# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 539b2ac6-df59-5bb0-b4e2-c24f9b191d6b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.12.2022 D-5632/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5632-2022_2022-12-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5632/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  D e z e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richterin Roswitha Petry, 

Gerichtsschreiberin Regula Aeschimann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 25. November 2022 / N (…). 

 

 

D-5632/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 22. August 2022 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 12. August 2022 

in Italien registriert worden war,  

dass der Beschwerdeführer am 5. September 2022 die ihm zugewiesene 

Rechtsvertretung bevollmächtigte,  

dass das SEM dem Beschwerdeführer am 7. September 2022 im Rahmen 

eines Dublin-Gesprächs das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zustän-

digkeit Italiens für die Durchführung des Asylverfahrens sowie zum medizi-

nischen Sachverhalt gewährte,  

dass das SEM die italienischen Behörden am 9. September 2022 gestützt 

auf Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) um Übernahme des Beschwerdeführers er-

suchte,  

dass die italienischen Behörden innerhalb der gemäss Art. 22 Abs. 1 Dub-

lin-III-VO vorgesehenen Frist keine Stellung zu diesem Ersuchen nahmen,  

dass das SEM mit Verfügung vom 25. November 2022 – eröffnet am 

28. November 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 

142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz 

nach Italien anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass die zugewiesene Rechtsvertretung dem SEM mit Schreiben vom 

29. November 2022 mitteilte, dass sie das Mandat niedergelegt habe,  

D-5632/2022 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer mit französischsprachiger Eingabe vom 5. De-

zember 2022 gegen die Verfügung des SEM vom 25. November 2022 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und beantragte, die Sache 

sei an die Vorinstanz zurückzuweisen zur neuen Entscheidung,  

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung ersuchte,  

dass er ferner beantragte, er sei in ein Asylzentrum im Kanton B._______ 

zu transferieren und ihm sei aus humanitären Gründen eine Frist von ei-

nem Jahr zu gewähren, während der er sich nahe bei seinem Onkel auf-

halten und dadurch gesund werden könne, um dann in der Lage zu sein, 

das Asylverfahren in der Schweiz aufzunehmen,  

dass er weiter darum bat, eine Kopie von sämtlichen ihn betreffenden Kor-

respondenzen in französischer Sprache an seinen Onkel C._______ zu 

senden,  

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 7. De-

zember 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG und dem VGG richtet, soweit 

das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),  

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

D-5632/2022 

Seite 4 

dass sich die Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensichtlich 

unbegründet erweist, weshalb über diese in einzelrichterlicher Zuständig-

keit mit Zustimmung einer zweiten Richterin oder eines zweiten Richters 

zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer beantragte, es sei eine Kopie sämtlicher Kor-

respondenzen in französischer Sprache an seinen Onkel zu senden,  

dass für das Beschwerdeverfahren grundsätzlich die Sprache des ange-

fochtenen Entscheids massgebend ist, wobei – wenn die Parteien eine an-

dere Amtssprache verwenden – das Verfahren auch in dieser Sprache ge-

führt werden kann (vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG),  

dass das gesamte vorinstanzliche Verfahren auf Deutsch geführt worden 

ist und die angefochtene Verfügung in deutscher Sprache erlassen wurde,  

dass somit das Beschwerdeverfahren ebenfalls in deutscher Sprache zu 

führen ist, zumal der Beschwerdeführer nicht geltend macht er verfüge 

über Französischkenntnisse,  

dass der Beschwerdeführer selbst für eine allfällige Übersetzung der Ver-

fahrensakten in eine andere Sprache besorgt sein muss,  

dass die Korrespondenz zudem grundsätzlich an die Adresse des Be-

schwerdeführers oder an jene seines Vertreters zu senden ist,  

dass der Beschwerdeführer keine Vollmacht zugunsten seines Onkels ein-

gereicht hat und im vorliegenden Verfahren nicht von diesem vertreten 

wird,  

dass die Korrespondenz daher ausschliesslich an den Beschwerdeführer 

zu senden ist, wobei es ihm unbenommen bleibt, eine Kopie derselben an 

seinen Onkel weiterzuleiten,  

D-5632/2022 

Seite 5 

dass der Antrag auf Zustellung einer Kopie der Korrespondenz in französi-

scher Sprache an C._______ daher abzuweisen ist,  

dass der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen ist, dass es im vorliegen-

den Verfahren um die Festlegung der Zuständigkeit für die Durchführung 

des Asylverfahrens geht,  

dass asylsuchende Personen in diesem Zusammenhang gestützt auf Art. 5 

Dublin-III-VO die Gelegenheit erhalten, sich im Rahmen eines persönli-

chen Gesprächs zu einer allfälligen Zuständigkeit eines anderen Staates 

zu äussern,  

dass mit dem Beschwerdeführer ein solches Gespräch durchgeführt 

wurde, wobei ihm sowohl zu einer möglichen Zuständigkeit Italiens als 

auch einer allfälligen Wegweisung dorthin das rechtliche Gehör gewährt 

wurde,  

dass nicht ersichtlich ist, dass er sich dabei aufgrund von psychischen Be-

einträchtigungen nicht frei und vollständig hätte äussern können,  

dass vor diesem Hintergrund keine Veranlassung besteht, dem Beschwer-

deführer "aus humanitären Gründen" eine Frist zu gewähren, in welcher er 

sich in der Nähe seines Onkels aufhalten und erholen kann, um das Asyl-

verfahren in der Schweiz aufzunehmen,  

dass das entsprechende Rechtsbegehren somit ebenfalls abzuweisen ist, 

dass ferner entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift keine Hin-

weise auf eine Beeinträchtigung der Einvernahmefähigkeit des Beschwer-

deführers vorliegen, so dass sich die in diesem Zusammenhang erhobene 

Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs als unbegründet erweist, 

dass Asylsuchende während der Dauer des Dublin-Verfahrens bis zur Aus-

reise in den Bundesasylzentren untergebracht sind (vgl. Art. 24 Abs. 3 

Bst. b AsylG),  

dass sich der Beschwerdeführer gegenwärtig in einem Bundesasylzentrum 

aufhält und mit dem Abschluss des Dublin-Verfahrens ausreisepflichtig 

wird,  

dass der Antrag auf eine Unterbringung im Kanton B._______ daher abzu-

weisen ist,  

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Seite 6 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, wobei das Verfahren zur Bestimmung des 

zuständigen Mitgliedstaats eingeleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),  

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien, 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind,  

dass, wenn eine antragstellende Person aus einem Drittstaat kommend die 

Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaates illegal überschritten hat, 

dieser Mitgliedstaat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prüfung 

des Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist,  

dass der Beschwerdeführer anlässlich seines Dublin-Gesprächs geltend 

machte, er sei von Libyen aus über das Mittelmeer nach Italien gereist, wo 

ihm gegen seinen Willen die Fingerabdrücke abgenommen worden seien; 

er habe dort weder weiteren Behördenkontakt gehabt noch ein Asylgesuch 

stellen wollen, da er zu seinem Bruder in die Schweiz habe kommen wollen 

(vgl. SEM-Akte […] -16/2),  

dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, in Italien illegal in das Hoheits-

gebiet der Dublin-Staaten eingereist zu sein, womit – ungeachtet seiner 

fehlenden Absicht, dort ein Asylgesuch zu stellen – Italien für die Behand-

lung des Asylgesuchs zuständig ist,  

dass das SEM die italienischen Behörden am 9. September 2022 gestützt 

auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO um Übernahme des Beschwerdeführers er-

suchte,  

D-5632/2022 

Seite 7 

dass die italienischen Behörden sich innerhalb der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-

III-VO festgelegten Frist nicht zum Ersuchen der Vorinstanz geäussert ha-

ben, womit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannt haben (Art. 22 

Abs. 7 Dublin-III-VO),  

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist, 

dass an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass die Dublin-III-VO den 

Schutzsuchenden nicht das Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden 

Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3),  

dass das SEM zu Recht festgehalten hat, dass der Beschwerdeführer aus 

dem Umstand, dass sein Bruder und sein Onkel in der Schweiz leben, 

nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, da es sich dabei nicht um Fami-

lienangehörige im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO handelt und nicht 

davon auszugehen ist, dass zwischen ihm und den Verwandten in der 

Schweiz ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-

VO besteht,  

dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in Italien weise – trotz punktueller 

Schwachstellen – systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 

Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf (vgl. Referenzurteile F-6330/2020 vom 

18. Oktober 2021 E. 9.2 sowie E- 962/2019 vom 17. Dezember 2019 

E. 6.3),  

dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

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Seite 8 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die italienischen Behörden würden sich weigern ihn aufzunehmen 

und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln 

der erwähnten Richtlinien zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Italien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missach-

ten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben 

oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist 

oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land ge-

zwungen zu werden, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Beschwerdeführer geltend machte, er habe eine lange und leid-

volle Flucht hinter sich, welche zum Ziel gehabt habe, zu seinen in der 

Schweiz lebenden Familienangehörigen zu kommen,  

dass neben seinem Bruder insbesondere sein Onkel – ein Schweizer Bür-

ger – in der Schweiz lebe, welcher in der Lage sei, ihn aufzunehmen und 

ihm zu helfen, seine psychische Stabilität wiederzufinden, zumal dieser ihn 

seit seiner Kindheit stets unterstützt habe,  

dass er nicht in der Lage, sei, nach Italien zurückzukehren, da er müde und 

psychisch krank sei, wobei ihm das SEM nicht genügend Zeit gegeben 

habe, sein psychisches Gleichgewicht mithilfe seiner Familienangehörigen 

wiederzufinden,  

dass er insbesondere nach einem Unfall während einer versuchten Über-

querung des Mittelmeers mit rund 40 Leichen seiner Reisegefährten in ei-

nem Boot umhergetrieben sei, wobei ihn die Bilder und Stimmen dieser 

Personen bis heute verfolgten,  

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Seite 9 

dass der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen implizit die Anwendung 

von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert,  

dass aus dem Dublin-Gespräch und den vorliegenden medizinischen Ak-

ten zudem hervorgeht, dass der Beschwerdeführer an (…) leidet und des-

halb Medikamente einnehmen muss; zudem ist er auf eine (…) angewie-

sen (vgl. SEM-Akten […] -25/2, 26/6 und 30/1),  

dass in diesem Zusammenhang festzuhalten ist, dass eine zwangsweise 

Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur ganz 

ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann,  

dass dies gemäss der Praxis des EGMR insbesondere der Fall ist, wenn 

eine schwer kranke Person durch die Abschiebung – mangels angemes-

sener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko 

konfrontiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver-

schlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu 

intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwar-

tung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. De-

zember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.), 

dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem Referenzurteil E-962/2019 

zwar strengere Kriterien für Dublin-Überstellungen von schwer erkrankten 

Asylsuchenden, die sofort nach der Ankunft in Italien auf lückenlose medi-

zinische Versorgung angewiesen sind, beschlossen und das SEM ver-

pflichtet hat, in diesen Fällen individuelle Zusicherungen betreffend die Ge-

währleistung der nötigen medizinischen Versorgung und Unterbringung bei 

den italienischen Behörden einzuholen (vgl. Urteil a.a.O. E. 7.4.3), 

dass das Gericht jedoch im Referenzurteil D-4235/2021 vom 19. April 2022 

zum Schluss kam, dass bei sogenannten Aufnahmeverfahren (engl. take 

charge) keine solchen individuellen Garantien vor Anordnung der Überstel-

lung nach Italien mehr notwendig sind (vgl. a.a.O. E. 10.4.3.3 und 10.4.4.),  

dass es sich vorliegend um ein solches Aufnahmeverfahren handelt und 

die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers nicht als schwer-

wiegende Erkrankungen eingestuft werden können,  

dass insbesondere davon auszugehen ist, die (…) -Erkrankung des Be-

schwerdeführers lasse sich ohne weiteres auch in Italien medikamentös 

behandeln, 

D-5632/2022 

Seite 10 

dass das SEM in dieser Hinsicht zutreffend festhielt, dass Italien über eine 

ausreichende medizinische Infrastruktur verfüge (vgl. etwa Urteile des 

BVGer F-1025/2022 vom 9. März 2022 E. 5.3.2; D-869/2022 vom 1. März 

2022 S. 7 f.; je m.H.) und gestützt auf Art. 19. Abs. 1 der Aufnahmerichtlinie 

verpflichtet sei, dem Beschwerdeführer die erforderliche medizinische Ver-

sorgung zu gewähren,  

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge auch unter psychi-

schen Beschwerden leidet,  

dass er diesbezüglich indessen bislang keine Behandlung in Anspruch ge-

nommen hat, weshalb nicht davon auszugehen ist, dass er in diesem Zu-

sammenhang unmittelbar auf eine ärztliche Behandlung angewiesen ist,  

dass folglich keine genügenden Anhaltspunkte dafür bestehen, dass bei 

einer Überstellung nach Italien eine schwerwiegende, rasche und irrever-

sible Verschlechterung seines Gesundheitszustandes eintreten könnte,  

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,  

dass an dieser Stelle erneut festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer 

keinen Anspruch darauf hat, den für sein Asylverfahren zuständigen Staat 

selbst auszusuchen oder in der Nähe seiner Verwandten zu verbleiben,  

dass das SEM vor diesem Hintergrund zu Recht in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

nicht eingetreten ist und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer 

gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung 

von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 

Bst. a AsylV 1),  

dass der Sachverhalt vorliegend als richtig und vollständig festgestellt zu 

erachten ist,  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist,  

D-5632/2022 

Seite 11 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als 

gegenstandslos erweist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-5632/2022 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Bolz-Reimann Regula Aeschimann 

 

 

Versand: