# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e7447f46-1cbe-5d69-abec-e50825220c12
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-12
**Language:** de
**Title:** Hobbymässige Haltung von Hühnern mit Hahn in der Wohnzone. Vorinstanzliche Auflagen zur Eindämmung von Lärmimmissionen als genügend bestätigt.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0077/2019
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_brge_iii_nr._0077_2019_vom_12._juni_2019_2.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
3. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE III Nr. 

R3.2018.00180 
0077/2019 

Entscheid vom 12. Juni 2019 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Felix  Müller,  Baurichter  Martin  Farner,  Baurichter  Ro-
land Fraefel, Gerichtsschreiberin Lisa Kälin     

in Sachen 

Rekurrierende 

1.  S., […] 
2.  Z., […] 
3.  Sa., […] 

alle vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Bauausschuss X […] 

vertreten durch […] 

2.  D. und E. R. H., […] 

vertreten durch […] 

betreffend 

Bauausschussbeschluss  vom  22. Oktober  2018;  teilweise  nachträgliche 
Baubewilligung  für  Umnutzung  Garage  in  Hühnerstall  und  gedeckten  Aus-
lauf, […] 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  22. Oktober  2018  erteilte  der  Bauausschuss  X  den  D. 

und E. R. H. unter Auflagen die teilweise nachträgliche baurechtliche Bewil-

ligung  für  einen  Hühnerstall  mit  gedecktem  Auslauf  für  rund  zehn  Hühner 

und einen Hahn auf dem Grundstück Kat. Nr. 1 […] in X.  

B. 

Gegen  diesen  Entscheid  erhoben  K.  und  U.S.,  A.  und  M.Z.  sowie  D.  und 

C.S.  mit  Eingabe  vom  26. November  2018  Rekurs  beim  Baurekursgericht 

des Kantons Zürich und beantragten Folgendes: 

" 1.  Es sei die Baubewilligung (Nr. 16/18) der Vorinstanz vom 22. Okto-
ber 2018 aufzuheben und die Haltung von Hähnen auf der Liegen-
schaft mit der Kat. Nr. 1 gänzlich zu untersagen. 

2.  Alles  unter  ordentlicher  und  ausserordentlicher  Kostenfolge  zulas-

ten der Rekursgegner." 

C. 

Mit  Verfügung  vom  27. November  2018  wurde  vom  Rekurs  Vormerk  ge-

nommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

Mit Verfügung vom 30. November 2018 wurde den Rekurrierenden der mit 

der Rekursschrift eingereichte USB-Stick retourniert und sie wurden aufge-

fordert,  die  darauf  befindlichen  Daten  dreifach  auf  CD-ROM  einzureichen. 

Die  Rekurrierenden  kamen  dieser  Aufforderung  zwar  nach,  doch  stellten 
sich die eingereichten CD-ROMs als fehlerhaft heraus (Protokoll S. 3), wo-

rauf  ein  zweiter  Satz  eingereicht  wurde  (act. 11),  welcher  mit  Verfügung 

vom  13. Dezember  2018  der  Vorinstanz  und  der  privaten  Rekursgegner-

schaft  zur  Stellungnahme  zugestellt  wurde.  Beide  äusserten  sich  in  ihrer 

Vernehmlassung dazu. 

R3.2018.00180 

Seite 2 

 
 
D. 

Mit Eingabe vom 20. und 21. Dezember 2018 beantragten sowohl die Vor-

instanz als auch die private Rekursgegnerschaft die Abweisung des Rekur-

ses unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden, 

wobei  die  private  Rekursgegnerschaft  die  Entschädigungsfolgen  zuzüglich 

Mehrwertsteuer  einzeln  und  solidarisch  zulasten  der  Rekurrierenden 1–3 

beantragten.  

E. 

Mit  Repliken  vom  30. Januar  2019  bzw.  Dupliken  vom  6.  und  13. Februar 

2019 hielten alle Parteien an ihren Anträgen fest.  

F. 

Am  19. März  2019  führte  eine  Delegation  der  3. Abteilung  des  Baurekurs-

gerichts  im  Beisein  der  Parteien  einen  Augenschein  auf  dem  Lokal  durch. 

Im Anschluss wurde das Verfahren im gegenseitigen Einvernehmen sistiert 

(Protokoll  S. 7),  bis  die  Rekurrierenden  mit  Eingaben  vom  4.  und  5. April 

2019 die Fortsetzung verlangten. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Das  Baugrundstück  liegt  gemäss  geltender  Bau-  und  Zonenordnung  der 

Gemeinde X in der Wohnzone W1.4 mit Empfindlichkeitsstufe ES II in einer 

von  Einfamilienhäusern  mit  grosszügigem  Umschwung  geprägten  Umge-

bung.  In  nördlicher  und  nordwestlicher  Richtung  wird  das  Baugrundstück 

lediglich  durch  die rekurrentischen Liegenschaften  und  die Stichstrasse  B. 

vom  anschliessenden  Wald  abgegrenzt.  In  südlicher  Richtung  wird  es 

ebenfalls  durch  nur  eine  Bautiefe  und  die  das  Baugebiet  abschliessende 

G.-Strasse von der Landwirtschaftszone getrennt.  

R3.2018.00180 

Seite 3 

 
 
Das  Baugrundstück  selber  ist  im  nordöstlichen  Teil  mit  einem  Einfamilien-

haus  überbaut.  Westlich  davon  liegt  das  freistehende  Garagengebäude 

Vers.-Nr. 1,  in  welchem  der  Hühnerstall  untergebracht  ist  und  in  dessen 

Westfassade der Zugang zum Freilaufgehege für die zehn Hühner und den 

Hahn angebracht wurde.  

Mit der angefochtenen Bewilligung wurde unter anderem die nachträgliche 

Bewilligung für das Hühnerhaus und die damit verbundene Hühnerhaltung 

erteilt. Nebenbestimmungsweise wurden in Ziffer 3 die folgenden Auflagen 

statuiert: 

3.2  Der Hahn darf von werktags ab 08:00 Uhr und sonntags ab 09:00 Uhr 
bis jeweils 22:00 Uhr ins Freie gelassen werden. In der übrigen Zeit ist 
er in einem abgedunkelten Stall zu halten. 

3.3  Der Stall muss genügend schallisoliert sein. 

2. 

Die Rekurrierenden 1–3 sind direkte Anstösser und Eigentümer der in west-

licher und nördlicher Richtung direkt an das Baugrundstück angrenzenden 

Grundstücke  Kat.-Nrn. 2,  3  und  4.  Angesichts  dieser  nachbarlichen  Bezie-

hungen  und  der  vorgebrachten  Rügen  (insbesondere  Lärmimmissionen) 

sind  die  Rekurrierenden  mehr  als  beliebige  Dritte  von  der  angefochtenen 

Baubewilligung  betroffen,  so  dass  sie  zur  Rekurserhebung  im  Sinne  von 

§ 338a  des  Planungs-  und  Baugesetzes  (PBG)  ohne  Weiteres  legitimiert 

sind. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den 

Rekurs einzutreten. 

3. 
Zusammengefasst stören sich die Rekurrierenden am Lärm, der insbeson-

dere  durch  den  Hahn  verursacht  werde.  Bei  sämtlichen  Rekurrierenden 

seien die Gartensitzplätze gegen Süden und damit gegen das Freigehege 

ausgerichtet.  Die  Rekurrierenden  haben  selbständig  Lärmmessungen, 

Stichproben  und  Videoaufnahmen  getätigt.  Gemäss  der  Rekurrentschaft 2 

habe  der  Hahn  im  Zeitraum  vom  6.–11. September  2018  im  Durchschnitt 

ca.  zehnmal  pro  Stunde  gekräht,  an  manchen  Tagen  bis  zu  14,5-mal  pro 

Stunde.  Es  scheine,  dass  der  Hahn  die  neunte  Stunde  am  Morgen  zum 

Krähen bevorzuge. Diese Frequenz, auf die Minute heruntergerechnet, be-

deute, dass der Hahn in etwa alle fünf bis zehn Minuten krähe. Dies möge 

R3.2018.00180 

Seite 4 

 
 
auf  den  ersten  Blick  als  wenig  erscheinen.  Berücksichtige  man  die  Tatsa-

che, dass der Hahn in manchen Stunden bis zu 44-mal gekräht habe, somit 

alle 1,5 Minuten, sei verständlich, dass das Ohr der Rekurrierenden sensi-

bilisiert werde und jedes weitere Krähen nerve. 

Der  Rekurrent 1  hat  mit  einer  App  die  Dezibel  durch  sein  Küchenfenster 

gemessen, welches in einer Distanz von ca. 15 m zum Hühnergehege lie-

ge. Dabei seien Messwerte bis zu 84 dB(A) festgehalten worden. Auch auf 

den Videoaufnahmen der Rekurrentschaft 3 sei das Krähen des Hahns gut 

hörbar.  

Mit  diesen  Lärmimmissionen  könnten  sich  die  Rekurrierenden  nicht  abfin-

den.  Das  Krähen  des  Hahns  sei  objektiv  erheblich  störend  im  Sinne  von 

Art. 15 des Umweltschutzgesetzes (USG) und eine erhebliche Belästigung 

im  Sinne  von  Art. 20  Abs. 1  der  kommunalen  Polizeiverordnung  (PolVO). 

Das Hühnergehege befinde sich in Lauflinie [vermutlich Luftlinie] ihrer Sitz-

plätze  und  störe  erheblich.  Eine  Verlegung  des  Geheges  in  südöstlicher 

Richtung  sei  durchaus  realisierbar.  Es  sei  zwar  verständlich,  dass  die  pri-

vate  Rekursgegnerschaft  eine  hobbymässige  Hühnerhaltung  zu  betreiben 

wünsche. Ob sie aber dieselbe Hühnerhaltung betreiben würde, wenn das 

Hühnergehege auf deren Liegenschaft und Sitzplatz hin ausgerichtet wäre, 

werde bezweifelt.  

Zu ergänzen sei, dass der Hahn auch nachts zu hören sei, auch wenn dies 

bisher nur am Rande thematisiert und/oder das Gegenteil verstanden wor-

den sei. Das Krähen in der Nacht, wenn auch nur vereinzelt, wirke sich stö-

rend  aus,  weil  der  Hahn  bereits  tagsüber  krähe  und  das  nicht  selten,  wie 

die  Stichproben  gezeigt  hätten.  Mit  der  Auflage  einer  gehörigen  Isolation 

gemäss  Dispositivziffer 3.3  der  Baubewilligung  werde  diesem  Umstand 

Rechnung  getragen. Die Rekurrierenden  würden  sich allerdings ausdrück-
lich  vorbehalten,  bei  der  Vorinstanz  Anzeige  zu  erstatten,  sofern  sich  die 

Schallisolierung als ungenügend erweisen sollte. 

4. 

In der Wohnzone sind Bauten, die Wohnraum enthalten, ohne Weiteres zo-

nenkonform. Dies gilt zudem für Bauten, die zum Wohnen zusätzlich nötig 

sind, wie Garagen oder Gartenhäuser. Ebenso fällt die Hobbynutzung unter 

R3.2018.00180 

Seite 5 

 
 
den  Begriff  der  Wohnnutzung  im  Sinne  von  § 52  Abs. 1  PBG  (vgl. 

BEZ 1998 Nr. 32).  

Hobbynutzung ist grundsätzlich als Teil der Wohnnutzung anzusehen. Das 

Wohnen  in  einer  dafür  bestimmten  Zone  wird  unter  anderem  gerade 

dadurch charakterisiert, dass deren Bewohner im allgemeinen die Möglich-

keit  haben,  in  ihren  Gärten  verschiedenen  Freizeitbeschäftigungen  nach-

gehen zu können. Dies verhält sich auch dann nicht anders, wenn Nutztiere 

Gegenstand der hobbymässigen Beschäftigung bilden. Eine hobbymässige 

Hühnerhaltung  fällt  ebenso  unter  den  Begriff  der  Wohnnutzung  im  Sinne 

von  § 52  Abs. 1  PBG  wie  das  Halten  von  Haustieren  oder  die  Ausübung 

sportlicher oder kreativer Tätigkeiten und erweist sich daher als zonenkon-

form. 

Wann  eine  Tierhaltung  noch  als  hobbymässig  bezeichnet  werden  kann, 

hängt von der Zweckbestimmung der Tiere ab. Nur diejenige Tierhaltung ist 

zonenkonform,  die  rein  privaten  Zwecken,  also  der  eigenen  Freizeitbetäti-

gung dient (vgl. dazu Carmen Walker Späh in pbg-aktuell, 1/2004). 

Vorliegend ist die hobbymässige Hühnerhaltung unbestritten. Der Vollstän-

digkeit  halber  ist  festzuhalten,  dass  der  privaten  Rekursgegnerschaft  mit 

dem bewilligten Hühnerstall die Möglichkeit fehlt, eine für ein Gewerbe nö-

tige Anzahl Tiere zu halten. Es ist deshalb von einer in der Wohnzone ohne 

Weiteres  zonenkonformen  Hobbytierhaltung  auszugehen.  Zu  beachten  ist 

jedoch,  dass  neben  der  Zonenkonformität  stets  auch  die  baupolizeilichen 

und  insbesondere  aufgrund  der  zu  erwartenden  Immissionen  bei  Tierhal-

tungen  auch  die  umweltschutzrechtlichen  Voraussetzungen  erfüllt  sein 

müssen, damit eine Bewilligung gesprochen werden kann. Dies ist im Fol-

genden zu prüfen. 

5.1. 

Die Haltung von Hühnern und insbesondere von Hähnen führt naturgemäss 

zu Immissionen. Die Tiere erzeugen durch Gackern und Krähen Lärm und 

produzieren Mist, der auch bei regelmässiger Abfuhr für eine gewisse Zeit 

gelagert  werden  muss.  Die  Frage,  ob  eine  konkrete  Hobbytierhaltung  auf-

grund  der  durch  sie  verursachten  Immissionen  durch  Lärm  und  Geruch 

nicht oder nur unter Nebenbestimmungen zulässig ist, betrifft nicht die Zo-

nenkonformität, sondern ist für sich anhand der einschlägigen Vorschriften 

R3.2018.00180 

Seite 6 

 
 
der  Umweltschutzgesetzgebung  zu  überprüfen  und  führt  zu  grossen  Ein-

schränkungen. 

Vorliegend  geben  die  Lärmimmissionen  Anlass  zu  Streitigkeiten.  Gemäss 

Art. 7  Abs. 1  der  Lärmschutzverordnung  (LSV)  ist  der  aus  dem  Betrieb 

neuer ortsfester Anlagen resultierende Lärm so weit zu begrenzen, als dies 

technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (lit. a); zu-

dem dürfen die von der Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen die Pla-

nungswerte  nicht  überschreiten  (lit. b).  Fehlen  Belastungsgrenzwerte,  so 

beurteilt  die  Vollzugsbehörde  die  Lärmimmissionen  nach  Art. 15  USG  und 

unter  Berücksichtigung  der  Art. 19  und  23  USG  (Art. 40  Abs. 3  LSV).  Im 

Rahmen einer solchen Einzelfallbeurteilung sind der Charakter des Lärms, 

Zeitpunkt und Häufigkeit seines Auftretens sowie die Lärmbelastung zu be-

rücksichtigen.  Dabei  ist  nicht  auf  das  subjektive  Lärmempfinden  einzelner 

Personen  abzustellen,  sondern  es  ist  eine  objektivierte  Betrachtung  unter 

Berücksichtigung von Personen mit erhöhter Empfindlichkeit vorzunehmen 

(vgl. Art. 13 Abs. 2 USG). 

5.2. 

Die  Anzahl  der  gehaltenen  Tiere  ist  vorliegend  bereits  durch  die  geringe 

Grösse des Hühnerhauses von 0,8 m x 2 m beschränkt.  

Neben  quantitativen  Einschränkungen  durch  Bestimmungen  der  maximal 

zulässigen  Anzahl  Tiere  können  die  Baubehörden  jedoch  im  Rahmen  des 

Umweltrechts  auch  weitere  konkrete  Massnahmen  anordnen,  um  die  Im-

missionen in Grenzen zu halten. 

Das  Gackern  von  Hühnern  ist  als  von  geringer  Intensität  zu  bezeichnen, 

weshalb  das  Halten  von  wenigen  Hühnern  ohne  Hahn  von  vornherein  als 

unproblematisch  erscheint.  Das  Krähen  eines  Hahnes  indessen  wird  vom 
menschlichen  Ohr  als  relativ  intensiv  empfunden.  Insbesondere  die  früh-

morgendlichen Rufe wecken die Nachbarn zu unerwünschter Stunde. Häh-

ne  sollten  deshalb  ihre  Lautäusserungen  in  Wohngebieten  nicht  uneinge-

schränkt  verbreiten  können.  Bei  geeigneten  baulichen  Massnahmen  und 

unter Berücksichtigung des konkreten Umfeldes bedeutet dies jedoch nicht, 

dass das Halten von Hähnen in der Wohnzone gänzlich zu untersagen ist. 

Als  wichtigste  Massnahme  ist  die  Beschränkung  der  Zeit,  in  der  sich  die 

Tiere  im  Freien  aufhalten  –  insbesondere  der  frühen  Morgenstunden  –  zu 

betrachten. Verbringen Hühner und Hähne die Nacht in einem Gebäude, ist 

R3.2018.00180 

Seite 7 

 
 
dies  mit  einer  Haustierhaltung  vergleichbar,  etwa  jener  eines  Hundes,  der 

sich tagsüber regelmässig im Garten aufhält und dabei zeitweise bellt. Da 

die  Hühner  jedoch  nicht  ins  Wohnhaus  geholt  werden,  sind  auch  gewisse 

Anforderungen an das Hühnerhaus zu stellen, damit der Schall der krähen-

den Hähne in den Ruhezeiten entscheidend gedämmt wird.  

5.3.1. 

Beim streitbetroffenen Hühnerhaus handelt es sich um eine Kleinbaute ein-

facher Ausführung, die mit Schalungsplatten und Plexiglas gebaut und mit 

einer Luftpolsterfolie bedeckt wurde (Protokoll S. 6, 17 f. Fotos 20–22). Das 

Hühnerhaus liegt im "Dachgeschoss" des Garagengebäudes, welches zwar 

nicht  besonders  isoliert  ist  (das  Dach  besteht  nur  aus  auf  den  Dachlatten 

aufliegenden  Ziegeln),  dennoch  ist  durch  das  geschlossene  Haus  um  den 

Stall  von  einer  positiven  Beeinflussung  des  Geräuschpegels  auszugehen. 

Der  Ausgang  vom  Hühnerhaus  ins  Aussengehege  ist  durch  ein  einfaches 

Holztürchen  verschliessbar,  dessen  schallisolierende  Eigenschaften  be-

zweifelt  werden  dürfen.  Dies  bestätigte  sich  auch  anlässlich  des  Augen-

scheins, da der Hahn noch bevor er aus dem Stall gelassen wurde, zu hö-

ren  war.  Die  Rekurrierenden  anerkennen,  dass  die  Vorinstanz  sich  dieser 

Problematik  auflageweise  angenommen  hat.  Die  private  Rekursgegner-

schaft ist entsprechend darauf hinzuweisen, dass die vorliegende Konstruk-

tion diesem Erfordernis bei weitem nicht genügend Rechnung trägt. Als ge-

nügend  erachtet  wurde  beispielsweise  das  im  von  der  Vorinstanz  in  der 

Bewilligung  herangezogenen  Entscheid  BRKE I  Nr. 0108  und  0109/2007 

vom 25. Mai 2007 (BEZ 2007 Nr. 36) streitbetroffene Hühnerhaus, welches 

über eine doppelte Holzwand mit 8 cm starker Isolationsschicht aus Stein-

wolle sowie über eine Doppelverglasung verfügte.  

Wird der bestehende Stall zusätzlich isoliert, wird möglicherweise  eine zu-
sätzliche  Öffnung  zur  Luftversorgung  der  Tiere  notwendig.  Zu  deren  Wohl 

kann vermutlich nicht auf ein Fenster oder eine sonstige Öffnung verzichtet 

werden. Dieses kann den Stall jedoch beispielsweise ins Innere der Garage 

entlüften  und  damit  von  den  Rekurrierenden  weg.  Die  von  der  Vorinstanz 

verfügte  Auflage,  der  Stall  müsse  "genügend  schallisoliert"  sein,  ist  damit 

‒ wie dies auch die Rekurrierenden anerkennen – genügend. 

5.3.2. 

Was die Ruhezeiten betrifft, so genügen die gemäss der Polizeiverordnung 

in  Art. 14  Abs. 2  festgelegten  Nachtruhezeiten  von  22:00 Uhr  bis  7:00 Uhr 

R3.2018.00180 

Seite 8 

 
 
bei  einer  regelmässigen  Lärmbelastung  durch  das  Halten  eines  Hahns  im 

Garten  nicht,  weshalb  die  Vorinstanz  bereits  anordnete,  der  Hahn  dürfe 

werktags  erst  ab  8:00 Uhr  und  sonntags  ab  9:00 Uhr  ins  Freie  gelassen 

werden.  

Bei der Festlegung der verbindlich einzuhaltenden Nachtruhezeiten sind die 

Interessen der Nachbarn zu berücksichtigen. Im Rahmen einer Interessen-

abwägung ist aber auch das Wohl der Tiere ist zu beachten, wobei festzu-

halten  ist,  dass  das  Tierschutzgesetz  (TSchG)  keine  Grundlage  bietet, 

Nachbarn zum Zwecke einer artgerechten Tierhaltung belästigen zu dürfen. 

Kann  eine  Tierhaltung  unter  den  lärmschutzrechtlichen  Auflagen  nicht  art-

gerecht eingerichtet werden, kann sie nicht aufrechterhalten werden.  

Bei der Festlegung der Stallzeiten empfehlen die im August 2012 durch die 

Baudirektion  Kanton  Zürich  zur  Stellungnahme  zur  Haltung  von  Hühnern 

und Hähnen im Wohngebiet eingeladenen relevanten Organisationen einen 

Auslauf  von  7:00 Uhr  bzw.  8:00 Uhr  morgens  bis  22:00 Uhr  abends 

(http://www.laerm.ch/dokumente/laermsorgen/Tierlaerm_Huehner_Stellung

nahmen_Organisationen.pdf).  Besonders  in  den  heissen  Sommermonaten 

seien  die  frühen  und  späten  Stunden  des  Tages  am  wertvollsten  für  die 

Tiere.  Dabei  ist  für  das  menschliche  Wohlbefinden  das  Augenmerk  insbe-

sondere auf die Morgenstunden zu richten, zumal sich die Zeiten, in denen 

die  die  Tiere  in  den  Stall  treibende  Dämmerung  erst  zu  späterer  Stunde 

einsetzt,  in  unseren  Breitengraden  sehr  in  Grenzen  halten  und  entspre-

chend eine Festlegung vor 22 Uhr unnötig erscheint, zumal insbesondere in 

den kälteren Jahreszeiten aufgrund der früh einsetzenden Dämmerung die 

Tiere  den  selbständigen  Rückzug  frühzeitig  antreten.  Dies  auch  wenn  die 

II. Zivilabteilung des Bundesgerichts im Rahmen einer zivilrechtlichen Strei-

tigkeit  im  Jahre  1996  ein  Verbot,  einen  Hahn  zwischen  20 Uhr  und  7 Uhr 

ins  Freie  zu  lassen,  als  innerhalb  des  richterlichen  Ermessensspielraums 

gelegen bestätigt hat, handelte es sich doch in jenem Fall um eine Tierhal-

tung  in  einem  städtisch  geprägten  Wohnquartier  (BGr 5C.249/1994  vom 

5. Januar  1996).  Hingegen  erweist  sich  ein  für  Menschen  längeres  Ruhe-

bedürfnis  als  dasjenige  eines  Hahns  in  den  Morgenstunden  als  durchaus 

plausibel,  wie  auch  eine  starke  Störung  der  schlafenden  Nachbarn,  wenn 

derselbe  frühmorgens  seine  Präsenz  durch  Krähen  markiert.  Vorliegend 

wurde  den  nachbarlichen  Interessen  mit  einem  späteren  Freilauf  des 

Hahns,  nämlich  ab  8:00 Uhr  bzw.  sonntags  ab  9:00 Uhr,  genügend  Rech-

nung getragen. 

R3.2018.00180 

Seite 9 

 
 
5.4. 

Zu prüfen ist, ob mit einer allfälligen Verlegung des Stalls oder des Auslaufs 

ein besserer Immissionsschutz erreicht werden könnte, was jedoch aus den 

folgenden Gründen zu verneinen ist: Würde der Auslauf an die Nordfassa-

de der Garage verlegt, würde dies allenfalls lediglich zu einer geringen Ver-

schiebung zugunsten der Liegenschaft der Rekurrentschaft 1 und zulasten 

der Liegenschaften der Rekurrentschaften 2 und 3 führen. Eine Verlegung 

an  die  Südfassade  erweist  sich  als  nicht  praktikabel,  da  dort  die  Zufahrt 

zum  Garagengebäude  liegt,  und  an  der  Ostfassade  müsste  das  Gelände 

zuerst renaturiert werden (Protokoll S. 19 Fotos 23–24). Dies erscheint ins-

besondere unter dem Aspekt, dass damit höchstens eine geringfügige Än-

derung der Immissionen erreicht werden könnte, als nicht verhältnismässig. 

Zum  einen  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  sich  der  Schall  eines  im 

Freien  krähenden  Hahns  durch  die  Verschiebung  seines  Aufenthaltsortes 

um  wenige  Meter  wesentlich  abschwächen  würde.  Zum  anderen  würde 

durch  diese  Massnahme  der  Abstand  zur  Rekurrentschaft 3  und  zu  ande-

ren Nachbarn gegenüber dem heutigen Standort verkleinert. Noch weniger 

sinnvoll  wäre  es,  das  Hühnerhaus  irgendwo  sonst  im  Garten  der  privaten 

Rekursgegnerschaft aufzustellen, zumal hier mit dem Garagengebäude ein 

optimales  Gebäude,  das zudem für  einen  zusätzlichen Schallschutz  sorgt, 

genutzt werden kann. 

Die Rekurrierenden monieren, dass der Hahn bis zu 47-mal pro Stunde ge-

kräht habe, wie sie in ihren Stichproben behaupten (act. 4.13). Anzumerken 

ist,  dass  es  sich  dabei  –  wie  die  Rekurrierenden  selber  festhalten  –  um 

Stichproben handelt, die im Übrigen von der Rekursgegnerschaft bestritten 

werden. Bemerkungsweise ist festzuhalten, dass der Augenschein mit Ab-

sicht  auf  die  neunte  Stunde  des  Tages,  gemäss  den  Rekurrierenden  die 

"aktivste" Stunde des Hahns, gelegt wurde, mit dem Hinweis an die private 
Rekursgegnerschaft,  den  Hahn  erst  nach  Beginn  des  Augenscheins  aus 

dem Stall zu lassen (act. 22). Anlässlich des Lokaltermins konnte entspre-

chend  festgestellt  werden,  dass  der  Hahn  im  Stall  hörbar  krähte.  Diesem 

Umstand wurde mit der verfügten Isolation Rechnung getragen. Sobald der 

Hahn um 8:10 Uhr ins Freie gelassen wurde, krähte er bis zum Schluss des 

Augenscheins um 8:50 Uhr lediglich zweimal. Auch hierbei handelt es sich 

selbstverständlich nur um eine Stichprobe. Gleiches gilt für die von den Re-
kurrierenden eingereichten Videoaufnahmen (act. 11): Einzig beim Katzen-

video ist das Krähen des Hahns gut zu hören, jedoch nur einmal. Bei den 

anderen Videos ist es in den Umgebungsgeräuschen kaum wahrnehmbar. 

R3.2018.00180 

Seite 10 

 
 
Wie die Vorinstanz richtigerweise festhält, sind sie damit nicht geeignet, ei-

ne das Wohlbefinden störende Lärmbelastung zu dokumentieren. Auch die 

gemachten Lärmmessungen der Rekurrierenden sind nur bedingt tauglich: 

Fraglich ist zum einen die Genauigkeit von mit Mobiltelefonen durchgeführ-

ten Lärmmessungen. Zum anderen handelt es sich auch hier nur um nicht 

aussagekräftige Stichproben.  

In die Beurteilung mit einzubeziehen ist alsdann auch die konkrete Umge-

bung  des  Baugrundstücks.  Wie  bereits  aufgezeigt,  wird  dieses  gegen  Sü-

den wie auch gegen Norden nur gerade durch je eine Bautiefe vom Nicht-

baugebiet getrennt. Der Augenschein zeigte eine äusserst ländliche Umge-

bung  mit  Wald  und  landwirtschaftlicher  Nutzung  im  nächster  Nachbar-

schaft.  In  einem  solchen  Umfeld  erweist  sich  das  Krähen  eines  tagsüber 

freilaufenden  und  nachts  in  einem  isolierten  Hühnerhaus  untergebrachten 

Hahns in Übereinstimmung mit der geltenden Rechtsprechung als mit dem 

Zonencharakter durchaus verträglich ist; es wird vom durchschnittlich emp-

findlichen  Menschen  noch  als  jenes  Mass  an  Belärmung  erlebt  wird,  wel-

ches allgemein zu ertragen ist (Entscheid BRKE I Nr. 0108 und 0109/2007 

vom 25. Mai 2007 in BEZ 2007 Nr. 36, E. 7.4). 

Entsprechend ist festzuhalten, dass sich die streitbetroffene Hühnerhaltung 

mit Hahn mit den von der Vorinstanz statuierten Auflagen als bewilligungs-

fähig  erweist.  Weitere  Massnahmen  erscheinen  weder  zweck-  noch  ver-

hältnismässig. 

5.5. 

Geruchsimmissionen  wurden  von  den  Rekurrierenden  nicht  substanziiert 

vorgebracht  und  waren  anlässlich  des  Augenscheins  auch  nicht  feststell-

bar. 

6. 

Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen. 

7.1. 

Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  den  Rekurrierenden  aufzuer-

legen (§ 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). 

R3.2018.00180 

Seite 11 

 
 
Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 1'000.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; 

§ 3  Abs.  3  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der 

Rekursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'200.-- festzusetzen. 

7.2. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober  2003,  E. 3.1).  Demnach  sind  die  Rekurrentschaften 1–3  unter 

solidarischer Haftung zu verpflichten, der privaten Rekursgegnerschaft eine 

Umtriebsentschädigung von je Fr. 700.-- (insgesamt Fr. 2'100.--) zu bezah-

len.  Da  die  Umtriebsentschädigung  pauschal  festgelegt  wird,  entfällt  die 

Zusprechung  eines  Mehrwertsteuerzusatzes  von  vornherein  (BRKE II 

Nrn. 0247  und  0248/2007  in  BEZ 2007  Nr. 56;  www.baurekursgericht-

zh.ch).  

Die  Vorinstanz  beantragt  die  Zusprechung  einer  Umtriebsentschädigung 

(§ 17  Abs. 2  VRG).  Stehen  sich  im  Verfahren  private  Parteien  mit  gegen-

sätzlichen Begehren gegenüber, so wird die Gemeinde im Falle des Unter-

liegens in der Regel nicht entschädigungspflichtig (§ 17 Abs. 3 VRG). Um-

gekehrt entfällt im Falle des Obsiegens auch ein entsprechender Entschä-

digungsanspruch. Gründe, von dieser Regel abzuweichen, sind vorliegend 

nicht  gegeben.  Demnach  ist  der  Vorinstanz  keine  Umtriebsentschädigung 

R3.2018.00180 

Seite 12 

 
 
zuzusprechen.  Ausgangsgemäss  steht  auch  den  Rekurrierenden  keine 

Umtriebsentschädigung zu.  

[…] 

R3.2018.00180 

Seite 13