# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6303815f-c402-5408-b121-4c6b9fc7aadf
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-03-21
**Language:** de
**Title:** Würdigung eines MEDAS Gutachtens; neurologische Beurteilung von Migräne mit visueller Aura und Clusterkopfschmerzen.
**Docket/Reference:** IV.2017.00789
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00789.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00789
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens
Gerichtsschreiber Nef
Urteil
vom
21. März 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Schweizerische Bundesbahnen SBB
Human Resources, Arbeitsmarktfähigkeit, Gesundheit & Soziales
Fachstelle Sozialversicherungen
Hilfikerstrasse
1, 3000 Bern 65
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1965, verfügt über eine Berufsausbildung als Phy
siotherapeutin (
Urk.
6/2/1) und über eine
n
Fähigkeitsausweis als
Y.___
-Reise
büro
an
gestellte (
Urk.
6/2/3) und war s
eit September 1991 als
«
Junior
-Bewirtschafterin
Y.___
Immobilien
»
in einem Arbeitspensum von 90
%
(37 Std. pro Woche)
bei der
Y.___
angestellt (
Urk.
6/15/2 f.
).
Unter Angabe von Beeinträchtigungen
zufolge Kopf
schmerzen,
Infektanfälligkeiten
mit
Spitalaufenthalten,
Operationen
und daraus folgenden Arbeitsunfähigkeiten
meldete sie sich am 2
1.
Februar 2011
zum Bezug von Leistungen der Invalidenver
sicherung an (
Urk.
6/3
Ziff.
6.3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
gewährte
Beratung und Unterstützung zum Erhalt des bisherigen Arbeitsplatzes
bei der
Y.___
(
Urk.
7/20)
und schloss die Massnahmen nach erfolgreicher Durchführung m
it
Mitteilung vom 1
3.
Dezember 2011 ab (
Urk.
6/25).
1.2
Am 1
7.
März 2014 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/30)
. Die IV-Stelle
klärte die medizinischen und erwerblich-beruflichen Ver
hältnisse ab und
gewährte
vom 1
0.
April bis 1
7.
November 2014
berufliche Massnahmen
in Form eines Job Coaching (
Urk.
6/34
und
Urk.
6/43
)
.
Am
1
4.
Janu
ar 2015
teilte sie
den
Abschluss
der
Eingliederungsmassnahmen
mit
und
wies auf
die s
eparate Rentenprüfung
hin
(
Urk.
6/49). Nach Eingang zahlreicher Arztberichte
,
insbesondere
der
Z.___
(vgl.
Urk.
6/56/1-145), veran
lasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Abklärung in der MEDAS
A.___
(Gutach
ten vom 1
7.
Oktober 2016 [
Urk.
6/92]).
Mit Vorbescheid vom
1
4.
März 2017
stellte sie die Abweisung eines Anspruchs auf
«IV-
Leistungen
»
in Aussicht
(
Urk.
6/105)
. Nachdem gegen den Vorbescheid Ei
nwand erhoben worden war (
Urk.
6
/
111
), wies
die IV-Stelle
mit Ver
fügung vom 2
2.
Juni
2017 (
Urk.
2) den Anspruch auf
«
IV-Leistungen
»
ab.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
2.
Ju
ni
2017 (
Urk.
2) erhob
die Versicherte
am 14.
Juli
2017 Beschwerde und beantragte (
Urk.
1 S.
2 f.),
die Verfügung sei
auf
zuheben und
es sei ihr eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
1
4.
September
2017
mit Verweis auf die Akten (
Urk.
5
) auf Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
träch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
a
us (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsabweisung damit (
Urk.
2), dass
laut MEDAS
Gutachten die seit Jahresbeginn
2014 ausgestellten Arbeitsun
fähig
keiten mit Überforderungsgefühlen und Müdigkeit sowie
myalgischen
Schmerzen
nicht hinreichend
erklärbar
seien.
D
ie Muskelschmerzsymptomatik und die
je
weils
ab dem frühen Nachmittag
einsetzende
abnorme Müdigkeit
,
die
die
der
zeitige Limitierung der Arbeitsfähigkeit begründe
,
seien nicht somatisch bedingt
.
A
uch
aus psychiatrischer Sicht
seien
kei
ne hinreichenden Gründe vorhanden, welche
rückblickend eine längere Phase der
Arbeitsunfähigkeit darstellen
könnte
n und
es
seien nur Diagnosen auf neurologische
m Fachgebiet abgrenzbar, mit welchen sich eine
Arbeitsunfähigkeit von 20 %
ausweisen
lasse
. Eine längerdauernde,
höher
gradige
Arbeitsunfähigkeit von
mehr als
20
%
sei aus medizinischer Sicht nicht plausibel begründbar.
Es sei
en
auch
die Therapieoptione
n noch nicht aus
geschöpft
und eine Verbesserung des
Gesundheitszustands
sei möglich
.
T
rotz der Beschwerden
sei
eine Erwerbstätigkeit in einem Pensum von 80
%
zumutbar.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenü
ber auf den Standpunkt (
Urk.
1
S.
3
f.
),
die
Schlussfol
gerung
in der Verfügung
, dass trotz Beschwerden
einer Erwerbstätigkeit von 80
%
n
achgegangen werden könne
, e
ntspreche nicht den Beurteilungen
der behandelnden Ärzte und den effektiven Gegebenheiten.
Auf
grund der n
eurologischen Diagnosen
im
MEDAS-Gutachten
seien
keine stark stressbelaste
nden,
taktgebundenen
sowie Tätigkeiten
mit hohen Anforderungen an die
konzentrative
Belastbarkeit
und
mit
besonderer Verantwortung
zumutbar
.
I
hre Tätigkeit als Junior Betriebswirtschafterin
könne sie damit
nicht
mehr, auch nicht in einem Teilzeitpensum ausüben, da die Anforderungen und Voraus
set
zungen
für diese Tätigkeit
nicht erfüllbar seien.
Auch
führe
sie
seit Jahren
Kopf
schmerztherapie
n durch
und es
seien verschiedenste
Therapierichtungen ange
wen
det
worden. Aktuell bestehe die
Therapie aus medikamentösen, psychologischen und ph
ysiotherapeutischen Massnahmen.
Dank Führen eines r
uhigen Lebensstils mit täglicher
Bewegu
ng
im Freien von
ein bis zwei Stunden, der
Einhaltung der LOGI-Diät un
d
mit
den regelmässigen
Glutathion
-
Infusionen (2x wöchentlich)
sei
eine
gewisse Stabilisierung des Zustandes
erreicht
worden
. E
ine
mögliche
weitere Verschlimmerung
habe dadurch
vermieden werden können. Die konsequente Ein
haltung der Therapiemassnahmen sei nur
wegen
der Reduktion der Arbeitsfähig
keit auf da
s heutige Niveau möglich
.
Im
Bericht von
Dr.
med.
B.___
vom 2
5.
August 2016 sei
eine sekundäre Neben
nierenrindeninsuff
izienz bei rezidivierender Ster
o
i
dther
apie
erwähnt
. Eine Reduk
tion des Cortisons sei
zweimal angegangen
worden, habe aber
,
nachdem die Symptomatik sich
stark verschlechtert
habe
,
wieder abgebrochen werden müssen. Die reduzierte Leistungsfähigkeit sei durch die
Nebennierenrindeninsuffizienz
erklärbar, was
im Gutachten unberücksichtigt
geblieben sei. Unter Berücksich
tigung der gesundheitlichen Einschränkungen
sei
sie seit
1.
Februar 2017 zu 40
%
im Back Office
beschäftigt
und aus dem Lohnvergleich ergebe sich ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(S. 5).
3.
3.1
Streitgegenstand ist ein Anspruch auf Rentenleistungen der Invalidenver
si
che
rung
,
insofern
dieser
mit Verfügung vom 2
2.
Juni 2017 (
Urk.
2) abgewiesen wurde
.
Nach
der Neuanmeldung vom 1
7.
März 2014 (
Urk.
6/30) fallen Rentenleistungen nach Ablauf
des Wartejahrs frühestens nach sechs Monaten, mithin ab September 2014 in Betracht (
Art.
28 in Verbindung mit
Art.
29
Abs.
1 IVG; E. 1.2 hiervor), weshalb die attestierten Arbeitsunfähigkeiten in den medizinischen Berichten ab
September
2013 für die vorliegende Streitsache relevant sind. Die aufgelegten Arztberichte wurden im Gutachten
der MEDAS
A.___
vom 1
7.
Oktober 2016 (
Urk.
6/92/6-13
) zusammengefasst, weshalb sie vorliegend
nur insoweit
wieder
ge
geben
werden
, als sie dem Sachverhaltsverständnis dienlich sind.
3.2
3.2.1
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten interdisziplinären Gutachten der
MEDAS
A.___
vom 1
7.
Oktober 2016
(
Urk.
6/92), beruhend auf psychiatrischen, neurologischen und internistischen Untersuchungen
von Januar/Februar
2016 (S.
1)
, wurden
die
fo
lgende
n
Diagnosen gestellt (S. 31
):
Diagnosen mit
Relevanz
für
die Arbeitsfähigkeit
(angestammte Tätigkeit)
-
Migräne mit einfachen Attacken und mit visueller Aura
-
Episodi
scher Clusterkopfschmerz rechts
Diagnosen ohne
Relevanz
für
die Arbeitsfähigkeit
-
Probleme bezogen auf die Lebensführung, die nicht näher bezeichnet sind ICD-10 Z72.9
-
Personen, die das Gesundheitswesen aus sonstigen näher bezeichneten Gründen in Anspruch nehmen ICD-10 Z76.8
-
Persön
lichkeitsakzentuierung ICD-10 Z
73.1
-
Status nach
Fazialisparese
rechts ohne Hinweise für Neuroborreliose
-
Unklare Myalgien ohne muskuläres Funktionsdefizit
-
Unklares Müdigkeitssyndrom
-
Status nach Borreliose
-
Status nach operativem Verschluss eines
Foramen
ovale 2004
-
Histaminintoleranz
-
Multiple Allergien
-
HPU (
Hämopyrrollaktamurie
) mit Erstdiagnose 2010
3.2.2
Auf dem Fachgebiet der Neurologie
äusserte der Sachverständige
(S. 21 f.)
,
die Beschwerdeführerin leide seit Kindheit und Jugend unter M
igränekopfschmerzen, die anfangs
mehrfach pro Monat aufgetreten seien und sich im Zeitverlauf ge
häuft hätten. Es handle sich um einen ein- bis zweitägigen, selten dreitägigen Kopfschmerz
,
drückender Art
,
mit Lichtscheu und Lärm
empfindlichkeit sowie Übelkeit und
selten
mit
Erbrechen.
Dieser
nehme bei körperlicher Belastung zu, wobei
die Beschwerdeführerin dies
e
vermeide
und Ruhe halte.
Imigran
h
elfe bei frühzeitiger nicht aber bei zu später Einnahme
. Sie habe dann nur die Mög
lich
keit
,
den Notfallarzt zu holen, damit er ihr ei
nen schmerzl
ösenden und ein
schläfernden Cocktail verabreiche. Dies sei früher häufiger gewesen, im Jahr 2015 nur no
ch zweimal. Zurzeit habe sie ungefähr
zwei bis drei Migräneattacken pro Woche in den von Kopfschmerzen betroffenen Wochen eines Monats. Ungefähr
zweidrittel dieser Attacken sei
en mit
Imigran
zu bekämpfen. Ein
Cortisonstoss
sei schon länger nicht mehr durchgeführt worden. Schon seit langem habe sie immer wieder Fieberschübe, die ätiologisch unklar geblieben seien und sie fühle sich dann auch erschöpft und habe muskuläre Schmerzen.
Es bestehe e
benfalls seit
zwei Jahren eine unangenehme
,
vorschnelle körperliche, aber auch geistige Müdig
keit, die sie zwinge, am frühen Nachmittag ein bis zwei Stunden zu schlafen und immer wieder Pausen zu halten.
Zum
obj
ektivi
erbaren medizinischen Sachverhalt
hielt der Neurologe fest
(S. 23)
, bei der Beschwerdeführerin bestehe von Seiten der Kopfschmerzsymptomatik eine Migräne, teilweise mit visueller Aura, in Kombination mit einem episodischen Clusterkopfschmerz rechts. Nach den Kriterien der Internationalen Kopfschmerz
gesellschaft und bislang unauffälligen Untersuchungsbefunden mit fehlenden Hinweisen für eine Raumforderung im Bereich des Schädelinneren und
bei Fehlen
einer pathologischen Gefässfehlbildung gemäss den MRIs des Schädels
,
könne die Diagnose einer Migräne mit
gelegentlicher Aura und
zusätzlich auch die Diagnose eines Clusterkopfschmerzes vom episodischen Typ rechts
gestellt werden
. Nach den aktuell durchgeführten Laboruntersuchungen ergebe sich trotz intensiver Kopfschmerzen und rezidivierender Nasennebenhöhleninfekte kein Hinweis auf eine
granulomatöse
Arteriitis vom Typ der Wegener-
Granulomatos
e
,
und damit sei weiter von
überlagernden Clusterko
pfschmerzen rechts auszugehen, die
noch
insuffizient behandelt sei
en
.
Diese seien im Schnitt
zirka
zweimal
jährlich für die Dauer mehrerer Wochen mit tägli
chen Kopfschmerzen aufgetreten
.
D
a die Kopf
schmerzen täglich
und teilweise über viele Stunden andauer
te
n, k
önne
es in den Kopfschmerzwochen mit
episodischen Clusterkopfschmerzen durchaus
zu einer Minderung
der Arbeitsfähi
gkeit kommen. Allerdings
betreffe dies nur etwa ein V
iertel
bis
ein
F
ünftel
des gesamten Jahres und die Kopfschmerzen könn
t
en teil
weise mit
Nisulid
, einem
NSAR, in der Dosis von 100
mg
coupiert
werden, obw
ohl beim Clusterkopfschmerz die
Attackencoupierung
alleine nicht ausreiche
.
Es
seien
deshalb
prophylaktische
Massnahmen
an
zustreben
. B
ei bekann
ter Migräne und
angedeutetem positiven Effekt
von
Stu
geron
sei
eine
Therapie mit einem wirk
samen Kal
z
iumantagonisten, zum Beispiel
Verapamil
vorzuschlagen, da dieser sowohl
bei Migräne als auch bei
Clusterkopfschmerzen wirksam sei
.
Da d
ie Migräneattacken
seit der naturheilkun
dli
chen Therapie mit
Glutathion
,
B-Vitaminen,
Magnesium und unter Hormontherapie mi
t
Cerazette
deutlich weni
ger
als früher aufgetreten seien und sich
die
Kopfschmerzfrequenz von zwei bis drei Tagen pro Woche
unter Therapie etwas
abgeschwächt
habe
,
sei
höchstens noch mit sieben bis
acht Kopfschmerztagen pro Monat
zu
rechnen. Bei der Ein
nahmefrequenz von sieben bis acht
Triptan
-A
nwendungen pro Monat sollte ein
möglicherweise vorhandener
Triptan
-Kopfschmerz langsam wieder
zurückgehen, so dass durch die
Reduktion der
Triptandosis
auch eine weitere Ents
chleunigung der Migräne einsetze
. Eine zusätzl
iche
Besserung könn
t
e
n
auch
die prophylak
tischen Therapiemassnahmen mit dem
Kalziumantagonisten erbringen.
Von den acht Kopfschmerzattacken eines Monats könn
t
en fünf Att
acken gut und drei
Attacken nicht ausreichend
coupiert
werden
. Insgesamt
wirkten sich
dadurch
höchstens drei Kopfschmerztage pro Monat
aus
-
noch ohne Verbesserung durch prophylaktische Migräne
Therapiemassnahmen
-
,
wobei diese auch auf
die Wochen
enden
fallen könn
ten.
Unter Berücksichtigung der derzeitigen Situation
ergäbe
sich
durch die kombinierte Kopfschmerzsymptomatik
(Migräne mit Cluste
r
kopfschmerz) eine Leistungsminderung
von ca. 20
%
in angestammter Tätigkeit und in
einer
Verweistätigkeit
(zwei fehlende Arbeitstage pro
Monat durch
unthe
rapierbare
Migräne
attacken und im Schnitt 1.
5
unbehandel
bare
Clusterkopf
schmerzattacken
protrahierter Dauer pro Monat).
Die weiter angegebenen nächtlichen Paräs
thesien im Bereich beider Hände
seien
am ehesten einem beginnenden Karpaltunnelsyndrom zuzuordnen, wobei die näch
t
liche Schienenlagerung der Handgelenke eine Besserung erbringen könne.
Anhaltspunkte
für e
ine neurologische Ursache der berichteten Muskelschmerzen
ergäben sich nicht und
es bestünden
auch keine Hinweise für das Vorliegen
von
muskuläre
n
Schwächen
aufgrund eines muskulär-
oder
nervenbedingten Schädi
gungs
prozess
es
.
Im Hinblick auf die chronische Kopfschmerzsymptomatik soll
te
n
der Beschwer
deführerin keine stark stressbelastende Tätigkeit mehr zugemutet werden und auch keine taktgebundenen Tätigkeiten.
A
uch auf Tätigkeiten mit starker Verän
derung des Schlaf-Wach-Rhythmus
sollte
verzichtet werden,
wie
Tätigkeiten im
Nachtschichtbetrieb. Ein Zweischichtbetrieb mit Früh- und Spätschicht
sei
aber vorstellbar. Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die
konzentrative
Belastbar
keit und mit besonderer Verantwortung sollten nicht zugemutet werden. Bedingt durch die häufige Kopfschmerzsymptomatik, teilweise in Form einer Migräne und teilweise in Form von Clusterkopfschmerzattacken, die nicht alle komplett behan
del
bar seien, komme es zu einer Leistungsminderung in jeglicher Tätigkeit um 20
%
,
ausgehend von einem
ganztägigen
Pensum (S. 25).
3.2.3
Aus internistischer Sicht wurde festgehalten
(S. 45)
,
die Beschwerdeführerin
klage
über
ständig vorhandene K
opfschmerzen
, die sich
seit dem
2
5.
Januar 2016 ver
stärkt hätten
.
Überdies gebe sie eine allgemeine
Müdigkeit und Erschöpfung, zum Teil verbunden mit muskulärer Erschöpfung
,
und ferner
Sehstörungen
am
rechten
Auge
an.
Unter
fachspezifische
n
Befunde
n
führte
der Experte
auf,
der
Allgemein
- und
Ernährungszustand
der Beschwerdeführerin sei gut,
bei
einer
Grösse von
160 cm
,
Gewicht
von
75 kg
und
einem
BMI
29 kg/m
2
(S. 48)
.
Die
Labordiagnostik
zeige ei
n
en deutlich erhöhten
Vitamin B12 Wert. D
ie übrigen Werte für Hämatologie, klinische Chem
ie, spezielle klinische Chemie, Endokrino
logie, Immunologie, Infektions-Serol
ogie, so
wie quantitative Proteine seien
sämt
lich im Normbereich
(S. 52
)
.
Aus internistischer Sicht sei keine Diagnose mit Relevanz
für
die Arbeitsfähigkeit in zuletzt ausgeübter Tätigkeit (Betriebssekretärin) zu stellen und aus rein inter
nistischen Gründen sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
leistun
gsfähig und das Zeitpensum liege bei 8.
5 Stunden pro Tag (S. 52).
3.2.4
Der psychiatrische
Sachverständige
berichtete, zum Tagesablauf gebe die Be
schwerdeführerin an
(S. 40 f.
)
, sie stehe morgens zwischen 6.00 Uhr bis 6.30 Uhr auf und nehme nach der Morgentoilette das Frühstück ein, füttere ihre Tiere, fahr
e mit dem Auto zur Arbeit.
Der Arbeitsweg
dau
re 45 Minuten.
Am Arbeitsplatz
bleibe
sie
zwischen drei bis k
napp vier Stunden
,
und da sie
gleitende Arbeitszeit habe,
komme
es
nicht darauf an, wann sie am Arbeitsplatz erscheine.
Wenn sie Migräne habe, gehe sie später zur Arbeit.
Meist sei sie vor 13.00 Uhr
wieder
zuhause. Dann lege sie sich meist etwas hin und schlafe ein bis zwei Stunden. Sie müsse mittags für sich kochen und übe sich im gesunden Kochen. Um 16.00 Uhr mache sie einen Spaziergang, abhängig vom Tageslicht und manchmal
erledige
sie Hausarbeiten, abhängig von der Jahreszeit und vom Wetter. Das Nachtessen sei gegen 18.00 Uhr
. Oft
lese sie
danach
noch
, schaue auch Fern
und
gehe spätestens um 22.00 Uhr
ins Bett
.
Die Haushaltsarbeiten teile sie sich mit ihrer Mitbewohnerin, mit der sie schon seit
etwa
13 Jahren im gemeinsamen Haushalt lebe.
Der Psychiater erläuterte weiter, d
ie Beschwerdeführerin
berichte
über belastende
somatische Beschwerden und zahlreiche operative Eingriffe.
Es ergäben
sich jedoch keine Hinweise für eine soma
toforme Störung, wobei psychoreaktive Phäno
mene i
m Rahmen der somatischen Beschwerden jedoch möglich
seien
.
Es bestehe keine depressive Störung und es liege keine Psychose
, keine
kognitive Störung oder eine relevante Auffälligkeit der Persönlichkeit
vor
, abgesehen von
anankastische
n
,
asthenischen Tendenzen und Neigung zu
r Selbstbeobachtung. Insgesamt seien keine Hinweise für
das Bestehen einer versicherungspsychiatrisch relevanten psychischen Störung
vorhanden und
auc
h keine psychischen Fakto
ren
, die
geeignet wären, die
geschilderte somatische Beschwerdesymptomatik auf
rechtzuerhalten
.
Aus psychiatrischer Sicht sei von einer 10
0%igen Arbeitsfähigkeit auszugeh
en, dies gelte sowohl angestammt als auch in einer ide
al leidensangepassten Tätigkeit
(S. 4
5
)
.
3.2.5
Zusammenfassend wurde festgehalten
(S. 35
f.
)
,
b
edingt durch die häufige Kopf
schmerzsymptomatik, teilweise in Form einer Migräne und teilweise in
Form von Clusterkopfschmerzattacken, die nicht alle komplett behandelbar
seien, komme
es zu einer
Leistungsminderung
in jeglicher Tätigkeit um 20
%
,
au
sgehend von
einem ganztägigen Pensum. D
amit sei
in angestammter als auch in adaptierter Verweistätigkeit
ein
e
Arbeitsfähigkeit von 80
%
zu konstatieren.
Darüber hinaus
gehende
,
quantitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
lie
ssen sich
weder auf
intern
medizinischem
noch auf psychiatrischem Fachgebiet begründen.
Zur retrospektiven Bewertung komme es nach Durchsicht des medizinischen Dossiers aus neurologischer Sicht bedingt
durch die Zuspitzung der Kopfschmerz
symp
tomatik immer wieder
zu
rein kopfschmerzbedingten,
kürzer dauernd
en Arbei
ts
unfähigkeitszuständen
.
Dies
sei
nur teilweise durch die Migräne zu
begründen, die an einzelnen Tagen eines Monats
,
jedoch nicht dauerhaft
zu
Arbe
itsun
fähig
keit
en
führen könne.
Eine mehrwöchige Arbeitsunfähigkeit
könne
auch für die Phase eines
Triptan
induzierten
Kopfschmerzes mit notwendiger Reduktion der
Triptane
und dadurch
verursachte
Migränezunahme angenommen
werden sowie für die Phasen der episodischen Clusterkopfschmerzen rechts, zumindest bis zur
Unterbrechung durch die
Kortikoid
-Stosstherapie.
Eine andauernde Arbeitsun
fähigkeit durch die Kopfschmerzen
l
a
sse sich
aber neurologisch nicht
begründen.
In den Arbeitsunfähigkeitszeugnissen
seien
dementsprechend auch oft integrale
Beurteilungen
mit Anerkennung
von
Infektneigung
, in
sbesondere im Bereich der Nasenn
ebenhöhlen, muskulärer
Schmerzen und eines Müdigkeitssyndroms vor
ge
nommen
worden
(S. 35)
.
Es seien i
nsbesondere
die seit
Jahresbeginn 2014 im Rahmen des Arbeitsversuches ausgestellten Arbeitsunfähigkeiten
mit
Überfo
rde
rungsgefühlen,
Müdigkeit sowie
myalgischen
Schmerzen begründe
t
,
und die Beschwerdeführerin werde denn auch nicht durch eine
somatische
ärztliche The
ra
pie, sondern durch ein psychologisches Coaching unterstützt. A
ber auch a
us psychiatrischer Sicht ergäben sich keine hinreichenden Gründe, die rückblickend eine längere Phase der Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Auch aus inter
nis
tischer Sicht sei retrospektiv keine Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit fest
stell
bar. R
ückblickend
sei
en
nur die Diagnosen auf neurologischem Fachgebiet abgrenzbar, w
elche für sich genommen eine 20
%
ige
Arbeitsunfähigkeit
begrün
de
ten
und dies
rückblickend
wohl auch
ab dem
Antrag
bei der Invaliden
ver
si
cherung
im
Jahre 2014.
Zum Belastungsprofil führten die Experten aus,
im Hinblick auf die chronische Kopfschmerzsymptomatik sollten stark stressbelastende Tätigkeit
en
nicht mehr und auch keine taktgebundenen Tätigkeiten zugemutet werden. Auch auf Tätig
keiten mit starker Veränderung des Schlaf-Wach-Rhythmus sollte
möglichst
verzichtet werden,
so
auf Tätigkeiten im Nachtschichtbetrieb. Ein Zweischicht
betrieb mit Früh- und Spätschicht sei aber vorstellbar. Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die
konzentrative
Belastbarkeit und mit besonderer Verant
wor
tung sollten nicht zugemutet werden. Wegen der vorhandenen somatischen Beschwerden könne die Beschwerdeführerin zeitweilig aber Schwierigkeiten haben, mit Stress adäquat umzugehen, zumal auch leichte Störungen der Flexi
bilität und der Umstellungsfähigkeit bestünden.
3.3
Im Bericht vom 2
5.
August 2016
(
Urk.
7/102/9) führte
Dr.
med.
B.___
, FMH Innere Medizin und FMH Endokrinologie-Diabetologie
,
die Diagnose sekundäre Nebennierenrindeninsuffizienz
,
bei rezidivierender Steroidtherapie
,
auf.
Die Beschwer
deführerin habe per 2014 das Hydrocortison komplett ausschleichen können,
sie
habe jedoch nach einem gastroin
testinalen Infekt wieder damit b
e
ginnen
müssen. Zurz
eit n
ehme
sie 30 mg
Hydrocortison morgen
s
und 20 mg Hydrocortison mittags
ein.
Er empfehle die
Hydrocortisondosis
auf ca. 15 mg morgens und 5-10 mg am frühen Nachmittag zu reduzieren.
3.4
Dr.
med.
C.___
, Allgemeine Inn
ere
Medizin und Arbeitsmedizin
,
D.___
,
hielt im Schreiben vom 3
0.
November 2016 fest (
Urk.
6/9
7
), die Beschwerdeführerin sei für die bisherige Funktion als Assistentin IM-Bewirtschaf
tung aus medizinischen Gründen
untauglich geworden. Für die aktuelle Stelle als Mitarbeiterin
Backoffice
mit einem Beschäftigungsgrad von 40
% sei sie tauglich und unter Einhaltung der medizinischen Auflagen dürfe eine normale Leistungs
fähigkeit erwartet werden. Es müssten langfristig folgende S
chonauflagen eingehalten werden:
kein hoher Arbeits-und Zeitd
ruck, keine hohe Verantwor
tung und
keine Tätigkeiten, die hohe Ansprüche an
die
Flexibilität stellten. Ideal sei eine wiederkehrend routinemässige Tätigkeit ohne häufige Unterbrechungen oder Störungen. Es liege eine Berufsinvalidität im Sinne des
Art.
40 des Vorsorge
reglements der PK
Y.
___
vor und die Restarbeitsfähigkeit betrage 40
%
.
3.5
Am
2.
Dezember 2016 (
Urk.
7/102/1) berichtete
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für allgemeine Innere Medizin FMH,
die Beschwerdeführerin leide
seit mehreren M
onaten unter fast täglichen schweren Migräneanfällen, wobei sie versuche
,
dennoch zur
Arbeit zu gehen, was ihr nur mit äusserstem Kraftaufwand möglich sei. Die Arbeitsfähigkeit betrage
35
%
mit der Einschränkung
ohne Zeit- und Leistungsdruck.
4.
4.1
Das ausführliche Gutachten der MEDAS
A.___
erfüllt die praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.4), setzt sich mit den Aspekten der gesundheitlichen Beein
trächtigungen der Beschwerdeführerin auseinander
,
berücksichtigt auch die medi
zinischen
Vorakten
und begründet Abweichungen, soweit die Beurteilung mit diesen nicht im Einklang steht. Insgesamt erweist sich das Gutachten als nachvollziehbar und vermag zu überzeugen.
D
abei legten die
Experten insbe
sondere dar, dass die geklagten Beschwerden und Einschränkungen aufgrund der
Klinik und Diagnostik nur teilweise
und nur auf neurologischem Fachgebiet
erklärbar sind.
Insoweit die Beschwerdeführerin vorbringt, das Gutachten
ent
spreche nicht der Beurteilung der behandelnden Ärzte und den effektiven Gege
benheiten
,
ist
festzu
stellen, dass
auch
Dr.
E.___
im aktuellsten Bericht (E. 3.5) nach wie vor die Kopfschmerzproblematik als zentral für die Einschränkung der
Arbeit
sfähigkeit erachtet.
Dr.
C.___
(E. 3.4)
begründet sodann nicht, weshalb er die
Restarbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin mit
40
%
bewertet.
Dr.
B.___
(
vgl.
E. 3.3), welcher
die
Diagnose
einer
sekundäre
n
Nebennierenrindeninsuffi
zienz
bei rezidivierender Steroidtherapie stellte,
nahm
keine
Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
vor
.
M
it Blick auf die
medikamentös induzierte
Nebennieren
rindeninsuffizienz
(
Cort
icostereoidbehandlung
über
längeren Zeitraum)
und
die
als Behandlung
smassnahme
angestrebte
Herabsetzung
des
Hydrocortison
s,
liesse sich
den
n auch
unter dieser Diagnose
k
eine
länger dauernde
Arbeitsunfähigkeit begründen
,
und auch
Dr.
B.___
sah sich im
Zusammenhang mit der
vorgeschla
genen Dosisreduktion
lediglich
veranlasst
,
der Beschwerdeführerin
eine
Patien
ten
broschüre
inklusive eines Notfallausweises abzugeben (
Urk.
6/102/9
, vgl. auch Patienten-Broschüre
Cortisolsubstituti
on
bei Nebenniereninsuffizienz;
www.sdgs
hop.ch/
media/pdf/649-de.pdf
).
Auf neurologischem Fachgebiet liegen damit keine anderen von fachärztlicher Seite
begründeten
Einschätzung
en der Arbeitsunfähigkeiten vor.
Die MEDAS-Experten bemerkten
auch zu Recht
, dass die
seit Jahresbeginn 2014
ausgestellten
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse
der behandelnden Ärzte
meist
mit einer integralen Beurteilung
der Arbeits
fähigkeit
erklärt wurden
,
indem sie
Infektneigung
, mus
kuläre
Schmerzen und
ein
Müdigkeitssyndrom
konstatierten
,
da
auf
e
igenem
Fach
gebiet
für die Einschränkungen offenbar keine zureichende Erklärung
ge
funden werden
konnte (vgl.
Urk.
6/92/36)
. So
leitete
etwa
auch
Dr.
E.___
, welche
r die Beschwerdeführerin
primär und seit März 2010 behandelt
e
, im Verlaufsbericht vom
2
2.
Juni 2015
die
attestierte
Arbeitsunfähigkeit von 40
%
in einem 90
%
Arbeitspensum
aus
den Diagnosen eines schweren chronischen Schmerzsyndroms bei fast täglicher Migräne mit Clusterkop
f
schmerzen rechts und
einer
depressive
n Verstimmung
mit schw
erer Erschöpfung ab
(vgl.
Urk.
6/56/2-10
Ziff.
1.1 und 1.7)
.
Anlässlich der interdisziplinären Abklärung liessen sich jedoch auf psychia
trischem Fachgebiet
keine
Untersuchungsb
efunde erheben, die
eine
entsprechen
de
psychiatrische Diagnose
hätte
n
bestätigen können
,
und
es liegen auch keine
anderslautende
n
psychiatrischen
Berichte vor.
N
achdem
auch
die
internistischen Untersuchungen
keine
Befunde aufzeig
en
konnten
, aufgrund derer eine
Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zu stellen war
,
ist nachvollziehbar dar
gelegt, dass
die Kopfschmerzsymptomatik –
Mig
räne
mit
einfachen Attacken
und
visueller Aura sowie
ein
episod
isch auftretender
Clusterkopfschmerz
–
die
einzig
e und
auf neurologischem Fachgebiet abgrenzbar
e
Diagnose
darstell
t
,
die
eine Arbeitsunfähigkeit begründe
t
.
Der neurologische Experte
legte dabei
sehr sorgfältig
dar, dass
,
nachdem
sich
die Kopfschmerzfrequenz unter Therapie etwas abgeschwächt
hat
te
,
höchstens noch mit sieben bis acht Kopfschmerztagen pro Monat zu rechnen
ist
,
wobei
fünf Attacken gut und drei Attacken nicht aus
reichend
coupiert
werden
könn
en
,
noch
eine
zusätzliche
Verbesserung
durch eine prophylaktische Migräne-Therapiemassnahme
erzielt werden
kann und
zudem
die
Attacken auch auf die Woch
enenden fallen könn
en
.
Die
Leistungsminderung von ca. 20
%
unter
Berücksichtigung der
aktuellen
Situation
und
Beschwerde
symptomatik
i
st damit nachvollziehbar begrü
ndet und trägt den Umständen, auch mit Blick auf den geschilderten Tagesablauf (vgl. E.
3.2.4
),
hin
reichend Rechnung.
Nachvollziehbar ist auch, dass
s
tark stressbelastende
,
taktgebundene
oder
Tätig
keiten
mit starker Veränderung des Schlaf-Wach-Rhythmus
und solche
mit hohen
Anforderungen an die
konzentrative
Belastbarkeit und mit besonderer Verant
wor
tung nicht zugemutet werden
sollten
(E. 3.2.2 und E. 3.2.5)
.
Das entspre
chende
Belastungsprofil unterscheidet
sich
zudem nur
unwesentlich vom Anfor
derungsprofil, welches
Dr.
C.___
in seinem Bericht
vom 3
0.
November 2016
er
wähn
te
(
vgl.
Urk.
6/97).
4.2
Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, nicht auf das
interdisziplinäre
Gutachten der
MEDAS
A.___
abzustellen. Es legt einleuchtend dar, dass im vor
liegend relevanten Zeitraum (ab
September 2014
,
vgl. E.
3 hiervor) Arbeits
un
fähigkeiten
einzig auf neurologischem
Fachgebiet
ab Jahresbeginn 2014
vo
rge
legen haben.
Nachvollziehbar
sind
auch die Beschränkung
en
im
Belastungsprofil
. Insofern die Beschwerdeführerin
ausführte
, ihre angestammte Tätigkeit
als Junior Betriebswirtschafterin sei nicht mehr zumutbar, da
diese Tätigkeit
im Rahmen
von Projekten mit grosse
r
Verantwortung
,
zeitkritische
n
Aufträge
n
und
mit vielen
Schnittstellen
verbunden gewesen sei und
ein hohes Mass an Fachkompetenz
en
erfordert
hab
e
(vgl.
Urk.
1 S. 4 oben),
schliesst das neurologische Belastungsprofil eine solche Tätigkeit an sich
nicht
grundsätzlich
aus.
Denn es ergeben sich keine
spezifischen
Anhaltspunkte
,
dass die ursprüngliche Tätigkeit im kaufmännischen Bereich
über das normale Ausmass hinaus stark stressbelastende
, t
aktgebundene oder andere
Tätigkeiten mit
speziell hohe
n
Anforderungen an die
konzentrative
Belastbarkeit
und
mit
besonderer Verantwortung
beinhaltet hat
oder
die Tätigkeit
mit
starke
n
Veränderung
en
des Schlaf-Wach-Rhythmus
verbunden war
. Zudem wurde mit einer
generellen
Leistungsminderung
von
20
%
b
elastenden Elemen
ten
, wie sie
grundsätzlich auch in jeder anderen kaufmännische
n
Tätigkeit, die während der Bürozeiten
erledigt
werden kann
,
gelegentlich anfallen können
, bereits Rechnung getragen.
4.3
Selbst
wenn
aber
der Beschwerdeführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Junior Betriebswirtschafterin nicht mehr zumutbar
wäre und wie von ihr geltend gemacht ein
Valideneinkommen
von
Fr.
104'787.
-- (bei einem 100
%
Pensum)
zu veranschlagen
und beim Invalidenei
n
kommen
das tatsächliche
Erwerbsein
kommen
(
Fr.
34'051.15
bei einem Teilzeitarbeitspensum von 15 Stunden pro Woche) zu
berücksichtigen wäre (vgl.
Urk.
6/99/2),
würde
kein Invaliditätsgrad in rentenbegründender Höhe resultieren. Denn das
Valideneinkommen
wäre in jedem Fall
in
ein
em
90
%
Pensum
zu veranschlagen
,
nachdem die Beschwerde
führerin bereits früher
und nicht gesundheitsbedingt
nicht mehr als 90
%
ge
arbeitet hat
,
und ein
solches
Einkommen auch
mit Blick auf die
IK-Auszüge (
Urk.
6/42) unw
ahrscheinlich ist. D
as
tatsächliche Einkommen,
welches bei einer 42 Stundenwoche einem Arbeitspensum von
rund
36
%
entspricht
,
wäre als Invalideneinkommen
auf
ein
in medizinischer Hinsicht jedenfalls zumutbare
s
80
%
Pensum
hochzurechnen
.
Aus der
Gegenüberstellung der Vergleichsein
ko
mmen
Fr.
94'308.3 (
Fr.
104'787.
--
:
100
x 9
0
) und
Fr.
75'669.
2
0
(
34'051.15
: 36 x 80
)
würde
ebenfalls lediglich ein Invaliditätsgrad von
gerundet
20
%
resul
tieren.
Zusammenfassend steht fest, dass keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt, aus der sich ein rentenbegründender Invaliditätsgrad
ergibt
. Dies führt zu Abweisung der Be
schwerde.
5.
Nach
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versiche
rungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig, wobei die
Kosten nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahm
en von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt werden.
Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzenden Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Schweizerische Bundesbahnen SBB
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubNef