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**Case Identifier:** 104dc6b2-d09d-53d2-a227-06ee16aad6e0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.01.2015 200 2014 877
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-877_2015-01-30.pdf

## Full Text

200 14 877 IV
FUR/BRM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. Januar 2015

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Juli 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Jan. 2015, IV/14/877, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1993 geborene, verbeiständete und in der C.________ wohnhafte 
A.________ (bis Januar 2013: D.________ [Akten der IV-Stelle Bern {IVB, 
act. II} 49]) absolvierte mit Unterstützung der Invalidenversicherung ihre 
erstmalige Berufsausbildung zur … im E.________ (act. II 13, 20, 34, 37), 
welche sie im Juli 2013 mit Erlangung des Eidgenössischen Fähigkeits-
zeugnisses (act. II 61 S. 4 f.) erfolgreich abschloss.

B.

Im Rahmen der anschliessenden Unterstützung bei der Stellensuche sowie 
der Überprüfung weiterer Leistungsansprüche der Versicherten holte die 
IVB einen Verlaufsbericht beim behandelnden Arzt, Dr. med. F.________, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie (act. II 52), ein und ordnete auf Emp-
fehlung der RAD-Ärztin G.________, Fachärztin für Neuropsychiatrie (act. 
II 55 S. 2 f.), eine fachärztliche Untersuchung an; Dr. med. H.________, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete sein Gutachten am 
27. Februar 2014 (act. II 68.1). 

Gestützt auf diese Abklärungen ermittelte die IVB einen Invaliditätsgrad von 
30% und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 18. März 2014 die 
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (act. II 69). Nachdem die 
Versicherte, vertreten durch I.________, am 28. April 2014 hatte Einwand 
erheben lassen (act. II 75), verfügte die IVB am 31. Juli 2014 entsprechend 
dem Vorbescheid (act. II 79). 

C.

Hiergegen erhob die Versicherte, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 15. September 2014 Beschwerde mit den Anträgen, der 
Beschwerdeführerin seien unter Aufhebung der Verfügung vom 31. Juli 

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2014 die gesetzlichen IV-Leistungen auszurichten (mind. halbe IV-Rente) 
seit wann rechtens; evtl. sei die Verfügung aufzuheben und die Angelegen-
heit sei zur neuen Sachverhaltsabklärung und Beurteilung an die Vorin-
stanz zurückzuweisen. Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend ge-
macht, dass die gutachterliche Einschätzung der Leistungsfähigkeit auf 
80%, worauf sich die Beschwerdegegnerin stütze, angesichts der seit 
Kindheit bestehenden und damit dauerhaft einschränkenden Persönlich-
keitsproblematik mit Krankheitswert sowie des im Berufsleben benötigten 
geschützten Umfeldes nicht zutreffe. Vielmehr gehe aus den gesamten 
Umständen hervor, dass die Beschwerdeführerin ihr Leistungspotenzial nur 
in einem stark geschützten Umfeld erreichen könne. Ausserhalb eines ge-
schützten Rahmens bestehe eine Leistungsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit von ca. 50%. Gerügt wird unter diesem Aspekt sodann die Be-
messung des Invalideneinkommens durch die IVB. Allenfalls sei der Sach-
verhalt weiter abzuklären. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Oktober 2014 beantragt die IVB die 
Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 31. Juli 2014 (act. II 
79). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 

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ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres 
Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr 
nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 
verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem 
weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 281).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

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tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Im Zusammenhang mit der Prüfung der Rentenfrage ist den Akten 
zum Gesundheitszustand Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Der behandelnde Psychiater Dr. med. F.________ führte in seinem 
Verlaufsbericht vom 15. Juli 2013 aus, dass bei einer Untersuchung im 
Sommer 2010 eine Angstproblematik, jedoch keine Psychose-Zeichen 
festgestellt worden seien und im Januar 2011 in Absprache mit der IV ein 
besonderes Setting für die berufliche Ausbildung eingerichtet worden sei. 
Ab August 2011 seien immer wieder mehr oder weniger ausgedehnte kri-
senhafte Phasen aufgetreten, geprägt von Angst/Wein-Attacken, emotiona-
ler Labilisierung und teilweise auch Erschöpfung sowie von Problemen we-
gen impulsivem Verhalten im Umgang mit Geld, Zeitplanung und Bezie-
hungsgestaltung. Der Tod ihrer leiblichen Mutter habe eine protrahierte 
Krise mit vorwiegend Ängsten und emotionalen Schwankungen, teilweise 
auch längeren depressiven Phasen ausgelöst mit wiederholter Arbeitsun-
fähigkeit für einige Tage. Die im Herbst 2012 vermehrt aufgetretenen Sym-
ptome des bestehenden ADHS seien erfolgreich mit Methylphenidat be-

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handelt worden; im Winter 2012/2013 seien für einige Wochen neu hypo-
manische und anorektiforme Symptome aufgetreten, ev. im Zusammen-
hang mit der Dosierung des Methylphenidats. Die psychische Störung ins-
gesamt habe sich unter der Behandlung gebessert, aber nicht normalisiert. 

Als aktuelle Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nennt der 
behandelnde Arzt eine Störung aus dem psychoorganischen Bereich (AD-
HS, Teilleistungsstörungen Dyskalkulie und Legasthenie; ICD-10: F90.0 
und F81.3) sowie eine Störung von Verhalten und Emotionen (ICD-10: 
F98.9), insbesondere deren Aggravierung nach dem Tod der leiblichen 
Mutter. Eine Weiterführung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Be-
handlung sei angezeigt zur weiteren Verbesserung der Symptomatik und 
Stabilisierung mit dem Ziel, eine weitgehende Arbeitsfähigkeit der Patientin 
zu erhalten. Die Arbeitsfähigkeit betrage ca. 75-80%. Abgesehen vom re-
duzierten Tempo erledige die Patientin ihre Aufgaben offenbar recht gut; in 
gewissen Phasen sei es wegen allgemein schlechter psychischer Verfas-
sung, Problemen bei der Arbeit wie Tempo-Druck und Überforderungsge-
fühlen z.B bei direktem Kundenkontakt zu Absenzen gekommen. Ein für sie 
günstiges Arbeitsmilieu würde wenig bis keinen direkten Kundenkontakt, 
ein eher kleines familiäres Team, ohne Zeitdruck und wenig leistungsorien-
tiert, eine wohlwollende und den psychischen Störungen ebenso verständ-
nisvoll wie sicher und klar gegenübertretende Leitung beinhalten (act. II 
52).

3.1.2 In seinem Gutachten vom 27. Februar 2014 hielt Dr. med. 
H.________ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
noch unreife Persönlichkeit mit emotional-unstabilen, impulsiven, ängstlich-
vermeidenden und selbstunsicheren Zügen, Persönlichkeitsstruktur mit 
Neigung zur Desintegration (ICD-10: F61.0) sowie ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine Dyskalkulie fest. Anlässlich der Untersuchung habe 
die Patientin einen weitgehend unauffälligen Psychostatus, aber deutliche 
Hinweise auf eine schwache Persönlichkeitsstruktur mit einer Tendenz zur  
Desintegration bei insgesamt unreifer Persönlichkeit gezeigt. Die Persön-
lichkeitszüge manifestierten sich in panischen Ängsten, in einem Derealisa-
tions- und Depersonalisierungserleben, im impulsiven sexuellen Verhalten 
und in einer ausgeprägten Identitätsunsicherheit (Perückentragen, etc.). 

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Die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung seien an und für sich erfüllt; vor-
zuziehen sei indessen die Diagnose einer unreifen Persönlichkeit, da diese 
gewisse Entwicklungsmöglichkeiten offen lasse und nicht die Starrheit und 
Unveränderbarkeit der Störung betone. Da allerdings ein klarer Krank-
heitswert bestehe, sei die ICD-Codierung unter F61.0 (kombinierte Persön-
lichkeitsstörung) angezeigt. Die Diagnose eines ADH-Syndroms könne 
nicht bestätigt, letztlich aber auch nicht ausgeschlossen werden. Die Pro-
gnose bezüglich weiterer Reifung der Persönlichkeit sei offen, es könne 
aber aktuell von einem – durch die Neigung zur Desintegration etwas ge-
dämpften – Besserungspotenzial unter Weiterführung der psychotherapeu-
tischen Behandlung ausgegangen werden. Grundvoraussetzung zur Errei-
chung bzw. Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit sei ein klarer und ge-
schützter Rahmen im Wohn- und Lebensbereich, wie er zurzeit in der 
C.________ gegeben sei, sowie eine kontinuierliche psychiatrisch-
psychotherapeu-tische Behandlung. Trotz ihrer Persönlichkeitsproblematik 
sei der Versicherten eine angepasste Tätigkeit (klar umschrieben und nicht 
zu komplex, ohne grösseren Lernaufwand, nur geringer Zeitdruck) in ihrem 
gelernten Beruf mit einer Leistung von 80% innerhalb eines zeitlichen Pen-
sums von 100% zumutbar. Sie brauche eine enge und bestimmte Führung 
durch den Arbeitgeber, welcher Grenzen setzen, aber auch Verständnis für 
die psychischen Schwierigkeiten aufbringen und gewisse Leistungs-
schwankungen akzeptieren könne. Die um 20% verminderte Leistungs-
fähigkeit erkläre sich aus dem innerpsychischen Aufwand, welchen die Pa-
tientin zur Selbststrukturierung aufbringen müsse und welcher teilweise 
eine leichte Einschränkung der Konzentration und eine leicht erhöhte Er-
müdbarkeit zur Folge habe. Die Umsetzung der bestehenden Arbeitsfähig-
keit sollte – insbesondere nachdem die Patientin seit Beendigung ihrer 
Ausbildung als … in der C.________ und damit im Grunde in einem ge-
schützten Umfeld gearbeitet habe – schrittweise erfolgen. Zum Wiederein-
stieg in die freie Wirtschaft bedürfe sie psychotherapeutischer Stützung und 
Begleitung durch ein Coaching (act. II 68.1).

3.2 Das Gutachten von Dr. med. H.________ vom 27. Februar 2014 
erfüllt die nach der geltenden Rechtsprechung an eine Expertise gestellten 
Anforderungen. Es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf ei-
ner einlässlichen Untersuchung und wurde in Kenntnis der Vorakten samt 

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zusätzlich telefonischer Rückfrage beim behandelnden Arzt sowie unter 
Würdigung der darin enthaltenen Angaben bzw. der gemachten Aussagen 
abgegeben. Es überzeugt auch inhaltlich, indem es in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen nachvollziehbar begrün-
det sind (vgl. E. 2.4 hiervor).

Der Gutachter führt insbesondere überzeugend aus, dass und warum er 
die Diagnose einer unreifen Persönlichkeit gegenüber derjenigen einer 
kombinierten Persönlichkeitsstörung – wovon der behandelnde Psychiater 
nach telefonischer Auskunft heute ausgeht (vgl. act. II 68.1 S. 10 oben) – 
vorzieht, er indessen aufgrund des klaren Krankheitswertes eine Codierung 
unter ICD-10: F61.0 für angezeigt hält. Letztlich unterscheiden sich die von 
den Dres. med. H.________ und F.________ erhobenen Befunde nicht. 
Die in diagnostischer Hinsicht marginalen Unterschiede wurden vom Gut-
achter nachvollziehbar begründet. So sind auch für die Beurteilung der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit nicht die Diagnosen, sondern die sich aus 
einer gesundheitlichen Störung ergebenden Einschränkungen entschei-
dend. 

Sowohl der Gutachter als auch der behandelnde Psychiater gehen ferner 
übereinstimmend davon aus, dass die Diagnose eines ADHS weder im 
Vordergrund steht noch restlos gesichert scheint, mithin unter diesem As-
pekt keine (weitere) Einschränkung zu berücksichtigen ist. Sodann werden 
auch das Zumutbarkeitsprofil sowie die an einen Arbeitsplatz in der freien 
Wirtschaft zu stellenden Anforderungen von den beiden mit der Beschwer-
deführerin befassten medizinischen Fachpersonen praktisch identisch defi-
niert. Dass die Beschwerdeführerin derzeit als Mitarbeiterin in der 
C.________, mithin in einem geschützten Umfeld tätig ist, vermag das Zu-
mutbarkeitsprofil schon deshalb nicht in Frage zu stellen, weil es sich bei 
dieser Beschäftigung ausdrücklich um eine Übergangslösung handelt (act. 
II 71 S. 1 unten f.). Schliesslich beurteilen auch beide Ärzte die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin vom Ausmass des zumutbaren 
Pensums her weitgehend gleich; der Unterschied zwischen den vom Gut-
achter angegebenen 80% bei vollem zeitlichem Pensum und den vom be-

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handelnden Arzt geschätzten 75-80% (act. II 52 S. 2 Ziff. 4) wirken sich bei 
der Invaliditätsbemessung nicht entscheidend aus (vgl. E. 3.3. hiernach).

Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde sind aus den medizini-
schen Berichten keinerlei Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Be-
schwerdeführerin eine erwerbliche Tätigkeit lediglich in einem geschützten 
Umfeld möglich bzw. zumutbar wäre. Dass während der Ausbildung ein 
besonderes Setting – vor allem hinsichtlich des Schulunterrichts – einge-
richtet werden musste, bedeutet nicht, dass die Lehre in einem geschützten 
Rahmen im engeren Sinn absolviert worden ist. Dies zeigt sich auch daran, 
dass die Versicherte die Ausbildung mit dem – regulären – Eidgenössi-
schen Fähigkeitszeugnis (act. II 61 S. 5) abgeschlossen hat. 

Ebensowenig ist das Erfordernis eines geschützten Arbeitsplatzes, anders 
als dies in der Beschwerde geltend gemacht wird, daraus zu schliessen, 
dass die Beschwerdeführerin nach der Beurteilung des Gutachters eines 
stützenden Wohn- und Lebensrahmens bedarf. Ein entsprechender Rah-
men stellt zwar eine Voraussetzung für die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit 
dar, bezieht sich aber nicht auf den Arbeitsplatz als solchen. Der Be-
schwerdeführerin ist es zumutbar, ein solches Angebot zur Erhaltung ihrer 
Arbeitsfähigkeit in Anspruch zu nehmen (zur Schadenminderungspflicht 
vgl. insbesondere Art. 7 IVG).

Angesichts des oben dargelegten beweiskräftigen Abklärungsergebnisses 
bedarf es keiner weiteren medizinischen Abklärungen. Auszugehen ist da-
von, dass der Beschwerdeführerin nach der gutachterlichen Beurteilung 
eine im Sinne des definierten Anforderungsprofils angepasste Tätigkeit zu 
80% bei vollem zeitlichem Pensum zumutbar ist.

3.3 Für die Invaliditätsbemessung ist die IVB – unter Berücksichtigung 
des im Rahmen des Vorbescheidverfahrens vom I.________ diesbezüglich 
erhobenen Einwandes (vgl. act. II 75 S. 2) – gestützt auf die Lohnstruktur-
erhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) von einem Valideneinkom-
men in Höhe von Fr. 51‘893.— ausgegangen. Dies ist letztlich unbestritten 
geblieben und auch nicht zu beanstanden. 

Das Invalideneinkommen hat die IVB – nachdem die Beschwerdeführerin 
bisher noch keine ihr an sich zumutbare Erwerbstätigkeit ausgeübt hat – 

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ebenfalls zu Recht anhand der LSE festgesetzt (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 
593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Die in der angefochtenen Verfü-
gung vorgenommene Berechnung des Invalideneinkommens ist keinesfalls 
zu Ungunsten der Beschwerdeführerin, wobei angesichts des Ergebnisses 
offen bleiben kann, ob aufgrund der Zumutbarkeit der erlernten Tätigkeit 
nicht vielmehr auch dieses auf der Basis des Niveaus 3 zu bestimmen wä-
re. 

Soweit in der Beschwerde (Ziff. 2.2.2 S. 7) weiter geltend gemacht wird, es 
sei hinsichtlich der Festlegung des Invalideneinkommens auf das derzeit an 
der geschützten Arbeitsstelle in der C.________ tatsächlich erzielte Ein-
kommen abzustellen, kann dieser Argumentation aus den unter E. 3.2 hier-
vor dargelegten Gründen nicht gefolgt werden. 

Der Invaliditätsgrad wurde durch die IVB korrekt ermittelt. Selbst wenn von 
einer Arbeitsfähigkeit von 75% – wie sie Dr. med. F.________ als untere 
Grenze des zumutbaren Pensums angegeben hat (act. II 52 S. 2) – ausge-
gangen würde, ergäbe sich ein Invalideneinkommen in Höhe von 
Fr. 34‘269.50 (3‘508 x 12 : 40 x 42,4 : 100 x 102,4 x 0.75) und damit ein – 
immer noch rentenausschliessender – Invaliditätsgrad von gerundet 34%.

3.4 Die Beschwerde erweist sich aufgrund der obigen Erwägungen als 
unbegründet, weshalb sie in Bestätigung der angefochtenen Verfügung 
abzuweisen ist.

4.

4.1 Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren 
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig 
(Art. 69 Abs. 1bis IVG). 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.—, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men.

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4.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.— werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss entnommen.

3. Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.