# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9a97a60-e92e-5fd2-b5c1-982c96b670be
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-11
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 11.03.2022 S3 22 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_S3-22-16_2022-03-11.pdf

## Full Text

S3 22 16 

 

 

URTEIL VOM 11. MÄRZ 2022 

 

Kantonsgericht Wallis 

Sozialversicherungsrechtliche Abteilung 

 

Dr. Thierry Schnyder, Einzelrichter; Renata Kreuzer, Gerichtsschreiberin  

 

in Sachen 

 

X _________, Gesuchstellerin 

 

gegen 

 

KANTONALE IV-STELLE, 1950 Sitten, Gesuchsgegnerin  

 

 

(unentgeltliche Rechtspflege) 

Gesuch in der Beschwerdesache gegen die Verfügung vom 18. Januar 2022 

  

- 2 - 

 

EINGESEHEN 

- die Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 17. Februar 2022 gegen die Verfügung 

der IV-Stelle des Kantons Wallis vom 18. Januar 2022 und das gleichzeitig gestellte Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege; 

- die von der Gesuchstellerin hinterlegten Unterlagen sowie das IV-Dossier; 

 

ERWÄGEND 

- dass gemäss Art. 7 des Gesetzes über die unentgeltliche Rechtspflege vom 

11. Februar 2009 (GUR) i.V.m. Art. 5 der Verordnung über den gerichtlichen Rechtsbei-

stand vom 9. Juni 2010 (VGR) die Behörde, die sich mit dem Hauptverfahren befasst, 

den Rechtsbeistand gewährt und entzieht und im Falle eines Kollegialgerichts der Prä-

sident darüber entscheidet; 

- dass gemäss Art. 2 Abs. 1 GUR eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechts-

pflege hat, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren 

nicht aussichtslos erscheint; 

- dass damit der Rechtsbeistand doppelt voraussetzt, dass der Gesuchsteller bedürf-

tig und sein Prozess nicht aussichtslos ist (BGE 125 V 202 E. 4a und 372 E. 5b, je mit 

Hinweisen); 

- dass nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung Prozessbegehren als aussichtslos 

gelten, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefah-

ren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können, ein Begehren hinge-

gen dann nicht aussichtslos erscheint, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustrisiken 

in etwa die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese, und dass bei 

dieser Beurteilung massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, 

sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde, da eine Partei 

einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht des-

halb soll anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 131 V 483 E. 1; 129 I 135 E. 

2.3.1; 128 I 225 E. 2.5.3; SVR 1996 UV Nr. 40 S. 123 E. 3); 

- dass im vorliegenden Fall die Gewinnaussichten hinsichtlich Gutheissung der Be-

schwerde aus nachstehenden Gründen deutlich geringer sind als die Verlustgefahr; 

- 3 - 

- dass die IV-Stelle die Hilflosenentschädigung der Gesuchstellerin mit Verfügung 

vom 24. April 2019 rückwirkend per 30. April 2018 aufhob, da sie in der Schweiz keinen 

Wohnsitz mehr hatte; 

- dass die Gesuchstellerin sich im Juni 2021 wieder meldete, da sie ab dem 1. Juni 

2021 wieder im Oberwallis wohnte; 

- dass die IV-Stelle am 8. November 2021 eine Abklärung bei der Gesuchstellerin zu 

Hause durchführte und gestützt darauf zum Schluss kam, diese benötige lediglich in 

einer alltäglichen Lebensverrichtung (Fortbewegung) dauernd der Hilfe Dritter, weshalb 

der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung zu verneinen sei; 

- dass der entsprechende Bericht von einer qualifizierten Fachperson durchgeführt 

wurde, die medizinischen Diagnosen und die Angaben der Gesuchstellerin und ihrer 

Hilfspersonen sorgfältig und detailliert wiedergibt und ihm voller Beweiswert zuerkannt 

werden kann; 

- dass in der Beschwerde vom 17. Januar 2022 keine neuen Argumente vorgebracht 

oder überzeugende Beweismittel vorgelegt wurden; 

- dass das als Beweismittel eingereichte Schreiben des behandelnden Psychiaters 

sich darauf beschränkt, die Angaben der Gesuchstellerin wiederzugeben; 

- dass eine summarische Grobbeurteilung somit auf die Aussichtslosigkeit der Be-

schwerde schliessen lässt; 

- dass eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger 

Überlegung nach dem Gesagten nicht zu einem Prozess entschlossen hätte; 

- dass demzufolge dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslo-

sigkeit nicht stattzugeben ist und die Frage der Bedürftigkeit offen bleiben kann; 

- dass die Gesuchstellerin, da ihr die unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt wird, 

innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids einen Kostenvorschuss von 

CHF 500 zu bezahlen hat (Art. 69 Abs. 1bis IVG); 

- dass für das Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege keine Kosten erhoben wer-

den, ausser bei Bösgläubigkeit oder mutwilligem Verhalten (Art. 8 Abs. 1 VGR); 

- 4 - 

 

WIRD ERKANNT:  

1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

2. Der Gesuchstellerin wird eine Frist von 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entschei-

des angesetzt, um für das Beschwerdeverfahren S1 22 40 einen Kostenvorschuss 

von CHF 500 zu bezahlen (Art. 69 Abs. 1bis IVG); wird dieser nicht oder nicht recht-

zeitig geleistet, so wird auf die Beschwerde nicht eingetreten (Art. 90 VVRG). 

Sitten, 11. März 2022