# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9cd41d9-95ac-553e-8535-cba71da135a9
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2006-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 19.12.2006 BK.2005.4
**Docket/Reference:** BK.2005.4
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BK-2005-4_2006-12-19

## Full Text

Entschädigung (Art. 122 BStP);;Entschädigung (Art. 122 BStP);;Entschädigung (Art. 122 BStP);;Entschädigung (Art. 122 BStP)

Entscheid vom 19. Dezember 2006  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Barbara Ott und Walter Wüthrich,  
Gerichtsschreiberin Lea Unseld  

   
 
Parteien 

  
1. A., 
 
2. B., 
 
3. C. AG, 
 
alle vertreten durch Rechtsanwalt Alain Girardet, 
Dammstrasse 19, 6300 Zug,  

Gesuchsteller 
 

 gegen 
   

SCHWEIZERISCHE BUNDESANWALTSCHAFT 
ZWEIGSTELLE ZÜRICH, 

Gesuchsgegnerin 
 

Gegenstand  Entschädigung (Art. 122 BStP) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BK.2005.4 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Sachverhalt: 
 

A. Die Schweizerische Bundesanwaltschaft, Zweigstelle Zürich (nachfolgend 
“Bundesanwaltschaft“) hat am 27. Juli 2004 ein gerichtspolizeiliches Ermitt-
lungsverfahren BA/EAII/17/04/0189 gegen die C. AG, A. und B., Geschäfts-
leitungsmitglieder der C. AG, sowie weitere Angeschuldigte wegen des 
Verdachts der Bestechung fremder Amtsträger und Urkundenfälschung er-
öffnet. Mit Verfügung vom 21. Dezember 2004 hat die Bundesanwaltschaft 
das Ermittlungsverfahren BA/EAII/17/04/0189 gegen A., B. und die C. AG 
eingestellt und die Kosten auf die Bundeskasse genommen 
(BA/EAII/17/04/0189, act. 533 ff., 538 ff. und 543 ff.). 

 
Gleichzeitig verfügte die Bundesanwaltschaft, dass die Akten nach Eintritt 
der Rechtskraft der Einstellungsverfügung zwecks Prüfung der in die kan-
tonale Gerichtsbarkeit fallenden Urkundenfälschung an die Staatsanwalt-
schaft des Kantons Zug zu überweisen seien (BA/EAII/17/04/0189, 
act. 533 ff., 538 ff. und 543 ff.). 

 
 
B. Mit Eingabe vom 21. Januar 2005 gelangten A., B. und die C. AG an die 

Bundesanwaltschaft und beantragen, es sei ihnen für die Kosten ihrer an-
waltlichen Vertretung durch Rechtsanwalt Alain Girardet (nachfolgend “Gi-
rardet“) eine Entschädigung von Fr. 19'476.70 (inkl. MwSt.) auszurichten 
(act. 1). 

 
Die Bundesanwaltschaft hat das Entschädigungsbegehren von A., B. und 
der C. AG am 24. Januar 2005 zusammen mit den Verfahrensakten und ih-
rer Gesuchsantwort zuständigkeitshalber an die Beschwerdekammer des 
Bundesstrafgerichts weitergeleitet. Sie hat beantragt, auf das Entschädi-
gungsbegehren sei nicht einzutreten, eventualiter sei A. und der C. AG eine 
angemessene Entschädigung für die Anwaltskosten auszurichten, unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. 2). 
 
A., B. und die C. AG haben in der Gesuchsreplik vom 10. Februar 2005 an 
ihrem Entschädigungsbegehren festgehalten (act. 5). Die Bundesanwalt-
schaft hat auf eine Gesuchsduplik verzichtet (act. 7). 
 

 
C. Mit Präsidialverfügung der Beschwerdekammer vom 1. März 2005 wurde 

das Verfahren BK.2005.4 bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafver-
fahrens gegen A., B. und die C. AG im Kanton Zug wegen des Verdachts 
der Urkundenfälschung sistiert und wurden die Behörden des Kantons Zug 

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ersucht, der Beschwerdekammer über die rechtskräftige Erledigung ihres 
Verfahrens Mitteilung zu machen (act. 8). 

 
 
D. Mit Verfügung vom 22. August 2006 hat das Untersuchungsrichteramt des 

Kantons Zug die Einstellung des Untersuchungsverfahrens 2006/790/HAM 
gegen A., B. und die C. AG sowie weitere Angeschuldigte wegen des Ver-
dachts der Urkundenfälschung verfügt, die Verfahrenskosten der Staats-
kasse auferlegt und von der Ausrichtung einer Entschädigung an die Be-
schuldigten abgesehen (act. 17.1). 

 
Die Einstellungsverfügung des Untersuchungsrichteramtes des Kantons 
Zug wurde der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, zusammen 
mit den kantonalen Verfahrensakten und den von der Bundesanwaltschaft 
im Rahmen des gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens 
BA/EAII/17/04/0189 beschlagnahmten Akten, nach Eintritt der Rechtskraft 
zugestellt (act. 17.1). 

 
 
E. Die Bundesanwaltschaft beantragt in ihrer erneuten Stellungnahme vom 

5. Oktober 2006, es sei lediglich A. eine angemessene Entschädigung für 
die Anwaltskosten auszurichten, sofern auf den Entschädigungsantrag ein-
getreten wird, und der Aufwand für die anwaltliche Tätigkeit von Girardet 
sei zu einem Stundenansatz von höchstens Fr. 250.-- zu berechnen 
(act. 23). A., B. und die C. AG halten in ihrer Stellungnahme vom 25. Okto-
ber 2006 an ihrem Entschädigungsbegehren fest (act. 25). 

 
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. 
 
 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1. Die Zuständigkeit der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zum 
Entscheid über Entschädigungsgesuche ergibt sich aus Art. 122 Abs. 3 
BStP. Das Eintreten der Beschwerdekammer auf ein Entschädigungsge-
such setzt voraus, dass das Strafverfahren mittels eines formellen Einstel-
lungsentscheids eingestellt wurde (TPF BK.2005.20 vom 12. Januar 2006 
und BK.2006.2 vom 10. März 2006 E. 1.2). Die Eintretensvoraussetzungen 
sind vorliegend erfüllt und geben keinen Anlass zu weiteren Bemerkungen, 
weshalb auf das vorliegende Gesuch einzutreten ist. 

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2.  
2.1 Gemäss Art. 122 Abs. 1 Satz 1 BStP ist dem Beschuldigten, gegen den die 

Untersuchung eingestellt wird, auf Begehren eine Entschädigung für die 
Untersuchungshaft und für andere Nachteile, die er erlitten hat, auszurich-
ten. 

2.2 Voraussetzung für einen Entschädigungsanspruch ist eine gewisse objekti-
ve Schwere der Untersuchungshandlung und ein durch diese bewirkter er-
heblicher Nachteil, welcher vom Ansprecher zu substanziieren und zu be-
weisen ist (BGE 107 IV 155, 157 E. 5 m.w.H.; vgl. auch BGE 117 IV 209, 
218 E. 4b). Als "andere Nachteile" im Sinne von Art. 122 BStP gelten ins-
besondere die dem Beschuldigten entstandenen Verteidigungskosten, 
wenn der Beizug des Verteidigers zulässig war – was bei einem gerichtspo-
lizeilichen Ermittlungsverfahren und einer eidgenössischen Voruntersu-
chung gemäss Art. 35 Abs. 1 BStP zu jedem Zeitpunkt der Fall ist – und 
wenn die Kosten unmittelbar durch das Verfahren bedingt und aus Vorkeh-
ren entstanden sind, die sich bei sorgfältiger Interessenwahrung als gebo-
ten erweisen oder doch in guten Treuen verantworten lassen (BGE 115 IV 
156, 159 E. 2c; vgl. zum Ganzen TPF BK_K 002-006/04 vom 6. Juli 2004 
E. 2.1, BK_K 066-067/04 vom 4. August 2005 E. 3.1 bzw. E. 2.1 und BK_K 
073-074/04 vom 17. November 2004 E. 2.1).  

 
Die Entschädigung des Verteidigers muss mit anderen Worten in einem 
vernünftigen Verhältnis zur erbrachten Leistung stehen, wobei unter ande-
rem Natur und Bedeutung der Angelegenheit, deren Komplexität, besonde-
re Schwierigkeiten in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht und die für Be-
sprechungen, Einvernahmen, Verhandlungen sowie das Aktenstudium auf-
gewendete Zeit zu berücksichtigen sind (vgl. TPF BK.2005.9 vom 12. Ok-
tober 2005 E. 2.3.1 m.w.H.). Nicht zu entschädigen sind demgegenüber 
überflüssige, rechtsmissbräuchliche oder übermässige, d.h. unverhältnis-
mässig hohe Aufwendungen, wobei auf die Verhältnisse im Zeitpunkt des 
Verteidigerbeizuges bzw. der konkreten Rechtsvorkehr abzustellen ist 
(BGE 115 IV 156, 160 E. 2d; vgl. auch TPF BK.2005.7 vom 20. Juni 2005 
und BK.2005.14 vom 30. November 2005 E. 3.1). 
 

2.3 Die Entschädigung kann verweigert werden, wenn der Beschuldigte die Un-
tersuchungshandlungen durch ein verwerfliches oder leichtfertiges Beneh-
men verschuldet oder erschwert hat (Art. 122 Abs. 1 Satz 2 BStP). Die Be-
schwerdekammer ist dabei nicht an die gestellten Anträge gebunden. Sie 
kann eine Entschädigung verweigern, selbst wenn seitens des Eidgenössi-

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schen Untersuchungsrichters bzw. der Bundesanwaltschaft die Gutheis-
sung beantragt wird (vgl. TPF BK.2004.4 vom 6. Juli 2004 E. 3.1). 

 
2.4 Bei der Kostenpflicht des freigesprochenen oder aus dem Verfahren ent-

lassenen Beschuldigten gemäss Art. 122 Abs. 1 Satz 2 BStP handelt es 
sich nicht um eine Haftung für ein strafrechtliches Verschulden, sondern 
um eine zivilrechtlichen Grundsätzen angenäherte Haftung für ein fehler-
haftes Verhalten, durch das die Einleitung oder Erschwerung einer Strafun-
tersuchung verursacht wurde. Mit Blick auf die Unschuldsvermutung ge-
mäss Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK dürfen dem Beschuldigten 
bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens nur dann Kosten auferlegt 
werden, wenn er durch ein unter rechtlichen Gesichtspunkten vorwerfbares 
Verhalten die Einleitung des Strafverfahrens veranlasst oder dessen Durch-
führung erschwert hat (BGE 119 Ia 332, 334 E. 1b unter Bezugnahme auf 
den Grundsatzentscheid BGE 116 Ia 162, 168 E. 2c; vgl. zum Ganzen 
auch SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, S. 461 ff. N. 1206 ff.; 
HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., 
Basel 2005, § 108 N. 17 ff.; TPF BK.2004.4 vom 6. Juli 2004 E. 4.1). In An-
lehnung an die Regelung in Art. 41 Abs. 1 OR bedarf es für die Verweige-
rung der Entschädigung eines widerrechtlichen Verhaltens, welches natür-
liche und adäquate Ursache für die Einleitung oder Erschwerung des Straf-
verfahrens und zudem schuldhaft gewesen sein muss (vgl. TPF BK.2004.4 
vom 6. Juli 2004 E. 4.1). 

 
Widerrechtlich im Sinne von Art. 41 Abs. 1 OR ist ein Verhalten dann, wenn 
es gegen Normen verstösst, die direkt oder indirekt Schädigungen untersa-
gen bzw. ein Schädigungen vermeidendes Verhalten vorschreiben. Solche 
Verhaltensnormen ergeben sich aus der Gesamtheit der schweizerischen 
Rechtsordnung (nur diese kommt in Frage; vgl. SCHMID, a.a.O., S. 461  
N. 1206 FN 38), unter anderem aus Privat-, Verwaltungs- und Strafrecht, 
gleichgültig, ob es sich um eidgenössisches oder kantonales, geschriebe-
nes oder ungeschriebenes Recht handelt (BGE 119 Ia 332, 334 E. 1b;  
116 Ia 162, 169 E. 2c m.w.H.) und können ihren Ursprung auch in vom 
Bund abgeschlossenen Staatsverträgen haben (vgl. zum Ganzen  
TPF BK.2004.4 vom 6. Juli 2004 E. 4.2.1 m.w.H.). Die blosse Begründung, 
es habe wegen eines ungewöhnlichen Vorgehens oder ungewöhnlicher 
Vermögenstransaktionen ein berechtigter Anfangsverdacht bestanden, ge-
nügt für die Verweigerung der Entschädigung demgegenüber nicht (HAU-
SER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., § 108 N. 18). 
 

 
 

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3.  
3.1 Vorliegend bildeten die in einem Reisebericht von A. im Zusammenhang 

mit dem von der D. AG und der C. AG in der Demokratischen Republik 
Kongo und in der Republik Kongo getätigten Holzhandel erwähnten “Frais 
de mission“, “Cadeaux“, “Bakschisch“ (ortsübliche Geschenke) und weite-
ren Zahlungen an afrikanische Beamte Anlass für das von der Bundesan-
waltschaft wegen des Verdachts der Bestechung fremder Amtsträger ge-
mäss Art. 322septies StGB eröffnete Strafverfahren.  

 
Die C. AG hat zudem zwecks Erleichterung der Handelsabwicklung sog. 
phytosanitarische Zertifikate (auch “Pflanzenschutzzeugnisse“ oder “Pflan-
zengesundheitszeugnisse“) “gesplittet“, weshalb die Bundesanwaltschaft 
weiter wegen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 StGB ermittelte. So 
wurde vom zuständigen afrikanischen Landwirtschaftsministerium jeweils 
ein Pflanzenschutzzeugnis für eine gesamte Schiffsladung ausgestellt. Die 
C. AG hat in der Folge Pflanzenschutzzeugnisse für die an verschiedene 
Kunden veräusserten Teilmengen der Schiffsladung erstellt, indem sie von 
der zuständigen Behörde bzw. vom Lieferanten ausgehändigte, blanko un-
terzeichnete und gestempelte Zertifikate entsprechend den Angaben im O-
riginalzertifikat ergänzt hat. Ob das “Splitting“ mit Wissen und Willen der 
Behörden, welche die Blankette ausgehändigt hatten, erfolgte, liess sich 
nicht zweifelsfrei feststellen. Das Untersuchungsrichteramt des Kantons 
Zug kam in der Einstellungsverfügung vom 22. August 2006 zum Schluss, 
dass diesbezüglich von Seiten der ausstellenden Behörden zumindest 
Gleichgültigkeit geherrscht hat (act. 17.1 S. 4).  

 
3.2 In Bezug auf die erwähnten “Frais de mission“, “Cadeaux“, “Bakschisch“ 

und weiteren Zahlungen an afrikanische Beamte hat die Gesuchsgegnerin 
in der Einstellungsverfügung vom 21. Dezember 2004 festgehalten, dass 
diese “schlimmstenfalls“ alltägliche und ortsübliche Schmiergeldzahlungen 
darstellen würden, welche als solche nicht unter den Tatbestand von 
Art. 322septies StGB fielen. Gemäss der Gesuchsgegnerin wurden diese all-
fälligen Schmiergeldzahlungen stets durch die lokalen Vertreter afrikani-
scher Firmen und ohne Wissen, Billigung oder gar Anordnung der verant-
wortlichen Personen der C. AG getätigt (BA/EAII/17/04/0189, act. 533 ff. 
Ziff. 5, 538 ff. Ziff. 5 und 543 ff. Ziff. 5), weshalb den Gesuchstellern dies-
bezüglich kein verwerfliches oder leichtfertiges Verhalten gemäss Art. 122 
Abs. 1 Satz 2 BStP vorgeworfen werden kann. 

 
3.3 Es bleibt demnach zu prüfen, ob die C. AG im Zusammenhang mit dem 

erwähnten “Splitting“ von Pflanzenschutzzeugnissen nicht widerrechtlich im 
Sinne der vorzitierten Rechtsprechung gehandelt hat. 

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Die Schweiz verlangt gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über Pflanzen-
schutz (Pflanzenschutzverordnung, PAV; SR 916.20) für die aus einem 
Nichtmitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft eingeführten und im 
Anhang 5 Teil B PAV aufgeführten Holzarten ein Pflanzenschutzzeugnis. 
Gemäss Art. 8 PAV muss das Pflanzenschutzzeugnis die Angaben nach 
Anhang 6 enthalten, welcher seinerseits auf das Internationale Pflanzen-
schutzübereinkommen vom 6. Dezember 1951 (Pflanzenschutzüberein-
kommen; SR 0.916.20) verweist. 
 
Das Pflanzenschutzübereinkommen ist für die Schweiz am 26. September 
1996 in Kraft getreten. Dessen Vertragsparteien verpflichten sich insbe-
sondere, Vorkehrungen zu treffen für die Einrichtung einer amtlichen Pflan-
zenschutzorganisation, welche unter anderem für die Untersuchung von 
Sendungen von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen, die im internationalen 
Handel unter solchen Bedingungen befördert werden, dass sie gelegentlich 
zu Trägern von Schadorganismen werden können sowie für die Ausstel-
lung von Pflanzengesundheitszeugnissen zuständig ist (vgl. Art. IV Abs. 1 
lit. a ii) und iv) Pflanzenschutzübereinkommen). Gemäss Art. V Abs. 1 
Pflanzenschutzübereinkommen haben die Vertragsparteien die erforderli-
chen Massnahmen zu treffen, damit Pflanzengesundheitszeugnisse nur 
von fachlich qualifizierten und ordnungsgemäss beauftragten Bediensteten 
oder von ihnen unmittelbar unterstehenden Personen ausgestellt werden, 
welche über die erforderlichen Kenntnisse und Informationen verfügen und 
ihre Aufgaben unter solchen Umständen wahrnehmen, dass die Behörden 
der Einfuhrstaaten diese Zeugnisse als glaubwürdige Urkunden anerken-
nen können (lit. a). Die Pflanzengesundheitszeugnisse sind nach den im 
Anhang des Übereinkommens wiedergegebenen Mustern auszufüllen  
(Art. V Abs. 1 lit. b Pflanzenschutzübereinkommen). Nicht beglaubigte Än-
derungen und Streichungen machen die Zeugnisse ungültig (Art. V Abs. 1 
lit. c Pflanzenschutzübereinkommen). Nebst der Schweiz haben unter an-
deren auch Liberia und die Türkei das Pflanzenschutzübereinkommen un-
terzeichnet. 

 
Vorliegend steht fest, dass die C. AG die “gesplitteten“ Zertifikate insbe-
sondere für den Import von Tropenholz aus Liberia in die Türkei verwendet 
hat. Aus den Akten ergeben sich demgegenüber keine Anhaltspunkte da-
für, dass die C. AG auch Holz in die Schweiz einführte und dabei die er-
wähnten Blankozertifikate verwendet hätte. Den Gesuchstellern kann dem-
nach keine Verletzung von Art. 5 PAV zur Last gelegt werden.  

 

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Indem die C. AG jedoch phytosanitarische Zertifikate nachträglich ergänzt 
hat, hat sie gegen die Bestimmung von Art. V Pflanzenschutzübereinkom-
men verstossen, wonach Pflanzenschutzzeugnisse nur von fachlich qualifi-
zierten und ordnungsgemäss beauftragten Bediensteten ausgestellt wer-
den dürfen und nicht beglaubigte Änderungen oder Streichungen untersagt 
sind. Genannte Bestimmung richtet sich zwar in erster Linie an die inner-
staatlichen Gesetzgeber. Sie bildet jedoch Bestandteil der schweizerischen 
Rechtsordnung und stellt als solche eine Verhaltensnorm dar, deren Ver-
letzung eine Widerrechtlichkeit im vorerwähnten Sinne begründet.  

 
3.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die C. AG und B., als Mitglied der Ge-

schäftsleitung und Verantwortlicher für die Abwicklung der Handelsgeschäf-
te der C. AG, in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise gegen eine Verhaltens-
norm der schweizerischen Rechtsordnung verstossen haben. Das wider-
rechtliche Verhalten der C. AG und B. war natürliche Ursache für die Einlei-
tung des Strafverfahrens. Es war zudem nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, den Verdacht auf 
Urkundenfälschung und Bestechung fremder Amtsträger zu erwecken, mit-
hin auch adäquat kausal für die Verfahrenseröffnung (vgl. BGE 116 Ia 162, 
170 f. E. 2c). Die C. AG und B. haben, wenn nicht vorsätzlich, so doch zu-
mindest grob fahrlässig gehandelt, weshalb ihnen auch ein Verschulden 
zur Last gelegt werden muss. Gemäss Art. 122 Abs. 1 Satz 2 BStP kann 
eine Entschädigung demnach zumindest teilweise verweigert werden. Ob 
im Zusammenhang mit den “gesplitteten“ phytosanitarischen Zertifikaten 
auch A., als Mitglied der Geschäftsleitung und Verantwortlicher für die Be-
reiche Finanz- und Rechnungswesen, ein widerrechtliches Verhalten zur 
Last gelegt werden muss, lässt sich aufgrund der Aktenlage nicht mit Si-
cherheit sagen. Die Frage kann im Übrigen offen gelassen werden.  

 
Es gilt jedoch zu beachten, dass die Haftung nicht weiter gehen darf, als 
der Kausalzusammenhang zwischen dem widerrechtlichen Verhalten und 
den Kosten verursachenden behördlichen Handlungen reicht (BGE 114 Ia 
299, 304 E. 4a; 112 Ib 446, 455 f. E. 4b/aa; 109 Ia 160, 163 E. 4a). Hat der 
Beschuldigte nur einen Teil des Aufwandes zu verantworten, so kann er 
nur zu einer Teilzahlung verurteilt werden (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, 
a.a.O., § 108 N. 23; TPF BK.2004.4 vom 6. Juli 2004 E. 5.1). Vorliegend 
kann zumindest der C. AG und B. in Bezug auf die “gesplitteten“ Pflanzen-
schutzzeugnisse ein widerrechtliches Verhalten vorgeworfen werden, nicht 
jedoch im Zusammenhang mit den im Reisebericht erwähnten “Frais de 
mission“, “Cadeaux“, “Bakschisch“ und weiteren Zahlungen an afrikanische 
Beamte, welche für die Einleitung des Strafverfahrens wegen des Ver-
dachts der Bestechung fremder Amtsträger ebenfalls ursächlich waren. 

- 9 - 

 

 

Das Verhalten der Gesuchsteller war demnach zwar hauptsächliche, nicht 
aber alleinige Ursache für die Verfahrenseröffnung. Angesichts der Tatsa-
che, dass die “gesplitteten“ Pflanzenschutzzeugnisse geeignet waren, ei-
nen Verdacht sowohl der Urkundenfälschung als auch der Bestechung 
fremder Amtsträger zu erwecken und in Würdigung der gesamten Umstän-
de, rechtfertigt sich vorliegend eine Kürzung der Entschädigung um zwei 
Drittel. 

 
 

4. Der Beizug eines Verteidigers für das Ermittlungsverfahren war vorliegend 
angesichts der Schwere der Tatvorwürfe gerechtfertigt. In der Folge bleibt 
jedoch der nach den Umständen gebotene Verteidigungsaufwand zu prü-
fen. 

 
4.1 Die Gesuchsteller machen einen Zeitaufwand von Girardet von 58.5 Std. 

geltend und Auslagen von Fr. 551.--. Sie substanziieren ihr Begehren mit 
einer Auflistung in ihrem Gesuch vom 21. Januar 2005 der einzelnen Be-
mühungen ihres Verteidigers und verweisen im Übrigen auf die Verfah-
rensakten der Bundesanwaltschaft. 

 
Girardet ist im Zusammenhang mit dem bei der Bundesanwaltschaft hängi-
gen Strafverfahren für A. und die C. AG vom 3. August bis zur Verfah-
renseinstellung im Dezember 2004 tätig gewesen und für B. vom  
3. - 12. August 2004 (BA/EAII/17/04/0189, act. 489 und 424). Wie aus den 
Verfahrensakten der Bundesanwaltschaft und aus der Auflistung der Ge-
suchsteller hervorgeht, war Girardet anlässlich dreier Einvernahmen von A. 
als Beschuldigter vom 3. August, 18. Oktober und 3. Dezember 2004 
(Dauer 2 Std. 40 Min., 1 Std. 40 Min. und 2 Std., Gang zur Bundesanwalt-
schaft je max. 1 Std. 30 Min.) anwesend sowie anlässlich einer Einvernah-
me von B. als Beschuldigter vom 4. August 2004 (Dauer 4 Std. 10 Min., 
Gang zur Bundesanwaltschaft max. 1 Std. 30 Min.) und einer Zeugenein-
vernahme vom 17. August 2004 (Dauer 1 Std., Gang zur Bundesanwalt-
schaft max. 1 Std. 30 Min.). Die übrige anwaltliche Tätigkeit von Girardet, 
d.h. 39.5 Std. bestand im Wesentlichen im Akten- und Rechtsstudium, wo-
bei diesbezüglich zu erwähnen ist, dass den Beschuldigten im Rahmen des 
bei der Gesuchsgegnerin hängigen Strafverfahrens keine Akteneinsicht 
gewährt wurde, sowie in Besprechungen und Korrespondenz mit den Ge-
suchstellern und weiteren Verteidigern. 
 
Der Zeitaufwand von 39.5 Std. für Aktenstudium sowie Besprechungen und 
Korrespondenz mit den Gesuchstellern und den weiteren Verteidigern er-
scheint aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten des 

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Verfahrens sowie angesichts der Schwere der Vorwürfe und der Dauer des 
Verfahrens übermässig und ist entsprechend zu kürzen. Eine Kürzung um 
20% auf 31.6 Std. erscheint gerechtfertigt.  
 
Die Bemühungen von Girardet müssen im Umfang von 50.6 Std. als not-
wendig erachtet werden. 

 
4.2 Die Verordnung vom 22. Oktober 2003 über die Kosten der Bundesstraf-

rechtspflege (SR 312.025) enthält keine Bestimmungen über die Anwalts-
entschädigung, weshalb in ständiger Praxis für die Bemessung des Hono-
rars das Reglement vom 11. Februar 2004 über die Entschädigungen in 
Verfahren vor dem Bundesstrafgericht (SR 173.711.31) zur Anwendung ge-
langt (vgl. TPF BK.2005.3 vom 11. Mai 2005 E. 4). Das Reglement sieht in 
Art. 3 Abs. 1 einen Stundenansatz von mindestens 200 und höchstens 300 
Franken vor. Gemäss Art. 3 Abs. 2 sind frei gewählte und amtliche Vertei-
diger zu gleichen Ansätzen zu entschädigen. In Berücksichtigung der nicht 
besonderen tatsächlichen und rechtlichen Komplexität der Untersuchung 
erscheint vorliegend ein Stundenansatz von 220 Franken (exkl. MwSt.) als 
angemessen (vgl. TPF BK.2005.9 vom 12. Oktober 2005 und BK.2005.12 
vom 7. Juli 2005). Die geltend gemachten Auslagen für Telefon, Porti, Fo-
tokopien und Weg von Fr. 551.-- wurden nicht näher erläutert oder belegt. 
Der Betrag von Fr. 551.-- erscheint übersetzt und ist daher auf Fr. 350.-- zu 
kürzen. 

 
4.3 Den Gesuchstellern ist demnach ein maximaler entschädigungsberechtig-

ter Aufwand von total 50.6 Std. und Auslagen von Fr. 350.-- entstanden, 
was bei einem anzuwendenden Stundenansatz von Fr. 220.-- einen Ent-
schädigungsanspruch von maximal Fr. 12'354.60 ausmacht (50.6 Std. à  
Fr. 220.-- = Fr. 11’132.--, Fr. 350.-- Auslagen und Fr. 872.60 MwSt. à 
7.6%). Vorliegend ist der maximale Entschädigungsanspruch angesichts 
des teilweise widerrechtlichen Verschuldens der Verfahrenseröffnung um 
zwei Drittel zu kürzen (supra Ziff. 3). Die Gesuchsteller haben somit An-
spruch auf eine Entschädigung von Fr. 4'118.20. 

 
 
5.  
5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Gesuchsteller eine redu-

zierte Gerichtsgebühr zu tragen (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 OG), welche 
auf Fr. 1'300.-- anzusetzen ist (Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 
2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht,  
SR 173.711.32).  

 

- 11 - 

 

 

5.2 Mit dem Entscheid über die Streitsache selbst hat die Beschwerdekammer 
auch zu bestimmen, ob und in welchem Masse die Kosten der obsiegen-
den Partei von der unterliegenden zu ersetzen sind (Art. 245 BStP i.V.m. 
Art. 159 Abs. 1 OG). Fällt der Entscheid wie vorliegend nicht ausschliess-
lich zugunsten einer Partei aus, so können die Kosten verhältnismässig 
verteilt werden (Art. 159 Abs. 3 OG). Die Entschädigung ist von Amtes we-
gen festzusetzen, selbst bei Fehlen eines Begehrens oder dahingehender 
Ausführungen (POUDRET, Commentaire de la loi fédérale d’organisation ju-
diciaire, Bern 1992, Art. 159 N. 1;TPF BK.2006.2 vom 10.März 2006  
E. 7.2). Den teilweise obsiegenden Gesuchstellern ist vorliegend eine re-
duzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 150.-- (inkl. MwSt.) zuzu-
sprechen. 

 
5.3 Da die Eidgenossenschaft Gläubigerin in Bezug auf die Gerichtskosten und 

Schuldnerin in Bezug auf die Verfahrensentschädigungen ist, kann sie die 
gegenseitigen fälligen Forderungen, soweit sie sich ausgleichen, im Sinne 
von Art. 120 Abs. 1 OR verrechnen (vgl. TPF BK.2006.2 vom 10. März 
2006 E. 8). Die Entschädigung der Gesuchsteller für das gerichtspolizeili-
che Ermittlungsverfahren und das Entschädigungsverfahren vor Bundes-
strafgericht beträgt insgesamt Fr. 4'268.20 (E. 4.3 und 5.2). In Verrechnung 
mit den Gerichtskosten von Fr. 1'300.-- (E. 5.1) hat die Gesuchsgegnerin 
den Gesuchstellern einen Betrag von Fr. 2'968.20 zu bezahlen. 

 
Die Gesuchsgegnerin wird angewiesen, den Betrag der verrechneten Ge-
genforderung von Fr. 1'300.-- zur Deckung der Kosten des vorliegenden 
Verfahrens an die Bundesstrafgerichtskasse zu überweisen.  

 
 

- 12 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Das Gesuch wird teilweise gutgeheissen und die Entschädigung der Ge-

suchsteller für das eingestellte gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren auf 
total Fr. 4'118.20 festgesetzt. 

 
2. Die reduzierte Gerichtsgebühr von Fr. 1'300.-- wird den Gesuchstellern auf-

erlegt. 
 

3. Die Gesuchsgegnerin hat die Gesuchsteller für das Verfahren vor dem Bun-
desstrafgericht mit Fr. 150.-- (inkl. MwSt.) zu entschädigen. 

 
4. Die Gesuchsgegnerin hat den Gesuchstellern in Verrechnung der gegensei-

tigen Forderungen gemäss Ziff. 1 bis 3 vorstehend Fr. 2'968.20 zu bezahlen 
und an die Bundesstrafgerichtskasse Fr. 1'300.-- zu überweisen. 

 
5. Die im Rahmen des gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens 

BA/EAII/17/04/0189 beschlagnahmten Akten sind an die Schweizerische 
Bundesanwaltschaft, Zweigstelle Zürich zu überweisen. 

 
 

Bellinzona, 20. Dezember 2006 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 

 
 
 

Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Alain Girardet 
- Schweizerische Bundesanwaltschaft, Zweigstelle Zürich 
 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.