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**Case Identifier:** 8c5cf3a6-68cc-5a95-b9fc-b28d697f0426
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-09-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 27.09.2006 R 2006 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_R-2006-63_2006-09-27.pdf

## Full Text

R 06 63
4. Kammer 

URTEIL
vom 27. September 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. … planen die Erstellung eines 4-stöckigen Einfamilienhauses auf Parzelle Nr. 

1556 in der Kernzone in ... Bei dieser Gelegenheit trat die Gemeinde … mit 

dem Wunsch an die Bauherrschaft heran, zu Gunsten der Öffentlichkeit ein 

Durchgangsrecht eingeräumt zu erhalten, um den Neubau bzw. die 

Erweiterung des Trottoirs … realisieren zu können. Im Gegenzug wurde in 

Aussicht gestellt, ein Näherbaurecht zu Gunsten der Parzelle Nr. 1556 

einzutragen. Nachdem am 28. März 2006 das Baugesuch publiziert worden 

war, gingen innert Frist drei Einsprachen ein, darunter diejenigen von … sowie 

... Die Einsprecher machten u.a. eine ungenügende Erschliessung, die 

Verletzung von Distanzvorschriften und des Einordnungsgebots sowie die 

Missachtung von Baufluchten geltend.

2. Die vom Gemeindevorstand beauftragte kantonale Denkmalpflege hielt in 

ihrer Stellungnahme vom 8. Juni 2006 fest, … besitze gemäss ISOS ein 

Ortsbild von nationaler Bedeutung. Bauten hätten sich somit bezüglich 

Grösse, Form und Stellung in ihre Umgebung, also ins jeweilige Quartier, 

einzugliedern. Der projektierte Neubau komme ins Gebiet …, welches sich 

zwischen der Via … und dem Bahnareal (Via …) ausdehne. Das Gebiet 

charakterisiere sich durch eine eher gemischte Bebauung entlang dem 

Zugang zum Ortskern (Via …) mit einzelnen älteren Wohnhäusern sowie 

Geschäften und einer bis über die Mittelschule hinaus vornehmlich 

gewerblichen Baustruktur entlang dem Bahnareal. Den Abschluss bilde das 

Hotel … am Bahnhof. Das projektierte Gebäude habe einen einfachen 

kompakten Kubus und füge sich in die Reihe gewerblicher Bauten entlang der 

Via … ein. Ebenfalls übernehme es durch die auskragende Attika deren 

prägnanten Flachdachabschluss. Die durch die Parzellengeometrie bedingte 

Schmalheit des Baukörpers sei in diesem Quartierteil ebenfalls mehrfach 

vertreten. Eingeschossige An- und Nebenbauten seien ebenso typisch. Das 

Gebäue widerspiegle den Charakter gewerblicher Zweckbauten in …, welche 

grösstenteils aus der Zeit nach 1880 stammten und in ihrer Art nicht den 

anderweitig im Ort vorzufindenden Engadinerhaustyp entsprächen. Einer 

Genehmigung des Projektes stehe aus Sicht der Denkmalpflege daher nichts 

entgegen. Wie üblich seien Materialisierung und Ausbildung der Details vor 

Baubeginn zuhanden der Baukommission zu bemustern.

3. Mit Entscheid vom 13./14. Juni 2006 wies der Gemeindevorstand die 

Einsprachen ab und erteilte die Baubewilligung unter den üblichen 

Bedingungen und Auflagen. Insbesondere wurde auferlegt, dass mit dem Bau 

erst begonnen werden dürfe, wenn das erforderliche Überbaurecht zu Lasten 

der westlich gelegenen Parzelle 1021 vorliege.

4. Dagegen liessen … sowie … am 6. Juli 2006 durch ihren gemeinsamen 

Rechtsvertreter frist- und formgerecht Rekurs erheben. Neben der begehrten 

aufschiebenden Wirkung, welche mit Verfügung vom 17. Juli 2006 erteilt 

wurde, beantragten sie die kostenfällige Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids und die Abweisung der Baubewilligung. Zudem wurde ein 

Augenschein beantragt, weil sich die tatsächlichen Verhältnisse aus den 

Akten nicht hinreichend entnehmen liessen. Zur Begründung brachten sie im 

Wesentlichen vor, das geplante Gebäude weiche 1-1.5 m von den 

bestehenden Baufluchten ab und daher sei der Strassenabstand 

ungenügend. Auch seien die bestehenden Abstandsvorschriften über 

Einfriedungen in Bezug auf die Gebäudemauern verletzt, weil sich 

Einfriedungen per Definition vor dem Gebäude befänden. Eine 

Unterschreitung dieses Abstandes sei nur möglich, wenn keine 

überwiegenden öffentlichen Interessen entgegen stünden, dies sei hier aber 

der Fall. Weiter genüge der Garagenplatz nicht den gesetzlichen 

Mindestvorschriften und gefährde die Verkehrssicherheit, weil der private 

Weg … der Öffentlichkeit unbeschränkt zur Benutzung offen stehe und daher 

unabhängig der Eigentumsverhältnisse als öffentliche Strasse zu beurteilen 

sei. Ferner sei das Flachdach zu beanstanden, weil sich die Dachform nach 

den umliegenden Bauten zu richten habe. Damit könnten nur Gebäude der 

Kernzone gemeint sein und diese wiesen keine Flachdächer auf, wodurch die 

gewählte Dachform unzulässig sei. Auch seien die Bestimmungen über die 

Gebäudehöhe verletzt. Zwar sei es möglich, dass sich die absolute Höhe des 

Bauvorhabens im Bereich der absoluten Höhe anderer Gebäude in der 

Kernzone bewege. Für die Gebäudehöhe müsse jedoch die Traufseite und 

die Firsthöhe separat berücksichtigt werden. Die Vorinstanz habe 

offensichtlich darauf verzichtet und darüber hinweggesehen, dass der 

schmale und überhohe Baukörper in der Kernzone … singulär und damit 

unzulässig sei. Überdies sei die Messweise für die Ermittlung der 

Gebäudehöhe falsch. So könne nicht bloss oberkant der 

Flachdachkonstruktion gemessen werden, da das Dachfries einen konstruktiv 

notwendigen Bestandteil des Flachdaches darstelle und so 

mitzuberücksichtigen sei. Die Oberkante des Dachfrieses überschreite jedoch 

überall die zulässige Gebäudehöhe um 30 cm. Könne das Fries nun die Höhe 

nicht einhalten, liege eine privilegierte Dachaufbaute vor, wobei die 

Bauherrschaft die Privilegierung nachweisen müsse. Die Vorinstanz habe die 

Vereinbarkeit mit den einschlägigen Ästhetikvorschriften wenn überhaupt, nur 

der Form halber geprüft. Es läge daher keine Ermessensbetätigung vor, 

welche es zu respektieren gelte. Der Verweis auf die kantonalen Vorschriften, 

wonach auch in Kernzonen neue gute Architektur zulässig sei, sei nicht 

zutreffend. Dabei handle es sich um Mindestanforderungen an die Ästhetik, 

unabhängig von der Zonierung des Baugrundstücks. Hier stehe jedoch ein 

Bauvorhaben zur Diskussion, für welches kommunale Vorschriften 

bestünden, die über die kantonalen Mindestanforderungen hinausgingen und 

ein Abweichen von der gewachsenen Struktur nicht zuliessen, weil sie ein 

Eingliederungsgebot enthielten. Schliesslich brachten die Rekurrenten vor, 

der Einsprache- und Baubewilligungsentscheid sei gemäss Protokoll bereits 

am 9. Mai 2006 gefällt worden, also zu einem Zeitpunkt, als die 

Stellungnahme der Denkmalpflege vom 8. Juni 2006 noch gar nicht 

vorgelegen sei. Die Stellungnahme sei verspätet und ein 

Gefälligkeitsgutachten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen würden darin 

zutreffend wiedergegeben. Indessen seien die Schlüsse, welche die 

Denkmalpflege daraus gezogen habe, falsch. Die bestehende Bebauung 

weise keine gemischte Struktur, respektive gewerbliche Baustruktur auf. Die 

traditionelle Bauweise mit Giebeldächern herrsche in der Kernzone … vor. 

Gewerbliche Bauten in Form von Flachdachbauten fänden sich in den an die 

Kernzone angrenzenden Gebieten. Das Bauprojekt sei zudem ein Wohnhaus 

und keine Gewerbebau. Im Übrigen sei deren Form wohlproportioniert, was 

beim Bauprojekt nicht der Fall sei. Dieses wirke nicht nur überhöht, sondern 

sei es im Vergleich zur bestehenden Substanz auch. Das Projekt zeichne sich 

durch moderne Architektursprache, spezielle Materialisierung sowie 

Farbgebung aus. Es füge sich mit der abweisenden, in dunkelgrauem 

Naturstein gehaltenen Fassade nicht ein, ebenso wenig in die für die 

Kernzone völlig atypische, äusserst schlanke und hohe Form. Die optische 

Wirkung des Saals Terminus lasse sich damit nicht vergleichen. Dieser sei in 

weisser Farbe gehalten, umfasse nur drei Vollgeschosse und ein Giebeldach. 

Weiter seien die wenigen Fenster des geplanten Baus sehr eigenwillig 

angeordnet, was ebenfalls nicht ins Quartier der sorgfältig gestalteten 

Engadinerhäuser passe. Ein Abweichen von ortsüblichen Gebäude- und 

Firsthöhen sowie Gebäudevolumina wäre selbst im Rahmen einer 

Quartierplanung unzulässig. An die benachbarte Überbauung … seien hohe 

Anforderungen gestellt worden.

5. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Bauherrschaft kostenfällige 

Abweisung des Rekurses. Auf den Augenschein sei zu verzichten, weil die 

Situation aus den Akten genügend klar hervorgehe. Die Gemeinde habe den 

Strassenabstand und den Garagenvorplatz als gesetzeskonform betrachtet. 

Eine Kernzone … gebe es in … nicht. In der Kernzone und in der direkten 

Nachbarschaft seien Flachdachbauten häufig und ortsüblich. Die 

Gebäudehöhe bewege sich, wie von den Rekurrenten erkannt, im Bereich 

anderer Gebäude. Die Trauflinien könnten wohl unterschiedlich sein, indes 

bewegten sie sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Die Unterschiede 

würden dazu beitragen, dass die Gestaltung der Gebäude nicht uniform sei, 

was besonders in der Kernzone wichtig sei, weil dort die Bauten aneinander 

gegliedert seien. Schmale, eingeschobene Baukörper seien auch in der 

Kernzone von … keine Ausnahme. Die Höhe des Gebäudes halte den im 

Gesetz formulierten Schnittpunkt zwischen Fassade und Dacheindeckung 

ein. Aus dem Schnittplan gehe hervor, dass die wasserführende Schicht, also 

die Dacheindeckung, noch tiefer ausgelegt werden könnte. Die 

eingezeichnete Gummidichtungsbahn, die die Aufgabe der Dachhaut 

übernehme, liege nochmals 5 cm tiefer als der Schnittpunkt gemessen 

worden sei. Tatsächlich werde die Gummidichtungsbahn beim Dachrand 

seitlich zur mechanischen Befestigung aufgebordet. In diesem Bereich führe 

sie aber physikalisch bedingt kein Wasser mehr und habe somit nicht mehr 

die Aufgabe der Dachhaut, sondern diene der mechanischen Befestigung. 

Würde ein Steildach und eine traufseitige Lukarne gewählt, würde sich die 

wahrzunehmende Gebäudehöhe nochmals deutlich erhöhen. Auch das in der 

näheren Umgebung gewählte Tonnendach würde den Übergang von 

Fassade und Dach deutlich erhöht erscheinen lassen. Das gewählte 

Flachdach sei die Variante, die im Raumprofil am wenigsten stark in 

Erscheinung trete und gestalterisch zum Bauvolumen passe. Das Projekt 

basiere auf dem heute bestehenden Holzhaus. Die Gestaltung des Projekts, 

dessen Volumen und murale Erscheinung seien in die Umgebung eingepasst. 

Die Anordnung der Fenster sei wie beim traditionellen Engadinerhaus, auf die 

Nutzung und das Fassadenbild abgestimmt und verhalte sich genauso 

introvertiert. Die Fassade werde verputzt und nicht in Naturstein ausgeführt. 

Eine Farbe sei noch nicht definiert, sondern werde bemustert und der 

Kommission zur Begutachtung vorgelegt. Die Helligkeit sei in den Plänen 

gleich dargestellt wie jene der Nachbarhäuser. Auch hier bezögen sich die 

Rekurrenten auf eine Kernzone …, die gar nicht existiere und in der 

Nachbarschaft gebe es keine sorgfältig gestalteten Engadinerhäuser. In der 

Umgebung seien die „Alte BK“ mit Flachdach, das Hotel Terminus mit 

Satteldach und das Haus … mit Tonnendach als architektonisch wertvoll in 

der Fachliteratur erwähnt.

6. Die Gemeinde liess in ihrer Vernehmlassung ebenfalls kostenfällige 

Abweisung des Rekurses beantragen. Zunächst sei das neue kommunale 

Baugesetz anwendbar und bei deren Anwendung sei die Kognition des 

Verwaltungsgerichts praktisch auf Willkür beschränkt. Was die 

Abstandsvorschriften über Einfriedungen angehe, hätten diese ihren Sinn 

darin, dass Einfriedungen bei Schneeräumungen leicht eingedrückt werden 

könnten und dies gelte es zu vermeiden. Bei einer massiven Hausfassade sei 

dies jedoch nicht zu befürchten. Zudem betrage der Abstand zwischen 

Hausfassade und Strassenkörper an der engsten Stelle an der Ecke Südost 

im Minimum 2.2 m. Somit könnte auch hier mit einem Abstand von 30 cm 

immer noch ein Trottoir mit einer den Regeln der Baukunst entsprechenden 

Breite von 1.9 m realisiert werden. Eine Verletzung von 

Strassenabstandsvorschriften stehe nicht zur Diskussion, weil es keine 

diesbezüglichen Vorschriften gebe. Die existierenden 

Abstandsbestimmungen seien indes eingehalten. Eine Verletzung der 

Baufluchten komme nur in Frage, wenn eine solche überhaupt bestehe. Im 

Bereich der Ostfassade von Parzelle Nr. 1556 gebe es jedoch keine 

Bauflucht. Dafür lägen die Bauten auf Parzellen Nrn. 2002, 1356, 1556, 204 

und 206 viel zu weit auseinander. Der gesetzliche Grenzabstand gemäss 

Zonenschema sei 4 m. Es stimme zwar, dass die Bauflucht des Hotels 

Terminus nicht übernommen werde. Dies schade der Bauherrschaft aber 

nicht, weil keine gassenbildende Bauflucht vorliege. Der kommunal 

vorgeschriebene Minimalabstand von 4 m werde zwar unterschritten, es 

bestehe jedoch Aussicht auf die Einräumung eines Näherbaurechts. 

Diesbezüglich genüge die sachgerechte Nebenbestimmung wonach erst 

gebaut werden dürfe, wenn die entsprechende Vereinbarung geschlossen 

worden sei. Auf diese Weise sei es der Gemeinde auch möglich, einfach und 

kostengünstig an die Rechte für die Realisierung des Trottoirs zu kommen, 

was im öffentlichen Interesse sei. Der Weg … sei entgegen der 

rekurrentischen Ansicht eine private Strasse. Die Gemeinde verfüge daran 

lediglich über ein Fussweg- nicht aber über ein Fahrwegrecht. Auf dem 

Strassenstück vor der Garage bestehe ein Amtsverbot, das jegliches 

Befahren für Unberechtigte und damit für die Öffentlichkeit verbiete. Weiter 

unterstehe das abzubrechende Gebäude nicht der Ortsbildschutzzone, so 

dass betreffend Dachform keine verbindlichen Vorgaben bestünden. Die 

Höhen der umliegenden Gebäude seien mit dem vorliegenden Projekt 

vergleichbar und mehr sei gesetzlich nicht vorgeschrieben. Auch sei nach 

Auffassung der Gemeinde die Dacheindeckung für die Messung der Höhe 

massgebend, womit diese nicht überschritten werde. Das Fries sei als 

Dachaufbaute zu qualifizieren und, da es sich gut einfüge sowie die 

Gebäudehöhe nicht nennenswert erhöhe, sei dies von untergeordneter 

Bedeutung. Soweit von den Rekurrenten ein unlauteres Vorgehen 

vorgeworfen werde, werde übersehen, dass die Baubehörde über das 

vorliegende Baugesuch am 13. Juni 2006 ein zweites Mal Beschluss gefasst 

hatte, dies, nachdem der formelle Fehler und die zwingende Begutachtung 

durch die kantonale Denkmalpflege erkannt worden sei. Schliesslich könne, 

soweit die Rekurrenten in materieller Hinsicht ihre eigene Auffassung 

derjenigen von Baubehörde und kantonaler Denkmalpflege entgegenstellten, 

auf die ausführliche Erwägung im angefochtenen Entscheid und auf die 

Stellungnahme der Denkmalpflege verwiesen werden.

7. Am 26. September 2006 führte eine Delegation des Verwaltungsgerichts 

einen Augenschein an Ort und Stelle durch. Die Rekurrenten liessen sich 

durch ihren Anwalt vertreten. Von Seiten der Gemeinde waren der Bauchef 

sowie ihr Rechtsvertreter anwesend, während der Bauherr und Architekt des 

streitigen Bauvorhabens persönlich teilnahm. Allen Beteiligten wurde dabei 

die Gelegenheit geboten, sich anhand der Örtlichkeiten auch noch mündlich 

zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern.

Auf das Ergebnis des Augenscheins und die weiteren Vorbringen der Parteien 

in ihren Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der Bau- und 

Einspracheentscheid des Gemeindevorstandes von … vom 13./14. Juni 2006. 

Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob die nachgesuchte Baubewilligung zu Recht 

erteilt wurde. 

b) Für die Beurteilung dieser Frage ist neben dem kantonalen 

Raumplanungsgesetz (BR 801.100; KRG) auf das kommunale Baugesetz 

(BG) vom 15. Dezember 2005 abzustellen. Letzteres ist gemäss Art. 106 

Abs. 1 BG auf alle Baugesuche anwendbar, welche bis zu seinem In-Kraft-

Treten noch nicht bewilligt worden sind. Solche im Verfahrensrecht häufig 

angeordneten Regelungen haben eine unechte Rückwirkung. Dies ist nicht zu 

beanstanden, solange - wie vorliegend - keine wohlerworbene Rechte 

entgegenstehen (BGE 126 V 134). 

c) Die kommunalen Baugesetze stellen, soweit das kantonale Recht keine 

abschliessende Regelung gefunden hat und für Fragen, bei denen den 

Gemeinden eine relativ erhebliche Gestaltungsfreiheit zusteht, autonomes 

Gemeinderecht dar (BGE 128 I 3 E. 2b). Die Gemeindeautonomie bezieht sich 

dabei nicht nur auf die Rechtssetzung, sondern auch auf die 

Rechtsanwendung und -auslegung, wenn die anwendbare Bestimmung dem 

selbständigen Gemeinderecht angehört. Das Verwaltungsgericht hat sich 

dann bei der Anwendung und Auslegung solcher Normen Zurückhaltung 

aufzuerlegen, wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die Auslegung schwierig ist oder 

in besonderem Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind. Den 

Gemeinden steht in solchen Fällen ein geschützter Beurteilungs- und 

Ermessensspielraum zu, in welchen das Verwaltungsgericht nur eingreifen 

kann, sofern die Gemeinde diesen Bereich missbraucht oder überschritten 

hat. Die Kognition des Verwaltungsgerichtes beschränkt sich damit praktisch 

auf eine Willkürprüfung, d.h. das Verwaltungsgericht kann nur dann 

eingreifen, wenn sich der gestützt auf autonomes Gemeinderecht erlassene 

Entscheid als sachlich unvertretbar erweist oder gegen allgemeine 

Rechtsgrundsätze verstösst. Das Gericht hat insbesondere dann keinen 

Anlass einzugreifen, wenn sich die Gemeinde bei der Anwendung und 

Auslegung ihres autonomen Rechtes an den klaren Wortlaut einer 

Bestimmung hält (vgl. VGU R 98 749; R 03 93). 

2. a) Die Rekurrenten rügen zunächst, gemäss Art. 53 Abs. 2 BG müssten, wo 

Baugestaltungslinien fehlen, die bestehenden Baufluchten eingehalten 

werden. Das geplante Gebäude weiche indes um 1 - 1.5 m von der Bauflucht 

ab. Wie die Gemeinde diesem Argument richtig entgegenhält kann eine 

Bauflucht lediglich eingehalten werden, wenn eine solche vorbestehend ist. 

Von einer Bauflucht wird allgemeinhin dann gesprochen, wenn die Stellung 

der Baukörper auf einer geraden (Flucht-) Linie verläuft. Eine solche Linie 

lässt sich an Ort und Stelle, wie sich das Gericht anlässlich des Augenscheins 

versichern konnte, indes nicht ausmachen. Die benachbarten Baukörper sind 

in ihrer Ausrichtung uneinheitlich angeordnet und weisen unregelmässige 

Grenzabstände auf. Eine Über- bzw. Unterscheitung der Fluchtlinie fällt daher 

ausser Betracht und das vorgebrachte Argument erweist sich als unbehelflich.

b) Weiter wird vorgebracht, die Abstandsvorschriften über Einfriedungen 

gemäss Art. 5 BG seien in Bezug auf die Gebäudemauern verletzt. Bestünden 

nämlich Abstandsvorschriften für Einfriedungen, müssten diese erst recht 

auch für Gebäude gelten. Zunächst ist unbestritten, dass nach dem klaren 

Wortlaut der Bestimmungen lediglich Einfriedungen von den 

Abstandsvorschriften erfasst sind. Neben dem eindeutigen Titel ist im zweiten 

Absatz von „Zäunen“ die Rede und im dritten Absatz von „Anlagen“. Eine 

Ausdehnung des Normgehalts auf Gebäudemauern wäre indes mittels 

Gesetzesauslegung denkbar, wenn die Bestimmung einen Zweck verfolgte, 

dem gegenüber dem klaren Wortlaut der Norm eine vorrangige Bedeutung 

zukommen würde (teleologische Auslegung contra legem). Wie bereits in 

Erwägung 1c dargelegt, fällt die Auslegung von selbständigem kommunalem 

Recht indes in den Autonomiebereich der Gemeinde und die Kognition des 

Verwaltungsgerichts ist in diesem Bereich auf Willkür beschränkt. 

Insbesondere hat das Gericht keinen Anlass einzugreifen, wenn sich die 

Gemeinde bei der Anwendung und Auslegung des selbständigen 

Gemeinderechts an den klaren Wortlaut der Bestimmung hält. Daher ist nicht 

zu beanstanden, wenn die Baubehörde die Abstandsvorschriften lediglich auf 

Einfriedungen anwendet, welche in Art. 5 BG ausdrücklich genannt sind.

c) Zu prüfen ist sodann, ob die Bestimmungen des kantonalen 

Raumplanungsgesetzes (BR 801.100; KRG) eingehalten wurden. Diese 

sehen vor, dass ein Grenzabstand von 2.5 m zum Nachbargrundstück 

einzuhalten ist, sofern das Baugesetz der Gemeinde nicht grössere Abstände 

vorsieht (Art. 75 Abs. 1 KRG). Auszugehen ist daher vom durch die Gemeinde 

… im Zonenplan  festgesetzten Grenzabstand von 4 m. Der so festgelegte 

Mindestabstand kann gemäss Art. 77 KRG unterschritten werden, wenn eine 

Vereinbarung zwischen den Betroffenen vorliegt und keine überwiegenden 

Interessen dagegen stehen. Das Erfordernis der Vereinbarung wurde vom 

Verwaltungsgericht dahingehend präzisiert, dass diese erst vor Baubeginn 

getroffen sein muss, wenn ihre Sicherstellung wie im vorliegenden Fall, durch 

Nebenbestimmung gewährleistet ist (PVG 1990 Nr. 12). Es schadet in 

formeller Hinsicht daher nicht, wenn Näher-, bzw. Überbaurechte zum 

Zeitpunkt der Bewilligung noch nicht eingeräumt wurden. Materiell könnte 

geltend gemacht werden, die Bewilligung dürfte wegen entgegenstehenden 

überwiegenden öffentlichen Interessen nicht erteilt werden. Eine Gefährdung 

solcher Interessen, z.B. des Schutzes von polizeilichen Schutzgütern oder 

raumplanerischen Interessen, ist im vorliegenden Fall jedoch nicht ersichtlich 

und wird von den Rekurrenten auch nicht vorgebracht. Insbesondere verbleibt 

aufgrund des verbleibenden Abstands genügend Platz, das geplante Trottoir 

nach den Regeln der Baukunst zu erstellen. Die Bewilligung zur 

Unterschreitung der Abstandsvorschriften ist daher nicht zu beanstanden.

3. Die Rekurrenten rügen ferner die Abmessungen des Garagenvorplatzes. 

Gemäss Art. 12 BG müssten Einstellhallen und Garagen mit direkter Ausfahrt 

auf öffentliche Strassen, Wege und Plätze gemäss Art. 12 BG einen Vorplatz 

von mindestens 5  Länge und 3 m Breite aufweisen und dies sei vorliegend 

nicht der Fall. Umstritten ist hier einzig, ob der im Privateigentum stehende 

Strassenabschnitt als „öffentliche Strasse“ zu qualifizieren ist. 

Rekurrentischer Ansicht nach sei hierbei nicht auf die Eigentumsverhältnisse 

abzustellen, weil für die Verkehrssicherheit allein entscheidend sei, dass die 

Strasse der Öffentlichkeit zur Verfügung stehe. Diese Argumentation verkennt 

jedoch die tatsächlichen Verhältnisse und fusst auf falschen Prämissen. Wie 

sich das Gericht anlässlich des Augenscheins versichern konnte, ist auf der 

betreffenden Strasse ein Fahrverbot signalisiert und zugunsten der 

Öffentlichkeit ist lediglich ein Fusswegrecht eingeräumt. Die Rüge ist daher 

unbegründet.

4. Mit Verweis auf Art. 53 BG bringen die Rekurrenten vor, die Dachform des 

geplanten Gebäudes richte sich nicht wie vorgesehen nach den umliegenden 

Bauten, wobei nur diejenigen massgeblich seien, welche sich in der Kernzone 

befänden und diese wiesen kein Flachdach auf. Im Lichte der vorerwähnten 

Praxis zum autonomen Gemeinderecht kann diesem Argument in zweifacher 

Hinsicht nicht gefolgt werden. Einerseits ist im Gesetz nirgends festgelegt, 

dass nur die umliegenden Bauten der gleichen Zone als „Umgebung“ zu 

werten sind. Allein aus der Tatsache, dass das Einordnungsgebot nach Art. 

53 BG lediglich für die Kernzone gilt, lässt sich dieser Schluss jedenfalls nicht 

stringent herleiten. Die Auslegung der Baukommission ist daher nicht 

gesetzeswidrig, wenn sie Fachdachbauten entlang der Via … 

mitberücksichtigt. Anderseits sind bereits in der Kernzone selbst 

augenscheinlich mehrere Flachdachhäuser vertreten, welche für die 

Beurteilung der Eingliederung herangezogen werden müssen. Der Entscheid 

der Baubehörde erweist sich daher als sachgerecht und ist im Rahmen des 

verwaltungsgerichtlichen Verfahrens nicht zu beanstanden.

5. a) Sodann machen die Rekurrenten geltend, obwohl die absolute Höhe des 

Bauvorhabens sich zwar im Bereich der absoluten Höhe anderer Gebäude in 

der Kernzone bewege, zeigten die Visualisierungen im Projektbuch, dass das 

Gebäude zu einer massiven Verletzung von Art. 53 Abs. 2 BG führe. Offenbar 

soll damit geltend gemacht werden, dass sich die maximale Gebäude- und 

Firsthöhe nicht nach den umliegenden Bauten richtet. Wie das Wort „richten“ 

verdeutlicht ist damit nicht gesagt, dass keine Unterschiede bestehen dürfen. 

Bei der Beurteilung dieser Frage kommt der Baubehörde daher ein Ermessen 

zu. Dabei hat die Baubehörde für ihren Entscheid auf die Visualisierung der 

projektierten Baute abgestellt, was nicht zu beanstanden ist, zumal die 

maximale Gebäudehöhe nicht überschritten wird. Es besteht daher kein 

Anlass, in den geschützten Ermessensspielraum der Baubehörde innerhalb 

des autonomen Gemeinderechts einzugreifen.

b) Weiter wird die Messweise der Gebäudehöhe beanstandet. Nach Ansicht der 

Rekurrenten müsse der Dachkranz in die Messung einbezogen werden, 

zumal es sich um einen konstruktiv notwendigen Bestandteil des Flachdaches 

handle. Dagegen verweisen die Rekursgegner auf ihre Auslegung von Art. 49 

Abs. 1 BG, wonach das „Mittel aller Gebäudehauptecken, gemessen vom 

gewachsenen Boden bis zum Schnittpunkt der Fassade mit der 

Dacheindeckung“ die Gebäudehöhe bestimmt. Begriffe und Messweisen 

richten sich gemäss Art. 36 der Verordnung zum KRG (BR 801.110, KRVO) 

bis zum Erlass von kantonaler Vorschriften nach den Bestimmungen der 

kommunalen Baugesetze, d.h. die entsprechenden Normen fallen in den 

Autonomiebereich der Gemeinden. Wie bereits mehrfach ausgeführt, ist die 

Prüfungsbefugnis des Verwaltungsgerichts in diesem Bereich praktisch auf 

Willkür beschränkt. Demnach ist zu prüfen, ob die Gemeinde willkürlich 

angenommen hat, dass unter den Begriff „Dacheindeckung“ lediglich die 

„Hauptfläche des Daches definiert wird“. Aus dem Einspracheentscheid der 

Baubehörde ist ersichtlich, dass sie sich bei der Auslegung dieses Begriffs 

vom allgemeinen Sprachgebrauch sowie von Justiziabilitätsüberlegungen 

leiten liess. Dies ist durchaus sachgerecht und auch im Ergebnis nicht 

offensichtlich falsch, zumal unter einer „Dacheindeckung“ ohne weiteres 

derjenige Teil des Daches verstanden werden kann, der den Schutz vor 

Witterungseinflüssen gewährleistet. Der Dachkranz kann sodann, wenn nicht 

in Bezug auf die Gebäudehöhe, im Rahmen der Ästhetikvorschriften 

berücksichtigt werden. Die Gesetzesauslegung durch die Baubehörde ist 

daher nicht willkürlich und ein Eingriff des Verwaltungsgerichts rechtfertigt 

sich nicht.

6. a) Unter Verweis auf Art. 73 KRG sowie auf Art. 53 Abs. 1 und 2 BG wird weiter 

die Einordnung des Bauvorhabens bemängelt. Zunächst wird in formeller 

Hinsicht vorgebracht, eine Ermessensbetätigung der Gemeinde in Bezug auf 

die Ästhetikvorschriften liege gar nicht erst vor, weil sie sich um eine korrekte 

Prüfung und Würdigung der Einordnung des Bauvorhabens „foutiert“ habe. Im 

Zeitpunkt des Entscheids am 9. Mai 2006 habe die Stellungnahme der 

Denkmalpflege noch nicht vorgelegen und dies erkläre auch, wieso die 

Begründung im Einspracheentscheid wie nachgeschoben wirke. Die 

Rekurrenten übersehen dabei, dass die Baubehörde ihre abschliessende 

Beurteilung erst am 13. Juni 2006 vorgenommen hat, also zu einem Zeitpunkt, 

als der Bericht der Denkmalpflege vorlag. Die unerlässliche Vorbedingung der 

Argumentation bricht somit weg und entkräftet das Vorbringen.

b) Soweit in materieller Hinsicht erneut geltend gemacht wird, das Gebäude 

ordne sich aufgrund seines Flachdachs und aufgrund seiner Höhe nicht in die 

Umgebung ein, kann auf die oben gemachten Ausführungen verwiesen 

werden. Bleibt also zu prüfen, ob die Gemeindebehörde ihr Ermessen 

willkürlich (Art. 53 lit. a Verwaltungsgerichtsgesetz [BR 370.100; VGG]) 

getätigt hat, als sie die Ästhetikvorschriften in Anbetracht der modernen 

Architektursprache des Gebäudes für erfüllt beurteilt hat. Als störend 

empfinden die Rekurrenten neben der Farbgebung insbesondere die für die 

Kernzone „atypische, äusserst schlanke und hohe Form“ des Gebäudes. Was 

die Farbgebung anbelangt, zielt das Vorbringen ins Leere, zumal diese noch 

gar nicht erst feststeht und daher nicht Gegenstand dieses Verfahrens bilden 

kann. Des Weiteren ist bei der Beurteilung der Einordnung, wie bereits in 

Erwägung 4 erläutert, nicht bloss die die Kernzone, sondern die nähere 

Umgebung ausschlaggebend. Ohnehin erweist sich auch die Behauptung als 

falsch, wonach sich innerhalb der Kernzone ausschliesslich traditionelle 

Gebäude mit Giebeldächern befänden. Die Argumentation geht daher von 

falschen Voraussetzungen aus und ist fehlgeleitet. Schliesslich verbleibt als 

Argument lediglich die Anordnung der Fenster. Dies allein vermag die 

Darlegungen der Gemeinde jedoch in keiner Art und Weise als willkürlich 

erscheinen lassen, zumal sie sich im Einklang mit der Stellungnahme der 

kantonalen Denkmalpflege stehen. Somit ist auch diesem Vorbringen kein 

Erfolg beschieden. 

7. Der Rekurs erweist sich daher in allen Punkten als unbegründet und ist 

abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Rekurrenten die 

Gerichtskosten zu tragen und die Gemeinde … angemessen zu 

entschädigen. Auf eine Parteientschädigung zu Gunsten des nicht anwaltlich 

vertretenen Rekursgegners wird praxisgemäss verzichtet.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 306.--

zusammen Fr. 3'306.--

gehen unter solidarischer Haftung zulasten der Rekurrenten und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Rekurrenten haben die Gemeinde … unter solidarischer Haftung mit Fr. 

2'000.-- (inkl. MWST) aussergerichtlich zu entschädigen.