# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf375e25-f824-56cf-a55a-899b61b99dfb
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-02
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 02.06.2014 460 14 4 (460 2014 4)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-14-4_2014-06-02.pdf

## Full Text

Seite 1   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

 

 

 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

2. Juni 2014 (460 14 4) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht  

 

 

Gewerbsmässiger Diebstahl etc. 

 

 

Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richterin Helena Hess (Ref.), Richter Peter 
Tobler; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger  
 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Laufen, 
Rennimattstrasse 77, Postfach, 4242 Laufen,  
Anklagebehörde und Berufungsklägerin 
 
A.____,  
Privatklägerin 
 
B.____,  
Privatklägerin 
 
C.____,  
Privatklägerin 
 
D.____,  
Privatkläger 

  
gegen 
 

 E.____,   
vertreten durch Rechtsanwalt Heinz Ottiger, Denkmalstrasse 2, 
6000 Luzern 6,  
Beschuldigte 
 

Gegenstand gewerbsmässiger Diebstahl etc. 
Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 
8. Januar 2014 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

A. Mit Urteil vom 8. Januar 2014 erklärte die Dreierkammer des Strafgerichts Basel-
Landschaft E.____ des gewerbsmässigen Diebstahls, der geringfügigen Sachbeschädigung, 
der Verwendung von gefälschten Ausweisen, der mehrfachen Entwendung von Kontrollschil-
dern, des Führens eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis, der mehrfachen 
missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern sowie des Führens eines Motorfahrzeuges 
in nicht vorschriftsgemässem Zustand schuldig und verurteilte sie zu einer bedingt vollziehbaren 
Freiheitsstrafe von 2 Jahren, unter Anrechnung der seit dem 23. Juni 2013 bis zum 22. Oktober 
2013 ausgestandenen Untersuchungshaft von 121 Tagen, bei einer Probezeit von 2 Jahren, 
sowie zu einer Busse von CHF 150.‒ (Ziff. 1 des Urteilsdispositivs). Von den Vorwürfen des 
bandenmässigen Diebstahls, der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs und des Dieb-
stahls zum Nachteil von A.____ (Anklage Ziff. 3), des Hausfriedensbruchs zum Nachteil des 
C.____ (Anklage Ziff. 6) sowie des mehrfachen Gebrauchs gefälschter Ausweise wurde sie 
freigesprochen (Ziff. 2). Überdies wurde in Ziff. 3 des Urteilsdispositivs festgestellt, dass sich 
E.____ seit dem 22. Oktober 2013 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 
 
Hinsichtlich der Entscheide bezüglich des Beschlagnahmeguts, der Zivilforderungen sowie der 
Kosten kann an dieser Stelle auf die Ziff. 4–7 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs verwiesen 
werden.  
 
B. Gegen dieses Urteil hat die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Laufen, 
am 8. Januar 2014 die Berufung angemeldet. Mit Berufungserklärung vom 3. Mai 2012 bean-
tragte sie: 

   

 "1. Es sei die Beschuldigte zusätzlich zu den gefällten Schuldsprüchen schuldig zu 
erklären: 

- in Ziff. 3 der Anklage des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Haus-
friedensbruchs 

- sowie des Vorwurfs des bandenmässigen Diebstahls in den Anklageziffern   1–
6. 

   

 2. Es sei die Beschuldigte zu einer unbedingten Freiheitsstrafe zu verurteilen, wobei 
das Strafmass angemessen zu erhöhen sei.“ 

   

Zudem stellte die Staatsanwaltschaft folgende Beweisanträge:  
   

 "1. Betreffend Anklage Ziff. 3:  
Es sei beim Institut für Rechtsmedizin ein Gutachten mit Beweiswertberechnung 

(unter Berücksichtigung naher Verwandter als Spurengeber und der Fremdüber-

tragung von DNA-Spuren) in Auftrag zu geben (evtl. es sei die Staatsanwaltschaft 

mit Einholung eines entsprechenden Gutachtens zu beauftragen).  

   

 2. Betreffend Anklage Ziff. 3: Evtl. sei ein Sachverständiger des lRM zur Erläuterung 
des Gutachtens vorzuladen.  

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

   

 3. Es seien die Einvernahmeprotokolle von F.____ vom 23. Juni 2013 und vom 
28. Juni 2013, 14.07 Uhr ergänzend zu den Akten zu nehmen (beigelegt).“ 

   

  
C. Demgegenüber stellte die Beschuldigte in ihrer Berufungsantwort vom 21. April 2014 
folgende Rechtsbegehren:  

   

 "1. Die Berufung sei abzuweisen.  
   

 2. Das Urteil des Strafgerichtes vom 8. Januar 2014 i.S. der Parteien sei vollumfäng-
lich zu bestätigen.  

   

 3. Die Beweisanträge der Staatsanwaltschaft vom 3. März 2014, Ziffern 1 und 2 be-
treffend Einholung eines weiteren Gutachtens bzw. Einladung zur Erläuterung des 

Gutachtens seien abzuweisen.  

   

 4. Der Beweisantrag der Staatsanwaltschaft vom 3. März 2014, Ziff. 3, auf Beizug 
der Einvernahmeprotokolle von F.____ sei gutzuheissen, soweit er nicht gegen-

standslos ist im Sinne der nachfolgenden Begründung.  

   

 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen mit der Hauptsache zu Lasten des Staa-
tes.“  

   

 
D.  Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügungen der strafrechtlichen Abteilung des 
Kantonsgerichts betrifft, wurde mit Verfügung vom 1. April 2014 festgestellt, dass die Privatklä-
gerschaft und die Beschuldigte weder Antrag auf Nichteintreten gestellt noch 
Anschlussberufung erklärt haben. Mit Verfügung vom 24. April 2014 wurde der Beweisantrag 
der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Laufen, betreffend die Erstellung ei-
nes Gutachtens zur DNA-Spur unter der Bedingung, dass dieses Gutachten bis spätestens 
28. Mai 2014 dem Gericht vorliegt, gutgeheissen. Die Staatsanwaltschaft wurde ersucht, ein 
entsprechendes Gutachten unter Mitwirkung der Verteidigung beim Institut für Rechtsmedizin in 
Basel (IRM) in Auftrag zu geben. Der Beweisantrag der Staatsanwaltschaft bezüglich der Vor-
ladung eines Sachverständigen des lRM an die kantonsgerichtliche Hauptverhandlung wurde 
demgegenüber gestützt auf Art. 139 Abs. 2 StPO abgewiesen. Mit Eingabe vom 26. Mai 2014 
reichte die Staatsanwaltschaft das Gutachten des IRM zu den Akten.  
 
E. Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, er-
scheinen die Beschuldigte mit ihrem Verteidiger Rechtsanwalt Heinz Ottiger, G.____ als 
Vertreter der Staatsanwaltschaft sowie H.____ als Dolmetscherin für Spanisch. Sowohl die Be-
schuldigte als auch die Staatsanwaltschaft halten an den bereits schriftlich gestellten Anträgen 
fest. Auf die Aussagen der zur Sache und zur Person befragten Beschuldigten sowie auf die 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Parteivorträge der Staatsanwaltschaft sowie des Verteidigers wird, soweit erforderlich, nachfol-
gend in den Erwägungen eingegangen. 
 
 
Erwägungen 

 

I.   Formelles  

1.  Zuständigkeit und Eintreten 

1.1  Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfah-
ren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 StPO). Das Urteil des 
Strafgerichts Basel-Landschaft vom 8. Januar 2014 ist demgemäss mit Berufung anfechtbar.  
 
Die Zuständigkeit der Dreierkammer der Abteilung Strafrecht des Kantonsgerichts zur Beurtei-
lung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit § 15 
Abs. 1 lit. a des kantonalen Einführungsgesetzes vom 12. März 2009 zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung (EG StPO; SGS 250). Die Legitimation der Staatsanwaltschaft zur Ergrei-
fung des Rechtsmittels wird in Art. 381 Abs. 1 StPO normiert.  
 
Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in 
den angefochtenen Punkten. Es kann zugunsten der beschuldigten Person auch nicht ange-
fochtene Punkte überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern 
(Art. 404 Abs. 2 StPO). Die Kognition des Berufungsgerichts ist gemäss Art. 398 Abs. 2 StPO 
weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht eingeschränkt (vgl. LUZIUS EUGSTER, Basler 
Kommentar StPO, 2011, Art. 398 N 1). Gemäss Art. 398 Abs. 3 lit. a StPO können Rechtsver-
letzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, gerügt werden. Lit. b sieht die unvollständige  
oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts und lit. c schliesslich die Unangemessenheit als 
Berufungsgrund vor. Zunächst ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen 
seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsge-
richt innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche 
Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO). 
 
1.2  Vorliegend hat die Staatsanwaltschaft am Urteilstag und somit fristgerecht gegen das 
Urteil des Strafgerichts vom 8. Januar 2014 die Berufung angemeldet. Das vorinstanzliche Ur-
teil wurde ihr in der Folge am 18. Februar 2014 schriftlich begründet mitgeteilt, woraufhin sie 
mittels Eingabe vom 3. März 2014 die Berufungserklärung beim Kantonsgericht, Abteilung 
Strafrecht, einreichte. Die Berufung ist somit rechtzeitig und formgerecht erhoben worden (vgl. 
Art. 399 Abs. 3 StPO). Das angefochtene Urteil stellt ein taugliches Anfechtungsobjekt dar, die 
von der Staatsanwaltschaft erhobene Rüge ist zulässig und sie ist ihrer Erklärungspflicht nach-
gekommen, weshalb auf die Berufung einzutreten ist.  
 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2. Gegenstand der Berufung  

Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen die Freisprüche hinsichtlich der Vorwür-
fe des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs gemäss Ziff. 3 der 
Anklageschrift sowie gegen den Freispruch vom Vorwurf des bandenmässigen Diebstahls in 
den Anklageziffern 1–6. Zudem wendet sich die Staatsanwaltschaft gegen die Strafzumessung, 
wobei die Strafart der Freiheitsstrafe unbestritten ist. 
 
Nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens bilden demnach die vorinstanzlichen Schuldsprü-
che hinsichtlich des gewerbsmässigen Diebstahls (soweit nicht die Frage des 
Qualifikationsmerkmals der Bandenmässigkeit thematisiert wird), der geringfügigen Sachbe-
schädigung sowie betreffend die SVG–Delikte (Verwendung von gefälschten Ausweisen, 
mehrfache Entwendung von Kontrollschildern, Führen eines Motorfahrzeuges ohne Füh-
rerausweis, mehrfache missbräuchliche Verwendung von Kontrollschildern sowie Führen eines 
Motorfahrzeuges in nicht vorschriftsgemässem Zustand). Zudem nicht im Berufungsverfahren 
zu behandeln sind die ergangenen Freisprüche hinsichtlich des Hausfriedensbruchs zum Nach-
teil des C.____ (Anklage Ziff. 6) und der mehrfachen Begehung betreffend Verwendung von 
gefälschten Ausweisen. Dasselbe gilt für die vorinstanzlichen Entscheide betreffend das Be-
schlagnahmegut (Ziff. 4), die Zivilforderungen (Ziff. 5), die Höhe der Verfahrenskosten (Ziff. 6) 
sowie betreffend das Honorar des amtlichen Verteidigers (vgl. Ziff. 7).  
 

II.   Materielles  

1.  Allgemeines  

Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, 
für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts auf die Be-
gründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue 
tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfah-
ren vorgetragen werden (DANIELA BRÜSCHWEILER, Zürcher Kommentar StPO, 2010, Art. 82 
N 9). Im Sinne einer einleitenden Bemerkung ist auf den Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
hinzuweisen, der in Art. 10 Abs. 2 StPO gesetzlich verankert ist. Danach würdigt das Gericht 
die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Weder 
die Anzahl noch die Art der Beweismittel ist massgebend, sondern allein deren Stichhaltigkeit. 
Es besteht keine Rangfolge der Beweise (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL 
ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in Strafsachen, 2011, S. 37 N 234).  
 

2.   Ziff. 3 der Anklageschrift: Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch, 

begangen am 27./28. April 2013 in M.____  

2.1  Tatsächliches  

2.1.1 Die Vorinstanz erwog bezüglich Ziff. 3 der Anklageschrift im Wesentlichen, die Beschul-
digte habe konstant bestritten, etwas mit dem ihr vorgeworfenen Einbruchsdiebstahl zum 
Nachteil von A.____ zu tun gehabt zu haben. Als Beweis für die Täterschaft der Beschuldigten 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

führe die Anklage einzig eine DNA-Spur an, welche sie ihr zuordne. Die an der Einbruchsstelle 
an der Aussenseite des Esszimmerfensters gesicherte DNA-Spur habe zwar eine „Person-
Spur-Übereinstimmung“ mit der Beschuldigten, jedoch halte der kriminaltechnische Bericht der 
Polizei Basel-Landschaft vom 15. Juli 2013 einschränkend fest, dass die Beschuldigte als Spu-
rengeberin in Frage komme, wenn kein eineiiger Zwilling oder ein genetisch naher Verwandter 
(Geschwister) als Spurengeber berücksichtigt werden müsse. Der Beweiswert sei reduziert und 
könne gemäss kriminaltechnischem Bericht im Bedarfsfall durch das zuständige IRM berechnet 
werden. Es bestehe vorliegend zwar hinsichtlich der Beschuldigten ein gewisser Verdacht, auf-
grund des reduzierten Beweiswerts der Person-Spur-Übereinstimmung, da weitere Personen 
als Spurengeber in Frage kämen sowie aufgrund der übrigen Umstände (mögliche Drittantra-
gung, Aussageverhalten, Tatvorgehen, örtliche und zeitliche Distanz zu den übrigen Delikten) 
lasse sich dieser indessen nicht rechtsgenüglich erhärten. Somit bestünden erhebliche Zweifel 
an der Täterschaft der Beschuldigten, weswegen sie in diesem Anklagepunkt vom Vorwurf der 
Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs und des Diebstahls freizusprechen sei. 
 
2.1.2  Die Staatsanwaltschaft ihrerseits stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, die 
Erkenntnisse des im Berufungsverfahren eingeholten IRM-Gutachtens vom 21. Mai 2014 lies-
sen nunmehr keine vernünftigen Zweifel zu, dass die am Tatort abgenommene DNA-Spur von 
der Beschuldigten selbst stamme. Es stelle sich höchstens die Frage einer Drittantragung, doch 
wäre bei einer solchen Konstellation gemäss Gutachten ein Mischpersonen-Profil – und nicht 
wie vorliegend ein 1-Personen-Profil – zu erwarten gewesen (vgl. Protokoll der kantonsgerichtli-
chen Hauptverhandlung [fortan Prot.] S. 8). 
 

2.1.3  Dem hält die Verteidigung anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung im 
Wesentlichen entgegen, das Thema der Drittantragung bleibe durch das Gutachten offen. Des 
Weiteren werde die Frage, ob I.____ Handschuhe der Beschuldigten getragen habe, im Gut-
achten nicht beantwortet. Das Gutachten komme zum Schluss, dass eine Übertragung bei 
einem guten DNA-Spurenleger möglich sei. Zudem halte das Gutachten fest, dass eine Drittan-
bringung generell nicht mit Sicherheit nachweisbar sei. Daher seien insgesamt gewichtige 
Zweifel bezüglich der Täterschaft der Beschuldigten vorhanden. Überdies leuchte nicht ein, 
weshalb die Beschuldigte diesen Tatvorwurf, der angesichts der gesamten Schadenssumme 
nicht stark ins Gewicht falle, derart vehement bestreiten sollte, nachdem sie bezüglich der übri-
gen Vorhalte vollkommen geständig sei (vgl. Prot. S. 10). 
 
2.1.4  Wie bereits im Vorverfahren und vor Strafgericht bestreitet die Beschuldigte anlässlich 
der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, etwas mit dem ihr vorgeworfe-
nen Einbruchsdiebstahl zum Nachteil von A.____ zu tun gehabt zu haben (Prot. S. 7).  
 
Das im Berufungsverfahren eingeholte IRM-Gutachten vom 21. Mai 2014 kommt zusammenge-
fasst zum Schluss, das Resultat der DNA-Analyse sei über 10 Milliarden Mal wahrscheinlicher, 
wenn die Beschuldigte als Spurengeberin angenommen werde, als wenn die Spurengeberin ei-
ne unbekannte, unverwandte Person wäre. Demnach könne eine mit der Beschuldigten nicht 
verwandte Person als Spurengeberin ausgeschlossen werden. Zusätzlich wurden weitere Ver-

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

wandte in die biostatistischen Berechnungen bezüglich der Spurengeberschaft der zu untersu-
chenden Spur miteinbezogen. Diesbezüglich hält das Gutachten fest, dass das Resultat der 
DNA-Analyse mindestens mehrere Millionen Mal wahrscheinlicher sei, wenn die Beschuldigte 
die Spurengeberin sei, als wenn die Spurengeberin eine mit der Beschuldigten verwandte Per-
son wäre. Im Einzelnen wird vom IRM eine sog. Likelihood Ratio bei einem Elternteil oder Kind 
von 7455 Billionen, bei einem Vollgeschwister von 61.9 Millionen, bei einem Halbgeschwister 
von 2.817 Trillionen, bei Cousinen 1. Grades von 2.899 Trilliarden sowie bei Cousinen 2. Gra-
des von 4.124 Quadrillionen errechnet. Aufgrund dieses Ergebnisses hegt die strafrechtliche 
Abteilung des Kantonsgerichts keine Zweifel, dass die am Tatort gefundene DNA-Spur von der 
Beschuldigten stammt.  
 
Hinsichtlich der Frage, ob die DNA-Spur allenfalls übertragen worden sein könnte, führt das 
Gutachten aus, das Vorliegen eines 1-Personen-Profils könne als ein Hinweis des direkten Kon-
taktes der Beschuldigten mit dem Spurenträger bewertet werden. Eine Übertragung von DNA 
im direkten oder indirekten Kontakt sei zwar theoretisch immer möglich, die diskutierten Spu-
renbefunde machten jedoch die von der Verteidigung geschilderten Übertragungsmöglichkeiten 
eher unplausibel. I.____ wird von der Beschuldigten als 1.80 m gross, ca. 100 kg schwer und 
ziemlich muskulös beschrieben (vgl. Prot. S. 5). Aufgrund dieser Physionomie ist nicht anzu-
nehmen, dass er dieselben Handschuhe wie die Beschuldigte verwendet hätte. Auch die 
anderen theoretisch denkbaren Szenarien einer Drittanbringung erscheinen dem Gericht als 
äusserst unwahrscheinlich. Gesamthaft sind die Ergebnisse des IRM-Gutachtens als starkes 
Indiz für die Täterschaft der Beschuldigten zu werten.  
 
2.1.5  Hinzu kommen weitere Umstände, die für die Täterschaft der Beschuldigten sprechen. 
So wurden im Kofferraum des von der Beschuldigten am 23. Juni 2013 geführten Personenwa-
gens unter anderem Schlossöffnungsutensilien gefunden (act. 221). Diese sind als klares Indiz 
dafür zu werten, dass die Beschuldigte nebst den von ihr zugestandenen Fahrzeugdiebstählen 
auch andere Deliktsvarianten, namentlich Einbruchdiebstähle, begangen hat. Zudem finden 
sich in den Akten Meldungen von Interpol Zagreb (act. 25.25 f.) sowie Interpol Madrid (act. 
25.29 f.) aus denen hervorgeht, dass gegen die Beschuldigte wegen Fahrzeugdiebstahls und 
wegen Urkundenfälschung bzw. Urkundenfälschung und Raubes ermittelt wurde. Des Weiteren 
gilt es zu berücksichtigen, dass die Beschuldigte totalgefälschte Ausweise auf sich trug und in 
den Interpol-Datenbanken unter insgesamt vier weiteren Personalien bekannt war (J.____, geb. 
16.02.1981, K.____, geb. 04.04.1980; K.____, geb. 04.07.1981; L.____, geb. 05.05.1981; act. 
465.9), wobei sie zumindest drei dieser Falschpersonalien bereits vor dem mutmasslichen Zeit-
punkt des Kennenlernens von I.____ verwendete. 
 
Bezüglich des Aussageverhaltens ist festzustellen, dass die Beschuldigte ihre Beteiligung an 
den Delikten gemäss Ziff. 3 der Anklageschrift stets vehement zurückwies, obwohl sie sich be-
züglich der anderen vorgeworfenen Straftaten geständig zeigte. Der ihr vorgeworfene 
Einbruchdiebstahl (Ziff. 3 der Anklageschrift) fällt von der Deliktsumme her im Vergleich zu den 
eingestandenen Vorwürfen nur geringfügig ins Gewicht. Allerdings ist gerichtsnotorisch nicht als 
atypisches Aussageverhalten zu qualifizieren, wenn beschuldigte Personen einzig sämtliche 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Delikte einer bestimmten Deliktsart – wie hier Fahrzeugdiebstähle – zugestehen, demgegen-
über aber eine Beteiligung an Delikten mit anderer Vorgehensweise – wie vorliegend 
Einbruchdiebstähle – aus taktischen Gründen konsequent von sich weisen. In diesem Zusam-
menhang gilt es zu berücksichtigen, dass die Beschuldigte inflagranti bei einem 
Fahrzeugdiebstahl angetroffen werden konnte und das Bestreiten der Beschuldigten überdies 
dazu dienen könnte – wie auch die Vorinstanz erwogen hat –, die eigene Position im Verfahren 
zu verbessern und um die Aussage, I.____ habe sie zu den Wohnwagendiebstählen gezwun-
gen, nicht zu untergraben.  
 
Abstützend auf die Feststellungen des IRM-Gutachtens, welche durch verschiedene die Be-
schuldigte belastende Indizien ergänzt werden, erachtet die strafrechtliche Abteilung des 
Kantonsgerichts den in Ziff. 3 der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalt als erstellt. Diesen 
gilt es nachfolgend in rechtlicher Hinsicht zu würdigen.  
 

2.2  Rechtliches  

2.2.1  Mittäter ist, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vor-
sätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als 
Hauptbeteiligter dasteht. Dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen 
des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass 
sie mit ihm steht oder fällt. Das blosse Wollen der Tat genügt zur Begründung von Mittäter-
schaft jedoch nicht. Der Mittäter muss vielmehr bei der Entschliessung, Planung oder 
Ausführung der Tat auch tatsächlich mitwirken. Dem einen Täter sind die vom anderen im 
Rahmen des gemeinsamen Plans verübten Taten auch dann zuzurechnen, wenn er selber im 
betreffenden Ausführungsstadium nicht mehr Mitinhaber der Tatherrschaft ist, sofern eine enge, 
zeitliche, räumliche und sachliche Beziehung zwischen den gemeinsam vorgenommenen Tat-
handlungen und dem eingetroffenen Erfolg zu bejahen ist (BGE 108 IV 92 ff.; MARC FORSTER, 
Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 24 N 8). Bei Mittäterschaft gibt es demnach keine 
Beschränkung der Haftung auf die "eigenen" kausalen Tatbeiträge. In subjektiver Hinsicht setzt 
Mittäterschaft Vorsatz und einen gemeinsamen Tatentschluss voraus. Der gemeinsame Tatent-
schluss braucht nicht ausdrücklich zu sein, er kann auch bloss konkludent begründet werden, 
wobei Eventualvorsatz genügt (BGE 130 IV 58 ff.; 125 IV 134 ff., BGE 126 IV 84, 88; MARC 
FORSTER, a.a.O., Art. 24 N 12). 
 

2.2.2  Des Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer jemandem eine frem-
de bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen andern damit 
unrechtmässig zu bereichern. Gemäss Art. 186 StGB macht sich auf Antrag unter anderem 
strafbar, wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen abge-
schlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem Hause gehörenden 
umfriedeten Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz unrechtmässig eindringt. Umfriedet 
im Sinne von Art. 186 StGB bedeutet, dass solche Flächen umschlossen sein müssen, etwa 
durch Zäune oder Hecken. Massgebend ist dabei die Erkennbarkeit der Abgrenzung, nicht de-
ren Lückenlosigkeit. Nach dem Gesetzeswortlaut ist ein enger Konnex zu einem Haus 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

vorausgesetzt, so dass z.B. eine vom Haus entfernte, eingezäunte Wiese nicht geschützt ist 
(vgl. VERA DELNON/BERNHARD RÜDY, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 186 N 16 
m.w.H.). Der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB macht sich auf Antrag schuldig, 
wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht besteht, 
beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht.  
 
Beim Einbruchdiebstahl steht die Sachbeschädigung (Art. 144 StGB) sowie der Hausfriedens-
bruch (Art. 186 StGB) in echter Konkurrenz zum Diebstahl (Art. 139 StGB). Dies gilt jedenfalls 
für die Begehung des Grundtatbestandes nach Art. 139 Ziff. 1 StGB sowie für die Qualifikatio-
nen ausser derjenigen nach Art. 139 Ziff. 3 Abs. 4 StGB, welche in casu nicht vorliegt (MARCEL 
ALEXANDER NIGGLI/ CHRISTOF RIEDO, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 139 N 229 mit 
Hinweisen).  
 
2.2.3  Die Beschuldigte reiste als Kriminaltouristin aus Frankreich zum Tatort. Gemäss dem 
Polizeirapport versuchte die Täterschaft zunächst erfolglos, die Sitzplatztüre zum Wohnzimmer 
hin aufzubrechen. Danach begab sie sich zum Fenster des Esszimmers, welches sie mit 
Flachwerkzeug aufbrach und sich so Zutritt zur Liegenschaft verschaffen konnte (act. 569 ff.). 
Der Fundort der DNA-Spur der Beschuldigten befand sich an der Aussenseite des Esszimmer-
fensters, direkt bei der Einbruchsstelle. Daher ist erstellt, dass die Beschuldigte bei der 
Ausführung des Diebstahls eine massgebliche Rolle übernommen hat. Sie hat in der Folge 
entweder das Deliktsgut selbst aus der Liegenschaft entwendet oder zumindest einen entschei-
denden Tatbeitrag hierzu geleistet (vgl. hierzu die obigen Ausführungen zur Mittäterschaft, Ziff. 
II., 2.2.1). In jedem Fall ist ihr die Entwendung des Diebesguts gemäss Anklageschrift in vollem 
Umfang zurechenbar. Indem die Beschuldigte in der Zeit zwischen dem 27. April 2013, 19.20 
Uhr, und dem 28. April 2013, 1.10 Uhr, sich zur Liegenschaft N.____strasse 100 in M.____ be-
gab, welche von A.____ bewohnt wird, und sie (oder ein allfälliger Mittäter) Bargeld in der Höhe 
von CHF 300.‒, € 40.‒, ein iPhone 4S sowie eine Halskette an sich nahm und das Haus damit 
verliess, hat sie den Tatbestand des einfachen Diebstahls in objektiver Hinsicht erfüllt. Sie han-
delte zudem vorsätzlich und mit Bereicherungsabsicht und ist folglich bezüglich Ziff. 3 der 
Anklage wegen Diebstahls schuldig zu sprechen.  
 
Bezüglich der Antragsdelikte des Hausfriedensbruchs bzw. der Sachbeschädigung liegt ein 
rechtsgültiger Strafantrag vor (act. 577 ff.). Die Beschuldigte drang entweder selbst oder allen-
falls ihr Mittäter bzw. ihre Mittäterin in die Liegenschaft N.____strasse 100 in M.____ ein. In 
jedem Falle ist der Beschuldigten das Eindringen in die betreffende Liegenschaft und somit die 
Verletzung des Hausrechts von A.____ über die Regeln der Mittäterschaft zurechenbar (vgl. 
Ziff. II., 2.2.1). Der Tatbestand des Hausfriedensbruchs ist in objektiver und subjektiver Hinsicht 
erfüllt. Des Weiteren erfüllt die Beschuldigte durch das ihr nachgewiesene Verhalten den Tat-
bestand der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB. Am Fenster bzw. an der 
Fenstertüre der Liegenschaft N.____strasse 100 in M.____ entstand durch das Aufwuchten ein 
Sachschaden in der Höhe von CHF 1'100.‒ (act. 569 ff.). Aufgrund ihrer DNA-Spur bei der Ein-
trittsstelle steht fest, dass der Beschuldigten diese Sachbeschädigung zuzurechnen ist.  
 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Durch ihr Verhalten hat sich die Beschuldigte demnach des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 
StGB, der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und des Hausfriedensbruchs ge-
mäss Art. 186 StGB schuldig gemacht. 
 

3.   Bandenmässigkeit  

3.1  Die Vorinstanz sprach die Beschuldigte von der Anklage der bandenmässigen Tatbege-
hung im Hinblick auf sämtliche Diebstähle frei. Zusammengefasst führte sie aus, zwar spreche 
einiges für ein arbeitsteiliges, organisiertes Vorgehen, angeklagt sei jedoch einzig die banden-
mässige Tatbegehung mit I.____, dessen Rolle in verschiedener Hinsicht undurchsichtig bleibe. 
Bei allem Mitgefühl, das für Opfer von Gewalttaten entgegenzubringen sei, könne vorliegend 
nicht übersehen werden, dass die Beschuldigte totalgefälschte Ausweise auf sich getragen ha-
be und unter insgesamt vier weiteren Personalien bekannt gewesen sei. Zudem habe sie 
zumindest drei dieser Falschpersonalien vor dem mutmasslichen Zeitpunkt des Kennenlernens 
von I.____, welcher ihr den Ausweis lautend auf K.____ besorgt haben soll, verwendet. Auf-
grund der ungewissen Tatbeteiligung bzw. des ungewissen Tatbeitrags von I.____ könne keine 
Verurteilung wegen Bandenmässigkeit erfolgen (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 26 ff.)  
  
3.2  Dem hält die Staatsanwaltschaft entgegen, die Vorinstanz widerspreche sich, wenn sie 
einerseits feststelle, die Rolle von I.____ bleibe völlig im Ungewissen und er könnte lediglich 
vorgeschoben und an den Taten unbeteiligt sein, während sie andererseits der Beschuldigten 
eine notstandsähnliche Situation aufgrund seiner Gewalttätigkeit zugestehe und Art. 48 lit. a 
Ziff. 2 StGB (schwere Bedrängnis) anwende. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft stehe fest, dass 
I.____ als Anstifter nicht in Frage komme, wenn den Aussagen der Beschuldigten gefolgt wer-
de. Seine einzige denkbare Rolle sei diejenige eines Mittäters, weshalb die Voraussetzungen 
für einen Schuldspruch wegen Bandenmässigkeit grundsätzlich erfüllt seien.  
 
3.3  Die Beschuldigte erachtet die Argumentation der Vorinstanz als zutreffend und führt er-
gänzend aus, die Staatsanwaltschaft verkenne den strafprozessualen Grundsatz "in dubio pro 
reo". Der Zusammenschluss müsse überdies die Bandenmitglieder stärken, was hier nicht vor-
liege, da die Beschuldigte genötigt worden sei. 
 
