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**Case Identifier:** 319bce5e-ca4f-5276-a354-a69690952fe2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.11.2018 KV-Z 2017/12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-Z-2017-12_2018-11-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV-Z 2017/12

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 15.12.2020

Entscheiddatum: 26.11.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 26.11.2018
Der Anspruch auf Krankentaggelder richtet sich nach dem 
Versicherungsvertrag und den inkludierten Allgemeinen und Besonderen 
Versicherungsbedingungen. Daher können keine zusätzlich zu erfüllende 
Anspruchs-voraussetzungen verlangt oder der Ausschluss von vertraglich 
vereinbarten Leistungen (Krankentaggelder) - bspw. gestützt auf die 
sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechungspraxis zu 
Suchterkrankungen - vorgenommen werden. Taggeldanspruch während der 
stationären Langzeittherapie eines ehemals Suchtkranken bejaht (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. November 2018, 
KV-Z 2017/12).

Entscheid vom 26. November 2018

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane 

Gallati Schneider und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Markus 

Jakob             

Geschäftsnr.                                                                                                               

KV-Z 2017/12            

Parteien

A.___,

Kläger,

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vertreten durch Rechtsanwältin Jasmina Husidic, MLaw,

Rorschacherstrasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen und

Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 

St. Gallen,

gegen

SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,

Beklagte,

Gegenstand                                                                   

Taggeldleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) ist seit dem 1. März 2016 über seine 

Arbeitgeberin, die B.___ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin bzw. Versicherungsnehmerin), 

bei der SWICA Krankenversicherung AG, Winterthur (nachfolgend: Versicherung), der 

kollektiven Taggeldversicherung angeschlossen (act. G 1.3, G 5.1, G 5.2).

A.b  Vom 14. Juni bis 29. Juli 2016 war der Versicherte wegen einer Suchterkrankung 

in stationärer Behandlung in der Psychiatrischen Klinik C.___. Ab dem 2. August 2016 

liess er sich teilstationär im psychiatrischen Zentrum D.___ behandeln (act. G 1.5, G 

8.1).

A.c  Am 30. August 2016 meldete die Arbeitgeberin der Versicherung die seit dem 14. 

Juni 2016 bestehende krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit (act. G 1.3).

A.d  Im Arztbericht vom 30. September 2016 - den stationären Aufenthalt vom 14. Juni 

bis 29. Juli 2016 betreffend - diagnostizierte Dr. med. E.___, Oberarzt Psychiatrische 

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Klinik C.___, beim Versicherten: 1. Störungen durch Kokain: Abhängigkeitssyndrom, 

gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung (ICD-10: F14.21), 2. 

Störungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent, aber in 

beschützender Umgebung (ICD-10: F10.21) und 3. Verdacht auf eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und emotional instabilen Anteilen (ICD-10: 

F61.0). Im Weiteren erklärte der Arzt, dass der Entzug von Kokain problemlos gewesen 

und die Behandlung ruhig verlaufen sei (act. G 1.5).

A.e  Da der Versicherte die bisherige Tätigkeit als Assistent Betriebsleiter 

gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben konnte, bot ihm die Arbeitgeberin ab dem 1. 

Oktober 2016 eine Anstellung als Koch an (act. G 1.7; vgl. auch act. G 1.11-5, G 5-3).

A.f  Gemäss den ärztlichen Zeugnissen des Psychiatrischen Zentrums D.___ betrug die 

Arbeitsunfähigkeit vom 1. bis 4. Oktober 2016 100% und vom 5. Oktober bis 6. 

November 2016 50% (act. G 5.3). Am 4. November 2016 endete die teilstationäre 

Behandlung im Psychiatrischen Zentrum D.___. Gemäss dem Austrittsbericht vom 14. 

November 2016 habe sich die gesundheitliche Situation des Versicherten verbessert. 

Die Arbeitsfähigkeit wurde ab dem 7. November 2016 auf 70% geschätzt (act. G 8.1). 

In den Arztzeugnissen vom 9. November und 8. Dezember 2016 bescheinigte Dr. med. 

F.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit 

vom 9. November bis 31. Dezember 2016 (act. G 5.3).

A.g  Vom 22. März bis 30. Mai 2017 war der Versicherte erneut in stationärer 

Behandlung in der Psychiatrischen Klinik C.___ (act. G 1.8). Der Klinikaustritt erfolgte 

auf Wunsch des Versicherten (vgl. Arztbericht von Dr. E.___ vom 14. Juni 2017, act. G 

8.2).

A.h  Am 1. Juni 2017 teilte der Versicherte der Versicherung mit, dass er am 19. Juni 

2017 in die Institution G.___, Zentrum für Suchttherapie und Rehabilitation, eintreten 

werde. Der Aufenthalt daure mindestens vier Monate. Möglicherweise werde er auch 

die Langzeittherapie dort machen (act. G 1.9).

A.i   Vom 6. bis 12. Juni 2017 wurde der Versicherte erneut in der Psychiatrischen Klinik 

in C.___ stationär behandelt. Im Austrittsbericht stellte Dr. E.___ die gleichen 

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Diagnosen wie im Bericht vom 30. September 2016. Er erklärte, der Versicherte sei 

beim Austritt in stimmungsmässig stabilem Zustand und frei von eigen- oder 

fremdgefährdenden Aspekten gewesen. Der Austritt sei - entgegen den Empfehlungen 

- auf Wunsch des Klägers eine Woche vor dem geplanten Eintritt in die Institution G.___ 

erfolgt (act. G 1.8, G 8.2). Für die Woche bis zum Eintritt in die Institution G.___ am 19. 

Juni 2017 attestierte med. prakt. H.___ dem Versicherten eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.3). Ende Juni 2017 endete das Arbeitsverhältnis des 

Versicherten bei der bisherigen Arbeitgeberin (act. G 1.9 f.).

A.j   In der Institution G.___ arbeitete der Versicherte jeweils am Vor- und am 

Nachmittag mit agogischer Begleitung im Garten. Zudem absolvierte er jede Woche ein 

einstündiges Gespräch bei der Sozialberatung und ein eineinhalb bis zweistündiges 

Gespräch mit der Psychologin sowie zweimal pro Woche eine eineinhalbstündige 

Gruppentherapiesitzung (act. G 1.11-6, G 8.3). Während des Aufenthaltes wurde der 

Versicherte ärztlich betreut von Dr. med. I.___, Fachärztin für Allgemeinmedizin FMH, 

und Dr. med. J.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (vgl. G 5.18). 

Erstere bescheinigte dem Versicherten während der stationären Therapie durchgehend 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. act. G 5.3).

A.k  Am 7. August 2017 untersuchte Dr. med. K.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, Chefarzt Klinik L.___, den Versicherten im Auftrag der Versicherung. 

Im psychiatrischen Gutachten vom 15. August 2017 (act. G 1.11) erhob Dr. K.___ 

folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (act. G 1.11-7): 1. Zustand 

nach suchtmittelinduzierter psychotischer Störung (ICD-10: F14/10.5), DD: Zustand 

nach akuter polymorpher psychotischer Störung ohne Symptome einer Schizophrenie 

(ICD-10: F23.09), 2. Kokainabhängigkeit, gegenwärtig abstinent in beschützender 

Umgebung (ICD-10: F14.21), 3. Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent 

in beschützender Umgebung (ICD-10: F17.25). Im Weiteren erklärte Dr. K.___, dass 

beim Versicherten gegenwärtig von keiner psychischen Störung mit Krankheitswert 

ausgegangen werden könne. Die festgestellte leichte psychotische reduzierte 

allgemeine psychische Belastbarkeit, die leichte Selbstunsicherheit und die leicht 

eingeschränkte geistige Flexibilität mit einer leichten Affektlabilität hätten keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte benötige jedoch zwecks einer tieferen 

Auseinandersetzung mit seiner Suchtproblematik und Sicherstellung einer langfristigen 

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Suchtmittelabstinenz weiterhin die bereits eingeleitete stationäre Suchtbehandlung. 

Während dieser stationären Behandlung könne aufgrund der Notwendigkeit der 

Therapiepräsenz eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert werden (act. G 1.11-6/8 f.). Im 

Weiteren stellte er fest, da beim Versicherten Hinweise auf schwerwiegende 

Persönlichkeitsdefizite fehlten, könne von einer primären Sucht ausgegangen werden 

(act. G 1.11-10).

A.l   Mit Schreiben vom 11. September 2017 teilte die Versicherung dem Versicherten 

mit, dass sie die Taggeldleistungen per 31. August 2017 einstelle. Zur Begründung 

wurde angeführt, dass gemäss dem Gutachten von Dr. K.___ keine psychische Störung 

mit Krankheitswert vorliege und eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten sowie 

in einer angepassten Tätigkeit gegeben sei. Laut den Allgemeinen 

Vertragsbedingungen bestehe daher kein Anspruch auf Taggeldleistungen während der 

Dauer der stationären Entwöhnung (act. G 1.13).

B.   

B.a  Am 19. September 2017 erhob der Versicherte "Einspruch" gegen die Einstellung 

der Taggeldleistungen. Zur Begründung führte er insbesondere aus, dass die 

Arbeitsunfähigkeit ärztlich attestiert sei (act. G 1.14). Im der Einsprache beigelegten 

Arztbericht vom 2. September 2017 diagnostizierte der Psychiater Dr. J.___ - ohne 

inhaltliche Kenntnis des Gutachtens von Dr. K.___ - mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode 

(ICD-10: F33.0), sowie aktenanamnestisch laut Bericht der Klinik C.___ kombinierte 

Persönlichkeitsstörungen, vermeidende und impulsive Anteile (ICD-10: F61.0). Dr. J.___ 

schätzte die Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft auf 40%, wobei eine sukzessive 

Steigerung realistisch sei. Im Weiteren empfahl er die Fortsetzung der stationären 

Behandlung des Versicherten in der Institution G.___ (act. G 1.16, G 1.17).

B.b  Am 6. Oktober 2017 nahm Dr. K.___ zu den ergänzenden Fragen der Versicherung 

Stellung. Er erklärte, dass weder eine rezidivierende depressive Störung noch eine 

kombinierte Persönlichkeitsstörung vorlägen, denn die vorausgesetzten Kriterien 

gemäss ICD-10 seien nicht erfüllt. Der Arzt hielt an seiner Beurteilung gemäss dem 

Gutachten vom 15. August 2017 fest (act. G 5.23).

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B.c  Mit Schreiben vom 20. Oktober 2017 teilte die Versicherung dem Versicherten mit, 

dass sie gestützt auf die Stellungnahme von Dr. K.___ vom 6. Oktober 2017 am 

leistungseinstellenden Entscheid vom 11. September 2017 festhalte (act. G 5.24).

C.  

C.a Mit Klage vom 19. Oktober 2017 (act. G 1) beantragt der Versicherte (nachfolgend: 

Kläger), vertreten durch Rechtsanwältin Jasmina Husidic, MLaw, und Rechtsanwalt Dr. 

iur. Pedergnana, St. Gallen, die Versicherung (nachfolgend: Beklagte) sei zu 

verpflichten, ihm die Krankentaggelder ab dem 1. September 2017 bis zum 19. 

Oktober 2017 in der Höhe von Fr. 6'281.80 zuzüglich 5% Zins ab 24. September 2017 

(mittlerer Verfall) auszurichten, unter Vorbehalt des Nachklagerechts für weitere 

Leistungen ausserhalb dieses Zeitraumes sowie unter Entschädigungsfolgen zu Lasten 

der Beklagten. Zur Begründung wird insbesondere ausgeführt, dass der Kläger an einer 

Suchterkrankung sowie an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit 

vermeidenden und impulsiven Anteilen (ICD-10: F61) leide. Zurzeit fände eine Sucht-/

Langzeittherapie in der Institution G.___ statt. Diese sei aufgrund des 

Gesundheitszustandes notwendig und diene der Vermeidung eines Rückfalls.

C.b Am 21. Dezember 2017 beendete der Versicherte seinen Aufenthalt in der 

Institution G.___ (act. G 8.3). Vom 22. Dezember 2017 bis 5. Januar 2018 bescheinigte 

med. prakt. H.___ dem Kläger eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Danach ging die Ärztin 

von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus und erwähnte die voraussichtliche 

Arbeitsaufnahme des Klägers am 6. Januar 2018 (act. G 8.4).

C.c Mit Klageantwort vom 5. Januar 2018 (act. G 5) beantragt die Beklagte die 

Abweisung der Klage. Zur Begründung wird insbesondere ausgeführt, dass für die 

eingeklagten Krankentaggelder (1. September bis 19. Oktober 2017) gemäss den 

Versicherungsbedingungen keine Versicherungsdeckung bestehe, da das 

Arbeitsverhältnis per 30. Juni 2017 aufgelöst worden sei und der Kläger auf den 

Übertritt in die Einzelversicherung verzichtet habe (act. G 5 Ziff. 14, 17). Da zum 

Zeitpunkt der Aufnahme des Klägers in den Kreis der Versicherten die Suchterkrankung 

bereits bestanden habe, bestehe auch aus diesem Grunde keine 

Versicherungsdeckung (act. G 5 Ziff. 20 f.). Zudem fehle es an einer eigenständigen 

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psychischen Störung, welche die Abhängigkeit von Kokain und Alkohol verursacht 

habe (act. G 5 Ziff. 22). Ausserdem wird eingewendet, dass das Anschlussprogramm 

im G.___ den Rahmen einer stationären Suchttherapie, welche Taggeldansprüche 

auslösen könne, sprenge, denn dem Kläger sei zumutbar, nach dem mehrfach 

durchgeführtem körperlichen Entzug den Kokainkonsum und den exzessiven 

Alkoholgenuss sein zu lassen. Da eine Erwerbsunfähigkeit gemäss den Allgemeinen 

Vertragsbedingungen nur vorliege, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar sei, 

bestehe vorliegend keine Leistungspflicht für Taggelder. Ferner liege eine Verletzung 

der Schadenminderungspflicht vor, da es dem Kläger zumutbar sei, unter Verzicht auf 

den Drogenkonsum eine neue Erwerbstätigkeit aufzunehmen (act. G 5 Ziff. 22).

C.d Die Parteien verzichteten auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung (vgl. 

act. G 6 f.).

C.e Mit Replik vom 19. Februar 2018 klagt der Kläger Krankentaggelder für die Zeit 

vom 1. September 2017 bis neu 5. Januar 2018 in der Höhe von Fr. 16'281.40 

zuzüglich 5% Zins ab dem 2. November 2017 (mittlerer Verfall) ein; unter Vorbehalt des 

Nachklagerechts für weitere allfällige Leistungen ausserhalb des eingeklagten 

Zeitraumes sowie unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten (act. G 8). 

Begründet wird der geltend gemachte Anspruch insbesondere damit, dass bis 5. 

Januar 2018 die 100%ige Arbeitsunfähigkeit ärztlich bescheinigt sei. Zudem sei auch 

der von der Beklagten beauftragte Gutachter Dr. K.___ von einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit während der stationären Behandlung in der Institution G.___ 

ausgegangen (vgl. act. G 5.3, G 8.4, G 8-7/9). Im Weiteren wird mit Verweis auf die 

AVB erklärt, dass der Versicherungsschutz auch nach Beendigung des 

Arbeitsverhältnisses fortgedauert habe, da die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit 

vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses eingetreten und die maximale Leistungsdauer 

(720 Taggelder) noch nicht ausgeschöpft seien (act. G 8-11).

C.f  In der Duplik vom 20. März 2018 hält die Beklagte unverändert an ihren Anträgen 

gemäss Klageantwort fest (act. G 10). Zur Klageerweiterung in der Replik (eingeklagter 

Zeitraum neu bis 5. Januar 2018) wird ausgeführt, dass nach dem Austritt aus der 

Institution G.___, d.h. ab dem 22. Dezember 2017, von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen sei (act. G 10-5). Im Weiteren wird anerkannt, dass der Kläger nach 

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Beendigung des Arbeitsverhältnisses von der Kollektiv-Krankentaggeldversicherung in 

die Einzel-Krankentaggeldversicherung der Beklagten übergetreten sei (act. G 10-5 f., 

vgl. auch G 10.2 f.). Im Weiteren fordert die Beklagte den Beizug der IV-Akten (act. G 

10-8).

C.g Mit Schreiben vom 5. April 2018 reichten die Rechtsvertreter des Klägers eine 

Honorarnote über insgesamt Fr. 8'304.35 ein (act. G 12, G 12.1).

Erwägungen

1.   

1.1  Unbestritten ist, dass die Beklagte dem Kläger wegen krankheitsbedingter 

100%iger Arbeitsunfähigkeit Krankentaggelder bis 31. August 2017 ausgerichtet hat 

(vgl. act. G 1, G 1.6, G 5.17). Strittig ist dagegen, ob die Beklagte für die Zeit ab dem 1. 

September 2017 zu Recht die Zahlung von Krankentaggeldern verweigert hat. 

Eingeklagt und damit zu prüfen sind die Krankentaggeldansprüche ab 1. September 

2017 bis 5. Januar 2018, wobei sich der Kläger das Nachklagerecht für spätere 

Zeiträume vorbehalten hat (act. G 1, G 8). Die Krankentaggeldforderung wird vom 

Kläger insbesondere damit begründet, dass im eingeklagten Zeitraum der 

Versicherungsschutz trotz Beendigung des Arbeitsverhältnisses bestanden habe und 

die Arbeitsunfähigkeit vertragsgemäss durch Arztzeugnisse belegt sei. Die Beklagte 

geht dagegen davon aus, dass ihrerseits keine Leistungspflicht ab dem 1. September 

2017 bestehe, da der Kläger gemäss dem Gutachten von Dr. K.___ vom 15. August 

2017 in der angestammten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei (act. G 5, G 10, G 1.11).

2.   

2.1  Das vorliegende Verfahren beschlägt Leistungen aus einer Zusatzversicherung zur 

sozialen Krankenversicherung. Die Versicherungsbedingungen und -leistungen richten 

sich insbesondere nach der Kollektiv-Krankentaggeldversicherung Police Nr. XXXXXX 

(act. G 5.1, nachfolgend: Versicherungsvertrag), den Allgemeinen 

Versicherungsbedingungen für die kollektive Taggeldversicherung nach VVG, Ausgabe 

2015 (act. G 5.2, nachfolgend: AVB) und den Besonderen Versicherungsbedingungen 

für das Gastgewerbe, Ausgabe 2015 (act. G 5.2, nachfolgend: BVB).

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2.2  Gemäss Art. 36 AVB stehen der versicherten Person der ordentliche Gerichtstand 

sowie sein schweizerischer oder liechtensteinischer Wohnsitz zur Verfügung. Der 

Kläger hat seinen Wohnsitz in St. Gallen. Folglich ist örtliche Zuständigkeit des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen gegeben.

2.3  Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen entscheidet gemäss Art. 9 des 

Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG-ZPO; sGS 961.2) in 

Verbindung mit Art. 7 der ZPO als einzige kantonale Instanz über Streitigkeiten aus 

Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über 

die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Darunter werden praxisgemäss auch 

Zusatzversicherungen subsumiert, auf die das VVG zur Anwendung gelangt (vgl. etwa 

BGE 138 III 2 E. 1.1). Damit ist vorliegend auch die Voraussetzung der sachlichen 

Zuständigkeit erfüllt.

2.4  Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen muss 

kein Schlichtungsverfahren gemäss Art. 197 ff. ZPO durchgeführt werden (vgl. BGE 

138 III 558 E. 4.6).

2.5  Die Eintretensvoraussetzungen sind somit erfüllt und auf die Klage ist einzutreten.

3.   

3.1  Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss Art. 

2 Abs. 2 des Bundesgesetzes betreffend die Aufsicht über die soziale 

Krankenversicherung (KVAG; SR 832.12) dem VVG. Streitigkeiten aus solchen 

Versicherungen sind privatrechtlicher Natur (BGE 133 III 439 E. 2.1). Nach Art. 243 Abs. 

2 lit. f ZPO gilt für vermögensrechtliche Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur 

sozialen Krankenversicherung nach KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert das 

vereinfachte Verfahren.

3.2  Art. 247 Abs. 2 ZPO sieht vor, dass das Gericht den Sachverhalt im vereinfachten 

Verfahren von Amtes wegen feststellt. Im Anwendungsbereich dieses beschränkten 

Untersuchungsgrundsatzes hat die Initiative für die Beweiserhebung primär von den 

Parteien auszugehen, denen es obliegt, die abzunehmenden Beweise zu bezeichnen 

und entsprechende Beweisanträge zu stellen. Die Mitwirkung des Gerichts besteht in 

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der Ausübung seiner Fragepflicht, indem es die Parteien dazu auffordert, (weitere) 

Beweismittel beizubringen oder zu bezeichnen. Von sich aus kann das Gericht Beweis 

abnehmen, wenn sich aus den Sachvorbringen einer Partei ergibt, dass mit einem 

Beweismittel eine entscheidrelevante Tatsache bewiesen werden könnte, aber kein 

entsprechender Beweisantrag gestellt worden ist (FRANZ HASENBÖHLER in: Thomas 

Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], ZPO Kommentar, 3. 

Aufl. Zürich/ Basel/Genf 2016 [nachfolgend ZPO Kommentar], Art. 153 N 5 ff.; BERND 

HAUCK in: ZPO Kommentar, Art. 247 N 33). Im Zivilprozess gilt der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO). Das Gericht hat bei der Bewertung der 

erhobenen Beweise unabhängig von abstrakten Regeln nach seiner eigenen 

Überzeugung darüber zu befinden, ob es eine behauptete Tatsache als wahr oder 

unwahr einstuft. Dabei bleibt es dem Gericht überlassen, die Kraft eines Beweismittels 

nach seiner Überzeugung festzulegen (vgl. HASENBÖHLER, ZPO Kommentar, Art. 157 

N 14 ff.).

3.3  Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) hat, wo es das 

Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten 

Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die 

einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, 

während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder 

rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs 

behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (vgl. BGE 141 III 

241 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen 

im Bereich des Versicherungsvertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, 

geniesst die anspruchsberechtigte Person insofern eine Beweiserleichterung, als sie 

nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten 

Versicherungsanspruchs darzutun hat. Beim Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ist verlangt, dass die Möglichkeit, es könnte sich auch anders 

verhalten, zwar nicht ausgeschlossen ist, sie aber für die betreffende Tatsache weder 

eine massgebende Rolle spielen noch vernünftigerweise in Betracht fallen darf (Urteil 

des Bundesgerichts vom 11. März 2015, 4A_516/2014, E. 4.1 mit Hinweis u.a. auf BGE 

130 III 325 E. 3.3).

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3.4  Das grundsätzlich anwendbare VVG enthält mit Ausnahme von Art. 87 VVG, der 

das selbstständige Forderungsrecht des Begünstigten in der kollektiven Unfall- oder 

Krankenversicherung normiert, keine spezifischen Bestimmungen zum Krankentaggeld. 

Deshalb sind vorab die vertraglichen Vereinbarungen der Parteien massgebend.

4.   

4.1  Gemäss dem Versicherungsvertrag vom 15. Januar 2016 wurde zwischen der 

Beklagten und der Arbeitgeberin des Klägers für deren Arbeitnehmende eine 

Krankentaggeldversicherung abgeschlossen (act. G 5.1).

4.2  Der Kläger trat seine Stelle bei der Arbeitgeberin am 1. März 2016 an. Als 

Angestellter mit Jahrgang 19__ gehört er zum versicherten Personenkreis (vgl. Art. 10 

Abs. 1 AVB). Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltpunkte dafür, dass der Kläger 

bei Stellenantritt nicht voll arbeitsfähig gewesen wäre (vgl. AVB Seite 3). Folglich ist der 

Kläger seit seinem Stellenantritt bei der Beklagten krankentaggeldversichert (vgl. Art. 

11 Abs. 1, Art. 9 Abs. 1 Bst. a AVB). Der Einwand der Beklagten, dass es sich um einen 

vorbestehenden und deswegen nicht versicherten Krankheitsfall handle, ist daher 

unbehelflich (vgl. act. G 5, G 10).

4.3 

4.3.1      Der Versicherungsschutz endet gemäss den Vertragsbedingungen für die 

versicherte Person u.a. mit dem Ausschöpfen der versicherten 720 Taggelder innerhalb 

von 900 Tagen (vgl. G 5.1, Art. 11 Abs. 3 Bst. e i.V.m. Art. 16 Abs. 1 AVB) und mit dem 

Austritt aus dem versicherten Betrieb, sofern kein Übertritt in die Einzelversicherung 

erfolgt (vgl. Art. 11 Abs. 3 Bst. b, Art. 12 AVB). Gemäss Art. 16 Abs. 5 AVB besteht bei 

Beendigung des Arbeitsverhältnisses - unabhängig von einem Übertritt in die 

Einzeltaggeldversicherung - für Krankheiten, die während der Vertragsdauer 

eingetreten sind, solange ein Taggeldanspruch, als die versicherte Person nicht wieder 

mindestens 75% arbeits- oder erwerbsfähig und die maximale Anzahl Taggelder noch 

nicht ausgeschöpft ist.

4.3.2      Die vorliegend relevante krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit begann am 14. 

Juni 2016 (vgl. Krankheitsmeldung der Arbeitgeberin vom 30. August 2016, act. G 1.3). 

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Die zumindest teilweise Arbeitsunfähigkeit dauerte gemäss den vorliegenden 

Arztzeugnissen bis Ende 2016. Die Beklagte entrichtete entsprechend Taggelder (vgl. 

Art. 13 Abs. 2 AVB; act.  G 1.6, G 5.3). Ab dem 22. März 2017 wurde der Kläger 

stationär in der Psychiatrischen Klinik C.___ behandelt. Infolgedessen bestand ab 

Klinikeintritt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. act. G 1.8). Aufgrund der 

unveränderten Diagnosestellung ist von einem Rückfall im Sinne von Art. 15 Abs. 1 

AVB und Art. 5 Abs. 3 BVB auszugehen (vgl. act. G 1.8, G 8.2). Da der Kläger zum 

Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses per Ende Juni 2017 gemäss den 

Arztzeugnissen zu 100% arbeitsunfähig war (vgl. act. G 8.4), blieb er für die Folgen der 

bisherigen Krankheit auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses grundsätzlich 

taggeldversichert und dies unabhängig vom Übertritt in die Einzeltaggeldversicherung 

(vgl. act. G 10-5 f., G 10.2 f.).

5.   

Nachfolgend ist zu prüfen, ob ein versichertes Ereignis vorliegt, welches einen 

Krankentaggeldanspruch zu begründen vermag.

5.1  Gemäss Art. 8 AVB gewährt die Beklagte Versicherungsschutz gegen die Folgen 

von Krankheit und Geburt im Rahmen der vereinbarten Leistungen. Der 

Versicherungsschutz umfasst gemäss Versicherungsvertrag Krankentaggelder ab dem 

31. Tag der Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 80% des versicherten Lohnes während 

720 innerhalb von 900 Tagen. Um Leistungen beanspruchen zu können, muss 

insbesondere die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit ärztlich bescheinigt sein (Art. 

13 Abs. 1 AVB) und zumindest 25% betragen (Art. 13 Abs. 2 AVB), die Wartezeit 

abgelaufen sein (Art. 14 Abs. 1 AVB); schliesslich darf die vereinbarte maximale Anzahl 

Taggelder noch nicht ausgeschöpft sein.

5.2  Die vertraglich vereinbarte Wartezeit von 30 Tagen wurde bereits vor Beginn des 

eingeklagten Zeitraumes am 1. September 2017 erfüllt, richtete doch die Beklagte 

Taggelder bis 31. August 2017 an den Kläger aus (vgl. act. G 1.6).

5.3  Die vertraglich vereinbarte maximale Anzahl von 720 Taggeldern innerhalb von 900 

Tagen ist, da der Kläger erstmals am 14. Juni 2016 krankheitsbedingt arbeitsunfähig 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

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war, selbst am Ende des eingeklagten Zeitraumes (5. Januar 2018) noch nicht 

ausgeschöpft.

5.4  Als Krankheit gilt gemäss Art. 7 Abs. 1 AVB jede Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist, 

die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine 

Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 3 ATSG). Nach Art. 7 Abs. 2 AVB ist 

Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit bedingte volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf 

oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 ATSG). Nach drei Monaten 

Arbeitsunfähigkeit wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder 

Aufgabenbereich berücksichtigt.

5.4.1      Festzustellen ist, dass der Versicherungsschutz der 

Krankentaggeldversicherung gemäss den Vertragsbedingungen umfassend ist bzw. 

wenige Einschränkungen kennt, denn jede nicht unfallbedingte Beeinträchtigung der 

Gesundheit, die eine Arbeitsunfähigkeit von zumindest 25% zur Folge hat, gewährt 

einen grundsätzlichen Anspruch auf Versicherungsleistungen in der Form von 

Krankentaggeldern. Folglich kann dem Einwand der Beklagten, dass es sich bei der 

Krankheit des Klägers - mit Anlehnung bzw. Verweis auf die 

sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung [bspw. psychische Leiden ohne 

Krankheitswert] - nicht um eine versicherte Krankheit handelt, nicht gefolgt werden, da 

sich der Leistungsanspruch alleinig nach den Vertragsbestimmungen richtet. Lediglich 

die in Art. 9 genannten Krankheiten sind grundsätzlich vom Versicherungsschutz 

ausgeschlossen. Suchterkrankungen, da nicht genannt, gehören folglich nicht dazu.

5.4.2      Um das Bestehen einer Arbeitsunfähigkeit bzw. deren Ausmass beurteilen zu 

können, ist die Versicherung und im Klagefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, 

die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 

haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Hinsichtlich 

des Beweiswertes eines Arztberichtes ist analog zur Rechtsprechung im 

Sozialversicherungsrecht entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

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umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a). Erachtet das Gericht die 

rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidungsgrundlagen bei pflichtgemässer 

Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere 

ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen (RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a; 

BGE 122 V 157 E. 1d).

5.4.3      Nachfolgend sind daher die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse insbesondere unter 

den Vorgaben der AVB zu würdigen.

5.4.4      Der Kläger hat für den eingeklagten Zeitraum vom 1. September 2017 bis 5. 

Januar 2018 ärztliche Atteste vorgelegt, die durchgehend eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigen (act. G 5.3). Der Kläger ist damit seiner Verpflichtung 

zur Vorlage von ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nachgekommen (vgl. 

Art. 20 Abs. 3 AVB).

5.4.5      Die Beklagte hat von ihrem Recht, den Kläger ärztlich untersuchen bzw. 

begutachten zu lassen (vgl. Art. 21 Abs. 1 Satz 3 AVB), Gebrauch gemacht. So 

untersuchte der Psychiater Dr. K.___ im Auftrag der Beklagten den Kläger am 7. August 

2017. Das Gutachten stammt vom 15. August 2017. Die Beklagte erachtet gestützt auf 

dieses Gutachten die Arbeitsunfähigkeit des Klägers zumindest ab dem 1. September 

2017 nicht als nachgewiesen, da der Gutachter keine psychische Störung mit 

Krankheitswert erhoben habe (vgl. G 1.11-8; vgl. dazu Ausführungen in Erwägungen 

5.4.1) und der Kläger gemäss Gutachter in der angestammten und in einer adaptierten 

Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei (vgl. G 1.11-9).

5.4.6      Dr. K.___ erklärte, dass der Kläger zwecks einer tieferen Auseinandersetzung 

mit seiner Suchtproblematik und Sicherstellung einer langfristigen Suchtmittelabstinenz 

weiterhin die bereits eingeleitete stationäre Suchtbehandlung benötige. Während dieser 

stationären Behandlung könne dem Kläger aufgrund der Notwendigkeit einer 

Therapiepräsenz eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert werden (vgl. G 1.11-8 f.). Die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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diagnostizierten Kokain- und Alkoholabhängigkeiten versah Dr. K.___ explizit mit dem 

Zusatz, dass Abstinenz gegenwärtig nur in beschützender Umgebung bestehe. Vor 

diesem Hintergrund ist die Beklagte spitzfindig, wenn sie behauptet, dass während des 

Aufenthaltes in der Institution G.___ vom 19. Juni bis 21. Dezember 2017 keine 

krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit im Sinne der AVB vorgelegen habe. Auch Dr. 

E.___ von der Psychiatrischen Klinik C.___ sowie der Psychiater Dr. J.___ gingen von 

der Notwendigkeit bzw. Zweckmässigkeit der stationären Therapie in der Institution 

G.___ aus (vgl. act. G 1.8, G 1.17, G 8.2). Anzumerken ist, dass die 

Versicherungsbedingungen Verhaltenspflichten nennen, welche im Leistungsfall die 

versicherte Person u.a. dazu verpflichten, für fachgemässe ärztliche Pflege besorgt zu 

sein und den Anordnungen der Ärzte Folge zu leisten (vgl. Art. 22 Abs. 1, Art. 23 Abs. 1 

AVB). Der Therapieaufenthalt in der Institution G.___ ist infolgedessen als 

schadensmindernde und aus übereinstimmender ärztlicher Sicht als erforderliche 

Behandlungsmassnahme einzustufen. Da während des stationären 

Therapieaufenthaltes keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen werden kann, ist vor einer 

100%igen krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AVB 

auszugehen, welche den grundsätzlichen Anspruch auf Taggelder zu begründen 

vermag.

5.4.7      Bezüglich des eingeklagten Zeitraumes nach Beendigung des stationären 

Aufenthalts in der Institution G.___ (Austritt am 21. Dezember 2017) stellt sich die 

Situation anders dar. So enthalten die Akten keine Anhaltspunkte für eine fortdauernde 

Therapiebedürftigkeit des Klägers (vgl. Austrittsbericht der Institution G.___ vom 20. 

Dezember 2017, act. G 8.3). Aus dem Arbeitsunfähigkeitszeugnis von med. prakt. 

H.___ vom 5. Januar 2018 ist auch nicht ersichtlich, wieso eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit vom 22. Dezember 2017 bis 5. Januar 2018 und ab dem 6. Januar 

2018 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorliegen soll (vgl. act. G 8.4, vgl. auch act. G 

10.2). Dies wird vom Kläger auch nicht erläutert. Die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit ab 

dem 22. Dezember 2017 vermag daher nicht im Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu überzeugen. Vielmehr ist - auch gestützt auf die Aussagen im 

Gutachten von Dr. K.___ vom 15. August 2017 - davon auszugehen, dass im 

eingeklagten Zeitraum nur während der Dauer der stationären Therapie eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit vorlag und danach der Kläger zu 100% arbeitsfähig war.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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5.5  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im eingeklagten Zeitraum vom 1. 

September 2017 bis 5. Januar 2018 gestützt auf die ärztlichen Berichte nur während 

des stationären Therapieaufenthaltes des Klägers in der Institution G.___ (19. Juni bis 

21. Dezember 2017) im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon 

ausgegangen werden kann, dass eine 100%ige krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit 

vorlag. Für den eingeklagten Zeitraum nach Beendigung des stationären Aufenthaltes 

(22. Dezember 2017 bis 5. Januar 2018) vermag das unbegründete Arztzeugnis von 

med. prakt. H.___ vom 5. Januar 2018 (act. G 8.4) in Anbetracht der weiteren 

(ärztlichen) Berichte nicht im erforderlichen Grad zu überzeugen. Bei dieser 

Ausgangslage kann auf die Anordnung eines gerichtlichen Gutachtens zur 

Arbeitsfähigkeit des Klägers verzichtet werden und es erübrigt sich eine 

Auseinandersetzung mit den weiteren Beweisanträgen wie dem Beizug der IV-Akten.

6.   

6.1  Im Sinn der vorherstehenden Erwägungen ist die Klage teilweise gutzuheissen und 

die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger gründend auf einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit vom 1. September bis zum 21. Dezember 2017 Fr. 14'348.40 zu 

bezahlen (112 Krankentaggelder zu Fr. 128.20 pro Tag; vgl. act. G 1.6).

6.2  Die Rechtsvertreter des Klägers beantragten die Verzinsung des 

Taggeldausstandes zu 5% ab dem 2. November 2017 bzw. ab mittlerem Verfall (vgl. 

act. G 8).

6.2.1      Gemäss Art. 102 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR; SR 220) setzt 

der Schuldnerverzug die Fälligkeit der Forderung und eine Mahnung oder einen 

bestimmten Verfalltag voraus (vgl. auch WOLFGANG WIEGAND in: Basler Kommentar 

zum OR I, 5. Aufl. Basel 2011 [nachfolgend BSK OR I], Art. 102 N 3). Lehnt die 

Versicherung zu Unrecht ihre Leistungspflicht definitiv ab, bedarf es keiner Mahnung 

der versicherten Person. Fälligkeit und Verzug treten dann sofort ein, und eine 

Deliberationsfrist wird überflüssig (PASCAL GROLIMUND/ALAIN VILLARD in: Basler 

Kommentar zum VVG, Nachführungsband, Basel 2012 (nachfolgend BSK VVG), Art. 41 

ad N 20, 2. Abschnitt). Denn diesfalls erklärt der Schuldner unmissverständlich, dass er 

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nicht leisten werde, weshalb sich eine Mahnung als überflüssig erweisen würde. Der 

Gläubiger kann daher analog Art. 108 Ziff. 1 OR auf sie verzichten. Dies gilt auch dann, 

wenn die eindeutige und definitive Verweigerungserklärung schon vor Fälligkeit der 

Forderung abgegeben wurde (antizipierter Vertragsbruch; WIEGAND in: BSK OR I, Art. 

102 N 11).

6.2.2      Nach den vorstehenden Ausführungen geriet die Beklagte mit der definitiven 

Ablehnung ihrer Leistungspflicht mit den einzelnen Taggeldern jeweils am Tag der 

Fälligkeit in Verzug. Aus praktischen Gründen rechtfertigt es sich, von einem mittleren 

Verfall der zugesprochenen Taggelder am 26. Oktober 2017 auszugehen (1. September 

2017 zuzüglich halbe Leistungsdauer von 56 Tagen [112 Tage : 2]; analog zum 

mittleren Verfall von Schadenszinsen; vgl. CHRISTIAN HEIERLI/ANTON K. SCHNYDER 

in: BSK OR I, Art. 42 N 5). Gemäss Art. 100 VVG i.V.m. Art. 104 Abs. 1 OR beträgt der 

Verzugszins 5% pro Jahr.

6.3  Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei 

auferlegt. Prozesskosten sind gemäss Art. 95 Abs. 1 ZPO die Gerichtskosten (lit. a) und 

die Parteientschädigung (lit. b).

6.3.1      Gerichtskosten sind keine aufzuerlegen (vgl. Art. 114 lit. e ZPO).

6.3.2      Bei der Parteientschädigung richtet sich das Gericht grundsätzlich nach den 

kantonalen Tarifen (Art. 105 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 96 ZPO). Das mittlere 

Honorar im Zivilprozess beträgt nach Art. 14 lit. b der Honorarordnung für 

Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) Fr. 1'230.- bei einem Streitwert 

von Fr. 5'000.- bis Fr. 20'000.-, wobei 15,4% des Streitwerts hinzuzuzählen sind. Der 

Streitwert beläuft sich nach dem in zeitlicher Hinsicht erweiterten Rechtsbegehren in 

der Replik auf Fr. 16'281.40 (vgl. G 8-19), sodass sich ein mittleres Honorar von Fr. 

3'737.35 ergibt (Fr. 1'230.- plus 15,4% von Fr. 16'281.40). Da dem Kläger jedoch nur 

112 der eingeklagten 127 Taggelder zuzusprechen sind, was einem teilweisen 

Obsiegen im Umfang von 88.2% entspricht, ist das Honorar entsprechend 

anzupassen. Damit resultiert ein Honorar von Fr. 3'296.35 (88.2% von Fr. 3'737.35). 

Gemäss Art. 28bis Abs. 1 HonO besteht Anspruch auf den pauschalen Ersatz für 

Barauslagen von 4% des Honorars, höchstens Fr. 1'000.-. Beim Honorar von Fr. 

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3'296.35 beträgt dieser Fr. 131.85. Die Mehrwertsteuer von 8% wird zum Honorar und 

zu den Barauslagen hinzugerechnet (Art. 29 HonO) und beträgt vorliegend gerundet Fr. 

274.25. Damit beträgt die Parteientschädigung bemessen nach den kantonalen Tarifen 

Fr. 3'702.45 (inkl. Barauslagen und MwSt.). Der anwaltlich vertretene Kläger hat eine 

Honorarnote in der Höhe von Fr. 8'304.35 (inkl. Barauslagen und MwSt.) eingereicht 

(act. G 12, G 12.1). Vorliegend ist von einem durchschnittlich aufwendigen Fall 

auszugehen, sodass sich ein Abweichen von den Bestimmungen der HonO zum 

streitwertabhängigen mittleren Honorar nicht rechtfertigt. Dafür kann auch die doppelte 

Rechtsvertretung, sollte sie sich auf die Höhe des geltend gemachten Honorars 

ausgewirkt haben, keinen Anlass geben. Denn ein Grund, weshalb im vorliegenden Fall 

die Vertretung durch einen einzigen Rechtsanwalt bzw. eine einzige Rechtsanwältin 

nicht ausgereicht hätte, ist nicht ersichtlich. Die Beklagte hat den teilweise 

obsiegenden Kläger mit Fr. 3'702.45 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu entschädigen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 14 des sankt-gallischen Reglements über 

Organisation und Geschäftsgang des Versicherungsgerichtes (OrgR; sGS 941.114)

1.   

Die Klage wird in dem Sinn teilweise gutgeheissen, dass die Beklagte verpflichtet wird, 

dem Kläger Fr. 14'348.40 nebst Zins zu 5% seit 26. Oktober 2017 zu entrichten.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beklagte hat den Kläger mit Fr. 3'702.45 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu 

entschädigen

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.11.2018
	Der Anspruch auf Krankentaggelder richtet sich nach dem Versicherungsvertrag und den inkludierten Allgemeinen und Besonderen Versicherungsbedingungen. Daher können keine zusätzlich zu erfüllende Anspruchs-voraussetzungen verlangt oder der Ausschluss von vertraglich vereinbarten Leistungen (Krankentaggelder) - bspw. gestützt auf die sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechungspraxis zu Suchterkrankungen - vorgenommen werden. Taggeldanspruch während der stationären Langzeittherapie eines ehemals Suchtkranken bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. November 2018, KV-Z 2017/12).

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		2025-07-19T05:27:02+0200
	"9001 St.Gallen"
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