# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65504439-3bf1-5780-a8b0-2e9e669e3f24
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 15.03.2007 B 2006/162
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2006-162_2007-03-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2006/162

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 15.03.2007

Entscheiddatum: 15.03.2007

Entscheid Verwaltungsgericht, 15.03.2007
Steuerrecht, Nichteintreten auf ein Revisionsgesuch, Art. 197 StG (sGS 
811.1). Die Steuerbehörden waren aufgrund des Vermerks gem. 
Steuerbewertung 31.12.2003 im Wertschriftenverzeichnis der 
Steuererklärung 2004 nicht gehalten, von sich aus eine Untersuchung 
durchzuführen. Ein Revisionsgrund liegt nicht vor, da es den Pflichtigen 
möglich gewesen wäre, den vorgebrachten Revisionsgrund im ordentlichen 
Verfahren geltend zu machen. Der klare Wortlaut von Art. 197 Abs. 2 StG 
lässt auch unter Berücksichtigung von Treu und Glauben nicht den Schluss 
zu, dass ein Eintreten auf ein Gesuch um Wiederaufnahme zulässig wäre, 
wenn dem Steuerpflichtigen die Geltendmachung eines Fehlers im 
ordentlichen Rechtsmittelverfahren bei zumutbarer Sorgfalt möglich 
gewesen wäre, die Veranlagungsbehörde jedoch bei ihrem Entscheid selbst 
zu wenig sorgfältig war (Verwaltungsgericht, B 2006/162).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiberin Dr. R. Hirt

_______________

In Sachen

K.-H. und K. G.-T.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Dr. Ch.E., c/o T.A. AG,

gegen

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St.Galler Gerichte

 

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Abteilung I/1, Unterstrasse 28, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

 

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

vertreten durch den Amtsleiter-Stellvertreter,

lic. iur. Hubert Hofmann

betreffend

Revision (Nichteintreten)

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ K.-H. und K. G.-T. deklarierten in der Steuererklärung 2004 ein steuerbares 

Einkommen von Fr. 348'700.-- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 7'454'146.--. Im 

Wertschriftenverzeichnis waren unter anderem 89 Namenaktien der X Y AG mit einem 

Wert von Fr. 63'300.-- pro Aktie und dem Vermerk "gem. Steuerbewertung 31.12.2003" 

aufgeführt. K.-H. G. ist Geschäftsführer der X Y AG.

Am 31. Mai 2005 wurden K.-H. und K. G.-T. mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 

348'700.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 7'564'000.-- veranlagt, wobei das 

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deklarierte Wertschriftenvermögen unverändert übernommen wurde. Die Veranlagung 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

In der Folge setzte das Kantonale Steueramt am 8. September 2005 den Wert pro Aktie 

der X Y AG auf Fr. 14'700.-- fest.

Am 10. Oktober 2005 reichte das Ehepaar G.-T. ein Gesuch um Revision der 

Veranlagungsverfügung vom 31. Mai 2005 ein mit der Begründung, sie seien um Fr. 

4'325'400.-- zu hoch veranlagt worden. Sie hätten die zumutbare Sorgfalt bei der 

Einreichung der Steuererklärung durch den Hinweis auf die Übernahme der 

Bewertungsfaktoren des Vorjahres gewahrt.

Am 28. Oktober 2005 trat das Kantonale Steueramt auf das Revisionsgesuch nicht ein 

mit der Begründung, dass die Steuerpflichtigen einen Vermerk hätten anbringen 

können, dass der Steuerwert für 2004 noch nicht vorliege, oder Einsprache gegen die 

fehlerhafte Veranlagungsverfügung hätten erheben können.

B./ Gegen die Verfügung vom 28. Oktober 2005 erhoben K.-H. und K. G.-T. am 26. 

November 2005 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag auf 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Gutheissung des Revisionsbegehrens, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die Verwaltungsrekurskommission entschied in der Angelegenheit am 17. August 2006, 

indem sie den Rekurs abwies, soweit darauf eingetreten wurde. Sie erwog im 

wesentlichen, dass die Steuererklärung rechtlich eine erhebliche Willensäusserung 

darstelle. Die Steuerpflichtigen hätten mit ihrer Steuererklärung ihren Willen bekundet, 

entsprechend den deklarierten Faktoren besteuert zu werden. Die 

Veranlagungsbehörde sei mangels eindeutigen Hinweises auf die fehlende 

Aktienbewertung nicht verpflichtet gewesen, von sich aus eine Untersuchung 

durchzuführen. Bei Anwendung der zumutbaren Sorgfalt hätten die Beschwerdeführer 

gegen die fehlerhafte Veranlagung Einsprache erheben können.

C./ Mit Eingabe vom 1. September 2006 erhob das

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Ehepaar G.-T. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, der Entscheid 

des Kantonalen Steueramts des Kantons St. Gallen vom 28. Oktober 2005 sei 

aufzuheben, und es sei festzustellen, dass auf das Revisionsgesuch der 

Steuerpflichtigen einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Beschwerdegegner. Zur Begründung wird im wesentlichen geltend gemacht, dass bei 

Wertpapieren ohne Kurswert nicht die Deklaration des Steuerpflichtigen, sondern allein 

die Aktienbewertung des Kantonalen Steueramtes massgebend sei. Die Pflichtigen 

hätten folglich davon ausgehen können, dass die Bewertung in der 

Veranlagungsverfügung korrekt erfolgt sei. An die zumutbare Sorgfalt dürfe folglich kein 

allzu strenger Massstab angelegt werden. Es führe zu einem stossenden Ergebnis, 

wenn ein offensichtlicher Fehler der Steuerbehörden nicht mehr korrigiert werden 

könne, nur weil die Aktienbewertung erst nach Ablauf der Einsprachefrist zugestellt 

worden sei.

Die Verwaltungsrekurskommission beantragt in der Vernehmlassung vom 28. 

September 2006 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird auf die 

Erwägungen des angefochtenen Entscheids verwiesen. Das Kantonale Steueramt trägt 

in der Eingabe vom 5. Oktober 2006 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde an, 

unter Kostenfolgen.

Mit Eingabe vom 26. November 2005 (Poststempel: 23. Oktober 2006) lassen sich die 

Pflichtigen zur Vernehmlassung des Kantonalen Steueramtes vom 5. Oktober 2006 

vernehmen.

Auf die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten 

Ausführungen wird, sofern sie wesentlich sind, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1 

des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG). Die Beschwerdeführer sind zur 

Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 196 Abs. 1 StG). Bezüglich des 

Rechtsbegehrens der Beschwerdeführer fällt in Betracht, dass sie in der 

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Beschwerdeschrift vom 1. September 2006 die Aufhebung "des Entscheids des 

Kantonalen Steueramtes des Kantons St. Gallen vom 28. Oktober 2005" beantragen. 

Indes wird aus dem Gesamtzusammenhang und der Beschwerdebegründung ohne 

weiteres klar, dass (auch) die Aufhebung des Urteils der Verwaltungsrekurskommission 

vom 17. August 2006 angestrebt wird. Das Rechtsbegehren der Beschwerdeführer ist 

in diesem Sinn auszulegen (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton 

St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 916). Bezüglich der Replik vom 26. November 2005 

(Poststempel: 23. Oktober 2006) fällt in Betracht, dass sich nach der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts Beschwerdeergänzungen insoweit als statthaft erweisen, als die 

Ausführungen in den Vernehmlassungen der übrigen Beteiligten dazu Anlass geben 

(BGE 132 I 47 sowie 131 I 311). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Weder die Vorinstanz 

noch der Beschwerdegegner haben in ihren Eingaben in rechtlicher oder tatsächlicher 

Hinsicht Aspekte aufgegriffen, die nicht schon in den vorinstanzlichen Verfahren 

thematisiert worden wären. Folglich ist auf die Beschwerde unter Vorbehalt der Replik 

vom 26. November 2005 (Poststempel: 23. Oktober 2006) einzutreten. Im übrigen 

entspricht die Beschwerde zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG sowie Art. 161 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 

Art. 64 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 

951.1, abgekürzt VRP). Auf die Beschwerde ist unter dem erwähnten Vorbehalt 

einzutreten.

2. Wie bereits im Rekursverfahren ist vorliegend umstritten, ob das kantonale 

Steueramt auf das Revisionsbegehren der Beschwerdeführer zu Recht nicht 

eingetreten ist.

2.1. Gemäss Art. 197 Abs. 1 StG kann eine rechtskräftige Verfügung oder ein 

rechtskräftiger Entscheid auf Antrag oder von Amtes wegen zugunsten des 

Steuerpflichtigen unter anderem dann revidiert werden, wenn erhebliche Tatsachen 

oder entscheidende Beweismittel entdeckt werden (lit. a) bzw. wenn die erkennende 

Behörde erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel, die ihr bekannt waren 

oder bekannt sein mussten, ausser acht gelassen oder in anderer Weise wesentliche 

Verfahrensgrundsätze verletzt hat (lit. b). Nach Art. 197 Abs. 2 StG wird auf ein 

Revisionsbegehren jedoch nicht eingetreten, wenn der Antragsteller als Revisionsgrund 

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vorbringt, was er bei der ihm zumutbaren Sorgfalt schon im ordentlichen Verfahren 

hätte geltend machen können.

2.2. Sinn und Zweck des Revisionsverfahrens bestehen darin, auf eine rechtskräftige, 

fehlerhafte Veranlagung dann zurückkommen zu können, wenn Umstände dazu geführt 

haben, die vom Steuerpflichtigen nicht zu vertreten sind. Dagegen kann das 

Revisionsverfahren nicht dazu dienen, einen auf mangelnde Sorgfalt 

zurückzuführenden Fehler in einem zweiten Verfahren zu beheben. Dies widerspräche 

dem subsidiären Charakter der Revision und würde darauf hinauslaufen, über eine 

rechtskräftige Veranlagung ein neues ordentliches Veranlagungsverfahren zu eröffnen. 

Im Interesse der Rechtssicherheit dürfen an die Sorgfaltspflicht keine zu geringen 

Anforderungen gestellt werden (VerwGE vom 2. April 1998 i.S. G.V.-R. mit weiteren 

Hinweisen auf die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung).

2.3. Wertpapiere ohne Kurswert werden nach dem inneren Wert bewertet (Art. 56 Abs.1 

StG). Sie können mit Zustimmung des Steuerpflichtigen zum Wert zu Beginn der 

Steuerperiode oder der Steuerpflicht bemessen werden (Art. 68 Abs. 1 StG). Gemäss 

dem St. Galler Steuerbuch wird die Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die 

Vermögenssteuer nach der gleichnamigen Wegleitung vorgenommen, die von der 

Konferenz staatlicher Steuerbeamter und der Eidgenössischen Steuerverwaltung 

herausgegeben wird (Ausgabe 1995). Wertpapiere von Unternehmen, die ihren Sitz im 

Kanton St. Gallen haben, werden durch das Kantonale Steueramt bewertet. Die 

zuständige Veranlagungsbehörde erhält über die Verrechnungssteuerabteilung 

Kenntnis von den massgeblichen Werten und übernimmt diese unverändert. Die 

ermittelten Werte sind Bestandteil der ordentlichen Einkommens- und 

Vermögensveranlagung und werden dem Steuerpflichtigen von der zuständigen 

Veranlagungsbehörde eröffnet (StB 56 Nr. 1).

2.4. Die Beschwerdeführer haben im Wertschriftenverzeichnis ihrer Steuererklärung 

2004 Fr. 5'633'700.-- als Steuerwert der 89 Aktien der X Y AG deklariert. Dies 

entspricht einem Wert von Fr. 63'300.-- pro Aktie. Zusätzlich wurde der Vermerk "gem. 

Steuerbewertung 31.12.2003" angebracht. Wie eingangs ausgeführt, wurde diese 

Deklaration in der Veranlagungsverfügung vom 31. Mai 2005 unverändert 

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übernommen. Nachdem die Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwachsen war, 

setzte das Kantonale Steueramt den Wert pro Aktie der X Y AG auf Fr. 14'700.-- fest.

2.5. Die Beschwerdeführer stellen sich in der Beschwerdeschrift vom 1. September 

2006 auf den Standpunkt, die Veranlagungsbehörde habe gegen die Weisung von StB 

56 Nr. 1 verstossen und eine falsche Veranlagung verursacht. Die Steuerpflichtigen 

hätten darauf vertrauen dürfen, dass sich das Kantonale Steueramt an das Vorgehen 

gemäss StB 56 Nr. 1 bei der Aktienbewertung halte. Es sei nicht Aufgabe der 

Steuerpflichtigen, die steuerliche Unternehmensbewertung selbst vorzunehmen. Mit 

der Steuerveranlagung sei den Steuerpflichtigen die Unternehmungsbewertung seitens 

der Steuerbehörden mitgeteilt worden. Erst die spätere Zustellung der Aktienbewertung 

habe aufgedeckt, dass die Steuerbehörden die Unternehmungsbewertung nicht 

mitteilen wollten, sondern schlicht nicht berücksichtigt hätten. Dies müsse bei der 

Beurteilung der Anforderung an die Sorgfalt im Sinne von Art. 192 Abs. 2 StG 

entsprechend berücksichtigt werden.

Der Beschwerdegegner stellt sich in der Vernehmlassung vom 5. Oktober 2006 auf den 

Standpunkt, mangels eindeutigem Vorbehalt oder Hinweis der Pflichtigen auf eine 

fehlende aktuelle Aktienbewertung sei er nicht verpflichtet gewesen, eine Untersuchung 

durchzuführen und mit der Veranlagung zuzuwarten. Selbst wenn aber ein Fehler 

seitens der Steuerbehörden vorliegen würde, hätte das Revisionsbegehren abgewiesen 

werden müssen (recte: hätte auf das Revisionsbegehren nicht eingetreten werden 

dürfen). Ob die Steuerbehörde die zumutbare Sorgfalt bei der Vornahme der 

Veranlagung gewahrt habe, sei für die Frage des Eintretens auf ein Revisionsbegehren 

grundsätzlich nicht von Belang. Es liege zudem entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführer auch kein absolut stossendes Ergebnis vor, da die 

Veranlagungsbehörde keinen wesentlichen und offensichtlichen Fehler begangen habe. 

Vielmehr liege eine Falschdeklaration der Pflichtigen vor.

2.6. Für das Steuerrecht gilt der gefestigte Grundsatz, dass die Steuerbehörde die 

Beweislast für die steuerbegründenden Tatsachen trägt, während den Steuerpflichtigen 

die Beweislast für Tatsachen trifft, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern. 

Steuermindernde Tatsachen, für die der Pflichtige den Nachweis nicht erbringt, kann 

die Veranlagungsbehörde ohne weitere Abklärungen unberücksichtigt lassen; das 

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pflichtgemässe Ermessen kann diesfalls nicht anstelle der Beweisführungspflicht des 

Steuerpflichtigen treten (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. 

gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern 1999, S. 379 f. mit weiteren Hinweisen). Im 

weiteren darf sich die Steuerbehörde grundsätzlich darauf verlassen, dass die 

Steuererklärung richtig und vollständig ist. Sie ist nicht verpflichtet, ohne besonderen 

Anlass weitere Abklärungen vorzunehmen. Selbst wenn die Veranlagungsbehörde 

einen nicht eindeutigen oder unvollständigen Sachverhalt ungeklärt lässt und sich die 

auf derart unsicherer Grundlage getroffenen Annahmen nachträglich als unzutreffend 

herausstellen, besteht die Pflicht zur ergänzenden Untersuchung für die 

Steuerbehörden nur dann, wenn die Steuererklärung Fehler enthält, die klar ersichtlich 

bzw. offensichtlich sind. Hingegen rechtfertigt das Vorliegen bloss erkennbarer Mängel 

noch nicht, bestimmte Tatsachen oder Beweismittel als zur Zeit der Veranlagung 

bereits bekannt zu qualifizieren und den Behörden in der Folge das entsprechende 

Wissen anzurechnen (vgl. K. Vallender, in: Kommentar zum Schweizerischen 

Steuerrecht I/1, Basel 2002, Art. 51 StHG N 14 f.; BGE 2A.604/2003 vom 17. Juni 2004 

E. 3.3.2 und 3.3.3 mit weiteren Hinweisen).

2.6.1. Bereits die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid darauf hingewiesen, dass 

bei nicht börsenkotierten Aktien üblicherweise in Anwendung von Art. 56 Abs. 1 StG 

auf den Vorjahreswert abgestellt wird, damit grosse zeitliche Verzögerungen bei der 

Veranlagung der natürlichen Personen vermieden werden können. Dies war 

unbestrittenermassen in früheren Jahren auch bei den Beschwerdeführern der Fall. Sie 

wurden für 2003 mit dem per 31. Dezember 2002 ermittelten inneren Wert von Fr. 

63'300.-- pro Aktie veranlagt. Für die Veranlagung 2004 hätte folglich wiederum der 

Vorjahreswert, d.h. der aufgrund der Bilanz der X Y AG per 31. Dezember 2003 

ermittelte innere Wert, massgebend sein müssen. Mit der Anmerkung in der 

Steuererklärung 2004 haben die Beschwerdeführer, wie die Vorinstanz im 

angefochtenen Entscheid zutreffend festgehalten hat, zwar auf die zeitlich 

massgebende Aktienbewertung per 31. Dezember 2003 verwiesen, jedoch mit Fr. 

63'300.-- den Wert per 31. Dezember 2002 eingesetzt. Dieser Umstand war für die 

Veranlagungsbehörde in diesem Zeitpunkt indes nicht offensichtlich und klar 

erkennbar, zumal, wie dargelegt, Wertpapiere ohne Kurswert mit Zustimmung des 

Steuerpflichtigen zum Wert zu Beginn der Steuerperiode oder der Steuerpflicht 

bemessen werden können (Art. 68 Abs. 1 StG). Mit Blick auf die vorstehend erläuterte 

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Lehre und Rechtsprechung war die Veranlagungsbehörde deshalb nicht gehalten, von 

sich aus eine Untersuchung durchzuführen. Mangels eines klaren Vorbehalts oder 

Hinweises auf die fehlende aktuelle Aktienbewertung durfte die Veranlagungsbehörde 

davon ausgehen, dass die Steuererklärung richtig und vollständig ausgefüllt wurde.

Im weiteren fällt in Betracht, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid 

zutreffend darauf hingewiesen hat, dass dem Beschwerdeführer als Geschäftsführer 

der X Y AG klar gewesen sein muss, dass der Wert der Aktiven aufgrund des im Jahr 

2003 erwirtschafteten Verlustes massiv gesunken sein musste und nicht mehr gleich 

hoch wie im Vorjahr sein konnte. Es wird von den Beschwerdeführern auch nicht in 

Abrede gestellt, dass im Zeitpunkt des Erlasses der Veranlagungsverfügung am 31. Mai 

2005 der Geschäftsabschluss der X Y AG per 31. Dezember 2003 vorgelegen hat. Vor 

diesem Hintergrund ist mit den Vorinstanzen davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführer die zu hohe Bewertung der Aktien hätten erkennen können. Bei 

ausreichender Sorgfalt im Sinne von Art. 197 Abs. 2 StG wäre es den 

Beschwerdeführern somit möglich gewesen, den vorgebrachten Revisionsgrund im 

ordentlichen Verfahren geltend zu machen.

2.6.2. Zu prüfen ist im folgenden der Einwand der Beschwerdeführer, es müsse in 

bezug auf die Anforderungen an die zumutbare Sorgfalt gemäss Art. 197 Abs. 2 StG 

berücksichtigt werden, dass sich die Veranlagungsbehörde nicht an die im St. Galler 

Steuerbuch publizierten Weisungen gehalten habe. Dabei fällt in Betracht, dass nach 

der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts für die Frage des Eintretens auf ein 

Revisionsbegehren grundsätzlich nicht von Belang ist, ob die Behörde bei ihrem 

Entscheid mit zumutbarer Sorgfalt vorgegangen ist oder nicht. Ob und in welchem 

Mass sich die Behörde bei ihrem Entscheid in einem Irrtum oder in Unkenntnis über 

entscheidende Tatsachen befunden hat, stellt sich bei der Frage, ob ein 

Revisionsgesuch begründet ist oder nicht. Erst auf dieser Stufe ist zur Frage der 

Sorgfalt der Behörde Stellung zu nehmen und nicht bei der Frage des Eintretens, 

welche von der zumutbaren Sorgfalt des Gesuchstellers abhängt (VerwGE vom 28. 

April 1987 i.S. Kantonale Steuerverwaltung). An dieser Rechtsprechung, welche unter 

der Geltung des bis 31. Dezember 1998 anwendbaren Steuergesetzes ergangen ist, ist 

festzuhalten. Auch Art. 197 StG schliesst ein Eintreten auf ein Revisionsbegehren aus, 

wenn es dem Beschwerdeführer möglich und bei genügender Sorgfalt zumutbar 

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gewesen wäre, den Grund für die Wiederaufnahme mit einem ordentlichen Rechtsmittel 

geltend zu machen. Von dieser Rechtslage kann nicht abgewichen werden, indem der 

Steuerbehörde ein Vorwurf bei der Veranlagung gemacht wird. Welche Sorgfalt diese 

bei der Veranlagung anzuwenden hat, muss bei der Frage geprüft werden, ob ein 

Wiederaufnahmegesuch begründet ist oder nicht (vgl. Art. 197 Abs. 1 StG). Daran 

vermag auch der Grundsatz von Treu und Glauben, auf den sich die Beschwerdeführer 

berufen, nichts zu ändern. Der klare Wortlaut von Art. 197 Abs. 2 StG lässt auch unter 

Berücksichtigung von Treu und Glauben nicht den Schluss zu, dass ein Eintreten auf 

ein Gesuch um Wiederaufnahme zulässig wäre, wenn dem Steuerpflichtigen die 

Geltendmachung eines Fehlers im ordentlichen Rechtsmittelverfahren bei zumutbarer 

Sorgfalt möglich gewesen wäre, die Veranlagungsbehörde jedoch bei ihrem Entscheid 

selbst zu wenig sorgfältig war (vgl. VerwGE vom 28. April 1987 i.S. Kantonale 

Steuerverwaltung). Im Steuerrecht ist die Tragweite des Grundsatzes von Treu und 

Glauben wegen des Legalitätsprinzips von vornherein geringer als in anderen 

Rechtsgebieten (StE 2007 B 24.4 Nr. 75). Aus dem Gesagten folgt, dass selbst wenn 

dem Beschwerdegegner eine mangelnde Sorgfalt im Zusammenhang mit der 

Bewertung der Aktien vorgeworfen werden könnte, auf das Revisionsbegehren zu 

Recht nicht eingetreten wurde.

2.6.3. Zu prüfen bleibt der Einwand der Beschwerdeführer, wonach mit Blick auf das 

stossende, das Gerechtigkeitsgefühl verletzende Ergebnis ungeachtet von Art. 197 

Abs. 2 StG auf das Revisionsgesuch einzutreten sei. In der Lehre und Rechtsprechung 

wird teilweise die Auffassung vertreten, dass eine Revision unabhängig vom Bestehen 

eines Revisionsgrundes möglich sein soll, wenn eine Veranlagung auf einem 

wesentlichen und offensichtlichen Tatsachen- oder Rechtsirrtum der Steuerbehörde 

beruht (H. Casanova, Die Nachsteuer, in: ASA 68 (1999), S. 8; Känzig/Beh¬nisch, Die 

direkte Bundessteuer, III. Teil, 2. Aufl., Basel 1992, Art. 126 N 28 ff.; StE 1990 B 97.11 

Nr. 9, 1995 B 97.3 Nr. 2; StR 1993, S. 114 E. 4c). Die vorstehenden Erwägungen zeigen 

indes, dass die Veranlagungsverfügung vom 31. Mai 2005 nicht auf einem 

wesentlichen und offensichtlichen Irrtum der Steuerbehörde beruht, sondern die zu 

hohe Bewertung der Namenaktien der X Y AG in erster Linie von den 

Beschwerdeführern bzw. ihren Steuervertretern zu vertreten ist. Raum für eine 

"erleichterte Revision" (vgl. Casanova, a.a.O., S. 8) besteht unter diesen 

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Voraussetzungen nicht. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist der Beschwerdegegner 

deshalb auf das Revisionsgesuch zu Recht nicht eingetreten.

2.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf 

einzutreten ist.

3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten den 

Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 

2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Sie wird mit 

dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.

Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 98bis Abs. 1 VRP).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2./ Die Beschwerdeführer bezahlen die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens 

von Fr. 2'000.-- unter Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher 

Höhe.

3./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V. R. W.

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

 

Versand dieses Entscheides an:

die Beschwerdeführer (durch Dr. Ch.E.)–

die Vorinstanz–

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am:

 

Rechtsmittelbelehrung

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG in Verbindung mit Art. 73 StHG innert 

30 Tagen nach Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 

Beschwerde erhoben werden.

den Beschwerdegegner–

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