# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc34c5bf-9408-570a-b849-38186065c60a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.05.2016 SB150501
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150501_2016-05-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB150501-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

Ch. von Moos und Ersatzoberrichter lic. iur. B. Amacker  

sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Grieder 
 

Urteil vom 26. Mai 2016 sowie Nachtragsurteil vom 16. Juni 2016 
 

in Sachen 
 
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 

vertreten durch Staatsanwalt Dr. iur. Th. Brändli, 

 

Anklägerin und I. Berufungsklägerin (Rückzug) 
 

sowie 
 
A._____,  

 

Privatkläger und II. Berufungskläger 

unentgeltlich vertreten durch Advokat lic. iur. X._____, 

 
gegen 

 
B._____,  

 

Beschuldigte und Berufungsbeklagte 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____  

 

betreffend 
Erpressung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung, 

vom 1. September 2015 (DG150125) 

 

-  2  - 

Anklage 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. April 2015 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/22). 

Urteil der Vorinstanz: 

(Urk. 45 S. 32 f.) 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte B._____ ist der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 

i.V.m. Ziff. 2 StGB nicht schuldig und wird freigesprochen. 

2. Die Zivilklage des Privatklägers wird auf den Zivilweg verwiesen. 

3. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die 

Gerichtskasse genommen. 

4. Der Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 14'047.45 

(inkl. Barauslagen und MwSt.) für anwaltliche Verteidigung zugesprochen. 

Im Mehrbetrag wird die Forderung der Beschuldigten abgewiesen. 

5. Der Beschuldigten wird eine Genugtuung von Fr. 500.– zugesprochen. 

6. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltli-

cher Vertreter der Privatklägerschaft mit Fr. 4'300.– (inkl. Barauslagen und 

MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

7. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers werden auf die 

Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim  

Privatkläger gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO i.V.m. Art. 138 Abs. 1 StPO. 

8. (Mitteilungen) 

9. (Rechtsmittel) 

 

 

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Berufungsanträge 

a) des Privatklägers: 

(Urk. 47) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich wird vollumfänglich angefochten.  

2. Der Freispruch von B._____ sei aufzuheben und B._____ sei wegen fortge-

setzter Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB 

schuldig zu erklären.  

3. B._____ sei zu verpflichten, A._____ als Schadenersatz den Betrag von 

CHF 225'000.-- zuzüglich 5% Zins seit 1. Januar 2014 zu bezahlen. Mehr-

forderung vorbehalten. 

4. Alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten von B._____, eventualiter zulasten 

des Staates, wobei dem Berufungskläger für das Berufungsverfahren die 

unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit 

X._____ als seinem Rechtsvertreter zu bewilligen sei.  

b) der Verteidigung der Beschuldigten: 

(Prot. II S. 15 f.) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 1. September 2015 sei zu bestä-

tigen. 

2. Der Beschuldigten sei eine Prozessentschädigung im Betrag von 

Fr. 1'152.40 zuzusprechen, wobei hiervon Fr. 708.40 auf die Staatskasse zu 

nehmen sind. 

 

-  4  - 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte/Prozessuales 

1.  Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermei-

dung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im ange-

fochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 45 S. 4 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 1. September 2015 wurde die Be-

schuldigte vom Vorwurf der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 

StGB freigesprochen. Weiter wurde die Zivilklage des Privatklägers auf den Zivil-

weg verwiesen und sämtliche Kosten auf die Gerichtskasse genommen. Der Be-

schuldigten wurde eine Prozessentschädigung von Fr. 14'047.45 für anwaltliche 

Verteidigung zugesprochen. Im Mehrbetrag wurde die Forderung der Beschuldig-

ten abgewiesen. Weiter wurde der Beschuldigten eine Genugtuung von Fr. 500.-- 

zugesprochen, wobei der Mehrbetrag abgewiesen wurde. Schliesslich wurde der 

unentgeltliche Vertreter des Privatklägers für seine Aufwendungen mit Fr. 4'300.-- 

aus der Gerichtskasse entschädigt, unter Vorbehalt der Rückforderung zulasten 

des Privatklägers (Urk. 45 S. 32).  

1.3. Der Vertreter des Privatklägers wie auch die Staatsanwaltschaft meldeten mit 

Schreiben vom 2. September 2015 Berufung an (Urk. 38 u. Urk. 39). In der Folge 

wurde das Urteil begründet (Urk. 42) und den Parteien zugestellt (Urk. 43). Mit 

Schreiben vom 22. Dezember 2015 reichte der Vertreter des Privatklägers die Be-

rufungserklärung ein und stelle diverse Verfahrens- und Beweisanträge (Urk. 47). 

Mit Präsidialverfügung vom 6. Januar 2016 wurde Frist angesetzt, um Anschluss-

berufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. 

Weiter wurde den Parteien Frist angesetzt, um zur Frage des Eintretens auf die 

von der Staatsanwaltschaft angemeldeten Berufung Stellung zu nehmen. 

Schliesslich wurde der Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, 

um zu den Beweisanträgen des Privatklägers Stellung zu nehmen, wobei die Stel-

lungnahme für die Staatsanwaltschaft obligatorisch war (Urk. 49). Mit Eingabe 

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vom 14. Januar 2016 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschlussberufung 

und hielt fest, irrtümlicherweise den Rückzug ihrer Berufung nicht erklärt zu haben 

und beantragte die Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhand-

lung (Urk. 51). Mit Präsidialverfügung vom 10. Februar 2016 wurde vom Rückzug 

der Berufung der Staatsanwaltschaft Vormerk genommen. Weiter wurden die Be-

weisanträge des Privatklägers abgewiesen (Urk. 52).  

1.4. Mit Eingabe vom 22. März 2016 stellte der Verteidiger das Gesuch, die Be-

schuldigte sei von der Berufungsverhandlung zu dispensieren, da sie vom 19. bis 

26. Mai 2016 in den Ferien weile (Urk. 56). Mit Schreiben vom 24. März 2016 

wurde das Dispensationsgesuch bewilligt und die Beschuldigte von der Teilnahme 

an der Berufungsverhandlung dispensiert (Urk. 59). Mit Eingabe vom 9. Mai 2016 

beantragte RA lic. iur. Y._____ die Umwandlung der erbetenen in eine amtliche 

Verteidigung (Urk. 60). Mit Verfügung vom 10. Mai 2016 wurde diesem Antrag 

stattgegeben (Urk. 62). Der unentgeltliche Vertreter des Privatklägers reichte mit 

Eingabe vom 13. Mai 2016 seine Honorarnote zu den Akten (Urk. 64/1-2). 

1.5. Die Berufungsverhandlung fand am 26. Mai 2016 statt (Prot. II S. 5 ff.).  

2. Umfang der Berufung 

Der Privatkläger lässt Ziff. 1 (Schuldpunkt), Ziff. 2 (Verweis Zivilklage auf Zivilweg) 

und Ziff. 3 (Kostendispositiv) des vorinstanzlichen Urteils anfechten, weshalb  

die Ziff. 4-7 des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind 

(Prot. II S. 7 ff.). 

3. Beweisanträge des Privatklägers 

3.1. An der Berufungsverhandlung wiederholte der Privatkläger die bereits im Vor-

feld gestellten Beweisanträge. Er verlangte erneut, der Privatkläger, dessen Mut-

ter und C._____ seien als Auskunftspersonen bzw. Zeugen zu befragen (Prot. II 

S. 10 - 12).  

 

 

-  6  - 

3.2. Einvernahme Privatkläger 

3.2.1. Gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO beruht das Rechtsmittelverfahren auf den 

Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Verfahren erhoben wor-

den sind. Art. 343 Abs. 3 StPO, wonach das Gericht im Vorverfahren ordnungs-

gemäss erhobene Beweise nochmals erhebt, wenn die unmittelbare Kenntnis des 

Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig erscheint, bezieht sich in der Regel 

auf das erstinstanzliche Verfahren. Eine unmittelbare Beweisabnahme hat im 

Rechtsmittelverfahren jedoch gestützt auf Art. 343 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 405 

Abs. 1 StPO dann zu erfolgen, wenn eine solche im erstinstanzlichen Verfahren 

unterblieb oder unvollständig war und die unmittelbare Kenntnis des Beweismit-

tels für die Urteilsfällung notwendig erscheint, also den Ausgang des Verfahrens 

beeinflussen kann (BGE 140 IV 196 E. 4.4.1). Dies ist dann der Fall, wenn die 

Aussage das einzige direkte Beweismittel darstellt, und das Urteil vom Aussage-

verhalten (wie sie es sagt) der entsprechenden Person abhängt. Wenn es ledig-

lich auf den Inhalt der Aussage (was sie sagt) einer Person ankommt, erscheint 

einer erneute Beweisabnahme nicht notwendig (BGE 140 IV 196 E. 4.4.2 m.w.H.). 

In einem neuen Entscheid hat das Bundesgericht festgehalten, dass in "Aussage 

gegen Aussage" Situationen, in denen keine weiteren Sachbeweise oder Indizien 

vorliegen, die unmittelbare Wahrnehmung der aussagenden Personen durch das 

Gericht grundsätzlich unverzichtbar ist (Urteil 6B_70/2015 des Bundesgerichts 

vom 20. April 2016, E.1.4.1.). Es liegt auf der Hand, dass mit diesen sogenannten 

Vier-Augen-Delikten ohne objektivierbaren Beweise vorwiegend Sexualdelikte 

gemeint sind.  

3.2.2. Die Aussagen des Privatklägers sind vorliegend nicht die einzigen direkten 

Beweismittel; vielmehr befinden sich auch Sachbeweise, wie die umfangreichen 

Bankunterlagen der Beschuldigten (Urk. D1/7/1-4) und das Protokoll der  

Hausdurchsuchung (Urk. D1/9/4) bei den Akten. Weiter basiert der Anklagevor-

wurf allein auf den Aussagen des Privatklägers, welcher im Vorverfahren dreimal 

einvernommen wurde (Urk. D1/3/1-3). Wie noch zu zeigen sein wird (Ziff. II. 4.), 

überzeugen die Aussagen des Privatklägers inhaltlich nicht, da sie in Bezug auf 

den Anklagevorwurf zu wenig substanziell sind: Der Privatkläger konnte sich we-

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der daran erinnern, wie viel Geld (Urk. D1/3/1 S. 3, S. 11) noch wie oft 

(Urk. D1/3/1 S. 10, Urk. D/1/3/3 S. 10, S. 11) die Beschuldigte Geld verlangte. 

Einmal sagte er zur Häufigkeit: "Ich weiss es schlicht nicht mehr. Es wäre reine 

Spekulation" (Urk. D1/3/3 S. 10), um nur vier Fragen später auf die gleiche Frage 

zu antworten: "Gefühlsmässig…plus minus…einmal im Monat. Sicher nicht öfter. 

Es kann sogar sein, dass sie zweimal in drei Monaten Geld verlangte." 

(Urk. D1/3/3 S. 11). Wenn der Privatkläger hierzu Jahre später auf einmal detail-

liertere Aussagen machen könnte, läge der Verdacht nahe, dass es sich um kon-

struierte Detailangaben handelt. Weiter erscheint auch aufgrund der Umstände 

nicht nachvollziehbar, wieso der Privatkläger sich überhaupt hätte erpressen las-

sen sollen (Ziff. II. 4.4. f.) und bei der Beschuldigten keinerlei Vermögenszufluss 

im behaupteten Ausmass festgestellt werden konnte (Ziff. II. 6.). Es ist nicht ein-

zusehen, inwiefern eine erneute Befragung des Privatklägers einen Einfluss auf 

das Urteil haben könnte, ist doch nicht davon auszugehen, dass diese weitere 

Details betreffend das Kerngeschehen zu Tage fördern könnte. Der Vertreter des 

Privatklägers führt an, das aktuelle Aussageverhalten des Privatklägers sei auch 

von Interesse, da dieser jetzt Kenntnis von einer Anzeige der Beschuldigten ge-

gen den Privatkläger wegen falscher Anschuldigung habe (Urk. 47 S. 3). Es ist 

nicht ersichtlich, inwiefern diese Gegenanzeige einen Einfluss auf das Aussage-

verhalten des Privatklägers in Bezug auf den vorliegenden Fall haben sollte. Zu 

beachten ist, dass das Verfahren betreffend falsche Anschuldigung gemäss Ver-

teidigung bis zum Abschluss des vorliegenden Strafverfahrens sistiert wurde 

(Prot. II. S. 18). Der Beweisantrag auf Einvernahme des Privatklägers ist aus den 

erwähnten Gründen erneut abzuweisen.  

3.3. Einvernahme von D._____ (Mutter des Privatklägers) 

Der Privatkläger sagte selber aus, er habe seiner Mutter gesagt, als er diese um 

ein Darlehen gebeten habe, er habe Schulden bei alten Bekannten, welche ihr 

Geld zurückfordern würden (Urk. D1/3/1 S. 11) bzw. ein Kunde mache Stress 

(Urk. D1/3/3 S. 8). Er habe ihr versichert, dass er das Geld nicht fürs Casino 

brauche (Urk. D1/3/3 S. 8). Die Mutter des Privatklägers wird deshalb höchstens 

diese Angaben des Privatklägers bestätigen, jedoch nichts Wesentliches zu den 

-  8  - 

Erpressungsvorwürfen aussagen können. Es ist gut möglich, dass der Privat-

kläger von seiner Mutter Geld ausgeliehen hat und dass dies gemäss Vertreter 

des Privatklägers kurzfristig und hektisch geschah und er jeweils am Morgen bei 

der Öffnung der Post mit der Mutter Geld abheben ging (Prot. II S. 11). Damit 

liesse sich jedoch nicht beweisen, dass er von der Beschuldigten erpresst wurde, 

da er das ausgeliehene Geld auch für andere Zwecke verwendet haben könnte. 

Dieser Beweisantrag ist deshalb erneut abzuweisen.  

3.4. Einvernahme von C._____ 

Es wurde nie geltend gemacht, C._____ habe gewusst, wofür das Darlehen an 

den Privatkläger von insgesamt Fr. 30'000.-- gewesen sei. Auch wenn C._____ 

die Gewährung eines Darlehens an den Privatkläger bestätigen würde, ist damit 

noch nicht erstellt, dass dieser das geliehene Geld danach tatsächlich der Be-

schuldigten übergab. Demzufolge ist dieser Beweisantrag erneut abzuweisen.  

II.  Schuldpunkt 

1. Anklagevorwurf 

1.1. Der Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, sie habe ab  

September 2009 mehrmals und an verschiedenen Orten den Privatkläger dazu 

veranlasst, ihr Schweigegeld von insgesamt Fr. 225'000.-- zu übergeben: Sie ha-

be ihm dabei zu verstehen gegeben, über dessen Verfehlungen in der Ver-

gangenheit im Zusammenhang mit seiner Firma, welche zwischenzeitlich Konkurs 

gegangen war, seine Spielsucht und das gegen ihn im Kanton Basel laufende 

Strafverfahren Bescheid zu wissen und dieses Wissen Preis zu geben, sollte er 

ihr kein Geld übergeben. Es sei zu folgenden Geldübergaben gekommen, wobei 

er der Beschuldigten pro Übergabe entweder Fr. 5'000.-- oder Fr. 10'000.-- aus-

gehändigt habe: 

- 2009 ca. fünf Übergaben von insgesamt mindestens Fr. 45'000.-- 

- 2010 ca. neun Übergaben von insgesamt mindestens Fr. 70'000.--  

-  9  - 

- 2011 zwei Übergaben von insgesamt Fr. 20'000.--  

- 2012 ca. neun Übergaben von insgesamt mindestens Fr. 65'000.--  

- 2013 mindestens zwei Übergaben von insgesamt mindestens Fr. 25'000.-- 

Der Privatkläger habe sich durch die ihm aufgezwungenen Geldübergaben von 

insgesamt mindestens Fr. 225'000.-- an die Beschuldigte selber am Vermögen 

geschädigt. Die Beschuldigte habe sich durch ihr Vorgehen vom Privatkläger die-

sen Betrag erhältlich gemacht, im Wissen darum, keinen rechtlichen Anspruch da-

rauf zu haben. Dadurch habe sich die Beschuldigte der Erpressung im Sinne von 

Art. 156 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB schuldig gemacht (Urk. D1/22 

S. 2 f.).  

1.2. Die Beschuldigte bestreitet diese Vorwürfe vollumfänglich, weshalb der ein-

geklagte Sachverhalt zu erstellen ist.  

2. Allgemeines zur Beweiswürdigung 

2.1. Als Beweislastregel bedeutet der Grundsatz in dubio pro reo, dass es Sache 

der Anklagebehörde ist, die Schuld der beschuldigten Person zu beweisen (Urteil 

6B_30/2010 des Bundesgerichts vom 1. Juni 2010, E. 4.). Wenn die Belastungen 

der Beschuldigten einzig in den Aussagen des Privatklägers gründen, muss die-

ser alles dazu beitragen, die Schuld der beschuldigten Person zu beweisen. 

2.2. Es kann im Übrigen auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu den 

allgemeinen Grundsätzen der Beweiswürdigung verwiesen werden (Urk. 45 

S. 9 f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist insbesondere nochmals zu betonen, dass 

beim Abwägen von Aussagen zwischen der Glaubwürdigkeit einer Person und 

der Glaubhaftigkeit ihrer Angaben zu unterscheiden ist. Während Erstere die 

Grundlage dafür liefert, ob einer Person getraut werden kann, ist Letztere für die 

im Prozess massgebende Entscheidung bedeutungsvoll, ob sich der behauptete 

Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder nicht. Die allgemeine Glaub-

würdigkeit einer Person ergibt sich nebst ihrer prozessualen Stellung auch aus ih-

rem wirtschaftlichen Interesse am Ausgang des Verfahrens sowie vor allem aus 

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deren persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Prozessbeteilig-

ten. Bei der Würdigung von Aussagen darf jedoch nicht einfach auf die Persön-

lichkeit oder allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden abgestellt werden, 

denn dies lässt nach neueren Erkenntnissen keinen allgemeinen Rückschluss auf 

die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu. Massgebend ist vielmehr die Glaubhaf-

tigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Äusserungen. Bei der Beurteilung 

der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist generell auf Strukturbrüche innerhalb einer 

Aussage, auf Über- oder Untertreibungen, auch auf Widersprüche, vor allem aber 

auf das Vorhandensein einer hinreichenden Zahl von Realitätskriterien und das 

Fehlen von Lügensignalen zu achten (Bender/Nack/Treuer, Tatsachenfeststellung 

vor Gericht, 4. Auflage, München 2014, S. 76 ff.; vgl. auch Rolf Bender, Die häu-

figsten Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81, 1985, S. 53 ff.). 

3. Beweismittel 

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel zutreffend benannt (Urk. 45 S. 8, 

Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4. Aussagen des Privatklägers 

4.1. Die Vorinstanz hat die für den vorliegenden Fall wesentlichen Aussagen des 

Privatklägers korrekt aufgeführt (Urk. 45 S. 10 ff.). Darauf ist zur Vermeidung von 

Wiederholungen zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4.2. Der Würdigung der Aussagen des Privatklägers durch die Vorinstanz ist 

grundsätzlich zuzustimmen (Urk. 45 S. 14 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die folgenden 

Erwägungen sind Präzisierungen oder Ergänzungen der vorinstanzlichen Ausfüh-

rungen. 

4.3. Es ist zwar mit der Vorinstanz richtig, dass der Privatkläger hinsichtlich der 

meisten Geldübergaben weder Angaben zur Herkunft der Gelder, zum Zeitpunkt 

und der Höhe der Zahlungen, noch zu den genauen Daten oder zu der Anzahl der 

Übergaben gemacht hat (Urk. 45 S. 14; vgl. dazu oben Ziff. I. 3.2.2.). Bezüglich 

der ersten Geldübergabe machte der Privatkläger jedoch präzise Angaben: 

E._____ sei zwischen Sommer und Herbst 2009 an ihn herangetreten und habe 

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ihm erzählt, dass die Beschuldigte ihm gesagt habe, er solle sich mal überlegen, 

wieso der Privatkläger für diese Stelle von Basel nach Zürich komme. Er habe 

dann das Gespräch mit der Beschuldigten gesucht. Detailliert schilderte der Pri-

vatkläger dann, wie es zu einem ersten Gespräch mit der Beschuldigten und nach 

einer Stunde zu einem zweiten Gespräch gekommen sei. Im ersten Gespräch ha-

be sie ihm zu verstehen gegeben, dass sie über seine Vergangenheit Bescheid 

wisse. Daraufhin habe er zu seinem Rettungsanker gegriffen, nämlich, dass 

F._____ von Anfang an davon gewusst habe. Sie habe dann aber gesagt, man 

würde sehen, ob er noch tragbar für F._____ sei, wenn die Mitarbeitenden oder 

das Umfeld davon erfahren würden (Urk. D1/3/3 S. 7). Sie habe ihn dann eine 

Stunde später nochmals ins Büro gebeten und ihm gesagt, dass sie diese Sache 

für sich behalten würde, wenn er ihr einen Teil von dem vielen Geld geben würde. 

Er habe ihr dann versucht zu erklären, dass er das ganze Geld im Casino ver-

spielt habe. Sie habe ihm gesagt, er solle es sich überlegen. Er habe an diesem 

Tag nicht mehr richtig arbeiten können. Seine Gedanken seien herumgekreist und 

er habe sich überlegt, dass er dies seiner Frau nicht sagen könne. Er habe kein 

Geld gehabt. Er habe dann bei seiner Mutter Geld ausgeliehen, ohne zu sagen, 

wofür es sei. Diese habe ihm dann Fr. 10'000.-- gegeben. Er habe dieses Geld 

zwei oder drei Tage nach dem Gespräch mit der Beschuldigten dieser übergeben 

und gesagt, dass das das Einzige sei, was er ihr geben könne (Urk. D/1/3/3 S. 8). 

In diesem Kontext lässt aufhorchen, dass der Privatkläger nicht mehr sagen konn-

te, wieso es Fr. 10'000.-- gewesen seien, ob diese Zahl während des Gesprächs 

gefallen sei oder ob er beim Überlegen, wie viel Geld seiner Mutter zur Verfügung 

stehe, darauf gekommen sei (Urk. D/1/3/3 S. 8). Es liegt auf der Hand, dass nor-

malerweise derjenige, der eine Zahlung fordert, deren Höhe bestimmt. Falls die 

Höhe aber vorliegend tatsächlich vom Privatkläger aus gekommen wäre, stellt 

sich die Frage, wieso er einen derart hohen Betrag genannt hat, hatte er doch 

gemäss eigenen Angaben selber nicht so viel Geld zur Verfügung und musste es 

von seiner Mutter ausleihen. Ausserdem hat sich die Beschuldigte gemäss den 

Aussagen des Privatklägers in der Folge auch mit tieferen Beträgen begnügt (Urk. 

D1/3/3 S. 12).  

-  12  - 

4.4. Weiter ist festzuhalten, dass bereits nicht einfach nachzuvollziehen ist, dass 

sich der Privatkläger von einer Mitarbeiterin – der Beschuldigten – gemäss seinen 

Aussagen erpressen liess, statt damit zu seinem Vorgesetzten F._____ zu gehen, 

welcher über die Vergangenheit des Privatklägers bereits Bescheid wusste (vgl. 

dazu die Vorinstanz in Urk. 45 S. 15). Der Privatkläger hielt in diesem Zusam-

menhang fest, er habe auch im Kündigungsgespräch gegenüber F._____ kein 

Sterbenswörtchen von der Erpressung erwähnt (Urk. D1/3/3 S. 15). Er hatte je-

doch in diesem Moment nichts mehr zu verlieren und hätte durch die Schilderun-

gen der Erpressungen durch die Beschuldigte im Gegenteil die Situation zwischen 

ihm und der Beschuldigten, welche offenbar F._____ Informationen zutrug, die 

unter anderem zur Kündigung des Privatklägers führten (Urk. D1/4 S. 7, Urk. 

D1/3/3 S. 15), in ein anderes Licht stellen können. Darauf angesprochen, erklärte 

der Privatkläger, er denke, es wäre nicht förderlich gewesen, irgendwelche Ge-

genangriffe zu starten. Er habe geglaubt, die Situation würde sich in seiner Abwe-

senheit beruhigen (Urk. D1/3/3 S. 15 oben). Dass der Privatkläger einen so 

schweren Vorwurf gegen eine Mitarbeiterin, die ihn belastet und wegen welcher er 

unter anderem mit der Kündigung rechnen musste, gegenüber dem Vorgesetzten 

verschweigt, ist schwer verständlich.  

4.5. Erst recht fragwürdig erscheinen die behaupteten Zahlungen des Privat-

klägers an die Beschuldigte vor dem Hintergrund, dass gemäss den Angaben des 

Privatklägers neben F._____ auch E._____ – Letzterer zumindest zu  

einem gewissen Grad – über die Vergangenheit des Privatklägers Bescheid 

wusste. E._____ hat sich gegenüber dem Privatkläger jedoch anders als F._____ 

(Urk. D1/3/3 S. 6) nicht zu einem Stillschweigen gegenüber den Mitarbeitern der 

G._____ AG verpflichtet. Es erscheint nicht plausibel, dass der Privatkläger zwar 

einerseits der Beschuldigten grosse Summen an Geld bezahlt, damit diese ge-

genüber den Mitarbeitern nichts über seine Vergangenheit erzählt, er aber ande-

rerseits nicht wissen konnte, ob E._____ dies nicht bereits ohnehin den Mitarbei-

tern erzählt hat. Dies ist umso unverständlicher, als dass der Privatkläger angeb-

lich dafür Darlehen bei seiner Mutter und einem Bekannten aufnehmen musste 

und schliesslich beim neuen Arbeitgeber gemäss eigenen Angaben sogar Gelder 

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veruntreute (Urk. D1/3/3 S. 16), um die Zahlungen an die Beschuldigte leisten zu 

können.  

4.6. Es ist weiter nicht ganz begreiflich, dass der Privatkläger sich abgesehen von 

der ersten Übergabe in keinem Fall die Höhe des Betrags, das Datum oder Sons-

tiges in Bezug auf das Kerngeschehen gemerkt hat. Ebenso wenig kannte er die 

Anzahl der Übergaben. Da die Beschuldigte wiederholt Geld vom Privatkläger ge-

fordert haben soll, wäre es auch naheliegend gewesen, dass er sich wenigstens 

zum Teil Notizen gemacht hätte, um den Überblick nicht zu verlieren. Im Übrigen 

hat der Privatkläger keinerlei Belege oder Bankunterlagen eingereicht, aus denen 

sich ergeben würde, woher bzw. dass er Geld zum Zwecke der Zahlungen an die 

Beschuldigte bezogen hat. Der Privatkläger hat jedoch nie geltend gemacht, dass 

der gesamte Betrag von Fr. 225'000.-- aus nicht belegbaren Casino-Gewinnen 

oder Darlehen stamme. Hingegen hat er ausgesagt, er hätte bei der letzten Geld-

übergabe am Bellevue in Zürich im März 2013 (Urk. D1/14/3 S. 3) einen Herrn 

gesehen, den er aus dem Casino gekannt habe und der ihn mittels Blickkontakt 

gegrüsst habe, wie dies unter Spielern üblich ist, wenn man sich nur vom Sehen 

aus dem Casino her kenne. Möglicherweise habe die Beschuldigte das Gefühl 

gehabt, er hätte ihr eine Falle gestellt und die Forderungen hätten in der Folge 

aufgehört (Urk. D1/3/1 S. 3, Urk. D1/3/3 S. 10). Weiter führte der Privatkläger aus, 

einmal habe er beim Warten bei der Raststätte ... bei seinem Auto die Lichter 

brennen lassen, was dazu geführt habe, dass er, als er endlich hätte losfahren 

können, keinen "Pfus" mehr gehabt habe und deswegen seine Therapiestunde in 

Basel verpasst habe (Urk. D1/3/3 S. 10). Dabei handelt es sich um bemerkens-

werte Beschreibungen von Nebensächlichkeiten. Bezüglich des Kerngeschehens 

dieser beiden Vorfälle liegen jedoch keine genaueren Angaben vor. Ebenso man-

gelt es auch hinsichtlich der übrigen rund 25 Geldübergaben an konkreten Be-

schreibungen.  

4.7. Es ist im Übrigen festzuhalten, dass der Privatkläger ein Motiv hat, wieso er 

der Beschuldigten wider besseren Wissens diese Vorwürfe machen sollte, hat sie 

dem Vorgesetzten F._____ doch Informationen zugetragen, die letztlich zur Kün-

digung des Privatklägers führten. Dies sagte nicht nur die Beschuldigte 

-  14  - 

(Urk. D1/2/2 S. 6, Urk. 33 S. 8), sondern auch F._____ als Zeuge aus (Urk. D1/4 

S. 7). Nicht auszuschliessen – jedoch vorliegend offen gelassen werden kann – 

ist, dass der Privatkläger die am neuen Arbeitsort verübten Veruntreuungen in 

dem gegen ihn selbst geführten Strafverfahren als "aufgezwungen" oder unter 

Druck verübt darstellen will, um das eigene Fehlverhalten in einem milderen Lich-

te erscheinen zu lassen. 

4.8. Fazit  

Mit der Vorinstanz ist nicht verständlich, wieso sich der Privatkläger auf Erpres-

sungen der Beschuldigten hätte einlassen sollen. Der Privatkläger erklärte dies 

damit, dass er seinen Neuanfang nicht habe riskieren wollen (Urk. D1/3/1 S. 10, 

Urk. D1/3/3 S. 12), will dann aber zur Bezahlung der Geldforderungen am neuen 

Arbeitsort Veruntreuungen begangen haben, womit er seinen Neuanfang wohl 

noch viel direkter torpediert hat. Ebenfalls ist mit der Vorinstanz auffällig, dass der 

Privatkläger nur wenig detaillierte Angaben zu den Umständen der behaupteten 

zahlreichen Geldübergaben machen kann und keinerlei Belege eingereicht hat. 

Die Aussagen des Privatklägers überzeugen nicht.  

5. Aussagen der Beschuldigten 

Die Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe des Privatklägers vollumfänglich 

(Urk. D1/2/1 S. 6 f., Urk. D1/2/2 S. 1, Urk. D1/2/3 S. 3, Urk. 33 S. 3). Die Vor-

instanz hat die Aussagen der Beschuldigten korrekt zusammengefasst, weshalb 

zur Vermeidung von Wiederholungen darauf zu verweisen ist (Urk. 45 S. 17 ff.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). In den Aussagen der Beschuldigten finden sich keine Wi-

dersprüche oder Auffälligkeiten. Im Gegenteil wirken ihre Aussagen authentisch, 

wenn sie beispielsweise von Anfang an offen legt, dass sie den Privatkläger nicht 

mochte (Urk. D1/2/1 S. 2) bzw. dass sie das Heu nicht auf der gleichen Bühne 

gehabt hätten (Urk. D1/2/2 S. 5 f.) oder dass sie manchmal mehr Geld ausgibt, 

als sie möchte und sich dann darüber ärgert (Urk. D1/2/2 S. 2 f.).  

 

 

-  15  - 

6. Kontoeinzahlungen der Beschuldigten  

6.1. Auf verschiedene Einzahlungen zugunsten ihres Lohnkontos bei der Credit 

Suisse angesprochen, konnte die Beschuldigte die Herkunft der Gelder mehrheit-

lich erklären: Es habe sich um Einzahlungen von privatem Kleingeld, um Saldo-

ausgleichungen mit Geld von ihrem Raiffeisenkonto, um Geld von ihrer Grossmut-

ter zum Zwecke eines Autokaufs und um Einzahlungen von Waschgeldern der 

G._____ AG gehandelt (Urk. D1/2/2 S. 3 ff., Urk. D1/2/3 S. 2 ff., Urk. 33 S. 6 f.). 

Bezüglich des Autokaufs im Betrag von Fr. 45'000.-- Ende August 2010 sagte die 

Beschuldigte aus, dass sie das Geld dafür im Umfang von Fr. 35'000.-- von ihrer 

Mutter und im Umfang von Fr. 6'800.-- von ihrer Grossmutter erhalten habe. Wei-

tere Fr. 5'000.-- habe sie von ihrem Raiffeisenkonto bezogen (Urk. D1/2/3 S. 2 f., 

Urk. 33 S. 7). Die Überweisung ihrer Mutter im Betrag von Fr. 35'000.-- auf ihr 

Lohnkonto datierend vom 1. September 2010, ist aus ihren Kontounterlagen er-

sichtlich, wie auch die Einzahlung von Fr. 11'800.-- vom 31. August 2010 auf das-

selbe Konto (Urk. D1/7/2), wodurch die Aussagen der Beschuldigten gestützt 

werden. Betreffend die Einzahlungen von Klein- und Waschgeld und zum Zwecke 

des Saldoausgleichs ist auf die nachfolgenden Ausführungen unter Ziff. 6.2.4. zu 

verweisen.  

6.2. In Bezug auf Kontobewegungen der verschiedenen Konten der Beschuldig-

ten ist auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu ver-

weisen (Urk. 45 S. 22 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

6.2.1. Beim Sparkonto der Beschuldigten bei der Raiffeisenbank sind mit der Vor-

instanz sämtliche Zahlungseingänge nachvollziehbar (Urk. 45 S. 23; Art. 82 

Abs. 4 StPO).  

6.2.2. Beim Konto der UBS Visa der Beschuldigten können Beträge von 
Fr. 502.-- nicht zugeordnet werden (Urk. 45 S. 23; Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist 

zwar mit der Vorinstanz möglich, dass es sich dabei um Teilnehmerbeiträge von 

…schülern handelt; dies ist jedoch nicht belegt und wurde auch nie durch die Be-

schuldigte bestätigt.  

-  16  - 

6.2.3. Beim Sparkonto der Beschuldigten bei der CS sind mit der Vorinstanz 

Fr. 755.45 nicht zuordenbar (Urk. 45 S. 24; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

6.2.4. Bezüglich des Privatkontos der Beschuldigten bei der CS (Lohnkonto) ist 

auf die Ausführungen und umfangreichen Auflistungen der Vorinstanz zu verwei-

sen (Urk. 45 S. 24 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die von der Beschuldigten geltend 

gemachten Saldoausgleichszahlungen mit Geldern ihres Raiffeisensparkontos 

lassen sich zu einem Teil durch deren Kontoauszüge belegen, ein Teil der Ein-

zahlungen auf das Privatkonto kann dagegen nicht zugeordnet werden. Zu korri-

gieren ist dabei die von der Vorinstanz festgesetzte Höhe der nicht zuordenbaren 

Summe (Urk. 45 S. 26 f.), da die Bareinzahlung … im Betrag von Fr. 3'500.-- mit 

dem Bezug von Fr. 500.-- vom 15. März 2012 vom Sparkonto bei der CS einer-

seits und andererseits mit dem Bezug von Fr. 3'000.-- vom Raiffeisenkonto getä-

tigt worden sein dürfte, wie dies an anderer Stelle richtig festgehalten wurde 

(Urk. 45 S. 26 lit. e). Demnach ist nicht zutreffend, dass eine Bareinzahlung im 

Betrag von Fr. 500.-- vom 15. März 2012 nicht zuordenbar ist (Urk. 45 S. 26 un-
ten). Folglich senkt sich die nicht zuordenbare Summe der Einzahlungen auf 

das Privatkonto der Beschuldigten bei der CS bei den runden Beträgen um 
Fr. 500.-- auf Fr. 4'270.--. Dass die von der Vorinstanz aufgelisteten "ungeraden" 

Beträge vom 8. Mai 2013 gemäss der Beschuldigten aus Waschgeldzahlungen 

von Mietern bestehen, wurde mit der Vorinstanz durch die Verantwortlichen der 

G._____ Treuhand AG bestätigt (Urk. D2/4, Urk. 45 S. 27). Es gibt keinen Grund, 

etwas anderes anzunehmen. Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich 

bei den übrigen "ungeraden" Gutschriften auf das Privatkonto der Beschuldigten 

bei der CS gemäss den Angaben der Beschuldigten tatsächlich um privates 

Kleingeld handelt. Dass es sich dabei um Geld des Privatklägers handeln könnte, 

ist kaum vorstellbar, da es sich beim Betrag von Fr. 1'389.45 einerseits nur um ei-

nen Bruchteil der jeweils erpressten Summe – seien es Fr. 5'000.-- oder Fr. 

10'000.-- – handelt und der Verbleib des restlichen Geldes weiterhin unklar bliebe 

und andererseits nicht davon auszugehen ist, der Privatkläger habe ihr die Beträ-

ge in der derart kleiner Stückelung (Fr. 577.30, Fr. 595.85, Fr. 191.25, Fr. 25.05) 

übergeben oder die Beschuldigte habe diese Stückelung selbst nach Entgegen-

nahme des Geldes veranlasst.  

-  17  - 

6.3. Insgesamt, wenn man sämtliche nicht zuordenbaren Zahlungseingänge auf 

alle Konten der Beschuldigten addiert, resultiert ein Betrag von Fr. 5'527.45 

(Fr. 502.-- + Fr. 755.45 + Fr. 4'270.--) über einen Zeitraum von ca. vier Jahren. Mit 

der Vorinstanz ist dies ein Betrag, der derart viel tiefer als der eingeklagte Betrag 

von Fr. 225'000.-- ist, dass sich daraus hinsichtlich des eingeklagten Sachverhalts 

nichts ableiten lässt.  

7. Hausdurchsuchungen 

Bezüglich der sichergestellten Gegenstände ist auf die vorinstanzlichen Ausfüh-

rungen sowie auf das Hausdurchsuchungsprotokoll zu verweisen (Urk. 45 S. 28; 

Art. 82 Abs. 4 StPO, Urk. D1/9/4). Die Beschuldigte hat in diesem Zusammen-

hang ausgesagt, ihre Mutter habe ihr eine Jacke und einen Teppich geschenkt, 

was nicht ganz billig gewesen sei. Dabei dürfte es sich um die Nerzjacke und den 

Perserteppich handeln (Urk. D1/9/4, Urk. D1/8 S. 1). Gemäss polizeilicher Re-

cherchen (D1/1 S. 4) ist der Marktwert von Nerzjacken mangels Nachfrage tief. 

Anlässlich der Hausdurchsuchung konnten ansonsten offenbar keine Wertgegen-

stände sichergestellt werden.  

8. Aussagen des Zeugen F._____ 

Die Vorinstanz hat die Zeugenaussagen von F._____, die er am 14. November 

2014 bei der Staatsanwaltschaft gemacht hat, richtig zusammengefasst (Urk. 45 

S. 21 f.). Es ist darauf zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist mit der Vo-

rinstanz nicht einzusehen, wieso seinen Aussagen keinen Glauben geschenkt 

werden sollte. Er konnte jedoch keine Angaben zum Anklagesachverhalt selbst 

machen. Aus seinen Aussagen lässt sich einzig ableiten, dass es am Arbeitsort 

Probleme mit dem Privatkläger gab, welche schliesslich zu dessen Entlassung 

geführt hat und dass die Beschuldigte ihm Informationen über das Verhalten des 

Privatklägers am Arbeitsplatz zugetragen hat.  

9. Fazit 

Vorliegend gibt es abgesehen von den nicht überzeugenden Aussagen des Pri-

vatklägers keinerlei Hinweise darauf, dass sich die Beschuldigte entsprechend 

-  18  - 

dem Anklagevorwurf verhalten hätte. Es gibt weder gestützt auf die Konten der 

Beschuldigten noch gestützt auf das sich in ihrer Wohnung befindliche Hab und 

Gut (vgl. Hausdurchsuchungsprotokoll Urk. D1/8, Urk. D1/9/4) Hinweise darauf, 

dass die Beschuldigte ab dem Jahr 2009 über deutlich mehr Geld als das, was sie 

als Lohnerwerb erhielt, verfügt hätte. Mit der Vorinstanz hat sie die einzige teure 

Anschaffung in der fraglichen Zeitspanne zum grössten Teil mit Unterstützung ih-

rer Mutter und Grossmutter finanziert. Die Aussagen des Privatklägers sind aus-

serdem – wie erwähnt – nicht überzeugend (vgl. oben Ziff. 4.3. ff.). Allein gestützt 

darauf lässt sich der Anklagesachverhalt nicht erstellen, weshalb die Beschuldigte 

freizusprechen ist.  

III. Zivilansprüche 

Nach Art. 122 Abs. 1 StPO kann der als Privatkläger konstituierte Geschädigte  

zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat adhäsionsweise geltend machen, wobei 

er diese nach Art. 123 StPO zu beziffern und kurz zu begründen hat. Wird die be-

schuldigte Person freigesprochen, so hat das Gericht über die anhängig gemach-

te Zivilklage zu entscheiden. Da sich der vorliegende Sachverhalt in zivilrechtli-

cher Hinsicht jedoch als nicht spruchreif erweist, ist das Schadenersatzbegehren 

des Privatklägers auf den Zivilweg zu verweisen (vgl. Art. 126 Abs. 1 lit. b und 

Abs. 2 lit. d StPO).  

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Erstinstanzliches Verfahren 

Da im Urteilsdispositiv vom 26. Mai 2016 (Urk. 67) versehentlich nicht über die  

vorinstanzlichen Kosten (Dispositiv-Ziffer 3) entschieden wurde, wurde dies mit 

Nachtragsurteil vom 16. Juni 2016 nachgeholt (Urk. 68). Das erstinstanzliche Kos-

tendispositiv ist ausgangsgemäss zu bestätigen.  

 

-  19  - 

2. Berufungsverfahren 

2.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Privatkläger unter-

liegt mit seinen Anträgen zwar vollumfänglich, die Kosten des Berufungsver-

fahrens, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Vertretung des Privatklägers, sind jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.   

2.2. Die Beschuldigte war bis zum 8. Mai 2016 erbeten und hernach amtlich ver-

teidigt (Urk. 62). Entsprechend ist der Beschuldigten für das Berufungsverfahren 

bis zum 8. Mai 2016 eine Entschädigung für die erbetene anwaltliche Verteidi-

gung im Betrag von Fr. 1'152.40 aus der Gerichtskasse zuzusprechen.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

1. September 2015 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1. (…) 

2. (…) 

3. (…) 

4. Der Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 14'047.45 (inkl. 
Barauslagen und MwSt.) für anwaltliche Verteidigung zugesprochen. Im Mehr-
betrag wird die Forderung der Beschuldigten abgewiesen. 

5. Der Beschuldigten wird eine Genugtuung von Fr. 500.– zugesprochen. 

6. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltlicher 
Vertreter der Privatklägerschaft mit Fr. 4'300.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) 
aus der Gerichtskasse entschädigt. 

7. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers werden auf die 
Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Privat-
kläger gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO i.V.m. Art. 138 Abs. 1 StPO. 

8. (Mitteilungen) 

9. (Rechtsmittel)" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

-  20  - 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte B._____ wird vollumfänglich freigesprochen. 

2. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers wird auf den Zivilweg  

verwiesen. 

2a. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 3) wird bestätigt. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren  

Kosten betragen:  

Fr. 1'000.--   amtliche Verteidigung ab 9. Mai 2016 

Fr. 1'652.40   unentgeltliche Vertretung des Privatklägers  

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers, werden 

definitiv auf die Gerichtskasse genommen.  

5. Der Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine Prozess-

entschädigung von Fr. 1'152.40 für die erbetene anwaltliche Verteidigung 

(bis 8. Mai 2016) aus der Gerichtskasse zugesprochen.  

6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten  

- die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  

- den unentgeltlichen Vertreter RA lic. iur. X._____ im Doppel für sich 
und zuhanden des Privatklägers A._____  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Be-
schuldigten  

- die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  
- den unentgeltlichen Vertreter RA lic. iur. X._____ im Doppel für sich 

und zuhanden des Privatklägers A._____  

-  21  - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

- die Vorinstanz 
- die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 46 

- die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 
Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

- die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben  
(§ 54a Abs. 1 PolG) 

 

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

  
Zürich, 26. Mai 2016 

 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Grieder 
 

 

	Urteil vom 26. Mai 2016 sowie Nachtragsurteil vom 16. Juni 2016
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte B._____ ist der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB nicht schuldig und wird freigesprochen.
	2. Die Zivilklage des Privatklägers wird auf den Zivilweg verwiesen.
	3. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.
	4. Der Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 14'047.45 (inkl. Barauslagen und MwSt.) für anwaltliche Verteidigung zugesprochen. Im Mehrbetrag wird die Forderung der Beschuldigten abgewiesen.
	5. Der Beschuldigten wird eine Genugtuung von Fr. 500.– zugesprochen.
	6. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltlicher Vertreter der Privatklägerschaft mit Fr. 4'300.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	7. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim  Privatkläger gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO i.V.m. Art. 138 Abs. 1 StPO.
	8. (Mitteilungen)
	9. (Rechtsmittel)
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte/Prozessuales
	1.  Verfahrensgang
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 45 S. 4 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 1. September 2015 wurde die Beschuldigte vom Vorwurf der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB freigesprochen. Weiter wurde die Zivilklage des Privatklägers auf den Zivilweg verwies...
	1.3. Der Vertreter des Privatklägers wie auch die Staatsanwaltschaft meldeten mit Schreiben vom 2. September 2015 Berufung an (Urk. 38 u. Urk. 39). In der Folge wurde das Urteil begründet (Urk. 42) und den Parteien zugestellt (Urk. 43). Mit Schreiben ...
	1.4. Mit Eingabe vom 22. März 2016 stellte der Verteidiger das Gesuch, die Beschuldigte sei von der Berufungsverhandlung zu dispensieren, da sie vom 19. bis 26. Mai 2016 in den Ferien weile (Urk. 56). Mit Schreiben vom 24. März 2016 wurde das Dispensa...
	1.5. Die Berufungsverhandlung fand am 26. Mai 2016 statt (Prot. II S. 5 ff.).
	2. Umfang der Berufung
	Der Privatkläger lässt Ziff. 1 (Schuldpunkt), Ziff. 2 (Verweis Zivilklage auf Zivilweg) und Ziff. 3 (Kostendispositiv) des vorinstanzlichen Urteils anfechten, weshalb  die Ziff. 4-7 des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind (Prot. II ...
	3. Beweisanträge des Privatklägers
	3.1. An der Berufungsverhandlung wiederholte der Privatkläger die bereits im Vorfeld gestellten Beweisanträge. Er verlangte erneut, der Privatkläger, dessen Mutter und C._____ seien als Auskunftspersonen bzw. Zeugen zu befragen (Prot. II S. 10 - 12).
	3.2. Einvernahme Privatkläger
	3.2.1. Gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO beruht das Rechtsmittelverfahren auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Verfahren erhoben worden sind. Art. 343 Abs. 3 StPO, wonach das Gericht im Vorverfahren ordnungsgemäss erhobene Beweise ...
	3.2.2. Die Aussagen des Privatklägers sind vorliegend nicht die einzigen direkten Beweismittel; vielmehr befinden sich auch Sachbeweise, wie die umfangreichen Bankunterlagen der Beschuldigten (Urk. D1/7/1-4) und das Protokoll der  Hausdurchsuchung (Ur...
	3.3. Einvernahme von D._____ (Mutter des Privatklägers)
	Der Privatkläger sagte selber aus, er habe seiner Mutter gesagt, als er diese um ein Darlehen gebeten habe, er habe Schulden bei alten Bekannten, welche ihr Geld zurückfordern würden (Urk. D1/3/1 S. 11) bzw. ein Kunde mache Stress (Urk. D1/3/3 S. 8). ...
	3.4. Einvernahme von C._____
	Es wurde nie geltend gemacht, C._____ habe gewusst, wofür das Darlehen an den Privatkläger von insgesamt Fr. 30'000.-- gewesen sei. Auch wenn C._____ die Gewährung eines Darlehens an den Privatkläger bestätigen würde, ist damit noch nicht erstellt, da...
	II.  Schuldpunkt
	1. Anklagevorwurf
	1.1. Der Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, sie habe ab  September 2009 mehrmals und an verschiedenen Orten den Privatkläger dazu veranlasst, ihr Schweigegeld von insgesamt Fr. 225'000.-- zu übergeben: Sie habe ihm dabei zu verstehen gege...
	1.2. Die Beschuldigte bestreitet diese Vorwürfe vollumfänglich, weshalb der eingeklagte Sachverhalt zu erstellen ist.
	2. Allgemeines zur Beweiswürdigung
	2.1. Als Beweislastregel bedeutet der Grundsatz in dubio pro reo, dass es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld der beschuldigten Person zu beweisen (Urteil 6B_30/2010 des Bundesgerichts vom 1. Juni 2010, E. 4.). Wenn die Belastungen der Beschuldig...
	2.2. Es kann im Übrigen auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu den allgemeinen Grundsätzen der Beweiswürdigung verwiesen werden (Urk. 45 S. 9 f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist insbesondere nochmals zu betonen, dass beim Abwägen von Aussage...
	3. Beweismittel
	Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel zutreffend benannt (Urk. 45 S. 8, Art. 82 Abs. 4 StPO).
	4. Aussagen des Privatklägers
	4.1. Die Vorinstanz hat die für den vorliegenden Fall wesentlichen Aussagen des Privatklägers korrekt aufgeführt (Urk. 45 S. 10 ff.). Darauf ist zur Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO).
	4.2. Der Würdigung der Aussagen des Privatklägers durch die Vorinstanz ist grundsätzlich zuzustimmen (Urk. 45 S. 14 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die folgenden Erwägungen sind Präzisierungen oder Ergänzungen der vorinstanzlichen Ausführungen.
	4.3. Es ist zwar mit der Vorinstanz richtig, dass der Privatkläger hinsichtlich der meisten Geldübergaben weder Angaben zur Herkunft der Gelder, zum Zeitpunkt und der Höhe der Zahlungen, noch zu den genauen Daten oder zu der Anzahl der Übergaben gemac...
	4.4. Weiter ist festzuhalten, dass bereits nicht einfach nachzuvollziehen ist, dass sich der Privatkläger von einer Mitarbeiterin – der Beschuldigten – gemäss seinen Aussagen erpressen liess, statt damit zu seinem Vorgesetzten F._____ zu gehen, welche...
	4.5. Erst recht fragwürdig erscheinen die behaupteten Zahlungen des Privatklägers an die Beschuldigte vor dem Hintergrund, dass gemäss den Angaben des Privatklägers neben F._____ auch E._____ – Letzterer zumindest zu  einem gewissen Grad – über die V...
	4.6. Es ist weiter nicht ganz begreiflich, dass der Privatkläger sich abgesehen von der ersten Übergabe in keinem Fall die Höhe des Betrags, das Datum oder Sonstiges in Bezug auf das Kerngeschehen gemerkt hat. Ebenso wenig kannte er die Anzahl der Übe...
	4.7. Es ist im Übrigen festzuhalten, dass der Privatkläger ein Motiv hat, wieso er der Beschuldigten wider besseren Wissens diese Vorwürfe machen sollte, hat sie dem Vorgesetzten F._____ doch Informationen zugetragen, die letztlich zur Kündigung des P...
	4.8. Fazit
	Mit der Vorinstanz ist nicht verständlich, wieso sich der Privatkläger auf Erpressungen der Beschuldigten hätte einlassen sollen. Der Privatkläger erklärte dies damit, dass er seinen Neuanfang nicht habe riskieren wollen (Urk. D1/3/1 S. 10, Urk. D1/3/...
	5. Aussagen der Beschuldigten
	Die Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe des Privatklägers vollumfänglich (Urk. D1/2/1 S. 6 f., Urk. D1/2/2 S. 1, Urk. D1/2/3 S. 3, Urk. 33 S. 3). Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beschuldigten korrekt zusammengefasst, weshalb zur Vermeidung von W...
	6. Kontoeinzahlungen der Beschuldigten
	6.1. Auf verschiedene Einzahlungen zugunsten ihres Lohnkontos bei der Credit Suisse angesprochen, konnte die Beschuldigte die Herkunft der Gelder mehrheitlich erklären: Es habe sich um Einzahlungen von privatem Kleingeld, um Saldoausgleichungen mit Ge...
	6.2. In Bezug auf Kontobewegungen der verschiedenen Konten der Beschuldigten ist auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 45 S. 22 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	6.2.1. Beim Sparkonto der Beschuldigten bei der Raiffeisenbank sind mit der Vorinstanz sämtliche Zahlungseingänge nachvollziehbar (Urk. 45 S. 23; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	6.2.2. Beim Konto der UBS Visa der Beschuldigten können Beträge von Fr. 502.-- nicht zugeordnet werden (Urk. 45 S. 23; Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist zwar mit der Vorinstanz möglich, dass es sich dabei um Teilnehmerbeiträge von …schülern handelt; dies ...
	6.2.3. Beim Sparkonto der Beschuldigten bei der CS sind mit der Vorinstanz Fr. 755.45 nicht zuordenbar (Urk. 45 S. 24; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	6.2.4. Bezüglich des Privatkontos der Beschuldigten bei der CS (Lohnkonto) ist auf die Ausführungen und umfangreichen Auflistungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 45 S. 24 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die von der Beschuldigten geltend gemachten Saldoa...
	6.3. Insgesamt, wenn man sämtliche nicht zuordenbaren Zahlungseingänge auf alle Konten der Beschuldigten addiert, resultiert ein Betrag von Fr. 5'527.45 (Fr. 502.-- + Fr. 755.45 + Fr. 4'270.--) über einen Zeitraum von ca. vier Jahren. Mit der Vorinsta...
	7. Hausdurchsuchungen
	Bezüglich der sichergestellten Gegenstände ist auf die vorinstanzlichen Ausführungen sowie auf das Hausdurchsuchungsprotokoll zu verweisen (Urk. 45 S. 28; Art. 82 Abs. 4 StPO, Urk. D1/9/4). Die Beschuldigte hat in diesem Zusammenhang ausgesagt, ihre M...
	8. Aussagen des Zeugen F._____
	Die Vorinstanz hat die Zeugenaussagen von F._____, die er am 14. November 2014 bei der Staatsanwaltschaft gemacht hat, richtig zusammengefasst (Urk. 45 S. 21 f.). Es ist darauf zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist mit der Vorinstanz nicht einzus...
	9. Fazit
	Vorliegend gibt es abgesehen von den nicht überzeugenden Aussagen des Privatklägers keinerlei Hinweise darauf, dass sich die Beschuldigte entsprechend dem Anklagevorwurf verhalten hätte. Es gibt weder gestützt auf die Konten der Beschuldigten noch ges...
	III.  Zivilansprüche
	Nach Art. 122 Abs. 1 StPO kann der als Privatkläger konstituierte Geschädigte  zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat adhäsionsweise geltend machen, wobei er diese nach Art. 123 StPO zu beziffern und kurz zu begründen hat. Wird die beschuldigte Pe...
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1. Erstinstanzliches Verfahren
	Da im Urteilsdispositiv vom 26. Mai 2016 (Urk. 67) versehentlich nicht über die  vorinstanzlichen Kosten (Dispositiv-Ziffer 3) entschieden wurde, wurde dies mit Nachtragsurteil vom 16. Juni 2016 nachgeholt (Urk. 68). Das erstinstanzliche Kostendisposi...
	2. Berufungsverfahren
	2.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Privatkläger unterliegt mit seinen Anträgen zwar vollumfänglich, die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive ...
	2.2. Die Beschuldigte war bis zum 8. Mai 2016 erbeten und hernach amtlich verteidigt (Urk. 62). Entsprechend ist der Beschuldigten für das Berufungsverfahren bis zum 8. Mai 2016 eine Entschädigung für die erbetene anwaltliche Verteidigung im Betrag vo...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 1. September 2015 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

	"Es wird erkannt:
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte B._____ wird vollumfänglich freigesprochen.
	2. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers wird auf den Zivilweg  verwiesen.
	2a. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 3) wird bestätigt.
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren  Kosten betragen:
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers, werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Der Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 1'152.40 für die erbetene anwaltliche Verteidigung (bis 8. Mai 2016) aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	- die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	- den unentgeltlichen Vertreter RA lic. iur. X._____ im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers A._____
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	- die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	- den unentgeltlichen Vertreter RA lic. iur. X._____ im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers A._____
	- die Vorinstanz
	- die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 46
	- die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	- die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben  (§ 54a Abs. 1 PolG)

	7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.