# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f89030a-b49e-5579-885a-9ad324a23bdf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.08.2008 C-951/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-951-2008_2008-08-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-951/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Blaise Vuille, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiber Daniel Grimm.

A._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung einer Einreisebewilligung für S._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-951/2008

Sachverhalt:

A.
Am  20.  Dezember  2007  beantragte  der  indische  Staatsangehörige 
S._______ (geboren [...], nachfolgend: Gesuchsteller) bei der Schwei-
zerischen Botschaft  in  New Delhi  ein  Visum für  einen einmonatigen 
Besuchsaufenthalt  bei  seinem  im  Kanton  Basel-Stadt  ansässigen 
Sohn  A._______  (im  Folgenden: Gastgeber  bzw. Beschwerdeführer) 
und  dessen  Familie.  Nach  formloser  Verweigerung  übermittelte  die 
Auslandvertretung das Gesuch zum Entscheid an das Bundesamt.

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Basel-Stadt beim Gast-
geber ergänzende Auskünfte eingeholt hatte, wies die Vorinstanz das 
Einreisegesuch mit  Verfügung vom 7. Februar  2008 ab. Als  Begrün-
dung legte sie dar, die Ausstellung einer Einreisebewilligung sei  na-
mentlich dann zu verweigern, wenn die anstandslose und fristgerechte 
Wiederausreise der Gesuch stellenden Person nicht als gesichert be-
trachtet  werden könne,  sei  es als  Folge der  in ihrem Ursprungsland 
herrschenden  politischen  oder  sozioökonomischen  Verhältnisse  oder 
aufgrund  ihrer  persönlichen  Situation. Wie  die  in  zahlreichen  Fällen 
gemachte Erfahrung zeige, würden insbesondere Touristen- oder Be-
suchervisa immer wieder von Personen, welche sich eigentlich dauer-
haft hierzulande niederlassen möchten, für eine erleichterte Einreise in 
die Schweiz missbraucht. Auch der  Gesuchsteller  stamme aus einer 
Region,  aus  welcher  der  Zuwanderungsdruck  im  dargelegten  Sinne 
nach wie vor stark anhalte. Des Weiteren hätten Abklärungen ergeben, 
dass  die  finanziellen  Garantieren  vorliegend  ungenügend  seien. 
Schliesslich  lägen ebenfalls  keine  Gründe  vor,  welche eine  Einreise 
trotz dieser Bedenken als notwendig erscheinen liessen.

C.
Mit  dem sinngemässen Antrag,  die  Verfügung  aufzuheben,  gelangte 
der Beschwerdeführer mit Rechtsmitteleingabe vom 14. Februar 2008 
(Datum der Postaufgabe) an das Bundesverwaltungsgericht. Er macht 
geltend,  sein in  Indien lebender Vater,  der Jahrgang 1929 habe und 
pensioniert  sei,  wohne mit  der Ehefrau zusammen in einem eigenen 
Haus. Er habe keine Absicht, in der Schweiz zu bleiben, geschweige 
denn hier zu arbeiten. Der Beschwerdeführer wolle dem Vater lediglich 
ermöglichen, bei ihm ein paar Wochen Ferien zu verbringen. Er habe 
zwei  Kleinkinder,  die  ihren Grossvater  gerne sehen würden. Bei  der 

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Geburt des zweiten Kindes sei seine Schwiegermutter auf Besuch ge-
kommen  und  habe  anfänglich  bei  der  Kinderbetreuung  mitgeholfen. 
Sie sei anstandlos wieder nach Hause zurückgekehrt. Der Gastgeber 
selber führe in Basel einen eigenen Lebensmittelladen. Er und seine 
Frau arbeiteten täglich in diesem Betrieb. Er verfüge über genügend 
Geldmittel, um für den Ferienaufenthalt des Vaters aufzukommen. Falls 
notwendig, werde er für den Gast auch eine Krankenversicherung ab-
schliessen und für ihn finanziell bürgen.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 26. Februar 2008 wurde der Beschwerde-
führer unter anderem aufgefordert,  Beweismittel für den behaupteten 
Besuch seiner  Schwiegermutter  und deren fristgerechter  Wiederaus-
reise nachzureichen.

E.
In ihrer Vernehmlassung vom 10. April 2008 spricht sich die Vorinstanz 
für  die  Abweisung der  Beschwerde aus,  wobei  sie  hervorhebt,  beim 
Gesuchsteller handle es sich um eine ältere Person ohne verbindliche 
berufliche Verpflichtungen im Heimatland. Angesichts seines hohen Al-
ters sei keineswegs zweifelsfrei sichergestellt, dass er die lange Reise 
ohne gesundheitliche Beschwerden überstehen und aus eben diesem 
Grunde danach nicht doch ein Gesuch um Verlängerung des Besuchs-
aufenthalts stellen werde. Der Gastgeber seinerseits komme noch kei-
ne zwei  Jahre ohne Sozialhilfe aus. Der geplante Besuchsaufenthalt 
würde deshalb sein Budget zur Zeit nur unnötig strapazieren.

F.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 

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(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Anfechtung 
der Beschwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte 
Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht worden sind, das bishe-
rige Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem al-
ten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom  26. März  1931 
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) 
und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und An-
meldung von Ausländerinnen  und Ausländern  (aVEA,  AS 1998 194, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

3.
3.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  sind  zur  Anwesenheit  in  der 
Schweiz berechtigt,  wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung besitzen oder  keiner  solchen bedürfen (Art. 1a  aANAG). 
Gewisse Gruppen von ihnen benötigen für die Einreise in die Schweiz 
ein Visum (vgl. Art. 3 ff. aVEA).

3.2 Für die Erteilung von Einreisevisa ist das BFM zuständig (Art. 18 
aVEA), welches im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Ver-
träge mit dem Ausland nach freiem Ermessen entscheidet (Art. 4 und 
Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9 aVEA). Dies bedeutet, dass die schweize-
rische  Rechtsordnung  weder  ein  allgemeines  Recht  auf  Einreise 

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kennt,  noch einen besonderen Anspruch auf  Erteilung eines Visums 
gewährt (vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Ue-
bersax/Peter Münch/Thomas Geiser/Martin Arnold [Hrsg.], Ausländer-
recht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis  Bd.  VIII,  Basel  2002,  Rz. 
5.28).

3.3 Ein Einreisevisum wird verweigert, wenn die in Art. 1 aVEA aufge-
führten Voraussetzungen nicht erfüllt  sind (vgl. Art. 14 Abs. 1 aVEA). 
Insbesondere  müssen  Gesuchstellerinnen  und  Gesuchsteller,  die  in 
die Schweiz reisen möchten, Gewähr bieten, dass sie fristgerecht wie-
der ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). Sie müssen aber 
auch über genügend Mittel verfügen oder sich solche verschaffen kön-
nen,  um  ihren  Lebensunterhalt  während  des  Aufenthalts  in  der 
Schweiz zu bestreiten (Art. 1 Abs. 2 Bst. d aVEA). Schliesslich ist das 
Visum gemäss Art. 14 Abs. 2 Bst. c in fine aVEA dann zu verweigern, 
wenn begründete Zweifel am Aufenthaltszweck bestehen.

4.
4.1 Der Gesuchsteller bedarf aufgrund seiner Nationalität zur Einreise 
in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinrei-
chend gesichert. Zudem bestünden unzureichende finanzielle Garan-
tien.

4.2 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

4.3 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besuche-
rin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von  Bürgerinnen 
und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaft-
lich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeu-
ten,  dass  die persönliche Interessenlage in  solchen Fällen nicht  mit 
dem Ziel  und Zweck einer  zeitlich  befristeten Einreisebewilligung  im 
Einklang steht.

4.4 Dank anhaltendem kräftigen Wachstums (8,7% im Haushaltsjahr 
2007/8; durchschnittlich 8% in den letzten fünf Jahren) gehört Indien 

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heute zu denjenigen Staaten mit dem weltweit grössten Bruttoinland-
produkt (BIP).  Die meisten langfristigen Wachstumsprognosen gehen 
davon aus, dass das Land mit seinen gegenwärtig ca. 1,1 Mia. Men-
schen bis  2050 ein BIP erwirtschaften wird,  das dann nur noch von 
China und USA übertroffen werden kann. Gemessen in Kaufkraftpari-
tät  nimmt  Indien  bereits  jetzt  den  vierten  Rang  weltweit  ein. Hinter 
dem durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 828 US-
Dollar (USD) im abgelaufenen Fiskaljahr 2007/8 verbergen sich aller-
dings grosse regionale Unterschiede und wachsende Disparitäten zwi-
schen  einer  sich  herausbildenden  städtischen  Mittelschicht  und  der 
überwiegend armen Bevölkerung auf dem Lande, wo noch ca. 70% al-
ler Inderinnen und Inder leben. Etwa ein Viertel  der Gesamtbevölke-
rung lebt unterhalb der Armutsgrenze von 1 USD pro Kopf und Tag. 
Der  Dienstleistungssektor  mit  seinem  anhaltend  überproportionalen 
Wachstum (2006/7: 11%, Prognose für 2007/8: 9 – 11 %) erwirtschaf-
tet mehr als die Hälfte des BIP (55%), beschäftigt jedoch nur ca. 25% 
der Arbeitskräfte (nach Angaben der Regierung verfügen nur 5% aller 
Arbeitskräfte überhaupt über eine berufliche Qualifikation). Genau um-
gekehrt verhält es sich mit der Landwirtschaft, deren Anteil bei mage-
ren 2,7% Wachstum im letzten Fiskaljahr weiter absank und nur noch 
bei 18,5% liegt (1990/1 betrug es noch 34%), die aber weiterhin fast 
zwei Drittel der Landbevölkerung mehr schlecht als recht ernährt. Un-
ter dem Strich hängt über die Hälfte der 1,1 Mia. Inderinnen und Inder 
direkt von der Landwirtschaft ab, die mit häufig suboptimalen Flächen, 
geringer Kapitalintensität, stagnierenden Erträgen und mangelnder Lo-
gistik- und Absatzorganisation das Sorgenkind jeder indischen Regie-
rung bleiben muss (Länder- und Reiseinformationen auf der Website 
des  Auswärtigen  Amtes,  Länder-  und  Reiseinformationen  > Indien, 
<http://www.auswaertiges-amt.de>,  Stand:  Juni  2008,  besucht  am 
30. Juli  2008).  So  ist  das  Land  trotz  des  anhaltenden  Wirtschafts-
wachstums von weit  verbreiteter  Armut und einer  hohen Analphabe-
tenrate geprägt; breite Bevölkerungsschichten leben nach wie vor un-
ter vergleichsweise schwierigen ökonomischen und sozialen Lebens-
bedingungen.

4.5 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solch allgemeinen Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 
konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer Gesuchstelle-
rin oder einem Gesuchsteller im Heimatstaat beispielsweise eine be-
sondere  berufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung, 
kann  dieser  Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose 

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Wiederausreise  begünstigen.  Andererseits  muss  bei  Antragstellerin-
nen und Antragstellern,  die  in  der  Heimat  keine der  erwähnten Ver-
pflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten 
könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines frem-
denpolizeilich  nicht  vorschriftsgemässen  Verhaltens  nach  bewilligter 
Einreise zu einem Besuchsaufenthalt hoch eingeschätzt werden.

5.
5.1 Beim Gesuchsteller  handelt  es um einen inzwischen 79-jährigen 
Mann. Den  Angaben  des  Gastgebers  zufolge  ist  er  pensioniert  und 
lebt mit seiner Frau im selben Haushalt. Ansonsten erfährt man über 
seine persönliche Situation wenig. Wohl  könnte auf  den ersten Blick 
aus dem Umstand, dass der Gesuchsteller  für  die Dauer seines Be-
suchsaufenthalts in der Schweiz die eigene Gattin in der Heimat zu-
rücklassen würde, auf persönliche Verpflichtungen und daraus auf eine 
gewisse Verwurzelung geschlossen werden. Gleichzeitig gilt es jedoch 
zu bedenken, dass sich sein Sohn – der Gastgeber – mit Familie dau-
erhaft  hierzulande  niedergelassen  hat  (der  Beschwerdeführer  ist  im 
Besitze  einer  Niederlassungsbewilligung).  Die  Erfahrung  zeigt,  dass 
zurückbleibende  Angehörige  in  derartigen  Konstellationen  nicht  ver-
lässlich davon abgehalten werden, den Entscheid für eine Emigration 
zu fällen. So gelangen gerade betagte Eltern bzw. Elternteile im Laufe 
ihres  Aufenthalts  oftmals  zum  Schluss,  den  Lebensabend  bei  ihren 
Kindern verbringen zu wollen und stellen ein Aufenthaltsgesuch, nach-
dem einem Besuchervisum stattgegeben worden ist. Ein gewisses Ri-
siko,  dass  sich  der  Gesuchsteller  über  die  beantragte  Visumsdauer 
hinaus bei seinem Sohn aufhalten könnte, birgt im Übrigen nur schon 
das bereits hohe Alter des Gastes.

5.2 Aber  auch  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  sind  nicht  geeignet, 
die Prognose, welche aufgrund der allgemeinen Lage im Heimatland 
(oben Ziffer  4.4)  und der  familiären Situation  der  Betroffenen  (Ziffer 
5.1) erstellt wurde, entscheidend zu beeinflussen. Von dem sich im Ru-
hestand  befindlichen  Gesuchsteller,  der  früher  im  wenig  lukrativen 
Landwirtschaftssektor tätig gewesen sein soll (als berufliche Tätigkeit 
wurde im Visumsantrag vom 20. Dezember  2007 „Farming“  angege-
ben), ist nicht bekannt, wie er seinen Lebensunterhalt heute bestreitet. 
Gleiches gilt  hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse am Haus, das er 
nach Darstellung des  Beschwerdeführers mit  seiner  Gattin  bewohnt. 
Jedenfalls aufgrund der derzeitigen Aktenlage kann denn nicht davon 
ausgegangen werden, er befinde sich in einer besonders vorteilhaften 

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und stabilen wirtschaftlichen Situation. Insofern scheint es nicht abwe-
gig anzunehmen, dass der Wunsch zur Emigration vorhanden ist oder 
zumindest  entstehen  könnte.  Die  gehegten  Zweifel  werden  von  der 
schweizerischen Vertretung vor Ort geteilt. Die Belege zum behaupte-
ten Besuch der Schwiegermutter in der Schweiz schliesslich wurden 
trotz ausdrücklicher Aufforderung (siehe Zwischenverfügung des Bun-
desverwaltungsgerichts vom 26. Februar 2008) nicht ediert. Eine ver-
gleichende Beurteilung der beiden Sachverhalte ist  somit nicht mög-
lich, weil  der Beschwerdeführer die Verhältnisse im angeführten Ver-
gleichsfall nicht im dazu erforderlichen Mass spezifiziert hat. Die sinn-
gemässe Rüge der Ungleichbehandlung kann daher nicht auf ihre Er-
heblichkeit geprüft werden.

5.3 Unter den gegebenen Umständen durfte die Vorinstanz zu Recht 
davon ausgehen, für eine fristgerechte und anstandslose Wiederaus-
reise  des  Gesuchstellers  bestehe  zu  wenig  Gewähr  im  Sinne  der 
massgeblichen Bestimmungen (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 
Bst. c aVEA). Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer gesi-
cherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die Erteilung 
eines Einreisevisums – auf das, wie erwähnt, kein Rechtsanspruch be-
steht – abzulehnen.

6.
Abgesehen  vom Aspekt  der  nicht  fristgerechten  Wiederausreise  be-
steht  ferner die Befürchtung, dass der Lebensunterhalt  des Gesuch-
stellers während seines hiesigen Aufenthalts nicht sichergestellt  sein 
könnte (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. d aVEA). Zum Lebensunterhalt im Sinne 
der genannten Bestimmung zählt dabei nicht nur der Aufwand für Ver-
pflegung  und  Unterkunft,  vielmehr  sind  auch  eventuell  anfallende 
Krankheits-,  Unfall-  oder  Rückschaffungskosten  mit  einzubeziehen 
(vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-727/2007  vom 21. No-
vember 2007 E. 4.3). Aus diesem Grund verlangen die Kantone von 
den hier lebenden Gastgeberinnen und Gastgebern in der Regel finan-
zielle Garantien, die gemäss Art. 7 Abs. 3 aVEA Fr. 20'000.- betragen 
(nach neuem Recht Fr. 30'000.- [vgl. Art. 7 Abs. 3 VEV]). Ein solches 
Vorgehen war auch im vorliegenden Fall angezeigt, hat der Gast auf 
dem Antragsformular vom 20. Dezember 2007 doch darauf hingewie-
sen, es sei der Beschwerdeführer, welcher seine Aufenthaltskosten in 
der Schweiz bestreiten werde. Letzterer ist indessen zur Zeit nicht im 
Stande,  die  notwendigen  Garantien  zu  übernehmen,  da  er  gemäss 
den Abklärungen der kantonalen Migrationsbehörde noch keine zwei 

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Jahre ohne Sozialhilfe auskommt. Auch der zu Handen der Schweize-
rischen Botschaft in New Delhi eingereichte Kontoauszug (der die Zeit-
spanne vom 7. September 2007 bis 10. Dezember 2007 umfasst und 
für diese Zeit starke Schwankungen des Kontostandes aufweist) ist vor 
diesem Hintergrund nicht geeignet, die Zweifel an der Solvenz zu be-
seitigen.  Der  Beschwerdeführer  beharrt  in  der  Rechtsmitteleingabe 
zwar darauf,  über genügend finanzielle  Mittel  zu verfügen; er hat  es 
aber unterlassen, sonstige Belege zu den Einkommens- und Vermö-
gensverhältnissen  zu  präsentieren.  Die  finanziellen  Risiken  des  Be-
suchsaufenthalts  sind  somit  nicht  hinreichend  abgedeckt,  weshalb 
dem Visumsgesuch auch aus diesem Grunde nicht stattgegeben wer-
den durfte.

7.
Aufgrund dieser Darlegungen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorin-
stanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden Be-
stimmungen entsprechend gewichtete und dem Gesuchsteller die Ein-
reise verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt  kein Bundes-
recht. Der rechtserhebliche Sachverhalt  wurde richtig und vollständig 
festgestellt,  und  die  Vorinstanz  hat  das  ihr  zustehende  Ermessen 
pflichtgemäss  und  zutreffend  gehandhabt  (Art.  49  VwVG).  Die  Be-
schwerde ist demzufolge abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die 
Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 
3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Dispositiv Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten [...] retour)
- das Sicherheitsdepartement  des Kantons Basel-Stadt,  Migrations-

amt (Akten [...] retour)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm

Versand: 

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