# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 298349cf-dcf1-596c-b924-6148931ef760
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.09.2010 UV 2009/89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-89_2010-09-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/89

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.04.2020

Entscheiddatum: 24.09.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 24.09.2010
Art. 24 Abs. 1 und 36 Abs. 2 UVG. Abklärung der Voraussetzungen des 
Anspruch auf Integritätsentschädigung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. September 2010, UV 
2009/120).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 13. September 2010

in Sachen

E.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,

betreffend

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Integritätsentschädigung

Sachverhalt:

A.       

A.a   E.___ war als Produktionsmitarbeiter der A.___ bei der Suva unfallversichert, als er 

am 10. September 2001 als Lenker eines Personenwagens seitlich-frontal mit einem 

anderen Fahrzeug und danach mit einem Brunnentrog kollidierte (UV-act. 1, 3, 10-12). 

Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. B.___, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, stellte 

die Diagnose einer HWS-Distorsion. Ossäre Läsionen oder sensomotorische Defizite 

lagen nicht vor. Die ärztliche Behandlung wurde am 13. November 2001 

abgeschlossen. Die vollständige Arbeitsaufnahme war am 17. September 2001 erfolgt 

(UV-act. 2).

A.b   Am 26. Februar 2003 suchte der Versicherte Dr. B.___ wegen Kopfschmerzen auf, 

welche seit dem Unfall von 2001 vermehrt auftreten würden. Der Arzt meldete dies der 

Suva als Rückfall zum Unfall vom 10. September 2001. Eine Arbeitsunfähigkeit aus 

Unfallgründen verneinte er (UV-act. 20). Die weitere Behandlung wurde im August 2003 

abgeschlossen (vgl. UV-act. 47).

A.c   Am 29. November 2006 liess der Versicherte der Suva erneut einen Rückfall 

melden (UV-act. 41). Nach Durchführung von medizinischen Abklärungen eröffnete die 

Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten mit Verfügung vom 13. Februar 2008, es 

bestehe kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (UV-act. 62). Die hiergegen 

erhobene Einsprache (UV-act. 65) wies die Suva, nachdem sie weitere medizinische 

Abklärungen durchgeführt hatte, mit Einspracheentscheid vom 6. November 2009 ab.

B.       

B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Dr. E. Ronald 

Pedergnana, St. Gallen, für den Versicherten am 8. Dezember 2009 Beschwerde mit 

den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zur erneuten 

Prüfung einer Integritätsentschädigung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, der versicherungsinterne 

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medizinische Bericht des Suva-Kreisarztes Dr. med. C.___ widerspreche nicht nur der 

Beurteilung des behandelnden Arztes Dr. med. D.___, FMH Physikalische Medizin, der 

die Beschwerden des Beschwerdeführers klar auf den Unfall vom 10. September 2001 

zurückgeführt und diese Auffassung auch begründet habe (UV-act. 28, 43, 47), sondern 

auch derjenigen der Ärzte der Klinik J.___ (UV-act. 38). Es bestünden (nicht nur geringe) 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen eines 

versicherungsinternen Arztes. Der Kreisarzt habe den Bericht des behandelnden Arztes 

nicht widerlegt. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Kreisarzt die im eigens 

eingeholten Konsilium der Klinik J.___ gezogenen Schlüsse durch eine eigene 

Beurteilung ersetze. Es stelle einen Verstoss gegen die Waffengleichheit und somit eine 

Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) dar, wenn der 

Beschwerdeführer seine Beschwerde nicht dem Gericht unterbreiten könnte, ohne 

gegenüber der Beschwerdegegnerin klar benachteiligt zu sein. Bereits geringe Zweifel 

an der Beurteilung des Kreisarztes würden genügen, um eine abschliessende 

Beweiswürdigung aufgrund der hier vorliegenden Unterlagen auszuschliessen. Die 

Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine 

Integritätsentschädigung zuspreche oder jedenfalls eine Begutachtung veranlasse.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2010 beantragte Rechtsanwalt lic. iur. 

Reto Bachmann, Luzern, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und 

Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Zur Begründung verwies der 

Rechtsvertreter auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter 

anderem aus, die Meldung vom November 2006 sei als Rückfall zu qualifizieren. Der 

Beschwerdeführer könne anhand der medizinischen Akten die natürliche Kausalität 

zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachweisen. Die Untersuchungen hätten keinen Nachweis auf eine 

ossäre Läsion oder eine posttraumatische Veränderung ergeben. Bloss klinisch 

feststellbare Bewegungseinschränkungen seien keine objektivierbaren Befunde. Keiner 

der involvierten Mediziner habe eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ein 

Widerspruch zwischen dem Konsilium und den kreisärztlichen Beurteilungen lasse sich 

nicht konstruieren. Der Beschwerdeführer sei jahrelang nicht mehr in ärztlicher 

Behandlung gewesen. Der Einspracheentscheid erweise sich somit als rechtens.

Erwägungen:

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1.        

Streitig ist, ob der Beschwerdeführer als Folge des Unfallereignisses vom 10. 

September 2001 Anspruch auf eine Integritätsentschädigung hat. Erleidet die 

versicherte Person durch einen Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der 

körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch 

auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Deren Bemessung richtet sich laut 

Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens, welcher sich wiederum 

nach dem medizinischen Befund richtet. Bei gleichem medizinischem Befund ist der 

Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. 

Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei unberücksichtigt (BGE 

124 V 35f Erw. 3c; BGE 113 V 221 Erw. 4b). Die Bemessung des Integritätsschadens 

hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls ab; es geht vielmehr 

um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen und/

oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser acht zu lassen sind (BGE 

115 V 147 Erw. 1). Die Integritätsentschädigung setzt einen dauernden - voraussichtlich 

während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang bestehenden - Inte­

gritätsschaden voraus (vgl. Art. 36 Abs. 1 UVV; BGE 124 V 36ff Erw. 4). Gemäss Art. 36 

Abs. 2 UVV ist die Integritätsentschädigung anhand der Richtlinien des Anhangs 3 zur 

UVV bemessen, welcher eine Grobskala der Integritätsschädigungen enthält. Die 

Medizinische Abteilung der SUVA hat in Weiterentwicklung dieser Skala zusätzliche 

Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (so genannte Feinraster) erarbeitet, 

welche Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten 

gewährleistet werden soll (BGE 124 V 32 Erw. 1c mit Hinweis).

2.        

2.1    Im Bericht vom 11. April 2003 diagnostizierte Dr. D.___ beim Beschwerdeführer 

ein posttraumatisches Cervikovertebralsyndrom und Cervikocephalsyndrom mit 

Blockierung der HWS und Dysfunktion mehrsegmental (UV-act. 4, 19). Eine 

Arbeitsunfähigkeit aus Unfallgründen wurde von Dr. B.___ verneint. Krankheitsbedingt 

hatte der Beschwerdeführer die Arbeit bis 23. April 2003 ausgesetzt und danach wieder 

voll aufgenommen (UV-act. 20-22). Im Bericht vom 26. August 2003 legte Dr. D.___ bei 

unveränderter Diagnosestellung dar, der Patient habe nach wie vor diese Schmerzen 

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im Nacken mit cervikal bedingten Kopfschmerzen, die auf eine Blockierung der oberen 

HWS zurückzuführen seien. Der Patient arbeite 100 %, sei aber mit dem Zustand nicht 

zufrieden (UV-act. 28). Anlässlich einer kreisärztlichen Untersuchung vom 11. 

September 2003 fand Dr. med. F.___ ein Cervikalsyndrom ohne neurologische Ausfälle 

bei degenerativem Vorzustand (nicht suva-versicherte Kyphosierung der mittleren HWS 

C3-C6, Chondrose C4-C5 und C5-C6, beginnende Spondylarthrose und Unkarthrose). 

Hinsichtlich des Vorzustands verwies der Arzt auf HWS-Aufnahmen vom 18. Februar 

2000 und hielt fest, die Röntgenbilder hätten sich seit dem 18. Februar 2000 in keiner 

Weise verändert oder verschlimmert. Der Kausalzusammenhang der aktuellen 

cervikalen Beschwerden zum Ereignis vom 10. September 2001 sei medizinisch doch 

etwas fragwürdig. Man könne dies höchstens im Sinn der Traumatisierung eines 

krankhaften Vorzustands einigermassen erklären. Atypisch sei die 

Beschwerdezunahme nach einer doch sehr langen beschwerdearmen Phase (UV-act. 

29). Die Ärzte der Thurgauer Klinik J.___ diagnostizierten im Bericht vom 13. Oktober 

2003 ein chronisches cervikovertebrogenes und -cephales Schmerzsyndrom bei Status 

nach HWS-Distorsionstrauma am 10. September 2001. Der Beschwerdeführer hatte 

anlässlich der Untersuchung unter anderem angegeben, er treibe deutlich weniger 

Sport als früher. Andere Beschwerden (Schwindel, Tinnitus, Konzentrationsstörungen, 

Vergesslichkeit) wurden verneint (UV-act. 38). Am 15. Dezember 2003 gab der 

Beschwerdeführer an, es bestünden zwar noch Unfallfolgen, diese seien aber 

erträglich. Hierauf erfolgte der Fallabschluss (vgl. UV-act. 40).

2.2    Nach der Rückfallmeldung vom November 2006 vermerkte Dr. D.___ im Bericht 

zuhanden des damaligen Rechtsvertreters vom 14. November 2006 unter anderem, der 

Beschwerdeführer habe sich nach seinen Angaben mit den Beschwerden arrangiert. 

Die Einschränkungen seien allein auf den Unfall vom 10. September 2001 

zurückzuführen; vor dem Unfall sei er völlig beschwerdefrei gewesen (UV-act. 43). Am 

21. Dezember 2006 gab der Beschwerdeführer dem Suva-Aussendienstmitarbeiter 

unter anderem an, dass er von 2003 bis 2006 weiterhin in Behandlung bei Dr. D.___ 

gestanden habe. Die Schmerzen hätten sich in unterschiedlicher Intensität gezeigt, 

seien aber nie ganz weg gewesen. Er habe einen schmerzhaften Alltag, spüre bereits 

am Morgen Schmerzen im Nacken und im Hinterkopf. Therapien würden im Moment 

keine durchgeführt. Medikamente (Aspirin, div. Schmerzmittel) habe er über die Sanität 

des Betriebs erhalten. Der Beschwerdeführer wurde auf Anfrage hin über die 

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Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung orientiert (UV-act. 48). In der 

Beurteilung vom 28. September 2007 kam Kreisarzt Dr. med. C.___ zum Schluss, es 

lägen Röntgenbilder der HWS vom 11. Oktober 2006 vor, welche nach wie vor den S-

förmigen Verlauf der HWS ohne Veränderung der leichten degenerativen Zeichen 

zeigen würden, wie sie bereits auf den Aufnahmen von 2001 vorliegen würden. Es 

bestünden keine monosegmentalen Veränderungen, die auf eine ligamentäre Läsion 

und/oder Instabilität hinweisen würden. Solche hätten sich auch in den früheren 

Aufnahmen von 2003 nicht bestätigt. Somit seien keine strukturellen Unfallfolgen 

nachweisbar. Der Patient habe auch einen Vorzustand mit dokumentierten 

Röntgenbildern von 2000. Sowohl die Bilder aus dem Jahr 2000 als auch diejenigen 

von 2003 lägen heute nicht vor. Dies sei aber für die aktuelle Stellungnahme auch nicht 

massgebend, da die Bilder von 2006 im Vergleich zu 2001 keine Veränderung zeigen 

würden. Die Bilder von 2003 seien auch bis auf die Kyphose ohne pathologischen 

Befund und ohne posttraumatische Veränderungen beschrieben worden (UV-act. 4). 

Nachdem bereits 2003 die Fragwürdigkeit des natürlichen Kausalzusammenhangs 

medizinisch erklärt worden sei, ergebe sich auch heute keine Veränderung zu den 

Feststellungen im kreisärztlichen Bericht von 2003. Die von den Kollegen (J.___, Dr. 

D.___) gefundene mehrsegmentale Störung hochcervikal lasse sich auch nicht einer 

Unfallfolge zuordnen, sondern sei unter Berücksichtigung der anatomischen Variante 

der S-förmigen HWS am ehesten im Sinne eines degenerativen Leidens bzw. einer 

anatomisch morphologischen Variante zu interpretieren, auch unter Berücksichtigung 

des Vorzustands. Entsprechend resultiere auch kein Integritätsschaden aus 

Unfallfolgen (UV-act. 61).

2.3    Dr. D.___ führte im Bericht vom 22. Februar 2008 aus, die Befunde seien 

gegenüber Oktober 2006 unverändert. Anlässlich des Unfalls vom 10. September 2001 

sei es zu einer erheblichen Traumatisierung gekommen. Der Patient habe vorher nie 

Nackenbeschwerden gehabt, weshalb die aktuell geklagten Beschwerden im 

Kausalzusammenhang mit dem Unfall stehen würden. Er habe nach dem Bagatellunfall 

vom Februar 2000 nie Nackenschmerzen gehabt und sei deshalb nie in ärztlicher 

Behandlung gewesen. Er habe am 19. März 2003 eine HWS-Aufnahme gemacht und 

eine Kyphosierung der HWS, aber keine degenerativen Veränderungen gefunden. Im 

MRI-Befund vom 7. April 2003 würden ebenfalls keine degenerativen Veränderungen 

erwähnt. Zum Zeitpunkt der ersten HWS-Untersuchung im Jahr 2000 sei der Patient 

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19jährig gewesen; in diesem Alter gebe es praktisch nie degenerative Veränderungen 

ohne eine erkennbare Ursache. Degenerative Veränderungen würden zwar auch im 

Bericht von J.___ erwähnt. Gegebenenfalls müssten jedoch die MRI-Aufnahmen vom 7. 

April 2003 nochmals durchgesehen werden. Er (der Arzt) wisse nicht, was eine 

erhebliche Schädigung sei. Klinisch finde man die Bewegungseinschränkung im 

Bereich der oberen HWS. Radiologisch finde man aber keine pathologischen Befunde. 

Die Schmerzangaben des Patienten seien glaubwürdig, weil sie konsistent und immer 

gleich seien. Die Erheblichkeit der Beschwerden könne man mit objektiven Parametern 

nicht messen. Wenn der Patient die Einschränkung erheblich finde, dann werde sie 

wohl auch erheblich sein (UV-act. 63). In der Stellungnahme vom 26. März 2008 

bestätigte Dr. C.___ seinen Standpunkt. Das Prinzip post hoc ergo propter hoc genüge 

allein nicht, um die Kausalität zu begründen. Wenn die degenerativen Veränderungen in 

Zweifel gezogen würden, so gebe es noch wenige(r) Anhaltspunkte dafür, dass 

strukturelle Veränderungen zugrundelägen, welche die Beschwerden zu erklären und 

zu objektivieren vermöchten (UV-act. 67). Eine cervikale vertebrospinale 

Kernspintomographie C0 bis Th4 vom 9. Juli 2008 ergab erneut eine leichte 

kyphotische Fehlhaltung der HWS und im Übrigen altersentsprechende Befunde, 

insbesondere ohne Nachweis posttraumatischer Veränderungen (UV-act. 70, 73). Ein 

Upright MRI der HWS vom 11. August 2008 zeigte gemäss Bericht von Dr. med. G.___ 

eine eingeschränkte Beweglichkeit in den beiden unteren Segmenten der HWS mit 

persistierender Lordose in Flexion sowie Streckfehlhaltung der cranialen Segmente in 

Extension. Im Weiteren wurde eine etwas verschmälerte Bandscheibe C5/6 

beschrieben und im Übrigen ein Nachweis degenerativer Veränderungen oder einer 

Neurokompression verneint (UV-act. 72). Ein weiteres Upright MRI der CCJ und HWS 

vom 27. Februar 2009 ergab gemäss Bericht von Dr. med. H.___ eine leicht 

eingeschränkte Aussagekraft der Untersuchung aufgrund von Patientenbewegungen. 

Eindeutige pathologische Veränderungen seien im Bereich der craniocervikalen 

Verbindung, der HWS und der oberen BWS nicht feststellbar. Lediglich die 

Kippbeweglichkeit C1/2 sei eingeschränkt (UV-act. 77).

3.        

3.1    Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, 

nicht aber objektivierbare Ergebnisse zu Tage. Objektivierbar sind Ergebnisse, die 

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reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des 

Patienten unabhängig sind. Folglich kann von organisch objektiv ausgewiesenen 

Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit 

apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 

117 V 359 Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). 

Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 

134 V 231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic-outlet-Syndrom 

(TOS), myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für sich allein 

nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch 

Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie 

Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar 

ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches 

gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen 

sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U13/07] Erw. 3.2 und 3.3).

3.2    Gemäss dem von Dr. B.___ unmittelbar nach dem Unfall vom 10. September 

2001 erhobenen Befund lagen bei frei beweglicher HWS keine sensomotorischen 

Defizite, keine Schiefhaltung und keine ossären Läsionen vor (UV-act. 2). Der 

Kernspintomographiebefund vom 7. April 2003 und die im Bericht von Dr. D.___ vom 

11. April 2003 erwähnten Befunde ergaben eine leichte kyphotische Fehlhaltung der 

HWS. Halswirbelkörper und Bandscheiben waren in Ordnung. Ein eigentliches 

Wirbelgleiten und posttraumatische Veränderungen lagen nicht vor (UV-act. 4, 19). 

Diese Diagnosen wurden auch später bestätigt (UV-act. 73). Gemäss Suva-Tabelle 7.2 

(Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen) ist auch für Kyphosen grundsätzlich 

eine Entschädigung vorgesehen, wobei diese nach Vermehrungsgrad und 

Schmerzfunktionsskala abgestuft ist. Welchem Vermehrungsgrad und welcher 

Schmerzfunktion die konkret in Frage stehende leichte kyphotische Fehlhaltung 

zuzuordnen wäre, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Nach Art. 36 Abs. 2 UVG 

werden Integritätsentschädigungen angemessen gekürzt, wenn die 

Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines versicherten Unfalls ist. 

Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner Verminderung der 

Erwerbsfähigkeit geführt haben, werden dabei nicht berücksichtigt. Konkret bestand 

beim Beschwerdeführer vor dem Unfall vom September 2001 unbestrittenermassen 

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keine HWS-bedingte Erwerbsunfähigkeit. Es stellt sich demgemäss vorweg die Frage, 

ob eine (teilweise) Unfallkausalität der leichten kypthotischen Fehlhaltung im HWS-

Bereich zu bejahen ist.

