# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9237bc80-b2e3-5410-92fa-1bc99202ca32
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.08.2019 D-1799/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1799-2019_2019-08-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1799/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  A u g u s t  2 0 1 9  

Besetzung 
 Einzelrichter Jürg Marcel Tiefenthal, 

mit Zustimmung von Richter Lorenz Noli 

Gerichtsschreiber Daniel Widmer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Angola,   

vertreten durch lic. iur. Benedikt Schneider, Rechtsanwalt, 

Advokatur & Notariat Koch & Schneider, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 13. März 2019 / N (…). 

 

 

 

D-1799/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein angolanischer Staatsangehöriger aus 

B._______ mit letztem Wohnsitz in C._______, verliess seinen Heimat-

staat am (…) 2016 (…) und reiste über D._______ nach E._______. Von 

dort gelangte er am (…) 2016 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl 

nachsuchte. Am 3. Mai 2016 erhob das SEM seine Personalien und be-

fragte ihn summarisch zu seinem Reiseweg sowie zu seinen Ausreisegrün-

den (sogenannte Befragung zur Person; BzP). Am 2. Februar 2018 teilte 

das SEM dem Beschwerdeführer die Beendigung des von ihm angehobe-

nen Dublin-Verfahrens mit. Am 29. August 2018 wurde er einlässlich zu 

seinen Asylgründen angehört. 

Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er sei circa an-

derthalb Monate vor seiner Ausreise von einem fremden Mann am Flugha-

fen von F._______ angehalten und gefragt worden, ob er für ihn gegen 

Entgelt einen Briefumschlag nach C._______ mitnehmen könne. Er habe 

akzeptiert, ohne sich über den Inhalt des Umschlags zu erkundigen. Bei 

der Gepäckskontrolle am Ankunftsort sei den Polizisten der Briefumschlag 

aufgefallen. Dessen Inhalt sei von der Polizei kontrolliert und der Be-

schwerdeführer daraufhin festgenommen worden. Im G._______-Gefäng-

nis von C._______ sei er vom eigentlichen Empfänger des Briefumschlags, 

General H._______, besucht worden. Dieser habe ihn gebeten, ihn nicht 

zu denunzieren, da der Inhalt des Briefumschlags sensibel gewesen sei. 

Er habe H._______ sofort wiedererkannt. Dieser sei eine bekannte Per-

sönlichkeit der Opposition und des Öfteren neben dem Präsidenten zu se-

hen gewesen. H._______ habe den Beschwerdeführer aus dem Gefängnis 

befreit und seine Ausreise organisiert. 

Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer seine Identi-

tätskarte im Original zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 13. März 2019 – eröffnet am 18. März 2019 – stellte 

das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte seine Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an. 

 

D-1799/2019 

Seite 3 

C.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 15. April 2019 erhob der Be-

schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die-

sen Entscheid. Dabei beantragte er, die angefochtene Verfügung des SEM 

vom 13. März 2019 sei aufzuheben, es sei ihm die Flüchtlingseigenschaft 

zuzuerkennen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei 

er vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er 

die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung durch den rubrizierten Rechtsvertreter. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. April 2019 teilte der Instruktionsrichter 

dem Beschwerdeführer mit, er könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, und gab ihm Gelegenheit, bis zum 9. Mai 2019 den 

Nachweis der Bedürftigkeit zu erbringen oder im Unterlassungsfall innert 

der genannten Frist einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 750.– zu 

bezahlen. Bei unbenutztem Fristablauf werde auf die Beschwerde nicht 

eingetreten. 

E.  

Am 9. Mai 2019 liess der Beschwerdeführer eine Bescheinigung betreffend 

wirtschaftliche Sozialhilfe vom 6. Mai 2019 sowie eine Terminbestätigung 

betreffend (…) einreichen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor. 

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Seite 4 

1.2 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das 

bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung 

des AsylG vom 25. September 2015). 

1.3 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-

setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-

men worden, weshalb nachfolgend die neue Gesetzesbezeichnung ver-

wendet wird. 

1.4 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 2 AsylG; 

Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (Verletzung von 

Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermes-

sens [Bst. a]; unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts [Bst. b]), im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 

VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.2 Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt 

– als offensichtlich unbegründet, weshalb über sie in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters zu entscheiden ist 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Der Beschwerdeentscheid ist nur summarisch zu 

begründen (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Auf einen Schriftenwechsel wurde ge-

stützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG verzichtet. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

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politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent-

scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 

2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 

4.  

4.1 Das SEM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit der Be-

gründung ab, seine Vorbringen hielten den Anforderungen an die Glaub-

haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. So habe er geltend gemacht, er 

sei von General H._______ persönlich aus dem Gefängnis befreit worden. 

Seine Angaben zur Befreiung liessen einige Zweifel aufkommen, zumal sie 

einerseits überaus substanzarm ausgefallen seien und andererseits gesi-

cherten Erkenntnissen des SEM widersprächen. Namentlich habe der Re-

bellenführer H._______ I._______ seit Jahren im europäischen Exil gelebt 

und sei im (…) 2016 in J._______ verstorben. Folglich könne weitestge-

hend ausgeschlossen werden, dass er den Beschwerdeführer im (…) 2016 

aus dem Gefängnis befreit habe. Demzufolge erfülle der Beschwerdeführer 

die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abzulehnen sei. 

Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich.  

Für die weiteren Einzelheiten in der Begründung kann zwecks Vermeidung 

von Wiederholungen auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfü-

gung und auf die nachstehenden Erwägungen verwiesen werden. 

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, das SEM habe nicht konkret 

ausgeführt, inwiefern die Angaben des Beschwerdeführers substanzarm 

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seien. Zudem bestünden offensichtliche Hinweise, dass es sich beim Be-

freier des Beschwerdeführers nicht um den Rebellenführer der K._______, 

sondern um eine andere wichtige Persönlichkeit in Angola mit ähnlichem 

Namen handle: So habe der Beschwerdeführer den charakterisierenden 

Namen I._______ nie erwähnt. Des Weiteren sei der Rebellenführer (…)-

jährig und wäre kaum mehr für den L._______ im Einsatz gewesen. Auch 

sei der Rebellenführer der K._______ dermassen bekannt, dass er unmög-

lich einerseits für den L._______, andererseits aber für die K._______ 

quasi als Spion hätte arbeiten können. Deshalb müsse es sich um einen 

General tieferen Ranges mit ähnlichem Namen gehandelt haben. Schliess-

lich sei der Beschwerdeführer zwar darüber befragt worden, ob er sich an 

den General erinnern könne. Er sei aber nicht darüber befragt worden, wie 

alt der General, der ihn befreit habe, sei und ob er diesen auf einer Foto-

grafie erkennen könne. 

4.3 Der Einschätzung des SEM ist zu folgen. Zum einen hat die Vorinstanz 

unter Hinweis auf entsprechende Protokollstellen (vgl. act. […]) überzeu-

gend begründet, weshalb aus ihrer Sicht die Angaben des Beschwerdefüh-

rers zur Befreiung aus dem Gefängnis überaus substanzarm ausgefallen 

seien. Zum andern ist eine Verwechslung der Person des Befreiers entge-

gen den Ausführungen in der Beschwerde auszuschliessen. So gab der 

Beschwerdeführer zu Protokoll, er hätte den Umschlag General H._______ 

in C._______ aushändigen sollen. Er sei dann von General H._______ im 

Gefängnis besucht worden und während (…) Wochen vor seiner Ausreise 

in dessen Haus untergebracht gewesen (vgl. act. […]). H._______ sei eine 

bekannte Person, die im Fernsehen erscheine, und habe ihn mehrmals im 

Gefängnis besucht (vgl. A37/18 F77). Beim ersten Besuch habe er "ein 

starkes Gefühl im Herzen" gehabt und gedacht, dass "er ein sehr mächtiger 

Mann war." H._______ habe ihn gefragt, ob er ihn kenne. Er habe ihm ge-

antwortet, dass er ihn vom Fernsehen, aber nicht persönlich kenne (vgl. 

a.a.O., F[…]). Am Tag der Ausreise sei der Beschwerdeführer von 

H._______ abgeholt worden. Er habe ihn das letzte Mal am Flughafen ge-

sehen (vgl. a.a.O., […]). Bereits aus diesen Gründen erscheint unwahr-

scheinlich, dass der Beschwerdeführer bezüglich seines angeblichen Be-

freiers von einem General tieferen Ranges mit ähnlichem Namen gespro-

chen haben dürfte. Daran vermag nichts zu ändern, dass er den Namen 

I._______ nicht erwähnte, zumal bei den im portugiesischsprachigen 

Raum weit verbreiteten Doppelnamen im Alltag sehr oft nur der erste Teil 

des Doppelnamens verwendet wird. Sodann ist bekannt, das H._______ 

I._______ bereits ab Ende (…) Kontakte mit der damaligen L._______-Re-

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gierung aufnahm (vgl. LUKONDE LUANSI, Angola: Zwischen regionaler He-

gemonie und nationalem Selbstmord, Marburg 2001, S. […]), weshalb 

nicht erstaunt, dass er mit dem seit dem Jahr (…) und auch nach der Aus-

reise des Beschwerdeführers amtierenden, der L._______ angehörenden 

Staatspräsidenten M._______ im Fernsehen erschien. Somit erübrigte es 

sich für das SEM, den Beschwerdeführer nach dem Alter seines Befreiers 

zu fragen oder ihm eine Fotografie zu präsentieren, um ihm damit zu er-

möglichen, diesen zu identifizieren. 

4.4 Nach dem Gesagten ist der Beschwerde nichts zu entnehmen, das die 

Erwägungen des SEM zur Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwer-

deführers relativieren oder gar entkräften könnte. Es kann diesbezüglich 

vollumfänglich auf die überzeugenden Ausführungen in der angefochtenen 

Verfügung verwiesen werden. Das SEM hat zutreffend festgestellt, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und hat sein Asyl-

gesuch zu Recht abgelehnt. 

5.  

Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylge-

such hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte 

Wegweisung steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

und wurde von der Vorinstanz zu Recht angeordnet. 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

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Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder 

Behandlung ausgesetzt wäre. 

6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

6.3.1 Im Heimatstaat des Beschwerdeführers liegt keine Situation von all-

gemeiner Gewalt vor, aufgrund derer die Zivilbevölkerung generell als kon-

kret gefährdet bezeichnet werden müsste. 

6.3.2 Hinsichtlich der persönlichen Situation des Beschwerdeführers bleibt 

festzuhalten, dass dieser eigenen Angaben zufolge seit er in der Schweiz 

sei, (…) und manchmal (…) habe, weil er im Gefängnis geschlagen worden 

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sei (vgl. act. […]). Unter diesen Umständen ist nicht von einer schwerwie-

genden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands des Beschwerdefüh-

rers auszugehen. Daran vermag die zu den Akten gereichte Bestätigung 

des Termins vom (…) 2019 betreffend (…) nichts zu ändern, umso weniger, 

als der Beschwerdeführer seither keine weiteren Unterlagen zu seinem Ge-

sundheitszustand eingereicht hat. 

6.3.3 Im Weiteren hat der Beschwerdeführer den Schulunterricht bis zur 

(…) Klasse besucht. Danach arbeitete er als (…) (vgl. act. […]) und erlernte 

den Beruf des (…), den er auch ausübte (vgl. a.a.O., F56). Zuletzt war er 

als (…) tätig (vgl. act. […], act. […]). Zudem verfügt er über ein familiäres 

Beziehungsnetz (vgl. act. […], act. […]). Es ist davon auszugehen, dass 

dieses ihn dabei unterstützen kann, sich in seiner Heimat eine neue Exis-

tenz zu schaffen. 

6.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung des 

Beschwerdeführers auch als zumutbar. 

6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indessen reichte der Be-

schwerdeführer innert der mit Zwischenverfügung vom 24. April 2019 ge-

setzten Frist eine Fürsorgebestätigung zu den Akten. Somit ist sein Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 

VwVG gutzuheissen, weshalb ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen 

sind, zumal den Akten nicht zu entnehmen ist, er wäre zwischenzeitlich 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34
http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34

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Seite 10 

nicht mehr fürsorgeabhängig. Folglich ist auch sein Gesuch um amtliche 

Rechtsverbeiständung gutzuheissen und dem Beschwerdeführer der rubri-

zierte Rechtsvertreter als amtlichen Rechtsbeistand beizuordnen 

(aArt. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG). Diesem ist ein Honorar für seine notwen-

digen Ausgaben im Beschwerdeverfahren auszurichten. Der Rechtsvertre-

ter reichte keine Kostennote zu den Akten. Der notwendige Vertretungsauf-

wand lässt sich aufgrund der Aktenlage zuverlässig abschätzen, weshalb 

auf die Einholung einer Honorarnote verzichtet werden kann (Art. 14 Abs. 2 

in fine des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE]). Dem Rechts-

vertreter ist unter Berücksichtigung der massgebenden Bemessungsfakto-

ren (Art. 9–13 VGKE) sowie der Entschädigungspraxis in vergleichbaren 

Fällen zulasten der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von pauschal 

Fr. 900.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden gutgeheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird durch das Bundesverwaltungsgericht 

ein Honorar von Fr. 900.– ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jürg Marcel Tiefenthal Daniel Widmer 

 

 

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