# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da086f2e-0764-57ae-ab3b-17a7ef89051f
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-23
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 23.04.2024 BS 2022 99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2022-99_2024-04-23.pdf

## Full Text

20240103_160215_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2022 99
BS 2022 100
BS 2022 101

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter M. Siegwart
Oberrichter A. Staub
Gerichtsschreiber I. Cathry

Beschluss vom 23. April 2024 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
Beschwerdeführerin 1,

und

C.________,
vertreten durch Rechtsanwalt D.________,
Beschwerdeführerin 2,

und

E.________,
vertreten durch Rechtsanwalt F.________,
Beschwerdeführer 3 und Beschuldigter,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, II. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwältin G.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Einstellung

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Sachverhalt

1.1 Die Geschwister C.________ und E.________ befinden sich seit langem in einem Streit um 
den Nachlass ihrer Eltern. Sie sind Eigentümer von je 45 % der Aktien der H.________ AG. 
Die restlichen 10 % der Aktien sind im Eigentum von I.________, der Tochter von 
C.________. Die H.________ AG hält ihrerseits alle Aktien der J.________ AG, die wieder-
um alleinige Aktionärin der K.________ AG ist. Die H.________ AG ist zudem Alleinaktio-
närin der A.________ AG und der L.________ AG. Bis zum Verkauf am 14. September 2017 
war die J.________ AG Eigentümerin der Liegenschaft a.________ und die K.________ AG 
Eigentümerin der Liegenschaft b.________ in ________ (Gemeinde/ZG) (nachfolgend zu-
sammen: ab.________-Liegenschaften). Die Gültigkeit dieser Grundstückverkäufe ist umstrit-
ten. 

1.2 Zwischen C.________ und E.________ wie auch zwischen den involvierten Gesellschaften, 
Gesellschaftsorganen und weiteren Akteuren waren oder sind zahlreiche Verfahren zivil-, 
verwaltungs- und strafrechtlicher Natur hängig. Hauptsächlich geht es dabei um die Vorgän-
ge rund um den erwähnten Verkauf der ab.________-Liegenschaften.

1.3 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden hingegen die Umstände rund 
um das Abhandenkommen von diversen Gegenständen, die sich zeitweise in den Räumlich-
keiten der A.________ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin 1) befunden haben.

2.1 Am 13. Juni 2019 erstattete C.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin 2) bei der 
Staatsanwaltschaft Abteilung 3 in Sursee/LU (nachfolgend: Staatsanwaltschaft Luzern) 
Strafanzeige gegen den Beschuldigten E.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer 3 oder 
Beschuldigter) betreffend den Verdacht auf Sachentziehung, eventualiter Veruntreuung oder 
weitere Vermögensdelikte. Zusammengefasst wurde geltend gemacht, dass die Beschwerde-
führerin 1 das sich in ihren Räumlichkeiten befindliche Mobiliar bei der M.________ GmbH 
eingelagert habe. Darunter hätten sich auch die folgenden fünf Gegenstände befunden, die 
im Eigentum der Erbengemeinschaft von N.________ sel. der verstorbenen Mutter der Be-
schwerdeführerin 2 und des Beschwerdeführers 3, gestanden hätten (nachfolgend: spezifi-
zierte Gegenstände):

- englisches doppelseitiges Schreibpult (antiker Schreibtisch);
- grüne Schreibtischlampe ("Bankerlampe");
- dazugehörige Holzkommode;
- colorierte Lithografie von Andy Warhol "Der Fischer"; und
- colorierter Stich "Vue de la ville et d'une partie du lac du Zoug".

Es sei naheliegend, dass der Beschuldigte diese Gegenstände aus dem Lager bei der 
M.________ GmbH entfernt oder dies zumindest veranlasst habe. An diesen Gegenständen 
sei der Beschuldigte nur Gesamteigentümer gewesen. Es sei davon auszugehen, dass er 
sich die Gegenstände angeeignet oder diese zumindest dem Nachlass entzogen habe 
(Vi act. HD 2/1 ff.).

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2.2 Mit Verfügung vom 16. September 2019 übernahm die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug 
die Strafuntersuchung gestützt auf Art. 34 Abs. 1 StPO von der Staatsanwaltschaft Luzern 
(Vi act.3/2; Verfahren 2A 2019 229).

2.3 Die Staatsanwaltschaft führte daraufhin erste Ermittlungshandlungen sowie am 19. April 
2021 die Einvernahme des Beschuldigten und am 18. Oktober 2021 eine Zeugeneinvernah-
me durch. Am 21. Oktober 2021 beauftragte sie den Dienst Wirtschaftsdelikte der Zuger 
Polizei mit weiteren Ermittlungen (vgl. Vi act. 5, 15, 25, 4/4 ff., 21/1 ff., 22/1 ff., 10/2/1 ff.).

2.4 Am 27. August 2019 wurde Rechtsanwalt O.________ mit der Wahrung der Interessen der 
Beschwerdeführerin 1 betraut (Vi act. 4/0).

2.5 Mit Eingabe vom 8. September 2021 machte Rechtsanwalt O.________ ergänzend zur 
Strafanzeige der Beschwerdeführerin 2 den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung 
zum Nachteil der Beschwerdeführerin 1 geltend (Vi act. 4/54 ff.).

