# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fbd85af3-dfe1-51b7-b2ce-ef26b07e2a5f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.11.2018 UV 2017/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2017-47_2018-11-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2017/47

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 07.11.2018

Entscheiddatum: 07.11.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 07.11.2018
Art. 6 UVG: Bejahung der Unfallkausalität einer rund zwei Monate nach dem 
Unfallereignis radiologisch festgestellten Supraspinatussehnenläsion 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. 
November 2018, UV 2017/47). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 
8C_855/2018.

Entscheid vom 7. November 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und Versicherungsrichterin

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Daniel Furrer          

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2017/47         

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, GN

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rechtsanwälte, St. Leonhard-Strasse 20, Postfach 728, 9001 St. Gallen, 

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Inhaber und Geschäftsführer der B.___ 

AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die 

Folgen von Unfällen versichert, als er dieser am 3. Februar 2016 einen Skiunfall vom 

26. Januar 2016 mit Sturz auf die linke Schulter meldete (Suva-act. 1, 18). Eine 

Erstbehandlung hatte am 27. Januar 2016 im Spital C.___ stattgefunden, wo die 

behandelnde Ärztin nach einer klinischen, röntgenologischen sowie sonographischen 

Untersuchung eine Ruptur einer Sehne der Rotatorenmanschette verneint, eine 

Prellung der Schulter und des Oberarms diagnostiziert und bis 29. Januar 2016 eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (Suva-act. 12-2, 18). Die Suva übernahm 

die Heilbehandlungskosten. Eine Taggeldzahlung entfiel infolge einer weniger als drei 

Tage andauernden Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 4 f.).

A.b  Wegen Persistenz der Beschwerden wurde der Versicherte am 16. März 2016 bei 

seinem Hausarzt, Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, vorstellig 

(Suva-act. 19). Am 5. April 2016 teilte der Versicherte auch der Suva mit, dass er immer 

noch Beschwerden an der rechten (richtig: linken) Schulter habe und keine Besserung 

eintrete, weshalb er wieder zum Arzt gehe. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe indessen 

nicht (Suva-act. 7). Auf Zuweisung von Dr. D.___ wurde am 21. April 2016 in der Klinik 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

für Radiologie und Nuklearmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) 

eine MRI-Untersuchung des linken Schultergelenks durchgeführt, welche eine 

längerstreckige gelenksseitige Partialruptur der Supraspinatussehne (PASTA-Läsion) 

zur Darstellung brachte (Suva-act. 14). Dr. D.___ wies den Versicherten daraufhin Dr. 

med. E.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Sportmedizin, zu, der 

anlässlich seiner Untersuchung vom 3. Mai 2016 eine posttraumatische Subtotalläsion 

Supraspinatus links nach Trauma im Januar 2016 diagnostizierte und eine 

arthroskopische Operation mit subacromialer Dekompression und Rekonstruktion der 

Supraspinatussehne links empfahl (Suva-act. 9). Am 26. Mai 2016 trat der Versicherte 

stationär in Klinik F.___, ein, wo Dr. E.___ am 27. Mai 2016 den vorgenannten Eingriff 

durchführte, nachdem sich in der Arthroskopie diagnostisch im Supraspinatus ventral 

eine fingerkuppengrosse Subtotalläsion gezeigt hatte (Suva-act. 17). Ab 

Operationsdatum bestand beim Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-

act. 19).

A.c  Am 10. Juni 2016 gelangte die Suva an ihren Kreisarzt Dr. med. G.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit der Frage, 

ob es sich beim operativen Eingriff vom 27. Mai 2016 noch um eine Unfallfolge handle. 

Auf dessen Ersuchen wurde der Versicherte am 21. Juni 2016 zum Unfallhergang und 

Heilverlauf befragt (Suva-act. 20 f., 24).

A.d  Am 1. Juli 2016 ersuchte die Suva Dr. G.___ erneut um eine Kausalitätsbeurteilung 

der Operation vom 27. Mai 2016 (Suva-act. 25). Gestützt auf dessen Auskunft vom 12. 

Juli 2016 stellte sie mit Verfügung vom 13. Juli 2016 ihre Versicherungsleistungen per 

25. Mai 2015 (einen Tag vor Eintritt in die Klinik F.___) ein und hielt fest, dass zwischen 

dem Ereignis vom 26. Januar 2016 und dem durchgeführten Eingriff vom 27. Mai 2016 

kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe (Suva-act. 26).

A.e  Mit Schreiben vom 20. Juli 2016 äusserte sich Dr. E.___ zur Leistungseinstellung 

der Suva. Er stellte sich auf den Standpunkt, dass es sich bei der 

Supraspinatussehnenruptur des Versicherten um eine traumatisch bedingte 

Schädigung, nicht um eine degenerative Veränderung gehandelt habe (Suva-act. 28). 

Dr. G.___, der darauf von der Suva angefragt wurde, ob er an seiner Stellungnahme 

vom 12. Juli 2016 festhalte, verlangte die Anforderung der Videoprintdokumentation, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

weil im Operationsbericht eine fingerkuppengrosse transmurale Läsion beschrieben 

sei, die sich im MRT nicht darstelle (Suva-act. 29).

B.   

B.a  Mit Schreiben vom 5. August 2016 erhob die AXA-ARAG Rechtsschutz AG für den 

Versicherten gegen die Verfügung vom 13. Juli 2016 vorsorglich Einsprache (Suva-

act. 30).

B.b  Nach Einsicht in die Videoprintbilder erklärte Dr. G.___ am 13. September 2016, 

dass die von Dr. E.___ beschriebene transmurale Rissbildung auf der 

Videoprintdokumentation nicht nachweisbar sei (Suva-act. 39). Am 14. September 

2016 verfasste er eine umfassende ärztliche Beurteilung, in welcher er der Suva 

empfahl, an der ablehnenden Verfügung vom 20. Juli 2016 festzuhalten (Suva-act. 40).

B.c  Inzwischen hatte Dr. E.___ Dr. D.___ am 13. September 2016 darüber informiert, 

dass er den Versicherten am 30. August 2016 in seiner Sprechstunde gesehen habe. 

Angeblich gehe es ihm drei Monate nach der Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion 

gut und er habe keine Beschwerden mehr. Der Verlauf der Rehabilitation und der 

aktuelle Zustand zeigten ebenfalls, dass das Unfallereignis vom 26. Januar 2016 für die 

Rupturierung der Sehne verantwortlich gewesen sei (Suva-act. 43).

B.d  Am 15. Dezember 2016 reichte Rechtsanwalt lic. rer. pupl. M. Graf, St. Gallen, für 

den Versicherten eine Einspracheergänzung ein (Suva-act. 50).

B.e  Am 10. Mai 2017 legte die Suva den Schadenfall unter Hinweis auf den laut 

Bericht von Dr. E.___ vom 13. September 2016 für eine Unfallkausalität sprechenden 

postoperativen Verlauf nochmals Dr. G.___ vor (Suva-act. 59). In seiner ärztlichen 

Beurteilung vom 16. Mai 2017 hielt dieser fest, eine versicherungsmedizinische 

Neubewertung des Sachverhalts sei auch in Berücksichtigung des Berichts von Dr. 

E.___ nicht möglich (Suva-act. 60).

B.f  Mit Einspracheentscheid vom 17. Mai 2017 wurde die Einsprache des Versicherten 

abgewiesen (Suva-act. 61).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 17. Mai 2017 erhob Rechtsanwalt Graf für 

den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 8. Juni 2017 

Beschwerde. Er beantragte, dessen sowie die Aufhebung der zugrunde liegenden 

Verfügung vom 13. Juli 2016 und die Verpflichtung der Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin), dem Beschwerdeführer für das Ereignis vom 25. Januar 2016 

die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere Heilbehandlung, Kosten und 

Taggeld, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 21. Juli 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids (act. G 3).

C.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf die Einreichung einer 

Replik (act. G 4 f.).

Erwägungen

1.   

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich des 

Unfalls vom 26. Januar 2016 und erbrachte Leistungen für Heilbehandlung. Streitig und 

zu prüfen ist, ob sie zu Recht die Versicherungsleistungen per 25. Mai 2016 und damit 

vor der Hospitalisation in der Klinik F.___ ab 26. Mai 2016 bzw. vor der 

arthroskopischen Operation mit subacromialer Dekompression und Rekonstruktion der 

Subpraspinatussehne links durch Dr. E.___ eingestellt hat. Die Beschwerdegegnerin 

wäre für eine operative Behandlung und sodann bis zur Heilung der unmittelbaren 

Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative Schmerzphase, Einnahme von 

Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.) 

leistungspflichtig, sofern die operative Behandlung einem unfallkausalen 

Gesundheitsschaden gegolten hätte. Während eine entsprechende Unfallkausalität von 

der Beschwerdegegnerin vor allem gestützt auf die Beurteilungen von Dr. G.___ vom 

14. September 2016 (Suva-act. 40) und 16. Mai 2017 (Suva-act. 60) verneint wird, 

vertritt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers insbesondere unter Hinweis auf die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Stellungnahmen von Dr. E.___ vom 20. Juli 2016 (Suva-act. 28) und 13. September 

2016 (Suva-act. 43) den gegenteiligen Standpunkt.

2.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zur Diskussion steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

3.   

3.1  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA 

RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

E. 3.1; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 55). Bei physischen Unfallfolgen hat 

indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch 

keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a, 117 V 365; SVR 2000 UV Nr. 14 

S. 45). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem 

im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; 

THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. 

Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich bei der Einstellung 

von Versicherungsleistungen um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die 

Beweislast für den Wegfall der vom Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen 

Kausalität - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender 

Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war - nicht bei der versicherten Person, 

sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 

117 V 263 f. E. 3b; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54 f.). Dieser Grundsatz gilt 

aber nur für Verletzungen, welche damals thematisiert worden waren und somit 

Gegenstand der Anerkennung bildeten (Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 

2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 20. August 2009, 

8C_363/2009, E. 1; Urteil des EVG vom 27. April 2005, U 6/05, auszugsweise publiziert 

in: AJP 2006 S. 1290 ff.). Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in 

der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid 

zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift indessen erst Platz, wenn es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; 

RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4, 55).

3.2  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis 

versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen - zu denen die Beurteilungen der Suva-

Kreisärzte gehören - kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an 

ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 229 E. 5.2, 135 V 469 f. E. 

4.4 und 471 E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, 

E. 4.2.2; SVR 2018 IV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). Die Erfahrungstatsache, dass behandelnde 

Ärzte und Ärztinnen aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung im Zweifelsfall eher zu 

Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen, steht in denjenigen Fällen nicht im 

Vordergrund, in denen ein Arzt oder eine Ärztin einen Patienten oder eine Patientin 

nicht als Hausarzt oder Hausärztin, sondern als Facharzt bzw. Fachärztin behandelte. 

Im Übrigen sind Anhaltspunkte, die die medizinischen Feststellungen der 

versicherungsinternen Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen, zu 

beachten, auch wenn sie von behandelnden Ärztinnen oder Ärzten stammen (vgl. BGE 

135 V 470 E. 4.5 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 

1.1). Die Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten 

ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und 

diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, 

damit der Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen 

Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. PVG 1996 Nr. 89 265 E. 3b; RKUV 

1993 Nr. U 167 S. 95). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine 

formellrechtlichen Gründe gegen den Einbezug der kreisärztlichen Aktenbeurteilungen 

von Dr. G.___ vom 14. September 2016 (Suva-act. 40) und 16. Mai 2017 (Suva-act. 60). 

Ob letztlich auf die Aktenbeurteilungen abgestellt werden kann, ist im Rahmen der 

nachfolgenden materiellrechtlichen Beurteilung zu prüfen.

4.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.1  Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (25. Mai 2016) litt der Beschwerdeführer 

unbestrittenermassen unter Schulterbeschwerden links. Ein natürlicher 

Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlichen Beschwerden hat in der 

Regel als gegeben zu gelten, wenn sich mittels apparativer Untersuchungsmethoden 

(wie Röntgen, Sonographie, Computertomogramm, Arthroskopie) ein unfallkausaler 

organischer Befund im Sinn eines strukturellen Gesundheitsschadens erheben lässt 

(vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 

2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 

2008, 8C_806/2007, E.8.2 mit zahlreichen Hinweisen).

4.2  Beim Beschwerdeführer wurden einen Tag nach dem Unfall, am 27. Januar 2016, 

im Spital C.___ eine röntgenologische sowie sonographische Untersuchung der linken 

Schulter durchgeführt. Röntgenologisch zeigte sich eine schöne Stellung ohne 

erkennbare Fraktur. Sonographisch fand sich lediglich ein Bluterguss über dem 

Gelenkskopf gelenkseitig vom Supraspinatus ausgehend. Ansonsten war jedoch kein 

Erguss sichtbar. Der Musculus Infraspinatus, der Musculus Deltoideus, das Glenoid 

und die Bicepssehne waren ohne Pathologien, die Subscapularissehne kräftig und gut. 

Gestützt auf dieses Untersuchungsergebnis sowie die Angabe des Beschwerdeführers 

- er sei neben der Piste in ein "Loch" gefallen und auf der linken Schulter gelandet - 

diagnostizierte die behandelnde Ärztin eine Prellung der rechten Schulter und des 

Oberarms (Suva-act. 18). Die Beschwerdegegnerin sicherte dem Beschwerdeführer mit 

Schreiben vom 5. Februar 2016 basierend auf der in der Schadenmeldung UVG vom 3. 

Februar 2016 angegebenen Unfallbeschreibung - beim Skifahren in ein Loch gefahren 

und auf die Schulter gestürzt - und gestützt auf die darin als Schädigung angeführte 

Entzündung Versicherungsleistungen zu (Suva-act. 2). Bei einer Schulterprellung, die 

nicht von einer strukturellen Läsion begleitet ist, handelt es sich um eine 

Weichteilverletzung. Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass eine 

solche Verletzung innert kurzer Zeit folgenlos ausheilt und sich die damit verbundenen 

Beschwerden gänzlich zurückbilden (ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, 

Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 412). Auch bei einer Entzündung 

handelt es sich im Regelfall um eine ausheilende Gesundheitsstörung (vgl. ROCHE 

LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 536; PSCHYREMBEL, Klinisches 

Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 506 f.).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.3  Eine am 21. April 2016 wegen anhaltender Beschwerden an der linken Schulter 

durchgeführte MRI-Untersuchung in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des 

KSSG brachte sodann eine längerstreckige gelenksseitige Partialruptur der 

Supraspinatussehne (PASTA-Läsion) zur Darstellung. Dr. E.___ sprach im 

Untersuchungsbericht vom 6. Mai 2016 von einer Subtotalläsion im Supraspinatus links 

(Suva-act. 9). Die Supraspinatussehnenläsion bestätigte sich anlässlich der von ihm am 

27. Mai 2016 durchgeführten Arthroskopie. Konkret erhob Dr. E.___ eine 

fingerkuppengrosse Subtotalläsion im Supraspinatus ventral, worauf er eine 

subacromiale Dekompression und sowie eine Supraspinatussehnenrekonstruktion 

doppelreihig durch Miniinzision durchführte (Suva-act. 17). Unstreitig war mit der 

Supraspinatussehnenläsion eine strukturelle Gesundheitsschädigung objektiviert. 

Angesichts der Ausführungen in Erwägung 4.2 ist aber offensichtlich, dass die 

Anerkennung der Leistungspflicht im Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 5. 

Februar 2016 (Suva-act. 2) die Supraspinatussehnenläsion nicht umfasste. Die 

Beweislast hinsichtlich der Frage, ob es sich bei dieser um eine beim Unfall vom 26. 

Januar 2016 erlittene Verletzung gehandelt hat, liegt somit beim Beschwerdeführer (vgl. 

Erwägung 3.1).

5.   

5.1  In Bezug auf die Rotatorenmanschette, insbesondere deren Supraspinatussehne, 

gilt es zu beachten, dass sie zur Degeneration neigt. Allerdings kann die 

Rotatorenmanschette auch als Folge eines Traumas ein- oder abreissen (vgl. dazu 

DEBRUNNER, a.a.O., S. 628, 724 f., 728 ff.; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1681; 

PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1576, 1646). Grundsätzlich sind mithin beide Kausalitäten 

(Krankheits- und Unfallkausalität) denkbar. Im Folgenden ist zu prüfen, ob es sich 

vorliegend bei der Rotatorenmanschetten- bzw. Supraspinatussehnenläsion mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit um eine direkte Unfallverletzung 

oder um eine degenerative Gesundheitsschädigung gehandelt hat.

5.2 

5.2.1      Dr. G.___ verneint, wie bereits erwähnt, eine überwiegend wahrscheinlich 

durch den Unfall vom 26. Januar 2016 verursachte Supraspinatussehnenläsion. Er 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nimmt zunächst Bezug auf den für eine Kausalitätsbeurteilung massgebenden 

Unfallmechanismus bzw. auf die beim Sturz erfolgte Krafteinwirkung auf den 

betroffenen Körperteil und führt in seiner Beurteilung vom 14. September 2016 die 

auch in medizinischen Fachartikeln konkret beschriebenen Verletzungsmechanismen 

auf, welche zu einer traumatischen Sehnenruptur führen können: eine passiv forcierte 

Aussen- oder Innenrotation bei anliegendem oder abgespreiztem Arm; eine passive 

Traktion nach unten, vorne oder innen; eine starke Zugbelastung beim Abspreizen des 

Arms oder als Begleitverletzung einer Ausrenkung (Luxation) des Schultergelenks. 

Allgemeiner, aber dennoch mit dem ersten der vorgenannten Verletzungsmechanismen 

übereinstimmend formuliert, findet sich sodann in der medizinischen Literatur als 

Ursache für eine Supraspinatussehnenläsion ein abruptes Abstützen bei Sturz bzw. ein 

Sturz auf den ausgestreckten Arm oder Ellbogen (<http://www.gaertner-servatius.de/

krankheiten/rotatorenmanschettenruptur_leit¬linien.pdf>; <https://gelenk-klinik.de/

orthopaedische-erkrankung/schulter/ruptur-rotatoren¬manschette.html>; <http://

orthopaedie-unfallchirurgie.universimed.com/artikel/die-rotato-renmanschettenruptur-

verletzung>; <http://www.orthozentrum.ch/de/Schulter-Ellbogen-Hand/

Rotatorenmanschettenruptur-und-Impingementsyndrom>; http://www.orthozentrum.

ch/de/ Schulter-Ellbogen-Hand/ Rotatorenmanschettenruptur-und-

Impingementsyndrom, alle abgerufen am 17. Oktober 2018; vgl. auch PSCHYREMBEL, 

a.a.O., S. 1576). Eine traumatische Ruptur der Rotatorenmanschette erfolgt also dann, 

wenn durch indirekte Gewalt, selten durch ein direktes Anpralltrauma bzw. durch eine 

plötzliche körpereigene Kraftanstrengung, die mechanische Belastbarkeit des 

Sehnengewebes überschritten wird. Beim Beschwerdeführer geht Dr. G.___ jedoch von 

einem Sturz beim Skifahren mit direktem Anprall des linken Schultergelenks und damit 

von einem für eine Sehnenruptur inadäquaten Trauma aus.

5.2.2      In der Schadenmeldung vom 3. Februar 2016 (Suva-act. 1) wie auch im 

Bericht vom 27. Januar 2016 des Spitals C.___ betreffend die Erstbehandlung vom 26. 

Januar 2016 (Suva-act. 18) wird der Unfall des Beschwerdeführers als Sturz und 

Landung auf der linken Schulter beschrieben. Angesichts dieser Unfallschilderung 

erscheint die Annahme eines direkten Anpralltraumas der linken Schulter grundsätzlich 

folgerichtig. Der Beschwerdeführer wurde allerdings durch die Beschwerdegegnerin 

erstmals anlässlich einer Besprechung vom 21. Juni 2016 zum genauen Unfallhergang 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

befragt. Für eine ausführlichere Sachverhaltsabklärung bestand bis dahin kein Anlass. 

Offensichtlich wurde dem Beschwerdeführer nun die Frage gestellt, ob er vor dem 

Sturz versucht habe, sich aufzufangen. Gemäss handgeschriebenem 

Besprechungsprotokoll verneinte er dies, fügte jedoch hinzu, er wisse nicht genau, wie 

er seinen Arm gehalten habe (Suva-act. 21). Laut computergeschriebenem 

Besprechungsprotokoll ist der Beschwerdeführer direkt seitlich auf seine linke Schulter 

gefallen. Weiter findet sich im Protokoll die konkrete Aussage des Beschwerdeführers, 

er könne nicht sagen, ob er sich vorgängig noch habe auffangen wollen (Suva-act. 24). 

Die genaue Ermittlung des Bewegungsablaufs bei einem Sturz stellt sich 

erfahrungsgemäss schwierig dar. Es ist naheliegend, dass ein im Regelfall plötzlich und 

unerwartet eintretender bzw. sich schnell abspielender Sturz vom Stürzenden am 

ehesten als Kontusion bzw. stumpfer Aufprall des Körpers auf den Boden 

wahrgenommen wird. Insofern erscheint es absolut nachvollziehbar, dass sich der 

Beschwerdeführer nicht mehr genau daran erinnern kann, wie er beim Sturz seinen Arm 

gehalten hat bzw. ob er sich vorgängig noch auffangen wollte. Er begründete seine 

fehlende Erinnerung auch damit, dass sich der Sturz sehr schnell ereignet habe (Suva-

act. 24). So wies auch Dr. E.___ in seinem Schreiben vom 20. Juli 2016 darauf hin, dass 

anamnestisch klar ein Sturz stattgefunden habe. Wie genau der Arm beim Sturz 

gehalten worden sei bzw. ob eine Kontusion oder Distorsion stattgefunden habe, 

könne verständlicherweise jetzt niemand mehr genau sagen (Suva-act. 28). Ein 

Verletzungsmechanismus mit dem Potential für eine Schädigung der 

Rotatorenmanschette erscheint damit angesichts des Gesagten nicht zum Vornherein 

unwahrscheinlicher, als ein ungeeigneter Verletzungsmechanismus. Die ersten 

Unfallbeschreibungen waren derart allgemein, dass andere oder zusätzlich mit dem 

Sturz verbundene Einwirkungen auf die Schulter bzw. Bewegungen derselben nicht 

ausgeschlossen werden können.

5.3  Dr. G.___ sieht sodann eine traumatische Ursächlichkeit der 

Supraspinatussehnenläsion links insofern als nicht überwiegend wahrscheinlich 

erwiesen an, als die Dokumente, die unmittelbar nach dem Unfall erstellt wurden, die 

Intaktheit der Rotatorenmanschette belegen würden (Suva-act. 40). Jedenfalls geht Dr. 

G.___ damit von einer zeitlich dem Unfall nachfolgenden, nicht vorbestehenden 

Rotatorenmanschettenläsion aus. Tatsächlich wurde im Bericht des Spitals C.___ 

betreffend die Erstbehandlung vom 26. Januar 2016 eine Ruptur einer Sehne der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rotatorenmanschette ausdrücklich verneint und lediglich eine Prellung der Schulter 

und des Oberarms - eine im Regelfall folgenlos ausheilende Verletzung (vgl. 

DEBRUNNER, a.a.O., S. 412) - diagnostiziert. Die röntgenologische Untersuchung 

hatte keine auffälligen Befunde hervorgebracht (Suva-act. 18), doch dient die 

Röntgenuntersuchung laut medizinischer Literatur hauptsächlich der Feststellung 

ossärer Verletzungen. Entsprechend wurde im Bericht des Spitals C.___ festgehalten, 

dass keine Fraktur erkennbar sei. Die Rotatorenmanschette selbst, als 

Weichteilstruktur, ist in der Röntgenuntersuchung nicht direkt darstellbar 

(DEBRUNNER, a.a.O., S. 203 ff., 225, 726). Eine Sehnenläsion lässt sich demnach mit 

einer solchen nicht verlässlich ausschliessen. Das ideale Diagnostikinstrument für die 

Feststellung einer Rotatorenmanschettenruptur ist das MRI (DEBRUNNER, a.a.O., S. 

225 f., 725 f., 729; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1576). Vor diesem Hintergrund muss es 

also auch bei einer allenfalls beim Skiunfall vom 26. Januar 2016 erlittenen 

Rotatorenmanschettenläsion nicht erstaunen, wenn erstmals in der MRI-Untersuchung 

vom 21. April 2016 eine Supraspinatussehnenläsion festgestellt worden ist. Ausserdem 

hatte sich in der im Spital C.___ zusätzlich durchgeführten Sonographie zumindest ein 

leichter Bluterguss über dem Gelenkskopf gelenkseitig vom Supraspinatus ausgehend 

präsentiert (Suva-act. 18). Dr. H.___ nimmt in seiner Beurteilung vom 14. September 

2016 keine Stellung zu diesem Sonographiebefund. Stattdessen erwähnt er, dass zwei 

Monate nach dem Unfall auf den kernspintomographischen Bildern des linken 

Schultergelenks keinerlei Hinweise auf eine schwere Kontusion vorliegen würden; so 

zeigten sich keine spongiösen Mikrofrakturen im Sinne eines Knochenödems (Bone 

bruise), die in der Regel drei bis vier Monate nach einem schweren Kontusionsereignis 

aufzufinden seien. Da davon auszugehen ist, dass ein Ödem einem Heilungsprozess 

unterliegt, bedeutet diese ärztliche Feststellung nicht, dass das echtzeitliche Ödem 

kein Hinweis auf eine Rotatorenmanschettenruptur sein konnte, dafür aber derartige 

spätere Befunde erwartet werden. Wie in Erwägung 5.2 dargelegt, stellt ausserdem der 

direkte Anprall bzw. die blosse Kontusion keinen geeigneten Verletzungsmechanismus 

für eine Rotatorenmanschettenläsion dar. Nicht nachvollziehbar ist deshalb auch, 

weshalb aus solchen - von Dr. G.___ als kontusionstypisch dargestellten 

Begleiterscheinungen - zwingende Schlussfolgerungen für oder gegen das Vorliegen 

einer Rotatorenmanschettenläsion gezogen werden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.4  Unklar ist weiter die Bedeutung der Feststellung von Dr. G.___ in seiner 

Beurteilung vom 14. September 2016 (Suva-act. 40), die einen Tag nach dem Unfall 

erhobenen Untersuchungsergebnisse vom 26. Januar 2016 würden die Intaktheit der 

Rotatorenmanschette beweisen. Im Rahmen der klinischen Untersuchung im Spital 

C.___ (Suva-act. 18) wurden beim Beschwerdeführer verschiedene Tests zur 

Beurteilung der Schulter durchgeführt, eine Bewegungsprüfung mit Nacken- und 

Schürzengriff, ein Lift-Off-Painful-arc-, Jobe- sowie Palm-Up-Test. Ausserdem wurde 

das Vorliegen einer Druckdolenz über dem AC-Gelenk geprüft. Während diejenigen 

Tests, mit denen nicht spezifisch die Funktion der Supraspinatussehne überprüft wird 

(Palm-up-Test, Lift-Off-Test), sowie der Schürzengriff als globaler, unspezifischer 

Bewegungstest zur Überprüfung der Gelenkbeweglichkeit keine Auffälligkeiten zeigten, 

war gerade der Jobe-Test nicht durchführbar und zeigte der Painful-arc-Test 

Schmerzen ab ca. 40°. Zudem war der Nackengriff nicht möglich. Damit lagen 

echtzeitlich durchaus positive klinische Testergebnisse für ein Impingement-Syndrom 

mit Beteiligung des Musculus supraspinatus sowie der im Subakromialraum liegenden 

Supraspinatussehne vor. Hinzu kam die Druckdolenz über dem AC-Gelenk (vgl. dazu 

DEBRUNNER, a.a.O., S. 726 f.; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1576; https://

schulterinfo.de/lexikon_schulter.html, abgerufen am 17. Oktober 2018). Dr. E.___ führte 

zwar am 3. Mai 2016 eine gegenüber dem Spital C.___ nochmals erweiterte klinische 

Untersuchung mit positiven Ergebnissen für eine Supraspinatussehnenruptur durch 

und stellte nun - insbesondere auch aufgrund des MRI-Untersuchungsergebnisses 

vom 21. April 2016 - die Diagnose einer Subtotalläsion der Supraspinatussehne links. 

Dieser Umstand bedeutet jedoch nicht, dass die echtzeitlichen positiven Befunde nicht 

auch bereits auf eine solche Verletzung hindeuteten. Der Hinweis von Dr. G.___ auf 

degenerative Vorzustände vermag das Gesagte insofern nicht überzeugend in Frage zu 

stellen, als die Sehnendegenerationen - wie von Dr. E.___ in seinem Schreiben vom 20. 

Juli 2016 festgehalten (Suva-act. 28) - nicht ausgeprägt waren. So zeigte sich im MRI 

nebst der Subtotalläsion lediglich eine geringe Tendinose bzw. Auffaserung der 

kranialseitigen Fasern der Subscapularissehne ansatznahe. Ansonsten war die 

Bizepssehne altersentsprechend und die übrige Rotatorenmanschette intakt (Suva-act. 

9, 13).

5.5  Die Feststellung von Dr. G.___ in der ärztlichen Beurteilung vom 14. September 

2016 (Suva-act. 40), im MRI habe sich kein Hinweis auf eine vollständige, d.h. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

transmurale Ruptur der Supraspinatussehne finden lassen, stimmt zwar mit dem 

Untersuchungsbericht überein. Auch Dr. E.___ bestätigt keine solche. Er diagnostizierte 

im Rahmen der Arthroskopie lediglich eine Subtotalläsion im Supraspinatus ventral 

(Suva-act. 17), so wie sich im MRI nur eine Partialläsion der Supraspinatussehne 

gezeigt hatte (Suva-act. 14). Dass eine Partialläsion nie traumatisch bedingt sein kann, 

wird jedoch von Dr. G.___ weder dargelegt noch explizit geäussert. Ebenfalls unerklärt 

bleibt, inwiefern seine Feststellung - der gelenkseitige Teil der Supraspinatussehne 

werde bezüglich der mechanischen Stabilität schwächer eingeschätzt als der dem 

Schleimbeutel zugewandte Teil - eine traumatische Ätiologie ausschliesst. So ist nicht 

nachzuvollziehen, weshalb besagter Umstand einer degenerativen Ruptur, nicht aber 

auch einer traumatischen Ruptur förderlich sein kann. Die Aussagen von Dr. G.___, 

wonach Defekte der Rotatorenmanschette als Folge eines multifaktoriellen Geschehens 

angesehen würden, die degenerativen Veränderungen im Mittelpunkt stünden, 

ansatznahe Kontinuitätsunterbrechungen der Rotatorenmanschette mit zunehmendem 

Alter häufig Folge von Verschleissvorgängen seien und auch ohne ursächliches 

Unfallereignis vorkommen könnten, überzeugen im Regelfall (vgl. Erwägung 5.1). 

Erleidet jedoch eine versicherte Person einen Unfall mit Beteiligung der Schulter, liegt 

der zentrale Ausgangspunkt für einen Ausnahmefall bzw. eine traumatische 

Rotatorenmanschettenruptur vor und es gilt zu prüfen, ob der Unfall tatsächlich eine 

solche Verletzung bewirkt hat.

5.6  Im konkreten Fall erweist sich schliesslich der Hinweis der Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Einspracheentscheid (Suva-act. 61) wie auch in der 

Beschwerdeantwort vom 21. Juli 2017 (act. G 3) auf die ungenügende Erklärungskraft 

des zeitlichen Aspekts als Beweis für eine Unfallkausalität bzw. auf die Beweisregel 

"post hoc ergo propter hoc" als untauglich. Allgemein vermag letztere juristisch 

gesehen zwar nichts über eine allfällige Unfallkausalität auszusagen (vgl. dazu ALFRED 

MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Berlin 1989, S. 460 Fn 

1205; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 69 zu Art. 4; 

BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb,; SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52, E. 7.2.4, sowie 

SVR 2008 UV Nr. 11 [U 290/06], S. 34, E. 4.2.3, je mit Hinweisen). Die blosse zeitliche 

Abfolge stellt jedoch nur in solchen Fällen einen ungenügenden Beweis dar, in denen 

das Vorliegen einer strukturellen Verletzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit verneint werden kann. Eine Gesamtbetrachtung lässt jedoch nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die Schlussfolgerung zu, dass die am 21. April 2016 radiologisch erhobene (Suva-act. 

14) und am 27. Mai 2016 arthroskopisch bestätigte und behandelte 

Supraspinatussehnenläsion (Suva-act. 17) überwiegend wahrscheinlich unfallfremd 

war. So ist in Bezug auf den vorliegenden Fall zu berücksichtigen, dass eine 

Unfallanamnese ohne einen typischen Bewegungsablauf für eine 

Rotatorenmanschettenruptur nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen ist. 

Weiter ist zu berücksichtigen, dass keinerlei Hinweise gegen eine Beschwerdefreiheit 

des Beschwerdeführers im Bereich der linken Schulter vor dem Unfall aktenkundig 

sind. Dagegen trat beim Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Skiunfall eine 

Schmerzproblematik bzw. - wie von Dr. E.___ im Bericht vom 20. Juli 2016 formuliert 

(Suva-act. 28) - ein Leidensdruck im Bereich der linken Schulter auf, aufgrund dessen 

er sich einen Tag nach dem Unfall veranlasst sah, sich ins Spital C.___ zu begeben, wo 

eine umfassende Untersuchung als indiziert betrachtet worden ist (vgl. Suva-act. 18). 

Im Spital C.___ wurde dem Beschwerdeführer eine konservative Therapie (Schonung, 

Sportkarenz, Analgesie, Sportiumgel) verordnet und laut dessen Angaben mitgeteilt, 

dass es durchaus drei bis vier Wochen bis zur Besserung dauern könne. Der 

Beschwerdeführer beschrieb am 21. Juni 2016 gegenüber der Beschwerdegegnerin 

eine zwischenzeitliche Besserung der Beweglichkeit, anschliessend jedoch ein 

Andauern der Beschwerden, weswegen er am 16. März 2016 Dr. D.___ aufgesucht 

habe. Die Schmerzen seien vor allem in der Nacht am schlimmsten gewesen. Dr. D.___ 

habe ihm eine Salbe verschrieben und mit ihm einen weiteren Termin 14 Tage später 

vereinbart. Nachdem auch bis dahin keine Besserung eingetreten sei, habe er sich 

selbst bei Dr. E.___ angemeldet. Vorgängig habe er über Dr. D.___ eine MRI-Abklärung 

veranlasst (Suva-act. 24). Die Schilderungen des Beschwerdeführers zeigen eine seit 

dem Skiunfall andauernde - mit den Nachtschmerzen typische (vgl. DEBRUNNER, 

a.a.O., S. 726) - Schmerzproblematik mit Bewegungseinschränkung im Bereich der 

linken Schulter auf, bezüglich welcher er zunächst nachvollziehbar abwartete, die im 

Spital C.___ verschriebene konservative Therapie durchführte und auf eine Heilung 

vertraute. Die konkrete Sachverhaltsschilderung über einen Zeitraum von rund sechs 

Wochen erscheint nicht abwegig. Dass der Beschwerdeführer laut Angaben in der 

Beschwerde (act. G 1) nach der Rückkehr aus den Ferien wieder arbeiten ging und 

seine überwiegend aus Büroarbeit bestehende selbständige Erwerbstätigkeit trotz 

Schmerzen auszuführen vermochte, erscheint ebenfalls überzeugend. Vor diesem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Hintergrund lässt sich mithin eine traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenläsion 

ebenfalls mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bejahen.

5.7  Zusammengefasst hat Dr. G.___ nicht überzeugend und schlüssig darzutun 

vermögen, dass die am 27. Mai 2016 arthroskopisch operierte 

Supraspinatussehnenruptur überwiegend wahrscheinlich unfallfremd gewesen ist. 

Seiner Schlussfolgerung steht sodann die Beurteilung von Dr. E.___ vom 20. Juli 2016 

entgegen (Suva-act. 28), worin dieser ebenfalls den in Erwägung 5.6 skizzierten 

zeitlichen Ablauf darlegt, daraus jedoch ein traumatisches Geschehen ableitet. Als 

Anhaltspunkt dafür nennt er zudem schlüssig die wenig ausgeprägte 

Sehnendegeneration (vgl. dazu Erwägung 5.4). Wie die geringe Retraktion sowie die 

interoperativ problemlose Mobilisierung und das Ziehen der Sehne an den 

ursprünglichen Ansatz bei einer unvollständigen Sehnenschädigung zu werten ist, kann 

dabei offen bleiben. Selbst wenn ihnen - wie von Dr. G.___ dargelegt (vgl. dazu Suva-

act. 41, 60) - hinsichtlich der Unfallkausalität keine Aussagekraft zukäme, könnte diese 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint werden.

6.   

Nach dem Gesagten ist anhand der vorliegenden Akten davon auszugehen, dass die 

am 27. Mai 2016 arthroskopisch behandelte Supraspinatussehnenläsion mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 26. Januar 

2016 verursacht worden ist, womit die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu 

Unrecht per 25. Mai 2016 eingestellt hat.

7.   

7.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 17. Mai 2017 (Suva-act. 61) gutzuheissen und die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer über den 25. Mai 2016 

hinaus die gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 26. Januar 2016 zu 

erbringen.

7.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise 

festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand 

Rechnung zu tragen ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. Art. 98 ff. des sankt-gallischen 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der Bedeutung und 

dem Aufwand der Streitsache (nur einfacher Schriftenwechsel) angemessen erscheint 

vorliegend eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen 

und Mehrwertsteuer).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 17. Mai 2017 

aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, dem Beschwerdeführer auch 

über den 25. Mai 2016 hinaus die gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls 

vom 26. Januar 2016 zu erbringen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- zu bezahlen (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 07.11.2018
	Art. 6 UVG: Bejahung der Unfallkausalität einer rund zwei Monate nach dem Unfallereignis radiologisch festgestellten Supraspinatussehnenläsion (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. November 2018, UV 2017/47). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_855/2018.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T05:29:57+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen