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**Case Identifier:** b0a54c95-74ba-5836-9318-3e9d1c51ca57
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-18
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 18.10.2022 VBE.2022.67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2022-67_2022-10-18.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2022.67 / mw / ce       
Art. 107 

 

 

Urteil vom 18. Oktober 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Merkofer  

Gerichtsschreiberin Wirth          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____   

vertreten durch MLaw Andreas Hübscher, Rechtsanwalt,  

Bruggerstrasse 69, 5400 Baden    

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 11. Januar 2022) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1963 geborene Beschwerdeführer war aufgrund seines Arbeitsverhält-

nisses bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert. Am 9. März 2016 kollidierte der von ihm gelenkte Lie-

ferwagen mit einem entgegenkommenden Personenwagen; dabei zog sich 

der Beschwerdeführer verschiedene Verletzungen zu. Die Beschwerde-

gegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht für diesen Unfall und richtete 

Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen aus. Mit Verfügung vom 29. Au-

gust 2017 bzw. Einspracheentscheid vom 9. Mai 2018 verneinte sie einen 

adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den noch be-

stehenden, organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Beschwerden 

und stellte ihre Leistungen per 31. August 2017 ein. Die dagegen erhobene 

Beschwerde hiess das Versicherungsgericht mit Urteil VBE.2018.458 vom 

19. Februar 2020 gut, hob den Einspracheentscheid auf und wies die Sa-

che zur Vornahme weiterer Abklärungen und zur Neuverfügung an die Be-

schwerdegegnerin zurück. 

 

1.2. 

Die Beschwerdegegnerin veranlasste in der Folge eine polydisziplinäre (in-

ternistisch, psychiatrisch, rheumatologisch, neurologisch, neuropsycholo-

gisch und otorhinolaryngologisch) Begutachtung des Beschwerdeführers 

durch die asim Begutachtung, Universitätsspital Basel (asim) (Gutachten 

vom 18. März 2021). Mit Verfügung vom 12. Juli 2021 stellte sie die Versi-

cherungsleistungen unter Hinweis darauf, dass ab Ende 2018 von weiteren 

Behandlungsmassnahmen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten 

gewesen sei und die noch über diesen Zeitpunkt hinaus geklagten, orga-

nisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden in keinem adäquaten 

Kausalzusammenhang zum Unfall stünden, per 31. Dezember 2018 ein. 

Die dagegen erhoben Einsprache wies die Beschwerdegegnerin mit Ein-

spracheentscheid vom 11. Januar 2022 ab. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. Februar 2022 

fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

"1. 
Der Einsprache-Entscheid vom 11. Januar 2022 sei aufzuheben. 
 
2. 
Dem Beschwerdeführer seien Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung zu gewähren und die Sache sei zur Bemessung der weiteren Leis-
tungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
 

 - 3 - 

 

 

 

3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 15. März 2022 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Einspracheent-

scheid vom 11. Januar 2022 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 324 S. 2 ff.) 

die Versicherungsleistungen betreffend den Unfall vom 9. März 2016 zu 

Recht per 31. Dezember 2018 eingestellt hat. 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Am 1. Januar 2017 sind die Änderungen vom 25. September 2015 des 

UVG bzw. der UVV betreffend Unfallversicherung und Unfallverhütung in 

Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung 

vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor dem Inkrafttreten der besagten Änderungen ereignet haben, nach 

bisherigem Recht gewährt. Der vorliegend streitige Vorfall ereignete sich 

am 9. März 2016 weshalb das bis 31. Dezember 2016 in Kraft gewesene 

Unfallversicherungsrecht zur Anwendung gelangt. 

 

 

2.1.2. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl-

len sowie Berufskrankheiten gewährt. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die ver-

sicherte Person Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung der Unfall-

folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 

sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Wird sie infolge 

des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie nach Art. 18 Abs. 1 

UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Erleidet sie durch den Unfall eine 

dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychi-

schen Integrität, so hat sie gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine 

angemessene Integritätsentschädigung. 

 

2.2. 

2.2.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

 - 4 - 

 

 

 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist. Es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch 

BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

2.2.2. 

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt neben dem natürlichen 

Kausalzusammenhang voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem 

eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Im 

Sozialversicherungsrecht spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung 

der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Un-

fallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit 

der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweis 

unter anderem auf BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff.). 

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Einspracheentscheid vom 

11. Januar 2022 in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gut-

achten der asim vom 18. März 2021 (VB 270). Die Gutachter stellten darin 

folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (VB 270 

S. 12): 

 

"1. St. n. Autounfall am 09.03.2016 mit HWS-Distorsion Grad II nach QTF 
sowie assoziiertem posttraumatischem Kopfschmerz 
- ohne Anhaltspunkte für eine erlittene milde traumatische Hirnver-

letzung 
2. Chronisches cerviko-thorakovertebrales Schmerzsyndrom und chroni-

sche Spannungskopfschmerzen 
- klinisch keine signifikante Einschränkung der HWS-Beweglichkeit, 

muskuläre Verspannungen 
- bildgebend geringe degenerative Veränderungen der Facettenge-

lenke, akzentuiert Höhe C7/Th1, keine Instabilitäten, keine Korrelate 
traumatischer Läsionen (Röntgen 01.05.2017, 14.11.2018, MRI 
16.03.2016, 14.11.2018) 

- mit Verdacht auf eine Analgetika-induzierte Kopfschmerzkompo-
nente bei anamnetisch mehr als 15 Einheiten NSAIDs pro Monat 

3. Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) 
4. Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom 

 - 5 - 

 

 

 

- anamnestisch intermittierende Schmerzausstrahlung in die Beine 
beidseits, St. n. "Gonalgien" beidseits früher gemäss Akten 

- klinisch zurzeit minim allseitig schmerzhaft eingeschränkte LWS-
Beweglichkeit, paravertebrale Muskelverspannungen und gluteale 
Weichteildolenzen, keine radikuläre Symptomatik 

- bildgebend mehrsegmentale degenerative LWS-Veränderungen L2 
bis S1 mit disco-osteoligamentären Nervenwurzeltangierungen L4 
beidseits und L5 rechts (MRI LWS 24.06.2015, CT LWS 08.06.2005, 
19.04.1994) 

5. Leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung bei Diagnosen 
1-4 
- Zusätzlich wahrscheinlich frühkindliche Komponente bei anamne-

tisch langjähriger Schreibschwäche 
6. Hochtonsenke beidseits, am ehesten posttraumatisch nach Lärm-

trauma nach Airbag-Auslösung 
7. Mittelgradiger kompensierter Tinnitus beidseits an der Grenze zum 

schweren, dekompensierten Tinnitus beidseits, posttraumatisch" 

 

Die neuropsychologische Störung bei chronischem Schmerzsyndrom 

(chronisches zerviko-/thorakovertebrales Schmerzsyndrom, posttraumati-

sche Kopfschmerzen, leichtgradiges Zervikalsyndrom, chronische Span-

nungskopfschmerzen), die leichte Depression sowie die posttraumatische 

Hochtonsenke und der Tinnitus seien mit überwiegender Wahrscheinlich-

keit ganz oder teilweise durch das Ereignis vom 9. März 2016 verursacht 

worden. Unfallfremd seien die Rechenschwierigkeiten und Rechtschreibe-

schwäche sowie das lumbovertebrale Schmerzsyndrom (VB 270 S. 14). 

Bereits Ende 2018 sei nicht mehr davon auszugehen gewesen, dass wei-

tere Behandlungsmassnahmen noch eine namhafte Besserung der unfall-

bedingten Gesundheitsschäden bringen würden. Aufgrund der unfallbe-

dingten Gesundheitsschäden bestehe in der angestammten Tätigkeit als 

Geschäftsleiter und Leiter Kundendienst keine Arbeitsfähigkeit mehr 

(VB 270 S. 15). Die aus dem Unfall resultierenden gesundheitlichen Beein-

trächtigungen bedeuteten eine Integritätseinbusse von insgesamt 40 %. In 

"körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren Verweistätigkeiten 

ohne Notwendigkeit des Ergreifens von Lärmschutzmassnahmen, ohne 

Tätigkeitsanteile mit Sturzgefährdung und ohne Tätigkeiten in akustisch an-

spruchsvoller Umgebung[,] mit kognitiv einfachen Aufgabenstellungen, 

möglicher Selbstbestimmung des Arbeitsplatzes und Gestaltung der Ar-

beitszeiten" bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60 % (VB 270 S. 15 f.). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 - 6 - 

 

 

 

3.2.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

 

3.3. 

