# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 407f1d5c-816a-54b6-85b0-ba3bd7ce7c39
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.03.2024 D-1062/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1062-2022_2024-03-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1062/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Chiara Piras (Vorsitz), 

Richterin Chrystel Tornare Villanueva,  

Richterin Daniela Brüschweiler,    

Gerichtsschreiberin Giulia Marelli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Uganda,   

vertreten durch Marek Wieruszewski, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 31. Januar 2022 / N (…). 

 

 

 

D-1062/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein ugandischer Staatsangehöriger aus B._______ 

im Distrikt Kampala, suchte am 24. Oktober 2019 in der Schweiz um Asyl 

nach. 

B.  

Am 30. Oktober 2019 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer die Per-

sonalienaufnahme durch. Am 5. Dezember 2019 wurde er (erstmals) zu 

seinen Asylgründen befragt.  

C.  

Mit Entscheid vom 16. Dezember 2019 wurde das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers dem erweiterten Verfahren zugeteilt und der Beschwer-

deführer dem Kanton C._______ zugewiesen.  

D.  

Am 23. Juni 2021 wurde der Beschwerdeführer ergänzend zu seinen Asyl-

gründen angehört.   

E.  

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer im vo-

rinstanzlichen Verfahren seinen Reisepass im Original sowie folgende Be-

weismittel zu den Akten: 

- Mitgliederausweis der Organisation D._______ (Beweismittel [BM] Nr. 1; Ori-

ginal); 

- Dokument «Bail Bond» vom (…) 2016 (BM Nr. 2; Kopie); 

- Dokument bezüglich Verlängerungen der bedingten Freilassung/Kaution 

(BM Nr. 3; Kopie); 

- Schreiben des Gemeinderats («Local Council One») von E._______ vom (…) 

2019 (BM Nr. 4; Kopie); 

- Zertifikat der Registrierung der Organisation D._______ vom (…) 2012 (BM 

Nr. 5; Kopie). 

 

F.  

F.a Mit Schreiben vom 25. Oktober 2021 gewährte das SEM dem Be-

schwerdeführer das rechtliche Gehör zu den Ergebnissen der Botschafts-

D-1062/2022 

Seite 3 

anfrage der Schweizerischen Botschaft in F._______ vom 22. April 2021, 

die es im Rahmen des Asylverfahrens von G._______ (G._______; N […]; 

Beschwerdepartei im Verfahren D-4029/2021) durchgeführt hatte, und sich 

auch auf den Beschwerdeführer bezog. 

F.b Der Beschwerdeführer nahm mit Schreiben vom 23. November 2021 

(erstmals) Stellung und verlangte gleichzeitig Einsicht in die Beilagen der 

Botschaftsanfrage unter Ansetzung einer neuen Frist zur diesbezüglichen 

Stellungnahme. 

F.c Mit Schreiben vom 21. Dezember 2021 reichte der Beschwerdeführer 

– nach gewährter erweiterter Akteneinsicht – eine weitere Stellungnahme 

ein.  

G.  

Mit Verfügung vom 31. Januar 2022 (eröffnet am 1. Februar 2022) stellte 

das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz 

und ordnete den Vollzug an. Gleichzeitig beauftragte es den zuständigen 

Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung.   

H.  

Mit Eingabe des – mit Vollmacht vom 22. Februar 2022 mandatierten – 

rubrizierten Rechtsvertreters vom 3. März 2022 erhob der Beschwerdefüh-

rer gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

und beantragt in materieller Hinsicht, die angefochtene Verfügung sei auf-

zuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihm Asyl 

zu gewähren, eventualiter sei festzustellen, dass der Wegweisungsvollzug 

unzulässig und unzumutbar sei und es sei die vorläufige Aufnahme anzu-

ordnen, subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung und vertieften 

Abklärung an das SEM zurückzuweisen. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und Rechtsverbeiständung. 

I.  

Am 7. März 2022 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde.  

J.  

Mit Eingabe vom 10. März 2022 reichte der Beschwerdeführer eine 

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Seite 4 

Fürsorgebestätigung vom 7. März 2022 nach und ersuchte um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 14. Juni 2022 stellte die Instruktionsrichterin 

fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, hiess die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung sowie um amtliche Rechtsverbeiständung gut und verzich-

tete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig stellte sie 

fest, der vom Beschwerdeführer bezeichnete Rechtsvertreter erfülle die 

Voraussetzungen zur Beiordnung als amtlicher Rechtsbeistand nicht, und 

forderte den Beschwerdeführer auf, innert Frist eine Rechtsvertretung zu 

benennen, welche die entsprechenden Voraussetzungen erfülle, wobei im 

Unterlassungsfall vom Verzicht auf die amtliche Rechtsverbeiständung 

ausgegangen werde. Weiter lud sie das SEM zur Vernehmlassung ein.  

L.  

Der Beschwerdeführer bezeichnete innert Frist keine neue Rechtsvertre-

tung.  

M.  

Das SEM liess sich mit Eingabe vom 23. Juni 2022 (Datum des Eingangs 

beim Gericht: 27. Juni 2022) zur Beschwerde vernehmen.  

N.  

Mit Verfügung vom 28. Juni 2022 gab die Instruktionsrichterin dem Be-

schwerdeführer Gelegenheit zur Einreichung einer Replik. Der Beschwer-

deführer nahm innert Frist keine Stellung. 

O.  

O.a Mit Eingabe vom 30. März 2023 reichte der Beschwerdeführer ein 

Schreiben ins Recht, in dem er sich auf damit eingereichte Beilagen bezog. 

 

O.b Da die Eingabe vom 30. März 2023 keine Beilage enthielt, forderte die 

Instruktionsrichterin den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. April 

2023 zu deren Nachreichung auf.  

 

O.c Mit Eingabe vom 6. März 2023 (recte: 11. April 2023, vgl. Datum Post-

stempel) reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben mit den folgenden 

Beilagen ein: 

 

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Seite 5 

- Artikel «Uganda verschärft Gesetz gegen Homosexualität», Deutsche Welle, 

ohne Datum; 

- Mitteilung «Gesetz gegen Homosexualität ist ein Affront für die Menschen-

rechte», Amnesty International, 24. Februar 2014; 

- Link zum Protokoll einer Debatte des ugandischen Parlaments vom 21. März 

2023 (https://www.parliament.go.ug/documents/6491/hansards-2023-march). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsge-

richt vom 17. Juni 2005 (VGG; SR 173.32) beurteilt das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge-

setzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG; 

SR 172.021). Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 

daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachge-

biet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 

Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor-

liegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der 

Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 [AsylG; SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgeset-

zes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BGG; SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist somit einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

  

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3.  

Im Beschwerdeverfahren ist grundsätzlich die Sprache des angefochtenen 

Entscheids massgebend (vorliegend Französisch), jedoch kann das Ver-

fahren auch in einer anderen Amtssprache geführt werden, wenn die Par-

teien eine solche verwenden (Art. 33a Abs. 2 VwVG). Das vorliegende Ur-

teil wird deshalb auf Deutsch verfasst. 

 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer brachte in Bezug auf seine Asylgründe im We-

sentlichen vor, er habe auf Druck seiner Familie im Jahr 200(…) seine Ehe-

frau geheiratet und das gemeinsame Kind sei im Jahr (…) geboren worden. 

Zum Zeitpunkt der Eheschliessung habe er bereits seit einigen Jahren eine 

Beziehung mit einem Mann gehabt, die er auch nach der Heirat im Ver-

steckten weitergeführt habe. Im Jahr 2009 habe er sich mit G._______ 

(vgl. Bst. F.a des Sachverhalts), dem Gründer der Nichtregierungsorgani-

sation (NRO) D._______, angefreundet und sei der Organisation beigetre-

ten. Ab 2010 habe er für die Organisation an ihrem Sitz in H._______ ge-

arbeitet. Im Jahr 2014 habe im Büro der Organisation eine polizeiliche 

Durchsuchung stattgefunden, im Rahmen derer G._______ festgenom-

men worden sei. Er selbst sei nicht anwesend gewesen und habe später 

vom Vorfall erfahren. Dabei sei er darüber informiert worden, dass 

G._______ beschuldigt werde, die Jugendlichen der Organisation benutzt 

und sexuell missbraucht zu haben. Gleichzeitig sei auch gegen ihn (den 

Beschwerdeführer) ein Verfahren wegen «Carnal knowledge against the 

order of nature» sowie wegen der Beziehung zu seinem Partner eröffnet 

worden. Nach der polizeilichen Durchsuchung habe er während zwei Jah-

ren versteckt zwischen I._______, J._______ und K._______ gelebt.  

Am (…) 2016 sei er von der Polizei festgenommen, vor Gericht gebracht 

und schliesslich in Untersuchungshaft genommen worden. Er sei in der 

Folge während zwei Monaten inhaftiert und während dieser Zeit von den 

anderen Häftlingen aufgrund der Natur der Anklagepunkte gegen ihn miss-

handelt worden. Am (…) 2016 sei er vom Gericht gegen Kaution bedingt 

entlassen worden, wobei er alle 3 bis 4 Monate beim Gericht habe erschei-

nen müssen. Insgesamt sei seine bedingte Freilassung zwölf Mal verlän-

gert worden, indem ein alter Kollege von ihm vor jeder Gerichtsverhand-

lung dem Gerichtsschreiber zu Handen des Staatsanwaltes Schmiergeld 

bezahlt habe. Letzterer habe so jeweils den Richter um Vertagung des Ur-

teils gebeten mit dem Vorwand, er brauche mehr Zeit für die Ermittlungen. 

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Nachdem der Richter am (…) 2019 erneut entschieden habe, den Ent-

scheid zu vertagen, habe der Gemeinderat von H._______ […]) einen Brief 

an den Minister für Ethik und Integrität («Minister of Ethics and Integrity») 

verschickt, in dem sie ihn und G._______ beschuldigten, im Rahmen der 

Organisation D._______ die Homosexualität unter Jugendlichen gefördert 

sowie homosexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. In diesem Zu-

sammenhang forderten die Verfasser das Ergreifen strenger Massnahmen. 

Diverse Kopien des Schreibens seien an andere öffentliche Institutionen 

sowie an die Organisation D._______ versandt worden. Im Lichte dieser 

Entwicklung hätten er und G._______ entschieden, das Land zu verlassen. 

Ab diesem Zeitpunkt sei er nicht mehr nach Hause zurückgekehrt, sondern 

habe sich bis zur Ausreise bei verschiedenen Bekannten aufgehalten. Im 

Oktober 2019 habe er sich mit G._______ nach F._______ in L._______ 

begeben, um bei der dort ansässigen Schweizerischen Botschaft ein Vi-

sum für eine Konferenz in der Schweiz zu beantragen. In der Folge sei er 

nach J._______ in Uganda zurückgekehrt. Am (…) 2019 habe er schliess-

lich das Visum erhalten und sei am (…) 2019 erneut nach F._______ aus-

gereist, von wo aus er nach Zürich geflogen und dort am (…) 2019 ange-

kommen sei.  

4.2  

4.2.1 Im schriftlich gewährten rechtlichen Gehör vom 25. Oktober 2021 

wies das SEM vorab darauf hin, dass der Beschwerdeführer vorgebracht 

habe, Angeklagter im selben Strafverfahren wie G._______ gewesen zu 

sein sowie gemeinsam mit ihm ein Visum beantragt zu haben und in die 

Schweiz gereist zu sein. Die von ihm eingereichten Beweismittel Nr. 3, 4 

und 5 seien auch von G._______ im Rahmen dessen Asylverfahrens ein-

gereicht worden. Die vom SEM im Asylverfahren von G._______ durchge-

führte Botschaftsanfrage habe sodann ergeben, dass diverse der einge-

reichten Beweismittel gefälscht seien. So habe namentlich nie ein Strafver-

fahren mit der von ihm angegebenen Nummer am in Frage stehenden Ge-

richt stattgefunden und der Präsident des Gemeinderats E._______ habe 

bestritten, das Beweismittel Nr. 4 verfasst zu haben. Dieses sei auch in 

ihren Registern der ein- und ausgegangen Korrespondenz nicht enthalten. 

Er besitze überdies keinen Computer und liesse seine Korrespondenz von 

seiner Sekretärin von Hand verfassen. Im Übrigen entspreche seine Un-

terschrift nicht derjenigen auf dem eingereichten Brief (BM Nr. 4). Nachdem 

der Beschwerdeführer mehrheitlich dieselben Beweismittel wie G._______ 

eingereicht habe, würden die Ergebnisse der genannten Botschaftsanfrage 

auch für ihn gelten und es werde nicht für nötig erachtet, eine separate 

Anfrage durchzuführen. Ein öffentliches Interesse im Sinne von Art. 27 

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Abs. 1 Bst. a VwVG lasse es nicht zu, die Anfrage des SEM sowie den 

Bericht der Botschaft vom 22. April 2021 vollständige auszuhändigen; es 

werde jedoch in eine anonymisierte Version Einsicht gewährt.  

 

4.2.2 In seinen Stellungnahmen vom 23. November 2021 und 21. Dezem-

ber 2021 hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen fest, dass die Bot-

schaftsanfrage in Bezug auf die Beweismittel seines Kollegen und Freun-

des («collègue et ami») G._______ durchgeführt worden sei und nicht in 

Bezug auf die von ihm eingereichten Dokumente. Es ergebe sich zudem 

eine Verletzung von Art. 97 AsylG: Die Schweizerische Vertretung habe 

namentlich ohne jegliche Vorsichtsmassnahmen direkt die ugandischen 

Behörden, mithin die Verfolger des Beschwerdeführers, kontaktiert und 

diesen Kopien der von G._______ eingereichten Beweismittel ausgehän-

digt. Aus der Beilage A des Berichts der Botschaft ergebe sich, dass die 

ugandischen Behörden nicht nur Kenntnis der Identität des Beschwerde-

führers erlangt hätten, sondern auch davon, dass sich dieser über sie be-

schwert habe, um im Ausland Asyl zu erhalten. Im Lichte dessen sei es 

nicht überraschend, dass der Präsident des Gemeinderats von E._______ 

geleugnet habe, einen Brief in dieser Sache verfasst zu haben (Beilage B 

des Berichts der Botschaft; BM Nr. 4). Aus den Beilagen D und E des Bot-

schaftsberichts erschliesse sich sodann, dass das gleiche Vorgehen auch 

beim für das Strafverfahren zuständigen Gericht angewendet worden sei. 

Der Aussage der Behörden, das Strafverfahren existiere nicht, könne des-

halb kein Glaube geschenkt werden. Zudem betreffe das in der Beilage D 

des Berichts geprüfte Beweismittel zur Bezahlung der Kaution nur 

G._______, er selbst habe diesbezüglich ein eigenes Dokument (aus-

schliesslich) zu seiner Person eingereicht (BM Nr. 2), auf dem auch eine 

andere Verfahrensnummer angegeben werde. Ebenfalls sei für sein Ver-

fahren nicht der in der Beilage E angegebene Richter zuständig gewesen. 

Die Ergebnisse der Botschaftsanfrage könnten insofern nicht auf ihn ange-

wendet werden. Bezüglich der Beilagen C und G, in die er keine Einsicht 

erhalten habe, sei zu vermuten, dass diese von den ugandischen Behör-

den erstellt worden seien, um vor der Schweizerischen Botschaft besser 

dazustehen. Auch die in Bezug auf die Organisation D._______ durchge-

führten Abklärungen seien nicht relevant (Beilagen H und J), zumal sich 

daraus nicht ergebe, dass die Organisation nicht im Visier der Behörden 

sei. Aus der Beilage K ergebe sich vielmehr, dass die Organisation tatsäch-

lich existiere und formell registriert worden sei, wobei inzwischen lediglich 

die Formalitäten zur Erneuerung der Registrierung nicht mehr gemacht 

worden seien. Er halte deshalb an seinen im Asylverfahren gemacht Aus-

sagen vollumfänglich fest und bestätige die Authentizität der eingereichten 

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Beweismittel. Sollte das SEM entgegen der gemachten Stellungnahmen 

daran festhalten, die Botschaftsanfrage gegen ihn zu verwenden, sei das 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in der Sache D-4029/2021 abzuwar-

ten.  

 

4.3 Das SEM führte zur Begründung des Asylentscheids im Wesentlichen 

aus, dass Vorbringen, die sich massgeblich auf gefälschte Beweismittel 

abstützten, als unglaubhaft zu erachten seien. So seien die Schlussfolge-

rung der Beilage D des Botschaftsberichts analog auf das vom Beschwer-

deführer eingereichte Beweismittel anwendbar (BM Nr. 2), zumal das For-

mat und die Verfahrensnummer übereinstimmten. Zudem habe die Bot-

schaftsanfrage ergeben, dass das Format der angegebenen Verfahrens-

nummer am Gericht gar nicht verwendet werde, sondern dass es sich um 

ein im Rahmen von Anzeigen von der Polizei verwendetes Format handle. 

Im Rahmen des gewährten rechtlichen Gehörs habe der Beschwerdefüh-

rer diese Diskrepanzen nicht erklären können, sondern auf blosse Details 

verwiesen und an seinen Aussagen festgehalten. In Bezug auf das Beweis-

mittel Nr. 3 sei es unmöglich festzustellen, ob dieses den Beschwerdefüh-

rer direkt betreffe, zumal auf dem Dokument kein Name angegeben sei und 

G._______ das gleiche Dokument auch in seinem Asylverfahren einge-

reicht habe. Schliesslich habe die Botschaftsanfrage auch ergeben, dass 

– anders als auf dem eingereichten Dokument – die Gerichtsschreibenden 

nicht für den Entscheid über die Verlängerung der bedingten Freilassung 

zuständig seien. Die Rechtfertigung des Beschwerdeführers, wonach der 

Gerichtsschreiber bloss die Daten festgelegt und abgestempelt habe, über-

zeuge nicht. Das Gleiche gelte in Bezug auf das Beweismittel Nr. 4; es 

leuchte nicht ein, weshalb der Präsident der Lokalverwaltung in solchem 

Ausmass lügen sollte. Es entbehre zudem jeglicher Logik, dass eine Kopie 

des Schreibens auch an die Organisation D._______ verschickt worden 

sei: So seien deren Mitglieder vorab gewarnt worden, was ihnen die Flucht 

ermöglicht habe. In Bezug auf die Registrierung der Organisation (BM 

Nr. 5) hätten drei unterschiedliche Stellen in Uganda festgehalten, dass 

diese nie registriert worden sei. Dies bedeute konkret, dass sie entweder 

nie existiert habe oder aber illegal und ohne Registrierung tätig gewesen 

sei. Bei der hypothetischen Annahme, dass eine Organisation mit diesem 

Namen in der Vergangenheit tatsächlich registriert worden sei, ergebe sich 

noch keine Verbindung des Beschwerdeführers und/oder G._______ zu 

dieser, zumal die Vertreter des Distrikts M._______ angegeben hätten, 

G._______ nicht zu kennen. Nach dem Gesagten komme auch dem Be-

weismittel Nr. 5 kein relevanter Beweiswert zu, was im Übrigen auch für 

seine Mitgliedskarte (BM Nr. 1) der Organisation gelte. Schliesslich werde 

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Seite 10 

auch der Vorwurf einer Verletzung von Art. 97 AsylG zurückgewiesen: Es 

ergebe sich aus dem Bericht der Botschaft vom 22. April 2021 nicht, dass 

seine Daten sowie Informationen über sein Asylgesuch den Behörden sei-

nes Heimatlandes bekanntgegeben worden seien. Dabei sei hervorzuhe-

ben, dass die eingereichten Beweismittel offensichtlich gefälscht seien.  

Weiter seien auch seine im Rahmen des Asylverfahrens gemachten Aus-

sagen widersprüchlich. So habe er zuerst angegeben, er habe sich am (…) 

2019 zwecks Visumsbeantragung nach F._______ begeben und sei an-

schliessend nach Uganda zurückgekehrt. In der Folge sei er am (…) 2019 

mit dem Bus aus Uganda ausgereist, um in F._______ einen Flug anzutre-

ten. Dabei habe er erklärt, an der Grenze jeweils nicht kontrolliert worden 

zu sein beziehungsweise die Grenzwache gar nicht angetroffen zu haben, 

zumal er viele diesbezügliche Vorsichtsmassnahmen getroffen habe. 

Diese Schilderungen seien indessen mit dem Inhalt seines Reisepasses 

unvereinbar: Dort sei ein Ausreisestempel der ugandischen Behörden vom 

(…) 2019 am Grenzübergang N._______ sowie ein Einreisestempel der-

selben Behörden am Grenzübergang O._______ vom (…) 2019 enthalten. 

Weiter sei im Pass auch ein Ausreisestempel am Grenzübergang 

O._______ vom 21. Oktober 2019 enthalten. Diesbezüglich sei auch fest-

zuhalten, dass der Beschwerdeführer nie erwähnt habe, sich bereits im 

September 2019 für zwei Tage nach L._______ begeben zu haben. Es falle 

weiter auf, dass die Ausreise nach L._______ vom (…) 2019 im Pass nicht 

registriert worden sei. Es vermöge im Lichte der angeblichen Verfolgung 

nicht zu überzeugen, dass der Beschwerdeführer mehrmals ohne Prob-

leme aus Uganda habe ausreisen und drei Mal die offizielle Grenzkontrolle 

habe passieren können, namentlich sogar nachdem er der gerichtlichen 

Vorladung vom (…) 2019 keine Folge geleistet habe.  

Schliesslich seien auch seine Schilderung zur Beziehung mit seinem Part-

ner einsilbig, stereotyp und der Logik widersprechend ausgefallen, insbe-

sondere unter Berücksichtigung des Umstands, dass er diesen Mann be-

reits zu Schulzeiten kennengelernt habe. Die gemeinsamen Aktivitäten so-

wie die getroffenen Vorsichtsmassnahmen seien vage und ausweichend 

geschildert worden und liessen nicht den Schluss zu, diese seien tatsäch-

lich so erlebt worden. Davon abgesehen sei es nicht nachvollziehbar, dass 

der Beschwerdeführer einerseits angegeben habe, er und sein Partner hät-

ten Vorsichtsmassnahmen getroffen, um unentdeckt zu bleiben, anderer-

seits er ausgesagt habe, sein Partner habe ihn auch während der Arbeits-

zeit im Büro besucht, wobei sie sich auch geküsst hätten. Gleichzeitig wi-

derspreche der angeblichen Geheimhaltung auch der Umstand, wonach er 

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Seite 11 

jeweils der Person am Empfang des Büros aufgetragen habe, niemanden 

in sein Büro zu lassen, während sein Partner bei ihm zu Besuch gewesen 

sei.  

Im Ergebnis seien die Ausführungen des Beschwerdeführers zu seiner Be-

ziehung mit einem Mann sowie die in der Folge angetroffenen Probleme 

mit den ugandischen Behörden als nicht glaubhaft zu erachten. Seine ge-

sundheitlichen Beschwerden in der Form von Kopfschmerzen stünden so-

dann dem Vollzug der Wegweisung nicht entgegen. Auch sei davon aus-

zugehen, dass er sich in persönlicher und beruflicher Hinsicht in Uganda 

wieder integrieren könne. So verfüge er über ein Diplom des «(…) College 

(…)» und habe in der Vergangenheit die Verantwortung für das Geschäft 

seines Vaters ([…]) nach dessen Tod übernommen und damit die Familie 

versorgt. Schliesslich lebten in Uganda nach wie vor seine Ehefrau, seine 

Tochter sowie seine Geschwister. Der Vollzug der Wegweisung sei deshalb 

als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten.  

4.4 In der Beschwerdeschrift wird dem im Wesentlichen – unter Verweis 

auf verschiedene Internetlinks – entgegnet, der Beschwerdeführer werde 

in Uganda mit grosser Wahrscheinlichkeit verfolgt. Dies werde von der Vo-

rinstanz mit der schlichten Begründung bestritten, die eingereichten Be-

weismittel seien gefälscht. In diesem Zusammenhang seien die ugandi-

schen Behörden direkt gebeten worden, ihre Verfolgereigenschaft anzuer-

kennen, weshalb es nicht überrasche, dass sie dies verneint hätten. Auch 

wenn die eingereichten Dokumente gefälscht seien, ändere dies nichts da-

ran, dass die Behörden damit über die Homosexualität des Beschwerde-

führers informiert worden seien sowie Kenntnis davon erhalten hätten, 

dass dieser sein Land im Ausland «diffamiere». Dies könne ihn bei einer 

Rückkehr in Gefahr bringen und zusätzlich eine Bestrafung wegen «auf-

rührerischer Absichten» zur Folge haben. In Bezug auf die Botschaftsan-

frage überrasche sodann, dass der Präsident des lokalen Gemeinderats 

nicht schreiben könne und überdies das Register der Korrespondenz ohne 

Weiteres den von der Schweizerischen Botschaft beauftragten Personen 

gezeigt worden sei. Es müsse an der Sorgfalt sowie der Kompetenz der 

Behörde gezweifelt werden. Weiter könne es als unbedeutender Flüchtig-

keitsfehler eingestuft werden, dass der Beschwerdeführer ungenaue An-

gaben zum Datum seiner Ausreise gemacht habe. Die Organisation 

D._______ bestehe tatsächlich und verfüge über ein Bankkonto, eine Web-

site und eine Postadresse. Offiziell habe sie für die «Unterstützung der Kin-

der» gestanden, während sie heimlich homosexuelle Personen begleitet 

habe. Aus diesem Grund seien «sie» verfolgt und bestraft worden. Die 

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Seite 12 

Verhaftung des Beschwerdeführers werde einzig aufgrund des angeblich 

gefälschten Gerichtsdokuments bestritten, nicht aber aufgrund etwaiger 

Unstimmigkeiten in seinen Aussagen. Sollte das Gericht die zweifelhaften 

Modalitäten der Botschaftsanfrage als «annehmbar» bewerten, bleibe die 

erwähnte Gefahr einer Verfolgung aufgrund der nunmehr offengelegten 

Homosexualität des Beschwerdeführers bestehen, die zumindest die Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs bewirke.  

4.5 In ihrer Vernehmlassung vom 23. Juni 2022 stellte die Vorinstanz fest, 

bei den Ausführungen zur Homosexualität in Uganda in der Beschwerde-

schrift handle es sich um generelle respektive abstrakte Vorbringen zum 

allgemeinen Länderkontext, während im konkreten Fall des Beschwerde-

führers dessen Vorbringen zu seiner Beziehung mit einem Mann sowie zur 

daraus resultierenden Verfolgung als unglaubhaft erachtet worden seien. 

Dies sei bereits im Rahmen des Asylentscheids vertieft geprüft worden, 

wobei erneut darauf hinzuweisen sei, dass er mehrmals über offizielle 

Grenzposten aus Uganda habe ein- und ausreisen können, obwohl er an-

geblich zu jenem Zeitpunkt als flüchtig gegolten habe und von den Behör-

den gesucht worden sei. Soweit der Beschwerdeführer vorbringe, die Ab-

klärungen der Schweizerischen Botschaft hätten seine Homosexualität 

publik gemacht sowie die ugandischen Behörden darüber in Kenntnis ge-

setzt, dass er sie diffamiere, sei festzuhalten, dass die eingereichten Do-

kumente im Sinne einer Gesamtwürdigung als Fälschungen eingestuft 

worden seien. Aus den Akten sei im Ergebnis kein konkreter Hinweis er-

sichtlich, wonach der Beschwerdeführer zum heutigen Zeitpunkt eine asyl-

relevante Verfolgung riskiere. 

4.6 In seiner Eingabe vom 30. März 2023 respektive vom 11. April 2023 

führte der Beschwerdeführer – mit Verweis auf die eingereichten Beweis-

mittel – im Wesentlichen aus, in Uganda sei ein neues Gesetz in Kraft ge-

treten, das eine Verschärfung der bereits bis anhin drastischen Strafen für 

«Personen LGBT+» vorsehe und namentlich auch den «Versuch einer ho-

mosexuellen Handlung» wie auch das Bekennen zur eigenen Homosexu-

alität oder die «Gehilfenschaft zur Homosexualität» unter Strafe stelle, wo-

bei in gewissen Fällen die Todesstrafe vorgesehen sei. Nicht nur homose-

xuelle Handlungen würden bestraft, sondern alle Personen, die faktisch 

oder mutmasslich einer sexuellen Minderheit angehörten oder diese unter-

stützten. 

  

D-1062/2022 

Seite 13 

5.  

5.1 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). 

Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher 

und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch 

gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-

scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043).  

5.2 Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht dürfen im 

Rahmen des Streitgegenstands bisher noch nicht gewürdigte, bekannte 

wie auch bis anhin unbekannte neue Sachverhaltsumstände, die sich zeit-

lich vor (sog. unechte Noven) oder erst im Lauf des Rechtsmittelverfahrens 

(sog. echte Noven) zugetragen haben, vorgebracht werden. Gleiches gilt 

für neue Beweismittel. Die Behörde muss mithin jederzeit Vorbringen zum 

Sachverhalt entgegennehmen und berücksichtigen, falls sie diese für 

rechtserheblich hält (vgl. Art. 32 Abs. 2 VwVG). Dem Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts ist derjenige Sachverhalt zugrunde zu legen, der sich auf-

grund der Aktenlage im Zeitpunkt der Entscheidung präsentiert. Die ange-

fochtene Verfügung des SEM hat sich mithin auch gegenüber den im Ver-

lauf des Beschwerdeverfahrens dazugekommenen Tatsachen und Be-

weismitteln zu bewähren (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1).  

5.3 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/ 

35 E. 6.4.1 mit Hinweisen). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht 

der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und 

in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforder-

lich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt 

(vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).  

5.4 Der Beizug konnexer Akten einschliesslich deren Prüfung und Resul-

tate müssen grundsätzlich aktenkundig sein und im Asylentscheid Nieder-

schlag finden (vgl. Urteil des BVGer E-4122/2016 vom 16. August 2016 

E. 6.2.4 m.w.H.).  

  

D-1062/2022 

Seite 14 

6.  

6.1  

6.1.1 Die Vorinstanz hat im vorliegenden Verfahren die im Rahmen des 

Asylverfahrens von N (…) (G._______) durchgeführte Botschaftsanfrage 

verwendet mit dem Hinweis, der Beschwerdeführer habe mehrheitlich die-

selben Beweismittel eingereicht. Zudem handle es sich bei G._______ ge-

mäss Aussagen des Beschwerdeführers um einen Kollegen und Freund, 

der in Uganda im Rahmen des gleichen Strafverfahrens angeklagt worden 

und mit dem er gemeinsam in die Schweiz geflüchtet sei. Die Vorinstanz 

hat diesen Umstand als solchen in die angefochtene Verfügung aufgenom-

men, namentlich im Sachverhalt sowie bei der materiellen Prüfung in Be-

zug auf die Glaubhaftigkeit der eingereichten Beweismittel.  

6.1.2 Bei diesem Vorgehen überrascht, dass die Vorinstanz die beiden Ver-

fahren offensichtlich als konnex betrachtet und eine Überschneidung der 

Asylgründe anerkennt, den Asylentscheid in Bezug auf G._______ indes-

sen rund ein halbes Jahr vor demjenigen des Beschwerdeführers erlassen 

hat. Dies hat namentlich einerseits zur Folge, dass die Aussagen des Be-

schwerdeführers sowie die von G._______ im Rahmen der Glaubhaftig-

keitsprüfung nicht miteinander verglichen respektive einander nicht gegen-

übergestellt wurden. Andererseits wurde so zwar im Asylverfahren des Be-

schwerdeführers teilweise auf dasjenige von G._______ abgestützt, nicht 

aber umgekehrt, da sich das Verfahren des Beschwerdeführers zum Zeit-

punkt des Asylentscheids von G._______ noch in der Instruktionsphase 

befand. 

6.1.3 Das Gericht ist nach dem Gesagten der Ansicht, dass eine adäquate 

Prüfung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers – na-

mentlich in Bezug auf seine Homosexualität, auf die Organisation 

D._______ und auf die angeblich erlittene Verfolgung – nur bei Berücksich-

tigung der Vorbringen von G._______ möglich ist.   

6.2  

6.2.1 Die angefochtene Verfügung stützt sich darüber hinaus im Rahmen 

der Glaubhaftigkeitsprüfung zu einem nicht unbedeutenden Teil auf die Er-

gebnisse der Botschaftsanfrage vom 22. April 2021. Der Beschwerdeführer 

hat bereits in seinen Stellungnahmen vom 23. November 2021 und 21. De-

zember 2021 sowie im Beschwerdeverfahren darauf hingewiesen, dass im 

Rahmen der Botschaftsabklärung die ugandischen Behörden über seine 

Identität, seine sexuelle Orientierung sowie sein Asylgesuch im Ausland in-

formiert worden seien, woraus sich für ihn ein Verfolgungsrisiko ergebe. 

D-1062/2022 

Seite 15 

Das SEM verweist diesbezüglich mehrheitlich auf den Umstand, dass es 

sich gemäss den getätigten Abklärungen um gefälschte Beweismittel 

handle und nicht ersichtlich sei, dass die Identität des Beschwerdeführers 

den Behörden seines Heimatlandes mitgeteilt worden sei (vgl. Asylent-

scheid vom 31. Januar 2022, Pt. II., 1., S. 9 [SEM-Akte {…} 41/14]; Ver-

nehmlassung vom 23. Juni 2022, S. 2).  

 

6.2.2 Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Das Gericht stellt 

einerseits fest, dass namentlich in der Beilage A des Botschaftsberichts, 

einem Schreiben der Vertrauensanwälte der Schweizerischen Botschaft an 

den Gemeinderat von E._______ vom (…) 2021, der Name des Beschwer-

deführers im Betreff neben demjenigen von G._______ aufgeführt ist. Als 

Beilage des Schreibens wurde dem Gemeinderat dessen (mutmassliches) 

Schreiben vom (…) 2019 (BM Nr. 4) vorgelegt, in dem der Beschwerdefüh-

rer ebenfalls namentlich genannt wird, wobei das Schreiben zusätzlich In-

formationen zur Organisation D._______, zu den vorgeworfenen homose-

xuellen Handlungen sowie zum Strafverfahren enthält. Andererseits ver-

kennt das SEM, dass in diesem Zusammenhang die Authentizität der Be-

weismittel grundsätzlich sekundär ist: Entscheidend ist, ob und welche In-

formationen den ugandischen Behörden mitgeteilt wurden (ob der Wahr-

heit entsprechend oder nicht) und ob aufgrund der bekanntgegebenen 

Sachverhalte von einer (nachträglich entstandenen) begründeten Furcht 

vor zukünftiger asylrelevanter Verfolgung auszugehen ist oder nicht.  

7.  

7.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätz-

lich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, 

wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht er-

scheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5).  

Im vorliegenden Verfahren ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen, da die Feststellung des Sachverhalts und die sich daraus ergebenden 

rechtlichen Fragen weiterer Abklärungen bedürfen. Damit bleibt sodann 

der Instanzenzug gewahrt. 

D-1062/2022 

Seite 16 

7.2 Die angefochtene Verfügung vom 31. Januar 2022 ist aufzuheben und 

die Sache zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts und anschlies-

senden Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das vorlie-

gende Verfahren ist koordiniert mit dem Verfahren von G._______ durch-

zuführen und die Vorbringen des Beschwerdeführers einer vertieften 

Glaubhaftigkeitsprüfung zu unterziehen, insbesondere in Bezug auf die 

geltend gemachte Homosexualität, die Existenz und die konkreten Aktivi-

täten der Organisation D._______ sowie in Bezug auf die geltend ge-

machte Strafverfolgung, insbesondere das angeblich ergangene Urteil und 

dessen Strafmass. Als glaubhaft erachtete Vorbringen sind praxisgemäss 

einer Prüfung ihrer Asylrelevanz zu unterziehen. Im neuen Asylentscheid 

hat auch eine Analyse der allfälligen Auswirkungen der Modalitäten der 

Botschaftsanfrage auf das Risikoprofil respektive das Bestehen einer be-

gründeten Furcht vor asylrelevanter Verfolgung des Beschwerdeführers zu 

erfolgen.  

Angesichts der Rückweisung der Sache erübrigt sich eine Auseinanderset-

zung mit den in reformatorischer Hinsicht gestellten Rechtsbegehren. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).  

8.2 Obsiegende und teilweise obsiegende Parteien haben Anspruch auf 

eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die 

Parteientschädigung auf Grund der Akten festzulegen (Art. 14 Abs. 2 in fine 

VGKE). Gestützt auf Art. 9–13 VGKE ist dem Beschwerdeführer zulasten 

der Vorinstanz eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 540.– zuzu-

sprechen.  

(Dispositiv nächste Seite)  

D-1062/2022 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit damit die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung beantragt wird.  

2.  

Die Verfügung des SEM vom 31. Januar 2022 wird aufgehoben und die 

Sache zur vollständigen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung im 

Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.   

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 540.– auszurichten.  

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Chiara Piras Giulia Marelli