# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2590e74-7ac3-52fb-85da-8d901f148a01
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 01.07.2014 S 2013 114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2013-114_2014-07-01.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 13 114

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichter Stecher als Vorsitzender, 

Verwaltungsrichterin Moser und Verwaltungsrichter Audétat, 

Aktuarin ad hoc Seres

URTEIL
vom 1. Juli 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Eschmann, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____ verunfallte am 27. März 2008 auf Hawaii, als sie sich über einen 

Stein schwingen wollte. Dr. med. B._____ schilderte in seinem handchir-

urgisch-orthopädischen Gutachten vom 20. November 2009 den Unfall-

hergang folgendermassen: A._____ stützte sich auf beiden Seiten mit ih-

ren Händen auf den unebenen Flächen zweier Felsblöcke ab und wollte 

sich über einen sich zwischen den zwei findlingsgrossen Felsblöcken be-

findlichen Stein hinwegschwingen. Beim Schwingen erlitt sie ein belaste-

tes Rotationstrauma des linken Handgelenkes (beim Aufstützen der Hand 

und gleichzeitigem Wegdrehen des Körpers). Anlässlich einer Handge-

lenksarthroskopie am 9. September 2008 wurden eine radiolunäre Band-

läsion sowie Rupturen des TFCC an dessen radialen Ansatz und in des-

sen zentraler Position diagnostiziert. A._____ musste sich in der Folge 

zwei weiteren Operationen unterziehen: eine Operation zur Ulnaverkür-

zung am 23. Dezember 2010 und eine Operation zur Metallentfernung am 

13. Dezember 2011. Im Zusammenhang mit den anlässlich des Unfalls 

erlittenen Verletzungen und den darauf folgenden Eingriffen litt die Be-

schwerdeführerin jeweils an chronischen Schmerzen, welche die Vermu-

tung eines CRPS Stadium I/II (Complex Regional Pain Syndrome) auf-

kommen liessen.

2. A._____ meldete sich am 2. März 2010 bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum Bezug von Versicherungsleis-

tungen an. Daraufhin klärte die IV-Stelle ihre medizinische und erwerbli-

che Situation ab. Die IV-Stelle folgte bei der Beurteilung bezüglich Taxati-

on und IV-Grad der Einschätzung der Unfallversicherung (C._____), weil 

es sich bei der gesundheitsbedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

um reine Unfallfolgen handle. Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2013 stellte 

die IV-Stelle A._____ rückwirkend jeweils für eine befristete Dauer eine 

halbe IV-Rente respektive eine ganze IV-Rente in Aussicht. Dagegen er-

hob A._____ am 20. Juli 2013 Einwand, den sie mit Schreiben vom 

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6. September 2012, mit Schreiben vom 5. Oktober 2012 sowie mit 

Schreiben vom 8. Januar 2013 ergänzte. Mit Verfügungen vom 30. Juli 

2013 sprach die IV-Stelle A._____ ab dem 1. September 2010 bis zum 

28. Februar 2011 - ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50 % - eine 

halbe Invalidenrente und ab dem 1. März 2011 bis zum 30. November 

2011 - ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100 % - eine ganze In-

validenrente zu. Im Übrigen wies sie das Leistungsbegehren von A._____ 

ab.

3. Gegen diese Verfügungen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdefüh-

rerin) am 16. September 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden mit dem Antrag, die Verfügung vom 30. Juli 2013 

betreffend die halbe Rente sei dahingehend zu ergänzen, dass zusätzlich 

auch noch der gesetzlich geschuldete Verzugszins zugesprochen und 

ausgerichtet werde. Daneben sei die Verfügung vom 30. Juli 2013 betref-

fend die ganze Rente dahingehend zu ergänzen, dass die ganze Rente 

ab 1. März 2011 über den 30. November 2011 hinaus bis und mit Ende 

Mai 2013 zuzüglich korrekt berechneter Verzugszinsen auszurichten sei. 

Zur Begründung ihrer Anträge führte die Beschwerdeführerin im Wesent-

lichen aus, die IV-Stelle habe die angefochtenen Verfügungen fehlerhaft 

eröffnet und ihre Aktenführungspflicht verletzt, wodurch ihr Aktenein-

sichtsrecht erschwert worden sei. Des Weiteren rügte sie, es seien ihr zu 

Unrecht keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen gewährt worden. 

Zudem habe die IV-Stelle ihre Arbeitsfähigkeit respektive Arbeitsunfähig-

keit nicht richtig festgestellt. Insbesondere habe sich die IV-Stelle zu Un-

recht auf die medizinischen Abklärungen der Unfallversicherung abge-

stützt. Die Beschwerdeführerin kritisierte, dass zur Bestimmung des IV-

Grades kein richtiger Einkommensvergleich angestellt worden sei. 

Schlussendlich rügte die Beschwerdeführerin, die Verzugszinsen für die 

halbe und die ganze IV-Rente seien falsch berechnet worden. Insbeson-

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dere sei der Zeitpunkt der Verzugszinspflicht nicht richtig festgelegt wor-

den.

4. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Oktober 2013 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und 

verwies für die Begründung in erster Linie auf die angefochtenen Verfü-

gungen. Die Beschwerdeführerin sei ab dem 27. März 2008 in ihrer Ar-

beitsfähigkeit eingeschränkt gewesen, wobei ihr Rentenanspruch erst 

sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruches, somit am 

1. September 2010, entstanden sei. Die Beschwerdegegnerin ging davon 

aus, dass die Beschwerdeführerin aus ärztlicher Sicht ab dem 8. August 

2011 sowohl in der bisherigen als auch in jeder angepassten Tätigkeit zu 

100 % arbeitsfähig sei. Die Vorwürfe bezüglich der stark verzögerten Zu-

stellung der Verfügungen vom 30. Juli 2013 wies sie als unbegründet 

zurück. Im Hinblick auf die beruflichen Massnahmen stellte sich die Be-

schwerdegegnerin auf den Standpunkt, es läge in dieser Sache eine 

rechtskräftige Verfügung vor, weshalb darauf nicht einzutreten sei. Auch 

die Einwände betreffend die Verzugszinsberechnung betrachtete die Be-

schwerdegegnerin als unbegründet und führte aus, der Verzugszins sei 

gemäss den gesetzlichen Vorgaben berechnet worden.

5. Am 24. Oktober 2013 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren 

Begehren fest und kritisierte wiederholt, die Beschwerdegegnerin habe 

nicht sämtliche vorliegenden Arztberichte und die beachteten Arztberichte 

nur unvollständig berücksichtigt. Sie bemängelte weiterhin die Zustellung 

der angefochtenen Verfügungen. Die Beschwerdeführerin erläuterte im 

zweiten Schriftenwechsel ausführlicher, inwiefern ihr Akteneinsichtsrecht 

durch die ihr zur Verfügung gestellte Akten-CD in unzulässiger Weise er-

schwert worden sei. Bezüglich der Dauer der ganzen IV-Rente vom 

1. März 2011 bis zum 30. November 2011 wies die Beschwerdeführerin 

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darauf hin, dass sie entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin im 

Zeitpunkt der Operation zur Materialentfernung am 13. Dezember 2011 

unmöglich voll arbeitsfähig gewesen sein könne.

6. Die Duplik der Beschwerdegegnerin wurde am 7. November 2013 einge-

reicht. Darin nahm diese lediglich noch zu den Vorwürfen im Hinblick auf 

das Akteneinsichtsrecht der Beschwerdeführerin Stellung und wies diese 

als haltlos zurück.

7. Im Anschluss an diese Ausführungen der Beschwerdegegnerin hat die 

Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 13. November 2013 die ihr zuge-

stellte Original-CD beim urteilenden Gericht eingereicht.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

Verfügungen sowie die im Recht liegenden Beweismittel wird, soweit 

rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügungen der Be-

schwerdegegnerin vom 30. Juli 2013. Das Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden ist aufgrund von Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgeset-

zes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und Art. 58 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) vorliegend zur Beurteilung 

der erhobenen Beschwerde sachlich und örtlich zuständig. Als formelle 

und materielle Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von den 

angefochtenen Rentenverfügungen ausserdem unmittelbar betroffen und 

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hat ein schutzwürdiges Interesse an deren gerichtlicher Überprüfung, 

womit sie zur Beschwerdeführung berechtigt ist (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 59 ATSG). Überdies hat sie ihre Beschwerde frist- und formgerecht 

beim Verwaltungsgericht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und 

Art. 61 lit. b ATSG). Demzufolge ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden 

Erwägung 2 - auf die Beschwerde einzutreten.

2. Mit Verfügung vom 31. Mai 2013 (Akten der IV-Stelle [IV-act.] 109 S. 1-2) 

hat die Beschwerdegegnerin das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 

2. März 2010 um Gewährung von beruflichen Eingliederungsmassnah-

men abgelehnt. Diese Verfügung wurde von der Beschwerdeführerin nicht 

angefochten, weshalb in dieser Sache eine rechtskräftige Verfügung vor-

liegt. Auf den Antrag der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin 

habe die Kosten einer Umschulung zu übernehmen, kann deshalb nicht 

eingetreten werden.

3. a) Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, die angefochtenen Verfü-

gungen vom 30. Juli 2013 seien mangelhaft eröffnet worden. Die Be-

schwerde gegen eine Verfügung der IV-Stelle ist innert 30 Tagen nach 

der Eröffnung der Verfügung einzureichen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 

ATSG). Die Frist beginnt am Tag nach der Zustellung zu laufen und ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Verwaltungsgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizeri-

schen Post übergeben wurde (Art. 60 Abs. 2 i.V.m. Art. 38 Abs. 1 und 

Art. 39 Abs. 1 ATSG). Gesetzliche Fristen stehen u.a. still zwischen dem 

15. Juli bis und mit dem 15. August (Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG).

b) Eine Partei kann sich, wenn sie nicht persönlich zu handeln hat, jederzeit 

vertreten lassen (Art. 37 Abs. 1 ATSG). In diesem Fall hat der Versiche-

rungsträger seine Mitteilungen an den Vertreter der Partei zu richten, so-

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lange diese Partei ihre Vollmacht nicht widerrufen hat (Art. 37 Abs. 2 

ATSG).

c) Gemäss Art. 49 Abs. 3 ATSG dürfen der betroffenen Person aus der 

mangelhaften Eröffnung einer Verfügung keine Nachteile erwachsen. Es 

ist jedoch nicht jede mangelhafte Eröffnung schlichtweg nichtig. Ist es den 

Parteien nach Treu und Glauben trotz mangelhafter Eröffnung möglich, 

ihre Rechte zu wahren, erreicht also die Eröffnung trotz des Mangels ih-

ren Zweck, hat die mangelhafte Eröffnung keinen Nachteil und damit auch 

keine Aufhebung der Verfügung zu Folge (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_791/2010 vom 10. November 2010 E.2.2).

d) Die Beschwerdeführerin rügt im Zusammenhang mit der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügungen vom 30. Juli 2013, diese seien zuerst nur an 

sie selber und erst im Anschluss verzögert sowie unter Angabe einer feh-

lerhaften Adresse an ihren Rechtsvertreter zugestellt worden. Demge-

genüber beteuert die Beschwerdegegnerin, die Verfügungen seien von 

der Ausgleichskasse gleichzeitig der Beschwerdeführerin, der IV-Stelle, 

dem kantonalen Steueramt, dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, 

der D._____ und der C._____ zugeschickt worden. Gemäss dem im 

Recht liegenden Zustellcouvert wurden die Verfügungen am 31. Juli 2013 

der Post übergeben (Poststempel). Wann genau die Verfügungen bei der 

Beschwerdeführerin und bei deren Rechtsvertreter eingetroffen sind, kann 

nicht mehr nachvollzogen werden, weil die Zustellung ohne Nachweis 

(nicht eingeschrieben) erfolgte. Die Beschwerdeführerin behauptet, die 

Verfügungen seien erst am 6. August 2013 bei ihrem Rechtsvertreter ein-

gegangen.

e) Die angefochtenen Verfügung vom 30. Juli 2013 wurden vorliegend auf 

jeden Fall während den Gerichtsferien vom 15. Juli bis zum 15. August 

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2013 zugestellt. Die Frist begann also unabhängig vom genauen Zustell-

tag erst am 16. August 2013 zu laufen und endete am 16. September 

2013, womit die vorliegende Beschwerde rechtzeitig eingereicht wurde. 

Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin blieb des Weiteren auch 

nach dem 6. August 2013 genügend Zeit, um die Beschwerdeschrift bis 

zum 16. September 2013 einzureichen. Es ist nicht als Rechtsnachteil im 

Sinne von Art. 49 Abs. 3 ATSG zu qualifizieren, dass der Beschwerdefüh-

rerin und ihrem Rechtsvertreter durch die allenfalls mangelhafte Eröffnung 

der Verfügung etwas mehr Umtriebe entstanden sind, womit die Rügen 

der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang nicht zu hören sind.

4. a) Die Beschwerdeführerin beanstandet die Aktenführung der Beschwerde-

gegnerin und macht geltend, ihr Akteneinsichtsrecht sei dadurch er-

schwert worden. Die Aktenführungspflicht der Verwaltung stellt das Ge-

genstück zum Akteneinsichtsrecht der versicherten Person dar, welches 

Bestandteil des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) bildet. Die 

Wirksamkeit des Rechts auf Akteneinsicht hängt von der Art und Weise, 

wie die Akten geführt werden, ab. Die Behörde ist verpflichtet, ein 

vollständiges Aktendossier über das Verfahren zu führen, um gegebenen-

falls ordnungsgemäss Akteneinsicht gewähren und bei einem Weiterzug 

diese Unterlagen an die Rechtsmittelinstanz weiterleiten zu können. Die 

Behörde hat alles in den Akten festzuhalten, was zur Sache gehört und 

entscheidwesentlich sein kann. Der verfassungsmässige Anspruch auf 

eine geordnete und übersichtliche Aktenführung verpflichtet die Behörden 

und Gerichte, die Vollständigkeit der im Verfahren eingebrachten und er-

stellten Akten sicherzustellen. In Art. 1 IVG i.V.m. Art. 46 ATSG wird die 

Aktenführungspflicht für die IV-Stellen auf Gesetzesstufe konkretisiert. 

Danach sind für jedes Sozialversicherungsverfahren alle Unterlagen sys-

tematisch zu erfassen, die massgeblich sein können (vgl. BGE 138 V 218 

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E.8.1.2). Art. 46 ATSG enthält somit keine spezifischen Anforderungen an 

die Art und Weise, wie die Akten zu führen, zu paginieren, zu indexieren 

etc. sind. Damit reicht das Spektrum der Aktenführung von der physi-

schen Erfassung der schriftlichen Akten in einem Aktendossier bis hin zu 

IT-gestützten Aktenregistrierungssystemen. Eine systematische Akten-

führung ist jedoch unbesehen ihrer jeweiligen technischen Umsetzung 

stets nach festgelegten, allgemeinen, sachgerechten und zweckmässigen 

Kriterien vorzunehmen, da nur auf diese Weise die Wirksamkeit des Ak-

teneinsichtsrechts gewährleistet werden kann. Sie hat dabei den Nach-

weis der Verwaltungstätigkeit sowohl mit Blick auf die Sachverhaltsab-

klärung wie auch bezüglich des Weges der Entscheidfindung jederzeit auf 

nachvollziehbare Weise zu ermöglichen und zu gewährleisten (vgl. KIE-

SER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 46 Rz. 13). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gehören vor allem folgen-

de Aufgaben zur sorgfältigen Aktenführung: Gemäss der Pflicht der 

Vollständigkeit der geführten Akten hat die Behörde alles in den Akten 

festzuhalten, was zur Sache gehört und entscheidwesentlich sein kann. 

Ferner sind die Unterlagen von Beginn weg in chronologischer Reihenfol-

ge abzulegen. Bei Vorliegen eines Gesuchs um Akteneinsicht und spätes-

tens im Zeitpunkt des Entscheids ist das Dossier zudem durchgehend zu 

paginieren. Sodann ist in der Regel ein Aktenverzeichnis zu erstellen, 

welches eine chronologische Auflistung sämtlicher in einem Verfahren 

gemachter Eingaben zu enthalten hat. Es besteht im Detail aus einer 

Laufnummer, der Anzahl Seiten jedes erfassten Dokumentes, dem Ein-

gangsdatum des Dokumentes, einer Dokumenten-ID sowie einer kurzen 

Beschreibung der Dokumentart oder dessen Inhalts (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 8C_319/2010 vom 15. Dezember 2010 E.2.2.2).

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b) Die Beschwerdeführerin kritisiert, die Akteneinsicht sei ihr lediglich durch 

Zustellung einer CD gewährt worden. Die Aktenstücke seien in einer ein-

zigen PDF-Datei enthalten, wobei die Akten nicht akturiert und weder 

thematisch noch chronologisch geordnet seien. Zudem sei die PDF-Datei 

nicht durchsuchbar. Damit sei der Grundsatz der Waffengleichheit (gleich 

lange Spiesse) verletzt und die Wahrung des rechtlichen Gehörs in un-

zulässiger Weise erschwert worden. Die Beschwerdegegnerin wehrt sich 

gegen diese Vorwürfe, indem sie u.a. die Vorwürfe von sich weist und 

vorbringt, die Akten seien mit einem Inhaltsverzeichnis versehen, durch-

nummeriert und chronologisch geordnet. Desweitern hätte die Beschwer-

deführerin sich an sie wenden können, falls Schwierigkeiten bei der 

Handhabung der CD entstanden wären. Schlussendlich sei es nach dem 

Grundsatz von Treu und Glauben und dem Verbot des Rechtsmiss-

brauchs nicht zulässig, formelle Rügen, die in einem früheren Stadium 

hätten geltend gemacht werden können, bei ungünstigem Ausgang später 

noch vorzubringen. Im Anschluss an diese Ausführungen der Beschwer-

degegnerin hat die Beschwerdeführerin die ihr zugestellte Original-CD 

beim urteilenden Gericht eingereicht.

c) Die Beschwerdeführerin ist nicht zu hören, wenn sie rügt, die Akten seien 

ihr "nur" in Form einer CD zugestellt worden. Die IV-Stellen sind, wie be-

reits ausgeführt, frei, ihre Akten schriftlich oder in einem IT-gestützten Ak-

tenregistrierungssystem zu erfassen. Die technische Umsetzung der Ak-

tenführung bleibt den IV-Stellen überlassen.

d) Auch aus der Rüge, die Aktenstücke seien in einer einzigen PDF-Datei 

enthalten, wobei diese nicht durchsuchbar sei, kann die Beschwerdefüh-

rerin nichts für sich ableiten. Weder das Gesetz noch die Rechtsprechung 

verlangen, dass eine solche Suchmöglichkeit gewährleistet sein muss.

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e) Die Akten sind vorliegend grundsätzlich chronologisch geordnet. Die Do-

kumente wurden zwar statt nach ihrem Erstellungsdatum nach dem Da-

tum des Eingangs bei der Beschwerdegegnerin eingeordnet, wodurch 

sich einzelne Ungereimtheiten ergeben. Dieser Umstand ist zwar zu 

bemängeln, es ist aber davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

dadurch bei der Ausübung ihres Rechts auf Akteneinsicht nicht in wesent-

licher Weise behindert wurde. Selbst wenn der Beschwerdeführerin da-

durch einen leicht höheren Zeitaufwand entstanden ist, wurde ihr Akten-

einsichtsrecht nicht verunmöglicht oder wesentlich erschwert. Die Be-

schwerdeführerin hat denn auch nicht dargelegt, inwiefern genau ihr Ak-

teneinsichtsrecht verunmöglicht oder wesentlich erschwert worden wäre.

f) Entgegen den Behauptungen der Beschwerdegegnerin sind die Akten 

allerdings tatsächlich nicht paginiert. Auch ein Aktenverzeichnis hat die 

Beschwerdegegnerin nicht erstellt. Ein solches ist nach der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung wünschenswert, indessen nicht in jedem Fall 

zwingend (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_319/2010 vom 15. Dezem-

ber 2010 E.2.2.2). Vorliegend hätte ein Aktenverzeichnis angesichts des 

Umfanges des Aktendossiers einen hilfreichen Überblick geboten. Auch 

die Paginierung der Akten wäre ohne Zweifel dienlich gewesen. Durch 

das Fehlen eines Aktenverzeichnisses und die unterlassene Paginierung 

der Akten war die Wahrnehmung des Akteneinsichtsrechtes für die Be-

schwerdeführerin möglicherweise etwas erschwert, nicht aber unmöglich. 

Eine nicht heilbare Verletzung des rechtlichen Gehörs, welche mit der 

Kassation des vorinstanzlichen Entscheids zu ahnden wäre, ist darin je-

denfalls nicht zu erblicken (vgl. BGE 132 V 387 E.5.1; Urteil des Bundes-

gerichts 8C_319/2010 vom 15. Dezember 2010 E.2.3.1). Die Beschwer-

degegnerin sei aber darauf hingewiesen, dass diesbezüglich Optimie-

rungsbedarf besteht. Nachdem festgestellt wurde, dass die Ungereimthei-

ten bei der chronologischen Ordnung der Akten, die fehlende Paginierung 

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der Akten und das fehlende Aktenverzeichnis vorliegend das Aktenein-

sichtsrecht der Beschwerdeführerin nicht verunmöglicht oder wesentlich 

erschwert haben, kann die Prüfung des Einwandes der Beschwerdegeg-

nerin, die Beschwerdeführerin hätte die genannten Rügen in einem frühe-

ren Verfahrensstadium vorbringen müssen, vorliegend offen bleiben.

5. a) Im Zusammenhang mit der IV-Rente ist vorliegend strittig, wie lange die 

ganze IV-Rente auszurichten ist. Die Beschwerdeführerin beantragt die 

Ausrichtung einer ganzen IV-Rente über den 30. November 2011 hinaus 

bis und mit Ende Mai 2013, weil sie, entgegen der Ansicht der Beschwer-

degegnerin, erst ab dem 31. Mai 2013 wieder arbeitsfähig gewesen sei. 

Demgegenüber vertritt die Beschwerdegegnerin die Auffassung, die Ren-

te sei nicht über den 30. November 2011 hinaus auszurichten, weil seit 

dem 8. August 2011 sowohl in der bisherigen wie auch in der angepass-

ten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. 

b) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen Gesund-

heitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

andauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG und Art. 4 IVG). Der An-

spruch auf eine Invalidenrente entsteht nach Ablauf eines Jahres, sofern 

während dieses Jahres ohne wesentliche Unterbrüche eine Arbeitsun-

fähigkeit von durchschnittlich mindestens 40 % vorgelegen hat und an-

schliessend eine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit vorliegt (Art. 28 

Abs. 1 IVG).

c) Für die Ermittlung des IV-Grades kommt es primär auf die wirtschaftliche 

Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an 

(vgl. BGE 132 V 393 E.2.1). Die Arbeitsunfähigkeit bezieht sich auf die 

medizinisch zumutbare Arbeitsleistung im bisherigen Beruf oder Aufga-

benbereich (vgl. Art. 6 ATSG). Die Erwerbsunfähigkeit stellt den wirt-

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schaftlichen Wert der noch vorhandenen Leistungsfähigkeit dar, wie sie 

sich auf dem gesamten in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-

markt ergibt, nachdem die zumutbare Behandlung und Eingliederung er-

folgt ist (vgl. Art. 7 ATSG). Für die Bemessung des Invaliditätsgrades ist 

die Erwerbsunfähigkeit massgebend (vgl. Art. 8 ATSG). 

d) Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren 

der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes 

wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein, wobei mündlich er-

teilte Auskünfte schriftlich festzuhalten sind. Der IV-Stelle obliegt es, nach 

Eingang der Anmeldung zum Leistungsbezug die Verhältnisse abzuklären 

(Art. 57 IVG i.V.m. Art. 69 ff. der Verordnung über die Invalidenversiche-

rung [IVV, SR 831.201]). Art. 69 Abs. 2 IVV ergänzt und präzisiert Art. 43 

Abs. 1 ATSG und hält fest, dass die IV-Stelle, wenn die versicherungs-

mässigen Voraussetzungen erfüllt sind, die erforderlichen Unterlagen, 

insbesondere über den Gesundheitszustand, die Tätigkeit, die Arbeits- 

und Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person sowie die Zweck-

mässigkeit bestimmter Eingliederungsmassnahmen beschafft und zu die-

sem Zwecke Berichte und Auskünfte verlangen, Gutachten einholen, Ab-

klärungen vor Ort und Stelle vornehmen sowie Spezialisten der öffentli-

chen oder privaten Invalidenhilfe beiziehen kann. Um den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Ge-

richt) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch 

andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes 

oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-

ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind ärztliche 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (vgl. 

BGE 132 V 93 E.4; SVR 2008 IV Nr. 40 S. 133 E.3.2). Gestützt darauf 

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wird der wirtschaftliche Wert der noch vorhandenen Leistungsfähigkeit 

bestimmt. 

e) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die in den Akten liegenden Arzt-

berichte oder medizinischen Unterlagen als Beweismittel zu würdigen 

sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwer-

deverfahren gilt daher der allgemeine Grundsatz der freien Beweiswürdi-

gung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter 

die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Be-

weiswertes solcher Unterlagen ist entscheidend, ob diese für die Beant-

wortung der gestellten Fragen umfassend sind, auf den erforderlichen all-

seitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berück-

sichtigen und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Per-

son auseinandersetzen, in Kenntnis der Vorakten und gegebenenfalls in 

Auseinandersetzung mit darin enthaltenen Stellungnahmen abgegeben 

worden sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge ein-

leuchtend sind und Schlussfolgerungen in einer Weise begründet sind, 

dass sie von der rechtsanwendende Person prüfend nachvollzogen wer-

den können. Für den Beweiswert ist die Herkunft des Beweismittels oder 

die Bezeichnung der Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten nicht 

ausschlaggebend (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1; 125 V 351 E.3.a; 122 V 157 

E.1.c; MEYER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., 

Zürich 2010, S. 352 f.; KIESER, a.a.O., Art. 44 Rz. 29 ff.).

6. a) Wie bereits gesagt, ist vorliegend die Frage zu beantworten, wie lange die 

ganze IV-Rente auszurichten ist. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf 

den Standpunkt, die ganze IV-Rente sei über den 30. November 2011 

hinaus bis und mit Ende Mai 2013 auszurichten. Dies begründet sie da-

mit, dass sie entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin erst ab dem 

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31. Mai 2013 wieder arbeitsfähig gewesen sei. Sie habe nach ihren Ope-

rationen (Handgelenksarthroskopie am 9. September 2008, Operation zur 

Ulnaverkürzung an 23. Dezember 2010 und Operation zur Materialentfer-

nung an 13. Dezember 2011) jeweils unter CRPS gelitten und eine Hei-

lung des CRPS sei erst Ende Februar/März 2013 erfolgt. Die Rente sei 

dementsprechend bis zu diesem Zeitpunkt auszurichten. Demgegenüber 

besteht gemäss Ansicht der Beschwerdegegnerin seit dem 8. August 

2011 sowohl in der bisherigen wie auch in der angepassten Tätigkeit eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit, weshalb die Rente nicht über den 30. Novem-

ber 2011 hinaus auszurichten sei. Um den Zeitpunkt der Wiedererlangung 

der Arbeitsfähigkeit durch die Beschwerdeführerin festzustellen, hat die 

Beschwerdegegnerin unter anderem auf die Einschätzungen von Dr. 

med. E._____, FMH physikalische Medizin und Rehabilitation und spezi-

elle Rheumaerkrankungen, beratender Arzt der C._____, zuhanden der 

Unfallversicherung (C._____) abgestellt (Bericht vom 28. Juli 2011 [IV-

act. 49 S. 1-5]; Bericht vom 18. August 2011 [IV-act. 49 S. 12-13]; Bericht 

vom 9. Februar 2012 [IV-act. 59 S. 5-6]). Die Beschwerdegegnerin hat 

sich bezüglich Taxation sowie Invaliditätsgrad der Unfallversicherung an-

geschlossen, weil es sich bei den die Arbeitsunfähigkeit auslösenden Be-

schwerden um reine Unfallfolgen handle. Die Beschwerdeführerin erhebt 

verschiedene Einwände gegen die medizinischen Abklärungen durch die 

Beschwerdegegnerin, auf welche im Folgenden im Einzelnen eingegan-

gen wird.

b) In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im streitigen 

Zeitraum äussert sich Dr. med. E._____ in seinen Berichten zuhanden 

der Unfallversicherung folgendermassen: 

Er zitiert in seinem Bericht vom 28. Juli 2011 (IV-act. 49 S. 1-7) die wichtigsten medizini-
schen Akten vom 4. April 2008 bis zum 27. Mai 2011. Er führt sodann aus, die Be-
schwerdeführerin müsse in einer angepassten Tätigkeit längstens wieder arbeitsfähig 
sein und verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass diese Autofahren könne 

- 16 -

und interkontinentale Reisen sowie die Selbstversorgung keine Probleme bereiten wür-
den. 

Im Bericht vom 18. August 2011 (IV-act. 49 S. 12-13) führt Dr. med. E._____ aus, es 
seien in einer beruflichen Tätigkeit nur Einschränkungen durch das linke Handgelenk zu 
berücksichtigen, weil keine anderen Gesundheitsstörungen vorlägen. Abgesehen von 
den Akutsituationen durch die Operationen sei die Beschwerdeführerin immer in der La-
ge gewesen, ein eigenständiges Privatleben zu führen. Aufgrund der geringen Funkti-
onseinschränkung und der radiologisch nachgewiesenen Belastbarkeit könne davon 
ausgegangen werden, dass die linke Hand als Hilfshand in einer vorwiegend rechtshän-
dig ausgeführten Tätigkeit ohne Weiteres einsetzbar sei. Es seien der Beschwerdeführe-
rin neben den Alltagstätigkeiten auch berufliche Tätigkeiten im Rahmen einer Leiterfunk-
tion oder Beraterfunktion und im Rahmen von Empfangs- oder Dispositionsarbeiten in 
der Pädagogik, Tourismusbranche oder Kulturbranche zumutbar. Nicht zumutbar seien 
hingegen handwerkliche oder andere Tätigkeiten, die mit einer mechanischen Belastung 
des linken Vorderarms einhergehen würden (med. Masseurin, Schneiderin, Montagear-
beiterin, auch anhaltende bzw. ununterbrochene Schreibtischarbeiten am PC oder ande-
ren Geräten, sofern nicht mit regelmässiger und selbstgewählter Wechselbelastung 
möglich). Sofern nicht Physio- oder Ergotherapien eine zeitliche Einschränkung rechtfer-
tigen würden, sei keine zeitliche oder leistungsmässige Einschränkung zu erwarten. Im 
Rahmen des erwähnten Belastungsprofils sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab dem 
8. August 2011 gegeben. 

Am 9. Februar 2013 bezieht sich Dr. med. E._____ (IV-act. 59 S. 5-6) auf den Operati-
onsbericht von Dr. med. F._____ und die komplikationslose Ulnaverkürzungsosteotomie. 
Die von Dr. med. F._____ vorgeschlagene Rehabilitationszeit von zwei Monaten nach 
der Operation sei sehr grosszügig, aber noch akzeptabel. Dr. med. E._____ erläutert, 
unabhängig von kleineren Einschränkungen und möglicherweise intermittierenden tro-
phischen Reaktionen und Reizzuständen aufgrund der noch ungewohnten Belastung 
dürfe nun ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass in einer angepassten Tätig-
keit wieder die volle Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Die Reisedokumente aus dem Internet 
(die Beschwerdeführerin begab sich auf eine private Auslandreise) würden zeigen, dass 
die Beschwerdeführerin auch mit gewissen Einschränkungen im Bereich des linken 
Handgelenks gut zurechtkomme und zumindest für den privaten Gebrauch eine prak-
tisch uneingeschränkte Funktionalität und Belastungsfähigkeit des linken Vorderams er-
reicht habe. Er kommt zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin könne 
gestützt auf die Einschätzung des behandelnden Handchirurgen Dr. med. F._____ sowie 
die allgemeine Erfahrung und die gut dokumentierte medizinische Situation beurteilt 
werden. Er schätzt die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab dem 14. Februar 
2012 in ihrer Tätigkeit als Kursleiterin als gegeben ein. Er hält die Beschwerdeführerin 
für befähigt, während 90 Min. mind. 30 Min. lang eine Tastatur zu bedienen (pro Arbeits-
tag mit 8.4 Std. also mind. 2.5 Std.). Er beurteilt die Beschwerdeführerin in einer Tätig-
keit mit Leiter- oder Beraterfunktion, bei Empfangs- oder Dispositionsarbeiten in der 
Pädagogik, Tourismusbranche, Kulturbrache oder ähnlichen Bereichen als zu 100 % ar-
beitsfähig. Es sei ihr aber nach wie vor nicht zumutbar, in handwerklichen Tätigkeiten 
oder anderen Tätigkeiten mit einer wesentlichen mechanischen Belastung des linken 
Vorderarms tätig zu sein. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit beurteilt er 
hingegen als zu 100 % gegeben.

c) Im Folgenden werden kurz die weiteren Arztberichte dargestellt, welche 

sich zu wesentlichen Punkten für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin äussern:

- 17 -

Dr. med. B._____, FMH Handchirurgie und orthopädische Chirurgie, hat gemäss seinem 
Bericht vom 20. November 2009 (IV-act. 17 S. 69-93) sämtliche Akten konsultiert und die 
Beschwerdeführerin selber befragt und untersucht sowie die Abschlüsse (Tourismus-
fachfrau, Kulturmanagerin) und Tätigkeiten (Assistentin Opernhausdirektor, Programm-
verantwortliche Weiterbildungsangebot am Zentrum Obertor) der Beschwerdeführerin 
korrekt erfasst. Er schätzt die Beschwerdeführerin aufgrund der eingeschränkten Ein-
satzfähigkeit der Hand als bei vielen alltäglichen Verrichtungen und auch bei der Ausü-
bung der alternativmedizinischen Tätigkeit als behindert ein. In der bisherigen Tätigkeit 
als Leiterin im Kurswesen beurteilt er die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bei 
Tätigkeit ohne Arbeiten am Computer für 1 Std./Tag respektive 5 Std./Woche, d.h. zu 
10 %, als gegeben. Hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit im intellektuellen Bereich, 
z.B. beratende Tätigkeit, Dolmetscherdienste, ev. visuelle Kontrolltätigkeiten, kommt er 
zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit sei zu 80-100 % gegeben.

Dr. med. F._____, FMH Orthopädie und Handchirurgie, geht im Bericht vom 8. August 
2011 (IV-act. 49 S. 7-8) davon aus, dass die Beschwerdeführerin bis nach der Metallent-
fernung für die angestammte Tätigkeit als arbeitsunfähig anzusehen sei.

Im Bericht vom 27. September 2011 (IV-act. 49 S. 14) plant Dr. med. F._____ die Metal-
lentfernung im Dezember 2011 und erwartet im Anschluss eine Verbesserung und zu-
nehmende Belastbarkeit, so dass die Beschwerdeführerin reintegriert werden könne. 

Am 4. Oktober 2011 schildert Dr. med. F._____ (IV-act. 49 S. 15-16) die Problematik, 
dass die chronischen Handgelenksschmerzen nicht besser geworden seien, weshalb die 
Ellenverkürzungsoperation gemacht worden sei. Postoperativ sei der Verlauf durch eine 
relativ starke Bewegungseinschränkung ziemlich verzögert gewesen, wobei mittlerweile 
die Beweglichkeit ordentlich sei. Verblieben seien Restbeschwerden, die vermutlich auf 
die Metallplatte zurückzuführen seien. Er hofft, dass nach der Metallentfernung eine 
Verbesserung der Schmerzsituation und der Funktionalität erreicht werden könne. Die 
Beschwerdeführerin sei in einer handwerklichen oder anderen Tätigkeit mit wesentlicher 
mechanischer Belastung des linken Vorderarms, was dem Muster der Belastung in der 
angestammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin entspreche, nicht arbeitsfähig. Er beur-
teilt Umschulungsaktionen oder eine Stellensuche in diesem Zeitpunkt als wenig sinn-
voll, weil es das Ziel sei, die Beschwerdeführerin wieder in die angestammte Tätigkeit zu 
integrieren. Er wolle deshalb bis zwei Monate nach der Operation die Arbeitsunfähigkeit 
bei 100 % belassen.

G._____, Ergotherapeutin HF, Zertifizierte Handtherapeutin SGHR, führt in ihrem Bericht 
vom 10. Februar 2012 (IV-act. 65 S. 3-4) aus, ein funktioneller Einsatz der Hand im All-
tag sei v.a. in Bezug auf Belastungen und repetitive Tätigkeiten eingeschränkt, wobei ein 
PC während 30 Min. bedient werden könne. Sie rechnet damit, dass die Beschwerdefüh-
rerin Restbeschwerden haben werde, die sie in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränken wer-
den.

Im Bericht vom 5. März 2012 schildert Dr. med. F._____ (IV-act. 84 S. 22-23), die Be-
schwerdeführerin habe immer noch relevante Restbeschwerden. Es liege eine komplexe 
chronische Situation vor mit residuellen, an ein CRPS erinnernden Restbeschwerden 
links. Es würde nun darum gehen, mit therapeutischen Massnahmen Fortschritte zu er-
zielen und die Beschwerdeführerin möglichst rasch wieder zu integrieren. Er geht davon 
aus, dass die Beschwerdeführerin Ressourcen habe, unter realistischen Bedingungen 
wieder integriert zu werden.

- 18 -

Auch in seinem Bericht vom 8. Mai 2012 ist Dr. med. F._____ (IV-act. 71 S. 1-2) der 
Meinung, die Beschwerdeführerin sei reintegrierbar und man müsse ihr einen entspre-
chenden, stabileren Rahmen bieten, um diese Reintegration zu vollziehen.

Mit ärztlichem Zeugnis vom 25. Mai 2012 (IV-act. 84 S. 25-27) bescheinigt Dr. med. 
F._____, bei der Beschwerdeführerin bestehe eine chronische Schmerzsituation mit 
Tendenz der Symptomausweitung lokal wie auch generell. Die Hauptkomponente des 
CRPS bestünde in den chronischen Schmerzen. Die Beschwerdeführerin habe nach wie 
vor deutliche Ruheschmerzen mit einer Bewegungseinschränkung und Belastungs-
schmerzen. Die linke Hand sei nur als Hilfshand einsetzbar und deutlich vermindert be-
lastbar. Es seien viele Alltagsaktivitäten als auch mögliche berufliche Aktivitäten deutlich 
eingeschränkt. Das bimanuelle Tastaturschreiben und auch sonstige beidhändig durch-
zuführende Arbeiten seien deutlich eingeschränkt. Es sei auch ein gewisses Erschöp-
fungssyndrom mit einer Verschlechterung der gesamten psychischen Situation der Be-
schwerdeführerin hinzugekommen; dies werde nun psychiatrisch therapiert. Das Haupt-
augenmerk liege auf der Reintegration der Hand in Alltagsaktivitäten und deshalb wür-
den die Therapiemassnahmen weitergeführt. Ausserdem sei die berufliche Reintegration 
ein wichtiger Punkt.

Dr. med. F._____ berichtet am 10. Januar 2013 (IV-act. 96 S. 1.-2), der Sudeck bedingte 
Schmerz der linken Hand habe durch alternative Heilmethoden massiv reduziert werden 
können. Verblieben sei ein zentraler Handgelenksschmerz, der die Funktionalität bei 
gewissen Belastungen nach wie vor deutlich limitieren würde. Es liege aber eine deutli-
che Stabilisierung der Situation vor. Verblieben sei wahrscheinlich zum Teil ein mecha-
nisch ausgelöster Restschmerz des ulnarseitigen Handgelenks, wobei die Beschwerde-
führerin damit zu leben lerne. Nichtsdestotrotz sei die Funktionalität der linken Hand 
deutlich eingeschränkt, so dass eine Arbeit in der angestammten Tätigkeit am Computer 
nur noch vermindert möglich sei. Arbeiten mit längeren Pausen sei denkbar bei einer 
Leistung von max. 50 % bei 100 % Arbeit. Mit einer Zusatzausbildung (Coaching-
Ausbildung) bestünde die Chance, dass wieder die volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden 
könne.

Am 8. April 2013 attestiert Dr. med. F._____ (IV-act. 106 S. 1), es gehe der Beschwerde-
führerin insgesamt deutlich besser und die Dystrophie-Symptome seien grösstenteils 
verschwunden. Geblieben seien ulnarseitige Handgelenksschmerzen, die bei bestimm-
ten Belastungen aktiviert würden. Unter den bereits formulierten Prämissen sei das 
Handgelenk auch entsprechend den Restbeschwerden belastbar. Die Beschwerdeführe-
rin sei auf Stellensuche und unter dem formulierten Profil sei dies auch realistisch.

Im Schlussbericht vom 7. Juli 2013 führt Dr. med. F._____ (Beschwerdeführerische Bei-
lage [Bf-act.] 6 der Beschwerdeführerin) aus, die Situation am linken Arm habe sich so 
weit gefestigt, dass die Beschwerdeführerin keine Nacht- und Ruheschmerzen mehr ha-
be. Es bestünden z.T. noch belastungsabhängige Restbeschwerden, die teilweise auch 
längere Ruhepausen erfordern würden. 

7. a) Hinsichtlich der Frage, ab welchem Zeitpunkt die Beschwerdeführerin 

wieder arbeitsfähig ist, vertreten die Parteien, wie bereits gezeigt, unter-

schiedliche Auffassungen. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, sie sei 

erst ab dem 31. Mai 2013 wieder arbeitsfähig gewesen. Demgegenüber 

besteht gemäss Ansicht der Beschwerdegegnerin seit dem 8. August 

- 19 -

2011 sowohl in der bisherigen wie auch in der angepassten Tätigkeit eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin weist in ihrer Replik 

vom 24. Oktober 2013 darauf hin, es sei nicht möglich, dass sie zur Zeit 

der Operation zur Materialentfernung am 13. Dezember 2011 zu 100 % 

arbeitsfähig gewesen sei. 

b) Dr. med. F._____ geht von einer Rehabilitationszeit von zwei Monaten 

nach der Operation zur Metallentfernung aus (IV-act. 49 S. 15-16). Auf 

diese Beurteilung stützt Dr. med. E._____ ab und geht ebenfalls von einer 

Rehabilitationszeit von zwei Monaten aus (IV-act. 59 S. 5-6). Dement-

sprechend nahm auch die Unfallversicherung eine zweimonatige Rehabi-

litationszeit nach der Operation an und hat bis Februar 2012 Taggelder 

geleistet. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdegegnerin hier 

von der Beurteilung von Dr. med. F._____ und den sich darauf abstüt-

zenden Einschätzungen von Dr. med. E._____ und der Unfallversiche-

rung abweicht. In diesem Punkt ist der Beschwerdeführerin zu folgen und 

von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin bis zum 

14. Februar 2012 sowohl in der bisherigen wie auch in der angepassten 

Tätigkeit auszugehen. Dementsprechend ist der Beschwerdeführerin bis 

Ende Februar 2012 eine ganze IV-Rente auszurichten.

8. a) Für den Zeitpunkt nach der Genesung von der Operation zur Metallent-

fernung geht Dr. med. E._____ (IV-act. 59 S. 5-6) davon aus, die Be-

schwerdeführerin sei sowohl in der bisherigen wie auch in einer ange-

passten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig. Die Beschwerdeführerin 

wendet in diesem Zusammenhang ein, Dr. med. E._____ (in seinen Be-

richten zu Handen der Unfallversicherung) und die Beschwerdegegnerin 

(in ihren Verfügungen) hätten sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

auf falsche Angaben zu ihren bisherigen Tätigkeiten und zu ihren Ausbil-

dungen abgestützt.

- 20 -

b) In ihrer Anmeldung vom 2. März 2010 bei der Beschwerdegegnerin zum 

Bezug von Versicherungsleistungen (IV-act 2 S. 1-10) gab die Beschwer-

deführerin zu ihrer bisherigen Tätigkeit an, sie habe als Leiterin Kurswe-

sen, Administration in C._____ gearbeitet. Soweit die Beschwerdegegne-

rin sowie Dr. med. E._____ von einer bisherigen Tätigkeit der Beschwer-

deführerin als Kursleiterin (was eher einer dozierenden Tätigkeit ent-

spricht) anstatt von einer Tätigkeit als Leiterin Kurswesen (was einer ad-

ministrativen Tätigkeit entspricht) ausgehen, stellen sie tatsächlich auf ei-

ne unzutreffende bisherige Tätigkeit ab. Selbst Dr. med. E._____ (IV-

act. 49 S. 12-13) führt aus, es sei der Beschwerdeführerin nicht zumutbar, 

handwerkliche oder andere Tätigkeiten, die mit einer mechanischen Be-

lastung des linken Vorderarms einhergehen (med. Masseurin, Schneide-

rin, Montagearbeiten, auch anhaltende bzw. ununterbrochene Schreib-

tischarbeiten am PC oder anderen Geräten, sofern nicht mit regelmässi-

ger und selbstgewählter Wechselbelastung möglich), auszuüben. Dr. 

med. E._____ und die Beschwerdegegnerin haben der Beschwerdeführe-

rin demzufolge zu Unrecht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 

Tätigkeit bescheinigt bzw. angerechnet. Dieser Irrtum ist aber nicht ent-

scheidwesentlich, weil für die Beurteilung der Invalidität und des Invali-

ditätsgrades - wie vorstehend in Erwägung 5.c erläutert - auf die Arbeits-

fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und nicht in der bisherigen Tätig-

keit abzustellen ist.

9. a) Zu überprüfen bleibt demzufolge die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh-

rerin in einer angepassten Tätigkeit in der Zeitspanne von Anfang März 

2012 bis Ende Mai 2013.

b) Dr. med. B._____ beurteilt in seinem Bericht vom 20. November 2011 (IV-

act. 17 S. 69-93) die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer an-

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gepassten Tätigkeit - bspw. in einer beratenden Tätigkeit, im Dolmet-

scherdienst oder bei einer visuellen Kontrolltätigkeit - als zu 80-100 % ge-

geben. Dr. med. E._____ bescheinigt der Beschwerdeführerin am 28. Juli 

2011, am 18. August 2011 sowie am 9. Februar 2012 eine 100%ige Ar-

beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und nennt dazu z.B. berufli-

che Tätigkeiten im Rahmen einer Leiterfunktion, Beraterfunktion, im 

Rahmen von Empfangs- und Dispositionsarbeiten in der Pädagogik, Tou-

rismus- oder Kulturbranche. Diese Einschätzung begründet er damit, dass 

die linke Hand der Beschwerdeführerin zwar teilweise in ihrer Funktion 

eingeschränkt sei aber bei einer vorwiegend rechtshändig ausgeführten 

Tätigkeit als Hilfshand dienen könne. Die Beschwerdeführerin sei gemäss 

ihren eigenen Aussagen befähigt, während 90 Min. mind. 30 Min. lang ei-

ne Tastatur zu bedienen. Ausserdem sei sie nicht behindert bei der Fort-

bewegung, bei Transfers mit Verkehrsmitteln, beim Telefonieren, Organi-

sieren, Präsentieren, Diskutieren und Referieren (vgl. IV-act. 49 S. 1-7; 

IV-act. 49 S. 12-13; IV-act. 59 S. 5-6). Dr. med. F._____ beurteilt die Ar-

beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Bereich der bisherigen Tätigkeit 

als nicht gegeben (IV-act. 49 S. 7-8; IV-act. 49 S. 15-16; IV-act. 84 S. 25-

27; IV-act. 96 S. 1-2). Er bescheinigt der Beschwerdeführerin jedoch in 

keinem Bericht eine Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Im 

Gegenteil spricht Dr. med. F._____ von Ressourcen der Beschwerdefüh-

rerin unter realistischen Bedingungen bzw. in einem stabileren Rahmen 

wieder reintegriert zu werden (IV-act. 84 S. 22-23; IV-act. 71 S. 1-2). Er 

führt aus, dass die Beschwerdeführerin mit einer Zusatzausbildung die 

Chance hätte, wieder die volle Arbeitsfähigkeit zu erlangen (IV-act. 96 

S. 1-2) und dass das Handgelenk unter den formulierten Prämissen auch 

unter entsprechenden Restbeschwerden belastbar sei (IV-act. 106 S. 1). 

Die Ergotherapeutin G._____ äussert sich nur zu Einschränkungen der 

Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit (IV-act. 65 S. 3-4).

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c) Wie vorstehend in Erwägung 9.b erläutert, liegen keine Arztberichte vor, 

welche von einer Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus-

gehen würden. Die vorliegenden Arztberichte stimmen alle überein, dass 

die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als nicht mehr ar-

beitsfähig eingeschätzt wurde. Dr. med. E._____ beschreibt in seinen Be-

richten vom 28. Juli 2011, 18. August 2011 sowie 9. Februar 2012 (vgl. 

IV-act. 49 S. 1-7; IV-act. 49 S. 12-13; IV-act. 59 S. 5-6) eine Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin als Kursleitern (eine eher dozierende Tätigkeit), wel-

che diese voll ausüben könne. Gleichzeitig umschreibt er die Einschrän-

kungen der Beschwerdeführerin im Bereich des linken Vorderarms und 

bezeichnet Tätigkeiten, die mit einer wesentlichen Belastung des linken 

Vorderarms einhergehen wie z.B. anhaltende Schreibtischarbeiten am 

PC, als nicht zumutbar. Die von Dr. med. E._____ umschriebene, zumut-

bare und leidensadaptierte Tätigkeit entspricht damit aber nicht der bishe-

rigen administrativen Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Leiterin Kurs-

wesen. Dr. med. E._____ geht folglich bei seiner Beurteilung der Arbeits-

fähigkeit der Beschwerdeführerin hinsichtlich der bisherigen Tätigkeit von 

falschen Voraussetzungen aus. Dies spielt allerdings - wie vorstehend in 

Erwägung 5.c erläutert - insofern keine Rolle, als für die Beurteilung der 

Invalidität auf die angepasste Tätigkeit abgestellt wird. Dieser Irrtum hat 

jedoch Auswirkungen auf die Berechnung des Invaliditätsgrades - wie 

nachstehend in Erwägung 10 erläutert wird. Ebenso gehen die vorliegen-

den Arztberichte davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer ange-

passten Tätigkeit wieder arbeitsfähig bzw. reintegrierbar sei. Es liegen 

keine Arztberichte vor, welche Widersprüche zu der Beurteilung von Dr. 

med. E._____ aufwerfen würden. Dr. med. E._____ hat sich in seinem 

Bericht vom 28. Juli 2011 (IV-act. 49 S. 1-7) des Weiteren mit sämtlichen 

in diesem Zeitpunkt vorliegenden wichtigen medizinischen Akten ausein-

andergesetzt. Der pauschale Einwand der Beschwerdeführerin, es seien 

diverse Beurteilungen und Berichte von Dr. med. B._____, Dr. med. 

- 23 -

F._____, Dr. med. H._____ sowie von Ergotherapeutin G._____ nicht be-

achtet worden, zielt demzufolge ins Leere.

d) Der Beschwerdeführerin kann auch nicht gefolgt werden, wenn sie mo-

niert, Dr. med. E._____ fehle das entsprechende Fachwissen, um sich 

über die Beurteilung von Dr. med. F._____ hinwegzusetzten. Die Beurtei-

lungen von Dr. med. E._____ und Dr. med. F._____ widersprechen sich 

entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht. Dr. med. 

F._____ hält die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit für nicht 

arbeitsfähig. Gleichzeitig bescheinigt er der Beschwerdeführerin in kei-

nem Arztbericht eine Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, 

sondern spricht von den Reintegrationsressourcen der Beschwerdeführe-

rin. Wie vorstehend in Erwägung 9.c erläutert, geht Dr. med. E._____ bei 

seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hinsicht-

lich der bisherigen Tätigkeit von falschen Voraussetzungen aus, wobei 

dies für die Beurteilung der Invalidität keine Rollte spielt, weil hier auf die 

angepasste Tätigkeit abgestellt wird. In einer angepassten Tätigkeit als 

Kursleiterin hingegen geht er von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin aus. Daraus erhellt, dass beide Ärzte davon ausgehen, 

dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten 

Tätigkeit gegeben sei.

e) Auch die Rüge der Beschwerdeführerin, das CRPS sowie die übrigen 

Restfolgen seien nicht berücksichtigt worden, ist nicht stichhaltig. Wie 

vorstehend in den Erwägungen 6.b und 6.c sowie Erwägungen 9.b und 

9.c erläutert, wird die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, unter 

Berücksichtigung der verbleibenden Restbeschwerden und Bewegungs-

einschränkungen, in der bisherigen Tätigkeit als nicht mehr gegeben be-

urteilt. Demgegenüber bescheinigt ihr kein Arztbericht, unter Berücksich-

- 24 -

tigung des CRPS und der übrigen Restfolgen, eine Arbeitsunfähigkeit in 

einer angepassten Tätigkeit.

f) Aus der Rüge Dr. med. E._____ habe sie nicht persönlich untersucht, 

kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Auch rei-

nen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen. Dies setzt vor-

aus, dass der medizinischen Fachperson, die das Aktengutachten ver-

fasst hat, genügend auf persönlichen Untersuchungen der versicherten 

Person beruhende ärztliche Unterlagen zur Verfügung standen und diese 

der Fachperson erlauben, sich ein für die beurteilenden Belange gesamt-

haft lückenloses Bild zu verschaffen. Vorausgesetzt ist somit, dass es 

beim Aktengutachten im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung 

eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts U 357/06 vom 28. Februar 2007 E.4.3 sowie U 

198/06 vom 31. August 2006 E.3.3). Danach ist nicht zu beanstanden, 

dass Dr. med. E._____ keine weitere Untersuchung durchgeführt hat. Dr. 

med. E._____ hat die vorhandenen Berichte kritisch gewürdigt und die 

Arztberichte des behandelnden Chirurgen Dr. med. F._____ berücksich-

tig. Des Weiteren legt auch die Beschwerdeführerin keine anderslauten-

den Arztberichte vor. In Anbetracht der bereits erfolgten umfassenden Un-

tersuchungen, die alle von einer Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführe-

rin in der bisherigen Tätigkeit ausgehen und keine Arbeitsunfähigkeit in 

einer angepassten Tätigkeit annehmen, durfte Dr. med. E._____ auf ei-

gene Untersuchungen verzichten. Somit war die Beurteilung der Arbeits-

fähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit durch Dr. 

med. E._____ aufgrund der Akten möglich. 

g) Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, es müsse schon 

bei geringen Zweifeln an der Beurteilung eines versicherungsinternen 

Arztes ein externes Gutachten angeordnet werden. Berichte von versiche-

- 25 -

rungsinternen Ärzten würden keine Gutachten im Sinne von Art. 43 ATSG 

darstellen. Des Weiteren habe bereits Dr. med. I._____ in seinem Bericht 

vom 11. Dezember 2009 (IV-act. 17 S. 98-99) die Notwendigkeit eines 

multidisziplinären Gutachtens bemerkt.

Bestehen geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

ärztlichen Feststellungen von versicherungsinternen Ärzten, sind ergän-

zende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2 und E.4.4; 

125 V 351 E.3.b/ee). Sofern allerdings keine Zweifel vorliegen und 

gemäss dem Grundsatz der antizipierten Beweiswürdigung ein bestimm-

ter Sachverhalt als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist und an-

zunehmen ist, dass weitere Beweismassnahmen an diesem feststehen-

den Ergebnis nichts mehr ändern, kann auf die Abnahme weiterer Bewei-

se verzichtet werden (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3; 134 I 140 E.5.3; 131 I 

153 E.3). Es ist grundsätzlich zulässig, dass ein Gericht auf die vom Ver-

sicherungsträger korrekt erhobenen Beweise abstellt und auf ein eigenes 

Beweisverfahren verzichtet. Den Berichten versicherungsinterner medizi-

nischer Fachpersonen kommt Beweiswert zu, auch wenn ihnen nicht die 

gleiche Beweiskraft wie ein gerichtliches Gutachten oder ein im Verfahren 

nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenes Gut-

achten zukommt. Bei Berichten und Gutachten von versicherungsinternen 

Ärzten kann das Anstellungsverhältnis der Person zum Versicherungsträ-

ger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit 

schliessen lassen.

Dr. med. E._____ hat sich mit sämtlichen wichtigen medizinischen Akten 

auseinandergesetzt und damit auch jeweils die Arztberichte des behan-

delnden Chirurgen Dr. med. F._____ berücksichtigt (IV-act. 49 S. 1-7; IV-

act. 49 S. 12-13; IV-act. 59 S. 5-6). Wie vorstehend in Erwägung 9.c er-

läutert, kommen die vorliegenden Arztberichte zu denselben Schlussfol-

- 26 -

gerungen und es liegen keine widersprüchlichen Beurteilungen der ver-

schiedenen Ärzte vor. Es gibt keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen. Anders lautende ärztliche 

Einschätzungen, welche Zweifel an den zitierten ärztlichen Feststellungen 

aufwerfen würden, liegen nicht vor. Ferner sei in diesem Zusammenhang 

darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin selbst gegenüber der 

Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 13. Mai 2013 (IV-act. 105 S. 1-5) 

auf eine bidisziplinäre respektive polydisziplinäre Begutachtung verzichtet 

hat, mit der Begründung, dass die Gutachter ja mangels eigener Erkennt-

nisse über den damaligen Zustand keine Aussagen über die vergangenen 

Perioden machen könnten und dass darum auf die bisherigen Arztberich-

te der behandelnden Ärzte Dr. med. H._____ und Dr. med. F._____ ab-

zustellen sei. Der Sachverhalt ist vorliegend genügend abgeklärt und die 

medizinischen Berichte sowie die bisherige Aktenlage lassen eine ausrei-

chende Aussage über den Gesundheitszustand und dessen Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu. Das beantragte exter-

ne Gutachten und die beantragte Einforderung eines weiteren Berichtes 

von Dr. med. F._____ ist somit nicht angezeigt, zumal davon keine neuen 

relevanten Erkenntnisse zu erwarten sind. Die Akten der Unfallversiche-

rung wurden ausserdem entgegen den Behauptungen der Beschwerde-

führerin beigezogen. Die Beschwerdegegnerin hat die Akten bei der Un-

fallversicherung eingefordert, weshalb diese mit den von der Beschwer-

degegnerin anlässlich ihrer Vernehmlassung vom 18. Oktober 2013 ein-

gereichten Akten dem Gericht vorliegen.

h) Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die vorliegenden Arztbe-

richte in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-

führerin in einer angepassten Tätigkeit umfassend sind, auf den erforder-

lichen Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berücksich-

tigen und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person 

- 27 -

auseinander setzten, in Kenntnis der Vorakten und in Auseinanderset-

zung mit darin enthaltenen Stellungnahmen abgegeben wurden sowie 

nachvollziehbar sind. Die Beschwerdegegnerin konnte somit auf die Ein-

schätzung von Dr. med. E._____ abstellen, welcher - wie vorstehend in 

Erwägung 9.f erläutert - auf eine eigene Untersuchung verzichten durfte, 

sich auf die Beurteilung des behandelnden Chirurgen Dr. med. F._____ 

stützt, sich mit allen wichtigen Arztberichten auseinandersetzt und zum 

Schluss kommt, dass die Beschwerdeführerin ab dem 14. Februar 2012 

zumindest in einer adaptierten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig ist.

10. a) Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin habe 

zur Bestimmung des IV-Grades keinen richtigen Einkommensvergleich 

angestellt. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, 

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine 

halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent An-

spruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von min-

destens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen 

Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a 

Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-

fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein-

kommen), zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen) in Beziehung ge-

setzt. Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-

gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 

möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 

sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt 

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(vgl. zur allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs BGE 130 V 

343 E.3.4.2 mit Hinweisen).

b) Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass die Beschwerdeführerin 

mit ihrem Erwerbspensum von 80 % als Leiterin Kurswesen ein Validen-

einkommen von Fr. 74'467.30 erzielt hätte (IV-act. 79 S. 1-2). Dieses Va-

lideneinkommen ist aufgrund der Akten ausgewiesen und wird von der 

Beschwerdeführerin auch nicht bestritten, weshalb es sich erübrigt, näher 

darauf einzugehen. Weil die Beschwerdegegnerin fälschlicherweise da-

von ausging, die Beschwerdeführerin sei sowohl in der bisherigen wie 

auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig, hat sie dem 

Valideneinkommen das gleiche Invalideneinkommen gegenüber gestellt 

und den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin für den Zeitpunkt ab 

dem 14. Februar 2014 nicht korrekt berechnet. Die Beschwerdeführerin 

ist nicht mehr in der bisherigen Anstellung tätig, welche dem Validenein-

kommen zugrunde liegt, weshalb dieses Einkommen nicht als Invaliden-

einkommen herangezogen werden kann. Ausserdem ist die Beschwerde-

führerin nur mehr in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig, weshalb 

das Invalideneinkommen korrekt ermittelt werden muss. Dementspre-

chend ist die Sache zur erneuten Berechnung des Invaliditätsgrades an 

und zum Neuentscheid die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

11. a) Schlussendlich rügt die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin 

habe in ihren Verfügungen vom 30. Juli 2013 betreffend der ganzen IV-

Rente den Verzugszins berücksichtigt, bei jener betreffend der halben IV-

Rente jedoch nicht. Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, der Ver-

zugszinsanspruch habe zwölf Monate nach der verspäteten Anmeldung 

vom 2. März 2010, somit im März 2011 begonnen. Die Beschwerdegeg-

nerin hingegen führt aus, sie sei nach Ablauf von 24 Monaten nach Ent-

stehung des Rentenanspruchs (im September 2010), d.h. ab September 

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2012, verzugszinspflichtig, womit die Verzugszinsberechnung korrekt vor-

genommen worden sei.

b) Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG beginnt die Verzugszinspflicht nach Ablauf 

von 24 Monaten seit der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 

zwölf Monate nach dessen Geltendmachung. Der Satz für den Verzugs-

zins beträgt fünf Prozent im Jahr. Der Verzugszins wird monatlich auf 

dem bis Ende des Vormonats aufgelaufenen Leistungsanspruch berech-

net. Die Zinspflicht beginnt am ersten Tag des Monats, in welchem der 

Anspruch auf Verzugszinsen entstanden ist, und endet am Ende des Mo-

nats, in welchem der Zahlungsauftrag erteilt wird (Art. 7 der Verordnung 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV, SR 

830.11]). Nach dem Sinn und Zweck der Regelung beginnt die Verzugs-

zinspflicht zwei Jahre nach Beginn der Rentenberechtigung als solcher. 

Der Sinn der 24-Monatsfrist liegt darin, den Sozialversicherungen (insbe-

sondere den IV-Stellen) einen gewissen Zeitraum für Abklärungen zu ge-

währen, innert welchem sie noch keine Verzugszinsen bezahlen müssen 

(vgl. BGE 133 V 9 E.3.6). Im Rahmen der 5. IV-Revision wurde die Nach-

zahlungsregelung der IV entscheidend umgestaltet. Zuvor waren Leistun-

gen bis zu zwölf Monate vor dem Zeitpunkt der Anmeldung nachzuzahlen 

(aArt. 48 Abs. 2 IVG). Seit dem 1. Januar 2008 werden gemäss Art. 29 

Abs. 1 IVG die Renten der IV frühestens sechs Monate nach der Anmel-

dung bezahlt. Durch diese neue Regelung hat die Bestimmung, wonach 

die Verzugszinsen frühestens zwölf Monate nach Geltendmachung der 

Rentenberechtigung geschuldet sind, ihre Bedeutung verloren und es er-

geben sich weit weniger Sachverhalte, in denen die Verzugszinsvoraus-

setzungen von Art. 26 ATSG erfüllt sind (KIESER, a.a.O., Art. 26 Rz. 49).

c) Die Beschwerdeführerin machte ihren Leistungsanspruch im März 2010 

geltend. Der Rentenanspruch entstand somit frühestens sechs Monate 

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nach der Geltendmachung im September 2010. Daraus ergibt sich, dass 

die Beschwerdegegnerin nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entste-

hung des Anspruchs, d.h. ab September 2012, verzugszinspflichtig ist. 

Folglich hat die Beschwerdegegnerin die Verzugszinsen richtig berechnet. 

Dem Einwand der Beschwerdeführerin, wonach der Verzugszins für die 

halbe IV-Rente nicht berücksichtigt worden sei, ist ebenfalls nicht zu fol-

gen. Aus der Berechnung der Beschwerdegegnerin (Beilage [Bg-act.] 5 

S. 2) ergibt sich, dass sämtliche Leistungen der Beschwerdegegnerin ab 

September 2010 bis und mit November 2011 (also sowohl die halbe wie 

auch die ganze IV-Rente) berücksichtigt wurden. Selbstverständlich sind 

die Verzugszinsen auch für die späteren Leistungen der Beschwerdegeg-

nerin vom Dezember 2011 bis Ende Februar 2012 und für eine allfällige 

spätere IV-Rente (je nach Ausgang der Abklärungen und Berechnungen 

zum IV-Grad) geschuldet und durch die Beschwerdegegnerin zu berech-

nen und zu leisten.

12. a) Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Verfügungen der Be-

schwerdegegnerin vom 30. Juli 2013 insoweit aufzuheben sind, als der 

Beschwerdeführerin bis Ende Februar 2012 eine ganze IV-Rente auszu-

richten ist und als die Sache zur weiteren Abklärung und Berechnung des 

Invaliditätsgrades im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, als dar-

auf einzutreten ist. Die Beschwerde erweist sich somit als teilweise be-

gründet, was zu deren teilweisen Gutheissung führt. 

b) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren − in Abwei-

chung von Art. 61 lit. a ATSG − bei Streitigkeiten um die Bewilligung von 

IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Die auf 

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Fr. 700.-- festzulegenden Verfahrenskosten hat entsprechend dem Aus-

gang des vorliegenden Verfahrens zu fünf Siebteln, d.h. im Umfang von 

Fr. 500.--, die Beschwerdeführerin und zu zwei Siebtel, d.h. im Betrag von 

Fr. 200.--, die Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG).

c) Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten. Darunter fallen insbesondere die Kosten für die anwalt-

liche Vertretung (KIESER, a.a.O., Art. 41 Rz. 113). Da die Beschwerde-

gegnerin teilweise unterlegen ist, hat sie die Beschwerdeführerin für einen 

Teil ihres Aufwandes gemäss Art. 78 VRG zu entschädigen. Die reduzier-

te, angemessene Entschädigung der Beschwerdeführerin wird somit er-

messensweise auf pauschal Fr. 1'500.-- (inkl. MWST und Barauslagen) 

zu Lasten der Beschwerdegegnerin festgelegt.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen, 

die Verfügungen der IV-Stelle vom 30. Juli 2013 werden insoweit aufge-

hoben, als A._____ bis Ende Februar 2012 eine ganze IV-Rente auszu-

richten ist und als die Sache zur erneuten Berechnung des Invaliditäts-

grades und zum Neuentscheid im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle 

zurückgewiesen wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, so-

weit darauf eingetreten werden kann.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zu zwei Siebtel zulasten der IV-Stelle und 

zu fünf Siebtel zu Lasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zu-

stellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

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3. Die IV-Stelle hat A._____ eine reduzierte aussergerichtliche Parteien-

tschädigung im Betrag von Fr. 1'500.-- (inkl. MWST und Barauslagen) zu 

bezahlen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]