# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c76f2549-ae35-5d5f-b175-4a4d5e081570
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2023 C-72/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-72-2020_2023-11-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-72/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Michael Peterli (Vorsitz), 

Richterin Regina Derrer,  

Richter David Weiss,    

Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Frankreich), 

vertreten durch Markus Schmid, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Invalidenrente;  

Verfügung vom 14. November 2019. 

 

 

 

C-72/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der am (…) 1953 geborene schweizerische Staatsangehörige 

A._______ (nachstehend: Versicherter oder Beschwerdeführer) ist ausge-

bildeter Automechaniker. Seit 1996 war er vollzeitlich als Automobilverkäu-

fer in B._______ angestellt; die Entlöhnung war variabel, setzte sich aus 

einem Fixlohn und einer Provision zusammen (vgl. IVSTA-act. 43 S. 111). 

Er stürzte am 13. Januar 2006 auf dem Firmengelände auf Glatteis, schlug 

mit dem Rücken und Kopf auf und verlor kurze Zeit das Bewusstsein. In 

der Folge klagte er über im Verlauf abklingende Nacken- und Kopfschmer-

zen (IVSTA-act. 1 S. 120 f., S. 111, S. 85 f.). Ein früherer Sturz – auch auf 

den Hinterkopf – hatte sich bereits 1997 ereignet (IVSTA-act. 1, S. 86, S. 

38 f.). 

A.b  Am 10. März 2006 geriet der Versicherte in einen Verkehrsunfall: Auf 

der Autobahn bei (…) kam ein anderes Fahrzeug infolge eines unvorsich-

tigen Spurwechsels eines dritten Fahrzeugs ins Schleudern und kollidierte 

seitlich mit dem Fahrzeug des Versicherten, das dadurch in die Leitplanke 

respektive eine Mauer auf linker Seite gedrückt wurde. Die Seitenairbags 

lösten sich aus, das Fahrzeug wies einen Totalschaden auf (vgl. Polizei-

rapport vom 3. April 2006, IVSTA-act. 1 S. 113 ff., und S. 88 ff.,). Der Ver-

sicherte erlitt initial eine Rippenprellung und eine Kontusion der Lenden-

wirbelsäule rechts (IVSTA-act. 1 S. 139 f.). 

A.c Die C._______ erbrachte Leistungen der Unfallversicherung. Der Ver-

sicherte nahm die Arbeit am 20. März 2006 mit einem reduzierten Pensum 

von zuerst 20% wieder auf; die Arbeitsfähigkeit steigerte sich zuerst zwar 

im Mai 2006 zwischenzeitlich, lag in den folgenden Jahren aber kaum je 

über 50% (vgl. hinten, Bst. A.q; IVSTA-act. 1, S. 137, und S. 125). Im Ver-

lauf traten psychische Beschwerden auf (IVSTA-act. 1 S. 108 und 111 f.). 

Auch beklagte er ein Wiederaufflammen der nach dem Sturz vom Januar 

2006 nahezu abgeheilten Nacken- und Kopfschmerzen, häufige lumbale 

Rückenschmerzen, Sekundenschwindel sowie verminderte Konzentration 

und Gedächtnis (IVSTA-act. 1 S. 85 ff.). Der Austrittsbericht der Rehabili-

tationsklink (…) vom 30. August 2006 diagnostizierte einen persistierenden 

zervikozephalen Symptomenkomplex, ein myofasziales Schultergürtelsyn-

drom, ein Lumbovertebralsyndrom, Anpassungsstörung, Angst und de-

pressive Symptomatik gemischt (ICD-10: F41.2) und kognitive Einschrän-

kungen (subjektiv) (IVSTA-act. 1 S. 59 ff.). Am 8. Mai 2007 wurde der Ver-

sicherte kreisärztlich durch Dr. med. D._______, Facharzt für 

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Orthopädische Chirurgie/Sportmedizin, Manuelle Medizin, untersucht. Der 

Kreisarzt verneinte fortbestehende strukturell objektivierbare Unfallfolgen 

bezüglich aller drei Unfälle; aus unfallkausaler Sicht bestünden keine Be-

handlungsvorschläge; aus unfallfremder Sicht sei eine psychiatrische The-

rapie empfohlen, im Vordergrund stehe eine imponierende depressive Ver-

stimmung mit cerebrocephaler rechtsbetonter Schmerzsymptomatik. Es 

seien «unfallkausal alle durchschnittlichen Männerarbeiten ganztags ohne 

jegliche Einschränkungen zumutbar» (IVSTA-act. 1 S. 38 ff.).  

A.d Am 16. November 2007 erfolgte eine dorsale Versteifung (Spondylo-

dese) des Wirbelgelenks C1/C2; da eine ossäre Läsion der Gelenksfacette 

C2 festgestellt geworden war (Operationsbericht: IVSTA-act. 1 S. 12 ff.). 

Ab dem 25. Februar 2008 nahm der Versicherte die Arbeit trotz noch be-

stehender Nackenschmerzen zu 50% wieder auf (IVSTA-act. 1, S. 65 ff.). 

Er wurde am 16. Oktober 2008 wiederum kreisärztlich untersucht; der 

Kreisarzt Dr. med. D._______ ging mit Wahrscheinlichkeit von einem End-

zustand, bei damaliger Arbeitsunfähigkeit von 50%, aus (IVSTA-act. 15 S. 

6 ff.). Am 4. Februar 2009 erfolgte eine Reoperation nach Schraubenbruch 

(IVSTA-act. 18 S. 32). Ein Arbeitsversuch von zu Beginn 100% ab dem 25. 

Mai 2009 wurde – nachdem der Versicherte weiterhin unter Schmerzen litt 

– ab 1. September 2009 auf 50% reduziert (IVSTA-act. 18 S. 8 f.) 

A.e Am 4. August 2010 kündigte der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag auf-

grund mangelnder Leistung, bedingt durch die reduzierte Präsenzzeit in-

folge des gesundheitlichen Zustandes, und einer internen Umstrukturie-

rung (IVSTA-act. 23 S. 10 f.).  

A.f In der Folge eines kreisärztlich initiierten Konsiliums bei Dr. E._______, 

Facharzt für Neurologie (Bericht vom 17. Februar 2010, IVSTA-act. 22 S. 

18 ff.) wurden zum einen nach einem Sturz auftretende Ellbogenschmer-

zen abgeklärt (mit vorerst unklarer Beurteilung der Unfallkausalität: IVSTA-

act. 23 S. 23) und zum andern eine Überprüfung der Fahreignung initiiert 

(IVSTA-act. 22 S. 9, 23 S. 35 ff.). In der verkehrsmedizinischen Beurteilung 

des Instituts für Rechtsmedizin der Universität (…) (IRM; Dr. med. 

F._______) vom 29. Oktober 2010 (IVSTA-act. 43 S. 399 ff.) konnte die 

Fahreignung nicht abschliessend beurteilt werden. Es wurde zusammen-

fassend eine komplexe gesundheitliche Situation mit Kopfschmerzen, Kon-

zentrations- und Gedächtnisproblemen, Schwindelzuständen mit Bewusst-

seinstrübungen und Stolpersturz, und wahrscheinliche Dystonie mit ängst-

lich-depressiven Symptomen festgestellt. Die Schwindelzustände und 

Ohnmachtsanfälle blieben aktuell nach erfolgter Behandlung einer 

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Blutarmut aus, doch sei fraglich, ob diese alleine die Symptomatik be-

gründe. Die Bejahung der Fahreignung setze eine über längere Zeit (d.h. 

über zwölf Monate) stabile gesundheitliche Situation mit Fehlen einschrän-

kender Kopfschmerzen, Fehlen von Schwindelzuständen und Bewusst-

seinsstörungen bei intakter Konzentrationsfähigkeit voraus. Infolge erlitte-

nen Augeninfarktes sei eine augenärztliche Abklärung nötig und die tech-

nischen Experten des Strassenverkehrsamtes müssten zur eingeschränk-

ten Rotation der Halswirbelsäule Stellung nehmen. Es kam in der Folge zu 

einem temporären Entzug des Fahrausweises (IVSTA-act. 43 S. 380; IV-

STA-act. 43, S. 343; vgl. IVSTA-act. 43 S. 397, 390, 386). Die augenärztli-

che Beurteilung durch Dr. med. G._______ vom 10. Januar 2011 war aus 

Sicht der Beurteilung der Fahreignung unauffällig (IVSTA-act. 43 S. 368 f.). 

A.g Auf Anregung nicht zuletzt der involvierten Haftpflichtversicherung 

nahm die C._______ ab November 2010 eine Begutachtung durch die Gut-

achterstelle MEDAS (…) an die Hand. Ein entsprechender Gutachterauf-

trag für ein interdisziplinäres Gutachten (Orthopädie, Rheumatologie, Neu-

rologie und Psychiatrie) wurde am 4. Juli 2011 erteilt und auch bestätigt 

(IVSTA-act. 43 S. 340 und 318). Am 7. und 21. September teilte der Rechts-

vertreter des Versicherten mit, dass eine weitere Operation anstehe: Die 

Schrauben würden entfernt, da die Ansicht vorherrsche, diese verursach-

ten die «unerträglichen Kopfschmerzen» (IVSTA-act. 43 S. 326 f., 323); die 

Begutachtung wurde vorerst abgesagt, um den Heilverlauf nach der Ope-

ration vom 3. November 2011 abzuwarten (IVSTA-act. 43 S. 317, 313, 312, 

311; Operationsbericht: IVSTA-act. 43 S. 306 f.; Abschluss: IVSTA-act. 43 

S. 92). Seit dem 2. November 2011 war der Versicherte durchgehend zu 

100% als arbeitsunfähig attestiert (vgl. unten, Bst. A.q). 

A.h Im Anschluss an diese Operation klagte der Versicherte weiterhin über 

starke Schmerzen; im April 2012 wurde erstmals die Implantation eines 

Neurostimulators im Rückenmark diskutiert (IVSTA-act. 43 S. 301, 289, 

286, 282, 272).  

A.i Gemäss Schreiben von lic. phil. H._______ (Klinischer Psychologe, 

Fachpsychologe für Psychotherapie FSP) vom 20. Mai 2012 habe beim 

Versicherten bereits anlässlich einer Konsultation im Jahr 2006 eine unfall-

bedingte posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1; PTSD) im-

poniert. Diese scheine sich, wie die Schmerzstörung, chronifiziert und via 

Anpassungsstörung zu einer depressiven Störung ausgeweitet zu haben – 

die Diagnostik sei noch im Gang (IVSTA-act. 43, S. 270). Laut Bericht von 

Prof. Dr. med. I._______ (Chefarzt Klinik für Psychiatrie und 

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Psychosomatik, J._______) vom 23. Juli 2012 liege im Falle des Versicher-

ten eine PTSD infolge des Unfallerlebnisses vor. Es bestehe zudem der 

Verdacht auf eine milde traumatische Hirnschädigung. Differenzialdiagnos-

tisch sei zu erwägen, dass die [verminderte] Konzentration und Merkfähig-

keit durch die chronischen Kopfschmerzen offenbar cervikalen Ursprungs 

seien. Schliesslich liege ein mittelschweres bis schweres depressives Syn-

drom vor (IVSTA-act. 43 S. 255 ff.). 

A.j Am 20. August 2012 stellte Dr. med. K._______ (Zentrum für Wirbel-

säulenmedizin, L._______) ein Kostengutsprachegesuch für die Implanta-

tion einer SCS-Elektrode mit anschliessender Testphase und – bei positiv 

verlaufender Testphase – konsekutiver Vollimplantation. Er begründete 

dies mit der Diagnose eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms 

CRPS II (Status nach diversen Halswirbelsäulenoperationen). Die bisheri-

gen Therapien seien – wenn überhaupt – nur von vorübergehender Wir-

kung gewesen. Eine Indikation für eine weitere chirurgische Intervention 

bestehe nicht. Gezielte Infiltrationen (epidural wie foraminal) hätten keinen 

ausreichenden Erfolg erzielt (IVSTA-act. 43 S. 251). In ihrer neurologi-

schen Beurteilung vom 8. Oktober 2012 kam Dr. med. M._______, Fach-

ärztin Neurologie FMH und Psychiatrie, Versicherungsmedizin C._______, 

zum Schluss, es bestehe vorliegend kein Schmerzsyndrom, bei dem eine 

Wirksamkeit des Neurostimulators nachgewiesen sei; eine Indikation für 

einen solchen bestehe nicht (IVSTA-act. 43, S. 234 ff.). In der Folge wies 

die C._______ das Kostengutsprachegesuch am 10. Oktober 2012 ab (IV-

STA-act. 43, S. 232). Am 12. Dezember 2012 fasste Dr. med. K._______ 

nach und suchte um eine Kostengutsprache für die Anwendung einer sub-

cutanen suboccipitalen Neurostimulation der nn. occipitales beidseits 

nach, unter Berufung auf die definitive Diagnose eines «Failed Back Sur-

gery»-Syndroms nach mehreren Operationen des craniocervikalen Über-

ganges im Rahmen der unfallbedingten Instabilität dieses Bewegungsseg-

mentes. Die Arbeitshypothese CRPS II werde verworfen (IVSTA-act. 43 S. 

222 ff.). Seitens des Kompetenzzentrums Versicherungsmedizin der 

C._______ wurde vorgängig einer Intervention eine interdisziplinäre Vor-

stellung des Versicherten im Zentrum für Schmerzmedizin in (…) für gebo-

ten erachtet (Dr. med. M._______, 24. Januar 2013, IVSTA-act. 43 S. 204 

ff.). Daran hielt sie nach Stellungnahmen des Rechtsvertreters und zweier 

Interventionen einer konsultierten Neurologin (Dr. med. N._______) in ihrer 

Stellungnahme vom 8. Mai 2013 fest; alternativ sollte eine interdisziplinäre 

Untersuchung bei der Versicherungsmedizin in (…) erfolgen (IVSTA-act. 

43, S. 184 ff.; zum Schriftenwechsel vgl. IVSTA-act. 43 S. 188 ff.). Nach 

mehreren Schriftenwechseln und zwischenzeitlicher Festlegung auf eine 

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Begutachtung durch die Versicherungsmedizin wurde am 15. November 

2013 schliesslich das Zentrum für Schmerzmedizin in (…) mit einer konsi-

liarischen Untersuchung des Versicherten beauftragt (IVSTA-act. 43 S. 150 

f.).  

In der Beurteilung des Schmerzzentrums (…) vom 21. Februar 2014 wur-

den persistierende cervicocephale Schmerzen nach Autounfall mit HWS-

Distorsion, C2 Fraktur dorsaler Aspekt Gelenkfacette C1/2 mit Rotations-

fehlstellung C1/2 (ICD-10: T91.1), Neuropathie N. occipitalis major rechts 

(ICD-10: G52.8), Verdacht auf sensible axonale Polyneuropathie (ICD-10: 

G62.9), chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren (ICD-10: F45.41), mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 

F32.1) und Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: 

F43.1) diagnostiziert. Therapeutisch wurde eine Wiederholung der Occipi-

talisblockade und bei positiver Testblockade eine funktionelle Denervation 

empfohlen, weiter nach abgeschlossener Physiotherapie eine lokale 

TENS-Applikation. Bezüglich der Neuropathie wurde eine multimodale (im 

Detail zu überprüfende und anzupassende) medikamentöse Behandlung, 

Physiotherapie und Schmerzpsychotherapie als indiziert erachtet – letztere 

auch vor dem Gesamthintergrund (IVSTA-act. 43 S. 112 ff.). Nach neuro-

logischer Beurteilung durch die Abteilung Arbeitsmedizin der (…) vom 23. 

Mai 2014 (Dr. med. M._______; IVSTA-act. 43 S. 89 ff.) erteilte die 

C._______ Kostengutsprache für (1.) betreffend die Okzipitalisneuropathie 

rechts: eine Wiederholung der Okzipitalisblockade und bei positiver Test-

blockade eine anschliessende funktionelle Denervation und eine Tens-Ap-

plikation sowie (2.) betreffend die Mononeuropathie N. occipitalis major 

rechts für Physiotherapie, Medikamentenumstellung und Psychotherapie 

zur Erlernung von Schmerzbewältigungsstrategien (IVSTA-act. 43 S. 87; 

zuvor war eine Kostengutsprache für die Fortsetzung der initial noch gut-

geheissenen Langzeit-Physiotherapie [IVSTA-act. 43 S. 209 ff.] abgelehnt 

worden [IVSTA-act. 43 S. 143 -118, 109]; spätere Gesuche wurden gutge-

heissen, vgl. IVSTA-act. 47 S. 28 ff., 49 S. 22 ff., 50 S. 151, 51 S. 56).  

A.k In der Folge erwiesen sich weder eine Occipitalis-Blockadeserie noch 

eine anschliessende Radiofrequenzbehandlung der Nn. occipitalis als dau-

erhaft erfolgreich (IVSTA-act. 43/ S. 62 f., 58, 48f., 43). Auf Anregung des 

behandelnden Psychotherapeuten (Dipl. Psych. O._______, 2. Januar 

2015, IVSTA-act. 43 S. 51 f.) wurde anstelle der alleinigen Behandlung im 

ambulanten Setting ein Aufenthalt in einer schmerztherapeutischen Klinik 

ins Auge gefasst. Am 18. März 2015 erteilte die C._______ eine entspre-

chende Kostengutsprache an die P._______ (IVSTA-act. 43 S. 27). Der 

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Versicherte hielt sich in der Folge vom 20. Juli bis 15. August 2015 in der 

P._______ auf (Austrittsbericht vom 1. September 2015: IVSTA-act. 45 S. 

133). Erneuerte Gesuche um Kostengutsprache für eine Evaluation hin-

sichtlich einer Neurostimulation vom 9. September 2015 und 9. November 

2016 wies die C._______ am 21. September 2015 respektive am 15. No-

vember 2016 ab (IVSTA-act. 45 S. 130, 127 und IVSTA-act. 45 S. 46 f., 

44).  

A.l Am 4. August 2016 stellte Dr. med. Q._______, Oberärztin Psychoso-

matische Medizin der Klinik R._______ (nach Zuweisung durch den be-

handelnden Psychoanalytiker) ein Kostengutsprachegesuch für eine psy-

chosomatische Rehabilitation. Aufgrund der komplexen Symptomatik aus 

Schmerz, Depression, Trauma und den somatischen Diagnosen sei eine 

stationäre psychosomatische Behandlung in einem störungsspezifischen 

multimodalen Therapieprogramm zur psychischen und physischen Stabili-

sierung indiziert (IVSTA-act. 45 S. 70 f.). Das Gesuch wurde der internen 

Abteilung Versicherungsmedizin vorgelegt. In der Schlussfolgerung der 

eingehenden psychiatrischen Beurteilung vom 8. Februar 2017 des Konsi-

liarpsychiaters (Dr. med. S._______, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-

therapie) sei mit Blick auf den gesamten Behandlungsverlauf mit einer 

namhaften Verbesserung der psychischen Beschwerden nicht mehr zu 

rechnen; es sei ein Endzustand eingetreten und ein stationärer Aufenthalt 

nicht zielführend (IVSTA-act. 45 S. 3 ff.). Das Kostengutsprachegesuch 

wurde am 8. Februar 2017 abgewiesen (IVSTA-act. 46 S. 56 f.). 

A.m Nach Eingang der Beurteilung des Schmerzzentrums (…) war die po-

lydisziplinäre Begutachtung des Versicherten wieder an die Hand genom-

men worden (vgl. vorne, Bst. A.g). Am 20. Januar 2017 wurde die 

U._______ Begutachtung, Universitätsspital (…) mit der Erstellung eines 

interdisziplinären Gutachtens (Neurologie [Schwergewicht], Orthopädie 

[Zuzug], Psychiatrie [Zuzug], Versicherungsmedizinische Fallführung) be-

auftragt (IVSTA-act. 45 S. 18 ff., Fragekatalog im Anhang).  

A.n Das Versicherungsmedizinische Hauptgutachten datiert vom 22. No-

vember 2017 (IVSTA-act. 50 S. 40 ff.; Fallführung: Dr. med. T._______, 

Innere Medizin FMH, MAS Versicherungsmedizin, Ärztlicher Leiter 

U._______). Es gründet auf dem neurologischen Teilgutachten vom 10. 

Oktober 2017 (IVSTA-act. 50 S. 20 ff., Dr. med. V._______, Fachärztin 

Neurologie/Neurologie FMH, Chefärztin), dem undatierten psychiatrischen 

Teilgutachten (IVSTA-act. 50 S. 92 ff., Prof. Dr. med. W._______, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, Leitender Arzt) und 

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dem wirbelsäulenchirurgischen Teilgutachten vom 7. Juni 2017 (IVSTA-act. 

50 S. 136 ff., Dr. med. X._______, FMH Orthopädische Chirurgie und Trau-

matologie des Bewegungsapparates, Oberarzt Spinale Chirurgie). Ferner 

wurde ein kardiologischer und ein radiologischer Befund erhoben (IVSTA-

act. 50 S. 89 ff.).  

An somatischen Befunden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnos-

tizierten die Gutachterin und die Gutachter (1.) Chronisches zervikales 

Schmerzsyndrom bei St.n. Impressionsfraktur der oberem dorsalen latera-

len Gelenksfacette C2 rechts durch HWS-Distorsionstrauma (10.03.2006), 

dorsale Stabilisation C1/2 nach Magerl (16.11.2007), Revisionsoperation 

mit dorsaler Stabilisation C1/2 nach Harms (04.02.2009), Revisionsopera-

tion mit partieller Implantat-Entfernung (03.11.2011); (2.) Neuropathisches 

Schmerzsyndrom C2 rechts (N. occipitalis major) bei Affektion der Nerven-

wurzel C2 durch das unmittelbar benachbarte Knochenfragment C2 rechts. 

Als somatischer Befund ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde 

eine biskuspide Aortenklappe (Re-Li-Typ) mit schwerer Kalzifikation insbe-

sondere der rechten Klappentasche, leichtgradige Stenose, leichte bikom-

missurale Insuffizienz festgestellt. Als psychiatrische Diagnosen mit Aus-

wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden festgestellt: (1.) Chronifizierte 

leichtgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0), differenzialdiagnostisch 

Dysthymie (ICD-10; F34.1), bei Verbitterungsproblematik; (2.) Verdacht auf 

PTSD, unvollständig remittiert; (3.) undifferenzierte Somatisierungsstörung 

(ICD-10: F45.1; diagnostiziert als „Symptomatic Symptom Disorder" nach 

DSM 5; 300.82); (4.) akzentuierte Persönlichkeitszüge mit führend narziss-

tischen Anteilen (ICD-10: Z73) (Hauptgutachten, IVSTA-act. 50, S. 52, mit 

Verweisen auf die Teilgutachten). Betreffend die Schmerzproblematik 

müsse davon ausgegangen werden, diese würde durch eine chronische 

Affektion der Nervenwurzel C2 rechts (N. occipitalis) ausgelöst. Diese sei 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 10. März 2006 

verursacht worden, sei durch die Versteifungsoperationen nicht angegan-

gen worden und nunmehr folglich chronifiziert. Die psychische Überlage-

rung sei eine sekundäre Folge der persistierenden Beschwerden aufgrund 

der strukturell-organischen Verletzung der HWS. Die nicht Unfallfolge dar-

stellenden vorbestehenden akzentuierten Persönlichkeitszüge hätten die-

ser den Boden bereitet und mit den Unfällen vom Dezember 1997 und Ja-

nuar 2006 die Vulnerabilität erhöht; die Somatisierungsstörung gründe folg-

lich in einer kumulativen Wirkung der vorangehenden Unfälle im Sinne ei-

ner Anbahnung und Erhöhung der Vulnerabilität, mit wesentlicher rich-

tungsgebender Verschlimmerung durch den Unfall vom März 2006. Die 

PTSD sei einzig durch diesen letzten Unfall verursacht, die 

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Verbitterungsproblematik sei sekundär, namentlich durch die als ungerecht 

empfundene Kündigung, entstanden. Angesprochen auf Behandlungs-

massnahmen, von denen eine namhafte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

zu erwarten sei, führen die Gutachter und die Gutachterin bezüglich des 

neuropathischen Schmerzsyndroms C2 (N. occipitalis major) rechts aus, 

bezüglich der Ursachen der Beschwerde durch Fraktur und Affektion der 

Nervenwurzel liege eine «lückenlose Beweiskette» vor; bei ausgeprägter 

Chronifizierung und nur kurzfristiger Besserung durch Kortison-Injektionen 

und Radiofrequenztherapie sei eine Occipitalis-Neurostimulation indiziert; 

die bisherige Weigerung, hierfür eine Kostengutsprache zu erteilen, sei aus 

wirbelsäulenchirurgischer Sicht nicht nachvollziehbar. Bezüglich der psy-

chiatrischen Diagnosen könne eine namhafte Besserung im laufenden Ver-

sicherungsverfahren nicht erwartet werden.  

Aus (unfallbedingt) organischer Sicht bestehe im erlernten Beruf als Auto-

mechaniker eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Eine adaptierte Tätigkeit 

müsste Zwangspositionen und Überkopfarbeiten ausschliessen; sitzende 

Tätigkeiten seien möglich, sofern der Versicherte regelmässig aufstehen 

und umhergehen könnte. Tätigkeiten wären zu meiden, die regelmässige 

Kopfrotationen erforderten, die nicht mit der Rotation des ganzen Körpers 

kompensiert werden könnten, häufiges Heben und Senken des Kopfes sei 

zu vermeiden. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Autoverkäufer könnte 

grundsätzlich als angepasste Tätigkeit gelten, in der eine Arbeitsfähigkeit 

von 50% möglich sei. Ein solches Pensum in einer solchen Tätigkeit setze 

eine optimale Schmerztherapie, die eine erfolgreiche Occipitalis-Stimula-

tion miteinschliesse, voraus; die Präsenz am Arbeitsplatz sei auf halbe 

Tage zu beschränken und es sollte nicht mehr als 30 Minuten ohne aufzu-

stehen am Computer gearbeitet werden. Diese Reduktion der Arbeitsfähig-

keit trage einer (geringeren) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund 

der psychiatrischen Diagnosen genügend Rechnung; jedoch sollten über-

durchschnittlich konflikthafte Umgebungen gemieden werden. Aus wirbel-

säulenchirurgischer Sicht lasse sich aufgrund der Dauerschmerzen, der 

Einschränkungen der Kopfrotation und Inklination/Reklination, durch die 

Versteifung der ersten drei Halswirbel, des operationsbedingen Muskel-

schadens und der Umstände der Versteifung ein Integritätsschaden von 

20% begründen (Hauptgutachten, Abschnitt 4 «Fragen des Auftraggebers 

und der Rechtsvertretung, IVSTA-act. 50 S. 49 ff. mit Hinweisen auf die 

Teilgutachten).  

Der Rechtsvertreter des Versicherten nahm aufforderungsgemäss am 

31. Januar 2018 zum Gutachten Stellung. Die unter anderem 

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aufgeworfene Frage nach der angewandten Tabelle betreffend den Integ-

ritätsschaden beantwortete die Abteilung Versicherungsmedizin am 13. 

Februar 2018 (IVSTA-act. 51 S. 45, 39). 

A.o Am 12. Februar 2018 erteilte die C._______ Kostengutsprache für die 

Occipitales-Stimulation mittels Neuromodulation (IVSTA-act. 51, S. 36) und 

am 18. Juli 2018 für den damit einhergehenden stationären Aufenthalt (IV-

STA-act. 61 S. 29; vgl. S. 30 f.). Die Implantation zur Evaluation erfolgte 

am 27. August 2018 (Austrittsbericht- resp. Operationsbericht: IVSTA-act. 

61 S. 16 f. resp. S. 14 f.), eine Revisionsoperation infolge mangelnder Ab-

deckung der linken Schädelhemisphäre am 12. September 2018 (IVSTA-

act. 61 S. 12 f.). Gemäss Arztbericht vom 17. Oktober 2018 sprach der 

Versicherte gut auf die Intervention an und berichtete über eine deutliche 

Schmerzreduktion, die auch einen Verzicht auf Analgetika ermöglichte (Dr. 

med. Y._______, IVSTA-act. 61 S. 8 f.). Am 17. Oktober 2018 erfolgte folg-

lich eine definitive Implantation, am 30. November 2018 eine Neuplatzie-

rung nach Elektrodendislokation linksseitig mit Wirkverlust (IVSTA-act. 61 

S. 6 f. resp. S. 4 f.). Gemäss Arztbericht vom 29. August 2019 resultierte 

eine Schmerzlinderung um 30% bis 40%, bei allerdings neuerlicher Zu-

nahme der Schmerzsymptomatik (IVSTA-act. 89; vgl. auch IVSTA-act. 61 

S. 6 «Indikation»).  

A.p In der Folge leitete die C._______ eine ergänzende Begutachtung zur 

Fragestellung des medizinischen Endzustandes, der Zumutbarkeit und der 

Integritätsentschädigung ein (IVSTA-act. 95 S. 30 ff.). Das ergänzende 

Gutachten wurde am 10. November 2020, bei Rechtshängigkeit des vor-

liegenden Beschwerdeverfahrens, erstellt (vgl. unten, Bst. C.e). 

A.q Die C._______ richtete, gestützt auf die periodisch eingereichten Ar-

beitsunfähigkeitszeugnisse, Taggelder anhand wechselnder Arbeitsunfä-

higkeitsgrade aus (vgl. Aufstellung C._______ vom 27. August 2018, IV-

STA-act. 61 S. 19 ff.):  

– 13.03.2006 bis 19.03.2006: 100% 

– 20.03.2006 bis 26.03.2006: 80% 

– 27.03.2006 bis 16.07.2006: 44% 

– 17.07.2006 bis 20.08.2006: 100% 

– 21.08.2006 bis 14.11.2007: 20% 

C-72/2020 

Seite 11 

– 15.11.2007 bis 24.02.2008: 100% 

– 25.02.2008 bis 21.01.2009: 50% 

–  22.01.2009 bis 24.05.2009: 100% 

– 25.05.2009 bis 1.09.2009: Arbeitsversuch zu 100%, (vgl. Bst. A.d) 

– 02.09.2009 bis 01.11.2011: 50% 

– 02.11.2011 bis 31.08.2018: 100%. 

B.   

B.a Am 1. April 2008 (Eingang bei der IV-Stelle (…): 16. Mai 2008) meldete 

sich der Versicherte auf Anraten der C._______ hin bei der IV-Stelle (…) 

zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IVSTA-act. 3, 5).  

B.b Die IV-Stelle (…) führte am 27. Mai 2008 ein Gespräch zur Früherfas-

sung (IVSTA-act. 8; vgl. auch Aussendienstrapport der C._______ vom 

11. Juni 2008, IVSTA-act. 9) und erhob einen Arbeitgeberfragebogen (IV-

STA-act. 10). Die IV-Stelle stand mit der C._______ in Kontakt und teilte 

dieser am 13. Oktober 2009 mit, deren Schlussentscheid abzuwarten (IV-

STA-act. 15-19). In gleicher Weise äusserte sie sich am 5. November 2014 

gegenüber dem Rechtsvertreter des Versicherten (IVSTA-act. 41).  

B.c Nach der Kündigung der Arbeitsstelle (vorne, Bst. A.e) prüfte und be-

jahte die IV-Stelle (…) den Anspruch auf Arbeitsvermittlung; deren Durch-

führung delegierte sie an die IV-Stelle (…) (IVSTA-act. 25, 27). Mit Ab-

schlussbericht vom 8. November 2011 schloss diese die Massnahme ab: 

Angesichts der bevorstehenden weiteren Operation mit anschliessender 

Rehabilitation sei der Versicherten nicht eingliederbar. Es solle nochmals 

zur medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit Stellung genommen und 

das diesbezüglich (damals) anstehende MEDAS-Gutachten der 

C._______ abgewartet werden (IVSTA-act. 36 f.; vgl. vorne, Bst. A.g). 

B.d Unter Verweis auf das baldige Erreichen des Rentenalters des Versi-

cherten und auf die erfolgte Begutachtung durch die U._______ (vgl. Bst. 

A.n) wandte sich der Rechtsvertreter des Versicherten am 17. August 2018 

an die IV-Stelle (…). Er verlangte die Ausfertigung eines Entscheides, zu-

mindest eines Vorbescheides, über den IV-Rentenanspruch bis Ende Sep-

tember 2018 (IVSTA-act. 54). Die IV-Stelle stellte sich am 22. August 2018 

auf den Standpunkt, es liege nach wie vor kein stabiler 

C-72/2020 

Seite 12 

Gesundheitszustand vor; man werde sich dem Entscheid der C._______ 

anschliessen, sobald diese von einem Endzustand ausgehe (IVSTA-act. 

55). Der Beschwerdeführer erklärte sich mit diesem Vorgehen nicht einver-

standen (IVSTA-act. 56).  

B.e Der Versicherte verlegte per 31. Dezember 2016 seinen Wohnsitz 

nach Frankreich. Darauf aufmerksam gemacht, übertrug die IV-Stelle So-

lothurn am 11. Februar 2019 die Sache zuständigkeitshalber an die IV-

Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachstehend auch: Vorinstanz; 

IVSTA-act. 52, 64 f., 71). 

B.f Mit Verfügung vom 4. Oktober 2018 legte die Schweizerische Aus-

gleichskasse (SAK) die Altersrente des Versicherten ab dem 1. Oktober 

2018, ausgehend von einem massgebenden durchschnittlichen Jahresein-

kommen von Fr. 63'450.– und der Rentenskala 44, auf Fr. 2'068.– fest (IV-

STA-act. 57). 

B.g Mit Schreiben vom 25. Februar 2019 erhob die IVSTA beim Rechtsver-

treter des Versicherten einen Fragebogen und diverse Unterlagen. Dieser 

liess der IVSTA die angeforderten Unterlagen und Angaben mit Schreiben 

vom 2. April 2019 zukommen und äusserte die Erwartung, bis Ende April 

2019 über einen Vorbescheid zur Rentenfrage zu verfügen (IVSTA-act. 73, 

76 ff., vgl. auch IVSTA-act. 74).  

B.h In seiner medizinischen Stellungnahme vom 1. Mai 2019 kam der Re-

gionale Ärztliche Dienst Z._______ (RAD; Dr. med. Aa._______, Facharzt 

Physikalische Medizin und Rehabilitation) zusammengefasst zum Schluss, 

es bestehe ab März 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% in der bisheri-

gen Tätigkeit als Automobilverkäufer wie auch ein einer angepassten Tä-

tigkeit; die bisherige Tätigkeit sei als eine angepasste zu bewerten (IVSTA-

act. 84). 

B.i Die IVSTA orientierte die C._______ mit Schreiben vom 22. Mai 2019 

über den vorgesehenen Entscheid und räumte ihr eine Frist zur allfälligen 

Stellungnahme ein (IVSTA-act. 85). 

B.j Mit Vorbescheid vom 4. Juli 2019 teilte die IVSTA dem Versicherten mit, 

es liege gemäss ihrer Beurteilung eine Gesundheitsbeeinträchtigung vor, 

die seit dem Unfalldatum eine Arbeitsunfähigkeit und somit Erwerbsein-

busse von 50% verursache. Es bestehe somit ab dem 1. März 2007 An-

spruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung. Sie könne ab An-

meldedatum maximal zwölf Monate rückwirkend ausbezahlt werden, d.h. 

C-72/2020 

Seite 13 

ab dem 1. Mai 2007. Der Anspruch bestehe bis zum 30. September 2018, 

bis zum Entstehen des Anspruchs auf Altersrente (IVSTA-act. 86).  

B.k Mit Eingabe vom 9. Juli 2019 liess der Versicherte Einwand erheben 

und die Ausrichtung einer ganzen IV-Rente beantragen (IVSTA-act. 87). 

Mit Schreiben vom 5. September 2019 liess er einen aktualisierten respek-

tive korrigierten Versicherungsbericht der Klinik Schmerzmedizin (Spital 

J._______) nachreichen (IVSTA-act. 88 f.).  

B.l Der RAD Z._______ nahm am 30. September 2019 zum Einwand Stel-

lung (IVSTA-act. 91).  

B.m Der Versicherte liess am 15. Oktober 2019 den Erlass einer Verfügung 

anmahnen (IVSTA-act. 96; vgl. IVSTA-act. 97). 

B.n Mit Verfügung vom 14. November 2019 bestätigte die Vorinstanz den 

Vorbescheid. Sie berechnete die vom Mai 2007 bis und mit September 

2018 aufgrund eines massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkom-

mens von Fr. 80'370.– und der Rentenskala 44 angefallenen Rentenbe-

treffnisse. Schliesslich teilte sie mit, dass vom aufgelaufenen Gesamtbe-

treffnis von Fr. 154'483.– ein Anteil von Fr. 60'000.– auf ein Wartekonto ge-

bucht werde, da das Meldeverfahren betreffend Überversicherung mit der 

zuständigen Arbeitslosenkasse noch nicht abgeschlossen sei (IVSTA-act. 

100, 93; angefochtene Verfügung). Das Guthaben auf dem Wartekonto 

wurde dem Versicherten mit Abrechnung vom 12. Dezember 2019 ausbe-

zahlt, nachdem die Arbeitslosenkasse des Kantons (…) keine Verrechnung 

verlangt hatte (Beschwerdebeilage 23).  

C.  

C.a Mit Eingabe vom 6. Januar 2020 lässt der Beschwerdeführer Be-

schwerde gegen die Verfügung vom 14. November 2019 erheben. Er be-

antragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolge bezüglich der ab dem 1. Februar 2012 geschuldeten Rente auf-

zuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ab dem 1. Februar 2012 eine 

ganze Invalidenrente auszurichten (Rechtsbegehren Ziff. 1). Zudem sei auf 

dem ausstehenden Rentenbetreffnis ab dem 1. Mai 2009 ein Verzugszins 

nach Massgabe von Art. 26 ATSG auszurichten (Rechtsbegehren Ziff. 2) 

(BVGer-act. 1). 

C.b In ihrer Vernehmlassung vom 17. Februar 2020 beantragt die Vor-

instanz, Rechtsbegehren Ziff. 1 sei abzuweisen. Auf das Rechtsbegehren 

C-72/2020 

Seite 14 

Ziff. 2 sei nicht einzutreten; über die Verzugszinsen werde, nachdem weder 

Arbeitslosenkasse noch C._______ Verrechnungsansprüche gestellt hät-

ten, demnächst in einer gesonderten Verfügung entschieden (BVGer-act. 

6). 

C.c In seiner Replik vom 29. April 2020 lässt der Beschwerdeführer das 

Rechtsbegehren Ziff. 1 bestätigen. Bezüglich des Rechtsbegehrens Ziff. 2 

sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Vorinstanz dieses mit der zwi-

schenzeitlich ergangenen Verfügung vom 25. Februar 2020 – mit der ihm 

Verzugszinsen im Betrag von Fr. 51'715.– zugesprochen wurden (Replik-

beilage 1) – anerkannt habe (BVGer-act. 10). 

C.d In der Duplik vom 29. Mai 2020 bestätigt die Vorinstanz den abweisen-

den Antrag bezüglich die Rentenfrage. Der Verzugszins sei nicht Gegen-

stand der angefochtenen Verfügung gewesen (BVGer-act. 12). 

C.e Mit unaufgeforderter Eingabe vom 13. November 2020 lässt der Be-

schwerdeführer das ergänzende Gutachten der U._______ vom 10. No-

vember 2020 zuhanden der C._______ einreichen (BVGer-act. 14). 

C.f Mit Schreiben vom 12. August 2021 orientiert und dokumentiert der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers darüber, dass die C._______ mit 

Verfügung vom 29. März 2021 die Invalidenrente der Unfallversicherung 

ab dem 1. Mai 2021 aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 59% festsetzte 

und eine Integritätsentschädigung von 20% zusprach, dass hiergegen am 

6. Mai 2021 Einsprache erhoben wurde und die Parteien schliesslich am 

5. respektive 9. August 2021 das Einspracheverfahren mittels einer Verein-

barung abschlossen, in welcher der Invaliditätsgrad auf 67% festgesetzt 

wurde. 

C.g Die unaufgeforderten Eingaben vom 13. November 2020 und 12. Au-

gust 2021 gingen jeweils an die Vorinstanz; diese liess sich dazu nicht ver-

lauten. 

D.  

Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Beweismittel ist – 

soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden Erwä-

gungen einzugehen. 

 

C-72/2020 

Seite 15 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes (VGG) Beschwerden gegen Verfügungen nach 

Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG). Die IVSTA gehört als 

Behörde nach Art. 33 VGG zu den Vorinstanzen des Bundesverwaltungs-

gerichts (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]). Eine das Sach-

gebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 

Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der angefochtenen Verfü-

gung zuständig. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Ge-

mäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen Ver-

fahren die besonderen Bestimmungen des ATSG (SR 830.1) vorbehalten. 

Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bun-

desgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und so-

weit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 

IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung an-

wendbar (Art. 1a bis 26bis und Art. 28 bis 70), soweit das IVG nicht aus-

drücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den all-

gemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht 

mangels anderslautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejeni-

gen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeur-

teilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Der Beschwerdeführer hat sich am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt, 

ist direkter Adressat der angefochtenen Verfügung und mit der Abweisung 

seines Begehrens auf Zusprache einer ganzen (anstelle einer halben) In-

validenrente formell und materiell beschwert. Er kann sich auf ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung berufen (Art. 59 

ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

1.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 60 

Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der eingeforderte Gerichtskosten-

vorschuss fristgerecht einbezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG).  

  

C-72/2020 

Seite 16 

1.5  

1.5.1 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätz-

lich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die 

zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Ver-

fügung - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den be-

schwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt 

es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvo-

raussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 125 

V 414 E. 1a mit Hinweisen). Streitgegenstand im System der nachträgli-

chen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches - im Rah-

men des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes - den 

auf Grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungs-

gegenstand bildet. Anfechtungs- und Streitgegenstand sind danach iden-

tisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird; be-

zieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die 

Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstande-

ten - verfügungsweise festgelegten - Rechtsverhältnisse zwar wohl zum 

Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand (BGE 125 V 414 E. 1b in 

Verbindung mit E. 2a). 

Wird gleichzeitig eine Rente zugesprochen und diese revisionsweise, in 

sinngemässer Anwendung von Art. 41 IVG und Art. 88a IVV, herauf- oder 

herabgesetzt oder aufgehoben, liegt ein zwar komplexes, im Wesentlichen 

jedoch einzig durch die Höhe der Leistung und die Anspruchsperioden de-

finiertes Rechtsverhältnis vor. Der Umstand allein, dass Umfang und allen-

falls Dauer des Rentenanspruchs über den verfügungsweise geregelten 

Zeitraum hinweg variieren, ist unter anfechtungs- und streitgegenständli-

chem Gesichtspunkt belanglos. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 

der Leistungen angefochten, wird damit die gerichtliche Überprüfungsbe-

fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene Be-

zugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 417 

Erw. 2d mit Hinweisen). Die Frage, ob diese Grundsätze auch gelten, wenn 

die ursprüngliche und die zeitlich direkt anschliessende (höhere oder tie-

fere) Rente in zwei separaten Verfügungen gleichen Datums zugespro-

chen werden, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht im Urteil 

I 364/98 vom 24. September 1999 verneint. In dem in gleicher Sache er-

gangenen Urteil I 11/00 vom 22. August 2001 (AHI 2001 S. 277) hat das 

Gericht hingegen offen gelassen, ob daran festgehalten werden kann. Im 

Urteil I 486/99 vom 28. August 2000 hat das Eidgenössische Versiche-

rungsgericht die Frage bejaht. 

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C-72/2020 

Seite 17 

Nach BGE 125 V 413 liegt materiell ein einziges Rechtsverhältnis vor, 

wenn eine Leistung rückwirkend zugesprochen, diese aber gleichzeitig be-

fristet, herauf- oder herabgesetzt wird. Daran ist entgegen dem erwähnten 

Urteil I 364/98 vom 24. September 1999 in allen Verfügungslagen festzu-

halten: Die Zusprechung und (rückwirkende) Revision der Rente sind Ge-

genstand ein und derselben Verfügung. Darauf beruht BGE 125 V 413. Es 

dürfte sich um den Regelfall handeln. Die gerichtliche Überprüfung ist nach 

dem Gesagten nicht eingeschränkt (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2 ff.). 

1.5.2 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes ist 

die Verfügung vom 14. November 2019, mit welcher dem Beschwerdefüh-

rer für die Dauer vom 1. Mai 2007 bis zum 30. September 2018 eine halbe 

Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wurde. Der Beschwerde-

führer ficht diese insofern an, als er eine im November 2011 eingetretene 

Verschlechterung mit der Folge des Anspruchs auf eine ganze Rente ab 

dem 1. Februar 2012 geltend macht. Gemäss vorstehend zitierter bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung schränkt das Rechtsbegehren des Be-

schwerdeführers vorliegend den Streitgegenstand nicht ein, da mit der An-

fechtung der Verfügung das ganze Rechtsverhältnis «Rentenanspruch» 

angefochten und gerichtlich zu überprüfen ist. 

1.5.3 Der Beschwerdeführer macht in Beschwerde und Replik geltend, die 

Vorinstanz habe die Verzinsung des ihm zustehenden Guthabens gemäss 

Art. 26 Abs. 2 ATSG in der angefochtenen Verfügung nicht erwähnt. Es 

liege in diesem Punkt ein negativer Entscheid vor. Der Verweis der Vor-

instanz auf eine separate Verfügung nach Klarheit über Verrechnungs-an-

sprüche sei unbehelflich, zumal bereits im Dezember 2019 bezüglich die 

Verrechnungsansprüche Klarheit bestanden habe und das Guthaben auf 

dem Wartekonto ausbezahlt worden sei, über die Verzugszinse aber erst 

am 25. Februar 2020 – bezeichnenderweise nach Zustellung der Be-

schwerde – verfügt worden sei (Beschwerde, Ziff. 38 ff.; Replik, Ziff. 2; Be-

schwerdebeilage 23, Replikbeilage 1).  

Die Vorinstanz hält dem in Vernehmlassung und Duplik entgegen, die Ren-

tenverfügung könne nicht zusammen mit der Zinsverfügung erlassen wer-

den, da Drittansprüche erst nach Erlass der Rentenverfügung geprüft wer-

den könnten. Die Verzugszinsen seien nicht Gegenstand der angefochte-

nen Verfügung, die diesbezügliche Beschwerdeführung mithin «verfrüht».  

Der Beschwerdeführer macht in anderen Worten eine Wiedererwägung ei-

ner (impliziten) Ablehnung des Anspruchs auf Verzugszinse geltend, die 

C-72/2020 

Seite 18 

Vorinstanz dagegen eine Erweiterung des Streitgegenstandes durch 

Rechtsbegehren Nr. 2. 

Letzteres trifft zu. Es ist zwar mit dem Beschwerdeführer festzustellen, 

dass die angefochtene Verfügung und der Vorbescheid (und auch die Ab-

rechnung über das Wartekonto) die Frage der Verzinsung nicht – auch 

nicht im Sinne eines Verweises auf eine kommende Verfügung – erwäh-

nen. Das lässt aber aus drei Gründen nicht auf eine implizite Abweisung 

schliessen: Zum Ersten äussert sich die angefochtene Verfügung, wenn 

sie die Frage der Verzinsung nicht erwähnt, auch nicht zu deren Voraus-

setzungen (erfüllte Mitwirkungspflicht, Entstehung für Leistungen nach Ab-

lauf von 24 Monaten nach Entstehung des Anspruchs, frühestens 12 Mo-

nate nach dessen Geltendmachung; Art. 26 Abs. 2 ATSG). Zum Zweiten 

setzt eine Festsetzung von Verzugszinsen als akzessorisches Recht die 

Bestimmtheit der Hauptforderung als Berechnungsgrundlage voraus. Vor-

liegend war transparent, dass ein Teil der Rentenforderung unter dem Vor-

behalt geltend gemachter Verrechnungen stand – der Verzugszins konnte 

folglich gar nicht berechnet werden. Drittens schliesslich verlangte der Be-

schwerdeführer im Einwandverfahren nicht, dass über den Verzugszins 

entschieden werde, auch nicht dem Grundsatz nach. Das vollkommene 

Fehlen der Verzugszinsfrage im angefochtenen Entscheid ist damit so zu 

interpretieren, dass diese nicht Teil der angefochtenen Verfügung und da-

mit ausserhalb des Streitgegenstandes ist. Die beschwerdeführerische In-

terpretation des Verhaltens der Vorinstanz, diese habe den Verzugszins 

nachgerade nicht ausrichten wollen und erst mit der Beschwerde die «Aus-

sichtslosigkeit ihres Standpunkts» erkannt (Replik Ziff. 2), ist keineswegs 

zwingend. Es deutet nichts darauf hin, dass die Vorinstanz den Verzugs-

zins von Amtes wegen oder auf ein schlichtes Ersuchen hin nicht ebenso 

festgesetzt hätte, wie nach Kenntnisnahme der Beschwerde. 

1.5.4 Zu klären bleibt, ob sich ein Eintreten auf das Rechtsbegehren 2 aus 

Gründen der Prozessökonomie rechtfertigt. Da die Berechnung des Ver-

zugszinses nicht in Frage gestellt wird, hätte dies eine Abschreibung des 

Rechtsbegehrens 2 zur Folge, soweit auf einer halben Invalidenrente be-

ruhend. Wie erwähnt, ist der Verzugszins ein akzessorischer Anspruch. 

Ergibt die materielle Prüfung der Beschwerde, dass dem Beschwerdefüh-

rer eine höhere Invalidenrente zusteht, so hat dies einen Einfluss auf den 

Verzugszinsanspruch. Über den Verzugszins wäre in anderen Worten nur 

entschieden, soweit auf einer halben Invalidenrente berechnet. Der Klar-

heit halber ist prozessökonomisch motiviert auf Rechtsbegehren 2 in dem 

Sinne einzutreten, als damit auf dem zusätzlich zu sprechenden 

C-72/2020 

Seite 19 

Rentenanspruch gemäss Rechtsbegehren 1 zusätzlich Verzugszins ver-

langt wird; in diesem Sinne und Umfang gilt die Verzugszinsverfügung vom 

25. Februar 2020 im vorliegenden Verfahren faktisch als mitangefochten. 

1.5.5 Aufgrund der Verzugszinsverfügung vom 25. Februar 2020 (Replik-

beilage 1) und der Einlassungen der Vorinstanz in Vernehmlassung und 

Duplik ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Voraussetzungen des Ver-

zugszinsanspruchs gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG als erfüllt ansieht; der An-

spruch ist dem Grundsatz nach nicht bestritten. 

1.5.6 Auf die Beschwerde ist im geschilderten Umfang einzutreten. 

1.6 Der Beschwerdeführer kann im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 

die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder 

der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemessen-

heit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

2.   

2.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 14. November 2019) eingetretenen Sachver-

halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 

verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-

tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

2.2 Der Beschwerdeführer ist Schweizer Staatsbürger. Aufgrund seines 

Wohnsitzes in Frankreich besteht in räumlicher Hinsicht ein internationaler 

Sachverhalt mit Bezug zur EU, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft ge-

tretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eid-

genossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren 

Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 

0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung 

der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbeson-

dere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen 

(EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 

0.831.109.268.11), zu beachten sind. Seit dem 1. Januar 2015 sind auch 

die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und 

Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im 

C-72/2020 

Seite 20 

Anwendungsbereich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach 

schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 

9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4). 

2.3 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1). 

Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass 

der Verfügung vom 14. November 2019 in Kraft standen; weiter aber auch 

Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, 

die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-

che von Belang sind. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG und des 

ATSG (Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705; BBl 2020 5535; Botschaft 

des Bundesrates vom 15. Februar 2017 [BBl 2017 2535]) sowie die Ände-

rungen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-

rung (IVV, SR 831.201) vom 3. November 2021 (AS 2021 706) in Kraft 

getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangs-

rechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massge-

blich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1; 144 

V 210 E. 4.3.1) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der 

Änderungen des IVG und des ATSG vom 19. Juni 2020 sowie der IVV vom 

3. November 2021 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 31. De-

zember 2021 geltenden Normen zu prüfen. 

3.   

3.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG; siehe 

sogleich) und beim Eintritt der Invalidität während der gesetzlich vorgese-

henen Dauer von mindestens drei Jahren Beiträge an die Alters-, Hinter-

lassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet hat (Art. 36 Abs. 1 

IVG). 

3.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In-

validität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krank-

heit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Be-

einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und 

C-72/2020 

Seite 21 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-

den ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-

weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 

Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 

einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

3.3 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während ei-

nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). 

3.4 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss jeweils beurteilt wer-

den, ob die versicherte Person als (teil-)erwerbstätig oder nichterwerbstätig 

einzustufen ist, was entsprechenden Einfluss auf die anzuwendende Me-

thode der Invaliditätsgradbemessung hat (allgemeine Methode des Ein-

kommensvergleichs, gemischte Methode, spezifische Methode des Betäti-

gungsvergleichs, vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a IVG). 

Zu prüfen ist, was die versicherte Person bei im Übrigen unveränderten 

Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. 

Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie 

sie sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung entwickelt haben, 

wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten 

(Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausreicht (vgl. BGE 133 V 504 

E. 3.3, 133 V 477 E. 6.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen). 

3.5 Versicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu min-

destens 40 Prozent invalid sind, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 Prozent besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei mindestens 

60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 Prozent auf 

C-72/2020 

Seite 22 

eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG in der bis zum 31. Dezember 2021 in 

Kraft stehenden Fassung). 

3.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf-

gabe des Arztes im schweizerischen Invalidenversicherungsverfahren ist 

es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, 

in welchem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann 

eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleis-

tungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können 

(BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). 

3.7 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren 

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versiche-

rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst 

ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-

digen.  

3.7.1 Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-

zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Exper-

ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der ein-

gereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als 

Gutachten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 

E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3.a).  

3.7.2 Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung 

in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten auf-

zustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 351 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil 

des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, wel-

che aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der 

C-72/2020 

Seite 23 

Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung 

volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb, mit wei-

teren Hinweisen). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind auf-

grund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vor-

behalt zu würdigen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein 

praktizierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Ur-

teil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber 

Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). In diesem Zu-

sammenhang gilt es allerdings zu beachten, dass auch die Einschätzun-

gen von behandelnden Hausärzten und Spezialisten nicht von vornherein 

unbeachtlich sind; vielmehr sind diese im Rahmen der freien Beweiswürdi-

gung zu berücksichtigen, zumal die Behörde und das Gericht auch auf die 

speziellen, etwa dank der langjährigen medizinischen Betreuung nur einem 

Hausarzt zugänglichen Erkenntnisse des Gesundheitszustandes eines 

Versicherten abstellen können (vgl. dazu die Urteile des BGer 

4A_526/2014 vom 17. Dezember 2014 E. 2.4 und 9C_468/2009 vom 

9. September 2009 E. 3.3). 

3.7.3 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somato-

forme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Lei-

den (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen (BGE 143 V 

409 und 418), so sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systemati-

sierte Indikatoren (Beweisthemen und Indizien) beachtlich, die es – unter 

Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren 

wie auch von Kompensationspotentialen (Ressourcen) – erlauben, das tat-

sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 

E. 2, E. 3.4–3.6 und 4.1; 145 V 361 E. 3.1). 

3.7.4 Die Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) oder 

des medizinischen Dienstes der IVSTA, welche nicht auf eigenen Untersu-

chungen beruhen, können wie Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern 

ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fach-

ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachver-

halts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Per-

son in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 9C_524/2017 vom 21. 

März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 

18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hinweisen). Die Aufgabe der versicherungs-

internen Fachpersonen besteht insbesondere darin, aus medizinischer 

Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in 

Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den 

C-72/2020 

Seite 24 

Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachver-

halt zusammenzufassen und versicherungsmedizinisch zu würdigen (vgl. 

SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit Hinweis; Urteil des 

BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie haben die vorhande-

nen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen, wozu namentlich auch 

gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzu-

nehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzu-

stellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen ist (BGE 

142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen Belange keine be-

weistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme einer versicherungs-

internen Fachperson in der Regel keine abschliessende Beurteilungs-

grundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärungen Anlass ge-

ben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 3.3). Bestehen 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

RAD-Berichte, kann darauf nicht abgestellt werden (vgl. Urteil des BGer 

9C_743/2015 vom 19. September 2016 E. 4.1 in fine). 

3.8 Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Mona-

ten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 

ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters-

jahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG; vgl. auch BGE 138 V 475 E. 3). 

3.9 Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, ist für die Herabsetzung oder Aufhebung 

der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenom-

men werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie 

ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unter-

brechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern 

wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). 

Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne we-

sentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). 

3.10 Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgeho-

ben, erreicht dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf 

dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein renten-

begründendes Ausmass, so werden bei der Berechnung der Wartezeit 

nach Artikel 28 Absatz 1 Buchstabe b IVG früher zurückgelegte Zeiten an-

gerechnet (Art. 29bis i.V.m. Art. 88a Abs. 2 IVV). 

C-72/2020 

Seite 25 

4.   

4.1 Vorliegend steht fest, dass der Beschwerdeführer – der gemäss ange-

fochtener Verfügung 33 volle Versicherungsjahre aufweist – die Mindest-

beitragsdauer für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente klar er-

füllt. Weiter ist nicht umstritten, dass der Beschwerdeführer schwergewich-

tig infolge des Unfalles vom 10. März 2006 eine zumindest teilweise Er-

werbsunfähigkeit erlitt, die bis zum Erreichen des Rentenalters anhielt. 

Ebenfalls steht fest, dass der Beschwerdeführer 2006 voll erwerbstätig war 

und es – ohne Eintritt der Erwerbsunfähigkeit – auch weiterhin gewesen 

wäre. Umstritten sind der Grad der Invalidität und der Beginn des Renten-

anspruchs – ungeachtet dessen, dass der Beschwerdeführer eine Erhö-

hung der Invalidenrente erst ab dem Februar 2012 beantragt. 

4.2 Die Vorinstanz ging im Vorbescheid vom 4. Juli 2019 davon aus, ge-

stützt auf das U._______-Gutachten (Sachverhalt, Bst. A.n) bestehe eine 

Gesundheitsbeeinträchtigung, die seit dem 10. März 2006 eine Arbeitsun-

fähigkeit und Erwerbseinbusse von 50% verursache. Die aus somatischer 

Sicht bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 50% trage dem Tätigkeitsprofil 

eines Automobilverkäufers (insbesondere betreffend die eingeschränkte 

Kopfrotation) Rechnung. Der Beschwerdeführer wies im Einwand vom 

9. Juli 2019 zum einen darauf hin, dass die C._______ seit Jahren Tag-

geldleistungen auf der Grundlage von 100% Arbeitsunfähigkeit ausrichte, 

zum andern setze die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 50% gemäss 

Gutachten eine optimale Schmerztherapie unter Einschluss einer erfolgrei-

chen Occipitalis-Stimulation voraus. Eine solche sei jedoch bis zum Errei-

chen des Rentenalters nicht erfolgt.  

Der RAD Z._______ hielt in der Stellungnahme vom 30. September 2019 

für unsicher, ob eine Neurostimulation zu einer Besserung der Arbeitsfä-

higkeit geführt hätte; eine solche wäre bestenfalls Teil einer optimierten 

Schmerztherapie gewesen. Eine Schmerztherapie sei durchaus durchge-

führt worden, teils mit Erfolg, etwa mittels Physiotherapie. Warum die Neu-

rostimulation trotz Kostengutsprache erst im August 2019 durchgeführt 

worden sei – allenfalls aufgrund des Verhaltens des Versicherten –, sei un-

bekannt. Ferner liege eine Fülle krankheitsfremder, nicht invaliditätsrele-

vanter Faktoren vor. Gestützt auf diese Beurteilung hielt die Vorinstanz in 

der angefochtenen Verfügung fest, es würden mit dem Einwand und einem 

nachgereichten Arztbericht keine neuen Elemente vorgebracht. Aus neuro-

logischer und psychiatrischer Sicht lägen keine relevanten 

C-72/2020 

Seite 26 

Beeinträchtigungen vor. Ausserdem liege eine Fülle von krankheitsfrem-

den, für die Invalidenversicherung nicht relevanten Faktoren vor. 

4.3 Auf Beschwerdeebene erinnert der Beschwerdeführer daran, dass das 

– von beiden Seiten als massgeblich anerkannte – U._______-Gutachten 

ausschliesslich von den somatisch begründeten Gesundheitsbeeinträchti-

gungen ausgehe und die psychische Störung für die Beurteilung der Ar-

beitsunfähigkeit darin als eingeschlossen gelte. Der Verweis auf «krank-

heitsfremde» oder eher invaliditätsfremde Faktoren sei folglich unbehelflich 

– zudem seien die festgestellten psychischen Beeinträchtigungen keines-

wegs invaliditätsfremd. Im Zeitpunkt der Begutachtung seien nach wie vor 

Taggelder auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 100% ausgerichtet 

worden. Im Gutachten sei nicht festgestellt worden, dass aufgrund der da-

mals bestehenden Situation von einem verbesserten Gesundheitszustand 

und einer nurmehr 50%igen Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf die Tätigkeit 

als Autoverkäufer auszugehen sei. Dies sei als Möglichkeit unter der Vo-

raussetzung einer optimalen Schmerztherapie, unter Einschluss einer – 

von der C._______ wiederholt abgelehnten – Neurostimulation dargetan 

worden (und unter bestimmten Bedingungen der Arbeitsgestaltung: halb-

tägige Tätigkeit, Arbeit am PC nicht länger als 30 Minuten am Stück). Die 

anderslautende These des RAD, dass die Neurostimulation eben nicht 

zwingender Teil der vorausgesetzten Schmerztherapie sei, sei falsch. Die 

schliesslich durchgeführte Neurostimulation habe eine Schmerzminderung 

um 30 bis 40% mit sich gebracht; hernach, am 10. Oktober 2019, habe die 

C._______ eine ergänzende Begutachtung im Hinblick auf die Frage, unter 

anderem nach dem medizinischen Endzustand, in Auftrag gegeben. Auch 

die C._______ gehe somit davon aus, dass im ersten U._______-Gutach-

ten nicht der Endzustand beschrieben werde. Es könne damit auch mit je-

nem Gutachten nicht von einer Arbeitsfähigkeit von 50% ausgegangen 

werden. Vielmehr sei von einer bis zur Pensionierung anhaltenden 100%i-

gen Arbeitsunfähigkeit auszugehen; ab dem 2. November 2011 – dem Vor-

tag der zweiten Revisionsoperation – sei der Beschwerdeführer durchge-

hend zu 100% arbeitsunfähig geschrieben, es bestehe folglich ab dem 

Februar 2012 Anspruch auf eine ganze Rente.  

Davon unabhängig unterlasse es die Vorinstanz, die massgebenden Grös-

sen für die Bemessung der Invalidität – nämlich das Validen- und das In-

valideneinkommen – zu quantifizieren. Indem sie von der 50%igen Arbeits-

unfähigkeit direkt auf eine ebensolche Invalidität schliesse, verkenne sie 

einerseits die Einschränkungen, die das Gutachten formuliere, und ander-

seits, dass sich das Valideneinkommen des Beschwerdeführers (das 

C-72/2020 

Seite 27 

ohnehin nicht erhoben worden sei) infolge eines hohen Provisionsanteils 

nicht linear zum Beschäftigungsgrad verhalte. Auch sei ein leidensbeding-

ter Abzug vorzunehmen. In der beschwerdeführerischen Berechnung 

ergäbe sich – selbst wenn man der medizinischen Beurteilung der Vor-

instanz folgen wollte – ein Anspruch auf eine Dreiviertels-, bei Berücksich-

tigung eines leidensbedingten Abzuges gar auf eine ganze Rente. 

4.4 Die Vorinstanz erinnert in ihrer Vernehmlassung (auf die sie in ihrer 

Duplik verweist) daran, dass aufgrund der unterschiedlichen Leistungsvo-

raussetzungen vom unfallversicherungsrechtlichen Taggeldanspruch nicht 

direkt auf einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung ge-

schlossen werden könne. Gemäss Beurteilung des RAD seien aus soma-

tischer Sicht die klinischen Befunde, Funktionseinschränkungen und Diag-

nosen mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit als Autoverkäufer kompatibel. Die 

Wirksamkeit einer Neurostimulation werde im U._______-Gutachten vom 

22. November 2017 als nicht voraussagbar umschrieben, es sei eine rele-

vante Besserung nicht zu erwarten – die Wirksamkeit sei mithin umstritten. 

Sie könne deshalb allenfalls Teil einer optimierten Schmerztherapie sein, 

nicht aber unverzichtbare Voraussetzung für die 50%ige Arbeitsfähigkeit. 

Es sei auf die objektivierbaren klinischen und bildgebenden Befunde abzu-

stellen und nicht auf subjektive und krankheitsfremde Faktoren, auch nicht 

auf theoretische Erfolgsaussichten einer noch durchzuführenden Therapie 

mit ungewissem Erfolg. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

ab November 2011 ergebe sich nicht aus dem Gutachten. Die hängige Er-

gänzungsbegutachtung zu Fragen des Endzustandes werde Entwicklun-

gen beschlagen, die sich nach Eintritt des Rentenalters einstellten, und sei 

folglich für dieses Verfahren nicht relevant. Die Erwerbstätigkeit des Versi-

cherten vor Eintritt des Gesundheitsschadens sei als adaptiert zu betrach-

ten, weshalb für die Bestimmung des Gesundheitsschadens die Hälfte des 

Valideneinkommens als Invalideneinkommen beizuziehen sei. Die Durch-

führung eines Einkommensvergleichs erübrige sich. Die Vorinstanz stützt 

sich neben den im Verwaltungsverfahren erhobenen Berichten des RAD 

auch auf eine auf Beschwerdeebene eingeholte Stellungnahme vom 

3. Februar 2020 (unnummerierte Vernehmlassungsbeilage). 

4.5 Der Beschwerdeführer betont in seiner Replik, die verzögerte Implan-

tation sei nicht seinem Verhalten zuzuschreiben, sondern einem langen 

Disput mit der C._______ hierzu und terminlichen Schwierigkeiten (Krank-

heit, Auslandsabwesenheit des Operateurs, etc.) geschuldet. Die Auffas-

sung des RAD (und der Vorinstanz), die 50%ige Arbeitsfähigkeit sei ge-

stützt auf das Gutachten nicht von der erfolgreichen Occipitalis-Stimulation 

C-72/2020 

Seite 28 

abhängig, verkehre dessen Aussagen ins Gegenteil und sei aktenwidrig. 

Korrekterweise sei natürlich auf die klinischen Befunde (und nicht hypothe-

tische Erfolgsaussichten) abzustellen; es befremde indessen, wenn die IV, 

die in der Vergangenheit keine eigenen Abklärungen habe vornehmen, 

sondern sich den Ergebnissen der C._______ habe anschliessen wollen, 

sich nun von den gutachterlichen Auffassungen entferne und entgegen der 

Betrachtungsweise der C._______ eine 50%ige Arbeitsfähigkeit annehme. 

Die vom RAD-Beurteiler hervorgestrichenen, dem Beschwerdeführer mög-

lichen Garten- und Haushaltsarbeiten liessen keinen Rückschluss auf die 

Arbeitsfähigkeit zu, da Angaben zum zeitlichen Umfang fehlten. Zu beach-

ten sei, dass die C._______ zum einen weiterhin ein Taggeld auf der 

Grundlage einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausrichte und zum andern 

die Berentung nicht auf der Grundlage des Gutachtens abschliessend fest-

legte, sondern eben zur Beurteilung des Erfolges des therapeutischen An-

satzes mit der Neurostimulation eine gutachterliche Einschätzung einholte 

– was nicht nötig gewesen wäre, wenn es sich so verhielte, wie der zustän-

dige Arzt des RAD meine. Auch zeige er nicht auf, an welcher Stelle seiner 

Auffassung zufolge die Gutachter die bestehenden Akten mit den vorhan-

denen objektivierbaren Befunden falsch gewürdigt haben sollten. Auch 

habe die Vorinstanz (recte: die IV-Stelle […]) noch am 22. August 2018 die 

Auffassung vertreten, es lägen reine Unfallfolgen und noch kein stabiler 

Zustand vor – offenbar sei sie selbst davon ausgegangen, die unmittelbar 

bevorstehende Operation vermöge den Zustand zu verbessern. Soweit die 

Vorinstanz Unterschiede zwischen dem Recht der Unfall- und der Invali-

denversicherung hervorstreicht, betont der Beschwerdeführer, der Aus-

gangspunkt für die Invaliditätsbemessung sei im Recht der Invaliden- und 

der Unfallversicherung derselbe: Ausgangspunkt sei der Gesundheitszu-

stand und die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Fähigkeit, zu-

mutbare Arbeit zu verrichten, sowie das erzielbare Einkommen. Unter-

schiede bestünden insoweit, als vorliegend Rentenansprüche ab Februar 

2012 bis Oktober 2018 zu beurteilen seien, im Falle der C._______ aber 

erst für die Zukunft. Entgegen der Auffassung des RAD-Arztes und folglich 

der Vorinstanz gehe aus dem U._______-Gutachten keine Feststellung ei-

ner 50%igen Arbeitsfähigkeit hervor. Dem Gutachten sei zu entnehmen, 

dass mit der Fraktur und der Affektion der Nervenwurzel ein pathomorpho-

logisches Korrelat – und eine lückenlose Beweiskette – der aktuellen Be-

schwerden bestehe; durch die späte Diagnose und den Umstand, dass drei 

Operationen nötig gewesen seien, sei die Chronifizierung des Schmerzes 

eingetreten. Angesichts der nur kurzfristigen Besserung durch vorherige 

Therapien sei die Occipitalis-Neurostimulation indiziert. Unter Vorausset-

zung einer optimalen Schmerztherapie, die diese Therapiemassnahme 

C-72/2020 

Seite 29 

einschliesse, sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit möglich. Mithin handle es 

sich um eine Schätzung für die Zukunft. Eine durchgehende zumutbare 

Tätigkeit als Autoverkäufer sei sodann aufgrund des Entzugs des Führe-

rausweises am 2. Dezember 2010 zu verneinen, sei dessen Vorliegen 

doch Bedingung für diesen Beruf. Aus den Arbeitsunfähigkeitszeugnissen 

in den C._______-Akten und den Verlaufseinträgen in der Krankenakte er-

gebe sich eine seit dem November 2011 bestehende Arbeitsunfähigkeit 

von 100%. Die damals erfolgte Operation habe den Gesundheitszustand 

markant verschlechtert. Zur Frage des Einkommensvergleichs wiederholt 

der Beschwerdeführer im Wesentlichen die Ausführungen in der Be-

schwerde. 

4.6 Am 13. November 2020 reichte der Beschwerdeführer das inzwischen 

erstellte Ergänzungsgutachten der U._______ vom 10. November zu den 

Akten, das aus einem Hauptgutachten (Fallführung: Dr. med. T._______) 

und einem neurologischen und einem wirbelsäulenchirurgischen Gutach-

ten (PD Dr. med. M. V._______ resp. Dr. med. X._______) besteht (BVGer-

act. 14, Beilage). In der Beantwortung der Fragestellung stellen die Gut-

achterin und die Gutachter fest, dass der Neurostimulator zu einer Verbes-

serung von 20 bis 25% geführt habe und keine Steigerung der Arbeitsfä-

higkeit als Autoverkäufer bewirkt habe. Das im Gutachten vom 22. Novem-

ber 2017 festgelegte Anforderungsprofil (vgl. Sachverhalt, Bst. A.n, Abs. 3) 

sei bei einer reinen Bürotätigkeit einhaltbar. Die bisherige Tätigkeit könne 

indessen angesichts der qualitativen Limitierungen kaum mehr fortgesetzt 

werden: Die Tätigkeit erforderte Probefahrten, die zwingend Kopfrotatio-

nen beinhalteten, und längere Kundengespräche zur Konfiguration, die 

nicht nach Belieben unterbrochen werden könnten. Eine adaptierte Tätig-

keit wäre aber zu 50% möglich, bei leicht erhöhter Präsenz (60%). 

5.  

5.1 Vorinstanz und Beschwerdeführer sind sich dahingehend einig, dass 

das U._______-Gutachten vom 22. November 2017 taugliche Grundlage 

für die Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwerdefüh-

rers sei (Beschwerde, Ziff. 12; Vernehmlassung Vorinstanz, S. 2 oben). 

Das Bundesverwaltungsgericht seinerseits ist der Auffassung, das ge-

nannte Gutachten erfülle die vorstehend (E. 3.7.1 f.) dargelegten Anforde-

rungen an ein beweiskräftiges Gutachten; zumal dies, wie gesagt, nicht 

umstritten ist, kann auf eine weitergehende Begründung hierzu verzichtet 

werden.  

C-72/2020 

Seite 30 

Der Beschwerdeführer hält auf Beschwerdeebene insbesondere seine Kri-

tik am psychiatrischen Teilgutachten (vgl. IVSTA-act. 51 S. 45 ff.) nicht auf-

recht. Gemäss den Gutachtern ist die psychiatrisch begründete Beein-

trächtigung mit dem bereits aufgrund der somatischen Befunde festgesetz-

ten Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50% hinreichend mitberücksichtigt. Da das 

psychiatrische Gutachten für sich also keine tragende Stütze der angefoch-

tenen Beurteilung und Verfügung ist und für sich auch nicht mehr in Frage 

gestellt wird, kann offengelassen werden, ob es die Anforderungen der 

neueren Rechtsprechung durch die Darstellung systematisierter Indikato-

ren erfüllt (vgl. E. 3.7.3). 

5.2  

5.2.1 Zur Frage des Rentenbeginnes hält die Vorinstanz fest, im vorliegen-

den Fall handle es sich um eine Gesundheitsbeeinträchtigung, die seit dem 

Unfall vom 10. März 2006 eine Arbeitsunfähigkeit und eine Erwerbsein-

busse von 50% verursache – die gutachterlich festgestellte Arbeitsunfähig-

keit trage dem Tätigkeitsprofil eines Autoverkäufers Rechnung. Es bestehe 

ab dem 1. März 2007 ein Anspruch auf eine (halbe) Rente (vgl. E. 3.3). Da 

der Beschwerdeführer erst am 16. Mai 2008 ein Rentengesuch gestellt 

habe, könne die Rente, gestützt auf Art. 48 Abs. 2 IVG in der bis zum 

31. Dezember 2007 geltenden Fassung (AS 2002 3371 ff., 3410) nur zwölf 

Monate rückwirkend, also ab dem 1. Mai 2007 ausgerichtet werden. 

5.2.2 Dies würde voraussetzen, dass der Beschwerdeführer am 9. März 

oder spätestens 1. Mai 2007 zu 40% invalid war und im Jahr davor ohne 

wesentlichen Unterbruch mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen war 

(Art. 28 Abs. 1 IVG; vgl. E. 3.3). Dies lässt sich aufgrund der Akten nicht 

nachvollziehen: 

Dem – in den folgenden Erwägungen zu würdigenden – U._______-Gut-

achten lassen sich zu dieser Frage keine Anhaltspunkte entnehmen; dies 

ist wohl der Fragestellung aus der Warte der Unfallversicherung geschul-

det. Aufgrund der Taggeldaufstellung der C._______ vom 27. August 2018 

(IVSTA-act. 61, S. 19 ff., vgl. Sachverhalt Bst. A.q) bestand am 9. März wie 

auch am 1. Mai 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von lediglich 20%. Im voran-

gegangenen Jahr schwankte die Arbeitsunfähigkeit zwischen 20% und 

100%; bei 253 Tagen zu 20%, 77 Tagen zu 44% und 35 Tagen zu 100% 

ergibt sich eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 32,7%, wobei die 

lange Periode mit lediglich 20%iger Arbeitsunfähigkeit unmittelbar vor dem 

1. Mai 2007 lag. Zurückgerechnet ab dem 9. März 2007 ergibt sich mit 

C-72/2020 

Seite 31 

Insgesamt 45 Tagen zu 100% (ab Unfalldatum, nicht Einsetzen der Taggel-

der gerechnet), 7 Tagen zu 80%, 112 Tagen zu 44% und 201 Tagen zu 20% 

eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 38,4%. So oder anders be-

stand mithin im von der Vorinstanz zugrunde gelegten Zeitpunkt keine 

durchgehende Arbeitsunfähigkeit von 40% und mit der jeweils langen Pe-

riode einer Arbeitsunfähigkeit von 20% auch ein wesentlicher Unterbruch. 

5.2.3 Wie sich in den folgenden Erwägungen zeigen wird, wird das Gericht, 

gestützt auf die Methode des Einkommensvergleichs, von einem Invalidi-

tätsgrad von 71% ausgehen (E. 6). Die Gutachter und die Gutachterin äus-

sern sich nicht explizit zum Beginn der festgesetzten Arbeitsunfähigkeit. 

Sie bezeichnen jedoch die Funktionseinschränkungen (nicht aber das 

Schmerzsyndrom) als Resultat der Wirbelsäulenoperationen (IVSTA-act. 

50, S. 57). Ein späterer Beginn der beschriebenen funktionellen Limiten 

lässt sich in den Akten nicht plausibilisieren. 

Der Invaliditätsgrad von 71% – und damit über 40% – war jedenfalls am 

2. November 2011 erreicht. Seit dem 2. September 2009 war der Be-

schwerdeführer durchgehend zu 50% oder mehr arbeitsunfähig. Die Vo-

raussetzungen von Art. 28 Abs. 1 IVG sind somit spätestens ab dem 2. No-

vember 2011 klar erfüllt. Zu klären bleibt im Folgenden aber die Bedeutung 

der früheren Phasen der Arbeitsunfähigkeit. 

5.2.4 Bereits vom 15. November 2007 bis zum 24. Mai 2009 wies der Be-

schwerdeführer eine längere Phase mit ausgewiesener Arbeitsunfähigkeit 

über 40% aus. In dieser Zeit waren Arbeitsunfähigkeitsgrade von 100% 

(15. November 2007 bis 24. Februar 2008), 50% (25. Februar 2008 bis 21. 

Januar 2009) und wiederum 100% (22. Januar 2009 bis 24. Mai 2009) at-

testiert. Der Invaliditätsgrad lässt sich nur indirekt rekonstruieren: Die Funk-

tionseinschränkungen vor dem 1. November 2011 sind nicht gutachterlich 

dokumentiert; die kreisärztlichen Stellungnahmen in jener Zeit sind von 

nicht gerechtfertigtem Optimismus geprägt. Es kann indes angenommen 

werden, dass einerseits das Gutachten den End- und damit den Maximal-

zustand beschreibt; anderseits entsprachen mit Blick auf den Behand-

lungsverlauf die Einschränkungen bei 100%iger Arbeitsunfähigkeit in jener 

Zeit diesem Endzustand. Damit kann in jener Epoche bei einer attestierten 

Arbeitsunfähigkeit von 100% ein Invaliditätsgrad von 71% zugrunde gelegt 

werden. Die Phase, in der eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert war, 

entspräche damit rechnerisch – da der Invaliditätsgrad nach der Methode 

des Einkommensvergleiches bestimmt wird – einem Invaliditätsgrad von 

35,5% (50% von 71%). 

C-72/2020 

Seite 32 

Der Beschwerdeführer wies somit am 22. Januar 2009 erstmals einen In-

validitätsgrad von über 40% nach durchgehender Arbeitsunfähigkeit von 

mindestens 40% während eines Jahres auf. Vom 25. Februar 2008 bis zum 

21. Januar 2009, dem Ende des Wartejahres, war der Beschwerdeführer 

zu 50% arbeitsunfähig. Nach Ablauf des Wartejahres betrug die Arbeitsun-

fähigkeit nicht mehr 50% sondern 100%. Der Rentenanspruch setzt somit 

grundsätzlich im Januar 2009 ein; zu prüfen bleibt, in welcher Höhe. 

5.2.5 Das Bundesgericht erwog in BGE 121 V 264 E. 6b/cc, eine Arbeits-

unfähigkeit von mindestens 40% während eines Jahres allein vermöge kei-

nen Rentenanspruch zu begründen, sondern nur, wenn sich daran eine 

Erwerbsunfähigkeit von mindestens gleicher Höhe anschliesse. Dies gelte 

in gleicher Weise für alle drei gesetzlichen Rentenabstufungen. Die durch-

schnittliche Beeinträchtigung während eines Jahres und die nach Ablauf 

der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit müssten somit kumulativ 

und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen Mindest-

höhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zuge-

sprochen werden könne. Bei Ablauf des Wartejahrs bestand eine Arbeits-

unfähigkeit von 50%, sodass gemäss obenstehender Rechtsprechung eine 

Rente basierend auf dieser Beeinträchtigung zuzusprechen wäre. Wie be-

reits ausgeführt, hat die Arbeitsunfähigkeit von 50% vorliegend jedoch le-

diglich einen Invaliditätsgrad von 35,5% zur Folge, sodass ab Januar 2009 

effektiv noch kein Anspruch auf eine Rente entstehen konnte (vgl. Art. 28 

Abs. 2 IVG). Nachdem per 22. Januar 2009 indes eine Verschlechterung 

und damit eine Arbeitsunfähigkeit von 100% eintrat, entsteht der Renten-

anspruch auf eine ganze Rente bei einem IV-Grad von 71% nach Ablauf 

von drei Monaten (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV), also per 1. April 2009. 

5.2.6 Ab dem 25. Mai 2009 unternahm der Beschwerdeführer einen Ar-

beitsversuch im angestammten Beruf zu 100%, welcher allerdings als ge-

scheitert anzusehen ist, zumal der Beschwerdeführer aus gesundheitli-

chen Gründen gezwungen war, das Pensum des Arbeitsversuchs bereits 

per 2. September 2009 auf 50% zu reduzieren. Aus diesem Arbeitsversuch 

können somit keine Schlüsse auf eine mögliche Verbesserung des Ge-

sundheitszustands gezogen werden. Der Rentenanspruch auf eine ganze 

Rente besteht somit für diese Zeit unverändert. 

5.3 Zu prüfen ist, was ab dem Erreichen des Endzustandes am 2. Novem-

ber 2011 gilt. Das versicherungsmedizinische Hauptgutachten umschreibt 

– weitgehend dem wirbelsäulenchirurgischen Teilgutachten folgend – eine 

C-72/2020 

Seite 33 

mögliche adaptierte Tätigkeit wie folgt (IVSTA-act. 50 S. 56, S. 147, zu 

Frage 1.7.a)):  

Tätigkeiten, die Zwangspositionen und Überkopfarbeiten beinhalten sind aus-

zuschliessen. Sitzende Tätigkeiten sind aus rein somatischer Sicht zumutbar, 

sofern die Möglichkeit besteht, regelmässig auch aufstehen und umhergehen 

zu können. Zu langes Sitzen in unbewegter Position ist aufgrund zu erwarten-

der Probleme bei muskulärer Dysbalance nach 3 Eingriffen an der Halswirbel-

säule zu vermeiden. Bei den Operationen wurden 3-mal die Ansätze funktio-

nell wichtiger Muskeln an ihren knöchernen Ansätzen abgelöst und refixiert, 

was zu erheblichen Vernarbungen und muskulären Insuffizienzen in diesem 

Bereich führt. Auch in Ruhe muss der Kopf stetig muskulär in der Balance 

gehalten werden. Dies ist durch die erwähnten Muskelschäden und die Tatsa-

che, dass der erste bis dritte Halswirbel miteinander versteift wurden, erheb-

lich beeinträchtigt. Da die Fusion des ersten und zweiten Halswirbels, deren 

Bewegung gegeneinander beim Gesunden den Grossteil der möglichen 

Kopfrotation ausmacht, zu einer massiven Einschränkung der Kopfrotation 

führt, müssen darüber hinaus Tätigkeiten vermieden werden, bei denen wie-

derholt Kopfrotationen durchgeführt werden müssen, welche nicht durch Ro-

tation des gesamten Körpers sinnvoll kompensiert werden können. Aus den 

gleichen Gründen ist häufiges Heben und Senken des Kopfes zu vermeiden. 

Dabei würden dieselben zeitlichen Einschränkungen gelten, wie sie für die 

aus rein somatischer Sicht als angepasste Tätigkeit geltende Arbeit als Au-

toverkäufer gälten (a.a.O.). Dazu im Einzelnen (IVSTA-act. 50 S. 55, 

S. 147, zu Frage 1.6.a)): 

Hingegen [gemeint: anders als die Tätigkeit als Automechaniker] kann die zu-

letzt ausgeübte Tätigkeit als Autoverkäufer als angepasste Tätigkeit bezeich-

net werden, hier besteht rein aus somatischer Sicht noch eine Arbeitsfähigkeit. 

Dass er die Ressourcen hierzu hat, ergibt [sich] neben den objektivierbaren 

Befunden auch aus der Tatsache, dass er im jetzigen Alltag durchaus mobil 

ist und wenn auch mit Einschränkungen in der Lage ist, gewisse Gartenar-

beit oder Hausarbeiten durchzuführen. Unter der Voraussetzung einer op-

timalen Schmerztherapie, die eine erfolgreiche Occipitalis-Stimulation mit-

einschliesst, erscheint ein Pensum von 50% als Autoverkäufer möglich. 

Zeitlich ist hier die Einschränkung der Präsenz am Arbeitsplatz auf halbe 

Tage nötig. Die restliche Zeit wird Herr A._______ zur Erholung, Bewälti-

gung seines Alltags und für Schmerztherapie aufwenden müssen. Insbe-

sondere letztere wird dauerhaft und zeitintensiv sein, was jedoch zur Er-

haltung der Arbeitsfähigkeit notwendig ist. Während der Anwesenheit am 

Arbeitsplatz besteht die Einschränkung, dass Herr A._______ nicht länger 

als 30 Min ununterbrochen am PC arbeiten kann ohne zwischendurch auf-

zustehen. 

C-72/2020 

Seite 34 

5.4 Die Gutachter und die Gutachterin beantworten, anders als vorstehend 

dargestellt, zuerst die Frage nach der Arbeitsfähigkeit im angestammten 

Beruf und dann im Allgemeinen. Das ist der Fragestellung geschuldet. Zu 

lesen ist das so, dass sich die die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf, 

innerhalb dessen, was zu Frage 1.7.a) im Allgemeinen definiert wird, spe-

zifisch nach den Anforderungen der Antwort zu Frage 1.6.a) richtet. Diese 

beinhalten als eindeutige Voraussetzung eine optimale Schmerztherapie, 

die eine erfolgreiche Occipitalis-Stimulation miteinschliesst. Die Auffas-

sung des RAD-Arztes, dass diese nur ein möglicher Teil der vorausgesetz-

ten Therapie sei, findet im Gutachten keine Stütze. Vielmehr wird im wir-

belsäulenchirurgischen Gutachtensteil (der so in das Hauptgutachten ein-

fliesst) aus den bereits durchgeführten Therapieansätzen in einer «lücken-

losen Beweiskette» hergeleitet, dass dies der (wohl) letzte mögliche The-

rapieansatz ist – untermauert wird dies durch das Unverständnis, das der 

Gutachter der langjährigen Verweigerung einer Kostengutsprache entge-

genbringt (IVSTA-act. 50 S. 54, S. 146, je zu Frage 1.5.a)). 

5.5 Dem Ergänzungsgutachten vom 10. November 2020 lässt sich nach 

Evaluierung des Therapieerfolges Folgendes entnehmen (BVGer-act. 14, 

Beilage, S. 11 f., zu Frage 2):  

In unserem Vorgutachten sahen wir die Tätigkeit als Autoverkäufer als bereits 

optimal angepasste Tätigkeit an und postulierten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, 

allerdings unter der Voraussetzung einer erfolgreichen Stimulatortherapie. 

Diese hat sich aber leider nicht als nachhaltige Lösung erwiesen. Somit kann 

festgehalten werden, dass sich das chronifizierte Schmerzsyndrom durch 

keine weiteren medizinischen Massnahmen mehr verbessern lässt und daher 

eine Arbeitsfähigkeit aufgrund der massiven Einschränkungen des Exploran-

den schon nach kurzem Sitzen am PC, nicht mehr gegeben ist. 

Bei einer reinen Bürotätigkeit können die Anforderungen betreffend Vermei-

den von Zwangshaltungen des Kopfes eingehalten werden, jedoch sind bei 

Probefahrten durchaus gewisse Zwangshaltungen nötig (Kopfrotationen, zei-

gen von Details am/im Fahrzeug), welchen diesen definierten Einschränkun-

gen nicht genügend Rechnung tragen. Das Anforderungsprofil der konkreten 

Tätigkeit als Autoverkäufer scheint angesichts der Funktionseinschränkungen 

in qualitativer Sicht nicht uneingeschränkt möglich. Es beinhaltet (gemäss Ex-

plorand) auch teils längere Gespräche mit dem Kunden zur Fahrzeugkonfigu-

ration, die nicht ohne weiteres unterbrochen werden können, sowie gemein-

sam mit dem Kunden unternommene Probefahrten, was aufgrund der einge-

schränkten Kopfbeweglichkeit und der Schmerzen ebenfalls nur bedingt mög-

lich ist. Durch diese qualitativen Limitierungen erscheint die konkrete bisherige 

Tätigkeit in der Praxis kaum umsetzbar. 

Die im Vorgutachten attestierte Arbeitsfähigkeit von 50% kann u.E. insgesamt 

in einer angepassten Tätigkeit umgesetzt werden, wenn die obigen 

C-72/2020 

Seite 35 

qualitativen Limiten eingehalten werden können. Aufgrund des etwas ver-

mehrten Pausenbedarfs dürfte zum Erreichen der 50%igen Leistungsfähigkeit 

eine etwas höhere zeitliche Präsenz (von 60%) nötig sein. Durch die optimale 

Einhaltung der Funktionslimiten und Pausengestaltung erachten wir die restli-

che Zeit als genügend zur Erholung. 

Unabhängig von der Frage, ob die Befunde des Ergänzungsgutachtens ei-

nen direkten Einfluss auf die Frage nach dem Invaliditätsgrad des Be-

schwerdeführers haben, lässt sich dem entnehmen, dass das Gutachten 

vom 22. November 2017 im vorstehend, E. 5.4, geschilderten Sinne zu ver-

stehen ist. Darüber hinaus kann daraus geschlossen werden, dass die Ein-

schränkungen in der Kopfrotation – entgegen der Auffassung des RAD (IV-

STA-act. 84, S. 3) – zwar in den allgemeinen qualitativen Anforderungen 

an eine adaptierte Tätigkeit (als im Allgemeinen zu vermeidende Zwangs-

haltung), nicht aber in einer 50%igen Arbeitsfähigkeit als Autoverkäufer be-

rücksichtigt sind. Mit Vorliegen dieser «Lesehilfe» erübrigt sich der mit der 

Replik (S. 5) gestellte Antrag auf Einholen einer Erkundigung bei den Gut-

achtern betreffend den Sinngehalt des ersten Gutachtens. 

5.6 Der RAD – und ihm folgend die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid 

– betont in der Stellungnahme vom 30. September 2019, es liege eine 

«Fülle von krankheitsfremden, nicht IV relevanten Faktoren» vor, was im 

psychiatrischen Teilgutachten ausführlich dargelegt sei (IVSTA-act. 91 S. 

2). In der Stellungnahme auf Beschwerdeebene präzisiert der RAD diese 

Faktoren als «vorbestehende Charaktereigenschaften» wie die narzissti-

schen Persönlichkeitszüge, die als ungerecht und kränkend empfundene 

Kündigung und die Einengung auf die Symptomatik des Versicherten. 

Diese seien symptomverstärkend und -unterhaltend. Es werde denn auch 

das Erlernen von Copingstrategien als Therapieansatz empfohlen (BVGer-

act. 6, Beilage, S. 1 unten, S. 2 oben). In der Stellungnahme vom 30. Sep-

tember 2019 wird der psychiatrische Befund so zusammengefasst, dass 

dieser auf die vorbestehenden und nicht unfallbedingten akzentuierten 

Persönlichkeitszüge hinweise und eine für die Arbeitsfähigkeit relevante 

Störung verneine (IVSTA-act. 91 S. 1).  

Das ist in dieser Verkürzung zumindest irreführend. Das psychiatrische 

Teilgutachten und das Hauptgutachten weisen vier psychiatrische Diagno-

sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus (IVSTA-act. 50 S. 52, 

S. 112). Sie bezeichnen einzig die vorbestehenden, narzisstischen Persön-

lichkeitszüge als gänzlich unfallfremd, aber (zusammen mit den Vorunfäl-

len) als die Vulnerabilität erhöhend, und die Verbitterungsproblematik (we-

gen der Kündigung) als sekundär. Im Übrigen beschreiben sie die 

C-72/2020 

Seite 36 

psychische Überlagerung als Folge der Schmerzproblematik und die PTSD 

als direkte Unfallfolge. Diese Beschwerden, die für sich eine Arbeitsunfä-

higkeit von 20% rechtfertigten, seien mit der somatischerseits begründeten 

Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt. Zusammengefasst integriert die Ein-

schätzung der Arbeitsunfähigkeit im U._______-Gutachten die (durchaus 

als relevant beschriebenen) psychiatrischen Befunde und ordnet deren 

Beitrag ein. Es gibt in anderen Worten keine «Fülle» von krankheits- oder 

invaliditätsfremden Faktoren, die nicht fachgerechnet eingeordnet wäre. 

5.7 In den RAD-Beurteilungen vom 30. September 2019 (IVSTA-act. 91, 

S. 1) und vom 3. Februar 2020 (BVGer-act. 6, Beilage, S. 2) wird das neu-

rologische als das «wichtigste» respektive «wohl entscheidende» Teilgut-

achten hervorgestrichen. Gemäss diesem bestehe eine 80%ige Arbeitsfä-

higkeit als Autoverkäufer, werde die Fokussierung auf die Schmerzsymp-

tomatik betont und die Erarbeitung von Copingstrategien und die MMST 

(wohl: multimodale Schmerztherapie) als entscheidender Therapieansatz 

gesehen.  

Diese Darstellung greift zu kurz: Die neurologische Gutachterin grenzt die 

Schätzung der Arbeitsfähigkeit auf 80% in ihrem Teilgutachten als «aus 

fachneurologischer» Sicht erfolgend ein und verweist ausdrücklich auf das 

Gesamtgutachten mit der integrativen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Die 

von der neurologischen Gutachterin angeratenen Therapieansätze schlies-

sen das Erarbeiten von Coping-Strategien nur als Teil einer mehrjährigen, 

multimodalen Schmerztherapie neben einer funktionellen Elektrostimula-

tion und aktivierender Physiotherapie mit ein. Es mag zutreffend sein, dass 

die Neurologie gemäss Gutachterauftrag vom 20. Januar 2017 (IVSTA-act. 

45 S. 18) als die schwergewichtige Gutachtensdisziplin bezeichnet wurde. 

Indessen ändert dies nichts daran, dass es sich um ein interdisziplinäres 

Gutachten handelt und das Hauptgutachten, das eine integrative Beurtei-

lung wiedergibt, das ausschlaggebende ist. Ein Dissens seitens der Neu-

rologin in der integrativen Beurteilung ist denn auch nicht erkennbar. 

5.8 Auf Beschwerdeebene betonen der RAD und ihm folgend die Vor-

instanz, es sei auf objektivierbare, klinische und bildgebende Befunde ab-

zustellen und nicht auf «subjektive und krankheitsfremde Faktoren» res-

pektive die «Beurteilung der Arbeitsfähigkeit orientiere sich an klinischen 

Untersuchungsbefunden, gestellten Diagnosen und bildgebenden Verfah-

ren und nicht an theoretischen Erfolgsaussichten einer noch durchzufüh-

renden Therapie, die im Übrigen keinerlei Erfolgsgarantie biete» (BVGer-

act. 6 S. 3 und Beilage S. 2).  

C-72/2020 

Seite 37 

Die Vorinstanz bezeichnet das U._______-Gutachten (unter ausdrückli-

chem Zitierverweis auf das Hauptgutachten) als beweiskräftig (BVGer-act. 

6 S. 2 oben). Dieses beruht auf fachgerecht erhobenen klinischen Befun-

den aus drei Disziplinen und stützt seine Schlussfolgerungen nicht auf 

«subjektive und krankheitsfremde Faktoren» ab. In dieser klinischen Be-

fundung steht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als Autoverkäufer unter dem 

Vorbehalt einer optimierten Schmerztherapie unter Einschluss einer erfolg-

reichen Occipitalis-Neurostimulation. In anderen Worten besteht ohne Er-

füllen dieser Bedingung keine 50%ige Arbeitsfähigkeit als Autoverkäufer. 

Das ist die Schlussfolgerung aus der Befundung und es geht nicht an, die 

fachärztlich formulierte Voraussetzung wegen der Ungewissheit über de-

ren Erfolg gänzlich auszuklammern und die bedingt angenommene Ar-

beitsfähigkeit zu einer unbedingten zu erklären. 

5.9 Nicht erkennbar ist, welche Relevanz der RAD der Frage beimessen 

will, warum die Neurostimulation nicht zeitnah zur Kostengutsprache er-

folgte, respektive ob er dies dem Verhalten des Versicherten zuschreiben 

will (IVSTA-act. 91 S. 1 unten, S. 2 oben, BVGer-act. 6 S. 1 unten). Ange-

sichts dessen, dass die fragliche Implantation seit dem Frühjahr 2012 dis-

kutiert wurde und die behandelnden Ärzte seit August 2012 wiederholt Kos-

tengutsprachegesuche stellten (Sachverhalt, Bst. A.h und A.j), ist ein feh-

lender Patientenwille beim im Behandlungsverlauf durchaus therapieberei-

ten Beschwerdeführer jedenfalls nicht zu vermuten. Ein Mahn- und Be-

denkzeitverfahren infolge einer verweigerten zumutbaren Behandlung 

(Art. 21 Abs. 4 ATSG) führte die Vorinstanz nicht durch. Nach Erteilung der 

Kostengutsprache im Februar respektive Juli 2018 erfolgte die testweise 

Implantation im August 2018 (nicht, wie der RAD annimmt, 2019; Sachver-

halt, Bst. A.o). Das kann als durchaus zeitnah bezeichnet werden. Zumal 

der Beschwerdeführer im Oktober 2018 das Rentenalter erreichte, ist die 

Frage ohnehin von untergeordneter Bedeutung. 

5.10 Zu kurz greift schliesslich die Annahme der Vorinstanz, sie könne bei 

Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf auf ei-

nen Einkommensvergleich verzichten und auf eine 50%ige Erwerbsein-

busse schliessen. In seiner damaligen Anstellung arbeitete der Beschwer-

deführer zu einem grossen Teil auf Provisionsbasis. Bereits aus einer ent-

sprechenden Mitteilung des Arbeitgebers an die C._______ vom 20. Feb-

ruar 2014 ergibt sich, dass eine lineare Hochrechnung nicht realistisch sei 

(IVSTA-act. 43 S. 111). Das ist kohärent mit der Kündigungsbegründung 

(Sachverhalt Bst. A.e; IVSTA-act. 23 S. 10 f.) und dem Arbeitgeberfrage-

bogen vom 20. Juni 2008 mit den beiliegenden Auszügen aus der 

C-72/2020 

Seite 38 

Lohnbuchhaltung, die den variablen Charakter des Einkommens belegen 

(IVSTA-act. 10, insb. Ziff. 2.10 und beiliegenden Auszügen aus der Lohn-

buchhaltung). Die beschwerdeführerische Argumentation, dem nur teilzeit-

lich anwesenden Autoverkäufer sei nicht möglich, ständig an interessierten 

Kunden «dranzubleiben» und diese würden sich halt an andere, anwe-

sende Verkäufer wenden (Beschwerde, Ziff. 34), ist jedenfalls im gehobe-

nen Sektor, in dem der Beschwerdeführer tätig war, nicht von der Hand zu 

weisen. 

5.11 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz gestützt auf die 

Akten nicht von einer Arbeitsfähigkeit von 50% im angestammten Beruf und 

einer linearen Erwerbseinbusse von 50% ausgehen konnte. Sie hätte das 

Invalideneinkommen ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 50% und 

unter Berücksichtigung des im U._______-Gutachten vom 22. November 

2017 umschriebenen (und im Ergänzungsgutachten vom 10. November 

2020 bestätigten) qualitativen Anforderungsprofils anhand des als ein-

schlägig zu bestimmenden LSE-Tabellenlohnes zu bestimmen gehabt. 

6.   

6.1 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 

ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2021 

gültig gewesenen Fassung aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be-

stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-

bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali-

deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkom-

men). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 

dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög-

lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich 

aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allge-

meine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2; Ur-

teil des BGer 8C_536/2017 vom 5. März 2018 E. 5.1). 

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hy-

pothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- 

und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und all-

fällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 

Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.1 und 

C-72/2020 

Seite 39 

E. 4.2; Urteil des BGer 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.2). Für die 

Bemessung der Invalidität einer im Ausland wohnhaften versicherten Per-

son sind Validen- und Invalideneinkommen grundsätzlich bezogen auf den-

selben Arbeitsmarkt zu ermitteln (BGE 137 V 20 E. 5.2.3.2; Urteil des BGer 

8C_300/2015 vom 10. November 2015 E. 7.1). 

6.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist nach der Rechtspre-

chung entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest-

mög