# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12b5092d-1bc9-53e0-b3e3-cbabb4db5989
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-02
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 02.02.2023 725 2022 99 / 25 (725 22 99 / 25)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2022-99---25_2023-02-02.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 2. Februar 2023 (725 22 99 / 25) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Bemessung des Valideneinkommens einer verunfallten Person, welche sich nach Art. 28 

Abs. 1 UVV in der beruflichen Grundausbildung befand 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Ignaz Jermann, Kan-

tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin i.V. Beatrix 
Scheuplein 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Michael Bütikofer, 
Rechtsanwalt, Zentralstrasse 47, Postfach 93, 2502 Biel/Bienne 

  
 
gegen 
 
 

 SWICA Versicherungen AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 37, Post-
fach, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
A.a Der 1993 geborene A.____ absolvierte eine Ausbildung zum Detailhandelsfachmann 
EFZ bei B.____ (Division der C.____ Genossenschaft) und war in dieser Eigenschaft bei der 
SWICA Versicherungen AG (SWICA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtbe-
rufsunfällen versichert. Am 22. August 2011 erlitt er bei einem Motorradunfall ein Polytrauma mit 
einer kompletten Paraplegie (sub Th8). Die SWICA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leis-
tungen (Taggelder und Heilungskosten). Im Rahmen der von der Invalidenversicherung (IV) ge-
währten beruflichen Massnahmen schloss A.____ eine Ausbildung zum Informatiker EFZ, 

 

 
 
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Schwerpunkt Applikationsentwicklung, bei der C.____ Genossenschaft im Sommer 2018 erfolg-
reich ab. 
 
A.b Mit Verfügung vom 15. Dezember 2020 sprach die SWICA A.____ für den Zeitraum vom 
1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019 aufgrund eines IV-Grades von 27 % eine monatliche Rentenleis-
tung in der Höhe von Fr. 966.-- zu. In Anbetracht der Erhöhung des Arbeitspensums per 1. August 
2019 auf 80.49 % resultiere keine Erwerbseinbusse und damit kein Anspruch auf eine Rente der 
Unfallversicherung (UV) mehr. Daran hielt die SWICA auch auf Einsprache des Versicherten hin 
mit Einspracheentscheid vom 11. März 2022 fest. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte, vertreten durch Michael Bü-
tikofer, Rechtsanwalt, mit Eingabe vom 30. März 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, der Ein-
spracheentscheid der Beschwerdegegnerin sei in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben, es 
sei das Validen- als auch das Invalideneinkommen anhand seines effektiv erzielten Einkommens 
als Informatiker EFZ zu berechnen und gestützt darauf rückwirkend seit wann rechtens eine UVG-
Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei der Einspracheentscheid aufzuheben und die An-
gelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Beschwerderügen an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen; alles o/e-Kostenfolge. Im Wesentlichen machte er geltend, 
dass sein Valideneinkommen anhand der abgeschlossenen Ausbildung als Informatiker EFZ zu 
ermitteln sei. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 11. Mai 2022 schloss die SWICA auf Abweisung der Be-
schwerde. Begründungsweise führte sie auf, dass der Beschwerdeführer sich im Zeitpunkt des 
Unfalls in der beruflichen Grundausbildung befand, womit als Valideneinkommen das Einkommen 
als gelernter Detailhandelsfachmann EFZ massgebend sei. 
 
D. Zur Vervollständigung der Akten zog das Kantonsgericht in der Folge bei der SVA Grau-
bünden, IV-Stelle, das IV-Dossier des Versicherten mit Schreiben vom 19. Mai 2022 bei. 
 
E.  Mit Replik vom 14. Juni 2022 führte der Beschwerdeführer aus, dass er seit dem 
1. Mai 2020 als Wirtschaftsinformatiker in der Organisationsgruppe Informatikprozesse Kunden 
Internet/Intranet mit einem Teilzeitpensum von 90 % tätig sei. Im Übrigen hielt er an seinen we-
sentlichen Begründungen fest. 
 
F.  Die SWICA reichte mit Eingabe vom 2. August 2022 ihre Duplik ein und hielt an ihren 
Anträgen fest. 
 
G. Mit Eingabe vom 19. Dezember 2022 bekräftigte der Beschwerdeführer seine Anliegen 
und zeigte auf, dass er per 1. Januar 2023 in der Organisationsgruppe Informatikprozesse Kun-
den Internet/Intranet die Funktion als Wirtschaftsinformatiker 26-S2 ausübe. 
 
  

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver-
waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi-
cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache-
entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht er-
hobene Beschwerde vom 30. März 2022 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend einzig die Festlegung des Valideneinkommens bzw. 
in diesem Zusammenhang die Frage, inwieweit die (hypothetische) berufliche Weiterentwicklung 
berücksichtigt werden kann. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass 
des angefochtenen Einspracheentscheids vom 11. März 2022 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt 
bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 
129 V 4 E. 1.2). 
 
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun-
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig-
keit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend 
gekürzt (Art. 17 Abs. 1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag 
nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem 
Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes-
tens 10 % invalid ist, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet 
hat. 
 
3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 18 Abs. 2 UVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensver-
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie-
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte (lnvalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

 

 
 
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erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens-
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein-
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus 
der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 
 
3.3 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Per-
son aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne Gesundheitsschaden tatsächlich verdient 
hätte. Das Valideneinkommen ist so konkret wie möglich festzusetzen. Da nach empirischer Er-
fahrung in der Regel ohne gesundheitliche Beeinträchtigung die bisherige Tätigkeit weitergeführt 
worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich 
der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der re-
alen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 E. 4.1; Urteil des Bundes-
gerichts vom 17. November 2020, 9C_109/2020, E. 2.2.2). Ausnahmen müssen mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 mit Hinweisen).  
 
3.4 Der in Art. 28 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. De-
zember 1982 geregelte Sonderfall zur Bestimmung des Invaliditätsgrades umfasst die Konstella-
tion, dass eine versicherte Person wegen einer Invalidität, welche die Folge eines versicherten 
Unfalles ist, eine nachweislich geplante und ihren Fähigkeiten entsprechende berufliche Ausbil-
dung nicht aufnehmen oder eine bereits begonnene Ausbildung nicht abschliessen konnte. Für 
die Invaliditätsbemessung ist in diesem Fall dasjenige Erwerbseinkommen massgebend, das sie 
ohne die Invalidität in jenem Beruf erzielen könnte. Dabei beschränkt sich der Anwendungsbe-
reich auf die berufliche Grundausbildung und nicht auf die spätere berufliche Weiterentwicklung. 
Die berufliche Ausbildung muss nachweislich geplant sein und konkrete Anhaltspunkte müssen 
bestehen, um aufzuzeigen, dass ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkom-
men tatsächlich realisiert worden wären, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden 
wäre. Dies muss bereits im Zeitpunkt des Unfalls durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Auf-
nahme eines Studiums, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein (BGE 96 V 29; 
SVR 2010 UV Nr. 13 S. 51, 8C_550/2009 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts vom 
14. April 2008, 8C_664/2007, E. 6.1 und vom 1. Februar 2012, 8C_864/2011, E. 5.2).  
 
3.5 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung müssen grundsätzlich auch bei jun-
gen Versicherten Indizien für eine berufliche Weiterentwicklung in Form von konkreten Anhalts-
punkten bereits bei Eintritt des Gesundheitsschadens vorhanden sein. Ein strikter Beweis für eine 
nach dem Unfall absolvierte Weiterbildung ist zwar nicht zu verlangen, aber gewisse konkrete 
Anhaltspunkte zum Unfallzeitpunkt müssen vorliegen, damit von einem späteren Abschluss der 
Ausbildung und einem entsprechenden Einkommen ausgegangen werden kann (Urteil des Bun-
desgerichts vom 12. November 2009, 8C_550/2009, E. 4.2). In seinem Urteil vom 28. April 2015, 
8C_612/2014, hat das Bundesgericht den Beweis für die Anrechnung der beruflichen Weiterent-
wicklung als gegeben betrachtet. Der Versicherte hatte sich vor dem Ereignis des Unfalls zur 
Aufnahmeprüfung als Primarlehrer angemeldet. Das Bundesgericht erwog, dass die Anforderung 

 

 
 
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an den massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für eine Berufskarri-
ere als Primarlehrer bei dem im Zeitpunkt des Unfalls erst 20-jährigen Versicherten nicht zu hoch 
sein dürfe. Es sei daher davon auszugehen, dass er ohne die Unfallfolgen Primarlehrer geworden 
wäre. Im Urteil vom 16. Januar 2012, 8C_629/2011, hielt das Bundesgericht fest, dass der Beweis 
für die Anrechnung der beruflichen Weiterbildung nicht erbracht sei. In diesem Fall verunfallte ein 
Sanitärmonteurlernender im ersten Lehrjahr. Die Vorinstanzen gingen deshalb vom Validenein-
kommen im Zeitpunkt des Rentenbeginns als Sanitärmonteur aus. Der Versicherte machte hin-
gegen einen Lohn eines technischen Kaufmanns geltend. Er hatte nach dem Unfall bei der Aus-
bildung zum technischen Kaufmann überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft gezeigt und 
diese auch abgeschlossen. Er hatte sich jedoch erst nach dem Unfall auf Anraten des Lehrmeis-
ters zu dieser Ausbildung entschlossen. Das Bundesgericht gelangte zum Schluss, dass lediglich 
das Einkommen als Sanitärinstallateur berücksichtigt werden könne, da der Entscheid zur Aus-
bildung zum technischen Kaufmann erst nach dem Unfall erfolgt sei. Es ergibt sich somit keine 
vom Grundsatz abweichende Beurteilung für junge Versicherte gestützt auf die bundesgerichtli-
che Rechtsprechung. 
 
4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschie-
den werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
5.1 Der rechtserhebliche Sachverhalt stellt sich wie folgt dar: 
 
5.2 Der Beschwerdeführer erlitt am 22. August 2011 bei einem Motorradunfall ein Poly-
trauma mit einer kompletten Paraplegie (sub Th8). Zu diesem Zeitpunkt befand er sich in Ausbil-
dung zum Detailhandelsfachmann EFZ bei B.____ (Division der C.____ Genossenschaft) und 
war dadurch bei der SWICA obligatorisch versichert. Die SWICA anerkannte die Leistungspflicht 
und erbrachte die gesetzlichen Leistungen aus dem UVG. 
 
5.3 Im Rahmen der von der IV gewährten beruflichen Massnahmen absolvierte der Versi-
cherte ab 1. August 2012 ein einjähriges Praktikum im Informatikbereich bei der C.____ Genos-
senschaft. Darauffolgend begann er im August 2013 die Ausbildung als Informatiker EFZ mit der 
Fachrichtung Applikationsentwicklung bei der C.____ Genossenschaft und schloss diese, mit ei-
ner gesundheitlich bedingten Verlängerung um ein Jahr, im Sommer 2018 erfolgreich ab. 
 
5.4 Der Versicherte wurde bei der C.____ Genossenschaft als ICT-Supporter ab dem 1. Au-
gust 2018 in einem Teilzeitpensum von 60.98 % angestellt. Per 1. August 2019 konnte er das 

 

 
 
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Arbeitspensum auf 80.49 % erhöhen. In der Folge war er ab dem 1. Mai 2020 als Wirtschaftsin-
formatiker in der Organisationsgruppe Informatikprozesse Kunden Internet/Intranet mit einem 
Teilzeitpensum von 90 % tätig, und seit dem 1. Januar 2023 übt er nun die Funktion als Wirt-
schaftsinformatiker 26-S2 aus.  
 
6.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 11. März 2022 führte die Beschwerdegeg-
nerin aus, dass sich der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls im zweiten Lehrjahr seiner 
Ausbildung zum Detailhandelsfachmann EFZ bei B.____ befunden habe. Er sei in der beruflichen 
Grundausbildung gewesen, als er am 22. August 2011 verunfallt sei. Aufgrund der Unfallverlet-
zungen habe er die begonnene Ausbildung nicht abschliessen können. Somit sei vorliegend Art. 
28 Abs. 1 UVV anzuwenden, wonach als Valideneinkommen das Einkommen des Beschwerde-
führers als gelernter Detailhandelsfachmann EFZ massgebend sei. Gemäss Abklärungen bei der 
Arbeitgeberin (C.____ Genossenschaft) sei nach abgeschlossener Lehre im Jahr 2009 ein Ein-
kommen von Fr. 54'204.-- (Fr. 4'517.-- x 12) massgebend. Die berufliche Weiterentwicklung sei 
zu berücksichtigen, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestünden, dass ohne gesundheitliche 
Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich 
realisiert worden wären. Blosse Absichtserklärungen seien nicht ausreichend. Vielmehr müsse 
die Absicht beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche oder die 
Aufnahme eines Studiums kundgetan worden sein. 
 
6.2 Wie hiervor in Erwägung 3.4 dargelegt, stützt sich die Invaliditätsbemessung bei nicht 
begonnener oder nicht abgeschlossener Ausbildung auf Art. 28 Abs. 1 UVV. Als sich der invali-
disierende Verkehrsunfall vom 22. August 2011 ereignete, befand sich der Beschwerdeführer un-
bestrittenermassen in seiner Grundausbildung zum Detailhandelsfachmann EFZ, welche er un-
fallbedingt nicht abschliessen konnte. Um die berufliche Weiterentwicklung zu berücksichtigen, 
die eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte, ist erforderlich, dass konkrete An-
haltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg 
und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären (vgl. E. 3.4 hier-
vor).  
 
6.3.1 Den diesbezüglich seitens des Beschwerdeführers ins Recht gelegten Unterlagen lässt 
sich entnehmen, dass er von Januar 2008 bis Juni 2008 das Wahlfach «Tastaturschreiben» be-
suchte und dieses mit den Noten 5.5 bzw. 5 abschloss. Im darauffolgenden Schuljahr 2008/2009 
absolvierte er das Pflichtfach «Grundlage der Informatik», welches er mit der Note 6 abschloss. 
Weiter widmete er sich in seiner Freizeit der Informatik und hat mit 14 respektive 16 Jahren schul-
begleitend das «ECDL Start Certificate» und anschliessend die «European Computer Driving Li-
cence» erfolgreich abgeschlossen. Von der 8. bis 10. Klasse half er in der Weihnachtszeit in der 
B.____filiale in Y.____ aus. Schliesslich gewann er in einer Schnupperlehrwoche vom 10. bis 14. 
November 2018 in einem Informatikbetrieb erste Einblicke in die Informatikbranche.  
 
6.3.2 Die Beschwerdegegnerin macht zu Recht geltend, dass die Zertifikate «ECDL Start Cer-
tificate» und «European Computer Driving Licence» mittlerweile zum Volksschulstandard gehö-
ren. Im gleichen Sinne muss auch das fünftägige Praktikum vom 10. bis 14. November 2018 
gewürdigt werden. Der Beschwerdeführer entschied sich nach der damaligen Schnupperwoche 

 

 
 
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im November 2018 gegen die Ausbildung zum Informatiker EFZ, obwohl ihm sein Praktikumsver-
antwortlicher einen Lehrvertrag angeboten hatte. Ferner äusserte sich der Beschwerdeführer 
nach dem Unfall im September 2012 dahingehend, dass es sein Wunsch sei, die begonnene 
Lehre als Detailhandelsfachmann EFZ zu beenden (vgl. Abklärungsbericht vom 9. Februar 2012). 
Aufgrund der strengen Bundesgerichtspraxis sind damit keine rechtsgenüglichen konkreten An-
haltspunkte für eine Validenkarriere im Informatikbereich ersichtlich. Es ist höchstens ein gewis-
ses gesteigertes Interesse an der Informatik erkennbar. 
 
6.3.3 Weiter moniert der Beschwerdeführer, dass unmittelbar von seiner Invalidenkarriere auf 
seine Validenkarriere geschlossen werden könne. Es würden gewisse Überschneidungen zwi-
schen einem Detailhandelsangestellten EFZ des B.____ und einem Informatiker EFZ vorliegen. 
Dabei stützt er sich auf seine überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft und auf seine beson-
deren beruflichen Qualifikationen. Der Beschwerdeführer belegt seine Invalidenkarriere mit sei-
nen erfolgten Funktionsänderungen und Lohnsteigerungen bei seiner Arbeitgeberin und führt 
aus, dass er bereits vor dem invalidisierenden Unfall eine hohe Technik- bzw. Informatikaffinität 
gehabt habe. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können bei der Prüfung der mut-
masslichen beruflichen Entwicklung unter Umständen aus einer besonderen beruflichen Qualifi-
kation im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische Entwicklung gezogen werden, zu der 
es ohne Eintritt des unfallbedingten Gesundheitsschadens gekommen wäre. Eine solche Aus-
nahme ist unter anderem dann zulässig, wenn die angestammte Tätigkeit auch nach dem Unfall 
weitergeführt werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem 
neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte 
ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht (Ur-
teile des Bundesgerichts vom 24. März 2016, 9C_770/2015, E. 4.4.3 und vom 22. Februar 2019, 
8C_414/2018, E. 2.2.2). Vorliegend gilt es zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer für 
seine heutige Tätigkeit im Informatikbereich eine neue Ausbildung absolvieren musste, vor deren 
Beginn der Besuch von zusätzlichem Schulunterricht sowie ein einjähriges Praktikum erforderlich 
war. Die Berufslaufbahn des Beschwerdeführers erfolgt daher nicht in seinem ursprünglichen Tä-
tigkeitsbereich des Detailhandels, sondern im neuen Tätigkeitsbereich der Informatik. Es erlaubt 
sich daher kein Rückschluss von der Invalidenkarriere auf die hypothetische Validenkarriere. Der 
Argumentation des Beschwerdeführers kann daher auch unter diesem Aspekt nicht gefolgt wer-
den. 
 
7. Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid der Beschwerdegegne-
rin vom 11. März 2022 nicht zu beanstanden. Dementsprechend hat sie den Einkommensver-
gleich zu Recht mittels Berücksichtigung des Valideneinkommens im Detailhandel in der Höhe 
von Fr. 54'204.-- vorgenommen, woraus ab August 2019 kein Rentenanspruch mehr resultiert. 
Die dagegen erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen.  
 
8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteientschä-
digung ausgerichtet. 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gegen diesen Entscheid wurde am 8. Mai 2023 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren-Nr. 
8C_287/2023) erhoben.