# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8cad95e5-1598-5011-a455-5aa2060b8e28
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-13
**Language:** de
**Title:** Natur- und Heimatschutz. Seilbrücke über Tobel in überkommunalem Landschaftsschutzobjekt und in einem Landschaftsförderungsgebiet. Strassenrechtliches Projekt. Verbandsrekurs.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0124/2019
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._124_2019_vom_13._august_2019_1.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2019.00029 
0124/2019 

Entscheid vom 13. August 2019 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Peter  Rütimann,  Baurichter  Adrian  Bergmann,  Ersatz-
richterin Marlen Patt, Gerichtsschreiber Alain Thiébaud     

in Sachen 

Rekurrentin 

Stiftung L., […] 

vertreten durch […]  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X, [… 
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

betreffend 

Gemeinderatsbeschluss vom 16. Januar 2019 und Verfügung Baudirektion 
Kanton Zürich BVV 18-1720 vom 31. August 2018; Projektfestsetzung bzw. 
strassenrechtliche, forstrechtliche, landschafts- und gewässerschutzrechtli-
che Bewilligung sowie Bewilligung im Bereich eines regionalen Wanderwe-
ges für Fussgängerbrücke über Tobel, […]  
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  16.  Januar  2019  setzte  der  Gemeinderat  X  das  Stras-

senprojekt  für  eine  Fussgängerbrücke  über  das  X-Tobel  (Verbindung  Ort-

steile I. und A.) gemäss den zugehörigen Unterlagen und Plänen fest und 

wies  die  von  der  Stiftung  L.  gegen  das  Projekt  erhobene  Einsprache  ab, 

soweit  darauf  eingetreten  wurde  (Dispositiv-Ziffern 2  und  3).  Mit  dem  Ent-

scheid  wurde  die  Gesamtverfügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich 

BVV 18-1720 vom 31. August 2018 betreffend die nachteilige Nutzung von 

Wald, die landschaftsschutz- und gewässerschutzrechtliche Bewilligung für 

das Projekt sowie die Bewilligung für dessen Lage im Bereich eines regio-

nalen Wanderwegs eröffnet. 

B. 

Gegen  diese  Entscheide  gelangte  die  Stiftung  L.  mit  Rekurseingabe  vom 

25. Februar  2019  an  das  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  und  bean-

tragte im Einzelnen das Folgende: 

" 1. Es seien der Entscheid des Gemeinderats X vom 16. Januar 2019 be-
treffend  die  Festsetzung  des  Projekts  "Fussgängerbrücke  über  das 
Tobel" und die Gesamtverfügung der Baudirektion des Kantons Zürich 
vom  31.  August  2018  (Referenz-Nr.  BVV 18-1720)  betreffend  "Neu-
bau Fussgänger-Hängebrücke" aufzuheben. 

  2. Es  seien  die  Projektfestsetzung  und  die  erteilten  Bewilligungen  zu 

verweigern. 

  3. Eventualiter sei das Projekt zur Ergänzung und Neubeurteilung an die 

Vorinstanzen zurückzuweisen. 

  4. Es seien die Teilrevision des kommunalen Richtplans Verkehr gemäss 
Beschluss  der  Gemeindeversammlung  X  vom  18. Juni  2018  und  die 
dazugehörige Genehmigungsverfügung der Baudirektion des Kantons 
Zürich vom 13. August 2018 aufzuheben. 

  5. [prozessualer Antrag: Einholung eines Gutachtens der kantonalen Na-

tur- und Heimatschutzkommission (NHK)] 

  6. [prozessualer Antrag: Durchführung eines Augenscheins] 

  7. [prozessualer Antrag: aufschiebende Wirkung] 

  8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST von 7,7%) 

zu Lasten der Gemeinde X und des Kantons Zürich." 

R2.2019.00029 

Seite 2 

 
 
C. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  1. März  2019  wurde  vom  Rekurseingang  Vor-

merk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Die  Baudirektion  beantragte  mit  Rekursantwort  vom  2. April  2019  die  Ab-

weisung  des  Rekurses.  Der  Gemeinderat  X  schloss  mit  Vernehmlassung 

vom 4. April 2019 auf Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten 

sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrentin. 

E. 

Die Rekurrentin replizierte mit Eingabe vom 6. Mai 2019 unter vollumfängli-

chem Festhalten an den wiedergegebenen Anträgen. Die Baudirektion hielt 

mit  Duplik  vom  24. Mai  2019  ebenfalls  am  gestellten  Antrag  fest.  Der  Ge-

meinderat X duplizierte per 3. Juni 2019 mit ebenfalls unveränderten Anträ-

gen. 

F. 

Am  25. Juni  2019  führte  die  2. Abteilung  des  Baurekursgerichts  auf  Lokal 

einen Abteilungsaugenschein durch. 

G. 

Der Gemeinderat X äusserte sich mit Eingabe vom 18. Juli 2019 ergänzend 

zu  den  von  den  Rekurrentin  anlässlich  des  Augenscheins  eingereichten 

Beilagen.  Die  Rekurrentin  nahm  zu  dieser  Eingabe  sowie  zum  Protokoll 
und  zum  Ablauf  des  Augenscheins  mit  Eingabe  vom  2. August  2019  Stel-

lung. 

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Seite 3 

 
 
 
Es kommt in Betracht: 

1.1. 

Das  X-Tobel  zwischen  I.  und  A.  ist  im  Inventar  der  überkommunal bedeu-

tenden Natur- und Landschaftsschutzobjekte des Kantons Zürich 1980 (In-

ventar 1980)  verzeichnet.  Die  Rekurrentin  hat  Sitz  in  Bern  und  strebt  ge-

mäss Art. 2 Abs. 1 ihrer Statuten die Erhaltung, Pflege und Aufwertung der 

schützenswerten  Landschaft  an.  Sie  verfolgt  das  Ziel,  die  natürlichen  und 

kulturellen  Werte  der  Landschaft  zu  sichern,  zu  fördern  und  wo  nötig  wie-

derherzustellen. Gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. b des Natur- und Heimatschutz-

gesetzes  (NHG)  steht  Organisationen,  die  sich  dem  Naturschutz,  dem 

Heimatschutz,  der  Denkmalpflege  oder  verwandten  Zielen  widmen,  sofern 

die Organisation gesamtschweizerisch tätig ist und dabei rein ideelle Zwe-

cke  verfolgt,  gegen  Verfügungen  der  kantonalen  Behörden  oder  der  Bun-

desbehörden  das  Beschwerderecht  zu.  Gemäss  Art.  12  Abs.  3  NHG  be-

zeichnet  der  Bundesrat  die  zur  Beschwerde  berechtigten  Organisationen. 

Gemäss Anhang der diesbezüglich vom Bundesrat erlassenen Verordnung 

über  die  Bezeichnung  der  im  Bereich  des  Umweltschutzes  sowie  des  Na-

tur- und Heimatschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen (VBO) ist 

die  Rekurrentin  als  im  Bereich  der  Anwendung  des  NHG  beschwerdebe-

rechtigt  bezeichnet.  Die  Legitimation  der  Rekurrentin  ist  deshalb  zu  beja-

hen. Da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den 

Rekurs – unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausführungen im Einzelnen – 

einzutreten. 

1.2. 

Die Rekurrentin stellt gemäss Ziffer 4 des Rechtsbegehrens den Antrag, die 

Teilrevision  des  kommunalen  Richtplans  Verkehr  gemäss  Beschluss  der 

Gemeindeversammlung  X  vom  18. Juni  2018  und  die  dazugehörige  Ge-

nehmigungsverfügung  der  Baudirektion  des  Kantons  Zürich  vom  13. Au-

gust 2018 seien aufzuheben. 

Private  –  unter  anderem  Grundeigentümer  –  können  die  Richtpläne  nicht 

direkt  mit  Rechtsmitteln  anfechten.  Die  Anfechtung  bleibt  allein  Behörden 

vorbehalten, welche von übergeordneten oder nebengeordneten Richtplan-

festsetzungen in ihrer Planungsfreiheit eingeschränkt werden. Die fehlende 

Recht- und Zweckmässigkeit von Richtplänen kann von Privaten jedoch im 

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Seite 4 

 
 
Rechtsmittelverfahren  gegen  die  Nutzungsplanung  geltend  gemacht  wer-

den  (Christoph  Fritzsche/Peter  Bösch/Thomas  Wipf/Daniel  Kunz,  Zürcher 

Planungs-  und  Baurecht,  6. Aufl.,  Wädenswil  2019,  Bd. 1,  S. 139,  mit  Hin-

weisen).  Dieser  Grundsatz  hat  auch  für  die  ideelle  Verbandsbeschwerde 

nach  Art.  12  NHG  Geltung.  Eine  formelle  Aufhebung  der  Teilrevision  des 

kommunalen  Richtplans  Verkehr  gemäss  Beschluss  der  Gemeindever-

sammlung X vom 18. Juni 2018 und der dazugehörigen Genehmigungsver-

fügung der Baudirektion des Kantons Zürich vom 13. August 2018 fällt da-

mit  von  vornherein  ausser  Betracht.  Die  Rekurrentin  hat  –  wie  sie  selber 

einräumt  –  weder  am  richtplanerischen  Verfahren  teilgenommen  noch  ge-

gen  die  Entscheide  vom  18. Juni  2018  und  vom  13. August  2018  Rechts-

mittel  erhoben.  Auf  den  Antrag  gemäss  Ziffer 4  des  Rechtsbegehrens  ist 

nicht einzutreten. 

Das Gesagte ändert nichts am Umstand, dass die Festlegungen des kom-

munalen Richtplans Verkehr im vorliegenden nutzungsplanerischen Verfah-

ren akzessorisch überprüft werden können. 

2.1. 

Zur  Frage,  ob  der  geplante  Eingriff  in  Form  der  Erstellung  einer  Fussgän-

gerbrücke über das X-Tobel mit den Schutzzielen des Inventarobjekts ver-

einbar ist, hat die Rekurrentin die Einholung eines Gutachtens der NHK be-

antragt. 

2.2. 

Gemäss § 216  des Planungs-  und Baugesetzes  (PBG)  bestellt  der  Regie-

rungsrat eine oder mehrere Kommissionen von Sachverständigen, die das 

Gemeinwesen in Fragen des Natur- und Heimatschutzes unentgeltlich be-
raten  (Abs. 1).  Der  Regierungsrat  überträgt  ihnen  wichtige  Fragen  von 

überkommunaler Bedeutung zur Begutachtung; es können ihnen auch wei-

tere begutachtende Aufgaben zugewiesen werden (Abs. 2). Zu den Fragen 

von  überkommunaler  Bedeutung,  zu  denen  sich  die  Kommissionen  äus-

sern,  gehören  gemäss  § 3  der  Verordnung  über  die  Sachverständigen-

kommissionen  gemäss  § 216  PBG  (VSVK)  die  Inventare  des  Kantons 

(lit. a), Fragen zur Schutzwürdigkeit überkommunaler Schutzobjekte (lit. b), 

Fragen  zur  Schutzwürdigkeit  neu  entdeckter  oder  nicht  erforschter 

Schutzobjekte  von  hoher  archäologischer  Bedeutung  (lit. c)  sowie  Fragen 

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Seite 5 

 
 
zu Projekten des Kantons und der Gemeinden für grössere Bauten und An-

lagen  im  Bereich  von  Schutzobjekten  von  überkommunaler  Bedeutung 

(lit. d). 

Gemäss  Art. 3  des  vormaligen  Reglements  für  die  Sachverständigenkom-

missionen  (SAR)  behandelte  die  NHK  Fragen  der  Schutzwürdigkeit  über-

kommunaler  Schutzobjekte,  Vorhaben  zur  Veränderung  von  überkommu-

nalen  Inventarobjekten  sowie  Projekte  des  Kantons  für  grössere  Bauten 

und  Anlagen  im  Hinblick  auf  deren  Auswirkungen  auf  Schutzobjekte.  Die 

während  der  Geltungsdauer  dieser  Verordnungsbestimmung  entwickelte 

Rechtsprechung mass dem Wortlaut des bis am 28. Februar 2005 in Kraft 

stehenden  § 216  Abs. 2  Satz 1  aPBG,  wonach  der  Regierungsrat  den 

Kommissionen  "alle  Fragen  von  überkommunaler  Bedeutung"  zur  Begut-

achtung  übertrage,  die  Bedeutung  bei,  dass  über  das  Schicksal  überkom-

munaler Schutzobjekte nur gestützt auf die Beurteilung einer qualifizierten, 

von einer verwaltungsunabhängigen und sachverständigen Fachkommissi-

on  erhobenen  Entscheidungsgrundlage  entschieden  werden  dürfe 

(VB.2001.00054  in  BEZ 2002  Nr. 19  [=  RB 2002  Nr. 78],  E. 4c;  BRKE II 

Nrn. 322-324/2004 vom 14. Dezember 2004, E. 4 und 5). 

Der Wortlaut der Bestimmung von § 216 PBG wurde 2005 im Rahmen der 

Vorlage Nr. 4104 (Sanierungsprogramm 04) geändert. Gemäss Antrag des 

Regierungsrates an den Kantonsrat vom 17. September 2003 war zunächst 

eine  gänzliche  Aufhebung  von  § 216  PBG  vorgesehen  (ABl 2003, 

S. 1643 ff.  [1649]).  Nach  Prüfung  dieser  Sparmassnahme  durch  die  Kom-

mission  für  Planung  und  Bau  lehnte  diese  die  Abschaffung  der  Sachver-

ständigenkommissionen  grossmehrheitlich  ab.  Angesichts  des  gefassten 

Sparziels wurde § 216 PBG auf Vorschlag der Kommission für Planung und 

Bau  dergestalt  geändert,  dass  die  Arbeit  der  Kommissionen  nicht  mehr  in 
jedem  Falle  unentgeltlich  ist,  dass  die  Sekretariatsarbeit  nicht  mehr  durch 

einen  vollamtlich  angestellten  Juristen  bestellt  wird  und  dass  von  Ämtern 

bestellte  Gutachten  intern  im  Rahmen  der  gegebenen  Globalbudgets  ver-

rechnet werden. Der Antrag der Kommission für Planung und Bau umfasste 

denjenigen  Wortlaut  von  § 216  PBG,  welcher  schliesslich  Eingang  in  das 

Gesetz  fand  (vgl.  den  Antrag  der  Finanzkommission  an  den  Kantonsrat 

vom  15. Januar 2004  betreffend  die  Vorlage  Nr. 4104  [Sanierungspro-

gramm 04], S. 32). 

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Aufgrund  der  Entstehungsgeschichte  kann  aufgrund  des  geltenden  § 216 

PBG  nicht  gefolgert  werden,  dass  eine  grundsätzliche  Abkehr  von  der  zi-

tierten  Rechtsprechung  vollzogen  werden  soll.  Nach  wie  vor  ist  über  das 

Schicksal  überkommunaler  Schutzobjekte  im  Grundsatz  gestützt  auf  die 

Beurteilung  einer  qualifizierten,  von  einer  verwaltungsunabhängigen  und 

sachverständigen  Fachkommission  erhobenen  Entscheidgrundlage  zu  be-

finden.  Verschoben  hat  sich  aufgrund  des  Charakters  des  Sanierungspro-

gramms 04,  welches  eine  Entlastung  der  Sachverständigenkommissionen 

bezweckte, freilich der Umfang der Gutachtenspflicht. Ein Gutachten einer 

Sachverständigenkommission ist nicht mehr bei jedem Eingriff in ein über-

kommunal  bedeutsames  Schutzobjekt,  sondern  einzig  bei  einem  Eingriff 

mit  einer  gewissen  Tragweite  einzuholen  ("wichtige  Fragen  von  überkom-

munaler  Bedeutung";  § 216  Abs. 2  PBG).  Eine  ähnliche  Formulierung  hat 

auch  der  Regierungsrat  bei  der  Formulierung  von  § 3  Abs. 1  lit. d  VSVK 

("zu  Projekten  des  Kantons  und  der  Gemeinden  für  grössere  Bauten  und 

Anlagen im Bereich von Schutzobjekten von überkommunaler Bedeutung") 

übernommen. 

Unerheblich ist, ob es sich beim fraglichen Objekt um ein Schutzobjekt mit 

einer  Schutzanordnung  im  Sinne  von  § 205  PBG  (Massnahmen  des  Pla-

nungsrechts,  Verordnung,  Verfügung  oder  Vertrag)  handelt  oder  um  ein 

‒ bloss, aber immerhin – inventarisiertes Objekt. Die Rechtsprechung mass 

diesem Umstand unter der Geltung von § 216 Abs. 2 aPBG und Art. 3 SAR 

keine Bedeutung bei,  zumal (namentlich planungsrechtliche) Schutzanord-

nungen  und  Inventare  oft  parallel  nebeneinander  bestehen  (Sachverhalt 

gemäss  BRKE I  Nr. 0287/2000  vom  22. Dezember  2000,  E. 2e  und  E. 3b; 

aufgehoben  mit  VB.2001.00054  in  BEZ 2002  Nr. 19  [=  RB 2002  Nr. 78]); 

BRKE II  Nrn. 322-324  vom  14. Dezember  2004,  E. 3).  Aus  dem  Wortlaut 

des  geltenden  § 216  Abs. 2  PBG  ergibt  sich  keine  Beschränkung  auf  Ob-
jekte  mit  besonderen  Schutzanordnungen.  Insofern  kann  auch  aus  dem 

Umstand,  dass  § 3  Abs. 1  VSVK  einzig  auf  Schutzobjekte  und  nicht  auch 

auf Inventarobjekte Bezug nimmt, keine einschränkende Auslegung herge-

leitet werden. In der Sache wäre eine Beschränkung der Gutachtenspflicht 

auf überkommunale Objekte mit konkreten Schutzanordnungen wenig ziel-

führend. 

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Seite 7 

 
 
2.3. 

Im  vorliegenden  Fall  ist  kein  Gutachten  der  NHK  einzuholen.  Bei  der  pro-

jektierten  Fussgängerbrücke  geht  es  um  die  Realisierung  einer  zusätzli-

chen  Fussgängerverbindung  im  bereits  von  weiteren,  nach  den  Ergebnis-

sen des Augenscheins rege genutzten Fusswegverbindungen durchquerten 

und  mithin  nicht  unberührten  Inventarobjekt  X-Tobel.  Eine  wichtige  Frage 

von überkommunaler Bedeutung (§ 216 Abs. 2 PBG) ist demnach nicht zu 

beurteilen. Die projektierte Fussgängerbrücke ist – trotz ihrer Länge von ca. 

180 m  –  angesichts  ihrer  sonstigen  Dimensionierung  und  Zwecksetzung 

auch  nicht  als  grössere  Baute  und  Anlage  im  Bereich von  Schutzobjekten 

(§ 3  Abs. 1  lit. d  VSVK)  zu  qualifizieren.  Damit  steht  fest,  dass  die  Einho-

lung eines Gutachtens nicht bereits kraft einer Gesetzesvorschrift erforder-

lich ist. 

2.4. 

Ob  zwecks  Abklärung  der  Vereinbarkeit  der  projektierten  Fussgängerbrü-

cke  mit  den  Schutzzielen  des  Inventarobjekts  aus  sachlichen  Gründen 

(zwecks Ermittlung der Grundlagen für einen projektbezogenen Schutzent-

scheid) ein Gutachten einzuholen ist, bleibt nachfolgend zu prüfen. 

3.1. 

Die  Rekurrentin  bringt  vor,  die öffentliche  Auflage  des  rekursgegenständli-

chen Projekts  sei zweimal (für  das Einsprache-  und  das Rekursverfahren) 

klar  ungenügend  gewesen.  Die  Anforderungen  von  Art. 12b  NHG  seien 

nicht erfüllt worden, weil die jeweils nötigen Hinweise auf die raumplaneri-

sche Einordnung des Projekts (Art. 24 des Raumplanungsgesetzes [RPG]), 

die  Rodungsbewilligung  (Art. 5  des  Waldgesetzes  [WaG]),  die  Ausnahme-

bewilligung für das Bauen im Gewässerraum gemäss Art. 41c der Gewäs-
serschutzverordnung  (GschV)  sowie  auf  die  Betroffenheit  eines  Land-

schaftsschutzobjekts von kantonaler Bedeutung gefehlt hätten. 

3.2. 

Die  Behörde  eröffnet  den  Gemeinden  und  Organisationen  ihre  Verfügun-

gen nach Art. 12 Abs. 1 NHG durch schriftliche Mitteilung oder durch Veröf-

fentlichung  im  Bundesblatt  oder  im  kantonalen  Publikationsorgan.  Die  öf-

fentliche Auflage dauert in der Regel 30 Tage (Art. 12b Abs. 1 NHG). Ana-

loges gilt für ein vom Bundesrecht oder kantonalen Recht allfällig vorgese-

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Seite 8 

 
 
henes  Einspracheverfahren  (Art. 12b  Abs. 2  NHG).  In  Verfahren  gemäss 

Art. 12  NHG  betreffenden  Publikationen  sind  mindestens  Art,  Zweck  und 

Umfang des Projekts, dessen genauer Ort (i.d.R. mit Angabe von Koordina-

ten)  und  raumplanerische  Einordnung  (Nutzungszone,  Zonenkonformität 

nach  Art. 22  Abs. 2  lit. a  RPG  oder  Ausnahme  für  Bauten  ausserhalb  der 

Bauzonen  nach  Art. 24 ff.  RPG)  sowie  betroffene  bundes-  oder  kantonal-

rechtlich geschützte Gebiete (Wald, Biotope oder andere Schutzobjekte) zu 

nennen.  Aus  der  Publikation  einer  Nutzungsplanung  muss  zudem  hervor-

gehen, ob eine Neueinzonung oder die Ausscheidung des Gewässerraums 

vorgesehen ist (Peter M. Keller, in: Kommentar NHG, 2. Aufl., Zürich 2019, 

Art. 12b  Rz. 5;  VB.2011.00759 

in  BEZ 2012  Nr. 52,  E. 3.3.2; 

BGr 1C_301/2016 vom 4. Januar 2017, E. 3.5.1). 

3.3. 

Die  genannten  Anforderungen  erfüllen  die  Publikationen  der  Planauflage 

nach § 16 und 17 des Strassengesetzes (StrG) vom 18. Oktober 2018 und 

der Festsetzung des Projekts gestützt auf § 15 Abs. 2 StrG vom 24. Januar 

2019 offenkundig nicht. Ohne auf die Erforderlichkeit gewisser Angaben im 

Einzelnen  Bezug  zu  nehmen,  findet  sich  in  den  Publikationen  keinerlei 

Hinweis auf  den  natur-  und  landschaftsschutzrechtlichen Kontext  des Ver-

fahrens. Dies verletzt Bundesrecht. Folge dieser Rechtsverletzung kann in-

des  nicht  erneute  Publikation  oder  gar  Aufhebung  der  betreffenden  Ent-

scheide  sein.  Vielmehr  hat  die  Natur-  und  Heimatschutzorganisation  nach 

Kenntnis von den Entscheiden deren Zustellung zu verlangen und ist gehal-

ten,  diese  innert  Rekursfrist  anzufechten  (VB.2009.00361  in  BEZ 2010 

Nr. 3,  E. 2.2.4).  Da  die  Rekurrentin  vorliegend  –  zu  Recht  –  nicht  geltend 

macht, dass sie ihre Rechte im Einsprache- oder Rekursverfahren aufgrund 

der  mangelhaften  Publikation  nicht  oder  nur  ungenügend  habe  wahren 

können,  erübrigen  sich  weitere  Ausführungen  zur  Frage  der  öffentlichen 
Auflage. 

3.4. 

Im  Ergebnis  ist  festzuhalten,  dass  die  mangelhaften  Publikationen  vom 

18. Oktober  2018  und  vom  24. Januar  2019  keine  Auswirkungen  auf  das 

Zustandekommen  oder  die  Rechtswirkung  der  angefochtenen  Entscheide 

haben und namentlich nicht zu deren Aufhebung führen können, nachdem 

die  Rekurrentin  ihre  Rechte  gleichwohl  rechtsgenügend  zu  wahren  ver-

mochte. 

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Seite 9 

 
 
4.1. 

Im  Nachgang  zum  durchgeführten  Abteilungsaugenschein  vom  25. Juni 

2019  –  bzw.  auf  Zusendung  des  entsprechenden  Protokolls  hin  –  machte 

die Rekurrentin mit Eingabe vom 2. August 2019 geltend, dieser sei nur un-

vollständig erfolgt. Entgegen dem ausdrücklichen Vorschlag des Geschäfts-

leiters  der  Rekurrentin  wäre  eine  Besichtigung  an  der  Stelle  des  östlichen 

(südlichen)  Widerlagers  ebenfalls  erforderlich  gewesen,  um  einen  umfas-

senden  Eindruck  der  drohenden  Beeinträchtigungen  zu  erhalten.  Dieses 

Widerlager komme nach den Plänen tiefer im dichteren Wald zu liegen und 

sodann  innerhalb  des  Inventarperimeters.  Im  Protokoll  des  Augenscheins 

würden denn auch Fotos dieses Bereichs fehlen. Ferner sei es bei der Vor-

bereitung  des  Augenscheins  versäumt  worden,  das  Bauvorhaben  ausrei-

chend mit Markierungen zu visualisieren. Da der Augenschein im Sommer 

vorgenommen worden sei, werde die virtuelle Einsehbarkeit des Projekts in 

der  Landschaftskammer  durch das vorhandene Laub des Baumbestandes 

deutlich  verringert.  Zudem  sei  nicht  auszuschliessen,  dass  die  sichtschüt-

zenden  Baumbestände  des  Tobels  infolge  der  Labilität  der  steilen  Seiten-

hänge  und  wegen  des  Klimawandels  zukünftig  stürzen  oder  absterben 

könnten,  weshalb  die  Brücke  optisch  noch  deutlicher  hervortreten  würde. 

Ferner sei die Protokollierung des Augenscheins ungenügend, da auf S. 12 

des  Protokolls  lediglich  Folgendes  wiedergegeben  werde:  "Der  Präsident 

erläutert die vorläufige Sach- und Rechtslage." Der Richter (bzw. der Präsi-

dent der 2. Abteilung des Baurekursgerichts) habe sinngemäss klar in Aus-

sicht gestellt, dass das Projekt nach Meinung des Gerichts nur einen gerin-

gen  Eingriff  in  das  Inventarobjekt  bewirke,  dass  es  deshalb  wohl  bewilligt 

werden könne und dass die Einholung eines Gutachtens der NHK deshalb 

unnötig sei. Ferner seien punkto Präsenz der Befürworter und Gegner des 

Projekts am Augenschein letztere klar unter- und erstere klar übervertreten 

gewesen. Eine Vertretung des Amtes für Landschaft und Natur (ALN) habe 
gefehlt,  obwohl  sich  dieses  Amt  anlässlich  der  Vorprüfung  kritisch  zum 

Vorhaben geäussert habe. 

4.2. 

Die  Eingabe  vom  2. August  2019  ist  nicht  als  formelles  Protokollberichti-

gungsbegehren  entgegen  zu  nehmen,  nachdem  sich  die  Rüge  nicht  auf 

bestimmte Aussagen der Parteien bezieht, welche falsch protokolliert wor-

den  sein  sollen.  Auf  die  Rügen  der  Rekurrentin  ist  aber  gleichwohl  einzu-

gehen.  Gemäss  § 20  Abs. 2  der  Organisationsverordnung  des  Baurekurs-

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Seite 10 

 
 
gerichts (OV BRG) werden im Protokoll in chronologischer Reihenfolge und 

unter  Angabe  von  Besetzung,  Zeitpunkt  und  Ort  die  Prozesshandlungen 

festgehalten.  Auf  den  Inhalt  der  Entscheide  kann  verwiesen  werden.  Von 

mündlich  durchgeführten  Untersuchungshandlungen  werden  der  wesentli-

che  Inhalt  (auch  als  Zeichnung,  fotografische  Aufnahme  und  dergleichen) 

und  von  Referentenaudienzen  das  Ergebnis  aufgenommen.  Nach  der 

Rechtsprechung müssen Nebensächlichkeiten nicht in das Protokoll aufge-

nommen  werden.  Das  Augenscheinprotokoll  hat  im  Wesentlichen  zum 

Zweck,  einwandfreie  Entscheidgrundlagen  zu  schaffen  (VB.2017.00105 

vom 18. Mai 2017, E. 3.2). Auf Abgabe einer vorläufigen Einschätzung der 

Sach-  und  Rechtslage  besteht  im  Rahmen  eines  Augenscheins  kein 

Rechtsanspruch. Damit ist auch gesagt, dass die von den Richterinnen und 

Richtern stets – so auch im vorliegenden Fall – unter ausdrücklichem Vor-

behalt  abgegebene  Einschätzung  der  Sach-  und  Rechtslage  der  Protokol-

lierung nicht unterliegt (weshalb auf den Umstand auch nur im Rahmen ei-

ner  zusammenfassenden  Klammerbemerkung  hingewiesen  wurde).  Aus 

einer  solchen Einschätzung  auf  eine vorgefasste  Meinung des Richtergre-

miums zu folgern, ginge fehl. Die Abgabe einer selbst vorläufigen Einschät-

zung  setzt  stets  das  Studium  der  Akten  sowie  die  persönliche  Wahrneh-

mung anlässlich des Augenscheins voraus. Selbst wenn  – was vorliegend 

nicht zutrifft, weil auch auf Eventualitäten (Rodungsbewilligung) Bezug ge-

nommen wurde – nach Durchführung eines Augenscheins eine in allen Tei-
len  klare,  vorläufige  Einschätzung  der  Sach-  und  Rechtslage  abgegeben 
wird,  vermag  dies  somit  keinen  Anschein  von  Vorbefassung  oder  gar  von 

Befangenheit  zu  begründen  (vgl.  auch  VB.2018.00249  vom  15. November 

2018, E. 4.4). 

4.3. 

Was  die  Vollständigkeit  der  Beweiserhebungen  anlässlich  des  Abteilungs-
augenscheins angeht, besteht diesbezüglich ein erhebliches Ermessen des 

Gerichts.  Zwar  müssen  Augenscheine  (bspw.  bezüglich  Lärmimmissionen 

einer  Gartenwirtschaft)  örtlich  und  zeitlich  so  durchgeführt  werden,  dass 

Erkenntnisse über die entscheidrelevanten Fragen erwartet werden dürfen 

(Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  VRG,  3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2014,  § 7 

Rz. 82). Daraus kann – auch mit Blick auf § 339a Abs. 1 PBG – aber nicht 

abgeleitet  werden,  dass  in  Landschaftsschutzfällen  generell  saisonale  Au-

genscheine durchzuführen wären. Entsprechende Beeinträchtigungen kön-

nen auch im Sommer ohne weiteres festgestellt werden. Der durchgeführte 

R2.2019.00029 

Seite 11 

 
 
Augenschein vermag den Anforderungen daher trotz Belaubung der Baum-

kronen  zu  genügen.  Auch  ist  nicht  erforderlich,  dass  sich  die  Erhebungen 

mittels  Augenscheins  auf  alle  denkbaren  Einzelheiten  erstrecken  müssen. 

Vielmehr genügt es, auf die Erheblichkeit und Notwendigkeit der Ermittlun-

gen  abzustellen.  Erscheint  der  Sachverhalt  umfassend  ermittelt,  obgleich 

nicht alle Möglichkeiten der Beweisführung ausgeschöpft wurden, und ver-

sprechen zusätzliche Abklärungen keine wesentlichen neuen Erkenntnisse, 

rechtfertigt  es  sich,  auf  weitere  Untersuchungen  zu  verzichten 

(VB.2011.00785  vom  19. April 2012,  E. 3.3).  So  war  vorliegend  nach 

Durchführung  des  Augenscheins  am  Standort  des  nördlichen  Widerlagers 

und auf dem Tobelgrund nicht davon auszugehen, dass vom Standort des 

östlichen (südlichen) Widerlagers her besondere neue Erkenntnisse hätten 

gewonnen werden können. Die Gestalt des rekursgegenständlichen Stras-

senprojekts geht aus den Plandokumenten ohne weiteres hervor. Eine Be-

sichtigung aller einzelnen Teile eines Projekts kann nicht gefordert werden. 

4.4. 

Die Rüge der mangelhaften Aussteckung ist nicht zielführend. Mängel des 

baurechtlichen Verfahrens, zu welchem auch die Aussteckung des Bauvor-

habens  gehört,  können  von  Rechtsmittellegitimierten  dann  erfolgreich  ge-

rügt werden, wenn sie sich auf deren Rechts- und Interessenwahrnehmung 

nachteilig  auswirken,  indem  der  Anfechtende  das  Projekt  und  seine  Aus-

wirkungen nicht bzw. nicht hinreichend beurteilen konnte. Entsteht kein sol-

cher Nachteil, liegt kein wesentlicher Verfahrensmangel vor, womit diesbe-

züglich  kein  Grund  zur  Aufhebung  der  Baubewilligung  besteht.  Dieser 

Grundsatz  gilt  auch 

für  das  strassenrechtliche  Planauflageverfahren 

(VB.2011.00785  vom  19. April  2012,  E. 1.3;  VB.2000.00086  in  BEZ 2000 

Nr. 39). Eine – gegenüber der gesetzlichen Pflicht zur Aussteckung erheb-

lich  erweiterte  –  Aussteckung  zwecks  materieller  Sachverhaltsermittlung, 
wie sie die Rekurrentin fordert, findet im Gesetz keine Stütze. 

4.5. 

Aus  dem  Umstand,  wie  viele  Personen  in  welcher  Funktion  der  Einladung 

zum Augenschein folgen, lässt sich nichts ableiten. Die Rechtsfindung der 

Rekursinstanz  orientiert  sich  nicht  an  der  Stärke  des  "Aufmarsches"  auf 

Seiten der Parteien. Die Teilnahme am Augenschein ist bzw. war auch für 

Vertreter von mit der Streitsache befassten Ämtern der Baudirektion freiwil-

lig. 

R2.2019.00029 

Seite 12 

 
 
4.6. 

Nach  dem  Gesagten  erweisen  sich  die  von  der  Rekurrentin  mit  Eingabe 

vom  2. August  2018  nachträglich  erhobenen  Verfahrensrügen,  soweit  auf 

sie einzutreten ist, als unbegründet. 

5.1. 

Die Rekurrentin macht geltend, die Baudirektion unterschlage, dass für das 

projektierte Bauvorhaben eine Rodungsbewilligung nach Art. 5 Abs. 2 WaG 

(statt  einer  Bewilligung  im  Sinne  von  Art. 16  WaG)  erforderlich  sei.  Das 

Projekt  sei  nicht  ohne  die  Beeinträchtigung  von  Wald  möglich.  Gemäss 

technischem Bericht sei vorgesehen, im Bereich der geplanten Widerlager 

ca.  5-10 Bäume  zu  fällen.  Sodann  liege  das  geplante  südliche  Widerlager 

(Seite  A.)  in  einem  Abstand  von  ca.  15 m  zum  nächsten  bestehenden 

Waldweg. Über diese Distanz werde ein neuer Zugangsweg erstellt. Dazu 

seien  Anpassungen  an  der  Geländeoberfläche  bzw.  die  Abtragung  von 

Waldboden  notwendig  (Technischer  Bericht  vom  3. Oktober  2018,  S. 3). 

Dem Projekt fehle es an wichtigen sachlichen Gründen, weshalb eine Ro-

dung  nicht  zu  rechtfertigen  sei.  Zudem  sei  die  Standortgebundenheit  der 

Fussgängerbrücke  nicht  gegeben.  Letztlich  stünden  der  Erteilung  einer 

Ausnahmebewilligung auch überwiegende öffentliche Interessen entgegen. 

5.2. 

Das  Waldgesetz  bezweckt  die  Erhaltung  und  den  Schutz  des  Waldes.  Es 

soll  dafür  sorgen,  dass  der  Wald  seine  Funktionen  erfüllen  kann,  und  die 

Waldwirtschaft  fördern  und  erhalten  (Art. 1  Abs. 1  WaG).  Als  Wald  gelten 

auch Waldstrassen (Art. 2 Abs. 2 lit. b WaG). Bauvorhaben, die den Wald-

boden dauernd oder vorübergehend zweckentfremden, bedürfen einer Ro-

dungsbewilligung (Art. 4 WaG). Rodungen sind gemäss Art. 5 Abs. 1 WaG 
grundsätzlich  verboten.  Eine  Ausnahmebewilligung  darf  gemäss  Art. 5 

Abs. 2 WaG erteilt werden, wenn der Gesuchsteller nachweist, dass für die 

Rodung wichtige Gründe bestehen, die das Interesse an der Walderhaltung 

überwiegen  und  zudem  die  folgenden  Voraussetzungen  erfüllt  sind:  Das 

Werk,  für  das  gerodet  werden  soll,  muss  auf  den  vorgesehenen  Standort 

angewiesen  sein  (lit. a),  das  Werk  muss  die  Voraussetzungen  der  Raum-

planung sachlich erfüllen (lit. b) und die Rodung darf zu keiner erheblichen 

Gefährdung  der  Umwelt  führen  (lit. c).  Die  Erteilung  einer  Rodungsbewilli-

gung befreit nicht von der Einholung einer Baubewilligung nach Art. 22 oder 

R2.2019.00029 

Seite 13 

 
 
24 RPG (vgl. Art. 11 Abs. 1 WaG). Die Beanspruchung von Waldboden für 

forstliche  Bauten  und  Anlagen  sowie  für  nichtforstliche  Kleinbauten  und 

-anlagen gilt nach Art. 4 lit. a der Waldverordnung (WaV) nicht als Rodung 

und stellt somit keine Zweckentfremdung des Waldes dar. Umgekehrt folgt 

daraus, dass nichtforstliche Bauvorhaben, ausgenommen Kleinbauten und 

-anlagen,  als eine  Zweckentfremdung des  Waldes  zu  betrachten  sind.  Sie 

bedürfen  deshalb  einer  Rodungsbewilligung  und,  wie  die  forstlichen  Bau-

vorhaben, immer auch einer Baubewilligung nach dem RPG. 

Für  den  Wald  nachteilige  Nutzungen,  die  keine  Rodung  darstellen,  sind 

grundsätzlich  unzulässig,  dürfen  aber  von  den  Kantonen  aus  wichtigen 

Gründen unter Auflagen und Bedingungen bewilligt werden (Art. 16 WaG). 

Als  solche  Nutzungen  gelten  punktuelle  oder  unbedeutende  Beanspru-

chungen  von  Waldboden  für  nichtforstliche  Kleinbauten  und  -anlagen  wie 

bescheidene  Rastplätze,  Feuerstellen,  Sport-  und  Lehrpfade,  erdverlegte 

Leitungen  und  Kleinantennenanlagen,  die  das  Bestandesgefüge  des  Wal-

des  nicht  beeinträchtigten.  Die  nichtforstlichen  Kleinbauten  und  Kleinanla-

gen  benötigen  somit  zwar  keine  Rodungsbewilligung,  weil  sie  den  Wald 

nicht geradezu zweckentfremden. Da sie für diesen jedoch nachteilig sind, 

bedürfen  sie  einer  Ausnahmebewilligung  des  Kantons  und,  weil  sie  als 

nachteilige  Nutzungen  dem  Zweck  des  Waldes  jedenfalls  nicht  ganz  ent-

sprechen,  einer  Baubewilligung  bzw.  einer  raumplanungsrechtlichen  Aus-

nahmebewilligung.  Die  Beurteilung,  ob  eine  nichtforstliche  Kleinbaute  vor-

liegt, hat in erster Linie mit Blick auf den Umfang und die Intensität des be-

anspruchten  Waldbodens  zu  erfolgen,  wobei  ein  strenger  Massstab  anzu-

setzen ist,  damit  der  Zweck der  Waldgesetzgebung,  namentlich  die Erhal-

tung des Waldbestands, nicht weitgehend in Frage gestellt wird. Weist eine 

Baute eine derartige Grösse auf, dass von einer punktuellen oder unbedeu-

tenden  Beanspruchung  des  Waldbodens  nicht  mehr  gesprochen  werden 
kann, lässt sie sich bereits aus diesem Grund nicht mehr unter dem Begriff 

der  "Kleinbaute"  im  Sinne  von  Art. 4  lit. a  WaV  subsumieren.  Geht  eine 

Baute  allein  unter  dem  Gesichtspunkt  ihrer  flächenmässigen  Ausdehnung 

nicht  über  die  genannte  Beanspruchung  hinaus,  folgt  daraus  jedoch  nicht 

zwingend,  dass  sie  als  Kleinbaute  einzustufen  ist.  Vielmehr  ist  in  einem 

solchen  Fall  weiter  zu  prüfen,  ob  ihr  Zweck  auch  den  Einbezug  eines  ge-

wissen Umschwungs bedingt oder wie intensiv die Nutzung in diesem Be-

reich  ist.  Ob  eine  Baute  oder  Anlage  als  nichtforstliche  Kleinbaute  oder 

-anlage im Sinne der Waldgesetzgebung in Betracht fällt, ist somit in jedem 

R2.2019.00029 

Seite 14 

 
 
Einzelfall anhand der gesamten Umstände zu prüfen. So ist beispielsweise 

für  Probebohrungen  (zur  Untersuchung  von  Kalk-  und  Mergelvorkommen) 

die  Bewilligung  einer  nachteiligen  Nutzung  (Art. 16  Abs. 2  WaG)  erforder-

lich  (zum  Ganzen  BGE 139 II 134,  E. 6.3,  mit  Hinweisen).  Eine  Rodungs-

bewilligung  indes  ist  etwa  für  Pferdestallungen  mit  einer  Dimensionierung 

von 

70 m² 

(14 x 5,2 m) 

und 

80 m² 

(13.9 x 5,8 m) 

einzuholen 

(BGr 1A.32/2004 vom 30. September 2004, E. 3.1 f.). Die Frage, ob für die 

Erstellung einer Baute oder Anlage effektiv Bäume gefällt werden müssen, 

ist unerheblich (BGE 106 Ib 141, E. 4). 

5.3. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist ein überwiegendes Inte-

resse  an  einer  Waldrodung  für  ein  öffentliches  Werk  erst  dargetan,  wenn 

dieses wenigstens als generelles Projekt von der zuständigen Behörde ge-

prüft und positiv beurteilt worden ist. Steht die Rodung im Hinblick auf die 

Schaffung  eines  bestimmten  Nutzungsplanes  infrage,  müssen  das  raum-

planungsrechtliche  und  das  forstpolizeiliche  Verfahren  koordiniert  werden. 

Die richtige Anwendung des Rodungsverbots gemäss Art. 5 WaG verlangt 

somit eine mit der Interessenabwägung nach Art. 24 Abs. 1 lit. b RPG ver-

gleichbare Beurteilung des Projektes als Ganzes und schliesst mithin aus, 

dass wichtige massgebende Einzelfragen separaten Verfahren vorbehalten 

bleiben. Wird bei der Beurteilung einer Rodungsbewilligung in Missachtung 

des  Grundsatzes  der  umfassenden  Interessenabwägung  durch  die  Behör-

de  ein  wesentlicher  Gesichtspunkt  ausser  Acht  gelassen,  so  liegt  darin  in 

der  Regel  nicht  nur  eine  unvollständige  Sachverhaltsfeststellung,  sondern 

auch  eine  Verletzung  des  materiellen  Waldrechts  (BGE 120 Ib 400,  E. 5; 

BGE 119 Ib 397, E. 6a). 

5.4. 
Nach  Art.  5  Abs.  2  lit.  a  WaG  muss  ein  Werk,  für  das  eine  waldrechtliche 

Ausnahmebewilligung  beansprucht  wird,  auf  den  vorgesehenen  Standort 

angewiesen  sein.  Die  Standortgebundenheit  ist  nicht  in  einem  absoluten 

Sinne aufzufassen, besteht doch fast immer eine gewisse Wahlmöglichkeit. 

Entscheidend  ist,  ob  die  Gründe  der  Standortwahl  die  Interessen  der 

Walderhaltung  überwiegen.  Die  Bejahung  der  relativen  Standortgebunde-

heit setzt indessen ebenfalls voraus, dass eine umfassende Abklärung von 

Alternativstandorten 

stattgefunden 

hat 

(BGE 120 Ib 400, 

E. 4c; 

BGE 119 Ib 397, E. 6a). 

R2.2019.00029 

Seite 15 

 
 
5.5. 

Nach Massgabe des Gesagten kann nicht davon ausgegangen werden, die 

projektierte  Fussgängerbrücke  bedürfe  von  vornherein  keiner  Rodungsbe-

willigung.  Angesichts  der  dauernden  Beanspruchung  von  Waldboden,  so-

wohl bezüglich der Widerlager als auch des Zugangs auf der Seite A., liegt 

eine Rodung vor. Sodann ist nach den Ergebnissen des Augenscheins of-

fenkundig,  dass  für  die  Erstellung  der  Fussgängerbrücke  Bäume  gefällt 

werden müssen. Auch Eingriffe in den Kronenbereich weiterer Bäume sind 

unvermeidlich.  Angesichts  der  Länge  sowohl  der  Brücke  an  sich 

(ca. 180 m) und des auf der Seite A. erforderlichen Zugangs kann das Pro-

jekt  nicht  als  nichtforstliche  Kleinbaute  qualifiziert  werden.  Mit  einem  (be-

scheidenen)  Rastplatz,  einer  Feuerstelle,  einem  Sport-  und  Lehrpfad  oder 

einer Kleinantennenanlage ist die Fussgängerbrücke nicht vergleichbar.  

Sodann kann nach dem Gesagten auch nicht davon ausgegangen werden, 

die projektierte Fussgängerbrücke könne als nachteilige Nutzung im Sinne 

von Art. 16 WaG qualifiziert werden. Zu den nachteiligen Nutzungen gehö-

ren  –  zunächst  –  die  bereits  erwähnten  nichtforstlichen  Kleinbauten.  So-

dann  zählen  dazu  der  Weidgang  im  Wald,  der  eine  natürliche  Verjüngung 

des  Waldes  behindert  oder  verunmöglicht  und  Schäden  an  der  bestehen-

den Bestockung verursachen kann, die Streunutzung, welche eine Störung 

des  Nährstoffkreislaufes  verursacht  und  längerfristig  zu  einer  Verarmung 

des Waldbodens führt, das Niederhalten von Bäumen, wo das Einwachsen 

der  Baumkronen  in  elektrische  Freileitungen  aus  Sicherheitsgründen  nicht 

zulässig ist oder wo die Entstehung von hochstämmigem Wald im Bereich 

von  Hochwasserprofilen  aus  wasserbaupolizeilichen  Gründen  zu  verhin-

dern ist, ferner wo aus Gründen der Fernsicht die Baumhöhe niedrig gehal-

ten wird. Ungünstige Rechtsverhältnisse wie die Superfizies, das heisst die 

Trennung des Grundeigentums vom Eigentum an der Vegetation, gehören 
ebenfalls dazu (Botschaft des Bundesrats zum WaG, BBl 1988 III 191 f.).  

Dass  die  projektierte  Fussgängerbrücke  ebenfalls  eine  (teilweise)  Nieder-

haltung der Baumhöhe bzw. einen Eingriff in den Kronenbereich von Bäu-

men erfordert, macht diese nicht zur bloss nachteiligen Waldnutzung. Viel-

mehr  erfordert  die  Brücke  eine  dauernde  Zweckentfremdung  von  Waldbo-

den. Dafür ist eine Rodungsbewilligung erforderlich. Ein relevanter behörd-

licher  Ermessensspielraum  besteht  bei  der  Einordnung  forstrechtlich  zu 

bewilligender Eingriffe nicht. 

R2.2019.00029 

Seite 16 

 
 
5.6. 

In der Sache treffen die Erwägungen der Baudirektion, wonach die Brücke 

zu einer geringen Beeinträchtigung und keiner Gefährdung des Waldes füh-

re, zu. Die Baudirektion führt in ihrer Vernehmlassung denn auch aus, dass 

sie das Projekt auch in Anwendung sowohl von § 10 des kantonalen Wald-

gesetzes  (KWaG)  als  auch  als  nichtforstliche  Kleinbaute  gemäss  § 9 

KWaG, jeweils in Verbindung mit Art. 16 Abs. 2 WaG, bewilligt hätte, zumal 

die  Standortgebundenheit  der  Fussgängerbrücke  zu  bejahen  sei.  Wie  er-

wähnt bedarf eine Rodungsbewilligung gemäss Art. 5 WaG wichtiger Grün-

de  sowie  der  Erfüllung  der  Voraussetzungen  gemäss  Art. 5  Abs. 2  lit. a-c 

WaG: Standortgebundenheit, Erfüllung der Voraussetzungen der Raumpla-

nung sowie keine erhebliche Gefährdung der Umwelt. 

Das  Vorliegen  wichtiger  Gründe  hat  die  Baudirektion  bereits  im  Rahmen 

der Beurteilung gemäss Art. 16 Abs. 2 WaG sachlich geprüft und zu Recht 

bejaht. An der Schaffung einer direkten Fusswegverbindung zwischen den 

Quartieren I. und A. besteht – siehe dazu  die nachfolgenden  Erwägungen 

zur Frage des Eingriffs in das Landschaftsschutzobjekt – ein nicht unerheb-

liches öffentliches Interesse. Die unter forstrechtlichen Gesichtspunkten ins 

Gewicht  fallenden  Auswirkungen  der  projektierten  Fussgängerbrücke  sind 

gering. Das X-Tobel ist nach dem Ergebnis des Augenscheins von sehr re-

ge  benutzten  Wanderwegverbindungen  durchschnitten.  Die  projektierte 

Brücke stellt eine sinnvolle Ergänzung dieses bestehenden Wegnetzes dar. 

Auch  die  zu  beurteilende  (relative)  Standortgebundenheit  des  Werks  liegt 

vor.  Erforderlich  ist  mithin,  dass  das  Werk  einen  Standort  ausserhalb  der 

Bauzonen  erfordert  und  der  konkrete  Standort  aufgrund  hinreichender, 

nachvollziehbarer  Sachverhaltsermittlungen  bestimmt  wurde.  Eine  Fuss-

wegverbindung  über  das  X-Tobel  zwecks Verbindung  der  Quartiere  I.  und 

A.  kann,  da  das  Tobel  die  Ortsteile  voneinander  trennt,  nur  unter  Inan-
spruchnahme  dieser  Fläche  realisiert  werden.  Im  Zuge  der  dem  strassen-

rechtlichen Projekt vorausgehenden Richtplananpassung wurden verschie-

dene Varianten bzw. Linienführungen geprüft und unter anderem auch eine 

Einwendung  (Dachsbau)  berücksichtigt  (Technischer  Bericht,  S.  8  f.;  Pla-

nungsbericht,  S.  26  f.).  Die  getroffenen  Feststellungen  sind  in  der  Sache 

schlüssig  und  werden  von  der  Rekurrentin  nicht  im  Einzelnen  infrage  ge-

stellt.  Von  einer  Gefährdung  der  Umwelt  ist  nach  Massgabe  der  nachfol-

genden  Erwägungen  nicht  auszugehen.  Die  blosse  –  im  Grunde  bei  jeder 

Fuss- bzw. Wanderwegverbindung bestehende – Gefahr von Littering kann 

R2.2019.00029 

Seite 17 

 
 
noch  nicht  als  Gefährdung  der  Umwelt  gelten,  ansonsten  im  forstrechtli-

chen Kontext überhaupt keine Fuss- bzw. Wanderwegverbindungen projek-

tiert werden könnten. In ortsplanerischer Hinsicht erfüllt das Bauprojekt die 

raumplanungsrechtlichen  Voraussetzungen.  Die  entsprechenden  richtpla-

nerischen Grundlagen wurden mit der Teilrevision des kommunalen Richt-

plans Verkehr vom 18. Juni 2018 geschaffen. Im Sinne der nachfolgenden 

Erwägungen ist für das Projekt sodann keine raumplanungsrechtliche Aus-

nahmebewilligung  (Art. 24 ff.  RPG)  erforderlich  und  auch  keine  besondere 

Baubewilligung  (Art. 22  RPG).  Auf  die  Vereinbarkeit  mit  den  Zielen  des 

Landschaftsschutzobjekts  X-Tobel  ist  nachfolgend  Bezug  zu  nehmen.  Die 

Voraussetzungen der Raumplanung sind mithin als erfüllt zu betrachten. 

5.7. 

Aufgrund der Fehlerhaftigkeit der vorinstanzlichen Prüfung wäre die erteilte 

forstrechtliche  Bewilligung  einer  nachteiligen  Nutzung  des  Waldes  (Art. 16 

WaG)  grundsätzlich  aufzuheben.  Angesichts  dessen,  dass  auch  die  Vo-

raussetzungen einer Rodungsbewilligung (Art. 5 WaG) vorliegen, käme ei-

ne Rückweisung an die Baudirektion zwecks Erteilung einer solchen einem 

unnötigen  prozessualen  Leerlauf  gleich.  Auf  eine  Rückweisung  zur  erneu-

ten Prüfung ist mithin zu verzichten und dem rekursgegenständlichen Pro-

jekt eine Rodungsbewilligung zugrunde zu legen. 

6.1. 

Die Rekurrentin beruft sich darauf, dass das rekursgegenständliche Projekt 

planungspflichtig sei oder – sofern es nicht dem Zonenzweck entspreche – 

einer  kantonalen  Ausnahmebewilligung  nach  den  Art. 24 ff.  RPG  bedürfe. 

Fraglich  sei  in  diesem  Zusammenhang,  ob  der  Projektfestsetzung  nach 

StrG  die  Funktion  einer  Sondernutzungsplanung  zukomme.  Eine  Bewilli-
gung  gemäss  Art. 24 ff.  RPG  sei  von  der  Baudirektion  nicht  erteilt  worden 

und  dürfte  mangels  eines  entsprechenden  Bedürfnisses  auch  nicht  erteilt 

werden.  

6.2. 

Die Festsetzung und Genehmigung von Projekten für Verkehrsanlagen und 

Gewässer,  die  Genehmigung  von  Meliorationsprojekten  und  die  Erteilung 

von  wasserrechtlichen  Konzessionen  schliessen  die  baurechtliche  Bewilli-

gung ein (§ 309 Abs. 2 PBG). Soweit nicht vorgängig bereits ein – von den 

R2.2019.00029 

Seite 18 

 
 
Betroffenen als Nutzungsplan ebenfalls anfechtbarer – Erschliessungsplan 

festgesetzt wurde, stellt ein Strassenprojekt einen Sondernutzungsplan mit 

einem derart hohen Konkretisierungsgrad dar, dass er materiell einer Bau-

bewilligung entspricht. Das Projekt untersteht damit sowohl in seiner Eigen-

schaft als Nutzungsplan als auch in seiner Eigenschaft als Baubewilligung 

den Anforderungen des RPG. Insoweit haben die Kantone gemäss Art. 33 

Abs. 2  und  Abs. 3  lit. b  RPG  mindestens  ein  innerkantonales  Rechtsmittel 

mit voller Überprüfung auch der Angemessenheit der Projektfestsetzung zu 

gewährleisten  (VB.2005.00576  in  BEZ 2006  Nr. 25  [=  RB 2006  Nr. 60], 

E. 2.3;  zuletzt  VB.2018.00185  vom  29. November  2018,  E. 5.1.3,  mit  Hin-

weisen). 

6.3. 

Eine raumplanungsrechtliche Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 ff. RPG 

ist für das strittige kommunale Wegprojekt (§ 1 StrG; § 16 Abs. 2 StrG) ne-

ben  der  strassenrechtlichen  Projektierung  ebenso  wenig  erforderlich  wie 

eine  reguläre  Baubewilligung  (Art. 22  RPG).  Dass  –  was  einen  häufigen, 

wenn  nicht  sogar  den  häufigsten  Anwendungsbereich  des  strassenrechtli-

chen  Projektierungsverfahrens  darstellt  –  eine  Strasse  oder  ein  Weg  aus-

serhalb des Siedlungsbereichs erstellt werden soll, bedarf sachlogisch kei-

ner  zusätzlichen  Beurteilung  gemäss  Art. 24  RPG.  Die  Erfüllung  der  ent-

sprechenden Anforderungen wird durch die – wie erwähnt – anwendbaren 

und  im  Rechtsmittelverfahren  überprüfbaren  raumplanungsrechtlichen  so-

wie  die  besonderen  strassenrechtlichen  Projektierungsgrundsätze  (§ 14 

StrG) gewährleistet. Auf  die  diesbezüglichen  Voraussetzungen  ist  nachfol-

gend Bezug zu nehmen. 

6.4. 

Die  Rüge  betreffend  die  Erteilung  einer  raumplanungsrechtlichen  Ausnah-
mebewilligung erweist sich als unbegründet. 

7.1. 

Die Rekurrentin beruft sich im Hauptstandpunkt darauf, dass die Baudirek-

tion – insbesondere bei der Erteilung der forstrechtlichen Bewilligung – das 

Gebot  der  Selbstbindung  missachte,  indem  sie  in  geradezu  willkürlicher 

Weise  keine  Verletzung  der  Ziele  des  Landschaftsschutzobjekts  X-Tobel 

durch  das  Projekt  erblicke.  Die  Selbstbindung  bedinge  –  unabhängig  von 

R2.2019.00029 

Seite 19 

 
 
der Bedeutung des Objekts – entsprechender Massnahmen bzw. der Statu-

ierung  von  Bedingungen  und  Auflagen,  falls  erforderlich,  einer  Bewilli-

gungsverweigerung (Art. 3 Abs. 2 und 3 NHG). Der Inventareintrag sei mit-

hin behördenverbindlich (§ 204 PBG in Verbindung mit § 1 der Kantonalen 

Natur- und Heimatschutzverordnung [KNHV]).  

7.2. 

In diesem Zusammenhang verweist die Rekurrentin auf den Inventareintrag 

und  dabei  zunächst  auf  das  für  das  X-Tobel  als  Landschaftsschutzobjekt 

von überkommunaler Bedeutung geltende Schutzziel der ungeschmälerten 

Erhaltung. Namentlich sei der Schluss der Baudirektion, wonach der Bewil-

ligung des projektierten Bauvorhabens aus Sicht des Landschaftsschutzes 

nichts entgegenstehe, unhaltbar. Ausserdem werde das Massnahmengebot 

missachtet,  keine  beeinträchtigenden  Geländeveränderungen  zuzulassen. 

Sodann treffe die Begründung des Gemeinderats X nicht zu, wonach offen-

bar  davon  ausgegangen  werde,  dass  das  Schutzinventar  im  Bereich  der 

Fussgängerbrücke nicht massgebend bzw. anwendbar sei. Dies sei schon 

deshalb unrichtig, weil zur schützenswerten Tobellandschaft das ganze, tief 

eingeschnittene  Bachbett  bzw.  auch  die  seitlichen,  bewaldeten  Hänge  ge-

hörten.  

7.3. 

Sodann werde, so die Rekurrentin, in der Beschreibung des Schutzobjekts 

im Inventareintrag darauf verwiesen, dass der Bachlauf und die naturnahen 

Tobelhänge  als  vielfältiges  Biotopgefüge  eine  artenreiche  Pflanzen-  und 

Tierwelt  aufweisen  würden.  Als  Vögel  würden  Gebirgsstelzen,  Wasseram-

seln,  Goldammern,  Neuntöter  und  Schwarzspechte  sowie  als  Gäste  der 

Graureiher  und  der  sehr  seltene  Eisvogel  aufgezählt.  Letzterer  sei  in  der 

"Roten Liste Brutvögel" als verletzlich eingestuft. Die Realisierung des Pro-
jekts  könnte  dessen  Lebensbedingungen  infolge  des  erhöhten  Besucher-

andrangs  erschweren  oder  gefährden.  Dies  wäre  nicht  hinnehmbar.  Der 

Feuersalamander sei in der Liste der national prioritären Arten verzeichnet 

und  als  verletzlich  eingestuft.  Das  rekursgegenständliche  Projekt  erweise 

sich letztlich nicht als bewilligungsfähig. 

7.4. 

Der Eintrag des X-Tobels im Inventar der Natur- und Landschaftsschutzob-

jekte  von  überkommunaler  Bedeutung  verweist  auf  den  diesbezüglichen 

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Seite 20 

 
 
Eintrag  zusammen  mit  der  Gemeinde  Y  sowie  auf  die  Einträge  für  Natur-

schutzobjekte  in  diesem  Bereich.  Das  Landschaftsschutzobjekt  wird  im 

Einzelnen global wie folgt beschrieben (vgl. act. 6.3): 

"Vom oberen Ende des L.-Tobels bis hinunter ins […] ist an den Tobelhängen und 
auch  im  Bachbett  an  zahlreichen  Stellen  die  Obere  Süsswassermolasse  aufge-
schlossen. Sie umfasst hier bunte Mergel sowie mehrere Niveaux von Sandstein-
bänken,  in  denen  oft  Knauer,  d.h.  besser  zementierte  Partien  auftreten.  Beson-
derheiten sind ein fossilführender Sandstein und der berühmte Bentonnithorizont. 

Auf der Höhe von I. schaltet sich eine eiszeitliche Schotterrinne mit vielen Höhlen 
ein. 

Ausser dem riesigen A.-Stein sind Findlinge des Linthgletschers selten und klein. 

Der Bachlauf und die naturnahen Tobelhänge weisen als vielfältiges Biotopgefüge 
eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt auf. 

Typische Tobelvegetation mit floristischen Kostbarkeiten. 

Gebirgsstelze, Wasseramsel (mind. 3 P.), Goldammer, Neuntöter, Schwarzspecht. 
Gäste: Graureiher, Eisvogel. 

Grasfrosch (laicht in gewissen Bachabschnitten), Feuersalamander." 

Sodann nimmt das Inventar auf fünf – hier nicht im Einzelnen wiederzuge-

bende  –  geologische  Besonderheiten  Bezug  (Schottervorkommen  ESE  I., 

Molasseaufschlüsse  W.,  Fossilführender  Molassesandstein,  A.-Stein, 

Burgmauern  […]).  Ferner  enthält  der  Inventareintrag  eine  natürliche  Be-

sonderheit, den Südhang T. Dieser wird wie folgt beschrieben: 

"Steiler  Südhang  mit  einzelnen  Bäumen  und  Dornbüschen.  Biotop  insektenfres-
sender Singvögel wie z.B. Neuntöter." 

Insgesamt statuiert das Inventar für das X-Tobel folgende Ziele und Mass-

nahmen: 

"Ziel: 
Ungeschmälerte Erhaltung des X-Tobels mit seinen ausserordentlich bedeutungs-
vollen  geologischen  Erscheinungsformen  und  in  seiner  biologischen  Reichhaltig-
keit  als  naturnahes,  erlebnisreiches  Naherholungsgebiet  sowie  geologisches  und 
biologisches Lehr- und Anschauungsobjekt. 

Massnahmen: 

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Keine  beeinträchtigenden  Geländeveränderungen  und  Bachverbauungen.  Unter-
bindung von Bentonitentnahmen und Ausbeutungen von fossilienhaltigen Schich-
ten. 
Schaffung von Tümpelbiotopen in Hangmulden für eine Vielzahl von Kleinlebewe-
sen solcher Standorte." 

7.5. 

Sind zur Abklärung des relevanten Sachverhalts besondere Sachkenntnis-

se  erforderlich,  über  welche  die  Enscheidbehörde  nicht  oder  nur  teilweise 

verfügt,  so  können  gemäss  § 7  Abs. 1  des  Verwaltungsrechtspflegegeset-

zes  (VRG)  Sachverständige  beigezogen  werden.  Diese  erstatten  im  Rah-

men von Gutachten Bericht über die Sachverhaltsprüfung und -würdigung. 

Ob der Beizug eines Sachverständigen zur Erstellung des Sachverhalts er-

forderlich  ist,  muss,  soweit  keine  spezialgesetzliche  Gutachtenspflicht  be-

steht, von Fall zu Fall entschieden werden. Der zuständigen Instanz kommt 

bei  diesem  Entscheid  ein  erhebliches  Ermessen  zu.  Verfügt  eine  Ent-

scheidinstanz  über  Fachmitglieder,  müssen  in  der  Regel  keine  Gutachten 

von Seiten Dritter eingeholt werden (Plüss, § 7 Rz. 67). 

Ein  Anspruch  auf  Beweisabnahme  anhand  eines  Gutachtens  besteht  im 

verwaltungsrechtlichen Verfahren damit nur beschränkt. Wie erwähnt bean-

tragt  die  Rekurrentin  die  Einholung  eines  Gutachtens  der  NHK  zur  Frage, 

ob der geplante Eingriff mit den Schutzzielen des Inventarobjekts vereinbar 

ist. Ob es sich dabei in erster Linie um eine vom Gericht zu beantwortende 

rechtliche oder eine zur Beurteilung besondere Kenntnis erfordernde sach-

verhaltliche  Fragestellung  handelt,  ist  in  nachfolgender  Erwägung  zu  prü-

fen. 

7.6. 

Der Inventareintrag des X-Tobels liegt – was sich bereits aus der Systema-

tik  des  Inventars  ergibt  –  in  der  landschaftsschutzrechtlichen  Bedeutung 

des  Gebiets  (Zusammenspiel  von  Tobel  bzw.  Tobelhängen,  Geologie 

[sichtbare  Gesteinsschichten],  Gewässer  [Dorfbach  von  X]  sowie  Fauna 

und Flora) begründet. Dass der Inventareintrag in diesem Zusammenhang 

auf  die  Bedeutung  der  Pflanzen-  und  Tierwelt  verweist,  ist  ohne  weiteres 

schlüssig.  Dass  dieser  Hinweis  jedoch,  gleich  dem  Inventareintrag  eines 
Naturschutzobjekts,  eine  Vermutung  zugunsten  des  ungeschmälerten  Er-

halts sämtlicher Elemente der Fauna und Flora begründen würde, geht an-

gesichts des vordringlich landschaftsschützerischen Kontexts der Inventari-

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Seite 22 

 
 
sierung  fehl.  Die  im  Inventar  der  überkommunal  bedeutenden  Natur-  und 

Landschaftsschutzobjekte  des  Kantons  Zürich 1980  (Inventar  1980)  be-

zeichneten Landschaftsschutzobjekte umfassen denn auch nicht einzig ur-

sprüngliche oder besonders wertvolle Naturlandschaften, sondern oft auch 

grössere, zusammenhängende Gebiete mit – wenn auch kleineren – Sied-

lungen.  Beispiel dafür  ist  etwa das  dem  Inventar  gesamthaft  zugewiesene 

Gebiet des Sihlwalds zwischen Langnau-Gattikon und Schönenberg sowie 

das  direkt  am  nördlichen  Siedlungsrand  der  Stadt  Zürich  liegende  Gebiet 

Chatzensee.  Systematisch  existieren  die  kartographierten  Naturschutzge-

biete einerseits und die Landschaftsschutzgebiete andererseits weitgehend 

unabhängig  nebeneinander.  Die  weitläufigen  Landschaftsschutzgebiete 

werden  zum  Teil  von  Naturschutzgebieten  überlagert;  Naturschutzgebiete 

aber sind oft auch ohne landschaftsschützerischen Zusammenhang ausge-

schieden – oder umgekehrt (www.gis.zh.ch). Aus einem Eintrag eines Ge-

biets in das Landschaftsschutzinventar ein, wie bei Naturschutzobjekten in-

härent, völliges Verbot der Beeinträchtigung von Fauna und Flora abzulei-

ten,  ginge  damit  offenkundig  fehl.  Vielmehr  ist,  soweit  das  Landschafts-

schutzinventar  (bzw.  eine  allfällige  weitergehende  Schutzmassnahme  ge-

mäss  § 205  PBG)  auf  landschaftlich  ebenfalls  bedeutsame  Pflanzen-  und 

Tierwelt  Bezug  nimmt,  die  Tragweite  eines  Eingriffs  für  das  Objekt  unter 

Berücksichtigung dieser Festlegungen zu beurteilen. 

7.7. 

Die Frage, ob jede Beeinträchtigung von Fauna und Flora durch die projek-

tierte Fussgängerbrücke ausgeschlossen werden könne, ist folglich nicht zu 

beurteilen. Vielmehr ist darüber zu befinden, ob der Eingriff durch die Fuss-

gängerbrücke  unter  Berücksichtigung  der  Verweise  auf  den  Bachlauf  und 

die  naturnahen  Tobelhänge,  die  typische  Tobelvegetation  mit  floristischen 

Kostbarkeiten, die Vogelarten sowie den Lebensraum des Grasfroschs und 
des  Feuersalamanders  in  einer  für  die  Qualität  des  Landschaftsschutzob-

jekts  X-Tobel  relevanten  Form  zu  beeinträchtigen  vermag.  Dies  ist  offen-

kundig nicht der Fall. Die Fussgängerbrücke führt zwar im betreffenden Be-

reich (Lärm der Fussgänger, Bewegungen, Rodung und Niederhaltung der 

Baumkronen)  durchaus  zu  Veränderungen.  Diese  führen  aber  bereits  an-

gesichts der Dimensionierung der Brücke und der von der Baudirektion ver-

fügten  Auflagen (keine nächtliche  Beleuchtung)  nicht  zu einer  ins  Gewicht 

fallenden  Einbusse  der  im  Inventar  beschriebenen  Qualität  des  X-Tobels 

als Naturraum. Der im Inventareintrag besonders erwähnte Südhang T. be-

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Seite 23 

 
 
findet  sich  vom  projektierten  Standort  der  Fussgängerbrücke  weit  entfernt 

an der Gemeindegrenze zu Y. Der ortsgebundene Eingriff in die Tobelhän-

ge,  die  floristischen  Besonderheiten  oder  –  diesbezüglich  ist  auf  nachfol-

gende Ausführungen zu verweisen – die Lebensräume der Vogel- und Am-

phibienarten  bleibt  geringfügig.  Die  Frage  des  Eingriffs  in  ein  Biotop  be-

drohter Arten (Art. 18 ff. NHG) ist sodann im Einzelnen nachfolgend zu be-

leuchten. 

Insoweit  steht  fest,  dass  mit  Bezug  auf  die  gesamthafte  Qualität  des  X-

Tobels als Naturraum kein ergänzendes Gutachten einzuholen ist. Die Fra-

ge, 

inwiefern  die  projektierte  Fussgängerbrücke  Fauna  und  Flora 

‒ durchwegs geringfügig – beeinträchtigt, ist angesichts der Bedeutung des 

X-Tobels  primär  als  Landschaftsschutzobjekt  im  Grundsatz  nicht  Gegen-

stand der Beurteilung.  

7.8. 

Zu beurteilen ist im Kern der Eingriff in die Qualität des X-Tobels als Land-

schaftsschutzobjekt.  Der  optische  Eingriff  ist  angesichts  der  Länge  der 

Seilkonstruktion  von  ca. 180 m  und  deren  Höhe  (an  höchster  Stelle  ca. 

45 m  über  Grund)  sowie  der  Verankerung  in  den  Felsen  der  Tobelhänge 

nicht unbedeutend. Die geologische Bedeutung des Tobels mit den sichtba-

ren  verschiedenen  Niveaus,  dem  fossilführenden  Sandstein  sowie  den 

Bentonitvorkommen, der eiszeitlichen Schotterrinne und den Findlingen des 

Linthgletschers wird angesichts der minimalen Eingriffe durch die Widerla-

ger,  welche  sich  ausserhalb  des  eigentlichen  Tobels  befinden,  indes  nicht 

beeinträchtigt.  Die  besonders  erwähnten  Einzelobjekte  (Schottervorkom-

men ESE I., Molasseaufschlüsse W., fossilführender Molassesandstein, A.-

Stein, Burgmauern aus Findlingen) liegen in erheblicher räumlicher Distanz 

zur  projektierten  Brücke.  Zufolge  des  Inventareintrags  klar  unzulässige 
Massnahmen  (beeinträchtigende  Geländeveränderungen,  Bachverbauun-

gen,  Bentonitentnahmen,  Ausbeutung  von  fossilienhaltigen  Schichten)  er-

fordert das Projekt nicht. Mit der weiteren Zielsetzung der ungeschmälerten 

Erhaltung des X-Tobels mit seinen ausserordentlich bedeutungsvollen geo-

logischen Erscheinungsformen und als erlebnisreiches Naherholungsgebiet 

sowie geologisches und biologisches Lehr- und Anschauungsobjekt verhält 

sich  eine  zusätzliche  Fusswegverbindung  durchaus  verträglich.  Ein  Erfor-

dernis  dahingehend,  wonach  das  Gebiet  –  auch  von  Freizeitbesuchern  – 

möglichst  unberührt  zu  lassen  sei,  kann  aus  dem  Inventareintrag  gerade 

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Seite 24 

 
 
nicht  abgeleitet  werden.  Vielmehr  verweist  das  Inventar  ausdrücklich  auf 

die Bedeutung des X-Tobels als Lehr- und Anschauungsobjekt. Anlässlich 

des  durchgeführten  Augenscheins  war  eine  überaus  hohe  Besucherfre-

quenz namentlich von Schulklassen zu beobachten. Angesichts der Lage in 

der  Nähe  der  Stadt  Zürich  und  der  weitgehend  überbauten  angrenzenden 

Gebiete wäre eine Abschottung des Naherholungsgebiets X-Tobel vor wei-

teren Besuchern mit Zutrittsbeschränkungen verbunden. Dies widerspräche 

den Zielen des Inventareintrags. Ob zufolge der projektierten Fussgänger-

brücke letztlich eine Entlastung des tobelinternen Wegnetzes oder aber ei-

ne  –  zufolge  gesteigerter  Attraktivität  –  höhere  Besucherzahl  resultieren 

wird,  ist  nicht  relevant.  Eine  Nutzungsintensivierung  in  einem  Ausmass, 

welche die Bedeutung des X-Tobels als Naherholungsgebiet zu schmälern 

oder  infrage  zu  stellen  vermöchte,  ist  nicht  zu  erwarten.  Auch  wenn  die 

Brückenverbindung  tendenziell  geeignet  ist,  die  Attraktivität  des  X-Tobels 

zu steigern, ist eine solche Verbindung nicht derart aussergewöhnlich, dass 

sie  grosse  Besuchermassen  anziehen  würde.  In  der  Beurteilung  verbleibt 

damit einzig der optische Eingriff in das Landschaftsbild und damit die von 

der Rekurrentin gerügte "Möblierung der Landschaft". 

Auch  bezüglich  der  Beurteilung  der  Verträglichkeit  mit  den  Zielen  des 

Landschaftsschutzes ist die Erstellung eines Gutachtens nicht erforderlich. 

Die Vereinbarkeit der Erstellung der Fussgängerbrücke mit den Zielen des 

Inventareintrags ist im Kern Gegenstand der gerichtlichen Beurteilung. Der 

Eingriff in das Landschaftsbild allein erfordert – analog zu einer Beurteilung 

nach § 238 Abs. 2 PBG – keine Begutachtung. Das Baurekursgericht ist als 

Fachgericht  zur  Beurteilung  dieser  Fragen  ohne  weiteres  berufen 

(VB.2015.00677 vom 12. Mai 2016, E. 2).  

7.9. 
Zu beurteilen ist nach dem Gesagten vordringlich der Eingriff in das Inven-

tarobjekt.  Wie  erwähnt  ist  der  optische  Eingriff  nicht  unbedeutend.  Gemil-

dert wird er dadurch, dass bei der Projektierung bewusst eine Spannbrücke 

ohne Stützen gewählt wurde, um die Eingriffe in das Tobel auf ein Minimum 

zu reduzieren. Auch wurde für die Brücke eine Höhe gewählt, die nicht zu 

einer  grossflächigen  landschaftlichen  Beeinträchtigung  führt.  Die  Brücke 

wird  vom  See  oder  vom  Dorfzentrum  her  nicht  zu  sehen  sein.  Anlässlich 

des  Augenscheins  hat  sich  bestätigt,  dass  die  Brücke  zu  grossen  Teilen 

inmitten  der  Baumkronen  zu  liegen  kommen  wird.  Vom  Wanderweg  auf 

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Seite 25 

 
 
dem Tobelgrund her dürfte sie daher nur auf einer Strecke von je ca. 100 m 

erkennbar  sein.  Die  zwecks  Erschliessung  der  Brücke  am  Standort  des 

südlichen  Widerlagers  zu  tätigende  (geringfügige)  Geländeanpassung  ist 

landschaftsschutzrechtlich nicht von Bedeutung. Betreffend die Auswirkun-

gen der Benützung auf die Landschaft wird auf der Fussgängerbrücke ein 

generelles Fahr- und Reitverbot herrschen. Auf eine Beleuchtung der Brü-

cke wurde im Rahmen der Vorprüfung auf Verlangen der Baudirektion ver-

zichtet. 

Ein  Eingriff  in  ein  Landschaftsschutzobjekt  wie  der  vorliegende  kann  nur 

dann  gerechtfertigt  sein,  wenn  am  Projekt  ein  öffentliches  Interesse  be-

steht. Derselbe Grundsatz muss für die gemäss vorstehenden Erwägungen 

erforderliche  Rodungsbewilligung  gelten.  Eine  Rodungsbewilligung  erfor-

dert  wichtige  Gründe  (Art. 5  WaG).  Nach  der  bundesgerichtlichen  Recht-

sprechung  ist  bei  Rodungen  für  die  Erweiterung  eines  Skigebiets  nicht 

bloss erforderlich, dass diese im Interesse der touristischen Entwicklung ei-

ner  Berggemeinde  stehen.  Auch  das  Vermeiden  von  Wartezeiten  in  der 

Hochsaison bis zu 30 Minuten und die angestrebte Entlastung eines Skige-

biets  genügen  nicht  als  hinreichendes  Bedürfnis,  da  sonst  jede  vernünftig 

geplante Rodung in einer waldreichen, stark besuchten Ortschaft des Win-

tertourismus  bewilligt  würde.  Dies  wäre  mit  forstpolizeilichen  Grundsätzen 

nicht vereinbar (BGE 113 Ib 411, E. 3a). Zum landschaftsschutzrechtlichen 

Kontext hat das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus im Fall einer privat 

projektierten  Hängebrücke  (Ausnahmebewilligung  nach  Art. 24 ff.  RPG; 

Standortgebundenheit)  zwecks  Stärkung  des  Wanderwegnetzes  zur  Aus-

schöpfung  des  brachliegenden  Potentials  im  Sommertourismus  befunden, 

dass  angesichts  des  eher  losen  Gesamtkonzepts  ein  eigentlicher  Bedürf-

nisnachweis gänzlich fehle. Dieser könne auch nicht mit der Attraktivität der 

Hängebrücke daselbst begründet werden, sofern diese nicht sehr weit über 
dem Grund zu liegen komme. Ins Gewicht fiel sodann, dass die Hängebrü-

cke  keine  technische  Funktion  hatte,  da  der  entsprechende  Geländeab-

schnitt problemlos ohne Brücke passiert werden konnte. Das Gericht bejah-

te, dass die Hängebrücke im Wesentlichen zu einer unerwünschten Möblie-

rung  der  Landschaft  führe  (VGr  GL,  VG.2014.00086  vom  17. März 2016, 

E. 5). 

Mit den genannten Fällen ist der vorliegende nur bedingt vergleichbar. Zwar 

ist ebenfalls eine Steigerung der Attraktivität des Wanderwegnetzes (Pano-

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Seite 26 

 
 
ramaweg R.-F.) beabsichtigt. Die Brücke hat aber angesichts der Lage des 

X-Tobels  zwischen  X  und  A.  auch  einen  Erschliessungszweck.  Dabei  ist 

unerheblich, dass das X-Tobel bereits durch ein Wanderwegnetz erschlos-

sen  ist.  Aufgrund  der  Höhenunterschiede  erweist  sich  die  Durchquerung 

des Tobels von Norden nach Süden (und umgekehrt) als beschwerlich. Für 

die  Bewohner  der  angrenzenden  Quartiere  bzw.  für  die  täglichen  Besor-

gungen  ist  der  Wanderweg  daher  keine  valable  Alternative.  Eine  alltags-

taugliche  Umgehung  des  Tobels  erfordert  die  zeitaufwendige  Inanspruch-

nahme  öffentlicher  Verkehrsmittel  oder  des  Individualverkehrs.  Anders  als 

bei  Wanderwegen  weit  abseits  von  Siedlungen  kann  auch  nicht  von  der 

Hand gewiesen werden, dass der bestehende Weg durch das Tobel für äl-

tere oder mobilitätseingeschränkte Personen sowie Familien ungeeignet ist. 

Dabei wiederum ist zu berücksichtigen, dass sich in unmittelbarer Nähe des 

X-Tobels das im Eigentum der Gemeinde X stehende Alters- und Gesund-

heitszentrum T. […] befindet. Schliesslich haben aufgrund der engen Sied-

lungszusammenhänge auch weitere Anwohnerinnen und Anwohner des X-

Tobels  ein  Interesse  an  einer  zusätzlichen,  alltagstauglichen  Fusswegver-

bindung. Aufgrund des Siedlungskontexts ist damit ein nicht unerhebliches 

öffentliches Interesse an einer direkteren Fusswegverbindung dargetan. 

In  der  Gegenüberstellung  erscheint  der  Eingriff  in  das  Landschaftsschutz-

objekt vorliegend von eher geringem Gewicht. Dies gilt gleichermassen für 

die geringfügigen Rodungen. Unter Berücksichtigung des öffentlichen Inte-

resses  erscheinen  die  Eingriffe  in  Landschaft  und  Wald  verhältnismässig. 

Den Vorinstanzen kann nicht vorgeworfen werden, sie hätten das ihnen bei 

der Beurteilung zustehende Ermessen überschritten. Auch wurden die ge-

mäss  § 14  StrG  zu  beachtenden  Projektierungsgrundsätze  (bestmögliche 

Einordnung,  Beachtung  des  Umweltschutzes  und  der  sparsamen  Landbe-

anspruchung)  eingehalten.  Die  Rekurrentin  tut  nicht  dar,  inwiefern  noch 
weniger  invasive  Möglichkeiten  zur  Realisierung  einer  Fussgängerbrücke 

gewählt  werden  könnten.  Deren  Standort  wurde,  wie  erwähnt,  sorgfältig 

evaluiert.  

7.10. 

Die Rügen betreffend den Eingriff in das Landschaftsschutzobjekt  X-Tobel 

erweisen sich als unbegründet. 

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Seite 27 

 
 
8.1. 

Die  Rekurrentin  beruft  sich  des  Weiteren  –  wie  bereits  erwähnt  –  auf  die 

besonderen Bestimmungen zum Schutz der einheimischen Tier- und Pflan-

zenwelt (Art. 18 ff. NHG). Namentlich Uferbereiche und Standorte, die eine 

ausgleichende Funktion im Naturhaushalt erfüllen oder besonders günstige 

Voraussetzungen  für  Lebensgemeinschaften  aufweisen,  seien  besonders 

zu  schützen.  In  den  Projektunterlagen  würden  zudem  Erhebungen  zu  sel-

tenen  gefährdeten  Pflanzen-  und  Tierarten  fehlen.  Der  im  Inventareintrag 

erwähnte Eisvogel sei in der "Roten Liste Brutvögel" verzeichnet. Der eben-

falls erwähnte Feuersalamander sei in der Liste der national prioritären Ar-

ten  verzeichnet  und  als  verletzlich  eingestuft.  Für  die  Beeinträchtigung 

schutzwürdiger Lebensräume müsse die Verursacherin den bestmöglichen 

Schutz gewähren, für Wiederherstellung oder ansonsten für angemessenen 

Ersatz sorgen. 

8.2. 

Dem Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzenarten ist durch die Erhal-

tung  genügend  grosser  Lebensräume  (Biotope)  und  andere  geeignete 

Massnahmen  entgegenzuwirken  (Art. 18  Abs. 1  NHG).  Gemäss  Art. 18 
Abs. 1bis NHG sind Uferbereiche, Riedgebiete und Moore, seltene Waldge-
sellschaften,  Hecken,  Feldgehölze,  Trockenrasen  und  weitere  Standorte, 

die eine ausgleichende Funktion im Naturhaushalt erfüllen oder besonders 

günstige  Voraussetzungen  für  Lebensgemeinschaften  aufweisen,  beson-

ders zu schützen. Lässt sich eine Beeinträchtigung schutzwürdiger Lebens-

räume  durch  technische  Eingriffe  unter  Abwägung  aller  Interessen  nicht 

vermeiden,  so  hat  der  Verursacher  für  besondere  Massnahmen  zu  deren 

bestmöglichem  Schutz,  für  Wiederherstellung  oder  ansonsten  für  ange-
messenen  Ersatz  zu  sorgen  (Art. 18  Abs. 1ter  NHG).  Der  Schutz  und  der 
Unterhalt  der  Biotope  von  regionaler  und  lokaler  Bedeutung  obliegt  den 
Kantonen (Art. 18b Abs. 1 NHG). 

Der Biotopschutz soll insbesondere zusammen mit dem ökologischen Aus-

gleich (Art. 15 der Natur- und Heimatschutzverordnung [NHV]) und den Ar-

tenschutzbestimmungen  (Art. 20  NHV)  den  Fortbestand  der  wildlebenden 

einheimischen  Pflanzen-  und  Tierwelt  sichern.  Biotope  werden  aufgrund 

der  durch  Kennarten  charakterisierten  Lebensraumtypen,  der  nach  Art. 20 

NHV  geschützten  Pflanzen-  und  Tierarten,  der  nach  der  Fischereigesetz-

gebung  gefährdeten  Fische  und  Krebse,  der  gefährdeten  und  seltenen 

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Seite 28 

 
 
Pflanzen und Tierarten, die in den vom BAFU erlassenen oder anerkannten 

Roten  Listen  aufgeführt  sind  sowie  aufgrund  weiterer  Kriterien  wie  Mobili-

tätsansprüche der Arten oder Vernetzung ihrer Vorkommen als schützens-

wert  bezeichnet  (Art. 14  Abs. 3  NHV).  Ein  technischer  Eingriff,  der  schüt-

zenswerte  Biotope  beeinträchtigen  kann,  darf  nur  bewilligt  werden,  sofern 

er  standortgebunden  ist  und  einem  überwiegenden  Bedürfnis  entspricht. 

Für die Bewertung des Biotops in der Interessenabwägung sind neben sei-

ner Schutzwürdigkeit (gemäss Art. 14 Abs. 3 NHV) seine Bedeutung für die 

geschützten, gefährdeten und seltenen Pflanzen- und Tierarten, seine aus-

gleichende  Funktion  für  den  Naturhaushalt,  seine  Bedeutung  für  die  Ver-

netzung schützenswerter Biotope und seine biologische Eigenart oder sein 

typischer  Charakter  massgebend  (Art. 14  Abs. 6  NHV).  Wer  einen  Eingriff 

vornimmt  oder  verursacht,  ist  zu  bestmöglichen  Schutz-,  Wiederherstel-

lungs-  oder  sonstigen  angemessenen  Ersatzmassnahmen  zu  verpflichten 

(Art. 14 Abs. 7 NHV). 

Im  Grundsatz  prüft  das  Bundesgericht  frei,  ob  die  Kantone  den  bundes-

rechtlichen Auftrag zum Schutz der Biotope korrekt erfüllen. Es untersucht 

namentlich,  ob  dabei  alle  massgeblichen  Gesichtspunkte  berücksichtigt 

werden  und  ob  die  bundesrechtlich  gebotene  umfassende  Interessenab-

wägung stattgefunden hat. Doch billigt das Gericht den kantonalen Behör-

den bei der Auslegung und Anwendung der unbestimmten Gesetzesbegrif-

fe  einen  Beurteilungsspielraum  zu.  Mit  welchen  rechtlichen  Instrumenten 

die  Kantone  im  konkreten  Fall  ein  Biotop  schützen  oder  für  ökologischen 

Ausgleich  sorgen  müssen,  gibt  das  NHG  den  Kantonen  nicht  vor.  Auch 

nach der Rechtsprechung ist es den Kantonen überlassen, mit welchen In-

strumenten sie diesem Auftrag nachkommen. Art. 17 Abs. 1 lit. d RPG sieht 

zwar  im  Grundsatz  vor,  dass  Lebensräume  für  schutzwürdige  Tiere  und 

Pflanzen einer  Schutzzone zuzuweisen  sind.  Stattdessen kann das kanto-
nale  Recht  aber  auch  andere  geeignete  Massnahmen  vorsehen  (Art. 17 

Abs. 2  RPG).  Die  wichtigsten  Massnahmen  sind  in  Art. 14  Abs. 2  NHV  in 

nicht  abschliessender  Form  aufgezählt.  Mindestens  muss  der  Kanton  ein 

zweckmässiges  Feststellungsverfahren  vorsehen,  mit  welchem  möglichen 

Beeinträchtigungen  schützenswerter  Biotope  sowie  Verletzungen  der  Ar-

tenschutzbestimmungen  vorgebeugt  werden  kann  (Art. 14  Abs. 5  NHV). 

Dem Bundesrecht lässt sich damit kein Auftrag entnehmen, im Zusammen-

hang  mit  der  Zonenplanung  ein  förmliches  Naturschutz-  oder  Lebens-

rauminventar  zu  erstellen.  Allerdings  muss  den  Anforderungen  des  Bio-

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Seite 29 

 
 
topschutzes und des ökologischen Ausgleichs (Art. 18b Abs. 2 und 2 NHG; 

Art. 14 f. NHV) in der Zonenplanung materiell Rechnung getragen werden. 

Dies setzt voraus, dass die auf dem Gemeindegebiet vorhandenen schutz-

würdigen  Biotope  im  Sinne  von  Art. 14  Abs. 3  NHV,  ihre  räumliche  Aus-

dehnung  und  ihre  Bedeutung  im  Sinne  von  Art. 14  Abs. 6  NHV  bekannt 

sind.  Die  hierfür  notwendigen  Erhebungen  stellen  notwendige  Grundlagen 

der  Ortsplanung  dar.  Fehlen  sie  oder  sind  sie  unvollständig  oder  ungenü-

gend, so kann dies zur Folge haben, dass die raumplanerische Interessen-

abwägung  und  die  darauf  beruhende  Nutzungsplanung  fehlerhaft  ist  und 

(ganz oder teilweise) aufgehoben bzw. überarbeitet werden muss.  

Daraus, dass im fraglichen Lebensraum keine in den obigen Listen aufge-

führten  Arten  auftreten,  ist  noch  nicht  ohne  Weiteres  zu  schliessen,  dass 

kein  schutzwürdiges  Biotop  vorliegt.  Entscheidend  ist  vielmehr,  ob  beson-

ders günstige Voraussetzungen vorliegen und das Vorkommen geschützter 
Arten wahrscheinlich ist. Nach dem Art. 18 Abs. 1bis NHG inhärenten Mass-
stab kommt es nicht darauf an, ob ein Vorkommen schützenswerter Tierar-

ten  auf  der  betreffenden  Fläche  sicher  oder  nur  sehr  wahrscheinlich  ist, 

zumal  die  Beobachtung  gewisser  Tierarten  (z.B.  Reptilien)  erfahrungsge-

mäss  schwierig  sein  kann.  Dies  gilt  namentlich  dann,  wenn  ein  entspre-

chendes Artenvorkommen aufgrund der Eigenschaften eines Standorts als 

wahrscheinlich  gelten  muss.  Überhaupt  ist  bei  der  Qualifikation  eines  Ge-

biets als Biotop von grundlegender Bedeutung, dass der Sachverhalt, d.h. 

die örtlichen Gegebenheiten und damit die Schutzwürdigkeit, sachlich kor-

rekt und nachvollziehbar ermittelt wird. Das entsprechende Fachwissen ist 

im  Regelfall durch Amtsberichte  bzw. Gutachten einzuholen (zum  Ganzen 

Nina  Dajcar,  in:  Kommentar  NHG,  2. Aufl.,  Zürich 2019,  Art. 18b  Rz. 6 ff. 

und Rz. 14 ff., mit Hinweisen).  

8.3. 

Vorliegend  weist  der  Eintrag  des  X-Tobels  im  Inventar  der  Natur-  und 

Landschaftsschutzobjekte  von  überkommunaler  Bedeutung,  wie  erwähnt, 

auf  den  Eisvogel  als  Gast  am  Standort  hin.  Dessen  Bestand  ist  gemäss 

"Roter  Liste  Brutvögel"  als  verletzlich  eingestuft.  Überdies  ist  der  Eisvogel 

in  der  Liste  der  geschützten  Tiere  gemäss  Anhang 3  der  NHV  aufgeführt. 

Der Feuersalamander figuriert auf der Liste der national prioritären Arten. 

R2.2019.00029 

Seite 30 

 
 
Während  ein  Artenvorkommen  des  Feuersalamanders  im  X-Tobel  vorlie-

gend  unumstritten  ist,  kann  dies  für  ein  Artenvorkommen  des  Eisvogels 

nicht  gleichermassen  gelten.  Das  Inventar  spricht  von  einem  Gast  am 

Standort,  mithin  einem  unregelmässigen  Vorkommen.  Der  Birdlife-Brut-

vogelatlas  weist  das  X-Tobel  nicht  als  Brutstandort  für  den  Eisvogel  aus 

(Zeitpunkte: 1988 und 2008; www.birdlife-zuerich.ch/vogelfinder/atlas-nach-

vogelarten/). Ein mit BGE 118 Ib 485 ff. vergleichbarer Fall eines bestehen-

den Brutbiotops des Eisvogels liegt damit nicht vor. In der Sache kann frei-

lich nicht ausgeschlossen werden, dass das X-Tobel dem Eisvogel als Le-

bensraum dient. Das X-Tobel ist als Lebensraum des Eisvogels grundsätz-

lich  geeignet,  zumal  der  Eisvogel  zum  Brüten  steile  Sandsteinwände  und 

waldfreie  oder  mässig  bestockte  Abschnitte  eines  Fliessgewässers  benö-

tigt. Wichtig ist dabei, dass Eisvögeln genügend lange Zeiten ohne Störun-

gen  für  die  Nahrungssuche  zur  Verfügung  stehen  (BGE 118 Ib 485, 

E. 4c.bb).  Insgesamt  erschiene  es  nach  den  Sachumständen  angezeigt, 

das Vorhandensein eines im Sinne von Art. 18 Abs. 1 NHG in Verbindung 

mit Art. 14 Abs. 3 lit. b NHV schützenswerten Biotops des Eisvogels abzu-

klären.  Im  Hinblick  auf  –  mögliche  –  weitere  Beanspruchungen  des  X-

Tobels  wären  derartige  Abklärungen  wünschenswert.  Da  der  Feuersala-

mander  nicht  auf  einer  roten  Liste  geführt  ist  bzw.  (vorderhand)  nicht  als 

zumindest gefährdet eingestuft wird (Art. 14 Abs. 3 lit. d NHV), ist eine Ab-

klärung des Lebensraums des Feuersalamanders (noch) nicht erforderlich. 

Aus  dem  Gesagten  folgt,  dass  für  die  projektierte  Fussgängerbrücke  als 

technischem Eingriff im Sinne von Art. 14 Abs. 6 NHV eine Bewertung des 

Biotops vorzunehmen ist. Im vorliegenden Ausnahmefall ist angesichts der 

fehlenden  Anhaltspunkte  für  ein  aktuelles  Artenvorkommen  des  Eisvogels 

und  der  geringen  Bedeutung  des  Eingriffs  durch  die  projektierte  Fussgän-

gerbrücke  auf  einlässliche  Abklärungen  indes  summarisch  zu  verzichten. 
Die Sachlage ist nach Massgabe von Art. 14 Abs. 6 NHV auch ohne weite-

re  Abklärungen  beurteilbar.  Da  die  Fussgängerbrücke  in  einem  –  zufolge 

der  Wanderwege  –  bereits  stark  begangenen  Teil  des  Tobels  zu  liegen 

kommt, anlässlich des Augenscheins in der Nähe keine zum Brüten geeig-

nete Sandsteinwände ersichtlich waren und der Luftraum im fraglichen Be-

reich  stark  bestockt  ist,  kann  die  Brücke  nach  menschlichem  Ermessen 

nicht  als  relevanter  Eingriff  in  den  Lebensraum  einer  –  falls  vorhanden  – 

Eisvogelpopulation  gelten.  Eine  besondere  Interessenabwägung  nach 

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Seite 31 

 
 
Massgabe  von  Art. 14  Abs. 6  NHV  sowie  von  Ersatzmassnahmen  nach 

Massgabe von Art. 14 Abs. 7 NHV entfällt. 

8.4. 

Der Rekurs erweist sich auch bezüglich Biotopschutz in der Sache als un-

begründet. 

9.1. 

Die Rekurrentin beruft sich überdies darauf, dass gemäss aktuellem kanto-

nalen  Richtplan  ausserhalb  der  Bauzonen  nur  landschaftsverträglich  ge-

baut  werden  dürfe  (Ziele  gemäss  den  Punkten 3.2.3.a,  3.6  und  3.7  unter 

Ziff. 3.1.1  des  Richtplans).  Das  X-Tobel  befinde  sich  gemäss  kantonaler 

Richtplanung  zudem  in  einem  Landschaftsförderungsgebiet  (Ziele  gemäss 

Ziff. 3.8.1  und  3.8.2  des  Richtplans).  Die  Rekurrentin  verweist  in  diesem 

Zusammenhang  darauf,  dass  der  Kanton  bzw.  die  zuständige  Direktion 

gemäss  § 211  Abs. 1  PBG  Schutzmassnahmen  für  Natur-  und  Heimat-

schutzobjekte zu treffen habe, denen über die Gemeindegrenze hinausge-

hende  Bedeutung  zukommt.  Die  Rekursgegnerinnen  hätten  es  seit  gut 

28 Jahren  versäumt,  das  schutzwürdige  X-Tobel  mit  einen  oder  mehreren 

Schutzanordnungen (im Sinne von § 205 PBG) in allgemein- bzw. eigentü-

merverbindlicher  Weise  unter  Schutz  zu  stellen.  Dem  Kanton  obliege  die 

gesetzliche  Pflicht,  dies  sobald  wie  möglich  nachzuholen.  Auch  die  Ge-

meinde  X  treffe  eine  Verantwortung,  da  sie  für  den  Erlass  einer  planeri-

schen Schutzanordnung (Schutzzone gemäss Art. 17 RPG)  zuständig  wä-

re. 

9.2. 

Der  zuletzt  mit  Beschluss  des  Kantonsrats  Zürich  vom  22. Oktober  2018 
festgesetzte  Richtplan  sieht  in  allgemeiner  Weise  vor,  dass  offene,  wenig 

zerschnittene Räume ungeschmälert erhalten bleiben sollen und das Land-

schaftsbild generell zu schonen ist. Beim Bauen ausserhalb der Bauzonen 

ist grosser Wert auf eine zurückhaltende Bewilligungspraxis sowie die land-

schaftsverträgliche  Einordnung,  anspruchsvolle  Gestaltung  sowie  die 

Schonung  natürlich  gewachsener  Böden  zu  legen  (Ziff. 3.1.1  des  Richt-

plans).  Die  ferner  zitierte  Ziff. 3.2.3  des  Richtplans  (Massnahmen  für  das 

Landwirtschaftsgebiet)  betrifft  insbesondere  die  Genehmigung  von  Pla-

nungsmassnahmen  zur  Durchstossung  des  Landwirtschaftsgebiets,  wobei 

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Seite 32 

 
 
hohe Anforderungen an die Interessenabwägung zu stellen sind. Für Wald-

flächen enthält der Richtplan in Ziff. 3.3 besondere Ziele und Massnahmen. 

Ziff. 3.6 des Richtplans widmet sich dem Naturschutz in den dafür bezeich-

neten  Gebieten.  Der  Richtplan  enthält  in  Ziff. 3.7  weiter  Festlegungen  für 

Landschaftsschutzgebiete.  Diese  dienen  der  Erhaltung  und  nachhaltigen 

Entwicklung  besonders  wertvoller  Landschaften.  Der  Landschaftsschutz 

umfasst  die  Bewahrung  von  Vielfalt,  Schönheit,  Naturnähe,  Ökologie  und 

Eigenart der verschiedenen Landschaften. Landschaftsschutzgebiete sollen 

vielfältige Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen sein. Im Gegen-

satz  dazu  umfassen  die  Landschaftsförderungsgebiete  gemäss  Ziff. 3.8 

ausgeprägt multifunktionale Landschaften, welche sich insbesondere durch 

ihre  Eigenart,  Natürlichkeit  und  ihren  Erholungswert  auszeichnen.  Diese 

weisen eine hohe Dichte an jeweils typischen Landschaftselementen sowie 

eine  gewisse  Ursprünglichkeit  auf.  Landschaftsförderungsgebiete  sollen 

nach den Zielen der Richtplanung insgesamt in ihrem jeweiligen speziellen 

Charakter erhalten und weiterentwickelt werden. 

Das  X-Tobel  figuriert  im  Richtplan  als  Teil  des  Landschaftsförderungsge-

biets Nr. 00. Gemäss Ziff. 3.8.2 des Richtplans sind allen Landschaftsförde-

rungsgebieten folgende Merkmale gemeinsam, die erhalten werden sollen: 

Wesentliche Prägung durch die ortsspezifische landwirtschaftliche Nutzung, 

vergleichsweise  unverbaute  und  unzerschnittene  Landschaft  sowie  die  Ei-

genschaft  als  wichtige  Lebensräume  und  die  Brückenfunktion  für  Natur-

schutz  und  Biodiversität.  Darüber  hinaus  werden  für  die  einzelnen  Land-

schaftsförderungsgebiete  die  aus  kantonaler  Sicht  relevanten  individuellen 

Förderschwerpunkte  in  den  Bereichen  Landwirtschaft,  Naturschutz,  Erho-

lung und Landschaftsbild bezeichnet. Für das Landschaftsförderungsgebiet 

Nr. 00 ist dies die Erhaltung der Rebberge, die Förderung attraktiver Fuss- 

und  Velowege,  die  unverbaute  Erhaltung  von  Aussichtspunkten  und  Aus-
sichtslagen sowie die Erhaltung der Obstgärten.  

9.3. 

Zwischen  im  kantonalen  Richtplan  ausgeschiedenen  Landschaftsschutz- 

und Landschaftsförderungsgebieten ist klar zu unterscheiden. Landschafts-

schutzgebiete  haben  –  wie  erwähnt  –  den  Zweck,  besonders  wertvolle 

Landschaften  zu  erhalten  und  nachhaltig  zu  entwickeln.  Dieser  Kategorie 

liegt  damit  ein  im  Wesentlichen  bewahrender  Charakter  zugrunde.  Nicht 

gleichbedeutend  ist  die  Einteilung  in  ein  Landschaftsförderungsgebiet. 

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Seite 33 

 
 
Auch  Landschaftsförderungsgebiete  weisen  zwar  eine  gewisse  Ursprüng-

lichkeit  auf.  Indes  sollen  sie  –  etwa  bezüglich  ihrer  Erholungsfunktion  – 

auch weiterentwickelt werden. Mit dieser Zielsetzung erweist sich die Teil-

revision des  kommunalen  Richtplans Verkehr  und  mithin auch das festge-

setzte strassenrechtliche Projekt ohne weiteres als vereinbar. Dass dem X-

Tobel angesichts seiner Lage in weitgehend bebautem Gebiet eine wichtige 

Erholungsfunktion  zukommt,  ist  offenkundig  und  hat  sich  auch  anlässlich 

des Augenscheins bestätigt. Das Tobel wird äusserst rege genutzt. Mit die-

ser  Zielsetzung  der  Stärkung  der  Erholungsfunktion,  welche  die  kantonale 

Richtplanung  für  das  X-Tobel  besonders  vorsieht  (Förderung  attraktiver 

Fuss-  und  Velowege),  erweist  sich  die  Erstellung  einer  filigran  gehaltenen 

Fussgängerbrücke ohne weiteres als vereinbar. 

9.4. 

Das  Gesagte  wird  dadurch  verdeutlicht,  dass  das  kantonale  Recht  für 

Landschaftsförderungsgebiete  keine  besondere  Anordnung  von  Schutz-

massnahmen vorsieht. Landschaftsschutzgebiete hingegen werden, soweit 

ihre  Ausdehnung  und  ihr  Charakter  es  erlauben  und  der  Schutzzweck  es 

erfordert,  zur  planungsrechtlichen  Sicherung  in  Freihaltezonen  eingeteilt 

(§ 20 KNHV). Soweit planungsrechtliche Massnahmen nicht genügen, sind 

für  Landschaftsschutzgebiete  weitere  Vorschriften  zu  erlassen  und  Verfü-

gungen zu treffen, welche Tätigkeiten, Vorkehren und Einrichtungen verbie-

ten,  welche  das  Landschaftsbild  beeinträchtigen,  die  Unberührtheit  und 

Harmonie  stören  oder  seine  Eigenart  gefährden  bzw.  ein  schutzwürdiges 

Einzelobjekt  zerstören  oder  verunstalten  können  (§ 21  KNHV).  Für  das 

Landschaftsförderungsgebiet Nr. 00 besteht mithin keine Pflicht zum Erlass 

derartiger Schutzmassnahmen. 

9.5. 
Im Allgemeinen kommt den Zürcher Gemeinden nach § 2 lit. c und §§ 45 ff. 

PBG  bei  der  Festsetzung  von  Freihaltezonen  ein  weiter  Gestaltungsspiel-

raum zu. Mit Bezug auf deren Umfang und die entsprechenden Vorschriften 

sind sie weitgehend autonom. In der Stadt Zürich existieren neben Freihal-

tezonen  ohne  Zweckbestimmung  bspw.  solche  für  Allmenden  (Typus A), 

Sport- und Badeanlagen (Typus C), Campingplätze (Typus D) und Friedhö-

fe  (Typus E;  Art. 81 der  Bau-  und Zonenordnung der  Stadt  Zürich). Ob  ei-

ner  ausgeschiedenen  Freihaltezone  der  Charakter  einer  Schutzzone  ge-

mäss Art. 17 RPG zuzuerkennen ist, muss im Einzelfall anhand der gelten-

R2.2019.00029 

Seite 34 

 
 
den Vorschriften bestimmt werden. Im Allgemeinen ist davon auszugehen, 

dass der kommunale Gesetzgeber im Rahmen der jeweiligen Zonenplanre-

visionen die notwendigen planerischen Massnahmen trifft. Der kommunale 

Gesetzgeber kann insofern auch rechtswirksam auf einen Schutz von Ge-

bieten  verzichten.  Dasselbe  hat  analog  mit  Bezug  auf  besondere  Anord-

nungen  gemäss  § 21  KNHV  zu  gelten  (BRGE I  Nrn. 0061-0063/2019  vom 

10. Mai 2019, E. 4.8; BRGE I Nrn. 0192/2011 und 0193/2011 in BEZ 2012 

Nr. 10, E. 5.6.3-5.6.5).  

9.6. 

Zufolge der Nicht-Zuweisung des Gebiets X-Tobel in eine Erholungs- oder 

Freihaltezone  oder  des  Nicht-Erlasses  besonderer  Anordnungen  eine 

Rechtsverletzung  anzunehmen,  ginge  folglich  schon  im  Ansatz  fehl.  Zwar 

statuiert  das  kantonale  Recht  mit  Bezug  auf  Landschaftsschutzgebiete 

(§ 19 ff.  KNHV)  und  überkommunale  Schutzobjekte  (§ 211  Abs. 1  PBG) 

entsprechende  Zuständigkeiten.  Eine  positivrechtliche  Pflicht  zum  Erlass 

von  Schutzmassnahmen  trifft  indes  weder  den  kommunalen  Gesetzgeber 

noch  die  gemäss  § 211  Abs. 1  PBG  zuständige  Baudirektion.  Dies  umso 

mehr,  als  das  X-Tobel  gemäss  Richtplan  nicht  als  Landschaftsschutz-, 

sondern  als  Landschaftsförderungsgebiet  figuriert.  Angesichts  dessen, 

dass es sich beim X-Tobel nutzungsplanerisch um Wald handelt, kann der 

Schutz  im  Wesentlichen  bereits  als  durch  die  Forstgesetzgebung  gewähr-

leistet  gelten.  Der  Erlass  weitergehender,  besonderer  Schutzanordnungen 

drängt sich von Rechts wegen nicht auf. 

9.7. 

Die Rügen betreffend Richtplanung und betreffend unterlassene Schutzan-

ordnungen sind unbegründet. 

10. 

Der Rekurs ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

11. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten der Rekurrentin aufzuerlegen 

(§ 13 VRG). 

R2.2019.00029 

Seite 35 

 
 
Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.– bis Fr. 50'000.– (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs. 2  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Re-

kursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Plüss,  §  13  Rz.  25  ff.). 

Angesichts des nicht unerheblichen Beurteilungsaufwands ist die Gerichts-

gebühr vorliegend auf Fr. 8'000.– festzusetzen. 

Der  Gemeinderat  X  beantragt  die  Zusprechung  einer  Umtriebsentschädi-

gung. Vorliegend handelt es sich zwar nicht um einen einfachen Fall. Des-

sen ungeachtet hatte die Behörde im Rechtsmittelverfahren keinen beson-

deren,  über  die  Bearbeitung  im  Bewilligungsverfahren  erheblich  hinausge-

henden  Zusatzaufwand  zu  treiben.  Die  Voraussetzungen  von  §  17  Abs.  2 

lit. a VRG sind daher nicht erfüllt, so dass von der Zusprechung einer Um-

triebsentschädigung an den Gemeinderat X abzusehen ist. Angesichts des 

Verfahrensergebnisses ist der Rekurrentin von vornherein keine Umtriebs-

entschädigung zuzuerkennen.  

[…] 

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