# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e22da8b2-d59f-544d-909e-b187a39a99bf
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-28
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 28.02.2013 715 2012 275 / 31 (715 12 275 / 31)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-2012-275---31_2013-02-28.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 28. Februar 2013 (715 12 275 / 31) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiberin i.V. Nadja Wenger 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
 
 
 
A. Die 1970 geborene A.____ war seit 1. Februar 1990 bei der B.____ GmbH als Professio-
nal Marketing Services Managerin angestellt. Infolge einer Firmensitzverlegung kündigte 
A.____ am 31. Oktober 2011 das Arbeitsverhältnis per 31. Januar 2012. Am 21. Dezember 
2011 meldete sie sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) C.____ zur Arbeits-
vermittlung an und erhob am 2. Januar 2012 bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland 
(Kasse) Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Februar 2012. Mit Verfügung vom 13. 
März 2012 stellte die Kasse A.____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab dem 1. Feb-
ruar 2012 für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Dagegen erhob A.____ am 12. April 
2012 Einsprache. Die Kasse wies die Einsprache mit Entscheid vom 10. August 2012 ab. 

 
 
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B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ am 10. September 2012 Beschwerde beim Kan-
tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie sinnge-
mäss die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 10. August 2012 und die vollumfängliche 
Aufhebung der Verfügung Nr. … der Kasse vom 31. März 2012. 
 
C. Die Kasse beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 25. Oktober 2012 die Abweisung der 
Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 10. August 2012; unter o/e 
Kostenfolge. 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1  Gemäss den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi-
alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide der 
Versicherungsträger Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Ört-
lich zuständig ist nach Art. 58 Abs. 1 ATSG grundsätzlich das Versicherungsgericht desjenigen 
Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Diese 
Regelung entspricht nun allerdings für den Bekgreich der Arbeitslosenversicherung nicht der bis 
vor Inkrafttreten des ATSG geltenden Zuständigkeitsordnung, weshalb der Bundesrat in 
Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 
Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 ausdrücklich ermächtigt worden ist, die örtli-
che Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts in Abweichung von Art. 58 ATSG zu 
regeln. Nach Art. 128 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 
und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 richtet sich die Zuständigkeit des 
kantonalen Versicherungsgerichts für die Beurteilung von Beschwerden gegen Kassenverfü-
gungen sinngemäss nach Art. 119 AVIV. Diese Bestimmung erklärt in Abs. 1 lit. a für die Ar-
beitslosenentschädigung den Ort, wo die versicherte Person die Kontrollpflicht erfüllt, als mass-
gebend. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin die Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft 
erfüllt, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. 
Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung 
(VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzi-
ge gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versiche-
rungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden 
Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der 
Versicherten vom 10. September 2012 ist demnach einzutreten.  
 
1.2  Nach § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversi-
cherungsrecht des Kantonsgerichts durch Präsidialentscheid Streitigkeiten bis zu einem Streit-
wert von 10'000 Franken. Im vorliegenden Fall beläuft sich der Streitwert bei einer Einstellungs-
dauer von 31 Tagen und unter Berücksichtigung des Taggeldansatzes der Versicherten von 
Fr. 159.95 auf Fr. 4'958.45; die Beurteilung der Beschwerde vom 10. September 2012 fällt 
demnach in die Kompetenz der präsidierenden Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht 
des Kantonsgerichts. 

 
 
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2.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die 
Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des 
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge-
schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 
122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch, dass der Untersuchungsgrundsatz 
die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst, da es Sache 
der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungsgerichts ist, für die Zusam-
mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin 
die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmög-
lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 
zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 
 
2.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 
Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 
sind (vgl. MAX KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1978, S. 135). Im 
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. HANS-ULRICH STAUFFER/BARBARA KUPFER BUCHER, 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 3. Auflage, Zürich 2008, 
S. 146). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderun-
gen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen 
möglichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, 
125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b).  
 
3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht wegen selbstverschul-
deter Arbeitslosigkeit im Umfang von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wor-
den ist. 
 
4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, 
um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht 
nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
verfügen (vgl. Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der 
Versicherung für Schäden, welche die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern 
können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und 
Verschuldensprinzip beherrscht (vgl. THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Ulrich 
Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Ba-
sel/Genf/München 2007, S. 2423, Rz. 822). 
 

 
 
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4.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberech-
tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Eine selbstverschuldete 
Arbeitslosigkeit liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven 
Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und den per-
sönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt (vgl. Arbeitsrecht 
und Arbeitslosenversicherung [ARV] 1982 Nr. 4 S. 39). Die Arbeitslosigkeit gilt unter anderem 
dann als selbstverschuldet, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus 
aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das 
Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (vgl. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). 
Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die Schaden-
minderungspflicht (vgl. Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihre Grenze grundsätzlich im Zumutbarkeitsgedan-
ken.  
 
4.3 Wie den Akten entnommen werden kann, hat im vorliegenden Fall die Kündigung der 
Versicherten zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses und damit zur Arbeitslosigkeit geführt. Es 
ist zu untersuchen, ob der Versicherten ein Weiterführen des Arbeitsverhältnisses zumindest 
bis zum Antritt einer Anschlussstelle nicht mehr zumutbar gewesen ist. 
 
5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass ihr die Weiterführung des Arbeitsverhält-
nisses am neuen Firmensitz aufgrund ihrer familiären Situation nicht zumutbar gewesen sei. 
Durch den verlängerten Arbeitsweg hätte sie ihre Familie nicht mehr wie gewohnt über den Mit-
tag angemessen versorgen und betreuen können. Auch wäre sie nicht mehr flexibel gewesen 
und hätte im Notfall schnellstmöglich bei ihrer Familie sein können. Hinzu komme, dass sie das 
jüngste Kind noch gestillt habe und es durch den dreimal längeren Arbeitsweg nicht hätte an-
gemessen versorgen und betreuen können. Die Frage nach der Zumutbarkeit des Verbleibens 
an der bisherigen Arbeitsstelle ist nach Art. 16 AVIG zu beurteilen. Danach gilt eine Arbeit noch 
als zumutbar, die den berufs- und ortsüblichen, insbesondere den gesamt- und normalarbeits-
vertraglichen Bedingungen entspricht, den Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand der ar-
beitslosen Person angemessen ist und die Wiederbeschäftigung in ihrem Beruf nicht wesentlich 
erschwert. Das Bundesgericht wendet hinsichtlich der Annahme der Unzumutbarkeit am bishe-
rigen Arbeitsplatz zu verbleiben, einen strengen Massstab an und schliesst generell subjektive 
Beweggründe von der Zumutbarkeitsprüfung aus (vgl. BGE 124 V 238 E. 4; ARV 1986 Nr. 23 
mit Hinweisen; THOMAS NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2428, Rz. 832; JACQUELINE CHOPARD, Die Ein-
stellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 116). Wenn nicht besondere Umstände 
vorliegen, darf einer versicherten Person zugemutet werden, wenigstens so lange am Arbeits-
platz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat, bzw. ein zumutbares Vertragsände-
rungsangebot zu akzeptieren und das Arbeitsverhältnis bis zur Zusage einer anderen Erwerbs-
tätigkeit weiterzuführen (vgl. JACQUELINE CHOPARD, a.a.O., S. 116 und 119).  
 
5.2 Laut Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG ist eine Arbeit unzumutbar, die einen Arbeitsweg von 
mehr als zwei Stunden je für den Hin- und Rückweg notwendig macht und bei welcher für die 
versicherte Person am Arbeitsort keine angemessene Unterkunft vorhanden ist oder sie bei 
Vorhandensein einer entsprechenden Unterkunft ihre Betreuungspflicht gegenüber den Ange-
hörigen nicht ohne grössere Schwierigkeiten erfüllen kann. Obschon der Arbeitsplatz der Versi-

 
 
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cherten nach C.____ verlegt wurde, hatte sie die Möglichkeit ihre Teilzeitanstellung zu behalten. 
Durch die Firmensitzverlegung hat sich der Arbeitsweg für die Versicherte um rund 30 Minuten 
pro Weg verlängert. Wie den Ausführungen der Kasse im angefochtenen Einspracheentscheid 
zu entnehmen ist, hätte die Beschwerdeführerin jeweils dreiviertel Stunden aufwenden müssen, 
um mit dem Fahrzeug von ihrem Wohnort an ihren neuen Arbeitsort und von dort wieder nach 
Hause zu gelangen. Die Reisezeit von dreiviertel Stunden liegt innerhalb des Rahmens von 
zwei Stunden, den die Rechtsprechung als zumutbar erachtet (Sozialversicherungsrecht - 
Rechtsprechung [SVR] 1999 ALV Nr. 22 S. 54 E. 4b/aa). Auch der von der Versicherten geltend 
gemachte Arbeitsweg von 45 bis 60 Minuten liegt im zumutbaren Rahmen. 
 
5.3 Eine Arbeit gilt sodann als unzumutbar, wenn sie den persönlichen Verhältnissen der 
versicherten Person oder ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen ist (Art. 16 Abs. 2 lit. c 
AVIG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fallen bei der Prüfung der Zumutbarkeit 
einer Arbeit unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse insbesondere die gesund-
heitlichen und familiären Umstände der versicherten Person in Betracht. Betreuungspflichten 
gegenüber minderjährigen Kindern stellen grundsätzlich keinen persönlichen Grund dar, der 
eine arbeitsmarktliche Massnahme unzumutbar macht. Dies käme nur in Frage, wenn eine Kin-
derbetreuung durch Drittpersonen bei objektiver Betrachtungsweise auch potenziell undenkbar 
wäre, was nach Ablauf des Mutterschaftsurlaubes regelmässig nicht mehr der Fall sein dürfte. 
(vgl. BGE 120 V 375 E. 4b; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 
1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 25. Juni 2004, C 43/04, E. 
2.2). Die Versicherte hat vier Kinder, wovon das Jüngste im Zeitpunkt der Auflösung des Ar-
beitsverhältnisses siebeneinhalb Monate alt war. Nach Lage der Akten lebt die Versicherte mit 
ihrem Partner zusammen, welcher zugleich der Vater der vier Kinder ist. Aufgrund von Arbeits-
unfähigkeit bezieht der Partner der Versicherten eine IV-Rente zu 100%. Gemäss der Feststel-
lungsverfügung vom 13. März 2012 wurde die Versicherte als vermittlungsfähig erklärt, da ihr 
Partner auf ihre Kinder aufpassen kann. Folglich kann davon ausgegangen werden, dass wäh-
rend der Abwesenheit der Versicherten ihr Partner die Betreuung der Kinder am Vormittag und 
am Mittag hätte übernehmen können. Auch für den Fall, dass der Vater die Betreuung nicht 
wahrnehmen könnte, wäre die Versicherte angehalten gewesen, sich für die Zeit ihrer Abwe-
senheit um eine alternative Betreuungsmöglichkeit zu kümmern. Sowohl die Unterbringung der 
Kinder in einer Betreuungsstätte oder die Betreuung durch eine Drittperson erscheint zumutbar 
(vgl. Entscheid des EVG vom 25. Juni 2004, C 43/04, E. 3.2). Aus den Ausführungen ergibt 
sich, dass keine objektive, potentielle Unmöglichkeit der Kindsbetreuung vorliegt. Die Be-
schwerdeführerin kann sich nicht auf die Ausnahmeregelung des Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG beru-
fen. 
 
5.4. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie im Zeitpunkt der Auflösung des Ar-
beitsverhältnisses ihr jüngstes Kind gestillt habe. Aufgrund des verlängerten Arbeitsweges hätte 
sie das Kind nicht angemessen versorgen und betreuen können. Die Stillzeit nach der Nieder-
kunft ist für sich noch kein Unzumutbarkeitstatbestand im Sinne des AVIG. Der Gesetzgeber 
bringt mit dem Schutz der Mutterschaft im Arbeitsgesetz und im Arbeitsvertragsrecht gerade 
zum Ausdruck, dass die Mutterschaft kein Grund sein soll, die Arbeit aufgeben zu müssen. In 
Art. 35 und Art. 36 Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel (ArG), so-

 
 
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wie in Art. 60 Verordnung zum Arbeitsgesetz (ArGV1) ist ein Sonderschutz für schwangere und 
stillende Mütter vorgesehen. Das Arbeitsgesetz schützt in Art. 35 die Gesundheit der Mutter und 
des Kindes vor Beeinträchtigungen, die durch Beschäftigungen oder Arbeitsbedingungen ge-
schaffen werden. Stillenden Müttern ist die erforderliche Zeit zum Stillen freizugeben (vgl. Art. 
35a Abs. 2 ArG). Die Stillzeit im Betrieb gilt als Arbeitszeit (vgl. Art. 60 Abs. 2 lit. a ArGV1). Ver-
lässt die Arbeitnehmerin den Arbeitsort zum Stillen, ist die Hälfte dieser Abwesenheit als Ar-
beitszeit anzuerkennen (vgl. Art. 60 Abs. 2 lit. b ArGV1). Laut Art. 36 Abs. 1 ArG ist bei der 
Festsetzung der Arbeits- und Ruhezeit auf Arbeitnehmerinnen, die einen Haushalt mit Famili-
enangerhörigen besorgen, Rücksicht zu nehmen. Die genannten Bestimmungen schützen die 
arbeitstätige Mutter - vor allem während der Stillzeit - und sind zwingender Natur. Erst ihre 
Nichteinhaltung durch den Arbeitgeber lässt das Arbeitsverhältnis unzumutbar werden. Eine 
entsprechende Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch die betroffene Versicherte stellt so-
dann keinen Einstellungsgrund dar (vgl. Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 
1 lit. b AVIV). Die Versicherte ist Mutter von vier Kindern, wobei das Jüngste im fraglichen Zeit-
punkt noch gestillt wurde. Die Schutzbestimmungen sind zweifelsohne anwendbar. Die Be-
schwerdeführerin machte jedoch weder geltend noch geht aus den Akten hervor, dass der Ar-
beitgeber gezielt gegen eine der genannten Bestimmungen verstossen hat.  
 
Zu beachten ist im Übrigen, dass die Beschwerdeführerin ihren Anspruch auf Freigabe der zum 
Stillen erforderlichen Zeit hätte geltend machen können. Sie hat jedoch darauf verzichtet, mit 
dem Arbeitgeber nach alternativen Lösungen zu suchen. Sie hätte während der Stillzeit die Ar-
beitsstelle früher verlassen können, wobei ihr die Abwesenheit zwecks Stillen an die Arbeitszeit 
angerechnet worden wäre (vgl. Art 35a Abs. 2 ArG und Art. 60 Abs. 2 lit. b ArGV1). Stattdessen 
hat sie ihre Anstellung freiwillig aufgegeben. In diesem Sinne ist ihr ein Verschulden an ihrer 
Arbeitslosigkeit vorzuwerfen. Auch wenn sie sich als stillende Mutter in einer besonderen Situa-
tion befunden hat, muss von ihr verlangt werden, ihren Anspruch gegenüber ihrem ehemaligen 
Arbeitgeber zu vertreten (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons Basel-Landschaft 
vom 2. Februar 2001, 2000/184, E.3b). 
 
5.5 Als Zwischenergebnis ist demnach festzuhalten, dass die Kasse vorliegend zu Recht 
von einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit der Versicherten im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b 
AVIV ausgegangen ist. 
 
6.1 Abschliessend bleibt zu prüfen, ob die durch die Kasse verfügte Einstellung in der An-
spruchsberechtigung im Umfang von 31 Tagen angemessen ist.  
 
6.2 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt 
je nach Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (vgl. Art. 30 Abs. 3 AVIG). Die Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung wird gemäss Art. 45 Abs. 3 AVIV abgestuft und beträgt bei leichtem 
Verschulden 1 bis 15 Tage, bei mittelschwerem Verschulden 16 bis 30 Tage und bei schwerem 
Verschulden 31 bis 60 Tage. Die Einstellung beginnt am ersten Tag nach der Beendigung des 
Arbeitsverhältnisses, wenn die versicherte Person aus eigenem Verschulden arbeitslos gewor-
den ist (Art. 45 Abs. 1 lit. a AVIV). Bei der Bemessung der Einstellungsdauer steht der Kasse 
ein Ermessen zu, welches sie pflichtgemäss auszuüben hat. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozi-

 
 
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alversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts bzw. deren präsidierende Person bei 
Präsidialentscheiden die angefochtene Verfügung auch auf deren Angemessenheit zu überprü-
fen. Sie greift jedoch bei der Beurteilung der von der Kasse angeordneten Einstellungsdauer 
praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren Ermessensspielraum ein. 
 
6.3 Gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt schweres Verschulden vor, wenn die versicherte 
Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neu-
en Arbeitsstelle aufgegeben hat.  
 
6.4 Vorliegend hat die Kasse das Verhalten der Versicherten als schweres Verschulden 
qualifiziert, was eine Einstellungsdauer von 31-60 Tagen zur Folge hat. In der Regel beträgt die 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung 36 Tage bei einer selbstverschuldeten Arbeitslosig-
keit infolge Kündigung durch die Versicherte. Innerhalb dieses Rahmens hat die Kasse eine 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 31 Tagen verfügt. Als verschul-
densmindernd hat sie dabei zu Recht die Schwierigkeiten am Arbeitsplatz (Firmensitzverle-
gung) und die persönlichen Verhältnisse der Versicherten berücksichtigt. Die Kasse hat ihre 
Sanktion hinreichend an die besonderen Umstände des Falles und die persönliche Situation der 
Beschwerdeführerin angepasst. Die verfügte Einstellungsdauer erscheint somit angemessen 
und es besteht kein Anlass, in das Ermessen der Arbeitslosenkasse einzugreifen.  
 
7. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass der angefochtene Einspracheent-
scheid der Kasse vom 10. August 2012 nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Be-
schwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 
 
8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Partei-
en kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu er-
heben. Die ausserordentlichen Kosten können wettgeschlagen werden. 
 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosen erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 

 

 
 
 
 

 
 
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