# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa8c733e-30bc-5cdd-bf8b-97e758c750c8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 08.12.2016 SK 2015 392
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2015-392_2016-12-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 15 392

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. Dezember 2016

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), 
Oberrichter Guéra, Oberrichter Zihlmann
Gerichtsschreiberin Suter

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
Fälschung von Ausweisen, Widerhandlungen gegen das Waffen-
gesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 10. September 2015 (PEN 2015 
320)

2

Inhaltsverzeichnis

I. Formelles..........................................................................................................................3
1. Erstinstanzliches Urteil ..............................................................................................3
2. Berufung....................................................................................................................3
3. Beweisergänzungen..................................................................................................3
4. Anträge der Parteien .................................................................................................5
5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer ..................................................7

II. Sachverhalt, Beweiswürdigung und rechtliche Würdigung ..............................................7
III. Strafzumessung ...............................................................................................................8

6. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen......................................................................8
7. Einsatzstrafe: qualifizierte Widerhandlungen gegen das BetmG ..............................9

7.1 Objektive Tatkomponenten ..............................................................................9
7.2 Subjektive Tatkomponenten...........................................................................11
7.3 Fazit Tatkomponenten / Einsatzstrafe............................................................13

8. Asperation ...............................................................................................................13
8.1 Fälschung von Ausweisen .............................................................................13
8.2 Widerhandlungen gegen das Waffengesetz ..................................................14

9. Täterkomponenten ..................................................................................................15
10. Strafmass und Strafvollzug .....................................................................................16
11. Retrospektive Konkurrenz .......................................................................................17
12. Massnahme.............................................................................................................17

12.1 Allgemeines....................................................................................................17
12.2 Forensisch-psychiatrisches Gutachten des FPD vom 30. September 2014..18
12.3 Forensisch-psychiatrisches Obergutachten vom 14. Juni 2015.....................20
12.4 Ergänzungsgutachten des FPD vom 22. April 2016 ......................................22
12.5 Therapieverlaufsberichte................................................................................22
12.6 Beurteilung der Kammer ................................................................................24

IV.Kosten und Entschädigung ............................................................................................25
13. Verfahrenskosten ....................................................................................................25
14. Entschädigung der amtlichen Verteidigung.............................................................26

V. Verfügungen...................................................................................................................27
VI.Dispositiv ........................................................................................................................28

3

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 10. September 2015 (pag. 2101 ff.) stellte das Regionalgericht Ber-
ner Jura-Seeland (Kollegialgericht) das Verfahren gegen A.________ wegen Wi-
derhandlungen gegen das Waffengesetz ein, ohne Ausrichtung einer Entschädi-
gung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten (pag. 2102, Bst. A erstinstanz-
liches Urteil). Hingegen wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) schuldig 
erklärt der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
mengenmässig qualifiziert begangen durch Erwerb und Verkauf von mind. 3‘331 
Thaipillen und mind. 4.5 Gramm (nachfolgend: g) Crystal und durch Anstalten tref-
fen zum Verkauf von 122 Thaipillen und 31.3 g Crystal, der Fälschung von Auswei-
sen sowie der mehrfach begangenen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz. 
Hierfür wurde der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, teilweise 
als Zusatzurteil zu früheren Urteilen, verurteilt. Zudem wurde eine stationäre thera-
peutische Massnahme gemäss Art. 59 des Schweizerischen Strafgesetzbuches 
(StGB; SR 311.0) angeordnet, wobei der Vollzug der Massnahme der Freiheitsstra-
fe vorausgeht. Diesbezüglich wurde festgestellt, dass die Massnahme am 16. De-
zember 2014 vorzeitig angetreten worden ist. Weiter wurde der Beschuldigte zu ei-
ner Übertretungsbusse von CHF 500.00 und zu den Verfahrenskosten, insgesamt 
bestimmt auf CHF 82‘794.25 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung), verurteilt 
(pag. 2102 f., Ziff. II. erstinstanzliches Urteil). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Schreiben vom 14. September 2015 form- und fristgerecht die Be-
rufung an (pag. 2111 f.). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit 
Verfügung vom 22. Dezember 2015 (pag. 2158 f.) erklärte der Beschuldigte mit 
Eingabe vom 29. Dezember 2015 form- und fristgerecht die Berufung, beschränkt 
auf die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, die Anordnung einer 
stationären therapeutischen Massnahme gemäss Art. 59 StGB sowie sämtliche 
damit zusammenhängenden Folgepunkten des Urteils (pag. 2163 ff.). Mit Schrei-
ben vom 7. Januar 2016 verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf die Er-
klärung einer Anschlussberufung sowie auf die Geltendmachung von Nichteintre-
tensgründen (pag. 2235). 

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 8. Dezember 2016 statt 
(pag. 2424 ff.).

3. Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich im Sinne einer Beweisergänzung ein ak-
tueller Verlaufsbericht des Massnahmenzentrums St. Johannsen und ein Strafre-
gisterauszug des Beschuldigten eingeholt (pag. 2379 ff.; pag. 2389 ff.). Ferner 
wurde der Verlaufsbericht des Massnahmenzentrums St. Johannsen vom 6. Sep-
tember 2016 nachträglich eingeholt (pag. 2409 ff.). 

4

Die Verteidigung stellte und begründete im Rahmen ihrer Berufungserklärung vom 
29. Dezember 2015 folgende Beweisanträge (pag. 2165 f.):

1. Es sei bei Herrn A.________ eine forensisch-psychiatrische Zweitbegutachtung anzuordnen, wel-
che sich darüber ausspricht, ob anstelle einer stationären therapeutischen Massnahme gemäss 
Art 59 StGB auch eine ambulante Massnahme gemäss 63 StGB, allenfalls in Kombination mit ei-
ner Suchtbehandlung gemäss Art. 60 StGB, angeordnet werden könnte resp. mit den beiden 
letztgenannten Massnahmen das angestrebte Massnahmenziel gleich oder ähnlich wirksam er-
reicht werden könnte. 

2. Es seien bei den behandelnden Ärzten des Massnahmenzentrums St. Johannsen die medizini-
schen Unterlagen von Herrn A.________, vgt., einzuholen, insbesondere die Ergebnisse betref-
fend die durchgeführten Intelligenz- und ADHS-Tests und die entsprechenden Testergebnisse und 
medizinischen Unterlagen seien im Rahmen der gemäss Ziff. 1 hiervor beantragten Zweitbegut-
achtung zu berücksichtigen. 

Mit Beschluss vom 8. Februar 2016 wies die Kammer den Antrag auf Erstellung ei-
ner forensisch-psychiatrischen Zweitbegutachtung ab. Den Antrag, bei den behan-
delnden Ärzten des Massnahmenzentrums St. Johannsen weitere medizinische 
Unterlagen einzuholen, hiess sie hingegen gut. Zudem forderte sie die Verfasser 
des Gutachtens des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes der Universität Bern 
(nachfolgend: FPD) vom 30. September 2014, Dr. med. Dipl.-Psych. C.________ 
und Dr. phil. D.________, auf, zu den im forensisch-psychiatrischen Obergutachten 
von Dr. med. J.________ vom 14. Juni 2015 gezogenen Schlüssen und zu der an 
ihrem Gutachten geübten Kritik Stellung zu beziehen. Den Parteien wurde Gele-
genheit gegeben, allfällige Zusatzfragen an die beauftragten Gutachter stellen zu 
lassen (pag. 2254 ff.). Die Verteidigung nahm diese Gelegenheit am 25. Februar 
2016 wahr und liess Dr. C.________ fragen, wie oft und wie lange sie den Be-
schuldigten persönlich gesehen und untersucht habe. Von Dr. D.________ wollte 
sie wissen, ob es zutreffe, dass er anlässlich der Exploration gegenüber dem Be-
schuldigten mündlich ausgeführt habe, aus seiner Sicht wäre eine ambulante 
Massnahme ebenfalls eine probate Möglichkeit; mithin aus seiner Sicht nicht zwin-
gend eine stationäre Massnahme erforderlich sei (pag. 2264).

Die Unterlagen des Massnahmenzentrums St. Johannsen (Ergebnisse der psycho-
logisch-diagnostischen Zusatzuntersuchung zu einer möglichen Aufmerksamkeits-
defizit/Hyperaktivitäts-Störung beim Beschuldigten) gelangten mit Schreiben vom 
4. März 2016 ein (pag. 2275 ff.). Das Ergänzungsgutachten des FPD datiert vom 
22. April 2016 (pag. 2291 ff.). 

Mit Schreiben vom 27. April 2016 nahm die Verteidigung zum Ergänzungsgutach-
ten vom 22. April 2016 Stellung. Sie erachtete es nach wie vor als zwingend erfor-
derlich, dass eine umfassende Zweitbegutachtung durch einen geeigneten foren-
sisch-psychiatrischen Gutachter vorgenommen werde und stellte den entsprechen-
den Beweisantrag noch einmal ausdrücklich (pag. 2303 ff.). Die Generalstaatsan-
waltschaft beantragte mit Schreiben vom 20. Mai 2016 die Abweisung dieses An-
trags (pag. 2315 f.). Die Verteidigung hielt auch mit Schreiben vom 13. Juni 2016 
daran fest (pag. 2322 ff.). 

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Die Verfahrensleitung gelangte daraufhin nochmals an Dr. C.________ (pag. 2330 
f.), welche sodann mit Eingabe vom 27. Juni 2016 ihr Schreiben vom 27. Mai 2015 
an die Staatsanwaltschaft einreichte, in welchem sie die Anteile von Dr. 
D.________ an der Erstellung des Gutachtens erläuterte (pag. 2336 f.). Die Vertei-
digung hielt auch mit Schreiben vom 19. Juli 2016 an ihrem Antrag auf eine umfas-
sende Zweitbegutachtung fest (pag. 2346). 

Mit Beschluss vom 25. Juli 2016 wies die Kammer diesen Beweisantrag begründet 
ab (pag. 2350 ff.). Sie hielt zusammenfassend fest, gestützt auf die Angaben von 
Dr. C.________ im Schreiben vom 27. Mai 2015 sei davon auszugehen, dass die 
Befundauswertung und Befundbeurteilung sowie die Fragenbeantwortung und da-
mit zentrale Aspekte der Begutachtung in enger Zusammenarbeit zwischen Dr. 
C.________ und Dr. D.________ ausgearbeitet worden seien. Die Tatsache, dass 
Dr. D.________ an der Erstellung des Gutachtens mitgearbeitet habe, sei nicht ge-
eignet, die Notwendigkeit des Einholens einer Zweitbegutachtung zu begründen. 
Die Kammer könne sich bei der Beurteilung des vorliegenden Falles auf eine Viel-
zahl von Unterlagen stützen. Ihre Aufgabe werde es u.a. sein, die Stringenz der 
vorhandenen Gutachten zu beurteilen. Die Kammer sei der Auffassung, dass sie 
gestützt auf die Aktenlage in der Lage sei, die im Berufungsverfahren angefochte-
nen Punkte des erstinstanzlichen Urteils prüfen und beurteilen zu können. Die An-
ordnung einer umfassenden Zweitbegutachtung werde deshalb als unnötig erachtet 
(pag. 2355 f.).

Schliesslich gab der Verfahrensleiter an der oberinstanzlichen Verhandlung be-
kannt, dass die Vorakten BM 10 1290 der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, 
Region Bern-Mittelland, BSJ 10 32951, BSJ 12 1797, BSJ 13 3635 der Staatsan-
waltschaft des Kantons Bern, Region Berner Jura-Seeland, sowie ST.2013.9977 
der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau von Amtes wegen beigezogen wurden. Es 
handelt sich dabei um die fünf Verfahren, welche die Vorinstanz bei der retrospek-
tiven Konkurrenz berücksichtigt hat. Den Parteien wurde Gelegenheit gegeben, 
diese Akten einzusehen. Sie verzichteten darauf. 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete an der oberinstanzlichen Ver-
handlung namens des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 2430):

I.

A.________, vgt., sei in Gutheissung der Berufung zu verurteilen,

1. zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten, unter Anrechnung der bereits erstandenen Polizei- und 
Untersuchungshaft sowie der stationären therapeutischen Massnahme gemäss Art. 59 StGB;

2. der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben zu Gunsten einer ambulanten Massnahme 
gemäss Art. 63 StGB und/oder einer Suchtbehandlung gemäss Art. 60 StGB;

II.

Im Weiteren sei zu verfügen,

1. Die Verfahrenskosten im Berufungsverfahren seien der Staatskasse aufzuerlegen und dem Be-
schuldigen sei eine angemessene Entschädigung, insbesondere für seine Verteidigungskosten, 
auszurichten.

2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gemäss eingereichter Kostennote festzusetzen.

3. Es seien die weiteren notwendigen Verfügungen zu erlassen.

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A.o. Generalstaatsanwältin E.________ stellte und begründete namens der Gene-
ralstaatsanwaltschaft folgende Anträge (pag. 2432 ff.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kol-
legialgericht in Dreierbesetzung) vom 10.09.2015 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellung des Verfahrens betreffend der Anschuldigung wegen Widerhandlungen gegen 
das Waffengesetz, begangen durch Erwerb eines Schlagstocks ohne Waffenerwerbsschein im 
Jahr 2007, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskos-
ten;

2. der Schuldsprüche wegen

2.1 qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert 
begangen durch

2.1.1 Erwerb und Verkauf von mind. 3'331 Thaipillen und mind. 4.5 Gramm Crystal im Zeit-
raum von Winter 2012/2013 bis am 23.04.2014 in F.________;

2.1.2 Anstalten treffen zum Verkauf von 122 Thaipillen und 31.3 Gramm Crystal am 
23.04.2014 und unbestimmt vorher an der G.________ in F.________;

2.2 Fälschung von Ausweisen, begangen im März/April 2014 in F.________;

2.3 Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen, durch

2.3.1 Erwerb eines Elektroschockgeräts ohne kantonale Ausnahmebewilligung zirka am 
19./20.04 2014 in H.________, Frankreich und Einfuhr dieses Elektroschockgeräts in 
die Schweiz unter Verletzung der Anmeldepflicht nach den Bestimmungen des Zollge-
setzes;

2.3.2 Erwerb eines Schlagstocks ohne Waffenerwerbsschein zirka im April 2013 und ansch-
liessendes Aufbewahren dieses Schlagstocks bis am 23.04.2014 in seiner Wohnung an 
der G.________ in F.________;

2.3.3 Erwerb eines Schlagrings ohne kantonale Ausnahmebewilligung in der Zeit von Febru-
ar/März 2014;

2.3.4 Erwerb eines CS-Sprays im Jahr 2009 oder 2010 in Frankreich ohne Waffenerwerbs-
schein und Einführen dieser Waffe in die Schweiz unter Verletzung der Anmeldepflicht 
nach den Bestimmungen des Zollgesetzes sowie Aufbewahren dieser Waffe bis zum 
24.04.2014 an der G.________ in F.________;

3. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00 und zur Bezahlung der erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten;

4. den weiteren Verfügungen betreffend Einziehung und Rückgabe der beschlagnahmten Ge-
genstände.

II.

A.________ sei zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, teilweise als Zusatzstrafe zu den Urteilen vom 
15.01.2010, 17.02.2011, 09.08.2012, 11.06.2013 und 06.03.2014 und unter Anrechnung der 
ausgestandenen Untersuchungshaft im Umfang von 237 Tagen sowie der Zeit im vorzeitigen 
Massnahmenvollzug.

Es sei eine stationäre therapeutische Massnahme gemäss Art. 59 StGB anzuordnen. Der Voll-
zug der Massnahme sei der Freiheitsstrafe vorzuziehen (Art. 57 Abs. 2 StGB).

2. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr 
gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. A.________ sei in den Massnahmenvollzug zurückzuschicken.

2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

3. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) sei nach Ablauf 
der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

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4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sei 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Zufolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten sind die Einstellung des 
Strafverfahrens wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Bst. A. erstin-
stanzliches Urteils), die Schuldsprüche wegen mengenmässig qualifizierten Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fälschung von Ausweisen und 
mehrfachen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Ziff. II. 1. bis 3. erstin-
stanzliches Urteils) sowie die Verfügungen in Ziff. IV. 2. bis 4. des erstinstanzlichen 
Urteils in Rechtskraft erwachsen. 

Von der Kammer zu überprüfen sind damit der Sanktionspunkt, die Anordnung ei-
ner stationären therapeutischen Massnahme und die Kostenverteilung. Die Kam-
mer verfügt dabei als Berufungsgericht über umfassende Kognition in tatsächlicher 
und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO; SR 312.0]; Urteil des Bundesgerichts 6B_1068/2015 vom 2. No-
vember 2016 E. 1.4.2. mit Hinweisen) und ist aufgrund der alleinigen Berufung des 
Beschuldigten an das Verschlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius) 
gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten 
des Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt, Beweiswürdigung und rechtliche Würdigung

Die Schuldsprüche wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
Fälschung von Ausweisen und Widerhandlungen gegen das Waffengesetz sind, 
wie erwähnt, zufolge der auf die Sanktion beschränkten Berufung des Beschuldig-
ten in Rechtskraft erwachsen (vgl. Ziff. I. 5. vorne). Damit kann für den Sachverhalt, 
die Beweiswürdigung und die rechtliche Würdigung auf die erstinstanzliche Urteils-
begründung verwiesen werden (pag. 2128 ff., S. 11 ff. der Urteilsbegründung). So-
weit sich mit Blick auf die Strafzumessung Ergänzungen und/oder Präzisierungen 
aufdrängen, erfolgen diese unmittelbar an den entsprechenden Stellen der nach-
folgenden Erwägungen der Kammer. 

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass der Schuldspruch wegen 
Fälschung von Ausweisen nach Auffassung der Kammer falsch ist. Der Tatbestand 
der Fälschung von Ausweisen (Art. 252 StGB) ist nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung ein privilegierter Fall der Urkundenfälschung (Art. 251 StGB). Sub-
jektiv erfordert der Tatbestand erstens Täuschungsabsicht und zweitens die Ab-
sicht, sich das Fortkommen zu erleichtern. Die angestrebte Besserstellung darf für 
sich betrachtet nicht unrechtmässig sein, da nur das Fehlen einer Schädigungs- 
oder Vorteilsabsicht die gegenüber Art. 251 StGB geringere Strafandrohung recht-
fertigt. Unter Art. 252 StGB fällt daher nur das Erstreben des Zugangs zu legalen 
Chancen (Urteil des Bundesgerichts 6B_346/2014 vom 6. August 2014 E. 2.4. mit 
Hinweis). Dies ist vorliegend nicht der Fall, trägt doch der Vermieter, der aufgrund 
eines gefälschten Betreibungsregisterauszugs eine Wohnung an eine vermeintlich 
solvente Person vermietet, ein erhebliches Kostenrisiko. Richtigerweise wäre der 

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Beschuldigte deshalb wegen Urkundenfälschung schuldig zu sprechen gewesen 
(vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_346/2014 vom 6. August 2014 
E. 2. mit Hinweisen). Der Schuldspruch kann jedoch mangels entsprechender An-
klage und infolge des zu beachtenden Verschlechterungsverbots (vgl. Ziff. I. 5. vor-
ne) nicht geändert werden. 

III. Strafzumessung

6. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen

Die theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind zutref-
fend. Darauf kann verwiesen werden (pag. 2139 ff., S. 22 ff. der Urteilsbegrün-
dung). 

Der Beschuldigte hat sich der mengenmässig qualifiziert begangenen Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, der Fälschung von Ausweisen sowie 
der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz schuldig gemacht. Be-
reits an dieser Stelle kann vorweggenommen werden, dass die Kammer aufgrund 
der teilweise einschlägigen Vorstrafen sowie aus spezialpräventiven Gesichtspunk-
ten für sämtliche Schuldsprüche eine Freiheitsstrafe als zweckmässige und ange-
messene Sanktion erachtet, weshalb nachfolgend das Asperationsprinzip gemäss 
Art. 49 Abs. 1 StGB zur Anwendung gelangt. Der Beschuldigte zeigte sich von den 
bisher ausgesprochenen Geldstrafen und Bussen unbeeindruckt, was auf eine 
Gleichgültigkeit gegenüber dem Straf- und Vollzugssystem hindeutet. Infolge Un-
einbringlichkeit mussten mehrere Bussen in Ersatzfreiheitsstrafen umgewandelt 
werden (pag. 11 f.; pag. 18). Hinzu kommt, dass sich der Beschuldigte seit dem 
16. Dezember 2014 im vorzeitigen Massnahmenvollzug befindet und abgesehen 
von einem internen Arbeitsentgelt kein Einkommen erzielt. Es ist deshalb davon 
auszugehen, dass der Beschuldigte eine Geldstrafe nicht bezahlen würde. 

Hinsichtlich der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz hielt die Vorinstanz in 
ihrer rechtlichen Würdigung fest, der Beschuldigte habe durch die Einfuhr eines 
Elektroschockgeräts und eines CS-Sprays in die Schweiz den Tatbestand von 
Art. 34 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 1 Bst. e des Waffengesetzes (WG; SR 514.54) er-
füllt (pag. 2139, S. 22 der Urteilsbegründung). Sie verurteilte den Beschuldigten zu 
einer Übertretungsbusse von CHF 500.00 (pag. 2103, Ziff. II. 2. erstinstanzliches 
Urteil).

Anders als die Vorinstanz ist die Kammer der Auffassung, dass es sich bei sämtli-
chen vom Beschuldigten begangenen Widerhandlugen gegen das Waffengesetz 
um Vergehen und nicht um Übertretungen handelt. Dies aus folgenden Gründen: 

Gemäss Art. 25 Abs. 1 WG benötigt eine Bewilligung, wer Waffen, wesentliche 
Waffenbestandteile, Munition oder Munitionsbestandteile nichtgewerbsmässig in 
das schweizerische Staatsgebiet verbringen will. Diese wird erteilt, wenn die an-
tragstellende Person zum Erwerb des betreffenden Gegenstandes berechtigt ist. 
Wer ohne Berechtigung Waffen etc. in das schweizerische Staatsgebiet verbringt, 
wird gemäss Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft. 
Es handelt sich somit um ein Vergehen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StGB).

9

Mit Busse wird gemäss Art 34 Abs. 1 Bst. f. WG bestraft, wer als Privatperson Waf-
fen etc. in das schweizerische Staatsgebiet verbringt, ohne diese Gegenstände an-
zumelden oder richtig zu deklarieren. 

In Anwendung von Art. 34 Abs. 1 Bst. f. WG wird somit derjenige mit Busse be-
straft, der zwar eine Bewilligung im Sinne von Art. 25 Abs. 1 WG hat, es aber unter-
lässt die Waffe bei der Einfuhr anzumelden oder richtig zu deklarieren. Wer aber    
– wie der Beschuldigte – ohne Berechtigung Waffen in die Schweiz einführt, begeht 
gemäss Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG ein Vergehen. 

Die Kammer verzichtet deshalb in Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und in 
Anwendung von Art. 404 Abs. 2 StPO darauf, für gewisse Widerhandlungen gegen 
das Waffengesetz eine Übertretungsbusse auszusprechen.

Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist zunächst der Strafrah-
men für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die 
schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen (Urteil des Bundesge-
richts 6B_157/2014 vom 26. Januar 2015 E. 2.2. mit Hinweisen). In Übereinstim-
mung mit der Vorinstanz werden die mengenmässig qualifiziert begangenen Wi-
derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz als Ganzes zur Bestimmung 
der schwersten Straftat und der dafür vorgesehenen Einsatzstrafe herangezogen.

In einem zweiten Schritt ist die Einsatzstrafe aufgrund der Schuldsprüche wegen 
Fälschung von Ausweisen sowie mehrfacher Widerhandlungen gegen das Waffen-
gesetz in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen. Trotz Vor-
liegens von Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründen (Asperation, verminderte 
Schuldfähigkeit, Anstalten treffen zum Verkauf) sind vorliegend keine ausserge-
wöhnlichen Umstände ersichtlich, aufgrund welcher der ordentliche Strafrahmen zu 
verlassen wäre. Der Strafrahmen reicht somit von einem Jahr bis zu 20 Jahren 
Freiheitsstrafe (Art. 19 Abs. 2 Bst. a des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG; 
SR 812.121) i.V.m. Art. 40 StGB).

Gemäss dem Doppelverwertungsverbot dürfen Umstände, die zur Anwendung ei-
nes höheren oder tieferen Strafrahmens führen, innerhalb des geänderten Straf-
rahmens nicht noch einmal als Straferhöhungs- oder Strafminderungsgrund 
berücksichtigt werden. Sonst würde dem Täter der gleiche Umstand zweimal zur 
Last gelegt oder zugutegehalten. Indes ist es dem Gericht nicht verwehrt, bei der 
Strafzumessung zu berücksichtigen, in welchem Ausmass ein qualifizierender oder 
privilegierender Tatumstand gegeben ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_592/2014 
vom 25. September 2014 E. 2). 

7. Einsatzstrafe: qualifizierte Widerhandlungen gegen das BetmG

7.1 Objektive Tatkomponenten

a) Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts

Das Betäubungsmittelstrafrecht dient dem Schutz der Volksgesundheit (BGE 122 
IV 211 E. 4. S. 222). Die Drogenmenge darf aufgrund des Doppelverwertungsver-
bots zwar insoweit nicht noch einmal straferhöhend berücksichtigt werden, als sie 
schon zur Anwendung des mengenmässig qualifizierten Falls gemäss Art. 19 

10

Abs. 2 BetmG geführt hat. Hingegen darf innerhalb des qualifizierten Strafrahmens 
berücksichtigt werden, in welchem Ausmass die Grenze zur mengenmässig qualifi-
zierten Widerhandlung überschritten worden ist.

Der Beschuldigte hat sich des Erwerbs und Verkaufs von mind. 3‘331 Thaipillen 
und mind. 4.5 g Crystal sowie des Anstalten treffens zum Verkauf von 122 Thaipil-
len und 31.3 g Crystal schuldig gemacht (pag. 2102, Ziff. II. 1.1. und 1.2. erstin-
stanzliches Urteil). 

3‘331 Thaipillen ergeben bei einem Nettogewicht von 0.08 g pro Tablette 
(vgl. pag. 1208) ein Stoffgemisch von insgesamt 266.4 g. Gemäss dem forensisch-
chemischen Abschlussbericht des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern 
(nachfolgend: IRM) vom 3. Juli 2014 wiesen die Thaipillen einen Reinheitsgrad 
zwischen <0.2% und 17% Methamphetamin Base auf (pag. 1217 f.). In Überein-
stimmung mit der Verteidigung ist von einem Reinheitsgrad von 16% und damit 
beim Verkauf von 3‘331 Thaipillen von 42.6 g reinem Methamphetamin (16% von 
266.4 g) auszugehen. Hinzu kommt das Anstalten treffen zum Verkauf von 
122 Thaipillen, was einer Menge von 1.6 g reinem Methamphetamin entspricht 
(16% von 9.76 g Stoffgemisch [122 Thaipillen x 0.08 g pro Tablette]). 

Das Crystal wies gemäss dem forensisch-chemischen Abschlussbericht des IRM 
vom 3. Juli 2014 einen Reinheitsgrad von 76% auf (pag. 1217). Der Beschuldigte 
hat somit mit dem Crystal eine Menge von 3.4 g reinem Methamphetamin verkauft 
(76% von 4.5 g) und Anstalten getroffen zum Verkauf von 23.8 g reinem Metham-
phetamin (76% von 31.3 g). 

Zusammenfassend ist somit beim Verkauf und Anstalten treffen zum Verkauf von 
einer Menge von insgesamt rund 70 g reinem Methamphetamin auszugehen 
(42.6 g + 1.6 g+ 3.4 g + 23.8 g). 

In BGE 109 IV 143 hielt das Bundesgericht fest, dass eine Gefährdung der Ge-
sundheit vieler Menschen i.S.v. Art. 19 Ziff. 2 Bst. a aBetmG bzw. Art. 19 Abs. 2 
Bst. a BetmG bei einer Menge von 12 g Heroin und 18 g Kokain vorliegt (BGE 109 
IV 143 E. 3b S. 145). Die Gefährlichkeit von Methamphetamin ist mit jener von He-
roin und Kokain vergleichbar. Gemäss einem Gutachten der Schweizerischen Ge-
sellschaft für Rechtsmedizin vom Juni 2010 könne Methamphetamin, vor allem 
wenn es geraucht werde, rasch zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Der 
wiederholte und hochdosierte Konsum sei mit gewalttätigem Verhalten und parano-
iden Psychosen verbunden. Zudem könne der Konsum von Methamphetamin zu 
diversen weiteren Nebenwirkungen, wie z.B. Krampfanfällen oder Hirn- bzw. Her-
zinfarkten führen. Im Vergleich zu Amphetamin, für welches der Grenzwert im Sin-
ne von Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG bei 36 Gramm liegt (BGE 113 IV 32), wirke Me-
thamphetamin etwa doppelt so stark auf das Herz-Kreislauf-System und berge ein 
höheres Suchtpotential. Die Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin emp-
fiehlt deshalb, die Substanzmenge Methamphetamin, die die Gesundheit vieler 
Menschen in Gefahr bringen kann, auf 12 g Methamphetamin festzulegen (htt-
ps://www.sgrm.ch/inhalte/Forensische-Chemie-und-Toxikologie/gutachten_ me-
thamphetamin_jun2010_06.pdf). 

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/dc7d633a-570c-4a17-82db-e7c4fab33616/00000000-0000-0000-0000-000000000000?source=document-link&SP=3|nnqxuh
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/dc7d633a-570c-4a17-82db-e7c4fab33616/35231ad9-af87-48a4-aa2b-8c296978e652?source=document-link&SP=3|nnqxuh
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/dc7d633a-570c-4a17-82db-e7c4fab33616/35231ad9-af87-48a4-aa2b-8c296978e652?source=document-link&SP=3|nnqxuh
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/035379b2-ddd9-40c6-8de8-417a1bc024e0?citationId=9464dc04-1ea2-4e42-9c1f-cf2f292d0374&source=document-link&SP=3|1liptk
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/035379b2-ddd9-40c6-8de8-417a1bc024e0?citationId=9464dc04-1ea2-4e42-9c1f-cf2f292d0374&source=document-link&SP=3|1liptk
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/dc7d633a-570c-4a17-82db-e7c4fab33616/35231ad9-af87-48a4-aa2b-8c296978e652?source=document-link&SP=3|1liptk
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/a320b126-3b8c-47cb-976b-80d8214249c8?citationId=ea83c2d0-fbae-47dc-9dd2-6bff6be3525d&source=document-link&SP=3|1liptk

11

Mit dem Verkauf und Anstalten treffen zum Verkauf von insgesamt rund 70 g rei-
nem Methamphetamin hat der Beschuldigte diesen Wert um das ca. 6-fache und 
damit deutlich überschritten und die Gesundheit vieler Menschen in erhebliche Ge-
fahr gebracht. Entsprechend ist von einem hohen Gefährdungspotenzial auszuge-
hen. Auch wenn die Betäubungsmittelmenge nicht von vorrangiger Bedeutung ist, 
fällt vorliegend erschwerend ins Gewicht, dass der qualifizierende Umstand in ei-
nem mehrfachen Ausmass gegeben ist. 

Beim Schuldspruch wegen Anstalten treffens zum Verkauf von 122 Thaipillen und 
31.3 g Crystal (Ziff. II. 1.2. erstinstanzliches Urteil) ist in Anwendung von Art. 19 
Abs. 3 Bst. a BetmG zu berücksichtigen, dass die Drogen faktisch nicht in Umlauf 
gebracht worden sind. Sie wurden anlässlich einer Leibesvisitation beim Beschul-
digten sichergestellt und beschlagnahmt (pag. 23). Beim Anstalten treffen handelt 
es sich um einen fakultativen Strafmilderungsgrund, mit welchem dem Umstand 
Rechnung getragen wird, dass der letzte entscheidende Schritt zu einer Rechtsver-
letzung noch nicht gemacht worden ist (Parlamentarische Initiative Teilrevision des 
Betäubungsmittelgesetzes, Bericht der Kommission für soziale Sicherheit und Ge-
sundheit des Nationalrates vom 4. Mai 2006, BBl 2006 8573, S. 8613). Vorliegend 
ist es nicht das Verdienst des Beschuldigten, dass es beim Anstalten treffen blieb, 
weshalb die Strafe nur marginal zu mildern ist. 

b) Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutverletzung resp. Verwerflichkeit des 
Handelns (kriminelle Energie)

Die Vorinstanz erwog, der Beschuldigte habe umsichtig und routiniert gehandelt. Er 
habe mit I.________ einen eigenen Läufer gehabt, auf mehrere Lieferanten 
zurückgegriffen, für seinen Handel verschiedene Kommunikationsmittel verwendet 
und sich speziell für den Drogenhandel präparierter Verstecke (vgl. Pet-Flasche, 
pag. 1242 ff.) bedient. Abgesehen davon habe der Beschuldigte jedoch nicht 
übermässig professionell oder besonders raffiniert gehandelt (pag. 2144, S. 27 der 
Urteilsbegründung). 

Diesen Ausführungen ist zuzustimmen. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass 
der Beschuldigte über einen längeren Zeitraum (Winter 2012/2013 bis 23. April 
2014) intensiv mit Drogen handelte. So vermittelte I.________ beispielsweise 
während rund sechs Monaten zwischen 2‘000 und 2‘500 Thaipillen für den Be-
schuldigten (pag. 313 Z. 629 ff.). Mit seinem Handeln offenbarte der Beschuldigte 
einige kriminelle Energie. Die Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutver-
letzung führt im Ergebnis zu einer leichten Erhöhung des objektiven Tatverschul-
dens. 

c) Fazit objektives Tatverschulden

Das objektive Tatverschulden ist im Verhältnis zum grossen Strafrahmen von ei-
nem Jahr bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe als leicht zu qualifizieren und entspricht 
einer Strafe im Bereich von 24 Monaten. 

7.2 Subjektive Tatkomponenten

a) Willensrichtung

12

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich, was indes tatbestandsimmanent und 
deshalb verschuldensmässig neutral zu werten ist. 

b) Beweggründe

Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass der Beschuldigte durch die Beziehung zu 
seiner Freundin ins Drogen- und Prostituiertenmilieu geriet (pag. 2144, S. 27 der 
Urteilsbegründung). Gegenüber den Gutachtern des FPD gab der Beschuldigte an, 
er habe ab dem Alter von ca. 20 Jahren hauptsächlich und regelmässig Thaipillen 
konsumiert (pag. 1618). Mit dem Dealen habe er vor allem aufgrund des Todes 
seiner ungeborenen Tochter begonnen. Er habe sich damals depressiv gefühlt und 
habe aufgrund der Trauer die Termine beim Sozialdienst nicht mehr wahrgenom-
men, weshalb die Auszahlungen gestoppt worden seien (pag. 1603). 

Nach Ansicht der Gutachter des FPD stand als Tatmotivation für den Drogenhandel 
mit hoher Wahrscheinlichkeit ein (normalpsychologisches) Macht- oder Gewinn-
streben im Vordergrund. Auf der anderen Seite müsse berücksichtig werden, dass 
die gesamte Lebenssituation durch die Abhängigkeit geprägt gewesen sei 
(pag. 1624). Die Vorinstanz wies ferner zu Recht darauf hin, dass der Beschuldigte 
nicht besonders gewinnorientiert vorging, verschuldete er sich doch erheblich bei 
einem seiner Lieferanten (pag. 2144, S. 27 der Urteilsbegründung). Die Beweg-
gründe wirken sich neutral aus. 

c) Vermeidbarkeit / verminderte Schuldfähigkeit 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat das Gericht beim subjektiven 
Tatverschulden auch die verminderte Schuldfähigkeit zu berücksichtigen. Es muss 
dartun, in welchem Umfang sich diese verschuldensmindernd auswirkt (BGE 136 
IV 55 E. 5.5 und E. 5.6). Liegt eine Verminderung der Schuldfähigkeit vor, hat das 
Gericht wie folgt vorzugehen: In einem ersten Schritt ist aufgrund der tatsächlichen 
Feststellungen des Gutachters zu entscheiden, in welchem Umfange die Schuld-
fähigkeit des Täters in rechtlicher Hinsicht eingeschränkt ist und wie sich dies ins-
gesamt auf die Einschätzung des Tatverschuldens auswirkt. Das Gesamtverschul-
den ist zu qualifizieren und mit Blick auf Art. 50 StGB im Urteil ausdrücklich zu be-
nennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszu-
gehen ist. Hierauf ist in einem zweiten Schritt innerhalb des zur Verfügung stehen-
den Strafrahmens die (hypothetische) Strafe zu bestimmen, die diesem Verschul-
den entspricht. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenenfalls in einem dritten 
Schritt aufgrund wesentlicher Täterkomponenten verändert werden (BGE 136 IV 55 
E. 5.7 S. 62). 

Das forensisch-psychiatrische Gutachten des FPD vom 30. September 2014 
(pag. 1573 ff.) hält zur Schuldfähigkeit fest, die Einsichtsfähigkeit des Beschuldig-
ten sei bei der Begehung der ihm vorgeworfenen Tathandlungen zu keinem Zeit-
punkt beeinträchtigt gewesen. Bezüglich des illegalen Erwerbs und Besitzes von 
Thaipillen und Cannabis sei eine verminderte Steuerungsfähigkeit anzunehmen. Al-
lerdings würden keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Beschuldigte infolge 
der Störungen in seiner Bewusstseinslage, seiner Realitätsanpassung, seiner Ur-
teilsfähigkeit, seiner Willensbildung und seiner grundsätzlichen Verhaltenskontrolle 

13

erheblich beeinträchtigt und zu keinem anderen Verhalten mehr in der Lage gewe-
sen sei. Aus forensisch-psychiatrischer Sicht könne daher beim Beschuldigten für 
den Erwerb und Besitz begrenzter Mengen dieser Drogen zum Eigenkonsum eine 
leichte bis allenfalls mittelgradige Verminderung der Steuerungsfähigkeit und dem-
zufolge eine leicht- bis allenfalls mittelgradige Verminderung der tatzeitbezogenen 
Schuldfähigkeit angenommen werden. Bezüglich der Tatvorwürfe des unerlaubten 
Handeltreibens und Weiterverkaufs von (über den Eigenverbrauch hinausgehen-
den Mengen) Methamphetamin sei als Tatmotivation mit hoher Wahrscheinlichkeit 
ein (normalpsychologisches) Macht- und Gewinnstreben im Vordergrund gestan-
den. Auf der anderen Seite müsse berücksichtigt werden, dass die gesamte Le-
benssituation durch die Abhängigkeit geprägt gewesen sei. Für diese Tathandlun-
gen könne die Steuerungsfähigkeit daher als leicht vermindert beurteilt werden, so 
dass aus forensisch-psychiatrischer Sicht für diese Tathandlungen von einer leicht 
verminderten Schuldfähigkeit auszugehen sei (pag. 1624 f.).

Diese Einschätzungen werden im Obergutachten vom 14. Juni 2015 (pag. 2003 ff.) 
im Wesentlichen bestätigt. Die Herleitung der beeinträchtigten Steuerungsfähigkeit 
für die Konsumwiderhandlungen sei nachvollziehbar und plausibel. Auch hinsicht-
lich des geschätzten Schweregrades könne dem Gutachten angesichts des dia-
gnostizierten Abhängigkeitssyndroms gefolgt werden (pag. 2009 f.). Betreffend das 
unerlaubte Handeltreiben mit Drogen liesse sich nach Ansicht von Dr. J.________ 
auch eine unbeeinträchtigte Steuerungsfähigkeit vertreten (pag. 2010). 

Die Kammer erachtet die Ausführungen zur Schuldfähigkeit im Gutachten vom 
30. September 2014 als schlüssig und nachvollziehbar und geht in Übereinstim-
mung mit der Vorinstanz und der Generalstaatsanwaltschaft bei den Erwerbs- und 
Verkaufshandlungen von einer leicht verminderten Schuldfähigkeit im Tatzeitpunkt 
aus (pag. 2147, S. 30 der Urteilsbegründung). Da bei voller Schuldfähigkeit von ei-
nem leichten Verschulden auszugehen ist, reduziert sich das Verschulden aufgrund 
der leichtgradigen Beeinträchtigung auf ein sehr leichtes Verschulden. Die Kammer 
erachtet hierfür eine Reduktion der Strafe um 4 Monate auf 20 Monate als ange-
messen. 

7.3 Fazit Tatkomponenten / Einsatzstrafe

Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände erachtet die Kammer für den Schuld-
spruch wegen mengenmässig qualifiziert begangenen Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz eine Einsatzstrafe von 20 Monaten als dem sehr leichten 
Tatverschulden des Beschuldigten angemessen. 

8. Asperation

8.1 Fälschung von Ausweisen

Geschützes Rechtsgut von Art. 252 StGB ist wie bei Art. 251 StGB das öffentliche 
Vertrauen, das Ausweisschriften, Zeugnissen und Bescheinigungen im Rechtsver-
kehr entgegengebracht wird (BOOG, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 
2013, N. 1 zu Art. 252 StGB). Das Ausmass des verschuldeten Erfolgs ist vorlie-
gend eher gering. Die K.________ AG und die L.________ AG zweifelten an der 
Echtheit des vom Beschuldigten eingereichten Betreibungsregisterauszugs und 

14

meldeten sich deshalb beim zuständigen Betreibungsamt, welches ihnen in der 
Folge einen korrekten Betreibungsregisterauszug über den Beschuldigten zukom-
men liess (pag. 168; pag. 173). Bei der Art und Weise der Herbeiführung der 
Rechtsgutverletzung ist die Tatsache, dass der Beschuldigte den Betreibungsregis-
terauszug fälschen liess und damit eine weitere Person in das deliktische Verhalten 
hineinzog, leicht verschuldenserhöhend zu werten. Der Beschuldigte handelte di-
rektvorsätzlich, was indes tatbestandsimmanent ist und sich deshalb verschulden-
smässig neutral auswirkt. Seine Beweggründe waren egoistischer Natur, allerdings 
bis zu einem gewissen Grad auch erklärbar, ist doch bekannt, dass Bewerbungen 
ohne blanken Betreibungsregisterauszug bei der heutigen Wohnungsnot kaum eine 
Chance haben. Anders als bei den Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz ist bei der Fälschung von Ausweisen nicht von einer verminderten Schuld-
fähigkeit auszugehen (vgl. pag. 2010). 

Die Kammer erachtet für den Schuldspruch wegen Fälschung von Ausweisen für 
sich alleine beurteilt eine Strafe von 40 Strafeinheiten als angemessen. Unter An-
wendung des Asperationsprinzips gelangt die Kammer zu einer asperierten Strafe 
von 30 Strafeinheiten bzw. einem Monat Freiheitsstrafe, so dass die Einsatzstrafe 
von 20 Monaten auf 21 Monate zu erhöhen ist.

8.2 Widerhandlungen gegen das Waffengesetz

Im Verhältnis zu den qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz fallen die mehrfachen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz nur noch 
leicht ins Gewicht. Zwar handelt es sich bei einem Elektroschockgerät um eine 
nicht ungefährliche Waffe. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Erwerb die-
ser Waffe nicht in der Absicht geschah, damit einen Menschen zu verletzen. Viel-
mehr ist dem Beschuldigten zuzubilligen, dass der Selbstschutz und somit die ei-
gene Sicherheit im Vordergrund stand (vgl. pag. 302 Z. 63 f.). Beim Schlagstock, 
Schlagring und CS-Spray handelt es sich um Waffen mit einem vergleichsweise tie-
fen Gefahrenpotential. Anders als beispielsweise eine Schusswaffe muss ein 
Schlagstock oder ein Schlagring zur Verwirklichung der Gefahr gezielt und mit 
Kraftaufwand gegen eine Person eingesetzt werden. Die Rechtsgutgefährdung 
durch den Erwerb und das Aufbewahren dieser Waffen wiegt damit vergleichswei-
se leicht. Das Verhalten des Beschuldigten ging nicht über das zur Erfüllung des 
Tatbestands Notwendige hinaus. Subjektiv handelte der Beschuldigte mit direktem 
Vorsatz und mit dem Beweggrund, sich sicherer zu fühlen (vgl. pag. 302 Z. 64). 
Äussere oder innere Umstände, die es ihm verunmöglicht oder erschwert hätten, 
sich rechtmässig zu verhalten, sind nicht ersichtlich. Wie bei der Fälschung von 
Ausweisen ist auch bei den Widerhandlungen gegen das Waffengesetz nicht von 
einer verminderten Schuldfähigkeit auszugehen (vgl. pag. 2010).

Die Kammer erachtet für den Schuldspruch wegen mehrfachen Widerhandlungen 
gegen das Waffengesetz für sich alleine beurteilt eine Strafe von 40 Strafeinheiten 
als angemessen. Unter Anwendung des Asperationsprinzips resultiert eine aspe-
rierte Strafe von 30 Strafeinheiten bzw. einem Monat Freiheitsstrafe, so dass die 
Strafe von 21 Monaten auf 22 Monate zu erhöhen ist. 

15

9. Täterkomponenten

a) Vorleben und persönliche Verhältnisse 

Betreffend das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann 
auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 2145 f., S. 28 f. der 
Urteilsbegründung). Der Beschuldigte hatte zweifellos keine einfache und unbe-
schwerte Kindheit und Jugend. Die diagnostizierten psychischen Störungen (vgl. 
pag. 1622; Ziff. III. 12. hinten) führten zu einer leicht verminderten Schuldfähigkeit 
bei den Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Sie wurden bereits 
im Rahmen des subjektiven Tatverschuldens verschuldensmildernd berücksichtigt 
(vgl. Ziff. III. 7.2 vorne) und sind deshalb vorliegend neutral zu werten.

Der Beschuldigte ist mehrfach vorbestraft (vgl. pag. 2389 ff.). Zwar ging es dabei 
häufig um Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz und Konsumwi-
derhandlungen, in den letzten Jahren kamen aber auch andere Delikte (falsche 
Anschuldigung, Vergehen gegen das Waffengesetz) hinzu. Der Beschuldigte wurde 
stets zu unbedingten Geldstrafen und Bussen verurteilt. Er zeigte sich von den bis-
her ausgesprochenen Strafen unbeeindruckt und offenbarte eine Gleichgültigkeit 
gegenüber dem Straf- und Vollzugssystem, weshalb sich die mehrfachen Vorstra-
fen straferhöhend auswirken.

b) Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren 

Das Verhalten des Beschuldigten nach der Tat und im Strafverfahren ist nicht zu 
beanstanden. Er hat sich stets korrekt und soweit möglich auch kooperativ verhal-
ten. Wie bereits die früheren Berichte fällt auch der aktuellste Verlaufsbericht des 
Massnahmenzentrums St. Johannsen vom 24. November 2016 (pag. 2379 ff.) posi-
tiv aus. Der Beschuldigte habe sich auf der offenen Abteilung gut integriert und von 
Anfang an Bereitschaft gezeigt zusammenzuarbeiten. Die bisher eingeführten Lo-
ckerungen in den externen Aufenthalten seien erfolgreich verlaufen. Eine Basis für 
eine weiterführende konstruktive Zusammenarbeit könne als deutlich vorhanden 
eingeschätzt werden (pag. 2383). Ein solches Verhalten darf jedoch als selbstver-
ständlich erwartet werden und ist nicht zu Gunsten des Beschuldigten zu berück-
sichtigen. 

Der Beschuldigte gab die ihm vorgeworfenen Taten im Verlauf der Befragungen 
schrittweise zu und legte anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
10. September 2015 ein vollumfängliches Geständnis ab. Auch wenn ihm die Delik-
te aufgrund der Telefonkontrolle, der bei der Anhaltung und Hausdurchsuchung si-
chergestellten Drogen sowie der Aussagen verschiedener Auskunftspersonen auch 
ohne sein Geständnis hätten nachgewiesen werden können, trug der Beschuldigte 
mit seinen Aussagen zur Tataufdeckung und Beschleunigung des Verfahrens bei, 
weshalb ihm ein Geständnisrabatt zu gewähren ist. 

In seinem letzten Wort anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte 
der Beschuldigte u.a. aus, er sei im Massnahmenvollzug zur Erkenntnis gelangt, 
dass er sein Leben umkrempeln müsse. Er habe viel über seine Vergangenheit 
nachgedacht und sei sich bewusst geworden, dass er der Gesellschaft und sich 
selber stark geschadet habe. Es gebe keine 100%ige Sicherheit, er habe aber sei-

16

nen Kindern und sich selber versprochen, dass er sich in Zukunft von dem Ganzen 
fernhalten werde. Er wolle endlich vorwärts gehen und für seine Kinder ein Vorbild 
sein (pag. 2080). Diese Aussagen deuten auf echte Einsicht und Reue hin. 

Das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren ist strafmindernd zu berücksich-
tigen. 

c) Strafempfindlichkeit 

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen, da die Verbüssung ei-
ner Freiheitsstrafe für jede arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete 
Person mit einer gewissen Härte verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1095/2014 vom 24. März 2015 E. 3.3 mit Hinweisen). Vorliegend sind keine 
aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich. Die Strafempfindlichkeit des Beschul-
digten ist deshalb als neutral zu beurteilen.

d) Fazit Täterkomponenten 

Die Täterkomponenten wirken sich insgesamt neutral aus. 

10. Strafmass und Strafvollzug
Zusammenfassend erachtet die Kammer für die Schuldsprüche wegen Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fälschung von Ausweisen und Wider-
handlungen gegen das Waffengesetz eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten als an-
gemessen. 

Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe 
von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn 
eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Nach der Rechtsprechung des 
Bundesgerichts ist der Strafaufschub die Regel, von der grundsätzlich nur bei un-
günstiger Prognose abgewichen werden darf (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2 S. 6). 

Der Beschuldigte ist mehrfach vorbestraft (vgl. pag. 2389 ff.). Im forensisch-
psychiatrischen Gutachten des FPD vom 30. September 2014 wird die Legalpro-
gnose des Beschuldigten unbehandelt als ausgesprochen ungünstig beurteilt. Auf-
grund seiner Suchtmittelabhängigkeit und seiner emotional-instabilen und dissozia-
len Persönlichkeitsanteile bestehe ein erhöhtes Risiko dafür, dass sich der Be-
schuldigte bei einer Haftentlassung wieder im Drogenmilieu aufhalten und zukünftig 
erneut Betäubungsmitteldelikte begehen werde (pag. 1629; vgl. auch pag. 1633). 
Dieser Einschätzung wird im Obergutachten vom 14. Juni 2015 gefolgt (pag. 2023).

Gestützt auf beide forensisch-psychiatrischen Gutachten ist von einer ungünstigen 
Prognose auszugehen. Folglich sind die Voraussetzungen für einen bedingten 
Strafvollzug nicht erfüllt und die Freiheitsstrafe von 22 Monate ist zu vollziehen. 

Die Polizei- und Untersuchungshaft wird im Umfang von 237 Tagen (23. April 2014 
bis 15. Dezember 2014) auf die Freiheitsstrafe angerechnet und es wird festge-
stellt, dass sich der Beschuldigte seit dem 16. Dezember 2014 im vorzeitigen  
Massnahmenvollzug befindet.

17

11. Retrospektive Konkurrenz

Die Vorinstanz hat die Freiheitsstrafe teilweise als Zusatzurteil zu den Urteilen vom 
15. Januar 2010, 17. Februar 2011, 9. August 2012, 11. Juni 2013 und 6. März 
2014 ausgesprochen (pag. 2103, Ziff. II. erstinstanzliches Urteil). 

Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen 
einer andern Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der Wei-
se, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlun-
gen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). 

Diese Bestimmung will im Wesentlichen das in Art. 49 Abs. 1 StGB verankerte As-
perationsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz gewährleisten. Der Täter, der 
mehrere gleichartige Strafen verwirkt hat, soll nach einem einheitlichen Prinzip der 
Strafschärfung beurteilt werden, unabhängig davon, ob die Verfahren getrennt 
durchgeführt werden oder nicht (BGE 142 IV 265 E. 2.3.1 S. 267 mit Hinweisen). 
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung greift das Asperationsprinzip nur, 
wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Ungleichartige Strafen 
sind kumulativ zu verhängen. Das Gericht kann eine Gesamtfreiheitsstrafe nur aus-
fällen, wenn es im konkreten Fall für jede einzelne Tat die gleiche Strafart wählt. 
Diese Voraussetzungen gelten auch für die Bildung der Zusatzstrafe bei der retro-
spektiven Konkurrenz (BGE 142 IV 265 E. 2.3.2 S. 267 f. mit Hinweisen). Eine Zu-
satzstrafe kann nur ausgesprochen werden, soweit die Strafen der neu zu beurtei-
lenden Delikte und die Grundstrafe gleichartig sind (BGE 142 IV 265 E. 2.4.2 S. 
269 mit Hinweisen). 

Der Beschuldigte wird vorliegend zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Wie bereits er-
wähnt, verzichtet die Kammer darauf, für gewisse Widerhandlungen gegen das 
Waffengesetz eine Übertretungsbusse auszusprechen (vgl. Ziff. III. 6. vorne). In 
den Urteilen vom 15. Januar 2010, 17. Februar 2011, 9. August 2012, 11. Juni 
2013 und 6. März 2014 wurde der Beschuldigte hingegen zu Geldstrafen und Bus-
sen verurteilt (pag. 2390 f.). Die Strafen der neu zu beurteilenden Delikte und der 
Grundstrafen sind damit nicht gleichartig, weshalb entgegen der Auffassung der 
Vorinstanz keine Zusatzstrafe auszusprechen ist. 

12. Massnahme

12.1 Allgemeines

Gemäss Art. 56 Abs. 1 StGB ist eine Massnahme anzuordnen, wenn eine Strafe al-
lein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen 
(Bst. a); ein Behandlungsbedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche Sicher-
heit dies erfordert (Bst. b); und die Voraussetzungen der Art. 59-61, 63 oder 64 
StGB erfüllt sind (Bst. c). 

Das Gericht kann eine stationäre Massnahme nach Art. 59 Abs. 1 StGB anordnen, 
wenn der Täter psychisch schwer gestört ist und ein Verbrechen oder Vergehen 
begangen hat, das mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang steht 
(Bst. a); und zu erwarten ist, dadurch lasse sich die Gefahr weiterer mit seiner psy-
chischen Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnen (Bst. b). 

18

Ist der Täter von Suchtstoffen oder in anderer Weise abhängig, so kann das Ge-
richt gemäss Art. 60 Abs. 1 StGB eine stationäre Suchtbehandlung anordnen, 
wenn der Täter ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner Ab-
hängigkeit in Zusammenhang steht (Bst. a); und zu erwarten ist, dadurch lasse sich 
der Gefahr weiterer mit der Abhängigkeit in Zusammenhang stehender Taten be-
gegnen (Bst. b). 

Eine ambulante Behandlung i.S.v. Art. 63 Abs. 1 StGB kann das Gericht anordnen, 
wenn der Täter psychisch schwer gestört ist, von Suchtstoffen oder in anderer 
Weise abhängig ist und eine mit Strafe bedrohte Tat verübt, die mit seinem Zu-
stand in Zusammenhang steht (Bst. a); und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der 
Gefahr weiterer mit dem Zustand des Täters in Zusammenhang stehender Taten 
begegnen (Bst. b).

Die Anordnung einer Massnahme setzt zudem voraus, dass der mit ihr verbundene 
Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Täters im Hinblick auf die Wahrscheinlich-
keit und Schwere weiterer Straftaten nicht unverhältnismässig ist (Art. 56 Abs. 2 
StGB). Sind mehrere Massnahmen in gleicher Weise geeignet, ist aber nur eine 
notwendig, so ordnet das Gericht diejenige an, die den Täter am wenigsten be-
schwert. Sind mehrere Massnahmen notwendig, so kann das Gericht diese zu-
sammen anordnen (Art. 56a Abs. 1 und 2 StGB).

12.2 Forensisch-psychiatrisches Gutachten des FPD vom 30. September 2014 

Diagnosen
Dr. C.________ und Dr. D.________ kommen in ihrem Gutachten vom 30. Sep-
tember 2014 (pag. 1573 ff.) zum Schluss, beim Beschuldigten lasse sich mit aus-
reichender diagnostischer Sicherheit das Vorliegen einer Drogenproblematik, d.h. 
einer Abhängigkeit von Stimulanzien (Methamphetamin, Thaipillen, ICD-10 F15.21) 
sowie eines Cannabismissbrauchs (ICD-10 F12.1), gegenwärtig – unter Haftbedin-
gungen – abstinent, feststellen (pag. 1619).

Bei den im Tatzeitraum manifestierten Symptomen des Beschuldigten könne es 
sich um eine substanzinduzierte psychiatrische Störung, eine sog. Drogenpsycho-
se (ausgelöst durch die Einnahme einer oder mehrerer Drogen in Kombination, 
insbesondere Thaipillen und Cannabis-Produkte) gehandelt haben (pag. 1620). 
«Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen» könnten 
neben der Substanzklasse zusätzlich mit dem Merkmal «Psychotische Störung» 
(F1x.5) kodiert werden. Beim Beschuldigten könne eine derartige psychotische 
Störung, die durch Stimmenhören, Wahngedanken und Wahnwahrnehmungen ge-
kennzeichnet sei, festgestellt werden (ICD-10 F15.5, pag. 1620 f.). 

Differenzialdiagnostisch könne es sich auch um eine Schizophrenie handeln, die 
ursächlich nicht mit dem Drogenkonsum des Beschuldigten zusammenhänge oder 
lediglich durch diesen verschlechtert worden sei. Eine sichere Diagnose sei derzeit 
noch nicht möglich. Ob es sich um eine rein substanzinduzierte Störung handle, 
könne erst nach einer längeren Phase der Abstinenz (>6 Monate) sowie nach Ab-
setzen der Antipsychotika festgestellt werden (pag. 1621). 

Für die Zeit von Kindheit und Adoleszenz könne rückblickend von einer Störung 
des Sozialverhaltens (ICD-10 F 91) ausgegangen werden. Im Erwachsenenalter 

19

seien dissoziale, emotional-instabile und unreife Persönlichkeitszüge feststellbar; 
für die Feststellung einer Persönlichkeitsstörung im engeren Sinne sei allerdings 
die Informationsbasis zu schmal (pag. 1622). 

Zusammenfassend seien folgende aktuelle Zustandsdiagnosen gemäss ICD-10 zu 
stellen (pag. 1622):

- Psychische und Verhaltensstörung durch Stimulanzien: Abhängigkeitssyndrom 
(ICD-10 F15.21), gegenwärtig abstinent in beschützender Umgebung;

- Schädlicher Gebrauch von Cannabinoiden (ICD-10 F12.1), gegenwärtig absti-
nent in beschützender Umgebung;

- Psychotische Störung durch Substanzgebrauch (ICD-10 F15.5); 
DD Störung aus dem schizophrenen Formenkreis (ICD-10 F20);

- unreife, emotional-instabile (impulsive) dissoziale Persönlichkeitszüge.

Die festgestellten Störungsbilder hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Tat-
zeitraum vorgelegen (pag. 1623). 

Risikoeinschätzung

Die Kriminalprognose, d.h. die Wiederholungswahrscheinlichkeit bezüglich Delikte 
gegen das Betäubungsmittelgesetz, sei beim Beschuldigten unbehandelt als aus-
gesprochen ungünstig einzuschätzen. Aufgrund seiner Suchtmittelabhängigkeit und 
seiner emotional-instabilen und dissozialen Persönlichkeitsanteile bestehe ein er-
höhtes Risiko dafür, dass sich der Beschuldigte bei einer Haftentlassung wieder im 
Drogenmilieu aufhalten und zukünftig erneut Betäubungsmitteldelikte begehen 
werde (pag. 1629). 

Therapie und Massnahme

Zur Verminderung des – aus der Drogenproblematik (insbesondere der Stimulan-
zienabhängigkeit) sowie den fortbestehenden dissozialen, emotional-instabilen und 
unreifen Persönlichkeitszügen des Beschuldigten resultierenden – erhöhten Krimi-
nalitätsrisikos erscheine aus gutachterlicher Sicht eine konsequente, langfristig an-
gelegte, fachgerechte psychiatrische und sozialpädagogische Behandlung und Re-
habilitation indiziert, weshalb im Hinblick auf das bereits in jungen Jahren sichtbar 
werdende delinquente Verhalten des Beschuldigten gutachterlicherseits am ehes-
ten eine Massnahme gemäss Art. 59 StGB zu empfehlen sei (pag. 1629 f.). Da im 
Hinblick auf die vorgeworfenen Straftaten die Suchtmittelproblematik im Vorder-
grund stehe, sei grundsätzlich auch an die Anordnung einer Massnahme gemäss 
Art. 60 StGB zu denken. Aufgrund der bereits seit der Kindheit und Adoleszenz be-
stehenden Störung der Persönlichkeitsentwicklung sowie der psychotischen 
Störung, die seit einigen Jahren bestehe und deren Ursache noch weiter abgeklärt 
werden müsse, sei allerdings aus forensisch-psychiatrischer Sicht der Anordnung 
einer Massnahme nach Art. 59 StGB der Vorzug zu geben. Eine alleinige ambulan-
te Behandlung müsse als unzureichend, nicht geeignet und als nicht zweckmässig 
eingeschätzt werden (pag. 1630). 

Zusammenfassend komme mit Blick auf das noch relativ junge Alter des Beschul-
digten zur Tatzeit, sein bereits in jungen Jahren sichtbar gewordenes delinquentes 
Verhalten, seinen ebenfalls früh begonnenen Suchtmittelkonsum sowie seine aus-

20

geprägten Sozialisationsmängel und Reifungsdefizite aus gutachterlicher Sicht am 
ehesten eine Massnahme gemäss Art. 59 StGB in Betracht. Da der Beschuldigte in 
einem offenen Rahmen geführt werden könne und sollte, könne diese Massnahme 
z.B. im Massnahmenzentrum St. Johannsen durchgeführt werden (pag. 1630).

Im Rahmen der Beantwortung der gestellten Fragen (pag. 1631 ff.) halten die Gut-
achter u.a. fest, das Zusammenwirken der unreifen, dissozialen und emotional-
instabilen (impulsiven) Persönlichkeitsmerkmale mit dem Suchtmittelkonsum (ins-
besondere Thaipillen) im Tatzeitraum entspreche einer psychischen Störung von 
erheblicher Schwere (pag. 1632). Es werde eine Massnahme nach Art. 59 StGB 
empfohlen. Angesichts der Komplexität der seit Jahren anhaltenden dissozialen 
Entwicklung wie auch des Suchtmittelkonsums des Beschuldigten sei eine ambu-
lante Behandlung (Art. 63 StGB) keinesfalls ausreichend. Eine ausschliesslich auf 
den Substanzgebrauch ausgerichtete Behandlung (Art. 60 StGB) würde ebenfalls 
zu kurz greifen (pag. 1634 f.).

12.3 Forensisch-psychiatrisches Obergutachten vom 14. Juni 2015
Dr. J.________ hält im Obergutachten vom 14. Juni 2015 (pag. 2003 ff.) u.a. fest, 
die im Gutachten des FPD gestellten Diagnosen im Bereich psychotroper Substan-
zen (Abhängigkeit von Stimulanzien, schädlicher Cannabisgebrauch) und die Dia-
gnose einer substanzinduzierten psychotischen Störung seien nachvollziehbar und 
plausibel (pag. 2007). Es werde nachvollziehbar vermutet, dass bereits in der Ju-
gend eine Störung des Sozialverhaltens bestanden habe (pag. 2007 f.). Abschlies-
send werde auf die erkennbaren dissozialen, emotional-instabilen und unreifen 
Persönlichkeitszüge fokussiert und vermerkt, dass für die sichere Diagnosestellung 
einer Persönlichkeitsstörung die Informationsbasis zu schmal sei. Zu Recht werde 
darauf hingewiesen, dass mangels einer diagnostizierbaren Persönlichkeitsstörung 
in diesem Bereich keine schwere psychische Störung (i.S.v. Art. 59 und 63 StGB) 
vorliege, wohingegen die Stimulanzienabhängigkeit (i.S.v. Art. 60 StGB) als schwe-
re Störung bezeichnet werde (pag. 2008).

Die Gesamtgewichtung im Sinne einer ungünstigen Legalprognose sei nachvoll-
ziehbar. Die Gutachter des FPD würden sich aber nur auf die Betäubungsmittelde-
likte beziehen und die weiteren Vorwürfe aussen vor lassen. Angesichts des psy-
chotischen Wahnthemas, dass der Ex-Freund der Freundin des Beschuldigten am 
Tod seiner ungeborenen Tochter die Schuld tragen soll und angesichts der An-
sammlung von Waffen und weiteren auffälligen Utensilien beim Beschuldigten lies-
se sich für den Fall einer erneuten Progredienz seines psychisch desolaten Zu-
standes und damit des mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Wiederauf-
flammens der psychotischen Störung, auch das Risiko einer psychotisch motivier-
ten, personenbezogenen Gewalthandlung diskutieren (pag. 2011). 

Dr. J.________ führt weiter aus, im Gutachten des FPD werde die Empfehlung ei-
ner stationären Massnahme nach Art. 59 StGB zunächst lediglich mit der im Ju-
gendalter beginnenden Delinquenz begründet, was inhaltlich jedoch zu kurz greife. 
Es werde nicht auf die erforderliche Schwere einer psychischen Störung eingegan-
gen, ebenso wenig auf die sozialen Umfeldbedingungen. Die Möglichkeit einer 
Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB werde zwar grundsätzlich zur Diskussion ge-
stellt, jedoch mit Verweis auf die seit der Kindheit bestehende Störung der Persön-
lichkeitsentwicklung sowie die noch aufzuklärende psychotische Störung wieder 

21

verworfen. Während dem das erste Argument zu kurz greife, da die meisten Sucht-
störungen mindestens von Akzentuierungen der Persönlichkeit begleitet würden, 
sollte nicht eine diagnostische Unsicherheit als Argument für eine potentiell unbe-
fristete stationäre Massnahme herangezogen werden. Auch das Argument gegen 
eine ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB, das Fortbestehen psychotischer 
Symptome, lasse sich grundsätzlich in Frage stellen, denn eine Behandlung und 
Kontrolle solcher Symptome wäre unter sonst günstigen Bedingungen auch ambu-
lant möglich (pag. 2011). Erst im zusammenfassenden Absatz werde die Einschät-
zung der Gutachter allmählich erkennbar, dass nämlich die Kombination und Ku-
mulation der verschiedenen Problembereiche einen intensiveren und enger kontrol-
lierbaren Interventionsrahmen erforderlich mache (pag. 2011 f.). Die Kombination 
aus Suchtstörung und auffälligen Persönlichkeitsmerkmalen werde bei der Beant-
wortung der Fragen als psychische Störung erheblicher Schwere expliziert 
(pag. 2012). Die Massnahmeempfehlungen im Gutachten des FPD seien zu wenig 
transparent und daher zu wenig plausibel. Diese seien nicht in der gebotenen Aus-
führlichkeit und Detailliertheit begründet worden (pag. 2013). 

Hinsichtlich der psychiatrischen Diagnosen verweist Dr. J.________ auf die ausrei-
chend detaillierten Ausführungen im Gutachten des FPD (pag 2020). Eine über-
dauernde psychotische Störung im Sinne einer genuinen Schizophrenie oder einer 
Paranoia (chronische wahnhafte Störung) liege vermutlich nicht vor. Diverse Hin-
weise würden gegen eine unabhängig von der Drogenproblematik sich ausprägen-
de, überdauernde Psychose sprechen. Eine solche Erkrankung könne aber nicht 
mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden (pag. 2021). Nach Einschätzung von 
Dr. J.________ kann auf die separate Stellung einer Verdachtsdiagnose für eine 
Störung aus dem Spektrum der Schizophrenien zunächst verzichtet werden. Es sei 
davon auszugehen, dass der Beschuldigte bei gelingender psychischer Nachrei-
fung und weiterer Drogenabstinenz nicht mehr mit dem Wiederauftreten solcher 
psychotischer Phasen rechnen müsse. Ohne dauerhafte psychische Stabilisierung 
und Nachreifung sowie bei Wiederaufnahme des Drogenkonsums würden aber 
auch psychotische Denk- und Wahrnehmungsstörungen wieder auftreten 
(pag. 2022). Zudem müsse der Verdacht auf eine spezifische Persönlichkeitss-
törung mit unreifen, emotional-instabilen und dissozialen Zügen (F 60.8, sonstige 
spezifische Persönlichkeitsstörung) formuliert werden (pag. 2022). 

Zur Massnahmeempfehlung führt Dr. J.________ aus, die festzustellende Persön-
lichkeitsproblematik lasse sich im Zusammenwirken mit der chronifizierten Sucht-
störung als schwere psychische Störung im juristischen Sinne einordnen (pag. 
2024). Die einzelnen Störungen (Persönlichkeitsproblematik, Suchtstörung, psy-
chotische Störung) resp. der Störungskomplex sei grundsätzlich als behandelbar 
anzusehen, eine Besserung der Symptomatik und eine soziale Rehabilitation wür-
den die Wahrscheinlichkeit weiterer Delinquenz mit Sicherheit senken können. In-
sofern seien die Voraussetzungen für die Anordnung einer stationären Massnahme 
nach Art. 59 StGB erfüllt (pag. 2024). Die Voraussetzungen für die Anordnung ei-
ner stationären Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB wären ebenfalls erfüllt. Die 
Ausprägung der Persönlichkeitsproblematik und das psychotische Syndrom wür-
den jedoch erfordern, dass eine Verlängerung der Massnahme resp. eine kontrol-
lierte Nachbehandlung über einen längeren Zeitraum durchführbar wäre, weshalb 
in diesem Fall zusätzlich die Anordnung einer ambulanten Behandlung nach Art. 63 

22

StGB Bedingung wäre. Eine rein ambulante Behandlung würde der Art und Schwe-
re der beim Beschuldigten sich manifestierenden, chronifizierten Störung ange-
sichts der sozialen Desintegration nicht gerecht (pag. 2024 f.). Aus klinischer Erfah-
rungsperspektive müsse mit einem mehrjährigen Prozess gerechnet werden, bis 
eine soziale Rehabilitation unter ambulanten Bedingungen angegangen werden 
könne. Unter Beachtung der Rahmenbedingungen wäre aus forensisch-
psychiatrischer Sicht eine stationäre Behandlung nach Art. 59 StGB sicher ziel-
führend. Denkbar wäre auch eine stationäre Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB, 
falls deren zulässiger Rahmen maximal ausgeschöpft und zusätzlich eine ambulan-
te Behandlung nach Art. 63 StGB angeordnet werden würde, die theoretisch auch 
über die Bewährungszeit hinaus weitergeführt werden sollte, um längerfristig einen 
therapeutischen und stabilisierenden Rahmen bieten zu können (pag. 2025). 

Bei der Beantwortung der ihm gestellten Frage hält Dr. J.________ zusammenfas-
send fest, dass aus forensisch-psychiatrischer Sicht einer stationären therapeuti-
schen Behandlung nach Art. 59 StGB der Vorzug zu geben wäre, um mit Sicherheit 
ausreichend Zeit für die Persönlichkeitsarbeit zur Verfügung zu haben. Der juristi-
schen Kompetenz zu überlassen seien jedoch die Abwägungen zur Verhältnismäs-
sigkeit bei annährend gleichen Erfolgsaussichten beider vorgeschlagener Mass-
nahmevarianten. Das Massnahmenzentrum St. Johannsen sei bestens geeignet 
(pag. 2026).

12.4 Ergänzungsgutachten des FPD vom 22. April 2016

Im Ergänzungsgutachten vom 22. April 2016 weist Dr. C.________ darauf hin, 
dass sowohl das Gutachten von Dr. J.________ als auch das Gutachten des FPD 
aufgrund des Zusammenwirkens der Persönlichkeitsproblematik mit der Suchter-
krankung von einer psychischen Störung von erheblicher Schwere sprächen 
(pag. 2292). Zwischen beiden Gutachten bestehe auch eine Übereinstimmung im 
Hinblick auf die Legalprognose, die in beiden Gutachten unbehandelt als ungünstig 
beurteilt werde. Beide Gutachten kämen zum Schluss, dass eine alleinige ambu-
lante Behandlung ungeeignet sei, der Gefahr weiterer Straftaten zu begegnen, eine 
reine Suchtbehandlung zu kurz greifen würde und eine Massnahme nach Art. 59 
StGB vorzuziehen sei (pag. 2293). 

12.5 Therapieverlaufsberichte 

Gemäss dem Bericht der Dres. med. M.________ und N.________ vom 17. März 
2015 (pag. 1928 f.) sei der Beschuldigte in den letzten vier Jahren in unregelmäs-
sigen Abständen bei ihnen in psychotherapeutischer Behandlung gewesen. In die-
ser Zeit habe der Beschuldigte eine voll ausgeprägte psychotische Symptomatik 
mit Impulsivität, Aggressivität, Angespanntheit und Misstrauen gezeigt. Bei diesen 
Symptomen handle es ich um eine substanzinduzierte psychiatrische Störung, eine 
sog. Drogenpsychose, ausgelöst durch die Einnahme einer oder mehrerer Drogen 
in Kombination, insbesondere Thai-Pillen und Cannabis-Produkte. Weiter habe ei-
ne depressive Symptomatik vorgelegen. Dazu sei eine ausgeprägte Beziehungs-
problematik gekommen. Im Laufe der Zeit habe sich die psychotische Symptomatik 
unter der verbesserten Medikamentencompliance stabilisiert. Die Behandlung der 
vorhandenen Symptomatik sei durch den Drogenkonsum des Beschuldigten er-
schwert gewesen (pag. 1928).

23

Die im Gutachten des FPD vom 30. September 2014 gestellten Zustandsdiagnosen 
des Beschuldigten würden nicht zwingend zum Schluss führen, dass eine stationä-
re therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB am ehesten geeignet und 
zweckmässig sei. Die Notwendigkeit dieser strengen strafrechtlichen Massnahme 
dränge sich nicht auf und sei auch nicht angemessen. Eine ambulante Therapie sei 
für den Beschuldigten ausreichend und biete die Möglichkeit, in der Behandlung die 
Ursachen der Delinquenz zu analysieren und die entsprechenden Problembereiche 
gezielt anzugehen. Zugleich könnten durch die Therapie individuelle Kompetenzen 
gefördert und die soziale Wiedereingliederung ermöglicht werden (pag. 1929). 

Dr. J.________ vertritt im Obergutachten vom 14. Juni 2015 die Auffassung, dieser 
Bericht sei nicht geeignet, die im Gutachten weitaus fundiertere Auseinanderset-
zung mit dem Beschuldigten und seiner Lebenssituation infrage zu stellen oder 
weitere Grundlagen für die Massnahmefindung zur Verfügung zu stellen. Vielmehr 
werde erwähnt, dass der Drogenkonsum des Beschuldigten die Behandlung we-
sentlich erschwert habe. Die ambulanten therapeutischen Bemühungen der Dres. 
M.________ und N.________ hätten dieser Entwicklung offenbar kein ausreichen-
des Gegengewicht bieten können (pag. 2017). 
Gemäss dem Verlaufsbericht des Massnahmenzentrums St. Johannsen vom 
12. Mai 2015 (pag. 1989 ff.) seien während des Behandlungszeitraums keine psy-
chotischen Symptome aufgetreten, weshalb von einer psychotischen Störung durch 
Substanzgebrauch ausgegangen werde (pag. 1994). Nachdem die neuroleptische 
Medikation abgesetzt worden sei, hätten keine psychotischen Symptome beobach-
tet werden können. Dies werde als Hinweis für eine psychotische Störung im Zu-
sammenhang mit dem Suchtmittelkonsum gewertet (pag. 1995). Nach der vollstän-
digen psychopharmakologischen Absetzung wirke der Beschuldigte wacher und es 
bestünden keine Symptome einer Schizophrenie (pag. 1996). 

Dem Verlaufsbericht des Massnahmenzentrums St. Johannsen vom 6. September 
2016 (pag. 2410 ff.) kann entnommen werden, dass eine psychotische Störung 
nicht beobachtet worden sei und der Verdacht auf eine spezifische Persönlich-
keitsstörung bisher nicht bestätigt werden könne. Der Beschuldigte zeige keine un-
reifen oder dissozialen Züge. Emotional-instabile Persönlichkeitszüge könnten al-
lenfalls aus dem Aktenstudium und aus Erzählungen des Beschuldigten bestätigt 
werden, würden sich jedoch im aktuellen Setting nicht zeigen (pag. 2415 f.). 

Gemäss dem neusten Verlaufsbericht des Massnahmenzentrums St. Johannsen 
vom 24. November 2016 (pag. 2379 ff.) können die Diagnosen des Abhängigkeits-
syndroms von Stimulanzien und des schädlichen Gebrauchs von Cannabinoiden 
aus dem Aktenstudium bestätigt werden. Der Beschuldigte sei gegenwärtig absti-
nent in beschützender Umgebung. Eine psychotische Störung sei während seines 
Aufenthalts im Massnahmenzentrum St. Johannsen nicht beobachtet worden und 
der Verdacht auf eine spezifische Persönlichkeitsstörung habe sich bisher nicht er-
härtet (pag. 2386). Der Beschuldigte lasse sich weiterhin auf die Therapie ein und 
beteilige sich aktiv an den Gesprächen. Seit der Bekanntgabe des Gerichtstermins 
und der zunehmenden Aussenorientierung sei bei ihm eine gewisse Ungeduld und 
Distanzierung spürbar. Trotzdem sei er bereit, alle relevanten Themen zu behan-
deln und bringe auch von sich aus wichtige Inhalte und Probleme ein (pag. 2388). 

24

12.6 Beurteilung der Kammer 
Das forensisch-psychiatrische Gutachten des FPD vom 30. September 2014 er-
scheint trotz der von der Verteidigung vorgebrachten Kritik lege artis erstellt. Dies-
bezüglich kann zunächst auf den Beschluss der 1. Strafkammer vom 25. Juli 2016 
verwiesen werden (pag. 2350 ff.). Die Kammer ist überzeugt, dass die Gutachter 
ihre Arbeit pflichtgemäss vorgenommen haben. Das Gutachten erscheint schlüssig 
und nachvollziehbar und die Äusserungen sorgfältig abgewogen. Für die Kammer 
bestehen keine Gründe, nicht auf dieses Gutachten abzustellen.

Dass beim Beschuldigten eine Drogenproblematik vorliegt, ist unbestritten. Das 
Gutachten des FPD geht von einem Abhängigkeitssyndrom von Stimulanzien und 
einem schädlichen Gebrauch von Cannabis aus (pag. 1619; pag. 1622; pag. 1631). 
Diese Diagnosen werden im Obergutachten von Dr. J.________ als plausibel be-
zeichnet und bestätigt (pag. 2007; pag. 2020). Bei den im Tatzeitraum manifestier-
ten Symptomen des Beschuldigten könnte es sich gemäss dem Gutachten des 
FPD um eine substanzinduzierte psychiatrische Störung, eine sog. Drogenpsycho-
se, oder – differenzialdiagnostisch – um eine Schizophrenie gehandelt haben. Eine 
sichere Diagnose sei derzeit noch nicht möglich (pag. 1620 f.). Nach Auffassung 
von Dr. J.________ sprechen diverse Hinweise gegen eine unabhängig von der 
Drogenproblematik sich ausprägende, überdauernde Psychose (pag. 2021). 
Gemäss den Verlaufsberichten des Massnahmenzentrums St. Johannsen seien 
während des Aufenthalts im Massnahmenzentrum beim Beschuldigten keine psy-
chotischen Symptome aufgetreten bzw. keine psychotische Störung beobachtet 
worden, weshalb von einer psychotischen Störung durch Substanzgebrauch aus-
gegangen werde (pag. 1994 f.; pag. 2386; pag. 2415). In diesem Zusammenhang 
ist auch darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte im Massnahmenvollzug absti-
nent ist und keine psychopharmakologischen Medikamente einnimmt (vgl. pag. 
2386; pag. 2415 f.). Es spricht somit viel dafür, dass beim Beschuldigten im Tatzeit-
raum eine rein substanzinduzierte psychotische Störung vorlag. Schliesslich ist ge-
stützt auf das Gutachten des FPD davon auszugehen, dass beim Beschuldigten 
zumindest dissoziale, emotional-instabile und unreife Persönlichkeitszüge feststell-
bar sind (pag. 1622). Ob darüber hinaus bereits der Verdacht auf eine Persönlich-
keitsstörung mit unreifen, emotional-instabilen und dissozialen Zügen besteht, wie 
Dr. J.________ geltend macht (pag. 2022), kann letztlich offen bleiben, zumal der 
Unterschied gemäss Dr. C.________ marginal ist (vgl. pag. 2292). 

Aufgrund des Zusammenwirkens der Persönlichkeitsproblematik mit der Suchter-
krankung ist von einer schweren psychischen Störung im Sinne von Art. 59 und 
Art. 63 StGB auszugehen (pag. 1632; pag. 2024; pag. 2292). Zudem ist eine Ab-
hängigkeit von Suchtstoffen im Sinne von Art. 60 StGB gegeben (vgl. pag. 2024). 
Für die Kammer steht ausser Frage, dass eine ambulante Behandlung alleine nicht 
ausreichend wäre, um der Art und der Schwere der sich beim Beschuldigten mani-
festierenden Störung gerecht zu werden und der Gefahr weiterer Straftaten zu be-
gegnen. Beide Gutachten sprechen sich deutlich für die Notwendigkeit einer statio-
nären Behandlung aus und sehen gute Erfolgsaussichten bei einer Behandlung 
des Beschuldigten (vgl. pag. 1630; pag. 1634; pag. 2024 f.; pag. 2293). Umgekehrt 
wird die Rückfallgefahr unbehandelt als hoch beurteilt (pag. 1629; pag. 1633; 
pag. 2023). Ohne eine geordnete Tagesstruktur, soziale Integration und konse-
quente Abstinenz seien mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere einschlägige Delikte 

25

im Spektrum der bisher gezeigten Delinquenz zu erwarten (pag. 1633; vgl. auch 
pag. 2023). Als Vollzugsort wird St. Johannsen als bestens geeignet empfohlen 
(pag. 1630; pag. 2026). Der Beschuldigte befindet sich seit rund zwei Jahren im 
vorzeitigen Massnahmenvollzug und macht gemäss den Verlaufsberichten des 
Massnahmenzentrums St. Johannsen gute Fortschritte. 

Somit ist die Massnahmebedürftigkeit und -fähigkeit des Beschuldigten zu bejahen. 
Die Voraussetzungen für die Anordnung einer stationären therapeutischen Mass-
nahme sind erfüllt. Zu prüfen ist, ob eine Massnahme nach Art. 59 StGB oder eine 
Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB anzuordnen ist. Die Gutachter des FPD geben 
einer Massnahme nach Art. 59 StGB aufgrund der seit der Kindheit und Adoles-
zenz bestehenden Störung der Persönlichkeitsentwicklung sowie der psychoti-
schen Störung, deren Ursache noch weiter abzuklären sei, den Vorzug 
(pag. 1630). Diese Einschätzung wird im Obergutachten kritisiert (vgl. pag. 2011; 
pag. 2013). Für Dr. J.________ wären auch die Voraussetzungen für die Anord-
nung einer stationären Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB erfüllt. Die Ausprägung 
der Persönlichkeitsproblematik und das psychotische Syndrom würden jedoch er-
fordern, dass eine Verlängerung der Massnahme resp. eine kontrollierte Nachbe-
handlung über einen längeren Zeitraum durchführbar wäre, weshalb in diesem Fall 
zusätzlich die Anordnung einer ambulanten Behandlung nach Art. 63 StGB Bedin-
gung wäre (pag. 2024). Dr. J.________ kommt dann allerdings ebenfalls zum 
Schluss, dass aus forensisch-psychiatrischer Sicht einer stationären therapeuti-
schen Behandlung nach Art. 59 StGB der Vorzug zu geben wäre, um mit Sicherheit 
ausreichend Zeit für die Persönlichkeitsarbeit zur Verfügung zu haben (pag. 2026).

Wie bereits erwähnt spricht mit Blick auf den bisherigen Massnahmenverlauf Vieles 
für eine substanzinduzierte psychotische Störung. Beim Beschuldigten wurde 
während seines Aufenthalts im Massnahmenzentrum St. Johannsen keine psycho-
tische Störung beobachtet und der Verdacht auf eine spezifische Persönlichkeitss-
törung hat sich bisher nicht erhärtet. Gestützt auf das Obergutachten ist weiter da-
von auszugehen, dass eine Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB in Verbindung mit 
einer ambulanten Behandlung nach Art. 63 StGB annährend die gleichen Erfolgs-
aussichten hätte wie eine Massnahme nach Art. 59 StGB (pag. 2026). Unter 
Berücksichtigung dieser Umstände sowie mit Blick auf die zur Diskussion stehen-
den Delikte – bisher ist es nie zu Gewaltdelikten gekommen – erscheint eine 
Massnahme nach Art. 59 StGB als nicht (mehr) verhältnismässig. Die Kammer er-
achtet eine stationäre Suchtbehandlung gemäss Art. 60 StGB in Verbindung mit ei-
ner ambulanten Behandlung gemäss Art. 63 StGB als geeignet und zweckmässig, 
um der Gefahr weiterer Straftaten des Beschuldigten zu begegnen. Der Vollzug der 
Massnahme geht der Freiheitsstrafe voraus (Art. 57 Abs. 2 StGB). Der mit der 
Massnahme verbundene Freiheitsentzug ist auf die Strafe anzurechnen (Art. 57 
Abs. 3 StGB).

IV. Kosten und Entschädigung

13. Verfahrenskosten

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 

26

StPO). Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 
(Art. 426 Abs. 1 StPO).

Angesichts des Ausgangs des oberinstanzlichen Verfahrens ist die erstinstanzliche 
Verlegung der Verfahrenskosten zu bestätigen. Dem Beschuldigten sind die erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt ausmachend CHF 82‘794.25 (ohne Kos-
ten für die amtliche Verteidigung), aufzuerlegen. 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Aufgrund des Ausmasses an Obsiegen und Unterliegen werden die oberinstanzli-
chen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 5‘727.80 (CHF 3‘000.00 + Kosten des 
Ergänzungsgutachtens vom 22. April 2016 von CHF 2‘727.80 [pag. 2317]) vom 
Kanton Bern getragen. 

14. Entschädigung der amtlichen Verteidigung 

Gemäss Art. 135 Abs. 1 StPO wird die amtliche Verteidigung nach dem Anwaltsta-
rif desjenigen Kantons entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt wurde. 
Art. 135 Abs. 4 StPO bestimmt, dass die beschuldigte Person bei einer Verurtei-
lung zu den Verfahrenskosten dazu verpflichtet ist, (Bst. a) dem Kanton die der 
amtlichen Verteidigung ausgerichtete Entschädigung zurückzuzahlen und (Bst. b) 
der Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vol-
len Honorar zu erstatten, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

Die StPO regelt die Entschädigung der amtlichen Verteidigung bei Obsiegen im 
Rechtsmittelverfahren nicht explizit. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 
richtet sich ihre Entschädigung allein nach Art. 135 StPO. Unter Vorbehalt von 
Art. 135 Abs. 4 Bst. b StPO kann die amtliche Verteidigung von ihrem Mandanten 
keine weitere Vergütung verlangen. Dass die amtliche Verteidigung bei Verurtei-
lung des Mandanten zu den Verfahrenskosten im Prinzip finanziell besser gestellt 
wird (weil sie die «Differenz» einfordern kann) als bei Freispruch   oder Obsiegen 
im Rechtsmittelverfahren, wo in der Regel keine Kosten auferlegt werden (und ent-
sprechend die «Differenz» nicht zu erstatten ist), muss als gesetzliche Konsequenz 
hingenommen werden (BGE 139 IV 261 E. 2.2.1 ff. S. 263 f.). 

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten vor erster In-
stanz durch Rechtsanwalt B.________ wurde von der Vorinstanz gemäss der Kos-
tennote vom 9. September 2015 (pag. 2097 ff.) bestimmt und ist zu bestätigen 
(pag. 2155, S. 38 der Urteilsbegründung). Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern 
die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädigung von insgesamt 
CHF 28‘690.10 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ die Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend 
CHF 6‘825.60, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 StPO).

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten vor oberer In-
stanz durch Rechtsanwalt B.________ wird gemäss der eingereichten und für an-
gemessen erachteten Kostennote vom 8. Dezember 2016 (pag. 2431) auf 
CHF 4‘750.20 festgesetzt (amtliche Entschädigung CHF 4‘233.35 [21.16 Stunden à 

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/2584af7e-cc30-4914-b73f-1a2d1698f96f?source=document-link&SP=5|kfcxca

27

CHF 200.00], Auslagen CHF 165.00, MwSt CHF 351.85). Da der Beschuldigte im 
oberinstanzlichen Verfahren obsiegt, besteht weder für den Kanton Bern noch für 
Rechtsanwalt B.________ ein Rückforderungs- bzw. Nachforderungsrecht.

V. Verfügungen

Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) ist 
nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 
i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstli-
chen Daten ist nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer er-
kennungsdienstlicher Daten).

28

VI. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kollegial-
gericht) vom 10. September 2015 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als

A.

das Strafverfahren gegen A.________

wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, begangen durch Erwerb eines 
Schlagstocks ohne Waffenerwerbsschein im Jahr 2007 (Ziff. 3.2. Anklageschrift)

eingestellt wurde,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

B. 

A.________ schuldig erklärt wurde:

1. der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen-
mässig qualifiziert begangen durch

1.1. Erwerb und Verkauf von mind. 3ʼ331 Thaipillen und mind. 4.5 Gramm Crystal im 
Zeitraum von Winter 2012/2013 bis 23. April 2014 in F.________

1.2. Anstalten treffen zum Verkauf von 122 Thaipillen und 31.3 Gramm Crystal am 
23.04.2014 und unbestimmt vorher an der G.________ in F.________

2. der Fälschung von Ausweisen, begangen im März/April 2014 in F.________

3. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen durch

3.1. Erwerb eines Elektroschockgeräts ohne kantonale Ausnahmebewilligung zirka 
am 19./20. April 2014 in H.________, Frankreich und Einfuhr dieses Elektro-
schockgeräts in die Schweiz unter Verletzung der Anmeldepflicht nach den Be-
stimmungen des Zollgesetzes

3.2. Erwerb eines Schlagstocks ohne Waffenerwerbsschein zirka im April 2013 und 
anschliessendes Aufbewahren dieses Schlagstocks bis am 23. April 2014 in 
seiner Wohnung an der G.________ in F.________

3.3. Erwerb eines Schlagrings ohne kantonale Ausnahmebewilligung in der Zeit von 
Februar/März 2014

3.4. Erwerb eines CS-Sprays im Jahre 2009 oder 2010 in Frankreich ohne Waffen-
erwerbsschein und Einführen dieser Waffe in die Schweiz unter Verletzung der 

29

Anmeldepflicht nach den Bestimmungen des Zollgesetzes sowie Aufbewahren 
dieser Waffe bis zum 24. April 2014 an der G.________ in F.________

C. 

weiter verfügt wurde: 

1. Die folgenden beschlagnahmten Drogen, Drogenutensilien und Mobiltelefone mitsamt 
Zubehör werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):
- 1 Natel iPhone 4 weiss
- 1 Natel Samsung schwarz
- 5 SIM-Karten in Minigrip
- 1 präparierte Mineralwasserflasche (inkl. Thaipillen und Crystal)
- 1 Digitalwaage „Voltcraft“ (Ass. 1)
- Minigrip m. Marihuana (Ass. 5)
- Div. Minigrips (Ass. 6)
- 4 SIM-Kartenhalter und 3 SIM-Karten (Ass. 7)
- Minigrip mit Marihuana (Ass. 8)
- Minigrip mit Haschisch (Ass. 9)
- Minigrip mit Pulver braun (Ass. 10)
- 4 SIM-Kartenhalter (Ass. 11)
- 4 SIM-Kartenhalter (Ass. 19)
- SIM Yallo (Ass. 21)
- Div. Ampullen (Ass. 28)
- 1 Natel Samsung, weiss (Ass. A1)
- 1 Natel Samsung, weiss (Ass. A2)
- 1 Stk. “Pille” rosa (Ass. A4)
- 1 Plastiksack mit Minigrips diverser Farben (Ass. A10)
- Diverse kleine Minigrips und 1 kleines Minigrip mit Pille rosé (Ass. A12)
- 20 Alupapiere mit Rückständen dunkel (Ass. A13)

2. Die folgenden beschlagnahmten Waffen werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 31 
Waffengesetz): 
- 1 Elektroschockgerät „Power Max“
- Schlagstock (Ass. 31)
- Schlagring (Ass. 32)
- Pfefferspray 400 ml (Ass. 36)
- Baseballschläger (Ass. 37)
- Schlagstock/Taschenlampe (Ass. 38)
- Pfefferspray (Ass. 39)
- Pfefferspray mit Hülle (Ass. 40)
- Schlagstock (Ass. 41)
- Div. Munition (Ass. 46)

3. Folgende Gegenstände werden der beschuldigten Person nach Eintritt der Rechtskraft 
des Urteils zurückgegeben:
- 1 Handschellenschlüssel mit Anhänger

30

- 1 Trackstick GPS
- Harddisc (Ass. 12)
- Beleg „Western Union“ (Ass. 13)
- Div. Notizen (Ass. 15)
- Fahrzeug-Ausweis BE 481049/Renault (Ass. 16)
- 3 Schlüssel (Ass. 17)
- Agenda (Ass. 21)
- Festplatte (Ass. 23)
- Handsender (Ass. 25)
- Schutzweste (Ass. 34)
- Abhörgerät (Ass. 35)
- Nachtsichtgerät (Ass. 42)
- Handschellen (Ass. 43)
- Div. elektr. Artikel (Spionage, Ass. 44)
- Softgun mit Holster (Ass. 45)
- 1 Vakuumgerät Olmex (Ass. A5)
- 1 Apple Laptop silbercover (Ass. A7)
- 1 GPS-Tracker in Schachtel (Ass. A8)
- Div. Notizen/Zahlen (Ass. A9)

II.

A.________ wird aufgrund der rechtskräftigen Schuldsprüche gemäss Ziff. I. B.

in Anwendung der
Art. 19 Abs. 1 Bst. c, d, g, Abs. 2 Bst. a, Abs. 3 Bst. a BetmG
Art. 4 Abs. 1 Bst. b, d und e, 5 Abs. 1 Bst. d und e, 23, 25, 33 Abs. 1 Bst. a WG
Art. 19 Abs. 2, 40, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 56, 56a, 57, 60, 63, 252 StGB
Art. 426 Abs. 1, 428 StPO

verurteilt:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten. 

Die Polizei- und Untersuchungshaft wird im Umfang von 237 Tagen (23.04.2014 bis 
15.12.2014) auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

Es wird eine stationäre Suchtbehandlung gemäss Art. 60 StGB in Verbindung mit 
einer ambulanten Behandlung gemäss Art. 63 StGB angeordnet.

Der Vollzug der Massnahme geht der Freiheitsstrafe voraus.

Es wird festgestellt, dass sich A.________ seit dem 16.12.2014 im vorzeitigen Mass-
nahmenvollzug befindet. 

2. zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt ausmachend 
CHF 82‘794.25 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung). 

31

III.

weiter wird verfügt: 

1. A.________ geht in den Massnahmenvollzug zurück. 

2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 5‘727.80, werden vom 
Kanton Bern getragen.

3. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________, Rechtsanwalt 
B.________, wurde/wird für das erst- bzw. oberinstanzliche Verfahren wie folgt be-
stimmt:

Erste Instanz
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 122.00 200.00 CHF 24'400.00
11.00 100.00 CHF 1'100.00

CHF 1'064.90
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 26'564.90 CHF 2'125.20

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 28'690.10

volles Honorar 122.00 250.00 CHF 30'500.00
11.00 120.00 CHF 1'320.00

CHF 1'064.90
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 32'884.90 CHF 2'630.80

CHF 0.00
Total CHF 35'515.70

nachforderbarer Betrag CHF 6'825.60

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
Entschädigung von insgesamt CHF 28‘690.10 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt 
B.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend CHF 6‘825.60, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-
hältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

Obere Instanz
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 21.16 200.00 CHF 4'233.35
CHF 165.00

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 4'398.35 CHF 351.85
CHF 0.00

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 4'750.20

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

4. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) ist 
nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 
i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

32

5. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen 
Daten ist nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 
Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungs-
dienstlicher Daten).

Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Abteilung für Straf- und Massnahmenvollzug 
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv)
- dem Massnahmenzentrum St. Johannsen (nur Dispositiv)
- dem Bundesamt für Polizei (nur Dispositiv)
- dem Forensisch-Psychiatrischen Dienst der Universität Bern (nach Ablauf der 

Rechtsmittelfrist)

Bern, 8. Dezember 2016
(Ausfertigung: 7. April 2017)

Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident:

Oberrichter Vicari

Die Gerichtsschreiberin:

Suter

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.