# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b691d9a6-01b6-5d25-a48d-8b52a2bf7a91
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-11
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 11.06.2024 VBE.2024.97
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-97_2024-06-11.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.97 / lm / GM 
Art. 86 

 

Urteil vom 11. Juni 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichter Roth  

Gerichtsschreiberin i.V. Mary  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____  

unentgeltlich vertreten durch MLaw Andreas Hübscher, Rechtsanwalt, 

Bruggerstrasse 69, 5400 Baden  

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau,IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
   

Beigeladene   Profond Vorsorgeeinrichtung, Zollstrasse 62, 8005 Zürich      

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 8. Januar 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1969 geborene Beschwerdeführer war zuletzt als Hilfsarbeiter tätig, als 

er sich aufgrund diverser Beschwerden bei der Beschwerdegegnerin am 

28. Oktober 2020 zur Früherfassung und am 23. November 2020 zum 

Bezug von Leistungen (berufliche Integration/Rente) der Eidgenössischen 

Invalidenversicherung (IV) anmeldete. Die Beschwerdegegnerin tätigte 

verschiedene Abklärungen und hielt Rücksprache mit dem Regionalen 

Ärztlichen Dienst (RAD). Sie stellte dem Beschwerdeführer daraufhin mit 

Vorbescheid vom 24. November 2022 die Abweisung des Rentenbegeh-

rens in Aussicht. Nach Prüfung der dagegen erhobenen Einwände und neu 

vorliegender Arztberichte sowie erneuter Rücksprache mit dem RAD 

verneinte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 8. Januar 2024 

einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers.  

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. Februar 2024 

fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Die Verfügung vom 8. Januar 2024 sei aufzuheben und die Angelegen-
heit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.  

 
2. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-

währen und der unterzeichnete Rechtsanwalt sei als sein unentgelt-
licher Vertreter einzusetzen.  

 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher Mehr-

wertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 7. März 2024 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 14. März 2024 wurde die aus 

den Akten erkennbare berufliche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdefüh-

rers beigeladen und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt. Die 

Beigeladene liess sich in der Folge nicht vernehmen. 

 

2.4. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 18. März 2024 wurde dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und zu seinem 

unentgeltlichen Vertreter lic. iur. Andreas Hübscher, Rechtsanwalt, Baden, 

ernannt.   

 - 3 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 

8. Januar 2024 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 65) zu Recht einen 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneinte.  

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte möglich Ansprüche 

nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Bestim-

mungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in 

medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilungen von 

Dr. med. B._____, Praktischer Arzt (D) und Facharzt für Gynäkologie und 

Geburtshilfe (D), vom 28. Februar 2022, 6. Juni 2023 und 27. Juni 2023. 

Dieser führte am 28. Februar 2022 zunächst aus, dass aufgrund des (im 

August 2020 diagnostizierten) Kolonkarzinoms entsprechend der 

Beurteilung der behandelnden Ärzte bis am 5. März 2021 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Aufgrund der ausgeprägten 

abdominalen Komplikationen und mehrfachen Operationen sei eine 

körperlich schwere Tätigkeit dauerhaft nicht mehr zumutbar. In einer 

körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit bestehe ab dem 6. März 

2021 aber wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, steigerbar alle zwei 

Monate bis auf ein Pensum von 80 %. Die angestammte Tätigkeit des 

Beschwerdeführers sei als körperlich leichte Tätigkeit anzusehen, daher sei 

der Beschwerdeführer ab dem 6. März 2021 in angestammter Tätigkeit 

wieder zu 50 % arbeitsfähig, steigerbar alle zwei Monate bis auf ein 

Pensum von 80 %. Diese Beurteilung gelte, solange Tumorfreiheit bestehe 

(VB 42 S. 2 f.). 

 

In seiner Aktenbeurteilung vom 6. Juni 2023 berücksichtigte RAD-Arzt 

Dr. med. B._____ neu die Diagnose eines Asthma-COPD-Overlap-

Syndroms mit rezidivierender Exazerbation und bat um die Einholung 

weiterer Berichte der behandelnden Ärzte des Spitals C._____ (VB 61 

S. 2 f.). In der darauffolgenden Aktennotiz vom 27. Juni 2023 hielt Dr. med. 

 - 4 - 

 

 

B._____ mit Verweis auf die nun vorliegenden aktuellen Berichte fest, dass 

sich die Beschwerden trotz intensiver Therapie nicht wesentlich gebessert 

hätten. Bezüglich einer körperlichen Tätigkeit sei eine Erwerbsfähigkeit 

nicht gegeben und eine Tätigkeit als Reinigungskraft könne nicht 

nachverfolgt werden. Seine Beurteilung vom 28. Februar 2022 sei weiterhin 

gültig, ab dem 9. Januar 2023 bestehe jedoch aufgrund der neu 

aufgetretenen Lungenproblematik zunächst eine volle Arbeitsunfähigkeit 

für alle Tätigkeiten. In einer körperlich sehr leichten, überwiegend sitzenden 

Tätigkeit könne ab dem 12. April 2023 aber wieder eine Arbeitsfähigkeit von 

80 % angenommen werden (VB 63). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beur-

teilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 134 V 23 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Auch eine reine Aktenbeurteilung kann voll beweistauglich sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner 

medizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder 

einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 135 V 465 E. 4 S. 469; 125 V 351 E. 3a 

S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c S. 160 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch 

ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind 

an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver-

sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-

klärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d 

S. 162 f.).  

 

5. 

Den medizinischen Unterlagen ist unter anderem zu entnehmen, dass beim 

Beschwerdeführer am 21. August 2020 aufgrund eines stenosierenden 

Tumors im Bereich des Colon descendens mit ausgeprägtem Ileus eine 

offene erweiterte Hemicolektomie links mit Ascendorektostomie durchge-

führt wurde (vgl. Operationsbericht vom 21. August 2020 von Dr. med. 

 - 5 - 

 

 

D._____, Facharzt für Chirurgie, VB 20 S. 16). Am 29. August 2020 folgte 

aufgrund einer Anastomoseninsuffizienz eine Re-Laparotomie, eine Anlage 

einer End-zu-End-Ileorektostomie sowie zusätzlich eine doppelläufige 

Ileostomie (vgl. Operationsbericht vom 29. August 2020 von Dr. med. 

D._____, VB 20 S. 11 f.). Der Beschwerdeführer wurde schliesslich am 

9. Oktober 2020 in gutem Allgemeinzustand in die Rehabilitation entlassen 

(vgl. Austrittsbericht vom 12. September 2020, VB 20 S. 5 f.). Dem 

Austrittsbericht der E._____ von Dres. med. F._____, Fachärztin für 

Physikalische Medizin und Rehabilitation, und G._____ vom 30. Oktober 

2020 über die vom 9. bis 30. Oktober 2020 dauernde Rehabilitation ist zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer nach Absolvieren eines 

multimodalen Trainingsprogramms gute Fortschritte gemacht habe. Er 

habe Gehstrecken bis zu 318 m am Rollator ohne Pause zurücklegen und 

18 Treppenstufen mit Hilfsmitteln bewältigen können. Der 

Beschwerdeführer sei in gebessertem Allgemein- und Ernährungszustand 

nach Hause entlassen worden (VB 2 S. 2). Am 18. Februar 2021 wurde der 

Beschwerdeführer erneut operiert, wobei die Darmkontinuität mit End-zu-

End Ileo-Ileostomie offen wiederhergestellt wurde (vgl. Operationsbericht 

vom 18. Februar 2021 von Dres. med. H._____, Fachärztin für Chirurgie, 

und D._____, VB 30 S. 5 f.). Der Eingriff habe sich problemlos gestaltet und 

der Beschwerdeführer sei in gutem Allgemeinzustand nach Hause 

entlassen worden. Vom 17. Februar 2021 bis zum 5. März 2021 sei der 

Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig gewesen (vgl. Austrittsbericht 

vom 1. März 2021, VB 30 S. 2). Im Verlaufsbericht Onkologie vom 20. Mai 

2021 hielt Dr. med. I._____, Fachärztin für Medizinische Onkologie und für 

Allgemeine Innere Medizin, fest, dass sich in der aktuellen 

Tumornachsorgeuntersuchung neun Monate nach der Operation weder 

klinisch noch laborchemisch Hinweise für ein Tumorrezidiv oder eine 

Metastasierung zeige (VB 40 S. 4). Weiter bestehe gemäss radiologischem 

Bericht von Dr. med. J._____, Facharzt für Radiologie, vom 9. September 

2021 kein Hinweis auf malignitätsverdächtige Läsionen oder ein 

Tumorrezidiv (VB 40 S. 7). Dr. med. K._____, Facharzt für 

Gastroenterologie und für Allgemeine Innere Medizin, bestätigte im Bericht 

Rektoskopie vom 14. Oktober 2021, dass der Spiegelbefund bei Rekto-

Ileostomie unauffällig sei. Es gebe bei der Anastomose und dem Rektum 

keine Auffälligkeiten (VB 40 S. 2).  

 

6. 

RAD-Arzt Dr. med. B._____ führte in seiner Aktenbeurteilung vom 

28. Februar 2022 aus, aufgrund des Kolonkarzinoms und den damit 

einhergehenden Operationen des Beschwerdeführers sowie dem kompli-

zierten Krankheitsverlauf sei entsprechend den ärztlichen Berichten eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit bis am 5. März 2021 nachvollziehbar (VB 42 

S. 2 f.). Anschliessend könne jedoch wieder von einer 50%igen Arbeits-

fähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgegangen werden, denn diese 

sei als körperlich leicht einzustufen. Die Arbeitsfähigkeit könne jeweils alle 

 - 6 - 

 

 

zwei Monate bis 80 % gesteigert werden (VB 42 S. 3). Diese Beurteilung 

bestätigte RAD-Arzt Dr. med. B._____ in seiner Aktennotiz vom 27. Juni 

2023 und hielt fest, sie gelte bis zum 9. Januar 2023 (VB 63). Im 

Austrittsbericht der E._____ vom 30. Oktober 2020 hielten Dres. med. 

F._____ und G._____ fest, dass sich der Allgemeinzustand des 

Beschwerdeführers zwar verbessert habe, nach einem Trainingsprogramm 

sei er jedoch lediglich in der Lage gewesen, 318 m am Rollator zu gehen 

sowie mit Hilfsmitteln 18 Treppenstufen zu steigen (VB 2 S. 2). Gemäss 

eigenen Angaben verwendete der Beschwerdeführer im November und 

Dezember 2020 noch immer einen Rollator zur Fortbewegung (VB 4 S. 1; 

21 S. 4). Aus dem Fragebogen für Arbeitgebende vom 15. Dezember 2020 

ist ersichtlich, dass die Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers vorwiegend 

stehend und gehend, nur selten sitzend, zu erledigen sei. Es sei zudem 

erforderlich, leichte bis mittelschwere (max. 25 kg) Objekte zu heben oder 

zu tragen (VB 22.1 S. 4). Die Tätigkeit beinhalte gemäss Angaben des 

Arbeitgebers "einfache Handlanger Arbeiten", darunter Rasenmähen, 

Rasen und Laub zusammentragen sowie auch Reinigungsarbeiten (bspw. 

Wischen), Kehricht entsorgen, Garten- und Parkunterhalt (VB 22.1 S. 4 f.). 

Es kann daher nicht nachvollzogen werden, dass RAD-Arzt Dr. med. 

B._____ die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers als körperlich 

leicht einstufte. Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer gemäss 

den behandelnden Ärzten am 30. Oktober 2020 auch mit Hilfsmitteln nur in 

der Lage war, sehr kurze Strecken und wenige Treppenstufen zu 

bewältigen und dieser im Dezember 2020 noch einen Rollator verwendete, 

ist überdies nicht schlüssig, dass Dr. med. B._____ ohne Weiteres davon 

ausging, ab dem 6. März 2021 sei der Beschwerdeführer in seiner 

angestammten Tätigkeit wieder zu 50 % arbeitsfähig. Aus den ärztlichen 

Berichten vom 18. Februar 2021 und 1. März 2021 sowie auch den später 

ergangenen Berichten vom 20. Mai 2021, 9. September 2021 und 

14. Oktober 2021 ist zwar ersichtlich, dass die letzte Operation des 

Beschwerdeführers am 18. Februar 2021 problemlos verlaufen sei (vgl. 

VB 30 S. 2, 5 f.) und es keine Anzeichen für ein Tumorrezidiv oder sonstige 

Auffälligkeiten gegeben habe (vgl. VB 40 S. 2, 4, 7). Ob sich die 

Einschränkungen des Beschwerdeführers bezüglich benötigter 

Fortbewegungshilfsmittel sowie bewältigbarer Gehstrecken und 

Treppenstufen bis am 6. März 2021 verändert haben, und wie sich allfällige 

Einschränkungen auf seine Arbeitsfähigkeit auswirken, kann den Akten 

jedoch nicht entnommen werden. Eine Begründung, weshalb die Arbeits-

fähigkeit genau ab dem 6. März 2021 wieder 50 % hätte betragen sollen, 

lässt sich der Beurteilung von Dr. med. B._____ sodann nicht entnehmen. 

Zwar bescheinigte das Spital C._____ im Austrittsbericht vom 1. März 2021 

noch eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis 5. März 2021 (VB 30 S.4), 

hieraus lässt sich aber nicht der Umkehrschluss ziehen, dass ab diesem 

Zeitpunkt wieder eine Arbeitsfähigkeit bestand. Im Gegenteil bescheinigte 

der Hausarzt Dr. med. M._____ ab diesem Zeitpunkt weiterhin eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % (VB 31, 38.1 S. 2 ff., 41 S. 1). Demnach lässt 

 - 7 - 

 

 

sich gestützt auf die vorhandenen Akten nicht zuverlässig beurteilen, ob 

und gegebenenfalls inwiefern der Beschwerdeführer in invalidenrechtlich 

relevanter Weise eingeschränkt ist bzw. war. Es kann nicht ohne Weiteres 

davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer sei ab dem 6. März 

2021 in angestammter Tätigkeit wieder zu 50 % arbeitsfähig und könne 

diese Arbeitsfähigkeit alle zwei Monate bis zu 80 % steigern.  

 

7. 

Zusammenfassend bestehen damit in Anbetracht der strengen An-

forderungen an Beurteilungen durch versicherungsinterne medizinische 

Fachpersonen (vgl. E. 4 hiervor) mindestens geringe Zweifel an den 

Beurteilungen von RAD-Arzt Dr. med. B._____ (VB 42; 63), womit keine 

rechtsgenügliche umfassende fachärztliche Würdigung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers vorliegt und ein 

Rentenanspruch nicht abschliessend beurteilt werden kann. Der 

anspruchserhebliche Sacherhalt erweist sich somit im Lichte der 

Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG; BGE 133 

V 196 E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; 130 V 64 E. 5.2.5 S. 68 f.; 

125 V 193 E. 2 S. 195; 122 V 157 E. 1a S. 158; vgl. auch UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 13 ff. zu Art. 43 ATSG) als nicht 

rechtsgenüglich erstellt. Es rechtfertig sich damit, die Sache zur weiteren 

Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (BGE 139 V 99 

E. 1.1 S. 100; 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). Anschliessend hat die 

Beschwerdegegnerin neu über das Rentenbegehren zu verfügen.  

 

8. 

8.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen und die ange-

fochtene Verfügung vom 8. Januar 2024 aufzuheben. Die Sache ist zur 

weiteren Abklärung und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. 

 

8.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.  

 

8.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzender 

Abklärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 215 

E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen). Die Parteikosten sind dem unentgeltlichen 

Rechtsvertreter zu bezahlen.   

 - 8 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 8. Januar 2024 

aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägun-

gen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdegegnerin 

auferlegt.  

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsver-

treter des Beschwerdeführers die Parteikosten in richterlich festgesetzter 

Höhe von Fr. 3'300.00 zu bezahlen.  

 

 
 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom 

siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. 

Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. 

Januar (Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie 

in Händen hat (Art. 42 BGG). 

 
 
   

Aarau, 11. Juni 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Kathriner  Mary