# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ca20ee1-6aa6-50ea-9bac-5b234554a0c2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.09.2009 IV 2008/128
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-128_2009-09-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/128

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.07.2020

Entscheiddatum: 29.09.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2009
Würdigung eines ABI-Gutachtens. Die der Begutachtung sich 
widersprechenden psychiatrischen Arztberichte der behandelnden 
Psychiater sowie des versicherungsmedizinischen Psychiaters vermögen 
den Beweiswert des Gutachtens nicht in Zweifel zu ziehen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. September 2009, IV 
2008/128).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Philia Roth

Entscheid vom 29. September 2009

in Sachen

N.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Hagmann, Obere Bahnhofstrasse 11, 

Postfach, 9501 Wil SG 1,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a N.___ (Jahrgang 1959) stürzte am 13. November 2005 von einer Treppe und erlitt 

eine Kontusion der linken Thoraxseite sowie der Lendenwirbelsäule (LWS). Die 

Schweizerische Unfallversicherungsgesellschaft (Suva) erbrachte die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen. Am 19. Juli 2006 teilte sie der Versicherten mit, sie stelle die 

Taggeldleistungen auf den 30. Juni 2006 ein (IV-act. 30 - 42/47f.).

A.b Die Versicherte meldete sich am 1. Juni 2006 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 58). Die Arbeitgeberin A.___ AG meldete der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen am 25. Juli 2006, die Versicherte sei vom 1. Dezember 2004 bis 

30. Juni 2006 als Büglerin und Betriebsassistentin bei ihnen tätig gewesen. Das 

Arbeitsverhältnis habe man auf Grund des Unfalles aufgelöst. Die Versicherte habe 

seither ihre Arbeit nicht wieder aufgenommen. Monatlich habe die Versicherte Fr. 

4'670.75 verdient (IV-act. 45).

A.c Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am 2. August 

2006, die Versicherte leide an einem chronischen Cerviko-thoraco-

Lumbovertebralsyndrom seit November 2005, einem rezidivierenden Ulcus ventriculi 

mit St. n. mehrfach GI-Blutung sowie Depression. Die Versicherte sei vom 13. bis 

27. November 2005 100% arbeitsunfähig, danach bis am 18. April 2006 50% 

arbeitsunfähig gewesen. Danach habe wiederum eine vollumfängliche 

Arbeitsunfähigkeit bis 31. Mai 2006 bestanden. Seit 1. Juni 2006 sei die Versicherte zu 

50% und ab 1. Juli 2006 zu 25% arbeitsunfähig. Der Hausarzt gab an, der Versicherten 

sei gemäss den bisherigen Abklärungen eine leichte Tätigkeit ganztags zumutbar. Die 

Versicherte akzeptiere diese Beurteilung jedoch nicht (IV-act. 44 - 1/20f.). Dazu legte er 

verschiedene Arztberichte bei. Gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 

9. Juni 2006 hat sich die Versicherte vom 19. April bis 31. Mai 2006 in stationärer 

Behandlung befunden, ohne dass eine Verbesserung hätte erzielt werden können. Die 

Ärzte haben in ihrer Beurteilung angegeben, sie hätten eine massive 

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Belastungsintoleranz mit ausgeprägtem Schon- und Vermeidungsverhalten festgestellt, 

wobei Art und Ausmass der Funktionseinschränkung auf Grund der klinischen Befunde 

und Diagnosen nicht plausibel erscheine. Im Zusammenhang mit den Schmerzen habe 

sich ein maladaptives Überzeugungs- und Bewältigungsmuster mit Schonhaltung und 

Selbstlimitierung in vielen Aktivitäten gezeigt, eine psychische Störung mit 

Krankheitswert habe jedoch nicht festgestellt werden können (IV-act. 44 - 8/20ff.). Der 

Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz empfahl in seiner Stellungnahme vom 

12. Oktober 2006 eine MEDAS-Begutachtung, weil die ausgewiesenen Befunde das 

Ausmass der Beschwerden und der Arbeitsunfähigkeit nicht erklären würden (IV-act. 

39). Am 21. März 2007 beauftragte die IV-Stelle das Ärztliche Begutachtungsinstitut 

GmbH (ABI) mit der Begutachtung (IV-act. 36).

A.d Das ABI erstattete am 18. Juni 2007 das Gutachten. In der Beilage legten sie unter 

anderem folgende Berichte bei: Gemäss Arztbericht vom 22. November 2006 von Dr. 

med. C.___, Psychiatrie und Psychotherapie, leide die Versicherte an einer 

Anpassungsstörung mit Angst und depressiven Symptomen (ICD-10: F43.20), einer 

mittelgradigen depressiven Störung (ICD-10: F32.11) auf dem Boden einer 

anankastischen Persönlichkeit (ICD-10: F60.5) sowie einem chronifizierten 

Schmerzsyndrom nach einem Unfall (Sturz auf die Treppe mit Kontusion der 

Wirbelsäule am 13. November 2005). Die Versicherte stehe seit Juli 2006 bei ihm in 

Behandlung. Sie sei schnell mit ihm ins Gespräch gekommen und habe mit leiser 

Stimme und etwas verlangsamt ihre Situation geschildert. Dabei habe sie angegeben, 

wegen den intensiven Rückenschmerzen habe sie Beweglichkeitsprobleme und fühle 

sich deswegen ganz erschöpft. Sie sei auch depressiv und äusserst ängstlich 

geworden, habe jede Lebensfreude verloren. Weil sie sich wenig um ihren Sohn 

kümmern könne, habe sie starke Schuldgefühle. Sie fühle sich als Versagerin, weil sie 

selber auf die Hilfe anderer angewiesen sei. Sie habe Schlafprobleme und Albträume. 

Der Psychiater führte aus, die Versicherte sei sehr ängstlich und psychomotorisch 

verlangsamt. Im Denken sei sie eingeengt auf die bestehenden Beschwerden. Dies sei 

auch im Verlauf so geblieben. Manchmal sei sie sehr niedergeschlagen gewesen. Sie 

habe immer Scham- und Schuldgefühle geschildert. Am meisten sei die 

Selbstwertproblematik im Vordergrund gestanden. Sie habe oft geweint und sei sehr 

ratlos, jeweils ganz verzweifelt gewesen. Durch die bisherige Therapie sei es zu keiner 

Besserung gekommen. Nach wie vor seien Schlafstörungen und Albträume vorhanden. 

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Es handle sich um ein psychisches Leiden mit Krankheitswert. Aus rein psychiatrischer 

Sicht halte er die Versicherte zu 70% arbeitsunfähig (IV-act. 30 - 36ff.). Sodann lag die 

arbeitsprognostische Beurteilung aus versicherungspsychiatrischer Sicht von Dr. med. 

Dr. phil. D.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Dezember 

2006 bei. Darin gab Dr. D.___ an, Aktenlage und Fremdbefunde dürften als bekannt 

vorausgesetzt werden: Therapieresistentes Beschwerdebild trotz stationärem 

Behandlungsversuch. Keine psychopathologische Störung von Krankheitswert nach 

dem Bericht Rehaklinik Bellikon 05/2006. Der Psychiater führte aus, für die 

Symptomerhaltung sei ein maladaptives Überzeugungs- und Bewältigungsmuster mit/

bei Schonhaltung und Selbstlimitierung (Bericht Bellikon), eine chronifizierende 

Schmerzverarbeitungsstörung bei allenfalls konversionsneurotischer Überlagerung und 

sehr einfacher Persönlichkeitsstruktur mitauschlaggebend. Hinsichtlich der klinisch-

psychopathologischen Schweregradbeurteilung habe er betreffend einer 

mittelschweren Anpassungsstörung mit Angst und depressiven Anteilen weitgehend 

kongruente Befunde zu den Ausführungen des behandelnden Psychiaters erheben 

können. Bei der Bemessung der "Validität der Befunde und Beurteilungen" sei dem 

ausführlichen Bericht von Dr. C.___ der Vorzug vor dem Bericht der klinischen 

Psychologin der Rehaklinik Bellikon zu geben. Die Diskrepanz beider Beurteilungen sei 

bemerkenswert. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100% (IV-act. 30 - 33/47).

A.e Die begutachtenden Ärzte des ABI gaben als Hauptdiagnosen an:

1.Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links (ICD-10: M54.5)

- Spondylolyse L5 beidseits mit Anterolisthesis von L5 über S1 beidseits Grad I nach 

Meyerding, Teilobliteration der Neuroforamina beidseits L5/S1 ohne eindeutige 

Kompression von neuralen Strukturen

- St. n. Treppensturz mit Kontusion der linken Thoraxseite und LWS am 13. November 

2005

- muskuläre Dekonditionierung mit Abschwächung der abdominellen und 

rückenstabilisierenden Muskelgruppen.

2.Chronisches zervikobrachiales Schmerzsyndrom rechtsbetont (ICD-10: M53.0)

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-  reaktive Myogelose der Subokzipial- und Trapeziusmuskulatur bilateral rechtsbetont.

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehe ein Übergewicht bei einem BMI 

von 29 kg/m  (ICD-10: E66.0). Die Versicherte habe über Rückenschmerzen (vor allem 

im Kreuz) sowie Hüftschmerzen und Beinschmerzen mit Ausstrahlung links bis in die 

Zehenregion und rechts bis in die Ferse geklagt. Sie könne nicht lange Stehen und 

nicht lange Sitzen. Zudem bestünden Schmerzen in beiden Armen und 

Kribbelphänomene in Armen und Fingern. Sie könne deshalb schlecht schlafen. Sie 

gehe alle ein bis zwei Wochen zu ihrem Psychiater. Aus internistischer und 

allgemeinmedizinischer Sicht bestehe keine Einschränkung. Im psychiatrischen 

Teilgutachten vom 2. April 2007 wurde festgehalten, die Versicherte spreche gut 

Deutsch und könne sich recht differenziert in dieser Sprache ausdrücken. Die 

Versicherte habe auch bei ausführlicher Nachfrage keine störungsspezifischen 

seelischen Beschwerden angegeben. Lediglich von erheblichen Schlafstörungen nach 

dem Unfall sei berichtet worden. Diese seien jedoch mit der Einnahme von Remeron 

besser geworden. Die Schmerzen seien durch die Behandlung beim Psychiater jedoch 

nicht besser geworden. Sie mache sich wegen ihrer sozialen Situation Sorgen. Nähere 

Ausführungen seien von der Versicherten dazu nicht angegeben worden. Sie habe mit 

15 Jahren einen 21-jährigen Mann aus dem Dorf geheiratet. Der gemeinsame Sohn sei 

inzwischen 30 Jahre alt. Die Ehe sei jedoch gescheitert, da sich der Mann in eine 

andere Frau verliebt habe. Bereits in ihrem 20. Lebensjahr sei die Ehe geschieden 

worden. Sie lebe in einer 3-Zimmer-Wohnung mit ihrem (leicht behinderten) Sohn 

zusammen. Bis 1992 habe ihr Sohn sein Leben auf Wunsch des Ex-Mannes in dessen 

Familie verbracht. Das Verhältnis zum Sohn schildere die Versicherte als gut, die 

Auskünfte diesbezüglich seien sehr spärlich. Sie habe zahlreiche Kontakte zu 

Freundinnen und Kolleginnen. Sie gehe spazieren und einkaufen. Wegen ihren 

Schmerzen liege sie allerdings auch viel im Bett. Die begutachtende Psychiaterin führte 

aus, der Kontakt zur Versicherten sei nur oberflächlich herstellbar. Die Antworten seien 

zögernd erfolgt. Die Versicherte wirke kontrolliert und zielgerichtet. Das 

Konzentrationsvermögen sei nicht beeinträchtigt. Mnestische Störungen seien nicht 

erkennbar. Psychomotorisch bestehe ein starkes Ausdrucksverhalten. Die Affektlage 

sei nicht depressiv ausgelenkt. Die emotionale Schwingungslage sei nicht 

eingeschränkt. Es bestehe kein Hinweis für Impulskontrollstörung. Ein pathologischer 

Angstaffekt bestehe nicht. Zwänge und Phobien seien nicht nachweisbar. Weder aus 

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der Anamnese noch aus dem psychischen Befund liessen sich die Kriterien einer 

somatoformen Schmerzstörung nach ICD-10 ableiten. Eine krankheitswertige 

psychische Störung könne gutachterlich nicht festgestellt werden, weshalb keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht bestehe. Die jetzige 

Beurteilung stehe in Übereinstimmung mit dem Arztbericht von Dr. B.___ vom 

2. August 2006 sowie dem Austrittsbericht der Rehaklinik

Bellikon vom 31. Mai 2006. Die von Dr. C.___ gestellten Diagnosen könnten weder 

anamnestisch noch im psychischen Befund verifiziert und validiert werden. Die 

Schlussfolgerungen von Dr. D.___ wiederum würden nicht auf einer präzisen 

Darstellung der Anamnese und des psychischen Befundes beruhen. Insofern erfolge 

auch hier unter Einfluss einer ausführlichen Exploration und einer Befundung gemäss 

den Kriterien des ICD-10 eine abweichende Beurteilung. Aus psychiatrischer Sicht 

wäre eine berufliche Wiedereingliederung sinnvoll, das subjektive 

Krankheitsverständnis mit empfundener vollständiger Invalidisierung stehe dem jedoch 

entgegen.

Der Rheumatologe führte aus, die Versicherte habe über chronische, 24 Stunden 

anhaltende, subjektiv kaum zu tolerierende, lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung 

berichtet. Dadurch sei sie auch in der Haushaltstätigkeit deutlich eingeschränkt. Sie 

erhalte grosse Unterstützung durch den im gleichen Haushalt lebenden, voll 

berufstätigen Sohn. Sie nehme täglich viermal Dafalgan 1 g sowie zusätzlich 

Psychopharmaka. Sie erachte sich auf Grund der massivsten Schmerzsymptomatik 

völlig ausserstande, einer ausserhäuslichen beruflichen Tätigkeit nachgehen zu 

können. Der Rheumatologe gab weiter an, die Untersuchung der LWS und BWS sei 

objektiv nicht durchführbar gewesen, da bereits das Stehen zu Faszikulationen am 

Stamm und den unteren Extremitäten geführt habe. Diese Symptome seien aber unter 

Ablenkung sofort regerdient gewesen. Auf Grund der aktuellen neurologischen 

kursorischen Untersuchung könne im Vergleich zu der fachärztlichen Untersuchung an 

der Rehaklinik Bellikon von einer Ausweitung der Sensibilitätsstörung ohne fassbares 

organisches Korrelat gesprochen werden. Die erwähnte Spondylolyse mit 

Anterolisthesis von L5/S1 sei sicherlich bereits prätraumatisch vorbestehend gewesen. 

Das komplette Nichtansprechen auf die stationären Behandlungsmassnahmen in 

Bellikon, das Scheitern des Arbeitsversuchs bereits nach einer Stunde am 1. Juli 2006 

sowie die aktuelle Schmerzpersistenz trotz schmerzinterventionellen Massnahmen am 

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Kantonsspital St. Gallen im März 2007 sprächen für eine massive psychosoziale 

Überlagerung der gesamten Schmerzsymptomatik. Die Arbeitsfähigkeit im bisherigen 

Beruf als Büglerin sei um 50% eingeschränkt. Unter Berücksichtigung, dass die 

Arbeitsposition regelmässig gewechselt werden könne, sei der Versicherten eine 

Tätigkeit im Rahmen von 2 x 2 Stunden Bügeln pro Tag zuzumuten. Körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten seien ihr vollumfänglich zu 100% zumutbar. Aus rein 

rheumatologischer Sicht imponiere auf Grund des Krankheitsverlaufs eine zunehmende 

Chronifizierung, eine eindrücklich verstärkte subjektive Krankheits- und 

Behinderungsüberzeugung, so dass seines Erachtens eine stationäre Behandlung in 

einer psychiatrischen Klinik zur Diskussion gestellt werden sollte. Im Vordergrund stehe 

sicherlich das Erlernen von Coping-Strategien, die Versicherte wirke massiv 

verunsichert. Eine somatisch zentrierte Rehabilitation dürfte hingegen das 

Beschwerdebild kaum positiv beeinflussen.

Insgesamt gaben die begutachtenden Ärzte an, es bestehe eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ab Unfalldatum, mit Sicherheit ab April 2007, 

sowie eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (IV-act. 30). 

Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz erachtete das ABI-Gutachten vom 18. 

Juni 2007 als ausführlich, in sich widerspruchsfrei, konsistent und nachvollziehbar (IV-

act. 27).

A.f  Am 9. Oktober 2007 fand ein Eingliederungsgespräch statt. Weil sich die 

Versicherte unverändert als vollkommen arbeitsunfähig ansah, wurde auf 

Eingliederungsmassnahmen verzichtet (IV-act. 24). Die IV-Stelle teilte der Versicherten 

deshalb den Abschluss der Arbeitsvermittlungsmassnahmen am 5. Dezember 2007 mit 

(IV-act. 19).

A.g Mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Gemäss ihren Abklärungen bestehe in der 

bisherigen Tätigkeit als Büglerin/Betriebsassistentin eine um 50% verminderte 

Arbeitsfähigkeit. Bei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit werde auch die zumutbare 

Arbeitsfähigkeit in einem anderen Beruf berücksichtigt. Auf Grund der vorliegenden 

Unterlagen bestehe für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten eine volle 

Arbeitsfähigkeit. Beim zumutbaren Einkommen sei zusätzlich ein Abzug von 10% 

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gewährt worden. Ohne Behinderung betrage ihr Einkommen Fr. 62'058.--. Mit 

Behinderung sei ihr ein Einkommen von Fr. 42'232.-- zumutbar. Daraus resultiere eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 18'826.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 30%. Da 

dieser unter 40% liege, habe sie keinen Anspruch auf eine Rente (IV-act. 18). Dagegen 

liess die Versicherte einwenden, bereits ihr behandelnder Psychiater sowie Dr. D.___ 

von ihrer Krankentaggeldversicherung hätten sie auf Grund der psychischen 

Beschwerden als 70 bis 100% arbeitsunfähig erklärt. Dr. D.___ und Dr. med. E.___, 

Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hätten sie am 20. März 2007 

erneut in Serbokroatisch untersucht. Gemäss ihrem Bericht vom 21. März 2007 müsse 

auf Grund objektivierbarer psychopathologischer Affektalterationen erheblichen 

Ausprägungsgrads eine unveränderte Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert werden. 

Sie erhalte deshalb weiterhin ein Krankentaggeld ihrer Versicherung auf Grund einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit. Seit 4. Oktober 2007 werde sie nun von Dr. med. F.___, 

Psychiatrie/Psychotherapie, behandelt, weil Dr. C.___ beruflich überlastet sei. Wie aus 

dem beigelegtem Bericht vom 15. Januar 2008 hervorgehe, leide sie an einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), einer mittelgradigen 

depressiven Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.1) sowie Merkmalen 

einer anankastischen Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.5). Die Psychiaterin habe sie 

deshalb zu 70% arbeitsunfähig erklärt. Bei diesen verschiedenen fachärztlichen 

Berichten, welche eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischer Sicht bestätigten, sei nicht 

nachvollziehbar, weshalb auf das ABI-Gutachten abgestellt werde. Die abweichende 

Meinung der begutachtenden Psychiaterin sei denn auch nicht schlüssig. Unter diesen 

Umständen sei eine weitere Begutachtung erforderlich, falls nicht auf die 

Einschätzungen der behandelnden Psychiaterin beziehungsweise des 

Versicherungsmediziners abgestellt werden wolle (IV-act. 11).

A.h Mit Verfügung vom 31. Januar 2008 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch der 

Versicherten gemäss Vorbescheid vom 5. Dezember 2007 ab. Zu den Einwänden der 

Versicherten gab die IV-Stelle an, in den eingegangenen Unterlagen würden keine 

neuen medizinisch objektivierbaren wesentlichen Änderungen der Befunde oder 

Symptome mitgeteilt, die nicht schon zum Zeitpunkt des Vorbescheids bekannt 

gewesen wären. Gemäss der Stellungnahme des RAD vom 31. Januar 2008 würden 

die psychiatrischen Fachärztinnen und Fachärzte Dr. F.___ wie auch Dr. D.___ und Dr. 

E.___ lediglich die bereits bekannten Befunde, Interpretationen und Diagnosen 

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wiederholen. Es werde deshalb weiterhin an der medizinischen Beurteilung des ABI 

festgehalten (IV-act. 8).

B.   

B.a Gegen diese Verfügung lässt die Versicherte am 4. März 2008 Beschwerde 

erheben. Sie beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 31. Januar 2008 und die 

Zusprache einer ganzen Invalidenrente. Eventualiter sei die Sache zu ergänzenden 

medizinischen und beruflichen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Sie macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe in ihrer Verfügung 

die Begründungspflicht verletzt und sei nicht auf ihre Einwände eingegangen. 

Insbesondere werde nicht begründet, weshalb trotz mehrmaliger abweichender 

fachärztlicher Beurteilung auch bei der psychiatrischen Einschätzung auf das ABI-

Gutachten abgestellt werde. Nach dem Unfall vom 13. November 2005 hätten sich 

immer mehr auch psychische Symptome entwickelt. Dr. C.___ habe eine 

Anpassungsstörung mit Angst und depressiven Symptomen, eine mittelgradige 

depressive Störung auf dem Boden einer anankastischen Persönlichkeit sowie ein 

chronifiziertes Schmerzsyndrom nach dem Unfall diagnostiziert. Die Arbeitsunfähigkeit 

betrage 70%. Diese Einschätzung sei von verschiedenen Fach- und Vertrauensärzten 

bestätigt worden. Das ABI-Gutachten verneine das Vorliegen einer psychischen 

Erkrankung, ohne dass dies nachvollziehbar begründet werde. Insbesondere fehle es 

an einer vertieften Auseinandersetzung mit den abweichenden Beurteilungen. Werde 

vorliegend nicht bereits auf Grund der vorhandenen fachärztlichen Berichte auf eine 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 70% abgestellt und die Invalidität gestützt darauf 

festgesetzt, so wäre eine zusätzliche psychiatrische Begutachtung vorzunehmen. 

Sodann seien vorliegend auch die Voraussetzungen, unter denen die unter anderem 

diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung eine Invalidität begründe, als 

erfüllt zu betrachten. Denn sowohl anamnestisch wie auch auf Grund der aktuellen 

Befunde ergäben sich Angst- und depressive Störungen im Sinn der ICD-Klassifikation. 

Zudem lägen auch andere massgebende Faktoren vor wie ein chronifizierter 

Krankheitsverlauf sowie ein verfestigter innerseelischer Verlauf. Schliesslich wäre im 

vorliegenden Fall auf Grund der gesamten Umstände ein leidensbedingter Abzug vom 

Invalideneinkommen in der Höhe von 25% vorzunehmen. Somit ergäbe sich selbst bei 

der - bestrittenen - Annahme wie in der Verfügung vom 31. Januar 2008 ein 

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Invaliditätsgrad von 42%, weshalb zumindest ein Anspruch auf eine Viertelsrente 

gegeben sei (G act. 1).

B.b Am 10. April 2008 reichte der Rechtsvertreter der Versicherten den Eintrittsbericht 

der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Littenheit vom 7. April 2008 ein. Darin 

diagnostizierten die Ärzte eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: 

F45.4) sowie eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2). Die Versicherte sei am 

2. April 2008 auf Grund einer zunehmenden psychosozialen Dekompensation bei 

mittel- bis schwergradiger depressiver Episode mit somatischem Syndrom sowie 

anhaltender somatoformer Schmerzstörung für eine stationäre Behandlung 

eingewiesen worden (G act. 4.1).

B.c Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2008 

die Abweisung der Beschwerde. Die Einschätzung der psychischen Gesundheit der 

Beschwerdeführerin durch das ABI sei umfassend, beruhe auf allseitigen 

Untersuchungen und sei in Kenntnis der Vorakten abgeben worden. Die Beurteilung 

stimme mit den Einschätzungen der Ärzte der Rehaklinik Bellikon überein. Dort habe 

sich die Beschwerdeführerin immerhin während sechs Wochen aufgehalten. Betreffend 

Dr. D.___ werde auf die Stellungnahme im ABI-Gutachten verwiesen. Sodann würden 

behandelnde Ärzte oft das Ausmass der Krankheit erheblich höher einschätzen als 

medizinische Sachverständige, weshalb das ABI-Gutachten vorzuziehen sei. Sodann 

seien für die Beurteilung die Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses 

massgebend, weshalb an der bisherigen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit festgehalten 

werde. Eine allfällige Verschlechterung könne in einem Revisionsgesuch geltend 

gemacht werden. Schliesslich könne man neben dem bereits gewährten Abzug von 

10% keinen weiteren Abzug gewähren, wie geltend gemacht werde (G act. 10).

B.d Mit Replik vom 19. Juni 2008 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. 

Sie fügt an, der Klinikeintritt auf Grund einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung sowie schweren depressiven Episode lasse darauf schliessen, dass 

bereits davor eine massgebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe. 

Dies werde durch die früheren Arztberichte bestätigt. Einzig das ABI weiche von dieser 

Beurteilung ab. Im Übrigen gehe auch die Krankentaggeldversicherung von einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit aus (G act. 12).

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B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 30. Juni 2008 sinngemäss auf eine Duplik.

B.f  Die Beschwerdeführerin lässt am 9. Juli 2008 den Austrittsbericht der Klinik 

Littenheid vom 3. Juli 2008 einreichen. Daraus ist ersichtlich, dass die 

Beschwerdeführerin bei den Diagnosen einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie einer schweren depressiven Episode (ICD-10 

F32.2) am 3. Juli 2008 aus der Klinik entlassen worden ist. Der Schlafrhythmus habe 

normalisiert werden können. Im Weiteren sei es zu einer deutlichen Aufhellung der 

Stimmung gekommen, so dass bei Austritt bezüglich der depressiven Symptomatik 

eine weitgehende Remission habe festgestellt werden können. Das Schmerzerleben sei 

bis zuletzt unverändert geblieben, jedoch habe ein deutlicher Rückgang des 

Schonverhaltens erreicht werden können. Nach wie vor bestehe eine hohe 

Ermüdbarkeit - paratherapeutische und arbeitstherapeutische Angebote hätten 

maximal 90 Minuten besucht werden können - so dass auf weitere arbeitsrehabilitative 

Schritte verzichtet werden müsse (G act. 16).

Erwägungen:

1.  

Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, 

dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 

31. Januar 2008 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem 

Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 

begonnen hat. Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen 

Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen 

und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 

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4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006 

[I 428/04] E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine 

materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung 

keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen 

Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 geltenden 

Bestimmungen wiedergegeben.

2.  

Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin sei in der Verfügung nicht oder 

nur unzureichend auf ihre Einwände eingegangen. Damit macht die 

Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, die Beschwerdegegnerin habe ihre 

Begründungspflicht verletzt. Diese Rüge ist vorab zu beurteilen. Die Begründung einer 

Verfügung entspricht den Anforderungen an das rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 2 der 

Bundesverfassung; SR 101), wenn die betroffene Person dadurch in die Lage versetzt 

wird, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in Kenntnis der Begründung 

an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist aber nicht verpflichtet, sich zu 

allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von 

welchen Überlegungen sich die Behörde hat leiten lassen (vgl. Ulrich Häfelin/Georg 

Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz 1706). In 

der Verfügung vom 31. Januar 2008 betreffend Rente hat die Beschwerdegegnerin zu 

den wesentlichen Einwänden der Beschwerdeführerin lediglich festgehalten, die 

eingereichten Arztberichte würden keine neuen medizinisch objektivierbaren 

wesentlichen Änderungen der Befunde oder Symptome darlegen, die nicht schon zum 

Zeitpunkt des Vorbescheids bekannt gewesen seien. Aus regionalärztlicher Sicht könne 

weiterhin an der bisherigen abschliessenden medizinischen Beurteilung des ABI 

festgehalten werden. Das Gutachten sei nachvollziehbar und insgesamt konsistent (IV-

act. 8). Diese Begründung ist zwar eher knapp gehalten, rechtfertigt jedoch keine 

Aufhebung der Verfügung aus formellen Gründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

17. Juni 2005 [I 3/05] zur Begründungspflicht). Diese Begründung reicht aus, um sich 

über eine Anfechtung oder Akzeptanz der Verfügung schlüssig zu werden.

3.  

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3.1  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Invaliditätsgrad ist an Hand eines 

Einkommensvergleichs zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der notwendigen 

und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 16 ATSG). Das anrechenbare Einkommen wiederum ist abhängig vom Grad 

der Erwerbsunfähigkeit. Diese konkret verwertbare Arbeitsfähigkeit wird dabei von den 

Ärzten gemäss den Beeinträchtigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit beurteilt (vgl. BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).

3.2  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 ATSG). Danach haben 

Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach 

zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Gutachtens 

ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob es für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des 

Gutachters begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts ist bei der Beweiswürdigung der Erfahrungstatsache Rechnung zu 

tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 

125 V 351 E. 3b/cc), oder dass sie deren pessimistische subjektive Einschätzung 

übernehmen. Dieser Vorbehalt ist nach den Entscheiden des Bundesgerichts i/S S.  

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vom 20. März 2006 (I 655/05) E. 5.4 und i/S T. vom 13. April 2006 (I 645/05) E. 2.3 auch 

für behandelnde Spezialärzte anzubringen. Anderseits kann die Möglichkeit zu längerer 

Beobachtungszeit auch Vorteile bieten. Das Bundesgericht hat in diesem Sinn – für den 

Fall der Feststellungen eines Hausarztes – festgehalten, das Gericht könne auch auf die 

speziellen, etwa dank der langjährigen Betreuung nur einem Hausarzt zugänglichen 

Kenntnisse des Gesundheitszustandes eines Versicherten abstellen (nicht 

veröffentlichter Entscheid des Bundesgerichts I 255/96, zit. In 4P.254/2005).

4.  

4.1  Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der 

ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die 

versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die 

Beschwerdegegnerin betrachtet die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI als 

überzeugend, in sich widerspruchsfrei und nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin 

macht dagegen geltend, entgegen der Beurteilung der begutachtenden Psychiaterin 

leide sie an psychischen Beschwerden, die ihre Arbeitsfähigkeit einschränkten. Vorerst 

kann festgestellt werden, dass die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen an einem 

chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom links sowie einem chronischen 

cerviko-brachialen Schmerzsyndrom rechtsbetont leidet, welche die Arbeitsfähigkeit in 

der bisherigen Tätigkeit um 50% einschränken. Eine leidensangepasste körperlich 

leichte Tätigkeit ist aus rheumatologischer Sicht zu 100% zumutbar. Das Ausmass der 

geklagten Beschwerden konnte jedoch keiner organischen Ursache zugeordnet 

werden (vgl. IV-act. 44 und 30). Strittig ist, ob die Beschwerdeführerin an psychischen 

Beschwerden mit Krankheitswert leidet und deshalb die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt 

ist.

4.2  Gemäss der höchstrichterlichen Praxis kann eine psychiatrische Exploration von 

der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem 

begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen 

Ermessensspielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische 

Interpretationen möglich, zuverlässig und zu respektieren sind, sofern der Gutachter 

lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von 

medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann eine medizinische 

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Administrativ- oder Gerichtsexpertise nicht damit in Frage gestellt und zum Anlass 

weiterer Abklärungen genommen werden, wenn die behandelnden Ärzte nachträglich 

zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten 

abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die 

behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im 

Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben oder geeignet sind, zu 

einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 

2008 i/S. L. [8C_809/2007] E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Sodann hat das 

Bundesgericht hinsichtlich den invaliditätsfremden Faktoren in BGE 127 V 194 E. 5 

festgehalten, es brauche in jedem Fall zur Annahme einer Invalidität ein medizinisches 

Substrat. Dieses müsse (fach-)ärztlich schlüssig festgestellt werden und 

nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen. 

Je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 

träten und das Beschwerdebild mitbestimmten, desto ausgeprägter müsse eine 

fachärztliche festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das 

bedeute, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, die 

von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrührten, bestehen dürfe, sondern 

davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen habe, zum Beispiel eine 

von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde 

Depression.

4.3  Die Beschwerdeführerin hat sich vom 19. April bis 31. Mai 2006 in der Rehaklinik 

Bellikon aufgehalten, was eine Beobachtungszeit von sechs Wochen ermöglicht hat. 

Das betreffende psychosomatische Konsilium vom 9. Mai 2006 ist in der 

Muttersprache der Beschwerdeführerin erfolgt. Die Ärzte haben angeben, die 

psychischen Grundfunktionen seien intakt. Der affektive Rapport sei bei der in ihrer 

Persönlichkeit eher verschlossen und zurückhaltend wirkenden Beschwerdeführerin 

etwas erschwert herstellbar gewesen. Bei der Versicherten liege zwar keine 

psychopathologische Störung von Krankheitswert vor, jedoch bestehe im 

Zusammenhang mit den anhaltenden Schmerzen ein maladaptives Überzeugungs- und 

Bewältigungsmuster mit Schonhaltung und Selbstlimitierung in vielen Aktivitäten (IV-

act. 44 - 17/20ff.). Auch ein Jahr später bei der Begutachtung im ABI vom 2. April 2007 

konnte die untersuchende Psychiaterin keine psychische Erkrankung mit 

Krankheitswert feststellen. Die Exploration hat in Deutsch stattgefunden. Hinweise für 

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Verständigungsschwierigkeiten liegen keine vor. Die Psychiaterin hat angegeben, die 

Beschwerdeführerin könne sich differenziert in Deutsch ausdrücken (IV-act. 30 - 9/47). 

Selbst wenn die Beschwerdeführerin als eher zurückhaltende Persönlichkeit eher 

knapp Auskunft gegeben hat, hat die Psychiaterin genügend Informationen für eine 

Beurteilung erhalten. Auch der Umstand, dass keine speziellen Tests durchgeführt 

wurden, stellt noch keinen Mangel dar, denn bei psychiatrischen Explorationen kommt 

den Tests lediglich eine ergänzende Funktion zu (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 

2008 i/S. N. [9C_351/2007] E. 2.2.4). Sodann stützt das ABI-Gutachten seine 

Beurteilung auf sämtliche Vorakten, auf die eigene persönliche Befragung der 

Beschwerdeführerin und die eigenen internistischen, rheumatologischen und 

psychiatrischen Untersuchungen am 2. und 4. April 2007. Das polydisziplinäre 

Gutachten erfüllt daher sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien der 

Beweistauglichkeit.

4.4  Im Widerspruch zur gutachterlichen Beurteilung stehen die Einschätzungen des 

behandelnden Psychiaters Dr. C.___ gemäss seinem Bericht vom 22. November 2006 

(IV-act. 30 - 36/47ff.) sowie des Psychiaters Dr. D.___ gemäss den Berichten vom 

15. Dezember 2006 (IV-act. 30 - 33/47) und 21. März 2007 (IV-act. 11 - 9/13). Bei der 

Untersuchung im ABI ist jedoch von keinen Schuldgefühlen oder Versagensängsten 

berichtet worden, wie das in der Anamnese von Dr. C.___beschrieben wird. Die 

Beziehung zum im gleichen Haushalt lebenden Sohn wurde nämlich als gut 

angegeben. Sodann bestünde viel Kontakt mit den Freundinnen. Die begutachtende 

Psychiaterin hat zudem angegeben, die Beschwerdeführerin habe keinen ängstlichen 

oder verzweifelten Eindruck gemacht. Lediglich von Schlafproblemen habe sie 

berichtet. Diese seien jedoch seit der Einnahme von Remeron besser geworden. Sie 

könne deshalb weder eine Anpassungsstörung noch eine depressive Episode 

feststellen. Auch der vom begutachtenden Rheumatologen geäusserte Verdacht einer 

massiven psychosozialen Überlagerung der gesamten Schmerzsymptomatik hat die 

Psychiaterin nicht bestätigen können. Die Beschwerdeführerin habe zu ihrer sozialen 

Situation zwar ausgeführt, diese mache ihr Sorgen. Nähere Auskünfte habe sie nicht 

erteilt. Jedenfalls kommen die begutachtende Psychiaterin wie der Rheumatologe zum 

Schluss, das subjektive Krankheitsverständnis mit empfundener vollständiger 

Invalidisierung stehe einer beruflichen Wiedereingliederung entgegen (IV-act. 30 - 

8/47ff.). Die im Gutachten ausgeführten Aussagen beschreiben im Gegensatz zu den 

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Angaben von Dr. C.___ gemäss seinem Bericht 22. November 2006 keine Frau, die an 

einer depressiven Episode leidet, pflegt sie doch gemäss ihren Aussagen 

beispielsweise regelmässige Kontakte mit ihren Freundinnen. Von einem sozialen 

Rückzug kann damit nicht ausgegangen werden. Auch wirkte sie kontrolliert und 

zielgerichtet und nicht verzweifelt oder ängstlich, wie das Dr. C.___ ausgeführt hatte. 

Sodann sind keine Angaben gemacht worden, die mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit eine psychosoziale Belastungssituation erklären könnten, aus 

welcher sich eine Anpassungsstörung entwickeln könnte. Allein das Zusammenleben 

mit dem voll erwerbstätigen Sohn, der leicht behindert ist, stellt noch nicht a priori eine 

Belastungssituation dar. Schuldgefühle, dass sie sich weniger um ihren behinderten 

Sohn kümmern könne, hat die Beschwerdeführerin bei der Begutachtung nicht 

erwähnt. Deshalb bleibt fraglich, ob solche denn auch bestehen. Eine weitere 

belastende Situation könnte die Kündigung des langjährigen Arbeitsverhältnisses sein. 

Diese ist auf Ende Juni 2006 erfolgt, nachdem ein Arbeitsversuch am 1. Juni 2006 nach 

fünfmonatiger Abwesenheit nach einer Stunde abgebrochen wurde. Diesbezüglich 

fehlen aber nähere Hinweise. Unter diesen Umständen ist schlüssig, dass die 

begutachtende Psychiaterin die Diagnosen von Dr. C.___ nicht validieren konnte. Die 

Diagnosen von Dr. C.___ überzeugen dagegen nicht. Vielmehr ist davon auszugehen, 

dass dieser hauptsächlich auf die subjektiven Aussagen der Beschwerdeführerin 

abgestellt hat. Insbesondere die getroffene Arbeitsunfähigkeitsschätzung müsste selbst 

bei Annahme der Massgeblichkeit der angeführten Diagnosen als sehr hoch betrachtet 

werden.

4.5  Die Diagnosen von Dr. C.___ werden im Bericht von Dr. D.___ vom 15. Dezember 

2006 sowie vom 21. März 2007 bestätigt. Diesen Berichten kann im vorliegenden 

Verfahren jedoch kein Beweiswert zugemessen werden: Es fehlt ihnen an wesentlichen 

Angaben zur Untersuchung sowie einer nachvollziehbaren Begründung (vgl. BGE 125 V 

351). Der Verweis auf den Bericht von Dr. C.___ ersetzt die eigene Anamnese und 

Begründung der Diagnosestellung nämlich nicht. Dr. D.___ gibt lediglich an, er selbst 

habe weitgehend kongruente Befunde zu Dr. C.___ erheben können. Welche diese sind 

und wie er zu diesen Befunden gekommen ist, ist aus seinen Berichten vom 

15. Dezember 2006 sowie vom 21. März 2007 nicht ersichtlich. Schliesslich ist auch 

nicht nachvollziehbar, weshalb die Arbeitsfähigkeitsschätzung auf 100% 

Arbeitsunfähigkeit angehoben worden ist, nachdem Dr. C.___ diese auf 70% geschätzt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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hat. Diese Arztberichte überzeugen insgesamt nicht. Unter diesen Umständen 

vermögen sie das Ergebnis der gutachterlichen Untersuchung nicht in Zweifel zu 

ziehen. Aus diesen Gründen erübrigt sich auch, die gesamten Akten der 

Krankentaggeldversicherung beizuziehen, wie das die Beschwerdeführerin verlangt hat.

4.6  Die Beschwerdeführerin hat auf Grund der beruflichen Überlastung von Dr. C.___ 

die psychiatrische Behandlung ab Oktober 2007 bei Dr. F.___ fortgesetzt. In ihrem 

Bericht vom 15. Januar 2008 hat Dr. F.___ sich jedoch mit dem ABI-Gutachten nicht 

auseinander gesetzt. Die neu hinzugekommene Diagnose einer somatoformen 

Schmerzstörung anstelle der Anpassungsstörung wird nicht weiter begründet (IV-act. 

11 - 10/13). Das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung ist jedoch im ABI 

ausdrücklich verneint worden (IV-act. 30 - 10/47). Diese Diagnose ist deshalb 

zweifelhaft. Es erübrigt sich somit eine weitere Prüfung der von der Rechtsprechung 

verlangten Kriterien bei einer somatoformen Schmerzstörung. Die von Dr. F.___ 

aufgeführte weiterhin bestehende mittelgradige depressive Episode wird wie bereits 

von Dr. C.___ mit ähnlichen Angaben untermauert. Dr. F.___ hat angegeben, die 

Beschwerdeführerin sei ängstlich, deprimiert, affektarm bis affektstarr, klagsam, im 

formalen Denken umständlich auf ihre Traumatisierung eingeengt bei inhaltlicher 

Denkstörung im Sinn von Schuldgedanken. Sodann bestünden Merkmale einer 

anankastischen Persönlichkeitsstörung (IV-act. 11 - 10/13). Diese Angaben stehen 

wiederum im Widerspruch zu den Erhebungen im ABI-Gutachten, wo keine Anzeichen 

einer chronischen depressiven Störung erhoben werden konnten. Der Bericht von Dr. 

F.___ gleicht in seinen Diagnosen und in seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung dem Bericht 

von Dr. C.___ und begründet eine allfällige Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes nicht. Vielmehr ist zu vermuten, dass die behandelnde 

Psychiaterin wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zu 

Gunsten ihrer Patientin Stellung genommen hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 

20. März 2006 i/S S. [I 655/05] E. 5.4 und vom 13. April 2006 i/S T. [I 645/05] E. 2.3). 

Objektiv feststellbare Gesichtspunkte, die im ABI-Gutachten unberücksichtigt 

geblieben wären, sind nicht ersichtlich. Im Übrigen waren die abweichenden 

Beurteilungen der Arbeitsfähigkeiten auf Grund von früheren Arztberichten bekannt. 

Dazu wurde vom ABI ausdrücklich Stellung genommen (IV-act. 30 - 11/47 und 30 - 

17/47). Und letztlich drängen sich beim Vorliegen von somatischen und möglichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/21

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psychischen Beschwerden eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung der 

Arbeitsfähigkeit auf, wie das vorliegend im ABI geschehen ist.

4.7  Nach Erlass der angefochtenen Verfügung ist es drei Monate später zu einer 

stationären psychiatrischen Behandlung der Beschwerdeführerin gekommen. Eine 

allfällige Verschlechterung ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst nach 

Erlass der Verfügung eingetreten. Für die richterliche Beurteilung ist grundsätzlich auf 

die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens 

(hier: Verfügung vom 31. Januar 2008) abzustellen (BGE 116 V 248 E. 1a; Urteil des 

Bundesgerichts vom 3. Januar 2005 [I 172/04] E.5.2 und vom 27. Mai 2008 

[9C_24/2008] E. 2.3.1). Prüft man jedoch den weiteren Verlauf in diesem Verfahren mit, 

so ist auch die Diagnose einer schweren depressiven Episode nach der erfolgreichen 

stationären Behandlung kaum mehr gegeben. Die Ärzte der Klinik Littenheit haben in 

ihrem Bericht vom 3. Juli 2008 bei Austritt zwar eine schwere Depression (neben einer 

somatoformen Schmerzstörung) festgestellt. Gleichzeitig wurde aber angegeben, der 

Schlafrhythmus der Beschwerdeführerin habe normalisiert werden können und es sei 

zu einer deutlichen Aufhellung der Stimmung gekommen. Bei Austritt habe bezüglich 

der depressiven Problematik eine weitgehende Remission festgestellt werden können. 

Das Schonverhalten sei deutlich zurückgegangen (G act. 16). Bei dieser Ausgangslage 

überzeugt die Diagnose einer andauernden schweren Depression bei Austritt nicht. 

Sollte sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem Erlass der 

Verfügung vom 31. Januar 2008 dennoch relevant verschlechtert haben, so steht es ihr 

frei, ein neues Leistungsbegehren zu stellen.

4.8  Insgesamt ist der Sachverhalt damit als ausreichend abgeklärt zu betrachten. Zur 

Einholung eines Obergutachtens, wie dies beantragt wird, besteht kein Anlass. 

Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin und auf Grund 

des polydisziplinären ABI-Gutachtens vom 18. Juni 2007 von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit bis zum Verfügungserlass 

auszugehen.

5.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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5.1  Die Beschwerdeführerin ist als Vollerwerbstätige zu qualifizieren. Zur Bemessung 

des Invaliditätsgrades ist deshalb ein Einkommensvergleich durchzuführen. Die 

Beschwerdeführerin verlangt die Berücksichtigung eines zusätzlichen Abzuges in der 

Höhe von 25%. Wie die Beschwerdeführerin korrekt berechnet hat, beträgt das 

Valideneinkommen für das Jahr 2007 Fr. 62'058.--. Beim Invalideneinkommen hat sich 

die Beschwerdegegnerin auf die Tabellen der schweizerischen Lohnstrukturerhebung 

2007 gestützt und einen Jahreslohn von Fr. 48'036.-- angewendet, den Frauen im 

Durchschnitt für Tätigkeiten im Niveau 4 verdient haben. Sodann wurde ein 

"Leidensabzug" von 10% gewährt (IV-act. 12). Der oftmals als "Leidensabzug" 

bezeichnete Abzug hat nichts mit dem Leiden zu tun. Vielmehr sollen damit jene 

Nachteile ausgeglichen werden, welche die versicherte Person bei der Anwendung 

statistischer Daten für das Invalideneinkommen erleidet. Die Invalidität bewirkt – neben 

der Arbeitsunfähigkeit – auf den realen Arbeitsmarkt bezogen eine zusätzliche 

Lohneinbusse. Denn die statistischen Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von 

Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben. Solche Werte erreicht der invalide 

Arbeitnehmer im Allgemeinen nicht. Vielmehr muss er in der Entwicklung des 

Invaliditätseinkommens beziehungsweise der Invalidenkarriere mannigfaltige Nachteile 

gewärtigen (vgl. BGE 126 V 75 neues Fenster zum Leidensabzug). Die 

Beschwerdeführerin ist körperlich gegenüber einer gesunden Konkurrentin 

benachteiligt, weil sie mehr Krankheitsabwesenheiten haben sowie für 

Überstundentätigkeit weniger verfügbar sein wird. Sie wird deshalb eine Lohneinbusse 

in Kauf nehmen müssen. Die körperlichen Beschwerden an und für sich sind jedoch 

bereits in der ärztlichen Schätzung der Arbeitsfähigkeit abschliessend berücksichtigt 

worden, sodass sich diesbezüglich kein weiterer Abzug rechtfertigt. Insgesamt 

erscheint unter diesen Umständen der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug 

von 10% als angemessen. Die Ermittlung eines Invaliditätsgrades von 30.34% erweist 

sich unter diesen Umständen als korrekt.

6.  

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint bis

https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75

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als angemessen. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die 

Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihr geleisteten 

Kostenvorschuss im Verfahren IV 2008/128 in gleicher Höhe ist die geschuldete 

Gerichtsgebühr getilgt.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

sind durch den geleisteten Vorschuss in gleicher Höhe gedeckt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2009
	Würdigung eines ABI-Gutachtens. Die der Begutachtung sich widersprechenden psychiatrischen Arztberichte der behandelnden Psychiater sowie des versicherungsmedizinischen Psychiaters vermögen den Beweiswert des Gutachtens nicht in Zweifel zu ziehen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. September 2009, IV 2008/128).

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