# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 095d44bc-10df-50f2-8ce8-b37c9fee9431
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-10-24
**Language:** de
**Title:** Ablehnung IV-Rente wegen ungenügendem Invaliditätsgrad / Kein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen wegen fehlender Voraussetzungen
**Docket/Reference:** IV.2012.01203
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.01203.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.01203
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Disler
Urteil
vom
24. Oktober 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch
Y.___
SOBELI Sozialrechtsberatung Limmattal
Bahnhofstrasse 5, 8953 Dietikon
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1960,
arbeitete
vom
1. April 2003 bis
31. Januar 2012
bei
der
Z.___
als Plattenleg
er (
Urk.
7/
13 Ziffer 2.1 und 2.7
).
Am 4. Juni
2012 meldete er sich im Wesentlichen wegen Rückenbeschwerden bei der Inva
lidenversicherung
für Massnahmen für die berufliche Eingliederung an
(
Urk.
7/8
Ziff.
6.2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte in der Folge einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/13)
und
einen Auszug aus dem in
di
vi
duellen Konto des V
ersicherten (IK-Auszug:
Urk.
7/
18
)
ein und führte am 20.
Juni
2012 ein Standortgespräch durch (
Urk.
7/14).
Sodann
zog
sie
Akten der Krankenta
g
geldversicherung bei (
Urk.
7/19-
20
)
und
holte einen medizini
schen Be
richt (
Urk.
7/25) ein
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/
24 =
Urk.
3/5,
Urk.
7/29 =
Urk.
3/3
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung
vom 17.
Ok
tober 2012
einen Rentenanspruch
(
Urk.
7/31
=
Urk.
2
).
2.
Gege
n die Verfügung vom 17. Oktober
2012 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 16. November 2012 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen
(S. 2
Ziff.
1), eventuell
sei die IV-Stelle zu verpflichten,
ihm
berufliche Massnahmen zu ge
währen
(S.
2
Ziff.
2) und
e
ventuell seien zusätzliche fachärztliche Expertisen
seiner
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit anzuordnen
(S. 2
Ziff.
3).
Mit
Beschwer
deantwort
vom 7. Januar 2013 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 27. Februar 2013 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den
Anfech
tungs
- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der nach
tr
äglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches
im Rah
men
des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes
den auf
grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen
Verfügungsgegen
stand
bil
det. Anfechtungsgegenstand und Streitgegenstand sind identisch, wenn die Ver
fügung insgesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Be
schwer
de nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhält
nisse, gehören die nicht beanstandeten
Rechtserhältnisse
zwar wohl zum
An
fechtungs
-,
nicht aber zum Streitgegenstand
.
1.2
Während
der Beschwerdeführer im Anmeldeformular bei den beantragten Versi
cherungsleistungen einzig um Massnahmen für die berufliche Eingliederung er
sucht hatte, trägt
die angefochtene Verfügung
vom 17. Oktober 2012
(
Urk.
2)
die
Überschrift „Verfügung: Kein Anspruch auf Invalidenrente“
(S. 1 Mitte)
; der Ent
scheid selbst lautet: „Das Leistungsbegehren wird abgewiesen“ (
S. 3 unten
).
Die
Beschwerdegegnerin
hat in der Verfügung unter dem Titel „
Abklärungs
er
geb
nis
“ nach Feststellung der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit nicht nur ihre Bemessung des Invaliditätsgrades und die Ablehnung des Rentenanspruches be
gründet, sondern auch dargelegt, weshalb
berufliche
Eingliederungs
massnah
men
nur insoweit gewährt werden, als diese notwendig und geeignet sind, die Er
werbs
fähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Hierbei
handle es sich um einfach
e
und zweckmässige Massnahmen, weshalb vorlie
gend
Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche angeboten
w
ü
rde
n
. Berufliche Eingliederungsmassnahmen seien aufgrund der Aktenlage nicht an
gezeigt.
Da der Beschwerdeführer die Verfügung insgesamt angefochten und
im
Even
tual
standpunkt
auch explizit berufliche Massnahmen verlangt hat, bilden dement
sprechend sowohl
ein allfälliger
Anspruch auf berufliche Massnahmen als auch
auf eine Invalidenrente Prozessthema dieser Be
schwerde
,
d
ies umso mehr, als di
e Beschwerdegegnerin (soweit aufgrund der eingereichten Akten erkennbar) keine separate Verfügung betreffend berufliche Massnahmen erlassen hat.
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bundesge
setzes über die Invali
denversicherung,
IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1
ATSG
). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu er
hal
ten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen er
füllt sind (
Abs.
1).
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (
Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Artikel 13 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (
Abs.
2). Nach Massgabe von Artikel 16 Absatz 2 Buchstabe c besteht der Anspruch auf Leistungen unabhän
gig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (
Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen in (
Abs.
3):
-
medizinischen Massnahmen (
lit
. a);
-
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliede
rung (
lit
.
a
bis
);
-
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe,
lit
. b);
-
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
6
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG
) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass beim Beschwerdeführer
aus gesundheitliche
n Gründen
ab dem 1. Ja
nuar
2012 in der angestammten Tätigkeit als Plattenleger eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestehe und diese nach einem intensiven zielorientierten Training auf 75
%
gesteigert werden könne.
Aus spezialärztlicher Sicht sei b
ei einer ange
passten Tätigkeit von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ab April 2012 aus
zugehen.
Als
solche w
ürden knapp mittelschwere
Tätigkeiten
in Betracht ko
mmen.
Der Vergleich der Einkommen ergebe einen Invaliditätsgrad von 30
%
,
der damit unter
40
%
liege
,
womit
kein Rentenanspruch bestehe
(S. 2).
Be
ruf
liche
Eingliederungsmassnahmen seien aufgrund der Aktenlage nicht ange
zeigt, da in alternativen, adaptierten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
unter den Bedingungen der freien Wirtschaft bestehe (S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (
Urk.
1) auf den Standpunkt, dass
er seit mindestens 7 Monaten an
psychischen
Problemen leide
,
und
dass
aufgrund der klaren A
ktenlage und des von der
Krankentag
geld
versi
cherung
ei
ngeholten schlüssigen Gutachtens ein Leistungsanspruch bestehe (S.
4 f.
).
Er
macht
e weiter
geltend, aufgrund des
abklärungsbe
dürftigen
medi
zi
ni
schen Sachverhalts
müsse ein Gerichtsgutachten
eingeholt werden
(S. 5 f.)
.
Sofern keine Rente gesprochen werde, seien die Voraussetzungen für berufliche Massnahmen erfüllt und ihm diese zu gewähren (S. 7).
2.3
Strittig und
zu prüfen ist somit
,
wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers verhält und auf welche medizinischen Berichte diesbezüglich abzustellen ist.
Sodann
ist zu
prüfen, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf
eine Rente oder auf
berufliche Eingliederungsmassnahmen hat.
3.
3.1
Dr.
med. A.___
, FMH Allgemeinmedizin,
die den Beschwerdeführer seit August 2005 behandelt (
Urk.
7/25/1-4
Ziff.
1.2)
,
attestierte
ihm im e
rsten
Arzt
zeugnis
vom 8. Februar 2012
für
die
Krankentaggeldversicherung eine Arbeits
un
fähigkeit von 100
%
vom 6. bis 31. Dezember 2011 und eine Arbeitsunfähig
keit von 50
%
ab 1. Januar 2012 bis auf weiteres
(
Urk.
7/
19/6
).
3.2
Dr.
med.
B.___
, FMH Rheumatologie und innere Medizin, manuelle Medizin
,
nannte in ihrem Bericht vom 29. Dezember 2011 (
Urk.
7/19
/4-5 =
Urk.
7/19/7-8 =
Urk.
7/25/5-6
) folgende Diagnosen (S.
1
):
-
l
umbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
-
d
egenerativen Veränderungen mit
Chondrosen
, ventralen Spondylo
sen,
Spondylarthrose
ganze LWS
-
m
edianen Bandscheiben-
Protrusionen
L1/2, L3/2, L3/4, L4/5 und L5/S1
-
mässiggradige
neuroforaminale
Einengung L4/5 rechts, L5, S1 links
-
Nikotinabusus
-
Dyslipidämie
Dr.
B.___
s
tellte
zusammenfassend
eine
lumbospondylogene
Schmerz
symptomatik
ohne eindeutige Hinweise auf eine
Radikulopathie
fest (S. 2)
.
3.3
Am 6. Juli 2012 erstattete
n
Dr.
med.
C.___
, FMH Physikalische Me
dizin und Rehabilitation/Rheumatologie und
D.___
, Physiotherapeutin
,
E.___,
ein
Gutachten
zu
handen der Krankgentaggeldversicherung
(
Urk.
7/20
/2-18
)
, dies
nach
Untersuchung des Beschwerdeführers am 14.
und 15.
Juni 201
2.
Sie
nann
ten
folgende Diagnosen
(
S. 2
):
-
a
ktuell subakutes
rechtsbetontes
lu
mbospondylogenes
Syndrom
-
m
ässig
ausgesprägte
mehrsegmentale degenerative Veränderungen, vor allem der unteren Lendenwirbelsäule
-
Wirbelsäulenfehlform mit tiefer Übergangskyphose, radiologisch
Keil
wirbelbildung
im
thorakolumbalen
Übergangsbereich entsprechend
-
muskuläre Insuffizienz
-
leichtes
dysfunktionelles
Krankheitsverhalten
-
A
dipositas (BMI 30.4 kg/m
2
)
-
a
namnestisch
Hyperlipidämie
-
Nikotinabusus
Das arbeitsbezogene relevante Problem bestehe in einer verminderten
Belas
tungstoleranz
der Lendenwirbelsäule. Es bestehe weiter eine
Dekonditionierung
und eine Haltungsinsuffizienz.
Die Tätigkeit eines Plattenlegers entspreche einer mittelschweren bis schweren Tätigkeit.
Die bei den Tests im Rahmen der Evalu
ation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) gezeigte Leistungsfähigkeit liege
unter den Anforderungen der bisherigen
Tätigkeit
. M
it einem effizienten Training
könne
die Belastbarkeit gest
eigert werden
.
D
er Beschwerdeführer
sei
erheblich
dekonditioniert
und
habe
in den letzten Jahren seit Beschwerdebeginn kein wirksames Aufbautraining absolviert, sondern meist passive Therapie konsumiert
. Es
sei keine aktive Bewäl
tigungsstrategie vorhanden (S. 3
Ziff.
3.2
.
)
.
Mittelschwere Arbeiten, wie der Beschwerdeführer dies in angepas
ster Form zu
letzt ausgeübt habe
, seien ihm in der Tätigkeit als Plattenleger ganztags zu
mut
bar
, wobei n
ebst der Einschränkung beim Hantieren von Lasten
auch
ver
mehrte Pausen respektive ein langsameres
Arbeiten begründbar
sei
en
. Daraus folge
ein Leistungsrendement von 50
%
. Eine Verbesserung durch rehabilitative Mass
nah
men mit Erreichen einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 75
%
sei in
nerhalb von 6 Monaten
möglich
(
S. 4
Ziff.
6.1)
.
Die Belastbarkeit für andere berufliche Tätigkeiten liege mindestens in einer knapp mittelschweren Tätigkeit
(S. 3
Ziff.
3.3)
bei ganztägiger Arbeitszeit unab
hängig von rehabilitativen Massnahmen (
S. 4
Ziff.
6.2).
Die Gutachter empf
a
h
len weiter eine aktive Therapie.
Der Beschwerdeführer solle eine
arbeitsspezifi
sche
Rehabilitation in der Nähe seines Wohnortes absolvieren
(S. 4
Ziff.
4)
.
3.4
Dr.
med.
F.___
, Fachärztin Innere Medizin
,
Regionaler ärztlicher Dienst (RAD)
,
stellte in ihrer Stellungnahme (
Urk.
7/22
S. 3
) im Wesentlichen auf das
E.___
-Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.3) ab. Sie führte aus, dass beim Beschwer
deführer seit 6. Dezember 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe und ab 1. Januar 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in der bisherigen Tätigkeit als Plattenleger
, d
ies begründet durch den Anteil der schweren Tätigkeit und d
ie
längeren knienden Arbeiten. Medizinisch theoretisch sei die Arbeitsfähig
keit vo
n 50
%
mit einem intensiven zielorientierten Tr
aining bis auf 75
%
stei
gerbar
. In einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer ab April 2012 zu 100
%
ar
beitsfähig. Weitere Ab
klärungen seien nicht notwendig
.
3.5
Dr.
A.___
nannte in ihrem Bericht vom 3. Augu
st 2012 zuhanden de
r
Beschwer
degegnerin
(
Urk.
7/25)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (
Ziff.
1.1):
-
l
umbospondylogenes
Syndrom
sei
bei
-
degenerative
n
Veränderungen der
Chondrosen
-
ventralen
Spondylosen,
Spondylarthrosen
-
Bandscheiben-
Protrusion
L1-S1
-
n
euroforaminale
Eine
n
gung L4/5 rechts, L5 und S1 links
Sie nannte als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
Nikotinabusus
-
Adipositas
-
Hyperlipidämie
Dr.
A.___
attestierte dem Beschwerdeführer vom 6. bis 31. Dezember 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
,
vom
1. Januar
bis
17. April 2012 eine
solche
von 50
%
und
ab
18. April 2012
eine erneute Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6).
M
it einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit be
ziehungsweise der Erhöhung der Einsatzfähig
keit
könne
nicht gerechnet werde
n
(
Ziff.
1.9).
3.6
Dr.
med.
G.___
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
führte
in
ihrem Bericht vom 8. November 2012 (
Urk.
3
/
2
)
aus, diagnostisch gehe sie
aktu
ell
am ehesten
von einer
depressive
n
Störung, gegenwärtig mittelgradige-schwere Episode (F32.1/2)
, aus
.
Der Beschwerdeführer befinde sich seit 23. Oktober 2012 in psychiatrisch-psy
chotherapeutischer Behandlung
.
E
r
beklage
sich seit mindestens 7 Monaten
über eine V
erschlechterung seiner Stimmung
. Er sei zunehmend gereizt und ner
vös und beklage sich über Einschlafstörungen, Grübeln, Gedankenkreisen, ver
minderte
n
Appetit, soziale
n
Rückzug, schnelle Ermüdbarkeit, verminderten An
trieb, Lust-, Freud- und Interessenlosigkeit, verminderten Selbstwert
sowie
Kon
zentrationsschwierigkeiten
.
Geplant sei
e
ine
weitere regelmässige
psychiatrisch
-psycho
therapeutische
Betreu
u
ng in ein bis drei wöchentlichen Abständen.
4.
4.1
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist, dass der Be
schwerdeführer
an einem
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom leidet.
Um
stritten
sind die Auswirkungen dieser Diagnosen
auf
seine Arbeitsfähigkeit
.
Die Beschwerdegegnerin stellte diesbezüglich auf das
E.___
-Gutachten vom 6. Juli
2012 ab und ging von einer uneingeschränkte
n
Arbeitsfähigkeit ab April 2012
in
einer angepassten Tätigkeit aus (vgl. E. 2.1).
4.2
Im
E.___
-Gutachten wurde dem Beschwerdeführer für angepasste mittelschwere Tätigkeit
en
per sofort eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
attestiert.
Zu diesem Schluss kamen d
ie Gutachter
insbesondere
nach
der Durchführung
der Tests im Rahmen der Evaluation der funktio
nellen Leistungsfähigkeit (EFL)
. Das Gutach
ten erweist sich damit für die streitigen Belange als umfassend, beantwortet es doch die Frage nach der verbleibenden Arbeitsfähigkeit präzise, beruht auf den notwendigen Untersuchungen, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer ge
klagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Be
schwerdeführers auseinander. Das Gutachten wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben, le
u
chtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen der Ärzte sind in
nachvollziehbarer
Weise begrün
det. Es erfüllt die praxisgemässen
Krit
er
i
en (vgl. vorstehend E. 1.7) und weist keine Mängel auf.
Demnach kann für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden.
Weder die Ein
schätzung von
Dr.
B.___
noch diejenige von
Dr.
A.___
vermögen das
E.___
-Gutachten in Frage
zu
stellen.
Dr.
B.___
nahm in ihrem medizi
ni
schen Bericht keine Stellung zur Arbeits
un
fäh
ig
k
eit weder in an
gestammter noch
in angepasster Tätigkeit (vgl. E. 3.2).
Auch
Dr.
A.___
äusserte sich in ihrem
Arzt
zeugnis
(vgl. E. 3.1
) und auch in ihrem medizinischen Bericht
(vgl. E. 3.5)
nur zur Arbeitsunfähigkei
t in der angestammten Tätigkeit
.
4.3
Dr.
G.___
diagnostizierte
eine depressive Störung m
it gegenwärtig
mittelgradiger-schwerer
Episode (vgl. E. 3.6)
.
Der Beschwerdeführer
war im
Be
richtszeitpunkt
erst seit
zwei
Wochen in Behandlung bei
Dr.
G.___
. Die
Angabe einer
seit mindestens 7 Monaten andauern
den Verschlechterung
der
Stimm
ung
widerspiegelt somit
ausschliesslich die Aussagen des Beschwerde
füh
rers.
Die von ihr
genannte
Diagnose wird nicht mit Be
funden unterlegt
,
und es fehlen detaillierte
Anhaltspunkte,
wonach
aufgrund der im Bericht genannten Symptome auf eine relevante Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit im Zeitpunkt des hier zu beurteilenden
Sachverhalts
zu schliessen wä
re
.
Eine
mittelgradige
Epi
sode gilt rechtsprechungsgemäss als vorübergehendes und damit nicht inva
lidisierendes psychisches Leiden (Urteil des Bundesgerichts 8C_80/2011 vom 14.
Juni
2011 E. 6.3.2 mit Hinweisen).
Somit
ist fraglich, ob es sich bei der Er
kran
kung
des
Beschwerdeführers
um ein dauerhaftes, invalidisierendes Leiden handelt
.
4.4
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, der medizinische Sachverhalt sei
an
gesichts
der unterschiedlichen Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit
ungenü
gend abgeklärt
und es seien deshalb weitere Abklärungen zu treffen,
kann
ihm
nicht gefolgt werden
, da – entgegen seiner Einschätzung – die Abklärungen als genügend zu erachten sind
(vorstehend E. 4.2).
4.5
Zusammenfassend kann somit auf das Gutachten
der
E.___
-Ärzte
abgestellt wer
d
en, welche zum Schluss kam
en
, dass in bisheriger Tätigkeit eine Arbeitsfä
hig
keit von
50
%
mit rehabilitativen Massnahmen innert 6 Monaten auf 75
%
ge
steigert werden kann
und in angepasster Tätigkeit sogar eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
besteht. Der medizinische Sachverhalt erweist sich als hinreichend klar und ist als in diesem Si
nne erstellt zu betrachten.
4.6
Die Invaliditätsbemessung im engeren Sinn wurde von dem Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt und gibt aufgrund der Akten zu keinen Beanstandungen Anlass, so dass sich weitere Ausführungen dazu erübrigen
. D
ie angefochtene Ver
fügung vom 17. Oktober 2012 erweist sich in diesem Punkt als rechtens, wes
halb die Beschwerde
diesbezüglich
abzuweisen ist.
5.
5.1
Strittig
ist weiter, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf
berufliche
Eingliede
rungsm
assnahmen hat.
Der Beschwerdeführer
verlangte
Integrationsmassnah
men
, da sich diese an Menschen mit psychischen Einschränkungen richte. Diese Massnahmen der sozialberuflichen Rehabilitation seien das B
indeglied zwischen medizinischer
Rehabilitation und beruflicher Eingliederung (
Urk.
1 S. 7
Ziff.
21).
5.2
Der Gesetzgeber hat gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Mass
nahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (Gewöhnung an den Arbeitspro
zess, Förderung der Arbeitsmotivation, Stabilisierung der Persönlichkeit, Einü
ben
sozialer Grundfähigkeiten) und Beschäftigungsmassnahmen (Aufrechter
haltung einer Tagesstruktur für die Zeit bis zum Beginn von Massnahmen be
ruflicher Art oder bis zu einem Stellenantritt auf dem freien Arbeitsmarkt) in den ge
set
zlichen Leistungskatalog aufgenommen (
Art.
14a
Abs.
2 IVG;
Art.
4
quinquies
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV). Die
Integra
tionsmassnahmen
sollen die Lücke schliessen zwischen sozialer und beruflicher Integration. Nach
Art.
14a
Abs.
1 IVG haben Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu
mindestens 50
%
arbeitsunfähig sind, Anspruch auf
Integra
tionsmassnahmen
zur
Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, sofern dadurch die Voraus
set
zung
en für die Durchführung von Massnahmen berufli
cher Art geschaffen wer
den können. Der Anspruch setzt ausserdem die Fähig
keit der Versicherten voraus,
eine Präsenzzeit von mindestens zwei Stunden täglich während mindes
tens vier Tagen pro Woche zu absolvieren (
Art.
4
quater
Abs.
1 IVV). Anspruch auf Mass
nahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation haben Versicherte, die in Be
zug auf Massnahmen beruflicher Art noch nicht eingliederungsfähig sind (
Art.
4
quater
Abs.
2 IVV; Urteil des Bundesgerichts 8C_303/2009 vom 1
4.
Dezember 2010).
5.3
Die Voraussetzungen für
auf
die berufliche Eingliederung gerichtete Massnah
men
sind beim Beschwerdeführer nicht erfüllt, da er nicht mindestens sechs Monate zu mindestens 50
%
arbeitsunfähig war. Dies wurde durch das
E.___
-Gutachten, auf welches für die
Entscheidfindung
abgestellt wird (vgl. E. 4.4), festgehalten.
Es muss somit eine Notwendigkeit der entsprechenden Massnahme ausgewiesen sein, was bedeutet, dass eine Integrationsmassnahme zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung nur dann in Betracht fällt, wenn ohne sie eine berufli
che Eingliederung gar nicht möglich wäre
. Dies ist vorliegend nicht der Fall, da der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit zu 50
%
,
steigerbar
auf 75
%
,
arbeitsfähig ist und in angepasster Tätigkeit per sofort zu 100
%
arbeits
fähig ist. Eine berufliche Integrationsmassnahme ist damit nicht angezeigt.
Damit erweist sich die Verfügung vom 1
7.
Oktober 2012 auch in diesem Punkt als richtig, weshalb die Beschwerde
auch diesbezüglich
abzuweisen ist.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerle
gen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Y.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannDisler