# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd917d9b-8347-5ec4-9669-ee7d608ae7a1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-06-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.06.2009 UV 2008/85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-85_2009-06-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/85

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 20.04.2020

Entscheiddatum: 17.06.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 17.06.2009
Art. 6, 9 UVG, Art. 11 UVV; Natürliche Kausalität zwischen der ursprünglich 
als Berufskrankheit anerkannten Lungenkrankheit und den als Rückfall 
gemeldeten Lungenproblemen verneint (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Juni 2009, UV 
2008/85). Aufgehoben durch Entscheid des Bundesgerichts 8C_889/2009.

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn

Entscheid vom 17. Juni 2009

in Sachen

K.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kaspar Noser, Marktstrasse 2, Postfach, 

8853 Lachen SZ,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   Der 1978 geborene K.___ war als Rundschleifer bei der A.___ tätig und dadurch 

bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten 

versichert. Dr. med. B.___, Facharzt Pneumologie FMH, diagnostizierte im Bericht vom 

8. Januar 2003 eine progrediente Lungenfibrose unklarer Ätiologie (Suva-act. 4). Dr. 

med. C.___, Facharzt FMH Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin, Abteilung 

Arbeitsmedizin Suva, hielt im Bericht vom 8. Januar 2003 (Suva-act. 5) fest, dass sich 

nach erfolgter Arbeitsplatzüberprüfung keine genügenden Hinweise für eine berufliche 

Auslösung der beginnenden Fibrose ergeben würden. Gegen eine berufliche Ursache 

spreche auch die kurze Expositionszeit von weniger als zwei Jahren. Am 28. Januar 

2003 erfolgte im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) eine offene Lungenbiopsie (Suva-act. 

6). Es sei zu vermuten, dass die festgestellten Veränderungen in Zusammenhang mit 

der Exposition am Arbeitsplatz stehen könnten. Dr. med. D.___, Facharzt FMH für 

Pathologie, UniversitätsSpital Zürich, konnte den Befund der durchgeführten 

Lungenbiopsie nicht einer bekannten Entität zuschreiben. Die Vermutung, dass eine 

exogene Noxe mit Angriff am Alveolarepithel vorliegen könnte, scheine plausibel (Suva-

act. 12). Zur genaueren Abklärung veranlasste Dr. D.___ eine Lungenstaubanalyse 

(Suva-act. 37). Eine durch lösliche Substanzen beziehungsweise organische Stoffe 

ausgelöste Fibrose könne zwar nicht ausgeschlossen werden. Histologisch seien aber 

keine für eine exogen allergische Alveolitis typischen Merkmale vorhanden.

A.b   Mit Schreiben vom 27. März 2003 (Suva-act. 52) wurde dem Versicherten der 

Arbeitsvertrag per 31. Mai 2003 gekündigt.

A.c   Am 17. Juli 2003 wurde der Versicherte im UniversitätsSpital Zürich, Abteilung 

Pneumologie, untersucht. Im Gutachten vom 21. August 2003 (Suva-act. 42) hielt 

Prof. Dr. E.___, Facharzt FMH für Innere Medizin und Pneumologie, fest, dass, 

nachdem andere Ursachen für eine interstitielle Lungenkrankheit ausgeschlossen 

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worden seien (Systemerkrankung mit Lungenbeteiligung, pneumotoxische 

Medikamente, exogen allergische Alveolitis, Sarkoidose, Raucher-assoziierte 

Bronchiolitis/desquamative Pneumopathie oder Histiozytosis-X), trotz fehlenden 

Aspekten für eine eigentliche Pneumokoniose oder eine akute bis subakute 

Hypersensitivitätreaktion gegen Substanzen am Arbeitsplatz, doch davon ausgegangen 

werden müsse, dass die Lungenerkrankung durch die berufliche Tätigkeit ausgelöst 

worden sei.

A.d   Am 13. Oktober 2003 erliess die Suva eine Nichteignungsverfügung für alle 

Arbeiten mit Exposition zu Schleifaerosolen von mineralölhaltigen und synthetischen 

Kühlschmieremulsionen (Suva-act. 47). Mit Schreiben vom 4. Dezember 2003 teilte die 

Suva dem Versicherten mit, dass die Beschwerden als Berufskrankheit anerkannt 

würden und die gesetzlichen Versicherungsleistungen erbracht werden könnten (Suva-

act 57). Am 25. März 2004 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass ein Anspruch auf 

eine Übergangsentschädigung bestehe (Suva-act. 67).

