# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6ffd987-c1de-5c82-ae39-efdc44d3d483
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.09.2018 UV 2017/44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2017-44_2018-09-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2017/44

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 10.09.2018

Entscheiddatum: 10.09.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 10.09.2018
Art. 6 UVG: ungenügende Beweislage für eine Leistungsablehnung des 
Unfallversicherers hinsichtlich der Heilbehandlungen eines mit einer 8-
monatigen Latenzzeit kernspintomographisch erhobenen Ganglions nach 
Kontusionsverletzung des rechten Mittelfusses (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. September 2018, UV 
2017/44).

Entscheid vom 10. September 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und Versicherungsrichterin

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Annina Janett          

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2017/44             

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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gegen

Helsana Unfall AG, Recht & Compliance,

8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Pflegefachfrau bei der B.___ angestellt 

und dadurch bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) gegen die Folgen von 

Unfällen versichert. Am 4. April 2016 liess sie dieser durch ihre Arbeitgeberin melden, 

sie sei am 9. März 2016 am Fahrbahnrand zum Gehweg auf dem Schnee mit 

Eisunterlage ausgerutscht und mit dem rechten Fuss umgeknickt, worauf Schmerzen 

und eine Schwellung aufgetreten seien (act. K1). Eine Erstbehandlung mit 

Röntgenuntersuchung hatte am 15. März 2016 durch Dr. med. C.___, FMH 

Allgemeinmedizin, stattgefunden, der als Befunde eine Schwellung und leichte Rötung 

im Bereich des Os naviculare und Os cuneiforme mediale erhoben, eine Fraktur 

verneint und eine Kontusion des rechten Mittelfusses diagnostiziert, jedoch keine 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hatte (act. M2).

A.b  Am 9. November 2016 konsultierte die Versicherte wegen sehr schmerzhafter 

Mobilisation Dr. med. D.___, FMH Orthopädische Chirurgie, welcher einen dringenden 

Verdacht auf eine Tibialis anterior-Sehnenruptur rechts diagnostizierte und als 

Differentialdiagnose ein Ganglion im Mittelfuss rechts vermerkte. In der 

Röntgenuntersuchung zeigten sich eine Arthrose im gesamten Mittelfussbereich sowie 

eine Schwellungsneigung über dem Naviculocuneiforme-I-Gelenk (act. M3). Auf 

Zuweisung von Dr. D.___ fand am 10. November 2016 eine durch Dr. med. E.___, 

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Radiologie F.___, Diagnosezentrum G.___, durchgeführte MRI-Untersuchung des 

rechten Rückfusses statt (act. M1). Gestützt auf dessen Untersuchungsergebnis 

diagnostizierte Dr. D.___ am 16. November 2016 ein ausgeprägtes Ganglion im TMT I-

Gelenksbereich mit kontinuierlicher Tibialis anterior-Sehne rechts. Dr. D.___ führte eine 

Punktion des Ganglions sowie eine Injektion von Corticosteroiden in die Bursa durch 

(act. M3).

A.c  Nach Kenntnisnahme des obigen Sachverhalts sowie nach Einholung ergänzender 

Auskünfte bei der Versicherten zum Unfallhergang (act. K4 f.) und Vorlage des 

Schadenfalls bei ihrem beratenden Arzt Prof. Dr. med. H.___, Facharzt FMH für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (act. M4), teilte 

die Helsana der Versicherten mit Schreiben vom 9. Januar 2017 mit, sie habe die 

gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 9. März 2016 erbracht, könne 

indessen mangels eines überwiegend wahrscheinlichen natürlichen 

Kausalzusammenhangs zwischen der aktuell vorliegenden Gesundheitsschädigung 

und dem Ereignis vom 9. März 2016 die Kosten weiterer Behandlungen oder ärztlicher 

Konsultationen per sofort nicht mehr vergüten. Die aktuelle Schmerzproblematik 

würden nur noch unfallfremde Faktoren - ein Ganglion im Mittelfussknochen sowie eine 

deutliche Arthrose - erklären. Die Leistungsablehnung erfolge im formlosen Verfahren; 

sollte die Versicherte damit nicht einverstanden sein, könne sie eine einsprachefähige 

Verfügung verlangen (act. K7).

A.d  Am 11. Januar 2017 reichte die Klinik I.___ bei der Helsana ein 

Kostengutsprachegesuch für einen stationären Aufenthalt vom 20. bis 22. Februar 2017 

zur Resektion eines Ganglions am rechten Fuss durch Dr. D.___ ein (act. K8). Mit 

Schreiben vom 12. Januar 2017 lehnte die Helsana das Kostengutsprachegesuch ab 

(act. K9).

A.e  Nachdem sich die Versicherte mit Schreiben vom 6. Februar 2017 mit der ihr am 9. 

Januar 2017 mitgeteilten Leistungsablehnung durch die Helsana nicht einverstanden 

erklärt und eine einsprachefähige Verfügung verlangt hatte (act. K11), legte diese den 

Schadenfall nochmals Prof. H.___ vor und hielt gestützt auf dessen Beurteilung vom 9. 

Februar 2017 (act. M5) mit Verfügung vom 15. Februar 2017 an ihrer 

Leistungsablehnung fest (act. K13).

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B.   

Die gegen diese Verfügung von der Versicherten am 15. März 2017 erhobene 

Einsprache (act. K17) wies die Helsana mit Einspracheentscheid vom 28. April 2017 ab 

(act. K18).

C.  

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 30. Mai 2017 Beschwerde mit dem Antrag, die 

Helsana (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe für die Folgen des Unfalls vom 9. 

März 2016, die Behandlungskosten und die Taggelder vollumfänglich aufzukommen 

(act. G 1).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde und verwies im Übrigen auf ihre Ausführungen im 

Einspracheentscheid vom 28. April 2017 (act. G 3).

C.c Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (act. G 4 f.).

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem der Streitigkeit ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zu Grunde liegt, die bis 

31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.   

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2.1  Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im 

Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche, 

nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat 

der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 ATSG) für einen 

Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht 

(ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Bei physischen 

Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen 

Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 

3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; THOMAS LOCHER/

THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl., Bern 2014, § 

70 Rz. 58 f.; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4). Ebenso wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es 

sich bei der Einstellung von Versicherungsleistungen um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der vom Unfallversicherer 

zunächst anerkannten natürlichen Kausalität - anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war - nicht bei 

der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 

E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54 f.). 

Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, welche damals thematisiert worden 

waren und somit Gegenstand der Anerkennung bildeten (Urteil des Bundesgerichts [bis 

31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 20. August 

2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des EVG vom 27. April 2005, U 6/05, auszugsweise 

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publiziert in: AJP 2006 S. 1290 ff.). Allerdings tragen die Parteien im 

Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der 

Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 

unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift 

indessen erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4, 

55).

2.2  Die Beschwerdegegnerin hat unbestrittenermassen anerkannt, dass die 

Beschwerdeführerin am 9. März 2016 einen Unfall im Sinne des Gesetzes mit einer 

schädigenden Einwirkung auf den rechten Fuss erlitten hat. So ist sie für die Kosten 

der Erstbehandlung vom 15. März 2016 bei Dr. C.___ aufgekommen, der eine 

Kontusion des rechten Mittelfusses diagnostiziert und entsprechende konservative 

Therapiemassnahmen vorgenommen hat (act. M2, K7, K10). Offensichtlich infolge 

Behandlungsabschlusses bei Dr. C.___ wurden die Versicherungsleistungen eingestellt. 

Nach dessen Behandlung sind nämlich bis zur Konsultation bei Dr. D.___ am 9. 

November 2016 keine ärztlichen Behandlungen mehr aktenkundig. Bei Dr. D.___ stand 

erstmalig die Differentialdiagnose "Ganglion Mittelfuss rechts" zur Diskussion, welche 

sich im MRI des rechten Rückfusses vom 10. November 2016 bestätigte (act. M1, M3). 

Die Beschwerdegegnerin überprüfte in der Folge die Unfallkausalität des Ganglions, 

wofür sie den Schadenfall ihrem beratenden Arzt Prof. H.___ vorlegte (act. M4). Im 

angefochtenen Einspracheentscheid (act. K18) sowie in der diesem zugrunde 

liegenden Verfügung (act. K13) grenzte sie die Frage der Leistungspflicht hinsichtlich 

des Ganglions als aktuell vorliegende Gesundheitsschädigung von derjenigen für die 

initiale Unfallbehandlung (Kontusion des rechten Mittelfusses) ab. Sie betrachtete das 

Ganglion mithin als erstmalig aufgetretenes, neues Beschwerdebild. Vor diesem 

Hintergrund hätte mithin bei Beweislosigkeit hinsichtlich der Frage, ob ein 

leistungsbegründender Kausalzusammenhang in Bezug auf das Ganglion gegeben ist, 

die Beschwerdeführerin die Beweislast tragen.

3.   

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3.1  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen (BGE 129 V 181 E.3.1; 

RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 55).

3.2  Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern kann 

rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen 

während des Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und 

Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 

353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geben keinen 

formellen Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche 

streitig sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechterheblichen 

tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als 

schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung 

eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die 

Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; 

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RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch 

reine Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Prof. H.___ erstellt 

wurden (act. M4 f.), beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt 

und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung 

mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 

18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Ob letztlich auf die Aktenbeurteilung von Prof. 

H.___ abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiellrechtlichen 

Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.

4.   

4.1  Ein Ganglion (Überbein) ist eine einzeln oder multipel vorkommende, von 

Sehnenscheiden oder Gelenkkapseln ausgehende, mit Gallertflüssigkeit gefüllte Zyste, 

die sich durch langsames Wachstum auszeichnet, sich am Körper als Schwellung 

äussert und schmerzhafte Empfindungen verursachen kann. Das Ganglion und die 

Zyste werden zwar in der medizinischen Literatur vor allem als krankhaft bzw. 

degenerativ bedingt beschrieben, können aber auch Folge eines vorangegangenen 

Gelenktraumas sein (PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 

630; ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 

2005, S. 583, 587, 751; ROCHE LEXIKON, Medizin; 5. Aufl. München 2003, S. 2019 

"Zyste").

4.2  Prof. H.___ betrachtet in seinen Beurteilungen vom 5. Januar und 9. Februar 2017 

(act. M4 f.) unfallfremde Faktoren für die Entstehung des sich bei der 

Beschwerdeführerin im MRI vom 10. November 2016 darstellenden Ganglions im 

Bereich des rechten Rückfusses als verantwortlich. Wie die nachfolgenden 

Erwägungen zeigen, sprechen jedoch verschiedene Gründe gegen die Zuverlässigkeit 

seiner Beurteilungen. Sie lassen insbesondere Fragen offen, welche vom Gericht 

mangels der dafür erforderlichen medizinischen Kenntnisse nicht mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden können. Die Beurteilungen 

von Prof. H.___ reichen demnach für eine überwiegend wahrscheinliche Verneinung 

einer Unfallkausalität des Ganglions und damit eine Verneinung einer Leistungspflicht 

der Beschwerdegegnerin nicht aus.

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4.3  Allgemein ist zu den Beurteilungen von Prof. H.___ zu sagen, dass sie sehr kurz 

und fragmentarisch abgefasst sind. Zwar weist Prof. H.___ auf gewisse Akten bzw. 

darin festgehaltene Umstände und Fakten hin, doch lässt sich daraus mangels 

zusätzlicher erklärender Ausführungen nicht ohne Weiteres nachvollziehen, weshalb er 

bezogen auf den konkreten Fall auf eine unfallfremde und nicht traumatische 

Verursachung des Ganglions schliesst. So weist Prof. H.___ in seiner Beurteilung vom 

9. Februar 2017 zunächst nur darauf hin, dass bezüglich Unfallkausalität meistens das 

Handgelenksganglion diskutiert werde, bei der Beschwerdeführerin jedoch ein 

Ganglion am medialen Fussrand vorliege. Immerhin ist jedoch der medizinischen 

Literatur zu entnehmen, dass eine häufige Lokalisation von Ganglien nicht nur das 

Handgelenk, sondern - wie im konkreten Fall - auch der Fussrücken ist 

(PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 630).

4.4 

4.4.1      In seiner Beurteilung vom 5. Januar 2017 (act. M4) nimmt Prof. H.___ im 

Weiteren auf die ärztlichen Notizen von Dr. D.___ vom 9. und 16. November 2016 

Bezug (act. M3). Woraus er konkret die unfallfremde Genese des Ganglions ableitet, 

erschliesst sich aus seiner Beurteilung nicht. Zur Konsultation vom 9. November 2016 

hielt Dr. D.___ ein Ganglion am Mittelfuss rechts (vorerst nur) als Differentialdiagnose 

fest, nahm die Anamnese der Beschwerdeführerin - insbesondere einen Misstritt vor 

einiger Zeit mit nachfolgender Schwellungsneigung und anschliessenden Schmerzen 

im Bereich des Mittelfusses im Verlauf der Tibialis anterior-Sehne - auf und bestätigte 

bei der Befunderhebung die vorgenannten Beschwerden. Die von Dr. D.___ 

durchgeführte Röntgenuntersuchung des rechten Fusses zeigte ausserdem eine 

Arthrose im gesamten Mittelfussbereich sowie eine Schwellungsneigung über dem 

Naviculocuneiforme-I-Gelenk. Nach Vorliegen des MRI-Untersuchungsergebnisses 

vom 10. November 2016 (act. M1) stellte Dr. D.___ am 16. November 2016 die 

definitive Diagnose eines ausgeprägten Ganglions im TMT-I-Gelenksbereich mit 

kontinuierlicher Tibialis anterior-Sehne rechts. Inwiefern die genannten ärztlichen 

Notizen Aufschlüsse hinsichtlich der Kausalität des Ganglions geben, erklärt Prof. 

H.___ - wie gesagt - nicht. Dass die Beschwerdeführerin im Naviculocuneiforme-I-

Gelenks- bzw. TMT-I-Gelenksbereich ein Ganglion, offensichtlich mit entsprechenden 

klinisch und röntgenologisch erhobenen Befunden, aufwies, ist hingegen unbestritten 

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und es gilt nun eben, die überwiegend wahrscheinliche Ursache des Ganglions zu 

bestimmen. Überzeugende Beurteilungsansätze hinsichtlich dieser Frage lassen die 

Ausführungen von Prof. H.___ jedoch vermissen.

4.4.2      Zwar weist Prof. H.___ auf die im MRI nachgewiesene Arthrose im 

Fusswurzelbereich hin, in welcher er offensichtlich das zentrale Element für ein 

degenerativ bedingtes Ganglion sieht, und es wird in der medizinischen Literatur das 

Ganglion bzw. die Zyste durchaus auch als Reaktion respektive Erscheinung im 

Rahmen der Arthrose beschrieben (siehe DEBRUNNER, a.a.O., S. 583, 587, 979). Dass 

jedoch in Bezug auf den konkreten Fall von einem solchen Sachverhalt auszugehen 

wäre, lässt sich anhand des blossen Hinweises auf eine Arthrose nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit annehmen. Den Akten sind 

jedenfalls auch Anhaltspunkte zu entnehmen, welche ein degeneratives Ganglion als 

fraglich erscheinen lassen. Zwar zeigten sich laut Dr. E.___ bei der MRI-Untersuchung 

vom 10. November 2016 insbesondere eine moderate Arthrose im Naviculocuneiforme-

I-Gelenk und eine weitere leichte Arthrose im kranialen Abschnitt des Clacaneo-

Kuboidal-Gelenks. Daraus - wie Prof. H.___ - unbesehen auf eine deutliche Arthrose 

der Gelenke im Mittelfussbereich zu schliessen, überzeugt jedoch nicht ohne Weiteres. 

Bei Erleiden einer Kontusion - wie sie von Dr. C.___ initial diagnostiziert worden war 

(act. M2) - kommt einer nur moderaten Arthrose als konkurrenzierende Ursache für ein 

Ganglion ein geringeres Gewicht zu als einer weiter fortgeschrittenen Arthrose. 

Immerhin weist Dr. E.___ im MRI-Untersuchungsbericht auch auf einen postulierten 

Status nach höhergradiger Partialläsion des im Bereich des Ganglions auf Höhe des 

Naviculocuneiforme-I-Gelenks naheliegenden Ligamentum fibulotalare anterius hin. 

Von einer partiellen Bandläsion spricht er offenbar angesichts des von der 

Beschwerdeführerin neben dem Anschlagen an der Unterkante des Autos 

angegebenen Weg- bzw. Ausrutschens sowie Verdrehens (act, K1, K5, M2). Prof. H.___ 

führt hingegen nicht aus, inwiefern der Umstand, dass die ursprüngliche 

Verdachtsdiagnose einer Sehnenruptur (act. M3) im MRI widerlegt werden konnte, im 

Rahmen der Kausalitätsbeurteilung des Ganglions von Bedeutung ist (act. M5).

4.4.3      Zwar spricht die verspätete kernspintomographische Diagnostizierung des 

Ganglions am Fussrücken auf Höhe des Naviculocuneiforme-I-Gelenks mit einer 

Latenzzeit von rund acht Monaten eher gegen eine Unfallkausalität. Doch ist 

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einzuräumen, dass Dr. C.___ am 15. März 2016 nur eine Röntgenuntersuchung 

durchgeführt hat, welche in der medizinischen Literatur für die Diagnostik eines 

Ganglions nicht als erste radiologische Untersuchungsmethode beschrieben wird. Die 

Diagnostik erfolgt im Regelfall durch Ultraschall. Ausserdem wird festgehalten, dass 

sich das Ganglion durch langsames Wachstum auszeichne (vgl. PSCHYREMBEL, 

a.a.O., S. 630 f.). Im Arztzeugnis UVG vom 1. Dezember 2016 über die Erstbehandlung 

durch Dr. C.___ vom 15. März 2016 (act. M2) sind überdies Parallelitäten zu den von 

Dr. D.___ später erhobenen Befunden und den von der Beschwerdeführerin ihm 

gegenüber geklagten Beschwerden zu erkennen, welche Dr. D.___ später die 

Differentialdiagnose eines Ganglions stellen liessen. So klagte die Beschwerdeführerin 

bereits gegenüber Dr. C.___ über Schmerzen im Mittelfussbereich des rechten Fusses 

und erhob dieser die Befunde einer Schwellung und leichten Rötung im Bereich des os 

naviculare und os cuneiforme mediale (act. M2), demnach im Bereich des naviculare-

cuneiforme-I-Gelenks, wo sich das Ganglion befindet. Damit übereinstimmend erhob 

auch Dr. D.___ entlang des Verlaufs der Tibialis anterior-Sehne, also ebenfalls im 

Bereich des zur Diskussion stehenden Ganglions, klinisch Schmerzen sowie eine 

Schwellungsneigung. Der Ausschluss einer Verletzung des vom Ganglion betroffenen 

Gelenks lässt sich auch angesichts des Gesagten nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit vornehmen.

4.4.4      Den weiteren Ausführungen von Prof. H.___ in der Beurteilung vom 9. Februar 

2017 bezüglich der Argumentation der Beschwerdeführerin - sie habe vor dem Ereignis 

vom 9. März 2016 keine Schmerzen gelitten, auch habe sie weder Anzeichen einer 

Arthrose noch eines Ganglions bemerkt und sei nach der Punktion des Ganglions vom 

16. November 2016 längere Zeit schmerzfrei gewesen, was als weiterer Beweis für die 

Unfallkausalität diene - kann sodann nur insofern Bedeutung beigemessen werden, als 

sie im Regelfall nicht dafür ausreichen, von einer Unfallkausalität auszugehen (vgl. dazu 

die beweisrechtlich untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc"; SVR 2008 UV Nr. 

11 S. 34 [U 290/06] E. 4.2 mit Hinweisen; ALFRED MAURER, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 Fn 1205). Der Ausschluss einer 

Unfallkausalität ist damit jedoch keineswegs gesichert.

5.   

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Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beurteilungen von Prof. H.___ vom 5. 

Januar und 9. Februar 2017 (act. M4 f.) nicht hinreichend verständlich machen, 

weshalb eine unfallkausale Genese nicht wahrscheinlicher sein sollte als eine 

unfallfremde Genese. Dem Gericht ist es mithin gestützt auf die vorgenannten 

Beurteilungen nicht möglich, mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob das Ganglion am rechten Fussrücken der 

Beschwerdeführerin die Folge einer am 9. März 2016 erlittenen traumatischen 

Verletzung ist oder einen degenerativen Zustand darstellt. Für eine Leistungsablehnung 

der Beschwerdegegnerin hinsichtlich der erfolgten Heilbehandlungen des Ganglions, 

insbesondere der Resektion desselben, genügte die Beweislage nicht. Die 

Beschwerdegegnerin wäre gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 

ATSG) zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen hinsichtlich der 

Unfallkausalität verpflichtet gewesen. Nachdem - wie gesagt - bereits geringe Zweifel 

an der Schlüssigkeit ärztlicher Feststellungen ergänzende Abklärungen erforderlich 

machen, wird sie solche nachzuholen haben. Die Angelegenheit ist mithin zur 

Veranlassung der besagten Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.   

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 30. Mai 2017 unter 

Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 28. April 2017 teilweise 

gutzuheissen und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der 

Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Eine 

Parteientschädigung fällt ausser Betracht, nachdem die Beschwerdeführerin nicht 

anwaltlich vertreten ist.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 28. April 

2017 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.09.2018
	Art. 6 UVG: ungenügende Beweislage für eine Leistungsablehnung des Unfallversicherers hinsichtlich der Heilbehandlungen eines mit einer 8-monatigen Latenzzeit kernspintomographisch erhobenen Ganglions nach Kontusionsverletzung des rechten Mittelfusses (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. September 2018, UV 2017/44).

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