# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f50810e-f89d-54c4-8bb9-c261292d67b2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.02.2025 E-181/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-181-2025_2025-02-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-181/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

Richter Manuel Borla,  

Richter Lorenz Noli,    

Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

sowie ihre Kinder 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

Türkei,   

alle vertreten durch MLaw Noemi Burri,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 30. Dezember 2024 / N (…). 

 

 

 

E-181/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin A._______ und ihre minderjährigen Kinder er-

suchten am 20. November 2024 in der Schweiz um Asyl nach. Das SEM 

führte am 5. Dezember 2024 mit der Beschwerdeführerin und ihrem Sohn 

eine Anhörung zu den Asylgründen durch. Am 16. Dezember 2024 hörte 

es die Beschwerdeführerin ergänzend sowie die Tochter zu deren Asyl-

gründen an. 

 

A.b Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen geltend, ihre Familie habe sie im Alter von 17 Jahren mit ei-

nem elf Jahre älteren Mann zwangsverheiratet. Sie habe in der Folge viel 

Gewalt durch diesen erfahren. Ihre Schwiegerfamilie habe sie wie eine 

Sklavin behandelt, sie sei ständig beleidigt, entwürdigt und geohrfeigt wor-

den. Wegen ihrer Kinder habe sie diese Situation lange ausgehalten. Zu 

ihrer eigenen Familie zurückzukehren, sei keine Option gewesen, denn 

auch ihr Bruder und ihr Vater hätten ihr nicht erlaubt, zu arbeiten oder in 

eine andere Stadt zu ziehen. Sie sei unter der Kontrolle ihres Bruders ge-

wesen und habe sich ausser Haus nicht frei bewegen können. Im Juli 2020 

habe sie sich von ihrem Ex-Mann scheiden lassen; dieser habe die Schei-

dung gewollt, weil er sich mit einer Frau im Ausland habe verheiraten wol-

len. Er habe entweder 2021 oder 2022 das Haus verlassen. Aktuell halte 

er sich in Deutschland auf.  

Auch nach der Scheidung sei es zu Gewalt, Beleidigungen und Kontroll-

versuchen durch die Schwiegerfamilie und ihren Ex-Ehemann gekommen. 

Sie sei wegen dieser Übergriffe nicht zur Polizei gegangen, weil sie be-

fürchtet habe, dass diese die Peiniger nach kurzer Zeit wieder freigelassen, 

ihr eine innerfamiliäre Einigung aufgezwungen und sie zu diesen zurück-

geschickt hätte. Zudem habe sie weitere Gewaltvorfälle erwartet, falls die 

Schwiegerfamilie von einer solchen Anzeige erfahren hätte. Sie habe auch 

nie darüber nachgedacht, die Hilfe einer Frauenrechtsorganisation in An-

spruch zu nehmen oder in eine andere Stadt in ein Frauenhaus zu fliehen, 

weil sie dabei ihre Kinder hätte zurücklassen müssen. Zuletzt habe sie aus 

dem Haus im Besitz ihrer ehemaligen Schwiegerfamilie ausziehen müs-

sen, weil die Mutter ihres Ex-Ehemannes gestorben und es danach zu 

Erbstreitigkeiten gekommen sei.  

Am 21. Juli 2024 habe ihr Ex-Ehemann sie angerufen und ihr mit dem Tod 

gedroht, falls sie die Kinder nicht zu ihm nach Deutschland bringen würde. 

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Aus diesen Gründen habe sie sich zur Ausreise in die Schweiz entschie-

den. Kurz vorher habe sie ihren Anwalt bevollmächtigt und ihn eine Unter-

haltsklage gegen ihren Ex-Ehemann einreichen lassen. Bei einer Rückkehr 

in die Türkei würde sie weitere Gewalt, Bedrohung ihres Lebens oder eine 

erneute Zwangsheirat befürchten. Bezüglich ihrer Kinder, für die sie sich 

das Sorgerecht erstritten habe, befürchte sie, dass ihre Tochter nach Errei-

chen des 17. Lebensjahrs ebenfalls von ihrer Familie zwangsverheiratet 

würde. Ihr Sohn verhalte sich ihr und der Tochter gegenüber gewalttätig 

und kontrollierend und er verteidige wegen seines Geschlechts seinen Va-

ter.  

A.c Der Sohn bestätigte anlässlich der Anhörung die Probleme seiner Mut-

ter mit deren Familie und auch mit der Familie seines Vaters. Die Tochter 

bestätigte ebenfalls Probleme der Mutter mit der eigenen und der Schwie-

gerfamilie und machte zudem eigene Probleme geltend, namentlich Druck, 

verbale und physische Gewalt seitens ihres Vaters und Bruders und weite-

rer männlicher Familienmitglieder und äusserte die Befürchtung, bei einer 

Rückkehr erneut familiärer Gewalt ausgesetzt zu sein.  

A.d Hinsichtlich der eingereichten Beweismittel wird auf das Beweismittel-

verzeichnis und die Auflistung in der angefochtenen vorinstanzlichen Ver-

fügung verwiesen (vgl. Beweismittelverzeichnis 1/40; angefochtene Verfü-

gung Ziff. I 3). 

B.  

Die entscheidrelevanten Akten wurden der Rechtsvertretung zusammen 

mit dem Entscheidentwurf am 23. Dezember 2024 zur Stellungnahme aus-

gehändigt. Diese ging am 24. Dezember 2024 beim SEM ein. 

C.  

Das SEM verneinte mit Verfügung vom 30. Dezember 2024 die Flüchtlings-

eigenschaft der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder, lehnte ihr Asylge-

such ab und ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug 

an.  

D.  

Mit Eingabe vom 9. Januar 2025 erhob die Beschwerdeführerin – handelnd 

durch die mandatierte Rechtsvertreterin – im eigenen Namen und dem ih-

rer minderjährigen Kinder (nachfolgend: die Beschwerdeführenden) gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und bean-

tragte, die Verfügung sei aufzuheben und ihnen sei die Flüchtlings-

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Seite 4 

eigenschaft zuzuerkennen. Eventualiter sei die vorläufige Aufnahme we-

gen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges anzuordnen. Subeventu-

aliter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur weiteren Sachver-

haltsabklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses, subeventualiter um Zuerkennung des Suspensiveffekts der Be-

schwerde und um Ergreifung entsprechender superprovisorischer Mass-

nahmen bis zum Entscheid über die aufschiebende Wirkung ersucht.  

Der Beschwerde lag ein provisorischer Notfallbericht des Bürgerspitals 

D._______ vom 30. Dezember 2024 betreffend die Beschwerdeführerin 

bei. 

E.  

Mit Verfügung vom 15. Januar 2025 trat die zuständige Instruktionsrichterin 

auf die Anträge, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu er-

teilen und die Vollzugsbehörde sei vorsorglich und superprovisorisch an-

zuweisen, von einer Überstellung der Beschwerdeführenden in die Türkei 

abzusehen, nicht ein. Festgestellt wurde, dass die Beschwerdeführenden 

den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürften. Der Ent-

scheid über die weiteren prozessualen Anträge wurde auf einen späteren 

Zeitpunkt verschoben.   

F.  

Mit Eingabe vom 28. Januar 2025 wurde ein die Beschwerdeführerin be-

treffender medizinischer Bericht der psychiatrischen Dienste D._______ 

vom 17. Januar 2025 eingereicht und mitgeteilt, dass ein Folgetermin an-

gesetzt sei, ebenso bestünden Termine für die Kinder.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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Seite 5 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.3 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen von Asylvorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2013/11 E. 5.1 und 2010/57 E. 2.3, je m.w.H.). 

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4.3 Das SEM erachtete die Vorbringen der Beschwerdeführerin in der an-

gefochtenen Verfügung als asylrechtlich nicht relevant. Es sei grundsätz-

lich von der Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit des türkischen Staats 

auch im Bereich der häuslichen Gewalt und betreffend Zwangsverheira-

tung auszugehen. Den eingereichten Verfahrensdokumenten könne ent-

nommen werden, dass sich die Beschwerdeführerin im Jahr 2020 habe 

scheiden lassen und auch Unterhaltszahlungen sowie Unterhaltserhöhun-

gen habe erwirken können. Dem eingereichten Referenzschreiben des 

Ortsvorstehers könne sodann entnommen werden, dass dieser sie zu wei-

teren rechtlichen Schritten ermutigt habe. Es sei der Beschwerdeführerin 

mithin zuzumuten, bei den heimatlichen Behörden um Schutz vor familiä-

ren Übergriffen zu ersuchen. Die Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach 

dieses Schutzersuchen nicht erfolgreich sein würde, sei rein spekulativ. 

Das gelte auch für die geäusserte Befürchtung, die Tochter könne zwangs-

verheiratet werden, zumal sich für diese Annahme aktuell keine konkreten 

Hinweise ergeben würden. 

Aufgrund der fehlenden Asylrelevanz könne eine weitere Auseinanderset-

zung mit der Frage der Glaubhaftmachung der Vorbingen unterbleiben. Es 

sei jedoch festzustellen, dass die Angaben der Beschwerdeführerin und 

der Tochter teilweise unsubstantiiert und ausweichend, die des Sohnes da-

gegen differenzierter ausgefallen seien, namentlich was die familiären Kon-

flikte mit der Familie mütterlicherseits anbelange, die seitens der Be-

schwerdeführerin überzogen dargestellt wirken würden. Es sei auch nach 

Einreichung der Stellungnahme zum Entscheidentwurf durch die Rechts-

vertretung und der Meldung von Vorkommnissen zum in der Schweiz teil-

weise handgreiflichen Sohn an der Einschätzung festzuhalten, dass eine 

möglichst baldige Rückkehr in die Türkei eine positive Auswirkung auf das 

Wohlergehen aller Familienmitglieder haben werde. Eine Stabilisierung der 

Familiensituation, beispielsweise durch eine vorübergehende Betreuung 

des Sohnes durch die Verwandtschaft väterlicherseits, wo er sich nach ei-

gener Aussage wohl fühle, in Kombination mit der zeitnahen Wiederauf-

nahme des Schulbesuchs der Kinder, würde alle Familienmitglieder unver-

züglich entlasten. Dies sei einer Situation des permanenten Streitzustands 

oder einer getrennten und alleinigen Unterbringung des Sohnes in der 

Schweiz vorzuziehen. Dabei sei es der Beschwerdeführerin zuzumuten, 

vorübergehend bei ihrer Familie oder bei Freunden unterzukommen, bis in 

der Türkei eine psychologische Anbindung der Kinder und eine weitere Sta-

bilisierung der Lebensumstände durch eine von der Familie unabhängige 

Wohnsituation geschaffen worden sei. Es sei zu erwarten, dass die Be-

schwerdeführerin behördliche und private Hilfsangebote für sich selbst und 

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Seite 7 

für ihre Kinder in der Türkei in Anspruch nehme und einer Arbeitstätigkeit 

nachgehe. Die von der Tochter geschilderten Gewaltvorfälle durch Mitglie-

der der Familie seien unsubstantiiert und teilweise ausweichend. Sie wür-

den sodann in wesentlichen Aspekten von den Aussagen der Beschwerde-

führerin abweichen. Die Darstellungen der Tochter seien daher in Zweifel 

zu ziehen. Unabhängig davon sei es der Beschwerdeführerin jedoch zuzu-

muten, mit ihrer Tochter eine eigene Wohnung zu beziehen.   

Der Vollzug der Wegweisung erweise sich als zulässig, zumutbar und mög-

lich. Es sei der Beschwerdeführerin zuzumuten, im Heimatstaat eine Ar-

beitstätigkeit auszuüben und auf ihr soziales Beziehungsnetz zurückzu-

greifen. Zudem bestünden gerichtlich festgelegte Unterhaltsansprüche. Es 

sei daher nicht davon auszugehen, dass sie in eine existentielle Notlage 

geraten würde. Die Aspekte des Kindeswohles würden einer Rückkehr in 

den Heimatstaat ebenfalls nicht entgegenstehen. Es würden die Kinder be-

treffend keine körperlich gesundheitlichen Probleme geltend gemacht. Die 

Kinder könnten im Heimatstaat eine allfällig notwendige psychologische 

Hilfe in Anspruch nehmen. Sie seien in der Türkei sozialisiert, hätten ihr 

Beziehungsnetz dort und würden die Schule weiterführen können.       

4.4 In der Beschwerde wurde den vorinstanzlichen Erwägungen im We-

sentlichen entgegengehalten, die Beschwerdeführerin und ihre Tochter 

müssten im Fall der Rückkehr ernsthafte geschlechtsspezifische Nachteile 

befürchten. Die Behörden seien weder schutzfähig noch schutzwillig. Es 

mangle an der gesetzlichen Umsetzung von Schutzmassnahmen. Polizei 

und Justiz würden keinen effektiven Schutz bieten und könnten nicht an-

gemessen auf Fälle häusliche Gewalt reagieren. Die Bedrohung durch den 

Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin und durch eigene Familienangehö-

rige sei akut. Die Beschwerdeführerin habe sich weder an die Polizei noch 

an Frauenhäuser gewandt, da sie befürchtet habe, zu einer innerfamiliären 

Einigung genötigt zu werden und damit keinen Schutz zu erhalten. Ihrer 

Tochter drohe die Zwangsheirat, ihr Sohn sei vom Vater beeinflusst, seine 

Aussagen im Asylverfahren seien daher manipulativ, um eine erfolgreiche 

Asylgesuchstellung zu verhindern und die Beschwerdeführerin wieder dem 

Ex-Ehemann auszuliefern. Sie seien massiver Gewalt durch den kontroll-

wütigen und vom Vater beeinflussten Sohn ausgesetzt. Aufgrund der kon-

stanten psychischen und physischen Gewalt sei die Beschwerdeführerin 

psychisch stark belastet und traumatisiert und habe am 30. Dezember 

2024 notfallmässig im Spital vorstellig werden müssen. Die Aussagen der 

Tochter, die die Vorinstanz als unsubstantiiert werte, seien vor dem Hinter-

grund des noch jungen Alters zu bewerten.  

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Seite 8 

Der Vollzug der Wegweisung sei unzumutbar, weil die Beschwerdeführerin 

von ihrer Familie verstossen worden sei und auf kein intaktes Beziehungs-

netz zurückgreifen könne, sie keiner Berufstätigkeit nachgegangen sei und 

der Vollzug der Wegweisung auch dem Kindeswohl entgegenstehe, zumal 

die Kinder stark psychisch belastet seien. 

5.  

5.1 In der Beschwerdeschrift wird – unter Hinweis auf die Istanbul-Konven-

tion und das UN-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskri-

minierung der Frau (CEDAW) – im Sinne einer formellen Rüge vorge-

bracht, das SEM habe die spezifischen Umstände und Ineffektivität der 

Schutzmassahmen gegen häusliche respektive frauenspezifische Gewalt 

in der Türkei nicht genügend geprüft und gewürdigt (vgl. Beschwerde S. 

11 f.).  

5.2 Sofern die Beschwerdeführerin damit eine mangelnde Sachverhaltsab-

klärung und Begründungspflichtverletzung geltend macht, ist festzuhalten, 

dass das SEM unter Aufführung der einschlägigen Rechtsprechung, insbe-

sondere auch unter Hinweis auf den Austritt der Türkei aus der Istanbul-

Konvention, eingehend begründet hat, weshalb der türkische Staat gene-

rell und auch in ihrem konkreten Einzelfall als schutzwillig und schutzfähig 

gilt und dabei die Argumente der Rechtsvertretung in der Stellungnahme 

zum Entscheidentwurf aufgegriffen und abgehandelt hat (vgl. SEM-act. 

59/21 S. 10 und 15). Von einer mangelnden Begründung kann daher nicht 

gesprochen werden. Eine mangelnde Sachverhaltserstellung ist sodann 

weder ersichtlich, noch wird in der Beschwerde dargelegt, inwiefern das 

SEM diesbezügliche Abklärungen unterlassen haben sollte. Dass das SEM 

den Sachverhalt und insbesondere die konkrete Situation anders als von 

der Beschwerdeführerin erwartet, beurteilt und dabei eine konkrete Gefähr-

dung verneint, stellt keine Verletzung von Verfahrensvorschriften dar. Folg-

lich ist erwähnte Rüge unbegründet.  

5.3 Der Antrag auf Rückweisung zur weiteren Abklärung des Sachverhalts 

und Neubeurteilung (vgl. Beschwerde S. 2) ist daher abzuweisen.  

6.  

6.1  Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden nicht asylrelevant 

sind und den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft 

nicht standhalten. Die Beschwerdevorbringen sind insgesamt nicht geeig-

net, zu einer anderen Beurteilung zu führen. Zur Vermeidung von 

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Seite 9 

Wiederholungen kann mit den nachfolgenden Erwägungen auf die zutref-

fenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden 

(SEM-act. 59/21 S. 8 ff.). 

6.2 Nach der sogenannten Schutztheorie (vgl. Entscheidungen und Mittei-

lungen der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

2006 Nr. 18) ist nichtstaatliche Verfolgung durch Drittpersonen flüchtlings-

rechtlich nur dann beachtlich, wenn der Staat unfähig oder nicht willens ist, 

Schutz vor einer solchen Verfolgung zu bieten. Eine Garantie für langfristi-

gen individuellen Schutz kann dabei nicht verlangt werden; so kann es kei-

nem Staat gelingen, seinen Bürgerinnen und Bürgern jederzeit und überall 

eine absolute Sicherheit zu gewährleisten. Demgegenüber muss der Staat 

über eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur verfügen, de-

ren Inanspruchnahme der betroffenen Person objektiv möglich und indivi-

duell zumutbar sein muss, was jeweils im Rahmen einer Einzelfallprüfung 

unter Berücksichtigung des länderspezifischen Kontexts zu beurteilen ist 

(vgl. BVGE 2011/51 E. 7.3 f. und statt vieler das Urteil des BVGer                  

E-4702/2024 vom 13. September 2024 E. 6.2, je m.w.H.).  

6.3 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung da-

von aus, dass die türkischen Behörden willens sind, Schutz vor Verfolgung 

durch Dritte zu gewähren und dass auch eine funktionierende Schutzinfra-

struktur zur Verfügung steht (vgl. statt vieler Urteile des BVGer                                   

D-6861/2023 vom 25. April 2024 E. 7.3 und D-1725/2024 vom 23. April 

2024 S. 5, je m.w.H.). Das Gericht hat sich auch mehrfach zum Umgang 

der türkischen Behörden mit Opfern von häuslicher Gewalt und Zwangs-

heirat geäussert. Dabei stellte es – so auch in jüngster Zeit bestätigt – fest, 

dass die türkischen Behörden entschlossen sind, gegen solche Übergriffe 

effektiv vorzugehen und grundsätzlich auch in der Lage sind, Schutz zu 

gewähren (vgl. zum Ganzen Referenzurteil E-1948/2018 vom 12. Juni 

2018 E. 5.2; bestätigt etwa in den Urteilen des BVGer D-4911/2024 vom 

23. September 2024 E. 6.3; E-4702/2024 vom 13. September 2024 E. 6.3; 

D-4659/2024 vom 11. September 2024 E. 6.2; E-2530/2024 vom 15. Au-

gust 2024 E. 7.2; E-2355/2024 vom 14. Juni 2024 E. 6.3; D-4762/2023 

vom 20. September 2023 E. 5.2; D-2682/2020 vom 12. Januar 2023 E. 6.2; 

E-2593/2021 vom 31. August 2021 E. 7.3.1; E-2338/2020 vom 6. Mai 2021 

E. 7.2 und E-1175/2020 vom 16. März 2020 E. 7.2.2, je m.w.H). 

6.4 Der Beschwerdeführerin ist es zuzumuten, bei relevanten Behelligun-

gen durch ihren (seit Jahren im Ausland lebenden) Ex-Ehemann und durch 

Mitglieder ihrer Schwiegerfamilie, aber auch bei solchen durch die eigenen 

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Seite 10 

Familienangehörigen bei den türkischen Behörden um Schutz zu ersuchen 

und allenfalls den Rechtsweg zu beschreiten. Sie hat dies nach eigenen 

Angaben bisher nicht getan. Ihre Ausführungen zu den Gründen, warum 

sie sich nicht an die Polizei oder allenfalls Organisationen gewendet hat, 

die ihr entsprechende Hilfe gewähren könnten, sind nicht geeignet, die An-

nahme der grundsätzlich vorhandenen Schutzinfrastruktur und des Schutz-

willens im konkreten Fall ernsthaft in Zweifel zu ziehen (vgl. SEM-act. 45/12 

F39, F41). Dies betrifft im Übrigen auch die geäusserte Angst der Be-

schwerdeführerin, ihre zum heutigen Zeitpunkt (…)-jährige Tochter könne 

zwangsverheiratet werden (vgl. SEM-act. 45/12 F52), zumal die Tochter 

verneinte, im Heimatstaat versprochen oder verlobt zu sein (SEM-act. 44/8 

F59). Im Weiteren ergeben sich aus den Akten keine stichhaltigen Hin-

weise, welche gegen das Vorliegen einer innerstaatlichen Fluchtalternative 

sprechen würden (vgl. nachfolgende Erwägungen zur Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs).   

7.  

7.1 Nachdem die Asylrelevanz der Vorbringen zu verneinen ist, kann an 

sich die Frage nach der Glaubhaftigkeit der Vorbringen (Art. 7 AsylG) un-

terbleiben. Das Gericht teilt allerdings die Auffassung der Vorinstanz, dass 

es der Beschwerdeführerin auch nicht gelingt, konkrete und gezielte Ver-

folgungshandlungen von notwendiger Intensität durch den Ex-Ehemann 

und die Schwiegerfamilie glaubhaft zu machen. Ebenso erscheinen ihre 

Angaben, sie sei von ihrer eigenen Familie verstossen worden, weder sub-

stanziiert noch in sich schlüssig.  

7.2 So spricht die Beschwerdeführerin zwar von ständigem und jahrelan-

gem Druck und Gewalt gegen sie, sowie davon, dass es Ohrfeigen, Belei-

digungen und Beschimpfungen gegeben habe. Sie konnte diese Ereig-

nisse indes in den Anhörungen nicht näher konkretisieren. Nach ihrem Aus-

reisegrund gefragt erklärt sie pauschal:" Es gibt keinen bestimmten Grund. 

Ich floh vor diesem Druck und der Gewalt" (vgl. SEM-act. 34/10 F63; act. 

45/12 F22-33). Dass ihr Ex-Ehemann sie nach der Scheidung weiter als 

Zweitfrau in der Türkei hätte haben wollen, sie zudem habe kontrollieren 

und auch ihren Körper beherrschen wollen, erscheint angesichts ihrer Dar-

legung, dass sich der Ex-Ehemann bereits nach der Scheidung im Jahr 

2020 (vorerst) ins Ausland begeben und sich ab dem Jahr 2021 oder 2022 

gar nicht mehr in der Türkei aufgehalten habe (vgl. SEM-act. 34/10 F37 f., 

act. 45/12 F25-F29) nicht plausibel. Gemäss ihren Angaben lebte sie be-

reits nach der Scheidung im Jahr 2020 allein mit den Kindern im Hause 

ihres Ex-Ehemannes in der Türkei (vgl. SEM-act. 45/12 F37). Hätte sie sich 

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Seite 11 

solchermassen von ihrem Ex-Ehemann sowie im Übrigen auch von ihrer 

Familie bedroht gefühlt und sich von den türkischen Behörden diesbezüg-

lich keine Hilfe erhofft, so ist nicht nachvollziehbar, weshalb sie sich – auch 

im Sinne des Wohles ihrer Kinder – erst nach der von ihr geschilderten 

telefonischen Todesdrohung ihres Ex-Ehemannes vom Juli 2024 ent-

schloss, ins Ausland zu fliehen (vgl. SEM-act. 45/12 F24). Die von ihr dar-

gelegte Gefährdungslage erscheint auch insofern nicht schlüssig, als sie 

als Grund für die Scheidung angibt, dass ihr Ex-Ehemann ihr erklärt habe: 

"Um hierherkommen zu können, müssten wir uns scheiden lassen" (vgl. 

SEM-act. 45/12 F32). Schliesslich ist es für das Gericht nicht nachvollzieh-

bar, warum die Beschwerdeführerin, um ihrer Schwiegerfamilie und ihrer 

Familie zu entgehen, die Flucht mit ihren Kindern ausgerechnet in die 

Schweiz antritt, wo ihren eigenen Angaben gemäss sowohl eigene nahe 

Verwandte als auch Geschwister des Ex-Ehemannes leben, die sie schon 

vorher bedroht haben sollen (vgl. SEM-act. 34/10 F35, F46, act. 45/12 F7). 

7.3 Ausserdem lässt sich feststellen, dass die Beschwerdeführerin aus-

weislich der Akten im Jahr 2020 von ihrem Ehemann im Einvernehmen ge-

schieden wurde. Sie hat im Rahmen der Scheidung das Sorgerecht für 

beide Kinder zugesprochen erhalten (vgl. SEM-act. 1 BM ID-007: begrün-

deter Beschluss des 3. Familiengerichts in E._______ vom 23. Juli 2020). 

Sodann hat sie Unterhaltsansprüche gegen den Ex-Ehemann eingeklagt 

und im November 2024 zudem eine Unterhaltserhöhungsklage gegen ih-

ren Ex-Ehemann erhoben; das Verfahren wurde von der Behörde an Hand 

genommen (vgl. a.a.O. BM ID-010 und ID-011). Sie hat denn auch nicht 

vorgebracht, dass ihr Ex-Ehemann, der sich aktuell in Deutschland aufhal-

ten soll, den Unterhalt generell verweigert. Der Sohn hat zudem in den An-

hörungen bestätigt, dass der Vater Unterhalt leistet (vgl. SEM-act. 33/12 

F14). Diese Fakten sowie auch der Umstand, dass es ihr möglich war, die 

Ausreise aus der Türkei mit den Kindern mit dem Flugzeug zu unterneh-

men, sprechen dafür, dass das Verhältnis zu ihrem Ex-Ehemann sowie den 

Familien nicht derart belastet ist, wie die Beschwerdeführerin vorgibt und 

sie zudem finanziell in der Türkei auch besser abgesichert gewesen sein 

dürfte, als sie ausführte (vgl. SEM-act. 34/10 F42 und F52 ff.). 

7.4 Die eingereichten Auszüge aus Chatnachrichten respektive schriftli-

chen Konversationen zwischen ihr und dem Ex-Ehemann, die dessen Dro-

hungen untermauern sollen, sind kaum beweisrelevant, weil sie nicht auf 

den tatsächlichen Absender schliessen lassen und keine Telefonnummer 

sichtbar ist (vgl. SEM-act. 1 BM ID-004 und ID015, act. 37/2). Aufgrund des 

Gesagten erscheint zudem das erst zwei Tage vor der Ausreise der 

E-181/2025 

Seite 12 

Beschwerdeführerin erstellte Schreiben des Quartiervertreters (vgl. SEM-

act. 1 ID-009, act. 31/25 S. 1), indem ebenfalls lediglich pauschal von ver-

baler und körperlicher Gewalt gesprochen wird, als Gefälligkeitsschreiben. 

Auch lässt sich aus den eingereichten Screen-Shots der Beschwerdefüh-

rerin (vgl. SEM-act. 1 ID-014, act. 47/2) nicht auf eine asylrelevante Ge-

fährdung durch ihren Ex-Ehemann schliessen.  

7.5 Die Beschwerdeführerin verweist sodann auf das aggressive Verhalten 

ihres Sohnes ihr und der Tochter gegenüber. Sie berichtet über Manipula-

tionen des Ex-Ehemannes in Bezug auf beide Kindern, die zum Zwecke 

hätten, ihr Asylverfahren in der Schweiz zu torpedieren. Entsprechendes 

hat sie mehrfach gegenüber Mitarbeitenden des BAZ zum Thema gemacht 

(vgl. SEM-act. 23/2, act. 26/2, act. 45/12 F3 f.). Die Manipulationsvorwürfe 

und entsprechenden Aktennotizen beruhen allein auf den persönlichen An-

gaben der Beschwerdeführerin; ihre jugendlichen Kinder wurden mit die-

sen sie beide betreffenden Anschuldigungen im vorinstanzlichen Verfahren 

nicht konfrontiert oder in die Gespräche einbezogen. Es ist nicht auszu-

schliessen, dass der Sohn im vorliegenden Kontext unter einem gewissen 

Einfluss des Vaters steht; worin die Einflussnahme des Vaters auf die Toch-

ter bestehen soll, ist von vornherein nicht ersichtlich und ergibt sich auch 

aus dem Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht. Es scheint daher frag-

lich, ob und welches Gewicht den Aussagen der Kinder bei der Beurteilung 

der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen beigemessen werden kann. Das 

Gericht teilt jedoch die Ansicht der Vorinstanz, dass die Aussagen des Soh-

nes anlässlich der Anhörung differenziert erscheinen und nicht den Ein-

druck vermitteln, dass es der Sohn darauf angelegt hat, das von seiner 

Mutter angestrengte Asylverfahren zu vereiteln. Was das Aussageverhal-

ten der jüngeren Tochter anbelangt, ist im Gegenteil feststellbar, dass diese 

teils kongruente und gleichsam pauschale Vorbringen wie ihre Mutter 

machte. Letztlich kann aber aufgrund der vorangegangenen Erwägungen 

zur mangelnden Glaubhaftigkeit der eigenen Vorbringen der Beschwerde-

führerin und der Ausführungen zur Frage der Asylrelevanz eine weitere und 

vertiefte Auseinandersetzung in diesem Aspekt unterbleiben.    

7.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Beschwerdeführen-

den nicht gelungen ist, eine relevante Verfolgungsgefahr nachzuweisen 

oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft 

zutreffend verneint und ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

 

E-181/2025 

Seite 13 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

9.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

E-181/2025 

Seite 14 

9.2.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zu Recht da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Be-

schwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich relevante Gefähr-

dung glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz 

der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung fin-

den. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden in den Heimatstaat ist dem-

nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

9.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde-

führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall 

einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-

handlung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr 

("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kam-

mer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführun-

gen gelingt ihnen das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation 

im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt 

nicht als unzulässig erscheinen.  

9.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.2 In der Türkei herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine lan-

desweite Situation allgemeiner Gewalt, aufgrund welcher eine Rückkehr 

generell unzumutbar wäre; auch nicht für Angehörige der kurdischen Eth-

nie. An dieser Einschätzung vermögen weder das Wiederaufflammen des 

türkisch-kurdischen Konflikts seit Juli 2015 noch die sicherheitspolitische 

Entwicklung nach dem Putschversuch im Juli 2016 etwas zu ändern (vgl. 

Referenzurteil E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 13.2 m.w.H.).  

E-181/2025 

Seite 15 

9.3.3 Am 6. Februar 2023 forderten schwere Erdbeben im Südosten der 

Türkei tausende Todesopfer und zerstörten grosse Teile der Infrastruktur. 

Der türkische Präsident verhängte daraufhin vorübergehend den Ausnah-

mezustand über die elf betroffenen Provinzen (Kahramanmaras, Hatay, 

Gaziantep, Osmaniye, Malatya, Adiyaman, Adana, Diyarbakir, Kilis, Sanli-

urfa und Elazig). Gemäss dem Referenzurteil des Bundesverwaltungsge-

richts E-1308/2023 vom 19. März 2024 ist der Vollzug der Wegweisung in 

eine der elf von den Erdbeben betroffenen Provinzen nicht generell unzu-

mutbar. Die Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist in-

des im Rahmen einer einzelfallweisen Prüfung der individuellen Lebenssi-

tuation der Betroffenen vorzunehmen, wobei insbesondere der Situation 

vulnerabler Personen gebührend Rechnung zu tragen ist (vgl. a.a.O.            

E. 11.3). 

9.3.4 Vorliegend nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

und ihre Kinder, die aus der Provinz F._______ stammen, bei einer Rück-

kehr in eine wirtschaftliche Notlage geraten werden. Die Beschwerdefüh-

rerin hat ihren Angaben zufolge das Gymnasium besucht und eine Ausbil-

dung zur (…) absolviert. Auf Beschwerdeebene erwähnt sie zudem – wie 

auch ihr Sohn schon zuvor an dessen Anhörung – dass sie teilweise als 

Reinigungskraft gearbeitet hat (vgl. SEM-act. 34/10 F9, F37, act. 33/12 

F71, vgl. Beschwerde S. 21). Sie war offensichtlich in der Lage, für ihren 

Unterhalt und den ihrer Kinder zu sorgen und – wie erwähnt – Unterstüt-

zungsleistungen des Ex-Ehemannes einzufordern. Im Jahr 2022/2023 hat 

sie gemäss ihren sowie auch den Aussagen ihrer Kinder zufolge mehrere 

Monate mit diesen in der Stadt G._______ in einer Wohnung gelebt, um 

dem Sohn den Besuch des Gymnasiums zu ermöglichen (vgl. SEM-act. 

34/10 F9, act. 33/12 F9, F11; act. 44/8 F11 ff., act. 45/12 F5). Grund für die 

Rückkehr in das Heimatdorf, wo sie über eigenen Wohnraum verfügte, bil-

dete die Zerstörung der Wohninfrastruktur in G._______ nach dem Erdbe-

ben im Februar 2023 (vgl. SEM-act. 45/12 F22). Sofern sie im Heimatdorf 

nicht wieder leben möchte, ist es ihr sodann zuzumuten, mit ihren Kindern 

in eine andere Stadt zu ziehen; dort einer Arbeitstätigkeit nachzugehen und 

weiterhin die ihr zustehenden Unterhaltsansprüche in Anspruch zu neh-

men.       

9.3.5 Auch lassen keine medizinischen Gründe auf eine konkrete Gefähr-

dung der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder im Falle der Rückkehr in 

den Heimatstaat schliessen.  

E-181/2025 

Seite 16 

Die Beschwerdeführenden gaben im Rahmen der Anhörungen an, keine 

körperlichen Beschwerden zu haben (vgl. SEM-act. 34/10 F7; act. 33/12 

F4; act. 44/8 F10). Im weiteren Verlauf hat insbesondere die Beschwerde-

führerin auf belastende Situationen mit den Kindern verwiesen, zumal der 

Sohn ein aggressives Verhalten an den Tag lege und sie sich überfordert 

fühle. Gemäss dem am 28. Januar 2025 eingereichten ärztlichen Bericht 

leidet sie an einem mittelgradig depressiven Syndrom (vgl. BVGer-act. 3, 

Beilage 1). Für die Kinder seien ebenfalls psychologische Konsultationen 

in der Schweiz geplant. Im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung kann 

allerdings darauf verzichtet werden, die Ergebnisse dieser respektive wei-

terer Konsultationen in der Schweiz abzuwarten, da eine Behandelbarkeit 

psychischer Beschwerden in der Türkei gegeben ist (vgl. Urteile des BVGer 

E-4911/2024 vom 23. September 2024 E. 9.3.3; E-4490/2024 vom 9. Sep-

tember 2024 E. 9.3.2 und E-1049/2024 vom 8. April 2024 E. 9.3.2) was im 

Übrigen der Fakt, dass der Sohn bereits in seinem Heimatland in psycho-

logischer Behandlung war, zeigt (vgl. SEM-act. 1 BM ID-006, act. 31/25 

S. 2, Beschwerde S. 6). Es ist demzufolge nicht davon auszugehen, dass 

die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr in die Türkei in eine medizi-

nische Notlage geraten werden (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3, 2009/2 E. 9.3.2, 

je m.w.H.).  

9.3.6 Schliesslich spricht auch das das Kindesinteresse nicht gegen die 

Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung. Die Kinder halten sich erst 

seit sehr kurzer Zeit in der Schweiz auf, weshalb nicht von einer relevanten 

Entwurzelung aus dem Heimatstaat auszugehen ist (vgl. die zu beachten-

den Kriterien in BVGE 2009/51 E. 5.6, BVGE 2009/28 E. 9.3.2).  

9.3.7 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

9.4 Es ist den Beschwerdeführenden sodann zuzumuten, sich bei der zu-

ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls 

notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

E-181/2025 

Seite 17 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Mit dem vorliegenden Urteil wird das Gesuch um Befreiung von der 

Kostenvorschusspflicht (Art. 63 Abs. 4 VwVG) gegenstandslos.  

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da die Beschwerdebe-

gehren allerdings bei einer ex ante Betrachtung nicht als aussichtslos zu 

bezeichnen waren und aufgrund der Akten davon auszugehen ist, dass die 

Beschwerdeführenden bedürftig sind, ist ihnen antragsgemäss die unent-

geltliche Prozessführung zu gewähren. Ihnen sind daher keine Verfahrens-

kosten aufzuerlegen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-181/2025 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

 

Die vorsitzende Richterin:  Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Claudia Jorns Morgenegg 

 

 

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