# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 277a29b6-dc45-5675-aaf6-97b906b59054
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2002-03-15
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission INUM 15.03.2002 JAAC 66.103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_011_JAAC-66-103--_2002-03-15.pdf

## Full Text

JAAC 66.103

Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der
Rekurskommission UVEK vom 15. März 2002 i.S. D.B.

und Mitbeteiligte gegen atel [E-2000-16]

Installations électriques à courant fort. Modification d’une ligne
existante de 150/220 kV pour en faire une ligne de 400/400 kV parallèle à
une ligne existante de 220/400 kV. Protection contre le rayonnement non
ionisant.

- Applicabilité de l’ORNI à un projet approuvé avant l’entrée en vigueur
de cette ordonnance (consid. 8.1).

- En raison de leur proximité et de l’action réciproque de leurs
champs magnétiques, les deux lignes doivent être considérées comme
une installation au sens de l’ORNI (consid. 8.5). Les mesures de
construction prévues pour la ligne Mettlen-Gösgen 1 dépassent ce qu’il
faut considérer comme la modification d’une ligne aérienne existante
selon l’annexe 1 ch. 12 al. 6 de l’ORNI, en connexion avec l’art. 3
al. 2 ORNI. Leur ensemble constitue donc une nouvelle installation
(consid. 8.5-8.5.4). Par conséquent il y a lieu de respecter la valeur limite
de l’installation dans les lieux à utilisation sensible, des deux côtés des
lignes (consid. 8.5.5).

- Le courant d’exploitation qui détermine le calcul des immissions
doit être calculé selon l’annexe 1 ch. 13 de l’ORNI sur la base de la
charge maximale de la ligne, même si l’arrêté d’approbation exige
que la charge moyenne n’atteigne que 50% du courant limite maximal
(consid. 8.6.1).

- Dans les terrains bâtis, les lieux à utilisation sensible sont déterminés
en fonction des volumes de construction existants (consid. 8.6.3).

- En l’espèce, les conditions sont remplies pour accorder des
dérogations à l’obligation de respecter la valeur limite de l’installation,
prévues à l’annexe 1 ch. 15 al. 2 de l’ORNI (consid. 8.7). En particulier,
le câblage de la ligne (consid. 8.7.2-8.7.4) ou une limitation de la charge
maximale de la ligne (consid. 8.7.7) seraient disproportionnés.

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Starkstromanlagen. Ausbau einer bestehenden 150/220-kV-Leitung
auf eine 400/400-kV-Leitung, die parallel zu einer bestehenden
220/400-kV-Leitung geführt wird. Schutz vor nichtionisierender
Strahlung.

- Anwendbarkeit der NISV auf das noch vor Inkrafttreten dieser
Verordnung genehmigte Vorhaben (E. 8.1).

- Wegen der räumlichen Nähe und der gegenseitigen Beeinflussung der
Magnetfelder sind die beiden Leitungen als eine Anlage im Sinne der
NISV zu betrachten (E. 8.5). Die baulichen Massnahmen an der Leitung
Mettlen-Gösgen 1 gehen darüber hinaus, was gemäss Anhang 1 Ziff. 12
Abs. 6 zur NISV in Verbindung mit Art. 3 Abs. 2 NISV noch als Änderung
einer bestehenden Freileitung zu gelten hat. Es handelt sich somit
insgesamt um eine neue Anlage (E. 8.5-8.5.4). Dies hat zur Folge, dass an
Orten mit empfindlicher Nutzung beidseits der Leitungen grundsätzlich
der Anlagegrenzwert eingehalten werden muss (E. 8.5.5).

- Der für die Berechnung der Immissionen massgebende Betriebsstrom
berechnet sich nach Anhang 1 Ziff. 13 zur NISV aufgrund der
maximalen Auslastung der Leitung, ungeachtet der in der
Plangenehmigungsverfügung enthaltenen Auflage, wonach die
durchschnittliche Auslastung nur 50% des maximalen Grenzstroms
betragen dürfe (E. 8.6.1).

- Bei der Bestimmung der Orte mit empfindlicher Nutzung ist bei
überbauten Grundstücken vom bestehenden Bauvolumen auszugehen
(E. 8.6.3).

- Vorliegend sind die Voraussetzungen erfüllt, um Ausnahmen im Sinne
von Anhang 1 Ziff. 15 Abs. 2 NISV von der Pflicht zur Einhaltung des
Anlagegrenzwerts bewilligen zu können (E. 8.7). Insbesondere wären
eine Verkabelung der Leitung (E. 8.7.2-8.7.4) oder eine Begrenzung der
maximalen Auslastung der Leitung (E. 8.7.7) unverhältnismässig.

Impianti a corrente forte. Ampliamento di una linea di 150/220-kV a
400/400-kV, parallela a una linea 220/400-kV esistente. Protezione dalle
radiazioni non ionizzanti.

- Applicabilità dell’ORNI al progetto approvato prima dell’entrata in
vigore di tale ordinanza (consid. 8.1).

- A causa della vicinanza e della reciproca influenza dei campi
magnetici, entrambe le linee sono da considerare come un impianto
ai sensi dell’ORNI (consid. 8.5). Le misure di costruzione per la linea
Mettlen-Gösgen 1 superano quanto previsto secondo l’Allegato 1 n. 12
cpv. 6 dell’ORNI in relazione con l’art. 3 cpv. 2 ORNI per ammettere la
modifica di una linea esistente. Nel complesso si tratta quindi di un
nuovo impianto (consid. 8.5-8.5.4). Ciò significa che, in linea di principio,
nei luoghi ad utilizzo sensibile il valore limite dell’impianto deve essere
rispettato dalle due parti delle linee (consid. 8.5.5).

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- La corrente d’esercizio rilevante per il calcolo delle immissioni si
calcola secondo l’Allegato 1 n. 13 dell’ORNI sulla base della portata
massima della linea, indipendentemente dall’onere previsto nella
decisione di approvazione dei piani, secondo cui la portata media può
raggiungere solo il 50% della corrente limite massima (consid. 8.6.1).

- Nella determinazione dei luoghi con utilizzo sensibile, per i
fondi edificati occorre basarsi sul volume di costruzione esistente
(consid. 8.6.3).

- Nella fattispecie sono soddisfatte le condizioni per poter approvare
eccezioni all’obbligo di rispetto di valori limite dell’impianto ai sensi
dell’Allegato 1 n. 15 cpv. 2 ORNI (consid. 8.7). Sarebbero in particolare
sproporzionati sia il cablaggio (consid. 8.7.2-8.7.4) che una limitazione
della portata massima della linea (consid. 8.7.7).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

Die 150/220-kV-Freileitung Mettlen-Gösgen 1 wird abgebrochen und durch
eine 400/400-kV-Freileitung ersetzt. Aus Gründen des Landschaftsschutzes
wird sie teilweise auf einem neuen Trassee parallel zur bestehenden
220/400-kV-Freileitung Mettlen-Gösgen 2 geführt. Verschiedene
Einwohnerinnen und Einwohner einer Gemeinde, in der die beiden
Leitungen bereits heute nebeneinander ein Wohngebiet queren, wehren
sich gegen das Bauvorhaben. Vorgesehen sind hier auch Änderungen an der
Leitung Mettlen-Gösgen 2, insbesondere um die bereits bestehende hohe
elektromagnetische Belastung der Liegenschaften zu reduzieren.

Aus den Erwägungen:

(…)

7. (An der vorgesehenen Linienführung gibt es aus Sicht des
Landschaftsschutzes nichts zu beanstanden.)

8. Das Hauptproblem stellt das von den Leitungen ausgehende
Magnetfeld dar.

8.1. Ziel des Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz
(Umweltschutzgesetz [USG], SR 814.01) ist u. a. der Schutz der Menschen vor
schädlichen oder lästigen Einwirkungen nichtionisierender Strahlung, d. h.
elektromagnetischer Felder (Art. 1 Abs. 1, Art. 7 Abs. 1 und Art. 11 ff. USG).
Am 1. Februar 2000 ist die gestützt auf das Umweltschutzgesetz erlassene
Verordnung vom 23. Dezember 1999 über den Schutz vor nichtionisierender
Strahlung (NISV, SR 814.710) in Kraft getreten. Darin werden Grenzwerte für
die elektromagnetische Belastung festgelegt. Der Anlagegrenzwert dient der
vorsorglichen Emissionsbegrenzung und gilt für neue Anlagen (Art. 4 NISV). Er
beträgt für Frei- und Kabelleitungen zur Übertragung von elektrischer Energie
1 Mikrotesla (µT) für den Effektivwert der magnetischen Flussdichte (Anhang 1
Ziff. 14 NISV). Der Immissionsgrenzwert liegt für Übertragungsleitungen von
50 Hz bei 100 µT (Anhang 2 Ziff. 11 NISV).

Die NISV findet auf das vorliegende Verfahren Anwendung. Zwar beurteilt
sich die Rechtmässigkeit einer Verfügung grundsätzlich nach der Rechtslage
zur Zeit ihres Erlasses. Im Zeitpunkt der Plangenehmigung durch das

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Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) war die NISV noch nicht in Kraft.
Eine Ausnahme besteht jedoch im Bereich des Umweltschutzes, wo das neue
Recht aus zwingenden Gründen, vor allem um der öffentlichen Ordnung
willen, bereits auf hängige Verfahren angewendet wird (BGE 122 II 26 E. 3;
Ulrich Häfelin / Georg Müller, Grundriss des allgemeinen Verwaltungsrechts,
3. Aufl., Zürich 1998, Rz. 263a mit weiteren Hinweisen). Diese Voraussetzungen
sind hier erfüllt. Im Übrigen wird die Anwendbarkeit der NISV auf das
vorliegende Projekt von den Parteien nicht bestritten.

8.2. Die Beschwerdeführenden beklagen sich seit Jahren über die
Auswirkungen der Belastung ihrer Wohnräume. Sie haben aus diesem
Grund ein Gutachten über die aktuelle und die mit der Spannungserhöhung
zu erwartende elektromagnetische Belastung in Auftrag gegeben. Dieses
Privatgutachten vom 21. Januar 2000 (nachfolgend Gutachten Fischer) haben
sie der Rekurskommission des Eidgenössischen Departementes für Umwelt,
Verkehr, Energie und Kommunikation (Rekurskommission UVEK, REKO/UVEK)
als Beilage zur Beschwerde eingereicht. Dem Gutachten Fischer können
folgende Grundaussagen entnommen werden:

Das von der Leitung ausgehende elektrische Feld ist gering und muss nicht
weiter beachtet werden. Die Immissionen werden mit der Projektrealisierung
noch abnehmen. Problematisch ist hingegen die aktuelle sowie die mit der
Projektrealisierung zu erwartende magnetische Belastung der Liegenschaften
der Beschwerdeführenden. Im Rahmen einer 24-Stunden-Messung sind
für die aktuelle Belastung folgende Werte gemessen worden (Räume mit
empfindlicher Nutzung):

Haus Nr. 65 tagsüber durchschnittlich 7-8 µT, nachts 10-12,2 µT;

Haus Nr. 71 tagsüber zwischen 0,6 und 0,7 µT, nachts ungefähr 0,7-0,75 µT.

Gemäss Gutachten Fischer wird das Magnetfeld entlang der Leitung 2
(insbesondere Haus Nr. 65) mit der Realisierung des Bauvorhabens deutlich
schwächer, hingegen erwartet der Gutachter eine leichte Zunahme der Werte
auf der Seite der Leitung 1 (insbesondere Häuser Nr. 69 und 71). Auf beiden
Seiten der Leitungstrassees sind nach seinen Berechnungen Werte von über
1 µT zu erwarten.

(…)

8.5. Umstritten ist einmal, ob infolge der baulichen Änderungen an
beiden Leitungen von einer neuen oder von einer geänderten Anlage
auszugehen ist. Fest steht, dass beide Leitungen als eine Anlage zu betrachten
sind. Gemäss Anhang 1 Ziff. 12 NISV umfasst eine Anlage innerhalb des
zu beurteilenden Leitungsabschnitts alle Leitungen, die in einem engen
räumlichen Zusammenhang stehen. Die Trassees der beiden Leitungen
verlaufen parallel nebeneinander. Die elektromagnetischen Felder der vier
Leitungsstränge beeinflussen sich gegenseitig. Gelten beide Leitungen als
eine Anlage, werden die Auswirkungen gesamthaft betrachtet und denselben
Bestimmungen unterstellt.

8.5.1. Anlagen gelten als alt, wenn der Entscheid, der die Bauarbeiten
oder die Aufnahme des Betriebs ermöglicht, bei Inkrafttreten der NISV
rechtskräftig war (Art. 3 Abs. 1 NISV). Anlagen gelten als neu, wenn der
Entscheid, der die Bauarbeiten oder die Aufnahme des Betriebs ermöglicht,

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_122_II_26&resolve=1

bei Inkrafttreten der NISV noch nicht rechtskräftig war, sie an einen anderen
Standort verlegt werden oder sie am bisherigen Standort ersetzt werden
(Art. 3 Abs. 2 NISV). Nach Auffassung des Bundesamtes für Umwelt, Wald und
Landschaft (BUWAL) würde das Ersetzen der Leitung 1 durch eine Leitung
höherer Spannung auf demselben Trassee bei isolierter Betrachtung die
Voraussetzungen von Art. 3 Abs. 2 NISV erfüllen, womit für diese Leitung
von einer neuen Anlage auszugehen wäre. Die Anpassungen der Leitung 2
erfüllten diese Voraussetzungen hingegen nicht, weshalb für diese Leitung
allein die Bestimmungen über alte Anlagen im Sinne von Art. 3 Abs. 1 NISV
zur Anwendung gelangen würden. Wenn von einer aus zwei Leitungen
bestehenden Anlage eine Leitung ersetzt wird, bedeute dies nicht, dass die
gesamte Anlage neu errichtet werde. Für das BUWAL ist daher insgesamt von
einer alten Anlage auszugehen, welche den für Änderungen alter Anlagen
geltenden Bestimmungen entsprechen müsse, nicht aber den Vorschriften
für Neuanlagen. Für die Beschwerdeführenden steht hingegen fest, dass die
Änderungen, die beide Leitungen erfahren, die Voraussetzungen von Art. 3
Abs. 2 NISV erfüllen, weshalb die Bestimmungen über Neuanlagen eingehalten
werden müssten.

8.5.2. Die Leitung Mettlen-Gösgen 1 wird von der Kantonsgrenze bis nach
Gösgen auf der ganzen Länge abgebrochen und grösstenteils auf einem neuen
Trassee neu erstellt. Dabei werden die 150-kV- bzw. 220-kV-Stränge durch
zwei 400-kV-Stränge ersetzt. Es handelt sich somit nach der Definition in
Art. 3 Abs. 2 NISV um eine neue Anlage. Da grundsätzlich der gesamte mit
Verfügung vom 30. Dezember 1999 genehmigte Leitungsabschnitt als eine
Anlage zu betrachten ist, gilt diese Feststellung für den gesamten Abschnitt.
Dies bedeutet, dass überall grundsätzlich die selben Anforderungen erfüllt
sein müssen.

An der Leitung Mettlen-Gösgen 2 sind zwischen der Kantonsgrenze
und Gösgen, abgesehen von den geplanten Änderungen im Bereich der
Wohnhäuser der Beschwerdeführenden, an vier Stellen Anpassungen an
das Ausbauprojekt Mettlen-Gösgen 1 vorgesehen. Dabei handelt es sich
um geringfügige Änderungen des Trasseeverlaufs oder um Anpassungen
der Maststandorte bzw. der Masthöhe. In der Wohngemeinde der
Beschwerdeführenden ist der Abschnitt zwischen den Masten Nr. 105 und
Nr. 107 betroffen. Mast Nr. 106 wird durch einen höheren Masten ersetzt,
gleich anschliessend wird das zusätzliche Tragwerk Nr. 106 A eingeschoben.
Sonst erfolgen keine Änderungen an der bestehenden Leitung.

Somit stellt sich die Frage, ob infolge der Parallelführung der beiden Leitungen
und der damit verbundenen Wechselwirkungen auch für die bestehende
Leitung 2 die strengeren Vorschriften für neue Anlagen gelten, obwohl
diese Leitung im Zeitpunkt des Inkrafttretens der NISV gestützt auf eine
rechtskräftige Bewilligung seit längerer Zeit in Betrieb war (Art. 3 Abs. 1 NISV).
Wird die Frage verneint, hätte dies zur Folge, dass grundsätzlich der gesamte
mit Verfügung vom 30. Dezember 1999 genehmigte Abschnitt der Leitung 1
ebenfalls den weniger strengen Anforderungen für alte Anlagen unterstehen
würde, obwohl die Plangenehmigung bei Inkrafttreten der NISV noch nicht
rechtskräftig war (vgl. Art. 3 Abs. 2 Bst. a NISV). Der Anlagegrenzwert müsste
nicht überall eingehalten werden, sondern es kämen die bei Änderungen
alter Anlagen geltenden Bestimmungen zur Anwendung (Art. 9 NISV). So
dürften an Orten mit empfindlicher Nutzung, bei denen vor der Änderung

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der Anlagegrenzwert überschritten war, die magnetische Flussdichte bzw.
die elektrische Feldstärke nicht zunehmen (Art. 9 Abs. 1 Bst. a NISV). An den
anderen Orten mit empfindlicher Nutzung dürfte der Anlagegrenzwert nicht
überschritten werden (Art. 9 Abs. 1 Bst. b NISV).

8.5.3. Wie bereits erwähnt, ist das BUWAL der Auffassung, dass für beide
Leitungen die für Altanlagen geltenden Bestimmungen zur Anwendung
gelangen sollten. Diese Schlussfolgerung scheint nicht zwingend. Wird nur
ein Teil einer Anlage verändert, dies aber in einem Ausmass, dass für diesen
Teil bei isolierter Betrachtung von einer neuen Anlage auszugehen wäre,
könnte mit gleichem Recht argumentiert werden, die gesamte Anlage habe
als neu zu gelten. Dies umso mehr, als dem massgebend abgeänderten Teil
der Anlage, d. h. der Leitung 1, innerhalb der Gesamtanlage nicht nur eine
untergeordnete Bedeutung zukommt. Sie ist vielmehr als gleichwertig zu
betrachten wie die Leitung 2. Es lässt sich unter diesen Umständen kaummit
vernünftigen Argumenten begründen, weshalb das Belassen des andern Teils
der Anlage gewichtiger sein sollte als das Ersetzen der Leitung 1. Ausserdem
spricht der Wortlaut der NISV gegen die vom BUWAL vorgeschlagene Lösung,
wie nachfolgend ausgeführt wird.

8.5.4. Anhang 1 Ziff. 12 Abs. 6 zur NISV enthält eine Umschreibung
dessen, was als Änderung einer Frei- oder Kabelleitung zur Übertragung
von elektrischer Energie zu verstehen ist. Gemäss der dort festgelegten
Definition gilt die Änderung der Leiteranordnung, der Phasenbelegung oder
des massgebenden Betriebszustands als Änderung einer Anlage.

Die mit Verfügungen vom 30. Dezember 1999 genehmigten baulichen
Massnahmen an den Leitungen 1 und 2 gehen insgesamt weit über das hinaus,
was nach der Verordnung noch als Änderung einer bestehenden Anlage zu
verstehen ist. In solchen Fällen ist gemäss den Erläuterungen des BUWAL zur
NISV von einer Neuanlage auszugehen (Erläuternder Bericht des BUWAL vom
23. Dezember 1999 zur NISV[110] [nachfolgend: Erläuternder Bericht], S. 12).
Ob gleichzeitig mit dem Ersetzen eines Teils der Anlage der andere Teil eine
gewisse Änderung erfährt, ist unerheblich. Wegen der räumlichen Nähe der
beiden Leitungen müssen sie ohnehin als eine Anlage betrachtet werden. Wie
die Anpassungen der Leitung 2 auf fünf Abschnitten (vgl. E. 8.5.2) gewertet
werden, spielt also letztlich keine Rolle. Immerhin sind aber auch sie mit
einem nicht unerheblichen baulichen und finanziellen Aufwand verbunden.
Der Abbruch und Neubau der Leitung 1 auf einem grösstenteils neuen Trassee
sowie die Spannungserhöhung führen nach den unmissverständlichen
Vorschriften der NISV dazu, dass die gesamte Anlage, und damit auch die
Leitung 2, als neu im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zu gelten haben.

8.5.5. Als Zwischenergebnis steht somit fest, dass die Anlage so erstellt und
betrieben werden muss, dass sie die in Anhang 1 festgelegte vorsorgliche
Emissionsbegrenzung einhält (Art. 4 Abs. 1 NISV). Dies bedeutet, dass an
Orten mit empfindlicher Nutzung beidseits der Leitungen grundsätzlich der
Anlagegrenzwert für den Effektivwert der magnetischen Flussdichte von 1 µT
eingehalten werden muss (Anhang 1 Ziff. 14 und 15 NISV).

8.6. Nach den Berechnungen des BUWAL führt die Realisierung des
Projekts bei den westlich der Leitungen gelegenen Häusern Nr. 63, 65 und
68 zu einer deutlichen Abnahme des Magnetfeldes, ausgehend von bis zu 15 µT
auf weniger als 1,5 µT. Bei den östlich der Leitung gelegenen Häusern Nr. 69

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und 71 nimmt das Magnetfeld ausgehend von bis zu 2 µT auf weniger als
1,5 µT ab. Im massgebenden Betriebszustand ist in Räumen mit empfindlicher
Nutzung in den Gebäuden Nr. 63, 65, 68, 69 und 71 demzufolge auch in
Zukunft mit einem Überschreiten des Anlagegrenzwerts von 1 µT zu rechnen.
In den Räumen mit empfindlicher Nutzung des Gebäudes Nr. 74 wird der
Anlagegrenzwert hingegen eingehalten.

8.6.1. Zu Recht ist das BUWAL bei seinen Berechnungen anders als der
Privatgutachter Fischer und die Aare-Tessin AG für Elektrizität (atel) von der
maximal zulässigen Auslastung der Leitungen ausgegangen. Als massgebender
Betriebszustand der Anlage gilt der gleichzeitige Betrieb aller Leitungsstränge,
wobei jeder Leitungsstrang mit seinem thermischen Grenzstrom bei 40°
C und in der am häufigsten vorkommenden Lastflussrichtung betrieben
wird (Anhang 1 Ziff. 13 Abs. 1 NISV). Die Verfügungen vom 30. Dezember
1999 enthalten die Auflage, dass die Strombelastung im Jahreschnitt im
Normalbetrieb höchstens 50% des maximalen Grenzstroms bei 40° C betragen
dürfe. Das Gutachten Fischer und die atel haben ihren Berechnungen der zu
erwartenden Emissionen deshalb als massgebenden Betriebszustand eine
Auslastung von 50% zugrunde gelegt, entsprechend der durchschnittlichen
Belastung. Gemäss Angaben der atel wird die maximale Auslastung (2’240 A
[Ampere] für Leitung 1 und 1’830 A für Leitung 2) nur in Ausnahmefällen
erreicht. Im Normalfall liegt sie zwischen 30% und 70% der möglichen
Belastung. Trotzdem ist nach Anhang 1 Ziff. 13 Abs. 1 NISV für die
Beurteilung der Einhaltung des Anlagegrenzwerts die maximale Auslastung
massgebend. Eine Beschränkung der durchschnittlichen Auslastung in der
Plangenehmigungsverfügung mag sinnvoll sein, ändert an der von der NISV
vorgeschriebenen Berechnungsart jedoch nichts.

8.6.2. (Antrag der Beschwerdeführenden auf Einholung eines
Obergutachtens abgewiesen)

8.6.3. Die Beschwerdeführenden beantragen ferner, es sei abklären zu
lassen, welche Ausbauten (Aufstockungen und Gebäudeerweiterungen)
der bestehenden Gebäude in ihrer Gemeinde gemäss der baurechtlichen
Grundordnung zulässig seien. Nur so könne ermittelt werden, wie nahe
an die Leitung allfällige zukünftige Räume mit empfindlicher Nutzung zu
liegen kämen. Es gehe nicht an, dass bei unüberbautem Bauland die maximal
zulässigen Bauvolumen massgebend seien, bei bestehenden Gebäuden jedoch
nur die aktuellen Dimensionen berücksichtigt würden.

Neue Anlagen müssen im massgebenden Betriebszustand an Orten mit
empfindlicher Nutzung den Anlagegrenzwert einhalten (Anhang 1 Ziff. 14
NISV). Art. 3 Abs. 3 NISV legt fest, was als Ort mit empfindlicher Nutzung
zu gelten hat. Dazu gehören Räume in Gebäuden, in denen sich Personen
regelmässig während längerer Zeit aufhalten (Bst. a), öffentliche oder private,
raumplanungsrechtlich festgesetzte Kinderspielplätze (Bst. b) sowie diejenigen
Flächen von unüberbauten Grundstücken, auf denen Nutzungen nach
den Bst. a und b zugelassen sind (Bst. c). Bei unüberbauten Grundstücken
gemäss Bst. c sind alle Bauten massgebend, die innerhalb der baurechtlichen
Grundordnung (Grenzabstände, Gebäudehöhe, Geschosszahl) oder einer
Sondernutzungsplanung erstellt werden können (Erläuternder Bericht, S. 10).

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Das Vorgehen des BUWAL, bei bestehenden Gebäuden nur das vorhandene
Bauvolumen zu berücksichtigen, nicht aber sämtliche möglichen Ausbauten,
findet seine Grundlage demnach im klaren Wortlaut der Verordnung.
Dieser lässt keinen Raum für eine weitergehende Auslegung im Sinne des
Anliegens der Beschwerdeführenden (vgl. dazu und zum Folgenden: Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 12. September 2001, publiziert in
Umweltrecht in der Praxis [URP] 2002 S. 73 ff.). Diese machen in einer späteren
Eingabe geltend, die Verordnung sei in diesem Punkt verfassungswidrig weil
sie das Gleichbehandlungsgebot sowie das Willkürverbot missachte. Es sei ihr
deshalb die Anwendung im Einzelfall zu versagen.

Es kann dahingestellt bleiben, ob diese Rüge rechtzeitig vorgebracht worden
ist, weil sie ohnehin nicht stichhaltig ist. Nach Art. 8 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ist eine
Ungleichbehandlung dann zulässig, wenn sie sachlich begründet ist (vgl. auch
zum Nachfolgenden: Jörg Paul Müller, Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl.,
Bern 1999, S. 397 ff.) Das BUWAL begründet die Berücksichtigung der rechtlich
möglichen Überbauung von Bauland damit, dass die planungsrechtlich
mögliche Nutzung bei unüberbauten Parzellen in der Regel auch realisiert
werde (Erläuternder Bericht, S. 10). Bei bestehenden Gebäuden ist dies anders.
Nicht alle Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer streben eine maximale
Ausnutzung der Überbauungsmöglichkeiten ihres Grundstücks an. Ausserdem
können gewisse Ausbauwünsche an bestehenden Bauten aus ästhetischen
bzw. denkmalpflegerischen Einwänden scheitern. Mit dem Ausschöpfen der
maximalen Überbauungsmöglichkeit ist bei bestehenden Gebäuden daher mit
weniger hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen als bei noch unüberbautem
Bauland. Damit erweist sich die in der NISV getroffene Unterscheidung
als sachlich gerechtfertigt. Sie ist demzufolge auch nicht willkürlich. Im
Übrigen ist dem Verordnungsgeber bei der Erfüllung der ihm vom Gesetz
übertragenen Aufgabe ein gewisser Gestaltungsspielraum zuzugestehen.
Die NISV hält sich an den vorgegebenen Rahmen und ist demzufolge weder
gesetzes- noch verfassungswidrig. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die
Frage der Zulässigkeit von weiteren Ausbauten an den bestehenden Gebäuden
im vorliegenden Fall nicht entscheidend ist. Wie weiter oben festgestellt,
ist der Anlagegrenzwert bereits bei den heutigen Gebäudevolumen in den
Räumen mit empfindlicher Nutzung nicht eingehalten. Ob das Bauvorhaben
der Beschwerdegegnerin dennoch zu Recht genehmigt worden ist, muss
nachfolgend geprüft werden.

Der Antrag der Beschwerdeführenden auf Einholung eines Gutachtens über
die gemäss Bauordnung und Zonenplan der Gemeinde möglichen Nutzungen
in der Umgebung der geplanten Anlagen ist somit abzuweisen.

8.7. Gemäss Anhang 1 Ziff. 15 Abs. 2 NISV können Ausnahmen von der
Pflicht zur Einhaltung des Anlagegrenzwerts bewilligt werden, wenn die
Inhaberin bzw. der Inhaber der Anlage nachweist, dass die Phasenbelegung so
optimiert ist, dass die magnetische Flussdichte ausserhalb des Leitungstrassees
im massgebenden Betriebszustand minimiert wird und alle anderen

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Massnahmen zur Begrenzung der Strahlung, wie ein anderer Standort, eine
andere Leiteranordnung, die Verkabelung oder Abschirmungen, die technisch
und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar sind, getroffen wurden.

8.7.1. Die Wahl einer anderen Trasseevariante ist bereits diskutiert und
verworfen worden (E. 7). Sie erweist sich auch unter dem Gesichtspunkt der
Immissionsbegrenzung als nicht sinnvoll. Das Verlegen der Leitung 1 würde
ausserdem an der bestehenden hohen Belastung durch die Leitung 2 nichts
ändern. Das Verlegen der Leitung 1 fällt somit als Massnahme nach Anhang 1
Ziff. 15 Abs. 2 Bst. b NISV ausser Betracht.

8.7.2. Die Beschwerdeführenden beantragen weiter die Verkabelung der
Leitung 1 und wohl auch der Leitung 2 im Bereich ihrer Gemeinde. Sie
argumentieren, solange eine Kabellösung nicht ernsthaft geprüft worden
sei und insbesondere die Kosten nicht von einer neutralen Stelle berechnet
worden seien, könne keine Ausnahmebewilligung im Sinne von Anhang 1
Ziff. 15 Abs. 2 NISV gewährt werden.

Würde die Leitung 1 verkabelt, bestünde kein Anlass, die Leitung 2 in die
Betrachtungen mit einzubeziehen. Wegen der fehlenden räumlichen Nähe und
gegenseitigen Beeinflussung der Magnetfelder würde jede Leitung getrennt
betrachtet. Die Leitung 2 gälte demzufolge nicht mehr als Teil einer neuen
Anlage und müsste nicht den Anlagegrenzwert einhalten. Auf sie fänden
einzig die weniger weit gehenden Sanierungsvorschriften Anwendung
(Art. 7 f. NISV). Das Verkabelungsbegehren kann sich daher aus rechtlichen
Überlegungen nur auf die Leitung 1 beziehen.

8.7.3. Nach Auskunft der Vertreter der Beschwerdegegnerin stelle die
Verkabelung einer 400-kV-Leitung heutzutage noch eine Herausforderung
dar, sei aber rein technisch machbar. Aus wirtschaftlichen und vor allem aus
betrieblichen Überlegungen komme eine Kabellösung hier jedoch nicht in
Frage. Kabelstrecken auf der Spannungsebene von 400 kV seien in der Schweiz
noch sehr selten und auf kurze Abschnitte beschränkt, wo eine Freileitung
nicht möglich sei.

Die atel hat im Verfahren vor der Vorinstanz die Anträge auf Verkabelung
der Leitung 1 näher geprüft. An der Augenscheinsverhandlung haben
ihre Vertreter die im erstinstanzlichen Verfahren gemachten Aussagen
grundsätzlich bestätigt. Der grösste Nachteil einer Kabellösung scheint nebst
den höheren Kosten in der Betriebssicherheit zu liegen. Trotz Fortschritten
in der Technik bildet die Kabelstrecke innerhalb eines Übertragungsnetzes
den störungsanfälligsten Punkt und schwächt damit das gesamte Netz. Der
an der Augenscheinsverhandlung von einem Beschwerdeführer geäusserte
Einwand, dass der Vorteil eines Netzes ja gerade darin liege, dass Ausfälle
durch andere Leitungen übernommen werden könnten, mag grundsätzlich
zutreffen. Ein Blick auf den Sachplan Übertragungsleitungen zeigt jedoch,
dass nebst der Leitung 1 nur wenige weitere alpenquerende Leitungen
dieser Spannungsebene bestehen. Der Ausfall einer so wichtigen, zum
europäischen Verbundnetz gehörenden Übertragungsleitung wie die Leitung
Mettlen-Gösgen 1 wäre zweifellos mit grossen Nachteilen verbunden, wie
nachfolgend dargelegt wird.

Die Übertragungsleitung Mettlen-Gösgen 1 dient der Stromversorgung
der Zentralschweiz sowie dem Export von Strom nach Italien. Sie ist Teil
des europäischen Verbundnetzes. Dank der Erhöhung der Spannung von

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150/220 kV auf 400/400 kV ergeben sich grössere Übertragungskapazitäten,
was insbesondere mit Blick auf den Bedarf in der Zentralschweiz wichtig
ist. Selbst wenn der Ausfall einer wichtigen Übertragungsleitung wie die
Leitung 1 kurzfristig durch andere Leitungen aufgefangen werden könnte,
verliert das Argument der Betriebssicherheit nicht an Bedeutung. Nach
Angaben der atel liegt die normale Auslastung einer Leitung zwischen 30%
und 70% der möglichen Belastung. Höhere Belastungen sind wegen der damit
verbundenen Stromwärmeverluste nicht wirtschaftlich. Eine Überlastung
anderer Zuleitungen ist somit auch aus energieökonomischen Überlegungen
zu vermeiden. Störungen an Kabelstrecken sind wegen der erschwerten
Zugänglichkeit zudem nicht so leicht zu orten und zu beheben wie Störungen
an Freileitungen. Im Störungsfall müsste demnach mit längeren Unterbrüchen
gerechnet werden. Bereits heute bestehen offenbar bei der Versorgung der
Innerschweiz mit Strom Engpässe. Ausfälle dürfen daher nicht leichtfertig
in Kauf genommen werden. Dass der Leitung 1 auch im internationalen
Stromaustausch eine grosse Bedeutung zukommt, ist unbestritten. Ausfälle
hätten deshalb auch im Verhältnis zum Ausland für sämtliche Beteiligten
schwerwiegende Nachteile zur Folge.

8.7.4. Hinzu kommen die bedeutenden Mehrkosten für Bau, Unterhalt
und Erneuerung der Kabelstrecke. Gemäss Stellungnahme der atel vom
3. November 1998 müsste für eine Kabelanlage von 2 km Länge mit
Erstellungskosten in der Höhe von ungefähr Fr. 45 Mio. gerechnet werden.
Die Kosten für den entsprechend langen Freileitungsabschnitt bezifferte die
atel auf ungefähr Fr. 2.8 Mio. Selbst wenn die Kabelstrecke anders als von
der atel angenommen im Tagbau erstellt werden könnte, wären die von der
Beschwerdegegnerin zu tragenden Mehrkosten enorm. Zusammen mit den
betrieblichen Nachteilen erscheint der Bau eines 2 km langen Kabelteilstücks
mitten in einer sonst als Freileitung erstellten 400/400-kV-Übertragungsleitung
nach dem heutigen Stand der Technik als unverhältnismässig und kommt
daher als Alternative zur Reduktion der Belastung der Wohnhäuser der
Beschwerdeführenden nicht in Frage (vgl. auch BGE 124 II 219 E. 8e).

Der Vollständigkeit halber sei noch darauf hingewiesen, dass die Verkabelung
der Leitung auf dem fraglichen Abschnitt weitere Nachteile mit sich bringen
würde. So müssten u. a. zwei Übergangsstellen von Kabel auf Freileitung
mit relativ hohem Raumbedarf und entsprechenden Auswirkungen auf das
Landschaftsbild erstellt werden.

8.7.5. An der Augenscheinsverhandlung vom 27. August 2001 sind weitere
Massnahmen zur Begrenzung der Strahlung diskutiert worden. Nach
Angaben des BUWAL ist die projektierte Phasenbelegung bereits optimiert
(vgl. Anhang 1 Ziff. 15 Abs. 2 Bst. a NISV). Im Bereich der Wohnhäuser
der Beschwerdeführenden sei zudem nicht die übliche tonnenförmige
Leiteranordnung gewählt worden, sondern ein Masttyp, bei dem die mittleren
Ausleger gleich lang sind wie die oberen und unteren. Gemäss Vorlageprojekt
sind für die Masten Nr. 220 und 221 (Leitung 1) sowie für die Masten Nr. 106N
und 106A (Leitung 2) Spezialtragwerke vorgesehen. Die übliche Trasseebreite
von 19 m ist dadurch in diesem Bereich auf 13 m reduziert worden. Eine
weitere Vergrösserung des Abstands der Ausleger zu den Häusern durch eine
noch kompaktere Leiteranordnung wäre nach Einschätzung des Vertreters
der atel zwar denkbar, hätte jedoch zur Folge, dass die Spannweiten zwischen
den Masten massiv verringert und ein zusätzliches Tragwerk gebaut werden

10

http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_124_II_219&resolve=1

müsste. Er bezweifelte ferner, ob diese kompaktere Leiteranordnung eine
massgebende Verminderung der Belastung der Wohnhäuser bewirken würde.
Seines Wissens sei ein solch schmaler Masttyp in der Schweiz noch nirgends
erstellt worden.

Denkbar wäre auch eine zusätzliche Erhöhung der Masten. Vorgesehen
sind im Bereich der Liegenschaften der Beschwerdeführenden über 80 m
hohe Masten. Grössere Masten würden das Landschaftsbild noch stärker
beeinträchtigen. Ausserdem wäre die durch den Mast beanspruchte Fläche
grösser. Trotzdem könnten nach Einschätzung der atel die Anlagegrenzwerte
mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht eingehalten werden.

8.7.6. Das Vorlageprojekt ist das Resultat langjähriger Verhandlungen
zwischen der Vorinstanz, der Anlageninhaberin, dem BUWAL und
dem Kanton. Es stellt einen Kompromiss zwischen den verschiedenen
zu berücksichtigenden Interessen wie Schutz der Bevölkerung vor
nichtionisierender Strahlung, Landschaftsschutz sowie betrieblichen
und finanziellen Interessen der Werkeigentümerin dar. Auch wenn die
Auswirkungen einer zusätzlichen Verkürzung der Ausleger und bzw. oder
eine zusätzliche Erhöhung der Masten nicht im Detail abgeklärt worden
sind, scheinen aufgrund der Ergebnisse des Instruktionsverfahrens die
Nachteile solcher Massnahmen allfällige Vorteile zu überwiegen. Die atel
hat das Projekt gestützt auf die Anträge von BUWAL und Kanton im Rahmen
des heute Möglichen und Üblichen zu optimieren versucht. Die Wirkung
weitergehender Massnahmen auf die Belastung der Liegenschaften ist unklar.
Demgegenüber würden sowohl schmälere wie höhere Masten die Landschaft
bedeutend mehr beeinträchtigen als das Vorlageprojekt. Ausserdem hätten sie
Mehrkosten zur Folge.

Der Rahmen des für eine Reduktion der magnetischen Flussdichte mit
vertretbarem Aufwand Machbaren ist ausgeschöpft worden.

8.7.7. Die Aufzählung anderer möglicher Massnahmen gemäss Anhang 1
Ziff. 15 Abs. 2 Bst. b NISV ist nicht abschliessend. Eine Beschränkung der
maximalen Auslastung der Leitung auf einen Wert unterhalb des technisch
Möglichen würde ebenfalls eine Reduktion der magnetischen Flussdichte
bewirken und könnte als Auflage mit der Plangenehmigung verfügt werden
(vgl. Anhang 1 Ziff. 13 NISV).

Die projektierte Leitung 1 ist auf einen thermischen Grenzstrom bei 40° C
von 2240 A pro Phase ausgelegt. Der thermische Grenzstrom bei 40° C der
Leitung 2 liegt bei 1830 A. Im Rahmen der vorgesehenen Änderungen an
der Leitung 2 werden zur Vermeidung des Koronalärms auf einer Strecke
von 7 km Leiter mit einem Querschnitt von 800 mm2(in Doppelbündel)
eingesetzt. Da auf dem restlichen Abschnitt der Leitung 2 Leiter mit einem
Querschnitt von 550 mm2 verwendet werden, hat diese Massnahme keine
Erhöhung des maximalen Grenzstroms zur Folge. Leitung 2 weist demnach
mit 1830 A im Vergleich zur projektierten Leitung 1 bereits einen reduzierten
Leiterquerschnitt und damit verbunden eine geringere Leistungsfähigkeit
auf. Bei Leitung 1 wäre die Reduktion des maximalen Grenzstroms hingegen
denkbar. Weil dadurch der massgebende Betriebszustand verändert würde,
hätte diese Massnahme unmittelbar Auswirkungen auf die Beantwortung
der Frage, ob die Anforderungen zur vorsorglichen Emissionsbegrenzung

11

eingehalten sind. Es ist mit anderen Worten nicht ausgeschlossen, dass
dadurch bei den Liegenschaften östlich der Leitungen der Anlagegrenzwert
eingehalten werden könnte.

Die mit einer Beschränkung der Leistungskapazität verbundenen Nachteile
sprechen jedoch gegen eine solche Lösung. Die Leistungsgrenze einer
Freileitung und damit die Dimensionierung der einzelnen Leiter werden
so festgelegt, dass die in der Verbundnetzkonfiguration zu erwartende
höchste Belastung («worst case») aufgefangen werden könnte. Solche
Höchstbelastungen sind selten und werden - weil nicht wirtschaftlich (vgl.
E. 8.7.3) - nur über kurze Zeit betrieben. Für die betriebliche Sicherheit des
Netzes sind sie jedoch wichtig. Sie erlauben zum Beispiel, Ausfälle anderer
Leitungen ohne Netzunterbrüche aufzufangen. Bestünde die Möglichkeit nicht,
kurzfristig eine Leitung bis an ihre Kapazitätsgrenze auszulasten, müsste
wegen der Überbelastung anderer Leitungen mit Netzunterbrüchen gerechnet
werden. Ausserdem wäre die Begrenzung der Leitungsfähigkeit einer Leitung
nur mit erheblichem technischen und finanziellen Aufwand realisierbar. Die
atel rechnet mit Kosten von Fr. 40 Mio. Würde hingegen der Leiterquerschnitt
verringert, was ebenfalls eine Begrenzung der Leistungsfähigkeit zur Folge
hätte, würden die Lärmimmissionen deutlich zunehmen.

Insgesamt erscheint eine Reduktion des thermischen Grenzstroms bei den
Leitungen 1 und 2 weder betrieblich noch wirtschaftlich tragbar. Sie kommt
daher als Massnahme nach Anhang 1 Ziff. 15 Abs. 2 Bst. b NISV nicht in Frage.

8.7.8. Damit sind die Voraussetzungen erfüllt, um eine Ausnahme von der
Einhaltung der vorsorglichen Emissionsbegrenzung gewähren zu können.
Obwohl der Anlagegrenzwert von 1 µT an einigen Orten mit empfindlicher
Nutzung geringfügig überschritten wird, kann die Anlage aus Sicht des
Schutzes vor nichtionisierender Strahlung genehmigt werden.

[110] Zu beziehen beim Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft
(BUWAL), Dokumentation, Postfach, CH-3003 Bern, oder auf Internet unter:
http://www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/fg_nis/vorschriften/nisv/
index.html

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http://www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/fg_nis/vorschriften/nisv/index.html
http://www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/fg_nis/vorschriften/nisv/index.html

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 66.103 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission UVEK vom

15. März 2002 i.S. D.B. und Mitbeteiligte gegen atel [E-2000-16]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2002
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Anno

Band 66
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Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

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Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission UVEK vom 15. März 2002 i.S. D.B. und Mitbeteiligte gegen atel [E-2000-16]