# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** afbc68bd-70da-5e31-874a-6ac08a196675
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 09.09.2014 R 2014 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2014-31_2014-09-09.pdf

## Full Text

Mitgeteilt am

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

R 14 31

5. Kammer 

bestehend aus

Präsident Meisser als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Audétat 

und Vizepräsident Priuli, Aktuar Simmen

URTEIL
vom 9. September 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Gemeinde X._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andri Mengiardi, 

Beschwerdegegnerin

und

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B._____, 

und

Baugesellschaft C._____, bestehend aus:

- D._____ AG,

- E._____ AG,

- F._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger, 

Beschwerdegegnerinnen

betreffend Widerruf Baubewilligung

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1. B._____, Eigentümerin der Parzelle 20035 in der Gemeinde X._____, 

ersuchte die Gemeinde X._____ am 13. August 2012 um Bewilligung ei-

nes Bauprojekts auf ihrer Parzelle. Dagegen erhob unter anderem 

A._____, Eigentümerin der in unmittelbarer Nähe zu Parzelle 20035 lie-

genden Parzelle 20032, Einsprache. Am 1. November 2012 zog die Bau-

herrschaft das Baugesuch zurück, worauf die Gemeinde mit Schreiben 

vom 5. November 2012 das Baubewilligungsverfahren und die Bauein-

sprachen abschrieb. Dieses Schreiben der Gemeinde wurde der D._____ 

AG (als Vertreterin der Bauherrschaft) und den Einsprechern, darunter 

auch A._____, zugestellt. 

2. Am 6. November 2012 übermittelte die Bauherrschaft dem Bauamt 

X._____ telefonisch die für die Publikation notwendigen Daten eines zwei-

ten Baugesuchs. Am 7. November 2012 reichte B._____ bei der Gemein-

de dieses zweite Baugesuch ein, welches am 9. November 2012 publi-

ziert wurde. Die Baugesuchsakten lagen vom 10. bis 29. November 2012 

öffentlich auf. Einsprachen wurden keine erhoben. Am 13., mitgeteilt am 

14. Dezember 2012, erteilte die Gemeinde X._____ die ersuchte Baube-

willigung für den Abbruch des Stalls und den Neubau eines Zweifamilien-

hauses an dessen Stelle auf Parzelle 20035 (Baubewilligung Nr. 2012-

61). Diese erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

3. Am 16. Dezember 2013 schrieb A._____ der Gemeinde, es seien bei der 

Erteilung der vorerwähnten Baubewilligung Fehler unterlaufen und ver-

langte dazu eine Erklärung der Gemeinde. Mit Schreiben vom 19. De-

zember 2013 beantwortete der Leiter des Bauamtes der Gemeinde das 

Schreiben von A._____. 

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4. Am 4. Januar 2014 schrieb A._____ erneut der Gemeinde, es seien bei 

der Bewilligungserteilung eindeutige Verstösse gegen das BG gemacht 

worden. 

• Offenbar solle der Neubau nach dem Hofstattrecht erstellt werden, was 
aus der Baubewilligung und der Ausschreibung nicht ersichtlich gewe-
sen sei. Der abgebrochene Stall müsse gemäss Art. 15 BG an der bis-
herigen Lage und in der bisherigen Ausdehnung aufgebaut werden. 
Dementsprechend hätte das Dach am First nicht um 30 cm, an der 
Traufe auf der Nordseite nicht um 40 cm und an der Traufe auf der 
Südseite nicht um 80 cm angehoben werden dürfen. Ebenso entspre-
che die Grundrisserweiterung von 3.68 m x 3.58 m an der Südwest-
Ecke nicht Art. 15 BG. Es ergebe sich eine unerlaubte Mehrausnutzung 
des Gebäudevolumens und der Grundrissfläche. 

• Die Bewilligungsakten seien beim Baugesuch nicht vollständig gewe-
sen. Es hätten einerseits die amtlichen Höhenaufnahmen des Stalls ge-
fehlt, weswegen die projektierten Gebäudehöhen nicht hätten kontrol-
liert werden können. Anderseits hätten auch ein Umgebungsplan sowie 
ein Plan, woraus die Garagenzufahrtsmöglichkeit zum Neubau ersicht-
lich gewesen wäre, gefehlt. 

• Am Baugespann seien die Dacherhöhungen und die Grundrisserweite-
rung nicht ersichtlich gewesen. Indessen seien die aus der ersten Bau-
eingabe geplanten Dachlukarnen zu sehen gewesen. Das Baugespann 
habe den eingereichten Projektplänen nicht entsprochen. Folglich sei 
die Baubewilligung Nr. 2012-61 vom 14. Dezember 2012 aufzuheben 
und es sei erneut ein Baubewilligungsverfahren durchzuführen. 

• Die Parzelle 20035 sei entlang der Bauzonengrenze in zwei Teilstücke 
parzelliert worden. Die neue Parzelle 21419, welche das Bauprojekt be-
treffe, gehöre neu der D._____ AG, der E._____ AG und der F._____ 
AG (Einfache Baugesellschaft C._____).

5. Am 13., mitgeteilt am 17. Februar 2014, trat der Gemeindevorstand 

X._____ auf das Gesuch von A._____ vom 4. Januar 2014 nicht ein. 

• Die monierte Baubewilligung sei am 14. Dezember 2012 erteilt worden 
und sei rechtskräftig. Dagegen könne kein ordentliches Rechtsmittel 
mehr erhoben werden. Es handle sich bei der Eingabe vom 4. Januar 
2014 somit um ein Widerrufsgesuch im Sinne von Art. 25 VRG. 

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• A._____ habe gegen das betreffende Baugesuch keine Einsprache er-
hoben und sei auch nicht Verfügungsadressatin der Baubewilligung 
vom 14. Dezember 2012 gewesen. Es stelle sich die Frage nach ihrer 
Parteistellung. Die Frage könne indes offen bleiben, da ein Widerrufs-
verfahren auch von Amtes wegen eingeleitet werden könne. Zudem sei 
auf das Gesuch ohnehin nicht einzutreten. Die erhobenen Rügen hätten 
in einer Baueinsprache gemäss Art. 92 Abs. 2 KRG vorgebracht wer-
den müssen. Dies wäre A._____ zumutbar gewesen. Sie habe deshalb 
kein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der rechtskräftigen 
Baubewilligung. Auf das Gesuch sei deshalb nicht einzutreten. Auch 
von Amtes wegen sei kein Widerrufsverfahren einzuleiten. Die von 
Art. 25 Abs. 1 VRG verlangten Widerrufsgründe lägen nicht vor und 
würden vorliegend auch nicht geltend gemacht. 

• Die Eingabe vom 4. Januar 2014 könnte auch als öffentlich-rechtliche 
Baueinsprache und als gleichzeitiges Gesuch um Fristwiederherstel-
lung gewertet werden. Versäumte Fristen könnten wieder hergestellt 
werden, wenn der betreffenden Partei die Einhaltung der Frist infolge 
unverschuldeten Hindernisses nicht möglich gewesen sei. Ein solches 
Hindernis sei nicht ersichtlich und werde auch nicht geltend gemacht. 

6. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 14. März 

2014 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom 

17. Februar 2014 und den Widerruf der Baubewilligung. Die Gemeinde 

X._____ sei anzuweisen, das ordentliche Baubewilligungsverfahren ein-

zuleiten. B._____ sei superprovisorisch die Aufnahme der Bautätigkeit zu 

untersagen. Der Beschwerde wurde vom Instruktionsrichter mit prozess-

leitender Verfügung vom 29. April 2014 die aufschiebende Wirkung erteilt. 

• Anfangs Dezember 2013 habe sie nach Bekanntgabe der von der Ge-
meinde aufgenommenen Höhen des Stalls realisiert, dass die erteilte 
Baubewilligung nicht der Profilierung im November 2012 entsprochen 
habe. 

• Es liege wohl eine rechtskräftige Baubewilligung vor. Diese sei aber 
aufgrund unlauterer Mittel und nicht korrekter Grundlagen verlangt wor-
den. Die Bauherrschaft habe offensichtlich bewusst ein nicht dem Bau-
gesuch entsprechendes Baugespann errichtet und so bewirkt, dass 
Einsprachen unterblieben seien. Anlässlich des ersten Baugesuchs im 

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Sommer 2012 seien Mehrhöhen profiliert gewesen, wogegen Einspra-
che erhoben worden sei. Darauf sei das Baugesuch zurückgezogen 
worden. Die drei anderen Fotografien vom 20. November 2013 zeigten 
eine komplett andere Profilierung. Anderweitige Profile seien während 
der zweiten Auflagezeit im November 2012 keine angebracht gewesen. 
Ebenfalls sei in der südwestlichen Stallecke kein Bauprofil vorhanden 
gewesen. Dies sei schon während der Auflagezeit so gewesen, was die 
Zeugen G._____ und zwei weitere bestätigen könnten. 

• Weil die vorher reklamierten Mehrhöhen während der zweiten Auflage-
zeit nicht mehr angezeigt worden seien, habe die Nachbarschaft davon 
ausgehen können, ein neues Gebäude würde im Hofstattrecht mit den 
identischen Dimensionen errichtet werden. Deswegen sei auf Einspra-
chen verzichtet worden. Die Gemeinde habe Mehrhöhen bewilligt, die 
weit über eine Aussenisolation hinausgingen. Zudem sei beim Grund-
riss eine vom Hofstattrecht nicht abgedeckte massive und wesentliche 
Vergrösserung um mehr als 13 m2 erfolgt.

• Die Voraussetzungen von Art. 25 VRG seien mit Bezug auf die wesent-
lich geänderte Entscheidungsgrundlage einerseits und dem fehlenden 
schutzwürdigen Interesse am Bestand der Baubewilligung anderseits 
erfüllt. Die Gemeinde habe die von ihr erteilte Baubewilligung zu Un-
recht nicht widerrufen, zumal die Baubewilligung auch in anderen Punk-
ten ungenügend und unverständlich sei. Es seien zu Unrecht weder 
Auflagen für eine rechtsgenügliche Erschliessung noch solche betref-
fend Wasserbezug verfügt worden.

7. Am 19. März 2014 teilte die Beschwerdeführerin dem Gericht mit, dass 

Parzelle 20035 parzelliert worden sei und die neue Parzelle 21419, auf 

welcher der Neubau mutmasslich erstellt werden solle, neu der D._____ 

AG, der E._____ AG und der F._____ AG (Baugesellschaft C._____) 

gehöre. 

8. Am 28. März 2014 beantragte die Baugesellschaft C._____, sie sei an-

stelle von B._____ als Hauptpartei (Beschwerdegegnerin 2) zu behan-

deln. Sie habe von B._____ die Bauparzelle 20035 mitsamt dem am 

14. Dezember 2012 bewilligten Bauprojekt käuflich erworben. 

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9. Am 8. April 2014 beantragte die Gemeinde X._____ (nachfolgend Be-

schwerdegegnerin), auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter 

sei sie abzuweisen. 

• Streitgegenstand sei nur der Nichteintretensentscheid der Beschwerde-
gegnerin. Wenn die Beschwerdeführerin den Widerruf der Baubewilli-
gung beantrage und verlange, die Beschwerdegegnerin sei anzuwei-
sen, das ordentliche Baubewilligungsverfahren einzuleiten, weite sie 
den Streitgegenstand unzulässig aus. 

• Sollte das Gericht dennoch auf die Beschwerde eintreten, sei diese 
aufgrund der fehlenden Voraussetzungen für den Widerruf abzuweisen. 
Ein ordentliches Rechtsmittel gegen die rechtskräftige Baubewilligung 
stehe nicht zur Verfügung. Richtigerweise habe die Beschwerdegegne-
rin die Eingabe als Widerrufsgesuch entgegengenommen. Der Leiter 
des Bauamtes habe am 29. August 2012 und am 25. Oktober 2012 Fo-
tografien vom profilierten Gebäude gemacht, also während der ersten 
Profilierungsphase und kurz vor der zweiten Profilierungs- und Einspra-
chephase. Die Profile seien am 29. August 2012 und am 25. Oktober 
2012 ordnungsgemäss gestanden, auch während der zweiten Auflage. 
Es möge sein, dass im November 2013 noch einzelne, aber nicht mehr 
alle Profile vorhanden gewesen seien. Entscheidend sei, dass in der 
zweiten Profilierungsphase alle Profile korrekt gesetzt gewesen seien. 
Die Gemeinde habe keinerlei Anhaltspunkte, dass die Profile während 
der zweiten Profilierungsphase nicht korrekt gesetzt worden wären. 
Damit habe sich die Sach- und Rechtslage gegenüber der ursprüngli-
chen Entscheidungsgrundlage am 14. Dezember 2012 nicht geändert, 
weshalb die Voraussetzungen für einen Widerruf nicht erfüllt seien. 

10. Am 28. April 2014 beantragten die Baugesellschaft C._____ und B._____ 

(nachfolgend Beschwerdegegnerinnen) die Abweisung der Beschwerde, 

soweit darauf einzutreten sei. 

• Mittlerweile sei der Stall abgerissen und der Aushub gemacht. Weitere 
Bautätigkeiten würden pendente lite nicht vorgenommen. 

• Mit Bezug auf die Kubatur hätten sich zwischen dem ersten und dem 
zweiten Baugesuch keine wesentlichen Änderungen ergeben. Deshalb 
habe B._____ trotz Rückzug des ersten Gesuchs im Wissen, in Bälde 
ein erneutes Gesuch einzureichen, die Profile stehen lassen, mindes-
tens bis zur Rechtskraft der am 14. Dezember 2012 erteilten Baubewil-

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ligung. Somit hätten die Profile auch während der Auflagefrist des zwei-
ten Baugesuchs gestanden. Sie seien vor Einreichung des zweiten 
Baugesuchs durch die Baubehörde kontrolliert und für gut befunden 
worden. Es stimmte nicht, dass während der zweiten Auflage keine 
Mehrhöhen über Dach und keine Erweiterungen mehr profiliert gewe-
sen seien. Dies könne der Bauamtsleiter bezeugen. Zudem habe 
während der zweiten Auflagefrist ein Kaufinteressent das Objekt be-
sichtigt, welcher dies auch bestätigen könne. Im November 2013 sei mit 
dem Abbruch des Stalls begonnen und deshalb seien auch die Profile 
entfernt worden. Die von der Beschwerdeführerin offerierten Zeugen 
seien Nachbarn und würden davon profitieren, dass nicht gebaut wer-
den könne, weswegen auf sie nicht abzustellen sei. Die Nachbarn hät-
ten deshalb gegen das zweite Bauprojekt nicht mehr Einsprache erho-
ben, weil dieses rechtskonform gewesen sei. 

• Die von der Beschwerdeführerin am 4. Januar 2014 gerügte Unvoll-
ständigkeit sowie die materiellen Fehler des Baugesuchs hätten im Ein-
spracheverfahren gerügt werden müssen, was sie nicht getan habe.

• Es könne im Ergebnis offen bleiben, ob die Beschwerdegegnerin das 
Widerrufsgesuch materiell hätte abweisen müssen, anstatt auf dieses 
nicht einzutreten. Es sei gesetzeskonform profiliert worden, womit für 
einen Widerruf kein Raum bestanden habe. 

11. Am 26. Mai 2014 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren Anträ-

gen fest und ergänzte ihre Ausführungen wie folgt:

• Die von ihr offerierten Zeugen seien nicht befangen. Von der Einver-
nahme des Bauamtsleiters als Zeuge sei abzusehen, zumal er höchs-
tens bestätigen würde, dass am 25. Oktober 2012 das Gespann, wie fo-
tografisch festgehalten, gestanden habe, was nicht bestritten sei. Hin-
gegen sei er unbestritten während der zweiten Novemberhälfte 2012 
nicht einmal vor Ort gewesen, weswegen er hierzu nichts aussagen 
könne.

• Die Anträge auf Nichteintreten seien nicht begründet. Angesichts der 
erst Ende 2013 zu Tage getretenen unkorrekten Profilierung während 
der zweiten Baugesuchsphase im November 2012 sei der Beschwerde-
führerin nichts anderes übrig geblieben, als einen Widerruf der Baube-
willigung zu verlangen. Das Rechtsbegehren sei nicht ausgeweitet wor-
den. Schon im Gesuch an die Gemeinde sei der Widerruf verlangt wor-
den, worauf nicht eingetreten worden sei.

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• Es stimme nicht, dass das Baugespann erst kurz vor dem Abbruch des 
bestehenden Stalls im Spätherbst 2013 verändert worden sei und nicht 
während der zweiten Auflage. Die Fotografien vom 21. November 2012 
zeigten, dass keine profilierten Mehrhöhen auf dem Dach zu erkennen 
seien. Damit sei bewiesen, dass das Baugespann im Vorfeld der zwei-
ten Auflage angepasst bzw. teilweise entfernt worden sei. 

• Aufgrund der Zusicherung des Bauamtsleiters habe die Nachbarschaft 
davon ausgehen können, dass keine Mehrhöhen und Grundrisserweite-
rungen nachgesucht und bewilligt würden. Entgegen diesen Zusiche-
rungen entsprächen die Gebäudehöhen des ehemaligen Stalls nicht 
denjenigen des bewilligten Neubaus. 

• Gemäss Angaben im zweiten Baugesuch sei die Neuprofilierung am 
9. November 2012 erfolgt. Die Beschwerdegegnerin habe gesagt, sie 
habe das Baugespann am 25. Oktober 2012 in Augenschein genom-
men. Das Baugesuch datiere vom 6. November 2012 und sei gemäss 
Eingangsvermerk am 7. November 2012 bei der Gemeinde eingegan-
gen. Es sei am 9. November 2012 publiziert worden. Redaktionsschluss 
der entsprechenden Amtsblattausgabe sei der 6. November 2012, 
16:00 Uhr gewesen. Das würde bedeuten, dass die Publikation vor Ein-
gang des Baugesuchs in Auftrag gegeben worden sei.

• Die effektiven Ausmasse des Stalls und dessen Höhen seien erst am 
25. November 2013 aufgenommen und der Beschwerdeführerin am 
19. Dezember 2013 bekannt gegeben worden. Sie habe die Gebäu-
dehöhen somit erst im Dezember 2013 überprüfen können. Das Bau-
projekt sei offenbar ohne verifizierte Höhenmasse des ehemaligen 
Stalls geplant und eingegeben wurden.

12. Am 24. Juni 2014 hielten die Beschwerdegegnerinnen duplicando an ih-

ren Anträgen fest.

• Die Beschwerdeführerin habe während der Auflagefrist die publizierten 
Baupläne konsultiert und beim Bauamt vorgesprochen. Sie habe somit 
Kenntnis vom Baugesuch und den Bauplänen gehabt. 

• Das Bauprofil erfülle lediglich die Aufgabe, ein Bauvorhaben für die 
Nachbarn publik zu machen und die Nachbarn in die Lage zu verset-
zen, Einsicht in die Baugesuchsunterlagen zu nehmen. Dies habe die 
Beschwerdeführerin gemacht. Somit sei das Verfahren korrekt abgelau-
fen. 

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13. Am 30. Juni 2014 hielt auch die Beschwerdegegnerin duplicando an ihren 

Anträgen fest. 

• Der Bauamtsleiter habe die Profile am 25. Oktober 2012 fotografiert, 
rund zwei Wochen vor der Publikation des Baugesuchs am 9. Novem-
ber 2012. Die Profile seien zu diesem Zeitpunkt, abgesehen von den 
Lukarnen, unbestrittenermassen korrekt gestellt gewesen, was die 
Kennzeichnung der hier umstrittenen Mehrhöhen anbelange. Nachdem 
er sie bereits am 25. Oktober 2012 besichtigt gehabt habe, habe es da-
nach keinen Anlass mehr gegeben, die Profile noch einmal zu kontrol-
lieren.

• Der Bauamtsleiter habe G._____ mündlich darauf hingewiesen, die 
Profile seien in Bezug auf die Lukarnen nicht korrekt gestellt worden, 
weil die Lukarnen gar nicht gebaut werden sollten. Dazu hätte sich 
G._____ oder auch die Beschwerdeführerin durch Einsicht in die Bau-
eingabepläne versichern können. Ansonsten habe er bestätigt, dass die 
Profile dem Baugesuch entsprächen. Er habe damit die Profile gemeint, 
wie sie am 25. Oktober 2012 gestanden hätten. 

• Der Bauamtsleiter habe die für die Publikation des Baugesuchs nötigen 
Daten telefonisch von der Bauherrschaft am 6. November 2012 erhal-
ten und diese vor Redaktionsschluss an das Publikationsorgan weiter-
geleitet. Am 7. November 2012 sei das Baugesuch in Papierform zuge-
stellt worden. Es seien noch zwei Tage zur formellen Prüfung geblie-
ben, bis die Publikation am 9. November 2012 erfolgt sei.

• Ein schützenswertes Vertrauen der Beschwerdeführerin, worauf ge-
stützt sie auf eine Einsprache habe verzichten können und diese jetzt 
im Widerrufsverfahren nachholen dürfe, gebe es nicht. Die Beschwer-
deführerin könne keine entschuldbaren Gründe dafür geltend machen, 
weswegen es ihr nicht möglich gewesen sein sollte, die Publikation des 
Bauvorhabens zur Kenntnis zu nehmen. Sie hätte Einsicht in die aufge-
legten Akten nehmen können und dort wären die Mehrhöhen ersichtlich 
gewesen. Sie sei nicht berechtigt gewesen, einzig auf die Profile abzu-
stellen ohne Einsicht in die Bauakten zu nehmen, um damit nachträgli-
chen Rechtsschutz zu erhalten. Denn ein Bauprofil ersetze einen 
massgenauen Baueingabeplan nicht und ein allfällig fehlerhaft gestell-
tes Profil ändere nichts daran, dass das Bauvorhaben anhand der Bau-
pläne zu beurteilen sei und sich Einsprecher bei allfälligen Unsicherhei-
ten durch Einsicht in die Bauakten zu informieren hätten. Die Bauakten 
seien korrekt aufgelegen. Durch ein allfällig fehlerhaft gestelltes Profil 
sei die Beschwerdeführerin nicht von der Einreichung einer Einsprache 
abgehalten worden. Sie habe durch die Profile und die Publikation des 

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Bauvorhabens im Amtsblatt nachweislich Kenntnis vom Bauvorhaben 
gehabt. Folglich hätte sie Einsicht in die Auflagepläne nehmen und ge-
gebenenfalls Einwände vorbringen müssen. 

• Hätte die angeblich unvollständige Profilierung die Beschwerdeführerin 
von einer Einsprache abgehalten, hätte sie die Baubewilligung umge-
hend vor Verwaltungsgericht anfechten müssen, nachdem sie von de-
ren Erteilung Kenntnis erhalten habe. Rechtsfolge davon, dass die Be-
schwerdeführerin infolge mangelhafter Profilierung von der Einsprache 
abgehalten worden wäre, wäre nicht ein Widerruf der Baubewilligung, 
sondern die Möglichkeit, dagegen verwaltungsgerichtliche Beschwerde 
zu führen. Somit sei die Vorinstanz zu Recht nicht auf das Wiedererwä-
gungsgesuch eingetreten. 

14. Am 2. Juli 2014 führte die Beschwerdeführerin noch aus, sie habe nie 

behauptet, wegen der zweiten Bauauflage beim Bauamt gewesen zu sein 

und konkrete Kenntnisse von Baugesuchen und den Bauplänen gehabt 

zu haben. Nicht sie sondern G._____ sei telefonisch beim Bauamtsleiter 

vorstellig geworden. Es sei zudem weder eine Einsichtnahme in das Bau-

gesuchsdossier noch in die Pläne erfolgt. 

15. Am 13. August 2014 edierte die dazu aufgeforderte Beschwerdegegnerin 

die Unterlagen des Baubewilligungsverfahrens, welches gestützt auf das 

Gesuch von B._____ vom 13. August 2012 durchgeführt worden war, so-

wie sämtliche Unterlagen des Bewilligungsverfahrens, welches gestützt 

auf das Gesuch von B._____ vom 7. November 2012 durchgeführt wor-

den war. 

16. Am 18. August 2014 edierten die dazu aufgeforderten Beschwerdegegne-

rinnen die Unterlagen des Baubewilligungsverfahrens, welches gestützt 

auf das Gesuch von B._____ vom 13. August 2012 durchgeführt worden 

war, samt Begleitschreiben der D._____ AG vom 14. August 2014 an de-

ren Rechtsvertreter. 

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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie im angefochtenen Entscheid vom 17. Februar 2014 wird, soweit er-

forderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen 

Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem oder eid-

genössischem Recht endgültig sind. Der angefochtene kommunale Ent-

scheid vom 17. Februar 2014, mit welchem die Beschwerdegegnerin nicht 

auf das beschwerdeführerische Gesuch um Aufhebung der Baubewilli-

gung Nr. 2012-61 vom 4. Januar 2014 eingetreten ist, ist weder endgültig 

noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten werden. Folglich 

stellt er ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Ver-

waltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Als Adressatin des ange-

fochtenen Entscheids ist die Beschwerdeführerin berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung auf (Art. 50 VRG). Auf die 

zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutre-

ten. Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit des angefochtenen 

Nichteintretensentscheids. 

b) Hinsichtlich der in das vorliegende Verwaltungsgerichtsbeschwerdever-

fahren involvierten Parteien gilt es vorweg was folgt festzuhalten: Die 

ehemalige Grundeigentümerin und Baugesuchstellerin B._____ hat die 

Bauparzelle 20035 mitsamt dem am 14. Dezember 2012 bewilligten Bau-

projekt Nr. 2012-61 Ende 2013 an die Baugesellschaft C._____, beste-

hend aus der D._____ AG, der E._____ AG und der F._____ AG, ver-

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kauft. Die Baugesellschaft C._____ ist infolge dieses Kaufs der Parzelle 

20035 einschliesslich des rechtskräftig bewilligten Bauprojekts Nr. 2012-

61 neue Hauptpartei des vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerde-

verfahrens geworden. Da indessen selbst der Rechtsvertreter der Be-

schwerdegegnerinnen in seiner Beschwerdeantwort vom 28. April 2014 

sowie in seiner Duplik vom 24. Juni 2014 seine Mandantschaft nicht sehr 

präzise umschreibt − mithin bezeichnet er die die Baugesellschaft 

C._____ auch als Vertreterin von B._____ − erscheint es vorliegend an-

gebracht, sowohl die Baugesellschaft C._____ als auch B._____ als 

Hauptpartei (Beschwerdegegnerinnen) zu bezeichnen. 

2. a) Art. 43 Abs. 1 des Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden 

(KRVO; BR 801.110) sieht vor, dass bei Bauvorhaben, die nach aussen in 

Erscheinung treten, gleichzeitig mit der Einreichung des Baugesuchs ein 

Baugespann aufzustellen ist, welches die Lage, Höhe und Gestalt der 

Baute klar erkennen lassen muss. Unter der Erstellung eines Bauge-

spanns respektive einer Ausstreckung beziehungsweise einer Profilierung 

versteht man die vereinfachte Darstellung des Umrisses eines Bauvorha-

bens im Gelände. Die Profilierung weist zunächst Private auf das hängige 

Baugesuch hin. Dies erscheint deswegen als notwendig, weil auch dem 

aufmerksamsten Bürger die amtliche Publikation entgehen kann. Ferner 

sollen Behörden und Nachbarn eine räumliche Vorstellung vom Projekt 

und seiner Beziehung zur Umgebung erhalten, was für dessen Beurtei-

lung bzw. für die Prüfung eines Rechtsmittels unerlässlich ist. Gerade für 

Laien lassen sich vielfach Verletzungen von Bauvorschriften mit Hilfe der 

Profile leichter feststellen als allein aufgrund der Pläne (MÄDER, Das Bau-

bewilligungsverfahren, Diss., Zürich 1991, Rz. 278 f.; HATZ, Der Rechts-

schutz in Baurechtssachen im Kanton Graubünden, Diss., Zürich 1972, 

S. 49). 

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b) Gemäss Art. 44 KRVO prüft die kommunale Baubehörde eingehende 

Baugesuche umgehend auf Vollständigkeit und unterzieht sie einer mate-

riellen Vorprüfung. Gleichzeitig wird geprüft, ob das Baugespann richtig 

gestellt ist (Abs. 1). Bei unvollständigen Gesuchen sowie Gesuchen mit 

offenkundigen materiellen Mängeln setzt die kommunale Behörde bezie-

hungsweise die Fachstelle den Gesuchstellenden innert 20 Tagen seit 

Eingang eine angemessene Frist zur Vervollständigung oder Verbesse-

rung des Baugesuchs (Abs. 2). Gemäss Art. 45 KRVO legt die kommuna-

le Baubehörde nach Abschluss der vorläufigen Prüfung das Baugesuch 

während 20 Tagen in der Gemeinde öffentlich auf (Abs. 1). Die Auflage 

des Baugesuchs ist im amtlichen Publikationsorgan der Gemeinde be-

kannt zu gegeben (Abs. 2). Einsprachen sind während der Auflagefrist bei 

der Gemeinde einzureichen (Abs. 4). 

c) Fördert die vorläufige Prüfung oder die erste Untersuchung Mängel zu 

Tage, kann die Baubehörde folglich eine Verbesserung anordnen. Ledig-

lich geringfügige Abweichungen von den Plänen, welche in der Regel kei-

nen Einfluss auf die Beurteilung einer Baute haben, führen indes noch 

nicht dazu, dass das Bauprojekt als nicht rechtsgenüglich profiliert gilt 

(HATZ, a.a.O., S. 51). Wird der Profilierungsfehler im weiteren Verlauf des 

Baubewilligungsverfahrens offenbar, ist er in der Regel ebenfalls noch zu 

beheben. Haben allerdings Behörden und mögliche Anfechtungsberech-

tigte über den ungenau profilierten Bauteil ein hinreichendes Bild gewon-

nen, erübrigt sich eine nachträgliche Verbesserung. Nach Erteilung der 

Baubewilligung kann sich der Nachbar im Rechtsmittelverfahren auf die 

Mangelhaftigkeit der Profilierung berufen und eine Verletzung des rechtli-

chen Gehörs dartun. Dazu muss er aber den Nachweis erbringen, da-

durch in seiner Interessenwahrung behindert worden zu sein. Dies trifft 

etwa dann zu, wenn eine qualifiziert fehlerhafte Profilierung den Nachbarn 

davon abgehalten hat, den baurechtlichen Entscheid zu verlangen. Eine 

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weitere Hürde besteht darin, dass vom Anfechtungswilligen eine wenigs-

tens durchschnittliche Aufmerksamkeit verlangt wird. Verfahrensfehler, 

die sich bei angemessener Sorgfalt erkennen lassen, sind sofort zu bean-

standen. Bei Säumnis verwirkt die Rüge und kann im Rechtsmittelverfah-

ren nicht mehr nachgetragen werden. Ist eine Profilierung überhaupt un-

terblieben, dürfte das Rechtsmittelverfahren häufiger zugunsten des Be-

schwerdeführers ausgehen; demgegenüber ist bei ungenauen Profilie-

rungen eher zu vermuten, der Nachbar habe in die Pläne Einsicht ge-

nommen und daraus die tatsächlichen Dimensionen des Projekts erkannt. 

Sollte der Fehler gar erst bemerkt werden, nachdem die Baubewilligung in 

Rechtskraft erwachsen ist, so kann auf diese kaum je zurückgekommen 

werden. Denn eine unrichtige und selbst eine fehlende Profilierung stellt 

keinen Nichtigkeitsgrund dar; ebenso reicht eine Nichtprofilierung eines 

Gebäudeteils nicht für einen Widerruf der Baubewilligung aus (vgl. zum 

Ganzen MÄDER, a.a.O., Rz. 286 ff., LEUTENEGGER, Das formelle Baurecht 

der Schweiz, 2. Aufl., Bern 1978, S. 155). 

d) Bloss geringfügige Mängel an einer Baubewilligung dürfen in der Regel 

durch Berichtigung behoben werden. Demgegenüber können besonders 

qualifizierte Fehler zur Nichtigkeit einer Baubewilligung führen. Bei der 

praktisch bedeutungsvollen Grenzziehung zwischen Nichtigkeit und blos-

ser Anfechtbarkeit halten sich Lehre und Rechtsprechung an die sog. 

Evidenztheorie. Danach ist eine Verfügung nichtig, wenn der ihr anhaf-

tende Mangel besonders schwer und offensichtlich oder zumindest leicht 

erkennbar ist und zudem die Rechtssicherheit dadurch nicht ernsthaft ge-

fährdet wird (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 956; Urteil des Bundesgerichtes 

1C_64/2011 vom 9. Juni 2011 E.3.3). Allein der Umstand, dass ein sol-

cher Fehler vorliegt, macht den baurechtlichen Entscheid indes noch nicht 

zwingend unbeachtlich. Vielmehr ist aufgrund dieser äusseren Merkmale 

- 16 -

eine Wertabwägung vorzunehmen, wobei die Gewichtung aller Umstände 

über die angemessene Rechtsfolge entscheidet. Im Falle der blossen An-

fechtbarkeit eines baurechtlichen Entscheids kann dagegen Beschwerde 

erhoben werden. Nach unbenutztem Ablauf der Beschwerdefrist − wie 

beim Rückzug eines Rechtsmittels − erlangt die Verfügung volle Rechts-

gültigkeit. Dagegen bedeutet Nichtigkeit absolute Unwirksamkeit einer 

Verwaltungsverfügung. Eine nichtige Verfügung bleibt ohne jede Rechts-

wirkung, was jederzeit und von Amtes wegen beachtet werden muss; mit-

hin kann sie von der zuständigen Behörde jederzeit widerrufen werden. 

Mängel, die weder zur Gruppe der geringfügigen und damit unbeachtli-

chen noch der sehr schweren und somit zur Nichtigkeit führenden Gruppe 

zählen, können als erheblich bezeichnet werden und sind mit den ordent-

lichen Rechtsmitteln anfechtbar (vgl. zum Ganzen MÄDER, a.a.O., Rz. 414 

ff.). 

e) Eine rechtskräftige Baubewilligung kann gemäss Art. 25 Abs. 1 VRG dann 

widerrufen (geändert oder aufgehoben) werden, wenn sich die Sach- oder 

Rechtslage gegenüber der ursprünglichen Entscheidungsgrundlage 

geändert hat (lit. a) und nicht überwiegende öffentliche oder private Inter-

essen dem Widerruf entgegenstehen (lit. b). Spezialgesetzliche Wider-

rufsregeln und die Revision bleiben vorbehalten (Art. 25 Abs. 3 VRG). 

Gemäss Art. 67 Abs. 1 VRG revidiert die Behörde rechtskräftige Ent-

scheide unter anderem dann, wenn eine Partei nachträglich erhebliche 

Tatsachen oder Beweismittel entdeckt, deren rechtzeitige Beibringung ihr 

nicht möglich war (lit. a), durch Verbrechen oder Vergehen auf den Ent-

scheid eingewirkt worden war (lit. b) oder die Behörde aktenkundige er-

hebliche Tatsachen aus Versehen nicht gewürdigt hat (lit. d). 

3. a) Vorliegend bestreitet die Beschwerdeführerin nicht, dass sie zur Zeit der 

Auflage des zweiten Baugesuchs vom 10. bis 29. November 2012 vom 

- 17 -

Bauvorhaben der Beschwerdegegnerinnen Kenntnis gehabt habe. In ihrer 

Beschwerdeschrift vom 14. März 2014 argumentiert sie im Gegenteil, 

dass die Bauherrschaft offensichtlich ganz bewusst und im Hinblick auf 

die Verhinderung von Einsprachen zielorientiert eine klar falsche respekti-

ve sehr unvollständige Profilierung angebracht habe. Gerade auch, weil 

die bei der Auflage des ersten Baugesuchs reklamierte Mehrhöhe beim 

zweiten Bauprojekt nicht mehr angezeigt worden sei, habe die Nachbar-

schaft (wozu auch die Beschwerdeführerin zählt) im besten Vertrauen da-

von ausgehen können, dass ein neues Gebäude im Hofstattrecht mit den 

identischen Dimensionen, sowohl was die Höhe wie auch den Grundriss 

anbelangt, errichtet werden sollte. Deshalb seien Einsprachen unterblie-

ben und nur deshalb habe die gestützt darauf ausgesprochene Baubewil-

ligung überhaupt unangefochten in Rechtskraft erwachsen können. 

b) Unbestritten ist, dass das zweite, am 7. November 2012 eingereichte 

Baugesuch betreffend Höhe die gleichen Dimensionen aufweist, wie das 

erste am 13. August 2012 eingereichte Baugesuch. Unbestritten ist des 

Weiteren, dass die Profilierung der Mehrhöhe bis am 25. Oktober 2012 

vorhanden war (vgl. die entsprechenden Fotografien des Bauamtsleiters 

vom 25. Oktober 2012 [Beilage 2 der Beschwerdegegnerin]). Umstritten 

ist demgegenüber, ob die Profilierung der Mehrhöhe während der Dauer 

der öffentlichen Auflage des zweiten Baugesuchs, mithin vom 10. bis 

29. November 2012, noch vorhanden war. Während die Beschwerdefüh-

rerin dazu verschiedene Fotografien (Beilagen 5 und 6 der Beschwerde-

führerin) ins Recht legt, gemäss welchen die Profilierung der Mehrhöhe 

während der Auflage des zweiten Bauprojekts tatsächlich fehlt und nur die 

Lukarnen-Profilierung vorhanden ist, behaupten die Beschwerdegegne-

rinnen, die Profilierung der Mehrhöhe sei während der gesamten Auflage-

zeit vom 10. bis 29. November 2012 gestanden. Wie es sich damit letzt-

lich verhält, kann − wie nachfolgend erläutert − dahingestellt bleiben, 

- 18 -

weshalb sowohl auf die beantragten Zeugeneinvernahmen als auch auf 

die beantragte EDV-Expertise in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 

127 V 491 E.1b) verzichtet werden kann. Vorliegend ist nämlich unbestrit-

ten, dass die zwar nicht mehr Gegenstand des zweiten Baugesuchs bil-

denden und somit fehlerhaft profilierten Lukarnen auch während der Zeit 

der Auflage des zweiten Baugesuchs − zwar fehlerhaft, aber immerhin − 

profiliert waren. Es ist also − für die Beschwerdeführerin bestenfalls − da-

von auszugehen, dass die Profilierung während der Auflage des zweiten 

Bauprojekts unvollständig respektive fehlerhaft im Sinne eines erhebli-

chen Mangels war. Ein solcher führt jedoch nach dem vorstehend Gesag-

ten (vgl. E.2c und d) nicht zur Nichtigkeit der Baubewilligung. Auch wenn 

die während der Zeit der Auflage des zweiten Baugesuchs vorhandene 

Profilierung den von der Beschwerdeführerin behaupteten erheblichen 

Mangel aufgewiesen hätte, war diese Profilierung doch geeignet, der Be-

schwerdeführerin und der übrigen Nachbarschaft bekannt zu machen, 

dass erneut ein Baugesuch eingereicht worden ist. Die Beschwerdeführe-

rin hätte, um vorliegend nicht die Folgen ihrer Passivität tragen zu müs-

sen, aufgrund ihrer Pflicht zur wenigstens durchschnittlichen Aufmerk-

samkeit die aufgelegten Baugesuchsakten einsehen müssen und dann 

ohne Weiteres feststellen können, ob die vorhandene Profilierung tatsäch-

lich stimmt oder nicht. Die beschwerdeführerische Aussage, wonach sie 

erst am 19. Dezember 2013 durch die Einsichtnahme in die Akten des 

Geometers in der Lage gewesen sei, die während der Zeit der Auflage 

des zweiten Baugesuchs vorhandene Profilierung zu überprüfen, erweist 

sich vor diesem Hintergrund als nicht zutreffend. Vielmehr wäre ihr dies 

bereits während der Auflagephase des zweiten Bauprojekts vom 10. bis 

29. November 2012 möglich gewesen, wenn sie denn Einsicht in die öf-

fentlich aufgelegten Baugesuchsakten genommen hätte. In der Folge hät-

te die Beschwerdeführerin eine allfällig durch die Einsichtnahme in die 

Baugesuchsakten festgestellte fehlerhafte Profilierung mittels Einsprache 

- 19 -

an die Beschwerdegegnerin rügen können, was sie jedoch unterlassen 

hat. Ebenfalls hätten sämtliche materiellen Rügen, welche die Beschwer-

deführerin im vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren 

vorbringt, bereits im ordentlichen Einspracheverfahren geltend gemacht 

werden können. Einen Grund, weswegen der Beschwerdeführerin dies 

nicht möglich gewesen sein sollte, bringt sie nicht vor. Vielmehr argumen-

tiert sie lediglich, sie habe aufgrund der fehlenden Profilierung der Mehr-

höhe davon ausgehen können, dass diese auch nicht realisiert werde. 

Dies genügt nach dem vorstehend Gesagten aber nicht, um ihre Rechte 

im vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren noch wahren 

zu können. 

c) Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen ist nicht ersichtlich, 

inwiefern sich seit dem rechtskräftigen Baubescheid vom 14. Dezember 

2012 die Rechts- oder Sachlage im Sinne von Art. 25 Abs. 1 lit. a VRG 

verändert haben soll, womit die − kumulativ mit der Voraussetzung des 

Fehlens entgegenstehender überwiegender öffentlicher oder privater In-

teressen zu erfüllende − erste Voraussetzung des Widerrufs nicht gege-

ben ist. 

4. Zu prüfen ist deshalb noch, ob allenfalls die Voraussetzungen der Revisi-

on gemäss Art. 67 Abs. 1 VRG erfüllt sind. Nachdem die vom 10. bis 

29. November 2012 aufgelegten Baupläne des zweiten Bauprojekts klar 

eine Mehrhöhe gegenüber dem bestehenden Stall beinhalten, scheidet 

der Tatbestand gemäss Art. 67 Abs. 1 lit. a VRG, wonach die Revision 

möglich ist, wenn die Partei nachträglich erhebliche Tatsachen oder Be-

weismittel entdeckt, deren rechtzeitige Beibringung ihr nicht möglich war, 

aus. Die Beschwerdeführerin hätte aufgrund der aufgelegten Baupläne 

zur Zeit der Auflage derselben ohne Weiteres ersehen und im Einspra-

cheverfahren nachweisen können, dass eine Mehrhöhe beabsichtigt − 

- 20 -

und aus ihrer Sicht fälschlicherweise nicht profiliert − war. Auch ein Ver-

brechen oder Vergehen im Sinne von Art. 67 Abs. 1 lit. b VRG hat nicht 

auf den Entscheid eingewirkt. Selbst wenn man davon ausginge, die Pro-

filierung der Mehrhöhe habe während der Zeit der Auflage des zweiten 

Baugesuchs vom 10. bis 29. November 2012 gefehlt, ist nicht bewiesen, 

wer − und falls ja mit welcher Motivation − diese nach dem 25. Oktober 

2012 entfernt hat. Zudem hat die Beschwerdegegnerin auch keineswegs 

aktenkundige erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht gewürdigt (Art. 67 

Abs. 1 lit. d VRG). Vielmehr hat sie − aus ihrer Sicht zu Recht − die anbe-

gehrte Baubewilligung aufgrund der ihr vorliegenden und entsprechend 

gewürdigten Akten erteilt. Folglich sind aber auch die Voraussetzungen 

der Revision im Sinne von Art. 67 VRG nicht erfüllt. 

5. Schliesslich bleibt noch zu prüfen, ob das von der Beschwerdeführerin an 

die Beschwerdegegnerin eingereichte Gesuch vom 4. Januar 2014 ein 

Gesuch um Wiederherstellung der Einsprachefrist im Sinne von 

Art. 10 VRG darstellt. Nach dieser Bestimmung können versäumte Fristen 

wiederhergestellt werden, wenn die Partei beweisen kann, dass ihr oder 

ihrer Vertreterin oder ihrem Vertreter die Einhaltung der Frist infolge eines 

unverschuldeten Hindernisses nicht möglich war (Abs. 1). Das Gesuch 

um Wiederherstellung ist innert zehn Tagen seit Wegfall des Hindernisses 

einzureichen (Abs. 2). Vorliegend ist die Frist für die Baueinsprache 

gemäss Art. 92 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes für den Kantons 

Graubünden (KRG; BR 801.100) i.V.m. Art. 45 Abs. 4 KRVO am 29. No-

vember 2012 abgelaufen. Inwiefern der Beschwerdeführerin die Einhal-

tung der Einsprachefrist infolge unverschuldeten Hindernisses nicht mög-

lich gewesen sein soll, wird von ihr nicht geltend gemacht und ist überdies 

auch nicht ersichtlich. Vielmehr wäre es der Beschwerdeführerin ohne 

Weiteres möglich gewesen, während der öffentlichen Auflage des zweiten 

Bauprojekts vom 10. bis 29. November 2012 Einsicht in die aufgelegten 

- 21 -

Baugesuchsakten zu nehmen und eine allfällig fehlerhafte Profilierung 

sowie die im vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren vor-

gebrachten materiellen Einwände mittels Einsprache an die Beschwerde-

gegnerin zu rügen, was sie jedoch ohne erkennbares unverschuldetes 

Hindernis nicht getan hat. Selbst wenn es sich beim beschwerdeführeri-

schen Gesuch vom 4. Januar 2014 somit um eine Baueinsprache mit 

gleichzeitigem Gesuch um Fristwiederherstellung handeln würde, wäre 

die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf dieses eingetreten. 

6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht 

nicht auf das Gesuch der Beschwerdeführerin um Aufhebung der Baube-

willigung Nr. 2012-61 vom 4. Januar 2014 eingetreten ist. Der angefoch-

tene Entscheid vom 17. Februar 2014 erweist sich somit als rechtens, 

was zur umfassenden Bestätigung desselben und zur Abweisung der da-

gegen erhobenen Beschwerde führt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 

gehen die Gerichtskosten gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der 

Beschwerdeführerin, welche gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG überdies ver-

pflichtet wird, den obsiegenden Beschwerdegegnerinnen alle durch den 

Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Mangels Ein-

reichung einer entsprechenden Honorarnote des Anwaltes der Beschwer-

degegnerinnen setzt das streitberufene Gericht die Parteientschädigung 

ermessensweise selbst fest, wobei es vorliegend eine aussergerichtliche 

Entschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- (inkl. MWST) als angemessen 

erachtet. Diesen Betrag hat die Beschwerdeführerin somit an die Be-

schwerdegegnerinnen zu bezahlen. Bund, Kanton und Gemeinden sowie 

mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss 

Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschädigung zugespro-

chen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzu-

weichen besteht vorliegend kein Anlass, weshalb der Beschwerdegegne-

rin keine aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen ist. 

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 485.--

zusammen Fr. 3'485.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. A._____ hat die Baugesellschaft C._____ und B._____ aussergerichtlich 

mit gesamthaft pauschal Fr. 4'000.-- (inkl. MWST) zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

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