# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af5405f7-bb63-5370-bff3-dfd14c0cdde3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-04-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.04.2015 C-4457/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4457-2014_2015-04-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-4457/2014 

 

 

 

  U r t e i l  v o m  9 .  A p r i l  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richter David Weiss (Vorsitz), 

Richter Christoph Rohrer,  

Richterin Franziska Schneider,    

Gerichtsschreiber Roland Hochreutener. 
 

 
 

Parteien 

 
1. CSS Kranken-Versicherung AG, Tribschenstrasse 21, 

Postfach 2568, 6002 Luzern,   

2. INTRAS Krankenversicherung AG, Rue Blavignac 10, 

1227 Carouge GE,   

3. Arcosana AG, Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern,   

4. Sanagate AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 

6002 Luzern,   

alle vertreten durch CSS Versicherung AG, 

Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6005 Luzern,  

Beschwerdeführerinnen,  

 
 

 
gegen 

 

 

 
1. physio - Graubünden,  Zustelladresse: Frau Silvia 

Bisculm Jörg, Via Sogn Pieder 4, 7013 Domat/Ems,   

2. Schweizer Physiotherapie Verband, physioswiss, 

Centralstrasse 8b, 6210 Sursee, 

3. (Leistungserbringer) 

4. (weitere Leistungserbringer) 

1, 3 und 4 vertreten durch Schweizer Physiotherapie 

Verband physioswiss, Centralstrasse 8b, 6210 Sursee, 

 

dieser vertreten durch lic. iur. LL.M. Christine Boldi, 

Rechtsanwältin, SwissLegal Dürr + Partner, 

Centralbahnstrasse 7, Postfach, 4010 Basel, 

Beschwerdegegner,  

 

Regierung des Kantons Graubünden, 

Regierungsgebäude, 7000 Chur,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
KVG, Festsetzung des kantonalen Taxpunktwerts für 

physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis im Kanton 

Graubünden ab 1. Juli 2011  

(Regierungsbeschluss vom 5./6. Februar 2013). 

 

 

C-4457/2014 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.a  

Am 1. September 1997 schlossen der Schweizerische Physiotherapeuten-

verband (SPV; nachfolgend: physioswiss) einerseits und das Konkordat 

Schweizerischer Krankenversicherer (heute: santésuisse), die Schweizer 

Krankenversicherer, die Medizinaltarif-Kommission UVG (MTK), die Invali-

denversicherung (IV), vertreten durch das Bundesamt für Sozialversiche-

rung (BSV), und das Bundesamt für Militärversicherung (BAMV) anderer-

seits einen Tarifvertrag (nachfolgend: nationaler Tarifvertrag). Darin regel-

ten sie die Abgeltung von physiotherapeutischen Leistungen an Versi-

cherte, insbesondere nach Art. 43 des Bundesgesetzes vom 18. März 

1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10). Dieser Vertrag 

wurde vom Bundesrat am 1. Juli 1998 mit Wirkung ab 1. Januar 1998 ge-

nehmigt (vgl. auch RKUV 5/2001 S. 456 ff. [KV 185] und Urteil des Bun-

desgerichts 9C_413/2009 vom 27. Januar 2010, publiziert in SVR 2007 KV 

Nr. 8). Für jene Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie jene Kran-

kenversicherer, die dem Vertrag nicht beitreten würden, setzte der Bundes-

rat den Anhang 1 des Tarifvertrages als gesamtschweizerisch einheitliche 

(Einzelleistungs-)Tarifstruktur nach Art. 43 Abs. 5 des Bundesgesetzes 

vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) fest. 

Mit Entscheid vom 18. Oktober 2000 setzte der Bundesrat einen Modell-

Taxpunktwert als nationale Ausgangsgrösse in der Höhe von Fr. 0.94 fest 

(RKUV 5/2001 S. 456 ff. [KV 185], insbesondere E. 8.4). 

A.b Gestützt auf eine Beschwerde des Kantonalverbandes Bündnerischer 

Krankenversicherer setzte der Bundesrat den von der Regierung des Kan-

tons Graubünden am 9. März 1999 hoheitlich auf Fr. 1.00 festgelegten Tax-

punktwert (TPW) mit Entscheid vom 4. Dezember 2000 rückwirkend ab 1. 

Januar 1998 auf Fr. 0.86 herab (Akten der Vorinstanz zum Regierungsbe-

schluss vom 5. Februar 2013, Protokoll Nr. 87 [nachfolgend: act.] I.3).  

A.c Am 11. Dezember 2009 kündigte physioswiss den gesamtschweizeri-

schen Tarifvertrag per 30. Juni 2010. In der Folge kündigte physioswiss am 

23. Juni 2011 auch sämtliche kantonalen Taxpunktvereinbarungen per 31. 

Dezember 2011.  

A.d Mit Entscheid vom 7. Juni 2013 trat der Bundesrat auf einen von phy-

sioswiss am 1. Dezember 2011 gestellten Antrag auf Festsetzung eines 

(neuen) nationalen Taxpunktwertes in der Höhe von Fr. 1.10 nicht ein und 

hielt fest, dass die am 1. Juli 1998 genehmigte Tarifstruktur weiterhin Gül-

tigkeit habe (nachfolgend: Nichteintretensentscheid).  

C-4457/2014 

Seite 4 

B.  

Mit Beschluss vom 5. Februar 2013 (Protokoll Nr. 87) setzte die Regierung 

des Kantons Graubünden (nachfolgend: Regierung oder Vorinstanz) den 

Taxpunktwert für Leistungen der Physiotherapie in freier Praxis im Kanton 

Graubünden rückwirkend ab dem 1. Juli 2011 auf Fr. 0.97 fest (Ziff. 2 des 

Entscheiddispositivs). Gleichzeitig wies sie ein Sistierungsbegehren der ta-

rifsuisse AG (nachfolgend: tarifsuisse) ab (Ziff. 1 des Entscheiddispositivs). 

Allfälligen Beschwerden gegen diesen Beschluss wurde die aufschiebende 

Wirkung nicht entzogen. Zur Begründung führte die Regierung im Wesent-

lichen aus, die Voraussetzungen für eine hoheitliche Festsetzung des TPW 

seien aufgrund des Scheiterns der Vertragsverhandlungen gegeben (E. 2). 

Der Schweizer Physiotherapie Verband (physioswiss) und die Krankenver-

sicherer hätten sich bis zum 1. Juli 2011 nicht auf eine neue Tarifstruktur 

einigen können, weshalb die Tarifstruktur vom 1. September 1997 gemäss 

Entscheid des Bundesrates vom 1. Juli 1998 grundsätzlich weiterhin an-

wendbar bleibe. Gestützt auf die bundesrätliche Rechtsprechung (RKUV 

2001 KV 185 456 ff.) sei der nationale TPW von Fr. 0.94 dem kantonalen 

Lohn- und Mietniveau anzupassen. Die Umsetzung des nationalen Tax-

punktwertes auf den kantonalen Taxpunktwert habe dabei auf der Grund-

lage der Lohn- und Mietstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik zu 

erfolgen (E. 5). Angesichts des Umstandes, dass der TPW für physiothe-

rapeutische Leistungen seit vierzehn Jahren nicht angepasst worden sei, 

erachte sie eine Anpassung als angezeigt (E. 6). Das Bundesamt für Sta-

tistik habe dem Bündner Gesundheitsamt keine statistischen Unterlagen 

für eine Bündner Lohnentwicklung zur Verfügung stellen können; entspre-

chend werde für die Festlegung des kantonalen TPW auf die Veränderung 

des Landesindexes für Konsumentenpreise abgestellt (E. 7). Das Gebot 

der Wirtschaftlichkeit sei vom Bundesrat bei der Festsetzung des TPW am 

4. Dezember 2000 auf Fr. 0.86 als gegeben beurteilt worden. Damit sei 

davon auszugehen, dass auch der der Teuerung angepasste TPW von 

Fr. 0.97 mit dem Gebot der Wirtschaftlichkeit vereinbar sei (E. 8). Der neue 

auf Fr. 0.97 festgesetzte TPW sei schliesslich mit dem Billigkeitsgebot ver-

einbar und auch wirtschaftlich tragbar (E. 9; Akten im Beschwerdeverfah-

ren [nachfolgend: BVGer act.] 1, Beilage 1). 

 

C.  

C.a Gegen diesen Regierungsbeschluss vom 5. Februar 2013 erhoben die 

CSS-Gruppe (bestehend aus den Krankenversicherern der CSS, Intras, 

C-4457/2014 

Seite 5 

Arcosana und Sanagate; nachfolgend: Beschwerdeführerinnen 1-4) und 

weitere 44 Krankenversicherer (nachfolgend: tarifsuisse-Gruppe), alle ver-

treten durch die tarifsuisse AG (nachfolgend: tarifsuisse), diese wiederum 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Vincent Augustin, mit Eingabe vom 7. 

März 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, 

der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und die Rechtssache sei zu 

neuer Entscheidfindung an die Vorinstanz zurückzuweisen; eventualiter sei 

der TPW in Gutheissung der Beschwerde auf höchstens Fr. 0.86 festzuset-

zen (Akten im Beschwerdeverfahren C-1232/2013 [nachfolgend: BVGer 

act., C-1232/2013] 1).  

C.b Gegen den Regierungsbeschluss erhoben auch die Helsana Versiche-

rungen AG (nachfolgend: Helsana) und 12 weitere Versicherer der Helsana 

Gruppe (alle vertreten durch Helsana; nachfolgend: HSK-Gruppe) am 11. 

März 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragten 

die Aufhebung des Beschlusses und die Rückweisung an die Vorinstanz 

zur neuen Entscheidfindung (Ziff. 1); eventualiter sei der Taxpunktwert für 

physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis im Kanton Graubünden 

im Sinne einer vorsorglichen Massnahme (provisorisch) auf Fr. 0.86 fest-

zusetzen (Ziff. 3). Für die Dauer der bundesrätlichen Entscheidfindung in 

Sachen Modell-Institutionstaxpunktwert sei der kantonale Taxpunktwert für 

physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis im Kanton Graubünden 

im Sinne einer vorsorglichen Massnahme (provisorisch) auf Fr. 0.86 fest-

zusetzen (Ziff. 2; Akten im Beschwerdeverfahren C-1310/2013 [nachfol-

gend: BVGer act.] 1, Beilage 3). 

C.c Nach Leistung der ihr auferlegten Kostenvorschüsse (BVGer act. 4; 

BVGer act. 5, C-1232/2013) vereinigte das Bundesverwaltungsgericht mit 

Zwischenverfügung vom 2. Mai 2013 die beiden Beschwerdeverfahren 

(weitere Aktenführung im Verfahren C-1310/2013) und gab den Beschwer-

deführerinnen 1-4 und den weiteren 44 Krankenversicherern sowie den 

Beschwerdegegnern Gelegenheit, zum Antrag der HSK-Gruppe auf Erlass 

einer vorsorglichen Massnahme Stellung zu nehmen (BVGer act. 5).  

C.d Mit Eingabe vom 3. Juni 2013 (BVGer act. 8) beantragte Rechtsanwäl-

tin Christine Boldi als Rechtsvertreterin von physio Graubünden, der phy-

sioswiss, von (weiteren Leistungserbringern) unter anderem, es sei den 

Beschwerden die aufschiebende Wirkung zu entziehen (Ziff. 1).  

C-4457/2014 

Seite 6 

C.e Mit Zwischenverfügung vom 11. Juli 2013 wies das Bundesverwal-

tungsgericht das Gesuch der Beschwerdegegner um Entzug der aufschie-

benden Wirkung ab (Ziff. 3) und schrieb das Begehren der HSK-Gruppe 

um Erlass einer vorsorglichen Massnahme für die Dauer der bundesrätli-

chen Entscheidfindung in Sachen Modell-Taxpunktwert als gegenstandslos 

geworden ab (Ziff. 2; BVGer act. 17).   

D.  

D.a Mit Vernehmlassung vom 10. September 2013 beantragte die Vor-

instanz die Abweisung der Beschwerde (BVGer act. 22).  

D.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2013 (BVGer act. 23) lies-

sen die Beschwerdegegner durch ihre Rechtsvertreterin die folgenden 

Rechtsbegehren stellen: 

1. Es sei auf die Beschwerde mangels Legitimation der Beschwerdeführerin-

nen 1-13 nicht einzutreten. 

2. Es sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen, soweit auf diese über-

haupt einzutreten ist.  

3. Es sei der Beschluss des Regierungsrates des Kantons Graubünden vom 

5. Februar 2013 aufzuheben und der kantonale Taxpunktwert für physiothe-

rapeutische Leistungen für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten 

sowie Organisationen der Physiotherapie samt Angestellten (Art. 47 und 

52a KVV) im Kanton Graubünden per 1. Juli 2011 auf CHF 1.00 festzuset-

zen basierend auf der seit 1. Juli 1998 gültigen Tarifstruktur für physiothe-

rapeutische Leistungen. 

4. Eventualiter sei der Beschluss des Regierungsrates des Kantons Graubün-

den vom 5. Februar 2013 aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur 

erneuten Festsetzung des Taxpunktwertes zurückzuweisen.  

5. Den Beschwerdegegnern sei volle Akteneinsicht zu gewähren, soweit diese 

nicht bereits gewährt wurde, und es sei ihnen anschliessend Gelegenheit 

zu geben, zu den Unterlagen Stellung zu nehmen bzw. sei nach erfolgter 

Akteneinsicht durch die Beschwerdegegner aufgrund der Komplexität der 

Materie ein zweiter Schriftenwechsel gemäss Art. 57 Abs. 2 VwVG anzu-

ordnen. 

6. Unter o-/e-Kostenfolge. 

D.c Das zur Vernehmlassung aufgeforderte Bundesamt für Gesundheit be-

antragte mit Stellungnahme vom 21. Oktober 2013 die teilweise Gutheis-

sung der Beschwerde unter Aufhebung des angefochtenen Beschlusses 

C-4457/2014 

Seite 7 

und Rückweisung an die Vorinstanz zum Erlass eines neuen Entscheides 

(BVGer act. 25). 

D.d Mit Stellungnahme vom 28. November 2013 hielt der Preisüberwacher 

an seiner Empfehlung vom 27. September 2012 fest, wonach maximal der 

aus der bisherigen Berechnungsformel (Bundesratsmodell) resultierende 

TPW von Fr. 0.86 (BVGer act. 3, Beilage 1, S. 3) festgelegt werden sollte 

(BVGer act. 27).  

E.  

E.a Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 21. Januar 2014 reichten die 

Beschwerdeführerinnen 1-4, zusammen mit den 44 Krankenversicherern 

der tarifsuisse-Gruppe, ihre Schlussbemerkungen ein (BVGer act. 30). Da-

rin hielten sie an ihren bisherigen Ausführungen und Anträgen fest und 

führten zur Begründung ergänzend aus, eine blosse Anpassung des Mo-

dell-TPW an die Entwicklung des Landesindexes für Konsumentenpreise 

sei in sachlicher Hinsicht verfehlt und widerspreche auch Art. 59c Abs. 1 

der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung (KVV, 

SR 832.102). Ferner sei die Beschwerdelegitimation der ASSURA/SUPRA 

gegeben, zumal diese in das vorinstanzliche Verfahren miteinbezogen wor-

den seien. 

E.b Am 21. Januar 2014 reichte auch die Vorinstanz ihre Schlussbemer-

kungen ein und hielt darin an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde 

fest (BVGer act. 31). 

E.c Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 22. Januar 2014 modifizierten 

die Beschwerdegegner Ziff. 3 des in der Beschwerdeantwort gestellten 

Rechtsbegehrens dahingehend, dass sie eine Aufhebung des angefochte-

nen Beschlusses und Festsetzung des kantonalen Taxpunktwertes auf 

mindestens Fr. 1.00 beantragten (BVGer act. 32).  

E.d Die HSK-Gruppe verzichtete auf Schlussbemerkungen.  

 

F.  

F.a Am 9. April 2014 schlossen die tarifsuisse-Gruppe (jedoch ohne CSS, 

Intras, Arcosana, Sanagate) und physioswiss einen Tarifvertrag auf natio-

naler Ebene (Nationaler Rahmenvertrag Physiotherapie [Beilage 1 zu 

C-4457/2014 

Seite 8 

BVGer act. 34]; nachfolgend: Nationaler Vertrag 2014), mit Wirkung ab 

1. April 2014. Am gleichen Tag schlossen der Regionalverband physio 

graubünden, physioswiss, tarifsuisse und die tarifsuisse-Gruppe (ohne 

CSS, Intras, Arcosana, Sanagate) einen Kantonalen Anschlussvertrag 

Physiotherapie (Beilage 2 zu BVGer act. 34; nachfolgend: Kantonaler Ver-

trag 2014).  

F.b Am 24. April 2014 ging beim Bundesverwaltungsgericht der nachfol-

gende, von den Krankenversicherern der tarifsuisse-Gruppe (ohne CSS, 

Intras, Arcosana, Sanagate) und physioswiss am 17. beziehungsweise 22. 

April 2014 unterzeichnete Verfahrensantrag ein (BVGer act. 34):  

Es sei das oben aufgeführte Beschwerdeverfahren hinsichtlich eingangs er-

wähnter Parteien (also nicht hinsichtlich CSS, Intras, Arcosana und Sanagate) 

zu sistieren und die Sistierung so lange aufrecht zu erhalten, bis 

 die Parteien gemeinsam die Aufhebung der Sistierung und entweder 

die Fortführung des Verfahrens oder die Abschreibung des Verfahrens 

beantragen, 

oder  

 eine Partei unter Vorlage eines rechtskräftigen letztinstanzlichen ma-

teriellen Nichtgenehmigungsentscheides (sei es hinsichtlich des natio-

nalen Rahmenvertrages vom 1. April 2014 oder des gleichentags ab-

geschlossenen kantonalen Anschlussvertrages für den Kanton Grau-

bünden) die Fortführung des Verfahrens beantragt, 

oder   

 eine der Parteien gestützt auf Art. 18 Abs. 3 oder 20 Abs. 6 des natio-

nalen Rahmenvertrags berechtigterweise die Fortführung des Verfah-

rens verlangt. 

Hebt eine Partei die Sistierung auf, so gilt dies für sämtliche zwischen den 

Parteien im jeweiligen Kanton bestehenden Verfahren.  

F.c Mit Zwischenverfügung vom 12. Mai 2014 lud das Bundesverwaltungs-

gericht die Verfahrensbeteiligten ein, zum Sistierungsantrag bis zum 12. 

Juni 2014 Stellung zu nehmen. Ferner wurde der Rechtsvertreter der ta-

rifsuisse aufgefordert, allfällige Differenzierungen zwischen den Anträgen 

und Positionen der Beschwerdeführerinnen 1-4 (CSS-Gruppe) einerseits 

und den von ihm vertretenen übrigen Beschwerdeführerinnen der ta-

rifsuisse-Gruppe anderseits vorzunehmen (BVGer act. 35). 

C-4457/2014 

Seite 9 

F.d Mit Eingabe vom 3./4. Juni 2014 beantragte die Vorinstanz die Abwei-

sung des Sistierungsantrages (BVGer act. 36). 

F.e Mit Eingabe vom 12. Juni 2014 hielt der Rechtsvertreter der tarifsuisse-

Gruppe fest, dass die Krankenversicherer der CSS-Gruppe die Fortset-

zung des Verfahrens beantragen würden (BVGer act. 38). 

F.f Am 12. Juni 2014 stellte die HSK-Gruppe den Antrag, der Sistierungs-

antrag der tarifsuisse und der Beschwerdegegner sei nicht auf sie auszu-

dehnen (BVGer act. 37).  

F.g Am 14. Juli 2014 teilte der Rechtsvertreter der tarifsuisse-Gruppe dem 

Bundesverwaltungsgericht – unter Verweis auf ein beigelegtes Schreiben 

der CSS-Gruppe an die tarifsuisse – mit, dass letztere die der tarifsuisse 

und ihm erteilte Vollmacht zur Vertretung für die Verfahren betreffend Tarife 

Physiotherapie mit Wirkung per 11. Juli 2014 widerrufen habe, weshalb 

diese die Verfahren selber weiterführen werde (BVGer act. 39 samt Bei-

lage).  

F.h Mit Zwischenverfügung vom 19. August 2014 nahm und gab das Bun-

desverwaltungsgericht davon Kenntnis, dass die CSS-Gruppe nicht mehr 

durch die tarifsuisse vertreten werde und das Verfahren der CSS-Gruppe 

neu unter der Verfahrensnummer C-4457/2014 geführt werde (BVGer 

act. 40 bzw. BVGer act. 4, C-4457/2014). 

G.  

G.a Mit Zwischenverfügung vom 30. September 2014 setzte das Bundes-

verwaltungsgericht die Verfahrensbeteiligten über das in den vereinigten 

Verfahren (C-2461/2013 und C-2468/2013) ergangene, inzwischen publi-

zierte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. August 2014 (nach-

folgend: Pilotentscheid; BVGE 2014/18) in Kenntnis und räumte ihnen Ge-

legenheit ein, zu diesem Entscheid Stellung zu nehmen (BVGer act. 4; C-

4457/2014). 

G.b Mit Eingabe vom 21. Oktober 2014 nahm die Vorinstanz zum Pilotent-

scheid insofern Stellung, als sie auf die finanziellen Konsequenzen eines 

gleich lautenden Urteils in den hängigen Beschwerden hinwies. Ferner 

reichte sie den Nationalen und den Kantonalen Vertrag 2014 sowie den 

Regierungsbeschluss Prot. Nr. 888 vom 23. September 2014 betreffend 

Genehmigung des Kantonalen Anschlussvertrags (nachfolgend: Regie-

rungsbeschluss Nr. 888) ein (BVGer act. 6 samt Beilagen, C-4457/2014).  

C-4457/2014 

Seite 10 

G.c Die Beschwerdeführerinnen 1-4 liessen sich ebenfalls am 21. Oktober 

2014 vernehmen, indem sie an ihren bisherigen Ausführungen und Anträ-

gen festhielten und ergänzend darauf hinwiesen, dass für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren keine Sistierung angezeigt sei. Darüber hinaus 

schlossen sie sich der Begründung im Pilotentscheid an und beantragten 

dementsprechend die Gutheissung der Beschwerde im Sinne der genann-

ten Begründung (BVGer act. 5; C-4457/2014). 

G.d Mit Eingabe vom 27. Oktober 2014 nahmen die Beschwerdegegner, 

vertreten durch Rechtsanwältin Christine Boldi und Rechtsanwalt Istvàn 

Bolt, zum Pilotentscheid Stellung, indem sie namentlich vorbrachten, auch 

nach Kündigung des Tarifvertrages 1998 müsse die bundesrätliche Ta-

rifstruktur mit Blick auf das Bedürfnis nach Rechtssicherheit und den Ver-

trauensgrundsatz weiterhin anwendbar bleiben. Ferner stellten sie den 

(neuen) Verfahrensantrag, es sei der Bundesrat unter Fristansetzung um 

Stellungnahme zu ersuchen, wann mit der Genehmigung des Rahmenver-

trages zwischen physioswiss und tarifsuisse vom 1. April 2014 samt ver-

einbarter Tarifstruktur sowie wann mit der rückwirkenden Festsetzung der 

Tarifstruktur per 1. Juli 2011 für nicht dem Rahmenvertrag beigetretene 

Versicherer und Leistungserbringer zu rechnen ist. Ferner seien die Be-

schwerdeverfahren C-1310/2014 und C-4457/2014 zu sistieren und die 

Beschwerden anschliessend abzuweisen. Schliesslich legten sie noch den 

Regierungsbeschluss Nr. 888 ins Recht (BVGer act. 7 samt Beilagen, C-

4457/2014).  

G.e Mit Eingabe vom 2. Februar 2015 übermittelten die Beschwerdegeg-

ner dem Bundesverwaltungsgericht einen von ihren Rechtsvertretern und 

Vertretern der tarifsuisse unterzeichneten gemeinsamen Antrag vom 

30. Januar 2015 (BVGer act. 25 samt Beilage; C-1953/2014), wonach ein 

Entscheid mit gleichlautendem Dispositiv wie im Pilotentscheid zu erlassen 

sei, d.h. die vorinstanzlichen Entscheide seien aufzuheben (Ziff. 1); ferner 

sei auf die Begründung der Urteile zu verzichten (Ziff. 2), und es seien die 

Parteikosten wettzuschlagen und die Gerichtskosten nach gerichtlichem 

Ermessen zu minimieren resp. zu erlassen. Allfällige Gerichtskosten in den 

von der tarifsuisse ag erhobenen Beschwerden seien der tarifsuisse ag 

aufzuerlegen, allfällige Gerichtskosten in den von physioswiss erhobenen 

Beschwerden seien der physioswiss aufzuerlegen (Ziff. 3).  

C-4457/2014 

Seite 11 

H.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und weiteren Verfahrensbetei-

ligten und die eingereichten Unterlagen wird – soweit erforderlich – in den 

nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine 

Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 

VGG genannten Behörden, wobei insbesondere Instanzen des Bundes 

aufgeführt werden. Verfügungen kantonaler Instanzen sind gemäss Art. 33 

Bst. i VGG nur dann beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar, wenn 

dies in einem Bundesgesetz vorgesehen ist.  

1.2 Art. 90a Abs. 2 KVG sieht vor, dass das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 53 KVG 

beurteilt. Zu den gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG anfechtbaren Beschlüssen 

der Kantonsregierungen gehören namentlich Beschlüsse nach Art. 46 Abs. 

4 und 47 Abs. 1 KVG. Beim angefochtenen Regierungsbeschluss vom 5. 

Februar 2013 handelt es sich um einen Beschluss im Sinne von Art. 47 

Abs. 1 KVG. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach zur Beurteilung 

der Beschwerde zuständig.  

1.3 Zur Beschwerde berechtigt ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG, wer vor der 

Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teil-

nahme erhalten hat (Bst. a); durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt ist (Bst. b); und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

oder Änderung hat (Bst. c).  

 

1.4  

1.4.1 Die INTRAS Krankenversicherung AG, die Arcosana AG und die 

Sanagate AG werden im vorliegenden Beschwerdeverfahren durch die 

C-4457/2014 

Seite 12 

CSS Krankenversicherung AG vertreten (Beilage zu BVGer act. 5, C-

4457/2014).  

1.4.2 Die Beschwerdeführerinnen 1-4 haben am vorinstanzlichen Verfah-

ren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Beschluss ohne Zweifel 

besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-

hebung oder Änderung. Sie sind daher zur Beschwerde legitimiert (vgl. zur 

Beschwerdelegitimation der Krankenversicherer auch Urteil des Bundes-

gerichts [BGer] 2C_856/2011 vom 18. Januar 2012 E. 3; Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts [BVGer] C-6460/2011 vom 23. Juni 2014 E. 2.3).  

1.5 Die Beschwerdeführerinnen 1-4 (und die 44 weiteren Krankenversiche-

rer der tarifsuisse-Gruppe) haben ihre Beschwerde am 7. März 2013 der 

Schweizerischen Post übergeben; der angefochtene Regierungsbeschluss 

vom 5. Februar 2013 wurde am 6. Februar 2013 versandt (Beilagen 1 zu 

BVGer act. 1; C-1232/2013). Demnach ist die 30-tägige Beschwerdefrist 

jedenfalls gewahrt (Art. 50 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 Abs. 1 VwVG und Art. 53 

Abs. 2 Bst. b KVG). Die Beschwerde ist somit fristgerecht erhoben worden. 

1.6 Da die Beschwerde im Übrigen formgerecht (Art. 52 VwVG) eingereicht 

und der Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde (BVGer act. 4; BVGer 

act. 5, C-1232/2013), ist auf die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen 

einzutreten. 

1.7 Im Verfahren des Pilotentscheides (publiziert als BVGE 2014/18) 

wurde mit Teilentscheid vom 29. Januar 2014 betreffend Festsetzung des 

Taxpunktwerts für physiotherapeutische Leistungen ab 2013 im Kanton 

Thurgau der physioswiss die Parteistellung abgesprochen, da sie weder im 

eigenen Namen legitimiert war, noch die Voraussetzungen einer egoisti-

schen Verbandsbeschwerde erfüllte (vgl. dazu näher E. 3 des genannten 

Teilentscheides). Mit der im Teilentscheid vom 29. Januar 2014 enthaltenen 

Begründung, auf welche vollumfänglich verwiesen wird, ist der physioswiss 

auch im hier strittigen Verfahren die Parteistellung abzusprechen. Insbe-

sondere vermag physioswiss auch in Bezug auf das vorliegende Be-

schwerdeverfahren kein eigenes schutzwürdiges Interesse darzutun (vgl. 

hierzu E. 3.4 des genannten Teilentscheides), und die Voraussetzungen für 

eine egoistische Verbandsbeschwerde – namentlich das Erfordernis der 

gemeinsamen Interessenlage bezüglich der Mehrheit oder eines Grossteils 

seiner Mitglieder (vgl. dazu BGE 136 II 539 E. 1.1) – sind vorliegend nicht 

gegeben (vgl. hierzu E. 3.5 des genannten Teilentscheides). Auf die be-

C-4457/2014 

Seite 13 

schwerdegegnerischen Anträge von physioswiss ist daher nicht einzutre-

ten. Demgegenüber kommt physio graubünden und den auf der Mitglieder-

liste bezeichneten Physiotherapeuten (Beilagen 2a, 3a + 3b zu BVGer 

act. 8) Parteistellung als Beschwerdegegner zu.  

1.8 In Bezug auf den Antrag der Beschwerdegegner auf Begründungsver-

zicht mit entsprechender Berücksichtigung bei den Kosten- und Entschä-

digungsfolgen (vgl. Sachverhalt, Bst. G.e hiervor) ist festzuhalten, dass der 

begründete Entscheidentwurf im Zeitpunkt des Gesuchseinganges bereits 

vorlag. Das Gesuch um Begründungsverzicht mit entsprechender Berück-

sichtigung bei den Kosten- und Entschädigungsfolgen ist demnach bereits 

aus diesem Grund abzuweisen.  

2.  

2.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 

Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem VwVG. 

Die Beschwerdeführerinnen können daher im Rahmen des Beschwerde-

verfahrens betreffend eine Tariffestsetzung nach Art. 47 Abs. 1 KVG die 

Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der 

Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit 

des angefochtenen Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

2.2 Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur so weit vorgebracht wer-

den, als erst der angefochtene Beschluss dazu Anlass gibt. Neue Begeh-

ren sind unzulässig (Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG).  

2.3 Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen 

an. Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Ar-

gumente (Art. 62 Abs. 4 VwVG) noch an die Erwägungen der Vorinstanz 

gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angeru-

fenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der 

Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (vgl. 

BGE 133 II 249 E. 1.4; BVGE 2007/41 E. 2). 

3.  

Vorliegend umstritten ist die Festsetzung des Taxpunktwertes durch die 

Regierung des Kantons Graubünden für physiotherapeutische Leistungen 

in freier Praxis auf Fr. 0.97, geltend ab 1. Juli 2011. 

C-4457/2014 

Seite 14 

3.1 Die Beschwerdegegner haben mit Beschwerdeantwort vom 16. Sep-

tember 2013 beziehungsweise mit Präzisierung vom 22. Januar 2014 die 

Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und Festsetzung des kanto-

nalen Taxpunktwertes auf mindestens Fr. 1.00, basierend auf der seit 

1. Juli 1998 gültigen Tarifstruktur für physiotherapeutische Leistungen, be-

antragt (BVGer act. 23 + 32).  

3.2 Die Beschwerdegegner stellen demnach einen Antrag auf Verschlech-

terung der Rechtsposition der Beschwerdeführerinnen (reformatio in 

peius). Da das VwVG jedoch keine Anschlussbeschwerde vorsieht, kommt 

einem solchen Antrag – insbesondere auch in Beschwerdeverfahren vor 

Bundesverwaltungsgericht betreffend OKP-Tariffestsetzungen – lediglich 

die Bedeutung einer prozessualen Anregung an die Beschwerdeinstanz 

zu. Solche Anträge können indessen Kostenfolgen nach sich ziehen (vgl. 

BVGE 2010/24 E. 3.3 m.w.H.). Das besagte Begehren der Beschwerde-

gegner ist daher lediglich als prozessuale Anregung zu behandeln.  

4.  

4.1 Art. 43 Abs. 1 KVG bestimmt, dass die Leistungserbringer ihre Rech-

nungen nach Tarifen oder Preisen erstellen, welche in Verträgen zwischen 

Versicherern und Leistungserbringern (Tarifvertrag) vereinbart oder in den 

vom Gesetz bestimmten Fällen von der zuständigen Behörde festgesetzt 

werden. Einzelleistungstarife müssen auf einer gesamtschweizerisch ver-

einbarten einheitlichen Tarifstruktur beruhen. Können sich die Tarifpartner 

nicht einigen, so legt der Bundesrat diese Tarifstruktur fest (Art. 43 Abs. 5 

KVG). Kommt zwischen den Leistungserbringern und den Versicherern 

kein Tarifvertrag zustande, so setzt die Kantonsregierung nach Anhören 

der Beteiligten den Tarif fest (Art. 47 Abs. 1 KVG; BVGE 2014/18 E. 4.3 ff.).  

4.2 Am 1. Juli 1998 hatte der Bundesrat mit Wirkung ab 1. Januar 1998 

den nationalen Tarifvertrag für die Behandlung durch Physiotherapeuten in 

freier Praxis (Nationaler Tarifvertrag 1998) samt Anhang 1 und 2 geneh-

migt; zugleich legte er den Tarif nach Anhang 1 dieses Vertrages als ge-

samtschweizerisch einheitliche Tarifstruktur für Einzelleistungstarife fest 

(vgl. dazu den BVGE 2014/18 E. 5.4 und vorne, Bst. A.a).   

4.3 Mit BGVE 2014/18 kam das Bundesverwaltungsgericht nach eingehen-

der Prüfung zum Schluss, dass mit der Vertragskündigung durch physios-

wiss und dem Wegfall des Nationalen Tarifvertrags per 30. Juni 2011 (vgl. 

C-4457/2014 

Seite 15 

Sachverhalt, Bst. A.c hiervor) keine nationale Tarifstruktur für in freier Pra-

xis erbrachte Physiotherapieleistungen mehr bestehe; ferner sei auch zwi-

schenzeitlich keine neue Tarifstruktur vom Bundesrat genehmigt oder fest-

gesetzt worden. Da eine Einzelleistungsstruktur gesamtschweizerisch ver-

einbart und genehmigt oder gesamtschweizerisch festgesetzt werden 

müsse, und im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Beschlusses 

keine nationale Einzelleistungsstruktur mehr bestanden habe, sei mit dem 

angefochtenen Beschluss kein gültiger Einzelleistungstarif festgesetzt wor-

den, weshalb der Beschluss bereits aus diesem Grund aufzuheben sei (E. 

5.5.3 und 5.5.4; vgl. auch Art. 43 Abs. 5 KVG). Ferner führte das Bundes-

verwaltungsgericht aus, es sei den Kantonsregierungen verwehrt, einseitig 

ein (fiktives) nationales Modell zu entwickeln beziehungsweise auf einem 

früheren nationalen Modell aufzubauen, und von diesem nach selbst fest-

gelegten Regeln auf den für ihren Kanton geltenden Tarif zu schliessen, 

zumal hiermit Art. 46 Abs. 4 i.V.m. Art. 47 Abs. 1 KVG in doppelter Hinsicht 

(fehlende Einigung der Tarifpartner über ein nationales Modell, Unzustän-

digkeit der Kantonsregierung zur [Teil-]Festlegung eines nationalen Tarif-

modells) verletzt werde. Soweit der Regierungsrat eine Hochrechnung auf 

ein (fiktives) nationales Modell vorgenommen und daraus den kantonalen 

Tarif hergeleitet habe, verstosse er damit gegen Bundesrecht; der ange-

fochtene Beschluss sei deshalb auch aus diesem Grund aufzuheben (E. 

5.6). Schliesslich sei die Kantonsregierung im vertragslosen Zustand ver-

pflichtet, im Sinne von Art. 59c KVV eine kantonsbezogene Sachverhalts-

ermittlung zu gewährleisten und gestützt darauf eine den Grundsätzen des 

KVG (insb. Wirtschaftlichkeit, betriebswirtschaftliche Bemessung, sachge-

rechte Struktur, möglichst günstige Kosten) entsprechenden kantonalen 

Tarif festzusetzen (E. 5.7).  

5.  

Zu prüfen ist im Folgenden, ob der angefochtene Regierungsbeschluss der 

Vorinstanz den vorstehenden genannten Anforderungen des KVG und der 

KVV, insbesondere Art. 47 Abs. 1 KVG und Art. 59c KVV gerecht wird.  

5.1 Vorliegend hat die Regierung im angefochtenen Beschluss (E. 7) aus-

geführt, Ausgangsbasis zur Neuberechnung des kantonalen Taxpunktwer-

tes bilde der im Entscheid des Bundesrates vom 4. Dezember 2000 rück-

wirkend auf 1. Januar 1998 festgelegte TPW von Fr. 0.86. Nachdem das 

Bundesamt für Statistik über keine statistischen Unterlagen für eine Bünd-

ner beziehungsweise kantonale Lohnentwicklung verfüge, werde für die 

Festlegung des kantonalen TPW mit der Veränderung des Landesindexes 

C-4457/2014 

Seite 16 

für Konsumentenpreise eine auf nationaler Ebene anerkannte und nach-

vollziehbare Berechnungsmethode berücksichtigt. Dieser habe sich in der 

massgebenden Zeit von Januar 1998 bis Juni 2011 um 12.4 % erhöht, wo-

mit sich ein kantonaler TPW von Fr. 0.97 ergebe (BVGer act. 1, Beilage 1; 

C-4457/2014). 

5.2 Aus dem vorstehend Dargelegten (E. 4 hiervor) geht hervor, dass im 

Zeitpunkt des angefochtenen Beschlusses keine entsprechende nationale 

Einzelleistungsstruktur für physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis 

mehr bestand (BVGE 2014/18 E. 5.4 f.).  

Die Regierung ging somit für die Ermittlung des festgesetzten Tarifs von 

einem Taxpunktwert aus, der im Rahmen einer nationalen Tarifstruktur 

1998 vereinbart und genehmigt worden war. Indem er diesen Taxpunktwert 

mit Hinweis auf die aufgelaufene Teuerung erhöht hat, bezieht sich auch 

der neu festgesetzte Taxpunktwert (implizit) auf die nationale Tarifstruktur 

1998. Da letztere indes auf nationaler Ebene ausser Kraft getreten ist, hat 

sich die Regierung bei der Tariffestsetzung auf eine nicht mehr bestehende 

und damit fiktive nationale Tarifstruktur abgestützt. Ein solches Vorgehen 

verstösst gegen Art. 43 Abs. 5 KVG, wonach Einzelleistungstarife auf einer 

gesamtschweizerisch vereinbarten einheitlichen Tarifstruktur beruhen 

müssen, und in doppelter Hinsicht gegen Art. 46 Abs. 4 i.V.m. Art. 47 Abs. 

1 KVG (fehlende Einigung der Tarifpartner über ein nationales Modell, Un-

zuständigkeit der Kantonsregierung zur [Teil-] Festlegung eines nationalen 

Tarifmodells), sodass der angefochtene Regierungsbeschluss auch des-

wegen als bundesrechtswidrig aufzuheben ist (vgl. dazu auch BVGE 

2014/18 E. 5.6). Wenn die Vorinstanz vorliegend den kantonalen Tarif auf 

der Basis der weggefallenen Tarifstruktur festgesetzt hat, so erweist sich 

dieses Vorgehen als bundesrechtswidrig. Dementsprechend wurde hiermit 

kein gültiger OKP-Tarif festgesetzt. Der angefochtene Beschluss ist somit 

bereits aus diesem Grund aufzuheben.  

5.3 Zu prüfen ist weiter, ob die Vorinstanz gegen Art. 59c KVV verstossen 

hat und welche Schlüsse daraus für das Verwaltungsverfahren zu ziehen 

sind.  

In BVGE 2014/18 hat das Bundesverwaltungsgericht die Grundsätze dar-

gelegt, die bei der Tariffestsetzung gemäss Art. 59c KVV i.V.m. Art. 43 KVG 

zu berücksichtigen sind (E. 4.4 f., 5.7.1 ff.). Diese Grundsätze (namentlich 

gesteigerte Überprüfungs-, Untersuchungs- und Anpassungspflichten, Ge-

bot der Wirtschaftlichkeit der betriebswirtschaftlichen Bemessung und der 

C-4457/2014 

Seite 17 

sachgerechten Struktur sowie der möglichst günstigen Kosten) waren na-

mentlich in jenem, zum vorliegenden parallelen, Verfahren betreffend die 

Festsetzung eines kantonalen KVG-Tarifs zu beachten. Diese Grundsätze 

gelten auch für die vorliegend umstrittene Tariffestsetzung.  

Da die Vorinstanz – soweit aus den Akten und den Ausführungen der Par-

teien ersichtlich – jedoch davon abgesehen hat, von den Parteien konkre-

tere Mitwirkungshandlungen zu verlangen, um den Sachverhalt im Sinne 

der oben genannten Grundsätze zu ermitteln, hat sie (auch) ihre Untersu-

chungspflicht verletzt und den Sachverhalt ungenügend abgeklärt, sodass 

der Regierungsratsbeschluss (auch) aus diesem Grund aufzuheben ist 

(vgl. BVGE 2014/18 E. 5.7). 

6.  

6.1 In Bezug auf den Verfahrensantrag der Beschwerdegegner auf Sistie-

rung des Verfahrens bis zur Genehmigung der kantonalen Taxpunktwert-

vereinbarung (BVGer act. 34) ist festzuhalten, dass dieser aufgrund des 

vorliegenden Verfahrensausganges abzuweisen ist.  

6.2 Auf den Verfahrensantrag der Beschwerdegegner, wonach der Bun-

desrat zu ersuchen sei, sich darüber zu äussern, ob und wann mit einem 

Entscheid betreffend die Genehmigung des vorgelegten Nationalen Rah-

menvertrages Physiotherapie vom 1. April 2014 zu rechnen sei (vgl. dazu 

Sachverhalt, Bst. G.c und G.d), ist nicht einzutreten, da diese Frage nicht 

zum Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Verfahren gehört.  

7.  

An der dargelegten Beurteilung vermögen auch die von den Beschwerde-

gegnern mit Eingabe ihrer Rechtsvertreter vom 27. Oktober 2014 (BVGer 

act. 43) vorgebrachten Einwendungen gegen das Piloturteil nichts zu än-

dern.  

7.1 Zunächst bringen die Beschwerdegegner vor, die langjährige Anwen-

dung der vom Bundesrat 1998 festgesetzten Tarifstruktur, das Bedürfnis 

nach Rechtssicherheit sowie der Vertrauensschutz müssten zur weiteren 

Anwendung der bisherigen Tarifstruktur führen.  

Die Beschwerdegegner beziehungsweise die physioswiss haben am 

11. Dezember 2009 den Nationalen Tarifvertrag 1998 beziehungsweise am 

23. Juni 2011 auch die kantonalen Tarifverträge gekündigt. Zu diesem Zeit-

C-4457/2014 

Seite 18 

punkt hatte sich aber weder das Bundesamt für Gesundheit noch der Bun-

desrat dazu geäussert, ob die 1998 festgesetzte Tarifstruktur noch gültig 

sei. Die von den Beschwerdegegnern zitierten Äusserungen des BAG vom 

13. Juli 2011 beziehungsweise jene von Bundesrat Berset vom 29. August 

2012 datieren später, weshalb sich die Beschwerdegegner bei ihrer Kündi-

gung nicht auf eine behördliche Zusage oder sonstiges, bestimmtes Ver-

halten einer Behörde verlassen haben (vgl. hierzu auch ULRICH HÄFE-

LIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 

8. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Rz. 823).   

7.2 Bezüglich des weiteren Vorbringens einer Verletzung des Prinzips der 

Verhältnismässigkeit ist festzuhalten, dass eine solche nicht ausreichend 

substantiiert begründet wurde, weshalb auf die entsprechende Rüge auch 

aus diesem Grund nicht näher einzugehen ist.  

8.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Tariffestsetzungsentscheid 

der Regierung des Kantons Graubünden vom 5. Februar 2013 keine gül-

tige Tarifstruktur zugrunde liegt. Darüber hinaus hat sie auch die gebotene 

kantonsbezogene Abklärung nicht vorgenommen. Der angefochtene Be-

schluss erweist sich somit als bundesrechtswidrig und ist daher vollum-

fänglich aufzuheben.  

9.  

Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG die 

Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei, wobei unterlie-

genden Vorinstanzen keine Verfahrenskosten auferlegt werden können 

(Art. 63 Abs. 2 VwVG).  

9.1 Angesichts des teilweisen Obsiegens aller Parteien rechtfertigt es sich, 

den Leistungserbringern (Beschwerdegegnern) und den Beschwerdefüh-

rerinnen reduzierte Verfahrenskosten von je Fr. 2'000.- aufzuerlegen. Die-

ser Betrag ist vom seitens der Beschwerdeführerinnen, zusammen mit 43 

weiteren Krankenversicherern der tarifsuisse-Gruppe, im Beschwerdever-

fahren C-1232/2013 geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4‘000.- bezie-

hungsweise dem diesem Verfahren im Umfang von Fr. 2'000.- gutgeschrie-

benen Betrag zu entnehmen.  

Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 

erster Halbsatz VwVG). 

C-4457/2014 

Seite 19 

9.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-

wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 

64 Abs. 1 VwVG; vgl. auch Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht; 

VGKE, SR 173.320.2).  

Nachdem die Parteien vorliegend nur teilweise obsiegen, rechtfertigt es 

sich, die Parteientschädigungen wettzuschlagen (vgl. hierzu Urteil des 

BVGer C-2345/2014, C-2365/2014, C-2408/2014 vom 19. November 

2014, S. 13).  

Hinzu kommt, dass die Vertretung der Beschwerdeführerinnen vorliegend 

durch im Arbeitsverhältnis zur CSS stehende Vertreter erfolgt ist (Art. 9 

Abs. 2 VGKE). Dementsprechend kann den Beschwerdeführerinnen auch 

aus diesem Grund keine Parteientschädigung zugesprochen werden (Art. 

64 Abs. 1 VwVG, Art. 9 Abs. 2 VGKE). 

10.  

Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-

gericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die 

das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbin-

dung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist gemäss Art. 83 Bst. r des 

Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) unzuläs-

sig. Das vorliegende Urteil ist somit endgültig. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf die Anträge von physioswiss wird nicht eingetreten. 

2.  

Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als der angefochtene Be-

schluss der Regierung des Kantons Graubünden vom 5. Februar 2013 auf-

gehoben wird. 

3.  

Den Beschwerdeführerinnen und den Beschwerdegegnern werden redu-

zierte Verfahrenskosten von je Fr. 2'000.- auferlegt. Der Betrag zu Lasten 

Beschwerdeführerinnen wird dem im Beschwerdeverfahren C-1232/2013 

C-4457/2014 

Seite 20 

geleisteten Kostenvorschuss entnommen und im Umfang von Fr. 2'000.- 

mit dem diesem Verfahren gutgeschriebenen Betrag verrechnet.  

4.  

Die Beschwerdegegner haben die ihnen auferlegten Verfahrenskosten in 

der Höhe von Fr. 2'000.- innert 30 Tagen ab Erhalt dieses Urteils zu bezah-

len. 

5.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

6.  

Das Gesuch der Beschwerdegegner vom 30. Januar 2015 um Begrün-

dungsverzicht mit entsprechender Berücksichtigung bei den Kosten- und 

Entschädigungsfolgen wird abgewiesen.  

7.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde)  

– die Beschwerdegegner (Gerichtsurkunde; Beilage: 

Einzahlungsschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) 

– die Eidgenössische Preisüberwachung (Einschreiben) 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David Weiss Roland Hochreutener 

 

Versand: