# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0da04e9b-4d7a-5e71-bafb-0ab9504a7618
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2008 D-6945/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6945-2006_2008-08-26.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6945/2006/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richter Daniel Schmid, Richter Gérard Scherrer, 
Gerichtsschreiber Jürg Hünerwadel.

B._______, Irak,
vertreten durch lic. iur. Peter Frei, Rechtsanwalt, 
Kernstrasse 8, Postfach 1149, 8026 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 
16. Juli 2002.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6945/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer – ein irakischer  Staatsangehöriger  kurdischer 
Ethnie  aus  A._______  (Suleimaniya)  –  verliess  seinen  Heimatstaat 
eigenen Angaben zufolge am 1. August 1997 und gelangte nach einem 
mehrmonatigen  Aufenthalt  in  der  Türkei  am  3.  Juli  1998  in  die 
Schweiz,  wo  er  am  6. Juli  1998  in  der  Empfangsstelle  (heute:  Em-
pfangs- und Verfahrenszentrum) Kreuzlingen ein Asylgesuch stellte.

B.
Zur  Begründung seines  Gesuchs brachte  der  Beschwerdeführer  an-
lässlich der Befragungen vom 7. Juli 1998 in der Empfangsstelle und 
vom 27. August 1998 durch die zuständige kantonale Behörde im We-
sentlichen  vor,  er  sei  von  1993  bis  1996  Sympathisant  der  PUK 
(Patriotische Union von Kurdistan) und als  solcher für  diese Organi-
sation propagandistisch tätig gewesen. Da er nicht gegen die rivalisie-
rende KDP (Kurdische  Demokratische  Partei)  habe  kämpfen wollen, 
habe er diese Tätigkeit jedoch aufgegeben. Nach dem Einmarsch der 
irakischen Truppen – im Verbund mit der KDP – in das PUK-Gebiet sei 
er  im Juli  1996 während zweier  Wochen (vgl. ES-Prot.,  S. 4)  bezie-
hungsweise vom 2. September bis zum 1. Oktober 1996 während ei-
nes Monats (vgl. kant. Prot., S. 6) inhaftiert worden, um von ihm Infor-
mationen  über  die  PUK  zu  erhalten;  KDP-Angehörige  hätten  ferner 
sein Haus geplündert. Im Weiteren hätten Leute der islamistischen Bi-
sutnawai-Islami (IMIK) im September 1996 (vgl. ES-Prot., S. 4) bezie-
hungsweise im Juli 1996 (vgl. kant. Prot., S. 6) zwei Sprengkörper ge-
gen sein Haus geworfen, weil ihm die kommunistische Ideologie gefal-
len habe; am 17. Juli 1997 habe ihn diese Organisation sodann ultima-
tiv  aufgefordert,  seinen  Ideen  abzuschwören  und  der  islamistischen 
Bewegung beizutreten. Die Polizei habe ihm wegen seiner Abkehr von 
der PUK auf sein Schutzersuchen hin nicht helfen wollen, weshalb er 
sich zur Ausreise aus seinem Heimatstaat entschlossen habe.

C.
Mit Verfügung vom 10. April 2000 lehnte das BFF das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  dessen  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie deren Vollzug an. Zur Begründung führte das Bundes-
amt im Wesentlichen an, die Vorbringen des Beschwerdeführers ver-
möchten den Anforderungen an das Glaubhaftmachen nicht zu genü-

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gen. Den Vollzug der Wegweisung erachtete die Vorinstanz als zuläs-
sig, zumutbar und möglich.

D.
Die  vom Beschwerdeführer  gegen diese  Verfügung eingereichte  Be-
schwerde  vom  10.  Mai  2000  wurde  von  der  damals  zuständigen 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  mit  Urteil  vom  9. Juli 
2001 abgewiesen.

E.
Der Beschwerdeführer reichte in der Folge am 27. August 2001 beim 
Bundesamt eine als  "Wiedererwägungsgesuch" bezeichnete Eingabe 
ein,  welche  vom  BFF  als  zweites  Asylgesuch  entgegen  genommen 
wurde. Mit Verfügung vom 8. Oktober 2001 trat das BFF auf das Ge-
such nicht  ein und ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers 
aus der Schweiz sowie deren Vollzug an.

F.
Mit Urteil vom 22. Mai 2002 hiess die ARK eine gegen diese Verfügung 
gerichtete Beschwerde gut, hob die angefochtene Verfügung auf und 
wies die Vorinstanz an, das ordentliche Asylverfahren durchzuführen.

G.
Mit Verfügung vom 16. Juli 2002 – eröffnet am 24. Juli 2002 – wies das 
BFF das zweite Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete 
erneut die Wegweisung und deren Vollzug – unter Ausschluss des Voll-
zuges in den damals zentralstaatlich kontrollierten Teil des Irak – an. 
Zur Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen an, die Vor-
bringen des Beschwerdeführers vermöchten ungeachtet der Frage ih-
rer  Glaubhaftigkeit  den  Anforderungen an die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht zu genügen.

H.
Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 23. August 2002 erhob der 
Beschwerdeführer gegen die Verfügung des BFF vom 16. Juli 2002 bei 
der  ARK Beschwerde,  beantragte  die  Aufhebung der  angefochtenen 
Verfügung und die Gewährung von Asyl beziehungsweise die Anord-
nung der  vorläufigen Aufnahme; in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  er-
suchte er um Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses. Auf 
die Begründung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen 
eingegangen.

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I.
Der zuständige Instruktionsrichter der ARK verzichtete mit Zwischen-
verfügung vom 2. September 2002 antragsgemäss auf das Erheben ei-
nes Kostenvorschusses.

J.
In ihrer Vernehmlassung vom 6. September 2002 hielt  die Vorinstanz 
an der angefochtenen Verfügung fest  und beantragte die Abweisung 
der Beschwerde.

K.
Mit Eingaben vom 22. November 2002 und vom 16. Dezember 2002 
reichte der Beschwerdeführer zwei im Zusammenhang zu seinen Vor-
bringen stehende Beweismittel (gerichtsmedizinischer Bericht und To-
desbescheinigung  betreffend  seinen  Bruder)  mit  deutscher  Überset-
zung ein.

L.
Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels  hielt  die  Vorinstanz mit 
Vernehmlassung vom 23. Dezember 2002 erneut  an ihrer  Verfügung 
vom 16. Juli 2002 fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 
Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 3. Februar 2003.

M.
Am  3.  Oktober  2003  heiratete  der  Beschwerdeführer  eine  in  der 
Schweiz niedergelassene polnische Staatsangehörige, worauf ihm die 
zuständige kantonale Behörde eine Aufenthaltsbewilligung "B" erteilte. 
Der  Rechtsvertreter  teilte  dem  Instruktionsrichter  in  der  Folge  am 
5. August 2004 mit, dass sein Mandant an der Beschwerde, soweit die 
Fragen der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls betreffend, festhalte.

N.
Am 28. April  2005 ging bei  der  ARK ein  Bericht  der  WCPI (Worker 
Communist  Party  or  Irak)  vom 16. April  2004  ein,  gemäss welchem 
Mitglieder der WCPI flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung befürch-
ten müssten. In einer Auflistung von Mitgliedern und Sympathisanten 
der WCPI, welche zu jenem Zeitpunkt in der Schweiz ein Asylverfah-
ren  hängig  hatten,  wurde  der  Beschwerdeführer  als  Parteianhänger 
bezeichnet.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört  zu den Behör-
den nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgeset-
zes  vom 26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art.  106 Abs. 1 
AsylG).

1.4 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung. Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  (Art.  6  AsylG  i.V.m.  Art.  48  Abs.  1  und  50  ff. 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1 In seiner Beschwerdeeingabe vom 23. August 2002 rügt der Be-
schwerdeführer zunächst in formeller Hinsicht, das Bundesamt sei im 
Nachgang an das Urteil der ARK vom 22. Mai 2002 seiner Pflicht zur 
Abklärung  des  Sachverhaltes  –  bezüglich  der  im  vorangegangenen 
Beschwerdeverfahren  eingereichten  Beweismittel,  der  geltend  ge-
machten subjektiven Nachfluchtgründe sowie der Frage des Vorliegens 
einer schwerwiegenden persönlichen Notlage – nicht nachgekommen, 

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wiewohl es von der ARK explizit dazu angehalten worden sei. Aus die-
sem Grund stelle sich die Frage, ob es nicht angezeigt sei, die ange-
fochtene Verfügung erneut zu kassieren und die Akten zu ergänzen-
den Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Beschwerde-
eingabe vom 23. August 2002, Ziff. 4a, S. 4 f.).

2.2 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss, dass die Vorinstanz zwar – wie vom Beschwerdeführer 
zu Recht vorgebracht – nach der Aufhebung der Verfügung vom 8. Ok-
tober 2001 in der Tat keine weiter gehenden Sachverhaltsabklärungen 
vorgenommen hat. Soweit die Frage der Echtheit der vom Beschwer-
deführer im vorangegangenen Beschwerdeverfahren eingereichten Be-
weismittel  (namentlich betreffend die Entführung seines Bruders) an-
belangend, ist diese Unterlassung indessen nicht zu beanstanden, da 
das Bundesamt in seiner Verfügung vom 16. Juli 2002 die Glaubhaftig-
keit  der  Vorbringen  nicht  (mehr)  bestritt,  sondern  nunmehr  deren 
flüchtlingsrechtliche  Relevanz  verneinte;  die  Vorinstanz  ist  demnach 
von den – einlässlichen – Sachverhaltsschilderungen des Beschwer-
deführers ausgegangen, weshalb ihr keine Verletzung der Pflicht  zur 
Abklärung  des  Sachverhaltes  vorzuwerfen  ist.  Ebenfalls  als  rechts-
genüglich  abgeklärt  erscheint  im  Weiteren  –  jedenfalls  im  heutigen 
Zeitpunkt – der Sachverhalt auch hinsichtlich des vom Beschwerdefüh-
rer  geltend gemachten exilpolitischen Engagements; das Bundesamt 
hat zwar, wie vom Beschwerdeführer zu Recht gerügt, diesbezüglich in 
seiner Verfügung vom 16. Juli 2002 keine eingehende rechtliche Wür-
digung vorgenommen; es hat aber immerhin festgehalten, die Exiltä-
tigkeit  bei  der  WCPI  erscheine  nicht  asylrelevant  (recte:  flüchtlings-
rechtlich  relevant),  da  allfällige  daraus  resultierende  Behelligungen 
durch Islamisten im Einflussgebiet der PUK lediglich Übergriffe Dritter 
darstellten.  Nachdem  der  Beschwerdeführer  im  vorliegenden  Be-
schwerdeverfahren Gelegenheit hatte – und diese auch nutzte –, sich 
erneut  zu  seinen politischen Tätigkeiten  in  der  Schweiz  zu  äussern, 
kann eine allfällige Verletzung der Begründungspflicht damit als geheilt 
erachtet  werden. Soweit  schliesslich  die  Frage des  Vorliegens  einer 
schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  betreffend,  ist  festzuhalten, 
dass die Bestimmung von Art. 44 Abs. 3 aAsylG – und damit auch die 
erstinstanzliche  Prüfungspflicht  des  Bundesamtes  –  per  1. Januar 
2007 aufgehoben worden ist.

Bei  dieser  Sachlage  besteht  keine  Veranlassung  zur  Aufhebung  der 
angefochtenen Verfügung aus formellen Gründen; es ist  demnach im 

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Folgenden  zu  prüfen,  ob  das  Bundesamt  in  materieller  Hinsicht  zu 
Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  verneint  und  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers abgewiesen hat.

3.

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

4.

4.1 Das Bundesamt hält  in seiner Verfügung vom 16. Juli  2002 fest, 
die Vorbringen des Beschwerdeführers vermöchten – ungeachtet all-
fälliger  Unglaubhaftigkeitselemente  –  den  Anforderungen  von  Art.  3 
AsylG  an  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  standzuhalten.  Der  Be-
schwerdeführer stamme nämlich aus A._______, wo die PUK quasi-
staatliche Macht innehabe und die islamischen Kräfte keinen Einfluss 
hätten.  Aus  den  vom Beschwerdeführer  eingereichten  Beweismitteln 
ergebe sich, dass die PUK-Behörden ein Verfahren gegen die Entfüh-
rer seines Bruders eröffnet und die notwendigen Untersuchungsmass-
nahmen – welche immer noch andauerten – eingeleitet hätten. Die Be-
hörden kämen damit  ihrer  Schutzpflicht  nach,  weshalb eine allfällige 
Verfolgung des Beschwerdeführers durch Islamisten – gegebenenfalls 
im Zusammenhang mit seinen exilpolitischen Tätigkeiten – im Einfluss-
gebiet der PUK flüchtlingsrechtlich irrelevant sei.

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4.2 Der  Beschwerdeführer  stellt  sich  demgegenüber  in  seiner  Be-
schwerdeeingabe vom 23. August  2002 auf  den Standpunkt,  in  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2000 Nr. 15 sei die Möglichkeit der beiden nordiraki-
schen Quasistaaten (PUK- beziehungsweise KDP-Gebiet), Schutz vor 
Verfolgung  durch  den  jeweils  anderen  Quasistaat  beziehungsweise 
durch islamistische Gruppierungen zu gewähren, erheblich bezweifelt 
worden. Die ihm drohende Verfolgung durch die Islamisten – welche 
seinetwegen bereits seinen Bruder entführt hätten – sei daher flücht-
lingsrechtlich  relevant,  zumal  er  sich  aktiv  für  die  WCPI  eingesetzt 
habe und daher kein Schutzwille seitens der PUK gegeben sei, son-
dern  vielmehr  auch eine  selbstständige  Verfolgung  seitens  der  PUK 
nicht ausgeschlossen werden könne.

Im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens hat der Beschwerdeführer wei-
tere  Beweismittel  zu den Akten gereicht,  so namentlich mit  Eingabe 
vom 16. Dezember 2002 einen gerichtsmedizinischen Bericht und eine 
Todesbestätigung betreffend seinen Bruder, welcher im August  2002 
schwer  verletzt  aufgefunden  worden  und  am  29. August  2002  im 
Hauptspital von A._______ verstorben sei.

4.3 Die  Vorinstanz  –  welche  bereits  in  ihrer  Vernehmlassung  vom 
6. September 2002 die Abweisung der Beschwerde beantragt hatte – 
hielt auch im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels mit Vernehm-
lassung vom 23. Dezember 2002 an der angefochtenen Verfügung fest. 
Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass einerseits ein Zusammenhang 
zwischen den Vorbringen des Beschwerdeführers und der Entführung 
beziehungsweise dem Tod seines Bruders nicht erstellt sei und ande-
rerseits die PUK-Behörden im Herkunftsgebiet des Beschwerdeführers 
quasistaatliche Macht ausübten und somit für seinen Schutz zuständig 
seien.

In seiner Replik vom 3. Februar 2003 bringt der Beschwerdeführer vor, 
er habe den Zusammenhang zwischen der Entführung seines Bruders 
und seinem politischen Engagement bereits mit einer am 7. November 
2001  eingereichten  irakischen  Gerichtsurkunde  vom  15.  September 
2001 glaubhaft  gemacht;  im Weiteren zweifelt  er  die  Schutzfähigkeit 
und -willigkeit der PUK gegenüber seiner Person an.

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5.

5.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss, dass das Bundesamt im Ergebnis zu Recht die Flücht-
lingseigenschaft verneint und das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
abgewiesen hat.

5.2 Die schweizerischen Asylbehörden verfolgen die Entwicklung der 
Lage im Irak kontinuierlich; dies gilt  sowohl hinsichtlich der allgemei-
nen  politischen,  sicherheitsbezogenen  und  ökonomischen  Situation, 
als auch bezüglich der Frage nach Personenkategorien, welche trotz 
des Übergangs zu demokratischen Strukturen und der dauernden Prä-
senz internationaler Streitkräfte unter der Führung der USA asylrecht-
lich relevante Behelligungen befürchten müssen.

5.2.1 Im  hier  interessierenden  Zusammenhang  hat  das  Bundesver-
waltungsgericht  in  BVGE 2008/4  eine  aktuelle  Einschätzung  der  Si-
cherheitslage  in  den  drei  autonomen  kurdischen  Nordprovinzen  Do-
huk,  Erbil  und  Suleimaniya  vorgenommen  (vgl.  zum  Folgenden  die 
ausführlichen Angaben in E. 6 des genannten Entscheides). Das Ge-
richt ist dabei zum Schluss gelangt, dass sich die Lage in diesen Ge-
bieten stabilisiert hat und die Sicherheits- und Justizbehörden grund-
sätzlich in der Lage und willens sind, der Bevölkerung Schutz vor Ver-
folgung zu gewähren. Die vom Beschwerdeführer  zitierte  Rechtspre-
chung gemäss EMARK 2000 Nr. 15 ist – soweit die konkrete Situation 
in den genannten nordirakischen Provinzen betreffend – durch diese 
neueste Praxis des Bundesverwaltungsgerichts obsolet geworden.

5.2.2 Für  gewisse Bevölkerungsgruppen besteht  indessen nach wie 
vor ein erhöhtes Risiko, mit den Sicherheitskräften in Konflikt zu gera-
ten  und  dabei  menschenrechtswidriger  oder  diskriminierender  Be-
handlung  ausgesetzt  zu  werden; dies  betrifft  namentlich  Kritiker  der 
beiden kurdischen Mehrheitsparteien PUK und KDP (Kurdische Demo-
kratische  Partei),  kritische  Medienschaffende,  Islamisten,  aus  dem 
Zentralirak eingewanderte alleinstehende arabische Männer sowie An-
gehörige  ethnischer  und  religiöser  Minderheiten  (vgl.  BVGE  2008/4 
E. 6.6 S. 46 ff.). Ferner kann private Verfolgung drohen, vorab durch 
islamische Extremisten beispielsweise von der Jund al-Islam oder der 
Ansar  al-Islam,  welche  in  den  von  ihnen  kontrollierten  Dörfern  eine 
Scharia-Herrschaft – mit Segregation von Männern und Frauen, Aus-
schluss  der  Frauen  von  Bildung  und  Beschäftigung,  Musikverbot, 
Körperstrafen, etc. – einführten (vgl. BVGE 2008/4 E. 6.6.9 S. 51 f.); 

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bezüglich  dieser  Gefährdungen  ist  im  Einzelfall  zu  prüfen,  ob  die 
staatlichen  Sicherheitsorgane  willens  und  fähig  sind,  Schutz  zu 
gewähren (vgl. BVGE 2008/4 E. 6.7 S. 52 f.).

5.2.3 Bezüglich der Gefährdung von Mitgliedern und Anhängern der 
WCPI – eine Partei, welche auch heute den herrschenden Kurdenpar-
teien im Nordirak kritisch gegenüber steht (vgl. BVGE 2008/4 E. 6.6.3 
S.  49)  –  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Urteil  BVGE 
D-7198/2006  vom 15.  Februar  2008  zum  Schluss  gekommen,  dass 
diese  Partei  bereits  zu  Beginn  des  21.  Jahrhunderts  in  Opposition 
sowohl zur PUK als auch zur KDP stand. So wurden beispielsweise im 
Februar 2000 mehrere Mitglieder des Zentralkomitees der WCPI von 
den Sicherheitskräften der PUK verhaftet,  nachdem sie Unregelmäs-
sigkeiten bei den in jenem Monat durchgeführten Lokalwahlen gerügt 
hatten. Im Juli 2000 verbot die PUK sodann die Tätigkeiten der WCPI 
in der Provinz Suleimaniya und schloss deren Büros, wobei Mitglieder 
dieser  Partei  vom Sicherheitsdienst  der  PUK niedergeschlagen  und 
verhaftet  wurden;  die  WCPI  zog  sich  daraufhin  nach  Erbil  zurück, 
mithin auf das durch die KDP kontrollierte Gebiet, wo sich allerdings 
auch bald  Spannungen abzeichneten. Das Klima  der  Unterdrückung 
hielt  – nach Angaben von unabhängigen internationalen Regierungs- 
und  Nichtregierungsorganisationen  sowie  den  von  den  Beschwerde-
führern im vorliegenden Verfahren eingereichten Berichten der WCPI – 
zumindest bis zum Beginn des Jahres 2002 an, wobei Mitglieder der 
Partei  von  den  Sicherheitsdiensten  der  PUK  und  der  KDP  gezielt 
verhaftet  und  schikaniert  wurden.  In  der  Folge  liess  indessen  der 
Druck der PUK auf die WCPI nach. Die Organisation blieb zwar offiziell 
verboten und das von ihr geführte Frauenhaus geschlossen, aber sie 
konnte immerhin wieder gewisse Aktivitäten entfalten, ohne dass die 
PUK  intervenierte;  so  konnte  die  Partei  namentlich  ihren  Hauptsitz 
nach Suleimaniya zurückverlegen und dort ihren eigenen Radiosender 
wiedereröffnen  sowie  die  Zeitung  "Bopeshawa"  herausgeben.  Der 
Sturz  des  Regimes  von Saddam Hussein  im Frühjahr  2003  änderte 
wenig an der Situation der WCPI. Sie blieb eine Oppositionspartei und 
bekämpfte die von den Islamisten vertretenen Ideen. Im Verlaufe des 
Jahres 2003 trat die WCPI sodann auch im Zentral- und Südirak aus 
der Klandestinität hervor und eröffnete Büros in Baghdad und anderen 
Grossstädten. Auch im heutigen Zeitpunkt geniesst die Organisation – 
wiewohl nach wie vor illegal – eine gewisse Handlungsfreiheit, wenn 
auch Übergriffe auf Parteimitglieder seitens islamistischer Gruppierun-
gen  beziehungsweise  der  Sicherheitsdienste  der  PUK und  der  KDP 

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immer noch vorkommen. Das Bundesverwaltungsgericht verneint unter 
diesen  Umständen  die  Gefahr  von  systematischen  Behelligungen 
gegen  alle  –  namentlich  einfache  –  Mitglieder  und  Anhänger  der 
WCPI,  führt  jedoch  bei  solchen  Konstellationen  eine  einzelfallweise 
Prüfung  der  Kriterien  einer  begründeten  Furcht  durch  (vgl.  zum 
Gesagten BVGE D-7198/2006 E. 5.3 S. 14 ff., mit Quellenhinweisen).

5.3

5.3.1 Im Falle des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass er wäh-
rend einiger Zeit – von 1993 bis 1996 – Sympathisant der PUK und für 
diese propagandistisch tätig war. Im Zuge der sich verschärfenden Ge-
gensätze zwischen der PUK und der KDP löste er sich zwar von dieser 
Organisation  und  wandte  sich  kommunistischen  Ideen  zu,  was  zu 
Schwierigkeiten mit der IMIK führte; er wurde allerdings nicht Mitglied 
der WCPI und hatte in dieser Partei in keiner Weise eine exponierende 
Stellung inne. In der Schweiz nahm er in vermehrtem Ausmasse an 
Aktivitäten der  WCPI  (namentlich  an Kundgebungen)  teil,  blieb  aber 
auch hier stets blosser Sympathisant ohne massgebliche Funktionen.

5.3.2 Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass der Beschwer-
deführer bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat keine erheblichen 
Nachteile  im Sinne von Art. 3  AsylG seitens  der  kurdischen Sicher-
heitsbehörden zu gewärtigen hat und diese ferner angesichts seines 
niedrigen politischen Profils im Rahmen ihrer Möglichkeiten gewillt und 
fähig sind, ihn gegen allfällige erneute Übergriffe seitens islamistischer 
Gruppierungen  zu  schützen.  Ob  sodann  die  Entführung  seines 
Bruders tatsächlich – wie von ihm geltend gemacht und vom Bundes-
amt bestritten – in einem Zusammenhang mit seiner politischen Aus-
richtung steht, ist aufgrund der vom Beschwerdeführer bislang einge-
reichten Beweismittel nicht erstellt. Ein entsprechender Konnex ergibt 
sich  –  entgegen  der  vom Beschwerdeführer  in  seiner  Eingabe  vom 
3. Februar  2003  vertretenen  Auffassung  –  insbesondere  auch  nicht 
aus dem mit Eingabe vom 7. November 2001 eingereichten Dokument 
des Ermittlungsgerichts A._______ vom 15. September 2001; in die-
sem Dokument wird zwar ausgeführt,  das Gericht habe "die Identität 
der  Täter",  bei  welchen  es  sich  um  Mitglieder  der  radikalen  Isla-
mischen Bewegung handle, feststellen können; der ebenfalls in diesem 
Bericht  erwähnte  angebliche  Zusammenhang  mit  dem  Beschwerde-
führer wird indessen lediglich als Angabe aus dem vom Vater bei der 
Behörde  gestellten  Interventionsgesuch  wiedergegeben. Letztlich  er-

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scheint  die  Frage des Grundes für  die  Entführung  des  Bruders  des 
Beschwerdeführers allerdings ohne Belang und kann offen bleiben, da 
– wie soeben ausgeführt – von der Schutzwilligkeit und -fähigkeit der 
kurdischen Behörden gegenüber dem Beschwerdeführer auszugehen 
ist,  von welcher  auch  deren  sich  aus  den  eingereichten  Unterlagen 
ergebendes  offensichtliches  Bemühen  zeugt,  die  Täterschaft  zu  er-
mitteln und gerichtlich zu belangen.

5.3.3 Aus  den  bisherigen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  der  Be-
schwerdeführer die Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlings-
eigenschaft  nicht  erfüllt.  Das  Bundesamt  hat  demnach  sein  Asylge-
such zu Recht abgelehnt. An diesem Ergebnis vermögen auch die üb-
rigen  vom Beschwerdeführer  im Verlaufe  des  Beschwerdeverfahrens 
eingereichten Beweismittel nichts zu ändern, weshalb es sich erübrigt, 
näher darauf einzugehen.

6.

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Im Zeitpunkt der Ausfällung der BFF-Verfügung vom 16. Juli 2002 
verfügte  der  Beschwerdeführer  weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach damals zu Recht angeord-
net  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21).  Im  Laufe  des  Beschwerdeverfahrens 
heiratete der Beschwerdeführer indessen am 3. Oktober 2003 eine in 
der Schweiz niedergelassene polnische Staatsangehörige, worauf ihm 
die zuständige kantonale Behörde eine Aufenthaltsbewilligung "B" er-
teilte; bei dieser Sachlage sind die vom Bundesamt angeordnete Weg-
weisung und deren Vollzug ohne Weiteres dahin gefallen, weshalb die 
Beschwerde insoweit als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 21 E. 11c S. 178; 2000 Nr. 30 E. 4 S. 251).

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit sie nicht gegen-
standslos geworden ist.

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8.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dem  Beschwerdeführer 
zunächst die Kosten insoweit aufzuerlegen, als er mit der Beschwerde 
nicht  durchgedrungen  ist,  mithin  bezüglich  der  Frage  der 
Flüchtlingseigenschaft  und  des  Asyls  (Art.  63  Abs. 1  und  5  VwVG). 
Soweit  die  Beschwerde  zufolge  Erteilung  einer  ausländerrechtlichen 
Aufenthaltsbewilligung gegenstandslos geworden ist,  sind die Kosten 
auf  Grund  der  Sachlage  vor  Eintritt  des  Erledigungsgrundes 
festzulegen, wobei eine summarische Abwägung der Prozesschancen 
vorzunehmen ist (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE,  SR  173.320.2];  EMARK  2000  Nr.  29  E.  5  S.  246  f.);  im 
vorliegenden Fall sind die Erfolgsaussichten betreffend den Vollzug der 
Wegweisung angesichts der Tatsache, dass es sich beim Beschwerde-
führer  um  einen  aus  der  Provinz  Suleimaniya  stammenden  Kurden 
handelt, der dort  nach eigenen Angabe über ein familiäres Netz ver-
fügt, als gering zu bezeichnen (vgl. dazu BVGE 2008/5 E. 7.5 S. 65 ff.). 
Bei dieser Sachlage hat der Beschwerdeführer die in Anwendung von 
Art.  1-3  VGKE auf  insgesamt  Fr. 600.--  festzusetzenden  Verfahrens-
kosten  zu  tragen;  im  Weiteren  ist  keine  Parteientschädigung  auszu-
richten (Art. 15 VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird – soweit nicht gegenstandslos geworden – abge-
wiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Beila-
gen:  Nationalitätenausweis,  Todesbescheinigung,  gerichtsmedizini-
scher Bericht, 4 Fotografien, 2 Betreibungsregisterauszüge, Strafre-
gisterauszug,  Einzahlungsschein;  über  die  Herausgabe  der  beim 
Bundesamt eingereichten Dokumente entscheidet dieses auf Anfra-
ge)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten (per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Jürg Hünerwadel

Versand:

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