# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cfbe0dc1-50e6-557e-aaba-c7d614babcc8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-11
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 11.03.2024 SST.2023.141
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-141_2024-03-11.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.141 
(ST.2022.129; StA.2021.1397) 

 

 

Urteil vom 11. März 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Sprenger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm, 

Untere Grabenstrasse 32, Postfach, 4800 Zofingen  

 

Privatkläger 1  A._____, 

[…] 

 

Privatklägerin 2  B._____, 

[…] 

 

beide Privatkläger vertreten durch Rechtsanwalt Martin Basler,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigter   C._____,  

geboren am tt.mm.1998, von Ungarn, 

[…]  

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Patrick Imbach,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Qualifizierter Raub, Hausfriedensbruch, Pornografie usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft erhob am 21. September 2022 Anklage gegen den 

Beschuldigten wegen mehrfacher Pornografie, mehrfacher Gewalt-

darstellung, Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

(unbefugter Besitz) sowie gegen den Beschuldigten und drei 

Mitbeschuldigte (D._____ [SST.2023.140], E._____ [SST.2023.142] und 

F._____) wegen Raubs, Nötigung und Hausfriedensbruchs. 

 

Dem Beschuldigten wird in Bezug auf den vorliegend noch umstrittenen 

Raub und Hausfriedensbruch vorgeworfen, sich als Mittäter in einem 

weissen Nissan (AG Kontrollschild) am 20. Februar 2021 um ca. 08:50 Uhr 

zum Einfamilienhaus von A._____ und B._____ am Q-weg in R._____ 

begeben zu haben. Er habe Gummihandschuhe getragen und sei mit einer 

Hygienemaske vermummt gewesen. Der Beschuldigte habe als Postbote 

verkleidet und mit einem Paket in der Hand an der Haustüre geklingelt. 

Nach dem Öffnen habe er A._____ zur Unterschrift aufgefordert und ihn 

am Handgelenk gepackt, woraufhin es zu einem Gerangel gekommen sei. 

Die Beschuldigten hätten versucht, dem sich wehrenden A._____ die 

Handgelenke zusammenzubinden und ihm Augen und Mund zugehalten. 

Zwei Täter seien sogleich in den oberen Stock gerannt, wo sich B._____ 

aufgehalten habe. Nach mehreren Versuchen, A._____ die Arme und 

Hände mit breiten Bändern und Kabelbindern zu fesseln, sei es diesen erst 

gelungen, als ein Dritter Beschuldigter dazugekommen sei und geholfen 

habe. Schliesslich sei A._____ um den ganzen Körper herum gefesselt 

worden. Die Beschuldigten hätten A._____ den Mund zugehalten, sodass 

dieser nicht habe schreien können. Sie hätten ihn über eine 

Toilettenschüssel im Erdgeschoss gedrückt, wodurch dieser eine 

Rippenquetschung sowie eine Prellung des Beckenknochens erlitten habe. 

Zwei Beschuldigte hätten A._____ ein Messer mit jeweils 5-15 cm langer 

Klinge in drohender Haltung gezeigt, als dieser sich gewehrt habe. 

Schliesslich sei A._____ in den Heizungsraum gebracht worden, wo ihm 

die Fussgelenke mit Klebeband verklebt, wobei ein Fuss an das 

Heizungsrohr gefesselt worden sei, die Handgelenke wiederum mit 

Kabelbindern zusammengebunden und A._____ Klebeband um den Kopf 

insbesondere über Mund und Nase gebunden worden sei, sodass dieser 

an Atemnot gelitten habe. Der auf der Seite liegende A._____ habe sich 

nur noch leicht wenden und ansonsten kaum bewegen, geschweige denn 

aufstehen können. Schlussendlich sei es A._____ gelungen, das 

Klebeband im Gesicht etwas zu lockern, um besser atmen zu können, 

wobei er nach wie vor Luftnot verspürt habe. Seine diesbezüglichen 

Äusserungen, dass er fast verrecke, sei von den Beschuldigten ignoriert 

worden. Er habe bei geschlossener Tür mindestens zwanzig Minuten im 

dunklen Heizungsraum gelegen. Zu einem späteren Zeitpunkt habe einer 

der Beschuldigten A._____ nach Geld gefragt und ihm mindestens zwei 

 - 3 - 

 

 

Mal gedroht, dass er seine beiden Söhne töten werde, wenn er die Polizei 

anrufe. Er wisse, wo die beiden wohnen würden. A._____ habe diese 

Äusserungen sehr ernst genommen und sei dadurch derart in Angst und 

Schrecken versetzt worden, dass er die Polizei nicht verständigt habe. Dies 

habe schliesslich ein Nachbar gemacht. Einer der Beschuldigten habe 

A._____ die Fingerkuppen gewaschen und ihm erklärt, dass seine Frau in 

ca. zehn Minuten kommen und ihn befreien würde. 

 

B._____ sei im oberen Stockwerk von zwei Beschuldigten an den 

Handgelenken gepackt und durch einen Schlag auf den Rücken zu Boden 

gedrückt worden. Ihr seien Mund und Augen zugehalten worden, wobei 

zwei Beschuldigte in drohender Weise ein Messer in den Händen gehalten 

hätten. B._____ seien die Augen verbunden, die Handgelenke gefesselt 

und sie sei mit Klebeband verklebt worden. Sodann sei ihr Klebeband straff 

über Nase und Mund geklebt worden, wodurch sie an Atemnot litt und dies 

gegenüber den Beschuldigten kundtat. Schliesslich sei sie in das 

Nähzimmer gezogen und mit einem die Luftzufuhr weiter einschränkenden 

Kissenbezug überstülpt und am Boden platziert worden. Sodann seien ihr 

die Beine mit einem weissen Tuch zusammengebunden worden. Die 

Beschuldigten seien mehrmals wiedergekehrt und hätten ihr versichert, 

dass ihr nichts passieren werde und sich ca. fünf Mal in gebrochenem 

Deutsch nach Geld erkundigt. B._____ habe nach mehrmaligem Verneinen 

ein Versteck preisgegeben, in dem sich Fr. 4'000.00 befunden hätten, das 

aber von den Beschuldigten nicht gefunden worden sei. Sie nahmen ihr 

sodann gewaltsam den Ring vom linken Ringfinger, wobei sie diesen 

mehrfach gebrochen und die Fingerkuppen des Mittelfingers verletzt 

hätten. Die Beschuldigten hätten B._____ zudem gesagt, dass sie um ihre 

beiden Söhne im Alter von 40-50 Jahren wüssten. Nach einer Weile habe 

ein Beschuldigter B._____ Hände und Nägel gewaschen, ihre rechte Hand 

befreit und sie aufgefordert, in zehn Minuten ihren Mann zu befreien. 

 

Die Mitbeschuldigten hätten insgesamt mindestens Fr. 500.00 erbeutet und 

den Tatort um ca. 09:25 Uhr wieder verlassen. 

 

2. 

Das Bezirksgericht Zofingen erkannte mit Urteil vom 16. März 2023: 

 

1. 
Der Beschuldigte wird freigesprochen von der Anklage  
- der mehrfachen harten Pornografie (in Verkehr bringen) gemäss Art. 197 Abs. 4 StGB 
 (Anklageziffer 2.1.);  
- des Besitzes von Betäubungsmitteln zwecks Eigenkonsum gemäss Art. 19a Ziff. 1 
 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG (Anklageziffer 3.).  
 
2. 
Der Beschuldigte ist schuldig  
- des qualifizierten Raubes (besondere Gefährlichkeit) gemäss Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 
 StGB (Anklageziffer 1.); 

 - 4 - 

 

 

- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB (Anklageziffer 1.); 
- der mehrfachen harten Pornografie (Besitz zwecks Eigenkonsum) gemäss Art. 197 
 Abs. 5 StGB (Anklageziffer 2.2.); 
- der mehrfachen Gewaltdarstellung (Besitz) gemäss Art. 135 Abs. 1bis StGB 
 (Anklageziffer 2.2.). 
 
3.  
3.1. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB und Art. 186 StGB 
sowie gestützt auf Art. 40, Art. 47 und Art. 49 Abs. 1 StGB zu einer Freiheitsstrafe von 4 
Jahren und 7 Monaten verurteilt. 
 
3.2. 
Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 535 Tagen (28. September 2021 - 16. März 
2023) wird gestützt auf Art. 51 StGB auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 
 
4.  
4.1. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 197 Abs. 5 StGB und Art. 135 Abs. 1bis StGB 
sowie gestützt auf Art. 34, Art. 47 und Art. 49 Abs. 1 StGB zu einer Geldstrafe von 120 
Tagessätzen verurteilt. Der Tagessatz wird auf Fr. 30.00 festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft 
sich auf Fr. 3'600.00. 
 
4.2. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 StGB für die Geldstrafe der bedingte 
Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre 
festgesetzt.  
 
5.  
Gestützt auf Art. 67 Abs. 4bis StGB wird von einem Tätigkeitsverbot gemäss Art. 67 Abs. 
3 StGB abgesehen.  
 
6.  
Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für 10 Jahre des Landes 
verwiesen. Auf eine Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener 
Informationssystem SIS wird verzichtet. 
 
7.  
7.1. 
Sofern der Beschuldigte dies innert 30 Tagen seit Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
beantragt und er die Kosten für die dauerhafte Löschung der verbotenen pornografischen 
und gewaltdarstellenden Daten bezahlt, sind ihm folgende Gegenstände herauszugeben:  
- Mobiltelefon Samsung Galaxy S8 (samt Micro SD und Internetflash- 
 speicher) 
- Mobiltelefon Samsung Note 10 Lite (samt Internetflashspeicher) 
 
Bei unbenutztem Ablauf dieser Frist werden die Gegenstände eingezogen. Mit dem Vollzug 
wird die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm beauftragt. Sie trifft die sachgemässen 
Verfügungen.  
 
7.2.  
Die 1.8 Gramm Marihuana werden eingezogen. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm trifft 
die sachgemässen Verfügungen.  
 
7.3. 
Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten zurückgegeben:  
- 8 Rüstmesser  

 - 5 - 

 

 

- 3 Teppichmesser 
- Latexhandschuhe blau 
- mehrere Kabelbinder weiss 
- Tablet Samsung GT-P5100 
- Xbox One samt Netzkabel 
- Xbox 360 
- USB-Memorystick (an Xbox 360 geklebt) 
- PC Desktop Maxdata 
- Marihuana Mühle 
 
8.  
8.1.  
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin 1 unter solidarischer 
Haftbarkeit mit den Beschuldigten D._____ und E._____ eine Genugtuung von Fr. 6'500.00 
zuzüglich Zins zu 5 % ab 20. Februar 2021 zu bezahlen.  
 
8.2.  
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin 1 unter solidarischer 
Haftbarkeit mit den Beschuldigten D._____ und E._____ Schadenersatz in Höhe von Fr. 
1'865.95 zuzüglich Zins zu 5 % ab 20. Februar 2021 zu bezahlen.  
 
8.3. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivil- und Strafkläger 2 unter solidarischer 
Haftbarkeit mit den Beschuldigten D._____ und E._____ eine Genugtuung von Fr. 6'000.00 
zuzüglich Zins zu 5 % ab 20. Februar 2021 zu bezahlen.  
 
8.4. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivil- und Strafkläger 2 unter solidarischer 
Haftbarkeit mit den Beschuldigten D._____ und E._____ Schadenersatz in Höhe von Fr. 
598.20 zuzüglich Zins zu 5 % ab 20. Februar 2021 zu bezahlen.  
 
8.5.  
Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Zivil- und Strafklägern 1 und 2 unter solidarischer 
Haftbarkeit mit den Beschuldigten D._____ und E._____ gestützt auf Art. 433 StPO eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 17'593.10 (inkl. Fr. 1'257.80 MwSt.) zu bezahlen.  
 
9.  
9.1.  
Die Anklagegebühr wird auf Fr. 1'450.00 festgesetzt und dem Beschuldigten auferlegt.  
 
9.2. 
Die weiteren Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.00 
b) den Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr.  23'746.70 
c) den Kosten für Übersetzungen von Fr.  1'021.90 
d) den Kosten für Gutachten von Fr.  8'415.70 
e) den anrechenbaren Polizeikostenrapporten von Fr. 1'050.00 
 (IT-Forensik) 
f) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von Fr.  5'288.70 
 (EJPD) 
g) den Spesen von Fr.  132.00 
h) den anderen Auslagen von Fr.  317.20 
Total  Fr.  41'472.20 
 
Dem Beschuldigten werden die Gerichtsgebühr sowie die Kosten gemäss lit. d-h im 
Gesamtbetrag von Fr. 16'703.65 auferlegt. Der Restbetrag geht zu Lasten des Staates. 
 

 - 6 - 

 

 

9.3.  
9.3.1.  
Die Kosten für die amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt Paul Wiesli in Höhe von 
Fr. 4'818.40 (inkl. MwSt.) gehen einstweilen zu Lasten des Kantons Aargau. Diese Kosten 
wurden mit Verfügung vom 7. Oktober 2021 bereits ausbezahlt. Der Beschuldigte ist 
verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die amtliche Verteidigung zurückzuzahlen, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).  
 
9.3.2.  
Die Kosten für die amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt Patrick Imbach in Höhe von 
Fr. 18'928.30 (inkl. Fr. 1'353.30 MwSt.) gehen einstweilen zu Lasten des Kantons Aargau. 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die amtliche 
Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 
135 Abs. 4 lit. a StPO). 
 
10. 
Der Beschuldigte trägt seine Kosten selber. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 16. Juni 2023 beantragte die Staats-

anwaltschaft die Verurteilung des Beschuldigten wegen qualifizierten 

Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB statt Art. 140 Ziff. 3 StGB sowie eine 

Erhöhung der Freiheitsstrafe auf 10 Jahre und der Landesverweisung auf 

15 Jahre. 

 

3.2. 

Der amtliche Verteidiger beantragte mit Beschwerde vom 19. Juni 2023 

eine Erhöhung seiner Entschädigung für das erstinstanzliche Verfahren um 

Fr. 843.60 auf Fr. 19'771.90. 

 

3.3. 

Mit Berufungserklärung vom 26. Juni 2023 beantragte der Beschuldigte 

einen Freispruch betreffend den qualifizierten Raub sowie den 

Hausfriedensbruch, eine tiefere Strafe, das Absehen von einer 

Landesverweisung sowie die Abweisung der Zivilforderungen. 

 

3.4. 

Mit Anschlussberufungserklärungen vom 18. Juli 2023 beantragten die 

Privatkläger A._____ und B._____ eine Erhöhung der Genugtuung. 

 

3.5. 

Die Staatsanwaltschaft reichte am 14. August 2023 vorgängig zur 

Berufungsverhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung bzw. die 

Privatkläger am 24. August 2023 eine schriftliche Anschlussberufungs-

begründung ein. 

 

 - 7 - 

 

 

3.6. 

Der Beschuldigte verzichtete mit Eingabe vom 28. August 2023 auf eine 

vorgängige Berufungsbegründung. 

 

3.7. 

Mit Eingabe vom 22. Januar 2024 teilte der Beschuldigte mit, seine 

Berufung auf das Strafmass zu beschränken. 

 

3.8. 

Die Berufungsverhandlung fand am 11. März 2024 zusammen mit den 

Berufungsverfahren i.S. D._____ [SST.2023.140] und E._____ 

[SST.2023.142] statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte hat seine Berufung nachträglich auf die Höhe der 

auszusprechenden Freiheitsstrafe beschränkt. Die Berufung der Staats-

anwaltschaft richtet sich gegen die Qualifikation des Raubs und damit 

zusammenhängend die dafür auszufällende Freiheitsstrafe sowie die 

Dauer der Landesverweisung. Die Anschlussberufung der Privatkläger 

richtet sich gegen die Höhe der Genugtuungssumme. In den übrigen 

Punkten (insbesondere Freisprüche, nicht angefochtene Schuldsprüche, 

für die Pornografie und Gewaltdarstellung ausgefällte Geldstrafe, Ab-

sehens von einem Tätigkeitsverbot, Herausgabe beschlagnahmter Gegen-

stände, Einziehung, Schadenersatzforderung) ist das vorinstanzliche Urteil 

unangefochten geblieben und deshalb nicht zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 

StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten des qualifizierten Raubs mit 

besonderer Gefährlichkeit nach Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB in 

Mittäterschaft verurteilt. Sie erwog nach einer Würdigung der Beweise 

(Videoaufnahme des Q-wegs, Auswertung der Apple Watch des 

Mitbeschuldigten E._____, Kontrollschilderkennung, Auswertung von RTI-

Daten, Spurensicherungsbericht, forensisch-klinischen Untersuchungen 

von A._____ und B._____, Aussagen von A._____ und B._____ und 

Aussagen des Beschuldigten), dass der Beschuldigte zusammen mit den 

Mitbeschuldigten E._____ und D._____ A._____ und B._____ unter 

unnötig heftiger Gewaltanwendung übermässig stark gefesselt und 

geknebelt hat, indem A._____ und B._____ insbesondere Klebeband über 

Nase und Mund geklebt worden sei, was ihre Atmung erschwert habe. Der 

83-jährige A._____ sei schliesslich im dunklen Heizungsraum mit einem 

Fuss am Heizungsrohr angebunden und während mindestens zwanzig 

 - 8 - 

 

 

Minuten alleine gelassen worden. Die 77-jährige B._____ sei im oberen 

Stockwerk überwältigt worden. Der Beschuldigte habe zusammen mit den 

Mitbeschuldigten D._____ und E._____ A._____ und B._____ mit Gewalt 

widerstandsunfähig gemacht, um einen Diebstahl zu begehen, wobei 

insgesamt Fr. 500.00 Bargeld gestohlen worden sei (vorinstanzliches Urteil 

E. 3.1.3, 3.2.3 und 3.3). 

 

Die Staatsanwaltschaft wendet sich gegen die rechtliche Würdigung der 

Vorinstanz und geht davon aus, dass ein qualifizierter Raubüberfall nach 

Art. 140 Ziff. 4 StGB vorliege, nachdem der Beschuldigte insbesondere 

zusammen mit den Mitbeschuldigten A._____ und B._____ in 

Lebensgefahr gebracht und deren Tod in Kauf genommen habe 

(Berufungsbegründung der Staatsanwaltschaft, Ziff. B.2). 

 

2.2. 

Des qualifizierten Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 4 StGB macht 

sich strafbar, wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung 

gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder nachdem er den 

Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht 

und dabei das Opfer u.a. in Lebensgefahr bringt. Bei der Tatbestands-

variante, bei welcher der Täter das Opfer in Lebensgefahr bringt, ist eine 

naheliegende, konkrete, unmittelbare, akute und hochgradige 

Lebensgefahr erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 6B_789/2020 vom 

31. Januar 2022 E. 2.3.4 mit Hinweisen). Die Lebensgefahr herbeiführen 

kann insbesondere die Art der Bedrohung oder Gewaltanwendung, zum 

Beispiel durch eine Fesselung oder Knebelung, an der das Opfer zu 

ersticken droht (vgl. BGE 117 IV 427 E. 3.b.bb; Urteil des Appellations-

gerichts Basel-Stadt vom 7. Februar 2003 in: SJZ 2004 S. 472). In 

subjektiver Hinsicht muss der Täter erkennen, dass er das Opfer mit 

seinem Vorgehen in Lebensgefahr bringt. Sein Vorsatz muss sich also auf 

die Verwirklichung der Todesgefahr richten. Dabei genügt Eventualvorsatz 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_789/2020 vom 31. Januar 2022 E. 2.3.4 mit 

Hinweisen).  

 

2.3. 

In tatsächlicher Hinsicht ist grösstenteils unbestritten (Eingabe des 

Beschuldigten vom 22. Januar 2024; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 26 f.) und im Übrigen gestützt auf die Ergebnisse der Spurensicherung 

am Tatort (UA act. 218 ff.), auf die schlüssigen, konstanten und 

widerspruchsfreien Aussagen von A._____ und B._____ zum 

Kerngeschehen (Einvernahmen von A._____ vom 20. Februar 2021 [UA 

act. 851 ff.], vom 7. Juni 2021 [UA act. 873 ff.], vom 26. April 2021 [UA 

act. 900 ff.], vom 9. Januar 2023 [GA act. 227 ff.] und vom 11. März 2024 

[Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 ff.]; Einvernahmen von B._____ 

vom 23. Februar 2021 [UA act. 798 ff.], vom 7. Juni 2021 [UA act. 818 ff.], 

vom 26. April 2022 [UA act. 839 ff.], vom 9. Januar 2023 [GA act. 233 ff.] 

 - 9 - 

 

 

und vom 11. März 2024 [Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7 ff.]), die 

forensisch-klinische Untersuchungen von A._____ und B._____ 

(Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 1. März 2021, UA 

act. 279 ff. und UA act. 291 ff.), die schlüssigen Aussagen des 

Beschuldigten (Einvernahme vom 27. September 2021 [UA act. 518 ff.], 

28. September 2021 [UA act. 556 ff.], 1. Oktober 2021 [UA act. 567 ff.], 

13. Dezember 2021 [UA act. 602 ff.], vom 9. Januar 2023 [GA act. 239 ff.] 

und vom 11. März 2024 [Protokoll der Berufungsverhandlung S. 11 f.]) und 

die Aufzeichnungen der Überwachungskamera am Q-weg (UA act. 217; 

Polizeirapport vom 2. März 2021, UA act. 271 ff.) erstellt, dass am 

Vormittag des 20. Februar 2021 im Zeitraum von 08:51 Uhr bis 09:37 Uhr 

ein Raubüberfall durch vier Täter – darunter der Beschuldigte (UA act. 606; 

GA act. 243; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 11) – bei A._____ und 

B._____ am Q-weg in R._____ stattfand. Der zum Tatzeitpunkt 83-jährige 

A._____ öffnete die Haustüre, nachdem der als Postbote verkleidete und 

eine Hygienemaske tragende Beschuldigte an der Haustüre geklingelt hat. 

Als er für den Erhalt eines Pakets unterzeichnen wollte, wurde er am 

Handgelenk gepackt und es kam zu einem Gerangel. Dabei sind weitere 

Täter («B und C»), die Hygienemasken und Handschuhe getragen haben, 

hinzugekommen (UA act. 854-856, 877 f., 902 und 906; GA act. 229 und 

233; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 f. und 12). Die damals 77-

jährige B._____ befand sich zu diesem Zeitpunkt im Obergeschoss. Zwei 

Täter («B und C») stürmten hoch, packten sie an den Händen und hielten 

ihr den Mund zu. Beide Täter hatten ein Rüstmesser in den Händen. Die 

Täter fesselten die Hände von B._____ mit Kabelbindern – wobei an einem 

die DNA des Beschuldigten festgestellt wurde (UA act. 264 f.) – und Klebe-

band und verbanden ihr die Augen. Sie zogen sie ins Nähzimmer und 

banden ihre Beine zusammen und verklebten ihr zumindest teilweise den 

Mund, sodass sie nur schwer atmen konnte. Dabei wollten die Täter immer 

wieder von ihr wissen, wo das Geld sei. Ein Täter hat versucht, ihr den Ring 

abzustreifen, wobei der Finger von B._____ brach. Nach einer Weile 

wurden ihr die Hände und Nägel mit Seife gewaschen und ein Täter schnitt 

einen Kabelbinder an der rechten Hand auf, gab ihr eine Schere und sagte 

ihr, sie solle in zehn Minuten die Fesselung lösen und anschliessend ihren 

Mann befreien (UA act. 802, 821 f. und 841-843; GA act. 235 und 237 f.; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7 f.; vgl. UA act. 242 f.; UA 

act. 291 ff.). Insgesamt wurde B._____ während einer Weile alleine 

gelassen (UA act. 822 und 841; GA act. 237 [eine halbe oder dreiviertel 

Stunde]; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 7 [lange Zeit]). Während-

dessen wurde A._____ durch den Beschuldigten auf der Toilette gegen die 

Toilettenschüssel gedrückt, wobei ihm seine Hände gefesselt werden 

sollten. Nachdem A._____ die Bänder zwei Mal zerrissen hat, kamen zwei 

weitere Mittäter («B und C») dazu und gemeinsam fesselten sie A._____ 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 15 f.). A._____ wurden im 

Anschluss auch die Füsse zusammengebunden und Klebeband um seinen 

Kopf insbesondere über Mund, Nase und Augen geklebt, so dass er fast 

 - 10 - 

 

 

nicht mehr atmen konnte. Er habe mit einem Finger das Klebeband im 

Gesicht noch etwas lockern können. Schliesslich ist er gefesselt und 

verklebt ca. 15-30 Minuten im Heizungsraum auf dem Boden gelegen und 

konnte sich fast nicht mehr bewegen. Ein Fuss war dabei am Heizungsrohr 

angemacht. Danach kam erneut ein Täter in den Heizungsraum und sagte 

ihm, dass seine beiden Söhne tot seien, wenn er die Polizei rufen würde. 

A._____ wurde schliesslich durch seine Frau befreit, wobei seine Hände 

und sein Kopf derart verklebt waren, dass der Nachbar diese lösen musste. 

Dieser hat schliesslich auch die Polizei gerufen, weil A._____ aufgrund der 

Drohung zu grosse Angst gehabt hat (UA act. 855 f. und 902-904; GA 

act. 229 f.; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 ff.; vgl. UA act. 240). 

Die Täter haben die Portemonnaies von A._____ und B._____ geleert und 

insgesamt ca. Fr. 500.00 erbeutet (UA act. 805 f., 823, 857, 880 und 905; 

GA act. 233 und 238), wobei sie eigentlich Beute «im Millionenbereich» 

erlangen wollten (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 14). A._____ erlitt 

infolge Fesselung, Verkleben des Kopfes und Gerangel diverse Haut-

rötungen, Hämatome, Hautabschürfungen und Druckstellen infolge 

stumpfer Gewalteinwirkung (UA act. 279 ff.). B._____ erlitt durch die 

Fesselung, das Klebeband, die stumpfe Gewalteinwirkung und den 

Versuch, ihr den Ring vom Finger zu ziehen diverse Hautrötungen, 

Hämatome, Hautabschürfungen, Stauungssyndrom, einen Bluterguss 

sowie einen Trümmerbruch des linken Ringfingers (UA act. 291 ff.). 

 

Umstritten ist, ob ein qualifizierter Raub gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB, 

wobei das Opfer in Lebensgefahr gebracht wurde, oder ein qualifizierter 

Raub gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB mit Offenbarung der besonderen 

Gefährlichkeit des Täters vorliegt. 

 

2.4. 

Mit der Staatsanwaltschaft haben die Mittäter mindestens A._____ darüber 

hinaus in Lebensgefahr im Sinne der Qualifikation gemäss Art. 140 Ziff. 4 

StGB gebracht: Dem 83 Jährigen wurden die Hände – nachdem er sich in 

einem Gerangel derart gewehrt hatte, dass sich seine Handfesseln zwei 

Mal öffneten und ihn drei Personen in Schach halten mussten – und Füsse 

gefesselt (wobei ein Fuss schliesslich am Heizungsrohr befestigt wurde) 

und Klebeband über Mund, Nase und Augen geklebt bzw. um den Kopf 

gewickelt, sodass er fast nicht mehr atmen konnte. A._____ wurde in 

gefesseltem, verklebtem und nahezu bewegungsunfähigem Zustand 

während ca. 15-30 Minuten im Heizungsraum auf dem Boden liegend 

alleingelassen (UA act. 855 und 902 f.; GA act. 229-231; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 4 f.). Dabei hatte er insbesondere Angst zu 

ersticken (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4). Glücklicherweise 

konnte A._____ das Klebeband leicht lockern bzw. etwas verschieben. Ob 

es A._____ vor oder nachdem er im Heizungsraum auf sich allein gestellt 

war, gelang, das Klebeband zu lockern bzw. etwas zu verschieben, ist – 

entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten (Plädoyer der Verteidigung 

 - 11 - 

 

 

des Beschuldigten an der Berufungsverhandlung S. 5) – nicht von entschei-

dender Bedeutung. A._____ ordnet das Lockern bzw. Verschieben des 

Klebebandes in seinen Einvernahmen jeweils nicht in zeitlicher Hinsicht 

ein, sondern erwähnt es jeweils sachlogisch in Zusammenhang mit der 

Verklebung der Atemöffnung bzw. seiner eingeschränkten Atemfähigkeit. 

Fest steht jedenfalls, dass sich vor seinem Mund und seiner Nase ein 

Klebeband befand. Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der 

Beschuldigte, insofern er vorbringt, die Nase von A._____ sei nicht verklebt 

gewesen, weil dieser in seiner Einvernahme vom 7. Juni 2021 (die zweite 

von insgesamt fünf Einvernahmen) die zugeklebte Nase nicht erwähnt 

habe (UA act. 878: «Diese drei haben mitgefesselt, die Hände zusammen-

gebunden, den Mund und die Augen sowie die Beine»). Zwar erwähnte er 

in seiner freien Erzählung die zugeklebte Nase nicht. Hingegen wurden 

auch keine diesbezüglichen Rückfragen der befragenden Person gestellt, 

nachdem das Ziel dieser zweiten Einvernahme vielmehr war, die Identität 

der Täter festzustellen. So ist in dieser Einvernahme keine einzige Frage 

zum Thema Fesseln oder Verklebung zu lesen. Entsprechend kann aus der 

Nichterwähnung der Nase in seiner Einvernahme nicht darauf geschlossen 

werden, dass diese nicht verklebt war. Vielmehr äusserte er sich in den 

folgenden Einvernahmen konstant dazu, dass neben Mund auch die Nase 

verklebt war (UA act. 902 f.; GA act. 229-231; Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 4 f.). Seine Atemöffnungen waren folglich auch nach dem 

Lockern bzw. Verschieben weiterhin verklebt und er sagte schlüssig, 

konstant und widerspruchsfrei aus, dass er fast nicht mehr atmen konnte 

(vgl. oben). Weiter ist erstellt, dass A._____ zuerst die Hände – unter 

Mithilfe des Beschuldigten – gefesselt wurden, wobei er sich zwei Mal von 

den Fesseln befreien konnte und erst nachher die Füsse gefesselt bzw. er 

mit dem Klebeband am Kopf umwickelt wurde (UA act. 855 und 902; GA 

act. 229; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4). Dabei kann von Glück 

gesprochen werden, dass der durch Fesseln und Klebeband-

umwickelungen grösstenteils bewegungsunfähig gemachte 83-jährige 

A._____ überhaupt die Möglichkeit fand, das Klebeband etwas zu 

verrücken, um dem Erstickungstod zu entgehen, insbesondere vor dem 

Hintergrund, dass nicht einmal B._____ ihn mit der Schere komplett vom 

Klebeband befreien konnte (UA act. 903). Nachdem A._____ insbesondere 

Nase und Mund verklebt waren, wobei das Klebeband über dem Mund 

etwas gelockert bzw. etwas verschoben war, er fast nicht mehr atmen 

konnte, Angst zu ersticken verspürte und er während des Raubüberfalles 

für ca. 15-30 Minuten grösstenteils bewegungsunfähig allein auf dem 

Boden liegen gelassen wurde, lag unter Berücksichtigung seines hohen 

Alters, des erhöhten Sauerstoffbedarfs infolge der Stressreaktion ins-

besondere nach dem Gerangel mit drei jungen Männern und des Schock-

zustands eine naheliegende, konkrete, unmittelbare, akute und hoch-

gradige Lebensgefahr vor. Dass diese Lebensgefahr in der geschilderten 

Art und Weise aus medizinischer Sicht in tatsächlicher Hinsicht möglich 

war, wird durch die gutachterliche Ausführung bestätigt, wonach bereits 

 - 12 - 

 

 

das Zukleben des Mundes alleine ohne Weiteres zu einer relevanten 

Behinderung der Luftzufuhr und damit zu einem tödlichen Ersticken von 

A._____ hat führen können, insbesondere aufgrund des erhöhten 

Sauerstoffbedarfs des Körpers infolge der Stresssituation durch den 

Überfall (Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 1. März 2021, UA 

act. 281).  

 

Die Mittäter haben mindestens in Kauf genommen, durch die Fesselungen 

und Verklebungen eine lebensgefährliche Situation mindestens für 

A._____ herbeizuführen, indem sie ihn mit verklebten Atemöffnungen 

während des Raubüberfalles über einen beachtlichen Zeitraum von 

mindestens 15 Minuten alleine liessen. Selbst in der Annahme, dass nicht 

alle Mittäter um die – neben dem Mund – weitere Verklebung der Nase 

wussten, haben sie die lebensgefährliche Situation in Kauf genommen. Es 

ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass bei ungenügender Luftzufuhr 

bereits wenige Minuten ausreichen, um eine lebensbedrohliche Situation 

zu schaffen. Bei einem Verkleben mindestens des Mundes eines alten 

Menschen, der unerwartet zuhause überfallen wird und sich deshalb in 

einer immensen Stresssituation befindet und zudem den Kraftakt eines 

Gerangels hinter sich hatte, wobei mindestens drei junge Männer 

notwendig waren, um ihn zu fesseln, und der somit offensichtlich einen 

hohen Sauerstoffbedarf hat, drängt sich eine Inkaufnahme einer lebens-

gefährlichen Situation geradezu auf, nachdem die Person nahezu 

bewegungsunfähig und unbeaufsichtigt auf sich selbst gestellt während 

mindestens 15 Minuten zurückgelassen wird. Mindestens das Verkleben 

des Mundes war denn auch von Beginn weg Teil des Tatplans der Mittäter. 

Mithin nahmen sie eigens dafür Klebeband mit. Der Mund wurde A._____ 

und B._____ bewusst verklebt, um sie von allfälligen Schreien abzuhalten 

(vgl. UA act. 855). Bevor das Klebeband bei A._____ angebracht werden 

konnte, wurde ihm deshalb vorerst der Mund zugehalten (UA act. 855, 885 

und 902; GA act. 235). Ferner sollten A._____ und B._____ auch mürbe 

gemacht werden (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 12: «Wir haben 

nicht aufgegeben, weil wir die Hoffnung hatten, dass sie uns sagen, wo das 

Geld sei, weil sie genug hatten»). An der Tatausführung selbst im Sinne 

des Fesselns und Verklebens von A._____ sowie am Boden liegen lassen, 

waren denn auch mindestens drei der vier Mittäter beteiligt (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 15 f.). Der Beschuldigte gab an, selbst einer 

davon gewesen zu sein und gesehen zu haben, wie A._____ der Mund 

verklebt wurde (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 16). Dass er nicht 

gesehen haben will, wie A._____ die Nase verklebt wurde, ist mit Blick auf 

das Dargelegte, nicht von Relevanz.  

 

2.5. 

In Ergänzung zum Raub ist auch eine Nötigung angeklagt. Der Beschul-

digte soll insbesondere zusammen mit den Mitbeschuldigten, A._____ 

während des Raubüberfalles gedroht haben, dass seine beiden Söhne tot 

 - 13 - 

 

 

seien, sollte er die Polizei rufen. A._____ soll durch diese Äusserungen 

derart in Angst und Schrecken versetzt worden sein, dass er gezögert 

habe, die Polizei zu verständigen und er dies schliesslich auch nicht selbst 

getan haben soll (vgl. Anklageschrift, S. 3).  

 

In tatsächlicher Hinsicht besteht kein Zweifel daran, dass diese Nötigung 

gegenüber A._____ erfolgt ist. Dies um den Tätern genügend Zeit für die 

Flucht zu ermöglichen, mussten diese doch davon ausgehen, dass 

A._____ und B._____ die Polizei benachrichtigen würden. Der Tatbestand 

der Nötigung ist damit erfüllt. Die Nötigung gemäss Art. 181 StGB wird 

vorliegend jedoch durch den Raub gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB konsu-

miert, ist die Nötigung doch nicht losgelöst vom Raub erfolgt. Es kann somit 

kein zusätzlicher Schuldspruch wegen Nötigung ergehen. Nachdem es sich 

einzig um eine andere rechtliche Würdigung ein und desselben Lebens-

sachverhalts handelt, hat aber auch kein Freispruch vom Vorwurf der 

Nötigung zu erfolgen (vgl. BGE 142 IV 378 E. 1.3).  

 

2.6. 

Zusammenfassend hat sich der Beschuldigte des qualifizierten Raubs 

gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB schuldig gemacht hat. 

 

Damit erweist sich die Berufung des Beschuldigten in diesem Punkt als 

unbegründet und jene der Staatsanwaltschaft als begründet. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte hat sich des qualifizierten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 4 

StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie – was mit 

Berufung unbestritten geblieben ist – der mehrfachen Pornografie gemäss 

Art. 197 Abs. 5 (Satz 1 und 2) StGB sowie der mehrfachen Gewaltdar-

stellung gemäss aArt. 135 Abs. 1bis StGB schuldig gemacht und ist dafür 

angemessen zu bestrafen. 

 

Die Dispositivziffern 4.1 und 4.2 des vorinstanzlichen Urteils, in denen die 

Vorinstanz den Beschuldigten für die mehrfache Pornografie sowie die 

mehrfache Gewaltdarstellung zu einer bedingten Geldstrafe von 120 

Tagessätzen à Fr. 30.00, Probezeit 2 Jahre, verurteilt hat, sind im 

Berufungsverfahren nicht angefochten worden. Darauf ist deshalb nicht 

zurückzukommen. Insoweit sich anlässlich der mündlichen Urteilseröffnung 

eine Abweichung zum Nachteil des Beschuldigten ergeben hat, so handelt 

es sich dabei um ein offensichtliches Versehen. 

 

3.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

 - 14 - 

 

 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1, BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff., je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden.  

 

3.3. 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 

Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1).  

 

Während der Tatbestand des qualifizierten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 4 

StGB lediglich eine Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahren vorsieht, wäre für 

den Tatbestand des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB auch eine 

Geldstrafe denkbar. Wie zu zeigen sein wird, kommt dafür aufgrund der 

Schwere des Verschuldens ebenfalls nur eine Freiheitsstrafe infrage.  

 

3.4. 

3.4.1. 

Die Einsatzstrafe ist für das schwerste Delikt, den qualifizierten Raub 

gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB, mit einem Strafrahmen von 5 bis 20 Jahren, 

festzusetzen: 

 

Ausgangspunkt für die Strafzumessung innerhalb des ordentlichen Straf-

rahmens bildet die Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechts-

guts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der Tatbestand des Raubs schützt nicht nur das 

Vermögen, sondern auch die (persönliche) Freiheit, die wiederum die 

körperliche und geistige Unversehrtheit mitumfasst (vgl. BGE 133 IV 207 

E. 4.2). 

 

Beim Raubüberfall auf A._____ und B._____ wurde Bargeld im Betrag von 

Fr. 500.00 erbeutet. Im Vergleich zum breiten Spektrum von 

Deliktsbeträgen, wie sie bei einem Raubüberfall denkbar sind, handelt es 

sich um einen vergleichsweise geringen Betrag. Massgeblich ist jedoch, 

dass sich der Raub auf einen deutlich höheren Deliktsbetrag gerichtet 

hatte. Dieser soll sich «im Millionenbereich» befunden haben (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 14). Mithin ist der geringe monetäre Taterfolg nur 

darauf zurückzuführen, dass die Beschuldigten das versteckte Geld nicht 

haben finden können. Hätten die Täter hingegen – wie von ihnen 

angestrebt – das von ihnen erhoffte Geld von mehreren Hunderttausend 

Franken tatsächlich erbeuten können, so wäre von einem sehr hohen 

hypothetischen Taterfolg auszugehen gewesen, zumal effektiv einiges an 

Bargeld im Haus vorhanden gewesen sein soll (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 6 und 10). Dieser sehr hohe angestrebte 

Deliktsbetrag fällt – wie beim versuchten Diebstahl, bei welchem im 

Rahmen der Strafzumessung in einem ersten Schritt die schuld-

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 - 15 - 

 

 

angemessene Strafe für das vollendete Delikt festzulegen und die derart 

ermittelte hypothetische Strafe in der Folge unter Berücksichtigung des 

fakultativen Strafmilderungsgrunds von Art. 22 Abs. 1 StGB zu reduzieren 

ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.1) – 

bei der Bestimmung des Verschuldens auch beim Raub als qualifizierte 

Form der Nötigung, um einen Diebstahl zu begehen, erheblich ins Gewicht. 

 

Die Beschuldigten fesselten und verklebten A._____ und B._____ 

gewaltsam, um sie zur Preisgabe der Bargeldverstecke zu bewegen, sich 

des Bargelds zu behändigen und die Beute im Anschluss zu sichern. In 

Bezug auf A._____ ist dabei die mit den Fesselungen und Verklebungen 

der Atemöffnungen über eine nicht unerhebliche Dauer einhergehende 

Lebensgefahr aufgrund ihrer Tatbestandsimmanenz bereits durch die 

Strafrahmenuntergrenze von mindestens fünf Jahren erfasst. Die 

persönliche Freiheit insbesondere die körperliche Integrität von A._____ 

und B._____ wurde hingegen darüber hinaus beeinträchtigt. Beim Versuch, 

B._____ den Ring abzunehmen, brachen sie ihr den Finger. Neben dem 

operationsbedürftigen gebrochenen Finger wies B._____ Hautrötungen, 

Hämatome und kleine Hautabschürfungen an beiden Handgelenken, 

Stauungssyndrom beider Hände, Hautrötungen um Mund und Nase, 

Bluterguss neben der Brustwirbelsäule und Hautabschürfungen an der 

linken Schulter und am linken Kleinfinger auf (Gutachten des Instituts für 

Rechtsmedizin vom 1. März 2021, UA act. 293; vgl. GA act. 238). Seit dem 

Überfall hat B._____ Mühe, sich fortzubewegen (Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 9) und leidet zudem an Schlafstörungen und 

verspürt ein durchgehendes Gefühl der Angst (GA act. 234). A._____ 

seinerseits wies Hautrötungen, Hämatome und kleine Hautabschürfungen 

im Bereich beider Handgelenke, kleine Hämatome an der Unterlippe, 

Hautrötungen und Hautabschürfungen an der Wange, Druckstellen an 

beiden Sprunggelenken, Hautrötungen am Rücken, Hautabschürfung und 

Hautrötung am Ellenbogen auf (Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin 

vom 1. März 2021, UA act. 280 f.). Weiter litt er an einer verstauchten 

Rippe (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 4; vgl. Untersuchungs-

protokoll vom 1. März 2021, UA act. 285). Seit dem Überfall leidet er an 

Schlafstörungen und Angstzuständen (GA act. 228; vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 6). Der bis zum heutigen Tag Auswirkungen 

zeitigende Raubüberfall ging mit erheblichen Beeinträchtigungen der 

persönlichen Freiheit und der körperlichen und geistigen Unversehrtheit 

zweier Personen einher. Entsprechend schwer wiegt der nicht monetäre 

Taterfolg und das damit einhergehende Verschulden. 

 

Die Art und Weise der Tatbegehung und damit einhergehend die 

Verwerflichkeit des Handelns ist verschuldenserhöhend zu berück-

sichtigen. Die Beschuldigten gingen gezielt und geplant vor. Mit 

Fesselmaterialien und Rüstmessern ausgestattet, drangen die Mittäter 

tagsüber in das Wohnhaus von A._____ und B._____ ein. Durch das 

 - 16 - 

 

 

Mitführen der Messer führten sie gefährliche Waffen im Sinne von Art. 140 

Ziff. 2 StGB mit sich – unabhängig von der Qualifikation des Umstands, 

dass sie zumindest A._____ in Lebensgefahr im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 

StGB gebracht haben –, was bei der Strafzumessung zu berücksichtigen 

ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_219/2009 vom 18. Juni 2009 E. 1.4). Die 

mitgeführten Messer fielen A._____ und B._____ denn auch auf (UA 

act. 802 f. und 8565 f.; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 4 f. und 7). 

A._____ drohten die Beschuldigten damit, seine beiden Söhne 

umzubringen, sollte er die Polizei rufen, wodurch er schliesslich derart 

eingeschüchtert war, dass er sich im Anschluss nicht traute, die Polizei zu 

rufen (UA act. 855, 879 und 903; Protokoll der Berufungsverhandlung, 

S. 4). Auch wenn diesbezüglich kein zusätzlicher Schuldspruch wegen 

Nötigung erfolgt, da diese Nötigung vom qualifizierten Raub mitumfasst 

wird, so wirkt sie sich im Rahmen der Strafzumessung doch zusätzlich 

verschuldenserhöhend aus, handelt es sich dabei doch um einen Umstand, 

der erheblich über die blosse Erfüllung des qualifizierten Tatbestands 

hinausgegangen ist. B._____ versuchten die Beschuldigten den Ring vom 

Finger zu ziehen, wobei sich die Brutalität im gebrochenen Finger 

widerspiegelt. Nur leicht zu Gunsten der Beschuldigten ist zu 

berücksichtigen, dass sie B._____ schliesslich eine Schere in die Hand 

drückten, um sich und A._____ befreien zu können, zumal B._____ eine 

Wartefrist auferlegt worden ist und damit der von den Beschuldigten in Kauf 

genommene Erstickungstod von A._____ gerade nicht hätte verhindert 

werden können.  

 

Was den effektiven Tatbeitrag des Beschuldigten betrifft, so war dieser 

keinesfalls von untergeordneter Natur, war er es doch, der den ersten 

Schritt hin zum Eindringen in die Liegenschaft machte, indem er eine 

Postbotenuniform trug und ein Paket in der Hand hielt, um den Schein einer 

Paketzustellung zu erwecken und so A._____ zum Öffnen der Haustüre zu 

bewegen. Er hat sich denn auch zu Beginn des Eindringens in die 

Liegenschaft alleine um A._____ gekümmert und diesen in der Toilette 

über die Schüssel gedrückt, später bei seiner Fesselung geholfen und mit 

den anderen Mittätern im Haus nach Geld gesucht. Zudem wurde mit ihm 

ein gleichberechtigter Beuteanteil von ¼ vereinbart (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 14). Dass der Beschuldigte kein Messer mit sich 

geführt haben will, ist als Schutzbehauptung zu werten. Seine zeitweise 

Annahme, dass es sich um einen als «Prank» bezeichneten Scherz 

gehandelt habe (UA act. 616; GA act. 243), ist als Schutzbehauptung zu 

qualifizieren, was er denn auch vorgängig zur Berufungsverhandlung 

bestätigt hat (vgl. Eingabe vom 22. Januar 2024). 

 

Leicht verschuldensmindernd ist hingegen zu berücksichtigen, dass dem 

Beschuldigten hinsichtlich der qualifizierten Tatbegehung bzw. der Lebens-

gefahr lediglich eventualvorsätzliches Handeln anzulasten ist, was ver-

 - 17 - 

 

 

schuldensmässig weniger schwer wiegt als direkt vorsätzliches Handeln 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_190/2012 vom 25. Mai 2012 E. 5.4).  

 

Die Beschuldigten handelten aus rein finanziellen und damit letztlich egois-

tischen Gründen. Rein monetäre Gründe sind jedem Vermögensdelikt 

immanent und werden beim Raub als qualifizierte Form der Nötigung, um 

einen Diebstahl zu begehen, bereits durch das Tatbestandsmerkmal der 

unrechtmässigen Bereicherungsabsicht beim Diebstahl erfasst. Sie dürfen 

deshalb bei den Tatkomponenten nicht nochmals verschuldenserhöhend 

berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1327/2015 vom 

16. März 2016 E. 4.2). Dass der Beschuldigte keine Beute vom Tatort mit-

genommen habe (UA act. 529 und 615; Protokoll der Berufungs-

verhandlung, S. 14), ändert nichts daran. Hingegen ist das grosse Mass an 

Entscheidungsfreiheit, über das der Beschuldigte verfügt hat, 

verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. Der Beschuldigte war in 

finanzieller Hinsicht unabhängig, verfügte er doch über ein reguläres 

monatliches Einkommen (UA act. 25: Fr. 4'000.00 – 4'500.00). Ferner war 

er der Arbeitskollege des federführenden Mitbeschuldigten E._____, 

jedoch ist nicht ersichtlich, dass er unter starkem Druck, dem starken 

Einfluss oder der Erwartungshaltung des Mitbeschuldigten E._____ oder 

eines Dritten oder einer subjektiv als aussichtlos empfundenen Lage 

gehandelt hat. Vielmehr bestand zwischen dem Beschuldigten und dem 

Mitbeschuldigten E._____ ein freundschaftliches Verhältnis. Schliesslich 

dürfte die Aussicht auf einen Anteil an der erhofften Deliktsbeute von 

mehreren Hunderttausend Franken ausschlaggebend gewesen sein. Je 

leichter es aber für ihn gewesen wäre, das Vermögen und die persönliche 

Freiheit sowie körperliche Integrität von A._____ und B._____ zu 

respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und damit 

sein Verschulden (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2a; BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3, je mit 

Hinweisen). 

 

Insgesamt ist innerhalb des qualifizierten Strafrahmens von mindestens 5 

bis 20 Jahren Freiheitsstrafe und unter Berücksichtigung des breiten 

Spektrums der vom Tatbestand des qualifizierten Raubs erfassten Tat-

handlungen und Deliktssummen von einem nicht mehr leichten bis 

mittelschweren Verschulden und einer dafür angemessenen Einsatzstrafe 

von 8 Jahren auszugehen. 

 

3.4.2. 

Diese Einsatzstrafe ist für den Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB 

angemessen zu erhöhen. 

 

Der Täter, der u.a. gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus eindringt, 

wird auf Antrag mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe 

bestraft. Durch Art. 186 StGB wird das Hausrecht bzw. die Unverletzlichkeit 

 - 18 - 

 

 

der vom Hausfriedensbruch geschützten Räumlichkeiten geschützt. Der 

Beschuldigte ist in das Wohnhaus von A._____ und B._____ eingedrungen 

und hat ihre Privatsphäre aufs Gröbste verletzt, was einen erheblichen 

Schuldvorwurf zu begründen vermag (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.3). Insofern A._____ und B._____ 

hingegen bereits durch den Raub in ihrem Sicherheitsgefühl verletzt 

worden sind, kann dies beim Hausfriedensbruch nicht nochmals 

berücksichtigt werden.  

 

Die Art und Weise der Tatbegehung ist nicht über die blosse Erfüllung des 

Tatbestandes hinausgegangen und ist folglich neutral zu werten. 

Verschuldenserhöhend ist demgegenüber das hohe Mass an Entschei-

dungsfreiheit zu berücksichtigen, über das der Beschuldigte auch 

hinsichtlich des Hausfriedensbruchs verfügt hat.  

 

Insgesamt ist von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren 

Tatverschulden und einer dafür angemessenen Einzelstrafe von 1 Jahr 

auszugehen. Im Rahmen der Asperation ist der enge Zusammenhang des 

Hausfriedensbruchs zum Raub zu beachten. Entsprechend geringer ist der 

Gesamtschuldbeitrag des Hausfriedensbruchs zu veranschlagen. 

Angemessen erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe von 8 Jahren um 

6 Monate auf 8 ½ Jahre. 

 

3.4.3. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

weist keine Vorstrafen auf, was allerdings den Normalfall darstellt und 

deshalb neutral zu beurteilen ist (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). 

 

Aus den persönlichen und familiären Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine für die Strafzumessung relevante Faktoren. Ins-

besondere liegen auch keine für die Annahme einer erhöhten Straf-

empfindlichkeit aussergewöhnlichen Umstände vor (vgl. statt vieler: Urteil 

des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hin-

weisen). 

 

Der Beschuldigte hat bereits in einer ersten Einvernahme und somit zu 

einem frühen Zeitpunkt seine Tatbeteiligung zugegeben. Er hatte sich 

allerdings stark verharmlosend auf den Standpunkt gestellt, von einem 

blossen «Prank» (Streich) ausgegangen zu sein. Daran hat er auch noch 

vor Vorinstanz festgehalten. Erst mit Eingabe vom 22. Januar 2024 liess er 

über seinen amtlichen Verteidiger mitteilen, dass er hinsichtlich des 

Raubüberfalls auf A._____ und B._____ ein umfassendes Geständnis 

ablegen und der vorinstanzliche Schuldspruch wegen Raubs anerkannt 

werde. Er habe gewusst, was Sache ist und sich an den einzelnen 

Tathandlungen beteiligt. Tatsächlich hat der Beschuldigte an der 

Berufungsverhandlung umfassende Aussagen zum Tatablauf, zu seinem 

 - 19 - 

 

 

eigenen Tatbeitrag und zur Rolle und dem Handeln weiterer Mittäter 

gemacht, ohne diese jedoch namentlich zu nennen. Der Beschuldigte hat 

glaubhaft ausgeführt, dass sein vollumfängliches Geständnis, auch wenn 

dieses erst kurz vor der Berufungsverhandlung erfolgt ist, auf einer 

nachhaltigen Einsicht in das begangene Unrecht und auf aufrichtiger Reue 

beruht. Auch wenn er teilweise nur zugegeben hat, was – z.B. aufgrund von 

DNA-Spuren oder Videoaufnahmen – ohnehin auf der Hand gelegen hat, 

und er die Mittäter zudem auch auf Nachfrage des Gerichts hin nicht 

namentlich genannt hat, ist nicht zu verkennen, dass er mit seinem 

umfassenden Geständnis schliesslich in nicht unerheblichem Ausmass zur 

Tataufdeckung und Wahrheitsfindung über seinen Tatbeitrag hinaus 

beigetragen hat. Damit sind sein Geständnis und seine Einsicht und Reue 

in nicht unerheblichem Ausmass strafmindernd zu berücksichtigen. 

 

Insgesamt rechtfertigt es sich, die Täterkomponente im Umfang von 

3 Jahren strafmindernd zu berücksichtigen. Eine weiterführende Straf-

reduktion kann dem Beschuldigten unter den vorliegenden Umständen 

jedoch nicht gewährt werden.  

 

3.4.4. 

Der Beschuldigte rügt eine Verletzung des Beschleunigungsgebots 

(Plädoyer des Verteidigers des Beschuldigten an der Berufungs-

verhandlung S. 10). 

 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze des Beschleunigungsgebots 

wiederholt dargelegt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_855/2020 

vom 25. Oktober 2021 E. 1.5.4; BGE 143 IV 373). Darauf kann verwiesen 

werden. 

 

Nach der vorläufigen Festnahme des Beschuldigten am 27. September 

2021 erfolgte am 13. Dezember 2021 seine Einvernahme in Anwesenheit 

der Mitbeschuldigten E._____ und D._____. Am 10. Januar 2022 wurde 

der Polizeirapport zum Abschluss der polizeilichen Ermittlungen erstellt (UA 

act. 110). Erst knapp vier Monate später und zwar am 26. April 2022 

erfolgte die Konfrontationseinvernahme mit A._____ und B._____. Bereits 

am 30. Mai 2022 wurde dem Beschuldigten der Verfahrensabschluss in 

Aussicht gestellt (UA act. 3980) und schliesslich knapp vier Monate später 

am 21. September 2022 Anklage erhoben. Zwischenzeitlich erfolgten vor 

allem Haftverlängerungsanträge bzw. damit einhergehende Beschwerde-

verfahren, Ausstellung von Besuchserlaubnissen und Aktenausleihen 

(Verfahrensprotokoll vom 3. Oktober 2022, GA act. 60 ff.). Von Behörden 

und Gerichten kann zwar nicht verlangt werden, dass sie sich 

ausschliesslich einem einzigen Fall widmen, weshalb Zeiten, in denen das 

Verfahren stillsteht, unumgänglich sind (Urteil des Bundesgerichts 

6B_855/2020 vom 25. Oktober 2021 E. 1.5.3). Der Beschuldigte befand 

sich hingegen knapp ein Jahr in Untersuchungshaft und in dieser Zeit 

 - 20 - 

 

 

fanden bis auf die genannte Konfrontationseinvernahmen vom 

13. Dezember 2021 und vom 26. April 2022 keine nennenswerten neuen 

Spurenauswertungen oder sonstige Verfahrenshandlungen statt. 

Insbesondere wirkt der Verfahrensunterbruch zwischen der Konfrontations-

einvernahme von A._____ und B._____ vom 26. April 2022 und der 

fünfmonatigen Wartezeit bis zur Anklageerhebung am 21. September 2022 

als stossend, nachdem dem Beschuldigten bereits am 30. Mai 2022 der 

Verfahrensabschluss in Aussicht gestellt wurde und die Staatsanwaltschaft 

bei Haftfällen gehalten ist, das Verfahren vordringlich durchzuführen (vgl. 

Art. 5 Abs. 2 StPO). Die langen und grösstenteils ohne eigentliche 

Verfahrenshandlungen verlaufenden wiederholten Pausen, insbesondere 

im Zeitraum von Februar bis September 2022, erscheinen selbst unter 

Berücksichtigung des von der Staatsanwaltschaft vorgebrachten grösseren 

Aufwands durch die vier Beschuldigten insbesondere in Bezug auf die 

Terminfixierung sowie die Verfassung der Anklageschrift (Berufungs-

begründung der Staatsanwaltschaft, Ziff. 6) als unverhältnismässig. Unter 

diesen Umständen ist von einer Verletzung des Beschleunigungsgebots, 

die im Dispositiv festzuhalten ist, auszugehen. Der Verletzung des 

Beschleunigungsgebots ist mit einer Strafminderung im Umfang von 3 

Monaten angemessen Rechnung zu tragen.  

 

3.4.5. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte für den qualifizierten Raub und den 

Hausfriedensbruch zu einer Freiheitsstrafe von 5 ¼ Jahren zu verurteilen. 

 

3.5. 

Der Beschuldigte ist insgesamt zu einer Freiheitsstrafe von 5 ¼ Jahren und 

einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 30.00, d.h. 

Fr. 3'600.00 zu verurteilen. 

 

3.6. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft und der vorzeitige Strafvollzug von 

insgesamt 896 Tagen (28. September 2021 bis 11. März 2024) sind auf die 

Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 110 Abs. 7 

StGB; Art. 236 Abs. 4 StPO). 

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für die Dauer von 10 Jahren des 

Landes verwiesen (vorinstanzliches Urteil E. 7). 

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Landesverweisung für die Dauer von 

15 Jahren (Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft, S. 2). Der Beschul-

digte wendet sich nicht gegen die Landesverweisung, verlangt hingegen, 

die Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft. 

 

 - 21 - 

 

 

4.2. 

Die Anordnung der Landesverweisung ist im Berufungsverfahren 

unbestritten geblieben, worauf nicht zurückzukommen ist (Art. 404 Abs. 1 

StPO). In Bezug auf die Dauer der Landesverweisung ergibt sich 

Folgendes: 

 

Der Beschuldigte hat mit dem qualifizierten Raub hochstehende 

Rechtsgüter, insbesondere die körperliche und geistige Unversehrtheit der 

Opfer, verletzt, wofür er zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt 

wird. Mithin ist von einer erheblichen Gefährdung der öffentlichen Sicher-

heit und einem sehr hohen öffentlichen Interesse an der Wegweisung des 

Beschuldigten auszugehen, zumal seine Legalprognose nicht günstig ist. 

Demgegenüber ist sein privates Interesse an einem Verbleib in der 

Schweiz als vergleichsweise gering zu qualifizieren. Es rechtfertigt sich 

deshalb, den Beschuldigten für die maximale Dauer von 15 Jahren des 

Landes zu verweisen. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten unter solidarischer Haftbarkeit mit 

den Mitbeschuldigten E._____ und D._____ verpflichtet, den Privatklägern 

A._____ und B._____ Schadenersatz in der Höhe von Fr. 2’464.15 

(Fr. 1'865.95 auf die Privatklägerin B._____ und Fr. 589.20 auf den 

Privatkläger A._____ entfallend) sowie Genugtuungen in der Höhe von 

Fr. 12'500.00 (Fr. 6'500.00 auf die Privatklägerin B._____ und Fr. 6'000.00 

auf den Privatkläger A._____ entfallend) zu bezahlen jeweils zuzüglich Zins 

zu 5 % seit 20. Februar 2021 (vorinstanzliches Urteil E. 11). 

 

Mit Anschlussberufung fordern die Privatkläger A._____ und B._____ eine 

Erhöhung der Genugtuungsforderungen auf Fr. 29'500.00 (Fr. 15'000.00 

auf die Privatklägerin B._____ und Fr. 14'500.00 auf den Privatkläger 

A._____ entfallend) zuzüglich Zins zu 5 % seit 20. Februar 2021 

(Anschlussberufungsbegründungen der Privatkläger). 

 

Der Beschuldigte anerkennt die erstinstanzlich zugesprochenen 

Zivilforderungen (Schadenersatz und Genugtuungen), verlangt hingegen 

die Abweisung der Anschlussberufung (Plädoyer des Verteidigers des 

Beschuldigten S. 8). 

 

5.2. 

In Bezug auf die Genugtuungsforderungen ergibt sich Folgendes: Wer in 

seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, hat Anspruch auf Leistung 

einer Geldsumme, sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und 

diese nicht anders wiedergutgemacht werden kann (Art. 49 Abs. 1 OR). Die 

Genugtuung bezweckt den Ausgleich für erlittene immaterielle Unbill bzw. 

erlittenes Unrecht. Die Bemessung der Genugtuung richtet sich vor allem 

 - 22 - 

 

 

nach der Art und Schwere der Verletzung, der Intensität und Dauer der 

Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Betroffenen, dem Grad des 

Verschuldens des Haftpflichtigen, ein allfälliges Selbstverschulden des 

Geschädigten sowie die Aussicht auf Linderung des Schmerzes durch die 

Zahlung eines Geldbetrags. Dabei beruht die Festlegung der Höhe der 

Genugtuung auf richterlichem Ermessen. Sie darf nicht nach schema-

tischen Massstäben oder nach festen Tarifen festgesetzt werden, sondern 

muss dem Einzelfall angepasst werden Dem Sachgericht steht bei der 

Festsetzung der Höhe der Genugtuung ein weiter Ermessensspielraum zu 

(BGE 132 II 117 E. 2.2.2-2.2.5).  

 

A._____ und B._____ wurden kurz nach dem Vorfall im Kantonsspital 

Aarau untersucht und behandelt. Sie wiesen diverse Hautrötungen, 

Hämatome, und Hautabschürfungen auf. B._____ erlitt zudem ein 

Stauungssyndrom beider Hände sowie einen mehrfach gebrochenen und 

operationsbedürftigen linken Ringfinger und hat nach eigenen Aussagen 

Mühe, sich fortzubewegen (vgl. oben). A._____ und B._____ wurden in 

ihren eigenen vier Wänden vollkommen unerwartet kurz nach dem 

Frühstück von vier sich unberechtigt Zutritt verschaffenden Personen 

überfallen. Der Raubüberfall dauerte insgesamt über einen längeren 

Zeitraum von ca. 45 Minuten, wobei die älteren A._____ und B._____ (83- 

bzw. 77- jährig im Tatzeitpunkt) von den Tätern durch die Fesselungen und 

Kneblungen wehrlos gemacht wurden. Sowohl A._____ als auch B._____ 

gerieten in Atemnot und befürchteten zeitweise das Schlimmste. Beim 

Versuch, B._____ den Ring vom Finger zu ziehen, haben die Täter ihr den 

Finger gebrochen. Zudem haben die Täter mit dem Tod der Söhne von 

A._____ und B._____ gedroht und Messer mitgeführt. A._____ und 

B._____ haben dabei grosse Angst verspürt. Einer der Täter ist derweil 

noch nicht gefasst. Umso verständlicher erscheinen die Auswirkungen der 

Tat auf A._____ und B._____, insbesondere mit Blick auf ihr hohes Alter, 

wonach sie bis heute – und damit rund 3 Jahre nach dem Raubüberfall – 

an Schlafstörungen leiden und durchgehende Angstgefühle aufweisen (vgl. 

oben). Das Verschulden des Beschuldigten ist dabei erheblich, was zu 

einer mehrjährigen Freiheitsstrafe geführt hat. 

 

Nach dem Gesagten ist den Privatklägern A._____ und B._____ für die von 

ihnen erlittene Unbill mit der Vorinstanz eine Genugtuung von Fr. 6'000.00 

für den Privatkläger A._____ und von Fr. 6'500.00 für die Privatklägerin 

B._____ jeweils zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 20. Februar 2021 

zuzusprechen. Insofern die Privatkläger eine höhere Genugtuung gefordert 

haben, ist ihre Anschlussberufung abzuweisen.  

 

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 - 23 - 

 

 

6. 

6.1. 

6.1.1. 

Dem amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt Patrick Imbach, wurde von der 

Vorinstanz eine Entschädigung von Fr. 18'928.30 zulasten der Staatskasse 

zugesprochen. Gegen den Entschädigungsentscheid hat der amtliche 

Verteidiger am 19. Juni 2023 Beschwerde erhoben. Er beantragte eine 

Erhöhung der Entschädigung um Fr. 843.60, nachdem dieser mit separater 

Honorarnote geltend gemachte Betrag – wohl versehentlich – nicht 

berücksichtigt worden sei.  

 

Das bei der Beschwerdekammer in Strafsachen hängige Verfahren 

(SBE.2023.12) wurde mit Verfügung vom 22. Juni 2023 bis zum Entscheid 

im vorliegenden Berufungsverfahren sistiert. Nachdem auf die Berufung 

eingetreten worden ist, sind die Einwände des amtlichen Verteidigers mit 

der Berufung zu behandeln (BGE 139 IV 199 E. 5.6 in fine). Der amtliche 

Verteidiger handelt diesbezüglich in eigener Sache und nicht für den 

Beschuldigten, auch wenn er im Berufungsverfahren im Übrigen nicht 

Partei ist.  

 

Der amtliche Verteidiger hat seine Honorarnote vom 29. September 2021 

im Betrag von Fr. 843.60 an der ersten vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

vom 9. Januar 2023 eingereicht (GA act. 417 ff.). Der geltend gemachte 

Betrag betrifft Aufwendungen aus dem Jahr 2020 und 2021 – noch vor Tat-

begehung des vorliegend u.a. zu beurteilenden Raubüberfalles – für die in 

diesem Zeitpunkt noch in separatem Verfahren geführten Delikte insbe-

sondere der Pornografie und Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz. Nachdem dieses Strafverfahren mit dem Verfahren betreffend 

Raub und Hausfriedensbruch zusammengelegt wurde, ist auch der mit 

Honorarnote vom 29. September 2021 geltend gemachte Aufwand im 

vorliegenden Verfahren zu entschädigen. In der Annahme, dass die 

Honorarnote aufgrund der insgesamt drei durchgeführten Haupt-

verhandlungen und damit verbundener mehrfacher Eingabe von Honorar-

noten unterging und somit irrtümlicherweise keinen Eingang in das Urteil 

der Vorinstanz vom 16. März 2023 fand, erweist sich die über die im 

Rahmen der Berufung zu entscheidende Beschwerde des amtlichen Vertei-

digers als begründet und ist gutzuheissen. Dem amtlichen Verteidiger ist 

eine Entschädigung von Fr. 19'771.90 für das erstinstanzliche Verfahren 

zuzusprechen.  

 

6.1.2. 

Im Übrigen bedarf die erstinstanzliche Kostenregelung keiner Änderung 

(Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 StPO). Der Beschuldigte wird verurteilt und 

hat somit die auf ihn entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten im 

Umfang von Fr. 18'153.65 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 1'450.00) zu 

tragen. 

 - 24 - 

 

 

Die dem vormaligen amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt Paul Wiesli, für 

den Zeitraum vom 21. September 2021 bis 4. Oktober 2021 im Betrag von 

Fr. 4'818.40 zugesprochene Entschädigung ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr 

zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 

28. Januar 2019). Diese Entschädigung sowie die Entschädigung für 

seinen amtlichen Verteidiger (vgl. oben) sind vom Beschuldigten zurück-

zufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

Abs. 4 StPO).  

 

Selbiges gilt für die bei einer Verurteilung nicht angefochtene Entschä-

digung der Privatkläger. Der Beschuldigte hat den Privatklägern unter 

solidarischer Haftbarkeit mit den Mitbeschuldigten D._____ und E._____ 

eine Parteientschädigung von je Fr. 8'796.55, insgesamt Fr. 17'593.10 zu 

bezahlen. 

 

6.2. 

6.2.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge gut-

geheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_997/2020 vom 

18. November 2021 E. 2.2).  

 

Hinsichtlich der vorliegend im Berufungsverfahren zu entscheidenden 

Frage der Entschädigung des amtlichen Verteidigers für das erstinstanz-

liche Verfahren kommt diesem – wie im Beschwerdeverfahren – Partei-

stellung zu. Er obsiegt mit seinem Antrag vollumfänglich. Ausgangsgemäss 

sind die darauf entfallenden Verfahrenskosten vollumfänglich auf die 

Staatskasse zu nehmen. Die übrigen Kosten der drei Berufungsverfahren 

von insgesamt Fr. 9'000.00 (§ 18 VKD) sind je zu einem Drittel mit Fr. 

3'000.00 auf die drei gemeinsam verhandelten und beurteilten Berufungs-

verfahren zu verteilen (Art. 418 Abs. 1 StPO). 

 

Die Berufung des Beschuldigten erweist sich als unbegründet und ist 

abzuweisen, die Berufung der Staatsanwaltschaft ist grossmehrheitlich 

gutzuheissen, nachdem der Beschuldigte wegen qualifizierter Tat-

begehung verurteilt, eine höhere Freiheitsstrafe als vor Vorinstanz ausge-

sprochen und die Dauer der Landesverweisung erhöht wird. Dass der 

Beschuldigte zu einer tieferen Freiheitsstrafe verurteilt wird, als von der 

Staatsanwaltschaft beantragt wurde, ist insoweit unbeachtlich, als dies erst 

durch sein vollumfängliches Geständnis anlässlich der Berufungs-

verhandlung möglich wurde (vgl. Art. 428 Abs. 2 lit. a StPO). Die Privat-

kläger obsiegen im Berufungsverfahren, insoweit sie die Abweisung der 

Berufung des Beschuldigten und eine Verurteilung wegen qualifizierten 

 - 25 - 

 

 

Raubs beantragt haben. Ihre Anschlussberufung zum Zivilpunkt ist 

abzuweisen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sich bei der Höhe der 

Genugtuung um einen Ermessensentscheid handelt. Der darauf 

entfallende Aufwand war im Berufungsverfahren gering und ist im Rahmen 

der Kostenfestlegung vernachlässigbar. Unter diesen Umständen recht-

fertigt es sich, dem Beschuldigten die gesamten auf ihn entfallenden 

Kosten für das Berufungsverfahren – ohne Kosten für die Frage der 

Entschädigung des amtlichen Verteidigers für das erstinstanzliche 

Verfahren (vgl. oben) – von Fr. 3'000.00 aufzuerlegen. 

 

6.2.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren angemessen aus 

der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 

und 3bis AnwT; § 13 AnwT). 

 

Hinsichtlich des durch den amtlichen Verteidiger mit Beschwerde geltend 

gemachten und im Berufungsverfahren gutgeheissenen Antrags betreffend 

seine Entschädigung für das erstinstanzliche Verfahren hat er als Partei 

(vgl. oben) Anspruch auf eine angemessene Entschädigung. Nachdem er 

diesbezüglich keine Kostennote eingereicht hat, ist für den darauf 

entfallenden angemessenen Aufwand von 1 Stunde eine Entschädigung im 

Umfang von Fr. 250.00 (inkl. Auslagen und MwSt.; § 9 Abs. 1 AnwT in der 

bis zum 31. Dezember 2023 in Kraft stehenden Fassung, vgl. unten) zu 

vergüten. 

 

Hinsichtlich der im Berufungsverfahren geltend gemachten Entschädigung 

ergibt sich Folgendes: Entschädigungspflichtig sind im Rahmen der 

amtlichen Verteidigung nur jene Bemühungen, die in einem kausalen 

Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Strafverfahren stehen und 

die notwendig und verhältnismässig sind (BGE 141 I 124 E. 3.1). Als 

Massstab für die Beantwortung der Frage, welcher Aufwand für eine 

angemessene Verteidigung im Strafverfahren nötig ist, hat der erfahrene 

Anwalt zu gelten, der im Bereich des materiellen Strafrechts und des 

Strafprozessrechts über fundierte Kenntnisse verfügt und deshalb seine 

Leistung von Anfang an zielgerichtet und effizient erbringen kann (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 18.3.1 mit 

Hinweisen). 

 

Der amtliche Verteidiger hat anlässlich der Berufungsverhandlung eine 

Kostennote mit einem Aufwand von 55.5 Stunden zu einem Stundenansatz 

von Fr. 200.00 für Aufwendungen bis zum 31. Dezember 2023 und von 

Fr. 220.00 für Aufwendungen ab dem 1. Januar 2024, Auslagen von 

Fr. 358.80, Kilometerspesen von Fr. 147.00 und die gesetzliche 

Mehrwertsteuer – aufgeteilt nach dem bis zum 31. Dezember 2023 

geltenden Mehrwertsteuersatz von 7.7 % und seit 1. Januar 2024 

geltendem Mehrwertsteuersatz von 8.1 % –, gesamthaft somit 

 - 26 - 

 

 

Fr. 13'465.40, geltend gemacht. Dieser Aufwand steht zum Umfang und zur 

Schwierigkeit der sich im Berufungsverfahren in tatsächlicher und 

rechtlicher Hinsicht stellenden Fragen in einem offensichtlichen 

Missverhältnis, weshalb nicht unbesehen auf die Kostennote abgestellt 

werden kann. 

 

Zum einen ist der Aufwand von 1.5 Stunden für das Studium des 

erstinstanzlichen Urteils nicht im Berufungsverfahren geltend zu machen 

und abzugelten (Position vom 7. Juli 2023). Zwar wurde der Aufwand erst 

nach der am 21. Juni 2023 eingereichten Berufungserklärung generiert, 

hingegen ist kein Zusammenhang dieses Aufwands mit dem Berufungs-

verfahren ersichtlich, nachdem die Berufungserklärung bereits über 2 

Wochen versandt war, keine vorgängige Berufungsbegründung oder 

Berufungs- bzw. Anschlussberufungsantwort eingereicht wurde und die 

nächste Handlung im Sinne der Durchsicht der Anschlussberufung erst 

rund einen Monat später erfolgte. Es handelt sich denn auch nicht um 

Aufwand, der in Zusammenhang mit dem als Beschwerde eingereichten 

Begehren auf Anpassung der erstinstanzlichen Entschädigung einherging, 

nachdem die Beschwerde bereits am 19. Juni 2023 versandt wurde. Somit 

ergibt sich, dass es sich dabei um Aufwand handelt, der im 

erstinstanzlichen Verfahren geltend zu machen war. Dass dieser Aufwand 

teilweise nur geschätzt werden kann, ändert nichts daran, dass er zum 

erstinstanzlichen Verfahren gehört. Zum anderen ist nicht ersichtlich, 

weshalb der Verteidiger diverse Korrespondenzen mit der Vorinstanz 

führen musste, nachdem das Verfahren schon mehrere Monate beim 

Obergericht hängig war (Positionen vom 28. November 2023, 1., 7. und 

14. Dezember 2023, 8. Januar 2024), insgesamt gerundet 1 Stunde. Auch 

bei diesem Aufwand rechtfertigt es sich nicht, den Aufwand im 

Berufungsverfahren zu entschädigen. Mithin ist der Aufwand von 

insgesamt 2.5 Stunden nicht im Berufungsverfahren zu entschädigen, 

wobei es sich rechtfertigt, die gesamte Kürzung für das Jahr 2023 

vorzunehmen. 

 

Für die Vorbereitung der Berufungsverhandlung, insbesondere die 

Ausarbeitung eines 11-seitigen Plädoyers (mit Kostenbeschwerde: 12-

seitig), das eine Begründung der Berufung, Berufungsantworten sowie den 

Schlussvortrag umfasste, macht der Verteidiger einen Aufwand von 23 

Stunden geltend (Positionen vom 16., 17., 18. und 31. Januar 2024). In 

Anbetracht der Tatsache, dass er mit dem Sachverhalt und den sich in 

tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht stellenden Fragen bereits aus dem 

erstinstanzlichen Verfahren, für das er (nach Korrektur vgl. unten) mit 

Fr. 19'771.90 zu entschädigen ist, bestens vertraut war, erweisen sich 

diese Aufwände als deutlich zu hoch. Insbesondere nachdem der 

Beschuldigte seine Berufung beschränkt hatte und im Plädoyer in Bezug 

auf die Qualifikation des Raubs grösstenteils auf die Einvernahmen von 

A._____ und B._____ aus dem Untersuchungsverfahren abgestellt wurde, 

 - 27 - 

 

 

was bereits im erstinstanzlichen Verfahren – wenn auch nicht in dieser 

Ausführlichkeit – thematisiert wurde. Entsprechend geringer ist der dafür 

angemessene Aufwand im Berufungsverfahren zu veranschlagen. Dem 

Obergericht erscheint ein Aufwand von 6 Stunden für die Vorbereitung der 

Berufungsverhandlung inklusive Ausarbeitung eines Plädoyers als 

angemessen. Die genannten Positionen sind somit um insgesamt 17 

Stunden zu kürzen.  

 

Der geltend gemachte Aufwand für drei Besprechungen mit dem 

Beschuldigten von insgesamt 9 Stunden (inkl. Weg) sowie dem Aufwand 

von 4.85 Stunden für telefonische Besprechungen und Korrespondenz mit 

dem Beschuldigten sowie dessen Vaters (Positionen vom 6. April 2023, 

9. Mai 2023, 25., 28. und 29. August 2023, 13. September 2023, 1. Oktober 

2023, 16., 17. und 27. November 2023, 4., 11., 14. und 21. Dezember 

2023, 2. und 22. Januar 2024; 14. Februar 2024) ist nicht mehr 

angemessen. Es ist nicht ersichtlich, weshalb drei Treffen und ca. 12 

Telefonate notwendig waren, vor allem nicht mit dem Vater des 

Beschuldigten. Es ist allein der notwendige Zeitaufwand für das konkrete 

Strafverfahren zu vergüten, nicht hingegen z.B. der Aufwand für bloss 

soziale Betreuung (Urteil des Bundesgerichts 6B_824/2016 vom 10. April 

2017 E. 18.4.3, nicht publ. in: BGE 143 IV 214). Dem Obergericht erscheint 

ein Besuch zur Vorbereitung der Berufungsverhandlung ausreichend, 

womit der Aufwand um 5.5 Stunden (auf das Jahr 2023 entfallend) auf den 

Aufwand für eine der längsten Besprechungen (inkl. Weg) von 3.5 Stunden 

zu kürzen ist. Entsprechend sind auch die Kilometerspesen für zwei 

Besprechungen zu kürzen, gesamthaft Fr. 92.00. Zudem erscheint ein 

Aufwand von 1 Stunde für die Korrespondenz inkl. Telefonate mit dem 

Beschuldigten als angemessen, womit der Aufwand um 3.85 (3.35 auf das 

Jahr 2023 und 0.5 auf das Jahr 2024 entfallend) auf 1 Stunde zu kürzen 

ist, wobei berücksichtigt wurde, dass die Positionen teilweise noch andere 

Arbeiten beinhalteten. 

 

Der geschätzte Aufwand von 10 Stunden für die Berufungsverhandlung ist 

aufgrund der effektiven Verhandlungsdauer von rund 4.5 Stunden 

zuzüglich Wegzeit von 1.5 Stunden um 4 Stunden auf 6 Stunden zu 

reduzieren. 

 

Dies ergibt gesamthaft einen für erbrachte Leistungen bis zum 

31. Dezember 2023 um 11.35 Stunden reduzierten Aufwand von 

1.15 Stunden bei einem Stundenansatz von Fr. 200.00 und einen für 

erbrachte Leistungen ab dem 1. Januar 2024 um die Hälfte reduzierten 

Aufwand von gerundet 21.5 Stunden bei einem Stundenansatz von 

Fr. 220.00 (vgl. § 9 Abs. 3bis AnwT; zur Anwendbarkeit des per 1. Januar 

2024 revidierten Anwaltstarifs: als Leitentscheid publiziertes Urteil des 

Obergerichts SST.2023.55 vom 26. Januar 2024 E. 4.2). Hinzu kommen 

die Auslagen von insgesamt Fr. 413.80 inkl. Kilometerspesen und die 

 - 28 - 

 

 

gesetzliche Mehrwertsteuer (7.7 % für erbrachte Leistungen von 1.15 

Stunden plus Auslagen von Fr. 22.40 bis zum 31. Dezember 2023 und 

8.1 % für erbrachte Leistungen von 21.5 Stunden plus Auslagen von 

Fr. 391.40 ab dem 1. Januar 2024), woraus eine Entschädigung für das 

Berufungsverfahren – zuzüglich der Entschädigung von Fr. 250.00 (inkl. 

Auslagen und MwSt.) des amtlichen Verteidigers als Partei für die mit 

Beschwerde geltend gemachte Anpassung seiner Entschädigung für das 

erstinstanzliche Verfahren – von gerundet Fr. 6'050.00 resultiert. 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten im Umfang von Fr. 5'800.00 

zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

6.2.3. 

Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch 

auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im 

Verfahren, wenn sie obsiegt oder die beschuldigte Person nach Art. 426 

Abs. 2 StPO kostenpflichtig ist (Art. 433 Abs. 1 StPO). Dabei gilt der 

Privatkläger als Strafkläger als obsiegend, wenn der Beschuldigte verurteilt 

wird, und der Privatkläger als Zivilkläger, soweit er im Zivilpunkt obsiegt 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_423/2016 vom 26. Januar 2017 E. 2.3; vgl. 

6B_1145/2022 vom 13. Oktober 2023 E. 3.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 IV 

102 E. 4.3).  

 

Zwar obsiegen die Privatkläger mit ihren Strafklagen insofern, als der 

Beschuldigte des qualifizierten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB 

verurteilt wird, hingegen unterliegen sie mit ihren Zivilklagen, nachdem ihre 

Anträge auf Erhöhung der Genugtuungsforderung abzuweisen sind. Die 

Aufwendungen im Rahmen der Zivilklage sind somit nicht zu entschädigen. 

In Bezug auf die Strafklage ist festzuhalten, dass die eingereichte 

vorgängige Anschlussberufungsbegründung lediglich drei Zeilen enthielt, 

worin auf die Vorbringen der Staatsanwaltschaft verwiesen wird (An-

schlussberufungsbegründung, Ziff. I). Auf 14 Seiten äussert sich der 

Vertreter der Privatkläger demgegenüber zum Zivilpunkt, wobei lediglich 

auf einer Seite zu den nicht angefochtenen Schadenersatzforderungen und 

auf den weiteren Seiten zur Genugtuung Stellung bezogen wird. Eine 

ähnliche Aufwandsverteilung zeigt sich auch im Plädoyer des Vertreters der 

Privatkläger im Berufungsverfahren. Dabei haben die Vorbringen des 

Vertreters weder wesentlich zur Abklärung der Strafsache noch der 

Verurteilung des Beschuldigten beigetragen. Es hat sich denn auch nicht 

um einen komplexen, nicht leicht überschaubaren Fall oder nicht einfache 

rechtliche Fragen gehandelt (Urteil des Bundesgerichts 6B_741/2017 vom 

14. Dezember 2017 E. 7.2.2). Vor diesem Hintergrund und nachdem eine 

Abgrenzung zwischen den Kosten im Straf- und Zivilpunkt schwierig ist, 

rechtfertigt es sich, den Privatklägern keine Entschädigung für ihre 

Aufwendungen im Berufungsverfahren zuzusprechen. 

 - 29 - 

 

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO).  

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Es wird festgestellt, dass das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist. 

 

2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf  

- der mehrfachen Pornografie (Anklageziffer 2.1); 

- des unbefugten Besitzes von Betäubungsmitteln (Anklageziffer 3). 

 

3. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- des qualifizierten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB; 

- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB 

 [in Rechtskraft erwachsen]; 

- der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB (Anklage-

ziffer 2.2) [in Rechtskraft erwachsen]; 

- der mehrfachen Gewaltdarstellung gemäss aArt. 135 Abs. 1bis StGB 

(Anklageziffer 2.2) [in Rechtskraft erwachsen]. 

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 3 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 44 

Abs. 1 StGB 

 

zu einer Freiheitsstrafe von 5 ¼ Jahren 

 

sowie einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 30.00, d.h. 

Fr. 3'600.00, Probezeit 2 Jahre, [in Rechtskraft erwachsen] 

 

verurteilt. 

 

4.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft und der vorzeitige Strafvollzug von 

insgesamt 896 Tagen werden auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

 

 - 30 - 

 

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

Gestützt auf Art. 67 Abs. 4bis StGB wird von einem Tätigkeitsverbot gemäss 

Art. 67 Abs. 3 StGB abgesehen.  

 

6. 

Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a lit. c StGB für die Dauer von 

15 Jahren des Landes verwiesen.  

 

7. [in Rechtskraft erwachsen] 

7.1. 

Folgende beschlagnahmten Betäubungsmittel werden eingezogen: 

 

- 1.8 Gramm Marihuana  

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

7.2. 

Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten 

zurückgegeben: 

 

- 8 Rüstmesser 

- 3 Teppichmesser 

- Latexhandschuhe blau 

- mehrere Kabelbinder weiss 

- Tablet Samsung GT-P5100 

- Xbox One samt Netzkabel 

- Xbox 360 

- USB-Memorystick (an Xbox 360 geklebt) 

- PC Desktop Maxdata 

- Marihuana Mühle 

 

Werden die Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft 

herausverlangt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachgemässen 

Verfügungen. 

 

7.3. 

Dem Beschuldigten werden, wenn er dies innert 30 Tagen nach Eintritt der 

Rechtskraft verlangt, gegen vorgängige Erstattung der Kosten für die 

dauerhafte Löschung der pornografischen Daten und Gewaltdarstellungen 

folgende beschlagnahmten Gegenstände herausgegeben: 

 

- Mobiltelefon Samsung Galaxy S8 (samt Micro SD und Internetflashspeicher) 

- Mobiltelefon Samsung Note 10 Lite (samt Internetflashspeicher) 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

 - 31 - 

 

 

8. 

8.1. 

Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftbarkeit mit den Mitbeschuldigten 

D._____ und E._____ verpflichtet, 

 

- dem Privatkläger A._____ Schadenersatz in der Höhe von Fr. 598.20 

[in Rechtskraft erwachsen] sowie eine Genugtuung von Fr. 6'000.00, 

insgesamt Fr. 6'598.20, je zuzüglich 5 % Zins ab 20. Februar 2021, zu 

bezahlen; 

 

- der Privatklägerin B._____ Schadenersatz in der Höhe von Fr. 1'865.95 

[in Rechtskraft erwachsen] sowie eine Genugtuung von Fr. 6'500.00, 

insgesamt Fr. 8'365.95, je zuzüglich 5 % Zins ab 20. Februar 2021, zu 

bezahlen. 

 

8.2. 

Im Übrigen werden die Zivilklagen der Privatkläger abgewiesen.  

 

9. 

9.1. 

Die auf das Berufungsverfahren des Beschuldigten entfallenden 

obergerichtlichen Verfahrenskosten werden dem Beschuldigten im Umfang 

von Fr. 3'000.00 auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen. 

 

9.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 6'050.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten im Betrag von Fr. 5'800.00 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

9.3. 

Die Privatkläger haben ihre Parteikosten für das Berufungsverfahren selbst 

zu tragen.  

 

10. 

10.1. 

Die auf den Beschuldigten entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten 

von Fr. 18'153.65 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 1'450.00) werden dem 

Beschuldigten auferlegt.  

 

10.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem früheren amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten, Rechtsanwalt Paul Wiesli, eine Entschädigung von 

Fr. 4'818.40 (inkl. MwSt.) auszurichten. 

 - 32 - 

 

 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 19'771.90 (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuern) auszurichten. 

 

Diese Entschädigungen werden vom Beschuldigten zurückgefordert, 

sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

10.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern unter solidarischer 

Haftbarkeit der Mitbeschuldigten E._____ und D._____ für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von je Fr. 8'796.55, 

insgesamt Fr. 17'593.10 zu bezahlen. 

 

 

 Zustellung an: […] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 11. März 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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