3.3    Während der Beschwerdeführer vorerst am 20. Mai 2003 angegeben hatte, vor 

dem Ereignis vom 10. September 2001 nie Rücken- und Nackenprobleme gehabt zu 

haben (UV-act. 22), erklärte er am 11. September 2003 auf den Hinweis des Suva-

Casemanagers, wonach bereits im Februar 2000 - also lange vor dem hier in Frage 

stehenden Unfall - Röntgenaufnahmen der HWS erstellt worden seien, dass er im 

Februar 2000 einen Auffahrunfall verursacht habe (UV-act. 30). Dr. B.___ berichtete am 

16. September 2003 über den (von der Genfer-Versicherung übernommenen; UV-

act. 33, 36) Unfallschaden vom 18. Februar 2000, in dessen Folge er die Diagnose 

eines HWS-Distorsionstraumas stellte. Er habe damals einen Halskragen verordnet und 

den Patienten für einen Tag arbeitsunfähig geschrieben. Der Arbeitgeber habe am 

19. Februar 2000 mitgeteilt, dass der Beschwerdeführer Kopfweh geltend mache und 

immer häufiger fehle. Am 15. März 2000 habe der Beschwerdeführer angegeben, dass 

er betreffend der HWS beschwerdefrei sei und keine Kopfschmerzen bestünden. 

Weitere Behandlungen hätten keine mehr stattgefunden (UV-act. 34). Den Ärzten der 

Klinik J.___ hatte der Beschwerdeführer sodann im Oktober 2003 erklärt, vor allem 

nach dem Fussball doch etwas mehr Schmerzen zu haben (UV-act. 38). 

Demgegenüber stellte Dr. D.___ im November 2006 unter anderem fest, seit dem Unfall 

von 2001 spiele der Beschwerdeführer nicht mehr Fussball, weil davon Kopf- und 

Nackenschmerzen bekomme (UV-act. 43). Am 14. Juni 2003 hatte er sich aber beim 

"Tschutten in der Badi" - diese Beschäftigung war offenbar trotz des ärztlich 

bestätigten cervikalen Schmerzsyndroms möglich - die Zehe gebrochen und die Arbeit 

einen Tag ausgesetzt (UV-act. 23). Im Weiteren gab der Beschwerdeführer im 

Dezember 2006 an, von 2003 bis 2006 weiterhin in Behandlung bei Dr. D.___ 

gestanden zu haben (UV-act. 48), wohingegen Dr. D.___ selbst am 9. Januar 2007 

berichtete, in der Zeit vom 26. August 2003 bis 14. Oktober 2006 habe er den 

Beschwerdeführer nicht mehr gesehen. Seit Sommer 2003 sei (bis zum 

Berichtszeitpunkt) bei ihm keine Behandlung mehr erfolgt (UV-act. 47). Am 14. August 

2007 gab auch der Beschwerdeführer telefonisch bekannt, die Behandlung sei 

abgeschlossen; er habe sich mit den Beschwerden arrangiert (UV-act. 54). All dies lässt 

sich inhaltlich nicht ohne Weiteres miteinander in Einklang bringen und spricht 

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insgesamt nicht für das Vorliegen von erheblichen Beschwerden im HWS-Bereich im 

Sinn von Art. 24 Abs. 1 UVG und Art. 36 Abs. 1 UVV. Ausschlagend erscheint aber, 

dass gemäss Feststellung von Kreisarzt Dr. F.___ im Bericht vom 11. September 2003 

bereits am 18. Februar 2000 HWS-Aufnahmen angefertigt worden waren mit dem 

genau gleichen Befund wie die HWS-Aufnahmen von 2001 und 2003. Klar sei, dass es 

sich bereits damals am 18. Februar 2000 nicht um etwas Frisches gehandelt habe (UV-

act. 29 S. 2). Zweifel an der Zuverlässigkeit dieser Feststellung werden weder geltend 

gemacht noch sind solche aus den Akten ersichtlich. Die Feststellung wird auch von 

Dr. D.___ nicht in Frage gestellt, zumal diesem Arzt die Röntgenbilder von 2000 gar 

nicht zur Verfügung standen (UV-act. 63). Die auch im Jahr 2008 bestätigte leichte 

kyphotische Fehlhaltung (UV-act. 73) ist demgemäss als vorbestehend anzusehen. Zur 

Diskussion stehen kann daher einzig, ob sich hier durch den Unfall vom September 

2001 eine dauerhafte und erhebliche Verschlimmerung ergab. Ob es sich beim 

Vorzustand, wie von Dr. F.___ postuliert, um degenerative Veränderungen handelt, oder 

nicht (Dr. D.___), kann dabei offenbleiben, zumal auch ein degenerativ bedingter 

Vorzustand eine Unfallverschlimmerung nicht zum vornherein auszuschliessen vermag.

3.4    Aufgrund der einschlägigen Literatur (Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder 

Zerrung der Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen Nr. 67 der Suva, S. 45ff) ist nach 

einem Unfall ohne strukturelle Schädigungen der Wirbelsäule eine vorübergehende 

Verschlimmerung bei degenerativen Veränderungen nach spätestens einem Jahr als 

abgeschlossen zu betrachten. Konkret lagen nach der ersten Rückfallmeldung beim 

Beschwerdeführer ab August 2003 weder eine unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit 

noch eine Arbeitsfähigkeitseinschränkung vor (UV-act. 47), was klar darauf hindeutet, 

dass eine allfällige, durch das Ereignis vom 10. September 2001 bedingte 

Verschlimmerung spätestens in jenem Zeitpunkt abgeheilt war. Der Beschwerdeführer 

hatte im Übrigen neben den Nacken- und Kopfschmerzen zu keinem Zeitpunkt über 

Beschwerden geklagt, welche im Rahmen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung 

typischerweise auftreten. Solche wurden zum Teil ausdrücklich verneint (vgl. UV-act. 2, 

4, 18, 20, 28 S. 2, 29, 32, 38 S. 3, 43, 48 S. 2). Auch vor diesem Hintergrund wäre eine 

natürliche Unfallkausalität zu verneinen.

Am 29. November 2006 liess der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin einen 

weiteren Rückfall melden, nachdem wie erwähnt von August 2003 bis Oktober 2006 

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keine Behandlungen mehr erfolgt waren und auch keine unfallbedingte 

Arbeitsunfähigkeit bestanden hatte. Nach der Rechtsprechung sind die Anforderungen 

an den Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs im Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit umso strenger, je grösser der zeitliche Abstand 

zwischen dem Unfall und dem (erneuten) Eintritt der Gesundheitsschädigung ist (RKUV 

1997, 188 Erw. 1c). Die Schlussfolgerung von Suva-Arzt Dr. C.___, wonach die 

Fragwürdigkeit des natürlichen Kausalzusammenhangs der cervikalen Beschwerden 

zum Ereignis vom 10. September 2001 bereits 2003 erklärt worden sei (UV-act. 29) und 

sich auch heute keine Veränderungen zu den Ausführungen im kreisärztlichen 

Untersuchungsbericht von 2003 ergeben würden (UV-act. 61), erscheint insbesondere 

mit Blick auf den sehr langen behandlungsfreien Zeitraum mit - nach wie vor - voller 

Arbeitsfähigkeit begründet. Hieran vermag die Feststellung von Dr. D.___ vom 22. 

Februar 2008, wonach der Beschwerdeführer vor dem Unfall vom 10. September 2001 

nie Nackenbeschwerden gehabt habe und deswegen auch nie in ärztlicher Behandlung 

gewesen sei, nichts zu ändern, zumal insbesondere der letztgenannte Punkt nicht 

zutrifft (UV-act. 34). Ohne jede schmerz- oder bewegungsbedingte Einschränkung wäre 

nach dem (nicht Suva-versicherten) Unfall vom Februar 2000 wohl auch kein 

Halskragen verordnet worden. Auch das Kopfweh wurde bereits im Rahmen der 

Behandlung von Februar 2000 erwähnt (UV-act. 34).

Der Beschwerdeführer lässt einwenden, die Ärzte der Klinik J.___ seien zum Schluss 

gekommen, dass eine "Nozireaktion mit vermehrtem Anspannen der Muskulatur" 

vorliege, also eine schädigende Reaktion des Körpers auf den Unfall (act. G 1 S. 4). 

Dazu ist festzuhalten, dass sich daraus kein Unfallkausalzusammenhang ableiten lässt, 

zumal die Feststellung einer Nozireaktion (UV-act. 38), d.h. einer Reaktion auf etwas 

Schadenstiftendes (lat. nocere: schaden) noch nichts über Art, Auftreten und Ursache 

derselben aussagt. Auf den im Klinik-Bericht angeführten "doch erheblichen 

Leidensdruck" (UV-act. 38 S. 2) angesprochen, erklärte der Beschwerdeführer kurze 

Zeit später lediglich, eine ärztliche Behandlung von Unfallfolgen finde nicht mehr statt; 

die Beschwerden seien erträglich (UV-act. 40). Weder aus den dargelegten Berichten 

noch aus der Kernspintomographie vom 9. Juli 2008 (UV-act. 70, 73) oder aus den 

Upright MRI der HWS und des cranio-cervikalen Übergangs vom 11. August 2008 und 

27. Februar 2009 (UV-act. 72, 77) lässt sich überwiegend wahrscheinlich auf das 

Vorhandensein von unfallbedingten Strukturläsionen (im Sinn von Verschlimmerungen) 

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schliessen, zumal die Aussagekraft des zweiten Upright MRI durch 

Patientenbewegungen eingeschränkt war (vgl. UV-act. 77). Solche Aufnahmen können 

im Übrigen zwar einen bestehenden Gesundheitsschaden als solchen durchaus 

zuverlässig aufzeigen, sofern die Bildqualität stimmt. Nach der Rechtsprechung gelten 

jedoch fMRT-Untersuchungen (funktionale Aufnahmen) nicht als geeignetes 

Beweismittel zur Beurteilung der Unfallkausalität von Beschwerden nach HWS-

Traumen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Mai 2008 i/S K. [8C_152/2007 = BGE 

134 V 231] Erw. 5; vgl. auch BGE 134 V 109 Erw. 7.2 S. 119). Auch dem Bericht von Dr. 

med. I.___, Spezialarzt für Neurologie FMH, vom 18. September 2009 (UV-act. 74.1) 

kann ein unfallbedingter objektivierbarer organischer Befund nicht entnommen werden. 

Sowohl die medizinischen Angaben (vorstehende Erw. 2) als auch die Darlegungen des 

Beschwerdeführers selbst (UV-act. 40, 43 S. 2 oben und 48 S. 2, UV-act. 54, 55) 

machen deutlich, dass weder eine augenfällige noch eine starke Beeinträchtigung (Art. 

36 Abs. 1 Satz 2 UVV) vorliegt. Klinische Befunde ohne strukturell-unfallbedingten 

Hintergrund und subjektive Beschwerdeangaben (vgl. dazu UV-act. 63 S. 2) reichen für 

den Nachweis einer dauernden und erheblichen Schädigung im Sinn von Art. 24 Abs. 1 

UVG für sich allein nicht aus. Eine weitere medizinische Begutachtung wäre bei dieser 

Aktenlage überwiegend wahrscheinlich nicht geeignet, zu neuen oder "besseren" 

Erkenntnissen zu führen.

4.        

Ohne Bedeutung für das vorliegende Verfahren ist der in den Akten liegende Bericht 

über die röntgenologische Beurteilung eines komplexen Meniscusrisses im rechten 

Knie (UV-act. 74), da eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aus diesem 

Ereignis vorliegend nicht zur Diskussion steht.

5.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 6. November 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.09.2010
	Art. 24 Abs. 1 und 36 Abs. 2 UVG. Abklärung der Voraussetzungen des Anspruch auf Integritätsentschädigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. September 2010, UV 2009/120).

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