# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ef5c693-5711-5e48-8449-066e205dee48
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.05.2020 IV 2018/56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-56_2020-05-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/56

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.08.2020

Entscheiddatum: 11.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 11.05.2020
Art. 28 Abs. 1 und 2 IVG. Wiederanmeldung. Rentenanspruch. Beweiskraft 
des bidisziplinären Gutachtens und gestützt darauf Verschlechterung des 
psychischen Gesundheitszustandes bejaht. Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit bejaht. Einkommensvergleich mittels Prozentvergleich. 
Anspruch auf eine halbe Rente. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 11. Mai 2020, IV 2018/56)

Entscheid vom 11. Mai 2020

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers und Marie 

Löhrer; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

IV 2018/56

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriela Grob Hügli, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Juni 2011 unter Hinweis auf Schmerzen im Hüft- und 

rechten Kniegelenk bei der Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von beruflichen resp. 

Rentenleistungen an (IV-act. 53). Dr. med. B.___, Orthopädie am Z.___, berichtete am 

28. Juni 2011 über die Diagnose einer Hüftdysplasie mit degenerativ verändertem 

Limbus und zunehmenden Hüftschmerzen rechts (IV-act. 72-3). Am 15. September 

2011 fand ein Assessment mit einer IV-Eingliederungsberaterin statt (IV-act. 80). Am 

30. September 2011 besichtigte diese den Arbeitsplatz der Versicherten bei der Y.___ 

AG, (IV-act. 74), wo diese im Vollzeitpensum als Lageristin Logistik tätig war (IV-act. 

67-2). Am 8. Dezember 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass ihr Beratung 

und Unterstützung beim Erhalt dieses Arbeitsplatzes gewährt würden (IV-act 81; vgl. 

Verlaufsprotokoll in IV-act. 101).

A.a. 

Am 16. März 2012 wurde die Versicherte wegen ihrer progredienten 

Hüftschmerzen rechts in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates am Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: KSSG) untersucht. 

Gestützt auf diese Untersuchung wurde erstmals die Diagnose einer Coxa vara 

beidseits, Antetorsion des Schenkelhalses rechts erhoben (IV-act. 86-1) und der 

Versicherten empfohlen, eine Arbeitsstelle mit wechselnden Tätigkeiten (stehend/

sitzend) zu suchen (IV-act. 86-2). Am 22. März 2012 informierte der Hausarzt der 

Versicherten, Dr. med. C.___, Facharzt für Innere Medizin, die zuständige IV-

Eingliederungsberaterin, dass die Versicherte in ihrer jetzigen Tätigkeit zu 50% 

arbeitsunfähig sei (IV-act. 83). Ab dem 18. Juni 2012 schrieb der Hausarzt die 

Versicherte wegen der generalisierten Schmerzen, des [….] mit Gelenkdysplasien 

A.b. 

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sowie der Hüftdysplasie rechts zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 102-2). Am 10. August 

2012 wurde die Versicherte bei Dr. med. D.___, Rheumatologie im X.___, vorstellig. 

Diese äusserte den Verdacht auf ein Turner-Syndrom bei […] und Skelettdysplasien 

und meldete die Versicherte zur Abklärung im Muskelzentrum des KSSG an (IV-act. 

102-14 f.). Dort wurde die Versicherte am 30. August 2012 untersucht, wobei mittels 

neurophysiologischer Untersuchung keine Hinweise für eine Polyneuropathie, für ein 

CTS beidseits, für eine Myopathie oder für eine Schädigung der Pyramidenbahn 

beidseits gefunden wurden (IV-act. 102-11 und 102-13). Die untersuchenden 

Neurologen erhoben die Diagnose Verspannungen sowie wechselnde Gelenk- und 

Muskelansatzschmerzen unklarer Genese und erwähnten den dringenden Verdacht auf 

Fibromyalgie (IV-act. 102-8). Am 5. November 2012 und 22. Januar 2013 besuchte die 

Versicherte die Schmerzsprechstunde im Palliativzentrum des KSSG mit der Frage 

nach Teilnahme an einem Schmerzmanagementprogramm. Der Leitende Arzt 

informierte am 5. Dezember 2012 über eine schwierig fassbare Krankheitssituation und 

stellte die Diagnosen eines chronifizierten Schmerzsyndroms und einer Ichthyosis 

vulgaris (IV-act. 102-6 f.).

Die IV-Stelle eröffnete der Versicherten am 29. Januar resp. 4. April 2013 

insbesondere gestützt auf ein Gespräch vom 17. Oktober 2012 zwischen unter 

anderem der IV-Eingliederungsberaterin und der Versicherten (vgl. Verlaufsprotokoll in 

IV-act. 101-4 f.), dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe (IV-act. 105 

und 112; vgl. auch Telefonnotizen in IV-act. 110 und 111). Dr. C.___ erklärte mit 

Verlaufsbericht vom 11. Juni 2013, dass die Versicherte seit Dezember 2012 immer 

über die gleichen Beschwerden klage. Im Verlauf sei ein Versuch mit Saroten und 

Cymbalta unternommen worden und später mit Magnesium und Tramadol, die 

Symptome hätten sich jedoch nicht gebessert (IV-act. 116-2). Am 4. Juli 2013 

berichtete der Leitende Arzt des Palliativzentrums des KSSG, dass die Versicherte das 

Schmerzmanagementprogramm mit tiefer Aktivität nur zwei Mal habe mitmachen 

können, da das Programm zu streng gewesen sei (IV-act. 118-2).

A.c. 

Im Auftrag der IV wurde die Versicherte im Oktober und November 2013 in der 

SMAB AG, Swiss Medical Assessment- and Business-Center (nachfolgend: SMAB), St. 

Gallen, in den Disziplinen Rheumatologie und Psychiatrie abgeklärt (IV-act. 122-1 und 

124). Dem Gutachten sind die Diagnosen Hüftdysplasie mit rechtsbetonter Coxa vara, 

A.d. 

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anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), Status nach Operation einer 

madelungschen Deformität Handgelenk rechts 2005 sowie Status nach Oligoarthritis 

bei Parovirus-B19-Infekt 2006 zu entnehmen, wobei nur der ersten Diagnose Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit zugebilligt wurde (IV-act. 125-21 f.). Die Gutachter gelangten 

zum Schluss, dass der Versicherten eine wechselbelastende, körperlich leichte 

Tätigkeit, die vorwiegend im Sitzen ausgeübt werden könne und nicht mit dem 

repetitiven Hantieren von Lasten über 10 bis 15 kg einhergehe, zu 100% zumutbar sei. 

In der bisherigen Tätigkeit als Lageristin Logistik sahen sie noch eine Arbeitsfähigkeit in 

der Grössenordnung von 50% (IV-act. 125-22 f.). Gestützt auf dieses Gutachten stellte 

die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 22. Januar 2014 die Verneinung 

eines Rentenanspruchs in Aussicht (IV-act. 131). In Vertretung der Versicherten reichte 

die Procap am 21. Februar 2014 einen Einwand ein (IV-act. 135). Am 25./27. Februar 

2014 lösten die Y.___ AG und die Versicherte das zwischen ihnen bestehende 

Arbeitsverhältnis per 31. März 2014 auf, da keine Verbesserung des 

Gesundheitszustandes absehbar war und die Leistungen der 

Krankentaggeldversicherung Mitte März 2014 ausgeschöpft waren (IV-act. 161-19). Am 

11. März 2014 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid die 

Rentenablehnung bei einem Invaliditätsgrad von 31% (IV-act. 140).

Am 23. März 2016 machte die Procap in Vertretung der Versicherten eine 

Verschlechterung von deren Gesundheitszustand geltend. Sie verwies dabei auf 

Berichte des Psychiatrischen Zentrums W.___ vom 25. November 2015 und der Klinik 

für Rheumatologie und internistische Rehabilitation der Kliniken V.___, vom 25. Januar 

2016 (IV-act. 147). Der erste Bericht stützte sich auf ambulante psychiatrische 

Behandlungen ab dem 19. August 2015 und enthielt die Diagnosen mittelgradige 

depressive Episode (ICD-10: F32.1) und chronische Schmerzstörung mit somatischen 

und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41; IV-act. 149-1). Die berichtenden Ärzte 

nannten eine Arbeitsfähigkeit von 20 - 30% auf dem 2. Arbeitsmarkt und von 0% auf 

dem 1. Arbeitsmarkt. Sie stellten teils ausgeprägte Versagensängste, einen sozialen 

Rückzug, eine Antriebsminderung sowie eine reduzierte Stressregulation fest (IV-act. 

149-2). Der zweite Bericht stützte sich auf einen stationären Rehabilitationsaufenthalt 

der Versicherten vom 26. Mai bis 24. Juni 2015 und beschrieb die Diagnosen 

Hüftdysplasie rechts mit Präarthrosezeichen, chronische generalisierte myofasziale 

A.e. 

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Schmerzsymptomatik sowie eine langdauernde mittelgradige depressive Episode mit 

somatischem Syndrom. Die generalisierte Schmerzsymptomatik konnte der 

berichterstattenden Ärztin zufolge während des Aufenthalts kaum beeinflusst werden. 

Medizinisch theoretisch schätzte sie die Arbeitsfähigkeit beim Austritt aus 

rheumatologischer Sicht als zu 50% gegeben ein. Dies unter Berücksichtigung von 

klinisch objektivierbaren Beschwerden mit mangelnder Kraft in der 

Quadrizepsmuskulatur mit erschwertem Treppensteigen und verminderter Gehstrecke 

(IV-act. 150-1; vgl. auch Austrittsberichte der Kliniken V.___ vom 23. Juni 2015 

betreffend Physiotherapie in IV-act. 169 und vom 7. Juli 2015 in IV-act. 168). Am 10. 

April 2016 füllte die Versicherte unter Hinweis auf eine Hüftdysplasie und eine 

Fibromyalgie das Anmeldeformular für Leistungen der IV aus (IV-act. 153).

Dr. med. E.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und ab dem 3. Juni 

2016 behandelnde Psychiaterin der Versicherten, diagnostizierte am 26. November 

2016 eine langdauernde reaktive mittelgradige bis aktuell schwere depressive Störung 

seit 2014 (IV-act. 174-1) und hielt fest, die Versicherte könnte maximal eine Stunde pro 

Tag in wechselnder Körperhaltung ohne Gewicht arbeiten. Es bestehe eine rasche 

Ermüdbarkeit (IV-act. 174-3).

A.f. 

Am 13. Februar 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass eine 

bidisziplinäre (orthopädische und psychiatrische inkl. neuropsychologische) 

Begutachtung notwendig sei (IV-act. 179). Das Gutachten wurde am 8. April 2017 

durch die IME - Interdisziplinäre Medizinische Expertisen (nachfolgend: IME), St. 

Gallen, erstattet (IV-act. 183). In diesem wird den Diagnosen multidirektionale 

Bewegungseinschränkung des rechten Hüftgelenks bei Coxa valga und 

anlagebedingter Hüftdysplasie, links betonte madelungsche Deformität bei rechtsseitig 

im Jahr 2005 erfolgter Korrekturosteotomie und anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung mit teilweiser Erfüllung der Standardindikatoren Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit zugesprochen (IV-act. 183-87; zu den detaillierten Diagnosen und zu 

den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vgl. dasselbe Aktorum). Die 

Arbeitsfähigkeit wurde aus orthopädisch-psychiatrischer Sicht sowohl in der zuletzt 

ausgeübten wie auch in angepassten Tätigkeiten seit dem Jahr 2013 als zu 50% 

eingeschränkt befunden (IV-act. 183-90). Dies bei einem umfangreichen negativen 

A.g. 

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B.  

Leistungskatalog, jedoch vollständiger Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten aus 

orthopädischer Sicht (vgl. IV-act. 183-148 ff.).

Der zuständige Arzt vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) nahm am 3. Juli 2017 

Stellung zum Gutachten der IME und hielt fest, aus psychiatrischer Sicht sei festgestellt 

worden, dass die Versicherte aufgrund einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung zu 50% auch in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkt sei. Die 

Einschränkung werde mit der teilweisen Erfüllung der sog. Standardindikatoren 

begründet. Der psychiatrische Gutachter gehe davon aus, dass die Belastbarkeit der 

Versicherten seit der letzten Begutachtung erheblich abgenommen habe (IV-act. 184).

A.h. 

Am 8. August 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie keinen 

Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (IV-act. 188).

A.i. 

Mit Vorbescheid vom 31. Oktober 2017 verneinte die IV-Stelle bei einem 

Invaliditätsgrad von 32% auch einen Rentenanspruch. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen an, bei der Beurteilung der 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

im Gutachten der IME handle es sich um eine andere Einschätzung desselben 

medizinischen Sachverhalts im Vergleich zum Vorgutachten des SMAB. Auch werde 

keiner der Indikatoren erfüllt. Es werde deshalb nach wie vor von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ausgegangen (IV-act. 194). Am 4. Januar 

2018 verfügte die IV-Stelle unter Beantwortung des durch die Procap am 4. Dezember 

2017 für die Versicherte eingelegten Einwands (IV-act. 195) im Sinne des Vorbescheids 

(IV-act. 196 = act. G 1.2).

A.j. 

 Gegen die Verfügung vom 4. Januar 2018 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 5. Februar 2018. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

beantragte darin durch ihre Rechtsvertretung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

die Aufhebung der Verfügung, die Zusprache einer Invalidenrente, die Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung und eventualiter die Anordnung eines Obergutachtens. 

Sie machte geltend, dass auf das IME-Gutachten abzustellen und von der darin 

festgelegten 50%igen Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten auszugehen sei. Die 

Annahme, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt Stellen vorhanden sein sollen, 

B.a. 

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Erwägungen

1.

Aktenkundig und unbestritten ist, dass es sich bei der vorliegend zu beurteilenden 

Anmeldung vom März 2016 um eine sogenannte Neuanmeldung handelt, auf welche 

die Beschwerdegegnerin zu Recht eingetreten ist. Strittig und zu prüfen ist, ob die 

Beschwerdeführerin im Rahmen dieser Anmeldung Anspruch auf eine Rente der IV hat.

bei denen ihre Verhaltensstörung toleriert werde, sei illusorisch. Sollte sich ein 

entsprechend sozial eingestellter Arbeitgeber finden lassen, wäre mit einer starken 

Lohneinbusse zu rechnen. Aufgrund der aussergewöhnlichen Umstände sei der 

Höchstabzug von 25% zuzulassen. Das Valideneinkommen sei bei Fr. 80'517.-- im 

Jahr 2010 festzusetzen (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 4. April 2018 beantragte die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie führte an, der 

psychiatrische Gutachter der IME begründe die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit 

durch die teilweise Erfüllung der Standardindikatoren. Die nähere Betrachtung zeige, 

dass keiner der Indikatoren erfüllt sei. Ein soziales Entgegenkommen des 

durchschnittlichen Arbeitgebers erscheine im Hinblick auf die Verhaltensstörung der 

Beschwerdeführerin nicht derart unrealistisch, dass das Finden einer passenden Stelle 

von vornherein als ausgeschlossen gelten müsse. [….] genüge nicht für einen 

Höchstabzug von 25%. Selbst wenn das Zumutbarkeitsprofil der Beschwerdeführerin 

einen Leidensabzug von 10% rechtfertigen würde, würde kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad resultieren. Die Festsetzung des Valideneinkommens bei Fr. 79'153.-- 

sei bereits zu Gunsten der Beschwerdeführerin erfolgt (act. G 5).

B.b. 

Am 5. April 2018 entsprach das Gericht dem Gesuch der Beschwerdeführerin um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G 6).

B.c. 

Mit Replik vom 8. Mai 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Rechtsbegehren 

fest (act. G 8).

B.d. 

Am 5. Juni 2018 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer 

Duplik (act. G 10).

B.e. 

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2.  

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.1. 

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

2.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen).

2.3. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

2.4. 

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3.

Die Parteien sind sich darin einig, dass das Gutachten des IME den beweisrechtlichen 

Anforderungen genügt, weshalb darauf abgestellt werden könne (vgl. beispielsweise 

IV-act. 191-2 sowie act. G 1). Aus rheumatologischer Sicht gehen die Parteien deshalb 

ab Ende 2013 von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten aus. 

Die dabei berücksichtigten Leistungseinschränkungen in qualitativer Hinsicht umfassen 

mehr als leichte körperliche Arbeiten, Heben und Tragen von Lasten körperfern über 5 

kg sowie körpernah über 10 kg, jeweils ohne technische Hilfsmittel, repetitive 

stereotype Bewegungsabläufe, Tätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern und 

Hocken, das mehr als gelegentliche Arbeiten in Zwangshaltungen, das Gehen auf 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Im Sinne einer Richtlinie ist den 

im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 

sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 

1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit 

eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht 

hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 

195 E. 2, je mit Hinweisen).

2.5. 

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unebenem Gelände, das Besteigen von Leitern, Gerüsten oder schrägen Ebenen, das 

mehr als gelegentliche Treppensteigen, Tätigkeiten mit längerwährender Einnahme nur 

einer Körperposition, Tätigkeiten mit erhöhter feinmotorischer Anforderung an die 

rechte wie die linke Hand, Tätigkeiten im Freien, ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe 

sowie Tätigkeiten auf regen- und eisglattem Untergrund, Tätigkeiten unter Zeitdruck 

und Akkordarbeit (IV-act. 183-88 ff.). Diese Einschätzung lässt sich aufgrund der 

medizinischen Aktenlage ohne weiteres nachvollziehen (vgl. insbesondere IV-

act. 183-97 bis 183-159) und ist nicht zu beanstanden. Zu prüfen gilt es hingegen, ob 

auf die im psychiatrischen Teil-Gutachten der IME attestierte 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten abgestellt werden kann - wie dies 

die Beschwerdeführerin beantragt (vgl. act. G 1). Die Beschwerdegegnerin nimmt den 

Standpunkt ein, es handle sich bei dieser Einschätzung im Vergleich zum Gutachten 

des SMAB nur um eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts, weshalb auch aus 

psychiatrischer Sicht nach wie vor von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in 

adaptierten Tätigkeiten auszugehen sei (vgl. IV-act. 191-1 f. sowie act. G 1.2). Ob ein 

solcher Sachverhaltsvergleich überhaupt erforderlich ist (vgl. dazu die Kritik an der 

bundesgerichtlichen Praxis im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 

Gallen vom 20. Juni 2019, IV 2016/377 E. 1 mit Hinweisen), kann dahingestellt bleiben, 

da vorliegend eine Veränderung des Gesundheitszustandes ohnehin rechtsgenüglich 

ausgewiesen ist (vgl. nachfolgende Erwägung 4.1).

4.  

Das psychiatrische Teilgutachten wurde von Prof. Dr. med. habil. F.___, Facharzt 

für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, SSIPM Interventionelle 

Schmerztherapie, SGV Vertrauensarzt und SIM Zertifizierter Medizinischer Gutachter, 

erstattet. Er stellte in Übereinstimmung mit dem Vorgutachter des SMAB die Diagnose 

einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Er kam jedoch in 

Abweichung vom Vorgutachten wegen der teilweisen Erfüllung der sog. 

Standardindikatoren zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

angesichts der fehlenden vollumfänglichen Zumutbarkeit der Überwindbarkeit der 

Schmerzen zu 50% eingeschränkt sei (IV-act. 183-83). Bei der Frage einer allfälligen 

Veränderung des Gesundheitszustandes ist die Diagnosestellung allein nicht 

massgebend, so kann trotz gleicher Diagnosen von einem verschlechterten 

Gesundheitszustand ausgegangen werden, wenn sich die Befunde ausgeprägter 

darstellen mit entsprechender Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit (Urteil des 

Bundesgerichts vom 3. November 2010, 8C_166/2010, E. 3.3). Die Beschwerdeführerin 

gab bei der aktuellen Begutachtung am 31. März 2017 an, der Schmerz habe sich seit 

4.1. 

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dem ersten Antrag bei der IV im Verlauf in seiner Intensität geändert. Die Schmerzen 

seien stärker geworden (IV-act. 183-66). Auch hat sich die Beschwerdeführerin erst im 

Nachgang zur Begutachtung durch das SMAB im Jahr 2014 in psychiatrische 

Behandlung begeben (vgl. IV-act. 149 sowie 174-1). Die behandelnde Psychiaterin 

erklärte am 26. November 2016, sowohl der psychische als auch der körperliche 

Zustand der Beschwerdeführerin hätten sich seit der letzten Begutachtung um einiges 

verschlechtert (IV-act. 174-2). Der zuständige Arzt vom RAD hielt in diesem 

Zusammenhang am 3. Juli 2017 fest, Prof. Dr. F.___ gehe davon aus, dass die 

Belastbarkeit der Beschwerdeführerin seit der letzten Begutachtung im Rahmen der 

somatoformen Schmerzstörung erheblich abgenommen habe (IV-act. 184-1). Die 

Verhaltensauffälligkeit [….] bestand zum Zeitpunkt der Begutachtung durch den 

zuständigen psychiatrischen Facharzt des SMAB am 11. November 2013 seit etwa 

sechs Monaten (IV-act. 125-25), währenddem dies im Zeitpunkt der vorliegend 

relevanten Begutachtung am 31. März 2017 (IV-act. 183-1) seit fast vier Jahren der Fall 

war. Damit kam dieser unterdessen erheblich verfestigten Verhaltensauffälligkeit 

unweigerlich eine grössere Bedeutung zu. Bereits die Gutachter des SMAB hatten 

festgestellt, dass sich das vorliegende somatoforme Schmerzsyndrom über mehrere 

Jahre progredient entwickelt habe (IV-act. 125-25), was dafür spricht, dass es sich 

auch nach deren Begutachtung noch weiterentwickelt hat. Insgesamt ist in 

Übereinstimmung mit dem zuständigen Arzt vom RAD (vgl. IV-act. 184) und der 

Beschwerdeführerin (vgl. act. G 1 S. 7 zweiter Absatz) mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit von einem veränderten Sachverhalt im Sinne einer Progredienz der 

somatoformen Schmerzstörung und damit einhergehend einer Abnahme der 

Belastbarkeit der Beschwerdeführerin sowie einer Intensivierung der die somatoforme 

Schmerzstörung begleitenden Verhaltensauffälligkeit auszugehen.

Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die sogenannte 

Indikatorenprüfung vorgenommen (vgl. IV-act. 191-2 f. sowie act. G 5 Ziff. 2 der 

Begründung), um abzuklären, ob die unbestrittene Diagnose der somatoformen 

Schmerzstörung nunmehr im Gegensatz zur Begutachtung durch das SMAB als 

relevant für die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen ist. Dies ist 

nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015 gemäss BGE 141 V 

281 zu beurteilen. Mit diesem Entscheid hat das Bundesgericht das vorherige Regel-/

Ausnahmemodell, welches zur Zeit der SMAB-Begutachtung noch anwendbar war, 

durch ein strukturiertes, normatives Prüfungsraster ersetzt. Anhand eines Katalogs von 

Indikatoren erfolgt nunmehr eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des - unter 

Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von 

Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits - tatsächlich erreichbaren 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

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Leistungsvermögens (E. 3.6). Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten 

Indikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 297 f. E. 4.1.3): 

Kategorie "funktioneller Schweregrad" (E. 4.3) mit den Komplexen 

"Gesundheitsschädigung" (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und 

Symptome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbiditäten [E. 

4.3.1]), "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende 

psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und "sozialer Kontext" (E. 4.3.3) sowie Kategorie 

"Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige 

Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 

4.4.1) und behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener 

Leidensdruck (E. 4.4.2). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Handhabung des 

Indikatorenkatalogs den Umständen des Einzelfalls gerecht werden muss. Es handelt 

sich nicht um eine "abhakbare Checkliste" (BGE 141 V 297 E. 4.1).

Prof. Dr. F.___ erklärte, er sei in der ergebnisoffenen Überprüfung der 

Standardindikatoren zu einem deutlich kritischeren Ergebnis gelangt als sein 

Vorgutachter des SMAB in der Beurteilung der damals noch zu beachtenden sog. 

"Förster-Kriterien". Seines Erachtens könnte nicht mit Sicherheit angenommen werden, 

dass der Beschwerdeführerin die Überwindbarkeit der Schmerzen zumutbar sei (IV-act. 

183-81). Die Handicapierungen der Beschwerdeführerin würden sich im beruflichen 

und im privaten Umfeld auswirken, sie sei deutlich weniger belastungsfähig und habe 

eine eingeschränkte Durchhaltefähigkeit (IV-act. 183-82). Der durch Prof. Dr. F.___ 

veranlasste neuropsychologische Zusatzuntersuch durch dipl. psych. FSP G.___, vom 

3. April 2017 ergab zwar keine validen Ergebnisse. Die Psychologin stellte jedoch 

zumindest fest, dass die psychophysische Belastbarkeit erheblich reduziert erscheine; 

die Beschwerdeführerin habe nach der zweieinhalbstündigen Untersuchung deutlich 

erschöpft gewirkt (IV-act. 183-91 und 183-96). Dies wiederum stimmt mit der 

Beobachtung der behandelnden Psychiaterin überein, welche sowohl das 

Konzentrationsvermögen als auch die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin als durch 

Ermüdung eingeschränkt beschrieb (IV-act. 174-5). Prof. Dr. F.___ nahm sodann unter 

dem Titel Konsistenz, Persönlichkeit und sozialer Kontakt, Behandlung und 

Eingliederung Bezug zu den vorerwähnten Indikatoren. Er führte an, er gehe von einem 

Malingering aus mit den auffälligen Verhaltensabnormitäten mit [….], welches regressiv 

anmute. Versorgungswünsche würden erkennbar, indem die Beschwerdeführerin ein 

Rentenbegehren äussere. Es bleibe in Bezug auf die Ich-Strukturen der 

Beschwerdeführerin unklar, was zu der beschriebenen Regression geführt habe. Eine 

nachvollziehbare Psychodynamik habe bisher von keinem Behandler oder Gutachter 

dargelegt werden können. Es seien jedoch vordergründig bei der Beschwerdeführerin 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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keine Störungen der Realitätsbeurteilung und der Impulskontrolle wahrnehmbar. Die 

Schmerzen und die mit dem sozialen Abstieg einhergegangen Folgen würden jedoch 

zu einer Störung der affektiven Kontrolle führen (IV-act. 183-80). Er blendete sodann 

seinen eigenen Angaben zufolge "die IV-fremden Belastungsfaktoren und die 

psychopathologischen Reaktionen hierauf" bei seiner Einschätzung korrekterweise aus 

(IV-act. 183-79), denn der bio-psycho-soziale Krankheitsbegriff ist rechtlich im Rahmen 

der Arbeitsunfähigkeit nach Art. 6 ATSG nicht massgebend (BGE 143 V 426 f. E. 6). Die 

Anwendung eines solchen kann folglich ausgeschlossen werden und auch nicht zu der 

in Abweichung vom Vorgutachten des SMAB reduzierteren Arbeitsfähigkeitsschätzung 

geführt haben. Prof. Dr. F.___ stellte auch fest, dass die Verhaltensveränderung [….] als 

bizarr einzustufen sei, und warf gar die Frage auf, ob diese Verhaltensveränderung 

einem Arbeitgeber überhaupt zumutbar sei. Er gewann sodann den Eindruck, dass 

mehr ein primärer denn ein sekundärer Krankheitsgewinn vorliege (IV-act. 183-81). Die 

Krankheitsfolgen seien bisher mit deutlichen negativen sozialen Konsequenzen 

verbunden, was einen sekundären Krankheitsgewinn nicht wahrscheinlich mache. Die 

bisherige Biographie der Beschwerdeführerin spreche eindeutig gegen eine 

Selbstlimitierung. Sie sei mit den erheblichen Störungen im Stütz- und 

Bewegungsapparat trotz aller Widrigkeiten bisher zu 100% bis zur Krankschreibung 

berufstätig gewesen. Sie habe im Jahr 2005 eine Operation erduldet, um weiterhin 

berufstätig bleiben zu können. Die geäusserten Versorgungswünsche und die 

Auffälligkeiten im neuropsychologischen Untersuch wertete der Gutachter nicht als 

bewusstes Vorgehen der Beschwerdeführerin, sondern als Hilferufe (IV-act. 183-82). Er 

komme aus medizinischer Sicht zu dem Schluss, dass nicht anzunehmen sei, dass der 

Versicherten die Überwindbarkeit der Schmerzen vollumfänglich zumutbar sei, weshalb 

er von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in zuletzt ausgeübter und in adaptierter Tätigkeit 

infolge der Belastbarkeitsminderung ausgehe (IV-act. 183-83).

Der Ansicht der Beschwerdegegnerin, bei näherer Betrachtung der Indikatoren 

zeige sich, dass die Beschwerdeführerin wegen der Schmerzstörung mit Blick auf die 

objektive Zumutbarkeit nicht übermässig in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, und 

es fehle an der Erfüllung auch nur eines Indikators, so dass die Schwere der 

Erkrankung nicht ausgewiesen sei (vgl. u.a. act. G 5 Ziff. 2 der Begründung), kann nicht 

gefolgt werden. Vielmehr hat der psychiatrische Gutachter Prof. Dr. F.___ die 

Herleitung seiner Diagnosen nachvollziehbar begründet und deren funktionelle 

Auswirkungen schlüssig dargelegt. Die gutachterliche Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit erscheint in sich stimmig und ist unter Berücksichtigung der gesamten 

medizinischen Aktenlage nachvollziehbar. So hat auch die Beschwerdegegnerin selber 

das Gutachten als beweiskräftig eingestuft (vgl. IV-act. 191-2) und es somit 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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5.

Zu bestimmen bleibt der Invaliditätsgrad im Rahmen eines Einkommensvergleichs (vgl. 

vorstehende Erwägung 2.2).

zwangsläufig auch als schlüssig und nachvollziehbar erachtet. Der beratende Arzt vom 

RAD empfahl der IV-Stelle gestützt auf dieses Gutachten, seit mindestens 2013 von 

einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten auszugehen (IV-act. 

184-2). Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Indikatorenprüfung überzeugt 

vor diesem Hintergrund nicht, da sie auf eine juristische Parallelüberprüfung des 

medizinischen Sachverhaltes hinausläuft (vgl. IV-act. 191-2 f. sowie act. G 5 Ziff. 2 der 

Begründung). Das strukturierte Beweisverfahren soll aber gerade keine von den 

medizinischen Einschätzungen losgelöste juristische Parallelüberprüfung ermöglichen. 

Kommt der Rechtsanwender nach der Beweiswürdigung zum Schluss, ein Gutachten 

erfülle sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedizinischen 

Massstäbe als auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderungen, ist es 

grundsätzlich als beweiskräftig anzusehen und die darin enthaltene Schätzung der 

Arbeitsfähigkeit somit zu übernehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2018, 

9C_194/2018, E. 4.1 mit Hinweisen). Wie bereits dargelegt, hat Prof. Dr. F.___ in seiner 

Beurteilung auf einschlägige Standardindikatoren Bezug genommen. Auch leuchtet 

seine Arbeitsfähigkeitsschätzung in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge ein. Auf die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist 

deshalb abzustellen und für eine von der medizinischen Beurteilung abweichende 

rechtliche Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit besteht kein Grund. Somit bestand im 

vorliegend relevanten Zeitraum sowohl in einer angepassten wie auch in der 

angestammten Tätigkeit eine invalidenversicherungsrechtlich relevante 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit.

Zu klären ist allerdings vorweg, ob anzunehmen sei, der Beschwerdeführerin 

stünden realistischerweise noch Arbeitsmöglichkeiten offen. Dabei ist für die 

Invaliditätsbemessung nicht der tatsächliche, sondern ein ausgeglichener Arbeitsmarkt 

relevant. Dieser theoretische und abstrakte Markt (vgl. BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 

E. 4.2.2) hat rein hypothetischen Charakter und dient dazu, die Risiken von 

Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheide des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] vom 

10. Juli 2006, I 186/05 E. 2.3, vom 3. Juni 2004, I 252/03 E. 2.2.3, und vom 16. Juli 

2003, I 758/2002; BGE 110 V 276 E. 4b). Für die Bestimmung des 

Invalideneinkommens kommt es demnach nicht darauf an, ob eine invalide Person 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich vermittelt werden kann, 

sondern einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene Arbeitskraft 

noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot 

an Arbeitskräften entsprächen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 4. Mai 2018, 

9C_294/2017 E. 5.4.2., AHI 1998 S. 287 E. 3b). Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt weist, 

was die verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch den 

körperlichen Einsatz angeht, einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (vgl. 

Bundesgerichtsentscheide vom 9. Januar 2015, 8C_652/2014, und vom 10. April 2019, 

8C_811/2018 E. 4.4.1). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts umfasst er 

selbst sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei 

welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers 

rechnen können (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 8. Oktober 2015, 8C_582/2015, vom 

28. November 2014, 9C_485/2014, und vom 29. August 2013, 8C_514/2013). 

Realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten dürfen bei der Invaliditätsbemessung aber nicht 

berücksichtigt werden. Von einer zumutbaren Tätigkeit im Sinn von Art. 16 ATSG kann 

insbesondere dort nicht gesprochen werden, wo sie nur in so eingeschränkter Form 

möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder dass sie 

nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers 

möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als 

ausgeschlossen erscheint (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 8. Oktober 2015, 

8C_582/2015, und vom 28. April 2010, 8C_1050/2009; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Von 

solchen Verhältnissen ist allerdings vorliegend nicht auszugehen, obwohl für eine 

angepasste Tätigkeit wie vorstehend in Erwägung 3 erwähnt aus somatischer Sicht 

einige einschränkende Kriterien zu erfüllen sind. Aus psychiatrischer Sicht kommt die 

vielerorts beschriebene Verhaltensauffälligkeit der Beschwerdeführerin hinzu, welche 

an eine Tätigkeit ohne Kundenkontakte denken lässt. Es kann angenommen werden, 

dass auf einem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit verschiedensten 

Anforderungsprofilen angepasste Tätigkeiten für die Beschwerdeführerin in 

ausreichender Zahl vorhanden sind und das Finden einer Anstellung nicht geradezu 

realitätsfremd ist. Die Verwertbarkeit ist an den Arbeitsmöglichkeiten auf dem 

Arbeitsmarkt für Tätigkeiten auf der Stufe des untersten Kompetenzniveaus aller 

Wirtschaftszweige zu messen. Folglich ist von der Verwertbarkeit der attestierten 

Restarbeitsfähigkeit auszugehen.

Der Beschwerdeführerin sind die angestammte wie auch eine angepasste Tätigkeit 

in einem 50%-Pensum zumutbar. Sie erzielte bei der Y.___ AG in den Jahren vor 

Eintritt des Gesundheitsschadens einen Lohn im Bereich von Fr. 60'000.-- bis 80'000.-- 

(vgl. IV-act. 152-1 f.). Da der erzielbare Verdienst in der angestammten Tätigkeit vor 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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6.  

diesem Hintergrund deutlich höher sein dürfte als derjenige in einer 

leidensangepassten Tätigkeit ohne qualifizierte Berufserfahrung, ist im Weiteren auf 

den erzielbaren Verdienst in der angestammten Tätigkeit in einem 50%-Pensum 

abzustellen.

Der Invaliditätsgrad ist folglich im Rahmen eines Prozentvergleichs zu ermitteln 

(siehe zum Prozentvergleich etwa Urteil des Bundesgerichts vom 6. April 2016, 

8C_628/2015, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Ausgehend von einer 50%igen 

Restarbeitsfähigkeit beträgt der Invaliditätsgrad im Rahmen des Prozentvergleichs 

50%. Die Höhe eines Tabellenlohnabzugs kann vorliegend offengelassen werden, denn 

selbst bei Gewährung eines 15%igen Tabellenlohnabzugs würde ein Invaliditätsgrad 

von aufgerundet 58% (50% + [50% x 15%]) resultieren, womit die Schwelle zur 

Dreiviertelsrente nicht erreicht würde. Ein 15%iger Tabellenlohnabzug bildet vorliegend 

aufgrund der konkreten Umstände auf jeden Fall das Maximum, ist doch der Umstand 

der in den Akten einheitlich geschilderten und gemäss psychiatrischem Gutachter [….] 

(vgl. IV-act. 183-83) bereits bei der Festlegung der 50%igen Arbeitsfähigkeit 

eingeflossen. Damit hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine halbe Rente (Art. 28 

Abs. 2 IVG).

5.3. 

Aktenmässig belegt ist eine Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit ab Ende 

März 2012 (vgl. IV-act. 83). Im Zeitpunkt der Wiederanmeldung im März 2016 (IV-

act. 147) war somit das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG längst abgelaufen 

und die gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG erforderliche mindestens 40%ige 

Arbeitsunfähigkeit gegeben. Somit besteht der Rentenanspruch ab dem 1. September 

2016 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).

5.4. 

Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom 4. 

Januar 2018 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. September 

2016 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

6.2. 

bis

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7.  

Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend 

von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39  Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 4. Januar 2018 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. September 2016 eine halbe 

Invalidenrente zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Leistung wird die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 

963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe 

Art. 30  HonO) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall 

erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich die 

Festsetzung einer Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung.

6.3. 

bis

ter

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.05.2020
	Art. 28 Abs. 1 und 2 IVG. Wiederanmeldung. Rentenanspruch. Beweiskraft des bidisziplinären Gutachtens und gestützt darauf Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes bejaht. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht. Einkommensvergleich mittels Prozentvergleich. Anspruch auf eine halbe Rente. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 11. Mai 2020, IV 2018/56)

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