# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8ee6602-c1b0-5f4c-9a67-4fb4343e44fa
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 21.06.2017 SK2 2017 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2017-10_2017-06-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 21. Juni 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 17 10 26. Juni 2017

Beschluss
II. Strafkammer

Vorsitz Pritzi
RichterInnen Hubert und Brunner
Aktuar Nydegger

In der strafrechtlichen Beschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin, 

gegen

die Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 20. April 2017, in Sachen 
der Beschwerdeführerin,

betreffend Wiederherstellung einer Frist,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Mit Strafbefehl vom 4. Oktober 2016, mitgeteilt am 5. Oktober 2016, wurde 
X._____ der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB für schuldig befun-
den und mit einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je Fr. 120.00, bedingt voll-
ziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von Fr. 500.00 
bestraft. Nachdem X._____ den ihr per Einschreiben zugestellten Strafbefehl nicht 
fristgemäss bis am 14. Oktober 2016 bei der Post entgegengenommen hatte, 
wurde dieser am 14. Oktober 2016 der Staatsanwaltschaft Graubünden zurückge-
sandt. Am 25. Oktober 2016 wurde der Strafbefehl X._____ per A-Post nochmals 
zugesandt, mit dem Hinweis, dass die Rechtsmittelfrist (recte: Einsprachefrist) 
nicht von neuem zu laufen beginne.

B. Am 4. November 2016 überbrachte X._____ der Staatsanwaltschaft 
Graubünden auf der Zweigstelle Ilanz ein Gesuch um Wiederherstellung der Ein-
sprachefrist und erhob Einsprache gegen den Strafbefehl. Dasselbe Gesuch ging 
am 7. November 2016 zusätzlich per Einschreiben ein. Den beiden Gesuchen war 
unter anderem ein Arztbericht vom 4. November 2016 beigelegt. Am 14. Novem-
ber 2016 reichte X._____ ein weiteres Zeugnis ihrer Hausärzte vom 11. November 
2016 nach.

C. Mit Verfügung vom 20. April 2017 wies die Staatsanwaltschaft Graubünden 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Wiederherstellungsgesuch von X._____ ab. 
Sie erhob dafür keine Kosten.

D. Dagegen erhob X._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe 
vom 28. April 2017 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden und be-
antragte sinngemäss die Wiederherstellung der Einsprachefrist.

E. Mit Stellungnahme vom 15. Mai 2017 beantragte die Staatsanwaltschaft die 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

F. Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Aus-
führungen in der angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nach-
folgenden Erwägungen eingegangen.

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II. Erwägungen

1. a) Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO kann gegen Verfügungen und Verfah-
renshandlungen der Polizei, der Staatsanwaltschaft und der Übertretungsstraf-
behörden Beschwerde geführt werden. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen 
schriftlich und begründet einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Die Zuständigkeit 
der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden als Beschwerdeinstanz 
ergibt sich im vorliegenden Fall, zumal keine Ausnahme im Sinne von Art. 395 
StPO vorliegt, gestützt auf Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) und Art. 10 Abs. 1 der Kantonsge-
richtsverordnung (KGV; BR 173.110).

b) Die angefochtene Verfügung datiert vom 20. April 2017, sodass sich die 
dagegen erhobene Beschwerde vom 28. April 2017 als rechtzeitig erweist. Sofern 
auch die übrigen Formvorschriften erfüllt sind (vgl. jedoch Erwägung 2 und 3d/bb), 
ist auf die Beschwerde einzutreten.

2. Gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde zu begründen. Sie hat 
sich insbesondere darüber zu äussern, welche Gründe einen anderen Entscheid 
nahe legen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO). In der Begründung ist schlüssig zu be-
haupten, dass und weshalb ein Beschwerdegrund gegeben ist. Die Anforderungen 
an die Beschwerdebegründung dürfen nicht überspannt werden, doch hat sich die 
Begründung zumindest in minimaler Form mit der angefochtenen hoheitlichen Ver-
fahrenshandlung auseinanderzusetzen (vgl. Patrick Guidon, Die Beschwerde 
gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, Rz. 392 
mit Hinweis auf BGE 131 II 449 E. 1.3). Daran mangelt es, wenn die Richtigkeit 
der tatsächlichen oder rechtlichen Erwägungen der angefochtenen Handlung nur 
pauschal bestritten wird. Die Gründe, welche einen anderen Entscheid nahelegen, 
müssen sich grundsätzlich aus der Beschwerdeschrift selbst ergeben. Als unge-
nügend angesehen werden deshalb allgemeine Verweise auf Ausführungen in 
Rechtschriften anderer Verfahren oder gar auf die Gesamtheit der Akten, da es 
nicht Aufgabe der Beschwerdeinstanz sein könne, in Eingaben an andere Behör-
den oder anderen Verfahren nach Beschwerdegründen samt der dazugehörigen 
Anträge zu suchen (vgl. Guidon, a.a.O., Rz. 394 m.w.H.). Nach Guidon wäre es 
jedoch zu formalistisch, wenn nicht auf Rechtsschriften des vorinstanzlichen Ver-
fahrens verwiesen werden dürfte. Wolle der Beschwerdeführer zur Vermeidung 
von Wiederholungen auf schon bei der vorinstanzlichen Strafbehörde vorgebrach-
te Argumente verweisen, so sei dies nicht zu beanstanden, sofern er die betref-
fenden Aktenstücke genau bezeichne (Guidon, a.a.O., Rz. 394; in diesem Sinne 

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auch der Beschluss des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 10. April 2012 
[470 12 18], E. 1.4; restriktiver jedoch Niklaus Schmid, Handbuch des schweizeri-
schen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Rz. 1474 [Fn. 91], wel-
cher Verweise auf frühere Rechtsschriften oder solche anderer Parteien für un-
zulässig hält, sich dabei allerdings auf das Urteil des Bundesgerichts 
2C_528/2010 vom 6. November 2010 [abgedruckt in SJ 2011 I 107 ff.] beruft, wo 
es um das - strengeren Kriterien unterworfene - Begründungserfordernis im Ver-
fahren vor Bundesgericht selbst ging).

3. a) Mit Strafbefehl vom 4. Oktober 2016, mitgeteilt am 5. Oktober 2016, wurde 
die Beschwerdeführerin der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB für 
schuldig befunden und mit einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je Fr. 120.00, 
bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von Fr. 
500.00 bestraft. Nachdem die Beschwerdeführerin den ihr per Einschreiben zuge-
stellten Strafbefehl nicht fristgemäss bis am 14. Oktober 2016 bei der Post entge-
gengenommen hatte, wurde dieser am 14. Oktober 2016 der Staatsanwaltschaft 
Graubünden zurückgesandt. Am 25. Oktober 2016 wurde der Strafbefehl der Be-
schwerdeführerin per A-Post nochmals zugesandt, mit dem Hinweis, dass die 
Rechtsmittelfrist (recte: Einsprachefrist) nicht von neuem zu laufen beginne. Am 4. 
November 2016 stellte die Beschwerdeführerin bei der Staatsanwaltschaft ein Ge-
such um Wiederherstellung der Einsprachefrist im Sinne von Art. 94 StPO. Gleich-
zeitig erhob sie Einsprache gegen den erwähnten Strafbefehl. Die Staatsanwalt-
schaft wies das Wiederherstellungsgesuch mit Verfügung vom 20. April 2014 ab, 
woraufhin die Beschwerdeführerin Beschwerde an das Kantonsgericht erhob.

b) Hat eine Partei eine Frist versäumt und würde ihr daraus ein erheblicher 
und unersetzlicher Rechtsverlust erwachsen, so kann sie die Wiederherstellung 
der Frist verlangen; sie hat dabei glaubhaft zu machen, dass sie an der Säumnis 
kein Verschulden trifft (Art. 94 Abs. 1 StPO). Das Gesuch ist innert 30 Tagen nach 
Wegfall des Säumnisgrundes schriftlich und begründet bei der Behörde zu stellen, 
bei welcher die versäumte Verfahrenshandlung hätte vorgenommen werden sol-
len. Innert der gleichen Frist muss die versäumte Verfahrenshandlung nachgeholt 
werden (Art. 94 Abs. 2 StPO). Über Gesuche betreffend die Wiederherstellung der 
Einsprachefrist im Sinne von Art. 354 Abs. 1 StPO entscheidet die Staatsanwalt-
schaft (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_968/2014 vom 24. Dezember 2014, E. 3; 
ferner auch BGE 142 IV 201; Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessord-
nung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 7 zu Art. 94 StPO und 
N 2 zu Art. 354 StPO).

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c) Die Frage nach der Wiederherstellung einer Frist stellt sich nur, wenn die 
Frist versäumt wurde. Dies setzt voraus, dass die Einsprachefrist gelaufen ist. 
Dies wiederum ist nur dann gegeben, wenn der Strafbefehl rechtsgültig tatsächlich 
oder fiktiv zugestellt wurde. Dabei ist die Frage nach der rechtsgültigen Zustellung 
- sofern strittig - nicht von der Staatsanwaltschaft (als Vorfrage im Verfahren der 
Wiederherstellung gemäss Art. 94 StPO) zu beurteilen, sondern gestützt auf Art. 
356 Abs. 2 StPO vom erstinstanzlichen Gericht zu entscheiden. Die Staatsanwalt-
schaft hat deshalb ein allfälliges Wiederherstellungsverfahren zu sistieren, bis das 
erstinstanzliche Gericht über die strittige Frage entschieden hat, ob der Strafbefehl 
rechtsgültig zugestellt und die Einsprachefrist versäumt wurde (vgl. zum Ganzen 
BGE 142 IV 201; Urteil des Bundesgerichts 6B_175/2016 vom 2. Mai 2016, E. 
2.5). Ist die Gültigkeit der Zustellung dagegen unbestritten, erübrigt sich eine 
Überweisung der Angelegenheit an das erstinstanzliche Gericht und die Staats-
anwaltschaft hat direkt über das Wiederherstellungsgesuch zu entscheiden (vgl. 
hierzu auch Urteil des Bundesgerichts 6B_968/2014 vom 24. Dezember 2014, E. 
3; a.M. - aber ohne nähere Begründung und mit unzutreffendem Hinweis auf das 
Urteil des Bundesgerichts 6B_175/2016 vom 2. Mai 2016 - Beschluss des Oberge-
richts Bern BK 16 185 vom 26. Juli 2016, E. 7.4, wonach auch bei unbestrittener 
Zustellung die Gültigkeit des Strafbefehls vom erstinstanzlichen Gericht festzustel-
len sei).

aa) In ihrem Gesuch vom 4. Oktober 2016 legte die Beschwerdeführerin dar, 
dass sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen sei, das Haus 
zu verlassen. Damit macht sie Gründe geltend, die es ihr verunmöglicht hätten, 
den Brief in Empfang zu nehmen. Die Beschwerdeführerin brachte an dieser Stelle 
jedoch nicht vor, sie habe mit einer Zustellung nicht rechnen müssen bzw. der per 
Einschreiben versandte und von ihr nicht abgeholte Strafbefehl habe nicht als zu-
gestellt zu gelten. Daran ändert nichts, dass sie in ihrem Gesuch gleichzeitig Ein-
sprache erhob, zumal innert gleicher Frist, wie das Wiederherstellungsgesuch zu 
stellen ist, auch die versäumte Verfahrenshandlung nachgeholt werden muss (Art. 
94 Abs. 2 Satz 2 StPO). Insofern unterscheidet sich der vorliegende Fall vom Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_1155/2014 vom 19. August 2015, wo sich aus der Be-
gründung des Wiederherstellungsgesuchs zweifelsfrei ergab, dass der Beschwer-
deführer die Voraussetzungen der Zustellfiktion gemäss Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO 
als nicht erfüllt erachtete, weshalb die Staatsanwaltschaft verpflichtet gewesen 
wäre, das erstinstanzliche Gericht über die Gültigkeit der Einsprache entscheiden 
zu lassen, ehe von ihr das Wiederherstellungsgesuch behandelt worden wäre.

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bb) Erst in ihrer Beschwerde an das Kantonsgericht bringt die Beschwerdefüh-
rerin vor, sie habe - nachdem der Fall am 15. Juli 2014 eröffnet worden sei und sie 
von diesem Zeitpunkt an nichts mehr von der Staatsanwaltschaft gehört habe - 
nicht davon ausgehen müssen, dass ein Schreiben der Staatsanwaltschaft an sie 
zugestellt werden könnte. Diese Vorbringen widersprechen nun aber insofern ih-
rem früheren Prozessverhalten, als sie die Gültigkeit der (fiktiven) Zustellung des 
Strafbefehls zunächst nicht in Zweifel zog. Der angebliche Verfahrensmangel in 
Form der unterbliebenen rechtsgültigen Zustellung des Strafbefehls hätte von der 
Beschwerdeführerin jedoch unmittelbar - d.h. jedenfalls in ihrem Wiederherstel-
lungsgesuch an die Staatsanwaltschaft (bzw. der gleichzeitig vorgenommenen 
Einsprache) - gerügt werden können und müssen, zumal die Beschwerdeführerin 
bereits damals Kenntnis aller hierfür relevanten Umstände hatte. Indem die Be-
schwerdeführerin mit dem Erheben der Rüge bis zum Beschwerdeverfahren zu-
gewartet hat, hat sie ihr entsprechendes Rügerecht verwirkt (vgl. hierzu auch BGE 
111 Ia 161 E. 1a; Wolfgang Wohlers, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 
2014, N 17 zu Art. 3 StPO mit Verweis auf die bundesgerichtliche Praxis zur Ver-
wirkung von Verfahrensrechten). Dieser Schluss rechtfertigt sich insbesondere 
auch deshalb, weil der Anspruch auf rechtsgültige (tatsächliche oder fiktive) Zu-
stellung Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist und es sich dabei um 
ein für die Parteien grundsätzlich disponibles Verfahrensrecht handelt (vgl. Zhuoli 
Chen, Der Verzicht auf Verfahrensrechte durch die beschuldigte Person im 
schweizerischen Strafprozess, Zürich 2014, S. 53 f.; ferner auch Wohlers, a.a.O., 
N 17 zu Art. 3 StPO [in fine]). Daran ändert nichts, dass es im Beschwerdeverfah-
ren nach Art. 393 ff. StPO keine Beschränkung des Novenrechts gibt (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 1B_768/2012 vom 15. Januar 2013, E. 2.1), da es vorliegend 
nicht um ein die Wiederherstellung betreffendes neues Vorbringen, sondern um 
eine hiervon unabhängige Rüge geht, welche bei rechtzeitiger Erhebung zu einem 
anderen Verfahrensablauf (Sistierung des Wiederherstellungsverfahrens und Ent-
scheidung über die Rechtsgültigkeit der Zustellung des Strafbefehls durch das 
erstinstanzliche Gericht) geführt hätte. Insofern sprechen auch Gründe der Pro-
zessökonomie gegen eine Zulassung der erst im Beschwerdeverfahren erhobenen 
Rüge. Demzufolge ist vorliegend davon auszugehen, dass der Strafbefehl rechts-
gültig fiktiv zugestellt und die Einsprachefrist - nachdem sie infolge gültiger (fikti-
ver) Zustellung zu laufen begonnen hatte - versäumt wurde. Damit verbleibt über 
die Wiederherstellung der Einsprachefrist als solcher zu befinden.

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d) Wie dargelegt, macht die Beschwerdeführerin geltend, aus gesundheitli-
chen Gründen sei es ihr nicht möglich gewesen, das Haus zu verlassen (und da-
mit den Briefkasten leeren zu können). Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer 
Beschwerde nicht explizit die Wiederherstellung der Einsprachefrist, sondern er-
hebt "Einsprache" (recte: Beschwerde) gegen die Verfügung der Staatsanwalt-
schaft vom 20. April 2017. Zwar ist in der Beschwerde anzugeben, welche Punkte 
der hoheitlichen Verfahrenshandlung angefochten werden (Art. 385 Abs. 1 lit. a 
StPO), woraus gefolgert wird, dass die Beschwerde einen Antrag enthalten muss 
(vgl. hierzu Guidon, a.a.O., Rz. 388). Da die Beschwerdeführerin jedoch darlegt, 
warum ihr eine fristgemässe Einsprache nicht möglich gewesen sei, und die Ein-
sprache (in begründeter Form) nachholt, ist gestützt auf Treu und Glauben ohne 
Weiteres von einem sinngemässen Antrag um Wiederherstellung der Einsprache-
frist auszugehen, zumal ein solcher Antrag im Wiederherstellungsgesuch noch 
ausdrücklich gestellt wurde.

aa) Voraussetzung für eine Wiederherstellung ist zunächst, dass der säumigen 
Partei aus der Säumnis ein erheblicher und unersetzlicher Rechtsverlust erwächst. 
Dies ist - wie vorliegend - etwa dann der Fall, wenn die Möglichkeit eines Rechts-
mittels bzw. Rechtsbehelfs unwiederbringlich verloren ist (vgl. Daniela Brüschwei-
ler, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 2 zu Art. 94 StPO; Christof 
Riedo, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 29 zu Art. 94 StPO). Im Weite-
ren darf die Partei an der Säumnis kein Verschulden treffen. Jedes Verschulden, 
auch bloss leichte Fahrlässigkeit, schliesst eine Wiederherstellung gemäss Art. 94 
StPO aus (Brüschweiler, a.a.O., N 3 zu Art. 94 StPO; Riedo, a.a.O., N 35 zu Art. 
94 StPO). Im Gesuch sind die Wiederherstellungsgründe genau anzugeben und 
soweit möglich zu belegen (Brüschweiler, a.a.O., N 7 zu Art. 94 StPO).

Unverschuldet ist die Säumnis nur, wenn sie durch einen Umstand eingetreten ist, 
der nach den Regeln vernünftiger Interessenwahrung auch von einer sorgsamen 
Person nicht befürchtet werden muss oder dessen Abwendung übermässige An-
forderungen gestellt hätte. Allgemein wird vorausgesetzt, dass es in der konkreten 
Situation unmöglich war, die Frist zu wahren oder jemanden damit zu betrauen. 
So darf etwa die Rechtskraft eines strafrechtlichen Urteils nicht leicht durchbro-
chen werden. Bei Versäumnis gesetzlicher Fristen sind strengere Anforderungen 
zu stellen. Ein Krankheitszustand bildet, wenn und solange er jegliches auf die 
Fristwahrung gerichtetes Handeln verunmöglicht, ein unverschuldetes, zur Wie-
derherstellung führendes Hindernis. Doch muss die Erkrankung derart sein, dass 

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der Rechtsuchende durch sie davon abgehalten wird, selber innert Frist zu han-
deln oder einen Dritten mit der Vornahme der Prozesshandlung zu betrauen. Dass 
es sich so verhält, muss mit einschlägigen Arztzeugnissen belegt werden, wobei 
die blosse Bestätigung eines Krankheitszustandes und regelmässig selbst einer 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit zur Anerkennung eines Hindernisses im Sinne 
von Art. 94 StPO nicht genügt (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 
6B_1039/2016 vom 21. Dezember 2016, E. 3.2 m.w.H.).

bb) In ihrem Wiederherstellungsgesuch machte die Beschwerdeführerin gel-
tend, sie leide seit dem Jahr 2011 an "Tetanie Syndrom Depression" und seit dem 
Jahr 2013 habe sie Beschwerden im Genick sowie im Lumbalbereich. Im Jahr 
2015 seien zusätzliche Probleme mit der Pankreas und starke Durchfälle sowie 
Beschwerden beim Verdauen aufgetreten. Im Weiteren sei festgestellt worden, 
dass sie unter dem Capaul-Syndrom leide. Anfang Oktober 2016 habe sich ihr 
gesundheitlicher Zustand enorm verschlechtert und es ihr nicht mehr ermöglicht, 
aus dem Haus zu gehen. Ihre Mutter sei deswegen in die Schweiz gekommen, um 
ihr zu helfen; diese befinde sich heute immer noch bei ihr.

Die Staatsanwaltschaft hielt in ihrer Verfügung vom 20. April 2017 fest, die von der 
Beschwerdeführerin eingereichten Arztberichte (vgl. StA act. 1.27) hielten zwar die 
Diagnose, Medikation sowie den Krankheitsverlauf bei der Beschwerdeführerin 
fest. Sie würden jedoch nicht belegen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitraum 
zwischen der Abholungseinladung der Post vom 6. Oktober 2016 und dem Rück-
versand des Strafbefehls am 14. Oktober 2016 nicht fähig gewesen sei, den Brief 
bei der Post entgegenzunehmen bzw. von einer Drittperson, beispielsweise der 
bei ihr wohnhaften Mutter, entgegennehmen zu lassen. Aus den eingereichten 
Arztberichten seien im Weiteren auch keine Änderungen in der Behandlung bzw. 
der Medikation der Beschwerdeführerin erkennbar, die auf eine akute Verschlech-
terung des Zustandes der Beschwerdeführerin schliessen liessen. Auch der 
nachträglich eingereichte Arztbericht (vgl. StA act. 1.29) beschreibe keine akute 
Erkrankung der Beschwerdeführerin. Davon abgesehen, dass im zu beurteilenden 
Fall die krankheitsbedingt geltend gemachten Gründe eine Wiederherstellung der 
versäumten Frist nicht rechtfertigten, sei es der Beschwerdeführerin möglich ge-
wesen, den per Einschreiben zugestellten Strafbefehl etwa durch die bei ihr le-
bende Mutter abholen zu lassen.

In ihrer Beschwerde bringt die Beschwerdeführerin lediglich vor, die Ausführungen 
der Staatsanwaltschaft seien unzutreffend. Ihr Gesundheitszustand habe es ihr 
nicht ermöglicht, im fraglichen Zeitraum den Briefkasten zu leeren bzw. das Haus 

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zu verlassen. Entsprechende Arztzeugnisse seien vorhanden. Ob diese Vorbrin-
gen der Begründungspflicht gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO genügen (vgl. oben Er-
wägung 2), erscheint zumindest fraglich, da die Beschwerdeführerin es unterlässt 
aufzuzeigen, inwiefern die wiedergegebenen Erwägungen der Staatsanwaltschaft 
unzutreffend sein sollten, und somit keine eigentliche Auseinandersetzung mit 
dem angefochtenen Entscheid erfolgt. Da die Beschwerde aber ohnehin abzuwei-
sen ist, kann dieser Punkt offengelassen werden. Im ärztlichen Bericht vom 11. 
November 2016 (StA act. 1.29) wird zwar festgehalten, die Beschwerdeführerin 
leide an einer Angststörung mit zeitweise ausgeprägter sozialer Phobie. Sie ver-
lasse dann die Wohnung nur in Begleitung von Freunden oder Angehörigen oder 
mehrere Tage auch überhaupt nicht. Der Staatsanwaltschaft ist jedoch darin bei-
zupflichten, dass es der Beschwerdeführerin möglich gewesen wäre, den Strafbe-
fehl durch die bei ihr lebende Mutter abholen bzw. durch diese den Briefkasten 
leeren zu lassen, wobei sie vom entsprechenden Abholungsschein der Post 
Kenntnis erhalten hätte. Jedenfalls sind keine gegenteiligen Anhaltspunkte ersicht-
lich und die Beschwerdeführerin macht solche auch nicht geltend. Wenn sie vor-
bringt, sie habe ihre Mutter bzw. eine andere Person deshalb nicht zur Post schi-
cken und den Brief abholen lassen können, weil sie nicht gewusst habe, dass ein 
Brief zugestellt worden sei, so ist der Einwand, die Zustellfiktion gemäss Art. 85 
Abs. 4 lit. a StPO sei vorliegend nicht gegeben, wie dargelegt (vgl. Erwägung 
3c/bb) nicht mehr zu hören. Demnach ist festzuhalten, dass die Staatsanwalt-
schaft das Gesuch um Wiederherstellung der Einsprachefrist im Ergebnis zu 
Recht abgewiesen hat. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen, soweit darauf 
eingetreten werden kann.

4. Die Staatsanwaltschaft erhob für die angefochtene Verfügung keine Kosten. 
Insofern erübrigt es sich, im Beschwerdeverfahren darüber neu zu befinden. 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). In Anwendung von Art. 8 der Verordnung über die 
Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.201) werden die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens vorliegend auf Fr. 1'000.00 festgesetzt und der Beschwer-
deführerin auferlegt. Ausseramtliche Entschädigungen sind keine zu sprechen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von Fr. 1'000.00 gehen zu 
Lasten von X._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an: