# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54afcc44-695d-51fa-87b4-7186a543ce30
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 04.01.2021 470 20 228
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-20-228_2021-01-04.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, 
vom 4. Januar 2021 (470 20 228) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Strafprozessrecht 
 
 
 
Verfahrenseinstellung 
 
 

Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.),  
Richter Stephan Gass; Gerichtsschreiber Alexander Schorro 
 

Parteien A.____,  
Beschwerdeführerin 

  
 
gegen 
 
 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Allgemeine Hauptabteilung,  
Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Beschwerdegegnerin 
 
B.____,  
vertreten durch Advokat Christian Kummerer,  
Aeschengraben 13, Postfach, 4010 Basel,  
Beschuldigte 

  

Gegenstand Verfahrenseinstellung 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft 
Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung, vom 1. Oktober 2020 

  

 
 
 

 
 
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A. Im Rahmen eines seit Jahren bestehenden Nachbarschaftsstreits reichte A.____ am 
24. April 2020 (Verfahrens-Nr. W.____), am 8. Juni 2020 (Verfahrens-Nr. X.____), am 15. Juli 
2020 (Verfahrens-Nr. Y.____) und am 15. August 2020 (Verfahrens-Nr. Z.____) wegen mehrerer 
Vorfälle Strafanzeigen gegen B.____ ein betreffend die Straftatbestände der Nötigung, der Ver-
letzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, der Beschimpfung, der üblen 
Nachrede sowie der Verleumdung. Nach erfolgter Strafuntersuchung stellte die Staatsanwalt-
schaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung, das Strafverfahren mit Verfügung vom 
1. Oktober 2020 in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen Strafprozessord-
nung (StPO, SR 312.0) ein. Mit nämlicher Verfügung wurden die Verfahrenskosten dem Staat 
auferlegt und der Beschuldigten gestützt auf Art. 429 StPO eine Entschädigung zugesprochen. 
Auf die Begründung dieser Verfügung sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, so-
weit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Beschlusses eingegangen. 
 
B. Gegen die genannte Einstellungsverfügung vom 1. Oktober 2020 erhob A.____ mit Ein-
gabe vom 11. Oktober 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Straf-
recht, und begehrte dabei sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung unter o/e Kostenfolge 
aufzuheben, und die Staatsanwaltschaft anzuweisen, das Strafverfahren gegen B.____ weiter-
zuführen. 
 
C. Demgegenüber beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 28. Ok-
tober 2020, die Beschwerde sei abzuweisen, und die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien 
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 
 
D. Die Beschuldigte begehrte in ihrer Stellungnahme vom 9. November 2020, die Be-
schwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen, und es sei ihr eine Parteientschädigung gemäss der 
Honorarnote ihres Rechtsanwalts zuzusprechen. 
 
E. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 13. Ok-
tober 2020 wurde die Beschwerdeführerin verpflichtet, bis zum 26. Oktober 2020 eine Sicher-
heitsleistung in Höhe von CHF 800.-- zu erbringen. 
 
 
Erwägungen 
 
1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 
Strafrecht, als Beschwerdeinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus 
Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO sowie aus § 15 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Schwei-
zerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Nach Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 393 
Abs. 1 lit. a StPO ist gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft die Beschwerde 
zulässig. Gemäss Abs. 2 von Art. 393 StPO können mit der Beschwerde gerügt werden: Rechts-

 
 
 

 
 
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verletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweige-
rung und Rechtsverzögerung (lit. a); die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachver-
haltes (lit. b); sowie Unangemessenheit (lit. c). Nach Art. 322 Abs. 2 StPO in Verbindung mit 
Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide 
innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen. Die Legiti-
mation der Privatklägerin zur Ergreifung des Rechtsmittels schliesslich wird in Art. 382 Abs. 1 
StPO sowie Art. 322 Abs. 2 StPO normiert. Nachdem die angefochtene Verfügung ein taugliches 
Anfechtungsobjekt darstellt, die Privatklägerin beschwerdelegitimiert ist, eine zulässige Rüge er-
hebt und die Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie, unter Berücksichtigung der für Laienbeschwer-
den geltenden reduzierten Anforderungen, der Begründungspflicht nachgekommen ist und auch 
die ihr auferlegte Sicherheitsleistung fristgemäss erbracht hat, ist im Folgenden auf die Be-
schwerde einzutreten. 
 
1.2 Die Beschwerdeführerin stellt in ihrer Beschwerde vom 11. Oktober 2020 sinngemäss 
folgende Verfahrensanträge: Erstens seien C.____ und D.____ als Zeugen zu befragen, und 
zweitens seien alle Smartphones, Fotoapparate und Datenträger der Familie E.____ zu beschlag-
nahmen und zu durchsuchen. Schliesslich seien drittens sämtliche durch die Beschwerdeführerin 
eingereichten Foto- und Videoaufnahmen als Beweismittel zuzulassen. 
 
Im Hinblick auf die Beweisanträge betreffend die Einvernahme von C.____ und D.____ als Zeu-
gen sowie betreffend die Beschlagnahme und Durchsuchung aller Smartphones, Fotoapparate 
und Datenträger der Familie E.____ ist zunächst festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin diese 
bereits mit Eingabe vom 28. August 2020 im Vorverfahren gestellt, und die Staatsanwaltschaft 
die Beweisanträge mit Verfügung vom 17. September 2020 abgewiesen hat. Sodann ist darauf 
hinzuweisen, dass die Beschwerde gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO, Art. 390 Abs. 4 StPO sowie 
Art. 397 Abs. 1 StPO in einem schriftlichen Verfahren behandelt wird, und das Rechtsmittelver-
fahren auf den Beweisen beruht, die im Vorverfahren erhoben worden sind. Seiner Natur nach 
ist das Beschwerdeverfahren im Vergleich zum Verfahren vor dem Sachrichter ein vereinfachtes; 
es soll sich durch Raschheit auszeichnen, damit das laufende Strafverfahren selbst eine mög-
lichst geringe Verzögerung erfährt. Aus der Schriftlichkeit des Verfahrens folgt, dass sich die Be-
schwerdeinstanz im Prinzip auf die Akten der Vorinstanz stützt und keine eigenen Beweise er-
hebt. Dies bedeutet nicht, dass eigene Beweiserhebungen der Beschwerdeinstanz unzulässig 
wären. Die Bestimmungen betreffend die Wiederholung von Beweisabnahmen (Art. 389 Abs. 2 
StPO) und die Erhebung der erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO) sind 
allerdings primär auf das Berufungsverfahren zugeschnitten und finden im Bereich der Be-
schwerde allenfalls im Zusammenhang mit der Anfechtung selbstständiger nachträglicher Ent-
scheide ein mögliches Anwendungsgebiet. Im Übrigen steht die Beweiserhebung durch die Be-
schwerdeinstanz jedoch in einem erheblichen Spannungsverhältnis zur einfachen und raschen 
Natur des Verfahrens. Mit Blick darauf, dass im Beschwerdeverfahren nicht über eine allfällige 
strafrechtliche Schuld geurteilt wird, ist die Abnahme zusätzlicher Beweise in aller Regel nicht 
erforderlich (vgl. PATRICK GUIDON, Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, Basel 2014, Art. 397 

 
 
 

 
 
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StPO, N 1 ff., mit Hinweisen). In casu ist festzuhalten, dass kein Ausnahmefall vorliegt, welcher 
es rechtfertigen würde, dass die Beschwerdeinstanz eigene Beweise erhebt. Vielmehr genügen 
die bestehenden Akten ohne Weiteres zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde. Hinzu 
kommt, dass, wie bereits die Staatsanwaltschaft in ihrer Verfügung vom 17. September 2020 
zutreffend festgehalten hat, weder von der erneut beantragten Befragung von C.____ und D.____ 
als Zeugen noch von der abermals begehrten Beschlagnahme und Durchsuchung sämtlicher 
Smartphones, Fotoapparate und sonstiger Datenträger der Familie E.____ weitere sachdienliche 
und entscheidungsrelevante Erkenntnisse zu erwarten sind. Die Anordnung der letztgenannten 
Zwangsmassnahmen gegen die Mitglieder der Familie E.____ würde, angesichts der vergleichs-
weise geringfügigen Tatvorwürfe, zudem nicht vor dem namentlich in Art. 197 StPO normierten 
Verhältnismässigkeitsgrundsatz standhalten. Demzufolge sind die Beweisanträge der Beschwer-
deführerin auf Einvernahme der skizzierten Zeugen sowie auf Beschlagnahme und Durchsu-
chung der genannten Datenträger abzuweisen. 
 
Soweit der Antrag, es seien sämtliche durch die Beschwerdeführerin eingereichten Foto- und 
Videoaufnahmen als Beweismittel zuzulassen, als Beweisantrag oder als Rüge, die Staatsan-
waltschaft habe die entsprechenden Aufnahmen zu Unrecht als unverwertbar erachtet, zu ver-
stehen ist, erweist er sich als unbegründet. Da die Staatsanwaltschaft die durch die Beschwer-
deführerin eingereichten Foto- und Videoaufnahmen zu den Akten genommen hat und deren 
Verwertbarkeit in keiner Weise bestreitet, ist der diesbezügliche Verfahrensantrag der Beschwer-
deführerin in beiden genannten Interpretationsvarianten abzuweisen. Soweit der genannte An-
trag hingegen so zu verstehen ist, dass sich die Beschwerdeführerin gegen die von der Staats-
anwaltschaft vorgenommene Beweiswürdigung richten und geltend machen will, die Staatsan-
waltschaft habe die Foto- und Videoaufnahmen nicht bzw. unrichtig gewürdigt, ist in den nachfol-
genden Erwägungen auf diese Frage einzugehen. 
 
2.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung ihrer angefochtenen Einstellungsverfügung im We-
sentlichen aus, dass zunächst für alle beanzeigten Vorfälle vor dem 25. Januar 2020 kein rechts-
gültiger Strafantrag vorliege, und dass sämtliche Ereignisse vor dem 22. Januar 2020 ohnehin 
mit dem am 22. Januar 2020 zwischen den Parteien vor dem Strafgericht Basel-Landschaft ge-
schlossenen Vergleich rechtskräftig erledigt seien. Die weiteren von der Beschwerdeführerin be-
anzeigten Vorfälle würden von der Beschuldigten allesamt bestritten. Da somit Aussage gegen 
Aussage stehe, und keine genügend objektiven Zeugen vorhanden seien, könnten die der Be-
schuldigten vorgeworfenen Straftaten nicht mit hinreichender Sicherheit nachgewiesen werden. 
Angesichts der konkreten Sach- und Beweislage sei demnach ein Freispruch vor Strafgericht mit 
Sicherheit zu erwarten. 
 
2.2 Demgegenüber legt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde sinngemäss und im 
Wesentlichen dar, die Staatsanwaltschaft sei zu Unrecht davon ausgegangen, die Vorfälle könn-
ten der Beschuldigten nicht mit hinreichender Sicherheit nachgewiesen werden. Vielmehr habe 
sie am 28. August 2020 Beweisanträge, u.a. auf Befragung von C.____ und D.____ als Zeugen, 

 
 
 

 
 
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gestellt und der Staatsanwaltschaft eine CD mit Beweisvideos übergeben. Auf diesen Videoauf-
nahmen seien einzelne der beanzeigten Vorfälle dokumentiert. So sei auf mehreren Aufnahmen 
das Blitzen mit einem Smartphone bzw. das Hineinzünden in die Räumlichkeiten der Beschwer-
deführerin mittels einer starken Lampe zu sehen, mit denen die Beschuldigte sie des Nachts am 
Schlafen hindere. Des Weiteren sei in einer Videoaufnahme zu hören, wie die Beschuldigte sie 
und ihren Ehemann als "perverse Spanner" beschimpfe. Ausserdem höre man anhand der Auf-
nahme vom 20. Mai 2020, als die Beschwerdeführerin den Notruf angerufen habe, wie die Be-
schuldige sie aufs Übelste beschimpfe. Diese Beweise seien zu Unrecht durch die Staatsanwalt-
schaft nicht berücksichtigt worden. Zudem sei auf den mit der Beschwerdeschrift eingereichten 
Fotos zu sehen, wie die Beschuldigte in die Räumlichkeiten der Beschwerdeführerin hineinzünde 
bzw. -blitze. Einzelne Fotos zeigten sodann, wie die Beschuldigte mit ihrem Smartphone oder 
Tablet in Richtung der Beschwerdeführerin bzw. deren Räumlichkeiten fotografiere. 
 
2.3 Die Beschuldigte ist im Wesentlichen der Ansicht, dass die von der Beschwerdeführerin 
erhobenen Anschuldigungen jeglicher Grundlage entbehrten, weshalb sie mit Vehemenz bestrit-
ten würden. Auch die von der Beschwerdeführerin eingereichten Bilder vermöchten die vorge-
brachten Vorwürfe in keiner Weise zu bekräftigen. Die Bilder bestätigten vielmehr, dass die Be-
schuldigte durch die auf ihren Privatbereich gerichteten Überwachungskameras der Beschwer-
deführerin in krankhafter Weise observiert werde, was ihr erlauben würde, gestützt auf Art. 179qua-
ter StGB Strafantrag zu stellen. Darauf verzichte sie allerdings vorläufig mit Verweis auf den ge-
richtlichen Vergleich vom 22. Januar 2020. 
 
3.1 Nach Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständige oder teilweise 
Einstellung des Verfahrens unter anderem, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 
rechtfertigt (lit. a). Gemäss dieser Bestimmung ist einzustellen, wenn im Vorverfahren der ur-
sprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet werden konnte, das eine 
Anklage rechtfertigt. Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft bei der Frage, ob ein solcher Tat-
verdacht besteht, in Zurückhaltung zu üben. Widersprechen sich Beweise, so ist es gemäss der 
Botschaft des Bundesrates vom 21. Dezember 2005, S. 1273, nicht Sache der Staatsanwalt-
schaft, eine Beweiswürdigung vorzunehmen. Im Zweifelsfalle ist die Angelegenheit in Beachtung 
des Grundsatzes "in dubio pro duriore" an das Sachgericht zu überweisen. Bei der Frage der 
Überweisung des Beschuldigten an das urteilende Gericht spielt der Grundsatz "in dubio pro reo" 
nicht. Es ist Sache des Gerichts, darüber zu befinden, ob sich jemand im strafrechtlichen Sinne 
schuldig gemacht hat oder nicht. Die Staatsanwaltschaft hat nur dann einzustellen, wenn eine 
Hauptverhandlung als eigentliche Ressourcenverschwendung bzw. aufgrund des absehbaren 
Freispruchs als Zumutung für den Beschuldigten erscheinen müsste. Von einer Überweisung ist 
mithin dann abzusehen, wenn nach der gesamten Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist (ROLF 
GRÄDEL/MATTHIAS HEINIGER, Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, Basel 2014, Art. 319 N 8). 
Nach SCHMID/JOSITSCH ist erforderlich, dass bei erfolgter Anklage nicht mit einem verurteilenden 
Erkenntnis des Gerichts gerechnet werden könnte, also mit Sicherheit oder grosser Wahrschein-
lichkeit mit einem Freispruch zu rechnen wäre. Da die Staatsanwaltschaft als Untersuchungs- 

 
 
 

 
 
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und Anklagebehörde nicht dazu berufen ist, über Recht oder Unrecht zu richten, darf sie jedoch 
nicht allzu rasch und gestützt auf eigene Bedenken (die irrtümlich sein können) zu einer Einstel-
lung schreiten. In Zweifelsfällen in sachverhalts- und beweismässiger Hinsicht sowie vor allem in 
rechtlichen Belangen ist Anklage zu erheben (NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxiskommen-
tar StPO, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2018, Art. 319 N 5; DIESELBEN, Handbuch des schweize-
rischen Strafprozessrechts, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2017, Rz. 1251, mit Hinweisen). Die 
Beurteilung der Wahrscheinlichkeit eines Schuldspruchs bzw. der Prozessaussichten ist dem 
pflichtgemässen Ermessen der Staatsanwaltschaft anheimgestellt. In Zweifelsfällen tatsächlicher 
oder rechtlicher Natur darf das Verfahren nicht eingestellt werden, da in diesen Fällen das Urteil 
dem Gericht überlassen bleiben soll. Stehen sich unterschiedliche Zeugenaussagen gegenüber, 
und kann die Untersuchung die Zuverlässigkeit der einzelnen Zeugen nicht erschüttern, darf 
keine Einstellung ergehen. Der Ermessensentscheid, wem unter solchen Verhältnissen zu glau-
ben ist, liegt beim Gericht. Keine Einstellung, sondern die Erhebung einer Anklage ist grundsätz-
lich immer dann angezeigt, wenn der Ausgang des Verfahrens ausschliesslich von der Beweis-
würdigung abhängt (NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, Zürcher Kommentar StPO, 3. Auf-
lage, Zürich 2020, Art. 319 N 16 ff., mit Hinweisen). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
ist in Fällen, in denen sich gegensätzliche Aussagen gegenüberstehen (Aussage gegen Aus-
sage-Situation), und es nicht möglich ist, die einzelnen Depositionen als glaubhafter oder weniger 
glaubhaft zu bewerten, nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" in der Regel Anklage zu erhe-
ben. Auf eine Anklageerhebung ist jedoch zu verzichten, wenn der Strafkläger ein widersprüchli-
ches Aussageverhalten offenbart, und seine Aussagen daher wenig glaubhaft sind, oder wenn 
eine Verurteilung unter Einbezug der gesamten Umstände aus anderen Gründen als von vorn-
herein unwahrscheinlich erscheint (BGE 143 IV 241, E. 2.2.2, mit Verweisen; BGer 6B_258/2017 
vom 1. Dezember 2017, E. 2.2). Zur letztgenannten Konstellation sind gemäss der Rechtspre-
chung auch Fälle zu zählen, in denen Aussage gegen Aussage steht, keine der Depositionen als 
glaubhafter oder weniger glaubhaft bewertet werden kann, und dabei weder objektive Beweismit-
tel vorhanden, noch weitere Beweisergebnisse zu erwarten sind (BGer 6B_856/2013 vom 3. April 
2014, E. 2.2; 1B_535/2012 vom 28. November 2012, E. 5.2). Von einem für die Anklageerhebung 
hinreichenden Tatverdacht kann insbesondere dann nicht gesprochen werden, wenn dem be-
streitenden Beschuldigten nur die Aussage eines an dessen Verurteilung unmittelbar interessier-
ten Geschädigten gegenübersteht, und dessen Anschuldigungen nicht eine objektive Bestätigung 
im Untersuchungsergebnis finden (LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., Art. 319 N 17). 
 
3.2 Soweit die Staatsanwaltschaft in ihrer Einstellungsverfügung zunächst anführt, dass vor-
liegend sämtliche Ereignisse vor dem 22. Januar 2020 mit dem am 22. Januar 2020 zwischen 
den Parteien vor dem Strafgericht Basel-Landschaft geschlossenen Vergleich rechtskräftig erle-
digt seien, und dass es für sämtliche beanzeigten Vorfälle vor dem 25. Januar 2020 an einem 
rechtsgültigen Strafantrag fehle, ist ihr zwar prinzipiell zuzustimmen. Allerdings handelt es sich 
bei einigen der im Zeitraum vom 22. Januar 2020 bis zum 25. Januar 2020 durch die Beschwer-
deführerin beanzeigten Straftaten um angebliche Nötigungen gemäss Art. 181 StGB, bei denen 
es sich um Offizialdelikte handelt. Deshalb ist vorliegend die Einstellung der Strafuntersuchung 

 
 
 

 
 
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auch betreffend die zur Anzeige gebrachten angeblichen Nötigungshandlungen im Zeitraum vom 
22. Januar 2020 bis zum 25. Januar 2020 materiell zu beurteilen. 
 
Im Hinblick auf die als Beweismittel durch die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde vom 
11. Oktober 2020 eingereichten Fotos ist zu konstatieren, dass sich diese aufgrund ihrer schlech-
ten Qualität in keiner Weise eignen, die geltend gemachte Täterschaft der Beschuldigten im Hin-
blick auf die angeblichen Nötigungen durch Hineinzünden oder -blitzen in die Räumlichkeiten der 
Beschwerdeführerin mittels eines Smartphones oder einer starken Lampe zu beweisen. Auch 
kann den Aufnahmen keinerlei Beweis für das geltend gemachte Fotografieren der Beschuldigten 
mit ihrem Smartphone oder Tablet in Richtung der Beschwerdeführerin bzw. deren Liegenschaft 
entnommen werden. Betreffend die durch die Beschwerdeführerin auf einer CD zu den Akten 
gereichten Videoaufnahmen ist festzuhalten, dass auf einer Aufnahme (10646) ein Lichtstrahl 
bzw. das Aufblitzen eines Lichts in der Dunkelheit zu sehen ist. Jedoch lässt die Aufnahme nicht 
erkennen, woher die Lichtemission stammt, von wem sie ausgeht, und wohin das Licht gerichtet 
ist. Auf einer anderen Aufnahme (10744) ist durch einen Vorhang und ein Strukturglasfenster 
hindurch in der Ferne ein flackernder Lichtpunkt zu erkennen, jedoch wiederum nicht, worum es 
sich bei diesem Lichtpunkt handelt, von wo oder von wem das Licht ausgeht, oder wohin es ge-
richtet ist. Diese Aufnahmen eignen sich deshalb, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, 
nicht zum Beweis eines behaupteten strafbaren Verhaltens der Beschuldigten. Eine dritte Auf-
nahme (10834) zeigt sodann aus der Perspektive der aufnehmenden Person (gemäss ihren ei-
genen Angaben handelt es sich dabei um die Beschwerdeführerin) die Fütterung einer Katze, 
wobei ab Sekunde 19 des Videos im Hintergrund der Ausruf "perversi Spanner" zu hören ist. Der 
Aufnahme lässt sich allerdings nicht entnehmen, wer diesen Ausspruch getätigt hat und an wen 
dieser gerichtet war, weshalb mit der Aufnahme weder nachgewiesen werden kann, ob die 
Äusserung, wie von der Beschwerdeführerin behauptet, von der Beschuldigten getätigt wurde, 
noch ob diese an die Beschwerdeführerin gerichtet war. Der Aufnahme kommt somit im Hinblick 
auf die der Beschuldigten zur Last gelegten Ehrverletzungsdelikte zum Nachteil der Beschwer-
deführerin keine Beweiseignung zu. Was schliesslich die von der Beschwerdeführerin ins Feld 
geführte Aufnahme vom 20. Mai 2020 angeht, auf welcher zu hören sein soll, wie die Beschuldige 
sie aufs Übelste beschimpfe, ist festzustellen, dass sich eine solche Aufnahme weder auf der zu 
den Akten gereichten CD noch sonst in den Akten befindet. Da die Beschwerdeführerin ausser-
dem in ihrer Beschwerdeschrift angibt, sie sei überzeugt gewesen, dass die von ihr kontaktierte 
Notrufleitstelle alles schriftlich festgehalten habe, und dass dies dann als Beweis gegen die Be-
schuldigte verwendet werden würde, was aber offensichtlich nicht der Fall gewesen sei, ist davon 
auszugehen, dass eine solche Aufnahme tatsächlich gar nicht existiert. 
 
3.3 Nach dem Gesagten liegen als Beweismittel somit allein die sich widersprechenden Aus-
sagen der Parteien vor. Mithin stehen sich die in ihren verschiedenen Eingaben an die Adresse 
der Beschuldigten gerichteten Vorwürfe der Beschwerdeführerin und die diese Vorwürfe pauschal 
bestreitenden Antworten der Beschuldigten in der schriftlichen Befragung durch die Staatsanwalt-

 
 
 

 
 
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schaft vom 26. Mai 2020 sowie auf den Sachverhaltsanerkennungsformularen der Staatsanwalt-
schaft gegenüber. Bei einer summarischen Würdigung dieser Aussagen ist zu berücksichtigen, 
dass die Beteiligten seit vielen Jahren einen erbitterten Nachbarschaftsstreit führen, in dessen 
Rahmen es bereits zu diversen Strafverfahren in wechselnder Verteilung der Parteirollen gekom-
men ist. Sodann hat die Beschwerdeführerin nach dem am 22. Januar 2020 vor dem Strafgericht 
Basel-Landschaft zwischen den Streitenden geschlossenen Vergleich, in welchem sich diese na-
mentlich verpflichtet hatten, mit Distanz für ein respektvolles Nebeneinanderleben zu sorgen und 
auf gegenseitige Beschimpfungen, Drohungen und Nötigungen sowie auf Immissionen und stö-
rende Beobachtungen zu verzichten, durch das von ihr zugestandene und für die Beschuldigte 
sichtbare Anbringen von Spiegeln, einer Kameraattrappe sowie einem Schild mit der Aufschrift 
"Jeden Tag wie 12.7.2018" an der Fassade ihrer Liegenschaft zur erneuten Eskalation des Nach-
barschaftsstreits zumindest erheblich beigetragen. In Anbetracht dessen ist es nicht möglich, die 
vorliegenden Aussagen der Beschwerdeführerin oder jene der Beschuldigten als glaubhafter oder 
weniger glaubhaft zu bewerten, als die jeweils anderen. Aus der Vielzahl der im Vorverfahren 
gestellten Strafanträge sowie der darin enthaltenen akribischen Auflistungen von Verhaltenswei-
sen der Beschuldigten, mit denen sich diese nach Auffassung der Beschwerdeführerin strafbar 
gemacht haben soll, ergibt sich zudem, dass diese ein massives persönliches Interesse an einer 
Verurteilung der Beschuldigten hat. Da in casu sodann weder durch die von der Beschwerdefüh-
rerin beantragten Zeugeneinvernahmen (vgl. Erwägung 1.2 des vorliegenden Beschlusses) noch 
durch andere Erhebungen weitere entscheidungsrelevante Beweisergebnisse zu erwarten sind, 
stehen der bestreitenden Beschuldigten alleine die Aussagen der an deren Verurteilung beson-
ders interessierten Beschwerdeführerin gegenüber, deren Anschuldigungen indes keine objek-
tive Bestätigung im Untersuchungsergebnis finden. In dieser Situation kann von einem für eine 
Anklageerhebung hinreichenden Tatverdacht offensichtlich nicht gesprochen werden, sodass 
das Strafverfahren trotz des Vorliegens einer Aussage gegen Aussage-Konstellation einzustellen 
ist. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass in diesem jahrelangen Nachbar-
schaftsstreit bisher sämtliche Einstellungs- und Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsan-
waltschaft in Rechtskraft erwachsen sind. 
 
Gestützt auf diese Erwägungen hat die Staatsanwaltschaft somit zu Recht das Strafverfahren 
gegen die Beschuldigte in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt. Infolgedessen 
ist die angefochtene Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 1. Oktober 2020 in Ab-
weisung der vorliegenden Beschwerde vollumfänglich zu bestätigen. 
  

 
 
 

 
 
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4. Bei diesem Verfahrensausgang gehen in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO die or-
dentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 1'550.-- (beinhaltend eine 
Gebühr von CHF 1'500.-- sowie Auslagen von CHF 50.--) zu Lasten der Beschwerdeführerin, 
wobei die von ihr erbrachte Sicherheitsleistung in der Höhe von CHF 800.-- an die von ihr zu 
bezahlenden Verfahrenskosten angerechnet wird. Des Weiteren hat die Beschwerdeführerin der 
Beschuldigten gestützt auf Art. 436 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 432 Abs. 2 StPO eine 
Parteientschädigung gemäss der Honorarnote deren Rechtsvertreters vom 6. November 2020 in 
der Höhe von insgesamt CHF 681.-- (inklusive Auslagen und CHF 48.70 Mehrwertsteuer) zu be-
zahlen. 
 
 
  

 
 
 

 
 
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Demnach wird erkannt: 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 
 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von 

CHF 1'550.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 1'500.-- sowie Ausla-
gen von CHF 50.--) gehen zu Lasten der Beschwerdeführerin. 
 
Die von der Beschwerdeführerin erbrachte Sicherheitsleistung in der 
Höhe von CHF 800.-- wird an die von ihr zu bezahlenden Verfahrens-
kosten angerechnet. 

 
 3. Die Beschwerdeführerin wird verurteilt, der Beschuldigten eine Partei-

entschädigung in der Höhe von CHF 681.-- (inklusive Auslagen und 
CHF 48.70 Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 4. Mitteilung (…). 

 
 
 
 
Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Alexander Schorro 

 
 
 
Dieser Entscheid ist rechtskräftig.