# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bda912f1-f79a-5659-9cf3-80a1914cc341
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.09.2025 UE240104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE240104_2025-09-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE240104-O/U/HEI

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident i. V., die Oberrichterinnen 

lic. iur. A. Meier und lic. iur. C. Gerwig sowie Gerichtsschreiber 

lic. iur. S. Betschmann

Verfügung und Beschluss vom 16. September 2025

in Sachen

A._____, 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____

gegen

1. B._____, 
2. Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Beschwerdegegner

1 verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw Y._____

betreffend Einstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft I des 
Kantons Zürich vom 19. März 2024

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Erwägungen:

1. 

1.1. Am 25. Juni 2022 rapportierte die Stadtpolizei Zürich gegen A._____ (Be-
schwerdeführer) wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Beschimp-

fung. Ihm wurde vorgeworfen, anlässlich einer tätlichen Auseinandersetzung am 

gleichen Tag auf der Laderampe im C._____-Markt, D._____-strasse 1, ... Zürich, 

den Geschädigten B._____ (Beschwerdegegner) mit einem Messer verletzt zu 

haben, bevor er durch E._____ und F._____ vom Geschädigten getrennt worden 

sei (vgl. Urk. 17/1/1). Am 19. März 2024 erhob die Staatsanwaltschaft I des Kan-

tons Zürich Anklage gegen den Beschwerdeführer wegen versuchter Tötung, ver-

suchter schwerer Körperverletzung, Raufhandel und Beschimpfung (Urk. 17/27/

1), stellte die Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner ein (Urk. 17/27/5) 

und nahm eine Untersuchung gegen E._____ nicht an Hand (Urk. 17/27/6).

1.2. Gegen die der amtlichen Verteidigung am 28. März 2024 zugegangene Ein-
stellungsverfügung (Sendungsnummer der Post: 2 [Urk. 17/27/7]) liess der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 5. April 2024 innert Frist Beschwerde erheben 

und die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Weiterführung der 

Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner beantragen (Urk. 2). Diesem – 

vorliegenden – Beschwerdeverfahren wurde die Geschäfts-Nr. UE240104-O zu-

geteilt.

1.3. Gegen die der amtlichen Verteidigung ebenfalls am 28. März 2024 zugegan-
gene Nichtanhandnahmeverfügung gegen E._____ (Sendungsnummer der Post: 

2 [Urk. 17/27/7]) liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. April 2024 eben-

falls innert Frist Beschwerde erheben und die Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung beantragen. Jenem Beschwerdeverfahren wurde die Geschäfts-

Nr. UE240102-O zugeteilt.

1.4. Mit Präsidialverfügung vom 9. April 2024 wurde dem Beschwerdeführer eine 
Prozesskaution von einstweilen 2200 Franken auferlegt (Urk. 5). Mit Eingabe vom 

22. April 2024 liess der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen 

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Prozessführung sowie Rechtsverbeiständung ersuchen, eventualiter um Erstre-

ckung der Frist zur Bezahlung der Prozesskaution. Ausserdem ersuchte er 

darum, das vorliegende Verfahren mit dem Beschwerdeverfahren UE240102-O 

zu vereinen (Urk. 11). Mit Präsidialverfügung vom 24. April 2024 wurde einstwei-

len von der Erhebung der Prozesskaution abgesehen (Urk. 14).

1.5. Mit Schreiben vom 4. Juli 2024 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass das für 
die Beurteilung der Anklage gegen den Beschwerdeführer zuständige Bezirksge-

richt Zürich, 8. Abteilung, sein Verfahren bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen 

Entscheids in den Verfahren UE240102-O und UE240104-O sistiert habe 

(Urk. 18).

1.6. Mit Verfügung vom 21. Mai 2025 wurden der Staatsanwaltschaft sowie dem 
Beschwerdegegner Frist zur (freigestellten) Stellungnahme zur Beschwerde ange-

setzt (Urk. 19). Die Staatsanwaltschaft reichte am 2. Juni 2025 ihre Vernehmlas-

sung ein (Urk. 24). Mit Verfügung vom 13. Juni 2025 wurde das Gesuch um Be-

stellung einer amtlichen Verteidigung des Beschwerdegegners abgewiesen 

(Urk. 27). Der Beschwerdegegner liess sich in der Folge nicht mehr vernehmen 

(vgl. Urk. 26).

1.7. Am 17. Juli 2025 reichte der Beschwerdeführer unter Festhaltung an seinen 
Anträgen seine Stellungnahme ein (Urk. 31).

1.8. Infolge einer internen Reorganisation der Kammer (zufolge hoher Geschäfts-
last) wird vorliegender Beschwerdeentscheid (in Anwendung von § 12 der Verord-

nung über die Organisation des Obergerichts und entgegen der ursprünglichen 

Ankündigung, vgl. Urk. 5 S. 3) unter Mitwirkung einer Stellvertretung des Kam-

merpräsidenten gefällt.

2. Angefochten ist eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Dagegen 
ist die Beschwerde des Privatklägers (Urk. 3/3) beim Obergericht grundsätzlich 

zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO und § 49 GOG). Der Beschwerdeführer, der 

sich vom Beschwerdegegner angegriffen erachtet, ist als in diesem Sinne Ge-

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schädigter beschwerdelegitimiert. Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben 

zu keinen Bemerkungen Anlass.

3. 

3.1. Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, bereits aus den Untersuchungsakten 
gehe hervor, dass die beim hiesigen Gericht hängigen Beschwerdeverfahren 

UE240102-O und UE240104-O in einem engen sachlichen Konnex stünden. So-

wohl die angefochtene Nichtanhandnahmeverfügung als auch die angefochtene 

Einstellungsverfügung seien aus dem von der Staatsanwaltschaft geführten Ver-

fahren ... [Verfahrensnummer] hervorgegangen und würden sich mit den strafba-

ren Handlungen im Zusammenhang mit der tätlichen Auseinandersetzung vom 

25. Juni 2022 befassen (Urk. 11 Rz. 13–16).

3.2. Eine Verfahrensvereinigung kommt in Betracht, wenn sachliche Gründe dafür 
sprechen (Art. 30 StPO). 

Den beiden Beschwerdeverfahren UE240102-O und UE240104-O liegen zwei 

verschiedene Anfechtungsobjekte betreffend zwei verschiedene Beschuldigte 

bzw. Beschwerdegegner zugrunde. Eine Verfahrensvereinigung erscheint nicht 

zweckmässig, da beide Verfahren unabhängig voneinander beurteilt werden kön-

nen. Der Antrag auf Verfahrensvereinigung ist demnach abzuweisen.

4. Der Beschwerde liegt folgender Sachverhalt zu Grunde: Am 25. Juni 2022, ca. 
01.56 Uhr, sei es auf der Laderampe im C._____-Markt, D._____-strasse 1, ... 

Zürich, zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung zwischen zwei vor Ort ar-

beitenden Männern, dem Beschwerdeführer sowie dem Beschwerdegegner, ge-

kommen. E._____ und F._____ seien zum Geschehen hinzugetreten und hätten 

sich zwischen die beiden Streitenden gestellt. Nach einem ersten Schlag seitens 

des Beschwerdegegners in das Gesicht des Beschwerdeführers sei die Auseinan-

dersetzung körperlich geworden, wobei sich die beiden gegenseitig geschubst 

hätten und der Beschwerdeführer schliesslich den Beschwerdegegner ebenfalls 

ins Gesicht geschlagen habe. Der Beschwerdeführer sei sodann davongerannt, 

gefolgt von F._____ und B._____. Der Beschwerdeführer habe schliesslich ein 

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Klappmesser behändigt, welches er für die Arbeit jeweils auf sich trage und habe 

sich gegen die ihm nachrennenden Personen umgedreht, wobei er das geöffnete 

Messer mit der Klinge in seiner rechten Faust gehalten habe. Der Beschwerde-

gegner habe den Beschwerdeführer mit dem rechten Fuss frontal gegen die 

rechte Hüfte getreten. Der Beschwerdeführer habe diesen sodann am T-Shirtkra-

gen gepackt und mit dem Messer im Gesicht verletzt. Währenddessen habe 

F._____ den Beschwerdeführer mit einem Tritt und einem Faustschlag gegen den 

Rücken im linken Schulterbereich traktiert. Durch das Einwirken des Beschwerde-

gegners sei der Beschwerdeführer schliesslich rückwärts auf eine Palette gefal-

len. Der Beschwerdegegner habe sich dabei über diesen gebeugt und mit der 

rechten Faust gegen seinen Körper geschlagen. Der Beschwerdeführer habe 

hierbei auf dem Rücken liegend mit seinem Messer in der rechten Hand gegen 

den Bauch des Beschwerdegegners gefuchtelt oder gestochen und diesem so 

weitere Verletzungen zugefügt. Sowohl der Beschwerdegegner als auch F._____ 

hätten je mindestens drei Mal mit den Füssen gegen den Beschwerdeführer ge-

treten. E._____ soll sich währenddessen zwischen den Beschwerdeführer und 

den Beschwerdegegner gestellt und versucht haben, den Beschwerdegegner mit 

seinen Armen auf Distanz zum Beschwerdeführer zu halten. Dies sei ihm 

schliesslich auch gelungen. Als sich der Beschwerdeführer wieder aufgerichtet 

habe, habe er E._____ von sich weggestossen und sei wieder auf den Beschwer-

degegner zugegangen, wobei dieser ihn erneut zu treten und zu schlagen ver-

sucht habe. E._____ habe wiederum versucht, den Beschwerdeführer und den 

Beschwerdegegner mit ausgestreckten Armen voneinander abzuhalten, während 

F._____ erneut gegen den Beschwerdeführer getreten habe. Es sei E._____ 

schliesslich gelungen, den Beschwerdeführer vom Beschwerdegegner abzubrin-

gen. Der Beschwerdegegner habe aufgrund des Messereinsatzes des Beschwer-

deführers einen kleinen Leberriss (Leberlazeration) erlitten, welcher habe notope-

riert werden müssen, eine circa 6 cm lange Hautdurchtrennung an der linken Un-

terarmaussenseite sowie an der linken Nasenspitze eine circa 1,5 cm lange Haut-

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durchtrennung. Der Beschwerdeführer habe einen Labrum-Riss in der rechten 

Schulter erlitten (vgl. Urk. 17/27/5).

5.  

5.1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, 
den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass 

das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks 

steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere 

hat sie diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falles Wesentli-

ches beizutragen vermögen. Sie ist aber nicht verpflichtet, alle erdenklichen Er-

mittlungshandlungen vorzunehmen. Nach Beendigung des Untersuchungsverfah-

rens entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage 

zu erheben oder das Verfahren einzustellen sei (Art. 318 StPO). Gemäss Art. 319 

Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständige oder teilweise Einstel-

lung des Verfahrens, wenn: a) kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 

rechtfertigt; b) kein Straftatbestand erfüllt ist; c) Rechtfertigungsgründe einen 

Straftatbestand unanwendbar machen; d) Prozessvoraussetzungen definitiv nicht 

erfüllt werden können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind; e) nach gesetzli-

cher Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann.

5.2. Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO i. V. m. Art. 8 Abs. 1 StPO i. V. m. Art. 54 
StGB kann eine Strafuntersuchung eingestellt werden, wenn der Täter durch die 

unmittelbaren Folgen seiner Tat so schwer betroffen ist, dass eine Strafe unange-

messen wäre. Vorausgesetzt ist eine unmittelbare Betroffenheit. Es geht um die 

direkt durch die Tat bewirkten, den Täter treffenden Folgen. Unmittelbare Betrof-

fenheit kann namentlich zutreffen, wenn der Täter bei der Ausführung der Tat, 

durch die Reaktion des Opfers oder durch andere direkte Tatfolgen selber massiv 

geschädigt wurde. Die Unangemessenheit einer Strafe hängt einerseits von der 

Schwere der Betroffenheit des Täters ab. Die unmittelbaren Folgen müssen 

schwer genug wiegen, um das Strafbedürfnis entfallen zu lassen. Sie müssen den 

Rahmen des Üblichen deutlich sprengen. Die Selbstschädigung muss so schwer 

sein, dass eine Strafe ganz unangemessen wäre. Zudem hängt der Entscheid 

über die Unangemessenheit der Strafe wesentlich vom Verschulden ab bzw. in 

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Fällen der Einstellung im Vorverfahren vom entsprechenden Schuldverdacht. In 

diesem Zusammenhang sind alle objektiven und subjektiven Tatumstände zu be-

rücksichtigen. Der Begriff des Verschuldens bezieht sich auf den gesamten Un-

rechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Schliesslich ist die Schwere der 

Betroffenheit mit der angemessenen Strafe zu vergleichen. Nach Lehre und 

Rechtsprechung ist zunächst nach den allgemeinen Regeln (Art. 47 ff. StGB) eine 

Strafzumessung ohne Berücksichtigung der Auswirkungen der Tat für den Täter 

vorzunehmen und die Höhe des Strafübels, das der Schuld des Täters entspricht, 

zu ermitteln; in einem zweiten Schritt sind der so ermittelten Einsatzstrafe die tat-

sächlich beim Täter eingetretenen unmittelbaren Tatfolgen gegenüberzustellen. 

Sie sind vom verwirkten Strafübel zu subtrahieren. Dabei sind die unmittelbaren 

Straftatfolgen beim Strafzumessungskriterium der persönlichen Verhältnisse vor-

erst auszublenden, damit sie nicht doppelt berücksichtigt werden. Bleibt kein 

Rest, ist das Übel der Tatfolgen also gleich gross oder grösser als die schuldan-

gemessene Strafe, soll von Strafverfolgung, Überweisung, Schuldspruch oder 

Ausfällung einer Strafe abgesehen werden (BGE 121 IV 162 Erw. 2d; RIKLIN, in: 

Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 14, N. 40 f. und N. 45 zu Art. 54 

StGB m. w. H.). 

Bei der Anwendung von Art. 54 StGB steht den zuständigen Behörden ein weiter 

Ermessensspielraum zur Verfügung. Die Bestimmung von Art. 54 StGB ist ver-

letzt, wenn sie in einem Fall nicht Anwendung findet, in welchem ein leichtes Ver-

schulden sehr schwere direkte Folgen für den Täter nach sich zieht bzw. dort an-

gewendet wird, wo ein schweres Verschulden lediglich zu einer leichten Betroffen-

heit des Täters geführt hat. Zwischen diesen beiden Extremen hat das Gericht 

nach Prüfung der konkreten Umstände des Einzelfalls zu entscheiden (BGE 121 

IV 162 Erw. 2d; BGE 119 IV 280 Erw. 1a; Urteile des Bundesgerichts 6B_1085/

2023 vom 22. Mai 2024 Erw. 4.2.2 und 6B_792/2022 vom 16. Januar 2024 

Erw. 2.1; je mit Hinweisen). Die Schwere der Betroffenheit und der Schuld, gene-

ral- und spezialpräventive Aspekte, der Vergleich des erlittenen Nachteils mit den 

Ergebnissen der Strafzumessung sowie Aspekte der Billigkeit können Berücksich-

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tigung finden (RIKLIN, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 49 zu 

Art. 54 StGB). 

5.3. Wer sich an einem Raufhandel beteiligt, der den Tod oder die Körperverlet-
zung eines Menschen zur Folge hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder Geldstrafe bestraft. Nicht strafbar ist, wer ausschliesslich abwehrt oder die 

Streitenden scheidet (Art. 133 StGB). Wer einen Menschen vorsätzlich lebensge-

fährlich verletzt oder ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen 

Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Ge-

sicht eines Menschen arg und bleibend entstellt oder eine anderer schwere Schä-

digung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Men-

schen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren 

bestraft (Art. 122 StGB). Der Versuch einer solchen Verletzung ist strafbar, das 

Gericht kann indes die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). Wer jemanden in an-

derer Weise an Körper oder Gesundheit schädigt, wird, auf Antrag, mit Freiheits-

strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 123 Ziff. 1 StGB).

5.4. In der angefochtenen Verfügung erwog die Staatsanwaltschaft, der Be-
schwerdegegner sei durch die körperliche Auseinandersetzung schwer betroffen 

worden. Er habe notfallmässig operiert werden müssen und sei mindestens vom 

25. Juni bis September 2022 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Eine zusätzliche 

Bestrafung des Beschwerdegegners, zusätzlich zu den durch ihn erlittenen Verlet-

zungsfolgen, stehe nicht im Verhältnis zu seinem Verschulden im Zusammenhang 

mit der vorgenannten Auseinandersetzung (Urk. 17/27/5 Erw. 3).

5.5. Der Beschwerdeführer lässt dem entgegnen, der Beschwerdegegner müsse 
eindeutig als Initiant der Auseinandersetzung vom 25. Juni 2022 qualifiziert wer-

den. Aufgrund der diversen Videoaufnahmen der Räumlichkeiten könne festge-

stellt werden, dass der Beschwerdegegner auf den Beschwerdeführer losgegan-

gen und diesen mit Fäusten und Fusstritten traktiert habe, als dieser rücklings auf 

einer Früchtepalette gelegen habe. Es sei somit mindestens ein Tatverdacht bzgl. 

einer versuchten schweren Körperverletzung gegeben. Dass der Beschwerdefüh-

rer sich gegen den Angriff von drei Personen gewehrt habe, sei nachvollziehbar. 

Der Beschwerdegegner habe sich somit durch sein Verhalten womöglich der ver-

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suchten schweren Körperverletzung strafbar gemacht. Es sei unbestritten, dass 

der Beschwerdegegner durch die Verteidigungshandlungen des Beschwerdefüh-

rers Verletzungen davon getragen habe, die Staatsanwaltschaft bringe jedoch 

nicht vor, weshalb diese Verletzungen besonders schwer gewesen seien, ge-

schweige denn, ob diese lebensgefährlich gewesen seien. 

Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass die Verletzungen des Beschwerde-

führers und des Beschwerdegegners zu vergleichen seien, wenn sie beurteilen 

müsse, ob eine Bestrafung des Beschwerdegegners angemessen erscheine. 

Diese Annahme schlage jedoch fehl. Nur weil der Beschwerdegegner schwerere 

Verletzungen von der von ihm initiierten Auseinandersetzung davongetragen 

habe als der Beschwerdeführer, erschiene es nicht gerechtfertigt, ersteren von ei-

ner Strafverfolgung bzw. Bestrafung zu verschonen. Die Staatsanwaltschaft habe 

sodann die Verschuldensfrage des Beschwerdegegners fast vollständig unkom-

mentiert gelassen und bemesse auch keine hypothetische Strafe dafür. Sie bringe 

lediglich pauschal vor, die Verletzungen des Beschwerdegegners stünden nicht 

im Verhältnis zu seinem Verschulden. Daher führe sie quasi gänzlich unbegründet 

aus, dass eine Einstellung des Strafverfahrens aufgrund von Art. 54 StGB ge-

rechtfertigt sei (Urk. 2 Rz. 12–14).

5.6. 

5.6.1. Die Staatsanwaltschaft bringt in ihrer Vernehmlassung vor, gemäss Art. 54 
StGB könne von einer Strafverfolgung abgesehen werden, wenn der Täter durch 

die unmittelbaren Folgen seiner Tat so schwer betroffen ist, dass eine Strafe un-

angemessen wäre. Bei einer physischen Beeinträchtigung des Täters müsse 

diese mindestens die Intensität einer einfachen Körperverletzung von einer gewis-

sen Erheblichkeit erreichen. Eine aussergewöhnlich schwere persönliche Betrof-

fenheit oder Lebensgefahr sei aber nicht gefordert (Urk. 24 Erw. 2 mit Hinweis auf 

RIKLIN, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 17 und N. 40 zu Art. 54 

StGB).

5.6.2. Der Beschwerdegegner habe gemäss Gutachten des Instituts für Rechts-
medizin vom 22. Juli 20222 aufgrund des Vorfalls vom 25. Juni 2022 eine Haut-

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durchtrennung an der Nasenspitze und der linken Unterarmaussenseite sowie 

eine Stichverletzung an der linken Bauchhaut erlitten, die bis in die Bauchhöhle, in 

den linken Leberlappen reichte. Zwar begründeten die erlittenen Verletzungen 

keine Lebensgefahr, die Bauchwunde habe aber notoperiert werden müssen, da 

derartige Verletzungen ohne medizinische Versorgung zu einem erheblichen Blut-

verlust oder zu einer über das Messer übertragenen Infektion des Bauchfelles und 

in diesem Zusammenhang zu einem Kreislaufschock mit Todesfolge führen kön-

nen. Gemäss Arztzeugnis vom 24. August 2022 von Dr. G._____ sei der Be-

schwerdegegner mindestens zwei Monate arbeitsunfähig gewesen. Die seiner-

seits erlittene Verletzung nehme damit unfraglich die gemäss der Lehre für Art. 54 

StGB vorgesehene Hürde (Urk. 24 Erw. 3).

5.6.3. Aus den Einvernahmen des Beschwerdeführers ergebe sich laut Staatsan-
waltschaft nicht, dass dieser durch Fusstritte am Kopf getroffen worden wäre bzw. 

versucht worden wäre, gegen seinen Kopf zu treten. So habe er anlässlich der 

Einvernahme vom 26. Juni 2022 lediglich angegeben, dass die anderen, nach-

dem er auf die Gemüsepalette gefallen sein, weiter auf ihn eingeschlagen hätten 

und er dabei versucht habe, sein Gesicht zu schützen (F/A 19); ähnlich habe er 

anlässlich der vorgängig erfolgten polizeilichen Einvernahme ausgesagt. Dabei 

habe er angegeben, dass die anderen auf ihn eingeschlagen hätten, auf seinen 

Bauch, seine Schulter und den Arm, als er das Gesicht geschützt habe (F/A 16). 

Schläge gegen das Gesicht eines Menschen würden aber nicht per se und als 

solche den Tatverdacht einer versuchten schweren Körperverletzung begründen, 

wie dies durch den Beschwerdeführer in der Beschwerde vorgebracht worden sei. 

Auch aus der Videoüberwachung (CAM03, ab ca. 00:25:58; K17, ab ca. 01:57:10) 

lasse sich nicht ableiten, dass gegen den Kopf bzw. das Gesicht des Beschwer-

deführers getreten worden wäre. Soweit aus der Aufzeichnung ersichtlich, würden 

sich die Tritte gegen dessen Beine bzw. maximal dessen Unterkörper richten. Wie 

aber Schläge gegen das Gesicht würden auch Tritte gegen die Beine bzw. den 

Unterkörper einer Person nicht per se den Tatverdacht einer versuchten schwe-

ren Körperverletzung begründen. Die Videoaufzeichnungen zeigten weiter, dass 

der Beschwerdeführer sich selbst mit Tritten zur Wehr gesetzt habe, als er auf 

dem Rücken gelegen sei und verhältnismässig schnell wieder habe aufstehen 

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können. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft bestehe gegen den Beschwerdegegner 

deshalb lediglich, wie in der Einstellungsverfügung aufgeführt, ein Tatverdacht 

wegen Raufhandels und einfacher Körperverletzung (Urk. 24 Erw. 4).

5.6.4. Zwischen dem Beschwerdeführer und dem Beschwerdegegner sei es am 
25. Juni 2022 unbestritten zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung ge-

kommen, die in der Folge körperlich geworden sei. Die Ausführungen des Be-

schwerdeführers in der Beschwerdeschrift stützten sich dabei auf seine eigenen 

Aussagen. Auf der angeführten Videoaufzeichnung CAM03 sei zu sehen, wie der 

Beschwerdeführer zu Beginn des Disputs als erster von seinem Gabelstapler ab-

steige und bewusst zum Beschwerdegegner hingehe, woraufhin die beiden anfan-

gen würden sich zu schubsen und die körperliche Auseinandersetzung ihren Lauf 

nehme. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers sei nicht der Be-

schwerdegegner als «Starter» der Auseinandersetzung zu sehen. Wie auch im 

Rahmen der Anklageschrift vom 19. März 2024 gegen den Beschwerdeführer im 

Sachverhalt dargestellt, sei der Beschwerdeführer anfänglich weggerannt, habe 

sich dann aber bewusst gegen den Beschwerdegegner und F._____ gewandt und 

bereits dabei sein Messer gezückt gehabt. Eine eigentliche Eskalation der Situa-

tion sei damit durch den Beschwerdeführer selbst erfolgt, nicht durch den Be-

schwerdegegner. So habe sich denn der Beschwerdegegner schliesslich auch 

aus der Situation entfernt und es sei der Beschwerdeführer gewesen, der diesem 

nachgegangen sei und – obwohl er den Beschwerdegegner zu diesem Zeitpunkt 

bereits mit seinem Messer verletzt hatte –die Auseinandersetzung habe weiter-

führen wollen (CAM03, ca. 00:26:35; K17, ca. 01:57:37). Damit sei der Beschwer-

degegner, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, nicht als eigentlicher 

Hauptaggressor zu sehen, auch wenn er als erster dem Beschwerdeführer am 

Anfang der Auseinandersetzung eine Ohrfeige gegeben habe (Urk. 24 Erw. 5).

5.6.5. Die Frage, ob eine Strafe i. S. v. Art. 54 StGB unangemessen sei, hänge 
nicht nur von der Beeinträchtigung des Täters, sondern auch von dessen Ver-

schulden ab. Auch bei Vorsatzdelikten sei die Anwendung von Art. 54 StGB mög-

lich (BGE 121 IV 162). Der Beschwerdeführer habe aufgrund der Auseinanderset-

zung vom 25. Juni 2022 einen Labrumriss an der rechten Schulter und diverse 

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Blutergüsse und Hautabschürfungen erlitten. Die Tatbestände des Raufhandels 

und der einfachen Körperverletzung würden je einen Strafrahmen von Freiheits-

strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vorsehen. Unter Berücksichtigung der 

Tatumstände und in Anbetracht des Vorlebens des Beschwerdegegners (keine 

einschlägigen Vorstrafen) wäre für den Vorfall vom 25. Juni 2022 beim Beschwer-

degegner eine Geldstrafe von maximal 90 Tagessätzen als verschuldensange-

messen anzusehen gewesen. Die vom Beschwerdegegner erlittenen Verletzun-

gen würden damit sein Verschulden überwiegen, wenn man die Verletzungsfol-

gen (mindestens 2-monatige Arbeitsunfähigkeit, bleibende Narbe, Eindruck des 

Erlebten) berücksichtige, weshalb von einer Strafverfolgung gegen den Be-

schwerdegegner gestützt auf Art. 54 StGB abzusehen und die Einstellungsverfü-

gung damit rechtmässig erfolgt sei (Urk. 24 Erw. 6).

5.7. Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, beim Beschwerdegegner habe nie 
eine Lebensgefahr bestanden. Eine Operation sei durchgeführt worden, weil eine 

Nichtbehandlung zu vermeidbaren Komplikationen hätte führen können. Nach 

Entlassung aus dem Spital sei dem Beschwerdegegner lediglich für 10 Tage eine 

Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Anlässlich der ambulanten Nachkontrolle sei 

eine weitere Arbeitsunfähigkeit von lediglich 7 Tagen erteilt worden, einzig auf-

grund der körperlich anspruchsvollen Arbeit. Damit habe der Beschwerdegegner 

lediglich nicht arbeiten können, weil er schwere Lasten bewegen müsse. Die län-

gere Arbeitsunfähigkeit sei damit nicht geeignet, eine schwere persönliche Betrof-

fenheit beim Beschwerdegegner zu begründen (Urk. 31 Rz. 2–7).

Die Behauptung der Staatsanwaltschaft, dass keine Tritte gegen den Kopf des 

Beschwerdeführers nachweisbar seien, sei falsch. So habe der Beschwerdegeg-

ner anlässlich der Konfrontationseinvernahme selber angegeben, dass er auf die 

verbalen Beschimpfungen hin die Kontrolle verloren habe und den Beschwerde-

führer zuerst geschlagen habe. Entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft sei 

auf den Videoaufnahmen ersichtlich, dass die Tritte wild auf den umgestossenen 

Beschwerdeführer einprasselten. Dass die Tritte lediglich gegen die Beine erfolgt 

sein sollen, ergebe sich nicht. Auch sei der Staatsanwaltschaft entgegenzuhalten, 

dass der Beschwerdegegner dem flüchtenden Beschwerdeführer nachgerannt sei 

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und auf ihn eingeschlagen habe, als Letzterer sich bereits habe in Sicherheit brin-

gen wollen. Mithin sei das Verschulden des Beschwerdegegners gross, zumal 

seine Verletzungen einzig deshalb entstanden seien, weil dieser nicht vom Be-

schwerdeführer abgelassen habe (Urk. 31 Rz. 8–9).

Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass gegen den Beschwerdegegner nur 

ein Verfahren wegen Raufhandels und einfacher Körperverletzung zu führen 

wäre, rechtfertige sich eine Verfahrenseinstellung weiterhin nicht. Der Beschwer-

degegner habe den flüchtenden Beschwerdeführer regelrecht zurück in die Lager-

halle gejagt. Er hätte hingegen jederzeit von ihm ablassen und den Konfliktort ver-

lassen können, womit ihm ohne Weiteres ein Alternativverhalten zur Verfügung 

gestanden hätte. Die Auffassung der Staatsanwaltschaft, wonach sich der flüch-

tende Beschwerdeführer bewusst gegen den ihm nachrennenden Beschwerde-

gegner gewandt und bereits ein Messer gezückt und so die Eskalation verursacht 

habe, sei absurd. Vielmehr sei die Situation bereits eskaliert gewesen, als der Be-

schwerdegegner und eine weitere Person dem Beschwerdeführer nachgesprintet 

seien (Urk. 31 Rz. 11–13).

Insgesamt, so der Beschwerdeführer, seien die erlittenen Verletzungen des Be-

schwerdegegners weitaus weniger schwerwiegend, als es die Staatsanwaltschaft 

geltend machen wolle, während das Verschulden des Beschwerdegegners durch-

aus schwerer wiege (Urk. 31 Rz. 14).

6. Die von der Staatsanwaltschaft in ihrer Vernehmlassung nunmehr vorgenom-
mene konkrete Strafzumessung für den Beschwerdegegner ist nicht zu beanstan-

den. Wie sie zutreffend darlegt, besteht gegen den Beschwerdegegner ein drin-

gender Tatverdacht hinsichtlich Raufhandel und einfacher Körperverletzung. Be-

lastbare Anhaltspunkte für einen dringenden Tatverdacht hinsichtlich einer schwe-

ren Körperverletzung sind – entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers – 

keine ersichtlich. Zu Recht verweist die Staatsanwaltschaft darauf, dass entgegen 

der Behauptung des Beschwerdeführers auf den Videoaufnahmen keine Tritte 

des Beschwerdegegners gegen den Oberkörper oder gar Kopf des Beschwerde-

führers auszumachen sind, namentlich auch nicht, als dieser am Boden lag. Viel-

mehr gehen dessen Tritte, soweit die Auseinandersetzung überhaupt innerhalb 

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des Kamerabereichs stattfand, deutlich gegen den unteren Körperbereich. Die 

von der Staatsanwaltschaft bestimmte Strafe für den Beschwerdegegner von 90 

Tagessätzen Geldstrafe erscheint unter Berücksichtigung der Tatumstände und in 

Anbetracht des Vorlebens des Beschwerdegegners sicher nicht als überhöht. Sie 

bewegt sich aber in einem vertretbaren Rahmen und kann noch als angemessen 

qualifiziert werden. Die Vorbringen des Beschwerdeführers gehen in weiten Teilen 

nicht über eine pauschale, appellatorische Kritik an der Strafzumessung der 

Staatsanwaltschaft hinaus. Er zeigt selber weder substanziiert auf, weshalb das 

Verschulden des Beschwerdeführers schwerer wiege, als die Staatsanwaltschaft 

annimmt, noch macht er Angaben dazu, welche konkrete Einsatzstrafe beim Be-

schwerdegegner schuldangemessen wäre.

Stellt man der von der Staatsanwaltschaft angenommenen Einsatzstrafe die tat-

sächlich beim Beschwerdegegner eingetretenen unmittelbaren Tatfolgen gegen-

über, berücksichtigt man mithin seine Verletzungen und die damit verbundenen 

Folgen (Operation, Arbeitsunfähigkeit), ist das Übel der Tatfolgen grösser, min-

destens aber gleich gross, wie die schuldangemessene Strafe. Entgegen dem Be-

schwerdeführer war der Beschwerdegegner nach seiner Notoperation denn auch 

nicht nur für 17 Tage, sondern nachweislich bis zum 24. August 2022 voll arbeits-

unfähig und danach war nur eine schrittweise Wiederaufnahme der Arbeit vorge-

sehen (Urk. 17/11/10). Wenn der Beschwerdeführer sodann moniert, allein die ge-

genüber seiner eigenen Verletzung anerkanntermassen schwerere Verletzung 

des Beschwerdegegners genüge nicht, um diesen von der Strafverfolgung zu be-

freien, verkennt er, dass er es war, der im Rahmen der laufenden Schlägerei mit 

dem Beschwerdegegner mit einem Messer auf diesen einstach bzw. damit unkon-

trolliert herumschwang und damit eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben 

schuf, die sich durch seine Treffer dann auch realisierte, wogegen nicht aktenkun-

dig ist, dass der Beschwerdegegner in ähnlich gefährlicher Weise gegen den Be-

schwerdeführer vorgegangen wäre. Sein Einwand, die Sache sei nur eskaliert, 

weil der Beschwerdegegner nicht von ihm abgelassen habe, als er geflüchtet sei, 

ist unzutreffend. Wie sich auf einer der Videoaufnahmen ergibt, verlagerte sich die 

Auseinandersetzung nach einer ersten Phase und ersten Schlägen (vgl. Urk. 17/

1/7, Video Cam 03) in Richtung des Kamerastandorts K17 (Urk. 17/1/6 Video K 

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7), wobei der Beschwerdeführer nach einem Schlag gegen den Beschwerdegeg-

ner ein paar Schritte rückwärts geht, während der Beschwerdegegner auf ihn los 

geht. Von einer versuchten Flucht des Beschwerdeführers von der Auseinander-

setzung weg kann jedoch keine Rede sein. Vielmehr bleibt der Beschwerdeführer 

dem Beschwerdegegner auch beim Rückwärtsgehen zugewandt und geht nach 

einigen Rückwärtsschritten wieder auf diesen los. Insgesamt sind keine Anhalts-

punkte ersichtlich, dass die Staatsanwaltschaft den ihr zustehenden grossen Er-

messensspielraum überschritten hätte.

Dass die Staatsanwaltschaft von der Ausfällung einer Strafe gegenüber dem Be-

schwerdegegner absah, ist deshalb nicht zu beanstanden. Die Beschwerde er-

weist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.

7. 

7.1. Grundsätzlich richten sich die Kostenfolgen im Beschwerdeverfahren nach 
dem Verfahrensausgang (Art. 428 Abs. 1 StPO). Da vorliegend aber die Staatsan-

waltschaft die Voraussetzungen von Art. 54 StGB erst im Beschwerdeverfahren 

und nicht bereits in der angefochtenen Verfügung einlässlich begründet hat, sind 

die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen. Das 

Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung wird damit ge-

genstandslos.

7.2. Der Beschwerdeführer stellte sodann ein Gesuch um unentgeltliche Verbei-
ständung (Urk. 11). Seine Bedürftigkeit ist ausgewiesen und seine Beschwerde 

war bei deren Erhebung nicht aussichtslos, zumal die Voraussetzungen von 

Art. 54 StGB in der angefochtenen Verfügung von der Staatsanwaltschaft nicht 

einlässlich begründet wurden. Die unentgeltliche Verbeiständung ist ihm demnach 

zu gewähren (Art. 136 Abs. 1 lit. b StPO). Die Höhe der Entschädigung für den 

unentgeltlichen Rechtsbeistand des Beschwerdeführers wird nach Eingang von 

dessen Honorarnote mit separatem Entscheid festzusetzen sein (§ 23 Abs. 2 An-

wGebV).

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Es wird verfügt:
(Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident i. V.)

1. Das Gesuch um Vereinigung der Beschwerdeverfahren UE240102-O und 

UE240104-O wird abgewiesen.

2. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung wird 

als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

3. Dem Beschwerdeführer wird Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ für das vorlie-

gende Beschwerdeverfahren als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt.

4. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Beschluss.

Es wird beschlossen:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, einschliesslich der Kosten für die 

unentgeltliche Rechtsvertretung des Beschwerdeführers, werden auf die 

Staatskasse genommen.

3. Schriftliche Mitteilung an:

 Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, zweifach, für sich und den Beschwerde-
führer (per Gerichtsurkunde)

 Rechtsanwalt MLaw Y._____, zweifach, für sich und den Beschwerde-
gegner (per Gerichtsurkunde)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (gegen Empfangsbestäti-
gung).

4. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei 
der gemäss Art. 35 und 35a des Reglements für das Bundesgericht zustän-

digen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes in der in Art. 42 des 
Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

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richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 16. September 2025

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Der Präsident i. V.:

lic. iur. A. Flury

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. S. Betschmann