine Feststellung, es lägen keine Hinweise auf eine 
Verfolgung  vor,  demnach  nicht  rechtsgenüglich  begründen. Eine Be-
urteilung,  wie  sie  das  BFM in  der  angefochtenen  Verfügung  vorge-
nommen hat, kann nach konstanter Praxis der schweizerischen Asyl-
behörden nur im Rahmen einer materiellen Prüfung des Asylgesuchs 
im ordentlichen Verfahren erfolgen und ist  bei einem Nichteintretens-
entscheid gemäss Art. 34 Abs. 1 AsylG unzulässig.

5.3 Nach  dem Gesagten  ist  die  Vorinstanz  zu  Unrecht  gestützt  auf 
Art. 34  Abs. 1  AsylG auf  das  Asylgesuch der  Beschwerdeführenden 
nicht eingetreten. 

Den Akten sind keine Hinweise für die Erfüllung eines anderen Nicht -
eintretenstatbestands durch die Beschwerdeführenden zu entnehmen.

5.4 Die Beschwerde ist gutzuheissen und die angefochtene Verfügung 
aufzuheben. Die Akten sind der Vorinstanz zur Weiterführung des Asyl-
verfahrens zu überweisen.

6.
6.1 Beim vorliegenden Verfahrensausgang sind keine Verfahrenskos-
ten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).

6.2 Den  anwaltlich  vertretenen  Beschwerdeführenden  ist  unter  Be-
rücksichtigung  der  gesamten  Aktenlage  eine  Entschädigung  für  die 
ihnen  notwendigerweise  erwachsenen  Parteikosten  zuzusprechen 
(Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 15 und Art. 5 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da keine Kostennote zu den 
Akten  gereicht  worden  ist,  der  notwendige  Vertretungsaufwand  sich 
aufgrund der  Akten jedoch zuverlässig  abschätzen lässt,  ist  die  von 
der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung unter Berücksichti-
gung der massgebenden Berechnungsfaktoren von Amtes wegen auf 
Fr. 1'000.– festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die vorinstanzliche Verfügung vom 24. November 2010 wird aufgeho-
ben. Die Akten werden zur Weiterführung des Asylverfahrens an die 
Vorinstanz zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Das  BFM wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden  eine  Partei-
entschädigung von Fr. 1'000.– auszurichten.

5.
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Rudolf Bindschedler

Versand:

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