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**Case Identifier:** 8e412056-36ce-5f11-880e-37f0741984ea
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.11.2025 100 2024 335
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2024-335_2025-11-05.pdf

## Full Text

100.2024.335U
HER/BIM/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 5. November 2025

Verwaltungsrichterin Herzog
Gerichtsschreiberin Bickel

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, Predigergasse 5, 
3011 Bern

betreffend Erlöschen der Niederlassungsbewilligung; Nichteintreten 
(Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 3. Oktober 
2024; 2024.SIDGS.577)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.11.2025, Nr. 100.2024.335U, 
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Prozessgeschichte und Erwägungen:

1.

1.1 Am 25. Juli 2024 verfügte die Einwohnergemeinde (EG) Bern, Ein-
wohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF), dass die Niederlas-
sungsbewilligung von A.________ erloschen ist, und wies ihn unter Anset-
zung einer Ausreisefrist aus dem Schengen-Raum und der EU weg.

1.2 Dagegen erhob A.________, damals vertreten durch Rechtsanwalt 
Kuratle, am 5. September 2024 Beschwerde bei der Sicherheitsdirektion des 
Kantons Bern (SID) und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung. Mit Entscheid vom 3. Oktober 2024 ist die SID auf die Beschwerde 
wegen Verspätung nicht eingetreten.

1.3 Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 30. Oktober 2024 Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, der angefochtene Ent-
scheid sei aufzuheben und die Sache sei zur materiellen Behandlung der 
Beschwerde an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zudem hat er um unentgelt-
liche Rechtspflege ersucht.

Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 2. Dezember 2024, die Be-
schwerde sei abzuweisen; hinsichtlich des Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege enthält sie sich eines Antrags. Die EG Bern (EMF) schliesst mit 
Stellungnahme vom 5. Dezember 2024 ebenfalls auf Abweisung der Be-
schwerde.

Am 17. Januar 2025 hat Rechtsanwalt B.________ mitgeteilt, A.________ 
habe ihn mit der Vertretung seiner Interessen beauftragt. Mit Replik vom 
30. Mai 2025 bestätigt er die mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 
30. Oktober 2024 gestellten Anträge und ergänzt diese wie folgt:

«1. Der Beschwerdeentscheid der SID vom 3. Oktober 2024 sei aufzu-
heben und es sei festzustellen, dass die Niederlassungsbewilligung 
des Beschwerdeführers nicht erloschen sei;

2. Eventualiter zu Ziff. 1 sei der Beschwerdeentscheid der SID vom 
3. Oktober 2024 aufzuheben und die Sache sei zur materiellen Be-
handlung der Beschwerde an die Fremdenpolizei Stadt Bern zurück-
zuweisen;

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3. Subeventualiter zu Ziff. 1 sei der Beschwerdeentscheid der SID vom 
3. Oktober 2024 aufzuheben und die Sache sei zur Behandlung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen.»

Weiter bestätigt Rechtsanwalt B.________ das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege und ersucht um Beiordnung als amtlichen Anwalt. Er informiert 
sodann darüber, dass er namens des Beschwerdeführers am 19. Mai 2025 
bei der EG Bern (EMF) ein Gesuch um Wiedererwägung der Verfügung vom 
25. Juli 2024 gestellt hat.

Mit Eingaben vom 23. bzw. 26. Juni 2025 haben die SID und die EG Bern 
zur Replik Stellung genommen und je die Abweisung der Beschwerde bean-
tragt. 

Mit Eingaben vom 29. Juli 2025 und 22. August 2025 hat der Beschwerde-
führer medizinische Unterlagen zu seinem Gesundheitszustand eingereicht. 
Am 23. Oktober 2025 hat er unter Hinweis auf das bei der EG Bern hängige 
«Wiedererwägungsgesuch» um Sistierung des verwaltungsgerichtlichen 
Verfahrens «bis auf Weiteres» ersucht.

2.

2.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist unter Vorbehalt 
von E. 2.2 hiernach einzutreten.

2.2 Der angefochtene Entscheid hat einen Nichteintretensentscheid der 
SID zum Gegenstand. Prozessthema des verwaltungsgerichtlichen Verfah-
rens ist daher nur, ob die SID zu Recht keinen Sachentscheid gefällt hat 
(BVR 2017 S. 459 E. 2.3; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommen-
tar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20a N. 45 mit weiteren Hin-

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weisen). Antrag und Begründung müssen zudem in jedem Fall innerhalb der 
Rechtsmittelfrist vorliegen (Art. 33 Abs. 3 VRPG). Nach Ablauf der Rechts-
mittelfrist kann der Streitgegenstand nicht mit neuen Anträgen erweitert wer-
den. Die Begründung ist in diesem Zusammenhang nurmehr insofern von 
Belang, als sie dazu dient, die beantragten Rechtsfolgen zu verstehen (vgl. 
Michel Daum, a.a.O., Art. 33 N. 15 f.). Soweit der Beschwerdeführer mit Ein-
gabe vom 30. Mai 2025 beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuhe-
ben und es sei festzustellen, dass seine Niederlassungsbewilligung nicht er-
loschen sei (Rechtsbegehren Replik Ziff. 1, vorne E. 1.3), ist auf die Be-
schwerde daher nicht einzutreten. Insofern sind die Ausführungen zur Sache 
(Replik act. 15 S. 3) sowie die nachfolgenden Eingaben zum Gesundheits-
zustand des Beschwerdeführers (Arztberichte act. 21A und 23A) für das vor-
liegende Verfahren nicht relevant.

2.3 Die Beurteilung der Beschwerde fällt in die einzelrichterliche Zustän-
digkeit (Art. 57 Abs. 2 Bst. c des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Or-
ganisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]).

2.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

3.

Der Beschwerdeführer beantragt mit Eingabe vom 23. Oktober 2025 die Sis-
tierung des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens (vorne E. 1.3).

3.1 Nach Art. 38 VRPG kann die instruierende Behörde von Amtes we-
gen oder auf Antrag das Verfahren einstellen, wenn dessen Ausgang vom 
Entscheid eines andern Verfahrens abhängt oder wesentlich beeinflusst wird 
oder wenn im andern Verfahren über die gleiche Rechtsfrage zu befinden 
ist. Die Praxis lässt aus Gründen der Prozessökonomie die Sistierung auch 
in weiteren Fällen zu, etwa wenn ein Verfahren vorsorglich angehoben wor-
den ist oder eine Rechtsänderung unmittelbar bevorsteht (Michel Daum, 
a.a.O., Art. 38 N. 17). Die Behörde verfügt beim Sistierungsentscheid über 
einen verhältnismässig grossen Ermessensspielraum. Sie muss diesen 

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Handlungsspielraum aber sachgerecht und pflichtgemäss ausfüllen 
(BVR 2003 S. 433 E. 3; Michel Daum, a.a.O., Art. 38 N. 25).

3.2 Der Beschwerdeführer begründet seinen Sistierungsantrag einzig da-
mit, dass die EG Bern (EMF) sich zu seinem Wiedererwägungsgesuch 
geäussert (Schreiben vom 19.9.2025) und er nunmehr dazu Stellung genom-
men habe (Schreiben vom 23.10.2025). Die EG Bern (EMF) weist im betref-
fenden Schreiben darauf hin, dass eine Beschwerde beim Verwaltungsge-
richt hängig ist. Sie verweist auf ihre Beschwerdeantwort im vorliegenden 
Verfahren (Antrag auf Beschwerdeabweisung vom 5.12.2024, vorne E. 1.3). 
Weiter hält sie fest, dass mit Bezug auf das Erlöschen der Niederlassungs-
bewilligung keine neuen erheblichen Tatsachen und Beweismittel vorge-
bracht seien, weshalb sie in Erwägung ziehe, auf das Wiedererwägungsge-
such nicht einzutreten. Der Beschwerdeführer widerspricht und verweist auf 
die vor Verwaltungsgericht eingereichten medizinischen Unterlagen (vorne 
E. 1.3). 

3.3 Im vorliegenden Verfahren ist (einzig) darüber zu entscheiden, ob die 
SID zu Recht wegen Verspätung nicht auf die Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde eingetreten ist. Die materielle (Neu-)Regelung des Anwesenheits-
rechts des Beschwerdeführers, welche dieser mit seinem als «Wiedererwä-
gung» bezeichneten Gesuch anstrebt, bildet hingegen nicht Streitgegen-
stand (vorne E. 2.2); mithin ist nicht über die gleiche Rechtsfrage zu befin-
den. Der Ausgang des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens 
hängt weder vom Entscheid im Gesuchsverfahren ab noch wird er dadurch 
wesentlich beeinflusst: Der Beschwerdeführer stützt sein an die EMF gerich-
tetes Gesuch um «Wiedererwägung» auf Art. 83 i.V.m. Art. 71 VRPG. Nach 
dieser Vorschrift kann die verfügende Behörde, statt eine Vernehmlassung 
einzureichen, zugunsten der beschwerdeführenden Partei ganz oder teil-
weise neu verfügen oder die angefochtene Verfügung aufheben. Im verwal-
tungsgerichtlichen Verfahren sind zu neuer Verfügung bzw. neuem Ent-
scheid aber einzig die unmittelbaren Vorinstanzen – hier die SID – befugt. 
Der EG Bern (EMF) als ursprünglich verfügenden Behörde ist es infolge des 
Devolutiveffekts verwehrt, die Verfügung abzuändern, ihre Verfügung wäre 
nichtig (vgl. Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum berni-
schen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 71 N. 11 f., Art. 83 N. 6; BVR 2004 S. 1 

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E. 1.3). Der Beschwerdeführer scheint mit seinem Gesuch denn auch viel-
mehr eine Wiederaufnahme des Verfahrens bzw. eine materielle Neuprüfung 
durch die EMF aufgrund angeblich neuer Tatsachen anzustreben (vgl. auch 
Schreiben der EMF vom 19.9.2025). Auch dies setzt allerdings voraus, dass 
das vorliegende Beschwerdeverfahren rechtskräftig erledigt ist, zumal erst 
dann klar ist, ob die SID das Erlöschen der Niederlassungsbewilligung und 
die Wegweisung materiell beurteilen muss oder nicht. Die Sistierung des ver-
waltungsgerichtlichen Verfahrens rechtfertigt sich auch nicht aus Gründen 
der Prozessökonomie (vgl. vorne E. 3.1). Der Antrag auf Sistierung des Ver-
fahrens ist daher abzuweisen.

4.

Zu prüfen ist, ob die SID zu Recht wegen Verspätung nicht auf die Be-
schwerde eingetreten ist.

4.1 Die Verfügung der EG Bern (EMF) vom 25. Juli 2024 ist am 26. Juli 
2024 der Schweizerischen Post übergeben worden. Am 29. Juli 2024 ist eine 
Abholungseinladung beim Beschwerdeführer deponiert und die Sendung 
nach unbenutztem Ablauf der siebentätigen Aufbewahrungsfrist am 6. Au-
gust 2024 an die EG Bern (EMF) zurückgeschickt worden (vgl. Sendungs-
verfolgung in Akten EMF 5D pag. 1085).

4.2 Nach Art. 44 Abs. 3 VRPG gilt eine Mitteilung, die nur gegen Unter-
schrift der Adressatin oder des Adressaten oder einer anderen berechtigten 
Person überbracht wird, spätestens am siebenten Tag nach dem ersten er-
folglosen Zustellungsversuch als erfolgt. Diese Frist beginnt am ersten Tag 
nach dem (ersten) erfolglosen Zustellungsversuch zu laufen; der Tag, an 
dem der Zustellungsversuch stattgefunden hat, wird nicht mitgezählt. Das 
Fristende fällt gemäss dem klaren Wortlaut dieser Vorschrift auf den letzten 
Tag der siebentägigen Frist. Keine Rolle spielt, ob die Frist an einem Werk-
tag, Samstag oder an einem Sonn- bzw. anerkannten Feiertag beginnt oder 
endet (vgl. Michel Daum, a.a.O., Art. 44 N. 34). Im konkreten Fall hat die 
siebentägige Frist also am 30. Juli 2024 zu laufen begonnen und am 5. Au-
gust 2024 geendet. Die Verfügung der EG Bern (EMF) vom 25. Juli 2024 gilt 

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demnach am 5. August 2024 als zugestellt – wie die Vorinstanz zutreffend 
erkannt hat (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.3). Die 30-tägige Rechtsmit-
telfrist lief somit vom 6. August 2024 bis am 4. September 2024 (Art. 67 
i.V.m. Art. 41 Abs. 1 VRPG). Die am 5. September 2024 der Post überge-
bene Beschwerde an die SID (vgl. Akten SID pag. 20; vorne E. 1.2) ist somit 
verspätet erfolgt, was unbestritten ist (vgl. Beschwerde S. 2 sowie Replik 
act. 15 S. 2).

4.3 Strittig ist, ob der Beschwerdeführer auf eine Auskunft der EG Bern 
(EMF) vertrauen durfte, wonach die angefochtene Verfügung am 6. August 
2024 als zugestellt gelte. Die EG Bern (EMF) hat dem Beschwerdeführer 
persönlich (er war zu jenem Zeitpunkt nicht anwaltlich vertreten) mit Schrei-
ben vom 8. August 2024 Folgendes mitgeteilt (Akten EMF 5D pag. 1086):

«Die Verfügung der EMF vom 25. Juli 2024 konnte Ihnen am 29. Juli 
2024 nicht durch die Post zugestellt werden. In der Beilage erhalten Sie 
daher die originale Verfügung erneut uneingeschrieben zugestellt.

Wir weisen hierbei darauf hin, dass die Rechtsmittelfrist mit dieser Zu-
stellung nicht neu beginnt. Gemäss Art. 44 Abs. 3 des Gesetzes über 
die Verwaltungsrechtspflege (VRPG) im Kanton Bern gilt eine Mittei-
lung, die nur gegen Unterschrift der Adressatin oder des Adressaten 
oder einer anderen berechtigten Person überbracht wird, spätestens am 
siebten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt.

Die Verfügung gilt somit seit dem 6. August 2024 als zugestellt (Art. 44 
Abs. 3 VRPG).»

Am 4. September 2024 erkundigte sich der zwischenzeitlich vom Beschwer-
deführer mandatierte Rechtsvertreter bei der Mitarbeiterin der EMF, welche 
das vorerwähnte Schreiben verfasst hatte, telefonisch nach dem Ablauf der 
Frist; dabei sei ihm bestätigt worden, dass die Frist bis am 5. September 
2024 laufe, da die Verfügung (erst) seit dem 6. August 2024 als zugestellt 
gelte (vgl. Eingabe vom 11.9.2024, in Akten SID pag. 22).

4.4 Führt eine fehlerhafte behördliche Angabe dazu, dass sich die betrof-
fene Person erst nach Fristablauf gegen eine Verfügung beschwert, können 
Gründe des Vertrauensschutzes allenfalls die Fristwiederherstellung recht-
fertigen (vgl. BVR 2014 S. 130 E. 3.2.1; Michel Daum, a.a.O., Art. 43 N. 14). 
Berechtigtes Vertrauen ist grundrechtlich geschützt (Art. 9 der Bundesver-
fassung [BV; SR 101], Art. 11 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; 
BSG 101.1]); Behandlung nach Treu und Glauben kann aber nur fordern, 
wer selber danach handelt (vgl. Art. 5 Abs. 3 BV). Hätte die betroffene Partei 

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die Unrichtigkeit der Auskunft bei gebotener Aufmerksamkeit erkennen kön-
nen, tritt zum Fehler der Behörde ein Versäumnis der betroffenen Partei 
hinzu. Kann die verspätete Eingabe nicht mehr als natürliche oder begreifli-
che Folge des behördlichen Fehlers angesehen werden, ist der Irrtum der 
betroffenen Partei nicht mehr entschuldbar bzw. bleibt kein Raum für Ver-
trauensschutz; mithin muss die auf die fehlerhafte behördliche Angabe ver-
trauende Partei selbst ein hinreichendes Mass an Sorgfalt an den Tag legen 
und ihr Vertrauen deshalb als schutzwürdig erscheinen. Auch bei (falschen) 
behördlichen Auskünften kann keinen Vertrauensschutz anrufen, wer die 
Unrichtigkeit der Auskunft ohne weiteres hätte erkennen können (vgl. 
BVR 2018 S. 79 E. 3.3 mit Hinweisen).

4.5 An das Mass der im Verkehr mit den Behörden aufzuwendenden 
Sorgfalt werden unterschiedliche Anforderungen gestellt, je nachdem, ob es 
sich um Rechtsanwältinnen oder -anwälte und andere berufsmässig vor den 
Behörden auftretende Rechtskundige oder um rechtsunkundige Privatperso-
nen handelt. Rechtskundigen Personen ist namentlich die Konsultation des 
massgebenden Gesetzestextes selbst bei vorhandener (falscher) Rechtsmit-
telbelehrung zuzumuten, zumal die Wahrung von Rechtsmittelfristen zu den 
Kernaufgaben in Rechtsmittelverfahren gehört (BGE 143 V 66 E. 4.3, 
135 III 489 E. 4.4, 134 I 199 E. 1.3.1; BVR 2018 S. 79 E. 4.2 f. mit Hinweisen 
[bestätigt durch BGer 2C_392/2017 vom 11.1.2018]). Von einer rechtsun-
kundigen Privatperson kann unter Umständen zumindest erwartet werden, 
dass sie den Ablauf der Rechtsmittelfrist durch kurzes Nachrechnen über-
prüft (vgl. VGE 2025/13 vom 5.2.2025 S. 5). 

4.6 Hier enthielt das Schreiben der EMF vom 8. August 2024 alle für die 
Fristenberechnung notwendigen Informationen (vgl. vorne E. 4.3). Der Brief-
umschlag mit dem Code zur Sendungsverfolgung war – entgegen der An-
sicht des Beschwerdeführers – nicht erforderlich (vgl. Beschwerde S. 2 und 
Replik act. 15 S. 2). Der Beschwerdeführer bzw. sein damaliger Rechtsver-
treter hätte gestützt auf die im Schreiben enthaltene Information mit kurzem 
Nachrechnen bemerken können, dass der siebente Tag nach dem ersten 
erfolglosen Zustellungsversuch (29. Juli 2024) nicht der 6. August, sondern 
der 5. August 2024 war, mithin die Verfügung seit dem 5. August 2024 als 
zugestellt gilt und nicht seit dem 6. August 2024, wie von der Mitarbeiterin 

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der EMF kommuniziert. Ein Blick in den Gesetzestext war dafür nicht not-
wendig. Die kurze Nachrechnung hätte unmittelbar das massgebende Zu-
stellungsdatum ergeben, aus dem er ohne weiteres hätte schliessen können, 
dass die Auskunft der Mitarbeiterin falsch sein musste; wie er sich «entschei-
den» musste (vgl. Beschwerde S. 3), hätte auf der Hand gelegen. Nach dem 
Gesagten hätte der damalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers den 
Fehler bei gebührender Sorgfalt ohne weiteres erkennen können und müs-
sen, weshalb sich der Beschwerdeführer nicht auf den Vertrauensschutz be-
rufen kann (vgl. vorne E. 4.5 f.). Es war – unbesehen der behördlichen Fehl-
leistungen – wesentlich die grobe Unsorgfalt des Vertreters, die zu den 
Rechtsnachteilen führte; die Unsorgfalt des Vertreters muss sich der Be-
schwerdeführer anrechnen lassen (vgl. BVR 2018 S. 79 E. 4.5). Ob der Be-
schwerdeführer als Laie den Fehler hätte erkennen müssen, kann offenblei-
ben. Damit ist nicht zu beanstanden, dass die SID die Beschwerde als ver-
spätet erachtet hat und auf diese nicht eingetreten ist.

5.

5.1 Bei diesem Verfahrensausgang wird der unterliegende Beschwerde-
führer grundsätzlich verfahrenskostenpflichtig und hat seine Parteikosten 
selbst zu tragen (Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 104 VPRG). Er hat indes 
um unentgeltliche Rechtspflege ersucht (vgl. vorne E. 1.3).

5.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den glei-
chen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein 
Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhält-
nisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht aus-
sichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das heisst, 
wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage hal-
ten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos sind nach 
der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren anzuse-

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hen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Ver-
lustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können 
(BGE 142 III 138 E. 5.1; BVR 2019 S. 128 E. 4.1). Ob im Einzelfall genü-
gende Erfolgsaussicht besteht, beurteilt sich in objektivierter Weise aufgrund 
einer vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten im Zeit-
punkt des Gesuchs (BVR 2016 S. 369 E. 3.1 mit Hinweisen). Nicht massge-
bend ist der juristische Sachverstand der gesuchstellenden Person. Es spielt 
auch keine Rolle, ob diese anwaltlich vertreten ist oder als Laiin auftritt (Da-
niel Wuffli, Die unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung, Diss. Bern 2015, N. 367).

5.3 Nach dem Ausgeführten ist die Rechtsprechung zur gebotenen Sorg-
falt bei der Wahrung von Rechtsmittelfristen durch eine anwaltlich vertretene 
Partei eindeutig (vorne E. 4.5). Die Gewinnaussichten der Verwaltungsge-
richtsbeschwerde können vor diesem Hintergrund nicht als ernsthaft be-
zeichnet werden. Die Beschwerde erweist sich als von vornherein aussichts-
los. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen, ohne 
dass die Prozessarmut zu prüfen wäre.

5.4 Der Beschwerdeführer hat somit die Kosten des verwaltungsgericht-
lichen Verfahrens zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VPRG). Da über das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege erst im Endentscheid befunden wird und der 
Beschwerdeführer deshalb keine Gelegenheit hatte, sein Rechtsmittel nach 
Abweisung dieses Begehrens zurückzuziehen und damit Kosten zu sparen, 
sind diese praxisgemäss bloss im Rahmen der üblichen Abschreibungsge-
bühren zu erheben (BVR 2016 S. 369 E. 4.3.1; Lucie von Büren, in Her-
zog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 111 N. 17). Für das Gesuchsverfahren betreffend unentgeltliche Rechts-
pflege sind keine Kosten zu erheben (Art. 112 Abs. 1 VRPG). Parteikosten 
sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG).

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Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Der Antrag auf Sistierung des Verfahrens wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

4. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden dem Beschwerde-
führer auferlegt.

5. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

6. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (mit Eingabe des Beschwerde-

führers vom 23.10.2025 inkl. Beilagen)
- Einwohnergemeinde Bern (mit Eingabe des Beschwerdeführers vom 

23.10.2025 inkl. Beilagen)
- Staatsekretariat für Migration

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
gericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.