# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94d6b663-bae3-58a0-9826-774988f13ca9
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-03
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 03.04.2024 SST.2023.108
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-108_2024-04-03.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.108 
(ST.2021.123; StA.2019.8105) 

 

 

Urteil vom 3. April 2024 
 
 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Gilgen 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1982, von Warth-Weiningen, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B._____,  

[…]  

 

  

 
 

Gegenstand  Einfache Körperverletzung usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob am 6. August 2021 Anklage 

gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher Drohung, mehrfacher 

einfacher Körperverletzung, Gewaltdarstellungen, Pornografie (Art. 197 

Abs. 5 Satz 1 StGB), Tätlichkeiten, mehrfacher Beschimpfung und Haus-

friedensbruchs (GA act. 1 ff.). 

 

 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg fällte am 31. Januar 2022 

folgendes Urteil: 

 

1. 
Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Drohung vom 6. Oktober 2019 
(Straftatendossier 1) und vom 6. Juli 2020 (Straftatendossier 5.2 lit. b). 
 
2. 
Der Beschuldigte ist schuldig 
- der mehrfachen einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB 

(Straftatendossier 2 / 6) 
- der mehrfachen versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 StGB am 

29. September 2019 und 7. Oktober 2019 (Straftatendossier 1), am 6. Oktober 2019 
(Straftatendossier 2) sowie am 1. Juli 2020 (Straftatendossier 5.2 lit. a) 

- der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. a StGB (Straftatendossier 
4 / 6) 

- der Gewaltdarstellungen gemäss Art. 135 Abs. 1 und 1bis StGB (Straftatendossier 3) 
- der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 StGB (Straftatendossier 3) 
- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB (Straftatendossier 6) 
- der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB (Straftatendossier 5.1 / 

7) 
- der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB (Straftatendossier 4) 
 
3. 
Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzesbestimmungen sowie 
Art. 34 StGB, Art. 40 StGB, Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB 
 
- zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, 
- zu 180 Tagessätzen Geldstrafe à CHF 70.00, d.h. CHF 12'600.00 als Gesamtstrafe 
- und zu einer Busse von CHF 300.00, ersatzweise 5 Tage Freiheitsstrafe, verurteilt. 
 
4. 
4.1. 
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird gestützt auf Art. 42 StGB aufgeschoben. Die Probezeit 
wird gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf 3 Jahre festgesetzt. 
 
4.2. 
4.2.1. 
Der dem Beschuldigten mit Strafbefehl des kantonalen Untersuchungsamtes St. Gallen 
vom 8. Februar 2016 für die Geldstrafe von 150 Tagessätzen gewährte bedingte 
Strafvollzug wird widerrufen und ist Teil der Geldstrafe gemäss Ziff. 3 des Urteilsdispositivs. 
 

 - 3 - 

 

 

4.2.2. 
Der Vollzug der Geldstrafe wird im Übrigen, d.h. im Umfang von 30 Tagessätzen gestützt 
auf Art. 42 StGB aufgeschoben. Die Probezeit wird gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf 3 Jahre 
festgesetzt. 
 
4.3. 
Dem Beschuldigten wird für die Dauer der Probezeit die Weisung erteilt, sich einer 
ambulanten, forensisch-psychiatrischen Therapie zu unterziehen. Die Häufigkeit der 
wahrzunehmenden Behandlungstermine ist dem Ermessen des zuständigen Psychiaters 
überlassen, wobei die Vollzugsbehörde mindestens vierteljährlich über die 
Therapiebesuche zu dokumentieren ist. 
 
5. 
Die bisher ausgestandene Haft (7. Oktober 2019 bis 11. Oktober 2019 und vom 16. August 
2020 bis 2. Februar 2021) von 175 Tagen sowie die Ersatzmassnahmen mit 
ermessensweise 15 Tagen werden dem Beschuldigten mit insgesamt 190 Tagen auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet. 
 
6. 
Der Antrag der Zivil- und Strafklägerin 1 [C._____] auf Anordnung eines Kontakt- und 
Rayonverbotes gestützt auf Art. 67b StGB wird abgewiesen. 
 
7.  
Das beschlagnahmte Mobiltelefon Huawei wird gestützt auf Art. 135 Abs. 2 StGB und 
Art. 197 Abs. 6 StGB eingezogen. Es ist zu vernichten. 
 
8. 
Der Beschuldigte hat die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von 
CHF 5'000.00 sowie den Auslagen von CHF 6'104.40, insgesamt CHF 11'104.40, zu 
bezahlen. 
 
Die übrigen Verfahrenskosten, insbesondere die Kosten des Gutachtens von Dr. D._____ 
in der Höhe von CHF 3'300.00, werden auf die Staatskasse genommen. 
 
9. 
Der Beschuldigte hat die Anklagegebühr von CHF 3'800.00 zu bezahlen. 
 
10. 
10.1. 
Die Gerichtskasse Lenzburg wird angewiesen, der amtlichen Verteidigerin des 
Beschuldigten, Rechtsanwältin Caroline Mutschler, Wettingen, die richterlich auf CHF 
40'047.80 (inkl. 7.7 % MWSt im Betrag von CHF 2'863.20) festgesetzte Entschädigung 
auszurichten. 
 
Die der amtlichen Verteidigerin ausgerichtete Entschädigung kann zu einem späteren 
Zeitpunkt vom kostenfälligen Beschuldigten zurückgefordert werden, sofern es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 
 
10.2. 
Im Übrigen hat der Beschuldigte seine Parteikosten selbst zu tragen. 
 
11. 
11.1. 
Der Beschuldigte hat der Zivil- und Strafklägerin 1, C._____, CHF 1'000.00 zzgl. Zins von 
5% ab 29. September 2019 als Genugtuung zu bezahlen. 
 

 - 4 - 

 

 

Der Antrag auf Verwendung der ausgesprochenen Geldstrafe bzw. Busse i.S.v. Art. 73 
StGB wird abgewiesen.  
 
11.2. 
Der Beschuldigte hat der Zivil- und Strafklägerin 1, C._____, - unter Vorbehalt von Ziff. 
11.3. nachfolgend - die gerichtlich auf CHF 10'798.35 (inkl. 7.7% MWST von CHF 772.02) 
festgesetzten Parteikosten zu ersetzen. 
 
Im Übrigen hat die Zivil- und Strafklägerin 1 [C._____] ihre Parteikosten selber zu tragen. 
 
11.3. 
Sollte der Zivil- und Strafklägerin 1 [C._____] im noch vor Bundesgericht hängigen 
Verfahren die unentgeltliche Rechtpflege gewährt werden, so wird die Gerichtskasse 
Lenzburg angewiesen, dem unentgeltlichen Vertreter der Zivil- und Strafklägerin 1 
[C._____], Rechtsanwalt Julian Burkhalter, die richterlich auf CHF 10'798.35 (inkl. 7.7% 
MWST von CHF 772.02) festgesetzte Entschädigung auszurichten. 
 
Die dem unentgeltlichen Vertreter ausgerichtete und dem Beschuldigten auferlegte 
Entschädigung kann zu einem späteren Zeitpunkt vom Beschuldigten zurückgefordert 
werden, sofern es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 426 Abs. 4 i.V.m. Art. 
135 Abs. 4 StPO). 
 
12. 
12.1. 
Der Beschuldigte hat dem Zivil- und Strafkläger 2, E._____, CHF 4'000.00 zzgl. Zins von 
5% seit 6. Oktober 2019 als Genugtuung zu bezahlen. 
 
12.2. 
Es wird festgestellt, dass dem Zivil- und Strafkläger 2, E._____, dem Grundsatze nach 
Schadenersatzansprüche zustehen. Im Übrigen wird seine Schadenersatzforderung auf 
den Zivilweg verwiesen. 
 
12.3. 
Der Beschuldigte hat dem Zivil- und Strafkläger 2, E._____, die gerichtlich auf CHF 
16'178.65 (inkl. 7.7% MWST von CHF 1'178.65) festgesetzten Parteikosten zu ersetzen. 
 
Im Übrigen hat der Zivil- und Strafkläger 2 [E._____] seine Parteikosten selber zu tragen. 

 

  

3.1. 

Mit bereits begründeter Berufungserklärung vom 28. April 2023 beantragte 

der Beschuldigte, er sei zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten und einer 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 70.00, d.h. Fr. 12'600.00 und einer 

Busse von Fr. 300.00, Ersatzfreiheitsstrafe 5 Tage, zu verurteilen. Weiter 

sei auf den Widerruf des mit Strafbefehl des kantonalen Untersuchungs-

amtes St. Gallen vom 8. Februar 2016 für die Geldstrafe von 150 Tages-

sätzen gewährten bedingten Strafvollzugs zu verzichten. Der Vollzug der 

Geldstrafe und der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 

3 Jahre festzulegen. Die bisher ausgestandene Haft sei mit 175 Tagen 

(7. Oktober 2019 bis 11. Oktober 2019 und 16. August 2020 bis 2. Februar 

2021) und die Ersatzmassnahmen ermessensweise mit 60 Tagen an die 

Freiheitsstrafe anzurechnen. Schliesslich sei die Gerichtskasse Lenzburg 

 - 5 - 

 

 

anzuweisen, der amtlichen Verteidigerin die richterlich auf Fr. 43'278.90 

festzusetzende Entschädigung auszurichten. 

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung mit Befragung des Beschuldigten fand am 

3. April 2024 statt. 

 

Anlässlich der Berufungsverhandlung präzisierte der Beschuldigte seine 

Berufungsanträge dahingehend, dass die Höhe der vorinstanzlichen Ent-

schädigung der amtlichen Verteidigerin nicht mehr angefochten werde. 

Weiter sei die Probezeit der bedingt ausgesprochenen Strafen auf 2 Jahre 

herabzusetzen. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Infolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten sind lediglich die 

Strafzumessung, inkl. der Weisung, sich einer ambulanten, forensisch-psy-

chiatrischen Therapie zu unterziehen, zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO 

i.V.m. Art. 399 Abs. 4 lit. c StPO). 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte ist entsprechend den nicht mehr zu überprüfenden 

Schuldsprüchen für die mehrfache (zweifache) einfache Körperverletzung, 

die mehrfache (vierfache) versuchte Nötigung, die mehrfache (zweifache) 

Drohung, die Gewaltdarstellungen, die Pornografie, den Hausfriedens-

bruch, die mehrfache (mindestens dreifache) Beschimpfung und die Tät-

lichkeiten angemessen zu bestrafen. 

 

2.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für diese Delikte zu einer bedingten 

Freiheitsstrafe von 12 Monaten, einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 

Fr. 70.00 – hiervon 150 Tagessätze unbedingt, wobei der im Strafbefehl 

des kantonalen Untersuchungsamtes St. Gallen vom 8. Februar 2016 

gewährte bedingte Strafvollzug der Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 

Fr. 80.00 widerrufen wurde, sowie für die neu zu beurteilenden Delikte 30 

Tagessätze bedingt – sowie einer Busse von Fr. 300.00, Ersatzfreiheits-

strafe 5 Tage verurteilt.  

 

Der Beschuldigte beantragt eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten sowie eine 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 70.00, wobei der bedingte Vollzug 

zu gewähren sei. Auf den Widerruf des mit Strafbefehl des kantonalen 

Untersuchungsamtes St. Gallen vom 8. Februar 2016 für die Geldstrafe von 

150 Tagessätzen gewährten bedingten Strafvollzuges sei zu verzichten. 

 - 6 - 

 

 

Die Probezeit für die bedingten Strafen sei auf 2 Jahre festzulegen. Die 

Höhe der Busse für die Tätlichkeiten wird nicht angefochten. Zur 

Begründung der Anträge wird insbesondere ausgeführt, dass die Vor-

instanz fälschlicherweise davon ausgegangen sei, dass für sämtliche 

Delikte – ausser die Gewaltdarstellungen und Pornografie – lediglich eine 

Freiheitsstrafe in Frage komme (Berufungserklärung S. 2 ff.). 

 

2.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden.  

 

2.4. 

Vorliegend sind die Tatbestände der einfachen Körperverletzung, der 

(versuchten) Nötigung, der Drohung, der Gewaltdarstellungen, der Porno-

grafie und des Hausfriedensbruchs mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe 

bedroht. Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre Wirk-

samkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen (BGE 

147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). 

 

Der aktuelle Strafregisterauszug des Beschuldigten weist drei Einträge auf. 

Er wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 

4. Februar 2013 wegen Nichtabgabe von ungültigen oder entzogenen 

Ausweisen oder Kontrollschildern i.S. des SVG zu einer unbedingten Geld-

strafe von 15 Tagessätzen verurteilt. Weiter wurde er mit Strafbefehl des 

kantonalen Untersuchungsamtes St. Gallen vom 8. Februar 2016 wegen 

mehrfacher Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer 

bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen verurteilt, wobei eine Probezeit 

von 4 Jahren angesetzt worden ist. Sodann wurde er mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 7. November 2016 – als Zusatz-

strafe zum Strafbefehl des kantonalen Untersuchungsamtes St. Gallen vom 

8. Februar 2016 – wegen mehrfacher Widerhandlungen gegen das Waffen-

gesetz zu einer unbedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen verurteilt. 

 

Die genannten Vorstrafen lassen für sich gesehen noch nicht auf eine 

Unzweckmässigkeit der Geldstrafe schliessen. Sie sind allesamt nicht ein-

schlägig zu den vorliegend zu beurteilenden Delikten. Zudem liegt die 

Vorstrafe vom 4. Februar 2013 im Bagatellbereich und bei jener vom 

7. November 2016 handelt es sich um eine Zusatzstrafe. Einzig die Geld-

strafe vom 8. Februar 2016 ist mit 150 Tagessätzen gewichtiger ausgefal-

len, jedoch wurde diese bedingt ausgesprochen. Zu beachten ist insbeson-

dere auch, dass die den Vorstrafen zugrunde liegenden Delikte in den 

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Jahren 2012 und 2015 begangen wurden und damit relativ lange 

zurückliegen, weshalb sie weniger stark zu gewichten sind. 

 

Weiter wirkt sich zwar merklich negativ auf die Legalprognose des Beschul-

digten aus, dass er bei den vorliegenden Delikten trotz des laufenden 

Strafverfahrens weiterdelinquiert hat. Nachdem er zwischen dem 29. Sep-

tember 2019 und 7.Oktober 2019 mehrfach straffällig wurde, war er vom 

7. Oktober 2019 bis zum 11. Oktober 2019 in Untersuchungshaft. Bei 

seiner Entlassung wurden zudem für drei Monate Ersatzmassnahmen 

angeordnet. Dennoch kam es in der Folge zu weiteren Delikten. Am 15. Mai 

2020 kam es zur Beschimpfung von C._____, am 26. Juni 2020 zur 

Drohung und den Tätlichkeiten gegenüber E._____, am 1. Juli 2020 zur 

Drohung gegenüber C._____ und am 16. August 2020 zum Angriff mit 

einfacher Körperverletzung, Drohungen und Hausfriedensbruch gegenüber 

E._____. Beim letztgenannten Vorfall vom 16. August 2020 fuhr der 

Beschuldigte direkt von einer polizeilichen Einvernahme zu E._____, um 

diesen anzugreifen. Aufgrund dieser Umstände wurde dem Beschuldigten 

namentlich im Gutachten von Dr. med. F._____ vom 18. Januar 2021 ein 

erhebliches Risiko für Drohungen und Gewalthandlungen gegenüber der 

Ehefrau und E._____ attestiert (UA act. 394). Dies würde insgesamt für die 

Notwendigkeit einer Freiheitsstrafe sprechen. 

 

Es ist jedoch festzuhalten, dass sich die Delikte des Beschuldigten allesamt 

im Kontext der Trennung von seiner Ehefrau abgespielt haben. Seit dem 

letzten Vorfall vom 16. August 2020 hat er sich soweit ersichtlich wohl 

verhalten. Daran vermag die neu im Strafregister ersichtliche Strafunter-

suchung zu einem Vorfall vom 7. Januar 2023 nichts zu ändern, zumal es 

sich dabei um einen Verkehrsunfall gehandelt hat, bei welchem dem 

Beschuldigten «lediglich» fahrlässiges Verhalten vorgeworfen wird. Es sind 

somit über 3 ½ Jahre ohne erneute einschlägige Delikte vergangen. Dies 

ist positiv zu werten, auch wenn der Druck des laufenden Strafverfahrens 

dabei eine gewisse Rolle gespielt haben dürfte. Zudem ist auch die präven-

tive Wirkung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 175 Tagen zu 

würdigen, führte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung 

doch aus, dass ihn diese stark beeindruckt habe (Protokoll Berufungs-

verhandlung S. 2 ff.). 

 

Im Hinblick auf die präventive Notwendigkeit ist zudem zu berücksichtigen, 

dass sich die Lebensumstände des Beschuldigten seit der Delikts-

begehung gefestigt haben. Er geht einer festen Erwerbstätigkeit nach, die 

für ihn einen hohen Stellenwert hat und sich stabilisierend auswirkt (vgl. 

Beilage 1 zur Berufungserklärung), befindet sich in einer neuen festen 

Partnerschaft und pflegt einen regelmässigen Kontakt zu seinen Kindern. 

Mit seiner Noch-Ehefrau komme er gemäss eigenen Angaben gut aus. 

Zudem besucht er eine freiwillige Therapie bei der Psychiaterin Dr. med. 

G._____ (Protokoll Berufungsverhandlung S. 2 ff.). 

 - 8 - 

 

 

Es liegen schliesslich auch keine konkreten Hinweise darauf vor, dass der 

Beschuldigte eine Geldstrafe nicht bezahlen könnte, auch wenn die finan-

zielle Situation des Beschuldigten nicht vorteilhaft erscheint.  

 

Insgesamt erscheint eine Geldstrafe nach dem Gesagten somit als noch 

knapp zweckmässig. Es ist somit für jene Delikte, die sowohl mit Geldstrafe 

als auch Freiheitsstrafe bedroht sind, je auf eine Geldstrafe zu erkennen, 

sofern diese aufgrund der jeweiligen Schwere des Tatverschuldens infrage 

kommt. 

 

Für die mehrfachen Beschimpfungen kommt gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB 

lediglich eine Geldstrafe in Betracht, für die Tätlichkeiten gemäss Art. 126 

Abs. 1 StGB nur eine Busse, was unbestritten geblieben ist. 

 

2.5. 

Die Vorinstanz hat den bedingten Vollzug für die Geldstrafe von 150 Tages-

sätzen gemäss Strafbefehl des kantonalen Untersuchungsamtes St. Gal-

len vom 8. Februar 2016 widerrufen und zusammen mit der neuen Geld-

strafe eine Gesamtstrafe gebildet. 

 

Das kantonale Untersuchungsamt St. Gallen hat mit Strafbefehl vom 

8. Februar 2016 die Geldstrafe von 150 Tagessätzen bedingt bei einer 

Probezeit bis zum 8. Februar 2020 ausgesprochen. Ein Widerruf und die 

Bildung einer Gesamtstrafe kommen vorliegend somit nicht mehr infrage, 

da seit dem Ablauf der Probezeit mehr als drei Jahre vergangen sind und 

diesfalls gemäss Art. 46 Abs. 5 StGB ein Widerruf nicht mehr angeordnet 

werden darf. Massgebend für die Einhaltung der Frist ist das Urteil der 

Berufungsinstanz, welches das erstinstanzliche Urteil auch betreffend den 

Widerruf ersetzt (vgl. Art. 408 StPO; BGE 143 IV 441 E. 2.2).  

 

Die Vorinstanz ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass die Bildung einer 

Gesamtgeldstrafe aus der neuen Strafe und der Widerrufsstrafe im Sinne 

von Art. 46 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 49 StGB nur möglich ist, sofern die 

Geldstrafe für die neuen Delikte unbedingt ausgesprochen wird. Wird die 

Geldstrafe für die neuen Delikte – wie im vorinstanzlichen Urteil – bedingt 

ausgesprochen, ist dies gerade nicht möglich, zumal es keine teilbedingten 

Geldstrafen mehr gibt (vgl. BGE 145 IV 146 E. 2.3.3). 

 

2.6. 

2.6.1. 

Es ergibt sich vorliegend, dass aufgrund der konkreten Schwere des 

Verschuldens einzig für die einfache Körperverletzung vom 16. August 

2020 (Anklageziffer 6) eine Freiheitsstrafe auszusprechen ist, womit die 

Bildung einer Gesamtfreiheitsstrafe entfällt. Zur am 16. August 2020 zum 

Nachteil von E._____ begangenen einfachen Körperverletzung gemäss 

Art. 123 Ziff. 1 StGB ergibt sich Folgendes: 

 - 9 - 

 

 

Die einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB wird mit 

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft. Ausgangspunkt 

für die Bestimmung des Verschuldens innerhalb des ordentlichen 

Strafrahmens ist die Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betrof-

fenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der Tatbestand der einfachen 

Körperverletzung schützt sowohl die körperliche Integrität als auch die 

psychische Gesundheit (BGE 134 IV 189 E. 1.4). Der Beschuldigte hat sich 

am 16. August 2020 gegen den Willen von E._____ an dessen Wohnort 

begeben und hat dort geklingelt. Nachdem er zu E._____ gesagt hat, dieser 

habe heute Morgen sein Todesurteil unterschrieben, hat er unvermittelt auf 

ihn eingeschlagen. Dabei hat er mehrfach mit Händen und Fäusten gegen 

seinen Körper, Kopf und sein Gesicht geschlagen und hat ihm sodann das 

Ohrläppchen abgebissen. Danach hat er den schreienden E._____ 

gepackt und in einen nahegelegenen Abfall- und Bauschutthaufen 

geworfen und nach unten gedrückt, wobei er ihm mindestens einen 

weiteren Faustschlag gegen den Oberkörper verpasst hat, bevor er von ihm 

abgelassen hat. E._____ hat von diesem Vorfall diverse Verletzungen 

davongetragen, nämlich eine 1 cm lange Rissquetschwunde frontal links, 

eine Rissquetschwunde im Bereich des rechten Ohres mit ausgeprägtem 

Druckschmerz, eine Bissverletzung am rechten Ohr mit einer kompletten 

Abtrennung des rechten Ohrläppchens, ein periorbitales Hämatom links, 

eine oberflächliche Exkoration am Kinn, eine Druckdolenz temporal rechts, 

über der linken Mandibula und über dem Kinn, Nasenbluten, eine 

geschlossene, mehrfragmentäre, dislozierte Nasenbeinfraktur mit 

Druckdolenz über dem Nasenbein und oberflächliche Exkorationen am 

linken Unterschenkel. E._____ musste sich deshalb mehrfachen Eingriffen 

unterziehen. Einerseits musste die Nase operativ gerichtet werden. 

Andererseits wurde eine Annaht des Ohrläppchens versucht (UA act. 1068 

ff.). In der Folge kam es jedoch zu einem definitiven Verlust des Ohrläpp-

chens infolge einer Abstossungsreaktion, was die Vorinstanz anlässlich der 

Hauptverhandlung wahrnehmen konnte und in ihrem Urteil festhielt (Urteil 

Vorinstanz E. 8.1.3. S. 23, GA act. 105). Zudem war E._____ über einen 

Monat (mindestens teilweise) krankgeschrieben (UA act. 1070). Es ist 

damit festzuhalten, dass E._____ Schmerzen und Eingriffe ertragen 

musste und insbesondere aufgrund des abgetrennten Ohrläppchens auch 

bleibende Folgen erdulden muss. Dies insbesondere in optischer bzw. 

ästhetischer Hinsicht, da die Stelle des fehlenden Ohrläppchens gut 

ersichtlich ist. Auch hatte der Vorfall Folgen auf die psychische Gesundheit 

von E._____, der sich nach eigenen Angaben in Todesangst befunden 

hatte und in seinem Sicherheitsgefühl nachhaltig beeinträchtigt ist (UA act. 

2026, GA act. 106). Im Rahmen der unter den Tatbestand der einfachen 

Körperverletzung fallenden Verletzungen ist damit von einem 

mittelschweren Taterfolg auszugehen. 

 

Die Vorgehensweise des Beschuldigten und damit einhergehend die 

Verwerflichkeit seines Handelns, das deutlich über die blosse Erfüllung des 

 - 10 - 

 

 

Tatbestands hinausgegangen ist, ist verschuldenserhöhend zu berück-

sichtigen. So ist die tätliche Auseinandersetzung mit E._____ nicht etwa 

aus einem (verbalen) Streit vor Ort entstanden, sondern der Beschuldigte 

hat sich ganz gezielt zu E._____ begeben, nachdem es zuvor zu einer 

polizeilichen Einvernahme, wo es um Drohungen zum Nachteil seiner 

Noch-Ehefrau gegangen ist, gekommen war. Der Beschuldigte hat E._____ 

unvermittelt und brutal angegriffen, als dieser die Tür öffnete. Auch wenn 

nicht davon auszugehen ist, dass er E._____ das Ohrläppchen von Anfang 

hat abbeissen wollen und möglicherweise auch selbst in Bedrängnis 

geraten ist, weil sich E._____ gewehrt hatte, so steht doch zweifelsfrei fest, 

dass er E._____ mit Verletzungsabsicht aufgesucht hatte und schliesslich 

auch der Biss in das Ohr von E._____ nicht einer blossen Zufälligkeit 

geschuldet war, sondern – wenn auch aus der Situation heraus – ganz 

bewusst erfolgte. 

 

Der Beschuldigte handelte offensichtlich aus Wut und Eifersucht im 

Zusammenhang mit der Trennung von seiner Ehefrau. Trotz der Tren-

nungssituation und dem Umstand, dass er E._____ dafür als mit-

verantwortlich erachtete, hat er hinsichtlich der körperlichen Auseinander-

setzung über ein sehr hohes Mass an Entscheidungsfreiheit verfügt. Es ist 

denn auch nicht ersichtlich, weshalb er seine Wut nicht anders abgebaut 

oder legale Wege und Möglichkeiten, um die Trennungssituation zu 

bewältigen, gesucht hat. Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, die 

körperliche Integrität von E._____ zu respektieren, desto schwerer wiegt 

die Entscheidung dagegen (BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist von einem in Relation zum Strafrahmen von Geldstrafe bis 

zu drei Jahren Freiheitsstrafe und den davon erfassten Körperverletzungen 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB von einem vergleichsweise mittel-

schweren Tatverschulden und einer dafür angemessenen Strafe von 18 

Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. 

 

2.6.2. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

verfügt wie erwähnt über drei Vorstrafen. Diese sind straferhöhend zu 

berücksichtigen, da er, auch wenn diese nicht direkt einschlägig sind, offen-

sichtlich nicht genügende Lehren aus seinen Vorstrafen gezogen hat (BGE 

136 IV 1 E. 2.6.2). Es ist allerdings zu beachten, dass die Vorstrafen nicht 

wie eigenständige Delikt gewürdigt werden dürfen, weil dies auf eine 

Doppelbestrafung hinausliefe (Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 

23. Juni 2022 E. 2.6.1), weshalb sie nur leicht straferhöhend zu berück-

sichtigen sind. Straferhöhend wirkt sich sodann aus, dass der Beschuldigte 

während der laufenden Strafuntersuchung und nach einer ersten Untersu-

chungshaft sowie trotz Ersatzmassnahmen weiterdelinquiert hat. Neutral 

wirkt sich hingegen das (mehrheitliche) Wohlverhalten seit der letzten Tat, 

 - 11 - 

 

 

nämlich seit dem 16. August 2020, aus, stellt dies doch keine besondere 

Leistung dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_291/2017 vom 16. Januar 

2018 E. 2.2.4). 

 

Der Beschuldigte hat den Sachverhalt vorerst mehrheitlich geleugnet. Die 

erstinstanzlichen Schuldsprüche wurden mit Berufung sodann zwar nicht 

angefochten, was auf eine gewisse Einsicht hindeutet und entsprechend 

strafmindernd zu berücksichtigen ist. Relativierend wirkt sich jedoch aus, 

dass er auch noch an der Berufungsverhandlung stark verharmlosend 

ausgeführt hat, nicht er habe E._____ angegriffen, sondern dieser ihn. Mit 

dem Biss ins Ohr von E._____ habe er sich sodann lediglich aus dem 

Schwitzkasten, in den er geraten sei, befreien wollen. Dabei scheint er 

komplett zu ignorieren, dass er es war, der E._____ nach der polizeilichen 

Einvernahme bewusst und mit Verletzungsabsicht aufgesucht hatte und er 

es war, der E._____ erheblich verletzt und ihm auch das Ohrläppchen 

abgebissen hat. Eine erhebliche Strafminderung, wie sie bei einem von 

Anfang an geständigen, nachhaltig einsichtigen und aufrichtig reuigen 

Täter möglich ist, kommt vorliegend somit nicht in Frage. 

 

Aus den persönlichen und familiären Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine für die Strafzumessung relevanten Faktoren. Der 

Beschuldigte ist 41 Jahre alt, arbeitet in einer festen Stelle als Beruf, ist in 

einer Partnerschaft und hat regelmässigen Kontakt zu seinen beiden 

Töchtern. Insbesondere erscheint seine Strafempfindlichkeit nicht über-

durchschnittlich. Die Rechtsprechung des Bundesgerichts hat wiederholt 

betont, dass eine solche nur bei aussergewöhnlichen Umständen, wie sie 

vorliegend nicht vorliegen, zu bejahen ist (statt vieler: Urteil des Bundes-

gerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

 

Insgesamt überwiegen die negativen Faktoren die positiven Faktoren, 

womit es sich rechtfertigt, die Täterkomponente im Umfang von zwei 

Monaten leicht straferhöhend zu berücksichtigen. 

 

2.6.3. 

Leicht strafmindernd wirkt sich die Verletzung des Beschleunigungsgebots 

aus. Das Bundesgericht hat die Grundsätze des Beschleunigungsgebots 

wiederholt dargelegt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_855/2020 

vom 25. Oktober 2021 E. 1.5.4; BGE 143 IV 373). Darauf kann verwiesen 

werden. 

 

Vorliegend ist in Bezug auf die Dauer zur Begründung des vorinstanzlichen 

Urteils eine Verletzung des Beschleunigungsgebots auszumachen. Muss 

das Gericht das Urteil begründen, so stellt es den Parteien das begründete 

Urteil innert 60 Tagen, ausnahmsweise 90 Tagen zu (Art. 84 Abs. 4 StPO). 

Nachdem zwischen der Eröffnung des Urteils im Dispositiv am 31. Januar 

2022 und der Versendung des motivierten Urteils vom 6. April 2023 über 

 - 12 - 

 

 

ein Jahr und zwei Monate vergangen sind, hat die Vorinstanz das Be-

schleunigungsgebot – nicht mehr bloss leicht, aber auch nicht besonders 

schwerwiegend – verletzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_82/2021 vom 

9. September 2021 E. 2.4). Dies ist im Umfang von zwei Monaten 

strafmindernd zu berücksichtigen. 

 

2.6.4. 

Zusammenfassend wäre für die einfache Körperverletzung vom 16. August 

2020 zum Nachteil von E._____ auch unter Berücksichtigung der 

Verletzung des Beschleunigungsgebots eine Freiheitsstrafe von 18 

Monaten und damit eine höhere als die von der Vorinstanz ausgespro-

chene Freiheitsstrafe von 12 Monaten auszusprechen. Eine Erhöhung des 

Strafmasses ist jedoch aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 

Abs. 2 StPO) ausgeschlossen, da nur der Beschuldigte Berufung erhoben 

hat. Somit hat es – neben der Geldstrafe und der Busse – mit einer 

Freiheitsstrafe von 12 Monaten sein Bewenden. 

 

2.6.5. 

Der von der Vorinstanz für die Freiheitsstrafe gewährte bedingte 

Strafvollzug ist aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht zu über-

prüfen. Der Beschuldigte hat mit der Begehung der vorliegenden Delikte 

trotz laufendem Strafverfahren inkl. Untersuchungshaft eine erhebliche 

kriminelle Energie offenbart. Zudem verfügt er über Vorstrafen. Sodann 

scheint die von ihm geäusserte Reue in nicht unerheblichem Mass den von 

ihm befürchteten Tatfolgen geschuldet. Es verbleiben mithin nicht unerheb-

lichen Bedenken an seiner Legalbewährung. Diesen ist mit der Vorinstanz 

mit einer Probezeit von 3 Jahren für die Freiheitsstrafe Rechnung zu tragen 

(Art. 44 Abs. 1 StGB). 

 

2.7. 

2.7.1. 

Hinsichtlich der mit einer Geldstrafe zu ahndenden Straftaten ist die 

Einsatzstrafe für die einfache Körperverletzung vom 6. Oktober 2019 

(Anklageziffer 2., Straftatendossier 2) als konkret schwerste Straftat 

festzusetzen: 

 

Der Beschuldigte hat E._____ am 6. Oktober 2019 am damals 

gemeinsamen Wohnsitz in Gemeinde P._____ im Verlauf einer 

Auseinandersetzung geschubst, ihm zwei Ohrfeigen verpasst, ihn mit der 

Hand bzw. der Faust mehrfach gegen den Körper und das Gesicht 

geschlagen und mit den Füssen getreten sowie ihn mit einem Kompressor 

beworfen, welchen E._____ jedoch abwehren konnte. Auch bei diesem 

Vorfall hat sich E._____ diverse Verletzungen zugezogen, nämlich eine 

Rissquetschwunde an der Stirn, ein Schnitt bzw. eine Verletzung am 

rechten Daumen, eine Prellung am Becken, eine Rippenprellung, sowie 

Hämatome an den Beinen (UA act. 1646, 1059, GA act. 58 ff.). Die 

 - 13 - 

 

 

Verletzung am Daumen musste genäht werden (GA act. 70). Zudem ist die 

Daumenverletzung gemäss den Aussagen von E._____ anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung und den eingereichten Arztzeugnissen 

nicht folgenlos ausgeheilt. Vielmehr hatte er im Zeitpunkt der Haupt-

verhandlung noch Schmerzen im Daumen und es ist unklar, ob er die für 

seinen Beruf als Zahnarzt notwendige Feinmotorik wiedererlangen wird 

(GA act. 105 ff.). Der Vorfall hatte somit relativ einschneidende Folgen für 

E._____. Im Rahmen, der unter den Tatbestand der einfachen 

Körperverletzung fallenden Verletzungen ist von einem noch knapp 

leichten bis mittelschweren Taterfolg auszugehen. 

 

Die Vorgehensweise des Beschuldigten bzw. die Verwerflichkeit seines 

Handelns, das über die blosse Erfüllung des Tatbestands hinausgegangen 

ist, ist leicht verschuldenserhöhend zu berücksichtigen, da der Beschul-

digte wiederum unvermittelt und brutal auf E._____, der sich durch den 

Überraschungseffekt kaum zur Wehr setzen oder flüchten konnte, 

losgegangen ist. Auch bei diesem Vorfall hat der Beschuldigte offen-

sichtlich aus Wut und Eifersucht im Zusammenhang mit der Trennung von 

seiner Ehefrau gehandelt, jedoch über ein sehr hohes Mass an 

Entscheidungsfreiheit verfügt, was leicht verschuldenserhöhend zu werten 

ist.  

 

Insgesamt ist von einem noch knapp leichten bis mittelschweren Tat-

verschulden und einer dafür angemessenen Strafe von 180 Tagessätzen 

Geldstrafe auszugehen. 

 

2.7.2. 

An sich wäre die Einsatzstrafe von 180 Tagessätzen aufgrund der weiteren 

Straftaten, für welche eine Geldstrafe auszusprechen ist, angemessen zu 

erhöhen. Dies kann jedoch unterbleiben, da damit das gesetzliche 

Höchstmass der Geldstrafe von 180 Tagessätzen (Art. 34 Abs. 1 StGB) 

bereits erreicht ist. Es bleibt somit bei der von der Vorinstanz 

ausgesprochenen Geldstrafe von 180 Tagessätzen (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3, demzufolge nicht zu 

beanstanden ist, dass die weiteren Delikte nicht mehr im Einzelnen 

asperiert werden, wenn eine Strafe aufgrund des Verschlechterungs-

verbots nicht zu Lasten der beschuldigten Person abgeändert werden darf). 

Die Verletzung des Beschleunigungsgebots wurde bereits bei der 

Freiheitsstrafe hinreichend berücksichtigt und ist für die Höhe der 

Geldstrafe ohne Belang, zumal die weiteren Straftaten und die negative 

Täterkomponente verschuldens- bzw. straferhöhend zu berücksichtigen 

wären. 

 

2.7.3.  

Der bedingte Vollzug der neu auszusprechenden Geldstrafe ist aufgrund 

des Verschlechterungsverbots nicht zu überprüfen. Es kann auf das zur 

 - 14 - 

 

 

Freiheitsstrafe ausgeführte verwiesen werden. Den noch bestehenden 

Bedenken an der Legalbewährung ist auch hinsichtlich der Geldstrafe mit 

einer Probezeit von 3 Jahren Rechnung zu tragen. 

 

2.7.4. 

Die Höhe des Tagessatzes ist gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt 

des Urteils zu bemessen, insbesondere nach dem Einkommen und 

Vermögen, dem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungs-

pflichten sowie dem Existenzminimum. Das Bundesgericht hat die Kriterien 

für die Bemessung der Geldstrafe dargelegt (BGE 142 IV 315 E. 5; BGE 

134 IV 60 E. 5 f.; BGE 135 IV 180 E. 1.4). Darauf kann verwiesen werden.  

 

Der Beschuldigte verfügt aktuell über ein monatliches Einkommen von 

Fr. 4'200.00 bis Fr. 5'760.00 netto (Protokoll Berufungsverhandlung S. 3 

ff.). Davon ist für die Krankenkassenprämien, Steuern und die notwendigen 

Berufskosten ein Pauschalabzug von 20 % vorzunehmen. Weiter ist ein 

Abzug für die monatlichen Unterhaltszahlungen von Fr. 1'120.00 für die 

beiden minderjährigen Kinder, welche bei der Mutter leben, vorzunehmen. 

Da vorliegend eine hohe Anzahl Tagessätze ausgesprochen wird, ist eine 

Reduktion um weitere 20 % angebracht (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). Somit ist 

der Tagessatz auf Fr. 70.00 festzusetzen (BGE 135 IV 180). 

 

2.8.  

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 175 Tagen (7. Oktober 2019 

bis 11. Oktober 2019 und vom 16. August 2020 bis 2. Februar 2021) ist auf 

die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

 

Die Vorinstanz hat sodann die am 11. Oktober 2019 und 2. Februar 2021 

für jeweils eine Dauer von 3 Monaten angeordneten Ersatzmassnahmen 

ermessensweise im Umfang von 15 Tagen an die Freiheitsstrafe ange-

rechnet. Entgegen dem Beschuldigten rechtfertigt sich eine weitergehende 

Anrechnung nicht. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind 

Ersatzmassnahmen analog der Untersuchungshaft auf die Freiheitsstrafe 

anzurechnen. Bei der Bemessung der anrechenbaren Dauer hat das 

Gericht den Grad der Beschränkung der persönlichen Freiheit im Vergleich 

zum Freiheitsentzug bei Untersuchungshaft zu berücksichtigen. Gegen 

den Beschuldigten wurde im Anschluss an seine Entlassung aus der 

(ersten) Untersuchungshaft am 11. Oktober 2019 als Ersatzmassnahme 

ein Fernhalte- und Kontaktverbot zu C._____ und E._____, ein 

Kontaktverbot zur Mutter von C._____, ein Waffenverbot sowie eine 

ambulante psychiatrische Behandlung bei Dr. med. G._____ angeordnet 

(UA act. 638). Nach der erneuten Entlassung aus der Untersuchungshaft 

wurde am 2. Februar 2021 ein Kontakt- und Fernhalteverbot gegenüber 

C._____ und E._____, sowie ein Waffenverbot angeordnet. Weiter wurde 

eine engmaschige, deliktsorientierte ambulante forensisch-psychiatrische 

 - 15 - 

 

 

Behandlung mit mindestens einer Sitzung pro Woche angeordnet, dazu 

wurde eine begleitende soziale Betreuung angeordnet (UA act. 993 ff.). 

Allein aus dem Umstand, dass er sich von seiner Noch-Ehefrau, teilweise 

deren Mutter und E._____ fernhalten musste bzw. keinen Kontakt 

aufnehmen durfte, ergibt sich grundsätzlich keine wesentliche 

Beschränkung in der Handlungs- und Bewegungsfreiheit des Beschul-

digten oder seines Tagesablaufs (vgl. BGE 140 IV 74 E. 2.4 mit Hinweisen). 

Dasselbe gilt für das angeordnete Waffenverbot. Auch die Anordnung einer 

ambulanten-psychiatrischen Behandlung sowie die teilweise soziale 

Betreuung erscheint im Vergleich zur Untersuchungshaft, aus der der 

Beschuldigte aufgrund der Behandlung entlassen werden konnte, als eher 

geringfügige Beschränkung (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 

6B_1416/2017 vom 29. November 2018 E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). 

Der Beschuldigte wurde dadurch lediglich in dem Masse in seiner 

persönlichen Freiheit eingeschränkt, wie die Behandlung Zeit eingenom-

men und Kosten verursacht hat. Die Vorinstanz hat diesen Zeitaufwand 

grosszügig berechnet und bei 15 Tagen veranschlagt. Eine höhere 

Anrechnung kommt nicht in Betracht. Dies insbesondere auch im Hinblick 

auf die Tatsache, dass der Beschuldigte im genannten Zeitraum nicht 

erwerbstätig war, und sich somit hinsichtlich der Termine frei organisieren 

konnte. Die Ersatzmassnahmen sind somit mit 15 Tagen anzurechnen. 

Insgesamt werden dem Beschuldigten – mit der Vorinstanz – 190 Tage an 

die Freiheitsstrafe angerechnet. 

 

3.  

3.1. 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten in Anwendung von Art. 44 Abs. 2 

StGB für die Dauer der Probezeit die Weisung erteilt, sich einer ambulanten 

forensisch-psychiatrischen Therapie zu unterziehen (Dispositivziffer 4.3).  

 

Der Beschuldigte wendet sich gegen diese Weisung. Diese sei 

unverhältnismässig (Plädoyer Berufungsverhandlung S. 8). 

 

3.2. 

Gemäss Art. 44 Abs. 2 i.V.m. Art. 94 StGB kann das Gericht bei einer 

bedingten Strafe für die Dauer der Probezeit u.a. Weisungen zur ärztlichen 

und psychologischen Betreuung anordnen. Solche Weisungen können 

insbesondere eine therapeutische Unterstützung im Hinblick auf eine 

günstige Legalprognose sicherstellen. Sie sind aber keine gleichwertige 

Alternative zu einer Massnahme. Sind die Voraussetzungen für eine 

Massnahme gemäss Art. 56 ff. StGB erfüllt, so ist eine solche anzuordnen, 

was zugleich den bedingten oder teilbedingten Aufschub einer Strafe 

ausschliesst (BGE 135 IV 180 E. 2.3; statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

6B_986/2021 vom 19. Mai 2022 E. 1.3). 

 

 - 16 - 

 

 

3.3. 

Es kann offen bleiben, ob die Vorinstanz zurecht keine ambulante 

Massnahme angeordnet hat, denn die erstmalige Anordnung einer 

ambulanten Massnahme durch das Berufungsgericht würde gegen das 

Verschlechterungsverbot (reformatio in peius) verstossen (BGE 148 IV 89). 

 

Sodann erweist sich, zumindest zum heutigen Zeitpunkt, auch eine 

Weisung, bei der es – wie ausgeführt – nur um eine therapeutische 

Unterstützung, nicht aber eine eigentliche Behandlung im Sinne einer 

Massnahme gehen kann, unter dem Gesichtspunkt der Verhältnis-

mässigkeit nicht mehr als notwendig. H._____, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, bei dem der Beschuldigte im Rahmen der Ersatz-

massnahmen in Therapie war, hat am 20. Mai 2021 zuhanden der 

Staatsanwaltschaft schlüssig ausgeführt, dass aus forensisch-psychia-

trischer Sicht die Fortführung der Ersatzmassnahme nicht mehr absolut 

indiziert sei. Die Situation des Beschuldigten habe sich stabilisiert und es 

sei eine erhöhte Stressresistenz erkennbar (Beilage 1 zur Berufungs-

erklärung). Dass keine therapeutische Unterstützung zur Verbesserung der 

Legalprognose mehr notwendig ist, hat sich auch durch das Wohlverhalten 

des Beschuldigten seit der letzten Tat gezeigt. Die von der Vorinstanz 

ausgesprochene Weisung ist somit ersatzlos aufzuheben. Dies ändert 

nichts daran, dass die freiwillige Therapie des Beschuldigten bei Dr. med. 

G._____ positiv zu werten ist. Dafür braucht es aber keine Weisung. 

 

4. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 135 Abs. 2 StGB [in der bis 30. Juni 

2023 geltenden Fassung] und Art. 197 Abs. 6 die Einziehung und 

Vernichtung des Mobiltelefons des Beschuldigten angeordnet. Dies ist mit 

Berufung nicht angefochten worden. Zuhanden der Vorinstanz und der die 

Einziehung beantragenden Staatsanwaltschaft ist jedoch festzuhalten, was 

folgt: 

  

Gemäss Art. 135 Abs. 3 StGB (bzw. Art. 135 Abs. 2 StGB in der bis 30. 

Juni 2023 geltenden Fassung) werden Gegenstände, welche Gewalt-

darstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1 StGB enthalten, eingezogen. 

Dasselbe gilt gemäss Art. 197 Abs. 6 StGB betreffend Gegenstände, 

welche verbotene Pornografie beinhalten. Im Gegensatz zu Art. 69 StGB 

ist keine gesonderte Prüfung erforderlich, ob die Gegenstände die 

Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung 

gefährden (ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 

2019, N. 61 zu Art. 197 StGB). Das generelle Interesse der Öffentlichkeit 

rechtfertigt es unter Berücksichtigung der Eigentumsgarantie sowie des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes aber nicht, die beschlagnahmten 

Gegenstände zu vernichten. Eine Einziehung muss denn auch immer 

verhältnismässig, d.h. geeignet und erforderlich sein (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 1B_355/2020 vom 19. Mai 2021 E. 5.2). Notwendig, aber 

 - 17 - 

 

 

auch ausreichend ist die Vernichtung, d.h. vorliegend die Löschung der 

beiden Videodateien mit Gewaltdarstellungen bzw. pornografischem Inhalt. 

Dies kann auch dadurch erreicht werden, dass die Daten so gelöscht 

werden (z.B. durch Überschreiben), dass die betroffenen Videodateien 

nicht mehr betrachtet oder wiederhergestellt werden können. Nicht 

erforderlich ist, dass bei einer forensischen Analyse keinerlei Spuren auf 

gelöschte (aber nicht mehr vorhandene und wiederherstellbare) Dateien 

vorhanden sind. Keine Rolle spielt, ob der Beschuldigte die Herausgabe 

des Mobiltelefons beantragt oder der Einziehung und Vernichtung 

zugestimmt hat. Die Voraussetzungen einer Einziehung sind von Amtes 

wegen zu prüfen und unterstehen nicht der freien Disposition der Parteien. 

 

5. 

5.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge gut-

geheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 

13. Oktober 2023 E. 3.2.1). 

 

Der Beschuldigte erwirkt mit seiner Berufung insoweit einen für ihn 

günstigeren Entscheid, als dass auf die Anordnung einer Weisung 

verzichtet wird. Zudem kommt aufgrund des Zeitablaufs ein Widerruf des 

mit Strafbefehl des Kantonalen Untersuchungsamtes St. Gallen vom 

8. Februar 2016 für die Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 80.00, d.h. 

Fr. 12'000.00, gewährten bedingen Strafvollzugs nicht mehr in Frage. Dies 

wirkt sich allerdings auf die Höhe der Geldstrafe von 180 Tagessätzen nicht 

aus. Im Übrigen unterliegt der Beschuldigte mit seiner Berufung. Da es sich 

beim Verzicht auf die Weisung und dem Entfallen der Widerrufsstrafe um 

vergleichsweise untergeordnete Punkte handelt, die sich höchstens im 

geringen Masse auswirken, rechtfertigt es sich bei einer Gewichtung der 

entsprechenden Anträge dem Beschuldigten die obergerichtlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 (§ 18 VKD) zu 3/4 mit Fr. 3'000.00 

aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

5.2. 

Die amtliche Verteidigerin ist für das Berufungsverfahren angemessen aus 

der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 

und 3bis AnwT; § 13 AnwT). 

 

Entschädigungspflichtig sind im Rahmen der amtlichen Verteidigung nur 

jene Bemühungen, die in einem kausalen Zusammenhang mit der 

Wahrung der Rechte im Strafverfahren stehen und die notwendig und 

verhältnismässig sind (BGE 141 I 124 E. 3.1). Als Massstab für die 

Beantwortung der Frage, welcher Aufwand für eine angemessene 

 - 18 - 

 

 

Verteidigung im Strafverfahren nötig ist, hat der erfahrene Anwalt zu gelten, 

der im Bereich des materiellen Strafrechts und des Strafprozessrechts über 

fundierte Kenntnisse verfügt und deshalb seine Leistung von Anfang an 

zielgerichtet und effizient erbringen kann (Urteil des Bundesgerichts 

6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 18.3.1 mit Hinweisen). 

 

Die amtliche Verteidigerin hat anlässlich der Berufungsverhandlung eine 

Kostennote mit einem Aufwand von 45.6 Stunden zu einem Stundenansatz 

von Fr. 220.00, d.h. Fr. 10'121.00, geltend gemacht. Dieser Aufwand steht 

zum Umfang und zur Schwierigkeit der sich im Berufungsverfahren in 

tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht stellenden Fragen in einem offen-

sichtlichen Missverhältnis, weshalb nicht unbesehen auf die Kostennote 

abgestellt werden kann. 

 

Die amtliche Verteidigerin war mit dem Sachverhalt und den sich in 

tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht stellenden Fragen, die sich auch nicht 

als besonders schwierig erwiesen haben, bereits aus dem erstinstanzlichen 

Verfahren bestens vertraut. Zudem war die Berufung auf die Straf-

zumessung sowie die Weisung beschränkt und es wurde in dieser Hinsicht 

an der bisherigen Verteidigungsstrategie festgehalten. Entsprechend 

geringer fällt der notwendige und verhältnismässige Aufwand im 

Berufungsverfahren aus.  

 

Die amtliche Verteidigerin hatte bereits fundierte Kenntnisse der Akten und 

konnte weitgehend auf eigene, bereits gemachte Ausführungen zurück-

greifen. Ihr ist zugute zu halten, dass das Verfahren vom Zeitpunkt der 

Berufungserklärung bis zur Berufungsverhandlung annähernd ein Jahr 

gedauert hat, sodass ein Auffrischen der Aktenkenntnis angezeigt war. Die 

amtliche Verteidigerin hat jedoch für die Erstellung der begründeten 

Berufungserklärung inkl. Aktenstudium einen Aufwand von insgesamt 31 

Stunden geltend gemacht, was stark überhöht erscheint. Dies erhellt 

bereits aufgrund der Beschränkung der Berufung auf die Strafzumessung 

und die Weisung. Zudem waren die Ausführungen zum Thema des 

Widerrufs des mit Strafbefehl des Kantonalen Untersuchungsamtes 

St. Gallen vom 8. Februar 2016 für die Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 

Fr. 80.00 gewährten bedingten Strafvollzuges unnötig. Der Widerruf war 

bereits im Zeitpunkt der Berufungserklärung vom 28. April 2023, genauer 

seit dem 8. Februar 2023, infolge Zeitablaufs nicht mehr möglich, was der 

erfahrenen amtlichen Verteidigerin hätte auffallen müssen. Der Aufwand 

für die diesbezüglichen Ausführungen ist zu streichen. Zwar ist es zulässig 

und vom Gericht grundsätzlich auch erwünscht, die Berufungserklärung 

bereits mit Einreichung zu begründen. Dies kann aber selbstredend nicht 

dazu führen, dass der angemessene Aufwand im Ergebnis um ein 

Vielfaches höher ausfällt, als wenn die Berufung erst zu einem späteren 

Zeitpunkt oder anlässlich der Berufungsverhandlung begründet worden 

 - 19 - 

 

 

wäre. Angemessen erscheint nach dem Gesagten ein Aufwand von 10 

Stunden. 

 

Weiter erscheint der geltend gemachte Aufwand für Besprechungen und E-

Mails mit dem Beschuldigten zu diversen Fragen als überhöht. Insgesamt 

wird hierfür ein Aufwand von 3.8 Stunden geltend gemacht, wovon im 

Übrigen bereits 2.3 Stunden thematisch der Berufungserklärung zuge-

ordnet werden können. Es ist darauf hinzuweisen, dass allein der not-

wendige Zeitaufwand für das konkrete Strafverfahren zu vergüten ist, nicht 

hingegen z.B. Aufwand für bloss soziale Betreuung (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 18.4.3, nicht publ. in: BGE 143 

IV 214). Grundsätzlich wäre im vorliegenden Berufungsverfahren, in 

welchem es im Wesentlich nur noch um die Strafzumessung gegangen ist, 

nicht mehr als eine (telefonische) Besprechung notwendig gewesen. In 

Anbetracht der eher langen Dauer bis zur Berufungsverhandlung ist jedoch 

eine erhöhte Besprechungsdauer von 2 Stunden zuzubilligen. Der geltend 

gemachte Aufwand ist um 1.8 Stunden (betrifft 1.2 Stunden vor dem 

1. Januar 2024 und 0.6 h nach dem 1. Januar 2024) zu kürzen.  

 

Nicht zu entschädigen sind die geltend gemachten Aufwendungen für die 

Organisation von Akten, die sich bei einer anderen Kanzlei befunden hätten 

(Posten vom 27. April 2023). Der Kurzaufwand von 0.1 Stunden ist zu 

streichen, zumal es sich dabei in erster Linie um Sekretariatsarbeiten, die 

nicht separat zu entschädigen sind, da sie bereits im Stundenansatz des 

Verteidigers enthalten sind, handelt (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts 

Basel-Landschaft 470 17 129 vom 21. November 2017 E. 2.2c; Entscheid 

des Kantonsgerichts Basel-Landschaft 470 16 83 vom 5. Juli 2016 

E. 2.5.5; LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO), 3. Aufl. Zürich 2020, N. 4 zu Art. 135 StPO; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts 2C_985/2020 vom 5. November 2021 E. 4.9). 

 

In Anbetracht des – trotz Kürzung – bereits hohen Aufwandes für die 

Erstellung der Berufungserklärung und die weitgehenden Wiederholungen 

ist der Aufwand von 4 Stunden für die Vorbereitung der Berufungs-

verhandlung inkl. Plädoyer um 1.5 Stunden zu kürzen. Weiter ist der 

Aufwand für die Teilnahme an der Berufungsverhandlung zzgl. Nach-

bearbeitung von 5 Stunden auf die effektive Dauer inkl. einer angemes-

senen Nachbesprechung festzusetzen bzw. um 2.25 Stunden zu kürzen.  

 

Es ergibt sich nach dem Ausgeführten vor dem 1. Januar 2024 ein totaler 

Aufwand von 11.8 Stunden und nach dem 1. Januar 2024 ein Aufwand von 

7.15 Stunden, bzw. ein Gesamtaufwand von 18.95 Stunden. 

 

Die amtliche Verteidigerin ist von einem anwendbaren Regelstundenansatz 

von Fr. 220.00 ausgegangen. Der Stundenansatz für die amtliche Vertei-

digung richtet sich nach § 9 Abs. 3bis AnwT, wobei zu differenzieren ist, ob 

 - 20 - 

 

 

die fraglichen Leistungen vor oder nach dem 1. Januar 2024 erbracht 

worden sind, da der in § 9 Abs. 3bis AnwT vorgesehene Stundenansatz per 

diesem Datum von Fr. 200.00 auf Fr. 220.00 erhöht wurde (zur zeitlichen 

Anwendung: Leitentscheid des Obergerichts SST.2023.55 vom 26. Januar 

2024 E. 4.2). In der Konsequenz sind sämtliche bis zum 31. Dezember 

2023 erbrachten Leistungen mit Fr. 200.00 und einem Mehrwertsteuersatz 

von 7.7 %, sämtliche ab dem 1. Januar 2024 erbrachten Leistungen mit 

Fr. 220.00 und einem Mehrwertsteuersatz von 8.1 % zu entschädigen, 

woraus zuzüglich der geltend gemachten Auslagen eine Entschädigung 

von gerundet Fr. 4'440.00 resultiert ([Auslagen von Fr. 133.00 x 1.077] + 

[Auslagen von Fr. 49.20 x 1.081] + [11.8 Stunden x Fr. 200.00 x 1.077] + 

[7.15 Stunden x Fr. 220.00 x 1.081]). 

 

Diese Entschädigung ist ausgangsgemäss zu ¾ mit gerundet Fr. 3'330.00 

vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

5.3. 

Nachdem das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich des Schuldpunkts nicht 

angefochten wurde und der Beschuldigte im erstinstanzlichen Verfahren zu 

einem ganz überwiegenden Teil schuldig gesprochen worden ist bzw. der 

Freispruch vom Vorwurf der Drohung in zwei Fällen einerseits unter-

geordnete Punkte betrifft und andererseits in engem Zusammenhang mit 

den im Übrigen ergangenen Schuldsprüchen steht, ist die vorinstanzliche 

Kostenverlegung nach wie vor korrekt (Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 

1 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 13. Oktober 2023 

E. 3.2.2 mit Hinweisen). Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 

Fr. 14'904.40 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 3'800.00) sind ihm demnach 

vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

5.4. 

Die der amtlichen Verteidigerin für das erstinstanzliche Verfahren zu-

gesprochene Entschädigung von Fr. 40'047.80 wurde – nach Anpassung 

der Anträge anlässlich der Berufungsverhandlung – mit Berufung nicht 

angefochten, weshalb darauf nicht zurückzukommen ist (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019). Diese Entschä-

digung ist vom Beschuldigten ausgangsgemäss zurückzufordern, sobald 

es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

5.5. 

Auf die der Privatklägerin C._____ für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Parteientschädigung von Fr. 10'789.35 ist – nachdem der 

Beschuldigte diese mit Berufung nicht angefochten hat – nicht mehr 

zurückzukommen. Dasselbe gilt für die dem Privatkläger E._____ für das 

erstinstanzliche Verfahren zugesprochene Parteientschädigung von Fr. 

16'178.65. 

 - 21 - 

 

 

Das – während dem vorinstanzlichen Verfahren noch hängige – Verfahren 

betreffend Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege für 

C._____ vor Bundesgericht wurde abgewiesen, weshalb die Partei-

entschädigung vom Beschuldigten an sie auszubezahlen ist.  

 

6. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO).  

 
 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Es wird festgestellt, dass das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist. 

 

2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Drohung (Anklageziffer 1, 

Straftatendossier 1 [Vorfall vom 6. Oktober 2019]; Anklageziffer 5.2 lit. b, 

Straftatendossier 5) freigesprochen. 

 

3. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 

StGB (Anklageziffer 2, Straftatendossier 2; Anklageziffer 6, Straftaten-

dossier 6); 

- der mehrfachen versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1, Straftatendossier 1 [Vorfälle vom 

29. September 2019 und 7. Oktober 2019]; Anklageziffer 2, Straftaten-

dossier 2; Anklageziffer 5.2 lit. a, Straftatendossier 5); 

- der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 und teilweise 2 lit. a 

StGB (Anklageziffer 4, Straftatendossier 4; Anklageziffer 6, Straftaten-

dossier 6); 

- der Gewaltdarstellungen gemäss Art. 135 Abs. 1 und 1bis StGB [in der 

bis 30. Juni 2023 geltenden Fassung] (Anklageziffer 3, Straftatendossier 

3); 

- der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 StGB (Anklageziffer 3, 

Straftatendossier 3); 

- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB (Anklageziffer 6, Straf-

tatendossier 6); 

- der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB 

(Anklageziffer 5.1, Straftatendossier 5; Anklageziffer 7, Straftaten-

dossier 7); 

- der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 4., Straf-

tatendossier 4). 

 

 - 22 - 

 

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte hierfür gemäss den in Ziff. 3 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, 

Art. 40 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB und 

Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten, Probezeit 3 Jahre, 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 70.00, d.h. 

Fr. 12'600.00, Probezeit 3 Jahre, 

 

und zu einer Busse von Fr. 300.00, ersatzweise 5 Tage Freiheitsstrafe,  

 

verurteilt. 

 

4.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft und die Ersatzmassnahmen 

werden dem Beschuldigten mit insgesamt 190 Tagen an die Freiheitsstrafe 

angerechnet. 

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

Das beschlagnahmte Mobiltelefon Huawei wird eingezogen. 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen.  

 

6. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ eine 

Genugtuung von Fr. 1'000.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 

29. September 2019 zu bezahlen.  

 

7. [in Rechtskraft erwachsen] 

7.1. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger E._____ eine 

Genugtuung von Fr. 4'000.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 6. Oktober 

2019 zu bezahlen.  

 

7.2. 

Es wird festgestellt, dass E._____, dem Grundsatze nach 

Schadenersatzansprüche zustehen. Im Übrigen wird seine Schadenersatz-

forderung auf den Zivilweg verwiesen. 

 

 - 23 - 

 

 

8. 

8.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden dem 

Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 3'000.00 auferlegt und im Übrigen auf die 

Staatskasse genommen. 

 

8.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, der amtlichen Verteidigerin des 

Beschuldigten für das obergerichtliche Verfahren eine Entschädigung von 

Fr. 4'440.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 3'330.00 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

9. [in Rechtskraft erwachsen] 

9.1.  

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 14'904.40 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 3'800.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

Die übrigen Verfahrenskosten, insbesondere die Kosten des Gutachtens 

von Dr. D._____ in der Höhe von CHF 3'300.00, werden auf die 

Staatskasse genommen. 

 

9.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, der amtlichen Verteidigerin für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 40'047.80 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückverlangt, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

9.3.  

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 10'798.35 zu 

bezahlen. 

 

9.4. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger E._____ für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 16'178.65 zu 

bezahlen.  

 

  

 - 24 - 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 3. April 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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