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**Case Identifier:** f677668f-9a9c-5885-90d0-6a4946a38441
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.09.2017 IV 2013/560
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-560_2017-09-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/560

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.05.2020

Entscheiddatum: 08.09.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2017
Art. 28 Abs. 2 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gerichtsgutachten. 
Einkommensvergleich. Tabellenlohnabzug von 10%. Anspruch auf eine halbe 
Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. 
September 2017, IV 2013/560).

Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2017

Entscheid vom 8. September 2017

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Michaela

Machleidt Lehmann und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichts-schreiber Daniel 

Furrer      

Geschäftsnr.                                                                                                                  

IV 2013/560           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, GN Rechtsanwälte, St. 

Leonhard-Strasse 20, Postfach 728, 9001 St. Gallen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich im Dezember 2005 wegen chronischer Rückenschmerzen zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. 

Gallen an (IV-act. 2).

A.b  Im Arztbericht vom 3. Januar 2006 diagnostizierte Dr. med. B.___, Facharzt FMH 

für Allgemeinmedizin, ein chronifiziertes lumbo-spondylogenes Syndrom rechts bei 

kleinen Discushernien L4/L5 rechts und L5/S1 links sowie Spondylarthrosen L4/L5 und 

L5/S1. Als Maschinenführer sei er nicht mehr arbeitsfähig, die neue Tätigkeit mit 

Kontrollarbeiten sei ihm halbtags zumutbar (IV-act. 10). Die Arbeitgeberin des 

Versicherten löste das Arbeitsverhältnis per 30. April 2006 auf (IV-act. 14). Der RAD-

Arzt Dr. med. C.___, Facharzt für Arbeitsmedizin, attestierte dem Versicherten in der 

Stellungnahme vom 14. August 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 80% für körperlich 

leichte, wechselbelastende Tätigkeiten (IV-act. 22). Mit Verfügungen vom 31. Oktober 

2006 wurde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen und der Anspruch auf eine 

Invalidenrente abgewiesen. Bei einem Leidensabzug von 10% wurde ein 

Invaliditätsgrad von 32% ermittelt (IV-act. 40 f.).

A.c  Mit Verfügung vom 16. Februar 2007 wurde die Verfügung vom 31. Oktober 2006 

widerrufen. Der Entscheid werde nochmals überprüft und die notwendigen 

Abklärungen vorgenommen (IV-act. 67). Daraufhin wurde das mit Beschwerde vom 1. 

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Dezember 2006 (IV-act. 49) eröffnete Verfahren vor dem Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen (IV 2006/267) am 15. März 2007 abgeschrieben (IV-act. 75).

A.d  Nach der Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen (insb. Gutachten vom 6. 

August 2007 und vom 18. Mai 2009 des Servizio Accertamento Medico Bellinzona 

[SAM; IV-act. 83 und 146, Übersetzung IV-act. 212]) wies die IV-Stelle das 

Rentenbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 14. Januar 2010 ab. Die 

Abklärungen hätten ergeben, dass er in der bisherigen Tätigkeit als Maschinist sowie in 

jeder anderen, der Behinderung angepassten Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig sei (IV-act. 

174). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 17. Februar 2010 (IV-act. 178) hiess das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 17. Oktober 2011 

teilweise gut, hob die Verfügung vom 14. Januar 2010 auf und wies die Sache zur 

weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurück. Die psychiatrische Beurteilung des SAM-

Gutachtens bilde keine genügend aussagekräftige Grundlage zur Beurteilung des 

Rentenanspruchs. Andererseits könne auch nicht unbesehen auf die früheren 

Beurteilungen der behandelnden Psychiater abgestellt werden, zumal die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen im Verlauf des streitigen langen Zeitraums erheblich 

divergierten (IV-act. 217; IV 2010/70).

A.e  Im Gutachten vom 6. Juni 2012 der MEDAS Ostschweiz (MEDAS-Gutachten), 

welches gestützt auf Untersuchungen vom 29. Februar 2012 erfolgte, stellten die 

Experten keine Diagnose mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Als 

Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten sie ein 

chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, sporadisch auftretenden 

Kopfschmerz, eine leichte depressive Störung mit somatischem Syndrom, eine 

Schmerzstörung mit psychischen und körperlichen Faktoren sowie eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und ängstlichen Zügen auf. Es bestehe zu 

keinem Zeitpunkt ein Gesundheitsschaden, der versicherungsmedizinisch betrachtet 

eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 

begründen könne (IV-act. 226). In der Stellungnahme vom 11. Juni 2012 wurde das 

Gutachten vom RAD als umfassend, konsistent, nachvollziehbar und in sich 

widerspruchsfrei beurteilt; es könne vollumfänglich darauf abgestellt werden (IV-act. 

227).

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A.f  Mit Vorbescheid vom 13. Juli 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Das MEDAS-Gutachten habe ergeben, 

dass beim Versicherten kein Gesundheitsschaden vorliege, welcher eine verminderte 

Arbeitsfähigkeit begründen würde (IV-act. 231).

A.g  Mit Einwand vom 19. September 2012 machte der Versicherte geltend, dass das 

MEDAS-Gutachten erhebliche formelle und inhaltliche Mängel aufweise. Es sei nicht 

schlüssig und eine untaugliche Entscheidungsgrundlage. Es sei davon auszugehen, 

dass der Versicherte aus psychiatrischer Sicht zumindest 50% arbeitsunfähig sei. 

Hinzu komme somatisch eine nicht unerhebliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit. 

Dem Einwand wurden je ein Schreiben von med. pract. D.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, St. Gallen, vom 3. September 2012 und von Dr. med. E.___, 

Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 12. September 2012 beigelegt, in welchen sie 

sich zum MEDAS-Gutachten äusserten (IV-act. 236).

A.h  Mit Schreiben vom 12. Dezember 2012 nahmen die MEDAS-Gutachter zu den 

Vorwürfen gegen ihr Gutachten Stellung und bestätigten ihre ursprüngliche Beurteilung 

(IV-act. 242).

A.i   Mit Schreiben vom 11. März 2013 hielt der Versicherte an seinen Vorwürfen gegen 

das MEDAS-Gutachten fest und reichte dazu je eine Stellungnahme von med. pract. 

D.___ vom 4. Februar 2013 und von Dr. E.___ vom 11. Februar 2013 ein (IV-act. 247).

A.j   Mit Verfügung vom 21. März 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des 

Versicherten ab (IV-act. 248).

A.k  Mit Schreiben vom 27. März 2013 berichtete Dr. E.___ von einer Verschlechterung 

des Gesundheitszustands des Versicherten. Bei ihm sei ein bösartiger Tumor der 

Harnblase festgestellt worden (IV-act. 249).

A.l   Mit Schreiben vom 8. April 2013 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 21. März 

2013, da das neue Beschwerdebild des Versicherten näher abgeklärt werden müsse 

(IV-act. 252).

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A.m Im Schreiben vom 9. April 2013 an den Rechtsvertreter des Versicherten gab med. 

pract. D.___ an, dass sich der gesundheitliche Zustand des Versicherten in den letzten 

Monaten verschlechtert habe, es liege nun eine schwergradige depressive Episode vor. 

Die Arbeitsfähigkeit sei zu mindestens 70 bis 80% eingeschränkt (IV-act. 254).

A.n  Im Arztbericht vom 28. Juni 2013 gab Dr. E.___ an, dass der Versicherte weiterhin 

100% arbeitsunfähig sei. Er sei kaum in der Lage einer körperlichen Tätigkeit 

nachzugehen. Ein papilläres Urothelkarzinom an der Blasenhinterwand sei am 5. April 

2013 operativ entfernt worden. Die Prognose sei noch unklar (IV-act. 257).

A.o  Im undatierten Arztbericht (Eingang bei der IV-Stelle am 21. August 2013) 

berichtete Dr. med. F.___, Facharzt für Urologie FMH, dass die transurethrale 

Resektion der drei kleinen, oberflächlichen papillären Tumore problemlos erfolgt sei. 

Eine Nachbehandlung sei nicht erforderlich. In Bezug auf die urologische Diagnose sei 

keine Arbeitsunfähigkeit bleibender Art zu erwarten (IV-act. 261).

A.p  Mit Vorbescheid vom 25. September 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten 

die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Die aktuellen Beschwerden von 

Seiten der Harnblase führten nicht zu einer verminderten Arbeitsfähigkeit. Auch die 

vom behandelnden Psychiater erwähnte phasenweise Verschlechterung der 

depressiven Verstimmtheit ändere nichts an der Einschätzung der dauerhaften, für die 

Rentenprüfung relevanten Leistungsfähigkeit im Sinne des MEDAS-Gutachtens von 

2012. Somit bestehe auch aus psychiatrischer Sicht weiterhin eine volle 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 266).

A.q  Mit Einwand vom 1. Oktober 2013 beantragte der Versicherte eine 

beschwerdefähige Verfügung, da weder die IV-Stelle geschweige denn der RAD willens 

seien, sich mit den ausführlichen und differenzierten Eingaben auseinanderzusetzen 

(IV-act. 267).

A.r  Mit Verfügung vom 4. Oktober 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des  

Versicherten ab (IV-act. 268).

B.   

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B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde 

vom 6. November 2013. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung einer ganzen 

Invalidenrente. Eventualiter sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen, um weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und nach 

anschliessender Neubeurteilung die Leistungsansprüche neu festzusetzen bzw. neu zu 

verfügen. Die MEDAS Ostschweiz sei nicht bereit, sich mit den begründeten 

Einwänden gegen ihr Gutachten kritisch auseinanderzusetzen. Insbesondere der 

angegriffene psychiatrische Teilgutachter verteidige sein mangelhaftes Gutachten, 

wodurch dieser als befangen erscheine. Es sei daher unverständlich, weshalb die 

MEDAS Ostschweiz die Einwände nicht einem anderen, unbeteiligten Psychiater zur 

Beurteilung vorgelegt habe, zumal es sich beim behandelnden Psychiater med. pract. 

D.___ ebenfalls um einen erfahrenen MEDAS-Gutachter handle. Völlig unverständlich 

sei, dass sich der RAD-Arzt Dr. G.___ als Internist die Kompetenz anmasse, die 

Begründetheit des psychiatrischen Teilgutachtens einerseits und die dagegen 

erhobenen fachpsychiatrischen Einwände zu beurteilen (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeergänzung vom 8. April 2014 brachte der Beschwerdeführer vor, 

dass sich sein Gesundheitszustand seit der MEDAS-Begutachtung am 29. Februar 

2012 erheblich verschlechtert habe. Med. pract. D.___ diagnostiziere daher seit einigen 

Monaten eine schwergradige depressive Episode und verneine eine Arbeitsfähigkeit. 

Der Beschwerdeergänzung wurden zwei Schreiben von med. pract. D.___ vom 9. 

Oktober 2013 und vom 15. Dezember 2013 beigelegt (act. G 10).

B.c  Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Es sei ohne Abstriche auf das MEDAS-Gutachten 

abzustellen. Selbst wenn eine mittel- bzw. schwergradige Depression vorliegen würde, 

wäre diese nicht invalidisierend (act. G 12).

B.d  Mit Replik vom 17. November 2014 hält der Beschwerdeführer unverändert an der 

Beschwerde fest. Die Diagnose einer leichten Depression, welche der psychiatrische 

Gutachter gestellt habe, sei nicht mit dem gut dokumentierten, langjährigen 

Krankheitsverlauf vereinbar, wo durchwegs eine mittelgradige bis schwere Depression 

diagnostiziert worden sei. Es seien zahlreiche Hinweise vorhanden, dass die 

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Beurteilung von med. pract. H.___ unhaltbar sei und ein schwerer psychiatrischer 

Befund vorliege. Es könne weder in somatischer noch in psychiatrischer Hinsicht auf 

das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Stattdessen sei auf die Beurteilung von 

med. pract. D.___ abzustellen, wonach sich der Gesundheitszustand seit Anfang 2013 

verschlechtert habe und eine schwere Depression vorliege, sodass die 

Arbeitsunfähigkeit 70 bis 80% betrage (act. G 21).

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G 

23).

B.f  Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Parteien (act. G 25) 

beauftragte das Versicherungsgericht am 4. Mai 2016 das Zentrum für Medizinische 

Begutachtung (ZMB) in Basel mit der Erstellung eines rheumatologischen und 

psychiatrischen Gutachtens (act. G 27).

B.g  Der Beschwerdeführer wurde vom 12. bis 16. September im ZMB 

allgemeininternistisch, rheumatologisch, urologisch, ophthalmologisch und 

psychiatrisch untersucht. Im interdisziplinären Gutachten vom 12. Dezember 2016 

wurde als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und ängstlichen Zügen bei Ereignissen in der 

Kindheit, die den Verlust des Selbstvertrauens zur Folge haben (Gesichtsentstellung bei 

Status nach Augenverletzung links 1967/68 mit konsekutivem Schielen und 

Linsentrübung), eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und körperlichen 

Faktoren, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode; ein 

chronisches lumbales Schmerzsyndrom mit/bei degenerativen Veränderungen der 

Segmente LWK4/5 und LWK5/SWK1 sowohl osteodiscal wie auch der 

Zwischenwirbelgelenke, welche über die Jahre leicht progredient waren, insuffizienter 

muskulärer Stabilisation, ungünstiger statischer Belastung durch die abdominalbetonte 

Adipositas, ein cervicales Schmerzsyndrom mit linksseitiger Brachialgie mit/bei 

Osteochondrosen, ventralen Spondylosen und Uncarthrosen HWK5/6 und HWK6/7 

und leichtgradiger Acromioclaviculargelenksarthrose links sowie 

Supraspinatustendinose links, und Osteochondrosen der Brustwirbelsäule bei 

fehlenden Hinweisen für eine radiculäre Reizproblematik sowie eine Amaurose des 

linken Auges festgehalten. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

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wurden eine Hyperopie mit Astigmatismus rechts, eine Presbyopie, eine Cataracta 

senilis incipiens, gluteal rechtsseitige Schmerzen mit Ausstrahlung in das rechte Bein 

und organisch schwer zu erklärender Hyposensibilität des gesamten rechten Beines 

lateral-betont mit/bei beginnender Coxarthrose rechts bei prädisponierender 

Offsetstörung und degenerativer Labrumläsion und radiologischen Fibroostosen 

beidseits als Hinweise für eine chronische Überlastung der Glutealmuskulatur, eine 

Adipositas (BMI 38), eine arterielle Hypertonie, eine Dyslipidämie, ein Verdacht auf 

COPD bei Nikotinabusus, eine Hepatopathie in den Akten beschrieben, aktuell normale 

Transaminasen, eine Störung durch multiplen Substanzgebrauch (iatrogen Sedativa, 

Hypnotika, Opioide) sowie Status nach Problemen zum Ehepartner, nach 

Inguinalhernienoperation, nach multilokulärem Urothelcarcinom der Harnblase, nach 

TUR-Blase 2013 und nach TUR-Blase 01/2016 (ohne Carcinom-Nachweis) aufgeführt. 

Gesamthaft würde die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit medizinisch mit 40% 

beurteilt, damit sei ein um 40% reduziertes Rendement bei einer vollschichtigen 

Tätigkeit in einer adaptierten Tätigkeit gemeint, wobei die bisherige Tätigkeit aus rein 

somatischen Gründen nicht mehr zumutbar sei (act. G 40, insb. S. 106 ff.).

B.h  Mit Schreiben vom 25. April 2017 reichte der Beschwerdeführer je eine 

Stellungnahme von med. pract. D.___ und von Dr. E.___ zum Gerichtsgutachten ein. 

Beide Ärzte würden zum Schluss kommen, dass der Beschwerdeführer zu 100% 

arbeitsunfähig sei (act. G 49).

B.i   Die Beschwerdegegnerin liess sich zum Gerichtsgutachten nicht vernehmen.

Erwägungen

1.   

1.1  Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

1.2  Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und am 1. Januar 

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2012 die Bestimmungen der IV-Revision 6a in Kraft getreten. In materiellrechtlicher 

Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene 

Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids 

bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen 

führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit 

Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 4. Oktober 2013 ergangen (IV-act. 

268), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten 

Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat (Anmeldung im 

Dezember 2005; IV-act. 2). Daher ist entsprechend den allgemeinen 

intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals 

geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 auf die neuen Normen der 5. IV-

Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) bzw. auf die ab 1. Januar 2012 

geltenden Normen der IV-Revision 6a. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2012 

gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich 

auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.

1.3  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

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1.4  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens 

zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindesten 40% auf eine 

Viertelsrente.

1.5  Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sacherhalts zu sorgen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1).

2.   

2.1  Zu prüfen ist vorab die Frage, ob das Gerichtsgutachten vom 12. Dezember 2016 

(act. G 40) eine rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers erlaubt.

2.2  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren 

sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können 

(BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

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medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Bezüglich Gerichtsgutachten hat 

die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht weiche „nicht ohne zwingende Gründe“ 

von den Einschätzungen der medizinischen Experten ab. Auch der Europäische 

Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von 

einem Gericht ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise 

hohes Gewicht zu (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen).

2.3  Das Gutachten wird bezüglich der psychiatrischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von 

Dr. E.___ (act. G 49.1) und insbesondere von med. pract. D.___ (act. G 49.2) kritisiert. 

Med. pract. D.___ führt diesbezüglich aus, dass die Diagnosen für ihn nur teilweise 

nachvollziehbar seien und er teilweise andere Diagnosen gestellt und auch die 

Arbeitsfähigkeit anders beurteilt habe. Entgegen der vom ZMB-Gutachter 

diagnostizierten leichtgradigen depressiven Episode habe er bis Ende 2012 eine 

mittelgradige depressive Episode und ab 2013 eine schwergradige depressive Episode 

diagnostiziert. Dies könne er damit begründen, dass insgesamt acht Kriterien zur 

Stellung der Diagnose einer depressiven Episode erfüllt seien. Weiter sei nicht von 

einer rezidivierenden depressiven Störung, sondern von einer chronifizierten, lange 

dauernden depressiven Episode auszugehen.

2.4  In diesem Zusammenhang gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass 

rechtsprechungsgemäss unter Beachtung der Divergenz von medizinischem 

Behandlungs- und Abklärungsauftrag es nicht angehen kann, eine medizinische 

Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass 

weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden medizinischen 

Fachpersonen nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen 

vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich 

hingegen, wenn die behandelnden medizinischen Fachpersonen objektiv feststellbare 

Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und 

die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. März 2006, I 676/05, E. 2.4 mit Hinweisen). 

Weiter ist zu beachten, dass - behandelnde und begutachtende - Psychiater, die mit 

der gleichen Person als Patientin oder Explorandin in verschiedenen Zeitpunkten und 

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Situationen konfrontiert, zu unterschiedlichen Beurteilungen der psychischen 

Beeinträchtigungen und - invalidenversicherungsrechtlich entscheidend - deren 

Schweregrades mitsamt den sich daraus ergebenen Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit gelangen können. Diese in der Natur der Sache begründete, 

weitgehend fehlende Validierbarkeit („Reliabilität“) psychiatrischer Diagnosen kann 

nicht automatisch zu Beweisweiterungen bei sich widersprechenden psychiatrischen 

Berichten und Expertisen führen, wenn die gutachterliche Einschätzung die 

Anforderung an beweiskräftige Gutachten erfüllt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. 

September 2009, 9C_661/09, E. 3.2).

2.5  Bei der Würdigung des sehr umfangreichen Gerichtsgutachtens ist zu 

berücksichtigen, dass dieses auf eigenständigen und gründlichen Abklärungen beruht. 

Die medizinischen Vorakten wurden im Gesamtgutachten und zusätzlich von den 

einzelnen Gutachtern verwertet und ausführlich diskutiert. Insgesamt wurden die 

streitigen Belange umfassend abgeklärt. Bezüglich der Teilgutachten allgemeine 

Medizin, Rheumatologie, Urologie und Ophthalmologie wurden vom Beschwerdeführer 

bzw. den behandelnden Ärzten keine Mängel geltend gemacht. Med. pract. D.___ 

brachte gegen das psychiatrische Gutachten – welches er als ausführlich, gut lesbar 

und auch formal korrekt bezeichnete – vor, dass er von Beginn der ambulanten 

psychiatrischen Behandlung an die Diagnose einer mittelgradigen bzw. 

schwergradigen depressiven Episode gestellt habe. Dies begründet er im Wesentlichen 

damit, dass der Beschwerdeführer insgesamt acht Kriterien zur Stellung der Diagnose 

einer depressiven Episode gemäss ICD-10 erfülle, womit der Schweregrad weiterhin 

schwergradig ausgeprägt sei. Die Diagnosen im Gutachten seien für ihn deshalb nur 

teilweise nachvollziehbar und er komme damit auch auf eine andere 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung (act. G 49.2, S. 1 ff.). Bereits im Bericht vom 3. 

September 2012 hatte med. pract. D.___ gleich argumentiert, als er das MEDAS-

Gutachten kritisiert und festgehalten hatte, dass sechs oder sieben Kriterien zur 

Stellung der Diagnose einer depressiven Episode erfüllt seien (IV-act. 236-7 ff.). Der 

psychiatrische MEDAS-Gutachter hatte in seiner Stellungnahme vom 12. Dezember 

2012 ausgeführt, dass eine psychische affektive Erkrankung keine lineare Erkrankung 

mit immer gleicher Ausprägung sei, sondern Schwankungen und Veränderungen 

unterliege. Somit könne dies auch zu verschiedenen Beurteilungen führen. Selber 

nehme er Abstand vom Vorgehen des Aneinanderreihens von Symptomen, um den 

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Schweregrad eines affektiven Leidens zu bestimmen. Es stelle sich immer auch die 

Frage, inwieweit die Symptome ausgeprägt seien und ob es daneben andere 

psychische Erkrankungen gebe, die zusätzlichen Einfluss hätten (IV-act. 242-6 f.). In 

der Befunderhebung führt der psychiatrische ZMB-Gutachter aus, dass sich der 

Beschwerdeführer in leichtgradig gedrückter Stimmung befinde, ein leichtgradiger 

Interessenverlust, eine leichtgradige Freudlosigkeit, ein mittelgradig gemindertes 

Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen, mittelgradige Gefühle von Wertlosigkeit, mittelgradig 

pessimistische Zukunftsperspektiven und mittelgradige latente Suizidgedanken 

bestünden, der Schlaf leichtgradig gestört sei und nach wie vor ein gewisses Eheleben 

vorhanden sei (act. G 40, S. 52). Er habe Freude an seinen Enkelkindern, während der 

Exploration sei wiederholt ein reaktives Lächeln aufgetreten und die Emotionalität sei 

insgesamt weich gewesen (act. G 40, S. 59). Der psychiatrische ZMB-Gutachter 

kritisiert seinerseits die Beurteilung von med. pract. D.___, indem er ausführt, dass aus 

seiner Sicht das Ausmass der Depressionstiefe nicht ausschliesslich durch 

Aneinanderreihen der Kriterien bestimmt werden könne. Zudem würden psychosoziale 

Faktoren und emotionale Konflikte nicht ausgeklammert. Die Differenzierung zwischen 

leichter, mittelgradiger und schwerer depressiver Episode basiere auf einer komplexen 

klinischen Beurteilung, welche die Anzahl, Art und Schwere der vorliegenden 

Symptome berücksichtige. Zudem müsse gutachterlich versucht werden, zwischen 

nichtandauernden, das heisst reaktiv-depressiven Anteilen, und einer andauernden 

depressiven Episode zu unterscheiden. Ein Teil der depressiven Problematik müsse 

anhand des Verlaufes reaktiv auf dem Boden der Persönlichkeitsproblematik 

verstanden werden. Dieser Anteil sei nicht andauernd (act. G 40, S. 80 f.). Nicht wenige 

der depressiven Kriterien von ICD 10 würden vor allem auf Aussagen der Betroffenen 

beruhen und müssten entsprechend gewichtet werden. Je grösser die Tiefe einer 

Depression sei, desto eher könnten die Befunde während der Exploration objektiviert 

werden, eine derartige Tiefe habe weder in den Akten noch anlässlich der aktuellen 

psychiatrischen Exploration nachgewiesen werden können (act. G 40, S. 85). Mit 

diesen Ausführungen begründet der Gutachter seine Beurteilung und die gezogenen 

Schlussfolgerungen überzeugend. Bezüglich der Beurteilung der Schwere der 

depressiven Erkrankung vertreten sowohl die Gutachter der MEDAS als auch des ZMB 

entgegen med. pract. D.___ dieselbe Meinung. Die Argumentation der Gutachter 

überzeugt vorliegend. Weiter begründet der ZMB-Gutachter mit dem Vorliegen von 

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reaktiv-depressiven Anteilen auch nachvollziehbar, weshalb er im Gegensatz zu med. 

pract. D.___ eine rezidivierende depressive Störung diagnostizierte. Aufgrund der 

abweichenden Diagnose ist auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ZMB-Gutachter 

nachvollziehbar, was auch med. pract. D.___ einräumt (act. G 49.2, S. 11).

2.6  Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist aus medizinischer Sicht auf das 

Gerichtsgutachten abzustellen und davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in 

einer adaptierten Tätigkeit in der Arbeitsfähigkeit bei einer vollschichtigen Tätigkeit um 

40% eingeschränkt ist. Gemäss den Gutachtern gilt diese Arbeitsunfähigkeit von 40% 

ab Krankschreibung im Jahr 2005 (act. G 40, S. 101), somit ab 15. März 2005 (vgl. IV-

act. 3-2). Ideal ist eine vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit die 

Körperposition gelegentlich zu wechseln, also nicht in Zwangshaltung arbeiten zu 

müssen (act. G 40 S. 110). Aufgrund der degenerativen Veränderungen sowohl des 

lumbalen, wie auch cervicalen Achsenskelettes ist dieses minderbelastbar und der 

Beschwerdeführer kann körperlich schwere oder Schwerstarbeiten nicht mehr 

ausüben. Möglich sind aber alle leichten bis maximal intermittierend mittelschweren, 

rückenadaptierten und wechselbelastenden Tätigkeiten. Aufgrund der beginnenden 

Coxarthrose rechts sind zudem Arbeiten, die mit dauerndem Steigen auf Treppen oder 

Leitern verbunden sind, Arbeiten, die in der Höhe verrichtet werden müssen sowie 

Arbeiten, die mit Gehen auf unebenem Gelände verbunden sind, ausgeschlossen. 

Zudem ist dauerndes oder wiederholtes Arbeiten mit den Armen in und über der 

Horizontalen, insbesondere mit Gewichtsbelastungen über 10kg auszuschliessen. 

Weiter ist der Versicherte einäugig, weshalb er nicht für Tätigkeiten, welche 

Stereosehen voraussetzen, eingesetzt werden kann  (act. G 40, S. 101 f. und S. 109). 

Psychiatrischerseits ist der Beschwerdeführer auf eine verständnisvolle 

Arbeitsplatzumgebung angewiesen (act. G 40, S. 110).

3.   

Hinsichtlich des allfälligen Rentenbeginns ist zu berücksichtigen, dass gemäss 

Gerichtsgutachten ein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit am 

15. März 2005 eingetreten ist. Ab diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer in der 

bisherigen Tätigkeit zu mindestens 40% arbeitsunfähig, womit die einjährige Wartezeit 

gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung) 

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ausgelöst wurde. Nachdem die IV-Anmeldung am 23. Dezember 2005 (IV-act. 2) und 

damit nicht verspätet (vgl. aArt. 48 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültigen 

Fassung]) erfolgt war, ist ein allfälliger Rentenanspruch mit Ablauf des Wartejahres ab 

1. März 2006 gegeben.

4.   

4.1  Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person im 

Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 

zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige 

Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1). Die 

Invalidenversicherung bietet als Erwerbsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich nur 

Versicherungsschutz für eine übliche, normale erwerbliche Tätigkeit. In der 

Vergleichsrechnung einzubeziehen sind daher nur Einkünfte, die bei einem normalen 

Arbeitspensum erzielt werden. Praxisgemäss gehören dazu – ohne Rücksicht auf den 

hierfür erforderlichen zeitlichen oder leistungsmässigen Aufwand – auch regelmässig 

geleistete Überstunden sowie aus einer Nebenbeschäftigung oder einer selbständigen 

Erwerbstätigkeit fliessendes Entgelt (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar 2011, 

8C_671/2010, E. 4.5.1 ff. mit Hinweisen).

4.2  Gemäss IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführ zuletzt bei der I.___ AG im Jahr 

2004 ein Einkommen von Fr. 60‘587.-- und bei der J.___ AG ein Einkommen von Fr. 

653.--, insgesamt also ein Einkommen von Fr. 61‘240.-- (IV-act. 9-1). Darauf kann 

abgestellt werden. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 

2006 (Index 2004: 1‘975, 2006: 2‘014) ergibt dies ein Valideneinkommen von Fr. 

62‘449.--.

5.   

5.1  Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern 

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kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer 

Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und 

nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der 

versicherten Person (nach zumutbarer Behandlung und allfälliger Eingliederung) 

angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung 

zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss 

den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).

5.2  Gemäss LSE 2006, TA1, Niveau 4, Total, Männer, betrug das durchschnittliche 

Einkommen Fr. 4‘732.--. Aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 

Stunden ergibt sich ein Tabellenlohn von Fr. 59‘197.-- (Fr. 4‘732.-- x 12 / 40 x 41.7).

5.3  Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter 

und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine 

schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b 

und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).

5.4  Bezüglich der leidensbedingten Einschränkungen ist zu berücksichtigen, dass der 

Beschwerdeführer zwar leichte bis maximal intermittierend mittelschwere Tätigkeiten 

ausüben kann, dass aber selbst bei diesen Tätigkeiten diverse weitere 

Einschränkungen (vgl. E. 2.6) zu berücksichtigen sind, welche nicht in die 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung eingeflossen sind. Dies ist im Rahmen eines 

Tabellenlohnabzugs zu berücksichtigen. Da dem Beschwerdeführer eine vollschichtige 

Tätigkeit zumutbar ist, darf gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein 

Teilzeitabzug vorgenommen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. 

September 2012, 8C_419/2012 E. 3.1 f.). Auch sonst sind keine weiteren 

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Abzugsgründe ersichtlich. Insgesamt rechtfertigt sich vorliegend aufgrund der 

leidensbedingten Einschränkungen ein Tabellenlohnabzug von 10%.

5.5  Bei einer Arbeitsfähigkeit von 60% und einem Tabellenlohnabzug von 10% ergibt 

dies ein Invalideneinkommen von Fr. 31‘966.-- (Fr. 59‘197.-- x 0.6 x 0.9). Daraus 

resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 30‘483.-- (Fr. 62‘449.-- – Fr. 31‘966.--) und ein 

Invaliditätsgrad von 49% (Fr. 30‘483.-- / Fr. 62‘449.-- x 100). Damit hat der 

Beschwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente.

5.6  Selbst wenn man eine invalidisierende Wirkung der psychischen Beschwerden 

verneinen und somit von einer rein somatisch bedingten Arbeitsfähigkeit von 70% (vgl. 

act. G 40, S. 102) sowie einem Tabellenlohnabzug von 10% ausgehen würde, 

bestünde bei einem Invaliditätsgrad von 40% ([Fr. 62‘449.-- – Fr. 59‘197 x 0.7 x 0.9] / 

Fr. 62‘449.-- x 100) Anspruch auf eine Viertelsrente.

6.   

6.1  Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung 

vom 4. Oktober 2013 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 

2006 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Aufgrund der Einholung eines 

Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Zusatzaufwands erscheinen 

Gerichtskosten von Fr. 1‘000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als 

angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

6.3  Erachtet das kantonale Versicherungsgericht eine fachärztliche Begutachtung als 

notwendig, entfällt indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness eine 

Rückweisung der Sache zu diesem Zweck an die IV-Stelle, können dieser die Kosten 

der Abklärungsmassnahme auferlegt werden (BGE 137 V 201 E. 4.4.2). Voraussetzung 

ist, dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem Untersuchungsmangel seitens der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies trifft 

namentlich zu bei einem manifesten Widerspruch zwischen den verschiedenen 

ärztlichen Beurteilungen, ohne dass die IV-Stelle diesen durch objektiv begründete 

Argumente entkräftet hat, oder wenn zur Klärung der medizinischen Situation 

notwendige Aspekte unbeantwortet geblieben sind oder auf eine Expertise abgestellt 

wurde, welche den Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Gutachten nicht 

genügt (Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2017, 9C_348/2017, E. 2). Das 

Versicherungsgericht erachtete die Beurteilung des MEDAS-Gutachtens, auf welches 

sich die Beschwerdegegnerin stützte, als nicht nachvollziehbar, was durch das ZMB-

Gutachten schliesslich bestätigt wurde (vgl. act. G 40, S. 116). Somit hat die 

Beschwerdegegnerin die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 24‘374.85 (act. G 

40A) zu tragen.

6.4  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall 

erscheint unter Berücksichtigung des durch die Einholung eines Gerichtsgutachtens 

entstandenen Mehraufwands eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4‘500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 4. Oktober 2013 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2006 eine 

Viertelsrente zugesprochen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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2.   

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 1‘000.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 24‘374.85 zu 

bezahlen.

4.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4‘500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2017
	Art. 28 Abs. 2 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gerichtsgutachten. Einkommensvergleich. Tabellenlohnabzug von 10%. Anspruch auf eine halbe Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. September 2017, IV 2013/560).

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		2025-07-19T07:00:35+0200
	"9001 St.Gallen"
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