# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de7ca2af-7ede-54eb-ab70-3b3783806984
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.03.2015 UV 2014/94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-94_2015-03-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/94

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 20.03.2015

Entscheiddatum: 20.03.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 20.03.2015
Art. 16 UVG, Art. 6 ATSG, Anspruch auf Taggelder gemäss 
UVGBeweiswürdigung, Nachteil der Beweislosigkeit (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. März 2015, UV 
2014/94).Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim 
Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin 
Andrea WepferEntscheid vom 20. März 2015in 
SachenA.___,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans 
Frei, Kriessernstrasse 40, 9450 Altstätten,gegenSchweizerische 
Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 
6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto 
Bachmann, Lischer, Zemp & Partner,Schwanenplatz 4, 
6004 Luzern,betreffendTaggeldleistungenSachverhalt:

A.    

A.a  A.___ war als Maurer bei der B.___ AG angestellt und dadurch bei der Suva 

obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 15. Juli 2011 war er als 

Beifahrer in einem Kleinbus unterwegs, als dieser mit einem anderen Personenwagen 

zusammenprallte (Suva-act. 28). Im Rahmen dieser Kollision zog sich der Versicherte 

eine vertikale Spaltfraktur HWK 5, eine Wirbelbogenfraktur rechts HWK 4, 

Deckplattenkompressionsfrakturen BWK 4 und 5 sowie eine leichte traumatische 

Hirnverletzung ohne Parenchymveränderungen zu (Suva-act. 23).

A.b  Nach einer notfallmässigen Erstversorgung im Spital C.___ wurde der Versicherte 

ins Kantonsspital Graubünden verlegt. Die Hospitalisation dauerte vom 15. bis 18. Juli 

2011. Nach der erfolgten neurologischen Überwachung wurde der Versicherte 

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entlassen, ausgestattet mit einem Philadelphia-Kragen zur konservativen Behandlung 

der Halswirbelfrakturen (Suva-act. 23).

A.c  Am 6. September 2011 erfolgte die Vorstellung im Spital D.___. Im Bericht vom 

gleichen Tag wurde festgehalten, dass die Orthesen ab sofort weggelassen werden 

könnten bzw. je nach Befinden nur noch der weiche Halskragen getragen werden solle 

(Suva-act. 29).

A.d  Die Suva sprach dem Versicherten in ihrer Verfügung vom 28. September 2011 ein 

wegen groben Selbstverschuldens um 20 % gekürztes Taggeld ab 17. Juli 2011 zu 

(Suva-act. 34).

A.e  Am 25. Oktober 2011 fand erneut eine Konsultation im Spital D.___ statt. Dem 

Bericht von Dr. med. E.___ vom selben Tag ist zu entnehmen, dass die Behandlung 

von Seiten des Spitals abgeschlossen werden konnte und dass weitere Physiotherapie 

nicht als notwendig erachtet wurde. Weiter wurde ausgeführt, dass der Versicherte in 

seinem ursprünglichen Beruf als Maurer 50 % arbeitsfähig sei. Die zu diesem Zeitpunkt 

noch bestehenden Restbeschwerden sollten sich im Laufe der kommenden Wochen 

vollends zurückbilden (Suva-act. 57).

A.f   Am 25. November 2011 schrieb der Hausarzt Dr. med. F.___ den Versicherten ab 

dem 28. November 2011 zu 100 % arbeitsfähig (Suva-act. 58).

A.g  Am 9. Dezember 2011 widerfuhr dem Versicherten ein weiteres Unfallereignis, bei 

dem ihm ein Schalungsschloss auf den linken kleinen Finger fiel und er sich einen 

Bruch zuzog (Suva-act. 61, 62).

A.h  Der Versicherte reichte am 18. Januar 2012 eine Anmeldung bei der IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen ein (IV-act. 1). Diese gewährte Berufsberatung (Suva-act. 67), 

welche erstmals am 21. März 2012 stattfand (Suva-act. 69). Der Versicherte 

interessierte sich für eine Umschulung zum Hochbauzeichner (Suva-act. 73). Die Suche 

nach einer Lehr- oder Praktikumsstelle gestaltete sich aber schwierig. Deshalb wurde 

ab Frühjahr 2013 eine Ausbildung zum technischen Kaufmann anvisiert (Suva-act. 78). 

Am 15. Oktober 2013 wurde dem Versicherten Kostengutsprache für die Umschulung 

zum technischen Kaufmann für die Zeit vom 23. August 2013 bis 31. Juli 2015 erteilt 

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(Suva-act. 80). Nachdem der Versicherte diese Umschulung per 30. April 2014 

abgebrochen hatte, wurde mit Mitteilung vom 16. Mai 2014 die Kostengutsprache für 

berufliche Massnahmen aufgehoben (Suva-act. 91).

A.i   Am 26. Februar 2014 hatte der Versicherte bei der Suva die Weiterausrichtung von 

Taggeld beantragen lassen (Suva-act. 82, vgl. auch 84). Die Suva hatte daraufhin mit 

Verfügung vom 18. März 2014 festgehalten, dass ab dem 28. November 2011 eine 

volle Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe und deshalb kein Anspruch auf Ausrichtung von 

Taggeldleistungen mehr bestehe (Suva-act. 87).

B.    

B.a  Gegen die Verfügung der Suva vom 18. März 2014 hatte der Versicherte am 

27. März 2014 Einsprache erhoben. Die Suva habe ihm rückwirkend ein UV-Taggeld 

auszurichten. Der behandelnde Hausarzt Dr. F.___ habe ihn lediglich für eine 

angepasste Tätigkeit ab dem 28. November 2011 zu 100 % arbeitsfähig geschrieben, 

und seine Arbeitsbemühungen in seinem angestammten Beruf seien wegen starker 

Schmerzen gescheitert (Suva-act. 88).

B.b  Die Suva bot den Versicherten zur kreisärztlichen Untersuchung bei Dr. med.

G.___ auf, die am 7. August 2014 stattfand. Der Kreisarzt hielt in seinem gleichentags 

erstellten Bericht fest, dass keine Funktionsbeeinträchtigungen beständen. Zudem sei 

unter Hinweis auf den Untersuchungsbefund des Spitals D.___ vom 25. Oktober 2011 

von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit als Maurer von Februar 2012 bis August 

2013 auszugehen (Suva-act. 110).

B.c  Am 10. November 2014 erliess die Suva einen abweisenden Einspracheentscheid. 

Der Versicherte sei ab dem 25. Oktober 2011 zu 50 % arbeitsfähig gewesen und ab 

dem 28. November 2011 zu 100 %. Die Behandlung habe zudem abgeschlossen 

werden können und es sei weiter nicht einmal mehr Physiotherapie notwendig 

gewesen. Auch der Kreisarzt habe anlässlich seiner Untersuchung vom 7. August 2014 

festgestellt, dass objektiv keine Funktionsbeeinträchtigung mehr vorliege. Da eine 

Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in seiner angestammten beruflichen Tätigkeit nach 

dem 27. November 2011 – mit Ausnahme der Zeit zwischen dem 9. Dezember 2011 

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und dem 31. Januar 2012 – weder medizinisch ausreichend dokumentiert noch 

aufgrund der Faktenlage nachvollziehbar und glaubhaft ausgewiesen sei, seien die 

weiteren Taggeldleistungen zu Recht verweigert worden (Suva-act. 120).

C.    

C.a  Am 10. Dezember 2014 erhob der Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer) 

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid. Er beantragte, es seien ihm rückwirkend 

Taggelder vom 29. November 2011 bis 8. Dezember 2011 sowie vom 1. Februar 2012 

bis 22. August 2013 auszurichten. Eventualiter beantragte er die Anordnung eines 

medizinischen Gutachtens. Sein Hausarzt Dr. F.___ habe ihn ab dem 28. November 

2011 lediglich in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig erklärt. Ein 

Tätigkeitswechsel sei ausserdem nicht zumutbar gewesen, da gegenüber der 

Invalidenversicherung ein Recht auf berufliche Massnahmen bestanden habe (Suva-

act. 123).

C.b  In ihrer Beschwerdeantwort vom 21. Januar 2015 beantragt die Suva (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin), die Beschwerde sei abzuweisen, da der Beschwerdeführer ab 

dem 25. Oktober 2011 zu 50 % und seit dem 28. November 2011 zu 100 % 

arbeitsfähig sei. In dieser Zeit habe er auch verschiedentlich temporär als Maurer 

gearbeitet. Die Dauer der jeweiligen Arbeitseinsätze hänge mit der Natur des 

Temporärwesens an und für sich zusammen und es sei nicht zu beschwerdebedingten 

Arbeitsunterbrüchen gekommen. Bei längerer Dauer der Arbeitsunfähigkeit sei 

ausserdem auch eine zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf zu berücksichtigen 

(act. G 5).

C.c  Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.

Erwägungen:

1.     

1.1   Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin für die Folgen des Unfalls vom 

15. Juli 2011 ihre Leistungspflicht und erbrachte die entsprechenden 

Taggeldleistungen bis zum 27. November 2011. Streitig und zu prüfen ist, ob die 

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Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab dem 28. November 2011 – mit 

Ausnahme der Zeit vom 9. Dezember 2011 bis 31. Januar 2012 – die Ausrichtung von 

Taggeldleistungen zu Recht verweigerte.

1.2   Voraussetzung für die Ausrichtung von Taggeldleistungen ist das Vorliegen einer 

vollen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit infolge des Unfalles (Art. 16 UVG). Arbeits­

unfähigkeit ist gemäss Art. 6 ATSG die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 

bisherigen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten. Es handelt sich um eine Einbusse an 

funktionellem Leistungsvermögen (BGE 114 V 286). Das heisst, dass darauf abzustellen 

ist, in welchem Mass die versicherte Person aus gesundheitlichen Gründen im 

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich nicht mehr nutzbringend tätig sein kann (BGE 

115 V 404).

2.     

2.1   Betreffend den Heilungsprozess des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass die 

gesundheitlichen Unfallfolgen grundsätzlich gut ausgeheilt sind. Am 6. September 2011 

anlässlich einer Kontrolle im Spital D.___ wurde ihm eröffnet, dass er die Orthesen ab 

diesem Datum weglassen könne, bzw. je nach Befinden nur noch der weiche 

Halskragen getragen werden müsse, und es wurde Physiotherapie verordnet (Suva-act. 

29). Nochmals knapp zwei Monate später anlässlich einer weiteren Konsultation konnte 

die Behandlung von Seiten des Spitals abgeschlossen werden. Es wurde auch keine 

weitere Physiotherapie als notwendig erachtet. Der Beschwerdeführer wurde in seinem 

ursprünglichen Beruf 50 % arbeitsfähig geschrieben, und die Restbeschwerden sollten 

im Laufe der kommenden Wochen komplett vergehen (Suva-act. 57). Am 

25. November 2011 schrieb ihn sein Hausarzt per 28. November 2011 100 % 

arbeitsfähig (Suva-act. 58). Danach war der Beschwerdeführer wieder als Maurer tätig, 

bis er diese Tätigkeit durch einen am 9. Dezember 2011 erlittenen weiteren Unfall mit 

einer Verletzung am Finger wiederum beendete bzw. unterbrach. Strittig ist, ob sich die 

attestierte 100 %-ige Arbeitsfähigkeit nachträglich als zu optimistisch herausstellte.

2.2   Bezüglich der für den massgeblichen Zeitraum vorhandenen medizinischen 

Unterlagen ist am ehesten davon auszugehen, dass angesichts der ohne 

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Komplikationen voranschreitenden Heilung und basierend auf der Prognose des 

behandelnden Arztes des Spitals D.___ vom 25. Oktober 2011, wonach die 

Restbeschwerden in den kommenden Wochen komplett verschwinden sollten und 

damit auch wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vorliegen 

würde, per 28. November 2011 eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit vorlag. Dass der Hausarzt Dr. F.___ auf einem ihm durch die 

Beschwerdegegnerin vorgelegten Formular auf die Frage, ob sie sich beim Betrieb um 

Zuweisung geeigneter Arbeit verwenden solle, mit "Ja" antwortete, heisst nicht, dass er 

damit implizierte, die Wiederaufnahme der Arbeit könne nur in Bezug auf eine 

angepasste Tätigkeit geschehen. Abgesehen von der Bejahung dieser Hilfestellung ist 

dem entsprechenden Formular nichts zu entnehmen, was darauf hinweisen würde, 

dass der Beschwerdeführer noch durch die Folgen des Unfalles vom 15. Juli 2011 

beeinträchtigt gewesen wäre. Die übrigen Antworten legen nahe, dass sowohl der 

bisherige objektive wie auch der bisherige subjektive Verlauf gut gewesen seien. 

Bezüglich weiterer Therapiemassnahmen bestand kein Handlungsbedarf und die Frage 

nach einem bleibenden Nachteil beantwortete Dr. F.___ damals abschlägig (Suva-act. 

58). Auch wenn Dr. F.___ daraufhin anlässlich eines Gesprächs mit dem Regionalen 

Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (nachfolgend RAD) vom 7. Februar 2012 

(IV-act. 10) ausführte, in der angestammten Tätigkeit liege beim Beschwerdeführer seit 

dem Unfall eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vor mit einer Unterbrechung von einer 

Woche für einen frustranen Arbeitsaufnahmeversuch, so ändert das nichts daran, dass 

zuvor von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen 

war.

2.3   Weiter stellt sich die Frage, ob, nachdem der Beschwerdeführer per 28. November 

2011 wieder 100 % arbeitsfähig geschrieben wurde und die Wiederaufnahme der 

Arbeit erfolgte, sich danach bis zum 22. August 2013 erneut eine Arbeitsunfähigkeit 

einstellte. Der Beschwerdeführer macht einerseits geltend, aus der Gesprächsnotiz des 

RAD mit Dr. F.___ vom 7. Februar 2012 (IV-act. 10) werde klar, dass – entgegen der 

Annahme von Dr. F.___ vom 25. November 2011 (Suva-act. 58) – in der angestammten 

Tätigkeit als Maurer seit dem Unfall abgesehen von einer Woche für einen frustranen 

Arbeitsversuch immer eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden habe (IV-act. 10). 

Andererseits behauptet er, während der Arbeit in der angestammten Tätigkeit unter 

Schmerzen gelitten zu haben. Es stellt sich deshalb die Frage, wie die Einschätzung 

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der Arbeitsfähigkeit zu würdigen ist bzw. welches Bild sich aus einer Gesamtwürdigung 

der Akten ergibt.

2.4   Die Gesprächsnotiz des RAD mit Dr. F.___ vom 7. Februar 2012 ist knapp und 

medizinisch eher dürftig begründet (IV-act. 10). Der Beschwerdeführer hatte gegenüber 

der Beschwerdegegnerin anlässlich eines Telefongesprächs vom 26. Januar 2012 zu 

Protokoll gegeben, dass er nach wie vor zeitweise Nackenbeschwerden habe, 

insbesondere während der Zeit, als er wieder als Maurer tätig gewesen sei, seien ab 

Mittag jeweils stechende Schmerzen im Nacken aufgetreten, welche in den Rücken 

ausgestrahlt hätten. Eine Behandlung diesbezüglich sei aber nicht mehr erfolgt (Suva-

act. 62). Während eines weiteren Telefongesprächs vom 13. November 2012 gab er an, 

nach längerem Laufen trete ein unangenehmes Gefühl von der Mitte des Rückens bis 

in den Nacken auf. Bis zur Woche vor dem Telefongespräch habe er auf dem Bau 

gearbeitet. Behandlungen erfolgten nach wie vor keine, ab dem folgenden Jahr werde 

er wohl ein Fitnessabonnement lösen (Suva-act. 74). Am 19. November 2013 machte er 

die Angabe, nach langem Sitzen trete zeitweise beim Aufstehen ein heftiger Zwick im 

Brustwirbelsäulenbereich auf, welcher ca. eine Minute anhalte, aber er habe sich 

deswegen nicht in ärztliche Behandlung begeben (Suva-act. 81). Anlässlich eines 

persönlichen Treffens des Beschwerdeführers und einer Aussendienstmitarbeiterin der 

Beschwerdegegnerin in der Kanzlei des Rechtsvertreters des Ersteren führte der 

Beschwerdeführer aus, dass es bei verschiedenen körperlich anstrengenden 

Tätigkeiten gelegentlich zu Beschwerden gekommen sei. Auch bei seinen 

Arbeitseinsätzen habe er jeweils Schmerzen gehabt. Dies sei meistens abends der Fall 

gewesen, während der Arbeit habe er dies weniger gemerkt. Er habe auch schon 

länger keine Schmerzmittel mehr eingenommen, abgesehen von Dafalgan während der 

Arbeitseinsätze. Zur Vervollständigung seiner beruflichen Einsätze konkretisierte er, 

über die B.___ AG beim Betrieb H.___ und der I.___ AG als Maurer tätig gewesen zu 

sein. Bei der Firma J.___ sei er im Strassenbau tätig gewesen, dort habe er ganztägig 

geschaufelt und gepickelt. Dies habe dazumal jedoch zu grossen Schmerzen geführt. 

Bei der K.___ AG sei er einmal für Dächer- und Fassadenarbeiten eingesetzt worden, 

ansonsten immer als Maurer tätig gewesen. Er könne ausserdem sagen, dass er jeweils 

während der Arbeit kaum etwas bemerkt habe. Abends zu Hause habe er dann jedoch 

Ausstrahlungen vom Nacken her über die Schulter bis in den Halsbereich bekommen. 

Kopfschmerzen könne er für diese Zeit nicht konkret nennen. Er habe jeweils für 

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wenige Wochen in den Betrieben gearbeitet, danach wieder längere Pausen eingelegt. 

Das sei jeweils auch vom vorhandenen Geld abhängig gewesen. Seinen Arbeitgebern 

habe er jeweils nichts über seine Beschwerden gesagt, er sei kein "Jammeri". Trotz der 

Schmerzen habe er die Arbeiten verrichten können, jeweils für wenige Wochen (Suva-

act. 104).

2.5   Diese Schilderungen erwecken zwar den Eindruck gelegentlicher Störungen des 

körperlichen Wohlbefindens, mitunter auch Ansätze echter Schwierigkeiten, den 

angestammten Beruf auszuüben, aber in Bezug auf den Beweis einer relevanten 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bewegen sie sich lediglich im Bereich 

des Möglichen, aber nicht des überwiegend Wahrscheinlichen. Auch wenn körperliches 

Unwohlsein durch die angestammte Tätigkeit ausgelöst wurde, war es dem 

Beschwerdeführer aber offenbar trotzdem möglich, sie auszuüben. Der 

Beschwerdeführer äusserte zwar rückblickend jeweils am Abend nach der Arbeit 

Schmerzen, aber diese verunmöglichten es ihm nicht, seiner angestammten Tätigkeit 

nachzugehen. Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer einerseits 

aussagte, er habe seine Arbeitseinsätze jeweils wegen der Schmerzen abbrechen 

müssen. Andererseits führte er in der ergänzenden Begründung seiner Einsprache vom 

28. Oktober 2014 aus, er habe seine Temporäreinsätze "aus was für Gründen auch 

immer" jeweils wieder beenden wollen. Bei Temporärbeschäftigten sei es vielmals der 

Fall, dass sie gar nicht über längere Zeit arbeiten wollten, sondern ihre Freizeit für 

andere Hobbies oder Interessen nutzen wollten (Suva-act. 119). Folglich ist nicht 

erwiesen, dass er seine Einsätze aus gesundheitlichen Gründen beendete bzw. dass 

ihm die körperliche Arbeit aus medizinischer Sicht nicht zumutbar gewesen wäre. 

Jedenfalls war er verschiedentlich wieder temporär tätig. Nach dem ersten 

Arbeitseinsatz Ende November 2011 über die B.___ AG arbeitete er 2012 August/

September bei der K.___ AG und Oktober/November wieder bei der B.___ AG (Suva-

act. 102). Unter anderem war er dabei gemäss eigenen Aussagen sogar im 

Strassenbau tätig, wo er ganztägig schaufelte und pickelte (Suva-act. 104). Hinzu 

kommt, dass er wegen der Schmerzen, die er bei der Ausübung seiner angestammten 

Tätigkeit erwähnt, in der Zeit zwischen Ende November 2011 und Sommer 2013 – 

abgesehen von einer letzten Kontrolle am 7. Dezember 2011 – nach Lage der Akten nie 

beim Arzt war. Seine Beeinträchtigungen wurden weder durch einen Mediziner 

festgestellt, noch adäquat behandelt, noch wurde er eingehend untersucht und eine 

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Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die eine, summarische Einschätzung durch Dr. F.___ vom 

7. Februar 2012 (IV-act. 10) reicht nicht aus, um für die gesamte Periode schlüssig zu 

belegen, dass der Beschwerdeführer in seinem angestammten Beruf nicht arbeitsfähig 

gewesen wäre. Damit bleibt ein Einsatz des Beschwerdeführers über das ihm 

medizinisch Zumutbare hinaus bzw. eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

in seiner angestammten Tätigkeit unbewiesen. Am Rande bemerkt erwähnte der 

Beschwerdeführer auf der Anmeldung bei der IV-Stelle vom 18. Januar 2012 auch 

unter Bemerkungen, dass er sich beruflich weiterentwickeln und vielleicht eine Lehre 

als Hochbauzeichner machen möchte und dass er dann vielleicht finanzielle 

Unterstützung brauche (IV-act. 1).

2.6   Am 7. August 2014 untersuchte Dr. G.___ den Beschwerdeführer. Zu diesem 

Zeitpunkt liessen sich keine Funktionsbeeinträchtigungen feststellen. Dr. G.___ hielt 

ausserdem fest, dass der bestehende Zustand durch keine weiteren 

Behandlungsmassnahmen verbessert werden könne und der Beschwerdeführer auf 

dem allgemeinen Arbeitsmarkt vollschichtig vermittelbar sei. Er stimmte auch dem 

Untersuchungsbefund des Spitals D.___ vom 25. Oktober 2011 zu und kam zum 

Schluss, dass von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit als Maurer vom Februar 

2012 bis August 2013 auszugehen sei (Suva-act. 110). Auch aus dem Bericht von Dr. 

G.___ ergibt sich nichts, das die Argumentation des Beschwerdeführers stützen würde.

3.     

Selbst wenn man zugunsten des Beschwerdeführers annehmen würde, dass er seine 

Arbeitskraft zumutbarerweise nur noch in einer körperlich leichten Tätigkeit verwerten 

könnte, ist die Taggeld-Leistungseinstellung nicht zu beanstanden. Der medizinische 

Endzustand war Ende November 2011 erreicht (Suva-act. 57 und 58). Art. 16 Abs. 1 

UVG verweist betreffend Arbeitsunfähigkeit auf Art. 6 ATSG und zwar ohne 

Einschränkungen. Art. 6 ATSG sieht in seinem zweiten Satz vor, dass bei langer Dauer 

auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 

berücksichtigt wird. Nach einer Lehrmeinung soll die Anwendung von Art. 6 Satz 2 

ATSG grundsätzlich ausser Betracht fallen, wenn es um Taggelder der IV, der UV oder 

MV geht, dies aufgrund deren Übergangscharakters und da diese an die Durchführung 

einer medizinischen bzw. beruflichen Massnahme geknüpft sind (Ueli Kieser, ATSG-

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Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, N 19 zu Art. 6). Aus der Rechtsprechung ergeben 

sich jedoch keine Gründe, die bei den UV-Taggeldern gegen eine einzelfallspezifische 

Prüfung der Zumutbarkeit des Wechsels in einen anderen Tätigkeitsbereich sprechen. 

Damit stellt sich die Frage, ob dem Beschwerdeführer als gelerntem Maurer eine 

Hilfsarbeit zumutbar ist. In einem ersten Schritt muss der Wechsel objektiv möglich 

sein; wobei die Frage darauf abzielt, ob eine angepasste Tätigkeit auf dem 

Arbeitsmarkt ausreichend häufig angeboten wird (Kieser, a. a. O., N 23 zu Art. 6). Im 

Falle des Beschwerdeführers ist eine Hilfsarbeitertätigkeit eine denkbare Alternative, 

wofür es auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch Nachfrage gibt und die Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer auch bereits schon eine derartige Stelle innehatte, ist als 

Hinweis darauf zu werten, dass er erneut zu einer solchen Beschäftigung gelangen 

könnte. In einem zweiten Schritt muss der Wechsel dem Betroffenen subjektiv 

zuzumuten sein. Dabei sind sein Alter, seine persönlichen und familiären Verhältnisse 

einzubeziehen wie auch ein allfälliger sozialer Abstieg (Kieser, a. a. O., N 24 zu Art. 6). 

Der Beschwerdeführer war vor dem Unfall vom 15. Juli 2011 zwar lückenloser 

beschäftigt als danach, aber auch bereits vor dem Unfall war er temporär und bei 

immer wieder wechselnden Arbeitgebern beschäftigt (Suva-act. 102). Gemäss seinen 

eigenen Aussagen übte er dabei verschiedene Tätigkeiten aus (Suva-act. 104). Er war 

zum Zeitpunkt des Unfalles 23 Jahre alt und seine berufliche Situation kann aufgrund 

des vorangehend Geschilderten nicht als stabil bezeichnet werden. Angesichts dieser 

Umstände wäre es ihm durchaus zuzumuten gewesen, eine angepasste Tätigkeit 

aufzunehmen. Eine Abmahnung durch die Beschwerdegegnerin war nicht nötig, da er 

faktisch offenbar nicht nur der Maurertätigkeit nachging, sondern bereits schon 

Hilfsarbeiten machte. Im Übrigen wäre der Beschwerdegegnerin weder eine 

Abmahnung noch eine eingehende medizinische Abklärung zeitnah möglich gewesen, 

da das Begehren um weitere Taggelder erst im Februar 2014 gestellt wurde.

4.     

Der Beschwerdeführer hat die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragt. 

Diese wird gemäss Art. 61 lit. f ATSG bewilligt, wenn die Verhältnisse es rechtfertigen. 

Abzustellen ist auf die finanzielle Bedürftigkeit, die Abwägung betreffend die 

Aussichten des Verfahrens und darauf, ob die Vertretung notwendig ist oder nicht 

(Urteil 9C_606/2013 vom 7. März 2014). Der Beschwerdeführer erzielt lediglich ein sehr 

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bescheidenes Erwerbseinkommen (act. G 1.3); die finanzielle Bedürftigkeit ist erstellt. 

Auch wenn der Beschwerdeführer vorliegend mit seinem Anliegen unterliegt, heisst das 

nicht automatisch, dass es sich dabei um eine aussichtslose Angelegenheit handeln 

muss. Die Aussichtslosigkeit wird angenommen, wenn die Gewinnaussichten 

beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren, so dass sie kaum als ernsthaft 

bezeichnet werden können (Urteil 9C_606/2013 vom 7. März 2014 2.2.1). Die hier 

aufgeworfene Frage, ob die Einstellung der Taggeldleistungen durch die 

Beschwerdegegnerin rechtens war, kann nicht ohne Beweiswürdigung behandelt 

werden; die Abweisung der Beschwerde war nicht von Vornherein klar. Auch die 

Notwendigkeit anwaltlicher Vertretung kann bejaht werden, da der Beschwerdeführer 

offenkundig juristischer Laie ist, wohingegen die Beschwerdegegnerin über einen 

eigenen Rechtsdienst verfügt und darüber hinaus im vorliegenden Verfahren von einem 

externen Rechtsanwalt vertreten wird. Dem Beschwerdeführer ist demzufolge die 

unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die 

obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- 

bis Fr. 12'000.--. Im zu beurteilenden Verfahren erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der 

Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit 

Fr. 2'560.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Die 

Beschwerdegegnerin hat praxisgemäss keinen diesbezüglichen Anspruch (BGE 126 V 

150).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.      Der Staat hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2'560.--

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.03.2015
	Art. 16 UVG, Art. 6 ATSG, Anspruch auf Taggelder gemäss UVGBeweiswürdigung, Nachteil der Beweislosigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. März 2015, UV 2014/94).Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Andrea WepferEntscheid vom 20. März 2015in SachenA.___,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei, Kriessernstrasse 40, 9450 Altstätten,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Lischer, Zemp & Partner,Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,betreffendTaggeldleistungenSachverhalt:

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		2025-07-19T09:13:51+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen