# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7fd7fb3-e961-51bd-a8ff-b7442f0e2e88
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.08.2018 E-2013/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2013-2018_2018-08-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2013/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  A u g u s t  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner;   

Gerichtsschreiberin Linda Mombelli-Härter. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch MLaw Sara Lenherr, 

Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 1. März 2018 / N (…). 

 

 

 

E-2013/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reichte am 7. August 2015 in der Schweiz ein Asyl-

gesuch ein. Am 19. August 2015 wurde er zur Person befragt (BzP) und 

am 20. April 2017 folgte die Anhörung zu den Asylgründen durch das SEM 

(Art. 29 Abs. 1 AsylG [SR 142.31]). 

B.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, er stamme aus B._______. Im Herbst 2011 habe er 

die (…) Klasse abgebrochen, weil er seine Familie in der Landwirtschaft 

habe unterstützen müssen. Im März 2012 respektive 2013 sei er anlässlich 

einer Razzia festgenommen und während dreier Monate inhaftiert worden. 

Danach sei er zur militärischen Ausbildung geschickt worden, wobei ihm 

nach drei Monaten im September 2012 respektive 2013 die Flucht gelun-

gen sei. Da er in der Folge gesucht worden sei, habe er im Januar 2014 

sein Heimatland illegal verlassen. Seine Eltern befänden sich in 

B._______, seine Ehefrau sei (…) verstorben. 

Der Beschwerdeführer reichte eine Kopie seiner Identitätskarte und derje-

nigen seiner Eltern zu den Akten.  

C.  

Mit Verfügung vom 1. März 2018 stellte das SEM fest, der Beschwerdefüh-

rer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und 

ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

Zur Begründung führte das SEM aus, seine Vorbringen würden den Anfor-

derungen an die Glaubhaftigkeit im Sinne von Art. 7 AsylG nicht genügen. 

Anknüpfungspunkte, welche ihn in den Augen des eritreischen Regimes 

als missliebige Person erscheinen lassen könnten, seien nicht ersichtlich. 

Folglich vermöge die illegale Ausreise aus Eritrea alleine keine Furcht vor 

einer zukünftigen asylrelevanten Verfolgung zu begründen (mit Verweis auf 

das Referenzurteil des BVGer D-7898/2015 vom 30. Januar 2017). Der 

Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb sein 

Asylgesuch abzulehnen sei. Der Wegweisungsvollzug sei zudem zulässig, 

zumutbar und möglich. Insbesondere könnten aufgrund der unglaubhaften 

Angaben nicht alle Möglichkeiten abschliessend abgeklärt werden. So 

könne beispielweise nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerde-

führer vom Nationaldienst suspendiert, daraus entlassen worden sei oder 

ihn bereits ordentlich abgeschlossen habe. 

E-2013/2018 

Seite 3 

D.  

Mit Eingabe vom 5. April 2018 reichte der Beschwerdeführer durch seine 

Rechtsvertretung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein. Er be-

antragte in materieller Hinsicht, die den Wegweisungsvollzug betreffenden 

Ziffern der angefochtenen Verfügung seien aufzuheben und es sei die Un-

zulässigkeit, eventualiter die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer 

Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

und Rechtsverbeiständung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses. 

Zur Begründung der Beschwerde machte er im Wesentlichen geltend, der 

ihm drohende Militärdienst sei ein Wegweisungsvollzugshindernis im 

Sinne von Art. 83 Abs. 3 und Abs. 4 AuG (SR 142.20). Ferner stelle der 

Zwang zum Militärdienst in Eritrea eine Verletzung von Art. 3 und Art. 4 

Abs. 2 EMRK dar.  

Der Beschwerdeführer reichte mit der Beschwerde unter anderem eine 

Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung vom 22. März 2018 ein. 

E.  

Mit Instruktionsverfügung vom 18. April 2018 gewährte die Instruktionsrich-

terin die unentgeltliche Prozessführung sowie amtliche Rechtsverbeistän-

dung und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-

führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. 

BVGE 2014/26 E. 5). 

E-2013/2018 

Seite 4 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die 

Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

Dass dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 

Abs. 1 VwVG) gewährt wurde (vgl. oben, Sachverhalt Bst. E), die Be-

schwerde also im Beschwerdezeitpunkt als nicht aussichtslos zu qualifizie-

ren war, steht einer Behandlung der Beschwerde im Verfahren nach         

Art. 111 Bst. e AsylG in bestimmten Konstellationen nicht entgegen. Dies 

ist namentlich dann der Fall, wenn sich die Beschwerde aufgrund neuer 

Erkenntnisse oder einer geänderten Rechtsauffassung während des Be-

schwerdeverfahrens als offensichtlich unbegründet erweist (vgl. Urteil des 

BVGer E-8098/2015 vom 26. April 2016, E. 2.2.2). Zwar decken sich die 

Begriffe der Aussichtslosigkeit (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und der offensichtli-

chen Unbegründetheit (Art. 111 Bst. e AsylG) materiell weitgehend. Für die 

Prüfung der offensichtlichen Unbegründetheit (Art. 111 Bst. e AsylG) ist 

aber der Urteilszeitpunkt massgebend, während für die Beurteilung der 

Aussichtslosigkeit der Beschwerdebegehren (Art. 65 Abs. 1 VwVG) auf 

den Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung abzustellen ist (vgl. BGE 133 III 

614 E. 5). Insofern ist nicht ausgeschlossen, dass eine als nicht aussichts-

los zu beurteilende Beschwerde – wie hier – als offensichtlich unbegründet 

abgewiesen wird. 

4.  

Die Beschwerde richtet sich lediglich gegen den angeordneten Wegwei-

sungsvollzug (Dispositivziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung des 

SEM vom 1. März 2018). Demnach ist die vorinstanzliche Verfügung in 

Rechtskraft erwachsen, soweit sie die Frage des Asyls und der Flüchtlings-

eigenschaft betrifft (Dispositivziffern 1 und 2). Damit ist praxisgemäss auch 

die Wegweisung als solche (Dispositivziffer 3) nicht mehr zu überprüfen. 

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet demnach ein-

zig die Frage, ob das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht als durch-

führbar erachtet hat oder ob allenfalls anstelle des Vollzugs eine vorläufige 

Aufnahme anzuordnen ist. 

E-2013/2018 

Seite 5 

5.  

Der Beschwerdeführer vertritt in der Beschwerde die Auffassung, der Weg-

weisungsvollzug sei angesichts der ihm drohenden Einziehung in den erit-

reischen Nationaldienst und einer damit verbundenen Verletzung von Art. 3 

und Art. 4 Abs. 2 EMRK als unzulässig und unzumutbar zu qualifizieren 

(vgl. oben Sachverhalt Bst. D). 

Aufgrund des Alters des Beschwerdeführers erscheint seine Befürchtung, 

bei einer Rückkehr in den Nationaldienst eingezogen zu werden, nicht 

gänzlich ausgeschlossen (vgl. zur eritreischen Musterungspraxis auch das 

Referenzurteil D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 13.2–13.4). 

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

5.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).  

5.2.1 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Nachdem rechts-

kräftig festgestellt wurde, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-

schaft nicht erfüllt, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nicht-

rückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. 

5.2.2 Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allge-

meinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen. Gemäss 

E-2013/2018 

Seite 6 

Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 

gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende 

Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und Art. 3 EMRK darf niemand 

der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behand-

lung unterworfen werden. 

5.2.3 Das Bundesverwaltungsgericht klärte in einem jüngst ergangenen 

Grundsatzurteil die Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bei 

drohender Einziehung in den eritreischen Nationaldienst (vgl. Urteil des 

BVGer E-5022/2017 vom 10. Juli 2018 E. 6.1 [zur Publikation vorgese-

hen]). Das Gericht prüfte die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs unter 

den Aspekten des Zwangsarbeitsverbots (Art. 4 Abs. 2 EMRK), des Folter-

verbots und der unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung (Art. 3 

EMRK). 

5.2.4 Nach einer umfassenden Analyse der verfügbaren Quellen gelangte 

das Bundesverwaltungsgericht im genannten Urteil in tatsächlicher Hin-

sicht zum Ergebnis, dass die Bemessung der Dienstdauer und die Gewäh-

rung von Urlauben im eritreischen Nationaldienst für die Einzelperson 

kaum vorhersehbar seien. Die durchschnittliche Dienstdauer lasse sich 

nicht genau beziffern, auszugehen sei jedoch davon, dass sie zwischen 

fünf und zehn Jahre betrage und in Einzelfällen darüber hinausgehen 

könne. Die Lebensbedingungen gestalteten sich sowohl in der Grundaus-

bildung als auch im militärischen und im zivilen Nationaldienst schwierig; 

der Nationaldienstsold reiche kaum aus, um den Lebensunterhalt zu de-

cken. Darüber hinaus komme es im eritreischen Nationaldienst – insbeson-

dere in der Grundausbildung und im militärischen Nationaldienst – zu Miss-

handlungen und sexuellen Übergriffen (vgl. Urteil E-5022/2017 E. 6.1.5.2). 

5.2.5 In rechtlicher Hinsicht führte das Bundesverwaltungsgericht aus, 

Art. 4 Abs. 2 EMRK stehe dem Wegweisungsvollzug nur dann entgegen, 

wenn das ernsthafte Risiko einer schwerwiegenden Verletzung des 

Zwangsarbeitsverbots anzunehmen wäre. Der im eritreischen National-

dienst effektiv zu befürchtende Nachteil, auf unabsehbare Zeit eine niedrig 

entlöhnte Arbeit für den Staat ausführen zu müssen, sei zwar als unver-

hältnismässige Last zu qualifizieren. Der Nachteil verletze aber nicht den 

Kerngehalt von Art. 4 Abs. 2 EMRK. Nicht erstellt sei zudem, dass die kol-

portierten Misshandlungen und Übergriffe derart systematisch stattfänden, 

dass jede und jeder Nationaldienstleistende dem ernsthaften Risiko aus-

gesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden. Auch insofern sei eine 

E-2013/2018 

Seite 7 

Verletzung von Art. 4 Abs. 2 EMRK durch den Wegweisungsvollzugs zu 

verneinen (vgl. Urteil E-5022/2017 E. 6.1.5.2). 

5.2.6 Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte 

(EGMR) müsste der Beschwerdeführer mit Blick auf Art. 3 EMRK das ernst-

hafte Risiko ("real risk") nachweisen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung 

Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse 

Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Nr. 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Im Grundsatzurteil E-5022/2017 wurde diesbezüglich 

ausgeführt, dass keine hinreichenden Belege dafür existierten, Misshand-

lungen und sexuelle Übergriffe fänden im Nationaldienst derart flächende-

ckend statt, dass jede und jeder Dienstleistende dem ernsthaften Risiko 

ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden. Es besteht daher 

kein ernsthaftes Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle einer 

Einziehung in den eritreischen Nationaldienst (a.a.O., E. 6.1.6). 

5.2.7 Weitere Gründe für die Annahme der Unzulässigkeit des Wegwei-

sungsvollzugs ergeben sich weder aus den Akten noch aus der Beschwer-

deschrift. Der Wegweisungsvollzug ist folglich als zulässig zu betrachten. 

5.3 Der Vollzug kann für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, 

wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie 

Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret 

gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG). Wird eine konkrete Gefährdung fest-

gestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Auf-

nahme zu gewähren. 

5.3.1 Gemäss aktueller Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem 

Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungs-

weise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausge-

gangen werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen in ei-

nigen Bereichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor 

schwierig. Die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation, 

der Zugang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. Der 

Krieg ist seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Kon-

flikte sind nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch 

die umfangreichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil 

der Bevölkerung profitiert. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage 

des Landes muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenz-

bedrohung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. 

Anders als noch unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende 

E-2013/2018 

Seite 8 

individuelle Faktoren jedoch nicht mehr zwingende Voraussetzung für die 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer   

D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 16 f.). Des Weiteren ist der Vollzug 

der Wegweisung für Personen, die bei einer Rückkehr nach Eritrea voraus-

sichtlich in den Nationaldienst eingezogen werden, nicht als unzumutbar 

zu bezeichnen (vgl. Urteil E-5022/2017 E. 6.2.5). 

5.3.2 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen Mann im 

erwerbsfähigen Alter, der über Schulbildung bis zur (…) Klasse und Ar-

beitserfahrung in der Landwirtschaft verfügt. Es sind auch keine gesund-

heitlichen Beeinträchtigungen aktenkundig. In seiner Heimat kann er mit 

seinen Eltern auf ein familiäres Beziehungsnetz und eine gesicherte Wohn-

situation zurückgreifen. Es ist davon auszugehen, dass ihn seine Familie 

bei seiner Rückkehr unterstützen wird. Demnach bestehen keine Anhalts-

punkte dafür, dass er bei einer Rückkehr in eine existenzielle Notlage ge-

raten würde. Das SEM stellte in seiner Verfügung sodann fest, es könne 

aufgrund der unglaubhaften Vorfluchtgründe nicht von einer tatsächlichen 

und unmittelbaren Gefahr einer Einziehung in den Nationaldienst ausge-

gangen werden. Sollte der Beschwerdeführer aber doch eingezogen wer-

den, ist auf obenstehende Erwägung zu verweisen, wonach National-

dienstleistende nicht generell im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG gefährdet 

sind. 

5.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

5.4 Zwar ist darauf hinzuweisen, dass derzeit die zwangsweise Rückfüh-

rung nach Eritrea generell nicht möglich ist. Die Möglichkeit der freiwilligen 

Rückkehr steht aber praxisgemäss der Feststellung der Unmöglichkeit des 

Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AuG entgegen. Es ob-

liegt daher dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung 

des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu 

beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 

(Art. 83 Abs. 2 AuG). 

5.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

E-2013/2018 

Seite 9 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuwei-

sen. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das mit der Beschwerde ge-

stellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wurde 

jedoch mit Instruktionsverfügung vom 18. April 2018 gutgeheissen, wes-

halb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. 

7.2 Mit derselben Verfügung wurde dem Beschwerdeführer auch die un-

entgeltliche Rechtsverbeiständung gemäss Art. 110a AsylG gewährt. Die 

amtliche Rechtsbeiständin hat in ihrer Kostennote einen Aufwand von 3,75 

Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 180.– angeführt. Der Zeitauf-

wand wird auf drei Stunden gekürzt; dies insbesondere, nachdem die Be-

schwerde vorwiegend aus wiederkehrenden Textbausteinen besteht. Zu-

dem beträgt der Stundenansatz für nicht-anwaltliche Vertreterinnen 

Fr. 100.– bis Fr. 150.–, wie in der Instruktionsverfügung vom 18. April 2018 

festgehalten. Die angeführte Spesenpauschale von Fr. 50.– wird praxisge-

mäss nicht vergütet. Somit ist das amtliche Honorar auf insgesamt 

Fr. 450.– festzusetzen und durch die Gerichtskasse zu entrichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2013/2018 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird vom Bundesverwaltungsgericht ein 

Honorar in der Höhe von Fr. 450.– entrichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Linda Mombelli-Härter 

 

 

Versand: