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**Case Identifier:** 8645112e-2065-5d7e-9b0d-7443752301d3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.08.2025 E-2476/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2476-2025_2025-08-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2476/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;   

Gerichtsschreiberin Monique Schnell Luchsinger. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…), 

2. B._______, geboren am (…), 

beide Türkei,   

beide vertreten durch Laura Rudolph,  

(…),  

Beschwerdeführerinnen,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 5. März 2025 / N (…). 

 

 

 

E-2476/2025 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass die Beschwerdeführerin 1 eigenen Angaben zufolge am (…) zusam-

men mit ihrem Sohn aus erster (religiöser) Ehe und ihrem zweiten (religiös 

angetrauten) Ehemann die Türkei auf dem Luftweg verlassen hat und am 

3. Januar 2023 in die Schweiz eingereist ist, wo sie gleichentags um Asyl 

nachgesucht hat, 

dass ihr am 16. Januar 2023 im Rahmen der Dublin-Gespräche das recht-

liche Gehör betreffend eine allfällige Wegweisung nach Tschechien ge-

währt worden ist, welches sie mit Eingabe vom 25. Januar 2023 und vom 

24. Februar 2023 wahrgenommen hat, 

dass die Beschwerdeführerin 1 anlässlich der Personalienaufnahme vom 

10. Januar 2023, des Dublingesprächs vom 16. Januar 2023 und der An-

hörung zu den Asylgründen vom 9. August 2023 zur Begründung des Asyl-

gesuchs zusammengefasst geltend gemacht hat, sie sei von ihrem ersten 

(religiös angetrauten) Ehemann vor seiner Verurteilung und hernach auch 

im Gefängnis mehrfach vergewaltigt und mit Gewalt behandelt sowie be-

droht worden, 

dass die Beschwerdeführerin 1 in diesem Zusammenhang weiter ausge-

führt hat, der Ex-Ehemann akzeptiere weder die (religiöse) Trennung noch 

die Verheiratung mit dem zweiten (religiös angetrauten) Ehemann und in-

strumentalisiere seine kriminellen Gefolgsleute beziehungsweise die bei-

den Familienstämme zur Durchsetzung seines Willens, wobei er sich ins-

besondere als Auftraggeber für den vom Sohn erlittenen Unfall ausgege-

ben habe,  

dass die Beschwerdeführerin 1 weiter erklärt hat, Mitglieder des Familien-

stammes ihres Ex-Ehemannes und ihres eigenen Familienstammes hätten 

kurz vor der Ausreise beschlossen, sie müsse zum Stamm ihres Ex-Ehe-

mannes zurückkehren, 

dass die Beschwerdeführerin 1 am 18. August 2023 dem erweiterten Ver-

fahren und am 23. August 2023 dem Kanton C._______ zugeteilt worden 

ist, 

dass am 6. September 2023 eine neue Rechtsvertreterin mandatiert wor-

den ist, 

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Seite 3 

dass am 2. März 2024 die Beschwerdeführerin 2 geboren und in das Asyl-

verfahren der Beschwerdeführerin 1 einbezogen worden ist, 

dass die Beschwerdeführerinnen während des Verfahrens beim SEM di-

verse Beweismittel eingereicht haben, 

dass das SEM das Asylgesuch der Beschwerdeführerinnen mit Verfügung 

vom 5. März 2025 – eröffnet am 10. März 2025 – abgelehnt sowie die Weg-

weisung aus der Schweiz und den Vollzug angeordnet hat, den Kanton 

C._______ mit dem Vollzug beauftragt und die Aushändigung der editions-

pflichtigen Akten verfügt hat,  

dass das SEM zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt hat, die von 

der Beschwerdeführerin 1 angeführten Vorfälle und Drohungen seien ent-

weder nicht mehr aktuell oder nicht asylrelevant und eine Rückkehr in die 

Türkei sei für die Beschwerdeführerinnen zulässig und auch unter Berück-

sichtigung des Kindeswohls zumutbar sowie technisch möglich und prak-

tisch durchführbar, 

dass die Beschwerdeführerinnen mit Eingabe vom 9. April 2025 durch ihre 

Rechtsvertreterin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erhoben haben und dabei sinngemäss beantragen, der Asyl-

entscheid des SEM vom 5. März 2025 sei aufzuheben, es sei die Flücht-

lingseigenschaft festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren; eventualiter sei 

wegen Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Vollzugs der 

Wegweisung die vorläufige Aufnahme anzuordnen; subeventualiter sei die 

Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates,  

dass die Beschwerdeführerinnen in prozessualer Hinsicht beantragen, es 

seien die Akten des Asylverfahrens betreffend den zweiten (religiös ange-

trauten) Ehemann und den Sohn beizuziehen, es sei ihnen die unentgeltli-

che Rechtspflege zu gewähren und in der Person der unterzeichnenden 

Rechtsvertreterin eine amtliche Rechtsvertretung zu bewilligen sowie auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten,  

dass die Beschwerdeführerinnen im Asylpunkt geltend machen, sie hätten 

die Verfolgung durch den ersten (religiös angetrauten) Ehemann der Be-

schwerdeführerin 1 beziehungsweise dessen kriminellen Gefährten glaub-

haft gemacht, diese Verfolgung sei persönlich, zielgerichtet, geschlechts-

spezifisch und weiterhin aktuell, wobei die Inanspruchnahme staatlichen 

Schutzes ihnen nicht zuzumuten respektive die staatlichen Behörden in 

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Seite 4 

Bezug auf den vorliegenden schwerwiegenden Einzelfall weder schutzwil-

lig noch -fähig seien, weshalb eine asylrelevante Verfolgung gegeben sei, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht seit 

10. April 2025 in elektronischer Form vorliegen, 

dass mit Zwischenverfügung vom 8. Mai 2025 das prozessuale Begehren 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung einer un-

entgeltlichen Rechtsverbeiständung abgelehnt und ein Kostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 750.- verlangt worden ist, welcher am 22. Mai 2025 von 

der Gerichtskasse verbucht und damit fristgerecht geleistet worden ist, 

dass die Beschwerdeführerinnen mit einer weiteren Eingabe ihrer Rechts-

vertreterin vom 30. Juni 2025 einen Screenshot des Nachrichtenportals 

BBC über einen Bericht vom 4. Juni 2025 eingereicht haben und geltend 

machen lassen, dass der erste (religiös angetraute) Ehemann der Be-

schwerdeführerin 1 aufgrund einer Gesetzesänderung (10. Justizpaket) in 

der Türkei aus dem Gefängnis entlassen worden sei und die Beschwerde-

führerin 1 seither wiederholt auf ihrem Mobiltelefon angerufen und bedroht 

worden sei, 

dass die Beschwerdeführerinnen weiter geltend machen lassen, dass auch 

die Mutter der Beschwerdeführerin 1 unlängst erneut aufgesucht und be-

droht worden sei, weshalb diese sich nunmehr versteckt halte,  

dass die Beschwerdeführerinnen der Ansicht sind, aufgrund dieser neuen 

Umstände ergebe sich, dass sie in Gefahr seien, was bei der Entscheidfin-

dung zu berücksichtigen sei, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass die Beschwerdeführerinnen am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

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Seite 5 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), nachdem auch 

der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet worden ist, 

dass die Akten des (religiös angetrauten) zweiten Ehemanns ([…]) und des 

Sohnes aus erster (religiöser) Ehe ([…]) antragsgemäss beigezogen wor-

den sind, 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass die Vorinstanz – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerinnen 

(Beschwerde Rz. 43 ff.) – den Untersuchungsgrundsatz und ihre Begrün-

dungspflicht nicht verletzt und sich hinlänglich zur Asylrelevanz geäussert 

hat, womit sie sich zulässigerweise auf die wesentlichen Gründe für die 

Ablehnung des Asylgesuchs beschränken hat dürfen, wobei ergänzend an-

zufügen ist, dass die Vorinstanz die behauptete Gefahr seitens der krimi-

nellen Gefährten des Ex-Ehemannes der Beschwerdeführerin 1 durchaus 

berücksichtigt hat, indem sie den Beschwerdeführerinnen vorgehalten hat, 

diese hätten im laufenden Gerichtsverfahren gegen den Unfallverursacher 

in der Türkei dessen Zugehörigkeit zu den kriminellen Gefährten des Ex-

Ehemannes nicht thematisiert,  

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), wobei frauenspezifischen Fluchtgründen Rechnung zu tra-

gen ist (Art. 3 Abs. 2 AsylG), 

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dass nach der sogenannten Schutztheorie (vgl. hierzu EMARK 2006 

Nr. 18) die nicht-staatliche Verfolgung flüchtlingsrechtlich nur dann relevant 

ist, wenn der Staat unfähig oder nicht willens ist, Schutz vor einer solchen 

Verfolgung zu bieten, wobei eine Garantie für langfristigen individuellen 

Schutz und die stetige absolute Sicherheit der bedrohten Person nicht ver-

langt werden kann, der Staat jedoch eine funktionierende und effiziente 

Schutzinfrastruktur zur Verfügung stellen muss und diese der betroffenen 

Person objektiv zugänglich sowie individuell zumutbar zu sein muss, was 

jeweils im Rahmen einer Einzelfallprüfung unter Berücksichtigung des län-

derspezifischen Kontextes zu beurteilen ist (vgl. BVGE 2011/51 E. 7.3 f. 

m.w.H. und Urteil des BVGer E-4446/2018 vom 29. August 2018 E. 6.2.1), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 Abs. 1 AsylG), 

dass die Vorinstanz im hier zu beurteilenden Fall keine Glaubhaftigkeits-

prüfung vorgenommen, sich eine solche jedoch vorbehalten hat, weil sie 

die Vorbringen der Beschwerdeführerinnen als nicht mehr aktuell bezie-

hungsweise als nicht asylrelevant betrachtet hat, weshalb vorab zu prüfen 

ist, ob die geltend gemachten Asylgründe überhaupt als solche qualifiziert 

werden könnten, falls der zugrunde liegende Sachverhalt als gegeben be-

trachtet würde, 

dass mit der Vorinstanz einig zu gehen ist, dass es hinsichtlich der geltend 

gemachten ehelichen Gewalt beziehungsweise Verfolgung durch den Ex-

Ehemann der Beschwerdeführerin 1 vor dessen im Jahr 2013 erfolgten In-

haftierung und späteren Verurteilung zu einer (…) Gefängnisstrafe sowie 

der im Jahre 2014 erfolgten religiösen Trennung beziehungsweise Schei-

dung ohnehin an der flüchtlingsrelevanten Aktualität mangelt, 

dass die Vorinstanz auch zu Recht davon ausgeht, dass zwischen den Ge-

fängnisbesuchen beim Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin 1 nach der 

Scheidung und bis im Jahr 2019 und der hierbei erlittenen Gewalt und der 

Ausreise der Beschwerdeführerin 1 im (…) 2022 kein flüchtlingsrechtlich 

relevanter Zusammenhang bestehe,  

dass ergänzend festzuhalten ist, dass die geltend gemachte Einfluss-

nahme durch den Ex-Ehemann, durch dessen Gefolgsleute, durch dessen 

Familie und durch die Familie der Beschwerdeführerin 1 auf ihre Arbeits-

verhältnisse flüchtlingsrechtlich schon deshalb nicht relevant sind, weil die 

Beschwerdeführerin 1 ihren eigenen Angaben zufolge bis etwa einen 

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Seite 7 

Monat vor der Ausreise weiterhin gearbeitet hat, mithin ein Kausalzusam-

menhang zur Ausreise nicht erstellt beziehungsweise nicht glaubhaft ge-

macht ist, 

dass die von den Beschwerdeführerinnen behauptete kürzlich erfolgte 

Freilassung des Ex-Ehemannes der Beschwerdeführerin 1 durch den von 

ihnen eingereichten Screenshot eines Berichts der BBC vom 4. Juni 2025 

über die Inkraftsetzung des 10. Justizpakets weder erstellt noch glaubhaft 

gemacht ist, zumal im fraglichen Bericht der Ex-Ehemann der Beschwer-

deführerin 1 nicht namentlich erwähnt wird, was auch ohne Übersetzung 

des Artikels in eine Amtssprache des Bundesverwaltungsgerichts ersicht-

lich ist, 

dass die mit der Eingabe vom 30. Juni 2025 behauptete wiederaufge-

flammte telefonische Bedrohung der Beschwerdeführerin 1 und die per-

sönliche Bedrohung ihrer Mutter weder erstellt noch glaubhaft gemacht 

sind, insbesondere aber über die Urheber und den Inhalt der Drohungen 

nichts Näheres bekannt ist, weshalb sie sich als nicht hinreichend substan-

tiiert erweisen und darauf nicht weiter einzugehen ist, 

dass selbst bei Wahrunterstellung dieser jüngsten Vorkommnisse von einer 

Bedrohung durch Dritte auszugehen wäre, deren Asylrelevanz nach den 

gleichen Kriterien betreffend den staatlichen Schutz zu beurteilen ist wie 

der geltend gemachte Anschlag auf den Sohn der Beschwerdeführerin 1, 

der nachfolgend zu prüfen ist,  

dass die gleichen Kriterien auch wiederum für die von der Beschwerdefüh-

rerin 1 behauptete Aufforderung seitens des Ex-Ehemannes und der bei-

den Familien zum Ex-Ehemann zurückzuzukehren und die damit einher-

gehenden Drohungen im Dezember 2022 zu geltend hat, 

dass nach konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts die allge-

meine Schutzbereitschaft und Schutzfähigkeit des türkischen Staates im 

Umgang mit Opfern häuslicher Gewalt zu bejahen und davon auszugehen 

ist, dass insbesondere in den städtischen Gebieten die Infrastruktur des 

Opferschutzes hinreichend ist (Urteile des BVGer D-8238/2024 vom 1. Juli 

2025 E. 6.2, E-3909/2025 vom 20. Juni 2025 E.9.3 m.w.H.), 

dass die Beschwerdeführerin 1 die geltend gemachte fortbestehende Ge-

fahr durch den Ex-Ehemann oder dessen Gefolgsleute, insbesondere den 

Auftrag zum Anschlag gegenüber ihrem Sohn nach eigener Sachdarstel-

lung nicht bei den türkischen Behörden angezeigt hat, weshalb die 

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Seite 8 

Vorinstanz insoweit zu Recht angenommen hat, dass die türkischen Be-

hörden nichts davon gewusst haben, und von der Schutzfähigkeit und 

Schutzwilligkeit der türkischen Behörden ausgehen durfte, zumal im Zu-

sammenhang mit dem Unfall des Sohnes in der Türkei ein Strafverfahren 

geführt wird, 

dass die Beschwerdeführerin 1 zudem wiederholt erklärt hat, dass sie von 

den Verwandten des Ex-Ehemannes und ihren eigenen Verwandten zu 

Handlungen gezwungen worden und von diesen bedroht worden sei, wo-

bei sie kurz vor ihrer Ausreise aufgefordert worden sei, zur Familie ihres 

Ex-Mannes zu ziehen, wogegen sie keinen staatlichen Schutz beansprucht 

habe und auch nicht beanspruchen werde (vgl. Anhörungsprotokoll F107-

F116), weil sie sich vor Rachemassnahmen ihr oder ihren Lieben gegen-

über gefürchtet habe beziehungsweise fürchte (vgl. Eingabe an das BVGer 

vom 30. Juni 2025), 

dass die Beschwerdeführerinnen folglich ein subsidiäres, internationales 

Schutzbedürfnis geltend machen, weil ihnen die Inanspruchnahme der be-

stehenden staatlichen Schutzinfrastruktur in der Türkei aus individuellen 

Gründen nicht zumutbar sei, insbesondere wegen Aussichtslosigkeit, 

Furcht vor Vergeltungsmassnahmen sowie Druck seitens der Familien (vgl. 

auch Beschwerde Rz. 18), 

dass die beschwerdeweise geltend gemachte Aussichtslosigkeit hinsicht-

lich der staatlichen Schutzinfrastruktur schon deshalb nicht gegeben sein 

kann, weil die Beschwerdeführerin 1 ihren eigenen Angaben zufolge tat-

sächlich bei der Polizei Anzeige gegen ihren Ex-Ehemann erhoben hat, 

diese jedoch später wieder zurückgezogen hat,  

dass auch soweit die türkischen Behörden nach dem Unfall des Sohnes 

ein Strafverfahren an die Hand genommen und gar gerichtlich vorgeladen 

haben keine Aussichtlosigkeit vorliegt, selbst wenn sich im Gerichtsverfah-

ren zufolge des behaupteten Verschwindens des Beschuldigten und der 

Beweislage gewisse Schwierigkeiten gezeigt haben sollten, 

dass an dieser Einschätzung auch die von den Beschwerdeführerinnen an-

gerufenen Länderberichte (Beschwerde Rz. 24) nichts zu ändern vermö-

gen, 

dass hinsichtlich des behaupteten Drucks seitens der Familienstammes 

der Beschwerdeführerin 1 sie auch immer wieder auf Unterstützung einzel-

ner Familienmitglieder hat zählen können, 

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dass hinsichtlich der geäusserten Furcht vor Vergeltungsmassnahmen 

durch den Ex-Ehemann und dessen kriminellen Gefährten sowie dessen 

Familienstamm sich jedoch aus den von den Beschwerdeführerinnen ein-

gereichten Gerichtsunterlagen ergibt, dass die Mutter der Beschwerdefüh-

rerin am (…) 2023 gegenüber dem Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin 1 

und dessen Schwester bei der Polizei eine Anzeige eingereicht hat (SEM-

act. Beweismittel G/ID-008), woraus zu schliessen ist, dass die in der Tür-

kei verbliebenen Familienmitglieder der Beschwerdeführerin 1 durchaus 

die staatliche Schutzstruktur anrufen können, womit gleiches auch den Be-

schwerdeführerinnen zuzumuten wäre (vgl. auch Urteil des BVGer 

E-3909/2025 vom 20. Juni 2025 E. 9.4), 

dass die Vorinstanz das Asylgesuch folglich zu Recht abgelehnt hat,  

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom SEM ebenfalls zu Recht angeordnet wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie zu be-

weisen sind, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs-

tens glaubhaft zu machen sind (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

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AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da die 

Beschwerdeführerinnen – wie vorstehend ausgeführt worden ist – über kei-

nen Flüchtlingsstatus verfügen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte 

Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung findet,  

dass – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerinnen – keine Anhalts-

punkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat drohende menschenrechts-

widrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung (vgl. dazu Beschwerde 

Rz. 41) oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersicht-

lich sind, noch ein Fall vorliegt, der von der Praxis zu Art. 3 EMRK erfasst 

wird (anders als im Urteil des EMGR Opuz gegen Türkei Nr. 33401/02 vom 

9. Juni 2009 Rz. 155-176), und es den Beschwerdeführerinnen – wie eben-

falls oben ausgeführt – durchaus zuzumuten ist, in der Türkei die dort be-

stehende Schutzinfrastruktur zu beanspruchen, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- beziehungsweise Herkunfts-

staat der Beschwerdeführerinnen noch individuelle Gründe auf eine kon-

krete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der 

Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, womit der Vorinstanz 

auch insoweit zu folgen ist, 

dass die Beschwerdeführerin 1 zwar beschwerdeweise geltend macht, sie 

könne in der Türkei nicht auf die finanzielle Unterstützung ihrer Verwandten 

zählen und selbst nicht erwerbstätig sein, da sie ihre zwischenzeitlich ge-

borene Tochter betreue, sie hierbei jedoch unbeachtet lässt, dass sich die 

Situation nach der Rückkehr in die Türkei bezüglich Letzterem nicht von 

der Situation in der Schweiz unterscheidet, dass sie jedoch zusammen mit 

ihrem (religiös angetrauten) zweiten Ehemann und ihrem zwischenzeitlich 

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Seite 11 

erwachsenen Sohn in die Türkei zurückkehren wird, und sie auch bei der 

Betreuung des Kleinkindes entlastet werden kann, 

dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid durchaus das Kindeswohl 

der Beschwerdeführerin 2 berücksichtigt hat und zum Schluss gekommen 

ist, dass dieses einer Rückkehr der Beschwerdeführerin 2 nicht entgegen-

stehe, welchen Standpunkt die Beschwerdeführerinnen mit ihren be-

schwerdeweise erhobenen Einwänden nicht zu entkräften vermögen, 

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerinnen in den Hei-

matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es den Beschwerdeführerinnen obliegt, bei der 

Beschaffung allfälliger weiterer Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 

AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der vom Staatssekretariat verfügte Vollzug der 

Wegweisung zu bestätigen ist, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt und – soweit 

überprüfbar – angemessen ist, weshalb sich auch der gestellte Rückwei-

sungsantrag erübrigt und die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.- (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den 

Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen und der geleistete Kostenvorschuss 

in gleicher Höhe darauf anzurechnen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden den Beschwerdeführerinnen 

auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird auf die 

Verfahrenskosten angerechnet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David R. Wenger Monique Schnell Luchsinger 

 

 

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