2.6 Mit Schreiben vom 3. August 2022 teilte Rechtsanwalt B.________ der Staatsanwaltschaft 
mit, dass er anstelle von Rechtsanwalt O.________ ab sofort die Interessen der Beschwer-
deführerin 1 vertrete, und reichte eine von C.________ namens der Beschwerdeführerin 1 
am 3. August 2022 unterzeichnete Vollmacht ein (Vi act. 4/86 f.).

2.7 Mit Verfügung vom 2. November 2022 stellte die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung 
gegen E.________ betreffend Veruntreuung evtl. Sachentziehung ein. Die Verfahrenskosten 
von CHF 2'622.00 wurden dem Beschuldigten auferlegt und dessen amtlicher Verteidiger 
wurde mit CHF 5'603.40 aus der Staatskasse entschädigt (Vi act. HD 6). 

3.1 Mit Eingabe vom 17. November 2022 reichte Rechtsanwalt B.________ namens der 
Beschwerdeführerin 1 eine Beschwerde mit folgenden Anträgen ein (act. 1 im Verfahren 
BS 2022 99):

1. Es sei die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, Aktenzeichen 
2A 2019 229, vom 2. November 2022 vollumfänglich aufzuheben.

2. Es sei die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug anzuweisen, die eingestellte Untersuchung voll-
umfänglich fortzusetzen.

3. Es sei die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug anzuweisen, die fortzusetzende Untersuchung 
mit dem Verfahren 2A 2017 157/158 der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug zu vereinigen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten der Staatskasse.

Das Obergericht eröffnete ein Beschwerdeverfahren unter der Nummer BS 2022 99. In ihrer 
Stellungnahme vom 30. November 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde (act. 4 im Verfahren BS 2022 99).

3.2 Am 18. November 2022 reichte Rechtsanwalt D.________ namens der Beschwerdeführe-
rin 2 ebenfalls eine – bis auf wenige Textstellen gleichlautende – Beschwerde beim Oberge-
richt ein und beantragte Folgendes (act. 1 im Verfahren BS 2022 100):

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1. In Gutheissung der Beschwerde sei die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft des Kan-
tons Zug, Aktenzeichen 2A 2019 229, vom 2. November 2022 vollumfänglich aufzuheben und 
die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug anzuweisen, die eingestellte Untersuchung vollumfäng-
lich fortzusetzen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten der Staatskasse.

Das Obergericht eröffnete ein weiteres Beschwerdeverfahren unter der Nummer BS 2022 
100. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme vom 30. November 2022 die 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne (act. 4 im 
Verfahren BS 2022 100).

3.3 Am 21. November 2022 reichte Rechtsanwalt F.________ namens des Beschwerdeführers 3 
eine Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft ein und beantrag-
te Folgendes (act. 1 im Verfahren BS 2022 101):

1. Dem Beschwerdeführer sei in der Person des Unterzeichneten eine amtliche Verteidigung zu 
bestellen.

Eventualiter sei auf die Auflage einer Prozesskaution zu verzichten.

2. Ziff. 2 der Verfügung vom 2. November 2022 im Verfahren 2A 2019 229 sei aufzuheben.

3. Die Sache sei zur neuen Beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen an die Staatsan-
waltschaft des Kantons Zug zurückzuweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der Staatskasse.

Das Obergericht eröffnete ein drittes Beschwerdeverfahren unter der Nummer BS 2022 101. 
Die Staatsanwaltschaft verzichtete am 30. November 2022 auf eine Stellungnahme (act. 3 im 
Verfahren BS 2022 101).

3.4 Mit Stellungnahmen vom 15. Dezember 2022 beantragte der Beschuldigte in den Verfahren 
BS 2022 99 und BS 2022 100, es sei ihm die amtliche Verteidigung zu gewähren und auf die 
Beschwerden sei nicht einzutreten, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Beschwerdeführerinnen 1 bzw. 2 (act. 6 im Verfahren BS 2022 99 und act. 6 im Verfahren 
BS 2022 100).

3.5 In der Replik vom 10. Januar 2023 hielt die Beschwerdeführerin 1 an ihren Anträgen fest und 
reichte zusätzlich eine Substitutionsvollmacht von Rechtsanwalt O.________ an Rechtsan-
walt B.________ vom 17. November 2022 ein (act. 9 und act. 9/1 im Verfahren BS 2022 99).

3.6 Am 30. Januar 2023 reichte Rechtsanwalt F.________ eine Aktennotiz des Beschwerdefüh-
rers 3 mit dem Betreff "Organisationsmangel auf allen Gesellschaftsebenen" ins Recht 
(act. 11 im Verfahren BS 2022 99). Zur Frage, ob bei der Beschwerdeführerin 1 ein Organi-
sationsmangel besteht oder ob diese rechtsgültig von C.________ vertreten werden durfte, 
nahm Rechtsanwalt B.________ mit Eingabe vom 15. März 2023 Stellung (act. 12 im Verfah-
ren BS 2022 99). Dazu replizierte Rechtsanwalt F.________ am 5. April 2023 (act. 13 im 
Verfahren BS 2022 99).

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3.7 Am 7. August 2023 reichte Rechtsanwalt F.________ eine weitere Eingabe betreffend Orga-
nisationsmängel bei der H.________ AG und deren Tochtergesellschaften ein (act. 14 im 
Verfahren BS 2022 99). Dazu nahm Rechtsanwalt B.________ in Ausübung seines unbe-
dingten Replikrechts am 28. August 2023 Stellung (act. 18 im Verfahren BS 2022 99).

3.8 Die Verfahrensakten 2A 2019 229 der Staatsanwaltschaft wurden beigezogen.

Erwägungen

1. Vorab ist in prozessualer Hinsicht festzuhalten, dass Rechtsanwalt O.________ vorliegend 
zur Vertretung der Beschwerdeführerin 1 befugt ist. Dies ist gerichtsnotorisch und die ent-
sprechenden Urteile sind den Parteien bekannt. Es ist diesbezüglich etwa auf den Beschluss 
des Obergerichts Zug BS 2022 5 vom 21. November 2023 E. 1.2 zu verweisen. Weiter ist 
festzuhalten, dass Rechtsanwalt O.________ gestützt auf die von C.________ namens der 
Beschwerdeführerin 1 unterzeichneten Vollmachten vom 27. August 2019 und vom 8. Sep-
tember 2021 zur Substitution befugt ist und von diesem Recht am 17. November 2022 zu-
gunsten von Rechtsanwalt B.________ Gebrauch gemacht hat (Vi act. 4/0; act. 9/1 im Ver-
fahren BS 2022 99). Folglich ist Rechtsanwalt B.________ ebenfalls befugt, die Beschwerde-
führerin 1 im vorliegenden Verfahren zu vertreten. Offenbleiben kann daher, ob die von 
C.________ namens der Beschwerdeführerin 1 am 3. August 2022 ausgestellte Vollmacht 
zugunsten von Rechtsanwalt B.________ gültig ist.

2. Gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft kann beim Obergericht Beschwerde 
geführt werden (Art 393 Abs. 1 lit. a StPO). Zur Beschwerde legitimiert ist diejenige Partei, 
die an der Aufhebung des angefochtenen Entscheides ein rechtlich geschütztes Interesse 
hat (Art. 382 Abs. 1 StPO).

2.1 Parteien sind namentlich die beschuldigte Person und die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 
lit. a und b StPO). Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, 
sich am Strafverfahren im Straf- oder Zivilpunkt zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Ge-
schädigt ist, wer durch die Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 
Abs. 1 StPO). In seinen Rechten unmittelbar verletzt ist, wer Träger des durch die verletzte 
Strafnorm geschützten oder zumindest mitgeschützten Rechtsguts ist. Der Rechtsmittelklä-
ger muss also selbst und unmittelbar in seinen Interessen tangiert sein. Keine Beschwer liegt 
demgegenüber vor, wenn der Entscheid (nur) für andere nachteilig ist (vgl. Schmid/Jositsch, 
Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 4. A. 2023, Art. 382 StPO N 1 f.). 
Die Beschwerdelegitimation ist als Eintretensvoraussetzung von Amtes wegen zu prüfen (vgl. 
Mazzucchelli/Postizzi, Basler Kommentar, 3. A. 2023, Art. 118 StPO N 12b; Bähler, Basler 
Kommentar, 3. A. 2023, Art. 382 StPO N 4).

2.2 Rechtsanwalt O.________, damaliger Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 1, nahm am 
19. April 2021 an der Einvernahme des Beschuldigten teil, stellte Ergänzungsfragen und un-
terzeichnete das Einvernahmeprotokoll (Vi act. 21/1 ff.). Des Weiteren legte er in seiner Ein-
gabe vom 8. September 2021 namens der Beschwerdeführerin 1 dar, der Beschuldigte habe 
sich Vermögenswerte der Beschwerdeführerin 1 persönlich angeeignet und/oder diese Ver-
mögenswerte der Vernichtung zugeführt, und stellte überdies Strafantrag gegen den Be-

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schuldigten sowie unbekannt (act. 4/63 Rz 33 und Rz 38). Damit hat die Beschwerdeführe-
rin 1 ausdrücklich ihren Willen gegenüber der Staatsanwaltschaft kundgetan, sich am Straf-
verfahren zu beteiligen, und sich als Privatklägerin im vorliegenden Verfahren konstituiert. 
Sie ist damit im Sinne von Art. 118 StPO Partei des Verfahrens geworden und grundsätzlich 
zur Beschwerde legitimiert. Soweit die Beschwerdeführerin 1 jedoch geltend macht, dass es 
sich bei den abhandengekommenen Gegenständen um Mobilien der Beschwerdeführerin 2 
bzw. aus dem Nachlass der verstorbenen Mutter der Beschwerdeführerin 2 handeln könne, 
ist auf die Beschwerde mangels Beschwer nicht einzutreten.

2.3 Die Beschwerdeführerin 2 hat sich in ihrer Strafanzeige und Strafklage vom 13. Juni 2019 als 
Privatklägerin konstituiert. Als solche ist sie grundsätzlich zur Beschwerdeführung legitimiert. 
Soweit sie jedoch in ihrer Beschwerde geltend macht, dass – nebst den spezifizierten Ge-
genständen – weitere, sich im Nachlass ihrer verstorbenen Mutter oder im Eigentum der Be-
schwerdeführerin 1 stehenden Gegenstände verschwunden und mutmasslich entwendet 
worden seien, ist mangels eines fehlenden rechtsgültigen Strafantrags bzw. mangels fehlen-
der Beschwer der Beschwerdeführerin 2 auf ihre Beschwerde nicht einzutreten.

2.4 Der Beschwerdeführer 3 ist als Beschuldigter ebenfalls zur Beschwerde gegen die Kosten-
auflage legitimiert.

3. Die form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden aller Beschwerdeführer richten sich 
gegen die gleiche Verfügung der Staatsanwaltschaft. Es ist daher angezeigt, alle Beschwer-
den in einem Entscheid zu behandeln. Damit entfällt die Einzelrichterzuständigkeit gemäss 
Art. 395 lit. b StPO für die Kostenbeschwerde. Da die Kostenbeschwerde gegenstandslos 
würde, wenn die Einstellungsverfügung aufzuheben wäre, erscheint es zweckmässig, 
zunächst die Beschwerden der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 zu beurteilen. 

4. Gemäss Art. 324 Abs. 1 StPO erhebt die Staatsanwaltschaft beim zuständigen Gericht An-
klage, wenn sie aufgrund der Untersuchung die Verdachtsgründe als hinreichend erachtet 
und keinen Strafbefehl erlassen kann. Nach Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt sie die Einstellung 
des Verfahrens u.a. dann, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt 
(lit. a), und wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b). Der Entscheid über die Einstellung des 
Verfahrens richtet sich nach dem aus dem Legalitätsprinzip fliessenden Grundsatz "in dubio 
pro duriore" (vgl. Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 319 Abs. 1 StPO und 
Art. 324 Abs. 1 StPO). Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft nur bei kla-
rer Straflosigkeit, namentlich fehlendem Tatverdacht, bzw. offensichtlich fehlenden Prozess-
voraussetzungen verfügt werden. Ist eine Verurteilung wahrscheinlicher als ein Freispruch, 
ist, sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben. 
Dasselbe gilt in der Regel, wenn ein Freispruch ebenso wahrscheinlich wie eine Verurteilung 
erscheint. Der Grundsatz, dass im Zweifelsfall nicht eingestellt werden darf, ist unter Würdi-
gung der im Einzelfall gegebenen Umstände anzuwenden. Bei zweifelhafter Beweis- bzw. 
Rechtslage hat mithin nicht die Untersuchungs- oder Anklagebehörde über die Stichhaltigkeit 
des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das für die materielle Beurteilung zu-
ständige Gericht. Jedoch sind Sachverhaltsfeststellungen unter Berücksichtigung des Grund-
satzes "in dubio pro duriore" auch bei Einstellungen zulässig, soweit gewisse Tatsachen 
"klar" bzw. "zweifelsfrei" feststehen, so dass im Fall einer Anklage mit grosser Wahrschein-
lichkeit keine abweichende Würdigung zu erwarten ist. Der Staatsanwaltschaft ist es mithin 

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nur bei unklarer Beweislage untersagt, der gerichtlichen Beweiswürdigung vorzugreifen. Im 
Rahmen von Art. 319 Abs. 1 lit. b und c StPO sind Sachverhaltsfeststellungen der Staatsan-
waltschaft in der Regel gar notwendig. Auch insoweit gilt aber, dass der rechtlichen Würdi-
gung der Sachverhalt "in dubio pro duriore", d.h. der klar erstellte Sachverhalt, zugrunde ge-
legt werden muss. Der Grundsatz, dass im Zweifel nicht eingestellt werden darf, ist auch bei 
der Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten. Den kantonalen Instanzen steht 
bei der Überprüfung von Einstellungsverfügungen ein gewisser Spielraum des Ermessens zu 
(BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; 138 IV 186 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1195/2019 vom 
28. April 2019 E. 3.1 m.H.).

5. Zur Begründung der Einstellungsverfügung führte die Staatsanwaltschaft im Wesentlichen 
Folgendes aus:

5.1 Es sei festzuhalten, dass das Mobiliar, welches sich in den Räumlichkeiten der A.________ 
AG befunden habe, am 20. Februar 2018 mutmasslich gesamthaft geräumt und bei der 
M.________ GmbH in deren Lager in ________ (Gemeinde/LU) verbracht worden sei. Es 
gebe ein Fotoprotokoll [von Rechtsanwalt P.________] von den Einlagerungsgegenständen, 
worin sich auch die fünf spezifizierten Gegenstände befänden. Am 12. November 2018 sei 
das Lager bei der M.________ GmbH durch die Q.________ AG geräumt und die 
Räumungsgegenstände in deren Lager in ________ (Gemeinde/ZG) eingelagert worden. 
Seitens der Q.________ AG seien Fotos von den Räumungs- bzw. Einlagerungsgegenstän-
den gemacht worden. Am 19. Januar 2019 seien die bei der Q.________ AG eingelagerten 
Gegenstände schliesslich der R.________ GmbH in ________ (Gemeinde/ZG) übergeben 
worden. Gemäss Schreiben der Q.________ AG seien nicht alle Gegenstände übergeben 
worden; vielmehr seien am 1. Februar 2020 drei Paletten Kisten durch die Q.________ AG 
zur S.________ in ________(Gemeinde/ZG) verbracht worden (Vi HD 6 E. 6).

5.2 Mit der Erstellung des Fotoprotokolls durch Rechtsanwalt P.________ verliere sich die Spur 
praktisch sämtlicher Gegenstände. Es sei nicht erstellbar, dass sämtliche fotografierten Ge-
genstände bei der M.________ GmbH eingelagert worden seien und was genau von der 
M.________ GmbH zu der Q.________ AG gezügelt worden sei. Gemäss der Zeugenaussa-
ge T.________s [von der R.________ GmbH] seien dort einige wenige Gegenstände ange-
kommen bzw. habe er sich an diese erinnern können, womit diesbezüglich bereits ein tatbe-
standsmässiges Verhalten des Beschuldigten ausscheide. Im Hinblick auf die übrigen Ge-
genstände, seien es diejenigen der ursprünglichen Strafanzeige vom 13. Juni 2019 mut-
masslich aus dem Nachlass der verstorbenen N.________ oder seien es weitere Ge-
genstände aus den Räumlichkeiten der Beschwerdeführerin 1, sei aber das Schicksal der-
selben nicht mehr rekonstruierbar (Vi HD 6 E. 11).

5.3 Der Anfangsverdacht auf ein Vermögensdelikt zum Nachteil der Erbengemeinschaft betref-
fend die fünf in der Strafanzeige vom 13. Juni 2019 genannten Gegenstände, mutmasslich 
begangen durch den Beschuldigten, habe aufgrund der Strafanzeige vorgelegen. Im Laufe 
der Strafuntersuchung habe sich aber gezeigt, dass sich nicht mehr ermitteln lasse, wo wel-
che Gegenstände, mitunter auch die übrigen Einlagerungsgegenstände bei der M.________ 
GmbH, hingekommen seien. Unter Bezugnahme auf die Beweisanträge von Rechtsanwalt 
B.________ müsse festgestellt werden, dass die Differenz zwischen der Fotodokumentation 
von Rechtsanwalt P.________ und der am Ende übrig gebliebenen bzw. der R.________ 

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GmbH übergebenen Gegenstände tatsächlich objektiv nicht mehr ermittelbar sei. Damit 
komme es nicht darauf an, ob es sich lediglich um die fünf in der Strafanzeige genannten 
Gegenstände, mutmasslich aus dem Eigentum der Erbengemeinschaft, oder um das gesam-
te Mobiliar aus den Räumlichkeiten der A.________ AG, in wessen Eigentum auch immer, 
handle. Die Erinnerungen der befragten Zeugen seien zu vage, um gestützt darauf einen An-
klagesachverhalt zu formulieren. Weitere, zielführende Ermittlungsansätze lägen keine vor, 
sodass die Strafuntersuchung einzustellen sei (Vi HD 6 E. 13.2).

6. Die Beschwerdeführerin 1 macht in ihrer Beschwerde zusammengefasst Folgendes geltend 
(act. 1 Rz 8 ff. im Verfahren BS 2022 99; analoge Rügen erhebt auch die Beschwerdeführe-
rin 2 in ihrer Beschwerde [act. 1 Rz 11 ff. im Verfahren BS 2022 100]):

6.1 Sie habe in ihrer Eingabe vom 8. September 2021 dargelegt, dass in Bezug auf diverse Ge-
genstände aus ihren Räumlichkeiten ein relevanter hinreichender Tatverdacht gegen den 
Beschuldigten bestehe, namentlich auch im Hinblick auf Offizialdelikte zu ihren Lasten. Die 
Einstellungsverfügung gehe auf diesen Tatverdacht mit keinem Wort ein und verletze inso-
weit die Begründungspflicht. Erst recht ergebe sich aus der Einstellungsverfügung nicht, in-
wieweit diesbezüglich eine klare Straflosigkeit vorliegen solle. Insoweit liege eine Verletzung 
von "in dubio pro duriore" vor. Die Staatsanwaltschaft sei diesem Straftatverdacht schlicht 
nicht nachgegangen. Wie dem Ermittlungsauftrag an die Zuger Polizei vom 21. Oktober 2021 
zu entnehmen sei, sei diese explizit damit beauftragt worden, lediglich Untersuchungshand-
lungen in Bezug auf die spezifizierten Gegenstände (nicht aber alle übrigen Gegenstände) an 
die Hand zu nehmen. Der Ermittlungsbericht der Zuger Polizei habe sich denn auch explizit 
auf die spezifizierten Gegenstände bezogen.

6.2 Das Ermittlungsergebnis der Zuger Polizei, dass sich der Verdacht erhärtet habe, der Be-
schuldigte habe über die spezifizierten Gegenstände verfügt, sei eindeutig gewesen. Vor die-
sem Hintergrund sei nicht nachvollziehbar, wie die Staatsanwaltschaft zum Ergebnis gelan-
ge, dass sich nicht eruieren lasse, wohin die Gegenstände – auch die spezifizierten Ge-
genstände – verschwunden seien bzw. wie sich ihr Schicksal gestaltet habe. Die Staatsan-
waltschaft mache geltend, dass sich nicht klar eruieren lasse, was bei der M.________ 
GmbH überhaupt eingelagert worden sei. Dem widerspreche das Fotoprotokoll von Rechts-
anwalt P.________ wie auch dessen klare Ausführungen gemäss schriftlicher Auskunft vom 
7. Januar 2021. Darin heisse es, dass sämtliche auf dem beiliegenden Fotoprotokoll ersicht-
lichen Gegenstände (inkl. Bilder), jedoch ohne Abfall und Silberbarren, am 20. Februar 2018 
der M.________ GmbH zur Einlagerung übergeben worden seien. Was der M.________ 
GmbH übergeben worden sei, müsse auch bei dieser eingelagert worden sein. Für etwas 
Gegenteiliges gebe es keinerlei Anhaltspunkte und niemand in der Strafuntersuchung, auch 
nicht der Beschuldigte, habe jemals etwas anderes behauptet. Hätte die Staatsanwaltschaft 
relevante (und berechtigte) Zweifel an den Ausführungen von Rechtsanwalt P.________ ge-
habt, so hätte sie diesen hierzu als Zeuge befragen müssen. Indem die Staatsanwaltschaft 
ohne irgendeinen Anhaltspunkt von einem anderen Sachverhalt ausgehe bzw. dies jedenfalls 
zur Debatte stelle, verfalle sie in Willkür. Eventualiter stelle sie jedenfalls den Sachverhalt un-
richtig fest.

6.3 Weiter verletze die Einstellungsverfügung den Grundsatz von in dubio pro duriore. Bei der 
Einstellung habe sich die Staatsanwaltschaft darauf gestützt, dass sich nicht mehr ermitteln 

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lasse, wo welche Gegenstände, mitunter auch die übrigen Einrichtungsgegenstände, bei der 
M.________ GmbH hingekommen seien. Die Erinnerungen der Zeugen seien – so die 
Staatsanwaltschaft – zu vage, um gestützt darauf einen Anklagesachverhalt zu formulieren, 
und weitere, zielführende Ermittlungsansätze gebe es nicht. Dies sei zu Unrecht erfolgt. Es 
habe gar kein genügendes Tatsachenfundament vorgelegen, um zu diesem Ergebnis zu 
kommen. In Bezug auf die in Frage stehenden Gegenstände sei weitestgehend – mit Aus-
nahme der spezifizierten Gegenstände – keinerlei Strafuntersuchung durchgeführt und kei-
nerlei Beweise erhoben worden. In Bezug auf die spezifizierten Gegenstände sei eine Stra-
funtersuchung durchgeführt worden, jedoch völlig unzureichend. Ferner habe sich die 
Staatsanwaltschaft auf die Aussage von Zeugen gestützt, welche bei der Ein-/Auslagerung 
nicht einmal dabei gewesen seien. Vor diesem Hintergrund sei die Beweislage viel zu dünn, 
um zum Ergebnis einer klaren Straflosigkeit zu gelangen. Es sei reine Spekulation, ob das 
Schicksal einzelner Gegenstände objektiv nicht mehr ermittelbar sei. Eine Einstellung falle 
damit von vornherein ausser Betracht.

6.4 Und selbst wenn die Strafuntersuchung hinreichend abgeschlossen worden wäre, hätte keine 
Einstellung erfolgen können. Es stehe fest, dass bei der M.________ GmbH keine Auslage-
rungen stattgefunden hätten, bis der Beschuldigte und U.________ gewisse Gegenstände 
behändigt hätten. Ebenso klar sei, dass alle diese Vermögenswerte mittlerweile nicht mehr 
vorliegen würden und abhandengekommen seien. Zudem stehe fest, dass einzig der Be-
schuldigte (teilweise gemeinsam mit U.________) Zugang zu den in Frage stehenden Ge-
genständen gehabt habe. Er habe diese sodann persönlich behändigt oder diese via die 
R.________ GmbH veräussern oder vernichten lassen. Ein Vermögenszufluss für etwaige 
Veräusserungen sei den Akten nicht zu entnehmen. Bei dieser Ausgangslage sei klar, dass 
weiterhin der dringende Tatverdacht gegen den Beschuldigten auf eine ungetreue Ge-
schäftsbesorgung bestehe.

6.5 Schliesslich könne die Einstellung auch nicht damit begründet werden, dass sich T.________ 
[von der R.________ GmbH] an gewisse Gegenstände erinnere. Eine Zuführung der Ge-
genstände zur R.________ GmbH führe – entgegen der Einstellungsverfügung – nicht auto-
matisch zur Straflosigkeit, insbesondere dann nicht, wenn es sich um werthaltige Ge-
genstände gehandelt habe und der Beschuldigte sich entweder nicht um den Erlös geküm-
mert oder den Erlös selbst vereinnahmt habe.

7. Die Staatsanwaltschaft bejahte aufgrund der Strafanzeige vom 13. Juni 2019 den Anfangs-
verdacht, wonach der Beschuldigte ein Vermögensdelikt zum Nachteil der Erbengemein-
schaft betreffend die spezifizierten Gegenstände begangen haben könnte. Entsprechend war 
sie verpflichtet, alle für die Beurteilung der Tat bedeutsamen Tatsachen abzuklären (Art. 6 
StPO). In ihrer Einstellungsverfügung unterschied sie zwischen jenen Gegenständen, an die 
sich T.________ von der R.________ GmbH erinnern konnte bzw. die bei dieser Gesell-
schaft angekommen waren, und den übrigen Gegenständen. In Bezug auf erstere gelangte 
die Staatsanwaltschaft zum Schluss, dass diesbezüglich ein tatbestandsmässiges Verhalten 
des Beschuldigten ausscheide. Bezüglich der übrigen Gegenstände – unabhängig davon, ob 
diese aus dem Nachlass von N.________ stammten oder im Eigentum der Beschwerdefüh-
rerin 1 standen – gelangte sie zur Auffassung, dass deren Schicksal im heutigen Zeitpunkt 
objektiv nicht mehr zu ermitteln sei und keinerlei zielführende Ermittlungsansätze mehr vor-
lägen.

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7.1 Der Schlussfolgerung der Staatsanwaltschaft, dass in Bezug auf die wenigen Gegenstände, 
die bei der R.________ GmbH angekommen seien bzw. an die sich T.________ erinnern 
könne, ein tatbestandsmässiges Verhalten des Beschuldigten ausscheide (Vi act. HD 6 
E. 11), kann nicht gefolgt werden. Der Einstellungsverfügung lässt sich nicht entnehmen, 
welche Gegenstände effektiv von der R.________ GmbH übernommen wurden und ob es 
sich dabei um Gegenstände aus dem Nachlass der verstorbenen N.________ oder solche 
der Beschwerdeführerin 1 handelte. Ebenso wenig geht daraus hervor, ob der Beschuldigte 
dadurch einen Vermögensvorteil erlangte. Allein aufgrund der Übergabe der – in der Einstel-
lungsverfügung nicht genauer definierten – Gegenstände an die R.________ GmbH kann 
nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschuldigte diese Gegenstände dem Nachlass oder 
der Beschwerdeführerin 1 entzogen und dadurch die jeweilige Berechtigte pflichtwidrig am 
Vermögen geschädigt oder dieser einen erheblichen Nachteil zugefügt hat. Aufgrund des ge-
nannten Umstands können die Tatbestände der Veruntreuung, der Sachentziehung und der 
ungetreuen Geschäftsbesorgung nicht ausgeschlossen werden. Die Strafuntersuchung ge-
gen den Beschuldigten kann daher in Bezug auf diese Gegenstände nicht eingestellt werden.

7.2 Zudem kann auch der Feststellung der Staatsanwaltschaft, dass sich die Spur praktisch 
sämtlicher Gegenstände mit der Erstellung des Fotoprotokolls verliere, nicht gefolgt werden. 
In Bezug auf die Gegenstände (inkl. der spezifizierten) blieb unbestritten, dass diese bei der 
M.________ GmbH eingelagert wurden. Entsprechend hielt auch Rechtsanwalt P.________ 
in seiner schriftlichen Auskunft vom 7.Januar 2021 fest, dass im Februar 2018 die Ge-
genstände und Akten, die sich im damaligen Zeitpunkt in den Räumlichkeiten der Beschwer-
deführerin 1 befunden hätten, bei der M.________ GmbH eingelagert worden seien. Die di-
versen Möbel, Gegenstände und Akten seien von der M.________ GmbH am 20. Februar 
2018 abgeholt worden. Am fraglichen Umzugstag sei eine seiner Mitarbeiterinnen, Rechts-
anwältin V.________, vor Ort gewesen und habe den Verlad der Gegenstände koordiniert (Vi 
act. 4/4). Zudem wurde vor der Einlagerung ein Fotoprotokoll der in den Räumlichkeiten der 
Beschwerdeführerin 1 vorhandenen Einrichtungsgegenstände, Bilder etc. erstellt (Vi act. 4/9 
ff.). Anhaltspunkte dafür, dass nicht sämtliche der M.________ GmbH übergebenen Ge-
genstände bei dieser angekommen sind und dort eingelagert wurden, sind den Akten nicht 
zu entnehmen. Auch wurde nichts Gegenteiliges vom Beklagten vorgebracht (vgl. Vi 
act. 21/3 Frage 8). 

Des Weiteren kann der Staatsanwaltschaft nicht gefolgt werden, dass keinerlei zielführende 
Ermittlungsansätze mehr vorliegen. Wie den Verfahrensakten zu entnehmen ist, suchten der 
Beschuldigte und U.________ am 7. September 2018 das Lager bei der M.________ GmbH 
auf und entfernten gewisse Gegenstände aus diesem Lager. W.________ von der 
M.________ GmbH sagte diesbezüglich an der Befragung vom 18. Oktober 2021 aus, er ha-
be sie [den Beschuldigten und U.________] mit kleinem Material zum Auto laufen sehen (Vi 
act. 22/5 Frage 23). U.________ wurde von der Staatsanwaltschaft bisher nicht befragt. Dies 
wäre jedoch eine zwingend erforderliche Untersuchungshandlung gewesen, um zu ermitteln, 
welche Gegenstände vom Beschuldigten [und U.________] am 7. September 2018 aus dem 
Lager bei der M.________ GmbH entfernt wurden. Weitere sachdienliche Hinweise zur Er-
klärung zum Verbleib der Gegenstände könnten allenfalls auch jene Personen von der 
Q.________ AG liefern, die das Lager bei der M.________ GmbH geräumt und die Ge-
genstände bei der Q.________ AG eingelagert haben. Die Befragung von X.________ von 

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der Q.________ AG brachte in diesem Zusammenhang keine Klärung, war dieser doch bei 
den jeweiligen Ein- und Auslagerungen nicht anwesend. 

7.3 Im Ergebnis ist demnach festzuhalten, dass nicht alle für die Beurteilung der Tat und des Be-
schuldigten bedeutsamen Tatsachen abgeklärt sind bzw. nicht sämtliche Untersuchungs-
handlungen vorgenommen wurden, um das Strafverfahren gegen den Beschuldigten einstel-
len zu können. Die Rügen der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 erweisen sich somit im Er-
gebnis als berechtigt.

8. Die Beschwerdeführerin 1 verlangt zudem, dass die Staatsanwaltschaft anzuweisen sei, die 
fortzusetzende Untersuchung mit dem Verfahren 2A 2017 157/158 der Staatsanwaltschaft zu 
vereinigen. Da dieses Verfahren jedoch am 12. Januar 2022 von der Staatsanwaltschaft ein-
gestellt und eine dagegen erhobene Beschwerde vom Obergericht des Kantons Zug am 
13. Dezember 2023 abgewiesen wurde (Verfahren BS 2022 11), ist dieser Antrag gegen-
standslos geworden und es ist nicht weiter darauf einzugehen. 

9. Die Einstellungsverfügung vom 2. November 2022 ist somit in Gutheissung der Beschwerden 
der Beschwerdeführerinnen 1 und 2, soweit auf diese eingetreten werden kann, aufzuheben 
und die Staatsanwaltschaft anzuweisen, die Strafuntersuchung im Sinne der Erwägungen 
weiterzuführen.

10. Nachdem die Einstellungsverfügung aufzuheben ist, erweist sich die Kostenbeschwerde des 
Beschuldigten als gegenstandslos und ist abzuschreiben.

11. Bei diesem Ausgang, bei dem die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 fast vollumfänglich durch-
dringen, sind die Kosten des Rechtsmittelverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen und die 
Beschwerdeführerinnen 1 und 2 für ihre Aufwendungen angemessen zu entschädigen. Des 
Weiteren ist auch der amtliche Verteidiger des Beschwerdeführers 3 angemessen aus der 
Staatskasse zu entschädigen. Dieser macht für das Beschwerdeverfahren BS 2022 101 Kos-
ten von CHF 2'349.60 (inkl. MWST) geltend. Auch wenn dem Verteidiger bei der Beurteilung 
der Frage, ob ein bestimmter Verteidigungsaufwand notwendig ist, ein weiter Ermessens-
spielraum eingeräumt werden muss, erscheint der geltend gemachte Zeitaufwand dennoch 
als zu hoch. Im Verfahren BS 2022 101 ging es einzig um die Frage der Kostenauflage. Die 
Beschwerdeschrift umfasst zehn Seiten, wobei sich die materiellen Ausführungen auf fünf 
Seiten beschränken. Vor diesem Hintergrund ist der geltend gemachte Aufwand um einen 
Drittel zu kürzen. Unter Berücksichtigung der Aufwendungen in den Verfahren BS 2022 99 
und BS 2022 100 erscheint eine Entschädigung von CHF 2'500.00 (inkl. MWST) angemes-
sen (Art. 428 Abs. 4 StPO; Art. 436 Abs. 3 StPO). 

12. Wird die beschuldigte Person zu den Verfahrenskosten verurteilt, so ist sie verpflichtet, dem 
Bund oder dem Kanton die Entschädigung zurückzuzahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Die Staatsanwaltschaft oder – bei einer Ankla-
geerhebung – das Gericht müssen eine allfällige Rückzahlungspflicht des Beschuldigten 
gemäss dieser Bestimmung in ihrem Entscheid regeln. In der angefochtenen Einstellungsver-
fügung ist dies nicht erfolgt.

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Beschluss

1.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerden der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 wird die Ver-
fügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 2. November 2022 aufgehoben und die 
Sache im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen.

Im Übrigen wird auf die Beschwerden der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 nicht eingetreten.

1.2 Der Antrag der Beschwerdeführerin 1 auf Anweisung der Staatsanwaltschaft zur Vereinigung 
der fortzusetzenden Untersuchung mit dem Verfahrens 2A 2017 157/158 wird zufolge Ge-
genstandslosigkeit abgeschrieben.

1.3 Die Beschwerde des Beschwerdeführers 3 wird zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrie-
ben.

2. Die Kosten der drei Beschwerdeverfahren betragen insgesamt

CHF 1'600.00Gebühren
CHF 150.00 Auslagen
CHF 1'750.00Total

und werden auf die Staatskasse genommen. Die von den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 
geleisteten Kostenvorschüsse von je CHF 800.00 werden diesen zurückerstattet.

3.1 Die Beschwerdeführerin 1 wird für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren mit 
CHF 1'400.00 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

3.2 Die Beschwerdeführerin 2 wird für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren mit 
CHF 1'400.00 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

3.3 Rechtsanwalt F.________, amtlicher Verteidiger des Beschwerdeführers 3, wird für seine 
Aufwendungen im Beschwerdeverfahren mit CHF 2'500.00 (inkl. MWST) aus der Staatskasse 
entschädigt. 

Ob und inwieweit der Beschwerdeführer 3 zur Rückzahlung dieser Entschädigung verpflichtet 
ist, wird – soweit keine Anklage erhoben wird – von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug 
festzulegen sein.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. Die 
Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit 
bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der Beweismittel (vgl. Art. 42 
BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

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5. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

St. Scherer I. Cathry
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: