# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fee34ad7-3ba1-54e4-a931-5f93edbc1f8c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.11.2016 200 2016 616
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-616_2016-11-10.pdf

## Full Text

200 16 616 IV
SCJ/REL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. November 2016

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin C.________, 
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 30. Mai 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1988 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
wurde wegen chronischen Gedeihstörungen und einem psychomotorischen 
sowie allgemeinen Entwicklungsrückstand durch seine Eltern am 19. Sep-
tember 1991 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug für Min-
derjährige angemeldet (Akten der Invalidenversicherung [AB] 51.1 S. 26 
ff.). Während der Kindheit wurden ihm durch die Invalidenversicherung 
heilpädagogische Früherziehung (AB 51.1 S. 19), Behandlungen des Ge-
burtsgebrechens Nr. 355 (Kryptorchismus [AB 51.1 S. 1 und AB 4]), Be-
rufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten 
(AB 11) sowie Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Eingliede-
rung in Form einer IV-Anlehre zum ... (AB 17) gewährt. Danach wurde er 
durch das Eingliederungsmanagement bei der beruflichen Eingliederung 
unterstützt (AB 38). Mit Schreiben vom 3. August 2010 teilte der Versicher-
te der IVB mit, dass er sich selbstständig um eine neue Lehrstelle bemühen 
werde (AB 42).

Am 7. August 2014 stellte der Versicherte ein erneutes Leistungsgesuch 
und beantragte eine berufliche Umschulung im Sinne einer beruflichen 
Massnahme (AB 66). Nachdem die IVB Abklärungen in erwerblicher und 
medizinischer Hinsicht vorgenommen und einen Bericht beim Regionalen 
Ärztlichen Dienst (RAD) eingeholt hatte (AB 64), erteilte sie zunächst Kos-
tengutsprache für ein Aufbautraining bei der Stiftung D.________ (AB 65) 
sowie im Anschluss ein Arbeitstraining bei der E.________ (AB 76). Nach 
dem Arbeitstraining liess die IVB während vier Wochen eine arbeitsrechtli-
che-medizinische Abklärung (AMA) bei der Abklärungsstelle F.________ 
durchführen (AB 86). Nachdem die berufliche Eingliederung abgeschlossen 
war (AB 90), legte die IVB die Akten erneut ihrem RAD vor und stellte ge-
stützt auf dessen Berichte (AB 96 und AB 97) mit Vorbescheid vom 5. April 
2016 die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht, da ein rentenaus-
schliessender Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 28 % bestehe (AB 98).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 3

Damit zeigte sich der Versicherte – zusammen mit der G.________, 
H.________ – mit Einwand vom 3. Dezember 2015 nicht einverstanden 
(AB 101). Nach Einholen einer weiteren Stellungnahme des RAD (AB 104) 
verfügte die IVB am 30. Mai 2016 ihrem Vorbescheid entsprechend und 
wies das Rentenbegehren bei einem IV-Grad von 28 % ab (AB 105).

B.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte – vertreten durch die 
B.________, Rechtsanwältin C.________ – am 29. Juni 2016 Beschwerde 
beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern und beantragte die Aufhebung 
der Verfügung und die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung des 
Sachverhaltes sowie der Neubeurteilung der Erwerbsfähigkeit und des IV-
Grades an die Beschwerdegegnerin. Zudem sei dem Beschwerdeführer die 
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und die unterzeichnende Rechts-
anwältin als amtliche Anwältin beizuordnen.

In der Beschwerdeantwort vom 15. August 2016 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 19. August 2016 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege gut und ordnete dem Beschwerdefüh-
rer seine Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin bei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 4

die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 30. Mai 2016 
(AB 105). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine IV-Rente.

1.3. Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 5

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grad wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

Nachdem der Beschwerdeführer im Kindheits- und Jugendalter verschie-
dene Leistungen der IV erhalten hatte (heilpädagogische Früherziehung 
[AB 51.1 S. 19], Behandlungen des Geburtsgebrechens [AB 51.1 S. 1 und 
AB 4], Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmög-
lichkeiten [AB 11] sowie erstmalige berufliche Eingliederung in Form einer 
IV-Anlehre [AB 17]) zog er gemäss Mitteilung vom 12. August 2010 (AB 42 
und AB 43) ein Leistungsbegehren vorbehaltlos zurück. Am 7. August 2014 
stellte der Sozialdienst ... bei der Beschwerdegegnerin ein – durch den 
Beschwerdeführer mitunterzeichnetes – Gesuch um berufliche Umschulung 
(AB 66). Eine Neuanmeldung nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die 
Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) liegt nicht 
vor, da der Beschwerdeführer sein früheres Leistungsbegehren zurückge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 6

zogen hat (AB 42 und AB 43) und damit über seinen Rentenanspruch nie 
entschieden wurde. Vorliegend muss deshalb nicht geprüft werden, ob sich 
der IV-Grad des Beschwerdeführers in einer für den Anspruch erheblichen 
Weise verändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 und Abs. 3 IVV). 

4.

4.1 Zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sowie dessen 
Arbeitsfähigkeit lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entneh-
men:

4.1.1 Im neuropsychologischen Gutachten vom 5. Oktober 2009 (AB 36 
S. 3 ff) diagnostizierte lic. phil. I.________, Fachpsychologe für Neuropsy-
chologie FSP, eine kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung (ICD-
10: F83) mit/bei Einschränkungen von Exekutivfunktionen/Frontalhirn-
funktionen (auch im Sinne einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-
störung [ADHS]), der Sprache und von sprachassoziierten Leistungen so-
wie des Rechnens, feinmotorischen Einschränkungen der rechten Hand 
sowie Hinweisen auf verminderte Belastbarkeit/Stressresistenz (S. 13). Aus 
rein neuropsychologischer/kognitiver Sicht scheine die bisherige Tätigkeit 
als ... zeitlich uneingeschränkt zumutbar, es sei jedoch aufgrund der Ein-
schränkungen von einer Verminderung der qualitativen Leistungsfähigkeit 
auszugehen (S. 14). Die Leistungsfähigkeit sei aber wegen der Komplexität 
der Beeinträchtigungen in verschiedenen Bereichen (Kognition, Verhal-
tenssteuerung, Motorik, Emotionalität) ausserordentlich schwierig zu quali-
fizieren, wobei sie stark vom jeweiligen Arbeitgeber und vom jeweiligen 
Arbeitsumfeld bestimmt sein dürfte. Bei Routineaufgaben beispielsweise in 
einer Fensterfabrik dürfte die Leistungsfähigkeit deutlich höher sein als bei 
stark wechselnden Anforderungen auf dem Bau. Retrospektiv sei aus neu-
ropsychologischer Sicht eine schon seit dem Eintritt ins Erwerbsleben be-
stehende Arbeitsunfähigkeit von 20 % anzunehmen (S. 15). In einer ande-
ren Tätigkeit als derjenigen des ... könne der Beschwerdeführer seine 
Fähigkeiten besser verwerten. Es erscheine insbesondere auch möglich, 
ein höheres Einkommen zu erzielen. Dabei kämen insbesondere praktische 
Tätigkeiten in Frage, die auch ungelernt oder angelernt sein dürften, die auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 7

vorwiegend visuellen Leistungen beruhten und bei denen der Beschwerde-
führer seine Arbeitstugenden und sozialen Fertigkeiten wie Zuverlässigkeit, 
Freundlichkeit, Pünktlichkeit, Sorgfalt und Interesse einbringen könne 
(S. 16). Aus der Sicht des neuropsychologischen Gutachters sei der Be-
schwerdeführer in einer beruflichen Tätigkeit nicht zwingend auf einen ge-
schützten Rahmen angewiesen.

4.1.2 Der Hausarzt Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin FMH, stellte in seinem Bericht vom 1. Dezember 2014 (AB 58 
S. 7 ff.) die Diagnosen einer Frühgeburt mit leichter körperlicher und men-
taler Retardierung, einer ADHS mit passagerer Ritalin-Therapie, eines fe-
moroacetabulären Impingements, Senk-Spreizfüssen beidseits, einer mul-
tidirektionalen Schulterinstabilität sowie einer Tibialis-posterior-Insuffizienz 
beidseits (Ziff. 1). Er führte aus, dass dem Beschwerdeführer die bisherige 
Tätigkeit noch zu 50 % zumutbar sei, wobei eine Verminderung der Leis-
tungsfähigkeit von 50 % bestehe (S. 9 Ziff. 1.7).

4.1.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. K.________, Fachärztin für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in ihrem 
Bericht vom 3. Februar 2015 (AB 64) fest, dass der Beschwerdeführer eine 
angeborene Bindegewebsschwäche habe, welche mit Überstreckbarkeit 
der Gelenke, Kraftlosigkeit und allgemein eingeschränkter Belastbarkeit 
einher gehe (S. 4). Berufliche Massnahmen sollten den geistigen und kör-
perlichen Gesundheitseinschränkungen Rechnung tragen, wobei bei-
spielsweise leichte wechselbelastende Tätigkeiten ohne hohe geistige Be-
anspruchung geeignet seien, um die Arbeitsfähigkeit auf Dauer zu verwer-
ten. Medizinisch-theoretisch scheine eine volle Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit möglich zu sein. Hingegen könne der RAD mit dem 
durch den Hausarzt erstellten Zumutbarkeitsprofil (AB 58 S. 9) nicht über-
einstimmen.

4.1.4 Im Abklärungsbericht AMA vom 30. November 2015 (AB 93) hielt 
Dr. med. L.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitati-
on FMH und Facharzt für Rheumatologie FMH, mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen fest: anamnestisch belastungsindizier-
te „Hüft“-Schmerzen rechts, anamnestisch belastungsindizierte Fussbe-
schwerden rechtsbetont, anamnestisch belastungsindizierte Schulter-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 8

schmerzen beidseits sowie (neuro-)psychologische Defizite (S. 17). Die 
Angaben des Beschwerdeführers und die Resultate der AMA liessen eine 
klare Beurteilung hinsichtlich der Frage, ob die bisher vordergründigen so-
matischen Diagnosen als primär relevant für die Einschränkung der Er-
werbsfähigkeit zu betrachten seien, nicht zu (S. 18). Unter den gegebenen 
Umständen vermutete Dr. med. L.________ eine nicht unerhebliche „funk-
tionelle“ Komponente, da im Rahmen der AMA Hinweise bestanden, dass 
die Beschwerden auch im Zusammenhang mit „Unlust/Abneigung“ des 
Beschwerdeführers gegenüber „verordneten“ Arbeiten auftraten.

4.1.5 Dr. phil. M.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie, qua-
lifizierte in seinem RAD-Bericht vom 4. Februar 2016 (AB 96) das neuro-
psychologische Gutachten vom Oktober 2009 (AB 36) als umfassend und 
differenziert, weshalb die Beurteilung und Empfehlungen schlüssig und 
nachvollziehbar seien (S. 2). Da es sich aus neuropsychologischer Sicht 
um einen stabilen und therapeutisch nicht weiter zugänglichen Gesund-
heitsschaden handle, dränge sich eine erneute neuropsychologische Un-
tersuchung nicht auf. Die im genannten Gutachten gestellten Diagnosen, 
Feststellungen und Empfehlungen hätten weiterhin unveränderte Gültigkeit.

4.1.6 Im Bericht vom 9. März 2016 (AB 97) diagnostizierte die RAD-
Ärztin Dr. med. K.________ kombinierte umschriebene Entwicklungs-
störungen (ICD-10: F83) mit/bei Einschränkungen von Exekutivfunktio-
nen/Frontalhirnfunktionen (auch im Sinne einer ADHS gemäss DSM IV), 
der Sprache und von sprachassoziierten Leistungen sowie des Rechnens, 
feinmotorischen Einschränkungen der rechten Hand und Hinweise auf 
verminderte Belastbarkeit/Stressintoleranz (S. 4). Seit dem 1. Januar 2011 
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % und die Einschränkungen der 
Leistung (80 % von 100 % in angepasster Tätigkeit) könnten durch die vor-
liegenden Gesundheitsschäden erklärt werden. Die angestammte Tätigkeit 
als ... sei nicht mehr zumutbar, jedoch sei medizinisch-theoretisch ein Pen-
sum von 80 % (bezogen auf ein 100 %-Pensum) in einer angepassten 
Tätigkeit möglich. Seit der letztmaligen neuropsychologischen Begutach-
tung im Oktober 2009 (AB 36) habe keine Änderung des Gesundheitszu-
standes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stattgefunden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 9

4.1.7 In der Stellungnahme des RAD vom 10. Mai 2016 (AB 104) hielt 
Dr. med. K.________ fest, dass weiterhin von einer 80 %igen Leistungs-
fähigkeit bezogen auf ein 100 % Pensum in einer optimal leidensangepass-
ten Tätigkeit ausgegangen werden könne (S. 2).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 30. Mai 2016 (AB 105) in medizinischer Hinsicht hauptsächlich 
auf die Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. K.________ vom 9. März 2016 
(AB 97). Die Ärztin geht in diesem Bericht davon aus, dass der Beschwer-
deführer in der angestammten Tätigkeit als ... nicht mehr arbeitsfähig sei, 
da er an einer angeborenen Bindegewebsschwäche leide, welche mit einer 
eingeschränkten Belastbarkeit der Gelenke einhergehe (AB 64). Im Rah-
men einer angepassten Tätigkeit sei ihm jedoch medizinisch-theoretisch 
eine Leistungsfähigkeit von 80 % bezogen auf ein 100 %-Pensum möglich. 
In Kenntnis der nachvollziehbaren Beurteilung des RAD-Neuropsychologen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 10

Dr. phil. M.________, wonach es sich um einen stabilen und therapeutisch 
nicht weiter zugänglichen Gesundheitsschaden handle (AB 96), und der 
anlässlich der beruflichen Massnahme AMA gewonnenen Erkenntnisse von 
Dr. med. L.________ (AB 93) kommt die RAD-Ärztin zum schlüssigen und 
überzeugenden Schluss, dass im Gesundheitszustand des Beschwerde-
führers seit der Begutachtung durch lic. phil. I.________ vom 5. Oktober 
2009 (AB 36) keine Änderung eingetreten ist. Bereits damals hatte der neu-
ropsychologische Gutachter überzeugend festgehalten, dass aus rein neu-
ropsychologischer/kognitiver Sicht die angestammte Tätigkeit zwar noch 
uneingeschränkt möglich sei, dass aber aufgrund der Einschränkungen des 
Beschwerdeführers von einer Verminderung der qualitativen Leistungs-
fähigkeit um 20 % auszugehen sei (S. 14 f.).

Die Beurteilung von Dr. med. K.________ vom 9. März 2016 (AB 97) – an 
welcher sie in der Stellungnahme vom 10. Mai 2016 (AB 104) festgehalten 
hat – überzeugt und es ist darauf abzustellen. Daran nichts zu ändern ver-
mag, dass der Beschwerdeführer anlässlich der AMA eine geringere Leis-
tung erbracht hat, als ihm zugemutet wird (AB 93 S. 19 Ziff. 8), denn hierbei 
muss berücksichtigt werden, dass die Abklärungsfachpersonen eine einge-
schränkte Motivation beobachtet haben bzw. der Beschwerdeführer selbst 
angegeben hat, dass er „nicht übermässig motiviert“ sei (S. 13). Hinzu 
kommt, dass er während der Dauer der AMA-Abklärung am Abend jeweils 
noch in erheblichem Masse für seine private Firma tätig war und dadurch 
gemäss eigenen Angaben zu wenig bzw. zu ungenügend Schlaf kam (S. 6 
und S. 13), was seine Leistung ebenfalls beeinträchtigt haben dürfte. 
Unerheblich ist schliesslich auch, dass der Beschwerdeführer gemäss 
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug [AB 57 S. 3]) in den 
letzten Jahren nur sehr bescheidene Einkünfte realisiert hat, denn 
massgebend ist nicht, welches Einkommen er effektiv erzielte, sondern 
welches Einkommen er zumutbarerweise erzielen könnte. 

4.4 In den Akten finden sich somit keinerlei Anhaltspunkte darauf, 
dass die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers tiefer sein 
könnte, als von der RAD-Ärztin festgehalten. Der Sachverhalt erweist sich 
als genügend abgeklärt und weitere Abklärungen – wie sie vom Beschwer-
deführer beantragt werden (Beschwerde vom 29. Juni 2016, Rechtsbegeh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 11

ren 2) – sind deshalb vorliegend nicht notwendig. Es ist auf die Einschät-
zung der RAD-Ärztin Dr. med. K.________ vom 9. März 2016 (AB 97) bzw. 
ihre Stellungnahme vom 10. Mai 2016 (AB 104) abzustellen und in einer 
angepassten Tätigkeit von einer Leistungsfähigkeit von 80 % bei einem 
Pensum von 100 % auszugehen.

5.

5.1 Auf der Grundlage des festgestellten Zumutbarkeitsprofils 
(80 %ige Leistungsfähigkeit in einer angepassten Vollzeittätigkeit [vgl. 
E. 4.4 hiervor]) ist der IV-Grad des Beschwerdeführers anhand der allge-
meinen Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.3 
hiervor).

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Konnte jedoch die versicherte Person wegen der Invalidität 
keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben, so entspricht das 
Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den folgen-
den nach Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medi-
anwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für 
Statistik: Vor Vollendung des 21. Altersjahres 70 %, vor Vollendung des 
25. Altersjahres 80 %, vor Vollendung des 30. Altersjahres 90 % und nach 
Vollendung des 30. Altersjahres 100 % (Art. 26 Abs. 1 IVV).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 12

Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 
E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

5.2 Für den Einkommensvergleich sind Validen- und Invalidenein-
kommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten-
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungser-
lass zu berücksichtigen (BGE 129 V 222). 

Unter Berücksichtigung der Anmeldung im August 2014 (AB 66) ist der 
frühest mögliche Rentenbeginn hier in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 IVG 
auf Februar 2015 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkom-
mensvergleich durchzuführen. 

5.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung vom 
30. Mai 2016 das Valideneinkommen gestützt auf Art. 26 IVV festgesetzt 
(AB 105 S. 2). Dies ist nicht zu beanstanden (vgl. E. 5.1.1 hiervor). Der 
Beschwerdeführer war am 1. Februar 2015 26 Jahre alt (AB 1). Das Vali-
deneinkommen beträgt somit 90 % des für 2015 aktualisierten Medianwerts 
gemäss LSE, mithin Fr. 74‘250.– (IV-Rundschreiben Nr. 329 des Bundes-
amts für Sozialversicherung [BSV] vom 18. Dezember 2014).

5.4 Da der Beschwerdeführer keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen hat, hat sich die Beschwerdegegnerin bei der Er-
mittlung des hypothetischen Invalideneinkommens zulässigerweise auf die 
statistischen Werte der LSE gestützt (vgl. E. 5.1.2 hiervor). Ausgehend von 
der LSE 2012, angepasst an die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 
und aufindexiert auf das Jahr 2015, resultiert ein hypothetisches Jahresge-
halt von Fr. 66‘331.– (Fr. 5‘210.– [BFS, LSE 2012, TA1, Männer, Total, 
Kompetenzniveau 1] x 12 Monate / 101.7 x 103.5 [BFS, Tabelle T1.1.10, 
Nominallohnindex, Männer, Total, Index 2012: 101.7 Punkte bzw. 2015: 
103.5 Punkte] / 40 Wochenarbeitsstunden x 41.7 [BFS, Betriebsübliche 
Arbeitszeit, Total, 2015]). Unter Berücksichtigung des festgestellten Zumut-
barkeitsprofils von 80 % Leistungsfähigkeit (vgl. E. 4.4 vorstehend) resul-
tiert ein Invalideneinkommen von Fr. 53‘065.– (Fr. 66‘331.– x 0.8). Dass die 
Beschwerdegegnerin auf einen Abzug vom Tabellenlohn verzichtet hat, ist 
nicht zu beanstanden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 13

5.5 Bei der Gegenüberstellung des hypothetischen Valideneinkom-
mens von Fr. 74‘250.– und eines hypothetischen Invalideneinkommens von 
Fr. 53‘065.– resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 21‘185.–, was 
einem nicht rentenbegründenden IV-Grad von gerundet 23 % entspricht 
([Fr. 74‘250.– ./. Fr. 53‘065.–] / Fr. 74‘250.–  x 100; zur Rundung vgl. BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Der Beschwerdeführer hat damit keinen 
Anspruch auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.2 vorstehend).

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 30. Mai 2016 
(AB 105) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist 
unbegründet und deshalb abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1‘000.– festzulegen.

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.– festgesetzt 
und dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt. Mit Verfügung vom 
19. August 2016 wurde das vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege gutgeheissen. Der Beschwerdeführer wird da-
mit – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG 
i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezem-
ber 2008 (ZPO; SR 272), d.h. wenn er innerhalb von zehn Jahren, von der 
Rechtskraft des Urteils an gerechnet, zu hinreichendem Vermögen oder 
Einkommen gelangt – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrens-
kosten befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 14

7.2 Angesichts des Ausgangs des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung. 

7.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Prozessführung unter 
Beiordnung von Rechtsanwältin C.________ als amtliche Anwältin bleibt 
deren amtliches Honorar festzulegen.

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 
und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-
gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle der Vertretung durch eine 
gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtsprechung 
(BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenansatz bei einer fachlich quali-
fizierten Vertretung auf Fr. 130.– und bei einer fachlich nicht qualifizierten 
Vertretung auf Fr. 80.– festgelegt.

Die Kostennote von Rechtsanwältin C.________ vom 25. August 2016 und 
insbesondere der geltend gemachte zeitliche Aufwand von 11,5 Stunden 
sind nicht zu beanstanden. Gestützt darauf ist der tarifmässige Parteikos-
tenersatz auf total Fr. 1'664.60 festzusetzen (Honorar: Fr. 1‘495.–, Mehr-
wertsteuer: Fr. 119.60, Auslagen pauschal [exkl. MwSt.]: Fr. 50.–). Das 
amtliche Honorar ist Rechtsanwältin C.________ in diesem Umfang aus 
der Gerichtskasse zu entrichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungs-
pflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend 
den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2016, IV/16/616, Seite 15

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Prozessführung 
wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Der amtlichen Anwältin, C.________, wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘664.60 festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
-  B.________, Rechtsanwältin C.________ z.H. des Beschwerdefüh-

rers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.