# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9060a1b-1f50-5fc1-91c5-5e867f131cd2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.12.2014 E-6858/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6858-2014_2014-12-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-6858/2014 

 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  D e z e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Daniel Willisegger, 

mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;   

Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli. 

   Parteien 
 

A._______, 

Äthiopien,   

vertreten durch Bettina Surber, Rechtsanwältin, 

(…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 24. Oktober 2014 / N (…). 

 

 

E-6858/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge den Heimat-

staat am 30. Juli 2011 und reiste nach einem Aufenthalt im Sudan am 

9. Oktober 2011 in die Schweiz ein, wo sie am folgenden Tag um Asyl 

nachsuchte. Am 24. Oktober 2011 wurde sie im Empfangs- und Verfah-

renszentrum Vallorbe zur Person befragt (BzP). Das BFM hörte sie am 

16. April 2014 zu den Asylgründen an. Im Wesentlichen machte die Be-

schwerdeführerin geltend, sie sei äthiopische Staatsangehörige und in 

B._______ geboren. Ihre Mutter sei gestorben als sie vier Jahre alt ge-

wesen sei. Ihr Vater sei für die KINJT aktiv gewesen. Seit 2004 sei er ver-

schwunden. Sie und ihre Schwester seien daher mehrmals von der Poli-

zei nach dem Aufenthalt des Vaters befragt worden. Aus diesem Grund 

seien sie im Jahre 2007/08 von B._______ nach C._______ übersiedelt. 

Im Sommer 2010 habe sie ihr Nachbarn, ein ranghoher Beamter 

D._______, zu sich in die Wohnung gebeten. Dort habe er sie zuerst mit 

einer Waffe bedroht und dann vergewaltigt. Danach habe er sie unter To-

desdrohungen gewarnt, niemandem davon zu erzählen. Als ihre Schwes-

ter nach Hause gekommen sei, habe sie ihr über den Vorfall berichtet. 

Anschliessend seien sie gemeinsam ins Krankenhaus gegangen. Zwei 

Wochen später habe sie festgestellt, dass sie schwanger sei. Sie habe 

die Schwangerschaft abgebrochen. In der folgenden Zeit habe sie ihrem 

Nachbarn wöchentlich mindestens einmal zur Verfügung stehen müssen. 

Im Juni 2011 sei sie bei ihm eingezogen. Damit habe sie sich erhofft, 

dass sich die Situation bessern würde, was indes nicht der Fall gewesen 

sei. Als sie erneut schwanger geworden sei, habe ihre Schwester die 

Ausreise zu einer Tante im Sudan organisiert. Dort habe sie erneut einen 

Schwangerschaftsabbruch vorgenommen. Anschliessend habe sie den 

Sudan verlassen. 

B.  

Mit Verfügung vom 24. Oktober 2014 – eröffnet am 28. Oktober 2014 – 

stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete deren Vollzug an. 

C.  

Mit Eingabe vom 24. November 2014 reichte die Beschwerdeführerin 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, die Ver-

fügung sei aufzuheben und es sei ihr Asyl zu gewähren. Die Anordnung 

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der Wegweisung sei aufzuheben, eventualiter sei der Vollzug der Weg-

weisung bis zum Abschluss des Verfahrens zu sistieren.  

D.  

Mit Eingabe vom 3. Dezember 2014 reichte die Beschwerdeführerin ein 

ärztliches Schreiben vom Dr. med. E._______ vom 25. November 2014 

zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die 

Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung 

legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutre-

ten. 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige und unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 

AsylG). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Wer um Asyl nachsucht, muss gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingsei-

genschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Abs. 1). 

Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr 

Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält 

(Abs. 2). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tat-

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sachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Abs. 3). 

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in einem jüngeren Entscheid dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 

2010/57 E. 2.2 und 2.3). 

4.  

Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die 

Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten weder den Anforderungen an 

die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG noch denjenigen an das 

Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG stand.  

Zu Art. 3 AsylG führt die Vorinstanz aus, die geltend gemachten Befra-

gungen durch die heimatlichen Behörden nach dem Aufenthalt des Va-

ters würden in ihrem Ausmass keine asylrelevante Intensität erreichen. 

Dafür spreche auch, dass sich die Beschwerdeführerin nach Beginn der 

Befragungen noch weitere zwei bis zweieinhalb Jahre in B._______ auf-

gehalten habe. Zudem habe die Polizei nach dem Umzug nach 

C._______ in erster Linie die Schwester aufgesucht.  

Den Schluss auf Unglaubhaftigkeit der Vorbringen begründet die Vor-

instanz damit, dass sich die Beschwerdeführerin in zentralen Punkten der 

Asylbegründung widersprüchlich und wenig plausibel geäussert habe. 

Anlässlich der Erstbefragung habe sie ausgesagt, der Nachbar habe sie 

gezwungen, mit ihm zusammen zu leben. Demgegenüber habe sie an-

lässlich der Anhörung zu Protokoll gegeben, es sei ihre und die Idee ihrer 

Schwester gewesen, dies namentlich um die Situation zu verbessern und 

den Nachbar zu beruhigen. Der Mann seinerseits sei nicht an einer ernst-

haften Verbindung interessiert gewesen, habe sich indes von der 

Schwester überzeugen lassen. Diese massive Unstimmigkeit könne auch 

durch den Erklärungsversuch, die Idee sei von ihr gewesen, obwohl sie 

gewusst habe, dass er auch diesen Wunsch gehabt habe, nicht aufgelöst 

werden. Die Beschwerdeführerin habe sich weiter unvereinbar darüber 

geäussert, ob der Nachbar von der ersten Schwangerschaft und dem Ab-

bruch derselben gewusst habe. Darüber hinaus sei nicht nachvollziehbar, 

was die Beschwerdeführerin veranlasst habe, nach einem Jahr der sexu-

ellen Übergriffe und Drohungen freiwillig zu ihrem Peiniger zu ziehen. 

Auch sei nicht klar, weshalb die Beschwerdeführerin während einem Jahr 

nichts unternommen habe, dann aber nach nur gerade zwei Monaten des 

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Zusammenlebens in den Sudan ausgereist sei. Schliesslich seien die 

Schilderungen äusserst knapp und ohne Substanz ausgefallen. Die Be-

schwerdeführerin sei weder in der Lage gewesen, den Mann zu charakte-

risieren noch die Vergewaltigung substantiiert darzutun.  

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerin rügt vorab eine unrichtige und unvollständige 

Feststellung des Sachverhalts.  

Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein fal-

scher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise 

falsch gewürdigt worden sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demge-

genüber unvollständig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentli-

chen Sachumstände berücksichtigt werden (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Ver-

waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 

2013, Rz. 630). 

Mit ihren Ausführungen zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf noch ist 

ersichtlich, inwieweit der der Verfügung zugrunde gelegte Sachverhalt 

falsch oder aktenwidrig sein soll oder welche Beweismittel falsch gewür-

digt worden seien. Ebenso wenig zeigt sie auf, welche rechtswesentli-

chen Umstände unberücksichtigt geblieben sein sollen. Ihre Ausführun-

gen richten sich denn auch nicht gegen die Sachverhaltsfeststellungen 

der Vorinstanz, sondern gegen die ihr zugrundliegende Beweiswürdigung 

und die rechtliche Würdigung der Aussagen. Darauf ist nachfolgend ein-

zugehen. Die Rüge der unrichtigen beziehungsweise unvollständigen 

Sachverhaltsfeststellung erweist sich demnach als unbegründet. 

5.2 Die Beschwerdeführerin macht in der Rechtsmitteleingabe sodann 

geltend, die Erstaussage betreffend das Zusammenleben mit dem Nach-

bar sei allenfalls nicht präzise protokolliert worden. Indes unterlässt sie es 

auch nur schon ansatzweise zu substantiieren, was genau nicht korrekt 

protokolliert worden wäre. Solches ist auch nicht ersichtlich.  

5.3 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Vorinstanz habe den Mass-

stab des Glaubhaftmachens nicht richtig angewendet und damit Bundes-

recht verletzt. 

Die vorinstanzliche Beweiswürdigung in Bezug auf das Glaubhaftmachen 

ist indes nicht zu beanstanden. In der angefochtenen Verfügung wird im 

Einzelnen dargelegt, aus welchen Gründen die Vorbringen der Be-

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schwerdeführerin widersprüchlich, nicht plausibel, stereotyp, äusserst 

knapp sowie ohne Substanz und damit nicht glaubhaft sind. Was in der 

Rechtsmitteleingabe dagegen vorgebracht wird, ist nicht geeignet, die 

Aussagen in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Entgegen der 

Ansicht der Beschwerdeführerin kann die Unstimmigkeit betreffend das 

Zusammenleben mit dem Nachbar nicht insoweit aufgelöst werden, als 

das ständige sich dem Nachbar zur Verfügunghalten als Zwang zum Zu-

sammenwohnen interpretiert werden kann. Auch kann aus dem blossen 

Hinweis auf das Schicksal von Kemilat nicht geschlossen werden, dass 

es sich bei den geltend gemachten Vergewaltigungen um tatsächlich Er-

lebtes handelt. Wie bereits die Vorinstanz ausgeführt hat, sind die ent-

sprechenden Aussagen der Beschwerdeführerin stereotyp. Darüber hin-

aus sind sie auch ohne jegliche Realkennzeichen und persönliche Betrof-

fenheit. Schliesslich legt die Beschwerdeführerin mit dem Wiederholen ih-

rer Aussagen und dem Festhalten an deren Wahrheitsgehalt nicht sub-

stantiiert dar, inwiefern die Vorinstanz zu Unrecht auf Unglaubhaftigkeit 

der Vorbringen geschlossen hat. Die Rüge erweist sich als unzutreffend.  

Nachdem es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, ihre Vorbringen, 

namentlich die geltend gemachte Vergewaltigung, glaubhaft zu machen, 

sind diese entgegen ihrer Ansicht nicht unter dem Blickwinkel von Art. 3 

AsylG zu prüfen. Auf die entsprechenden Ausführungen in der Eingabe ist 

nicht weiter einzugehen.  

5.4 Die Beschwerdeführerin hat somit nichts vorgebracht, das geeignet 

wäre, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft zu ma-

chen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

6.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegwei-

sung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht 

eintritt. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde zu 

Recht angeordnet. 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

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den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG (SR 142.20).  

7.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. Da die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 

Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zu-

lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver-

fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

[FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK).  

Weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten 

ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 

Ausschaffung nach Äthiopien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 

7.3  

7.3.1 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

Auf Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung aufgrund einer medi-

zinischen Notlage ist zu schliessen, wenn eine notwendige medizinische 

Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr 

zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Ge-

sundheitszustandes der betroffenen Person führen würde. Als wesentlich 

gilt dabei die allgemeine und dringende medizinische Behandlung, wel-

che zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut not-

wendig ist (BVGE 2011/50 E. 8.3). 

7.3.2 Die Beschwerdeführerin hat ein ärztliches Schreiben eingereicht. 

Gemäss diesem hat der Arzt nach einem Gespräch eine Anpassungsstö-

rung mit depressiver und psychosomatischer Reaktion diagnostiziert und 

vermutet weiter eine posttraumatische Belastungsreaktion nach schwerer 

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Traumatisierung. Die Beschwerdeführerin gebe an, an Kopfschmerzen, 

Übelkeit und Erbrechen sowie Ein- und Durchschlafstörungen zu leiden. 

Als Ursache führt der Arzt die von der Beschwerdeführerin im Rahmen 

des Asylverfahrens geltend gemachten Gründe auf. Schliesslich hält er 

fest, die Beschwerdeführerin äussere keine konkreten Behandlungswün-

sche und verschrieb ihr ein Antidepressivum. Abschliessend hielt er fest, 

es sei unklar, welche Richtung die Behandlung nehmen werde. 

Das Bundesverwaltungsgericht erachtet die Asylvorbringen als nicht 

glaubhaft. Insoweit müssen die gesundheitlichen Probleme der Be-

schwerdeführerin anderer Ursache sein, als vom Arzt in seinen Zeugnis 

angenommen wird. Dem ärztlichen Schreiben sind sodann keine Hinwei-

se zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin auf eine dringende medi-

zinische Behandlung, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdi-

gen Existenz absolut notwendig ist, angewiesen ist. Solches ist auch auf-

grund der Akten nicht ersichtlich. Zum einen hat die Beschwerdeführerin  

keine konkreten Behandlungswünsche, zum andern ist die Richtung einer 

allenfalls weiteren Behandlung noch offen. Jedenfalls aber ist festzuhal-

ten, dass sich die Beschwerdeführerin nun schon seit rund drei Jahren in 

der Schweiz aufhält und bis zum negativen Entscheid offensichtlich nicht 

schwerwiegend unter den geltend gemacht gesundheitlichen Beschwer-

den litt, ansonsten sie früher einen Arzt aufgesucht hätte. Es liegen somit 

keine medizinischen Gründe vor, die gegen die Zumutbarkeit des Voll-

zugs Wegweisung sprechen. Bei dieser Sachlage besteht keine Veran-

lassung, den Eingang eines weiteren, ausführlichen Arztberichtes abzu-

warten.  

7.3.3 Gemäss konstanter Rechtsprechung ist der Vollzug der Wegwei-

sung nach Äthiopien zumutbar. Die allgemeine Lage in Äthiopien ist we-

der durch Krieg, Bürgerkrieg noch durch eine Situation allgemeiner Ge-

walt gekennzeichnet, aufgrund derer die Zivilbevölkerung allgemein als 

konkret gefährdet bezeichnet werden müsste (vgl. Urteil des Bundesver-

waltungsgerichtsE-2097/2008 vom 7. Juli 2011). 

Der vorgenannte Entscheid des Gerichts äussert sich auch ausführlich 

zur Situation alleinstehender Frauen in Äthiopien. Namentlich wird fest-

gehalten, dass nicht verheiratete, alleinlebende Frauen von der Gesell-

schaft - auch der städtischen - nicht akzeptiert würden. Insbesondere ge-

he die Gesellschaft davon aus, dass die Frauen auf der Suche nach se-

xuellen Abenteuern seien. Für alleinstehende Frauen sei es daher 

schwierig, ohne Hilfe von Bekannten eine Wohnung zu finden. Sodann 

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liege die Arbeitslosigkeit von Frauen in Addis Abeba zwischen 40 und 

55%. Eine höhere Schulbildung, ein Leben in der Stadt und das Verfü-

gung über finanzielle Mittel erhöhe indes die Möglichkeit einer selbständi-

gen Erwerbstätigkeit.  

Weiter wird im vorgenannten Entscheid festgehalten, dass in Äthiopien in 

den letzten Jahren ein wirtschaftlicher Boom mit zeitweilig zweistelligen 

Wachstumsraten zu verzeichnen gewesen sei, von welchem vorab die 

urbane Mittelschicht profitiert habe, und dass Addis Abeba bessere Ar-

beits- und Einkommensmöglichkeiten biete als andere Städte oder ländli-

che Regionen.  

7.3.4 Die Beschwerdeführerin ist in B._______ geboren. 2007/2008 über-

siedelte sie mit ihrer Schwester nach C._______, wo sie sich bis zu ihrer 

Ausreise im Jahre 2011 aufhielt. Die Beschwerdeführerin hat die prägen-

den Kinder- und Jugendjahre in Äthiopien verbracht. Es ist daher davon 

auszugehen, dass sie mit den dortigen Lebensgewohnheiten und Traditi-

onen nach wie vor vertraut ist. Bis zur Ausreise hat sie mit ihrer Schwes-

ter zusammengelebt, welche auch für ihren Unterhalt aufgekommen ist. 

Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin lebt die Schwester nach 

wie vor in C._______. Dass die Beschwerdeführerin keine weiteren Ver-

wandten im Heimatstaat haben soll, wird in Anbetracht der soziologisch-

gesellschaftlichen Verhältnisse in Äthiopien bezweifelt. Mit ihrer Schwes-

ter verfügt die Beschwerdeführerin aber, wenn auch nicht über ein gros-

ses, so doch über ein bestehendes soziales Beziehungsnetz, auf welches 

sie bei einer Rückkehr zurückgreifen kann. Namentlich ist davon auszu-

gehen, dass sie bei einer Rückkehr nach C._______ erneut bei ihrer 

Schwester Aufnahme finden kann. Weiter hat die Beschwerdeführerin 

während zehn Jahren die Schule besucht und verfügt damit über eine 

sehr gute Ausbildung. Auch wenn sie noch keine Arbeitserfahrungen hat, 

ist in Anbetracht der vorstehend dargelegten wirtschaftlichen Situation 

davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr in die Stadt C._______, 

welche über (…) Einwohner hat und in der ein jährliches Wachstum von 

über (…) besteht, allenfalls mit Hilfe ihrer Schwester und deren Bekann-

ten eine Anstellung finden wird und eine neue Existenz aufbauen kann.  

Trotz der schwierigen Lebensumstände für alleinstehende Frauen geht 

das Gericht im Falle der Beschwerdeführerin angesichts ihrer persönli-

chen Voraussetzungen davon aus, dass es ihr möglich und zumutbar ist, 

sich sowohl sozial als auch wirtschaftlich in ihrem Heimatland wieder zu 

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integrieren. Der Vollzug der Wegweisung ist daher als zumutbar zu erach-

ten. 

7.4 Es obliegt der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen Vertre-

tung Äthiopiens die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente für 

sich zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.5 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zu-

mutbar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen 

Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).  

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.  

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 

– 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-

digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Willisegger Barbara Balmelli 

 

 

Versand: