# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c565574-0e3a-5a12-8684-160351ac2bf7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 02.03.2010 R 2009 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2009-45_2010-03-02.pdf

## Full Text

R 09 45
5. Kammer 

URTEIL
vom 2. März 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Quartiergestaltungsplan

1. a) Am 19.07.2007 leitete der Gemeindevorstand … die 

Quartiergestaltungsplanung „…“ in … ein. Das betreffende Plangebiet liegt 

am westlichen Rand des … Oberdorfes. Die Parzellen sind alle weitgehend 

überbaut, verfügen aber teilweise über innere Reserven. Zusätzlich erliess der 

Vorstand darüber gleichentags eine Planungszone.  

b) Der Entwurf des Quartierplans (QP) wurde vom 21.11.-22.12.2008 öffentlich 

aufgelegt. Dagegen erhoben … (Eigentümerin Parz. 159) und … 

(Eigentümerin Parz. 3937) Einsprache, mit den Begehren um Verzicht auf die 

Verbreiterung der bestehenden öffentlichen Zufahrt zur Parz. 159 und 

Verzicht auf die Südzufahrt von Parz. 157; evtl. um Anpassung der Südzufahrt 

laut Einsprachetext. Zudem sei auf eine Volumenvergrösserung des 

Ersatzbaubereichs auf Parz. 157 zu verzichten. Die Eigentümerin der Parz. 

3937 beantragte, das Gebäude auf Parz. 157 sei entsprechend dem QP-

Entwurf vom Juli 2008 zu verkleinern und zu platzieren, wobei die Baubehörde 

zu bestätigen habe, dass bei Aufhebung der privatrechtlichen 

Höhenbeschränkung zu Gunsten Parz. 91 und zu Lasten Parz. 3937 ein 

allfälliges neues Gebäude in der in der Kernzone 1 erlaubten Höhe gebaut 

werden dürfe und die bestehende Werkstatt auf der Nordseite als 

eingeschossige Nebenbaute im QP einzutragen sei.

c) Am 07./24.04.2009 genehmigte der Vorstand den QP … Er entschied, dass 

die Feinerschliessung des unteren Grundstückteils von Parz. 157 

(Eigentümerin …) zwischen den beiden bestehenden Liegenschaften … und 

… zu realisieren sei, davon ausgehend, dass bei einer allfälligen Ersatzbaute 

der heutigen Liegenschaft auf den nördlichen Teil der Parz. 157 der Neubau 

um 50 Zentimeter zurückzuversetzen wäre. Dementsprechend wurde der QP 

angepasst. Die Einsprache der Eigentümerin Parz. 159 hiess der Vorstand 

bezüglich Rückversetzung des Wohnhauses auf Parz. 157 um 50 cm bei 

Erstellung einer allfälligen Ersatzbaute gut; im Übrigen (Verzicht auf 

Verbreiterung der bestehenden Zufahrt zur Parz. 159 und Verzicht auf 

Volumenvergrösserung im Ersatzbaubereich auf Parz. 157) wurde sie 

abgewiesen. Die Einsprache der Eigentümerin Parz. 3937 hiess der Vorstand 

bezüglich Aufnahme der Werkstatt als bestehendes Nebengebäude im QP 

gut; ansonsten (Lage/Grösse des Gebäudes auf Parz. 157) wurde die 

Einsprache abgewiesen.

2. Dagegen liessen die Eigentümerinnen (Parz. 159/3937) am 25.05.2009 frist- 

und formgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben. Sie 

beantragten die Aufhebung der im QP … enthaltenen verkehrs- bzw. 

parkierungsmässigen Erschliessung und der behördlich verfügten 

Baubereichsfläche (117 m2 Geschossfläche) auf Parz. 157 (Eigentümerin …); 

evtl. sei der QP an den Vorstand zur Überarbeitung zurückzuweisen. Laut QP-

Bericht solle die Erschliessung und Bebauung den Verhältnissen angepasst 

werden und die Art der Parkierungen stelle einen wichtigen Bestandteil der 

Planung dar. Indessen sei die zwingende Forderung nach einem 

Erschliessungskonzept praktisch unberücksichtigt geblieben, weshalb dem 

Verwaltungsgericht die volle Kognition zustehe. Der QP ermögliche - neben 

den 18 bestehenden Wohnhäusern - die Umnutzung von 9 Ställen und die 

Überbauung der beiden noch unüberbauten Grundstücke. In der Kernzone 1 

gebe es keine Ausnützungsziffer und die Grenzabstände seien mit 2.5 Meter 

bzw. 5 m sehr bescheiden. Die max. Gebäudelänge betrage 15 m, die max. 

