# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d886e1e-8279-5cb6-a403-f66436b038df
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-04-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.04.2016 C-4151/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4151-2015_2016-04-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-4151/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  A p r i l  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,  

Richter Antonio Imoberdorf,  

Gerichtsschreiberin Jeannine Scherrer-Bänziger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken. 

 

 

 

C-4151/2015 

Seite 2 

Sachverhalt:  

A.  

Der 1994 geborene kosovarische Staatsangehörige B._______(im Folgen-

den: Gesuchsteller) beantragte am 30. April 2015 bei der Schweizerischen 

Botschaft in Pristina ein Schengen-Visum für einen 14-tägigen Besuchs-

aufenthalt bei A._______ (im Folgenden: Gastgeberin bzw. Beschwerde-

führerin) im Kanton Zug (Akten der Vorinstanz [SEM act.] 2/15 ff.). 

Die Gastgeberin war zuvor mit einem Einladungsschreiben (datiert vom 

15. April 2015) an die Schweizer Vertretung gelangt. Darin bestätigte sie, 

dass sie den Gesuchsteller – bei dem es sich um ihren Neffen handle – für 

zwei bis drei Wochen Ferien zu sich einlade. Im Weiteren garantierte sie 

für den "Aufenthalt" und die "Versorgung" ihres Gastes (SEM act. 2/5). 

B.  

Mit Formularentscheid vom 1. Mai 2015 lehnte es die schweizerische Ver-

tretung ab, das gewünschte Visum auszustellen. Sie begründete ihre Hal-

tung mit der ihrer Auffassung nach fehlenden Gewähr für die fristgerechte 

Wiederausreise des Gesuchstellers aus dem Schengen-Raum nach einem 

Besuchsaufenthalt (SEM act. 2/11 f.). 

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Gastgeberin am 8. Mai 2015 Einspra-

che beim Staatssekretariat für Migration SEM. Zur Begründung ihrer Ein-

gabe führte sie im Wesentlichen an, die Einschätzung der Rückkehrwillig-

keit des Gesuchstellers durch die Botschaft sei unzutreffend. Sie versi-

chere, dass ihr Neffe termingerecht nach Kosovo zurückkehren werde 

(SEM act. 1/1).  

D.  

Auf Ersuchen der Vorinstanz hin richtete die Migrationsbehörde des Kan-

tons Zug am 1. Juni 2015 einen Fragekatalog an die Gastgeberin, den 

diese umgehend schriftlich beantwortete (SEM act. 5/24 f. bzw. 6/26 f.). 

E.  

Mit Verfügung vom 12. Juni 2015 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. 

Dabei teilte sie die Einschätzung der schweizerischen Auslandvertretung, 

wonach die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise des Gesuch-

stellers nach einem Besuchsaufenthalt nicht als gesichert betrachtet wer-

den könne. Dieser stamme aus einer Region, aus welcher als Folge der 

dort insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht herrschenden Verhältnisse 

C-4151/2015 

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ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. In seinen per-

sönlichen, familiären und beruflichen Verhältnissen seien keine Umstände 

in Form besonderer Verpflichtungen zu erkennen, die das grundsätzlich 

anzunehmende Risiko einer nicht anstandslosen Wiederausreise entschei-

dend relativieren könnten. Der Gesuchsteller sei jung, ledig und kinderlos. 

Er sei nicht erwerbstätig und seine finanziellen Verhältnisse seien nicht of-

fengelegt worden (SEM act. 7/30 ff.).  

F.  

Dagegen gelangte die Gastgeberin mit einer Beschwerde vom 2. Juli 2015 

(Datum Poststempel) an das Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt im-

plizit die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Ausstellung 

des gewünschten Visums. Zur Begründung macht sie im Wesentlichen gel-

tend, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, eine Wiederausreise nach 

dem geplanten Besuchsaufenthalt wäre nicht gesichert. Ihr Neffe sei ein 

ruhiger, verantwortungsvoller und disziplinierter Junge, der nur zu Ferien-

zwecken hierher kommen wolle. Sie garantiere, dass er die Schweiz ter-

mingerecht wieder verlassen werde.  

G.  

Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 4. September 2015 

auf Abweisung der Beschwerde. Die Rechtsmittelschrift enthalte keine 

neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung ih-

res Entscheides rechtfertigen könnten.  

H.  

Die Vernehmlassung der Vorinstanz wurde der Beschwerdeführerin mit Be-

gleitschreiben vom 15. September 2015 zur Kenntnisnahme gebracht.  

I.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit entscheidwesentlich, in den Er-

wägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, welche von einer der in Art. 33 

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VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Darunter fallen unter ande-

rem Verfügungen des SEM, die im Einspracheverfahren gegen die Verwei-

gerung eines Schengen-Visums ergehen. In dieser Materie entscheidet 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-

schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (vgl. 

Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdever-

fahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 

VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen. Massgebend sind grundsätzlich die tatsächlichen Ver-

hältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eines Staatsangehörigen 

der Republik Kosovo um Erteilung eines Visums für einen 14-tägigen Auf-

enthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich der Gesuchsteller nicht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beab-

sichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende 

Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der 

Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schen-

gen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechts-

akte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und seine 

Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als die 

Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen 

enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 

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Seite 5 

4.  

Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im 

Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 

4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesge-

setz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen-Recht schränkt 

die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraus-

setzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten ver-

pflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Vorausset-

zungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise beziehungsweise Vi-

sum vermittelt auch das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5; 

a.M. PHILIPP EGLI / TOBIAS D. MEYER, in: Caroni / Gächter / Thurnherr 

[Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Auslände-

rinnen und Ausländer, 2010, Art. 5 N. 3 f.). 

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 

des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, de-

ren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz ei-

nes Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsan-

gehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum 

benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gültigen Aufenthaltsti-

tels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfristigen Aufenthalt ver-

fügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 

22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 

142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über ei-

nen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Perso-

nen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105/1 vom 

13.04.2006], Art. 4 VEV). 

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4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um-

stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei-

chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 

VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der 

Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nachfol-

gend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu 

belegen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien 

Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte 

Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako-

dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33). 

Und schliesslich dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Infor-

mationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und 

keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-

che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats 

darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 

4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 

Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige 

Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristge-

recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; fer-

ner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 11. Ja-

nuar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drittstaatsan-

gehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswidrigen Ein-

wanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 

Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesicherten 

Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorüber-

gehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang 

(vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusammenhangs zum Ein-

reiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c 

SGK). 

4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom-

men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen-Raum geltendes 

"einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 

VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Grün-

den, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler 

Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der drittstaatsangehö-

rigen Person, welche die ordentlichen Einreisevoraussetzungen nicht er-

füllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit" zu 

erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für 

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das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 

Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Voraussetzungen kann einer 

drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestat-

tet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 

5.  

5.1 Aufgrund seiner Staatszugehörigkeit unterliegt der Gesuchsteller der 

Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung [EG] Nr. 539/2001 [ABl. L 81 

vom 21.03.2001 S. 1-7; zum vollständigen Quellennachweis vgl. Fussnote 

zu Art. 4 Abs. 1 VEV]). Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach 

Art. 5 Abs. 1 SGK ist die Frage der gesicherten Wiederausreise zentral. 

Eine solche erachtet die Vorinstanz aufgrund der allgemeinen Situation im 

Heimatland und der persönlichen Verhältnisse des Gesuchstellers als nicht 

genügend gesichert. Zur Einschätzung entsprechender Risiken sind sämt-

liche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen. 

5.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung einer Gewähr für die fristgerechte und 

anstandslose Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situation 

im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreise-

gesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten beziehungsweise Re-

gionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Ver-

hältnissen können ein Indiz dafür sein, dass die persönliche Interessenlage 

nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung 

in Einklang steht. 

5.3 Im Kosovo erweist sich die wirtschaftliche Lage auch Jahre nach Aner-

kennung der Unabhängigkeit als schwierig. Die Arbeitslosigkeit im Jahr 

2014 lag offiziell bei über 35 % (bei Jugendlichen sogar noch deutlich hö-

her), wobei diese Angaben aufgrund des in der Statistik schlecht erfassten 

informellen Sektors zu relativieren ist. Die kosovarische Regierung ging für 

das Jahr 2014 von einem Bruttoinlandprodukt von rund 3'080 Euro je Ein-

wohner aus, womit Kosovo nicht nur als eines der ärmsten Länder Euro-

pas, sondern auch als das ärmste Land auf dem Balkan gilt. Zuverlässige 

Angaben über die Höhe der Transferleistungen aus dem Ausland fehlen 

jedoch. Diese Überweisungen – sie fliessen vor allem in den privaten Kon-

sum – stellen jedenfalls eine wichtige Einkommensquelle und damit einen 

bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar (Quelle: www.auswaertiges-amt.de > 

Aussen- und Europapolitik > Länderinformationen > Kosovo > Wirtschafts-

politik, Stand: Dezember 2015, abgerufen im April 2016).  

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Seite 8 

5.4 Die Schweiz gilt aufgrund der grossen hier ansässigen Diaspora als 

eines der beliebtesten Zielländer für Emigranten aus dem Kosovo. Die Ten-

denz zur Immigration wird erfahrungsgemäss dort noch begünstigt, wo 

durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein minima-

les soziales Beziehungsnetz besteht. Angesichts der restriktiven Zulas-

sungsregelung werden dabei nicht selten ausländerrechtliche Bestimmun-

gen umgangen, indem versucht wird, den Aufenthalt – einmal eingereist – 

auf eine ganz andere rechtliche oder faktische Basis zu stellen und sich so 

der Pflicht zur Wiederausreise zu entziehen.  

5.5 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Um-

stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des kon-

kreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer gesuchstellenden Per-

son im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaft-

liche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die 

Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Anderer-

seits muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflich-

tungen haben, das Risiko eines ausländerrechtlich nicht regelkonformen 

Verhaltens nach einer bewilligten Einreise als hoch eingeschätzt werden. 

6.  

6.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen bald (…)-jährigen, ledi-

gen und kinderlosen Mann. Hinsichtlich seiner persönlichen Lebensum-

stände im Kosovo ist nur wenig bekannt. Gemäss einer im erstinstanzli-

chen Verfahren edierten Wohnsitzbestätigung (SEM act. 2/2) lebt er in 

C._______, einer kleinen Ortschaft innerhalb der südwestlich gelegenen 

Region von D._______, in Hausgemeinschaft mit den Eltern und zwei jün-

geren Brüdern. Nach Darstellung der Beschwerdeführerin ist diese mit sei-

nem Vater verschwistert. Die familiären Verhältnisse wurden im Gesuchs- 

und den anschliessenden Rechtsmittelverfahren nicht weiter erläutert und 

es kann vor dem aktenkundigen Hintergrund weder von persönlichen noch 

von familiären Verpflichtungen ausgegangen werden, denen der Gesuch-

steller in seinem Heimatland unterliegen würde und die in besonderem 

Masse geeignet wären, Gewähr für eine Rückkehr dorthin zu bieten.  

6.2 In Bezug auf die wirtschaftlichen Verhältnisse steht fest, dass der Ge-

suchsteller seit Abschluss seiner Berufslehre als (…) im Jahre (…) arbeits-

los ist (Angabe der Beschwerdeführerin in ihren schriftlichen Auskünften 

vom 2. Juni 2015; SEM act. 6/26 f.). Die Vorinstanz rügte im angefochtenen 

Entscheid ungenügende Aufschlüsse durch den Gesuchsteller zu dessen 

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Seite 9 

wirtschaftlichen Verhältnissen. Dennoch bleibt auch im Beschwerdeverfah-

ren unklar, von welchen Subsistenzmitteln der Gesuchsteller lebt bzw. in 

welchen Verhältnissen sich seine Familie befindet. Es versteht sich von 

selbst, dass auch solche Umstände nicht auf eine Verwurzelung, sondern 

im Gegenteil auf die besondere Gefahr schliessen lassen, dass der Be-

troffene – wie viele andere auch – eine Sicherung seiner Existenz durch 

Emigration ins Ausland suchen könnte.  

6.3 Vor diesem allgemeinen und persönlichen Hintergrund konnte die Vor- 

instanz willkürfrei zum Schluss gelangen, dass keine hinreichende Gewähr 

für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise des Gesuchstel-

lers nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Einschätzung ver-

mögen die gegenteiligen Zusicherungen der Beschwerdeführerin nichts zu 

ändern. An ihren guten Absichten und an ihrer aufrichtigen Überzeugung 

ist sicherlich nicht zu zweifeln, doch kann darauf nicht abgestellt werden. 

In ihrer Eigenschaft als Gastgeberin kann sie zwar für gewisse finanzielle 

Risiken (Lebenshaltungskosten während des Besuchsaufenthalts, allfäl-

lige von einer Versicherung nicht gedeckte Kosten für Unfall und Krankheit 

sowie Repatriierung) Garantie leisten, nicht aber – mangels rechtlicher und 

faktischer Durchsetzbarkeit – für ein bestimmtes Verhalten ihres Gastes 

(vgl. BVGE 2009/27 E. 9). Sie vermag schliesslich auch aus ihrem Hinweis 

auf den ruhigen und verantwortungsbewussten Charakter des Gesuchstel-

lers nichts zu dessen Gunsten abzuleiten, kann daraus doch nicht verläss-

lich auf eine bestimmte Haltung zur Frage einer allfälligen Emigration ge-

schlossen werden. 

6.4 Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter 

Gültigkeit wurden von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht und 

solche sind auch nicht ersichtlich. 

7.  

Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist da-

her abzuweisen. 

8.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 

Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). 

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.- werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ge-

deckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr.[…]) 

– die Migrationsbehörde des Kantons Zug 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Andreas Trommer Jeannine Scherrer-Bänziger 

 

 

 

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