3.4.1  Art. 139 Ziff. 3 StGB erfasst als Qualifikation des Diebstahls die Taten, die vom Mitglied 
einer Bande begangen werden, die sich zur fortgesetzten Verübung von Raub oder Diebstahl 
zusammengefunden hat. Gemäss konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts ist Banden-
mässigkeit anzunehmen, wenn sich mindestens zwei Täter mit dem ausdrücklich oder 
konkludent geäusserten Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer selbständi-
ger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Delikte zusammenzuwirken (BGE 132 IV 
132, 137 m.w.H.). Stehlen als Mitglied einer Bande ist als besonders gefährlich zu qualifizieren, 
"weil der Zusammenschluss zur fortgesetzten Verübung von Raub oder Diebstahl die Täter 
psychisch und physisch stärkt" (BGE 78 IV 233, 72 IV 113). Durch den Zusammenschluss bin-
den sich die Mitglieder auch an die verbrecherischen Ziele und erschweren sich gegenseitig die 
Umkehr. Dabei muss der Wille der Täter auf die gemeinsame Verübung einer Mehrzahl von De-

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

likten gerichtet sein. Auch das Qualifikationsmerkmal der Bande setzt gewisse Mindestansätze 
einer Organisation (etwa Rollen- oder Arbeitsteilung) und eine Intensität des Zusammenwirkens 
in einem Masse voraus, dass von einem stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn 
dieses allenfalls nur kurzlebig ist (BGE 124 IV 86, E. 2b und 286, E. 2a; 122 IV 265, E. 2b). Der 
erforderliche, zumindest konkludent manifestierte Wille, zusammen eine unbestimmte Zahl De-
likte zu begehen, kann nicht alleine retrospektiv gestützt auf die Tatsache angenommen 
werden, dass Mittäter mehrere Delikte in enger örtlicher und zeitlicher Nähe auf ähnliche Weise 
verübten (BGer 6P.104/2004 vom 24. März 2005, E. 4).  
 
3.4.2  I.____ ist zur Verhaftung ausgeschrieben worden und konnte in diesem Strafverfahren 
nicht befragt werden. Zutreffend hat die Vorinstanz erwogen, dass es zwar naheliegend aber 
keineswegs erwiesen sei, dass die zahlreichen Hämatome der Beschuldigten, entsprechend ih-
ren Aussagen bzw. derjenigen ihrer Mittäterinnen, von I.____ verursacht worden seien. Es kann 
nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass jemand anderes als I.____ der Beschuldigten 
diese Verletzungen zugefügt hat. Selbst wenn hinsichtlich der Schläge ein Nachweis bezüglich 
einer Täterschaft von I.____ vorläge, bliebe immer noch völlig offen, ob die Verletzungen im 
Rahmen häuslicher Gewalt oder im Rahmen der Druckausübung zur Begehung von Diebstäh-
len erfolgten. I.____ könnte aber auch durchaus lediglich vorgeschoben und überhaupt 
unbeteiligt sein und seine Belastung durch die Beschuldigte könnte in erster Linie das Ziel der 
eigenen Entlastung haben.  
 
Aus den Verfahrensakten lassen sich keine konkreten Informationen bezüglich der Person von 
I.____ entnehmen. Strafrechtlich relevante Vorgänge von diesem im Ausland sind nicht akten-
kundig. Über die ganze mögliche Organisationsstruktur um I.____ ist demnach nichts 
nachgewiesen. Für die jeweiligen einzelnen Schuldsprüche, für welche die Beschuldigte heute 
zu verurteilen ist, bestehen somit keine substanziellen Anhaltspunkte für eine irgendwie gearte-
te konkrete Tatbeteiligung von I.____. Bei dieser Aktenlage fehlt es an einem nachgewiesenen 
effektiven Beitrag von I.____ bezüglich der einzelnen Diebstähle. Der Nachweis derartiger 
Handlungen bei der Vorbereitung bzw. Ausführung der Tat wäre indes zur Bejahung der Ban-
denmässigkeit unerlässlich, weswegen in casu nicht von einem Begehen von Diebstählen durch 
die Beschuldigte in Erfüllung einer ihr von einer Bande übertragenen Aufgabe ausgegangen 
werden kann. Ein Zusammenschluss zur fortgesetzten Verübung von Diebstählen zwischen 
I.____ und der Beschuldigten ist demzufolge nicht als bewiesen, weswegen das Vorliegen des 
Qualifikationsmerkmals der Bandenmässigkeit zu verneinen und das Urteil der Vorinstanz in 
diesem Punkt nicht zu beanstanden ist.  
 

4.  Fazit 

Zusammenfassend ist die Beschuldigte in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsan-
waltschaft zusätzlich zu den Schuldsprüchen der Vorinstanz wegen Diebstahls, 
Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs bezüglich Ziff. 3 der Anklageschrift zu verurteilen.  
 
 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

III.  Strafzumessung  

1.  Die Berufung der Staatsanwaltschaft bezieht sich zu guter Letzt auf die Bemessung der 
Strafe. Die Berufungsklägerin bringt diesbezüglich vor, insbesondere angesichts der zusätzli-
chen beantragten Schuldsprüche sei die Freiheitsstrafe angemessenen zu erhöhen. Zu Unrecht 
habe das Strafgericht festgehalten, dass Interpol-Meldungen im Rahmen der Prognose nicht 
berücksichtigt werden dürften. Eine von der Beschuldigten selbst zugestandene Vorstrafe sei 
nur soweit hinterfragt worden, dass ihr diese nicht mehr zur Last gelegt worden sei. Das Um-
feld, in welches die Beschuldigte nach ihrer Entlassung zurückkehren und welches ihre 
Prognose offensichtlich nicht verbessern werde, sei von der Vorinstanz ausgeblendet worden. 
Selbst das professionelle Vorgehen bei der Deliktsbegehung sei nicht als Indiz für eine ungüns-
tige Prognose hinzugezogen worden. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft seien sämtliche 
ungünstigen Faktoren ausgeblendet worden. Hätte die Vorinstanz diese Faktoren korrekt be-
rücksichtigt, wäre sie zu einer ungünstigen Prognose gelangt.  
 
2.  Demgegenüber stellt sich die Verteidigung auf den Standpunkt, die Strafzumessung der 
Vorinstanz sei korrekt vorgenommen worden und demnach zu bestätigen. Eine Haft könne 
durchaus eine Gelegenheit zur Läuterung darstellen. Die Beschuldigte wolle definitiv nicht mehr 
zu I.____ zurückkehren und habe ein Anrecht auf eine neue Chance. Die Staatsanwaltschaft 
nehme mit ihren Ausführungen zum Umfeld, in welches die Beschuldigte nach ihrer Entlassung 
zurückkehren werde, eine unzulässige Stigmatisierung von Fahrenden vor.  
 
3.  Die Berufungsinstanz fällt ein neues Urteil (vgl. Art. 408 StPO) und hat die Strafe nach 
ihrem eigenen Ermessen festzusetzen. Unter dem Vorbehalt des Verbots der "reformatio in pei-
us" muss sie sich nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen 
Strafzumessungsfaktoren gewichtet (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014, E. 6.2).  
 
4.  Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Strafe prinzipiell richtig und korrekt be-
messen hat. So wurde auf sämtliche relevanten Kriterien (vgl. Art. 47 StGB) massgeblich und 
ausreichend eingegangen. Namentlich wurden Verschulden, Vorleben, persönliche Verhältnisse 
und die Wirkung der Strafe auf das Leben der Beschuldigten berücksichtigt. Die von der       Vo-
rinstanz im Einzelnen korrekt dargelegten Zumessungskriterien (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 32 
ff.) werden im Folgenden gleichermassen von der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsge-
richts bei der Festlegung der angemessenen Strafe berücksichtigt.  
  
5.1  Wie sich aus den obigen Erwägungen ergibt, hat sich die Beschuldigte des gewerbs-
mässigen Diebstahls, der mehrfachen, teilweise geringfügigen Sachbeschädigung, des 
Hausfriedensbruchs, der Verwendung von gefälschten Ausweisen, der mehrfachen Entwen-
dung von Kontrollschildern, des Führens eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis, der 
mehrfachen missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern und des Führens eines Motor-
fahrzeuges in nicht vorschriftsgemässem Zustand schuldig gemacht. Im Vergleich mit dem 
Urteil der          Vorinstanz kommen die Schuldsprüche wegen Diebstahls, Sachbeschädigung 
und Hausfriedensbruchs bezüglich der Ziff. 3 der Anklageschrift hinzu. 
 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.2  Die Vorinstanz ging zutreffend vom gewerbsmässigen Diebstahl als schwerste Straftat 
aus (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 35). Bei den Strafschärfungsgründen ist derjenige der De-
liktsmehrheit gemäss Art. 49 StGB zu berücksichtigen. Gemäss aktueller Bundesgerichtspraxis 
führen Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe indessen nicht zu einer automatischen Er-
weiterung des Strafrahmens. Der ordentliche Strafrahmen ist nur zu verlassen, wenn 
aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im 
konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55, E. 5.8). Das ist vorliegend nicht 
der Fall. Für die auszufällende Strafe ist deshalb vom Strafrahmen des gewerbsmässigen Dieb-
stahls auszugehen, welcher eine Freiheitsstrafe von höchstens 10 Jahren vorsieht. Die 
Gewerbsmässigkeit fasst die einzelnen Delikte des Diebstahls zu einer rechtlichen Einheit zu-
sammen (BGE 123 IV 113, 117). Das Asperationsprinzip nach Art. 49 StGB ist insoweit 
bezüglich der einzelnen Diebstähle unanwendbar (MARCEL ALEXANDER NIGGLI/CHRISTOF RIEDO, 
Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 139 N 13). 
 

5.3  Hinsichtlich der objektiven Tatschwere gilt es bei der Einsatzstrafe des gewerbsmässi-
gen Diebstahls das Doppelverwertungsverbot zu beachten. Umstände, die schon Merkmale des 
gesetzlichen Tatbestandes sind, dürfen nicht für die konkrete Strafzumessungsentscheidung 
innerhalb des anzuwendenden gesetzlichen Strafrahmens berücksichtigt werden – weder zu 
Lasten noch zu Gunsten des Täters. Denn die Tatbestandserfüllung als solche hat sich bereits 
im Eröffnen des gesetzlichen Strafrahmens niedergeschlagen und ist in ihrer Bedeutung für die 
Strafmassfindung insoweit verbraucht, sonst würde dem Täter der gleiche Umstand zwei Mal 
zur Last gelegt oder zu Gute gehalten. Der Richter ist aber nicht gehindert zu berücksichtigen, 
in welchem Ausmass ein qualifizierender oder privilegierender Tatumstand gegeben ist (vgl. 
HANS WIPRÄCHTIGER/STEFAN KELLER, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 47 N 102 
samt Verweisen). Dies berücksichtigend ist festzuhalten, dass der qualifizierende Tatumstand 
der Gewerbsmässigkeit aufgrund des Vorgehens (Auskundschaften, gezielte Bestimmung der 
einzelnen Wohnwagen sowie koordiniertes Zusammenwirken von mehreren Täterinnen) sowie 
der Deliktssumme von über CHF 221'900.‒ im Vergleich zu andern gewerbsmässigen Dieb-
stählen in eher ausgeprägtem Ausmass vorliegt. Hierbei wertet die strafrechtliche Abteilung des 
Kantonsgerichts den Deliktsbetrag stärker zu Lasten der Beschuldigten als das Strafgericht. Im 
Unterschied zur Vorinstanz wird zudem straferhöhend berücksichtigt, dass die Beschuldigte als 
sogenannte "Kriminaltouristin" ausschliesslich zum Zwecke der Begehung von Einbruchdieb-
stählen in die Schweiz eingereist ist, um nach der Tatbegehung möglichst schnell und 
unbemerkt wieder nach Frankreich zurückzukehren (vgl. BGer 6B_510/2013 vom 3. März 
2014).  
 
Im Vergleich zur Strafzumessung der Vorinstanz gilt es im Rahmen der Bestimmung der objek-
tiven Tatschwere des gewerbsmässigen Diebstahls den hinzutretenden Diebstahl gemäss 
Ziff. 3 der Anklageschrift miteinzubeziehen. Im Sinne einer grundsätzlichen Festlegung hält das 
Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, dafür, dass bei der Strafzumessung im Kontext mit Ein-
bruchdiebstählen jeweils zwingend straferhöhend veranschlagt werden muss, wenn die 
Täterschaft in Wohnliegenschaften eindringt (vgl. BGer 6B_510/2013 vom 3. März 2014, E. 4.4; 
KGer 460 12 108 vom 25. September 2012, E. III. 3.1). Vorliegend gilt es demnach im Rahmen 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

des gewerbsmässigen Diebstahls sowohl den zusätzlichen Diebstahl gemäss Ziff. 3 der Ankla-
geschrift als auch den Umstand, dass hierbei in eine Privatliegenschaft eingebrochen wurde, 
straferhöhend zu berücksichtigen. 
 

5.4 In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des subjektiven Tatverschuldens für den 
gewerbsmässigen Diebstahl vorzunehmen. Es stellt sich somit die Frage, wie der Beschuldigten 
die objektive Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Dabei spielen grundsätzlich das Motiv 
und weitere subjektive Verschuldenskomponenten eine Rolle. Egoistische bzw. verwerfliche 
Beweggründe, ein Handeln aus eigenem Antrieb etc. wirken verschuldenserhöhend, während 
beispielsweise ein Handeln mit Eventualvorsatz (statt direktem Vorsatz), eine verminderte 
Schuldfähigkeit, ein unvollendeter Versuch oder die in Art. 48 StGB genannten Strafmilde-
rungsgründe verschuldensmindernd zu gewichten sind (vgl. HANS MATHYS in SJZ 100/2004 S. 
173 ff., S. 181).  
 
Die Vorinstanz hat erwogen, die Beschuldigte habe in einer grossen seelischen Belastung im 
Sinne von Art. 48 lit. a Ziff. 2 StGB gehandelt. Als Strafmilderung wird in der Regel die Herab-
setzung der Strafe auf ein Mass unterhalb des unteren Rahmens der Strafdrohung bezeichnet, 
Strafminderung bezeichnet dagegen die Herabsetzung des Strafmasses innerhalb des ordentli-
chen Strafrahmens. Der Richter kann Milderungsgründen auch im Rahmen von Art. 47 StGB 
Rechnung tragen (BGE 106 IV 391, STEFAN TRECHSEL/HEIDI AFFOLTER-EIJSTEN, Schweizeri-
sches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 48 N 3). Die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung stellt hohe Anforderungen an den Strafmilderungsgrund des Handelns in 
schwerer Bedrängnis. In der Literatur wird dies begrüsst, da sich viele Täter bei Begehung der 
strafbaren Handlung in irgendeiner Bedrängnis befinden und zudem die Strafzumessung inner-
halb des ordentlichen Strafrahmens die Regel und eine Strafmilderung nach Art. 48 StGB die 
Ausnahme darstellen soll. Nur wenn Abhilfe – im Sinne einer Alternative zur Delinquenz – nicht 
möglich war, ist die Strafmilderung wegen schwerer Bedrängnis zulässig, was aber selten der 
Fall sein dürfte (HANS WIPRÄCHTIGER/STEFAN KELLER, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, 
Art. 48 N 15 mit Hinweisen; STEFAN TRECHSEL/HEIDI AFFOLTER-EIJSTEN, Schweizerisches Straf-
gesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 48 N 11). Zudem ist der Strafmilderungsgrund 
der schweren Bedrängnis nicht schon dann anzunehmen, wenn eine der Voraussetzungen ge-
mäss Art. 48 lit. a Ziff. 2 StGB vorliegt, sondern erst, wenn sich darüber hinaus die mildere 
Strafe gemäss Art. 48a StGB rechtfertigt (HANS WIPRÄCHTIGER/STEFAN KELLER, a.a.O., Art. 48 
N 14 mit Hinweisen). Vorliegend ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte durchaus hätte 
anders handeln können, als die ihr vorgeworfenen Delikte zu begehen, zumal die effektive Tat-
ausführung jeweils alleine in ihren und den Händen ihrer Mittäterinnen lag. Aufgrund der 
Aussagen der Beschuldigten ist unklar geblieben, weswegen sie sich nicht zu einem früheren 
Zeitpunkt von I.____ getrennt hat. Statt der fortgesetzten Delinquenz hätte die Beschuldigte 
wohl bereits damals die Möglichkeit gehabt, die anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptver-
handlung geschilderten Zukunftspläne in Italien bei ihrer Schwester mit ihren Kindern (vgl. 
hierzu Prot. S. 3 f.) zu verwirklichen. Abweichend von der Vorinstanz liegt somit kein Strafmilde-
rungsgrund gemäss Art. 48 lit. a Ziff. 2 StGB vor. Die persönliche Situation, in welcher sich die 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Beschuldigte befunden hat, gilt es jedoch nachfolgend im Rahmen der Täterkomponente zu 
würdigen.  
 
5.5  Hinsichtlich der Täterkomponente hat das Strafgericht das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse der Beschuldigten im Strafurteil (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 33 f.) bis zum 
Urteilszeitpunkt zutreffend dargelegt und gewürdigt, worauf an dieser Stelle grundsätzlich zu 
verweisen ist. Im Rahmen der Täterkomponenten gilt es mit der Vorinstanz festzustellen, dass 
die Beschuldigte als nicht vorbestraft gilt. Zwar liegen verschiedene Interpol-Einträge vor (act. 
25.25 f., act. 25.29 f.), welche die Beschuldigte betreffen, doch werden in diesen nicht rechts-
kräftige Urteile beschrieben, so dass aus ihnen keine Vorstrafen abgeleitet werden können. Die 
Vorstrafenlosigkeit der Beschuldigten ist neutral zu werten.  
 
Was ergänzend die persönlichen Verhältnisse betrifft, so gibt die Beschuldigte anlässlich der 
Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht zu den aktuellen persönlichen Verhältnissen befragt 
im Wesentlichen zu Protokoll, sie sei noch nie (im zivilrechtlichen Sinne) verheiratet gewesen, 
jedoch habe sie in einem arrangierten Konkubinat gelebt. Derzeit sei sie ledig. Nach ihrer Ent-
lassung wolle sie ein neues Leben in Italien bei ihrer Schwester beginnen, wobei sie plane, ihre 
Kinder zu sich zu holen und eine Arbeit zu finden (vgl. Prot. S. 2 ff.).  
 
Zwar wurde im Rahmen der subjektiven Tatschwere bezüglich des gewerbsmässigen Dieb-
stahls festgestellt, dass kein Strafmilderungsgrund gemäss Art. 48 lit. a Ziff. 2 StGB vorliegt, im 
Rahmen der Täterkomponente gilt es indessen zu Gunsten der Beschuldigten leicht strafmin-
dernd zu berücksichtigen, dass sie zahlreiche, Hämatome im Gesicht, am Oberkörper sowie an 
den Armen und Beinen aufwies (vgl. act. 377 ff.). Insofern befand sie sich zweifellos in einer 
persönlich schwierigen Situation.  
 

5.6  Vorliegend ist die Strafe aufgrund der zum gewerbsmässigen Diebstahl hinzutretenden 
Taten, welche nicht im Vordergrund stehen, in eher geringem Masse zu erhöhen. Hierbei ist 
aber zu konstatieren, dass sich die Beschuldigte innert einer sehr kurzen Zeitspanne einer gan-
zen Reihe von Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz schuldig gemacht hat 
(Verwendung von gefälschten Ausweisen, mehrfache Entwendung von Kontrollschildern, Füh-
ren eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis, mehrfache missbräuchliche Verwendung von 
Kontrollschildern). Zudem hat sie sowohl das Hausrecht als auch mehrfach das Eigentum ande-
rer nicht respektiert. Bezüglich der Täterkomponenten ergeben sich bezüglich der 
hinzutretenden Delikte keine Abweichungen zur Haupttat des gewerbsmässigen Diebstahls 
(vgl. obenstehend III.5.5).  
 
5.7  Das Gesamtverschulden ist zu qualifizieren und mit Blick auf Art. 50 StGB im Urteil aus-
drücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad 
auszugehen ist. Das Bundesgericht drängt in seiner aktuellen Praxis vermehrt darauf, dass 
Formulierung des Verschuldens und Festsetzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang 
stehen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_524/2010 & 6B_626/2011 vom 8. Dezember 2011, E. 
4.4.; 6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011, E. 4.2.; 6B_1048/2010 vom 6. Juni 2011, E. 3.2.). Die         

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Vorinstanz hat das Gesamtverschulden der Beschuldigten nicht ausdrücklich benannt. Unter 
Berücksichtigung aller relevanten Aspekte gemäss den obenstehenden Ausführungen ist das 
Gesamtverschulden der Beschuldigten vorliegend als zumindest mittelschwer zu beurteilen.  
 
5.8  Im Rahmen des Nachtatverhaltens sowie des Verhaltens im Strafverfahren ist die Ge-
ständigkeit der Beschuldigten mit der Vorinstanz – abgesehen bezüglich der Vorhalte gemäss 
Ziff. 3 der Anklageschrift – grundsätzlich zu ihren Gunsten zu werten. Aufgrund ihres Geständ-
nisses konnten ihr nicht nur der Wohnwagendiebstahl, bei welchem sie auf frischer Tat ertappt 
wurde, zur Last gelegt werden, sondern auch weitere Delikte mit derselben Vorgehensweise.  
 
6.  Zusammenfassend fallen im Vergleich zum Urteil der Vorinstanz folgende Aspekte straf-
erhöhend ins Gewicht: Die Delikte gemäss Ziff. 3 der Anklageschrift, beim Einbruchdiebstahl 
das Eindringen in eine Wohnliegenschaft sowie die Nichtanwendung des Strafmilderungs-
grunds gemäss Art. 48 lit. a Ziff. 2 StGB. In Würdigung sämtlicher massgebender Faktoren ist 
eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten dem Verschulden der Beschuldigten und ihren 
persönlichen Verhältnissen angemessen. Für die nicht angefochtenen Übertretungen (Führen 
eines Motorfahrzeuges in nicht vorschriftsgemässem Zustand und geringfügige Sachbeschädi-
gung) gilt die vorinstanzlich ausgesprochene Busse von CHF 150.‒. Im Falle schuldhafter 
Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.  
 
7.  Nachdem vorliegend eine Strafe von über 2 Jahren auszufällen ist, kommt ein vollstän-
dig bedingter Vollzug im Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB nicht mehr in Frage. Es ist aber zu 
prüfen, ob der Beschuldigten in Anwendung von Art. 43 Abs. 1 StGB der teilbedingte Strafvoll-
zug gewährt werden kann. Gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Vollzug einer 
Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren nur teilweise aufschie-
ben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen. 
Der unbedingt vollziehbare Teil darf dabei die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 
StGB). Grundvoraussetzung für eine teilbedingte Strafe im Sinne von Art. 43 StGB ist, dass ei-
ne begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Zwar fehlt ein entsprechender Verweis auf 
Art. 42 StGB, doch ergibt sich dies aus Sinn und Zweck von Art. 43 StGB. Wenn und soweit die 
Legalprognose des Täters nicht schlecht ausfällt, verlangt die Bestimmung, dass zumindest ein 
Teil der Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird. Umgekehrt gilt, dass bei einer Schlechtprogno-
se auch ein bloss teilweiser Aufschub der Strafe nicht gerechtfertigt ist. Denn wo keinerlei 
Aussicht besteht, der Täter werde sich in irgendeiner Weise durch den – ganz oder teilweise – 
gewährten Strafaufschub beeinflussen lassen, muss die Strafe in voller Länge vollzogen wer-
den. Die Auffassung, dass die subjektiven Voraussetzungen von Art. 42 StGB auch für die 
Anwendung von Art. 43 StGB gelten müssen, entspricht ganz überwiegender Lehrmeinung 
(BGE 134 IV 1, E. 5.3.1 mit div. Verweisen).  
 
Vorliegend ist die Prognose zwar dadurch getrübt, dass bezüglich der Beschuldigten verschie-
dene sie erheblich belastende Interpolauszüge bestehen (act. 25.25 f; 25.30). Wie die 
Staatsanwaltschaft berechtigterweise einwendet, sind diese im Rahmen der Prognose mitein-
zubeziehen. Allerdings liegen die betreffenden Vorfälle bereits einige Jahre zurück. 

 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Anzumerken gilt es hierzu, dass die Beschuldigte an der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht 
ihr Geburtsdatum berichtigt hat (Prot. S. 2). Anfragen bei Interpol unter dem neuen Namen der 
Beschuldigten und dem neuen Geburtsdatum (X.Y.1981) fehlen. Deshalb ist die Interpolaus-
kunft nicht vollständig. Für eine ungünstige Prognose spricht zudem das professionelle 
Vorgehen bei der Deliktsbegehung, wobei gezielt wertvolles Diebesgut zunächst ausgekund-
schaftet und in der Folge jeweils durch mehrere Personen entwendet wurde. Zudem 
verwendete die Beschuldigte zur Erschwerung der Strafverfolgung verschiedene gefälschte 
Identitäten.  
 
Demgegenüber gilt es im Rahmen der Prognosestellung zu Gunsten der Beschuldigten zu be-
rücksichtigen, dass ihr – trotz der erwähnten Interpolauszüge – keine Vorstrafen vorgehalten 
werden können. Ebenfalls eher für eine günstige Prognose spricht ihre teilweise Geständigkeit, 
auch wenn sich diese nicht auf die Vorwürfe gemäss Ziff. 3 der Anklageschrift erstreckte. Des 
Weiteren hat die Beschuldigte anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung glaubhaft 
dargelegt, sie habe sich von I.____ getrennt und wolle nicht mehr zu ihm zurückkehren. Viel-
mehr plane sie nach ihrer Entlassung, sich nach Italien zu begeben, um ihre Papiere in 
Ordnung zu bringen, wobei ihre Tante in Italien eine Aufenthaltsbewilligung erwirken könne. 
Nachfolgend wolle sie ihre Kinder, welche sich in Süditalien bei einer anderen Tante befänden, 
zu sich holen. Überdies habe sie vor, eine Arbeit zu finden und so in Italien ein neues Leben zu 
beginnen. Sie könne in einem Hotel oder auch im Reinigungsdienst arbeiten (vgl. Prot. S. 3 f.). 
In Gesamtbetrachtung erscheint es nicht als unglaubhaft, dass die Beschuldigte sich nach ihrer 
längeren Inhaftierung tatsächlich vom heutigen Umfeld lösen und zu anderen Familienmitglie-
dern nach Italien ziehen wird. Insgesamt ist der Beschuldigten aufgrund dieser dargelegten 
Umstände – trotz der relevierten Bedenken – vorliegend keine negative Prognose zu stellen.  
 
In Anbetracht der Schwere der Delinquenz ist der unbedingte Teil der Freiheitsstrafe auf 
12 Monate festzusetzen (vgl. Art. 43 Abs. 2 StGB). Die Probezeit beträgt in Anwendung von 
Art. 44 Abs. 1 StGB zwei Jahre. 
 

IV.   Kosten 

Vorliegend ist die Berufung der Staatsanwaltschaft teilweise gutzuheissen. Gemäss dem Aus-
gang des vorliegenden Verfahrens sind die ordentlichen Kosten des kantonsgerichtlichen 
Verfahrens in der Höhe von CHF 8‘000.‒, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 7'500.‒ so-
wie Auslagen von CHF 500.‒, in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO je hälftig von der 
Beschuldigten sowie vom Staat zu tragen.  
 
Nachdem der Beschuldigten die amtliche Verteidigung bewilligt worden ist, wird dem eingesetz-
ten Rechtsanwalt Heinz Ottiger für das Berufungsverfahren ein Honorar entsprechend seiner 
als angemessen erscheinenden Honorarnote in der Höhe von CHF 4‘780.15 (inkl. Auslagen) 
zuzüglich 8% Mehrwertsteuer (CHF 382.40), somit insgesamt CHF 5‘162.55, aus der Gerichts-
kasse ausgerichtet. 
  

 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 8. Januar 2014, auszugs-

weise lautend:  

   "1.   E.____ wird des gewerbsmässigen Diebstahls, der geringfügigen 
Sachbeschädigung, der Verwendung von gefälschten Ausweisen, 

der mehrfachen Entwendung von Kontrollschildern, des Führens 

eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis, der mehrfachen 

missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern und des Füh-

rens eines Motorfahrzeuges in nicht vorschriftsgemässem 

Zustand schuldig erklärt und verurteilt 

 

zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitstrafe von 2 Jahren,  

unter Anrechnung der seit dem 23. Juni 2013 bis zum 22. Oktober 

2013 ausgestandenen Untersuchungshaft von 121 Tagen, 

bei einer Probezeit von 2 Jahren, 

 

sowie 

zu einer Busse von Fr. 150.00, 

im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stel-

le eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 und 2 StGB, Art. 144 StGB 

(i.V.m. Art. 172
ter

 StGB), Art. 252 StGB, Art. 93 Ziff. 2 SVG (i.V.m. 

Art. 29 SVG und Art. 58 Abs. 4 VTS), Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 

97 Abs. 1 lit. a und g SVG, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 

StGB, Art. 48 lit. a Ziff. 2 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB 

und Art. 106 StGB. 

      
   2.   E.____ wird von der Anklage 

- der bandenmässigen Begehung des Diebstahls, 
- der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs und des 

Diebstahls zum Nachteil von A.____ (Anklage Ziff. 3), 

- des Hausfriedensbruchs zum Nachteil des C.____ (Anklage 
Ziff. 6) und 

- der mehrfachen Begehung betreffend Verwendung von ge-
fälschten Ausweisen  

freigesprochen. 

      
   3.   Es wird festgestellt, dass sich E.____ seit dem 22. Oktober 2013 

im vorzeitigen Strafvollzug befindet (Art. 236 StPO i.V.m. Art. 220 

(Abs. 1 oder Abs. 2 StPO).“ 

 

 
 
Seite 19   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

      
   4.‒6.   [Beschlagnahmen, Schadenersatzforderungen, Verfahrenskosten 

sowie Honorar des amtlichen Verteidigers] 

   
wird in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft in 
Ziffer 1 und 2 wie folgt geändert: 
 

   1.   E.____ wird des gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen, 
teilweise geringfügigen Sachbeschädigung, des Hausfriedens-
bruchs, der Verwendung von gefälschten Ausweisen, der 
mehrfachen Entwendung von Kontrollschildern, des Führens ei-
nes Motorfahrzeuges ohne Führerausweis, der mehrfachen 
missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern und des Füh-
rens eines Motorfahrzeuges in nicht vorschriftsgemässem 
Zustand schuldig erklärt und verurteilt 
 
zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 2 Jahren 
und 6 Monaten , davon 12 Monate unbedingt, 
 
unter Anrechnung der seit dem 23. Juni 2013 bis zum 22. Oktober 
2013 ausgestandenen Untersuchungshaft von 121 Tagen, 
bei einer Probezeit von 2 Jahren, 
 
sowie 
zu einer Busse von Fr. 150.00, 
im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stel-
le eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen, 
 
in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 und 2 StGB, Art. 144 StGB 
(teilweise i.V.m. Art. 172ter StGB), Art. 252 StGB, Art. 93 Ziff. 2 
SVG (i.V.m. Art. 29 SVG und Art. 58 Abs. 4 VTS), Art. 95 Abs. 1 
lit. a SVG, Art. 97 Abs. 1 lit. a und g SVG, Art. 40 StGB, Art. 43 
StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB und 
Art. 106 StGB. 

      
   2.   E.____ wird von der Anklage 

- des bandenmässigen Diebstahls 
- des Hausfriedensbruchs zum Nachteil des C.____ (Anklage 

Ziff. 6) und 
- der mehrfachen Begehung betreffend Verwendung von ge-

fälschten Ausweisen  
freigesprochen. 

   

 

 
 
Seite 20   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichts bestätigt. 
 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 
CHF 8‘000.‒, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 7'500.‒ sowie Auslagen 
von CHF 500.‒, gehen je zur Hälfte zu Lasten der Beschuldigten und des 
Staates. 
 
Dem amtlichen Verteidiger wird für das Berufungsverfahren ein Honorar in der 
Höhe von CHF 4‘780.15 (inkl. Auslagen) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer 
(CHF 382.40), somit insgesamt CHF 5‘162.55, aus der Gerichtskasse ausge-
richtet. 
 

 
 
 
Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber  
 
 
 
 
Marius Vogelsanger