# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ed21783-d48e-5df1-91ee-9862359dbf84
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.05.2025 SB240212
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240212_2025-05-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB240212-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. B. Amacker, die 

Oberrichterin lic. iur. V. Keller sowie der Gerichtsschreiber

MLaw J. Stegmann

Urteil vom 5. Mai 2025

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____,

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache Vergewaltigung etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung,
vom 25. Januar 2024 (DG220184)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 27. September 

2022 (Urk. 15) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 79 S. 110 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der mehrfachen, teils versuchten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB teils in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie

 der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 45 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 34 Tage durch Unter-

suchungshaft erstanden sind.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.

4. Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB für die Dauer von 

10 Jahren aus dem Gebiet der Schweiz verwiesen.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) 

angeordnet.

5. Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im Sinne von 

Art. 257 StPO bzw. Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes angeordnet. Das Forensische Institut 

Zürich (FOR) wird mit dem Vollzug beauftragt und der Beschuldigte verpflichtet, innert 

30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des Urteils beim Forensischen Institut Zürich, Polizei- & 

Justizzentrum PJZ, Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 8010 Zürich zwecks DNA-Proben-

ahme für die DNA-Profilerstellung zu erscheinen. Kommt er dieser Verpflichtung unent-

schuldigt nicht nach, wird die Kantonspolizei hiermit verpflichtet, ihn - auf entsprechende 

Mitteilung des Forensischen Instituts Zürich hin - zwangsweise vorzuführen. Der Beschul-

digte wird auf Art. 205, 207 und 417 StPO aufmerksam gemacht.

6. Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes wird abgesehen.

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7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin den Betrag von CHF 10'000.– als 

Genugtuung zu bezahlen.

8. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

CHF 9'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 3'000.00   Gebühr Strafuntersuchung

CHF 40.00   Dr. B._____ ärztl. Befund Privatklägerin

CHF 1'000.00   Gerichtsgebühr OGZ, G. Nr. UB210176-O

CHF 9'984.10   amtliche Verteidigung RA X2._____  (inkl. Barauslagen und Mwst)

CHF 33'174.80
  amtliche Verteidigung RA X1._____
  (inkl. Barauslagen und Mwst)

CHF 26'836.95
  unentgeltliche Rechtsvertretung RA Y._____
  (inkl. Barauslagen und Mwst)

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme der Kosten 

der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, werden 

dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltli-

chen Vertretung der Privatklägerin werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 

Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 426 

Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.

10. [Mitteilungen]

11. [Rechtsmittel]"

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 105 und Prot. II S. 12; vgl. auch Urk. 81)

1. Die Dispositiv-Ziffern 1., 2., 3., 4., 5., 7. und 9. des Urteils des 
Bezirksgerichts Zürich vom 25. Januar 2024 (Geschäfts-Nr.: 
DG220184-L) seien vollumfänglich aufzuheben.

2. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizu-
sprechen.

3. Dem Beschuldigten sei eine angemessene Genugtuung von min-
destens Fr. 11'800.– zuzusprechen.

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4. Die Genugtuungsforderung der Privatklägerin sei vollumfänglich 
abzuweisen.

5. Die Kosten der Untersuchung und des erst- und zweitinstanzlichen 
Gerichtsverfahrens, inklusive derjenigen für die gesamte amtliche 
Verteidigung des Beschuldigten sowie der unentgeltlichen Rechts-
vertretung der Privatklägerin (je zzgl. 7.7 % bzw. 8.1 % MwSt.) 
seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen, eventualiter 
der Privatklägerin aufzuerlegen.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 84)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c) Der Privatklägerin:

1. Es seien die Anträge des Beschuldigten vollumfänglich abzuwei-
sen;

2. Es sei das vorinstanzliche Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 
2. Abteilung, vom 25. Januar 2024 vollumfänglich zu bestätigen 
auch in Bezug auf die Zusprechung einer Genugtuung an die 
Privatklägerin im Umfang von CHF 10'000.00 zu Lasten des 
Beschuldigten;

3. Es seien dem Beschuldigten die gesamten Verfahrenskosten inklu-
sive der Kosten des unentgeltlichen Rechtsvertreters gemäss der 
richterlich genehmigten Honorarnote (inkl. MwSt.) aufzuerlegen.

Erwägungen:

I.  Verfahrensgang

1. Zum Verfahrensgang bis zum Erlass des erstinstanzlichen Urteils kann auf 

die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwie-

sen werden (Urk. 79 S. 4-8). Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene 

und am 25. Januar 2024 mündlich eröffnete Urteil (vgl. Prot. I S. 49) meldete der 

Beschuldigte innert gesetzlicher Frist Berufung an (Urk. 75). Nach Zustellung des 

begründeten Urteils reichte der Beschuldigte sodann wiederum fristgerecht seine 

Berufungserklärung ein (Urk. 81). Mit Präsidialverfügung vom 14. Mai 2024 wurde 

der Privatklägerin sowie der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt um zu erklären, ob 

Anschlussberufung oder ein Nichteintreten auf die Berufung beantragt werde 

(Urk. 82). Der Privatklägerin wurde ausserdem Frist angesetzt, um zu erklären, ob 

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sie den Antrag stelle, dass dem urteilenden Gericht eine Person gleichen 

Geschlechts angehöre, ob sie für den Fall einer Befragung verlange, von einer 

Person gleichen Geschlechts einvernommen zu werden sowie ob für den Fall einer 

Befragung verlangt werde, dass für die Übersetzung ihrer Befragung eine Person 

gleichen Geschlechts beigezogen werde (Urk. 82). Mit Eingabe vom 17. Mai 2024 

teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie auf Anschlussberufung verzichte und die 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantrage (Urk. 84). Mit Eingabe vom 

5. Juni 2024 teilte auch die Privatklägerin mit, dass sie keine Anschlussberufung 

erhebe und die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantrage. Sodann bean-

tragte sie die allfällige Befragung durch eine weibliche Person, dass dem Spruch-

körper mindestens eine Person weiblichen Geschlechts angehöre und die Dolmet-

scherin ebenfalls eine weibliche Person sei (Urk. 85). Mit Präsidialverfügung vom 

10. Juni 2024 wurde der Privatklägerin für das Berufungsverfahren die unentgelt-

liche Rechtspflege gewährt und Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand bestellt (Urk. 88). Mit Präsidialverfügung vom 15. Oktober 2024 

wurde die Publikumsöffentlichkeit von der Berufungsverhandlung ausgeschlossen, 

akkreditierte Gerichtsberichterstatter wurden unter Auflage zugelassen (Urk. 90).

2. Mit Eingabe vom 14. Januar 2025 stellte der Beschuldigte den Beweisantrag, 

es sei die vollständige Krankengeschichte (inkl. sämtlicher Sitzungsprotokolle 

sowie allfälliger Berichte der Therapie) der Privatklägerin zu ihrer Therapie bei PD 

Dr. med. C._____ einzuholen (Urk. 93). Nach eingeholter Stellungnahme der Pri-

vatklägerin (Urk. 96) und implizitem Verzicht der Staatsanwaltschaft auf 

Stellungnahme wurde dieser Antrag mit Präsidialverfügung vom 6. März 2025 

abgewiesen (Urk. 100).

3. Am 26. Februar 2025 wurden die Parteien auf den 5. Mai 2025 zur Berufungs-

verhandlung vorgeladen (Urk. 98). Zur Berufungsverhandlung erschienen der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____ sowie der Rechtsvertreter der Privatklägerin, Rechtsanwalt Dr. iur. HSG 

Y._____ (Prot. II S. 9). Vorfragen waren anlässlich der Berufungsverhandlung 

keine zu entscheiden und es wurden keine Beweisergänzungsanträge gestellt. Ab-

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gesehen von der Einvernahme des Beschuldigten waren keine Beweise 

abzunehmen (Prot. II S. 11 f.; Urk. 104).

Das Verfahren ist spruchreif.

II.  Prozessuales

1.1. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 

StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in Rechtskraft. Das 

Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-

nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).

1.2. Der Beschuldigte ficht Dispositiv-Ziffern 1. (Schuldsprüche), 2. (Strafe), 

3. (Vollzug), 4. (Landesverweisung und Ausschreibung im SIS), 5. (Abnahme einer 

DNA Probe), 7. (Genugtuung an Privatklägerin) sowie 9. (Kostenauferlegung) an. 

Dispositiv-Ziffer 6. (Absehen Anordnung Tätigkeitsverbot und 8. (Kostenfestset-

zung) sind nicht angefochten (Urk. 81; Prot. II S. 11), womit diese in Rechtskraft 

erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

Im übrigen Umfang steht der angefochtene Entscheid im Rahmen des Berufungs-

verfahrens unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes zur Disposition.

2.1. Bereits an dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes 

einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungsin-

stanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschrän-

ken.

2.2. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies 

in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit 

Erwähnung findet.

3. Das am 1. Juli 2024 neu in Kraft getretene Sexualstrafrecht definiert die 

Tatbestände der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung neu. Ein Teil der vor-

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liegend relevanten Sachverhalte würde nicht mehr unter Art. 190 Abs. 1 StGB bzw. 

Art. 189 Abs. 1 StGB sondern neu unter Art. 190 Abs. 2 StGB und Art. 189 Abs. 2 

StGB abgehandelt. Die jeweiligen Strafrahmen blieben jedoch gleich, denn auch 

nach neuem Recht reichen diese von einem Jahr bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe 

(Art. 190 Abs. 2 StGB) bzw. von 3 Tagen bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe oder 

Geldstrafe (Art. 189 Abs. 2 StGB). Das neue Recht ist in Bezug auf den vorliegen-

den Sachverhalt nicht als milder anzusehen, weshalb das alte Recht anzuwenden 

und auch in Bezug auf die rechtliche Würdigung relevant sein wird.

III.  Sachverhalt

1. Anklagevorwurf

1.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, die Privatklägerin, 

welche vom tt. Juli 2016 (Heirat im Iran) bis 8. Februar 2022 (Datum des Schei-

dungsurteils des Bezirksgerichts Uster) seine Ehefrau war, im Zeitraum vom August 

2016 bis Sommer 2020 zweimal vergewaltigt, einmal sexuell genötigt und einmal 

versucht sexuell genötigt zu haben (Urk. 15). Betreffend den detaillierten Anklage-

sachverhalt kann auf die dem Urteil angeheftete Anklageschrift verwiesen werden 

(Urk. 15).

1.2. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe gegen ihn. Es sei nie gegen den 

Willen der Privatklägerin zu sexuellen Handlungen gekommen (vgl. zuletzt Urk. 104 

S. 4 ff.; vgl. auch Prot. II S. 14 ff.).

1.3. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zusammengefasst vor, dass 

der Beschuldigte – entgegen der vorinstanzlichen Erwägungen – die einzelnen Vor-

würfe glaubhaft und bestmöglich bestritten habe und sogleich versucht habe, die 

Behauptungen der Privatklägerin ins rechte Licht zu rücken. Der Privatklägerin sei 

in ihren Einvernahmen von Beginn weg immer wieder "unter die Arme" gegriffen 

und Gelegenheit gegeben worden, um Lücken in ihren Erzählungen zu füllen oder 

Widersprüche zu erklären. Hierbei habe sich die Privatklägerin denn auch teilweise 

geschickt gezeigt, teilweise habe sie sich aber in offensichtliche Lügen oder Wider-

sprüche verstrickt. Es sei davon auszugehen, dass die Privatklägerin wahrschein-

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lich bestens vorbereitet – sie sei zumindest beim BIF gewesen – den Weg zur 

Polizei gemacht habe. Demgegenüber habe sich der Beschuldigte völlig unvorbe-

reitet und spontan zu Vorwürfen äussern müssen, welche teilweise komplett 

unwahr gewesen seien und zugleich teilweise mehrere Jahre zurückgelegen haben 

sollen. Der Beschuldigte habe sich von Beginn an kämpferisch und in Tat und 

Wahrheit ohne jegliche (taktische) Zurückhaltung gegen diese Vorwürfe gewehrt 

und auch mehrfach betont, dass diese Vorwürfe immer wieder gespickt mit einzel-

nen tatsächlich wahren Begebenheiten gewesen seien, jedoch mit unwahren 

Bestandteilen ergänzt worden seien. Die an den Beschuldigten immer wieder 

gestellte Frage nach dem Motiv der Privatklägerin für eine falsche Beschuldigung 

habe der Beschuldigte logischerweise nicht ernsthaft und abschliessend beant-

worten können. Trotzdem habe man das von ihm immer wieder hören wollen. 

Womöglich stecke hinter den falschen Anschuldigungen ein finanzielles oder 

migrationsrechtliches Motiv, möglicherweise habe sich die Privatklägerin in ihrer 

Wahrnehmung unter dem Strich tatsächlich durch den Beschuldigten missbraucht 

oder ausgenützt gefühlt und es sei um eine Abrechnung mit dem Beschuldigten 

gegangen. Oder es seien die Erinnerungen und Wahrnehmungen der Privatkläge-

rin in ihren Therapien uminterpretiert und fehlgeleitet (false memories) worden, 

sodass die Privatklägerin mit der Zeit selbst an ihre Versionen geglaubt habe. Diese 

Frage könne vom Beschuldigten nicht beantwortet werden. Der Beschuldigte sei 

jedenfalls ein Opfer einer falschen Anschuldigung. Die Vorinstanz habe dem 

Beschuldigten aktenwidrig ein religiös geprägtes und abschätziges Bild gegenüber 

der Privatklägerin vorgeworfen und das von der Privatklägerin klischierte Bild des 

Beschuldigten übernommen. Nach diesem klischierten Bild der Privatklägerin soll 

der Beschuldigte ein sehr religiöser Mensch gewesen sein und von ihr Dinge ver-

langt haben, welche ihm gemäss Koran und Ehevertrag zustehen würden. Das sei 

jedoch – so der Verteidiger weiter – alles Quatsch; der Beschuldigte wie auch die 

Privatklägerin seien beide aktenkundig weltoffene, gebildete Menschen, beide 

seien in nichtreligiösen Familien aufgewachsen und hätten auch so (säkularisiert, 

hedonistisch, lebensbejahend und absolut gleichwertig) in der Schweiz miteinander 

gelebt. Es sei die Privatklägerin gewesen, welche generell "die Hosen" in der Ehe 

angehabt habe. Die Vorinstanz habe überdies fest an die Version der Privatklägerin 

-   9   -

geglaubt, wonach diese "mit den hiesigen Sitten, Gebräuchen, Gepflogenheiten 

und Möglichkeiten noch lange unvertraut" gewesen sein soll. Auch hier verkenne 

die Vorinstanz, dass sowohl der Beschuldigte als auch die Privatklägerin aktenkun-

dig und unbestrittenermassen aus modernen, aufgeklärten sowie unreligiösen 

Familien stammen würden, und sich die Privatklägerin gleich wie der Beschuldigte 

deshalb auch von Beginn an in der Schweiz heimisch gefühlt habe. Die Privatklä-

gerin habe den Master in Maschinenbau absolviert und sei dann in die Schweiz 

gekommen. Trotzdem sei es für die Vorinstanz unverständlicherweise verständlich 

gewesen, dass der Privatklägerin "erst nach Konsultation des BIF's und weiterer 

Therapien" die Augen geöffnet worden sein sollen. Eine solche Sichtweise sei 

unbegreiflich und willkürlich. Vielmehr sei zu erkennen, dass die Privatklägerin mit 

den bekannten Vorwürfen gerade dann gekommen sei, als sie sich in Trennung 

befunden hätten, ein Scheidungskampf zwischen ihnen vonstatten gegangen sei, 

der Beschuldigte sie zuvor bei der Polizei angezeigt und sie habe zugeben müssen, 

dass sie ihn bei einem Streit heftig gebissen habe, und auch nachdem der Beschul-

digte die Trennung beim Migrationsamt angezeigt habe. Welche Gefühlsweiten 

hierdurch bei der Privatklägerin möglicherweise entstanden seien, könne nur 

erahnt werden. Jedenfalls habe sie den Beschuldigten schliesslich massiv falsch 

beschuldigt, was ein krimineller Akt sei und wodurch sie den Beschuldigten in eine 

dauerhafte und massive Not- und Schieflage versetzt habe. Aus den vom Beschul-

digten eingereichten Chatnachrichten würde rein gar nichts auf die unzutreffenden 

Vorwürfe von Seiten der Privatklägerin hindeuten. Die Chatverläufe würden jeweils 

aus den Zeiträumen nach den angeblichen Tatzeitpunkten stammen. Dort fänden 

sich aber lediglich verliebte Nachrichten von Seiten der Privatklägerin, sie habe 

Ratschläge zu Sexualpraktiken gegeben und es fänden sich verdorbene Sexnach-

richten der Privatklägerin an den Beschuldigten. Dass eine von ihrem Ehemann 

regelmässig missbrauchte Frau solche offensichtlich unbekümmerten Nachrichten 

sende, dies jeweils nach den angeblichen Tatzeitpunkten, und demgegenüber rein 

gar nicht darüber diskutiert worden sei, was gemäss ihrer Behauptung passiert sei, 

sei schlichtweg lebensfremd. Was die Vorinstanz als Zeichen für die innere Zer-

rissenheit der Privatklägerin gedeutet habe, sei in Tat und Wahrheit schlicht ein 

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Beweis für ihre widersprüchlichen und offensichtlich unwahren Angaben (Urk. 105, 

106/1-4; Prot. II S. 12 und 13 f.).

2. Sachverhaltserstellung und Beweismittel

2.1. Angesichts der Bestreitung des Beschuldigten ist zu prüfen, ob die Anklage-

sachverhalte aufgrund der Untersuchungsakten und der vorgebrachten Argumente 

erstellt und dem Beschuldigten mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen 

werden können.

2.2. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung sowie die vorliegend 

relevanten Beweismittel zutreffend wiedergegeben, weshalb zur Vermeidung von 

Wiederholungen darauf zu verweisen ist (Urk. 79 S. 15-16, E. II/2-3). Als 

Beweismittel liegen demnach die Aussagen der Privatklägerin (Urk. 4/1-6, Urk. 62) 

sowie des Beschuldigten (Urk. 3/1-3, Urk. 63; Urk. 104) im Recht, betreffend 

Anklagevorwurf 1.1. sodann medizinische Unterlagen der Privatklägerin (Urk. 5/1-

4). Auch betreffend allgemeine Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit hat die 

Vorinstanz zutreffende Ausführungen gemacht, worauf verwiesen wird (Urk. 79 

S. 17-19, E. II/4-5).

2.3. Die Vorinstanz legt zunächst zutreffend dar, wie es zu diesem Verfahren kam 

(Urk. 79 S. 19 f., E. II/6). Zusammengefasst kam es am 3. Juni 2021 zu einer 

Anzeige durch den Beschuldigten gegen die Privatklägerin wegen häuslicher 

Gewalt. Anlässlich der diesbezüglichen Einvernahme durch die Kantonspolizei 

Zürich am 7. Juni 2021 wurde die Privatklägerin über die Opferhilfe informiert und 

nahm daraufhin eine Beratung bei der BIF (Beratungsstelle für Frauen gegen 

Gewalt in Ehe und Partnerschaft) in Anspruch. Nach einem Gespräch bei der BIF 

entschloss sich die Privatklägerin sodann am 9. August 2021 zu einer Anzeige 

gegen den Beschuldigten und schilderte Vergewaltigungen während ihrer Ehe.

2.4.1. Die Vorinstanz hat sich ausführlich und zutreffend mit dem allgemeinen 

Aussageverhalten der Parteien auseinandergesetzt betreffend die Beziehung der 

Parteien, die Religiosität des Beschuldigten, allfällige sachfremde Motive der 

Privatklägerin betreffend Anzeigeerstattung sowie die vom Beschuldigten einge-

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reichten Bildaufnahmen, Sprach- und Textnachrichten (Urk. 79 S. 20-29, E. II/7). 

Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden. Hervorhebend und ergänzend ist 

dazu Folgendes festzuhalten.

2.4.2. Betreffend die Beziehung der Parteien schilderten beide übereinstimmend, 

dass sie aus Liebe geheiratet hätten und die Privatklägerin nach der Heirat im Iran 

zum Beschuldigten in die Schweiz gezogen sei. Die Privatklägerin schildert 

nachvollziehbar, dass ihre Beziehung sowohl durch positive als auch negative 

Ereignisse geprägt gewesen sei. Dies habe insbesondere auch für ihre sexuelle 

Beziehung gegolten. So hätten sie auch einvernehmlichen Sex gehabt. Oftmals 

habe sie dabei auch gedacht, dass das dazugehöre und ein Muss sei. Sie habe 

seine Wünsche erfüllt. Es gebe vieles, das man nicht wolle, aber sich einrede, dass 

man es wolle (Urk. 62 S. 16). Die Privatklägerin konnte sehr gut erklären, weshalb 

sie die Übergriffe nicht früher zur Anzeige gebracht oder weshalb sie mit nieman-

dem darüber geredet habe. So habe der Beschuldigte sich nach den Vorfällen 

jeweils entschuldigt und gesagt es sei wegen dem Stress. Sie habe ihm geglaubt 

und an ihrer Beziehung festhalten wollen. Sie habe den Beschuldigten ja auch 

geliebt. Ausserdem habe sie keinen Skandal in der Familie gewollt. Sie schildert 

auch die sexuellen Probleme des Beschuldigten, insbesondere seine Neigungen 

und Perversionen sowie seinen Pornokonsum und dass er seine Perversionen an 

ihr als seiner Ehefrau ausgelebt habe (Urk. 62 S. 14).

Demgegenüber bleibt der Beschuldigte in seinem Aussageverhalten knapp 

und pauschal und weitestgehend rechtfertigend. Zwar führt er ebenfalls aus, dass 

sie sexuelle Probleme gehabt hätten, schildert diesbezüglich jedoch lediglich, er 

habe Erektionsstörungen gehabt und vorzeitigen Samenerguss. Dass er Pornos 

konsumiert habe, negiert er vollständig. Seine Erklärungen, weshalb er dennoch so 

viele Pornofilme auf seinem Handy habe, nämlich, dass eine iranische WhatsApp-

Freundesgruppe diese teile, weil man im Iran diese sonst nirgends schauen könne 

und diese automatisch auf seinem Handy gespeichert würden, er diese aber nicht 

schaue, überzeugen nicht. So ist es ein leichtes, das Handy so einzustellen, dass 

einkommende Filme nicht automatisch gespeichert werden. Vielmehr ist davon 

auszugehen, dass er Pornos konsumiert hat, wie dies die Privatklägerin glaubhaft 

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ausführte und dies wohl auch einen Einfluss darauf hatte, welche sexuellen Prakti-

ken der Beschuldigte mit der Privatklägerin praktizieren wollte, ansonsten er deren 

Konsum nicht hätte leugnen müssen.

Insgesamt überzeugen die Schilderungen der Privatklägerin hinsichtlich ihres 

allgemeinen Sexuallebens in der Beziehung und der diesbezüglichen Probleme 

weitaus mehr als diejenigen des Beschuldigten. Im Weiteren kann auf die zutref-

fenden Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 79 S. 20-

22, E. II/7.1).

2.4.3. Hinsichtlich der Religiosität des Beschuldigten ist hervorzuheben, dass aus 

den Ausführungen des Beschuldigten in der Untersuchung und vor der Vorinstanz 

hervorgeht, dass der Beschuldigte die Regeln und Pflichten des Islams sehr genau 

kennt. Dies ist nicht weiter erstaunlich, da er die ersten 24 Jahre seines Lebens im 

Iran, einem islamischen Land, gelebt hat und sicherlich durch die dort herrschende 

Kultur geprägt wurde. Welche konkrete Einstellung er bezüglich der Pflichten der 

Ehefrau sowie der legitimen Gewaltanwendung an dieser, sollte sie ihre Pflichten 

nicht erfüllen, tatsächlich pflegt, geht aus seinen Aussagen nicht klar hervor. Wie 

die Vorinstanz ausführte, gab die Privatklägerin an, er habe bei den Übergriffen 

jeweils gesagt, es sei ihre eheliche Pflicht, den Mann zu befriedigen, er hingegen 

negiert solche Aussagen, wie er auch jegliche Gewaltanwendung bestreitet. Letzt-

lich spielt es aber keine entscheidende Rolle, wie religiös der Beschuldigte tatsäch-

lich war oder wie er die Religion gelebt hat. Entscheidend ist, dass die Privatkläge-

rin glaubhaft ausführte, dass er sich dergestalt äusserte. Ob er seine Handlungen 

als religiös gerechtfertigt empfand, die Berufung auf die eheliche Pflicht der Frau 

im Islam lediglich als Druckmittel anwendete, um seine Frau gefügig zu machen 

oder eine ambivalente Einstellung dazu hatte, kann dahingestellt bleiben. Für 

letzteres spricht, dass er sich gemäss Aussagen der Privatklägerin im Nachhinein 

jeweils entschuldigte und Besserung gelobte. Es kann also durchaus sein, dass er 

zum Inhalt seiner Äusserungen selber ein gespaltenes Verhältnis hatte. Dies heisst 

aber nicht, dass diese Äusserungen so nicht stattfanden. Die Aussagen der Privat-

klägerin sind diesbezüglich konstant und detailliert und machen vor dem kulturellen 

Hintergrund der Eheleute durchaus Sinn.

-   13   -

2.4.4. Hinsichtlich allfälliger sachfremder Motive der Privatklägerin für eine Anzeige 

gegen den Beschuldigten kann vollumgänglich auf die zutreffenden vorinstanz-

lichen Erwägungen verwiesen werden. Die Vorinstanz hat zu Recht erwogen und 

begründet, weshalb – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 105 S. 7 f.) – 

weder finanzielle noch migrationsrechtliche Motive der Privatklägerin für eine 

Anzeige erkennbar seien (Urk. 79 S. 24-27, E. II/7.3). Hervorzuheben ist diesbe-

züglich, dass die Privatklägerin offenbar ein Angebot des vormaligen Verteidigers 

des Beschuldigten, die Anzeige gegen Geldzahlung zurückzuziehen, abgelehnt 

hat. Auch hat sie in der einvernehmlich abgeschlossenen Scheidungskonvention 

auf einen Teil der ihr zustehenden Geldabfindung verzichtet. Finanzielle Motive für 

eine Anzeige sind damit nicht auszumachen. Ebenfalls nicht ersichtlich ist, inwie-

fern eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt für das Aufenthaltsrecht der Privat-

klägerin notwendig gewesen wäre. Vielmehr erfüllte sie zum Zeitpunkt der Anzei-

geerhebung die Integrationskriterien gemäss Art. 58a AIG, was ihr gemäss ihrem 

Rechtsvertreter offenbar auch bekannt war (vgl. Urk. 79 S. 11 f., E. II/2.7). Betref-

fend den Zeitpunkt der Anzeigeerstattung kann auf vorstehende Erwägungen 

verwiesen werden (E. III/2.4.1-2.4.2). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte 

(Urk. 79 S. 25, E. II/7.3.3-7.3.4), ist der Zeitpunkt der Anzeigeerstattung auch im 

Kontext der iranischen Kultur und der Ehre zu würdigen. Einerseits habe die Privat-

klägerin geglaubt, das Verhalten des Beschuldigten sei in der islamischen Religion 

normal, andererseits habe sie aber auch stets verleugnet, Opfer sexueller Gewalt 

geworden zu sein, zumal sie dies als etwas Hässliches empfunden habe. Sie habe 

auch die Ehe aufrechterhalten wollen, da sie den Beschuldigten geliebt habe und 

sich dieser für seine Handlungen bei ihr auch entschuldigt und versprochen habe 

sich zu bessern. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass sie erst später, nach einem 

Gespräch bei der BIF und konfrontiert mit einer Gegenanzeige, die Vorfälle bei der 

Polizei zur Sprache brachte.

2.4.5. Die Vorinstanz hat sich schliesslich ausführlich mit den von der Verteidigung 

eingereichten Bildaufnahmen, Sprach- und Textnachrichten auseinandergesetzt, 

welche gemäss Verteidigung des Beschuldigten die Glaubhaftigkeit der Aussagen 

der Privatklägerin in Zweifel ziehen würden, da es höchst fraglich sei, dass ein 

Opfer sexueller Gewalt dem mutmasslichen Täter verliebte Nachrichten oder 

-   14   -

Ratschläge für besseren Sex zustelle (vgl. Urk. 105 S. 13 f.). Die Vorinstanz hat 

zusammengefasst erwogen, dass dieses Material keine entlastenden Elemente für 

den Beschuldigten liefere (Urk. 79 S. 27-29, E. II/7.4). Dieser Schlussfolgerung ist 

mit Verweis auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen vollumfänglich zu-

zustimmen. Demnach ist unbestritten, dass die Parteien seit Beginn ihrer Bezie-

hung ein Liebespaar waren, welches aus Liebe heiratete und dabei auch Zärtlich-

keiten und einvernehmliche sexuelle Handlungen austauschte, was sich auch in 

Textnachrichten und Bildern wiederspiegelte. Daran ist nichts Ungewöhnliches zu 

erkennen, insbesondere was die Zeit vor ihrer Ehe anbelangt. Aber auch betreffend 

die Zeit danach erwog die Vorinstanz zu Recht, dass in Fällen von häuslicher 

Gewalt und/oder sexueller Gewalt innerhalb einer Beziehung oftmals eine gewisse 

Widersprüchlichkeit mitschwingt, welche rational nur schwer zu erklären ist. Aus 

den Einvernahmen der Privatklägerin geht die Ambivalenz in der Beziehung zum 

Beschuldigten klar hervor. Sie vermochte nachvollziehbar zu schildern, wie sie zu 

Beginn der Ehe an der Beziehung arbeiten wollte, sie den Beschuldigten liebte und 

er ihr versprochen habe, alles werde besser. In diese Erklärung lassen sich auch 

die Textnachrichten mit Tipps für ein besseres Sexualleben stimmig einreihen. 

Dass sie mit Freunden und/oder dem Beschuldigten auch Spass hatte, wie gewisse 

eingereichte Fotos suggerieren, stellte sie nie in Abrede und ziehen die Glaubhaf-

tigkeit ihrer Aussagen nicht in Zweifel.

2.5.1. Anklageziffer 1.1. - Vorfall vom 26. August 2016

2.5.1.1. Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 27. September 2022 vorge-

worfen, in der Nacht vom 26. August 2016 in der damaligen ehelichen Wohnung, 

als die Parteien zusammen im Bett gelegen seien, die Hand der Privatklägerin zu 

seinem Penis geführt zu haben. Als die Privatklägerin darauf gesagt habe, dass sie 

noch nicht für Geschlechtsverkehr bereit sei, habe der Beschuldigte ihr geantwor-

tet, dass es ihre Pflicht als Ehefrau sei, ihn zu befriedigen, was auch im Koran 

stehe, und habe seine Unterhosen ausgezogen. Dann habe er mit seiner Hand den 

Kopf bzw. Nacken der Privatklägerin gepackt und ihn in Richtung seines Penis 

gezogen, um so dennoch die Fellatio gegen den offenkundig anderen Willen der 

-   15   -

Privatklägerin zu erzwingen. Als sich die Privatklägerin mit Kräften dagegen 

gewehrt habe, habe sie der Beschuldigte mehrfach heftig auf Kopf und Rücken 

geschlagen, bis sie – vor Einführung des Penis in ihren Mund – vor Angst und ob 

den Schlägen zittrig bzw. dann kurz auch ohnmächtig geworden sei (Urk. 15 S. 2).

Der Beschuldigte bestreitet diesen Vorwurf, die Privatklägerin sei ohnmächtig 

geworden, als man nebeneinander im Bett gelegen sei. Er habe weder versucht 

sexuelle Handlungen mit ihr auszuführen noch habe er sie geschlagen.

2.5.1.2. Sachverhaltserstellung

Die Vorinstanz hat die vorliegend relevanten Aussagen des Beschuldigten 

sowie der Privatklägerin in der Untersuchung sowie anlässlich der Hauptverhand-

lung vor Vorinstanz zutreffend wiedergegeben, weshalb zur Vermeidung von 

Wiederholungen darauf zu verweisen ist (Urk. 79 S. 30-32; S. 35-37). Die 

Vorinstanz kam in sehr ausführlicher und detaillierter Würdigung beider Aussagen 

sowie der weiteren Untersuchungsergebnisse, insbesondere dem ambulanten 

Kurzbericht des Stadtspitals Waid vom 26. August 2016, zum Schluss, dass die 

Schilderungen der Privatklägerin realistisch und glaubhaft seien. Die Aussagen 

seien im Kern durchwegs konsistent, lebensnah und detailliert, auch würden sie 

keine Übertreibungen aufweisen. Insgesamt könne auf ihre Aussagen abgestellt 

werden. Die Aussagen des Beschuldigten seien hingegen nicht glaubhaft. In 

Gesamtwürdigung der Beweismittel sah die Vorinstanz den Anklagesachverhalt 

wie in der Anklageschrift dargelegt als erstellt an (Urk. 79 S. 30-42, E. II/8). Dem ist 

zuzustimmen.

Die Schilderungen der Privatklägerin betreffend diesen Vorfall deuten auf tat-

sächlich Erlebtes hin. Es finden sich in ihren Aussagen auch Unsicherheiten oder 

Erklärungsversuche für das Verhalten des Beschuldigten (er sei im Stress gewe-

sen). Ergänzend zu erwähnen ist, dass ihre Aussage, wonach sie noch nicht bereit 

sei für Geschlechtsverkehr – wenn man sämtliche Aussagen der Privatklägerin 

anschaut –, so zu verstehen ist, dass sie sich auf diesen Abend bezog und nicht 

auf die gesamte Dauer ihres Zusammenlebens. Einerseits führte sie in der selben 

Einvernahme vom 29. November 2021 aus, es sei vor diesem Vorfall bereits zu 

-   16   -

einvernehmlichem Oralverkehr zwischen ihnen gekommen (Urk. 4/1/3 S. 7 F/A 31), 

andererseits antwortete sie auf die Frage, was der Beschuldigte mit diesen Schlä-

gen wohl zu erreichen versuchte: "[…], weil er den Geschlechtsverkehr erst dann 

genoss, wenn es grob war (Urk. 4/1/3 S. 7 F/A 29)", was ebenfalls impliziert, dass 

sie bereits vor diesem Vorfall Geschlechtsverkehr hatten. In der Hauptverhandlung 

vor Vorinstanz bejahte sie die Frage nach vorehelichem Geschlechtsverkehr denn 

auch ausdrücklich (Urk. 62 S. 13; vgl. dazu auch die zutreffenden Ausführungen 

des Rechtsvertreters der Privatklägerin anlässlich der Berufungsverhandlung 

[Prot. II S. 13]). Entgegen den Vorbringen der Verteidigung vermag eine anderslau-

tende Aussage in der Untersuchung die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privat-

klägerin jedenfalls nicht zu erschüttern. Nichts an der Glaubhaftigkeit ihrer Aus-

sagen zu ändern vermag sodann der Umstand, dass sie gegenüber dem Spitalper-

sonal nichts von einem Übergriff erwähnt hat oder gleich wieder nach Hause wollte. 

Einerseits kann sie die Gründe dafür nachvollziehbar erklären (vgl. Urk. 79 S. 40 

E. II/8.5.5). Andererseits ist hinlänglich bekannt, dass insbesondere Opfer von 

häuslicher Gewalt sich häufig eben nicht gleich dem Spitalpersonal oder anderen 

Personen anvertrauen. Dies gilt umso mehr, wenn der Täter anwesend ist.

Demgegenüber erscheinen die Ausführungen des Beschuldigten betreffend 

diesen Abend konstruiert und wenig plausibel. Zum einen ist nicht nachvollziehbar, 

dass der Beschuldigte, wenn seine Ehefrau in der Nacht neben ihm liegt und nicht 

mehr antwortet, von einer Ohnmacht ausgeht und nicht einfach davon, dass sie 

eingeschlafen ist. Im Weiteren erscheint es merkwürdig, dass in einer solchen 

Situation, nachdem die Privatklägerin wieder zu sich gekommen war, die Sanität 

alarmiert wird. Vielmehr lässt sich solches Handeln, wie die Vorinstanz zutreffend 

erwog, mit der Befürchtung des Beschuldigten in Einklang bringen, dass durch 

Packen und Zudrücken des Halses, verbunden mit Schlägen auf den Kopf, eben 

Schlimmeres hätte passiert sein können. Eine weitere auffällige Unstimmigkeit 

betrifft die im ambulanten Kurzbericht des Stadtspitals Waid festgehaltenen Anga-

ben des Beschuldigten, dass die Privatklägerin kurz nach dem Schlafengehen 

plötzlich rhythmische Zuckungen mit Überstreckung des Nackens gehabt habe 

(Urk. D1/5/1). In der Hauptverhandlung vor Vorinstanz gab er an, sich nicht daran 

zu erinnern, das gesehen zu haben. Es ist – entgegen der Ansicht der Verteidigung 

-   17   -

(Urk. 115 S. 14 f.) – ausgeschlossen, dass man so etwas – wenn es tatsächlich 

passiert ist – vergisst, insbesondere da dies als Grund angegeben wurde, weshalb 

man überhaupt ins Spital ging.

2.5.1.3. Zusammenfassend ist der Anklagevorwurf aufgrund des Ausgeführten 

zweifelsfrei und rechtsgenügend erstellt. Einzig die Aussage, dass sie noch nicht 

für Geschlechtsverkehr bereit sei, ist dahingehend zu modifizieren, als sie in dem 

Moment nicht für Geschlechtsverkehr bereit sei.

2.5.2. Anklageziffer 1.2. - Vorfall vom Juli 2017

2.5.2.1. Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 27. September 2022 weiter 

vorgeworfen, an einem Abend im Juli 2017 in der damaligen Wohnung in Zürich, 

im dortigen Wohnzimmer, Geschlechtsverkehr mit der Privatklägerin gewollt zu 

haben, was sie aber abgelehnt und gesagt habe, dass sie jetzt dafür nicht bereit 

sei. Daraufhin habe der auf dem Sofa sitzende Beschuldigte, der zuvor auf seinem 

Mobiltelefon Pornos geschaut habe, zur Privatklägerin gesagt, dass es ihre Pflicht 

als Ehefrau sei, ihn zu befriedigen. Dann habe er die Privatklägerin vor sich auf den 

Boden gestossen, seine Hose samt Unterhose herunter gezogen und den Kopf der 

Privatklägerin gepackt und ihn zu seinem Penis gezogen. Danach habe er seinen 

steifen Penis in ihren Mund geschoben. Dabei habe er sie am Kinn gepackt und an 

den Haaren gerissen, bis sie geweint habe. Er habe sie dabei angewiesen, bei der 

Fellatio schneller zu machen, bis er befriedigt sei. So habe er die Fellatio gegen 

den offenkundig anderen Willen der Privatklägerin erzwungen, bis er schliesslich in 

ihr Gesicht ejakuliert und dann von ihr abgelassen habe (Urk. 15 S. 2 f.).

Der Beschuldigte bestreitet diesen Vorwurf, diesen Abend habe es nie gege-

ben.

2.5.2.2. Sachverhaltserstellung

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin in 

der Untersuchung zu diesem Vorfall zutreffend wiedergegeben; es kann darauf 

-   18   -

verwiesen werden (Urk. 79 S. 43 f., 46-48). Die Vorinstanz erachtete den diesbe-

züglichen Sachverhalt aufgrund der detailreichen, lebensnahen und stimmigen 

Aussagen der Privatklägerin als erstellt (Urk. 79 S. 42-50, E. II/9). Diese Einschät-

zung ist zu übernehmen und es kann auf die diesbezüglichen Ausführungen 

verwiesen werden. Die Privatklägerin schilderte den Vorfall sehr anschaulich, mit 

vielen Details (Laptop, Salzbad, Gang in die Küche, Pornokonsum auf Handy, 

Anweisungen des Beschuldigten, etc.). Mit der Vorinstanz ist darauf hinzuweisen, 

dass die Privatklägerin einen psychologisch stimmigen Ablauf schilderte, welcher 

auf tatsächlich Erlebtes hindeutet. Grosse Plausibilität verleiht ihren Aussagen 

ausserdem, dass sie versuchte, die Motive des Beschuldigten für diesen Vorfall 

einzuordnen. So schilderte sie eindrücklich, dass der Beschuldigte sehr viele 

Pornos geschaut habe, wodurch er zu seltsamen sexuellen Handlungen geführt 

worden sei. Wenn man viele Pornos schaue, werde man auf dem normalen Weg 

nicht mehr befriedigt und möchte immer mehr, wie Vergewaltigungen oder sexuelle 

Übergriffe mit Gewalt. Sie habe das mit einem Sexualtherapeuten besprochen und 

dieser habe ihr das so erklärt. Sie habe dies begriffen und angefangen zu verste-

hen. Aber sie habe sich dabei schlecht gefühlt, weil sie das Gefühl gehabt habe, 

dass sie dies tun müsse (Urk. 1/4/2 S. 7 f.). Was der Beschuldigte zu seinem 

Pornokonsum ausführte, vermag hingegen – wie erwähnt – nicht zu überzeugen. 

Wie vorne ausgeführt (E. III/2.4.2) streitet er kategorisch ab, jemals Pornos 

geschaut zu haben, wobei seine diesbezüglichen Ausführungen wenig glaubhaft 

sind.

Insgesamt ist der Sachverhalt aufgrund des Ausgeführten und mit den 

Ausführungen der Vorinstanz auch hinsichtlich dieses Anklagevorwurfs erstellt.

2.5.3. Anklageziffer 1.3. - Vorfall vom Dezember 2017

2.5.3.1. Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 27. September 2022 in 

objektiver Hinsicht weiter vorgeworfen, an einem Tag im Dezember 2017 in der 

damaligen ehelichen Wohnung in D._____ die Privatklägerin trotz Anwesenheit 

ihrer Mutter und ihrer Schwester in der Wohnung zu sich ins Badezimmer gerufen 

-   19   -

zu haben, wo er eben geduscht habe. Dort habe er ihr mit der einen Hand den 

Mund zugedrückt und den Zeigefinger der anderen Hand an seinen Mund gelegt 

zum Zeichen, dass sie ruhig sein solle. Dann habe der Beschuldigte die Privat-

klägerin auf ein bereits am Boden ausgelegtes Badetuch rücklings zu liegen 

gebracht, sei mit seinem steifen Penis vaginal in sie eingedrungen und habe so den 

Geschlechtsverkehr bis zum Samenerguss an ihr vollzogen, wobei er die ganze 

Zeit über mit einer Hand den Mund der Privatklägerin zugehalten habe (Urk. 15 

S. 3).

In subjektiver Hinsicht sei es dem Beschuldigten bei seinem geschilderten 

Vorgehen bewusst gewesen, dass die Privatklägerin in dieser Situation und auf 

diese Art, insbesondere in Anwesenheit ihrer Mutter und Schwester in der 

Wohnung, keinen Geschlechtsverkehr mit ihm würde haben wollen und nur aus 

Angst vor Schlägen und zur Vermeidung einer ihr höchst peinlichen Eskalation bei 

Bekanntwerden des Vorganges zu keinem Widerstand dagegen fähig gewesen sei 

(Urk. 15 S. 3).

Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass es an diesem Tag zu Geschlechts-

verkehr im Badezimmer gekommen ist. Dies sei aber einvernehmlich erfolgt. Die 

Geschehnisse im Bad schildert er zudem abweichend von den Ausführungen der 

Privatklägerin, insbesondere habe er ihr den Mund nicht zugehalten.

2.5.3.2. Sachverhaltserstellung

Die Vorinstanz hat die diesen Vorfall betreffenden Aussagen des Beschuldig-

ten und der Privatklägerin in der Untersuchung sowie anlässlich der Hauptverhand-

lung vor Vorinstanz zutreffend wiedergegeben, weshalb zur Vermeidung von 

Wiederholungen darauf zu verweisen ist (Urk. 79 S. 50-52; 54-55). Die Vorinstanz 

kam in Würdigung der Aussagen zum Schluss, dass der Sachverhalt betreffend 

den Vorwurf der Vergewaltigung erstellt sei (Urk. 79 S. 50-59, E. II/10).

Der Vorinstanz ist zuzustimmen, wenn sie ausführt, dass die Privatklägerin 

den Ablauf und das Kerngeschehen (wie der Beschuldigte sie ins Badezimmer 

gezogen habe, die Hand auf ihren Mund gelegt habe, sie zurück an die Wand 

-   20   -

gestossen habe, das Badetuch auf dem Boden) glaubhaft aufzuzeigen vermochte. 

Ihre diesbezüglichen Aussagen erweisen sich als detailreich, plausibel, individuell 

geprägt und ihre diesbezüglichen Schilderungen deuten auf einen realen Erlebnis-

hintergrund hin. Damit ist erstellt, dass der Geschlechtsverkehr, wie von der 

Privatklägerin geschildert, stattfand. Auch ist mit der Vorinstanz nachvollziehbar, 

dass die Privatklägerin versucht hat, zu verhindern, dass ihre Mutter und ihre 

Schwester etwas mitbekommen.

Nicht vollends gefolgt werden kann der Vorinstanz jedoch darin, wenn sie zum 

Schluss kommt, dass dem Beschuldigten klar gewesen sein musste, dass die 

Privatklägerin die sexuellen Handlungen ablehnte. Die Vorinstanz geht – im 

Gegensatz zur Anklage – von einer minimalen tatkräftigen Willensbezeugung der 

Privatklägerin aus. Der Anklagesachverhalt lautet demgegenüber dahingehend, 

dass sie keinen Widerstand leistete, eben gerade aus Angst vor Schlägen und einer 

peinlichen Eskalation vor ihrer Familie. Damit würde eine anderweitige tatsächliche 

Feststellung dem Anklageprinzip widersprechen. Eine solche Feststellung ergibt 

sich aber auch nicht zweifelsfrei aus den Akten. In Bezug auf ihre Gegenwehr 

macht die Privatklägerin in der Untersuchung vielmehr unterschiedliche Angaben. 

So führte sie zunächst aus, sich nicht gewehrt zu haben bzw. sie habe sich nicht 

wehren können, sondern sei lediglich dagelegen, habe geweint und gezittert. Im 

weiteren Verlauf der Untersuchung gab sie an, dass sie versucht habe sich zu 

wehren. Sie habe in einem Moment des Geschehens aufgegeben. Dies v.a. darum, 

da sie nicht gewollt habe, dass ihre Familie etwas davon mitbekam. Eine tatkräftige 

Willensbekundung im dem Sinne, dass sich die Privatklägerin gewehrt hat, ist damit 

nicht zu erstellen.

Damit – ohne wörtliche und tatkräftige Willensbekundung – kann aber auch 

nicht mit Fug davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte den Widerwillen 

der Privatklägerin gegenüber Geschlechtsverkehr mit ihm in diesem Moment 

erkannt hat. Die Privatklägerin gab an, dass der Beschuldigte den Geschlechtsver-

kehr in ihrer Beziehung jeweils mehr genossen habe, wenn es grob gewesen sei. 

Zudem habe sie manchmal mitgemacht, weil sie dachte, dies tun zu müssen. Unter 

diesen Umständen ist es nicht ausgeschlossen, dass der Beschuldigte – fälsch-

-   21   -

licherweise – davon ausging, dass der Geschlechtsverkehr einvernehmlich war. 

Das dem Beschuldigten in der Anklage vorgeworfene Bewusstsein darüber, dass 

die Privatklägerin in dieser Situation und auf diese Art, insbesondere in Anwesen-

heit ihrer Mutter und Schwester in der Wohnung, keinen Geschlechtsverkehr mit 

ihm würde haben wollen und nur aus Angst vor Schlägen und zur Vermeidung einer 

ihr höchst peinlichen Eskalation bei Bekanntwerden des Vorganges zu keinem 

Widerstand dagegen fähig gewesen sei, ist nach dem Gesagten jedenfalls nicht 

zweifelsfrei zu erstellen.

Der Sachverhalt betreffend den Vorfall im Badezimmer kann somit zwar mit 

der Vorinstanz in objektiver Hinsicht als erstellt erachtet werden. In subjektiver Hin-

sicht hingegen ist zugunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass er nicht 

erkannt hat, dass der Geschlechtsverkehr gegen den Willen der Privatklägerin 

stattfand, weshalb er nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" vom Vorwurf der Ver-

gewaltigung in Bezug auf Anklageziffer 1.3. freizusprechen ist.

2.5.4. Anklageziffer 1.4. - Vorfall vom Sommer 2020

2.5.4.1. Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird schliesslich vorgeworfen, an einem Tag im Sommer 

2020, in der Wohnung in E._____, der Privatklägerin, nachdem diese geduscht und 

mit einem Badetuch auf dem Sofa gesessen habe, angeboten zu haben, ihr den 

Rücken zu massieren, woraufhin sie das Badetuch abgelegt habe, und sich nackt 

bäuchlings auf den Teppich gelegt habe. Der Beschuldigte habe sich auf den Rü-

cken der Privatklägerin gesetzt und begonnen diesen zu massieren. Dann sei er 

weiter nach unten gerutscht und habe angehoben, mit seinem Penis in die Vagina 

der Privatklägerin einzudringen. Die Privatklägerin habe versucht, sich auf den 

Händen bzw. Armen hochzuziehen und habe dem Beschuldigten gesagt, was er 

da mache und dass er dies nicht tun solle. Zudem habe sie mit all ihrer Kraft 

Gegenwehr versucht zu geben. Der Beschuldigte habe sie aber an ihren Schultern 

und Oberarmen gepackt, so gewaltsam zu Boden gedrückt und gegen ihren offen-

kundig anderen Willen von hinten den vaginalen Geschlechtsverkehr an ihr voll-

zogen (Urk. 15 S. 3 f.).

-   22   -

Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass es an diesem Tag auf dem Fussboden 

zu einer Massage und danach zu Geschlechtsverkehr gekommen ist. Dies sei aber 

einvernehmlich erfolgt.

2.5.4.2. Sachverhaltserstellung

Die Vorinstanz erachtete in Würdigung der zutreffend wiedergegebenen 

Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin – worauf zu verweisen ist 

(Urk. 79 S. 59-62; S. 63-65) – den Sachverhalt als vollumfänglich erstellt (Urk. 79 

S. 59-67, E. II/11). Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die Aussagen der Privat-

klägerin sehr lebensnah und detailreich ausfielen und die geschilderten Ereignisse 

auch stark emotional eingebettet sind. So fiel ihr etwa die Aussage, wonach er zu 

ihr dabei gesagt habe, sie sei eine Hure und er treibe es mit ihr wie mit einem Hund, 

offensichtlich schwer und sie begann bei der Befragung hierzu zu weinen. Auch 

schilderte sie den Vorfall ohne Übertreibungen, insbesondere gab sie an, der 

Beschuldigte habe sich nur ein paar Mal hin und her bewegt, dann sei er auch 

schon befriedigt gewesen. Insgesamt schildert die Privatklägerin den Übergriff stim-

mig und plausibel und in sich abgeschlossen. So macht sie auch Aussagen dazu, 

wie der Beschuldigte danach einfach aufgestanden und gegangen sei, sie traurig 

gewesen sei und geweint habe. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, wirken die 

Aussagen des Beschuldigten demgegenüber mechanisch und kalt und seine Schil-

derung des Ablaufs des Geschlechtsverkehrs variiert in den verschiedenen Einver-

nahmen. Es ist auch bei diesem Vorfall kein Grund ersichtlich, weshalb die Privat-

klägerin ein schönes einvernehmliches Erlebnis mit dem Beschuldigten in einen 

Übergriff verwandeln sollte, hätte dieser so nicht stattgefunden. Im Gegensatz zum 

Vorfall im Badezimmer im Sommer 2020 hat die Privatklägerin sowohl mit Worten 

als auch durch ihr in dieser Situation mögliche Gegenwehr ihren Willen, dies nicht 

zu wollen, eindeutig und für den Beschuldigten verständlich, kundgetan.

Der Sachverhalt betreffend diesen Anklagevorwurf ist mithin vollumfänglich 

erstellt.

-   23   -

IV.  Rechtliche Würdigung

1. Allgemeines

Die Vorinstanz legte die Grundlagen der massgeblichen Tatbestände gemäss 

Art. 190 aAbs. 1 StGB sowie Art. 189 aAbs. 1 StGB sowie des Versuchs gemäss 

Art. 22 Abs. 1 StGB korrekt und ausführlich dar. Es kann vollumfänglich hierauf ver-

wiesen werden (Urk. 79 S. 67-71). Rekapitulierend ist festzuhalten, dass gemäss 

Art. 190 aAbs. 1 StGB tatbestandsmässig handelt, wer eine Person weiblichen Ge-

schlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Ge-

walt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig 

macht. Gewalt im Sinne von Art. 190 aAbs. 1 StGB ist nach der Rechtsprechung 

gegeben, wenn der Täter ein grösseres Mass an körperlicher Kraft aufwendet, als 

zum blossen Vollzug des Akts notwendig ist bzw. wenn sich der Täter mit körperli-

cher Kraftentfaltung über die Gegenwehr des Opfers hinwegsetzt. Eine körperliche 

Misshandlung, rohe Gewalt oder Brutalität, etwa in Form von Schlägen und Wür-

gen, ist indes nicht erforderlich. Es genügt, wenn der Täter seine überlegene Kraft 

einsetzt, indem er die Frau festhält oder sich mit seinem Gewicht auf sie legt. Vom 

Opfer wird nicht verlangt, dass es sich gegen die Gewalt mit allen Mitteln zu wehren 

versucht. Dieses muss sich nicht auf einen Kampf einlassen oder Verletzungen in 

Kauf nehmen. Die von der Rechtsprechung geforderte Gegenwehr des Opfers 

meint eine tatkräftige und manifeste Willensbezeugung, mit welcher dem Täter un-

missverständlich klargemacht wird, mit sexuellen Handlungen nicht einverstanden 

zu sein (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_117/2023 vom 1. Mai 2023, 

E 1.1.3. mit Hinweisen).

In subjektiver Hinsicht setzt der Tatbestand der Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 StGB – wie auch der Tatbestand der sexuellen Nötigung im Sinne von 

Art. 189 StGB – Vorsatz voraus. Eventualvorsatz genügt hinsichtlich des Beischlafs 

nicht; der Täter muss den Beischlaf wollen. Darüber hinaus muss der Täter wissen, 

dass das Opfer mit dem Beischlaf nicht einverstanden ist. Diesbezüglich genügt 

jedoch auch ein Eventualvorsatz. Wer es für möglich hält, dass das Opfer mit dem 

Geschlechtsverkehr nicht einverstanden ist, und dies in Kauf nimmt, begeht even-

tualvorsätzlich eine Vergewaltigung. Meint der Täter dagegen, der Widerstand sei 

-   24   -

nicht ernst gemeint, bleibt er straflos (TRECHSEL/BERTOSSA, in: Trechsel/Pieth 

[Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 4. Auflage, Zürich/ 

St. Gallen 2021, N 6 zu Art. 190 StGB und N 12 zu Art. 189 StGB).

2.1. Die Verteidigung hat sich an der Hauptverhandlung nicht zu einer allfälligen 

rechtlichen Würdigung des bestrittenen Anklagesachverhalts geäussert (Urk. 68). 

Die Verteidigung verzichtete anlässlich der Berufungsverhandlung darauf, sich 

kritisch mit der rechtlichen Würdigung der Vorinstanz auseinanderzusetzen 

(vgl. Urk. 105). Die Vorinstanz hat die einzelnen erstellten Sachverhalte umfassend 

und zutreffend rechtlich gewürdigt, es kann, um Wiederholungen zu vermeiden, 

vollumfänglich darauf verwiesen werden (Urk. 79 S. 71-78).

2.2. Vergewaltigung (Anklagesachverhalt 1.4.)

Der Beschuldigte vollzog gemäss erstelltem Sachverhalt ein Mal 

Geschlechtsverkehr an der Privatklägerin gegen deren deutlich geäusserten Willen 

und unter Gewaltanwendung im Sinne von Art. 190 aAbs. 1 StGB. Die Privatkläge-

rin versuchte dabei, sich auf den Händen bzw. Armen hochzuziehen und fragte den 

Beschuldigten, was er da mache und sagte, dass er dies nicht tun solle. Der 

Beschuldigte, welcher der Privatklägerin körperlich überlegen war und auf dem 

Rücken der Privatklägerin sass, packte sie an den Schultern und Oberarmen und 

hielt sie so gewaltsam zu Boden gedrückt während er von hinten den vaginalen 

Geschlechtsverkehr an ihr vollzog. Damit ist die Voraussetzung der Nötigung zwei-

felsfrei gegeben. Zudem war es für den Beschuldigten unmissverständlich erkenn-

bar, dass die Privatklägerin mit seinen (sexuellen) Handlungen nicht einverstanden 

war. In subjektiver Hinsicht liegt direkter Vorsatz vor.

2.3. Sexuelle Nötigung (Anklagesachverhalt 1.2.)

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, lagen mit dem Einführen des Penis 

des Beschuldigten in den Mund der Privatklägerin und dem Ejakulieren auf ihr 

Gesicht zweifelsfrei sexuelle Handlungen im Sinne von Art. 189 aAbs. 1 StGB vor. 

Um diese sexuelle Handlung zu erreichen, wandte der Beschuldigte Gewalt an, 

indem er die Privatklägerin vom Sofa stiess, sie runterdrückte, am Kinn packte und 

-   25   -

an den Haaren riss. Damit brach er ihren Widerstand. Die Privatklägerin sagte dem 

Beschuldigten von Anfang an, dass sie dies nicht wolle, was der Beschuldigte 

ignorierte. Er wusste damit, dass die Privatklägerin nicht mit den sexuellen Hand-

lungen einverstanden war, dennoch setzte er sich über ihren Willen hinweg und 

erzwang direktvorsätzlich eine sexuelle Handlung von der Privatklägerin. Der 

objektive sowie subjektive Tatbestand der sexuellen Nötigung sind erfüllt.

2.4. Versuchte sexuelle Nötigung (Anklagesachverhalt 1.1.).

Die Vorinstanz würdigte diesen Sachverhalt korrekterweise als versuchte 

sexuelle Nötigung. Mit dem versuchten Einführen seines Penis in den Mund der 

Privatklägerin liegt eine sexuelle Handlung vor. Der Beschuldigte wandte bei 

seinem Vorgehen Gewalt an, indem er die Privatklägerin am Nacken packte, in 

Richtung seines Penis zog und sie dabei gegen Kopf und Rücken schlug. Die 

Privatklägerin teilte dem Beschuldigten mit, dass sie das nicht wolle und wehrte 

sich auch dagegen. Beim Versuch blieb es, da die Privatklägerin, bevor es zur 

oralen Penetration kam, ohnmächtig wurde. Auch subjektiv ist der Tatbestand mit 

direktem Vorsatz erfüllt.

3. Der Beschuldigte ist damit der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 

aStGB (Anklagesachverhalt 1.4.), der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 

Abs. 1 aStGB (Anklagesachverhalt 1.2.) sowie der versuchten sexuellen Nötigung 

im Sinne von Art. 189 Abs. 1 aStGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Ankla-

gesachverhalt 1.1.) schuldig zu sprechen. Rechtfertigungs- und/oder Schuldaus-

schlussgründe liegen keine vor. Vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 aStGB (Anklagesachverhalt 1.3.) ist der Beschuldigte hingegen 

freizusprechen (vgl. dazu vorstehend E. III/2.5.3.2).

V.  Sanktion und Vollzug

1. Ausgangslage

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 45 Mona-

ten bestraft, wovon 34 Tage als durch Haft erstanden angerechnet wurden 

-   26   -

(Urk. 79, S. 110, Urteilsdispositiv-Ziffer 2). Die Verteidigung verzichtete anlässlich 

der heutigen Berufungsverhandlung – vor dem Hintergrund des beantragen 

Freispruchs – darauf, sich (einlässlich) zur vorinstanzlichen Sanktion zu äussern 

(Urk. 105; Prot. II S. 12).

2. Grundsätze der Strafzumessung

2.1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zur Strafzumessung ausführ-

lich und korrekt dargelegt, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen werden kann 

(Urk. 79 S. 78-81). Die Vorinstanz erwog, dass vor dem Hintergrund der Tatmehr-

heit sowie des engen sachlichen Konnexes zwischen den Delikten und in Berück-

sichtigung dessen, dass die Nötigung zur Duldung von Oralverkehr in ihrem 

Unrechtsgehalt einer Vergewaltigung ähnlich sei, sich auch für die sexuelle 

Nötigung und den Versuch zu dieser die Ausfällung einer Freiheitsstrafe rechtfer-

tige (Urk. 79 S. 81 f.). Dies ist zu übernehmen.

3.1. Der Beschuldigte ist heute für folgende Straftaten zu bestrafen:

 Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 aAbs. 1 StGB,
 sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 aAbs. 1 StGB,
 versuchte sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 aAbs. 1 in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

3.2. Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist das schwerste Delikt, vorliegend 

die Vergewaltigung, für welche das Gesetz eine Freiheitsstrafe von einem bis zu 

10 Jahren vorsieht (Art. 190 aAbs. 1 StGB). Ausserordentliche Umstände, welche 

eine Erweiterung des ordentlichen Strafrahmens erfordern würden, liegen nicht vor, 

weshalb die Einsatzstrafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zuzumessen 

ist. Für die sexuelle Nötigung sieht das Gesetz Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren 

oder Geldstrafe vor (Art. 189 aAbs. 1 StGB).

3.3. Tatkomponenten

3.3.1. Vergewaltigung (Anklagevorwurf 1.4.)

Betreffend die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

die Privatklägerin mit seinem Gewicht von hinten fixierte und ihr die Arme zu Boden 

-   27   -

drückte. Die Privatklägerin trug davon keine gröberen oder bleibenden Verletzun-

gen davon. Ohne den Vorfall zu bagatellisieren, sind hinsichtlich der vom Beschul-

digten angewandten Gewalt durchaus massivere Formen denkbar. Ins Gewicht 

fällt, dass der Beschuldigte in Missbrauch des Vertrauensverhältnisses die Tat an 

seiner Partnerin beging und sie während des Aktes mit erniedrigenden Äusserun-

gen bedachte. Immerhin ging er nicht planmässig vor, sondern nutzte spontan die 

Gelegenheit in diesem Moment. Der Beschuldigte drang, wenn auch nur von kurzer 

Dauer, einmal gegen den deutlich geäusserten Willen der Privatklägerin vaginal in 

sie ein. Insgesamt ist das objektive Tatverschulden – in der ganzen Bandbreite der 

denkbaren Fälle von Vergewaltigungen – als leicht zu erachten. Es rechtfertigt sich 

eine Einsatzstrafe von 14 Monaten.

Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte direktvorsätzlich handelte und aus dem einzigen Grund, seine 

sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Das objektive Tatverschulden wird in subjek-

tiver Hinsicht nicht relativiert.

3.3.2. Sexuelle Nötigung (Anklagevorwurf 1.2.)

In objektiver Hinsicht fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte die Privatkläge-

rin zu Oralverkehr nötigte, was in seiner sexuellen Intensität dem Beischlaf und die 

Nötigung eines derartigen Oralverkehrs in ihrem Unrechtsgehalt einer Vergewalti-

gung als ähnlich angesehen wird (BGE 132 120 E. 2.5. S. 126 mit Hinweis). Er 

wendete dabei nicht unerheblich Gewalt an, indem er die Privatklägerin auf den 

Boden drückte, sie an den Haaren packte, sie am Kinn festhielt und seinen Penis 

gewaltsam in den Mund der Privatklägerin einführte und anschliessend auf ihr 

Gesicht ejakulierte. Die von der Vorinstanz angenommene Wertung des objektiven 

Tatverschuldens als nicht mehr leicht kann übernommen werden, womit sich eine 

Einsatzstrafe von 20 Monaten als angemessen erweist.

In subjektiver Hinsicht ist zu erwägen, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich 

handelte, aus rein egoistischen Motiven und in völliger Missachtung der Bedürf-

nisse der Privatklägerin. Das subjektive Tatverschulden vermag das objektive nicht 

zu relativieren.

-   28   -

Die Einsatzstrafe für die Vergewaltigung ist in Anwendung des Asperations-

prinzips um 10 Monate zu erhöhen.

3.3.3. Versuchte sexuelle Nötigung (Anklagevorwurf 1.1.)

Auch bei diesem Vorwurf fällt in objektiver Hinsicht die Nötigung zu Oralver-

kehr ins Gewicht. Um sein Vorhaben zu realisieren wandte der Beschuldigte Gewalt 

in Form von Schlägen auf Kopf und Rücken an und packte die Privatklägerin wie-

derum am Nacken. Der Beschuldigte nutzte wiederum eine Vertrauenssituation 

aus, während die Privatklägerin vermeintlich sicher neben ihm im Bett lag. Die 

gesamte Nötigungssituation gipfelte schliesslich in einer Ohnmacht der Privat-

klägerin. Das objektive Tatverschulden erweist sich mit der Vorinstanz als nicht 

mehr leicht und rechtfertigt eine Einsatzstrafe von 20 Monaten.

Wiederum handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und aus egoistischen 

Motiven zur reinen Triebbefriedigung. Das subjektive Tatverschulden relativiert das 

objektive nicht.

Der Versuch ist strafmindernd zu berücksichtigen. Zu beachten ist hier, dass 

die Tat im Versuchsstadium stecken blieb, da die Privatklägerin ohnmächtig wurde. 

Damit lag der Taterfolg relativ nahe und der Versuch ist lediglich im Umfang von 

vier Monaten strafmindernd zu berücksichtigen, womit für das Delikt isoliert 

betrachtet eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten angebracht ist. Im Rahmen der 

Asperation ist diese im Umfang der Hälfte, resp. 8 Monaten zu berücksichtigen.

3.4. Fazit Tatkomponenten

Vor Berücksichtigung der Täterkomponenten und allfällig weiterer Umstände 

ist für den Beschuldigten damit eine Freiheitsstrafe von 32 Monaten festzusetzen.

3.5. Täterkomponenten

Betreffend die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann zunächst 

auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 79 S. 88-

90). An der heutigen Berufungsverhandlung bestätigte der Beschuldigte seine frü-

heren Ausführungen zu seinen persönlichen Verhältnissen (Urk. 104 S. 1 ff.). 

-   29   -

Heute führte er ergänzend dazu aus, dass er seit August 2024 bei F._____ in einem 

100 % Pensum arbeite. Er verdiene dort Fr. 7'600.– netto pro Monat und er erhalte 

einen 13. Monatslohn sowie einen Bonus. Er wohne alleine und sei aktuell in keiner 

Beziehung (Urk. 104 S. 1 f.). Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf. Er ist 

nicht geständig und zeigt demgemäss auch keine Reue und/oder Einsicht. Die Tä-

terkomponenten sind damit als strafzumessungsneutral zu werten.

3.6. Fazit Strafe

Insgesamt erweist sich damit eine Freiheitsstrafe von 32 Monaten als ange-

messen.

4. Anrechnung Haft

Dem Beschuldigten sind in Anwendung von Art. 51 StGB 34 Tage als durch 

Haft erstanden an die Strafe anzurechnen.

5. Vollzug

5.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Zudem kann das Gericht den Vollzug 

einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren teil-

weise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters 

genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Dabei darf der unbedingt voll-

ziehbare Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). In sub-

jektiver Hinsicht wird das Fehlen einer ungünstigen Prognose bezüglich weiterer 

künftiger Verbrechen oder Vergehen vorausgesetzt (OFK StGB-HEIMGARTNER, 

StGB, Art. 42 N 6). In erster Linie ist die strafrechtliche Vorbelastung relevant, 

namentlich wenn der Täter einschlägige Vorstrafen aufweist (OFK StGB-

HEIMGARTNER, Art. 42 N 8).

5.2. Die heute für den Beschuldigten auszufällende Freiheitstrafe von 32 Monaten 

lässt in objektiver Hinsicht einen teilbedingten Aufschub zu, wobei für den bedingt 

-   30   -

zu vollziehenden Teil das Fehlen einer ungünstigen Prognose erforderlich ist. Hier-

bei ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte nicht vorbestraft ist und davon 

auszugehen ist, dass das gesamte Untersuchungs- und Gerichtsverfahren, 

während welchem er sich 34 Tage in Untersuchungshaft befand, einen hinreichend 

prägenden Eindruck bei ihm hinterlassen haben dürfte. Zudem hat sich der 

Beschuldigte seit seiner Verhaftung – soweit bekannt – wohl verhalten. Die Legal-

prognose ist daher unter Berücksichtigung der Warnwirkung des zu vollziehenden 

Teils als günstig zu qualifizieren. Entsprechend ist dem Beschuldigten der teilbe-

dingte Vollzug zu gewähren.

5.3. Der unbedingt vollziehbare Teil darf die Hälfte der Strafe nicht übersteigen 

(Art. 43 Abs. 2 StGB) und sowohl der aufgeschobene als auch der zu vollziehende 

Teil müssen mindestens sechs Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 StGB). Der 

zu vollziehende Teil der Strafe muss schuldangemessen sein. Das Verhältnis der 

Strafteile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewäh-

rung des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld anderseits hinreichend zum 

Ausdruck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der 

Tat, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der unbe-

dingte Strafteil darf dabei das unter Verschuldensgesichtspunkten (Art. 47 StGB) 

gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 15 E. 5.6).

Unter Berücksichtigung der günstigen Legalprognose, der Vorwerfbarkeit der 

Tat sowie der Schwellenproblematik bezüglich der Halbgefangenschaft (Art. 77b 

StGB) ist der zu vollziehende Teil vorliegend auf 10 Monate festzusetzen, um dem 

Präventionsgedanken angemessen Rechnung zu tragen und der Warnwirkung 

genügend Gewicht zu verleihen. 

5.4. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so 

bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 

Abs. 1 StGB). Der Beschuldigte ist Ersttäter, weshalb es angemessen erscheint, 

die Probezeit auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren anzusetzen.

-   31   -

5.5. Der Vollzug der auszufällenden Freiheitsstrafe von 32 Monaten ist somit im 

Umfang von 22 Monaten aufzuschieben und die Probezeit ist auf 2 Jahre festzu-

setzen. Im Übrigen (10 Monate) ist die Freiheitsstrafe zu vollziehen.

VI.  Landesverweisung / SIS-Ausschreibung

1. Landesverweisung

1.1. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Anordnung einer Landesverweisung 

für die Dauer von acht Jahren sowie die Ausschreibung der Landesverweisung im 

SIS (Urk. 15 S. 5). Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einlässlicher Begrün-

dung für 10 Jahre des Landes verwiesen und deren Ausschreibung im SIS ange-

ordnet (Urk. 79 S. 91-99). Vor Vorinstanz hat sich die Verteidigung nicht zur von 

der Staatsanwaltschaft beantragten Landesverweisung geäussert (Urk. 68). Im 

Berufungsverfahren verzichtete die Verteidigung darauf, sich mit der vorinstanzlich 

angeordneten Landesverweisung (einlässlich) auseinanderzusetzen. Die Landes-

verweisung wurde von der Verteidigung nur insoweit kritisiert, als aus ihrer Sicht zu 

Unrecht überhaupt ein Schuldspruch erfolgt sei (Urk. 105 S. 37; vgl. auch Prot. II 

S. 12 ff.).

1.2. Das Gericht verweist den Ausländer, der wegen Vergewaltigung oder sexuel-

ler Nötigung verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre aus 

der Schweiz (Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB). Die obligatorische Landesverweisung 

wegen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB greift grundsätzlich 

unabhängig von der konkreten Tatschwere. Sie muss unabhängig davon ausge-

sprochen werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die Strafe bedingt, 

unbedingt oder teilbedingt ausfällt (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; BGE 144 IV 332 

E. 3.1.3; BGE 144 IV 168 E. 1.4.1). Im Übrigen kann auf die zutreffenden Aus-

führungen der Vorinstanz zu den Grundlagen für die Anordnung einer Landesver-

weisung verwiesen werden (Urk. 79 S. 91-94).

1.3. Der Beschuldigte ist iranischer Staatsangehöriger und ist gleich mehrerer 

Katalogtaten schuldig zu sprechen. Der Beschuldigte ist somit grundsätzlich für 5-

15 Jahre des Landes zu verweisen, es sei denn, es liege ein schwerer persönlicher 

-   32   -

Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB vor und die öffentlichen Interessen an 

der Landesverweisung überwiegen die privaten Interessen des Beschuldigten am 

Verbleib in der Schweiz nicht.

Die Vorinstanz erwog, dass die Landesverweisung für den Beschuldigten 

keine besondere persönliche Härte darstelle (Urk. 79 S. 94-96). Dieser Einschät-

zung kann gefolgt und auf die diesbezüglichen Ausführungen verwiesen werden. 

Zusammenfassend verfügt der Beschuldigte in der Schweiz über keine Familien-

angehörigen. Zwar lebt der Beschuldigte inzwischen seit rund 14 Jahren in der 

Schweiz, der Beschuldigte kam jedoch erst im Alter von 24 Jahren in die Schweiz. 

Seine prägenden Lebensjahre verbrachte er in seinem Heimatland Iran. Als 

iranischer Staatsangehöriger ist es ihm möglich, in seine Heimat zurückzukehren. 

Der Beschuldigte ist von der Privatklägerin geschieden, lebt zurzeit in keiner Part-

nerschaft und ist kinderlos. Seine Mutter lebt im Iran, seine Schwester in Schweden 

und sein Bruder in Deutschland. Zwar pflegt er Freundschaften in der Schweiz, 

gemäss eigenen Angaben hat er aber auch Freunde im Iran. Der Beschuldigte ist 

wirtschaftlich in der Schweiz integriert. Er absolvierte im Jahre 2017 sein Doktorat 

an der ETH und arbeitete danach bis 2024 bei der Firma G._____ in der Abteilung 

Forschung und Entwicklung als Ingenieur. Seit August 2024 arbeitet er bei der 

Firma F._____ in H._____ als Staff Process Engineer in einem 100 % Pensum 

(Urk. 104 S. 2). Seine Wiedereingliederungschancen im Iran sind positiv zu 

beurteilen (vgl. Urk. 21 S. 1), auch wenn der Beschuldigte anlässlich der heutigen 

Berufungsverhandlung ausführte, dass das, was er studiert und gelernt habe, zu 

Europa und der Schweiz passe (Urk. 104 S. 3). Der hier erworbene Doktortitel 

sowie seine berufliche Erfahrung wird ihm auch im Iran zugute kommen. Er spricht 

die Landessprache und verfügt wie erwähnt sowohl über familiäre als auch soziale 

Beziehungen im Iran. Dass er im Iran allenfalls Militärdienstpflicht leisten muss, 

stellt keinen Grund dafür dar, dass er nicht in sein Heimatland zurückreisen kann.

Ein schwerer persönlicher Härtefall ist somit zu verneinen. Unter diesen Um-

ständen erübrigt sich an sich eine weitergehende Interessenabwägung. Gleichwohl 

ist der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass auch die öffentlichen Interessen an 

einer Landesverweisung aufgrund der erstellten Delinquenz und des damit einher-

-   33   -

gehenden Gefährdungspotenzials die privaten Interessen des Beschuldigten an 

einem Verbleib in der Schweiz überwiegen. Dies stellte auch die Vorinstanz so fest 

(Urk. 79 S. 97). Eine Landesverweisung für die Dauer von 7 Jahren erscheint auf-

grund der erstellten Delinquenz und des Verschuldens angemessen. 

1.4. Der Beschuldigte ist demnach für die Dauer von 7 Jahren aus dem Gebiet der 

Schweiz zu verweisen.

2. SIS-Eintrag

Betreffend die allgemeinen Voraussetzungen für eine Ausschreibung im 

Schengener Informationssystem kann auf die zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 79 S. 98 f.). Als iranischer Bürger ist der 

Beschuldigte Drittstaatangehöriger im Sinne der N-SIS-Verordnung. Mit heutigem 

Urteil wird er wegen Vergewaltigung und mehrfacher (teilweise versuchter) sexuel-

ler Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten verurteilt, wovon 10 Monate 

unbedingt und 22 Monate bedingt auszusprechen sind. Entsprechend ist die 

Landesverweisung im Schengener Informationssystem auszuschreiben.

VII.  Erstellung DNA-Profil

1. Die Vorinstanz ordnete in Anwendung von aArt. 5 des Bundesgesetzes über 

die Verwendung von DNA-Profilen im Strafverfahren und zur Identifizierung von 

unbekannten oder vermissten Personen (DNA-Profil-Gesetz; SR 363) die Ent-

nahme einer DNA-Probe und die Erstellung eines DNA-Profils vom Beschuldigten 

an (Urk. 79 S. 107 f.).

2.1. aArt. 5 DNA-Profil-Gesetz wurde mit Wirkung ab 1. August 2023 und damit 

vor dem vorinstanzlichen Entscheid aufgehoben (AS 2023 309; BBl 2021 44). Nach 

der am 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Fassung von Art. 257 StPO kann das 

Gericht in seinem Urteil anordnen, dass von einer wegen eines Verbrechens oder 

Vergehens verurteilten Person eine Probe genommen und ein DNA-Profil erstellt 

wird, wenn aufgrund konkreter Anhaltspunkte anzunehmen ist, die verurteilte 

Person könnte weitere Verbrechen oder Vergehen begehen. Gemäss Art. 453 

-   34   -

Abs. 1 StPO werden Rechtsmittel gegen Entscheide, die vor Inkrafttreten der 

neuen Regelungen gefällt wurden, nach bisherigem Recht beurteilt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 7B_1022/2023 vom 11. Januar 2024 E. 1.2 mit Hinweisen). Der 

Entscheid der Vorinstanz datiert vom 25. Januar 2024, weshalb für das vorliegende 

Rechtsmittelverfahren das neue Recht massgebend ist. 

2.2. Der Beschuldigte ist vorliegend zwar wegen Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 aAbs. 1 StGB sowie wegen mehrfacher (teils versuchter) sexueller Nöti-

gung im Sinne von Art. 189 aAbs. 1 teils in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB mit 

einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten zu bestrafen. Der Beschuldigte beging die 

hier zu beurteilenden Taten alle während der Ehe mit der Privatklägerin, es handelt 

sich somit um Beziehungsdelikte. Dem Beschuldigten ist zudem – wie vorstehend 

dargelegt – eine günstige Legalprognose zu attestieren. Es bestehen überdies 

keine konkreten Anhaltspunkte, dass der Beschuldigte weitere Vergehen oder 

Verbrechen begehen könnte. Entsprechend ist von der Anordnung einer Abnahme 

einer DNA-Probe und der Erstellung eines DNA-Profils im Sinne von Art. 257 StPO 

abzusehen.

VIII.  Zivilansprüche

1. Allgemeines

Die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Leistung von Schadenersatz 

und Genugtuung sowie die Bemessungskriterien dieser Leistungen wurden von der 

Vorinstanz zutreffend dargelegt; es kann darauf verwiesen werden (Urk. 79 

S. 104 f.). Die Privatklägerin hat sich rechtmässig als solche konstituiert 

(vgl. Urk. 79 S. 12-14, E. I/4). Aufgrund der Schuldsprüche ist über das Genug-

tuungsbegehren zu entscheiden (Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO).

2. Genugtuungsforderung der Privatklägerin

2.1. Die Privatklägerin liess vor Vorinstanz die Zusprechung einer Genugtuung 

von Fr. 10'000.– (ohne Zins) beantragen (Urk. 67 S. 1, S. 11 ff.). Heute verlangt sie 

die Betätigung des vorinstanzlichen Urteils, welches ihr die verlangte Genugtuung 

-   35   -

(ohne Zins) zusprach (Urk. 79, S. 111, Dispositiv-Ziffer 7.; Urk. 107 und Prot. II 

S. 12 ff.). Der Beschuldigte beantragt die Abweisung des Genugtuungsbegehrens 

der Privatklägerin (Urk. 68 S. 2; Urk. 105 S. 2 und Prot. II S. 12 und S. 13 f.).

2.2. Vorliegend wurde der Beschuldigte der Vergewaltigung und der mehrfachen 

(teilweise versuchten) sexuellen Nötigung zulasten der Privatklägerin schuldig 

gesprochen. Der Beschuldigte verletzte widerrechtlich und schuldhaft über mehrere 

Jahre hinweg die sexuelle Integrität der Privatklägerin und schädigte diese dadurch 

erheblich in ihren Persönlichkeitsrechten. Es ist evident, dass sexuelle Übergriffe 

auf die Opfer traumatisierend wirken und ernsthafte Risiken für deren psychische 

Gesundheit bergen. Der Übergriff des Beschuldigten sowie die erlittenen seeli-

schen Schmerzen stellen zweifellos eine massive Belastung dar, welche vom Opfer 

über einen längeren Zeitraum verarbeitet werden müssen (vgl. dazu auch Urk. 107 

und Prot. II S. 12 f.). Zutreffend hob die Vorinstanz hervor, dass bei den hier zu 

beurteilenden Delikten grundsätzlich eine höhere Genugtuung in Betracht gekom-

men wäre. Die vom Beschuldigten zu bezahlende Genugtuung wurde jedoch von 

der Vorinstanz aufgrund des Antrags der Privatklägerin auf Fr. 10'000.– festgesetzt. 

Die von der Vorinstanz zugesprochene Genugtuung in der Höhe von Fr. 10'000.00 

erscheint deshalb noch immer als angemessen, auch wenn der Beschuldigte im 

Berufungsverfahren vom Vorwurf der Vergewaltigung hinsichtlich des Anklage-

sachverhalts 1.3. freizusprechen ist.

2.3. Der Beschuldigte ist demgemäss zu verpflichten, der Privatklägerin eine 

Genugtuung von Fr. 10'000.– zu bezahlen.

IX.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kostendispositiv 

(Dispositiv-Ziffer 9) anzupassen, da der Beschuldigte – in Abweichung zum vorin-

stanzlichen Urteil – vom Vorwurf der Vergewaltigung hinsichtlich des Anklagesach-

verhalts 1.3. freizusprechen ist. Vorliegend erscheint nachfolgende Kostenregelung 

für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren angemessen:

-   36   -

Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, mit 

Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerin, sind zu 3/4 dem Beschuldigten aufzuerlegen und zu 

1/4 auf die Gerichtskasse zu nehmen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerin für die Untersuchung und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren 

sind zu 3/4 einstweilen und zu 1/4 definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von 3/4 gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten.

2.1. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu veran-

schlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG und § 14 

Abs. 1 lit. b GebV OG).

2.2. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen 

auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). In Anbetracht dessen, dass der Beschul-

digte mit seiner Berufung zu rund 3/4 unterliegt, sind ihm die Kosten des Berufungs-

verfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unent-

geltlichen Vertretung der Privatklägerin, zu 3/4 aufzuerlegen. Dementsprechend 

sind die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerin zu 3/4 einstweilen und zu 1/4 definitiv auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von 3/4 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten.

2.3. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten macht für das Berufungsverfah-

ren einen Aufwand von Fr. 10'655.26 geltend (Urk. 103). Unter Berücksichtigung 

der tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 9 und 17 [kürzer als 

von der Verteidigung antizipiert]) und nachdem das Studium des begründeten 

vorinstanzlichen Urteils bereits durch die pauschale Entschädigung der Vorinstanz 

abgegolten wurde (Urk. 70), ist der Verteidiger für seine Bemühungen und Aus-

lagen mit pauschal Fr. 10'000.– (inkl. MwSt. und Barauslagen) zu entschädigen.

-   37   -

2.4. Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Privatklägerin, Rechtsanwalt Dr. iur. 

HSG Y._____, macht für seine Aufwendungen und Barauslagen im Berufungsver-

fahren ein Honorar in der Höhe von insgesamt Fr. 6'353.– geltend (Urk. 102). Unter 

Berücksichtigung der tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 9 

und 17 [kürzer als vom unentgeltlichen Rechtsvertreter der Privatklägerin 

antizipiert]) und nachdem das Studium des begründeten vorinstanzlichen Urteils 

bereits durch die pauschale Entschädigung der Vorinstanz abgegolten wurde 

(Urk. 71), ist der unentgeltliche Rechtsvertreter der Privatklägerin für seine Bemü-

hungen und Auslagen mit pauschal Fr. 5'000.– (inkl. MwSt. und Barauslagen) zu 

entschädigen.

3. Der Beschuldigte stellte ein Genugtuungsbegehren betreffend die erlittene 

Haft (Urk. 68 S. 2; Urk. 81 S. 3; Urk. 105 S. 2). Aufgrund der Schuldsprüche und 

der ausgesprochenen Strafe bleibt jedoch kein Raum für eine Genugtuung zuguns-

ten des Beschuldigten, weshalb sein Begehren abzuweisen ist.

-   38   -

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, 

vom 25. Januar 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1. […]

2. […]

3. […]

4. […]

5. […]

6. Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes wird abgesehen.

7. […]

8. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

CHF 9'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 3'000.00   Gebühr Strafuntersuchung

CHF 40.00   Dr. B._____ ärztl. Befund Privatklägerin

CHF 1'000.00   Gerichtsgebühr OGZ, G. Nr. UB210176-O

CHF 9'984.10   amtliche Verteidigung RA X2._____  (inkl. Barauslagen und Mwst)

CHF 33'174.80
  amtliche Verteidigung RA X1._____
  (inkl. Barauslagen und Mwst)

CHF 26'836.95
  unentgeltliche Rechtsvertretung RA Y._____
  (inkl. Barauslagen und Mwst)

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

9. […]

10. [Mitteilungen]

11. [Rechtsmittel]"

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

-   39   -

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

- der mehrfachen, teils versuchten sexuellen Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 aStGB teils in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

(Anklagesachverhalte 1.1. und 1.2.) sowie

- der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 aStGB (Anklagesach-

verhalt 1.4.).

2. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 aStGB (Anklagesachverhalt 1.3.) freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 32 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

34 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen.

5. Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB für die 

Dauer von 7 Jahren aus dem Gebiet der Schweiz verwiesen.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informati-

onssystem (SIS) angeordnet.

6. Von der Anordnung einer Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines 

DNA-Profils im Sinne von Art. 257 StPO wird abgesehen.

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin den Betrag von 

CHF 10'000.– als Genugtuung zu bezahlen.

-   40   -

8. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgelt-

lichen Vertretung der Privatklägerin, werden zu 3/4 dem Beschuldigten auf-

erlegt und zu 1/4 auf die Gerichtskasse genommen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerin für die Untersuchung und das erstinstanzliche Gerichts-

verfahren werden zu 3/4 einstweilen und zu 1/4 definitiv auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im 

Umfang von 3/4 gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO vor-

behalten.

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 10'000.00   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1 % MwSt.)

Fr. 5'000.00   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin (inkl. 8,1 % 
MwSt.).

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläge-

rin, werden zu 3/4 dem Beschuldigten auferlegt und zu 1/4 auf die Gerichts-

kasse genommen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerin werden zu 3/4 einstweilen und zu 1/4 definitiv auf die 

Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt 

im Umfang von 3/4 gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO 

vorbehalten.

-   41   -

11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (versandt)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)
 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der 

Privatklägerin (versandt)
 das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der 

Privatklägerin

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 das Migrationsamt des Kantons Zürich
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

-   42   -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 5. Mai 2025

Der Präsident:

lic. iur. S. Volken

Der Gerichtsschreiber:

MLaw J. Stegmann

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.