# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 688e60b4-ab59-5223-a18c-4fe9016d1980
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 06.09.2016 ZK1 2014 106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2014-106_2016-09-06.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 06. September 2016 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 14 103/106 02. Juni 2017

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Richter Brunner und Schnyder
Aktuarin Aebli

In den zivilrechtlichen Berufungen

der X._____, Klägerin, Berufungsklägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch 
Dr. iur. Franziska Preisig, Crappun 8, 7503 Samedan,

und

des Y._____, Beklagter, Berufungsbeklagter und Berufungskläger, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Schütt, Steinbergstrasse 54, 8400 Winterthur,

gegen

den Entscheid des Bezirksgerichts Inn vom 24. März 2014, mitgeteilt am 30. Juni 
2014, in Sachen der Klägerin gegen den Beklagten,

betreffend Nebenfolgen der Ehescheidung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ (vormals Y./X._____), geboren am _____ 1978, und Y._____, ge-
boren am _____ 1965, heirateten am _____ 2006 vor dem Zivilstandsamt 
O.1_____. Aus ihrer Ehe gingen die Kinder A._____, geboren am _____ 2006, 
B._____, geboren am _____ 2008, und C._____, geboren am _____ 2010, hervor.

B.1. Die Ehegatten trennten sich im Juli 2011, wobei die Folgen des Getrenntle-
bens mit eheschutzrichterlichem Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht 
Inn vom 10. Januar 2012 geregelt wurden. Dabei wurden die Kinder in Genehmi-
gung einer entsprechenden Vereinbarung der Parteien unter die Obhut der Mutter 
gestellt und dem Vater als Minimalregelung für den Fall, dass sich die Eltern nicht 
einigen könnten, das Recht eingeräumt, die Kinder unter Vorankündigung von ei-
ner Woche einen halben Tag pro Woche zu besuchen. Aufgrund des Alters der 
Kinder wurde auf eine Regelung des Ferienrechts verzichtet. Des Weiteren wurde 
Y._____ verpflichtet, rückwirkend ab 1. Juli 2011 für die Dauer des Getrenntlebens 
an den Unterhalt der Ehefrau und der Kinder monatlich insgesamt CHF 2'827.-- (je 
CHF 700.-- pro Kind und CHF 727.-- für die Ehefrau) zuzüglich Kinderzulagen zu 
bezahlen. Der gegen die Unterhaltsregelung erhobenen Berufung an das Kan-
tonsgericht von Graubünden (ZK1 12 8) sowie der geführten Beschwerde an das 
Bundesgericht (5A_380/2012) von Y._____ war kein Erfolg beschieden.

2. Im Mai 2012 fand der bis anhin letzte Besuchskontakt zwischen dem Vater 
und seinen drei Kindern A._____, B._____ und C._____ statt.

3. Am 12. Dezember 2012 stellte X._____ beim Bezirksgericht Inn ein (super-
provisorisches) Gesuch um Erlass weiterer eheschutzrichterlicher Massnahmen, 
namentlich um Anordnung eines Annäherungs- und Kontaktverbots sowie um 
einstweilige Aussetzung des väterlichen Besuchsrechts. Mit Verfügung vom 
13. Dezember 2012 wurde der Erlass superprovisorischer Massnahmen abge-
lehnt. Nach Durchführung eines zweifachen Schriftenwechsels sowie einer münd-
lichen Hauptverhandlung wurde mittels Entscheid vom 5. Juni 2013 ein Gutachten 
zur Frage der Regelung des persönlichen Verkehrs in Auftrag gegeben, welches 
dem Gericht am 30. August 2013 erstattet wurde. Der Einzelrichter am Bezirksge-
richt Inn erkannte mit Entscheid vom 11. November 2013, mitgeteilt am 21. No-
vember 2013, dass Y._____ jede zweite Woche ein zweistündiges Besuchsrecht 
in Begleitung eines Beistands eingeräumt werde, womit im Grundsatz der Empfeh-
lung der Gutachterin D._____ gefolgt wurde. Für den Sohn A._____ sei das Be-
suchsrecht im Verweigerungsfall in den ersten drei Monaten auszusetzen. Die ge-

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troffene Besuchsrechtsregelung gelte für sechs Monate ab Rechtskraft des Ent-
scheids, anschliessend seien die Besuchskontakte ohne Begleitung eines Bei-
stands durchzuführen. Der Einzelrichter wies die Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde (KESB) Engadin/Südtäler an, einen Besuchsbeistand zu ernennen. 
X._____ und ihr damaliger Lebenspartner wurden sodann ermahnt, das Besuchs-
recht im gerichtlich angeordneten Umfang zu gewähren und jede Obstruktion des-
selben zu unterlassen.

4. Bereits mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde O.2_____ vom 28. No-
vember 2012 war ein Beistand für A._____, B._____, und C._____ eingesetzt 
worden. Mit Entscheid der Kollegialbehörde der KESB Engadin/Südtäler vom 
24. März 2014 wurde der ehemalige Mandatsträger auf eigenes Ersuchen hin als 
Beistand entlassen und in Nachachtung des Entscheids des Bezirksgerichts Inn 
vom 11. November 2013 E._____, Berufsbeistandschaft Oberengadin/Bergell, 
zum neuen Beistand der Kinder ernannt. Diesem wurde im Wesentlichen die Auf-
gabe zugewiesen, die Besuchskontakte gemäss der richterlichen Besuchsrechts-
regelung zu organisieren und zu überwachen.

5. Mit Eingabe vom 26. Juni 2014 ersuchten die Kinder A._____, B._____ und 
C._____, vertreten durch ihre Mutter, das Bezirksgericht Inn um Abänderung des 
Entscheids der KESB vom 24. März 2014 sowie um Abänderung des mittels Ehe-
schutzentscheid des Bezirksgerichts vom 11. November 2013 geregelten Be-
suchsrechts. Das Bezirksgericht trat mit Entscheid vom 10. November 2014 man-
gels Zuständigkeit nicht auf das Gesuch ein.

C. Zwischenzeitlich machte X._____ beim Bezirksgericht Inn mit Eingabe vom 
5. Juli 2013 die Scheidungsklage anhängig, wobei sie folgende Rechtsbegehren 
stellte:

„1. Die Ehe der Parteien sei gemäss Art. 114 ZGB zu scheiden.

2. Der Mutter sei für die drei Kinder A._____, geb. am _____ 2006, 
B._____, geb. am _____ 2008, und C._____, geb. am _____ 2010, 
das alleinige Sorgerecht zuzusprechen.

3. Zur Regelung des persönlichen Verkehrs mit dem Vater sei das lau-
fende Eheschutzverfahren, Proz. Nr. _____ mit diesem Verfahren zu-
sammenzulegen und über die Regelung nach dessen Abschluss bzw. 
nach Erhalt des Gutachtens zu entscheiden.

3.1 Eventualiter sei dem Vater folgendes Besuchs- und Ferienrecht ein-
zuräumen:

- jeden ersten und dritten Samstag im Monat von 14:00 bis 16:00 Uhr 
ein begleitetes Besuchsrecht für B._____ und C._____;

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- das Besuchsrecht für A._____ sei bis zur Feststellung einer Verbes-
serung der Situation auszusetzen;

- auf ein Ferienrecht sei einstweilen zu verzichten;

- weitere Kontaktaufnahmen seien zu untersagen.

4. Der Beklagte sei zu verpflichten, ab dem 1. Juli 2013 monatlich im 
Voraus an den Unterhalt der drei Kinder je CHF 800.--, insgesamt 
CHF 2'400.-- zuzüglich gesetzlicher Kinder- bzw. Ausbildungszulagen 
an die Klägerin zu bezahlen. Diese Unterhaltspflicht daure bis zur 
Mündigkeit, längstens jedoch bis zum Abschluss der Berufsausbil-
dung der Kinder.

5. Der Beklagte sei zu verpflichten, ab dem 1. Juli 2013 monatlich im 
Voraus der Klägerin einen Unterhaltsbeitrag von CHF 427.-- zu be-
zahlen. Diese Unterhaltspflicht daure bis die jüngste Tochter das 
16. Lebensjahr erreicht hat, d.h. bis am 31. Januar 2026. Lebt die 
Klägerin während mehr als fünf Jahren mit einer anderen Person zu-
sammen, entfalle diese Unterhaltspflicht für die weitere Dauer des 
Zusammenlebens.

6. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 4 und 5 seien auf dem Landesin-
dex der Konsumentenpreise zu basieren.

7. Es sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinanderge-
setzt sind. Der Beklagte sei anzuweisen, seine Sachen in der Scheu-
ne an der Via _____, O.2_____ unter Vorankündigung an die Kläge-
rin abzuholen. Im Übrigen solle jede Partei diejenigen Barschaften, 
Bank- und weitere Guthaben, Lebensversicherungen sowie Mobilien 
übernehmen bzw. behalten, die sich in ihrem Besitz befinden resp. 
auf ihren Namen lauten. Allfällige Schulden trage diejenige Partei, auf 
deren Namen sie lauten bzw. auf deren Namen sie begründet wur-
den.

8. Auf den Ausgleich der während der Ehe geäufneten Austrittsgutha-
ben aus beruflicher Vorsorge sei zu verzichten.

9. Mit Vollzug der Scheidung seien die Parteien in ehe-, scheidungs- 
und güterrechtlicher Hinsicht vollständig auseinandergesetzt.

10. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

D. Mit innert Nachfrist eingereichter Klageantwort vom 7. Oktober 2013 stellte 
Y._____ folgende Anträge:

„1. Ziff. 1-2 des klägerischen Rechtsbegehrens vom 5. Juli 2013 seien 
gutzuheissen.

2.a) Der Vereinigungsantrag gemäss Ziff. 3 des klägerischen Rechtsbe-
gehrens vom 5. Juli 2013 sei abzuweisen.

  b) Stattdessen sei das Eheschutzverfahren Proz. Nr. _____ als vorsorg-
liches Massnahmeverfahren weiterzuführen.

  c) Die Parteien seien zur Teilnahme an einer Mediation zu verpflichten.

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  d) Eventualiter bzw. für den Fall einer Nichteinigung in der Mediation sei 
unter Abweisung von Ziff. 3.1 des klägerischen Rechtsbegehrens 
vom 5. Juli 2013 wie folgt zu entscheiden:

1. Dem Beklagten sei für die ersten sechs Monate ein begleitetes 
Besuchsrecht von zwei Stunden jede Woche zu gewähren.

2. Für die Zeit danach sei den Parteien erneut Gelegenheit zu ge-
ben, Anträge zu stellen. Bis dann sei das Verfahren zu sistieren. 
Subeventualiter sei der Beklagte für die Zeit danach berechtigt zu 
erklären, die Kinder A._____, B._____ und C._____ einen halben 
Tag pro Woche zu besuchen unter Vorankündigung einer Woche 
und einmal wöchentlich mit den Kindern zu telefonieren oder zu 
skypen. Ferner sei er berechtigt zu erklären, die Kinder an ihrem 
und an seinem Geburtstag zu besuchen.

3. Die Klägerin sei unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 
StGB im Unterlassungsfall zu verpflichten, sich in eine Therapie 
zu begeben mit dem Zweck, die Voraussetzungen zu schaffen, 
dass sie die Kinder ausreichend unterstützt im Kontakt zum Be-
klagten. Ziel der Therapie soll insbesondere sein, die Entfrem-
dung zwischen dem Beklagten und den Kindern zu stoppen, die 
Enttäuschungen der Klägerin aufzuarbeiten und ihr die notwen-
dige Hilfe zur Bekämpfung bzw. zum Umgang mit ihren Ängsten 
zukommen zu lassen.

4. Herr F._____ (der Lebenspartner der Klägerin) und die Klägerin 
seien unter Androhung der Straffolge von Art. 292 StGB zu er-
mahnen, das Besuchsrecht im gerichtlich angeordneten Umfang 
zuzulassen und jede Obstruktion desselben zu unterlassen.

3. Der Beklagte sei berechtigt zu erklären, bei Drittpersonen in gleicher 
Weise wie die Klägerin Auskünfte über den Zustand und die Entwick-
lung der Kinder einzuholen, wie namentlich bei Lehrkräften, Ärzten, 
Therapeuten, der Logopädin etc.

4.a) Ziff. 4 des klägerischen Rechtsbegehrens vom 5. Juli 2013 sei abzu-
weisen. Stattdessen sei festzustellen, dass keine Kinderunterhaltsbei-
träge zu zahlen sind.

  b) Eventualiter und nur für den Fall, dass der Beklagte zu Gunsten sei-
ner Kinder die Erbschaft seines Vaters G._____ ausschlägt, sei der 
Beklagte berechtigt zu erklären, sich den Nettobetrag, der den Kin-
dern aus der genannten Erbschaft allenfalls zufliesst, an die durch 
das Gericht allenfalls festgesetzten Unterhaltsbeiträge anrechnen zu 
lassen.

5. Ziff. 5 des klägerischen Rechtsbegehrens vom 5. Juli 2013 sei abzu-
weisen. Stattdessen sei festzustellen, dass kein nachehelicher Unter-
haltsbeitrag geschuldet ist.

6.a) Ziff. 7 des klägerischen Rechtsbegehrens vom 5. Juli 2013 sei gutzu-
heissen.

  b) Die Klägerin sei insbesondere zu verpflichten, dem Beklagten seine 
persönlichen Gegenstände aus der ehelichen Wohnung wie Winter-
kleider und -ausrüstung, seine Dokumente aus dem Büro, seine Foto-

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alben und seinen Siegelring mit dem Familienwappen herauszuge-
ben.

7. Ziff. 8 des klägerischen Rechtsbegehrens vom 5. Juli 2013 sei abzu-
weisen. Stattdessen seien die während der Ehe geäufneten Austritts-
guthaben aus beruflicher Vorsorge nach Gesetz hälftig zu teilen.

8. In Abänderung von Ziff. 9 des klägerischen Rechtsbegehrens vom 
5. Juli 2013 sei festzustellen, dass die Parteien mit dem Vollzug der 
Scheidung in ehe-, scheidungs-, güter- und vorsorgerechtlicher Hin-
sicht vollständig auseinandergesetzt sind.

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.“

E. Am 24. März 2014 fand die mündliche Hauptverhandlung vor dem Bezirks-
gericht Inn statt, anlässlich welcher die Klägerin ihre Begehren wie folgt abänder-
te:

„1. Das Besuchsrecht, welches durch den Entscheid des Einzelrichters 
vom 11. November 2013 (mitgeteilt am 21. November 2013) festge-
legt wurde, sei bis zum Abschluss der Therapie bei Frau H._____, 
KJP, zu sistieren.

2. Eventualiter sei das Besuchsrecht, welches durch den Entscheid des 
Einzelrichters vom 11. November 2013 (mitgeteilt am 21. November 
2013) festgelegt wurde, bis zum Abschluss der Therapie bei Frau 
H._____, KJP, für A._____ zu sistieren.

3. Für A._____ sei aufgrund der Diagnose einer posttraumatischen Be-
lastungsstörung von Frau H._____, KJP, ein Gutachten bei Frau 
D._____ in Auftrag zu geben, welches folgende Fragen beantworten 
soll:

- Was für Auswirkungen hat das Besuchsrecht, welches durch den 
Entscheid des Einzelrichters vom 11./21. November 2013 festgelegt 
wurde, auf A._____?

- Was für Auswirkungen hat es auf A._____, wenn das Besuchsrecht 
auf die Schwestern beschränkt wird?

- Wenn überhaupt, in welcher Form und in welchem Umfang könnte 
ein Besuchsrecht nach abgeschlossener Therapie ausgeübt werden?

4. Abweisung folgender Rechtsbegehren der Klageantwort vom 7. Ok-
tober 2013:

- Ziff. 2 lit. c und d

- Ziff. 4 bis 7

- Ziff. 9.“

Der Beklagte liess die unter Ziffer 2a, 2b und 4b gestellten Anträge seiner Kla-
geantwort fallen, an den übrigen Begehren hielt er fest. Den unter Ziffer 2d Punkt 
4 erhobenen Antrag änderte er dahingehend ab, dass die Klägerin und ihr Lebens-
partner unter Strafandrohung anzuweisen (anstatt zu ermahnen) seien, die Ob-
struktion des Besuchsrechts zu unterlassen.

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F. Das Bezirksgericht Inn teilte den Parteien seinen Entscheid vom 24. März 
2014 am 24. April 2014 im Dispositiv und am 30. Juni 2014 in schriftlich begründe-
ter Form mit. Darin erkannte es wie folgt:

„1. Die am 26. August 2006 vor dem Zivilstandsamt O.1_____ geschlos-
sene Ehe von X._____ und Y._____ wird geschieden.

2. X._____ wird für die drei Kinder A._____, geb. am _____ 2006, 
B._____, geb. am _____ 2008, und C._____, geb. am _____ 2010, 
das alleinige Sorgerecht zugesprochen.

3.a) Y._____ wird berechtigt, seine Kinder B._____, C._____ und A._____ 
in Begleitung eines Beistandes jede zweite Woche an jeweils zwei 
Stunden auf dem Spielplatz oder an einem anderen vom Beistand zu 
bestimmenden neutralen Ort zu besuchen.

  b) Für den Sohn A._____ kann das Besuchsrecht in den ersten drei 
Monaten ausgesetzt werden, wenn A._____ dies verweigert. Danach 
ist das Besuchsrecht auszuüben.

  c) Die Besuchsregelung gemäss Ziff. 3a) und 3b) gilt für sechs Monate 
ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheides. Für die Zeit danach 
wird Y._____ berechtigt, seine Kinder B._____, C._____ und A._____ 
in Begleitung eines Beistandes jede zweite Woche an jeweils vier 
Stunden auf dem Spielplatz oder an einem anderen vom Beistand zu 
bestimmenden neutralen Ort zu besuchen.

  d) Die Anordnung der Beistandschaft zur Überwachung des persönli-
chen Verkehrs wird auf ein Jahr ab Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils begrenzt. Danach gilt die Besuchsregelung gemäss Ziff. 3c) Satz 
2 ohne Begleitung eines Beistandes.

  e) Y._____ wird berechtigt, einmal pro Woche an einem zuvor mit 
X._____ festgelegten Tag mit den Kindern zu telefonieren oder zu 
skypen.

4.a) Für die Kinder B._____, C._____ und A._____ wird die im Ehe-
schutzverfahren Proz. Nr. _____ gestützt auf Art. 308 Abs. 1 und 2 
ZGB rechtskräftig angeordnete Besuchsrechtsbeistandschaft weiter-
geführt. Der Beistand wird beauftragt, die Eltern mit Rat und Tat zu 
unterstützen und insbesondere dafür besorgt zu sein, dass die Kinder 
und der Vater das vom Gericht angeordnete Besuchsrecht ausüben 
und den Kontakt miteinander pflegen können. Weiter wird der Bei-
stand beauftragt, das Besuchsrecht selbst zu überwachen oder dafür 
eine unabhängige Drittperson zu ermächtigen und unter Einbezug al-
ler Beteiligten den Ort der Besuchsrechtsausübung und den Wochen-
tag zu bestimmen sowie die Übergabe des Kindes (recte: der Kinder) 
zu überwachen.

  b) Die KESB Engadin/Südtäler wird angewiesen, den gemäss Ehe-
schutzentscheid vom 11./21. November 2013 (Proz. Nr. _____) er-
nannten Besuchsbeistand nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für die im 
vorliegenden Entscheid angeordnete Beistandschaft weiterhin auf-
recht zu erhalten oder bei Bedarf einen neuen Beistand zu ernennen.

5. Y._____ ist berechtigt (Art. 275a ZGB), bei Drittpersonen in gleicher 
Weise wie die Klägerin (X._____) Auskünfte über den Zustand und 

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die Entwicklung der Kinder einzuholen, wie namentlich bei Lehrkräf-
ten, Ärzten, Therapeuten, der Logopädin etc.

6. X._____ wird unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB an-
gewiesen das Besuchsrecht im gerichtlich angeordneten Umfang zu-
zulassen und jede Obstruktion desselben zu unterlassen (Art. 307 
Abs. 3 ZGB).

7. Y._____ wird verpflichtet, ab Rechtskraft des vorliegenden Schei-
dungsurteils an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung der 
Kinder A._____, geb. am _____ 2006, B._____, geb. am _____ 2008, 
und C._____, geb. am _____ 2010, monatlich im Voraus je 
CHF 800.00 zu bezahlen, zuzüglich allfälliger Kinder- und/oder Aus-
bildungszulagen bis zur Mündigkeit, längstens bis zum Erreichen der 
wirtschaftlichen Selbständigkeit im Sinne von Art. 277 Abs. 1 ZGB 
des jeweiligen Kindes.

8. Y._____ wird verpflichtet, ab Rechtskraft des vorliegenden Schei-
dungsurteils an den Unterhalt von X._____ monatlich im Voraus 
CHF 335.00 bis und mit Januar 2020 zu bezahlen. Lebt X._____ 
während mehr als fünf Jahren mit einer anderen Person zusammen, 
entfällt diese Unterhaltspflicht für die weitere Dauer des Zusammen-
lebens.

9. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 7 und 8 basieren auf dem 
Schweizerischen Landesindex der Konsumentenpreise, Stand Fe-
bruar 2014 von 98.7 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). 
Sie sind bei einer Veränderung des Indexes um 3 Punkte, d.h. erst-
mals bei 101.7 Punkten, nach folgender Formel anzupassen (der In-
dex ist abrufbar unter http://www.hev-statistik.ch/):

Neuer UB = alter UB x neuer Index
alter Index

10. Das während der Ehe geäufnete Austrittsguthaben aus beruflicher 
Vorsorge wird je hälftig unter den Parteien aufgeteilt. Die Gastro So-
cial Pensionskasse, Bahnhofstrasse 86, 5001 Aarau, wird angewie-
sen, vom Vorsorgekonto von X._____ die Hälfte von CHF 4'058.95, 
nämlich CHF 2'029.47, auf ein von Y._____ noch zu bezeichnendes 
Freizügigkeitskonto zu überweisen.

11.a) Das Gericht stellt fest, dass die Parteien güterrechtlich auseinander-
gesetzt sind.

   b) Im Übrigen stellt das Gericht fest, dass jede Partei diejenigen Bar-
schaften, Bank- und weitere Guthaben, Lebensversicherungen sowie 
Mobilien übernehmen bzw. behalten kann, die sich in ihrem Besitz 
befinden resp. auf ihren Namen lauten. Weiter stellt das Gericht fest, 
dass allfällige Schulden diejenige Partei trägt, auf deren Namen sie 
lauten bzw. auf deren Namen sie begründet wurden, mit Ausnahme 
derjenigen Schulden, die im Namen der minderjährigen Kinder be-
gründet wurden.

   c) Das Gericht nimmt Vormerk davon, dass die Parteien mit dem Voll-
zug der Scheidung in ehe-, scheidungs-, güter- und vorsorgerechtli-
cher Hinsicht vollständig auseinandergesetzt sind.

12. Im Übrigen werden die Anträge vollumfänglich abgewiesen.

http://www.hev-statistik.ch/

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13. Die Gerichtskosten werden von Amtes wegen festgesetzt und verteilt 
(Art. 105 Abs. 1 ZPO). Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 8'700.00 
(Entscheidgebühr CHF 3'700.00, Kosten der Beweisführung inkl. 
Gutachten CHF 5'000.00) sind je hälftig von der beklagten Partei und 
von der Klägerpartei zu bezahlen und gehen infolge Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege für beide Parteien (Proz. Nr. 135-2012-
223 und 135-2013-162) ‒ unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO ‒ zu Las-
ten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen.

14. Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen. Die unent-
geltlichen Rechtsbeistände werden ‒ unter Vorbehalt von Art. 123 
ZPO ‒ zu Lasten des Kantons Graubünden gemäss Kostenentschei-
den (Proz. Nr. 135-2012-223 und 135-2013-162) entschädigt. Die 
Entschädigungen werden aus der Gerichtskasse bezahlt.

15. (Rechtsmittelbelehrung Hauptentscheid)

16. (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid)

17. (Mitteilung).“

G. Gegen diesen Entscheid liess X._____ mit Eingabe vom 1. September 
2014 Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden erheben (ZK1 14 103) und 
folgende Anträge stellen:

„1.1 Die Ziff. 3, Ziff. 4 lit. b, Ziff. 6 sowie Ziff. 10 des einzelrichterlichen 
(recte: kollegialgerichtlichen) Entscheides des Bezirksgerichts Inn 
vom 24. März 2014, mitgeteilt am 24. April 2014 resp. 30. Juni 2014, 
seien aufzuheben.

1.2 Der Zeitpunkt zur allfälligen Aufnahme der Ausübung des Besuchs-
rechts von A._____, B._____ und C._____  sei durch eine Fachper-
son aufgrund eines unter nachstehender Ziff. 3.2 beantragten Gut-
achtens für jedes Kind einzeln zu bestimmen. Gestützt auf dieses un-
ter Ziff. 3.2 beantragten Gutachtens sei über das Besuchsrecht zu 
entscheiden.

1.3 Es sei die KESB Engadin/Südtäler anzuweisen, Frau D._____, sys-
tematische Familien- und Paartherapeutin, O.3_____, als Besuchs-
beiständin zu ernennen. Eventualiter sei eine andere geeignete 
Fachperson als neue Besuchsbeiständin zu ernennen.

1.4 Es sei das Austrittsguthaben aus beruflicher Vorsorge von Y._____ 
zu ermitteln und danach neu über den Vorsorgeausgleich zu ent-
scheiden.

1.5 Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

H. Y._____ führte gegen den Entscheid am 8. September 2014 ebenfalls Be-
rufung (ZK1 14 106) mit folgenden Rechtsbegehren:

„1. In Aufhebung von Ziff. 2 des angefochtenen Urteils sei den Eltern 
X._____ und Y._____ die gemeinsame elterliche Sorge über die drei 
gemeinsamen Kinder A._____, B._____ und C._____ zu belassen 

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unter Einschränkung für Y._____ hinsichtlich der Vertretungsrechte in 
Vertrags- und Vermögensangelegenheiten.

2. Ziff. 3 des angefochtenen Urteils sei hinsichtlich des Sohnes A._____ 
bis zum Erlass des Scheidungsurteils durch das Kantonsgericht von 
Graubünden oder bis zu einem früheren Zeitpunkt, welchen ein Kin-
derpsychiater im Rahmen eines interventionsorientieren Gutachtens 
festsetzt (was zuerst eintrifft) zu sistieren.

3.a) Es sei ein interventionsorientiertes Gutachten bei einem Kinderpsych-
iater in Auftrag zu geben. Eventualiter sei ein „gewöhnliches“ (ent-
scheidorientiertes) Gutachten in Auftrag zu geben. Die Gutachterin 
oder der Gutachter möge sich insbesondere zu folgenden Fragen 
äussern:

a) Was muss sich ändern, damit der persönliche Verkehr zwischen 
dem Berufungskläger und A._____ wieder funktioniert?

b) Welche Art und Intensität von persönlichem Verkehr ist in wel-
cher Phase zu empfehlen (Ferien, Wochenendbesuche mit oder 
ohne Übernachtung beim Berufungskläger, Kommunikation über 
Skype, Telefonate etc.)?

c) Liegt bei der Berufungsbeklagten ein PAS, eine Angststörung 
oder eine andere Auffälligkeit vor und falls ja, welche Massnah-
men sind in dieser Hinsicht angezeigt, damit das Besuchsrecht 
wieder ausgeübt werden kann?

d) Welche Hilfsangebote sind für die Eltern und A._____ angezeigt?

  b) Es sei den Parteien nach dem Vorliegen des Gutachtens Gelegenheit 
zu geben, Anträge zu stellen bzw. zu präzisieren.

  c) Eventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen mit 
der Weisung, gemäss Ziff. 3a und 3b unserer heutigen Rechtsbegeh-
ren vorzugehen.

4. Vom Beistand E._____ sei eine schriftliche Auskunft (Rechenschafts-
bericht) einzuholen.

5. A._____ sei bereits während der Dauer dieses Berufungsverfahrens 
sowie über das Scheidungsurteil hinaus anzuweisen, seine Therapie 
bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (eventualiter bei 
einer anderen Kinderpsychiaterin oder Kinderpsychiater) fortzuset-
zen, bis die therapierende Person keinen Therapiebedarf mehr sieht.

6. Die Berufungsbeklagte sei bereits während der Dauer dieses Beru-
fungsverfahrens sowie über das Scheidungsurteil hinaus unter An-
drohung der Straffolgen von Art. 292 StGB im Unterlassungsfall zu 
verpflichten, sich in eine Therapie zu begeben mit dem Zweck, die 
Voraussetzungen zu schaffen, dass sie die Kinder ausreichend un-
terstützt im Kontakt zum Berufungskläger. Ziel der Therapie soll ins-
besondere sein, die Entfremdung zwischen dem Berufungskläger und 
den Kindern zu stoppen, die Enttäuschungen der Berufungsbeklagten 
aufzuarbeiten und ihr die notwendige Hilfe zur Bekämpfung bzw. zum 
Umgang mit ihren Ängsten zukommen zu lassen.

7. Die Strafandrohungen nach Art. 292 StGB gemäss Ziff. 6 der heuti-
gen Rechtsbegehren und gemäss Ziff. 6 des angefochtenen Urteils 

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seien derart zu präzisieren, dass die konkrete Strafandrohung nach 
Art. 292 StGB (Busse) in das Urteilsdispositiv aufgenommen wird.

8.a) Ziff. 7, 8 und 9 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben. Statt-
dessen sei festzustellen, dass durch den Berufungskläger weder Kin-
derunterhaltsbeiträge noch nachehelicher Unterhalt im Sinn von 
Art. 125 ZGB zu zahlen sind. Der Berufungskläger sei indessen zu 
verpflichten, allfällige Familienzulagen an die Berufungsbeklagte wei-
terzuleiten.

  b) Eventualiter, d.h. falls das Gericht einen Unterhaltsbeitrag festsetzt, 

- sei die Indexierungsformel gemäss Ziff. 9 des angefochtenen Ur-
teils beizubehalten.

- sei die Unterhaltspflicht auszusetzen für 5/4 der Dauer, während 
welcher der Berufungskläger gemeinnützige Arbeit leistet oder 
eine Freiheitsstrafe verbüsst.

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungs-
beklagten und zu Lasten des Staates (letzteres soweit die Grundsatz-
frage von A._____' Begutachtung zur Diskussion steht).“

Die Rechtsbegehren in Ziffer 2 bzw. 3a, 5 und 6 der Berufungsschrift wurden vom 
Kantonsgericht als Gesuch um vorsorgliche Massnahmen im Ehescheidungsver-
fahren entgegengenommen (ERZ 14 313).

I. Mit Berufungsantwort vom 6. Oktober 2014 (ZK1 14 103) beantragte 
Y._____, die Rechtsbegehren unter Ziffer 1.1, 1.2 und 1.5 der gegnerischen Beru-
fung, abgesehen von den nachstehenden Ausnahmen, abzuweisen. Auf den An-
trag unter Ziffer 1.3 der Berufung sei nicht einzutreten, eventualiter sei er abzu-
weisen. Sodann wiederholte er die in seiner Berufung in Ziffer 2, Ziffer 3a-c sowie 
Ziffer 4 enthaltenen Begehren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um 
eine Vereinigung der beiden Berufungsverfahren.

J. X._____ schloss in ihrer Berufungsantwort vom 15. Oktober 2014 (ZK1 14 
106) auf Abweisung der Berufung von Y._____ und hielt an den Rechtsbegehren 
ihrer eigenen Berufung fest. Zu den als vorsorgliche Massnahmebegehren behan-
delten Anträgen nahm sie bereits mit Eingabe vom 1. Oktober 2014 Stellung, wo-
bei sie in der Hauptsache beantragte, darauf sei nicht einzutreten. Sowohl in die-
ser Eingabe als auch in der Berufungsantwort stellte sie in Bezug auf die Sistie-
rung des Besuchsrechts für A._____, dessen Therapieverpflichtung sowie bezüg-
lich der Einholung eines interventionsorientierten Gutachtens diverse Eventualan-
träge.

K.1. Mit Verfügung vom 6. November 2014 ordnete die Vorsitzende der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts im vorsorglichen Massnahmeverfahren (ERZ 
14 313) eine mündliche Verhandlung sowie diverse Beweisabnahmen an. Die 

Seite  12 — 61

KESB Engadin/Südtäler wurde um Aktenedition sowie darum ersucht, eine Emp-
fehlung zum weiteren Vorgehen abzugeben. Zudem wurde der Beistand aufgefor-
dert, dem Gericht einen Bericht samt allfälligen Empfehlungen zur weiteren Vor-
gehensweise einzureichen. Der Vollzug der eheschutzrichterlichen Besuchs-
rechtsregelung wurde im Sinne einer superprovisorischen Massnahme vorläufig 
bis zur mündlichen Verhandlung ausgesetzt.

2. Am 16. Dezember 2014 fand die entsprechende mündliche Verhandlung 
vor der Vorsitzenden statt, wobei im Sinne einer Instruktionsverhandlung auch die 
in den Hauptverfahren (ZK1 14 103/106) strittigen Fragen thematisiert wurden. An 
der Verhandlung passte X._____ ihre Rechtsbegehren dahingehend an, dass sie 
den Antrag auf Nichteintreten fallen liess, die mit Stellungnahme vom 1. Oktober 
2014 vorgebrachten Eventualbegehren nun als Hauptanträge formulierte sowie 
um den Antrag ergänzte, dass ein interventionsorientiertes Gutachten für A._____, 
B._____ und C._____ unter Miteinbezug von Y._____ einzuholen sei. Überdies 
wurde neu ebenfalls die Zusammenlegung der beiden Berufungsverfahren bean-
tragt.

3. Anlässlich der mündlichen Verhandlung konnten sich die Parteien über das 
weitere Vorgehen einigen und unterzeichneten im Nachgang zur Verhandlung am 
7. bzw. 9. Januar 2015 einen Vergleich, welcher mit Verfügung vom 12. Januar 
2015 (ERZ 14 313) gerichtlich genehmigt wurde. Danach wurde X._____ gestützt 
auf Art. 307 Abs. 1 und 3 ZGB angewiesen, die Therapie ihres Sohnes A._____ 
bei der Psychologin H._____, Kinder- und Jugendpsychiatrie (kjp) Graubünden, 
umgehend wieder aufzunehmen und so lange fortzusetzen, bis keine Therapiebe-
dürftigkeit mehr festgestellt werde. Der Beistand wurde mit der Überwachung und 
Sicherstellung der Finanzierung der Therapie betraut. Im Weiteren wurde L._____, 
leitender Psychologe Forensik der kjp Graubünden, beauftragt, über die Kinder 
A._____, B._____ und C._____ unter Einbezug ihrer Eltern ein interventionsorien-
tiertes Gutachten gemäss ausgearbeitetem Fragenkatalog zu erstellen, wobei er 
hierfür weitere Fachpersonen der kjp beiziehen dürfe. Bis zum Vorliegen des Gut-
achtens wurde die mit Eheschutzentscheid vom 11. November 2013 getroffene 
Besuchsrechtsregelung ausgesetzt.

L. Am 23. Januar 2015 heiratete X._____ F._____, mit welchem sie seit dem 
Sommer 2012 zusammenlebte.

M.1. Der Bericht mit den diagnostischen Abklärungen der kjp Graubünden wurde 
dem Kantonsgericht am 13. Mai 2015 vorgelegt. Darin wird ausgeführt, dass alle 
drei Kinder den Kontakt zum Vater ablehnen würden. Die Gründe hierfür seien als 

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induziert mit reaktiven Anteilen zu beurteilen, d.h. es seien nicht eigene Gründe, 
sondern solche, welche die Kinder von ihren Bezugspersonen übernommen hät-
ten. Aufgrund der Untersuchungen werde davon ausgegangen, dass ihre Äusse-
rungen durch das Bestehen eines ausgeprägten Loyalitätskonflikts beeinflusst 
worden seien. Diesen Spannungszustand könnten sie nur lösen, indem sie die 
Identität des Vaters leugnen oder abwerten würden. Die Mutter versuche, ihre 
Kinder vor einem Kontakt mit dem Vater und den persönlich erlebten Enttäu-
schungen zu schützen. Für die förderliche Entwicklung der Kinder erscheine es 
aber zentral, dass sie sich ein eigenes Bild von ihrem Vater machen könnten. Bei 
der Mutter müsse eine deutliche Haltungsänderung bezüglich der Vater-Kind-
Kontakte herbeigeführt werden. Es werde empfohlen, aufgrund des bestehenden 
Loyalitätskonflikts von einer Kontaktanbahnung mit dem Vater abzusehen, bis mit 
der Mutter eine Haltungsänderung erarbeitet worden sei. Der Vater seinerseits 
müsse ein Verständnis für die Verhaltensauffälligkeiten von A._____ und die all-
gemeine Situation der Kinder entwickeln.

2. Der Evaluationsbericht, welcher die Ergebnisse der Interventionsphase 
festhält, wurde durch die kjp am 15. Dezember 2015 erstattet. Daraus ergibt sich, 
dass im Verlauf der therapeutischen Begleitung eine zunehmende Verhärtung der 
zwischenelterlichen Konfliktsituation deutlich geworden sei. Beide Elternteile hät-
ten sich zwar auf die Gespräche mit dem Therapeuten eingelassen, doch eine 
erkennbare Haltungsänderung habe bei beiden nicht erreicht werden können. Der 
Vater weise nach wie vor Schwierigkeiten auf, die eigenen Anteile am Kontaktab-
bruch zu erkennen und zu verstehen, dass sein drängendes, auf Besuchskontakte 
pochendes Verhalten wie auch erzwungene Kontakte negative Folgen zeitigen 
könnten. Die Mutter habe die Erwartung, dass sich der Vater in seinem Verhalten 
sichtbar verändern müsse, bevor an einen Kontakt zu den Kindern zu denken sei. 
Sie halte an dieser Erwartung fest und verkenne die Bedeutung des leiblichen Va-
ters für die Kinder. Als Folge wird zuhanden des Kantonsgerichts die Empfehlung 
abgegeben, das Besuchsrecht bezüglich aller drei Kinder zu sistieren. Kontakte 
sollten erst wieder angebahnt werden, wenn bei beiden Elternteilen eine mögliche 
Haltungsänderung erkennbar werde. Stattdessen seien jährliche Gegenüberstel-
lungen zwischen dem Vater und den beiden Töchtern mit dem Zweck der Informa-
tionsvermittlung durchzuführen, die im ersten Jahr ohne gegenseitige Anwesen-
heit durch eine neutrale Person erfolgen solle. Bei A._____ sei vorerst auf solche 
Gegenüberstellungen zu verzichten. Sollte sich eine Haltungsänderung der Eltern 
abzeichnen, seien Erinnerungskontakte als Vorstufe begleiteter Kontakte einzu-
führen. Sodann werde beiden Elternteilen auf freiwilliger Basis eine psychothera-

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peutische Unterstützung empfohlen, was auch für die Kinder gelte. Von einer Er-
teilung der gemeinsamen elterlichen Sorge werde aufgrund des seit mehreren 
Jahren anhaltenden massiven zwischenelterlichen Konfliktes abgeraten.

3. X._____ verzichtete mit Schreiben vom 9. Februar 2016 auf eine Stellung-
nahme zu den gutachterlichen Berichten und behielt sich eine solche für die 
mündliche Berufungsverhandlung vor.

4. Y._____ seinerseits stellte mit Eingabe vom 22. Februar 2016 in Bezug auf 
die Gutachten folgende Ergänzungsanträge:

„1. Die Gutachter seien zu beauftragen, die Kinder genauer (und einzeln) 
zu explorieren durch nonverbale Testmethoden, die das Innere der 
Kinder ansprechen, und es sei im Gutachten offen zu legen, welche 
Methoden angewandt wurden und welche Schlüsse die Gutachter 
aus den Methoden ziehen (für jedes Kind einzeln).

2. Die Gutachter seien zu beauftragen, das Gutachten hinsichtlich Me-
diation und Intervention im Sinn der Ausführungen zu ergänzen.

3. Die Gutachter mögen folgende Fragen für jedes Kind einzeln beant-
worten:

a) Welche Art von Fremdplatzierung (Institution, Pflegefamilie etc.) 
ist am besten geeignet?

b) Für welche Dauer ist eine solche Fremdplatzierung zu empfeh-
len?

c) Welche Vor- und Nachteile wären für das Wohl des Kindes damit 
verbunden?“

Des Weiteren beantragte er, dass die beiden Töchter bereits während der Dauer 
des Berufungsverfahrens sowie über das Scheidungsurteil hinaus anzuweisen 
seien, sich in eine psychotherapeutische Begleitung zwecks Auseinandersetzung 
mit ihrem Vater zu begeben. Ebenso erneuerte er den unter Ziffer 6 seiner Beru-
fung gestellten Antrag, wonach X._____ ohne Verzug zur Aufnahme einer Thera-
pie zu verpflichten sei.

5. Mit Verfügung der Vorsitzenden vom 26. Februar 2016 wurden die Anträge 
auf Erlass vorsorglicher Massnahmen einstweilen abgelehnt, zumal eine besonde-
re Dringlichkeit der Therapierung nicht ersichtlich sei und zeitnah eine mündliche 
Berufungsverhandlung anberaumt werde.

N. Gleichzeitig mit der Vorladung zur Hauptverhandlung ordnete die Vorsit-
zende mit Verfügung vom 16. März 2016 diverse Beweisabnahmen an. So wurde 
ein schriftlicher Bericht des Beistands über den Therapieverlauf von A._____ so-
wie eine schriftliche Auskunft vom Regionalen Sozialdienst O.7_____ über die 

Seite  15 — 61

dokumentierten Stellensuchbemühungen von Y._____ angefordert. Des Weiteren 
wurden aus den Händen von Y._____ sämtliche Lohnabrechnungen, Einkom-
mens- und Bedarfsbelege und aus den Händen von X._____ die aktuellen Belege 
zum Bedarf der Kinder zur Edition verlangt.

O. Bereits mit Entscheid vom 26. Oktober 2015 übertrug die KESB Enga-
din/Südtäler das bis dahin von E._____ geführte Beistandsmandat per 1. Novem-
ber 2015 auf I._____, Berufsbeistandschaft Engiadina Bassa/Val Müstair. Am 
11. Mai 2016 erstattete I._____ dem Kantonsgericht den gewünschten Bericht und 
führte unter Bezugnahme auf den Verlaufsbericht der Psychotherapeutin H._____ 
vom 19. April 2016 aus, es hätten sich einige positive Veränderungen in der Ent-
wicklungssituation von A._____ ergeben. Dennoch würde nach wie vor grundle-
gender Therapiebedarf bestehen. Aufgrund der örtlichen Begebenheiten könne 
keine regelmässige Psychotherapie stattfinden, sondern es sei vor allem telefoni-
scher Kontakt zwischen der Therapeutin und der Mutter gepflegt worden.

P. Die auf den 4. Mai 2016 angesetzte Hauptverhandlung wurde aufgrund des 
am 3. April 2016 eingetretenen Todesfalles von F._____ verschoben. Die mündli-
che Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht von Graubünden fand darauf-
hin am 6. September 2016 in Anwesenheit der beiden Parteien sowie deren 
Rechtsvertreter statt. Im Rahmen ihres Parteivortrags nahmen die Rechtsvertreter 
jeweils zu den Anträgen der Gegenpartei sowie zu den Empfehlungen des Gut-
achtens Stellung. Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Schütt hielt an den Anträgen 
gemäss Berufung und Berufungsantwort sowie seiner Eingabe vom 22. Februar 
2016 fest. Ergänzend beantragte er, die Gutachter seien zu beauftragen, spätes-
tens ab der 43. Kalenderwoche 2016 alle zwei Wochen begleitete Besuche zwi-
schen dem Vater und den beiden Töchtern durchzuführen. Nach den ersten fünf 
begleiteten Besuchen sei ein Zwischenbericht zu erstatten, bei positivem Verlauf 
seien die Besuche fortzusetzen und A._____ ebenfalls miteinzubeziehen. Falls die 
Gutachter zum Schluss kommen würden, dass keine Besuchskontakte möglich 
wären, so wäre im Sinne der bereits mit Eingabe vom 22. Februar 2016 gestellten 
Anträge eine Fremdplatzierung zu prüfen. Dr. iur. Franziska Preisig hielt im 
Grundsatz ebenfalls an ihren in der Berufungsschrift und Berufungsantwort ge-
stellten Rechtsbegehren fest. Präzisierend führte sie aus, dass der unter Ziffer 1.2 
der Berufung enthaltene Antrag sowie die in der Berufungsantwort gestellten 
Eventualanträge durch die Einholung des interventionsorientierten Gutachtens 
obsolet geworden seien. Dasselbe gelte für das Begehren in Ziffer 1.3 der Beru-
fung, da zwischenzeitlich ein Beistandswechsel erfolgt sei. In Bezug auf das Be-
suchsrecht beantragte Dr. iur. Preisig neu, dass von einem persönlichen Verkehr 

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zwischen dem Vater und den Kindern abzusehen sei. Eventualiter sei das Be-
suchsrecht mindestens zwei Jahre zu sistieren und danach, wie im Evaluationsbe-
richt vom 15. Dezember 2015 vorgeschlagen, vorerst mit jährlichen Gegenüber-
stellungen zwischen Vater und Töchtern ohne persönlichen Kontakt zu beginnen. 
Zudem sei Y._____ dauernd zu verbieten, sich X._____ sowie den Kindern zu 
nähern, wobei auch jeglicher Post-, Telefon- und E-Mail-Verkehr zu untersagen 
sei. Die Anträge der Gegenpartei auf Ergänzung des Gutachtens seien abzuwei-
sen. Rechtsanwalt Schütt verzichtete auf die Ausfällung eines Zwischenentscheids 
hinsichtlich der beantragten Gutachtensergänzung. In der Folge wurden die Par-
teien von der Vorsitzenden befragt, wobei insbesondere ihre berufliche und finan-
zielle Situation sowie der Ablauf der Begutachtung angesprochen wurden. Eben-
falls Gegenstand der Befragung bildete das Befinden der Kinder, namentlich der 
gesundheitliche Zustand von A._____, sowie das Verhältnis der Parteien unter-
einander bzw. ihre Haltung zu den Schlussfolgerungen des Gutachtens. Die 
Rechtsvertreter erhielten sodann Gelegenheit, sich im Rahmen der Schlussvorträ-
ge nochmals zur Sache und den Vorbringen der Gegenpartei zu äussern.

Q. Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid, die Ausführungen der 
Rechtsvertreter in den Rechtsschriften und anlässlich der Berufungsverhandlung 
sowie auf die Aussagen der Parteien im Rahmen der richterlichen Befragung wird, 
soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 125 lit. c ZPO kann das Gericht selbständig eingereichte Kla-
gen zwecks Vereinfachung des Verfahrens vereinigen. In gleicher Weise können 
auch die von mehreren Parteien als Rechtsmittelkläger ergriffenen Rechtsmittel im 
gleichen Verfahren behandelt werden (vgl. Adrian Staehelin, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 5 zu Art. 125 ZPO). Vorausset-
zung ist, dass die zu vereinigenden Klagen Gemeinsamkeiten oder Zusammen-
hänge aufweisen, da vermieden werden soll, dass die gleichen Fragen Gegen-
stand verschiedener Prozesse bilden (vgl. Julia Gschwend/Remo Bornatico, in: 
Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 14 zu Art. 125 ZPO). Im vorliegenden Fall 
richten sich beide Rechtsmittel gegen dasselbe Anfechtungsobjekt, nämlich den 
Entscheid des Bezirksgerichts Inn vom 24. März 2014 betreffend Ehescheidung. 
Da das Anfechtungsobjekt identisch ist, dieselben Parteien involviert sind, die von 

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der Berufungsinstanz zu treffenden Entscheide auf dem gleichartigen Sachverhalt 
beruhen und seitens beider Parteien eine Zusammenlegung beantragt wird, recht-
fertigt es sich, die unter den Prozessnummern ZK1 _____ und ZK1 _____ geführ-
ten Berufungsverfahren zu vereinigen.

2.a) Beim angefochtenen Entscheid des Bezirksgerichts Inn (ab 1. Januar 2017 
Regionalgericht Engiadina Bassa/Val O.2_____) handelt es sich um einen erstin-
stanzlichen Endentscheid, welcher mit Berufung angefochten werden kann 
(Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Strittig sind vorliegend die Regelung des väterlichen 
Besuchsrechts, die Zuteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge, der Kindesun-
terhalt, der nacheheliche Unterhalt sowie die Teilung der beruflichen Vorsorge. 
Der Unterhaltsanspruch ist grundsätzlich vermögensrechtlicher Natur und deshalb 
müssen alle für die Berufung notwendigen Voraussetzungen erfüllt sein, wenn die 
Unterhaltsregelung isoliert angefochten wird (vgl. BGE 116 II 493 E. 2a f.; vgl. 
auch Urteil des Bundesgerichts 5C.243/2005 vom 7. April 2006 E. 2). Soweit je-
doch in Ehescheidungsverfahren finanzielle Aspekte wie beispielsweise Unter-
haltsansprüche zu regeln sind, gelten diese als notwendiger Bestandteil und ak-
zessorisch zum Hauptpunkt, ohne dass deswegen eine vermögensrechtliche 
Streitigkeit vorliegen würde (vgl. Martin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], 
Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band I, Bern 2012, 
N 23b zu Art. 91 ZPO; vgl. auch BGE 137 III 380 E. 1.1). Vorliegend beziehen sich 
beide Berufungen in erster Linie auf das Besuchsrecht. Die Angelegenheit ist so-
mit nicht vermögensrechtlicher Natur, so dass die Berufungsfähigkeit des Ent-
scheids nicht vom Erreichen eines bestimmten Streitwerts abhängt. Die Zustän-
digkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der Berufungen er-
gibt sich aus Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung (EGzZPO; BR 320.100). Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zu-
ständigkeit für zivilrechtliche Berufungen auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbu-
ches bei der I. Zivilkammer (Art. 6 der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 
173.100]).

b) Gemäss Art. 311 ZPO ist die Berufung unter Beilage des angefochtenen 
Entscheids innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids bezie-
hungsweise seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schrift-
lich und begründet bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen. Der vorinstanzliche 
Entscheid wurde den Parteien am 30. Juni 2014 in begründeter Form mitgeteilt. 
Unter Berücksichtigung des vom 15. Juli bis 15. August dauernden Fristenstill-
standes (Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO) erweisen sich die dagegen erhobenen Beru-

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fungen als fristgerecht. Überdies entsprechen sie auch den Formerfordernissen, 
weshalb darauf einzutreten ist.

c) Sind in familienrechtlichen Angelegenheiten Kinderbelange strittig, erforscht 
das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen und entscheidet ohne Bindung an 
die Parteianträge (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO, sog. Untersuchungs- und Offizial-
maxime). Bei Kinderbelangen gelangt die Untersuchungs- und Offizialmaxime in 
allen familienrechtlichen Verfahren und in allen Verfahrensstadien, mithin auch im 
kantonalen Rechtsmittelverfahren, als allgemeiner Grundsatz zur Anwendung 
(BGE 137 III 617 E. 4.5.2; Jonas Schweighauser, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 3 zu Art. 296 ZPO; Beatrice van de Graaf, in: 
Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 2. Aufl., Basel 2014, N 1 
zu Art. 296 ZPO). Für die güterrechtliche Auseinandersetzung und den nacheheli-
chen Unterhalt gilt dagegen der Verhandlungsgrundsatz (Art. 277 Abs. 1 ZPO) 
und für die übrigen Belange, wozu insbesondere die Teilung der beruflichen Vor-
sorge zählt (Thomas Sutter-Somm/Nicolas Gut, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 21 zu Art. 277 ZPO), die eingeschränkte Untersu-
chungsmaxime (Art. 277 Abs. 3 ZPO).

d) Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel im 
Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht 
werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht 
werden konnten. Diese Novenbeschränkung gilt in erster Linie für Verfahren, wel-
che nur noch eine der Verhandlungsmaxime unterliegende Nebenfolge der Ehe-
scheidung (Art. 277 Abs. 1 ZPO) zum Gegenstand haben. Praxisgemäss ist zwi-
schen echten und unechten Noven zu unterscheiden (vgl. hierzu die Legaldefiniti-
on von Art. 229 Abs. 1 ZPO). Echte Noven sind Tatsachen und Beweismittel, die 
(erst) nach dem Ende der Hauptverhandlung des erstinstanzlichen Verfahrens 
entstanden sind. Sie sind im Berufungsverfahren grundsätzlich immer zulässig, 
wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden. Unechte Noven sind Tatsachen und 
Beweismittel, die bereits bei Ende der erstinstanzlichen Hauptverhandlung be-
standen haben. Ihre Zulassung wird im Berufungsverfahren weitergehend insofern 
eingeschränkt, als sie ausgeschlossen sind, wenn sie bei Beachtung zumutbarer 
Sorgfalt bereits im erstinstanzlichen Verfahren hätten vorgebracht werden können 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2012 E. 5.1). In Bezug 
auf die Kinderbelange ‒ wie sie auch im vorliegenden Verfahren strittig sind ‒ gilt 
wie dargelegt von Gesetzes wegen die Offizialmaxime (Art. 296 Abs. 3 in Verbin-

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dung mit Art. 58 Abs. 2 ZPO). Inwieweit auch in diesen Fällen eine Novenbe-
schränkung beachtlich ist, ist in Lehre und Rechtsprechung umstritten und durch 
das Bundesgericht bis anhin noch nicht geklärt worden. Auf die Zulässigkeit der 
vorgebrachten Noven wird jeweils im entsprechenden Sachzusammenhang ein-
gegangen, wobei die erwähnte umstrittene Frage vorliegend nicht beantwortet zu 
werden braucht.

3. Bevor auf die materiellen Fragen eingegangen wird, ist über die vom Beru-
fungskläger gestellten Anträge auf Ergänzung des interventionsorientierten Gut-
achtens gemäss seiner Eingabe vom 22. Februar 2016 zu befinden.

a) Beanstandet wird zum einen eine ungenügende Exploration der Kinder. Der 
Berufungskläger macht geltend, dass sich die Kinderanhörung nicht bloss auf eine 
Befragung beschränken dürfe, sondern auch nonverbale Methoden wie Zeichnun-
gen, Spielhandlungen und dergleichen angewandt werden sollten, welche das In-
nere des Kindes ansprechen würden. Zudem seien im Rahmen eines ausführli-
chen Gutachtens weitere gängige kinderpsychologische Tests durchzuführen. Die 
Darstellung des Berufungsklägers, wonach die Kinder von den Gutachtern im 
Rahmen der diagnostischen Abklärungen grundsätzlich nur einmal befragt wur-
den, erweist sich als zutreffend. Bei A._____ fand die Befragung in Anwesenheit 
von F._____ statt. B._____ und C._____ wurden je einmal alleine und ein zweites 
Mal in Form einer Interaktionsbefragung zusammen mit der Mutter angehört. Dies 
war indessen bereits nach Vorliegen des Abklärungsberichts vom 13. Mai 2015 
bekannt, welcher beiden Rechtsvertretern am 3. Juni 2015 mit dem Hinweis auf 
das weitere Vorgehen zugestellt wurde (vgl. ZK1 14 103 act. D.13), ohne dass 
dannzumal die Notwendigkeit zusätzlicher Befragungen geltend gemacht wurde. 
Es ist denn auch nicht ersichtlich, was bei einer neuerlichen Exploration der Kinder 
untersucht werden soll. Bezüglich B._____ und C._____ kamen die Gutachter 
zum eindeutigen Schluss, dass sie keine Entwicklungsdefizite oder Verhaltensauf-
fälligkeiten aufweisen würden (vgl. ZK1 14 103/106 act. F.1 S. 34). Aufgrund des 
langen Kontaktunterbruchs hätten sie kaum mehr eigene Erinnerungen an ihren 
Vater und würden nur das von ihrem Umfeld, d.h. ihrer Mutter und ihrem Stiefva-
ter, gezeichnete Bild wiedergeben (vgl. ZK1 14 103/106 act. F.1 S. 29 f.). Daher 
haben die Gutachter den von ihnen geäusserten Willen, wonach sie keinen Kon-
takt mit dem Vater möchten, als induziert und durch einen ausgeprägten Loya-
litätskonflikt beeinflusst gewertet (vgl. ZK1 14 103/106 act. F.1 S. 32). Letzteres 
gilt auch für A._____, wobei dessen Äusserungen zusätzlich im Kontext seiner 
psychischen Störung sowie als Reaktion auf eigene, von ihm als beängstigend 
empfundene Begegnungen mit seinem Vater gesehen wurden. Die diagnostische 

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Einschätzung der bei A._____ festgestellten Symptome mag zwar nicht eindeutig 
geklärt worden sein; bestätigt wurde aber immerhin die bereits von seiner Psycho-
therapeutin H._____ angedeutete Diagnose einer posttraumatischen Belastungs-
störung. Präzisierend wird im Abklärungsbericht zudem festgehalten, dass von 
einer sekundären Traumatisierung auszugehen sei, was bedeute, dass A._____ 
die bedrohliche Situation nicht selber erlebt, sondern die bei seiner Mutter erlebte 
Ablehnung und Entwertung des Vaters internalisiert habe (vgl. ZK1 103/106 
act. F.1 S. 28). Damit wird im Kern die eigene Argumentation des berufungskläge-
rischen Rechtsvertreters bestätigt, allerdings nicht unter dem Titel des ‒ umstritte-
nen ‒ „Parental Alienation Syndromes“ (vgl. dazu Andrea Büchler/Annatina Wirz, 
in: Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 2. Aufl., Bern 2011, 
N 16 zu Art. 274 ZGB; Joachim Schreiner, Ausgewählte psychologische Aspekte 
im Zusammenhang mit Trennung und Scheidung, in: Schwenzer [Hrsg.], Fam-
Komm Scheidung, Band II: Anhänge, 2. Aufl., Bern 2011, Anh. Psych N 270 ff.). 
Dass die Hauptursache der gegenwärtigen Situation bei der Mutter liegt und bei 
den Kindern ein massiver Loyalitätskonflikte besteht, wurde von den Gutachtern 
sowohl im Abklärungs- als auch im Evaluationsbericht unmissverständlich aufge-
zeigt. Diesbezüglich bedarf es somit keiner weiteren Untersuchungen. Ebenso 
deutlich wurde festgehalten, dass ein Kontakt zum Vater für die förderliche Ent-
wicklung der Kinder wichtig wäre und ihre Persönlichkeitsentwicklung durch den 
fortschreitenden Abspaltungsprozess gefährdet wird (vgl. ZK1 14 103/106 act. F.1 
S. 33 f.). Gleichwohl rieten die Gutachter bereits im Abklärungsbericht von einer 
Kontaktanbahnung zum Vater ab, solange mit der Mutter keine Haltungsänderung 
erarbeitet worden sei. Dies gelte nicht nur für A._____, sondern trotz der höheren 
psychischen Widerstandsfähigkeit auch für die beiden Mädchen, zumal sich diese 
ebenfalls in der Dynamik des Loyalitätskonflikts befinden würden (vgl. ZK1 14 
103/106 act. F.1 S. 33). Im Evaluationsbericht findet sich dieselbe Betrachtungs-
weise, wonach als Folge der persistierenden Einstellungen und Haltungen beider 
Elternteile für alle drei Kinder eine Sistierung des Besuchsrechts empfohlen wird. 
Für die beiden Töchter wird allerdings eine sofortige Einführung von jährlichen 
Gegenüberstellungen und im weiteren Verlauf auch sogenannte Erinnerungskon-
takte als Vorstufe begleiteter Kontakte angeregt. Bei A._____ hingegen wird eine 
Stabilisierung seiner psychischen Situation vorausgesetzt, bevor solche Gegenü-
berstellungen durchzuführen sind (vgl. ZK1 14 103/106 act. F.3 S. 4 f.). Die gut-
achterliche Einschätzung beruht nebst der erwähnten Befragung der Kinder auch 
auf einer testpsychologischen Untersuchung (sog. Child Behavior Checklist) und 
der Rückmeldung der Psychotherapeutin von A._____. Es besteht kein Anlass zu 
einer weiteren Exploration, da nicht ersichtlich ist, welche neuen Erkenntnisse 

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durch eine solche zu Tage gefördert werden sollen. Dass nonverbale Testmetho-
den eine andere Einstellung der Kinder zu ihrem Vater und zu einer Kontaktauf-
nahme ans Licht bringen würden, ist nicht zu erwarten. Denn angesichts des aus-
geprägten Loyalitätskonflikts erscheint es nicht möglich, ihren freien, unbeeinfluss-
ten Willen zu ermitteln.

b) Des Weiteren sollen nach Auffassung des Berufungsklägers eine Fremd-
platzierung bzw. deren mögliche Auswirkungen auf die Kinder gutachterlich ge-
prüft werden. Obschon die Erziehungsfähigkeit der Mutter als Folge der ungenü-
genden Bindungstoleranz als eingeschränkt beurteilt wird (vgl. ZK1 14 103/106 
act. F.1 S. 31 und act. F.3 S. 4), stand eine Fremdplatzierung der Kinder für die 
Gutachter aus offensichtlichen Gründen nicht zur Diskussion. Es liegt ‒ auch ohne 
gutachterliche Feststellung ‒ auf der Hand, dass eine Trennung der Kinder von 
ihrer Hauptbezugsperson, mit welcher sie ihr gesamtes bisheriges Leben ver-
bracht, zu der sie eine sehr enge Beziehung haben und deren Erziehungsfähigkeit 
in allen anderen Bereichen als gut beurteilt wird (vgl. ZK1 14 103/106 act. F.1 
S. 31), die Entwicklung der Kinder weit mehr gefährden würde als die gegenwärti-
ge Situation. Dies muss umso mehr gelten, als dass sie mit ihrem Stiefvater be-
reits eine für sie wichtige Bezugsperson verloren haben und einen weiteren Ver-
lust kaum verkraften würden. Bei einer Trennung von der Mutter würde insbeson-
dere A._____ aufgrund seines ohnehin belasteten psychischen Zustands sämtli-
chen Halt und alle Sicherheit verlieren. Ferner wird auch in der kinderpsychiatri-
schen Fachliteratur sowohl das Konzept des erwähnten „Parental Alienation Syn-
dromes“, auf welches sich der berufungsklägerische Rechtsvertreter zu stützen 
scheint, als auch die in diesem Zusammenhang bei schweren Fällen vorgeschla-
gene Fremdplatzierung verworfen. Dem Kind könnten die Gründe für eine Fremd-
unterbringung praktisch nicht plausibel vermittelt werden und es würde sich nahe-
liegender Weise bestraft fühlen und dem anderen Elternteil die Schuld für die 
Trennung geben. Auf dieser Grundlage sei eine erfolgreiche Kontaktanbahnung 
nur schwer möglich (vgl. Joachim Schreiner, a.a.O., Anh. Psych N 277 und 
N 284 f.).

c) Schliesslich moniert der Berufungskläger, dass die eigentliche Interventi-
onsphase zu früh abgebrochen und zu Unrecht nur auf Einzelgespräche mit den 
Eltern beschränkt worden sei. Vielmehr hätte eine eigentliche Mediation mit ge-
meinsamen Gesprächen zwischen den Elternteilen durchgeführt und es hätten 
verschiedene Kontaktarten zwischen dem Vater und den Kindern ausprobiert wer-
den sollen. Es werde der Eindruck erweckt, dass die Gutachter den Auftrag dahin-
gehend verstanden hätten, einzig die Eltern zu begutachten bzw. zu therapieren. 

Seite  22 — 61

Diesbezüglich ist dem Berufungskläger entgegenzuhalten, dass das Vorgehen für 
die Interventionsphase bereits im Abklärungsbericht vom 13. Mai 2015 skizziert 
wurde. Diesem lässt sich entnehmen, dass vorerst Einzelgespräche mit der Mutter 
mit dem Ziel, bei ihr eine Haltungsänderung zu erreichen und damit die Grundlage 
für eine Kontaktanbahnung zwischen Vater und Kindern zu schaffen, geführt wür-
den. In einem zweiten Schritt, wenn sich die Therapie mit der Mutter förderlich 
entwickle, solle auch der Vater miteinbezogen und darauf vorbereitet werden, wie 
er bei einem ersten Aufeinandertreffen auf seine Kinder eingehen könne (vgl. ZK1 
14 103/106 act. F.1 S. 33 und S. 36 f.). Gegen dieses Vorgehen hat der Beru-
fungskläger keine Einwände erhoben, obschon ihm seitens des Gerichts aus-
drücklich Gelegenheit hierzu eingeräumt wurde (vgl. ZK1 14 103 act. D.13). Of-
fensichtlich ist nun bereits in einer frühen Phase der Intervention eine hohe Persis-
tenz der Einstellungen beider Eltern deutlich geworden, so dass die Gutachter zur 
Einsicht gelangt sind, dass gegenwärtig keine Veränderung bewirkt werden kann. 
Sie stellen im Evaluationsbericht fest, dass eine zunehmende Verhärtung der zwi-
schenelterlichen Konfliktsituation mit beidseits stabilen Haltungen ‒ während sich 
bei der Mutter ein hartnäckiger, scheinbar unveränderbarer Wunsch nach Abstand 
zeige, dränge der Vater auf Kontakte und bekunde Mühe, eine andere Perspektive 
einzunehmen ‒ erkennbar geworden sei (vgl. ZK1 14 103/106 act. F.3 S. 2 f.). Vor 
diesem Hintergrund lässt sich nicht beanstanden, dass keine weiteren, erst für 
eine spätere Phase vorgesehenen Schritte unternommen worden sind, zumal die-
se ausdrücklich an den Therapieerfolg der Mutter gekoppelt wurden. Aufgrund der 
verhärteten Einstellungen dürfte auch eine Mediation kaum Aussicht auf Erfolg 
haben. Dies hatte bereits D._____ in ihrem damaligen Gutachten vom 2. Juli 2013 
so eingeschätzt (vgl. ZK1 14 103 act. B.18 S. 24). Es erscheint nachvollziehbar, 
dass eine Kontaktanbahnung mit dem Vater ohne vorgängige Haltungsänderung 
der Mutter zu einer Verschärfung des Loyalitätskonflikts der Kinder führt. Dass die 
Gutachter für die Erarbeitung einer Haltungsänderung den Weg von Einzelge-
sprächen anstelle eines mediativen Vorgehens gewählt haben, lässt sich abgese-
hen von der festgestellten Persönlichkeitsstruktur der Eltern dadurch erklären, 
dass für eine Mediation eine gewisse Grundbereitschaft, sich auf diesen Prozess 
einzulassen, vorhanden sein muss. Nachdem nun bereits in den Einzelge-
sprächen keine Annäherung bewirkt werden konnte, ist nicht zu erwarten, dass 
eine Mediation an den persistierenden Einstellungen etwas zu ändern vermöchte. 
In der Interventionsphase scheint die Erkenntnis gewonnen worden zu sein, dass 
es auf Seiten der Mutter statt eines weiteren Drucks zunächst einer gewissen Ru-
hezeit bedarf. Mit der Empfehlung, eine psychotherapeutische Behandlung auf 
freiwilliger Basis aufzunehmen (vgl. ZK1 14 103/106 act. F.3 S. 5), wird eine aus 

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eigenem Antrieb erfolgende, individuelle Verarbeitung der erlebten Verletzungen 
und Enttäuschungen offenbar als zielführender erachtet. Unter diesen Umständen 
kann nicht von einem verfrühten Abbruch der Interventionsphase gesprochen 
werden.

d) Anzufügen bleibt, dass sich die Situation nach der Erstattung des Evaluati-
onsberichts für die Mutter und Kinder aufgrund des Todesfalles von F._____ 
geändert hat. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass sich die Verhältnisse mit des-
sen Ableben derart verändert haben, dass die Empfehlungen der Gutachter we-
sentlich anders ausfallen würden. Auch wenn die Haltung der Mutter und Kinder 
durch den Stiefvater mitbeeinflusst worden ist, so hat sich diese innert der weni-
gen Monate nicht plötzlich zum Positiven gewendet. Anlässlich der Berufungsver-
handlung hat sich vielmehr gezeigt, dass die Mutter dem Vater und diesbezügli-
chen Kontakten noch immer sehr ablehnend gegenübersteht. Gleichermassen 
verhält es sich bei den Kindern. Sie würden dem Vater gewissermassen die 
Schuld für den Tod von F._____ geben, weil dieser sich oftmals unglaublich über 
Y._____ aufgeregt habe. Die Ablehnung der Kinder solle sich daher sogar ver-
stärkt haben. Aufgrund dessen kann nicht von einer Milderung des Loyalitätskon-
flikts die Rede sein, weshalb die Empfehlungen der Gutachter nach wie vor gleich 
lauten dürften. Auch unter diesem Gesichtspunkt drängt sich keine neuerliche Ex-
ploration auf.

e) Zusammenfassend lässt sich damit festhalten, dass kein Anlass zu einer 
Ergänzung des Gutachtens im beantragten Sinne besteht. Die Berichte der kjp 
bilden eine ausreichende Grundlage, um einen Entscheid über den persönlichen 
Verkehr und das Sorgerecht zu treffen.

4. Vorab ist auf die Regelung des persönlichen Verkehrs einzugehen. 
Während die Berufungsklägerin beantragt, von einem persönlichen Verkehr zwi-
schen Vater und Kindern sei abzusehen, stellt der Berufungskläger den Antrag, 
dass im Rahmen der Wiederaufnahme der Begutachtung spätestens ab der Ka-
lenderwoche 43 alle zwei Wochen begleitete Besuche zwischen dem Vater und 
seinen beiden Töchtern durchzuführen seien. Bei positivem Verlauf seien die Be-
suche fortzusetzen und A._____ ebenfalls miteinzubeziehen.

a/aa) Im Rahmen einer Scheidung regelt das Gericht nach den Bestimmungen 
über die Wirkungen des Kindesverhältnisses den Anspruch auf persönlichen Ver-
kehr. Dabei sind alle für das Kindeswohl wichtigen Umstände massgebend. Auf 
einen gemeinsamen Antrag der Eltern und, soweit tunlich, auf die Meinung des 

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Kindes ist Rücksicht zu nehmen (Art. 133 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB). Eltern, denen 
die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind haben 
gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 
ZGB). Das Recht auf persönlichen Verkehr steht Eltern und Kindern um ihrer Per-
sönlichkeit willen zu. Es handelt sich um ein sogenanntes „Pflichtrecht“, das aller-
dings in erster Linie dem Interesse des Kindes dient. Bei der Festsetzung des Be-
suchsrechts geht es nicht darum, einen gerechten Interessenausgleich zwischen 
den Eltern zu finden, sondern darum, den elterlichen Kontakt mit dem Kind in des-
sen Interesse zu regeln. Aufgrund des schicksalhaften Eltern-Kind-Verhältnisses 
ist die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen sehr wichtig; diese kann bei 
dessen Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen. Auch wo noch keine 
emotionale Eltern-Kind-Beziehung bestand, ist heute anerkannt, dass aus Grün-
den der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes der Aufbau einer solchen Bezie-
hung durch persönlichen Verkehr gefördert werden sollte. Nur durch Besuchskon-
takte kann einer in der Phantasie des Kindes stattfindenden Idealisierung oder 
Dämonisierung des abwesenden Elternteils entgegengesteuert werden (BGE 130 
III 585 E. 2.2.2; 122 III 404 E. 3a; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, in: Hon-
sell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 
5. Aufl., Basel 2014, N 3 und N 6 zu Art. 273 ZGB; Andrea Büchler/Annatina Wirz, 
a.a.O., N 13 und N 15 zu Art. 273 ZGB je mit weiteren Hinweisen). Beide Elterntei-
le haben deshalb mit Blick auf das Wohl des Kindes die Pflicht, eine gute Bezie-
hung zum jeweils anderen Elternteil zu fördern; namentlich hat der hauptbetreu-
ende Elternteil das Kind positiv auf Besuche und Kontakte mit dem anderen El-
ternteil vorzubereiten (BGE 142 III 1 E. 3.4; Urteile des Bundesgerichts 
5A_885/2015 vom 16. März 2016 E. 3 und 5A_505/2013 vom 20. August 2013 
E. 6.3; Andrea Büchler/Annatina Wirz, a.a.O., N 11 zu Art. 273 ZGB; Ingeborg 
Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 2 f. zu Art. 274 ZGB).

bb) Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs bildet 
stets das Kindeswohl; allfällige Interessen der Eltern haben zurückzustehen (BGE 
130 III 585 E. 2.1; Andrea Büchler/Annatina Wirz, a.a.O., N 21 zu Art. 273 ZGB). 
Was unter einem angemessenen persönlichen Verkehr im Sinne von Art. 273 
Abs. 1 ZGB zu verstehen ist, lässt sich grundsätzlich nur anhand der Umstände 
des Einzelfalls unter Berücksichtigung des Zwecks des Besuchsrechts bestimmen. 
In Betracht zu ziehen sind dabei unter anderem das Alter des Kindes, die Persön-
lichkeit und die Bedürfnisse des Kindes wie auch des Besuchsberechtigten, die 
Beziehung des Kindes zum Besuchsberechtigten, die Beziehung der Eltern unter-
einander, die zeitliche Beanspruchung bzw. Verfügbarkeit aller Beteiligten, deren 

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Gesundheitszustand oder die Wohnverhältnisse. Von besonderer Bedeutung für 
die Regelung des Besuchsrechts ist der Wille des Kindes. Der Kindeswille ist nicht 
nur bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts im Einzelnen zu berücksichtigen, 
sondern auch bei der Frage, ob überhaupt Besuche stattfinden sollen (Ingeborg 
Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 10 f. zu Art. 273 ZGB).

cc) Das Recht der Eltern auf persönlichen Verkehr besteht nicht schrankenlos. 
Es kann ihnen nach Art. 274 Abs. 2 ZGB verweigert oder entzogen werden, wenn 
dadurch das Wohl des Kindes gefährdet wird, wenn die Eltern den persönlichen 
Verkehr pflichtwidrig ausüben, sich nicht ernsthaft um das Kind gekümmert haben 
oder wenn andere wichtige Gründe vorliegen. Gefährdet ist das Wohl des Kindes, 
wenn dessen ungestörte körperliche, seelische oder sittliche Entfaltung durch ein 
auch nur begrenztes Zusammensein mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil 
bedroht ist (BGE 122 III 404 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 5A_200/2015 vom 
22. September 2015 E. 7.2.3.1). Da das Besuchsrecht nicht ohne wichtige Gründe 
abgesprochen werden darf, ist eine Gefährdung des Kindeswohls nicht leichthin 
anzunehmen. Sie kann nicht bereits deshalb bejaht werden, weil beim betroffenen 
Kind eine Abwehrhaltung gegen den nicht obhutsberechtigten Elternteil festzustel-
len ist (Urteile des Bundesgerichts 5A_404/2015 vom 27. Juni 2016 E. 5.2.3 und 
5A_932/2012 vom 5. März 2013 E. 5.1; vgl. auch nachfolgend E. 3a/dd). Als wich-
tige Gründe fallen Vernachlässigung oder eine physische und/oder psychische 
Misshandlung des Kindes in Betracht. Erforderlich ist sodann, dass dieser Bedro-
hung nicht durch geeignete andere Massnahmen begegnet werden kann. Denn 
bei der Beschränkung des persönlichen Verkehrs ist stets das Gebot der Verhält-
nismässigkeit zu beachten. Eine Einschränkung darf in der Regel nicht allein we-
gen elterlichen Konflikten erfolgen und der gänzliche Ausschluss eines Elternteils 
vom persönlichen Verkehr kommt nur als ultima ratio in Frage; er ist einzig statt-
haft, wenn sich die nachteiligen Auswirkungen eines Besuchsrechts nicht ander-
weitig in für das Kind vertretbaren Grenzen halten lassen (Urteil des Bundesge-
richts 5A_404/2015 vom 27. Juni 2016 E. 5.2.4 insbes. mit Verweis auf BGE 130 
III 585 E. 2.2.1,122 III 404 E. 3b und das Urteil 5A_200/2015 vom 22. September 
2015 E. 7.2.3.1). Ansonsten verbieten das Persönlichkeitsrecht des nicht obhuts-
berechtigten Elternteils, der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, aber auch Sinn 
und Zweck des persönlichen Verkehrs dessen gänzliche Unterbindung, wenn 
durch das Ergreifen entsprechender Kindesschutzmassnahmen Abhilfe geschafft 
werden kann. Können die befürchteten nachteiligen Auswirkungen des persönli-
chen Verkehrs für das Kind etwa durch die persönliche Anwesenheit einer Dritt-
person (sog. begleitetes Besuchsrecht) in Grenzen gehalten werden, so verbietet 

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sich die Verweigerung des persönlichen Verkehrs (Urteil des Bundesgericht 
5A_505/2013 vom 20. August 2013 E. 2.3 mit Verweis auf BGE 122 III 404 E. 3b f. 
und das Urteil 5A_377/2009 vom 3. September 2009 E. 5.2; vgl. dazu auch nach-
folgend E. 3b/bb).

dd) Was die Weigerung des Kindes anbelangt, so kann diese mit einer der drei 
in Art. 274 Abs. 2 ZGB aufgeführten Fallkonstellationen zusammenhängen oder 
aber gegebenenfalls selbständig unter die „anderen wichtigen Gründe“ subsumiert 
werden. Bezüglich des Kindeswillens ist zunächst das Alter des Kindes zu berück-
sichtigen bzw. dessen Fähigkeit zu autonomer Willensbildung, welche ungefähr ab 
dem 12. Altersjahr anzunehmen ist. Das Kind kann indes nicht in Eigenregie be-
stimmen, ob und zu welchen Bedingungen es Umgang mit dem nicht sorge- oder 
obhutsberechtigten Elternteil haben möchte (Urteile des Bundesgerichts 
5A_404/2015 vom 27. Juni 2016 E. 5.2.5, 5A_200/2015 vom 22. September 2015 
E. 7.2.3.1 und 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 4.4). Namentlich dort, wo 
die ablehnende Haltung wesentlich durch die Einstellung der sorge- bzw. obhuts-
berechtigten Partei geprägt ist, stehen die Kontakte nicht in dessen freien Belie-
ben (Urteile des Bundesgerichts 5A_459/2015 vom 13. August 2015 E. 6.2.2 und 
5A_160/2011 vom 29. März 2011 E. 4). Eine Ablehnung der Besuchskontakte 
durch das Kind ist dann ernst zu nehmen, wenn sie auf seinen eigenen Erfahrun-
gen beruht. Wenngleich bei ablehnender Haltung des Kindes kein gerichtsübliches 
Besuchsrecht festzulegen ist, kann ihm in der Regel die Anordnung eines minima-
len Besuchsrechts angesichts der erwähnten schicksalhaften Eltern-Kind-
Beziehung zugemutet werden. Jedenfalls darf das Besuchsrecht nicht allein vom 
Willen des Kindes abhängen. Das Wohl des Kindes ist nämlich nicht nur aus sei-
ner subjektiven Sicht, sondern auch objektiv mit Blick auf seine künftige Entwick-
lung zu beurteilen (Andrea Büchler/Annatina Wirz, a.a.O., N 28 zu Art. 273 ZGB 
mit weiteren Hinweisen). Bei urteilsfähigen Kindern hingegen wird von einem er-
zwungenen Kontakt gegen ihren stabil geäusserten Willen abgesehen. Es besteht 
die gefestigte Rechtsprechung, dass zu respektieren ist, wenn fast volljährige Kin-
der den persönlichen Verkehr mit einem Elternteil ablehnen (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 5A_528/2015 vom 21. Januar 2016 E. 5.1 insbes. mit Verweis auf 
BGE 126 III 219 E. 2b und das Urteil 5A_716/2010 vom 23. Februar 2011 E. 4).

b/aa) Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindesschutzbehörde geeignete 
Massnahmen, wenn das Wohl eines Kindes gefährdet ist und die Eltern nicht von 
sich aus für Abhilfe sorgen oder dazu ausserstande sind. Im Rahmen eines 
Scheidungs- oder Eheschutzverfahrens fällt die Anordnung von Kindesschutz-
massnahmen ausnahmsweise in die Zuständigkeit des Gerichts, wobei der Voll-

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zug der angeordneten Massnahmen in derartigen Fällen der Kindesschutzbehörde 
obliegt (Art. 315a Abs. 1 ZGB). Als Vollzugsbehörde ist die Kindesschutzbehörde 
grundsätzlich an das Gerichtsurteil gebunden. Allerdings ist sie auch in Fällen 
gemäss Art. 315a Abs. 1 ZGB keine reine Vollstreckungsinstanz; sie ist vielmehr 
grundsätzlich befugt, den Vollzug ergänzender Kindesschutzmassnahmen anzu-
ordnen oder den Vollzug nötigenfalls (ganz oder teilweise) vorübergehend auszu-
setzen, soweit das Kindeswohl ernstlich gefährdet würde (vgl. PKG 2014 Nr. 3 
E. 5a; Peter Breitschmid, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar Zivil-
gesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 5. Aufl., Basel 2014, N 3 ff. zu Art. 315-315b ZGB).

bb) Kindesschutzmassnahmen reichen von der Erteilung von Weisungen über 
die Errichtung einer Beistandschaft bis hin zur Aufhebung der elterlichen Obhut 
und Entzug der elterlichen Sorge (vgl. Art. 307 ff. ZGB). Die Kindesschutzbehörde 
bzw. das Gericht kann sowohl die Eltern als auch das Kind ermahnen und ihnen 
Weisungen erteilen, wenn sich die Ausübung oder Nichtausübung des persönli-
chen Verkehrs für das Kind nachteilig auswirkt oder wenn eine Ermahnung oder 
eine Weisung aus anderen Gründen geboten ist (vgl. Art. 273 Abs. 2 ZGB und 
Art. 307 Abs. 3 ZGB). So besteht die Möglichkeit, unter anderem eine Weisung zur 
Durchführung einer Therapie zu erlassen; die Kann-Vorschrift räumt dem Richter 
und der Behörde dabei einen grossen Ermessensspielraum ein (Urteile des Bun-
desgerichts 5A_411/2014 vom 3. Februar 2015 E. 3.3.2 und 5A_457/2009 vom 
9. Dezember 2009 E. 4.1). Des Weiteren kann, wenn es die Verhältnisse erfor-
dern, ein Beistand ernannt und diesem unter anderem Befugnisse und Aufgaben 
im Zusammenhang mit dem persönlichen Verkehr des Kindes mit dem nicht sor-
ge- oder obhutsberechtigten Elternteil übertragen werden (Art. 308 Abs. 1 und 2 
ZGB). Die Anordnung einer Beistandschaft hat den im Kindesschutz geltenden 
Grundsätzen zu genügen. Vorausgesetzt ist somit eine Gefährdung der Entwick-
lung des Kindes, welcher nicht durch die Eltern und auch nicht durch weniger ein-
schneidende Massnahmen gemäss Art. 307 ZGB begegnet werden kann. Die Er-
richtung einer Beistandschaft muss zudem zur Erreichung des angestrebten 
Zwecks als geeignet erscheinen (Urteil des Bundesgerichts 5A_404/2015 vom 
27. Juni 2016 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen). Die Beistandschaft zielt nicht auf 
blosse Empfehlung und Begleitung, sondern auf aktives, autoritatives und kontinu-
ierliches Einwirken auf die Erziehungsarbeit der Eltern und das Gebaren des Kin-
des. Alle Beteiligten sind zur Zusammenarbeit mit dem Beistand verpflichtet (Peter 
Breitschmid, a.a.O., N 2 zu Art. 308 ZGB). Sodann können im Sinne einer Kindes-
schutzmassnahme auch begleitete Besuche vorgesehen werden, wobei der Bei-
stand die Ausgestaltung der Besuchskontakte im Einzelnen bestimmen und die 

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Begleitung selbst übernehmen oder an eine Drittperson delegieren kann. Das be-
gleitete Besuchsrecht bezweckt, der Gefährdung des Kindes wirksam zu begeg-
nen, Krisensituationen zu entschärfen, Ängste abzubauen sowie Hilfestellungen 
für die Verbesserung der Beziehungen zum Kind und unter den Eltern zu vermit-
teln (Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 25 f. zu Art. 273 ZGB).

c) Vorliegend hat sich die Vorinstanz bei der Besuchsrechtsregelung haupt-
sächlich von der Überlegung leiten lassen, dass ein vollständiger Entzug des Kon-
taktrechts nur als ultima ratio angeordnet werden dürfe, wenn die nachteiligen 
Auswirkungen nicht durch andere Massnahmen wie namentlich eine Beistand-
schaft in für das Kind vertretbaren Grenzen gehalten werden könnten. Andere Ge-
fährdungsgründe als die Unzuverlässigkeit des Vaters in der Wahrnehmung der 
Besuchstermine und sein Nichtkümmern um die Kinder hätten nicht ermittelt wer-
den können. Durch die Hilfe eines Beistands könne die geforderte Verlässlichkeit 
bei der Einhaltung der Termine hingegen umgesetzt werden. Aufgrund dessen 
hielt die Vorinstanz eine Verweigerung des Besuchsrechts für unzulässig und 
setzte den persönlichen Verkehr gerichtlich mit Eheschutzentscheid vom 11. No-
vember 2013 fest, wobei weitgehend den Empfehlungen der Gutachterin D._____ 
gefolgt wurde. Im angefochtenen Entscheid vom 24. März 2014 hat die Vorinstanz 
auf den nur wenige Monate zuvor gefällten und unangefochten gebliebenen Ehe-
schutzentscheid Bezug genommen und ausgehend davon geprüft, ob sich die 
Verhältnisse seither derart verändert hätten, dass sich eine Anpassung der Be-
suchsrechtsregelung aufdrängen würde. Dies hat sie in der Folge verneint. Im 
Ehescheidungsverfahren seien keine neuen Tatsachen oder Beweismittel vorge-
bracht worden, die das Gericht veranlassen würden, eine Verweigerung oder ei-
nen Entzug des Rechts auf persönlichen Verkehr zu prüfen. Die Klägerin würde 
das Besuchsrecht des Vaters denn auch im Grundsatz anerkennen und beantrage 
lediglich eine Sistierung bis zum Ende der Therapie von A._____. Mangels Vorlie-
gen neuer Tatsachen und Beweismittel sowie aufgrund einer fehlenden direkten 
Gefährdung des Kindeswohls durch den Vater ‒ die Angstzustände von A._____ 
könnten nicht in einen direkten ursächlichen Zusammenhang mit dem Vater ge-
bracht und allein diesem angelastet werden, sondern würden auch durch das Ver-
halten der Mutter negativ beeinflusst ‒ bestätigte die Vorinstanz sowohl die mit 
Eheschutzentscheid verfügte Besuchsrechtsregelung als auch die angeordnete 
Besuchsrechtsbeistandschaft (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.4 f.). Demnach 
wurde dem Vater jede zweite Woche ein begleitetes Besuchsrechts von jeweils 
zwei Stunden eingeräumt. Für A._____ könne das Besuchsrecht während der ers-
ten drei Monate ausgesetzt werden. Eine weitere Sistierung werde ins Ermessen 

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des Beistands bzw. der KESB gestellt. Abzulehnen sei eine Sistierung auf unbe-
stimmte Dauer, wie sie die Klägerin beantrage (vgl. angefochtener Entscheid 
E. 5). Nach sechs Monaten sei das begleitete Besuchsrecht auf vier Stunden alle 
zwei Wochen auszudehnen. Die Beistandschaft zur Überwachung des persönli-
chen Verkehrs werde auf ein Jahr begrenzt und in der Folge seien die Besuche 
ohne Begleitung durchzuführen. Der Vater werde zudem berechtigt, einmal 
wöchentlich mit den Kinder zu telefonieren oder zu skypen.

d/aa) Im Berufungs- bzw. vorsorglichen Massnahmeverfahren ist ein interven-
tionsorientiertes Gutachten in Auftrag gegeben worden vor dem Hintergrund, dass 
bezüglich der Ausübung des Besuchsrechts seit Mai 2012 unüberbrückbare Diffe-
renzen zwischen den Parteien bestehen und die KESB und der Beistand kein Mit-
tel zur Umsetzung des vorinstanzlich zugesprochenen Besuchsrechts gefunden 
haben. Daher hat sich angeboten, eine Fachperson beizuziehen, welche nicht nur 
einen Untersuchungsbefund und eine Empfehlung zuhanden des Gerichts abgibt, 
sondern im Rahmen der Intervention gleichzeitig auch die Umsetzung der erarbei-
teten Ergebnisse vornimmt, das Familiensystem begleitet sowie vermittelnd und 
beratend agiert. Das Vorgehen gliedert sich mit anderen Worten in eine Ab-
klärungs- und eine Umsetzungsphase. Der diagnostische Bericht mit den Untersu-
chungsbefunden datiert vom 13. Mai 2015. Demgemäss seien die Äusserungen 
der Kinder, wonach sie den Kontakt zum Vater ablehnen, im Kontext eines ausge-
prägten Loyalitätskonflikts zu sehen. Sie würden den Kontakt nicht aus eigenen 
Motiven verweigern, sondern weil sie die Ablehnung ihrer Bezugspersonen miter-
leben würden. Die Mutter möchte ihre Kinder vor einem Kontakt mit dem Vater 
und den persönlich erlebten Enttäuschungen schützen. Für die förderliche Ent-
wicklung der Kinder erscheine es aber zentral, dass sie sich ein eigenes Bild von 
ihrem Vater machen könnten. Daher sei in der Interventionsphase zunächst mit 
der Mutter eine Haltungsänderung zu erarbeiten und aufgrund des bestehenden 
Loyalitätskonflikts noch von einer Kontaktanbahnung mit dem Vater abzusehen. 
Es werde als notwendig erachtet, dass die Mutter ein Verständnis für die Entwick-
lungschancen ihrer Kinder durch Kontakte zum Vater erlange, mit dem Ziel, den 
Aufbau einer Vater-Kind-Beziehung zuzulassen. Beim Vater solle ein zunehmen-
des Verständnis für seine Kinder, die aktuelle Situation und die negativen Folgen 
von allfälligen spontanen Kontaktaufnahmen erarbeitet werden. Diese Zielvorga-
ben konnten in der Folge auf beiden Seiden nicht erreicht werden. In der Interven-
tionsphase hat sich gezeigt, dass es der Mutter kaum möglich war, ihre Haltung 
gegenüber Kontakten der Kinder zum Vater zu ändern. Gemäss Evaluationsbe-
richt ist ihr Wunsch nach Abstand hartnäckig und auch nach mehreren intensiven 

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Gesprächen derzeit scheinbar unveränderbar. Sie stelle verschiedene Erwartun-
gen an den Vater, nämlich dass er die gesellschaftlichen Regeln des Zusammen-
lebens sowie getroffene Abmachungen einhalte und ein verlässliches Verhalten an 
den Tag lege. Gleichzeitig sei sie aber überzeugt, dass eine Veränderung bei ihm 
illusorisch sei. Der Vater seinerseits habe kein Verständnis dafür erlangen können, 
dass sein drängendes Verhalten für seine Beziehung zu den Kindern negative 
Folgen haben könnte. Er bekunde Mühe, eigene Anteile am Kontaktabbruch an-
zuerkennen und eine andere Perspektive einzunehmen. Seiner Ansicht nach 
müsse bei der Mutter Druck gemacht werden, um die Kontakte wiederherzustel-
len. Einzig bei A._____ akzeptiere er, dass eine Kontaktanbahnung zurzeit nicht 
angezeigt sei. Die Gutachter sprechen von einer Verhärtung der zwischenelterli-
chen Konfliktsituation. Während der Vater die Bedürfnisse der Kinder nicht genü-
gend erkenne und seine Erziehungsfähigkeit aufgrund der unzureichenden elterli-
chen Sensitivität eingeschränkt sei, vermöge die Mutter nicht zu erfassen, was sie 
den Kindern durch die Kontaktverweigerung verwehre, womit ihre Erziehungs-
fähigkeit in Bezug auf die Bindungstoleranz als eingeschränkt gelte. Gestützt auf 
diese Erkenntnisse empfehlen die Gutachter, das Besuchsrecht bezüglich aller 
drei Kinder zu sistieren. Es werde von einer hohen Persistenz der Einstellungen 
und Haltungen beider Elternteile ausgegangen und Kontakte sollten erst wieder 
angebahnt werden, wenn bei beiden Eltern eine mögliche Haltungsänderung er-
kennbar werde. Bis dahin seien künftig jährliche Gegenüberstellungen zwischen 
dem Vater und den beiden Töchtern durchzuführen, wobei damit kein Bezie-
hungsaufbau, sondern lediglich Wissensvermittlung bezweckt werde. Aufgrund 
des langen Kontaktunterbruchs solle die Informationsvermittlung schrittweise ein-
geführt werden und im ersten Jahr noch ohne gegenseitige Anwesenheit durch 
eine neutrale Person erfolgen. Bei A._____ solle vorerst auf solche Gegenüber-
stellungen verzichtet werden, bis er sich in einer psychisch stabilen Situation be-
finde. Beide Elternteile sollten angewiesen werden, sich nicht eigenmächtig Infor-
mationen zu beschaffen oder miteinander in Kontakt zu treten. Vielmehr seien den 
Kindern Informationen wie auch Fotografien und Geschenke ihres Vaters über den 
Beistand zukommen zu lassen. Falls sich eine Haltungsänderung der Eltern ab-
zeichnen würde, wären nebst den Gegenüberstellungen Erinnerungskontakte als 
Vorstufe begleiteter Kontakte einzuführen. Zudem sei denkbar, dass der Vater in 
zwei Jahren eine Neuüberprüfung der Situation fordern könne. Sodann werde bei-
den Elternteilen auf freiwilliger Basis eine psychotherapeutische Unterstützung 
empfohlen, um ihr Interesse am Wohl der Kinder zu unterstreichen und längerfris-
tig eine Haltungsänderung anzugehen. Ebenso empfehlenswert erscheine eine 

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psychotherapeutische Begleitung der Kinder in Bezug auf die Auseinandersetzung 
mit ihrem leiblichen Vater.

bb) Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung dürfen Gerichte in Fachfragen 
nicht ohne triftige Gründe von einem Gutachten abweichen. Dies bedeutet nicht, 
dass ein Gericht die Ergebnisse eines Gutachtens unkritisch übernehmen dürfte. 
Gutachten unterliegen nämlich wie alle Beweismittel der freien richterlichen Be-
weiswürdigung. Sowohl Letztere wie auch die Beantwortung der sich stellenden 
Rechtsfragen ist Aufgabe des Gerichts. In diesem Sinn hat es zu prüfen, ob sich 
auf Grund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte 
Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. 
Von ausschlaggebender Bedeutung ist ferner, ob die Ergebnisse eines Gutach-
tens noch aktuell sind, d.h. ob sich die Ausgangslage seit der Erstellung des Gut-
achtens gewandelt hat. Abweichungen müssen in jedem Fall begründet werden 
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_473/2013 vom 6. August 2013 E. 5 sowie 
5A_170/2009 vom 10. Juni 2009 E. 2.2.1 je mit weiteren Hinweisen). Die gutach-
terliche Einschätzung, dass zunächst die emotionale Belastung der Mutter abge-
baut werden muss, indem ihr eine gewisse Ruhepause mit der Möglichkeit einer 
individuellen Aufarbeitung der Beziehungsgeschichte und der erlebten Verletzun-
gen eingeräumt wird, erscheint soweit einleuchtend. Das Bedürfnis nach einer 
Auszeit nach der für sie als streng empfundenen Begutachtungsphase hat sie 
auch anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht klar zum Ausdruck 
gebracht. Indessen kann sich das Gericht vorliegend der Empfehlung der Gutach-
ter, das väterliche Besuchsrecht für alle drei Kinder auf unbefristete Zeit zu sistie-
ren, wobei der Vater die Möglichkeit erhalten soll, frühestens per Ende 2017 eine 
Neuüberprüfung zu verlangen, nicht anschliessen. Die Gutachter haben die Situa-
tion entsprechend dem Auftrag aus psychologischer Sicht beurteilt; juristische 
Überlegungen sind hierbei nur beschränkt miteingeflossen. In dieser Hinsicht 
muss unterstrichen werden, dass sowohl dem Kind als auch dem nicht obhutsbe-
rechtigten Elternteil um ihrer Persönlichkeit willen das Anrecht auf persönlichen 
Verkehr zusteht. Konfliktsituationen zwischen den Eltern dürfen grundsätzlich nicht 
zu einer einschneidenden Beschränkung des Besuchsrechts auf unbestimmte Zeit 
führen. Es wäre unhaltbar, wenn der obhutsberechtigte Elternteil es in der Hand 
hätte, durch Zwistigkeiten mit dem anderen Teil den Umfang des Besuchsrechts 
zu steuern. In casu steht primär die ablehnende Haltung der Mutter dem persönli-
chen Verkehr entgegen, wenngleich die Ursache der Blockade auf Seiten der Mut-
ter auch auf das Verhalten des Vaters zurückzuführen sein mag. Durch die bei der 
Mutter erlebte Ablehnung und Entwertung des Vaters sind die Kinder in einen 

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massiven Loyalitätskonflikt geraten. Diesen haben sie dadurch zu lösen versucht, 
indem sie die Sicht der Mutter übernommen haben und den Vater selbst sowie 
den Kontakt zu ihm ablehnen. Dieser Abspaltungsprozess wird als beeinträchti-
gend für ihre weitere Persönlichkeitsentwicklung beurteilt (vgl. ZK1 14 103/106 
act. F.1 S. 33 f.). Vorliegend hat eine regelrechte Dämonisierung des Vaters statt-
gefunden. Die Kinder erzählten anlässlich der gutachterlichen Befragung nur Ne-
gatives über ihn. Über eigene schlechte Erlebnisse und Erfahrungen mit ihrem 
Vater konnten sie jedoch nicht berichten. Sie haben das von der Mutter vermittelte 
Vaterbild verinnerlicht und geben dieses wieder, weil es ihnen ‒ insbesondere den 
beiden Mädchen ‒ an eigenen Erinnerungen an und Erlebnissen mit dem Vater 
fehlt. Bei der Regelung des Besuchsrechts geht es weder um Schuldzuweisungen 
noch um die Bedürfnisse der Eltern, sondern darum, den elterlichen Kontakt mit 
dem Kind in dessen Interesse zu regeln. Es liegt offensichtlich im Interesse einer 
förderlichen Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, dass dieser Dämonisierung 
ein Ende gesetzt wird und sie ein reales, eigenes Vaterbild erhalten. Auch im Ab-
klärungsbericht wurde dies als essentiell erachtet (vgl. ZK1 14 103/106 act. F.1 
S. 33). Um dies zu ermöglichen, ist die Mutter in der Pflicht, ihrer Kinder wegen die 
persönlichen Differenzen mit dem Vater zurückzustellen, den Aufbau einer Vater-
Kind-Beziehung nicht zu boykottieren und alles zu unterlassen, was deren Ver-
hältnis beeinträchtigt (vgl. Art. 274 Abs. 1 ZGB). In Zusammenhang mit dem Loya-
litätskonflikt erscheint die Haltung der Hauptbezugsperson, d.h. der Mutter, zen-
tral. Ohne Haltungsänderung bei der Mutter bleibt der Loyalitätskonflikt bzw. die 
Gefährdung der Kinder bestehen. Das Wohl der Kinder wird einzig durch den offe-
nen und chronifizierten Konflikt zwischen den Eltern gefährdet. Andere, insbeson-
dere vom Vater ausgehende Gefährdungsgründe, sind nicht erkennbar. Gleicher-
massen wird im Gutachten festgehalten, dass weder die unbeständige Lebens-
führung des Vater noch die von der Mutter geäusserten Befürchtungen, er sei ein 
schlechtes Vorbild und es bestehe die Gefahr, dass die Kinder seine Verhaltens-
weisen übernehmen könnten, dem Besuchsrecht entgegenstehen würden. Im 
Rahmen der Begutachtung haben sich auf Seiten des Vaters also keine Hinweise 
ergeben, welche gegen ein Besuchsrecht von Stunden sprechen würden (vgl. ZK1 
14 103/106 act. F.1 S. 32 f.). Insofern erscheint die Empfehlung im Evaluationsbe-
richt, das Besuchsrecht auf unbestimmte Zeit für alle drei Kinder ‒ ohne dass zwi-
schen der Situation von A._____ und jener der Mädchen unterschieden wird ‒ zu 
sistieren, nicht überzeugend. Obschon es nachvollziehbar ist, dass die Kinder oh-
ne Haltungsänderung der Mutter verstärkt in die Dynamik des Loyalitätskonflikts 
geraten (vgl. ZK1 14 103/106 act. F.1 S. 33), ist auch die jetzige Situation des 
Kontaktunterbruchs für die Kinder und ihre längerfristige Entwicklung als schädlich 

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zu beurteilen. So kann insbesondere das irreale Bild des Vaters stärkere und 
schädlichere Auswirkungen zeitigen als die mit den Besuchen einhergehenden 
Auswirkungen der Konfliktsituation (vgl. BGE 131 III 209 E. 5 mit Verweis auf 
Friedrich Arnzten, Elterliche Sorge und Umgang mit Kindern, 2. Aufl., München 
1994, S. 34 ff.). Sodann ist darauf hinzuweisen, dass auftretende Loyalitätskonflik-
te bis zu einem gewissen Grad als dem Besuchsrecht inhärente Erscheinung hin-
zunehmen sind, zumal die positiven Aspekte regelmässiger Besuche beim ande-
ren Elternteil die negativen Aspekte der anfänglichen Beunruhigungen und mögli-
chen Belastungen in der Regel überwiegen (BGE 131 III 209 E. 5 und 130 III 585 
E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen). Auf mögliche Massnahmen zur Milderung des 
Loyalitätskonflikts wird noch einzugehen sein (vgl. E. 4g). Jedenfalls liegt es vor-
liegend nicht im wohlverstandenen Interesse der Kinder und scheint ihrer Entwick-
lung abträglich, auf unbestimmte Dauer ‒ das heisst bis die erhoffte Haltungsän-
derung bei der Mutter eintritt ‒ auf den persönlichen Verkehr mit dem Vater zu 
verzichten. Auch die gescheiterte Umsetzung des Besuchsrechts allein bildet kei-
nen genügenden Grund, um von künftigen Kontakten abzusehen, da das Schei-
tern hauptsächlich auf den Widerstand der Mutter zurückzuführen ist.

cc) Im Lichte dieser Ausführungen ist entgegen der gutachterlichen Empfeh-
lung von einer unbefristeten Sistierung des Besuchsrechts abzusehen, zumindest 
was die beiden Töchter betrifft. Allerdings ist der Mutter und den Kindern ange-
sichts der Belastungen durch die kürzlich erfolgte interventionsorientierte Begut-
achtung und des zu verarbeitenden Todesfalles von F._____ eine zeitlich be-
grenzte Ruhepause einzuräumen. Es erscheint dem Gericht vorliegend angemes-
sen, das Besuchsrecht für B._____ und C._____ bis Ende 2017 auszusetzen. Bis 
dahin soll, wie im Gutachten vorgeschlagen, lediglich eine Gegenüberstellung 
stattfinden und zwar im Sinne einer Informationsvermittlung durch den Beistand 
ohne direkten Kontakt zwischen dem Vater und den beiden Mädchen. Zudem wird 
dem Vater die Möglichkeit eingeräumt, den Kindern über den Beistand Informatio-
nen sowie Geschenke oder Fotografien zukommen zu lassen. Ab Januar 2018 
sollen die Besuchskontakte wieder aufgenommen werden. Aufgrund des langen 
Kontaktunterbruchs ist es angezeigt, dass die Mädchen im Vorfeld von einer 
Fachperson auf die wiedereinsetzenden Kontakte vorbereitet und bei der Wieder-
aufnahme derselben weiterhin psychologisch begleitet und unterstützt werden. 
Daher wird die Mutter gestützt auf Art. 307 Abs. 1 und 3 ZGB angewiesen, ihre 
Töchter B._____ und C._____ ab Herbst 2017 für eine psychologische Begleitung 
bei einem Kinderpsychologen oder einer gleichermassen qualifizierten Person an-
zumelden und dafür besorgt zu sein, dass mindestens eine Sitzung pro Monat so-

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lange wie nötig, mindestens jedoch während eines Zeitraums von sechs Monaten, 
stattfindet. Sie hat darauf zu achten, dass die Sitzungen regelmässig durchgeführt 
und die Termine eingehalten werden. Die Fachperson soll mit den Mädchen an-
lässlich der Therapiesitzungen die bevorstehenden Kontakte mit dem Vater the-
matisieren und sie behutsam auf die Begegnungen einstellen. Nach dieser Vorbe-
reitungsphase wird im Januar 2018 ein erster begleiteter Besuchskontakt zwi-
schen dem Vater und den beiden Töchtern durchzuführen sein. Auch in dieser 
zweiten Phase erscheint eine parallele Weiterführung der Gesprächstherapie an-
gezeigt, um allfälligen Verunsicherungen und Irritationen der Mädchen zu begeg-
nen und die Treffen zu verarbeiten. Die Besuche sollen anfänglich einmal pro Mo-
nat für eine Dauer von zwei Stunden jeweils in Begleitung des Beistands oder ei-
ner vom Beistand zu bestimmenden Drittperson an einem neutralen Ort stattfin-
den. Sowohl die Dauer als auch die Regelmässigkeit der Besuche ist in der Folge 
schrittweise auszudehnen, wobei als Ziel anzustreben ist, dass Ende 2018 alle 
zwei Wochen ein Besuch von einem ganzen Tag, ohne Übernachtung, durchge-
führt werden kann. Der Kontaktaufbau hat schonend, unter Berücksichtigung der 
entsprechenden Bedürfnisse von B._____ und C._____, zu erfolgen. Es lässt sich 
zum jetzigen Zeitpunkt nicht festlegen, wie schnell eine Kontaktsteigerung vorge-
nommen und ab wann unbegleitete Besuche durchgeführt werden können. Des-
halb ist der Beistand mit der Aufgabe zu betrauen, über den schrittweisen Ausbau 
der Besuchskontakte im gerichtlich vorgegeben Rahmen (anfangs begleitete mo-
natliche Besuche von zwei Stunden, innerhalb eines Jahres Erweiterung auf 
eintägige Besuche alle zwei Wochen, wenn möglich unbegleitet) zu befinden. 
Dafür hat er sich insbesondere bei den Beteiligten nach dem Verlauf der Kontakte 
zu erkundigen und sich, falls er die Begleitung der Besuche nicht selbst über-
nimmt, durch die hierfür eingesetzte Person regelmässig Bericht erstatten zu las-
sen. Für den Fall, dass der Beistand hinsichtlich der Besuchsrechtsausübung ei-
nen Anpassungsbedarf erkennen sollte, kann er mit einem entsprechenden Antrag 
an die KESB gelangen, welche für eine Änderung des persönlichen Verkehrs zu-
ständig ist (vgl. Art. 134 Abs. 4 ZGB; Peter Breitschmid, a.a.O., N 7 zu Art. 134 
ZGB) und auch allfällig erforderliche Kindesschutzmassnahmen ergreifen kann 
(vgl. Art. 315 Abs. 1 ZGB). Damit ist gleichzeitig auch gesagt, dass die Besuchs-
rechtsbeistandschaft beizubehalten ist (vgl. dazu auch nachfolgend E. 4h), was 
denn im Berufungsverfahren grundsätzlich auch von keiner Seite bestritten wurde. 
Da sich die Gefährdung des Kindeswohls auf Schwierigkeiten bei der Ausübung 
des Besuchsrechts beschränkt, ist die Beistandschaft allerdings auf die Überwa-
chung des persönlichen Verkehrs begrenzt und stützt sich damit nur auf Art. 308 
Abs. 2 ZGB und entgegen der vorinstanzlichen Auffassung nicht auch auf Art. 308 

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Abs. 1 ZGB (vgl. BGE 140 III 241 E. 2.3 sowie Urteil des Bundesgerichts 
5A_459/2015 vom 13. August 2015 E. 8). Soweit sich die Berufung von X._____ 
gegen die Person des Beistands richtet, welcher von der KESB Engadin/Südtäler 
ernannt wurde, hätte darauf gar nicht eingetreten werden können, zumal es sich 
dabei um eine in der Zuständigkeit der KESB liegende Vollzugsfrage handelt (vgl. 
vorstehend E. 4b/aa). Zwischenzeitlich ist der vormalige Beistand E._____ auf-
grund seines Ausscheidens aus der Berufsbeistandschaft Oberengadin/Bergell mit 
unangefochten gebliebenem Entscheid der KESB vom 26. Oktober 2015 durch 
I._____ ersetzt worden. Die Berufungsklägerin hat den entsprechenden Antrag auf 
Wechsel des Beistands anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung denn auch 
zurückgezogen.

dd) Für A._____ drängt sich eine abweichende Regelung auf. Dies anerkennt 
auch der Vater, indem er festhält, dass von Kontakten mit dem Jungen vorerst 
abzusehen sei und solche erst bei positivem Verlauf der Besuche mit den Mäd-
chen in Betracht zu ziehen seien. Aufgrund der bei A._____ festgestellten post-
traumatischen Belastungsstörung weist er eine höhere Stresssensitivität und ge-
ringere psychische Widerstandskraft auf als seine Schwestern. Es ist ungewiss, 
wie lange es dauert, bis sich sein psychischer Zustand stabilisiert und wann er die 
nötige Belastbarkeit aufweist, um mit den verbundenen Beunruhigungen der Be-
suchskontakte umzugehen. Entsprechend der gutachterlichen Empfehlung ist bei 
ihm zunächst auch auf jährliche Gegenüberstellungen zu verzichten. Sobald er 
sich in einer psychisch stabilen Situation befindet, kann versuchsweise mit Ge-
genüberstellungen begonnen werden, wobei diese Informationsvermittlung an-
fangs durch eine neutrale Person erfolgen soll. Weiter ist zu beobachten, wie er 
auf die Konfrontation mit dem Vater anlässlich der Gegenüberstellung und auf die 
Kontaktanbahnung zwischen dem Vater und seinen Schwestern reagiert. Wenn er 
diesbezüglich keine Auffälligkeiten zeigt, kann eine weitere Annäherung stattfin-
den, zuerst in Form einer direkten Gegenüberstellung mit dem Vater und in einem 
weiteren Schritt im Rahmen eines stundenweisen, begleiteten Besuchskontakts. 
Es wird als notwendig erachtet, dass A._____ in Bezug auf die Auseinanderset-
zung mit seinem leiblichen Vater psychotherapeutisch begleitet wird. Er befindet 
sich bereits bei H._____, kjp Graubünden, in Psychotherapie, wobei diese 
während der interventionsorientierten Begutachtung unterbrochen wurde. Die The-
rapeutin hat gemäss Verlaufsbericht vom 19. April 2016 ein Standortgespräch 
vorgeschlagen, um auszumachen, was A._____ benötigt und wie dies erreicht 
werden kann. In der Folge erscheint es wichtig, dass die Therapie wieder aufge-
nommen und trotz erschwerter geographischer Bedingungen regelmässig persön-

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liche Therapiesitzungen mit A._____ stattfinden und nicht bloss eine telefonische 
Beratung der Mutter erfolgt. Entsprechend ist die mit kantonsgerichtlicher Verfü-
gung vom 12. Januar 2015 (vgl. ERZ 14 313 Dispositivziffer 2a) gestützt auf 
Art. 307 Abs. 1 und 3 ZGB an die Mutter gerichtete Weisung, die Psychotherapie 
von A._____ solange fortzuführen, bis kein Therapiebedarf mehr besteht, auf-
rechtzuerhalten. Die Überwachung obliegt wiederum dem Beistand. Zur Beurtei-
lung, welchen Schritten A._____ in Zusammenhang mit dem sukzessiven Aufbau 
der Besuchskontakte gewachsen ist, wird insbesondere die Einschätzung der 
Psychotherapeutin heranzuziehen sein. Der Beistand erhält die Aufgabe, mit die-
ser Rücksprache zu nehmen und für die skizzierte schrittweise Annäherung zwi-
schen Vater und Sohn besorgt zu sein. Er wird somit angewiesen, einen sorgfälti-
gen Kontaktaufbau zwischen dem Vater und A._____ zu gestalten und der KESB 
Engadin/Südtäler spätestens bis 31. Dezember 2018 einen Vorschlag zur Be-
suchsrechtsregelung vorzulegen. Es gilt als längerfristiges Ziel, dass mit A._____ 
Besuchskontakte im gleichen Umfang wie mit B._____ und C._____ stattfinden 
können.

e) Anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung stellte die Berufungsklägerin 
den Antrag, dem Berufungsbeklagten sei dauernd zu verbieten, sich der Beru-
fungsklägerin sowie den drei Kindern zu nähern, worunter auch jeglicher Post-, 
Telefon- und E-Mail-Verkehr falle. Ein vollständiges Kontaktverbot kann bereits 
deshalb nicht ausgesprochen werden, weil ein Besuchsrecht angeordnet und es 
folglich zu Kontakten mit dem Vater kommen wird. Bis Ende 2017 bleibt das Be-
suchsrecht allerdings sistiert. Wie der Berufungsbeklagte überzeugend ausführt, 
kann aufgrund der örtlichen Begebenheiten im O.4_____ ein zufälliges Aufeinan-
dertreffen kaum verhindert werden. Nebst diesem Gesichtspunkt erachtet das Ge-
richt ein Kontaktverbot vorliegend auch nicht als verhältnismässig, zumal vom Be-
rufungsbeklagten weder eine direkte Gefahr für die Kinder noch für die Berufungs-
klägerin ausgeht. Der Berufungsbeklagte wird indessen nachdrücklich aufgefor-
dert, eigenmächtige Kontaktversuche zu unterlassen, um den Prozess für die 
Wiederaufnahme des Besuchsrechts nicht zu gefährden. Impulsive Versuche, mit 
den Kindern in Kontakt zu treten, belasten sowohl das Verhältnis zu diesen wie 
auch zur Berufungsklägerin und erschweren den Neuanfang. Deshalb sollte der 
Berufungsbeklagte im eigenen Interesse von Kontaktaufnahmen absehen und sich 
in dieser Hinsicht einsichtig zeigen. Die Annäherung soll vielmehr behutsam im 
beschriebenen Sinne unter Berücksichtigung der allseitigen Bedürfnisse erfolgen.

f) Fraglich bleibt sodann, ob die von der Vorinstanz gegenüber der Mutter an-
geordnete Strafandrohung in Zusammenhang mit der Einhaltung der Besuchs-

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rechtsregelung weiterhin aufrechtzuerhalten ist. Während sich der Berufungsklä-
ger für die Beibehaltung mit einer inhaltlichen Konkretisierung ausspricht, bean-
tragt die Berufungsklägerin die Aufhebung derselben. In Anbetracht, dass sich die 
Berufungsklägerin zumindest während der interventionsorientierten Begutachtung 
kooperativ gezeigt hat und ‒ wie nachfolgend hervorgeht (vgl. E. 4g) ‒ zur Auf-
nahme einer Psychotherapie verpflichtet wird, welche die nötige Kooperationsbe-
reitschaft schaffen sollte, ist vorläufig auf eine Strafandrohung zu verzichten. Es ist 
zu hoffen, dass die Berufungsklägerin nach der gewährten Ruhepause, der The-
rapieaufnahme und der damit einhergehenden schrittweisen Anbahnung und Aus-
dehnung der Besuche einen Weg finden wird, ihren inneren Widerstand gegen 
das Besuchsrecht zu überwinden. An dieser Stelle sei die Berufungsklägerin ein-
mal mehr auf ihre Pflicht hingewiesen, alles zu unterlassen, was das Verhältnis 
der Kinder zum Vater trübt, und mit Blick auf das Wohl der Kinder eine gute Be-
ziehung zum anderen Elternteil fördern s