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**Case Identifier:** 983d1b4a-5049-5bf4-95d7-966d660b1436
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 21.03.2025 LF240116
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF240116_2025-03-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LF240116-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. et phil. D. Glur und Oberrichterin lic. iur. A. Strähl sowie Ge-

richtsschreiberin lic. iur. K. Houweling-Wili

Beschluss und Urteil vom 21. März 2025

in Sachen

A._____, 
Berufungsklägerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

gegen

1. B._____, 
2. C._____, 
Berufungsbeklagte,

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,

betreffend Berichtigung der Testamentseröffnung II

im Nachlass von D._____, geboren tt. Mai 1934, von E._____, gestorben 
tt.mm.2024, wohnhaft gewesen in F._____

Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes 
Horgen vom 18. November 2024 (EL240287)

- 2 -

Erwägungen:

1.

1.1. Am tt.mm.2024 verstarb D._____, geb. tt. Mai 1934, von E._____, mit letz-

tem Wohnsitz in F._____. Der Erblasser hinterliess als gesetzliche Erben die 

Töchter B._____ und C._____ (nachfolgend Berufungsbeklagte). Am 

27. Mai 2024 reichte das Notariat.Thalwil dem Einzelgericht in Erbschaftssachen 

des Bezirksgerichtes Horgen einen zwischen dem Erblasser und A._____ (nach-

folgend Berufungsklägerin) abgeschlossenen Erbvertrag mit testamentarischen 

Verfügungen vom 8. Mai 2012 zur Eröffnung ein. Mit Urteil vom 26. Juni 2024 

(act. 7/1/3) eröffnete das Einzelgericht den Beteiligten den erwähnten Erbvertrag 

mit letztwilligen Verfügungen (Dispositiv-Ziff. 1), stellte den gesetzlichen Erbensta-

tus der Berufungsbeklagten fest (Dispositiv-Ziff. 3), zog die Berufungsklägerin als 

eingesetzte Erbin in Betracht (Dispositiv-Ziff. 4), nahm Vormerk von der Annahme 

des Mandates als Willensvollstreckerin durch die Berufungsklägerin (Dispositiv-

Ziff. 5), beauftragte den Notar des Wahlkreises Wädenswil mit der Errichtung ei-

nes Inventars über den Nachlass zuhanden der Berufungsklägerin als Vorerbin 

und der Berufungsbeklagten 2 als Nacherbin (Dispositiv-Ziff. 6) und stellte den 

Berufungsbeklagten als gesetzlichen Erbinnen und der Berufungsklägerin als ein-

gesetzter Erbin die Ausstellung der Erbbescheinigung in Aussicht (Dispositiv-

Ziff. 7). 

Am 12. August 2024 liess die Berufungsklägerin dem Einzelgericht eine Kopie 

einer eigenhändigen letztwilligen Verfügung des Erblassers vom 28. Oktober 

2021 und am 23. September 2024 das betreffende Original zukommen. Diese 

letztwillige Verfügung eröffnete das Einzelgericht mit Urteil vom 15. Oktober 2024 

(Testamentseröffnung II; act. 7/3; Dispositiv-Ziff. 1). Gleichzeitig stellte das Einzel-

gericht wiederum den gesetzlichen Erbenstatus der Berufungsbeklagten fest (Dis-

positiv-Ziff. 3), zog die Berufungsklägerin als eingesetzte Erbin in Betracht (Dispo-

sitiv-Ziff. 4), nahm Vormerk von der Annahme des Mandates als Willensvollstre-

ckerin durch die Berufungsklägerin (Dispositiv-Ziff. 5), stellte den Berufungsbe-

klagten als gesetzlichen Erbinnen und der Berufungsklägerin als eingesetzter Er-

bin die Ausstellung der Erbbescheinigung in Aussicht (Dispositiv-Ziff. 6) und be-

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auftragte den Notar des Wahlkreises Wädenswil mit der Errichtung eines Inven-

tars über den Nachlass zuhanden der Berufungsklägerin als Vorerbin und der Be-

rufungsbeklagten 2 als Nacherbin (Dispositiv-Ziff. 8). Dieses Urteil berichtigte das 

Einzelgericht mit Verfügung vom 18. November 2024 wie folgt (act. 7/6/1 = act. 6):

"1. Die Dispositivziffer 4 des Urteils vom 15. Oktober 2024 des Einzelgerichts in 

Erbschaftssachen des Bezirksgerichts Horgen wird wie folgt geändert: 

"Als Erbinnen kommen die gesetzlichen Erbinnen 1 und 2 des Erblassers ge-

mäss Ziffer I.2. der Erwägungen des Urteils des Einzelgerichts in Erbschafts-

sachen des Bezirksgerichts Horgen vom 26. Juni 2024 (Geschäfts-Nr. 

EL240197-F) in Betracht." 

 2. Die Dispositivziffer 6 des Urteils vom 15. Oktober 2024 des Einzelgerichts in 

Erbschaftssachen des Bezirksgerichts Horgen wird wie folgt geändert:

"Auf die gesetzlichen Erbinnen 1 und 2 wird auf schriftliches Verlangen eine 

Erbbescheinigung ausgestellt, sofern dagegen nicht binnen Monatsfrist seit 

Zustellung dieses Urteils durch schriftliche Eingabe an das Einzelgericht in 

Erbschaftssachen des Bezirkes Horgen Einsprache im Sinne von Art. 559 

Abs. 1 ZGB erhoben wird."

 3. Die Dispositivziffer 8 des Urteils vom 15. Oktober 2024 des Einzelgerichts in 

Erbschaftssachen des Bezirksgerichts Horgen wird wie folgt geändert:

"Der mit Dispositivziffer 6 des Urteils vom 26. Juni 2024 des Einzelgerichts in 

Erbschaftssachen des Bezirksgerichts Horgen (Verfahrens-Nr. EL240197-F) 

an den Notar des Wahlkreises Wädenswil erteilte Auftrag, zuhanden der Vor-

erbin (gemäss Erbvertrag vom 8. Mai 2012 eingesetzte Erbin A._____) und 

der Nacherbin (gesetzliche Erbin 2) ein Inventar über den Nachlass zu errich-

ten, wird aufgehoben." 

 4. Für die vorliegende Verfügung werden keine Kosten erhoben.

 5. Im Übrigen bleibt das Testamentseröffnungsurteil II vom 15. Oktober 2024 in 

Kraft.

 6./7. [Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung]"

- 4 -

1.2. Dagegen erhob die Berufungsklägerin mit Eingabe vom 9. Dezember 2024 

Berufung bei der Kammer mit den Anträgen, es seien Ziff. 1 und 2 der angefoch-

tenen Verfügung, mit welchen Dispositivziffer 4 und 6 des Urteils vom 15. Okto-

ber 2024 abgeändert wurden, aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfol-

gen zulasten der Berufungsbeklagten (act. 2). 

1.3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 7/1-6). Mit Verfügung 

vom 20. Dezember 2024 wurde der Berufungsklägerin Frist zur Leistung eines 

Kostenvorschusses von Fr. 1'000.-- angesetzt und die weitere Prozessleitung 

wurde an Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller delegiert (act. 8). Der Kostenvor-

schuss wurde fristgerecht geleistet (act. 9-10). Mit Verfügung vom 24. Fe-

bruar 2025 wurde den Berufungsbeklagten sodann Frist zur Berufungsantwort an-

gesetzt (act. 11). Die Berufungsantwort wurde am 7. März 2025 innert Frist erstat-

tet (act. 14). Sie ist der Berufungsklägerin mit vorliegendem Entscheid zuzustel-

len. Des Weiteren ist die Delegation der Prozessleitung aus organisatorischen 

Gründen aufzuheben. Das Verfahren erweist sich sodann als spruchreif. 

2.

2.1. Entscheide über ein Erläuterungs- oder Berichtigungsgesuch sind mit Be-

schwerde anfechtbar (Art. 334 Abs. 3 ZPO). Gegen den eigentlichen Korrekturen-

tscheid stehen hingegen die ursprünglichen Hauptrechtsmittel zur Verfügung 

(BGE 143 III 520 E. 6.3; KUKO ZPO-BRUNNER/TANNER, 3. Aufl. 2021, Art. 334 

N 4; IVO SCHWANDER/ALEXANDER BRUNNER, DIKE-Komm-ZPO, 3. Aufl. 2025, 

Art. 334 N 18; ZK ZPO-FREIBURGHAUS/AFHELDT, 4. Aufl. 2025, Art. 334 N 11). 

Erstinstanzliche Endentscheide mit einem Fr. 10'000.-- übersteigenden Streitwert 

(vgl. act. 8) sind mit Berufung anfechtbar (Art. 308 Abs. 1 und 2 ZPO). Das Beru-

fungsverfahren richtet sich nach den Art. 308 ff. ZPO. Die Berufung ist bei der 

Rechtsmittelinstanz innert der Rechtsmittelfrist schriftlich und begründet einzurei-

chen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Aus der Obliegenheit, das Rechtsmittel zu begründen 

(Art. 311 Abs. 1 ZPO), ergibt sich zudem, dass die Berufung Rechtsmittelanträge 

zu enthalten hat.

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2.2. Die vorliegende Berufung vom 9. Dezember 2024 wurde innert der Rechts-

mittelfrist schriftlich, mit Anträgen versehen und begründet bei der Kammer als 

der zuständigen Rechtsmittelinstanz eingereicht. Darüber hinaus ist die Beru-

fungsklägerin durch den angefochtenen Entscheid beschwert und zur Berufung 

legitimiert, weshalb auf die Berufung einzutreten ist.

2.3. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige 

Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Neue 

Tatsachen und Beweismittel werden nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Ver-

zug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster In-

stanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Die Berufungsinstanz 

wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO). Sie ist daher weder an die 

Argumente der Parteien noch an die Begründung des vorinstanzlichen Entschei-

des gebunden (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.1). Die Begründungspflicht (Art. 53 

ZPO) verpflichtet das Gericht nicht dazu, sich mit jedem einzelnen rechtlichen 

oder sachverhaltlichen Einwand der Parteien eingehend auseinanderzusetzen. 

Vielmehr darf sich das Gericht in der Begründung seines Entscheids auf die we-

sentlichen Überlegungen konzentrieren, von welchen es sich hat leiten lassen und 

auf die sich sein Entscheid stützt (vgl. statt vieler: BK ZPO-HURNI, Art. 53 N 60 f.).

3.

3.1. Die Vorinstanz berichtigte mit der angefochtenen Verfügung ihr vorangegan-

genes Urteil vom 15. Oktober 2024, mit welcher sie die Berufungsklägerin als ein-

gesetzte Erbin in Betracht gezogen, die Ausstellung der Erbbescheinigung zu-

gleich den Berufungsbeklagten als gesetzlichen Erbinnen und der Berufungsklä-

gerin als eingesetzter Erbin in Aussicht gestellt und die Errichtung eines Erb-

schaftsinventars angeordnet hatte. In der angefochtenen Verfügung zog die Vor-

instanz nunmehr einzig die Berufungsbeklagten als Erbinnen in Betracht, stellte 

auch nur diesen die Ausstellung der Erbbescheinigung in Aussicht und verzichtete 

auf die Anordnung zur Errichtung eines Erbschaftsinventars. Zur Begründung hielt 

sie zusammengefasst fest, der Erblasser habe in seiner letztwilligen Verfügung 

vom 28. Oktober 2021 festgehalten, dass er nicht mehr in einer Partnerschaft mit 

der Berufungsklägerin lebe, weshalb angesichts des Wortlauts des Testaments 

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davon auszugehen sei, dass die im Erbvertrag vereinbarte Resolutivbedingung 

eingetreten sei und die Berufungsklägerin nicht mehr als eingesetzte Erbin in Be-

tracht komme. Die Nichtberücksichtigung dieser in Ziffer IV.3 des Erbvertrags vom 

8. Mai 2012 vereinbarten Resolutivbedingung im zu berichtigenden Urteil stelle 

ein offenkundiges Versehen dar, weshalb die Auslegung des Testaments im 

Lichte dieser Bedingung zu revidieren und das fehlerhafte Urteilsdispositiv zu be-

richtigen sei (act. 6 S. 2 f.). 

3.2. Die Berufungsklägerin macht im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe 

einerseits die Dispositiv-Ziffern 4 und 6 des Urteils vom 15. Oktober 2024 nicht 

berichtigt, sondern materiell abgeändert, was unzulässig sei und den Grundsatz 

der Ausschlusswirkung der materiellen Rechtskraft verletze (act. 2 S. 8). Anderer-

seits seien die Anordnungen in der Verfügung auch inhaltlich rechtsfehlerhaft. Die 

Vorinstanz habe zwar korrekt erkannt, dass dem Erbvertrag vom 8. Mai 2012 auf 

Grund der eingetretenen Resolutivbedingung keine Wirkung mehr zukomme und 

daher kein Fall einer Vorerbschaft/Nacherbschaft mehr vorliege. Zudem habe die 

Vorinstanz korrekt die letztwillige Verfügung vom 28. Oktober 2021 als gültig er-

achtet. Sie habe aber übersehen, dass der Erblasser mit dieser letztwilligen Ver-

fügung die Berufungsklägerin wiederum als Erbin eingesetzt habe, wobei sie sei-

nen Anteil an der gemeinsamen Liegenschaft erhalten solle (act. 2 S. 9).

3.3. Die Berufungsbeklagten teilen die Auffassung der Berufungsklägerin, wo-

nach im Testament vom 28. Oktober 2021 eine Erbeinsetzung erfolgt sei. Sie er-

achten die Aufhebung der Berichtigung in den angefochtenen Punkten als logi-

sche Konsequenz und überlassen es gleichzeitig der Rechtsanwendung des 

Obergerichts, ob auf Grund des klaren Wortlauts des Testaments eine Erbeinset-

zung oder ein Vermächtnis gegeben sei (act. 14 S. 3). 

4.

4.1. Die Erläuterung und die Berichtigung sind gemeinsam in Art. 334 ZPO gere-

gelt. Nach Art. 334 Abs. 1 ZPO nimmt das Gericht eine Erläuterung oder Berichti-

gung eines Entscheides vor, wenn das Dispositiv unklar, widersprüchlich oder un-

vollständig ist oder wenn es mit der Begründung im Widerspruch steht. Leidet der 

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Entscheid im Falle einer mangelhaften Formulierung der richterlichen Entschei-

dung aber an einem gedanklichen, logischen Widerspruch (materieller Fehler), so 

ist er mit den zulässigen Rechtsmitteln anzufechten, weil die Erläuterung und Be-

richtigung nicht die (inhaltliche) Änderung eines Entscheides (des gerichtlichen 

Willens), sondern deren Klarstellung bezwecken (BGE 143 III 520 E. 6.1; BGer 

5A_955/2018 vom 29. August 2019 E. 4.1 m.H.; BGer 5A_533/2017 vom 23. Ok-

tober 2017 E. 4.3.2 [= Pra 107/2018 Nr. 132]; ZK ZPO-FREIBURGHAUS/AFHELDT, 

4. Aufl. 2025, Art. 334 N 6; BSK ZPO-HERZOG, 4. Aufl. 2024, Art. 334 N 8; so im 

Übrigen auch die Kommentierung und bundesgerichtliche Praxis zum fast iden-

tisch formulierten Art. 129 Abs. 1 BGG: BSK BGG-ESCHER, 3. Aufl. 2018, Art. 129 

N 1 und 3 und BGE 110 V 222 E. 1 vom 5. Juli 1984). Die Erläuterung und Berich-

tigung werden vom Gesetz (um Abgrenzungsprobleme zu vermeiden) nicht scharf 

unterschieden, zumal das Verfahren weitgehend gleich ist und sie keine unter-

schiedlichen Rechtsfolgen bewirken (IVO SCHWANDER/ALEXANDER BRUNNER, DIKE-

Komm-ZPO, 3. Aufl. 2025, Art. 334 N 2; ZK ZPO-FREIBURGHAUS/AFHELDT, 

4. Aufl. 2025, Art. 334 N 1). Im Wesentlichen geht es bei der Erläuterung darum, 

klarzustellen, was das Gericht mit einer bestimmten Dispositivziffer gemeint und 

entschieden hat oder wie allfällige Widersprüche zwischen Formulierungen in den 

Erwägungen und in der Dispositivziffer zu lösen sind. Mit letzterem Vorgang geht 

die Erläuterung freilich auch schon in die Berichtigung über (IVO SCHWAN-

DER/ALEXANDER BRUNNER, DIKE-Komm-ZPO, 3. Aufl. 2025, Art. 334 N 7). Die Be-

richtigung stellt nämlich nicht nur den wirklichen Willen des Gerichts beim seiner-

zeitigen Entscheid fest, sondern korrigiert die festgestellten Widersprüche (allge-

mein Redaktionsfehler), indem das Dispositiv entsprechend korrigiert wird. Anlass 

dazu sind falsche Begriffe oder Parteibezeichnungen, Rechnungs- und Schreib-

fehler oder falsche Datumsangaben (IVO SCHWANDER/ALEXANDER BRUNNER, DIKE-

Komm-ZPO, 3. Aufl. 2025, Art. 334 N 8; BSK ZPO-HERZOG, 4. Aufl. 2024, Art. 334 

N 7; ZK ZPO-FREIBURGHAUS/AFHELDT, 4. Aufl. 2024, Art. 334 N 7; und auch BSK 

BGG-ESCHER, 3. Aufl. 2018, Art. 129 N 1 und 4). Die Erläuterung und Berichti-

gung kann auf Gesuch einer Partei hin oder von Amtes wegen vorgenommen 

werden (Art. 334 Abs. 1 ZPO).

- 8 -

4.2. Aus dem angefochtenen Entscheid geht nicht klar hervor, ob die Vorinstanz 

ihr Urteil vom 15. Oktober 2024 von Amtes wegen oder auf Antrag hin berichtigt 

hat. Die Vorinstanz gibt einzig an, vom Notariat Wädenswil telefonisch auf die zu 

berichtigende Stelle hingewiesen worden zu sein. Ein Berichtigungsgesuch hätte 

schriftlich zu erfolgen (ZK ZPO-FREIBURGHAUS/AFHELDT, 4. Aufl. 2024, Art. 334 

N 9; Ivo SCHWANDER/ALEXANDER BRUNNER, DIKE-Komm-ZPO, 3. Aufl. 2025, 

Art. 334 N 10) oder wäre zumindest zu Protokoll zu nehmen (BK ZPO-STERCHI, 

Art. 334 N 9). Da sich weder ein entsprechender Antrag noch eine Aktennotiz in 

den Akten befindet, ist zu schliessen, dass die Vorinstanz ihr Urteil vom 15. Okto-

ber 2024 von Amtes wegen berichtigt hat. 

Im Gegensatz zum Fall einer Berichtigung auf Antrag hin (Art. 334 Abs. 2 ZPO), 

ergibt sich aus dem Gesetz nicht klar, ob bei der Berichtigung von Amtes wegen 

den Parteien vorab Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen ist. Während 

Herzog ohne weitergehende Auseinandersetzung die Ansicht vertritt, das Gericht 

könne diesfalls auf eine Stellungnahme verzichten (BSK ZPO-HERZOG, 

4. Aufl. 2024, Art. 334 N 14; so auch OGer ZH LF170033 vom 10. August 2017, 

E. 3.2), ist nach einem überwiegenden Teil der Lehre die beabsichtigte Erläute-

rung oder Berichtigung den Parteien vorab zur Kenntnis zu bringen, soweit dem 

keine besondere Dringlichkeit entgegensteht oder es nicht bloss um die Berichti-

gung von Schreib- und Rechnungsfehlern geht (KUKO ZPO-BRUNNER/TANNER, 

3. Aufl. 2021, Art. 334 N 4; Ivo SCHWANDER/ALEXANDER BRUNNER, DIKE-Komm-

ZPO, 3. Aufl. 2025, Art. 334 N 15 f. und N 18; TANNER MARTIN, Erläuterung und 

Berichtigung von Entscheiden im Zivilprozessrecht (Art. 334 ZPO), ZZZ 41/2017 

S. 3 ff., S. 15; ZK ZPO-FREIBURGHAUS/AFHELDT, 4. Aufl. 2024, Art. 334 N 10; vgl. 

auch BK ZPO-STERCHI, Art. 334 N 10). Würde dieser letzteren Ansicht gefolgt, 

hätte die Vorinstanz also auch bei der Berichtigung von Amtes wegen der Beru-

fungsklägerin (wie auch den Berufungsbeklagten) Gelegenheit zur Stellungnahme 

geben müssen, weil sie nicht nur einen Schreib- oder Rechnungsfehler berichtigt 

hat und sich die Berichtigung auch nicht als besonders dringlich erwies. Das hat 

die Vorinstanz nicht gemacht. Da sich die Berichtigung aber als unzulässig er-

weist (siehe nachfolgende Erwägung) kann in Anbetracht des Ausgangs des Ver-

fahrens hier allerdings offen bleiben, ob die Vorinstanz zu Recht von der Einho-

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lung einer Stellungnahme der Berufungsklägerin (und der Berufungsbeklagten) 

absehen durfte bzw. ob dadurch das rechtliche Gehör der Parteien verletzt wurde.

4.3. In Ziff. 4 und 6 des Dispositivs des Urteils vom 15. Oktober 2024 wurde fest-

gehalten, dass die Berufungsklägerin als eingesetzte Erbin in Betracht komme 

und ihr sowie den Berufungsbeklagten auf schriftliches Verlangen hin eine Erbbe-

scheinigung ausgestellt werde, sofern dagegen keine Einsprache erhoben werde. 

Das Dispositiv ist demnach klar gefasst, vollständig und leidet insbesondere an 

keinem Widerspruch zur Begründung, wonach "der Erblasser die gesetzlichen Er-

binnen 1 und 2 (Geschäfts-Nr. EL240197-F) [die Berufungsbeklagten] als Erbin-

nen sowie [die Berufungsklägerin] als Vorerbin und die gesetzliche Erbin 2 [Beru-

fungsbeklagte 2] als Nacherbin der eingesetzten Erbin [Berufungsklägerin] auf 

den Überrest eingesetzt hat" (act. 6 S. 3). Angesichts dieser klaren Begründung 

ohne Erwähnung einer Resolutivbedingung bestehen auch keine Anhaltspunkte 

für einen Widerspruch zwischen dem Dispositiv und dem wirklichen Willen des 

Gerichts. Im Gegenteil ist gestützt auf die Akten davon auszugehen, dass die Vor-

instanz bis zum telefonischen Hinweis durch das Notariat Wädenswil sich einer 

Resolutivbedingung im Erbvertrag vom 8. Mai 2012 mit den entsprechenden Fol-

gen gar nicht bewusst war, denn der Erbvertrag wurde mit Urteil vom 

26. Juni 2024 nur auszugsweise eröffnet, wobei keine Resolutivbedingung er-

sichtlich ist (vgl. act. 7/1/3). Dementsprechend befindet sich in den gesamten Ak-

ten (inklusive derjenigen der Testamentseröffnung II am 15. Oktober 2024) auch 

nur dieser Auszug als Anhang zum Urteil vom 26. Juni 2024 ohne die erwähnte 

(angebliche) Resolutivbedingung in Ziff. IV.3. des Erbvertrages vom 8. Mai 2012 

(vgl. act. 7/1/3). Darauf weisen auch die Berufungsbeklagten in der Berufungsant-

wort zutreffend hin und reichen auszugsweise die Schlussbestimmung des Erb-

vertrages vom 8. Mai 2012 (Ziff. IV) ein (act. 14 S. 3 und act. 16/2). Die Vorin-

stanz hat mit dem angefochtenen Entscheid die Dispositiv-Ziffern 4 und 6 ihres 

Urteils vom 15. Oktober 2024 somit nicht berichtigt, sondern den Entscheid inhalt-

lich abgeändert. Das ist nach dem Gesagten unzulässig. 

4.4. In Gutheissung der Berufung und in Übereinstimmung mit den Anträgen in 

der Berufungsantwort sind die Dispositiv-Ziffern 1 und 2 der Berichtigungsverfü-

- 10 -

gung vom 18. November 2024 aufzuheben. Eine Auseinandersetzung mit den 

weiteren Ausführungen der Parteien erübrigt sich.

5.

5.1. Die Prozesskosten werden grundsätzlich der unterliegenden Partei auferlegt 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Da vorliegend keine Partei unterliegt, ist auf die Erhebung 

von Gerichtskosten im Berufungsverfahren zu verzichten. Der Vorschuss im Um-

fang von Fr. 1'000.-- ist der Berufungsklägerin zurückzuerstatten. Parteientschädi-

gung aus der Staatskasse sind für das Rechtsmittelverfahren mangels gesetzli-

cher Grundlage nicht zuzusprechen (OGer LF230016 vom 13. März 2023, E. 4.2; 

OGer ZH PC130059 vom 7. Januar 2014, E. 6; MYRIAM GRÜTTER, DIKE-Komm-

ZPO, 3. Aufl. 2025, Art. 107 N 13 m.w.H.; KuKo ZPO-SCHMID/JENT-SØRENSEN, 

3. Aufl. 2021, Art. 107 N 15). Eine Ausnahme davon würde sich nur dort rechtferti-

gen, wo der Staat materiell Gegenpartei ist oder in Fällen qualifizierter Verfah-

rensfehler (vgl. BGE 139 III 471 E. 3 = Pra 103 (2014) Nr. 28; vgl. auch OGer ZH 

RU180020 vom 11. Juli 2018, E.4.2). Diese Voraussetzungen sind vorliegend 

nicht erfüllt.

Es wird beschlossen:

1. Die mit Verfügung vom 20. Dezember 2024 vorgenommene Delegation der 

Prozessleitung an Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller wird aufgehoben.

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis.

Sodann wird erkannt:

1. In Gutheissung der Berufung werden die Dispositiv-Ziffern 1 und 2 der Ver-

fügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Horgen vom 18. Novem-

ber 2024 aufgehoben.

2. Die Kosten fallen ausser Ansatz.

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3. Der von der Berufungsklägerin geleistete Vorschuss von Fr. 1'000.-- wird ihr 

zurückerstattet. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsklägerin unter Bei-

lage eines Doppels der Berufungsantwort (act. 14), sowie unter Rücksen-

dung der erstinstanzlichen Akten an das Einzelgericht des Bezirksgerichts 

Horgen, je gegen Empfangsschein.

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 552'000.--.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. K. Houweling-Wili

versandt am:
24. März 2025