# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42efe101-c116-54ae-aa5f-29cbb88135e3
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-04
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 04.04.2025 VBE.2024.315
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-315_2025-04-04.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.315 / DB / bs 
Art. 38 

 

Urteil vom 4. April 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichter Roth  

Oberrichterin Gössi  

Gerichtsschreiber Bächli          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____  

unentgeltlich vertreten durch MLaw Leo Sigg, Rechtsanwalt,  

Buchserstrasse 18, Postfach, 5001 Aarau 1    

     

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

     

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 1. Mai 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1974 geborene, zuletzt als selbständiger Berater tätig gewesene Be-

schwerdeführer meldete sich am 13. November 2020 bei der Beschwerde-

gegnerin zum Bezug von Leistungen (Berufliche Integration/Rente) der Eid-

genössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die Beschwerdegegnerin tä-

tigte daraufhin berufliche und medizinische Abklärungen. Mit Vorbescheid 

vom 19. Oktober 2022 teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdefüh-

rer mit, sie sehe bei einer Arbeitsfähigkeit von 70% für die angestammte 

Tätigkeit vor, dessen Gesuch abzuweisen. Nach Rücksprache mit dem Re-

gionalen Ärztlichen Dienst (RAD) liess die Beschwerdegegnerin den Be-

schwerdeführer polydisziplinär begutachten (Gutachten der medexperts 

AG, St. Gallen [medexperts], vom 15. November 2023). Nach erneuter 

Rücksprache mit dem RAD wies die Beschwerdegegnerin das Gesuch des 

Beschwerdeführers mit Verfügung vom 1. Mai 2024 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 1. Mai 2024 erhob der Beschwerdeführer mit 

Eingabe vom 7. Juni 2024 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende 

Rechtsbegehren: 

 

"1. Die Verfügung vom 01.05.2024 sei aufzuheben. 
 
 2.  Es seien dem Beschwerdeführer Leistungen nach IVG zuzuspre-

chen. 
 
 3. Eventualiter sei ein Obergutachten bei einer universitären Einrich-

tung durch das Versicherungsgericht in Auftrag zu geben. 
 
 4. Subeventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Be-

schwerdegegnerin zurückzuweisen. 
 
 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu 

Lasten der Beschwerdegegnerin." 

 

Zudem stellte der Beschwerdeführer den Antrag um unentgeltliche Pro-

zessführung und Rechtsverbeiständung. 

 

2.2. 

Mit Verfügung vom 14. Juni 2024 wurde dem Beschwerdeführer die unent-

geltliche Rechtspflege bewilligt und MLaw Leo Sigg, Rechtsanwalt, Aarau, 

zu seinem unentgeltlichen Vertreter ernannt. 

 

2.3. 

Mit Vernehmlassung vom 19. Juni 2024 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 - 3 - 

 

 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegeh-

ren des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 1. Mai 2024 (Vernehmlas-

sungsbeilage [VB] 73) zu Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

2.1. 

Am 1. Januar 2022 trat das revidierte IVG in Kraft (Weiterentwicklung der 

IV [WEIV]). Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen 

Grundsätzen (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1) ist nach der bis zum 31. De-

zember 2021 geltenden Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeit-

punkt ein Rentenanspruch entstanden ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein allfäl-

liger Wechsel zum neuen stufenlosen Rentensystem je nach Alter der Ren-

tenbezügerin oder des Rentenbezügers gemäss lit. b und c der Übergangs-

bestimmungen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020 (WEIV; vgl. auch 

Rz. 9100 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR]). Steht hingegen ein erst nach dem 1. Januar 

2022 entstandener Rentenanspruch zur Diskussion, findet darauf das seit 

diesem Zeitpunkt geltende Recht Anwendung. Besteht im Zeitpunkt, in wel-

chem das neue Recht in Kraft trat, kein Anspruch auf Rentenleistungen, ist 

bei der Beurteilung des Leistungsanspruches aufgrund von Gesundheits-

schäden und Invalidität, die nach diesem Datum andauern, in Ermangelung 

anderslautender Übergangsbestimmungen auch ohne massgebende Ver-

änderung das am 1. Januar 2022 in Kraft getretene neue Recht anzuwen-

den (BGE 150 V 323 E. 4.4 S. 332 f.). 

 

2.2. 

Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 

sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Renten-

anspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendma-

chung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG (vgl. BGE 138 

V 475 E. 3.4 S. 480).  

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 

1. Mai 2024 in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das polydiszip-

linäre medexperts-Gutachten vom 15. November 2023, welches eine inter-

 - 4 - 

 

 

nistische, eine neurologische, eine psychiatrische sowie eine neuropsycho-

logische Beurteilung vereint. Es wurden darin interdisziplinär folgende Di-

agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (VB 60 S. 19): 

 

"–  Morbide Adipositas mit BMI 40 kg/m2 nach bariatrischem Eingriff 
03/2019 (ICD-10 E66.8) 

- Leichte kognitive Störung (ICD-10: F06.7)" 

 

Die weiteren gestellten Diagnosen seien ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig-

keit (VB 60 S. 19). Die beklagten Beschwerden hauptsächlich in Form von 

körperlich und geistig rasch auftretender Ermüdbarkeit seien nachvollzieh-

bar, wobei die körperlich reduzierte Belastbarkeit bereits präoperativ (Ma-

genbypass-Operation 03/2019) vorhanden gewesen sei. Die postoperativ 

aufgetretenen Konzentrations- und Gedächtnisstörungen würden konsis-

tent dargestellt. Diskrepant zu den beklagten Beschwerden sei die im We-

sentlichen unauffällige Befundlage nach ausführlicher, neurologischer Ab-

klärung am Neurozentrum des Kantonsspitals B._____. Im Rahmen der ak-

tuellen neuropsychologischen Begutachtung habe der Beschwerdeführer 

zwar überwiegend kooperativ mitgearbeitet, jedoch hätten sich aus einem 

durchgeführten sensitiven Symptomvalidierungsverfahren Hinweise auf 

eine leicht instabile und nicht durchgängig genügende Anstrengungsbereit-

schaft ergeben. Dementsprechend müsse davon ausgegangen werden, 

dass die erfassten Untersuchungsergebnisse nicht durchgängig das tat-

sächliche Leistungsvermögen des Beschwerdeführers widerspiegeln wür-

den und somit die Validität der Testergebnisse eingeschränkt sei (VB 60 

S. 19). Aus polydisziplinärer Sicht bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25 %. Für eine angepasste Tätig-

keit mit einfachen Bürotätigkeiten ohne zeitlichen Druck, in einer verständ-

nisvollen, supportiven Atmosphäre mit leichten kognitiven Anforderungen 

bestehe aufgrund der verlangsamten Bewegungsabläufe des Beschwerde-

führers sowie der vermehrten Pausen eine Einschränkung von 20 % (VB 

60 S. 20).  

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.1.2. 

Die von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

 - 5 - 

 

 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_737/2019 vom 19. Juli 2020 

E. 5.1.4 mit Verweis auf BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). 

 

4.2. 

Das medexperts-Gutachten vom 15. November 2023 (VB 60) wird den von 

der Rechtsprechung formulierten Anforderungen an eine beweiskräftige 

medizinische Stellungnahme (vgl. E. 4.1.1, hiervor) gerecht. Das Gutach-

ten ist in Kenntnis der Vorakten erstellt (vgl. VB 60 S. 51 ff.), gibt die sub-

jektiven Angaben des Beschwerdeführers ausführlich wieder (vgl. VB 60 

S. 5 f.; 23 ff.; 32 ff.; 39 ff.), beruht auf allseitigen Untersuchungen der betei-

ligten Fachdisziplinen (vgl. VB 60 S. 6 f.; 27; 36; 44 f.) und die Gutachter 

setzten sich im Anschluss an die Herleitung der Diagnosen eingehend mit 

den subjektiven Beschwerdeangaben bzw. den medizinischen Akten aus-

einander (VB 60 S. 7 ff; 29 ff.; 37 f.; 46 ff.). Das Gutachten ist in der Beur-

teilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situa-

tion nachvollziehbar, womit es grundsätzlich geeignet ist, den Beweis für 

den anspruchserheblichen medizinischen Sachverhalt zu erbringen 

(vgl. E. 4.1.1. hiervor). 

 

4.3. 

Der Beschwerdeführer bringt dagegen im Wesentlichen vor, das Gutachten 

sei widersprüchlich, wenn es für eine angepasste sehr einfache Bürotätig-

keit ohne zeitlichen Druck in einer verständnisvollen und supportiven Atmo-

sphäre mit leichten kognitiven Anforderungen eine Arbeitsfähigkeit von 

80 % attestiert, während in der sehr anspruchsvollen bisherigen Tätigkeit 

als Controller nur eine um zusätzlich 5 % reduzierte Arbeitsfähigkeit, somit 

75 %, gegeben sein solle (Beschwerde S. 8 ff.). Ebenso sei im Gutachten 

eine Beurteilung der kognitiven Leistungsfähigkeit aufgrund eingeschränk-

ter Validität der Testergebnisse nicht vollumfänglich möglich gewesen; ge-

rade die beeinträchtigte kognitive Leistungsfähigkeit werde aber vom Be-

schwerdeführer als Hauptproblem geklagt (Beschwerde S. 12). Zudem 

habe sich der neurologische Gutachter ungenügend mit den Vorakten (Be-

schwerde S. 13 f.) und der internistische Gutachter ungenügend mit den 

verlangsamten Bewegungsabläufen und vermehrt nötigen Pausen ausei-

nandergesetzt (Beschwerde S. 14 f.). Aus psychiatrischer Sicht seien 

schliesslich die Stoffwechselstörungen im Hirn zu wenig berücksichtigt wor-

den (Beschwerde S. 16 ff.). 

 

4.4. 

4.4.1. 

Soweit der Beschwerdeführer eine ungenügende Auseinandersetzung mit 

den Vorakten im neurologischen Teilgutachten rügt, sind keine medizini-

 - 6 - 

 

 

schen Unterlagen ersichtlich, welche im Rahmen des medexperts-Gutach-

ten vom 15. November 2023 nicht berücksichtigt worden sind. Der Be-

schwerdeführer verweist auf den Bericht des Neurozentrums des Kan-

tonsspitals B._____ vom 27. Oktober 2022 (VB 37 S. 2 ff.), welcher den 

Gutachtern jedoch vorgelegen hat (vgl. VB 60 S. 60). Der neurologische 

Gutachter hat sich entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers ein-

lässlich mit diesem Bericht auseinandergesetzt und unter Berücksichtigung 

der vom Beschwerdeführer geschilderten subjektiven Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen und des wiederkehrenden Schwankschwindels dar-

gelegt, dass sich im Rahmen der aktuellen Untersuchung kein Hinweis auf 

eine zentrale oder peripher-vestibuläre Läsion finde, der klinisch-neurolo-

gische Untersuchungsbefund unauffällig sei und sich insbesondere kein 

Hinweis auf eine neurodegenerative Erkrankung finden lasse. Eine MRT-

Untersuchung des Schädels und eine ausführliche, auch laborchemische 

Abklärung einschliesslich Liquordiagnostik hätten keinen richtungsweisen-

den pathologischen Befund ergeben. Aufgrund er im Liquor untersuchten 

Demenzmarkern sei auch das Vorliegen einer Alzheimererkrankung un-

wahrscheinlich (VB 60 S. 28 f.). Objektiv klare Befunde wurden damit über-

einstimmend auch im Bericht des Neurozentrums des Kantonsspitals 

B._____ vom 27. Oktober 2022 nicht festgehalten, wurden doch lediglich 

Befunde aufgeführt, welche "in Richtung einer Hirndegeneration" wiesen, 

sowie auf "statistisch signifikante" Abweichungen des Stoffwechsels hinge-

wiesen, ohne Ausführungen zu einer durch diese Befunde verursachte Ar-

beitsunfähigkeit zu machen.  

 

4.4.2. 

Die vom Beschwerdeführer subjektiv geschilderte Einschränkung der kog-

nitiven Leistungsfähigkeit konnte auch in der neuropsychologischen Unter-

suchung grösstenteils nicht nachgewiesen werden. So erreichte er – bei 

Hinweisen auf eine leicht instabile und nicht durchgängig genügende An-

strengungsbereitschaft, was die Validität der Testergebnisse einschränkte 

– normgerechte oder unauffällige Ergebnisse "in der Orientierung, in den 

Praxie, in der Zahlenverarbeitung, in der Spontansprache und im Sprach-

verständnis, im Schreiben, Lesen und Textverständnis, in den visuell-räum-

lichen Funktionen, in der psychomotorischen Verarbeitungsgeschwindig-

keit, in der Merkspanne, im nonverbalen Gedächtnis, im Arbeitsgedächtnis, 

in der figuralen Ideenproduktion, in der kognitiven Umstellfähigkeit, in der 

Interferenzfestigkeit sowie im wahrnehmungsgebundenen-logischen Den-

ken". Ebenso bestand im Rahmen der neuropsychologischen Begutach-

tung während der 3-stündigen Dauer der Untersuchung weder erhöhter 

Pausenbedarf noch konnte eine im Verlauf massgebend nachlassende 

Leistungsfähigkeit beobachtet werden (VB 60 S. 8). Zudem liessen sich in 

der psychiatrischen Untersuchung, welche am 27. September 2023 als 

dritte Untersuchung an diesem Tag durchgeführt wurde (vgl. VB 56 S. 2), 

von aussen keine Müdigkeitserscheinungen erkennen (VB 60 S. 40 f.). 

Dies steht im offensichtlichen Widerspruch zu den vom Beschwerdeführer 

 - 7 - 

 

 

vorgebrachten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen nach 20 bis 30 

Minuten lesen (VB 60 S. 40).  

 

4.4.3. 

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, es sei nicht nachvollziehbar, dass 

vor der bariatrischen Operation keine relevante Einschränkung mit Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit aufgrund des Gewichts bestanden habe, nach einer 

vom psychiatrischen Gutachter aufgeführten Gewichtsabnahme nach der 

Operation von 40-50 Kilogramm nun aber eine Einschränkung von 20 % 

aufgrund von verlangsamten Bewegungsabläufen und nötigen Pausen auf-

grund des Gewichts ausgegangen werde. Aus den Akten ergibt sich, dass 

der Gewichtsverlust von 40-50 Kilogramm dem maximalen Gewichtsverlust 

entsprochen hat. Zum Zeitpunkt der Begutachtung hatte der Beschwerde-

führer erneut ein Gewicht von 127 Kilogramm (VB 60 S. 34), während prä-

operativ ein Gewicht von 158 Kilogramm bestanden hatte (vgl. etwa Diag-

noseliste in VB 37 S. 7). Auch vor der Operation war der Beschwerdeführer 

im Übrigen bereits erheblich in seiner körperlichen Aktivität eingeschränkt 

gewesen, war es ihm doch damals nur noch möglich, ca. 10 Minuten zu 

laufen (VB 10 S. 4). Dass keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse aus dieser 

Zeit existieren, ist auch auf die im damaligen Zeitpunkt ausgeübte selbstän-

dige Tätigkeit des Beschwerdeführers zurückzuführen, bei welcher dieser 

seine Tätigkeit frei einteilen konnte, führte doch bereits das Neurozentrum 

des Kantonsspitals B._____ im Bericht vom 11. August 2020 aus, anam-

nestisch habe bereits vor der Operation eine Leistungsminderung mit Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen (VB 11 S. 5). Somit entbehrt 

die Aussage, der Beschwerdeführer sei vor der Operation nicht einge-

schränkt gewesen, offensichtlich jeglicher Grundlage.  

 

4.4.4. 

Der Beschwerdeführer bringt ebenfalls vor, es sei im Rahmen der Begut-

achtung nicht auf die unklare Ursache der Stoffwechselstörung im Hirn und 

insbesondere deren Auswirkung mit erhöhter Ermüdbarkeit und den Kon-

zentrations- und Gedächtnisstörungen eingegangen worden (Beschwerde 

S. 16 f.). Zum einen wurde, wie bereits ausgeführt, im neurologischen Teil-

gutachten ausgeführt, es sei im Rahmen der aktuellen Untersuchung weder 

ein pathologischer Befund noch ein Hinweis auf eine neurodegenerative 

Erkrankung gefunden worden und es finde sich kein Hinweis auf ein zent-

rales oder peripher-vestibuläres Syndrom (VB 60 S. 29). Auch eine aus-

führliche, laborchemische Abklärung einschliesslich Liquordiagnostik habe 

keine richtungsweisenden pathologischen Befunde ergeben (VB 60 S. 30). 

Zum anderen wurden die Befunde mit leichterer Erschöpfbarkeit sowie 

leichten kognitiven Störungen im psychiatrischen Teilgutachten mit einer 

Arbeitsunfähigkeit von 20 % ausreichend berücksichtigt (VB 60 S. 49). Ab-

schliessend kommt es rechtsprechungsgemäss nicht auf die Diagnose, 

sondern auf die Auswirkung der Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit an 

 - 8 - 

 

 

(BGE 144 V 245 E. 5.5.2 mit Hinweis), zu welcher die Gutachter Stellung 

genommen haben. 

 

4.5. 

Zusammenfassend sprechen keine konkreten Indizien gegen die Zuverläs-

sigkeit des medexperts-Gutachten vom 15. November 2023, womit diesem 

volle Beweiskraft zukommt. Es kann aus medizinischer Sicht auf die schlüs-

sig begründete Arbeitsfähigkeit von 75 % für die bisherige Tätigkeit als Un-

ternehmensberater abgestützt werden. Daher erübrigt sich auch die Anord-

nung eines Obergutachtens bei einer universitären Einrichtung durch das 

Versicherungsgericht (vgl. Beschwerdeantrag 3).  

 

5. 

5.1. 

Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens ist 

zwischen den Parteien sowohl die Berechnung des Validen- als auch des 

Invalideneinkommens umstritten. Die Beschwerdegegnerin ging davon 

aus, dass aufgrund der noch nicht lange dauernden selbständigen Er-

werbstätigkeit des Beschwerdeführers nicht auf das zuletzt erzielte Ein-

kommen abgestellt werden kann und stützte sich sowohl für die Berech-

nung des Validen- als auch des Invalideneinkommens auf die Tabellen-

löhne der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes 

für Statistik (BfS) des Jahres 2020 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] 

nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sek-

tor, TA1_tirage_skill_level, Ziff. 69-71, "Dienstleistungen", Kompetenzni-

veau 4, Männer), wobei sie ab Mai 2021 für das Valideneinkommen 100 % 

des entsprechenden Wertes einsetzte und für das Invalideneinkommen 

75 % und ab 1. Januar 2024 vom Invalideneinkommen aufgrund der Ände-

rung der IVV noch einen zusätzlichen Abzug von 10 % gewährte. Dabei 

errechnete die Beschwerdegegnerin ab Mai 2021 einen rentenausschlies-

senden Invaliditätsgrad von 25 % und ab 1. Januar 2024 von 33 % (VB 73). 

 

Der Beschwerdegegner bringt dagegen vor, es sei aufgrund der bisherigen 

als Controller im Finanzbereich auf die Position 64, 66 Finanzdienstl.; mit 

Finanz- u. Versicherungsdienstl. verb. Tätigk., der (in der Zwischenzeit 

publizierten) LSE 2022 abzustützen. Da zudem das medizinische Zumut-

barkeitsprofil der bisherigen Tätigkeit diametral widerspreche, könne für die 

Berechnung des Invaliditätsgrades kein Prozentvergleich vorgenommen 

werden, sondern es sei auf die LSE-Tabelle 2022, Pos. 45-96 Sektor 3 

Dienstleistungen, Kompetenzniveau 1 Männer abzustützen. Dabei ergäbe 

sich ohne Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges ein Invaliditätsgrad 

von 67 % ab Mai 2021 sowie spätestens ab 1. Januar 2024 bei einem zu-

sätzlichen Abzug von 10 % aufgrund der Änderung der IVV ein Anspruch 

auf eine ganze Rente (Beschwerde S. 18 ff.).  

 

 - 9 - 

 

 

5.2. 

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-

bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali-

deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkom-

men). Der Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) hat in der Regel in der 

Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen 

(Validen- und Invalideneinkommen) ziffernmässig möglichst genau ermit-

telt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom-

mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Sind indessen Validen- 

und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu be-

rechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der In-

validitätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung ei-

nes allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen "Prozentver-

gleich" im Sinne von BGE 114 V 310 E. 3a dar, sondern eine rein rechne-

rische Vereinfachung. In diesen Fällen entspricht der Invaliditätsgrad näm-

lich unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn näm-

lich dem Grad der Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urteil 8C_358/2017 vom  

4. August 2017 E. 2.2 mit Hinweis). 

 

5.3. 

5.3.1. 

Zur Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versi-

cherte Person im massgebenden Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fä-

higkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit verdient hätte (BGE 145 V 141 E. 5.2.1). Kann 

das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht oder nicht hinreichend 

genau bestimmt werden, zum Beispiel weil die von der versicherten Person 

bisher innegehabte Stelle aus betrieblichen Gründen gekündigt worden war 

oder bei einem Selbstständigerwerbenden etwa in den wenig repräsentati-

ven ersten Jahren der Tätigkeit (Urteile des Bundesgericht 8C_513/2014 

vom 17. Dezember 2014 E. 6.5 f., 9C_148/2016 vom 2. November 2016 

E. 2.1), so wird das Einkommen ohne Invalidität nach den Zentralwerten 

der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik für eine 

Person bei gleicher Ausbildung und entsprechenden beruflichen Verhält-

nissen festgelegt.  

 

5.3.2. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-

kret steht. Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-

werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Inva-

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-310%3Ade&number_of_ranks=0#page310
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-V-141%3Ade&number_of_ranks=0#page141

 - 10 - 

 

 

lideneinkommen; Art. 16 ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verblie-

bene funktionelle Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Er-

werbstätigkeit bestmöglich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein an-

rechenbares Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidi-

tät nach statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt.  

 

5.3.3. 

Der Beschwerdeführer war bereits seit dem Jahr 2015 (vgl. VB 15.1 S. 1) 

als selbständiger Berater tätig und hat seit dem Jahr 2013 (vgl. den IKAus-

zug in VB 12 S. 3) nicht mehr im Finanz- und Versicherungsbereich gear-

beitet. Dass er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ohne die gesundheit-

liche Einschränkung wieder als Controller im Finanz- und Versicherungs-

bereich gearbeitet hätte, wird denn auch vom Beschwerdeführer nicht gel-

tend gemacht. Vorliegend kann aber ohnehin offen bleiben, ob für das Va-

lideneinkommen auf die Ziffer 69-71 "Dienstleistungen" der LSE– wie die 

Beschwerdegegnerin – oder die Ziffer 64, 66 "Finanzdienstleistungen" der 

LSE – wie der Beschwerdeführer vorbringt – abgestützt werden soll. Aus 

medizinischer Sicht ist dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als 

selbständiger Unternehmensberater weiterhin zu 75 % (vgl. E. 4.5 hiervor) 

zumutbar. Es liegen keine Anzeichen dafür vor, dass der Beschwerdeführer 

ohne die gesundheitliche Einschränkung wieder in seine Tätigkeit als Con-

troller im Finanzbereich zurückgekehrt wäre und dabei ein Einkommen in 

ähnlicher Höhe (vgl. Beschwerde S. 9) erzielt hätte. Es ist mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 

ohne die gesundheitliche Einschränkung weiterhin die selbständige Tätig-

keit ausgeübt hätte. Somit kann im Sinne einer rechnerischen Vereinfa-

chung bei einer Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowohl für 

das Validen- als auch das Invalideneinkommen auf denselben Wert abge-

stellt werden (vgl. E. 5.2 hiervor). Daher resultiert in beiden Fällen ab Mai 

2021 ein Invaliditätsgrad in der Höhe der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 

25 % und unter Berücksichtigung eines zusätzlichen Abzugs von 10 % ab 

1. Januar 2024 aufgrund der neuen Bestimmungen der IVV ein Invaliditäts-

grad von gerundet 33 % (100% - [75% x 0.9]). Gründe für weitere Abzüge 

vom Tabellenlohn bereits für den Zeitraum ab Mai 2021 sind nicht ersicht-

lich und werden vom rechtskundig vertretenen Beschwerdeführer zu Recht 

auch nicht geltend gemacht. 

 

5.4. 

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 1. Mai 

2024 (VB 73) den Anspruch des Beschwerdeführers auf Rentenleistungen 

aufgrund eines Invaliditätsgrades von unter 40 % zu Recht abgewiesen. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

 - 11 - 

 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da diesem die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt wurde, sind die Kosten einstweilen lediglich vorzu-

merken.  

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu. Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter wird das an-

gemessene Honorar nach Eintritt der Rechtskraft des versicherungsge-

richtlichen Urteils aus der Obergerichtskasse zu vergüten sein (Art. 122 

Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. § 34 Abs. 3 VRPG). 

 

6.4. 

Es wird ausdrücklich auf Art. 123 ZPO verwiesen, wonach eine Partei, der 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung der vor-

gemerkten Gerichtskosten sowie der dem Rechtsvertreter ausgerichteten 

Entschädigung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege werden sie 

einstweilen vorgemerkt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

4. 

Das Honorar des unentgeltlichen Rechtsvertreters wird richterlich auf 

Fr. 3'300.00 festgesetzt. 

 

Die Obergerichtskasse wird gestützt auf § 12 Anwaltstarif angewiesen, 

dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, MLaw Leo 

Sigg, Rechtsanwalt, Aarau, nach Eintritt der Rechtskraft das Honorar von 

Fr. 3'300.00 auszurichten. 

 - 12 - 

 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 4. April 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner     Bächli