# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8dd9ea2-d71e-5829-bb77-c8a093a61a30
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.12.2011 IV 2009/421
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-421_2011-12-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/421

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.10.2019

Entscheiddatum: 15.12.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 15.12.2011
Art. 43 ATSG. Würdigung eines medizinischen Gutachtens. (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Dezember 2011, IV 
2009/421).

Entscheid Versicherungsgericht, 15.12.2011

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und 

Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Entscheid vom 15. Dezember 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank, 

9313 Muolen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

IV-Leistungen

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Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 22. Juni 2007 wegen einer Polyarthritis unklarer Ätiologie, 

einer hypertensiven Kardiopathie, einer rheumatischen Systemerkrankung, 

Thrombosen und einer chronischen Diarrhoe unklarer Ätiologie zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-

act. 1).

A.b   Am 5. Juli 2007 erstattete Dr. med. B.___ einen Arztbericht zuhanden der IV-

Stelle. Darin diagnostizierte er im Wesentlichen eine Polyarthritis unklarer Ätiologie, 

eine „unklare Diarrhoe“, ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, eine 

chronische Niereninsuffizienz, eine hypertensive Herzkrankheit sowie ein metabolisches 

Syndrom. Der Versicherte sei seit 22. Januar 2007 zu 100 % arbeitsunfähig, auch in 

leidensadaptierten Tätigkeiten (IV-act. 11–1 ff.). Dem Bericht lagen unter anderem der 

Austrittsbericht des Spitals Grabs vom 9. März 2007 betreffend Hospitalisation vom 

1. Februar 2007 bis 8. März 2007 infolge Exacerbation einer chronischen Diarrhoe (IV-

act. 11–19 ff.), der Austrittsbericht der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des 

Kantonsspitals St.Gallen vom 23. März 2007 betreffend Hospitalisation vom 8. März 

2007 bis 23. März 2007 zur weiteren Abklärung und Therapie der chronischen Diarrhoe 

(IV-act. 11–5 ff.) sowie der Austrittsbericht des Spitals Grabs vom 25. April 2007 

betreffend Hospitalisation vom 13. April 2007 bis 21. April 2007 infolge einer Vier-

Etagen-Venenthrombose rechts mit klinischem Verdacht auf eine Lungenembolie (IV-

act. 11–8 ff.) bei.

A.c   Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung führte Dr. med. C.___, Facharzt FMH 

für Allgemeine Innere Medizin, Mitte August 2007 eine Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit (EFL) durch. Im entsprechenden Bericht vom 16. August 2007 hielt 

er fest, infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz 

seien die Resultate der ergonomischen Leistungstests für die Beurteilung der 

zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar, weshalb die Arbeitsfähigkeit 

medizinisch-theoretisch geschätzt worden sei. In der angestammten Tätigkeit als 

Chauffeur eines Lastkraftwagens sei der Versicherte angesichts der multiplen 

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Medikation nicht arbeitsfähig; bei Reduktion der Medikation bestehe eine Arbeitsfähig­

keit von mindestens 50 %, welche unter adäquater Therapie auf 100 % gesteigert 

werden könne. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit sei dem Versicherten ohne 

Einschränkungen zumutbar. Je nach Ergebnis der geplanten Abklärungen bezüglich 

der chronischen Diarrhoe könne die Zumutbarkeitsbeurteilung beeinflusst werden 

(act. G 4.2).

A.d   Am 1. September 2007 erstattete Dr. med. D.___einen Arztbericht zuhanden der 

IV-Stelle. Darin diagnostizierte er im Wesentlichen eine chronische Urat-Kristall-

Polyarthritis, ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links bei massiven 

degenerativen Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule sowie einen Status nach 

Phlebothrombose rechts. Der Versicherte sei seit 22. Januar 2007 zu 100 % arbeits­

unfähig; in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden 

pro Tag mit verminderter Leistungsfähigkeit (IV-act. 25–1 ff.). Dem Bericht lag ein 

Bericht von Dr. med. E.___, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Reha­

bilitation, vom 27. Juli 2007 bei, in welchem eine chronische Urat-Kristall-Polyarthritis 

sowie ein lumbospondylogenes Syndrom links diagnostiziert worden waren (IV-act. 25–

5 ff.).

A.e   Am 2. November 2007 erstattete Dr. med. F.___, Facharzt FMH für Allgemeine 

Innere Medizin, einen Arztbericht zuhanden der IV-Stelle. Er diagnostizierte im 

Wesentlichen ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, eine Polyarthro­

pathie, eine intermittierende, teils ausgeprägte intestinale Symptomatik mit dominieren­

der Diarrhoe sowie eine mittelschwere depressive Episode und attestierte eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 22. Januar 2007; medizinisch-theoretisch könnte von 

einer zumindest 50%igen Arbeitsfähigkeit für eine körperlich sehr leichte Arbeit mit 

rückenschonender Position und mit Möglichkeit eines häufigen Positionswechsels aus­

gegangen werden (IV-act. 39–3 ff.). Dem Bericht lag der Austrittsbericht der Klinik für 

Gastroenterologie und Hepatologie des Kantonsspitals St.Gallen vom 11. Oktober 

2007 betreffend Hospitalisation vom 17. September 2007 bis 9. Oktober 2007 bei, in 

welchem im Wesentlichen ein Neurinom L2 links, ein chronisches lumbospondylogenes 

Schmerzsyndrom, eine mittelschwere depressive Episode, eine chronische Nieren­

insuffizienz, eine hypertensive Herzkrankheit sowie Lipome am Unterarm links diagnos­

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tiziert und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 9. Oktober 2007 bis 18. Oktober 2007 

zwecks Erholung bzw. Rekonvaleszenz attestiert worden waren (IV-act. 39–9 ff.).

A.f    Am 23. Januar 2008 erstattete Dr. E.___ einen Arztbericht zuhanden der IV-Stelle. 

Sie diagnostizierte im Wesentlichen eine chronische Urat-Kristall-Polyarthritis, ein 

lumbospondylogenes Syndrom rechts sowie eine rezidivierende depressive Störung 

und attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit Januar 2007 (IV-act. 44–3 ff.). Dem 

Bericht lagen ein Bericht der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des 

Kantonsspitals St.Gallen vom 10. Dezember 2007 betreffend Untersuchung vom 

22. November 2007 (IV-act. 44–10 ff.) sowie der Austrittsbericht der Klinik Gais vom 

23. Januar 2008 betreffend Hospitalisation vom 5. November 2007 bis 27. November 

2007 (IV-act. 44–18 ff.) bei.

A.g   In der Folge nahm die IV-Stelle weitere Berichte zu den Akten, unter anderem den 

Austrittsbericht der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des Kantonsspitals 

St.Gallen vom 7. November 2007 betreffend Hospitalisation vom 22. Oktober 2007 bis 

5. November 2007 infolge Exacerbation der Beschwerden im Zusammenhang mit der 

Diarrhoe (IV-act. 55).

A.h   Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) 

Zentralschweiz am 8. Juli 2008 ein polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter diagnos­

tizierten im Wesentlichen ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom sowie – ohne 

wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit – ein Ganzkörperschmerzsyndrom 

ohne entsprechendes organisches Korrelat, bei hohem Verdacht auf Selbstlimitierung, 

Aggravation und Malcompliance und iatrogener Opiatabhängigkeit, eine chronische 

Niereninsuffizienz, eine Adipositas, Gicht, einen postthrombotischen Symptomen­

komplex der rechten unteren Extremität und eine chronische Diarrhoe ungeklärter 

Ätiologie. In der angestammten Tätigkeit sei der Versicherte aufgrund der Opiat­

abhängigkeit nicht arbeitsfähig, in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätig­

keit mit repetitivem Heben von maximal zehn Kilogramm, gelegentlichem von maximal 

15 Kilogramm und seltenem von maximal 20 Kilogramm, ohne Überkopfarbeiten, ohne 

häufig vorgeneigten oder abgedrehten Oberkörper, ohne Zwangshaltung und ohne 

Arbeit auf vibrierenden Maschinen sei der Versicherte hingegen vollumfänglich arbeits­

fähig (IV-act. 61).

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A.i     Am 21. August 2008 ging der IV-Stelle ein Bericht des Psychiatrie-Zentrums 

Rheintal vom 12. Juni 2008 betreffend tagesklinische Behandlung vom 15. April 2008 

bis 6. Juni 2008 zu, in welchem insbesondere eine mittelgradige depressive Episode 

mit somatischem Syndrom diagnostiziert und vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert 

worden waren (IV-act. 68). Am 12. Januar 2009 ging der IV-Stelle ein Bericht des 

Psychiatrie-Zentrums Werdenberg-Sargans vom 19. November 2008 betreffend tages­

klinische Behandlung vom 2. Juli 2008 bis 23. Oktober 2008 zu, in welchem ins­

besondere eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom diagnos­

tiziert und vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden waren (IV-act. 81).

A.j     Am 14. Januar 2009 liess der Rechtsvertreter des Versicherten der IV-Stelle eine 

Stellungnahme der Klinik Gais vom 12. Januar 2009 zum Gutachten der MEDAS 

Zentralschweiz zugehen, in welcher auf die Medikation des Versicherten und die 

Diagnostik eingegangen worden war (IV-act. 83).

A.k   Am 3. Februar 2009 erstattete Dr. E.___ einen weiteren Arztbericht, in welchem sie 

im Wesentlichen eine chronische Urat-Kristall-Polyarthritis, ein chronisches 

lumbospondylogenes Syndrom rechts und eine rezidivierende depressive Störung 

diagnostizierte und festhielt, ihrer Ansicht nach bestehe keine Arbeitsfähigkeit (IV-

act. 87).

A.l     Am 13. Februar 2009 wurde die am 3. Oktober 2008 initiierte berufliche Ein­

gliederung abgeschlossen (IV-act. 86 und 88), was dem Versicherten am 25. Februar 

2009 mitgeteilt wurde (IV-act. 90).

A.m    Am 4. Mai 2009 nahm der psychiatrische Consiliargutachter der MEDAS Zentral­

schweiz Stellung zum Schreiben der Klinik Gais vom 12. Januar 2009 sowie zu den 

Berichten der Psychiatrie-Zentren Rheintal und Werdenberg-Sargans vom 12. Juni 

2008 und vom 19. November 2008. Er führte im Wesentlichen aus, die Berichte der 

Psychiatrie-Zentren Rheintal und Werdenberg-Sargans enthielten lediglich eine andere 

Beurteilung des an sich selben Sachverhalts; auch die Stellungnahme der Klinik Gais 

führe zu keiner grundlegend anderen Einschätzung (IV-act. 94).

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A.n   Mit Vorbescheid vom 27. Mai 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass bei einem 

Invaliditätsgrad von 26 % die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-

act. 97). Dagegen liess der Versicherte am 29. Mai 2009 Einwand erheben und ins­

besondere ausführen, auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz könne nicht ab­

gestellt werden, da es widersprüchlich und nicht nachvollziehbar sei (IV-act. 103).

A.o   Am 9. Oktober 2009 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid vom 27. Mai 2009 

(IV-act. 106).

B.     

B.a   Dagegen richtet sich die am 6. November 2009 (Postaufgabe) erhobene 

Beschwerde, mit der die Einholung eines Obergutachtens, eventualiter die Zusprache 

einer ganzen Invalidenrente, sowie die Durchführung beruflicher Massnahmen, soweit 

eine Teilerwerbsfähigkeit bestehe, beantragt und zur Begründung im Wesentlichen 

ausgeführt wird, auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz könne nicht abgestellt 

werden, da es widersprüchlich und nicht nachvollziehbar sei (act. G 1).

B.b   Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Zur Be­

gründung führte sie in ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2010 aus, es bestehe 

kein Anlass, nicht auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz abzustellen (act. G 4).

B.c   Mit Replik vom 26. Januar 2010 liess der Beschwerdeführer an den mit 

Beschwerde vom 6. November 2009 (Postaufgabe) gestellten Anträgen vollumfänglich 

festhalten (act. G 6).

B.d   Die Beschwerdegegnerin verzichtete sinngemäss auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:

1.      

