# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 284491e4-685b-5740-99d2-842cf915f06c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 19.08.2010 SK1 2010 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2010-32_2010-08-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. August 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 10 32 [nicht mündlich eröffnet]

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker
RichterInnen Brunner und Michael Dürst 
Redaktion Aktuarin ad hoc Ambühl

In der strafrechtlichen Berufung

des X., Angeklagter und Berufungskläger, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 8. April 2010, mit-
geteilt am 7. Juni 2010, in Sachen der Staatsanwaltschaft Graubünden, Sennhof-
strasse 17, 7001 Chur, Anklägerin und Berufungsbeklagte gegen den Angeklagten 
und Berufungskläger,

betreffend versuchter Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss 
Art. 285 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie Bruchs amtlicher 

Beschlagnahme gemäss Art. 289 StGB,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X. ist am 4. Juli 1960 in _, geboren. In seinem Heimatland liess er sich zum 
Hotelfachmann ausbilden. Seit 1987 wohnt der Berufungskläger in der Schweiz und 
arbeitet seither auf seinem erlernten Beruf als Hotelier. Ein Jahr nach seiner Ein-
reise heiratete er Z., von welcher er zwischenzeitlich wieder geschieden ist. Dieser 
Ehe entsprangen zwei Kinder, geboren 1994 und 1995. Beide Kinder wachsen bei 
der Mutter auf. 1993 eröffnete X. einen eigenen Gastwirtschaftsbetrieb. Seit dem 
Juni 2007 bewirtschaftet er ein Hotel in B.. An den Unterhalt seiner Familie hat X. 
monatlich Fr. 3'300.- zu bezahlen, wobei sein monatliches Nettoeinkommen unge-
fähr Fr. 5'000.- beträgt. Der Berufungskläger verfügt über kein Vermögen und weist 
Schulden in der Höhe von rund Fr. 1'000'000.- auf. Gemäss dem Leumundsbericht 
der Kantonspolizei Thurgau ist an seinem aktuellen Wohnort nichts Nachteiliges 
über X. bekannt. Im Schweizerischen Strafregister ist X. einmal verzeichnet. Am 24. 
Februar 2005 verurteilte ihn der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos wegen 
grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Gefängnisstrafe von 20 Tagen, be-
dingt bei einer Probezeit von 2 Jahren und zu einer Busse von Fr. 500.-. 

B.a) Mit Konkursdekret vom 6. Oktober 2006, mitgeteilt am 6. Oktober 2006, ver-
fügte das Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos, dass über X. der Konkurs 
eröffnet werde. Zu diesem Zeitpunkt war X. Eigentümer des C. an der D. in I.. Am 
8. Juli 2008 kam es zur konkursamtlichen, öffentlichen Liegenschaftssteigerung, bei 
welcher die Liegenschaft von E. und F. zu je ½ Miteigentum ersteigert werden 
konnte. 

b) Am 9. Juli 2008 reichte X. bei der kantonalen Aufsichtsbehörde über Schuld-
betreibung und Konkurs Beschwerde ein und rügte insbesondere, dass anlässlich 
der Steigerung der Liegenschaft C. auch das Inventar mitversteigert worden sei, 
obwohl dies im Eigentum des G. stehe. Das Kantonsgerichtspräsidium stellte mit 
Verfügung vom 21. Juli 2008, mitgeteilt am 24. Juli 2008, diesbezüglich fest, dass 
gemäss dem Grundbuchauszug über die genannte Liegenschaft die gesamte Be-
triebseinrichtung inklusive Mobiliar und Inventar als Zugehör im Grundbuch ange-
merkt sei und im Konkursinventar darauf hingewiesen worden sei, dass das Inventar 
mitverpfändet sei. Die G. habe keine Klage um das Eigentum daran geführt, was in 
einem Lastenbereinigungsverfahren hätte erfolgen müssen. Die Beschwerde er-
weise sich somit als offensichtlich unbegründet, weshalb sie abzuweisen sei. Dage-
gen erhob X. Beschwerde beim Bundesgericht, welches auf die Beschwerde mit 
Urteil vom 15. August 2008 nicht eingetreten ist.

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c) In der Folge weigerte sich der Berufungskläger weiter, das Hotel zu verlas-
sen. Mit Schreiben vom 19. September 2008 verfügte das Konkursamt Prätti-
gau/Davos ein Hausverbot, gemäss welchem X. jeglicher Zutritt zum C. an der D. 
in I. verboten wurde. Nach weiteren Schriftwechseln zwischen X. und Y., Konkurs-
beamter des Konkursamtes Prättigau/Davos, in Bezug auf die öffentliche Liegen-
schaftssteigerung des C. vom 8. Juli 2008 und insbesondere auch hinsichtlich des 
Inventars des C., welches angeblich der G. gehöre, gelangte X. schliesslich mit 
Schreiben vom 25. November 2008 an Y.. Dabei führte er aus, er wende sich ein 
letztes Mal an ihn und zwar um ihn zu verwarnen. Y. habe absolut töricht gehandelt 
und das C. zum halben Preis seines Wertes verkauft. Darüber hinaus habe Y. E. 
dahingehend informiert, dass er die gesamte Ware der G. behalten dürfe. Das Klein-
inventar und der Warenvorrat stelle jedoch Eigentum der G. dar. X. legte im Weite-
ren dar, dass er Y. eine Frist von drei Tagen gebe, damit dieser die ganze Angele-
genheit in Ordnung bringen könne, vor allem weil er (gemeint ist Y.) selber wisse, 
dass auch er (gemeint ist X.) seine Wahrheit kenne. Falls Y. nicht von seiner Bitter-
keit und Bosheit zurück trete, sei er bereit, seine ganze Wahrheit an das oberste 
Gericht zu bringen. Er ermahne ihn mit diesem Schreiben ein letztes Mal, die heu-
tigen so genannten Besitzer aus dem Haus zu verweisen. Ansonsten werde er dies 
sein Leben lang bereuen.

d) Aufgrund dieses Schreibens erstattete Y. am 10. Dezember 2008 gegen X. 
bei der Kantonspolizei Anzeige wegen Drohung gegen Beamte und stellte einen 
Strafantrag wegen Drohung.

e) Mit Schreiben vom 27. März 2009 gelangte das Konkursamt Prättigau/Davos 
an die Staatsanwaltschaft Graubünden. Es wurde dargelegt, dass X. Miteigentümer 
der Eigentumswohnung Nr. 18 im A. an der H. in I. sei. Zum Zeitpunkt der Konkur-
seröffnung sei diese Wohnung leer gestanden. Ohne das Konkursamt zu begrüs-
sen, habe der Konkursit X. diese Wohnung per 1. Juli 2008 für Fr. 900.00 pro Monat 
heimlich vermietet. Wegen dieser Vermietung sei den Gläubigern ihr Vorrecht der 
Hypothekarguthaben entgangen. Dafür sei X. nach Art. 164 StGB und Art. 169 StGB 
zu bestrafen. In der Folge wurden die Mieter angehalten, fortan, das heisst ab dem 
1. April 2009, den Mietzins der Wohnung an die Konkursverwaltung zu überweisen. 
Der Konkursmasse entstanden durch die Vermietung zusätzliche Stromkosten von 
mindestens Fr. 129.70. Im Gegenzug hatte X. seit der Konkurseröffnung für seinen 
in der Konkursmasse befindlichen erwähnten Wohnungsanteil mindestens Fr. 
6'500.00 wohnungsbedingte Kosten auf eigene Rechnung bezahlt. Es handelte sich 
dabei insbesondere um Amortisationszahlungen, Versicherungsprämien und Heiz-
kosten.

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C. Mit Strafmandat bei Vergehen und Verbrechen vom 18. Mai 2009, mitgeteilt 
am 5. Juni 2009, sprach der Kreispräsident Davos X. der versuchten Gewalt und 
Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 des Schweizerischen 
Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig 
und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 10.00 bedingt 
bei einer Probezeit von zwei Jahren und mit einer Busse von Fr. 100.00, ersatzweise 
mit einer Freiheitsstrafe von zehn Tagen. Dagegen erhob X. mit Schreiben vom 10. 
Juni 2009 beim Kreispräsidenten Davos Einsprache, worauf das ordentliche Ver-
fahren bei der Staatsanwaltschaft eingeleitet wurde. In seiner Einsprache machte 
er insbesondere geltend, dass er nie versucht habe, Y. unter Druck zu setzen oder 
gar zu bedrohen. Y. habe im Zusammenhang mit dem gesamten Konkurs des C. 
viele Fehler gemacht und dadurch habe er viel Unrecht erfahren. Dies stehe in ei-
nem direkten Zusammenhang mit dem Alkoholproblem von Y.. Aufgrund dessen 
habe dieser auch absolut keine Kontrolle mehr über seine Arbeit, was ihm dieser 
selber bestätigt habe. 

D. Am 8. Oktober 2009, mitgeteilt am 14. Oktober 2009, erliess der Kreispräsi-
dent Davos ein weiteres Strafmandat bei Vergehen und Verbrechen. Dabei sprach 
er X. des Bruchs amtlicher Beschlagnahme gemäss Art. 289 StGB schuldig und 
verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 10.00 bedingt bei 
einer Probezeit von zwei Jahren und mit einer Busse von Fr. 150.00, ersatzweise 
mit einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen. Mit Eingabe vom 23. Oktober 2009 erhob X. 
auch gegen dieses Strafmandat Einsprache. Dabei machte er im Wesentlichen gel-
tend, dass er die Wohnung, welche zur Hälfte seiner Ex-Frau gehöre, verwalte und 
für alle Zahlungen dieser Wohnung hafte. Das Konkursamt habe nie etwas von ihm 
verlangt oder in ermahnt.

E. Mit Anklageverfügung vom 9. Dezember 2009 versetzte die Staatsanwalt-
schaft Graubünden X. wegen versuchter Gewalt und Drohung gegen Behörden und 
Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 
wegen Bruchs amtlicher Beschlagnahme gemäss Art. 289 StGB in Anklagezustand 
und überwies den Fall dem Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos zur Beurtei-
lung.

F. Mit Urteil vom 8. April 2010, mitgeteilt am 7. Juni 2010, erkannte der Bezirks-
gerichtsausschuss Prättigau/Davos was folgt:

„1. X. ist schuldig der versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden und 
Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 
sowie des Bruchs amtlicher Beschlagnahme gemäss Art. 289 StGB.

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2. Dafür wird X. verurteilt und bestraft mit:

a) einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu je Fr. 10.00, bedingt bei einer 
Probezeit von zwei Jahren, und

b) einer Busse von Fr. 250.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 15 
Tagen.

3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 3'000.00

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr. 330.00

- den Kosten der Strafmandatsverfahren von Fr. 400.00

- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.00

total somit von Fr. 6'230.00

gehen zulasten von X.. Sie sind innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses 
Urteils zusammen mit der Busse, total also Fr. 6'480.00 (Fr. 6'230.00 + Fr. 
250.00), der Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

Begründet wurde dieser Entscheid insbesondere damit, das Schreiben vom 
25. November 2008, gemäss welchem X. Y. aufforderte, die ganze Angelegenheit 
in Ordnung zu bringen, womit der Angeklagte die Rückgängigmachung der Verstei-
gerung beziehungsweise des Konkurses meinte, unter gleichzeitigem Hinweis dar-
auf, dass er dessen Wahrheit kenne und diese bei Nichtbefolgung der Frist an das 
oberste Gericht bringe, könne von Y. nur dahingehend verstanden werden, dass 
der Angeklagte bei Nichteinhaltung der Frist etwas aus seinem (Privat-) Leben pu-
blik machen werde, was als Nötigung im Sinne der erwähnten Bestimmung einzu-
stufen sei. Sodann habe er den Konkursbeamten im genannten Schreiben darauf 
hingewiesen, dass dieser es das Leben lang bereuen werde, wenn er die aktuellen 
Besitzer nicht aus dem Haus weise. Auch diese Formulierung könne vom Empfän-
ger nur als drohendes beziehungsweise nötigendes Verhalten wahrgenommen wer-
den. Darüber hinaus sei Y. gemäss seinen eigenen Aussagen durch den Brief des 
Angeklagten auch tatsächlich in Angst und Schrecken versetzt worden. Y. habe 
sich, obwohl durch das genannte Schreiben erheblich verunsichert, nicht zu einem 
Amtsmissbrauch bewegen lassen, so dass der zur Vollendung des Delikts 
gehörende Erfolg nicht eingetreten sei. In Bezug auf die Anklage wegen Bruchs 
amtlicher Beschlagnahme führte der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos 
aus, indem der Angeklagte den zur Konkursmasse gehörenden und auch ins Kon-

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kursinventar aufgenommenen Anteil an der vorliegend zur Diskussion stehenden 
Wohnung ohne Zustimmung der Konkursverwaltung vermietet und damit eigen-
mächtig über den Vermögenswert verfügt habe, habe er diesen der amtlichen Ge-
walt entzogen und erfülle damit den objektiven Tatbestand von Art. 289 StGB. In 
Bezug auf den subjektiven Tatbestand hätte der Angeklagte mehr als nur starke 
Zweifel an der Rechtmässigkeit seines Tuns haben müssen, so dass er zumindest 
eventualvorsätzlich gehandelt habe. Bei der Strafzumessung falle das Zusammen-
treffen mehrerer strafbarer Handlungen sowie die Vorstrafe aus dem Jahre 2005 
wegen grober Verkehrsregelverletzung erschwerend ins Gewicht. Für X. spreche 
hingegen der ansonsten gute Leumund sowie die Einsicht und Reue betreffend der 
Drohung gegen Y., für welche er sich denn auch mehrfach entschuldigt habe. Über-
dies sei zugunsten des Angeklagten festzuhalten, dass einige Äusserungen des 
Konkursbeamten im Vorfeld des strafrechtlich relevanten Schreibens vom 25. No-
vember 2008 wohl etwas provokativ abgefasst gewesen seien, was das Verhalten 
des Angeklagten zwar nicht zu entschuldigen, aber doch teilweise zu erklären ver-
möge. 

G. Gegen dieses Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos hat X. 
mit Eingabe vom 21. Juni 2010 beim Kantonsgericht Graubünden Berufung einge-
reicht. Aufgrund der ungenügenden Begründung setzte ihm das Kantonsgericht 
Graubünden mit Schreiben vom 28. Juni 2010 eine Nachfrist, um diesen Mangel zu 
beheben. In seiner Eingabe vom 3. Juli 2010 machte X. schliesslich geltend, er habe 
seine Fehler, welche er gegenüber Y. gemacht habe, eingesehen und habe sich 
dafür auch bei ihm entschuldigt. Er betone hiermit noch einmal, dass er Y. weder 
bedroht noch an seiner Arbeit gehindert habe. In Bezug auf die Verwaltung des A. 
habe ihn niemand gestoppt oder davon abgehalten. Zudem habe er absolut keine 
Informationen verschwiegen und alles deklariert. Er beantragte, die gesamte Ange-
legenheit nach zu prüfen und die ausgesprochene Strafe aus dem Strafregister zu 
entfernen.

H. Mit Eingabe vom 7. Juli 2010 verzichtete das Bezirksgericht Prättigau/Davos 
unter Hinweis auf die Erwägungen im Urteil auf die Einreichung einer Stellung-
nahme. Ebenso verzichtete die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Schreiben vom 
12. Juli 2010 auf eine Vernehmlassung.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil und in den Rechts-
schriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

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1.a) Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse so-
wie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten (ausgenommen 
Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und Strafmandate) kön-
nen der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgericht Berufung einreichen. 
Die Formalitäten richten sich dabei nach den allgemeinen Bestimmungen über das 
Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. des Gesetzes über die Strafrechtspflege 
(StPO; BR 350.000). Die Berufung ist innert 20 Tagen seit der schriftlichen Eröff-
nung des angefochtenen Entscheides einzureichen. Sie ist zu begründen und hat 
darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichtsverfah-
rens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten 
werden. Genügt eine fristgerecht eingereichte Berufung diesen Anforderungen 
nicht, so setzt der Vorsitzende eine kurze Frist zur Behebung des Mangels mit der 
Androhung, dass sonst auf die Berufung nicht eingetreten werden könne (vgl. Art. 
142 Abs. 2 StPO).

b) Nachdem der Berufungskläger mit Eingabe vom 21. Juni 2010 gegen das 
Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos beim Kantonsgericht 
Graubünden Berufung eingelegt hatte, teilte ihm das Kantonsgericht Graubünden 
mit, dass seine Berufung nicht den in Art. 142 Abs. 1 StPO genannten Anforderun-
gen entspreche, gemäss welchen die Berufung zu begründen sei und darzutun 
habe, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichtsverfahrens 
gerügt werden und ob das ganze Urteil angefochten werde oder lediglich teile da-
von. Das Kantonsgericht Graubünden setzte X. mit Schreiben vom 28. Juni 2010 
eine Nachfrist im Sinne von Art. 142 Abs. 2 StPO, um diesen Mangel zu beheben. 
Die am 3. Juli 2010 form- und fristgerecht eingereichte Berufung vermag diesen 
Anforderungen nun zu genügen, weshalb darauf einzutreten ist.

2. Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts überprüft das erstinstanzliche Urteil 
in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht im Rahmen der gestellten Anträge frei (Art. 
146 Abs. 1 StPO). Sie besitzt eine umfassende, uneingeschränkte Kognitionsbefug-
nis. Wenn die Aktenlage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs vorliegt oder der Mangel geheilt ist, entscheidet die I. Strafkammer in 
der Sache selber (Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario; Padrutt, Kommentar zur Straf-
prozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 376). 

3.a) Der Vorsitzende kann eine mündliche Verhandlung von sich aus oder auf 
Antrag der Parteien anordnen, wenn die persönliche Befragung des Angeklagten 
für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist (Art. 144 Abs. 1 StPO). Findet 
keine mündliche Verhandlung statt, so trifft die I. Strafkammer ihren Entscheid ohne 

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Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte in 
einem Strafverfahren hat aber unabhängig von der kantonalen Verfahrensordnung 
gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch darauf, dass seine Sache in billiger Weise 
öffentlich gehört wird. Das Gebot der Verfahrensöffentlichkeit unter dem Vorbehalt 
von Art. 107 StPO gilt dem Grundsatz nach nicht nur für das erstinstanzliche Straf-
verfahren, sondern erstreckt sich auf die Gesamtheit eines Strafverfahrens inklusive 
des gesamten Rechtsmittelweges, somit auch auf das Berufungsverfahren gemäss 
Art. 141 ff. StPO. Der Betroffene kann auf die Durchführung einer mündlichen Be-
rufungsverhandlung von sich aus verzichten. Voraussetzung eines wirksamen Ver-
zichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird oder sich aus dem Stillschweigen des 
Betroffenen eindeutig ergibt. 

b) Der Berufungskläger hat im vorliegenden Fall nicht die Durchführung einer 
mündlichen Berufungsverhandlung verlangt. Daraus kann auf einen wirksamen Ver-
zicht geschlossen werden. Es besteht aber auch kein Grund, dass das urteilende 
Gericht von sich aus (vgl. hierzu Art. 144 Abs. 1 StPO) eine mündliche Berufungs-
verhandlung anordnet, nachdem die Vorinstanz öffentlich verhandelt hat, bezüglich 
des strittigen Sachverhalts keine zusätzlichen Aufschlüsse von einer mündlichen 
Verhandlung zu erwarten sind, eine reformatio in peius ausgeschlossen ist und sich 
ferner im vorliegenden Fall keine Fragen zur Person und zum Charakter des Beru-
fungsklägers stellen, welche sich nicht mit genügender Hinlänglichkeit aufgrund der 
Akten beantworten lassen. Zudem steht einem nichtöffentlichen Verfahren kein öf-
fentliches Interesse entgegen (vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2b S. 318 f.; Art. 107 StPO; 
ZGRG 2/99, S. 46; ZR 99/2000 Nr. 36). Die streitige Strafsache kann somit gestützt 
auf die vorliegenden Akten sachgerecht entschieden werden. Ein persönliches Vor-
treten des Berufungsklägers erscheint nicht als notwendig.

4.a) Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsgericht als 
Berufungsinstanz zwar eine umfassende, uneingeschränkte Kognition zukommt 
(Art. 146 Abs. 1 StPO), es jedoch das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich nur im 
Rahmen der in der Berufung gestellten Anträge überprüft. Es gilt dabei aber zu 
berücksichtigen, dass das Kantonsgericht auch weitere Urteilspunkte abändern 
oder ergänzen kann und muss, wenn sonst der Würdigung aller Umstände unzurei-
chend Rechnung getragen würde beziehungsweise einzelne Fragen aus dem Sach-
zusammenhang gerissen würden und damit Bundesrecht verletzt würde (vgl. BGE 
117 IV 104 ff.).

b) Vorliegend bestritten ist gemäss der Berufungsschrift insbesondere die recht-
liche Würdigung des Sachverhaltes. Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob der Beru-

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fungskläger zu Recht wegen versuchter Gewalt und Drohung gegen Behörden und 
Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 
des Bruchs amtlicher Beschlagnahme gemäss Art. 289 StGB schuldig gesprochen 
wurde.

5.a) Wer eine Behörde, ein Mitglied einer Behörde oder einen Beamten durch Ge-
walt oder Drohung an einer Handlung, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, hin-
dert, zu einer Amtshandlung nötigt oder während einer Amtshandlung tätlich an-
greift, wird gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 
Geldstrafe bestraft. Eine Amtshandlung im genannten Sinne ist jede Handlung in-
nerhalb der Amtsbefugnisse des Beamten beziehungsweise der Behörde. Dazu 
gehören nicht nur Rechtshandlungen und weitere Handlungen in Ausübung staatli-
cher Macht, sondern auch Handlungen zur Erfüllung staatlicher Aufgaben und 
Teilakte derselben sowie Vorbereitungs- und Begleithandlungen (vgl. Heimgartner 
in: Niggli/Wiprächtiger, Basler Kommentar, Strafrecht II, 2. Aufl., Basel 2007, N 9 zu 
vor Art. 285 StGB; Trechsel et al., Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskom-
mentar, Zürich 2008, N 8 zu vor Art. 285 StGB). Innerhalb der Amtsbefugnis liegt 
eine Handlung, wenn der Beamte dafür zuständig ist (vgl. Trechsel et al., a.a.O., N 
10 zu vor Art. 285 StGB). Angriffsobjekt sind Amtshandlungen von Behörden und 
deren Mitgliedern, Beamten staatlicher Gemeinwesen und deren Körperschaften 
und Anstalten. Zur Bestimmung der Personen, die als Beamte gelten, ist die straf-
rechtliche Legaldefinition von Art. 110 Abs. 3 StGB massgebend. Demgemäss gel-
ten als Beamte die Beamten und Angestellten einer öffentlichen Verwaltung und der 
Rechtspflege sowie die Personen, die provisorisch ein Amt bekleiden oder proviso-
risch bei einer öffentlichen Verwaltung oder der Rechtspflege angestellt sind oder 
vorübergehend amtliche Funktionen ausüben. Unter den Begriff der Beamten fallen 
vor allem Beamte im öffentlich-rechtlichen Sinne, aber auch auf unbestimmte Zeit 
gewählte Angestellte im öffentlichen Dienst. Entscheidend ist die Ausübung von 
amtlichen Funktionen kraft staatlicher Ernennung unabhängig von der Art der Tätig-
keit (vgl. Trechsel et al., a.a.O., N 6 zu vor Art. 285 StGB). 

b) Ziffer 1 von Art. 285 StGB unterscheidet drei Tatbestandsvarianten: Hinde-
rung einer Amtshandlung mit Gewalt oder Drohung, Nötigung zu einer Amtshand-
lung mit Gewalt oder Drohung und tätlicher Angriff während einer Amtshandlung. 
Bei der Tatbestandsvariante der Nötigung zu einer Amtshandlung, der sogenannten 
Beamtennötigung, zwingt der Täter die Amtsperson zur Vornahme einer Amtshand-
lung, das heisst, er bewirkt diese durch den Amtsträger gegen seinen Willen. Als 
Nötigungsmittel kommen nur Gewalt und Drohung in Frage (vgl. Heimgartner, 
a.a.O., N 12 zu Art. 285 StGB). Die heutige Lehre und Praxis fordern auch bei der 

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Drohung im Sinne von Art. 285 StGB, dass ein ernstlicher Nachteil angedroht wird 
(vgl. Trechsel et. al., a.a.O., N 6 zu Art. 285). Eine Androhung ernstlicher Nachteile 
liegt vor, wenn nach der Darstellung des Täters der Eintritt des Nachteils von seinem 
Willen abhängig erscheint und wenn die Androhung geeignet ist, den Betroffenen in 
seiner Entscheidungsfreiheit einzuschränken. Die angedrohten Nachteile müssen 
ein künftiges, von der Täterschaft in irgendeiner Weise abhängiges Ereignis be-
schlagen. Das Opfer muss die Verwirklichung des angedrohten Übels befürchten 
und der angedrohte Nachteil muss von solcher Schwere erscheinen, dass das Opfer 
seinen entgegenstehenden Willen demjenigen der Täterschaft beugt (vgl. Del-
nin/Rüdy in: Niggli/Wiprächtiger, Basler Kommentar, Strafrecht II, 2. Aufl., Basel 
2007, N 25 ff. zu vor Art. 181 StGB).

c) Y. war im Konkurs von X. als Konkursverwalter tätig. Eine Konkursverwaltung 
hat alle zur Erhaltung und Verwertung der Masse gehörenden Geschäfte zu 
besorgen. Der Konkursverwalter übt eine öffentlich-rechtliche Funktion aus und gilt 
daher als Beamter im Sinne der genannten Bestimmung (vgl. auch PKG 1969 Nr. 
19). In dieser Funktion führte Y. auch die Liegenschaftssteigerung des C. durch. Mit 
Schreiben vom 25. November 2008 gelangte X. an Y. und setzte diesem eine Frist 
von drei Tagen, damit dieser die ganze Angelegenheit in Ordnung bringen könne. 
Damit meinte X. offensichtlich die Rückgängigmachung der Liegenschaftssteige-
rung. X. rügte in diesem Schreiben einerseits, dass Y. das C. nur zum halben Preis 
des Wertes verkauft habe und andererseits wisse er (gemeint ist Y.) genau, dass 
das Kleininventar und der Warenvorrat Eigentum der G. darstelle. In diesem Zu-
sammenhang ist darauf hinzuweisen, dass X. bereits mit Eingabe vom 9. Juli 2008 
beim Kantonsgericht, der kantonalen Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und 
Konkurs, Beschwerde gegen die Versteigerung des C. einreichte. Der Präsident des 
Kantonsgerichts wies die Beschwerde jedoch ab und der Weiterzug an das Bun-
desgericht endete mit einem Nichteintretensentscheid. Mit der im Schreiben vom 
25. November 2008 beschriebenen Aufforderung zur Rückgängigmachung der Lie-
genschaftssteigerung wollte X. Y. zu einer konkreten Amtshandlung zwingen, wel-
che seine Betätigung in öffentlich-rechtlicher Funktion betraf. Im genannten Schrei-
ben vom 25. November 2008 führte X. im Weiteren aus, dass er die Wahrheit von 
Y. kenne und falls dieser seinem Anliegen nicht entspreche, er die ganze Wahrheit 
an das oberste Gericht bringe. Aufgrund dessen musste Y. davon ausgehen, dass 
insofern als er die Liegenschaftssteigerung nicht rückgängig mache, X. etwas aus 
dem Privatleben von Y. an die Öffentlichkeit bringen werde, wodurch ihm ernstliche 
Nachteile entstehen würden. Sami Debbai führte in seinem Schreiben vom 25. No-
vember 2008 zudem aus, er ermahne ihn mit diesem Schreiben ein letztes Mal, die 

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heutigen so genannten Besitzer aus dem Haus zu verweisen. Ansonsten werde er 
dies sein Leben lang bereuen. Aufgrund dieser Androhung konnte Y. durchaus da-
von ausgehen, dass ihm ein schwerwiegender Eingriff in seine Privatsphäre drohte, 
sollte er dem Anliegen von X. nicht entsprechen. Der Eintritt des Nachteils schien 
dabei ohne Weiteres vom Willen von X. abhängig. Mit dieser Androhung ernstlicher 
Nachteile wollte X. bewirken, dass Y. die Liegenschaftssteigerung rückgängig ma-
che. Beim Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im 
Sinne von Art. 285 StGB handelt es sich um ein Erfolgsdelikt, wobei die Nötigung 
zu einer Amtshandlung erst dann vollendet ist, wenn sich das Opfer gemäss dem 
Willen des Täters verhält (vgl. Delnin/Rüdy, a.a.O., N 46f. zu Art. 181 StGB). Da 
sich Y. nicht gemäss dem Willen von X. verhalten beziehungsweise die von X. ge-
forderte Amtshandlung nicht vorgenommen hat, ist auch der tatbestandsmässige 
Erfolg im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB nicht eingetreten. Nachfolgend ist demnach 
zu prüfen, ob ein strafbarer Versuch vorliegt.

6.a) Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Ver-
gehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Vollen-
dung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann 
das Gericht die Strafe mildern (vgl. Art. 22 Abs. 1 StGB). Versuch liegt vor, wenn 
der Täter alle subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt, ohne alle objektiven Tatbe-
standsmerkmale zu verwirklichen (vgl. Donatsch/ Flachsmann/ Hug/ Maurer/ Rie-
sen-Kupper/Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kommentar, 18. Auflage, 
Zürich 2010, N 2 zu Art. 22). Vorliegend hat X. in seinem Schreiben vom 25. No-
vember 2008 durch Androhung ernstlicher Nachteile Y. angewiesen, die Liegen-
schaftssteigerung rückgängig zu machen. Allerdings hat Y. die von ihm verlangte 
Amtshandlung nicht vorgenommen, womit auch der tatbestandsmässige Erfolg 
nicht eingetreten ist. Aufgrund des Gesagten gilt es nun zu prüfen, ob X. die sub-
jektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 285 Ziffer 1 StGB erfüllt.

b) Für das Vorsatzdelikt von Art. 285 Ziff. 1 StGB ist erforderlich, dass der Täter 
die amtliche Eigenschaft und den öffentlichrechtlichen Charakter der Tätigkeit kennt 
und davon ausgeht, seine Handlungsweise richte sich gegen eine nicht offensicht-
lich rechtswidrige Handlung eines zuständigen Amtsträgers. Sodann muss der Täter 
die mit seiner Handlungsweise verbundenen Folgen (Hinderung, Nötigung) wollen 
(vgl. Donatsch / Wohlers: Strafrecht IV: Delikte gegen die Allgemeinheit, 3. Auflage, 
Zürich 2004, Seite 314). Die Handlung muss folglich vorsätzlich erfolgen, wobei 
Eventualvorsatz genügt (vgl. Heimgartner, a.a.O., N 23 zu Art. 285 StGB). X. 
wusste, dass Y. als Konkursverwalter für das Konkursamt Prättigau/Davos tätig war 
und die Liegenschaftssteigerung in dieser Funktion ausübte. Im Weiteren wollte der 

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Berufungskläger mit seinem Schreiben vom 25. November 2008 und der darin ent-
haltenen Androhung Y. eindeutig dazu bringen, dass dieser seine Funktion als Be-
treibungsbeamter ausnutzt, um die Liegenschaftssteigerung rückgängig zu ma-
chen. X. handelte in Bezug auf seine Ausführungen im Schreiben vom 25. Novem-
ber 2008, er kenne die ganze Wahrheit von Y. und er werde diese an das oberste 
Gericht bringen und insbesondere hinsichtlich der Androhung, er werde es ein Le-
ben lang bereuen, wenn er die sogenannten Besitzer nicht aus dem Haus verweise, 
vorsätzlich. Im Weiteren musste er sich dabei insbesondere bewusst gewesen sein, 
dass diese Äusserungen auf Y. drohend wirken würden. Zumindest hat er diesbe-
züglich eventualvorsätzlich gehandelt. Y. bestätigte in der polizeilichen Einver-
nahme vom 10. Dezember 2008 denn auch, X. habe ihn damit tatsächlich in Angst 
und Schrecken versetzt. Schliesslich kann auch der Vorsatz bezüglich des tatbe-
standsmässigen Erfolges bejaht werden. X. handelte in Bezug auf die von ihm an-
gestrebte Rückgängigmachung der Liegenschaftssteigerung mit Wissen und Willen. 
Nicht zu hören ist diesbezüglich das Vorbringen von X., dass das Wort „ermahnen“ 
keine Bedrohung darstelle. Zusammenfassend ist festzustellen, dass X. sämtliche 
subjektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 285 Ziff. 1 StGB erfüllt. X. hat zudem 
alles getan, was zur Erfüllung des objektiven Tatbestandes erforderlich war, den-
noch hat er sein angestrebtes Ziel, dass Y. die Liegenschaftssteigerung rückgängig 
macht, nicht erreicht. Aufgrund dessen hat sich X. - dem vorinstanzlichen Urteil ent-
sprechend - der versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im 
Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig 
gemacht.

7.a) Gemäss Art. 289 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Gelds-
trafe bestraft, wer eine Sache der amtlichen Gewalt entzieht, die amtlich mit Be-
schlag belegt ist. Mit der Verletzung von Art. 289 StGB greift der Täter in den rechts-
förmlichen Ablauf eines Sicherungs- und Vollstreckungsverfahrens ein. Im Haupt-
anwendungsfall des Vollstreckungsrechts (SchKG) gehört insbesondere der 
Schuldner zum möglichen Täterkreis. Denn vor der Verfügungsbeschränkung und 
der Begründung der amtlichen Gewalt bestand in der Regel zumindest Besitz und 
damit tatsächliche Gewalt über die Sache beim Schuldner, was eine Missachtung 
des Beschlags eher ermöglicht. Der objektive Tatbestand besteht allgemein in der 
Anmassung der Verfügungsgewalt über Sachen, über die der Täter nicht oder nicht 
mehr verfügungsberechtigt ist (vgl. Brunner in: Niggli/Wiprächtiger, Basler Kom-
mentar, Strafrecht II, 2. Aufl., Basel 2007, N 6 ff. zu Art. 289 StGB). Mit der Konkur-
seröffnung verliert der Schuldner das Recht, über sein Vermögen zu verfügen. Es 
steht von diesem Zeitpunkt an unter Konkursbeschlag. Als Konkursit kann und darf 

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der Schuldner seine Herrschaftsrechte nicht mehr im vollen Umfang ausüben. Frei 
verfügen kann er nur noch über das, was nicht zur Konkursmasse gehört: über die 
nach Art. 92 des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes (SchKG; SR 281.1) un-
pfändbaren Vermögenswerte sowie über das Erwerbseinkommen und dessen Sur-
rogate. Im Übrigen gehen die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnisse auf die Kon-
kursmasse über, die sie durch die Konkursverwaltung ausübt. Die Konkurseröff-
nung bewirkt somit eine Beschränkung des Verfügungsrechts des Schuldners, wo-
bei das Verfügungsverbot strafrechtlich geschützt ist (vgl. Amonn/Walther, Grund-
riss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 7. Auflage, Bern 2003, §41 N 6ff.). 
Dabei bewirkt nicht erst die Aufnahme der Vermögenswerte in das Inventar den 
Konkursbeschlag über sie, sondern unmittelbar bereits die Konkurseröffnung 
(Amonn/Walther, a.a.O., §44 N 17).

b) X. ist Miteigentümer der Stockwerkeinheit Nr. 18 im A. an der H. in I.. Indem 
er, nachdem über ihn gemäss dem Konkursdekret vom 6. Oktober 2006, mitgeteilt 
am 6. Oktober 2006, der Konkurs eröffnet worden ist, die genannte Liegenschaft 
mit Mietvertrag vom 3. Juli 2008 ohne Zustimmung der Konkursverwaltung vermie-
tete, hat er sich die Verfügungsgewalt über die Liegenschaft angemasst, obwohl er 
nicht mehr verfügungsberechtigt war. X. erfüllt damit offensichtlich den objektiven 
Tatbestand von Art. 289 StGB.

c) In subjektiver Hinsicht wird der Bruch der amtlichen Beschlagnahme in der 
Regel mit Vorsatz verübt. Denn Vollstreckungs- sowie Betreibungs- und Konkurs-
beamte richten sich bei ihren staatlichen Aufgaben nach strikten formellen Regeln, 
die gewährleisten, dass mit Beschlag belegte Sachen als solche für Dritte ohne wei-
teres erkennbar sind (Brunner, a.a.O., N 10 zu Art. 289 StGB). Gemäss Art. 12 Abs. 
2 StGB begeht derjenige ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich, wer die Tat mit 
Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der 
Tat für möglich hält. Das Wissen bezieht sich auf die Tatumstände, welche sich 
unter die objektiven Merkmale des Deliktstatbestandes subsumieren lassen sowie 
auf den Geschehensverlauf, der zum Eintritt des Erfolges führt. Vom Wissen wird 
nicht nur bei aktueller Kenntnis der Tatumstände ausgegangen, sondern auch im 
Falle des sog. Begleitwissens. Nicht zum Wissen als Bestandteil des Vorsatzes 
gehört das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit oder gar dasjenige der Strafbarkeit 
(vgl. Donatsch/ Flachsmann/ Hug/ Maurer/ Riesen-Kupper/Weder, a.a.O., N 4 ff. zu 
Art. 12 StGB). Der Wille muss als Verwirklichungswille auf die Realisierung aller 
tatbestandsrelevanten Umstände gerichtet sein. Auf das Motiv kommt es grundsätz-
lich nicht an (Trechsel et al., a.a.O., N 12 zu Art. 12 StGB).

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d) X. führt in seiner Berufung an das Kantonsgericht Graubünden vom 3. Juli 
2010 aus, er habe nichts Falsches getan und auch nichts Verbotenes. Niemand 
habe ihn von der Verwaltung des A. abgehalten oder gestoppt. Damit legt er sinn-
gemäss dar, dass er nicht gewusst habe, dass er über den genannten Vermögens-
wert nicht verfügen dürfe. Vorliegend steht fest, dass X. zumindest wusste, dass 
über ihn mit Konkursdekret vom 6. Oktober 2006 der Konkurs eröffnet worden ist. 
Damit ist auch klar, dass das gesamte verwertbare Vermögen des Schuldners die 
Konkursmasse bildete, und dazu gehörte auch der hälftige Miteigentumsanteil am 
genannten Grundstück. Dieses ist zudem auch im Inventar der vorhandenen Akti-
ven aufgeführt (vgl. act. 3/14). Aufgrund der Akten ist im Weiteren ersichtlich, dass 
X. telefonisch zur Inventarunterzeichnung aufgeboten worden ist. Dennoch fehlt die 
Unterschrift von X. auf dem Inventar. Die Auflage des Kollokationsplans und des 
Inventars wurde zudem am 6. März 2008 amtlich publiziert. Aufgrund dessen kann 
gesagt werden, dass X. gewusst haben muss, dass seine Vermögenswerte unter 
Konkursbeschlag stehen. Zumindest in Beachtung der nötigen Sorgfalt hätte er über 
ein minimales Wissen hinsichtlich der Folgen einer Konkurseröffnung beziehungs-
weise des Konkursbeschlags verfügen müssen. Wie oben dargelegt, bewirkt nicht 
erst die Aufnahme der Vermögenswerte in das Inventar den Konkursbeschlag, son-
dern unmittelbar bereits die Konkurseröffnung. Nicht zuletzt in Anbetracht dessen, 
dass es bereits am 8. Juli 2008 zur öffentlichen Versteigerung des C. gekommen ist 
und X. vor, während und nach der konkursamtlichen Liegenschaftssteigerung in 
ständigem Kontakt mit der Konkursverwaltung stand, verfügte er bereits über ein 
bestimmtes Wissen im Zusammenhang mit einem Konkursverfahren. Im Übrigen 
gehört das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit oder gar dasjenige der Strafbarkeit 
nicht zum Wissen als Bestandteil des Vorsatzes, weshalb sein Vorbringen, er habe 
nicht gewusst, dass er über seine Wohnung nicht mehr verfügen dürfe, nicht gehört 
werden kann. Schliesslich geht auch der Einwand von X., man habe ihn von der 
Verwaltung des A. weder abgehalten noch gestoppt, an der Sache vorbei. Das Kon-
kursamt Prättigau/Davos hat die Vermietung der Wohnung im A. erst bemerkt, als 
die bis anhin von der Konkursverwaltung bezahlten Stromrechnungen plötzlich 
höher wurden. Erst aufgrund dessen hat das Konkursamt von der Vermietung der 
Liegenschaft überhaupt Kenntnis erlangt. X. hat daher in Bezug auf die Vermietung 
der Wohnung im A. und damit hinsichtlich des Bruchs amtlicher Beschlagnahme im 
Sinne von Art. 289 StGB zumindest eventualvorsätzlich gehandelt. Im Übrigen kann 
diesbezüglich auf die umfangreichen und durchaus zutreffenden Ausführungen des 
vorinstanzlichen Urteils verwiesen werden. X. hat damit auch den subjektiven Tat-
bestand von Art. 289 StGB erfüllt und wurde demzufolge von der Vorinstanz zu 

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Recht wegen Bruchs amtlicher Beschlagnahme im Sinne von Art. 289 StGB schul-
dig gesprochen.

8. Zusammenfassend ist die Vorinstanz damit in korrekter rechtlicher Würdi-
gung des Sachverhaltes zum Schluss gekommen, dass X. sowohl in objektiver als 
auch in subjektiver Hinsicht wegen versuchter Gewalt und Drohung gegen Behör-
den und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 
1 StGB sowie wegen Bruchs amtlicher Beschlagnahme im Sinne von Art. 289 StGB 
schuldig zu sprechen ist.

9.a) Der Bezirksgerichtsauschuss Prättigau/Davos verurteilte X. zu einer Gelds-
trafe von 35 Tagsätzen zu je Fr. 10.00, bedingt auf zwei Jahre sowie zu einer Busse 
von Fr. 250.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen. Der Berufungs-
kläger hat in der Berufungsschrift vom 3. Juli 2010 beantragt, die ausgesprochene 
Strafe aus dem Strafregister zu entfernen oder zu mildern. Bei der Überprüfung der 
Strafzumessung ist zu beachten, dass die I. Strafkammer des Kantonsgerichts ihr 
Ermessen zwar an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt und die Regeln über 
die Strafzumessung selbständig anwendet. Jedoch steht der Vorinstanz bei der Ge-
wichtung der einzelnen Strafzumessungsfaktoren innerhalb des jeweiligen Strafrah-
mens ein erheblicher Ermessensspielraum zu. In diesen greift die I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts nur mit grosser Zurückhaltung ein. In Ergänzung zu den nach-
folgenden Ausführungen sei deshalb auf die zutreffenden Erwägungen der Vorin-
stanz verwiesen.

b) Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu und berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen 
Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschul-
den wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 
Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen 
des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äus-
seren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden 
(Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von ihm übertretene 
Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie und damit 
seine Schuld (vgl. Trechsel et al., a.a.O., N 21 zu Art. 47 StGB; Wiprächtiger, in 
Niggli/Wiprächtiger, Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl., Basel 2007, N 65 zu 
Art. 47 StGB). Daraus geht hervor, dass sich die Strafe grundsätzlich auf die Schuld 
bezieht. Wie nach altem soll auch nach geltendem Recht das Verschulden die 
Strafe begründen und nach oben begrenzen, wobei Verschulden im Sinne dieser 
Bestimmung das Mass der Vorwerfbarkeit des Rechtsbruchs ist (vgl. Wiprächtiger, 

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a.a.O., N 10 ff. zu Art. 47 StGB). Folglich ist die Strafzumessung innerhalb des 
zulässigen Strafrahmens und unter Berücksichtigung allfälliger Straferhöhungs- und 
Strafschärfungsgründen sowie Strafminderungs- und Strafmilderungsgründe im 
Wesentlichen eine Frage des Ermessens, bei dessen Überprüfung sich das ange-
rufene Gericht als Rechtsmittelinstanz Zurückhaltung aufzuerlegen hat und nicht 
ohne Not in das Ermessen der Vorinstanz eingreift.

c) Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 
1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Als Sank-
tionsandrohung des Bruchs amtlicher Beschlagnahme im Sinne von Art. 289 StGB 
wird Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe aufgeführt. Gemäss Art. 34 
Abs. 1 StGB beträgt die Geldstrafe höchstens 360 Tagessätze, wobei das Gericht 
deren Zahl nach dem Verschulden des Täters bestimmt. Ein Tagessatz beträgt 
höchstens Fr. 3'000.00. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den 
persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, 
namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- 
und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (vgl. Art. 34 Abs. 2 
StGB). Dem Gericht verbleibt dabei ein erheblicher Ermessensspielraum. In Bezug 
auf die Bemessung der Geldstrafe kann vollumfänglich auf die korrekten Ausführun-
gen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden. Die Vorinstanz hat die Strafzu-
messung nach pflichtgemässem Ermessen vorgenommen. Dabei ist darauf hinzu-
weisen, dass die Geldstrafe von 35 Tagessätzen als mild zu bezeichnen ist und die 
Tagessatzhöhe von Fr. 10.00 das absolut noch zulässige Minimum darstellt (vgl. 
BGE 135 IV 180).

d) Eine Geldstrafe ist in der Regel aufzuschieben, wenn vom Fehlen einer un-
günstigen Prognose ausgegangen werden kann (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB). Im vor-
liegenden Fall ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine Wiederholungsgefahr. X. 
ist zwar bereits mit einem Eintrag im Strafregister verzeichnet, allerdings betrifft die-
ser Eintrag einen anderen Lebensbereich. Eine unbedingte Strafe erscheint nicht 
notwendig, um den Berufungskläger von der Begehung weiterer Verbrechen oder 
Vergehen abzuhalten. Dies nicht zuletzt auch in Anbetracht dessen, dass sich X. 
für sein Verhalten mehrmals bei Y. entschuldigt hat und damit auch zeigt, dass er 
sein Verhalten bereut. Eine bedingte Strafe kann jedoch mit einer unbedingten 
Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden (vgl. Art. 42 
Abs. 4 StGB). Das Bundesgericht hat sich in zwei Grundsatzentscheiden zu den 
Verbindungsstrafen geäussert (vgl. BGE 134 IV 1; BGE 134 IV 60). Diese kommen 
insbesondere in Betracht, wenn man dem Täter den bedingten Vollzug einer Geld- 
oder Freiheitsstrafe gewähren möchte, ihm aber dennoch in gewissen Fällen mit 

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der Auferlegung einer zu bezahlenden Geldstrafe  oder Busse einen Denkzettel ver-
abreichen möchte. Die Strafenkombination dient hier spezialpräventiven Zwecken. 
Das Hauptgewicht liegt auf der bedingten Freiheits- oder Geldstrafe, während der 
unbedingten Verbindungsstrafe beziehungsweise Busse nur untergeordnete Be-
deutung zukommt (vgl. BGE 135 IV 188). Somit ist die Kombination der Geldstrafe 
mit einer Busse aufgrund der neuen Rechtssprechung korrekt vorgenommen wor-
den. Das Gericht bemisst die Busse je nach den Verhältnissen des Täters so, dass 
dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (vgl. Art. 106 
Abs. 3 StGB). Bei der Bemessung der Busse ist auch der finanziellen Leistungs-
fähigkeit Rechnung zu tragen. Für die Verhältnisse des Täters relevant sind die glei-
chen Kriterien wie bei der Geldstrafe, somit Einkommen, Vermögen, Lebensauf-
wand, Unterstützungspflichten und Existenzminimum. In BGE 135 IV 188 hat das 
Bundesgericht entschieden, dass es als sachgerecht erscheine, die Obergrenze der 
Verbindungsstrafe grundsätzlich auf einen Fünftel beziehungsweise 20% festzule-
gen. Abweichungen von dieser Regel sind im Bereich tiefer Strafen denkbar, um 
sicherzustellen, dass der Verbindungsstrafe nicht eine lediglich symbolische Bedeu-
tung zukommt. Gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB spricht der Richter für den Fall, dass 
die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens 
einem Tag und höchstens drei Monaten aus. Die Dauer der Ersatzfreiheitsstrafe 
bemisst sich nach Auffassung des Bundesgerichts unabhängig von den finanziellen 
Verhältnissen nach dem Verschulden. Bei der Festlegung der Ersatzfreiheitsstrafe 
muss das Gericht also die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von der Schuld abstra-
hieren und hernach eine täter- und tatangemessene Ersatzfreiheitsstrafe bilden. Fi-
nanziell starken und finanziell schwachen Verurteilten soll für die gleiche Tat die 
Freiheit für eine gleich lange Dauer entzogen werden. Im Unterscheid zum Tages-
satzsystem besteht hier ein grösseres Ermessen und der Zusammenhang zwischen 
Verschulden und den finanziellen Verhältnissen sowie der Bussenhöhe und der Er-
satzfreiheitsstrafe muss nicht wie bei der Berechnung der Geldstrafe gleichsam ma-
thematisch aufgezeigt werden (vgl. BGE 134 IV 60; , a.a.O., N 10 ff. zu Art. 106; 
Donatsch/ Flachsmann/ Hug/ Maurer/ Riesen-Kupper/Weder, a.a.O., N 5 zu Art. 
106). 

e) Die von der Vorinstanz ausgesprochene Geldstrafe kann als tief bezeichnet 
werden. Eine bedingte Geldstrafe von 35 Tagsätzen zu Fr. 10.00 sowie eine Busse 
von Fr. 250.00 scheinen unter den gegebenen Umständen somit als mild. Insbe-
sondere in Anbetracht der tiefen Strafe und dem der Vorinstanz bei der Strafzumes-
sung zukommenden Ermessensspielraum, hat das Kantonsgericht keine Veranlas-
sung, die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe noch tiefer anzusetzen. Auch 

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in Bezug auf die ausgesprochene Busse von Fr. 250.00 hat die Vorinstanz im Sinne 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entschieden. In BGE 135 IV 188 hält das 
Bundesgericht zwar fest, dass es als sachgerecht erscheine, die Obergrenze der 
Verbindungsstrafe grundsätzlich auf einen Fünftel beziehungsweise 20% festzule-
gen, was vorliegend einer Busse von Fr. 70.00 entsprechen würde. Allerdings wird 
im genannten Entscheid eine Abweichung von dieser Regel im Bereich tiefer Stra-
fen als denkbar erachtet, um sicherzustellen, dass der Verbindungsstrafe nicht eine 
lediglich symbolische Bedeutung zukommt. Würde man der bundesgerichtlichen 
Empfehlung nachkommen und die Busse auf Fr. 70.00 festlegen, so würde dieser 
tatsächlich nur symbolische Bedeutung zukommen. Dies nicht zuletzt in Anbetracht 
der tiefen Geldstrafe von 35 Tagessätzen à Fr. 10.00, welche unter den gegebenen 
Umständen beziehungsweise der Tatsache, dass X. mehrere Straftatbestände er-
füllt, durchaus im Sinne des genannten Bundesgerichtsentscheides in den Bereich 
der tiefen Strafen fällt. Schliesslich ist der vorinstanzliche Entscheid auch hinsicht-
lich der angeordneten Ersatzfreiheitsstrafen von 15 Tagen im Sinne von Art. 106 
StGB in korrekter Art und Weise ergangen.

10. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass sich der Berufungskläger entspre-
chend Ziffer 1 des angefochtenen Urteils schuldig gemacht hat. Hierfür ist er 
gemäss Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils mit einer bedingten Geldstrafe von 35 
Tagessätzen zu je Fr. 10.00 zu bestrafen. Zusätzlich wird eine Busse von Fr. 
250.00, ersatzweise eine Freiheitsstrafe von 15 Tagen, ausgesprochen. Die Beru-
fung ist folglich vollumfänglich abzuweisen.

11.a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt sich keine Änderung der vor-
instanzlichen Kostenverteilung. Bezüglich des Berufungsverfahrens gilt es zu 
berücksichtigen, dass der Berufungskläger mit seinem Begehren um Freispruch 
nicht durchgedrungen ist und hinsichtlich der erfüllten Tatbestände vollumfänglich 
am vorinstanzlichen Urteil festgehalten wird.

b) Gemäss Art. 160 Abs. 1 StPO trägt derjenige die Kosten des Rechtsmittel-
verfahrens, der ohne Erfolg ein Rechtsmittel eingelegt hat oder dieses zurückzieht. 
Vorliegend erweist sich das vorinstanzliche Urteil als rechtmässig und die Berufung 
von X. ist abzuweisen, so dass die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2’000.- 
dem Berufungskläger aufzuerlegen sind.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2’000.- gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundes-
gericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: