# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb77af10-b9bc-55e4-8576-7c85f3969f1a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-04-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.04.2012 D-3364/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3364-2009_2012-04-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3364/2009 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  A p r i l  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richter Martin Zoller (Vorsitz), 

Richter Bruno Huber, 

Richter Hans Schürch, 

Gerichtsschreiber Philipp Reimann. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, 

(…) 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 

Verfügung des BFM vom 6. Mai 2009 / N (…). 

 

 

D-3364/2009 

Seite 2 

Sachverhalt: 

         I. 

A.  

Mit Verfügung vom 13. Mai 1994 stellte das Bundesamt für Flüchtlinge 

(BFF; heute BFM) fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingsei-

genschaft nicht, und lehnte sein Asylgesuch vom 27. Mai 1991 ab. 

Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete 

deren Vollzug an. Die gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde 

wies die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 

mit Urteil vom 21. Juni 1994 ab. 

B.  

Am 6. Mai 1999 stellte der Beschwerdeführer in der Schweiz ein zweites 

Asylgesuch. Anlässlich seiner Befragungen durch das BFM sagte er unter 

anderem aus, er sei im Januar 1995 nach Sri Lanka zurückgekehrt und 

noch auf dem Flughafen inhaftiert worden. In der Folge sei er bis im März 

1999 im Gefängnis von B._______ inhaftiert gewesen und schliesslich 

gegen Bezahlung von Schmiergeld freigekommen. Während seiner Haft 

habe man ihn zu allfälligen Kontakten zu den LTTE (Liberation Tigers of 

Tamil Eelam) befragt. Im Weiteren wies er darauf hin, sein Cousin 

C._______ sei Mitglied bei den LTTE gewesen und getötet worden (vgl. 

Akten BFM B9/12 S. 5). Mit Verfügung vom 30. Juni 1999 trat das BFF 

auf das erneute Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 6. Mai 1999 

nicht ein. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete deren sofortigen Vollzug an. Die ARK wies die gegen diese Ver-

fügung eingereichte Beschwerde vom 28. Juli 1999 mit Urteil vom 

19. Februar 2003 ab. 

C.  

C.a Am 21. Dezember 2007 ersuchte der Beschwerdeführer in der 

Schweiz ein drittes Mal um Asyl. Anlässlich der summarischen Befragung 

vom 16. Januar 2008 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuz-

lingen und der Anhörung durch das BFM vom 13. Februar 2008 machte 

er unter anderem geltend, er sei nach Abschluss seines ersten Asylge-

suchs in der Schweiz nicht nach Sri Lanka zurückgekehrt (vgl. Akten BFM 

C1/12 S. 2 und 7 sowie C14/17 S. 10), sondern nach D._______ gegan-

gen, wo er sich von 1995 bis 1999 aufgehalten habe. Dort habe er einen 

Asylantrag gestellt, welcher im Jahr 1999 abgelehnt worden sei. Nach 

Abschluss seines zweiten Asylverfahrens habe er sich vorerst bis März 

2005 illegal in der Schweiz aufgehalten. Danach sei er nach E._______ 

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Seite 3 

ausgereist, wo er sich bis Dezember 2007 aufgehalten habe. Er habe 

auch in E._______ ein Asylgesuch gestellt; dieses sei im März 2007 

ebenfalls abgelehnt worden. Ergänzend wies der Beschwerdeführer an-

lässlich seiner Anhörungen darauf hin, dass einer seiner Cousins namens 

C._______ bei den LTTE gewesen und am 14. November 2007 im be-

waffneten Kampf mit Einheiten der sri-lankischen Armee ums Leben ge-

kommen sei (vgl. Akten BFM C1/12 S. 7 i.V.m. Akten BFM C14/17 S. 12). 

 

C.b Mit Verfügung vom 13. März 2008 trat das BFM auf das dritte Asylge-

such des Beschwerdeführers vom 21. Dezember 2007 gestützt auf 

Art. 32 Abs. 2 Bst. e des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 

142.31) nicht ein. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete deren Vollzug an. 

C.c Am 25. März 2008 focht der Beschwerdeführer die Verfügung des 

BFM vom 13. März 2008 beim Bundesverwaltungsgericht im Wegwei-

sungsvollzugspunkt an. Dabei behauptete er im Widerspruch zu seinen 

Angaben in der Befragung vom 16. Januar 2008 und der Anhörung vom 

13. Februar 2008, er sei mit Hilfe eines Freundes von der Schweiz nach 

Sri Lanka zurückgekehrt und habe dort kein ruhiges Leben führen kön-

nen. Im Weiteren behauptete er, sein Vater sei am (…) von Unbekannten 

entführt worden, um in der Replik vom 7. Mai 2008 nachzutragen, dieser 

sei ermordet worden. In diesem Zusammenhang reichte er eine Bestäti-

gung der Sri Lanka Red Cross Society vom (…), eine Todeserklärung der 

Familie betreffend seinen am (…) verstorbenen Vater inklusive deutsche 

Übersetzung, eine Todesanzeige aus der Zeitung F._______ inklusive 

deutsche Übersetzung , ein als "Befehl vom Tamil Makkal Viduthalai Puli-

kal" bezeichnetes Dokument vom (…) inklusive deutsche Übersetzung 

sowie drei Fotos ein. 

C.d Mit Urteil vom 18. Juni 2008 (…) wies das Bundesverwaltungsgericht 

die Beschwerde ab. Dabei hielt es unter anderem fest, grundsätzlich sei 

zufolge zahlreicher Ungereimtheiten in freier Beweiswürdigung davon 

auszugehen, dass der Vater des Beschwerdeführers nach wie vor in Sri 

Lanka lebe. Sollte dieser trotzdem wider Erwarten tatsächlich verstorben 

sein, sei aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers, wonach sein Va-

ter (…) mit 150 Angestellten gewesen sei, davon auszugehen, dass er 

aufgrund der Hinterlassenschaft ohne Weiteres in der Lage sein sollte, 

sich im Süden Sri Lankas niederzulassen und sich dort eine Existenz auf-

zubauen. 

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D.  

D.a Am 26. Oktober 2008 reichte der Beschwerdeführer mittels seines 

früheren Rechtsvertreters beim BFM eine als "Wiedererwägungsgesuch 

und Antrag auf vorsorgliche Massnahmen" bezeichnete Rechtsschrift ein, 

die das BFM am 31. Oktober 2008 zur weiteren Behandlung an das Bun-

desverwaltungsgericht überwies. Das Bundesamt begründete die Weiter-

leitung der Eingabe vom 26. Oktober 2008 in seinem Begleitschreiben 

vom 31. Oktober 2008 im Wesentlichen damit, es würden darin keine 

Gründe angeführt, die erstinstanzlich im Rahmen eines Wiedererwä-

gungsverfahrens oder erneuten Asylverfahrens zu beurteilen wären, wes-

halb es sich als nicht zuständig erachte. 

 

D.b Mit Zwischenverfügung vom 10. November 2008 nahm das Bundes-

verwaltungsgericht die Eingabe vom 26. Oktober 2008 als Revisionsge-

such gegen das Urteil vom 18. Juni 2008 entgegen und wies jenes mit 

Urteil vom 9. Februar 2009 (…) ab, soweit es darauf eintrat. 

II. 

E.  

Mit – dem BFM am 11. März 2009 zugegangener – Eingabe vom 

10. März 2009 stellte der jetzige Rechtsvertreter für seinen Mandanten 

ein viertes Asylgesuch. Zur Begründung machte er im Wesentlichen gel-

tend, seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. Juni 2008 

habe sich durch die politische und militärische Entwicklung in Sri Lanka 

eine neue, somit aktuelle, bisher nicht geprüfte asylrelevante Bedro-

hungslage für den Beschwerdeführer ergeben. Die allgemeine Lage in Sri 

Lanka habe sich gegen Ende des Jahres 2008 und zu Beginn des Jahres 

2009 als Folge des am 2. Januar 2008 durch die sri-lankische Regierung 

aufgekündigten Waffenstillstandsabkommens mit den LTTE drastisch ver-

schärft. So hätten die LTTE als Folge der militärischen Offensive der sri-

lankischen Regierung im Norden des Landes seit Januar 2009 ihre fakti-

sche Hauptstadt Kilinochchi sowie die strategisch wichtige Küstenstadt 

Mullaitivu verloren. Zur Zeit befänden sich rund 250 000 Zivilisten im mili-

tärisch umkämpften Gebiet, wobei die sri-lankische Armee bei ihren An-

griffen wenig Rücksicht auf tamilische Zivilisten nehme, während die 

LTTE versuchten, die im Kriegsgebiet ansässige Bevölkerung an der 

Flucht zu hindern. Die angespannte Lage in Sri Lanka manifestiere sich 

auch dadurch, dass die Medienfreiheit im Lande weiter eingeschränkt 

werde. Ausserdem weise der Beschwerdeführer auf Grund der Aktivitäten 

seines Vaters und seiner Cousins für die LTTE ein Risikoprofil auf. Hinzu 

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komme, dass er in Colombo weder über ein familiäres Beziehungsnetz 

noch über eine "valid reason" für einen dortigen Aufenthalt verfüge, was 

die Befürchtung, die sri-lankische Regierung könnte ihn heute als poten-

ziellen Attentäter betrachten, verstärke. Zudem sei ein Zuzug aus der 

Schweiz, wo die LTTE nicht als terroristische Organisation eingestuft 

würden, besonders risikobehaftet. 

F.  

Mit Verfügung vom 6. Mai 2009 – eröffnet am 15. Mai 2009 – trat das 

BFM auf das vierte Asylgesuch des Beschwerdeführers gestützt auf 

Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG nicht ein, verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz und forderte den Beschwerdeführer – unter Androhung von 

Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auf, die Schweiz am Tag nach Ein-

tritt der Rechtskraft zu verlassen. Gleichzeitig händigte das Bundesamt 

dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-

zeichnis aus. 

G.  

Mit Eingabe vom 25. Mai 2009 erhob der Beschwerdeführer gegen die 

Verfügung des BFM vom 6. Mai 2009 mittels seines Rechtsvertreters Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Dabei liess er beantragen, es 

sei ihm vollumfängliche Einsicht in sämtliche Akten des ersten und zwei-

ten Asylverfahrens in der Schweiz zu gewähren; es sei ihm nach vollum-

fänglicher Gewährung der beantragten Akteneinsicht eine angemessene 

Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen; die Verfü-

gung des BFM vom 6. Mai 2009 sei aufzuheben und die Sache sei zur 

Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachver-

halts und zur Beurteilung an das BFM zurückzuweisen; eventuell sei die 

angefochtene Verfügung des BFM vom 6. Mai 2009 aufzuheben und das 

BFM anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten; eventuell sei die an-

gefochtene Verfügung des BFM vom 6. Mai 2009 aufzuheben und es sei 

seine Flüchtlingseigenschaft und die Unzulässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs festzustellen; eventuell sei die angefochtene Verfügung des BFM 

vom 6. Mai 2009 aufzuheben und es sei die Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs festzustellen.  

Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, ein weite-

rer Cousin seines Mandanten, G._______, habe bis zum Ende der Kämp-

fe am 18. Mai 2009 auf Seiten der LTTE im Kriegsgebiet gekämpft. Am 

18. Mai 2009 habe er versucht, sich zusammen mit seinen Eltern in Zivil-

kleidung bei der sri-lankischen Armee zu ergeben. Die sri-lankischen Si-

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cherheitskräfte hätten über umfangreiche Listen mit Namen von LTTE-

Aktivisten in diesem Gebiet verfügt, was dazu geführt habe, dass sie die-

sen Cousin des Beschwerdeführers sofort als LTTE-Aktivisten identifiziert, 

überwältigt und in Haft genommen hätten, während dessen Eltern in ein 

Flüchtlingslager gebracht worden seien. Die Tatsache der systematischen 

Registrierung von LTTE-Aktivisten und deren Umfeld stelle einen genügli-

chen Hinweis auf zwischenzeitlich eingetretene Ereignisse dar, welche 

geeignet seien, die Flüchtlingeigenschaft des Beschwerdeführers zu be-

gründen. Darüber hinaus sei es für ihn als Tamile aus dem Norden fak-

tisch kaum möglich, sich in Colombo registrieren zu lassen, was im Er-

gebnis dazu führen würde, dass er sich dort nur illegal aufhalten könnte, 

womit er sich im Falle einer behördlichen Kontrolle zusätzlich verdächtig 

machen würde. Schliesslich sei den Vollzugsakten des BFM zu entneh-

men, dass diese den sri-lankischen Behörden wichtige Angaben über den 

Beschwerdeführer, insbesondere dessen Personalien und Herkunft, be-

kanntgegeben hätten, was angesichts des vorerwähnten Systems der 

Registrierung von LTTE-Aktivisten und ihrem familiären Umfeld mit hoher 

Wahrscheinlichkeit dazu führen würde, dass er bereits bei einer allfälligen 

Einreise nach Sri Lanka festgenommen würde. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 29. Mai 2009 hielt der zuständige Instrukti-

onsrichter des Bundesverwaltungsgerichts fest, der Beschwerdeführer 

dürfe den Ausgang des Asylverfahrens in der Schweiz abwarten. Gleich-

zeitig forderte es ihn auf, bis zum 15. Juni 2009 einen Kostenvorschuss in 

Höhe von Fr. 600.– einzuzahlen, ansonsten auf die Beschwerde nicht 

eingetreten werde. Über die weiteren Verfahrensanträge werde nach all-

fälliger Bezahlung des Kostenvorschusses befunden. 

I.  

Mit Eingabe vom 15. Juni 2009 beantragte der Beschwerdeführer mittels 

seines Rechtsvertreters, es sei auf die Erhebung von Verfahrenskosten 

beziehungsweise eines Kostenvorschusses zu verzichten, da die vorlie-

gende Beschwerde nicht zum vornherein als aussichtslos bezeichnet 

werden könne. Gleichzeitig reichte er eine Fürsorgeabhängigkeitsbestäti-

gung der Abteilung Soziale Dienste Asyl des Kantons H._______ vom 

8. Juni 2009 ein. 

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. August 2009 verzichtete das Bundes-

verwaltungsgericht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und ver-

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Seite 7 

wies das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) auf einen späteren Zeitpunkt. 

Im Weiteren hiess es das Gesuch um Einsichtnahme in die Akten des 

ersten und zweiten Asylverfahrens des Beschwerdeführers gut und wies 

die Vorinstanz an, dem Rechtsvertreter die entsprechenden Verfahrens-

akten eingeschrieben und mit Rückschein zuzustellen und diesen nach 

Erhalt an das Bundesverwaltungsgericht weiterzuleiten. Schliesslich 

räumte das Bundesverwaltungsgericht dem Rechtsvertreter eine Frist von 

15 Tagen zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung ein, welche ab 

Zustellung der Akten durch die Vorinstanz zu laufen beginne. 

K.  

Das BFM stellte dem Rechtsvertreter die Akten des ersten und zweiten 

Asylverfahrens seines Mandanten am 18. August 2009 zu. 

L.  

Am 1. September 2009 reichte der Rechtsvertreter eine Beschwerdeer-

gänzung ein. Darin hielt er namentlich fest, die Durchsicht der Akten des 

ersten und zweiten Asylverfahrens des Beschwerdeführers in der 

Schweiz habe ergeben, dass dieser einerseits anfangs der 90er Jahre 

zwangsweise für die LTTE beim Bunkerbau habe mithelfen müssen, an-

dererseits nach seiner Rückschaffung am 16. Januar 1995 von 

E._______ nach Sri Lanka bis im März 1995 im Gefängnis von 

B._______ inhaftiert gewesen sei, wo er auf die Frage hin, ob er die Be-

wegung vom Ausland aus unterstützt habe, gar zugegeben habe, Murali – 

den Anführer der LTTE in der Schweiz – zu kennen. Aufgrund der minuti-

ösen Recherchen des sri-lankischen Staates sei aktuell davon auszuge-

hen, dass diesem die genannten Fakten ebenfalls bekannt seien, wes-

halb der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka wohl ver-

haftet, misshandelt und schliesslich in ein Sicherheitslager verbracht wür-

de, womit ihm eine Inhaftierung auf unbestimmte Zeit ohne Anklageerhe-

bung drohen würde. Ergänzend wies der Rechtsvertreter auch auf die 

verwandtschaftliche Nähe seines Mandanten zum am 18. Mai 2009 fest-

genommenen Cousin hin, welcher sich nach wie vor in einem Hochsi-

cherheitslager der sri-lankischen Armee für LTTE-Kämpfer befinde. Es 

dürfte eine Frage der Zeit sein, bis beispielsweise über das IKRK festge-

stellt werden könne, dass dieser Cousin tatsächlich in einem solchen La-

ger inhaftiert sei. Gesamthaft gesehen lägen somit genügend Ereignisse 

vor, die geeignet seien, die Flüchtlingseigenschaft seines Mandanten zu 

begründen. 

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Seite 8 

M.  

Mit Eingabe vom 9. September 2010 reichte der Rechtsvertreter weitere 

Informationen hinsichtlich der aktuellen politischen Situation in Sri Lanka 

und in Bezug auf die spezifische Gefährdungssituation seines Mandanten 

ein, denen er zahlreiche politische Lageberichte beifügte. Im Weiteren 

hielt er fest, der Cousin des Beschwerdeführers namens G._______, der 

gleichzeitig "ein sehr guter Freund" seines Mandanten gewesen sei, be-

finde sich nach wie vor in einem Internierungslager, während dessen El-

tern etwa im Januar 2010 aus dem Armeelager entlassen worden seien. 

Ein weiterer Bruder von G._______, der ebenfalls LTTE-Aktivist gewesen 

sei, sei 1996 verstorben. Die Eltern der beiden vorgenannten Personen 

seien zusammen mit ihrer Tochter immer wieder telefonisch von paramili-

tärischen Gruppen bedroht worden, denen offensichtlich bekannt sei, 

dass es sich um eine ehemalige Tiger-Familie handle, deren Mitglieder – 

auch jene im Ausland – die Bewegung unterstützt hätten. Dabei hätten 

die Anrufer die Familienangehörigen durch die Drohung, ihr Haus anzu-

zünden, zur Zahlung einer Geldsumme zu zwingen versucht. Wegen die-

ser andauernden Drohungen habe die Mutter von G._______, das heisst 

die Tante des Beschwerdeführers, am 5. Mai 2010 eine Anzeige bei der 

Human Rights Commission eingereicht, welche nunmehr als Kopie inklu-

sive Übersetzung zu den Akten gereicht werde. Hinzu komme, dass sich 

sein Mandant auch exilpolitisch betätigt habe, indem er im Frühjahr 2009 

regelmässig und aktiv an politischen Demonstrationen der LTTE in der 

Schweiz teilgenommen habe. Dabei sei er sicher, dass sich unter diesen 

Demonstranten auch Spitzel des sri-lankischen Staates beziehungsweise 

des CID ("Criminal Investigation Department") befunden und ihn mögli-

cherweise gefilmt oder fotografiert hätten. Er rechne folglich damit, dass 

er im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka als Verdächtiger identifiziert, 

festgenommen und verhört werde. Spätestens dann würde auch seine 

LTTE-Vergangenheit und seine familiäre Bindung zum obgenannten Cou-

sin ans Licht kommen. Damit sei die Gefahr verbunden, in eines der In-

ternierungslager im Norden des Landes verbracht zu werden, wo ihn mi-

serable Haftbedingungen und ein ungewisses Schicksal erwarten wür-

den. Dem Beschwerdeführer sei ein Fall bekannt, bei dem ein Tamile, der 

für die LTTE aktiv gewesen sei, vor zwei oder drei Monaten aus der 

Schweiz ausgewiesen worden und noch am Flughafen Colombo ver-

schwunden sei. Seither wisse niemand etwas über dessen Verbleib. Der 

Beschwerdeführer hoffe, dass es ihm in nächster Zeit gelingen werde, 

nähere Informationen und allenfalls auch Beweismittel bezüglich dieser 

Angelegenheit beizubringen, zumal er daraus ableite, dass ihm ein ähnli-

ches Schicksal drohen würde. 

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Seite 9 

N.  

Das BFM schloss in seiner Vernehmlassung vom 9. Dezember 2011 auf 

Abweisung der Beschwerde. Ergänzend hielt die Vorinstanz fest, sowohl 

die am 18. Mai 2009 erfolgte Inhaftierung des Cousins des Beschwerde-

führers als auch dessen Teilnahme an Demonstrationen in der Schweiz 

im Frühjahr 2009 seien reine Behauptungen, welche in keiner Weise be-

legt würden. Es erübrige sich daher, auf diese Vorbringen näher einzuge-

hen. Soweit der Beschwerdeführer rüge, den Vollzugsakten des BFM sei 

zu entnehmen, dass es den sri-lankischen Behörden seine Personalien 

übermittelt habe, sei festzuhalten, dass es sich hierbei um das übliche 

Vorgehen bei der Papierbeschaffung handle und nicht ersichtlich sei, 

weshalb ihm daraus seitens der heimatlichen Behörden ein Nachteil er-

wachsen sollte. 

O.  

Am 10. Februar 2012 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

innert erstreckter Frist eine Replik ein. Darin hielt er unter anderem fest, 

es gehe nicht an, dass die Vorinstanz die exilpolitischen Aktivitäten seines 

Mandanten in der Schweiz und die Tatsache, dass dessen Cousin im Mai 

2009 als LTTE-Kämpfer festgenommen worden und seither inhaftiert sei, 

einfach als reine Behauptungen abtue. Vielmehr sei die Vorinstanz nach 

Massgabe der Gesetzesbestimmung von Art. 7 AsylG verpflichtet, zu be-

gründen, weshalb die entsprechenden Vorbringen nicht glaubhaft sein 

sollten. So habe er in der Beschwerdeergänzung vom 1. September 2009 

ausführlich dargelegt, wie sich das Verwandtschaftsverhältnis zwischen 

dem Beschwerdeführer und G._______ präsentiere und unter welchen 

Umständen letzterer in Haft genommen worden sei. Überdies habe der 

Beschwerdeführer ihn anlässlich einer vor wenigen Tagen durchgeführten 

Besprechung darauf hingewiesen, dass dieser Cousin vor ungefähr fünf 

Monaten ins Hochsicherheitsgefängnis I._______ in Colombo verlegt 

worden sei. Sein Mandant sei bemüht, Belege für die Inhaftierung zu or-

ganisieren. Diesbezüglich werde beantragt, ihm eine angemessene Frist 

zur Beibringung dieser Beweismittel anzusetzen. Hinsichtlich der exilpoli-

tischen Aktivitäten seines Mandanten sei anzufügen, dass dieser direkt 

nach seiner Flucht in die Schweiz im Jahr 1991 Kontakt mit Murali, dem 

Anführer der LTTE in der Schweiz, aufgenommen habe. Er sei einer der 

rund 20 Helfer von Murali gewesen und habe diesen insbesondere an 

verschiedene Kundgebungen begleitet. In diesem Zusammenhang sei 

auch der Sachverhalt zu sehen, dass der Beschwerdeführer nach seiner 

Rückschaffung am 16. Januar 1995 von E._______ nach Sri Lanka bis im 

März 1995 im Gefängnis von B._______ inhaftiert gewesen sei. Dies un-

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Seite 10 

ter anderem auch deshalb, weil er zugegeben habe, Murali zu kennen. 

Auch im Frühjahr 2009 habe er sich aktiv an politischen Demonstrationen 

der LTTE in der Schweiz beteiligt, wobei er auch von Spitzeln des sri-

lankischen Staates erkannt und registriert worden sei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden 

nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs-

gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was vorliegend nicht zutrifft 

– bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem 

die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, 

SR 173.110]). 

1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-

derung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 27 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG) ist somit einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

 

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Seite 11 

3.  

3.1. Der Rechtsvertreter erhebt in formeller Hinsicht vorab die Rüge, das 

BFM habe es in seiner Verfügung vom 6. Mai 2009 versäumt, die aktuelle 

Entwicklung der Sicherheitslage in Sri Lanka seit Dezember 2008, welche 

für die Begründung der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers 

massgeblich sein könnte, in seinen Entscheid einfliessen zu lassen. Da-

mit habe die Vorinstanz beim Erlass des angefochtenen Entscheides den 

rechtserheblichen Sachverhalt weder vollständig noch richtig abgeklärt, 

weshalb die Verfügung des BFM vom 6. Mai 2009 aufzuheben und die 

Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen 

Sachverhaltes an das Bundesamt zurückzuweisen sei (vgl. Beschwerde 

S. 5 f.). 

3.2. Diese Rüge des Rechtsvertreters geht fehl. So hat die Vorinstanz ein 

besonderes Risikoprofil des Beschwerdeführers unter anderem deswe-

gen verneint, weil es diesem nicht gelungen sei, glaubhaft darzutun, dass 

ein Cousin von ihm früher als LTTE-Kämpfer aktiv gewesen sei und er 

deswegen einer künftigen Verfolgung ausgesetzt sein könnte; auch die 

Umstände des Todes seines Vaters seien nicht geklärt; demgegenüber 

genüge die alleinige Tatsache, dass er über viele Jahre in Europa gelebt 

habe, nicht, um ihn aus Sicht der sri-lankischen Behörden als potenziel-

len Attentäter erscheinen zu lassen. Bei dieser Sachlage bestand für die 

Vorinstanz überhaupt keine Veranlassung, explizit auf das vom Rechts-

vertreter erwähnte neue nachrichtendienstliche System zur Erfassung 

von Tamilen aus dem Norden, welche der Kontakte mit der LTTE oder 

sogar einer Mitarbeit verdächtigt würden, oder auf die mit der Notstands-

gesetzgebung verbundene Möglichkeit, verdächtige Tamilen auf unbe-

stimmte Zeit ohne Gerichtsverfahren festzuhalten, einzugehen. Der Vor-

wurf des Rechtsvertreters, die Vorinstanz habe vorliegend den rechtser-

heblichen Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt, erweist 

sich nach dem Gesagten als unberechtigt. Der Antrag auf Kassation der 

vorinstanzlichen Verfügung ist folglich abzuweisen. 

4.  

4.1. Der Rechtsvertreter vertritt sodann den Standpunkt, im Rahmen des 

vorliegenden vierten Asylverfahrens müsse für die Frage, ob Hinweise 

eingetreten seien, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu be-

gründen, auf den Zeitpunkt des letzten materiellen Asylentscheides im 

Kontext des ersten Asylverfahrens abgestellt werden. Denn die später, al-

so im Verlaufe des zweiten beziehungsweise dritten Asylverfahrens er-

gangenen Nichteintretensentscheide implizierten begriffsnotwendig, dass 

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Seite 12 

keine materielle Prüfung der Asylvorbringen des Beschwerdeführers mehr 

stattgefunden habe (vgl. Beschwerde S. 6). 

4.2. Auch diese Ansicht hält einer Überprüfung nicht stand. Der Be-

schwerdeführer hat bereits drei Asylverfahren erfolglos durchlaufen. Auch 

der im Rahmen von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG zu erfolgenden Prüfung, 

ob Ereignisse eingetreten sind, die geeignet sind, die Flüchtlingseigen-

schaft zu begründen, liegt der Flüchtlingsbegriff gemäss Art. 3 AsylG 

zugrunde (vgl. BVGE 2009/53 E. 4.2 S. 769). Der Nichteintretensent-

scheid von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG beinhaltet somit eine zumindest 

summarische Prüfung der Flüchtlingseigenschaft. Die Tatsache, dass so-

wohl im zweiten als auch im dritten Asylverfahren entsprechende Nicht-

eintretensentscheide ergangen beziehungsweise rechtskräftig geworden 

sind, bedeutet somit im Ergebnis die Feststellung des Fehlens der Flücht-

lingseigenschaft und damit der Erfolglosigkeit des durchlaufenen Asylver-

fahrens (vgl. EMARK 1998 Nr. 1 S. 5 ff.). 

4.3. Aus dem Gesagten folgt, dass im vorliegenden vierten Asylverfahren 

nur Ereignisse berücksichtigt werden können, die sich nach der – nur hin-

sichtlich des Wegweisungsvollzugspunktes angefochtenen – Verfügung 

des BFM vom 13. März 2008 zugetragen haben. 

4.4. Nur der Vollständigkeit halber sei deshalb erwähnt, dass zahlreiche 

der vom jetzigen Rechtsvertreter zur Bekräftigung eines erhöhten Risiko-

profils seines Mandanten ins Feld geführten, wenngleich formaliter (vgl. 

E. 4.1 – 4.3 vorstehend) nicht mehr zu prüfenden Gefährdungselemente 

als unglaubhaft und teils gar aus der Luft gegriffen zu betrachten sind. So 

findet sich für die erstmals in der Replik des Rechtsvertreters vom 

10. Februar 2012 aufgestellte Behauptung, dieser habe sich bereits kurz 

nach seiner erstmaligen Einreise in die Schweiz im Jahre 1991 dem da-

maligen LTTE-Führer in der Schweiz, Murali, angeschlossen, als einer 

seiner Helfer fungiert und diesen auch an verschiedene Kundgebungen 

begleitet (vgl. Replik S. 7 Ziff. 12), in den Akten des ersten Asylverfahrens 

keine Stütze. Im Rahmen des zweiten Asylverfahrens verneinte der Be-

schwerdeführer gar die Frage, ob er in der Schweiz Beziehungen zu den 

LTTE gepflegt habe (vgl. Akten BFM B9/12 S. 2 F/A 18), was mit den obi-

gen Behauptungen des Rechtsvertreters schwerlich vereinbar ist. Was 

die angebliche dreimonatige Inhaftierung in B._______ zwischen Mitte 

Januar und März 1995 anbelangt, hat der Beschwerdeführer im Rahmen 

des dritten Asylverfahrens eingeräumt, gar nie mehr nach Sri Lanka zu-

rückgekehrt zu sein, womit auch dieser angeblichen mehrmonatigen Haft 

D-3364/2009 

Seite 13 

jegliche Grundlage entzogen ist (vgl. Sachverhalt Bst. C.a). Hinsichtlich 

seines früher als LTTE-Kämpfer tätigen Cousins C._______ hat sich der 

Beschwerdeführer bezüglich dessen Todeszeitpunktes derart massiv wi-

dersprochen, dass die Zugehörigkeit dieses Cousins zu den LTTE un-

glaubhaft erscheint (vgl. hierzu Sachverhalt Bst. B und C.a). Schliesslich 

ist es dem Beschwerdeführer weder im Rahmen des dritten Asylverfah-

rens noch in der gegen das Beschwerdeurteil vom 18. Juni 2008 gerichte-

ten Revisionseingabe gelungen, die Hintergründe des angeblichen ge-

waltsamen Todes seines Vaters zu erhellen. Damit beschränkt sich das 

persönliche Risikoprofil des Beschwerdeführers – auf den Zeitpunkt vor 

der Verfügung des BFM vom 13. März 2008 bezogen – darauf, von den 

LTTE vor seiner erstmaligen Einreise in die Schweiz verschiedentlich zu 

Bunkerarbeiten gezwungen worden zu sein (vgl. Akten BFM A4/16 S. 8) 

und als in K._______ im Norden Sri Lankas geborener Tamile aus dem 

ehemaligen Herrschaftsgebiet der LTTE zu stammen. 

5.  

5.1.  

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 32 – 35a AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwerdein-

stanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht 

auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. die vom Bundesverwal-

tungsgericht fortgeführte Rechtsprechung der vormaligen ARK in Ent-

scheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 

S. 240 f. sowie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-1244/2010 vom 

13. Januar 2011 E. 3.1). Die Beschwerdeinstanz enthält sich einer selb-

ständigen materiellen Prüfung und weist die Sache – sofern sie den 

Nichteintretensentscheid als unrechtmässig erachtet – zu neuer Ent-

scheidung an die Vorinstanz zurück. Entsprechend ist auf das Eventual-

begehren in der Beschwerde, es sei die angefochtene Verfügung des 

BFM vom 6. Mai 2009 aufzuheben und die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers festzustellen (Ziff. 5 der Rechtsbegehren), nicht ein-

zutreten. Nicht beschränkt ist die Beurteilungszuständigkeit des Bundes-

verwaltungsgerichts dagegen hinsichtlich der Frage der Wegweisung und 

deren Vollzugs, da das BFM diesbezüglich eine materielle Prüfung und 

Entscheidung vorzunehmen hat (vgl. Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 - 4 

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 

und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

D-3364/2009 

Seite 14 

5.2. Das BFM hat vorliegend seinen Nichteintretensentscheid vom 6. Mai 

2009 auf der Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG gefällt. Es gilt da-

her im Folgenden zu prüfen, ob die Voraussetzungen für ein Nichteintre-

ten nach dieser Bestimmung erfüllt sind. 

5.3. Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht ein-

getreten, wenn Asylsuchende in der Schweiz bereits ein Asylverfahren er-

folglos durchlaufen haben oder während des hängigen Asylverfahrens in 

den Heimat- oder Herkunftsstaat zurückgekehrt sind, ausser es gebe Hin-

weise, dass in der Zwischenzeit Ereignisse eingetreten sind, die geeignet 

sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewäh-

rung vorübergehenden Schutzes relevant sind. 

5.4. Der Beschwerdeführer durchlief, wie vorstehend in Erwägung 4.2 

ausgeführt, in der Schweiz bereits erfolglos drei Asylverfahren, die 

rechtskräftig abgeschlossen wurden. 

5.5. Der Prüfung, ob (in der Zwischenzeit) Ereignisse eingetreten sind, 

die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, ist der Flücht-

lingsbegriff gemäss Art. 3 AsylG zugrunde zu legen. Dabei ist ein gegen-

über der Glaubhaftmachung reduzierter Beweismassstab anzusetzen; auf 

das Asylgesuch ist einzutreten, wenn sich Hinweise auf ernsthafte Nach-

teile im Sinne von Art. 3 AsylG ergeben, die nicht zum vornherein haltlos 

sind (BVGE 2009/53 E. 4.2 S. 769, BVGE 2008/57 E. 3.2 S. 780). 

6.  

6.1. Der Rechtsvertreter trägt im Rahmen des vorliegenden Beschwerde-

verfahrens erstmals vor, ein weiterer, mit seinem Mandanten sehr gut be-

freundeter Cousin, G._______, sei bis zum Schluss der bewaffneten Aus-

einandersetzung zwischen den Tigers und der sri-lankischen Armee als 

Kämpfer aktiv gewesen und am 18. Mai 2009 beim Versuch, sich zu-

sammen mit seinen Eltern als Zivilist getarnt den Armeebehörden zu er-

geben, unter Terrorverdacht festgenommen und in ein Sicherheitslager 

gebracht worden (vgl. Eingabe vom 9. September 2010 S. 6 Ziff. 8 und 

Replik S. 3). Etwa im Oktober 2011 sei letzterer, wie er (der Rechtsvertre-

ter) von seinem Mandanten mündlich habe in Erfahrung bringen können, 

ins Hochsicherheitsgefängnis I._______ in Colombo verlegt worden. Sein 

Mandant sei bemüht, "Belege für die Inhaftierung seines Cousins 

G._______ im Hochsicherheitsgefängnis I._______ zu organisieren" (vgl. 

Replik S. 3 Ziff. 4). Gleichzeitig werde in diesem Zusammenhang darum 

D-3364/2009 

Seite 15 

ersucht, ihm eine angemessene Frist zur Beibringung dieser Beweismittel 

anzusetzen (vgl. Replik a.a.O. S. 3). 

6.1.1. Zunächst erstaunt der Umstand, dass der Beschwerdeführer den 

Cousin G._______, welcher bis zuletzt für die Belange der LTTE ge-

kämpft haben und mit dem er überdies eng befreundet (gewesen) sein 

soll, erstmals auf Beschwerdeebene im Rahmen des vorliegenden vierten 

Asylverfahrens erwähnt hat. Allein der Umstand, wonach dieser Cousin 

bis zuletzt für die LTTE im Kampfe ausgeharrt haben soll, legt nämlich 

nahe, dass er schon lange als Kämpfer für die LTTE tätig gewesen sein 

müsste. Bei dieser Sachlage bleibt letztlich wenig nachvollziehbar, wes-

halb der Beschwerdeführer diesen Cousin, dessen beide (…) bereits seit 

langem in der Schweiz leben und die der Beschwerdeführer schon im 

Rahmen seines zweiten Asylverfahrens namentlich erwähnt hat (vgl. Ak-

ten BFM B4/9 S. 3 Ziff. 12), nicht bereits zu einem wesentlich früheren 

Zeitpunkt als Mitglied der LTTE erwähnt hat. 

6.1.2. Hinzu kommt, dass der Rechtsvertreter zwar von seinem Mandan-

ten mündlich von der Festnahme dieses Cousins am 18. Mai 2009 durch 

die srilankischen Behörden sowie davon, dass dieser etwa im Oktober 

2011 von einem Sicherheitscamp in das Hochsicherheitsgefängnis 

I._______ in Colombo überführt worden sei, erfahren haben soll, indes-

sen bis heute keine entsprechenden Beweismittel beigebracht hat. Denn 

das augenscheinliche Vorhandensein näherer Informationen über den ak-

tuellen Aufenthalts jenes Cousins liesse erwarten, dass der Beschwerde-

führer längst in der Lage hätte sein müssen, Dokumente über dessen 

Verbleib erhältlich zu machen beziehungsweise einzureichen. Nachweise, 

wonach der Beschwerdeführer spätestens nach Bekanntwerden der Ver-

haftung dieses Cousins Bemühungen unternommen hätte, die Inhaftie-

rung desselben zu belegen, finden sich in den Akten jedenfalls keine. Der 

Antrag des Rechtsvertreters in der Replik, es sei ihm diesbezüglich eine 

angemessene Frist zur Beibringung von Beweismitteln einzuräumen (vgl. 

Replik S. 3 Ziff. 4), ist folglich abzuweisen; gleichzeitig ist der Beschwer-

deführer auf seine gesetzliche Mitwirkungspflicht (Art. 8 Abs. 1 Bst. d 

AsylG) hinzuweisen. 

6.1.3. Gegen die Glaubhaftigkeit der angeblichen Tätigkeit des Cousins 

G._______ für die LTTE und eine hieraus abgeleitete mögliche Gefähr-

dungssituation des Beschwerdeführers spricht schliesslich auch der Um-

stand, dass sich – wie unter Erwägung 4.4 vorstehend dargelegt – ein 

Grossteil der vom Beschwerdeführer als persönliche Gefährdungsele-

D-3364/2009 

Seite 16 

mente ins Feld geführten Vorbringen als unglaubhaft herausgestellt ha-

ben, was generell den Verdacht aufkommen lässt, der Beschwerdeführer 

habe erneut einen fiktiven Sachverhalt nachgeschoben, um eine nochma-

lige gerichtliche Beurteilung seiner Gesamtvorbringen zu erwirken. 

6.1.4. Selbst wenn anzunehmen wäre, besagter Cousin sei tatsächlich 

am 18. Mai 2009 als LTTE-Kämpfer festgenommen worden, würde dies 

aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts noch keine hinreichend konkre-

ten Schlüsse zulassen, dass der Beschwerdeführer deswegen irgendwie 

gearteten Nachteilen seitens der heimatlichen Behörden ausgesetzt sein 

könnte. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die sri-lankischen Behör-

den entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers auf Beschwer-

deebene primär ein Interesse daran haben dürften, ehemalige Führungs-

personen und Kämpfer der LTTE zu überführen, um mit deren Hilfe mög-

lichst umfassende Kenntnisse über die Organisation und die Kommando-

struktur der LTTE zu erlangen und dergestalt geeignete Massnahmen 

treffen zu können, um ein allmähliches Wiedererstarken dieser Organisa-

tion zu verhindern. Es erscheint aber äusserst unwahrscheinlich, dass die 

sri-lankischen Behörden den Beschwerdeführer, der seit langem in der 

Schweiz beziehungsweise Europa lebt und aufgrund der Aktenlage kein 

nennenswertes Risikoprofil aufweist, allein zufolge seiner verwandtschaft-

lichen Beziehung zu besagtem Cousin der Unterstützung der LTTE ver-

dächtigen würden, ansonsten die Anzahl der generell als potenzielle Un-

terstützer beziehungsweise Sympathisanten der LTTE verdächtigen Per-

sonen unüberschaubar würde. 

6.1.5. Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist somit festzuhalten, dass 

sich aufgrund der geltend gemachten verwandtschaftlichen Nähe des Be-

schwerdeführers zu einem angeblich früher als LTTE-Kämpfer tätig ge-

wesenen Cousin keine Hinweise ergeben, die geeignet sind, die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers zu begründen. 

6.2. Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, er habe sich im Früh-

jahr 2009 aktiv an politischen Demonstrationen der LTTE in der Schweiz 

beteiligt und sei dabei auch von Spitzeln des sri-lankischen Staats er-

kannt und registriert worden (vgl. Replik S. 7 Ziff. 12). Er beruft sich damit 

auf sogenannte "subjektive Nachfluchtgründe" (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 

2009/28 E. 7.1 S. 352, BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f.). 

6.2.1. Das Bundesverwaltungsgericht hat in einem publizierten Entscheid 

(BVGE 2009/53) festgehalten, dass allein der Umstand, dass in einem 

D-3364/2009 

Seite 17 

weiteren, insbesondere schriftlich eingereichten Asylgesuch das exilpoliti-

sche Engagement der asylsuchenden Person umfassend dargelegt und 

allenfalls mit Beweismitteln dokumentiert werde, für sich allein noch nicht 

bedeute, dass auf das Asylgesuch im Sinne eines Automatismus einzu-

treten sei. Vielmehr sei im Hinblick auf die Frage, ob das ordentliche Ver-

fahren durchzuführen oder ein Nichteintretensentscheid gemäss Art. 32 

Abs. 2 Bst. e AsylG zu fällen sei, unter Berücksichtigung des länderspezi-

fischen und personenbezogenen Kontextes im konkreten Fall zu prüfen, 

ob sich aufgrund der geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeiten Hin-

weise ergäben, die zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft geeignet 

seien. Ergäben sich solche Hinweise, müsse das BFM auf das zweite 

Asylgesuch eintreten (a.a.O E. 6). 

6.2.2. Im vorliegenden Fall ist anzumerken, dass die vom Beschwerde-

führer geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten im Frühjahr 2009 

durch keinerlei Unterlagen dokumentiert sind. Ferner ist aufgrund der 

entsprechenden Ausführungen auf Beschwerdeebene davon auszuge-

hen, dass diese sich zeitlich auf das Frühjahr 2009 beschränkt haben, 

was annehmen lässt, der Beschwerdeführer habe sich in der Schweiz 

damals wie zahlreiche andere Personen auch an Demonstrationen betei-

ligt, in denen die in der Endphase des sri-lankischen Bürgerkriegs sowohl 

seitens der srilankischen Armee als auch der Tigers an der Zivilbevölke-

rung begangenen massiven Menschenrechtsverletzungen angeprangert 

worden sind. Dabei handelte es sich freilich um Massendemonstrationen, 

so dass allein deshalb ausgeschlossen werden kann, dass dem Be-

schwerdeführer aus einer Teilnahme an Demonstrationen im Falle einer 

Rückkehr nach Sri Lanka irgendwelches Ungemach drohen könnte. 

6.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder die geltend gemach-

te verwandtschaftliche Nähe des Beschwerdeführers zu dem angeblich 

früher als LTTE-Kämpfer aktiv gewesenen Cousin G._______ noch die 

vorgebrachten subjektiven Nachfluchtgründe geeignet sind, eine flücht-

lingsrechtlich relevante Verfolgungsfurcht zu begründen. Somit kann fest-

gestellt werden, dass sich keine Hinweise darauf ergeben, dass nach Ab-

schluss des dritten Asylverfahrens Ereignisse eingetreten sind, die geeig-

net wären, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Ge-

währung vorübergehenden Schutzes relevant sind. Bei dieser Sachlage 

erübrigt es sich, auf weitere Vorbringen in der Beschwerde einzugehen, 

da diese am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Demzufolge ist das 

BFM zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das vierte Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. 

D-3364/2009 

Seite 18 

7.  

7.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord-

net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

7.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

Abs. 1 AsylG; vgl. auch BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, mit weiteren Hinwei-

sen). 

8.  

8.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 

8.2.  

8.2.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-

gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers 

in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen 

(Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Aus-

reise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre 

Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in 

dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu 

werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, 

SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schwei-

zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. Novem-

ber 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2. Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung nach Sri Lanka 

ist unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig, weil der Beschwer-

deführer keine Verfolgung oder begründete Furcht vor Nachteilen darzu-

legen vermag, welche geeignet wären, seine Flüchtlingseigenschaft zu 

D-3364/2009 

Seite 19 

begründen. Aus den Vorbringen des Beschwerdeführers ergeben sich 

ausserdem auch – dies unter Berücksichtigung seiner Zugehörigkeit zur 

tamilischen Ethnie – keine konkreten und gewichtigen Anhaltspunkte für 

die Annahme, dass er im Falle einer Ausschaffung nach Sri Lanka mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, 2001 

Nr. 17 S. 130 f.; aus der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Men-

schenrechte etwa die Urteile i.S. Bensaid, Rep. 2001-I, S. 303, sowie i.S. 

Saadi vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], Beschwerde 

Nr. 37201/06, Para. 124 ff., jeweils mit weiteren Hinweisen). Zwar ist die 

allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka nach dem Ende des 

Bürgerkriegs im Mai 2009 auch heute noch in verschiedener Hinsicht als 

problematisch zu bezeichnen (vgl. anstelle vieler etwa AMNESTY INTERNA-

TIONAL [AI], Report 2011, S. 301 ff. [AI-Index: POL 10/001/2011]). Insbe-

sondere ist unklar, wie die Regierung mit den ehemaligen Angehörigen 

und Anhängern der LTTE umgeht beziehungsweise weiter umgehen wird. 

In Bezug auf den Beschwerdeführer sind jedoch (in Anbetracht des in 

E. 6.1 – 6.3 Ausgeführten) keine konkreten Hinweise dafür vorhanden, er 

könnte den sri-lankischen Sicherheitskräften zum heutigen Zeitpunkt in 

spezifischer Weise als verdächtig erscheinen. Somit besteht auch unter 

den derzeit herrschenden Bedingungen in Sri Lanka kein konkreter An-

lass zur Annahme, dem Beschwerdeführer drohe eine entsprechende Ge-

fährdung. Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der 

asylgesetzlichen als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3.  

8.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 

und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt 

und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete 

Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 

über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

3818). 

8.3.2. Das Bundesverwaltungsgericht nahm im publizierten Urteil BVGE 

2008/2 vom 14. Februar 2008 zur Frage der Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs abgewiesener Asylsuchender tamilischer Ethnie eine La-

geanalyse vor. Gemäss der diesbezüglich festgelegten Praxis galt der 

Vollzug der Wegweisung in die Nordprovinz und in die Ostprovinz als un-

zumutbar (a.a.O. E. 6). Eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative im Sü-

D-3364/2009 

Seite 20 

den des Landes konnte für sri-lankische Staatsangehörige tamilischer 

Ethnie indes als zumutbar erachtet werden, wenn besonders begünsti-

gende Faktoren – wie ein tragfähiges Beziehungsnetz und eine konkrete 

Unterkunftsmöglichkeit – vorlagen, wobei mitzuberücksichtigen war, dass 

je kürzer die vorangegangene Aufenthaltsdauer in Colombo und je länger 

der Auslandaufenthalt waren, desto höhere Anforderungen an das Vorlie-

gen der obgenannten Kriterien galten (a.a.O. E. 7.6.1 und E.7.6.2). 

8.3.3. Im zur Publikation vorgesehenen Grundsatzurteil E-6220/2006 vom 

27. Oktober 2011 aktualisierte das Bundesverwaltungsgericht die letzt-

mals mit erwähntem BVGE 2008/2 definierte Lageanalyse Sri Lankas und 

passte die Wegweisungspraxis an. Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs 

hält das Gericht fest, dass dieser in das gesamte Gebiet der Ostprovinz 

grundsätzlich zumutbar ist (a.a. O. E. 13.1). Auch der Wegweisungsvoll-

zug in die Nordprovinz – mit Ausnahme des Vanni-Gebiets – ist grund-

sätzlich zumutbar, wobei sich eine zurückhaltende Beurteilung der indivi-

duellen Zumutbarkeitskriterien sowie eine Berücksichtigung des zeitlichen 

Elementes aufdrängt (a.a.O. E. 13.2.1). Weiterhin als unzumutbar muss 

der Wegweisungsvollzug, übereinstimmend mit dem BFM, für das Vanni-

Gebiet gelten, welches zu Beginn des Jahres 2008 noch von den LTTE 

kontrolliert wurde und in welchem sich in der Folge bis zum endgültigen 

Sieg über die LTTE die Kriegshandlungen abgespielt haben (a.a.O. 

E. 13.2.2). Für Personen, die aus dem übrigen Staatsgebiet von Sri Lan-

ka (d.h. die Provinzen North Central, North Western, Central, Western 

[namentlich der Grossraum Colombo], Southern, Sabarugamuwa und die 

Uva-Provinz) stammen und dorthin zurückkehren, ist der Wegweisungs-

vollzug grundsätzlich zumutbar (a.a.O. E.13.3). 

8.3.4. Der Beschwerdeführer stammt aus J._______ im K._______-

Distrikt (Nordprovinz), wo er gemäss eigenen Angaben von der Geburt 

bis 1990 gelebt und dort auch die Schule besucht hat. Eine Rückkehr 

dorthin ist nach neuer Rechtsprechung grundsätzlich als zumutbar zu be-

trachten (a.a.O. E. 13.2.1). Vor seiner am 3. Mai 1991 erfolgten Ausreise 

hat er überdies während rund fünf Monaten in Colombo gelebt, wo er in 

einer Lodge gewohnt habe (vgl. Akten BFM A4/16 S. 3 f. und S. 11). Ge-

mäss seinen Angaben vom 16. Januar 2008 beziehungsweise vom 

13. Februar 2008 im dritten Asylverfahren lebten seine Eltern sowie eine 

Schwester nach wie vor in J._______ (vgl. Akten BFM C1/12 S. 5 Ziff. 

12). Weiter fügte der Beschwerdeführer an, er stünde in regelmässigem 

Kontakt zu seinen Eltern und zu jener Schwester (vgl. Akten BFM C14/17 

S. 13). Weitere Verwandte beider Eltern befänden sich in K._______ (vgl. 

D-3364/2009 

Seite 21 

Akten BFM C14/17 S. 14). Auch wenn unklar bleibt, ob der Vater des Be-

schwerdeführers heute noch lebt, erachtet das Bundesverwaltungsgericht 

eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach J._______ unter den ge-

schilderten Umständen als zumutbar, zumal seine Familie als Folge des 

Umstandes, dass sein Vater eine (…) mit 150 Angestellten geführt haben 

soll (vgl. Akten BFM C14/17 S. 14), mutmasslich über hinreichende finan-

zielle Mittel verfügen dürfte, um ihm bei der Neubegründung einer eige-

nen Existenz hilfreich zur Seite zu stehen. Sollte der Beschwerdeführer 

demgegenüber eine Wohnsitznahme in J._______ nicht ins Auge fassen 

wollen, stünde ihm unter den aktuellen Umständen auch die Möglichkeit 

offen, sich im Grossraum Colombo niederzulassen, wo es für ihn auf-

grund der finanziellen Verhältnisse seiner Familie möglich sein sollte, sich 

eine Lebensgrundlage aufzubauen. Im Weiteren handelt es sich beim Be-

schwerdeführer um einen noch recht jungen, gesunden Mann, der über 

eine solide Schulbildung, Erfahrung im (…) und über Deutsch- und (…)-

Kenntnisse verfügt. Somit ist davon auszugehen, dass er über ein tragfä-

higes Beziehungsnetz und die notwendigen Voraussetzungen verfügt, die 

ihm eine soziale und berufliche Wiedereingliederung in seinem Heimat-

staat und die damit einhergehende Existenzsicherung ermöglichen. 

8.3.5. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung 

demnach auch als zumutbar. 

8.4. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG, vgl. dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

8.5. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 

fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 

Abs. 1 - 4 AuG). 

 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer-

de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

D-3364/2009 

Seite 22 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten des Verfahrens 

grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). Da sich die Beschwerde vom 25. Mai 2009 indessen nicht als 

zum Vornherein aussichtslos erweist und nach wie vor von der Bedürftig-

keit des Beschwerdeführers auszugehen ist, ist das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

gutzuheissen und von der Erhebung von Verfahrenskosten abzusehen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3364/2009 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 

Abs. 1 VwVG) wird gutgeheissen. 

3.  

Es werden keine Kosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Martin Zoller Philipp Reimann 

 

 

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