Gemäss Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist das Versicherungsgericht in der 

Beweiswürdigung frei. Es hat mithin bei der Würdigung der erhobenen Beweise nicht 

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bestimmten förmlichen Regeln zu folgen, sondern sämtliche Beweismittel objektiv zu 

prüfen, namentlich ungeachtet ihrer Herkunft (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., 

Zürich 2009, Art. 61 N 72). Die erheblichen Tatsachen müssen dabei in der Regel nicht 

zum vollen Beweis erstellt werden, da im Sozialversicherungsrecht in der Regel 

lediglich der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gefordert wird (BGE 

119 V 7). Das bedeutet, dass jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen ist, die von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste gewürdigt wird.

2.      

Vorliegend fällt auf, dass anlässlich der polydisziplinären Begutachtung durch die 

MEDAS Zentralschweiz kein gastroenterologisches Consiliargutachten erstellt wurde, 

obwohl in den Akten offensichtlich erhebliche gastroenterologische Beschwerden aus­

gewiesen sind: Vom 1. Februar bis 8. März 2007 wurde der Beschwerdeführer im Spital 

Grabs hauptsächlich wegen Exacerbation einer chronischen Diarrhoe stationär be­

handelt, ohne dass die Beschwerden massgeblich gelindert oder eine Ursache der­

selben gefunden werden konnte, weshalb der Beschwerdeführer ins Kantonsspital 

St. Gallen überwiesen wurde (IV-act. 11–19 ff.), wo zwar eine Normalisierung des 

Stuhlgangs bewirkt, aber keine Ursache für die chronische Diarrhoe gefunden werden 

konnte (IV-act. 11–5 ff.); Dr. C.___ hielt in seinem EFL-Bericht vom 16. August 2007 

fest, dass die Ergebnisse der damals geplanten Abklärungen bezüglich der Diarrhoe 

die Zumutbarkeitsbeurteilung beeinflussen könnten (act. G 4.2); eine stationäre 

Behandlung in der Klinik Gais musste im Oktober/November 2007 gar aufgrund der 

Diarrhoe unterbrochen und der Beschwerdeführer für zwei Wochen in die Gastroente­

rologie des Kantonsspitals St. Gallen überwiesen werden (IV-act. 44–18 ff. und 55). 

Wiewohl vielfältige Abklärungen bezüglich der chronischen Diarrhoe durchgeführt 

wurden, äusserte sich gemäss Aktenlage bislang kein Gastroenterologe zu deren all­

fälligen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Daraus kann freilich nicht gefolgert 

werden, die Diarrhoe wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus, ist doch durchaus 

denkbar, dass der Beschwerdeführer etwa auf zusätzliche Pausen angewiesen ist, weil 

er häufiger und eventuell – klare Aussagen dazu fehlen in den Akten – jeweils eilig die 

Toilette aufsuchen muss, oder dass er durch die Diarrhoe geschwächt ist und keine 

volle Leistung erbringen kann. Auch Dr. C.___ ging, wie erwähnt, davon aus, dass sich 

die Diarrhoe allenfalls auf die Arbeitsfähigkeit auswirken könnte. Da im Rahmen der 

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Begutachtung durch die MEDAS Zentralschweiz keine gastroenterologische Unter­

suchung erfolgte und es der begutachtende Internist sich nicht zu allfälligen 

qualitativen oder quantitativen Auswirkungen der Diarrhoe auf die Arbeitsfähigkeit 

äusserte, erweist sich der Sachverhalt diesbezüglich als nicht genügend abgeklärt. 

Eine zuverlässige Bemessung des Invaliditätsgrades ist angesichts der Unsicherheit 

bezüglich allfälliger Auswirkungen der chronischen Diarrhoe auf die Arbeitsfähigkeit 

nicht möglich.

3.      

Abgesehen davon vermag das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz zu überzeugen. 

Die Gutachter berücksichtigten in somatischer Hinsicht sämtliche der in den Akten aus­

gewiesenen und geklagten Beschwerden und begründeten in nachvollziehbarer Weise, 

inwiefern sich diese auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Zwar wies Dr. E.___ in 

ihrem späteren Bericht vom 3. Februar 2009 darauf hin, dass insbesondere aufgrund 

der Niereninsuffizienz eine ausreichende medikamentöse Behandlung der Polyarthritis 

nicht möglich sei, doch ist nicht nachvollziehbar, dass aufgrund der in diesem Bericht 

beschriebenen Schwellungen in den Metacarpophalangealgelenken II und III beidseits 

vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehen soll. Überdies stellten die Gutachter der 

MEDAS Zentralschweiz weder eine wesentliche Schwellung in den genannten 

Gelenken noch eine relevante Aktivität der Polyarthritis fest. Gesamthaft vermag der 

Bericht von Dr. E.___ vom 3. Februar 2009 daher keine Zweifel an der Zuverlässigkeit 

der Beurteilung der MEDAS-Gutachter zu wecken. Was die übrigen fachärztlichen 

Berichte betreffend somatische Beschwerden betrifft, so sind keine Widersprüche 

ersichtlich. In psychiatrischer Hinsicht besteht grundsätzlich Übereinstimmung 

zwischen der Beurteilung des Consiliargutachters der MEDAS Zentralschweiz und dem 

behandelnden Facharzt der Klinik Gais, namentlich, nachdem der MEDAS-Gutachter 

die vom behandelnden Facharzt gestellte (aktuellere) Diagnose bestätigt hat (vgl. IV-

act. 83 und 94). Aus der Diagnose der iatrogenen Opiatabhängigkeit vermag der 

Beschwerdeführer sodann nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, wollte der MEDAS-

Gutachter damit doch einzig zum Ausdruck bringen, dass die Opiate verordnet und 

kontrolliert abgegeben worden sind (vgl. IV-act. 94). Selbstverständlich rechtfertigt es 

diese Aussage für sich allein nicht, den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens 

anzuzweifeln. Was die unterschiedliche Arbeitsfähigkeitsschätzung aus psychiatrischer 

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Sicht betrifft, so hat der MEDAS-Gutachter überzeugend und nachvollziehbar 

dargelegt, weshalb aus seiner Sicht keine quantitative Beeinträchtigung zu attestieren 

ist. Auch aus den übrigen Akten geht mehrheitlich hervor, dass es sich bei den 

depressiven Verstimmungszuständen offensichtlich vorwiegend um eine 

(nachvollziehbare) psychische Reaktion auf die vielfältigen somatischen Beschwerden 

und Schmerzen handelt. Gesamthaft besteht deshalb kein Grund, von den 

Einschätzungen der MEDAS-Gutachter abzuweichen.

4.      

Gesamthaft rechtfertigt sich daher die Einholung eines neuen Gutachtens bzw. eines 

Obergutachtens, wie der Beschwerdeführer beantragen liess, nicht. Vielmehr ist grund­

sätzlich auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz abzustellen und ergänzend ab­

zuklären, ob und allenfalls inwiefern (qualitativ und quantitativ) sich die chronische 

Diarrhoe auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt. Da es sich dabei um 

eine spezifische, bislang nicht geklärte Frage handelt, rechtfertigt sich die Rückweisung 

hierfür an die Beschwerdegegnerin (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). Demnach 

ist die angefochtene Verfügung vom 9. Oktober 2009 in teilweiser Gutheissung der 

Beschwerde aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne 

der Erwägungen und anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Die Rückweisung gilt praxisgemäss hinsichtlich Kosten- und Ent­

schädigungsfolgen als volles Obsiegen der Beschwerde führenden Partei. Aus diesem 

Grund sind die gemäss Art. 69 Abs. 1  des Bundesgesetzes über die Invaliden­

versicherung (IVG; SR 831.20) zu erhebenden und angesichts des durchschnittlichen 

Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin auf­

zuerlegen. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss in 

gleicher Höhe zurückerstattet. Sodann ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, 

dem Beschwerdeführer gemäss Art. 61 lit. g ATSG eine pauschale Parteientschädigung 

von Fr. 3’500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

bis

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1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 9. Oktober 

2009 aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen 

und anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem 

Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe 

zurückerstattet.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 3’500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

 

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