# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2abaaba5-f3e8-59ac-80ad-b65fa6220fc4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 07.12.2011 B 2011/160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2011-160_2011-12-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2011/160

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 07.12.2011

Entscheiddatum: 07.12.2011

Urteil Verwaltungsgericht, 07.12.2011
Ausländerrecht, Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG (SR 142.20), Art. 8 EMRK (SR 
0.101).Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung eines Kosovaren, dessen 
Ehe zwar knapp nicht drei Jahre gedauert hat, dessen Beziehung zu seiner 
unter der Obhut der Mutter stehenden, in der Schweiz niedergelassenen 
Tochter aber in affektiver Hinsicht überdurchschnittlich eng ist 
(Verwaltungsgericht, B 2011/160).

Ausländerrecht, Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG (SR 142.20), Art. 8 EMRK (SR 0.101).

Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung eines Kosovaren, dessen Ehe zwar 

knapp nicht drei Jahre gedauert hat, dessen Beziehung zu seiner unter der Obhut 

der Mutter stehenden, in der Schweiz niedergelassenen Tochter aber in affektiver 

Hinsicht überdurchschnittlich eng ist (Verwaltungsgericht, B 2011/160).

 

Urteil vom 7. Dezember 2011

 

Anwesend: Vizepräsident lic.iur. A. Linder; Verwaltungsrichter Dr. B. Heer, lic.iur. A. 

Rufener,

Dr. S. Bietenharder-Künzle; Ersatzrichterin lic.iur. D. Gmünder Perrig; Gerichtsschreiber

lic. iur. S. Schärer

_______________

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 

In Sachen

I. A.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. A. F.,

gegen

 

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Moosbruggstrasse 11, 

9001 St. Gallen,

 

betreffend

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung B

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ I. A., geboren am 23. Oktober 1976 in Novoselle, kosovarischer Staatsangehöriger, 

reiste im Mai 2000 unter falscher Identität in die Schweiz ein, wo er um Asyl 

nachsuchte. Als herausgekommen war, dass er bereits in Deutschland erfolglos einen 

Asylantrag gestellt hatte, wurde er im Juni 2000 der rechtswidrigen Einreise und des 

rechtswidrigen Verweilens in der Schweiz schuldig erklärt und deswegen zu einer 

bedingten Gefängnisstrafe von vier Wochen und einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt. 

Gleichzeitig wurde er ausgewiesen, nach Deutschland zurückgeführt und mit einer 

dreijährigen Einreisesperre belegt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B./ Am 1. November 2004 heiratete er in seiner Heimat eine Landsfrau, die ihrerseits im 

Jahr 1995 mit achtzehn Jahren zum Verbleib bei ihrem damaligen Ehemann in die 

Schweiz eingereist war. Acht Jahre später liessen sich diese wieder scheiden, wobei 

die beiden gemeinsamen Kinder dem Vater zugeteilt wurden. Am 31. Mai 2006 wurde I. 

A. im dritten Anlauf die Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs 

gewährt, nachdem die beiden ersten Gesuche unter anderem wegen ungenügender 

finanzieller Mittel und Schulden beim Sozialamt seiner Frau abgelehnt worden waren. In 

die Schweiz reiste er am 30. Mai 2006 ein. Am 8. August 2006 erhielt seine Frau die 

Niederlassungsbewilligung. Die gleiche Bewilligung besitzt ihre gemeinsame Tochter, 

die am 22. Juni 2007 zur Welt gekommen ist.

Die Eheleute trennten sich am 11. Mai 2009. Ihre Scheidung datiert vom 26. Januar 

2010. Dabei wurde ihre gemeinsame Tochter unter die elterliche Sorge der Mutter 

gestellt, während dem Vater ein ausgedehntes Besuchs- und Ferienrecht eingeräumt 

sowie Unterhaltszahlungen auferlegt wurden. Mit Blick auf die nur kurze Zeit gelebte 

Ehegemeinschaft verlängerte das Ausländeramt (heute Migrationsamt) des Kantons 

St. Gallen die Aufenthaltsbewilligung von I. A. am 14. Juli 2010 nicht mehr. Dagegen 

liess dieser durch seinen Rechtsvertreter am 29. Juli 2010 beim Sicherheits- und 

Justizdepartement Rekurs erheben mit dem Antrag, seine Aufenthaltsbewilligung sei zu 

verlängern. Die Rekursinstanz wies seinen Antrag mit Entscheid vom 18. Juli 2011 ab 

und lud das Migrationsamt ein, dem Rekurrenten eine neue Ausreisefrist zu setzen.

C./ Gegen den Rekursentscheid liess I. A. am 2. August 2011 beim Verwaltungsgericht 

des Kantons St. Gallen mit dem Antrag Beschwerde erheben, der Entscheid sei 

kostenpflichtig aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern. Zur 

Begründung macht er in erster Linie seine besonders enge Beziehung zur mittlerweile 

vierjährigen Tochter geltend, die bei seiner Exfrau in der Schweiz lebt.

D./ Der Verwaltungsgerichtspräsident gewährte mit Verfügung vom 9. August 2011 die 

unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung für das Gerichtsverfahren.

F./ Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 17. August 2011, die 

Beschwerde abzuweisen und verzichtete ansonsten auf eine Stellungnahme.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

G./ Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

2. Nach Art. 44 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländer (SR 142.20, abgekürzt 

AuG) kann ausländischen Ehegatten von Personen mit Aufenthaltsbewilligung ebenfalls 

eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. 

Ausländische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung haben in diesem 

Fall einen Anspruch auf die Aufenthaltsbewilligung (Art. 43 Abs. 1 AuG).

Wohnen die Ehegatten nicht mehr zusammen, geht der Anspruch des Ausländers 

gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung grundsätzlich 

unter. Das Erfordernis des Zusammenwohnens besteht nur dann nicht, wenn für 

getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden, die 

Familiengemeinschaft aber weiterhin besteht (Art. 49 AuG). Solange die 

Voraussetzungen für die Erteilung eines eigenständigen Aufenthaltstitels an den 

nachgezogenen Ehegatten noch nicht erfüllt sind, hat der Ausländer die Schweiz 

wieder zu verlassen, da der Aufenthaltszweck, das eheliche Zusammenleben bzw. das 

Führen einer ehelichen Gemeinschaft also, nicht mehr erreicht werden kann. Dies gilt in 

jedem Fall, sei es, dass die Ehe durch Scheidung oder Tod aufgelöst wird oder dass 

die Ehe zwar formell weiterbesteht, die Ehegatten aber definitiv getrennt leben (Geiser/

Busslinger in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel 2009, 

Rz. 14.54 und 14.147).

3. Trotz Auflösung der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch des Ehegatten auf 

Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung unter den Voraussetzungen von Art. 50 AuG 

weiter. Demnach wird die Aufenthaltsbewilligung verlängert, wenn die Ehegemeinschaft 

mindestens drei Jahre gedauert hat und eine erfolgreiche Integration besteht (Art. 50 

Abs. 1 lit. a AuG). Für die Berechnung der Dreijahresfrist ist vor allem auf die Dauer der 

nach aussen wahrnehmbaren ehelichen Wohngemeinschaft abzustellen, wobei einzig 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

das Zusammenleben im Inland massgeblich ist (BGE 2C_207/2011 vom 5. September 

2011 E. 5.2). Unabhängig von der Dreijahresfrist steht dem Ausländer ein 

Verlängerungsanspruch nur zu, wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren 

Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG). Diese 

Bestimmung bezweckt die Vermeidung schwer wiegender Härtefälle bei der Auflösung 

der ehelichen Gemeinschaft. Wichtige persönliche Gründe können namentlich 

vorliegen, wenn der erwähnte Ehepartner Opfer ehelicher Gewalt wurde und die soziale 

Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Abs. 2). Der Verbleib 

in der Schweiz kann sich in diesem Sinn auch als erforderlich erweisen, wenn 

gemeinsame Kinder vorhanden sind, zu denen eine enge Beziehung besteht und die in 

der Schweiz gut integriert sind. Zu berücksichtigen sind stets auch die Umstände, die 

zur Auflösung der Gemeinschaft geführt haben (Urteil 2C_787/2010 vom 16. Juni 2011 

E. 3.2).

3.1. Die gelebte Ehegemeinschaft des Beschwerdeführers hat unbestrittenermassen - 

wenn auch nur knapp - weniger als die erforderlichen drei Jahre gedauert. Ein 

Anspruch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG scheidet folglich - unabhängig vom 

Erfolg oder Grad seiner Integration - aus, gilt doch die Grenze von drei Jahren absolut. 

Selbst wenn sie wie hier nur um wenige Wochen oder Tage verpasst wird, besteht kein 

Anspruch auf Verlängerung der Bewilligung (BGE 2C_781/2010 vom 16. Februar 2011 

E. 2.1.3).

3.2. Der Beschwerdeführer erachtet es unabhängig von der Dreijahresfrist als 

unzumutbar, in sein kriegsgeschütteltes Heimatland zurückkehren zu müssen. 

Tatsächlich ist er aber von dort, wo er aufgewachsen und bis dahin mehrheitlich gelebt 

hatte, erst vor fünf Jahren als bereits 30-Jähriger zu seiner damaligen Ehefrau in die 

Schweiz gereist. Die Lage nach dem Kosovo-Krieg im Jahr 1999 hat sich seither 

grundsätzlich normalisiert. Die Schweiz hat das Land Anfang des Jahres 2008 als 

selbständigen Staat anerkannt und mit ihm diplomatische Beziehungen aufgenommen. 

Seit dem 1. April 2009 gilt Kosovo sodann als "Safe Country". Massgebliche Kriterien 

für die Bezeichnung als ein solches Land sind insbesondere die Einhaltung der 

Menschenrechte sowie die Anwendung internationaler Konventionen im 

Menschenrechts- und Flüchtlingsbereich. Damit steht es ausser Frage, dass sich der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführer trotz des vergangenen Balkankriegs wiederum in seinem 

Heimatland eingliedern kann.

3.3. Weiter sieht der Beschwerdeführer einen wichtigen persönlichen Grund zum 

weiteren Verbleib in der Schweiz im besonderen Verhältnis zu seiner heute vierjährigen 

Tochter.

3.3.1. Im Rahmen von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG ist auch dem Schutz des Familienlebens 

nach Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) 

und Art. 13 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) Rechnung zu tragen (BGE 

2C_787/2010 vom 16. Juni 2011 E. 3.2.1). Bei der im Hinblick auf die 

Bewilligungserteilung nach Art. 8 EMRK erforderlichen Interessenabwägung fällt das 

Interesse des um Bewilligung ersuchenden Ausländers aber grundsätzlich nur dann ins 

Gewicht, wenn er mit der in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Person 

zusammenlebt. Was das Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern betrifft, gilt dies im Falle 

getrennt lebender Eltern für denjenigen Elternteil, dem das Sorgerecht zusteht, 

vorliegend also für die Kindsmutter. Der nicht sorgeberechtigte ausländische Vater 

kann die familiäre Beziehung zu seinen Kindern indessen zum Vornherein nur in einem 

beschränkten Rahmen, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten 

Besuchsrechts, leben. Hierzu ist nicht unabdingbar, dass er dauernd im gleichen Land 

wie das Kind lebt und dort über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt. Ein solches 

Besuchsrecht gegenüber einem in der Schweiz fest anwesenheitsberechtigten Kind 

verschafft dem Vater daher im Allgemeinen noch keinen Anspruch auf dauernde 

Anwesenheit; den Anforderungen von Art. 8 EMRK ist Genüge getan, wenn das 

Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden 

kann, wobei allenfalls die Modalitäten entsprechend auszugestalten sind. Nach der 

ständigen Praxis zu den erwähnten Verfassungs- und Konventionsbestimmungen hätte 

der Beschwerdeführer jedoch einen Anwesenheitsanspruch, wenn zwischen ihm und 

seiner Tochter in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge 

Beziehung besteht, die wegen der Distanz zu seinem Heimatland praktisch nicht 

aufrechterhalten werden könnte, und wenn zusätzlich das bisherige Verhalten des 

Ausländers zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat. Nur unter diesen Voraussetzungen 

kann das private Interesse am Verbleib im Land gestützt auf ein Besuchsrecht 

ausnahmsweise das öffentliche Interesse an einer einschränkenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Einwanderungspolitik bzw. am Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im 

Rahmen von Art. 8 EMRK überwiegen (BGE 2C_718/2010 vom 2. März 2011 E. 3.2 und 

2C_195/2010 vom 23. Juni 2010 E. 6.6, je mit Hinweisen).

3.3.2. Leitlinie müssen in dieser Situation das Kindeswohl und -interesse sein (M. 

Caroni in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar zum Ausländergesetz, 

Bern 2010, Rz.  26 zu Art. 50 AuG). Das Bundesgericht hat dazu aber mehrfach 

festgehalten, dass allein mit der Tatsache, dass der sorgeberechtigte Elternteil das 

Kind regelmässig jedes zweite Wochenende zu sich auf Besuch sowie jährlich zwei 

Wochen in die Ferien nimmt, keineswegs dargetan sei, dass eine besonders enge 

Beziehung zum Kind vorliege. Damit liege vielmehr eine normale Vater-Kindbeziehung 

vor (BGE 2A.522/2006 vom 21. November 2006 E. 4.2, BGE 2C_787/2010 vom 16. Juni 

2011 E. 3.2.2). Erforderlich ist vielmehr, dass ein grosszügig ausgestaltetes 

Besuchsrecht kontinuierlich, spontan und reibungslos ausgeübt wird (BGE 

2C_799/2010 vom 20. Februar 2011 E.

3.3.1 mit Hinweisen).

3.3.3. Vorliegend wird gemäss Scheidungsurteil vom 26. Januar 2010, das sich 

betreffend die Kinderzuteilung hauptsächlich auf den Abklärungsbericht der Sozialen 

Dienste Mittelrheintal vom 17. Dezember 2009 abgestützt hat, beiden Elternteilen eine 

tragfähige emotionale Beziehung zur Tochter attestiert, wobei beim Vater insofern ein 

gewisser Vorbehalt besteht, als er in Ermangelung eines anderweitigen sozialen 

Umfelds beinahe ausschliesslich auf die Tochter ausgerichtet ist. Diese ausgeprägte 

emotionale und beinahe einzige Ausrichtung auf seine Tochter erklärte er der 

Fachstelle gegenüber mit seinem ausgeprägten Familiensinn und seiner sozialen 

Isolation in der Schweiz. Aus dem Bericht der Fachstelle geht sodann hervor, dass 

beide Elternteile auf Informationen betreffend kindsgerechter Freizeitgestaltung sowie 

Vernetzungsmöglichkeiten am Wohnort angewiesen sind, weil sie ausserhalb des 

Herkunftslandes kaum familiäre Kontakte pflegen, arbeits- und kulturübergreifend 

ebenfalls kaum und auch sonst sozial und kulturell praktisch nicht vernetzt sind. Das 

Kreisgericht legte angesichts der festgestellten engen Vater-Tochter-Beziehung die 

Besuchs- und Ferienregelung grosszügig auf drei Wochenenden pro Monat bzw. drei 

Wochen fest. Mit Eintritt des Kindes in die Primarschule wird die Besuchsregelung auf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

das übliche Mass von zwei Wochenenden pro Monat reduziert, damit das Kind die 

Wochenenden auch mit der Mutter und sonstigen Freundinnen und Freunden 

verbringen können wird. Im Gegenzug dehnte das Gericht die Besuchsregelung aber 

auf zwei Nächte pro Wochenende bzw. auf Freitag- bis Sonntagabend aus. Mit Blick 

darauf, dass das Scheidungsverfahren in Bezug auf ihre Tochter von emotionalen 

Auseinandersetzungen geprägt war, die Eltern weitgehend unfähig waren, hinsichtlich 

der Tochter Absprachen zu treffen und die Familie wie bereits gesagt auffällig isoliert 

sprich kaum integriert war und die Tochter deshalb nur wenige Aussenkontakte hatte, 

errichtete das Gericht eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 des 

Zivilgesetzbuches (SR 210).

3.3.4. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer in affektiver Hinsicht eine 

überdurchschnittlich enge und engagierte Beziehung zu seiner unter der Obhut seiner 

geschiedenen Frau stehenden Tochter unterhält. Auch die Kindsmutter bestätigt, dass 

sich die Tochter jeweils sehr auf die Zeit mit ihrem Vater freue. Sie unterstützt den 

Kontakt ihrer Tochter zum Vater und möchte nicht, dass dem Kindsvater das gleiche 

passiert wie ihr selbst mit den Töchtern aus erster Ehe, zu denen sie keinen Kontakt 

mehr haben kann. Der Beschwerdeführer übt das überdurchschnittliche Besuchs- und 

Ferienrecht denn auch zuverlässig und unaufgefordert aus.

3.3.5. Dazu kommt, dass sich der Beschwerdeführer und seine Exfrau gütlich über die 

Kinderunterhaltszahlungen geeinigt haben und er regelmässig seit Juni 2009 bis Juli 

2011 Fr. 800.-- pro Monat inklusiv Kinderzulagen leistet. Von ausstehenden Steuern in 

den Jahren 2008 und 2010 abgesehen ist nichts bekannt, dass er sonst seinen 

finanziellen Verpflichtungen nicht nachkomme. Seine Arbeitgeberin bestätigt ihm 

sodann, dass sie den Beschwerdeführer seit Eintritt im Oktober 2007 als äussert 

zuverlässigen, angenehmen und überdurchschnittlich guten Mitarbeiter schätze und ihn 

deshalb nur ungern verlieren würde. Mithin darf davon ausgegangen werden, dass der 

Beschwerdeführer auch weiterhin ohne Weiteres in entscheidendem Umfang für seine 

von ihm getrennt lebende Tochter aufkommen wird. Mit Blick darauf, dass der 

Beschwerdeführer bei einem Jahreslohn von rund Fr. 50'000.-- mit knapp Fr. 10'000.-- 

pro Jahr massgeblich für seine Tochter aufkommt und sie zudem an drei 

Wochenenden pro Monat bei sich betreut, kann nebst einer engen affektiven auch von 

einer besonders engen wirtschaftlichen Beziehung zwischen ihm und seiner Tochter 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gesprochen werden, auch wenn die Vorinstanz in diesem Zusammenhang zu Recht auf 

BGE 2D_99/2008 vom 16. Februar 2009 E. 2.4 hinweist und geltend macht, dass seine 

Exfrau bei den vorliegenden finanziellen Verhältnissen neben der Kinderbetreuung auch 

noch mindestens einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachgehen muss.

3.3.6. Schliesslich wird für die Härtefallregelung von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG in 

Verbindung mit Art. 8 EMRK und Art. 13 BV zusätzlich verlangt, dass das Verhalten des 

Ausländers in der Schweiz bisher zu keinerlei Klagen Anlass gegegeben hat. Dabei fällt 

ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2000 zu einer Freiheitsstrafe samt 

Busse verurteilt werden musste, weil er im Rahmen seines damaligen Asylgesuchs die 

Behörden getäuscht und illegal ins Land eingereist war und sich hier unrechtmässig 

aufgehalten hatte. Zudem musste die Polizei wegen Ehestreitigkeiten zwischen ihm 

und seiner Exfrau dreimal ausrücken, was im vorliegenden Zusammenhang ebenfalls 

nicht unberücksichtigt bleiben darf (BGE 2C_718/2010 vom 2. März 2011 E. 3.2.3.). Der 

Vollständigkeit halber muss auch die Bussenverfügung vom 2. März 2007 erwähnt 

werden, womit ihn das Untersuchungsamt Altstätten wegen eines Verkehrsdelikts zu 

einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt hatte. Grund dafür war, dass er in einer Kurve zu 

wenig rechts gefahren ist und es deshalb zu einer Kollision mit einem 

entgegenkommenden Fahrzeug kam. Zu diesen Verfehlungen ist jedoch zu sagen, 

dass die Widerhandlungen gegen fremdenpolizeiliche Vorschriften mehr als zehn Jahre 

zurückliegen, er in der Zwischenzeit doch noch in die Schweiz einreisen durfte und hier 

eine Familie gegründet und sich fremdenpolizeilich wohlverhalten hat. Der Hintergrund 

für die polizeilichen Interventionen im häuslichen Bereich bestanden vornehmlich aus 

verbalen Streitigkeiten zwischen ihm und seiner Exfrau, wobei er allerdings auch einen 

Schlag in die Magengegend seiner damaligen Ehefrau ausgeteilt haben soll, was er 

jedoch bestreitet. Für ihn spricht aber, dass er und seine Exfrau den Ehekonflikt dank 

einvernehmlicher Scheidung lösen konnten und dass sie ihre Elternpflichten beide 

korrekt und soweit nötig gemeinsam zum Wohl ihres Kindes ausüben. Mithin handelt 

es sich bei den genannten Verfehlungen durchaus um geringfügige Straftaten, deren 

Tragweite in keinem Verhältnis zum überdurchschnittlichen Engagement des 

Beschwerdeführers als Vater stehen.

3.4. Aus dem Gesagten folgt, dass der Beschwerdeführer die Dreijahresfrist knapp 

verpasst hat. Daran ändert nichts, dass er darüber hinaus die Voraussetzungen von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Art. 50 Abs. 1 AuG grundsätzlich erfüllen würde, da er von geringfügigen Straftaten 

abgesehen die hiesige rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfassung 

respektiert, am Wirtschaftsleben erfolgreich teilnimmt und zumindest ansatzweise mit 

der hiesigen Sprache vertraut ist. Demgegenüber liegt insofern ein wichtiger 

persönlicher Grund zum Verbleib in der Schweiz gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG vor, 

als seine Beziehung zu seiner in der Schweiz niedergelassenen vierjährigen Tochter in 

affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht besonders eng ist, die nicht aufrecht erhalten 

werden könnte, wenn er nach Kosovo zurückkehren müsste. Im Vergleich zu dieser 

engen Vater-Tochter-Beziehung relativieren sich seine vergleichsweise geringfügigen 

und einmaligen Verfehlungen, die - vom Schlag gegen seine Ehefrau abgesehen - keine 

Gewalt-, Sexual- oder Betäubungsmitteldelikte betreffen. Damit sind die 

Voraussetzungen erfüllt, unter denen dem Beschwerdeführer zur Ausübung des 

Besuchsrechts gegenüber seiner in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Tochter der 

Aufenthalt bewilligt werden muss.

4. Zusammengefasst erweist sich damit die Nichtverlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung als rechtswidrig. Die Beschwerde ist daher als begründet 

gutzuheissen, der vorinstanzliche Entscheid vom 18. Juli 2011 sowie die Verfügung des 

Migrationsamtes vom 14. Juli 2010 aufzuheben und die Sache zur Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers an das Amt zurückzuweisen.

5. (…).

 

Demnach hat das Verwaltungsgericht

 

zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird gutgeheissen und der vorinstanzliche Entscheid vom 18. Juli 

2011 sowie die Verfügung des Migrationsamtes vom 14. Juli 2010 aufgehoben.

2./ Die Sache wird zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers 

an das Migrationsamt zurückgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3./     Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'000.-- und die Kosten des 

Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- werden dem Staat auferlegt. Auf die Erhebung 

wird verzichtet. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

1'000.-- für das Rekursverfahren zurückerstattet.

4./     Der Staat entschädigt den Beschwerdeführer für das Rekurs- und 

Beschwerdeverfahren insgesamt mit Fr. 3'000.-- (zuzüglich MwSt).

 

V.          R.           W.

 

Der Vizepräsident:                         Der Gerichtsschreiber:

 

Versand dieses Entscheides an:

-   den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt lic. iur. A. F.)

-   die Vorinstanz

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Urteil Verwaltungsgericht, 07.12.2011
	Ausländerrecht, Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG (SR 142.20), Art. 8 EMRK (SR 0.101).Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung eines Kosovaren, dessen Ehe zwar knapp nicht drei Jahre gedauert hat, dessen Beziehung zu seiner unter der Obhut der Mutter stehenden, in der Schweiz niedergelassenen Tochter aber in affektiver Hinsicht überdurchschnittlich eng ist (Verwaltungsgericht, B 2011/160).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T12:06:34+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen