# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b648aaa-e820-504c-95fc-eaa99eed0ece
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-29
**Language:** de
**Title:** Teilweise Gutheissung (21 % statt 20 % Invaliditätsgrad). Abstützen auf kreisärztliche Beurteilung und nicht auf Privatgutachten AEH. Einkommensvergleich mit DAP-Zahlen.  (BGE 8C_857/2015)
**Docket/Reference:** UV.2014.00284
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00284.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00284
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Naef
Urteil
vom
29. September 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
iur
. André
Largier
Weinbergstrasse 43, 8006 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann
Lischer
Zemp
& Partner, Rechtsanwälte und Notare
Schwanenplatz 4, 6004 Luzern
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1961, war seit dem 1. April 1995 bei der
Y.___
als Elektroinstallateur tätig und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
im Rahmen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch
versichert, als er am 29. Juni 2011 auf der Baustelle auf nassem Boden ausrutschte, sich an der Wand mit der Hand abstützte und sich dabei die rechte Schulter verdrehte (Urk. 7/1). In der Folge fand am 7. Oktober 2011
in der
Z.___
eine Schulteroperation (Schulterarthroskopie,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
,
suba
k
romiales
Débridement
) statt (
Urk.
7/16
/3
)
, wobei
postoperativ eine ausgedehnte
Schul
tersteife
und Schmerzhaftigkeit auftrat
en (
Urk.
7/36,
Urk.
7/58)
. Daher kam es in der Klinik
A.___
am 1
2.
Juni 2012 zu
r erneuten
Schul
teroperation
(
Urk.
7/77).
Der Versicherte meldete sich auf Empfehlung der Suva bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
an (
Urk.
7/66,
Urk.
7/67).
Weil eine Weiterbeschäftigung beim ehemaligen Arbeitgeber nach einer Umstrukturierung nicht mehr möglich war (
Urk.
7/87), prüfte die IV-Stelle Integrationsmassnahmen (
Urk.
7/124,
Urk.
7/125) und berufliche Massnahmen (
Urk.
7/129).
Sie
teilte
dem Versicherten
am 20. Februar 2013
mit, dass sie die Kosten für zwei Ausbildungsmodule zum Hauswart ü
bernehme
(
Urk.
7/154). Der Versich
er
te bestand das Modul 3 Haustechnik nicht, weshalb die Ausbildung nicht fortgesetzt werden konnte (
Urk.
7/167).
P
er 15. Mai 2013
schloss der Ver
sicherte
in einem Privathaushalt
einen Arbeitsvertrag für diverse Garten- und
Hauswartsarbeiten
sowie für Fahr- und Hilfsdienste im Stundenlohn ab, wobei die wöchentliche Arbeitszeit auf 15 Stunden geschätzt wurde (
Urk.
7/163). Am 31. Juli 2013 teilte die IV-Stelle mit, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen sei und über den Rentenanspruch später eine separate Mitteilung erfolgen werde (
Urk.
7/206).
Schliesslich fand am
23. August 2013 die
Abschlussuntersuchung
durch
Dr.
med.
B.___
, Fachärztin für Chirurgie,
Kreisärztin der Suva,
statt (
Urk.
7/211).
Mit Verfügung vom
10
. J
anuar
201
4
sprach
die S
uva
dem Versicherten
ab dem 1. Oktober 2013
eine
Invalidenrente für eine 20%ige Erwerbsunfähigkeit und
eine
Integritätsentschädigung
für einen Schaden
von 10 % zu
. Dabei stellte sie für die Ermittlung
des Invalideneinkommens
auf ihre Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) ab
(Urk. 8/
230
). Der Versicherte
liess
am
4. Februar 2014
Einsprache
erheben
(Urk. 8/2
3
7)
, wobei er im
Einsprache
verfahren
ein Privatgutachten mit Evaluation der arbeitsbezogenen funktionel
len
Leistungsfähigkeit (EFL) der
C.___
vom 24. September 2014
einreichte (
Urk.
7/253)
. Di
ese Ein
sprache wies die Suva
am 13. November 2014
ab (Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
13
.
November
201
4
(Urk. 2)
liess
der Ver
sicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
iur
. André
Largier
,
am
4
.
Dezember 2014
Beschwerde
erheben
und beantrag
en
, dieser sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm
ab 1. Oktober 2013 eine ange
messene, jedenfalls höhere
Invalidenrente
zuzusprechen. Zudem beantragte er, die Suva habe ihm die Auslagen für das Gutachten der
C.___
in der Höhe von
Fr.
4‘428.-- zu ersetzen
(Urk. 1 S.
2
).
Mit Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2015 (Urk.
6
) beantragte die S
uva
die Abweisung der Beschwerde,
mit Verfügung vom 1
2.
Januar 2015 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet
(Urk.
9
)
, am 10. März 2015 erstattete der Versicherte die Replik
und reichte eine Anfrage bei der ehemaligen Arbeitgebe
rin zum
Valideneinkommen
ein
(
Urk.
12
,
Urk.
13/1
)
.
A
m 14. April 2015
erging
die Duplik
der Suva
(
Urk.
16)
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über das Allgemeine Sozialversicherungsrecht [
ATSG
]
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird da
s Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.2
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.
3
mit Hinweisen).
1.3
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninha
berinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergono
mische Funktions- und Leistungsprüfung). Die S
uva
entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6
.1 mit Hinweisen).
1.4
Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat sich b
ei Heranzieh
en der DAP
die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamt
zahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumen
tierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entspre
chenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der S
uva
verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass
die S
uva
die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versi
cherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentati
vität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die S
uva
im
Einspracheentscheid
damit auseinanderset
zen kann. Ist die S
uva
nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforde
rungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die S
uva
hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE 139 V 592 E. 6.3
,
129 V 472
E. 4.7.2).
1.
5
In der obligatorischen Unfallversicherung kann die Feststellung des rechts
-
erhebli
chen medizinischen Sachverhalts erfolgen durch die vom Unfall
versicherer eingeholten Berichte der behandelnden Ärzte, einschliesslich der Spezial- und Spitalärzte (Art. 53
Abs.
3
lit
. a-c UVV), durch die von einem Unfallversicherer eingeholten Arztberichte (gegebenenfalls auch angestellter Ärzte), durch das von der versicherten Person beigezogene Parteigutachten (des behandelnden oder einer konsiliarisch beigezogenen Arztperson), das vom Unfallversicherer in Auftrag gegebene Sachverständigengutachten (Art. 44 ATSG; BGE 120 V 357) sowie durch das vom erst- oder
letztinstanzlichen
Gericht angeordnete medizinische Gutachten (BGE 122 V 159
Erw
. 1b).
1.
6
Berichten von versicherungsinternen Ärzten kann Beweiswert beigemessen wer
den, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die Ärztin in einem
Anstel
lungsverhältnis
zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objek
tiv als begründet erscheinen lassen (vgl. BGE 120 V 365
Erw
. 3a in
fine
). Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialver
sicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Mass
stab anzulegen (BGE 122 V 161).
Was Parteigutachten anbe
langt, rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt wird und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert. Daraus folgt indessen nicht, dass ein solches Gutachten den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder von einem Unfallversicherer nach
dem vorgegebenen Verfahrensrecht
eingeholtes Gutachten besitzt
(BGE 125 V 354
Erw
. 3c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrem
Einsprachentscheid
vom 13. November 2014 fest,
d
ie Dokumentationen der fünf berücksichtigten DAP-Profile (
Urk.
7/228/13-32)
seien
mit der kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung vom 23. August 2013 (
Urk.
7/211) vereinbar. Für den
Validenlohn
sei auf die Aus
kunft der Arbeitgeberin abzustellen, für welche der Versicherte
im
Unfallzeit
punkt
tätig gewesen sei (
Urk.
2 S. 5). In der Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2015 ergänzte die Suva insbesondere, auch das Privatgutachten der
C.___
bestätige eine 100%ige Arbeitsfähigkeit des Versicherten in angepasster Tätig
keit (
Urk.
6 S. 4)
.
I
hr seien die Kosten des Privatgutachtens nicht aufzuerlegen, da dieses für die Beurteilung des Anspruchs nicht notwendig gewesen sei (
Urk.
6 S. 7-8).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich
demgegenüber
auf den Standpunkt
, er sei
gemäss dem Gutachten des
C.___
vom 24.
Septemer
2014 (
Urk.
7/253)
in einer optimal angepassten Tätigkeit maximal zu 75 % arbeitsfähig
(Urk. 1
S. 8)
. Die von der Beschwerdegegnerin ermittelten Validen- und Invalideneinkommen seien unzutreffend
, da sie beim
Valideneinkommen
die Lohnerhöhungen gemäss Gesamtarbeitsvertrag nicht berücksichtigt
(
Urk.
1
S. 5-6
)
und beim
Invaliden
einkommen
auf DAP-Profile abgestellt habe, bei welchen nicht überprüfbar sei, ob
ihm
die Tätigkeiten gesundheitlich zumutbar seien (
Urk.
1 S. 8-9)
.
Mit der Replik vom 10. März 2015 wies der Versicherte darauf hin,
bei der
Bemessung des Invalideneinkommen
s
sei rechtsprechungsgemäss auf das tatsächliche Ein
kommen abzustellen, da
er
genau diejenige Arbeit verrichte, zu welcher ihn die IV-Stelle habe umschulen wollen (
Urk.
12 S. 3). Schliesslich habe eine
kreisärzt
liche
Beurteilung keinen vollen Beweiswert und sei die Verwaltung verpfl
ic
htet, eine unabhängige Beurteilung zu veranlassen, sobald auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit beständen
, weshalb die
Voraussetzun
gen für einen Kostenersatz des Privatgutachtens erfüllt
seien
(
Urk.
12 S. 5-6).
3.
3.1
Bereits im
Einspracheverfahren
war die Integritätsentschädigung kein Thema, die Verfügung vom 10. Januar 2014 ist in diesem Punkt in Rechtskraft erwachsen (
Urk.
8/230)
.
Gegenstand des
Einspracheentscheids
ist einzig der Rechtsanspruch, der vorliegend strittig ist.
Während sich die Parteien einig sind, dass der Versicherte seine angestammte Tätigkeit als Elektroinstallateur
auf
grund des auf den Unfall zurückzuführend
en Gesundheitsschadens
nicht mehr ausüben kann, besteht Uneinigkeit über die Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit sowie die Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens (
Urk.
1,
Urk.
2,
Urk.
6,
Urk.
12,
Urk.
16).
3.2
3.2
.1
Die kreisärztliche Untersuchung für die Abschlussbeurteilung fand am
23. August 2013
durch
Dr.
B.___
statt (
Urk.
7/211). Der Versicherte gab anlässlich der Untersuchung an, es gehe ihm immer noch nicht gut und er habe immer noch Schmerzen im Bereich der Schulter.
Er müsse nachts mit einem Kissen schlafen, denn wenn er auf der Seite schlafe und die rechte Schulter nach vorne oder nach hinten falle, habe er vermehrt Schmerzen. Er könne nicht lange auf der rechten Schulter liegen und müsse die Schulter mit Kissen auspolstern.
Zum Tagesablauf gab er an, dass er an drei Vormittagen ungefähr drei bis vier Stun
den
in einem Privathaushalt im Haus, Garten und als Fahrer
arbeite
und an den anderen beiden Vormittagen Physiotherapie habe
.
An den Arbeitstagen sei er an den Nachmittagen eher müde. Öfters gehe er an den Nachmittagen spazieren, besuche Freunde und lese. Tätigkeiten seien auf Tischhöhe gut möglich, Mühe habe er beim Schneiden von harten Sachen und mit dem Umrühren beim Kochen. Am Abend sehe er manchmal fern, habe Besuch, lese, gehe in die Kirche oder
nehme zu Hause an einer
Bibelstunde
teil
. Vor dem Unfall habe
er
am Wochenende regelmässig mit Kollegen Fussball gespielt, was er aus Angst nicht mehr tue. Auch Tischtennisspielen könne er derzeit nicht mehr (
Urk.
7/211/2).
3.2
.2
Die Kreisärztin führte Untersuchungen der oberen Extremität durch und ver
fügte über das Bildmaterial des
Arthro
-MRI der rechten Schulter vom 9. Mai 2012
und der übrigen Akten
(
Urk.
7/211/3-4).
Als Diagnose hielt
sie
eine
Bewe
gungseinschränkung
und Schmerzen der rechten Schulter bei einem Status nach
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
mit eine
r
anterolateralen
Deltoideusaug
m
e
ntationslappenplastik
fest (
Urk.
7/211/4).
B
ei der klinischen Untersuchung habe sich ein reizloses rechtes Schultergelenk bei ausgedehntem ventrale
m
Deltoideus
und prominentem AC-Gelenk ohne
Druckdolenzen
gezeigt. Die Beweglichkeit im Bereich des rechten Schultergelenkes sei im Seitenvergleich
eingeschränkt bis knapp über der Horizontalen bei seitengleich gutem
Muskel
spiel
und
S
k
apulastabilisierung
.
Weiter
zeige sich eine Kraftminderung im Bereich der rechten Hand und des rechten Arms gegen Widerstand, zum Teil schmerzbedingt. Insgesamt könne aufgrund der erhobenen
seitengleichen
Um
fangmasse
eine ausgeprägte Schonung der rechten Extremität im alltäglichen Leben ausgeschlossen werden. Des Weiteren liege ein Kraftdefizit im Bereich des rechten Armes und der rechten Hand im Seitenvergleich vor, welches sich knapp ein Jahr nach der letzten Operation wahrscheinlich nicht mehr gravie
rend ändern werde (
Urk.
7/211/5).
3.2
.3
Aufgrund der klinischen Untersuchung sei es nachvollziehbar, dass die ange
stammte Tätigkeit als Elektroinstallateur nicht mehr ausgeführt werden könne. Auch die derzeitige Tätigkeit als Hauswart sei nicht
ideal
. Eine optimal
ange
passte
leichte bis mittelschwere
manuelle
Tätigkeit sei ganztags zumutbar. Nicht zumutbar seien Überkopftätigkeiten
und
das Hantieren
mit
Gewichten
von mehr als
zehn Kilogramm körperfe
rn, in axialer Richtung seien bis Tischhöhe Lasten bis
knapp zehn Kilogramm zumutbar
und
bei
Abspreizbewegungen
Lasten bis
knapp fünf Kilogramm. Des Weiteren seien kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbe
wegungen mit dem rechten Arm und der rechten Schulter nicht zumutbar
,
ebenso wie einseitiges Abstützen oder Schläge, Vibrationen, Hämmern und Bohren mit dem rechten Arm (
Urk.
7/211/5).
Schliesslich hielt die Kreisärztin fest, die geklagten und objektiv erhobenen Ein
schränkungen seien unfallkausal und aufgrund des Verlaufs mit zweimaliger Operation und
K
apsulitis
nachvollziehbar (
Urk.
7/211/5).
3.3
3.
3
.1
Der Versicherte gab beim
C.___
ein Privatgutachten mit EFL in Auftrag, welches am 24. September 2014 erstattet wurde, nachdem die Untersuchung am
2.
und 15. April 2014 stattgefunden hatte (
Urk.
7/253/1). Als auf den Unfall zurück
zuführende Diagnose wurde eine
Periarthropathie
humeros
c
apularis
tendopa
thica
partim
ankylosans
rechts genannt (
Urk.
7/253/1).
Der Gutachter
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Physikalische Medizin, hielt fest, der Versicherte habe bewegungs- und belastungsverstärkte Beschwerden vor allem bei zeitlicher Kumulation bei Rotationsbewegungen oder Aufgaben über Schulterhöhe, aber auch bei wiederholter Kraftanstrengung mit dem rechten Arm geschildert. Nächtliche Beschwerden beständen vor allem positions- und lageabhängig
, aber auch schubweise
(
Urk.
7/253/2).
I
n objektiver Hinsicht habe sich die Beweglich
keit gegenüber der kreisärztlichen Untersuchung im August 2013 verschlechtert, indem erneut ein typisches
kapsuläres
Muster vorherrsche und die
Schulterab
duktion
und -elevation aktiv nicht über 80 Grad hinaus und passiv
nur
unwe
sentlich
mehr mit hartem Stopp
möglich sei
. Eine deutlich eingeschränkte Aussen
rotation sowie
eine
konsekutive
Supination
sei
en
bei nur
geringgradig
eingeschränkter Innenrotation fassbar. Es bestehe eine mässige Atrophie im Bereich der rechten oberen Extremität. Die
skoliotische
Fehlhaltung mit konse
kutiv leichter Rotation im Schultergürtel lasse sich durch
einen
Beinlängenaus
gleich
korrigieren
(
Urk.
7/253/2)
.
Die rheumat
ologischen Untersuchungsbefunde
sind im Gutachten festgehalten (
Urk.
7/253/8), ebenso die Ergebnisse der EFL (
Urk.
7/253/10-19).
3.
3
.2
Als Schlussfolgerungen
aus der Abklärung und Testung
hielt
Dr.
D.___
fest, dass das relevante
arbeitsbezogene
Problem eine Funktionsstörung der rechten Schulter sei. Es bestehe in diesem Gelenk eine erhebliche
Bewegungseinschrän
kung
und Kraftverminderung. Die Belastbarkeit liege im Bereich einer mittel
schweren Arbeit, unter der Voraussetzung, dass Lasten vorwiegend mit der linken Hand hantiert werden könnten und keine hohe Positionsgenauigkeit erforderlich sei. Die angestammte Tätigkeit als Elektromonteur sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar (
Urk.
7/253/3).
Angepasste m
ittelschwere Tätigkeiten seien ganztags möglich.
Dabei sollten
Arbeiten über Schulterhöhe nicht vorkommen. Tätigkeiten, welche statisches oder dynamisches körperfernes Hantieren der rechten Hand erforderten, bereiteten dem Versicherten Mühe, seien zeitlich nur eingeschränkt möglich und erforderten zumindest vermehrte Pausen (
Urk.
7/253/4).
D
em Versicherten seien auch in einer adaptierten Tätig
keit
täglich
zwei Stunden
mehr Pause
zu gewähren. Dies ergebe in einer ange
passten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 75 %. Schliesslich hielt er fest, in der aktuell ausgeübten Tätigkeit als Hauswart bestehe eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 50 % (
Urk.
7/253/4-5).
Der Gutachter
bemerkte weiter
, dass er hinsichtlich der Anforderungen an eine optimal adaptierte Tätigkeit durchaus mit der Beurteilung der Suva übereinstimme. Doch es müssten unter Berück
sichtigung der erhobenen Belastbarkeitswerte, der Adäquanz der beschriebenen Beschwerden und des gegenüber August 2013 verschlechterten Gesundheitszu
stands vermehrte Pausen gewährt werden (
Urk.
7/253/3).
3.
4
3.4
.1
Die Einschätzung von
Dr.
B.___
, dass
der Versicherte eine leichte bis mittel
schwere Tätigkeit zu 100 % ausüben
kann und dass
ihm das Hantieren mit Gewichten bis zu maximal zehn Kilogramm zumutbar
ist,
wurde vom behan
delnden Arzt bestätigt.
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Chirurgie, welcher
am 1
2.
Juni 2012
die zweite Schulteroperation durchgeführt
(
Urk.
7/77)
und als nachbehandelnder Arzt die Entwicklung der Schulter in mehreren Berichten darlegt
hatte
(
Urk.
7/10
5, 7/114, 7/135, 7/161, 7/186),
stimmte dieser Beurtei
lung von
Dr.
B.___
im Bericht vom 30. September 2013 zu und hielt
aus
drücklich
fest, dass ein 100%iges Arbeitspensum in einer de
r
Schulter
adaptier
ten Tätigkeit möglich sei. So sei
en
dem Versicherten
beispielsweise
eine
Sor
tiertätigkeit
möglich sowie auch andere Tätigkeiten, welche kein Heben von Gewichten
in der Region
oder oberhalb der Horizontale
n
erforderten (
Urk.
7/218).
Denn auch er konstatierte, dass vor allem die Bewegungen über der Horizontalen eingeschränkt und auch kräftemässig limitiert seien, unterhalb der Horizontalen vermöge der Versicherte den Arm zu gebrauchen (
Urk.
7/226).
Dr.
D.___
hingegen
äusserte sich
im Gutachten der
C.___
nur zur Arbeitsfä
higkeit des Versicherten in einer mittelschweren Tätigkeit.
Zur
Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer leichten oder gar sehr leichten Tätigkeit
äusserte er sich offensichtlich nicht, da eine
mittelschwere Tätigkeit
gemäss den Anmer
kungen
im Gutachten
15-25 Kilogramm zu hantierende Lasten
beinhaltet
(
Urk.
7/253/4)
.
Gemäss dem Gutachten der
C.___
existieren als
Kategorien für die Arbeitsschwere
jedoch
auch sehr leichte bis vorwiegend sitzende, leichte und leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
und damit auch Tätigkeiten, bei denen mit Gewichten unter 5 kg (sehr leicht bis vorwiegend sitzend) oder bis zu 10 kg (leicht) zu hantieren ist. Solche Tätigkeiten waren im Rahmen der EFL nicht speziell getestet worden (
Urk.
7/253/12-19). Die Belastbarkeitstests beinhalteten vielmehr einerseits Abläufe mit relativ hohen Gewichten (10-25 kg); beim Tra
gen eines Gewichts von 10 kg mit der rechten Hand wurde eine
Selbstlimitie
rung
des Versicherten festgestellt, indem dass ohne eine funktionelle Einschrän
kung konstatiert werden konnte, der Versicherte das Gewicht abstellte. Ande
rerseits wurden für ein Schulterleiden komplexe Haltungen wie das Halten des Armes über Schulterhöhe (
Urk.
7/253/17) geprobt oder das Arbeiten zwar mit geringen Gewichten (5 kg) geübt, dieses aber in einer Distanz vom Körper von 30 cm, was ebenfalls eine spezielle Schulterbelastung darstellt (
Urk.
7/253/19). Dass solche Tätigkeiten für den Versicherten nicht geeignet sind, hatte jedoch schon
Dr.
B.___
in ihrem Tätigkeitsprofil festgestellt, indem auch sie keine Überkopfarbeiten, kein Hantieren von Gewichten über 10 kg und auch nicht körperferne Tätigkeiten, stattdessen jedoch leichte Tätigkeiten bis zur Horizon
talen empfahl (
Urk.
7/211/5
,
Urk.
7/253/4).
3.4
.3
Der vermehrte Pausenbedarf
von täglich zwei Stunden sowie eine dadurch resul
tierende Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer angepassten Tätigkeit
wurde
von
Dr.
D.___
damit begründet, dass dem Versicherten Tätigkeiten, welche statisches oder dynamisches körperfernes Hantieren der rechten Hand (Abduk
tion/Elevation der rechten Schulter) erforderten, Mühe bereiteten und zeitlich nur eingeschränkt möglich seien (
Urk.
7/253/4).
Es ist
jedoch
nicht
einzusehen
, weshalb der Versicherte auch
bei
einer
körperlich
sehr leichten oder leichten
Arbeit
, welche keine solche Tätigkeiten beinhaltet,
vermehrte Pausen nötig haben sollte.
So ist nicht anzunehmen, dass er beispielsweise in einer Sortier
-
tätigkeit
oder auch eine Kontrollarbeit
ohne Hantieren mit Gewichten solche ver
mehrten Pausen benötigen würde.
Zudem ist anzumerken, dass der Versicherte seine Leistungsfähigkeit anlässlich der vom
C.___
durchgeführten EFL
jeweils
zu tief einschätzte und sich teilweise unter Angabe von Schmerzen selbst limitierte
(
Urk.
7/253/11).
Da das
C.___
-Gutachten zur Arbeitsfähigkeit in ein
er sehr leichten
oder leichten
und
leicht
en
bis mittelschweren Tätigkeit
keine
relevan
ten
Aussagen enthält
, vermag dieses Privatgutachten die von
Dr.
B.___
schlüssig
eingeschätzte
und von
Dr.
E.___
bestätigte
Arbeitsfähigkeit
von 100 % in einer
leidens
angepassten Tätigkeit (
Urk.
7/211/5,
Urk. Urk.
7/218)
nicht in Frage zu stellen.
3.4
.
4
Der Versicherte liess geltend machen
, gemäss den Feststellungen von
Dr.
D.___
sei nach der
Untersuchung durch
Dr.
B.___
eine Verschlechte
rung eingetreten
(
Urk.
1 S. 7)
.
Dr.
D.___
führte
im Privatgutachten der
C.___
am 24. September 2014 tatsächlich aus, die Beweglichkeit habe sich seit der kreisärztlichen Untersuchung im August 2013 wieder verschlechtert, indem erneut ein typisches
kapsuläres
Muster vorherrsche (
Urk.
7/253/2). Doch für eine
anhaltende
gesundheitliche
Verschlechterung
nach der Abschlussuntersuchung durch
Dr.
B.___
am 23. August 2013 (
Urk.
7/211)
sind keine objektivierbaren Anhaltspunkte vorhanden.
Insbesondere
ist nicht ersichtlich, dass der Versi
cherte sich
danach wieder
wegen der Schulterbeschwerden
in
intensive ärztliche
Behandlung
begab
, insbesondere reichte er keine aktuellen
Arztberichte
von
Dr.
E.___
oder einem anderen behandelnden Arzt
ein
.
Zudem sind dem Versicherten
selbst
gemäss dem
Privatgutachten der
C.___
körperlich
mittel
schwere Tätigkeiten noch
zumutbar
, wenn auch mit erhöhtem Pausenbedarf
(
Urk.
7/253/4-5)
, was ebenfalls gegen eine
massgebende, objektivierbare
Ver
schlechterung seit dem Zeitpunkt der Untersuchung durch
Dr.
B.___
spricht
, welche lediglich
körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten als zumutbar erachtete
(
Urk.
7/211/5)
.
3.
4
.
5
Zusammenfassend ist festzuhalten
, dass auf die überzeugenden Schluss
-
folgerun
gen
von
Dr.
B.___
im kreisärztlichen Abschlussbericht vom
23. August 2013
abzustellen
ist (
Urk.
7/211)
.
Es ist somit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für angepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeiten im Sinne des von
Dr.
B.___
erstellten T
ätigkeitsprofils (
Urk.
7/211/5
) auszugehen
und basierend darauf
mittels Einkommensvergleich
der Invaliditätsgrad zu bestim
men.
4.
4.1
Die Suva hat das
Valideneinkommen
für die ab 1. Oktober 2013 zu zahlende Rente
basierend auf der Auskunft der
Y.___
, für welche der Versicherte zum Unfallzeitpunkt tätig war, festgelegt (
Urk.
2 S.
5). Die
Y.___
teilte mit, dass der monatliche Bruttolohn in den Jahren 2012 und 2013
Fr.
6‘050.-- betragen hätte, wobei ein dreizehnter Monatslohn bezahlt worden
sei
(
Urk.
7/
99,
Urk.
7/214).
Dies ergab ein jährliches
Valideneinkommen
von
Fr.
78‘650.--.
Auf Nachfrage des Rechtsvertreters des Versicherten teilte eine Mitarbeiterin der
Y.___
am 9. März 2015
per E-Mail
mit,
die im
anwendbaren
Gesamtar
beitsvertrag
ab 2012
vorgesehene Lohnanpassung von
Fr.
70.-- pro Monat
sei
in der Lohnauskunft zu Unrecht
nicht berücksichtigt worden
. Hingegen hätte
der Versicherte
k
eine individuelle Lohnanpassung gemäss G
esamtarbeitsvertrag
erhalten, da sein Lohn bereits hoch gewesen sei (
Urk.
13/1). Die Suva führte dazu in der Duplik
vom 14. April 2015
aus,
falls eine teuerungsbedingte Lohn
erhöhung entgegen ihrer Auffassung ausgewiesen wäre, so wäre eine solche auch beim Invalideneinkommen zu berücksichtigen (
Urk.
16 S. 2). Bei der Lohn
erhöhung von
Fr.
70.--
brutto
pro Monat ab dem Jahr 2012 handelt es sich jedoch nicht um eine teuerungsbedingte Lohnerhöhung, sondern um eine i
n Anhang 8 des
Gesamtarbeitsvertrag
s
des Schweizerischen Elektro- und
Tele
kommunikations-Installationsgewerbes
vom 1. Januar 2005 bis 201
4
festgelegte Lohnanpassung für alle diesem Gesamtarbeitsvertrag unterstellten Arbeitnehmer
(
abrufbar unter
http://www.plk-elektro.ch
)
.
Diese im Gesamtarbeitsvertrag fest
gesetzte Lohnerhöhung von
Fr.
910.--
brutto
pro Jahr ist somit
entsprechend der Auskunft der
Y.___
vom 9. März 2015 (
Urk.
13/1)
im
Valideneinkom
men
mitzuberücksichtigen
und zu
m
Lohn gemäss
de
n
ursprünglichen
Lohnaus
k
ünften
vom
3. Juli 2012 und vom 23. August 2013
(
Urk.
7/99,
Urk.
7/214) hin
zuzuzählen
.
Dies ergibt einen Jahresbruttolohn in der Höhe von
Fr.
79‘560.--
(13 x
Fr.
6‘050.-- +
Fr.
910.--)
als neues
Valideneinkommen
.
4.2
4.2.1
Um den tatsächlich erzielten Verdienst als Invalideneinkommen zu berücksichti
gen,
wie vom Versicherten in der Replik vom 10. März 2015 verlangt (
Urk.
12 S. 3-4),
müsste kumulativ ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis bestehen, die versicherte Person ihre verbliebene Arbeitskraft in zumutbarer Weise voll aus
schöpfen und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und nicht als Soziallohn erscheinen (
vgl. E. 1.2
). Eine versicherte Person, welche auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen höheren als den tatsächlich bezogenen Lohn erzielen könnte, schöpft ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll aus. Daran vermag auch der Umstand nichts zu
ändern, dass es für sie schwierig oder gar unmöglich ist, auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden (Urteil des Bundesgerichts 8C_237/2011 vom 19. August 2011 E. 2.3). Da der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit mit seiner 30%igen Tätigkeit als Hauswart nicht voll aus
schöpft,
sondern ihm eine 100%ige Arbeitstätigkeit in einer angepassten Tätig
keit zumutbar wäre,
ist das Invalideneinkommen
daher
hypothetisch festzule
gen.
Die Beschwerdegegnerin hat der Festsetzung des Invalideneinkommens fünf DAP-Profile (vgl.
Urk.
7
/
2
28
/
13-32
)
für Stellen in Industriebetrieben
zu Grunde gelegt. Bei diesen
Arbeitsplätzen handelt es sich
um Stellen
als
Ausrüs
ter-Hilfsmechanik, Funktionsbezeichnung
Waagenausrüster
(DAP-Nr.
6101
), als
Montagemitarbeiter
(DAP-Nr.
11306
),
als
Produktionsmitarbeiter, Funktionsbe
zeichnung
Schaumstoffpresser
(DAP-Nr.
5498
), als
Produktionschef, Funktions
bezeichnung Gruppenleiter
(DAP-Nr.
10868
) und
als Kontrolleur
(DAP-Nr.
5616
).
4.2.2
Bei der Überprüfung der Zumutbarkeit obiger DAP-Profile ist vorweg festzuhal
ten, dass sich die Beschwerdegegnerin an die rechtsprechungsgemäss geforderte Vorgehensweise bei der Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf DAP-Lohnangaben gehalten hat (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.) und neben den fünf Profilen die geforderten statistischen Felder angegeben hat (
Urk.
7/228/1-12
). Weiter zeigt die Überprüfung der Anforderungen der einzelnen Profile, dass alle fünf den ärztlichen Feststellungen
zur
Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
B.___
ange
messen Rechnung tragen, indem s
ie keine Arbeiten über Kopfhöhe,
kein Heben über Brusthöhe
und
maximal
leichte Gewichtsbelastungen bis
zu
10
Kilogramm beinhalten
(
Urk.
7/228/13-32)
.
Der Versicherte liess geltend machen, es könne aufgrund der fehlenden Angaben auf den DAP-Erfassungsblättern nicht geprüft werden, ob diese Tätigkeiten ruckartige Kraftanwendungen beim Ziehen und Reissen, Hantieren über Brusthöhe und Positionierungsgenauigkeit mit der linken Hand erforderten
. Zudem kämen Tätigkeiten, welche stundenlanges Rotieren mit der Hand
beinhalteten
, nicht in Frage
(
Urk.
1 S. 8-9).
R
uckartige Kraftanwendungen
sind in den DAP-Profilen nicht erwähnt, weshalb davon auszugehen ist, dass solche nicht notwendig sind. Da
für spricht auch, dass es sich
um körperlich leichte Tätigkeiten handelt, die solche ruckartigen
Kraftan
wendungen
kaum notwendig machen
.
Anzumerken ist, dass dem Versicherten
gemäss den Abklärungen des
C.___
das Hantieren über Brusthöhe für leichte Gewichte
sogar
zumutbar ist (
Urk.
7/253/4),
die
fünf
DAP-Profile für sämtliche Tätigkeiten
jedoch
nur
maximal
leichte Gewichtsbelastungen
bis zu zehn Kilo
gramm bis Lendenhöhe und kein Heben über Brusthöhe sowie kein Arbeiten über Kopfhöhe
vorsehen
(
Urk.
7/228/13-32)
.
Weder das kreisärztliche
Zumut
barkeitsprofil
(
Urk.
7/211/5) n
och die Umschreibung der angepassten Tätigkeit
durch das
C.___
(
Urk.
7/253/4-5) schliessen Handrotationen aus
und es ist auch nicht ersichtlich, weshalb dem Versicherten eine solche Handrotation, wie sie beispielsweise bei Arbeiten mit einem Schraubenzieher erforderlich ist, nicht
manchmal (eine halbe bis knapp drei Stunden pro Tag)
möglich sein sollte
.
Damit ist die Auswahl der DAP-
Profile
durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden
.
Auch hinsichtlich des geforderten Ausbildungsprofils ist die Auswahl der Tätig
keiten nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer hat gemäss eigenen Anga
ben in seinem Ursprungsland
F.___
keine Ausbildung absolviert, hingegen in der Landwirtschaft und dann als Maurer gearbeitet. Nach seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1986 arbeitete er neun Jahre lang im Gartenbau und fand danach eine Anstellung bei
Y.___
als Elektroinstallateur, wo er ab 1995 arbeitete. Dabei brachte er es laut Zeugnis der Arbeitgeberin zu grosser Erfah
rung und Selbständigkeit und auch zu Verantwortung und bauleitenden Funkti
onen (
Urk.
7/227). Sämtliche der gewählten DAP-Stellen verlangen einzig eine Grundausbildung oder
Anlehre
, was der Versicherte aufweist. Durch seine Erfahrung auch in der Vorarbeiterposition kann selbst die Stelle als Gruppen
leiter bei der Produktion von
G.___
(DAP-Nr. 10868) als für ihn geeignet bezeichnet werden; die übrigen Tätigkeiten verlangen keine weiteren Qualifika
tionen.
4.2.3
Rechtsprechungsgemäss sind im Rahmen des DAP-Systems, bei welchem auf
grund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbe
schreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungsmässige Reduktionen medizinisch begründet sind
(BGE 139 V 592 E. 7.3)
, was bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht der Fall ist. Es ist daher vom von der Suva
ermittelten durchschnittlichen Bruttojahres
einkommen
der fünf Tätigkeiten
von
Fr.
63‘097.--  (
Urk.
7/228/1,
Urk.
2 S. 5)
als Invalideneinkommen
auszugehen.
4.3
Es ergibt sich somit
neu
ein Minderverdienst in der Höhe von
Fr.
16‘463.--
(
Fr.
79‘560.-- -
Fr.
63‘097.--)
, was
gerundet eine
m
Invaliditätsgrad von 21 %
entspricht, während die
Suva
in der Verfügung vom 10. Januar 2014
eine
n
Invaliditätsgrad von 20 % festlegte
(
Urk.
7/230) und
dies
im
Einspracheent
scheid
vom 13. Nov
ember 2014 (
Urk.
2) bestätigte
(
Urk.
2)
.
Die Beschwerde ist somit insofern teilweise gutzuheissen, als dass der Versicherte ab dem 1. Okto
ber 2013 Anspruch auf eine Invalidenrente im Umfang von 21 % hat.
Im Übri
gen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.
Die
Prozessentschädigung des vertretenen Beschwer
deführers
wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und nach dem Mass des Obsie
gens bemessen (Art. 61
lit
. g ATSG,
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich).
Nach bundesgerichtlicher Rechtspre
chung kann bei einem „Überklagen“ die Parteientschädigung unter der Voraus
setzung reduziert werden, dass das Rechtsbegehren den Prozessaufwand beein
flusst hat (BGE 117 V 4
0
7 E. 2c). Der Beschwerdeführer
berechnete
in seiner Beschwerde einen Invaliditätsgrad in der Höhe von 54 % (
Urk.
1 S. 9) und kritisierte in der Beschwerde neben der Höhe des
Valideneinkommens
, bezüglich welcher er teilweise obsiegt,
auch
die von der Suva festgelegte Arbeitsfähigkeit
sowie die
Festlegung des Invalideneinkommens (
Urk.
1 S. 5-9)
, was den Pro
zessaufwand
erheblich
beeinflusste
.
Da lediglich die Bemessung des
Validenein
kommens
geringfügig
von der Festlegung der Suva abweicht,
dieses indes auf
grund von Auskünften, die der Be
schwerdeführer eingeholt hatte,
ist
die Beschwerdegegnerin
demgemäss
zu verpflichten, dem
überwiegend unterliegen
den
Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessent
schädigung in der Höhe von
Fr.
1‘0
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
z
u bezahle
n. Die Kos
ten privat eingeholter Gutachten sind
nur
dann zu vergüten, wenn die
Parteiex
pertise
für die
Entscheidfindung
unerlässlich war (BGE 115 V 62 E. 5c
).
D
och das
vom Versicherten eingereichte
C.___
-Gutachten vom
2
4.
September 2014
(
Urk.
7/253
) war weder notwendig
noch für die
Entscheidfindung
unerlässlich, weshalb die Voraussetzungen einer Kostenübernahme nicht erfüllt sind.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt vom 1
3.
November 2014 insofern abge
ändert, als
festgestellt wird,
dass der
Beschwerdeführer
ab dem
1.
Oktober 2013 Anspruch auf eine Invalidenrente von 21 % hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine reduziert
e Prozessentschädigung von
Fr.
1‘0
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
iur
. André
Largier
-
Rechtsanwalt Reto Bachmann
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei s
ie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigNaef