# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 458b3855-898e-51b1-83fc-bb1dd141477e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.09.2025 F-6548/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6548-2025_2025-09-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6548/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Basil Cupa als Einzelrichter, 

mit Zustimmung von Richterin Claudia Cotting-Schalch; 

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren (...), 

Afghanistan, 

vertreten durch Marc Richard,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 22. August 2025 / N_______. 

 

 

 

F-6548/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der vermeintlich minderjährige Beschwerdeführer reiste eigenen An-

gaben zufolge am (...) in Europa (B._______) ein (vgl. SEM act. 6) und 

suchte in der Folge am (...) in der Schweiz um Asyl nach. 

A.b Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) ergab, dass er am (...) in B._______ und am 10. Oktober 2023 in 

Deutschland bereits um Asyl ersucht hatte. 

A.c Am 12. Juni 2025 stellte das SEM bei den deutschen und B._______ 

Behörden betreffend den Beschwerdeführer je ein Informationsersuchen 

gemäss Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Par-

laments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-

VO). 

A.d Am 13. Juni 2025 beantworteten die deutschen Behörden das Infor-

mationsersuchen und teilten mit, der Beschwerdeführer sei mit den Perso-

nalien C._______, geboren (...) (alias A._______, geboren [...], alias 

D._______, geboren [...], alias E._______, geboren [...]) registriert. Das 

Asylgesuch sei mit Entscheid vom (...) abgelehnt worden (vgl. SEM act. 

15). In ihrer Antwort vom 23. Juni 2025 gaben die Behörden von B._______ 

an, der Beschwerdeführer sei mit den Personalien E._______, geboren (...) 

(alias A._______, geboren [...]) registriert. Der Beschwerdeführer sei un-

mittelbar nach dem Asylantrag untergetaucht, weshalb keine Befragung 

habe durchgeführt werden können; das Asylverfahren sei am (...) einge-

stellt worden. 

A.e Am 23. Juni 2025 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer eine 

Erstbefragung unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender (EB UMA) 

durch. Dabei wurden ihm diverse Fragen gestellt: zu seinen Personalien, 

den persönlichen Verhältnissen, seinem Alter, den Ausweispapieren, den 

in B._______ und Deutschland gestellten Asylgesuchen, dem Reiseweg 

und seinen Gründen für sein Asylgesuch. Ferner wurde ihm das rechtliche 

Gehör zur allfälligen Zuständigkeit Deutschlands für die Durchführung sei-

nes Asyl- und Wegweisungsverfahrens sowie zum medizinischen Sach-

verhalt gewährt. Überdies wurde er über den Ablauf einer allenfalls durch-

zuführenden medizinischen Altersabklärung informiert (vgl. SEM act. 18). 

F-6548/2025 

Seite 3 

Dabei brachte er vor, er sei am (...) aus seiner Heimat ausgereist und über 

(Nennung Transitländer), B._______ und Deutschland, wo er sich (Nen-

nung Dauer) aufgehalten habe, in die Schweiz gelangt. Er wisse nicht, wie 

alt er im Zeitpunkt der Ausreise gewesen sei. Sein Geburtsdatum sei der 

10. Juli 2008 und er sei heute einen Tag mehr als 17 Jahre alt. Er werde 

daher in einem Jahr 18 Jahre alt. Er könne das Geburtsdatum aber nicht 

im afghanischen Kalender sagen. Er kenne sein Alter seit langem respek-

tive auch gemäss seiner Tazkira. Darin stehe ebenfalls der 10. Juli 2008 

als sein Geburtsdatum. Als er sich jetzt die Tazkira habe schicken lassen, 

habe er mit seiner Mutter und seinem Onkel gesprochen. Sein Onkel habe 

ihm bei dieser Gelegenheit gesagt, dass dies sein Alter sei. Sein im Jahre 

(...) verstorbener Vater habe die Tazkira vor sechs/sieben Jahren ausstel-

len lassen. Er habe ungefähr mit sieben Jahren zirka zwei Monate lang die 

Koranschule besucht. Er wisse nicht, wie viel Zeit zwischen der Koran-

schule und seiner Ausreise vergangen sei. In B._______ sei er nicht bezie-

hungsweise lediglich nach seinem Vor- und Nachnamen gefragt worden. 

Da er das Land wieder habe verlassen wollen, habe er dort keine Identi-

tätsdokumente abgegeben. In Deutschland habe er um Asyl ersucht, die 

dortigen Behörden hätten sein Alter aber selbstständig aufgeschrieben. Als 

er sein Alter habe angeben wollen, sei ihm gesagt worden, dass dies be-

reits geschehen sei; dies sei schon an der Grenze, als er aufgegriffen wor-

den sei, passiert. Er habe an der Grenze jedoch nur seinen Namen, aber 

weder Geburtsdatum noch Alter angegeben. Er habe auch in Deutschland 

keine Identitätsdokumente abgegeben, zumal er nicht danach gefragt wor-

den sei. Er habe aber darauf hingewiesen, dass er falsch registriert worden 

sei.  

 

Zu seinem Gesundheitszustand gab er an, er sei gesund und es gehe ihm 

gut. 

A.f Am 26. Juni 2025 ging dem SEM die vom Beschwerdeführer beim BAZ 

eingereichte Foto seiner Tazkira zu. 

A.g Mit Schreiben vom 29. Juli 2025 gewährte das SEM dem Beschwer-

deführer das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Anpassung seines Ge-

burtsdatums im ZEMIS. Am 31. Juli 2025 reichte er seine Stellungnahme 

ein. 

A.h Am 8. August 2025 ersuchte das SEM die deutschen Behörden um 

Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d 

F-6548/2025 

Seite 4 

Dublin-III-VO. Die Behörden hiessen das Ersuchen am 13. August 2025 

gut. 

A.i Am 31. Juli 2025 sowie am 13. August 2025 unterbreitete das SEM den 

deutschen Behörden eine ergänzende Anfrage zu ihrer Antwort vom 

13. Juni 2025 auf das entsprechende Informationsersuchen vom 12. Juni 

2025. Die Behörden liessen sich dazu am 21. August 2025 vernehmen. 

B.  

Mit Verfügung vom 22. August 2025 – eröffnet am 25. August 2025 – trat 

die Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein (Dis-

positivziffer 1) und verfügte seine Wegweisung nach Deutschland (Dispo-

sitivziffer 2 f.). Sein Geburtsdatum laute im ZEMIS auf den (...) mit Bestrei-

tungsvermerk (Dispositivziffer 5). Ferner händigte sie ihm die editions-

pflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis (Dispositivziffer 6) aus und hielt 

fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu 

(Dispositivziffer 7). 

C.  

Der Beschwerdeführer focht diese Verfügung mit Beschwerde vom 28. Au-

gust 2025 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragte, es sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache sei zur vollständigen 

Abklärung des Sachverhalts und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und um Anordnung vorsorgli-

cher Massnahmen. Ferner sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu 

gewähren; insbesondere sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten. 

D.  

Am 29. August 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp an. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind er-

füllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, 

F-6548/2025 

Seite 5 

Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Gericht entscheidet 

vorliegend endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

1.3 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

1.4 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

Der Beschwerdeführer beantragt mit der Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung im Wesentlichen die Kassation derselben, da das SEM durch 

den Verzicht auf die Anordnung eines medizinischen Altersgutachtens den 

Untersuchungsgrundsatz verletzt habe (vgl. Rechtsbegehren Ziff. 1 und 2). 

Da er weder in seinen Anträgen noch in seiner Begründung auf eine Abän-

derung des im ZEMIS vermerkten Geburtsdatums ([...]; Dispositivziffer 5 

der angefochtenen Verfügung) Bezug nimmt, richtet sich die vorliegende 

Beschwerde nicht gegen die ZEMIS-Eintragung, sondern lediglich gegen 

den Nichteintretensentscheid betreffend das Asylgesuch. Es bleibt dem 

Beschwerdeführer jedoch unbenommen, innert der gesetzlich vorgesehe-

nen Frist allenfalls auch gegen den ZEMIS-Eintrag Beschwerde zu führen. 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer rügt vorliegend, das SEM habe in unzulässiger 

Weise auf die Anordnung eines Altersgutachtens verzichtet, wodurch der 

Sachverhalt betreffend die Altersanpassung nicht rechtsgenüglich abge-

klärt worden sei. 

3.2 Das SEM hat vorliegend – wie bei Verfahren von potenziell minderjäh-

rigen unbegleiteten Asylsuchenden üblich – eine EB UMA durchgeführt. Im 

F-6548/2025 

Seite 6 

Nachgang zu dieser Befragung nahm es das vom Beschwerdeführer ein-

gereichte Foto seiner Tazkira zu den Akten und hat eine Übersetzung die-

ses Dokuments durch eine zugelassene Dolmetscherin veranlasst. Das 

SEM kam in der Folge nach einer Würdigung aller wesentlichen Anhalts-

punkte (kein rechtsgenügliches Identitätsdokument eingereicht; vage und 

widersprüchliche Aussagen zu seinem Geburtsdatum und Alter sowie zum 

Reiseweg; Registrierung in B._______ und Deutschland als volljährige 

Person; zahlreiche, nicht miteinander zu vereinbarende Angaben so bei-

spielsweise zur Möglichkeit der Ausstellung eines Identitätsdokumentes, 

zum Zeitpunkt des Todes der Mutter, zum Abklärungsergebnis beim Dublin 

Office Deutschland; fraglicher Nutzen und Beweiswert einer Altersanalyse 

im vorliegenden Fall) zum Schluss, dass genügende Anhaltspunkte er-

sichtlich sind, welche für die Volljährigkeit des Beschwerdeführers spre-

chen, und hat diese auch im Einzelnen einlässlich aufgeführt (vgl. SEM act. 

38, S. 6-11). Asylsuchende sind gesetzlich dazu verpflichtet, alle Doku-

mente einzureichen, die Auskunft über ihre Identität, Herkunft und ihren 

Reiseweg geben oder Rückschlüsse darauf erlauben (Art. 8 Abs. 1 Bst. a 

und b AsylG i.V.m. Art. 2a AsylV1). Diesen Mitwirkungspflichten ist der Be-

schwerdeführer mit der Einreichung eines blossen Fotos seiner Tazkira 

nicht nachgekommen. Ohnehin handelt es sich bei der Tazkira nicht um ein 

fälschungssicheres Dokument, da es keine fälschungssicheren Sicher-

heitsmerkmale aufweist. Deshalb ist hinsichtlich der Frage der Identität von 

Inhabern eines solchen Dokuments praxisgemäss von einem reduzierten 

Beweiswert eingereichter Tazkiras auszugehen, selbst wenn sie im Origi-

nal vorliegen (vgl. Urteil des BVGer E-322/2021 vom 17. Februar 2021 

E. 3.4). Ohnehin sind die Umstände, wie der Beschwerdeführer in den Be-

sitz dieses Fotos respektive der Kopie seiner Tazkira gekommen sein will, 

als mit erheblichen Ungereimtheiten behaftet zu werten. So will er gemäss 

der EB UMA auch mit seiner Mutter gesprochen haben – mit welcher er bis 

zu seiner angeblichen Ausreise im Jahr (...) zusammengelebt haben will –

, als er sich die Tazkira habe schicken lassen; dies sei nach seiner Einreise 

in die Schweiz – mithin erst im (Nennung Zeitpunkt) – gewesen (vgl. SEM 

act. 18 S. 2 f., Einleitung Bst. c und Ziff. 1.06). Laut der Auskunft des Dublin 

Office Deutschland gab er jedoch vor den dortigen Behörden an, seine 

Mutter sei bereits im Jahr (...) verstorben, was in krassem Widerspruch 

dazu steht (vgl. SEM act. 35). Sodann ist auf der Tazkira entgegen der von 

ihm vertretenen Aussage auch kein Geburtsdatum vermerkt (vgl. SEM act. 

18 S. 2, Einleitung Bst. c; act. 23). Weiter hielt das SEM mit zutreffender 

Begründung fest, dass er gemäss dem geltend gemachten Geburtsdatum 

10. Juli 2008 zum auf der Tazkera enthaltenen Ausstellungsdatum ([...]) 

erst neun Jahre alt war. Gemäss den Angaben auf der Tazkera sei die 

F-6548/2025 

Seite 7 

vermerkte Person gemäss Erscheinungsbild jedoch zehn Jahre alt. Weiter 

führte die Vorinstanz zu Recht zahlreiche weitere Widersprüche an, die 

sich aus den Angaben gegenüber den deutschen Behörden und dem SEM 

ergeben würden. So zu seinem Alter beim Ableben seines Vaters im Jahr 

(...), dem Ausreisedatum aus seiner Heimat und den familiären Verhältnis-

sen (vgl. SEM act. 38 S. 10 f.). Auffallend ist zudem, dass er in Deutschland 

als Ausreisezeitpunkt den Ramadan 2021 anführte, als er (Nennung Alter) 

alt gewesen sein will. Gemäss diesem Vorbringen wäre er somit zum Zeit-

punkt des Asylgesuchs in der Schweiz am (...) etwa (...) Jahre und (...) Mo-

nate alt, mithin offenkundig volljährig. Weiter gab er bei den dortigen Be-

hörden an, er besitze keinerlei Identitätsdokumente, da seine Familie zu 

arm gewesen sei, um sich welche ausstellen zu lassen. Demgegenüber 

führte er beim SEM anlässlich der EB aus, sein Vater habe ihm vor sechs 

bis sieben Jahren eine Tazkira ausstellen lassen (vgl. SEM act. 18 S. 2 und 

7). An anderer Stelle gab er sodann an, er habe in Deutschland keine Iden-

titätspapiere abgegeben, da nicht danach gefragt worden sei (vgl. SEM act. 

18 S. 6, Ziff. 2.06). 

3.3 In seiner Beschwerdeschrift vermag der Beschwerdeführer keine sub-

stanziierten Einwände gegen diese Feststellungen anzuführen. Weder 

seine Ausführungen zum äusseren Erscheinungsbild, wonach er nicht ein-

deutig älter als 17-jährig wirke, noch zur eingereichten Fotokopie seiner 

Tazkira, welche mit seinem Geburtsdatum vom 10. Juli 2008 überein-

stimme, vermögen angesichts ihres entweder allgemeinen oder unzutref-

fenden Inhalts zu überzeugen. Auch der Einwand, er kenne wohl sein Ge-

burtsdatum, sei jedoch mangels jeglicher Schulbildung nicht in der Lage, 

sein Alter korrekt zu berechnen, bleibt unbehelflich. Aus seiner bestimmten 

Altersangabe anlässlich der EB UMA, wonach er vor einem Tag 17 Jahre 

alt geworden sei, musste er in der Tat keinerlei Berechnungen vornehmen 

(vgl. SEM act. 18 S. 3, Ziff. 1.06). Die Rüge, wonach die EB nur in äusserst 

knapper und rudimentärer Form ausgefallen sei, vergleichsweise sehr we-

nige Fragen gestellt und ihm kaum Gelegenheit gegeben worden sei, seine 

Angaben zu substantiieren, ist als nicht stichhaltig zu qualifizieren. Der Be-

schwerdeführer bestätigte am Schluss der Befragung die Korrektheit und 

Wahrheit seiner Aussagen nach Rückübersetzung mit seiner Unterschrift 

und dass er die Dolmetscherin sehr gut verstanden habe (vgl. SEM act. 18 

S. 10). Weiter wurde ihm wiederholt die Möglichkeit eingeräumt, Ergänzun-

gen zum Sachverhalt zu machen oder Fragen zu stellen. Am Schluss führte 

er auf Nachfrage nach Zusatzbemerkungen an: "Nein, ich habe sonst 

nichts zu sagen"; die Rechtsvertretung ihrerseits stellte keinerlei Fragen, 

F-6548/2025 

Seite 8 

sondern ausschliesslich den Antrag, es sei ein Altersgutachten zu erstellen 

(vgl. SEM act. 18 S. 9 f.). 

3.4 Ferner ist der Beschwerdeführer sowohl in B._______ als auch in 

Deutschland (unter der Hauptidentität) als volljährige Person registriert 

worden und es kann davon ausgegangen werden, dass die dort zuständi-

gen Behörden den Beschwerdeführer bei der Einreichung des Asylgesu-

ches nicht mit einem beliebigen Geburtsdatum registriert haben. Den Akten 

zufolge ist in Deutschland eine Alterseinschätzung durch das Jugendamt 

durchgeführt und das Geburtsdatum daraufhin auf den (...) angepasst wor-

den (vgl. SEM act. 35). Vor diesem Hintergrund erstaunt respektive wäre 

zu erwarten gewesen, dass er dieses für ihn nicht stimmige Geburtsdatum 

nicht ein ganzes Asylverfahren unkorrigiert gelassen hätte. Soweit der Be-

schwerdeführer die beim Dublin Office Deutschland eingeholten Auskünfte 

im Resultat als "unbegründete Parteibehauptung" qualifiziert, weshalb die-

sen jeglicher Beweiswert abzusprechen sei, kann diesem Einwand nicht 

gefolgt werden. Er verkennt diesbezüglich, dass es sich dabei nicht um 

eine Parteibehauptung, sondern um die Einholung einer Auskunft bei Be-

hörden handelt; auch wenn diese nicht auf schriftlichem Weg, sondern te-

lefonisch eingeholt wurde, ändert dies an deren Beweiswert nichts, zumal 

sie aktenkundig gemacht und dem Beschwerdeführer zusammen mit dem 

angefochtenen Entscheid und weiteren Aktenstücken eröffnet wurde (vgl. 

Ziff. 6 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung, SEM act. 38 S. 15; 

SEM-Aktenverzeichnis). 

3.5 Im Weiteren ist festzuhalten, dass der Vorinstanz beim Entscheid be-

treffend die Erstellung eines Altersgutachtens grosses Ermessen zukommt 

(vgl. bspw. Urteil des BVGer E-1799/2024, E-1839/2024 vom 3. September 

2024 E. 4.2 m.w.H.). Angesichts des Nichteinreichens eines rechtsgenüg-

lichen Identitätsdokuments und des widersprüchlichen Aussageverhaltens 

des Beschwerdeführers war die Vorinstanz nicht verpflichtet, ein kostenin-

tensives medizinisches Altersgutachten in Auftrag zu geben, da eine Ver-

letzung der Mitwirkungspflicht im Rahmen der freien Beweiswürdigung bei 

der Entscheidfindung zu berücksichtigen ist. Die beweisbelastete Partei, 

die ihre Mitwirkungspflicht verletzt, hat die Folgen einer allfälligen Beweis-

losigkeit zu tragen, indem die Behörde auf weitere Abklärungen verzichtet 

und aufgrund der bestehenden Aktenlage entscheidet (vgl. BVGE 2008/46 

E. 5.6.1; siehe ferner Art. 40 BZP [SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 3.123). Im Übrigen lässt sich auch durch 

eine medizinische Altersabklärung kein exaktes Geburtsdatum bestimmen. 

F-6548/2025 

Seite 9 

Eine solche kann lediglich im besten Fall ein mehr oder weniger starkes 

Indiz für die Voll- respektive Minderjährigkeit einer Person darstellen (vgl. 

BVGE 2018 VI/3 E. 6.1). Wie vorstehend dargelegt (vgl. E. 3.2 – 3.5), sind 

die Ausführungen des SEM hinsichtlich der Volljährigkeit des Beschwerde-

führers zu bestätigen, weshalb das Gericht auch auf Beschwerdestufe kei-

nen Anlass sieht, ein medizinisches Altersgutachten einzuholen. 

3.6 Das SEM durfte vorliegend zu Recht auf die Anordnung eines Alters-

gutachtens verzichten. Es hat somit den rechtserheblichen Sachverhalt 

insgesamt korrekt und vollständig festgestellt, womit es der ihm obliegen-

den Untersuchungspflicht (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG) in genügender 

Weise nachgekommen ist.  

 

Der Antrag, es sei die Sache zur vollständigen Abklärung des Sachverhalts 

und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Rechtsbegehren 

Ziff. 2), ist deshalb abzuweisen. 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Diesbezüglich kommt die Dublin-III-VO zur Anwen-

dung. 

4.2 Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An-

knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf inter-

nationalen Schutz gestellt hat, wobei von der Situation zum Zeitpunkt der 

ersten Antragstellung in einem Mitgliedstaat ausgegangen wird (vgl. Art. 7 

Abs. 2 Dublin-III-VO). Als Minderjähriger gilt ein Drittstaatsangehöriger un-

ter achtzehn Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d der Asylver-

ordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Unbegleitete Min-

derjährige sind vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen (vgl. FILZ-

WIESER/SPRUNG, Dublin-III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. zu Art. 8, m.H.). Vor-

liegend ist der Beschwerdeführer als volljährig zu betrachten (vgl. E. 3), 

weshalb die grundsätzliche Wiederaufnahmezuständigkeit bei Deutsch-

land liegt (vgl. unter anderen: Urteil des BVGer F-6213/2020 vom 5. Januar 

2021 E. 3.4). 

F-6548/2025 

Seite 10 

5.   

5.1 Die deutschen Behörden haben dem Wiederaufnahmegesuch des 

SEM am 13. August 2025 zugestimmt; die Zuständigkeit Deutschlands ist 

grundsätzlich gegeben. 

5.2 Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass das Asylverfahren in 

Deutschland keine systemischen Schwachstellen aufweist (Art. 3 Abs. 2 

Dublin-III-VO) und Hinweise dafür fehlen, wonach das Land seinen völker-

rechtlichen Verpflichtungen gegenüber dem Beschwerdeführer nicht nach-

gekommen wäre oder das Asylverfahren nicht regelkonform durchführen 

würde respektive durchgeführt hätte. Es sind keine völkerrechtlichen Voll-

zugshindernisse ersichtlich, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt 

nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden. Allein aus dem Um-

stand, dass die deutschen Asylbehörden sein Asylgesuch bereits abge-

lehnt haben (vgl. SEM act. 15), lässt sich nicht ableiten, deren Entscheid 

sei nicht im Rahmen eines rechtsstaatlich korrekten Verfahrens ergangen. 

Es liegen auch keine Anhaltspunkte vor, die darauf schliessen lassen, 

Deutschland habe im Falle des Beschwerdeführers den Grundsatz des 

Non-Refoulement gemäss Art. 33 FK und Art. 3 EMRK nicht beachtet und 

beabsichtige, nach Afghanistan zurückzuschaffen, ohne geprüft zu haben, 

ob ihm dort flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung oder eine menschen-

rechtswidrige Behandlung drohen würde. Im Übrigen hat er die Möglichkeit, 

den deutschen Behörden allfällige Wiederaufnahme- oder Wiedererwä-

gungsgründe im Rahmen eines Folgeantrags nach Art. 40 Verfahrensricht-

linie zu unterbreiten. Auch liegen betreffend den medizinischen Sachver-

halt – der Beschwerdeführer bezeichnet sich selber als gesund – keine 

Gründe vor, die für die Ausübung des Selbsteintrittsrechts sprechen wür-

den. 

5.3 Die Vorinstanz hat sodann in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Ermessens und ge-

stützt auf einen vollständig erstellten Sachverhalt (vgl. E. 3 vorstehend) von 

einem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. 

6.  

Das SEM ist zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Die Überstel-

lung nach Deutschland wurde in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls 

zu Recht angeordnet. 

F-6548/2025 

Seite 11 

7.  

Die Beschwerde ist abzuweisen und die Verfügung des SEM zu bestätigen. 

8.  

Mit dem Entscheid in der Hauptsache sind die Gesuche um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses gegenstandslos geworden. 

Der am 29. August 2025 verfügte einstweilige Vollzugsstopp fällt mit dem 

vorliegenden Urteil dahin. 

9.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu-

weisen, da die Beschwerde gemäss den vorstehenden Erwägungen als 

aussichtslos zu bezeichnen war. Daher fehlt es, unbesehen der finanziellen 

Verhältnisse des Beschwerdeführers, an einer gesetzlichen Voraussetzung 

gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind 

ihm die Kosten von insgesamt Fr. 750.– aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-6548/2025 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Basil Cupa Stefan Weber 

 

 

 

Versand: