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**Case Identifier:** 6c075ba9-eed1-5441-8594-f5dc62d3700e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.11.2015 200 2015 603
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-603_2015-11-16.pdf

## Full Text

200 15 603 IV
MAW/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. November 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. Mai 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Nov. 2015, IV/15/603, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter …, führt als Selbstständigerwerbender eine … (Dossier der Inva-
lidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 1). Am 19. Januar 2008 erlitt er bei 
einem Skiunfall (AB 12) einen Bruch des Schienbeinkopfes links (AB 2 S. 3 
ff., 6 S. 2) mit anschliessenden Komplikationen. 

Der Versicherte meldete sich im August 2008 bei der IV-Stelle Bern (IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leistungen an (AB 1). 
Während der Abklärungszeit erfolgten verschiedene Eingriffe, u.a. wurde 
dem Versicherten eine Knie-Totalprothese eingesetzt. Gestützt auf die ein-
geholten medizinischen Berichte, den Abklärungsbericht für Selbstständi-
gerwerbende vom 1. September 2014 (AB 67) und die Stellungnahmen von 
Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Chirurgie FMH, Regionaler 
Ärztlicher Dienst (RAD), vom 15. Januar 2013 und 26. August 2014 (AB 47 
S. 3 f., 66 S. 2 f.) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 3. September 2014 
die Zusprechung einer ganzen Rente ab dem 1. Februar 2009, einer halb-
en Rente ab dem 1. Juni 2010 und einer Viertelsrente ab dem 1. März 2012 
in Aussicht (AB 68). Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Für-
sprecher B.________, Einwände (AB 73, 78); dazu reichte er ein ärztliches 
Attest von Dr. med. D.________ vom 24. Oktober 2014 ein (AB 78 S. 6 f.). 

Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD vom 22. Dezember 2014 
(AB 81 S. 2) und des Abklärungsdienstes vom 14. Januar 2015 (AB 83 S. 2 
f.) hat die IVB mit Verfügung vom 27. Mai 2015 vom 1. Februar 2009 bis 
31. Mai 2010 eine ganze Rente, vom 1. Juni 2010 bis 28. Februar 2012 
eine halbe Rente sowie ab 1. März 2012 eine Viertelsrente zugesprochen 
(AB 85). 

B.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Nov. 2015, IV/15/603, Seite 3

Am 29. Juni 2015 hat der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher 
B.________, Beschwerde erhoben. Er lässt beantragen, die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Bern vom 27. Mai 2015 sei aufzuheben und es sei 
ihm mit Wirkung ab dem 1. März 2012 eine halbe Rente und mit Wirkung 
ab 1. Oktober 2014 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzuspre-
chen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. August 2015 beantragt die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

Am 20. Oktober 2015 hat eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) stattge-
funden.

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Oktober 2015 hat der Instruktions-
richter ausgeführt, die Kammer habe im Rahmen einer Urteilsberatung von 
diversen Zeitungsartikeln aus dem Zeitraum Mai bis November 2013, wel-
che auf der Website „E.________“ (über uns / Medien) zu finden seien, 
Kenntnis genommen. Die Abklärungsberichte für Selbständigerwerbende 
der IVB, in welchen die Betriebsverhältnisse aufgezeigt würden, stimmten 
nicht mit dem Inhalt der erwähnten Zeitungsberichte überein. Die urteilende 
Kammer gedenke deshalb, die angefochtene Verfügung aufzuheben und 
die Sache zu weiteren Abklärungen und neuer Beurteilung an die IV-Stelle 
Bern zurückzuweisen. Der Instruktionsrichter hat den Beschwerdeführer in 
der Folge auf eine mögliche Schlechterstellung (reformatio in peius) auf-
merksam gemacht und hat ihm Gelegenheit zur Stellungnahme bzw. zum 
Rückzug der Beschwerde gegeben.

Der Beschwerdeführer hat am 9. November 2015 an der Beschwerde fest-
gehalten: Sowohl die diversen Zeitungsartikel wie auch der Abklärungsbe-
richt vom 29. November 2013 äusserten sich über die Weiterentwicklung 
des …. Den diversen Zeitungsartikeln liessen sich betreffend Funktion, 
Tätigkeit, Aufgabengebiet oder zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

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keine Angaben entnehmen. Sie seien weder relevant noch geeignet, um 
eine allfällige Schlechterstellung zu bewirken.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren 
mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Ent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zustän-
digkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Inva-
lidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 
81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde 
einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IVB vom 27. Mai 2015 
(AB 85). Auch wenn dies dem Rechtsbegehren nicht entnommen werden 
kann, ist aufgrund der Argumentation in der Beschwerde davon auszuge-
hen, dass der Beschwerdeführer, obschon er die Aufhebung der Verfügung 
vom 27. Mai 2015 beantragt, die ihm zugesprochene ganze Rente vom 
1. Februar 2009 bis 31. Mai 2010 sowie die halbe Rente vom 1. Juni 2010 
bis 28. Februar 2012 nicht aufgehoben haben will, auch wenn er in der Fol-
ge lediglich ab 1. März 2012 eine halbe Rente und ab 1. Oktober 2014 eine 
ganze Rente beantragt. 

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-

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tung angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in 
dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 Erw. 1a); somit ist nicht nur der Zeitraum 
ab 1. März 2012 zu beurteilen, sondern auch die zugesprochenen Leistun-
gen ab 1. Februar 2009.  

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

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kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein 
Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 
349, 117 V 198 E. 3b S. 199; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Nov. 2015, IV/15/603, Seite 7

2.4.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 [IVV; SR 831.201]).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.7 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

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kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Die angefochtene Verfügung der IVB vom 27. Mai 2015 (AB 85) 
stützt sich aus medizinischer Sicht im Wesentlichen auf das Folgende:

3.1.1 In der Stellungnahme vom 15. Januar 2013 diagnostizierte der 
RAD-Arzt Dr. med. C.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 
fibrosiertes Stadium der Algodystrophie Knie links bei Status nach Tibia-
kopfimpressionsfraktur links im Januar 2008, bei Status nach tiefer Venen-
thrombose, bei Status nach Materialentfernung und Adhäsiolyse im No-
vember 2008, bei Status nach Knietotalprothese im November 2010 und 
bei Status nach Arthrolyse im Januar 2012. Er führte aus, eine medizinisch 
begründete Arbeitsunfähigkeit bestehe seit dem Unfall im Januar 2008. 
Zunehmende Beschwerden hätten zwischen 2008 und 2012 immer wieder 
zu chirurgischen Interventionen geführt. Die Rehabilitationszeit sei jeweils 
langwierig und nie von vollem Erfolg gewesen. Insbesondere die Implanta-
tion einer Knieprothese im November 2010 habe die Schmerzsituation nicht 
verbessert, was letztlich zu einer weiteren Operation geführt habe. Bezüg-
lich des Zumutbarkeitsprofils hielt er fest, ab März 2012 sei eine leichte 
wechselnd belastende Tätigkeit ohne lange Gehphasen und ohne Knien zu 
einem vollen Pensum, mit einer Leistungseinbusse von 30 % zumutbar. Die 
Behandlung sei noch nicht abgeschlossen; eine Verbesserung sei medizi-
nisch-theoretisch möglich (AB 47 S. 3).

3.1.2 Der behandelnde Arzt Prof. Dr. med. F.________, Facharzt FMH für 
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt 
im Bericht vom 22. Juli 2014 fest, es bestehe funktionell nach diversesten 
Eingriffen eine wackelsteife Arthrodese des linken Kniegelenks. Die aktive 
Flexion/Extension von maximal 16 bis 18° sei funktionell nicht verwertbar. 
Entsprechend sei die Belastung auf die untere Extremität, Hüfte rechts und 
Wirbelsäule grösser geworden. Der Beschwerdeführer stehe und belaste 

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eigentlich hauptsächlich die rechte Extremität und habe entsprechend auch 
beginnende inguinale Beschwerden, die auf eine beginnende Koxarthrose 
hinwiesen. Zunehmend leide er auch unter Lumboischialgien. Zur Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit sowie zum Zumutbarkeitsprofil führte der behan-
delnde Arzt aus, die Tätigkeit im angestammten Beruf (…) sei massiv er-
schwert. Das Inspizieren von …, … von … sei grundsätzlich wegen der 
Gehbehinderung nicht möglich. Für reine …, ohne Herumgehen, ohne In-
spektionen in der Werkstatt, ohne Kundenkontakt, ohne Treppensteigen, 
sei der Beschwerdeführer zu 65 bis 70 % arbeitsfähig. Für Tätigkeiten wie 
das …, Kundenkontakte, Inspektionen in der … oder Ähnliches, sei aus 
orthopädischer Sicht bei einem funktionell wackelsteifen linken Kniegelenk 
die Arbeitsfähigkeit zu maximal 50 % gegeben (AB 63 S. 3). Im Bericht vom 
25. Juli 2014 ergänzte er, insbesondere seien auch die Tätigkeiten im …-
/… unmöglich geworden, da das Gehen auf unebenem Gelände bei der 
Bergung … und/oder .., das Manipulieren mit …, … und … nicht mehr mög-
lich sei (AB 65 S. 2).

3.1.3 In der Stellungnahme vom 26. August 2014 hielt der RAD-Arzt Dr. 
med. C.________ fest, es bestehe nahezu eine Unbeweglichkeit des rech-
ten Knies, aufgrund der Arthrofibrose; hier stehe die Unbeweglichkeit und 
weniger der Schmerz im Vordergrund. Bei den sekundär skelettalen 
Schmerzen aufgrund der Fehlhaltung stehe der Schmerz im Vordergrund. 
Seit der Beurteilung im Januar 2013 habe sich die Gesundheit kontinuier-
lich leicht verschlechtert. Trotzdem verändere sich das Zumutbarkeitsprofil 
nicht iv-relevant. Das im Januar 2013 skizzierte Zumutbarkeitsprofil decke 
sich mit den Angaben von Prof. Dr. med. F.________, wonach eine ange-
passte Tätigkeit mit einer Leistungsminderung von 30 bis 35 % zumutbar 
sei. Revidiert werden müsse die Vermutung, dass eine Besserung des 
Knieproblems möglich sei (AB 66 S. 3).

3.2 Die Beschwerdegegnerin stellte bezüglich der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit sowie des Zumutbarkeitsprofils auf die Stellungnahmen des 
RAD-Arztes Dr. med. C.________ vom 15. Januar 2013 (AB 47 S. 3) und 
26. August 2014 (AB 66 S. 3) ab. Seine Beurteilung, es sei vor März 2012 
(d.h. bis zum operativen Eingriff im Januar 2012 [AB 36 S. 7] und unter 
Berücksichtigung einer Rehabilitationsphase [vgl. AB 66 S. 3]) auf die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Nov. 2015, IV/15/603, Seite 10

nachvollziehbare attestierte Arbeitsfähigkeit der behandelnden Ärzte abzu-
stellen (AB 47 S. 3), überzeugt. Diese Einschätzung wird denn auch vom 
Beschwerdeführer nicht beanstandet. Gestützt auf die echtzeitlichen Attes-
te über die Arbeitsfähigkeit ist somit erstellt, dass der Beschwerdeführer ab 
dem Unfallzeitpunkt im Januar 2008 bis 16. August 2009 zu 100 % arbeits-
unfähig war (AB 7, 24 S. 3 f.; vgl. auch Abklärungsbericht für Selbstständi-
gerwerbende vom 1. September 2014 [AB 67 S. 3 f.]); vom 17. August 
2009 bis 31. Mai 2010 lag eine Arbeitsunfähigkeit von 75 % vor und ab 
dem 1. Juni 2010 von 50 % (AB 24 S. 3 f.). Am 30. November 2010 erfolgte 
zwar eine Implantation einer Knietotalprothese links und am 8. August 2011 
wurde eine arthroskopische Arthrolyse mit Entnahme von Biopsien am Knie 
links durchgeführt (AB 63 S. 2); es ist jedoch nicht davon auszugehen, 
dass die im Rahmen der operativen Eingriffe attestierten höheren Arbeits-
unfähigkeiten – es wurde vom 8. bis 18. August 2011 100 % und vom 
19. August bis 2. Oktober 2011 75 % attestiert (AB 35 S. 3) – länger als 
drei Monate dauerten (vgl. auch AB 67 S. 4), weshalb sie auch nicht als 
eine den Rentenanspruch vorübergehend beeinflussende Verschlechte-
rung der Erwerbsfähigkeit (Art. 88a Abs. 2 IVV) zu berücksichtigen sind.

3.3 Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit ab März 2012 stellte 
die Beschwerdegegnerin auf die Stellungnahme des RAD vom 26. August 
2014 (AB 66 S. 3) und die Berichte des behandelnden Arztes Prof. Dr. 
med. F.________ vom 22. und 25. Juli 2014 (AB 63 S. 3, 65 S. 2) ab. Es ist 
nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer aufgrund des funktionell wa-
ckelsteifen linken Kniegelenks in den Tätigkeiten in der … massiv einge-
schränkt ist und ihm das Inspizieren von …, des … von … wegen der Geh-
behinderung nicht mehr möglich ist (vgl. AB 63 S. 3). Nachvollziehbar ist 
auch, dass die Tätigkeit im …- und … vom Beschwerdeführer nicht mehr 
ausgeführt werden kann und für Inspektionen in der …, für das Tragen von 
schweren … usw. lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 50 % besteht. Damit 
steht gestützt auf die medizinischen Akten fest, dass der Beschwerdeführer 
in seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit als … massiv eingeschränkt ist 
(vgl. AB 63 S. 3, 65 S. 2; vorbehalten bleiben allfällige neue Erkenntnisse 
gestützt auf die vorzunehmenden Abklärungen gemäss E. 4.4 hiernach). 
Es besteht jedoch eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, 
denn die Einschätzung des RAD, dem Beschwerdeführer sei eine leichte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Nov. 2015, IV/15/603, Seite 11

wechselbelastende Tätigkeit, ohne lange Gehphasen und ohne Knien, mit 
einem Pensum von 100 % mit einer Leistungsminderung von 30 % zumut-
bar (vgl. AB 47 S. 3), überzeugt. Dies steht letztlich auch in Übereinstim-
mung mit der Beurteilung des behandelnden Arztes, dem Beschwerdefüh-
rer sei eine reine …, ohne Herumgehen, ohne Treppensteigen und ohne 
Inspektionen in der … mit einer Leistungseinschränkung von 30 bis 35 % 
zumutbar (vgl. AB 65 S. 2, 66 S. 3). Es ist somit erstellt, dass der Be-
schwerdeführer ab März 2012 in einer leichten wechselbelastenden Tätig-
keit, insbesondere im … (AB 66 S. 3), zu 70 % arbeitsfähig ist.

3.4 Nichts an diesem Ergebnis ändern die Vorbringen des Beschwerde-
führers (Beschwerde S. 6 Ziff. 6): Er macht geltend, ab Oktober 2014, d.h. 
vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2015 (AB 85), sei 
eine Verschlechterung des (psychischen) Gesundheitsschadens eingetre-
ten, welche die Arbeitsfähigkeit iv-relevant beeinflusse. Auch wenn im Be-
richt der Hausärztin Dr. med. D.________ vom 24. Oktober 2014 (AB 78 S. 
6) ein Burnout, seit ca. vier Wochen, und eine anamnestische Angststörung 
diagnostiziert und aufgrund des psychischen Gesundheitszustandes eine 
Arbeitsunfähigkeit auch für körperlich leichte Tätigkeiten (Schreibtischtätig-
keiten) attestiert wird (AB 78 S. 7), ist damit noch keine rentenrelevante 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Denn einer-
seits fällt ein Burnout als solches nicht unter den Begriff der invaliditäts-
rechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung; es stellt grundsätzlich 
keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar (Entscheid des Bundes-
gerichts [BGer] vom 26. Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.1). Andererseits legt 
der Beschwerdeführer keine weiteren Berichte vor, welche eine (fachärztli-
che) Behandlung und damit eine entsprechende Erkrankung dokumentie-
ren würden (vgl. auch AB 81 S. 2). Entgegen der Meinung des Beschwer-
deführers kann die geltend gemachte Erkrankung, welche offenbar nicht 
behandlungsbedürftig ist, keine langdauernde Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit bewirken. Auch der Einwand des Beschwerdeführers, vor Verfü-
gungserlass seien erhebliche Schmerzen und Einschränkungen der Be-
weglichkeit des Rückens aufgetreten, die wiederum bereits für sich allein 
zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit führten, überzeugt nicht. Der in Aussicht 
gestellte Bericht bezüglich der angegebenen, sich noch im Gang befinden-
den medizinischen Abklärungen (Beschwerde S. 7) wurde nicht einge-

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reicht. Somit sind die geltend gemachten Rückenprobleme medizinisch 
weder dokumentiert noch glaubhaft gemacht worden.

4.

4.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63; 
SVR 2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2).

4.2 Bei der Feststellung des massgebenden erwerblichen Sachverhalts 
stellte die Beschwerdegegnerin auf die Abklärungsberichte vom 30. No-
vember 2010 (AB 29), vom 29. November 2013 (AB 54) und vom 1. Sep-
tember 2014 (AB 67) ab. Bezüglich der Betriebsverhältnisse verwies die 
Beschwerdegegnerin im Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende 
vom 1. September 2014 auf die früheren Abklärungsberichte (AB 67 S. 4 
Ziff. 3). Im Abklärungsbericht vom 29. November 2013 – gestützt auf eine 
Erhebung vom 21. November 2013 (nach einem Gespräch im Geschäft des 
Beschwerdeführers [AB 54 S. 2]) – hielt die IVB unter der Rubrik „Betriebs-
verhältnisse“ fest, die Angaben zum Betrieb könnten dem Abklärungsbe-
richt vom 30. November 2010 entnommen werden; es seien in der Zwi-
schenzeit ein … pensioniert und als dessen Ersatz ein neuer … und zu-
sätzlich ein … für den …-, …- und … angestellt worden. Letzterer führe die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Nov. 2015, IV/15/603, Seite 13

Arbeiten aus, welche sonst der Beschwerdeführer bei guter Gesundheit 
ausgeführt hätte (AB 54 S. 5 Ziff. 4). Im Abklärungsbericht vom 30. No-
vember 2010 (AB 29) wurde nach einer Erhebung vom 26. Oktober 2010 
zum Betrieb festgehalten, dass der Beschwerdeführer eine … mit vier Ar-
beitsplätzen führe; es würden im Betrieb … von … aller …, … (… Vertre-
tung) mit … und …, …, Handel mit …, … und … vorgenommen (AB 29 S. 4 
f.). 

4.3 Auf der Homepage des vom Beschwerdeführer geführten Betriebes 
wurden diverse Zeitungsartikel aus dem Zeitraum Mai bis November 2013 
veröffentlicht (http://www....-E.________.ch/über-uns/medien/). Daraus ist 
ersichtlich, dass der beschriebene Betrieb mit den Angaben in den Ab-
klärungsberichten vom 29. November 2013 (AB 54) und vom 30. November 
2010 (AB 29) nicht (mehr) übereinstimmt. Es ist davon auszugehen, dass 
der Betrieb des Beschwerdeführers – möglicherweise auch im Zusammen-
hang mit dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers – verändert 
wurde, was der Beschwerdegegnerin im Detail offensichtlich anlässlich der 
Erhebung vom 21. November 2013 nicht mitgeteilt wurde. Daran ändert 
nichts, dass im Abklärungsbericht vom 21. November 2013 (AB 67 S. 5) 
auf eine Vergrösserung des Teams durch die Neuanstellung eines weiteren 
… hingewiesen wurde. Im Vergleich zu den in den Abklärungsberichten 
erwähnten vier bzw. fünf Arbeitsplätzen (AB 29 S. 6, 54 S. 5) ist laut Zei-
tungsbericht „…“ vom 7. November 2013 von nunmehr sieben Angestellten 
– nebst dem Beschwerdeführer als Inhaber der E.________ (vgl. Team der 
E.________) – die Rede. Insbesondere arbeitete im Jahr 2013 nunmehr 
eine Angestellte im …/…; im Vergleich dazu wurde im Abklärungsbericht 
vom 30. November 2010 (AB 29 S. 6) noch festgehalten, dass der Vater 
des Beschwerdeführers, welcher die … angenommen habe, nicht habe 
ersetzt werden müssen. Möglicherweise fallen aufgrund einer Betriebsver-
grösserung nunmehr im administrativen Bereich vermehrte Aufgaben an, 
was zu einer weiteren Anstellung einer Mitarbeiterin führte. Es wurde im 
Zeitungsbericht vom 7. November 2013 denn auch ausgeführt, dass die 
Firma des Beschwerdeführers zu den national grossen Anbietern im Be-
reich der …- und … gehöre; dieses Kerngeschäft sei ausgebaut worden. 
Laut Bericht der G.________ Zeitung vom 22. Juni 2013 erfolgte zudem im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Nov. 2015, IV/15/603, Seite 14

Jahr 2013 die Gründung eines neuen …- und …, bei welchem der Be-
schwerdeführer die Aufgabe eines … … übernommen habe. 

4.4 Die Abklärungsberichte vom 29. November 2013 (AB 54) und vom 
1. September 2014 (AB 67) beruhen somit nicht auf den aktuellen Be-
triebsverhältnissen und sind damit nicht beweiskräftig. Es ist erstellt, dass 
die Beschwerdegegnerin bezüglich des erwerblichen Sachverhalts, insbe-
sondere auch bezüglich der strittigen Frage der Zumutbarkeit der Aufgabe 
des über … … geführten …, auf einen ungenügend abgeklärten Sachver-
halt abstellte.

Die Beschwerdegegnerin hat deshalb nach einer neuen Erhebung im Be-
trieb des Beschwerdeführers einen aktuellen Abklärungsbericht für Selbst-
ständigererwerbende zu erstellen. Dabei wird sie – im Vergleich zum 
durchgeführten Einkommensvergleich in der angefochtenen Verfügung 
vom 27. Mai 2015 (AB 85; vgl. auch Abklärungsbericht vom 1. September 
2014 [AB 67 S. 4 f. Ziff. 5]) – zu prüfen haben, ob der Invaliditätsgrad nicht 
in Anwendung des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zu ermitteln 
wäre, könnte der Beschwerdeführer – nach Vergrösserung seines Betrie-
bes – die Arbeitsfähigkeit in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit, 
insbesondere im …, von 70 % (vgl. E. 3.3 hiervor) möglicherweise nunmehr 
in seinem Betrieb (rentenausschliessend) verwerten. Dass der Betrieb aus 
zwei eigenständigen … Personen zusammengesetzt ist (vgl. Stellungnah-
me vom 9. November 2015, S. 2 Ziff. 3), ist für die Bemessung der Invali-
dität des Beschwerdeführers ohne Belang. Massgebend ist vielmehr, dass 
der Beschwerdeführer entsprechend seiner Organeigenschaft Einfluss auf 
die Geschäftsführung dieser Betriebe nehmen und dort seine Arbeitskraft 
verwerten kann. Bei diesem Ergebnis kann zurzeit der (bezüglich Renten-
zusprechung vom Beschwerdeführer nicht bestrittene) Zeitraum vom 1. 
Februar 2009 (frühester Zeitpunkt einer allfälligen Rente) bis März 2012, in 
welchem die Beschwerdegegnerin gestützt auf die echtzeitlich attestierte 
Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.2 hiervor) entsprechende IV-Renten zugespro-
chen hat (vgl. AB 67 S. 4 f.), offen bleiben.

4.5 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 27. Mai 2015 (AB 85) aufzuheben und die Sache ist an 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Nov. 2015, IV/15/603, Seite 15

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der vom Beschwerdeführer 
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 700.-- ist nach Rechtskraft des Urteils 
zurückzuerstatten.

5.2 Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht 
(BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

Ausgangspunkt für die Parteientschädigung ist die angemessene Kosten-
note von Fürsprecher B.________ vom 17. August 2015 mit einem Honorar 
von Fr. 1‘675.-- (6,7 Stunden à Fr. 250.--), zuzüglich Auslagen von Fr. 
78.70 und Mehrwertsteuer von Fr. 140.30 (8% auf Fr. 1‘753.70). Unter 
Berücksichtigung eines zusätzlichen Aufwands für die Stellungnahme vom 
9. November 2015 ist die Parteientschädigung auf Fr. 2‘194.-- (Fr. 1‘894.-- 
+ Fr. 300.--) festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Nov. 2015, IV/15/603, Seite 16

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 27. Mai 2015 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurück-
erstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘194.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen. 

Zu eröffnen (R):

- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 9. No-

vember 2015)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.