# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8fb1e81-e84b-5886-a5f8-13763a887321
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 19.03.2025 SST.2024.276
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-276_2025-03-19.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 3. Kammer 

 

SST.2024.276 
(ST.2024.163; STA.2023.7609) 

 

 

Urteil vom 19. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Möckli, Präsidentin 

Oberrichterin Plüss  

Oberrichter Fedier  

Gerichtsschreiber Hüsler        

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

    
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1972, von Deutschland, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Andreas Braun,  

[…]   

  

 
 

Gegenstand  Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erliess am 23. November 2023 

einen Strafbefehl mit folgendem Sachverhalt: 

 

Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts 
[…] 
 
Gemessene Geschwindigkeit:    117 km/h 
Zulässige Geschwindigkeit: 1   180 km/h 
Sicherheitsmarge:   1 1 114 km/h 
Strafbare Geschwindigkeitsüberschreitung:  130 km/h 
 
Begangen: 
Fahrzeug: Personenwagen 'Mercedes-Benz' FL […] 
Ort:  5024 Küttigen, Staffeleggstrasse, Fahrtrichtung Densbüren 
Zeit: Samstag, 2. September 2023, 13.09 Uhr 
 
Vorgehen: 
Zur vorgenannten Zeit fuhr der Beschuldigte mit dem Personenwagen 'Mercedes-Benz' 
FL […] in Küttigen auf der Staffeleggstrasse in Richtung Densbüren. Dabei hat er die örtlich 
zulässige Höchstgeschwindigkeit um strafbare 33 km/h überschritten. Durch diese massive 
Geschwindigkeitsüberschreitung bildete der Beschuldigte für sich und weitere Verkehrs-
teilnehmer eine erhöhte abstrakte Gefahr. 

 

Sie verurteilte den Beschuldigten dafür mit einer unbedingten Geldstrafe 

von 20 Tagessätzen zu Fr. 120.00, ersatzweise 20 Tage Freiheitsstrafe. 

 

2. 

Auf Einsprache erkannte die Präsidentin des Bezirksgerichts Aarau mit 

Urteil vom 21. Oktober 2024: 

 

1. 
Der Beschuldigte ist schuldig der Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit 
ausserorts gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b 
VRV. 

 
2. 
2.1. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten Bestimmungen und gestützt 
auf Art. 34 und Art. 47 StGB zu 30 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der Tagessatz wird 
auf Fr. 230.00 festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft sich auf Fr. 6'900.00. 
 
2.2. 
Wird die Geldstrafe nicht bezahlt, so wird gestützt auf Art. 36 Abs. 1 StGB eine 
Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen vollzogen. 

  

 - 3 - 

 

 

3. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gerichtsgebühr von    Fr. 1'200.00 
b) der Anklagegebühr von     Fr.  1'900.00 
c) andere Auslagen     Fr.      63.00 
Total      Fr. 2'163.00 
 
Dem Beschuldigten werden die Gerichtsgebühr und die Anklagegebühr sowie die Kosten 
gemäss lit. c) im Gesamtbetrag von Fr. 2'163.00 auferlegt. 
 
4. 
Der Beschuldigte trägt seine Parteikosten selbst. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 12. Dezember 2024 beantragte der 

Beschuldigte: 

 

1. Es seien die Dispositivziffern 1, 2 (2.1 und 2.2), 3, 4 des angefochtenen Urteils 
aufzuheben. 

 
2. Der Beschuldigte und Berufungskläger sei von Schuld und Strafe vollumfänglich 

freizusprechen. 
 
3. Dem Beschuldigten und Berufungskläger sei eine noch zu beziffernde Entschädigung 

zuzusprechen. 
 
4. Sämtliche Kosten des Strafverfahrens seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu 

nehmen. 
 
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 
 

3.2. 

Mit Eingabe vom 6. Januar 2025 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie 

darauf verzichte, einen Nichteintretensantrag zu stellen beziehungsweise 

Anschlussberufung zu erklären. 

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 14. März 2025 (Postaufgabe am 17. März 2025) stellte 

der Beschuldigte zahlreiche Beweisergänzungsanträge. 

 

3.4. 

Die Hauptverhandlung mit Befragung des Beschuldigten fand am 19. März 

2025 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei von Schuld und Strafe 

freizusprechen. Das vorinstanzliche Urteil ist somit vollständig angefochten 

 - 4 - 

 

 

und zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). Da keine Anschlussberufung 

erhoben wurde, ist das Obergericht an das Verschlechterungsverbot 

gebunden (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

 

2. 

Zunächst ist auf die formellen Einwände des Beschuldigten einzugehen. 

 

2.1. 

2.1.1. 

Der Beschuldigte macht geltend, sein rechtliches Gehör sei verletzt 

worden, indem sich die Kantonspolizei geweigert habe, das Video, die 

Rohdaten sowie die Kalibrierungs- und Wartungsprotokolle der Geschwin-

digkeitsmessung vom 2. September 2023 herauszugeben (Berufungs-

begründung, Rz. 14 ff. S. 4 f.). 

 

2.1.2. 

Aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 6 Ziff. 3 EMRK verankerten 

Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich für die beschuldigte Person das 

grundsätzlich uneingeschränkte Recht, in alle für das Verfahren 

wesentlichen Akten Einsicht zu nehmen. Das Akteneinsichtsrecht soll 

sicherstellen, dass die beschuldigte Person als Verfahrenspartei von den 

Entscheidgrundlagen Kenntnis nehmen und sich wirksam und sach-

bezogen verteidigen kann. Dem Recht auf Akteneinsicht steht daher im 

Strafverfahren als elementarer Grundsatz die Aktenführungs- und 

Dokumentationspflicht der Behörden gegenüber. Diese sind verpflichtet, 

alle verfahrensrelevanten Vorgänge schriftlich festzuhalten und die Akten 

vollständig und korrekt anzulegen und zu führen. In einem Strafverfahren 

bedeutet dies, dass die Beweismittel, jedenfalls soweit sie nicht unmittelbar 

an der gerichtlichen Hauptverhandlung erhoben werden, in den Unter-

suchungsakten vorhanden sein müssen und dass aktenmässig belegt sein 

muss, wie sie produziert wurden. Damit soll die beschuldigte Person in die 

Lage versetzt werden zu prüfen, ob sie inhaltliche oder formelle Mängel 

aufweisen und gegebenenfalls Einwände gegen deren Verwertbarkeit 

erheben kann. Dies ist Voraussetzung dafür, dass sie ihre Verteidigungs-

rechte überhaupt wahrnehmen kann. In der Strafprozessordnung werden 

die Grundsätze zur Aktenführungs- und Dokumentationspflicht nunmehr 

in Art. 100 StPO konkretisiert (BGE 129 I 85 E. 4.1; Urteile des Bundes-

gerichts 6B_682/2023 vom 18. Oktober 2023 E. 1.1; 6B_1135/2022 vom 

21. September 2023 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). Die Anklagebehörde muss 

dem Gericht sämtliches Material zuleiten, das mit der Tat als Gegenstand 

eines gegen eine bestimmte Person erhobenen Vorwurfs in thematischem 

Zusammenhang steht. Sie muss dem Gericht und der beschuldigten 

Person respektive der Verteidigung sämtliche Spurenvorgänge zur 

Kenntnis bringen, die im Verfahren – und sei es auch nur mit geringer 

Wahrscheinlichkeit – Bedeutung erlangen können. Die Ermittlungs- und 

Untersuchungsbehörden dürfen grundsätzlich kein von ihnen erhobenes 

 - 5 - 

 

 

oder ihnen zugekommenes Material zurückbehalten, das einen Bezug zur 

Sache hat. Die Dokumentationspflicht gilt auf allen Verfahrensstufen, also 

auch bereits im polizeilichen Ermittlungsverfahren (Urteile des Bundes-

gerichts 6B_1135/2022 vom 21. September 2023 E. 3.2.1; 7B_1/2021 vom 

10. Juli 2023 E. 3.3.2; je mit Hinweisen). 

 

2.1.3. 

Zunächst ist festzuhalten, dass dem Beschuldigten respektive seinem 

Verteidiger zuletzt am 12. Februar 2024 (vgl. act. 38) Einsicht in die 

Untersuchungsakten gewährt wurde. Zudem wurden ihm offenbar auch 

Einblick in den darauf erfolgten E-Mailaustausch zwischen der Staats-

anwaltschaft und Wm mbV B._____ (act. 47 ff.) eingeräumt, wusste er doch 

um deren Existenz sowie Inhalt (vgl. act. 90; Berufungsbegründung, Rz. 15 

S. 4). Diesbezüglich ist keine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

(Akteneinsichtsrecht) auszumachen. 

 

Sofern der Beschuldigte darüber hinaus geltend macht, die Ermittlungs- 

und Untersuchungsbehörden seien ihrer Dokumentationspflicht nicht nach-

gekommen, ist er nicht zu hören. Mit dem Fotoblatt (act. 11), dem Mess-

protokoll (act. 36), den Eichzertifikaten (act. 37, 50 ff.), der Ermächtigung 

der beteiligten Messfunktionäre (act. 35, 54 f.) und den weiteren Auskünfte 

betreffend deren Ausbildung (act. 48, 53) ist die Geschwindigkeitsmessung 

– korrekt (vgl. E. 4.3 nachfolgend) – dokumentiert. Der Beschuldigte hat 

keinen Anspruch, dass weitere Dokumente wie etwa Kalibrierungs- oder 

Wartungsprotokolle zu den Akten genommen werden. Dies gilt ebenfalls 

für die vom Beschuldigten begehrte Videoaufnahme der Messung, ist diese 

doch insbesondere durch die Fotoaufnahme und das Messprotokolle 

bereits dokumentiert (vgl. Art. 9 VSKV-ASTRA). Eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs des Beschuldigten kann somit nicht festgestellt werden. 

 

2.2. 

2.2.1. 

Der Beschuldigte bringt weiter vor, es seien im Rahmens des ihm 

zustehenden Konfrontationsrechts C._____ sowie D._____ ein-

zuvernehmen (vgl. Eingabe des Beschuldigten vom 14. März 2025, S. 2, 

6 f.). 

 

2.2.2. 

Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch der beschuldigten 

Person, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer 

Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren. Er wird als Konkretisierung des 

rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV 

gewährleistet. Nach diesem menschen- bzw. verfassungsrechtlichen 

Anspruch ist eine belastende Zeugenaussage grundsätzlich nur ver-

wertbar, wenn der Beschuldigte wenigstens einmal während des Ver-

fahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in 

 - 6 - 

 

 

Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen (BGE 

150 IV 345 E. 1.6.3; 133 I 33 E. 3.1; 129 I 151 E. 3.1; je mit Hinweisen). 

Der Begriff des Zeugen im Sinne von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK ist autonom 

und ohne formelle Bindung an das nationale Recht auszulegen. Als 

Aussagen von Zeugen gelten all jene, die formell zugelassen sind, dem 

Gericht zur Kenntnis kommen und von ihm verwendet werden können. 

Auch in der Voruntersuchung gemachte Aussagen vor Polizeiorganen 

werden als Zeugenaussagen betrachtet (BGE 131 I 467 E. 2.2; 125 I 127 

E. 6a; je mit Hinweisen). Entscheidend für die Anwendbarkeit von Art. 6 

Ziff. 3 lit. d EMRK ist nicht die mündliche Einvernahme (unter Zeugnis-

pflicht), sondern ob sich eine Person im Strafverfahren schriftlich oder 

mündlich wie ein Zeuge äussert und es dem Beschuldigten daher möglich 

sein muss, die Glaubhaftigkeit der belastenden Aussage zu prüfen und 

deren Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage zu 

stellen. Der Konfrontationsanspruch soll nicht dadurch umgangen werden 

können, dass auf die Einvernahme von Personen, welche den 

Angeschuldigten schriftlich belasten, gänzlich verzichtet wird (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_125/2012 vom 28. Juni 2012 E. 3.3.2). Davon zu 

unterscheiden sind andere belastende Dokumente – beispielsweise 

Verträge oder Protokolle von Verwaltungsratssitzungen – deren Ersteller 

keine Zeugen im Sinne von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK sind (BGE 131 I 467 

E. 3.3.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1161/2021 vom 21. April 2023 

E. 5.2.7; 6B_125/2012 vom 28. Juni 2012 E. 3.3.2). 

 

2.2.3. 

Der Beschuldigte begründet seine Anträge mit dem Umstand, dass die 

Messung vom 2. September 2023 durch nicht gehörig geschultes Personal 

durchgeführt worden sei. Durch die Befragung der beiden vorgenannten 

Personen könne dieser Umstand überprüft werden (vgl. Eingabe des 

Beschuldigten vom 14. März 2025, S. 6 f.). Damit zielt er indes nicht auf die 

eigenen Wahrnehmungen der jeweiligen Personen ab, sondern bezieht 

sich ausschliesslich auf Tatsachen (die Ausbildung der involvierten Mess-

funktionäre), die sich aufgrund der im Recht liegenden Urkunden von 

Dritten (Ermächtigungen [act. 35, 54 f.], E-Mailkonversation zwischen Wm 

mbV B._____ und der Staatsanwaltschaft [act. 48], Bestätigung 

Schulungskurse C._____ [act. 53]) ergeben. Sowohl bei Wm C._____ als 

auch Wm D._____ handelt es sich betreffend die Schulung der an der 

Messung beteiligten Messfunktionäre respektive den diesbezüglich im 

Recht liegenden Dokumenten nicht um Zeugen im Sinne von Art. 6 Ziff. 3 

lit. d EMRK, womit auch kein Anspruch auf eine Konfrontation besteht. Aus 

dem Konfrontationsrecht des Beschuldigten ergibt sich denn auch nicht, 

dass die Strafbehörden im Rahmen der Beweiswürdigung auf belastende 

Dokumente – wie die vorliegende E-Mailkorrespondenz – nur abstellen 

dürfen, wenn die Verfasser dieser Dokumente dazu als Zeugen 

einvernommen worden sind und der Beschuldigte Gelegenheit hatte, 

 - 7 - 

 

 

Ergänzungsfragen zu stellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_102/2011 

vom 14. Februar 2012 E. 8.3.2). 

 

3. 

3.1. 

Die Vorinstanz sah es insbesondere aufgrund des Messprotokolls (act. 36), 

sowie des zum Messgerät zugehörigen Eichzertifikats (act. 37) als erstellt 

an, dass der Beschuldigte am 2. September 2023 mit dem Personenwagen 

Mercedes-Benz, Kontrollschild FL […], in Küttingen, Staffeleggstrasse, in 

Richtung Densbüren mit 117 km/h statt erlaubten 80 km/h unterwegs war. 

Aufgrund der erfolgreich absolvierten Ausbildung der beiden die Messung 

durchführenden Polizisten gemäss Art. 2 VSKV-ASTRA und der damit 

verbundenen Ermächtigung zur Durchführung von Radarmessungen mit 

dem konkret verwendeten Messgerät bestünde darüber hinaus kein Grund, 

das festgestellte Messergebnis anzuzweifeln (vorinstanzliches Urteil E. 4.2 

S. 8 ff.). 

 

3.2. 

Der Beschuldigte macht demgegenüber mit Berufung im Wesentlichen 

geltend, dass die Messung nicht als Beweis herangezogen werden könne, 

da keine Kalibrierungs- und Wartungsprotokolle vorliegen würden, womit 

nicht ersichtlich sei, in welchem Zustand sich das Gerät am Tag der Tat 

befand. Zudem sei der Nachweis einer messmittelspezifischen Schulung 

bis dato nicht erbracht worden, womit die Geschwindigkeitsmessung in 

Verletzung von Art. 2 Abs. 2 VSKV-ASTRA nicht durch gehörig geschultes 

Personal durchgeführt worden sei (Berufungsbegründung, Rz. 23 ff. 

S. 6 f.). 

 

3.3. 

Die Staatsanwaltschaft verweist auf die ihres Erachtens zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 3). 

 

4. 

4.1. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den 

Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche 

immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. 

Der Grundsatz "in dubio pro reo" verlangt indes nicht, dass bei sich 

widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den Angeklagten 

günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst anwendbar, 

nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise 

 - 8 - 

 

 

ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem 

relevante Zweifel bestehen (BGE 148 IV 409 E. 2.2; 144 IV 345 E. 2.2.3). 

 

4.2. 

4.2.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, dass der Beschuldigte am 2. September 2023, um 13:09 Uhr, 

mit dem Personenwagen Mercedes-Benz, Kontrollschild FL […], in 

Küttingen, Staffeleggstrasse, in Richtung Densbüren fuhr. Dabei wurde er 

von Angehörigen der Kantonspolizei Aargau mit dem Lasermessgerät 

"Kustom ProLaser 4, S.-Nr. 18140, METAS Nr. 459363" bei einer erlaubten 

Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h mit einer (toleranzbereinigten) Ge-

schwindigkeit von 113 km/h gemessen. 

 

Umstritten und zu prüfen ist hingegen, ob die Geschwindigkeitsmessung 

den rechtlichen Anforderungen genügt und als Beweismittel verwendet 

werden darf oder ob sie an Mängeln leidet, die sie als Beweismittel 

untauglich machen.  

 

4.2.2. 

Nicht abgestellt werden kann demgegenüber, auf die vom Beschuldigten 

anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 2. September 2023 erfolgte 

Anerkennung des Sachverhalts (vgl. act. 14), kann diese doch nur als 

Eingeständnis einer möglichen Geschwindigkeitsübertretung gelesen 

werden. Sie stellt aber für sich noch in keinerlei Hinsicht einen belastbaren 

Beweis für den konkreten Tatvorwurf einer Überschreitung der Höchst-

geschwindigkeit von genau 33 km/h dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

7B_131/2022 vom 5. September 2023 E. 2.3.3). 

 

4.3. 

Strassenverkehrskontrollen werden durch die Verordnung über die 

Kontrolle des Strassenverkehrs vom 28. März 2007 (SR 741.013; SKV) 

geregelt (vgl. Art. 1 SKV). Gemäss Art. 3 Abs. 2 SKV obliegen die 

Kontrollen des Verkehrs auf öffentlichen Strassen der nach kantonalem 

Recht zuständigen Polizei. Im Kanton Aargau ist dies ausserorts auf 

Kantonsstrassen die Kantonspolizei (vgl. § 3 Abs. 1 lit. a i.V.m. § 4 Abs. 2 

lit. c Gesetz über die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit vom 

6. Dezember 2005 [SAR 531.200; PolG]).  

 

Für Kontrollen mit technischen Hilfsmitteln, die Messzwecken dienen, 

gelten die Messmittelverordnung vom 15. Februar 2006 (SR 941.210; 

MessMV) und die entsprechenden Ausführungsvorschriften des Eidgenös-

sischen Justiz- und Polizeidepartements (Art. 9 Abs. 1bis SKV). Art. 24 

Abs. 1 MessMV verlangt, dass die Messbeständigkeit eines Messmittels 

während der ganzen Verwendungsdauer periodisch geprüft wird. Die 

messmittelspezifischen Verordnungen legen dabei fest, welche Verfahren 

 - 9 - 

 

 

für welche Messmittel anwendbar sind und regeln die Häufigkeit der 

Prüfung (Art. 24 Abs. 3 MessMV). Gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. a der 

Verordnung des EJPD über Messmittel für Geschwindigkeitskontrollen und 

Rotlichtüberwachungen im Strassenverkehr vom 28. November 2008 

(SR 941.261; Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung) hat für Messmittel 

für Geschwindigkeitskontrollen jedes Jahr eine Nacheichung zu erfolgen.  

 

Weiter regelt das Bundesamt für Strassen (ASTRA) im Einvernehmen mit 

dem Eidgenössischen Institut für Meteorologie für die Kontrollen mit 

technischen Hilfsmitteln die Durchführung und das Verfahren sowie die 

Anforderungen an die Messsysteme und Messarten sowie die technisch 

bedingten Sicherheitsabzüge (Art. 9 Abs. 2 SKV). Gemäss Ziff. 5 der 

Weisungen des ASTRA über polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen und 

Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr vom 22. Mai 2008 (ASTRA-

Weisungen) muss für jede Serie von Messungen am gleichen Standort ein 

Messprotokoll geführt werden, welches unter anderem Datum, Zeit und Ort 

der Messung sowie das Datum der letzten Eichung, die Bestätigung der 

Kontrolle der vorgeschriebenen Gerätetests sowie die verantwortliche 

Kontrollperson (samt Unterschrift) enthält. Anzumerken bleibt, dass diese 

Weisungen kein Bundesrecht darstellen und die freie Beweiswürdigung 

durch das Gericht unberührt lassen (vgl. Ziff. 21 ASTRA-Weisungen; BGE 

121 IV 64 E. 3; Urteile des Bundesgerichts 7B_246/2022 vom 21. März 

2024 E. 3.3.3; 6B_220/2021 vom 24. März 2022 E. 2.2.3; je mit Hinweisen).  

 

Zudem legt das ASTRA auch die Anforderungen an das Kontroll- und 

Auswertungspersonal fest (Art. 9 Abs. 3 SKV). Diese Anforderungen bei 

Kontrollen mit technischen Hilfsmitteln werden in der Verordnung des 

ASTRA zur Strassenverkehrskontrollverordnung vom 22. Mai 2008 

(SR 741.013.1; VSKV-ASTRA) umschrieben: Gemäss Art. 2 VSKV-

ASTRA dürfen Messsysteme zur amtlichen Feststellung von Sachverhalten 

im Rahmen von Strassenverkehrskontrollen nur durch geschultes Personal 

aufgestellt, eingerichtet, betrieben und gewartet werden (Abs. 2). Das 

Kontroll- und Auswertungspersonal muss über die nötigen theoretischen 

und praktischen Fachkenntnisse im Zusammenhang mit der Messart, dem 

Messsystem, der Durchführung der jeweiligen Messung sowie der Aus-

wertung der Messdaten verfügen. Zudem muss das Messpersonal durch 

die zuständige Behörde zur Durchführung der Kontroll- und Auswertungs-

tätigkeiten ermächtigt sein (Abs. 3). 

 

4.4. 

4.4.1. 

Soweit der Beschuldigte vorbringt, mangels Vorlage eines Kalibrierungs- 

und Wartungsprotokolls sei nicht ersichtlich, ob eine Manipulation am 

Messgerät vorgenommen worden und somit nicht nachvollziehbar sei, in 

welchem Zustand sich das Messmittel am 2. September 2023 befunden 

habe, ist er nicht zu hören. 

 - 10 - 

 

 

Es ergeben sich ausweislich der Akten, insbesondere mit Blick auf das 

Messprotokoll (act. 36), keine Anhaltspunkte für eine nicht korrekt durch-

geführte Geschwindigkeitsmessung. Das Messprotokoll enthält sämtliche 

der in Ziff. 5 ASTRA-Weisungen geforderten Angaben, namentlich die 

Bezeichnung des Geschwindigkeitsmesssystems mit METAS-Nummer 

sowie das Datum der (letzten) Eichung. Mit diesen Angaben ist jeweils die 

Möglichkeit eines nachträglichen Abgleichs mit den Eichzertifikaten ohne 

Weiteres gewährleistet. Das im Messprotokoll aufgeführte Lasermessgerät 

"Kustom ProLaser 4, S.-Nr. 18140, METAS Nr. 459363" erfüllt die 

vorgenannten Anforderungen: Es wurde am 23. März 2023 geeicht und die 

Eichung war gemäss Eichzertifikat bis am 31. März 2024 gültig (act. 37). 

Im Zeitpunkt der Geschwindigkeitskontrolle vom 2. September 2023 lag 

damit eine gültige Eichung für das für die Messung verwendete Gerät vor. 

Gemäss den Angaben vom Wm mbV B._____ wurden darüber hinaus 

letztmals am 17. November 2022 – und somit noch vor der Eichung am 

23. März 2023 – Arbeiten am Messmittel "Kustom ProLaser 4,  

S.-Nr. 18140, METAS Nr. 459363" durch den Lieferanten vorgenommen. 

Anschliessend sind bis zur Messung am 2. September 2023 keine weiteren 

Reparaturarbeiten, insbesondere an eichrelevanten Bauteilen, vollzogen 

worden (act. 48).  

 

Das Messprotokoll genügt den rechtlichen Anforderungen und es bestehen 

im Übrigen auch keinerlei sonstige Hinweise auf eine Fehlfunktion des 

Lasermessgeräts oder eine fehlerhafte Messung. Es bestehen demnach 

einhergehend mit der Vorinstanz auch für das Obergericht keine ver-

nünftigen Zweifel an der Gültigkeit des Messergebnisses. Die vom 

Beschuldigten beantragte Einholung sämtlicher Kalibrierung- und 

Wartungsprotokolle des Messmittels "Kustom ProLaser 4, S.-Nr. 18140, 

METAS Nr. 459363" sowie sämtlicher Datensätze sowie Urkunden in 

Bezug auf die Messung vom 2. September 2023 (Eingabe des 

Beschuldigten vom 14. März 2025, S. 2) erweist sich vor diesem 

Hintergrund als nicht erforderlich und die entsprechenden Beweisanträge 

sind in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen. 

 

4.4.2. 

Insoweit der Beschuldigte infrage stellt, dass die an der Lasermessung vom 

2. September 2023 beteiligten Polizisten der Kantonspolizei Aargau, Pol 

E._____ und Wm D._____, über die gemäss Art. 2 VSKV-ASTRA 

notwendigen Qualifikationen verfügen, ist ihm Folgendes entgegenzu-

halten: 

 

Das Ausstellen eines Ausbildungszertifikats in Form eines Diploms oder 

einer ähnlichen Bestätigung wird in Art. 2 VSKV-ASTRA nicht explizit 

verlangt. Es gelten folglich keine konkreten Formvorschriften für den 

Nachweis der genügenden Ausbildung nach Art. 2 VSKV-ASTRA. So ist 

grundsätzlich nicht zu bemängeln, dass betreffend die anlässlich der 

 - 11 - 

 

 

Messung vom 2. September 2023 beteiligten Messfunktionäre Wm 

D._____ sowie Pol E._____ (vgl. act. 9, 36) kein eigentliches Ausbildungs-

zertifikat existiert, sondern lediglich im Rahmen der Ermächtigung gemäss 

Art. 2 Abs. 3 lit. b VSKV-ASTRA festgehalten wird, dass sowohl Wm 

D._____ (act. 35, 54) als auch Pol E._____ (act. 55) die theoretische und 

praktische Ausbildung gemäss Art. 2 VSKV-ASTRA absolviert haben.  

 

Die Ausbildungsinhalte können den Ermächtigungen entnommen werden. 

Betreffend das interne Verfahren sowie die messmittelspezifische 

Ausbildung kann auf die ergänzenden Angaben von Wm mbV B._____ 

gegenüber der Staatsanwaltschaft verwiesen werden: Im Kanton Aargau 

müssen sämtliche Polizeimitarbeitende, welche Geschwindigkeits-

messungen durchführen, vorab einen theoretischen Einführungskurs 

absolvieren. Anschliessend folgt die praktische Ausbildung an den 

jeweiligen Gerätetypen durch einen Instruktor mit langjähriger Mess-

erfahrung. Erst nach abgeschlossener Einführungsphase erfolgt die 

Bedientätigkeit von Messgeräten in eigener Verantwortung. Für die 

gerätespezifische Ausbildung werden dabei keine separaten Ausbildungs-

diplome ausgestellt. Die Durchführungsberechtigung des Ausbildungs-

kurses ist nicht speziell geregelt, in der Praxis erfolgt die Ausbildung der 

Polizeiinstruktoren durch den Gerätelieferanten, welche die praktische 

Anwendung anschliessend weitervermitteln. Wm mbV B._____ bestätigt, 

dass die gerätespezifische Ausbildung der vorliegend involvierten 

Messfunktionäre am Messmittel "Kustom ProLaser 4" gemäss interner 

Daten am 19. Januar 2023 respektive 20. März 2023 durch Wm C._____, 

Messinstruktor der Kantonspolizei Aargau und vom Hersteller zertifizierter 

"Spezialist ProLaser 4" (act. 53), erfolgte (vgl. act. 48). Auf die vom 

Beschuldigten beantragten (vgl. Eingabe des Beschuldigten vom 14. März 

2025, S. 2) Editionen der Nachweise für die messmittelspezifischen 

Schulungen von Wm D._____ und Pol E._____ kann somit verzichtet 

werden, könnten daraus keine über die Ausführungen von Wm mbV 

B._____ hinausgehenden für das Beweisergebnis relevanten Erkenntnisse 

gewonnen werden. Gleichermassen verhält es sich betreffend die 

beantragte Zeugeneinvernahme von Wm C._____ sowie Wm D._____.  

 

Nachdem keinerlei Anlass besteht, an den Ausführungen von Wm mbV 

B._____ zu zweifeln, erfüllten sowohl Wm D._____ als auch Pol E._____ 

im Zeitpunkt der Messung am 2. September 2023 die gemäss Art. 2 VSKV-

ASTRA genannten Anforderungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_220/2021 vom 24. März 2022 E. 2.5.2). Damit ist für das Obergericht 

einhergehend mit der Vorinstanz kein Grund ersichtlich, dass durch die 

Messfunktionäre festgehaltene Messergebnis aufgrund ihrer absolvierten 

Ausbildung in Zweifel zu ziehen.  

 

 - 12 - 

 

 

4.5. 

Nach dem Gesagten sind die Vorbringen des Beschuldigten weder einzeln 

noch in ihrer Gesamtheit geeignet, die Rechtmässigkeit und Verwertbarkeit 

der Geschwindigkeitsmessung in Frage zu stellen. Die Geschwindigkeits-

messung vom 2. September 2023 ist rechtskonform erfolgt und die 

Messung ist verwertbar. Die Notwendigkeit eines gerichtlichen Gutachtens 

betreffend das Messmittel "Kustom ProLaser 4, S.-Nr. 18140, METAS 

Nr. 459363" sowie die damit vorgenommene Messung vom 2. September 

2023 (vgl. Eingabe des Beschuldigten vom 14. März 2025, S. 2) erübrigt 

sich nach den vorangehenden Ausführungen. Damit ist erstellt, dass der 

Beschuldigte am 2. September 2023, um ca. 13:09 Uhr, mit dem 

Personenwagen "Mercedes-Benz" mit dem Kontrollschild FL […] in 

Küttigen, auf der Staffeleggstrasse, in Fahrtrichtung Densbüren, die 

zulässige Höchstgeschwindigkeit ausserorts um toleranzbereinigt 33 km/h 

überschritt. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz hat die massgeblichen rechtlichen Grundlagen zur groben 

Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 SVG) durch Missachtung der 

zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts (Art. 32 Abs. 2 SVG und 

Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV) dargelegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 132 II 234 

E. 3.1; 124 II 259 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 6B_884/2021 vom 

10. Januar 2022 E. 3.2). Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden. 

Hervorzugeben ist, dass nach der Rechtsprechung bei Geschwindigkeits-

überschreitungen ausserorts um 30 km/h oder mehr objektiv von einer 

groben Verkehrsregelverletzung auszugehen ist. Hier fuhr der Beschul-

digte, wie die Geschwindigkeitsmessung belegt, ausserorts nach Abzug 

der Toleranz 33 km/h zu schnell. Damit ist der objektive Tatbestand von 

Art. 90 Abs. 2 SVG unbestrittenermassen erfüllt.  

 

5.2. 

5.2.1. 

Subjektiv erfordert der Tatbestand mindestens grobe Fahrlässigkeit sowie 

ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges 

Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden. Zwar darf nicht unbesehen von 

der objektiven auf die subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung 

geschlossen werden. Das Bundesgericht wertete jedoch die Mehrheit der 

beurteilten Fälle von Geschwindigkeitsüberschreitungen, welche den 

objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllten, auch in subjektiver 

Hinsicht als rücksichtslos, weil besondere Umstände fehlten, die die 

Geschwindigkeitsüberschreitung in einem milderen Licht erscheinen 

liessen. Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher 

wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine 

besonderen Gegenindizien vorliegen (statt vieler: Urteile des Bundesge-

 - 13 - 

 

 

richts 7B_482/2023 vom 23. Januar 2025 E. 4.1.1; 7B_483/2023 vom 

6. Januar 2025; je mit weiteren Hinweisen). 

 

5.2.2. 

Die Ausführungen des Beschuldigten (Berufungsbegründung, Rz. 30 ff. 

S. 7 f.), beim fraglichen Streckenabschnitt handle es sich um eine 

bergwärts verlaufende, beidseitig unbebaute Strecke, treffen zu (act. 8). 

Ebenfalls ist korrekt, dass es zum Tatzeitpunkt hell und die 

Strassenverhältnisse trocken waren (act. 9). Gute Witterungs-, Strassen- 

und Verkehrsverhältnisse stellen jedoch keine besonderen verschuldens-

mindernde Umstände im Sinne der Rechtsprechung dar (vgl. BGE 142 IV 

93 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1039/2021 vom 14. Januar 2022 

E. 1.3.1 mit Hinweisen). Dem Beschuldigten kann zudem nicht gefolgt 

werden, wenn er von einem geringen, die Geschwindigkeitsüberschreitung 

in einem milderen Licht erscheinenden, Verkehrsaufkommen ausgeht, sind 

doch auf dem Foto (act. 11) drei weitere Verkehrsteilnehmer in unmittel-

barer Nähe ersichtlich, wovon einer unbestrittenermassen kurz zuvor vom 

Beschuldigten überholt wurde (act. 79 f.). Das Foto zeigt ferner, dass die 

Strasse am Ort der festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitung nicht 

mehr gerade verlief, sondern in eine leichte Rechtskurve überging und die 

doppelspurige Fahrbahn endete, mithin zwei Fahrspuren zusammen-

kamen. Insgesamt kann daher nicht von Umständen gesprochen werden, 

die die Geschwindigkeitsübertretung in einem milden Licht erscheinen 

lassen. Dementsprechend ist einhergehend mit der Vorinstanz ebenfalls 

der subjektive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung i.S.v. 

Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. 

 

5.3. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich, der 

Beschuldigte hat sich damit der Missachtung der zulässigen Höchst-

geschwindigkeit ausserorts gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 32 

Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV schuldig gemacht. 

 

6. 

6.1. 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer unbedingten Geld-

strafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 230.00. 

 

6.2. 

Der Beschuldigte setzt sich in seiner Berufung – mit Ausnahmen der Höhe 

des Tagessatzes (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 3) – nicht 

mit der vorinstanzlichen Strafzumessung auseinander, womit diesbe-

züglich auf die unbestritten gebliebenen Ausführungen (vorinstanzliches 

Urteil E. 6 S. 12 ff.) verwiesen werden kann. Die von der Vorinstanz 

ausgesprochene unbedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen erscheint bei 

einem Strafrahmen von bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe 

 - 14 - 

 

 

auch unter Annahme des von ihr noch als leicht qualifizierten Verschuldens 

als mild und kann unter keinem Titel herabgesetzt werden. Ferner erscheint 

im Hinblick auf die einschlägige Vorstrafe wegen grober Verkehrsregel-

verletzung durch Geschwindigkeitsüberschreitung vom 21. Juni 2017 (vgl. 

act. 1-3) sowie die Einträge im Register über Administrativmassnahmen 

betreffend rechtskräftig beurteilte Widerhandlungen vom 4. April 2022 und 

vom 5. April 2016 (vgl. act. 3 f.) und den damit getrübten automobilistischen 

Leumund des Beschuldigten ein unbedingter Strafvollzug notwendig, um 

diesen von weiteren Straftaten abzuhalten.  

 

6.3. 

6.3.1. 

Die Höhe des Tagessatzes ist gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters zum Zeitpunkt 

des Urteils (hier Berufungsurteil) zu bemessen. Massgebende Kriterien für 

die Bestimmung der Tagessatzhöhe sind das Einkommen, das Vermögen 

und der Lebensaufwand des Beschuldigten, seine Unterstützungspflichten 

und persönlichen Verhältnisse sowie sein Existenzminimum (BGE 142 IV 

315 E. 5). Verweigert der Beschuldigte die Angaben betreffend seines 

Einkommens, kann sich das Gericht an die entsprechenden Steuer-

behörden wenden. Erweist sich die Ermittlung als unverhältnismässig 

schwierig, so ist es dem Gericht indes nicht verwehrt, eine Schätzung 

vorzunehmen (Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Straf-

gesetzbuches [Allgemeine Bestimmungen, Einführung und Anwendung 

des Gesetzes] und des Militärstrafgesetzes sowie zu einem Bundesgesetz 

über das Jugendstrafrecht vom 21. September 1998, BBl 1999 2020). 

Dabei ist aufgrund des Verhältnismässigkeitsprinzips nicht vorausgesetzt, 

dass die rechtsanwendende Behörde sämtliche Quelle ausschöpft, 

sondern sie darf sich auf die naheliegenden Erkenntniskanäle wie die 

Einvernahme der beschuldigten Person sowie nötigenfalls Behörden-

auskünfte beschränken. Eine Schätzung setzt eine konkrete Feststellung 

der Schätzungsgrundlage voraus, betreffend welcher der beschuldigten 

Person das rechtliche Gehör zu gewähren ist. Der Grundsatz "in dubio pro 

reo" gilt für Schätzungen nicht, sondern es muss derjenige Schätzwert 

angenommen werden, welcher nach pflichtgemässen Ermessen der 

Wirklichkeit am nächsten kommt (DOLGE, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 

4. Aufl., 2019, N. 92 ff. zu Art. 34 StGB). 

 

6.3.2. 

Im vorliegenden Strafverfahren hat der Beschuldigte betreffend sein 

Einkommen jeweils die Aussage verweigert (vgl. act. 15, 82). Die Steuer-

daten konnten zudem aufgrund seines Wohnsitzes im Fürstentum 

Liechtenstein nicht erhältlich gemacht werden (vgl. act. 5 f.). Angesichts 

dieser Umstände ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das 

Einkommen des Beschuldigten geschätzt und dafür dessen Angaben 

betreffend die Wohnkosten herangezogen hat (vorinstanzliches Urteil 

 - 15 - 

 

 

E. 6.3.3.2 S. 15). Ausgehend von einem Mietzins von Fr. 3'500.00 sowie 

Nebenkosten in der Höhe von Fr. 200.00 (act. 15), welche in der Schweiz 

– und somit auch ohne Weiteres im Fürstentum Liechtenstein – gemäss 

allgemeiner Faustformel nicht mehr als ein Drittel des Einkommens 

betragen sollten, ist ein monatliches Nettoeinkommen des Beschuldigten 

von mindestens Fr. 10'000.00 plausibel. Dem Beschuldigten wurde 

anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung eine Schätzung von 

Fr. 13'500.00 und die damit verbundene Schätzungsgrundlage eröffnet, 

worauf er diese zwar als zu hoch erachtete, jedoch weiterhin von seinem 

Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte (vgl. act. 82). Auch 

anlässlich der Berufungsverhandlung korrigierte der Beschuldigte das so 

geschätzte Einkommen von Fr. 10'000.00 nicht (vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 5). Der von der Verteidigung vorgebrachte Ein-

wand, dass es sich bei den Wohnkosten i.d.R. um geteilte Kosten handle, 

deren Aufschlüsselung indes nicht eruiert werden könne (Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 3), verfängt nicht. Es handelt sich hierbei um 

rein hypothetische Ausführungen, nachdem sich der Beschuldigte betref-

fend seine (aktuelle) Wohnsituation nicht geäussert hat (und diese auf-

grund seines Wohnsitzes im Fürstentum Liechtenstein ohnehin nicht mit 

verhältnismässigen Mitteln überprüfbar ist). Zwar sei er gemäss eigenen 

Angaben wieder verheiratet (act. 82), aus diesem Umstand kann indes 

noch nicht abgeleitet werden, dass auch der Mietzins gemeinsam entrichtet 

wird.  

 

Nach dem Dargelegten ist die vorinstanzliche Schätzung des Netto-

einkommens des Beschuldigten auf monatlich Fr. 10'000.00 angemessen. 

Daraus errechnet sich, nach einem Pauschalabzug von 30 %, ein Tages-

satz von abgerundet Fr. 230.00 (Fr. 10'000.00 x 0.7 / 30). 

 

6.4. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte zu einer unbedingten Geldstrafe 

von 30 Tagessätzen à Fr. 230.00, d.h. Fr. 6'900.00, zu verurteilen. 

 

7. 

7.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge gut-

geheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_491/2023 vom 7. August 

2023 E. 3.3 mit Hinweisen). Der Kostenentscheid präjudiziert die 

Entschädigungsfrage (Art. 436 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StGB 

e contrario; BGE 147 IV 47).  

 

 - 16 - 

 

 

7.2. 

Die Berufung des Beschuldigten erweist sich als unbegründet und ist 

abzuweisen, weshalb ihm die obergerichtlichen Verfahrenskosten von 

Fr. 2'500.00 (§ 15 GebührD) vollumfänglich aufzuerlegen sind. Ausgangs-

gemäss hat der Beschuldigte zudem keinen Anspruch auf Entschädigung. 

 

8. 

8.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs.1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Der Kostenentscheid 

präjudiziert die Entschädigungsfrage (Art. 429 Abs. 1 StGB e contrario; 

BGE 147 IV 47) 

 

8.2. 

Da es bei einer Verurteilung des Beschuldigten bleibt, drängt sich an den 

erstinstanzlich verlegten Kosten- und Entschädigungsfolgen keine Änder-

ung auf. Auf weitergehende Ausführungen dazu kann verzichtete werden, 

nachdem der Beschuldigte für den Fall, dass die vorinstanzlichen Schuld-

sprüche bestätigt werden, keine eigenständige Begründung gegen die 

Kosten- und Entschädigungsfolgen vorbringt. Die vorinstanzlichen Kosten 

von Fr. 2'163.00 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 900.00) sind vollumfänglich 

dem Beschuldigten aufzuerlegen und der Beschuldigte hat ausgangs-

gemäss keinen Anspruch auf Entschädigung für das erstinstanzliche 

Verfahren. 

 

9. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln 

durch Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts 

gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 

lit. b VRV. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie gestützt auf Art. 102 Abs. 1 SVG, Art. 34 StGB und 

Art. 47 StGB zu einer unbedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 

Fr. 230.00, d.h. Fr. 6'900.00, verurteilt. 

 - 17 - 

 

 

3. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'500.00 und die erst-

instanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'163.00 (inkl. Anklagegebühr von 

Fr. 900.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

4. 

Der Beschuldigte hat seine erst- und zweitinstanzlichen Parteikosten selber 

zu tragen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

  

 - 18 - 

 

 

   

Aarau, 19. März 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 3. Kammer 

Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Möckli     Hüsler