# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4af4eabc-3927-5d29-a250-94de6ab98252
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 28.05.2024 ZK1 2024 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2024-60_2024-05-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 28. Mai 2024

Referenz ZK1 24 60

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Schuler, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführer

Gegenstand Behandlung ohne Zustimmung

Anfechtungsobj. Anordnung Psychiatrische Dienste Graubünden (PDGR) vom 
13.05.2024, mitgeteilt am 13.05.2024

Mitteilung 03. Juni 2024

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Sachverhalt

A. Mit ärztlich verfügter Einweisung vom 11. Mai 2024 wurde A._____ in der 
Klinik B._____ zur Behandlung fürsorgerisch untergebracht.

B. Am 13. Mai 2024 ordnete die Klinik B._____ eine Behandlung ohne Zu-
stimmung an. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 
16. Mai 2024 (Poststempel) Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden.

C. Am 17. Mai 2024 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer die Klinik 
B._____ um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand des Beschwerdefüh-
rers, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, inwiefern die Vorausset-
zungen für eine Behandlung ohne Zustimmung aus ärztlicher Sicht gegeben sei-
en. Die Klinik B._____ reichte den angeforderten Bericht mitsamt den wesentli-
chen Klinikakten über den Beschwerdeführer am 21. Mai 2024 beim Kantonsge-
richt ein.

D. Mit prozessleitender Verfügung vom 22. Mai 2024 beauftragte der Vorsit-
zende der I. Zivilkammer Dr. med. C._____, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie FMH, mit der Erstellung eines Gutachtens über den Gesundheitszustand 
des Beschwerdeführers und über die Notwendigkeit der Behandlung ohne Zu-
stimmung. Das Gutachten ging innert Frist am 27. Mai 2024 beim Kantonsgericht 
ein.

E. Am 28. Mai 2024 fand die Hauptverhandlung statt, zu welcher mit Verfü-
gung vom 23. Mai 2024 vorgeladen worden war. Der Beschwerdeführer nahm an 
der Hauptverhandlung persönlich teil und wurde befragt. Nach durchgeführter Ur-
teilsberatung wurde das vorzeitige Entscheiddispositiv dem Beschwerdeführer 
sowie der Klinik B._____ noch gleichentags zugestellt.

Erwägungen

1. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet die Anordnung der Behand-
lung ohne Zustimmung vom 13. Mai 2024 (Art. 434 ZGB; act. 04.4). Für die Beur-
teilung der dagegen erhobenen Beschwerde ist das Kantonsgericht von Graubün-
den einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 4 ZGB i.V.m. 
Art. 60 Abs. 1 EGzZGB [BR 210.100]). Die Frist zur Anrufung des Gerichts beträgt 
gemäss Art. 439 Abs. 2 ZGB zehn Tage seit Mitteilung des Entscheids. Die Be-
schwerde vom 16. Mai 2024 (Poststempel) erfolgte frist- und formgerecht (act. 01). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten. Kein Thema des Beschwerdeverfahrens bildet 
die am 11. Mai 2024 ärztlich verfügte fürsorgerische Unterbringung. Anlässlich der 

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Hauptverhandlung weist der Beschwerdeführer zwar darauf hin, dass er nicht nur 
gegen die medikamentöse Behandlung sei, sondern auch gegen die fürsorgeri-
sche Unterbringung, weshalb diese aufgehoben ("gestrichen") werden müsse 
(act. 08, S. 6). Gemäss dem Eintrittsbericht der Klinik B._____ wurde der Be-
schwerdeführer bei seinem Eintritt in die Klinik von dem behandelnden Arzt explizit 
auf die Möglichkeit, eine Beschwerde gegen die fürsorgerische Unterbringung ein-
zureichen, hingewiesen (act. 04.2). Die Beschwerde des Beschwerdeführers vom 
16. Mai 2024 (Poststempel) richtet sich aber ausdrücklich nur gegen die Behand-
lung ohne Zustimmung, obwohl die Frist für eine Beschwerde gegen die fürsorge-
rische Unterbringung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgelaufen war. Zum Zeit-
punkt der Hauptverhandlung (28. Mai 2024) war die Beschwerdefrist für die für-
sorgerische Unterbringung jedoch bereits abgelaufen und dem Vorbringen des 
Beschwerdeführers kann nicht weiter gefolgt werden. Es ist aber darauf hinzuwei-
sen, dass eine von einer fürsorgerischen Unterbringung betroffene Person auch 
nach Ablauf der Beschwerdefrist die Klinik jederzeit um Entlassung ersuchen kann 
(Art. 426 Abs. 4 ZGB).

2. Bei der Behandlung einer psychischen Störung ohne Zustimmung richtet 
sich das Verfahren gemäss Art. 439 Abs. 1 Ziff. 4 und Abs. 3 ZGB sinngemäss 
nach den Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdein-
stanz (Art. 450 ff. ZGB). Einschlägig ist ausserdem Art. 60 EGzZGB. Bei psychi-
schen Störungen muss gestützt auf das Gutachten einer sachverständigen Person 
entschieden werden (vgl. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Dem Gericht liegt das Kurzgut-
achten von Dr. med. C._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
vom 27. Mai 2024 vor (act. 07). Art. 450e Abs. 4 ZGB statuiert, dass die gerichtli-
che Beschwerdeinstanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhört. 
Diesem Erfordernis wurde mit der Anhörung des Beschwerdeführers im Rahmen 
der Hauptverhandlung Genüge getan (vgl. act. 08). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich 
schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessen-
heit frei überprüft (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 
2022, N 39 zu Art. 439 ZGB).

3.1. Wird eine Person zur Behandlung einer psychischen Störung in einer Ein-
richtung untergebracht, so erstellt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde 
Arzt unter Beizug der betroffenen Person und gegebenenfalls ihrer Vertrauensper-
son einen schriftlichen Behandlungsplan (Art. 433 Abs. 1 ZGB). Der Behand-
lungsplan wird der betroffenen Person zur Zustimmung unterbreitet (Art. 433 
Abs. 3 ZGB). Fehlt die Zustimmung der betroffenen Person zur Behandlung, kann 

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die Chefärztin oder der Chefarzt der Abteilung die im Behandlungsplan vorgese-
henen medizinischen Massnahmen unter bestimmten, im Gesetz wiedergegebe-
nen Voraussetzungen (Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1-3 ZGB) schriftlich anordnen. Die An-
ordnung wird der betroffenen Person und ihrer Vertrauensperson verbunden mit 
einer Rechtsmittelbelehrung schriftlich mitgeteilt (Art. 434 Abs. 2 ZGB).

3.2. Damit die Anordnung zur Behandlung einer psychischen Störung ohne Zu-
stimmung der betroffenen Person gemäss Art. 434 ZGB rechtmässig ist, müssen 
folgende allgemeinen Voraussetzungen erfüllt sein: (1.) Die betroffene Person 
muss fürsorgerisch in einer Einrichtung untergebracht worden sein (Art. 426 ZGB); 
(2.) die Unterbringung muss zur Behandlung einer psychischen Störung erfolgt 
sein; (3.) die betroffene Person hat der Behandlung nicht zugestimmt und (4.) die 
angeordnete Behandlung muss im Behandlungsplan vorgesehen sein (vgl. Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 13 ff. zu Art. 434 ZGB).

3.3. Der Beschwerdeführer wurde aufgrund einer Psychose bei Selbst- sowie 
Fremdgefährdung fürsorgerisch untergebracht (vgl. act. 04.1). Der behandelnde 
Arzt in der Klinik B._____ diagnostiziert beim Beschwerdeführer eine paranoide 
Schizophrenie (ICD-10: F20; act. 04.2). Dr. med. C._____ kommt in seinem Gut-
achten ebenfalls zum Schluss, beim Beschwerdeführer liege eine akute Exazerba-
tion einer paranoiden Schizophrenie vor, und bestätigt damit die Diagnose der Kli-
nik B._____ (act. 07, Fragekatalog Behandlung ohne Zustimmung, Frage 1). Der 
Behandlungsplan vom 13. Mai 2024 sieht eine psychopharmakologische Therapie 
in erster Linie mit Invega bis zu 12 mg/d oder Zyprexa bis zu 40 mg/d oder Rispe-
ridon 12 mg/d und/oder Haldol bis zu 30 mg/d sowie Valium/Psychopax bis zu 30 
mg/d oral, alternativ die letzteren beiden Substanzen intramuskulär jeweils bis zu 
2x10 mg/d oder Clopixol acutard bis zu 150 mg intramuskulär alle drei Tage vor 
mit einer sanften Steigerung der Ausgangsregelung in Abhängigkeit der psychi-
schen Verfassung (act. 08). Da der Beschwerdeführer die Medikation verweigert 
und dem Behandlungsplan nicht zugestimmt hatte, ordnete die Klinik am 13. Mai 
2024 schriftlich diejenige Behandlung an, welche im Behandlungsplan vom 
13. Mai 2024 vorgesehen wurde (act. 01.1). Die Anordnung wurde unter anderem 
durch die stellvertretende Chefärztin der Klinik B._____ unterzeichnet. Damit sind 
die allgemeinen Voraussetzungen für eine Behandlung ohne Zustimmung vorlie-
gend gegeben.

4. Damit die medikamentöse Behandlung ohne Zustimmung zulässig ist, müs-
sen zusätzlich zu den vorstehend (E. 3.2) genannten allgemeinen Bedingungen 
die in Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1–3 ZGB aufgeführten Voraussetzungen erfüllt sein, und 
zwar kumulativ (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 17 zu Art. 434 ZGB). Dem-

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nach muss der betroffenen Person ohne Behandlung ein ernsthafter gesundheitli-
cher Schaden drohen oder das Leben oder die körperliche Integrität Dritter ernst-
haft gefährdet sein (Ziffer 1), die betroffene Person muss bezüglich ihrer Behand-
lungsbedürftigkeit urteilsunfähig sein (Ziffer 2) und es darf keine angemessene, 
weniger einschneidende Massnahme zur Verfügung stehen (Ziffer 3).

4.1. Laut der angefochtenen Verfügung erachtete die stellvertretende Chefärztin 
der Klinik B._____ im Zeitpunkt der Anordnung sämtliche Voraussetzungen 
gemäss Art. 434 Abs. 1 ZGB als erfüllt (act. 01.1). In ihrer Verfügung vom 13. Mai 
2024 führte sie ergänzend aus, der Beschwerdeführer sei psychotisch dekompen-
siert mit formalgedanklichen Störungen, im Rahmen deren er als in-
kohärent/zerfahren perseverierend und mit paranoiden Überzeugungen imponiere. 
Er sei im Rahmen der aktuellen Episode insbesondere verbal und physisch ag-
gressiv und übergriffig, wie auch stark angespannt und unruhig. Zudem lasse er 
ein Gespräch nicht zu und er sei in seinem gegenwärtigen Zustand nicht in der 
Lage, für sich selbst die Fürsorge zu tragen und die Konsequenzen und die Trag-
weite seiner Handlungen und Entscheidungen einzusehen. 

4.2. Der Beschwerdeführer hat seine Beschwerde gegen die Anordnung der 
Zwangsbehandlung – zulässigerweise – ohne nähere Begründung eingereicht 
(act. 01). Im Rahmen der Hauptverhandlung begründete der Beschwerdeführer 
seine Ablehnung gegenüber der angeordneten Medikation hauptsächlich damit, 
dass die Medikamente mühsam seien und sie ihm die Energie raubten. Insbeson-
dere wenn er sie am Morgen einnehme, fühle er sich den ganzen Tag, als sei er 
mit "Halbgas" unterwegs. Diese Symptome variierten jedoch, je nachdem, was 
gerade laufe. Am Abend seien die Medikament weniger störend, da sie dazu bei-
tragen würden, dass er besser runterfahren könne. Zudem habe er nicht das Ge-
fühl, dass er die Medikamente wirklich brauche (act. 10, S. 3).

4.3.1. Die Anordnung einer Behandlung ohne Zustimmung setzt zunächst eine 
ernsthafte Selbst- oder Fremdgefährdung im Sinne von Art. 434 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB 
voraus. Die Selbstgefährdung ist dann ausreichend, wenn ohne die Behandlung 
ein ernsthafter gesundheitlicher Schaden droht. Ernstlich ist ein gesundheitlicher 
Schaden dann, wenn er zu einer langen Beeinträchtigung wichtiger körperlicher 
oder psychischer Funktionen führt. Genügende Fremdgefährdung liegt vor, wenn 
das Leben oder die körperliche Integrität Dritter ernstlich gefährdet ist. Die Drittge-
fährdung ist regelmässig bereits durch die blosse Unterbringung der betroffenen 
Person in einer Anstalt abgewendet. Die Behandlung ohne Zustimmung soll hier 
jedoch eine reine Verwahrung des Patienten verhindern und ermöglichen, dass 
die betroffene Person aufgrund der Behandlung wieder in der Lage ist, ausserhalb 

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der Anstalt ein (wenigstens teil-)autonomes Leben zu führen. Die Anordnung einer 
Behandlung rechtfertigt sich dann, wenn diese die Möglichkeit einer Entlassung 
aus der Klinik erheblich erhöht und beschleunigt, oder wenn es darum geht, ande-
re Personen innerhalb der Klinik zu schützen (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 19 
ff. zu Art. 434/435 ZGB; Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetz-
buches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, 
BBl 2006 7001 [zitiert Botschaft], S. 7069 f.).

4.3.2. Aus der angefochtenen Anordnung der Klinik B._____ ergeht, dass bei Un-
terbleiben der Behandlung mit einer Verschlechterung der bestehenden Psychose 
mit der Gefahr von selbst- und fremdgefährdenden Handlungen zu rechnen sei 
(act. 01.1). Dr. med. C._____ bestätigt in seinem Kurzgutachten ebenfalls, dass 
bei Unterbleiben der Behandlung ein gesundheitlicher Schaden für den Be-
schwerdeführer drohe. Er weist dabei darauf hin, dass der Beschwerdeführer ei-
gentlich gerne ein normales Leben führen würde, er jedoch durch seine psycho-
tisch bedingten Symptome in den vergangenen Jahren Beziehungen, Arbeitsstel-
len und Wohnungen mehrfach verloren habe und erfahrungsgemäss jede erneute 
Psychose den psychischen Gesamtzustand des Patienten schwäche und die 
Chancen auf eine Heilung und Wiedereingliederung ins soziale Umfeld schlechter 
würden, je länger die Psychose andauere (act. 07, Fragenkatalog Behandlung 
ohne Zustimmung, Frage 3). In Bezug auf eine allfällige Fremdgefährdung hält der 
Gutachter fest, dass der Beschwerdeführer in der Psychose unter starker Anspan-
nung stehe, welche wahrscheinlich durch innere, wahnhaft bedingte Ängste, Miss-
trauen und Wahngedanken beeinflusst seien. In diesem Zustand sei der Be-
schwerdeführer unberechenbar, verhalte sich distanzlos und auch bedrohlich ge-
genüber verschiedenen Personen (act. 07, Fragenkatalog Behandlung ohne Zu-
stimmung, Frage 4). 

4.3.3. Das Kantonsgericht hat den Beschwerdeführer anlässlich der Hauptver-
handlung persönlich befragt. Der Beschwerdeführer beantwortete die Fragen des 
Kantonsgerichts dabei zumeist ruhig und reflektiert. Vereinzelt fielen seine Antwor-
ten jedoch auch gereizt und in leicht drohendem Ton aus. Insgesamt machte der 
Beschwerdeführer, wenn auch etwas angespannt, einen kontrollierten Eindruck.

Die Ausführungen der Klinik B._____ und des Gutachters zeigen klar auf, dass bei 
ausbleibender Medikation mit einer Verschlechterung des psychischen Zustands 
des Beschwerdeführers gerechnet werden müsse. Diese trete sowohl durch 
selbst- als auch durch fremdgefährdendes Verhalten in Erscheinung. Aus einem 
Bericht der Klinik B._____ vom 21. Mai 2024, in welchem sie sich zu der angeord-
neten Behandlung ohne Zustimmung äussert, geht hervor, dass sich der Be-

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schwerdeführer im Verlaufe seines Klinikaufenthaltes vermehrt verbal aggressiv, 
beleidigend sowie provozierend zeigte. So musste er am 20. Mai 2024, nur einen 
Tag, nachdem er auf den offenen Teil der Station verlegt wurde, aufgrund seines 
distanzlosen, beleidigenden und bedrohenden Verhaltens wieder auf den ge-
schlossenen Teil der Station verlegt werden (act. 04). Der Beschwerdeführer be-
stritt während der Hauptverhandlung, dass er sich distanzlos und beleidigend ge-
genüber Dritten verhalten habe. Er betont hierzu aber gleichzeitig, dass er nicht 
gewalttätig werde und sich stets auf verbale Äusserungen beschränke. Er habe 
auf dem offenen Teil der Station seinen Standpunkt anbringen wollen (act. 10, 
S. 3 f.). Es komme halt etwas zurück, wenn man in den Wald schreie (act. 10, S. 3 
und 5). Für das Kantonsgericht ist die Einschätzung der Klinik B._____ und des 
Gutachters Dr. med. C._____, wonach bei unterbleibender Behandlung des Be-
schwerdeführers ein Schaden insbesondere für Dritte, aber auch den Beschwer-
deführer selbst drohe, nachvollziehbar. Daran kann auch der Einwand des Be-
schwerdeführers nichts ändern, der Gutachter habe dies gar nicht beurteilen kön-
nen, da er ihn gar nicht kenne. Auch wenn der Beschwerdeführer das Gespräch 
mit Dr. med. C._____ nach kurzer Zeit abgebrochen hat, konnte sich der Gutach-
ter aufgrund der Beurteilung der Akten sowie des Gesprächs mit einer Pflegefach-
person ein nachvollziehbares Bild des Beschwerdeführers machen.

4.4.1. Als weitere Voraussetzung für die Anordnung einer Behandlung ohne Zu-
stimmung verlangt das Gesetz die Urteilsunfähigkeit der betroffenen Person (Art. 
434 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). In diesem Zusammenhang gilt es hervorzuheben, dass 
das Vorliegen einer psychischen Störung an sich nicht Urteilsunfähigkeit der be-
troffenen Person bedeutet, sondern mit der konkret zu beurteilenden Handlung in 
Beziehung zu setzen ist. Wie die höchstrichterliche Rechtsprechung festgehalten 
hat, ist eine Person nicht allein deswegen urteilsunfähig, weil sie ihre Meinung än-
dert oder eine medizinisch angezeigte Behandlung verweigert (BGE 127 I 6 E. 
7b). Erfüllt daher die betroffene Person die Voraussetzungen der Urteilsfähigkeit 
und verweigert sie die beabsichtigte Behandlung, ist ihr Wille zu respektieren, 
selbst wenn er objektiv schwer nachvollziehbar ist (siehe Olivier Guillod, in: Büch-
ler et al. [Hrsg.], FamKomm Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 21 zu Art. 434 
ZGB m.w.H.). Da die Urteilsfähigkeit immer bezüglich des konkreten Rechtsge-
schäftes zu beurteilen ist, kann die Urteilsfähigkeit nicht für jede Behandlung 
gleich beurteilt werden. Es kann der betroffenen Person als Folge ihrer Krankheit 
an den notwendigen kognitiven Fähigkeiten fehlen, um in eine Behandlung einwil-
ligen oder sie ablehnen zu können. Denkbar ist aber auch, dass die Krankheit die 
Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigt oder die Entschlussfähigkeit lähmt, so dass 
die betroffene Person zwar merkt, worum es geht, einer angepassten Behandlung 

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aber nicht zustimmen kann, weil sie in ihrer die ganze Persönlichkeit erfassenden 
Schwäche ihre Situation nicht vernunftgemäss einschätzen kann. Erfasst werden 
von daher auch Personen, die einen Willen ausdrücken können, dieser aber nicht, 
wie in Art. 16 ZGB gefordert, auf einem Mindestmass an Rationalität beruht (Bot-
schaft, a.a.O., S. 7069; Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 18 zu Art. 434/435 ZGB).

4.4.2. Die Klinik B._____ hielt in der Anordnung zur Behandlung ohne Zustim-
mung fest, der Beschwerdeführer sei in Bezug auf dieselbe urteilsunfähig und leh-
ne die Behandlung trotz intensiver Aufklärung über die Notwendigkeit aus krank-
heitsbedingten Gründen ab (act. 01.1). Auch gemäss dem Gutachter ist die Ur-
teilsfähigkeit des Beschwerdeführers im Hinblick auf seine Behandlungsbedürftig-
keit nicht gegeben. Beim Beschwerdeführer bestehe keine Krankheitseinsicht, was 
er explizit zum Ausdruck bringe, und er verneine auch seine Behandlungsbedürf-
tigkeit (act. 07, Fragenkatalog Behandlung ohne Zustimmung, Frage 5). Der Be-
schwerdeführer verweigert gemäss den Aussagen der behandelnden Ärzte der 
Klinik B._____ und dem Gutachter trotz intensiver Aufklärungen über deren Not-
wendigkeit die Medikation. Während der Hauptverhandlung betont der Beschwer-
deführer mehrmals selbst, dass er keine Medikamente brauche. Unter Berücksich-
tigung des aktuellen psychischen Zustandes des Beschwerdeführers, insbesonde-
re aufgrund seiner Unfähigkeit zur adäquaten Selbsteinschätzung sowie der feh-
lenden Krankheits- und Behandlungseinsicht, ist davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer aktuell in Bezug auf die vorgesehene medikamentöse Behandlung 
urteilsunfähig ist. Die Beurteilung des Gutachters ist für das Kantonsgericht daher 
nachvollziehbar.

4.5.1. Das Gesetz verlangt schliesslich, dass die vorgesehene Massnahme ver-
hältnismässig ist. Für die Zulässigkeit der Anordnung einer Behandlung ohne Zu-
stimmung darf somit keine andere, weniger einschneidende, angemessene Mass-
nahme zur Verfügung stehen (Art. 434 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB; vgl. auch Art. 389 Abs. 
2 ZGB). Weniger einschneidend sind Massnahmen, die dem tatsächlichen oder 
mutmasslichen Willen des Patienten mehr entsprechen als die vorgeschlagene. 
Die Beurteilung, welche Massnahme angemessen ist, muss nach dem neuesten 
Stand der Wissenschaft erfolgen. Damit eine alternative Behandlung in Frage 
kommt, muss diese selbstverständlich wirksam und zweckmässig sein (Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 22 und N 24 zu Art. 434/435 ZGB; Botschaft, a.a.O., 
S. 7069 f.).

4.5.2. Die Klinik B._____ kam in ihrer Anordnung zum Schluss, dass ein reiner 
Aufenthalt in der Klinik ohne Behandlung zu einer deutlichen Verschlechterung 
führen würde und andere weniger einschneidende Massnahmen als eine medika-

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mentöse Behandlung nicht ersichtlich seien. Insbesondere werde die Dauer des 
akuten Schubs und der Klinikbehandlung durch die Behandlung wahrscheinlich 
verkürzt (act. 01.1). Auch der Gutachter bestätigt, dass derzeit keine weniger ein-
schneidende Massnahme als die medikamentöse Behandlung möglich sei 
(act. 07, Fragenkatalog Behandlung ohne Zustimmung, Frage 8). Der Beschwer-
deführer erwähnte selber während der Hauptverhandlung auf Frage des Vorsit-
zenden hin keine Alternative zur antipsychotischen Medikation. Auch auf die Frage 
hin, ob er sich ambulant behandeln lassen würde, antwortete er zögerlich und ab-
geneigt. Er brauche das nicht, es sei eine Zeitverschwendung und zudem koste es 
ihn sowie auch seine Krankenkasse unnötig viel Geld (act. 10, S. 7). Er möchte, 
so scheint es, auf jegliche Behandlung verzichten. Für das Kantonsgericht ist mit-
hin keine mildere Massnahme ersichtlich als die zwangsweise Anordnung der me-
dikamentösen Behandlung gemäss Behandlungsplan.

5. Im Ergebnis sind sämtliche Voraussetzungen für die Anordnung einer Be-
handlung ohne Zustimmung erfüllt. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

6. Da der Beschwerdeführer vollumfänglich unterlegen ist, wären ihm die Kos-
ten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen (vgl. Art. 60 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. 
Art. 106 Abs. 1 ZPO). Es ist jedoch zu vermuten, dass der Beschwerdeführer nicht 
über die finanziellen Mittel zur Kostentragung verfügt, weil dieser eigenen Anga-
ben zufolge seit ca. sechs Monaten arbeitslos ist und zum Bestreiten des Lebens-
unterhalts während dieser Zeit sein Erspartes aufgebraucht hat (act. 10, S. 2). Un-
ter Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers recht-
fertigt es sich vorliegend, im Sinne von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB auf die Erhebung 
von Verfahrenskosten zu verzichten. Daher verbleiben die Kosten des Beschwer-
deverfahrens in der Höhe von CHF 2'812.00 (Gerichtsgebühr von CHF 1'500.00 
und Gutachterkosten von CHF 1'312.00, vgl. zu letzteren act. 07.1) beim Kanton 
Graubünden.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 2'812.00 (CHF 
1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'312.00 Gutachterkosten) gehen zu 
Lasten des Kantons Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: