# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ced2a40b-c875-55ba-8a54-7ac65ba58729
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-20
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 20.02.2024 S 2022 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2022-36_2024-02-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 20. Februar 2024 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2022 36

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Urteil S 2022 36

A. Der Versicherte, A.________, Jahrgang 1969, meldete sich im Jahr 2015 wegen 
psychischen Beschwerden, namentlich einer Depression, erstmals zum Bezug von Leis-
tungen bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Nachdem eine Vollremission der de-
pressiven Störung innert einem Jahr nach Beginn der Störung eingetreten war, verneinte 
die IV-Stelle Zug mit Verfügung vom 21. Juni 2016 einen Anspruch auf IV-Leistungen (IV-
act. 27). 

Am 27. Juli 2019 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf seit März 2019 beste-
hende Depressionen und Migräneattacken erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug 
an (IV-act. 29). Mit Vorbescheid vom 5. Oktober 2020 stellte die IV-Stelle gestützt auf die 
RAD-Stellungnahme vom 1. Oktober 2020 (IV-act. 50) dem Versicherten die Ablehnung 
des Leistungsbegehrens mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens in Aus-
sicht (IV-act. 51). Nachdem der Versicherte dagegen Einwand erhoben hatte (IV-act. 53 
und 59), teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 15. Februar 2021 die Notwendigkeit einer 
bidisziplinären (psychiatrischen und neurologischen) Begutachtung mit (IV-act. 61). Das 
bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.________ und D.________ datiert vom 11. Juni 2021 
(IV-act. 70 f.). Gestützt darauf wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung 
vom 22. Februar 2022 erneut ab (IV-act. 89). 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 25. März 2022 liess A.________ bean-
tragen, die Verfügung vom 22. Februar 2022 sei aufzuheben und ihm sei eine Rente ba-
sierend auf einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zuzuspre-
chen. Eventualiter sei ein neues Gutachten zu veranlassen; unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung stellt sich der Beschwer-
deführer im Wesentlichen auf den Standpunkt, sein Gesundheitszustand habe sich nach 
der Begutachtung erheblich verschlechtert und das bidisziplinäre Gutachten sei mangel-
haft (act. 1). 

C. Der mit Verfügung vom 28. März 2022 verlangte Kostenvorschuss von Fr. 800.– 
wurde vom Beschwerdeführer fristgerecht bezahlt (act. 2 f.).

D. Mit Vernehmlassung vom 9. Mai 2022 beantragte die IV-Stelle die vollumfängliche 
Abweisung der Beschwerde (act. 7). 

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Urteil S 2022 36

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätz-
lich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in casu: 
22. Februar 2022) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei 
sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung 
des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 146 V 364 E. 7.1).

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des Bundesgesetzes über die In-
validenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Zwar datiert die angefochtene 
Verfügung vom 22. Februar 2022, womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung 
vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen 
Entstehung des Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022, weshalb (mangels Vorliegens 
eines Revisionsgrundes mit Neufestsetzung des Rentenanspruchs nach dem 1. Januar 
2022) die bis 31. Dezember 2021 gültigen Normen des IVG auf den vorliegenden Fall An-
wendung finden (vgl. auch Ziff. 9100 f. des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in 
der Invalidenversicherung [KSIR]) und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die Invaliden-
versicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kan-
tons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort der IV-
Stelle – fraglos gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 22. Februar 2022; 
diese ging tags darauf beim Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein. In Anwendung 
von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen Versiche-
rungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 25. März 2022 der Post über-
geben und ging am 28. März 2022 beim Verwaltungsgericht ein. Die gemäss Art. 60 
Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist wurde somit gewahrt. Der Be-
schwerdeführer ist von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde 
legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält sodann Antrag und Begründung. Damit ist den 
formellen Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die 

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Urteil S 2022 36

Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Ver-
waltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11). 

3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kön-
nen (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jah-
res zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität von 40 % 
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf eine Drei-
viertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

3.2 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Bei erwerbstätigen Versicher-
ten wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; sog. Einkommensvergleich).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 
Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 

4. In der angefochtenen Verfügung stützte sich die IV-Stelle auf das im Einwandver-
fahren eingeholte bidisziplinäre Gutachten vom 11. Juni 2021. 

4.1 Der Neurologe Dr. med. D.________ ging diagnostisch einerseits von episodi-
schen Spannungskopfschmerzen und andererseits von einer Migräne mit möglicher visu-

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Urteil S 2022 36

eller Aura seit der Jugend aus. Dabei wies er darauf hin, dass diese primären Kopf-
schmerzen über Jahre nicht zu einer erkennbaren relevanten Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit geführt hätten. Gemäss Angaben des Patienten habe die Migräne dann aber seit 
2008 an Häufigkeit zugenommen. Ein fluktuierender Verlauf von primären Kopfschmerzen 
sei durchaus nicht ungewöhnlich. Des Weiteren sei darauf hinzuweisen, dass speziell die 
Migräne als neurologische Erkrankung mit einer erheblichen Komorbidität einhergehe, 
beispielsweise aus dem psychiatrischen Bereich in Form von Depressionen und Angst-
störungen, aber auch aus dem neurologischen Bereich in Form von Epilepsien und 
Schlaganfällen. Vor diesem Hintergrund sei eine Verbindung zwischen der beim Patienten 
bestehenden Migräne und der psychiatrischen Problematik durchaus möglich. Weiter führ-
te der Gutachter aus, dass Kopfschmerzen durchaus zu einer Arbeitsunfähigkeit führen 
könnten, wenn gleich die Begründung einer langanhaltenden Arbeitsunfähigkeit in einem 
höheren Prozentsatz alleine durch Kopfschmerzen nur selten möglich und eher unge-
wöhnlich sei. Tatsache sei, dass beim Patienten seit rund acht Monaten keine Arbeitsun-
fähigkeiten mehr aufgetreten seien wegen der Migräne und auch nicht wegen der noch 
vereinzelt auftretenden Spannungskopfschmerzen, dies betreffe sein seit rund zwei Jah-
ren ausgeübtes Arbeitspensum von 60 %. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hin-
zuweisen, dass der Patient vor der Hospitalisation in der Klinik E.________ zum Teil jeden 
Monat häufige Migräneattacken gehabt habe. Bereits damals habe eine Arbeitsfähigkeit 
von 60 % bestanden. Seit der Hospitalisation im Oktober 2020 würden keine Migräneatta-
cken mehr in Erscheinung treten. Trotzdem habe sich die Arbeitsfähigkeit seither nicht 
verbessert. Dies sei aus neurologischer Sicht bemerkenswert und deute darauf hin, dass 
nicht vorwiegend die Migränekopfschmerzen für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
verantwortlich seien. Die Spannungskopfschmerzen an sich führten wie bereits erwähnt, 
nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im aktuellen Pensum von 60 %. Auch 
Anfang 2020 habe es beim Patienten durchaus Monate gegeben wie im Februar oder im 
März 2020, in denen Migräneattacken nicht häufiger als ungefähr einmal im Monat aufge-
treten seien. Vor diesem Hintergrund sei es aus neurologischer Sicht als unwahrscheinlich 
zu bezeichnen, dass die primären Kopfschmerzen des Patienten zu einer chronischen und 
erheblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Sinne eines invalidisierenden Leidens 
führten. Natürlich seien auch weiterhin vorübergehende Arbeitsausfälle aufgrund der Mi-
gräneattacken durchaus möglich. In diesem Zusammenhang sei allerdings auch darauf 
hinzuweisen, dass der Patient die bei ihm als einzige offenbar relativ erfolgreiche prophy-
laktische Behandlung mit dem injizierbaren Medikament Aimovig seit mehr als einem Jahr 
nicht mehr eingesetzt habe, sodass offenbar kein relevanter Leidensdruck in Bezug auf 
die Migräneattacken seither bestanden habe. Der Patient arbeite aber aktuell seit rund 

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Urteil S 2022 36

zwei Jahren nur 60 %, sodass es unklar erscheine, wie sich das Migräneleiden entwickeln 
würde bei einem höheren Arbeitspensum. Zusammenfassend werde aus neurologischer 
Sicht somit festgehalten, dass die primären Kopfschmerzen des Patienten für sich allein 
genommen nicht zu einer erheblichen und andauernden Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit führten, welche über die im psychiatrischen Gutachten attestierte 20%ige Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit hinausginge. In Beantwortung der gestellten Fragen führte der 
Neurologe noch einmal aus, dass aufgrund der episodisch auftretenden Kopfschmerzen 
eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von maximal 20 % attestiert werden könne. 
Dementsprechend betrage die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit aus neurologi-
scher Sicht aktuell 80 %, wobei diese Tätigkeit als optimal angepasst eingestuft werden 
könne (IV-act. 70). 

4.2 Der psychiatrische Sachverständige Dr. med. C.________ ging von einer rezidi-
vierenden depressiven Störung, aktuell weitgehend remittiert, entweder als Ausdruck einer 
eigenständigen affektiven Störung (ICD-10 F33) oder einer jeweiligen Anpassungsstörung 
auf Belastungen und Stressfaktoren hin (ICD-10 F43.2) aus. Beurteilend führte er aus, 
beim Versicherten sei unter Beachtung des Vulnerabilitäts-Stress-Modells von der Vulne-
rabilität/Disposition/Veranlagung für das Erleiden einer primär psychischen Störung aus-
zugehen, so wie womöglich sein Vater alkoholabhängig und depressiv und auch seine 
Mutter depressiv gewesen sei, die auch einen Nervenzusammenbruch erlitten habe. Als 
Belastungsfaktoren seien beim Versicherten ein Arbeitsplatzwechsel 2001 und vor allem 
Arbeitsplatzbelastungen 2015, daneben ein Engagement in der Gemeinde mit grosser 
Verantwortung, ausserdem familiäre Stressfaktoren, die Familiengründung und Geburt 
zweier Söhne, die Erkrankung eines Sohnes mit unklarem Müdigkeits- und Erschöpfungs-
syndrom aufgetreten. Es sei nachvollziehbar, dass der Versicherte insbesondere in den 
Jahren 2015/2016 eine Vielzahl von Belastungen erlitten habe, die zum erneuten Auftreten 
des depressiven Syndroms im Sinne von Triggerfaktoren beigetragen hätten. Die endgül-
tige Zuordnung, ob nun wiederholte Episoden einer Anpassungsstörung oder einer rezidi-
vierenden depressiven Erkrankung vorgelegen hätten, könne nicht getroffen werden, da 
der Versicherte seit 2015 das Venlafaxin als Antidepressivum einnehme und hierunter in 
den vergangenen Jahren eine Besserung erfahren habe, sodass der klare Krankheitsver-
lauf von episodischer Depression und insbesondere auch der Ausprägungsgrad als sinn-
vollerweise behandelt und kupiert betrachtet werden könne. Aus versicherungspsychiatri-
scher Sicht ergebe sich also unter Berücksichtigung des aktuellen Befundes, der ohne Pa-
thologika gewesen sei, eine weitgehende Remission der Depression. 

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Die Arbeitsfähigkeit schätzte der Sachverständige auf 80 % ein. Eine weitergehende Min-
derung, etwa um 40 % der Leistungsfähigkeit oder Minderung der Präsenzzeit, konnte er 
nicht nachvollziehen. Dabei verwies er einerseits auf den positiven Behandlungsverlauf 
und andererseits auf die fehlende Symptomatik. Bei erhaltener Work-Life-Balance könne 
der Versicherte aktuell sehr wohl seinen Aktivitäten unter anderem im sozialen Bereich 
normal nachgehen. Er habe sowohl familiäre Kontakte zu seinen Eltern und Geschwistern 
als auch soziale Kontakte zu Kollegen in F.________. Besonders gross sei die Freud-
fähigkeit in der Natur bei Wanderungen, beim Töff fahren, bei Unternehmungen mit Kolle-
gen oder bei Arbeiten im Gemüsegarten. Seine Argumentation, er sei bereits mit der 
60%igen Tätigkeit am "Anschlag", es würden auch stressbedingt Kopfschmerzen auftreten 
und er brauche den 40%igen Ausgleich zum Erhalt der Lebensqualität, stütze sich im We-
sentlichen auf krankheitsfremde Faktoren. So habe er angegeben, schon als junger 
Mensch sehr viel geleistet zu haben und dann von der Familie nicht wertgeschätzt worden 
zu sein. Zudem habe er angegeben, Übermässiges geleistet zu haben neben der Arbeit 
und der Familiengründung auch für die Gemeinde. Er sei z.B. Präsident der G.________ 
und im H.________ gewesen und habe im I.________ mitgearbeitet. Es werde erkannt, 
dass er in seiner Arbeitstätigkeit bei der J.________ AG sehr erfolgreich gearbeitet und 
womöglich zu Zeiten der anderweitigen Belastungen noch Überstunden und Mehrarbeit 
erbracht habe, was dann nachvollziehbar und evident zu einer Work-Life-Dysbalance ge-
führt und im Sinne eines Burnouts bei bekannter Disposition die depressive Symptomatik 
verstärkt habe. Aktuell und weiterhin sei allerdings eine 80%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar, 
wenn durch anhaltende Unterstützung psychiatrischer und psychotherapeutischer Art das 
erneute Auftreten einer weiterreichenden Work-Life-Dysbalance mit überschiessender Zeit 
an der Arbeitsstelle, zu viel Verantwortung und zusätzlichen Gemeindeaktivitäten vermie-
den werden könne. 

Gemäss Gutachter müsse entweder eine akute Symptomatik als Ausdruck einer chronifi-
zierten primär psychischen Störung oder ein andauernder psychischer Gesundheitsscha-
den beschreibbar sein, wolle man von einer Minderung der medizinisch-theoretischen Ar-
beitsfähigkeit um mehr als 20 % oder gar 40 % im Längsschnitt ausgehen. Beides sei 
beim Versicherten nicht der Fall. Er erleide aktuell insbesondere nach dem Aufenthalt in 
der Klinik E.________ keine andauernde Symptomatik einer solchen Ausprägung, dass 
von einer chronischen psychischen Erkrankung auszugehen wäre. Vielmehr sei hier die 
Restsymptomatik der Erschöpfung am frühen Nachmittag postprandial als unspezifisch zu 
betrachten und er erleide – wolle man die unterschiedlichen Aktivitätsbereiche im Leben 

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berücksichtigen – keinen psychischen Gesundheitsschaden, der ihn in seiner Teilhabe des 
alltäglichen Lebens einschränken würde (IV-act. 71). 

4.3 Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung führten die Gutachter aus, 
die Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht betrage aktuell für sämtliche Tätigkeiten 
80 % ohne weitere Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Diese Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit werde mit den episodisch auftretenden primären Kopfschmerzen, welche für 
sämtliche Tätigkeiten eine gewisse Einschränkung darstellten, begründet. Aus psychiatri-
scher Sicht bestehe zurzeit eine Einschränkung der medizinisch-theoretisch zumutbaren 
Arbeitsfähigkeit unter der Annahme einer rezidivierenden depressiven Erkrankung um an-
dauernd lediglich 20 %. Interdisziplinär ergebe sich somit gesamthaft eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit von 20 % ohne weitere Reduktion der Leistungsfähigkeit. Die Ein-
schränkungen aus neurologischer und psychiatrischer Sicht seien hierbei nicht als additiv 
zu betrachten (IV-act. 70 S. 31 f. und IV-act. 71 S. 25). 

5. Zunächst ist das bidisziplinäre Gutachten der Dres. D.________ und C.________ 
vom 11. Juni 2021 auf seine Beweiskraft hin zu überprüfen. 

5.1 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe-
zialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 
Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, so-
lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 
V 351 E. 3b/bb). 

5.2 Das bidisziplinäre Gutachten ist umfassend, basiert auf Kenntnis der Vorakten und 
einer eingehenden psychiatrischen sowie neurologischen Abklärung. Zudem enthält das 
Gutachten anamnestische Angaben, es berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklag-
ten Beschwerden und vermittelt ein vollständiges Bild seines Gesundheitszustandes. Die 
Schlussfolgerungen sind zudem begründet, einleuchtend und nachvollziehbar. Dem Gut-
achten kommt damit grundsätzlich voller Beweiswert zu. Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob 
die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen und Einwendungen gegen das Gutach-
ten stichhaltig sind und an dessen Beweiswert etwas zu ändern vermögen.

5.2.1 Dem Einwand des Beschwerdeführers, wonach seine Arbeitsfähigkeit je aus neu-
rologischer und aus psychiatrischer Hinsicht um 20 % reduziert und damit die Arbeitsun-

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Urteil S 2022 36

fähigkeit insgesamt höher als 20 % zu gewichten sei, kann nicht gefolgt werden. Gemäss 
konstanter Rechtsprechung besteht häufig kein Anlass, unter verschiedenen medizini-
schen Titeln ausgewiesene Teilarbeitsunfähigkeiten zu kumulieren, da der Umfang der 
grössten Teileinschränkung auch die weiteren Entlastungserfordernisse abdeckt, und eine 
einfache Addition verschiedener Teilarbeitsunfähigkeiten je nach den konkreten Fallmerk-
malen ein zu hohes oder zu niedriges Ergebnis zeitigen kann. Der Zweck interdisziplinärer 
Gutachten besteht gerade darin, alle relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu 
erfassen und die sich daraus je einzeln ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit 
in ein Gesamtergebnis zu bringen. Ob sich die einzelnen aus mehreren Behinderungen 
resultierenden Einschränkungsgrade summieren und in welchem Masse, betrifft eine spe-
zifisch medizinische Problematik und Einschätzung, von der das Gericht grundsätzlich 
nicht abrückt (BGer 9C_461/2019 vom 22. November 2019 E. 4.1 mit weiteren Hinwei-
sen). 

Im vorliegenden Fall erfolgte eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung, im Rahmen derer 
die Gutachter auch die rechtsrelevante Frage nach einer Überschneidung oder Kumulation 
der einzelnen ausgewiesenen Teilarbeitsunfähigkeiten beantworteten. Sie wiesen dabei 
darauf hin, dass die Einschränkungen aus neurologischer und psychiatrischer Sicht nicht 
als additiv zu betrachten seien (IV-act. 70 S. 31 f. und IV-act. 71 S. 25). Dem konnte sich 
auch RAD-Arzt K.________ in seiner Stellungnahme vom 8. Juli 2021 (IV-act. 74) ansch-
liessen. Weshalb das Gericht davon abweichen sollte, erschliesst sich nicht, zumal diese 
Frage gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine spezifisch medizinische Proble-
matik und Einschätzung betrifft, welcher das Gericht grundsätzlich folgt. Kommt hinzu, 
dass selbst dem Gericht die Nichtkumulation angesichts der erhobenen Krankheitsbilder 
(Migräne und weitgehend remittiertes rezidivierendes depressives Syndrom) ohne weite-
res einleuchtet. Im Übrigen zeigt auch der Beschwerdeführer selbst nicht auf, weshalb sich 
die beiden Arbeitsunfähigkeiten von 20 % aufgrund der Migräneattacken und der depres-
siven Störung gerade addieren sollten. 

5.2.2 Wie in der angefochtenen Verfügung zutreffend festgestellt wurde, hat sich der 
psychiatrische Sachverständige im Rahmen seiner Beurteilung auch eingehend mit der 
von ihm abweichenden Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. L.________ auseinander-
gesetzt und begründend aufgezeigt, weshalb die anhaltende Attestierung einer 40%igen 
Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollzogen werden kann. Der Gutachter nannte in diesem Zu-
sammenhang den positiven Behandlungsverlauf, die fehlende Symptomatik, die ausserbe-
ruflichen Aktivitäten und Kontakte sowie die krankheitsfremden Faktoren. Darauf kann 

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Urteil S 2022 36

verwiesen werden (IV-act. 71 S. 23 f.). Das Gleiche hat im Hinblick auf die neurologische 
Begutachtung zu gelten. Der neurologische Sachverständige stellte fest, dass beim Be-
schwerdeführer seit rund acht Monaten keine Arbeitsunfähigkeiten mehr aufgetreten sei-
en, weder aufgrund der Migräne noch aufgrund der vereinzelt auftretenden Spannungs-
kopfschmerzen. Trotzdem habe sich die Arbeitsfähigkeit seither nicht verbessert, was dar-
auf hindeute, dass nicht vorwiegend die Migränekopfschmerzen für die Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit verantwortlich seien (vgl. IV-act. 70 S. 26). Angesichts dessen erscheint 
die Schlussfolgerung des Gutachters schlüssig, wonach die primären Kopfschmerzen für 
sich allein genommen nicht zu einer erheblichen und andauernden Einschränkung führten, 
welche über die im psychiatrischen Gutachten attestierte 20%ige Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit hinausginge. Der Neurologe zeigt somit ebenfalls nachvollziehbar auf, wes-
halb die seit Jahren attestierte 40%ige Arbeitsunfähigkeit aus neurologischer Sicht nicht 
nachvollzogen werden kann. Attestiert der behandelnde Arzt dem Beschwerdeführer eine 
höhere Arbeitsunfähigkeit als die Gutachter, kann er daraus somit nichts zu seinen Guns-
ten ableiten. Der Vollständigkeit halber ist in diesem Zusammenhang sodann auf die Er-
fahrungstatsache zu verweisen, wonach behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patientinnen 
und Patienten aussagen (BGer 8C_420/2018 vom 13. März 2019 E. 6.5). Rechtspre-
chungsgemäss lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeu-
tisch tätigen (Fach)-Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 
fachmedizinischen Experten andererseits (BGE 124 I 170 E. 4) jedenfalls nicht zu, ein 
Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 
nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden 
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein 
subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (BGer 8C_29/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.2.2), 
was vorliegend allerdings nicht der Fall ist.

5.2.3 Soweit der Beschwerdeführer weiter einwendet, die Ausführungen der Gutachter, 
wonach er sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit gleicher-
massen 20 % eingeschränkt sein solle, sei nicht nachvollziehbar, kann ihm ebenso wenig 
gefolgt werden. Wie die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Vernehmlassung zutreffend 
festgestellt hat, waren sich die Gutachter der angestammten Tätigkeit des Beschwerdefüh-
rers durchaus bewusst. Sowohl der neurologische als auch der psychiatrische Sachver-
ständige erwähnten unter dem Anforderungsprofil die bisherige Tätigkeit als Abteilungslei-

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ter Metallbau bzw. Mitglied der Geschäftsleitung in einem 100%-Pensum (vgl. IV-act. 70 
S. 6 und IV-act. 71 S. 4). Ebenfalls hatten die Gutachter Kenntnis über den Rücktritt aus 
der Geschäftsleitung und die Abgabe der Vorgesetztenfunktion (vgl. IV-act. 70 und 71 je 
S. 17). Wie aus dem psychiatrischen Gutachten hervorgeht, kamen neben den Überstun-
den und der Mehrarbeit bei seiner beruflichen Tätigkeit in der Vergangenheit noch die 
zahlreichen Tätigkeiten und Verantwortungen ausserhalb der Arbeit hinzu, die schliesslich 
zu einer Work-Life-Dysbalance führten und im Sinne eines Burnouts bei bekannter Dispo-
sition die depressive Symptomatik verstärkten (vgl. IV-act. 71 S. 24). Angesichts dessen 
ist der Beschwerdegegnerin Recht zu geben, dass es einleuchtet, wenn der psychiatrische 
Sachverständige daraufhin zum Schluss kommt, eine 80%ige Arbeitsfähigkeit sei zumut-
bar, wenn mit einer Weiterführung der psychiatrischen Behandlung das Auftreten einer 
weiterreichenden Work-Life-Dysbalance mit überschiessender Zeit an der Arbeitsstelle, zu 
viel Verantwortung und zusätzlichen Gemeindeaktivitäten vermieden werden könne. Um 
eine Überforderung zu vermeiden, ist somit auch eine anhaltende Reduktion der Akti-
vitäten und Verantwortungen ausserhalb der Arbeit erforderlich. Dass es sich bei der bis-
herigen Tätigkeit bereits um eine optimal angepasste Tätigkeit handelt, die nunmehr aber 
lediglich noch zu 80 % ausgeübt werden kann, erscheint nach dem soeben Ausgeführten 
somit nachvollziehbar. 

5.3 Als Zwischenfazit ist somit festzuhalten, dass sich die Vorbringen des Beschwer-
deführers insgesamt nicht als stichhaltig erwiesen haben, um die ausschlaggebende Be-
weiskraft des bidisziplinären Gutachtens in Frage zu stellen. Dementsprechend ist es nicht 
zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das genannte Gutachten vom 11. Juni 
2021 als beweiskräftig angesehen hat. 

6. Im Nachgang zur Begutachtung von Juni 2021 ist für den Zeitraum vom 2. bis 
29. September 2021 ein stationärer Aufenthalt in der Klinik E.________ aktenkundig. Wie 
sich aus dem Zuweisungsschreiben des behandelnden Psychiaters vom 18. August 2021 
(IV-act. 82) und dem entsprechenden Austrittsbericht der Klinik vom 15. Oktober 2021 (IV-
act. 83) ergibt, war Grund für die psychische Dekompensation insbesondere der Umstand, 
dass der Beschwerdeführer am Arbeitsplatz wieder mehr Verantwortung übernehmen und 
mehr als 60 % arbeiten musste. Er musste die Aufgaben des Abteilungsleiters 
übernehmen, welcher für längere Zeit in den Ferien weilte. Zudem war der 
Beschwerdeführer durch eine Knieoperation seiner Ehefrau zusätzlich belastet. Deshalb 
entwickelte sich Mitte August 2021 eine manifeste depressive Symptomatik, sodass der 
behandelnde Psychiater ab diesem Zeitpunkt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte. 

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Die Ärzte der Klinik E.________ diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig mittelgradig. Im Verlauf des Klinikaufenthalts konnte sich der 
Beschwerdeführer gut stabilisieren, sodass er in klinisch stabilem psychischen Zustand 
nach Hause entlassen werden konnte. Angesichts des soeben Ausgeführten ist es nicht 
von der Hand zu weisen, dass es im Sommer 2021 zu einer (zumindest) temporären 
Verschlechterung des psychiatrischen Gesundheitszustandes gekommen ist, was auch 
RAD-Arzt K.________ mit Stellungnahme vom 10. Dezember 2021 (IV-act. 84) anerkannt 
hat. Gleichzeitig wies er aber auch völlig zu Recht darauf hin, dass von einer 
Behandelbarkeit der depressiven Störung und einer Remission auf Vorniveau nach 
Wegfall der Belastungsfaktoren auszugehen sei. Der Vollständigkeit halber ist an dieser 
Stelle anzumerken, dass es bereits im Vorfeld dieses stationären Aufenthalts in den 
Jahren 2015, 2019 und 2020 zu Belastungssituationen in Folge von Stress und 
Überbelastung am Arbeitsplatz, zahlreichen Ehrenämtern und Vorstandsmitgliedschaften 
sowie schwieriger familiärer Situation und einer damit einhergehenden psychischen 
Dekompensation gekommen ist, die im Herbst 2015 einen stationären Aufenthalt in der 
Klinik M.________ und im Herbst 2020 in der Klinik E.________ zur Folge hatte. Dabei 
konnte der Beschwerdeführer von den stationären Aufenthalten jeweils gut profitieren, 
sodass die depressive Symptomatik bei Austritt im Herbst 2015 vollständig remittiert war 
und sich die bei Eintritt im Oktober 2020 gezeigte mittelgradig ausgeprägte depressive 
Störung bei Austritt Mitte November 2020 ebenfalls stark verbessert hatte (vgl. Bericht der 
Klinik M.________ vom 5. Oktober 2015 [IV-act. 13 S. 7 ff.] und Austrittsbericht der Klinik 
E.________ vom 31. Dezember 2020 [IV-act. 58]). Auch im März 2019 trat eine Remission 
der depressiven Symptomatik innert weniger Monate ein (vgl. RAD-Stellungnahme vom 
1. Oktober 2020 [IV-act. 50]). Angesichts dessen ging RAD-Arzt K.________ bereits im 
Februar 2021 davon aus, dass dieser Sachverhalt eher die These des PMEDA-Gutachters 
von temporären depressiven Phasen im Sinne einer rezidivierenden depressiven Störung 
stütze (vgl. IV-act. 60). 

Um im Nachgang zum dritten stationären Aufenthalt vom September 2021 die Frage zu 
beantworten, ob die depressive Störung inzwischen wiederum remittiert ist, oder ob von 
einer dauerhaften Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach Begutachtung 
auszugehen ist, holte die IV-Stelle auf Empfehlung des RAD beim langjährig involvierten 
Psychiater Dr. L.________ den Verlaufsbericht vom 17. Januar 2022 (IV-act. 86) ein. 
Doktor L.________ hielt darin einen stationären Gesundheitszustand fest. Gleichzeitig 
merkte er an, dass es gegen Ende des Jahres 2021 zur Beendigung des bisherigen 
Arbeitsverhältnisses und zum Austritt aus der Firma gekommen sei. Dies habe – 

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Urteil S 2022 36

zumindest vorübergehend – zu einer gewissen Entlastung und Verbesserung der 
gesundheitlichen Verfassung geführt, wobei sich bei nun neu ergebenden Belastungen ein 
Wiederauftreten der bisherigen Psychopathologie zeige. Ab Dezember 2021 geht er neu 
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Auch wenn Dr. L.________ neu eine 50%ige 
und nicht mehr wie bis anhin eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, kann die daraus 
abgeleitete angebliche dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht 
nachvollzogen werden. Einerseits spricht er selbst von einem stationären 
Gesundheitszustand seit der Entlassung aus der Klinik E.________ – im Verlauf dieses 
stationären Aufenthalts konnte jedoch gerade eine gute Stabilisierung des psychischen 
Zustandsbildes erzielt werden – und einer sich in der Folge weiterhin verbesserten 
gesundheitlichen Verfassung und andererseits verweist er bei neu ergebenden 
Belastungen auf das Wiederauftreten der bisherigen Psychopathologie. Damit ergeben 
sich aus dem Verlaufsbericht aber keinerlei Anhaltspunkte für eine dauerhafte 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach der Begutachtung. Vielmehr bestätigt 
sich die bisherige Problematik, dass es bei Belastungssituationen zu einer 
Dekompensation und damit einer temporären depressiven Phase im Sinne der 
rezidivierenden depressiven Störung kommt. Es ist mithin lediglich von einer 
vorübergehenden Verschlechterung auszugehen. Ein weiterer stationärer Aufenthalt 
gegen Ende 2021 bzw. Anfang des neuen Jahres ist denn auch nicht aktenkundig. Auch 
wenn entgegen der Auffassung des RAD-Arztes K.________ der behandelnde Arzt nicht 
von einer Remission der Depression auf Vorniveau spricht, kann dem RAD-Arzt nach dem 
soeben Ausgeführten dennoch dahingehend gefolgt werden, dass die abweichende 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. L.________ nicht einer substanziellen 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach der Begutachtung, sondern der 
anderen Beurteilung der Leistungsfähigkeit gegenüber den therapeutenunabhängigen 
Gutachern geschuldet ist. Insofern kann weiterhin auf das bidisziplinäre Gutachten vom 
11. Juni 2021 abgestellt werden. Mit der Beschwerdegegnerin ist somit von einer 80%igen 
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner bisherigen Tätigkeit auszugehen.

7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin das 
Leistungsbegehren zu Recht abgewiesen, sich die angefochtene Verfügung vom 
22. Februar 2022 mithin als rechtmässig erwiesen hat. Die Beschwerde erweist sich somit 
als unbegründet, weshalb sie vollumfänglich abzuweisen ist. 

8. Nachdem der medizinische Sachverhalt mit dem bidisziplinären Gutachten umfas-
send geklärt ist und dem Gutachten volle Beweiskraft zukommt, sind von einer weiteren 

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Urteil S 2022 36

Begutachtung des Beschwerdeführers keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, sodass sein 
Antrag in zulässiger Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung abzuweisen ist (vgl. 
BGE 122 V 157 E. 1d). Schliesslich kann der Beschwerdegegnerin auch keine Verletzung 
der Abklärungspflicht i.S.v. Art. 43 ATSG vorgehalten werden.

9. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten gestützt auf Art. 69 
Abs. 1bis IVG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, wobei eine Spruchgebühr von 
Fr. 800.– dem angefallenen Verfahrensausgang angemessen erscheint. Eine 
Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG ist nicht zuzusprechen.

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Urteil S 2022 36

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Dem Beschwerdeführer wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt, welche 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug 
von Ziffer 2 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 20. Februar 2024

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am