# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b43a1ac5-2c22-5651-8b41-b45546878839
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.12.2008 E-7693/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7693-2008_2008-12-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7693/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

X.________ Gambia,
vertreten durch lic. iur. Emil Nisple, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 18. November 2008 / N_______..

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7693/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  – gambischer  Staatsangehöriger,  ethni-
scher Mandinko aus A._______  – seinen Heimatstaat eigenen Anga-
ben zufolge circa um den 20. Oktober 2008 verliess und über Senegal, 
Niger, Libyen, Italien und Frankreich in die Schweiz gelangte, wo er am 
27. Oktober 2008 um Asyl nachsuchte,

dass der Beschwerdeführer am 4. November 2008 im Transitzentrum 
(TZ)  Altstätten  kurz  befragt  und  am 13. November  2008  im Beisein 
einer Vertrauensperson (vgl. act. 12) durch das BFM einlässlich zu den 
Asylgründen  angehört  wurde,  wobei  er  im  Wesentlichen  geltend 
machte,  (Angaben  zur  familiären  Situation  des  Beschwerdeführers) 
(vgl. A1, S. 2; A15, S. 3),

dass er weder eine Schule besucht noch einen Beruf erlernt habe und 
Analphabet sei (vgl. A1, S. 2 f.),

dass er  unmittelbar vor seiner  Ausreise aus Gambia beim Sammeln 
von  Holz  eine  in  seiner  Nähe  stehende  Person  mit  seiner  Axt  am 
Bauch verletzt  habe, weil sich deren Metallklinge beim Holzschlagen 
gelöst habe,

dass er, als er von einem Dorfmitglied erfahren habe, dass der jüngere 
Bruder des Verletzten bereits dessen Angehörige über den Vorfall  in 
Kenntnis gesetzt habe, aus Angst um sein Leben geflüchtet sei (vgl. 
A1, S. 4; A15, S. 7 f.),

dass er, ohne nach Hause zurückzukehren, mit nichts als seinen Klei-
dern  nach  Senegal  gerannt  sei  (vgl.  A1,  S. 4;  A15,  S. 7)  und  über 
Niger, Libyen, Italien und Frankreich unter Umgehung der Grenzkon-
trollen in die Schweiz eingereist sei,

dass  der  Beschwerdeführer  am  26.  Oktober  2008  von  Frankreich 
herkommend an der Grenze zur Schweiz von den Grenzwachbehörden 
Genf-Cornavin angehalten wurde (vgl. A5, S. 1/2 ff.),

dass die französischen Behörden am 5. November 2008 einem Rück-
übernahmebegehren der Schweiz vom 4. November 2008 zustimmten 
(vgl. A8 und A7),

Seite 2

E-7693/2008

dass  eine  Knochenalterbestimmung  nach  Greulich-Pyle  vom  6.  No-
vember 2008 ergeben hat,  dass das Knochenalter  des Beschwerde-
führers auf 19 Jahre oder mehr hindeute (vgl. A9),

dass  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Anhörung  vom  13.  No-
vember  2008  das  rechtliche  Gehör  zu  einer  allfälligen  Rückführung 
nach Frankreich und zum Ergebnis der Knochenaltersanalyse gewährt 
wurde,  wozu  er  im Wesentlichen  geltend  machte,  er  habe  in  Italien 
vernommen, "die Schweiz sei  das beste Land für  einen Asylsuchen-
den" und er nicht nach Frankreich zurückgeführt werden wolle, zumal 
er  dort  niemanden kenne und dort  auch kein Asylgesuch einreichen 
wolle (vgl. A15, S. 6),

dass  ihm  sein  Ziehvater  im  vergangenen  Jahr  gesagt  habe,  er  sei 
1992 geboren, worauf er aufgrund dieser Angabe ausgerechnet habe, 
dass er 17 Jahre alt  sein müsse, er sich bei der Berechnung seines 
Jahrgangs aber möglichweise geirrt haben könne (vgl. A15, S. 4),

dass das BFM mit Verfügung vom 18. November 2008  – eröffnet am 
26. November  2008  – in  Anwendung  von Art.  34  Abs. 2  Bst.  a  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asyl-
gesuch nicht eintrat und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus 
der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  es  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  die  Vorausset-
zungen von Art. 34 Abs. 2 Bst. a  AsylG i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. b 
AsylG  seien  vorliegend  erfüllt,  da  der  Bundesrat  Frankreich  als 
sicheren  Drittstaat  bezeichnet  habe,  der  Beschwerdeführer  sich  vor 
der  Einreise  in  die  Schweiz  dort  aufgehalten  und  jenes  Land  die 
Bereitschaft zur Rückübernahme erklärt habe,

dass der Beschwerdeführer weder Personen, zu denen er eine enge 
Beziehung habe, noch nahe Angehörige in der Schweiz habe,

dass er zudem die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 AsylG nicht 
erfülle,  zumal  seine  Aussagen  zu  seinen  Asylgründen  offensichtlich 
unsubstanziiert  und  realitätsfremd  ausgefallen  und  damit  nicht  als 
glaubhaft zu werten seien,

dass im Übrigen seine Vorbringen und Schilderungen zu seinem Rei-
seweg sowie zu den Fluchtgründen und -umständen jeglicher Glaub-
haftigkeit entbehrten,

Seite 3

E-7693/2008

dass  keine  Hinweise  bestehen  würden,  wonach  in  Frankreich  kein 
effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG 
bestehe,

dass auch keine anderen Gründe gegen die Rückschaffung des Be-
schwerdeführers nach Frankreich sprächen,

dass daher die Voraussetzungen von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt 
seien und auf das Asylgesuch nicht eingetreten werde,

dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle  und keine Gründe ersichtlich  seien,  die  auf  Unzulässigkeit, 
Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzuges  in 
den Drittstaat Frankreich schliessen lassen würden, zumal Frankreich 
effektiven Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG biete 
und  das  Land  einer  Rückübernahme  des  Beschwerdeführers  zuge-
stimmt habe,

dass  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  unter  dem Aspekt  des 
Übereinkommens  vom  20. November  1989  über  die  Rechte  des 
Kindes  (KRK,  SR  0.107)  als  zulässig  erweise,  zumal  die  Signatar-
staaten  – wozu auch Frankreich gehöre  – insbesondere gemäss Art. 
22 KRK verpflichtet seien, einerseits im Rahmen des innerstaatlichen 
Rechts  geeignete  Massnahmen  zu  treffen  und  andererseits  an  den 
internationalen Bemühungen mitzuarbeiten,  um die familiären Bezie-
hungen dieser Personen bestimmen zu können,

dass  sich  damit  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Frankreich  als 
zulässig erweise,

dass  der  Beschwerdeführer mit  Eingabe  vom  1.  Dezember  2008  – 
Poststempel  – gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerde  erhob  und  dabei  beantragt,  die  Verfügung  des 
BFM sei zwecks Eintretens auf das Asylgesuch vollumfänglich aufzu-
heben und zur materiellen Beurteilung an das BFM zurückzuweisen, 

dass er in prozessualer Hinsicht beantragt, es sei ihm die unentgelt-
liche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021) zu gewähren,

Seite 4

E-7693/2008

dass  er  ausführt,  das  BFM übersehe,  dass  er  minderjährig  sei  und 
eine Rückschaffung nach Frankreich für ihn nicht in Betracht komme, 
zumal  er  nur  zwecks  Durchreise  Richtung  Schweiz  in  Frankreich 
gewesen sei, dort jedoch weder ein Asylgesuch gestellt, noch sonstige 
Hilfe in Anspruch genommen habe, 

dass  vorliegend die  Drittstaatenregelung  – trotz  der   Mindestaufent-
haltsdauer  im  Drittstaat,  die  mit  der  Gesetzesrevision  abgeschafft 
worden sei – nicht ohne Weiteres zur Anwendung gelangen dürfe, weil 
er  noch  minderjährig  sei  und  besonderer  Schutzmassnahmen  im 
Sinne der Kinderrechtskonvention bedürfe, 

dass  das  BFM  klar  gegen  die  Bestimmungen  der  Kinderrechts-
konvention  über  den  Schutz  und  die  Unterstützung  des  Kindes  ver-
stossen habe, zumal es ihn offensichtlich nach Frankreich abschieben 
wolle,  ohne  dass  die  Behörden  näher  geprüft  hätten,  ob  entspre-
chende Schutzbestimmungen greifen beziehungsweise ob er bei einer 
Rückkehr  nach  Frankreich  den  ihm  zustehenden  Schutz  erhalten 
würde,

dass zudem keine Garantie bestehe, dass Frankreich minderjährigen 
Asylbewerbern den gleichen Schutz gewähre wie die Schweiz,

dass vor diesem Hintergrund der Entscheid des BFM willkürlich und 
daher aufzuheben sei,

dass die vorinstanzlichen Akten am 2. Dezember 2008 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Ergwägung

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art.  31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32];  Art.  83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 

Seite 5

E-7693/2008

beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass einer urteilsfähigen, unbegleiteten und nicht vertretenen minder-
jährigen  Person  für  die  Dauer  des  Asylverfahrens  eine  Vertrauens-
person beizuordnen ist, bevor die erste Anhörung zu den Asylgründen 
durchgeführt  wird (vgl. Art. 17 Abs. 3 AsylG; Art. 7 Abs. 3 und 5 der 
Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 1998 Nr. 13; Nr. 18; 2003 Nr. 3),

dass der Beschwerdeführer bei Einreichung seines Asylgesuchs in der 
Empfangsstelle am 27. Oktober 2008 angab, er sei am 22. Juli  1992 
geboren und damit minderjährig,

dass  daher  für  den  Beschwerdeführer  von der  Hilfswerkorganisation 
Caritas vor  der  Anhörung vom 13. November  2008 eine Vertrauens-
person  ernannt  wurde,  womit  den  oben  genannten  gesetzlichen 
Voraussetzungen  und  der  Rechtsprechung  genügend  Rechnung  ge-
tragen wurde,

dass der Beschwerdeführer legitimiert ist und auf die form- und frist-
gerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2 
AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbstständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
EMARK 2004 Nr. 34 E. 2.1, S. 240 f.),

Seite 6

E-7693/2008

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell  geprüft  hat,  weshalb  dem Bundesverwaltungsgericht  diesbezüg-
lich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass gemäss der revidierten,  am 1. Januar 2008 in  Kraft  getretenen 
Bestimmung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche in der 
Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  sicheren 
Drittstaat  nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren können, in 
welchem sie sich vorher aufgehalten haben,

dass nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG der Bundesrat Staaten bezeich-
nen kann, in denen nach seinen Feststellungen effektiver Schutz vor 
Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht,

dass der vorangegangene Aufenthalt des Beschwerdeführers in Frank-
reich – auch wenn nur zum Transit – aktenkundig und unbestritten ist,

dass Frankreich – zusammen mit allen anderen EU- und EFTA Staaten 
– zuletzt  am 14. Dezember 2007 (in  Kraft  seit  1. Januar 2008)  vom 
Bundesrat als sicherer Drittstaat bezeichnet worden ist, 

dass  der  Beschwerdeführer  –  wie  vom BFM zutreffend erkannt  –  in 
den sicheren Drittstaat Frankreich zurückkehren kann, da dessen Be-
hörden  mit  nach  wie  vor  gültiger  Erklärung  vom 5.  November  2008 
gegenüber der Schweiz die Rückübernahme ausdrücklich zugesichert 
haben (vgl. A8, S. 2),

dass nach Art. 34 Abs. 3 AsylG die Bestimmung von Abs. 2 dieses Ar-
tikels keine Anwendung findet, wenn Personen, zu denen die asylsu-
chende Person enge Beziehungen hat,  oder nahe Angehörige in der 
Schweiz  leben  (Bst.  a),  die  asylsuchende  Person  offensichtlich  die 
Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt (Bst. b) oder Hinweise 

Seite 7

E-7693/2008

darauf  bestehen,  dass im Drittstaat  kein  effektiver  Schutz  vor Rück-
schiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Bst. c),

dass die Voraussetzungen der Anwendbarkeit von Art. 34 Abs. 2 Bst. a 
AsylG i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG vorliegend in Bestätigung der 
vorinstanzlichen Erkenntnisse erfüllt sind,

dass der Beschwerdeführer nie behauptete, er hätte zur Schweiz enge 
Beziehungen oder nahe Angehörige in der Schweiz, 

dass  unerheblich  ist,  ob  der  Beschwerdeführer  persönliche  Anknüp-
fungspunkte zu Frankreich hat (Botschaft des Bundesrates zur Ände-
rung des Asylgesetzes vom 4. September 2002 [02.060] S. 6884; dem-
gegenüber  zur  alten  Rechtslage  der  vorsorglichen  Wegweisung  in 
einen Drittstaat EMARK 1994 Nr. 12 und EMARK 1997 Nr. 16),

dass überdies gemäss der Drittstaatenregelung unbeachtlich ist, ob im 
Drittstaat  ein  Asylverfahren  hängig  oder  schon  abgeschlossen  ist 
(a.a.O. S. 6884),

dass  bei  Anwendung  des  neuen  Nichteintretens-Tatbestandes  von 
Art. 34 Abs. 2 AsylG (sicherer Drittstaat) und im Unterschied zu Abs. 1 
der gleichen Bestimmung (safe country im Sinne eines verfolgungssi-
cheren Herkunftslandes)  nicht  zu  prüfen ist,  ob  Hinweise auf  Verfol-
gung  vorliegen,  sondern  lediglich  die  Ausnahmeklausel  von  Art.  34 
Abs. 3 Bst. b AsylG zu beachten ist, wonach von einer Wegweisung in 
den Drittstaat  dann abgesehen wird,  wenn die asylsuchende Person 
offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft erfüllt,

dass somit das BFM nicht darlegen muss, dass der Beschwerdeführer 
die  Flüchtlingseigenschaft  offensichtlich  nicht  erfüllt,  sondern  bereits 
die  Feststellung  genügt,  dass  die  Flüchtlingseigenschaft  jedenfalls 
nicht offensichtlich zutage tritt,

dass sich, wie in der angefochtenen Verfügung zutreffend erkannt, aus 
den Akten keine konkreten Hinweise zur offensichtlichen Annahme der 
Flüchtlingseigenschaft ergeben und auf die betreffenden Erwägungen 
verwiesen werden kann,

dass  die  Beschwerdeschrift  keine Anhaltspunkte  für  eine  gegenüber 
den vorinstanzlichen Erkenntnissen andere Betrachtungsweise in der 
Eintretensfrage enthält,

Seite 8

E-7693/2008

dass insbesondere an der angeblichen Minderjährigkeit des Beschwer-
deführers  erhebliche  Zweifel  bestehen,  zumal  er  bei  der  kantonalen 
Anhörung vom 13. November 2008 ausgesagt hat, sein Ziehvater, der 
letztes Jahr verstorben sei, habe ihm vor dessen Tod gesagt, er sei 17 
Jahre alt (vgl. A15, S. 4 Frage 23 und 30), was heisst, dass er heute 
18 Jahre alt sein müsste und mithin volljährig wäre,

dass darüber hinaus das Ergebnis der Knochenaltersbestimmung vom 
6. November 2008 ergeben hat, dass der Beschwerdeführer mindes-
tens 19 Jahre alt sei (vgl. A9), was die Vermutung seiner Volljährigkeit 
erhärtet,

dass  die  kostenlosen  Flucht-  und  Reiseumstände  des  Beschwerde-
führers realitätsfremd und damit nicht glaubhaft ausgefallen sind und 
er insbesondere bei der summarischen Befragung aussagte, er sei mit 
einem PW von A._______ nach Senegal geflüchtet (vgl. A1, S. 4), um 
im Widerspruch dazu anlässlich der kantonalen Anhörung zu Protokoll 
zu  geben,  er  sei  ohne  nach  A._______  zurückzukehren  direkt  vom 
Busch her, zur Grenze nach Senegal gerannt (vgl. A15, S. 7),

dass in diesem Zusammenhang unrealistisch ist, dass der Beschwer-
deführer  bis  zur  senegalesichen  Grenze  gerannt  sein  will,  zumal 
A._______  rund  (...)  Kilometer  von  der  Grenze  zu  Senegal  entfernt 
liegt und dabei noch die (...) werden müsste, 

dass  des  Weiteren  erhebliche  Zweifel  an  seinem  Wohnsitz  in 
A._______ bestehen,  zumal  angenommen werden muss,  dass  es  in 
A._______  – entgegen seiner  Behauptung – Adressen geben muss, 
da  A._______  mit  knapp  350'000  Einwohnern  zum  Ballungsraum 
B._______  gehört  und  heute  als  wichtigstes  Markt-  und  Handels-
zentrum für ganz Gambia von grosser Bedeutung ist,

dass  im  Übrigen  unglaubhaft  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  unter 
Umgehung der strengen Grenzkontrollen ohne Reisepapiere und ohne 
kontrolliert zu werden in Frankreich eingereist sein will,

dass schliesslich auch an seiner Identität erhebliche Zweifel bestehen, 
da  er  vor  den  französischen  Grenzwachbehörden  geltend  machte, 
Y._______ zu heissen (vgl. A5, S. 1/2), 

dass  es  sich  damit  erübrigt  auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der 
Beschwerdeschrift vom 1. Dezember 2008 näher einzugehen, 

Seite 9

E-7693/2008

dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  a 
AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein-
getreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeord-
net wurde,

dass das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be-
stimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art. 83  Abs. 1 des Bundes-
gesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK),

dass vorliegend einzig ein  Vollzug der  Wegweisung nach Frankreich 
zur Diskussion steht, nicht aber ein solcher in das Heimatland des Be-
schwerdeführers,

dass Frankreich die Rückübernahme zugesichert hat, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgebenden 
völker- und landesrechtlichen Bestimmungen (insb. auch Art. 3 EMRK) 
zulässig ist, da der Beschwerdeführer in Frankreich offensichtlich nicht 
an Leib, Leben oder Freiheit gefährdet ist oder eine menschenrechts-
widrige Behandlung zu befürchten hat und er dort zudem – wie bereits 

Seite 10

E-7693/2008

oben erkannt – Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 
AsylG findet,

dass  auch  die  Kinderrechtskonvention  der  Zulässigkeit  einer  Rück-
führung  nach  Frankreich  nicht  entgegensteht  und  Frankreich  selber 
Signatarstaat  dieses  Vertragswerkes  der  UNO  ist  (Inkrafttreten  in 
Frankreich am 18. November 2002) und demgemäss Frankreich dazu 
verpflichtet ist, minderjährigen Asylbewerbern im Rahmen der Kinder-
rechtskonvention Schutz zu gewähren, 

dass  im Übrigen  auf  die  ausführlichen vorinstanzlichen Erwägungen 
zu verweisen ist,

dass weder die in Frankreich herrschende allgemeine Lage noch sons-
tige Gründe gegen die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzuges des 
Beschwerdeführers nach Frankreich sprechen,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Frank-
reich schliesslich möglich ist, da keine konkreten Vollzugshindernisse 
ersichtlich sind (Art. 83 Abs. 2 AuG) und die französischen Behörden 
die Rückübernahme zugesichert haben,

dass nach dem Gesagten der vom BFM angeordnete Vollzug der Weg-
weisung als rechtmässig zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1 - 4),

dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist darzutun, inwiefern 
die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheb-
lichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unange-
messen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  abzuweisen ist,

dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen 
ist,  da  die  Begehren  –  wie  sich  aus  den  vorliegenden  Erwägungen 
ergibt –  als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die kumula-
tiven Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

Seite 11

E-7693/2008

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 12

E-7693/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (vorab  per  Telefax, 
Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Transitzentrum  Altstätten,  zu  den  Akten  Ref.-Nr. 
N_______(per Telefax)

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand: 

Seite 13