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**Case Identifier:** 6e3219f0-061b-5083-9cff-0de26f03f213
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 28.09.2023 SST.2022.196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-196_2023-09-28.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2022.196 
(ST.2021.54; StA.2020.1709) 

 

 

Urteil vom 28. September 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Rosset 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg, 

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden  

 

 
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1992, von Kosovo, 

[…] 

z.Zt.: Justizvollzugsanstalt Bostadel, 6313 Menzingen  

verteidigt durch Rechtsanwältin Angela Agostino,  

[…] 

 

  
 

Gegenstand  Raub usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 12. August 2021 erhob die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-

Laufenburg Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfachen, 

teilweise versuchten bandenmässigen Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 

i.V.m. Ziff. 3 StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, Raubs gemäss 

Art. 140 Ziff. 1 StGB, mehrfacher, teilweise versuchter Nötigung gemäss 

Art. 181 StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, mehrfacher 

Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 und Abs. 5 StGB, mehrfacher 

Gewaltdarstellungen gemäss Art. 135 Abs. 1 StGB, teilweise i.V.m. 

Art. 135 Abs. 1bis StGB, Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, 

Sachentziehung gemäss Art. 141 StGB, mehrfachen Hausfriedensbruchs 

gemäss Art. 186 StGB, mehrfacher, teilweiser versuchter Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, teilweise i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB, mehrfachen Missbrauchs von Kontrollschildern 

gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. a und lit. g SVG, grober Verletzung der 

Verkehrsregeln durch Überschreitung der zulässigen Höchst-

geschwindigkeit innerorts gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG, mehrfacher 

Verletzung der Verkehrsregeln durch Überfahren einer Sicherheitslinie 

gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG, mehrfachen Fahrens ohne Kontrollschilder 

gemäss Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG, Abgabe und Besitz von anabolen 

Steroiden zu Dopingzwecken gemäss Art. 22 Abs. 1 SpoFöG i.V.m. 

Art. 19 Abs. 3 SpoFöG und unbefugten Besitzes von Betäubungsmitteln 

gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG.  

 

2. 

Mit Urteil vom 2. Juni 2022 beschloss und erkannte das Bezirksgericht 

Laufenburg: 

 
Das Strafverfahren betreffend angeblicher einfacher Verletzung von Verkehrsregeln i.S.V. 
Art. 90 Abs. 1 SVG [Dossier S._____, 09.10.2015] wird infolge Eintritts der 
Verfolgungsverjährung i.S.v. Art. 109 StGB eingestellt. 
 
1. 
Der Beschuldigte wird von den Vorwürfen 
- des mehrfachen bandenmässigen Raubes i.S.v. Art. 140 Ziff. 3 StGB [Dossier S._____; 

09.10.2015, Dossier X._____; 17.10.2019, Dossier V._____; 04.11.2019]; 
- der Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB [Dossier S._____; 09.10.2015]; 
- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz i.S.v. Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. g WG und Art. 7 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 lit. d 
WV [Dossier X._____; 17.10.2019, Dossier V._____; 4.11.2019]; 

- der groben Verletzung von Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 27 
Abs. 1 SVG [Dossier Y._____, 11.11.2019]; 

- der Sachbeschädigung i.S.v. Art. 144 Abs. 1 StGB [Dossier  Aarau,13.02.2021]; 
- der mehrfachen missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und Schildern 

i.S.v. Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG [Dossier S._____; 09.10.2015, Dossier Y._____; 11.11.2019]; 
- der Widerhandlung gegen Art. 22 Abs. 1 Sportförderungsgesetz  
freigesprochen. 
 

 - 3 - 

 

 

2. 
Der Beschuldigte ist schuldig  
- des mehrfachen, tlw. bandenmässigen Raubes (tlw. versucht) i.S.v.  Art. 140 Ziff. 3 

(tlw. i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB); 
- der mehrfachen versuchten Nötigung i.S.v. Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; 
- der mehrfachen (teilweise versuchten) Widerhandlung gegen das Waffengesetz i.S.v. 

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG 
- i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. g WG und Art. 7 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 

lit. d WV, tlw. i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; 
- i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. d WG und Art. 25 Abs. 1 WG; 

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs i.S.v. Art. 186 StGB; 
- der Sachentziehung i.S.v. Art. 141 StGB; 
- der mehrfachen Gewaltdarstellung i.S.v. Art. 135 Abs. 1bis StGB; 
- der mehrfachen Pornografie i.S.v. Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB; 
- der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und Schildern i.S.v. Art. 97 Abs. 1 

lit. a SVG; 
- des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Kontrollschilder i.S.v. Art. 96 

Abs. 1 lit. a SVG; 
- der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 34 Abs. 

2 SVG; 
- der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz i.S.v. Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 
 
3. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 2 erwähnten Bestimmungen und 
gestützt auf Art. 40, 41 Abs. 1 lit. a und b, 47 StGB und 49 Abs. 1 StGB zu einer 
Freiheitsstrafe von 7 Jahren verurteilt. 
 
4. 
Die Untersuchungshaft von 837 Tagen (vom 17.02.2020 – 02.06.2022) wird gestützt auf 
Art. 51 StGB auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 
 
5. 
5.1. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 2 erwähnten Bestimmungen und 
gestützt auf Art. 106 StGB zu einer Busse von Fr. 500.00 verurteilt.  
 
5.2. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen 
vollzogen. 
 
6. 
Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für die Dauer von 15 Jahren 
aus der Schweiz weggewiesen. Diese Wegweisung wird im SIS System eingetragen. 
 
7. 
Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg vom 16. Juli 2019 für 
20 Tagessätze Geldstrafe zu einem Tagessatz von je Fr. 90.00 gewährte bedingte 
Vollzug wird gestützt auf Art. 46 Abs.1 Satz 1 StGB widerrufen. Die widerrufene 
Geldstrafe von total Fr. 1'800.00 ist zu bezahlen. 
 
8. 
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1 StGB sowie tlw. gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB sowie 
Art. 135 Abs. 2 StGB werden folgende Gegenstände eingezogen und vernichtet: 
 
- Schreckschusspistole Bruni, Modell P4, Kaliber 9mm 
- Feuerzeugpistole CZ 83 Browning 
- Präpariertes Metallrohr  

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- Handy iPhone Xs, […] 
- Minigrip mit 19 Tabletten 
- Minigrip mit 1.4g Kokain 
- Klebeband 'Panzertape' 
 
9. 
Nach Rechtskraft dieses Entscheides werden folgende Gegenstände dem Beschuldigten 
zurückgegeben: 
 
- 1 Hoodie, schwarz, […] 
- 1 Paar Schuhe Nike Air Max 97, weiss, […] 
- 4 Paar Handschuhe, heller Stoff  
 
10. 
Nach Rechtskraft dieses Entscheides wird das sichergestellte Küchenmesser, 
Klingenlänge 205mm, Gesamtlänge 326mm der Kantonspolizei Aargau (SIWAS) zum 
Entscheid im Sinne von Art. 31 WG überlassen. 
 
11. 
11.1. 
Die Zivilklage von O1._____ wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 lit. b 
StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11.2. 
Die Zivilklage von O2._____ wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 lit. b 
StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11.3. 
Die Zivilklage der Z1._____ GmbH wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 lit. 
b StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11.4. 
Die Zivilklage von O3._____ wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 lit. b 
StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11.5. 
Die Zivilklage der Z5 AG._____ wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 lit. b 
StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11.6. 
Die Zivilklage der Bank1._____ wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 lit. b 
StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11.7. 
Die Zivilklage von O12._____ wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 lit. b 
StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11.8. 
Die Zivilklage der Z2._____ GmbH wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 
lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11.9. 
Die Zivilklage von O4._____ wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 lit. b 
StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
 
 

 - 5 - 

 

 

11.10. 
Die Zivilklage der Z3._____ GmbH wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 
lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11.11. 
Die Zivilklage von O5._____ wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 lit. b 
StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11.12. 
Die Zivilklage von O6._____ wird mangels Substantiierung gestützt auf Art. 126 lit. b 
StPO auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11.13. 
11.13.1. 
In teilweiser Gutheissung der Zivilklage wird der Beschuldigte verpflichtet, der 
Privatklägerin O7._____ eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 500.00 zu bezahlen. Im 
Übrigen wird die Zivilklage abgewiesen. 
 
11.13.2. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin O7._____ eine Parteientschädigung 
von pauschal Fr. 1'000.00 (inkl. MwSt) zu bezahlen. 
 
11.14. 
Auf die Zivilklage der Z4._____ GmbH wird mangels Prozessfähigkeit nicht eingetreten. 
 
11.15. 
Die Zivilklage des Z6._____ wird gestützt auf Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO auf den Zivilweg 
verwiesen. 
 
12. 
Die Anklagegebühr wird gemäss § 15 Abs. 1bis VKD auf Fr. 4'850.00 festgesetzt und dem 
Beschuldigten auferlegt. 
 
13. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der anteilsmässigen Gebühr von Fr. 7'500.00 
b) den Kosten für die unentgeltl. Verbeiständung von Fr. 0.00 
c) den Kosten für Übersetzungen von Fr. 221.00 
d) den Kosten für Gutachten von Fr. 0.00 
e) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von Fr. 10'670.15 
f) den Spesen von Fr. 0.00 
g) den anderen Auslagen Fr. 0.00 
Total Fr. 18'391.15 
 
Dem Beschuldigten werden die Gebühr sowie die Kosten gemäss a und e im 
Gesamtbetrag von Fr. 18'170.15 im Umfang von 80 %, mithin in der Höhe von 
Fr. 14'536.10, sowie die Anklagegebühr von Fr. 4'850.00 im Umfang von 80 %, mithin in 
der Höhe von Fr. 3'880.00, auferlegt. Die Restanz sowie die Übersetzungskosten werden 
auf die Staatskasse genommen. 
 
14. 
14.1. 
Es wird davon Vormerk genommen, dass der Kanton Basel-Stadt den früheren amtlichen 
Verteidiger des Beschuldigten, Herrn Advokat Peter Epple, in der Höhe von Fr. 1'787.15 
(inkl. Fr. 127.75 MwSt) entschädigt hat. 
 
 

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14.2. 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Basel-Stadt die in Ziffer 14.1. erwähnte 
Entschädigung für die frühere anwaltliche Verteidigung im Umfang von 80% und somit in 
der Höhe von Fr. 1'492.70 zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 
 
15. 
Die Gerichtskasse Laufenburg wird angewiesen, dem Beschuldigten nach Rechtskraft 
dieses Entscheides eine Entschädigung für seine freigewählte Verteidigung in der Höhe 
von Fr. 4'119.85 (20% von Fr. 20'599.30) auszurichten.  
 
Im Übrigen trägt der Beschuldigte seine Kosten selbst. 
 
16. 
16.1. 
Die Gerichtskasse Laufenburg wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 
Beschuldigten, Herrn Rechtsanwalt Dr. Peter Steiner, nach Rechtskraft dieses 
Entscheides eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 22'441.25 auszurichten. 
 
16.2. 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau diese Entschädigung im Umfang 
von 80% und somit in der Höhe von Fr. 17'953.00 zurückzuzahlen, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 
 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 25. August 2022 beantragte die 

Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg, der Beschuldigte sei 

zusätzlich des bandenmässigen Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB 

(Dossiers S._____, X._____ und V._____ 4. November 2019), der 

Nötigung gemäss Art. 181 StGB (Dossier S._____) sowie der mehrfachen 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG 

(Dossiers X._____ und V._____ 4. November 2019) schuldig zu sprechen 

und es sei eine unbedingte Freiheitsstrafe von mindestens 8 Jahren und 6 

Monaten auszusprechen. 

 

3.2. 

Mit Berufungserklärung vom 30. August 2022 beantragte der 

Beschuldigte, er sei des mehrfach versuchten Raubs gemäss Art. 140 

Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossiers V._____ 16. September 

2019 und W._____) sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz schuldig zu sprechen und im Übrigen freizusprechen. Er sei 

für die Schuldsprüche zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten zu 

verurteilen und ihm sei für die entstandene Überhaft eine Genugtuung 

von Fr. 150.00 pro Tag zzgl. Zins zu 5% seit mittlerem Verfall 

zuzusprechen. Auf die Anordnung einer Landesverweisung sei zu 

verzichten und ihm seien die Gegenstände «präpariertes Metallrohr», 

«iPhone XS» und «Klebeband Panzertape» herauszugeben. Die 

Zivilforderung der Privatklägerin O7._____ sei abzuweisen, eventualiter 

auf den Zivilweg zu verweisen.  

 

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3.3. 

Am 14. Oktober 2022 reichte die Staatsanwaltschaft und am 

28. November 2022 der Beschuldigte je eine schriftliche Berufungs-

begründung vorgängig zur Berufungsverhandlung ein. 

 

3.4. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 19. Januar 2023 beantragte die 

Staatsanwaltschaft die Abweisung der Berufung des Beschuldigten.  

 

3.5. 

Am 13. Februar 2023 reichte der Beschuldigte seine vorgängige 

Berufungsantwort ein. 

 

3.6. 

Am 18. Juli 2023 reichte der Beschuldigte eine ergänzende schriftliche 

Berufungsbegründung ein. 

 

3.7. 

Die Berufungsverhandlungen fanden am 17. August 2023 und 

22. September 2023 zusammen mit dem Berufungsverfahren in Sachen 

A._____ (SST.2022.192) statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Nach Art. 409 Abs. 1 StPO hebt das Berufungsgericht bei wesentlichen, 

im Berufungsverfahren nicht heilbaren Mängeln das angefochtene Urteil 

ausnahmsweise auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen 

Hauptverhandlung und Fällung eines neuen Urteils an die Vorinstanz 

zurück. Die kassatorische Erledigung durch Rückweisung fällt u.a. bei 

nicht richtiger Besetzung des Gerichts in Betracht (vgl. BGE 143 IV 408 

E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_165/2020 vom 20. Mai 2020 E. 2.1, 

je mit Hinweisen). 

 

Gemäss Art. 335 Abs. 1 StPO tagt das Gericht während der ganzen 

Hauptverhandlung in seiner gesetzmässigen Zusammensetzung und im 

Beisein einer Gerichtsschreiberin oder eines Gerichtsschreibers. Die 

Gerichtsschreiberin oder der Gerichtsschreiber nimmt an der Urteils-

beratung mit beratender Stimme teil (Art. 348 Abs. 2 StPO) und 

unterzeichnet das Protokoll und den Entscheid als protokollführende 

Person (Art. 76 Abs. 2 StPO, Art. 80 Abs. 2 StPO). Aus diesen Bestim-

mungen erhellt ohne Weiteres, dass nur ein einziger Gerichtsschreiber, 

der bei der Urteilsberatung mit beratender Stimme mitwirkt und sowohl 

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das Protokoll als auch den Entscheid unterzeichnet, eingesetzt werden 

kann. 

 

Vorliegend hat die Vorinstanz eine Gerichtsschreiberin sowie einen 

Gerichtsschreiber, die im Rubrum aufgeführt worden sind, eingesetzt, 

wobei die Protokolle durch beide Gerichtsschreiber und die Urteile durch 

den Gerichtsschreiber GS._____ unterschrieben worden sind. Damit hat 

die Vorinstanz in nicht richtiger Besetzung beraten und entschieden, denn 

auch eine Überbesetzung ist eine Fehlbesetzung. Wenn zwei statt nur ein 

Gerichtsschreiber mitwirken, verfälscht dies deren beratende Stimme. Sie 

kann ein Übergewicht bekommen, wenn die Gerichtsschreiber gleicher 

Meinung sind. Und wo sie gegenteiliger Meinung sind, wird die beratende 

Stimme des Gerichtsschreibers neutralisiert. Insbesondere in erstinstanz-

lichen Verfahren des Bezirksgerichts mit fünf Richtern (vgl. § 3 Abs. 4 lit. b 

GOG i.V.m. § 12 EG StPO), wo von Gesetzes wegen nur der Gerichts-

präsident (§ 13 Abs. 3 lit. a GOG) und der Gerichtsschreiber (§ 42 Abs. 2 

GOG) über eine juristische Ausbildung verfügen müssen, im Übrigen aber 

Laienrichter amten, kann sich eine Mehrzahl von Gerichtsschreibern 

besonders stark auswirken. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass 

auch gar keine Notwendigkeit für die Einsetzung mehrerer 

Gerichtsschreiber mit beratender Stimme besteht. Dass in komplexen 

oder umfangreichen Fällen den Richtern neben dem Gerichtsschreiber 

weitere juristische Mitarbeiter – vor allem bei der Vorbereitung – 

unterstützend zur Hand gehen, ist ein normaler Vorgang. Sie sind indes 

interne Mitarbeiter des Gerichts, haben keine beratende Stimme, sind im 

Rubrum nicht aufzuführen und (mit-)unterzeichnen den Entscheid auch 

nicht. 

 

Nach dem Gesagten wäre eine Rückweisung vorliegend grundsätzlich 

gerechtfertigt. Auf eine solche kann jedoch ausnahmsweise verzichtet 

werden. Denn einerseits wiegt eine Überbesetzung von Gerichts-

schreibern, denen von Gesetzes wegen nur beratende Stimme 

zukommen kann, nicht so schwer, wie dies bei einer nicht gesetz-

mässigen Anzahl Richter der Fall wäre und was regelmässig zur 

Nichtigkeit des Urteils führen würde. Andererseits würde eine 

Rückweisung unter den vorliegenden Umständen weitgehend auf einen 

prozessualen Leerlauf hinauslaufen, was sich mit dem Beschleunigungs-

gebot (Art. 5 StPO) schlecht vertragen würde. 

 

1.2. 

Der Beschuldigte hat an der Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 

erneut beantragt, auf die Berufung der Staatsanwaltschaft sei nicht 

einzutreten (Protokoll Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 S. 2; 

33). Nachdem bereits mit Beschluss des Obergerichts vom 

27. September 2022 entschieden wurde, dass auf die Berufung der 

Staatsanwaltschaft eingetreten werde, kann auf die darin gemachten 

 - 9 - 

 

 

Ausführungen verwiesen werden und ist auf den Antrag des 

Beschuldigten nicht erneut einzugehen. Der Vollständigkeit halber bleibt 

festzuhalten, dass – entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten 

(Protokoll Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 S. 33) – kein 

Verstoss der Staatsanwaltschaft gegen den Grundsatz von Treu und 

Glauben auszumachen ist, indem sie in den Verfahren des Beschuldigten 

und des Mitbeschuldigten A._____, nicht jedoch im Verfahren des 

ehemaligen Mitbeschuldigten C._____ Berufung erklärt hat. Dies liegt im 

freien Ermessen der Staatsanwaltschaft. Auf die Berufung der 

Staatsanwaltschaft ist einzutreten.  

 

1.3. 

Insoweit der Beschuldigte geltend macht, ihm sei keine Akteneinsicht in 

das den ehemaligen Mitbeschuldigten C._____ betreffende Verfahren 

gewährt worden (Protokoll Berufungsverhandlung vom 22. September 

2023 S. 40), ist ihm nicht zu folgen. Das Obergericht ist auf die von der 

Staatsanwaltschaft in Sachen C._____ angemeldete, sodann aber nicht 

erklärte Berufung mit Beschluss SST.2022.197 vom 1. September 2022 

nicht eingetreten. Das begründete Urteil des Bezirksgerichts Laufenburg 

i.S. C._____ wurde dem Beschuldigten sodann mit Verfügung vom 5. 

September 2022 zugestellt. Die übrigen Akten i.S. C._____ haben keinen 

Eingang in das vorliegende Berufungsverfahren genommen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 7B_461/2024 vom 27. August 2024 E. 1.3 und 1.4.1). 

Es wurde vom Beschuldigten denn auch nicht ausgeführt und ist auch 

nicht ersichtlich, inwiefern die Akten im Verfahren gegen den ehemaligen 

Mitbeschuldigten C._____ – über das eingeholte und ihm zugestellte 

begründete Urteil des Bezirksgerichts Laufenburg hinaus – hätten 

erheblich sein können, weshalb er sich auch nicht auf eine allfällige 

Verletzung des rechtlichen Gehörs berufen kann (Urteil des Bundes-

gerichts 5A_144/2023 vom 26. Mai 2023 E. 7.3.2). 

 

2. 

2.1. S._____ 9. Oktober 2015 

2.1.1.  

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend das Dossier S._____ 

von den Vorwürfen des bandenmässigen Raubs und der Nötigung 

freigesprochen, ihn jedoch wegen Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG schuldig gesprochen. Sie 

hat es als erstellt erachtet, dass der Beschuldigte am 9. Oktober 2015 

vorsätzlich als kosovarischer Staatsbürger und ohne Waffentrag-

bewilligung eine Shotgun besessen habe. 

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung, der Beschuldigte sei 

betreffend das Dossier S._____ zusätzlich des bandenmässigen Raubs 

sowie der Nötigung schuldig zu sprechen (Berufungserklärung S. 2), 

während der Beschuldigte beantragt, er sei vom Vorwurf der 

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Widerhandlung gegen das Waffengesetz freizusprechen (Berufungs-

erklärung S. 2). 

 

2.1.2. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, sich betreffend das Dossier 

S._____ u.a. des bandenmässigen sowie des besonders gefährlichen 

Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB und der Nötigung gemäss Art. 181 

StGB schuldig gemacht zu haben, indem er am 9. Oktober 2015 zwischen 

11.02 Uhr und 11.05 Uhr wissentlich und willentlich die Filiale der Bank 

2._____ an der X-Strasse […] in  S._____ gemäss gemeinsamem 

Tatentschluss mit mutmasslich D._____ unter Einsatz einer echten und 

mit Munition bestückten Shotgun ausgeraubt habe. Mutmasslich D._____ 

habe dem gemeinsamen Tatplan entsprechend alleine, mit einer 

Sturmhaube maskiert und Handschuhe tragend die Bankfiliale betreten 

und während des Raubs die Shotgun auf die in der Bank anwesende 

Kundin O1._____ sowie den Bankmitarbeiter O8._____ gerichtet und 

geschrien, dass dies ein Überfall sei und er Geld und keine Polizei wolle. 

Mutmasslich D._____ habe die Shotgun wiederholt aus nächster Nähe 

direkt auf die Brust- und Kopfgegend von O8._____ gerichtet und 

O1._____ befohlen, sich zu ducken. Diese habe sich dem Willen von 

D._____ entsprechend verhalten, habe sich geduckt und habe die Bank 

nicht verlassen können. Mit der aus kurzer Distanz vorgehaltenen 

Shotgun habe mutmasslich D._____ O8._____ dazu gedrängt, ihm Geld 

auszuhändigen. Insgesamt habe Fr. 18'929.00, bestehend aus 

Fr. 13'750.00, EUR 4'470.00, CAD 45.00 und CZK 4'600.00, zum Nachteil 

der Bank 2._____ erbeutet werden können. Mutmasslich D._____ habe 

sich zu Fuss zum Fluchtfahrzeug begeben, wo der Beschuldigte als 

Fluchtfahrer gewartet habe, bevor die beiden zusammen mit dem 

Fluchtfahrzeug davongefahren seien (vgl. Anklage S. 4 f.).  

 

2.1.3. Besonders gefährlicher Raub 

2.1.3.1. 

Betreffend den angeklagten Raubüberfall vom 9. Oktober 2015 in der 

Bank 2._____ in S._____ ergibt sich Folgendes:  

 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass es am 

9. Oktober 2015 in der Bank 2._____ in S._____ zu einem Raubüberfall 

gekommen ist. Der Beschuldigte bestreitet jedoch seine Täterschaft (UA 

act. 4686 ff.; Protokoll Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 S. 18 

ff.). 

 

2.1.3.2. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den 

 - 11 - 

 

 

Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel genügen nicht, weil solche immer 

möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt indes nicht, dass 

bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den 

Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel ist 

erst anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts 

notwendigen Beweise ausgewertet worden sind und nach erfolgter 

Beweiswürdigung als Ganzem relevante Zweifel bestehen (BGE 148 IV 

409 E. 2.2; BGE 144 IV 345 E. 2.2.3). 

 

2.1.3.3. 

Das Obergericht erachtet die Täterschaft des Beschuldigten aufgrund 

seiner Aussagen sowie gestützt auf das Protokoll der Fernmelde-

überwachung betreffend die zwischen E._____ und dem Beschuldigten 

stattgefundenen Telefonate als erstellt. 

 

So hat der Beschuldigte an seiner Einvernahme vom 8. Oktober 2020 

eingestanden, dass die durch ihn bei E._____ besorgte Waffe beim Raub 

in S._____ verwendet worden sei (UA act. 4778). Folglich ist gestützt auf 

diese Aussage des Beschuldigten zumindest erstellt, dass er bei der 

Organisation des Raubüberfalls in S._____ beteiligt war, hat er doch von 

E._____ eine Waffe besorgt, welche anschliessend für den Raub 

verwendet worden ist. An der Berufungsverhandlung führte der 

Beschuldigte diesbezüglich aus, dass es beim Telefongespräch mit 

E._____ um eine Shotgun gegangen sei, welche er von Letztgenanntem 

zwecks Aufbewahrung erhalten und dann einer Drittperson aus Zürich 

weitergegeben habe. Entgegen seinem früheren Geständnis gab er an, 

nicht zu wissen, ob diese Waffe beim Raubüberfall in S._____ verwendet 

worden sei (Protokoll Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 S. 19). 

Aufgrund der ersten dargelegten Aussage des Beschuldigten ist das 

Obergericht davon überzeugt, dass es sich bei seiner Angabe, wonach er 

nicht wisse, ob die Waffe beim Raubüberfall verwendet worden sei, um 

eine nachträgliche Schutzbehauptung handelt. Es ist diesbezüglich auf 

seine tatnächste Aussage abzustellen, mit welcher er zugegeben hat, 

dass die durch ihn besorgte Shotgun beim Raubüberfall verwendet 

worden ist. Das Obergericht ist aufgrund der vorgenannten Aussage des 

Beschuldigten vom 8. Oktober 2020 und unter Würdigung der gesamten 

Umstände (vgl. nachfolgend) davon überzeugt, dass er die Shotgun zum 

Zweck der Begehung des Raubs bei E._____ besorgt hat.  

 

Aus dem Fernmeldeüberwachungsprotokoll geht hervor, dass am 

13. Oktober 2015 und somit vier Tage nach dem Raubüberfall in S._____ 

zwischen dem Beschuldigten und E._____ ein Telefongespräch 

stattgefunden hat. Während dieses Gesprächs habe E._____ gesagt, 

dass er nicht glücklich damit sei, dass der Beschuldigte die von ihm 

[E._____] erhaltene Shotgun für den Raub verwendet habe. Der 

 - 12 - 

 

 

Beschuldigte hat an seiner Einvernahme vom 8. Oktober 2020 

zugegeben, eine Shotgun mit Holzvorderschaft von E._____ erhalten zu 

haben (UA act. 4765). Dem Fernmeldeüberwachungsprotokoll zufolge 

habe E._____ die Shotgun dem Beschuldigten unter einer Bedingung 

gegeben und nicht, «um solche Sachen» zu machen. Aufgrund dessen 

könne E._____ die Shotgun nicht mehr zurücknehmen. Denn der 

Beschuldigte habe die Waffe für etwas anderes verwendet, als das, was 

zwischen ihnen vereinbart gewesen sei. Dass sie über die Shotgun und 

den in S._____ begangenen Raub reden, ist aufgrund der vorgängig 

aufgeführten Aussage des Beschuldigten vom 8. Oktober 2020 erstellt. 

E._____ führt weiter aus, dass er verstanden habe, dass der Beschuldigte 

«das» gemacht habe. Der Beschuldigte habe danach gefeiert. Am 14. 

Oktober 2015 hat zwischen dem Beschuldigten und E._____ ein weiteres 

Telefongespräch stattgefunden, während welchem E._____ den 

Beschuldigten gefragt habe, wo sie einen Banküberfall planen würden, 

nachdem der Beschuldigte E._____ mitgeteilt habe, dass er von 

Letztgenanntem eine Neunmillimeter-Pistole inkl. Schalldämpfer benötige. 

Darauf habe der Beschuldigte entgegnet, dass E._____ nicht darüber 

sprechen solle, da er Angst habe. «Die Onkels», also die Polizei, habe 

aber nichts von ihnen. Weiter habe E._____ gefragt, warum sie so schnell 

geflohen seien. Der Beschuldigte hat angegeben, mit einem nicht 

registrierten Fahrzeug unterwegs und vor der Tür gewesen zu sein. Sie 

hätten Paranoia wegen der Zeit gehabt (UA act. 2918). Da dieses 

Gespräch lediglich fünf Tage nach dem Raubüberfall in S._____ 

stattgefunden hat, liegt es ausserhalb einer vernünftigen 

Betrachtungsweise, dass es beim Gespräch nicht um diesen Raubüberfall 

gegangen sein soll. Gestützt auf die während der Telefongespräche 

gegenüber E._____ gemachten Angaben des Beschuldigten ist für das 

Obergericht erstellt, dass letztgenannter am Raubüberfall in S._____ 

beteiligt war und als Organisator und Fluchtwagenfahrer fungiert hat. 

Dass E._____ anlässlich der Berufungsverhandlung angegeben hat, sich 

weder an diese Telefongespräche noch an das Übergeben der Waffe zu 

erinnern (Protokoll Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 S. 3 ff.), 

vermag daran nichts zu ändern. So liegt einerseits ein langer Zeitablauf 

von rund acht Jahren seit der Tat vor und andererseits sind die 

Gespräche und das Besorgen der Waffe aufgrund des Fernmelde-

überwachungsprotokolls und der vorgenannten Aussage des 

Beschuldigten ohnehin rechtsgenüglich erstellt. Es lässt sich im Übrigen 

nicht ausschliessen, dass E._____, bei welchem es sich um einen 

früheren Freund des Beschuldigten handelte, an der Berufungs-

verhandlung nicht zu Ungunsten des Beschuldigten Aussagen tätigen 

wollte und aus diesem Grund angegeben hat, sich nicht mehr zu erinnern. 

 

Die Fernmeldeüberwachungsprotokolle sind verwertbar. Nachdem dieses 

Beweismittel im Rahmen eines gegen E._____ geführten Strafverfahrens 

erlangt worden und in diesem genehmigt worden ist (UA act. 1720 ff.), 

 - 13 - 

 

 

handelt es sich um einen Zufallsfund gemäss Art. 243 StPO. Nach Art. 

278 Abs. 2 StPO können Erkenntnisse über Straftaten einer Person, die in 

der Anordnung keiner strafbaren Handlung beschuldigt wird, verwendet 

werden, wenn die Voraussetzungen für eine Überwachung dieser Person 

erfüllt sind. Für die Verwertung eines Zufallsfunds, welcher eine bislang 

nicht überwachte Person belastet, ist grundsätzlich die Genehmigung 

durch das Zwangsmassnahmengericht erforderlich. Mit Verfügung des 

Zwangsmassnahmengerichts vom 17. Juni 2020 wurde verfügt, dass die 

Ergebnisse der im Strafverfahren gegen E._____ genehmigten Echtzeit-

Überwachung des Fernmeldeanschlusses sowie der akustischen 

Überwachung des Personenwagens auch im Strafverfahren gegen den 

Beschuldigten verwendet werden dürfen (UA act. 1736). Entgegen dem 

Vorbringen des Beschuldigten, wonach aus dem Protokoll nicht 

hervorgehe, wer der Dolmetscher gewesen sei (Protokoll 

Berufungsverhandlung vom 22. September 2023 S. 41), kann die Identität 

der übersetzenden Person den Dolmetscher-Erklärungen entnommen 

werden (vgl. GA act. 6236 ff.). Somit sind die Protokolle der 

Fernmeldeüberwachungen verwertbar, weshalb darauf abgestützt werden 

darf.  

 

Nachdem gestützt auf die von O1._____ an der Berufungsverhandlung 

gemachten Aussagen (Protokoll Berufungsverhandlung vom 22. 

September 2023 S. 13 f.) erwiesen ist, dass es sich beim Täter, welcher 

die Bank 2._____ betreten hat, nicht um den Beschuldigten handelt und 

die Täterschaft des Beschuldigten als Organisator und Fluchtwagenfahrer 

gestützt auf die vorhergehenden Ausführungen ebenfalls erstellt ist, kann 

dem Beschuldigten nicht gefolgt werden, wenn er geltend macht, dass ein 

Einzeltäter den Überfall in S._____ begangen habe (Protokoll 

Berufungsverhandlung vom 22. September 2023 S. 43). Die Tatsache, 

dass sich der Täter auf den ersten Metern zu Fuss von der Bank 2._____ 

entfernt hat und in unmittelbarer Nähe der Bank kein Fluchtfahrzeug 

gesichtet wurde, vermag – gerade unter Berücksichtigung der 

vorhergehenden Ausführungen – keine Zweifel daran zu begründen, dass 

der Beschuldigte am Überfall beteiligt war. Unter Berücksichtigung der 

Tatzeit um 11.02 Uhr und der Tatsache, dass deshalb zahlreiche 

Tatzeugen vor Ort waren, ist nachvollziehbar und gerade zu erwarten, 

dass das Fluchtfahrzeug nicht direkt vor der überfallenen Bank parkiert 

wurde. Die Täterschaft des Beschuldigten ist – unter Berücksichtigung 

seiner gegenüber E._____ gemachten Aussage, wonach er das 

Fluchtfahrzeug gefahren und draussen gewartet habe – für das 

Obergericht erstellt. 

 

2.1.3.4. 

Des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer mit 

Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr 

für Leib oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand 

 - 14 - 

 

 

unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht. Unter dem Begriff der 

Gewalt ist die unmittelbare physische Einwirkung auf den Körper des 

Opfers zu verstehen. Die Gewalt muss darauf gerichtet sein, den 

Widerstand des Opfers zu brechen. Die Drohung muss geeignet sein, das 

Opfer widerstandsunfähig zu machen bzw. den Willen des Opfers zu 

brechen. Die Drohung mit einer einfachen Körperverletzung, z.B. einem 

Knochenbruch, genügt. Der Täter muss die Drohung nicht ausführen 

wollen, es reicht aus, dass sie als ernstgemeint erscheint. Schliesslich 

muss die Drohung nicht ausdrücklich formuliert werden, es reicht auch 

konkludentes Handeln, so z.B. das Vorhalten einer Schusswaffe. In 

subjektiver Hinsicht verlangt der Tatbestand – über die Diebstahlsabsicht 

hinaus – Vorsatz, der sich auf die Ausführung der Nötigungshandlung 

gegenüber dem Opfer zum Zwecke eines Diebstahls bezieht (BGE 133 IV 

207 E. 4; NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, 

N. 18 ff. zu Art. 140 StGB).  

 

Bandenmässigkeit gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB liegt vor, wenn der Täter 

den Raub als Mitglied einer Bande ausführt, die sich zur fortgesetzten 

Verübung von Raub oder Diebstahl zusammengefunden hat. Der 

Rechtsprechung zufolge ist Bandenmässigkeit anzunehmen, wenn zwei 

oder mehr Täter sich mit dem ausdrücklich oder konkludent geäusserten 

Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer selbständiger 

im Einzelnen noch unbestimmter Straftaten zusammenzuwirken. Das 

Qualifikationsmerkmal der Bande setzt gewisse Mindestansätze einer 

Organisation, etwa Rollen- oder Arbeitsteilung, und eine Intensität des 

Zusammenwirkens in einem Masse voraus, dass von einem stabilen 

Team gesprochen werden kann, auch wenn dieses nur kurzlebig ist. 

Dieser Zusammenschluss ist es, der den Einzelnen psychisch und 

physisch stärkt, ihn deshalb besonders gefährlich macht und die 

Begehung von weiteren solchen Straftaten voraussehen lässt. Die 

bandenmässige Tatbegehung kann sich aus den Vorbereitungen, der 

Tatausführung oder dem Nachtatverhalten erschliessen. Dafür ist es nicht 

zwingend erforderlich, dass alle Mitglieder der Bande bei der Ausführung 

direkt mitwirken. In subjektiver Hinsicht muss sich der Täter des 

Zusammenschlusses und der Zielrichtung der Bande bewusst sein. Sein 

Vorsatz muss die die Bandenmässigkeit begründenden Tatumstände 

umfassen. Bandenmässige Tatbegehung ist nur anzunehmen, wenn der 

Wille der Täter auf die gemeinsame Verübung einer Mehrzahl von 

Delikten gerichtet ist (BGE 147 IV 176 E. 2.4.2; Urteil des Bundesgerichts 

6B_702/2021 vom 27. Januar 2023 E. 1.3.3; je mit Hinweisen). 

 

Als Mittäter gilt, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung 

eines Delikts vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern 

zusammenwirkt, sodass er als Hauptbeteiligter dasteht. Der Mittäter muss 

bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung der Tat auch tatsächlich 

mitwirken. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der 

 - 15 - 

 

 

eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag. 

Tatbestandsmässige Ausführungshandlungen sind nicht notwendige 

Voraussetzung für die Annahme von Mittäterschaft. Das 

mittäterschaftliche Zusammenwirken setzt einen gemeinsamen 

Entschluss voraus, der jedoch nicht ausdrücklich bekundet werden muss; 

es genügt, wenn er konkludent zum Ausdruck kommt. In Mittäterschaft 

begangene Tatbeiträge werden jedem Mittäter zugerechnet (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1137/2020 vom 17. April 2023 E. 1.5.1 mit weiteren 

Hinweisen). 

 

2.1.3.5. 

Am 9. Oktober 2015 hat mutmasslich D._____ gemäss gemeinsamem 

Tatentschluss mit dem Beschuldigten in der Bank 2._____ in S._____ die 

mitgeführte Shotgun auf den in der Bank anwesenden Bankmitarbeiter 

O8._____ gerichtet und mehrfach geschrien, dass dies ein Überfall sei 

und dass er Geld und keine Polizei wolle. Mutmasslich D._____ richtete 

die Shotgun wiederholt aus nächster Nähe direkt auf die Brust- und 

Kopfgegend von O8._____ und befahl O1._____, sich zu ducken. Sie 

verhielt sich seinem Willen entsprechend und duckte sich. D._____ 

drängte O8._____ mit der aus kurzer Distanz vorgehaltenen Shotgun, ihm 

Geld auszuhändigen. Durch dieses Verhalten drohte mutmasslich 

D._____ O8._____ eine gegenwärtige Gefahr für Leib und Leben an. Wie 

bereits vorgängig dargelegt, reicht für die Drohung konkludentes Handeln, 

wie das Vorhalten einer Schusswaffe. 

 

D._____ handelte jedoch nicht als alleiniger Täter, sondern in 

Mittäterschaft mit dem Beschuldigten. So hat der Beschuldigte bei der 

Entschliessung, Planung wie auch Ausführung des Raubüberfalls in 

vorsätzlicher und in massgebender Weise mitgewirkt, hat er doch die 

anlässlich des Raubs verwendete Waffe im Vorfeld im Hinblick auf diesen 

Raub bei E._____ besorgt. Weiter hat der Beschuldigte während der 

Tatbegehung im Fluchtfahrzeug gewartet und als Fluchtwagenfahrer 

fungiert. Der Tatbeitrag des Beschuldigten war für die Ausführung des 

Raubüberfalls wesentlich. Dass er nicht in der Bank 2._____ anwesend 

war, vermag seine Mittäterschaft nicht auszuschliessen.  

 

Nachdem in Mittäterschaft begangene Tatbeiträge jedem Mittäter 

zugerechnet werden, begingen mutmasslich D._____ und der 

Beschuldigte mit Diebstahlsabsicht sowie wissentlich und willentlich unter 

Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben einen Diebstahl, da 

sie der Bank 2._____ Fr. 13'750.00, EUR 4'470.00, CAD 45.00 sowie 

CZK 4'600.00 zur Aneignung weggenommen haben. Dadurch hat der 

Beschuldigte den objektiven und subjektiven Tatbestand des Raubs 

erfüllt.  

 

 - 16 - 

 

 

Es ist der Vollständigkeit halber anzumerken, dass die Mittäterschaft in 

casu hinreichend in der Anklage umschrieben ist, wurde doch eine 

bandenmässige Tatbegehung angeklagt, bei welcher es sich um eine 

gegenüber der Mittäterschaft intensivierte Form gemeinsamen 

deliktischen Vorgehens handelt (BGE 147 IV 176 E. 2.4.2). Die 

angeklagte Qualifikation der Bandenmässigkeit ist jedoch zu verneinen. 

Dies ist damit zu begründen, dass dem Beschuldigten nicht 

nachgewiesen werden kann, dass er sich mit mutmasslich D._____ mit 

der Absicht der fortgesetzten Verübung von Raubüberfällen 

zusammengetan hat. Es liegen keine diesbezüglichen Aussagen des 

Beschuldigten vor. Die beiden haben denn auch nicht mehrere 

Raubüberfälle zusammen begangen. Es kann vorliegend nicht von einem 

stabilen Team gesprochen werden, welches den Beschuldigten psychisch 

und physisch gestärkt und deshalb besonders gefährlich gemacht hätte. 

Die Tatbegehung in S._____ liess nicht weitere gleiche Straftaten 

voraussehen. Weiter ist nicht erwiesen, dass sich der Beschuldigte eines 

Zusammenschlusses und der Zielrichtung einer Bande bewusst und dass 

sein Wille im Jahr 2015 auf die gemeinsame Verübung einer Mehrzahl 

von Raubüberfällen gerichtet war. Folglich lag keine bandenmässige 

Tatbegehung vor. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass der 

Beschuldigte in Bezug auf die später von ihm im Jahr 2019 begangenen 

Raubüberfälle die Qualifikation der Bandenmässigkeit erfüllt hat (vgl. 

hierzu nachfolgend), liegen dazwischen doch vier Jahre.  

 

Sodann hat die Staatsanwaltschaft zusätzlich die Qualifikation der 

besonderen Gefährlichkeit angeklagt. Das Vorliegen dieser Qualifikation 

ist zu bejahen: Die in Art. 140 Ziff. 3 StGB genannte besondere 

Gefährlichkeit liegt vor, wenn die konkrete Tat nach ihrem Unrechts- oder 

Schuldgehalt besonders schwer wiegt. Ob dies der Fall ist, beurteilt sich 

aufgrund der gesamten Tatumstände. Die besondere Gefährlichkeit lässt 

sich namentlich mit der professionellen Vorbereitung der Tat, dem 

Überwinden moralischer und technischer Hindernisse sowie der 

ausgeprägt kühnen, verwegenen, heimtückischen, hinterlistigen oder 

skrupellosen Art ihrer Begehung begründen. Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung schafft eine solche Gefahr, wer aus kurzer Distanz eine 

Waffe auf den Kopf des Opfers richtet, auch wenn die Waffe dabei 

gesichert bzw. nicht durchgeladen ist (BGE 117 IV 135 E. 1a; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_797/2020 vom 31. Januar 2022 E. 4.3.3). 

Mutmasslich D._____ hat in mittäterschaftlicher Tatbegehung mit dem 

Beschuldigten dem Bankmitarbeiter O8._____ die mitgeführte Shotgun 

wiederholt aus nächster Nähe direkt auf dessen Brust und Kopf gerichtet 

und hat dabei mit der Waffe herumgefuchtelt. Dieser Tatbeitrag ist auch 

dem Beschuldigten zuzurechnen, denn der Beschuldigte wusste, dass 

mutmasslich D._____ die Shotgun genau zu diesem Zweck mitführte und 

er wollte das auch. Dadurch hat der Beschuldigte die Qualifikation der 

besonderen Gefährlichkeit erfüllt.  

 - 17 - 

 

 

Zusammengefasst hat sich der Beschuldigte betreffend das Dossier 

S._____ des (in Mittäterschaft mit mutmasslich D._____ begangenen) 

besonders gefährlichen Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB schuldig 

gemacht. Die Berufung der Staatsanwaltschaft erweist sich in diesem 

Punkt als begründet. 

 

2.1.4. Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

2.1.4.1. 

Wie bereits dargelegt, erachtet das Obergericht die Täterschaft des 

Beschuldigten betreffend den besonders gefährlichen Raub in S._____ – 

wie auch das Mitführen einer echten Feuerwaffe – als erstellt. Es kann 

diesbezüglich auf die bereits gemachten Ausführungen verwiesen 

werden.  

 

2.1.4.2. 

Der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG macht sich strafbar, wer u.a. ohne Berechtigung Waffen besitzt, trägt 

oder überträgt. Für Angehörige aus dem Kosovo ist u.a. der Besitz, das 

Tragen und das Übertragen von Waffen gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d WV 

verboten. 

 

2.1.4.3. 

Der Beschuldigte macht für den Fall, dass seine Täterschaft erstellt sein 

sollte, keine Ausführungen zur rechtlichen Würdigung. Indem er im 

Wissen darum, dass er als Kosovare keine Waffen tragen durfte und auch 

über keine Bewilligung verfügte, die Shotgun am 9. Oktober 2015 

willentlich besass, bevor er diese seinem Mittäter, mutmasslich D._____, 

übergeben hat, hat er eine echte Feuerwaffe und damit eine Waffe 

gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. a WG besessen und damit den objektiven und 

subjektiven Tatbestand der Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

erfüllt. Er hat denn auch eingestanden zu wissen, dass es ihm als 

kosovarischer Staatsangehöriger nicht erlaubt ist, Waffen zu haben (GA 

act. 6145). Der Beschuldigte hat sich betreffend das Dossier S._____ der 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG 

schuldig gemacht. Seine Berufung erweist sich in diesem Punkt als 

unbegründet.  

 

2.1.5. Nötigung 

In Bezug auf die dem Beschuldigten im Dossier S._____ vorgeworfene 

Nötigung ist festzuhalten, dass diese der Anklage zufolge im Rahmen des 

verübten Raubs in der Bank 2._____ stattgefunden haben soll. Nachdem 

jedoch Art. 181 StGB durch Art. 140 StGB konsumiert wird, wenn die 

Nötigung nur zum Zweck des Raubs ausgeübt wird (SIMMLER/SELMAN, in: 

Annotierter Kommentar StGB, Bern 2020, N. 18 zu Art. 140 StGB), was 

vorliegend der Fall wäre, kann ohnehin kein Schuldspruch wegen 

Nötigung ergehen. Andererseits fällt auch ein Freispruch vom Vorwurf der 

 - 18 - 

 

 

Nötigung ausser Betracht (vgl. BGE 142 IV 378 E. 1.3). Folglich erweist 

sich die Berufung der Staatsanwaltschaft in diesem Punkt als 

unbegründet. 

 

2.2. U._____ 25. Juli 2019 

2.2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend das Dossier U._____ 

25. Juli 2019 des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB, des 

Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB und der Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG schuldig gesprochen. 

Sie hat es als erstellt erachtet, dass er am 25. Juli 2019 zwischen 

4.26 Uhr und 4.29 Uhr vorsätzlich den Tankstellenshop._____ an der QQ-

Strasse […] in U._____ zum Zweck der Begehung eines Raubs betreten 

und die Angestellte O7._____ mit einer täuschend echt aussehenden 

metallischen Feuerzeugpistole, einem Imitat der Pistole CZ 83 Browning, 

für welche er als kosovarischer Staatsbürger keine Waffentragbewilligung 

gehabt habe, bedroht habe, und sie dadurch dazu gebracht habe, ihm 

Fr. 23'348.40, EUR 1'240.00, REKA-Checks im Wert von Fr. 470.00 und 

Gewinnscheine im Wert von Fr. 314.25 auszuhändigen.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei betreffend das Dossier 

U._____ 25. Juli 2019 vollumfänglich freizusprechen (Berufungserklärung 

S. 2). 

 

2.2.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass es am 

25. Juli 2019 im Tankstellenshop._____ in U._____ zu einem 

Raubüberfall gekommen ist. Der Beschuldigte bestreitet jedoch seine 

Täterschaft (UA act. 4686 ff.; Protokoll Berufungsverhandlung vom 

17. August 2023 S. 18 ff.). 

 

2.2.3. 

Vorab ist betreffend die durch den ehemaligen Mitbeschuldigten C._____ 

gemachten Aussagen Folgendes festzuhalten: 

 

Nach Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei 

Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte 

anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Der 

gesetzliche Anspruch auf Teilnahme an den Beweiserhebungen im 

Untersuchungs- und Hauptverfahren gilt grundsätzlich auch für die 

Einvernahme von Mitbeschuldigten (BGE 140 IV 172 E. 1.2.2). Die 

Einvernahmen von C._____ vom 19. und 21. Februar 2020 sowie vom 3. 

März 2020, bei welchen es sich um durch die Staatsanwaltschaft an die 

Kantonspolizei delegierte Einvernahmen im Rahmen des gemeinsam 

gegen den Beschuldigten, C._____ und A._____ geführten 

Strafverfahrens handelte (UA act. 4452 ff.; 4467 ff.; 4481 ff.), wurden 

 - 19 - 

 

 

ohne Wahrung des Teilnahmerechts des Beschuldigten sowie des 

Mitbeschuldigten A._____ durchgeführt. Aufgrund dessen kann auf diese 

Einvernahmen nicht abgestellt werden (zur Publikation vorgesehenes 

Urteil des Bundesgerichts 6B_92/2022 vom 5. Juni 2024 E. 1.6). 

 

Die Durchführung einer Einvernahme ohne Teilnahme des Beschuldigten 

steht einer Wiederholung der Beweiserhebung im Grundsatz zwar nicht 

entgegen. Wird aber die Einvernahme wiederholt resp. zu einem späteren 

Zeitpunkt eine Konfrontationseinvernahme durchgeführt, darf die Strafbe-

hörde nicht auf die Ergebnisse der vorausgegangenen Einvernahmen 

zurückgreifen, soweit diese einem Beweisverwertungsverbot unterliegen. 

Beschränkt sich die Wiederholung der Einvernahme im Wesentlichen auf 

eine formale Bestätigung der früheren Aussagen, wird es dem 

Beschuldigten verunmöglicht, seine Verteidigungsrechte wirksam 

wahrzunehmen. Das wörtliche Vorhalten unverwertbarer Aussagen stellt 

eine unzulässige Verwertung im Sinne von Art. 141 Abs. 4 StPO dar (zur 

Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 6B_92/2022 vom 

5. Juni 2024 E. 1.6). Folglich ist bei den Einvernahmen von C._____ 

lediglich auf diejenigen Antworten abzustellen, welche auf offen gestellte 

Fragen erfolgt sind. Seine Antworten auf Fragen, welche sich in einer 

Zitierung und Vorhaltung seiner früher im Rahmen unverwertbaren 

Einvernahmen gemachten Aussagen erschöpfen, sind hingegen nicht 

verwertbar. 

 

2.2.4. 

Anlässlich seiner Einvernahme vom 19. März 2020 hat C._____ unter 

Wahrung des Teilnahmerechts des Beschuldigten ausgesagt, dass der 

Beschuldigte den Raub am 25. Juli 2019 im Tankstellenshop._____ in 

U._____ alleine begangen habe. Der Beschuldigte habe ihm, C._____, 

einen Tag später von diesem erfolgreichen Raub erzählt, wodurch er das 

Vertrauen von C._____ gewonnen und diesen dazu überzeugt habe, beim 

Raub in U._____ mitzumachen. C._____ konnte Details der Tat 

benennen, welche wohl jedoch auch den Medien entnommen werden 

konnten, hat er doch ausgeführt, der Beschuldigte habe einen 

medizinischen Mundschutz, einen Strumpf sowie Handschuhe getragen 

und Fr. 15'000.00 bis Fr. 20'000.00 erbeutet. Weiter sei dieselbe 

Feuerzeugpistole verwendet worden wie bei den beiden Raubüberfällen 

in V._____ am 16. September 2019 und in W._____ (UA act. 4513; 4525 

f.; 4535). An seiner Einvernahme vom 6. November 2020 führte C._____ 

dagegen aus, sich diesbezüglich an nichts mehr zu erinnern. Er bestätigte 

jedoch, anlässlich seiner früheren Einvernahmen immer die Wahrheit 

gesagt zu haben (UA act. 4594 ff.). An der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung bestätigte C._____, dass der Beschuldigte ihm 

gegenüber gesagt habe, dass der Raub in U._____ einfach zu begehen 

gewesen sei. Der Beschuldigte habe ihm gesagt, dass er zuerst das 

 - 20 - 

 

 

Opfer beobachtet habe, diesem hinterhergegangen sei, das Geld 

genommen habe und dann abgehauen sei (GA act. 6139 ff.). 

 

Nachdem in Bezug auf diesen Raub einzig die nicht sehr konstanten 

Aussagen von C._____, welche für eine Täterschaft des Beschuldigten 

sprechen, vorliegen, im Übrigen jedoch keinerlei weiteren Personal- oder 

Sachbeweise eine Täterschaft des Beschuldigten nachzuweisen 

vermögen und die Aussagen von C._____ zum Raubüberfall sodann – 

wie der Beschuldigte zurecht ausführt (Berufungsbegründung S. 13) – 

lediglich auf Schilderungen, nicht jedoch auf persönlich Erlebtem 

basieren, lässt sich die Täterschaft des Beschuldigten nicht zweifelsfrei 

erstellen. Aufgrund dessen ist der Beschuldigte betreffend das 

Anklagedossier U._____ 25. Juli 2019 vom Vorwurf des Raubs, wie auch 

von den damit zusammenhängenden Vorwürfen des Hausfriedensbruchs 

sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz freizusprechen. Seine 

Berufung erweist sich in diesen Punkten als begründet. 

 

2.3. V._____ 16. September 2019 

2.3.1. Bandenmässiger Raub 

2.3.1.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend das Dossier V._____ 

16. September 2019 u.a. des bandenmässigen Raubs gemäss Art. 140 

Ziff. 3 StGB schuldig gesprochen. Sie hat es als erstellt erachtet, dass der 

Beschuldigte am 16. September 2019 gegen 4.25 Uhr im durch ihn 

gelenkten Fluchtfahrzeug gewartet habe, während der mit einem 

Damenstrumpf und einem medizinischen Mundschutz maskierte und mit 

Handschuhen ausgestattete C._____ sich dem gemeinsamen Tatplan 

entsprechend zur T-Tankstelle._____ an der QS-Strasse […] in V._____ 

begeben und dort vor dem Nebeneingang die Angestellte O2._____ am 

Arm festgehalten und sie aus einem halben Meter Abstand mit einer 

täuschend echt aussehenden metallischen Feuerzeugpistole bedroht 

habe. Nachdem diese um Hilfe geschrien habe, habe C._____ die 

Feuerzeugpistole näher an O2._____ gerichtet und gesagt, sie solle 

reingehen und ruhig bleiben. Als sich diese habe losreissen und flüchten 

können, habe C._____ ohne Deliktsgut die Flucht zum Fahrzeug ergriffen. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei betreffend das Dossier 

V._____ 16. September 2019 statt des bandenmässig begangenen 

Raubs des versuchten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen (Berufungserklärung S. 2). 

 

2.3.1.2. 

Der Beschuldigte bestreitet weder, dass es zum vorgenannten 

Raubüberfall gekommen ist, noch seine Beteiligung daran. Folglich gilt es 

einzig die durch den Beschuldigten angefochtene Qualifikation der 

Bandenmässigkeit zu überprüfen. 

 - 21 - 

 

 

Entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten (Berufungsbegründung 

S. 14; Protokoll Berufungsverhandlung vom 22. September 2023 S. 42), 

hat er den Raubüberfall vom 16. September 2019 in V._____, wie auch 

die Raubüberfälle der Dossiers W._____, U._____ 11. Oktober 2019, 

X._____, V._____ 4. November 2019 sowie Y._____ – welche 

nachfolgend abgehandelt werden – als Mitglied einer Bande, welche sich 

zur fortgesetzten Verübung von Raubüberfällen zusammengefunden 

hatte, verübt. 

 

So beging er die Raubüberfälle vom 16. September 2019 in V._____ 

sowie vom 20. September 2019 in W._____ zusammen mit C._____, 

diejenigen vom 17. Oktober 2019 in X._____ sowie vom 11. November 

2019 in Y._____ zusammen mit A._____ und die beiden weiteren 

Überfälle zusammen mit A._____ sowie mutmasslich mit F._____. Dass 

der Beschuldigte innerhalb von bloss zwei Monaten insgesamt sechs 

Raubüberfälle mit weiteren Tätern begangen hat, zeigt, dass er sich mit 

diesen mit dem Willen zusammengeschlossen hatte, inskünftig noch 

weitere gleichartige Delikte zu begehen. Dass dieser Zusammenschluss 

nur zwei Monate andauerte und damit kurzlebig war, vermag gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. E. 2.1.3.4) nichts daran zu 

ändern, dass der Beschuldigte als Mitglied einer Bande gehandelt hat. Es 

lag eine Organisation im Sinne einer Arbeitsteilung vor, wie auch eine 

Intensität des Zusammenwirkens, sodass jeweils von einem stabilen 

Team gesprochen werden kann. So waren A._____, C._____ und 

mutmasslich F._____ stets für das Betreten der Tatorte sowie die 

Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben, teilweise die 

Anwendung von Gewalt und die Entwendung der Beute zuständig, 

während der Beschuldigte teilweise ebenfalls den Tatort betrat und dabei 

die vorgenannten Tathandlungen vornahm, im Vorfeld die Waffe 

organisierte sowie teilweise die Tat aufgrund seiner Ortskenntnis plante 

und das Fluchtfahrzeug lenkte. Relevant ist, dass der Beschuldigte stets 

in massgeblicher Funktion beteiligt war und ihm der Zusammenschluss 

wie auch die Zielrichtung der Bande, also die Begehung von 

Raubüberfällen, bewusst war. Dass die Bande zuerst aus ihm und 

C._____ und später entweder aus ihm und A._____ oder ihm, A._____ 

und mutmasslich F._____ bestand, spricht nicht gegen das Vorliegen 

einer bandenmässigen Tatbegehung. So ist für eine Bandenmässigkeit 

nicht vorausgesetzt, dass stets sämtliche Bandenmitglieder an allen 

Delikten teilgenommen haben (BGE 78 IV 227 E. 2; NIGGLI/RIEDO, in: 

Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, N. 131 zu Art. 139 StGB). 

 

Der Beschuldigte hat sich betreffend die Dossiers V._____ 16. September 

2019 und – siehe dazu unten – W._____, U._____ 11. Oktober 2019, 

X._____, V._____ 4. November 2019 und Y._____ des bandenmässigen 

Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB schuldig gemacht. Insoweit der 

Beschuldigte dabei vollendete und versuchte gleichartige Delikte 

 - 22 - 

 

 

begangen und dabei bandenmässig gehandelt hat, liegt ein Kollektiv-

verbrechen vor, das die vollendeten wie auch die versuchten Taten 

umfasst (vgl. BGE 123 IV 113 E. 2d). Die Berufung der 

Staatsanwaltschaft erweist sich in diesem Punkt als begründet, während 

sich die Berufung des Beschuldigten als unbegründet erweist. 

 

2.3.2. Missbrauch von Schildern 

2.3.2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend das Dossier V._____ 

16. September 2019 des Missbrauchs von Schildern gemäss Art. 97 

Abs. 1 lit. a SVG schuldig gesprochen. Sie hat es als erstellt erachtet, 

dass der Beschuldigte am 16. September 2019 am benutzten 

Fluchtfahrzeug ein zuvor in QV._____ entwendetes und nicht näher 

bekanntes Kontrollschild aus dem Kanton Solothurn, welches nicht auf 

das Fahrzeug zugelassen gewesen sei, angebracht habe. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf des 

Missbrauchs von Ausweisen und Schildern freizusprechen (Berufungs-

erklärung S. 2). Zur Begründung hat er anlässlich der Berufungs-

verhandlung ausgeführt, das Fahrzeug nicht mit einem geklauten 

Kontrollschild ausgestattet zu haben (Protokoll Berufungsverhandlung 

vom 17. August 2023 S. 28). 

 

2.3.2.2. 

Es liegen keinerlei verwertbare Beweise vor, gestützt auf welche 

zweifelsfrei darauf geschlossen werden könnte, dass der Beschuldigte 

hinsichtlich des am 16. September 2019 benutzten Fluchtfahrzeugs zuvor 

in QV._____ ein nicht näher bekanntes Kontrollschild aus dem Kanton 

Solothurn entwendet und dieses am Fluchtfahrzeug montiert hat. Der 

angeklagte Sachverhalt lässt sich nicht erstellen, weshalb der 

Beschuldigte vom Vorwurf des Missbrauchs von Schildern freizusprechen 

ist. Seine Berufung erweist sich in diesem Punkt als begründet. 

 

2.3.3. Fahren ohne Kontrollschilder 

2.3.3.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend das Dossier V._____ 

16. September 2019 des Führens eines Motorfahrzeugs ohne 

Kontrollschilder gemäss Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG schuldig gesprochen. 

Sie hat es als erstellt erachtet, dass er am 16. September 2019 am Heck 

seines Fluchtfahrzeugs Opel Astra das Kontrollschild entfernt habe und 

anschliessend damit nach V._____ und wieder zurück nach X._____ 

gefahren sei. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom vorgenannten 

Vorwurf freizusprechen (Berufungserklärung S. 2). 

 

 - 23 - 

 

 

2.3.3.2. 

Nachdem der Beschuldigte betreffend den Sachverhaltskomplex des 

Dossiers V._____ 16. September 2019 geständig ist 

(Berufungsbegründung S. 2), gilt der angeklagte Sachverhalt als erstellt. 

 

Indem er am 16. September 2019 das Fluchtfahrzeug Opel Astra 

wissentlich und willentlich ohne die zulässigen Kontrollschilder geführt 

hat, hat er sowohl den objektiven als auch den subjektiven Tatbestand 

des Fahrens ohne Kontrollschilder gemäss Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG erfüllt. 

Seine Berufung erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

2.4. W._____ 20. September 2019 

2.4.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend das Dossier W._____ 

u.a. des bandenmässigen Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB sowie des 

Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB schuldig gesprochen. Sie hat 

es als erstellt erachtet, dass der Beschuldigte am 20. September 2019 

gegen 04.35 Uhr zusammen mit C._____, jeweils mit Handschuhen 

ausgestattet und mit Damenstrümpfen und einem medizinischen 

Mundschutz maskiert, zum Zweck der Begehung eines Raubs den 

Tankstellenshop._____ an der QX-Strasse […] in W._____ betreten und 

die Angestellte O9._____ mit einer täuschend echt aussehenden 

metallischen Feuerzeugpistole, einem Imitat der Pistole CZ 83 Browning, 

bedroht habe. Der Beschuldigte habe O9._____ die Feuerzeugpistole an 

deren Schläfe gehalten und sie dazu aufgefordert, den Tresor zu öffnen 

und ihm Geld auszuhändigen, woraufhin sie einen Tresor geöffnet habe, 

in dem sich jedoch kein Bargeld befunden habe. Daraufhin habe der 

Beschuldigte O9._____ erneut die Feuerzeugpistole an den Kopf 

gehalten und sie aufgefordert, den zweiten Tresor zu öffnen, woraufhin 

sie beteuert habe, den Code nicht zu kennen. Daraufhin hätten der 

Beschuldigte und C._____ ohne Deliktsgut die Flucht ergriffen. Der 

Beschuldigte habe das Fluchtfahrzeug gelenkt und C._____ habe die 

Tatwaffe währenddessen in X._____ in den Fluss […] geworfen.  

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei betreffend das Dossier 

W._____ nur des versuchten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und vom Vorwurf des 

Hausfriedensbruchs freizusprechen (Berufungserklärung S. 2). 

 

2.4.2. Bandenmässiger Raub 

Der Beschuldigte bestreitet weder, dass es zum vorgenannten 

Raubüberfall gekommen ist, noch seine Beteiligung daran. 

 

Betreffend die durch den Beschuldigten angefochtene Qualifikation der 

Bandenmässigkeit kann auf die vorgängig in E. 2.3.1.2 gemachten 

Ausführungen verwiesen werden. Der Umstand, dass es beim 

Raubüberfall vom 20. September 2019 in W._____ bei einem Versuch 

 - 24 - 

 

 

geblieben ist, lässt die Qualifikation der Bandenmässigkeit nicht entfallen. 

Vielmehr umfasst das Kollektivdelikt des bandenmässigen Raubs auch 

diesen Versuch. Der Beschuldigte hat sich somit des bandenmässigen 

Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB schuldig gemacht. Die Berufung des 

Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

2.4.3. Hausfriedensbruch 

Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch vom Vorwurf des 

Hausfriedensbruchs, ohne dies zu begründen (vgl. Protokoll Berufungs-

verhandlung vom 17. August 2023 S. 39 ff.). 

 

Da der Beschuldigte betreffend den Sachverhaltskomplex des Dossiers 

W._____ geständig ist (Berufungsbegründung S. 2), gilt der angeklagte 

Sachverhalt als erstellt. Er macht für den Fall, dass seine Täterschaft – 

wie vorliegend – erstellt sein sollte, keine Ausführungen zur rechtlichen 

Würdigung. 

 

Des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB macht sich u.a. strafbar, 

wer gegen den Willen des Berechtigten unrechtmässig in eine 

Liegenschaft eindringt. Wer mit der Absicht, eine Straftat zu begehen, ein 

Verkaufsgeschäft oder eine Bank betritt, handelt offensichtlich gegen den 

Willen des Berechtigten. Erforderlich ist Vorsatz, wobei Eventualvorsatz 

genügt. Hausfriedensbruch ist ein Antragsdelikt. Zum Strafantrag 

legitimiert ist der Berechtigte, d.h. der Träger des Hausrechts (BGE 87 IV 

120 E. 1). 

 

Es liegt ein gültiger Strafantrag vor (UA act. 3040). Indem der 

Beschuldigte zusammen mit C._____ am 20. September 2019 in 

W._____ wissentlich und willentlich zum Zweck der Begehung eines 

Raubs und somit gegen den Willen des Berechtigten in den 

Tankstellenshop._____ eingedrungen ist, hat er den objektiven und 

subjektiven Tatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllt. Er handelte in 

Mittäterschaft mit C._____, welcher ebenfalls den Tankstellenshop 

betreten hat, haben die beiden doch bei der Planung und Ausführung 

vorsätzlich und in massgebender Weise zusammengewirkt, sodass sie als 

Hauptbeteiligte dastehen. 

 

Der Beschuldigte hat sich betreffend das Dossier W._____ des (in 

Mittäterschaft mit C._____ begangenen) Hausfriedensbruchs gemäss Art. 

186 StGB schuldig gemacht. Seine Berufung erweist sich in diesem Punkt 

als unbegründet. 

 

2.4.4. Sachentziehung 

2.4.4.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend das Dossier W._____ 

der Sachentziehung gemäss Art. 141 StGB schuldig gesprochen. Sie hat 

 - 25 - 

 

 

es als erstellt erachtet, dass der Beschuldigte am 20. September 2019 im 

Rahmen des durch ihn im Tankstellenshop._____ in W._____ 

begangenen Raubüberfalls das Mobiltelefon von O9._____ 

herausverlangt und dieses anschliessend auf der Flucht weggeworfen 

habe. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf der 

Sachentziehung freizusprechen (Berufungserklärung S. 2).  

 

2.4.4.2. 

Der Sachentziehung gemäss Art. 141 StGB macht sich strafbar, wer dem 

Berechtigten ohne Aneignungsabsicht eine bewegliche Sache entzieht 

und ihm dadurch einen erheblichen Nachteil zufügt. Mit dem Erfordernis 

der Erheblichkeit des erlittenen Nachteils sollen Bagatellfälle 

ausgeschlossen werden. Kein Bagatellfall liegt beispielsweise dann vor, 

wenn der Täter ein Mobiltelefon an einer schwer auffindbaren Stelle 

wegwirft (WEISSENBERGER, in: Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, 

N. 25 zu Art. 141 StGB). Es handelt sich um ein Antragsdelikt. 

 

2.4.4.3. 

Da der Beschuldigte betreffend den Sachverhaltskomplex des Dossiers 

W._____ geständig ist (Berufungsbegründung S. 2), gilt der angeklagte 

Sachverhalt als erstellt. 

 

O9._____, die Eigentümerin des entzogenen Mobiltelefons, hat am 

20. September 2019 gültig Strafantrag gestellt (UA act. 3037). Es liegt 

jedoch kein erheblicher Nachteil vor. So hat O9._____ eigenen Angaben 

zufolge beobachtet, wie ihr Mobiltelefon auf der Flucht weggeworfen 

worden ist. Dieses wurde nicht beschädigt (UA act. 3030; Protokoll 

Berufungsverhandlung vom 22. September 2023 S. 21). Aufgrund 

dessen, konnte sie ihr Mobiltelefon rasch nach der Entziehung wieder in 

Betrieb nehmen, weshalb ihr dadurch kein erheblicher Nachteil 

erwachsen ist. Der Beschuldigte war anlässlich der Einvernahme von 

O9._____ vom 21. September 2019 zwar nicht anwesend. Nachdem ihm 

diese Aussagen jedoch zugutekommen, dürfen diese gemäss Art. 147 

Abs. 4 StPO verwertet werden. 

 

Der Beschuldigte ist vom Vorwurf der Sachentziehung freizusprechen. 

Seine Berufung erweist sich in diesem Punkt als begründet. 

 

2.4.5. Fahren ohne Kontrollschilder 

2.4.5.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend das Dossier W._____ 

sodann des Führens eines Motorfahrzeugs ohne Kontrollschilder gemäss 

Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG schuldig gesprochen. Sie hat es als erstellt 

erachtet, dass er am 20. September 2019 das Fluchtfahrzeug VW […] 

 - 26 - 

 

 

gelenkt habe, bei welchem er zuvor das hintere Kontrollschild demontiert 

habe. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom vorgenannten 

Vorwurf freizusprechen (Berufungserklärung S. 2). 

 

2.4.5.2. 

Nachdem der Beschuldigte betreffend den Sachverhaltskomplex des 

Dossiers W._____ geständig ist (Berufungsbegründung S. 2), gilt der 

angeklagte Sachverhalt als erstellt. 

 

Indem er am 20. September 2019 das Fluchtfahrzeug VW […] wissentlich 

und willentlich ohne die zulässigen Kontrollschilder geführt hat, hat er 

sowohl den objektiven als auch den subjektiven Tatbestand des Fahrens 

ohne Kontrollschilder erfüllt. Seine Berufung erweist sich in diesem Punkt 

als unbegründet. 

 

2.5. U._____ 11. Oktober 2019 

2.5.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend das Dossier U._____ 

11. Oktober 2019 des bandenmässigen Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 3 

StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB und der 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG 

schuldig gesprochen. Sie hat es als erstellt erachtet, dass der 

Beschuldigte am 11. Oktober 2019 gegen 07.10 Uhr zusammen mit 

A._____ und mutmasslich F._____ maskiert in die Postfiliale an der QY-

Strasse […] in U._____ zum Zweck der Begehung eines Raubs 

eingedrungen ist. Sie hätten die Angestellte O3._____ überwältigt und ihr 

den Mund mit Klebeband zugeklebt. Anschliessend hätten die drei Täter 

den eintreffenden Angestellten O10._____ auf dessen Flucht draussen 

vor dem Personaleingang eingeholt und zu Boden gedrückt und gefesselt. 

Daraufhin hätten der Beschuldigte sowie A._____ und mutmasslich 

F._____ O3._____ und O10._____ unter vorgehaltener 

Schreckschusswaffe bedroht und insbesondere Erstgenannte dazu 

aufgefordert, ihnen Zugang zum Tresor zu verschaffen, was aber 

aufgrund von Sicherheitsmechanismen nicht möglich gewesen sei, 

weshalb sich die drei Täter ohne Deliktsgut vom Tatort entfernt hätten. 

Der Beschuldigte habe im Rahmen des Raubüberfalls eine täuschend 

echt aussehende Schreckschusswaffe auf sich getragen. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei betreffend das Dossier 

U._____ 11. Oktober 2019 von den Vorwürfen des bandenmässigen 

Raubs, des Hausfriedensbruchs sowie der Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz freizusprechen (Berufungserklärung S. 2). 

 

 - 27 - 

 

 

2.5.2. Bandenmässiger Raub 

2.5.2.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass es am 

11. Oktober 2019 in der Postfiliale in U._____ zu einem Raubüberfall 

gekommen ist. Der Beschuldigte bestreitet jedoch seine Täterschaft (UA 

act. 4686 ff.; Protokoll Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 

S. 18 ff.). 

 

Mit der Vorinstanz erachtet das Obergericht die Täterschaft des 

Beschuldigten – wie auch diejenige des Mitbeschuldigten A._____ – 

betreffend das Dossier U._____ 11. Oktober 2019 als erstellt: 

 

Zwischen dem 10. Oktober 2019 und den frühen Morgenstunden des 

11. Oktober 2019 und somit nur wenige Stunden vor der Tat kam es zu 

mehreren Telefonaten und SMS-Nachrichten zwischen dem 

Beschuldigten und dem Mitbeschuldigten A._____ (UA act. 1099). Das 

Obergericht ist – unter Würdigung der gesamten Umstände – davon 

überzeugt, dass diese Kontaktaufnahmen den letzten Vorbereitungen des 

Raubüberfalls dienten. Auch nach der Tat erfolgte am Tattag selbst um 

07.44 Uhr und somit lediglich eine halbe Stunde nach der Tatbegehung 

ein Telefonanruf und um 08.14 Uhr eine SMS-Nachricht von der 

Rufnummer des Beschuldigten an diejenige von A._____ (UA act. 1100). 

Damit im Einklang stehen weiter die eruierten Antennenstandorte von 

A._____ sowie des Beschuldigten. Der Antennenstandort des 

Mobiltelefons des Beschuldigten befand sich am Vortag der Tat 

grösstenteils in X._____, seinem damaligen Wohnort. Während eines 

Anrufs des Beschuldigten an A._____ am 10. Oktober 2019 waren beide 

Rufnummern beim Antennenstandort QV._____ eingeloggt. Während sich 

A._____ danach nach wie vor in QV._____ befand, bewegte sich der 

Beschuldigte ab 19.19 Uhr in Richtung Süden bis nach Italien, befand 

sich um 22.29 Uhr in Castel San Pietro im Tessin und bewegte sich dann 

auf der Autobahn A2 wieder zurück in Richtung Norden. Da der Überfall in 

U._____ von drei Tätern begangen worden ist, ist unter Berücksichtigung 

der Aussage des Beschuldigten, wonach er und C._____ am 10. Oktober 

2019 F._____ am Bahnhof in Mailand abgeholt hätten (UA act. 4687), 

davon auszugehen, dass er diese Fahrt gemacht hat, um den dritten 

Täter, mutmasslich F._____, abzuholen (UA act. 5629). Um 04.24 Uhr 

des Tattages befanden sich beide Rufnummern am Antennenstandort an 

der RS-Strasse […] in QV._____. Dies zeigt auf, dass der Beschuldigte 

und A._____ vor der Tat, mitten in der Nacht, zusammen waren. Nichts 

anderes geht aus den vorhergehenden SMS-Kontakten zwischen ihnen 

beiden hervor. So hat der Beschuldigte A._____ am Vortag der Tat 

geschrieben, er werde gegen 03.00 Uhr kommen, A._____ solle sich 

keine Sorgen machen (UA act. 1116). Unmittelbar vor der Tat, also von 

06.21 Uhr bis 06.44 Uhr verzeichnete die Rufnummer des Beschuldigten 

die Antennenstandorte im Raum U._____. Somit befand er sich vor der 

 - 28 - 

 

 

Tat in unmittelbarer Nähe des Tatorts. Sehr auffällig erscheint weiter, 

dass während der Tatzeit weder auf der Nummer des Beschuldigten noch 

auf derjenigen des Mitbeschuldigten A._____ Antennenstandorte 

verzeichnet wurden. Dies lässt stark vermuten, dass die beiden ihre 

Mobiltelefone während der Zeit der Tatbegehung bewusst ausgeschaltet 

haben. Dies wird denn auch durch die SMS-Nachricht von A._____ an 

den Beschuldigten am Vortag der Tat bekräftigt, in welcher A._____ 

geschrieben hat, dass er den Beschuldigten per Telefon nicht werde 

erreichen können (UA act. 1116). Dass der Beschuldigte in Kenntnis der 

Möglichkeit einer Ortung handelte und deshalb bei Tatbegehungen 

jeweils bewusst sein Mobiltelefon ausschaltete, wird denn auch durch die 

verwertbare Aussage von C._____ belegt. So hat dieser bestätigt, dass 

der Beschuldigte ihm gesagt habe, er solle sein Mobiltelefon zuhause 

lassen, um eine Ortung zu vermeiden (UA act. 4524). Der Beschuldigte 

hat sodann eine weitere Vorsichtsmassnahme ergriffen: So hat er seine 

eigene Mobiltelefonnummer mit derjenigen seiner Schwester, G._____, 

abgetauscht. Dies höchstwahrscheinlich, um behördliche 

Überwachungsmassnahmen ins Leere laufen zu lassen (UA act. 5612). 

Dies zeigt das vorsichtige Vorgehen des Beschuldigten mit seiner 

Mobilfunkkommunikation. Da anlässlich der bei A._____ durchgeführten 

Hausdurchsuchung zwei Handfunkgeräte gefunden wurden, erscheint es 

denn auch durchaus möglich, dass er und der Beschuldigte jeweils damit 

kommuniziert haben, als ihre Mobiltelefone während der Tatbegehung 

ausgeschaltet waren (UA act. 5613). Um 07.22 Uhr und somit ungefähr 

zwölf Minuten nach der Tatbegehung, befand sich der Antennenstandort 

der Rufnummer des Beschuldigten wieder in X._____ (UA act. 1099 f.). 

Dabei hatte er nach der Tatbegehung hinreichend Zeit, um wieder nach 

Hause zu fahren, da die Strecke von viereinhalb Kilometern mit einem 

Personenwagen in ungefähr sieben Minuten zurückgelegt werden kann 

(vgl. Google Maps, Routenplaner). Entgegen dem Vorbringen des 

Beschuldigten (Berufungsantwort S. 6) sind die sich in den Akten 

befindlichen Daten zu den Antennenstandorten und die diesbezüglich 

erstellten Berichte klar und überprüfbar, weshalb darauf abgestellt werden 

kann.  

 

Weiter geht aus den Google-Suchverläufen des Beschuldigten hervor, 

dass dieser zwischen dem 29. September 2019 und dem 1. Oktober 2019 

mehrfach die Öffnungszeiten der Post in U._____ recherchiert hat (UA 

act. 3272). Dieser Suchverlauf lässt es unter den vorliegenden 

Umständen als naheliegend erscheinen, dass er die Öffnungszeiten zum 

Zweck der Begehung des Raubs gegoogelt hat. Der Beschuldigte vermag 

nichts zu seinen Gunsten herzuleiten, wenn er geltend macht, dass eine 

mehrfache Suche vorliegen könnte, weil die Internetseite jeweils 

automatisch aktualisiert worden sei (Protokoll Berufungsverhandlung vom 

17. August 2023 S. 41). Selbst wenn dies zutreffen sollte, ändert dies 

nichts daran, dass er zumindest einmal nach den Öffnungszeiten gesucht 

 - 29 - 

 

 

hat und dies lediglich wenige Tage vor dem Raubüberfall. Er war zu 

diesem Zeitpunkt nicht in U._____ wohnhaft, weswegen kein Grund 

ersichtlich ist, weshalb er danach hätte suchen sollen, wenn nicht für die 

Begehung des Raubüberfalls, verfügte der damalige Wohnort des 

Beschuldigten, X._____, doch ebenfalls über eine Postfiliale. 

 

Schliesslich enthält das am Tatort auf der Oberfläche eines Kabelbinders 

festgestellte DNA-Mischprofil nebst dem DNA-Profil des Opfers O3._____ 

auch dasjenige des Mitbeschuldigten A._____ (UA act. 3181 ff.; vgl. UA 

act. 3219). Weiter konnte ab der nicht klebenden Seite des Klebebands, 

welches ebenfalls am Tatort gefunden wurde, ein komplexes Mischprofil 

festgestellt werden (UA act. 3187; 3180). Dieses Klebeband war beim 

Eintreffen der Polizei am Tatort noch um den Hals von O3._____ 

gewickelt und war zuvor dazu benutzt worden, um ihr den Mund 

zuzukleben (vgl. UA act. 3222; 3324, Spurnummer 095246). Nachdem die 

am Tatort aufgefundenen Kabelbinder dazu verwendet worden sind, die 

Opfer O3._____ und O10._____ zu fesseln (UA act. 3208), kann 

ausgeschlossen werden, dass die DNA-Spur von A._____ auf eine 

andere Weise als durch sein eigenhändiges Handeln am Tatort auf den 

Kabelbinder gelangt ist. Dasselbe gilt betreffend die DNA-Spur von 

A._____ auf dem Klebeband, wurde die Spur doch genau auf demjenigen 

Stück des Klebebands gefunden, welches dazu verwendet worden ist, 

O3._____ den Mund zuzukleben. Aufgrund dieser beiden DNA-Spuren 

von A._____ ist für das Obergericht erstellt, dass sich dieser während der 

Tatbegehung am 11. Oktober 2019 am Tatort aufgehalten hat. Dass am 

Tatort keine DNA-Spur des Beschuldigten gefunden wurde, lässt lediglich 

darauf schliessen, dass nicht er die Opfer gefesselt hat, nicht aber – 

entgegen seinem Vorbringen (Berufungsbegründung S. 5 f.) –, dass er 

überhaupt nicht am Tatort anwesend war.  

 

Das Opfer O10._____ hat anlässlich der Berufungsverhandlung, nachdem 

er zuerst zu Protokoll gegeben hatte, während des Überfalls den Namen 

«B._____» gehört zu haben, auf entsprechende Nachfrage hin angeben, 

sich nicht mehr sicher zu sein, ob er während des Überfalls den Namen 

«B._____» oder «[…]» gehört habe (Protokoll Berufungsverhandlung vom 

22. September 2023 S. 8 f.). Dieser Unterschied ist aber auch nicht 

entscheidend, unterscheiden sich die Namen «B._____» und «[…]» in 

ihrer Aussprache – nach dem identischen einleitenden «[…]» – doch nur 

gerade hinsichtlich dem darauffolgenden «[…]» bzw. «[…]» vor dem 

wiederum identischen «[…]l» am Ende. Mithin können «B._____» und 

«[…]» phonetisch sehr ähnlich klingen, zumal nicht davon auszugehen ist, 

dass der von O10._____ anlässlich des Raubüberfalls aufgeschnappte 

Name besonders klar und deutlich ausgesprochen worden ist. Auffallend 

ist jedenfalls, dass O10._____ einen Namen gehört hat, der mit jenem 

des Beschuldigten phonetisch zumindest sehr ähnlich ist und dieser 

Name zu keinem der anderen infrage kommenden Täter passt. Mithin 

 - 30 - 

 

 

stellt die Wahrnehmung von O10._____ ein weiteres starkes Indiz, das 

die Täterschaft des Beschuldigten bekräftigt, dar. 

 

Am vorliegenden Beweisergebnis vermögen die Aussagen des 

Beschuldigten und des Mitbeschuldigten A._____ nichts zu ändern. 

A._____ hat betreffend sämtliche ihm vorgeworfenen Raubüberfälle von 

seinem Aussageverweigerungsrecht gemäss Art. 158 Abs. 1 lit. b StPO 

Gebrauch gemacht (UA act. 4822 ff.; GA act. 6132 f.; Protokoll 

Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 S. 32). Der Beschuldigte hat 

zum vorliegenden Vorwurf angegeben, keinen Raubüberfall begangen zu 

haben (UA act. 4707; GA act. 6130 ff.; Protokoll Berufungsverhandlung 

vom 17. August 2023 S. 21). Nachdem die Täterschaft des Beschuldigten 

gestützt auf die vorgängigen Ausführungen erstellt ist und H._____ 

lediglich das O10._____ betreffende Tatgeschehen ausserhalb der 

Postfiliale aus einiger Distanz beobachtet hat und nur hierzu Aussagen 

tätigen könnte, ist der Beweisantrag des Beschuldigten, es sei zusätzlich 

H._____ zu befragen (Protokoll Berufungsverhandlung vom 17. August 

2023 S. 34), abzuweisen. Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, 

der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, 

wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). Vorliegend ist das 

massgebliche Tatgeschehen bereits gestützt auf die anlässlich der 

Berufungsverhandlung vom 22. September 2023 getätigten Aussagen 

von O10._____ rechtsgenüglich erstellt. Es bestehen diesbezüglich keine 

Unsicherheiten mehr. 

 

Unter Würdigung der gesamten Umstände ist die Täterschaft des 

Beschuldigten, wie auch des Mitbeschuldigten A._____, für das 

Obergericht erstellt. 

 

2.5.2.2. 

Der Beschuldigte hat am 11. Oktober 2019 mit dem Willen, einen Raub zu 

begehen, zusammen mit A._____ und mutmasslich F._____ die 

Postangestellten O3._____ und O10._____ in die Postfiliale in U._____ 

hineingedrängt, sie überwältigt, zu Boden gedrückt und mit Klebeband 

resp. Kabelbindern gefesselt und diese unter vorgehaltener 

Schreckschusswaffe bedroht, gegen diese Gewalt angewendet und 

diesen eine gegenwärtige Gefahr für Leib und Leben angedroht. 

Nachdem der Aufschluss des Tresorraumes nicht möglich war, liessen die 

Täter die gefesselten Angestellten zurück und entfernten sich ohne 

Deliktsgut vom Tatort, weshalb es hinsichtlich des Raubs bei einem 

Versuch geblieben ist. 

 

Betreffend die durch den Beschuldigten angefochtene Qualifikation der 

Bandenmässigkeit kann auf die vorgängig in E. 2.3.1.2 gemachten 

Ausführungen verwiesen werden. Der Umstand, dass es beim 

Raubüberfall vom am 11. Oktober 2019 in U._____ bei einem Versuch 

 - 31 - 

 

 

geblieben ist, lässt die Qualifikation der Bandenmässigkeit nicht entfallen. 

Vielmehr umfasst das Kollektivdelikt des bandenmässigen Raubs auch 

diesen Versuch. Der Beschuldigte hat sich somit des bandenmässigen 

Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB schuldig gemacht. Die Berufung des 

Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

2.5.3. Hausfriedensbruch 

Der Beschuldigte begründet den durch ihn beantragten Freispruch vom 

Vorwurf des Hausfriedensbruchs lediglich sinngemäss damit, dass seine 

Täterschaft am Raubüberfall nicht erstellt sei (vgl. Protokoll Berufungs-

verhandlung vom 17. August 2023 S. 39 ff.). Er macht für den Fall, dass 

seine Täterschaft – wie vorliegend – erstellt sein sollte, keine 

Ausführungen zur rechtlichen Würdigung. 

 

Es liegt ein gültiger Strafantrag vor (UA act. 3174). Indem der 

Beschuldigte am 11. Oktober 2019 zusammen mit dem Mitbeschuldigten 

A._____ und mutmasslich F._____ in U._____ wissentlich und willentlich 

zum Zweck der Begehung eines Raubs und somit gegen den Willen des 

Berechtigten in die Postfiliale eingedrungen ist, hat er den objektiven und 

subjektiven Tatbestand des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB 

erfüllt. Er handelte in Mittäterschaft mit A._____ und mutmasslich 

F._____, welche ebenfalls die Postfiliale betreten haben, haben sie doch 

bei der Planung und Ausführung vorsätzlich und in massgebender Weise 

zusammengewirkt, sodass sie als Hauptbeteiligte dastehen. Seine 

Berufung erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

2.5.4. Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

Wie bereits dargelegt, erachtet das Obergericht die Täterschaft des 

Beschuldigten am Raubüberfall vom 11. Oktober 2019, wie auch das 

Mitführen der Schreckschusswaffe an den Tatort, als erstellt. Es kann 

diesbezüglich auf die vorhergehenden Ausführungen verwiesen werden.  

 

Der Beschuldigte macht für den Fall, dass seine Täterschaft erstellt sein 

sollte, keine Ausführungen zur rechtlichen Würdigung. Indem er im 

Wissen darum, dass er als Kosovare keine Waffen tragen durfte und auch 

über keine Bewilligung verfügte, am 11. Oktober 2019 im Rahmen des 

Raubüberfalls willentlich eine Schreckschusswaffe, die aufgrund ihres 

Aussehens zweifellos mit einer echten Feuerwaffe verwechselt werden 

kann (vgl. UA act. 3429) und somit gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. g WG als 

Waffe gilt, mitgeführt hat, hat er den objektiven und subjektiven 

Tatbestand der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 

Abs. 1 lit. a WG betreffend das Dossier U._____ 11. Oktober 2019 erfüllt. 

Seine Berufung erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 - 32 - 

 

 

2.6. X._____ 17. Oktober 2019 

2.6.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend das Dossier X._____ 

von den Vorwürfen des bandenmässigen Raubs sowie der Wider-

handlung gegen das Waffengesetz freigesprochen. 

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung, der Beschuldigte sei 

betreffend das Dossier X._____ des bandenmässigen Raubs gemäss 

Art. 140 Ziff. 3 StGB und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG schuldig zu sprechen (Berufungs-

erklärung S. 2). 

 

2.6.2. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, sich betreffend das Dossier 

X._____ des bandenmässigen Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB und 

der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG schuldig gemacht zu haben, indem er am 17. Oktober 2019 

zusammen mit A._____ die Bank1._____ an der QQ-Strasse […] in 

X._____ unter Verwendung einer Schreckschusswaffe ausgeraubt habe. 

A._____ habe gemäss dem gemeinsamen Tatplan mit dem Beschuldigten 

alleine die Bankfiliale mit einer Wollmütze, einer Sonnenbrille sowie einem 

Schal maskiert betreten und habe die ihm als albanischer 

Staatsangehöriger vom Beschuldigten verbotenerweise überlassene 

Schreckschusswaffe mit sich geführt. A._____ sei hinter den Schalter an 

die Bankmitarbeiterin O13._____ herangetreten, habe die Schreckschuss-

waffe aus seiner Jackentasche hervorgezogen und diese aus ca. einem 

Meter auf Kopfhöhe von O13._____ gerichtet, wobei er seinen Finger am 

Abzug gehabt habe. Er habe gesagt: «Überfall, kein Scheiss machen!» 

und «Geld!». Zeitgleich habe er eine andere Bankmitarbeiterin O11._____ 

in Schach gehalten, indem er ihr befohlen habe, sitzen zu bleiben. Er 

habe O13._____ aufgefordert, ihm Geld auszuhändigen. Diese habe 

A._____ eine Box mit Fr. 10'000.00 übergeben, woraufhin er mehr 

verlangt habe und sie ihm erneut eine Box mit Fr. 10'000.00 übergeben 

habe. A._____ habe die Fr. 20'000.00 in einer mitgebrachten Stofftasche 

verstaut und mehr Geld verlangt. Weil nur noch Hartgeld zur Verfügung 

gestanden habe, habe er von den beiden Frauen abgelassen und sei via 

Personaleingang mit den erbeuteten Fr. 20'000.00 geflüchtet.  

 

2.6.3. Bandenmässiger Raub 

2.6.3.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass es am 

17. Oktober 2019 in der Bank1._____ in X._____ zu einem Raubüberfall 

gekommen ist. Der Beschuldigte bestreitet jedoch seine Täterschaft (UA 

act. 4686 ff.; Protokoll Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 

S. 18 ff.). 

 

 - 33 - 

 

 

Entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten erachtet das Obergericht 

dessen Täterschaft – wie auch diejenige des Mitbeschuldigten A._____ – 

aufgrund der nachfolgend dargelegten Gründe als erstellt: 

 

Der Antennenstandort der Rufnummer des Beschuldigten befand sich am 

Tattag von 00.04 Uhr bis 11.28 Uhr grösstenteils im Raum X._____. Kurz 

vor der Tat befand sich sein Antennenstandort in X._____ und somit zwar 

in unmittelbarer Nähe des Tatorts, jedoch auch in der Nähe seines 

Wohnorts, weshalb dies mit Zurückhaltung zu würdigen ist und für sich 

alleine die Täterschaft noch nicht nachzuweisen vermag. Höchst 

verdächtig erscheint allerdings, dass während der Tatzeit wiederum keine 

Antennenstandorte der Rufnummern des Beschuldigten und des 

Mitbeschuldigten A._____ verzeichnet wurden, wofür es keinen Grund 

gegeben hat, wenn sich der Beschuldigte zuhause aufgehalten hätte. 

Diese Parallele zum Raubüberfall vom 11. Oktober 2019 in U._____, wie 

auch die Tatsache, dass in beiden Fällen eine Schreckschusswaffe 

eingesetzt worden ist, zeigt die gleiche Vorgehensweise der Täter auf, 

was nahelegt, dass es sich um dieselben Täter gehandelt hat. Nach der 

Tat entfernte sich der Antennenstandort der Rufnummer des 

Beschuldigten um 12.16 Uhr von X._____ weg über V._____ und 

Spreitenbach bis nach Feuerthalen. Weiter für eine Täterschaft des 

Beschuldigten und des Mitbeschuldigten A._____ sprechen die zwischen 

ihnen nach der Tat stattgefundenen Telefonate am Tattag selbst, wie 

auch die Tatsache, dass sie beide am 17. Oktober 2019 gegen 15.06 Uhr 

die Antennenstandorte in […] aufwiesen (UA act. 1101 ff.). Dies lässt 

stark vermuten, dass sie Kontakt zwecks Nachbesprechung des Überfalls 

sowie Aufteilung der Beute hatten. Ebenfalls für eine Täterschaft spricht 

die SMS-Nachricht vom 23. Oktober 2019, mit welcher A._____ den 

Beschuldigten sechs Tage nach dem Raubüberfall gefragt hat, ob dieser 

sich habe erholen können. Daraufhin hat der Beschuldigte per SMS-

Nachricht geantwortet: «Und du?» (UA act. 1116). Im Übrigen ist weiter 

zu berücksichtigen, dass der Raub vom 17. Oktober 2019 lediglich sechs 

Tage nach demjenigen in U._____ verübt worden ist und dass die beiden 

Ortschaften sehr nahe beieinander liegen, trennen diese doch lediglich 

vier Kilometer (vgl. Google Maps, Routenplaner). Auch dies legt nahe, 

dass es sich bei den Tätern des Raubs in U._____ um dieselben Täter 

handelt, wie beim Raub in X._____. Schliesslich ist zu erwähnen, dass 

der Beschuldigte im Tatzeitpunkt in X._____ und sogar im selben 

Gebäude, in welchem sich die Bank1._____ – welche überfallen worden 

ist – befindet, wohnhaft war (vgl. UA act. 4703; 5636). Aufgrund dessen, 

dass sich der Täter offensichtlich in Kenntnis der Positionen der in der 

Umgebung vorhandenen Überwachungskameras bewegte und gezielt 

durch den Personaleingang – welcher ins Treppenhaus des 

Mehrfamilienhauses des Beschuldigten führt – flüchtete, ist davon 

auszugehen, dass die Täter die örtlichen Gegebenheiten bestens 

kannten. Nachdem die örtlichen Gegebenheiten der Bank1._____ 

 - 34 - 

 

 

hinreichend aus den Akten hervorgehen und diesbezüglich keine 

Unklarheiten mehr bestehen, ist der Beweisantrag des Beschuldigten, es 

sei ein Augenschein vor Ort durchzuführen (Protokoll 

Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 S. 41), abzuweisen. 

 

Weiter für die Täterschaft des Mitbeschuldigten A._____ spricht der 

morphologische Bildvergleich des Forensischen Instituts Zürich vom 12. 

Mai 2020. Für diese Untersuchung sind morphologische Merkmale der 

unbekannten Täterschaft mit denjenigen von A._____ visuell sowie über 

Proportionsuntersuchungen verglichen und mittels einer ganzheitlichen 

Beurteilung auf Formengleichheit geprüft worden. Aus dem 

Untersuchungsbericht geht hervor, dass der Vergleich der Einzelauf-

nahmen der Überwachungskamera der Bank1._____ vom Tattag, auf 

welcher die Täterschaft ersichtlich ist, und die am 27. April 2020 durch die 

Kantonspolizei Basel-Landschaft erstellten Aufnahmen von A._____ 

«eher für dessen Identität spreche». Bei dieser Identitätstendenz handelt 

es sich um die höchstmögliche Stufe auf der Skala (UA act. 3416 ff.). 

Auch wenn dieser Untersuchungsbericht, nachdem es sich lediglich um 

einen Bericht, nicht jedoch um ein Gutachten handelt, mit einer gewissen 

Zurückhaltung zu würdigen ist, liefert dies zumindest ein weiteres starkes 

Indiz für die Täterschaft von A._____. Die Ähnlichkeit des 

Mitbeschuldigten A._____ mit der Täterschaft des vorliegenden Raubs 

springt denn auch bei einem Vergleich sämtlicher Bilder, gerade unter 

Berücksichtigung der auffälligen Nase, des Bartwuchses sowie der sich in 

einem schlechten Zustand befindlichen Zähne, ins Auge (vgl. UA act. 

3287 und 3418 ff.). Hiervon konnte sich das Obergericht an der 

Berufungsverhandlung aufgrund des gewonnenen persönlichen Eindrucks 

überzeugen. Hinzukommt, dass auch die Täterbeschreibung des Opfers 

O11._____ auf A._____ zutrifft, hat sie den Täter doch als eher gross 

beschrieben und ausgeführt, dass dieser nicht gut Deutsch geredet habe 

(Protokoll Berufungsverhandlung 22. September 2023 S. 27). 

 

Sodann hat C._____ anlässlich seiner unter Wahrung des 

Teilnahmerechts des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten A._____ 

durchgeführten Einvernahme vom 6. November 2020 ausgesagt, dass er 

den Mann auf den Videoaufnahmen des Raubs vom 17. Oktober 2019 in 

X._____ erkenne. Es handle sich um A._____. Er führte aus, dass der 

Mitbeschuldigte A._____ diesen Raub begangen habe (UA act. 4610; 

4614). Dem Vorbringen des Beschuldigten, wonach die Aussagen von 

C._____ nicht glaubhaft seien, weil er durch die Belastungen des 

Beschuldigten und von A._____ sich selbst und seinen Bruder habe 

schützen wollen (Protokoll Berufungsverhandlung vom 22. September 

2023 S. 41), kann nicht gefolgt werden. Wäre dies tatsächlich der Fall, so 

hätte er die durch ihn begangenen Raubüberfälle in V._____ vom 16. 

September 2019 sowie in W._____ kaum eingestanden, sondern 

versucht, auch diese dem Beschuldigten und A._____ in die Schuhe zu 

 - 35 - 

 

 

schieben. Wäre es C._____ tatsächlich darum gegangen, sich selber zu 

schützen, so hätte er sich nicht selbst belastet, drohte ihm doch aufgrund 

des eingestandenen bandenmässigen Raubs nebst einer mehrjährigen 

Freiheitsstrafe ebenfalls eine Landesverweisung. Mithin hat C._____ sich 

selbst – entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten (Protokoll 

Berufungsverhandlung vom 22. September 2023 S. 42) – stark belastet. 

Betreffend den Bruder von C._____, CC._____, kann festgehalten 

werden, dass gegen diesen lediglich betreffend den Raubüberfall vom 

20. September 2019 in W._____ aufgrund des verwendeten Tatfahrzeugs 

ermittelt wurde, wobei das Untersuchungsverfahren am 25. Mai 2021 mit 

einer Verfahrenseinstellung endete (UA act. 5829; 4440). Weitere 

Tatbegehungen wurden CC._____ nicht vorgeworfen, insbesondere nicht 

der Raubüberfall in X._____, betreffend welchen C._____ angegeben hat, 

dass dieser durch A._____ begangen worden sei. Auch dem weiteren 

Argument des Beschuldigten, wonach C._____ ihn fälschlicherweise 

belaste, weil Letztgenannter mittlerweile mit derjenigen Frau zusammen 

sei, mit welcher er, der Beschuldigte, vor seinem Gefängnisaufenthalt ein 

sexuelles Verhältnis gehabt habe (Protokoll Berufungsverhandlung vom 

22. September 2023 S. 41 f.), kann – selbst wenn dies zutreffen sollte – 

nicht gefolgt werden. So wäre eine rachebedingte falsche Anschuldigung 

viel eher im umgekehrten Fall zu erwarten, in welchem der Beschuldigte 

C._____ dessen Maitresse ausgespannt hätte.  

 

Hinzukommt, dass die im vom Beschuldigten gefahrenen Personenwagen 

sichergestellte Schreckschusspistole, welche dem Beschuldigten zufolge 

ihm gehört (Protokoll Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 S. 23), 

in Bezug auf Waffenart (Selbstladepistole mit Spannabzug), Grösse, 

Kontur und Form eine grosse Ähnlichkeit mit derjenigen Pistole aufweist, 

welche anlässlich der Tatbegehung in X._____ verwendet worden ist (UA 

act. 3429; 1172; 3711 ff.). 

 

Unter Berücksichtigung der gesamten vorgenannten Umstände ist für das 

Obergericht nicht bloss die Täterschaft von A._____ erstellt, sondern – 

entgegen der Vorinstanz (vorinstanzliches Urteil E. 8.5) – ebenfalls 

diejenige des Beschuldigten. Dass lediglich A._____, nicht jedoch der 

Beschuldigte, die Bank1._____ betreten hat, vermag daran nichts zu 

ändern. So ist die Beteiligung des Beschuldigten aufgrund der 

Antennenstandorte, der fehlenden Verbindung während der Tatzeit, der 

mit A._____ stattgefundenen Kommunikation, der zeitlichen und örtlichen 

Nähe sowie gewisser Parallelen im Sinne eines ähnlichen «Modus 

Operandi» zum Überfall in U._____ und der detaillierten Kenntnis des 

Tatorts der Täter und der Tatsache, dass der Beschuldigte im selben 

Gebäude wohnt (vgl. hierzu vorgehend), für das Obergericht erstellt. 

 

 - 36 - 

 

 

2.6.3.2. 

A._____ hat am 17. Oktober 2019 als Mitglied der zusammen mit dem 

Beschuldigten gegründeten Bande i.S.v. Art. 140 Ziff. 3 StGB und gemäss 

ihrem gemeinsamen Tatplan die Bank1._____ in X._____ mit dem Willen, 

dort einen Raub zu begehen, betreten und die Bankmitarbeiterinnen 

O13._____ und O11._____ mit der mitgeführten Schreckschusswaffe eine 

Gefahr für Leib und Leben angedroht und so Fr. 20'000.00 erbeutet. 

Betreffend das Vorliegen der Qualifikation der Bandenmässigkeit gemäss 

Art. 140 Ziff. 3 StGB kann auf die vorgängig in E. 2.3.1.2 gemachten 

Ausführungen verwiesen werden. Der Beschuldigte hat sich betreffend 

das Dossier X._____ des bandenmässigen Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 3 

StGB schuldig gemacht. Die Berufung der Staatsanwaltschaft erweist sich 

in diesem Punkt als begründet. 

 

2.6.4. Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

Wie bereits vorgängig dargelegt, erachtet das Obergericht die Täterschaft 

des Beschuldigten am Raubüberfall vom 17. Oktober 2019 in X._____, 

wie auch das Verbringen der Schreckschusswaffe Bruni P4 an den Tatort 

durch A._____, als erstellt. Es kann diesbezüglich auf die 

vorhergehenden Ausführungen verwiesen werden.  

 

Der Beschuldigte macht für den Fall, dass seine Täterschaft erstellt sein 

sollte, keine Ausführungen zur rechtlichen Würdigung. Indem er die 

Schreckschusswaffe Bruni P4, bei welcher es sich seinen eigenen 

Angaben zufolge um seine eigene Waffe handelt (Protokoll 

Berufungsverhandlung vom 17. August 2023 S. 23), und die aufgrund 

ihres Aussehens zweifellos mit einer echten Feuerwaffe verwechselt 

werden kann (vgl. UA act. 3429) und somit gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. g WG 

als Waffe gilt, für die Verübung des Raubüberfalls vom 17. Oktober 2019 

wissentlich und willentlich A._____, bei welchem es sich um einen 

albanischen Staatsangehörigen handelt, weshalb diesem Waffen gemäss 

Art. 12 Abs.1 lit. j WV nicht übertragen werden dürfen, überlassen und 

dadurch unrechtmässig übertragen hat, hat der Beschuldigte den 

objektiven und subjektiven Tatbestand der Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG erfüllt. Die Berufung der 

Staatsanwaltschaft erweist sich in diesem Punkt als begründet. 

 

2.7. V._____ 4. November 2019 

2.7.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend das Dossier V._____ 

4. November 2019 von den Vorwürfen des bandenmässigen Raubs und 

der Widerhandlung gegen das Waffengesetz freigesprochen.  

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung, der Beschuldigte sei 

betreffend das Dossier V._____ 4. November 2019 des bandenmässigen 

Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB sowie der Widerhandlung gegen das 

 - 37 - 

 

 

Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG schuldig zu sprechen 

(Berufungserklärung S. 2). 

 

2.7.2. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, sich betreffend das Dossier 

V._____ 4. November 2019 des bandenmässigen Raubs gemäss Art. 140 

Ziff. 3 StGB und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss 

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG schuldig gemacht zu haben, indem er am 

4. November 2019 gegen 20.42 Uhr zusammen mit A._____ und einer 

weiteren männlichen Person, mutmasslich F._____, unter Verwendung 

der Schreckschusswaffe Bruni P4 die T-Tankstelle._____ an der QS-

Strasse […] in V._____ ausgeraubt habe. A._____ und mutmasslich 

F._____ hätten mit schwarzen Strümpfen maskiert den Shop betreten, 

wobei A._____ Handschuhe sowie die ihm als albanischen 

Staatsangehörigen vom Beschuldigten verbotenerweise überlassene 

Schreckschusswaffe Bruni P4 getragen habe. A._____ habe nach dem 

Betreten des Shops «Überfall!» gerufen und habe die beiden 

anwesenden Angestellten O4._____ und O12._____ unter vorgehaltener 

Waffe in Schach gehalten bzw. diese in Richtung Büro und 

Kassenbereich zurückgedrängt. O12._____ habe versucht, sich via das 

Lager nach hinten zu entfernen, wobei A._____ ihr gefolgt sei und sie am 

linken Oberarm zurückgehalten, ihr mit der Waffe auf die linke Schulter 

geschlagen und ihr zu verstehen gegeben habe, dass sie vorne bleiben 

müsse. Dasselbe habe er O4._____ zu verstehen gegeben. Mutmasslich 

F._____ habe sich zum Kassenbereich begeben, habe neben der Kasse 

liegendes Bargeld und Zigarettenpackungen an sich genommen und 

diese in einem mitgebrachten Abfallsack verstaut. O12._____ sei 

aufgefordert worden, die Kasse zu öffnen, woraufhin diese und 

mutmasslich F._____ das Geld aus der Kasse in den Sack gepackt 

hätten. A._____ habe O4._____ am Arm gepackt und diese in Richtung 

Haupteingang geführt. Danach hätten A._____ und mutmasslich F._____ 

den Shop verlassen und seien zum Fluchtfahrzeug gerannt, wo der 

Beschuldigte als Fluchtwagenfahrer gewartet habe, woraufhin sie alle mit 

dem Fahrzeug geflüchtet seien. Insgesamt seien Bargeld in Höhe von 

Fr. 6'405.15 und Zigaretten im Wert von Fr. 280.80 erbeutet worden.  

 

2.7.3. Bandenmässiger Raub 

2.7.3.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass es am 

4. November 2019 im Shop der T._____ Tankstelle in V._____ zu einem 

Raubüberfall gekommen ist. Der Beschuldigte bestreitet jedoch seine 

Täterschaft (UA act. 4686 ff.; Protokoll Berufungsverhandlung vom 

17. August 2023 S. 18 ff.). 

 

Auch betreffend das Dossier V._____ 4. November 2019 erachtet das 

Obergericht die Täterschaft des Beschuldigten – wie auch diejenige des 

 - 38 - 

 

 

Mitbeschuldigten A._____ – aufgrund der nachfolgend dargelegten 

Gründe als erstellt: 

 

Betreffend den am 4. November 2019 im Tankstellenshop in V._____ 

zwischen 20.42 Uhr und 20.43 Uhr verübten Raub kann festgehalten 

werden, dass die Antennenstandorte klar für eine Täterschaft des 

Beschuldigten und von A._____ sprechen: Die Rufnummer des 

Mitbeschuldigten A._____ verzeichnete am Mittag des Tattages zuerst 

Antennenstandorte in RU._____ und anschliessend in X._____, also dem 

damaligen Wohnort des Beschuldigten. Zu diesem Zeitpunkt kam es zu 

zwei kurzen Telefonaten von der Rufnummer des Beschuldigten an 

diejenige von A._____. Anschliessend wurden auf der Rufnummer von 

A._____ erst wieder gegen 22.30 Uhr Antennenstandorte in SQ._____ 

verzeichnet, als eine SMS von der Rufnummer des Beschuldigten an 

diejenige von A._____ versendet wurde und ein Telefonanruf zwischen 

ihnen beiden stattfand. Die Rufnummer des Beschuldigten verzeichnete 

am Tattag zwischen Mitternacht und 04.20 Uhr Antennenstandorte im 

Raum SQ._____, also am (damaligen) Wohnort von A._____. Danach 

bewegten sich diese entlang der Autobahn A1 in den Raum X._____ und 

blieben bis 13.06 Uhr dort. Dies zeigt, dass der Beschuldigte in den 

frühen Morgenstunden bei A._____ und Letztgenannter anschliessend 

gegen die Mittagszeit beim Beschuldigten war. Es ist deshalb davon 

auszugehen, dass der Beschuldigte A._____ zum Zweck der Begehung 

des Raubs bei diesem zuhause abgeholt hat. Um 17.26 Uhr bewegten 

sich die Antennenstandorte der Rufnummer des Beschuldigten in den 

Raum V._____ und blieben mehrheitlich dort bis um 20.37 Uhr. Nur fünf 

Minuten vor der Tat wurde der Antennenstandort in V._____, […] 

registriert. Dies zeigt, dass sich der Beschuldigte unmittelbar vor der Tat 

in unmittelbarer Tatortnähe befand, was als sehr starkes Indiz für seine 

Täterschaft zu werten ist. Um 20.59 Uhr und somit 16 Minuten nach der 

Tatbegehung wurde ein Antennenstandort auf der Autobahnraststätte in 

Würenlos registriert. Für die Strecke vom Tatort bis zur Raststätte von 

29 Kilometern ist spät abends grundsätzlich mit einer Streckenzeit von ca. 

18 Minuten zu rechnen (vgl. Google Maps, Routenplaner). Es ist ohne 

Weiteres vorstellbar, dass die Täter die vorgenannte Strecke nach der 

Tatbegehung und somit auf der Flucht und unter Zeitdruck innerhalb von 

16 Minuten hätten zurücklegen können. Anschliessend verschoben sich 

diese via Neuenhof ab 21.45 Uhr nach SQ._____ und blieben bis am 

nächsten Tag dort (UA act. 107