# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b58f391d-7371-5d8a-8897-74c3efb67a5d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-08-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 04.08.2005 SB 2005 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2005-30_2005-08-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 04. August 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 05 30 (nicht/mündlich eröffnet)

Verfügung 
Kantonsgerichtspräsidium

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
Aktuar ad hoc Hitz

——————

In der strafrechtlichen Berufung

der Z., Berufungsklägerin,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 25. November 
2004, mitgeteilt am 3. Januar 2005, in Sachen der Y. O., Berufungsbeklagte, gegen 
die Berufungsklägerin, 

betreffend Ehrverletzung,

hat sich ergeben:

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A. Mit Urteil vom 12. Juni 2003, mitgeteilt am 13. August 2003, erkannte 
der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos, was folgt:

 „1. Z. ist schuldig der üblen Nachrede gemäss Art. 173 StGB.
2. Z. ist schuldig der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB 

sowie des mehrfachen vollendeten Nötigungsversuchs gemäss 
Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

3. Dafür wird Z. mit 14 Tagen Gefängnis sowie Fr. 250.00 Busse 
bestraft. 

4. Der Vollzug der Gefängnisstrafe wird unter Ansetzung einer 
Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben. Bei Wohlverhalten 
wird die Busse nach Ablauf einer Probezeit von einem Jahr 
gelöscht. 

5. Die Adhäsionsklagen der Y. O. und des K. O. sowie des J. wer-
den abgewiesen.

6.  Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus: 
- zwei Aussöhnungsverfahren vor Kreispräsident von      Fr. 400.00
- Untersuchungsgebühren des Kreispräsidenten von           Fr. 200.00
- Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von           Fr. 2'085.00
- Barauslagen der Staatsanwaltschaft von                 Fr.168.20
- der Gerichtsgebühr von             Fr. 2'000.00

Total somit von             Fr. 5'053.20

gehen zulasten der Z.. Nach Verrechnung mit den von ihr erleg-
ten Kostenvorschüssen (Fr. 60.00 an die Kreiskasse Küblis und 
Fr. 1'500.- an die Bezirksgerichtskasse) hat Z. den Restbetrag 
von Fr. 3'493.20 innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils 
mittels beigeschlossenem Einzahlungsschein der Bezirksge-
richtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen. Der von Y. O. ge-
leistete Kostenvorschuss von insgesamt Fr. 1'560.00 (Fr. 60.00 
an die Kreiskasse Küblis und Fr. 1'500.- an die Bezirksgerichts-
kasse) wird ihr nach Rechtskraft dieses Urteils erstattet.

7. (Rechtsmittelbelehrung)
8. (Mitteilung)“.

Der Verurteilung wegen übler Nachrede legte der Bezirksgerichtsausschuss Prätti-
gau/Davos folgenden Sachverhalt zugrunde:

„Am Nachmittag des 12. August 2002 war die Privatstrafklägerin Y. O. 
damit beschäftigt, ihrem Mann beim Ausgraben des westlichen 
Schopfes zur Hand zu gehen. Während dieser den Aushub abladen 
ging, stellten sich H. und I. zu einem Schwatz bei ihr ein. Alsdann trat 
Z. vor den Stall. Sie beschuldigte dabei die Privatstrafklägerin, ihr 
Blumen ausgerissen zu haben. Überdies sagte sie zu den beiden 
Besucherinnen, sie sollen nach Chur weiterfahren. Um hierher fahren 

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zu dürfen, brauche es eine Bewilligung und sie würden doch nicht mit 
einer “Kindsmörderin“ reden wollen. Dabei deutete die 
Privatstrafbeklagte auf Y. O..“ 

B. Gegen dieses Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Da-
vos erhob Z. mit Eingabe vom 2. September 2003 Berufung beim Kantonsgerichts-
ausschuss von Graubünden mit folgenden Rechtsbegehren:

 „1. Ziff. 1, 2, 3, 4 und 6 des Urteils des Bezirksgerichtsausschusses 
Prättigau/Davos vom 12.6.2003 seien aufzuheben und die Be-
rufungsklägerin sei vom Vorwurf der üblen Nachrede, der mehr-
fachen Nötigung sowie des mehrfachen vollendeten Nötigungs-
versuchs freizusprechen.

2. Die Adhäsionskläger K. O. und Y. O. sowie J. sind zu verpflich-
ten, der Berufungsklägerin eine Parteientschädigung von Fr. 
2'000.- zu bezahlen.

3. Der Unterzeichnete sei als amtlicher Verteidiger der Berufungs-
klägerin zu bestellen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.6% 
MWSt.“

C. Der Kantonsgerichtsausschuss Graubünden erkannte mit Urteil vom 
19. November 2003 (vgl. SB 03 47), mitgeteilt am 25. Mai 2004, was folgt: 

 „1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und das angefoch-
tene Urteil wird aufgehoben.

2. Das Verfahren betreffend üble Nachrede im Sinne von Art. 173 
StGB wird im Sinne der Erwägungen zur Ergänzung des Be-
weisverfahrens und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückgewiesen.

3. Z. ist schuldig der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB 
sowie des mehrfachen vollendeten Nötigungsversuchs gemäss 
Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

4. Dafür wird sie mit 10 Tagen Gefängnis bestraft.
5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Anset-

zung einer Probezeit von zwei Jahren.
6. Die Adhäsionsklagen der Y. O. und des K. O. sowie des J. wer-

den abgewiesen.
Y. O. und K. O. haben Z. mit Fr. 400.-- zu entschädigen und J. 
hat Z. mit Fr. 200.-- zu entschädigen.

7. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens, bestehend aus der 
Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 2'085.--, 
den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr. 168.20 und 
der Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.--, somit total Fr. 3'753.20, ge-
hen zu Lasten von Z.. 

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8. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.-- gehen zu 
¾ zu Lasten von Z. und zu ¼ zu Lasten des Kantons Graubün-
den.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung von Fr. 1'000.-- werden 
vorschussweise vom Kanton Graubünden übernommen. Sie 
gehen zu ¾ zu Lasten von Z. und zu ¼ zu Lasten des Kantons 
Graubünden. 

9. (Rechtsmittelbelehrung)
10. (Mitteilung).“

D. Nachdem das Urteil des Kantonsgerichtsausschusses vom 19. No-
vember 2003 bezüglich der Verurteilung von Z. zu zehn Tagen Gefängnis bedingt 
unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren wegen mehrfacher Nötigung 
gemäss Art. 181 StGB sowie wegen mehrfachen Nötigungsversuchs gemäss Art. 
181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB mittlerweile in Rechtskraft 
erwachsen ist, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos nach 
Ergänzung der Untersuchung mit Urteil vom 25. November 2004, mitgeteilt am 3. 
Januar 2005, betreffend der Anklage wegen übler Nachrede im zweiten Rechts-
gang, was folgt:

 „1. Z. ist schuldig der üblen Nachrede gemäss Art. 173 StGB.
2. Dafür wird Z. mit einer Busse in der Höhe von Fr. 250.00 be-

straft.
3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- zwei Aussöhnungsverfahren vor Kreispräsident von Fr. 400.00
- Untersuchungsgebühren des Kreispräsidenten von Fr. 200.00
- der Gerichtsgebühr von Fr. 700.00

total somit von Fr. 1'300.-
gehen zulasten von Z.. Die Forderung von insgesamt Fr. 
1'550.00 (Fr. 250.00 Busse + Fr. 1'300.00 Verfahrenskosten) 
wird mit dem von ihr erlegten Kostenvorschuss von total Fr. 
1'560.00 (Fr. 60.00 an die Kreiskasse Küblis und Fr. 1'500.00 
an die Bezirksgerichtskasse) verrechnet. Der von Y. O. geleis-
tete Kostenvorschuss von insgesamt Fr. 1'560.00 (Fr. 60.00 an 
die Kreiskasse Küblis und Fr. 1'500.00 an die Bezirksgerichts-
kasse) wird ihr nach Rechtskraft dieses Urteils erstattet.

4. (Rechtsmittelbelehrung)
5. (Mitteilung).“

E. Mit Eingabe vom 20. Januar 2005 erhob Z. gegen dieses Urteil Beru-
fung beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden. Z. bestritt die ihr zur Last 
gelegte Tat. Sie machte sinngemäss geltend, dass dem angefochtenen Urteil eine 

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falsche Sachverhaltsdarstellung zugrunde läge und rügte eine willkürliche Beweis-
würdigung durch die Vorinstanz. Sie sei für unschuldig zu erklären.

F. Der Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden erkannte mit Urteil 
vom 16. März 2005, mitgeteilt am 12. Mai 2005 was folgt:

 „1. Die Berufung wird abgewiesen.
2. Die Ziffer 2 des angefochtenen Urteils wird von Amtes wegen 

aufgehoben und wie folgt neu formuliert: Z. wird als Zusatz zu 
der im Urteil des Kantongerichtsausschusses Graubünden vom 
19. November 2003 ausgefällten Strafe mit einer Busse von Fr. 
250.- bestraft.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'000.- gehen zu 
Lasten von Z..

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen, 
soweit es sich nicht als gegenstandslos erweist.

5. (Rechtsmittelbelehrung)
6. (Mitteilung).“

Als Begründung führte der Kantonsgerichtsausschuss im wesentlichen aus, 
dass es keine erheblichen Zweifel gebe, dass sich der Sachverhalt nach Darstellung 
der Zeuginnen und der Berufungsbeklagten zugetragen habe und es nicht als glaub-
haft erscheine, dass Z. das Wort „Kindsmörderin“ nicht ausgesprochen habe. Es sei 
rechtsgenüglich erstellt, dass Z. am 12. August 2002 Y. O. vor zwei Zeuginnen als 
„Kindsmörderin“ betitelt und somit den Tatbestand der üblen Nachrede gemäss Art. 
173 StGB erfüllt habe.

G. Gegen das Urteil des Kantonsgerichtsausschusses vom 16. März 
2005, mitgeteilt am 12. Mai 2005, reichte Z. am 17. Juni 2005 eine Nichtigkeitsbe-
schwerde beim Bundesgericht ein, mit dem sinngemässen Antrag, die Verurteilung 
und die Bestrafung wegen übler Nachrede seien aufzuheben. Mit Urteil vom 5. Juli 
2005 trat das Bundesgericht auf die Beschwerde nicht ein (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 6S.237/2005 vom 5. Juli 2005).

H. Mit Eingabe vom 27. Juli 2005 führt Z. erneut Berufung gegen das 
Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 25. November 2004, 
mitgeteilt am 3. Januar 2005. Sinngemäss macht Z. dabei Mängel des Gerichtsver-
fahrens geltend, in dem falsche Zeugenaussagen vorlägen. Desweitern beruft sie 
sich nochmals auf ihre Verurteilung in Bezug auf üble Nachrede gemäss Art. 173 
StGB und führt aus, dass sie Y. O. nicht in geringster Art und Weise beleidigt habe. 

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Auf die Ausführungen zur Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich, 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen:

Das Kantonsgerichtspräsidium zieht in Erwägung :

1.a) Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Aus-
schüsse, sowie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten 
(ausgenommen Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und 
Strafmandate) können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichts-
ausschuss Berufung einreichen. Auch Urteile der Bezirksgerichtsausschüsse in 
Ehrverletzungssachen sind von den Parteien mit Berufung an den Kantonsgerichts-
ausschuss von Graubünden anfechtbar (Art. 168 Abs. 1 Satz 1 StPO). Die Forma-
litäten richten sich dabei nach den allgemeinen Bestimmungen über das Berufungs-
verfahren gemäss Art. 141 ff. StPO (vgl. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessord-
nung des Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 1996, S. 423). Die Berufung ist innert 
20 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Entscheides einzurei-
chen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen 
Entscheides oder Gerichtsverfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder 
lediglich Teile davon angefochten werden (vgl. Art. 141 ff. StPO). Gemäss Art. 143 
Abs. 1 StPO schreibt der Kantonsgerichtspräsident offensichtlich verspätete oder 
unzulässige Berufungen ohne weiteres Verfahren ab.

b) Die Berufung bildet ein ordentliches und vollkommenes Rechtsmittel 
im Gerichtsverfahren, mit welchem ein Entscheid weitergezogen werden kann und 
welches somit zu einer Überprüfung des Verfahrens und des Erkenntnisses der ers-
ten Instanz durch eine obere Instanz in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht führt. 
Die Berufung als ordentliches Rechtsmittel verhindert, dass der angefochtene Ent-
scheid in Rechtskraft erwächst. Mit der Ergreifung der Berufung wird das bisherige 
Verfahren fortgesetzt; sie ist nur zulässig vor dem Eintritt der formellen Rechtskraft. 
Dabei tritt das Urteil des Kantonsgerichtsausschusses an die Stelle des angefoch-
tenen Entscheides und wächst allein in Rechtskraft. Formelle Rechtskraft bedeutet 
die Unabänderlichkeit der Entscheidung und damit den Abschluss des Verfahrens, 
in dem sie ergangen ist (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafpro-
zessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 99 N 1 f., § 95 N 1 ff.; Padrutt, a.a.O., S. 360; BGE 
104 IV 59). Mit Eintritt der formellen Rechtskraft kann das Urteil nicht mehr mit einem 
ordentlichen Rechtsmittel angefochten werden (vgl. Vogel/Spühler, Grundriss des 
Zivilprozessrechts, 7. Aufl., Bern 2001, 8 N 61). Ein Urteil wird u.a. mit der Beurtei-

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lung in letzter kantonaler Instanz oder nach ungenutztem Ablauf der ordentlichen 
Rechtsmittelfrist sowie nach Verzicht auf das Rechtsmittel formell rechtskräftig. Die 
formelle Rechtskraft bewirkt die Vollstreckbarkeit des Urteils, indem der Verurteilte 
zur Verbüssung einer Freiheitsstrafe aufgeboten oder zur Bezahlung einer Busse 
aufgefordert wird (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 84 N 4 ff.). Ein formell 
rechtskräftiges Urteil kann nicht mehr mit einem ordentlichen, sondern nur noch mit 
einem ausserordentlichen Rechtsmittel angefochten werden. Mit dessen Ergreifung 
wird aber der Eintritt der Rechtskraft des angefochtenen Entscheides nicht verhin-
dert (zum Begriff des ausserordentlichen Rechtsmittels vgl. Hauser/Schweri/Hart-
mann, a.a.O. § 95 N. 2 und unten Erwägung 2.b)). Ein nur mit ausserordentlichen 
Rechtsmitteln angreifbares Urteil setzt also notwendigerweise einen formell rechts-
kräftigen Entscheid voraus.

c) Die Berufungsklägerin erhob am 20. Januar 2005 beim Kantonsge-
richtsausschuss von Graubünden Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts-
ausschusses Prättigau/Davos vom 25. November 2004, mitgeteilt am 3. Januar 
2005. In seinem Urteil vom 16. März 2005, mitgeteilt am 12. Mai 2005, wies der 
Kantonsgerichtsausschuss die Berufung ab. Mit diesem Entscheid wurde das an-
gefochtene vorinstanzliche Urteil bestätigt und das Urteil des Kantonsgerichtsaus-
schusses trat an die Stelle des Urteils des Bezirksgerichtsausschusses Prätti-
gau/Davos vom 25. November 2004. Mit der Beurteilung durch die oberste kanto-
nale Instanz wurde der Entscheid formell rechtskräftig, da ein Weiterzug mit einem 
ordentlichen Rechtsmittel nicht mehr möglich ist. Daran ändert auch der Umstand 
nichts, dass die Berufungsklägerin am 17. Juni 2005 beim Bundesgericht eine Nich-
tigkeitsbeschwerde erhob, da es sich bei der Nichtigkeitsbeschwerde um ein aus-
serordentliches Rechtsmittel handelt, welches den Eintritt der Rechtskraft des Ur-
teils des Kantonsgerichtsausschusses gerade nicht hemmt (vgl. Hau-
ser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 104 N 1). Mit Urteil des Kantonsgerichtsausschus-
ses vom 16. März 2005 war das Berufungsverfahren abgeschlossen. Auf die Nich-
tigkeitsbeschwerde trat das Bundesgericht nicht ein.

Mit Eingabe vom 27. Juli 2005 erhebt die Berufungsklägerin erneut Berufung 
gegen das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 25. Novem-
ber 2004, mitgeteilt am 3. Januar 2005. Aufgrund der oben gemachten Ausführun-
gen kann festgehalten werden, dass an die Stelle des vorinstanzlichen Urteils das-
jenige des Kantonsgerichtsausschusses vom 16. März 2005 trat, welches in for-
melle Rechtskraft erwuchs. Eine Anfechtung dieses Entscheides bzw. des Urteils 
des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 25. November 2004 mittels 

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Berufung gemäss Art. 141 StPO ist somit nicht mehr möglich. Folglich ist die Beru-
fung gemäss Art. 143 Abs. 1 StPO unzulässig. Auf die Berufung von Z. vom 27. Juli 
2005 kann somit nicht eingetreten werden. 

2.a) Würde man die Eingabe der Berufungsklägerin hingegen nicht als Be-
rufung, sondern als Wiederaufnahme- bzw. Revisionsgesuch gemäss Art. 147 ff. 
StPO betrachten, so kann festgehalten werden, dass der Rechtsmittelführerin durch 
die irrtümliche Bezeichnung des Rechtsmittels als Berufung anstelle eines Wieder-
aufnahmegesuches kein Nachteil entstehen dürfte (vgl. sinngemäss Art. 135 StPO; 
Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 97 N 2; BGE 96 I 113). 

b) Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO kann die Wiederaufnahme eines durch 
rechtskräftigen Entscheid abgeschlossenen Strafverfahrens verlangt werden auf 
Grund neuer, erheblicher Tatsachen oder Beweismittel (so genannte Nova), die 
dem Richter zur Zeit des früheren Verfahrens nicht bekannt waren. Gemäss Art. 
149 StPO ist das Revisionsbegehren mit schriftlicher Begründung, unter Angabe 
der Tatsachen und Beweismittel, auf die es sich stützt, bei jener Instanz einzurei-
chen, die den angefochtenen Strafentscheid in letzter Instanz gefällt hat. Die Revi-
sion gemäss Art. 147 ff. StPO ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, d.h. es ver-
hindert den Eintritt der Rechtskraft des angefochtenen Entscheides nicht. Ihr Ziel ist 
die Aufhebung der formellen Rechtskraft des Entscheides. Die Wiederaufnahme 
kann sich gegen jede rechtskräftige Entscheidung strafrechtlicher Natur richten. 
Grundlage für ein Wiederaufnahmegesuch können nur Nova sein, nicht aber die 
Rüge ungenügender Würdigung bekannter Tatsachen, falscher Anwendung des 
Strafgesetzes etc. Verfahrensmängel bilden keinen Revisionsgrund (vgl. Padrutt, 
a.a.O., S. 379 ff.). Der Gesuchsteller hat die Nova selbst zu beschaffen oder er hat 
diese zumindest genau zu bezeichnen. Als neu gilt indessen, was im ursprünglichen 
Verfahren dem Gericht überhaupt nicht zur Beurteilung vorlag. Dabei sind neue Tat-
sachen und Beweismittel erheblich, wenn es sich um für die rechtliche Qualifikation 
oder Strafzumessung bedeutende Umstände handelt, die vom Gericht nicht berück-
sichtigt wurden und die wahrscheinlich zu einer Änderung des früheren Urteils 
führen würden. Sie müssen beweiskräftig und rechtlich bedeutsam sein (vgl. Hau-
ser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 95 N 2, § 102 N 15 ff.; Padrutt, a.a.O., S. 381; PKG 
1994 Nr. 31).

c) Gemäss Art. 150 Abs. 1 StPO weist der Präsident offensichtlich un-
zulässige oder unbegründete Wiederaufnahmegesuche ohne Aktenergänzung ab. 
Bei der Zulassung gemäss Art. 150 Abs. 1 StPO entscheidet der Präsident somit 

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nur, ob die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme gegeben sind, insbesondere 
ob ein Novum vorhanden und dessen Erheblichkeit zu bejahen ist. 

Wie oben dargelegt, muss die Gesuchsstellerin gemäss Art. 149 StPO die 
neuen Tatsachen und Beweismittel angeben und begründen, weswegen diese ihrer 
Ansicht nach das Urteil als Fehlurteil erscheinen lassen; zumindest muss deren Vor-
handensein glaubhaft gemacht werden. Fehlt diese Begründung von vornhinein, 
kann der Präsident die Zulassung verweigern (vgl. Padrutt, a.a.O., S. 385; Hau-
ser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 102 N 33 ff.).

d) Gemäss Art. 149 StPO wäre der Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden für die Behandlung des Wiederaufnahmegesuches, wenn es denn 
zulässig oder begründet wäre, zuständig, da er den angefochtenen Entscheid in 
letzter Instanz gefällt hat. Die Berufungsklägerin bzw. Gesuchsstellerin macht in ih-
rer Eingabe vom 27. Juli 2005 sinngemäss Mängel des Gerichtsverfahrens geltend, 
in dem falsche Zeugenaussagen vorlägen und sie zu Unrecht einer Ehrverletzung 
bezichtigt worden sei. Desweitern sei sie weder ordentlich über das Verfahren in-
formiert worden, noch sei ihr damals von der Polizei etwas mitgeteilt worden. Bei 
ihren Ausführungen beruft sich die Gesuchsstellerin auf einen Zeugen, ohne jedoch 
dessen Namen zu nennen. Weiter spricht die Gesuchsstellerin von plötzlich aufge-
tauchten Zeugen der Gegenpartei, welche anscheinend gezielt falsche Aussagen 
gemacht hätten. Die Gesuchsstellerin legt aber auch hier nicht weiter dar, um was 
für Zeugen es sich handelt und inwiefern diese Falschaussagen gemacht hätten. 
Die Berufungsklägerin bzw. Gesuchsstellerin bringt nicht vor, inwiefern die Aussa-
gen der beiden Zeuginnen I. und H. nicht glaubhaft sein sollten. Sie bringt auch nicht 
vor, dass sie am besagten Nachmittag des 12. August 2002 gar nicht mit Y. O. und 
den Zeuginnen gesprochen hätte. Die der Eingabe vom 27. Juli 2005 beigelegten 
Akten enthalten denn auch keine Anhaltspunkte, die für falsche Zeugenaussagen 
sprechen würden. 

Bezüglich der Ehrverletzung gemäss Art. 173 StGB kann festgehalten wer-
den, dass diese bereits mit Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos 
vom 25. November 2004 nachgewiesen und mit Urteil des Kantonsgerichtsaus-
schusses vom 16. März 2005 bestätigt wurde. Gemäss diesem Urteil ist es somit 
erwiesen, dass die Berufungsklägerin bzw. Gesuchsstellerin am Nachmittag des 12. 
August 2002 Y. O. eine „Kindsmörderin“ nannte. Im Entscheid des Kantonsgerichts-
ausschusses vom 16. März 2005 wurde diesbezüglich festgehalten, dass sowohl 
die Aussage von I. als auch die Aussage von H. als glaubhaft eingestuft werden 

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können und dass sich der Sachverhalt nach Darstellung dieser Zeuginnen auch 
tatsächlich zugetragen hat. Bezüglich der gerügten Verfahrensmängel kann festge-
halten werden, dass solche, falls sie – was nicht erkennbar ist – überhaupt vorhan-
den sein sollten, keinen Revisionsgrund bilden (vgl. oben Erwägung 2. b)). 

e) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Berufungsklä-
gerin bzw. Gesuchsstellerin offensichtlich keine neuen erheblichen Tatsachen oder 
Beweise geltend bzw. glaubhaft macht, sondern nur Einwände erhebt, welche ihr 
bereits im früheren, rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren bekannt und demzu-
folge auch dort vorzutragen waren. 

Daraus folgt, dass – selbst wenn die Berufung von Z. als Wiederaufnahmegesuch 
entgegengenommen wird – dasselbe als offensichtlich unbegründet abgewiesen 
werden muss, sofern überhaupt darauf eingetreten werden kann.

3. Es werden keine Kosten erhoben.

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Demnach verfügt das Kantonsgerichtspräsidium :

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

2. Das Revisionsgesuch wird, soweit darauf eingetreten werden kann, abgewie-
sen.

3. Es werden keine Kosten erhoben.

4. Mitteilung an:

__________

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: