# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a717320-fc99-5326-8e28-55ef11d2dc4c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 22.09.2016 110 2016 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2016-30_2016-09-22.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2016/30 Bern, 22. September 2016

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

und

B.________
Beschwerdegegnerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt C.________

sowie

Regierungsstatthalteramt Seeland, Amthaus, Stadtplatz 33, Postfach 60, 3270 Aarberg

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grossaffoltern, Gemeindeverwaltung, 
Dorfstrasse 41, 3257 Grossaffoltern

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Seeland vom 8. Februar 2016 
(bbew 118/2015; Neubau von zwei Lagerhallen)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 3. September 2015 ein Baugesuch ein für den 

Neubau von zwei Lagerhallen. Die Neubauten sollen die Lücke zwischen den bereits 

bestehenden Lagerhallen schliessen und mit diesen zusammengebaut werden. Die 

Parzelle Grossaffoltern Gbbl. Nr. D.________ liegt in der Arbeitszone und innerhalb des 

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Ortsbildschutzperimeters des Ortsteils E.________. Gegen das Bauvorhaben erhob unter 

anderen der Beschwerdeführer Einsprache. 

Mit Gesamtentscheid vom 8. Februar 2016 erteilte das Regierungsstatthalteramt Seeland 

die Baubewilligung.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 4. März 2016 Beschwerde bei der Bau-, 

Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die Aufhebung 

des Gesamtentscheides vom 8. Februar 2016 und Erteilung des Bauabschlags. 

Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Er macht 

geltend, das Vorhaben ordne sich nicht in das ländliche Ortsbild ein, für das Unterschreiten 

der minimalen Dachneigung sei zu Unrecht eine Ausnahme erteilt worden, es würden 

übermässige Lärm- und Geruchsemissionen resultieren und die Verkehrssicherheit bei der 

Zufahrt sei nicht gewährleistet. 

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Das Regierungsstatthalteramt 

beantragt mit Stellungnahme vom 24. März 2016 die Abweisung der Beschwerde, soweit 

auf sie einzutreten sei. Die Gemeinde schliesst mit Stellungnahme vom 4. April 2016 auf 

Abweisung der Beschwerde. Mit Beschwerdeantwort vom 8. April 2016 beantragt die 

Beschwerdegegnerin ebenfalls, die Beschwerde sei abzuweisen. Das beco Berner 

Wirtschaft nahm mit Eingabe vom 4. April 2016 Stellung zur Beschwerde.

4. Die kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) nahm 

mit Bericht vom 3. Juni 2016 zum Vorhaben Stellung. Am 15. Juni 2016 führte das 

Rechtsamt im Beisein der Verfahrensbeteiligten sowie einer Vertretung der OLK und einer 

Vertretung des Strasseninspektorats Seeland einen Augenschein mit 

Instruktionsverhandlung durch. Die Beteiligten erhielten Gelegenheit, sich zum Protokoll 

des Augenscheins zu äussern.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

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5. Mit Schreiben vom 14. Juli 2016 reichte die Beschwerdegegnerin eine 

Projektänderung ein (Projektänderungspläne vom 8./11. Juli 2016, alle gestempelt vom 

Rechtsamt der BVE am 15. Juli 2016). Mit Bericht vom 9. August 2016 nahm die OLK zur 

eingereichten Projektänderung Stellung. Danach erhielten die Parteien Gelegenheit, zur 

Projektänderung der Beschwerdegegnerin Stellung zu nehmen und Schlussbemerkungen 

einzureichen.

6. Auf die Rechtsschriften, die Fachberichte der OLK sowie auf das Ergebnis des 

Augenscheins wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die 

Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde 

(Art. 10 KoG in Verbindung mit Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer, dessen 

Einsprache abgewiesen wurde, wohnt neben dem Betrieb der Beschwerdegegnerin und 

hat Sichtkontakt zum umstrittenen Bauvorhaben. Er ist durch den vorinstanzlichen 

Gesamtentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Die 

Beschwerde ist innert der Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 40 Abs. 1 BauG) und 

enthält einen Antrag und eine Begründung (Art. 32 Abs. 2 VRPG3). Auf die form- und 

fristgerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten.

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1).
3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).

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b) Die Einsprechenden sind nur im Rahmen ihrer Einsprachegründe zur Beschwerde 

befugt (Art. 40 Abs. 2 BauG). Demnach können neue Rügen im Beschwerdeverfahren 

grundsätzlich nicht mehr vorgebracht werden. Diese Bestimmung gelangt jedoch nur zur 

Anwendung, wenn die Rüge einer einfachen Verletzung von kantonalem oder 

kommunalem Recht zur Diskussion steht. Hingegen dürfen Rügen betreffend die 

Verletzung von Bundesrecht, von Völkerrecht und von kantonalem Verfassungsrecht im 

Beschwerdeverfahren noch neu vorgebracht werden.4 Zudem sind nach der Praxis Rügen 

zulässig, deren Themenbereich in der Einsprache angesprochen wird.5 

Die Einsprechenden bzw. Beschwerdeführenden müssen nach Art. 35c Abs. 1 BauG 

zudem an jeder vorgebrachten Rüge ein eigenes schutzwürdiges Interesse haben. Da aber 

die Beschwerdebefugnis im kantonalen Verfahren mindestens im gleichen Umfang zu 

gewähren ist wie vor Bundesgericht (Art. 111 Abs. 1 BGG6; Art. 33 Abs. 3 Bst. a RPG7) und 

das Bundesgericht eine rügespezifische Beurteilung der Beschwerdelegitimation ablehnt, 

ist Art. 35c Abs. 1 BauG im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 89 Abs. 1 

BGG auszulegen. Ein eigenes schutzwürdiges Interesse im Sinn von Art. 35c Abs. 1 BauG 

ist deshalb immer dann zu bejahen, wenn der Nachbarin oder dem Nachbarn mit dem 

Durchdringen der jeweiligen Rüge ein praktischer Nutzen entsteht, der auch darin 

bestehen kann, dass das Bauvorhaben nicht verwirklicht werden kann. Nicht zulässig sind 

einzig Rügen, mit denen ein allgemeines öffentliches Interesse an der richtigen 

Anwendung des Rechts verfolgt wird, ohne dass den Beschwerdeführenden im Falle des 

Obsiegens ein Vorteil entsteht.8 

Es wird bei einzelnen Rügen zu prüfen sein, ob der Beschwerdeführer  diese in der 

Beschwerde noch vorbringen durfte und ob er ein schutzwürdiges Interesse an deren 

Prüfung hat.

4 VGE 2012/441 vom 22. März 2013, E. 3; VGE 2010/90 vom 1. November 2010, E. 2.3 - 2.5.
5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 40-
41 N. 9a.
6 Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110). 
7 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700).
8 BGE 137 II 30 E. 2.2.1, 2.2.3 und 2.3; BGer 1C_492/2010 vom 23.3.2011, E. 3.2; BVR 2011 S. 272 E. 6.2.

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2. Projektänderung

a) Mit Eingabe vom 14. Juli 2016 reichte die Beschwerdegegnerin beim Rechtsamt der 

BVE eine Projektänderung ein. Mit dieser Projektänderung änderte sie die Dachform der 

beiden Neubauhallen. Anstelle des Pultdaches bei der Neubauhalle A und des 

asymmetrischen Satteldaches bei der Neubauhalle B sind nun zwei symmetrische 

Satteldächer mit einer beidseitigen Neigung von 9° vorgesehen. Dadurch reduziert sich die 

Höhe der beiden Lagerhallen – gemessen vom jeweils höchsten Punkt – von bisher 15.5 m 

(Halle A) bzw. 15.0 m (Halle B) auf 14.6 m (beide Hallen). Auf der Nordostseite verzichtet 

die Beschwerdegegnerin neu auf sämtliche Fenster und sowohl das Tor (von 6.5 x 5.5 m 

auf 6.5 x 5.0 m) als auch die Firmenanschrift (von 20.0 x 2.74 m auf 16.0 x 2.2 m) wurden 

verkleinert. Südwestseitig wurde auf die fassadenmittig geplante Fensterreihe verzichtet 

und damit die Fensterfläche um mehr als die Hälfte reduziert. Ebenso sieht die 

Beschwerdegegnerin im aktuellen Projekt an der Südostfassade und an der 

Nordwestfassade keine Fensterbänder mehr vor. Neu sind auf beiden Satteldächern 

jeweils zwei längsseitige Lichtbänder auf jeder Dachseite vorgesehen (bisher Halle A drei 

quere Lichtbänder, Halle B zwei längsseitige Lichtbänder näher bei der First).  

b) Laut Art. 43 BewD9 kann der Baugesuchsteller während der Hängigkeit eines 

Baubewilligungsverfahrens oder eines nachfolgenden Beschwerdeverfahrens vor der BVE 

eine Projektänderung einreichen, ohne dass deshalb ein neues Baubewilligungsverfahren 
eingeleitet werden muss. Erfolgt die Projektänderung im Beschwerdeverfahren, sind die 

Gemeinde, die Gegenpartei und die von der Projektänderung berührten Dritten anzuhören.

Das Projekt bleibt in den Grundzügen gleich. Deshalb nahm das Rechtsamt das 

Projektänderungsgesuch als Projektänderung im Sinne von Art. 43 Abs. 1 BewD an die 

Hand. Von der Projektänderung sind keine öffentlichen oder wesentlichen nachbarlichen 

Interessen zusätzlich betroffen, weshalb auf die Anhörung Dritter und auf eine Publikation 

verzichtet werden konnte.

c) Projektänderungsgesuche ersetzen das ursprüngliche Baugesuch. Gegenstand des 

Beschwerdeverfahrens ist somit nur das geänderte Projekt gemäss den aktuellsten Plänen 

9 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).

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(Projektänderungspläne vom 8./11. Juli 2016, alle gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 

15. Juli 2016). Ob das von der Vorinstanz beurteilte Projekt bewilligungsfähig gewesen 

wäre, ist nicht mehr zu prüfen.

3. Ortsbildschutz

a) Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde vor, der Gebäudekomplex füge 

sich aufgrund der Grösse, Farbe, Form und des Billigmaterials nicht gut ins ländliche 

Ortsbild ein. Das Bauvorhaben verschlimmere den Gesamteindruck; mit dem 

Zusammenbau entstehe ein mächtiger, "klotziger" Hallenkomplex, der sich mit den 

silbergrauen Fassaden und Dachflächen deutlich von der Umgebung abhebe. In seiner 

Stellungnahme vom 26. August 2016 zur Projektänderung führt der Beschwerdeführer aus, 

die Änderungen seien ein Schritt in die richtige Richtung. Insbesondere die angepasste 

Dachform erscheine optisch etwas weniger störend.

b) Nach Ansicht der Beschwerdegegnerin ist es fraglich, ob auf diese Rüge des 

Beschwerdeführers überhaupt einzutreten ist. So habe der Beschwerdeführer in keiner 

Weise dargelegt oder glaubhaft gemacht, dass resp. inwiefern er an der vorliegenden Rüge 

überhaupt ein schutzwürdiges Interesse habe. 

Der für das schutzwürdige Interesse geforderte praktische Nutzen (vgl. E. 1b) ist zu 

bejahen, da bei Durchdringen dieser Rüge der Bauabschlag zu erteilen ist und damit die 

nach Meinung des Beschwerdeführers störenden, von ihrem Grundstück sichtbaren 

Lagerhallen nicht realisiert werden könnten. Entgegen der Auffassung der 

Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführer damit an dieser Rüge ein eigenes 

schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 35c Abs. 1 BauG.

c) Laut Art. 9 Abs. 1 BauG dürfen Bauten und Anlagen die Landschaften, Orts- und 

Strassenbilder nicht beeinträchtigen. Diese Vorschrift stellt die „ästhetische Generalklausel“ 

im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots dar. Eine Beeinträchtigung liegt vor, 

wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden Überbauung schafft, der 

erheblich stört. Die Gemeinden dürfen eigene Ästhetikvorschriften erlassen, die über die 

kantonalen Vorschriften hinausgehen können. Derartige Vorschriften müssen, um 

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selbständige Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst sein als die Anordnungen des 

kantonalen Rechts, sie dürfen Letztere nicht bloss allgemein anders formulieren.10

Das Baureglement der Gemeinde Grossaffoltern (GBR11) enthält folgende Bestimmungen 

zur Gestaltung von Bauten und Anlagen: Nach Art. 23 Abs. 1 GBR sind Bauten und 

Anlagen für sich und im Zusammenhang mit der Umgebung sowie dem Orts- und 

Landschaftsbild so zu gestalten, dass eine gute Eigen- und Gesamtwirkung entsteht. Für 

Bauten ist bei dieser Beurteilung nach Absatz 2 von Art. 23 GBR besonders auf folgende 

Kriterien einzugehen: Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen eines 

Gebäudes, Gliederung der Aussenflächen, Fassaden, Gebäudesockel, Dachrand, 

Dachfläche, Material und Farbe. Dachformen und -materialien müssen zudem von ruhiger 

Wirkung sein und sich in das Landschafts-, Orts- und Strassenbild einordnen (Art. 30 Abs. 

1 GBR). Innerhalb des Ortsbildschutzperimeters müssen sich neue Bauten und Anlagen 

sowie Veränderungen in das Orts- und Landschaftsbild einfügen; an die Gestaltung werden 

strengere Anforderungen gestellt (Art. 24 Abs. 3 GBR). Die Baubewilligungsbehörde der 

Gemeinde zieht nach Art. 24 Abs. 4 GBR zur Beurteilung von Vorhaben im 

Ortsbildschutzperimeter eine Fachinstanz bei (z.B. Bauberater Berner Heimatschutz oder 

kantonale Denkmalpflege).

Diese Bestimmungen gehen weiter als Art. 9 Abs. 1 BauG; ihnen kommt daher 

selbständige Bedeutung zu. Bei ihrer Auslegung und Anwendung kann sich die Gemeinde 

zudem auf die Gemeindeautonomie berufen. Es ist somit vorab Sache der Gemeinde, zu 

bestimmen, wie sie ihre Ästhetikvorschriften verstanden haben will. Die BVE als 

Rechtsmittelinstanz hat nur zu prüfen, ob die Auslegung durch die Gemeinde rechtlich 

haltbar ist.12

d) Die zwei umstrittenen Lagerhallen sollen die Lücke zwischen den beiden bereits 

bestehenden Hallen auf der Bauparzelle schliessen. Die Neubauhalle A schliesst 

unmittelbar an die bestehende, nordwestliche Halle an und weist eine Länge von 30.18 m 

und eine Breite von 23.97 m auf. An die Neubauhalle A schliesst die Neubauhalle B, 

welche wiederum direkt an die bestehende, südöstliche Halle angrenzt. Die Neubauhalle B 

ist 42.42 m lang und 23.97 m breit. Beide Hallen sind bis zu 14.6 m hoch und verfügen 

10 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4 und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen.
11 Baureglement der Gemeinde Grossaffoltern vom 30. November 2007.
12 VGE 22887 vom 21.08.2007, E. 4.3, mit Hinweisen.

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über symmetrische Satteldächer mit einer Neigung von jeweils 9°. Sie sind deutlich höher 

als die bestehenden Hallen. Die Lagerhallen aus Metall sind in silbergrauer Farbe geplant. 

An der nordöstlichen Fassade der Halle B ist ein hinterleuchteter Schriftzug mit der 

Firmenbezeichnung mit einer Länge von 16.00 m und einer Höhe von 2.20 m im oberen 

Bereich vorgesehen. Insgesamt weisen die vier zusammengebauten Hallen eine Länge 

von rund 103 m auf. 

e) Die BVE hat für die ästhetische Beurteilung des Vorhabens die OLK beigezogen. In 

ihrem ersten Bericht vom 3. Juni 2016 charakterisierte die Fachbehörde das Ortsbild in der 

Umgebung des Vorhabens wie folgt:
" Nähert man sich über die F.________strasse von Lyss nach E.________, fährt man entlang einer 

Abfolge diverser Gewerbe- und Industriebauten, die das Landschaftsbild prägen. Vor der 

Bahnüberführung endet die Strasse im Dörfchen E.________. Den ursprünglichen Dorfkern bilden 

die erhaltenswerten Bauten an der G.________strasse (Nr. 2, 3, 4) und das Wohnhaus H.________ 

2. Zwei davon haben eine sehr schöne Ziegelsteinfassade, andere entsprechen eher Bauerhäusern 

und befinden sich teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Dieser historische Dorfkern liegt nicht 

unmittelbar neben den geplanten Hallen und wird deshalb durch das Bauvorhaben nicht 

beeinträchtigt. Die Hallen befinden sich im Rücken des Dorfkerns am äussersten Rand des 

Ortsbildschutzperimeters und bilden sozusagen den Abschluss der Gewerbebauten die sie entlang 

der F.________strasse aufreihen."

Zur Einordnung des Vorhabens, wie es sich vor der im Beschwerdeverfahren eingereichten 

Projektänderung präsentierte, führte die OLK in diesem Bericht zunächst aus, das heutige 

Ortsbild werde durch das Bauvorhaben nicht beeinträchtigt, das neue Bauvolumen fülle 

lediglich die Lücke zwischen den bereits vorhandenen Hallen. Ausser von dem 

gegenüberliegenden Gebäude würden die zusätzlichen Hallen wenig in Erscheinung treten 

und das Ortsbild nur unwesentlich ändern. Eine farbliche Anpassung an die natürliche 

Umgebung sei nicht zielführend. Vielmehr bilde der Waldrand einen idealen Hintergrund für 

die Hallen. Um eine gute Gesamtwirkung zu erreichen, sei es aber wichtig, dass sich die 

neuen Hallen in Form und farblicher Gestaltung an die bestehenden Hallen anpassen. Es 

sei zwingend, dass die gleichen Fassadenpaneele in identischer Farbigkeit verwendet 

würden. Auch die Ausformulierung der Dachrandabschlüsse, Sockel, Fenster wie Tore 

sollten übernommen werden. Vorab die Dachform wurde von der OLK kritisiert. Das Ziel 

einer besseren Einbettung in das bestehende Ortsbild werde mit verschiedenen Neigungen 

und Dachformen nicht erreicht. Gleichschenklig geneigte Satteldächer würden diese 

Absicht besser unterstützen und eine ruhigere Dachlandschaft bilden. Man schlage vor, die 

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Dachneigung der bestehenden Hallen von 6°- 9° zu übernehmen. Aus ästhetischer Sicht 

sei zudem die vorgesehene Beschriftung viel zu gross und stehe in keinem Verhältnis zu 

der Fassadenfläche. Auf die Hinterleuchtung sei zudem zu verzichten. Schliesslich sei die 

abgeschrägte Südfassade der Halle B nicht nachvollziehbar. Dies sei ein fremdes Element 

und wirke dem angestrebten Anliegen, eine Einheit des Hallenkomplexes zu erreichen, 

entgegen. Insgesamt kam die OLK zum Schluss, dass dem Neubau der zwei Lagerhallen 

grundsätzlich nichts entgegen zu setzen sei. Um die angestrebte Einheit des 

Hallenkomplexes zu erreichen, empfahl die Fachbehörde aber gleichmässige Satteldächer 

mit einer Dachneigung von rund 6°, die Übernahme der Farbgebung und Materialisierung 

der bestehenden Hallen sowie die Reduktion der Grösse der Beschriftung.   

f) Mit der am 14. Juli 2016 eingereichten Projektänderung nahm die 

Beschwerdegegnerin diverse Anpassungen vor. So sind nun insbesondere zwei 

symmetrische Satteldächer mit einer beidseitigen Neigung von 9° vorgesehen. Auf diverse 

Fenster – vorab an der von der Kantonsstrasse sichtbaren Nordostfassade – hat die 

Beschwerdegegnerin verzichtet und stattdessen mehr Lichtbänder auf den Dächern 

vorgesehen. Der Schriftzug wurde zudem verkleinert (zu den Änderungen im Detail, vgl. E. 

2a). 

Mit Bericht vom 9. August 2016 äusserte sich die OLK zum aktuellen Vorhaben. Dabei 

stellte sie fest, dass die "Baulücke" mit den zwei Hallen mit Satteldach geschlossen werde. 

Die Befensterung auf der Nordostfassade sei vereinfacht worden. Lediglich eine grosse 

Öffnung und der Schriftzug der Firma rhythmisiere diese Fassadenseite. Der Schriftzug sei 

kleiner vorgeschlagen. Grundsätzlich begrüsse die Kommission die Projektänderung. Das 

Bauvorhaben werde vereinfacht, die Öffnungen präzise gesetzt. Die Dachlandschaft werde 

mit zwei Satteldächern mit gleicher Dachneigung beruhigt und orientiere sich an den 

bestehenden Hallenbauten. Insgesamt könne dem Bauvorhaben aus Sicht der OLK 

zugestimmt werden. 

g) Das Rechtsamt der BVE konnte sich anlässlich des Augenscheins vom 15. Juni 2016 

ein eigenes Bild des Standortes und der Umgebung machen. Wie die OLK in ihrem ersten 

Bericht vom 3. Juni 2016 treffend ausführt, befindet sich das Bauvorhaben am äussersten 

Rand des Ortsbildschutzperimeters und nicht in unmittelbarer Nähe des historischen 

Dorfkerns des Ortsteils E.________. Die unmittelbare Umgebung des Vorhabens ist zudem 

in ästhetischer Hinsicht nur von durchschnittlicher Qualität. So sind die Lagerhallen 

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umgeben vom grossen Industrieareal der Beschwerdegegnerin. Sie befinden sich zudem 

unmittelbar neben der Bahnlinie und der Kantonsstrasse. Das Vorhaben beeinträchtigt das 

Ortsbild  daher nicht, zumal die umstrittenen Lagerhallen zwischen den bereits 

bestehenden Lagerhallen zu liegen kommen. Auch anlässlich des Augenscheins bestätigte 

der Vertreter der OLK, dass das Auffüllen der Lücke zwischen den bestehenden Hallen mit 

zwei neuen Hallen den Massstab nicht sprenge und aus Sicht der OLK in Ordnung sei. 

Ebenso gab der Vertreter der OLK zu Protokoll, dass die Höhe der Hallen keinen Einfluss 

auf das geschützte Ortsbild hätten, da bereits Hallen bestünden.13 Aufgrund des am 

Augenschein gewonnenen Eindrucks der bestehenden Situation sowie des 

Umgebungsbilds kann dieser plausiblen Einschätzung gefolgt werden. 

Mit der im Beschwerdeverfahren eingereichten Projektänderung ging die 

Beschwerdegegnerin sodann auf die Kritik der OLK ein. Mit den nun geplanten, 

symmetrischen Satteldächern wirkt das Vorhaben ruhiger und orientiert sich mit der 

nahezu identischen Neigung an den bestehenden Lagerhallen. Die gemäss Art. 30 Abs. 1 

GBR verlangte ruhige Gesamtwirkung der Dachformen wird damit erfüllt. Auch die 

Anpassungen an der Fassade, vorab an der von der OLK kritisierten, von der Bahn und der 

Kantonsstrasse einsehbaren Nordostfassade, führten zu einer deutlichen Verbesserung 

des Projekts. Durch den Verzicht auf die Befensterung hat sich das Fassadenbild beruhigt 

und demjenigen der bestehenden Lagerhallen angeglichen. Dem Anliegen der 

Fachbehörde, die Fassade zur Bahnseite hin möglichst ruhig zu halten14 bzw. eine 

"unaufgeregte Befensterung" zu realisieren15, wurde entsprochen. Die Farbgebung und 

Materialisierung der Hallen (silbergrau, Metall) sowie die Breite der senkrechten Paneelen 

entspricht den bestehenden Hallen und ist nicht zu bemängeln. Auf Anraten der OLK nahm 

die Beschwerdegegnerin schliesslich auch eine Verkleinerung des Schriftzugs an der 

Nordostfassade vor, so dass dieser nicht mehr zu dominant in Erscheinung tritt und aus 

ästhetischer Sicht vertretbar ist. Einzig auf die von der OLK im ersten Fachbericht noch 

kritisierten Punkte betreffend Hinterleuchtung der Anschrift sowie abgeschrägter 

Südfassade ging die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Projektänderung nicht ein. 

Allerdings wies der Vertreter der OLK anlässlich des Augenscheins ausdrücklich darauf 

hin, dass diese abgeschrägte Fassade sowie die Firmenanschrift absolut zweitrangig 

13 Protokoll des Augenscheins vom 15. Juni 2016, S. 4, Voten OLK-Vertreter.
14 Protokoll des Augenscheins vom 15. Juni 2016, S. 7 Mitte, Votum OLK-Vertreter.
15 Protokoll des Augenscheins vom 15. Juni 2016, S. 8 unten, Votum OLK-Vertreter.

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seien.16 Entsprechend bemängelte die OLK diese Punkte im zweiten Fachbericht auch 

nicht. 

 

Insgesamt sieht die BVE keinen Anlass, von der Fachmeinung der OLK abzuweichen. Die 

Projektänderung im Beschwerdeverfahren hat dazu geführt, dass sich das Bauvorhaben 

gut in die bestehende Situation eingliedert. Das Vorhaben kann aus Sicht des Ortsbild- und 

Landschaftsschutzes bewilligt werden.

4. Ausnahmebewilligung Dachneigung

a) Gemäss Art. 30 Abs. 2 GBR ist bei Sattel- und Walmdächern eine Dachneigung 

zwischen 25° und 45° für die Hauptdachfläche erlaubt. Das Bauvorhaben unterschreitet 

diese Vorgabe deutlich: Die Satteldächer der beiden geplanten Hallen weisen eine 

Dachneigung von 9° auf. Die Beschwerdegegnerin stellte daher im vorinstanzlichen 

Verfahren ein Ausnahmegesuch.17 Die Vorinstanz erteilte die Ausnahmebewilligung und 

führte aus, der Ortsbildschutz könne die Erteilung einer Ausnahme rechtfertigen. Das 

Satteldach mit der geringeren Dachneigung füge sich besser in die bereits bestehende 

Dachlandschaft ein als ein Dach mit einer Neigung von 25° bis 45°. Die Hallen würden so 

weniger massiv wirken. Durch die geringere Dachneigung ergebe sich ästhetisch ein 

stimmiges Gesamtbild, womit das Ortsbild gewahrt sei. 

b) Der Beschwerdeführer rügt, die Ausnahmebewilligung für die Unterschreitung der 

minimalen Dachneigung sei zu Unrecht erteilt worden. Ein Grund für die Ausnahme sei 

nicht ersichtlich. Allein die Tatsache, dass sich die geplanten Hallen in der Arbeitszone 

befinden, stelle noch keinen Grund für eine Ausnahme dar. Die Sonderregelung des alten 

Baureglements betreffend Dachformen für Gewerbebauten sei im GBR nicht übernommen 

worden, weshalb sich die Gemeinde nicht darauf berufen könne. 

Sowohl die Gemeinde als auch die Beschwerdegegnerin führen aus, die geringere 

Dachneigung stelle eine ästhetische Verbesserung dar, weshalb die besonderen 

Verhältnisse für eine Ausnahmebewilligung vorlägen. Die Gemeinde weist zudem darauf 

hin, dass es ihrer langjährigen Praxis entspreche, dass die Vorgaben zur Dachneigung – 

16 Protokoll des Augenscheins vom 15. Juni 2016, S. 6 oben und S. 7 oben, Voten OLK-Vertreter.
17 Vorakten pag. 22.

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entsprechend dem alten GBR – nur bei Gebäuden in der Wohn- und der Dorfzone zur 

Anwendung gelange. Auch die beiden bestehenden Lagerhallen seien 2013 in Anwendung 

dieser Praxis mit einer Dachneigung von nur 9° bewilligt worden.  

c) Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ist auch bezüglich dieser Rüge der 

praktische Nutzen und damit das schutzwürdige Interesse im Sinne des 

Beschwerdeführers von Art. 35c Abs. 1 BauG zu bejahen, da bei Durchdringen dieser 

Rüge der Bauabschlag zu erteilen ist (vgl. E. 1b).

d) Laut Art. 26 BauG können Ausnahmen von einzelnen Bauvorschriften bewilligt 

werden, wenn besondere Verhältnisse es rechtfertigen und wenn keine öffentlichen 

Interessen beeinträchtigt werden. Ausnahmen dürfen überdies keine wesentlichen 

nachbarlichen Interessen verletzen, es sei denn, die Beeinträchtigung könne durch 

Entschädigung vollwertig ausgeglichen werden. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ 

erfüllt sein.

Eine Ausnahmebewilligung soll die gesetzliche Regelung, die im Interesse der 

Rechtssicherheit sowie der Rechtsgleichheit die tatsächlichen Verhältnisse generalisierend 

erfasst, einzelfallgerecht verfeinern. Ausnahmegründe beziehen sich deshalb auf den 

Zweck, den Umfang oder die Gestaltung eines Bauvorhabens, wenn diese in den 

geltenden Vorschriften nicht genügend berücksichtigt sind. Sie müssen mit den 

Besonderheiten des Baugrundstücks oder des Bauvorhabens zusammenhängen. Unter 

Umständen können aber auch Besonderheiten, die sich aus den subjektiven Verhältnissen 

der bauwilligen Personen ergeben, eine Ausnahme begründen. Rein finanzielle Interessen, 

der Wunsch nach einer Ideallösung oder intensives Ausnützungsstreben rechtfertigen aber 

keine Ausnahmebewilligung. Es geht vielmehr darum, ausgesprochene Unbilligkeiten und 

Unzweckmässigkeiten zu vermeiden, die die strikte Anwendung der Vorschrift für die 

Bauwilligen zur Folge hätte.

Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Ausnahmegrund keine absolute Grösse ist. 

Ob ein Sachverhalt als Ausnahmegrund genügen kann, hängt von drei Komponenten ab: 

vom Interesse des Bauherrn an der Ausnahme, von der Bedeutung der Vorschrift, von der 

abgewichen werden soll, und von Art und Mass der verlangten Abweichung.18

18 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 26-27 N. 4.

RA Nr. 110/2016/30 13

e) Eine ästhetisch bessere Lösung kann dann ein Ausnahmegrund sein, wenn ohne die 

Ausnahme keine befriedigende Gestaltung erreicht werden kann.19 Dies ist vorliegend der 

Fall. Die geplanten Satteldächer mit einer Dachneigung von 9° orientieren sich an den 

bestehenden Lagerhallen, welche dieselbe Dachneigung aufweisen. Müsste die Vorgabe 

von Art. 30 Abs. 2 GBR eingehalten werden und die Dachneigung mindestens 25° 

aufweisen, so würde ein deutlicher Gegensatz zu den bestehenden Lagerhallen 

geschaffen, welcher sich in ästhetischer Hinsicht negativ auswirken würde. Die OLK 

bestätigte in ihrem Bericht vom 3. Juni 2016, dass sich die neuen Hallen mit einem 

Dachwinkel von 25° viel schlechter ins Ortsbild integrieren würden, da die First viel zu hoch 

und der Bau zu voluminös wäre. Durch die geringere Dachneigung ergebe sich ästhetisch 

ein harmonischeres Gesamtbild, womit das Ortsbild gewahrt werde. Die geringere Neigung 

über alle Dächer wirke sich aus ästhetischer Sicht positiv aus. Dieser plausiblen und 

nachvollziehbaren Einschätzung der Fachbehörde kann gefolgt werden. Die strikte 

Anwendung dieser Bestimmung macht im vorliegenden Fall keinen Sinn. Die Gemeinde 

bringt zudem glaubhaft vor, dass sie diese Bestimmung in ihrer bisherigen Praxis nur bei 

Gebäuden in der Wohn- und in der Dorfzone angewandt habe, nicht aber bei 

Industriebauten in der Arbeitszone. Damit liegen "besondere Verhältnisse" im Sinne von 

Art. 26 BauG vor. Es sind zudem keine öffentlichen Interessen beeinträchtigt oder 

wesentliche nachbarliche Interessen verletzt. Die Gemeinde hat daher die 

Ausnahmebewilligung für die Unterschreitung der nach Art. 30 Abs. 2 GBR 

vorgeschriebenen Dachneigung zu Recht erteilt. 

5. Mehrverkehr / Zunahme der Immissionen 

a) Der Beschwerdeführer bringt vor, die Beurteilung des beco, wonach mit dem 

Bauvorhaben keine unzulässigen Lärmbelastungen zu erwarten seien, überzeuge nicht. 

Bereits beim Baugesuch für die heutigen Lagerhallen sei die Verkehrsfrequenz der 

Schwertransporter deutlich unterschätzt worden. Die Auflagen des beco würden bereits 

heute nicht eingehalten. So würden Schwertransporter oft bereits ab 6 Uhr morgens mit 

laufendem Motor vor dem geschlossenen Arealtor warten, um dann um 7 Uhr reinfahren zu 

können. In der ersten Halle sei zudem eine Schweissanlage installiert, obwohl gemäss 

Auflagen des beco in den Hallen nicht gearbeitet werden dürfe. Durch die Erhöhung der 

19 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 26-27 N. 5. 

RA Nr. 110/2016/30 14

Lagerkapazitäten sei mit mehr LKW-Bewegungen zu rechnen, was zu zusätzlichen 

Lärmbelastungen führen werde. Die schon jetzt hohe Lärmbelastung werde sich mit den 

neuen Hallen noch zusätzlich verschlimmern. Auch die Auflagen betreffen Luftreinhaltung 

würden schon heute nicht eingehalten. So würden auf dem Areal regelmässig Maschinen 

eingesetzt, welche die Bestimmungen betreffend Partikelfiltersystem nicht einhalten 

würden. Es werde beispielsweise ein alter Pneukran eingesetzt, welcher eine schwarze 

Russwolke verursache und stinke. Durch das geplante Projekt würde sich die Situation 

auch betreffend Geruchsimmissionen deutlich verschlechtern.  

b) Wie die Beschwerdegegnerin richtig vorbringt, hat der Beschwerdeführer in seiner 

Einsprache vom 24. September 2015 einzig eine nicht tragbare Zunahme der Verkehrs- 

und damit zusammenhängenden Lärmbelastung gerügt. Den Einwand übermässiger 

Geruchsemissionen brachte er in dieser Einsprache nicht vor. Die Vorgaben zur 

Luftreinhaltung sind jedoch im Bundesrecht geregelt (Art. 11 und 14 USG20, LRV21). Die 

Rügebeschränkung nach Art. 102 Abs. 4 und Art. 40 Abs. 2 BauG greift daher nicht; die 

Rüge kann im Beschwerdeverfahren noch vorgebracht werden (vgl. E. 1b).

c) Die vorhandenen Lagerhallen wurden mit Entscheid des Regierungsstatthalteramts 

Seeland vom 26. März 2013 bewilligt (bbew 160/2012). Weiter bewilligte das 

Regierungsstatthalteramt am 1. Dezember 2014 eine Umnutzung der südöstlichen 

Lagerhalle in einen Holzverpackungsbetrieb (bbew 116/2014). Der Beschwerdeführer 

macht sowohl im Zusammenhang mit den übermässigen Lärmemissionen als auch im 

Zusammenhang mit den übermässigen Geruchsemissionen geltend, die 

Beschwerdegegnerin halte die mit den erwähnten Entscheiden verfügten Auflagen des 

beco nicht ein.  

Ob dem tatsächlich so ist, kann grundsätzlich offen bleiben. Anfechtungsobjekt dieses 

Beschwerdeverfahrens ist die Verfügung der Vorinstanz, also der Entscheid des 

Regierungsstatthalteramts vom 8. Februar 2016 über das Baugesuch der 

Beschwerdegegnerin vom 3. September 2015. Der Streitgegenstand braucht sich nicht mit 

dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber auch nicht über dieses hinausgehen.22

20 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01).
21 Luftreinhalte-Verordnung des Bundesrates vom 16. Dezember 1985 (LRV; SR 814.318.142.1).
22 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, Bern 1997, Art. 72 N. 6 bis 8.

RA Nr. 110/2016/30 15

Die Nichteinhaltung von Auflagen aus alten Baubewilligungen durch den aktuellen Betrieb 

der Beschwerdegegnerin ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Diese 

Vorwürfe sind in einem (bau-)polizeilichen Verfahren zu klären. Hinsichtlich der vom 

Beschwerdeführer vorgebrachten Umnutzung der bestehenden, nordwestlichen Lagerhalle 

wurde gemäss Angaben der Gemeinde in ihrer Stellungnahme vom 4. April 2016 denn 

auch bereits ein solches Verfahren durchgeführt. Gemäss den Ausführungen am 

Augenschein wurden diese Arbeiten in der nordwestlichen Halle inzwischen wieder 

eingestellt.23 Sofern der vom Beschwerdeführer angesprochene Pneukran mit Baujahr 

1996 überhaupt noch eingesetzt wird und dabei gegen die vom beco verlangte und im 

Entscheid vom 1. Dezember 2014 verfügte Auflage verstösst, wonach dieselbetriebene 

Maschinen ab einer Motorleistung von 18 kW mit einem Partikelfiltersystem ausgerüstet 

werden müssen, so ist es ebenfalls an der Gemeinde, im Rahmen eines baupolizeilichen 

Verfahrens für die Einhaltung dieser Auflage zu sorgen. Dasselbe gilt für alle weiteren, im 

Rahmen der bisherigen Bewilligungen verfügten Auflagen. 

Bauvorhaben sind zu bewilligen, wenn sie den bau- und planungsrechtlichen Vorschriften 

und den nach anderen Gesetzen im Baubewilligungsverfahren zu prüfenden Vorschriften 

entsprechen, die öffentliche Ordnung nicht gefährden und wenn ihnen keine Hindernisse 

der Planung im Sinne der Art. 36 und 62 BauG entgegenstehen (Art. 2 Abs. 1 BauG). Sind 

diese Voraussetzungen erfüllt, besteht ein Anspruch auf die Erteilung der Baubewilligung. 

Dies gilt auch für einen Bauherrn, der in der Vergangenheit Vorschriften missachtet hat. 

Eine solche Missachtung von Vorschriften ist auf anderem Wege, insbesondere baupolizei- 

und strafrechtlich zu ahnden. 

d) Der Beschwerdeführer befürchtet übermässige Lärm- und Geruchsemissionen durch 

das umstrittene Bauvorhaben, vorab aufgrund des daraus resultierenden LKW-Mehr-

verkehrs.

Luftverunreinigungen, Lärm, Erschütterungen und Strahlen sind durch Massnahmen an der 

Quelle zu begrenzen. Nach dem zweistufigen Schutzkonzept sind Emissionen im Rahmen 

der Vorsorge zunächst unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung so weit zu 

begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 

Abs. 1 und 2 USG24). In einem zweiten Schritt sind die Emissionsbeschränkungen zu 

23 Protokoll des Augenscheins vom 15. Juni 2016, S. 16, Voten Gemeindevertreter und Beschwerdegegnerin.
24 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01).

RA Nr. 110/2016/30 16

verschärfen, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter 

Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden (Art. 11 

Abs. 3 USG). Ob die Voraussetzungen einer verschärften Emissionsbegrenzung gegeben 

sind, hat die Behörde anhand der Belastungsgrenzwerte zu beurteilen.

e) Was den Lärm betrifft, so gilt Folgendes: Das umstrittene Bauvorhaben befindet sich 

in einer Arbeitszone mit der Lärm-Empfindlichkeitsstufe IV (ES IV); die relevante 

Immissionsorte befindet sich in einer Dorfzone mit der ES III und in einer Wohnzone mit 

der ES II (Art. 36 bis 38 GBR). Da die neuen Lagerhallen als neue ortsfeste Anlage gelten, 

müssen die Planungswerte eingehalten werden.25 Für die hier relevante, akustische 

Tageszeit (7.00 Uhr bis 19.00 Uhr) betragen die Planungswerte für Industrie- und 

Gewerbelärm gemäss Anhang 6 der LSV26 in der ES IV 65 dB(A), in der ES III 60 dB(A) 

und in der ES II 55 dB(A).

Das beco hat das Bauvorhaben mit Amtsbericht vom 14. Oktober 2015 unter anderem 

hinsichtlich des Lärmschutzes geprüft. Dabei führte die Fachbehörde aus, in den 

umstrittenen Hallen fänden nur Lagerarbeiten statt, welche als nicht sehr lärmig beurteilt 

würden. Die Hallen würden zudem keine Haustechnikanlagen enthalten. Der 

Güterumschlag auf Lastwagen finde entweder in der östlichen Halle (Halle B) oder auf dem 

Vorplatz südlich der westlichen Halle (Halle A) statt. Der Lärm des Güterumschlags werde 

somit teilweise durch die eigenen Firmengebäude gegenüber lärmempfindlichen Orten 

abgeschirmt. Durch die Erhöhung der Lagerkapazität sei mit mehr LKW-Bewegungen 

gegenüber dem Ist-Zustand zu rechnen. Eine unzulässige Lärmbelastung gegenüber 

Anliegern werde jedoch nicht erwartet. Im Beschwerdeverfahren ergänzte das beco mit 

Stellungnahme vom 4. April 2016, nach Angaben der Beschwerdegegnerin seien bei 

Realisierung des Bauvorhabens auf dem Betrieb pro Tag und während der akustischen 

Tageszeit mit total 3 bis 5 LKW-Bewegungen (eine LKW-Bewegung beinhaltet die Zu- und 

Wegfahrt auf das Betriebsgelände) zu rechnen. Gestützt auf diese Schätzung errechnete 

das beco die Lärmbelastung am Wohnort des Beschwerdeführers und kam auf einen 

Beurteilungspegel von 55 dB(A) an diesem Immissionsort. Die Fachbehörde zog daher den 

Schluss, dass der für die Dorfzone geltende Planungswert von 60 dB(A) eingehalten sei 

und daher der Güterverkehr beim Wohnhaus des Beschwerdeführers keine unzulässige 

Lärmbelastung verursache.

25 Vgl. Amtsbericht beco vom 14. Oktober 2015, S. 3, Vorakten pag. 79.
26 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41).

RA Nr. 110/2016/30 17

Die BVE sieht keine Veranlassung, die Einschätzung der Fachbehörde in ihrem Bericht 

vom  14. Oktober 2015 und in der ergänzenden Stellungnahme vom 4. April 2016 in 

Zweifel zu ziehen. Die Vorinstanz bewilligte zwei Lagerhallen. In diesen Hallen ist demnach 

nur eine Lagerhaltung zugelassen, nicht aber eine Produktionstätigkeit. Die eigentliche 

Lagerhaltung generiert keinen Lärm. In der nordwestlichen Lagerhalle finden ebenfalls 

keine Arbeiten mehr statt; diese wurden aufgrund der Intervention der Gemeinde 

eingestellt (vgl. E. 5c). Einzig in der südöstlichen Lagerhalle wurde im Jahr 2014 ein 

Holzverarbeitungsbetrieb bewilligt. Die Arbeiten finden jedoch im Inneren der Halle und nur 

sporadisch statt.27 Die Hälfte dieser Halle dient weiterhin der blossen Lagerhaltung. Zudem 

ist die Entfernung dieser Halle zur Dorf- und Wohnzone und damit zu den relevanten 

Immissionsorten relativ gross. Auch der Güterumschlag findet zu grossen Teilen in der 

Halle statt. Was den LKW-Verkehr betrifft, so geht die Beschwerdegegnerin und das beco 

bei Realisierung des Bauvorhabens von durchschnittlich 3 bis 5 Zu- und Wegfahrten pro 

Tag aus. Dieser Einschätzung hat der Beschwerdeführer anlässlich des Augenscheins 

ausdrücklich zugestimmt.28 Die vom beco gestützt auf diese Fahrtenanzahl vorgenommene 

Berechnung der Lärmbelastung beim Wohnhaus des Beschwerdeführers in der 

Stellungnahme vom 4. April 2016 ist plausibel und nachvollziehbar. Dieser Beurteilung 

folgend ist daher beim Wohnhaus des Beschwerdeführers von einem durch den 

Güterverkehr resultierenden Lärmpegel von 55 dB(A) auszugehen. Der massgebende 

Planungswert für Gewerbe- und Industrielärm in der Dorfzone von 60 dB(A) ist 

entsprechend eingehalten. Aus der Berechnung kann auch geschlossen werden, dass der 

Planungswert in der noch weiter entfernten Wohnzone von 55 dB(A) ebenfalls eingehalten 

ist. Da als weitere Lärmfaktoren einzig der Güterumschlag und die Holzverarbeitung in der 

bestehenden, südöstlichen Lagerhalle zu berücksichtigen sind und diese – wie ausgeführt 

– kaum lärmrelevant sind, ist insgesamt eine Überschreitung der Belastungsgrenzwerte 

sowohl in der Dorfzone als auch in der Wohnzone durch den Betrieb des 

Beschwerdegegners ausgeschlossen. Damit entsteht durch den Betrieb der 

Beschwerdegegnerin nach Realisierung des umstrittenen Bauvorhabens weder beim 

Wohnhaus des Beschwerdeführers noch bei anderen, relevanten Immissionsorten eine 

unzulässige Lärmbelastung. 

27 Protokoll des Augenscheins vom 15. Juni 2016, S. 15 unten, Voten Beschwerdegegnerin.
28 Protokoll des Augenscheins vom 15. Juni 2016, S. 17 mitte, Votum Beschwerdeführer.

RA Nr. 110/2016/30 18

f) Baubewilligungen können mit Bedingungen oder Auflagen verknüpft werden (Art. 29 

Abs. 2 und Art. 38 Abs. 3 BauG). Auflagen sind Pflichten, die mit einer Baubewilligung 

verbunden sind. Die Nichterfüllung einer Auflage berührt die Geltung der Baubewilligung 

nicht, kann aber baupolizeiliche Massnahmen – insbesondere die Ersatzvornahme – und 

Bestrafung nach sich ziehen.29 Die Bedingungen und Auflagen müssen in einem engen 

sachlichen Zusammenhang zur erteilten Bau- oder Ausnahmebewilligung stehen und 

verhältnismässig sein. Verhältnismässig ist eine Nebenbestimmung nur dann, wenn sie 

zum Erreichen des angestrebten Ziels erforderlich, geeignet und für den Bauherrn 

zumutbar ist.30

Das Tor zum Betriebsareal der Beschwerdegegnerin öffnet um 7.00 Uhr morgens. Gemäss 

den Ausführungen am Augenschein kann die Beschwerdegegnerin nicht ausschliessen, 

dass Lastwagen vereinzelt bereits vor dieser Zeit ankommen und vor dem Tor warten 

müssen.31 Der Warteraum vor dem Tor befindet sich unmittelbar vor dem Haus des 

Beschwerdeführers. Das beco beurteilt die bei dieser Wartezeit teilweise anfallenden 

Lärmimmissionen (Motor laufen lassen, Vorbereitungsarbeiten, Türenschlagen, Radio 

hören) in der Stellungnahme vom 4. April 2016 als störend, da diese zu einer 

Aufwachreaktion führen können. Im Sinne der Empfehlung des beco und gestützt auf das 

Vorsorgeprinzip von Art. 11 Abs. 2 USG ist daher von der Beschwerdegegnerin zu 

verlangen, dass die LKW-Fahrer mit einer gut sichtbaren Hinweistafel beim Tor auf 

folgende Verhaltensregeln (in deutscher und englischer Sprache) im Bereich des 

Warteareals aufmerksam gemacht werden: 

Verhaltensregeln während der Wartezeit vor dem Tor:

- Motor abstellen

- Zuschlagen der Türen und lautes Rufen/Reden vermeiden

- Bei geöffneten Türen oder Fenster Radio/Musik abstellen

- Laute Arbeitsvorgänge unterlassen

Diese einfache Massnahme trägt dazu bei, die Lärmimmissionen beim Wohnhaus des 

Beschwerdeführers einzudämmen. Die Beschwerdegegnerin erklärte sich damit anlässlich 

29 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 29 N. 1.
30 Aldo Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 38-39 N. 15a.
31 Protokoll des Augenscheins vom 15. Juni 2016, S. 14 mitte, Votum Beschwerdegegnerin.

RA Nr. 110/2016/30 19

des Augenscheins einverstanden.32 Der vorinstanzliche Entscheid ist daher mit einer 

entsprechenden Auflage zu ergänzen. Diese ist zum Erreichen des damit angestrebten 

Ziels – der Reduktion der Lärmemissionen – erforderlich, geeignet und für die 

Beschwerdegegnerin ohne weiteres zumutbar.

g) Betreffend Luftreinhaltung sind die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen in Form 

von Emissionsgrenzwerten für stationäre Anlagen in der LRV33 konkretisiert. Für 

Emissionen, für die in der LRV keine Emissionsbegrenzung festgelegt oder bestimmte 

Begrenzungen als nicht anwendbar erklärt sind, sind die vorsorglichen 

Emissionsbegrenzungen direkt gestützt auf Art. 4 LRV von der zuständigen Behörde 

anzuordnen. Danach sind diese Emissionen vorsorglich so weit zu begrenzen, als dies 

technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Ist zu erwarten, dass eine 

einzelne geplante Anlage trotz der Einhaltung der vorsorglichen Emissionsgrenzwerte 

übermässige Immissionen verursachen wird, so sind die zuständigen Behörden dazu 

verpflichtet, verschärfte Emissionsbegrenzungen anzuordnen (Art. 5 LRV, Art. 11 Abs. 3 

USG). Sind in der LRV für einen Stoff keine Immissionsgrenzwerte festgelegt, muss im 

Einzelfall beurteilt werden, ob die Immissionen übermässig sind. Dies ist bei Gerüchen 

vorab dann der Fall, wenn aufgrund einer Erhebung feststeht, dass sie einen wesentlichen 

Teil der Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden erheblich stören (Art. 2 Abs. 5 Bst. b LRV).

Sofern der alte Pneukran oder andere ältere Maschinen von der Beschwerdegegnerin 

überhaupt noch eingesetzt werden und die Auflage zum Partikelfiltersystem der 

Baubewilligung vom 1. Dezember 2014 nicht einhalten, so ist dies – wie erwähnt (E. 5c) – 

nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens, sondern im Rahmen eines 

(bau)polizeilichen Verfahrens zu klären. Hinsichtlich der vorliegend angefochtenen 

Baubewilligung bringt der Beschwerdeführer einzig vor, durch das geplante Bauvorhaben 

werde sich auch die Situation betreffend Geruchsemissionen deutlich verschlechtern. Es ist 

zweifelhaft, ob mit dieser pauschalen Rüge die Anforderungen an die Begründung erfüllt 

werden (Art. 32 Abs. 2 VRPG). Dies kann jedoch offen bleiben, da nicht von übermässigen 

Emissionen auszugehen ist. Das beco führt in seinem Amtsbericht vom 14. Oktober 2015 

und in der Stellungnahme vom 4. April 2016 aus, dass das Bauvorhaben keine Anlagen 

oder Prozesse enthalte, für welche spezifische Emissionsbegrenzungen nach Anhang 2 

und 3 der LRV bestünden, weshalb die generellen Anforderungen nach Anhang 1 LRV 

32 Protokoll des Augenscheins vom 15. Juni 2016, S. 14 unten, Votum Beschwerdegegnerin.
33 Luftreinhalte-Verordnung des Bundesrates vom 16. Dezember 1985 (LRV; SR 814.318.142.1).

RA Nr. 110/2016/30 20

einzuhalten seien. Nach der plausiblen Einschätzung des beco in der Stellungnahme vom 

4. April 2016 kann der ordentliche Betrieb von Gabelstaplern, Kranen und Lastwagen auf 

dem Werkareal insgesamt kaum zu übermässigen Immissionen von Luftschadstoffen 

führen. Es würden auch keine staubenden Güter umgeschlagen, weshalb keine 

übermässigen Staubemissionen zu erwarten seien. Schliesslich weist die Fachstelle 

daraufhin, dass die mit Entscheid vom 1. Dezember 2014 verfügte Auflage, wonach 

dieselbetriebene Maschinen ab einer Motorenleistung von 18 kW, die regelmässig auf dem 

Werkareal eingesetzt werden, mit einem Partikelfiltersystem ausgerüstet werden müssen, 

weiterhin und für das ganze Betriebsareal der Beschwerdegegnerin gelte. Die BVE sieht 

keinen Anlass, von dieser Einschätzung der Fachbehörde abzuweichen. Es ist auch nicht 

erkennbar, inwiefern allfällige Geruchsemissionen im Rahmen der Vorsorge zusätzlich 

begrenzt werden könnten. Die Beschwerde erweist sich damit in diesem Punkt als 

unbegründet. 

6. Verkehrssicherheit

a) Der Beschwerdeführer rügt, mit den zunehmenden Lastwagenfahrten sei die 

Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben. Die Dorfstrasse sei aufgrund des Gefälles für viele 

Lastwagen nicht geeignet, es würden oft Schäden an der Strasse und beim Bahnübergang 

entstehen. Um solche Schäden zu vermeiden, werde auf der Hauptstrasse gewendet, 

damit rückwärts in die G.________strasse eingefahren werden könne. Die Wendemanöver 

und das Rückwärtseinfahren würden aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse (S-Kurve 

der Kantonsstrasse) und der Wendemanöver in der Nähe des Bahnübergangs eine 

Gefährdung für den Strassen- und Bahnverkehr darstellen.

b) Bei der Beurteilung des genügenden Strassenanschlusses bzw. der 

Verkehrssicherheit im Bereich der Zufahrt steht nicht nur kantonales oder kommunales 

Recht zur Diskussion. Es geht dabei um die Frage der genügenden Erschliessung; diese 

ist bundesrechtlich geregelt und das kantonale bzw. kommunale Recht stellt 

Ausführungsrecht dar.34 Auf die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen betreffend 

Verkehrssicherheit und ungenügende Zufahrt ist daher entgegen der Ansicht der 

Beschwerdegegnerin einzutreten, auch wenn er sie in seiner Einsprache vor der 

34 Art. 19 RPG und Art. 22 Abs. 2 Bst. b RPG. 

RA Nr. 110/2016/30 21

Vorinstanz noch nicht geltend gemacht hat. Die Rügebeschränkung nach Art. 40 Abs. 2 

BauG greift hier nicht.

c) Das Strasseninspektorat Seeland hat sich im Amtsbericht Strassenbaupolizei vom 

5. November 201535 zum Vorhaben geäussert und dabei Folgendes festgehalten:
"Der Gewerbebetrieb ist ab der Kantonsstrasse, über die G.________strasse erschlossen. Die 

Abzweigung Kantonsstrasse / G.________strasse befindet sich direkt beim Bahnübergang 

E.________. Die SBB-Linie Biel-Bern quert an dieser Stelle die Kantonsstrasse, die Barriere wird 

aufgrund der starken Zugfrequenz häufig geschlossen. Die G.________strasse weist im 

Einmündungsbereich ein starkes Längsgefälle auf, das ergibt einen grossen Gefällsbruch zur 

Kantonsstrasse. In der Vergangenheit hat dies dazu geführt, dass grosse Fahrzeuge mit 

Zulieferungen für die Firma B.________ mit dem Aufleger über die Fahrbahnfläche schrammten und 

dadurch den Belag beschädigten. Dies ist auch kurz nach der letzten Belagssanierung geschehen. 

Im Weiteren wurde beobachtet, dass Lastwagen wegen der speziellen Topographie der 

Einmündung auf der Kantonsstrasse Wendemanöver ausgeführt haben und rückwärts von der 

Kantonsstrasse in die G.________strasse einbogen. Wegen dem Bahnübergang, welcher sich 

zudem noch in einem Kurvenbereich der Kantonsstrasse befindet, sind solche Manöver sehr 

gefährlich."

Das Strasseninspektorat erteilte die Strassenanschlussbewilligung nach Art. 85 SG36 mit 

folgenden Auflagen: 
" 4.1: Die Anlieferer der Firma B.________ müssen über die speziellen Niveauverhältnisse bei der 

Einmündung F.________/G.________strasse hingewiesen werden. Diese Pflicht obliegt 

vollumfänglich der Firma B.________.

4.2: Ohne zusätzliche Verkehrsaufsicht beizuziehen, dürfen auf der Kantonsstrasse keine 

Fahrmanöver ausgeführt werden.

4.3: Für Schäden an der Kantonsstrasse verweisen wir auf Art. 67 Abs. 2 Strassengesetz."

Als Hinweis wurde zudem vermerkt, dass man sich Anpassungen am Strassenkörper der 

Einmündung G.________strasse unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin 

vorbehalte, sollten sich Vorkommnisse mit Belagschäden vermehren oder sollten weiterhin 

unbegleitete Manöver auf der Kantonsstrasse beobachtet werden.

35 Vorakten pag. 67.
36 Strassengesetz vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11).

RA Nr. 110/2016/30 22

d) Bauvorhaben dürfen nur bewilligt werden, wenn das Baugrundstück genügend 

erschlossen ist (Art. 7 Abs. 1 BauG). Dabei gilt die strassenmässige Erschliessung dann 

als genügend, wenn die Zufahrtsstrasse „hinreichend nahe“ an die geplanten Bauten und 

Anlagen heranführt und diese für Wehrdienste und Sanität gut erreichbar sind (Art. 7 

Abs. 2 Bst. a BauG). Bestehende Erschliessungsanlagen genügen für Bauvorhaben in 

einem weitgehend überbauten Gebiet oder ausserhalb der Bauzone dann, wenn die 

insgesamt zu erwartende Mehrbelastung verhältnismässig gering ist und die 

Verkehrssicherheit und Brandbekämpfung gewährleistet ist (Art. 5 Bst. a BauV).

e) Bemängelt wird die Verkehrssicherheit. Die übrigen Voraussetzungen einer 

genügenden Erschliessung werden nicht bestritten und es ist auch nicht erkennbar, dass 

diese vorliegend nicht erfüllt wären. 

Die Erkenntnisse und Aussagen am Augenschein vom 15. Juni 2016 haben bestätigt, dass 

ankommende Lastwagen im Bereich der Abzweigung von der Kantonsstrasse auf die 

Gemeindestrasse aufgrund der speziellen Situation (starkes Längsgefälle bei Eintritt in 

Gemeindestrasse) Schäden im Strassenbelag verursacht haben37. Aus diesem Grund 

wurden in der Vergangenheit vereinzelt gefährliche Manöver vorgenommen 

(Rückwärtsfahren), um ein Touchieren mit der Strassenkuppe zu verhindern. 

Die Vertreter der Beschwerdegegnerin legten jedoch glaubhaft dar, dass solche Manöver 

nur selten vorgekommen sind und nur ein gewisser Fahrzeugtyp (Lastwagen mit tiefen 

Aufliegern) ein Problem hatte. Dieser Fahrzeugtyp, welcher vorab für die Lieferung grosser 

Kranteile benötigt werde, sei künftig nicht mehr so oft im Einsatz, da man bei Realisierung 

der neuen Hallen auf dem Gelände weniger solche grossen Kranteile zu lagern 

beabsichtige.38 Ebenso ist zu beachten, dass mit dem vorliegend umstrittenen 

Bauvorhaben – wenn überhaupt – der Lastwagenverkehr nur unmerklich zunehmen wird, 

da zwischen den bestehenden Lagerhallen bereits heute Materialien gelagert wurden. Die 

Gefahr von solchen Manövern im Bereich des Verkehrsknotens ist daher künftig als sehr 

gering einzustufen.

Trotzdem ist unbestritten, dass solche Manöver in der Vergangenheit vorgekommen sind 

und diese – nicht zuletzt aufgrund der unmittelbaren Nähe des Bahnübergangs sowie der 

37 Vgl. Fotodokumentation Augenschein vom 15. Juni 2016, Fotos Nrn. 20-22.
38 Protokoll des Augenscheins vom 15. Juni 2016, S. 11 oben, Votum Beschwerdegegnerin.

RA Nr. 110/2016/30 23

Kurve in der Kantonsstrasse – eine akute Verkehrsgefährdung darstellen. Sie sind daher 

künftig zu unterbinden. Die Vertreterin des Strasseninspektorats Seeland hielt am 

Augenschein unmissverständlich fest, dass Manöver beim vorliegenden Verkehrsknoten 

inakzeptabel seien.39 Es ist daher nicht nachvollziehbar, wieso das Strasseninspektorat 

diese Manöver mit ihren Auflagen gemäss Amtsbericht vom 5. November 2015 nicht 

verboten hat, sondern nur den Beizug einer Verkehrsaufsicht verlangt (Auflage 4.2). Um 

die Verkehrssicherheit gewährleisten zu können, ist daher – neben der Beibehaltung der 

Auflage 4.1 (Informationspflicht der Beschwerdegegnerin gegenüber ihren Anlieferern) – 

die Auflage 4.2 zu streichen und durch folgende Auflage zu ersetzen: 

4.2: Im Bereich des Verkehrsknotens F.________/G.________strasse sind jegliche Fahrmanöver 

verboten.

Als Konsequenz dieses Verbots wird die Beschwerdegegnerin dafür zu sorgen haben, 

dass der problematische Fahrzeugtyp, welcher beim Vorwärtsfahren die Strasse touchiert, 

diesen Verkehrsknoten künftig nicht mehr passiert und entsprechend für die Anlieferung 

dieses Betriebsareals nicht mehr eingesetzt wird. 

Diese neue Auflage ist zum Erreichen des damit angestrebten Ziels – Gewährleistung der 

Verkehrssicherheit – erforderlich, geeignet und für die Beschwerdegegnerin ohne weiteres 

zumutbar.

7. Zusammenfassung und Kosten

a) Das Vorhaben entspricht den massgebenden Vorschriften und die Projektänderung 

(gemäss den Plänen vom 8./11. Juli 2016, alle gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 

15. Juli 2016) wird bewilligt. Was die mit den Projektänderungen berücksichtigten 

Einwände des Beschwerdeführers betrifft, ist die Beschwerde gegenstandslos geworden. 

Weiter wird der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramtes Seeland vom 8. Februar 

2016 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde mit zwei Auflagen ergänzt. Im Übrigen  

wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann, und der 

Gesamtentscheid wird bestätigt.

39 Protokoll des Augenscheins vom 15. Juni 2016, S. 11 mitte, Votum Vertreterin Strasseninspektorat.

RA Nr. 110/2016/30 24

b) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. 

Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren 

erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 1'600.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 1 

GebV40). Für den Augenschein vom 15. Juni 2016 wird in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 

GebV eine zusätzliche Gebühr von Fr. 400.00 erhoben. Die Kosten der OLK (Fr. 1'000.00 

für den Bericht vom 3. Juni 2016 gemäss Rechnung vom 16. Juni 2016) werden gestützt 

auf Art. 11 GebV zusätzlich erhoben. Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren 

betragen somit Fr. 3'000.00.

Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das 

prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen 

Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Wer 

ein Rechtsmittel zurückzieht, den Abstand erklärt oder auf andere Weise dafür sorgt, dass 

das Verfahren gegenstandslos wird, gilt als unterliegende Partei (Art. 110 Abs. 1 VRPG). 

Als unterliegend gilt auch, wer den Einwänden der Behörden oder der Gegenpartei durch 

eine Projektänderung Rechnung trägt.41 Im vorliegenden Verfahren hat die 

Beschwerdegegnerin den Einwänden betreffend Ortsbildschutz mit der Projektänderung 

Rechnung getragen. Zudem wurde der vorinstanzliche Entscheid aufgrund der Vorbringen 

des Beschwerdeführers mit zwei Auflagen ergänzt. In diesen Punkten gilt die 

Beschwerdegegnerin als unterliegende Partei. Im Übrigen wird der Gesamtentscheid des 

Regierungsstatthalteramtes Seeland bestätigt. Diesbezüglich gilt der Beschwerdeführer als 

unterliegend. Bei diesem Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer 

sowie der Beschwerdegegnerin je die Hälfte der Verfahrenskosten, jeweils ausmachend Fr. 

1'500.00 anzulasten.

c) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern 

nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung 

oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als 

gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Wie bereits ausgeführt unterliegen der 

Beschwerdeführer und die Beschwerdegegnerin je zur Hälfte. Der Beschwerdeführer hat 

daher der Beschwerdegegnerin die Hälfte der Parteikosten zu ersetzen. Der 

40 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).
41 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 2; Art. 110 N. 5.

RA Nr. 110/2016/30 25

Beschwerdeführer wird nicht durch einen berufsmässigen Parteivertreter vertreten und hat 

daher kein Anrecht auf Parteikosten (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

Die Kostennote des Anwalts der Beschwerdegegnerin beläuft sich auf Fr. 5'775.40 

(Honorar Fr. 5'200.00, Auslagen Fr. 147.60, Mehrwertsteuer Fr. 427.80). Die 

Beschwerdegegnerin ist mehrwertsteuerpflichtig42 und kann somit die von ihrem 

Rechtsvertreter auf sie überwälzte Mehrwertsteuer in ihrer eigenen 

Mehrwertsteuerabrechnung als Vorsteuer abziehen. Ihr fällt daher betreffend 

Mehrwertsteuer kein Aufwand an und eine Abgeltung der Mehrwertsteuer käme einer mit 

Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG unvereinbaren Überentschädigung gleich. Die 

in der Kostennote des Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerin aufgeführte 

Mehrwertsteuer ist deshalb bei der Bestimmung des Parteikostenersatzes nicht zu 

berücksichtigen.43 Im Übrigen gibt die die Kostennote des Anwalts der 

Beschwerdegegnerin zu keinen Bemerkungen Anlass.

Der Beschwerdeführer hat somit der Beschwerdegegnerin die Hälfte der Parteikosten, 

ausmachend Fr. 2'673.80, zu ersetzen.

III. Entscheid

1. a) Die Projektänderung (gemäss den Plänen vom 8./11. Juli 2016, alle gestempelt 

vom Rechtsamt der BVE am 15. Juli 2016) wird bewilligt. Insofern ist die Beschwerde 

gegenstandslos geworden. 

b) In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird:

- der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramtes Seeland vom 8. 

Februar 2016 mit folgender Auflage ergänzt:
Beim Tor zum Betriebsareal im Bereich des Warteraums der Lastwagen ist eine für 

ankommende Lastwagenfahrer gut sichtbare Hinweistafel mit folgendem Text (in 

deutscher und englischer Sprache) anzubringen:

"Verhaltensregeln während der Wartezeit vor dem Tor:
 Motor abstellen

42 Siehe Unternehmens-Identifikationsnummer-Register, einsehbar unter: <https://www.uid.admin.ch>
43 BVR 2014 S. 484 E. 6

RA Nr. 110/2016/30 26

 Zuschlagen der Türen und lautes Rufen/Reden vermeiden

 Bei geöffneten Türen oder Fenster Radio/Musik abstellen

 Laute Arbeitsvorgänge unterlassen"

- die Auflage 4.2 gemäss Amtsbericht Strassenbaupolizei des 

Strasseninspektorats Seeland vom 5. November 2015 (als integrierender 

Bestandteil des Gesamtentscheids des Regierungsstatthalteramtes Seeland 

vom 8. Februar 2016) wird aufgehoben und durch folgende Auflage ersetzt:
4.2: Im Bereich des Verkehrsknotens F.________/G.________strasse sind jegliche 

Fahrmanöver verboten.

c) Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden 

kann, und der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramtes Seeland vom 

8. Februar 2016 wird bestätigt.

2. Massgebend sind die folgenden Pläne:
- Situationsplan 1:1000 vom 11. Juli 2016, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 15. Juli 

2016

- Plan "Baugesuch/Projektänderung Fasssaden" 1:200 vom 8./11. Juli 2016, gestempelt 

vom Rechtsamt der BVE am 15. Juli 2016

- Plan "Baugesuch/Projektänderung Grundriss EG/Werkleitungen 1:200 vom 8./11. Juli 
2016, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 15. Juli 2016

3. Je ein Satz der Pläne gemäss Ziffer 2 geht an die Beschwerdegegnerin und die 

Gemeinde Grossaffoltern.

4. Die Verfahrenskosten von Fr. 3'000.00 werden dem Beschwerdeführer und der 

Beschwerdegegnerin hälftig, jeweils ausmachend Fr. 1'500.00, zur Bezahlung 

auferlegt. Separate Zahlungseinladungen folgen, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

5. Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin Parteikosten im Betrag von 

Fr. 2'673.80 zu ersetzen.

RA Nr. 110/2016/30 27

IV. Eröffnung

- Herrn A.________, eingeschrieben

- Herrn Rechtsanwalt C.________, mit Beilagen gemäss Ziff. 3, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Seeland, A-Post

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grossaffoltern, Gemeindeverwaltung, mit 

Beilagen gemäss Ziff. 3, eingeschrieben

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), z. H. der OLK Gruppe Seeland, per 

Kurier

- Tiefbauamt des Kantons Bern, Strasseninspektorat Seeland, z. H. Frau Andrea 
Schwarz

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin