# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf244b58-6dc0-52d3-80c5-369bd1a7c53d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 19.03.2021 IV 2019/138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-138_2021-03-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/138

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 31.08.2021

Entscheiddatum: 19.03.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 19.03.2021
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung Administrativgutachten. 
Beweiskraft der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung bejaht. Da sich 
die Administrativgutachter allerdings nicht über den gesamten für den 
Rentenanspruch relevanten zurückliegenden Zeitraum äusserten und sich 
auch aus den Akten keine klaren Schlüsse ziehen lassen, ist die Sache an 
die IV-Stelle zu weiteren medizinischen Abklärungen und zu neuer 
Verfügung betreffend einen allenfalls rückwirkend befristeten 
Rentenanspruch zurückzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 19. März 2021, IV 2019/138).

Entscheid vom 19. März 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz) und Corinne 

Schambeck, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2019/138

Parteien

A.___

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Marcel Strehler, MLaw, S-E-K Advokaten, 

Zürcherstrasse 310, 8500 Frauenfeld,

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ flüchtete am 28. März 2011 anlässlich einer Polizeikontrolle aus einer Bar. 

Bei der anschliessenden Verfolgung zu Fuss sprang er über ein Vordach auf einen 

asphaltierten Parkplatz und verletzte sich am Fuss (Rapport der Kantonspolizei 

St. Gallen vom 22. April 2011, fremd-act. 2-51; zur erlittenen Calcaneusfraktur links 

und der am 11. April 2011 im Spital B.___ durchgeführten Plattenosteosynthese siehe 

fremd-act. 2-58). Am 4. Oktober 2011 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle 

zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 1). Anlässlich des Frühinterventionsgesprächs 

vom 14. Oktober 2011 gab der behandelnde Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine 

Innere Medizin, der RAD-Ärztin Dr. med. D.___, Fachärztin für Arbeitsmedizin, an, er 

habe dem Versicherten für die zuletzt - vor der Arbeitslosigkeit während der sich der 

Unfall ereignete - ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter in einer E.___ (IV-act. 19 und IV-

act. 29) seit 28. März 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Bezogen auf 

leidensangepasste Tätigkeiten verfüge der Versicherte über eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit die auf ein Vollpensum steigerbar sei (Protokoll vom 14./19. Oktober 

2011, IV-act. 13). Dr. med. F.___, Leitender Arzt Chirurgie am Spital B.___, berichtete 

am 26. Oktober 2011, dem Versicherten sei die Wiederaufnahme einer 

(leidensangepassten) Tätigkeit ab sofort zu 100% zumutbar (IV-act. 15). Anlässlich des 

Assessmentgesprächs vom 1. Dezember 2011 gab der Versicherte an, er fühle sich 

aufgrund seines Gesundheitszustands nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit 

nachzugehen (IV-act. 19).

A.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Suva teilte der IV-Stelle am 28. November 2012 mit, dass sie dem 

Versicherten seit der im September 2012 erfolgten Entfernung des 

Osteosynthesematerials aus seinem linken Fuss immer noch ein Taggeld für eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit ausrichte (IV-act. 34).

A.b. 

Vom 3. Januar bis 7. Februar 2013 befand sich der Versicherte zur stationären 

Rehabilitation in der Rehaklinik G.___. Die dort behandelnden medizinischen Fach­

personen beurteilten die Prognose für einen erfolgreichen beruflichen Wiedereinstieg 

als eher fraglich. Solange der Versicherte an seinem Schmerzerleben festhalte, werde 

eine medizinisch erwartete Besserung des Gesamtzustands nicht so schnell erfolgen. 

Als «Probleme bei Austritt» erwähnten sie erhebliche neuropathische Schmerzen am 

linken Fuss, eine Minderbelastung der linken Ferse (für weite Strecken an zwei 

Unterarmgehstöcken mobil, kurze Strecken stockfrei) und eine schmerzbedingte 

Schlafstörung. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit sei dem Versicherten ganztags 

zumutbar. Ein möglichst baldiger beruflicher Wiedereinstieg des Versicherten solle trotz 

Schmerzfixierung angestrebt werden (IV-act. 40). Am 3. Mai 2013 meldete die Suva, sie 

habe die Taggeldleistungen per 1. März 2013 eingestellt und sie unterstütze den 

Versicherten seit März 2013 bei der Stellenvermittlung (IV-act. 41). Auf Anfrage der IV-

Stelle berichtete die Suva am 3. Februar 2014, der private Stellenvermittler sei 

abgezogen worden, da der Versicherte eine schlechte Motivation gezeigt habe. In der 

Zwischenzeit habe der Versicherte eine neue Stelle gefunden und arbeite wieder zu 

100% (IV-act. 44; vgl. auch die Orientierung der Suva vom 5. Juni 2014, IV-act. 45). Am 

14. November 2014 informierte die Suva die IV-Stelle, der Versicherte sei weiterhin zu 

100% arbeitsfähig. Er werde jedoch anfangs Dezember 2014 in der Klinik H.___ 

operiert (Versteifung der linken Ferse sowie «Sanierung von Nerven»). Ab diesem 

Zeitpunkt werde sie (die Suva) wieder Taggeldleistungen erbringen (IV-act. 48). Am 

1. Dezember 2014 unterzog sich der Versicherte in der Klinik H.___ einer subtalaren 

Distraktionsarthrodese links und einer chirurgischen Durchtrennung (Neurektomie) 

eines Nebenasts des Nervus suralis links (fremd-act. 13-50 f.). In der Folge erbrachte 

die Suva Taggeldleistungen für eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (siehe etwa IV-

act. 55).

A.c. 

Am 22. November 2017 nahm die Suva-Kreisärztin med. pract. I.___, Fachärztin 

für Chirurgie, die medizinische Abschlussuntersuchung vor. Sie diagnostizierte eine 

A.d. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

schmerzhafte Funktionseinschränkung mit vor allem («v.a.») neuropathischer 

Schmerzkomponente. Aus rein somatischer Sicht und unter Berücksichtigung der 

erhobenen Befunde sowie der vorliegenden Bildgebung sei dem Versicherten eine 

sitzende Tätigkeit sehr leicht bis leicht halbtags zumutbar. Hierbei solle eine Aufteilung 

auf gut 2 Stunden am Morgen und 2 bis 3 Stunden am Nachmittag erwogen werden, 

sodass der Versicherte eine längere Pause dazwischen habe. Diese zeitliche 

Einschränkung sei nicht nur wegen allfällig kumulierender Beschwerden notwendig, 

sondern auch um dem Versicherten eine gewisse Flexibilität bezüglich Arbeitszeit zu 

ermöglichen. Zwangshaltungen jeglicher Art, das Bedienen von Pedalen mit dem linken 

Fuss und Arbeiten in grosser Kälte oder Hitze seien ihm nicht zumutbar. Schläge und 

Vibrationen auf die betroffene Extremität seien zu vermeiden 

(Abschlussuntersuchungsbericht vom 28. November 2017, IV-act. 80). Gestützt auf 

diese medizinische Einschätzung sprach die Suva dem Versicherten ab 1. Januar 2018 

eine Invalidenrente entsprechend einer 40%igen Erwerbsunfähigkeit und eine 20%ige 

Integritätsentschädigung zu (Verfügung vom 15. Januar 2018; fremd-act. 71; zur - ohne 

Auswirkung auf die Renten- und Integritätsentschädigungshöhe gebliebenen - 

vergleichsweisen Erledigung der dagegen erhobenen Einsprache siehe die Orientierung 

der Suva vom 5. Juli 2018, IV-act. 77).

Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 12. und 13. November sowie am 

3. und 10. Dezember 2018 polydisziplinär (allgemeininternistisch, psychiatrisch, 

neurologisch und orthopädisch) in der BEGAZ GmbH, Binningen, begutachtet. Die 

Gutachter stellten als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: 1. eine 

einfach strukturierte, ängstlich-vermeidende Persönlichkeit (ICD-10: Z73.1); 2. eine 

chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren mit 

Selbstlimitierung und Vermeidungstendenz (ICD-10: F41.1; ICD-10: G57.4) und 3. eine 

schmerzhafte Funktionseinschränkung am linken Rückfuss bei u.a. Status nach Sturz 

aus 3 bis 4 Metern Höhe am 28. März 2011. Dem Versicherten sei spätestens 2 Jahre 

nach der am 1. Dezember 2014 erfolgten USG-Arthrodese links vom 1. Dezember 2014 

eine 80%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten zumutbar (IV-act. 115). 

Der RAD-Arzt Dr. med. J.___, Facharzt für Innere Medizin, hielt die gutachterliche 

Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsunfähigkeit für überzeugend 

(Stellungnahme vom 21. Dezember 2018, IV-act. 122).

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Auf der Grundlage einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 0% und zeigte dem 

Versicherten mit Vorbescheid vom 17. Januar 2019 die Abweisung des Rentengesuchs 

an (IV-act. 125). Dagegen erhob der Versicherte am 14. Februar 2019 Einwand und 

machte u.a. geltend, die gutachterliche Beurteilung stehe im starken Widerspruch zur 

kreisärztlichen Einschätzung. Des Weiteren rügte er die von der IV-Stelle ermittelte 

Höhe des Validen- und Invalideneinkommens (IV-act. 135; zur ergänzenden Eingabe 

vom 20. März 2019 samt Stellungnahmen der behandelnden Dr. med. K.___, Facharzt 

für Allgemeine Innere Medizin, vom 14. Februar 2019 und von med. pract. L.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. März 2019 siehe IV-act. 137). Der 

RAD-Arzt Dr. J.___ gelangte in der Stellungnahme vom 12. April 2019 zum Schluss, 

Dr. K.___ und med. pract. L.___ würden keine neuen, fallrelevanten Fakten nennen. Mit 

ihrer - im Übrigen erheblich divergierenden - Beurteilung der Arbeitsfähigkeit würden 

sie im Vergleich zum BEGAZ-Gutachten lediglich eine andere Einschätzung einer im 

Wesentlichen gleichen medizinischen Sachlage vornehmen. Ergänzende medizinische 

Abklärungen seien somit nicht angezeigt (IV-act. 138). Die IV-Stelle ermittelte neu einen 

20%igen Invaliditätsgrad und wies das Rentengesuch mit Verfügung vom 18. April 

2019 ab (IV-act. 139).

A.f. 

Gegen die Verfügung vom 18. April 2019 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 28. Mai 2019. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen Rente mit 

Wirkung ab 1. April 2012. Eventualiter sei die Streitsache zur ergänzenden 

Sachverhaltsermittlung bzw. zur Einholung eines Obergutachtens an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen oder es sei ein gerichtliches Obergutachten 

einzuholen. Zur Begründung bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass 

die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht beweiskräftig sei und die von der 

Beschwerdegegnerin zur Berechnung des Invaliditätsgrads herangezogenen 

Vergleichseinkommen fehlerhaft ermittelt worden seien. Zudem sei eine allfällige 

Restarbeitsfähigkeit realistischerweise auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr 

wirtschaftlich verwertbar (act. G 1).

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers.

Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 30. August 

2019 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, sie sei 

gestützt auf das beweiskräftige BEGAZ-Gutachten zu Recht von einer verwertbaren 

80%igen Restarbeitsfähigkeit ausgegangen und ihre Berechnung des Invaliditätsgrads 

sei korrekt. Selbst wenn ein - höchstens - 10%iger Tabellenlohnabzug bei der 

Bestimmung des Invalideneinkommens berücksichtigt würde, resultierte ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 30% (act. G 6).

B.b. 

Am 16. September 2019 entspricht das Versicherungsgericht dem Gesuch des 

Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Verfahren 

vor Versicherungsgericht (act. G 7).

B.c. 

In der Replik vom 15. November 2019 hält der Beschwerdeführer unverändert an 

der Beschwerde fest und reicht weitere Unterlagen ein (u.a. einen Bericht der am 

Ambulatorium Erwachsenenpsychiatrie der Psychiatrie M.___ behandelnden 

medizinischen Fachpersonen vom 4. Oktober 2019 samt dort durchgeführtem 

testpsychologischem Untersuchungsbericht vom 30. Juli 2019, act. G 11.1 f.).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 13).B.e. 

 Am 22. Januar 2020 reicht der Beschwerdeführer einen Bericht des O.___ vom 

4. Dezember 2019 sowie eine Honorarnote seines Rechtsvertreters ein (act. G 14).

B.f. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.

Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt spruchreif abgeklärt wurde. 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 Satz 1 IVG).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a).

1.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der verfügten Abweisung des Rentengesuchs 

auf das polydisziplinäre BEGAZ-Gutachten vom 19. Dezember 2018. Der 

Beschwerdeführer hält dieses aus verschiedenen Gründen für mangelhaft.

Der Beschwerdeführer rügt, die BEGAZ-Gutachter hätten sich nicht ansatzweise 

mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Kreisärztin auseinandergesetzt. Somit sei 

das BEGAZ-Gutachten unvollständig (act. G 1, IV. Rz 4 und Rz 7, und act. G 11, Rz 2).

2.1. 

Zunächst ist von Bedeutung, dass sowohl der neurologische als vor allem auch 

der orthopädische BEGAZ-Gutachter eingehende Kenntnis vom kreisärztlichen 

Abschlussuntersuchungsbericht vom 28. November 2017 (IV-act. 80) nahmen (IV-

act. 118-8 sowie IV-act. 117-3 f. und IV-act. 117-6 f.). Im Rahmen der 

Diagnoseherleitung setzte sich der orthopädische Gutachter mit der kreisärztlichen 

Beurteilung auseinander und gelangte denn auch zur im Wesentlichen gleichen 

Diagnose bzw. bestätigte diese ausdrücklich («An dieser aufgeführten Diagnose kann 

heute festgehalten werden», IV-act. 117-16; zur Diagnosestellung durch die Kreisärztin 

siehe IV-act. 80-12). Zudem legt der Beschwerdeführer weder dar noch ist erkennbar, 

dass die Kreisärztin objektiv relevante Gesichtspunkte bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigte, die von den BEGAZ-Gutachtern ausser 

Acht gelassen worden wären. Die relevante Differenz zwischen dem orthopädischen 

BEGAZ-Gutachten und dem kreisärztlichen Abschlussbericht betrifft denn auch nicht 

objektive Gesichtspunkte, sondern die Bemessung des Pausenbedarfs. Bei dessen 

Beurteilung steht die subjektive ärztliche Interpretation bzw. das ärztliche Ermessen im 

Vordergrund, weshalb die Höhe des Pausenbedarfs bzw. der dadurch begründeten 

Arbeitsfähigkeitsschätzung für sich allein nur begrenzt einer inhaltlich-objektiven 

Diskussion zugänglich ist. Daher vermag es den Beweiswert des BEGAZ-Gutachtens, 

insbesondere des orthopädischen Teils, nicht zu erschüttern, wenn sich der 

orthopädische BEGAZ-Gutachter nicht ausdrücklich zur abweichenden 

Pausenbedarfsschätzung äusserte. Dies gilt umso mehr dann, wenn er keine objektiv 

relevanten Gesichtspunkte übersehen hat und die kreisärztliche Einschätzung - wie 

vorliegend (siehe nachstehende E. 2.1.2) - nicht schlüssig erscheint.

2.1.1. 

Wie aus den Akten hervorgeht, klagte und klagt der Beschwerdeführer primär 

über berührungsempfindliche bzw. belastungsabhängige Schmerzen («Mit meinem 

linken Fuss geht es immer gleich schlecht, ich kann den Fuss praktisch nicht mehr 

abstützen, sobald ich mit der Ferse etwas berühre, habe ich stärkste elektrisierende 

Schmerzen», fremd-act. 45-1 am Anfang; «Anamnestisch stehen […] Schmerzen bei 

Berührung der Ferse links und damit einhergehend starke Einschränkungen der 

2.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gehfähigkeit im Vordergrund», fremd-act. 50-2 oben; zu «Berührungsschmerzen» siehe 

auch fremd-act. 31-3). In damit zu vereinbarender Weise wurde auch im BEGAZ-

Gutachten davon ausgegangen, dass die «Berührungsdolenzen» im Vordergrund 

stehen würden (IV-act. 115-12; auch im Bericht des O.___ vom 4. Dezember 2019 

wurde erwähnt, dass die massive Berührungsempfindlichkeit die physiotherapeutische 

Untersuchung dominiert habe, act. G 14.1, S. 2). Im Licht dieses belastungs- bzw. 

berührungsabhängigen Schmerzcharakters leuchtet die kreisärztliche Einschätzung 

nicht ein, weshalb der Beschwerdeführer bei Ausübung einer optimal 

leidensangepassten Tätigkeit lediglich noch 2 Stunden pro Halbtag arbeitsfähig sein 

könne (IV-act. 80-13). Dies gilt umso mehr, als sowohl die Kreisärztin als auch die 

BEGAZ-Gutachter davon ausgingen, dass die vom Beschwerdeführer beklagten Leiden 

im von ihm empfundenen Ausmass mit den objektivierbaren Befunden und den 

Ergebnissen der klinischen Untersuchung nicht schlüssig erklärbar seien (IV-act. 80-12 

unten und IV-act. 115-12). Die kreisärztliche Bemessung der zeitlichen Einschränkung 

erfolgte ausserdem nicht bloss «wegen allfällig kumulierender Beschwerden», sondern 

auch «um dem Versicherten eine gewisse Flexibilität bezüglich Arbeitszeit zu 

ermöglichen» (IV-act. 80-13). Mangels näherer Begründung und der Vagheit der 

Formulierung («allfällig», «gewisse») bleibt einerseits unklar, ob bzw. welche 

kumulierend beeinträchtigenden Beschwerden im Rahmen einer leidensangepassten 

Tätigkeit auftreten und andererseits inwiefern diese «allfällig» auftretenden 

Beschwerden den im Vergleich mit dem Fussleiden bereits zugestandenen 

Pausenbedarf noch weiter erhöhen. Nichts Anderes gilt bezüglich der von der 

Kreisärztin berücksichtigten «gewissen Flexibilität». Auch hier ist weder erkennbar noch 

von der Kreisärztin plausibel dargelegt worden, weshalb ein zusätzlicher 

Flexibilitätsbedarf besteht und weshalb dieser zu einer hinzukommenden quantitativen 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf eine leidensangepasste Tätigkeit 

führt. Schliesslich scheint die Kreisärztin die «eine nicht unerhebliche Rolle» spielende 

«psychosoziale Problematik» im «Gesamtkontext» (IV-act. 80-12) nicht ausgeklammert 

zu haben. Im Übrigen fehlt ihrer Beurteilung eine überzeugende Konsistenz- und 

Ressourcenprüfung. Insgesamt bestehen erhebliche Zweifel an der kreisärztlichen 

Einschätzung, die deren Beweiswert erschüttern.

Aus der Sicht des Beschwerdeführers enthält das BEGAZ-Gutachten ausserdem 

keine interdisziplinäre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Insbesondere sei nicht 

ersichtlich, auf welche Weise sich namentlich die psychischen, neurologischen und 

orthopädischen Einschränkungen gegenseitig beeinflussen würden (act. G 1, IV. Rz 5, 

und act. G 11, Rz 2). Dieser Kritik kann nicht gefolgt werden. Sowohl der neurologische 

als auch der orthopädische BEGAZ-Gutachter begründete die Beeinträchtigung der 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsfähigkeit mit einem schmerzbedingten erhöhten Pausenbedarf von 10% (IV-

act. 118-19 Mitte) bzw. 20% (IV-act. 117-18). Auch der psychiatrische BEGAZ-

Gutachter begründete die von ihm bescheinigte 20%ige Arbeitsunfähigkeit im 

Wesentlichen mit dem Schmerzerleben des Beschwerdeführers (IV-act. 119-28). 

Deshalb ist es nicht zu beanstanden, dass die BEGAZ-Gutachter in ihrer 

polydisziplinären Konsensschätzung den schmerzbedingten Beeinträchtigungen ab 

1. Dezember 2016 mit einer Arbeitsunfähigkeit von insgesamt 20% Rechnung trugen.

Gegen die Beweiskraft des BEGAZ-Gutachtens führt der Beschwerdeführer zudem 

die davon abweichende Beurteilung der behandelnden Psychologin und die Ergebnisse 

einer in der Psychiatrie M.___ am 9. Juli 2019 durchgeführten testpsychologischen 

Untersuchung ins Feld (act. G 11, Rz 3 f.).

2.3. 

Hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers lassen sich 

aus den der gutachterlichen Beurteilung zugrundeliegenden Vorakten keine 

wesentlichen Beeinträchtigungen entnehmen. So vermochte der Beschwerdeführer bei 

einer seiner früheren Erwerbstätigkeiten in einer E.___ eine Tätigkeit zu verrichten, die 

mit täglich mittleren Anforderungen an die Konzentration/Aufmerksamkeit, das 

Durchhaltevermögen und die Sorgfalt verbunden war (IV-act. 29-6). Weder Dr. C.___ 

noch Dr. F.___ erwähnten Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit (IV-

act. 6, IV-act. 15-6 und IV-act. 32-6). Im Rahmen der psychosomatischen Abklärung in 

der Rehaklinik G.___ konnte keine psychische Störung von Krankheitswert festgestellt 

werden. Der Beschwerdeführer habe lediglich eine kognitive Einengung und 

Schmerzfixierung präsentiert, ohne dass sich eine emotionale Beeinträchtigung oder 

ein psychisches Leiden gezeigt hätten (IV-act. 40-2 f.). Zudem war er nach dem 

Unfallereignis sowohl körperlich als auch intellektuell in der Lage, den im Jahr 2003 

entzogenen Führerausweis wiederzuerlangen (siehe zum Ganzen IV-act. 119-10 f.; zum 

Ausweisentzug siehe den Rapport der Kantonspolizei St. Gallen vom 22. April 2011, 

fremd-act. 2-52; zum «Fahrausweis auf Probe» siehe IV-act. 32-6; zum Führen eines 

Autos durch den Beschwerdeführer siehe auch fremd-act. 13-114, Eintrag vom 31. Mai 

2013) und vermochte im Jahr 2014 - wenn auch vorübergehend - wieder einer 

Erwerbstätigkeit nachzugehen (siehe etwa IV-act. 44 und IV-act. 80-11 oben sowie 

vorstehende lit. A.c). Schliesslich gab der Beschwerdeführer im Rahmen des von der 

Suva finanzierten beruflichen Assessments am 19. Februar 2013 an, er wünsche sich 

eine Tätigkeit, bei welcher er gefordert werde. Er sei der Meinung, dass er eine rasche 

Auffassungsgabe mitbringe, die ihm zugutekomme, Neues zu erlernen (fremd-

act. 13-129 Mitte). Unter diesen Umständen leuchtet die gestützt auf eine eingehende 

persönliche Untersuchung gezogene Schlussfolgerung des psychiatrischen BEGAZ-

2.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gutachters ein, dass der Beschwerdeführer zwar gesichert schulische Defizite im Sinn 

einer kombinierten Störung schulischer Fertigkeiten zeige, indessen eine eigentlich 

relevante Unterintelligenz nicht vorliege (IV-act. 119-22 und IV-act. 119-25 Mitte; zur 

diagnostizierten einfach strukturierten, ängstlich-vermeidenden Persönlichkeit [ICD-10: 

Z73.1] siehe IV-act. 119-21). Der Beschwerdeführer bringt denn auch weder konkret 

vor noch ist ersichtlich, dass bzw. unter welchem Gesichtspunkt die vom 

psychiatrischen BEGAZ-Gutachter vorgenommene Würdigung seiner Fähigkeiten, 

Ressourcen und Belastungen (IV-act. 119-27 f.) unzutreffend oder unvollständig wäre.

Der Bericht der behandelnden Psychologin vom 4. Oktober 2019 geht - trotz der 

in den Vorakten erwähnten Selbstlimitierung und Vermeidungstendenz (siehe etwa IV-

act. 119-26 oben) - im Wesentlichen in einer blossen unkritischen Übernahme der 

Leidensangaben des Beschwerdeführers auf, ohne dass sich daraus Hinweise auf 

objektiv relevante Gesichtspunkte ergeben, welche der psychiatrische BEGAZ-

Gutachter unberücksichtigt gelassen hätte. Zudem fehlt jegliche objektive Konsistenz- 

und Ressourcenprüfung (act. G 11.1). Dem testpsychologischen Untersuchungsbericht 

vom 30. Juli 2019 lässt sich entnehmen, dass aufgrund der Fremdsprachigkeit des 

Beschwerdeführers und aufgrund fehlender Normen für den massgebenden Kultur- 

und Sprachkreis lediglich eine stark reduzierte Testbatterie zum Einsatz gekommen 

war. Die Fragestellung nach dem Intelligenzniveau und den neuropsychologischen 

Defiziten könne deshalb nicht vollständig beantwortet werden (act. G 11.2, S. 1 und 

S. 6). Allein schon deshalb vermag der testpsychologische Untersuchungsbericht keine 

aussagekräftige Einschätzung darzustellen, die das psychiatrische BEGAZ-Gutachten 

in Zweifel ziehen könnte, zumal nicht ersichtlich ist, ob und gegebenenfalls welche 

symptomvalidierenden Tests vorgenommen wurden. Ohnehin enthält er keine 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Insbesondere geht daraus auch nicht schlüssig hervor, 

dass das Ausmass der Intelligenzminderung bezogen auf intellektuell anspruchslose 

Hilfsarbeitertätigkeiten zu einer Leistungsbeeinträchtigung führen könnte.

2.3.2. 

Aus dem vom Beschwerdeführer am 22. Januar 2020 eingereichten Bericht der 

medizinischen Fachpersonen des O.___ vom 4. Dezember 2019 (act. G 14.1, der einige 

Monate nach dem Verfügungszeitpunkt datiert) ergeben sich weder Hinweise auf eine 

gesundheitliche Verschlechterung oder auf von den BEGAZ-Gutachtern ausser Acht 

gebliebene objektiv relevante Aspekte. Solche benennt denn auch der 

Beschwerdeführer nicht (act. G 14). Vielmehr ist der ausdrücklichen bio-psycho-

sozialen Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers zu entnehmen, 

dass krankheitsfremde psychosoziale Umstände (aktuelle Arbeitssituation mit unklaren 

Zukunftsperspektiven sowie Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung) 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

schmerzpsychologisch im Vordergrund stehen (act. G 14.1, S. 2). Bezüglich der 

Authentizität des Schmerzerlebens fällt auf, dass die medizinischen Fachpersonen 

festhielten, «zu erwähnen ist eine ausgesprochene Allodynie auf Berührung, die 

thermische Kontrolle mit der Rolle konnte jedoch problemlos durchgeführt 

werden» (act. G 14, S. 6 oben). Damit wurde eine vergleichbare Inkonsistenz 

beschrieben, wie sie im BEGAZ-Gutachten erwähnt wurde (siehe IV-act. 118-18 unter 

Ziffer 7.5 und IV-act. 117-17 f.). Ferner gaben bereits die medizinischen Fachpersonen 

der Rehaklinik G.___ im Austrittsbericht vom 28. März 2013 an, dass solange der 

Beschwerdeführer «an seinem Schmerzerleben festhält, wird eine medizinisch 

erwartete Besserung des Gesamtzustandes nicht so schnell erfolgen und eine 

berufliche Wiedereingliederung könne dadurch erschwert sein» (IV-act. 40-4 oben; zur 

«Schmerzfixierung» des Beschwerdeführers siehe auch IV-act. 40-3 unten). Auch die 

im Bericht vom 4. Dezember 2019 erwähnte ausgesprochene bzw. sehr starke 

Bewegungsangst (act. G 14.1, S. 1) spricht für die im BEGAZ-Gutachten beschriebene 

ausgeprägte ängstlich gefärbte Beeindruckbarkeit (IV-act. 119-8 oben). Ausserdem 

enthält der Bericht vom 4. Dezember 2019 keine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung.

Bei der Würdigung des BEGAZ-Gutachtens fällt weiter ins Gewicht, dass es die 

von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise 

erfüllt (siehe vorstehende E. 1.4). Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab 

1. Dezember 2016 über eine 80%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 

verfügt (IV-act. 115-11). Für die Zeit vor dem 1. Dezember 2016 enthält das BEGAZ-

Gutachten keine Arbeitsfähigkeitsschätzung. Auch der RAD-Arzt Dr. J.___ hielt 

dementsprechend in der Stellungnahme vom 21. Dezember 2018 lediglich fest, dass 

die gutachterlich bescheinigte Arbeitsfähigkeit ab Dezember 2016 besteht (IV-

act. 122-2). Aus den übrigen Akten lässt sich ebenfalls keine schlüssige Beurteilung 

des Gesundheits- und Arbeitsfähigkeitsverlaufs vor Dezember 2016 entnehmen. 

Vielmehr fällt auf, dass die Beschwerdegegnerin diesbezüglich keine Abklärungen 

vornahm, was umso unverständlicher ist, als die IV-Anmeldung bereits am 4. Oktober 

2011 eingereicht wurde (IV-act. 1) und der Beschwerdeführer im Einwand vom 

20. März 2019 ausdrücklich eine Rente mit Wirkung ab April 2012 beantragte (IV-

act. 137). Die Unterlassung der erforderlichen Abklärungen liegt denn auch in der 

unzutreffenden Auffassung der Beschwerdegegnerin begründet, dass eine Rente erst 

bei abgeschlossenem Genesungsverlauf entstehen könne (IV-act. 139-2 oben; siehe 

zum Rentenbeginn die Entscheide des Versicherungsgerichts vom 23. September 

2019, IV 2016/328, E. 2.2, und vom 14. Dezember 2020, IV 2019/54, E. 3.3). Die Sache 

erweist sich damit hinsichtlich des vor dem 1. Dezember 2016 liegenden 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Der Beschwerdeführer vertritt des Weiteren den Standpunkt, dass eine allfällige 

Restarbeitsfähigkeit nicht mehr wirtschaftlich verwertbar sei (act. G 1, IV. Rz 9 f., und 

act. G 11, III. Rz 5). Dem kann nicht gefolgt werden. Denn massgebend sind nicht seine 

von Selbstlimitierung und Vermeidungstendenz mitgeprägte Selbsteinschätzung oder 

primär darauf abstellende medizinische Berichte. Entscheidend ist vielmehr die 

beweiskräftige gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. So verfügt der 

Beschwerdeführer immerhin noch über eine 80%ige Restarbeitsfähigkeit (zumindest 

seit 1. Dezember 2016), steht noch im relativ jungen Erwerbsalter (Jahrgang 1982, IV-

act. 1) und die qualitativen Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit sind 

nicht solcher Art, dass ihm praktisch bloss noch Nischenarbeitsplätze offenstünden. 

Ergänzend kann auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin 

verwiesen werden (act. G 6, II. Rz 4).

4.

Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens rechtfertigt sich entgegen der nicht 

näher begründeten Betrachtungsweise des Beschwerdeführers (act. G 1, IV. Rz 12) 

jedenfalls kein 20%iger Tabellenlohnabzug. Dabei fällt ins Gewicht, dass die 

leidensbedingten Einschränkungen des noch relativ jungen Beschwerdeführers bereits 

im Rahmen der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit hinreichend Berücksichtigung fanden 

und sich auch die intellektuellen Defizite im Bereich der Hilfsarbeitertätigkeiten nicht 

relevant lohnmindernd auswirken dürften. Selbst wenn zugunsten des 

Beschwerdeführers ein Prozentvergleich vorgenommen und ein Tabellenlohnabzug von 

- wenn überhaupt höchstens - 15% gewährt würde, resultierte ab dem 1. Dezember 

2016 bei einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit ein Invaliditätsgrad von höchstens 32% 

(20% + [80% x 15%]) und somit kein Rentenanspruch.

5.

Was den vor dem 1. Dezember 2016 liegenden Zeitraum anbelangt, so kann mangels 

abgeklärter medizinischer Situation (siehe vorstehende E. 2.5) kein 

Einkommensvergleich vorgenommen werden. Angesichts dessen, dass die 

Arbeitsunfähigkeitsverlaufs als noch nicht spruchreif abgeklärt. Sie ist deshalb an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie entsprechende Abklärungen 

vornehme (vgl. die Entscheide des Versicherungsgerichts vom 10. August 2020, 

IV 2018/282, E. 5.5, und vom 8. September 2014, IV 2012/282, E. 2.5).

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Angelegenheit in diesem Kontext an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, sie 

diesbezüglich weitere Abklärungen vorzunehmen hat (vorstehende E. 2.5), das Ende 

eines allfälligen rückwirkend befristeten Rentenanspruchs noch nicht feststeht und eine 

rückwirkend vorgenommene befristete Rentenzusprache aus einem einheitlichen 

Beschluss der IV-Stelle heraus zu erfolgen hat sowie demzufolge zeitgleich 

verfügungsweise zu eröffnen ist (BGE 131 V 166 E. 2.3.3), ist die angefochtene 

Verfügung vollumfänglich aufzuheben (vgl. den Entscheid des Versicherungsgerichts 

vom 8. September 2014, IV 2012/282, E. 3.4).

6.  

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 18. April 2019 

aufzuheben. Die Sache ist im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zur 

Vornahme weiterer Abklärungen (vorstehende E. 2.5) und zu neuem Rentenentscheid 

zurückzuweisen. Da der Anspruch auf berufliche Massnahmen laut Aktenlage im März 

2012 mangels subjektiver Eingliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers 

abgewiesen worden war und seither keinerlei Bemühungen in dieser Hinsicht erfolgten, 

wird die Beschwerdegegnerin gegebenenfalls auch solche zu prüfen haben.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Da die Beschwerde lediglich teilweise betreffend einen 

allenfalls rückwirkenden befristeten Rentenanspruch gutgeheissen wird, ist von einem 

hälftigen Obsiegen auszugehen. Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der 

vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem teilweisen Obsiegen 

entsprechend ist die Gerichtsgebühr je im Betrag von Fr. 300.-- der 

Beschwerdegegnerin und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.

6.2. 

bis

 6.3. 

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in der Honorarnote 

6.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 18. April 2019 

vom 22. Januar 2020 bei einem zeitlichen Aufwand von 14.31 Stunden ein Honorar von 

insgesamt Fr. 4'057.90 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) geltend (act. 

G 14.2). Bei einer Rechtsvertretung im gesamten Beschwerdeverfahren wird in 

durchschnittlich anspruchsvollen invalidenversicherungsrechtlichen Rentenfällen 

praxisgemäss eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) gesprochen (vgl. etwa Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 5. März 2019, IV 2016/355, E. 6.3). In Anbetracht der 

abweichenden medizinischen Schlussfolgerungen im unfall- und 

invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren, die u.a. zu einem vertieften Studium der 

Akten des Unfallversicherers führten, erscheint der vorliegend geltend gemachte, 

vergleichsweise geringfügig erhöhte Aufwand angemessen.

Wegen des nur hälftigen Obsiegens erscheint eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'028.95 als gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer 

somit eine Parteientschädigung von Fr. 2'028.95 (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

6.3.2. 

Das aufgrund des lediglich teilweisen Obsiegens nicht von der 

Beschwerdegegnerin zu bezahlende Honorar ist im Rahmen der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung zu vergüten und deshalb um 20% zu reduzieren (Art. 31 Abs. 3 

des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Der Rechtsvertreter machte ein Honorar (ohne 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) von Fr. 3'577.50 geltend (act. G 14.2), womit die um 

einen Fünftel gekürzte Hälfte Fr. 1'431.-- beträgt (Fr. 3'577.50 x 0.5 x 0.8). Hinzu 

kommen die Hälfte der Barauslagen von Fr. 95.15 (Fr. 190.30 x 0.5) und die 

Mehrwertsteuer von abgerundet Fr. 117.50 (7.7% von [Fr. 1'431.-- + Fr. 95.15]). Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist somit vom Staat mit Fr. 1'643.65 

(Fr. 1'431.-- + Fr. 95.15 + Fr. 117.50) zu entschädigen.

6.3.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

6.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

aufgehoben. Die Sache wird im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zur 

Vornahme weiterer Abklärungen und zu neuem Rentenentscheid zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat einen Anteil an der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 300.-- zu bezahlen. Der Beschwerdeführer wird zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege von der Bezahlung seines Anteils an der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 300.-- befreit.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'028.95 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

4.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 1'643.65 (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 19.03.2021
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung Administrativgutachten. Beweiskraft der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung bejaht. Da sich die Administrativgutachter allerdings nicht über den gesamten für den Rentenanspruch relevanten zurückliegenden Zeitraum äusserten und sich auch aus den Akten keine klaren Schlüsse ziehen lassen, ist die Sache an die IV-Stelle zu weiteren medizinischen Abklärungen und zu neuer Verfügung betreffend einen allenfalls rückwirkend befristeten Rentenanspruch zurückzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. März 2021, IV 2019/138).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte