# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ee0b8db-cc46-5098-ad49-69ad3b502ceb
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-12-20
**Language:** de
**Title:** Die Beschwerdeführerin ist trotz funktioneller Einarmigkeit unter Berücksichtigung des kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil sowie des erhöhten Pausenbedarfs arbeitsfähig; Bemessung des Valideneinkommens ist nicht zu beanstanden, da Regelmässigkeit von Entschädigungen für Überstunden nicht ausgewiesen ist. (BGE 8C_134/2020)
**Docket/Reference:** UV.2019.00241
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00241.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00241
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiberin Stadler
Urteil
vom
20. Dezember 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Andreas
Fäh
Grand &
Nisple
Rechtsanwälte
Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1983, war
seit dem
1
6.
Januar 2013
bei der
Y.___
als temporäre Mitarbeiterin
angestellt
und wurde
als
Mitarbeiterin der Auftrags
prüfung
im Bereich der Produktion
bei der
Z.___
ein
gesetzt
. In dieser Eigenschaft war sie bei der Schweizerischen Unfall
ver
siche
rungsanstalt, Suva, gegen die Folgen von Un
fällen versichert (Urk.
7/
253
). Am 2
8.
Juni 2013 stürzte die Versi
cherte in ihrem Einsatzbetrieb
die Treppe hinunter und zog
sich Prellungen an der Hals-, Brust- und Lenden
wirbelsäule sowie der linken Schulter
zu (vgl. Schadenmeldung vom
8.
Juli 2013;
Urk.
7/2, Urk. 7/29)
.
Bei Verdacht auf eine
Capsulitis
der linken Schulter schrieb d
ie Hausärztin
Dr.
med.
A.___
, Allgemeine Medizin FMH, die Versicherte ab dem 28. Juni 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/29).
Die Suva erbrachte in der Folge die gesetz
lichen Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Nach der kreisärztlichen Untersuchung am 2
2.
Februar 2018 (
Urk.
7/289)
stellte die Suva die Heilbehandlung und Taggeldleistungen per Ende Mai 2018 ein (vgl. Schreiben vom
1.
März 2018,
Urk.
7/293) und
sprach der Versicherten mit Ver
fügung vom 3
0.
Mai 2018 ab
1.
Juni 2018 ge
stützt auf eine Erwerbsun
fähigkeit von 37
%
eine Rente sowie eine Integritäts
ent
schädigung in der Höhe von
Fr.
63'000.-- bei e
iner Integritätseinbusse von 50
% zu
(
Urk.
7/308
). Die dagegen erhobene Einsprache vom 2
5.
Juni 2018 (Urk. 7/313) sowie ergänzend vom 2
0.
November 2018 (
Urk.
7/330)
betreffend die Rente
wurde mit Entscheid vom 2
9.
August 2019 abgewiesen (
Urk.
7/364 =
Urk.
2).
2.
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
ihrerseits verneinte mit Verfügung vom
4.
Oktober 2018
gestützt auf einen IV-Grad von 24
%
eine Rente der Invalidenversicherung (
Urk.
7/324
)
.
Die dagegen erhobene Beschwerde wird mit Urteil IV.2018.00975 heutigen Datums abgewiesen.
3.
Die Versicherte erhob am 3
0.
September 2019 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 2
9.
August 2019 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei ihr eine volle Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei eine medizi
nische Begutachtung in Auftrag zu geben (
Urk.
1 S. 1).
Die Suva schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Oktober 2019 (
Urk.
6)
unter Hinweis auf die von ihr eingereichten Akten
(Urk. 7/1-368)
auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 2
4.
Oktober 2019 wurde der
Beschwerdeführerin
die Be
schwer
deantwort
zur Kenntnis
nahme zugestellt
(
Urk.
8).
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den mate
riellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
8.
Juni 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie A
nspruch auf eine Invalidenrente
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heits
zustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
1.3.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Zur Bestimmung des Invalidi
tätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzie
len könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.3.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgeg
ebe
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitt
s
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnit
t
lichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug
soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht
übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc
). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Inva
lideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leich
ter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit
eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im
angefochtenen
Entscheid
vom 2
9.
August 2019 (
Urk.
2) ging d
ie Be
schwer
de
gegnerin gestützt auf die medizinischen Abklärungen, ins
besondere die kreisärzt
liche Untersuchung vom 2
2.
Februar 2018
,
davon aus,
dass die Beschwer
de
führerin als Einhändige einzuschätzen sei und
sie
Tätigkeiten nur noch mit der rechten dominanten Hand ausführen könne.
Dem Vorbringen in der Einsprache,
die Beschwerdegegnerin habe die
der Beschwerdeführerin
konkret noch mög
li
chen
Arbeits
tätigkeiten zu nennen, sei die
gefestigte Rechtsprechung des Bun
des
ge
rich
ts ent
gegenzuhalten, wonach
auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt selbst für Perso
nen, die funktionell als Einarmige zu betrachten seien und über
dies nur noch leichte Arbeit verrichten können
,
genügend realistische Be
täti
gungs
mög
lich
kei
ten
bestünden. Auch betreffend Zumutbarkeitsprofil könne auf den Bericht
der kreis
ärztlichen Untersuchung abgestellt werden.
Ferner sei der leidensbe
dingte
Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 25
%
nicht zu be
an
standen, handle es sich dabei doch um den maximal möglichen Abzug
.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer
Beschwerde vom 30. Sep
tember 2019 (
Urk.
1)
zusammengefasst geltend, sie könne die linke Ober
extremi
tät praktisch nicht mehr nutzen, weshalb nicht davon auszugehen sei, dass sie auf dem aus
ge
gliche
nen Arbeitsmarkt eine Stelle finden könne. Es gebe kaum Arbeiten, die einarmig ausgeführt werden könnten, insbesondere nicht im Berufs
sektor, der für die Beschwerdeführerin in Frage komme. Hilfsarbeiter seien auf zwei Arme und Hände angewiesen, auch wenn es nur darum gehe, mit dem behin
derten Arm leichte Tätigkeiten auszuführen. Dies sei ihr nicht möglich. Deshalb sei von einer vollen Invalidität auszugehen. Ferner seien die Vergleichs
ein
kom
men mindestens zu parallelisieren, liege das von der Beschwerdegegnerin errech
nete
Valideneinkommen
von
Fr.
51
'521.85 doch unter dem basierend auf der LSE errechneten Invalidenlohn von
Fr.
53'292.3
0.
3.
3.1
Bei einem Treppensturz am 2
8.
Juni 2013 zog sich die Beschwerdeführerin mul
tiple Prellungen an der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule sowie im linken Schulter
bereich zu (vgl. Schadenmeldung vom
8.
Juli 2013 [
Urk.
7/2], Arzt
zeug
nis UVG [
Urk.
7/29]). Bei Verdacht auf eine
Capsulitis
der linken Schul
ter erhielt die Beschwerdeführerin in der
B.___
eine intraartikuläre
Kor
ti
son
infiltration
(vgl. Arztbericht vom 1
0.
Dezember 2013;
Urk.
7/34), worauf sich ein Infekt in der linken Schulter entwickelte (vgl. Arztbericht vom
7.
Januar 2014; Urk. 7/36), mithin zweimal eine
arthroskopische
Schul
ter
spülung und eine offene Abszess-Drainage durch
geführt werden musste
n
(
vgl. Operationsberichte vom 1
0.
und 1
4.
Januar 2014;
Urk.
7/42 und
Urk.
7/45). Bei einer deutlichen Schmerz
symptomatik im Bereich des linken Schultergelenks unter der Physio
therapie
wur
de radiologisch eine Subluxation des
Humeruskopfes
nach inferior festge
stellt
. Differenzialdiagnostisch wurde eine
Nervus
axillaris
Läsion oder eine feh
len
de Deltamuskelspannung genannt, weshalb eine neurologische Standort
be
stimmung angeordnet wurde (vgl. Arzt
bericht vom 1
9.
März 2014;
Urk.
7/59). Im Rahmen der spezial
ärztlichen neuro
logischen Abklärung konnte eine mög
liche
Nervus
axillaris
Läsion aus
ge
schlossen
werden (vgl. Arztbericht vom 3.
April 2014;
Urk.
7/61). Bei persistie
render, schmerzhafter Bewegungsein
schränkung und unt
er Hinweis auf die Flüssigkeitsansammlung im Schulter
bereich
antero
-superior,
suba
cromial
und auch im Bereich der
Infraspinatussehne
wurde die
Beschwer
deführerin
an die
C.___
verwiesen (vgl. Schreiben vom 1
6.
Dezember 2014,
Urk.
7/109), wo eine inferiore Schulterinstabi
lität des linken Schul
tergelenks diagnostiziert wurde und aufgrund der persistie
ren
den schmerz
haften Bewe
gungs
ein
schränkungen sowie mangels anderer sinnvoller thera
peu
tischen Mög
lich
keiten eine Raffung des
Rotatorenman
schet
ten
inter
valles
in Erwägung ge
zo
gen wurde (vgl. Arztbericht vom
7.
Juli 2015, Urk. 7/133). Am
4.
September 2015 unterzog sich die
Beschwerdeführerin
einer Schulter
arthros
kopie mit intra- und
subacromialem
Débridement
, einer vorderen
Bankartrepair
, einem PASTA-
Repair
sowie einer Intervallraffung mit mehreren Biopsien an der Schulter links (vgl. Operations
bericht vom
4.
September 2015,
Urk.
7/141). Der postoperative Verlauf zeigte sich unauffällig (vgl. Sprech
stun
den
bericht vom 2
6.
Oktober 2015; Urk. 7/147), bei jedoch unveränderter Situa
tion gegenüber
präoperativ (vgl. Arztberichte vom 21. Ja
nuar 2016 [
Urk.
7/160] und vom 1
5.
April
2016 [
Urk.
7/182]).
Die Beweglichkeit der linken Schulter veränderte sich auch im Rahmen eines Aufenthalts in der
D.___
nicht (vgl. Austrittsbe
richt vom
9.
Mai 2016,
Urk.
7/192). Nach dem erfolglosen
Rehabilitationsversuch und bei fehlenden Hinweisen auf ein neurologisches Defi
zit
nannte
Prof.
Dr.
med. E.___
, Leiter Schulterchirurgie an der
C.___
, die Implantation einer Schulterprothese
sowie
eine
Schulterarthrodese
zugunsten der Schmerz
linde
rung, aber auf Kosten der Schulterfunktion
, als verbleibende Thera
pie
optionen
(vgl. Arztbericht
vom 7. März 2017, Urk.
7/236).
Die zur besseren Evaluierung der medizinischen Vari
an
ten durchgeführte Infiltrationsbehandlung vermochte keine Besserung der Be
schwerden zu bewirken, weshalb die
Schulter
arthrodese
als einzige realistische Behandlungsvariante nebst konservativem Zu
warten in Betracht gezogen wurde (vgl. Arztbericht vom
9.
Mai 2017,
Urk.
7/250).
Die Beschwerdeführerin lehnte die Operation bei fehlender Garantie auf Erfolg jedoch ab und
woll
te wegen dem Diabetes mellitus Typ 2 auch keine Spritzen
be
handlung (vgl. Arztbericht vom 31. Januar 2018,
Urk.
7/282).
3.2
Am 2
2.
Februar 2018 wurde die Beschwerdeführerin von
Dr.
med. F.___
, Facharzt für Chirurgie, kreisärztlich untersucht (vgl.
Urk.
7/289).
Dr.
F.___
kon
sta
tierte, die Beschwerdeführerin trage eine schulterunterstützende Schiene. Sie verwende die linke Hand kaum. Auch spontane Bewegungen in der linken Schul
ter oder Ellenbogen habe er keine beobachten können. Aufgrund der Schmer
zen und völliger Bewegungslosigkeit hätten sämtliche
Rotatoren
man
schetten
tests
für die linke Seite nicht durchgeführt werden können. Bildgebende Befunde würden eine bereits mässig fortgeschrittene
Omarthrose
und auch die Subluxations
stellung der linken Schulter deutlich zeigen. Die Funktion des linken Armes sei als schlecht beziehungsweise inexistent zu bezeichnen. Aufgrund der statischen Subluxation nach inferior sei es für die Beschwerdeführerin wegen Schmerzen praktisch nicht möglich, die schulterunterstützende Schlinge nicht zu tragen. Daher seien auch Bewegungen im Ellenbogen und mit der linken Hand kaum möglich. Das Einrenken der Schulter aus der Subluxations
stel
lung emp
finde die Beschwerdeführerin als deutliche Erleichterung.
Dr.
F.___
äusserte wei
ter, er habe die Beschwerdeführerin nochmals auf die
Arthrodese
hingewiesen, die mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine Verbes
se
rung
–
zu
mindest die Schmerzsituation betreffend - bringen würde. Natürlich bestünden bei der Beschwerdeführerin, die auch an einem Diabetes mellitus Typ II sowie Adipositas Grad II (BMI 36) leide, erhebliche Operationsrisiken. Von anderen invasiven medizinischen Massnahmen (z.B. Infiltrationen) rate er hin
gegen ab. Aufgrund der per
sistie
renden inferioren Subluxation wäre die Wirkung der Lokal
anästhe
tika nur von kurzer Dauer und bei einer
Kortisoninjektion
könne ein
low
grade Infekt nicht mit Sicherheit
ausgeschlossen werden und ein erneutes Auf
flammen des Infektes wäre eine Katastrophe.
Dr.
F.___
sprach nach Eva
lua
tion aller Faktoren von einem Endzustand. Er hielt folgende Diagnosen fest:
-
Statische inferiore Subluxation Schulter links mit/bei:
-
Septischer
Omarthritis
links mit
Staph
ylococcus
a
ureus
nach Steroid
infil
tration
-
Mässig
fortgeschrittener
Omarthrose
-
Status nach Schulterarthr
oskopie mit
subacromialem
Débri
dement
, vor
derem
Bankartrepair
, PASTA-
Repair
und Intervallraffung sowie Ent
nahme von
subacromial
e
n
Biopsien
(kein Wachstum) links am
4.
September 2015 bei
-
Postinfektiöser
Omarthrose
mit statisch inferiorer Schulterinstabilität, vorderer Bankartläsion und vorderer PASTA-Läsion und ausgeprägter
subacromialer
Bursitis Schulter links
-
Status nach Second
look
mit
arthroskopischer
Spülung und Abszess-Drainage inferior der Spina
scapulae
mit Easy-
flow
1
4.
Januar 2014 (
B.___
)
-
Status nach
arthroskopischer
Spülung,
Biceps
-Tenotomie,
Capsulo
to
mie
,
subacromialem
Débridement
1
0.
Januar 2014 (
B.___
)
-
Unauffälliger neurophysiologischer Untersuchung
Die angestammte Tätigkeit als Mit
arbeiterin der Auf
trags
prüfung könne nicht wieder vollzeitig durchgeführt wer
den, da bei der Be
schwer
deführerin aufgrund der erlittenen Verletzung mit an
schliessendem Verlauf eine funktionelle
Ein
armig
keit
bestehe.
Dr.
F.___
hielt folgendes Zumutbarkeitsprofil fest: das Heben und Tragen auf der rech
t
en Seite sei frei, auf der linken Seite dürften keine Lasten ge
tragen werden. Das Hantieren mit Werk
zeugen sei frei, links nicht durch
führbar. Arbeiten über Kopfhöhe sollten nicht durchgeführt werden, das Sitzen und Stehen, etwaige Knien und Kniebeugen seien aber möglich. Die länger
dau
ernde Haltung solle frei gewählt werden können. Die Fortbewegung sei nicht eingeschränkt. Arbeiten, die beidhändig seien, könnten bei funktioneller
Ein
armig
keit
nicht d
urchgeführt werden. Ebenfalls
seien Arbeiten, die ein Gleich
gewicht/Balancieren bedingen, nicht möglich. Wegen der ausge
prägten Schmerz
problematik bestehe eine zeitliche Einschrän
kung von 20
%
.
4.
4.1
Die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin die Prüfung des Rentenanspruchs per
1.
Juni
201
8
vorgenommen hat, ist im Hinblick darauf, dass der medizinische End
zustand aus ärztlicher Sicht als erreicht erachtet wird (vgl. vorstehend E. 3.
2
), nicht
zu bea
nstanden und wird von der
Beschwerdeführer
in
beschwerdeweise auch nicht bestritten.
Aus medizinischer Sicht ist zudem aktenkundig und unbestritten, dass die erheb
lichen Funktionseinschränkungen und Beschwerden des linken
Armes
auf den im
Juni
201
3
erlitt
enen Unfall zurückzuführen sind.
Bei der Be
schwer
deführerin ist es aufgrund der erlittenen Verletzungen mit anschliessen
dem Verlauf zu einer statischen Subluxation der linken Schulter nach inferior ge
kom
men
(vgl. vor
stehend E. 3.
2
).
Weiter ist unbestritten, dass der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Mitarbeiterin der Auftragsprüfung infolge der unfallbedingten Beschwerden in der linken Schulter nicht mehr zumutbar ist (vgl. vorstehend E. 3.2), was in Kenntnis der erhobenen Befunde sowie der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin als funktionell
Einarmige
einzustufen ist, ohne weiteres nachvollziehbar ist.
4.2
Im Hinblick auf die Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit erweist sich die durch Kreis
arzt
Dr.
F.___
im
Februar
201
8
vorgenommene Beurteilung als schlüssig und nachvollziehbar, weshalb darauf abzustellen ist. So erstattete
er
seine
Einschätzung in Kenntnis der entsprechenden
Vorakten
und nahm selbst eine ausführliche klinische Untersuchung d
er
Beschwerdeführer
in
vor.
Insgesamt
schätzte
Dr.
F.___
d
i
e
Beschwerdeführerin
als
Einarmige
ein und erachtete eine Tätigkeit nur mit der rechten Hand ausführbar. Bei postulierter
Einhändigkeit
ging
Dr.
F.___
zudem von
einer
schmerzbedingten
zeitlichen Einschränkung
von 20 %
aus (vgl. vorstehend E. 3.
2
).
Soweit die Beschwerdeführerin
vorbrachte
,
der Kreisarzt habe bei seiner Begut
achtung
betreffend Arbeitsfähigkeit
sehr optimistische Annahmen getroffen, so ist dem entgegen
zuhalten
, dass die rein subjektive Einschätzung der versicherten Person betreffend ihre Arbeitsfähigkeit nicht relevant ist. Vielmehr ist es primär ärzt
liche Aufgabe, anhand der objektiven Befunderhebung die sich daraus er
ge
benden Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit zu bestimmen (Urteil des Bun
des
gerichts 8C_7/2014 vom 1
0.
Juli 2014 E. 4.1.2 und 4.2.2).
Eine
vom im Bericht der kreisärztlichen Untersuchung erstellten Zumutbarkeitsprofil abweich
ende medizinische Einschätzung liegt nicht vor.
Dass die Beschwerdeführerin
wie be
hauptet
voll
ständig arbeitsunfähig ist, ergibt sich nicht aus der medizinischen Aktenlage und ist angesichts dessen, dass sich die Unfallfolgen auf die Funktions
beein
träch
ti
gung des linken Armes beschränken,
die Beschwerdeführerin mit ihrem rechten dominanten Arm aber sämtliche Tätigkeiten ausführen kann
und weder in der Fortbewegung noch im Sitzen, Stehen oder Knien eingeschränkt ist
,
nicht nachvollziehbar.
Die aufgrund
der ausgeprägten Schmerzproblematik
fest
gehaltene
zeitliche Einschränkung von 20
%
berücksichtigt die unfall
bedingten
Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass
die
Beschwerdeführer
in
aufgrund der unfallbedingten Beschwerden
in der linken Schulter
in der bisherigen Tätigkeit als
Mitarbeiterin Auftragsprüfung
nicht mehr arbeitsfähig ist. Gestützt auf die beweiskräftige kreisärztliche Beurteilung ist
sie
indessen in einer angepassten Tätigkeit in Beachtung des Belastungsprofils
und
eines erhöhten Pausenbedarfs
(vgl. vorstehend E. 3.
2
)
zu 80
%
einsatzfähig. Es ist nach dem Gesagten nicht
er
sicht
lich, inwiefern die von der Beschwerdeführerin geforderte Anordnung eines
Gutachtens neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falls entscheidende Erkennt
nisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der antizipierten Beweis
würdigung zu verzichten ist (BGE 122 V 157 E. 1d).
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte,
es sei unrealistisch, dass sie angesichts der bestehenden
Einarmigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt über unein
geschränkte erwerbliche Möglichkeiten verfüge, insbesondere vor dem Hinter
grund, dass ihr nur eine Hilfstätigkeit im Berufssektor für die Kompe
tenz
stufe 1 möglich sei,
so kann dem nicht gefolgt werden.
Zwar ist bei faktischer
Ein
armigkeit
eine erheblich erschwerte Verwertbarkeit anzunehmen. Die Be
schwer
de
führerin verkennt jedoch, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gemäss gefestigter Rechtsprechung (vgl. dazu Urteil 8C_31/2017 vom 3
0.
März 2017 in Erwägung 6.2) genügend realistische Betätigungs
möglichkeiten selbst für Personen bestehen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten könnten.
Längst nicht alle im Arbeitsprozess im weitesten Sinne notwendigen Aufgaben und Funktionen im Rahmen der Über
wachung und Prüfung werden durch Computer und automatisierte Maschinen ausgeführt. Abgesehen davon müssen solche Geräte auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls überwacht und kontrolliert werden. Zu denken ist an ein
fache
Über
wachungs
-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung von (halb-) auto
matischen Maschinen oder Produktions
einheiten, die keinen Einsatz des nicht mehr funktionstüchtigen Armes oder der nicht mehr einsetzbaren Hand vor
aussetzen (
Urteile des Bundesgerichts 8C_622/2016 vom 2
1.
Dezember 2016 E.
5.2.2, 8C_477/2016 vom 2
3.
November
2016
E. 4.3, 8C_345/2016 vom 1. Sep
tember 2016 E. 5, 8C_37/2016 vom
8.
Juli 2016 E. 5.1.2 je mit Hinweisen).
Es besteht im vorliegenden Fall entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kein Anlass für eine andere Betrachtungsweise.
Die Beschwerdeführerin verkennt schliesslich auch, dass die Beschwerdegegnerin der Tatsache, dass sie aufgrund der erheblichen funktionellen Beeinträchtigung des linken Armes sowie weiterer einkommensbeeinflussender Faktoren die ver
bliebene Arbeitsfähigkeit auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit un
ter
durchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten kann, mit dem maxima
len Abzug von 25
%
vom Tabellenlohn Rechnung trug (vgl.
Urk.
2 S.
8, Urk. 7/307
), was gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung angemessen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2008 vom 1
7.
September 2008 E. 3.3.2).
5.
5.1
Ferner monierte die Beschwerdeführerin,
das
Valideneinkommen
liege unter dem von der Beschwerdegegnerin errechneten Invalideneinkommen, weshalb
die Vergleichseinkommen mindestens zu parallelisieren
seien.
5
.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent
wicklung ange
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.2.2
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe
Schul
bildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, be
schränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unter
durchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
mes
sung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Ein
kom
mensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entwe
der überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chende Herauf
setzung
des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invaliden
einkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Paralleli
sierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum mass
gebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sin
ne von BGE 134 V 322 E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er min
destens 5
% vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135
V
297 E. 6.1.2).
5
.3
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 51'521.85 gestützt auf
die Angaben der Arbeitgeberin, wonach die Be
schwer
deführerin im Jahr 2018 unverändert einen Grundlohn von
Fr.
20.65 plus einen
1
3.
Monatslohn/Gratifikation von
Fr.
1.92 pro Stunde verdienen würde (Urk.
7/291). Bei einer 42-Stunden-Woche resultiert auf das Jahr gerechnet ein Ein
kommen von
Fr.
49'292.88 ([
Fr.
20.65 +
Fr.
1.92] x 42 x 52). Hinzu
kommen die - basierend auf den vom 16. Ja
nuar bis 2
8.
Juni 2013 effektiv erzielten Lohn
zuschlägen - auf ein Jahr aufgerechneten Zuschläge (Sonn-/Feiertagsarbeit, Nacht
schicht, Zuschlag von 25 %) in der Höhe von
Fr.
2'228.95 (vgl.
Urk.
7/301).
5.4
Wie die Beschwerdegegnerin korrekt ausführte, betrug der Mindestlohn für Unge
lernte im Jahr 2018 im Hochlohngebiet
des Kantons Zürich
Fr.
19.75 pro Stunde (
Art.
20
Abs.
1 GAV Personalverleih). Der von der Arbeitgeberin
gewährte
Grundlohn von Fr. 20.65 l
iegt damit über dem Mindestlohn. Das Einkommen der Be
schwer
deführerin, welches dem Mindestverdienst gemäss GAV Personalverleih ent
spricht oder diesen sogar übersteigt, kann nicht als unterdurchschnittlich im Sinne der in E. 5.2.2 hiervor zitierten Praxis qualifiziert werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_141/2016 vom 1
7.
Mai 2016 E. 5.2.2.3). Der Mindest
verdienst gemäss GAV Personalverleih bildet das branchenübliche Ein
kommen präziser ab als der entsprechende Tabellenlohn. Demgemäss hat die Beschwer
degegnerin zu Recht von einer Parallelisierung des den GAV Personal
verleih Mindestlohn über
steigenden
Valideneinkommens
abgesehen.
5.5
5.5.1
Zu prüfen ist aber, ob die Beschwerdegegnerin bei der Festlegung des
Vali
den
einkommens
zu Recht auf den Grundlohn abstellte und damit
den Lohnanteil für die
von der Be
schwer
de
führerin vom 1
6.
Januar bis 2
8.
Juni 2013 geleisteten Überstunden
unberücksichtigt
lässt.
5.5.2
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Entschädigungen für Über
stunden beim
Valideneinkommen
(erst) dann zu berücksichtigen, wenn die
Überstunden vor dem Unfallereignis regelmässig geleistet und ausbezahlt wurden und
so
weit die versicherte Person effektiv weiterhin mit solchen Einkünften hätte rechnen können (Urteile
des Bundesgerichts
9
C_243/2015 vom 1
5.
Juli 2015 E.
2, 9C_159/2010 vom
1.
Juli 2010 E. 6.4; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
ver
sicherung [IVG],
3.
Aufl. 2014,
N.
70 zu
Art.
28a IVG). Massgebend ist somit, ob
die
Versicherte nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20 mit Hinweisen) aufgrund
ihrer
konkreten erwerblichen Situation und
ihres
tat
säch
lichen Arbeits
einsatzes wahrscheinlich weiterhin ein Zusatzeinkommen in
folge Über
stunden
arbeit hätte erzielen können; die blosse Möglichkeit dazu ge
nügt nicht. Für die Beantwortung der Frage, ob wahrscheinlich auch weiterhin Ent
schädigungen für Überzeitarbeit ausbezahlt worden wären, sind in die
Ent
scheid
findung
insbe
sondere auch Auskünfte der damaligen Arbeitgeberin ein
zube
zieh
en (vgl. Urteile
des Bundesgerichts 8C_233/2015 vom 1
3.
Oktober 2015 E. 3.3
, 8C_744/2012 vom 2
0.
Dezember 2012 E. 2 je
mit Hinweisen
).
5.5.3
Gemäss Angaben im Lohnkonto 2013
(vgl.
Urk.
7/106)
leistete die Beschwe
rde
führerin im Januar 135 Arbeitss
tunden (
Fr.
2’786.50 /
Fr.
20.65), was
vor dem
Hin
tergrund, dass die Beschwerdeführerin am 1
6.
Januar 2013 ihren ersten Arbeits
tag hatte, einer zirka 58-
Stunden
-
Woche entspricht (135 h / 2.3). Im Februar leistete die Beschwerdeführerin 188 Stunden (47 Stunden pro Woche;
Fr.
3’889.60 /
Fr.
20.65
/ 4), im März 187 Stunden (42
Stunden pro Wo
che; Fr.
3'870.05 /
Fr.
20.65 / 4.4), im April
176 Stunden (41 Stunden pro Woche; Fr. 3'643.70 /
Fr.
20.65 / 4.3), im Mai 215 Stunden (49 Stunden pro Woche; Fr. 4'436.05 /
Fr.
20.65 / 4.4) und im Juni 175 Stunden (44 Stunden pro Woche;
Fr.
3'604.05 /
Fr.
20.65 / 4). Die betriebsüblichen Jahresarbeitsstunden
betrage
n
42 Stunden pro Woche (vgl.
Urk.
7/114).
Mithin sind in der Lohnab
rechnung 2013 ausbezahlte Überstunden ausgewiesen, indessen
nicht regelmässig, wurden im März und April 2013 doch keine Überstunden geleistet
. Die Arbeitgeber
bestäti
gung
nennt
lediglich die Sollarbeitsstunden (
Urk.
7/114) und
gibt
damit keinerlei Hinweise auf regelmässig vorgesehene zu leistende Überstunden.
Ferner bezog die Beschwerdeführerin in dieser Periode offensichtlich auch keine Ferien und erweist sich der Einsatz bis zum unfallbedingten Ausfall als zu kurz, um Rückschlüsse über eine entsprechende Regelmässigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zuzulassen.
Schliesslich kann auch nicht aufgrund des IK-Auszugs (
Urk.
7/115) mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt werden
, dass die Beschwerdeführerin
in der Vergan
genheit
regelmässig Überstunden geleistet hat und dies auch in Zukunft tun würde.
Demnach ist das
Valideneinkommen
mit der Beschwerde
gegnerin auf
Fr.
51'521.85 festzusetzen.
5.6
Im Übrigen wird die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Invaliditäts
bemessung nicht bestritten und ist auch nicht zu beanstanden.
6.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Andreas
Fäh
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstStadler