# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7bd383e0-63dc-51ab-84d4-1b7e18d42414
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-11-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.11.2015 C-4268/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4268-2015_2015-11-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-4268/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  N o v e m b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, Richter Blaise Vuille,    

Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. 
 

 
 

Parteien 
 X.______,   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

 
 

 

 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken 

für Z.______ 

 

 

 

C-4268/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Gesuchstellerin, eine 1985 geborene kenianische Staatsangehörige, 

beantragte am 27. April 2015 bei der Schweizerischen Botschaft in Nairobi 

ein Schengen-Visum für einen zweimonatigen Besuchsaufenthalt (vom 25. 

Mai bis 26. Juli 2015) bei ihrem im Kanton St. Gallen lebenden Freund (im 

Folgenden: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer). Dieser hatte vorgängig 

am 12. April 2015 ein entsprechendes Einladungsschreiben an die Schwei-

zer Vertretung gerichtet (vgl. Akten der Vorinstanz [SEM act.] 3  

S. 26; 35-38). 

B.  

Mit Formularentscheid vom 27. April 2015 lehnte es die Schweizer Vertre-

tung ab, das gewünschte Visum auszustellen. Sie begründete ihre Haltung 

mit der ihrer Auffassung nach fehlenden Gewähr für eine fristgerechte Wie-

derausreise aus dem Schengen-Raum nach einem Besuchsaufenthalt. Zu-

dem erschienen die vorgelegten Informationen über den Zweck und die 

Bedingungen des beabsichtigten Aufenthalts nicht glaubhaft (SEM act. 1 

S. 7 und 8). Gegen diesen Entscheid erhob der Gastgeber am 12. Mai 2015 

Einsprache beim SEM (SEM act. 1 S. 11).  

C.  

Auf Ersuchen der Vorinstanz hin, richtete das Migrationsamt des Kantons 

St. Gallen  am 10. Juni 2015 einen Fragebogen an den Gastgeber, den 

dieser schriftlich beantwortete (SEM act. 4 S. 42-46). Des Weiteren reichte 

der Beschwerdeführer eine Verpflichtungserklärung ein, in welcher er unter 

anderem angab, der Aufenthalt seines Gastes sei nun vom 18. Juli bis 5. 

Oktober 2015 geplant (act. 4 S. 48).  

D.  

Mit Verfügung vom 30. Juni 2015 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. 

Sie machte im Wesentlichen geltend, die Gesuchstellerin stamme aus ei-

ner Region, aus welcher als Folge der dort insbesondere in wirtschaftlicher 

Hinsicht herrschenden Verhältnisse der Zuwanderungsdruck nach wie vor 

stark anhalte. Sie sei zudem jung, ledig und alleinerziehende Mutter von 

zwei Kindern. Sie habe zwar eine Arbeitsstelle, doch erziele sie damit ver-

gleichsweise ein nur sehr geringes Einkommen. Die verbindlichen Ver-

pflichtungen gegenüber ihren Kindern liessen sich zudem nicht mit einer 

dreimonatigen Abwesenheit vereinbaren. Es sei damit davon auszugehen, 

dass der Gesuchstellerin keine besonderen beruflichen, familiären oder 

gesellschaftlichen Verpflichtungen oblägen, welche das Risiko einer nicht 

C-4268/2015 

Seite 3 

anstandslosen Wiederausreise als entsprechend gering erscheinen lassen 

würden.  

E.  

Gegen den ablehnenden Einspracheentscheid gelangte der Beschwerde-

führer mit Rechtsmitteleingabe vom 8. Juli 2015 an das Bundesverwal-

tungsgericht. Sinngemäss beantragt er die Aufhebung der vorinstanzlichen 

Verfügung und die Erteilung eines Schengen-Visums für seinen Gast. Zur 

Begründung macht er im Wesentlichen geltend, er garantiere für eine frist-

gerechte Rückreise der Gesuchstellerin. Er könne das Vorbringen des 

SEM nicht nachvollziehen, dass eine fristgerechte Rückreise seines Gas-

tes nicht hinreichend gesichert sei. Er wisse, dass sein Gast fristgerecht in 

sein Heimatland zurückreisen werde. Wenn Zeitraum und Urlaubstage es 

zulassen würden, werde eine gemeinsame Rückreise geplant. Auch in an-

deren Regionen dieser Welt gäbe es politische und wirtschaftliche Schwie-

rigkeiten, selbst in Europa. Mit seiner monatlichen finanziellen Unterstüt-

zung verdiene die Gesuchstellerin mehr als die afrikanischen Angestellten 

der Schweizer Botschaft in Nairobi. Sie habe zudem zwei schulpflichtige 

Kleinkinder und sei sich ihrer grossen Verantwortung bewusst. Für den 

Zeitraum ihrer Abwesenheit werde eine Nanny engagiert. Der ablehnende 

Visaentscheid beruhe nach Meinung des Beschwerdeführers darauf, dass 

einige Besucher und Gastgeber grobfahrlässig (wenn nicht kriminell) die 

Rechtsgrundlagen zur Erteilung des Besuchervisums missachten würden. 

Sein Gast und auch er selbst seien sich sehr bewusst, welches Vertrauen 

bei einer positiven Visaerteilung in sie gesetzt würde. 

F.  

Mit Vernehmlassung vom 20. August 2015 hält die Vorinstanz an ihrer Ver-

fügung fest und beantragt die Abweisung der Beschwerde.  

G.  

Mit Schreiben vom 25. August 2015 wurde dem Beschwerdeführer ein 

Doppel der vorinstanzlichen Stellungnahme vom 20. August 2015 zuge-

stellt.  

H.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

 

C-4268/2015 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1  Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen nach Art. 5 des VwVG, welche von einer in Art. 33 VGG auf-

geführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des 

BFM bzw. SEM, mit denen die Erteilung eines Schengen-Visums zu Be-

suchszwecken verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das Bundes-

verwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet 

sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem Verwal-

tungsverfahrensgesetz (Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-

schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 

49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfah-

ren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 

VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-

punkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer kenianischen Staats-

angehörigen um Erteilung eines Visums für einen dreimonatigen Aufenthalt 

in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beab-

sichtigte Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt die vorlie-

gende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbe-

reich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den 

Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen 

C-4268/2015 

Seite 5 

Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und 

seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als 

die Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmun-

gen enthalten (Art. 2 Abs. 2 bis Abs. 5 AuG). 

4.  

Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im 

Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 

4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesge-

setz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen-Recht schränkt 

die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Vor-aus-

setzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten ver-

pflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Vorausset-

zungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt 

auch das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

4.2 Drittstaatsangehörige benötigen zur Einreise in die Schweiz bzw. den 

Schengen-Raum für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb 

eines Zeitraums von 180 Tagen gültige Reisedokumente, die zum Grenz-

übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses – wie im Falle der aus 

Kenia stammenden Gesuchstellerin – erforderlich ist (vgl. Anhang I zur Ver-

ordnung [EG] Nr. 539/2001, ABl. L 81/1 vom 21.03.2001; zum vollständi-

gen Quellennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 

22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, 

SR 142.204]). Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres 

beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzi-

elle Mittel verfügen. Namentlich haben sie zu belegen, dass sie den Schen-

gen-Raum vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des beantragten Visums wieder 

verlassen bzw. Gewähr für ihre fristgerechte Wiederausreise bieten. Ferner 

dürfen sie nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreisever-

weigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ord-

nung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internatio-

nalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (vgl. zu den Einreisevo-

raussetzungen: Art. 5 Abs. 1 und Abs. 2 AuG; Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 

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Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments 

und Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das 

Überschreiten der Grenzen durch Personen [nf: Schengener Grenzkodex 

bzw. SGK], ABl. L 105/1 vom 13.04.2006; Art. 14 Abs. 1 Bst. a-c und 

Art. 21 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemein-

schaft [nf.: Visakodex], ABl. L 243/1 vom 15.09.2009; vgl. zum Personen-

kreis: Art. 2 Ziff. 5 f. SGK). 

4.3 Sind die Voraussetzungen für die Ausstellung eines Schengen-Visums 

nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen ein sog. «Visum mit räumlich be-

schränkter Gültigkeit» ausgestellt werden, das nur für das Hoheitsgebiet 

des betreffenden Mitgliedstaats gilt. Unter anderem kann der betreffende 

Mitgliedstaat von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, wenn er es aus 

humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder auf-

grund internationaler Verpflichtungen für erforderlich hält (vgl. Art. 25 

Abs. 1 Bst. a Visakodex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 

5.   

 

5.1 Die Vorinstanz bezweifelt, dass die Gesuchstellerin die Schweiz bezie-

hungsweise den Schengen-Raum wieder anstandslos verlassen werde 

und begründet ihre Haltung mit der allgemeinen bzw. wirtschaftlichen Lage 

in der Herkunftsregion sowie mit ihren persönlichen Verhältnissen. Zur folg-

lich im Vordergrund stehenden Frage nach der gesicherten Wiederaus-

reise können in der Regel lediglich Prognosen getroffen werden, wobei 

sämtliche Umstände des Einzelfalles zu würdigen sind. Anhaltspunkte zur 

Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise können sich 

aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besucher ergeben. Na-

mentlich bei Einreisegesuchen von Personen aus Staaten beziehungs-

weise Regionen mit politisch oder wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen 

rechtfertigt sich eine strenge Praxis, da die persönliche Interessenlage in 

solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten 

Einreisebewilligung im Einklang steht (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 

5.2 Kenia gilt als typisches Entwicklungsland in Sub-Sahara-Afrika. Das 

Land nimmt eine herausragende Stellung innerhalb von Ost-Afrika ein. Ke-

nia hat die leistungsfähigste Volkswirtschaft in der EAC (East African Com-

munity) mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Höhe von mehr als 55,2 

Milliarden US-Dollar (2014). Kenias Vorzüge sind seine exponierte Lage in 

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der Region und eine liberale Wirtschaftsordnung mit relativ gut entwickel-

tem Privatsektor. Für 2014 wurde mit einem Wirtschaftswachstum von 

deutlich über 5 Prozent gerechnet (2013: 4,7 Prozent). Verglichen mit den 

Ländern südlich der Sahara steht Kenia zwar nicht schlecht da, die Rah-

menbedingungen müssen aber nach wie vor verbessert  

werden. So leben rund 50 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armuts-

grenze. Etwa ein Viertel der Kenianer muss mit weniger als einem US-Dol-

lar pro Tag auskommen. 60 Prozent der Bevölkerung der Hauptstadt 

Nairobi leben in Slums. Das Haushaltsdefizit und die Auslandsverschul-

dung stiegen auch 2013 weiter an. Die Auslandsverschuldung lag 2013 bei 

13,24 Milliarden US-Dollar. Für 2014 wurden 14,4 Milliarden US-Dollar 

prognostiziert. Mehr als 800.000 junge Kenianer verlassen jährlich die Bil-

dungseinrichtungen des Landes, allerdings mit einer nur geringen Aussicht 

auf einen Arbeitsplatz. Die Zahl der formellen Arbeitsverhältnisse stieg 

2013 lediglich um 117.800 Stellen (auf 2,27 Millionen; Quelle: www.aus-

waertiges-amt.de > Aussen- und Europapolitik > Länderinformationen > 

Kenia > Wirtschaftspolitik, Stand: Februar 2015, besucht im Oktober 2015).  

5.3 Mit diesen Ausführungen ist nicht zu beanstanden, dass die Vor-instanz 

aufgrund der wirtschaftlichen Lage in Kenia das Risiko einer nicht fristge-

rechten Wiederausreise allgemein als hoch einschätzt. Dass auch andere 

Regionen politische und wirtschaftliche Schwierigkeiten haben, wie be-

schwerdeweise vorgebracht wird, trifft zwar zu, ist aber für die vorliegende 

Beurteilung ohne Belang.  

6.  

Weiter gilt es die individuelle Situation der Gesuchstellerin in Kenia zu prü-

fen. Sind berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verpflichtungen aus-

zumachen, kann dies die Prognose für eine fristgerechte Wiederausreise 

begünstigen.  

6.1 In Bezug auf das persönliche Umfeld der Gesuchstellerin geht aus den 

Akten hervor, dass es sich bei der Eingeladenen um eine 30-jährige, allein-

stehende, ledige Frau und Mutter zweier Kinder (geb. 2006 und 2009) han-

delt (vgl. act. 3 S. 30, act. 1 S. 9). Beschwerdeweise wird ausgeführt, die 

Gesuchstellerin sei sich gerade wegen ihrer zwei schulpflichtigen Kleinkin-

der ihrer grossen Verantwortung und Verpflichtung bewusst.  

Einerseits sind im Heimatland zurückgelassene Kinder grundsätzlich ein 

deutliches Indiz für eine fristgerechte Wiederausreise. Andererseits können 

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Seite 8 

auch enge Familienangehörige eine Emigration nicht verlässlich verhin-

dern, ist dies doch oftmals gar die einzige Möglichkeit,  den heimatlichen, 

wirtschaftlich desolaten Verhältnissen zu entrinnen und den zurückgeblie-

benen Familienangehörigen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Vorlie-

gend hat die Gesuchstellerin und zweifache Mutter vorerst einen zweimo-

natigen Aufenthalt in der Schweiz geplant (vgl. Visumsgesuch vom 27. April 

2015, act. 3 S. 38). Wie der Verpflichtungserklärung des Beschwerdefüh-

rers vom 15. Juni 2015 entnommen werden kann, wurde die Dauer des 

geplanten Aufenthaltes im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens auf bei-

nahe drei Monate ausgedehnt (act. 4 S. 48; vgl. Sachverhalt Bst. A und C). 

Der Beschwerdeführer führt dazu aus, für den Zeitraum der geplanten Ab-

wesenheit seines Gastes werde eine Nanny engagiert (vgl. Beschwerde 

vom 8. Juli 2015). Die geltend gemachten familiären Verpflichtungen sind 

damit zu relativieren, kann doch die Betreuung der Kinder gemäss obge-

nannten Ausführungen auch anderweitig sichergestellt werden.  

6.2 Vor diesem Hintergrund ist dem wirtschaftlichen Umfeld der Gesuch-

stellerin besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Gemäss den Akten  

arbeite sie als "Manager" in einem Restaurant in Mombasa und verdiene 

KES 20'000.- (ca. Fr. 185.-) pro Monat (vgl. act. 3 S. 23). Der Beschwerde-

führer selbst macht geltend, zu ihrem schmalen Gehalt überweise er jeden 

Monat KES 30'000.-. Gemeinsam hätten sie eine 2.5-Zimmer-wohnung in 

Mombasa Beach gemietet (vgl. act. 1 S. 10). Beschwerdeweise wird er-

gänzt, mit der monatlichen finanziellen Unterstützung habe die Gesuchstel-

lerin bestimmt ein höheres Auskommen als die einheimischen Angestellten 

bei der Schweizer Botschaft in Nairobi.  

Die Gesuchstellerin scheint zwar in soliden wirtschaftlichen Verhältnissen 

zu leben. Dieser Umstand ist jedoch primär auf die Unterstützungsleistun-

gen des Beschwerdeführers und nicht auf das von der Gesuchstellerin 

selbst erwirtschaftete Einkommen – welches der Gastgeber selbst als 

schmal bezeichnet – zurückzuführen, weshalb vorliegend gerade nicht da-

von ausgegangen werden kann, es lägen in wirtschaftlicher Hinsicht Ver-

hältnisse vor, welche die Gesuchstellerin von einer Emigration abzuhalten 

vermöchten.   

6.3 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vor-

instanz demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für 

eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin 

nach einem Besuchsaufenthalt besteht. Auch die Vorbringen des Be-

schwerdeführers, er wisse, dass sein Gast fristgerecht zurückreisen werde 

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Seite 9 

und er garantiere für eine fristgerechte Rückreise, können den Entscheid 

über das vorliegende Visumgesuch nicht beeinflussen. Zwar kann der Be-

schwerdeführer für gewisse finanzielle Risiken wie Lebensunterhaltskos-

ten während des Besuchsaufenthaltes, allfällig ungedeckte Kosten für Un-

fall oder Krankheit sowie Rückreisekosten Garantie leisten, nicht aber – 

mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit – für ein bestimmtes 

Verhalten seines Gastes (vgl. dazu BVGE 2009/27 E. 9).  

6.4 Insgesamt ist somit die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die 

Wiederausreise der Gesuchstellerin angesichts der allgemeinen Lage in 

ihrem Herkunftsland und ihrer individuellen Situation nicht gesichert sei, 

nicht zu beanstanden. Die Ausstellung eines einheitlichen Schengen-Vi-

sums kommt nach dem Gesagten nicht in Betracht. Ebenso wenig sind 

Gründe ersichtlich, die für die Ausstellung eines räumlich beschränkten Vi-

sums nur für die Schweiz sprechen (E. 4.3). Es wird vom Beschwerdefüh-

rer denn auch nichts Derartiges geltend gemacht. 

7.  

Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist da-

her abzuweisen. 

8.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Be-

schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 Bst. b 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ge-

deckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour) 

– das Migrationsamt des Kantons St. Gallen  

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer 

 

 

 

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