# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49f445df-c01f-571e-9024-a5324e4b7f32
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.07.2009 C-2816/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2816-2007_2009-07-27.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2816/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Marc Steiner (Vorsitz), 
Richterin Franziska Schneider, Richter Ronald Flury, 
Gerichtsschreiber Daniel Peyer.

X._______,

vertreten durch Rechtsanwalt Franklin Sedaj,

ohne Zustellungsdomizil in der Schweiz,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,

1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente / Erstanmeldung

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2816/2007

Sachverhalt:

A.
Der 1949 im heutigen Kosovo geborene, verheiratete X._______ erlitt 
am 2. September 1991 auf dem Weg zu seiner Arbeitsstätte als Hand-
langer in einem Gärtnereibetrieb in (...) einen Kleinmotorradunfall. Da-
nach bezog er Leistungen seiner damaligen Unfallversicherung. Nach 
dem Unfalldatum übte er keine Arbeitstätigkeit mehr aus. Per Ende des 
Jahres 1995 reiste er aus der Schweiz aus, mittlerweile lebt er wieder 
in seiner Heimat Kosovo.

Mit  Schreiben  seines  Rechtsvertreters  vom  30. Oktober  2001  (Ein-
gang) meldete sich X._______ bei der Eidgenössischen Invalidenver-
sicherung (IV) zum Bezug einer Rente „ab Antragstellungsdatum" an, 
da  sich  sein  Gesundheitszustand  wesentlich  verschlechtert  habe. 
Nach Einholung verschiedener ärztlicher Unterlagen, insbesondere ei-
nes umfangreichen Berichts von Dr. med. A._______, Spezialarzt für 
Orthopädische Chirurgie, vom 25. April  2003, erliess die IV-Stelle für 
Versicherte im Ausland IVSTA am 10. Juni 2004 eine rentenabweisen-
de Verfügung, da keine Invalidität im Rechtssinne vorliege. Diese Ver-
fügung wurde mit Einspracheentscheid vom 19. August 2004 bestätigt. 
Auf  Beschwerde hin  hob die  Eidgenössische Rekurskommission der 
AHV/IV für die im Ausland wohnenden Personen (REKO AHV/IV) den 
vorerwähnten Einspracheentscheid mit Urteil vom 16. August 2005 auf 
und wies die Sache zur Ergänzung der medizinischen Aktenlage, ins-
besondere  zur  Einholung  einer  aktuellen  psychiatrischen  Begutach-
tung, an die IVSTA zurück.

Die IVSTA nahm in der Folge die notwendigen Abklärungen zum Ge-
sundheitszustand  von  X._______,  insbesondere  in  psychiatrischer 
Hinsicht, vor. Vom 4. Januar 2006 datiert ein von Dr. med. B._______, 
verfasster ärztlicher Bericht (act. 94), welchem zwei weitere Stellung-
nahmen von kosovarischen Medizinern beilagen. Gestützt  darauf so-
wie  nach  Beurteilung  durch  den  internen  medizinischen  Dienst  der 
IVSTA (Dr. med. C._______, Spezialarzt für Allgemeinmedizin, Bericht 
vom 22. Februar 2006) verfügte letztere am 1. März 2006 die erneute 
Ablehnung eines Rentenanspruchs. Eine dagegen erhobene Einspra-
che  von  X._______  vom  11. März  2006  wurde  mit  Entscheid  vom 
22. März 2007 abgewiesen.

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B.
Am  13. April  2007  (Eingang  am  23. April  2007)  erhebt  X._______ 
(nachfolgend  Beschwerdeführer),  vertreten  durch  seinen  Rechtsan-
walt, gegen den vorgenannten Einspracheentscheid Beschwerde und 
verlangt dessen Aufhebung. Zur Begründung führt  er aus, er sei von 
der IVSTA nicht richtig begutachtet worden. Es liege aufgrund der Stel-
lungnahmen seiner Ärzte eine Invalidität von über 70 % vor, weshalb 
ihm eine ganze Rente zuzusprechen sei.

C.
Mit Vernehmlassung vom 29. Februar 2008 beantragt die IVSTA (nach-
folgend Vorinstanz),  die  Beschwerde sei  abzuweisen. Es  liege keine 
rentenbegründende Invalidität vor. Dem Beschwerdeführer sei die Aus-
übung seiner früheren oder einer anderen, leidensangepassten Tätig-
keit gänzlich zumutbar, er sei zu 100 % arbeitsfähig.

D.
Mit Schreiben seines Vertreters vom 14. April 2008 hält der Beschwer-
deführer an den Beschwerdeanträgen fest.

E.
Der  Beschwerdeführer  gab  trotz  entsprechender  Aufforderung  durch 
das Bundesverwaltungsgericht mittels Verfügung vom 7. Mai 2007 so-
wie mittels Schreiben vom 28. November 2007 kein Zustellungsdomizil 
in der Schweiz an. Die Besetzung des Spruchkörpers sowie die Ände-
rung derselben wurden ihm in der Folge mittels Notifikation im Bun-
desblatt vom 22. April 2008 sowie vom 9. Juni 2009 mitgeteilt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Der  angefochtene  Einspracheentscheid  der  Vorinstanz  vom 
22. März 2007 stellt  eine Verfügung nach Art. 5 des Bundesgesetzes 
über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968  (VwVG, 
SR 172.021)  dar.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  Art. 31 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG, 
SR 173.32) Beschwerdeinstanz gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, 
die u.a. von den – den Departementen unterstellten oder administrativ 
zugeordneten – Dienststellen der Bundesverwaltung erlassen werden 
(vgl. Art. 33 Bst. d VGG). Darunter fällt der vorliegende Einspracheent-

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scheid (vgl. Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invali-
denversicherung vom 19. Juni  1959 [IVG, SR 831.20]). Das Bundes-
verwaltungsgericht  ist  somit  zur  Behandlung der  Streitsache zustän-
dig, zumal keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt.

1.2 Gemäss Art. 19 Abs. 3 VGG sind die Richter und Richterinnen des 
Bundesverwaltungsgerichts  zur  Aushilfe  in  anderen  Abteilungen ver-
pflichtet. Nach Art. 11 Abs. 3 Bst. e des Geschäftsreglements für das 
Bundesverwaltungsgericht vom 17. April 2008 (VGR, SR 173.320.1) ist 
die  Verwaltungskommission  des  Gerichts  (Leitungsorgan)  zuständig 
für die Anordnung der Aushilfe von Richtern und Richterinnen in ande-
ren Abteilungen. Die Verwaltungskommission hat an ihrer Sitzung vom 
12. Februar 2009 einer Aushilfe der Abteilung III im Bereich der Sozial-
versicherung  durch  die  Abteilung II  zugestimmt.  Der  Spruchkörper 
setzt sich demnach (neu) zusammen aus den Richtern Marc Steiner 
(Abteilung  II),  Franziska  Schneider  (Abteilung  III)  und  Ronald  Flury 
(Abteilung II).

1.3 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. des-
sen Art. 37). Vorbehalten bleiben für Verfahren in Sozialversicherungs-
sachen gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG die besonderen Bestimmungen 
des  Bundesgesetzes  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversiche-
rungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1).

1.4 Die  Beschwerde  wurde  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (vgl. 
Art. 38 ff. und Art. 60 ATSG, Art. 52 VwVG). Als  Adressat  des ange-
fochtenen Entscheides ist  der Beschwerdeführer berührt  und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (vgl. 
Art. 59 ATSG, Art. 48 Abs. 1 VwVG).

1.5 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2.
Da der Beschwerdeführer trotz entsprechender Aufforderung und vor-
gängiger Erläuterung der aus der Nichtbefolgung resultierenden Kon-
sequenzen kein Zustellungsdomizil in der Schweiz angab, wurden ihm 
gemäss  Art. 36  Bst. b i.V.m.  Art. 11b  Abs. 1  VwVG  die  nach  dem 
31. März 2008 erlassenen Verfügungen mittels Notifikation im Bundes-
blatt  zugestellt  (vgl. insbesondere BBl 2008 2819,  2009 3642). Auch 
das  vorliegende  Urteil  bzw. dessen  Dispositiv  wird  ihm  auf  diesem 
Weg eröffnet.

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3.
Zunächst  sind  die  für  die  Beurteilung  der  Sache  wesentlichen 
Rechtssätze  und  die  von  der  Praxis  dazu  entwickelten  Grundsätze 
darzustellen.

3.1 Die Schweiz hat mit Kosovo – im Unterschied zu anderen Nachfol-
gestaaten des ehemaligen Jugoslawien – kein neues Sozialversiche-
rungsabkommen  abgeschlossen,  weshalb  das  Abkommen  zwischen 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksre-
publik  Jugoslawien  über  Sozialversicherung  vom  8. Juni  1962 
(SR 0.831.109.818.1)  weiterhin  anwendbar  ist  (vgl.  BGE 126  V  198 
E. 2b, BGE 122 V 381 E. 1 mit Hinweisen). Nach Art. 2 dieses Abkom-
mens  stehen  die  Staatsangehörigen  der  Vertragsstaaten  in  ihren 
Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genannten Rechtsvorschriften, 
zu welchen die schweizerische Bundesgesetzgebung über die IV ge-
hört, einander gleich, soweit nichts anderes bestimmt ist. Da sich kei-
ne vom vorgenannten Grundsatz der Gleichstellung abweichenden Be-
stimmungen  finden  lassen,  ist  die  Frage,  ob  und gegebenenfalls  ab 
wann ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der IV be-
steht, aufgrund schweizerischer Rechtsvorschriften zu bestimmen (vgl. 
BGE 130 V 253 E. 2.4).

3.2 In materiellrechtlicher Hinsicht sind diejenigen Rechtssätze mass-
gebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sachver-
halts  Geltung  haben  (BGE 130  V  329  E. 2.3). Nach der  Rechtspre-
chung stellt  das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer 
Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des 
streitigen Einspracheentscheides (hier: 22. März 2007) eingetretenen 
Sachverhalt ab (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Für das vor-
liegende Verfahren ist deshalb das per 1. Januar 2003 in Kraft getrete-
ne ATSG anwendbar. Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und 
der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 
(IVV, SR 831.201) ist auf die jeweilige Fassung gemäss den am 1. Ja-
nuar  2004  in  Kraft  getretenen  Änderungen (4. IV-Revision;  AS 2003 
3837, 3859) bzw. vor diesem Datum pro rata temporis auf die jeweili-
gen früheren Fassungen abzustellen. Nicht zu berücksichtigen sind die 
durch die 5. IV-Revision eingeführten Änderungen, welche am 1. Janu-
ar  2008  in  Kraft  getreten sind  (AS 2007  5129,  5155). Im Folgenden 
werden deshalb in der Regel die ab 1. Januar 2004 bis Ende 2007 gül-
tigen Bestimmungen von IVG und IVV zitiert.

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3.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit infolge von Geburtsge-
brechen,  Krankheit  oder  Unfall  (vgl.  Art. 8  Abs. 1  ATSG i.V.m. Art. 4 
Abs. 1 IVG).

3.4 Nicht als Folgen eines Gesundheitsschadens und damit invaliden-
versicherungsrechtlich nicht  als  relevant  gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit,  welche die versicherte Person bei  Aufbietung allen 
guten Willens,  die  verbleibende Leistungsfähigkeit  zu verwerten,  ab-
wenden könnte (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2 mit  Hinweisen). Aufgrund 
des im gesamten Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatzes der 
Schadenminderungspflicht  ist  ein  dauernd  in  seiner  Arbeitsfähigkeit 
eingeschränkter Versicherter gehalten, innert nützlicher Frist Arbeit im 
angestammten oder einem anderen Berufs- oder Erwerbszweig zu su-
chen  und  anzunehmen,  soweit  sie  noch  möglich  und  zumutbar  er-
scheint (vgl. BGE 113 V 22 E. 4a, BGE 111 V 235 E. 2a). Diese hypo-
thetische Arbeitsmöglichkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu las-
sen  (leidensangepasste  Verweisungstätigkeit),  wobei  unerheblich  ist, 
ob er  seine Restarbeitsfähigkeit  tatsächlich verwertet oder nicht. Für 
im Ausland wohnhafte Versicherte ist weiter festzuhalten, dass dabei 
derselbe  Arbeitsmarkt,  auf  welchem  die  letzte  berufliche  Aktivität  – 
hier  somit  der  schweizerische  –  erfolgt  war,  heranzuziehen  ist  (an-
sonsten es an der Vergleichbarkeit fehlt; vgl. BGE 110 V 273 Erw. 4b).

3.5 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte bei einem IV-Grad 
von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei mindestens 
60 % auf eine Dreiviertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe 
Rente sowie bei mindestens 40 % auf eine Viertelsrente. Nach Art. 28 
Abs. 1ter IVG (in  der  Fassung  bis  zum  31. Dezember  2007)  werden 
Renten, die einem IV-Grad von weniger als 50 % entsprechen, jedoch 
nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen 
Aufenthalt (vgl. Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht völ-
kerrechtliche  Vereinbarungen eine  abweichende  Regelung  vorsehen. 
Eine solche Ausnahme gilt seit dem 1. Juni 2002 für die Staatsange-
hörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Gemeinschaft und der 
Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemein-
schaft Wohnsitz haben (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1), nicht 
aber im Anwendungsbereich des jugoslawisch-schweizerischen Sozi-
alversicherungsabkommens.

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3.6 Nach Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG (in der Fassung bis zum 31. De-
zember  2007)  entsteht  der  Rentenanspruch frühestens  in  dem Zeit-
punkt,  in  dem der  Versicherte  während eines  Jahres  ohne wesentli-
chen Unterbruch durchschnittlich  mindestens  zu  40 % im bisherigen 
Beruf  arbeitsunfähig  gewesen  ist.  Da  vorliegend  eine  Rente  nur  ins 
Ausland exportiert würde, falls ein IV-Grad von mindestens 50 % anzu-
erkennen wäre (vgl. soeben oben E. 3.5), entstände dieser Rentenan-
spruch  ebenfalls  erst  in  dem  Zeitpunkt,  in  welchem  während  eines 
Jahres eine durchschnittlich mindestens 50 %ige Arbeitsunfähigkeit im 
bisherigen Beruf vorgelegen wäre (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c).

4.
Im vorliegenden  Fall  ist  zu  prüfen,  ob  ein  invalidisierender  Gesund-
heitsschaden vorliegt.

4.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, sein Gesundheitszustand habe 
sich wesentlich verschlimmert. Er sei mittlerweile dauerhaft  völlig ar-
beitsunfähig.  Die  Invalidität  betrage  nach  Auskunft  seiner  kosovari-
schen Fachärzte über 70 %, weshalb er Anspruch auf eine ganze Ren-
te habe. Ferner führt er aus, die Vorinstanz habe seinen Gesundheits-
zustand nicht korrekt ermittelt.

4.2 Die Vorinstanz entgegnet, aufgrund der medizinischen Akten lasse 
sich kein invalidisierender Gesundheitsschaden feststellen. Es ergebe 
sich  vielmehr, dass der Beschwerdeführer eine Tätigkeit  als  Gärtner 
oder andere mittelschwere Arbeiten uneingeschränkt ausüben könnte. 
Soweit neue ärztliche Untersuchungen verlangt würden, sei in antizi-
pierter  Beweiswürdigung  auf  weitere  Abklärungen  –  damit  auch  auf 
eine vertrauensärztliche Untersuchung in der Schweiz – zu verzichten.

4.3

4.3.1 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist das Gericht auf Unter-
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute 
zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist  es, den Ge-
sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in wel-
chem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Per-
son arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleis-
tungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 
125 V 256 E. 4,  BGE 115 V 133 E. 2).  Die rein wirtschaftlichen und 

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rechtlichen  Beurteilungen,  insbesondere  im  Zusammenhang  mit  der 
Bestimmung der Erwerbsfähigkeit, obliegt dagegen dem Gericht.

4.3.2 Sozialversicherungsverfahren  und  -prozess  sind  vom  Untersu-
chungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 ATSG, Art. 12 VwVG; Art. 44 
Abs. 2 VGG). Demnach haben die Verwaltungsbehörde und das Ge-
richt von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  zu  sorgen.  Der  Grundsatz  gilt  indes 
nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein Korrelat in den Mitwir-
kungspflichten der Parteien (vgl. BGE 125 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 
E. 1a,  je  mit  Hinweisen).  Zum andern  umfasst  die  behördliche  bzw. 
richterliche  Abklärungspflicht  nicht  unbesehen  alles,  was  von  einer 
Partei behauptet oder verlangt wird. Vielmehr bezieht sie sich nur auf 
den im Rahmen des streitigen Rechtsverhältnisses (Streitgegenstand) 
erheblichen  Sachverhalt.  Rechtserheblich  sind  dabei  alle  Tatsachen, 
von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so 
oder anders zu entscheiden ist  (vgl. BGE 133 II  35 E. 4;  FRITZ GYGI, 
Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl.,  Bern  1983,  S. 43 und 273). 
In  diesem Rahmen haben  Verwaltungsbehörden  und Sozialversiche-
rungsgericht zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu ver-
anlassen,  wenn  hierzu  aufgrund  der  Parteivorbringen  oder  anderer 
sich  aus  den Akten ergebender  Anhaltspunkte  hinreichender  Anlass 
besteht (vgl. BGE 117 V 282 E. 4a mit Hinweis).

4.3.3 Das Gericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht Ab-
weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit  zu  fällen.  Die  blosse  Möglichkeit  eines  bestimmten 
Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat 
jener  Sachverhaltsdarstellung  zu  folgen,  die  er  von  allen  möglichen 
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 
V 353 E. 5b mit Hinweisen). Ein erhöhter Beweiswert kann jenen ärztli-
chen Beurteilungen zukommen, welche für die streitigen Belange um-
fassend sind,  auf  allseitigen Untersuchungen beruhen,  auch  die  ge-
klagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Ana-
mnese) abgegeben worden und in der Darlegung der Zusammenhän-
ge  sowie  der  Beurteilung  der  medizinischen  Situation  einleuchtend 
sind, und in welchen die Schlussfolgerungen der Experten begründet 
werden (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, BGE 122 V 157 E. 1c mit Hinwei-
sen).

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4.3.4 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 
Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahr-
scheinlich zu betrachten und weitere Beweismassnahmen könnten an 
diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Ab-
nahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; 
vgl.  UELI KIESER,  Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, 
Zürich 1999, S. 212, Rz. 450; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungs-
verfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2. Aufl.,  Zürich 
1998, Rz. 111 und 320; GYGI, a.a.O., S. 274; vgl. auch BGE 122 II 464 
E. 4a mit Hinweisen).

4.4 Die  Vorinstanz  stützt  ihren  rentenabweisenden  Einspracheent-
scheid vom 19. August 2004 einerseits auf die orthopädisch-internisti-
sche Begutachtung des Beschwerdeführers durch Dr. med. A._______ 
vom 25. April 2003, welche im Auftrag der ehemaligen Unfallversiche-
rung erfolgt war: Darin wurden die aufgrund des Verkehrsunfalles im 
Jahre 1991 erlittene Schulterverletzung und die daraus resultierenden 
Behandlungen und Operationen detailliert aufgeführt und bezüglich ih-
rer Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers be-
urteilt.  Aufgrund  der  ärztlich  attestierten  Restbeeinträchtigungen  – 
letztlich bloss der Unmöglichkeit, gewisse Lasten ober- bzw. unterhalb 
Schulterhöhe zu bewegen – erachtete Dr. med. A._______ beim Be-
schwerdeführer  eine  Arbeitsunfähigkeit  von  25 %  im  ursprünglichen 
Beruf als Handlanger in einer Gärtnerei als nachvollziehbar. Die Aus-
übung einer  leidensangepassten Tätigkeit  hingegen ist  nach Ansicht 
des Arztes dem Beschwerdeführer zu 100 % möglich und zumutbar, li-
mitiert  durch das Tragen von Lasten von nicht  mehr  als  10 kg über 
bzw. 25 kg unter Schulterhöhe sowie das Vermeiden repetitiver Bewe-
gungen diesbezüglich.

Anderseits  begründet  die  Vorinstanz  ihre  Verfügung  vom  22. März 
2007  zusätzlich  mit  den  Ergebnissen  der  aufgrund  des  Urteils  der 
REKO AHV/IV vom 16. August 2005 erfolgten psychiatrischen Abklä-
rungen des Beschwerdeführers in  seiner  Heimat. Im Bericht  von Dr. 
med. B._______ vom 4. Januar 2006 wurde eine somatoforme Störung 
diagnostiziert  (unter  Verweis  insbesondere auf  einen Bericht  von Dr. 
med.  D._______  vom  22. Dezember  2005):  Depressive  Symptome 
würden  von  Ängstlichkeit  und  Somatisierungen  begleitet.  Hemmend 
wirkten sich Motivationsprobleme und Aggravationstendenz aus. Eine 
psychogene Störung oder eine andere einschränkende psychische Er-

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krankung  des  Beschwerdeführers  wurden  dagegen  befundmässig 
nicht erhoben. Der Vertrauensarzt der Vorinstanz, Dr. med. C._______, 
hielt sodann mit Berichten vom 22. Februar 2006 und vom 26. Februar 
2007 fest, aufgrund der vorliegenden psychiatrischen Befunde und Be-
urteilungen  könne  in  dieser  Hinsicht  keine  zusätzliche  Beeinträchti-
gung und demnach auch keine andere als die bereits aufgrund des or-
thopädisch-internistischen Status erhobene (teilweise) Arbeitsunfähig-
keit  des  Beschwerdeführers  angenommen werden. Dass  die  Vorins-
tanz auf diese Schlussbeurteilung abgestellt hat, ist nicht zu beanstan-
den.  Die  vorerwähnten  medizinischen  Unterlagen  sind  umfassend, 
wurden sorgfältig erstellt und beruhen auf allseitigen, gründlichen Un-
tersuchungen. Sie wurden nach Erhebung von Allgemein- und jeweili-
gem Spezialstatus durch Fachärzte sowie unter Berücksichtigung und 
Würdigung der Vorakten verfasst. Die Darlegung der Zusammenhänge 
sowie  der  gesamtmedizinischen Beurteilung der  Arbeitsfähigkeit  des 
Beschwerdeführers  sind  im Ergebnis  einleuchtend und nachvollzieh-
bar.

Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Aktu-
elle ärztliche Unterlagen bringt er nicht bei, er verweist zur Darlegung 
seines angeblich schlechten Gesundheitszustandes vielmehr auf  Be-
richte  seiner  behandelnden  Ärzte  in  der  Heimat,  welche  zwar  eine 
80 %ige Arbeitsunfähigkeit  bestätigten, gleichzeitig aber auch Aggra-
vationstendenzen feststellten  (vgl.  die  Berichte  der  Dres. E._______ 
und F._______, je vom 11. Mai 2005). Ohnehin ist  diesbezüglich der 
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach Berichte der behan-
delnden Haus- wie auch Fachärzte unter Vorbehalt von deren auftrags-
rechtlicher Stellung zum Patienten zu würdigen sind (vgl. BGE 125 V 
353 E. 3b/cc), was vorliegend deren – von den vorerwähnten Berich-
ten stark abweichende – Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung relativiert.

Abgesehen  davon  ist  ein  psychischer  Gesundheitsschaden  wie  die 
vorliegend beim Beschwerdeführer  diagnostizierte  somatoforme Stö-
rung als solche ohnehin nicht invaliditätsbegründend. Vielmehr besteht 
eine Vermutung, dass die somatoforme Störung oder ihre Folgen mit 
einer  zumutbaren  Willensanstrengung  überwindbar  sind.  Bestimmte 
Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant be-
hindern,  können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumut-
bar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den 
Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein 
solcher  Ausnahmefall  vorliegt,  entscheidet  sich  rechtsprechungsge-

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mäss  im  Einzelfall  anhand  verschiedener  Kriterien.  Im  Vordergrund 
steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher 
Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch wei-
tere  Faktoren,  so:  chronische  körperliche  Begleiterkrankungen;  ein 
mehrjähriger, chronifizierter  Krankheitsverlauf  mit  unveränderter  oder 
progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein so-
zialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, thera-
peutisch  nicht  mehr  beeinflussbarer  innerseelischer  Verlauf  einer  an 
sich  missglückten,  psychisch  aber  entlastenden  Konfliktbewältigung 
(primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern 
einer  konsequent  durchgeführten  ambulanten  oder  stationären  Be-
handlung (auch mit  unterschiedlichem therapeutischem Ansatz)  trotz 
kooperativer  Haltung  der  versicherten  Person  (vgl.  BGE  131  V  49 
E. 1.2). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die 
entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmswei-
se – die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu 
verneinen (vgl. ULRICH MEYER-BLASER, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfä-
higkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für 
den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: Schaffhau-
ser/Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, 
S. 77). Beruht dagegen – wie hier sogar von den kosovarischen Ärzten 
des Beschwerdeführers festgestellt – die Leistungseinschränkung auf 
Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation, liegt regelmässig keine 
versicherte  Gesundheitsschädigung  vor  (vgl.  MEYER-BLASER,  a.a.O., 
S. 92 f.).

4.5 Zusammenfassend ist  festzuhalten,  dass sich den ärztlichen Be-
richten keine Grundlagen entnehmen lassen, welche einen invalidisie-
renden  Gesundheitsschaden  des  Beschwerdeführers,  sei  er  körper-
lich-organischer oder psychischer Art, belegen könnten. Sein Gesund-
heitszustand ist demzufolge – wie in der gesamtmedizinischen Beur-
teilung durch Dr. med. C._______ festgehalten – derart, dass ihm eine 
ganztätige  uneingeschränkte  Arbeitsfähigkeit  in  leidensangepasster 
Tätigkeit zuzumuten ist. Auch wenn diese nicht wahrgenommen wird, 
ist  sie  dem  Beschwerdeführer  zuzurechnen,  da  unerheblich  ist,  ob 
eine verbleibende Restarbeitsfähigkeit tatsächlich verwertet wird (vgl. 
oben E. 3.4). Weitere Abklärungen sind nicht erforderlich. Es ist nicht 
zu beanstanden, dass die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung 
(vgl. oben E. 4.3.4) insbesondere auf die Durchführung einer vertrau-
ensärztlichen Untersuchung verzichtet  hat. Die Vornahme eines Ein-
kommensvergleichs bzw. die Berechnung des IV-Grades erübrigt sich 

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C-2816/2007

unter diesen Umständen ebenfalls, da eine anspruchsbegründende In-
validität  von  wenigstens  40 %  offensichtlich  ausgeschlossen  ist  – 
selbst wenn eine 25 %ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in 
seiner ursprünglichen Tätigkeit als Handlanger in einem Gärtnereibe-
trieb angenommen wird.

5.
Die Vorinstanz hat demnach einen Rentenanspruch des Beschwerde-
führers zu Recht verneint, weshalb der angefochtene Entscheid zu be-
stätigen und die Beschwerde abzuweisen ist.

6.
Verfahrenskosten werden nicht erhoben, da es vorliegend um die Be-
willigung  bzw.  Verweigerung  von  Versicherungsleistungen  geht,  und 
gemäss den bis zum 30. Juni 2006 geltenden und nach der Praxis des 
Bundesverwaltungsgerichts  für  hängige  Beschwerden  gegen  IV-Ent-
scheide weiterhin anwendbaren Bestimmungen das Verfahren kosten-
frei ist (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 85bis Abs. 2 des 
Bundesgesetzes  über  die  Alters-  und  Hinterlassenenversicherung 
[AHVG, SR 831.10]).

Dem unterliegenden Beschwerdeführer steht  kein Anspruch auf  eine 
Parteientschädigung zu (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG), ebensowenig der 
Vorinstanz als Bundesbehörde (vgl. Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

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C-2816/2007

- den Beschwerdeführer (...)
- die Vorinstanz (...)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Marc Steiner Daniel Peyer

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundes-

gericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-

gerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 173.110]). Die  Rechtsschrift 

hat  die  Begehren, deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die 

Unterschrift  zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in  Händen hat,  beizulegen 

(vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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