# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7fb037c7-7b5e-5c47-9dd1-9fe2563c3746
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.06.2018 200 2017 987
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-987_2018-06-06.pdf

## Full Text

200 17 987 IV
KNB/FRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Juni 2018

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch B.________, lic.iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. Oktober 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 22. Juli 2009 unter Hinweis auf Depressionen, Angst und 
Panikattacken, ADHS sowie Sozialphobie erstmals bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, 
Antwortbeilage [AB] 6). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor. Insbesondere liess 
sie die Versicherte durch Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie, psychiatrisch begutachten (psychiatrisches Gutachten 
vom 1. September 2010; AB 28.1) und erstellte einen Abklärungsbericht 
Haushalt (AB 30). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 31 bis 
34) wies sie das Rentenbegehren mit Verfügung vom 25. Januar 2011 in 
Anwendung der gemischten Methode (Status: Erwerb 80% / Haushalt 20%) 
bei einem IV-Grad von 30% ab (AB 36). 

B.

Am 6. Januar 2013 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV zum 
Leistungsbezug an (AB 47). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(AB 53) trat die IVB mit Verfügung vom 26. März 2013 auf das Leistungs-
begehren nicht ein (AB 57). 

C.

Am 22. April 2014 meldete die behandelnde Psychiaterin, Dr. med. 
E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, die Versicher-
te wiederum bei der IV zum Leistungsbezug an (AB 60). Die IVB nahm me-
dizinische und erwerbliche Abklärungen vor. Insbesondere gewährte sie ein 
Belastbarkeitstraining (AB 67) und ein Aufbautraining (AB 77), beides in der 
Abklärungsstelle F.________, sowie anschliessend ein Job Coach Place-
ment (AB 89). Mit Mitteilung vom 23. Dezember 2015 (AB 98) wurden die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 3

beruflichen Massnahmen abgeschlossen. Nach Einholung einer Stellung-
nahme beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; AB 94) beauftragte die 
IVB Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 
die Versicherte zu begutachten (psychiatrisches Gutachten vom 30. Sep-
tember 2016; AB 110.1). Weiter wurde ein Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb erstellt (AB 116; 128). Mit Vorbescheid vom 9. Mai 2017 (AB 
117) stellte die IVB die Abweisung des Leistungsbegehrens in Anwendung 
der gemischten Methode (Status: Erwerb 80% / Haushalt 20%) bei einem 
IV-Grad von 39% in Aussicht. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten 
durch lic. iur. C.________ vom B.________, Einwand (AB 121; 125). Nach 
Einholung einer Stellungnahme des Bereichs Abklärungen (AB 126) wies 
die IVB das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 9. Oktober 2017 (AB 
129) dem Vorbescheid (AB 117) entsprechend ab. 

D. 

Hiergegen erhob die Versicherte, nach wie vor vertreten durch lic. iur. 
C.________ vom B.________, am 8. November 2017 Beschwerde und 
beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 9. Oktober 2017 sowie die 
Zusprache einer Viertelsrente, unter Entschädigungsfolgen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2017 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. Oktober 2017 (AB 
129). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine IV-Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 5

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen IV-
Grades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur ge-
prüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad der 
Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des IV-Grades auch tatsächlich ein-
getreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall 
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 E. 3.2). 
Stellt sie fest, dass der IV-Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen 
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch 
ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Ver-
änderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Invalidität zu beja-
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche 
materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; 
SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad erhebli-
chen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsverfahren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 6

- analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG - durch Vergleich 
des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung 
und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der 
streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 E. 
3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

2.5 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festge-
legt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invali-
dität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali-
ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 142 V 290 E. 4 S. 293; Entscheid des BGer vom 6. September 2017, 
9C_752/2016 [zur Publikation vorgesehen], E. 2.1).

Die gemischte Methode bezweckt eine möglichst wirklichkeitsgerechte Be-
messung des IV-Grades. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der 
Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet 
werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne 
Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig 
wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508).

2.6 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 7

ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Vorab ist zu prüfen, ob zwischen der Verfügung vom 25. Januar 
2011 (AB 36) – anlässlich welcher die letzte materielle Überprüfung des 
Rentenanspruchs stattfand (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV 
Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2) – und der hier angefochtenen Verfügung vom 9. Ok-
tober 2017 (AB 129) eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Ver-
hältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den Ren-
tenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.3 hiervor). Da die Beschwerdegeg-
nerin auf die Neuanmeldung eingetreten ist, ist die Eintretensfrage dage-
gen nicht richterlich zu prüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). 

3.2 Die Verfügung vom 25. Januar 2011 (AB 36) stützte sich massge-
blich auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. D.________ vom 
1. September 2010 (AB 28.1). Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
diagnostizierte sie eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Border-
line-Typus (ICD-10: F60.31), sowie eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4; AB 28.1 S. 29). Mit 12 und 16 Jah-
ren habe die Beschwerdeführerin appellative Suizidversuche unternommen 
durch die Einnahme von Tabletten. Die nach dem zweiten Suizidversuch 
begonnene Psychotherapie habe sie bis heute mit Unterbrechungen auf-
recht gehalten. Das Ausmass der Störung, unter welcher die Beschwerde-
führerin leide, sei durch zusätzliche eingeholte fremdanamnestische Anga-
ben verdeutlicht worden. Ihr bisheriges Leben habe die Beschwerdeführe-
rin dank ihrer Vitalität und ihres grundsätzlichen Überlebenswillens den-
noch überwiegend gut gemeistert. Über Leistung habe sie wohl auch ihr 
brüchiges Selbstwertgefühl zeitweise kompensieren können, wobei andere 
Störungsanteile den vorübergehenden Erfolg jeweils wieder zunichtege-
macht hätten. Die Anstrengung, die mit den vergeblichen Bewältigungsver-
suchen beruflicher und privater Schwierigkeiten verbunden gewesen sei, 
habe wiederholt zu depressiven Stimmungseinbrüchen mit Antriebslosigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 8

geführt. Bei der Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung 
vom Borderline-Typus handle es sich um ein tiefgreifendes Muster von In-
stabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den 
Affekten sowie von deutlicher Impulsivität. Die Störung beginne im frühen 
Erwachsenenalter (S. 29 f.). Die diagnostizierte Borderline-
Perönlichkeitsstörung mit den Symptomen Affektlabilität, verminderter Kri-
tik-, Entscheidungs- und Abgrenzungsfähigkeit habe eine mangelnde 
Führungs- und Teamfähigkeit zur Folge. Die Stimmungsschwankungen 
führten analog zu Schwankungen der Leistungsfähigkeit. Schwelende Kon-
flikte am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld überforderten die psychi-
schen Bewältigungsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin, absorbierten 
psychische Energie und führten zu einer verminderten Konzentrations-
fähigkeit (S. 33). Zur Arbeitsfähigkeit führte die Gutachterin aus, die bishe-
rige Tätigkeit als … könne die Beschwerdeführerin aktuell nicht bekleiden. 
Die Tätigkeit als … könne sie am besten alleine oder in kleinen Teams mit 
bis zu maximal drei Mitarbeitern während vier bis fünf Stunden, mit einem 
vermehrten Pausenbedarf von ca. zehn Minuten nach einer Arbeitsstunde, 
ausüben. Einfache, körperlich nicht belastende Tätigkeiten könnten im 
Tagdienst bis zu sechs Stunden täglich ausgeübt werden (S. 33 f.). 

3.3 Der nunmehr angefochtenen Verfügung 9. Oktober 2017 (AB 129) 
liegen insbesondere folgende Berichte zugrunde: 

3.3.1 Die behandelnde Psychiaterin, Dr. med. E.________, führte im Be-
richt vom 17. April 2014 (AB 60) aus, im Rahmen der tagesklinischen Be-
handlung habe die Beschwerdeführerin ihre sozialen Fertigkeiten und 
Kompetenzen in der Gruppe erweitern können (S. 1). Hinsichtlich der seit 
Jahren bekannten Schlafproblematik sei sie in der Zwischenzeit abgeklärt 
worden. Neben der Fortsetzung der ambulanten psychiatrischen Behand-
lung sei ein striktes Einhalten eines geregelten Rhythmus zur Normalisie-
rung des Schlaf-Wach-Rhythmus empfohlen worden. Wenn die Beschwer-
deführerin die Möglichkeit zur regelmässigen Arbeitstätigkeit bzw. Beschäf-
tigung hätte, seien gute Voraussetzungen geschaffen, um die Schlaf-Wach-
Rhythmus-Störung beeinflussen zu können. Unverändert bestehe eine 
mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit und es sei ihr möglich, mit einem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 9

Pensum von zwei Stunden täglich während mindestens vier Tagen pro 
Woche an einer entsprechenden Massnahme teilzunehmen (S. 2). 

3.3.2 Im Bericht vom 26. September 2014 (AB 63) diagnostizierte Dr. 
med. E.________ mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional 
instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typus (ICD-10: F60.31), 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit 
somatischem Syndrom (ICD-10: F33.01) mit/bei psychosozialer Belastung 
im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Situation und der damit verbunde-
nen Überforderung im interaktionellen Bereich (ICD-10: Z63.0), eine Trau-
matisierung vor Jahren bzw. in der Kindheit (ICD-10: Z61.4), eine Angst-
störung mit Panikattacken (ICD-10: F41.0) sowie ein verzögertes Schlaf-
phasensyndrom, Diagnosestellung durch die Spezialsprechstunde am Spi-
tal L.________ im Januar 2013 (S. 2). Seit 2012 sei es im bisherigen The-
rapieverlauf zu einer deutlichen Besserung des psychischen Zustandsbilds 
gekommen. Im Alltag sei die Beschwerdeführerin aber immer wieder mit 
den bekannten zwischenmenschlichen Problemen konfrontiert. Sie leide 
unter einer erheblichen Problematik im Zusammenhang mit der sozialen 
und beruflichen Integration bei komplexer Problematik aufgrund der mehr-
fach diagnostizierten Persönlichkeitsstörung und einer rezidivierenden de-
pressiven Symptomatik vor dem Hintergrund einer schwierigen Kindheit 
und Jugendzeit (S. 3). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … bestehe 
eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Diese Tätigkeit sei aber eher ungeeignet 
und sollte der Beschwerdeführerin nicht wieder zugemutet werden. Die 
Wiederaufnahme einer beruflichen Erwerbstätigkeit sei grundsätzlich und 
aus psychiatrischer Sicht im weiteren Verlauf indiziert und sinnvoll. Wichtig 
sei, dass die Reintegration in die berufliche Erwerbstätigkeit – aller Voraus-
sicht nach im geschützten Rahmen – sorgfältig und nach arbeitsrehabilitati-
ven Richtlinien geplant werde (S. 4 f.). 

3.3.3 Im Verlaufsbericht vom 15. April 2015 (AB 83) führte Dr. med. 
E.________ aus, der Gesundheitszustand sei stationär. Es seien keine 
neuen medizinischen Befunde hinzugetreten (S. 1). Als … bestehe eine 
Arbeitsunfähigkeit von 50% (S. 2). 

3.3.4 Die RAD-Ärztin, Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 16. November 2015 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 10

(AB 94) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile 
Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typus (ICD-10: F60.31), sowie eine 
rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33). Eine Besserung des Zu-
mutbarkeitsprofils seit der letzten Begutachtung sei wahrscheinlich. Ob und 
in welchem Ausmass noch Einschränkungen vorhanden seien, sei aktuell 
unklar. Eine psychiatrische Begutachtung sei sinnvoll (S. 6). 

3.3.5 Dr. med. G.________ diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten 
vom 30. September 2016 (AB 110.1) mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit eine soziale Phobie (ICD-10: F40.1), eine kombinierte Persönlich-
keitsstörung mit schizoiden, impulsiven und narzisstischen Persönlichkeits-
anteilen (ICD-10: F61.0) sowie eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0). Ohne Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit diagnostizierte sie eine Adipositas seit der Kindheit (ICD-10: 
E66; S. 32). 

Zur Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 
leichte Episode, führte die Gutachterin aus, die Beschwerdeführerin sei in 
ihrer affektiven Schwingungsfähigkeit leicht eingeschränkt. Sie habe anhal-
tende Schlafstörungen, die medikamentös behandelt würden. Es bestehe 
eine Tagesmüdigkeit, insbesondere auch eine durchaus als Morgentief zu 
beurteilende zirkadiane Störung. Es bestünden ein deutlicher Libidoverlust 
sowie eine psychomotorische Anspannung. Erstmalig sei eine depressive 
Episode 2005 anlässlich der teilstationären Behandlung diagnostiziert wor-
den, damals in Anschluss an die Trennung mit Gewalterfahrung von ihrem 
zweiten Ehemann. Damals habe eine akute Suizidalität bestanden. Zurzeit 
bestehe eine leichte depressive Episode (S. 35 f.). Zur sozialen Phobie mit 
Panikattacken legte die Gutachterin dar, dass diese bereits in der Kindheit 
und Jugend begonnen habe und sich um die Furcht und dem zu nahe 
kommen an andere Menschen konzentriere. Wenn sich die Beschwerde-
führerin zu sehr bedrängt fühle in öffentlichen Verkehrsmitteln oder durch 
das laute Verhalten ihrer Mitmenschen oder in ähnlichen Situationen, könn-
ten sich diese Symptome bis hin zu einer Panikattacke verstärken. Insge-
samt habe sie im Laufe ihres Lebens ein deutliches Vermeidungsverhalten 
entwickelt (S. 36). Zur Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung 
führte die Gutachterin aus, die festzustellenden deutlichen Unausgegli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 11

chenheiten in den Einstellungen und im Verhalten in mehreren Funktions-
bereichen wie Affektivität, Antrieb und Impulskontrolle, Wahrnehmung und 
Denken sowie in der Beziehung zu andern, bestünden durchgehend. Auf-
grund der dissozialen Verhältnisse und dem Verdacht einer Persönlichkeit-
spathologie beider Eltern seien diese nicht in der Lage gewesen, die Be-
dürfnisse eines heranwachsenden Kindes zu erkennen und diese zu erfül-
len. Die repetitiven Traumatisierungen und die psychische Verwahrlosung 
hätten dazu geführt, das die Beschwerdeführerin keine stabile Persönlich-
keitsstruktur und kein stabiles Ich und somit eine Ich-Störung entwickelt 
habe. Diese gehe einher mit einer schweren Persönlichkeitspathologie und 
führe zu der aktuell vorliegenden kombinierten Persönlichkeitsstörung (S. 
36 f.). 

Zur Arbeitsfähigkeit hielt die Gutachterin fest, in der angestammten Tätig-
keit als … sei die Beschwerdeführerin zu 100% arbeitsunfähig. In einer 
Tätigkeit als … gerate sie durch die wenig strukturierte Arbeit in einem hi-
erarchisch organisierten Team mit wenig Gestaltungsspielraum und der 
Tendenz zu oppositionellem Verhalten in eine Konfliktsituation. Dies bedeu-
te für sie eine emotionale Überforderung, führe zu Stress und Druck und 
zur Gefahr einer depressiven Dekompensation mit Suizidalität. Aus diesem 
Grund sei sie in einer Tätigkeit als … zu 100% arbeitsunfähig. In einer an-
gepassten Tätigkeit bestehe eine 60%ige Arbeitsfähigkeit. Sie benötige 
einen erhöhten Erholungs- und Pausenbedarf, insbesondere auch um sich 
von den interpersonellen Belastungen zu erholen. Sie sollte keinem Erwar-
tungs- und Leistungsdruck ausgesetzt und in keiner Schichtarbeit eingeteilt 
werden. Es sollte ihr die Möglichkeit gegeben werden, später am Vormittag 
mit der Arbeit zu beginnen aufgrund des bekannten Morgentiefs und der 
Schlafdysregulation (S. 40 f.). 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 12

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat hauptsächlich auf das psychiatrische 
Gutachten von Dr. med. G.________ vom 30. September 2016 (AB 110.1) 
abgestellt. Dieses ist umfassend, beruht auf einlässlichen anamnestischen 
Erhebungen und eigenen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten 
Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten erstellt. Die Expertise ist 
in der Darlegung der Befunde, der Diagnosen und der Einschätzung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit widerspruchsfrei und nachvollziehbar be-
gründet. Sie erfüllt die höchstrichterlichen Anforderungen an Gutachten; 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise liegen keine vor. Damit 
erbringt das psychiatrische Gutachten vom 30. September 2016 vollen Be-
weis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). 

3.6 Dr. med. D.________ diagnostizierte anlässlich der Begutachtung 
im Jahr 2010 eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-
Typus (ICD-10: F60.31), sowie eine rezidivierende depressive Störung 
(ICD-10: F33). Dr. med. G.________ diagnostizierte im Jahr 2016 neben 
einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10: F33) neu mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine soziale Phobie (ICD-10: F40.1) sowie 
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit schizoiden, impulsiven und 
narzisstischen Persönlichkeitsanteilen (ICD-10: F61.0; AB 110.1 S. 32). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 13

Praxisgemäss stellt eine neue Diagnose nicht per se einen Revisionsgrund 
dar (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12). Neuanmeldungsrechtlich entscheidend ist 
bei einer anderen Diagnosestellung, ob mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit feststeht, dass sich die gesundheitlichen Verhältnisse in anspruchsre-
levanter Weise geändert haben. Wie nachfolgend zu zeigen ist, ist dies 
vorliegend nicht der Fall. Es handelt sich vielmehr um eine andere Beurtei-
lung desselben Sachverhaltes. Dr. med. G.________ hat plausibel ausge-
führt, dass eine kombinierte Persönlichkeitsstörung besteht, da auch Per-
sönlichkeitsanteile des schizoiden, des impulsiven und narzisstischen Typs 
vorhanden sind. Weiter überzeugt ihre Einschätzung, wonach die von der 
behandelnden Psychiaterin erhobene Angst- und Panikstörung (AB 63 
S. 2) im Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung die Diagnosekriterien 
nach ICD-10 nicht erfüllte und dass die von Dr. med. D.________ darge-
stellte, als Dysthymie imponierende Symptomatik in der Jugend und im 
jungen Erwachsenenalter bereits Anzeichen der Persönlichkeitsstörung war 
(AB 110 S. 38). Aufgrund der gesamten Akten beruhen die nunmehr ge-
stellten Diagnosen auf einer Persönlichkeitspathologie, die seit der Kindheit 
besteht, wie von Dr. med. G.________ mit nachvollziehbarer, schlüssiger 
Begründung dargelegt wurde (vgl. AB 110.1 S. 36 f.). Dies wird von der 
Beschwerdeführerin denn auch nicht bestritten. Bezüglich der psychiatri-
schen Beurteilungen betreffend die rezidivierende depressive Störung gibt 
es keine nennenswerten Divergenzen (AB 10 S. 38). Auch die behandeln-
de Psychiaterin hat im Übrigen im Verlaufsbericht vom 15. April 2015 den 
Gesundheitszustand als stationär bezeichnet (vgl. vorstehend E. 3.3.3). 

Zusammenfassend ist nach dem massgebenden Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) erstellt, dass in 
gesundheitlicher Hinsicht keine relevante Änderung seit 2011 (AB 36) ein-
getreten ist. Die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit ist denn auch im 
Wesentlichen unverändert: In einer angepassten Tätigkeit ist die Be-
schwerdeführerin zu 60% arbeitsfähig, wobei dies gemäss Dr. med. 
G.________ mindestens seit der Erstellung des psychiatrischen Gutach-
tens von Dr. med. D.________ vom September 2010 gilt (AB 110.1 S. 40 
f.). Ein medizinischer Revisionsgrund ist damit nicht ausgewiesen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 14

3.7 Weiter ist zu prüfen, ob in erwerblicher Hinsicht eine relevante Ver-
änderung eingetreten ist. 

3.7.1 Es stellt sich die Frage, ob das Invalideneinkommen – wie in der 
Verfügung vom 25. Januar 2011 (AB 36; 30 S. 5) – weiterhin gemäss den 
LSE-Tabellen zu berechnen ist oder ob neu auf das von der Beschwerde-
führerin effektiv erzielte Einkommen abzustellen ist, welche Änderung ei-
nen Revisions- resp. Neuanmeldungsgrund darstellte. Die Beschwerdefüh-
rerin wurde am 13. Januar 2016 via Job Coach Placement zu einem Be-
schäftigungsgrad von 60% angestellt und der I.________ zu 30% und dem 
J.________ zu 30% im Leistungsstundenlohn ausgeliehen (AB 103 S. 9 
und 10). Per 1. Januar 2017 wurde sie bei beiden Arbeitgebern zu einem 
Pensum von je 30% angestellt (vgl. Schlussbericht Phase II des Job Coach 
Placements, AB 115 S. 2 f.). Den Lohnabrechnungen von Januar bis Okto-
ber 2017 (AB 131 S. 12 ff.) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin 
in dieser Zeit insgesamt ein Bruttoeinkommen von Fr. 23‘628.35 erzielt hat. 
Aufgerechnet auf das ganze Jahr 2017 ergibt dies ein Bruttoeinkommen 
von Fr. 28‘354.--. 

Zu prüfen ist, ob das effektiv erzielte Einkommen unter dem LSE-
Tabellenlohn liegt, weil in diesem Fall die Beschwerdeführerin ihre Restar-
beitsfähigkeit nicht optimal verwertete, so dass weiterhin auf statistische 
Daten abgestellt werden müsste: Gestützt auf das psychiatrische Gutach-
ten von Dr. med. G.________ vom 30. September 2016 (AB 110.1) ist die 
Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 60% arbeitsfähig. 
Bei der Berechnung des Invalideneinkommens anwendbar ist das Total des 
Kompetenzniveaus 1 der Tabelle TA1 der LSE 2014. Der massgebliche 
Bruttolohn für Frauen beträgt dabei Fr. 4'300.--. Auf die betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden aufgerechnet (BFS, Betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) sowie unter Berück-
sichtigung der 60%-igen Arbeitsfähigkeit ergibt dies ein Einkommen von 
Fr. 32‘275.80 (Fr. 4‘300.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0.6) im Jahr. Mit einem LSE-
Abzug von 10% beträgt das Invalideneinkommen mindestens 
Fr. 29‘048.20. 

Nach dem Dargelegten liegt das effektiv von der Beschwerdeführerin er-
zielte Einkommen (Fr. 28‘354.--) unter dem Einkommen gemäss LSE-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 15

Tabellenlohn (Fr. 29‘048.20), weshalb das Invalideneinkommen nach wie 
vor nach den LSE-Tabellen zu berechnen ist. Eine revisionsrelevante Ver-
änderung ist diesbezüglich nicht eingetreten. 

3.7.2 Weiter ist zu prüfen, ob Anhaltspunkte bestehen, dass sich betref-
fend das Valideneinkommen eine revisionsrelevante Veränderung einge-
stellt hat. In der Verfügung vom 25. Januar 2011 (AB 36) berechnete die 
Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen gestützt auf die letzte Ar-
beitsstelle der Beschwerdeführerin als … im K.________ in … (AB 30 S. 3; 
16 S. 4). Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb das Valideneinkommen nun 
anders – die Beschwerdegegnerin berechnete dieses in der angefochtenen 
Verfügung gestützt auf die LSE 2014 (AB 128 S. 8) – festzusetzen wäre. 
Damit liegt keine revisionsrelevante Veränderung vor. 

3.7.3 Schliesslich stellt sich die Frage, ob sich der Status verändert hat. 
Die Beschwerdegegnerin hat diesen in der angefochtenen Verfügung vom 
9. Oktober 2017 (AB 129) wie in der Verfügung vom 25. Januar 2011 
(AB 36) auf 80% Erwerb und 20% Haushalt festgelegt. Der Einwand der 
Beschwerdeführerin, wonach der Status auf 90% Erwerb und 10% Haus-
halt festzulegen sei (Beschwerde S. 3), überzeugt nicht. Anlässlich der Er-
hebung vom 24. Januar 2017 gab die Beschwerdeführerin an, dass sie bei 
guter Gesundheit mehr arbeiten würde, sicher 80% (AB 128 S. 5). Diese 
sogenannte spontane „ Aussage der ersten Stunde“ ist in der Regel unbe-
fangener und zuverlässiger als spätere Darstellungen, die bewusst oder 
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 
anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 
E. 8c S. 143; SVR 2016 UV Nr. 44 S. 147 E. 3.5), weshalb sie höher zu 
gewichten ist als die späteren Vorbringen. Entscheidend ist aber, dass we-
der Gründe vorgebracht werden noch solche ersichtlich sind, dass sich der 
Status im Gesundheitsfall seit der Rentenablehnung 2011 geändert hätte. 

Soweit die Beschwerdeführerin die Berechnung des IV-Grades nach der 
gemischten Methode bemängelt (Beschwerde S. 2 ff.), ist darauf zu ver-
weisen, dass das neue Berechnungsmodell bei der gemischten Methode 
ab dem Inkrafttreten der entsprechenden Verordnungsregelung, also ab 1. 
Januar 2018, gilt (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 372 vom 9. Januar 2018). Für 
den vorliegend zu beurteilenden Zeitraum bis zur angefochtenen Verfügung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 16

vom 9. Oktober 2017 findet das bis zum 31. Dezember 2017 geltende 
Recht Anwendung. Eine revisionsrelevante Veränderung ist nicht eingetre-
ten. 

3.8 Zusammenfassend hat sich seit der rentenabweisenden Verfügung 
vom 25. Januar 2011 (AB 36) in den tatsächlichen Verhältnissen keine er-
hebliche Änderung eingestellt, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Damit bleibt kein Raum für eine in recht-
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassende Prüfung des Rentenan-
spruchs (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200). Die angefochtene Verfügung vom 
9. Oktober 2017 (AB 129) ist daher im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die 
Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

3.9 Der Beschwerdeführerin bleibt es unbenommen, mit Blick auf das 
neue Recht zur gemischten Methode eine Neuanmeldung vorzunehmen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, der unterliegenden Beschwerdeführerin 
auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie werden dem in gleicher Höhe geleis-
teten Kostenvorschuss entnommen. 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juni 2018, IV/17/987, Seite 17

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.