# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b34150a-3b9d-5f3b-b3e1-c5c0f9552530
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-07-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.07.2017 F-1170/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1170-2016_2017-07-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1170/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  J u l i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 

Richter Martin Kayser, Richter Antonio Imoberdorf,    

Gerichtsschreiber Daniel Brand. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,   

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken in Bezug auf 

B._______. 

 

 

 

F-1170/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 25. November 2015 beantragte B._______ (Staatsangehöriger von Ka-

merun, geb. 1980, im Folgenden: Gesuchsteller/Eingeladener) bei der 

Schweizerischen Botschaft in Yaoundé für sich und seinen Sohn 

C._______ (geb. 2012) ein Schengen-Visum für die Dauer von 90 Tagen. 

Als Zweck der beabsichtigten Reise gab er an, die im Kanton Zürich wohn-

hafte Schweizer Bürgerin A._______ (geb. 1950, im Folgenden: Gastge-

berin bzw. Beschwerdeführerin) und deren aus Kamerun stammenden 

Ehemann D._______ (geb. 1957) besuchen zu wollen. Bereits am 5. No-

vember 2015 hatte sich die Gastgeberin mit einem entsprechenden Einla-

dungsschreiben an die Schweizer Botschaft gewandt. 

B.  

Mit separaten Formularentscheiden vom 26. November 2015 lehnte es die 

Schweizer Vertretung in Yaoundé ab, die gewünschten Visa auszustellen. 

Sie begründete ihre Haltung mit der ihrer Auffassung nach fehlenden Ge-

währ für die fristgerechte Wiederausreise der Eingeladenen aus dem 

Schengen-Raum nach Ablauf des Visums.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Gastgeberin mit Eingabe vom 8. De-

zember 2015 Einsprache. 

C.  

Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich bei der Gastgeberin er-

gänzende Auskünfte eingeholt und an das SEM weitergeleitet hatte, wies 

die Vorinstanz die Einsprache mit Verfügung vom 5. Februar 2016 ab. Da-

bei teilte sie die Einschätzung der schweizerischen Auslandvertretung, wo-

nach die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise des Gesuchstel-

lers und seines Sohnes nach einem Besuchsaufenthalt nicht als hinrei-

chend gesichert betrachtet werden könne. Diese stammten aus einem 

Land, aus welchem als Folge der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse 

ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. Da der Einge-

ladene beabsichtige, zusammen mit seinem einzigen Sohn in die Schweiz 

zu reisen, oblägen ihm im Heimatland keine weiteren familiären Verant-

wortlichkeiten, die besondere Gewähr für die Wiederausreise nach einem 

Besuchsaufenthalt bieten könnten. Auch wenn der Gesuchsteller seinen 

Angaben zufolge einer Erwerbstätigkeit nachgehe, könnte ihn dies im Hin-

blick auf das wirtschaftliche Umfeld und den schlechten sozialen Absiche-

rungen im Heimatland auch nicht davon abhalten, ins Ausland zu emigrie-

ren.  

F-1170/2016 

Seite 3 

D.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 24. Februar 2016 beantragt die Beschwerde-

führerin beim Bundesverwaltungsgericht sinngemäss die Aufhebung der 

vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung des gewünschten Besucher-

visums an den Gesuchsteller. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen 

vor, nach Rücksprache mit den Betroffenen werde nicht nur auf eine mehr-

fache Einreise verzichtet, sondern auch auf die Erteilung eines Visums zu-

gunsten von C._______. Dieser besuche inzwischen den Kindergarten und 

werde während des 90-tägigen Besuchsaufenthaltes seines Vaters in der 

Schweiz bei seiner Tante zurückbleiben. Der Eingeladene sei als ältester 

Sohn auch verantwortlich für seinen kränkelnden Vater und kümmere sich 

um ihn wie auch um seine zwei Brüder. Sie selber sei sehr verbunden mit 

Kamerun, da ihr Ehemann, mit welchem sie seit 2001 verheiratet sei, aus 

diesem Land stamme. Seit ihrer Frühpensionierung verbringe sie mehrere 

Monate pro Jahr in Kamerun, wo sie eine Aufenthaltsbewilligung und zwei 

Wohnhäuser in Yaoundé besitze. Ihr Gast betreibe dort eine Einzel-Firma, 

sei quasi ihr Angestellter mit regelmässigem Salär, und kümmere sich um 

ihre Häuser, welche er überwache, instand halte, renoviere und "verbes-

sere". Es liege ihr viel daran, dass sich der Eingeladene in der Schweiz 

noch besser informieren könne über den schweizerischen Standard von 

Immobilien. Nach Ende seines Besuchsaufenthaltes in der Schweiz werde 

sie ihren Gast in sein Heimatland zurückbegleiten.  

Der Eingabe waren unter anderem eine Kopie der "Carte de Résident" der 

Beschwerdeführerin sowie zwei kamerunische Grundbuchauszüge beige-

legt. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 22. April 2016 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde. 

F.  

In ihrer Replik vom 2. Mai 2016 hält die Beschwerdeführerin an ihrem An-

trag und dessen Begründung vollumfänglich fest. In diesem Zusammen-

hang wirft sie der Vorinstanz vor, dem Umstand keine Rechnung getragen 

zu haben, dass nunmehr der Gesuchsteller alleine in die Schweiz kommen 

möchte und während dieser Zeit seinen Sohn im Heimatland zurücklassen 

werde. Im Weitern sei es für sie schwierig zu verstehen, dass sie bei ihren 

mittlerweile acht Reisen nach Kamerun von den dortigen Behörden stets 

"nett aufgenommen" worden sei, ihr eigenes Heimatland aber ein Visum 

F-1170/2016 

Seite 4 

für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt eines Freundes und Angestell-

ten nicht ausstellen wolle.  

G.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer in Art. 33 VGG aufge-

führten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des 

SEM, mit denen die Erteilung eines Schengen-Visums zu Besuchszwe-

cken verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet 

sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG 

(Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-

schwerde berechtigt. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).  

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage 

zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

F-1170/2016 

Seite 5 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eines kamerunischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen 90-tägigen Aufent-

halt in der Schweiz zugrunde. Da sich der Gesuchsteller nicht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beab-

sichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende 

Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der 

Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schen-

gen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechts-

akte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und seine 

Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als die 

Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen 

enthalten (Art. 2 Abs. 2 – 5 AuG).  

4.  

Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im 

Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 

4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht verpflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu 

gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich 

bei der Visumserteilung um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft 

zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 

2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 m.H.; BVGE 2014/1 E. 4.1). Das 

Schengen-Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, 

als es einheitliche Voraussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und 

die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, 

wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind (vgl. Art. 2 der Verordnung vom 

22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 

142.204] i.V.m. Art. 6 und Art. 14 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen 

Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen 

[Schengener Grenzkodex] [kodifizierte Fassung] ABl. L 77 vom 23. März 

2016 [nachfolgend: SGK] sowie Art. 12 Abs. 1 und 2 VEV). Demgegenüber 

hat die Behörde ein Visum zu erteilen, wenn die Einreisevoraussetzungen 

vorliegen, wobei ihr bei deren Beurteilung – unter Berücksichtigung der 

Grundsätze rechtsstaatlichen Handelns, namentlich der Rechtsgleichheit 

und Willkürfreiheit – ein weiter Beurteilungsspielraum zukommt (eingehend 

zur Auslegung von Art. 12 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 VEV und Art. 6 SGK: BVGE 

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Seite 6 

2014/1 E. 4.1.4 und 4.1.5). Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum ver-

mittelt auch das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5 m.H.). 

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen in den Schengen-Raum für einen Aufent-

halt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen ein-

reisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedokumente sind, die zum Grenz-

übertritt berechtigen (Art. 2 Abs. 1 und Art. 17 VEV i.V.m. Art. 6 Abs. 1 Bst. a 

SGK). Ferner benötigen sie ein Visum, sofern ein solches nach Massgabe 

des Anhangs I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 

15. März 2001 (ABl. L 81/1 vom 21. März 2001 [nachfolgend: Anhang I EG 

Nr. 539/2001]; vgl. für den vollständigen Nachweis die Fussnote zu Art. 4 

Abs. 1 VEV) erforderlich ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, 

die Inhaber eines gültigen Aufenthaltstitels sind oder über ein gültiges Vi-

sum für den längerfristigen Aufenthalt verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a 

AuG, Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 6 Abs. 1 Bst. b SGK). 

4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um-

stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei-

chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 

und 2 VEV, Art. 6 Abs. 1 Bst. c sowie Abs. 3 und Abs. 4 SGK, Art. 14 Abs. 1 

Bst. a - c der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft 

[Visakodex]). Insbesondere ist eine fristgerechte Wiederausreise zu ge-

währleisten und es sind Angaben vorzulegen, mittels derer die Absicht des 

Verlassens des Schengen-Raums vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des be-

antragten Visums beurteilt werden kann (Art. 5 Abs. 2 AuG, Art. 14 Abs. 1 

Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex; vgl. dazu EGLI/MEYER, in: Ca-

roni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesge-

setz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 5 N. 33). Des 

Weiteren dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informations-

system (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine 

Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche 

Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats dar-

stellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 6 Abs. 1 Bst. d und e SGK).  

4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 

Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige 

Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristge-

recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI/MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; fer-

ner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 11. Ja-

nuar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben bei der Prüfung der Einreisevor-

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Seite 7 

aussetzungen und der Risikobewertung demzufolge insbesondere zu be-

urteilen, ob die Gefahr einer rechtswidrigen Einwanderung besteht, ob die 

gesuchstellende Person eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-

nung darstellt und ob sie für die gesicherte Wiederausreise ausreichend 

Gewähr bietet (vgl. Art. 21 Abs. 1 und 3 Visakodex; vgl. BVGE 2014/1 

E. 4.4 m.w.H.).  

4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen nicht erfüllt, darf ein 

für den gesamten Schengen-Raum geltendes "einheitliches Visum" (Art. 2 

Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 Abs. 2 VEV, Art. 32 Visako-

dex). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, aus Grün-

den des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtun-

gen für erforderlich, so ist er berechtigt, der drittstaatsangehörigen Person, 

welche die ordentlichen Einreisevoraussetzungen nicht erfüllt, ausnahms-

weise die Einreise in sein Hoheitsgebiet zu gestatten (Art. 6 Abs. 5 Bst. c 

SGK, Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; vgl. zum "Visum mit räumlich be-

schränkter Gültigkeit" Art. 2 Ziff. 4 Visakodex).  

5.  

5.1 Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung des beantragten Schengen-

Visums mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wieder-

ausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert. 

5.2 Wie oben erwähnt, unterliegt der Gesuchsteller als Staatsangehöriger 

von Kamerun der Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung [EG] 

Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001). Bei der Prüfung der Einrei-

sevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK stehen die Fragen nach dem 

Zweck des geplanten Aufenthalts und nach der gesicherten Wiederaus-

reise im Vordergrund. Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten 

Feststellungen, sondern nur Prognosen treffen. Dabei sind alle Umstände 

des konkreten Einzelfalles zu würdigen.  

5.3 Anhaltspunkte zur Beurteilung einer Gewähr für die fristgerechte und 

anstandslose Wiederausreise können sich zunächst aus der allgemeinen 

Situation im Herkunftsland bzw. in der Herkunftsregion der Besucherin       

oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bür-

gern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichs-

weise ungünstigen Verhältnissen können ein Indiz dafür sein, dass die per-

sönliche Interessenlage nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befris-

teten Einreisebewilligung in Einklang steht (vgl. Urteil des BVGer 

F-2547/2016 vom 31. August 2016 E. 6.2). 

F-1170/2016 

Seite 8 

5.4 Kamerun gilt als führende Handels- und Wirtschaftsmacht unter den 

Staaten der zentralafrikanischen Regionalorganisation (CEMAC). Trotz-

dem ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor prekär. Die Arbeitslosigkeit ist 

hoch, und ein grosser Teil der Bevölkerung lebt unterhalb der Armuts-

grenze (rund 40 %). Das derzeitige Wirtschaftswachstum ist zu niedrig, um 

Arbeitsplätze in grösserem Umfang zu schaffen und die Armutsrate nach-

haltig zu senken. Der "Human Development Index" des Entwicklungspro-

gramms der Vereinten Nationen (UNDP) stuft Kamerun 2015 lediglich auf 

Position 153 von 188 Ländern ein. Zu dieser schwierigen wirtschaftlichen 

Situation kommt hinzu, dass die Stabilität des Landes durch verschiedene 

interne Faktoren gefährdet ist. Dazu gehören insbesondere die unsichere 

Sicherheits- und Rechtslage sowie die weit verbreitete Korruption (vgl. im 

Internet: www.eda.admin.ch > Vertretungen und Reisehinweise > Kamerun 

> Reisehinweise, Stand: 24. März 2017; www.auswaertiges-amt.de > 

Reise & Sicherheit > Reise- und Sicherheitshinweise > Kamerun > Wirt-

schaft, Stand: März 2017; www.cia.gov > Library > The World Factbook > 

Cameroon, Stand: 15. Juni 2017; alle Webseiten besucht im Juni 2017). 

Vor diesem Hintergrund besteht vielfach der Wunsch zur Auswanderung, 

welcher sich besonders stark bei jüngeren und ungebundenen Personen 

manifestiert. Ein im Ausland bereits bestehendes, minimales soziales Be-

ziehungsnetz aus Verwandten oder Freunden ist zudem ein wichtiges Ele-

ment, das den Entscheid auszuwandern, erleichtern kann. Angesichts der 

restriktiven Zulassungsregelung werden dabei nicht selten ausländerrecht-

liche Bestimmungen umgangen, indem – einmal eingereist – versucht wird, 

den Aufenthalt auf eine ganz andere rechtliche oder faktische Basis zu stel-

len und sich so der Pflicht zur Wiederausreise zu entziehen. Solche Um-

stände und Erfahrungen sind beim Entscheid über die Erteilung eines Vi-

sums mit zu berücksichtigen. 

5.5 Bei der Risikoanalyse sind jedoch nicht nur die allgemeinen Umstände 

und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten 

Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer gesuchstellenden Person im 

Heimat- oder Herkunftsland beispielsweise eine besondere berufliche, ge-

sellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durch-

aus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. An-

dererseits muss bei Personen, die in ihrer Heimat beziehungsweise in ih-

rem Herkunftsland keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko 

eines ausländerrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach einer be-

willigten Einreise als hoch eingeschätzt werden. 

F-1170/2016 

Seite 9 

6.  

6.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen knapp 37-jährigen, un-

verheirateten Mann und Vater eines mittlerweile fünfjährigen Kindes, wel-

ches mit ihm in Hausgemeinschaft lebt. Nachdem ursprünglich bei der 

Schweizervertretung in Yaoundé Visaanträge für Vater und Sohn gestellt 

worden sind, wird auf Beschwerdeebene eine Einreisebewilligung nur noch 

für den Gesuchsteller allein beantragt und darauf hingewiesen, der minder-

jährige Sohn werde im Heimatland zurückgelassen, wo er während der Ab-

wesenheit seines Vaters von seiner Tante betreut werde.  

Als (allein erziehender) Vater seines Sohnes dürfte der Gesuchsteller 

durchaus familiäre Verpflichtungen im Heimatland haben. Das Zurücklas-

sen (minderjähriger) Kinder bildet für sich allein aber noch keine Garantie 

für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach einem Be-

suchsaufenthalt. Die Erfahrung zeigt, dass es in aller Regel vielmehr die 

individuell herrschenden wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse sind, 

die letztlich über Rückkehr oder Verbleib im Ausland entscheiden. Dass 

eine Familie vorübergehend getrennt wird, wird je nach Interessenlage in 

Kauf genommen. Dies umso eher, wenn – wie von der Beschwerdeführerin 

geltend gemacht – die Betreuung des Kindes durch eine nahe Angehörige 

– in casu dessen Tante – sichergestellt werden kann und die rechtliche 

Möglichkeit besteht, dieses Kind, für welches der Gesuchsteller die elterli-

che Sorge und Obhut innehat, später nachziehen zu können (vgl. Urteil des 

BVGer C-2552/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 6.1 m.H.). Angesichts des 

vorgesehenen gleich mehrmonatigen Besuchsaufenthaltes in der Schweiz 

gilt es ebenfalls den Hinweis der Beschwerdeführerin, der Eingeladene sei 

als ältester Sohn auch verantwortlich für seinen kränkelnden Vater und 

kümmere sich um seine zwei Brüder, zu relativieren.  

6.2 Die wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen sich der Eingeladene befin-

det, lassen ebenfalls nicht auf eine günstige Prognose bezüglich einer ge-

sicherten Wiederausreise schliessen. Der Gesuchsteller wies gegenüber 

der Schweizervertretung darauf hin, dass er selbständig erwerbstätig sei 

(vgl. Ziff. 20 des Einreisegesuches). Im vorinstanzlichen Verfahren machte 

die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang geltend, ihr Gast be-

treibe eine Einzelfirma, sei quasi ihr Angestellter mit regelmässigem Salär, 

welcher ihre beiden Häuser in Kamerun verwalte, überwache, instand halte 

und renoviere. Nebenbei führe er noch Arbeiten und Transporte mit seinem 

Auto für andere Leute aus. Entsprechende Einkommensbelege oder wei-

tere Unterlagen, mit denen sich zuverlässige Rückschlüsse auf die wirt-

schaftlichen Verhältnisse des Eingeladenen ziehen lassen, wurden von 

F-1170/2016 

Seite 10 

den Betroffenen jedoch nicht vorgelegt. Aufgrund der Akten kann jedenfalls 

nicht als erstellt gelten, der Gesuchsteller lebe in wirtschaftlich günstigen 

oder privilegierten Verhältnissen, welche ihn verlässlich von einer Emigra-

tion abzuhalten vermöchten, zumal sämtliche mit dem Besuchsaufenthalt 

verbundene Kosten nicht von ihm selber, sondern vollumfänglich von den 

Gastgebern übernommen würden (vgl. Ziff. 33 des Einreisegesuches). Vor 

diesem Hintergrund müssen die Beteuerungen auf Beschwerdeebene, wo-

nach genügend Garantien für eine fristgerechte Wiederausreise vorhanden 

seien, als nicht ausschlaggebend bezeichnet werden. Dies umso weniger, 

als die von der Schweizervertretung geäusserten Zweifel am Aufenthalts-

zweck, die von der Beschwerdeführerin im Verlaufe des Verfahrens nicht 

ausgeräumt werden konnten, als durchaus begründet erscheinen. 

6.3 Vor dem dargelegten allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte 

die Vorinstanz demnach willkürfrei davon ausgehen, die Wiederausreise 

des Eingeladenen sei im Sinne der massgeblichen Bestimmungen nicht 

gesichert. An der Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache 

nichts, dass die Beschwerdeführerin, die gemäss den eingereichten Unter-

lagen fraglos über einen guten Leumund verfügt, die in Art. 7 Abs. 1 VEV 

geregelte Verpflichtungserklärung abgegeben und damit ihr Vertrauen in 

ein rechtskonformes Verhalten ihres Gastes zum Ausdruck gebracht hat. 

Bei der Risikobeurteilung ist in erster Linie das mögliche Verhalten des 

Gastes selbst von Bedeutung. Gastgeber können mit rechtlich verbindli-

cher Wirkung zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit 

dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes Tun oder Unterlas-

sen ihres Gastes einstehen (vgl. in diesem Zusammenhang auch BVGE 

2009/27 E. 9). Aus dem gleichen Grund kann auch nicht entscheidend sein, 

dass die Gastgeber vor einigen Jahren bereits mehrmals Gäste aus dem 

Familien- bzw. Verwandtenkreis des Ehemannes der Beschwerdeführerin 

(Mutter/Schwiegermutter sowie eine Cousine mit ihrer Tochter) aus Kame-

run zu sich in die Schweiz eingeladen haben, welche fristgerecht wieder in 

ihr Heimatland zurückgekehrt sind, lässt doch auch dieser Umstand keine 

Rückschlüsse auf ein zukünftiges Verhalten des Gesuchstellers selbst zu 

(vgl. Urteil des BVGer C-7715/2015 vom 28. April 2016 E. 6.3 m.H.). 

Kommt hinzu, dass jedes Einreisegesuch nach Massgabe seiner spezifi-

schen Gegebenheiten einzelfallweise zu beurteilen ist (vgl. etwa Urteile 

des BVGer C-6790/2013 vom 13. Mai 2015 E. 6.4 m.H. sowie C-441/2015 

vom 12. Mai 2015 E. 6.4.3).  

Der (durchaus verständliche) Wunsch der Beschwerdeführerin, einem 

langjährigen Bekannten aus dem Heimatland ihres Ehemannes ihr Le- 

F-1170/2016 

Seite 11 

bensumfeld in der Schweiz zeigen zu können und ihn vor Ort mit den 

schweizerischen Standards für Immobilien vertraut zu machen, hat nach 

dem Gesagten in den Hintergrund zu treten. Als Schweizerbürgerin und 

Inhaberin einer kamerunischen Aufenthaltserlaubnis steht ihr weiterhin die 

Möglichkeit offen, den Gesuchsteller in dessen Heimatland zu besuchen. 

6.4 Mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose Wiederausreise ist 

eine zwingende Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen-Visums nicht 

erfüllt. Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter 

Gültigkeit (vgl. dazu E. 4.5) wurden von den Beteiligten zu Recht nicht gel-

tend gemacht und solche sind auch nicht ersichtlich.  

7.  

Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist da-

her abzuweisen. 

8.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Be-

schwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-1170/2016 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.- werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Sie sind durch den am 18. März 2016 geleisteten Kostenvorschuss 

gleicher Höhe gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] + […] zurück) 

– das Migrationsamt des Kantons Zürich (ad ZH […]) 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Marianne Teuscher Daniel Brand 

 

 

 

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