Das asim-Gutachten vom 18. März 2021 wird den von der Rechtsprechung 

formulierten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Stellung-

nahme (vgl. E. 3.2. hiervor) gerecht. Das Gutachten ist in Kenntnis der we-

sentlichen Vorakten (Anamnese) erstellt worden (vgl. VB 270 S. 6, S. 20 ff., 

S. 37), gibt die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers ausführlich 

wieder (vgl. VB 270 S. 9 f., S. 37 ff., S. 55 ff., S. 65 ff., S. 73ff., S. 89 ff.), 

beruht auf allseitigen Untersuchungen der beteiligten Fachdisziplinen (vgl. 

VB 270 S. 11, S. 42 ff., S. 58 f., S. 67 ff., S. 80 f., S. 93 ff.), und die Gutach-

ter setzten sich im Anschluss an die Herleitung der Diagnosen eingehend 

mit den subjektiven Beschwerdeangaben bzw. den medizinischen Akten 

auseinander (vgl. VB 270 S. 12 ff., S. 47 ff., S. 59 ff., S. 69 ff., S. 81 ff., 

S. 97 ff.). Die gutachterliche Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge und der medizinischen Situation ist, auch unter Bezugnahme auf 

den Unfallhergang und den dokumentierten Verlauf der Beschwerden, 

nachvollziehbar und die Einschätzung der Gutachter in ihrer Gesamtheit 

damit grundsätzlich geeignet, den Beweis für den anspruchserheblichen 

medizinischen Sachverhalt zu erbringen. 

 

3.4. 

Gestützt auf das Gutachten der asim ist demnach davon auszugehen, dass 

der Beschwerdeführer beim Unfall vom 9. März 2016 eine HWS-Distorsion 

erlitt und in der Folge ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild 

(vgl. BGE 134 V 109 E. 6.2.1 S. 116) in Form namentlich von Kopfschmer-

zen, eines zervikothorakalen Schmerzsyndroms, muskulärer Verspannun-

gen im HWS-Bereich, neuropsychologischer Störungen, von Konzentrati-

onsstörungen sowie von Energiemangel und Schlafstörungen aufwies. Aus 

dem Gutachten ist sodann zu schliessen, dass die im Zeitpunkt der Leis-

tungseinstellung noch persistierenden Beschwerden, soweit sie zumindest 

teilweise in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall standen, 

mit keinem unfallbedingten organischen Korrelat (vgl. dazu BGE 138 V 248 

E. 5.1 S. 251; Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2021 vom 11. Januar 

2022 E. 9.3) zu erklären waren (vgl. VB 270 S. 14). Zudem ist davon aus-

zugehen, dass spätestens im Zeitpunkt der ersten Begutachtung Ende 

2018 nicht mehr mit einer durch weitere Behandlungen erzielbaren nam-

haften Besserung der unfallbedingten Gesundheitsschäden auszugehen 

war (vgl. VB 270 S. 15). 

 - 7 - 

 

 

 

4. 

4.1. 

Der Unfallversicherer hat Heilbehandlung und Taggeldleistungen nur so-

lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. 

Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden 

Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden-

rente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (vgl. auch: 

BGE 134 V 109 E. 3 ff. S. 112 ff., 133 V 57 E. 6.6.2 S. 64; RKUV 2006 U 

571 S. 82). Der Fall wurde demnach seitens der Beschwerdegegnerin –

unbestrittenermassen – zu Recht per 31. Dezember 2018 abgeschlossen. 

Angesichts der gemäss den Gutachtern der asim weiterhin bestehenden 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und der von diesen festgestellten Integ-

ritätseinbusse ist folglich zu prüfen, ob die noch über diesen Zeitpunkt hin-

aus anhaltenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, soweit der Unfall 

vom 9. März 2016 natürlich kausal für sie war, auch in einem adäquaten 

Kausalzusammenhang dazu stehen. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache ei-

nes Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 

und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Er-

folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfol-

ges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 

V 177 E. 3.2 S. 181, 129 V 402 E. 2.2 S. 405 und 125 V 456 E. 5a S. 461 f.). 

 

4.2.2. 

Bei der Beurteilung der Adäquanz von natürlich unfallkausalen, aber orga-

nisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist vom augenfälligen 

Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbe-

zogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweis 

unter anderem auf BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff.). Bei psychischen Fehl-

entwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Aus-

schluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140; so-

genannte Psycho-Praxis), während bei Schleudertraumen und äquivalen-

ten Verletzungen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen auf eine Differen-

zierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet 

wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen; sogenannte Schleuder-

trauma-Praxis [vgl. BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130]). 

 

4.2.3. 

Da die von den Gutachtern der asim festgestellte psychische Symptomatik 

nach Lage der Akten gegenüber den weiteren für die erlittene HWS-Distor-

sion charakteristischen Beschwerden nicht ganz im Vordergrund steht, hat 

 - 8 - 

 

 

 

die Beurteilung der Adäquanz nach der Schleudertrauma-Praxis zu erfol-

gen (vgl. BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit Hinweis auf BGE 123 V 98 

E. 2a S. 99). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Nach der Schleudertrauma-Praxis ist für die Bejahung des adäquaten Kau-

salzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine mass-

gebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Er-

werbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse 

Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für 

die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei 

– ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – zwischen banalen 

beziehungsweise leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen ander-

seits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unter-

schieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel 

bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen ver-

neint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem 

mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig be-

antworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmit-

telbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bezie-

hungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung 

einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126). Der Katalog der adäquanz-

relevanten Kriterien lautet wie folgt (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130): 

 

– besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-
keit des Unfalls; 

 
– die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; 
 
– fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; 
 
– erhebliche Beschwerden; 
 
– ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert; 
 
– schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 
 
– erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen 

 

Der Einbezug sämtlicher Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in je-

dem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be-

urteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium ge-

nügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, 

welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder so-

gar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits 

kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn 

 - 9 - 

 

 

 

es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkrite-

rium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen meh-

rere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Handelt es sich bei-

spielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbe-

reich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu be-

rücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, 

damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung des Unfalles zusammen 

mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adä-

quaten Kausalzusammenhangs (Urteil des Bundesgerichts 8C_375/2010 

vom 4. August 2010 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 117 V 359 E. 6b S. 367 f.; 

vgl. auch BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f. mit Hinweisen). Sofern keines 

der Kriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise gegeben 

ist, bedarf es für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs bei 

einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Fällen des 

Nachweises von vier Kriterien. Demgegenüber müssen bei einem Unfall im 

eigentlich mittleren Bereich drei Kriterien ausreichen (vgl. SVR 2010 UV 

Nr. 25 S. 100, 8C_897/2009 E. 4.5 und Urteile des Bundesgerichts 

8C_414/2017 vom 26. Februar 2018 E. 3.5, 8C_534/2017 vom 5. Dezem-

ber 2017 E. 4.3 und 8C_17/2017 vom 4. April 2017 E. 6.1.2). 

 

4.3.2. 

Die Unfallschwere ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise 

auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwi-

ckelnden Kräften zu beurteilen. Nicht relevant sind die Kriterien, welche bei 

der Prüfung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden. 

Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Verletzungen, 

welche sich die versicherte Person zuzog, aber auch für – unter dem Ge-

sichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonde-

ren Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende – äussere Umstände, wie eine 

allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- respektive gar To-

desfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zog (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_66/2010 vom 6. September 2010 E. 4.1 mit Hinweis 

unter anderem auf SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). 

 

4.4. 

Ausweislich der Akten kollidierte der vom Beschwerdeführer gelenkte Lie-

ferwagen beim Unfall vom 9. März 2016 auf einer Hauptstrasse, auf der 

eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h gilt, seitlich mit einem entgegen-

kommenden Personenwagen (VB 142 S. 1, 35 S. 2 und S. 10). Dabei erfuhr 

das Fahrzeug des Beschwerdeführers eine "Geschwindigkeitsänderung 

hauptsächlich nach rechts und in geringem Masse nach rückwärts, welche 

innerhalb oder oberhalb eines Bereiches von 10 – 15 km/h lag". Infolge der 

linksseitigen Kollision kippte sein Lieferwagen nach rechts (VB 69 S. 4) und 

kam auf den Geleisen der D. (seit Mitte 2018: C. Verkehr AG), einer 

Schmalspurbahn, zu stehen (VB 35 S. 7). 

 

 - 10 - 

 

 

 

Die Beschwerdegegnerin qualifizierte das Unfallereignis als mittelschwer 

im engeren Sinne (VB 325 S. 11), was der Beschwerdeführer nicht bean-

standete. Mit Blick darauf, dass das Bundesgericht vergleichbare bzw. eher 

gravierendere Fälle als mittelschwere Unfälle im engeren Sinn einstufte – 

so im Falle eines Fahrzeugs, das ins Schleudern geriet, von der Strasse 

abkam, sich über eine Grasböschung seitlich überschlug und auf dem Dach 

zum Stillstand kam oder in einem andere Fall, bei dem das Fahrzeug bei 

einem Überholmanöver mit ca. 100 km/h abrupt abgebremst wurde, dabei 

ins Schleudern geriet, gegen einen Strassenwall prallte, sich überschlug 

und auf der Fahrerseite zu liegen kam sowie in einer anderen Konstellation, 

in der das Fahrzeug bei einer Fahrgeschwindigkeit von ca. 80 km/h mit ei-

nem Drahtgitterzaun abseits der Strasse kollidierte, sich seitlich überschlug 

und auf dem Dach liegend im angrenzenden Wiesland zum Stillstand kam 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_212/2019 vom 21. August 2019 E. 4.2.2) – 

ist die Einschätzung der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden bzw. 

liegt jedenfalls kein mittelschwerer Unfall an der Grenze zu einem schwe-

ren Unfall vor. 

 

Entsprechend müssten zur Bejahung der Adäquanz mindestens drei Adä-

quanzkriterien oder eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein. 

 

4.5. 

4.5.1. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, es seien fünf Adäquanzkriterien er-

füllt. Dass die Kriterien der ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfol-

gen erheblich verschlimmert, und des schwierigen Heilungsverlaufs und 

der erheblichen Komplikationen nicht erfüllt sind, ist nach Lage der Akten 

zu Recht unbestritten. 

 

4.5.2. 

Was das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder be-

sonderen Eindrücklichkeit des Unfalls, das gemäss dem Beschwerdeführer 

in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, anbelangt, ist darauf hinzuwei-

sen, dass die Rechtsprechung Adäquanzkriterien nur mit grosser Zurück-

haltung als ausgeprägt erfüllt anerkannt (Urteil des Bundesgerichts 

8C_568/2015 vom 15. Januar 2016 E. 3.4). Der Berücksichtigung des Kri-

teriums der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen 

Eindrücklichkeit des Unfalls liegt nämlich der Gedanke zugrunde, dass sol-

che Umstände geeignet sind, bei der betroffenen Person während des Un-

fallgeschehens oder nachher psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, 

die an den nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein 

können. Dabei sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht was im ein-

zelnen Betroffenen beim Unfall psychisch vorgeht – sofern sich dies über-

haupt zuverlässig feststellen liesse – soll entscheidend sein, sondern die 

objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei Betroffenen psychische 

Vorgänge der genannten Art auszulösen (BGE 140 V 356 E. 5.6.1 S. 366; 

 - 11 - 

 

 

 

zur Publ. vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_58/2022 vom 

23. Mai 2022 E. 4.4.3 mit Hinweisen). Zu beachten ist zudem, dass jedem 

mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_212/2019 vom 21. August 2019 E. 4.3.3). 

 

In besonders ausgeprägter Form wurde das Kriterium etwa in folgenden 

Fällen bejaht: in Bezug auf einen Unfall, bei welchem die Lenkerin eines 

Personenwagens nachts bei einer Geschwindigkeit von 110 bis 120 km/h 

wegen eines auf der Fahrbahn liegenden toten Dachses die Herrschaft 

über das Fahrzeug verlor, welches sich zweimal um die eigene Achse 

drehte, überschlug und auf dem Dach gegen die rechte Fahrbahn schlit-

terte, dort mit einem Zweitauto kollidierte und auf dem Dach liegend auf der 

linken Fahrbahn zum Stillstand kam, worauf es, als die Lenkerin und die 

mitfahrende versicherte Person noch darin sassen, von einem dritten Auto 

gerammt und einige Meter weggeschleudert wurde (vgl. Urteil des Eidge-

nössischen Versicherungsgericht U 185/05 vom 20. Oktober 2005 E. 4.2); 

bei einem heftigen Zusammenstoss eines Personenwagens mit einem ent-

gegenkommenden, überholenden Auto, welches auf die eigene Fahrbahn 

zurückgeworfen wurde, worauf vier weitere Personenwagen in die beiden 

Unfallfahrzeuge prallten und in der Folge von den beiden Insassen des ent-

gegenkommenden Personenwagens einer noch am Unfallort und der an-

dere danach verstarb (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge-

richt U 368/01 vom 9. April 2002 Sachverhalt A und E. 5c); bei einer Mehr-

fachkollision in einem Tunnel mit drei beteiligten Personenwagen, wobei 

der Lenker des vorausfahrenden Fahrzeugs getötet und derjenige des ent-

gegenkommenden Fahrzeugs schwer verletzt wurden (RKUV 1999 

Nr. U 335 S. 207 E. 3b/cc, U 287/97). 

 

Zwar ist dem Unfall vom 9. März 2016 aufgrund des Umstandes, dass der 

Lieferwagen des Beschwerdeführers nach der Kollision auf die linke Seite 

gekippt auf dem Trassee der Schmalspurbahn zu stehen kam, eine ge-

wisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen, insbesondere mit Blick darauf, 

dass sich der Beschwerdeführer zunächst nicht aus seinem Fahrzeug be-

freien konnte (vgl. hierzu jedoch Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2021 

vom 2. August 2021 Sachverhalt A. und E. 6.4.2). Es gilt jedoch zu beach-

ten, dass sich der Unfall an einer übersichtlichen Stelle und bei Tageslicht 

bzw. guten Sichtverhältnissen (um ca. 09:35 Uhr; VB 9 S. 1) ereignete. Der 

Lokführer der heranfahrenden Schmalspurbahn, welche sich mit Blick auf 

die kurvenreiche Strecke und die nahegelegene Haltestelle nicht mit hoher 

Geschwindigkeit nähern konnte, hätte den gut sichtbaren Lieferwagen des 

Beschwerdeführers somit überwiegend wahrscheinlich frühzeitig erkennen 

und ohne Weiteres noch rechtzeitig anhalten können. Werden alle Um-

stände sowie die erwähnte Kasuistik berücksichtigt, ist unter Anwendung 

eines objektiven Massstabes das Kriterium der besonders dramatischen 

Begleitumstände bzw. der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zwar 

erfüllt, entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (Beschwerde 

 - 12 - 

 

 

 

S. 5) jedoch nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise. Da-

ran vermag auch nichts zu ändern, dass gemäss Angaben des Beschwer-

deführers aufgrund der Auslösung des Airbags eine Rauchentwicklung 

stattfand und er einen Fahrzeugbrand befürchtete (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 8C_568/2015 vom 15. Januar 2016 E. 3.2 und E. 3.5), ist doch, 

wie dargelegt, das objektive Unfallgeschehen massgebend. 

 

4.5.3. 

Hinsichtlich des Merkmals der Schwere oder besonderen Art der erlittenen 

Verletzungen ist massgebend, dass der Beschwerdeführer keine schwer-

wiegenderen Verletzungen davontrug. Eine HWS-Distorsion genügt für 

sich allein nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Es bedarf hierzu vielmehr 

einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Be-

schwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beein-

flussen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_714/2009 vom 14. April 

2010 E. 6.7.1). Besondere Umstände sind, auch unter Berücksichtigung 

der sich aus der biomechanischen Kurzbeurteilung (VB 69 S. 5) ergeben-

den Kollisionseinwirkung auf den Körper des Beschwerdeführers, ebenso 

wenig erkennbar wie eine besondere Schwere der für das Schleudertrauma 

typischen Beschwerden. 

 

Eine erhöhte Vulnerabilität im Sinne einer vorbestehenden HWS- oder ver-

gleichbaren Verletzung (und nicht etwa "frühkindlich vorbestehender" kog-

nitiver Defizite [vgl. Beschwerde Rz. 16 und VB 270 S. 85]) kann zwar bei 

der Beurteilung des Kriteriums der besonderen Schwere oder Art der Ver-

letzung berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_593/2012 

vom 19. Dezember 2012 E. 4.2.1), dies allerdings nur bei Vorliegen einer 

erheblichen und dauerhaften Vorschädigung. Da es für eine solche keine 

Anhaltspunkte gibt, ist das Kriterium nicht erfüllt. 

 

4.5.4. 

Für die Bejahung des – objektiv zu beurteilenden – Kriteriums der fortge-

setzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung ist sodann erforder-

lich, dass eine solche bis zum Fallabschluss notwendig war. Bei den vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten Therapieformen handelt es sich vor-

nehmlich um manualtherapeutische Behandlungen (Physiotherapie, Kra-

niosakraltherapie, Chiropraktik, Massagen, Myoreflextherapie). Diese stel-

len keine spezifische und den Beschwerdeführer speziell belastende ärzt-

liche Behandlung im Sinne des Kriteriums dar (vgl. etwa Urteil des Bundes-

gerichts 8C_970/2008 vom 30. April 2009 E. 5.4 mit Hinweis). Auch die 

weiteren durchgeführten therapeutischen Massnahmen waren nicht mit der 

durch das hier zur Diskussion stehende Kriterium anvisierten, erheblichen 

zusätzlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 8C_327/2008 vom 16. Februar 2009 E. 4.2; 

8C_102/2021 vom 26. März 2021 E. 8.2; 8C_632/2018 vom 10. Mai 2019 

E. 10.1; 8C_647/2018 vom 16. Januar 2019 E. 5.3; 8C_123/2018 vom 

 - 13 - 

 

 

 

18. September 2018 E. 5.2.3).). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung genügen ärztliche Verlaufskontrollen und Abklärungsmassnahmen 

oder dergleichen (Beschwerde Rz. 17) ebenfalls nicht, um das fragliche 

Kriterium zu erfüllen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2016 vom 

4. November 2016 E. 8, 8C_285/2016 vom 22. Juli 2016 E. 11 und 

8C_711/2010 vom 14. Januar 2011 E. 5.3.3). Das Kriterium "fortgesetzt 

spezifische, belastende ärztliche Behandlung" ist daher nicht erfüllt. 

 

4.5.5. 

Was sodann das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge-

wiesener Anstrengungen anbelangt, das sich nicht nur auf den ange-

stammten Beruf, sondern auch auf alternative leidensangepasste Arbeiten 

bezieht, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittel-

schweren Schleudertraumata der HWS ein längerer oder gar dauernder 

Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als 

eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist da-

her massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, 

die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unter-

nimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu set-

zen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz 

solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums an-

zurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mit-

wirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzuglie-

dern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich insbe-

sondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unan-

nehmlichkeiten manifestieren. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss 

nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und sol-

che Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen 

(BGE 134 V 129 E. 10.2.7 S. 129 f. mit Hinweisen; Urteile des Bundesge-

richts 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E. 7.7.1 und 8C_598/2020 vom 

3. Dezember 2020 E. 10.5, je mit Hinweis). 

 

Gemäss den Gutachtern der asim besteht seit dem Unfall eine Arbeitsfä-

higkeit von 60 % in einer dem Leiden optimal angepassten Tätigkeit 

(VB 270 S. 2, S. 16, S. 52, S. 108). Der Beschwerdeführer war nach sei-

nem Unfall weiterhin (beinahe durchgehend) mit angepasstem Aufgaben-

bereich im familieneigenen Betrieb arbeitstätig. Auch wenn seine (auch the-

rapeutischen [Beschwerde Rz. 20]) Bemühungen hinsichtlich Eingliede-

rung in den Arbeitsprozess anzuerkennen sind, ist zu beachten, dass er 

gemäss eigenen Angaben im Begutachtungszeitpunkt bei einer Präsenz-

zeit von 50 % nur eine Leistung von etwa 30 % erbrachte (vgl. VB 270 S. 9, 

40 und 66) und damit seine Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tä-

tigkeit bei Weitem nicht ausschöpfte. Dies ist umso weniger nachvollzieh-

bar, als er nach eigenen Angaben neben der Arbeit diversen Aktivitäten 

nachgeht, wobei er namentlich bei den Aufgaben im Haushalt der Familie, 

die offenbar weitgehend von ihm erledigt werden, kaum eingeschränkt ist 

 - 14 - 

 

 

 

(vgl. VB 270 S. 57). Ob es sich bei seiner in der Zeit zwischen dem Unfall 

und dem Fallabschluss ausgeübten Tätigkeit um eine optimal leidensange-

passte Tätigkeit handelte, kann vor diesem Hintergrund offen bleiben. An-

gesichts der geschilderten Gegebenheiten und der lediglich 40%igen Ar-

beitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit ist das Kriterium der erheblichen 

Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen jedenfalls nicht in 

ausgeprägter Weise erfüllt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 

8C_951/2008 vom 3. Juni 2009 E. 6.3.3). 

 

4.5.6. 

Bezüglich des Kriteriums der erheblichen Beschwerden ist zu berücksichti-

gen, dass sich die Erheblichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und 

nach der Beeinträchtigung beurteilt, welche die verunfallte Person durch 

die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 

S. 128). Die üblicherweise mit Schleudertraumata verbundenen Beschwer-

den genügen zur Bejahung dieses Kriteriums jedoch nicht, ansonsten das 

Kriterium bei jeder solchen Verletzung bejaht werden müsste und ihm damit 

keine Bedeutung als Differenzierungsmerkmal mehr zukäme (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_730/2011 vom 9. Dezember 2011 E. 6.2.2). Vorliegend 

übersteigen die – ausschliesslich zu berücksichtigenden – unfallbedingt 

aufgetretenen Beschwerden (im Wesentlichen Kopf- und Nackenschmer-

zen, Tinnitus sowie kognitive Beschwerden [VB 270 S. 9; Beschwerde 

Rz. 19]) und die Beeinträchtigungen, welche der – wie dargelegt, auch 

nebst der Arbeit durchaus aktive – Beschwerdeführer dadurch im Lebens-

alltag erfahren hat, das bei derartigen Verletzungen Übliche sicher nicht in 

einem Masse, dass das Kriterium der erheblichen Beschwerden als erfüllt 

erscheint. 

 

4.5.7. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Unfall vom 9. März 2016 an-

gesichts der höchstens zwei in nicht besonders ausgeprägter Weise erfüll-

ten relevanten Kriterien keine massgebliche Bedeutung für die Entwicklung 

der noch über den 31. Dezember 2018 hinaus geklagten Beschwerden zu-

kommt. Da der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfaller-

eignis vom 9. März 2016 und den über den 31. Dezember 2018 hinaus 

bestehenden Beschwerden zu verneinen ist, erübrigt sich eine Beurteilung 

der Auswirkungen der unfallbedingten Beeinträchtigungen auf die Arbeits-

fähigkeit (auch) in einer angepassten Tätigkeit im Lichte der gemäss 

BGE 141 V 281 massgeblichen Indikatoren (zu deren Anwendbarkeit im 

Unfallversicherungsrecht vgl. BGE 141 V 574; zur Publikation vorgesehe-

nes Urteil des Bundesgerichts 8C_58/2022 vom 23. Mai 2022 E. 4.5.2 f.). 

Die von der Beschwerdegegnerin per Ende 2018 verfügte Einstellung der 

Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 9. März 2016 erweist 

sich demnach als rechtens. 

  

 - 15 - 

 

 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

5.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

5.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 

61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als 

Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch 

auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter; 2-fach)   

die Beschwerdegegnerin    

das Bundesamt für Gesundheit 

 
 

  

 - 16 - 

 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6,  

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 18. Oktober 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Roth Wirth