# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eac709a1-983c-532a-936e-55e6ec5bc57d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-10-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 26.10.2005 SB 2005 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2005-22_2005-10-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 26. Oktober 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 05 22 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer und Vital
Aktuarin ad hoc Honegger Droll

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In der strafrechtlichen Berufung

des X., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Dr.iur. Jakob Rhyner, 
Postfach 945, St. Gallerstrasse 5, 9471 Buchs,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 10. März 2005, mitgeteilt am 25. Mai 
2005, in Sachen der Staatsanwaltschaft Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7000 
Chur, gegen den Berufungskläger,

betreffend sexuelle Handlungen mit Kindern,

hat sich ergeben:

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A. X. wuchs in A. und B. bei seinen Eltern auf. Dort besuchte er auch 
sechs Jahre die Primar- und drei Jahre die Sekundarschule. Danach absolvierte er 
eine dreijährige Kochlehre im Hotel C. in D.. Nach Abschluss der Lehre war er auf 
dem erlernten Beruf in verschiedenen SaisonsteIlen tätig. Es folgte eine ca. sechs-
jährige Tätigkeit als Chauffeur bei der Firma E. in F. und bei der Firma G. in H.. Von 
1982 bis am 31. August 2003 war der Angeklagte als I. bei der J., angestellt. Das 
Arbeitsverhältnis wurde per 31. Januar 2004 in gegenseitigem Einverständnis auf-
gelöst. Seit Februar 2003 ist X. krank geschrieben. Vor Auflösung des Arbeitsver-
hältnisses mit der J. verdiente der Angeklagte Fr. 5'500.-- netto pro Monat. Gemäss 
eigenen Angaben hat der Angeklagte Hypothekarschulden in Höhe von ca. Fr. 
350'000.--.

Im Jahr 1978 verheiratete sich X. mit V.. Aus dieser Ehe gingen ein Sohn 
(geboren 1979) sowie eine Tochter (geboren 1981) hervor.

Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X. nicht verzeichnet. Gemäss dem 
Führungsbericht der Kantonspolizei St. Gallen vom 27. August 2004 ist über ihn 
nichts Nachteiliges bekannt.

Am 24. Februar 2003 wurde X. in K. festgenommen und noch am gleichen 
Tag der Kantonspolizei Graubünden zugeführt. Die Entlassung aus der Haft erfolgte 
am 27. Februar 2003, nachdem der Haftrichter des Bezirksgerichtes Plessur dem 
Ersuchen der Staatsanwaltschaft Graubünden auf Anordnung von Untersuchungs-
haft nicht stattgegeben hatte.

B. X. wurde mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 14. 
Oktober 2004 wegen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 
StGB sowie des unvollendeten Versuchs dazu gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB in Ver-
bindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB in Anklagezustand versetzt.

Dem vorliegenden Verfahren liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwalt-
schaft Graubünden vom 14. Oktober 2004 folgender Sachverhalt zu Grunde:

„1. Am Mittwoch, 18. September 2002, zwischen 16.00 Uhr und 16.30 
Uhr, sprach der Angeklagte in L. bei der Verzweigung R.-Weg / 
S.-Weg die damals zehn Jahre alte M. an. Er sagte ihr, dass das 
"Pfiffli" so dick werden könne. Dabei beschrieb er mit seinen Hän-
den den Durchmesser. Weiter fragte er das zehnjährige Mädchen, 
ob sie zwischen den Beinen schon Haare und ob sie schon Brüste 
hätte. Er stellte ihr für den Fall, dass sie ihm diese zeigen würde, 
Fr. 10.-- in Aussicht. Da das Mädchen seinem Ansinnen nicht 

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nachkam, entfernte er sich von ihm und verliess die Umgebung 
mit seinem in der Nähe parkierten Fahrzeug.

2. Am Montag, 11. November 2002, zwischen 15.00 Uhr und 15.45 
Uhr, fragte der Angeklagte in N., Höhe Bushaltestelle "T.-Strasse" 
aus seinem Fahrzeug heraus die damals knapp siebenjährige O., 
wo sie wohne. Nachdem sich letztere seinem Fahrzeug genähert 
hatte, stellte sie fest, dass er sein Geschlechtsteil in der Hand 
hielt. Gleichzeitig wollte der Angeklagte vom Mädchen wissen, ob 
sie sein Geschlechtsteil ("Knett") anfassen wolle. Ohne auf diese 
Frage einzugehen, begab sich das Mädchen sofort nach Hause.“

C. Mit Urteil vom 10. März 2005, mitgeteilt am 25. Mai 2005, erkannte 
das Bezirksgericht Hinterrhein:

"1. X. ist schuldig der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 
187 Ziff. 1 StGB sowie des unvollendeten Versuchs dazu gemäss 
Art. 187 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB.

2. Dafür wird X. mit 20 Tagen Gefängnis bestraft, unter Anrechnung 
der erstandenen Polizeihaft von vier Tagen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird unter Ansetzung einer Probe-
zeit von drei Jahren aufgeschoben.

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
Graubünden Fr. 7'014.00

- Gerichtsgebühr Fr. 3’600.00
total somit Fr. 10’614.00
gehen zu Lasten von X..

5. Die Kosten der angerechneten Polizeihaft sowie eines allfälligen 
Strafvollzuges gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

6. (Rechtsmittelbelehrung)

7. (Mitteilung)."

D. Gegen dieses Urteil liess X. am 14. Juni 2005 beim Kantonsgerichts-
ausschuss Graubünden mit folgenden Anträgen Berufung erheben:

"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 10. März/mitgeteilt 
am 25. Mai 2005 sei aufzuheben und X. vom Vorwurf der sexuel-
len Handlungen mit Kindern sowie des unvollendeten Versuchs 
dazu freizusprechen.

2. Unter vollen Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des 
Staates bzw. der Gerichtskasse."

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Mit Schreiben vom 17. Juni 2005 verzichtete das Bezirksgericht Hinterrhein 
ausdrücklich auf eine Vernehmlassung. Die Staatsanwaltschaft Graubünden er-
klärte mit Schreiben vom 27. Juni 2005 ebenfalls den Verzicht auf eine Vernehm-
lassung.

E. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht von 
Graubünden vom 26. Oktober 2005 waren X. persönlich und sein privater Verteidi-
ger zugegen. Die Staatsanwaltschaft Graubünden nahm an der Verhandlung nicht 
teil. In seinem Vortrag hielt der Verteidiger an seinen Anträgen gemäss Berufungs-
erklärung vom 14. Juni 2005 fest und begründete diese.

X. erklärte in seinem Schlusswort, dass er nicht der Täter sei, weshalb er 
nicht einsichtig sein könne, was ihm die Vorinstanz vorgeworfen habe. Er wies auf 
verschiedene Ungereimtheiten hin, woraus zu schliessen sei, dass sich die Zeugin-
nen geirrt hätten. Er erwähnte noch, dass er einen nahen Bezug zu Graubünden 
habe, weshalb er sich in seiner Freizeit oft hier aufhalte.

Auf die Ausführungen zur Begründung der Anträge wird, so weit erforderlich, 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen:

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Aus-
schüsse, sowie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten 
(ausgenommen Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und 
Strafmandate) können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichts-
ausschuss innert 20 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Ent-
scheides Berufung einreichen. Diese ist zu begründen und hat darzutun, welche 
Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichtsverfahrens gerügt werden 
und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 141 ff. 
StPO). Diese Anforderungen erfüllt die im Übrigen form- sowie fristgerecht einge-
reichte Berufung des X. vom 14. Juni 2005, weshalb auf sie einzutreten ist.

2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsge-
richtsausschuss als Berufungsinstanz zwar eine umfassende, uneingeschränkte 
Kognition zukommt (Art. 146 Abs. 1 StPO), er jedoch das vorinstanzliche Urteil 
grundsätzlich nur im Rahmen der in der Berufung gestellten Anträge überprüft (Willy 
Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auf-

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lage, Chur 1996, S. 375 mit Hinweisen). Vorliegend ist der Schuldspruch der Vorin-
stanz angefochten. 

3. Gemäss Art. 125 Abs. 2 StPO entscheidet das Gericht bei der Würdi-
gung der Beweismittel nach freier Überzeugung. Dieser Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung ergibt sich bereits aus Art. 249 des Bundesgesetzes über die Bun-
desstrafrechtspflege (BStP). Der Richter hat danach von Bundesrechts wegen frei 
von gesetzlichen Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung auf-
grund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu entscheiden, 
ob er eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht (vgl. BGE 115 IV 268 f.). Ist für die 
Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle Wahrheit wegleitend, so kann 
für diese Beurteilung nur die freie Meinung des Richters massgebend sein (vgl. Hau-
ser/Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 4. Auflage, H. 1999, § 54 N 2, S. 
215). Allein auf diese Weise kann der Richter ein für jeden Einzelfall zutreffendes 
Urteil fällen. Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Richter die Frage, 
wann er eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. 
Lehre und Rechtsprechung gehen zutreffend davon aus, blosse Wahrscheinlichkeit 
dürfe für eine Verurteilung nicht genügen, absolute Sicherheit sei für eine solche 
aber auch nicht erforderlich und eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der 
Sachverhalt anders sein könnte, rechtfertige keinen Freispruch (vgl. Hau-
ser/Schweri, a.a.O., § 54 N 11, S. 217). Trotzdem sind an den Beweis der zu Last 
gelegten Tat hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als blosse Wahr-
scheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 der 
Bundesverfassung und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel "in 
dubio pro reo" darf sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Be-
schuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Be-
trachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat, oder mit 
anderen Worten Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilen-
des Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische Zweifel sind indes-
sen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit 
nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu un-
terdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 
Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung 
an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Über-
zeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der 
Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Beschul-
digten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts vom 17. Juni 2002, 1P. 87/2002 in: Die Praxis 10/2002 Nr. 180) stützen, 

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die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. 
PKG 1987 Nr. 12; Willi Padrutt, a.a.O., S. 307). Diese allgemeine Regel kommt im 
Übrigen nicht schon dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es 
ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu unter-
suchen, ob die Darstellung der Staatsanwaltschaft oder jene des Angeklagten den 
Richter zu überzeugen vermögen. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der 
einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz 
"in dubio pro reo" der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen 
werden (PKG 1978 Nr. 31; Willi Padrutt, a.a.O., S. 307).

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist anzuführen, dass der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Insbesondere sind die Aussa-
gen von Zeugen, Auskunftspersonen und Angeschuldigten voll gültige Beweismittel 
mit derselben Beweiseignung. Der Begriff des Zeugen ist entsprechend der Recht-
sprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte autonom und ohne 
formelle Bindung an das nationale Recht auszulegen. Als Aussagen von Zeugen 
gelten all jene, die formell zugelassen sind, dem Gericht zur Kenntnis kommen und 
von ihm verwendet werden können. Auch in der Voruntersuchung gemachte Aus-
sagen vor Polizeiorganen werden als Zeugenaussagen betrachtet (BGE 125 I 129 
S. 32 mit Hinweisen). Im Rahmen des Gerichtsverfahrens interessiert nicht in erster 
Linie die persönlich Glaubwürdigkeit des Zeugen, sondern vielmehr die sachliche 
Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage. Bei der Würdigung der Beweise ist we-
niger die Form, sondern vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise 
der Bekundung sowie die Überzeugungskraft massgebend. Entscheidend ist mit an-
deren Worten allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall 
(Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 290, S. 83 f., Hau-
ser/Schweri, a.a.O., § 54 N 5, S. 216).

4. a) Ab 21. August 2002 häuften sich bei der Kantonspolizei Graubün-
den Meldungen, wonach ein unbekannter Mann Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren 
zu sich ans Fahrzeug rief und ihnen dann seinen Geschlechtsteil zeigte. Der Täter 
wurde als 40 - 60-jähriger, meist unrasierter Mann mit grau/weissen Haaren be-
schrieben, welcher mit einem grauen, älteren Fahrzeug unterwegs war. Zur gleichen 
Zeit suchte die Landespolizei Liechtenstein nach einem dort tätigen Exhibitionisten 
mit ähnlichem Signalement und ebenfalls grauem Fahrzeug. Auf Grund von Zeu-
genaussagen erhielt die Landespolizei Liechtenstein Kenntnis, wonach zwei spezi-
elle Kleber an den grauen Tatfahrzeugen angebracht waren. Nach einer entspre-
chenden Pressemitteilung meldete sich eine Fahrzeuglenkerin, die angab, hinter 

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einem solchen Fahrzeug hergefahren zu sein und sich das Kennzeichen gemerkt 
zu haben. Die Ermittlungen ergaben, dass der Fahrzeuginhaber Halter zweier 
grauer Fahrzeuge war, wovon eines mit einem USA-Kleber und das andere mit ei-
nem Fraukleber versehen war (act. 5.4). Beim Fahrzeuginhaber handelte es sich 
um X. (act. 5.1). X. wurde am 24. Februar 2003 infolge Verdachts, in Graubünden 
in der Zeit vom August 2002 bis November 2002 in mehreren Fällen vor Kindern 
sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben, festgenommen (act. 3.2 und 3.5). Er 
wurde am 27. Februar 2003 aus der Haft entlassen, nachdem der Haftrichter das 
Gesuch um Anordnung der Untersuchungshaft ablehnte (act. 3.17). Am 26. Februar 
2003 wurde gegen X. eine Strafuntersuchung wegen sexuellen Handlungen mit Kin-
dern eröffnet. Zur Untersuchung kamen 14 Fälle (act. 5.2). In 12 Fällen kam es zu 
einer Einstellung der geführten Strafuntersuchung. Verschiedene Momente, wie, 
dass sich X. in einem Fall nachweislich auf der Rückreise aus den Ferien befand, 
sowie Täter- und Fahrzeugbeschreibungen sprachen gegen X. als Täter. Auch 
konnten keine anderen Beweismittel, welche den gegen X. bestehenden Anfangs-
verdacht hätten erhärten können, gefunden werden (act. 1.22 -1.32, act. 1.36). Zur 
Anklage kamen die - vorliegend zu beurteilenden - Fälle M. und O. (act. 1.41 - 1.43), 
für welche X. durch das Bezirksgericht Hinterrhein der sexuellen Handlungen mit 
Kindern sowie des unvollendeten Versuchs dazu schuldig gesprochen worden ist.

b) Im Fürstentum Lichtenstein gelangten 16 Fälle exhibitionistischer Hand-
lungen zur Untersuchung. Die untersuchten exhibitionistischen Handlungen ge-
genüber verschiedenen Kindern und Jugendlichen fielen in den gleichen Zeitraum, 
wie die im Kanton Graubünden untersuchten Vorfälle. In fünf Fällen wurde X. vom 
Fürstlichen Landesgericht schuldig gesprochen. In den übrigen Fällen erfolgte ein 
Freispruch. Der dagegen erhobenen Berufung von X. wurde vom Fürstlichen Ober-
gericht Folge gegeben und es änderte das Urteil des Fürstlichen Landesgerichts 
vollständig zu einem Freispruch ab. Das Fürstliche Obergericht führte aus, dass die 
vagen und undeutlichen Beweisergebnisse über die am jeweilgen Tatort gemachten 
Wahrnehmungen der betreffenden Opfer über den Täter sowie das Tatfahrzeug 
nicht geeignet seien, beim Gericht die Überzeugung über die Täterschaft des Be-
schuldigten zu begründen. Der Fürstliche Oberste Gerichtshof gab der dagegen er-
hobenen Revision der Fürstlichen Staatsanwaltschaft keine Folge (act. 1.38 - 1.40). 

5. a) Das Bezirksgericht Hinterrhein begründete den erfolgten Schuld-
spruch in erster Linie mit der anlässlich des Personenkonfronts erfolgten einwand-
freien Identifikation des Berufungsklägers als Täter. Die Vorinstanz sah sich nicht 
veranlasst, die Identifikation auf Grund der vorangegangenen nicht deckungsglei-

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chen Täterbeschreibung in Zweifel zu ziehen. Die Vorinstanz erklärt die Unter-
schiede in der Beschreibung des Täters zur später identifizierten Person damit, dass 
Kinder im Alter der Opfer nur beschränkt fähig seien, Aussehen und Alter einer er-
wachsenen Person genau zu beschreiben und zu bestimmen. Zu Lasten des Beru-
fungsklägers wertete die Vorinstanz im Weiteren dessen fehlendes Alibi und den 
Umstand, dass er sich zu den Tatzeitpunkten im jeweiligen Antennenbereich der 
Tatorte aufgehalten habe. Ein weiteres Indiz für die Täterschaft des Berufungsklä-
gers sah die Vorinstanz im nachweisbar erfolgten Konsum von kinderpornographi-
schen Internetseiten, welcher - wie auch die „Strumpfhosengeschichte“ - auf seine 
speziellen sexuellen Neigungen hinweisen würde.

b) Der Berufungskläger beanstandet, dass die Vorinstanz keine grossen An-
forderungen an die Durchführung des Personenkonfronts gestellt habe und die zu 
Protokoll gegebenen Tätersignalemente, welche augenscheinlich gegen seine 
Täterschaft sprechen, bagatellisiert habe. Das fehlende Alibi vermöge die nach-
weislich nicht auf ihn zutreffenden Tätersignalemente nicht aufzuwiegen. Aus dem 
Umstand, dass er sich im Antennenbereich der Tatorte befunden habe, der sich 
wohl über viele Quadratkilometer erstrecke, könne ebenfalls kein rechtserheblicher 
Rückschluss auf seine Täterschaft gezogen werden, da er nicht selten alleine Aus-
flüge in den benachbarten Kanton Graubünden unternommen habe. Als unschön 
würden sich zwar der (nicht angeklagte) Pornokonsum und die Strumpfhosenge-
schichte erweisen. Daraus lasse sich aber ebenfalls keine rechtsgenügliche Täter-
schaft begründen. Der Berufungskläger macht geltend, dass er angesichts der in 
keiner Art und Weise auf ihn zutreffenden Tätersignalemente wie grau-weisse 
Haare, Bündner Dialekt und 5-türiges Auto, in den zwei verbliebenen Anklagefällen 
von vornherein als Täter ausscheide. Zumindest würden aber diese ihn entlasten-
den Momente die vermeintlich eindeutige Identifikation derart erschüttern, dass „in 
dubio pro reo“ die Möglichkeit des Irrtums angenommen werden müsse. Die schwa-
chen Indizien für seine Täterschaft (kein Alibi, zum Tatzeitpunkt der Taten im An-
tennenbereich gewesen, Pornokonsum und Strumpfhosengeschichte) würden an-
gesichts der auf seine Person nicht zutreffenden Tätersignalemente bedeutungslos 
werden. Ein Freispruch mangels Beweises sei angebracht.

6. a) M., geb. 3. Juni 1992, wurde am 21. September 2002 polizeilich 
zum Vorfall vom 18. September 2002, welcher sich um 16.00 Uhr ereignete, befragt 
(act. 17.7). Gemäss den Angaben von M. hielt sie sich mit ihrer jüngeren Schwester 
und mit dem gleichaltrigen U. bei den Containern am R.-Weg in L. auf, als ein älterer 
Mann dort auftauchte und sie mit sexistischen Fragen ansprach. Er anerbot ihr zu-

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dem Fr. 10.--, wenn sie mit ihm ginge und die Brüste zeige. M. erklärte ihm, dass 
sie das nicht tun würde, worauf sich der Mann entfernte. M. beschrieb den Täter als 
gleich alt wie Q. (er ist 42-jährig), schlank und ohne Brille. Der Mann habe kurze, 
graumelierte Haare gehabt und wie sie geredet. M. konnte sich nicht mehr erinnern, 
was er getragen hatte. Das Fahrzeug beschrieb sie als grau und nicht sehr gross. 
Anlässlich der telefonischen Meldung des Vorfalles durch die Mutter am 18. Sep-
tember 2002 beschrieb M. den Täter als zirka 175 cm gross und 60 Jahre alt (act. 
17.5). Am 2. April 2003 wurde ein Personenkonfront durchgeführt. In beiden Durch-
gängen mit unterschiedlicher Aufstellung der sechs Vergleichspersonen identifi-
zierte M. die gleiche Person als Täter. Als Grund für die Wiedererkennung ist auf 
dem Protokollblatt angegeben „Gesicht sofort wiedererkannt“. Bei der identifizierten 
Person handelt es sich um X. (act. 17.8 und act. 17.9). Am 27. Januar 2004 wurde 
U., geb. 13. April 1992, das vom Personenkonfront vom 02. April 2003 erstellte Fo-
toblatt vorgelegt. Er konnte niemanden als Täter erkennen (act. 17.13 und act. 
17.14). Die Auswertung der durchgeführten rückwirkenden Standortbestimmung 
des Natels von X. ergab, dass er sich zum Tatzeitpunkt in einem Antennenbereich 
der näheren Umgebung aufgehalten hatte (act. 17.11).

Im Zusammenhang mit dem Übergriff gegen M. ist noch der Fall von P., ge-
boren 24. Januar 1991, zu betrachten, in welcher Sache das Verfahren gegen X. 
eingestellt worden ist (act. 1.36). P. wurde ebenfalls am 18. September 2002 sexu-
ell belästigt. Zeitlich ereignete sich der Vorfall etwa um 19.15 Uhr in N. (act. 18.1). 
Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 19. September 2002 führte P. aus, 
dass sie mit ihrer Freundin vor dem Haus am spielen gewesen sei. Es sei ein Per-
sonenwagen herangefahren und der Lenker habe sie herbeigerufen. Sie seien zu 
ihm gegangen. Sie sei vom Mann angesprochen worden; er habe ihr Alter wissen 
wollen. Anschliessend habe er seinen Hosenknopf und den Reissverschluss geöff-
net und sein Geschlechtsteil hervor geholt. Sie habe ihre Kollegin am Arm gepackt 
und sie seien davon gerannt. Den Täter beschrieb sie als älteren Mann, vielleicht 
50 - 60 jährig, mit kurzen, eventuell grauweissen Haaren, 3-Tage-Bart und braunen 
Augen. Er habe keine Brille getragen und gleich gesprochen wie sie. Er habe eine 
tiefe Stimme gehabt. Über die Kleidung konnte P. nichts sagen. Das Auto beschrieb 
sie als mittelgross und silbergrau. Anlässlich des Personenkonfronts vom 2. April 
2003 identifizierte sie in den zwei Durchgängen mit unterschiedlicher Aufstellung 
der sechs Vergleichspersonen zwei Mal die gleiche Person. Als Grund für die Wie-
dererkennung ist im Protokollblatt aufgeführt „Gesicht sofort wiedererkannt“ und 
„Stimme wiedererkannt“ (act. 18.5 und 18.6). Bei der identifizierten Person handelte 
es sich nicht um X..

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b) Der Vorfall O. betreffend ereignete sich am 11. November 2002 gegen 
15.00 Uhr in N.. Auf Wunsch der Mutter wurde auf eine polizeiliche Befragung von 
O., geboren 28. Dezember 1995, verzichtet. Gemäss den Angaben der Mutter habe 
ihr O. erzählt, dass sie an der T.-Strasse auf der Höhe der dortigen Bushaltestelle 
von einem unbekannten Mann angesprochen worden sei. Dieser sei in einem Auto 
gesessen und habe sie gefragt, wo sie wohne. Als sie dann nahe beim Auto gestan-
den sei, habe sie gesehen, dass der Mann sein Geschlechtsteil in der Hand gehal-
ten habe. Er habe gefragt, ob sie den „Knett“ mal anfassen wolle. Sie sei sofort nach 
Hause gegangen. Ihre Tochter habe den Täter als schlank mit grauweissen kurzen 
Haaren und 3-Tage-Bart beschrieben. Er habe Schweizerdeutsch geredet. Der 
Teint sei braun gewesen (act. 19.1). Beim Fahrzeug soll es sich um einen silberfa-
rbigen, 5- türigen (eher) Kleinwagen gehandelt haben; Marke unbekannt. Angaben 
über das mögliche Alter des Täters liegen keine vor. Anlässlich des Personenkon-
fronts vom 2. April 2003 identifizierte O. in den zwei Durchgängen mit unterschied-
licher Aufstellung der Vergleichspersonen zwei Mal die gleiche Person. Es handelt 
sich um X.. Im Protokollblatt ist nicht aufgeführt, weshalb O. X. als Täter erkannte 
(act. 19.4). 

7. Auf Grund der Akten muss es effektiv einen anderen Täter geben. Dies 
ergibt sich zum einen aus dem im Fürstentum Lichtenstein geführten Strafuntersu-
chungs- und Gerichtsverfahren und den dort gewonnenen Erkenntnissen. Zum an-
dern ist nachweislich belegt, dass sich X. zum Zeitpunkt des ersten Vorfalles, der 
gegen ihn zur Untersuchung kam und eingestellt wurde (act. 1.22), auf der Rück-
reise aus den Ferien befand. Der erste Übergriff aus der nachfolgenden Serie von 
gleichartigen Vorfällen erfolgte am 21. August 2002 um 18.00 Uhr; die fahrplanmäs-
sige Ankunft des Flugzeuges in Zürich war 21.20 Uhr (act. 6.14). X. kann in diesem 
Fall also eindeutig als Täter ausgeschlossen werden. Augenfällig ist im Weiteren, 
dass alle drei Mädchen ausführten, dass der Täter kurze, grauweisse resp. grau-
melierte Haare hatte. M. und P. bezeichneten ihn übereinstimmend als älteren 
Mann, der gleich gesprochen habe wie sie. P. und O. erwähnten zusätzlich, dass er 
einen 3-Tage-Bart gehabt habe. M. und O. gaben noch an, dass der Mann schlank 
gewesen sei. Gemäss O. hatte er einen braunen Teint. Weitere Angaben zur Person 
des Täters finden sich in den Protokollen nicht. Insgesamt sind die Beschreibungen 
der Mädchen vage (wobei dem Gericht die Schwierigkeit prägnanter Personenbe-
schreibungen durchaus bewusst ist), da sie allgemeiner Natur sind und keine be-
sonderen Merkmale mit hohem Wiedererkennungswert aufweisen. Die zu Protokoll 
gegebenen Merkmale stimmen nun in wesentlichen Punkten offensichtlich nicht mit 
den effektiven Merkmalen von X. überein. X. hatte zur Tatzeit, wie das Fotoblatt des 

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am 2. April 2003 durchgeführten Personenkonfronts zeigt, braunes bis dunkelbrau-
nes Haar. Das Gericht konnte sich anlässlich der Hauptverhandlung ferner davon 
überzeugen, dass X. einen ausgeprägten Solothurnerdialekt spricht. Augenfällig ist 
im Weiteren, dass keines der Mädchen die deutlich sichtbare Zahnfehlstellung von 
X. - wenn er der Täter gewesen wäre - angegeben hatte. Was die altersmässige 
Einordnung des Täters durch die Mädchen betrifft - X. war zur Tatzeit gegen 49 
Jahre alt - teilt das Gericht die Auffassung der Vorinstanz, dass es Kindern im Alter 
der Opfer schwer fallen dürfte, eine Person im mittleren Alter altersmässig genau 
einzuordnen. Angesichts des Alters der Mädchen - sie befanden sich im Alter von 7 
- 11 Jahren - sollten sie aber durchaus in der Lage gewesen sein, braunes oder 
dunkelbraunes Haar von grauweissem Haar zu unterscheiden. Wenn sie also den 
Täter mit grauweissem Haar beschrieben haben, kann auch davon ausgegangen 
werden, dass der Täter ergrautes und nicht braunes Haar hatte. Es ist ferner sicher 
richtig, dass nicht erwartet werden kann, dass sieben- bis zehnjährige Mädchen in 
der Lage sind, die Feinheiten der unterschiedlichen Schweizer Dialekte auseinan-
der zu halten. M. und P. haben aber ausdrücklich zu Protokoll gegeben, dass der 
Täter gleich wie sie gesprochen habe. Die Sprache respektive der Dialekt von X. 
tönt nun aber ausgesprochen anders, als in der Region gesprochen wird; er hat 
wenig bis gar nichts gemein mit der regionalen Phonetik. Es kann nicht von vorn-
herein ausgeschlossen werden, dass die 10- jährige M. und die 11-jährige P. zu-
mindest einen Unterschied zum hiesigen Dialekt bemerkt hätten. Gesamthaft be-
trachtet, lassen die aufgezeigten Ungereimtheiten in der Beschreibung des Täters 
durch die Opfer im Vergleich zu den bei X. vorhandenen Gegebenheiten Zweifel an 
dessen Täterschaft aufkommen. Es fragt sich, ob sich die nicht deckende Täterbe-
schreibung mit X. angesichts der später erfolgten Identifikation von X. durch M. und 
O. relativiert. Gemäss der Anmerkung auf dem Protokollblatt des mit M. durchge-
führten Personenkonfronts hat sie X. am „Gesicht sofort wiedererkannt“. Eine Er-
klärung dafür, warum gerade das Gesicht von X. ausschlaggebend respektive was 
am Gesicht so augenfällig war, dass der Täter allein an Hand des Gesichtes identi-
fiziert werden konnte, ist nicht angegeben. Es findet sich grundsätzlich keine Er-
klärung dafür, weshalb X. über sechs Monate nach dem Vorfall als Täter identifiziert 
wurde, nachdem die unmittelbar nach dem Vorfall abgegebene Täterbeschreibung 
bereits auf Grund der Haarfarbe nicht auf X. zutrifft. U. konnte X. an Hand des Fo-
toblattes des durchgeführten Personenkonfronts nicht identifizieren. Da ihm das Fo-
toblatt über 16 Monate nach dem Vorfall vorgelegt wurde, kann seiner Aussage - so 
oder anders - keine wesentliche Bedeutung beigemessen werden. P. identifizierte 
den Täter ebenfalls, jedoch eine andere Person als X.. Gemäss Protokollblatt soll 
P. den vermeintlichen Täter am „Gesicht sofort wiedererkannt“ und an der „Stimme 

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wiedererkannt“ haben. Auch bei ihr finden sich keine näheren Angaben darüber, 
weshalb gerade diese beiden Merkmale den Ausschlag für eine einwandfreie Iden-
tifikation gegeben haben. Zumindest kann festgestellt werden, dass ihre Identifika-
tion bezüglich Haarfarbe und Haarlänge der erkannten Person mit ihrer Täterbe-
schreibung übereinstimmt. Dem Gericht ist nicht bekannt, wer die von P. bestimmte 
Person ist. O. hatte wie M. X. als Täter identifiziert. Im Protokollblatt finden sich 
überhaupt keine Angaben darüber, weshalb von den sechs Vergleichspersonen ge-
rade X. als der Täter bezeichnet worden ist. Das Gericht erachtet dies als proble-
matisch, zumal sich auch bei O. die Täterbeschreibung punkto Haarfarbe und Dia-
lekt nicht mit der über sechs Monate später identifizierten Person deckt. Überhaupt 
muss konstatiert werden, dass die Gegenüberstellung im Ganzen nicht unproble-
matisch verlaufen ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Mädchen X. 
vorgängig gesehen hat. Als er beim Strassenverkehrsamt erschien, sollen sich dort 
eine Mutter mit ihrem Kind aufgehalten haben, die dann fliehen mussten, als sie ihn 
sahen. Es ist nicht sicher, ob es sich dabei um eine der Zeuginnen handelte, welche 
zur Wahlgegenüberstellung eingeladen worden waren (act. 17.10). Es bleibt ein ge-
wisses Unbehagen. Sodann wurde für die Durchführung des Konfronts ein Stan-
dardformular verwendet, in welchem vorgedruckt war, dass der Täter einwandfrei 
identifiziert werden konnte. Einzusetzen waren nur noch die jeweiligen Nummern 
der erkannten Person(en). Um den Beweiswert einer Gegenüberstellung zu er-
höhen, wäre es sinnvoll, die Durchführung der Konfrontation als Ganzes und die 
jeweiligen Äusserungen der Zeugen unmittelbar und detailliert zu dokumentieren. 
Zu erwarten ist ferner eine Darlegung der Zeugen, warum die von ihnen beschrie-
benen Merkmale, welche zur Identifikation geführt haben, so auffällig waren, dass 
sie zu einer zuverlässigen Identifikation ausreichten. Dies ist um so wichtiger, wenn 
- wie vorliegend - der Täter nicht an besonderen Kennzeichen, sondern an Hand 
allgemeiner Merkmale wie Haarfarbe, Statur und Sprache identifiziert wird und wenn 
die vorausgegangene Täterbeschreibung nicht deckend mit der Identifikation ist. Zu 
empfehlen ist schliesslich, dass die jüngsten Erkenntnisse hinsichtlich der Proble-
matik der Täteridentifikation im Rahmen einer Konfrontation und die daraus entwi-
ckelten Mindestanforderungen - soweit möglich - bei der Durchführung einer Ge-
genüberstellung berücksichtigt werden (vgl. zum Ganzen AJP 11/2000, Stefan Blät-
ter, N. 1374, und Jean-Pierre Garbade, N. 1375 f.; Angela Schenk, Gegenüberstel-
lung im Strafverfahren, Hamburg 2002). Hervorzuheben ist an dieser Stelle insbe-
sondere die in der Literatur abgegebene Empfehlung, dass der Zeuge vorgehend 
dahingehend informiert wird, dass sich der Täter möglicherweise nicht unter den 
vorgeführten Personen befindet. Der Zeuge steht unter einem gewissen Erwar-
tungsdruck und vielfach gehen Zeugen davon aus, der Täter sei der Polizei bereits 

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bekannt, und diese erwarte von ihm nur noch eine endgültige Bestätigung (Angela 
Schenk, a.a,O., S. 28, S. 52, S. 71). Sodann sollte bei der Gegenüberstellung die 
Bekleidung aller Testpersonen die gleiche sein. Sie müssen dieselben Schuhe, Ho-
sen und Jacken tragen. In jüngster Zeit wird schliesslich vermehrt die Auffassung 
vertreten, Gegenüberstellungen sollten sequenziell und nicht simultan erfolgen. Un-
tersuchungsergebnisse haben ergeben, dass der sequenzielle Testmodus zu signi-
fikant weniger Falsch-Identifikationen als der simultane Testmodus geführt hat, vor 
allem dann, wenn der wahre Täter nicht unter den vorgeführten Personen war. Die 
Beschreibungen des vom Täter benutzten Personenwagens - M. spricht von einem 
„grauen, nicht sehr grossem Fahrzeug“ (act. 17.5) und O. von einem „silberfarbigen 
Kleinwagen“ (act. 19.1) - könnten allenfalls auf X. als Täter hinweisen, der zwei 
graue und ein grünes Fahrzeug besass (act. 5.1). Es darf aber nicht übersehen 
werden, dass viele Fahrzeuge grau oder silbernfarbig sind. Eine Tatsache ist, dass 
X. - mit Ausnahme des erwähnten Vorfalles vom 21. August 2002 - kein Alibi vorzu-
weisen vermag. Seinem Dienstplan konnte entnommen werden, dass er zu den re-
levanten Zeitpunkten frei oder Ferien hatte (act. 5.5). Die Auswertung der durchge-
führten rückwirkenden Standortbestimmung des Natels von X. ergab sodann, dass 
er sich in den Fällen M. und O. im Antennenbereich der in W. und Y. respektive Z. 
stationierten Antennen aufgehalten hat. Aktenkundig sind schliesslich die Frequen-
tierung von Internetseiten mit kinderpornographischem Inhalt und, dass sich X. in 
der Vergangenheit (1995 und 1999) von unbekannten Frauen getragene Strumpf-
hosen an eine Postfachadresse zustellen liess.

8. Aus den Akten ergibt sich - wie oben aufgezeigt - schlüssig, dass es 
einen anderen Täter geben muss. Von den in Graubünden untersuchten 12 Fällen 
wurden deren 10 eingestellt, da eine Täterschaft von X. nicht hinreichend nachge-
wiesen werden konnte. In sieben von diesen Fällen mit ähnlicher Täterbeschreibung 
wie bei M. und O. konnten die geschädigten Kinder X. nicht als Täter identifizieren 
(vgl. 5.2). Die Personenbeschreibung, welche M. und O. abgegeben haben, ist we-
nig spezifisch und trifft punkto Haarfarbe und gesprochene Sprache nicht auf X. zu. 
Bei O. ist ferner zu beachten, dass sie weder polizeilich noch untersuchungsrichter-
lich befragt worden ist; sämtliche Informationen stammen von der Mutter. Dies er-
achtet das Gericht als problematisch. Grundsätzlich sollte in untersuchungstechni-
scher Hinsicht bei gegen Kinder und Jugendliche gerichteten Sexualdelikten wenn 
immer möglich eine professionelle Befragung erfolgen. Wie erwähnt, sind die Täter-
beschreibungen in den beiden verbliebenen Fällen ungenau und wenig markant. 
Aus ihnen kann nicht auf eine Täterschaft von X. geschlossen werden. M. und O. 
haben X. zwar als Täter identifiziert, aber deren Identifikation deckt sich bereits in 

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einem solch augenfälligen Punkt wie der Haarfarbe nicht mit der vorangegangenen 
Täterbeschreibung. Das Wiedererkennen von Verdächtigen durch Augenzeugen 
bei Wahlgegenüberstellungen unterliegt bekanntlich der Fehleranfälligkeit. Wenn 
nun im Protokoll festgehalten ist, M. habe X. „am Gesicht wiedererkannt“, reicht dies 
für eine Identifikation nicht aus. Es ist erforderlich, dass erklärt wird, weshalb das 
Gesicht so hervorstechend war, dass es für eine zuverlässige Identifikation aus-
reichte. Bei O. findet sich überhaupt keine Erklärung, weshalb sie von den sechs 
Vergleichspersonen gerade X. als Täter identifiziert hat, nachdem sie die Haare des 
Täters unmittelbar nach dem Vorfall als grauweiss beschrieben hatte. Das Gericht 
hat infolge der fehlenden Erläuterungen zur erfolgten Identifikation und angesichts 
der Diskrepanz zwischen den Personenbeschreibungen und der erfolgten Täteri-
dentifikation Zweifel an der erfolgten Täterfeststellung. Zweifel kommen auch auf, 
wenn konstatiert werden muss, dass M. und P., welche am selben Tag Opfer eines 
annähernd gleich beschriebenen Täters geworden sind, zwei völlig unterschiedliche 
Personen als Täter identifiziert haben. Eine Täterfeststellung allein aufgrund der 
Identifizierung darf nur nach sorgfältiger Abwägung erfolgen. Vorliegend sind aus-
ser der - auf Grund der aufgezeigten Überlegungen in mehrfacher Hinsicht in Frage 
zu stellenden - Identifikation keine weiteren Beweise ersichtlich, die für sich allein 
oder zusammen mit anderen Beweismitteln zwingend dafür sprechen, dass X. der 
Täter ist. Allein aus dem Umstand, dass X. wie viele andere Personen graue Fahr-
zeuge besitzt, kann nicht der Schluss gezogen werden, er sei der Täter. Das feh-
lende Alibi und der Umstand, dass sich X. nach der Standortauswertung in der Re-
gion aufgehalten haben muss, vermögen die bestehenden Zweifel an der Täter-
schaft von X. ebenfalls nicht auszuräumen. Es ist aufgezeigt worden, dass es einen 
anderen Täter geben muss. Sodann ist es plausibel, dass sich X., der seinen Wohn-
sitz in K. hat, während seiner Freizeit in Graubünden aufhält. Aus dem fehlenden 
Alibi und dem nachgewiesenen Aufenthalt in Graubünden kann nicht zwingend auf 
eine Täterschaft von X. geschlossen werden. Die theoretische Möglichkeit genügt 
nicht; es müsste eine konkrete Verbindung geben, welche eine bestehende Indizi-
enkette verdichten würde. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Es bleiben der Konsum 
von kinderpornographischen Internetseiten - die diesbezüglichen Beteuerungen von 
X., er sei zufällig darauf gestossen, sind wenig glaubhaft - sowie die „Strumpfho-
sengeschichte“. Diese Umstände können nicht in direkten Zusammenhang mit den 
X. vorgehaltenen Taten gebracht werden, weshalb auch daraus keine Überzeugung 
für seine Täterschaft gewonnen werden kann. Das Gericht ist der Auffassung, dass 
zu viele Ungereimtheiten und wenige Übereinstimmungen bestehen, als dass mit 
genügender Sicherheit auf die Täterschaft von X. geschlossen werden könnte. Auch 
Indizien, die allenfalls für die Täterschaft von X. sprechen könnten, sind in ihrer Ge-

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samtheit zu wenig gewichtig und zwingend, als dass sie die bestehenden erhebli-
chen Zweifel zu beseitigen vermögen. Entsprechend ist die Berufung gutzuheissen, 
das angefochtene Urteil aufzuheben und X. von der Anklage der sexuellen Hand-
lungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie des unvollendeten Versuchs 
dazu gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB freizuspre-
chen.

9. Nach Art. 160 Abs. 3 StPO entscheidet das Gericht über die Kosten-
verteilung zwischen dem Einleger, dem Staat und der ersten Instanz, wenn ein 
Rechtsmittel gutgeheissen wird. Die Rechtsmittelinstanz kann dem Verteidiger eine 
aussergerichtliche Entschädigung zusprechen (Art. 160 abs. 4 StPO).

Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Untersuchungskosten der 
Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 7'014.-- zu Lasten des Kantons Graubün-
den, welcher X. für das Untersuchungsverfahren mit Fr. 12'000.-- zu entschädigen 
hat. Die Kosten des Bezirksgerichts Hinterrhein von Fr. 3'600.-- gehen zu Lasten 
des Bezirks Hinterrhein, welcher X. für das Verfahren vor dem Bezirksgericht Hin-
terrhein mit Fr. 4'604.80 zu entschädigen hat. Für das Berufungsverfahren werden 
keine Kosten erhoben. Der Kanton Graubünden hat X. für das Berufungsverfahren 
mit Fr. 4'000.-- zu entschädigen. Die Kosten der Polizeihaft gehen zu Lasten des 
Kantons Graubünden.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird gutgeheissen und das angefochtene Urteil wird aufgeho-
ben.

2. X. wird von der Anklage der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 
187 Ziff. 1 StGB sowie des unvollendeten Versuchs dazu gemäss Art. 187 
Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB freigesprochen.

3. a) Die Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 
7'014.-- gehen zu Lasten des Kantons Graubünden, welcher X. für das Un-
tersuchungsverfahren mit Fr. 12'000.-- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu 
entschädigen hat.

b) Die Kosten des Bezirksgerichts Hinterrhein von Fr. 3'600.-- gehen zu Las-
ten des Bezirks Hinterrhein, welcher X. für das Verfahren vor dem Bezirks-
gericht Hinterrhein mit Fr. 4'604.80 (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu ent-
schädigen hat.

4. Für das Berufungsverfahren werden keine Kosten erhoben. Der Kanton 
Graubünden hat X. für das Berufungsverfahren mit Fr. 4'000.-- (einschliess-
lich Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

5. Die Kosten der Polizeihaft gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

6. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

7. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Die Aktuarin ad hoc:

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