# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6c9654c-bce8-5080-9528-c822c0a921ce
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.12.2011 E-6385/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6385-2011_2011-12-08.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­6385/2011

U r t e i l   v om   8 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Bruno Huber,
mit Zustimmung von Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
Laos,
vertreten durch Jean­Pierre Menge, Rechtsanwalt,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft
und Asylwiderruf;
Verfügung des BFM vom 18. Oktober 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Mit Verfügung vom 18. Oktober 2011 – eröffnet am 26. Oktober 2011 – 
hat  das  BFM  die  dem  Beschwerdeführer  am  9.  September  1991 
zuerkannte Flüchtlingseigenschaft aberkannt und das ihm gewährte Asyl 
widerrufen.

Zur Begründung führte das Bundesamt an, das Bezirksgericht  (…) habe 
den  Beschwerdeführer  am  (…)  wegen  (…)  zu  einer  Freiheitsstrafe  von 
(…)  verurteilt.  In  der  Folge  sei  der  Beschwerdeführer  vor  Antritt  seiner 
Strafe  aus  der  Schweiz  ausgereist  und  seit  dem  (…)  unbekannten 
Aufenthaltes.  Am  (…)  habe  er  bei  der  Schweizer  Botschaft  in  Bangkok 
(Thailand)  vorgesprochen  und  um  Neuausstellung  seines 
Reiseausweises ersucht.

Im  Reisepass  des  Beschwerdeführers  seien  folgende  Ein­  und 
Ausreisestempel von Thailand zu finden: Ausreise in Mukdahan am (…), 
Einreise in Mukdahan am (…), Ausreise in Mukdahan am (…), Einreise in 
Mukdahan am (…), Ausreise in Nong Khai am (…), Einreise in Nong Khai 
am (…). Zudem seien weitere, nicht leserliche Ein­ und Ausreisestempel 
des Königreichs Thailand vorhanden. Da es sich bei Mukdahan und Nong 
Kai  um  Grenzübergänge  zwischen  dem  Königreich  Thailand  und  der 
Volksrepublik  Laos  handle,  sei  festzustellen,  dass  sich  der 
Beschwerdeführer  als  laotischer  Staatsangehöriger  mindestens  dreimal 
unter den Schutz der heimatlichen Behörden gestellt habe. Der Umstand, 
dass  im  Reiseausweis  keine  Ein­  oder  Ausreisevermerke  der 
Volksrepublik  Laos  vorhanden  seien,  lasse  darauf  schliessen,  dass  der 
Beschwerdeführer  mit  einem  anderen,  allenfalls  aus  der  Volksrepublik 
Laos  stammenden  Reiseausweis  in  sein  Heimatland  eingereist  sei. 
Unbesehen der Existenz eines  laotischen Reisepasses sei  festzustellen, 
dass  sich  der  Beschwerdeführer  mit  seinen  wiederholten  Reisen  nach 
Laos unter den Schutz seines Heimatstaates begeben habe.

Entgegen den Ausführungen  in  der  im Rahmen des  rechtlichen Gehörs 
erfolgten  Stellungnahme  vom  7.  Oktober  2011  zum  Schreiben  des 
Bundesamtes  vom  22.  September  2011  sei  festzuhalten,  dass  der 
Beschwerdeführer  mindestens  dreimal  ohne  äussere  Zwänge  in  sein 
Heimatland zurückgereist sei. Er habe die Schweiz im (…) verlassen, um 
sich  der  gegen  ihn  verhängten  Freiheitsstrafe  zu  entziehen.  Er  sei 
freiwillig nach Laos zurückgekehrt und habe sich damit unter den Schutz 
seines Heimatlandes gestellt. In der Stellungnahme vom 7. Oktober 2011 

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würden  keine  Gründe  geltend  gemacht,  welche  die  erfolgte  Rückkehr 
nach Laos rechtfertigen könnten.

Entgegen  den  diesbezüglichen  Ausführungen  in  der  Stellungnahme  sei 
davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  über  weitere 
Ausweispapiere  verfüge  und  somit  Thailand  auch  wieder  verlassen 
könne.  Beim  Vorbringen,  die  laotischen  Behörden  würden  ihm  keine 
Reisepapiere  ausstellen,  handle  es  sich  um  eine  nicht  weiter  belegte 
Behauptung. Zudem habe er nach wie vor Zugriff auf die für seine Reisen 
nach  Laos  verwendeten  Ausweispapiere.  Anhaltspunkte  dafür,  der 
Beschwerdeführer  sei  nicht  mehr  laotischer  Staatsbürger,  ergäben  sich 
keine, weshalb davon auszugehen sei, dass  ihm die  laotische Botschaft 
in Thailand heimatliche Ausweispapiere ausstellen würde.

Bezüglich seiner angeblich in der Schweiz lebenden Ehefrau und Kinder 
sei  aufgrund  der  Akten  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  Vater 
eines am (…) geborenen Kindes sei, dessen Kindsverhältnis zu ihm erst 
am  (…)  vom  Bezirksgericht  (…)  festgestellt  worden  sei.  Belege  dafür, 
dass  die  Beziehung  zum  Kind  tatsächlich  gelebt  werde,  seien  keine 
eingereicht worden. Der Beschwerdeführer habe nie mit der Kindsmutter 
zusammengelebt  und  das  gemeinsame  Kind  erst  Jahre  nach  dessen 
Geburt  aufgrund  eines  richterlichen  Beschlusses  anerkannt.  Zudem  sei 
der Beschwerdeführer bereits vor mehr als (…) Jahren aus der Schweiz 
ausgereist.  In  der Stellungnahme werde weder  geltend gemacht,  dieser 
habe nach seiner Ausreise noch Kontakt mit  seinem Kind gehabt,  noch 
bestünden Hinweise oder Belege auf eine gelebte Beziehung mit seinem 
Kind.  Zudem  liessen  die  Ausreise  und  die  lange  Abwesenheit  den 
Schluss  zu,  der  Beschwerdeführer  sei  nicht  willens,  eine  familiäre 
Beziehung zu seinem Kind auch tatsächlich aufrecht zu erhalten.

Des Weiteren sei  festzustellen, dass das Bezirksgericht  (…) am (…) die 
Ehe des Beschwerdeführers mit einer in der Schweiz wohnhaften Person 
auf  deren Klage hin geschieden habe. Somit  verfüge er  in  der Schweiz 
über  keine  engen  Familienmitglieder,  mit  denen  er  eine  gelebte 
Beziehung unterhalte. Angesichts dieser Sachlage könne er sich nicht auf 
Art.  8  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) berufen.

Mit  der  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  dem Widerruf  des 
Asyls  unterstehe  der  Beschwerdeführer  nicht  mehr  dem  internationalen 
Abkommen  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  vom  28.  Juli  1951; 

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der  gestützt  auf  dieses  Abkommen  ausgestellte  Reiseausweis  sei 
deshalb umgehend zurückzuerstatten respektive bleibe er eingezogen.

B. 
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  24.  November  2011  beantragte  der 
Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  in  materieller  Hinsicht 
unter  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  den  Verzicht  auf  die 
Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  auf  den  Asylwiderruf, 
eventualiter  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme.  In  prozessualer 
Hinsicht  beantragte  er  die  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  (der 
Beschwerde),  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  samt 
anwaltlicher  Verbeiständung,  die  Befragung  seiner  Schwester  (…)  als 
Zeugin  und  im  Falle  der Gutheissung  der  Beschwerde  die  Kosten­  und 
Entschädigungsfolge zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer.

Zur  Stützung  seiner  Vorbringen  reichte  er  verschiedene  Dokumente 
(unter anderem […]) zu den Akten.

Auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren  und  die  eingereichten 
Dokumente  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

C. 
Mit  Verfügung  vom  6.  Dezember  2011  bestätigte  der  Instruktionsrichter 
den  Eingang  der  Beschwerde  und  stellte  fest,  der  Beschwerde  komme 
hinsichtlich  der  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  des 
Asylwiderrufs  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende  Wirkung  zu.  Den 
Entscheid  über  die  Verfahrensanträge  verlegte  er  auf  einen  späteren 
Zeitpunkt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 

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Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt 
es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

3.2.  Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 
Gemäss  Art.  63  Abs.  1  Bst.  b  AsylG  wird  die  Flüchtlingseigenschaft 
aberkannt und das Asyl widerrufen, wenn Gründe nach Art. 1 C Ziff. 1 ­ 6 
des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 
Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  vorliegen.  Art.  1  C  FK  beinhaltet  die 
Beendigungsklauseln  betreffend  den  Flüchtlingsstatus.  Namentlich  fällt 
eine  Person  nicht  mehr  unter  die  Bestimmungen  der  FK  und  endet  ihr 

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Flüchtlingsstatus,  wenn  sie  sich  freiwillig  wieder  unter  den  Schutz  des 
Landes,  dessen  Staatsangehörigkeit  sie  besitzt,  gestellt  hat  (Art.  1  C 
Ziff. 1 FK).

5. 
5.1. Vorliegend  ist  zu  prüfen,  ob  sich  der  Beschwerdeführer mit  seinen 
von  ihm nicht  bestrittenen Reisen nach Laos  freiwillig  unter  den Schutz 
des Landes, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, gestellt hat (Art. 1 C 
Ziff.  1  FK),  wofür  gemäss  Rechtsprechung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  kumulativ  drei  Voraussetzungen  erfüllt  sein 
müssen:  Der  Beschwerdeführer  muss  erstens  freiwillig  in  Kontakt  mit 
seinem Heimatland getreten sein, er muss zweitens beabsichtigt haben, 
von  seinem  Heimatland  Schutz  in  Anspruch  zu  nehmen,  und  drittens 
muss  ihm  dieser  Schutz  auch  tatsächlich  gewährt  worden  sein  (vgl. 
BVGE  2010/17  und  die  dort  zitierte  Rechtsprechung  der  vormals 
zuständigen Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK]).

5.2.  Heimatreisen  von  Flüchtlingen  müssen  restriktiv  beurteilt  werden. 
Grundsätzlich  stellt  der  Umstand,  dass  sich  jemand  zurück  in  den 
Verfolgerstaat begibt, ein starkes Indiz dafür dar, dass die frühere Verfol­
gungssituation  oder  die  Furcht  vor  Verfolgung  nicht  mehr  bestehen. 
Trotz­dem  dürfen  eine  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  ein 
Widerruf  des  Asyls  erst  dann  ausgesprochen  werden,  wenn  die  in  der 
vorstehenden  Erwägung  5.1.  erwähnten  drei  Voraussetzungen  in  ihrer 
Gesamtheit erfüllt sind. Entfällt eine dieser drei Voraussetzungen, ist von 
der Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und vom Widerruf des Asyls 
abzusehen.

6. 
6.1. Das Kriterium der Freiwilligkeit bedingt, dass der Akt des Flüchtlings 
(welcher  auf  eine  Unterschutzstellung  hinweist)  ohne  äusseren  Zwang, 
weder  durch  die  Umstände  im  Asylland  noch  durch  die  Behörden  des 
Heimatstaates, geschieht. 

Dem  Beschwerdeführer  gelingt  es  mit  seinen  Vorbringen  in  der 
Rechtsmitteleingabe,  er  sei  lediglich  zweimal  illegal  nach  Laos  gereist, 
das  erste  Mal,  um  (…)  zu  besuchen,  und  das  zweite  Mal  im  Rahmen 
einer (…), offensichtlich nicht, einen äusseren Zwang für seine Rückkehr 
in  sein  Heimatland  darzutun.  Als  unbehelflich  erweist  sich  sodann  der 
Hinweis auf seine damals angeblich (…) respektive (…), zumal in keiner 
Weise nachvollziehbar  ist, weshalb er deswegen  in Laos  (…) besuchen 

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respektive  dort  (…)  unternehmen  sollte.  Es  erübrigt  sich  angesichts 
dieser Sachlage, auf die zur Stützung dieses Vorbringens eingereichten 
Dokumente (…) einzugehen.

6.2.  Für  die  Erfüllung  des  Kriteriums  der  beabsichtigten 
Unterschutzstellung  genügt  in  der  Regel  die  Inkaufnahme  von 
Schutzgewährung durch den Heimatstaat. Bei der Beurteilung, ob dieses 
Kriterium gegeben ist, kommt es auch auf die Motive für die Heimatreise 
an.  Einfache  Urlaubs­  und  Vergnügungsreisen  werden  eher  auf  eine 
Inkaufnahme einer Unterschutzstellung schliessen lassen als Reisen aus 
Gründen,  welche,  ohne  gleich  die  Freiwilligkeit  auszuschliessen, 
immerhin  ein  gewisses  Mass  an  psychischem  Druck  zur  Heimatreise 
ausüben.

Wie bereits vorstehend (E. 6.1.) ausgeführt,  ist davon auszugehen, dass 
der  Beschwerdeführer  nicht  auf  Grund  (…),  sondern  ohne  äusseren 
Zwang  in  sein Heimatland  zurückgekehrt  ist. Der Beschwerdeführer  hat 
somit durch seine Reisen nach Laos klar zum Ausdruck gebracht, dass er 
sich  freiwillig unter den Schutz des Landes, dessen Staatsangehörigkeit 
er besitzt, gestellt hat.

6.3. Als drittes Kriterium muss der Heimatstaat dem Beschwerdeführer 
effektiv  Schutz  gewährt  haben.  Dieses  Kriterium  ist  erfüllt,  wenn  ob­
jektive Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die betreffende Person tat­
sächlich nicht mehr gefährdet ist.

Vorliegend  ist  in Übereinstimmung mit  den Ausführungen  der Vorins­
tanz  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  unter  Verwen­
dung  eines  anderen  Reiseausweises  wiederholt  nach  Laos  ein­  und 
dann wieder  ausgereist  ist. Das Vorbringen  in  der Rechtsmitteleinga­
be, er habe die Grenze zu Laos jeweils illegal mit einem Boot über den 
Mekong  überschritten,  erweist  sich  aufgrund  der  thailändischen  Ein­ 
und  Ausreisestempel  in  seinem Flüchtlingsausweis  als  haltlos,  zumal 
er bei einer Umgehung der Grenzkontrolle auch  illegal nach Thailand 
zurückgekehrt sein müsste, was sich mit den  thailändischen Einreise­
vermerken nicht vereinbaren lässt. Hinzu kommt, dass es keinen Sinn 
machen  würde,  sich  zuerst  die  Ausreise  von  einem  thailändischen 
Grenzbeamten  im Reiseausweis bestätigen zu  lassen, um dann unter 
Umgehung  der  laotischen  Grenzkontrolle  illegal  nach  Laos  einzurei­
sen.

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Vor diesem Hintergrund bestehen objektive Anhaltspunkte dafür, dass 
Laos  dem Beschwerdeführer  effektiven Schutz  gewährt  hat  und  er  in 
seinem Heimatland nicht mehr gefährdet ist.

7. 
7.1. Somit sind vorliegend alle  in Art. 1 C Ziff. 1 FK respektive Art. 63 
Abs. 1 Bst. b AsylG statuierten Voraussetzungen für eine Aberkennung 
der  Flüchtlingseigenschaft  und  den  damit  verbundenen Widerruf  des 
Asyls  erfüllt.  Die  vom  BFM  gestützt  auf  Art.  63  Abs.  1  Bst.  b  AsylG 
verfügte Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Widerruf des 
Asyls  erfolgte  daher  zu  Recht  und  ist  –  entgegen  der  Ansicht  des 
Beschwerdeführers – angemessen und verhältnismässig.

7.2. Eine  Auseinandersetzung  mit  den  weiteren  Ausführungen  in  der 
Beschwerde  und  den  zu  deren  Stützung  eingereichten  Dokumenten 
(…)  erübrigt  sich,  da  diese  mangels  Relevanz  für  den  Ausgang  des 
Verfahrens  offensichtlich  nicht  geeignet  sind,  zu  einer  anderen 
Beurteilung  zu  gelangen.  Dem  Beschwerdeführer  ist  es  zuzumuten, 
sich auf ausländerrechtlichem Weg um eine Rückkehr  in die Schweiz, 
die er  im  (…)  freiwillig  verlassen hat,  zu bemühen. Auf die Rüge, die 
Verfügung des BFM verstosse gegen Art.  8 EMRK und  insbesondere 
gegen  Art.  9  Abs.  3  des  Übereinkommens  vom  20. November  1989 
über die Rechte des Kindes (SR 0.107), ist nicht einzutreten, da diese 
Fragen  nicht Gegenstand  eines Aberkennungs­  respektive Widerrufs­
verfahrens bilden und es gegebenenfalls Sache der für eine ausländer­
rechtliche Aufenthaltsregelung des Beschwerdeführers  in der Schweiz 
zuständigen  kantonalen  Behörde  sein  wird,  sich  damit  zu  befassen. 
Angesichts  dieser  Sachlage  wird  der  Antrag  des  Beschwerdeführers 
auf Befragung seiner Schwester als Zeugin abgewiesen.

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9. 
Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erweisen  sich  die  gestellten 
Rechtsbegehren  als  aussichtslos,  weshalb  die  Anträge  auf  Gewährung 

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der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  und  auf 
anwaltliche Rechtsverbeiständung (Art. 65 Abs. 2 VwVG) unbesehen der 
allenfalls  bestehenden  prozessualen  Bedürftigkeit  abzuweisen  und  bei 
diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.­ (Art. 1 – 3 des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem 
Beschwer­deführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Anträge  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  der 
anwaltlichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und (…).

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

Versand: