# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 352a0511-e51e-58e5-83fb-8a6908d63774
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.08.2009 C-3139/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3139-2008_2009-08-11.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3139/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer.

S._______,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Steiner, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung einer Einreisebewilligung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3139/2008

Sachverhalt:

A.
Gemäss Visumantrag vom 4. Januar 2008 beantragte die 1982 gebo-
rene  thailändische  Staatsangehörige  S._______  (nachfolgend  Be-
schwerdeführerin)  bei  der  schweizerischen Botschaft  in  Bangkok ein 
Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei T._______(nach-
folgend Gastgeber) in Z._______ (SO). Die Schweizerische Vertretung 
verweigerte das Visum formlos und übermittelte das Gesuch zur Prü-
fung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Solothurn beim Gastge-
ber ergänzende Auskünfte eingeholt und an die Vorinstanz weitergelei-
tet hatte, wies diese das Gesuch um Bewilligung der Einreise mit Ver-
fügung vom 7. April  2008 ab. Dies im Wesentlichen mit  der Begrün-
dung, es bestünde nicht genügend Gewähr für eine fristgerechte Wie-
derausreise  nach  einem Besuchsaufenthalt.  Die  Beschwerdeführerin 
stamme aus einer  Region,  aus  welcher  der  Zuwanderungsdruck  als 
Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Ver-
hältnisse bekanntermassen nach wie vor stark anhalte. Erfahrungsge-
mäss würden insbesondere Touristen- und Besuchervisa immer wieder 
von Personen, welche sich hier dauerhaft aufhalten möchten, für eine 
erleichterte Einreise in die Schweiz missbraucht. Zwar oblägen der Be-
schwerdeführerin  gewisse berufliche und auch familiäre Verpflichtun-
gen; ihre geplante dreimonatige Abwesenheit würde diese jedoch nicht 
als zwingend erscheinen lassen. Auch andere Gründe für eine zwin-
gende Einreise seien nicht ersichtlich. 

C.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 13. Mai 2008 erhob die Beschwerdefüh-
rerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragt,  die 
Sache sei der Vorinstanz zu einer Vernehmlassung betreffend die ver-
änderte  Sachlage  zuzustellen.  Des  Weiteren  sei  die  vorinstanzliche 
Verfügung aufzuheben und das gewünschte Besuchservisum für vier 
Wochen zu erteilen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung auf-
zuheben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.  Zur  Begründung  macht  die  Beschwerdeführerin  im 
Wesentlichen geltend,  die  Vorinstanz  habe im vorliegenden Fall  den 
Verhältnismässigkeitsgrundsatz  und  das  Willkürverbot  missachtet. 
Auch sei im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens ihr Anspruch auf 

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rechtliches  Gehör  verletzt  worden.  Zudem  sei  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt  nicht richtig und nicht vollständig abgeklärt  worden. Hin-
gewiesen wird auch auf die veränderte Lage des Sachverhalts: So sei 
die Beschwerdeführerin von der ursprünglichen Absicht eines dreimo-
natigen  Aufenthalts  in  der  Schweiz  aus  beruflichen  und  familiären 
Gründen abgekommen und plane deshalb einen einmonatigen Aufent-
halt in der Schweiz. 

Zum Beleg reichte die Beschwerdeführerin Kopien diverser Dokumen-
te sowie Fotos ein.

D.  
Die Vorinstanz schliesst  in  ihrer  Vernehmlassung vom 13. Juni  2008 
auf  Abweisung der  Beschwerde. Ergänzend hält  sie  fest,  dass  auch 
die  veränderte  Sachlage  –  die  Planung  eines  einmonatigen  Aufent-
halts in der Schweiz – nichts an ihrer Einschätzung ändern könne; die 
gesamten Verhältnisse böten nicht genügend Gewähr für eine fristge-
rechte Wiederausreise. 

E.
Mit Replik vom 16. August 2008 hält die Beschwerdeführerin vollum-
fänglich an ihren Begehren fest. Gleichzeitig werden weitere Beilagen 
zu den Akten gereicht. 

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht – un-
ter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen –  Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021), 
welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wur-
den. Darunter  fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweige-
rung  der  Einreisebewilligung,  welche  vom Bundesverwaltungsgericht 

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endgültig beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Mit Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 wurde die Umsetzung 
der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über die 
Assoziierung  an  Schengen  und  an  Dublin  (SR 362)  genehmigt.  Die 
entsprechenden  Assoziierungsabkommen  (darunter  das  Abkommen 
vom 26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-

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schaft,  der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft 
über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung 
und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) 
sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008  definitiv  in Kraft 
getreten. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden 
im AuG entsprechende Anpassungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 
AuG, wonach die Bestimmungen über das Visumverfahren und über 
die Ein-  und Ausreise  nur  gelten,  sofern  das  Schengen-Recht  keine 
abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist  die  VEV total 
revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 
2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, 
übergeordneten  (Schengen-)Recht  fortgeführt  werden.  Vor  diesem 
Hintergrund ist auch auf die Rüge der Verletzung von Art. 126 Abs. 1 
AuG  nicht  weiter  einzugehen  (vgl.  Beschwerde  vom  13.  Mai  2008 
S. 12, Replik vom 16. August 2008 S. 8 f.), ist doch vorliegend auf das 
seit  dem 13. Mai  2008 beim Bundesverwaltungsgericht  hängige Ver-
fahren – unabhängig vom Datum der Einreichung eines Visumsgesu-
ches – Schengen-Recht anzuwenden. 

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-
che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-

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planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt. Demgegenüber verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass im Falle ei-
nes nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederausrei-
se Gewähr zu bieten ist. Dies stellt jedoch kein zusätzliches im natio-
nalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im Wi-
derspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüberge-
henden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklä-
rung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 
verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet. 

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

6.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 

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im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Als Staatsangehörige von Thailand unterliegt die Beschwer-
deführerin damit der Visumspflicht. 

7.  
7.1 Allem voran ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht 
in casu davon Abstand nimmt, sich mit allen Parteipunkten einlässlich 
auseinander zu setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich zu 
widerlegen. Das Gericht kann sich auf Erwägungen zu den wesentli-
chen Parteivorbringen beschränken. Auf haltlose Behauptungen kann 
es  nicht  eingehen (zum Ganzen vgl.  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungs-
rechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 321). 

7.2 Vorliegend ist zu überprüfen, ob die Vorinstanz unter Berücksichti-
gung der Verhältnisse im Herkunftsland und der persönlichen Lebens-
umstände einen ermessensfehler-  und willkürfreien Entscheid getrof-
fen hat. Dabei rechtfertigt es sich, Einreisegesuchen von Personen aus 
Staaten mit  politisch  oder  wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen 
Verhältnissen mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen, da die 
persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel 
und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in  Einklang 
steht. 

Die  Beschwerdeführerin  stammt  aus  Thailand.  Die  Wirtschaft  dieses 
Landes hat sich zwar nach der Asienkrise von 1997/98 überraschend 
schnell erholt. Das Wachstum des Bruttoinlandproduktes zog von 2001 
(2.2 %) bis 2003 (7.1 %) respektive 2004 (6.3 %) stark an. In den Jah-
ren 2005 bis 2007 verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum jedoch 
mit einer Wachstumsrate von 4.5 %, 5.1 % und 4.8 %, was auf die in-
nenpolitische Unsicherheit, aufkommende Gewalt in den vier südlichs-
ten Provinzen des Landes und Auswirkungen des verheerenden Tsu-
nami von 2004 zurückzuführen ist (Quelle: U.S. Departement of State, 
<http://www.state.gov>, Travel > Countries and Regions > Background 
Notes  > Thailand,  Stand:  Januar  2009,  besucht  im  Juli  2009).  Die 
grundsätzlich ermutigende wirtschaftliche Entwicklung kann aber nicht 
über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nach wie vor breite Bevölke-
rungsschichten  von  vergleichsweise  schwierigen  ökonomischen  und 
sozialen Lebensbedingungen betroffen sind. Das Bruttoinlandprodukt 
(BIP) pro Kopf betrug im Jahre 2007 nur gerade USD 3'732, im Jahr 
2008 schätzungsweise USD 4'099 (Quelle: Staatssekretariat für Wirt-

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schaft  SECO,  <http://www.seco.admin.ch>,  Themen  > Aussenwirt-
schaft  > Länderinformationen  > Asien/Ozeanien  > Thailand,  Stand: 
März 2009, besucht im Juli 2009).

7.3 In Anbetracht der allgemeinen Situation gewichtete die Vorinstanz 
somit  das  Risiko einer  nicht  fristgerechten Wiederausreise  zu Recht 
als relativ hoch. Es wäre jedoch in der Tat zu schematisch und nicht 
haltbar,  generell  und ohne spezifische Anhaltspunkte ausschliesslich 
aufgrund der allgemeinen Lage im Herkunftsland auf eine nicht hinrei-
chend gesicherte Wiederausreise zu schliessen. Die eben genannten 
Umstände entbinden die Vorinstanz daher nicht von einer einzelfallbe-
zogenen Beurteilung. Namentlich können berufliche, gesellschaftliche 
oder familiäre Verpflichtungen die Prognose einer anstandslosen Wie-
derausreise begünstigen. 

7.4 Der entscheidserhebliche Sachverhalt ergibt sich dabei, wie nach-
folgend zu zeigen sein wird, in genügender Weise aus den Akten. Von 
der Zeugeneinvernahme des Gastgebers, welche die Beschwerdefüh-
rerin  auf  Rechtsmittelebene  beantragt  (vgl.  Replik  vom  16.  August 
2008 S. 8), kann daher in antizipierter Beweiswürdigung ohne Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs abgesehen werden (vgl. Art. 33 Abs. 1 
VwVG; BGE 131 I 153 E. 3 S. 157 mit Hinweisen; Urteil des Bundesge-
richts 1C_460/2008 vom 3. Februar 2009 E. 3.1; zur Zeugeneinvernah-
me:  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_427/2008  vom  2.  Februar  2009 
E. 2.2).

8.
8.1 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine bald 27-jähri-
ge, ledige Frau und Mutter von vierjährigen Zwillingen. Die Kinder le-
ben zusammen mit der Mutter der Beschwerdeführerin – welche nicht 
erwerbstätig  ist  –  in  Bangkok und werden durch  diese vollzeitig  be-
treut. Da die  Beschwerdeführerin  selbst  in  Phuket  arbeitet,  sieht  sie 
ihre Kinder alle paar Wochen für einige Tage. Der Vater der Zwillinge – 
ein in Thailand wohnhafter Öesterreicher – hat seine Kinder nie gese-
hen und wünscht  keinen Kontakt  mehr  zur  Beschwerdeführerin. Des 
Weiteren  führt  die  Beschwerdeführerin  aus,  es  sei  denn  vor  allem 
auch die Situation ihrer Mutter, die einen Aufenthalt in der Schweiz für 
länger  als  vier  Wochen  unmöglich  machen  würde.  Ihre  Mutter  sei 
durch  die  Betreuung  der  Zwillinge  einer  Dauerbelastung  ausgesetzt 
und zudem durch die Probleme deren – mittlerweile arbeitslosen – Le-
benspartners zusätzlich belastet. Damit die Mutter auch weiterhin die 

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Betreuung der Kinder wahrnehmen könne, müsse diese entlastet und 
die  Betreuungssituation  verbessert  werden.  Falls  sich  die  Situation 
weiter  zuspitzen sollte,  müsste die Beschwerdeführerin  eine Arbeits-
stelle in der Umgebung von Bangkok suchen; mit ihren Qualifikationen 
wäre dies gemäss ihren eigenen Angaben relativ gut möglich (vgl. Be-
schwerde vom 13. Mai 2008 S. 10). An anderer Stelle wird ausgeführt, 
die Beschwerdeführerin müsse ihrer Mutter einen Freiraum einräumen, 
in dem diese – allenfalls mit ihrem Lebenspartner – eine Distanz zur 
belastenden  Kinderbetreuung  finden  könne  (vgl.  Beschwerde  vom 
13. Mai 2008 S. 6). 

Für diese schwierige Familienkonstellation sind zwar mit dem Umzug 
der Beschwerdeführerin nach Bangkok Lösungsansätze vorhanden, al-
lerdings ist deren Umsetzung noch mehr als offen und würde das Fin-
den einer neuen Arbeitsstelle der Beschwerdeführerin in Bangkok be-
dingen. Unklar bleibt hingegen, in welcher Zeit eine (auch lohnmässig) 
vergleichbare neue Arbeit gefunden würde. In der jetzigen Situation er-
scheint es hingegen nicht nachvollziehbar, wie die Beschwerdeführerin 
selbst – in Anbetracht der Distanz zwischen ihrem Arbeitsort (Phuket) 
und dem Wohnort ihrer Mutter und Kinder (Bangkok) sowie ihrer wö-
chentlichen Arbeitszeit von 6 Tagen (vgl. Schreiben der Patour Phuket 
vom 8.  Mai  2008)  zur  Verbesserung  dieser  Situation  beitragen  soll. 
Aufgrund dieser Umstände kann somit nicht davon ausgegangen wer-
den, die Anwesenheit der Beschwerdeführerin in Thailand sei aufgrund 
ihrer familiären Situation unverzichtbar und könne sie davon abhalten, 
eine Emigration in die Schweiz in Erwägung zu ziehen. Vielmehr kann 
eine Trennung der Beschwerdeführerin von ihren Familienangehörigen 
sogar von der Hoffnung gesteuert sein, diese aus dem Ausland besser 
zu unterstützen und insbesondere die Zwillinge später nachziehen zu 
können. Diese Massnahme wäre denn auch sehr geeignet, die schwie-
rige Situation der Mutter zu entschärfen. Vor diesem Hintergrund spielt 
es auch keine Rolle, dass die Beschwerdeführerin auf Rechtsmittele-
bene einen verkürzten – lediglich einmonatigen Aufenthalt – beantragt. 
Das Schwanken bezüglich der Dauer des nachgesuchten Aufenthaltes 
deutet  sogar  auf  eine  gewisse  Unstabilität  der  Verhältnisse  hin. Auf 
deutliche  Emigrationstendenzen  weist  des  weiteren  die  im  Rahmen 
des  Beschwerdeverfahrens  eingereichte  Geburtsbescheinigung  der 
Beschwerdeführerin  hin. Dieser Urkunde ist  zu entnehmen, dass sie 
am 6. Februar 2007 zur Bescheinigung für eine Auslandsreise ausge-
stellt  wurde,  zu  einem  Zeitpunkt,  als  die  Beschwerdeführerin  den 

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Gastgeber noch gar nicht kannte (Datum des Kennenlernens: 5. Sep-
tember 2007). 

8.2 In wirtschaftlicher Hinsicht wird geltend gemacht, die Beschwerde-
führerin sei in einer priviligierten Situation: Sie sei Eigentümerin eines 
zweistöckigen Hauses in Bangkok,  habe eine feste Arbeitsstelle und 
arbeite in Phuket als Touristenführerin. Obwohl die Beschwerdeführe-
rin damit – im Gegensatz zu vielen ihrer Landsleute – in einem festen 
Anstellungsverhältnis  steht,  kann  trotzdem  nicht  von  wirtschaftlich 
günstigen Verhältnissen ausgegangen werden. Das monatliche Gehalt 
der Beschwerdeführerin beläuft sich auf 8'500 Baht (ca. Fr. 270.-). Zu-
dem erhält sie eine Erfolgskommission von 10% für Toureneinsätze so-
wie freie Kost und Logis. In Anbetracht dessen, dass von diesem Ge-
halt  auch  die  nicht  erwerbstätige  Mutter  und  die  Zwillinge  der  Be-
schwerdeführerin leben, kann nicht auf eine wirtschaftlich günstige Si-
tuation geschlossen werden, die ihr ein sorgenfreies Leben ermöglicht. 
Daraufhin weist auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin von 
ihrem Freund und Gastgeber mit  monatlich Fr. 600.-  unterstützt  wird 
(vgl. Schreiben des Gastgebers vom 31. Oktober 2007). Zudem zeigt 
die Erfahrung, dass aufgrund des grossen Lohngefälles zwischen der 
Schweiz und Staaten wie Thailand, auch ein für einheimische Verhält-
nisse gutes Salär nicht nachhaltig davon abhalten kann, das Heimat-
land dauerhaft zu verlassen. 

9.
An  dieser  Risikoeinschätzung  vermögen  auch  die  Hinweise  der  Be-
schwerdeführerin  auf  die  Garantieerklärung  des  Gastgebers  vom 
28. Januar 2008 nichts zu ändern. Die Integrität des Gastgebers wird 
denn auch nicht in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Abwägung 
des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die 
Einstellung und Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das 
mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist 
in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und anstandslo-
se Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse fi-
nanzielle  Risiken  Garantie  leisten,  nicht  aber  –  mangels  rechtlicher 
und  faktischer  Durchsetzbarkeit  –  für  ein  bestimmtes  Verhalten  des 
Gastes  (vgl.  anstelle  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-6950/2007 vom 7. November 2008 E. 8). Unbehelflich ist aus diesem 
Grund auch der replikweise angebrachte Vorschlag des Gastgebers, 
Fr. 100'000.- als Garantie auf ein Sperrkonto einzuzahlen.

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10.
Vorliegend kann auch nicht von einer unvollständigen oder nicht richti-
gen Abklärung des Sachverhalts ausgegangen werden, wie dies gel-
tend gemacht wird (vgl. Beschwerde vom 13. Mai 2008 S. 15). Die Vor-
instanz stützte sich in ihrem Entscheid nicht nur auf den Visumantrag 
und  die  Unterlagen  der  Schweizer  Auslandvertretung,  sondern  liess 
zusätzlich noch durch die kantonale Migrationsbehörde weitere Abklä-
rungen vornehmen. Dabei wurde dem Gastgeber auch die Möglichkeit 
eingeräumt,  sich  zu  einer  eventuellen  Heiratsabsicht,  den  familiären 
Verhältnissen sowie zur Beziehung mit der Beschwerdeführerin zu äu-
ssern (vgl. Schreiben des Migrationsamts des Kantons Solothurn vom 
26. März 2008 sowie das "Frageblatt  Garantieerklärung" vom 28. Ja-
nuar 2008). In diesem Zusammenhang übersieht die Beschwerdefüh-
rerin  zudem,  dass  einer  Partei  gemäss  Art.  13  VwVG Mitwirkungs-
pflichten obliegen. Wird ein Verfahren – wie in casu – auf eigenes Be-
gehren  eingeleitet,  trifft  die  Partei  eine  gewisse  Offenbarungs-  und 
Substantiierungspflicht.  Unter  Berücksichtigung  sämtlicher  genannter 
Aspekte durfte die Vorinstanz zu Recht davon ausgehen, die fristge-
rechte Wiederausreise sei nicht hinreichend gewährleistet. Zwar lässt 
sich diese Prognose nicht zu einer gesicherten Feststellung verdich-
ten; sie  genügt  indessen um die  Erteilung einer  Einreisebewilligung, 
auf welche ohnehin kein Rechtsanspruch besteht, abzulehnen. 

11.
An diesem Ausgang des Verfahrens kann auch das Vorbringen der Be-
schwerdeführerin betreffend Verletzung des rechtlichen Gehörs nichts 
ändern (vgl. Beschwerde vom 13. Mai 2008 S. 14 f.): Ungeachtet der 
Frage,  ob  die  Vorinstanz  dazu  verpflichtet  gewesen  wäre,  der  Be-
schwerdeführerin vorgängig das rechtliche Gehör zum internen Schrei-
ben der Schweizer Botschaft vom 9. Januar 2008 einzuräumen, wäre 
ein entsprechender Verfahrensmangel nämlich als nachträglich geheilt 
zu betrachten, zumal ein solcher als geringfügig zu bezeichnen wäre 
und  der  Beschwerdeführer  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  wel-
ches sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen 
kann,  die  Gelegenheit  hatte,  sich  dazu  zu  äussern  (vgl.  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.112 mit Hinweisen). 

12.
Die angefochtene Verfügung verletzt daher das Bundesrecht nicht. So-
weit massgebend wurde der rechtserhebliche Sachverhalt richtig und 

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vollständig  festgestellt,  und  die  Vorinstanz  hat  das  ihr  zustehende 
Ermessen pflichtgemäss ausgeübt (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwer-
de ist daher abzuweisen.

13.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Be-
schwerdeführerin  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs. 1  VwVG).  Die  Verfah-
renskosten sind auf  Fr. 600.--  festzusetzen (Art. 1,  Art. 2  und Art. 3 
Bst. b  des  Reglements  vom  21. Februar 2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] zurück)
- die Migrationsbehörde des Kantons Solothurn in Kopie.

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer

Versand: 

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