# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87fbda6d-4b69-57ea-863e-4ef4ddb31f0a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.08.2011 AVI 2010/100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2010-100_2011-08-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2010/100

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 29.08.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 29.08.2011
Art. 16 Abs. 1 AVIG, Art. 17 Abs. 1 Art. 1 AVIG, Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG. 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen Ablehnung einer 
zumutbaren Arbeit. Im vorliegenden Fall ist mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer eine ihm 
zumutbare Stelle abgelehnt hat (Urteil des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 29. August 2011, AVI 2010/100). Präsidentin Lisbeth 
Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin 
Marie Löhrer, a.o. Gerichtsschreiberin Ruth Brügger Entscheid vom 29. 
August 2011 in Sachen A.___, Beschwerdeführer, gegen RAV Wattwil, 
Bahnhofstrasse 12, Postfach, 9630 Wattwil, Beschwerdegegner, vertreten 
durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen, betreffend Einstellung 
in der Anspruchsberechtigung (zumutbare Arbeit) Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ meldete sich am 14. Mai 2009 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum 

WattE.___ (RAV) zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung ab 1. August 2009 an (act. 

G 3.1/B2). Wegen ungenügenden Arbeitsbemühungen vor bzw. während der 

Arbeitslosigkeit verfügte das RAV am 25. August 2009 eine Einstellung der 

Anspruchsberechtigung für drei Tage (act. G 3.1/A 15) und am 2. Dezember 2009 eine 

Einstellung von vier Tagen (act. G 3.1/A 23).

A.b Am 7. September 2010 meldete B.___, Personalberater der C.___AG, der 

zuständigen RAV-Personalberaterin, er habe dem Versicherten telefonisch ein 

Stellenangebot gemacht, welches dieser abgelehnt habe. Als Begründung habe der 

Versicherte angegeben, dass er nicht unter Fr. 38.50 pro Stunde arbeiten gehe, ihm 

das St.Galler Rheintal zu weit weg sei und er lieber den Winter hindurch nicht arbeiten 

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würde (act. G 3.1/A 80). Mit Schreiben vom 13. September 2010 informierte das RAV 

den Versicherten über die Vorwürfe und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme (act. 

G 3.1/A 81).

A.c Der Versicherte bestätigte am 17. September 2010, dass er am 7. September 2010 

um 14 Uhr einen Anruf der C.___ AG erhalten habe. Der Anrufer, der ihm seinen Namen 

nicht habe sagen wollen, habe ihm eine Arbeitsstelle als Zimmermann in D.___ 

angeboten. D.___ sei ihm aber zu weit. Daraufhin habe er die Person gefragt, wie hoch 

der Lohn sei, wenn der Arbeitsweg schon so weit sei. Zudem habe er der anonymen 

Person mitgeteilt, dass er beim letzten Temporäreinsatz in E.___ einen Stundenlohn 

von Fr. 38.50 erhalten habe. Anschliessend sei vereinbart worden, dass die C.___ AG 

ihm eine Zuweisung schicken werde. Daraufhin sei das Gespräch beendet worden. Er 

habe keine Stelle abgelehnt und wisse bis heute nicht, mit wem er gesprochen habe 

und wo das Stellenvermittlungsbüro sei. Zudem sei zu bemerken, dass er am Herz 

operiert worden sei. Er habe die letzten zehn Jahre nicht mehr als Zimmermann 

gearbeitet und sei auch nicht schwindelfrei. Die Person am Telefon sei aber davon 

ausgegangen, dass er über eine lange Berufserfahrung als Zimmermann verfüge, was 

gar nicht stimme. Im Einsatzprogramm in F.___ habe ihm der Einsatzleiter gesagt, dass 

er kein Zimmermann sei und dass es deswegen besser wäre, wenn er beim RAV einen 

Leistungsexport beantragen und zurück in seine Heimat nach Griechenland gehen 

würde. Er verstehe die jetzige Situation überhaupt nicht (act. G 3.1/A 82).

A.d Zu dieser Stellungnahme äusserte sich der Personalberater der C.___AG am 

24. September 2010. Er gab an, dass er nicht anonym angerufen habe. Sie würden sich 

immer mit Name und Firmenname melden. Der Versicherte habe am Telefon ganz klar 

gesagt, dass er nicht unter Fr. 38.50 arbeiten gehe und dass er den Winter über zu 

Hause sitzen werde. Über eine Zuweisung hätten sie nie gesprochen, sie seien ein 

Stellenvermittlungsbüro, nicht das RAV. Der Versicherte habe zurückgerufen und ihnen 

gesagt, dass er nun Probleme mit dem RAV habe. Sie sollten doch dem RAV sagen, 

dass er keinen Fehler gemacht habe (act. G 6.2).

A.e Am 27. September 2010 verfügte das RAV mit Wirkung ab 8. September 2010 eine 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 33 Tage wegen Ablehnung einer 

zumutbaren Arbeit. Zur Begründung führte das RAV aus, der Versicherte habe mit 

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seinem Verhalten eine Stelle abgelehnt, die es ihm erlaubt hätte, die Arbeitslosigkeit zu 

beenden. Es sei wenig glaubhaft, dass eine professionelle Arbeitsvermittlungsstelle 

anonym auftrete. Zudem habe der Versicherte nachträglich die Stellenvermittlung 

angerufen. Daher sei davon auszugehen, dass er den Namen der Person sehr wohl 

gekannt habe. Der ihm angebotene Lohn hätte deutlich über dem versicherten 

Verdienst gelegen. Eine Zuweisung dürfe nur von einer öffentlichen Vermittlung, nicht 

aber von einem privaten Vermittler vorgenommen werden, darüber sei der Versicherte 

informiert gewesen. Hinsichtlich der Herzoperation habe er zwei Mal zu Protokoll 

gegeben, dass er dadurch in keiner Weise in seiner Arbeitsleistung beeinträchtigt sei. 

Des Weiteren habe er im Frühling einen zweiwöchigen Arbeitseinsatz als Zimmermann 

problemlos absolviert. Zudem bewerbe er sich schon seit Monaten als Zimmermann 

(act. G 3.1/A 86).

B. 

Der Versicherte erhob am 6. Oktober 2010 Einsprache gegen die Verfügung. 

Sinngemäss wendete er ein, dass er sich regelmässig im St.Galler Rheintal beworben 

habe und es für ihn kein Problem gewesen wäre, dort zu arbeiten. Er wisse bis heute 

nicht, mit wem er am 7. September 2010 gesprochen habe. Es sei ihm eine Stelle bis 

März 2011 angeboten worden, und er sei damit einverstanden gewesen. Daraufhin 

habe ihm die Person gesagt, dass sie ihm eine Zuweisung schicken werde und habe 

den Hörer aufgelegt. Eine Woche später habe er, mittels seiner Anrufliste, das 

Stellenvermittlungsbüro kontaktiert, um zu erfahren, wo genau der Arbeitsort gewesen 

wäre. Er habe dann erfahren, dass es G.___ gewesen wäre, welches von H.___ 80 km 

entfernt sei. Er habe kein Stellenangebot abgelehnt. Was in dem Brief stehe, sei ganz 

einfach eine Lüge, er sei damit nicht einverstanden (act. G 3.1/A 90). Mit Entscheid 

vom 12. Oktober 2010 wies das RAV die Einsprache ab (act. G 3.1/A 94).

C. 

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 27. Oktober 

2010. Der Beschwerdeführer wiederholt darin, dass ihm bis heute nicht bekannt sei, 

mit wem er damals gesprochen habe. Der Anrufer habe ihm eine Festanstellung als 

Zimmermann im Rheintal bis im März 2011 angeboten. Er habe zugestimmt. Am 

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Telefon habe man ihm gesagt, dass er Fr. 34.- pro Stunde erhalte, sein letzter Lohn in 

E.___ sei aber Fr. 38.50 gewesen. Bis er die Landkarte habe aufmachen können, um zu 

sehen, wo das Rheintal sei, habe die andere Person den Hörer bereits aufgelegt 

gehabt. Er habe nicht die Gelegenheit erhalten, sich persönlich vorzustellen (act. G 1).

C.b In der Beschwerdeantwort beantragt der Beschwerdegegner die Abweisung der 

Beschwerde. Er verweist zur Begründung auf die Verfügung vom 27. September 2010 

und den Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2010 (act. G3).

C.c Der Beschwerdeführer liess die Frist zur Einsichtnahme in die Vorakten und zur 

Einreichung der Replik unbenutzt verstreichen.

C.d Das Gericht gewährte dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör bezüglich der 

nachträglich beim Beschwerdegegner eingeforderten Aktenstücke. Es handelte sich 

hierbei um die Korrespondenz zwischen der C.___ AG und dem RAV. Am 22. März 

2011 nahm der Beschwerdeführer zu diesen Akten Stellung. Sinngemäss wiederholte 

er die in der Beschwerde aufgeführten Argumente (act. G 7-11).

Erwägungen:

1. 

Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) muss die 

versicherte Person mit der Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles 

Zumutbare unternehmen, um die Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Das 

persönliche Bemühen um Arbeit stellt eine unmittelbare Verpflichtung der Versicherten 

dar. Insbesondere haben sie zur Schadensminderung grundsätzlich jede Arbeit 

unverzüglich anzunehmen (Art. 16 Abs. 1 AVIG). Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ist dieser Einstellungstatbestand auch dann erfüllt, wenn der 

Versicherte die Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, er aber durch sein Verhalten in 

Kauf nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt wird. Der arbeitslose Versicherte hat 

bei den Verhandlungen mit dem künftigen Arbeitgeber klar und eindeutig die 

Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung der 

Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden (BGE 122 V 34 E. 3b).

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2. 

2.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass am 7. September 2010 um 14 Uhr ein 

Telefonat zwischen dem Personalberater der C.___AG und dem Versicherten 

stattgefunden hat. Unbestritten ist auch, dass der Stellenvermittler dem Versicherten 

eine Stelle als Zimmermann angeboten hat und dass der Beschwerdeführer seinen 

letztmaligen Stundenlohn von Fr. 38.50 genannt hat. Streitig ist hingegen die Frage, ob 

der Versicherte die ihm angebotene Stelle abgelehnt hat.

2.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen 

eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind. Das Gericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 

Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste 

würdigt (BGE 125 V 193 E. 2, 121 V 45 E. 2a). Der Sozialversicherungsprozess ist vom 

Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Dieser schliesst die Beweislast im Sinn einer 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Wenn es sich jedoch als unmöglich erweist, 

im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt zu ermitteln, der 

zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen, greift 

die Beweisregel Platz, dass die Parteien eine Beweislast insofern tragen, als im Fall der 

Beweis-losigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 

unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 261 E. 3b mit 

Hinweis).

2.3 Gemäss den Angaben des Stellenvermittlers habe der Beschwerdeführer die Stelle 

aufgrund des zu tiefen Lohnes, des weiten Arbeitsweges und der Tatsache, dass er 

den Winter hindurch nicht arbeiten wolle, abgelehnt.

2.4 Hinsichtlich des Arbeitsortes gab der Stellenvermittler im E-Mail vom 7. September 

2010 an, dem Beschwerdeführer eine Stelle im St.Galler Rheintal angeboten zu haben. 

Auf dem Formular, das der Stellenvermittler am 10. September 2010 dem RAV zufaxte, 

war der Arbeitsort "Rorschach/Rheintal" aufgeführt (act. G 6.1). Demgegenüber hat der 

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Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 17. September 2010 geltend gemacht, 

der Stellenvermittler habe ihm eine Arbeit in D.___ angeboten. In der Einsprache vom 

6. Oktober 2010 hat er vorgebracht, dass die Person am Telefon nicht habe sagen 

wollen, wo der Arbeitsort sei. Erst im Nachhinein, bei seinem Rückruf eine Woche 

später, habe er erfahren, dass der Arbeitsort G.___ gewesen wäre. In der 

Beschwerdeschrift vom 27. Oktober 2010 hingegen hat er erklärt, dass der 

Stellenvermittler ihm eine Stelle im Rheintal angeboten habe. Dies hat er in der 

Stellungnahme vom 22. März 2011 wiederholt und gleichzeitig erwähnt, dass ihm der 

Arbeitsort immer noch unbekannt sei. Die Angaben des Beschwerdeführers sind 

widersprüchlich und erscheinen dadurch wenig glaubhaft. Es ist zudem nicht 

ersichtlich, warum der Stellenvermittler dem Beschwerdeführer den Arbeitsort 

verschweigen sollte. Allerdings ist es möglicherweise tatsächlich zu einem 

Missverständnis zwischen dem Beschwerdeführer und dem Stellenvermittler 

gekommen, denn die Bezeichnung "Rheintal" ist nicht eindeutig. Sowohl D.___ wie 

auch G.___ liegen im Rheintal. Wie nachfolgend ausgeführt wird, kann jedoch die 

Frage, ob im Gespräch von D.___ oder G.___ die Rede war, offen gelassen werden.

2.5 Auf dem an das RAV gefaxte Formular hat der Stellenvermittler den Bruttolohn der 

angebotenen Stelle mit Fr. 36.20 angegeben. Der Beschwerdeführer hat in der 

Stellungnahme vom 17. September 2010 ausgeführt, dass er nach dem Lohn gefragt 

habe. Das Gespräch sei beendet gewesen, nachdem er dem Stellenvermittler seinen 

letzten Lohn von Fr. 38.50 genannt habe. In der Beschwerde und in der Stellungnahme 

vom 22. März 2011 hat der Beschwerdeführer vorgebracht, der Stellenvermittler habe 

ihm einen Lohn von Fr. 34.-- auf die Stunde angeboten, sein letzter Stundenlohn habe 

Fr. 38.50 betragen. Zudem hat er die Angaben des Stellenvermittlers, ihm einen Lohn 

von Fr. 36.20 angeboten zu haben, bestritten. Auch die Frage, ob ein Stundenlohn von 

Fr. 34.-- oder ein Stundenlohn von Fr. 36.20 angeboten worden ist, kann offen 

gelassen werden.

2.6 Der Beschwerdeführer hat in seiner ersten Stellungnahme vom 17. September 2010 

betont, dass er die Stelle nicht abgelehnt habe. Im gleichen Schreiben aber hat er 

ausgeführt, dass er aufgrund seines körperlichen Zustandes und aufgrund mangelnder 

Erfahrung nicht als Zimmermann arbeiten könne. Zudem hat er angegeben, dass ihm 

D.___ als Arbeitsort schon zu weit gewesen sei und dass er dies auch gesagt habe. In 

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der Einsprache hat er nochmals bekräftigt, dass er die Stelle angenommen habe. Er 

habe nur wissen wollen, wie viel er verdienen würde. Im gleichen Schreiben hat er auch 

ausgeführt, dass G.___ 80 km von H.___ entfernt sei und sein Auto einen Service 

brauche. In der Stellungnahme vom 22. März 2011 wiederum hat er vorgebracht, sein 

letzter Stundenlohn habe Fr. 38.50 betragen und so habe er sich dem System 

angepasst. Alle diese Angaben lassen darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund des Arbeitsweges und des Lohnes tatsächlich grosse Vorbehalte gegen die 

ihm angebotene Stelle gehabt hat. Zudem ist davon auszugehen, dass er diese 

Vorbehalte gegenüber dem Stellenvermittler auch zum Ausdruck gebracht hat. Es ist 

daher als überwiegend wahrscheinlich anzusehen, dass der Beschwerdeführer die ihm 

angebotene Stelle abgelehnt hat oder zumindest nicht klar und eindeutig die 

Bereitschaft zum Vertragsschluss bekundet hat, wie dies nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung verlangt wird. Nach Art. 16 Abs. 1 AVIG muss der Versicherte zur 

Schadensminderung grundsätzlich jede Arbeit unverzüglich annehmen. Ausgenommen 

von der Annahmepflicht ist eine Arbeit, die unzumutbar nach Art. 16 Abs. 2 AVIG ist. Zu 

prüfen bleibt nachfolgend, ob es sich bei der angebotenen Stelle um eine unzumutbare 

Arbeit nach Art. 16 Abs. 2 AVIG gehandelt hat. Sollte es sich um eine unzumutbare 

Arbeit gehandelt haben, wäre der Beschwerdeführer berechtigt gewesen, die Stelle 

abzulehnen.

2.7 Unzumutbar und somit von der Annahmepflicht ausgenommen ist eine Arbeit, die 

einen Arbeitsweg von mehr als zwei Stunden je für den Hin- und Rückweg notwendig 

macht und bei welcher für den Versicherten am Arbeitsort keine angemessene 

Unterkunft vorhanden ist (Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG). Selbst wenn der Beschwerdeführer 

aufgrund eines Missverständnisses fälschlicherweise von einem Arbeitsort in D.___ 

ausgegangen wäre, wäre ihm dieser Arbeitsweg von H.___ aus zuzumuten gewesen. 

Denn obwohl es sich um einen langen Arbeitsweg gehandelt hätte, ist die Strecke 

H.___ – D.___ sowohl mit einem Auto wie auch mit dem öffentlichen Verkehr innerhalb 

von weniger als zwei Stunden zu bewältigen (siehe www.mapsearch.ch und 

www.sbb.ch). Demzufolge wäre auch ein solcher Arbeitsweg nicht unzumutbar 

gewesen und die Stelle hätte nicht aufgrund des langen Arbeitsweges abgelehnt 

werden dürfen.

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2.8 Unzumutbar ist zudem eine Arbeit, die dem Versicherten einen Lohn einbringt, der 

geringer ist als 70 % des versicherten Verdienstes (Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG). Der 

versicherte Verdienst betrug beim Beschwerdeführer Fr 5'168.-- (act. G 3.1/B 102). 70 

% von Fr. 5'168.-- sind Fr. 3'617.60 monatlich. Der Lohn wäre dann unzumutbar 

gewesen, wenn er weniger als 3'617.60 pro Monat betragen hätte. Der 

Monatsverdienst wird in einen Tagesverdienst umgerechnet, indem der 

Monatsverdienst durch 21,7 geteilt wird (Art. 40a Verordnung über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung [AVIV; SR 837.02]). Bei einer 42-Stunden-Woche beträgt die 

tägliche Arbeitszeit 8,4 Stunden. Der minimale zumutbare Monatslohn (Fr. 3'617.60) 

wird durch 21,7 und 8,4 dividiert, um den minimalen zumutbaren Stundenlohn zu 

berechnen. Er beläuft sich beim Versicherten auf Fr. 19.85, exkl. Feiertags- und 

Ferienentschädigung; inklusiv rund 21 % Ferienanteil, 13. Monatslohn und 

Feiertagsentschädigung rund Fr. 24.--. Selbst wenn dem Beschwerdeführer eine Stelle 

mit einem Stundenansatz von Fr. 34.-- angeboten worden wäre, hätte ein solcher Lohn 

weit über den 70 % seines versicherten Verdienstes ge-legen. Die Stelle war also auch 

hinsichtlich des Lohnes zumutbar.

2.9 Der Beschwerdeführer brachte in seiner Stellungnahme vom 17. September 2010 

vor, er habe schon seit 10 Jahren nicht als Zimmermann gearbeitet und er verfüge 

nicht über die entsprechende Erfahrung auf dem Beruf. Sinngemäss machte er damit 

geltend, dass die Stelle nicht angemessen auf seine Fähigkeiten oder auf die bisherige 

Tätigkeit Rücksicht nehme (Art. 16 Abs. 2 lit b AVIG). Auch mit seiner Aussage, dass er 

eine Herzoperation gehabt habe und nicht schwindelfrei sei, macht er sinngemäss 

geltend, dass ihm die Arbeit als Zimmermann nicht zumutbar sei (Art. 16 Abs. 2 lit. c 

AVIG). Dem ist entgegenzuhalten, dass der Beschwerdeführer in Deutschland im Jahr 

1997 die Zimmerer-Gesellenprüfung abgelegt hat (act G. 3.1/A 11) und somit davon 

auszugehen ist, dass er über die erforderlichen Qualifikationen für die angebotene 

Stelle grundsätzlich verfügt. Zudem war er vom 30. Oktober bis am 18. November 2009 

in der Schweiz temporär als Zimmermann beschäftigt gewesen, ohne dass 

gesundheitliche Probleme bekannt geworden wären (act. G 3.1/B 35). Auch die 

Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich über Monate hinweg als Zimmermann 

beworben hat, lässt seine Argumente als Schutzbehauptungen erscheinen.

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2.10 Als Zwischenfazit ist festzustellen, dass dem Beschwerdeführer eine Stelle als 

Zimmermann im Rheintal mit einem Stundenlohn von mindestens Fr. 34.-- angeboten 

worden ist, womit von einer für ihn zumutbaren Arbeit auszugehen ist. Indem er diese 

Stelle abgelehnt hat oder zumindest nicht klar und eindeutig die Bereitschaft zum 

Vertragsabschluss bekundet hat, hat er seine Schadenminderungspflicht nach Art. 17 

AVIG verletzt.

3.

Nach Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIG dauert die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bei 

schwerem Verschulden 31-60 Tage. Ein schweres Verschulden liegt vor, wenn die 

versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat 

(Art. 45 Abs. 4 lit. b AVIG). Die vom Beschwerdegegner verhängten 33 Einstelltage 

liegen am unteren Ende der für schweres Verschulden zu verhängenden Sanktion. 

Diese Einstellung erscheint eher milde bemessen, zumal der Beschwerdeführer zuvor 

schon zwei Mal in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist wegen 

ungenügender Arbeitsbemühungen.

4.

Nach dem Gesagten sind die vom der Beschwerdegegner verhängten Einstelltage für 

das Ablehnen einer zumutbaren Arbeit nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der 

Beschwerde führt. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1].

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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