A.e   Im Schreiben vom 12. November 2003 (Suva-act. 51) teilte Dr. B.___ mit, dass er 

die Behandlung beim Versicherten am 11. November 2003 fürs erste abgeschlossen 

habe. Die Lungen seien wieder so gut wie gesund. Die interstitiellen Veränderungen 

hätten sich markant zurückgebildet und ergospirometrisch sei keine 

Belastungshypoxämie mehr nachweisbar. Ab August 2005 erfolgten weitere 

Untersuchungen bei Dr. B.___, welche grundsätzlich die Heilung der Lungenkrankheit 

bestätigten (vgl. Suva-act. 91 und 110).

A.f    Im Bericht vom 15. Januar 2008 (Suva-act. 147) stellte Dr. B.___ ein schweres 

Rezidiv einer im Januar 2003 diagnostizierten mutmasslich berufsbedingten diffus 

parenchymatösen Lungenerkrankung fest. In der Stellungnahme vom 1. Februar 2008 

(Suva-act. 149) teilte Dr. C.___ mit, dass sich das Rezidiv nicht mehr mit einer 

beruflichen Exposition erklären lasse, da der Versicherte seit mehr als vier Jahren nicht 

mehr beruflichen Noxen ausgesetzt gewesen sei.

A.g   Mit Verfügung vom 17. März 2008 (Suva-act. 155) eröffnete die Suva dem 

Versicherten, dass sich das Wiederauftreten der Lungenprobleme nicht mehr mit einer 

beruflichen Exposition erklären lasse. Da ein rechtsgenüglicher Zusammenhang 

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zwischen der Erkrankung und der beruflichen Tätigkeit nicht angenommen werden 

könne, könnten keine weiteren Leistungen mehr erbracht werden.

A.h   Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 25. Juni 2008 (Suva-act. 164) ab.

B.       

B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic.iur. 

Kaspar Noser, Lachen SZ, im Namen des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 

27. August 2008 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 25. Juni 2008 sei 

aufzuheben und die Beschwerdesache sei an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung 

des Sachverhalts und zur Neuentscheidung zurückzuweisen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. Dem Beschwerdeführer seien für das 

Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung zu gewähren. Der Rechtsvertreter ersuchte in der Beschwerde 

zudem um Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Zur Begründung wird im 

Wesentlichen ausgeführt, dass sich Dr. C.___ bei seiner Einschätzung nicht vertieft mit 

dem Arztbericht von

Dr. B.___ vom 15. Januar 2008 auseinandergesetzt habe. Dr. C.___ sei zudem kein 

Lungenspezialist, weshalb seine Einschätzung nicht das gleiche Gewicht haben könne, 

wie die Feststellungen von Dr. B.___. Es sei durchaus möglich, dass ein ursprünglich

diagnostiziertes Lungenleiden, das nach einiger Zeit als geheilt oder mindestens als 

zum Stillstand gekommen angesehen werde, wieder akut werde. Der 

Kausalzusammenhang könne nicht ohne vertiefte fachmedizinische Abklärungen 

verneint werden. Die Beschwerdegegnerin habe ihre Pflicht verletzt, den 

rechtserheblichen Sachverhalt umfassend abzuklären. Dem Bericht von Dr. B.___ 

müsse ein gesteigerter Beweiswert beigemessen werden, da er die Problematik gut 

kenne und den Beschwerdeführer schon länger behandle. Die Einschätzung von Dr. 

C.___ beschäftige sich nicht umfassend mit der aktuellen Lungenproblematik und 

beruhe nicht auf eigenen Untersuchungen. Auch wenn der Zeitablauf in Rezidivfällen 

eine wichtige Rolle spiele, könne er nicht ohne weitere Abklärungen als Umstand gegen 

das Bestehen eines Rezidivs angeführt werden. Dies gelte besonders für Krankheiten 

im Lungenbereich, welche zum Stillstand kommen und wieder ausbrechen könnten.

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B.b   In der Beschwerdeantwort vom 11. November 2008 beantragt Rechtsanwalt

Dr. iur. Urs Glaus, St. Gallen, im Namen der Beschwerdegegnerin Abweisung der 

Beschwerde. Dr. C.___ habe sich hinreichend mit dem Bericht von Dr. B.___ vom 

15. Januar 2008 auseinandergesetzt. Es sei nicht einzusehen, wieso der Beurteilung 

von Dr. B.___ mehr Gewicht beizumessen sei als derjenigen von Dr. C.___ als 

ausgewiesenem Spezialisten in arbeitsmedizinischen Angelegenheiten. Zudem habe 

Dr. B.___ seine Behauptung, es liege ein Rezidiv der DLPD (Diffuse Lungenparenchym­

erkrankung) vor, mit keinem Wort begründet. Sodann gehe Dr. B.___ selber nicht von 

einem überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang aus. Es sei unzutreffend, 

dass aus der Annahme einer Berufskrankheit im Jahr 2003 auch die heutigen Probleme 

auf die damals angenommene Ursache zurückzuführen seien.

B.c   In der Replik vom 15. Dezember 2008 hielt der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers an den gestellten Anträgen fest.

B.d   Mit Duplik vom 22. Dezember 2008 liess auch die Beschwerdegegnerin an ihrem 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhalten.

B.e   Mit Schreiben vom 21. Januar und 3. März 2009 legte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers drei Berichte des Kantonsspitals St. Gallen, Departement Innere 

Medizin und Kardiologie, vom 15. Januar und 6. Februar 2009 ins Recht.

C.       

An der mündlichen Verhandlung vom 17. Juni 2009 hielten die Parteien an den 

gestellten Anträgen und Rechtsbegehren fest. Auf die einzelnen Vorbringen wird, 

soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden Fall, ob die ab Dezember 2007 erneut 

geklagten Lungenprobleme im Zusammenhang mit der im Dezember 2003 anerkannten 

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Berufskrankheit stehen oder ob die Beschwerdegegnerin zu Recht keine 

Versicherungsleistungen mehr erbracht hat.

2.        

2.1    Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Berufskrankheiten sind, soweit nichts anderes bestimmt ist, von ihrem 

Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt (Art. 9 Abs. 3 UVG). Die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und 

dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen 

im Sinn des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der 

gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die 

Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall 

die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 

das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder 

geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern 

Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 

gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 

gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine 

Tatfrage, worüber die Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, BGE 119 V 337 f. E. 1). 

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen 

dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 

adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von 

der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das 

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe 

des Arztes ist es dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während 

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es dem Gericht obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu 

beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die 

Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine 

selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

2.2    Die gesetzlichen und verordnungsmässigen Grundlagen bezüglich 

Berufskrankheiten sowie bei Rückfällen und Spätfolgen versicherter Ereignisse hat die 

Beschwerdegegnerin zutreffend dargelegt. Zu ergänzen ist, dass die Beweislast für das 

Bestehen des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den erneut geltend 

gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim Unfall - respektive vorliegend bei der 

Berufskrankheit - erlittenen Gesundheitsschädigung der Leistungsansprecher trägt. 

Beweislosigkeit wirkt sich zu seinen Ungunsten aus (Urteil U 557/06 des 

Bundesgerichts vom 4. Oktober 2007 E. 2). Ebenfalls korrekt sind die Ausführungen 

über die massgeblichen Beweisgrundsätze samt den Verweisen auf die jeweils 

einschlägige Rechtsprechung. Darauf kann verwiesen werden.

3.         

Mit Schreiben vom 4. Dezember 2003 anerkannte die Beschwerdegegnerin die 

geklagten Beschwerden als Berufskrankheit und erbrachte die entsprechenden 

Versicherungsleistungen. Dabei stützte sie sich insbesondere auf das Gutachten von 

Dr. E.___ vom 21. August 2003. Gemäss Dr. E.___ ist davon auszugehen, dass trotz 

fehlenden Aspekten für eine eigentliche Pneumokoniose oder eine akute bis subakute 

Hypersensitivitätreaktion gegen Substanzen am Arbeitsplatz die Lungenerkrankung 

durch die berufliche Tätigkeit ausgelöst wurde, nachdem andere Ursachen für eine 

interstitielle Lungenkrankheit ausgeschlossen wurden. Die Beschwerdegegnerin macht 

im Beschwerdeverfahren geltend, dass sich die Anerkennung als Berufskrankheit im 

Jahr 2003 im Nachhinein als falsch erwiesen habe. Die Berufskrankheit konnte gemäss 

Aktenlage nicht mittels eindeutigen medizinischen Befunden nachgewiesen werden, 

sondern basiert vielmehr auf dem Ausschlussprinzip anderer Ursachen. Dr. C.___ hat 

bereits im Schreiben vom 8. Januar 2003 mitgeteilt, dass sich keine genügenden 

Hinweise für eine berufliche Auslösung der beginnenden Fibrose ergeben würden und 

sodann die kurze Expositionszeit von weniger als zwei Jahren gegen eine berufliche 

Ursache spreche. Insgesamt sind den vorliegenden Akten einige Anhaltspunkte zu 

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entnehmen, die Zweifel an einer berufsbedingten Erkrankung begründen. Allerdings 

braucht die Frage, ob es sich bei den damals geklagten Beschwerden um eine 

Berufskrankheit gehandelt hat, vorliegend nicht abschliessend beurteilt zu werden, da 

die folgenden Erwägungen zeigen werden, dass ein Kausalzusammenhang zu den 

Ende 2007 neu geltend gemachten Beschwerden ohnehin nicht gegeben ist.   

4.        

4.1    Nachdem Dr. B.___ im Schreiben vom 12. November 2003 den Fall bei gutem 

Gesundheitszustand für abgeschlossen erklärte, erfolgten ab September 2005 weitere 

Konsultationen des Beschwerdeführers. Im Bericht vom 27. September 2005 (Suva-

act. 91) wird festgehalten, dass bei dieser berufsassoziierten, nicht näher 

spezifizierbaren interstitiellen Lungenkrankheit von einer (funktionell kaum ins Gewicht 

fallenden) Defektheilung gesprochen werden müsse. Die Lungenfunktionen seien bei 

zwar suboptimaler Kooperation nicht sicher zu verwerten. Ergospirometrisch und 

belastungsoxymetrisch sehe man aber doch eine pathologisch zu wertende diskrete 

Belastungshypoxämie. Es sei davon auszugehen, dass diese Lungenkrankheit seit 

längerem zum Stillstand gekommen sei. Im Bericht vom 5. Oktober 2006 (Suva-act. 

110) beurteilt Dr. B.___ die Situation dahingehend, dass die Lungen und Bronchien des 

Versicherten wieder gesund seien. Die ergospirometrische Verschlechterung 

gegenüber dem Vorjahr sei nicht Ausdruck einer pulmonalen oder 

kardiozirkulatorischen Erkrankung, sondern rein "peripher" bedingt durch 

Dekonditionierung, kein Stehvermögen und fehlende Motivation. Der Versicherte habe 

seine Berufskrankheit anscheinend psychisch nicht überwunden. Entsprechend müsse 

der therapeutische Hebel nicht bei der Lunge, sondern in der Psyche, respektive im 

psychosozialen Bereich angesetzt werden. Aus pneumologischer Optik könne, 

respektive müsse der Fall jetzt abgeschlossen werden. Dr. med. D.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, stellte im Schreiben vom 22. November 2006 (Suva-act. 119) die 

Diagnose einer Anpassungsstörung. Der Beschwerdeführer habe jegliches Vertrauen in 

seinen Körper verloren. Er erlebe die Lungenerkrankung völlig traumatisierend und 

könne nicht annehmen, dass die Lunge wieder gesund sei, da er sich krank fühle.

Im Bericht vom 15. Januar 2008 (Suva-act. 147) stellte Dr. B.___ ein schweres Rezidiv 

einer im Januar 2003 diagnostizierten mutmasslich berufsbedingten diffus 

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parenchymatösen Lungenerkrankung fest. Obwohl in der aktuellen HRCT (High 

Resolution Computertomographie) keine wesentliche Lungenfibrose vorhanden sei, 

müsse jetzt von einer Entwicklung ähnlich der idiopathisch pulmonalen Fibrose (IPF) 

ausgegangen werden. Dafür spreche nicht zuletzt der Nachweis einer signifikanten 

Eosinophilie in der durchgeführten bronchoalveolären Lavage.

4.2    Diesbezüglich teilt Dr. C.___ in der Stellungnahme vom 1. Februar 2008 mit, dass 

sich bei der Untersuchung im Dezember 2007 keine Progredienz der Fibrose gefunden 

habe. Hingegen zeige die Lungenfunktion eine deutliche Schrumpfungstendenz der 

Lungen. Der Beschwerdeführer sei seit mehr als vier Jahren nicht mehr den beruflichen 

Noxen ausgesetzt gewesen. Bei der Untersuchung von Dr. B.___ im September 2006 

seien die Lungenfunktionswerte normal gewesen. Das Rezidiv lasse sich nicht mehr mit 

einer beruflichen Exposition erklären. Im Nachhinein spreche auch nichts für die 

Verursachung des ersten Schubes im Jahr 2003 durch die berufliche Tätigkeit.

Mit Schreiben vom 13. März 2008 (Suva-act. 156/2) nimmt Dr. B.___ zur Argumentation 

der Beschwerdegegnerin Stellung. Sicher könne man wie die Beschwerdegegnerin 

argumentieren, nur sei es dann unlogisch, dass die Lungenkrankheit vor vier Jahren (es 

handle sich wohl um dieselbe wie heute) nicht damals schon als Berufskrankheit 

aberkannt worden sei. Tatsächlich habe sich die Lungenkrankheit beim 

Beschwerdeführer erstmals im Januar 2003 im Kontakt mit beruflicher Exposition zu 

Schleifaerosolen und mineralölhaltigen synthetischen Kühlemulsionen manifestiert. Die 

Familienanamnese sei nicht durch Lungenkrankheiten belastet. Eine familiäre 

Erkrankung, z.B. im Sinn der Lungenfibrose, sei also sehr unwahrscheinlich. Andere 

exogene Faktoren seien im Umfeld des Beschwerdeführers ebenfalls nicht eruierbar. 

Man müsse sich also die Frage stellen, ob diese Lungenerkrankung auch ohne die 

frühere berufliche Exposition aufgetreten wäre. Diese Frage müsse differenziert 

nochmals diskutiert werden. Die Beschwerdegegnerin könne sich da nicht einfach 

herausreden. 

4.3    Dr. B.___ stellt im Januar 2008 ein Rezidiv einer mutmasslich berufsbedingten 

Lungenerkrankung fest. Zu Recht macht die Beschwerdegegnerin diesbezüglich 

geltend, dass Dr. B.___ im Schreiben vom 15. Januar 2008 einen Zusammenhang zur 

ursprünglich festgestellten Berufskrankheit nicht begründet. Gemäss Dr. B.___ müsse 

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von einer Entwicklung ähnlich der idiopathisch pulmonalen Fibrose ausgegangen 

werden. Aufgrund dieser Ausführungen ist eher davon auszugehen, dass Dr. B.___ die 

Ursachen der Erkrankung medizinisch nicht eindeutig nachweisen kann. Zumindest ist 

aufgrund des Berichts nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit dargelegt, dass die Lungenerkrankung auf die ursprünglich 

attestierte Berufskrankheit aus dem Jahr 2003 zurückzuführen ist.  

4.4     Die Beschwerdegegnerin stützt sich im angefochtenen Einspracheentscheid 

hauptsächlich auf die Stellungnahme von Dr. C.___ vom 1. Februar 2008. Sie führt zu 

Recht aus, dass den Berichten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zukommen 

kann, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Diese 

rechtssprechungsgemässen Voraussetzungen an einen Bericht eines 

versicherungsinternen Arztes sind vorliegend erfüllt. Die - wenn auch etwas knapp 

ausgefallene - Begründung von Dr. C.___ erscheint schlüssig und ist nachvollziehbar. 

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat sich Dr. C.___ hinreichend mit 

den Berichten von Dr. B.___ auseinandergesetzt. Sodann ist einem ausgewiesenen 

Arbeitsmediziner zumutbar, die verschiedenen, teils fachspezifischen Berichte 

rechtsgenüglich zu würdigen. Der medizinischen Aktenlage ist eindeutig zu entnehmen, 

dass sich nach dem Behandlungsabschluss im November 2003 die vom 

Beschwerdeführer noch geklagten Lungenprobleme nicht mehr mit den objektiven 

Befunden deckten. Die Berichte von Dr. B.___ in den Jahren 2005 und 2006 belegen 

eindeutig, dass die Lungenerkrankung zum Stillstand gekommen war und die Lungen 

und Bronchien wieder gesund waren. Sodann stellt Dr. D.___ im Bericht vom 22. 

November 2006 fest, dass während dieser Zeit beim Beschwerdeführer eine 

Anpassungsstörung vorgelegen hatte und offenbar die Lungenprobleme durch die 

psychischen Beschwerden unterhalten wurden. Die ursprünglich als Berufskrankheit 

taxierte Lungenerkrankung war somit spätestens im Jahr 2006 vollständig ausgeheilt. 

Der Beschwerdeführer ist seit seiner Kündigung per 31. Mai 2003 keiner beruflichen 

Tätigkeit mehr nachgegangen und war somit bis Ende 2007 keinen Stoffen mehr 

ausgesetzt, die eine Berufskrankheit wie möglicherweise im Jahr 2003 hätte auslösen 

können. Aufgrund dieser Umstände erscheint ein Kausalzusammenhang zwischen der 

Berufskrankheit und den erneut geklagten Beschwerden nicht rechtsgenüglich 

nachgewiesen. Dies umso weniger, als rechtsprechungsgemäss zu beachten ist, dass 

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je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall - vorliegend Berufskrankheit - 

und dem Auftreten der neuen gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere 

Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs zu stellen sind (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c mit 

Hinweisen).

Zur Beurteilung von Dr. C.___ teilte Dr. B.___ mit, dass man sicher so argumentieren 

könne. Es bleibe allerdings eine Tatsache, dass sich die Lungenkrankheit erstmals im 

Kontakt mit beruflicher Exposition zu Schleifaerosolen und mineralölhaltigen 

synthetischen Kühlemulsionen manifestiert habe. Damit widerspricht er der 

Argumentationsweise von Dr. C.___ nicht direkt, sondern bringt einfach andere 

mögliche Ursachen für die Auslösung der Lungenprobleme ins Spiel. Sodann führt Dr. 

B.___ aus, dass man sich aber die Frage stellen müsse, ob die Lungenkrankheit auch 

ohne die frühere berufliche Exposition aufgetreten wäre. Diese Frage dürfte allerdings 

aufgrund der bisherigen medizinischen Akten nicht eindeutig beantwortet werden 

können. Nur so ist es erklärbar, dass Dr. B.___ als Pneumologe selber keine 

medizinische Begründung für die Ursachen der Lungenprobleme vorbringt, sondern 

ebenfalls lediglich verschiedene mögliche Ursachen erwähnt. 

Die vom Beschwerdeführer nachträglich eingereichten Berichte vom 15. Januar und 

6. Februar 2009 ergeben bezüglich des massgebenden Sachverhalts keine ent

4.5    Zusammenfassend ist aufgrund der Aktenlage der Beurteilung von Dr. C.___ und 

somit der Beschwerdegegnerin zu folgen, dass aufgrund der vollständigen 

zwischenzeitlichen Heilung der Berufskrankheit und der fehlenden (Neu-)Exposition 

gegenüber den gefährdenden Stoffen ein Zusammenhang zwischen der 

Berufskrankheit und den neu geklagten Beschwerden unwahrscheinlich ist. Somit kann 

der Nachweis des Kausalzusammenhangs nicht als mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erbracht angesehen werden, weshalb die Beschwerdegegnerin zu 

Recht für den als Rückfall gemeldeten Gesundheitsschaden keine Leistungen erbracht 

hat.

4.6    Dem Begehren des Beschwerdeführers, es sei die Sache zur weiteren Abklärung 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, ist mit Blick auf die obigen Erwägungen 

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nicht stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen 

für die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, 

kann darauf verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung vgl. BGE 124 V 90 E. 4b 

S.94; Praxis 88/1999 Nr. 117 S. 636 ff.; SVR UV 1996 Nr. 62 S. 211 ff. E. 3). 

5.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

6.        

6.1    Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt. 

Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, kann er 

jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der 

vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG 

i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG). Der Staat ist zufolge unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des 

Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass dem 

unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar zusteht (vgl. 

Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).

6.2    Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 17. Juni 2006 reichte der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Honorarnote über Fr. 5'300.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein.

6.3 Die vorliegend anwendbare st. gallische Honorarordnung für Rechtsanwälte und 

Rechtsagenten (sGS 963.75) sieht für die Verwaltungsrechtspflege das 

Pauschalhonorar als Regelfall vor. Vorliegend sind keine Gründe für ein Abweichen von 

dieser Regel ersichtlich und werden vom Rechtsvertreter auch nicht geltend gemacht. 

In unfallversicherungsrechtlichen Verfahren spricht das Versicherungsgericht für eine 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung regelmässig eine pauschale Entschädigung von 

Fr. 3'200.-- zu. Die umfangreichen Akten rechtfertigen im vorliegenden Fall, die 

Pauschale um einen Viertel (Fr. 800.--) anzuheben. Für die mündliche Verhandlung wird 

praxisgemäss eine zusätzliche Pauschale von Fr. 750.-- zugesprochen. Insgesamt 

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ergibt sich daraus eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'750.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 

4'750.--.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.06.2009
	Art. 6, 9 UVG, Art. 11 UVV; Natürliche Kausalität zwischen der ursprünglich als Berufskrankheit anerkannten Lungenkrankheit und den als Rückfall gemeldeten Lungenproblemen verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Juni 2009, UV 2008/85). Aufgehoben durch Entscheid des Bundesgerichts 8C_889/2009.

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		2025-07-19T14:44:58+0200
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