# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6dab4b8-4ce5-57e1-9dd1-c54a3243a20b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.06.2023 200 2023 148
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-148_2023-06-27.pdf

## Full Text

200 23 148 IV
KOJ/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Juni 2023

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. Januar 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/148, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1986 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im November 2021 unter Hinweis auf eine Gewebeverletzung 
am linken Fuss bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV, Aktenbeilage [AB] 1). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) tätigte erwerbliche sowie medizinische Abklärungen. 
Gestützt auf das interdisziplinäre Gutachten der C.________ AG (MEDAS) 
vom 5. August 2022 (AB 48.1-48.8) stellte sie mit Vorbescheid vom 19. Au-
gust 2022 (AB 50) die Verneinung eines Rentenanspruchs bei einem Inva-
liditätsgrad von 10 % in Aussicht. Nach dagegen erhobenem Einwand 
(AB 65) und Einholen von Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) vom 19. bzw. 20. Januar 2023 (AB 68 f.) verfügte sie am 
27. Januar 2023 (AB 70) wie angekündigt.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 1. März 2023 Beschwerde mit den folgen-
den Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 27.1.2023 sei aufzu-
heben;

2. Die Akten seien zur neuen Entscheidung an die Beschwerdegeg-
nerin zurückzuweisen;

3. Eventualiter sei durch die Beschwerdeinstanz ein Gerichtsgutach-
ten einzuholen und gestützt darauf ein reformatorischer Entscheid 
zu fällen.

unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 4. April 
2023 unter Beilage einer Aktennotiz des RAD vom 15. März 2023 auf Ab-
weisung der Beschwerde. Diese Eingabe wurde dem Beschwerdeführer mit 
prozessleitender Verfügung vom 6. April 2023 zugestellt.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 27. Januar 2023 
(AB 70). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV [WEIV]) und weiterer Erlasse (insbesondere der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – 
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E.  7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar hat sich 
der Beschwerdeführer im November 2021 und damit vor Inkrafttreten der 
WEIV bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug angemeldet 
(AB 1), indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Ent-
stehung eines Rentenanspruchs nach dem 1. Januar 2022 (vgl. Art. 29 
Abs. 1 IVG), weshalb die diesbezüglichen Bestimmungen des IVG und der 
IVV in der ab dem 1. Januar 2022 gültigen Fassung Anwendung finden 
(Rz. 9100 des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invaliden-
versicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. 
BGE 144 V 195 E. 4.2 S. 198).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 

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IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 
(BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). 

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 
Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in pro-
zentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invali-
ditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invali-
ditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht 
Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invali-
ditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen Anteile nach 
Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 

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können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten – soweit entscheidwesent-
lich – das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Aus dem Operationsbericht der Spital D.________ AG vom 27. 
August 2019 (AB 19 S. 23) geht hervor, dass der Patient via Notfall bei 
Infekt des Fusses bzw. des Unterschenkels in Form eines Erysipels hospi-
talisiert worden sei. Zunächst sei antibiotisch behandelt worden. Im Verlauf 
habe sich der Befund auf den Fussrücken mit deutlicher Schwellung und 
Schmerzsymptomatik konzentriert. Eine Eintrittspforte sei möglicherweise 
bei interdigitaler Pilzinfektion zu sehen. Nach MRI-Diagnostik sei die Indika-
tion zur Abszess-Entlastung gestellt worden. Es sei eine Inzision, eine Spü-
lung und eine Biopsieentnahme links durchgeführt worden.

3.1.2 Gemäss Operationsbericht desselben Spitals vom 4. September 
2019 (AB 19 S. 22) wurden bei klinischer Diagnose eines Status nach Abs-
zess-Spaltung und lokalem Débridement ein Wunddébridement, eine Spü-
lung und ein Second Look durchgeführt. 

3.1.3 Im Austrittsbericht der Spital D.________ AG vom 11. September 
2019 (AB 19 S. 20 f.) wurde festgehalten, die Schmerzsituation sei mit be-
darfsgerechter Analgesie letztlich gut zu beherrschen gewesen. Die peri-
phere Durchblutung, die Motorik und die Sensibilität der unteren Extremität 
seien stets intakt gewesen. Die Mobilisation sei unter physiotherapeuti-
scher Anleitung vor Austritt unter Einhaltung der Teilbelastung von 15 kg 
problemlos gelungen. Die Wunde habe sich trocken und reizlos gezeigt.

3.1.4 Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 
20. Juli 2021 (AB 19 S. 2 f.) ein CRPS (Complex Regional Pain Syndrome) 
mit/bei Restbeschwerdesymptomatik und belastungsabhängigem Ödem 
Fussrücken, lateralbetont links, und Status nach Abszess dorsal Fuss links 

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mit Inzision am 27. August 2019, Second look am 4. September 2019, anti-
biotischer Therapie mit Co-Amoxicillin bis 16. September 2019 bei Staphy-
lococcus-aureus-Infekt. Der Befund sei im Vergleich zur Untersuchung von 
vor über einem Jahr wesentlich gebessert, wenn auch nicht ganz seiten-
gleich. Aktuell scheine das regelmässige Auftreten des Ödems im Vorder-
grund und die Hauptproblematik darzustellen. Die Klinik scheine deutlich 
verbessert. Glaubhaft bestünden noch Beschwerden und der Patient sei 
auch nicht voll belastbar. Da der initiale Befund regelrecht therapiert wor-
den sei und keine strukturelle Schädigung vorgelegen habe, könne die 
Problematik nicht anders als durch ein CRPS erklärt werden. In der ur-
sprünglichen Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bis zum 
31. August 2021.

3.1.5 Dem Austrittsbericht des Spitals F.________ vom 6. Dezember 
2021 (AB 21) sind u.a. die Diagnosen chronische Schmerzstörung mit so-
matischen und psychischen Anteilen und depressive Episode, leichtgradig, 
zu entnehmen. Der Patient habe bei Eintritt von chronischen Schmerzen im 
linken Fuss berichtet. Eine Milderung der Beschwerden verspüre er beim 
Ausruhen und Hochlagern des betroffenen Fusses, sowie durch Einnahme 
von NSAR. Ziel der Hospitalisation seien eine Steigerung der Lebensqua-
lität, ein besserer Umgang mit der Schmerzsymptomatik und Wiedergewin-
nung des Vertrauens in den eigenen Körper. Hierzu sei der Patient in das 
multimodale Therapiekonzept integriert worden.

3.1.6 Im Bericht des Röntgeninstituts G.________ vom 31. Januar 2022 
(AB 26 S. 2) wurde festgehalten, im Intermetatarsal/Interdigitalraum III be-
stehe bei einer kommaförmigen Auftreibung und einem vermehrten Enhan-
cement der Verdacht auf ein beginnendes Morton-Neurom.

3.1.7 Dem interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 5. August 2022 
sind die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu 
entnehmen (AB 48.1 S. 8):

1. Chronische Fussbeschwerden links (ICD-10 M89.7/Z98.8)
- anamnestisch Status nach Hautverletzung im Sommer 2019
- Status nach Inzision, Spülung und Biopsieentnahme am 

27.08.2019 bei Abszess am Fussrücken
- Status nach resistenzgerechter antibiotischer Behandlung mittels 

Co-Amoxicillin bei Nachweis von Staphylococcus aureus

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- Status nach Wunddébridement, Spülung und Second look am 
04.09.2019

- Status nach Behandlung mittels Kortisonstosses und Gabe von 
Vitamin C, Vitamin D und Kalzium im April 2020 bei Verdacht auf 
CRPS

- radiologisch im Verlauf Hinweise auf CRPS, Darstellung eines 
subkutanen Ödems am Fussrücken sowie eines Morton-Neuroms 
intermetatarsal III/IV (Szintigraphie und SPECT-CT 24.06.2021, 
MRI 31.01.2022 und Röntgen 14.06.2021)

- klinisch leichtgradige Schwellung im Bereich des Rückfusses ohne 
Hinweise für längerdauernde Schonung der Extremität

- CRPS I (ICD-10 G90.51)

2. Schwergradiges, rückenlage-abhängiges Schlafapnoesyndrom, ED 
11/2021 (ICD-10 G47.3)
- respiratorische Polygraphie 11/21: REI 51.5/h, ODI 55.1/h, mittlere 

nächtliche SPO2 92.9 %. REI in Rückenlage 85.9/h, REI in nicht 
Rückenlage 41.5/h

- Einleitung einer APAP-Behandlung ab 03/2022.

In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest, aus 
Sicht des Bewegungsapparates bestehe aufgrund chronischer Fussbe-
schwerden links für körperlich leichte und mittelschwere Verrichtungen, 
einschliesslich jener im angestammten Bereich, eine Arbeitsfähigkeit von 
(lediglich) 80 %, aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs. Dagegen beste-
he in einer körperlich leichten und mittelschweren, immer wieder auch sit-
zenden, adaptierten Verweistätigkeit unter Wechselbelastung eine Arbeits-
fähigkeit von 100 %. Dabei sollte das längere Gehen und Stehen, das wie-
derholte Heben und Tragen von Lasten über 25 kg, die wiederholte Ein-
nahme knieender und kauernder Positionen sowie das häufige Überwinden 
von Treppen und Gehen auf unebenem Grund vermieden werden. Aus 
neurologischer Sicht bestehe aufgrund eines CRPS I in der zuletzt aus-
geübten Tätigkeit ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 80 %, infolge eines 
vermehrten Pausenbedarfs. Dagegen bestehe in einer überwiegend sit-
zenden Verweistätigkeit unter Wechselbelastung eine uneingeschränkte 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht könne ein Status 
nach Anpassungsstörung festgestellt werden, ohne Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit. Aus allgemeininternistischer Sicht bestehe aufgrund eines 
schwergradigen, rückenlageabhängigen, aber behandelten Schlafapnoe-
syndroms, aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs in der zuletzt ausgeüb-
ten wie auch in einer anderen körperlich leichten bis mittelschweren Ver-
weistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 90 %. Schichtarbeiten sollten dabei 
vermieden werden (AB 48.1 S. 7 f.). Die Einschränkungen der verschiede-

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nen Fachrichtungen seien nicht zu addieren, da die gleichen Zeitabschnitte 
für Pausen und Erholung genutzt werden könnten (AB 48.1 S. 9 Ziff. 4.5). 
Insgesamt bestehe in einer leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähig-
keit von 90 % (AB 48.1 S. 10 Ziff. 4.7.4). Die aktuelle Einschätzung gelte ab 
September 2021 (AB 48.1 S. 10 Ziff. 4.6.4).

3.1.8 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
hielt im Bericht vom 9. September 2022 (AB 65 S. 15 f.) fest, die Be-
schwerden seines Patienten seien aus seiner Sicht nachvollziehbar. Das 
heisse, dass nach rund ein- bis zweistündiger Belastung die Schwellungen 
und damit verbunden die Schmerzen aufträten. Diese schmerzhaften 
Schwellungszustände zwängen dem Beschwerdeführer jeweils eine Ruhe-
pause auf, was sich im Tagesverlauf mehrmals wiederhole. Aufgrund des-
sen habe er bereits seit längerer Zeit eine medizinisch begründete Arbeits-
unfähigkeit von 50 % attestiert.

3.1.9 In der Stellungnahme vom 29. November 2022 (AB 65 S. 6 f.) führ-
te Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, 
beim Beschwerdeführer bestünden deutliche psychisch-funktionelle Ein-
schränkungen. Der Arbeitsalltagsverlauf widerspiegle den krankheitsbe-
dingten Verlust seiner psychischen Funktionalität in seinem Arbeitsalltag. 
Die vom MEDAS-Gutachter als abgeschlossenes Vergangenheitskapitel 
beurteilte Anpassungsstörung führe zu den weiterhin bestehenden psycho-
pathologischen Symptomen und den psychischen Funktionalität-
seinschränkungen.

3.1.10 Der RAD-Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, beurteilte im Bericht vom 19. Januar 2023 (AB 68 S. 2 ff.) 
das psychiatrische Teilgutachten als umfassend und schlüssig, womit dar-
auf abgestellt werden könne.

3.1.11 Bezüglich des orthopädischen Teilgutachtens führte der RAD-Arzt 
Dr. med. K.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, im Bericht vom 20. Januar 2023 (AB 69 S. 
3 f.) aus, es sei nicht erforderlich gewesen, dass der orthopädische Gut-
achter mit repräsentativen "Belastungstests über einen längeren Zeitraum" 
Schmerzen und eine Schwellung am Fuss beim Versicherten provoziere, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/148, Seite 10

um eine Einschätzung vornehmen zu können. Dies insbesondere dann 
nicht, wenn die Angaben des Versicherten konsistent erschienen. Die Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in ange-
passten Tätigkeiten sei vom Gutachter in Kenntnis des Arbeitsplatzprofils, 
des nachvollziehbaren erhöhten Pausenbedarfs und in Kenntnis der objek-
tiven Befundlage gut begründet worden.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 

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E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; 
SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.3 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 5. August 2022 
(AB 48.1-48.8) – basierend auf einer allgemein-internistischen, psychiatri-
schen, orthopädischen und neurologischen Untersuchung – erfüllt die von 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2.2 f. hiervor). Die 
darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen, sind in 
Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der me-
dizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar, 
umfassend und einlässlich begründet. Die Beurteilung des Gesundheitszu-
standes erfolgte unter Einbezug sämtlicher hier relevanten medizinischen 
Fachdisziplinen und beruht auf kongruenten Einschätzungen anlässlich der 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung (vgl. AB 48.1 S. 5 ff.). Das von den 
Gutachtern erstellte Zumutbarkeitsprofil (AB 48.1 S. 10 Ziff. 4.7) trägt den 
körperlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers vollumfassend 
Rechnung. Dem Gutachten (inkl. Teilgutachten) kommt somit voller Be-
weiswert zu. Daran ändert die vom Beschwerdeführer (einzig) am orthopä-
dischen Teilgutachten geäusserte Kritik nichts.

3.3.1 Der Beschwerdeführer rügt das orthopädische Teilgutachten als 
ungenügend begründet und stützt seine Einwände auf die Einschätzungen 
des behandelnden Arztes Dr. med. H.________ (Beschwerde, S. 6 f. Rz. 
20 ff.). Hieraus ergeben sich jedoch keine Indizien, die gegen die Zuverläs-
sigkeit der gutachterlichen Schlussfolgerung sprechen würden (vgl. E. 3.2.3 
hiervor). In den Attesten vom 5. Dezember 2022 und 30. Januar 2023 (Be-
schwerdebeilage [BB] 6) bestätigte Dr. med. H.________ eine andauernde 
Arbeitsunfähigkeit von 50 %, ohne dies jedoch zu begründen. Die Atteste 
beziehen sich darüber hinaus – wie bereits die Aussagen im Arztbericht 
vom 9. September 2022 (AB 65 S. 15 f.) – offensichtlich auf die ange-
stammte (mittelschwere bis schwere) Tätigkeit, basieren einzig auf den 
subjektiven Schilderungen des Beschwerdeführers – wie sie in der Be-
schwerde erneut wiedergegeben werden (S. 8 Rz. 28) – und äussern sich 

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nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (Erwerbs-
fähigkeit). Letztere ist jedoch für die Frage nach dem Vorliegen einer Inva-
lidität massgebend (vgl. E. 2.2 hiervor). Zudem verfügt Dr. med. 
H.________ als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin nicht über den für 
die Beurteilung des hier im Zentrum stehenden Gesundheitsschadens er-
forderlichen Facharzttitel (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 6. 
Oktober 2014, 9C_139/2014, E. 5.2).

3.3.2 Die Tatsache, dass der orthopädische Gutachter die Arbeitsfähig-
keit in der angestammten Tätigkeit anders einschätzt als der behandelnde 
Arzt (80 % bzw. 50 %; Beschwerde S. 7 ff. Rz. 23, 26, 30), stellt ebenfalls 
kein gegen den Beweiswert des orthopädischen Teilgutachtens sprechen-
des Indiz dar (vgl. Entscheid des BGer vom 22. Mai 2013, 9C_15/2013, 
E. 5.1). Bezüglich der Darlegungen von Dr. med. H.________ ist denn 
auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter 
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 
SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht nur für den allgemein 
praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezial-
arzt und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem 
besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten 
Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 20. März 
2006, I 655/05, E. 5.4).

3.3.3 Schliesslich lässt sich auch daraus, dass der orthopädische Gut-
achter noch bis Ende August 2021 von einer höheren Arbeitsunfähigkeit 
ausging (AB 48.5 S. 10 Ziff. 8.1.4; Beschwerde, S. 7 Rz. 24), nichts Gegen-
teiliges ableiten. Diese Einschätzung entspricht der fachärztlichen Beurtei-
lung von Dr. med. E.________, der im Bericht vom 20. Juli 2021 (AB 19 
S. 2 f.) eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (in der angestammten Tätigkeit) 
bis längstens zum 31. August 2021 attestierte.

3.4 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin den Sach-
verhalt genügend abgeklärt. Von zusätzlichen medizinischen Sachver-
haltserhebungen sind keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten, weshalb 
darauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/148, Seite 13

124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 
E. 4) verzichtet werden kann. Auszugehen ist damit von einer medizinisch-
theoretischen Restarbeitsfähigkeit von 90 % (volle Präsenzzeit mit einer 
Leistungsminderung von 10 %) in einer leidensadaptierten Tätigkeit ab 
September 2021.

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
das (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 IVV). Aufgrund der im Novem-
ber 2021 erfolgten Anmeldung zum Rentenbezug (AB 1) ist der (hypotheti-
sche) Beginn des Rentenanspruchs auf Mai 2022 festzusetzen (Art. 29 
Abs. 1 IVG).

4.2 Für die Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität (Validenein-
kommen; Art. 16 ATSG) ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte 
(BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Das Valideneinkommen bestimmt sich an-
hand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbsein-
kommens. Unterlag das in den letzten Jahren vor Eintritt der Invalidität er-
zielte Erwerbseinkommen starken Schwankungen, so wird auf ein ange-
messenes Durchschnittseinkommen abgestellt (Art. 26 Abs. 1 IVV). Kann 
das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht oder nicht hinreichend 
genau bestimmt werden, so wird das Einkommen ohne Invalidität nach 
statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV für eine Person bei gleicher 
Ausbildung und entsprechenden beruflichen Verhältnissen festgelegt 
(Art. 26 Abs. 4 IVV).

Angesichts der in Art. 25 Abs. 1 IVV vorgesehenen Gleichstellung der inva-
lidenversicherungsrechtlich massgebenden hypothetischen Vergleichsein-
kommen mit den AHV-rechtlich beitragspflichtigen Erwerbseinkommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/148, Seite 14

kann das Valideneinkommen von Selbstständigerwerbenden zumeist auf-
grund der Einträge im Individuellen Konto bestimmt werden. Weist das bis 
zum Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig 
kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den 
während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzu-
stellen (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 135 E. 6.2; 2017 IV Nr. 6 S. 17 E. 4.6.2).

4.3 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-
werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Invali-
deneinkommen; Art. 16 ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verblie-
bene funktionelle Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Er-
werbstätigkeit bestmöglich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anre-
chenbares Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität 
nach statistischen Werten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt. Kann die 
versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionel-
len Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder weniger 
tätig sein, so werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % für Teilzeitar-
beit abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV).

Soweit für die Bestimmung der massgebenden Erwerbseinkommen statisti-
sche Werte herangezogen werden, sind die Zentralwerte der Lohnstruktur-
erhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik massgebend. Andere statis-
tische Werte können beigezogen werden, sofern das Einkommen im Ein-
zelfall nicht in der LSE abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und ge-
schlechtsspezifische Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV).

4.4 Die Beschwerdegegnerin stellte bei der Invaliditätsbemessung für 
die beiden Vergleichseinkommen auf denselben statistischen Wert ab 
(LSE 2020, TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Männer). Unter Berücksichti-
gung der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 10 % resultierte 
ein Invaliditätsgrad in derselben Höhe (AB 70 S. 2). Soweit der Beschwer-
deführer diese Berechnungsweise in grundsätzlicher Hinsicht kritisiert und 
als obsolet sowie ungenügend bezeichnet (Beschwerde, S. 11 Rz. 36), ist 
er auf die bundesgerichtliche Praxis zu verweisen, wonach diese Vorge-
hensweise zulässig ist, wenn Validen- und Invalideneinkommen ausgehend 
vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen sind (Entscheid des Bundesge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/148, Seite 15

richts vom 27. Juni 2022, 8C_104/2021 [zur Publikation vorgesehen], 
E. 6.2). Dies ist allerdings hier nicht der Fall (siehe sogleich).

4.4.1 Was das Valideneinkommen betrifft, war das Abstellen auf einen 
LSE-Tabellenlohn nicht korrekt. Der Beschwerdeführer ist selbstständiger-
werbend und Inhaber des Einzelunternehmens "L.________" (vgl. 
<www.zefix.ch>). Da er diese Tätigkeit auch nach Eintritt der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung weiterhin ausübt (AB 48.3 S. 5), besteht keine Ver-
anlassung dazu, davon auszugehen, ohne gesundheitliche Beeinträchti-
gung würde sich dies anders darstellen. Das Valideneinkommen bestimmt 
sich damit anhand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten 
Erwerbseinkommens (vgl. E. 4.2 hiervor). Gemäss IK-Auszug – auf wel-
chen hier abzustellen ist – erzielte der Beschwerdeführer in den Jahren 
2015 bis 2018 zwischen den Beträgen von Fr. 55'500.-- und Fr. 75'100.-- 
schwankende Einkommen (AB 12). Ob angesichts der teilweise grossen 
Schwankungen auf ein Durchschnittseinkommen abzustellen wäre, kann 
offen bleiben, da sich selbst unter Berücksichtigung des höchsten je erziel-
ten Einkommens von Fr. 75'100.-- im Jahr 2017 bzw. nach dessen Indexie-
rung mit dem Nominallohnindex auf das Jahr 2022 (Fr. 75'100.-- / 2'249 x 
2'305 = Fr. 76'970.-- [Tabelle T39, Entwicklung der Nominallöhne, der Kon-
sumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2022, Männer, Total, Indices 
2017 bzw. 2022]) am Ergebnis nichts ändert (vgl. E. 4.5 hiernach).

4.4.2 Gestützt auf das medizinische Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.1.7 
hiervor) ist der Beschwerdeführer seit September 2021 in der Lage, seine 
verbliebene Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90 % in einer körperlich 
leichten bis mittelschweren, überwiegend sitzenden Tätigkeit unter Wech-
selbelastung zu verwerten. Sein Einwand, die körperlichen Einschränkun-
gen, die schlechten (schriftlichen) Deutschkenntnisse sowie fehlende Aus- 
und Schulbildung verunmöglichten es ihm, eine Stelle in einer angepassten 
Tätigkeit zu finden und der Hinweis, wonach solche Stellen gemäss kurzer 
Suche auf einer Webseite mit Stellenangeboten kaum vorhanden seien 
(Beschwerde, S. 10 Rz. 33 ff.), verfangen nicht. Das trotz der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist nicht 
bezogen auf den realen, sondern auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
zu ermitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/148, Seite 16

tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversi-
cherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet 
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er um-
fasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsan-
gebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfrem-
den Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt 
werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjekti-
ven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung 
von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre-
chungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 148 V 
174 E. 9.1 S. 188, 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 
E. 4.2). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die 
invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver-
werten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen 
vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b). 
Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen 
ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene 
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Ar-
beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (SVR 2016 
IV Nr. 2 S. 6 E. 4.4). Die Situation des Beschwerdeführers stellt sich nicht 
so dar, dass die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form mög-
lich wäre, wie sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt 
oder wie sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch-
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entspre-
chenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheinen wür-
de. Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist damit entgegen der 
Vorbringen des Beschwerdeführers nicht anzunehmen (vgl. BGE 148 V 
174 E. 9.1 S. 188; SVR 2022 IV Nr. 32 S. 108 E. 5.3.3).

4.4.3 Da der Beschwerdeführer lediglich ein Pensum von 50 % in seiner 
bisherigen körperlich anspruchsvollen Tätigkeit verrichtet (AB 48.3 S. 5 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/148, Seite 17

Ziff. 3.2.3, S. 6 Ziff. 3.2.6) und damit seine verbliebene funktionelle Leis-
tungsfähigkeit in Bezug auf eine ihm zumutbare Erwerbstätigkeit nicht 
bestmöglich verwertet, ist das Invalideneinkommen gestützt auf einen LSE-
Tabellenlohn zu bestimmen (vgl. E. 4.3 hiervor). Soweit der Beschwerde-
führer die von der Beschwerdegegnerin berechneten Zahlen als nicht 
nachvollziehbar bezeichnet (Beschwerde, S. 11 Rz. 37), ist er darauf hin-
zuweisen, dass der berücksichtigte Wert aus der LSE-Tabelle entgegen 
seinen Darlegungen nicht lediglich mit Faktor 12 zu multiplizieren ist, son-
dern darüber hinaus auch auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit umzu-
rechnen (BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 76) und der Nominallohnentwicklung 
anzupassen ist.

Gestützt auf Tabelle TA1 der LSE 2020, Männer, Total, Kompetenzniveau 
1, und unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit, der 
Nominallohnentwicklung sowie der ärztlich festgestellten Leistungsminde-
rung von 10 % ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 59'414.-- 
(Fr. 5'261-- x 12 / 40 x 41.7 [BUA, Total, 2022] / 2'298 x 2'305 [Tabelle T39, 
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 
2010-2022, Männer, Total, Indices 2020 bzw. 2022] x 0.9).

4.4.4 Ein Abzug vom Tabellenlohn für Teilzeitarbeit ist gemäss Art. 26bis 
Abs. 3 IVV bei einer funktionellen Leistungsfähigkeit von 90 % nicht vorzu-
nehmen. Weitere Abzüge wegen nicht möglicher Schwerarbeit und sprach-
licher Barrieren (Beschwerde, S. 11 f. Rz. 39) fallen nach dem klaren Wort-
laut jener Bestimmung ebenfalls ausser Betracht. Die medizinisch beding-
ten quantitativen und qualitativen Einschränkungen wurden überdies be-
reits mit der Einschätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit durch den 
RAD bzw. mit dessen Bestätigung des gutachterlich definierten Zumutbar-
keitsprofils berücksichtigt (AB 69; vgl. Art. 49 Abs. 1bis IVV). Die sprachli-
chen Barrieren, die als wirtschaftlicher Faktor bereits vor Eintritt der ge-
sundheitlichen Beeinträchtigung vorlagen, wären – wenn überhaupt – im 
Rahmen einer Parallelisierung des Valideneinkommens zu berücksichtigen. 
Eine solche entfällt jedoch generell bei Selbstständigerwerbenden (vgl. 
zum Ganzen Rz. 3312 und 3414 KSIR).

4.5 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen von 
(höchstens) Fr. 76'970.-- (vgl. E. 4.4.1 hiervor) und Fr. 59'414.-- (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/148, Seite 18

E. 4.4.3 hiervor) resultiert ein Invaliditätsgrad von maximal 23 % 
([Fr. 76'970.--./. Fr. 59'414.--] / Fr. 76'970.-- x 100), was nicht zu einer Inva-
lidenrente berechtigt (vgl. E. 2.4 hiervor).

4.6 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin einen Ren-
tenanspruch des Beschwerdeführers korrekterweise verneint. Die ange-
fochtene Verfügung vom 27. Januar 2023 (AB 70) ist im Ergebnis nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/148, Seite 19

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.