# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43221a0e-97e2-51b9-83c5-10fb228ef964
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-25
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Kindes- und Erwachsenenschutzhof 25.06.2019 106 2019 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_004_106-2019-34_2019-06-25.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

106 2019 34

Urteil vom 25. Juni 2019

Kindes- und Erwachsenenschutzhof

Besetzung Präsidentin: Sandra Wohlhauser
Richter: Michel Favre
Ersatzrichter: Felix Baumann
Gerichtsschreiberin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Beschwerdeführerin

Gegenstand Fürsorgerische Unterbringung (Art. 426 Abs. 1 ZGB, Art. 449 ZGB)

Beschwerde vom 14. Juni 2019 gegen den Entscheid des Friedens-
gerichts des Sensebezirks vom 5. Juni 2019

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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1998, stammt aus B.________ und lebt seit dem Jahr 2008 in der 
Schweiz. Im Jahr 2010 wurde ihrer Mutter gestützt auf Art. 310 Abs. 2 ZGB die Obhut entzogen. In 
der Folge lebte A.________ bei den Pflegemüttern C.________ und D.________. Ab dem Jahr 
2010 bestand zudem eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB sowie Art. 306 Abs. 
2 ZGB. 

Mit Schreiben vom 30. Dezember 2015 stellte die damalige Beiständin dem Friedensgericht des 
Sensebezirks (nachfolgend: das Friedensgericht) den Antrag, es sei für A.________ eine Vertre-
tungsbeistandschaft im Sinne von Art. 394 ZGB i.V.m. Art. 395 ZGB für die finanziellen und 
administrativen Angelegenheiten sowie für sämtliche persönlichen Belange zu errichten. Zur 
Begründung führte sie aus, dass A.________ an einer geistigen Behinderung leide – in neuro-
psychologischen Abklärungen zwischen dem Jahr 2012 und dem Jahr 2015 wurden IQ-Werte 
zwischen 50 und 54 gemessen. Sie habe zudem sowohl in der Schweiz wie auch in B.________ 
massive häusliche Gewalt erlitten. Es sei unklar, ob die Ursache für die geistige Behinderung in 
einem Geburtsgebrechen oder in der Traumatisierung durch die erlittenen Übergriffe zu suchen 
sei. A.________ habe grosse Konzentrationsschwierigkeiten und sei einfach ablenkbar. Sie sei 
ständig in Alarmbereitschaft. Sie zeige ein stark sexualisiertes Verhalten und habe diesbezüglich 
einen umfassenden Schutzbedarf. Zudem habe sie keine genaue Vorstellung vom Wert des 
Geldes und von der Uhrzeit. A.________ werde dauerhaft Hilfeleistungen in finanziellen und admi-
nistrativen Angelegenheiten benötigen. Da die Betreuung von A.________ in der Wohngruppe von 
E.________ und in der Pflegefamilie sehr anspruchsvoll sei, benötige sie auch für die persönlichen 
Angelegenheiten eine Beistandsperson, welche sie betreue und ihr notfalls unterstützend zur Seite 
stehe. 

Mit Entscheid des Friedensgerichts vom 2. März 2016 wurde F.________ zur Vertretungsbeistän-
din mit Einkommens- und Vermögensverwaltung i.S.v. Art. 394 und 395 ZGB ernannt. Die Pflege-
mütter C.________ und D.________ wurden ihrerseits als Vertretungsbeiständinnen gemäss Art. 
394 ZGB für die persönlichen Belange bezeichnet. 

Mit Entscheid des Friedensgerichts vom 14. Dezember 2016 wurde A.________ gestützt auf Art. 
394 Abs. 2 ZGB über alle ihre vorhandenen Vermögenswerte, für ihre vermögensrechtlichen 
Verpflichtungen wie auch über ihr Einkommen die Handlungsfähigkeit entzogen. 

Im September 2017 trat A.________ in die G.________ der H.________ in I.________ ein.

B. Ende Mai 2019 kam es seitens der Pflegemütter zu einer Gefährdungsmeldung. Aus dieser 
geht hervor, dass A.________ zunehmend ein besorgniserregendes Verhalten an den Tag lege. 
Sie bringe sich regelmässig in Gefahr, so u.a. indem sie mit verschiedensten Männern unge-
schützte sexuelle Kontakte habe und Drogen konsumiere. 

Am 5. Juni 2019 hörte das Friedensgericht A.________, die drei Beiständinnen sowie J.________ 
von der H.________ an. Am selben Tag ordnete es in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 und Art. 
449 ZGB eine fürsorgerische Unterbringung mit Begutachtung an. 

Am 6. Juni 2019 wurde das besagte Gutachten in Auftrag gegeben und Dr. K.________ zum 
Gutachter bestimmt. 

C. Am 14. Juni 2019 (Eingang beim Kantonsgericht: 18. Juni 2019) reichte A.________ eine 
Beschwerde gegen den Entscheid vom 5. Juni 2019 ein. 

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Am 25. Juni 2019 wurden A.________ und Dr. L.________, Oberarzt im stationären Behandlungs-
zentrum Marsens (nachfolgend: das SBZ Marsens), vom hiesigen Gerichtshof in Marsens ange-
hört. Der Freund von A.________, M.________, wurde ebenfalls befragt. 

Erwägungen

1.

1.1. Gegen einen Entscheid der Erwachsenenschutzbehörde auf dem Gebiet der fürsorgeri-
schen Unterbringung kann innert 10 Tagen seit der Mitteilung des Entscheids schriftlich Beschwer-
de geführt werden (Art. 450 Abs. 1 und Art. 450b Abs. 2 ZGB). Im Kanton Freiburg ist das 
Kantonsgericht für Beschwerden gegen Entscheide zuständig, die von der Schutzbehörde 
getroffen wurden (Art. 8 KESG). Im Bereich der fürsorgerischen Unterbringung ist die Beschwerde 
nicht zu begründen (Art. 450e Abs. 1 ZGB). 

1.2. Der angefochtene Entscheid verfügt die fürsorgerische Unterbringung von A.________, 
welche als direkt Betroffene zur Beschwerde befugt ist (Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Der 
angefochtene Entscheid wurde ihr frühestens am 5. Juni 2019 zugestellt. Die Beschwerdefrist ist 
mit der Beschwerde vom 14. Juni 2019 grundsätzlich gewahrt, jedoch erfolgte die Eingabe an das 
Friedensgericht und somit an die falsche Behörde. Soweit diese die Beschwerde dem hiesigen Hof 
umgehend weitergeleitet hat, gibt die Beschwerdefrist zu keinen weiteren Ausführungen Anlass. 
Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten.

1.3. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung, ausser die Erwachsenenschutzbehörde 
oder die Beschwerdeinstanz entscheidet anders (Art. 450e Abs. 2 ZGB). Vorliegend wurde kein 
entsprechender Entscheid getroffen, sodass die Beschwerde keine aufschiebende Wirkung entfal-
tet. 

1.4. Der Kindes- und Erwachsenenschutzhof hat mit Bezug auf die Beschwerdegründe der 
Rechtsverletzung, der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts und der Unangemessenheit (Art. 450a Abs. 1 ZGB) freie Kognition (STECK, in FamKomm 
Erwachsenenschutz, 2013, Art. 450a N. 7 mit Hinweisen). Die für das erstinstanzliche Verfahren 
anwendbaren Grundsätze der Untersuchungs- und Offizialmaxime gelten auch vor der Beschwer-
deinstanz (KOKES-Praxisanleitung Erwachsenenschutzrecht, N. 12.34). Da das freiburgische 
Recht nichts anderes vorsieht, sind die Bestimmungen der Zivilprozessordnung sinngemäss 
anwendbar (Art. 450f ZGB).

2.

2.1. Nach Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, die an einer psychischen Störung oder an 
geistiger Behinderung leidet oder schwer verwahrlost ist, in einer geeigneten Einrichtung unterge-
bracht werden, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Erste 
gesetzliche Voraussetzung der Massnahme ist einer der drei abschliessend genannten Schwäche-
zustände: psychische Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist 
sodann eine durch den Schwächezustand begründete Notwendigkeit der Behandlung bzw. Betreu-
ung. Weitere Voraussetzung bildet, dass der Person die nötige Behandlung oder Betreuung nicht 
auf andere Weise als durch eine Einweisung in eine Einrichtung oder die dortige Zurückbehaltung 
gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung. Die Belas-
tung und der Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Art. 426 Abs. 2 ZGB). 

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Die betroffene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen für die Unterbringung nicht 
mehr erfüllt sind (Art. 426 Abs. 3 ZGB; Urteil BGer 5A_228/2016 vom 11. Juli 2016 E. 3.1).

Ist eine psychiatrische Begutachtung unerlässlich und kann diese nicht ambulant durchgeführt 
werden, so weist die Erwachsenenschutzbehörde die betroffene Person zur Begutachtung in eine 
geeignete Einrichtung ein (Art. 449 Abs. 1 ZGB). Bei der Einweisung nach Art. 449 Abs. 1 ZGB 
handelt es sich um eine Ergänzung der Einweisung gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB. Sie dient der 
Abklärung der Verhältnisse und ist zulässig, soweit eine fürsorgerische Unterbringung ernsthaft in 
Betracht gezogen werden kann, aber wichtige Grundlagen für einen definitiven Einweisungs-
entscheid fehlen. Der zur Begutachtung verfügte Aufenthalt in einer Einrichtung ist auf die absolut 
notwendige Zeit zu beschränken (Urteil BGer 5A_900/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 2.1).

2.2. Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid fest, dass A.________ gemäss neuropsychologi-
scher Abklärung vom 30. Januar 2015 einen IQ von 51 habe, was im Bereich der geistigen Behin-
derung liege und auch seitens der Pflegefamilie, den Betreuern und den Beiständinnen bestätigt 
werde. Es liege demnach ein Schwächezustand im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB vor, welcher 
grundsätzlich die Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung rechtfertige. A.________ verfü-
ge über einen starken Sexualtrieb und gehe mit jedem mit, der ihr Komplimente mache; sie 
schrecke auch nicht davor zurück, in der Öffentlichkeit – etwa in einem Bus – sexuellen Kontakten 
nachzugehen. Sie verkenne in ihrer kindlichen Naivität die Gefahren solcher Treffen, bezeichne 
jeden sofort als ihren Freund und schütze sich weder vor Krankheiten noch vor den Gefahren, die 
von anonymen Sextreffs ausgehen können. Die Situation spitze sich zunehmend zu, da 
A.________ neuerdings in Kontakt mit Drogen komme, sich nicht an die Regeln des Wohnheims 
der G.________ (H.________), wo sie unter der Woche lebt, halte, was zur Kündigung des Wohn-
verhältnisses führen könnte, und dass die Pflegefamilie, bei welcher sie jedes zweite Wochenende 
wohnt, an denen das Wohnheim jeweils geschlossen ist, nicht länger bereit sei, sie aufzunehmen. 
A.________ werde folglich bereits das kommende Wochenende ab Freitagabend bis Montagmor-
gen obdachlos sein. Überdies könnte sie sich gemäss Aussagen der Betreuerin und ihrer Beistän-
dinnen zeitlich und örtlich nicht orientieren; sie könne sich demnach auch verlaufen, wenn die 
Unterbringung nicht geregelt sei. A.________ könne über das Wochenende nicht ambulant unter-
gebracht werden, da sie sich nicht an Regeln halte und davon auszugehen sei, dass sie auf Kurve 
gehe, wobei ein allfälliger Drogenkonsum und spontaner Geschlechtsverkehr mit Fremden nicht 
ausgeschlossen werden könne. Sie gefährde sich dadurch stark und müsse vor sich selbst 
geschützt werden. Im Rahmen der fürsorgerischen Unterbringung müsse erstmals seit Januar 
2015 die gesundheitliche Situation – sowohl in psychiatrischer als auch in somatischer Sicht in 
Bezug auf sexuell übertragbare Krankheiten – umfassend überprüft werden, dies insbesondere 
auch in Bezug auf die Frage des ausufernden Sexualtriebes und dessen allfällige Behandlungs-
möglichkeiten. Eine ambulante Institution sei nicht in der Lage, A.________ davon abzuhalten, auf 
Kurve zu gehen und sich erneut mit Drogen und sexuellen Kontakten selbst zu gefährden, weshalb 
zurzeit keine weniger einschränkende Massnahme als eine fürsorgerische Unterbringung inklusive 
Begutachtung möglich sei. Das SBZ Marsens sei ein psychosoziales Kompetenzzentrum, welches 
auf Psychiatrie und Psychotherapie und auf psychische Gesundheit spezialisiert sei und als 
solches eine geeignete Institution im Sinne des Gesetzes darstelle. Eine Begutachtung gemäss 
Art. 449 Abs. 1 ZGB sei notwendig und unerlässlich (vgl. angefochtener Entscheid, S. 2 f.). 

2.3. Anlässlich ihrer Einvernahme vom 5. Juni 2019 durch das Friedensgericht gab A.________ 
das Folgende zu Protokoll: „Ich verstehe, dass sich C.________ und D.________ Sorgen machen. 
Ich habe meine Chefin angerufen und gesagt, ich hätte Verspätung. Ich habe eine ernste Bezie-
hung. Ich habe ihn ein paar Mal im Bus gesehen. Wir sind seit zwei Wochen zusammen. Ich will 

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nicht mehr jedes zweite Wochenende nach N.________. Meine Psychologin heisst O.________, 
alle zwei Wochen gehe ich zu ihr. Ich erzähle ihr alles. Ich möchte einen Wechsel der Beiständin-
nen. Ich unternehme viel mit M.________. Ich möchte bei ihm wohnen, jedes zweite Wochenende. 
Ich habe nicht so Angst vor M.________, er hat sich entschuldigt. Er hat mich vorher angebrüllt. 
Ich weiss, dass Drogen verboten sind. Ich habe gelogen und gesagt, ich würde Drogen nehmen, 
was aber nicht stimmt. M.________ hat gesagt, er nehme auch keine Drogen mehr, seit er mich 
kenne, also seit zwei Wochen. M.________ ist im Spital, das weiss ich. Ich könnte bei 
M.________s Mutter übernachten. Ich liebe M.________, das ist meine Entscheidung“. Am Ende 
der Sitzung erklärte sie, dass sie manchmal lüge. So nehme M.________ in Wahrheit gelegentlich 
Drogen (vgl. Protokoll vom 5. Juni 2019, S. 3, 5). 

Bei dieser Einvernahme war neben den drei Beiständinnen auch J.________, von der 
H.________, anwesend. Sie führte Nachfolgendes aus: „A.________ lebt in der G.________. Es 
ist das Konzept, dass diese alle zwei Wochen geschlossen sind. In P.________ gibt es eine 
Wohngruppe, die 365 Tage offen hat, dort ist aber alles besetzt aktuell. Bei uns gibt es keine 
geschlossene Gruppe. Wir können sie nicht aufhalten. Seit sie M.________ kennt, hält sie sich 
nicht mehr so an Regeln. Sie lügt uns auch an und erzählt etwa an M.________, dass wir Drogen 
in ihren Tee mischen würden. A.________ hat IV. Am Freitag hat A.________ gezittert und 
gesagt, sie habe Angst vor M.________, weil er sie angebrüllt habe und in Q.________ Drogen 
verkauft habe, was sie später wieder bestritten hat. M.________ tauchte auch einmal in der Wohn-
gruppe auf und war sehr laut, was von einer Mitbewohnerin bestätigt wurde. Ich denke, 
A.________ ist M.________ hörig. M.________ hat mich auch schon angerufen in einem scharfen 
Ton und gesagt, wir seien ein schlechtes Wohnheim. Das Thema Männer war schon länger 
pendent bei uns. Aber das Ausziehen war nie ein Thema. Ausser einmal mit R.________, mit ihm 
war sie aber über ein Jahr zusammen. Das war ein guter. Was jetzt alles passiert ist, mit dem 
Weglaufen, ist für uns nicht tragbar. Es muss so oder so eine andere Lösung gefunden werden. Es 
ist denkbar, dass sie die Kündigung erhält für die Wohngruppe wegen den Regelverstössen. Sie 
hat auch schon Suizidgedanken geäussert. Vielleicht bräuchte es eine Zeit lang eine geschlossene 
Institution zur Beruhigung. Ich denke vorübergehend braucht es etwas anderes als uns, etwas 
Geschlossenes. Sie kann aber zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu uns zurückkommen. Aktuell 
belastet die Situation alle, auch die Mitbewohner. Wir müssen alle schützen. A.________ Psycho-
login ist in einer Gemeinschaftspraxis mit einem Psychiater (Dr. S.________). Dieser hat 
A.________ auch schon begutachtet, vielleicht könnte er ein Gutachten erstellen. A.________ 
mag ihn. Bereits nächstes Wochenende haben wir zu. Wir haben keine Notfalllösung. Wir bieten 
keine Betreuung an. Eine schnelle Lösung muss gefunden werden. Am Freitagabend braucht sie 
einen Schlafplatz“ (vgl. Protokoll vom 5. Juni 2019, S. 3 f.). 

C.________ und D.________ gaben ihrerseits zu Protokoll: „Seit längerem machen wir uns 
Sorgen, da A.________ oft mit Männern Geschlechtsverkehr hat. Sie lernte etwa Männer kennen 
und qualifizierte diese sofort als „festen" Freund. A.________ wollte in letzter Zeit an den Wochen-
enden gar nicht mehr nach Hause. Sie hatte oft andere Pläne. Wir wissen nicht, was sie tut. Neu 
kennt sie M.________ und nennt ihn nun ihren Freund. Sie übernachtet auch bei ihm. Sie sagte 
auch, sie gehe von ihm aus dann zur H.________ arbeiten. Sie kam dann auch 1.5 Stunden zu 
spät zu Arbeit. Auf der Arbeit hat sie dann erzählt, sie habe kein gutes Wochenende gehabt, habe 
ein weisses Pulver (Drogen) genommen. Wir wurden dann vom H.________ informiert. Wir fühlen 
uns damit überfordert. A.________ findet, sie sei erwachsen, habe nun einen Freund und wolle bei 
ihm wohnen. Das gehe uns nichts an. M.________ versuchte auch uns zu überzeugen, wie gut er 
als Freund sei, wie gut er für sie sorge. Wir haben dann diese Meldung erstattet, wir sorgen uns 
um sie. Sie kann nicht für sich selber sorgen. Wir liessen A.________ auch schon mehrmals poli-

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zeilich suchen. Vor kurzem war sie im Ausgang, aber ohne M.________, gemäss ihren Aussagen. 
Sie findet den Weg nach Hause aber nicht alleine. Sie kennt zwar gewisse Wege, aber es kam 
auch schon vor, dass sie mit dem Zug nicht mehr nach Hause fand. Wir haben uns Sorgen 
gemacht und die Polizei informiert. M.________ hat gelogen und gesagt, A.________ sei nicht bei 
ihm. Sie war dann aber die ganze Nacht bei M.________. Die Polizei hat A.________ dann bei 
M.________ gefunden. Ich denke, es bräuchte eine psychologische Abklärung. Sie gefährdet sich 
selber. Sie provoziert die Situation mit den Männern. Wenn es ihr dann nicht passt, wirft sie ihnen 
vor, es sei gegen den Willen gewesen, quasi es sei eine Vergewaltigung gewesen. Sie war[f] auch 
ihrem Stiefvater vor, er habe sie missbraucht, was sie Jahre später dann wiederrufen hat, weil es 
gelogen gewesen sei. Auch während der Beziehung zu R.________ hatte sie Sex mit anderen 
Männern, gar Oralsex im Bus mit Fremden. Wir wollen die Beistandschaft abgeben. Uns ist das zu 
viel. Es geht so nicht weiter, es überfordert uns. A.________s Bruder ist auch bei uns, die Situation 
ist auch dort schwierig. A.________ will auch gar nicht bei uns sein. (…) A.________ geht auch 
mit jedem mit. Egal ob junger Mann, alter Mann, Frauen... Wenn jemand sagt, sie sei eine 
hübsche, geht sie mit. M.________ ist bekannt dafür, dass er Drogen nimmt. A.________ will 
einfach cool sein und erwachsen, deshalb nimmt sie auch Drogen und Alkohol. A.________ 
wünscht ein ganz anderes Leben, als wir es haben. Wir sind auf dem Land. A.________ will in die 
Stadt, in den Ausgang, zum Shopping. Sie hat andere Vorstellungen als wir. Wir haben Tiere, ein 
Familienleben. A.________ sucht halt, wo sie das alles findet“ (vgl. Protokoll vom 5. Juni 2019, 
S. 2 f.).

2.4. Anlässlich ihrer Einvernahme vom 25. Juni 2019 durch den hiesigen Gerichtshof führte 
A.________ insbesondere aus, sie habe ihre Entscheidung getroffen. Sie möchte in der 
H.________ arbeiten und bei ihrem Freund, M.________, wohnen. Sie möchte umgehend nach 
Hause gehen. Sie habe im SBZ Marsens viel gelernt. Sie habe verstanden, dass man sich Sorgen 
um sie mache. Dennoch möchte sie ihre Entscheidungen selber treffen. Sie sei 21 Jahre alt. Sie 
wäre sehr glücklich, wenn sie „heute“ [25. Juni 2019] nach Hause gehen könnte. Sie würde zu 
ihrem Freund gehen und ein neues Leben beginnen. Sie möchte das Zusammenleben ausprobie-
ren. Wenn es nicht klappen würde, müsste sie wieder in ein Wohnheim. Am Wochenende wolle sie 
nicht mehr zu ihren Pflegemüttern nach N.________ gehen, das sei auch schon so mit dem 
Friedensgericht abgemacht. Sie wolle auch nicht mehr, dass die Pflegemütter auf ihr Handy Zugriff 
hätten. Sie habe keine Drogen konsumiert. Sie habe sich entschuldigt, dass sie gelogen habe. Seit 
sie im SBZ Marsens sei, habe sie sich auch Gedanken gemacht und eingesehen, dass es ein 
Fehler war zu lügen. Die Eltern ihres Freundes würden die Verantwortung für sie übernehmen und 
auch regelmässig kontrollieren, dass in der Wohnung alles klappt. M.________ habe eine eigene 
Wohnung in T.________. Er sei gleich alt wie sie und auf der Suche nach einer Lehrstelle. Sie 
habe IV und würde sich an der Miete beteiligen. Sie habe schon mit F.________ darüber gespro-
chen. Sie kenne die Busverbindungen von T.________ nach P.________, wo sie arbeitet, 
auswendig. Sie möchte vielleicht auch eine andere Beiständin, jemand der mehr Zeit für sie hat. 
Die Lösung, in einer ersten Phase unter der Woche im Wohnheim zu leben und nur am Wochen-
ende bei ihrem Freund zu sein, möchte sie lieber nicht. Sie wolle etwas Neues beginnen. Es sei 
schon lange ihr Wunsch. Seit sie mit M.________ zusammen sei, nehme er keine Drogen mehr. Er 
habe ihr sein Wort gegeben. Der Vater von M.________ wohne nebenan, die Mutter in 
U.________. Sie habe einen guten Kontakt zu ihnen. Sie sei seit dem 26. Mai 2019 mit ihrem 
Freund zusammen; sie habe ihn aber schon vorher gekannt, wie lange wisse sie jedoch nicht 
genau, ungefähr ein Jahr. Selber rauche sie normale Zigaretten. Drogen konsumiere sie nicht. Sie 
wisse nicht, welche Drogen M.________ nehme. Er habe aufgehört, weil er im Koma war und 
gemerkt hat, dass es schädlich sei. Er habe einen epileptischen Anfall gehabt, dies habe aber 

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nichts mit Drogen zu tun gehabt. Sie habe sich grosse Sorgen um ihn gemacht (vgl. Protokoll vom 
25. Juni 2019, S. 2 f.). 

Dr. L.________ gab seinerseits das Folgende zu Protokoll: „Wir kennen A.________ seit zwei 
Wochen. Wir konnten ein kindliches Verhalten feststellen. Die Entscheidungsfähigkeit ist in Frage 
gestellt. Bspw. betreffend ihren Freund, M.________, sagte sie zu Beginn, dass sie sich überfor-
dert fühlt. Wenn er kommt, kann sie sich aber nicht begrenzen oder entscheiden. Wir haben 
erfahren, dass sie bei einer Psychologin in Behandlung ist. Ich habe Kontakt mit ihr aufgenommen. 
Sie hat auch gemerkt, dass ihr Verhalt[en] nicht ihrem Alter entspricht. Sie verhält sich eher wie 
eine 14-Jährige. Es ist eine leichte Intelligenzminderung bekannt. Sie wurde in ihrer Kindheit auch 
missbraucht, was auch ihren Sexualtrieb erklären könnte. Sie kann sich nicht begrenzen. Sie hat 
auch schon das Heim verlassen und ist nicht zurückgekommen, was oft geschehen ist. Wir haben 
versucht, Gespräche über Sexualerziehung mit ihr zu führen. Sie wollte dies aber nicht hören. Sie 
versteht auch nicht, wie Verhütung funktioniert. Das zeigt auch schon die kognitive Beeinträchti-
gung. Es gibt keine akute Situation. Sie braucht einen geschützten Rahmen. Sie muss eine Thera-
pie machen, wie sie ihr Verhalten ändern kann. Dies ist aber ein langer Prozess. Man kann nicht 
sagen, wie lange dies dauern wird. Es braucht eine Struktur. Ein Gutachter könnte sagen, wie dies 
auszusehen hätte. Ich befürworte die Begutachtung. Die Begutachtung muss stationär stattfinden. 
Draussen ist die Sicherheit nicht vorhanden. Ich habe auch mit dem Heim Kontakt aufgenommen. 
Es scheint, als ob eine Kontrolle dort nicht möglich ist. Sie kann sich frei bewegen und weggehen. 
Es macht Sinn, dass A.________ im Moment hier im SBZ ist. Ich kann nicht sagen, wie lange dies 
noch nötig ist. Wir warten auf das Gutachten und die Vorschläge. Wir planen vor dem Austritt auch 
noch ein Gespräch mit dem Heim, damit wir schauen können, was A.________ helfen könnte. 
A.________ sieht ihre Gefährdung nicht. Ihre Schwäche, sich von Leuten zu begrenzen, hindert 
sie daran. Sie hatte auch schon bei[m] Eintritt eine Infektion aufgrund ungeschützter sexueller 
Kontakte. Dr. K.________ war einmal da, seither habe ich ihn nicht mehr gesehen. M.________ 
übt Druck aus. Er möchte, dass sie heute schon austritt. Er ist auch ständig auf der Station da, 
obwohl wir ihm gesagt haben, dass er nicht auf die Station kommen soll. Es ist schwierig, da er 
auch eine Behinderung hat. Das ist so bekannt. Er konsumiert auch Drogen. Vor zwei Wochen 
hatte er einen Krampfanfall. Der Auslöser ist nicht bekannt. Es könnte auch Drogenkonsum gewe-
sen sein. Im Moment nimmt sie nur Beruhigungsmittel wegen einem möglichen Entzug. Es wurden 
jedoch keine Entzugssymptome festgestellt, auch der Drogentest war negativ. Sie hat auch eine 
Gesprächstherapie, also ein Einzelgespräch. M.________ hat auch in der Nacht auf die Station 
a[n]gerufen. Sie ist nicht alleine im Zimmer. Wir mussten ihr auch das Telefon wegnehmen ab 
23 Uhr, weil sie sich nicht an die Regeln gehalten hat. Aufgrund der Geschichte der beiden könnte 
ein Zusammenleben schwierig sein, da beide Unterstützung brauchen. M.________ hat auch eine 
Beistandschaft“ (vgl. Protokoll vom 25. Juni 2019, S. 4 f.).

Schliesslich wurde auch der anwesende M.________ kurz befragt. Er führte aus, er kenne seine 
Freundin seit 5 Wochen. Vorher habe er sie ein- oder zweimal im Bus gesehen. Sein Vater wohne 
im gleichen Block wie er. Zu Hause laufe immer alles gut, seine Wohnung sei sauber; so brauche 
die Putzfrau jeweils nur 20 Minuten, was zeige, dass er seine Wohnung sauber halte. Am Mittwoch 
komme jeweils eine Psychologin zu ihm. Im Jahr 2016 habe er einen schweren Autounfall gehabt 
und die Psychologin helfe ihm bei der Wiedereingliederung. Er suche zurzeit ein Praktikum. 
Danach wolle er wieder eine Lehre machen. Seine Idee wäre, dass A.________ bei ihm wohne. 
Sein Vater könnte jeden zweiten Tag vorbeikommen. Seine Freundin und sein Vater hätten die 
gleiche Beiständin. Seine Mutter werde auch recht viel zu A.________ schauen. Der Vorschlag 
wäre, dass letztere vorübergehend in der H.________ weitermacht und dass man ihr hilft, eine 
andere Stelle zu finden, wo sie mehr erreichen kann. Zudem sehe sie einmal pro Woche eine 

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Psychologin, die ihr auch helfen könne. Er selber habe ebenfalls einen Beistand, der sich um die 
Rechnungen und die administrativen Angelegenheiten kümmert. Ziel sei es aber, dass er dies 
nach und nach selber mache. Seine Mutter würde A.________ im SBZ Marsens abholen. Er kiffe, 
aber nur noch CBD. Er rauche dies am Abend, um zu schlafen. Er habe nur ein- oder zweimal 
etwas anderes konsumiert. Danach habe er einen Anfall bekommen. Seit er A.________ kenne, 
nehme er nichts mehr. Es sei ihm wichtig, dass A.________ morgen [26. Juni 2019] nach Hause 
könne. Es tue ihm weh, dass sie die ganze Zeit im SBZ Marsens sei. Ihr gehe es auch nicht gut. 
Sie esse nichts. Falls es eine Pflegefamilie brauche, würde sein Vater dies übernehmen (vgl. 
Protokoll vom 25. Juni 2019, S. 6). 

2.5. Gestützt auf die Akten und die Anhörung vom 25. Juni 2019 erachtet es der hiesige 
Gerichtshof als erstellt, dass die Beschwerdeführerin unter einer geistigen Behinderung i.S.v. 
Art. 426 ZGB leidet. 

Aufgrund dieses Schwächezustandes war eine Betreuung im Zeitpunkt der Anordnung der fürsor-
gerischen Unterbringung unerlässlich, da sich die Beschwerdeführerin zunehmend stark selber 
gefährdete (insbesondere ungeschützte sexuelle Kontakte mit verschiedenen Personen, allfälliger 
Drogenkonsum via ihren Freund, welchem sie hörig sein soll und dessen Drogenkonsum bekannt 
ist). Zudem bestand die Gefahr, dass sie in kürzester Zeit obdachlos werden würde, zumal ihr 
Freund in diesem Zeitpunkt hospitalisiert war (vgl. Aussagen der Pflegemütter und J.________ 
anlässlich der Sitzung des Friedensgerichts vom 5. Juni 2019), was die besagte Gefährdung noch 
verschärft hätte. Da die Beschwerdeführerin aufgrund ihres Schwächezustandes nicht in der Lage 
war, die besagten Gefahren bzw. die Notwendigkeit einer Betreuung zu erkennen, und auch ihr 
Umfeld nicht mehr im Stand war, ihr zu helfen, konnte ihr die nötige Betreuung nicht auf andere 
Weise als durch eine fürsorgerische Unterbringung gewährt werden. Das SBZ Marsens als 
psychosoziales Kompetenzzentrum stellte hierfür eine geeignete Einrichtung dar. Im Zeitpunkt 
ihrer Anordnung war die fürsorgerische Unterbringung demnach nicht zu beanstanden. 

Es stellte sich überdies die Frage, welche Betreuung respektive Behandlung mittel- und langfristig 
angebracht wäre. Dies sollte anhand einer umfassenden Begutachtung – sowohl in psychiatrischer 
als auch in somatischer Sicht – eruiert werden. Eine solche Begutachtung war aufgrund des 
bereits im Rahmen der neuropsychologischen Abklärung im Jahr 2015 festgestellten Schwäche-
zustandes und des zunehmend besorgniserregenden Verhaltens der Beschwerdeführerin uner-
lässlich. Nur so konnte bestimmt werden, wie ihr effizient geholfen bzw. sie vor den erwähnten 
Gefahren geschützt werden kann. Ob eine fürsorgerische Unterbringung diesbezüglich wirklich 
notwendig war bzw. ob die Begutachtung nicht auch ambulant hätte erfolgen können, ist jedoch 
fraglich und kann in casu offenbleiben. Zumindest geht aus den Akten hervor, dass die 
Beschwerdeführerin nicht in der Lage war, die Notwendigkeit der Abklärungen einzusehen, so 
dass nicht unbedingt darauf vertraut werden konnte, dass sie die Termine für die Begutachtung 
wahrnehmen würde, dies umso weniger als die Pflegemütter die Beistandschaft abgeben wollten, 
die Beiständin F.________ nicht für diese Aspekte zuständig ist und J.________ hervorhob, dass 
die Beschwerdeführerin die Regeln nicht mehr einhalte respektive man sie nicht kontrollieren 
könne. So oder anders stellte das SBZ Marsens auch hierfür eine geeignete Institution dar. 

2.6. Seither haben die Beschwerdeführerin und ihr Freund ein gemeinsames Projekt ausge-
arbeitet. So wollen sie nun zusammen in T.________ leben, wobei die Beschwerdeführerin 
vorübergehend weiter bei der H.________ arbeiten würde. Unter der Woche in der Wohngruppe 
leben will sie nicht mehr, auch nicht in einer ersten Phase. Die Beschwerdeführerin und ihr Freund 
führen aus, sie könnten auf die Hilfe und Unterstützung der Eltern des Freundes zählen, welche 
sogar die Verantwortung für die Beschwerdeführerin übernehmen würden. Drogen würde der 

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Freund keine mehr konsumieren respektive sei er auf CBD umgestiegen. Er wolle auch wieder 
arbeiten und ein Praktikum beginnen. 

Dem hält der behandelnde Oberarzt des SBZ Marsens entgegen, die Entscheidungsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin, die sich wie eine 14-Jährige verhalte, sei in Frage gestellt, auch in Bezug auf 
ihren Freund. So könne sie sich nicht von ihm und seinen Entscheidungen abgrenzen. Er übe 
Druck aus und halte sich nicht an die Regeln des SBZ Marsens. Es sei schwierig, da er selber an 
einer Behinderung leide, auf Unterstützung angewiesen sei und Drogen konsumiere. Die 
Beschwerdeführerin sei in ihrer Kindheit missbraucht worden, was ihren Sexualtrieb erklären 
könnte. Sie sei nicht in der Lage, Grenzen zu setzen; dies sei ihre Schwäche. Gespräche über 
Sexualerziehung wolle sie nicht führen und sie verstehe auch nicht, wie Verhütung funktioniere. 
Beim Eintritt ins SBZ Marsens wurde eine Infektion aufgrund ungeschützter sexueller Kontakte 
festgestellt. Hingegen war der Drogentest negativ und es gab keine Entzugssymptome. Die 
Beschwerdeführerin sehe ihre Gefährdung nicht; ihr Schwächezustand hindere sie daran. Es gebe 
zwar keine akute Situation, jedoch brauche sie einen geschützten Rahmen. Sie müsse in Bezug 
auf ihr Verhalten eine Therapie machen, was ein langer Prozess sei. Man warte nun auf die 
Resultate der Begutachtung bzw. die Vorschläge des Gutachters. Eine solche Begutachtung 
werde befürwortet und müsse stationär stattfinden, da die Sicherheit ausserhalb des SBZ Marsens 
nicht gegeben sei. Der Aufenthalt im SBZ Marsens mache im Moment Sinn. 

Dieser Ansicht ist zu folgen. Auch wenn der Wunsch der 21-jährigen Beschwerdeführerin nach 
Freiheit und Selbstbestimmung verständlich und diesem soweit wie möglich auch zu folgen ist, 
wäre eine Entlassung im jetzigen Zeitpunkt verfrüht und würde sie den bereits bekannten, jedoch 
für sie nicht erkennbaren Gefahren aussetzen. Die Tatsache, dass sie (erst) seit einem Monat 
einen (neuen) Freund hat, mit dem sie (bereits) zusammen ziehen will, und dass dessen Eltern 
das junge Paar offenbar unterstützen respektive für die Beschwerdeführerin sogar die Verant-
wortung übernehmen würden, reicht zurzeit nicht, um die konkrete Gefährdung abzuschwächen, 
dies umso weniger als die Beschwerdeführerin und M.________ je eine schwierige Vorgeschichte 
haben (u.a. schwere Misshandlungen in der Kindheit seitens der Beschwerdeführerin, Drogen-
konsum seitens des Freundes) und beide auf professionelle Unterstützung und Betreuung ange-
wiesen sind. Überdies lehnt es die Beschwerdeführerin ab, schrittweise vorzugehen und z.B. in 
einer ersten Etappe weiterhin unter der Woche in der Wohngruppe zu leben. Sie will im Gegenteil 
vieles in ihrem Leben auf einmal ändern, so z.B. zu ihrem Freund ziehen, eine andere 
Beschäftigung als jene in der H.________ suchen oder vielleicht die Beständin im Bereich 
Einkommens- und Vermögensverwaltung wechseln (nachdem bereits ein Wechsel im Bereich 
persönliche Belange beantragt wurde), was übereilt erscheint, wobei die Frage, ob sie dies aus 
eigenem Antrieb tut oder nicht, offengelassen werden kann. Die umfassende Begutachtung ist im 
Gang und der Gutachter wird demnächst seinen Bericht abgeben. Aus diesem sollten konkrete 
Vorschläge hervorgehen, insbesondere zur Frage, welche Behandlung bzw. Betreuung ange-
bracht ist. Wie auch vom behandelnden Oberarzt des SBZ Marsens befürwortet, gilt es nun dieses 
Gutachten abzuwarten. Dementsprechend kommt der Hof zum Schluss, dass die Voraus-
setzungen für die fürsorgerische Unterbringung der Beschwerdeführerin zurzeit noch gegeben sind 
und das SBZ Marsens weiterhin eine geeignete Institution darstellt. 

Die Beschwerde wird demnach abgewiesen und der angefochtene Entscheid bestätigt. 

Sobald das Gutachten erstellt ist, wird es jedoch dem Friedensgericht obliegen, die Angelegenheit 
prioritär zu behandeln und die Vorschläge des Experten so rasch als möglich umzusetzen, gege-
benenfalls unter Einbeziehung des Freundes und seiner Eltern. Überdies scheint es notwendig, 

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baldmöglichst über den beantragten Wechsel der Beiständinnen im Bereich persönliche Belange 
zu entscheiden, so dass dieser Aspekt nicht länger offenbleibt. 

3.

Die Beschwerdeführerin dringt mit ihrer Beschwerde nicht durch, weshalb ihr die Prozesskosten 
gemäss Art. 450f ZGB i.V.m. Art. 6 Abs. 1 KESG grundsätzlich aufzuerlegen sind. Aufgrund ihrer 
prekären finanziellen Situation wird jedoch ausnahmsweise auf eine solche Auferlegung verzichtet. 

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Der Entscheid des Friedensgerichts des Sensebezirks vom 5. Juni 2019 wird bestätigt.

II. Es werden keine Kosten erhoben. 

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 25. Juni 2019/swo

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: