# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87a52964-1095-52b9-88a5-b11002217e30
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-18
**Language:** de
**Title:** Bern Steuerrekurskommission 18.06.2019 100 2018 320
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Steuerrekurs/BE_SRK_001_100-2018-320_2019-06-18.pdf

## Full Text

100 18 320
200 18 251
Gemeinde: D.________
ZPV-Nr.: ________
Eröffnung: 20.6.2019 RNA/PWE/aae

STEUERREKURSKOMMISSION DES KANTONS BERN

Sitzung vom 18. Juni 2019

Es wirken mit: Vizepräsidentin Nanzer, die Fachrichter Glatthard und Steiner sowie Wermuth als 
Gerichtsschreiber

In der Rekurs- und Beschwerdesache 

von
 

A.________ und B.________

vertreten durch 

C.________

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern

betreffend die kantonalen Steuern und die direkte Bundessteuer 2014

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hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen: 

A. A.________ (Rekurrent) und B.________ (Rekurrentin, gemeinsam die Rekurrenten) 
wurden von der Steuerverwaltung des Kantons Bern, ________ (Steuerverwaltung), mit Veran-

lagungsverfügungen vom 10. Oktober 2017 betreffend die Steuerperiode 2014 veranlagt. Die 

Steuerverwaltung setzte das steuerbare Einkommen auf CHF 938'728.-- (kantonale Steuern) 

bzw. CHF 947'838.-- (direkte Bundessteuer) und das steuerbare Vermögen auf 

CHF 1'584'172.-- (kantonale Steuern) fest. Entgegen der eingereichten Steuererklärung 2014 

der Rekurrenten rechnete die Steuerverwaltung dabei insbesondere Einkommen in der Höhe 

von CHF 953'172.-- auf. Sie begründete die Aufrechnung damit, dass die Kapitalleistung aus 

Vorsorge (Barauszahlung) zur Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit zu Unrecht 

bezogen worden sei. Nach erfolgten Abklärungen im Veranlagungsverfahren pro 2014 kam die 

Steuerverwaltung zum Schluss, dass der Rekurrent keiner selbstständigen Erwerbstätigkeit 

nachgeht. Nachdem der Rekurrent (die nach Auffassung der Steuerverwaltung zu Unrecht er-

folgte Barauszahlung) auf entsprechenden Hinweis der Steuerverwaltung (Schreiben vom 

18.4.2017) nicht mehr in eine Vorsorgeeinrichtung zurückübertragen wollte, sei die Barauszah-

lung nun im ordentlichen Veranlagungsverfahren pro 2014 zusammen mit dem übrigen Ein-

kommen zu erfassen.

B. Gegen die Veranlagungsverfügungen pro 2014 erhoben die Rekurrenten mit Schreiben 
vom 7. November 2017 Einsprache. Sie beantragten, dass von der Aufrechnung der Baraus-

zahlung abzusehen sei. Sie machten geltend, dass die fragliche Barauszahlung bereits besteu-

ert worden sei (Sonderveranlagungen pro 2013). Im Übrigen stellten sich die Rekurrenten auf 

den Standpunkt, dass der Rekurrent effektiv einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehe. 

Er habe die E.________ als Einzelfirma gegründet und im Handelsregister eintragen lassen. 

Gemäss Handelsregisterauszug bezwecke die Einzelfirma die Erbringung von Beratungs- und 

Supportleistungen in den Bereichen General Management, Import, Export, Marketing und 

Kommunikation. Der Rekurrent trete selbstständig am Markt auf, trage das volle ökonomische 

Risiko und habe bereits Einkünfte generiert. Sie wiesen dabei insbesondere auf die Beratungs-

tätigkeiten des Rekurrenten für die F.________ AG (betreffend ________), auf ein "Business 

consulting agreement" zwischen der G.________ und seiner Einzelfirma sowie auf die Entwick-

lung des Produkts H.________ (________) durch seine Einzelfirma hin.

C. Mit Schreiben vom 27. Februar 2018 nahm die Steuerverwaltung zur Einsprache Stellung. 
Sie führte aus, dass (wie bereits mit Schreiben vom 1.9.2017 in Aussicht gestellt) die Sonder-

veranlagungen pro 2013 vom 16. Juli 2014 nach Rechtskraft der ordentlichen Veranlagungen 

pro 2014 aufgehoben und die diesbezüglich bereits entrichteten Steuern bei den ordentlichen 

Veranlagungen entsprechend angerechnet würden. Betreffend der eigentlichen "Kernfrage" 

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vertrete die Steuerverwaltung auch nach erneuter Prüfung die Auffassung, dass der Rekurrent 

keine nachhaltige, selbstständige Erwerbstätigkeit aufgenommen habe. Die Steuerverwaltung 

wies die Rekurrenten erneut auf die Möglichkeit hin, dass die Barauszahlung an eine Vorsorge-

einrichtung zurückübertragen werden könne. Sie stellte den Rekurrenten in Aussicht, dass die 

Einsprache abgewiesen werde, soweit die Barauszahlung nicht innert Frist zurückbezahlt wer-

de. Nach einem weiteren Schriftenwechsel bzw. nachdem die Rekurrenten die Barauszahlung 

weiterhin nicht zurückbezahlen wollten, wies die Steuerverwaltung die Einsprache wie an-

gekündigt mit Einspracheentscheiden vom 5. Juni 2018 ab.

D. Gegen diese Einspracheentscheide hat C.________ (Vertreterin) für die Rekurrenten mit 
Eingabe vom 29. Juni 2018 bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (Steuerrekurs-

kommission) Rekurs und Beschwerde erhoben. Die Rekurrenten beantragen die Einspra-

cheentscheide aufzuheben und das steuerbare Einkommen pro 2014 der Rekurrenten auf 

CHF Null (kantonale Steuern) und auf CHF 1'530.-- (direkte Bundessteuer) festzusetzen. Die 

Rekurrenten führen aus, dass der Rekurrent im Jahr 2013 eine selbstständige Erwerbstätigkeit 

aufgenommen habe (Eintrag des Einzelunternehmens in das Handelsregister am 14.11.2013), 

nachdem er seine Chancen (auf eine Stelle im Finanzbereich, wo er bisher unselbstständig er-

werbend tätig auf dem Arbeitsmarkt war) auf Grund seines Alters als sehr gering einschätzte. 

Im Rahmen der Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit habe er Kontakte mit kleineren 

und mittleren Unternehmen (KMU) bezüglich eines Markteintritts in den angelsächsischen 

Raum gepflegt sowie eine Vielzahl von Akquisationsgesprächen für das Projekt I.________ 

(Vermittlung von Finanzprodukten von I.________ mit Sitz in London, gegen Kommission an 

vermögende Kunden von schweizerischen Vermögensverwaltern und Privatbanken) geführt. 

Parallel dazu habe er für die F.________ AG im Rahmen eines Beratungsmandats deren 

Markteintritt in die USA geprüft. Auf Grund dieses Beratungsmandats sei er auf die Idee ge-

kommen, H.________ auf den Markt zu bringen. Angesichts des (noch) ausbleibenden Erfolges 

aus selbstständiger Erwerbstätigkeit habe sich der Rekurrent alsdann entschieden, für die (von 

ihm nicht beherrschte Gesellschaft) G.________ im Rahmen eines Teilzeitpensums direkt vor 

Ort in den USA tätig zu sein. Daneben sei zwischen der G.________ und der E.________ ein 

Beratungsmandat begründet worden. Dieses Beratungsmandat bilde neben dem Projekt 

"H.________" derzeit den Schwerpunkt seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit. Demnach erfül-

le der Rekurrent sämtliche Kriterien einer selbstständigen Erwerbstätigkeit, insbesondere neh-

me er damit planmässig und anhaltend am wirtschaftlichen Verkehr teil. Ferner bestehe eine 

Gewinnabsicht, zumal im Jahr 2014 ein geringfügiger Gewinn bzw. in den Jahren 2015 ein Ge-

winn von CHF 42'215.-- und 2016 ein solcher von CHF 47'621.-- aus selbstständiger Erwerbs-

tätigkeit resultiert habe.

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In verfahrensrechtlicher Hinsicht weisen die Rekurrenten darauf hin, dass die Barauszahlung 

(Kapitalleistung aus Vorsorge) am 1. September 2013 fällig geworden sei (Eintritt des versicher-

ten Ereignisses [Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit] gemäss Meldung der Bank 

N.________). Die effektive Barauszahlung sei von der N.________ zwar erst im Jahr 2014 vor-

genommen worden, nichtsdestotrotz habe die Steuerverwaltung (gestützt auf die Meldung der 

N.________ zur Fälligkeit) diese bereits mittels Sonderveranlagungen pro 2013 vom 16. Juli 

2014 besteuert. Damit sei auch das Recht der Steuerverwaltung verwirkt, die Barauszahlung im 

ordentlichen Veranlagungsverfahren pro 2014 zusammen mit dem übrigen Einkommen zu be-

steuern. 

E. Mit Vernehmlassung vom 22. August 2018 beantragt die Steuerverwaltung, den Rekurs 
und die Beschwerde abzuweisen. Sie führt aus, dass im vorliegenden Fall zahlreiche konkrete 

Umstände dagegen sprechen würden, dass der Rekurrent eine selbstständige Erwerbstätigkeit 

ausübte. Auffällig sei insbesondere, dass in den Kassabüchern des Rekurrenten, in welchen 

sämtliche "geschäftliche" Einnahmen und Ausgaben aufgezeichnet würden, wesentliche Positi-

onen fehlen würden (Investitionen [mit Ausnahme eines Computers], Raumkosten, Versiche-

rungen, Aufwendungen für Büromaterial, Kommunikation, Werbung, Fahrzeugkosten [mit Aus-

nahme einer einzigen Benzinrechnung]). Betreffend das Projekt I.________ bleibe zu berück-

sichtigen, dass bisher kein einziges Vermittlungsgeschäft zustande gekommen sei. Im Übrigen 

weist die Steuerverwaltung darauf hin, dass betreffend der Entwicklung sowie den Import/Export 

von Hundefutter eigens die J.________ GmbH gegründet worden sei weshalb der Rekurrent 

diesbezüglich keiner selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehe. Der Rekurrent sei bei der 

J.________ GmbH vielmehr als Gesellschafter und Geschäftsführer mit einem Stammkapital 

von CHF 10'001.-- beteiligt bzw. tätig. Daneben sei der Rekurrent seit Jahren mit 43,33 % an 

der G.________ (mit Sitz in ________, USA) beteiligt und seit deren Gründung im Jahr 2003 

Mitglied des Verwaltungsrats. Der Vater des Rekurrenten sei an dieser Gesellschaft ebenfalls 

beteiligt und habe als Präsident des Verwaltungsrats eine prägende Rolle inne gehabt. Der Re-

kurrent habe der Gesellschaft ein Darlehen (Stand 31.12.2014) in Höhe von £ 400'000.-- ge-

währt. Per 1. Januar 2015 habe der Rekurrent mit der G.________ ein "Business Consultant 

Agreement" abgeschlossen (Einnahmen pro 2015: CHF 42'780.--, Einnahmen pro 2016: 

CHF 39'796.--). Seit 1. Juli 2015 sei er zudem als CEO der G.________ tätig (Vergütung pro 

2015: CHF 41'563.--, Vergütung pro 2016: CHF 113'448.--). Vor diesem Hintergrund hält die 

Steuerverwaltung zusammenfassend fest, dass der Rekurrent für die von seiner Familie be-

herrschte Gesellschaft G.________ insgesamt unselbstständig erwerbstätig sei und sich finan-

ziell erheblich mit Anteilen und Darlehen risikoreich beteiligte. Von der Aufnahme einer (nach-

haltigen) selbstständigen Erwerbstätigkeit könne insofern keine Rede sein. Die Barauszahlung 

sei zwecks privater Kapitalanlage erfolgt und habe mithin nicht der Vorsorge gedient, weshalb 

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die Barauszahlung zusammen mit dem übrigen Einkommen im Rahmen der ordentlichen Ver-

anlagungen zu besteuern sei. 

Den Vorbringen der Rekurrenten in verfahrensrechtlicher Hinsicht hält die Steuerverwaltung 

entgegen, dass aus ihrer Sicht die steuerliche Realisation im Zuge der effektiven Barauszah-

lung vom 17. März 2014 erfolgt sei und die Barauszahlung folglich in der Steuerperiode 2014 

besteuert werden müsse. Zudem sei zu berücksichtigen, dass erst im Rahmen der ordentlichen 

Veranlagungen pro 2014 berechtigte Zweifel am Vorliegen einer selbstständigen Erwerbstätig-

keit aufgekommen seien. Deshalb sei die Besteuerung der Barauszahlung im Rahmen des or-

dentlichen Verfahrens pro 2014 zulässig. Ferner verstehe sich von selbst, dass die Sonderver-

anlagungen pro 2013 (ursprünglich vorgenommene Besteuerung der Barauszahlung) im Revi-

sionsverfahren aufzuheben seien, sobald das vorliegende Verfahren rechtskräftig abgeschlos-

sen bzw. die Barauszahlung neu im Rahmen der ordentlichen Veranlagungen pro 2014 zu-

sammen mit dem übrigen Einkommen erfasst werde.

F. Am 2. Oktober 2018 haben die Rekurrenten zur Vernehmlassung der Steuerverwaltung 
Stellung genommen. Die Rekurrenten halten an ihren bisherigen Anträgen fest und legen Wert 

auf die Tatsache, dass die Barauszahlung nicht für private Kapitalanlagen verwendet wurde. 

Diese Mittel hätten hauptsächlich der Finanzierung der Lebenshaltungskosten bzw. der Exis-

tenzsicherung während des Aufbaus der selbstständigen Erwerbstätigkeit gedient, was zulässig 

sei. Es könne dem Rekurrenten auch nicht angelastet werden, dass er 21 Monate nach Auf-

nahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit in ein Teilzeitanstellungsverhältnis bei der 

G.________ getreten sei, zumal der gewünschte Erfolg im Zusammenhang mit der selbststän-

digen Erwerbstätigkeit nicht vollumfänglich eingetreten sei. Wesentlich bei der Beurteilung, ob 

die Barauszahlung zu Recht bezogen worden sei, bleibe alleine, dass er zunächst selbstständig 

erwerbstätig war und weiterhin sei. Ob die selbstständige Erwerbstätigkeit im Haupt- oder Ne-

benerwerb erfolge, sei nicht von Belang. Das Honorar, welches der Rekurrent für die Tätigkeit 

ausserhalb der USA von der G.________ erhalte, beruhe auf dem Beratungsmandat ("Business 

Consultant Agreement") und bilde insoweit Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit. 

Der Rekurrent halte keine Mehrheitsbeteiligung an der G.________, sondern wie von der Steu-

erverwaltung erwähnt 43,33 % (daneben halte der Vater des Rekurrenten 12,5 %, der Bruder 

des Rekurrenten 7,5 % sowie weitere US-Partner 36,67 %). Was den Vertrieb des Hundefutters 

betrifft, halten die Rekurrenten fest, dass der Rekurrent dieses für die J.________ GmbH im 

Rahmen eines sog. "White-Label-Produkts" vertreibe. "White-Label-Produkte" seien Produkte 

eines Herstellers, die nicht unter eigener Marke, sondern als (scheinbares) Produkt eines ande-

ren Herstellers bzw. Händlers unter dessen Marke verkauft werden. Die Produktion von 

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"White-Label-Produkten" könne für Hersteller sinnvoll sein, die weder einen eigenen Vertrieb 

aufbauen noch sich von einem einzigen Dienstleister abhängig machen wollen.

G. Mit Schreiben vom 17. Januar 2019 hat die Steuerrekurskommission einen Nachweis 
bzw. eine Kopie des Auszahlungsbegehrens an die N.________ betreffend die am 17. März 

2014 erfolgte Barauszahlung eingefordert. Mit Schreiben vom 5. Februar 2019 haben die Re-

kurrenten den geforderten Auszahlungsantrag eingereicht. Der Auszahlungsantrag wurde am 

7. März 2014 von den Rekurrenten unterzeichnet.

H. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen lassen.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit entscheidrelevant, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen. 

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:

1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Einkommens- und Vermö-
gensveranlagung können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw. Beschwerde an-

gefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und 

Art. 140 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; 

SR 642.11] i.V.m. Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten 

Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb sachlich und ört-

lich zuständig. Die Rekurrenten sind im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht 

durchgedrungen. Sie sind daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG und 

Art. 140 ff. DBG i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über 

die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und fristgerecht eingereichte 

Eingabe ist deshalb einzutreten.

Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt, 

da der Streitwert über CHF 10'000.-- liegt (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom 

11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 

BSG 161.1]).

2. Strittig ist, ob der Rekurrent eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt bzw. ob die Steu-
erverwaltung die Barauszahlung (Kapitalleistung aus Vorsorge zur Aufnahme einer selbststän-

digen Erwerbstätigkeit) in der Steuerperiode 2014 zu Recht zusammen mit dem übrigen Ein-

kommen besteuert hat.

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3. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind zu Unrecht bezogene Kapitalleistun-
gen aus Vorsorge nach Art. 26 StG und Art. 22 DBG im Rahmen der ordentlichen Veranlagung 

zusammen mit dem übrigen Einkommen zum üblichen Tarif zu besteuern und unterliegen nicht 

der separaten, privilegierten Besteuerung nach Art. 26 StG i.V.m. Art. 44 StG und Art. 22 DBG 

i.V.m. Art. 38 DBG (Sonderveranlagung zum "Vorsorgetarif"). Das trifft insbesondere auf Bar-

auszahlungen (Kapitalleistungen aus Vorsorge) von Vorsorgeeinrichtungen zur Aufnahme einer 

selbstständigen Erwerbstätigkeit zu, soweit eine solche nicht aufgenommen wird 

(BGer 2C.204/2016 vom 9.12.2016, E. 3.5; BGer 2C.156/2010 vom 7.6.2011, E. 4.3). Die Steu-

erverwaltung kann in eigener Kompetenz überprüfen, ob eine selbstständige Erwerbstätigkeit 

aufgenommen wurde. Diesbezüglich ist sie nicht an den ursprünglichen Entscheid der Vorsor-

geeinrichtung zur Barauszahlung gebunden (BGer 2C.156/2010 vom 7.6.2011, E. 3.3). Nicht 

gefordert werden darf hingegen, dass die Barauszahlung auch tatsächlich für Investitionen in 

die selbstständige Erwerbstätigkeit verwendet wird (BGer 2C.248/2015 vom 2.10.2015, E. 5.5). 

Folglich ist zunächst zu prüfen, ob der Rekurrent einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nach-

geht oder nicht. 

3.1 Eine gesetzliche Definition der selbstständigen Erwerbstätigkeit kennt weder das StG 
noch das DBG. Der Begriff steht für alle geschäftlichen Aktivitäten, bei denen die Einkünfte 

nach der Vermögensstandsgewinnrechnung ermittelt werden. Gemäss Art. 21 StG und 

Art. 18 DBG sind alle Einkünfte aus einem Dienstleistungs-, Handels-, Gewerbe-, Land- und 

Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf und aus jeder anderen selbstständigen Erwerbs-

tätigkeit steuerbar. Gemäss Lehre und Praxis fallen unter den Begriff der selbstständigen Er-

werbstätigkeit alle Tätigkeiten, bei denen eine natürliche Person durch Einsatz von Arbeitsleis-

tung und Kapital in frei gewählter Organisation, auf eigenes Risiko, anhaltend, planmässig und 

nach aussen sichtbar zum Zwecke der Gewinnerzielung am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt. 

Dabei können die einzelnen Merkmale in unterschiedlicher Intensität vorhanden sein und ein-

zelne Kriterien können im konkreten Fall in den Hintergrund treten oder völlig fehlen. Mass-

geblich für die Frage, ob eine selbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt, ist stets das Gesamtbild 

der an den Tag gelegten Tätigkeiten, wobei alle Umstände des Einzelfalls in die Beurteilung 

miteinzubeziehen sind (vgl. Julia von Ah, Die Besteuerung Selbständigerwerbender, 2. Aufl., 

2011, S. 1 ff.; Reich/von Ah in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., 2017, N. 13 zu Art. 18 DBG). Bei der Beurteilung 

einer selbstständigen Erwerbstätigkeit können auch Gegebenheiten aus folgenden Steuerperi-

oden einbezogen werden (BGer 2A.46/2005 vom 31.8.2005, E. 2.2.2, mit weiteren Hinweisen 

auf die Rechtsprechung).

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3.2 Die Steuerverwaltung vertritt im Ergebnis die Auffassung, dass keine selbstständige Er-
werbstätigkeit vorliegt. Sie merkt dazu zusammenfassend an, dass zahlreiche konkrete Um-

stände dagegen sprechen würden, dass der Rekurrent eine (nachhaltige) selbstständige Er-

werbstätigkeit ausübt (Bst. E). Die Rekurrenten halten dem im Wesentlichen entgegen, dass der 

Rekurrent sämtliche Kriterien einer selbstständigen Erwerbstätigkeit erfülle, wobei das Bera-

tungsmandat für die G.________ neben dem Projekt H.________ derzeit den Schwerpunkt sei-

ner selbstständigen Erwerbstätigkeit bilde (Bst. D).

3.3 Die massgebenden Teilaspekte (vgl. E. 3.1) beurteilt die Steuerrekurskommission dabei 
wie folgt:

3.3.1 Eine selbstständige Erwerbstätigkeit ist zunächst durch den kombinierten Einsatz von 
Arbeit und Kapital charakterisiert. Gemäss ursprünglichem Businessplan vom Dezember 2013 

wollte der Rekurrent schweizerische KMU beraten und bei ihren Expansionsplänen in den an-

gelsächsischen Raum unterstützen. Daneben war geplant, Dritten gegen Bezahlung einer 

Kommission einfachen Zugang zu Finanzprodukten der I.________ in London zu gewähren 

(Businessplan, S. 4 f., Beilage 4 zu Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018). Diese vorgese-

hene, kombinierte Beratungs- und Vermittlungstätigkeit kommt als selbstständige Erwerbstätig-

keit grundsätzlich in Frage. Dass die geplanten Tätigkeiten wenig Kapitaleinsatz erforderten, 

bleibt dabei unerheblich (Peter Locher, Kommentar zum DBG, Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer, I. Teil, 2001, N. 10 zu Art. 18 StG).

3.3.2 Zunächst ging der Rekurrent der nach Businessplan vorgesehenen Beratungstätigkeit 
nach. So ist belegt, dass er für die F.________ AG im Jahr 2014 einen möglichen Markteintritt 

(für ________) in die USA prüfte und für diese Tätigkeit im Jahr 2014 Rechnung stellte (insge-

samt über CHF 12'792.--, Beilagen 9 bis 11 zu Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018). Weiter 

wurde der Firma K.________ Corp. am 27. Januar 2014 eine "Consulting Fee" über 

CHF 1'400.-- in Rechnung gestellt. Daneben macht der Rekurrent geltend, noch mit zwei weite-

ren schweizerischen Unternehmen (L.________ Gruppe und M.________) Gespräche über 

eine Expansion in den US-Markt geführt zu haben, wobei sich diese Projekte nicht weiter kon-

kretisierten (Beilage 13 zu Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018). Betreffend die Vermitt-

lungstätigkeit für die Finanzprodukte ist eine Liste mit potentiellen Kunden vorhanden (Beilage 6 

zu Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018). Die Akquisitionsgespräche sind nicht näher belegt 

und führten zu keinem Erfolg (Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018, S. 4). Der Rekurrent 

räumt insgesamt ein, dass der gewünschte Erfolg für die ursprünglich geplante Beratungs- und 

Vermittlungstätigkeit nicht eingetreten ist (Bst. F). Deshalb hat er ein Teilzeitanstellungsverhält-

nis als CEO (unselbstständige Erwerbstätigkeit) bei der G.________ in den USA angetreten 

(Replik vom 2.10.2018). Daneben besteht mit der G.________ noch ein Beratungsmandat, 

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worin der Rekurrent (neben der Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Projekt H.________) ak-

tuell den Schwerpunkt seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit sieht (E. 3.2). 

3.3.3 Betreffend der Tätigkeit für die G.________ bleibt festzuhalten, dass schon die geführten 
Gespräche mit der M.________ (betreffend Expansion in die USA, vgl. E. 3.3.2) in einem engen 

Zusammenhang damit zu sehen sind. Die G.________ vertreibt moderne europäische Küchen- 

und Büromöbelkomponenten in den USA (Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018, S. 8). Der 

Rekurrent kam deshalb zum Schluss, dass für die M.________ betreffend der Distribution in 

den USA Synergien mit der G.________ gegeben seien (Zusammenfassung im Email vom 

27.6.2018, Beilage 13 zu Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018). Daneben ist erstellt, dass 

der Rekurrent bereits im Jahr 2014 für die G.________ tätig war (vgl. Email vom 5.11.2014, 

Beilage 13 zu Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018, wonach er im Herbst 2014 mit zwei 

"conventions", also Veranstaltungen der G.________, beschäftigt war). Mithin steht fest, dass 

der Rekurrent – entgegen seiner eigenen Darstellung, vgl. Rekurs und Beschwerde vom 

29. Juni 2018, S. 8 – bereits vor der Teilzeitanstellung bei der G.________ (vom 1.7.2015) und 

vor Begründung des Beratungsmandats mit der G.________ (mit Wirkung ab dem 1.1.2015, 

vgl. "Business Consultant Agreement" in der Beilage 28 zu Rekurs und Beschwerde vom 

29.6.2018) für diese tätig war. Ausserdem ist für die Steuerrekurskommission erstellt, dass der 

Rekurrent langfristig ein Engagement bei der G.________ plante. Das folgt ebenso aus dem 

Email vom 5. November 2014, in welchem festgehalten wird, dass sich der Rekurrent im Jahr 

2014 ein Haus in ________ (am Sitz der G.________) gekauft hatte, worauf in anderem Zu-

sammenhang noch zurückzukommen sein wird (E. 4.4). 

3.3.4 Zur Kombination aus Teilzeitanstellung und Beratungsmandat ist anzumerken, dass die 
G.________ von der Familie des Rekurrenten beherrscht wird (43,33 % Beteiligung des Rekur-

renten, 12,5 % Beteiligung vom Vater des Rekurrenten, 7,5 % Beteiligung vom Bruder des Re-

kurrenten, vgl. Bst. F). Damit ist davon auszugehen, dass der Rekurrent die vertragliche Ausge-

staltung (Kombination aus Teilzeitanstellung und Beratungsmandat) massgebend mitbestim-

men konnte. Das "Business Consultant Agreement" wurde vor dem Hintergrund abgeschlossen, 

dass für die G.________ ein einfacher Zugang zu europäischen Ausstellungen und europäi-

schen Lieferanten von grossem Interesse ist. Ein in Europa ansässiger Berater, der über die 

neusten Entwicklungen berichte und in Kontakt mit den Schlüssellieferanten stehe, sei für die 

G.________ von grosser Bedeutung (vgl. "Business Consultant Agreement", Beilage 28 zu Re-

kurs und Beschwerde vom 29.6.2018, Background: "[…]. Easy access to European trade shows 

and world class component suppliers is vital. Having an European based consultant that keeps 

G.________ up to date on the latest trends and developments and manages the key vendor 

relationships locally is a true competitive advantage"). Im "Business Consultant Agreement" 

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wird davon ausgegangen, dass der Rekurrent rund 500 Stunden pro Jahr für die G.________ in 

Europa aufwendet, wobei der Inhalt seiner Tätigkeit (abgesehen von der oben beschriebenen 

Klausel zur Bedeutung seines Einsatzes für die G.________) nicht näher beschrieben wird. 

Schliesslich wird die Vergütung pro Stunde auf $ 100.-- festgesetzt. Im Gesamtzusammenhang 

steht fest, dass der Rekurrent daneben als CEO bei der G.________ angestellt (E. 3.3.3) und 

derzeit (nach unbestritten gebliebener Darstellung der Steuerverwaltung, vgl. Vernehmlassung 

vom 22.8.2018, S. 8) ebenso Präsident des Verwaltungsrates der G.________ ist. Mithin ist er 

damit als CEO und als Präsident des Verwaltungsrats selbst Ansprechsperson für seine eige-

nen Mandate, was konstruiert wirkt und alleine durch die beherrschende Stellung seiner Familie 

erklärt werden kann. Vor diesem Hintergrund ist (entgegen dem "Business Consultant Agree-

ment") davon auszugehen, dass der Rekurrent in Wirklichkeit direkt in seiner Funktion als (un-

selbstständig erwerbstätiger) CEO und Präsident des Verwaltungsrats die Kontakte in Europa 

pflegt und die neusten Entwicklungen beobachtet. Diese Schlussfolgerung wird weiter unter-

mauert durch die Gegebenheit, dass sich die behauptete Beratungstätigkeit des Rekurrenten 

letztlich auf nur noch einen einzigen nahestehenden Auftraggeber konzentriert. Das Fehlen von 

wechselnden Auftraggebern kann dabei jedenfalls als Indiz gegen eine selbstständige Erwerbs-

tätigkeit bzw. als Indiz für das Vorliegen einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit gewertet wer-

den (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., 2016, N. 19 zu 

Art. 18 DBG). Aus diesen Gründen kommt die Steuerrekurskommission (wie die Steuerverwal-

tung, vgl. Vernehmlassung vom 22.8.2018, S. 8 f.) zum Schluss, dass der Rekurrent für die 

G.________ ausschliesslich unselbstständig erwerbstätig ist.

3.3.5 Als weiteres Standbein seiner behaupteten selbstständigen Erwerbstätigkeit nennt der 
Rekurrent sodann seine Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Projekt H.________ (Bst. D). Auf 

Grund des Beratungsmandats für die F.________ AG habe der Rekurrent im Laufe des Jahres 

2014 das Potenzial von H.________ erkannt, weshalb die Entwicklung und der Vertrieb von 

Hundefutter zur behaupteten selbstständigen Erwerbstätigkeit hinzugetreten sei (Rekurs und 

Beschwerde vom 29.6.2018, S. 6). Die Steuerverwaltung merkt dazu an, dass für die Entwick-

lung sowie den Import/Export von Hundefutter im allgemeinen im Jahr 2014 eigens die 

J.________ GmbH gegründet worden sei. Der Rekurrent sei dort als Gesellschafter und Ge-

schäftsführer mit einem Stammkapital von CHF 10'001.-- beteiligt bzw. tätig. Die J.________ 

GmbH trage generell die entsprechenden Kosten und erziele die diesbezüglichen Einnahmen 

(vgl. die Erfolgsrechnungen, pag. 49a bis 49k). Im Gegensatz dazu seien in den Kassabüchern 

der Einzelfirma des Rekurrenten keine entsprechenden Aufwendungen und Erträge ersichtlich 

(pag. 105 pro 2014, pag. 98 pro 2015). Dass die Einzelfirma des Rekurrenten ab dem Jahr 

2016 Hundefutter ("________") einkaufe und an die J.________ GmbH weiterverkaufe, ändere 

daran nichts (vgl. Kassabuch pro 2016, Ankauf "________" für CHF 2'387.--, Weiterverkauf an 

- 11 -

die J.________ GmbH für CHF 3'860.--, pag. 95 und pag. 93). Der Kauf und Verkauf von Hun-

defutter passe schliesslich nicht in das Geschäftsfeld eines Beratungsunternehmens und dem 

Rekurrenten sei als Geschäftsführer der J.________ GmbH auch nicht gestattet, diese zu kon-

kurrenzieren und sich einen Teil der Marge selber zukommen zu lassen. Insofern vermittle der 

inzwischen angelaufene An- und Verkauf von Hundefutter den Eindruck, dass die teilweise Ab-

wicklung der Geschäfte über die Einzelfirma (vgl. Beilagen 18 ff. zu Rekurs und Beschwerde 

vom 29.6.2018, wonach ab 2016 neben dem An- und Verkauf des Produkts "________" auch 

H.________ von der Einzelfirma verkauft wird) lediglich vorgeschoben werde, um die behaupte-

te selbstständige Erwerbstätigkeit zu rechtfertigen (Vernehmlassung vom 22.8.2018, S. 7 f.). 

Den Ausführungen der Steuerverwaltung ist beizupflichten. Aus den Kassabüchern 2014 und 

2015 ist jedenfalls nicht ersichtlich, dass die Einzelfirma in den Aufbau der Geschäftstätigkeit 

mit dem Hundefutter einbezogen gewesen wäre. Ausserdem ist die seitens der Rekurrenten 

behauptete Vertriebsvereinbarung (vgl. Bst. F) zwischen der Einzelfirma und der J.________ 

GmbH weder belegt, noch wären allfällige Vergütungen im Zusammenhang mit einer solchen 

Vertriebsvereinbarung aus den Kassabüchern der Einzelfirma ersichtlich (vgl. pag. 95, pag. 98 

und pag. 105). Demnach steht fest, dass die Tätigkeit des Rekurrenten im Zusammenhang mit 

dem Hundefutter über die dafür gegründete J.________ GmbH abgewickelt und nicht von der 

behaupteten selbstständigen Erwerbstätigkeit umfasst wird.

3.3.6 Werden die Einnahmen im Zusammenhang mit der behaupteten Beratungstätigkeit für 
die G.________ richtigerweise (vgl. E. 3.3.4) als Einkommen aus unselbstständiger Erwerbs-

tätigkeit qualifiziert und auch der Umsatz im Zusammenhang mit dem Hundefutter ausgeblendet 

(vgl. E. 3.3.5), so ergibt sich für die Steuerperiode 2014 ein Gewinn von CHF 6'273.--, während 

für die Steuerperioden 2015 und 2016 gar keine Einnahmen mehr vorhanden sind (vgl. die Dar-

stellung in der Vernehmlassung vom 22.8.2018 sowie pag. 105, pag. 98 und pag. 95). Dem-

nach sind innert absehbarer Zeit keine Gewinnaussichten auszumachen, was gegen das Vor-

liegen der behaupteten selbstständigen Erwerbstätigkeit spricht (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 48 zu Art. 16 DBG).

3.3.7 Die Steuerverwaltung hält weiter fest, dass auch bei den Ausgaben wesentliche Positio-
nen fehlen, die bei einer selbstständigen Erwerbstätigkeit zwangsläufig anfallen würden (insbe-

sondere Raumkosten, Versicherungen, Aufwendungen für Büromaterial und Werbung, Fahr-

zeugkosten, vgl. Vernehmlassung vom 22.8.2018, S. 6). Die Rekurrenten bemerken dazu, dass 

gerade im Bereich von Beratungsdienstleistungen nicht abwegig sei, dass geringe Kosten anfal-

len. Die Büroräumlichkeiten der Einzelfirma würden sich im Wohnhaus der Rekurrenten befin-

den, wobei die Rekurrenten darauf verzichtet hätten, eine Miete für die Räumlichkeiten und das 

bereitgestellte Mobiliar zu belasten. Auf den Abschluss von Versicherungen (insbesondere 

- 12 -

einer Erwerbsausfallsversicherung im Falle von Krankheit oder Unfall) habe der Rekurrent aus 

Kostengründen verzichtet. Das zeige auch, dass der Rekurrent erhebliche Risiken im Zusam-

menhang mit der selbstständigen Erwerbstätigkeit eingegangen sei. Allerdings bezieht sich der 

Teilaspekt des "eigenen Risikos" einer selbstständigen Erwerbstätigkeit (vgl. E. 3.1) auf das 

Risiko betreffend der geschäftlichen Bemühungen (Peter Locher, a.a.O., N. 11 zu Art. 18 DBG). 

Dass der Rekurrent auf Versicherungsschutz (Erwerbsausfall im Falle von Krankheit oder Un-

fall) verzichtet hat, steht damit nicht unmittelbar in Verbindung. Der fehlende Versicherungs-

schutz und die weitgehende Absenz von für eine selbstständige Erwerbsätigkeit typischen Aus-

gabenpositionen weisen denn auch nach Auffassung der Steuerrekurskommission darauf hin, 

dass der Rekurrent die Aufnahme der behaupteten selbstständigen Erwerbstätigkeit wenig pro-

fessionell angegangen ist. Das zeigt sich ebenso in der Tatsache, dass der Rekurrent für die 

Einzelfirma zunächst keine eigene Website unterhielt und somit nicht nach aussen sichtbar am 

Markt auftrat (vgl. Vernehmlassung vom 22.8.2018, S. 6). Erst mit Replik vom 2. Oktober 2018 

(S. 7) wiesen die Rekurrenten darauf hin, dass die lange in Vorbereitung gewesene Website der 

Einzelfirma nun aufgeschaltet sei.

3.3.8 Aus dem bisher Ausgeführten folgt, dass der Rekurrent seine behauptete selbstständige 
Erwerbstätigkeit jedenfalls nicht planmässig und nachhaltig ausübte. Er wurde vielmehr haupt-

sächlich für die G.________ und damit für eine in den USA ansässige Gesellschaft unselbst-

ständig erwerbstätig (E. 3.3.4). Daneben erfolgte der Aufbau der Geschäftstätigkeit im Zusam-

menhang mit dem Hundefutter über die J.________ GmbH (E. 3.3.5). Der Rekurrent bemerkt 

dazu, dass ihm nicht angelastet werden könne, soweit er wegen fehlendem Erfolg mit den ur-

sprünglich geplanten Tätigkeiten (zwecks Sicherung der Lebenshaltungskosten) Mitte 2015 und 

damit 21 Monate nach der behaupteten Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit umdis-

ponieren musste (Replik vom 2.10.2018, S. 11). Dem ist insoweit zu widersprechen, als dass 

der Rekurrent bereits ab Herbst 2014 für die G.________ tätig wurde und folglich praktisch in-

nert Jahresfrist umdisponierte. Ausserdem muss sich der Rekurrent vorhalten lassen, dass die 

Barauszahlung über CHF 945'708.45 eigenen Angaben zu Folge zur Sicherstellung seiner Le-

benshaltungskosten während dem Aufbau seiner behaupteten selbstständigen Erwerbstätigkeit 

bezogen wurde (Bst. F). Die namhafte Barauszahlung hätte dabei sicher erlaubt, die Lebenshal-

tungskosten für weitere Monate sicherzustellen, um die ursprünglich geplante selbstständige 

Erwerbstätigkeit weiter voranzutreiben (wozu die Barauszahlung auch nach Auffassung des 

Bundesgerichts hätte verwendet werden dürfen, vgl. BGer 2C.248/2015 vom 2.10.2015, E. 5.5). 

Dies spricht im Ergebnis infolge fehlender Planmässigkeit und Nachhaltigkeit ebenso gegen das 

Vorliegen der behaupteten selbstständigen Erwerbstätigkeit (vgl. E. 3.1).

- 13 -

3.4 Festzuhalten bleibt zusammenfassend, dass der Rekurrent im Jahr 2014 unmittelbar nach 
der behaupteten Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit in sporadischem Umfang 

Tätigkeiten im Sinn des ursprünglichen Businessplans vom Dezember 2013 aufgenommen hat-

te (E. 3.3.1). Den Businessplan setzte er indes nicht nachhaltig und planmässig um (E. 3.3.8). 

Er legte insbesondere keinen Wert darauf, von Beginn an am Markt sichtbar aufzutreten, was 

wenig professionell wirkt (E. 3.3.7). Angesichts des fehlenden Aussenauftritts am Markt passt 

ins Bild, dass mitunter die einzig erhebliche Tätigkeit (im Sinn des ursprünglichen Business-

plans) zu Gunsten der F.________ AG ausgeübt wurde, welche ihren Sitz am Wohnsitz des 

Rekurrenten hat (vgl. Handelsregisterauszug einsehbar unter: <http://www.jgk.be.ch>, Rubriken 

"Handelsregisteramt > Firmensuche"). Auch hat er keine Vorsorge bzw. Absicherung in versi-

cherungstechnischer Hinsicht vorgenommen. Bei diesen Gegebenheiten kann auch im Zusam-

menhang mit der Tätigkeit für die F.________ AG nicht von einer selbstständigen Erwerbstätig-

keit gesprochen werden. Vielmehr ist diese (wegen insgesamt fehlender Nachhaltigkeit und 

Planmässigkeit) als eine gelegentliche Beschäftigung auf nichtarbeitsvertraglicher Basis einzu-

ordnen (vgl. dazu Peter Locher, a.a.O., N. 17 zu Art. 18 DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

a.a.O., N. 33 zu Art. 16 DBG). Dasselbe gilt für die untergeordnete Tätigkeit für die Firma 

K.________ Corp. (vgl. E. 3.3.2). Langfristig im Mittelpunkt der Aktivitäten des Rekurrenten 

steht hingegen eindeutig dessen Tätigkeit für die G.________ (E. 3.3.3). Dabei handelt es sich 

jedoch um eine unselbstständige Erwerbstätigkeit (E. 3.3.4). Die Tätigkeit des Rekurrenten für 

die J.________ GmbH kann ebenfalls nicht als selbstständige Erwerbstätigkeit aufgefasst wer-

den (E. 3.3.5). Dementsprechend waren und sind auch keine Gewinnaussichten aus selbst-

ständiger Erwerbstätigkeit erkennbar (E. 3.3.6). Ein allfälliges unternehmerisches Risiko trägt 

der Rekurrent bloss indirekt über seine Beteiligungen an der G.________ und der J.________ 

GmbH. Damit steht nach Würdigung der gesamten Umstände für die Steuerrekurskommission 

fest, dass keine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn von Art. 21 StG und Art. 18 DBG gege-

ben ist.

3.5 An dieser Schlussfolgerung vermögen auch die Vorbringen der Rekurrenten nichts mehr 
zu ändern, wonach sich die Steuerverwaltung widerspreche, soweit sie in den Veranlagungs-

verfügungen pro 2013 einen Verlust aus selbstständiger Erwerbstätigkeit akzeptierte (pag. 21) 

und in den Veranlagungsverfügungen pro 2014 (pag. 199) einen Gewinn aus selbstständiger 

Erwerbstätigkeit besteuert habe (Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018, S. 16). Dazu bleibt 

anzumerken, was folgt: 

3.5.1 Es ist tatsächlich widersprüchlich, soweit sich die Steuerverwaltung im vorliegenden Ver-
fahren zu Recht auf den Standpunkt stellt, dass keine selbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt 

(E. 3.2), sie aber trotzdem in der Steuerperiode 2014 einen Gewinn aus selbstständiger 

- 14 -

Erwerbstätigkeit veranlagt hat. Dieser Widerspruch bleibt auszuräumen (vgl. nachfolgend 

E. 4.4). Das heisst aber nicht, dass der entsprechende Gewinn von CHF 6'273.-- (E. 3.3.6) nicht 

zu besteuern wäre. Die entsprechenden Einkünfte sind (mangels Planmässigkeit und Nachhal-

tigkeit, vgl. E. 3.4) nach Art. 19 Abs. 1 StG und Art. 16 Abs. 1 DBG wegen gelegentlicher Be-

schäftigung auf nichtarbeitsvertraglicher Grundlage steuerbar (vgl. dazu Peter Locher, a.a.O., 

N. 17 zu Art. 18 DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 33 zu Art. 16 DBG). 

3.5.2 Die Akzeptanz der selbstständigen Erwerbstätigkeit bzw. eines entsprechenden Verlusts 
(vgl. E. 3.5) in der rechtskräftig veranlagten Steuerperiode 2013 steht derweil einer anderen 

Einschätzung in der Steuerperiode 2014 nicht entgegen. Grundsätzlich darf die Steuerverwal-

tung in einer späteren Steuerperiode vertiefte Abklärungen vornehmen und von einer bisherigen 

Beurteilung abweichen, um eine gesetzmässige Besteuerung sicherzustellen (Zweifel/Hunziker 

in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer 

[DBG], 3. Aufl., 2017, N. 3a zu Art. 130 DBG). Soweit es die Steuerverwaltung folglich betref-

fend die Steuerperiode 2013 unterliess, vertieft abzuklären, ob eine selbstständige Erwerbs-

tätigkeit aufgenommen wurde oder nicht, so durfte sie die entsprechenden Abklärungen in der 

Steuerperiode 2014 jedenfalls erstmals vornehmen und zu einer anderen Einschätzung als in 

der Steuerperiode 2013 gelangen. Nicht zu beanstanden ist ausserdem die Tatsache, dass die 

Steuerverwaltung mangels offensichtlicher Ungereimtheiten in der Steuererklärung 2013 auf die 

Angaben der Rekurrenten vertraute (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 9 zu Art. 

130 DBG) und deshalb nicht bereits in der Steuerperiode 2013 vertiefte Abklärungen zum Vor-

liegen einer selbstständigen Erwerbstätigkeit vorgenommen hat.

3.6 Dementsprechend ist der Steuerverwaltung grundsätzlich zuzustimmen, dass die wegen 
fehlender selbstständiger Erwerbstätigkeit (E. 3.4) zu Unrecht bezogene Barauszahlung (Kapi-

talleistung aus Vorsorge) zusammen mit dem übrigen Einkommen im Rahmen der ordentlichen 

Veranlagung zu erfassen ist (E. 3). 

4. Zu klären bleibt, ob die Barauszahlung in der ordentlichen Veranlagung pro 2014 erfasst 
werden durfte. Diesbezüglich ist insbesondere den Vorbringen der Rekurrenten nachzugehen, 

ob auf Grund der Fälligkeit der Barauszahlung eine allfällige Besteuerung zusammen mit dem 

übrigen Einkommen im (bereits rechtskräftig abgeschlossenen) ordentlichen Veranlagungsver-

fahren pro 2013 und nicht im hier strittigen Veranlagungsverfahren pro 2014 hätte erfolgen 

müssen bzw. ob die bereits vorgenommenen Sonderveranlagungen pro 2013 einer Besteue-

rung derselben Barauszahlung im ordentlichen Veranlagungsverfahren generell entgegenste-

hen (Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018, S. 12).

- 15 -

4.1 Betreffend die bereits rechtskräftigen Sonderveranlagungen pro 2013 ist festzuhalten, 
dass das Bundesgericht eine nachträgliche Besteuerung derselben Einkommen im ordentlichen 

Veranlagungsverfahren als zulässig erachtet, wenn eine Revision der entsprechenden Sonder-

veranlagungen bzw. die Aufhebung dieser Sonderveranlagungen in Aussicht gestellt werden 

kann (BGer 2C.156/2010 vom 7.6.2011, E. 3.2). Im vorliegenden Fall wurde eine entsprechen-

de Revision nach Art. 202 Abs. 1 StG und Art. 147 Abs. 1 DBG von der Steuerverwaltung mehr-

fach in Aussicht gestellt (vgl. Bst. C und Bst. E). 

4.1.1 Eine Revision bzw. eine Aufhebung der Sonderveranlagungen von Amtes wegen ist ins-
besondere möglich, soweit nachträglich erhebliche Tatsachen entdeckt werden und sich die 

Revision zugunsten der Steuerpflichtigen auswirkt (Art. 202 Abs. 1 Bst. a StG und Art. 147 

Abs. 1 Bst. a DBG). Die erhebliche Tatsache (keine Aufnahme einer selbstständigen Erwerbs-

tätigkeit) wurde im Rahmen des Veranlagungsverfahrens pro 2014 (Eingang der Steuerer-

klärung im Dezember 2015, vgl. pag. 35) und damit nach Erlass der Sonderveranlagungen am 

16. Juli 2014 (vgl. Bst. C) erkannt. Sodann kann der Steuerverwaltung nicht vorgeworfen wer-

den, dass sie bereits in der Steuerperiode 2013 hätte Abklärungen zum Vorliegen einer selbst-

ständigen Erwerbstätigkeit vornehmen müssen (E. 3.5.2). Isoliert betrachtet wirkt sich die Revi-

sion (bzw. die in Aussicht gestellte Aufhebung der Sonderveranlagungen) zudem zugunsten der 

Rekurrenten aus. Ob sich die Intervention der Steuerverwaltung (Aufhebung der Sonderveran-

lagungen, Aufrechnung der Barauszahlung im ordentlichen Veranlagungsverfahren) insgesamt 

zum Vorteil oder Nachteil der Rekurrenten auswirkt, spielt keine Rolle, da es sich beim Revisi-

onsverfahren und dem ordentlichen Veranlagungsverfahren um formell unabhängige Verfahren 

mit je eigenen Regeln handelt (BGer 2C.156/2010 vom 7.6.2011, E. 3.2; BGer 2C.200/2014 

vom 4.6.2015, E. 2.4.4.1). Einer Revision der Sonderveranlagungen pro 2013 steht damit nichts 

entgegen.

4.1.2 Die Rekurrenten verweisen in diesem Zusammenhang noch auf einen Bundesgerichts-
entscheid (BGer 2C.200/2014 vom 4.6.2015), in welchem die Aufrechnung der Barauszahlung 

im ordentlichen Verfahren für unzulässig erklärt wurde, nachdem die Barauszahlung bereits 

vorgängig (rechtskräftig) mit Sonderveranlagungen besteuert worden war (Rekurs und Be-

schwerde vom 29.6.2018, S. 12). Die Steuerverwaltung merkt dazu an, dass dem Bundesge-

richtsentscheid ein anderer Sachverhalt zu Grunde liegt und die Rekurrenten deshalb daraus 

nichts zu ihren Gunsten ableiten könnten (Vernehmlassung vom 22.8.2018, S. 5). Dieser Auf-

fassung ist zuzustimmen. Dem BGer 2C.200/2014 vom 4. Juni 2015 lag der Sachverhalt zu 

Grunde, dass die Steuerpflichtigen dort die Barauszahlung (aus einer ausländischen Vorsorge-

einrichtung) im Rahmen der üblichen Steuererklärung pro 2009 deklarierten und nie behauptet 

hatten, einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen (BGer 2C.200/2014 vom 4.6.2015, 

- 16 -

Bst. A und E. 2.4.4.2). Mithin konnte die Steuerverwaltung im zitierten Entscheid bereits vor 

Erlass der Sonderveranlagungen am 9. Dezember 2010 wissen, dass die Barauszahlung zu 

Unrecht erfolgte. Insofern bestand dort (mangels nachträglich neu entdeckter Tatsachen, vgl. 

E. 4.1.1) im Ergebnis keine Möglichkeit mehr, im Revisionsverfahren auf die Sonderveranla-

gungen zurückzukommen, um die Barauszahlung im ordentlichen Veranlagungsverfahren zu-

sammen mit dem übrigen Einkommen besteuern zu können (BGer 2C.200/2014 vom 4.6.2015, 

E. 2.5). In der hier vorliegenden Konstellation können die Sonderveranlagungen pro 2013 hin-

gegen noch revidiert werden (E. 4.1.1), weshalb sie einer Besteuerung derselben Barauszah-

lung im ordentlichen Veranlagungsverfahren zusammen mit dem übrigen Einkommen nicht ent-

gegenstehen.

4.2 Fraglich bleibt somit noch, ob die Barauszahlung im Rahmen der ordentlichen Veranla-
gung der Steuerperiode pro 2013 oder derjenigen pro 2014 zu erfassen ist (E. 4). Zur Bestim-

mung des Besteuerungszeitpunkts der Barauszahlung sind die allgemeinen steuerlichen Prinzi-

pien heranzuziehen. Ein Einkommen gilt nach steuerrechtlichen Grundsätzen dann als zuge-

flossen und damit erzielt, wenn die steuerpflichtige Person Leistungen vereinnahmt oder einen 

festen Rechtsanspruch darauf erwirbt, über den sie tatsächlich verfügen kann 

(BGer 2C.245/2009 vom 20.10.2009). Im Zeitpunkt dieser Einkommensrealisation hat die Be-

steuerung zu erfolgen. Die Rekurrenten halten dafür, dass die Barauszahlung gestützt auf die 

von der N.________ gemeldete Fälligkeit in der Steuerperiode 2013 zu besteuern ist (Bst. D, 

vgl. die Meldung der N.________ in der Beilage 32 zu Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018, 

Eintritt des versicherten Ereignisses "Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit" am 

1.9.2013). Die Steuerverwaltung vertritt dagegen die Auffassung, dass die Barauszahlung erst 

in der Steuerperiode 2014 im Zuge derer effektiven Auszahlung am 17. März 2014 realisiert 

worden sei und dementsprechend in der Steuerperiode 2014 versteuert werden muss (Bst. E). 

4.2.1 Das Bundesgericht hat verschiedentlich zur Frage Stellung genommen, wann Kapital-
leistungen aus Vorsorge steuerrechtlich zugeflossen sind. In BGer 2C.245/2009 vom 20. Okto-

ber 2009 hat das Bundesgericht ausführlich abgehandelt, wie es sich verhält, wenn eine Aus-

trittsleistung einer Vorsorgeeinrichtung zur Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit 

ausgerichtet wird. Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass nicht auf die tatsächliche Auszah-

lung (wie damals vom Steueramt des Kantons Zürich beantragt) als massgebenden Realisati-

onszeitpunkt abzustellen ist, sondern die steuerrechtliche Realisation mit dem Austritt aus der 

Vorsorgeeinrichtung einhergehe (BGer 2C.245/2009 vom 20.10.2009). Das Bundesgericht er-

wog, dass soweit in diesem Zeitpunkt die Barauszahlungsgründe (wie die Aufnahme der selbst-

ständigen Erwerbstätigkeit nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 17. Dezember 1993 über die 

Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge 

- 17 -

[FZG; SR 831.42]) erfüllt sind, nicht einzusehen sei, weshalb dieser Anspruch noch zu unsicher 

sein sollte, um steuerlich als realisiert gelten zu können. Schliesslich sei davon auszugehen, 

dass gerade bei Barauszahlungsfällen das Auszahlungsbegehren in der Regel frühzeitig ge-

stellt werde, da die versicherte Person bei Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit wohl 

möglichst bald über das zusätzliche Eigenkapital verfügen wolle. Im Normalfall sei daher – wie 

bei Kapitalauszahlungen im Vorsorgefall Alter – bei gegebenen Barauszahlungsvoraussetzun-

gen auf die Fälligkeit (sprich den Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung) zur Bestimmung des 

Realisationszeitpunkts abzustellen, und nicht auf die tatsächliche Auszahlung. Allerdings hatte 

das Bundesgericht dabei zusätzlich erwogen, dass es sich dort anders verhalten mag, wo das 

Auszahlungsbegehren nach dem Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung gestellt wird, sowie in 

Fällen, wo die versicherte Person die Schweiz definitiv verlässt (vgl. zum Ganzen: 

BGer 2C.245/2009 vom 20.10.2009, E. 4.3).

4.2.2 Im vorliegenden Fall verhält es sich so, dass der Rekurrent das Auszahlungsbegehren 
erst nach dem Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung gestellt hat. Den Angaben des Rekurrenten 

zufolge war er ab April 2013 arbeitslos und beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) 

Langenthal gemeldet (Rekurs und Beschwerde vom 29.6.2018, S. 3). Folglich ist er damals aus 

seiner ursprünglichen Vorsorgeeinrichtung ausgetreten und sein Vorsorgeguthaben wurde (ge-

stützt auf Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 Abs. 1 FZG) auf die Freizügigkeitsstiftung der N.________ 

übertragen. Gegenüber der Freizügigkeitsstiftung der N.________ musste die Barauszahlung 

vom Rekurrenten somit erneut verlangt werden (Art. 14 der Verordnung vom 3. Oktober 1994 

über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [FZV; 

SR 831.425] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 FZG), da keine Verpflichtung besteht, dass das bei einer Frei-

zügigkeitsstiftung liegende Vorsorgeguthaben bei Aufnahme einer selbstständigen Erwerbs-

tätigkeit bezogen werden muss. Die tatsächliche Verfügbarkeit der Mittel und mithin der feste 

Rechtsanspruch auf Ausrichtung einer Barauszahlung zur Aufnahme einer selbstständigen Er-

werbstätigkeit hängt damit entscheidend mit dem Einreichen eines entsprechenden Auszah-

lungsbegehrens zusammen. Die Fälligkeit von Barauszahlungen nach Art. 5 FZG kann dabei 

grundsätzlich auch erst dann eintreten, wenn deren Auszahlung vorgängig verlangt worden ist 

(BGer 2A.1/2005 vom 6.2.2006, E. 3.3). Der Auszahlungsantrag wurde im vorliegenden Fall am 

7. März 2014 und damit in der Steuerperiode 2014 von den Rekurrenten unterzeichnet (Bst. G). 

Die Barauszahlung konnte im vorliegenden Fall folglich nicht vor dem 7. März 2014 fällig bzw. 

steuerrechtlich realisiert werden.

4.2.3 Die Schwierigkeit der genauen Bestimmung der Fälligkeit einer Barauszahlung bei Auf-
nahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit hängt im Übrigen damit zusammen, dass die Fäl-

ligkeit grundsätzlich von zwei Faktoren abhängt (BGer 2C.245/2009 vom 20.10.2009, E. 3.3.2, 

- 18 -

mit weiteren Hinweisen). Die Barauszahlung darf von der ausrichtenden Institution nur auf 

Grund des Auszahlungsbegehrens und nach erfolgter Überprüfung der gesetzlichen Vorausset-

zungen (Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit, allfällige Zustimmung des Ehegatten) 

erbracht werden (vgl. Geiser/Senti in: Kommentar zum BVG und FZG, Bundesgesetz über die 

berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung sowie über die Freizügigkeit in der 

beruflichen Alters-, Hinterlassenen und Invalidenversicherung, 2010, N. 42 zu Art. 5 FZG]). 

Schwierig zu bestimmen ist dabei regelmässig, wann die Überprüfung der gesetzlichen Voraus-

setzungen erfolgt, da es sich dabei um einen internen Vorgang bei der ausrichtenden Institution 

handelt. Immerhin kann die Fälligkeit aber relativ einfach auf den Zeitraum zwischen dem Ein-

reichen des Auszahlungsantrags und der effektiven Auszahlung des Vorsorgeguthabens einge-

grenzt werden. Der von der Freizügigkeitsstiftung der N.________ im vorliegenden Fall gemel-

dete Fälligkeitstermin vom 1. September 2013 erweist sich vor diesem Hintergrund dann auch 

als offensichtlich falsch, zumal er vor dem Einreichen des Auszahlungsbegehrens (datiert vom 

7.3.2014) und damit ebenso vor der nötigen internen (aber für die Steuerverwaltung nicht ver-

bindlichen, vgl. E. 3) Prüfung der gesetzlichen Barauszahlungsvoraussetzungen liegt. Dement-

sprechend kann den Vorbringen der Rekurrenten nicht gefolgt werden, dass die Barauszahlung 

in der Steuerperiode 2013 fällig geworden wäre. Vielmehr ist der Steuerverwaltung im Ergebnis 

zuzustimmen, dass die Barauszahlung steuerrechtlich in der Steuerperiode 2014 und spätes-

tens im Zuge der effektiven Auszahlung am 17. März 2014 realisiert worden ist. Demnach ist die 

fragliche Barauszahlung in der Steuerperiode 2014 zu versteuern (E. 4.2).

4.3 In Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. dazu 
BGer 2C.204/2016 vom 9.12.2016, E. 3.5) hat die Steuerverwaltung den Rekurrenten sodann 

anerboten, von einer der Besteuerung der zu Unrecht bezogenen Barauszahlung (E. 3.6) im 

Rahmen der ordentlichen Veranlagung abzusehen, wenn die Barauszahlung wieder in eine 

Vorsorgeeinrichtung zurückübertragen werde (Bst. C). Nachdem die Rekurrenten davon bisher 

keinen Gebrauch machten, ist nicht zu beanstanden, dass die Steuerverwaltung die Barauszah-

lung schliesslich effektiv zusammen mit dem übrigen Einkommen in der Steuerperiode 2014 

besteuert hat (E. 3 und E. 4.2.3). Der Rekurs und die Beschwerde pro 2014 sind demnach hin-

sichtlich der vorgenommenen Aufrechnung der Barauszahlung abzuweisen.

4.4 Zurückzukommen bleibt auf den Umstand, dass der Rekurrent in der Steuerperiode 2014 
offenbar eine Liegenschaft in den USA erworben hat (E. 3.3.4). Dabei ist für die Steuerrekurs-

kommission unklar, ob die Rekurrenten diese Liegenschaft direkt als Eigentümer (zumal in der 

Steuererklärung 2014 keine ausländische Liegenschaft aufgeführt ist, vgl. pag. 39) halten und 

wenn ja, zu welchem Wert diese Liegenschaft (satzbestimmend) in die Veranlagung einzube-

ziehen wäre. Denkbar bleibt schliesslich auch, dass noch eine Schuldzinsausscheidung im 

- 19 -

internationalen Verhältnis vorzunehmen ist und eine versuchte Steuerhinterziehung vorliegt, 

soweit die Liegenschaft in den USA vorsätzlich nicht deklariert worden wäre. Da eine erstmalige 

Prüfung dieser offenen Punkte nicht zu den Aufgaben der Steuerrekurskommission als 

Rechtsmittelinstanz gehört, bleiben die Akten diesbezüglich zur Klärung und zur allfälligen Neu-

festsetzung der Steuerfaktoren sowie Festsetzung einer Busse wegen versuchter Steuerhinter-

ziehung an die Steuerverwaltung zurückzuweisen. Dabei ist wie erwähnt nicht auszuschliessen, 

dass sich die Steuerfaktoren der Rekurrenten (insbesondere auf Grund einer allfälligen Schuld-

zinsenausscheidung im internationalen Verhältnis) weiter erhöhen. Die Steuerverwaltung wird 

im Zuge dieser Rückweisung ebenso den inneren Widerspruch ihrer Einspracheentscheide 

(Besteuerung eines Gewinns aus selbstständiger Erwerbstätigkeit, wobei keine solche vorliegt, 

vgl. E. 3.5.1) korrigieren bzw. eine entsprechende Umqualifikation vornehmen.

5. Vorliegend unterliegen die Rekurrenten mit ihrem Rechtsbegehren (E. 4.3) und die Rück-
weisung kann sich weiter zu ihren Ungunsten auswirken (E. 4. 4). Bei diesem Ausgang des Ver-

fahrens werden die Rekurrenten kostenpflichtig und haben die gesamten Verfahrenskosten zu 

tragen einschliesslich allfälliger Auslagen für Gutachten oder andere externe Kosten (Art. 144 

Abs. 1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1, 2, 53, 58 und 59 des Dekrets vom 

24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der Gerichts-

behörden und der Staatsanwaltschaft [Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]). Vorliegend 

sind die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 3'000.-- (bestehend aus einer Gerichtsgebühr) 

damit den unterlegenen Rekurrenten aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu 

verrechnen.

Da die Rekurrenten im vorliegenden Fall unterliegen, werden keine Parteikosten gesprochen 

(Art. 200 Abs. 4 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).

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Aus diesen Gründen wird erkannt:

1. Der Rekurs pro 2014 wird hinsichtlich der Aufrechnung der Barauszahlung abgewiesen. 

Weitergehend wird der Einspracheentscheid vom 5. Juni 2018 betreffend die kantonalen 

Steuern aufgehoben. Die Akten werden zur Neufestsetzung der Steuerfaktoren im Sinn 

der Erwägungen an die Steuerverwaltung des Kantons Bern zurückgewiesen. 

2. Der Beschwerde pro 2014 wird hinsichtlich der Aufrechnung der Barauszahlung abgewie-

sen. Weitergehend wird der Einspracheentscheid vom 5. Juni 2018 betreffend die direkte 

Bundessteuer aufgehoben. Die Akten werden zur Neufestsetzung der Steuerfaktoren im 

Sinn der Erwägungen an die Steuerverwaltung des Kantons Bern zurückgewiesen. 

3. Die Kosten des Verfahrens vor der Steuerrekurskommission, bestimmt auf eine Pau-

schalgebühr von CHF 3'000.--, werden den Rekurrenten zur Bezahlung auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Gegen den Entscheid betreffend die kantonalen Steuern kann innert 30 Tagen seit 
der Eröffnung beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 
3011 Bern, Beschwerde erhoben werden. Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechts-
schrift am letzten Tag der Frist einer schweizerischen Poststelle übergeben wird. Die Be-

schwerdeschrift ist in 3-facher Ausfertigung einzureichen. Sie muss von der beschwer-
deführenden Person selbst oder von einem zur Prozessführung vor bernischen Gerichten 

ermächtigten Anwalt verfasst und unterzeichnet sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechts-

schrift hat insbesondere das Rechtsbegehren und die Begründung zu enthalten. Der 
angefochtene Entscheid ist beizulegen. 

Gegen den Entscheid betreffend die direkte Bundessteuer kann innert 30 Tagen seit 
der Eröffnung beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 
3011 Bern, Beschwerde erhoben werden (Art. 145 DBG i.V.m. Art. 9 Abs. 3 BStV). 
Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechtsschrift am letzten Tag der Frist einer schweizeri-

schen Poststelle übergeben wird. Die Beschwerdeschrift ist in 3-facher Ausfertigung 
einzureichen. Sie muss von der beschwerdeführenden Person selbst oder von einem zur 

Prozessführung vor bernischen Gerichten ermächtigten Anwalt verfasst und unterzeichnet 

sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechtsschrift hat insbesondere das Rechtsbegehren und 
die Begründung zu enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. 

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Wird beim Verwaltungsgericht für die kantonalen Steuern und die direkte Bundes-
steuer Beschwerde erhoben, können diese, soweit den gleichen Gegenstand betref-
fend, in einer gemeinsamen Rechtsschrift eingereicht werden. Sie hat insbesondere 
die jeweiligen Rechtsbegehren sowie die Begründungen zu enthalten.

6. Zu eröffnen an:

▪ C.________ zuhanden von A.________ und B.________ 

▪ Steuerverwaltung des Kantons Bern

▪ Eidgenössische Steuerverwaltung

▪ Gemeinde D.________

IM NAMEN DER STEUERREKURSKOMMISSION
DES KANTONS BERN

Die Vizepräsidentin Der Gerichtsschreiber

Nanzer Wermuth