Gebäudebreite 12 m, alles ohne Mehrlängenzuschlag, und die max. 

Gebäudehöhe 9 m. Die zusätzlichen Wohnbauten bewirkten eine markante 

Steigerung der Wohnkapazität mit entsprechender Intensivierung des 

Verkehrs und Parkplatzbedarfs. Es bedürfe zweier Parkplätze pro 

Wohneinheit und Gästeparkplätze. Verkehrsmässig bleibe im QP-Gebiet alles 

beim Alten. Dies ergebe untragbare künftige Verhältnisse. Wegen der engen 

Gassen und des fehlenden Parkraumes könnten die zusätzlichen Kapazitäten 

nicht aufgefangen werden, auch nicht ausserhalb des QP-Gebiets. Die 

Verbreiterung der bestehenden Strässchen und Gassen sei nicht möglich. Die 

Frage einer zentralen Parkierungsanlage oder einer anderen Lösung sei nun 

zu beantworten, nicht erst im Zusammenhang mit individuellen Baugesuchen. 

Der kreierte QP bezwecke die grundsätzliche Beibehaltung der Auflockerung 

der Grünflächen. Auch dies zwinge zu einer Auslagerung der Fahrzeuge bzw. 

zur Schaffung einer zentralen Parkierungsmöglichkeit. Die Gemeinde habe es 

versäumt, die möglichen Baunutzungen zu ermitteln sowie das approximative 

Verkehrsaufkommen und die voraussichtlichen Parkierungsbedürfnisse zu 

erfassen. Anhand der Regelbauweise könnten laut Angaben der Gemeinde 

auf Parz. 157 theoretisch 122 m2 Geschossfläche realisiert werden. 

Tatsächlich dürfte dort aber nur eine Baute mit erheblich geringerer 

Ausnutzung entstehen. Trotzdem erhalte diese Parzelle 117 m2 

Geschossfläche. Die rechtliche Grundlage, einzelne Grundstücke zu 

begünstigen, bilde die Baulandumlegung. Im QP-Gebiet finde eine solche nur 

partiell statt, wobei Parz. 157 davon nicht betroffen sei. Der Gemeinde fehle 

daher die Möglichkeit zur Einflussnahme. Auch sei in den QP-Vorschriften von 

einer behördlich favorisierten Ausnützung die Rede. Jene Vorgaben 

beschränkten sich nur auf gestalterische Aspekte. Die Gemeinde hätte folglich 

nicht von einer theoretischen Geschossfläche ausgehen dürfen, sondern sich 

auf das tatsächlich Machbare bzw. gesetzlich Zulässige festlegen müssen 

(unter Berücksichtigung der Grenz-/Gebäudeabstände, der Hanglage, der 

Gebäudehöhe und der durch Neben-/Wohngebäude bereits konsumierten 

Flächen). Gestützt darauf sei die korrekte Grösse des Baubereichs 

festzulegen. Andernfalls sei die Rechtsgleichheit verletzt, ebenso die 

Eigentumsgarantie. Ein öffentliches Interesse an dieser Begünstigung sei 

nicht auszumachen.

3. In ihrer Vernehmlassung vom 27.08.2009 liess die Gemeinde (Vorinstanz) die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde beantragen. Die Erschliessung des 

QP-Gebiets erfolge über die ins Quartier hineinragenden, fein verzweigten 

Gassen. Daran werde festgehalten (keine zentrale Parkanlage). Man habe 

nur punktuelle Verbesserungen vorgenommen, so auch im Bereich der 

Parzellen der Beschwerdeführer, in dem die der Vorinstanz gehörende 

Strassenparz. 101 geringfügig verbreitert worden sei. Die Beschwerdeführer 

betrachteten dies als ungenügend. Ohne Quartierplanung wäre aber die 

Umwandlung von Ställen in Wohnhäuser im Hofstattrecht zulässig, was zum 

Teil überdimensionierte Baukuben ergaben hätte. Mit dem QP erreiche man 

eine erhebliche Auflockerung, ohne dass dadurch das alte Bauvolumen 

vergrössert worden wäre und ohne den Quartiercharakter wesentlich zu 

verändern. Zwar sei die Erschliessung nicht in jedem Fall perfekt. Eine 

wesentliche Verbreiterung der bestehenden Zufahrten würde jedoch den 

Charakter und das Erscheinungsbild des Quartiers zerstören. Der Bau 

gemeinsamer Tiefgaragen sei nicht ausgeschlossen. Eine Regelung sei aber 

nicht nötig. Auch die Einrichtung einer zentralen Parkierung ausserhalb des 

Quartiers, die wesentliche Verbreiterung bestehender Strassen oder die 

Erstellung neuer Strassen wäre völlig unverhältnismässig gewesen. Das 

mögliche Bauvolumen laut QP werde gegenüber jenem laut Regelbauweise 

ja nicht vergrössert. Das Mass der Grünfläche werde durch die verschobenen 

Baustandorte nicht verkleinert. Die Nutzung bestehender Grünflächen durch 

Parkplätze verändere den Quartiercharakter nicht wesentlich. Zwar steige die 

Zahl benötigter Parkplätze etwas an. Die Vorinstanz wolle aber den 

Grundeigentümern nicht verwehren, mit ihren Fahrzeugen auf ihre eigene 

Parzelle fahren zu können. Die Nutzung wäre sonst erschwert. Dass auf Parz. 

157 ein grösseres Bauvolumen entstehe, als dies nach der Regelbauweise 

möglich wäre, sei eine unbewiesene Behauptung. Nach Darstellung der 

Vorinstanz sei die Fläche eingezeichnet, welche unter Einhaltung der 

Gebäudeabstände und unter Berücksichtigung des Abbruchs der 

bestehenden Kleinbauten realisiert werden könnte. Die so errechnete Fläche 

sei 122 m2. Der jetzt zugeteilte Baustandort sehe eine Fläche von 117 m2 vor. 

Die Vorinstanz habe nicht nur ihre eigenen Interessen, sondern auch noch 

jene der Nachbarin auf Parz. 157 (Parallelfall R 09 80) zu schützen gehabt.

4. Am 22.06.2009 liess die Nachbarin auf Parz. 157 (…) ebenfalls die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde beantragen. Der aufgelegte QP 

äussere sich sehr wohl über die Erschliessung des Quartiers. Die 

Beschwerdeführer sagten nicht, wo allenfalls eine zentrale 

Parkierungsmöglichkeit geschaffen werden könne. Es werde so sein, dass 

anlässlich konkreter Bauprojekte entschieden werden müsse, wie die 

Parkierung zu lösen sei. Die Zufahrten seien genügend, wenn auch knapp. 

Ohne Nachteil für Dritte könnten sie nicht verbessert werden. Den privaten 

Beteiligten dürfe nicht mehr Land als nötig weggenommen werden. Bei der 

Parz. 157 könne zum Beispiel eine Tiefgarage erstellt werden. Würde auf 

Parz. 157 laut der Regelbauweise gebaut, könnte die Firstrichtung quer zu 

jener auf Parz. 159 gewählt und so ein 16 m langes Gebäude erstellt werden. 

Dies wäre im Ergebnis aber bedeutend nachteiliger für die Parz. 159 (…).

5. Mit Replik vom 17.09.2009 hielten die Beschwerdeführer unverändert an ihren 

bereits in der Beschwerde gestellten Anträgen und Argumenten fest.

6. Am 28.09.2009 verzichtete die Vorinstanz auf die Einreichung der Duplik.

7. Mit Duplik vom 06.10.2009 hielt die Nachbarin auf Parz. 157 (…) ihrerseits 

daran fest, dass die Beschwerde - aus den schon im Juni 2009  genannten 

Gründen abzuweisen sei.    

8. Am 01.03.2010 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen 

Augenschein durch, an dem die Beschwerdeführerin … (Eigentümerin Parz. 

159) und der Ehemann von … (Eigentümerin Parz. 3937) persönlich in 

Begleitung ihres Anwalts Dr. iur. … teilnahmen. Überdies war der Anwalt lic. 

iur. … als Vertreter von … (Eigentümerin Parz. 157) im Parallelverfahren R 

09 80 vor Ort präsent. Von Seiten der Gemeinde waren deren Präsident, zwei 

Raum-/Quartierplaner, ein Ingenieur und deren Anwalt lic. iur. … zugegen. 

Von den 28 beigeladenen Quartierplangenossen erschienen deren 11, zum 

Teil in Begleitung des Ehegatten. Anlässlich der Begehung mit sechs 

verschiedenen Standorten für Wortmeldungen konnten sich alle Anwesenden 

zur allgemeinen Erschliessungsplanung (Parkplatzkonzepte und 

Groberschliessung), zu den neu geplanten Baustandorten (Häuser A und B 

auf Parz. 157) und zur Feinerschliessung von Norden (von oben im 

Grenzbereich Parz. 3937/157) oder Süden (unten Parz. 159/157) zum 

hinteren Grundstücksteil (Neubau Haus B) der Parz. 157 äussern. Von der 

Möglichkeit sachdienlicher Angaben und Erläuterungen machten vor allem die 

anwesenden Parteivertreter, Quartierplaner und Bauingenieure Gebrauch, 

wobei speziell die Vor- und Nachteile der Groberschliessung (mit o. ohne 

zentraler Parkierungsanlage) samt Feinerschliessung (Nord- oder Südzufahrt 

auf Parz. 157) bis zuletzt strittig geblieben sind.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 33 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) steht dem 

angerufenen Verwaltungsgericht bei der Überprüfung von Quartierplänen 

eine uneingeschränkte Kognitionsbefugnis zu. Das Gericht hat daher nicht nur 

zu prüfen, ob die den Plan festsetzende Behörde das ihr zustehende 

Planungsermessen überschritten oder missbraucht, also eine 

Rechtsverletzung begangen hat. Zu prüfen ist vielmehr ebenso, ob das 

Planungsermessen richtig und zweckmässig ausgeübt worden ist. Die mit 

voller Kognition (Überprüfungsbefugnis) betraute Behörde hat einzuschreiten, 

wenn sich die angefochtene Planfestsetzung als unzweckmässig oder 

unangemessen erweist. Diese Prüfung setzt eine bestmögliche Abwägung 

der schutzwürdigen öffentlichen und privaten Interessen voraus und verlangt 

die Beantwortung der Frage, ob bei der umstrittenen Planung in Beachtung 

des Verhältnismässigkeitsprinzips im Rahmen des Planungszwecks jene 

Anordnungen getroffen wurden, die in ihrer gesamten Auswirkung alle 

Betroffenen am wenigsten belasten. Diese gegenüber der früheren Regelung 

erweiterte Kognitionsbefugnis bedeutet aber nicht, dass das 

Verwaltungsgericht als Rechtsmittelinstanz die Stellung einer oberen 

Planungsbehörde einnimmt. So kann es bei zwei oder mehreren Varianten, 

welche vor der Zweckmässigkeitsprüfung standhalten, die gemeindliche 

Planung nicht einfach aufheben und eine andere der zweckmässigen 

Planlösungen an die Stelle einer angemessenen kommunalen 

Planfestsetzung setzen. In diesem Sinne hat das Verwaltungsgericht die 

Entscheidungsfreiheit, die den Planungsträgern zusteht, zu respektieren (vgl. 

VGU R 08 105-108; R 08 50; R 07 65; PVG 1993 Nr. 43).

b) Das Bundesgericht hat dazu festgehalten, dass es mit den 

Rechtsschutzerfordernissen von Art. 33 RPG vereinbar sei, wenn die 

Beschwerdebehörde zwar die angefochtene Nutzungsplanung voll überprüfe, 

sich aber nach Massgabe ihrer Rolle, die sie als Rechtsmittelinstanz im 

betreffenden Zusammenhang sachlich und institutionell erfüllt, bei der 

Überprüfung zurückhalte (vgl. BGE 114 Ia 247). Dies gilt sachlich speziell dort, 

wo es um lokale Anliegen geht, bei deren Wahrnehmung Sachnähe, 

Ortskenntnis und örtliche Demokratie von Bedeutung sein sollen. Die 

Rechtsmittelinstanz hat aber soweit auszugreifen, dass die übergeordneten 

vom Kanton zu sichernden Interessen – wie etwa dasjenige an der 

Bauzonenbegrenzung – einen angemessenen Platz erhalten. Sie hat sich 

überdies institutionell auf ihre Kontrollfunktion zu beschränken, d.h. sie darf 

nichts Neues schöpfen, sondern sie hat die kommunalen Planungen an einem 

Sollzustand zu messen. Fehlt es an dem dazu erforderlichen Massstab, so 

kann die Natur der Sache einer Nachprüfung entgegenstehen. Hier nicht 

einzugreifen, verstösst nicht gegen den Auftrag, voll zu prüfen (BGE 114 Ia 

248; VGU R 07 65). Bei der umstrittenen Quartierplanung geht es 

offensichtlich nicht um übergeordnete Interessen, sondern um rein lokale 

Anliegen. Die aufgeworfenen Fragen sind deshalb mit der umschriebenen 

Zurückhaltung zu prüfen.

c) Gemäss Art. 51 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden 

(KRG) regelt der Quartierplan im Rahmen der Grundordnung die Gestaltung 

und Erschliessung von Bauzonen mit Folgeplanung oder von weiteren 

Teilgebieten der Bauzone im Detail. Der Quartierplan besteht aus den 

Quartierplanbestimmungen und je nach Zweck aus dem 

Quartiergestaltungsplan und dem Quartiererschliessungsplan. Die 

Quartierplanbestimmungen enthalten nach Art. 52 Abs. 1 KRG Vorschriften 

über die Gestaltung der Bauten und Anlagen, über die Ausführung, den 

Unterhalt und die Erneuerung der Quartiererschliessung sowie über die 

Aufteilung der Planungs- und Erschliessungskosten (Verteilschlüssel). Sie 

können die Bauvorschriften der Grundordnung ergänzen und Etappen für die 

Ausführung der Erschliessung und Überbauung des Quartiers festlegen. Der 

Quartiergestaltungsplan bestimmt nach Art. 52 Abs. 2 KRG die Situierung der 

Bauten und Anlagen und die freizuhaltenden Flächen. Er kann weitergehende 

Anordnungen enthalten, insbesondere über die Baukuben sowie deren 

Nutzung und Gestaltung. Art. 52 Abs. 3 KRG sieht schliesslich vor, dass der 

Quartiererschliessungsplan die notwendigen Anlagen zur Erschliessung des 

Quartiers enthält. Er kann Gemeinschaftsanlagen vorsehen wie Spielplätze 

sowie Anlagen für die Parkierung und die Quartierausstattung. In Bezug auf 

die materiellrechtlichen Fragen hat das kommunale Recht nach Inkrafttreten 

des neuen KRG demnach weiterhin Geltung, legen doch die erwähnten 

Bestimmungen lediglich einige allgemein zu beachtende Grundsätze fest, 

während die Gemeinden im Übrigen weitgehend frei in der Ausgestaltung der 

kommunalen Quartierplangesetzgebung sind (VGU R 08 50). So muss ein 

Quartierplan grundsätzlich auch nicht einem speziellen Detaillierungsgrad 

genügen, falls sichergestellt ist, dass die in der Quartierplanung (noch) nicht 

geregelten Details einer Überbauung im nachfolgenden 

Baubewilligungsverfahren von den Betroffenen wiederum in Frage gestellt 

resp. separat angefochten werden können (VGU R 08 84). Dies ist hier 

offensichtlich der Fall, muss doch für jedes Bauvorhaben im 

Quartierplangebiet noch extra ein Baugesuch eingereicht werden (vgl. Ziff. 

6.4, 6.6 des Berichts vom 07.04./18.08.2009).

d) Die Beschwerdeführerinnen bemängeln insbesondere die Erschliessung. Sie 

fordern dazu, dass eine Gemeinschaftsparkierungsanlage ausserhalb des 

Quartierplangebiets vorzusehen sei. Der Quartiergestaltungsplan sieht 

dagegen nur eine „sanfte“ Anpassung der bestehenden Erschliessung vor, mit 

dem Grundsatz, dass jede Parzelle eine eigene Zufahrt haben sollte. Es 

handelt sich hier folglich um zwei verschiedene Erschliessungskonzepte. Wie 

der gerichtliche Augenschein vom 01.03.2010 gezeigt hat, kann die von der 

Vorinstanz gewählte Lösung für die sanfte Variante mit verzweigter 

Einzelerschliessung jedes Baugrundstücks weder als sachlich falsch noch als 

unzweckmässig für die genügende Erschliessung künftiger Bauprojekte im 

Plangebiet angesehen werden. Der Quartierplan kann, muss aber laut Art. 52 

Abs. 3 KRG keine Gemeinschaftsanlagen enthalten. In Anbetracht der engen 

Platzverhältnisse und historisch gewachsenen Erschliessungsstrukturen im 

fraglichen Dorfteil darf viel  eher gesagt werden, dass die Vorinstanz in 

optimaler Form dem Verhältnismässigkeitsprinzip nachgelebt hat, da die 

gewählte Erschliessungskonzeption die betroffenen Quartierplangenossen 

am wenigsten belastet. Hinzu kommt, dass die jederzeitige Erreichbarkeit 

durch die öffentlichen Dienste (Krankenwagen, Feuerwehr etc.) so ebenfalls 

am besten gewahrt bleibt. Im Übrigen käme eine zentrale Parkierungsanlage 

ausserhalb des Quartierplans vorab nicht in Frage, weil die Ab- und 

Eingrenzung des Beizugsgebiets auch die dafür benötigten 

Infrastrukturanlagen samt Parkierungsmöglichkeiten miterfassen muss. Eine 

unterirdische Sammelgarage innerhalb des Plangebiets erscheint 

demgegenüber unrealistisch, weil der überwiegende Teil des Plangebiets 

längst mit Wohnhäusern überbaut ist und die engen Platzverhältnisse 

nirgends eine solche, auch sehr teure Gemeinschaftsanlage zuliessen. 

Umgekehrt ergab die gerichtliche Begehung, dass die individuelle 

Befahrbarkeit der einzelnen Grundstücke problemlos machbar ist, zumal die 

Verbreiterung der Quartierstrasse (Abbruch Haustreppe …; Mauerabbruch 

gegenüberliegend Parz. 157) bereits bei den bestehenden 

Zufahrtsengpässen in die Planung einbezogen und beschlossen wurde. 

Private Lösungen unter den einzelnen Nachbarn und Quartierplangenossen 

sind ausserdem immer noch möglich und vom Entscheid der Vorinstanz nicht 

betroffen. Die Eigeninitiative der Anwohner bleibt demnach voll gewahrt. Die 

Absicht, möglichst viele Grünflächen zu erhalten, steht mit dem gewählten 

Lösungskonzept der Vorinstanz nicht in direktem Zusammenhang und ist 

deshalb hier nicht weiter zu beachten.

e) Was den kritisierten Baustandort auf Parz. 157 (Neubau Haus B) angeht, so 

gilt es klarzustellen, dass anhand der Regelbauweise im südlichen Teil des 

Baugrundstücks eine recht ähnliche Gebäudeplatzierung wie die jetzt im 

Quartiergestaltungsplan vorgesehene möglich wäre, weswegen für das 

Gericht nicht ersichtlich ist, warum jener Baustandort und dessen Grösse 

sachlich nicht vertretbar sein sollten. Die Behauptung der 

Beschwerdeführerinnen, wonach ein Grundstück bloss mittels Landumlegung 

begünstigt werden könne, trifft so nicht zu. Eine Begünstigung liegt hier zudem 

nicht vor, da die mögliche Gebäudegrundfläche mit derjenigen nach der 

Regelbauweise durchaus vergleichbar ist. Es geht dabei nicht um die 

gesamte, nutzbare Bruttogeschossfläche des Gebäudes, sondern einzig um 

dessen Grundfläche (Grundriss/Baufenster). Von einer unzulässigen 

Ungleichbehandlung im Vergleich zu anderen Grundeigentümern kann 

ebenso keine Rede sein, da dem Gleichbehandlungsgrundsatz im 

Planungsrecht anerkanntermassen nur sehr abgeschwächte Bedeutung 

zukommt und für das Gericht vorliegend nicht auszumachen ist, wieso und 

inwiefern die Eigentumsgarantie der Beschwerdeführerinnen verletzt worden 

sein könnte.

f) Zusammengefasst ergibt sich damit, dass die Beschwerdeführerinnen mit 

ihren Einwänden gegen den Einspracheentscheid vom 24.04.2009 nicht 

durchdringen, was zur Bestätigung desselben und folglich zur Abweisung der 

dagegen erhobenen Beschwerde vom 25.05.2009 führt.

2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Gerichtskosten gemäss Art. 

73 Abs. 1 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (VRG) solidarisch je zur Hälfte 

den beiden Beschwerdeführerinnen auferlegt. Eine aussergerichtliche 

Entschädigung an die anwaltlich vertretene obsiegende Vorinstanz entfällt 

nach Art. 78 Abs. 2 VRG. Die aussergerichtliche Entschädigung an die 

ebenfalls anwaltlich vertretene Eigentümerin der Parz. 157 (…) wird indes mit 

derjenigen der anwaltlich vertretenen Eigentümerinnen von Parzellen 159 (…) 

und 3937 (…) im Parallelverfahren R 09 80 wettgeschlagen (d.h. jede 

Privatpartei trägt ihre Anwaltskosten selbst).  

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 1'124.--

zusammen Fr. 5'124.--

gehen je zur Hälfte und unter solidarischer Haftung zulasten von … und … und 

sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Es wird – unter Berücksichtigung des Parallelfalles R 09 80 – keine 

aussergerichtliche Entschädigung zugesprochen.