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**Case Identifier:** c2bdc1d7-614d-553a-91a0-875839587e3b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.09.2025 IV 2025/17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2025-17_2025-09-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2025/17

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.10.2025

Entscheiddatum: 23.09.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 23.09.2025
Art. 53 Abs. 1 ATSG. Sogenannt prozessuale Revision. Qualifiziert neue 
Tatsache. Erhebliches neues Beweismittel. Deliktische Einwirkung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. 
September 2025, IV 2025/17). Beim Bundesgericht angefochten.

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/17 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung II 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 23. September 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2025/17 

   

Parteien 
 

 A.___, 
Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Debora Bilgeri, AMPARO Anwälte 
und Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rentenrevision (Einstellung) 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich im Juni 2010 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-
act. 1). Er gab an, er habe eine Ausbildung zum Schreiner absolviert. Er arbeite in der 

Produktionsplanung. Zusätzlich übe er ein Kassieramt aus. Im Juni 2010 gab Dr. med. B.___ gegenüber 

Dr. med. C.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) telefonisch an (IV-act. 18), der 

Versicherte leide an verschiedenen psychisch überlagerten Beschwerden. Er sei deshalb an den 

Psychiater Dr. med. D.___ überwiesen worden. Im Juli 2010 untersuchte die RAD-Ärztin Dr. C.___ den 
Versicherten persönlich. Sie berichtete (IV-act. 21), der Versicherte leide an einer Anpassungsstörung 

bei einem Stellenverlust sowie an einer akzentuierten Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen. Für 

körperlich nicht belastende Tätigkeiten sei eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Auch 

der Versicherte selbst sehe sich als zu 100 Prozent arbeitsfähig. Im Januar 2011 führte die RAD-Ärztin 

Dr. med. E.___ eine Verlaufsuntersuchung durch. Sie hielt fest (IV-act. 33), diagnostisch habe sich 

nichts verändert. Nach wie vor liege keine länger dauernde Gesundheitsbeeinträchtigung vor, die sich 

auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde. Allerdings bestehe immer noch die Gefahr einer 

Dekompensation, falls es nicht gelingen sollte, den Versicherten, der zwischenzeitlich eine 

Fliessbandarbeit angenommen habe, um sich über Wasser zu halten, adäquat einzugliedern. Im 

Februar 2011 teilte die Ehefrau des Versicherten der IV-Stelle mit, dass der Versicherte notfallmässig 

operiert worden sei, zwei Stents erhalten habe und nun eine stationäre Rehabilitation absolvieren 

müsse (IV-act. 35). Im März 2011 wurde der Versicherte aus der Rehabilitation entlassen (IV-act. 39). 

Im September 2011 berichtete Dr. B.___, aus rein kardiologischer Sicht sei der Versicherte wieder 

uneingeschränkt arbeitsfähig, aber es sei noch eine neuropsychologische Abklärung geplant; aus 
psychiatrischer Sicht müsse Dr. D.___ Stellung zur Arbeitsfähigkeit nehmen (IV-act. 63). Die Ehefrau 

des Versicherten teilte der IV-Stelle im Oktober 2011 mit, dass der Versicherte einen weiteren Stent 

erhalten habe; die Arbeitsstelle sei von der Arbeitgeberin gekündigt worden (IV-act. 67). Im Dezember 

2011 berichtete Dr. D.___ (IV-act. 76), der Versicherte leide an einer mittelschweren depressiven 

Episode mit einem somatischen Syndrom, an einer generalisierten Angststörung, an schweren 

gemischten Zwangsstörungen, an einer selbstunsicheren, ängstlich vermeidenden 

Persönlichkeitsstörung sowie an mittelschweren kognitiven Funktionsstörungen, die sich bei einer 

neuropsychologischen Untersuchung durch die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen am 

25. Oktober 2011 gezeigt hätten (vgl. IV-act. 92). Der Versicherte sei vollständig arbeitsunfähig. Die 

Prognose sei ungünstig.  

A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete das Zentrum für medizinische Begutachtung (ZMB) im März 
2013 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 110). Die Sachverständigen hielten fest, der Versicherte 

leide an akzentuierten Persönlichkeitszügen mit narzisstischen und paranoiden Anteilen, an einer 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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gemischten Angst- und depressiven Störung, an einer coronaren Dreiasterkrankung sowie – ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer leichtgradigen vasculären Encephalopathie, an einer 

klinisch irrelevanten Sensibilitätsstörung am linken Arm, an einer Lebersteatose, an einem Status nach 

einem Schädel-Hirn-Trauma im Jahr 1982 und an einer gastro-oesophagealen Refluxkrankheit. 

Aufgrund der psychiatrischen Symptomatik sei das Rendement um 20 Prozent eingeschränkt. Die RAD-
Ärztin Dr. E.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 112). Mit einer Verfügung vom 16. 

Juli 2014 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades 

ab (IV-act. 136). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.  

A.c Bereits im September 2014 (Eingang bei der IV-Stelle allerdings erst Mitte Oktober 2014) meldete 
sich der Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 141). Die 

IV-Stelle forderte ihn auf, eine relevante Sachverhaltsveränderung seit dem 16. Juli 2014 glaubhaft zu 

machen (IV-act. 142). Der Versicherte reichte in der Folge Berichte über aktuelle kardiologische 

Behandlungen ein (IV-act. 143). Die RAD-Ärztin Dr. E.___ notierte im November 2014, mit den 

eingereichten Berichten sei eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht 

(IV-act. 152). Im Dezember 2015 berichtete Dr. D.___ (IV-act. 169), der Versicherte leide an einer 

mittelschweren Depression mit einem somatischen Syndrom und einer ausgeprägten begleitenden 

Angststörung, an einer sozialen Phobie, an einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung, an einer 

mittelschweren gemischten Zwangsstörung sowie an einer posttraumatischen Belastungsstörung im 
Hinblick auf das IV-Verfahren. Mittlerweile hätten sich in den Gesprächen Verdachtsmomente für eine 

wahnhaft-psychotische Erlebnisverarbeitung ergeben. Auf dem ersten Arbeitsmarkt sei der Versicherte 

nicht vermittelbar. Die Prognose sei schlecht. Im Februar 2016 untersuchte die RAD-Ärztin Dr. E.___ 

den Versicherten persönlich. Sie berichtete am 14. März 2016 (IV-act. 187), der Versicherte und dessen 

Ehefrau hätten über massiv ausgeprägte Ängste geklagt. Der Versicherte habe angegeben, dass er 

aus Angst vor „bösen Menschen“ rund um sein Haus Überwachungskameras angebracht habe, dass 

er aus Angst, im Wald überfallen zu werden, nicht oft spazieren gehe und dass er, wenn er doch einmal 

spazieren gehe, „pflatsch-nass-geschwitzt“ nach Hause komme, dass er mehrmals am Tag die 

geschlossene Haustüre kontrolliere, dass er immer wieder in Panik gerate, wenn er sein Handy, auf 

dem er sich alles Mögliche notieren müsse, nicht finde, und dass er sich oft an viele Stunden des Tages 

nicht erinnere. Die RAD-Ärztin hielt fest, der Versicherte und die Ehefrau hätten erschöpft, ausgeliefert 

und ratlos gewirkt. Beide hätten abgetragene Kleidung getragen und dadurch eher ungepflegt gewirkt. 

Die Diskrepanz zwischen der aktuellen äusseren Erscheinung des Versicherten und jener beim 

Erstkontakt mit dem RAD im ersten Verwaltungsverfahren, bei dem er sich sehr gepflegt, sportlich und 
„manager-like“ präsentiert habe, sei gross gewesen. Das formale Denken sei umständlich, sprunghaft 

und nur lückenhaft nachvollziehbar gewesen. Durch mühsames Rückfragen sei eine Kohärenz 

herstellbar gewesen. Bezüglich der Wortwahl habe der Versicherte durchgängig eigenartig gewirkt. Das 

Wortverständnis sei überaus konkretistisch geprägt gewesen. Die Wahrnehmung sei ängstlich-

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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dramatisch verzerrt gewesen. Im inhaltlichen Denken hätten sich Beeinträchtigungsideen mit einer 

hohen Angstbereitschaft gezeigt. Die Denkmuster und das Kontrollverhalten seien negativistisch und 

katastrophierend geprägt gewesen. Der Versicherte habe eine vorauseilende Rechtfertigungstendenz 

mit weitschweifigen, teilweise kindlich wirkenden Erklärungsmodellen gezeigt. Die Stimmungslage sei 

deutlich reduziert, das Kontaktverhalten wenig schwingend gewesen. Im Positiven sei der Versicherte 
kaum affizierbar gewesen. Er habe verbal fremdaggressive Impulse gezeigt. Der Schlafrhythmus sei 

als bei einem allabendlichen, „zwanghaften“ Lesen von negativen Nachrichten gestört angegeben 

worden. Bei der tiefer gehenden Nachfrage nach Kindheitstraumata habe der Versicherte eine für eine 

posttraumatische Belastungsstörung typische Symptomatik gezeigt. Diagnostisch leide er an einer 

mittelschweren depressiven Störung, an einer ausgeprägten spezifischen Angststörung mit einer 

wahnhaften Erlebnisverarbeitung, an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicher-

zwanghaften Anteilen sowie an einer komplexen Traumafolgestörung. Er sei aktuell vollständig 

arbeitsunfähig. Unter einer fortgeführten fachpsychiatrischen Begleitung erscheine eine langsame 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50 Prozent innert Jahresfrist als realistisch.  

A.d Mit einer Mitteilung vom 7. Juni 2016 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten eine 
Kostengutsprache für ein dreimonatiges Aufbautraining (IV-act. 201). Mit einer Mitteilung vom 23. 

August 2016 verlängerte sie das Aufbautraining um drei Monate (IV-act. 209). Der Einsatzbetrieb 

berichtete im Januar 2017 (IV-act. 215), der Versicherte habe meistens müde gewirkt und oft über 
Schwindelanfälle geklagt. Auffällig sei auch gewesen, dass er sich Namen selbst nach längerer Zeit 

nicht habe merken können. Bei eintönigen Arbeiten habe er gemäss eigenen Angaben grosse 

Motivationsprobleme gehabt. Die anderen Arbeiten habe er motiviert und zuverlässig erledigt, solange 

es sein Konzentrationsvermögen zugelassen habe. Nach etwa eineinhalb Stunden hätten seine 

Leistungsfähigkeit und sein Konzentrationsvermögen meist stark nachgelassen. Gegen Arbeitsende 

habe er jeweils blass, müde und erschöpft ausgesehen. Zur Nachbesprechung sei er oft aus 

Konzentrationsgründen nicht mehr fähig gewesen. Am 10. Februar 2017 berichtete Dr. D.___ (IV-act. 

221), seit dem 1. Dezember 2015 habe sich das psychische Zustandsbild nicht wesentlich verändert. 

Die Psychotherapie finde in etwa monatlichen Sitzungsabständen statt. Zurzeit nehme der Versicherte 

keine Medikamente ein. Die RAD-Ärztin Dr. E.___ notierte am 23. Februar 2017, der Versicherte sei 

bleibend vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 223). Mit einer Verfügung vom 30. Juni 2017 sprach die IV-

Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2015 eine ganze Rente zu (IV-act. 232). Diese 

Verfügung erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft. 

A.e Im Juli 2020 notierte eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle (IV-act. 239), sie habe einen anonymen 
Hinweis erhalten, laut dem der Versicherte in einer Jagdgruppe aktiv und zudem Mitpächter eines 

Jagdreviers sei. Als Mitpächter müsse er das Revier hegen und pflegen, den Wildbestand unter 

Kontrolle halten, weite Gehstrecken absolvieren, Hochsitze aufbauen und Waldräumungen oder -

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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säuberungen durchführen. Der Versicherte sei seit etwa drei Jahren Mitglied einer Jagdgemeinschaft 

im Kanton St. Gallen. Er habe auch die Jagdprüfung im Kanton Graubünden absolviert. Er sei gemäss 

dem Hinweisgeber in der Lage, jegliches Gelände in normalem Tempo zu begehen sowie das erlegte 

Wild selber zu bergen. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen gab auf eine 

Anfrage der IV-Stelle hin an (IV-act. 245), die aktuelle Pachtperiode dauere vom 1. April 2016 bis zum 
31. März 2024. Der Versicherte sei seit dem 1. April 2016 Pächter eines Reviers und damit Mitglied in 

der Jagdgemeinschaft. Er übernehme die Pflichten gemäss der Jagdverordnung. Zudem sei er als 

aufzubietende Person bei Wildunfällen in seinem Revier aufgeführt. Das Amt für Jagd und Fischerei 

des Kantons Graubünden teilte der IV-Stelle im Oktober 2020 mit, dass der Versicherte die 

Jagdberechtigung am 16. März 2016 erlangt hatte (IV-act. 246). Im November 2020 gab der Versicherte 

mittels eines Fragebogens an (IV-act. 248), er leide an den in den Akten dokumentierten „stigmatisierten 

psychischen und seelischen Erkrankungen“, an einer mittelschweren Depression, an einem Status nach 

mehreren Herzinfarkten, vier Herzoperationen und einer Versorgung mit sieben Stents, an einem Status 

nach einer Gallenoperation, an Schlafstörungen, an Kopfschmerzen, die durch eine „G5-Antenne“ 

hervorgerufen würden, sowie an einer zunehmenden Vergesslichkeit. Er könne 30 Minuten respektive 

einen Kilometer am Stück gehen. Er verrichte lediglich leichte Haushaltsarbeiten. Bezüglich der Frage, 

ob er sozial zurückgezogen lebe, hielt er fest: „Covid macht alle sozial einsam; geht auch mir so“. Ihn 

belasteten „diese Machtlosigkeit gegen das Covid“ sowie „diese fiesen Chinesen“; er freue sich, dass 
er trotzdem noch zum Arzt dürfe. Durchschnittlich mache er zwei Spaziergänge pro Monat in der Natur. 

Etwa ebenso häufig spiele er Karten mit den Kindern. Die öffentlichen Verkehrsmittel benutze er nur 

äusserst selten. Mit dem Auto könne er zwei Stunden unterwegs sein. Er müsse aber Pausen einlegen. 

Bezüglich seines Gesundheitszustandes sei es ein ständiges Auf und Ab wie beim Wetter mit Regen 

und Sonnenschein. Nach einer Aktenwürdigung notierte die RAD-Ärztin med. pract. F.___ im März 2021 

(IV-act. 288), in kardiologischer Hinsicht habe sich der Gesundheitszustand des Versicherten im Verlauf 

laufend verbessert. Auch in psychiatrischer Hinsicht dürfte eine Verbesserung eingetreten sein, aber 

diesbezüglich müsse noch ein aktueller Bericht eingeholt werden. Die vom Versicherten geltend 

gemachten Beschwerden seien weder in kognitiver noch in somatischer oder psychiatrischer Hinsicht 

mit der Jagdtätigkeit vereinbar. Unter Berücksichtigung der in den Berichten ausgewiesenen 

Verbesserung respektive bei der aktuellen Befundlage sei die Jagdtätigkeit hingegen durchaus möglich. 

Ende März 2021 berichtete Dr. D.___, der Gesundheitszustand des Versicherten sei zwar instabil, aber 

dem Versicherten könne nach wie vor keine Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zugemutet 

werden (IV-act. 289).  

A.f Im Juni 2021 führte ein Sachbearbeiter der IV-Stelle ein „Standortgespräch“ mit dem Versicherten 
(IV-act. 293). Auf entsprechende Fragen des Sachbearbeiters hin gab der Versicherte an, dass sein 

Gesundheitszustand unverändert schlecht sei respektive sich tendenziell noch weiter verschlechtere. 

Er verbringe seine Zeit mit leichteren Haushaltsarbeiten, einem Computerspiel und seinen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Nymphensittichen. Er führe die Buchhaltung für eine kleine Ärztevereinigung. Ansonsten sei er in 

keinem Verein aktiv. Der Sachbearbeiter konfrontierte den Versicherten in der Folge mit den 

Abklärungsergebnissen bezüglich der Jagdtätigkeit. Der Versicherte gab an, er gehe selten zur Jagd. 

Er wisse nicht mehr, wann er das letzte Mal auf der Jagd gewesen sei, aber es sei in diesem Jahr 

gewesen. Er führe kein eigenes Logbuch, sondern erstatte Meldung an den Obmann. Er habe vor etwa 
einem Monat zum letzten Mal zusammen mit einem Gast ein Wildtier zerlegt. Er sei nie allein, sondern 

immer zu zweit unterwegs. Im Jahr 2020 habe er nur einmal wegen eines Wildunfalls ausrücken 

müssen. Im aktuellen Jahr habe er einen Fuchs holen müssen. Diese Einsätze hätten morgens 

stattgefunden. Er treffe sich einmal pro Jahr mit den Jagdkollegen. Ansonsten nehme er an keinen 

gesellschaftlichen Anlässen teil. Bezüglich der zumutbaren Gehstrecke sei zu berücksichtigen, dass er 

immer mit dem Auto ins Revier fahre. Im Kanton Graubünden habe er noch nie gejagt. Im Juni 2021 

erhielt die IV-Stelle einen Auszug aus dem Wildbuch zugesandt, dem sich entnehmen liess (IV-act. 

299), dass der Versicherte im Jahr 2016 fünf Tiere geschossen und ein Tier geborgen hatte. Im Jahr 

2017 hatte er zehn Tiere geschossen und zwei Tiere geborgen. Im Jahr 2018 hatte er 14 Tiere 

geschossen und drei Tiere geborgen. Im Jahr 2019 hatte er 28 Tiere geschossen und ein Tier geborgen. 

Im Jahr 2020 hatte er zehn Tiere geschossen und zehn Tiere geborgen. Im Jahr 2021 hatte er drei 

Tiere geschossen und zwei Tiere geborgen. Im Juli 2021 notierte die RAD-Ärztin Dr. E.___ (IV-act. 

307), die neuen Erkenntnisse änderten nicht zwingend etwas an der psychiatrischen Einschätzung. Das 
Hobby könne durchaus dem Störungsbild entsprechen. Der Versicherte habe schon immer versucht, 

durch verbal auffällige Darstellungen von „besonderen“ Eigenschaften, Tätigkeiten oder 

Bekanntschaften sowie durch das Dramatisieren von negativen Erlebnissen oder Kontakten seine 

selbstunsichere Persönlichkeit aufzuwerten. Innerhalb seiner Familie dürfte es ihm mit seinem Hobby 

durchaus gelungen sein, sich aufzuwerten und sich nicht als Versager zu fühlen. Die bekannten Ängste 

schienen einer Beschäftigung im Wald, abseits der Sozietät, mit mässiger Bewegung und mit legitimer 

Bewaffnung nicht zu widersprechen. Selbst das Zurückhalten dieser Information gegenüber der 

Invalidenversicherung sei teilweise verständlich, da er die Gesellschaft und die Invalidenversicherung 

in seiner dokumentierten Persönlichkeitsstruktur als massiv ungerecht sowie ihn „missachtend und 

misshandelnd“ wahrnehme. Die Tätigkeit als Jäger sei als Expositionstraining im Sinne einer 

Selbstwirksamkeit geeignet, den Gesundheitsschaden zu verbessern. Falls die effektive Aktivität jene, 

die im Wildbuch dokumentiert sei, deutlich überschritten habe, sei eine relevante Verbesserung des 

Aktivitätsniveaus gegenüber dem Zeitpunkt der RAD-Untersuchung anzunehmen. Das Erlangen der 

Patente bedeute noch nicht, dass der Versicherte die Tätigkeit gut ausübe. Eine erneute gutachterliche 
Abklärung erscheine auf alle Fälle als sinnvoll.  

A.g Im September 2021 informierte der Versicherte die IV-Stelle über den genauen Verlauf seiner 
Jagdausbildung sowie über die Nutzung der auf seinen Namen eingelösten Fahrzeuge; er bot den 

Sachbearbeitern der IV-Stelle an, ihn als Gast auf einen Jagdeinsatz zu begleiten und sich so ein 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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eigenes Bild von der Jagdtätigkeit und dem Jagdrevier zu machen (IV-act. 313). Ende September 2021 

teilte Dr. D.___ der IV-Stelle mit, dass er die Fragen betreffend den mittlerweile gut fünf Jahre in der 

Vergangenheit liegenden Zeitraum nicht beantworten könne; er empfehle eine Begutachtung (IV-act. 

314).  

A.h Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die MEDAS Interlaken Unterseen GmbH am 23. Februar 2023 
ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 352 ff.). Die internistische Sachverständige hielt fest, der 

Versicherte sei insgesamt schwer fassbar gewesen. Er habe teils optimistisch, teils aber auch sehr 

ängstlich und eher selbstlimitierend gewirkt. Klare Inkonsistenzen hätten aber nicht festgestellt werden 

können. Aus rein internistischer Sicht habe keine Funktionseinschränkung festgestellt werden können, 

die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde. Der kardiologische Sachverständige führte aus, der 

(im Gutachten detailliert beschriebene) objektive klinische Befund sei unauffällig gewesen. Gemäss den 

Akten seien seit Oktober 2014 (Datum der letzten Coronarintervention) keine pectanginösen 

Beschwerden mehr aufgetreten. Aktuell hätten auch keine Anhaltspunkte für eine belastungsabhängige 

Myokardischämie, für eine Herzinsuffizienz oder für eine kardial bedingte Leistungseinschränkung 

festgestellt werden können. Aus kardiologischer Sicht sei der Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig. 

Die neuropsychologische Sachverständige hielt fest, der Versicherte habe die Aufgaben deutlich 

verlangsamt und fehlerhaft bearbeitet. Er habe sich insgesamt nicht ausreichend auf die 

neuropsychologische Untersuchung einlassen können. Die Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft 
sei nicht ausreichend gegeben gewesen. Es habe eine ausgeprägte Symptomverdeutlichung 

bestanden. Die dreistündige Untersuchung sei nur durch eine zehnminütige Pause unterbrochen 

worden. Die zeitliche mentale Belastbarkeit sei ausreichend gewesen. In den Gesprächssequenzen 

gegen Ende der Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf ein müdigkeitsbedingtes Nachlassen der 

Konzentration gezeigt. Im Gespräch sei der Versicherte durchgehend adäquat, konzentriert und 

sprachgewandt gewesen. Die im Rahmen der Testung erhobenen kognitiven Leistungen seien nicht 

konsistent, nicht plausibel und damit nicht valide. Der psychiatrische Sachverständige führte aus, die 

Interaktion sei unkompliziert gewesen. Der Versicherte habe, auch noch am Ende der Untersuchung, 

einen entspannten Eindruck hinterlassen. Er sei kooperativ und „nicht unmotiviert“ gewesen. Ein 

Klageverhalten habe kaum bestanden, der Habitus sei nicht depressiv gewesen, die Affekte hätten nicht 

rasch gewechselt. Eine psychomotorische Unruhe habe nicht bestanden. Der Versicherte sei weder 

gereizt noch aggressiv gewesen. Die psychische Belastbarkeit habe grundsätzlich uneingeschränkt 

gewirkt. Bewusstseins- oder Orientierungsstörungen hätten nicht vorgelegen. Die Auffassung, die 

Konzentration, die Merkfähigkeit und das Gedächtnis seien im klinischen Gespräch nicht relevant 
beeinträchtigt gewesen. Hinweise auf Konfabulation oder Paramnesien hätten nicht bestanden. Das 

Denken sei geordnet gewesen. Störungen wie eine Hemmung, eine Verlangsamung, eine 

Umständlichkeit, eine Einengung oder eine Perseveration hätten nicht vorgelegen. Ein Grübeln, ein 

Gedankendrängen, eine Ideenflüchtigkeit, ein Vorbeireden, ein Gedankenabreissen, eine Sperrung, 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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eine Inkohärenz, eine Zerfahrenheit oder Neologismen seien nicht zu beobachten gewesen. Hinweise 

auf Phobien mit Krankheitswert oder Zwänge hätten nicht exploriert werden können. Ein Wahnerleben 

sei nicht nachweisbar gewesen. Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen hätten nicht vorgelegen. Der 

Versicherte sei nicht ratlos, nicht affektarm, nicht deprimiert, nicht hoffnungslos, nicht ängstlich, nicht 

eu- oder dysphorisch, nicht gereizt, nicht innerlich unruhig, nicht klagsam und nicht jammrig gewesen. 
Es habe kein Gefühl der Gefühllosigkeit vorgelegen. Die Vitalgefühle seien nicht gestört gewesen. 

Insuffizienzgefühle, gesteigerte Selbstwertgefühle, Schuldgefühle, Verarmungsgefühle, eine 

Ambivalenz, eine Parathymie, eine Affektlabilität, eine Affektinkontinenz oder eine Affektstarre hätten 

nicht vorgelegen. Der Versicherte sei nicht antriebsarm, antriebsgesteigert, motorisch unruhig, 

manieriert, bizarr, theatralisch, mutistisch oder logorrhoisch gewesen. Er habe „in der klassisch 

willkürlichen Persönlichkeitsbeschreibung“ eher leicht nachlässig, minimalistisch, ruhig, bescheiden, 

höflich, vorsichtig, eher ausgeglichen als launenhaft, besorgt, zeitweise leicht pessimistisch und 

intelligent gewirkt. Zusammenfassend hätten sich keine erwerbsrelevanten Defizite objektivieren 

lassen. Retrospektiv sei davon auszugehen, dass im Zeitpunkt der Untersuchung durch den RAD im 

Jahr 2016 eine depressive Episode vorgelegen habe, die aber bereits im Februar 2017 wieder remittiert 

gewesen sein müsse. Damals habe Dr. D.___ nämlich festgehalten, dass die Psychotherapie nur noch 

etwa einmal pro Monat durchgeführt werde und dass keine Medikamente eingenommen würden. Dass 

Dr. D.___ weiterhin eine depressive Störung diagnostiziert und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
attestiert habe, sei nicht nachvollziehbar, da diesfalls eine Sitzung pro Monat keinesfalls ausreichend 

gewesen wäre. Zudem wären intensivere Behandlungsmethoden (wie etwa teilstationäre oder 

stationäre Behandlungen) erwogen und Antidepressiva verschrieben worden. Zuletzt habe der 

Versicherte Dr. D.___ offenbar nur noch zweimal pro Jahr für jeweils eine Stunde aufgesucht. Das 

spreche eindeutig gegen eine weiter bestehende depressive Störung. Eine posttraumatische 

Belastungsstörung habe aktuell nicht nachgewiesen werden können und dürfte retrospektiv auch nie 

vorgelegen haben beziehungsweise habe zumindest nicht in einem erwerbsrelevanten Ausmass 

bestanden. Es fehle bereits ein auslösendes Ereignis von ausreichender Schwere. Der Versicherte 

habe – teilweise sogar spontan – über die Traumatisierungen in der Kindheit berichtet. Dabei habe er 

keinerlei vegetative Erregung gezeigt. Dissoziative Phänomene seien nicht auszumachen gewesen. 

Nachhallerinnerungen, Flashbacks oder Albträume, ein Gefühl, betäubt zu sein, sowie eine emotionale 

Stumpfheit hätten nicht festgestellt werden können. Die Kriterien für die Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung seien folglich nicht erfüllt. Hingegen hätten Hinweise auf eine 

Symptomausweitung vorgelegen. Klinisch sei der Eindruck entstanden, dass der Versicherte nicht an 
seine Leistungsgrenzen gehe. Es habe eine Diskrepanz zwischen den geschilderten Aktivitäten und 

den anzunehmenden Funktionsfähigkeiten („vgl. Jagd, vgl. Familienvater etc.“) bestanden. Der 

Versicherte habe eine als legitim erlebte, final ausgerichtete Entschädigungshaltung vertreten, wobei 

er klar formuliert habe, dass diese auf sein Herzleiden und nicht auf seine psychischen Beschwerden 

zurückgehe. Den Schilderungen des Versicherten folgend sei von einem übertriebenen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Schonverhalten, von einem Verharren in der Krankenrolle und von einer subjektiven 

Leistungsinsuffizienz auszugehen. Die von Dr. D.___ gestellte Diagnose einer Persönlichkeitsstörung 

sei mangels Begründung nicht nachvollziehbar. Die Diagnosestellung der RAD-Ärztin Dr. E.___ 

überzeuge hingegen, wobei ihre Berichte im Verlauf eine offenbar bloss vorübergehende 

Dekompensation beschrieben. Aktuell sei jedenfalls keine Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren, 
die sich auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirken würde. Zusammenfassend seien Hinweise 

auf eine weitgehend kompensierte Persönlichkeitsstörung, ein Status nach einer depressiven Episode, 

aktenanamnestische Hinweise auf eine nicht mehr nachweisbare Angststörung sowie 

aktenanamnestische Hinweise auf eine nicht mehr nachweisbare gemischte Zwangsstörung zu 

diagnostizieren. Keine dieser Diagnosen wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit aus. Retrospektiv sei von 

einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit im März 2016 auszugehen. Spätestens ab dem Jahr 2017 habe 

keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit mehr vorgelegen. Nach der Konsensbesprechung hielten die 

Sachverständigen fest, der Versicherte leide an keiner Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit. Retrospektiv sei spätestens seit dem Jahr 2017 und folglich auch für den 

massgebenden Referenzzeitpunkt, nämlich den 30. Juni 2017, eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit 

zu attestieren. Die RAD-Ärztin med. pract. G.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend, 

bemängelte aber, dass die Sachverständigen die Zusatzfragen nicht beantwortet hatten (IV-act. 360).  

A.i Die IV-Stelle räumte dem Versicherten am 30. Mai 2023 die Möglichkeit ein, sich zu den 
vorgesehenen Ergänzungsfragen an die Sachverständigen der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH zu 

äussern (IV-act. 362). Am 13. Juli 2023 liess der Versicherte geltend machen (IV-act. 370), er habe im 

Rahmen seiner Jagdtätigkeit jeweils höchstens Gehstrecken von 200–300 Metern zurückgelegt. Die 

Jagd habe er hauptsächlich vom Hochsitz aus betrieben. In der Regel sei es ihm nicht einmal gelungen, 

die verlangte Mindestabschussquote von sechs Exemplaren Rotwild abzuliefern. Obwohl Rehe 

bekanntlich nicht sonderlich schwer seien, habe er diese nie allein, sondern immer zusammen mit 

einem Jagdkollegen geborgen. Seit längerem sei er nicht mehr Mitglied der Jagdgesellschaft. Der 

Jagdkollege könne zweifellos alles bestätigen. Ein Jagdobmann gab im Rahmen eines Telefonates mit 

einem Sachbearbeiter der IV-Stelle im September 2023 an (IV-act. 372), der Versicherte sei vor etwa 

einem Jahr wegen groben Verstössen gegen die Jagdverordnung aus der Jagdgesellschaft 

ausgeschlossen worden. Zudem sei noch ein Strafverfahren gegen den Versicherten hängig. Er, der 

Jagdobmann, habe den Versicherten persönlich auf der Jagd erlebt. Der Versicherte sei sicherlich kein 

„Sitzender“. Er sei aber auch kein ehrenhafter Jäger. In der Vergangenheit habe es auch Probleme 

wegen „Pirelli-Jagd“ gegeben. Der Versicherte habe an Festivitäten und Aktivitäten der Jagd-
gesellschaft teilgenommen, aber, soweit er, der Jagdobmann wisse, nie Alkohol getrunken. Zudem 

habe er bei der Renovation von diversen Hochsitzen geholfen, was körperlich belastende Arbeiten 

erfordert habe. Ob der Versicherte auch die grossen und schweren „Trämel“ herumgewuchtet habe, 

wisse er, der Jagdobmann, nicht mehr. Er wisse allerdings noch, dass der Versicherte „schon auch 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/17 
 

 

10/17 

Pausen eingelegt“ habe. Im Übrigen müsse ein Jagdrevier vor der eigentlichen Jagd begangen werden. 

Das Revier sei hügelig, weitläufig und teilweise schwer zugänglich. Am 8. September 2023 sandte der 

Jagdobmann der IV-Stelle das Protokoll der ausserordentlichen Hauptversammlung vom 7. September 

2021 zu (IV-act. 373). Diesem liess sich entnehmen (IV-act. 374), dass dem Versicherten nächtliches 

Schiessen mit Benutzung einer Lichtquelle, der Abschuss eines Kitzes zur Unzeit, der Abschuss einer 
führenden Rehgeiss sowie die Nichteinleitung einer vorgeschriebenen Nachsuche vorgeworfen worden 

waren. Dem Versicherten war deshalb an der ausserordentlichen Hauptversammlung das Vertrauen 

abgesprochen worden; er war aus der Jagdgesellschaft ausgeschlossen worden. Mit einer 

Zwischenverfügung vom 28. November 2023 entschied die IV-Stelle, den Sachverständigen der 

MEDAS Interlaken Unterseen GmbH die vorgesehenen Rückfragen zum Gutachten zu stellen (IV-act. 

390). Der Versicherte liess am 17. Januar 2024 erklären (IV-act. 394), er habe zwar kein Rechtsmittel 

gegen die Zwischenverfügung vom 28. November 2023 ergriffen, aber das bedeute nicht, dass er 

einverstanden sei. Zwischenzeitlich habe ein Sachbearbeiter der IV-Stelle ihn telefonisch kontaktiert 

und ihm mitgeteilt, dass die IV-Stelle die Rentenzusprache unabhängig von der Antwort der 

medizinischen Sachverständigen widerrufen werde. Es gehe nur noch um den Zeitpunkt. Man sei bereit, 

über den Zeitpunkt zu verhandeln, aber diese Bereitschaft bestehe nur bis zum Eintreffen der Antworten 

der Sachverständigen. Der Versicherte erachte dies als eine unzulässige Druckausübung, werde aber 

gleichwohl über das Angebot nachdenken. Dafür benötige er allerdings Einsicht in die gesamten Akten. 
Die IV-Stelle stellte ihm die Akten am 19. Januar 2024 zu (vgl. IV-act. 395). Am 25. Januar 2024 liess 

der Versicherte geltend machen, ein Entzug des Rentenanspruchs erscheine als nicht gerechtfertigt 

(IV-act. 397). Ein Sachbearbeiter der IV-Stelle notierte gleichentags, eine Verhandlungsbereitschaft sei 

nicht zu erkennen, weshalb das Verwaltungsverfahren fortzusetzen sei (IV-act. 398). Am 30. Januar 

2024 forderte die IV-Stelle die medizinischen Sachverständigen auf, die Zusatzfragen zu beantworten 

(IV-act. 400). Der Rechtsvertreter des Versicherten reichte im Februar 2024 ein Schreiben seines 

Hausarztes an Dr. D.___ ein (IV-act. 403 f.), in dem der Hausarzt den Verdacht auf „eine Art 

Schizophrenie mit Realitätsverlust und wohl auch grenzwertigen Wahnvorstellungen“ geäussert und 

ausgeführt hatte, der Umstand, dass der Versicherte direkt nach der Heimkehr von der Begutachtung 

eine Strafklage gegen die Invalidenversicherung erhoben habe, zeige, dass „hier ein Mensch am Werk 

ist, der nicht ganz bei Verstand ist“. Dem Versicherten sei der Gedanke, dass er irgendetwas Falsches 

getan haben soll, komplett fremd. Er sehe sich nur in der Opferrolle, was eigentlich doch die 

Psychopathologie bestätige. Entweder sei er „ein sehr guter Schauspieler oder aber wirklich 

höhergradig psychisch krank … und ich denke, dass Zweiteres der Fall sein dürfte“. Eine stationäre 
psychiatrische Behandlung erscheine als dringend indiziert. Für eine fürsorgerische Unterbringung 

fehlten die „harten Fakten der kurz bevorstehenden Selbst- oder Fremdgefährdung, wobei ich mir bei 

beidem auch je länger je unsicherer bin“.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/17 
 

 

11/17 

A.j Im Mai 2024 nahmen die Sachverständigen der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH Stellung zu 
den Zusatzfragen der IV-Stelle (IV-act. 407 ff.). Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, er habe 

die Zusatzfragen bereits in seinem Teilgutachten beantwortet, nutze aber die Gelegenheit, um Stellung 

zu den neusten Akten zu nehmen. Das Schreiben des Hausarztes wecke keine Zweifel am 

psychiatrischen Gutachten, denn es enthalte lediglich Verdachtsmomente aus nicht fachärztlicher Sicht. 
Der behandelnde Psychiater werde diese Verdachtsmomente gewiss nicht bestätigt haben. Sie passten 

auch nicht zum Behandlungsregime. Der behandelnde Psychiater Dr. D.___ habe in seiner kurzen 

Stellungnahme keine Diagnosen oder Symptome genannt, die das Attest einer Arbeitsunfähigkeit 

rechtfertigen würden. Abschliessend sei nochmals zu betonen, dass die Jagdaktivitäten des 

Versicherten keine Zweifel an der Richtigkeit der damaligen Einschätzung von Dr. E.___ weckten.  

A.k Mit einem Vorbescheid vom 30. Mai 2024 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die 
Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung vom 30. Juni 2017 und die Abweisung des 

Rentenbegehrens im Sinne einer sogenannt prozessualen Revision vorsehe (IV-act. 412). Dagegen 

liess der Versicherte am 1. Juli 2024 einwenden (IV-act. 417), gemäss den Akten sei die ursprüngliche 

Rentenzusprache rechtmässig erfolgt. Eine allfällige Verbesserung des Gesundheitszustandes sei erst 

nach der Rentenzusprache eingetreten. Infolge einer psychischen Dekompensation habe der 

Versicherte am 20. Juni 2024 in eine psychiatrische Klinik eintreten müssen. Die Aufenthaltsdauer sei 

derzeit unbestimmt. Die Klinik H.___ berichtete am 5. August 2024 (IV-act. 422), der Versicherte habe 
sich vom 20. Juni 2024 bis zum 31. Juli 2024 in einer stationären psychiatrischen Behandlung befunden. 

Er leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig schweren Episode ohne 

psychotische Symptome, an einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie an gemischten 

Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Die RAD-Ärztin G.___ notierte im August 2024, der Bericht 

wecke keine Zweifel am Gutachten der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH; weitere Abklärungen 

seien nicht notwendig (IV-act. 423). Der Versicherte beantragte am 30. September 2024 die 

Weiterausrichtung der Rente sowie eventualiter weitere medizinische Abklärungen (IV-act. 427). Mit 

einer Verfügung vom 10. Dezember 2024 hob die IV-Stelle die ursprüngliche rentenzusprechende 

Verfügung vom 30. Juni 2017 auf; sie wies das Rentenbegehren ab (IV-act. 430). 

B.  

B.a Am 24. Januar 2025 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine Beschwerde 
gegen die Verfügung vom 10. Dezember 2024 erheben (act. G 1). Er liess die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung, die Ausrichtung der „gesetzlichen Leistungen“ sowie eventualiter die 

Feststellung beantragen, dass er keine Leistungen zu Unrecht bezogen habe. Zur Begründung liess er 
ausführen (vgl. act. G 3), seine Jagdtätigkeit rechtfertige keine sogenannt prozessuale Revision der 

ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügung im Sinne des Art. 53 Abs. 1 ATSG. Der psychiatrische 

Sachverständige der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH habe die Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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12/17 

E.___ vom 14. März 2016, die die Grundlage für die Rentenzusprache gebildet habe, als überzeugend 

qualifiziert. Auch diesbezüglich fehle es an einem Revisionsgrund im Sinne des Art. 53 Abs. 1 ATSG. 

Seit der Rentenzusprache im Jahr 2017 habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

verschlechtert.  

B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 28. April 2025 die 
Abweisung der Beschwerde (act. G 7). Zur Begründung führte sie an, Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens sei nicht eine prozessuale Revision, sondern die Renteneinstellung an sich. Sollte das 

Gericht zur Überzeugung gelangen, die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision seien nicht 

erfüllt, hätte es zu untersuchen, ob eine Korrektur der Verfügung vom 30. Juni 2017 mit einem anderen 

Rückkommenstitel vorzunehmen sei. Die Beschwerdegegnerin hätte das Rentenbegehren unmittelbar 

abgewiesen, wenn ihr die konkreten Lebensumstände des Beschwerdeführers bekannt gewesen 

wären. Zumindest hätte sie aber eine externe Begutachtung in die Wege geleitet. Aufgrund der Akten 

sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die Rente durch unwahre oder unvollständige 

Angaben unrechtmässig erwirkt habe. Die medizinischen Sachverständigen der MEDAS Interlaken 

Unterseen GmbH hätten aufgezeigt, dass zum Referenzzeitpunkt der ursprünglichen 

leistungszusprechenden Verfügung keine relevante Funktionseinschränkung bestanden habe, weshalb 

zu jenem Zeitpunkt mit Sicherheit keine Invalidität vorgelegen habe.  

B.c Der Beschwerdeführer liess am 2. Juni 2025 an seinen Anträgen festhalten (act. G 9). Die 
Beschwerdegegnerin hielt am 14. Juli 2025 ebenfalls an ihrem Antrag fest (act. G 13).  

B.d Am 7. August 2025 liess der Beschwerdeführer eine Honorarnote über 11'612.55 Franken 
einreichen (act. G 15 und G 15.1). Er liess geltend machen, das Dossier sei überdurchschnittlich 

umfangreich. Ein unnötiger Aufwand sei nicht betrieben worden. 

B.e Die Beschwerdegegnerin machte am 29. August 2025 geltend (act. G 17), das Honorar sei 
unangemessen. Zudem habe sich die Rechtsvertreterin die Freiheit genommen, Aufwendungen in 

Rechnung zu stellen, die nicht im Zusammenhang mit dem Beschwerdeverfahren stünden. Das 

Honorar sei auf maximal 3'500 Franken festzusetzen. 

B.f Die Rechtsvertreterin hielt am 16. September 2025 fest (act. G 19), sie habe versehentlich einen 
nicht bereinigten Entwurf eingereicht. Sie habe die Abrechnung nun korrigiert. Die Honorarforderung 

betrage 9'758.40 Franken (act. G 19.1). 

Erwägungen 
1.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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13/17 

Der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens erschöpft sich in der Überprüfung der angefochtenen 

Verfügung auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen 

Verwaltungsverfahrens entsprechen muss. Entgegen der von der Beschwerdegegnerin vertretenen 

Auffassung gibt es keinen Gegenstand „Renteneinstellung“. Zwar hat das Verwaltungsverfahren auf 

eine Modifikation der formell rechtskräftigen Verfügung vom 30. Juni 2017 abgezielt, mit der die 
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen 

hatte, aber diese Modifikation hat nur in Anwendung eines der gesetzlich vorgesehenen 

Korrekturinstrumente erfolgen können. Das Verwaltungsverfahren, das mit der angefochtenen 

Verfügung abgeschlossen worden ist, ist also entweder eine (rückwirkende) Revision in Anwendung 

des Art. 17 Abs. 1 ATSG, eine sogenannt prozessuale Revision in Anwendung des Art. 53 Abs. 1 ATSG 

oder aber eine Wiedererwägung in Anwendung des Art. 53 Abs. 2 ATSG gewesen. Jedes dieser drei 

Korrekturinstrumente verfolgt einen spezifischen Zweck und erfordert spezifische Voraussetzungen. 

Deshalb kann beispielsweise eine Revisionsverfügung im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG, mit der eine 

ursprünglich rechtmässig erfolgte Rentenzusprache ab einem späteren Zeitpunkt für die Zukunft 

modifiziert werden soll, nicht einfach in eine Wiedererwägungsverfügung im Sinne des Art. 53 Abs. 2 

ATSG verwandelt werden; ein Wiedererwägungsverfahren ist offensichtlich etwas vollständig anderes 

als ein Revisionsverfahren. Die Beschwerdegegnerin hat sich dezidiert auf den Standpunkt gestellt, die 

angefochtene Verfügung sei eine Revisionsverfügung im Sinne des Art. 53 Abs. 1 ATSG. Also hat diese 
Verfügung ein Verwaltungsverfahren abgeschlossen, das eine sogenannt prozessuale Revision zum 

Gegenstand gehabt hat. Folglich ist auch in diesem Beschwerdeverfahren ausschliesslich zu prüfen, 

ob die Voraussetzungen für eine sogenannt prozessuale Revision der ursprünglichen 

rentenzusprechenden Verfügung vom 30. Juni 2017 im Sinne des Art. 53 Abs. 1 ATSG erfüllt gewesen 

sind. 

2.  

2.1 Der Versicherungsträger muss gemäss dem Art. 53 Abs. 1 ATSG eine formell rechtskräftige 
Verfügung in Revision ziehen, wenn nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder 

Beweismittel aufgefunden werden, deren Beibringung zuvor nicht möglich gewesen ist. Als „neu“ gelten 

nicht Tatsachen, die erst nach dem Erlass der formell rechtskräftigen Verfügung eingetreten sind, denn 

solchen nachträglichen Sachverhaltsveränderungen wird mit der Anwendung des Art. 17 Abs. 1 ATSG 

Rechnung getragen. Der Art. 53 Abs. 1 ATSG bezweckt die Korrektur einer von Anfang an bestehenden 

qualifizierten Unrichtigkeit. Folglich muss es sich um Tatsachen handeln, die im Zeitpunkt des Erlasses 

der formell rechtskräftigen Verfügung bereits bestanden haben, aber damals noch nicht bekannt 
gewesen sind. „Neue Tatsachen“ sind also neue Erkenntnisse über den damaligen Sachverhalt. Als 

„neue Beweismittel“ gelten Beweismittel, die entweder dem Beweis einer eine Revision begründenden 

neuen erheblichen Tatsache oder aber dem Beweis von Tatsachen dienen, die zwar im früheren 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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14/17 

Verfahren behauptet worden, aber unbewiesen geblieben sind. „Erheblich“ ist ein solches Beweismittel, 

wenn anzunehmen ist, es hätte zu einem anderen Entscheid geführt, wenn es damals bereits 

vorgelegen hätte (vgl. zum Ganzen auch den Entscheid IV 2019/150 des St. Galler 

Versicherungsgerichtes vom 29. Juni 2020, E. 3.2). 

2.2 Der Beschwerdegegnerin hat es selbstverständlich nicht frei gestanden, zu einem beliebigen 
Zeitpunkt ein Revisionsverfahren nach Art. 53 Abs. 1 ATSG gegen die Verfügung vom 30. Juni 2017 

zu eröffnen. Zwar enthält der Art. 53 Abs. 1 ATSG keine Regelung bezüglich der Voraussetzungen für 

die Eröffnung eines Revisionsverfahrens, aber das bedeutet nicht, dass jederzeit voraussetzungslos 

ein Verfahren nach Art. 53 Abs. 1 ATSG gegen jede beliebige Verfügung eröffnet werden könnte. Nach 

der Auffassung des Bundesgerichtes ist die Eröffnung eines Revisionsverfahrens nur zulässig, wenn 

sie innert einer bestimmten Frist nach der Entdeckung der qualifiziert neuen Tatsache oder des neuen 

erheblichen Beweismittels erfolgt (vgl. die Hinweise im Entscheid IV 2016/72 des St. Galler 

Versicherungsgerichtes vom 15. November 2018, E. 1.2). Damit unterstellt das Bundesgericht, dass 

die Eröffnung eines Verfahrens nach Art. 53 Abs. 1 ATSG nur zulässig ist, wenn sie durch einen 

bestimmten Anlass, nämlich durch die Entdeckung einer neuen Tatsache oder eines neuen 

Beweismittels, sachlich gerechtfertigt ist. Diesbezüglich weist der Art. 53 Abs. 1 ATSG also eine 

ausfüllungsbedürftige Lücke auf. Das Problem, das lückenfüllend gelöst werden muss, ist dasselbe, 

das sich auch bezüglich der Frage nach dem Eintreten auf ein Revisionsbegehren im Sinne des Art. 17 
Abs. 1 ATSG stellt. Für letzteres hat der Verordnungsgeber im Art. 87 Abs. 2 IVV eine Lösung 

geschaffen: Auf ein Revisionsbegehren ist nur einzutreten, wenn eine relevante 

Sachverhaltsveränderung seit der Rentenzusprache (oder seit der letzten Rentenrevision) glaubhaft 

gemacht worden ist. Diese Lösung wird nach der konstanten Rechtsprechung sowohl des 

Bundesgerichtes als auch des St. Galler Versicherungsgerichtes als sachgemäss und damit als 

gesetzmässig qualifiziert. Sie ist lückenfüllend analog auch auf die Frage anzuwenden, unter welchen 

Voraussetzungen ein Verfahren nach Art. 53 Abs. 1 ATSG zu eröffnen ist. Die Eröffnung eines 

Revisionsverfahrens nach Art. 53 Abs. 1 ATSG setzt also voraus, dass die Entdeckung einer qualifiziert 

neuen Tatsache oder eines neuen erheblichen Beweismittels glaubhaft gemacht ist. Diese 

Voraussetzung ist hier erfüllt gewesen, denn der anonyme Hinweis auf die Jagdtätigkeit des 

Beschwerdeführers hat das Entdecken von qualifiziert neuen Tatsachen oder das Auffinden von neuen 

erheblichen Beweismitteln als zumindest glaubhaft erscheinen lassen. 

2.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich sowohl bei der Sachverhaltsermittlung als auch bei der 
Beweiswürdigung einmal mehr aus nicht nachvollziehbaren Gründen darauf versteift, dem 
Beschwerdeführer ein im weitesten Sinne verpöntes Verhalten „nachzuweisen“. Entscheidend ist aber 

ausschliesslich, ob der ursprünglichen Rentenzusprache am 30. Juni 2017 ein falscher Invaliditätsgrad 

zugrunde gelegen hat. Der psychiatrische Sachverständige der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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15/17 

hat die Auffassung vertreten, dass dies der Fall gewesen sei, weil der Beschwerdeführer spätestens zu 

Beginn des Jahres 2017 aus psychiatrischer Sicht wieder uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen sein 

müsse. Diese Auffassung hat der Sachverständige mit dem Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. 

D.___ vom 10. Februar 2017 begründet. Er hat nämlich geltend gemacht, Dr. D.___ habe in jenem 

Bericht angegeben, dass die Psychotherapie nur noch etwa einmal pro Monat durchgeführt werde und 
dass der Beschwerdeführer nicht medikamentös behandelt werde. Die Beschwerdegegnerin hat den 

Bericht von Dr. D.___ vom 10. Februar 2017 allerdings noch im Februar 2017 zu den Akten genommen, 

am 23. Februar 2017 von der RAD-Ärztin Dr. E.___ auf seine Überzeugungskraft prüfen lassen und 

anschliessend bei der Rentenzusprache am 30. Juni 2017 gewürdigt. Der Bericht von Dr. D.___ vom 

10. Februar 2017 kann deshalb offensichtlich kein neues erhebliches Beweismittel im Sinne des Art. 53 

Abs. 1 ATSG sein. Wenn er eine zuverlässige Grundlage für die vom psychiatrischen Sachverständigen 

der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung bilden würde, läge 

also keine qualifiziert neue Tatsache vor, denn die für die Arbeitsfähigkeitsschätzung massgebenden 

Sachverhaltselemente sind ja bereits im Februar 2017 aktenkundig respektive allen Beteiligten bekannt 

gewesen. Damit sind die Voraussetzungen des Art. 53 Abs. 1 ATSG also nicht erfüllt gewesen. 

2.4 Hinzu kommt, dass die Würdigung des Berichtes von Dr. D.___ vom 10. Februar 2017 durch den 
medizinischen Sachverständigen der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH nicht überzeugt. In seinem 

Bericht vom 10. Februar 2017 hatte Dr. D.___ nämlich explizit betont, dass das psychische Zustandsbild 
seit Dezember 2015 im Wesentlichen unverändert geblieben sei. Mit dem Umstand, dass die 

Psychotherapie nur noch einmal pro Monat ohne eine medikamentöse Begleitung durchgeführt worden 

ist, lässt sich also die vom psychiatrischen Sachverständigen der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH 

behauptete angebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes in der Zeit von März 2016 bis Anfang 

2017 nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beweisen. Dass 

weitere Abklärungen nach über acht Jahren noch einen Erkenntnisgewinn liefern könnten, erweist sich 

in antizipierender Beweiswürdigung als ausgeschlossen. Bezüglich des effektiven Invaliditätsgrades 

des Beschwerdeführers am 30. Juni 2017 liegt folglich eine objektive Beweislosigkeit vor. Selbst wenn 

der Bericht von Dr. D.___ respektive das Ergebnis der Beweiswürdigung durch den psychiatrischen 

Sachverständigen der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH als eine qualifiziert neue Tatsache oder als 

ein neues erhebliches Beweismittel im Sinne des Art. 53 Abs. 1 ATSG qualifiziert werden könnte, wären 

die Voraussetzungen für eine sogenannt prozessuale Revision also nicht erfüllt gewesen, weil nicht 

nachgewiesen werden könnte, dass der der ursprünglichen Rentenzusprache zugrunde gelegte 

Invaliditätsgrad falsch gewesen ist. 

2.5 Nach der Auffassung des Bundesgerichtes enthält der Art. 53 Abs. 1 ATSG nur eine scheinbar 
abschliessende Regelung der sogenannt prozessualen Revision, während er tatsächlich lückenhaft 

sein soll. In Anwendung des Art. 55 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit dem Art. 66 Abs. 1 VwVG soll eine 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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formell rechtskräftige Verfügung deshalb auch dann in Revision zu ziehen sein, wenn diese durch ein 

Verbrechen oder ein Vergehen beeinflusst gewesen sei. Die Beschwerdegegnerin hat in einer fast 

schon grotesk anmutenden Weise versucht aufzuzeigen, dass der Beschwerdeführer deliktisch auf die 

ursprüngliche Rentenzusprache eingewirkt habe. Die RAD-Ärztin Dr. E.___ hatte bereits im Juli 2021 

überzeugend festgehalten, dass die Jagdtätigkeit durchaus dem Störungsbild entsprechen könne und 
dass „selbst das Zurückhalten der Information dieser Tätigkeit gegenüber der IV teilweise verständlich“ 

sei, „nachdem er Gesellschaft und IV in seiner dokumentierten Persönlichkeitsstruktur als massiv 

ungerecht, ihn «missachtend und misshandelnd» empfinde“ (IV-act. 307–3). Hinweise auf eine 

vorsätzliche Pflichtverletzung, die als ein Delikt qualifiziert werden könnte, sind nicht ersichtlich. Von 

einer deliktischen Einwirkung des Beschwerdeführers auf den Rentenanspruch kann folglich nicht die 

Rede sein. Damit ist die vom Bundesgericht geschaffene zusätzliche Voraussetzung für eine sogenannt 

prozessuale Revision ebenfalls nicht erfüllt. 

2.6 Die in Anwendung des Art. 53 Abs. 1 ATSG erfolgte Aufhebung der ursprünglichen 
rentenzusprechenden Verfügung vom 30. Juni 2017 erweist sich als rechtswidrig. Die angefochtene 

Verfügung ist folglich ersatzlos aufzuheben. 

3.  

Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600 Franken 

festzusetzenden Gerichtskosten sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Dem 
Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Die 

Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten. Die 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, der Vertretungsaufwand sei 

überdurchschnittlich hoch gewesen. Tatsächlich sind die Akten allerdings nicht umfangreicher als in 

einem durchschnittlichen „IV-Rentenfall“. Auch die geltend gemachte Befragung des 

Beschwerdeführers durch die Rechtsvertreterin dürfte mit einem durchschnittlichen Aufwand zu 

bewältigen gewesen sein, weshalb sich die Honorarforderung, die sich im Bereich eines Mehrfachen 

der praxisgemässen Pauschalentschädigung für einen durchschnittlichen „IV-Rentenfall“ bewegt, nicht 

nachvollziehen lässt. Der erforderliche Vertretungsaufwand ist insgesamt als durchschnittlich zu 

qualifizieren, weshalb die Entschädigung praxisgemäss auf 4'000 Franken (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) festgesetzt wird. Das Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde ist mit der Eröffnung dieses Urteils gegenstandslos geworden. 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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17/17 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Verfügung vom 10. Dezember 2024 wird ersatzlos aufgehoben. 

2.  
Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; dem  

Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. 

3.  
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 4'000 Franken zu entschädigen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 23.09.2025
	Art. 53 Abs. 1 ATSG. Sogenannt prozessuale Revision. Qualifiziert neue Tatsache. Erhebliches neues Beweismittel. Deliktische Einwirkung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. September 2025, IV 2025/17). Beim Bundesgericht angefochten.

		2026-01-28T04:08:14+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen