# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17427e8f-a11e-5faa-9fa1-cb0a29bb55c1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-19
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 19.12.2017 SK 2017 209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-209_2017-12-19.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 17 209

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 19. Dezember 2017 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), Oberrichter Aebi, Oberrichte-
rin Bratschi
Gerichtsschreiber Erismann

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwältin X.________

Beschuldigter

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern
 

Berufungsführerin

und

B.________
vertreten durch Rechtsanwältin Y.________

Straf- und Zivilklägerin/Berufungsführerin

Gegenstand sexuelle Handlungen mit Kindern

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 15. November 2016 (PEN 2016 161)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 15. November 2016 (berichtigt am 18. Mai 2017, pag. 437) erkannte 
das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Einzelgericht) was folgt (pag. 415 ff.):

«I. 

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der sexuellen Handlungen mit Kindern z.N. von B.________, angeblich be-
gangen in V.________, T.________Strasse im Winter 2013/2014 (Ziff. 1.1 AKS)

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 3‘986.85 für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte,

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 3700.00 und Auslagen von CHF 115.90, insgesamt bestimmt auf CHF 3‘815.90, an den 
Kanton Bern.

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen und reduzierte Verfahrenskosten ohne schriftliche 
Begründung]

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

der sexuellen Handlungen mit Kindern z.N. von B.________, begangen in V.________, 
T.________Strasse am 05.07.2014 (Ziff. 1.2 AKS)

und in Anwendung der Art. 40, 42, 47, 187 Ziff. 1 StGB, Art. 426, 433 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten.

Die Untersuchungshaft von 8 Tagen (17.07.2014-24.07.2014) wird im Umfang von 8 Tagen 
auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus 
Gebühren von CHF 3‘700.00 und Auslagen von CHF 115.90, insgesamt bestimmt auf     
CHF 3‘815.90.

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen und reduzierte Verfahrenskosten ohne 
schriftliche Begründung]

3. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 6‘085.15 an die Straf- und Zivilklägerin 
B.________.

3

III.

A.________ wird in Anwendung von [Art.] 49 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 3‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 05.07.2014 an 
die Straf- und Zivilklägerin B.________. Die Forderung der Straf- und Zivilklägerin      
B.________ wird soweit weitergehend abgewiesen.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden. 

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Folgende Gegenstände verbleiben als Beweismittel bei den Akten:
- Zeitschrift Bravo Girl Nr. 15 vom 02.07.2014
- Niederschrift „B.________“, undatiert

2. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. ________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der 
erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist 
erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung bio-        
metrischer erkennungsdienstlicher Daten).

4. Schriftlich zu eröffnen:
- den Parteien

Schriftlich mitzuteilen:
- der Koordinationsstelle Strafregister»

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten mit Eingaben vom 25. November 2016 sowohl die 
Staatsanwaltschaft wie auch die Straf- und Zivilklägerin B.________ (nachfolgend: 
Privatklägerin) fristgerecht die Berufung an (pag. 421, 423).

Die schriftliche Urteilsbegründung (mit gleichzeitig vorgenommener Urteilsberichti-
gung) datiert vom 18. Mai 2017 (pag. 433 ff.).

Mit Eingabe vom 30. Mai 2017 reichte die Generalstaatsanwaltschaft form- und 
fristgerecht ihre Berufungserklärung ein (pag. 497 ff.) 

Die Privatklägerin reichte ihre Berufungserklärung am 6. Juni 2017 ebenfalls form- 
und fristgerecht ein (pag. 500 ff.).

Der Beschuldigte verzichtete mit Schreiben vom 27. Juni 2017 explizit auf die Er-
klärung einer Anschlussberufung (pag. 513). 

Keine der Parteien beantragte ein Nichteintreten auf die Berufungen der jeweils 
anderen Parteien (pag. 509 f., 511, 513).

Die Berufungsverhandlung fand am 19. Dezember 2017 statt.

4

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden in oberer Instanz ein aktueller Strafregisterauszug vom 
27. November 2017 (pag. 544) sowie ein aktueller Leumundsbericht (eingegangen 
am 27. November 2017, Beilagen: Betreibungsregisterauszug vom 10. November 
2017, Lebenslauf vom 13. November 2017, Erhebungsformular wirtschaftliche Ver-
hältnisse, pag. 531 ff.) über den Beschuldigten eingeholt.

An der Berufungsverhandlung wurden ausserdem beide Elternteile der Privatkläge-
rin als Auskunftspersonen einvernommen und auch der Beschuldigte (erneut) be-
fragt (pag. 533 ff.).

4. Anträge der Parteien

4.1

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte an der Berufungsverhandlung, es sei 
festzustellen, dass der erstinstanzliche Schuldspruch wegen sexuellen Handlungen 
mit Kindern, begangen am 05.07.2014 z.N. der Privatklägerin, in Rechtskraft er-
wachsen sei. Zusätzlich sei der Beschuldigte auch der sexuellen Handlungen mit 
Kindern, begangen im Winter 2013/2014 z.N. der Privatklägerin, schuldig zu er-
klären und er sei bei einer Probezeit von 4 Jahren sowie unter Anrechnung der 
ausgestandenen Untersuchungshaft von 8 Tagen zu einer bedingten Freiheitsstra-
fe von 17 Monaten und zur Tragung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskos-
ten (inkl. einer Gebühr von CHF 750.00 gemäss Art. 21 VKD) zu verurteilen. 
Schliesslich seien die üblichen Verfügungen zu treffen (pag. 569 f.). 

4.2

Wie die Generalstaatsanwaltschaft beantragte auch die Privatklägerin an der Beru-
fungsverhandlung die Feststellung der Rechtskraft des erstinstanzlich erfolgten 
Schuldspruchs und darüber hinaus einen reformatorischen Schuldspruch wegen 
sexueller Handlungen mit Kindern, begangen im Winter 2013/2014 zu ihrem Nach-
teil. Weiter beantragte sie, der Beschuldigte sei zu einer gerichtlich zu bestimmen-
den Freiheitsstrafe, zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskos-
ten sowie zur Leistung einer Parteientschädigung für das erst- und oberinstanzliche 
Verfahren zu verurteilen. Im Zivilpunkt sei der Beschuldigte zu verurteilen, ihr eine 
Genugtuung in der Höhe von CHF 5‘000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 5. Juli 2014 
zu leisten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge im Zivilpunkt (pag. 571). 

4.3

Der Beschuldigte beantragte hingegen, er sei von der Anschuldigung der sexuellen 
Handlungen mit Kindern, angeblich begangen im Winter 2013/2014 zum Nachteil 
der Privatklägerin, freizusprechen. Die Zivilklage sei abzuweisen. Die Kosten des 
Verfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen und es sei ihm eine Entschädi-
gung gemäss den in erster und oberer Instanz eingereichten Kostennoten auszu-
richten (pag. 566).

5

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Berufungen der Generalstaatsanwaltschaft und der Privatklägerschaft be-
schränken sich auf den Freispruch von der Anschuldigung der sexuellen Handlung 
mit Kind gemäss Ziff. I. des Urteils des Regionalgerichts (Vorwurf gemäss Ankla-
geschrift Ziff. I.1.1.), auf die Sanktion, die Kosten- und Entschädigungsfolgen und 
den Zivilpunkt. Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil dagegen nicht an-
gefochten und explizit auch keine Anschlussberufung erhoben.

Es kann deshalb antragsgemäss festgestellt werden, dass der Schuldspruch we-
gen sexueller Handlungen mit Kindern gemäss Ziff. II. erster Teil des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs (Vorwurf gemäss Anklageschrift Ziff. I.1.2.) in Rechtskraft 
erwachsen ist.

In allen übrigen Punkten ist das erstinstanzliche Urteil angefochten und von der 
Kammer umfassend, mit voller Kognition zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 und 3 der 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). 

Da der Beschuldigte selbst kein Rechtsmittel ergriffen hat, darf die Kammer das 
erstinstanzliche Urteil dabei im Zivilpunkt nicht zum Nachteil der Privatklägerschaft 
abändern (Art. 391 Abs. 3 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwürfe gemäss Anklageschrift und Vorbemerkung

6.1

Dem Beschuldigten wurden in der Anklageschrift zwei zeitlich getrennte Vorfälle 
sexueller Handlungen mit Kindern z.N. der Privatklägerin zur Last gelegt, welche 
sich beide beim Restaurant U.________ bzw. in den Räumlichkeiten der 
Z.________ SA in V.________ ereignet haben sollen:

Der zeitlich erste Vorfall habe sich im Winter 2013/2014 ereignet. Der Beschuldigte 
sei im Restaurant U.________ mit der Grossmutter der Privatklägerin und dem 
Ehemann der Grossmutter an einem Tisch gesessen. Dabei habe er der auf sei-
nem Schoss sitzenden Privatklägerin [geb. 22. November 2004] in die Hose gegrif-
fen und diese zwischen den Beinen berührt. Anschliessend sei er mit der Privatklä-
gerin und deren Schwester in die Büroräumlichkeiten gegangen. Dort habe er der 
Privatklägerin unter das T-Shirt gegriffen und ihre Brüste geknetet (Ziff. I.1.1. der 
Anklageschrift).

Der zweite Vorfall habe sich am 5. Juli 2014 ereignet. An diesem Tag habe der Be-
schuldigte die Privatklägerin beim Garagentor auf die Lippen geküsst. Anschlies-
send habe er ihr im Büro einen Zungenkuss gegeben, ihre Brüste geknetet und 
daran gesaugt, in ihre Hose und Unterhose gegriffen und sie im Intimbereich vorne 
berührt (Ziff. I.1.2. der Anklageschrift). 

6.2

In Bezug auf den letztgenannten, zeitlich späteren Vorfall vom 5. Juli 2014 wurde 
der Beschuldigte erstinstanzlich rechtskräftig schuldig gesprochen. Zur Beurteilung 

6

steht vor Berufungsgericht einzig noch der angeklagte frühere Vorfall, welcher sich 
im Winter 2013/2014 zugetragen haben soll. 

Nachdem der Beschuldigte allerdings auch an der Berufungsverhandlung noch be-
stritt, überhaupt jemals sexuelle Handlungen an der Privatklägerin vorgenommen 
zu haben (pag. 560 Z. 1), rechtfertigt es sich – in der gebotenen Kürze – noch ein-
mal auf den bereits rechtskräftig beurteilten Sachverhalt einzugehen. Dies, weil 
sich daraus Schlüsse auf den noch zu beurteilenden Sachverhalt ziehen lassen.

7. Rechtskräftig beurteilter Vorfall vom 5. Juli 2014

7.1

Die Vorinstanz kam beweiswürdigend zum Schluss, dass sich der Vorfall vom 
5. Juli 2014 wie folgt zugetragen habe (vgl. Ziff. B.III.2.8. ihrer Erwägungen, 
pag. 476 f.): 

Die Privatklägerin sei am 5 Juli 2014 anlässlich eines Besuchs im Restaurant 
U.________ in V.________ nach dem Mittagessen mit dem Beschuldigten nach 
draussen gegangen, um mit diesem auf der Putzmaschine zu fahren. Die beiden 
seien vom Restaurant durch die Werkhalle bis zum Garagentor gegangen, wo der 
Beschuldigte die Privatklägerin noch im Innern der Werkhalle (im nicht videoüber-
wachten Bereich) vor dem Garagentor umarmt, ihr mindestens einen nassen Kuss 
auf den Mund gegeben und ihr gesagt habe, sie solle dies niemandem weiterer-
zählen. Danach seien beide nach draussen gegangen, um mit der Putzmaschine 
zu fahren, welche jedoch nicht angesprungen sei. Bei dieser Gelegenheit habe der 
Beschuldigte die Privatklägerin nach ihrem Wohn- und Schulort und nach ihrem 
Mobiltelefon gefragt, worauf sie ihm die erfragten Angaben gegeben und – wie auf 
den Videoaufnahmen ersichtlich – auch ihr Mobiltelefon aus der Hosentasche ge-
nommen habe. In der Folge habe der Beschuldigte die Privatklägerin geheissen, 
nach drinnen zu gehen, damit man alleine sein könne. Wie auf den Videoaufnah-
men ersichtlich, sei die Privatklägerin, nachdem sie aus Angst zunächst noch et-
was gezögert gehabt habe, dem Beschuldigten wieder ins Innere der Werkhalle ge-
folgt. Dort hätten sich die beiden ins Büro begeben, wo der Beschuldigte der Pri-
vatklägerin Papier und Stifte zum Zeichnen gegeben habe. Während die Privatklä-
gerin gezeichnet habe, sei der Beschuldigte – entgegen seinen Behauptungen – 
nicht auf die Toilette gegangen, sondern habe der Privatklägerin erneut einen Kuss 
gegeben, wobei er dieses Mal seine Zunge kurz in ihren Mund geschoben habe. 
Darauf habe der Beschuldigte die Hose der Privatklägerin geöffnet und seine Hand 
ins Innere ihrer Unterhose geführt, wo er die Vagina der Privatklägerin fein berührt 
und laterale wackelnde Bewegungen ausgeführt habe. Anschliessend habe er, 
zunächst von unten und dann von oben her, die Brüste der Privatklägerin berührt 
und geknetet und schliesslich mit seinem Mund an diesen gesogen. Während der 
Geschehnisse im Büro habe der Beschuldigte zur Privatklägerin auch gesagt, sie 
solle einmal probieren, sich selbst zu befriedigen, dies tue gut. Anschliessend seien 
der Beschuldigte und die Privatklägerin wieder nach draussen zur Putzmaschine 
gegangen und damit herumgefahren. Der Beschuldigte habe zur Privatklägerin 
noch gesagt, sie habe schöne Brüste. Dann habe die Privatklägerin ihre Jacke an 

7

ihre jüngere Schwester übergeben, welche in der Folge ebenfalls einige Runden 
auf der Putzmaschine mitgefahren sei.

Damit erachtete die Vorinstanz den in Ziff. I.1.2. der Anklageschrift umschriebenen 
Sachverhalt als erwiesen.

7.2

7.2.1

In Bezug auf die angeklagten sexuellen Handlungen vom 5. Juli 2014 hat die Vor-
instanz die Beweismittel überzeugend gewürdigt.

Vorbehalte ergeben sich nur in Bezug auf die angelblich nicht anspringen wollende 
Putzmaschine (vgl. dazu die nachstehenden die Ausführungen zu Kamera 13, E. II. 
7.2.4) und hinsichtlich der Frage, wann und wo der Beschuldigte der Privatklägerin 
gesagt habe, sie habe schöne Brüste (vgl. dazu die Beweiswürdigung der Kammer 
zum Vorfall von Winter 2013/2014, nachstehend E. II.8.6.9).

7.2.2

Insbesondere teilt die Kammer die Auffassung der Vorinstanz, dass die den Vorfall 
vom 5. Juli 2014 betreffenden Aussagen des Beschuldigten wenig glaubhaft sind. 
Dies unter anderem, weil der Beschuldigte im Laufe der Einvernahmen immer wie-
der auf seine Niederschrift mit dem Titel «B.________» verwies. Insbesondere an-
lässlich seiner Ersteinvernahme wiederholte der Beschuldigte im Wesentlichen ein-
fach den Inhalt jenes Schreibens. Dies ohne jede Abweichung betreffend Reihen-
folge der Geschehnisse und mit Schilderung der genau gleichen (scheinbaren) Ne-
bensächlichkeiten. 

Die erwähnte Niederschrift scheint zudem relativ offenkundig als Verteidigungs-
schrift für den Fall einer Anzeige/Strafuntersuchung vorbereitet worden zu sein. Der 
Beschuldigte schreibt darin jegliche Initiative zum Kontakt der Privatklägerin zu. 
Gleichzeitig versucht er ausführlich darzutun, wie er angesichts seiner «Notdurft» 
und des langandauernden Toilettengangs eigentlich kaum Zeit gemeinsam mit der 
Privatklägerin verbracht haben könne. 

Den von der Privatklägerin verfassten Brief mit den an ihn gerichteten Vorwürfen, 
hatte der Beschuldigte dagegen bezeichnenderweise vernichtet. 

Die Darstellung des Beschuldigten, wonach die Privatklägerin sich am 5. Juli 2014 
aus eigener Initiative an ihn gelehnt und sich mit dem Rücken an ihm «gerieben» 
habe, erscheint zudem schon angesichts von deren Alter – die Privatklägerin war 
im Tatzeitpunkt erst 9-jährig – völlig unplausibel und ist mit der der Vorinstanz als 
schlicht absurd zu bezeichnen. 

Der Beschuldigte liess dennoch nichts unversucht, die Privatklägerin als kalkulie-
rend vorgehendes, verlogenes, frühreifes, «etwas [Sexuelles] suchendes» Wesen 
aus zerrütteten Familienverhältnissen darzustellen. Dies gipfelte darin, dass der 
Beschuldigte sich in seinem letzten Wort an der Berufungsverhandlung dazu ver-
stieg, dem von ihm abschätzig als «Teilzeitvater» bezeichneten D.________ nicht 
nur mangelhafte Erziehung vorzuwerfen, sondern ihn implizit auch noch des sexu-
ellen Missbrauchs an seiner Tochter zu bezichtigen (pag. 579). 

8

7.2.3

Anders als die Aussagen des Beschuldigten sind diejenigen der Privatklägerin zum 
Vorfall vom 5. Juli 2014 mit der Vorinstanz als äusserst glaubhaft zu bezeichnen. 
Sie sind detailreich und vielschichtig, enthalten originelle (echte) Nebensächlichkei-
ten und fügen sich zu einem zeitlich und örtlich stimmigen Gesamtablauf zusam-
men. Die Privatklägerin war in der Lage, mit dem Beschuldigten geführte Dialoge in 
direkter Rede wiederzugeben und konnte ihre eigenen Gefühle im Moment der Er-
lebnisse beschreiben. Sie schilderte die sexuellen Handlungen des Beschuldigten 
in freier Rede und auf offene Fragen hin, ohne den Beschuldigten dabei übermäs-
sig zu belasten. 

Hinweise für eine ("erfolgreiche") suggestive Beeinflussung der Privatklägerin lie-
gen nicht vor. Allein der im Rahmen der Belehrung anlässlich der ersten Videoein-
vernahme erfolgte Hinweis der Polizistin, wonach die Privatklägerin befragt werde, 
weil «etwas mit A.________ passiert» sei, sowie der durchaus rechtmässige Hin-
weis, dass sie wahrheitsgemässe Angaben machen solle, vermögen jedenfalls die 
detaillierten und vielschichtigen Aussagen der Privatklägerin betreffend den Vorfall 
vom 5. Juli 2014 nicht zu erklären (vgl. dazu auch nachstehend E. II.8.5.8 und 
II.8.6.10). Diese beantwortete beispielsweise Nachfragen sehr differenziert und 
bestätigte dabei nicht einfach Annahmen oder von der befragenden Polizistin ganz 
vereinzelt potentiell suggestiv vorgegebene Inhalte. 

Auch Motive für eine wissentliche und willentliche Falschbelastung sind bei der Pri-
vatklägerin nicht erkennbar. Namentlich ist nicht davon auszugehen, dass sich die 
Privatklägerin von der Zeitschrift «Bravo-Girl» zu einer Falschbezichtigung des Be-
schuldigten inspirieren liess. Wie die Vorinstanz diesbezüglich zu Recht ausführt, 
bestehen keine inhaltlichen Übereinstimmungen zwischen den im fraglichen Artikel 
beschriebenen und den dem Beschuldigten von der Privatklägerin tatsächlich vor-
geworfenen Handlungen.

7.2.4

In Ergänzung der Beweiswürdigung der Vorinstanz ist hinsichtlich des Vorfalls vom 
5. Juli 2014 schliesslich auf Folgendes hinzuweisen:

Auf den Aufnahmen der Überwachungskamera 13 (DVD pag. 71, Datei 
192.168.1.64_8000_13_20140705104701_1301468.mp4) ist nicht nur ersichtlich,

- wie der Beschuldigte bei eingeblendeter Videozeit 12:56:25 erstmals gemein-
sam mit der Privatklägerin den Aussenbereich vor dem Garagentor betrat und 
sich auf die Putzmaschine begab; 

- wie er mit der Privatklägerin sprach, worauf diese ihr Mobiltelefon aus der Ta-
sche nahm; 

- wie sich die Privatklägerin daraufhin bei Videozeit 12:57:28 zum Beschuldigten 
auf die Putzmaschine begab und sich zwischen dessen Beinen platzierte; 

- wie beide – ohne dass sie zwischenzeitlich je mit der Putzmaschine herumge-
fahren wären – nach rund eineinhalb Minuten bei Videozeit 12:58:33 wieder 
von der Putzmaschine abstiegen; und 

9

- wie sie sich schliesslich – zunächst bei Videozeit 12:58:43 der Beschuldigte 
und ihm bei Videozeit 12:58:55 folgend die Privatklägerin – in die Werkhalle 
begaben (vgl. Ziff. B.II.4.1.2. der vorinstanzlichen Erwägungen, pag. 442).   

Darüber hinaus ist auch klar erkennbar, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 
wiederholt aufforderte, sich zu ihm auf die an der roten Wand stehende Putzma-
schine zu setzen (indem er sich z.B. wiederholt auf den Schenkel klopfte, vgl. Vi-
deozeit 12:56:45, 12:57:24). Die Privatklägerin ihrerseits zögerte dagegen sichtlich, 
dieser Aufforderung nachzukommen (sie stützte die Hände in ihre Hüften und 
schwenkte verneinend ihren Oberkörper hin und her, vgl. Videozeit 12:56:50). 

Die Videoaufnahmen zeigen zudem, wie der Beschuldigte die Privatklägerin – 
nachdem diese schliesslich doch zum Beschuldigten auf die Putzmaschine gestie-
gen war und sich zwischen seinen Beinen platziert hatte – mit den Händen umfass-
te und wie er in der Folge während rund einer Minute (Videozeit 12:57:35 - 
12:58:33) mit mindestens einer Hand im Bereich ihrer Brust/ihres Bauches manipu-
lierte. Die Privatklägerin stand derweil bocksteif vor dem Beschuldigten, welcher 
sich seinerseits wiederholt nach links und nach hinten umschaute. Was der Be-
schuldigte in besagtem Zeitraum genau mit bzw. an der Privatklägerin machte, ist 
zwar nicht erkennbar. Um ein blosses unverfängliches (Fest-)Halten der Privatklä-
gerin handelte es sich aber zweifelsohne nicht, zumal die Putzmaschine stets still-
stand und der Beschuldigte – entgegen seinen Aussagen (pag. 105 Z. 131 ff.) – 
auch keinerlei Anstalten traf, diese in Gang zu setzen (die Maschine liess sich im 
Übrigen später bei Videozeit 13:05:20, nachdem der Beschuldigte und die Privat-
klägerin wieder aus der Werkhalle gekommen waren, problemlos starten). 

Von der angeblich zu diesem Zeitpunkt empfundenen dringenden «Notdurft» ist 
beim Beschuldigten nichts zu sehen. 

Bemerkenswert ist zudem, dass sich das Ganze nur ca. zwei Meter entfernt von 
der in die rote Wand eingelassenen Glastür abspielte, hinter welcher sich zu die-
sem Zeitpunkt offensichtlich jemand befand (vgl. Videozeit 12:56:55). Weiter ist er-
kennbar, wie wenige Meter hinter dem Garagenplatz Autos zirkulierten (vgl. Video-
zeit 12:58:27). Der Platz vor dem Garagentor war also grundsätzlich öffentlich ein-
sehbar (vgl. auch die Fotografien pag. 391 ff.). Dies gilt im Übrigen auch für das In-
nere der Werkhalle und das Büro (vgl. Aussagen Beschuldigter, pag. 389 Z. 12 ff. 
und 43 ff.).

Auf die erwähnte Videosequenz angesprochen, leugnete der Beschuldigte an der 
Berufungsverhandlung trotzdem (erneut, vgl. pag. 80 Z. 406 ff.), dass die Privatklä-
gerin bereits vor dem gemeinsamen Gang in die Büroräumlichkeiten bei ihm auf 
der Wischmaschine gewesen sei. Er beharrte darauf, dass sie zu diesem Zeitpunkt 
nur vor ihm am Boden gestanden habe und eben dieses «Rössli» habe zeichnen 
wollen (pag. 561 Z. 4 ff., vgl. auch Z. 44). 

Die Videoaufzeichnung zeigt allerdings mit aller Deutlichkeit, dass dem nicht so war 
und dass die Initiative zu dem auf jeden Fall unangemessenen (körperlichen) Kon-
takt mit der Privatklägerin eindeutig vom Beschuldigten ausging, während die Pri-
vatklägerin zögerte, seinen Aufforderungen nachzukommen.

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7.3

Vor dem Hintergrund der aufgezeigten Beweislage ist wenig erstaunlich, dass der 
Beschuldigte den erstinstanzlichen Schuldspruch akzeptiert bzw. nicht angefochten 
hat. 

Wenn er sich nun oberinstanzlich als Justizopfer darstellt und geltend macht, er 
habe es aus geschäftlichen Gründen unterlassen, ein Rechtsmittel zu ergreifen, re-
sp. weil er im Leben «wirklich Besseres zu tun» habe, «als sich gegen den all-
mächtigen Staat aufzulehnen, für etwas dass [er] nicht gemacht habe» (pag. 560 
Z. 5 ff.; letztes Wort, pag. 579 unten) ist dies schlicht nicht nachvollziehbar, zumal 
es sich bei der rechtskräftig beurteilten um eine gravierende und gesellschaftlich 
besonders missbilligte Tat handelt.

Es ist auch nicht so, dass der Beschuldigte von der Anklagebehörde oder der Pri-
vatklägerschaft «abetrickset» worden wäre, indem diese ihre Rechtsmittel erst im 
letztmöglichen Moment ergriffen hätten, so dass er selbst sich nicht mehr gegen 
den Schuldspruch wehren konnte (pag. 560 Z. 15 und 19 ff.; letztes Wort, a.a.O.). 
Vielmehr hätte es dem anwaltlich vertretenen und beratenen Beschuldigten offen 
gestanden, selbst gegen das erstinstanzliche Urteil in Berufung zu gehen. Im Übri-
gen hätte er auch noch Anschlussberufung erklären können, um den erstinstanzli-
chen Schuldspruch nach Ergreifung der Rechtsmittel durch die Gegenparteien 
doch noch einer oberinstanzlichen Überprüfung zuzuführen. Dies hat er aus freien 
Stücken unterlassen bzw. sogar explizit darauf verzichtet.

7.4

Es ist also zusammenfassend festzuhalten, dass der damals ________-jährige Be-
schuldigte am 5. Juli 2014 an öffentlich grundsätzlich einsehbaren Orten sexuelle 
Handlungen an der damals 9-jährigen Privatklägerin vorgenommen hat und – in 
vollem Wissen um die Unwahrheit seiner Darstellung – auch noch in der Beru-
fungsverhandlung nicht davor zurückschreckte, sein Opfer als aus zerrütteten Ver-
hältnissen stammendes Problemkind und notorische Lügnerin darzustellen. Dies 
zeugt von einer erheblichen Dreistigkeit und Unverfrorenheit des Beschuldigten, 
welche bei der nachfolgenden Beurteilung des weiteren angeklagten Vorfalls nicht 
ausser Acht gelassen werden darf.

Umgekehrt gilt, dass die Privatklägerin betreffend den Vorfall vom 5. Juli 2014 die 
Wahrheit gesagt hat. Man muss sich deshalb fragen, warum sie den früheren Vor-
fall von Winter 2013/2014 im Gegensatz dazu erfunden haben sollte.

8. Vorfall von Winter 2013/2014

8.1 Erwägungen der Vorinstanz

Während die Vorinstanz die in der ersten Videobefragung gemachten Aussagen 
der Privatklägerin zum Vorfall vom 5. Juli 2014 als äussert glaubhaft qualifizierte 
und darauf abstellte, taxierte sie ihre Angaben und anlässlich der zweiten Videobe-
fragung gemachten Aussagen zum oberinstanzlich noch zu beurteilenden ersten 
Vorfall von Winter 2013/2014 als nicht genügend glaubhaft, um zweifelsfrei davon 

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ausgehen zu können, dass die dem Beschuldigten zusätzlich vorgeworfenen Hand-
lungen tatsächlich so geschehen seien.

Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, zunächst sei die Entstehungsgeschichte 
des die Vorwürfe enthaltenden Schreibens, welches die Privatklägerin ihrer Mutter 
angeblich diktiert habe (pag. 283 f., nachfolgend: Diktat), nicht genau bekannt und 
suggestive Einflüsse könnten diesbezüglich nicht ausgeschlossen werden. Sodann 
habe die Privatklägerin bei der zweiten Videobefragung – wie auch schon bei ihrer 
ersten Befragung – anfänglich ausgesagt, bereits alles Vorgefallene erzählt zu ha-
ben. Erst auf Vorhalt des Diktats habe die Privatklägerin dann angegeben, dass es 
schon mal einen Vorfall gegeben habe, nämlich dass ihr der Beschuldigte am Ess-
tisch in die Hose/Unterhose gefasst habe. Dass der Beschuldigte ihr damals im 
Büro auch noch an die Brüste gefasst habe, habe die Privatklägerin zunächst aber 
wiederum nicht erwähnt, sondern erst auf weiteren Vorhalt, dass im Schreiben 
noch etwas von einem Telefon stehe. Auch habe die Privatklägerin den Vorfall zeit-
lich nicht näher einordnen können. Die Polizistin habe ihr die Antworten regelrecht 
wie Würmer aus der Nase ziehen müssen. Im Gegensatz zu ihren Aussagen be-
treffend den Vorfall vom 5. Juli 2014 seien diejenigen zum früheren Vorfall – gera-
de für ein Mädchen mit Asperger-Syndrom und der damit verbundenen Fähigkeit, 
sich genau zu erinnern zu können – deutlich weniger detailliert und vielseitig. Auch 
bestehe ein Widerspruch zwischen dem Diktat, wonach der Beschuldigte ihr bereits 
beim ersten Vorfall gesagt habe, sie habe schöne Brüste, und der Videoeinver-
nahme, wo die Privatklägerin ausgesagt habe, er habe ihr dies erst beim zweiten 
Vorfall gesagt. Dies deute auf eine mögliche Projektion später erfolgter Erlebnisse 
auf einen früheren Zeitpunkt hin. Schliesslich sei es wenig plausibel, dass der Be-
schuldigte der Privatklägerin am Esstisch in der Gegenwart der Grosseltern in die 
Hose und im Büro in Gegenwart der Schwester an die Brüste gefasst habe. Insge-
samt ergäben sich mehr als nur theoretische Zweifel daran, was im Büro und am 
Esstisch genau passiert sei. Daher sei der Beschuldigte in dubio pro reo vom wei-
teren Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern, angeblich begangen im Win-
ter 2013/2014 z.N. der Privatklägerin, freizusprechen.

8.2 Vorbringen der Parteien

8.2.1

Die Verteidigung folgte an der Berufungsverhandlung zur Begründung des bean-
tragten Freispruchs weitgehend dieser Argumentation der Vorinstanz.

Darüber hinaus brachte die Verteidigung vor, die Tatsache, dass der Beschuldigte 
keine Berufung gegen den erstinstanzlichen Schuldspruch erhoben habe, sei kein 
Schuldeingeständnis, sondern Resultat seiner unternehmerischen Denkweise. 

Die sich in den Akten befindliche Niederschrift «B.________» habe der Beschuldig-
te aufgrund der von der Grossmutter an ihn herangetragenen Vorwürfe erstellt. 
Dies wie er es als Unternehmer immer mache, um für alle Eventualitäten bereit zu 
sein. Es handle sich nicht um einen Gegenangriff. 

Objektive Beweise für die Vornahme sexueller Handlungen an der Privatklägerin 
durch den Beschuldigten gebe es nicht und auf die Aussagen der Privatklägerin 
könne aus den von der Vorinstanz genannten Gründen nicht abgestellt werden.  

12

Zudem bestünden angesichts der oberinstanzlichen Bestätigung der Mutter der 
Privatklägerin, wonach sie bei der Niederschrift des Diktats habe nachhaken müs-
sen, nun aktenkundig Hinweise für das Vorliegen einer Suggestiv-Situation.

Zu Suggestionen sei es auch bei den Videobefragungen der Privatklägerin durch 
die Polizei gekommen. So habe die befragende Polizistin als Prämisse vorausge-
setzt, dass «etwas vorgefallen» sei, und die Privatklägerin zudem mit Suggestiv-
wirkung zur Wahrheit ermahnt.

Neben den bereits von der Vorinstanz aufgezeigten Widersprüchen betreffend den 
Zeitpunkt des angeblichen Kompliments für ihre schönen Brüste, gebe es weitere 
Ungereimtheiten in den Aussagen der Privatklägerin. Diese habe nämlich auf Vor-
halt, dass gemäss Diktat noch etwas mit den Brüsten gewesen sei, zunächst nur 
geantwortet, der Beschuldigten habe «einfach inegriffe». Sie habe den Sachverhalt 
mithin – anders als im Diktat und später im Verlauf der zweiten Videobefragung – 
zunächst so dargestellt, als ob der angebliche Griff an die Brüste bereits im öffentli-
chen, gut einsehbaren Bereich des Restaurants erfolgt sei.

Die Akten seien von der Verteidigung dem Psychiater Dr. med. S.________ vorge-
legt worden. Gemäss diesem bestünden Hinweise für eine eingeschränkte Glaub-
haftigkeit der Aussagen der Privatklägerin. So habe der Grossvater den ihm nur 
flüchtig bekannten Beschuldigten in Schutz genommen und angegeben, die Privat-
klägerin sei eher frühreif und habe ihn auch schon «ineghoue». Dr. med. 
S.________ habe bei der Privatklägerin weiter eine frühreife Sexualisierung er-
kannt, was durch das aufgefundene «Bravo»-Heft bestätigt werde. Möglicherweise 
habe die Privatklägerin ihre Überforderung zur Sprache bringen wollen, indem sie 
eine Lügengeschichte erfunden habe. Angesichts des Umstands, dass sie die 
«Bravo» lese, könne im Übrigen auch davon ausgegangen werden, dass sie den 
Namen für ihre Geschlechtsteile sehr wohl gekannt habe. Gemäss Dr. med. 
S.________ sei die Videobefragung aufgrund der unbestrittenen tatsächlichen äus-
seren Begebenheiten (Örtlichkeiten, Zusammensein von Opfer und Beschuldigtem) 
schliesslich nicht geeignet, Realitätskennzeichen aufzuzeigen. Dies umso mehr als 
es sich bei der Privatklägerin um eine intelligente Aussageperson handle. 

Während auf die Aussagen der Privatklägerin also nicht abgestellt werden könne, 
seien die Aussagen des Beschuldigten stringent, detailreich und stimmten mit den 
objektiven Beweismitteln überein. 

Insgesamt bestünden deshalb mindestens erhebliche Zweifel, dass sich der Sach-
verhalt wie in der Anklageschrift umschrieben zugetragen habe. Es habe im Zweifel 
für den Angeklagten ein Freispruch zu erfolgen.

8.2.2

Die Generalstaatsanwaltschaft und die Privatklägerschaft brachten an der Beru-
fungsverhandlung dagegen zusammengefasst vor, der zweite Vorfall im Juli 2014 
sei für die Privatklägerin offenbar schlimmer und einprägsamer gewesen, als der 
erste Vorfall von Winter 2013/2014. Die ersten Berührungen im Winter 2013/2014 
seien für sie – anders als dann der Zungenkuss und das Saugen an den Brüsten 
am 5. Juli 2014 – auch noch nicht richtig einzuordnen gewesen.

13

Es sei der Privatklägerin unangenehm gewesen, über das Vorgefallene zu spre-
chen. Dies sei auch durch Dr. R.________ bestätigt worden. Die Privatklägerin ha-
be das Ganze zu verdrängen versucht. Sie habe gerade aufgrund des bei ihr be-
stehenden Asperger-Syndroms längere Zeit benötigt, um mit den Ereignissen klar-
zukommen. Es sei typisch für die Privatklägerin, sich äusserlich angepasst zu ge-
ben und ihr Unwohlsein nur mit zeitlicher Verzögerung auszudrücken Sie bestimme 
selbst, wann sie abblocke und wann sie die Dinge erzähle. So sei auch das Zuwar-
ten mit der Erwähnung des früheren Vorfalls zu erklären.

Hinzu komme, dass es nach der ersten Erwähnung des früheren Vorfalls gegenü-
ber der Mutter noch relativ lange bis zur zweiten Videobefragung gedauert habe. 
Dies erkläre sich dadurch, dass die Vertretung der Privatklägerschaft erst wenige 
Tage vor der Einreichung des ihr bis dahin unbekannten Diktats am 25. November 
2014 (vgl. pag. 282) überhaupt Akteneinsicht erhalten habe.

Der Zeitablauf und der erwähnte persönliche Umgang der Privatklägerin mit dem 
Erlebten erklärten auch, weshalb ihre Aussagen in der zweiten Videobefragung 
vielleicht nicht mehr ganz so lebendig und «sprudlig» gewesen seien, wie noch bei 
der ersten Befragung. 

Die Privatklägerin habe aber auf Vorhalt des Diktats dessen Inhalt bestätigt, das 
Kerngeschehen erneut und gleichbleibend wiedergegeben und dabei wiederum 
auch originelle Details erwähnt. 

Sie habe zeitlich ganz klar zwischen zwei verschiedenen Vorfällen unterschieden. 
Dabei sei es inhaltlich jeweils zu unterschiedlichen körperlichen Kontakten zwi-
schen ihr und dem Beschuldigten gekommen sei und auch die Details im Ablauf 
(geöffneter/ungeöffneter Hosenknopf, sitzender/stehender Beschuldigter) seien von 
der Privatklägerin unterschiedlich geschildert worden.

Es sei zu berücksichtigen, dass die Privatklägerin auch ihrer Mutter unter zwei Ma-
len – einmal im Wohnwagen und dann erneut beim Diktat am Küchentisch – in 
identischer, detaillierter Weise und in ihren eigenen kindlichen Worten geschildert 
habe, was bei diesem zeitlich ersten Vorfall passiert sei. 

Dem Umstand, dass die Privatklägerin die Schilderung im Diktat, wonach der Be-
schuldigte ihr bereits beim früheren Vorfall gesagt habe, sie habe schöne Brüste, 
bei der Befragung korrigiert habe, sei keine grosse Bedeutung beizumessen. Dies-
bezüglich habe wohl schlicht eine Verwechslung vorgelegen.

Dass die Privatklägerin den Vorfall zeitlich nicht mehr ganz genau habe einordnen 
können, sei angesichts des Zeitablaufs nicht weiter erstaunlich. Zudem sei die zeit-
liche Einordnung von Vorfällen für Kinder generell schwierig.

Anhaltspunkte für Druck von Seiten der Eltern oder anderweitige suggestive Ein-
flüsse lägen nicht vor. Es sei auch nicht zu einschüchternden Belehrungen von Sei-
ten der Polizei gekommen. Die Ermahnung zur Wahrheit sei normal und zulässig.

Was die Aussagen der Privatklägerin anbelange, gehe es schliesslich nicht an, 
wenn die Verteidigung – wie bereits in erster Instanz – eine angebliche Experten-
meinung eines Dr. med. S.________ ins Feld führe, gleichzeitig aber weder einen 

14

Bericht von diesem Experten eingereicht, noch eine Einvernahme desselben ver-
langt habe.

Anders als die Aussagen der Privatklägerin seien diejenigen des Beschuldigten völ-
lig unglaubhaft. Er habe sich nicht nur in Widersprüche verstrickt, sondern die Pri-
vatklägerin sogleich auch seinerseits eines unangebrachten Verhaltens bezichtigt. 
Die als Lügenmerkmale zu wertenden Gegenangriffe hätten sich nicht nur gegen 
das Opfer, sondern auch gegen die Behörden gerichtet. Der Beschuldigte stelle 
sich selbst als Justizopfer dar.

Auffälligerweise habe der Beschuldigte allerdings bereits in seiner Niederschrift 
«B.________» einen früheren Besuch der Privatklägerin erwähnt, obwohl er von 
niemandem auf einen solchen angesprochen worden sei. Auch bei seiner Erstein-
vernahme habe der Beschuldigte von sich aus zwei Vorfälle beschrieben. Der Be-
schuldigte sei also selbst auch davon ausgegangen, dass ihm auch in einem weite-
ren Fall etwas anzulasten sei. Entsprechend habe er sich für zwei Vorfälle eine 
Verteidigungsstrategie zurechtlegen müssen. 

Interessanterweise sprächen sowohl der Beschuldigte wie auch die Privatklägerin 
zudem von exakt zwei Vorfällen, obwohl die Privatklägerin ja deutlich öfter zu Be-
such beim Beschuldigten gewesen sei.

Es hätten demnach im Büro erstelltermassen zwei zeitlich auseinanderzuhaltende 
Vorfälle körperlicher Kontakte zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 
stattgefunden, wobei die Initiative hierzu jeweils vom Beschuldigten ausgegangen 
sei. Die gegenteilige Version des Beschuldigten ergebe keinen Sinn. Es sei nicht 
einsichtig, weshalb ein Mann in seinem Alter sich von einem 9-jährigen Mädchen 
derart hätte «reiben» bzw. sich von diesem mit dem Rücken hätte «massieren» 
lassen sollen. Wäre es wirklich so gewesen, hätte der Beschuldigte zudem ganz 
anders auf die von ihm behaupteten Annäherungen durch das Opfer reagieren 
müssen, als er dies beschreibe.

Was die Geschehnisse am Esstisch betreffe, sei auffällig, dass der Beschuldigte 
sich nicht daran erinnern können wolle, die Privatklägerin überhaupt je auf dem 
Schoss gehabt zu haben. Er wolle aber – obwohl laut ihm ja gerade nichts Erwäh-
nenswertes passiert sei – ganz genau wissen, dass einzig deren Schwester einmal 
auf seinem Schoss gesessen habe. 

Was schliesslich die nach Ansicht der Vorinstanz angeblich kaum vorstellbare 
Dreistigkeit im Vorgehen des Beschuldigten anbelange, sei festzuhalten, dass es 
noch dreister wäre, wenn die Privatklägerin sich einen derart aussergewöhnlichen 
Ablauf ausgedacht hätte, um den Beschuldigten falsch zu belasten. Hinweise für 
eine Motivation zur Falschbelastung fehlten aber gänzlich. Solch originelle Aussa-
gen erfinde man auch nicht. Auf die Darstellung der Privatklägerin sei abzustellen.

Es verblieben deshalb keine Zweifel, welche einen Freispruch in dubio zu rechtfer-
tigen vermöchten.

8.3 Ausgangslage / unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Es ist unbestritten, dass die Privatklägerin bereits vor dem 5. Juli 2014 einmal mit 
dem Beschuldigten in den Büroräumlichkeiten des Restaurants U.________ bzw. 

15

der Z.________ SA war. Unbestrittenermassen war damals auch die Schwester 
der Privatklägerin im Büro zugegen.

Bestritten wird vom Beschuldigten hingegen, dass er damals im Büro die angeklag-
ten sexuellen Handlungen an der Privatklägerin vorgenommen, ihr also unter das 
T-Shirt gegriffen und ihre Brüste geknetet habe. Er macht vielmehr geltend, die Pri-
vatklägerin habe sich damals «ohne jegliche Aufforderung und aus total eigener In-
itiative» vor ihm postiert und ihren Rücken hin und her reibend gegen seine Ober-
schenkel und seinen Unterleib gedrückt (Niederschrift «B.________», pag. 200).

Bestritten wird vom Beschuldigten weiter, dass er die Privatklägerin anlässlich des-
selben Besuchs zuvor im Restaurant in Anwesenheit der Grossmutter und von de-
ren Ehemann auf dem Schoss gehabt habe und dass er ihr in diesem Zeitpunkt in 
die Hose gegriffen und sie zwischen den Beinen berührt habe.

8.4 Objektive Beweismittel und Schlussfolgerungen aus dem bereits rechtskräf-
tig beurteilten Vorfall

8.4.1

Es liegen keine objektiven Beweismittel vor, welche direkte Schlüsse hinsichtlich 
der sexuellen Handlungen, welche der Beschuldigte im Winter 2013/2014 an der 
Privatklägerin vorgenommen haben soll, zulassen würden. 

8.4.2

Das auf den Aufnahmen der Überwachungskamera 13 vom 5. Juli 2014 ersichtli-
che Zögern der Privatklägerin, sich zum Beschuldigten auf die Putzmaschine zu 
begeben (vgl. vorstehend E. II.7.2.4), kann allerdings als Indiz dafür gewertet wer-
den, dass sie bereits früher unliebsame Erfahrungen mit dem Beschuldigten ge-
macht hatte. 

Wie bereits ausgeführt (vorstehend, a.a.O.), unterstreicht die besagte Videoauf-
nahme zudem, dass die Initiative zum körperlichen Kontakt am 5. Juli 2014 vom 
Beschuldigten ausging. 

8.4.3

Es ist erwiesen, dass der Beschuldigte die Privatklägerin an jenem Tag auf die Lip-
pen küsste, ihr einen Zungenkuss gab, ihre Brüste knetete und daran sog und sie 
im Intimbereich berührte.

Dies lässt es als durchaus plausibel erscheinen, dass der Beschuldigte auch be-
reits früher aus eigener Initiative derartige oder ähnliche Handlungen an der Privat-
klägerin vornahm.

8.4.4

Umgekehrt hat sich die Darstellung des Beschuldigten, wonach sich die Privatklä-
gerin am 5. Juli 2014 im Büro aus eigenen Antrieb rücklings gegen ihn gelehnt und 
sich (mehrmals) an ihm «gerieben» habe  (pag. 73 Z. 48 f., pag. 74 Z. 71 ff.), als 
Lüge erwiesen. 

Dies deutet stark darauf hin, dass es sich bei dem vom Beschuldigten – praktisch 
identisch und wenig originell – als Zurücklehnen und «Massieren» mit dem Rücken 

16

(pag. 73 Z. 54) beschrieben angeblichen Verhalten der Privatklägerin beim frühe-
ren Besuch ebenso um eine Schutzbehauptung handelt.

8.4.5

Es wurde sodann bereits festgehalten, dass es der allgemeinen Lebenserfahrung 
widerspräche, wenn ein 9-jähriges Mädchen ein derartiges Verhalten an den Tag 
legen würde. Das gilt auch in Bezug auf das frühere Beisammensein der Privatklä-
gerin und des Beschuldigten im Büro. 

Wenn der Beschuldigte und seine Verteidigung in diesem Zusammenhang geltend 
machen, es sei bei der Privatklägerin von einer «frühreifen Sexualisie-
rung» auszugehen, so ist dem Folgendes entgegenzuhalten:

Allein der Umstand, dass sie im fraglichen Zeitpunkt offenbar die Zeitschrift «Bravo-
Girl» las, lässt jedenfalls keine derartigen Schlüsse zu. Es mag zwar sein und 
scheint nicht unwahrscheinlich, dass die Privatklägerin – sei es nun in der «Bravo» 
oder in anderem Zusammenhang – im Zeitpunkt ihrer Einvernahmen den richtigen 
Namen des weiblichen Geschlechts schon gelesen oder zumindest gehört hatte. 
Dies ändert jedoch nichts daran, dass sie selbst noch das kindliche Wort «Füdli 
vorne» zur Bezeichnung der Scheide benutzte, was gerade gegen die geltend ge-
machte frühe Sexualisierung spricht. 

Die Aussage von F.________, dem Ehemann der Grossmutter der Privatklägerin, 
wonach letztere «etwas frühreif» sei (pag. 136 Z. 19), wurde von diesem denn auch 
in keiner Weise begründet. Von der angeblichen «Saumode» der Privatklägerin, 
immer nur auf den Mund küssen zu wollen, von welcher er dem Beschuldigten an-
geblich erzählt haben soll (Niederschrift «B.________», pag. 200), erwähnte der 
Ehemann der Grossmutter im Rahmen seiner Einvernahme jedenfalls nichts. Der 
Vater der Privatklägerin, gab hingegen glaubhaft zu Protokoll, letztere möge es 
nicht, auf den Mund geküsst zu werden, oder es müsse ganz trocken sein (pag. 
126 Z. 158). 

Die Kammer kann bei der Privatklägerin keine «frühreife Sexualisierung» erkennen. 
Vielmehr erweckte diese auch im Rahmen der Videobefragungen einen altersge-
rechten, kindlichen Eindruck. 

8.4.6

Was sodann die angeblichen generellen Bedenken gegenüber der Glaubhaftigkeit 
der Aussagen der Privatklägerin anbelangt, ist mit der Generalstaatsanwaltschaft 
und der Privatklägerschaft zunächst festzuhalten, dass der Beschuldigte bzw. die 
Verteidigung nichts aus einer angeblichen Expertenmeinung ableiten können, ohne 
jemals ein entsprechendes Privatgutachten oder überhaupt etwas Schriftliches die-
ses Experten eingereicht zu haben.

Eine Motivation für eine (wissentliche und willentliche) Falschbelastung ist bei der 
Privatklägerin – auch in Bezug auf den Vorfall von Winter 2013/2014 – nicht er-
kennbar. 

Soweit der Beschuldigte bzw. die Verteidigung in diesem Zusammenhang wieder-
um auf den Bericht «Die grosse Beichte» aus der Zeitschrift «Bravo-Girl» 

17

(pag. 197) verweisen, gilt auch hier, dass der dort beschriebene Fall eines Mäd-
chens, welche eine zufällige Berührung am Arm durch ihren Lehrer dazu nutzt, die-
sen des «Begrabschens» zu bezichtigen, allzu deutlich von den zu beurteilenden 
Vorwürfen abweicht, als dass sich die Privatklägerin hiervon zu den erhobenen 
Vorwürfen hätte inspirieren lassen können.

Und auch der Verweis auf die Aussagen des Ehemanns der Grossmutter der Pri-
vatklägerin, wonach letztere «nicht immer vertrauenswürdig» sei (pag. 136 Z. 21) 
und ihn auch schon in etwas «ineghoue» habe (pag. 136 Z. 22), verfängt nicht. Der 
Ehemann der Grossmutter führte nämlich weiter aus, dass die Privatklägerin ihrer 
Mutter – wahrheitsgemäss [!] – erzählt gehabt habe, dass er ihrem Halbbruder die 
Wohnung finanziert hatte (pag. 136 Z. 26 ff.). Dass die Privatklägerin generell den 
Hang hätte, Unwahrheiten über andere Personen zu verbreiten, lässt sich daraus 
also gerade nicht ableiten.

Dass Kinder ab und zu lügen, wenn sie z.B. etwas kaputt machen (vgl. pag. 139 
Z. 174 ff., pag. 126 Z. 152 ff.), ist normal. Nicht zu erwarten ist dagegen, dass ein 
9-jähriges Mädchen einen guten Bekannten ihrer Grosseltern grundlos der Vor-
nahme sexueller Handlungen bezichtigt. 

Auf die von der Verteidigung geltend gemachten möglichen suggestiven Einflüsse 
wird im Rahmen der Würdigung der Aussagen der Privatklägerin zurückzukommen 
sein (nachstehend E. II.8.6.10).

8.4.7

Was die objektiven Beweismittel anbelangt, bleibt an dieser Stelle der Verweis auf 
den Arztbericht von Dr. med. R.________ vom 25. Juli 2015 (pag. 209 f.). 

Daraus geht hervor, dass die Privatklägerin Mühe habe, ihrer eigenen Gefühle, Be-
dürfnisse und Grenzen wahrzunehmen und anderen gegenüber (nonverbal und 
verbal) angemessen auszudrücken. Sie habe auch Mühe, ihre eigenen emotiona-
len Reaktionen zu regulieren, und sich in andere Menschen einzufühlen. Es falle ihr 
deshalb schwer, soziale Situationen und Beziehungen adäquat einzuschätzen, 
richtig zu verstehen und angemessen damit umzugehen, vor allem wenn es sich 
dabei um unbekannte Situationen oder unbekannte Personen handle. Wenn sich 
die Privatklägerin unwohl fühle, könne sie sich sprachlich kaum ausdrücken und 
bringe ihr Unwohlsein über unspezifische Stress-Symptome zum Ausdruck. Sie 
neige dazu, sich in solchen Situationen äusserlich anzupassen und das Unwohl-
sein erst mit zeitlicher Verzögerung und allenfalls vorwiegend über psychosomati-
sche Symptome zum Ausdruck zu bringen. Aufgrund dieser Probleme wirke die 
Privatklägerin oft auch bei brisanten Beziehungsangelegenheiten nüchtern und 
emotional kaum berührt. 

Er (Dr. R.________) habe die Privatklägerin am 26. August 2014 zu einer Konsul-
tation gesehen. Ihr Vater habe ihn über die Geschehnisse informiert gehabt. Die 
Privatklägerin selbst habe ihm gegenüber keine Angaben zu den Ereignissen ge-
macht, auch nicht auf Nachfragen hin. Dass sich die Privatklägerin ihm gegenüber 
nicht zu den Ereignissen geäussert bzw. sich nicht betroffen gezeigt habe, verstehe 
er im Sinne ihrer Schwierigkeiten, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen, sowie im 
Wissen, dass sie als autistisch denkender und wahrnehmender Mensch auch mit 

18

„aufregenden“ Beziehungs-Dingen oft sehr nüchtern und sachlich umgehe und die-
se nur in dem ihrer Meinung nach passenden Kontext thematisiere (zum Beispiel 
bei der Polizei, nicht aber beim Psychiater). Ihre psychische Verfassung sei zum 
Zeitpunkt der Konsultation recht gut gewesen und er habe keine Anhaltspunkte für 
eine akute Belastungsreaktion feststellen können. Anscheinend habe sich die Pri-
vatklägerin einigermassen mit den Ereignissen zurechtgefunden und keinen Grund 
mehr gesehen, mit ihm darüber zu sprechen, zumal ihr die Sache sicher eher un-
angenehm gewesen sei. 

Wenn die Privatklägerin in anderem Kontext über die Ereignisse gesprochen habe 
(und darüber habe sprechen wollen) sei davon auszugehen, dass sie eine sachlich 
klare und detaillierte Schilderung habe abgeben können, da sie – wie für Menschen 
mit Asperger-Syndrom häufig – eine gute Beobachtungsgabe und ein gutes, detail-
bezogenes Gedächtnis habe. Man müsse aber vorsichtig sein, von der Art der 
Äusserung auf die emotionalen Auswirkungen der Ereignisse auf und die subjektive 
Bedeutung der Ereignisse für die Privatklägerin zu schliessen. 

Darauf wird bei der Würdigung der Aussagen der Privatklägerin zurückzukommen 
sein (nachstehend E. II.8.6.3).

8.5 Subjektive Beweismittel

8.5.1

Die nachfolgende Darstellung der subjektiven Beweismittel erfolgt – soweit möglich 
– chronologisch in Bezug auf die Entstehungsgeschichte der Vorwürfe betreffend 
eines weiteren Übergriffes im Winter 2013/2014.

8.5.2

Laut den Aussagen von G.________, der Grossmutter der Privatklägerin (Einver-
nahme vom 23. Juli 2014), seien sie nach dem Mittagessen im U.________ vom 
5. Juli 2014 nach Q.________ in die Migros gefahren. Auf dem Weg habe die Pri-
vatklägerin zu ihr [der Grossmutter] gesagt, sie habe jetzt bald Angst vor dem Be-
schuldigten, weil dieser sie gefragt habe, wo sie in die Schule gehe, er wolle sie 
dort abholen kommen. Als sie [die Grossmutter] erwidert habe, dass sei doch 
«dumme Züg», habe die Privatklägerin zunächst nicht mehr darüber gesprochen 
(pag. 130 Z. 84 ff.). Am Abend sei dann die Schwester der Privatklägerin zu ihr [der 
Grossmutter] gekommen und habe ihr mitgeteilt, dass die Privatklägerin erzählt ha-
be, dass der Beschuldigte gesagt habe, sie [die Privatklägerin] habe schöne Brüs-
te. Als sie [die Grossmutter] die Privatklägerin darauf angesprochen und gefragt 
habe «Hesch süsch no öppis?», habe diese verneint. Später sei die Schwester der 
Privatklägerin erneut zu ihr [der Grossmutter] gekommen und habe gesagt, dass 
der Beschuldigte der Privatklägerin laut dieser einen Zungenkuss gegeben und in 
die Hosen gelangt habe. Da sei sie [die Grossmutter] «verruckt» geworden und ha-
be der Privatklägerin erneut gesagt, dass sie solche Sachen ihr und nicht der 
Schwester erzählen solle. Als sie ein zweites Mal gefragt habe, ob sonst noch et-
was gewesen sei, habe die Privatklägerin wieder mit Nein geantwortet (pag. 130 Z. 
95 ff.). In der Folge hätten sie und ihr Mann je eine SMS an den Beschuldigten ge-
schrieben und diesen gefragt, was er mit der Privatklägerin gemacht habe, diese 
erzähle so furchtbare, schlimme Sachen. Der Beschuldigte habe aber nicht geant-

19

wortet. Nachdem die Schwester ins Bett gegangen sei, habe sie [die Grossmutter] 
die Privatklägerin gefragt, was los sei. Da habe die Privatklägerin ihr gegenüber die 
Vorwürfe bestätigt. Sie [die Grossmutter] habe erwidert, so etwas gehe nicht, sie 
werde den Beschuldigten direkt am nächsten Tag zur Rede stellen. Die Privatklä-
gerin habe gewünscht, auch mitzukommen, aber sie [die Grossmutter] habe ge-
sagt, dass sie zunächst alleine gehen wolle. An diesem Abend habe die Privatklä-
gerin nichts Weiteres mehr erzählt. Sie habe auch «so normal» gewirkt, weshalb 
bei ihr [der Grossmutter] Zweifel aufgekommen seien (pag. 131 Z. 108 ff.). Sie 
müsse noch sagen, dass sie der Privatklägerin auch gesagt habe, dass «so etwas 
doch nicht stimme» (pag. 133 Z. 215).

Als sie [die Grossmutter] dann am nächsten Tag [d.h. am Sonntag, 6. Juli 2014] 
den Beschuldigten mit den Vorwürfen konfrontiert habe, habe dieser alles abgestrit-
ten und vorgeschlagen, ob sie nicht mit der Privatklägerin vorbeikommen könne, 
damit die Sache geklärt werden könne. Die Privatklägerin habe denselben Vor-
schlag gemacht und sie hätten ein Treffen für den nächsten Mittwoch vereinbart 
(pag. 131 Z. 137 ff.). 

Sie hätten dann die Privatklägerin schon am Dienstag aufgefordert, einen Brief mit 
den Vorwürfen an den Beschuldigten zu schreiben. Die Privatklägerin habe nicht 
genau begriffen, was sie habe aufschreiben sollen und da habe sie [die Grossmut-
ter] ihr gesagt, sie solle einfach das aufschreiben, was sie ihr [der Grossmutter] er-
zählt gehabt habe. Und wenn es nicht so sei, solle sie sich im Brief entschuldigen 
(pag. 132 Z. 159 ff.).

Bei der Konfrontation am Mittwoch [9. Juli 2014] habe der Beschuldigte nach 
Übergabe des Briefes alles abgestritten. Die Privatklägerin habe aber – auch direkt 
gegenüber dem Beschuldigten – darauf beharrt, dass es so gewesen sei. Sie habe 
geweint und drei oder vier Mal wiederholt, dass sie schwöre, dass der Beschuldigte 
dies getan habe. Schliesslich sei der Beschuldigte zur Privatklägerin getreten und 
habe sie gefragt, wie er das wieder gutmachen könne. Die Privatklägerin habe ge-
antwortet, er könne es nicht mehr gut machen. Danach seien sie gegangen 
(pag. 132 Z. 170 ff., für Details vgl. auch vorinstanzliches Motiv pag. 465).

Am Freitag [11. Juli 2014] habe sie [die Grossmutter] dann den Vater der Privatklä-
gerin informiert (pag. 133 Z. 222 ff.).

Sie habe die Privatklägerin noch gefragt, ob der Beschuldigte schon vorher etwas 
gemacht habe. Die Privatklägerin habe geantwortet, dass er «das vorletzte Mal, als 
sie dort gewesen seien», etwas gemacht habe. Als sie [die Grossmutter] nachge-
fragt und darauf hingewiesen habe, dass sie doch gar nicht alleine dort gewesen 
seien, habe die Privatklägerin gemeint: «Nei, nei es isch gar nüt gsi». Sie [die 
Grossmutter] habe nicht gewusst, wie diese Antwort einzuordnen gewesen sei 
(pag. 133 Z. 226 ff.).

8.5.3

F.________, der Ehemann der Grossmutter, bestätigte anlässlich seiner Einver-
nahme vom 23. Juli 2014 – wenn auch weitestgehend vom Hörensagen – die An-
gaben seiner Frau. Die Privatklägerin habe ihm aber auch persönlich gesagt, dass 

20

der Beschuldigte ihr an die Brüste gefasst und ihr ein «Müntschi» gegeben habe 
(pag. 137 Z. 98 ff.). 

Zudem gab der Ehemann der Grossmutter zu Protokoll, er sei an jenem Mittwoch 
[9. Juli 2014], als zunächst die Konfrontation zwischen der Privatklägerin, seiner 
Frau und dem Beschuldigten stattgefunden habe, anschliessend auch noch kurz 
zum Beschuldigten gegangen. Dieser habe behauptet, dass er nichts gemacht hät-
te, sondern die Privatklägerin in seinem Büro eine Zeichnung gemacht und er [der 
Beschuldigte] sich [lediglich] von hinten «so über sie her[ge]bückt» habe. Ansons-
ten habe der Beschuldigte eigentlich nichts gesagt (pag. 138 f. Z. 152 ff.). 

Er habe nicht genau erfahren, was dem Beschuldigten vorgeworfen werde. Aber er 
habe noch mitbekommen, als seine Frau die Privatklägerin gefragt habe, ob schon 
früher etwas gewesen sei und die Privatklägerin dies bejaht habe. Als seine Frau 
die Privatklägerin dann gefragt habe, wann dies gewesen sei und zu ihr gesagt ha-
be, dass sie ja damals gar nicht alleine dort gewesen sei, habe die Privatklägerin 
geantwortet, das «nüt passiert» sei (pag. 139 Z. 191 ff.).

Sie seien nicht sehr oft, vielleicht alle drei Monate einmal mit der Privatklägerin und 
ihrer Schwester im Restaurant U.________ gewesen (pag. 137 Z. 59). 

8.5.4

Gemäss der undatierten Niederschrift «B.________» (pag. 199 f.) – diese will der 
Beschuldigte am Sonntag nach dem Vorfall [d.h. am 13. Juli 2014] erstellt haben 
(pag. 99 Z. 241 ff., vgl. auch pag. 78 Z. 273) – sei die Grossmutter der Privatkläge-
rin am Morgen des 6. Juli 2014 in das Restaurant U.________ gekommen und ha-
be ihn gefragt: «Was hesch du mit dr B.________ gmacht, die isch ganz 
verschtört». Seine Antwort sei gewesen: «Wischmaschine fahren und ein Pferd-
chen hat sie mir gezeichnet.» Viel mehr habe man an diesem Sonntagmorgen nicht 
reden können, der Zustrom der Gäste habe ein vertieftes Gespräch verhindert 
(pag. 199 letzter Absatz).

Am Mittwoch seien dann die Privatklägerin und ihre Grossmutter wie vereinbart in 
seinem Büro erschienen. Unter Tränen habe ihm die Privatklägerin ganz schlimme 
Vorwürfe gemacht («Du hesch mir Zungeküss gäh u du hesch mir a Brüscht u id 
Hose griffe»). Die Grossmutter der Privatklägerin habe ihm zudem mitgeteilt, dass 
er gemäss der Privatklägerin «scho früecher einisch a ihre umegfummlet» haben 
soll (pag. 200 zweiter Absatz). 

Er sei über die Anschuldigungen entsetzt gewesen und sich zu wehren begonnen. 
Auf seine Frage, wieso sie sich nicht gewehrt habe, habe die Privatklägerin ge-
meint, weil sie Angst gehabt habe. Auf die weitere Frage, warum sie denn unbe-
dingt zu ihm ins Büro habe kommen und eine Zeichnung machen wollen, wenn an-
geblich er doch schon früher «solch böse Sachen» gemacht habe, habe die Privat-
klägerin trotz mehrmaligen Nachfragens nicht geantwortet (pag. 200 dritter Absatz).

Schliesslich habe er verlangt, noch mit dem Ehemann der Grossmutter zu spre-
chen. Dieser habe ihm dann bestätigt, dass die Privatklägerin lügen könne wie ge-
druckt.

21

Er [der Beschuldigte] habe dem Ehemann der Grossmutter der Privatklägerin noch 
erzählt, was sich bei einem früheren Besuch der Privatklägerin beim Zeichnen in 
seinem Büro abgespielt habe. Es sei nämlich so gewesen: «Die beiden Kinder, al-
so [die Privatklägerin] und [ihre Schwester], machten Zeichnungen, ich sass auf 
dem Bürostuhl und [die Privatklägerin] zeichnete stehend [...] vor mir. Ein Tele-
fonanruf meldete sich an. Um diesen annehmen zu können, die Wochenendschal-
tung auf der Telefonanlage war aktiviert, musste ich mich ins andere Büro bege-
ben. Es war Samstagmorgen, ein Kunde wollte etwas wissen, ich nahm das Ge-
spräch stehend entgegen, dieses dauerte an. Während ich mit dem Kunden sprach 
postierte sich [die Privatklägerin], ohne jegliche Aufforderung und aus total eigener 
Initiative vor mich. Dabei drückte sie ihren Rücken hin und her reibend, gegen mei-
ne Oberschenkel und meinen Unterleib. Ich beendigte das Gespräch und nahm 
damals keine weitere Notiz von der Sache.» 

Erst jetzt als diese Anschuldigungen gemacht worden seien, habe er sich daran er-
innert und dem Ehemann der Grossmutter gesagt: «Ig gloube das Meitli suecht öp-
pis» (pag. 200 drittletzter Absatz).

8.5.5

Anlässlich seiner Ersteinvernahme vom 17. Juli 2014 beschrieb der Beschuldig-
te auf offene Frage, was er am Samstag 5. Juli 2014 gemacht habe, zunächst, wie 
die Privatklägerin an diesem Tag ein «Rössli» in seinem Büro gezeichnet habe, 
während er auf der Toilette gewesen sei. Als er zurückgekommen sei und sich auf 
den Bürostuhl gesetzt habe, sei die Privatklägerin mit dem Rücken vor ihn [hin-] 
gestanden und habe sich dann zurückgelehnt (pag. 73 Z. 24 ff.).

An dieser Stelle fügte der Beschuldigte von sich aus nahtlos an, er wolle einen 
früheren Vorfall schildern, bei welchem sich beide Mädchen bei ihm im Büro aufge-
halten hätten, als das Telefon gegangen sei. Weil er es nicht habe abnehmen kön-
nen, sei er in ein anderes Büro gegangen, um das Telefon entgegen zu nehmen. 
Da er mit einem Kunden am Telefon gewesen sei, was ein wenig länger gedauert 
habe, sei die Privatklägerin zu ihm gekommen, habe sich vor ihm platziert, den Rü-
cken an ihn gewandt und «hin und her bewegt, also massiert» (pag. 73 Z. 49 ff.). 
Auf Frage, wie es bei dem geschilderten Vorfall weitergegangen sei, antwortete der 
Beschuldigte, da gebe es nichts mehr dazu zu sagen. Er habe das Telefonge-
spräch mit dem Kunden beendet und sie hätten das Büro wieder verlassen (pag. 
74 Z. 60 f.).

Weiter bestätigte der Beschuldigte von sich aus seine Ausführungen in der Nieder-
schrift «B.________», wonach die Grossmutter der Privatklägerin ihm bei der "Ge-
genüberstellung" von Mittwoch, 9. Juli 2014, gesagt habe, dass schon zu einem 
früheren Zeitpunkt etwas gewesen sein solle. Der Beschuldigte schilderte auch wie 
er die Privatklägerin mehrfach danach gefragt habe, weshalb sie denn trotzdem 
unbedingt wieder zu ihm habe kommen wollen, sie aber nicht geantwortet habe. 
Und er beschrieb, wie er im Nachgang dem Ehemann der Grossmutter den frühe-
ren Vorfall geschildert habe (pag. 75 Z. 111 f.).

22

8.5.6

Anlässlich seiner Einvernahme vom 24. Juli 2014 gab der Beschuldigte zu Pro-
tokoll, dass «die Sache [...] viel weiter zurück[gehe]». Dies insofern als die Gross-
mutter der Privatklägerin ihm anlässlich des Gesprächs vom 9. Juli 2014 gesagt 
habe, dass gemäss der Privatklägerin «bereits etwas gewesen» sei.

8.5.7

E.________, die Mutter der Privatklägerin, hatte am 12. Juli 2014 Anzeige bei der 
Polizei erstattet (vgl. pag. 47). 

Anlässlich ihrer Einvernahme vom 14. Juli 2014 gab sie zu Protokoll, sie [die El-
tern] hätten am vergangenen Freitag [11. Juli 2014] von den Vorwürfen erfahren. 
Ihre Mutter habe ihren Ex-Mann angerufen und dieser habe sie dann umgehend 
benachrichtigt (pag. 116 Z. 32 ff.). 

Ihr Ex-Mann sei die beiden Mädchen dann am Samstagmorgen [12. Juli 2014] bei 
den Grosseltern abholen gegangen. Auf dem Weg nach Hause habe er die Privat-
klägerin gefragt, ob sie darüber sprechen wolle, was die Privatklägerin mit der Be-
gründung verneint habe, sie wolle es erst erzählen, wenn keine Geschwister mehr 
anwesend seien (pag. 117 Z. 64 ff.). 

Sie [die Mutter] sei daraufhin zur Privatklägerin gegangen und habe ihr gesagt, 
dass sie sich unterhalten sollten. Sie seien daraufhin zu einem Bauernhof gegan-
gen, wo die Privatklägerin schliesslich angefangen habe, zu erzählen, was am 
5. Juli 2014 passiert sei (pag. 117 Z. 68 ff., für Details vgl. vorinstanzliches Motiv, 
pag. 460 f.). 

Als die Privatklägerin später im Auto auch noch erzählt habe, dass der Beschuldig-
te sie an jenem Tag auch schon draussen vor der Garage geküsst habe, und der 
Bruder der Privatklägerin gefragt habe, weshalb sie denn trotzdem mit dem Be-
schuldigten mitgegangen sei, habe die Privatklägerin geantwortet: «Weisch [...], i 
ha dänk Angscht gha». Ausserdem habe der Beschuldigte ihr gesagt, sie dürfe es 
niemandem erzählen (pag. 117 Z. 96 ff.). 

Sie [die Mutter] habe den Eindruck, dass die Privatklägerin erleichtert gewesen sei, 
dass sie nun ernst genommen und etwas passieren werde. Erzählt habe die Privat-
klägerin relativ emotionslos, als würde bei ihr ein Film ablaufen. Als sie die Privat-
klägerin danach in die Arme genommen habe, habe diese angefangen zu weinen 
(pag. 118 f. Z. 156 ff.). Die Privatklägerin habe auch gewollt, dass sie [die Eltern] 
ihr versprechen, dass sie nach den Aussagen bei der Polizei nicht mehr darüber 
werde sprechen müssen und dass das Leben danach wieder so sei wie vorher 
(pag. 119 Z. 162 ff.).

Sie habe die Privatklägerin gefragt, ob es das erste Mal gewesen sei, dass der Be-
schuldigte so etwas getan habe, was die Privatklägerin bejaht habe (pag. 119 
Z. 199 f.). 

Auch habe sie [die Mutter] die Schwester der Privatklägerin gefragt, ob der Be-
schuldigte auch bei ihr etwas gemacht habe, was diese verneint habe. Sie [die Mut-
ter] erinnere sich aber, dass die Schwester der Privatklägerin ihr früher einmal er-

23

zählt gehabt habe, dass der Beschuldigte sie im Kindergarten abholen werde. Sie 
habe dieser Aussage damals keine weitere Bedeutung beigemessen (pag. 119 
Z. 202 ff.).

8.5.8

D.________, der Vater der Privatklägerin, bestätigte anlässlich seiner Einvernah-
me vom 30. April 2015, dass die Privatklägerin seiner Ex-Frau anlässlich des 
samstäglichen Spaziergangs [vom 12. Juli 2014] erzählt habe, was [am 5. Juli 
2014] geschehen sei. Was seine Ex-Frau ihm anschliessend weitererzählt habe, 
habe sich mit den Angaben der Grossmutter gedeckt (pag. 123 Z. 37 ff.). 

Ihm selbst habe die Privatklägerin nur Teile davon erzählt, nie aber die ganze Ge-
schichte. Die Privatklägerin habe einmal darüber sprechen wollen und dann nicht 
mehr (pag. 123 Z. 44 f.). Sie habe es ja ihrer Mutter erzählt gehabt und wenn die 
Privatklägerin etwas erzähle, dann wolle sie das nicht immer wieder tun. Sie wolle 
es abhaken und vergessen können (pag. 124 Z. 79 ff.). 

In den Ferien in Italien sei es immer wieder in ihr hoch gekommen. Als er ihr zum 
Beispiel zugeflüstert habe, dass er die Türe des Wohnmobils schliessen werde, 
damit sie die Streiterei der anderen Geschwister nicht mit anhören müssten, habe 
die Privatklägerin gesagt: «Hör uf Papi, hör uf, i überchume Angscht, dr 
A.________ het o so lisli gredt» (pag. 123 Z. 49 ff.). Er habe noch zwei, drei weite-
re Momente erlebt, in welchen sie richtig Angst bekommen habe, etwa als ihr Götti 
sie habe umarmen wollen. Auch wenn er selbst die Privatklägerin habe umarmen 
wollen, sei sie manchmal ausgewichen (pag. 124 Z. 57 ff.). Die Privatklägerin habe 
– in Träumen aber auch in Wirklichkeit – das Gefühl, dass der Beschuldigte sie ver-
folgen würde (pag. 124 f. Z. 84 ff.). Sie habe auch Angst gehabt und gesagt, dass 
ihre Schwester nicht gehen dürfe, als diese in den Herbstferien wieder zu ihrer 
Grossmutter gewollt habe. Die Grossmutter habe ihr dann versprechen müssen, 
dass sie nicht zum Beschuldigten gehen würden. Als seine Ex-Frau die Schwester 
dann zur Grossmutter gebracht habe, habe die ebenfalls im Auto mitfahrende Pri-
vatklägerin Bauchweh bekommen. Selbst sei die Privatklägerin nie mehr zur 
Grossmutter gegangen (pag. 125 Z. 102 ff.).

8.5.9

Die Privatklägerin selbst war am 14. Juli 2014 erstmals von einer dazu ausgebil-
deten Spezialistin der Kantonspolizei videobefragt worden (DVD, pag. 110). 

Zu Beginn der Einvernahme wurde die Privatklägerin darüber informiert, dass sie 
im Strafverfahren gegen den Beschuldigten als Auskunftsperson befragt werde, 
«weil etwas zwischen [ihr] und A.________ passiert» sei. Weiter wurde die Privat-
klägerin unter anderem angewiesen, nichts zu erfinden und es zu sagen, falls sie 
etwas nicht mehr wisse. Schliesslich wurde sie einleitend dazu angehalten, «nur zu 
sagen, was passiert ist, also die Wahrheit zu sagen» (ab 14:06:15).  

Nach einigen einleitenden Fragen zur Person schilderte die Privatklägerin – auf of-
fene Frage, was passiert sei – zusammengefasst, wie der Beschuldigte sie am 
5. Juli 2014 vor dem Garagentor zum ersten Mal geküsst habe; wie sie dann 
zunächst zur Putzmaschine hinaus gegangen seien, worauf der Beschuldigte ge-

24

sagt habe, sie bräuchten einen Ort, wo sie alleine zusammen sein könnten; wie sie 
daraufhin in das Büro gegangen seien, wo sie gezeichnet habe; wie der Beschul-
digte ihren Hosenknopf geöffnet und in ihren Hosen «umegfummelt» habe; wie er 
anschliessend mit seinem Mund von unten her an ihre Brüste gegangen und diese 
mit den Händen noch «so massiert» habe; wie er auf der Putzmaschine noch ge-
sagt habe, sie habe schöne Brüste; und wie sie – nachdem der Beschuldigte «das 
alles» gemacht habe – wieder nach draussen gegangen und mit der Putzmaschine 
herumgefahren seien (ab 14:12:02). Auf offen formulierte Nachfragen hin, ergänzte 
die Privatklägerin unter anderem, wie der Beschuldigte sie beim Garagentor 
«nass» geküsst habe und wie er ihr später im Büro auch noch «d Zunge ids Muu 
gstosse» habe (ab 14:15:20). Von sich aus unterschied sie dabei z.B., dass der 
Beschuldigte sowohl von unten wie auch von oben in bzw. unter ihr T-Shirt gefasst 
habe (ab 14:21:10). Auf offene Fragen der Polizistin präzisierte die Privatklägerin 
unter anderem weiter, dass der Beschuldigte auf seinem Stuhl gesessen habe, 
während sie mit dem Rücken zu ihm gewandt vor ihm zwischen seinen Beinen ge-
standen habe, als er ihr in die Hose gegriffen habe. Er habe sie dann aufgefordert, 
ihre Beine ein bisschen auseinanderzuhalten, da es für ihn nicht mehr «gäbig» ge-
wesen sei, weil sie die Beine zusammengehalten habe (ab 14:25:00).

Die Privatklägerin schilderte weiter, wie sie die Geschichte gegenüber der Gross-
mutter erst «nach und nach usegrückt» habe, weil die Grossmutter bei solchen Sa-
chen heikel sei und sie Respekt vor dieser habe. Weiter gab sie an (ab 14:42:45), 
dass ihre Mutter ihr später gesagt habe, dass der Beschuldigte das wahrscheinlich 
schon mit anderen Kindern gemacht habe (ab 14:35:32).  

Die Privatklägerin sagte auch aus, dass sie nicht das erste Mal beim Beschuldigten 
im Büro gewesen sei. Allerdings sei sie bei den früheren Malen aber nicht alleine 
dort gewesen, sondern sich entweder in Begleitung ihrer Grossmutter oder ihrer 
kleinen Schwester befunden (ab 14:48:55). 

Mehrfach verneinte die Privatklägerin anlässlich dieser ersten Videoeinvernahme, 
dass der Beschuldigte sonst bzw. bei früheren Besuchen noch etwas getan habe, 
dass sie noch nicht erzählt hätte (jeweils ab 14:30:00, 14:33:12, 14:43:50, 
14:49:40).

8.5.10

Am 25. November 2014 (pag. 282) reichte die Vertretung der Privatklägerin im Ori-
ginal ein handschriftliches Schreiben (pag. 283 f.) zu den Akten, welches die Pri-
vatklägerin ihrer Mutter am 6. Oktober 2014 [recte 6. August 2014] diktiert habe. 
Die Niederschrift dieses Diktats lautet wie folgt:

«Letzten Winter hat er beides gemacht, also das mit den Brüsten und das mit [d]em 
Füdli vorne. Damals hat er noch nicht gesagt, ich soll das niemandem sagen, oder 
mich geküsst. Das mit dem Füdli hat er am Esstisch gemacht und Grosi und 
Grossätti haben das nicht gesehen, weil [– der folgende Nebensatz wurde offenbar 
nachträglich eingefügt –] sie ihm in die Augen schaut[e]. Ich sass auf seinem 
Schoss und nachher ist er mit der Hand unter dem Tisch hinein. Aber den Hosen-
knopf hat er nicht aufgemacht. Nachher gingen C.________ und ich mit ihm in sein 
Büro zeichnen. Und nachher hat das Telefon geläutet, ich bin neben ihm gestan-

25

den und nachher hat er mir ins T-Shirt reingelangt und hat nachher so geknetet. Ich 
hatte das „Best Friend“-T-Shirt an, weil das vorne so lodelig ist hat er reingekonnt 
mit der Hand. C.________ war am Zeichnen und hat das nicht gesehen. Er hat 
dann gesagt es seien schöne Brüste.»

Nach einer Trennlinie wird weiter ausgeführt: 

«Dies hat B.________ mir am 6.8.14 diktiert. 

Erzählt hat sie mir das zum 1. Mal in den Ferien in Italien, am 25.7.14. 

B.________ begann das Gespräch mit den Worten damals: Weisch Mami dr 
A.________ het das scho meh gmacht, aber nid so schlimm wie i de Ferie bim 
Grosi.»

8.5.11

E.________, die Mutter der Privatklägerin, bestätigte anlässlich ihrer Einvernahme 
vor Obergericht, dass das Diktat so richtig sei (pag. 553 Z. 41). 

Sie sei damals im Wohnmobil mit Aufräumen beschäftigt gewesen, als die Privat-
klägerin dies plötzlich von sich aus erzählt habe, so wie es in dem Diktat stehe. Die 
Privatklägerin habe frei erzählt. Sie [die Mutter] habe sicherlich gewisse Sachen 
nachgefragt, zum Beispiel, weshalb das Grosi und der Grossätti das [gemeint: das 
Verhalten des Beschuldigten am Esstisch] nicht gesehen hätten. Daraufhin habe 
die Privatklägerin eben geantwortet, dass die Grosseltern dem Beschuldigten in die 
Augen geschaut hätten (pag. 554 Z. 3 ff.)

Sie [die Eltern] hätten in der Folge noch in den Ferien versucht, die Polizistin anzu-
rufen, welche die erste Videoeinvernahme durchgeführt gehabt habe. Diese habe 
ihnen geraten, alles aufzuschreiben (pag 554 Z. 13 f.).

Die Privatklägerin habe explizit gewünscht, dass sie [die Mutter] es aufschreibe. 
Sie sei mit der Privatklägerin an den Küchentisch gesessen und die Privatklägerin 
habe ihr diktiert. Sie [die Mutter] habe versucht, alles so aufzuschreiben, wie die 
Privatklägerin es ihr gesagt habe, einfach ins Hochdeutsche übersetzt (pag. 554 
Z. 14 ff.).

Es sei nicht so, dass sie am 6. August 2014 bloss zusammengefasst habe, was die 
Privatklägerin ihr zuvor in den Ferien erzählt gehabt habe, sondern diese habe ihr 
alles nochmals so erzählt bzw. diktiert. Danach hätten sie dann nicht mehr darüber 
gesprochen (pag. 554 Z. 22 f.). 

Sie habe keinen Anlass, an den Worten ihrer Tochter zu zweifeln. Diese habe die 
Sache verdrängt, sie sei introvertierter und stiller geworden. In der Schule laufe es 
aber in Anbetracht der Umstände nicht schlecht (pag. 554 Z. 18 ff., pag. 554 Z. 40, 
pag. 555 Z. 5 ff.).

Als sie [die Eltern] die Privatklägerin über das erstinstanzliche Urteil informiert hät-
ten, habe die Privatklägerin nicht gross einen Kommentar dazu abgegeben. Sie 
habe aber – in ihren Worten – einfach wissen wollen, «wieso dr A.________ nid ids 
Gfängnis isch cho» (pag. 553 Z. 34 ff.). 

26

8.5.12

D.________, der Vater der Privatklägerin war anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung nicht speziell zur Entstehungsgeschichte der Vorwürfe über 
einen früheren Vorfall befragt worden. 

Er hatte aber erneut zu Protokoll gegeben (pag. 383 f.), die Privatklägerin würde 
versuchen, das Ganze zu schubladisieren und zu verdrängen. Es gebe aber immer 
wieder Situationen, in denen es hervorkomme. So habe die Privatklägerin z.B. 
beim ________ einen ________ der Marke A.________ wegen des Namens nicht 
benutzen wollen. Weiter klage sie über Bauchschmerzen, wenn man mit dem Auto 
in der Region W.________ unterwegs sei. Wenn er mit ihr darüber zu sprechen 
versuche, komme nicht viel, aber die Privatklägerin werde traurig und verliere die 
Freude im Gesicht. Man könne sie in solchen Momenten auch nicht trösten. Sie 
hätten noch einmal ein Gespräch mit dem Psychologen Dr. R.________ gehabt. 
Dieser habe gemeint, die Privatklägerin habe alles zur Seite gelegt und sie müss-
ten parat sein, wenn es dann hervorkomme und die Privatklägerin darüber spre-
chen wolle.

8.5.13

Im Rahmen seiner Einvernahme an der Berufungsverhandlung bestätigte der 
Vater der Privatklägerin diese Aussage. Er führte aus, es gebe immer noch Mo-
mente, in denen die Privatklägerin plötzlich auf kleine Dinge reagiere und introver-
tiert werde. Sie wolle dann oft nicht darüber sprechen (pag. 557 Z. 19 ff.). 

Zum früheren Vorfall gab er zu Protokoll, es sei für ihn schockierend gewesen, als 
in den Sommerferien plötzlich auch noch von einem zweiten Übergriff die Rede 
gewesen sei. Er denke, es sei mit Schamgefühlen zu erklären, dass die Privatklä-
gerin den zweiten Vorfall nicht von Anfang an erwähnt habe. Die Privatklägerin ha-
be öfters gefragt, ob sie selber daran schuld sei, dass der Beschuldigte das ge-
macht habe. Er habe sich jedenfalls nie veranlasst gesehen, an den Worten seiner 
Tochter zu zweifeln (pag. 558 Z. 1 ff.).

8.5.14

Die Privatklägerin war am 4. Dezember 2014 ein zweites Mal videobefragt wor-
den (DVD, pag. 114). Mit Blick auf die von der Verteidigung erhobenen Einwände 
werden die Aussagen der Privatklägerin in der Folge relativ extensiv dargestellt:

(Ab 14:02:15) Einleitend wurde die Privatklägerin informiert, dass dem Beschuldig-
ten sexuelle Handlungen mit Kindern «vorgeworfen» würden. Die Privatklägerin 
wurde sodann unter anderem wiederum angehalten, die Wahrheit zu sagen.

(Ab 14:04:00) Die Privatklägerin gab auf Frage an, sie könne sich noch «so halb» 
daran erinnern, was sie bei der ersten Einvernahme ausgesagt habe. Das was sie 
damals gesagt habe, sei so passiert. Auf Frage sei ihr zwischenzeitlich nichts mehr 
in den Sinn gekommen. Sie habe damals auch nichts falsch in Erinnerung gehabt, 
was sie nun korrigieren müsste. Auf Frage sei auch nichts passiert, was sie damals 
vergessen habe zu sagen.

27

(Ab 14:05:00) Auf Frage, um was es in dem offenbar von ihrer Mutter geschriebe-
nen und von ihrer Rechtsanwältin eingereichten Brief gehe, antwortete die Privat-
klägerin, es gehe «o ume A.________, dass är denn das schon mau gmacht het 
und zwar am Ässtisch». Von sich aus fuhr die Privatklägerin fort: «Ig bi o bim Grosi 
i de Ferie gsi u mir si dert ga Ässe, bevor mr si ga Ichoufe.» Sie sei «bi ihm ufem 
Schoss ghocket und när het är das mit em Füdli gmacht und het, ja, das mit em 
Füdli und het dört ou drunde umegfummlet». Auf Frage, wo genau er das mit dem 
Füdli gemacht habe, erwiderte die Privatklägerin: «Vorne». Auf weitere Frage, wo 
genau vorne, sie könne es auch zeigen, meinte die Privatklägerin «hie» und legte 
ihre Hand mit ausgestrecktem Zeigfinger zwischen ihre Beine, in den Bereich des 
Geschlechts. Auf Frage, was der Beschuldigte denn genau gemacht habe, gab sie 
an, er habe einfach dort unten «umeglängt».

(Ab 14:06:37) Auf Frage wisse sie nicht mehr, wann dieser Vorfall gewesen sei. Sie 
wisse einfach noch, dass sie in den Ferien gewesen sei, vielleicht an einem Wo-
chenende. Auf Frage wisse sie nicht, in welcher Jahreszeit dies geschehen sei. Auf 
Frage sei es aber nicht jener Vorfall gewesen, von welchem sie das letzte Mal er-
zählt habe. Der Vorfall, von dem sie jetzt spreche, sei vor dem anderen Vorfall ge-
schehen. Auf Frage, ob dieser Vorfall [zeitlich] viel vor dem anderen Vorfall passiert 
sei, überlegte die Privatklägerin und antwortete dann: «Ja….schon». Auf Frage 
wisse sie nicht mehr, ob sie damals längere Zeit beim Grosi in den Ferien gewesen 
sei. Auf Frage wisse sie auch nicht mehr, an welchem Wochentag dies geschehen 
sei.

(Ab 14:07:58) Auf entsprechende Frage bejahte die Privatklägerin, dass der Vorfall 
im Restaurant des Beschuldigten passiert sei. Auf offene Frage, wer denn alles am 
Tisch gegessen habe, antwortete sie, ihre Grosseltern, ihre Schwester C.________ 
und sie selber. Auf Frage, wann der Beschuldigte hinzugekommen sei und was er 
gemacht habe, gab sie an, er sei nach dem Essen sei zu ihnen gekommen und ha-
be sich hinzugesetzt, um mit den Grosseltern zu sprechen. Auf Frage wisse sie 
nicht, warum sie beim Beschuldigten auf den Schoss gesessen habe. Von sich aus 
fügte sie an, es sei ja damals das erste Mal passiert und sie habe das halt noch 
nicht gewusst. Auf Frage habe es keinen speziellen Grund dafür gegeben, dass sie 
sich zum Beschuldigten auf den Schoss gesetzt habe. 

(Ab 14:08:55) Auf Frage, ob sie noch wisse, was sie gemacht habe als sie auf dem 
Schoss des Beschuldigten gesessen habe, gab die Privatklägerin an, sie sei ganz 
still gewesen und habe nicht gesprochen. Die Frage, ob es denn ganz plötzlich ge-
kommen sei, dass er «das» gemacht habe, bejahte sie. Auf Frage, wie das für sie 
gewesen sei, meinte die Privatklägerin, sie sei überrascht gewesen, sei ein biss-
chen erschrocken und habe Angst gehabt.

(Ab 14:09:25) Auf Frage, wie er das denn habe machen können, antwortete die 
Privatklägerin: «I bi so mit de Arme uf em Tisch gläge und är het... D Hose vo mir si 
chli ds gross gsi. När het är chönne drilänge». Auf Nachfrage, wo er «driglängt» 
habe, antwortete sie: «Id Hose und id Unterhose». Auf Frage, was sie gespürt ha-
be, wirkte die Privatklägerin verlegen und antwortete, das wisse sie nicht. Auf Fra-
ge, womit der Beschuldigte «ineglängt» habe, erwiderte die Privatklägerin: «Mit de 
Finger». Auf Frage, wo sie die Finger gespürt habe, antwortete sie: «Am Füdli vo-

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re». Die Nachfrage, ob es am «am blute Füdli» gewesen sei, bejahte die Privatklä-
gerin.

(Ab 14:10:27) Die Frage, ob danach sonst noch etwas passiert sei, verneinte sie.

(Ab 14:10:37) Auf Frage, was der Beschuldigte gemacht habe, als er mit seinen 
Fingern in ihr «Hösli» gegangen sei, antwortete die Privatklägerin, das wisse sie 
nicht, sie habe ja nicht zu ihm nach hinten, sondern nach vorne auf den Tisch ge-
schaut. Die Frage, ob sie denn irgendetwas gespürt habe, irgendeine Bewegung 
zum Beispiel, verneinte sie. Auf Frage wisse sie nicht mehr, wie lange es gedauert 
habe. 

(Ab 14:11:23) Auf Frage, ob es an jenem Tag einmal oder mehrmals vorgekommen 
sei, antwortete die Privatklägerin dezidiert: «Einisch». Auf Frage habe der Beschul-
digte nichts dazu gesagt. Nach dem Vorfall seien sie nach Hause bzw. Einkaufen 
gegangen. Auf Frage habe sie nachher niemandem von diesem Vorfall erzählt. Auf 
Frage wisse sie nicht, weshalb der Beschuldigte das gemacht habe.

(Ab 14:12:03) Auf Frage sei in der Zeit zwischen diesem und dem schon früher ge-
schilderten Vorfall nichts mit dem Beschuldigten geschehen. Die Frage, ob sie zwi-
schen diesen beiden Vorfällen noch weitere Male beim Beschuldigten gewesen sei, 
verneinte die Privatklägerin. Sie fügte an, sie sei dann ja auch lange Zeit nicht mehr 
beim Grosi in den Ferien gewesen. 

(Ab 14:12:45) Auf Frage habe sie damals niemandem davon erzählt, auch dem 
Grosi nicht. Auf Frage wisse sie nicht, warum. Sie habe damals Angst gehabt, da-
von zu erzählen.   

(Ab 14:13:05) Auf Frage, wie es für sie gewesen sei, als es dann das zweite Mal 
passiert sei, meinte die Privatklägerin, sie sei einfach erschrocken, da sie eigentlich 
auch gar nicht mehr daran gedacht habe, als sie [in der Zeit zwischen den Vorfäl-
len] bei ihren Eltern gewesen sei. Die Frage, ob ihr im Juli, als sie wieder zum Be-
schuldigten gegangen seien, noch bewusst gewesen sei, was er schon einmal mit 
ihr gemacht gehabt habe, bejahte sie.

(Ab 14:13:55) Auf Vorhalt des von ihrer Rechtsvertretung eingereichten «Briefes» 
[Diktat] gab die Privatklägerin an, diesen habe ihre Mutter geschrieben. Auf Frage, 
wie es dazu gekommen sei, dass ihre Mutter diesen Brief geschrieben habe, ant-
wortete die Privatklägerin, ihre Mutter habe sie gefragt, ob sie [die Privatklägerin] 
es schreiben wolle oder ob sie [ihre Mutter] es tun solle, und sie habe ihre Mutter 
gewählt. Auf Frage, ob und wann sie denn ihrer Mutter zuvor erzählt gehabt habe, 
dass schon einmal etwas passiert war, gab die Privatklägerin an, sie habe ihrer 
Mutter «das mitem Tisch» erzählt, als sie mit dem Camper in den Ferien in Italien 
gewesen seien. Auf Frage habe es keinen speziellen Anlass dafür gegeben. Sie 
könne auf Frage bestätigen, dass ihre Mutter genau das aufgeschrieben habe, was 
sie dieser erzählt habe. Ihre Mutter habe es ihr nachher vorgelesen, da sie deren 
Schrift nicht lesen könne.

(Ab 14:15:40) Auf Vorhalt, wonach im Brief stehe, dass «es» [der frühere Vorfall] im 
Winter gewesen sei, bestätigte die Privatklägerin, dass dies sein könne.

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(Ab 14:16:05) Auf weiteren Vorhalt, dass im Brief stehe, er habe damals beides 
gemacht, das mit den Brüsten und das mit dem «Füdli vorne», und Frage, ob denn 
mit den Brüsten auch noch etwas gewesen sei, antwortete die Privatklägerin, ja, er 
habe «eifach o driglängt i ds T-Shirt ine» [wobei sie sich mit der Hand über den 
Brust-/Bauchbereich strich]. Auf Frage, wie er dies habe machen können, antworte-
te sie: «Eifach vo obe ine». Die Frage, ob das Grosi dies denn nicht gesehen habe, 
wenn es doch auch am Tisch gesessen habe, verneinte die Privatklägerin. Wes-
halb, wisse sie auf Frage nicht. Auf Frage, was der Beschuldigte gemacht habe, 
nachdem er «obe ineglängt» habe, führte die Privatklägerin aus, er habe «eifach 
knätet». 

(Ab 14:16:55) Auf Frage wisse sie noch, dass sie das „My Best Friend“-T-Shirt ge-
tragen habe, jedoch nicht, welche Hose.

(Ab 14:18:05) Auf Frage, weshalb sie beim letzten Gespräch nichts von diesem 
Vorfall erzählt habe, antwortete die Privatklägerin, sie wisse es nicht, und fügte an, 
weil der Vorfall ihr damals nicht in den Sinn gekommen sei, dass sie das auch noch 
erzählen könnte.

(Ab 14:18:33) Auf Vorhalt, dass im Brief auch noch stehe, dass das Telefon im 
Büro geläutet habe, überlegte die Privatklägerin kurz und bejahte dies dann, ohne 
noch etwas von sich aus anzufügen. Auf Frage, was denn im Büro gewesen sei, 
antwortete sie umgehend, dass ihre Schwester C.________ und sie dann noch 
zum Beschuldigten ins Büro zeichnen gegangen seien. Dort habe das Telefon ge-
klingelt. Auf Frage, wie es weitergegangen sei, gab die Privatklägerin an, sie sei 
dann «zu ihm gange und ha ihm d Zeichnig zeigt. Und när het är no mau a de 
Brüscht knätet». Auf entsprechende Frage bestätigte die Privatklägerin, dass dies 
alles bei dem zeitlich ersten Vorfall passiert sei.

(Ab 14:19:40) Auf Frage, wo der Beschuldigte telefoniert habe, gab die Privatkläge-
rin an, er habe im Büro telefoniert. Auf Nachfrage bestätigte sie, dass es dort ge-
wesen sei, wo sie und ihre Schwester auch gezeichnet hätten. Auf Frage habe sie 
selbst am Bürotisch gezeichnet, während der Beschuldigte «näbedran...auso eifach 
bir Türe» gewesen sei. Auf entsprechende Nachfrage bestätigte die Privatklägerin, 
dass der Beschuldigte dort telefoniert habe. Auf Frage, ob er gesessen oder ge-
standen habe, antwortete sie umgehend, der Beschuldigte habe gestanden. Auf 
Frage bestätigte sie, dass der Beschuldigte immer noch telefoniert habe, als sie 
ihm die Zeichnung gezeigt habe. Auf weitere Frage, ob denn nachher noch irgend-
etwas passiert sei, antwortete die Privatklägerin: «Ja, är het äbe no mau a de 
Brüscht». Auf Nachfrage bestätigte sie, dass dies geschehen sei, während der Be-
schuldigte telefoniert habe. 

(Ab 14:20:49) Auf Frage, wie er denn das gemacht habe, führte sie aus, er habe 
«mit eire Hand ds Telefon ghäbt und mit dr andere im T-Shirt». Auf Frage könne 
sie nicht mehr sagen, mit welcher Hand er das Telefon gehalten habe und mit wel-
cher Hand er in das T-Shirt gegangen sei. Auf Frage, was sie gesagt habe, antwor-
tete die Privatklägerin: «Gar nüt». Auf Frage, wie das für sie gewesen sei, meinte 
sie, sie sei «verchlüpft». Wie lange der Beschuldigte das gemacht habe, könne sie 
auf Frage nicht sagen. Die Frage, ob er das Telefon inzwischen aufgelegt gehabt 

30

habe, verneinte die Privatklägerin und sagte, der Beschuldigte sei weiterhin am Te-
lefonieren gewesen.

(Ab 14:21:44) Auf Frage habe ihre Schwester währenddessen am Bürotisch ge-
sessen und weitergezeichnet. Auf Frage habe diese glaublich nichts mitbekommen. 
Auf weitere Frage bestätigte die Privatklägerin, dass sie und ihre Schwester auf der 
gleichen Seite des Bürotischs gewesen seien und gezeichnet hätten. Auf Nachfra-
ge gab sie an, sie seien hinter dem Bürotisch gewesen, dort wo der Bürostuhl ste-
he. 

(Ab 14:22:20) Auf Frage, wie sie denn [räumlich] zum Beschuldigten gestanden 
habe, als sie ihm die Zeichnung gezeigt habe, gab die Privatklägerin an, sie habe 
neben ihm gestanden. Auf entsprechende Nachfrage bestätigte sie, seitlich neben 
ihm gestanden zu haben. Auf Frage habe der Beschuldigte nichts zur Zeichnung 
gesagt. Auf Frage, wie er ihr denn in das T-Shirt habe fassen können, wenn sie 
neben ihm gestanden habe, antwortete die Privatklägerin: «I bi när irgendwie so wi-
ter vüre näbe ihn gestande». 

(Ab 14:23:15) Die Frage, ob es vorgekommen sei, dass sie sich zum Beispiel an 
den Beschuldigten gelehnt hätte, verneinte die Privatklägerin, indem sie den Kopf 
schüttelte und «Mm-mm» sagte. Auf Vorhalt, dass der Beschuldigte gesagt habe, 
dass sie [die Privatklägerin] sich mit dem Rücken an ihn gelehnt und an ihm gerie-
ben habe, schüttelte die Privatklägerin wiederum den Kopf und verneinte erneut mit 
den Worten «Mm-mm». Auf die Nachfrage «Das isch nid eso gsi?», erwiderte die 
Privatklägerin ein drittes Mal «Mm-mm» [Nein]. Schliesslich meinte sie auf entspre-
chende Frage noch, sie könne sich nicht vorstellen, warum der Beschuldigte dies 
so erzählt habe.

(Ab 14:24:00) In der Folge bestätigte die Privatklägerin auf Vorhalt der Bestreitun-
gen des Beschuldigten ihre früheren Angaben zu den Küssen beim zeitlich späte-
ren Vorfall vom 5. Juli 2014. 

(Ab 14:26:05) Die [in zeitlicher Hinsicht (erster oder zweiter Vorfall) offene] Frage, 
ob der Beschuldigte jemals hinausgegangen sei, als sie im Büro gewesen sei, ver-
neinte die Privatklägerin. Von sich aus fügte sie an, sie habe dann einfach weiter 
gezeichnet, bis ihre Grossmutter gekommen sei und sie und ihre Schwester 
(«uns») abgeholt habe. Auf die Frage, ob der Beschuldigte einmal auf die Toilette 
gegangen sei, antwortete die Privatklägerin: «Nei…das isch nid bim Tisch-Vorfau 
gsi….das isch….nei isch nid, nei». Auf Nachfrage, ob es denn beim zweiten Vorfall 
so gewesen sei, antwortete sie, dass habe der Beschuldigte dann der Grossmutter 
gesagt, als sie nach dem zweiten Vorfall noch einmal mit ihrer Grossmutter zu die-
sem gegangen sei. Es sei aber nicht so gewesen.

(Ab 14:27:05) Auf Frage sei sonst nichts mehr mit dem Beschuldigten vorgefallen, 
was sie [die Privatklägerin] noch nicht erzählt hätte.

(Ab 14:27:35) Auf Frage könne sie bestätigen, dass sie schon vor den beiden Vor-
fällen beim Beschuldigten gewesen sei, damals sei aber noch nichts passiert. Sie 
könne auf Nachfrage bestätigen, dass es ihre beiden letzten Besuche beim Be-
schuldigten gewesen seien, als jeweils etwas passiert sei.

31

(Ab 14:31:30) Auf Vorhalt ihrer Aussage, wonach sie aus Angst nicht vom [zeitlich 
ersten] Vorfall erzählt habe, und Aufforderung, zu beschreiben, weshalb sie Angst 
gehabt habe, führte die Privatklägerin aus: «Wüu ig das Gfüehl nid ha kennt, wüu 
ds eifach komisch isch gsi u när hani Angscht übercho». Sie bestätigte, dass sie 
damit meine, dass sie das nicht gekannt habe, was da passiert sei.

(Ab 14:32:20) Auf Frage, zu welchem Zeitpunkt der Beschuldigte ihr ins T-Shirt ge-
griffen habe, antwortete die Privatklägerin zunächst, sie wisse es nicht. Auf Nach-
frage, ob es beim ersten Vorfall am Esstisch oder im Büro gewesen sei, antwortete 
sie umgehend «im Büro». Die weitere Nachfrage, ob am Esstisch «nur das mit de 
Hösli» passiert sei, bejahte die Privatklägerin.

(Ab 14:32:55) Die Frage, ob sie manchmal noch an die Vorfälle denke, verneinte 
die Privatklägerin und meinte, sie versuche, nicht mehr daran zu denken.

(Ab 14:33:15) Auf Vorhalt, dass in dem von ihrer Mutter geschriebenen Brief stehe, 
der Beschuldigte habe gesagt, dass das schöne Brüste seien, meinte die Privatklä-
gerin: «Nei, das isch bim zwöite Mau gsi». Auf Frage, wann der Beschuldigte dies 
denn beim zweiten Mal gesagt habe, antwortete sie: «Eifach bim zwöite Mau, won 
är das... vorem Büro eifach, bim zwöite Mau». Auf Frage wisse sie nicht mehr, ob 
er das mit den schönen Brüsten gesagt habe, bevor oder nachdem er an ihre Brüs-
te gefasst und geknetet habe. Sie sei sich aber auf Nachfrage sicher, dass es beim 
zweiten Vorfall gewesen sei. 

8.5.15

Die Aussagen der Privatklägerin zum zweiten Vorfall von Winter 2013/2014 wurden 
dem Beschuldigten anlässlich der Schlusseinvernahme vom 30. April 2015 
erstmals vorgehalten.

Der Beschuldigte bestätigte einleitend seine bisherigen Aussagen als korrekt 
(pag. 101 f. Z. 8 ff.). 

Dass er die Privatklägerin bei zwei Vorfällen an den Brüsten und zwischen den 
Beinen berührt haben soll, sei nicht wahr (pag. 102 Z. 25). Auf Frage, ob er noch 
wisse, wann er erfahren habe, dass die Privatklägerin ihm unsittliche Berührungen 
anlässlich von zwei [verschiedenen] Vorfällen vorwerfe, meinte der Beschuldigte 
zunächst, das sei ja er gewesen, welcher das in seiner Niederschrift erwähnt habe. 
Dann führte er aus, er glaube er habe dies nie erfahren bzw. erst jetzt, als er die 
Videoeinvernahmen angesehen habe. Schliesslich gab er an, er habe den zweiten 
Vorfall in seiner Niederschrift erwähnt, weil er die Geschichte einfach so aufge-
schrieben habe, wie sie abgelaufen sei. Diesen zweiten Vorfall habe er für erwäh-
nenswert befunden, weil es einfach so gewesen sei. Im Zeitpunkt der Niederschrift 
habe er indessen nicht gewusst, dass die Privatklägerin erzählt habe, dass er sie 
bei diesem Vorfall auch berührt haben soll (pag. 102 Z. 29 ff.). Auf Vorhalt, dass die 
Privatklägerin [– wie er –] ebenfalls von einem Telefongespräch erzählt habe, und 
Frage, was er sonst zu den Aussagen der Privatklägerin sage, antwortete der Be-
schuldigte, diese stimmten nicht überein. Er habe nicht, wie von der Privatklägerin 
behauptet, in seinem Büro telefoniert (pag. 103 Z. 68 f.). Zur zweiten Videobefra-
gung habe er noch zu sagen, dass die einvernehmende Polizistin die Aussage der 
Privatklägerin, wonach diese sich nicht an ihm herumgerieben habe, nicht hinter-

32

fragt, sondern die Meinung der Privatklägerin einfach übernommen. Man sehe aber 
nach seiner Auffassung dem Gesichtsausdruck der Privatklägerin klar an, dass sie 
lüge (pag. 103 Z. 84 ff.). Es sei nicht korrekt befragt und nicht hinterfragt worden 
(pag. 106 Z. 194 f.).

Er habe die Privatklägerin nie auf den Mund geküsst, sie bei keiner Gelegenheit an 
den Brüsten gestreichelt bzw. berührt und sie auch niemals unter den Unterhosen 
zwischen den Beinen gestreichelt (pag. 103 f. Z. 93 ff). Zu den Vorwürfen, die ihm 
gemacht würden, wolle er keine weiteren Aussagen machen (pag. 104 Z. 103).

Der Vorfall mit dem Telefongespräch, welchen er in seiner Niederschrift 
«B.________» erwähnt habe, habe ca. einen Monat vor dem anderen Vorfall statt-
gefunden, vielleicht sei es auch zwei Monate vorher gewesen. Für ihn sei es eine 
Bagatelle gewesen, über welche er erst später nachgedacht habe (pag. 104 Z. 121 
f.).

Die Privatklägerin habe sich, wie er dies bereits in seiner Niederschrift geschrieben 
habe, bei beiden Besuchen im Büro an ihm gerieben (pag. 105 Z. 151 f.). Beim 
zweiten Mal habe die Privatklägerin einfach noch den Kopf nach hinten geneigt 
(pag. 105 Z. 163 ff.). 

8.5.16

Anlässlich seiner Einvernahme an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hielt 
der Beschuldigte einleitend an seinen bisherigen Aussagen fest (pag. 386 Z. 18). 

Er habe erstmals von den Vorwürfen betreffend Vornahme sexueller Handlungen 
an der Privatklägerin erfahren, als deren Grossmutter an jenem Sonntagmorgen 
[6. Juli 2014] zu ihm gekommen sei. Der Beschuldigte konnte sich zunächst nicht 
mehr daran erinnern, ob damals bereits von mehreren Vorfällen die Rede gewesen 
sei. Beim Verlesen des Protokolls war er sich dann sicher, dass zu diesem Zeit-
punkt nicht von mehreren Vorfällen die Rede gewesen sei (pag. 386 Z. 38 ff.).

Zum hier noch zu beurteilenden Themenkomplex, d.h. dem Vorwurf, er habe die 
Privatklägerin zuvor schon einmal berührt, könne er nichts sagen, weil nichts statt-
gefunden habe. «Das wäre jetzt etwas Neues» (pag. 388 Z. 5). 

Auf Frage, ob er die Privatklägerin je auf seinen Schoss genommen habe, antwor-
tete der Beschuldigte nach einigem Überlegen, die Kleinere – wie sie heisse, wisse 
er nicht mehr – habe er mal auf dem Schoss gehabt, die Privatklägerin dagegen 
nie (pag. 388 Z. 9 f.). 

Auf Frage, ob in seinem Büro ein Vorfall mit einem Telefon geschehen sei, verwies 
der Beschuldigte einmal mehr auf seine Niederschrift, worin dies gut beschrieben 
sei. Er habe in das andere Büro gemusst, um den Anruf entgegenzunehmen. Die 
Privatklägerin sei dann zu ihm gekommen. Datumsmässig sei das etwa drei Mona-
te vorher gewesen. Wieder habe sich die Privatklägerin mit dem Rücken und dem 
Füdli an ihm gerieben, als sie bei ihm gewesen sei – oder dies sei das erste Mal 
gewesen. Er habe nicht darauf reagiert, zum damaligen Zeitpunkt habe er davon 
nicht weiter Notiz genommen. (pag. 388 Z. 13 ff.).

33

Er könne sich die Vorwürfe so erklären, dass die Privatklägerin wohl ein Manko an 
Aufmerksamkeit gehabt habe. Sie habe das ja auch so vorangemeldet gehabt, 
dass sie zu ihm ins Büro kommen wolle. Was sonst mit dem Mädchen passiere  
oder passiert sei, könne er nicht sagen. Die Privatklägerin habe den Entscheid, mit 
ihm ins Büro zu kommen, selber getroffen. Sie hätte jederzeit zum Büro raus und 
zu den Grosseltern gehen können (pag. 388 Z. 25 ff.).

8.5.17

Auch anlässlich seiner Einvernahme an der Berufungsverhandlung gab der Be-
schuldigte zu Protokoll, er könne sich nicht erinnern, das Kind im Restaurant 
U.________ jemals auf dem Schoss gehabt zu haben. Er könne sich auch nicht 
denken, wie es möglich sein sollte, das Kind zu begrabschen. Dieses habe sich 
«wann immer es möglich war», vor ihn gestellt und sich mit dem Rücken an ihm 
gerieben (pag. 559 Z. 18 ff.). 

Die Niederschrift «B.________» habe er geschrieben, bevor er davon Kenntnis ge-
habt habe, dass die Polizei kommen würde. Es stimme, dass er darin zwei Vorfälle 
beschreibe, die sich in weiten Teilen mit den Aussagen der Privatklägerin deckten. 
Weshalb diese «das Andere» behaupte, wisse er nicht. Im Übrigen sei die Privat-
klägerin am Tisch auch an ihrem Grossvater «herum gschlirgget», sie habe mit 
diesem «umegschmuuset» (pag. 560 Z. 30 ff.). 

Auf Frage, ob er die Privatklägerin also auch sonst nie auf dem Schoss gehabt ha-
be, antwortete der Beschuldigte, einzig als er damals von der Toilette zurückge-
kommen sei und die Privatklägerin ihm im Büro das Rössli habe zeigen wollen, sei 
sie «so» zwischen seine Beine gekommen. (pag. 560 Z. 41 f.).

8.5.18

In seinem schriftlich zu den Akten genommenen letzten Wort führte der Beschul-
digte schliesslich zu dem hier noch interessierenden Sachverhaltskomplex aus, die 
Privatklägerin und ihre Schwester seien am Zeichnen in seinem Büro gewesen. 
Das Telefon habe geläutet. Um es anzunehmen, habe er sich ins Nachbarbüro be-
geben müssen. Die Privatklägerin sei ihm unaufgefordert gefolgt und habe sich – 
wie x-mal gesagt – vor ihn gestellt und sich während des Telefongesprächs rück-
lings an ihm gerieben. Dass sie dabei eine Zeichnung habe zeigen wollen, sei er-
funden und beweise, dass die Darstellungen «chaotisch unwahr» seien (pag. 580). 

In Bezug auf die zweite Videobefragung bemängelte der Beschuldigte zudem in 
seinem letzten Wort erneut, dass die Privatklägerin auf den Vorhalt, wonach sie 
sich gemäss seiner Darstellung mit dem Rücken an ihm gerieben habe, einfach 
nicht geantwortet habe. Daraufhin habe die einvernehmende Polizistin lediglich ge-
sagt: «Aber gäll das hesch du nid gmacht» und es dabei bewenden lassen 
(pag. 578 in fine).

8.6 Würdigung der subjektiven Beweismittel

8.6.1

Untersucht man die Entstehungsgeschichte des hier noch zu beurteilenden Vor-
wurfs, so wird ersichtlich, dass die Privatklägerin bereits sehr früh einen zweiten, 

34

früheren Vorfall erwähnte. Sowohl die Grossmutter der Privatklägerin wie auch 
(vom Hörensagen) deren Ehemann bestätigten, dass die Privatklägerin die – nach 
Vorbringen der Vorwürfe betreffend den 5. Juli 2014 gestellte – Frage, ob der Be-
schuldigte schon früher etwas gemacht habe, (zunächst) bejaht habe. 

Die Vorwürfe betreffend einen früheren Vorfall müssen demnach etwa zeitgleich 
mit bzw. höchstens wenige Tage nach den Vorwürfen betreffend den späteren Vor-
fall aufgekommen sein. Dies wird durch den Umstand bestätigt, dass der Beschul-
digte in seiner Niederschrift «B.________» selbst festhielt, dass die Grossmutter 
der Privatklägerin ihm gegenüber bereits am Mittwoch, 9. Juli 2014, geäussert ha-
be, dass er laut der Privatklägerin bereits früher einmal an ihr herumgefummelt ha-
ben soll (wobei der Beschuldigte allerdings in der Schlusseinvernahme auffälliger-
weise vorübergehend bestritt, bereits vor Betrachtung der zweiten Videoeinver-
nahme Kenntnis von einem zweiten Vorwurf gehabt zu haben).

Die Äusserungen der Privatklägerin zum früheren Vorfall – wie ihre Aussagen zu 
den Übergriffen überhaupt – wurden allerdings von ihrer Grossmutter und deren 
Ehemann von Anfang an angezweifelt. Die Grossmutter wurde wütend und sagte 
der Privatklägerin, sie solle ihrer Schwester nicht solche Sachen erzählen, es hand-
le sich um «dumme Züg», so etwas stimme doch nicht. Der Ehemann der Gross-
mutter zweifelte überhaupt an der Vertrauenswürdigkeit der Privatklägerin. In Be-
zug auf den von ihr erwähnten früheren Vorfall wurde ihr von der Grossmutter zu-
dem vorgehalten, sie sei ja gar nie mit dem Beschuldigten alleine gewesen. Der 
Privatklägerin wurde also nicht nur wiederholt zu verstehen gegeben, dass man ihr 
nicht glaube, sondern auch, dass ihre Vorwürfe faktisch gar nicht zutreffen könnten. 

Daraufhin zog die Privatklägerin ihre Vorwürfe betreffend einen früheren Vorfall 
dann (vorerst) zurück und äusserte, es sei doch «nüt gsi». 

Ihre Vorwürfe betreffend den Vorfall vom 5. Juli 2014 musste die Privatklägerin auf 
Geheiss ihrer Grossmutter – und wohl in der Meinung, die Privatklägerin werde 
sich dann eines Besseren besinnen und entschuldigen – in einem Brief formulieren 
und damit dem Beschuldigten persönlich gegenübertreten. Dass sie diese Konfron-
tation selbst geradezu suchte, wie dies die Grossmutter der Privatklägerin darzu-
stellen versuchte, erscheint wenig plausibel. Vielmehr dürfte diese "Gegenüberstel-
lung" auf Druck der Grossmutter und des Beschuldigten zu Stande gekommen 
sein.

Es erstaunt angesichts dieses Umgangs der Grossmutter und ihres Ehemanns mit 
der Privatklägerin und den von dieser geäusserten Vorwürfen nicht, dass letztere 
ihren Eltern bei der Heimfahrt und beim anschliessenden Spaziergang nichts von 
einem früheren Vorfall erzählte. Ihrer Mutter gegenüber antwortete sie auf entspre-
chende Frage, dass es das erste Mal gewesen sei, dass der Beschuldigte so etwas 
getan habe. Gegenüber dem Vater wollte sie zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht 
über den Vorfall sprechen. 

Der erste, der dann detaillierter einen zweiten Vorfall erwähnte, ist der Beschuldigte 
selbst. In seiner am 13. Juli 2014 erstellten Niederschrift «B.________» beschreibt 
er, wie sich die Privatklägerin bei einem früheren Besuch «aus total eigener Initiati-
ve und ohne Aufforderung» vor ihn «postiert» und «ihren Rücken hin und her rei-

35

bend» gegen seine Oberschenkel und seinen «Unterleib» gedrückt