# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e4e1ed4-b0ca-5127-aeeb-6de63ec590cc
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.10.2009 IV 2008/459
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-459_2009-10-21.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/459

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.07.2020

Entscheiddatum: 21.10.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 21.10.2009
Art. 17 ATSG: Revision. Revisionsweise Herabsetzung einer ganzen IV-Rente 
auf eine Viertelsrente nach Verbesserung des Gesundheitszustands 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. 
Oktober 2009, IV 2008/459). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 
8C_972/2009.

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn

Entscheid vom 21. Oktober 2009

in Sachen

L.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend 

Rentenrevision

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.  

A.a L.___ meldete sich im Februar 2003 zum Bezug von Leistungen der IV an und 

beantragte die Ausrichtung einer Rente (act. G 4.1/1).

A.b Am 5. Dezember 2001 hatte sich die Versicherte beim Heruntersteigen von einem 

Stuhl das linke Knie verdreht. Nach vier Knieoperationen und einem stationären 

Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon vom 20. November 2002 bis 15. Januar 2003 

wurde im Austrittsbericht vom 22. Januar 2003 als primäre Unfall- und 

Krankheitsdiagnose ein Kniedistorsionstrauma links mit/bei Korbhenkelriss des 

medialen Meniskus, vorbestehender Varusgonarthrose, grossem Knorpeldefekt am 

medialen Condylus, inexistentem vorderen Kreuzband und Vernarbung des lateralen 

Meniskusvorderhornes Knie links festgehalten. Als funktionelle Diagnosen und 

Probleme wurden belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen am linken Knie, 

eine symptomatische Fibulapseudarthrose links, eine mittelgradige depressive 

Verstimmung sowie ein maladaptives Überzeugungs- und Bewältigungsmuster, 

Pseudoblockaden am Knie rechts bei einem Einriss entlang vom Korpus und 

Hinterhorn des medialen Meniskus sowie fehlendem vorderen Kreuzband und 

rezidivierende lumbovertebrale und zervikothorakale Schmerzen festgestellt. Die 

vorwiegend stehende Tätigkeit als Hilfsverkäuferin sei der Versicherten nicht mehr 

zumutbar. Aus rein orthopädischer Sicht wäre sie für eine leichte, vorwiegend sitzende 

Tätigkeit ganztags arbeitsfähig. Aufgrund ihrer Depressivität bestehe aber noch 

weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.2/41 und 42). Dr. med. A.___, Facharzt für 

Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte im Arztbericht vom 18. März 2003 eine 

Gonarthrose links, eine alte vordere Kreuzbandruptur rechts, eine Pseudarthrose links, 

eine depressive Verstimmung sowie lumbale und zervikale Verspannungsschmerzen. 

Die Versicherte sei absolut arbeitsunfähig (act. G 4.1/12). Im psychiatrischen Gutachten 

der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, Uznach, vom 2. Juli 2003 

wurden die Diagnosen psychische Verhaltens- und Kontextfaktoren (ICD-10: F 54) und 

mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F 32.1) erhoben. Die Versicherte sei zu 

100% arbeits- und erwerbsunfähig und verfüge derzeit über kein 

Rehabilitationspotential (act. G 4.1/17).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.c Mit Verfügungen vom 20. August/ 5. November 2004 sprach die IV-Stelle der 

Versicherten gestützt auf einen IV-Grad von 100% eine ganze Invalidenrente ab 1. 

Januar 2003 zu (act. G 4.1/39 f.).

B.  

B.a Im Rahmen einer Rentenüberprüfung hielt Dr. A.___ im Verlaufsbericht vom 11. Mai 

2007 einen stationären Gesundheitszustand fest (act. G 4.1/50). Im psychiatrischen 

Gutachten vom 31. Januar 2008 stellte Dr. med. B.___, Eidg. Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, die Diagnosen anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: 

F 45.4), atypische Depression (ICD-10: F 32.8) und Status nach mittelgradiger 

depressiver Episode (ICD-10: F 32.1). Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 30% (act. G 4.1/57). Im Gutachten vom 9. Juni 2008 

diagnostizierte Dr. med. C.___, Innere Medizin Rheumatologie FMH, aus somatischer 

Sicht ein Ganzkörperschmerzsyndrom mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden 

(nacken-, kreuz- und kniebetont) und eine beginnende mediale linksbetonte Arthrose 

bei Status nach multiplen Kniegelenkseingriffen links. Nach einer mündlichen 

Besprechung mit Dr. B.___ wurde festgehalten, dass der Versicherten gesamthaft 

betrachtet für eine adaptierte Tätigkeit eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren 

sei (act. G 4.1/64). 

B.b Mit Vorbescheid vom 30. Juli 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die 

Herabsetzung der ganzen Rente auf eine Viertelsrente vorgesehen sei (act. G 4.1/70). 

Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter Einwand 

erheben und beantragte weiterhin die Ausrichtung einer ganzen Rente. Aufgrund der 

vorhandenen Unterlagen sei eine gebesserte Gesundheitssituation der Versicherten 

nicht nachvollziehbar (act. G 4.1/74). Am 29. September 2008 verfügte die IV-Stelle 

entsprechend dem Vorbescheid die Herabsetzung der ganzen Rente auf eine 

Viertelsrente. Die Begutachtung habe ergeben, dass sich der Gesundheitszustand der 

Versicherten seit der Rentenzusprechung wesentlich verbessert habe. Mittlerweile sei 

keine schwere psychische Erkrankung mehr ausgewiesen und dementsprechend eine 

60%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zumutbar (act. G 4.1/77 und 79). 

Aufgrund des Einkommensvergleichs ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 40%.

C.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, 

St. Gallen, im Namen der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 29. Oktober 2008 

mit den Anträgen, die Verfügung vom 29. September 2008 sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin sei weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten; unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge. Dr. B.___ unterscheide im psychiatrischen Bericht 

vom 31. Januar 2008 nicht klar zwischen Neubeurteilung und Veränderung des 

Gesundheitszustands seit der ursprünglichen Begutachtung. Eine veränderte 

Gesundheitssituation sei auch in keiner Weise nachvollziehbar dargelegt. Dr. B.___ 

stelle lediglich neue und bezweifle frühere Diagnosen. Die Begutachtung überzeuge 

überhaupt nicht und genüge den revisionsrechtlichen Anforderungen nicht. Der 

behandelnde Psychiater Dr. med. D.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erachte 

die Diagnose einer atypischen Depression als fragwürdig und seines Erachtens würden 

nachvollziehbare Gründe fehlen, dass sich die Arbeitsfähigkeit verändert habe. Dr. 

B.___ habe sich nur ungenügend auf die Diskussion der begleitenden Umstände einer 

somatoformen Schmerzstörung und deren Überwindung eingelassen. Die Festlegung 

der Arbeitsunfähigkeit auf 30% erscheine als willkürlich und nicht nachvollziehbar. In 

formeller Hinsicht sei einzuwenden, dass der Beschwerdeführerin am 10. März 2008 

eine (zweite) Begutachtung durch Dr. B.___ mitgeteilt worden, diese dann aber durch 

Dr. C.___ erfolgt sei. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrads sei beim 

Invalideneinkommen kein Teilzeit- und kein Leidensabzug vorgenommen worden. 

Korrekterweise wären wegen des Teilzeitpensums ein Abzug von 10% und ein 

Leidensabzug von 10% gerechtfertigt, wodurch sich ein Invaliditätsgrad von 52%, 

respektive eine halbe Invalidenrente ergeben würde (act. G 1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. Januar 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin, 

es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin keinen Rentenanspruch habe. Dr. 

B.___ habe eine erhebliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands seit 

der letzten psychiatrischen Begutachtung festgestellt. Im Untersuchungszeitpunkt habe 

er keine depressive Störung von erheblicher Schwere mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit feststellen können. Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung 

sei nachvollziehbar. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung sei zu vermuten, dass 

diese Erkrankung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung 

überwindbar seien. Die von Dr. B.___ attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit sei somit 

IV-rechtlich unter Berücksichtigung der Rechtsprechung nicht anzuerkennen. Von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

somatischer Seite sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für die von Dr. C.___ 

beschriebene angepasste Tätigkeit auszugehen. Zusammengefasst bestehe im 

Revisionszeitpunkt aus IV-rechtlicher Sicht keine Arbeitsunfähigkeit für eine der 

körperlichen Beeinträchtigung angepasste Hilfstätigkeit, weshalb keine Invalidität im 

rentenbegründenden Ausmass vorliege. Sollte die Beschwerdeinstanz die 

Revisionsvoraussetzungen verneinen, so wäre der auf Feststellung des Wegfalls einer 

Anspruchsberechtigung lautende Antrag mit der substituierten Begründung der 

Wiedererwägung zu schützen. Die im Gutachten der Fachstelle für Sozialpsychiatrie 

und Psychotherapie, Uznach, vom 2. Juli 2003 gestellte Diagnose einer mittelgradigen 

depressiven Episode sei nachvollziehbar. Nicht überzeugend sei jedoch die 

Schlussfolgerung, dass sich dieses Leiden in einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für 

sämtliche Tätigkeiten auswirke. Nach der Rechtsprechung sei bei leichten bis 

mittelschweren depressiven Episoden von einer vollumfänglichen Überwindung der 

subjektiven Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Sodann handle es sich bei dieser 

Erkrankung definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden, weshalb dieses 

psychische Leiden keines der Morbiditätskriterien gemäss BGE 130 V 352 erfülle und 

die geklagten Beschwerden somit nicht als invalidisierend hätten betrachtet werden 

dürfen. Das Gutachten stelle somit keine genügende Grundlage für eine 

Rentenzusprache dar, es wären zwingend weitere Abklärungen notwendig gewesen. In 

diesem Sinn sei die ursprüngliche Rentenzusprache vom 5. November 2004 zweifellos 

unrichtig gewesen. Die zweite Wiedererwägungsvoraussetzung - Berichtigung von 

erheblicher Bedeutung - sei bei periodischen Dauerleistungen regelmässig zu bejahen 

(act. G 4).

C.c Mit Replik vom 3. Februar 2009 führte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

aus, dass die Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren nur Anträge bis zur 

verfügten Reduktion stellen könne, da es nicht um eine erstmalige Rentenzusprache 

gehe, sondern um die Abänderung einer früheren Verfügung. Die Rechtsbehelfe der 

Wiedererwägung oder prozessualen Revision würden nicht zum Streitgegenstand 

gehören. Zusätzlich legte der Rechtsvertreter zwei Arztberichte ins Recht, welche 

belegen würden, dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin in 

keiner Weise verbessert habe. Im Weiteren beantragte er die Einholung eines aktuellen 

Arztberichts des neuen behandelnden Psychiaters Dr. E.___, Rapperswil (act. G 6).

C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 8).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen:

1. 

Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist die von der 

Beschwerdegegnerin revisionsweise durchgeführte Herabsetzung der ganzen Rente 

auf eine Viertelsrente. Die Beschwerdeführerin beantragt weiterhin die Ausrichtung 

einer ganzen Rente. Die Beschwerdegegnerin verlangt hingegen in der 

Beschwerdeantwort, es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin keinen 

Rentenanspruch habe. Sollte das Erfüllen der Revisionsvoraussetzungen verneint 

werden, wäre nach Meinung der Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines 

Wiedererwägungsgrundes betreffend die rechtskräftigen Verfügungen vom 20. August/ 

5. November 2004 zu prüfen.

2. 

In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sich der Antrag der 

Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort, wonach kein Rentenanspruch 

bestehe, nicht an den durch die angefochtene Verfügung gesteckten Rahmen halte. 

Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist es rechtsprechungsgemäss 

grundsätzlich zulässig, dass die Beschwerdegegnerin ihren Standpunkt im 

Beschwerdeverfahren nachträglich ändert (Urteil 8C_348/2008 des Bundesgerichts 

vom 7. Januar 2009). Im Übrigen ist auf Art. 61 lit. d ATSG hinzuweisen, wonach das 

Gericht nicht an die Begehren der Parteien gebunden ist.

3.   

3.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch 

eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch 

massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad 

von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

3.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Eine 

Revision von Amtes wegen wird unter anderem durchgeführt, wenn Tatsachen bekannt 

werden, die eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades als möglich erscheinen 

lassen (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 

831.201]). Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des 

Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen 

Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich 

verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung 

eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen praxisgemäss 

keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70 

S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch 

Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung bzw. 

derjenigen Verfügung bestanden hat, welche die laufende Rente auf Grund eines neu 

festgesetzten Invaliditätsgrades letztmals geändert hat (BGE 109 V 265 E. 4a; vgl. BGE 

105 V 30; Urteil des Bundesgerichts i/S L. vom 28. Juli 2005, I 276/04), mit dem 

Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 E. 2).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

4.   

4.1 Bei der Zusprechung einer ganzen Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 

100% durch die Verfügungen vom 20. August/ 5. November 2004 stützte sich die 

Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht auf das Gutachten der Fachstelle für 

Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, Uznach, vom 2. Juli 2003. Dieses enthält die 

Diagnosen psychische Verhaltens- und Kontextfaktoren (ICD-10: F 54) bei 

Kniedistorsionstrauma links vom 5. Dezember 2001 mit Korbhenkelriss des medialen 

Meniskus, vorbestehender Varusgonarthrose, grossem Knorpeldefekt am medialen 

Condylus, inexistentem vorderen Kreuzband und Vernarbung des lateralen 

Meniskusvorderhorns am linken Knie sowie eine mittelgradige depressive Episode 

(ICD-10: F 32.1). Der Beschwerdeführerin wird eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert. Eine adaptierte Tätigkeit sei ihr zwar aus orthopädischer, jedoch nicht aus 

psychiatrischer Sicht zumutbar. Es bestehe kein verwertbares Rehabilitationspotential. 

Eine neue Beurteilung könnte in zwei bis drei Jahren vorgenommen werden.

4.2 Die Herabsetzung der Invalidenrente erfolgte gestützt auf die Gutachten von Dr. 

B.___ vom 31. Januar 2008 und Dr. C.___ vom 9. Juni 2008 sowie deren bidisziplinäre 

Besprechung. Dr. B.___ diagnostizierte aus psychiatrischer Sicht eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4), eine atypische Depression (ICD-10: F 

32.8) und einen Status nach mittelgradiger depressiver Störung (ICD-10: F 32.1). Es 

bestehe kein Zweifel, dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 5. Dezember 

2001 und im Verlauf der Behandlungszeit ihres Knieleidens links zusätzlich eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

depressive Reaktion, bis zu mittlerer Ausprägung, entwickelt habe, retrospektiv 

gesehen aber im Rahmen einer Belastungs- und Anpassungsstörung mit maladaptivem 

Überzeugungs- und Bewältigungsmuster. Es handle sich dabei nicht um eine 

Depression endogenen Charakters, sondern um eine Reaktion auf die Belastungen, die 

durch das Knieleiden entstanden seien. Solche Reaktionen auf Belastungs- und 

Anpassungsstörungen seien spätestens nach 24 Monaten abgeschlossen. Spätestens 

im Februar 2004 dürfte die reaktive Depression auf die Belastungs- und 

Anpassungsstörung abgeschlossen bzw. die Arbeitsunfähigkeit von 100% nicht mehr 

vorhanden gewesen sein, weshalb im Gutachten vom 2. Juli 2003 auch festgehalten 

worden sei, dass in zwei bis drei Jahren eine Neubeurteilung vorgenommen werden 

sollte. Aus psychiatrischer Sicht handle es sich seit Februar 2004 um eine atypische 

Depression mit diagnostisch weniger bedeutsamen Symptomen wie Spannung, Sorge 

und Verzweiflung, bezogen auf den anhaltenden Schmerz im linken Knie, wie auch um 

die ausgeweiteten Symptome, welche durch das Verhalten der Beschwerdeführerin 

deutlich aggraviert würden. Bei der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gehe 

es um geklagte andauernde, schwere und quälende Schmerzen, welche 

wahrscheinlich alleine durch physiologische Prozesse (ausgehend aus den 

Kniebeschwerden) oder eine weitere körperliche Störung nicht vollständig erklärt 

werden könnten. Diese würden in Verbindung mit emotionalen Konflikten und 

psychosozialen Problemen auftreten. Die bestehende atypische Depression weise 

keine Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität und Ausprägung aus. Jedoch 

weise die Krankheit einen mehrjährigen Verlauf aus und die ausreichenden 

Behandlungen hätten aus subjektiver Sicht zu keinen zufriedenstellenden Ergebnissen 

geführt, weshalb alleine aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 30% 

bestehe. Eine körperlich adaptierte Tätigkeit im Umfang von 70% sei aus 

psychiatrischer Sicht somit zumutbar. Die atypische Depression stelle keine 

psychische Komorbidität erheblichen Ausmasses dar. Die Willensanstrengung zur 

Schmerzüberwindung in adäquater Form sei der Beschwerdeführerin zumutbar. Den 

weiteren Kriterien wie mehrjähriger Krankheitsverlauf und Scheitern ausreichender 

Behandlung, ohne Besserung des Zustands, werde mit der Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht von 30% Rechnung getragen.

Dr. C.___ führte insbesondere aus, dass aufgrund des generalisierten chronischen 

Schmerzsyndroms, welches klinisch und radiologisch wenig erklärbar sei, körperlich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

schwerere Arbeiten oder solche mit ausgesprochener Stressbelastung entfallen 

würden. Die linksbetonte beidseits beginnende mediale Kniearthrose lasse keine Arbeit 

zu, welche dauerndes Stehen und Gehen oder regelmässiges Treppensteigen 

erfordere. Wünschenswert wäre eine teils sitzende, teils stehende Tätigkeit.

Nach einer bidisziplinären Besprechung zwischen Dr. C.___ und Dr. B.___ wurde der 

Beschwerdeführerin für eine adaptierte Tätigkeit - unter Berücksichtigung der 

funktionellen Einschränkungen und der medial beginnenden Gonarthrose - eine 

40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.

4.3 Die Gutachten erfüllen grundsätzlich die Kriterien für beweiskräftige Gutachten. Die 

darin enthaltenen Schlussfolgerungen, namentlich die Beurteilung der 60%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, sind überzeugend. Dr. B.___ hält im 

Gutachten vom 31. Januar 2008 fest, dass keine Zweifel bestehen würden, dass die 

Beschwerdeführerin nach dem erlittenen Unfall und im Verlauf der Behandlung ihres 

Knieleidens links eine depressive Reaktion bis zu mittlerer Ausprägung entwickelt 

habe. Insofern bestreitet er die ursprünglich gestellte Diagnose einer mittelgradig 

depressiven Episode und die daraus resultierende 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht. 

Allerdings ist Dr. B.___ der Ansicht, dass es sich retrospektiv betrachtet um eine 

Depression im Rahmen einer Belastungs- und Anpassungsstörung (ICD-10 F 43.21) mit 

maladaptivem Überzeugungs- und Bewältigungsmuster gehandelt habe. Obwohl eine 

rückwirkende Betrachtungsweise ohne echtzeitliche medizinische Akten nur schwer 

nachvollziehbar ist, kann aus der Bestätigung der Diagnose einer Depression 

geschlossen werden, dass es sich nicht lediglich um eine unterschiedliche Beurteilung 

eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts handelt, sondern dass Dr. 

B.___ bei der Beschwerdeführerin einen verbesserten Gesundheitszustand feststellen 

konnte. Er hielt insbesondere fest, dass es sich nicht um eine Depression mit 

endogenem Charakter gehandelt habe, sondern um eine Reaktion auf die Belastungen, 

die durch das Knieleiden entstanden seien. Diese Begründung ist unter 

Berücksichtigung der gesamten Aktenlage einleuchtend und nachvollziehbar. Auch im 

Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon wurde eine mittelgradige depressive Episode 

verbunden mit einem maladaptiven Überzeugungs- und Bewältigungsmuster 

diagnostiziert. Eine im Wesentlichen gleichlautende Beurteilung findet sich auch im 

Gutachten der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 2. Juli 2003. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zwar wurde eine Verbesserung des Gesundheitszustandes "zumindest vorläufig" als 

sehr unwahrscheinlich erachtet; eine bessere Prognose wurde aber immerhin für 

durchaus möglich erachtet, weshalb in zwei bis drei Jahren eine neue Beurteilung 

vorgenommen werden könne. Dass in der Folge eine Besserung eingetreten ist, lässt 

sich auch aus der von Dr. B.___ beim behandelnden Psychiater Dr. D.___ am 21. 

Januar 2008 eingeholten Auskunft entnehmen. Danach hat sich aus psychiatrischer 

Sicht der Zustand mit der Zeit stabilisiert. Im Vordergrund stehe immer noch die 

Schmerzsymptomatik. Nebst Halcion zum Schlafen bekomme die Beschwerdeführerin 

als Antidepressivum ein Johanniskrautpräparat. Nicht nachvollziehbar ist hingegen der 

von Dr. B.___ festgelegte Zeitpunkt, in welchem die (reaktive) Depression abgeklungen 

sein soll, respektive dass es sich spätestens ab Februar 2004 um eine atypische 

Depression mit nur noch milderen Symptomen gehandelt habe. Die von Dr. B.___ 

vorgenommene zeitliche Rückrechnung beruht einzig auf der von ihm retrospektiv 

geänderten Diagnose, ohne Abstützung auf echtzeitliche medizinische Akten. Für die 

vorliegend zu beurteilende Rentenrevison ist diese zeitliche Einschätzung von Dr. B.___ 

jedoch nicht entscheidend. Massgebend ist die Beurteilung der gesundheitlichen 

Situation im Zeitpunkt der Revisionsverfügung. Diesen Gesundheitszustand hat Dr. 

B.___ nachvollziehbar erörtert und eine Verbesserung gegenüber dem Zeitpunkt der 

ursprünglichen Rentenzusprache hinreichend begründet. Der Regionale Ärztliche 

Dienst der Invalidenversicherung (RAD) bestätigte die Einschätzung von Dr. B.___. In 

der Stellungnahme vom 11. Juli 2008 hielt er fest, dass es sich nicht um eine andere 

Beurteilung eines identischen Sachverhalts handle, sondern dass Dr. B.___ deutlich 

zwischen depressiver Symptomatik, Aggravation und sekundärem Krankheitsgewinn 

differenziere. Es bestehe daher kein Zweifel daran, dass eine Verbesserung im 

Vergleich zu den vorangehenden Beurteilungen vorliege.

Das ärztliche Zeugnis von Dr. D.___ vom 21. Oktober 2008 und die nach dem Zeitpunkt 

der angefochtenen Verfügung eingereichten ärztlichen Berichte vermögen an der 

schlüssigen Beurteilung durch Dr. B.___ nichts zu ändern (act. G 4.1/85 und G 6.1 und 

6.2). Einerseits sind diese Arztberichte nach Erlass der angefochtenen Verfügung 

ergangen und berichten teils über eine seither eingetretene vorübergehende 

Verschlechterung. Anderseits geht insbesondere aus dem Arztbericht von Dr. D.___ 

vom 21. Oktober 2008 keine schlüssige Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin hervor. Im Weiteren ist zu beachten, dass rechtsprechungsgemäss 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte mitunter in 

Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b.cc).

Der Auffassung der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort, wonach keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege, kann nicht gefolgt werden. Obwohl Dr. 

B.___ eindeutig feststellt, dass der Beschwerdeführerin aufgrund von vorhandenen 

guten kognitiven Ressourcen die Willensanstrengung zur Überwindung der 

Schmerzproblematik zuzumuten sei, geht er nicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit 

aus. Aufgrund der subjektiv empfundenen Schmerzen und der daraus entstandenen 

Verstimmung und Müdigkeit seien bei körperlich adaptierten Tätigkeiten (unter 

Berücksichtigung der Einschränkungen wegen des Knieleidens) aus psychiatrischer 

Sicht bei einer Präsenz von 100% längere Pausen im Umfang von 30% zu gewähren. 

Trotz Zumutbarkeit der Willensanstrengung zur Schmerzüberwindung sei den weiteren 

Kriterien wie mehrjähriger Krankheitsverlauf und Scheitern ausreichender Behandlung 

Rechnung zu tragen. Diese Umstände seien in der 30%igen Arbeitsunfähigkeit 

berücksichtigt. Dr. B.___ hat somit die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit offensichtlich 

unter Berücksichtigung der Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen 

gemäss BGE 130 V 352 vorgenommen und unter Würdigung sämtlicher relevanter 

Aspekte eine Arbeitsunfähigkeit von 30% aus psychiatrischer Sicht attestiert. Die 

Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit ist somit auch diesbezüglich nicht zu 

beanstanden.

4.4 Insgesamt ergeben die Gutachten Dr. B.___/Dr. C.___ ein vollständiges Bild des 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin, das hinreichende Klarheit über den 

rechtserheblichen Sachverhalt vermittelt. Eine verlässlichere 

Arbeitsfähigkeitsschätzung wäre auch von weiteren medizinischen Abklärungen nicht 

zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 

122 V 157, E. 1d). 

5.   

5.1 Zu prüfen bleibt, wie sich die Arbeitsfähigkeit von 60% in einer adaptierten Tätigkeit 

auf den Invaliditätsgrad auswirkt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.2 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin für 

das Jahr 2004 auf Fr. 47'970.-- festgelegt. Aufgrund der Angaben der ehemaligen 

Arbeitgeberin ist dieser Wert nicht zu beanstanden (act. G 4.1 /45). Nach einer 

Anpassung an die Teuerung und die Reallohnerhöhung für das Jahr 2008 hat sie 

anschliessend ohne Ermittlung des Invalideneinkommens einen Prozentvergleich 

durchgeführt und den Invaliditätsgrad bei einer Arbeitsfähigkeit von 60% auf 40% 

festgelegt.

5.3 Wie bereits erwähnt kann bei der Ermittlung des Valideneinkommens auf den Wert 

von Fr. 47'970.-- abgestellt werden. Unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung ergibt sich für das Jahr 2008 ein Valideneinkommen von Fr. 

50'795.--. Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist auf die vom Bundesamt für 

Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen. Der 

Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten für Frauen betrug im Jahr 

2006 monatlich Fr. 4'019.-- und somit Fr. 48'228.-- pro Jahr. Nach Anpassung an die 

betriebsübliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden pro Woche (Jahr 2008) und unter 

Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (vgl. Entwicklung der Nominallöhne 

gemäss Bundesamt für Statistik) ergibt sich für das Jahr 2008 ein Invalideneinkommen 

von Fr. 51'859.--. Das Invalideneinkommen liegt somit etwas über dem 

Valideneinkommen. Wie die folgenden Ausführungen zeigen werden, hat die 

Aufrechnung des Valideneinkommens auf die Höhe des Invalideneinkommens im 

vorliegenden Fall keine Auswirkungen auf die Rentenhöhe, weshalb zur Vereinfachung 

sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen vom selben Wert 

ausgegangen werden kann. Sind demnach die beiden Einkommen ausgehend vom 

selben Lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht 

der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des 

Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. SVR 2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4). Nach der 

Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne 

herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch 

von invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten Einzelfalls ab (namentlich 

leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie 

und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine 

schematische Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Die 

Beschwerdegegnerin hat bei der Festlegung des Invaliditätsgrads keinen Abzug 

vorgenommen. Die Frage, in welchem Umfang genau ein sogenannter Leidensabzug 

auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen wäre, kann offen gelassen werden. 

Aufgrund der vorliegenden Akten wären die Voraussetzungen für einen Abzug von 

maximal 15% gegeben. Daraus würde höchstens ein Invaliditätsgrad von 49% 

resultieren (100% - [60% x 85%]). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der zu 

ermittelnde Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49% liegt und dementsprechend die 

revisionsweise Herabsetzung der Invalidenrente auf eine Viertelsrente im Ergebnis nicht 

zu beanstanden ist.

6.   

Nachdem die obigen Ausführungen gezeigt haben, dass die Revisionsvoraussetzungen 

bejaht werden können, erübrigt es sich für das Gericht, sich mit der Wiedererwägung 

zu befassen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die materiellen Voraussetzungen 

(offensichtliche Unrichtigkeit) für eine Wiedererwägung kaum ausgewiesen wären.

7.   

7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 29. Oktober 2008 

unter Bestätigung der angefochtenen Verfügung abzuweisen.

7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen.

7.3 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von 

Fr.  600.-- aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist damit zu 

verrechnen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von 

ihr geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird angerechnet.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 21.10.2009
	Art. 17 ATSG: Revision. Revisionsweise Herabsetzung einer ganzen IV-Rente auf eine Viertelsrente nach Verbesserung des Gesundheitszustands (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Oktober 2009, IV 2008/459). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_972/2009.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T14:24:44+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen