# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf33ce91-844b-54a2-96c3-0fe093f2d754
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.06.2018 UV 2017/23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2017-23_2018-06-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2017/23

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.06.2018

Entscheiddatum: 06.06.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 06.06.2018
Art. 9 Abs. 2 UVV: Verneinung eines unfallähnlichen Ereignisses sowie des 
Begriffsmerkmals der Plötzlichkeit in Bezug auf ein Abladen von ca. 20 kg 
schweren Sand- und Zementsäcken von Hand auf Brusthöhe von einem 
Lastwagen mit nachfolgenden Schulterschmerzen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Juni 2018, UV 
2017/23).            

Entscheid vom 6. Juni 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin 

Annina Janett            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2017/23         

Parteien 

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. Fritz Dahinden, Blumenbergplatz 1, 9000 St. 

Gallen,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  Der 19__ geborene A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Chauffeur bei der 

B.___ angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als die Arbeitgeberin dieser am 16. 

Juni 2016 meldete, der Versicherte habe am 15. Juni 2016 beim Abladen von Ware von 

einem Lastwagen einen Schmerz im Schultergelenk verspürt und danach den Arm 

nicht mehr bewegen können (Suva-act. 1). Eine Erstbehandlung fand am 16. Juni 2016 

bei Dr. med. C.___, FMH für Allgemeine Innere Medizin, statt, die den Verdacht auf eine 

Rotatorenmanschettenläsion erhob und dem Versicherten eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestierte (Suva-act. 6 f.).

A.b  Am 27. Juni 2016 machte der Versicherte in einem Fragebogen der Suva 

insbesondere zum Hergang des Ereignisses vom 15. Juni 2016 sowie zum Zeitpunkt 

des Auftretens der Schulterbeschwerden ergänzende Angaben (Suva-act. 5), worauf 

ihm die Suva mit Schreiben vom 19. Juli 2016 mitteilte, dass weder ein Unfall noch eine 

unfallähnliche Körperschädigung vorliege. Dr. C.___ habe die Verdachtsdiagnose einer 

Rotatorenmanschettenläsion gestellt. Eine solche habe nach den vorliegenden 

Abklärungsergebnissen bis jetzt nicht nachgewiesen werden können. Sie lehne deshalb 

eine Leistungspflicht für die Behandlungskosten der rechtsseitigen 

Schulterbeschwerden ab (Suva-act. 11).

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A.c  Inzwischen hatte sich der Versicherte am 7. Juli 2016 bei Dr. med. D.___, FMH für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Sportmedizin 

SGSM, in Behandlung begeben. Dieser hatte gestützt auf das Ergebnis der durch Dr. 

med. E.___, FMH Radiologie, FMH Nuklearmedizin, Röntgeninstitut Rodiag, am 28. 

Juni 2016 vorgenommenen MRT-Untersuchung des rechten Schultergelenks des 

Versicherten (Suva-act. 13) folgende Diagnosen gestellt: Pulley-Ruptur und SLAP-

Läsion Grad II nach offensichtlich ruckartiger massiver Belastung am 15. Juni 2016 

Schulter rechts; Chondromalazie Grad III glenohumeral jetzt oligosymptomatisch; 

Partialläsion bzw. Ausdünnung intrinsische Veränderungen ventraler Supraspinatus und 

kranialer Subscapularis; Tendinosis calcarea Supraspinatus rechts (Suva-act. 10). Am 

22. Juli 2016 führte Dr. D.___ beim Versicherten eine Arthroskopie mit Tenotomie der 

langen Bizepssehne, subacromialer Dekompression, Tenodese der Bizepssehne im 

unteren Sulcusbereich sowie Rekonstruktion der kranialen Subscapularissehne 

transossär rechts durch (Suva-act. 19).

A.d  Mit Verfügung vom 10. August 2016 hielt die Suva an der Leistungsablehnung 

gemäss Schreiben vom 19. Juli 2016 fest (Suva-act. 21).

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 

iur. F. Dahinden, St. Gallen, am 13. September 2016 Einsprache und liess unter 

anderem eine Stellungnahme von Dr. D.___ vom 8. September 2016 ins Recht legen 

(Suva-act. 27). Am 20. Februar 2017 reichte Rechtsanwalt Dahinden eine 

Einspracheergänzung ein (Suva-act. 32).

B.b  Mit Einspracheentscheid vom 24. Februar 2017 wies die Suva die Einsprache des 

Versicherten ab (Suva-act. 33).

C.  

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 29. März 2017 

Beschwerde erheben mit den Anträgen, der Einspracheentscheid der Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 24. Februar 2017 sei aufzuheben; die 

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Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für die Folgen des 

Ereignisses vom 15. Juni 2016 die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen; 

eventuell sei die Streitsache zu weiteren Abklärungen betreffend das Ereignis und/oder 

zur Durchführung einer versicherungsexternen medizinischen Begutachtung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; subeventualiter seien die Abklärungen zum 

Ereignis und/oder die medizinische Begutachtung durch das Versicherungsgericht 

vorzunehmen; es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 

eine ausseramtliche Entschädigung zu entrichten (act. G 1). Zusammen mit der 

Beschwerde wurden unter anderem verschiedene Fotos eingereicht (act. G 1.4).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.c Mit Replik vom 15. Juni 2017 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an 

seinen Anträgen fest (act. G 6) und reichte eine weitere Stellungnahme von Dr. D.___ 

vom 30. Mai 2017 ein (act. G 6.1).

C.d Mit Duplik vom 17. Juli 2017 und unter Beibringung einer chirurgischen Beurteilung 

von PD Dr. med. F.___, Facharzt für Chirurgie, Mitglied FMH, Schwerpunkt für

Allgemeinchirurgie und Traumatologie, Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, vom 

13. Juli 2017 (act. G 8.1) hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem 

Rechtsbegehren auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 8).

Erwägungen

1.   

1.1  Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden 

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, 

und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

bisherigem Recht gewährt.

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1.2  Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers richtet sich 

das anwendbare Recht nach dem Zeitpunkt des Geschehens des im vorliegenden Fall 

zur Diskussion stehenden Ereignisses vom 15. Juni 2016 und es finden demnach die 

bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung. Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen bestimmt zwar das übergangsrechtlich anwendbare Recht, 

nach welchem die in den Art. 10 ff. UVG (dritter Titel des UVG) geregelten 

Versicherungsleistungen gewährt werden, während sich Art. 6 UVG nicht in diesem 

dritten Titel befindet bzw. keine bestimmte Leistungsart regelt. Die 

Beschwerdegegnerin hält jedoch in der Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2017 

zutreffend fest, dass Abs. 1 der Übergangsbestimmungen nicht zwischen 

Versicherungsleistungen einerseits und dem Bestand der Leistungspflicht andererseits 

unterscheidet. So wird in der zitierten Übergangsbestimmung in Übereinstimmung mit 

Art. 6 UVG von Versicherungsleistungen für Unfälle gesprochen. Die Erbringung von 

Versicherungsleistungen bedingt mithin zuerst den Eintritt des Versicherungsfalls Unfall 

oder unfallähnliche Körperschädigung. Diese bilden als Gegenstand der 

Unfallversicherung in jedem Fall die Grundvoraussetzung dafür, dass der 

Unfallversicherer als Folge davon bei Erfüllung der zusätzlichen leistungsspezifischen 

Voraussetzungen die entsprechenden Versicherungsleistungen gewähren muss. Die 

Interpretation des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, dass Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen nur auf den Dritten Titel Anwendung finden soll, wäre ferner 

nicht nur unpraktikabel, sondern würde vor allem zu einer unregelmässigen Vorwirkung 

der 2017 in Kraft getretenen Gesetzesänderung führen (vgl. ferner die Zusatzbotschaft 

vom 19. September 2014 zur Änderung des UVG, wonach ohne einschränkende 

Erläuterung auf den "Grundsatz in der Unfallversicherung" hingewiesen wurde, wonach 

Leistungen gemäss dem Zeitpunkt des Unfalls geltenden Recht gewährt werden"; BBl 

2014 7911 S. 7948).

2.   

Prozessthema bildet die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Folgen des 

Ereignisses vom 15. Juni 2016. Dabei steht fest und ist unbestritten, dass der 

Beschwerdeführer keinen eigentlichen Unfall nach Art. 4 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) erlitten hat (vgl. act. 

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G 1, S. 2 Ziff. 3). Streitig und zu prüfen ist jedoch, ob er sich am 15. Juni 2016 eine 

unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV zugezogen hat.

3.   

3.1  Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den 

Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser 

Kompetenz hat er in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht. So sind gemäss Art. 9 Abs. 

2 UVV die abschliessend (vgl. BGE 116 V 140 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; 

ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989 S. 

202) aufgeführten Körperschädigungen (Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV), sofern sie nicht 

eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne 

ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen gleichgestellt. Es handelt sich dabei um 

Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), 

Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und 

Trommelfellverletzungen (lit. h). Das bei einem Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG 

vorausgesetzte Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist also 

bei den unfallähnlichen Körperschädigungen nicht erforderlich. Hingegen hat das 

Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts) in BGE 129 V 467 E. 2.2 seine Rechtsprechung 

gemäss BGE 123 V 43 bestätigt, wonach mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit auch 

bei den unfallähnlichen Körperschädigungen die übrigen Tatbestandsmerkmale des 

Unfallbegriffs - fehlende Absicht, äusserer Faktor, Plötzlichkeit, Schädigung - erfüllt 

sein müssen. Laut der genannten EVG-Rechtsprechung kommt hierbei der 

Voraussetzung eines äusseren Ereignisses besondere Bedeutung zu, d.h. eines 

ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben 

unfallähnlichen Vorfalls (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 4). Wo ein solches Ereignis 

mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als 

Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten Gesundheitsschadens, liegt 

eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor. Mit 

dieser Rechtsprechung sollten langwierige medizinische Kausalitätsbeurteilungen und -

prozesse bei diagnostizierten unfallähnlichen Körperschädigungen gemäss Liste des 

Art. 9 Abs. 2 UVV vermieden werden.

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3.2  Gemäss der am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen neuen Regelung von Art. 6 Abs. 

2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei den in der Liste bezeichneten 

Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen sind. Laut Botschaft des Bundesrates vom 30. Mai 2008 zur Änderung 

des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (Unfallversicherung und 

Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der SUVA [BBl 2008, 5411]) wird 

auf das Kriterium des äusseren Faktors verzichtet. Bei den in der Liste bezeichneten 

Körperschädigungen wird davon ausgegangen, dass eine unfallähnliche 

Körperschädigung vorliegt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. 

Dieser kann sich aber von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis 

erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend auf eine Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen ist.

3.3  Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt eine Änderung der 

Rechtsprechung zu Art. 9 Abs. 2 UVV im Sinne des Botschaftstextes bzw. stellt sich 

auf den Standpunkt, dass bezüglich der Frage, ob eine unfallähnliche 

Körperschädigung vorliege, nicht ein äusseres Ereignis, sondern allein die medizinische 

Beurteilung bezüglich des Vorliegens von krankheits- und degenerativ bedingten 

Faktoren massgebend sei. Da im vorliegenden Fall die bis 31. Dezember 2016 in Kraft 

gewesene Fassung von Art. 9 Abs. 2 UVV anzuwenden ist (vgl. Erwägung 1), sieht das 

Versicherungsgericht keine Veranlassung, von der dazu entwickelten bzw. damals 

geltenden - seit vielen Jahren auch vom Versicherungsgericht angewandten - 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung abzuweichen (vgl. dazu auch Urteile des 

Bundesgerichts vom 3. November 2017, 8C_483/2017, E. 3, und 22. Mai 2017, 

8C_155/2017, E. 2).

4.   

Die schädigende Einwirkung eines äusseren Faktors auf den menschlichen Körper 

kann im Falle eines unfallähnlichen Ereignisses auch in einer körpereigenen Bewegung 

bestehen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2014, 8C_147/2014, E. 2.3; BGE 129 

V 468 E. 4.1). Das Auftreten von Schmerzen allein gilt noch nicht als äusserer Faktor im 

Sinn der Rechtsprechung zu Art. 9 Abs. 2 UVV. Ein solcher ist also nicht gegeben, 

wenn die versicherte Person einzig das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen angibt, 

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aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag. Auch 

ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das 

Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Person beschriebenen 

gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, 

welchem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Ein äusserer 

Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtsprechung vor, 

wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch 

normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere 

seiner Gliedmassen (Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder), verbunden ist. Schmerzen 

als Symptome einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV fallen deshalb als 

massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer üblichen 

Alltagsverrichtung, d.h. auch im Rahmen einer gewohnten beruflichen Tätigkeit, 

auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbarer äusserer Moment mit gesteigertem 

Gefährdungspotenzial mitspielen würde. Wer also beim blossen Aufstehen, Absitzen 

und Abliegen, bei der Bewegung im Raum und bei Handreichungen usw. einen 

einschiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche 

Körperschädigung geltend machen. Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren 

schädigenden Faktors demgegenüber bei Änderungen der Körperlage, die nach 

unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so 

etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen 

oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar gewordenen 

Positionsänderung. Für die Bejahung eines äusseren Faktors ist demnach ein 

gesteigertes Schädigungspotenzial vonnöten, sei es zufolge einer allgemein 

gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit einer 

an sich alltäglichen Verrichtung führenden Elementes (BGE 139 V 327, 129 V 469 ff. E. 

4.2 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2014, 8C_147/2014, E. 2.3 f.).

5.   

5.1  Damit beurteilt werden kann, ob das Ereignis vom 15. Juni 2016 ein unfallähnliches 

Ereignis im Rechtssinn darstellt, ist vorweg festzulegen, wie sich das Geschehen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ereignet hat.

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5.2  Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht, 

der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben 

den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die 

leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die 

Umstände des Unfalls bzw. des unfallähnlichen Ereignisses glaubhaft machen. Kommt 

sie dieser Aufforderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder 

widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen bzw. 

unfallähnlichen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 122 V 158 E. 1a, 114 V 305 f. E. 5b). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall 

der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 

unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (vgl. ALEXANDRA RUMO-JUNGO/

ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/ 

Basel/Genf, S. 4 f., 29; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, RKUV 1994 Nr. 

U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Wird also auf dem Wege der Beweiserhebung das 

Vorliegen eines Unfallereignisses bzw. eines unfallähnlichen Ereignisses nicht mit dem 

massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse 

Möglichkeit genügt nicht (vgl. THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.) - so hat dieses als 

unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person 

auswirkt.

5.3  Präsentiert eine versicherte Person während des Verwaltungsverfahrens 

widersprüchliche oder inhaltlich wechselnde Sachverhaltsdarstellungen, ist der 

Grundsatz zu berücksichtigen, dass die spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in 

der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst 

oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 

anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 47 E. 2a; RKUV 2004 2004 Nr. U 524 

S. 546). Hierbei handelt es sich nicht um eine förmliche Beweisregel, sondern lediglich 

um eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende 

Entscheidungshilfe. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers weist ausserdem 

richtig darauf hin, dass sie nur zur Anwendung gelangt, wenn von zusätzlichen 

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Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteile des EVG vom 

21. August 2001, U 26/00, und 3. Januar 2000, U 236/98; RKUV 2004 Nr. U 524 S. 548 

E. 3.34). Präzisierend ist zu ergänzen, dass auch ein im Nachhinein dargelegter 

Sachverhalt als ausgewiesen gelten bzw. berücksichtigt werden kann, wenn spätere 

Aussagen auf früheren Aussagen aufbauen bzw. sich die späteren einzig durch einen 

höheren Detaillierungsgrad auszeichnen. Die verschiedenen Aussagen müssen 

kongruent miteinander vereinbar sein, damit nicht von widersprüchlichen Aussagen 

gesprochen werden kann. Wird dagegen zu einem späteren Zeitpunkt ein neuer, mit 

der bisherigen Schilderung nicht zu vereinbarender Sachverhalt hinzugefügt, ist er 

überwiegend wahrscheinlich als zweifelhaft bzw. lediglich als möglich zu betrachten.

5.4  Hinsichtlich der Beweismaxime der "Aussage der ersten Stunde" ist insbesondere 

diejenige Schilderung massgebend, welche die versicherte Person in dem vom 

Unfallversicherer oft verwendeten Frageblatt zur detaillierten Erhebung der 

tatsächlichen Verhältnisse gemacht hat. Im Vordergrund stehen darin Fragen 

betreffend die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers massgebenden 

Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen 

Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben hat, ist er dem 

Untersuchungsgrundsatz bzw. seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich rechtsgenüglich 

nachgekommen und es überzeugt rechtsprechungsgemäss nicht, wenn die versicherte 

Person einen bestimmten bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als 

Schadensursache erst nach der abschlägigen, einlässlich begründeten Verfügung 

erwähnt bzw. bis zum Einspracheverfahren unerwähnt lässt. Der Unfallversicherer ist 

nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur 

weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehens aufzufordern (Urteil des 

Bundesgerichts vom 4. Juni 2013, 8C_215/2013, E. 4). Der Umstand, dass den 

Antworten in den Frageblättern im Zusammenhang mit der Beweismaxime der 

"Aussage der ersten Stunde" bedeutendes Gewicht zukommt, schliesst 

selbstverständlich zusätzliche, erwartungsgemäss zielführende Beweisabnahmen im 

Einzelfall nicht aus. Dennoch liegt es - wie gesagt - nicht an der Beschwerdegegnerin, 

nach Erhebung des Sachverhalts mittels Frageblatt ohne Anhaltspunkte nach weiteren 

Erkenntnissen zu suchen. Die versicherte Person hat im Rahmen ihrer 

Mitwirkungspflicht bzw. durch Teilnahme am Beweisverfahren (vgl. Art. 43 Abs. 3 

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ATSG) die Pflicht, aber auch die Gelegenheit, rechtlich massgebende Fragen für die 

Beurteilung der Leistungspflicht des Unfallversicherers sorgfältig und umfassend zu 

beantworten und wird auch ausdrücklich (Frage 1: "ausführliche" Schilderung des 

Vorfalls [Suva-act. 5]) dazu aufgefordert. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, 

hatte die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Fall keinen Anlass zu weiteren 

Abklärungen.

5.5 

5.5.1      Im Fragebogen vom 27. Juni 2016 führte der Beschwerdeführer aus, "Beim 

Abladen von Material vom LKW (Handablad) hatte ich nachträglich Schmerzen." (Suva-

act. 5, Frage 1). Auch die Arbeitgeberin hatte am 16. Juni 2016 in der Schadenmeldung 

UVG notiert, die Ware sei von Hand vom Lastwagen abgeladen worden (Suva-act. 1). 

Von diesem Sachverhalt ist mithin auszugehen. Aufgrund der Fragen im vorliegenden 

Fragebogen hatte der Beschwerdeführer keinen Anlass zu erwähnen, dass für den 

Ablad der Ware an sich ein Hebekran auf dem Lastwagen zur Verfügung stehe und ein 

Handablad die absolute berufliche Ausnahme darstelle. Andere 

Versicherungsfragebogen enthalten beispielsweise die Frage, ob es sich um eine 

gewohnte Tätigkeit gehandelt habe und ob diese unter normalen äusseren Umständen 

verlaufen sei. Auch wenn die Auskunft betreffend Hebekran erst nach Erlass der 

Ablehnungsverfügung vom 10. August 2016 in der Beschwerde vom 29. März 2017 

(act. G 1) erfolgt ist, besteht demnach kein Anlass, an ihr zu zweifeln. Sie erscheint 

ohne weiteres realistisch und der Hebekran ist auf den mit der Beschwerde 

eingereichten Fotos (act. G 1.4) auch erkennbar. Indem also davon auszugehen ist, 

dass für den Beschwerdeführer ein Handablad der Ware vom Lastwagen den 

Ausnahmefall darstellt, d.h. das Abladen der Ware in der Regel mit dem Kran erfolgt, 

besteht kein Anlass für solche vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragte 

weitere Beweisabnahmen. Ob im genannten Umstand letztlich ein massgebendes 

Kriterium für die Annahme eines unfallähnlichen Ereignisses zu sehen ist, wird 

nachfolgend zu beurteilen sein. Nicht glaubhaft ist hingegen die Aussage des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 29. März 2017 (act. G 

1), ein Handablad sei bei den abzuladenden Materialien gar nicht möglich. Dieser 

Darstellung widerspricht der Umstand, dass der Beschwerdeführer am 15. Juni 2016 

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von seinem Lastwagen mehrere Sand- und Zementsäcke von Hand abladen konnte 

(vgl. act. G 1, S. 4 Ziff. 1.2.

5.5.2      Auf die Frage 5 im Fragebogen, wann sich die Beschwerden "erstmals" 

bemerkbar gemacht hätten, antwortete der Beschwerdeführer, "am gleichen Abend". 

Die Feststellung der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einsprachenentscheid - 

die für die Beeinträchtigungen gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV typischen Schmerzen 

müssten unmittelbar im Anschluss an den als äusseren Faktor angeschuldigten 

Lebenssachverhalt auftreten - trifft zwar für den Regelfall zu, ausnahmslos kann ihr 

jedoch nicht gefolgt werden. So gibt es durchaus Fälle, bei denen zu Beginn keine 

ausgeprägten Schmerzen auftreten, solche sich jedoch mit der Zeit stärker entwickeln 

und erst mit zeitlicher Verzögerung als bedeutsam wahrgenommen werden. Von der 

Anmerkung in der Schadenmeldung UVG - "Schmerz im Schultergelenk, konnte 

danach Arm nicht mehr bewegen" - lässt sich kein genauer Zeitpunkt des erstmaligen 

Auftretens von Schmerzen ableiten (Suva-act. 1). Folgt man der - im Übrigen vor Erlass 

der Ablehnungsverfügung notierten - Ereignis¬schilderung von Dr. C.___ im 

Arztzeugnis UVG vom 7. Juli 2016 - der Beschwerdeführer habe beim Abladen eines 

LKW plötzlich einen schmerzhaften Zwick in der rechten Schulter verspürt (Suva-act. 7) 

- ist jedoch ohnehin eher von einem unmittelbaren Schmerzgeschehen auszugehen. 

Ein solches ist auch aus der Anamnese von Dr. D.___ im Untersuchungsbericht vom 

15. Juli 2016 zur Erstkonsultation vom 7. Juli 2016 - der Beschwerdeführer habe am 

15. Juni 2016 als Lastwagenchauffeur beim Abladen einer schweren Ladung helfen 

wollen; dabei sei offensichtlich eine einschiessende Symptomatik im rechten 

Schulterbereich aufgetreten, so dass er den Arm praktisch sofort nicht mehr habe 

heben können - abzuleiten (Suva-act. 10). Von einem schmerzhaften Zwick beim Ablad 

wird ausserdem in der Beschwerde vom 29. März 2017 gesprochen (act. G 1, S. 5 Ziff. 

1.5, S. 10 Ziff. 3.3). Der Antwort im Fragebogen darf mithin insgesamt kein allzu 

grosses Gewicht beigemessen werden. Dies zumal bereits am Tag nach dem Ereignis 

eine ärztliche Behandlung erfolgte und sich dabei eine Gesundheitsstörung der rechten 

Schulter erheben liess (Suva-act. 7). Ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Ereignis 

und Schmerz kann damit nicht von der Hand gewiesen werden.

5.5.3      Eine konkrete Gewichtsangabe zu den gehobenen Sand- und Zementsäcken 

findet sich in den Akten keine. Von Dr. D.___ (Suva-act. 10), in der 

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Einspracheergänzung (Suva-act. 32) sowie in der Beschwerde (act. G 1) werden diese 

nur als "schwer" bezeichnet. Der Begriff "schwer" impliziert zwar ein grösseres 

Gewicht, doch ist er allgemein, aber insbesondere auch wegen seiner subjektiven 

Verwendung, unbestimmbar. Der Beschwerdeführer hätte ohne Weiteres eine 

Gewichtsangabe machen können. In der Beschwerdeantwort vom 12. Mai (act. G 3) 

argumentiert die Beschwerdegegnerin, eine besondere Schwere der angeblich von 

Hand abgeladenen Säcke könne nicht vorliegen, ansonsten der in 

Sozialversicherungsfragen versierte Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit 

Sicherheit einen ungewöhnlichen äusseren Faktor und damit einen Unfall reklamiert 

hätte. Sie geht - wenn auch nicht konkret auf einen Sand- oder Zementsack bezogen - 

von einem im Rahmen unfallähnlicher Ereignisse geprüften Gewicht von 20 kg aus. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erklärt darauf in der Replik vom 15. Juni 2017 

einzig, dass es sich im Rahmen der unfallähnlichen Körperschädigung nicht um 

besonders schwere Säcke handeln müsse. Bei den auf den Fotos abgebildeten Säcken 

handelt es sich jedenfalls um Fixit Weissputz 142 à 30 kg und Knauf Uniflott à 25 kg 

(vgl. https://www.fixit.ch/var/fixitgruppe/storage/ilcatalogue/files/pdf/CHDE/ 

Technisches_Merkblatt__TM__Fixit_142__Weissputz__DC0017168.PDF; https: // www. 

knauf.de/wmv/?id=13427, beide abgerufen am 8. Juni 2018).

5.5.4      Dem Sachverhalt darf sodann sowohl bei Betrachtung der eingereichten Fotos 

(act. G 1.4) als auch angesichts der Schilderungen des Rechtsvertreters des 

Beschwerdeführers in der Einsprache (Suva-act. 32), der Beschwerde (act. G 1) sowie 

in der Replik (act. G 7) zu Grunde gelegt werden, dass sich die Sand- und 

Zementsäcke beim Abladen auf Brusthöhe des Beschwerdeführers befunden haben. 

Inwiefern der Körper dabei nur einseitig belastet worden sein könnte, ist 

demgegenüber nicht konkret fassbar. Zu den vorgebrachten Einzelheiten bzw. zur 

geltend gemachten "ungünstigen" Körperbelastung wird nachfolgend Stellung 

genommen.

5.6  Bei der Beurteilung, ob ein unfallähnliches Ereignis im Rechtssinn vorliegt, ist somit 

von einem Bewegungs- bzw. Geschehensablauf auszugehen, bei dem der 

Beschwerdeführer am 15. Juni 2016 von einem LKW mehrere Sand- und Zementsäcke 

von Hand abgeladen hat, sich diese beim Abladen auf Brusthöhe des 

Beschwerdeführers befunden haben und ein Sack nicht mehr als 30 kg gewogen hat.

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6.   

6.1  Das Heben eines Gegenstandes stellt eine normale körpereigene Bewegung bzw. 

alltägliche Lebensverrichtung dar. Je nach Beschaffenheit des Gegenstandes, 

insbesondere seinem Gewicht und seiner Form, ist das Heben desselben naturgemäss 

mit einem gewissen Kraftaufwand der Arme bzw. Schultern mit ihren Sehnen, Bändern, 

Muskeln und Gelenken verbunden. Ob ein unfallähnliches Ereignis im Sinne einer mehr 

als physiologisch normalen Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner 

Gliedmassen, zu bejahen ist, bestimmt sich nach höchstrichterlicher Rechtsprechung 

an Gewichten. Wie der Überblick über die bundesgerichtliche Rechtsprechung zeigt, 

fällt beim Heben eines Sand- oder Zementsacks von ca. 20 kg eine Überanstrengung 

im Sinne eines unfallähnlichen Ereignisses ausser Betracht. Das Tragen einer solchen 

Last ist für sich betrachtet ohne besonderes Gefährdungspotenzial für den Körper. Im 

Urteil U 148/04 vom 2. Dezember 2004 E. 2.3 hatte das frühere EVG das Anheben und 

anschliessende Abdrehen einer ca. 20 kg schweren Waage durch einen Mann zu 

beurteilen; es hat erkannt, dass von einer im Rahmen der üblichen Arbeit und unter 

normalen Bedingungen erfolgten Bewegung auszugehen sei, so dass der äussere 

Faktor infolge eines fehlenden gesteigerten Schädigungspotenzials und somit ein 

unfallähnliches Ereignis zu verneinen sei. Im Urteil 8C_656/2008 vom 13. Februar 2009 

hat das Bundesgericht entschieden, beim Heben eines bepackten ca. 20 kg schweren 

Koffers durch eine Frau sei ein äusserer Faktor rechtsprechungsgemäss zu verneinen; 

es fehle an einem gesteigerten Schädigungspotenzial. Zum selben Schluss kam das 

Bundesgericht auch im Urteil 8C_696/2009 vom 12. November 2009 E. 6.2, als es zu 

entscheiden hatte, ob ein beim Ausziehen eines 25 bis 30 kg schweren Rucksacks 

erlittener Sehnenriss als unfallähnliche Körperschädigung zu qualifizieren sei. Gleich 

entschied das Bundesgericht bei einer Frau, welche bei Umzugsarbeiten eine etwa 15 

kg schwere Bücherkiste mit etwas Schwung anhob und dabei starke 

Schulterschmerzen verspürte (Urteil des Bundesgerichts vom 17. März 2010, 

8C_867/2009, E. 3.3). Auch dem Werfen eines 15 bis 20 kg schweren 60-Liter-

Kehrrichtssacks auf einen langsam weiterrollenden Kehrrichtwagen durch einen 

Belader hat das Bundesgericht am 10. Januar 2011 das gesteigerte 

Gefährdungspotenzial abgesprochen (Urteil 8C_665/2010 E. 3.4). Erst bei höheren 

Gewichten hat das EVG bei Männern die äussere schädigende Einwirkung bejaht; so 

beim Aufheben und Abstellen von Gewichten von 40 bis 50 kg (BGE 116 V 149 E. 4) 

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und beim Umlagern eines Heizkörpers von über 5 m Länge und einem Gewicht von 

über 100 kg von einem Wagen auf einen Arbeitsblock (nicht publizierte E. 3b von BGE 

123 V 43; vgl. auch BGE 129 V 468 E. 4.1).

6.2  Der Umstand, dass das Abladen von Sand- und Zementsäcken von Hand im 

Rahmen der beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers die Ausnahme darstellte, ist 

nicht als erschwerender Moment zu werten. Auch wenn der geltend gemachte von 

Hand ausgeübte Bewegungsvorgang nicht im Rahmen der gewohnten beruflichen 

Tätigkeit erfolgte, ist er doch als übliche Alltagsverrichtung einzustufen. Es kann 

jedenfalls allein deshalb, weil das Material im Regelfall mit einem Kran vom Lastwagen 

abgeladen wird, nicht vom Überschreiten einer Gewichtsgrenze gesprochen werden, 

welches einen gegenteiligen Schluss nahelegen würde. Wie die obige Kasuistik zeigt, 

wurde sogar bezüglich Personen, welche privat eine Verrichtung ausübten, bei einem 

Gewicht von rund 20 kg ein unfallähnliches Ereignis verneint.

6.3  Die angeblich einseitige Belastung des Körpers beim Abladevorgang und der 

Umstand, dass sich die Sand- und Zementsäcke auf Brusthöhe befanden, was den 

Beschwerdeführer insgesamt von einer ungünstigen Körperbelastung sprechen lässt, 

schaffen ebenfalls keine allgemein gesteigerte Gefahrenlage. Die beweglichen 

Bestandteile des Körpers - Sehnen, Muskeln, Bänder und Gelenke - gewährleisten 

gerade ein normales und verletzungsfreies Funktionieren im täglichen Leben bzw. 

ermöglichen verschiedenste Bewegungen und Belastungen des Körpers, ohne dass 

darin etwas Besonderes zu sehen und damit von einer unphysiologischen 

Beanspruchung des Körpers zu sprechen wäre.

6.4  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es im vorliegenden Fall unter Würdigung 

aller Umstände an einem unfallähnlichen Ereignis fehlt. Ebenfalls nicht erfüllt ist 

ausserdem das Begriffsmerkmal der Plötzlichkeit. Wie bereits erwähnt, wird in der 

Beschwerde vom 29. März 2017 (act. G 1, S. 4 Ziff. 12) beschrieben, der 

Beschwerdeführer habe am 15. Juni 2016 von seinem Lastwagen mehrere Sand- und 

Zementsäcke von Hand abgeladen. Der Schulterschmerz trat mithin bei einem 

wiederholt ausgeführten beruflichen Vorgang mit repetitiver Beanspruchung der Arme 

bzw. Schultern auf. Die für die Plötzlichkeit geforderte Einmaligkeit ist damit nicht 

gegeben (vgl. dazu BGE 129 V 472 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts vom 2. Februar 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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2012, 8C_802/2011, E. 5.5, und 12. November 2009, 8C_696/2009, E. 6.2). Diese 

Beurteilung erschliesst sich unabhängig von der in Erwägung 5.5.2 geführten 

Diskussion, wann sich der Schmerz erstmals bemerkbar gemacht hat.

7.   

Vor dem Hintergrund des Gesagten entfällt eine Leistungspflicht des Unfallversicherers 

aus Art. 9 Abs. 2 UVV. Dem Umstand, dass sowohl die MRT-Untersuchung vom 28. 

Juni 2016 durch Dr. E.___ (Suva-act. 13) als auch die arthroskopische Diagnostik vom 

22. Juli 2016 durch Dr. D.___ (Suva-act. 19) das Vorliegen einer der in Art. 9 Abs. 2 lit. 

a-h UVV abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädigungen (Sehnenriss 

[lit. f] und Bandläsion [lit. g]; act. G 8.1, act. G 1.5) ergeben hat und der Frage, inwieweit 

die diagnostizierten Gesundheitsschäden im Bereich der rechten Schulter des 

Beschwerdeführers auf eine Degeneration zurückzuführen sind, kommen damit für die 

Beurteilung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin keine rechtliche Relevanz zu.

8.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 24. Februar 2017 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben

(Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.06.2018
	Art. 9 Abs. 2 UVV: Verneinung eines unfallähnlichen Ereignisses sowie des Begriffsmerkmals der Plötzlichkeit in Bezug auf ein Abladen von ca. 20 kg schweren Sand- und Zementsäcken von Hand auf Brusthöhe von einem Lastwagen mit nachfolgenden Schulterschmerzen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Juni 2018, UV 2017/23).            

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