# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f68ebaf-8cec-5b42-80f6-7cabe73919d3
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 19.10.2023 3-RV.2021.160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2021-160_2023-10-19.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2021.160       
P 173 
 

 

 

 

Urteil vom 19. Oktober 2023 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Wick  

Richter Lämmli  

Gerichtsschreiber Ceni          

 

 
 

   

Rekurrent 1  A._____  

 

Rekurrentin 2  B._____  

 

beide vertreten durch C._____ GmbH 

 

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission P._____ 

vom 9. September 2021 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2018 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 25. Mai 2021 wurden A._____ und B._____ von der 

Steuerkommission P._____ für das Jahr 2018 zu einem steuerbaren 

Einkommen von CHF 165'700.00 (satzbestimmendes Einkommen 

CHF 165'700.00) und zu einem steuerbaren Vermögen von 

CHF 5'893'000.00 (satzbestimmendes Vermögen CHF 5'997'000.00) ver-

anlagt. Dabei wurde die Wertberichtigung eines Darlehens von 

CHF 40'000.00 als geschäftsmässig nicht begründet qualifiziert und folglich 

bei den Einkünften aus selbständiger Haupterwerbstätigkeit des Eheman-

nes aufgerechnet. 

 

2. 

Gegen die Veranlagungsverfügung vom 25. Mai 2021 erhoben A._____ 

und B._____ mit Schreiben vom 24. Juni 2021 Einsprache. Sie beantrag-

ten, die Wertberichtigung des Darlehens an die D._____ AG (nachfolgend: 

D._____ AG) um CHF 40'000.00 sei als geschäftsmässig begründet zum 

Abzug zuzulassen. 

 

3. 

Mit Entscheid vom 9. September 2021 wies die Steuerkommission P._____ 

die Einsprache ab. 

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 9. September 2021 (Zustellung am 15. Sep-

tember 2021) liessen A._____ und B._____ mit Rekurs vom 6. Oktober 

2021 (Postaufgabe gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht, Abtei-

lung Steuern, weiterziehen. Sie stellten folgenden Antrag: 
 

"Der Einsprache-Entscheid der Steuerkommission zu Kantons- und Gemein-
desteuern 2018 vom 09.09.2021 sei aufzuheben, das in der Jahresrechnung 
2018 der Einzelfirma E._____ bilanzierte Darlehen an D._____ AG über 
40'000 CHF sei als Geschäftsvermögen zu qualifizieren und die diesbezüglich 
in der Erfolgsrechnung 2018 verbuchte Wertberichtigung von 40'000 CHF sei 
als geschäftsmässig begründet anzuerkennen." 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen. 

 

5. 

Das Gemeindesteueramt P._____ und das Kantonale Steueramt beantra-

gen die Abweisung des Rekurses. 

 

6. 

A._____ und B._____ liessen auf eine Replik verzichten.  

 - 3 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2018. 

Massgebend für die Beurteilung ist das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG). 

 

2. 

2.1. 

Der Rekurrent war 2018 Inhaber der Einzelunternehmung E._____ 

(nachfolgend: EU E._____) und Alleinaktionär der F._____ AG 

(nachfolgend: F._____ AG). 

 

2.2. 

Mit Kaufvertrag vom 28. Februar 2018 erwarb die F._____ AG von G._____ 

(Geschäftsführer D._____ AG) 400 Namenaktien der D._____ AG (nominal 

à CHF 100.00/pro Aktie) für CHF 1.00. Zudem sicherte der Rekurrent als 

Vertreter der F._____ AG und im Namen der EU E._____ im 

Aktienkaufvertrag zu, dass der D._____ AG weitere Liquidität in Form eines 

von der EU E._____ gewährten Darlehens von CHF 40'000.00 zur 

Verfügung gestellt werde (vgl. Ziff. 6.6 des Aktienkaufvertrages; 

Rekursbeilage 4). 

 

2.3. 

2.3.1. 

Die EU E._____ bezweckt (…) (vgl. Internet-Auszug aus dem 

Handelsregister vom 26. September 2023). 

 

2.3.2. 

Die F._____ AG bezweckt (…). Die F._____ AG wurde am tt.mm.2022 im 

Handelsregister gelöscht (vgl. Internet-Auszug aus dem Handelsregister 

vom 26. September 2023). 

 

2.3.3. 

Die D._____ AG bezweckt (…) (vgl. Internet-Auszug aus dem Han-

delsregister vom 26. September 2023). 

 

2.4. 

Am 27. Februar 2018 überwies die Rekurrentin von ihrem Konto aaa 

(Kontokorrent EUR) bei der H._____ CHF 40'000.00 mit dem Vermerk 

"Darlehen E._____" an die D._____ AG. Die EU E._____ buchte diese 

Überweisung in ihrer Bilanz als Darlehen ein. 

 

 - 4 - 

 

 

2.5. 

Am tt.mm.2018 wurde über die D._____ AG der Konkurs eröffnet. Die 

Verfügung über die Konkurseröffnung wurde im Oktober 2018 aufgehoben. 

Per tt.mm.2020 wurde die Gesellschaft durch Konkurs aufgelöst (vgl. 

Internet-Auszug aus dem Handelsregister vom 26. September 2023). 

 

2.6. 

Nach der Konkurseröffnung über die D._____ AG wurde das Darlehen im 

September 2018 in der Erfolgsrechnung 2018 der EU E._____ 

vollumfänglich erfolgswirksam wertberichtigt. 

 

2.7. 

Im Veranlagungsverfahren beurteilte die Steuerkommission P._____ diese 

Wertberichtigung als nicht geschäftsmässig begründet und stufte in-

folgedessen das Darlehen als Privatdarlehen ein. Weiter qualifizierte sie 

den Vermögensverlust als privaten, nicht abziehbaren Kapitalverlust. 

 

2.8. 

Zu prüfen ist, ob die im Jahr 2018 getätigte Wertberichtigung des Darlehens 

an die D._____ AG über CHF 40'000.00 als geschäftsmässig begründet 

gilt. 

 

3. 

3.1. 

Darlehen gehören zu den sog. Alternativgütern. Es handelt sich um Vermö-

genswerte, die nicht aufgrund ihrer Beschaffenheit und Funktion von vorn-

herein unzweifelhaft entweder dem Geschäftsvermögen oder dem Privat-

vermögen zuzuordnen sind.  

 

3.2. 

Für die Bestimmung, ob ein Vermögenswert dem Geschäfts- oder Privat-

vermögen zuzuordnen ist, ist auf die Gesamtheit der objektiv feststellbaren 

tatsächlichen Verhältnisse abzustellen. Von besonderer Bedeutung ist die 

technisch-wirtschaftliche Funktion des Vermögenswertes, d.h. ob dieser 

dem Geschäft tatsächlich dient. Ist dies nicht der Fall, liegt in aller Regel 

kein Geschäftsvermögen vor. Dass der Vermögenswert für den Betrieb 

aber zwingend notwendig ist, wird nicht vorausgesetzt.  

 

Weiter können als Indizien die Eigentumsverhältnisse, die buchmässige 

Behandlung – soweit sie auf den Willen des Steuerpflichtigen hinweist, den 

Vermögenswert dem geschäftlichen bzw. dem privaten Bereich zuzuord-

nen – und das Erwerbsmotiv in Betracht fallen. Der subjektive Wille des 

Steuerpflichtigen ist für sich allein nicht massgebend, sondern nur, soweit 

er sich in der tatsächlichen Gestaltung der Verhältnisse niederschlägt (vgl. 

BGE 133 II 420; RGE vom 21. Juni 2012 [3-RV.2011.122]; BStPra XVIII 

S. 564, mit Hinweisen; vgl. StR 2000 S. 482, mit Hinweisen). 

 - 5 - 

 

 

3.3. 

Der fragliche Gegenstand muss effektiv geschäftlichen Zwecken dienen, 

um Geschäftsvermögen zu sein. Wenn die pflichtige Person bei ihrer Buch-

führung im Verlaufe der Zeit in Widersprüche verfallen ist oder neben dem 

Geschäfts- auch Privatvermögen in die Bilanz aufgenommen hat, ohne 

dass eine klare Kennzeichnung als Privatvermögen erfolgt ist, ist die buch-

mässige Behandlung für sich allein von geringer Bedeutung (vgl. Arnold 

Martin, Geschäfts- und Privatvermögen im schweizerischen Einkommens-

steuerrecht, ASA 75 S. 279; vgl. auch VGE vom 9. Juni 2017 [WBE.2017. 

110], E. 2.2). 

 

4. 

4.1. 

Die Steuerkommission P._____ hielt in ihrem Einspracheentscheid fest, 

dass für die Qualifikation des Darlehens als Geschäftsvermögen nur die 

buchmässige Behandlung spreche. Das Darlehen sei im Jahr 2018 in die 

Bilanz der EU E._____ eingebucht und im gleichen Jahr wertberichtigt 

worden. 

 

Für die Darlehensgewährung hätten private Gründe klar im Vordergrund 

gestanden. So habe die buchmässige Behandlung des Darlehens vorlie-

gend keine wesentliche Bedeutung, weil bereits im Jahr 2018 klar gewesen 

sei, dass das Darlehen abgeschrieben werden müsse. Im Zeitpunkt der Er-

stellung des Geschäftsabschlusses 2018 und erst recht bei Abgabe der 

Steuererklärung im August 2019 habe Gewissheit geherrscht, dass das 

Darlehen uneinbringlich sei. Wäre die Investition in die Beteiligung und das 

Darlehen zum gleichen Zeitpunkt bereits von Erfolg gekrönt gewesen, hätte 

das Darlehen genauso gut nicht bilanziert und privat deklariert werden kön-

nen. Auch dass die Banküberweisung vom 27. Februar 2018 ab dem Pri-

vatkonto der Rekurrentin den Zahlungsvermerk "Darlehen E._____" 

enthalten habe, sei kein entscheidendes Indiz. Die EU E._____ habe selber 

keine flüssigen Mittel für ein Darlehen von CHF 40'000.00 gehabt.  

 

In diesem Zusammenhang stelle sich die Frage, wieso das Darlehen nicht 

von der F._____ AG, welche auch die 400 Aktien der D._____ AG erworben 

habe, gewährt worden sei. Das Darlehen hätte ohne Weiteres auch von der 

F._____ AG gewährt werden können, wenn anderseits die Rekurrenten der 

F._____ AG ein Darlehen gewährt hätten. 

 

Der Geschäftszweck der EU E._____ beinhalte nicht die Beteiligung an Un-

ternehmungen und die Darlehensgewährung. Auch das sei ein Indiz für 

eine private Darlehensgewährung. 

 

Die Rekurrenten hätten sich vor der Darlehensgewährung nicht mittels Do-

kumenten von der positiven Perspektive der D._____ AG überzeugen 

lassen. Auch mit grossen Aufträgen von der D._____ AG an die EU 

 - 6 - 

 

 

E._____ hätten die Rekurrenten nicht rechnen können. Gemäss 

Handelsregistereintrag sei die EU E._____ nicht auf Beratungen im 

Lebensmittelgeschäft spezialisiert.  Die EU E._____ sei im Jahr 2018 gar 

nicht aktiv gewesen. Jedenfalls weise die Erfolgsrechnung keinen Ertrag 

aus. Das habe sich im Folgejahr nicht geändert. Die Einzelunternehmung 

sei in den Jahren 2018 und 2019 faktisch stillgelegt gewesen. Daher 

erscheine die Einbuchung und Wertberichtigung des Darlehens von 

CHF 40'000.00 weder sachgemäss noch geschäftlich begründet. 

 

Das Darlehen halte zudem einem Drittvergleich nicht stand. Die Darlehens-

gewährung sei aufgrund der langjährigen Freundschaft mit I._____ erfolgt. 

Grundlage der Investition seien ein paar vage Angaben per E-Mail 

gewesen. Vorgängig seien keine weiteren Unterlagen wie Ge-

schäftsabschlüsse oder andere Dokumente eingeholt worden. Ebenso 

liege kein Darlehensvertrag vor, welcher die Sicherheiten, Verzinsung und 

die Rückzahlung regle. Auch wenn nach den Vorschriften des Obligatio-

nenrechts Darlehensverträge nicht schriftlich sein müssen, sei es im kauf-

männischen Verkehr üblich, dass Darlehensverträge in dieser Grössenord-

nung und mit diesen Risiken schriftlich abgeschlossen werden. 

 

Abschliessend hielt die Steuerkommission fest, aufgrund der gesamten 

Verhältnisse stelle das gewährte Darlehen an die D._____ AG ein 

Privatdarlehen dar. Die Wertberichtigung sei deshalb nicht 

geschäftsmässig begründet gewesen. Daran ändere nichts, dass die 

EU E._____ nicht auf die Darlehensforderung verzichtet habe. Die 

Steuerkommission sei mit den Rekurrenten einig, dass aufgrund der 

Konkurseröffnung gegen die D._____ AG eine Wertberichtigung des 

Darlehens bereits im Jahr 2018 nötig gewesen sei. Nur handle es sich 

dabei im privaten Bereich auch um einen nicht abziehbaren privaten 

Kapitalverlust. 

 

4.2. 

Die Rekurrenten machten in der Einsprache und mit Rekurs geltend, ge-

mäss Aktienkaufvertrag sei der Darlehensgeber die EU E._____. Dies sei 

auch aus dem Zahlungsbeleg der Darlehensüberweisung ersichtlich. Das 

Darlehen sei dementsprechend in die Bilanz der EU E._____ 

aufgenommen und vom Rekurrenten damit eindeutig dem 

Geschäftsvermögen zugeordnet worden. Da der F._____ AG die 

finanziellen Mittel gefehlt hätten, sei nur die EU E._____ als 

Darlehensgeberin in Frage gekommen. Es sei effizienter gewesen, das 

Darlehen direkt von der EU E._____ an die D._____ AG zu gewähren, ohne 

dass die F._____ AG dazwischen geschaltet worden sei. Auch wenn die 

Darlehensgewährung nicht zum Hauptzweck der EU E._____ gehöre und 

somit diese Tätigkeit nicht entsprechend im Handelsregister eingetragen 

gewesen sei, sei es insbesondere unter verbundenen Unternehmen nicht 

verboten, in Einzelfällen Darlehen zu gewähren. 

 - 7 - 

 

 

 

Zum Zeitpunkt der Darlehensgewährung im Februar 2018 sei A._____ mit 

der Familie auf zweimonatiger Rundreise in Q gewesen. Von den effektiven 

Finanzproblemen der D._____ AG sei ihm nichts bekannt gewesen. Das 

von der EU E._____ zur Verfügung gestellte Darlehen sollte zur 

Finanzierung der Produktionssteigerung und dem Aufbau einer neuen 

Produktlinie dienen, da mit der Firma J._____ ein neuer grosser Kunde 

gewonnen werden konnte. 

 

Der Kauf von Aktien der D._____ AG und die Gewährung des Darlehens 

seien keinesfalls hoch riskant gewesen. Das Geschäft sei dem Rekurrenten 

von I._____, welcher seinerseits erheblich mehr Geld in die D._____ AG 

investiert habe, vorgeschlagen worden. A._____ habe seinen Entscheid 

sorgfältig abgeklärt. Als langjähriger Freund, erfahrener Geschäftsmann 

und Fachmann im Lebensmittelbereich habe I._____ weiterhin das volle 

Vertrauen des Rekurrenten. 

 

Für die EU E._____ seien für die Darlehensgewährung verschiedene 

Gründe ausschlaggebend gewesen. So seien die Perspektiven positiv 

gewesen, da mehrere Aufträge (z.B. K._____, L._____) und Offerten (z.B. 

J._____, M._____) vorgelegen hätten. Weiter habe die Zusicherung des 

Geschäftsführers der D._____ AG vorgelegen, dass mit den bestehenden 

Gläubigern eine Vereinbarung getroffen werde. Zudem habe sich der Re-

kurrent Beratungsaufträge der D._____ AG an die EU E._____ erhofft. In 

einem ersten Schritt hätte die EU E._____ den Finanzbereich der D._____ 

AG übernehmen sollen. Aus diversen Gründen sei es aber zu keiner 

Zusammenarbeit gekommen. Jedoch hätte die EU E._____ sehr wohl mit 

grösseren Aufträgen seitens der D._____ AG rechnen können – sowohl im 

Finanzbereich als auch in der Personalvermittlung. 

 

Die effektive finanzielle Lage der D._____ AG sei zum Zeitpunkt der Darle-

hensgewährung weder dem Rekurrenten noch I._____ bekannt gewesen. 

Das wahre Ausmass sei nicht einmal dem Geschäftsführer der D._____ AG 

bekannt gewesen. Weder habe die Buchhaltung den kaufmännischen 

Standards entsprochen, noch habe der Geschäftsführer Kenntnisse als 

auch Erfahrung für die realistische Einschätzung der finanziellen Lage des 

Unternehmens gehabt.  

 

Weiter machten die Rekurrenten geltend, dass die definitive Auflösung der 

D._____ AG durch Konkurs erst am tt.mm.2020 vom Konkursrichter verfügt 

worden sei. Im Zeitpunkt der buchhalterischen Wertberichtigung im Jahr 

2019 für das Geschäftsjahr 2018 habe die Möglichkeit bestanden, dass 

sich die D._____ AG zu einem späteren Zeitpunkt von den finanziellen 

Schwierigkeiten erholen würde und das Darlehen samt Zins hätte zurück-

zahlen können. 

 - 8 - 

 

 

 

Weiter liessen die Rekurrenten vorbringen, dass die Gewährung eines Dar-

lehens durch die EU E._____ an ihre Tochtergesellschaft N._____ AG, 

welche ebenfalls im Lebensmittelgeschäft tätig sei, und dessen 

Wertberichtigung von der Steuerbehörde akzeptiert worden sei. Der Erwerb 

der Beteiligung an der N._____ AG und die anschliessende Gewährung 

des Darlehens an diese seien vergleichbar abgewickelt worden. Die 

Finanzierung der D._____ AG sei insofern kein spezieller Fall. Die 

Vorgehensweise sei von den Rekurrenten bewusst so gewählt worden. 

 

Die Gründe des Scheiterns der D._____ AG seien vielfältig gewesen. Zum 

Zeitpunkt der Darlehensgewährung habe es jedoch eine klare Perspektive 

für eine erfolgreiche Weiterentwicklung gegeben. Es hätten mehrere gute 

hoffungsvolle Entwicklungen und Zusagen bestanden.  

 

5. 

5.1. 

Für die EU E._____ wurde eine eigene Buchhaltung geführt. Grundsätzlich 

wurden das Geschäfts- und Privatvermögen von den Rekurrenten getrennt 

ausgewiesen. Die Wertberichtigung des der D._____ AG gewährten Darle-

hens wurde in der Erfolgsrechnung 2018 der EU E._____ als Aufwand 

ausgewiesen. Wollte man allein auf die buchhalterische Behandlung 

abstellen, müsste demnach von einem Geschäftsdarlehen ausgegangen 

werden. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, sprechen die konkreten 

Umstände der Darlehensgewährung hingegen gegen das Vorliegen eines 

geschäftlichen Darlehens. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Um das Ausfallrisiko bei einer Darlehensgewährung zu minimieren, ist es 

üblich, adäquate Sicherheiten und Vereinbarungen zur Amortisation eines 

Darlehens zu vereinbaren, was im Geschäftsverkehr insbesondere dann 

gilt, wenn das Verlustrisiko wie vorliegend erheblich ist. Es ist nicht ersicht-

lich, dass Sicherheiten oder Amortisationsvereinbarungen verabredet wur-

den.  Dieses Vorgehen entspricht nicht kaufmännischen Gebräuchen. Der 

Verzicht auf die Gewährung von adäquaten Sicherheiten erscheint insbe-

sondere aufgrund der Höhe des Darlehens als unüblich und spricht bereits 

eindeutig für ein privates Darlehen.  

 

5.2.2. 

Gemäss Art. 313 Abs. 2 OR wird im kaufmännischen Verkehr die Verzin-

sung des Darlehens vermutet. Die Rekurrenten machen unbelegt geltend, 

dass die D._____ AG den üblichen Jahreszins zu entrichten gehabt hätte. 

Von dessen Einforderung sei aber aufgrund der Wertberichtigung im selben 

Jahr des Darlehens abgesehen worden. Das ist nicht glaubhaft. 

 

 - 9 - 

 

 

Ob von einem vorläufigen oder einem endgültigen Verzicht auf Zinsen aus-

zugehen ist, geht aus den Ausführungen der Rekurrenten nicht hervor. Da 

in der Bilanz und Erfolgsrechnung 2018 keine Forderungen gegenüber der 

D._____ AG ersichtlich sind, müsste wohl von einem definitiven Verzicht 

ausgegangen werden. In Widerspruch dazu stehen jedoch die Angaben der 

Rekurrenten, wonach diese im Zeitpunkt der buchhalterischen 

Wertberichtigung im Jahr 2019 von einer finanziellen Erholung der D._____ 

AG und zu einem späteren Zeitpunkt von der Möglichkeit der Rückzahlung 

von Darlehen samt Zins ausgegangen sein wollen. Ein Verzicht auf die 

Einforderung der aufgelaufenen Zinsschulden erscheint daher als 

zweifelhaft. 

 

Es ist daher davon auszugehen, dass für das Darlehen keine Zinsen ge-

schuldet waren. Dies spricht dafür, dass es sich um ein reines Privatdarle-

hen handelt. 

 

5.2.3. 

Die Rekurrenten berufen sich bezüglich des Darlehens immer wieder auf 

den Kaufvertrag. Fraglich ist zum einen, wann der eingereichte Aktienkauf-

vertrag, der auch schriftlicher Darlehensvertrag gewesen sein soll, erstellt 

wurde. Zum anderen enthält der Vertrag verschiedene Widersprüche.  

 

Vorab wurde das maschinengeschriebene Datum des Aktienkaufvertrages 

("S._____, 29. August 2017") handschriftlich mit dem "28.2.2018" korrigiert. 

Nach den Angaben in der Einsprache hielten sich die Rekurrenten jedoch 

Ende Februar 2018 "auf zweimonatiger Rundreise in Q" auf. Wie es da zur 

Unterzeichnung am 28. Februar 2018 gekommen sein soll, ist schwer 

nachvollziehbar. Die Überweisung des Darlehens erfolgte sodann bereits 

am 27. Februar 2018 durch die Ehefrau, da "nur die Ehefrau Zugriff auf 

Online-Banking hätte". In Abweichung von Ziff. 4 "Vollzug" des 

Kaufvertrages (Vorlage einer Bestätigung bei Vertragsunterzeichnung für 

die Überweisung des Kaufpreises) wurde vom Verkäufer auf dem Aktien-

kaufvertrag bei Ziff. 3 "Kaufpreis" festgehalten "Betrag Erhalten am 

11.4.2018", was auf einen späteren Vertragsschluss schliessen lassen 

könnte.  

 

Der Kaufvertrag ist nicht nur hinsichtlich Datierung unsorgfältig abgefasst, 

werden doch in Ziff. 4 "Vollzug" die Vertragsparteien verwechselt (Der 

Kaufpreis soll auf das Konto des "Käufers" überwiesen werden). 

 

Der Kaufvertrag, der auch das Darlehen regeln soll, erscheint damit insge-

samt als wenig geeignet, die Behauptung der Rekurrenten, es habe ein 

geschäftliches Darlehen vorgelegen, zu stützen. 

 

 - 10 - 

 

 

5.2.4. 

Insgesamt ist der Vorinstanz zuzustimmen, wonach die Darlehensgewäh-

rung einem Drittvergleich nicht standhält. Einem Dritten wäre wohl kaum 

ein Darlehen in dieser Grössenordnung ohne Sicherheiten und ohne Ver-

zinsung gewährt worden. 

 

5.3. 

Ein erkennbarer Nutzen der Darlehensgewährung bestand zweifellos in der 

Erzielung eines Vermögensertrages, was jedoch für die Einzelunterneh-

mung wie für die Rekurrenten privat gleichermassen gilt. Da aus der Er-

folgsrechnung keine Zinserträge ersichtlich sind und daher keine Zinsen 

bezahlt wurden, flossen der EU E._____ keine liquiden Mittel zu. Ein 

tatsächlicher geschäftlicher Nutzen blieb – wie die vorliegend zu 

beurteilende Wertberichtigung zeigt – sogar vollständig aus. Im Weiteren 

ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass das der D._____ AG gewährte 

Darlehen nicht im Geschäftsinteresse der Einzelfirma liegen konnte. Die 

Darlehensgewährung ist nicht vom Gesellschaftszweck (vgl. Erw. 2.2.2) 

gedeckt. 

 

5.4. 

Die Konstellation, in der die F._____ AG als Käuferin der Namenaktien der 

D._____ AG und die EU E._____ als Darlehensgeberin auftreten, 

begründen die Rekurrenten mit fehlenden finanziellen Mitteln der F._____ 

AG. Als Darlehensgeberin sei nur die EU E._____ in Frage gekommen. 

Diese Begründung kann insofern nicht nachvollzogen werden, als die EU 

E._____ gemäss ihrer Bilanz und Erfolgsrechnung 2018 gleichermassen 

die finanziellen Mittel fehlten, um ein Darlehen von CHF 40'000.00 

gewähren zu können. Das Darlehen wurde durch die Rekurrentin von ihrem 

Konto an die D._____ AG überwiesen. In der Bilanz und Erfolgsrechnung 

2018 der EU E._____ ist kein Guthaben der Rekurrentin gegenüber der EU 

E._____ ersichtlich. Das Darlehen erfolgte folglich direkt aus privaten 

Mitteln der Rekurrenten, was wiederum für eine Qualifikation als 

Privatdarlehen spricht. 

 

5.5. 

Der Umstand, dass es sich bei I._____ um einen langjährigen Freund des 

Rekurrenten handelt, spricht durchaus für eine privat motivierte 

Darlehensgewährung. Dass nicht geschäftliche Motive im Vordergrund 

standen, zeigt sich auch daran, dass das Darlehen ohne jegliche Sicher-

heiten ausgerichtet wurde. Weiter ist den Akten zu entnehmen, dass vor 

dem Aktienkauf bzw. vor der Darlehensgewährung keine eingehende Risi-

koanalyse durchgeführt wurde. Der Rekurrent erkundigte sich zwar vorgän-

gig, indem er G._____ per E-Mail einige Fragen zur Darlehenshöhe, zur 

Verwendung des Darlehens, zu den Fixkosten der D._____ AG und dem 

Potential (bisherige Zusagen/Aufträge, potentielle Aufträge) stellen liess, 

jedoch unterliess er es – insbesondere als Finanzfachmann – sich Einblick 

 - 11 - 

 

 

in die Geschäftsbücher der D._____ AG zu verschaffen. Obwohl sich die 

Rekurrenten im Kaufzeitpunkt ferienhalber in Q aufhielten, wäre es ohne 

grösseren Aufwand möglich gewesen, sich die Jahresrechnungen und 

Erfolgsrechnungen der letzten Geschäftsjahre der D._____ AG für eine 

minimale Prüfung zu beschaffen. Zudem ist dem Mailverkehr zwischen 

dem Rekurrenten und I._____ zu entnehmen, dass dem Rekurrenten sehr 

wohl bewusst war, dass es sich um eine hochriskante Investition handelte, 

als I._____ dem Rekurrenten mitgeteilt hatte, dass die D._____ AG zu 

diesem Zeitpunkt nichts wert sei (vgl. E-Mail vom 24. Januar 2018 von 

I._____ an den Rekurrenten).  

 

5.6. 

Sodann wurde von den Rekurrenten behauptet, sie hätten sich durch die 

Darlehensgewährung grössere Aufträge der D._____ AG für die EU 

E._____ erhofft. Daher habe ein geschäftliches Interesse vorgelegen. Die 

EU E._____ bezweckt (…). Fakt ist, dass – wie die Rekurrenten selber 

zugestehen – es zu keiner Zusammenarbeit gekommen ist. Zudem ist dem 

Mailverkehr zwischen G._____ und I._____ zu entnehmen, dass sich der 

Rekurrent persönlich und nicht im Auftragsverhältnis mit der EU E._____ 

in die D._____ AG einbringen sollte (vgl. E-Mail vom 2. Februar 2018 von 

G._____ an I._____). Insgesamt ist eine geschäftliche Zusammenarbeit 

zwischen der EU E._____ und der D._____ AG, welche eine Darlehensge-

währung als geschäftlich motiviert erscheinen liesse, nicht zu erkennen und 

nicht glaubhaft. 

 

5.7. 

Die Sanierung einer notleitenden Gesellschaft ist Sache der Gesellschaf-

ter. Vorliegend wäre es somit Aufgabe der F._____ AG – und nicht der EU 

E._____ – gewesen als Aktionärin der D._____ AG 

Sanierungsmassnahmen – wie z.B. das Einbringen von 

Sanierungsbeiträgen – zu ergreifen. Verfügte die F._____ AG nicht über 

die notwendigen Mittel für eine Sanierung, wäre es Aufgabe ihres 

Aktionariats (Rekurrenten) gewesen, die notwendigen (privaten) Mittel 

bereitzustellen. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass auch Sa-

nierungsbeiträge von Aktionären an ihre notleidenden Gesellschaft Kapital-

einlagen darstellen, welche steuerlich nicht zum Abzug zugelassen sind 

(vgl. VGE vom 16. November 2000 [BE.99.00151]; RGE vom 20. Novem-

ber 2003; RGE vom 1. März 2001, bestätigt durch VGE vom 11. Februar 

2002 [BE.2001.00130]; RGE vom 21. Oktober 2020 [3-RV.2009.219]). So 

oder anders ist festzuhalten, dass die Aufrechnung der Wertberichtigung 

des Darlehens als Einkunft aus selbstständiger Haupterwerbstätigkeit des 

Rekurrenten insofern richtig ist, als dass das Darlehen aus privaten Mitteln 

der Rekurrenten gewährt wurde. 

 

 - 12 - 

 

 

5.8. 

Aus der Abwicklung des Erwerbs der Beteiligung an der N._____ AG und 

der steuerrechtlichen Behandlung der damit zusammenhängenden Wert-

berichtigung können die Rekurrenten vorliegend nichts zu ihren Gunsten 

ableiten. Zum einen können die Steuerbehörden Sachverhalte in jeder 

Steuerperiode neu beurteilen. Zum anderen impliziert eine allenfalls unzu-

treffende Beurteilung keinen Anspruch auf "Gleichbehandlung". 

 

6. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass privaten Motive für die Darlehens-

gewährung deutlich überwiegen. Die buchhalterische Behandlung ist zwar 

ein Indiz dafür, dass es sich beim Darlehen um ein Geschäftsdarlehen han-

deln könnte. Die konkreten Umstände der Darlehensgewährung sprechen 

jedoch für eine Qualifikation als Privatdarlehen. Die Darlehensgewährung 

ohne adäquate Sicherheiten und der Verzicht auf Verzinsung, hält einem 

Drittvergleich nicht stand. Weiter ist festzuhalten, dass die Darlehensge-

währung nicht vom Gesellschaftszweck der EU E._____ gedeckt ist. Der 

EU E._____ fehlten wie der F._____ AG die finanziellen Mittel für eine 

Darlehensgewährung in der erforderlichen Höhe. Das Darlehen wurde vom 

Konto der Rekurrentin und somit wohl direkt aus privaten Mitteln 

überwiesen. Auf die Durchführung einer vorgängigen Risikoanalyse bzw. 

auf die Einforderung von Geschäftsbüchern wurde verzichtet. Es ist damit 

festzustellen, dass die Wertberichtigung des Darlehens über 

CHF 40'000.00 nicht geschäftsmässig begründet ist. 

 

7. 

Der Rekurs erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

8. 

Bei diesem Verfahrensausgang haben die Rekurrenten die Kosten des Re-

kursverfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteikostenent-

schädigung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 
  

 - 13 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Rekurrenten haben die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus 

einer Staatsgebühr von CHF 600.00, der Kanzleigebühr von CHF 170.00 

und den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 870.00, zu bezahlen. 

 

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Vertreterin der Rekurrenten (2) 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt P._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 14 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 19. Oktober 2023 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Heuscher Ceni