# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd85a20a-d7d5-5cde-b7e7-addeb81e9998
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.08.2013 SB130060
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130060_2013-08-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130060-O/U/cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, lic. iur. Burger und lic. iur. 

Stiefel sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. Oswald 

 

Urteil vom 20. August 2013 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. ...,  
Beschuldigter und Erstberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Zweitberufungsklägerin 

 

betreffend mehrfache versuchte vorsätzliche Tötung etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 
11. Oktober 2012 (DG120041) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 16. Februar 

2012 (Urk. HD 29) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig  

− des versuchten qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und 

Ziff. 4 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

− der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 

SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV. 

2. Das Verfahren gegen †B._____ wird mit separatem Beschluss erledigt. 

3. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 12 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 

bis und mit heute 726 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 7. Februar 2012 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut 

Zürich lagernden Gegenstände: 

− 1 Pullover (Asservat-Nr. ...) 
− 1 Herrenkopfbedeckung (Asservat-Nr. ...) 

werden eingezogen und vernichtet. 

5. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 7. Februar 2012 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut 

Zürich lagernden Gegenstände: 

− 1 Herrenjacke (Asservat-Nr. ...)  

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− 1 Herrengilet (Asservat-Nr. ...) 
− 1 Herrenhose (Asservat-Nr. ...) 
− 2 Shirts (Asservat-Nr. ... und ...) 
− Sportschuhe (Asservat-Nr. ...) 

werden eingezogen und vernichtet. 

6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 7. Februar 2012 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut 

Zürich lagernden Gegenstände: 

− 3 DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat-Nr. ..., ... und ...) 
− 9 Hülsen (Asservat-Nr. ..., ..., ..., ..., ..., ..., ..., ... und ...) 
− 6 Schmauch-Spuren (Asservat-Nr. ..., ..., ..., ..., ... und ...) 
− 3 Schmauchfilter (Asservat-Nr. ..., ... und ...) 
− 5 Projektile (Asservat-Nr. ..., ..., ..., ... und ...) 
− 6 Projektilteile (Asservat-Nr. ..., ..., ..., ..., ... und ...) 
− 2 Patronen (Asservat-Nr. ... und ...) 
− Brechwerkzeug (Asservat-Nr. ...) 
− Beschussmaterial (Asservat-Nr. ...) 
− Beschussmaterial (Asservat-Nr. ...) 

werden als Beweismittel bei den Akten belassen. 

7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 7. Februar 2012 beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse 

lagernden Gegenstände: 

− 1 Pistole (Asservat-Nr. ...) 
− 1 Pistole (Asservat-Nr. ...) 

werden eingezogen und der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung 

überlassen. 

8. Der Beschuldigte A._____ wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, 

dem Privatkläger C._____ Schadenersatz von Fr. 4'986.60 zuzüglich 5 % 

Zins ab 7. Februar 2011 zu bezahlen. 

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9. Der Beschuldigte A._____ wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, 

dem Privatkläger D._____ Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 16. Oktober 

2010 als Genugtuung zu bezahlen.  

10. Der Beschuldigte A._____ wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, 

dem Privatkläger C._____ Fr. 10'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 16. Oktober 

2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:  

Fr. 8'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 884.80  Kosten Kantonspolizei 

Fr. 9'000.–  Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 23'862.75  Auslagen Untersuchung 

Fr. 7'352.70  amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr. 5'466.65  1/2 unentgeltlicher Rechtsbeistand C._____ 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

12. Die Kosten der den Beschuldigten A._____ betreffenden Untersuchung und 

des gerichtlichen Verfahrens sowie die Hälfte der Kosten der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung des Privatklägers C._____ werden dem 

Beschuldigten A._____ auferlegt. 

Die Kosten der zeitweiligen amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 

A._____ werden auf die Staatskasse genommen. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:  

(Urk. 137 S. 1) 

1. Die Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 11. Oktober 2012 

sei aufzuheben und der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 10 

Jahren zu verurteilen.  

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2. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 11. Oktober 

2012 zu bestätigen.  

3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 136 S. 1) 

Der Beschuldigte A._____ sei 

1. des mehrfachen Mordversuchs im Sinne von Art. 112 in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB,  

2. des mehrfach qualifizierten Raubversuchs im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 

Abs. 3 und Ziff. 4 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und  

3. des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 

SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV 

schuldig zu sprechen und mit einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren zu 

bestrafen. 

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Erwägungen: 

I. Anklagesachverhalt 

1. Gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 16. Februar 2012 werden dem Beschuldigten A._____ mehrfacher 

Mordversuch im Sinne von Art. 112 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, mehrfacher 

qualifizierter Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 und 4 StGB sowie Fahren in 

fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 

SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV vorgeworfen, weil er sinngemäss zusammengefasst 

Folgendes getan habe: 

Am 16. Oktober 2010 um 03:40 Uhr hätten die Beschuldigten †B._____ und 

A._____ die im ersten Untergeschoss der Liegenschaft E._____-Strasse … in 

Zürich gelegene Bar "F._____" in der Absicht betreten, wie zuvor gemeinsam 

besprochen und vereinbart, auf die dort anwesenden Gäste und das Personal 

einen Raubüberfall zu verüben. Unmittelbar vor dem Betreten des Lokals hätten 

sich die Beschuldigten †B._____ und A._____ maskiert und je eine geladene 

Faustfeuerwaffe auf sich getragen: der Beschuldigte †B._____ die 

Selbstladepistole "Tokarev", Modell M57 (YU), Waffen-Nr. …, und der 

Beschuldigte A._____ die Selbstladepistole "Astra", eine umgebaute 

Schreckschusspistole mit Kaliber 6.35 mm. Die Beschuldigten †B._____ und 

A._____ hätten gewusst, dass die von ihnen benutzten Waffen geladen und 

geeignet gewesen seien, bei einem Schuss auf Menschen tödliche Verletzungen 

herbeizuführen; zumindest hätten dies die Beschuldigten †B._____ und A._____ 

in Kauf genommen, und die Beschuldigten †B._____ und A._____ hätten 

während der Verübung des Raubes ihre Waffen auch in schussbereitem Zustand 

gegen die Geschädigten gerichtet. Die Waffen seien ungesichert und eine 

Schussabgabe sei allein mittels Zurückziehen des am Abzugbügel befindlichen 

Fingers möglich gewesen, was von den Beschuldigten †B._____ und A._____ 

während der Durchführung des Raubes auch mehrfach so getan worden sei. 

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Die Beschuldigten †B._____ und A._____ hätten das Lokal durch die Eingangstür 

betreten, wobei jeder die von ihm benutzte Faustfeuerwaffe in einer Hand 

gehalten habe. Dabei sei der Beschuldigte †B._____ vorausgegangen und der 

Beschuldigte A._____ sei ihm gefolgt. Der Beschuldigte †B._____ habe den vom 

Eingang her gesehen rechtsseitig gelegenen Spielraum betreten und einen 

Schuss in die Decke abgegeben. Die dort am Pokertisch sitzenden Personen 

seien vom Beschuldigten †B._____ darauf angewiesen worden, alle ihre 

Wertsachen auf den Tisch zu legen und sich an die Wand in der linken Ecke des 

Raumes zu stellen. Während der Beschuldigte A._____ seine geladene und 

schussbereite Waffe auf die anwesenden Personen gerichtet und diese so in 

Schach gehalten und von den Geschädigten Wertsachen behändigt habe, habe 

der Beschuldigte †B._____ im Spielraum neben sich in den Boden geschossen. 

Der Privatkläger C._____ habe sich darauf dem Beschuldigten †B._____ 

genähert, welcher in der Folge mit der von ihm gehaltenen Waffe aus sehr kurzer 

Distanz (unter 20 cm) einen Schuss gegen den Oberkörper des Privatklägers 

C._____ abgefeuert habe, wodurch der Privatkläger C._____ im Oberkörper 

getroffen worden sei. Dabei habe das vom Beschuldigten †B._____ so 

abgefeuerte Projektil den Oberkörper des Privatklägers C._____ durchdrungen 

und sei in einem an der dem Eingang gegenüberliegenden Wand stehenden 

Ledersessel rund 10 cm über dem Boden stecken geblieben. Der Privatkläger 

C._____ habe dadurch einen Durchschuss seines Oberkörpers mit Einschuss an 

der linken Flanke im Bereich des Rückens und Ausschuss oberhalb der 

Gesässmuskulatur rechts erlitten, wobei es zur Zertrümmerung eines 

Wirbelfortsatzes im Bereich des 5. Lendenwirbelkörpers sowie im Bereich der 

Darmbeinschaufel gekommen sei. Bei dieser Schussabgabe aus nächster Nähe 

auf das sich ihm nähernde Opfer habe der Beschuldigte †B._____ zumindest den 

Tod des dabei getroffenen Privatklägers C._____ in Kauf genommen. 

Nachdem die sich im Lokal befindlichen Opfer ihre Wertsachen entsprechend der 

Aufforderung des Beschuldigten †B._____ auf dem Spieltisch deponiert hätten, 

seien sie angewiesen worden, das Lokal durch den Eingang zu verlassen und in 

die Toilette zu gehen, wo die Beschuldigten †B._____ und A._____ sie hätten 

einschliessen wollen. Dazu hätten die Geschädigten an den dort stehenden 

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Beschuldigten vorbeigehen müssen. Als der Privatkläger C._____ die 

Beschuldigten †B._____ und A._____ passiert habe, habe er den Beschuldigten 

†B._____ angegriffen, worauf der Beschuldigte A._____ einen Schuss in 

Richtung des Privatklägers C._____ abgefeuert habe, welcher den Privatkläger 

C._____ im Bereich unterhalb des mittleren Rippenbogens getroffen habe, wobei 

das Projektil vor dem Bauchfell stecken geblieben sei. In der Folge habe der 

Beschuldigte †B._____ erneut mit der von ihm benutzten Waffe zu schiessen 

versucht, was allerdings nicht möglich gewesen sei, da die Waffe blockiert habe. 

Das sei von einzelnen Geschädigten bemerkt und dazu benutzt worden, die 

Beschuldigten †B._____ und A._____ anzugreifen, worauf der Beschuldigte 

A._____ weitere der von ihm insgesamt sechs abgegebenen Schüsse abgefeuert 

habe, wobei er sich dabei in die hintere rechte Seite des Lokals begeben habe. 

Unter anderem habe der Beschuldigte A._____ einen Schuss gegen die Decke 

sowie einen Schuss dicht am Kopf des Geschädigten G._____ vorbei von der 

rechten Seite des Barbereichs aus in Richtung des DJ-Pultes abgefeuert. Bei 

diesen Schussabgaben, insbesondere bei den gegen den Privatkläger C._____ 

und den Geschädigten G._____ abgegebenen Schüssen, habe der Beschuldigte 

A._____ den Tod dieser beiden Geschädigten zumindest in Kauf genommen. 

Die Beschuldigten †B._____ und A._____ hätten bei ihrer Tat mit dem 

Beweggrund gehandelt, einen Raub zu begehen, um auf diese Weise Geld und 

andere Vermögenswerte zu erbeuten. Dabei seien sie zur Durchführung und 

Sicherung des Raubes bereit gewesen, diejenigen Personen, welche sich ihren 

kriminellen Absichten in den Weg zu stellen und zu widersetzen versucht hätten, 

zu töten, indem sie skrupellos von ihren Waffen Gebrauch gemacht und mehrfach 

und hemmungslos auf ihre Opfer geschossen hätten. Dadurch hätten die 

Beschuldigten †B._____ und A._____ auch ihre extreme Geringschätzung 

gegenüber dem Leben von anderen Menschen zum Ausdruck gebracht. 

Während die Beschuldigten †B._____ und A._____ ihre geladenen, 

schussbereiten und ungesicherten Waffen auf die Geschädigten gerichtet hätten, 

hätten sich die im Raum anwesenden Geschädigten aufgrund der dann auch 

tatsächlich erfolgten Schussabgaben und auch infolge der unkontrollierbaren 

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Abpraller in einer naheliegenden unmittelbaren Gefahr befunden, von durch die 

Beschuldigten †B._____ und A._____ abgegebenen Schüssen direkt oder indirekt 

getroffen und dadurch tödlich verletzt zu werden. 

Schliesslich sei es den Geschädigten gelungen, die Beschuldigten †B._____ und 

A._____ zu überwältigen und die Polizei herbeizurufen. 

 2. Bezüglich des Sachverhaltes unter Anklagepunkt C (Nebendossier 4) 

betreffend Fahren in angetrunkenem Zustand erfolgte keine Anfechtung des vor-

instanzlichen Urteils, weshalb dieser Anklagevorwurf nicht Gegenstand des 

vorliegenden Berufungsverfahrens ist (Urk. 124 S. 2). 

II. Prozessgeschichte 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, erging am 11. 

Oktober 2012 und wurde dem Beschuldigten A._____ mündlich und schriftlich im 

Dispositiv eröffnet (Prot. I S. 18). Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten des 

versuchten qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und Ziff. 4 i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne 

von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Fahrens in fahrunfähigen 

Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG 

und Art. 2 Abs. 1 VRV schuldig und bestrafte ihn mit 12 Jahren Freiheitsstrafe, 

unter Anrechnung von 726 Tagen Haft. Ausserdem wurde er gemäss seiner 

Anerkennung verpflichtet, den Privatklägern C._____ und D._____ 

Schadenersatz und Genugtuung zu bezahlen (Dispositivziffern 8-10 des 

vorinstanzlichen Urteils; Urk. 122 S. 162). Im Weiteren wurden diverse 

Kleidungsstücke und zwei Pistolen eingezogen, teilweise zur Vernichtung 

freigegeben und teilweise, d.h. bezüglich der Waffen, der Lagerbehörde zur 

gutscheinenden Verwendung überlassen. Diverse Asservate (u.a. DNA-Spuren, 

Hülsen, Projektile, Patronen, Beschussmaterial etc.; Dispositivziffern 4-7 des 

vorinstanzlichen Urteils; Urk. 122 S. 161 f.), wurden bei den Akten belassen. 

2. Das Verfahren gegen den ursprünglichen Mitangeschuldigten 

†B._____ wurde mit separatem Beschluss vom 11. Oktober 2012 eingestellt 

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(Prot. I S. 24; Urk. 92), da dieser am 9. Oktober 2012 in der Justizvollzugsanstalt 

… verstorben war (Urk. 81, 86 und 87). 

3. Mit Eingabe vom 12. Oktober 2012 liess der Beschuldigte A._____ die 

Berufung anmelden (Urk. 94). Die Staatsanwaltschaft meldete ihrerseits die 

Berufung mit Eingabe vom 16. Oktober 2012 an (Urk. 97). Das vollständig 

begründete Urteil wurde dem Beschuldigten am 4. Februar 2013 zugestellt 

(Urk. 121/2). Mit Eingabe vom 19. Februar 2013 ging innert Frist die 

Berufungserklärung des Beschuldigten ein, wobei er einen Freispruch vom 

Vorwurf des versuchten qualifizierten Raubs im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB sowie vom Vorwurf der mehrfachen vorsätzlichen Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB beantragte. Der 

vorinstanzliche Schuldspruch wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand wurde 

nicht angefochten. Dementsprechend wurde mit beiden Berufungen auch die 

Höhe des Strafmasses gemäss Ziff. 3 des vor-instanzlichen Urteils angefochten 

(Urk. 124 S. 2). 

4. Nicht angefochten wurde die Verpflichtung des Beschuldigten zur 

Bezahlung von Schadenersatz und Genugtuung an die Privatkläger C._____ und 

D._____ sowie die Einziehung diverser Kleidungsstücke und von zwei Pistolen, 

wie auch die Anordnung, diverse Asservate bei den Akten zu belassen. Ebenso 

wurde die vorinstanzliche Kostenaufstellung nicht angefochten (Dispositivziffern 

4-11 des vorinstanzlichen Urteils; vgl. Urk. 124 S. 2). 

5. Die Staatsanwaltschaft beantragte mit ihrer Berufung, der Beschuldigte 

sei des qualifizierten Raubs im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 140 

Ziff. 4 und Ziff. 3 Abs. 3 StGB sowie des mehrfachen Mordversuchs im Sinne von 

Art. 112 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und mit 18 Jahren 

Freiheitsstrafe zu bestrafen (Urk. 123). 

6. Von den Privatklägern wurde kein Rechtsmittel ergriffen. 

7. Mit Eingabe vom 15. August 2013 teilte die Verteidigung mit, dass sich 

die Berufung des Beschuldigten nur noch auf die Bemessung der Strafe 

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beschränke. Es werde beantragt, das vorinstanzliche Urteil bezüglich der übrigen 

Punkte zu bestätigen (Urk. 132). 

III. Prozessuales 

1. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). E contrario erwachsen die nicht von der Berufung erfassten 

Punkte in Rechtskraft (SCHMID, StPO-Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, 

Art. 402 N 1; vgl. auch Art. 437 StPO). Entsprechend ist vorab mit Beschluss 

festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 11. 

Oktober 2012 bezüglich der Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch wegen 

Fahrens in fahrunfähigem Zustand), 4 und 5 (Einziehung und Vernichtung 

diverser Kleidungsstücke), 6 (Belassung diverser Gegenstände bzw. Asservate 

bei den Akten), 7 (Einziehung zweier Pistolen und Überlassung der Lagerbehörde 

zur gutscheinenden Verwendung), 8-10 (Zivilforderungen) sowie 11 

(Kostenaufstellung) rechtskräftig ist. 

2. Es wurden keine Beweisanträge gestellt. 

3. Im Rahmen der Berufungserklärung stellte der bis dahin erbetene 

Verteidiger RA lic. iur. X._____ den Antrag, er sei für das Berufungsverfahren 

zum amtlichen Verteidiger zu bestellen (Urk. 124 S. 2). Diesem Antrag wurde mit 

Präsidialverfügung vom 28. Februar 2013 entsprochen (Prot. II S. 2; Urk. 127). 

4. Der Beschuldigte wurde am 16. Oktober 2010, 03:50 Uhr in Haft 

genommen, mit Verfügung vom 18. Oktober 2010 wurde er in Untersuchungshaft 

versetzt (Urk. HD 16.2 und HD 16.7). Mit Präsidialverfügung vom 26. Oktober 

2012 wurde dem Beschuldigten der vorzeitige Strafantritt bewilligt (Urk. 100). 

IV. Sachverhaltserstellung 

 1. Die Beschuldigten †B._____ und A._____ haben Teile des ihnen in der 

Anklageschrift vorgeworfenen Sachverhalts im Zusammenhang mit dem Vorfall 

vom 16. Oktober 2010 in der Bar "F._____" im Rahmen der Voruntersuchung 

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bestritten. Der eingeklagte Sachverhalt ist demnach zu erstellen, wobei in den 

nachfolgenden Erwägungen nur insoweit auf die Aussagen der 

Verfahrensbeteiligten und die Akten einzugehen ist, als dies für die 

Entscheidfindung im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen A._____ 

notwendig erscheint. 

 2.1. Standpunkt des Beschuldigten A._____ 

Der Beschuldigte A._____ anerkannte sowohl in der Untersuchung als auch 

anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung den in der Anklageschrift 

geschilderten äusseren Tatablauf, behauptete aber, vom Beschuldigten †B._____ 

zur Tat gezwungen worden zu sein. Zudem bestritt er, auf den Privatkläger 

C._____ gezielt zu haben. In subjektiver Hinsicht machte er geltend, nicht 

gewusst zu haben, dass die von ihm verwendete Pistole echt war. Ferner bestritt 

er, einen Verletzungsvorsatz gehabt zu haben. Auch wenn der Beschuldigte 

A._____ seine Berufung auf das Strafmass beschränkte, hielt er an diesem 

Standpunkt fest (vgl. Prot. II S. 4 und S. 10 ff.). 

 2.2. Standpunkt des Beschuldigten †B._____ 

Der Beschuldigte †B._____ anerkannte in der Untersuchung den objektiven 

Anklagesachverhalt in weiten Teilen. Er bestritt aber, den Privatkläger C._____ 

aus einem Abstand von unter 20 cm angeschossen zu haben. In subjektiver 

Hinsicht war der Beschuldigte †B._____ nicht geständig. Er bestritt einerseits, 

gewusst zu haben, dass es sich bei seiner Pistole um eine echte Pistole handelte. 

Anderseits machte er geltend, dass er niemanden habe verletzen, geschweige 

denn töten wollen. Zwar anerkannte er die räuberische Absicht, stellte sich aber 

schliesslich auf den Standpunkt, in eine Falle gelockt worden zu sein. Nach der 

Darstellung des Beschuldigten †B._____ habe der Beschuldigte A._____ beim 

Raubüberfall aus freien Stücken mitgemacht und die verwendete Pistole selber 

mitgebracht. 

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 3. Die Vorinstanz hat ausführliche und zutreffende Ausführungen zu den 

Grundsätzen und Regeln der Beweiswürdigung gemacht, worauf vollumfänglich 

verwiesen werden kann (Urk. 122 S. 10 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 4. Auch zur Glaubwürdigkeit der Beschuldigten A._____ und †B._____ 

sowie der als Zeugen befragten Personen (C._____, H._____, D._____, G._____, 

I._____, J._____, K._____ und L._____) hat die Vorinstanz umfassende und 

zutreffende Ausführungen gemacht, auf welche vollumfänglich verwiesen werden 

kann (Urk. 122 S. 16-18). Hervorzuheben ist, dass alle Zeugen glaubhaft 

angegeben haben, die beiden Beschuldigten nicht zu kennen bzw. gekannt zu 

haben. Sachfremde Motive für unrichtige Beschuldigungen sind somit nicht 

ersichtlich. Dabei bleibt zu beachten, dass sämtliche Zeugen als Opfer des von 

den Beschuldigten verübten Raubversuches ein persönliches Interesse am 

Ausgang des vorliegenden Verfahrens haben dürften, was akzentuiert für 

diejenigen Privatkläger gilt, welche von den Schussabgaben durch die 

Beschuldigten betroffen wurden, sei es, dass sie Verletzungen erlitten (C._____), 

sei es, dass sie von den Schüssen nur knapp verfehlt wurden (G._____), oder sei 

es, dass sie Zivilforderungen geltend machten (D._____). Mit der Vorinstanz ist 

jedoch davon auszugehen, dass keine Anhaltspunkte für Zweifel an der 

Glaubwürdigkeit der Zeugen bestehen. 

 5. Die Aussagen der Beschuldigten A._____ und †B._____ sowie der 

genannten Zeugen wurden von der Vorinstanz umfassend und zutreffend 

wiedergegeben. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, ist auf die 

entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen 

(Urk. 122 S. 18 - 90). 

 6. Aus den weiteren Beweismitteln ergibt sich das Folgende: 

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 6.1.  Medizinische Berichte und Gutachten 

 6.1.1. Chemisch-toxikologisches Gutachten des Instituts für 

Rechtsmedizin vom 8. Februar 2011 betreffend den Beschuldigten A._____ 

(Urk. HD 11/3) 

Gemäss chemisch-toxikologischem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin 

vom 8. Februar 2011 stand der Beschuldigte A._____ im Zeitpunkt des 

Ereignisses mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht unter dem Einfluss von Opiat-

Drogen, Opiat-Pharmaka, Cocain, Cannabis oder Amphetaminen sowie auch 

nicht unter dem Einfluss von Trinkalkohol (Urk. HD 11/3 S. 2). Dies im Gegensatz 

zu seinen eigenen Aussagen anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 26. 

November 2010, wo er auf Zusatzfrage seines damaligen Verteidigers ausführte, 

er habe kurz bevor er und †B._____ in das Restaurant … gegangen seien, mithin 

am gleichen Abend bzw. Vorabend, noch 4-5 Gramm (!) Kokain konsumiert (Urk. 

HD 3/5 S. 13). 

 6.1.2. Chemisch-toxikologisches Gutachten des Instituts für 

Rechtsmedizin vom 28. Dezember 2010 betreffend den Privatkläger 

C._____ (Urk. HD 12/3) 

Gemäss chemisch-toxikologischem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin 

vom 28. Dezember 2010 beweisen die Analysen die Anwesenheit von Morphin 

und Codein im Körper des Privatklägers C._____. Möglich ist, dass der 

Privatkläger C._____ bei der ärztlichen Notfallbehandlung Morphin oder ein 

Morphin-Präparat zur Schmerzlinderung verabreicht erhielt. Es ist auch möglich, 

dass sowohl eine notfallmedizinische Applikation eines morphinhaltigen Präparats 

wie auch ein Eigenkonsum von Heroin und/oder Morphin vorgelegen hat. Die 

Analysenergebnisse beweisen einen länger zurückliegenden Cocain-Konsum. Im 

Zeitpunkt des Ereignisses hat keine Wirkung von Cocain vorgelegen. Aufgrund 

des negativen Analysenergebnisses kann für den Zeitpunkt des Ereignisses eine 

Wirkung für Cannabis mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen 

werden. Im Weiteren befand sich im Zeitpunkt der Blutentnahme, am 16. Oktober 

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2010 um 05:55 Uhr, kein Trinkalkohol im Blut. Es liegen somit für den Zeitpunkt 

des Ereignisses keine Hinweise für eine Alkoholisierung vor (Urk. HD 12/3 S. 2 f.). 

 6.1.3. Ärztlicher Befund der Klinik für Unfallchirurgie des 

Universitätsspitals Zürich betreffend den Privatkläger C._____ vom 22. 

November 2010 (Urk. HD 8/6) 

Gemäss ärztlichem Befund der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsspitals 

Zürich vom 22. November 2010 wurde der Privatkläger C._____ am 16. Oktober 

2010 untersucht. Er hat drei Schusswunden erlitten: eine von oben nach unten 

verlaufend im Bereich unterhalb des mittleren Rippenbogens, wobei das Projektil 

vor dem Bauchfell endete, eine mit Einschuss linke Flanke im Bereich des 

Rückens, das Projektil konnte nicht gefunden werden, sowie eine letzte mit 

Einschuss oberhalb der Gesässmuskulatur im Bereich des Rückens rechts, 

abermals war das Projektil nicht auffindbar. Gleichzeitig kam es zur 

Zertrümmerung eines Wirbelfortsatzes im Bereich des 5. Lendenwirbelkörpers 

sowie im Bereich der Darmbeinschaufel. Bei nur geringer Eindringtiefe der 

Projektile war die Entfernung zu lebenswichtigen Organen jeweils mehr als 2 cm. 

Klare Angaben zum Verletzungshergang konnte der Privatkläger C._____ nicht 

machen. Es musste eine umgehende Notfalloperation durchgeführt werden. Es 

kam zu einer knöchernen Verletzung im Bereich des 5. Lendenwirbelkörpers 

sowie der Darmbeinschaufel, beide knöchernen Verletzungen sind jedoch nicht 

schwerwiegend. Ansonsten lagen hauptsächlich Weichteilverletzungen vor, 

sodass keine bleibenden Schäden zu erwarten sind. Es bestand zu keinem 

Zeitpunkt eine unmittelbare Lebensgefahr. Eine unmittelbare Lebensgefahr wäre 

auch dann nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten gewesen, wenn keine 

ärztliche Versorgung stattgefunden hätte. Bleibende körperliche Schäden sind 

aufgrund des Verletzungsmusters mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit auszuschliessen. Psychische Folgeschäden sind möglich. Am 

22. Oktober 2010 begab sich der Privatkläger C._____ in die Weiterbehandlung 

des Hausarztes, welcher die Arbeitsunfähigkeit feststellte. Üblicherweise ist mit 

einer Arbeitsunfähigkeit für zwei Wochen nach Operation, das heisst bis ca. den 

31. Oktober 2010 zu rechnen, worauf sich im Allgemeinen eine volle 

- 16 - 

Arbeitsfähigkeit anschliesst. Krankhafte vorbestehende Veränderungen haben die 

Folgen der Verletzungen nicht beeinflusst. Es gibt keine Hinweise auf Zustände 

nach der Verletzung, mit denen üblicherweise gerechnet werden muss und die 

sich erschwerend auf den Verlauf oder die Heilung auswirken (Urk. HD 8/6 S. 1 

f.). 

 6.1.4. Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Instituts für 

Rechtsmedizin der Universität Zürich betreffend den Privatkläger C._____ 

vom 13. Dezember 2010 (Urk. HD 8/7) 

Gemäss Gutachten zur körperlichen Untersuchung durch das Institut für 

Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 13. Dezember 2010 hat der 

Privatkläger C._____ notfallmässig operiert werden müssen. In den rund 

eineinhalb Stunden zwischen Ereigniszeitpunkt (03:40 Uhr) und Operationsbeginn 

(05:05 Uhr) war der Privatkläger C._____ stets kreislaufstabil. Nach den 

Ergebnissen der Bilanzierung des Verletzungsausmasses waren keine 

lebenswichtigen Organe verletzt worden. Es waren ausschliesslich Weichteil- und 

Knochenverletzungen entstanden. Hiernach zu urteilen, bestand aus 

rechtsmedizinischer Sicht beim Privatkläger C._____ aufgrund der erlittenen 

Verletzungen eine potentielle bzw. mittelbare Lebensgefahr. Durch eine 

ergänzende forensische Beurteilung der klinisch per Computertomographie 

angefertigten Bilder konnte neben dem Steckschuss im rechten Oberbauch ein 

Durchschuss am Rücken, verlaufend von der linken Lende zum rechten Gesäss, 

festgestellt werden. Morphologisch und feingeweblich waren Hinweise auf einen 

relativen Nah- bzw. einen Fernschuss nachweisbar. Der Steckschuss im rechten 

Oberbauch mit der Lage unmittelbar in der Nähe der Leber hätte prinzipiell bei 

etwas näherer Schussdistanz oder allenfalls dünnerer Bekleidung zu einem 

Eindringen in das Organ und hierdurch zu inneren Blutungen führen können. 

Infolge der Knochenverletzung durch den Durchschuss am Rücken hätte ein 

geringgradig zur Bauchseite hin abweichender Schusskanal zu einer Verletzung 

des Rückenmarks, allenfalls mit Lähmungserscheinungen führen können. 

Wiederum etwas weiter bauchseitig gelegene Schussverläufe können bei 

Verletzung der Aorta (Hauptschlagader) ein rasches letales Verbluten zur Folge 

- 17 - 

haben. Bei Verletzung der gut vaskularisierten, in der Nähe gelegenen Niere sind 

ebenfalls starke Blutungen zu erwarten. 

Postoperativ war es im zu begutachtenden Fall zu keinerlei Komplikationen bei 

der Wundheilung gekommen (Urk. HD 8/7 S. 5 f.). 

 6.2.  Vorbericht und Gutachten betreffend Schusswaffen 

 6.2.1. Vorbericht Schusswaffen des Forensischen Instituts Zürich vom 

14. November 2010 (Urk. HD 6/1) 

Gemäss Vorbericht Schusswaffen des Forensischen Instituts Zürich vom 14. 

November 2010 steht fest, dass der Privatkläger C._____ von je einem Projektil 

aus den beiden verwendeten Waffen "Tokarev M57" und "Astra" getroffen worden 

ist. Beide Waffen wurden bezüglich ihres Zustandes untersucht und 

anschliessend beschossen. Dabei wurde festgestellt, dass die Selbstladepistole 

"Astra" im Kaliber 6.35 mm (.25 Auto) einwandfrei funktionierte, die Projektile 

wegen des unprofessionellen Laufes (abgeänderte 8 mm Knall-Waffe) aber 

schlecht geführt wurden, sich schon nach einer kurzen Strecke nach dem Lauf 

quer stellten und in eine unstabile Flugbahn gerieten. Beim Beschuss der 

Selbstladepistole "Tokarev M57" im Kaliber 7.62 x 25 Tokarev wurden diverse 

Zufuhr- oder Auswurfsstörungen festgestellt (dies erklärt auch die beiden am 

Tatort aufgefundenen Patronen, da auch dort vermutlich diese Störungen 

auftraten und durch eine Ladebewegung behoben werden mussten) (Urk. HD 6/1 

S. 3 f.). 

 6.2.2. Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 30. Mai 2011 

(Urk. HD 6/8) 

Die Untersuchungsbehörde hat mit Schreiben vom 10. Dezember 2010 dem 

Forensischen Institut Zürich den Auftrag zur Erstellung eines Gutachtens zu den 

beiden Tatwaffen sowie zum Ereignisablauf erteilt (Urk. HD 6/2). In 

zusammengefasster Form werden im Folgenden die wesentlichen Erkenntnisse 

wiedergegeben, soweit sie für das vorliegende Verfahren von Relevanz sind. 

- 18 - 

 6.2.2.1. Erkenntnisse zur Selbstladepistole "Tokarev" 

Die untersuchte Selbstladepistole, Typ "Tokarev", Modell M57 (YU), Waffen-Nr. 

0003, Kaliber 7.62 x 25 mm Tokarev hat eine Magazinkapazität von neun 

Patronen und ein Abzugsgewicht (Single Action) von ca. 3.8 kg. Diese Waffe 

weist keinen Sicherungshebel auf, sondern "nur" eine Magazinsicherung, d.h. 

ohne eingesetztes Magazin kann kein Schuss abgefeuert werden (Urk. HD 6/8 S. 

4). Die Gutachter haben bei der Selbstladepistole "Tokarev" folgende 

Funktionsstörungen festgestellt (Urk. HD 6/8 S. 4 und 6 f.): 

 Bei der Ladebewegung (Zurückziehen des Verschluss-Stückes und wieder 

Vorschnellen lassen) bewegte sich das Verschluss-Stück in vielen Fällen 

nicht gänzlich nach vorne, d.h. der Verschluss blieb einige Millimeter offen 

und nur durch einen kleinen Schlag von Hand (hinten auf den Verschluss) 

konnte dieser ganz geschlossen werden. Ansonsten wäre (bei leicht 

geöffnetem Verschluss) keine Schussauslösung möglich. War die Patrone 

aber ordnungsgemäss ins Patronenlager eingeführt und der Verschluss 

vollständig geschlossen, konnte die Patrone in jedem Fall gezündet und das 

Projektil aus dem Lauf verfeuert werden. 

 Nach der Schussabgabe kam es in den meisten Fällen zu einer 

Auswurfstörung, d.h. die Patronenhülse wurde meistens nicht ganz aus dem 

Patronenlager gezogen und dies verhinderte das erneute Zuführen einer 

weiteren Patrone. Diese Störung konnte nur dadurch behoben werden, 

indem das Magazin entfernt wurde. Durch eine Ladebewegung konnte die 

Hülse aus dem Patronenlager nun entfernt werden. In einigen Fällen fiel 

(beim Entfernen des Magazins) die oberste Patrone, welche durch die 

hälftige Vorwärtsbewegung des Verschlusses nach dem Schuss schon aus 

den Magazinlippen geschoben worden war, zu Boden. 

 Einige Hülsen der vom Forensischen Institut Zürich verschossenen Patronen 

wiesen am Hülsenmund einen Riss auf. Dies kann bedeuten, dass das 

Patronenlager nicht vollständig angepasst ist und der Hülsenmund darum 

aufgeweitet wird. Der Hülsenmund wird bei der Schussabgabe im 

- 19 - 

Patronenlager um ca. 0.25 bis 0.3 mm aufgeweitet (ca. 0.1 mm mehr als bei 

zwei Vergleichswaffen aus der Sammlung des Forensischen Instituts 

Zürich). Dieses nicht angepasste Patronenlager könnte auch die vorgängig 

beschriebenen Auszug- oder Auswurfstörungen bewirken. 

Mit der Selbstladepistole "Tokarev" und typengleicher Munition haben die 

Gutachter aus unterschiedlichen Distanzen (5 cm, 7.5 cm, 10 cm, 15 cm und 20 

cm) auf vergleichbare Stoffstücke geschossen. Die Gutachter schätzen die 

Schussdistanz seitlich links gegen den Privatkläger C._____ auf ca. 5 cm bis 

maximal 10 cm (Urk. HD 6/8 S. 11). 

Im Kaliber 7.62 x 25 Tokarev wurden drei gezündete Patronenhülsen und zwei 

Patronen vorgefunden. Ausser der einen Patrone im Kaliber 7.62 x 25 Tokarev - 

diese lag auf der Tanzfläche im Musik-/Barbereich - wurden alle Munitionsteile in 

diesem Kaliber im Spielraum gefunden. Es könnte bei den Schussabgaben des 

Beschuldigten †B._____ ebenfalls zu Lade- oder Zufuhrstörungen gekommen 

sein. Bei der Behebung dieser Störungen dürften die beiden aufgefundenen 

Patronen herausgefallen sein. Auch möglich ist, dass ein Schütze nach erfolgter 

Schussabgabe eine zusätzliche (unnötige) Ladebewegung durchführt, obwohl die 

Pistole automatisch nachgeladen hat. Dabei wird die bereits ins Patronenlager 

zugeführte Patrone ausgeworfen. Beide Patronen weisen Lade- bzw. 

Entladespuren auf, so dass feststeht, dass sie mindestens einmal in der Pistole 

geladen waren (Urk. HD 6/8 S. 13 f.). 

 6.2.2.2. Selbstladepistole "Astra" 

Bei der untersuchten Selbstladepistole "Astra", Kaliber 6.35 mm, handelt es sich 

um eine umgebaute Schreckschusspistole im ursprünglichen Kaliber 8 mm Knall. 

Sie hat eine Magazinkapazität von sechs Patronen und ein Abzugsgewicht 

(Single Action) von ca. 4.8 bis 7 kg. Die Waffe weist einen Sicherungshebel auf. 

Bei dieser Schreckschusswaffe wurde der zuvor geschlossene Lauf ausgebohrt 

und eine Stahlhülse mit angedeuteten Feldern und Zügen (Innendurchmesser 

ca. 6.5 mm) eingesetzt. Weil die Projektile wegen dieses etwas zu grossen 

Laufdurchmessers nicht durch die Felder/Züge gepresst werden, gelangen sie 

- 20 - 

nach dem Verlassen des Laufes in eine instabile (taumelnde) Flugbahn oder 

überschlagen sich schon nach kurzer Schussdistanz. Nach ca. 30 bis 50 cm 

Schussdistanz schlagen die Projektile bereits quer ins Zielmedium ein. Durch den 

etwas zu grossen Laufinnendurchmesser verlieren die Geschosse zusätzlich an 

Energie, weil ein Teil des Gasdruckes neben dem Projektil durch den Lauf 

verpufft. Mit der Selbstladepistole "Astra" und typengleicher Munition haben die 

Gutachter aus zwei Distanzen (1 m und 2 m) gegen zwei Stoffausschnitte 

geschossen. Die Gutachter schliessen aufgrund ihrer Untersuchung darauf, dass 

das Projektil aus der "Astra" vor dem Eindringen in die Brust des Privatklägers 

C._____ vorgängig einen unbekannten Gegenstand oder ein anderes 

Kleidungsstück durchschossen haben muss, wo es seinen anhaftenden 

Schmauch abgestreift hatte (Urk. HD 6/8 S. 5, 8 und S. 11). 

Aufgrund der aufgefundenen sechs gezündeten Patronenhülsen im Kaliber 6.35 

mm (und der leeren Waffe) - alles im Musik-Bar-Bereich - schliessen die 

Gutachter darauf, dass der Beschuldigte A._____ mit seiner Waffe "Astra" sechs 

Schüsse abgegeben hat. Die Reihenfolge der Schüsse konnte spurenkundlich 

nicht ermittelt werden. 

 6.2.2.3. Verletzungspotential der verwendeten Waffen 

Aufgrund der Erkenntnisse wurde der Privatkläger C._____ durch zwei 

Geschosse verletzt, und zwar aus der Pistole "Tokarev" vom Beschuldigten 

†B._____ (Rumpfdurchschuss) und aus der "Astra" vom Beschuldigten A._____ 

(Einschuss in die Brust rechts) (Urk. HD 6/8 S. 15). 

Für die Beurteilung, ob eine Waffe tödlich wirken kann, muss die 

Verwundungsfähigkeit der verschiessbaren Munition bzw. deren Projektile 

bekannt sein. Dafür ausschlaggebend sind erstrangig die getroffene Stelle und die 

auf den Körper abgegebene kinetische Energie (abhängig von der 

Geschossgeschwindigkeit sowie vom Geschossgewicht/-masse). Weitere 

Faktoren wie Geschossmaterial, Geschossform und Geschossaufbau sind 

ebenfalls mit zu berücksichtigen. Die Berechnung der Geschossenergie ergab (im 

Mittel) bei der Waffe Tokarev 561 Joule. Die Berechnung der Geschossenergie 

- 21 - 

(E) ergab (im Mittel) bei der Waffe Astra 56 Joule. In der Schweiz wird weder von 

einer massgebenden Fachstelle noch einer Waffengesetzgebung eine untere, 

eventuell noch tödlich wirkende Energiegrösse angegeben. In der deutschen 

Waffengesetzgebung, in welcher eine Mündungsenergie (= Energie an der 

Waffenmündung) unter ca. 7.5 Joule als "relativ ungefährlich" und "nicht tödlich" 

bezeichnet wurde, musste dieser untere Grenzwert aufgehoben werden, da auch 

mit derart "energiearmen" Geschossen vereinzelt erhebliche Verletzungen und 

sogar Todesfälle resultierten. Eine genaue Grenze kann nicht gezogen werden, 

weil die im Körper getroffene Stelle (z.B. Kopf, Schlagader, Herz etc.) sowie die 

Konstitution der getroffenen Person im Wesentlichen bestimmen, ob ein Projektil 

tödlich wirkt oder nur verletzt. Mit den beiden untersuchten Waffen und 

vergleichbarer Munition werden in jedem Fall weit grössere Mündungsenergien 

erreicht als 7.5 Joule. Bei Kopf- und Rumpftreffern muss somit (mit beiden 

Waffen) mit tödlichen Verletzungen gerechnet werden (Urk. HD 6/8 S. 8 f. und 

14). 

 7. Beweiswürdigung 

Die Vorinstanz hat die Beweismittel sowohl in objektiver (Urk. 122 S. 98 – 118) als 

auch in subjektiver (Urk. 122 S. 118 – 127) Hinsicht einer ausführlichen, 

sorgfältigen und kritischen Würdigung unterzogen, so dass sie mit 

nachvollziehbarer und plausibler Begründung zum von ihr gefundenen 

Beweisergebnis gelangt ist. Davon abzuweichen, besteht für das 

Berufungsgericht kein Anlass. Es kann deshalb vorab auf die vorinstanzliche 

Sachverhaltserstellung verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die 

nachfolgenden Ausführungen sind in erster Linie als Hervorhebungen und 

Ergänzungen zu verstehen: 

 7.1. Aufgrund der teilweise übereinstimmenden Aussagen der 

Beschuldigten A._____ und †B._____ kann folgender chronologischer Ablauf bis 

zum hier zur Diskussion stehenden Raubüberfall in der Nacht vom 15. auf den 16. 

Oktober 2010 erstellt werden: 

- 22 - 

 7.1.1. Die Beschuldigten A._____ und †B._____ haben sich ca. eine Woche 

bis zehn Tage vor dem 15. Oktober 2010 in einem Club in ... erstmals getroffen, 

wobei sie aber nicht miteinander gesprochen haben wollen (Urk. HD 3/3 S. 1 f., 

Urk. HD 3/5 S. 2, Urk. HD 3/10 S. 2 [A._____]; Urk. HD 3/4 S. 3, Urk. HD 3/5 S. 2 

[†B._____]). Der Nachweis einer gemeinsamen Entschlussfassung zum späteren 

Raub zu diesem Zeitpunkt lässt sich nicht erbringen. Ein im Rahmen der 

rückwirkenden Teilnehmeridentifikation für den 5. Oktober 2010 (15:44 Uhr) 

festgestelltes Telefongespräch zwischen der von †B._____ benützten 

Mobiltelefon-Nummer 07. … .. .. und der auf den Beschuldigten A._____ 

registrierten Nummer 07. … .. .. von sechs Sekunden Dauer ändert an diesem 

Befund nichts (vgl. Urk. 5/1 Anhang S. 23). Am Vorabend der Tat, d.h. am 15. 

Oktober 2010 gegen 21 Uhr wurde der Beschuldigte A._____ von M._____ (auch 

genannt … oder …) angerufen und gefragt, ob er etwas trinken gehen möchte. 

M._____ hat in der Folge den Beschuldigten A._____ abgeholt und sie haben 

darauf gemeinsam den Beschuldigten †B._____ in einem Lokal in der Gegend 

des … getroffen. Nacheinander verliessen dann M._____ und der Beschuldigte 

†B._____ das Lokal, worauf sich der Beschuldigte A._____ während ca. zwei 

Stunden alleine im Lokal aufhielt. Nachdem der Beschuldigte †B._____ und 

M._____ wieder zurückgekommen waren, blieben die drei bis ca. Mitternacht im 

besagten Lokal. Danach gingen sie zur E._____-Strasse, wo M._____ sich von 

den beiden Beschuldigten trennte. In den nun folgenden Stunden bis zur 

Ausübung des heute zur Diskussion stehenden Raubüberfalls sprachen dann die 

beiden Beschuldigten gemäss ihrer übereinstimmenden Darstellung das erste Mal 

miteinander. Sie hielten sich in mehreren Lokalen auf, u.a. im Restaurant … an 

der E._____-Strasse (Urk. HD 16/8 S. 5, Urk. HD 3/3 S. 1 ff., Urk. HD 3/5 S. 2, 5 

und 10, Urk. HD 3/10 S. 2, Urk. HD 3/11 S. 6, Urk. HD 78 S. 9 [A._____]; Urk. HD 

3/4 S. 3, Urk. HD 3/5 S. 2, 4 und 5 [†B._____]). 

 7.1.2. Bezüglich des Zeitpunktes, an dem der Beschuldigte A._____ von der 

Absicht †B._____s erfuhr, einen Raubüberfall zu begehen, gehen die Angaben 

der beiden Beschuldigten auseinander. Der Beschuldigte †B._____ hat während 

der gesamten Voruntersuchung gleichbleibend ausgesagt, dass sie vor dem 

Raubüberfall während Stunden - von Mitternacht bis 03:00 Uhr - über den 

- 23 - 

geplanten Raubüberfall gesprochen hätten und dass er bei diesem Gespräch dem 

Beschuldigten A._____ angeboten habe, zu gehen. Der Beschuldigte A._____ sei 

zudem bereits von M._____ im Voraus als Mittäter rekrutiert und informiert 

worden (Urk. HD 3/4 S. 3, Urk. HD 3/5 S. 4, 6 f. und 12, Urk. HD 3/5 S. 6, Urk. HD 

3/7 S. 2, Urk. HD 3/8 S. 4 f., Urk. HD 3/9 S. 3, Urk. HD 3/11 S. 5). Der 

Beschuldigte A._____ behauptete zusammengefasst, dass er den Beschuldigten 

†B._____ in der Zeit vor dem Überfall näher kennengelernt habe und sie 

beabsichtigt hätten, gemeinsam Poker spielen zu gehen. Der Beschuldigte 

†B._____ habe ihn erst kurz vor Betreten der Bar "F._____" in seine Pläne 

eingeweiht (Urk. HD 16/8 S. 4 f., Urk. HD 3/3 S. 3, HD 3/8 S. 3, HD 78 S. 7). Die 

diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigen A._____ weisen gewisse 

Widersprüche auf, so sagte er in der haftrichterlichen Einvernahme vom 18. 

Oktober 2010 aus, †B._____ habe ihm kurz vor betreten der Bar "F._____" 

gesagt, dass sie jetzt in dieser Bar einen Raubüberfall machen würden. Er habe 

eine Schock gehabt, weil er das gar nicht habe machen wollen. Dann habe 

jemand die Tür aufgemacht, sodann habe †B._____ ihn am Arm gehalten und die 

Treppe hinuntergezerrt. Er - A._____ - sei vor †B._____ hinuntergegangen, damit 

er nicht habe abhauen können. Sie seien dann in einen Trocknungsraum gelangt, 

wo †B._____ ihm erzählt habe, was sie nun machen würden. Es sei dort 

gewesen, wo †B._____ ihn so angeschaut habe und ihm zu verstehen gegeben 

habe, dass er entweder mitmachen könne oder "drunter" komme. Also sei er 

mitgegangen. Er sei hinter †B._____ gestanden und habe gewartet (Urk. HD 16.8 

S. 5). In der polizeilichen Einvernahme vom 8. November 2010 sagte er aus, noch 

draussen vor der Bar "F._____" habe †B._____ ihn gebeten, eine gelbe Tasche 

zu tragen, wobei er nicht gewusst habe, was sich darin befand. Dann habe 

†B._____ ihn richtiggehend am Ärmel die Treppe hinuntergezogen. Dort seien sie 

in einen Wäsche-Trocknungsraum gelangt. Er habe †B._____ gefragt, was das 

solle. Da erst habe dieser ihm gesagt, sie würden jetzt einen Überfall machen. Er 

habe jedoch erwidert, dass er da nicht mitmachen würde, worauf der andere ihm 

gesagt habe, dass er nun wisse, was beabsichtigt sei, weshalb er mitspielen 

müsse. Plötzlich habe †B._____ eine Waffe in der Hand gehalten und sie gegen 

ihn gerichtet, weshalb A._____ "höllische Angst" gehabt habe. Daraufhin habe 

- 24 - 

†B._____ ihm eine kleine Pistole übergeben und gesagt, dass es sich dabei nur 

um eine Schreckschusspistole handle, was er geglaubt habe. Dann seien sie die 

Treppe hinaufgegangen, wo sich der Club befand. Sie seien vor eine Tür 

gestanden und der andere habe ihn immer noch am Ärmel festgehalten. Dann sei 

die Tür aufgegangen und jemand sei heraus gekommen. Diesem habe †B._____ 

sofort einen Fusstritt versetzt, wodurch der andere zu Boden gegangen sei. 

†B._____ sei dann mit der Waffe im Anschlag in das Lokal gestürmt. Er selber sei 

hinter ihm hergegangen. Er - A._____ - habe sich noch Fluchtgedanken gemacht, 

jedoch habe er zu viel Angst gehabt und sei †B._____ in das Lokal gefolgt (Urk. 

3/3 S. 2). Diese Darstellung bestätigte er im Wesentlichen in der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. November 2010, wobei er 

abweichend schilderte, er sei neben oder leicht hinter †B._____ die Treppe 

hinuntergegangen. Ausserdem erwähnte er nicht mehr, dass er von †B._____ am 

Arm bzw. Ärmel festgehalten worden sei (Urk. HD 3/5 S. 7). Anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung wiederholte der Beschuldigte A._____, erst im 

Trocknungsraum vom geplanten Überfall erfahren zu haben (Urk. HD 78 S. 13), 

was er an der heutigen Berufungsverhandlung bestätigte (Prot. II S. 12 f.). Die 

ersten beiden Aussagen des Beschuldigten A._____ sind in sich widersprüchlich, 

so sagte er in beiden Befragungen, er sei zunächst die Treppe hinuntergezerrt 

worden, was aber bei einer erst später im Trocknungsraum erfolgten Information 

über den geplanten Raubüberfall völlig unnötig gewesen wäre. Erst in der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. November 2010 schilderte der 

Beschuldigte A._____ eine logische Abfolge des Abstiegs in den 

Trocknungsraum. Das Aussageverhalten des Beschuldigten A._____ erweckt den 

Eindruck, dass er im Laufe der Untersuchung versucht hat, die Mitteilung des 

geplanten Raubüberfalls auf einen Zeitpunkt zu verschieben, in welchem er sich 

bereits im (geschlossenen) Trocknungsraum befand und damit keine 

Fluchtgelegenheit mehr hatte. †B._____ hat demgegenüber während der ganzen 

Voruntersuchung daran festgehalten, dass sie vor dem Raubüberfall während 

Stunden, d.h. von Mitternacht bis 03:00 Uhr über den geplante Raubüberfall 

gesprochen hätten und dass er bei diesem Gespräch dem Beschuldigten A._____ 

angeboten habe, zu gehen. Der Beschuldigte A._____ sei zudem bereits von 

- 25 - 

M._____ im Voraus als Mittäter rekrutiert und informiert worden (Urk. HD 3/4 S. 3, 

Urk. HD 3/5 S. 4, 6 f. und 12, Urk. HD 3/5 S. 6, Urk. HD 3/7 S. 2, Urk. HD 3/8 S. 4 

f., Urk. HD 3/9 S. 3, Urk. HD 3/11 S. 5). Darüber, ob der Beschuldigte A._____ 

tatsächlich schon Tage zuvor von M._____ über den bevorstehenden 

Raubüberfall informiert worden war, könnte einzig der in einem Gefängnis in der 

Türkei inhaftierte M._____ Auskunft geben. Es erscheint abgesehen davon 

äusserst unwahrscheinlich, dass sich M._____ selber durch eine entsprechende 

Aussage dem Vorwurf einer Teilnahme am bewaffneten Raubüberfall aussetzen 

würde. Diesbezügliche Weiterungen erscheinen deshalb nicht angezeigt. 

Aufgrund der dargelegten Beweislage lässt sich somit nicht erstellen, dass der 

Beschuldigte A._____ bereits Tage zuvor über den bevorstehenden Raub 

informiert war. Inwieweit ein Tatplan in den Stunden unmittelbar vor der Tat 

zwischen dem Beschuldigten †B._____ und dem Beschuldigten A._____ 

besprochen wurde, lässt sich ebenfalls nicht rechtsgenügend erstellen. Vor dem 

Hintergrund der Formulierung im Anklagevorwurf ("wie zuvor gemeinsam 

besprochen und vereinbart") ist aufgrund der bisher dargelegten Zugaben des 

Beschuldigten A._____ nachgewiesen, dass dieser spätestens im 

Trocknungsraum von †B._____ vom bevorstehenden Raubüberfall erfahren hat 

und sich entschlossen hat, daran teilzunehmen, zumal er zugab, dass sie sich 

beide im Trocknungsraum mit den mitgebrachten Hauben maskiert hätten (Urk. 

HD 3/5 S. 10; vgl. Urk. HD 2/5 S. 51). 

 7.1.3. Der Beschuldigte A._____ machte geltend, im Trocknungsraum vom 

Beschuldigten †B._____ zur Teilnahme am Raub gezwungen worden zu sein. 

Anlässlich der haftrichterlichen Einvernahme sprach A._____ davon, dass 

†B._____ ihm zu verstehen gegeben habe, dass er es entweder mache oder 

"drunter" komme (Urk. HD 16/8 S. 5). Erst im Rahmen der polizeilichen 

Einvernahme vom 8. November 2010 sprach er von einer konkreten Bedrohung 

seitens des Beschuldigten †B._____ mit einer gegen ihn gerichteten Waffe (Urk. 

HD 3/3 S. 2). An dieser Darstellung hielt der Beschuldigte A._____ in der weiteren 

Voruntersuchung und anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung fest (Urk. 

HD 3/3 S. 5, Urk. HD 3/5 S. 8, Urk. HD 3/11 S. 4, Urk. HD 78 S. 13). Anlässlich 

- 26 - 

der heutigen Berufungsverhandlung machte er geltend, es habe "keine andere 

Lösung" gegeben, um von dort wegzugehen. Er (gemeint †B._____) habe ihm die 

Waffe gezeigt. A._____ führte aus, er könne nicht sagen, was passiert wäre, 

wenn er gesagt hätte, er mache nicht mit und einfach gegangen wäre und machte 

erst geltend, Angst gehabt zu haben, dass †B._____ ihm etwas antue, nachdem 

er dies vom Präsidenten gefragt worden war. Er ergänzte, †B._____ habe ihm tief 

in die Augen geschaut und gesagt, er müsse mitmachen (Prot. II S. 12). Die 

Schilderung des Beschuldigter A._____ hinsichtlich seiner behaupteten 

Zwangssituation wirft Fragen auf. Zwar trifft die von der Vorinstanz gemachte 

Feststellung, wonach der Beschuldigte A._____ erst in der dritten Einvernahme 

eine konkrete Bedrohungssituation geltend gemacht habe, nicht zu, da er bereits 

in der polizeilichen Einvernahme vom 8. November 2010 eine entsprechende 

Aussage zu Protokoll gab (Urk. HD 3/3 S. 2). Jedoch erscheint die Darstellung 

inhaltlich weder plausibel noch situationsadäquat. Bereits der Umstand, dass der 

einschlägig erfahrene †B._____ spontan eine unerfahrene, zufällig ausgesuchte 

und ihm unbekannte Person zur Teilnahme an einem bewaffneten Raubüberfall 

gezwungen haben soll, erscheint höchst unwahrscheinlich. Denn bei einem 

solchen Vorhaben ist die gegenseitige Absicherung von wesentlicher Bedeutung. 

Derjenige Täter, der auf mehrere Geschädigte einwirkt und sie in Schach halten 

will, muss sich darauf verlassen können, dass sein Mittäter ihm den Rücken 

freihält. Es ist kaum vorstellbar, dass der Beschuldigte †B._____, der bereits in 

der Vergangenheit an mehreren Raubüberfällen mitgewirkt hat (vgl. Urk. HD 

21/6), sich auf einen genötigten Mittäter verlässt, der jederzeit flüchten und 

dadurch den Durchführungserfolg gefährden könnte, wobei er diesem Mittäter 

auch noch eine Schusswaffe abgibt. Zu Recht führte die Vorinstanz aus, dass 

man als Täter mit einem genötigten Partner sozusagen gleich an zwei Fronten 

kämpfen würde. Nebst der Ungewissheit bezüglich des Verhaltens der Raubopfer 

bestünde insbesondere bei Problemen die Gefahr, dass einem der genötigte 

Partner in den Rücken fällt. Entsprechend den Aussagen der Geschädigten trat 

A._____ indessen zusammen mit †B._____ als Team auf. A._____ hat sich nicht 

so verhalten, als wäre er Teilnehmer wider Willen. Spätestens nach der 

Schussabgabe durch †B._____ auf C._____ hätte sich ein unwilliger Mittäter von 

- 27 - 

der weiteren Tatbegehung distanziert, zumal dies von den räumlichen 

Gegebenheiten ohne Weiteres möglich erschien. Gemäss den 

übereinstimmenden Aussagen der Beschuldigten A._____ und †B._____ haben 

sie die Bar "F._____" gegen 04:00 Uhr durch die Eingangstür betreten. Dabei 

ging der Beschuldigte †B._____ voraus und der Beschuldigte A._____ folgte ihm 

(Urk. HD 3/5 S. 9 und 11, Urk. HD 3/8 S. 4, Urk. HD 3/11 S. 7 [†B._____]; Urk. 

HD 3/3 S. 2, Urk. HD 3/5 S. 9, Urk. HD 3/8 S. 3 f., Urk. HD 3/11 S. 6, Urk. HD 78 

S. 10 [A._____]). Der Beschuldigte †B._____ kehrte dabei dem Beschuldigten 

A._____ den Rücken zu, musste sich in diesem Zeitpunkt auf die Szene vor sich 

im Lokal konzentrieren und konnte nicht gleichzeitig hinter sich schauen, ob der 

Beschuldigte A._____ ihm folgen würde. Der Beschuldigte A._____ hat selbst 

zugegeben, dass er, kurz bevor sie hinein seien, hätte stehen bleiben können. 

Jetzt im Nachhinein, wenn man ihn frage, ob er nicht hätte hinauslaufen können, 

müsse er sagen, er hätte das gekonnt, aber in dieser Situation, in der er gewesen 

sei, und bei seiner Psyche, die er gehabt habe, sei es für ihn nicht möglich 

gewesen, zu gehen (Urk. HD 78 S. 13 f.). Somit ist erstellt, dass beim Betreten 

der Bar "F._____" keine vom Beschuldigten †B._____ geschaffene Zwangs- oder 

Bedrohungssituation für den Beschuldigten A._____ bestand. Wenn A._____ 

nicht hätte am Überfall teilnehmen wollen, hätte er einfach umkehren können. Er 

aber folgte †B._____ mit der Waffe in der Hand. Hätte †B._____ seinen Mittäter 

zur Teilnahme gezwungen und ihm eine geladene Waffe übergeben, hätte er 

niemals zugelassen, dass A._____ damit hinter ihm war. Die Behauptung einer 

Zwangs- und Bedrohungssituation erscheint unter den gegebenen Umständen als 

geradezu abwegig. 

 7.2. Aus den übereinstimmenden Aussagen aller Beteiligten geht hervor, 

dass beide Beschuldigten maskiert und bewaffnet waren (Urk. HD 3/2 S. 2, Urk. 

HD 3/4 S. 6, Urk. HD 3/5 S. 5, Urk. HD 3/8 S. 3, Urk. HD 3/11 S. 7 [†B._____]; 

Urk. HD 3/5 S. 10, Urk. HD 3/8 S. 4, Urk. HD 3/11 S. 6, Urk. HD 8 S. 8 [A._____]; 

Urk. HD 4/1/3 S. 3 und 5 [G._____]; Urk. HD 4/2/2 S. 3 f. [H._____]; Urk. HD 4/3/2 

S. 3 [I._____]; Urk. HD 4/6/2 S. 2 [C._____]; Urk. HD 4/7/2 S. 3 [J._____]; Urk. 

HD 4/5/1 S. 2 [L._____]; Urk. HD 4/4/2 S. 4 [D._____]; Urk. HD 4/8/1 S. 6 und 8 

[K._____]). Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte †B._____ mit der Pistole 

- 28 - 

der Marke "Tokarev" und der Beschuldigte A._____ mit der Pistole der Marke 

"Astra" bewaffnet waren. Es ist bereits an dieser Stelle festzuhalten, dass die 

verwendeten Pistolen echte und funktionstüchtige Schusswaffen waren (vgl. Urk. 

HD 6/8 [Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 30. Mai 2011]). 

 7.2.1. Der Beschuldigte A._____ machte geltend, dass er die von ihm beim 

Überfall verwendete Waffe vom Beschuldigten †B._____ kurz vor der Verübung 

der Raubtat erhalten habe und dass der Beschuldigte †B._____ gesagt habe, es 

handle sich nur um eine Schreckschuss-Pistole, mithin nicht um eine echte 

Schusswaffe (Urk. HD 3/1 S. 5, Urk. HD 16/8 S. 4, Urk. HD 3/3 S. 2 und 4, Urk. 

HD 3/5 S. 5, 8 und 12, Urk. HD 3/7 S. 3, Urk. HD 3/8 S. 3, Urk. HD 3/10 S. 4, Urk. 

HD 3/11 S. 4 und 6, Urk. HD 78 S. 8, Prot. II S. 11). Diese Aussagen wurden vom 

Beschuldigten †B._____ bestritten (Urk. HD 3/2 S. 2, Urk. HD 3/4 S. 7, Urk. HD 

3/5 S. 4 f., Urk. HD 3/7 S. 3). Aufgrund der Aussagen des Beschuldigten 

†B._____ im Rahmen der Konfrontationseinvernahme vom 26. November 2010, 

wonach der Beschuldigte A._____ ihn an jenem Abend "nach dieser Waffe 

gefragt" habe (Urk. HD 3/5 S. 8), drängt sich der Schluss auf, dass der 

Beschuldigte A._____ selbst über keine Schusswaffe verfügte und diese vom 

Beschuldigten †B._____ erhalten hat. Weitere Indizien für diesen Umstand sind 

einerseits die Tatsache, dass der Beschuldigte †B._____ nach eigener Zugabe 

die Masken, d.h. die Helmunterziehhauben, besorgt hat (Urk. HD 3/11 S. 5) und 

andererseits, dass sich im gelben Plastiksack von †B._____ ein Brecheisen 

befand (vgl. Urk. HD 3/5 S. 6). Schliesslich ist es naheliegend, dass der 

Beschuldigte A._____, der sich erst am Tattag zur Begehung des Raubüberfalls 

entschloss, die zur Begehung eines bewaffneten Raubüberfalles erforderlichen 

Utensilien nicht einfach so zufällig auf sich trug. Damit ist davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte †B._____ dem Beschuldigten A._____ die Waffe "Astra" im 

Trocknungsraum übergeben hat. Dagegen erscheint es nicht plausibel, dass der 

Beschuldigte †B._____ dem Beschuldigten A._____ auch noch gesagt haben soll, 

es handle sich bei dieser Waffe lediglich um eine Schreckschusspistole. Ein 

Grund für eine solche Fehlinformation seitens des Beschuldigten †B._____ ist 

nicht ersichtlich. Mit einer solchen falschen Angabe hätte sich †B._____ nicht 

zuletzt selber in Gefahr gebracht, indem A._____ eine vermeintliche 

- 29 - 

Schreckschusspistole wohl mit wesentlich weniger Hemmungen zum Einsatz 

gebracht hätte, z.B. um Warnschüsse abzugeben, als bei einer richtige Pistole. 

Abgesehen davon erscheint es auch lebensfremd, dass sich A._____ selber in 

keiner Weise mit der Funktion und Beschaffenheit der ihm übergebenen Waffe 

befasst haben soll. Er musste festgestellt haben, dass er zwar eine kleine, aber 

massiv gebaute, geladene und funktionstaugliche Pistole in den Händen hielt (vgl. 

asservierte Pistole "Astra"). Die Aussage von A._____, wonach ihm †B._____ 

gesagt habe, bei der ihm übergebenen Pistole handle es sich nur um eine 

Schreckschusspistole, muss demzufolge als Schutzbehauptung bezeichnet 

werden. Ausserdem ist aufgrund des darauffolgenden Tatablaufes erstellt, dass 

beide Pistolen geladen und schussbereit waren, zumal die Beschuldigten und 

insbesondere der Beschuldigte A._____ nach eigenen Angaben vor den 

Schussabgaben keine Manipulationen an der Waffe vornahmen (Urk. 78 S. 8).  

 7.2.2. Anhand der übereinstimmenden Aussagen der Beschuldigten und der 

Zeugen ist ferner erstellt, dass der Beschuldigte †B._____ den Spielraum betrat 

und sofort einen Schuss in die Decke abgab (Urk. HD 3/4 S. 4 und 7, Urk. HD 3/5 

S. 11, Urk. HD 3/8 S. 4, Urk. HD 3/9 S. 3, Urk. HD 3/11 S. 7 [†B._____]; Urk. HD 

3/3 S. 2 und 4, Urk. HD 3/5 S. 9, Urk. HD 3/8 S. 4, Urk. HD 3/11 S. 6, Urk. HD 78 

S. 9 [A._____]; Urk. HD 4/2/1 S. 2 [H._____]; Urk. HD 4/6/2 S. 6 [C._____]; Urk. 

HD 4/7/1 S. 2, Urk. HD 4/7/2 S. 3 [J._____]; Urk. HD 4/4/1 S. 2 [D._____]; Urk. 

HD 4/5/1 S. 3 [L._____]). Dieser Schuss verursachte ein Loch in der Decke des 

Spielraums, das auf den Bildern Nr. 11 und 12 der Kurzdokumentation (Urk. 

HD 2/1) ersichtlich ist (vgl. auch Urk. HD 6/8 S. 13). In der Folge wurden die dort 

am Pokertisch sitzenden Personen vom Beschuldigten †B._____ angewiesen, 

alle ihre Wertsachen auf den Tisch zu legen und sich an die Wand in der linken 

Ecke des Raumes zu stellen (Urk. HD 3/8 S. 4, Urk. HD 3/11 S. 7, Urk. HD 3/3 S. 

2, Urk. HD 3/5 S. 9 f., Urk. HD 3/8 S. 4, Urk. HD 3/11 S. 7, Urk. HD 78 S. 9 

[A._____]; Urk. HD 4/1/3 S. 4 [G._____]; Urk. HD 4/2/1 S. 2 [H._____]; Urk. HD 

4/3/1 S. 1, Urk. HD 4/3/2 S. 4 [I._____]; Urk. HD 4/4/1 S. 2, Urk. HD 4/4/2 S. 4 

[D._____]; Urk. HD 4/7/1 S. 2 f., Urk. HD 4/7/2 S. 3 f. [J._____]; Urk. HD 4/6/1 S. 

3 [C._____]; Urk. HD 4/8/1 S. 6 und 9 [K._____]). Derweil befand sich der 

Beschuldigte A._____ im Bereich zwischen der Verbindungstür zum Spielraum. 

- 30 - 

Von dort aus richtete er die Waffe auf die anwesenden Personen und hielt diese 

dadurch in Schach (Urk. HD 3/5 S. 11, Urk. HD 3/8 S. 4, Urk. HD 3/11 S. 7 

[†B._____]; Urk. HD 3/8 S. 4, Urk. HD 3/11 S. 6 ff., Urk. HD 78 S. 9 [A._____]; 

Urk. HD 4/1/1 S. 3, Urk. HD 4/1/3 S. 4 [G._____]; Urk. HD 4/2/1 S. 2, Urk. HD 

4/2/2 S. 6 [H._____]; Urk. HD 4/3/2 S. 4 [I._____]; Urk. HD 4/4/2 S. 4 [D._____]; 

Urk. HD 4/6/2 S. 3 und 4 [C._____]; Urk. HD 4/7/1 S. 3 [J._____]; Urk. HD 4/5/1 

S. 2 ff. [L._____]). Er gab †B._____ Rückendeckung, unterstütze ihn, auch 

nachdem er wahrgenommen hatte, dass †B._____ im Lokal geschossen hatte. 

Festzuhalten ist, dass keiner der Zeugen davon sprach, dass der Beschuldigte 

A._____ - wie er selber behauptet (Urk. HD 3/3 S. 2 f.) - vom Beschuldigten 

†B._____ dazu aufgefordert werden musste, seine Waffe hochzuhalten. Diese 

Behauptung erscheint auch deswegen nicht überzeugend, weil der Beschuldigte 

†B._____ mit dem Ausrauben der Gäste beschäftigt war und diesen mit 

Sicherheit nicht den Rücken zugekehrt hat, um den Beschuldigten A._____ zu 

kontrollieren. Gerade in dieser Phase war die Sicherungsarbeit durch A._____ für 

†B._____ sehr wesentlich, weil sich †B._____ sehr nahe bei den Opfern befand 

und A._____ aus Distanz die Situation unter Kontrolle hielt. Erneut zeigt sich in 

diesem Zusammenhang, dass für die Behauptung A._____s, er sei unter Zwang 

gestanden, keinerlei Anhaltspunkte aus dem Tathergang ersichtlich sind, sagten 

doch alle Zeugen klar aus, vom Beschuldigten A._____ mit der Waffe in Schach 

gehalten worden zu sein (Urk. HD 4/1/1 S. 2; Urk. HD 4/1/3 S. 5 f. [G._____]; Urk. 

HD 4/3/1 S. 3 und 4/3/2 S. 5 [I._____]; Urk. HD 4/4/2 S. 4 [D._____]; Urk. HD 

4/7/2 S. 5 [J._____]; Urk. HD 4/6/2 S. 6 [C._____]). 

 7.2.3. In der Anklageschrift wird behauptet, dass der Beschuldigte A._____ 

nicht nur die Geschädigten mit der Waffe in Schach hielt, sondern den 

Geschädigten auch Wertsachen abgenommen habe (Urk. HD 29 S. 4). Diesen 

Vorwurf bestritt A._____ anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

explizit, nachdem er im Rahmen der Schlusseinvernahme vom 24. Januar 2012 

keine Einwände gegen die in Anklageform vorgehaltenen 

Sachverhaltsumschreibung geäussert hatte (Urk. HD 3/11 S. 7). Die 

Staatsanwaltschaft stützte diesen Vorwurf einzig auf die Aussage des 

Privatklägers C._____, während ansonsten keiner der Zeugen einen solchen 

- 31 - 

Vorgang erwähnte. Die Vorinstanz hat mit überzeugender Argumentation diesen 

Vorwurf als wenig wahrscheinlich erachtet und die Frage letztlich offengelassen, 

ob der Beschuldigte A._____ tatsächlich auch selber Wertsachen behändigt habe, 

weil dies letztlich für die Beurteilung der Strafbarkeit des Beschuldigten A._____ 

nicht weiter relevant sei (Urk. 122 S. 107 f.). Diesem Befund ist beizupflichten, 

weshalb auf die entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzlichen 

Erwägungen verwiesen werden kann (Urk. 122 S. 107 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 7.2.4. Bezüglich der weiteren Tathandlungen des Beschuldigten †B._____ in 

dieser Phase des Raubüberfalles machte die Vorinstanz ausführliche 

Erwägungen und kam aufgrund ihrer Beweiswürdigung zum Ergebnis, dass der 

Anklagesachverhalt insofern erstellt sei, als †B._____ im Spielraum einmal neben 

sich in den Boden schoss und daraufhin auf den Privatkläger C._____, der sich 

†B._____ genähert habe, aus einer sehr kurzen Distanz von unter 20 cm einen 

Schuss abgab, wodurch C._____ einen Durchschuss seines Oberkörpers mit 

Einschuss an der Flanke im Bereich des Rückens und Ausschuss oberhalb der 

Gesässmuskulatur rechts erlitt, wobei es zur Zertrümmerung eines 

Wirbelfortsatzes im Bereich des 5. Lendenwirbelkörpers sowie im Bereich der 

Darmschaufel kam. Aufgrund von Aussagen der Zeugen I._____, G._____, 

L._____ und J._____ sei der Schuss in den Boden erst erfolgt, nachdem sich der 

Privatkläger C._____ ein erstes Mal dem Beschuldigten †B._____ genähert habe 

und von diesem zurückgestossen worden sei (Urk. HD 4/3/1 S. 1, Urk. HD 4/3/2 

S. 4, Urk. HD 4/1/1 S. 3, Urk. HD 4/1/3 S. 4, Urk. HD 4/5/1 S. 2, Urk. HD 4/7/1 S. 

3, Urk. HD 4/7/2 S. 4). Diese Version weicht leicht von der Umschreibung im 

Anklagesachverhalt ab, wonach der Schuss in den Boden bereits vor der 

Annäherung durch C._____ erfolgt sei (Urk. HD 29 S. 4). Es erscheint durchaus 

plausibel, dass der Beschuldigte †B._____ den Schuss in den Boden als 

Warnschuss für den Privatkläger C._____ abgegeben hat, damit sich dieser nicht 

weiter nähere. Jedoch kann die Frage, weshalb und in welchem Zeitpunkt genau 

der Schuss in den Boden erfolgte, letztlich offen bleiben, weil im vorliegenden 

Zusammenhang einzig wesentlich ist, dass †B._____ einen Schuss gegen den 

Oberkörper des Privatklägers C._____ abgab, wodurch dieser getroffen wurde 

und zu Boden fiel, wobei er die bereits genannten Verletzungen erlitt. Denn es 

- 32 - 

darf im vorliegenden Verfahren nicht aus den Augen verloren werden, dass es 

ausschliesslich um die Beurteilung des Verhaltens des Beschuldigen A._____ 

geht, bzw. auch darum, was ihm von den Handlungen †B._____s allenfalls 

anzurechnen ist. Hierfür ist primär massgeblich, was der Beschuldigte A._____ 

vom Verhalten †B._____s alles mitbekommen hat. Aufgrund seiner eigenen 

Zugabe hat A._____ gesehen, dass der Privatkläger C._____ nach der 

Schussabgabe durch †B._____ zu Boden ging. Er selber gab in der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung zu Protokoll, dass er damals gedacht habe, 

dass †B._____ einen grossen Fehler gemacht habe (Urk. 78 S. 10). Nachdem er 

getroffen worden war, habe sich der Privatkläger C._____ gemäss eigenen 

Angaben nicht mehr bewegen können, habe Schmerzen gehabt und sei zwischen 

zwei und drei Minuten auf dem Boden gelegen (Urk. HD 4/6/1 S. 3, Urk. HD 4/6/2 

S. 2 und 4). Dies wurde von mehreren Zeugen bestätigt (Urk. HD 4/2/2 S. 4 

[H._____]; Urk. HD 4/1/3 S. 4 [G._____]; Urk. 4/7/1 [J._____]). Somit ist erstellt, 

dass der Beschuldigte A._____ mitbekam, dass †B._____ auf den Privatkläger 

C._____ schoss und dass dieser getroffen zu Boden ging und einige Minuten 

liegen blieb. Festzuhalten bleibt, dass A._____ trotz dieser offensichtlichen 

Eskalation der Situation sich weiterhin an den folgenden Tathandlungen beteiligte, 

nachdem †B._____ die Situation wieder beherrschte und C._____ verletzt am 

Boden lag. Die ersten beiden Abschnitte des Anklagesachverhaltes sind somit 

rechtsgenügend erstellt, soweit sie für die rechtliche Würdigung der 

Tathandlungen des Beschuldigten A._____ relevant sind. 

 7.2.5. Gemäss den übereinstimmenden Zeugenaussagen haben die 

Geschädigten ihre Wertsachen entsprechend der Aufforderung des Beschuldigten 

†B._____ auf dem Spieltisch deponiert. Darauf wurden sie vom Beschuldigten 

†B._____ angewiesen, das Lokal durch den Eingang zu verlassen und in die 

Toilette zu gehen (Urk. HD 4/1/1 S. 3 f., Urk. HD 4/1/3 S. 4 [G._____]; Urk. HD 

4/2/1 S. 2, Urk. HD 4/2/2 S. 4 [H._____]; Urk. HD 4/3/1 S. 1 f., Urk. HD 4/3/2 S. 4 

[I._____]; Urk. HD 4/4/1 S. 2, Urk. HD 4/4/2 S. 5 [D._____]; Urk. HD 4/5/1 S. 2; 

Urk. HD 4/5/2 S. 2 und 5 [L._____]; Urk. HD 4/6/1 S. 3, Urk. HD 4/6/2 S. 2 

[C._____]; Urk. HD 4/7/1 S. 3, Urk. HD 4/7/2 S. 4 [J._____]; Urk. HD 4/8/1 S. 6 

- 33 - 

und 9 [K._____]). Offenbar konnten einige der Anwesenden darauf flüchten (Urk. 

HD 4/8/1 S. 6 und 9, Urk. HD 4/8/2 S. 3 [K._____]). 

 7.2.6. Der angeschossene Privatkläger C._____, der sich zwischenzeitlich 

wieder vom Boden erhoben hatte, schilderte eindrücklich, dass er als Letzter in 

Richtung WC gegangen sei und den beiden Beschuldigten die Tür vor der Nase 

habe schliessen wollen, welche jedoch mit einem Keil gesichert gewesen sei. Er 

habe Angst gehabt und sich die schlimmsten Sachen vorgestellt. Er habe dann 

seinem Kollegen einen Wink gegeben, um ihm zu verstehen zu geben, dass sie 

auf die beiden losgehen würden. Er sei darauf auf den Beschuldigten †B._____ 

losgegangen und sie seien beide zu Boden gestürzt (Urk. HD 4/6/1 S. 3 f., Urk. 

HD 4/6/2 S. 2 und 5). Es ist auf die glaubhaften Aussagen des Privatklägers 

C._____ abzustellen, da sie mit den Aussagen weiterer Zeugen, wonach der 

Privatkläger C._____ den Beschuldigten †B._____ angegriffen und diesen zu 

Boden gedrückt habe (Urk. HD 4/1/1 S. 4, Urk. HD 4/1/3 S. 4 [G._____]; Urk. HD 

4/2/1 S. 2 f., Urk. HD 4/2/2 S. 5 [H._____]; Urk. HD 4/3/1 S. 2, Urk. HD 4/3/2 S. 4 

[I._____]; Urk. HD 4/4/2 S. 5 [D._____]; Urk. HD 4/5/1 S. 2, Urk. HD 4/5/2 S. 5 

[L._____]; Urk. HD 4/7/2 S. 4 [J._____]), ein einheitliches Bild der Geschehnisse 

ergeben. Der Beschuldigte A._____ sprach pauschal, aber gleichbleibend davon, 

dass es zu einem Gerangel (Urk. HD 3/3 S. 3) bzw. einer „Karambolage“ (Urk. HD 

3/5 S. 10 und 12) zwischen †B._____ und C._____ gekommen sei (Urk. HD 78 

S. 10). Was genau abgegangen sei, habe er nicht genau sehen können (Urk. HD 

3/5 S. 12; Urk. HD 78 S. 11). Dies lässt sich damit erklären, dass unmittelbar 

darauf - wie aus den übereinstimmenden Zeugenaussagen hervorgeht - mehrere 

Geschädigte dem Privatkläger C._____ zu Hilfe kamen, sich auf den 

Beschuldigten †B._____ stürzten und Barhocker und Flaschen gegen den 

Beschuldigten A._____ warfen (Urk. HD 4/1/1 S. 4, Urk. HD 4/1/3 S. 4 [G._____]; 

Urk. HD 4/2/1 S. 3, Urk. HD 4/2/2 S. 5 f. [H._____]; Urk. HD 4/3/1 S. 2, Urk. HD 

4/3/2 S. 4 [I._____]; Urk. HD 4/4/1 S. 3, Urk. HD 4/4/2 S. 5 [D._____]; Urk. HD 

4/5/1 S. 2, Urk. HD 4/5/2 S. 5 [L._____]; Urk. HD 4/6/1 S. 3, Urk. HD 4/6/2 S. 3 

[C._____]; Urk. HD 4/7/1 S. 3, Urk. HD 4/7/2 S. 4 [J._____]). 

- 34 - 

 7.3. Gemäss Anklageschrift habe der Beschuldigte A._____ in dieser 

Phase des Geschehens, d.h. als der Privatkläger C._____ den Beschuldigten 

†B._____ tätlich angriff, einen Schuss in Richtung des Privatklägers C._____ 

abgefeuert, welcher C._____ im Bereich unterhalb des mittleren Rippenbogens 

getroffen habe, wobei das Projektil vor dem Bauchfell stecken geblieben sei. In 

der Folge habe der Beschuldigte †B._____ versucht, erneut mit der von ihm 

benutzten Waffe zu schiessen, was allerdings nicht möglich gewesen sei, da die 

Waffe blockiert habe (Urk. 122 S. 4). Dies sei von einzelnen Geschädigten 

bemerkt und dazu benutzt worden, um die beiden Beschuldigten anzugreifen, 

worauf der Beschuldigte A._____ weitere der von ihm insgesamt sechs 

abgegebene Schüsse abgefeuert habe, wobei er sich dabei in die hintere rechte 

Seite des Lokals begeben habe. Unter anderem feuerte der Beschuldigte A._____ 

einen Schuss gegen die Decke ab, sowie einen Schuss dicht am Kopf des 

Geschädigten G._____ vorbei von der rechten Seite des Barbereiches aus in 

Richtung des DJ-Pultes (Urk. 122 S. 5). 

 7.3.1. Der Beschuldigte A._____ gab in der Untersuchung 

zusammengefasst an, immer nach hinten gelaufen zu sein und einmal gegen die 

Decke sowie einmal nach rechts und einmal nach links geschossen zu haben, 

wobei er bewusst neben den Leuten vorbeigezielt bzw. nie mit der Waffe auf eine 

Person gezielt und geschossen habe (Urk. HD 3/3 S. 3 ff., Urk. HD 3/5 S. 10 und 

12, Urk. HD 3/10 S. 4, Urk. HD 3/11 S. 10, Urk. HD 78 S. 7, 10 und 12). 

Anlässlich der Hauptverhandlung wiederholte der Beschuldigte A._____ seine 

bisherige Schilderung, wobei er bestätigte, dass er wild um sich gefeuert habe, 

bis die Waffe ausgeschossen gewesen sei. Ferner gab er zum angeklagten 

Schuss gegen den Geschädigten G._____ an, dass er diesen am Anfang gar 

nicht gesehen habe. Nachdem er nach rechts geschossen und die Bewegung 

gemacht habe, um auf die linke Seite zu schiessen, habe er jemanden auf sich 

"zu gumpen" sehen (Urk. HD 78 S. 11 f.). 

 7.3.2. Gemäss Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 30. Mai 

2011 ist erstellt, dass der Beschuldigte A._____ mit der Waffe der Marke "Astra" 

sechs Schüsse abgefeuert hat (Urk. HD 6/8 S. 13). Aufgrund der 

- 35 - 

übereinstimmenden Zeugenaussagen ergibt sich, dass der Beschuldigte A._____ 

erstmals in dieser Phase geschossen hat, womit die sechs von ihm abgegebenen 

Schüsse in dieser zweiten Phase, d.h. nachdem der Beschuldigte †B._____ vom 

Privatkläger C._____ tätlich angegriffen worden war, abgegeben worden sein 

müssen. 

 7.3.3. Der Privatkläger C._____ führte aus, dass der Beschuldigte A._____, 

als er (C._____) sich auf den Beschuldigten †B._____ gestürzt habe, auf ihn 

geschossen habe (Urk. HD 4/6/1 S. 4, Urk. HD 4/6/2 S. 5 f.). Gemäss Aussagen 

des Zeugen G._____ sei der Beschuldigte A._____, als der Privatkläger C._____ 

und der Beschuldigte †B._____ am Boden gelegen hätten, 2 bis 3 m 

zurückgegangen, habe seine Waffe gegen die Gäste gerichtet und geschossen, 

wobei er klar gegen die Körper der Gäste gezielt habe. Der Beschuldigte A._____ 

sei dann ganz nach hinten gelaufen. Er (G._____) habe dann einen Stuhl 

genommen und den Beschuldigten A._____ zusammen mit Kollegen attackiert. 

Der Beschuldigte A._____ habe noch ein paar Mal geschossen. Der letzte Schuss 

sei gegen ihn (G._____) gegangen, gegen sein Gesicht. Der Beschuldigte 

A._____ habe die Waffe auf ihn gehalten und auf ihn geschossen. Er habe den 

Knall gesehen, wie "es" explodiert sei. Der Beschuldigte A._____ habe dann 

versucht, zu flüchten, und jemand habe A._____ zu Boden gebracht (Urk. HD 

4/1/1 S. 3 f., Urk. HD 4/1/3 S. 4 f.). Der Zeuge H._____ sagte aus, dass der 

Beschuldigte A._____ bei der Bar links nach dem Eingang gestanden und wild um 

sich geschossen habe. Dabei habe dieser die Pistole auf die Leute gerichtet. 

Nach jedem Schuss habe der Beschuldigte A._____ die Schussrichtung geändert. 

Er habe angefangen, vielleicht aus Angst, weil er alle Leute gesehen habe und 

weil der Beschuldigte †B._____ geschlagen worden sei, auf die Seite zu 

schiessen. Er (H._____) habe einen Stuhl genommen und mit diesem gegen den 

Beschuldigten A._____ geschlagen. Auf ihn habe A._____ nicht direkt 

geschossen, dieser habe immer auf die Seite geschossen. Der Beschuldigte 

A._____ habe weg bzw. raus wollen. Die anderen Leute seien hinter ihm her 

gewesen und er (H._____) habe mit der Kasse auf dessen Gesicht geschlagen 

(Urk. HD 4/2/1 S. 1 ff., Urk. HD 4/2/2 S. 4 ff.). Der Zeuge D._____ bestätigte 

ebenfalls, dass der Beschuldigte A._____ weiter hinten vor der Bar gewesen sei 

- 36 - 

und in Richtung Treppenhaus geschossen habe. Am Anfang, als er (D._____) 

hereingekommen und zur Bar gegangen sei, habe er gesehen, wie der 

Beschuldigte A._____ eher auf ihn und ein bis zwei Personen neben ihm die 

Waffe gerichtet habe. Sie hätten alles geworfen, was ihnen in die Hände gefallen 

sei, und der Beschuldigte A._____ sei auch mehrmals getroffen worden. 

Irgendwann sei dieser so getroffen worden, dass er weiter nach vorne gegangen 

und Richtung Ausgang gerannt sei. Die Gäste hätten mit Stühlen auf diesen 

eingeschlagen, bis er zu Boden gefallen sei (Urk. HD 4/4/1 S. 2 f., Urk. HD 4/4/2 

S. 5). Der Zeuge J._____ führte aus, als die Leute den Beschuldigten †B._____ 

zu Boden gedrückt hätten, sei der Beschuldigte A._____ in den hinteren Teil der 

Bar geflüchtet. Von dort aus habe dieser mehrfach auf sie alle geschossen. Es 

könne sein, dass der Beschuldigte A._____ Angst gehabt habe, weil die Leute auf 

ihn losgegangen seien. Der Beschuldigte A._____ habe vorher gar nichts 

gemacht, er sei die ganze Zeit hinten gewesen (Urk. HD 4/7/1 S. 4, Urk. HD 4/7/2 

S. 3 ff.). Der Zeuge I._____ gab an, dass der Beschuldigte A._____ im 

Barbereich, bei den Barhockern, gestanden habe, als er dem Beschuldigten 

†B._____ habe helfen wollen. Zuerst habe der Beschuldigte A._____ die 

angreifenden Kunden geschlagen und noch nicht geschossen. Erst als alle 

Kunden mit Stühlen etc. beide Beschuldigten abgewehrt hätten, sei der 

Beschuldigte A._____ in Richtung Theke zurückgerannt und habe dabei 

mindestens drei bis vier Mal in ihre Richtung bzw. gerade auf die Leute 

geschossen. Es habe viele Leute gehabt. Der Beschuldigte A._____ sei in Panik 

gewesen, weil die anderen ihn beworfen hätten und der Beschuldigte †B._____ 

am Boden gewesen sei. Der Beschuldigte A._____ habe aus Panik einfach 

gerade auf alle geschossen (Urk. HD 4/3/1 S. 1 f., Urk. HD 4/3/2 S. 4 ff.). Der 

Zeuge L._____ sagte aus, dass der Beschuldigte A._____ aus dem Club habe 

flüchten wollen. A._____ sei aber am Ende der Bar gewesen und der Ausgang sei 

versperrt gewesen. Er (L._____) habe zwei Stühle und auch eine Cola-Flasche 

zur Hand genommen und sie gegen den Beschuldigten A._____ geworfen. Dann 

habe der Beschuldigte A._____ ca. drei bis vier Mal auf ihn geschossen. Der 

Beschuldigte A._____ habe gerade auf ihn zu geschossen, wobei er ca. 3 bis 4 m 

- 37 - 

vor ihm gestanden sei. Er habe ja die Stühle gegen den Beschuldigten A._____ 

geworfen und dieser habe sich wehren wollen (Urk. HD 4/5/1 S. 2 und 4). 

Die zitierten Aussagen der verschiedenen Zeugen sind nachvollziehbar und in 

den wesentlichen Punkten übereinstimmend. Sie ergeben ein plausibles und 

einheitliches Bild. Zudem ist nicht ersichtlich, dass die Zeugen den Beschuldigten 

A._____ zu Unrecht belastet hätten, dass er die Waffe auf sie gerichtet und auf 

sie geschossen habe. Dies umso weniger, als ein Teil der Zeugen dem 

Beschuldigten A._____ sogar zugestanden hat, dass er sich habe wehren wollen 

und in Panik geraten sei. Was den Privatkläger C._____ betrifft, so ist durch den 

ärztlichen Befund der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsspitals Zürich vom 

22. November 2010 (Urk. HD 8/6 S. 1) sowie durch das Gutachten zur 

körperlichen Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich 

vom 13. Dezember 2010 (Urk. HD 8/7 S. 2) belegt, dass ein Projektil aus der 

Waffe des Beschuldigten A._____ den Privatkläger C._____ im Bereich unterhalb 

des mittleren Rippenbogens getroffen hat, wobei das Projektil vor dem Bauchfell 

stecken blieb. Anzumerken ist, dass gemäss Gutachten des Forensischen 

Instituts Zürich vom 30. Mai 2011 dieser Schuss den Privatkläger C._____ traf, 

nachdem das Projektil zuerst einen unbekannten Gegenstand oder ein anderes 

Kleidungsstück, durchschossen hatte (Urk. HD 6/8 S. 11). Dagegen handelte es 

sich nicht um einen Abpraller, da bei einem solchen das Projektil hätte deformiert 

sein müssen, was nicht der Fall war. 

 7.3.4. Gemäss Anklageschrift versuchte der Beschuldigte †B._____ in 

dieser Phase erneut, mit der von ihm benutzten Waffe zu schiessen, was 

allerdings nicht möglich gewesen sei, da die Waffe blockiert habe (Urk. 122 S. 4). 

Die Funktionsstörung der Waffe des Beschuldigten †B._____ wurde tatsächlich 

von mehreren Zeugen wahrgenommen, allerdings schon zu einem früheren 

Zeitpunkt (Urk. HD 4/1/3 S. 4 [G._____]; Urk. HD 4/3/2 S. 5 [I._____]; Urk. 

HD 4/7/1 S. 3 [J._____]). Keiner der Zeugen sprach jedoch davon, dass der 

Beschuldigte †B._____ in der zweiten Phase zu schiessen versucht habe (Urk. 

HD 4/1/1 S. 4, Urk. HD 4/1/3 S. 4 [G._____]; Urk. HD 4/2/1 S. 3, Urk. HD 4/2/2 

S. 5 [H._____]; Urk. HD 4/3/1 S. 2, Urk. HD 4/3/2 S. 4 [I._____]; Urk. HD 4/4/1 S. 

- 38 - 

3, Urk. HD 4/4/2 S. 5 [D._____]; Urk. HD 4/5/1 S. 2, Urk. HD 4/5/2 S. 5 [L._____]; 

Urk. HD 4/6/1 S. 3, Urk. HD 4/6/2 S. 2 f. [C._____]; Urk. HD 4/7/1 S. 3, Urk. HD 

4/7/2 S. 5 [J._____]), wobei einzuräumen ist, dass sie einen Schiessversuch ohne 

Schussabgabe kaum hätten wahrnehmen können. Dies gilt auch für den 

Beschuldigten A._____, weshalb auch mit Bezug auf ihn davon auszugehen ist, 

dass er nicht einen erneuten Versuch †B._____s bemerkte, einen Schuss 

abzufeuern. Die Vorinstanz kam mit zutreffender Begründung, auf die vorliegend 

verwiesen werden kann (Urk. 122 S. 113), zum Schluss, dass anhand des 

Beweisergebnisses nicht entschieden werden kann, ob der Beschuldigte 

†B._____ die Ladestörung nur deshalb zu beheben versuchte, um wieder eine 

schussbereite Waffe gegen die Geschädigten zu richten, oder ob er dies tat, um 

einen weiteren Schuss abzufeuern (Urk. 122 S. 113). Dieses 

Sachverhaltselement in der Anklageschrift, nämlich die versuchte Schussabgabe 

durch †B._____, lässt sich somit nicht rechtsgenügend erstellen, was jedoch für 

die Beurteilung des Verhaltens des Beschuldigten A._____ aus den genannten 

Gründen nicht weiter relevant ist. 

 7.3.5. Anhand des Spurenbildes (Einschuss in der Decke des Spielraums in 

Kombination mit den Munitionsrechnungen der beiden verwendeten Kaliber) 

sowie der Zeugenaussagen ist davon auszugehen, dass der Beschuldige 

A._____ einen Schuss in die Decke abgab. Es ist zu prüfen, ob sich der weitere 

konkrete Anklagevorwurf erstellen lässt, wonach A._____ unter anderem auch 

einen Schuss dicht am Kopf des Geschädigten G._____ vorbei von der rechten 

Seite des Barbereiches aus in Richtung des DJ-Pultes abgefeuert habe (Urk. HD 

29 S. 5). Für diesen Schuss dicht am Kopf des Geschädigten G._____ vorbei gibt 

es keinen spurenkundlichen Beweis (Urk. HD 6/8 S. 12). Die Schilderung des 

Geschädigten G._____, wonach er "den Knall" gesehen habe bzw. wie "es 

explodiert“ sei, ist jedoch so charakteristisch und aussergewöhnlich, dass die 

Beschreibung als tatsächlich erlebter Vorgang wirkt. Der Zeuge berichtete in 

authentischer Weise von einem schockierenden Erlebnis, dass er nämlich den 

Mündungsblitz der auf ihn gerichteten Waffe von vorne gesehen habe. Es sind 

keine Gründe ersichtlich, weshalb der Geschädigte G._____ den Beschuldigten 

A._____ zu Unrecht belasten sollte. Für die Glaubhaftigkeit der Aussage des 

- 39 - 

Geschädigten G._____ spricht ebenfalls, dass die vom Geschädigten G._____ 

geschilderte Schussabgabe in Richtung seines Gesichts mit der von weiteren 

Zeugen bestätigten Position des Beschuldigten A._____ im hinteren Barbereich, 

mit der vom Geschädigten G._____ angegebenen eigenen Position sowie dem 

Auffinden eines Projektils der Waffe des Beschuldigten A._____ in einem 

Lautsprecher oberhalb des DJ-Pultes übereinstimmt (vgl. Urk. HD 6/8 S. 13). Der 

diesbezügliche Sachverhalt ist demnach rechtsgenügend erstellt. 

 7.3.6. Aufgrund des Beweisergebnisses ist davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte A._____ seine Waffe zumindest teilweise in Richtung der im Lokal 

anwesenden Geschädigten hielt und dann hintereinander das Magazin leer 

schoss. Aufgrund der im Bereich der Musik-Bar aufgefundenen sechs gezündeten 

Patronenhülsen im Kaliber 6.35 mm schlossen die Gutachter in plausibler und 

nachvollziehbarer Weise darauf, dass A._____ mit seiner Waffe sechs Schüsse 

abgefeuert hat. Die Reihenfolge der Schüsse konnte weder spurenkundlich noch 

aufgrund anderer Beweise zweifelsfrei ermittelt werden (Urk. HD 6/8 S. 13). 

Immerhin sagte der Zeuge G._____ aus, es sei der letzte Schuss gewesen, der 

gegen sein Gesicht gerichtet gewesen war. Für den Zeugen dürfte dies ein derart 

einschneidendes Erlebnis gewesen sein, dass seine Aussage, es sei der letzte 

Schuss gewesen, mithin seien nachher keine Schüsse mehr gefallen, durchaus 

glaubhaft erscheint. Ansonsten lässt sich die genaue Reihenfolge der von 

A._____ abgegebenen Schüsse beweismässig nicht erstellen. Insbesondere lässt 

sich nicht mit letzter Sicherheit sagen, ob der Beschuldigte A._____ zuerst in die 

Decke schoss und anschliessend auf den Privatkläger C._____, oder umgekehrt. 

Für die rechtliche Würdigung des Sachverhaltes ist die Reihenfolge der 

abgegebenen Schüsse jedoch nicht weiter relevant. 

 7.3.7. Aufgrund der Beweislage ist der äussere Ablauf des 

Anklagesachverhaltes lit. A, soweit er die Handlungen des Beschuldigten A._____ 

betrifft, mit den oben dargelegten Einschränkungen hinsichtlich 

Schussreihenfolge, rechtsgenügend erstellt. 

 7.4. In der Anklageschrift wird den Beschuldigten A._____ und †B._____ in 

subjektiver Hinsicht vorgeworfen, bei ihrer Tat mit dem Beweggrund gehandelt zu 

- 40 - 

haben, einen Raub zu begehen, um auf diese Weise Geld und andere 

Vermögenswerte zu erbeuten. Dabei seien sie zur Durchführung und Sicherung 

des Raubes bereit gewesen, diejenigen Personen, welche sich ihren kriminellen 

Absichten in den Weg zu stellen und zu widersetzen versuchten, zu töten, indem 

sie skrupellos von ihren Waffen Gebrauch machten und mehrfach und 

hemmungslos auf ihre Opfer geschossen haben. Dadurch hätten sie auch ihre 

extreme Geringschätzung gegenüber dem Leben von anderen Menschen zum 

Ausdruck gebracht. Während die Beschuldigten ihre geladenen, schussbereiten 

und ungesicherten Waffen auf die Geschädigten gerichtet hätten, aufgrund der 

dann auch tatsächlich erfolgten Schussabgaben und auch infolge der 

unkontrollierten Abpraller, hätten sich die im Raum anwesenden Geschädigten in 

einer naheliegenden unmittelbaren Lebensgefahr befunden. 

Ausserdem wird dem Beschuldigten A._____ in subjektiver Hinsicht vorgeworfen, 

er habe bei den Schussabgaben, insbesondere bei denjenigen gegen den 

Privatkläger C._____ und den Geschädigten G._____ abgegebenen Schüssen, 

den Tod von C._____ und G._____ zumindest in Kauf genommen. 

 7.4.1. Hinsichtlich der Erstellung des Sachverhaltes in subjektiver Hinsicht 

hat die Vorinstanz umfassende und zutreffende Ausführungen gemacht, auf 

welche vorab verwiesen werden kann (Urk. 122 S. 118-127; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Die nachfolgenden Ausführungen sind in erster Linie als Hervorhebungen und 

Präzisierungen zu verstehen. Die Ausführungen in den vorinstanzlichen 

Erwägungen zum Beschuldigten †B._____ sind im vorliegenden Zusammenhang 

jedoch nur hinsichtlich der subjektiven Aspekte der Tatbegehung durch A._____ 

von Relevanz, zumal die inneren Vorgänge bei †B._____ für die Beurteilung der 

Handlungen A._____s nur soweit relevant sein können, als sie für A._____ 

wahrnehmbar bzw. ersichtlich waren. 

 7.4.2. Die Ausführungen der Vorinstanz zur "Vorgeschichte" erscheinen nur 

insoweit wesentlich, als zutreffend festgehalten wurde, dass - wie bereits im 

Zusammenhang mit dem objektiven Sachverhalt erstellt wurde - der Beschuldigte 

A._____ spätestens im Trocknungsraum vom bevorstehenden Raubüberfall 

erfahren habe und in diesem Zeitpunkt nicht vom Beschuldigten †B._____ 

- 41 - 

bedroht wurde. Indem er in der Folge mit dem Beschuldigten †B._____ die Bar 

"F._____" stürmte und die Aufgabe übernahm, die Raubopfer mit der Waffe in 

Schach zu halten, hat der Beschuldigte A._____ sich dem Tatentschluss des 

Beschuldigten †B._____, die Gäste in der Bar "F._____" auszurauben, 

angeschlossen. Aufgrund der arbeitsteiligen und koordinierten Vorgehensweise 

der Beschuldigten †B._____ und A._____ während des Raubüberfalls ist mit der 

Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte †B._____ im 

Trocknungsraum mit dem Beschuldigten A._____ den groben Tatablauf 

besprochen hat. Es wäre sonst kaum zu erklären, woher der Beschuldigte 

A._____ wusste, dass er vom Eingangstürbereich aus die Gäste mit der Waffen in 

Schach zu halten hatte. Das Vorliegen einer gemeinsamen Absprache des 

Vorgehens zeigt sich auch darin, dass der Beschuldigte A._____ nicht komplett 

unvorbereitet dem Beschuldigten †B._____ folgte, sondern bewaffnet und 

maskiert war. Das Betreten der Bar, wobei der Beschuldigte †B._____ 

vorausgehen sollte, das Auffordern der Gäste, sich an die Wand zu stellen und 

die Wertsachen auf den Pokertisch zu legen, das In-Schachhalten der Gäste 

durch den Beschuldigten A._____, die Maskierung und die Bewaffnung war im 

Voraus besprochen worden. Insoweit war ein gemeinsamer Tatplan vorhanden. 

Die gegenteiligen Aussagen des Beschuldigten A._____, wonach er keine 

Aufgabe gehabt habe, herumgestanden sei, gar nicht gewusst habe, was er 

machen solle, und sie im Voraus nicht besprochen hätten, wer was mache (Urk. 

HD 3/11 S. 9, Urk. HD 78 S. 7 und 14), lässt sich nicht mit dem gemeinsamen 

Vorgehen vereinbaren und stehen im klaren Widerspruch dazu, dass diverse 

Zeugen die Beschuldigten als Team wahrgenommen haben. 

 7.4.3. Wie bereits im Zusammenhang mit dem objektiven Sachverhalt 

erstellt wurde, hat der Beschuldigte A._____ seine Waffe vom Beschuldigten 

†B._____ erhalten. Bezüglich des Beschuldigten A._____ ist somit davon 

auszugehen, dass er die ihm zur Verfügung gestellte Waffe nicht kannte. Dass er 

davon ausgegangen sein will, es handle sich um eine blosse 

Schreckschusspistole, ist unglaubhaft. Mit der Vorinstanz erscheint es 

lebensfremd anzunehmen, dass der Beschuldigte A._____ beim Erhalt der Waffe 

deren Beschaffenheit, Qualität und den Ladezustand nicht überprüft hat. Es 

- 42 - 

handelte sich dabei ja nicht um einen nebensächlichen, unwichtigen Gegenstand, 

für welchen er keinen Bedarf gehabt hätte und welcher ihn deshalb nicht 

interessiert hätte, sondern um das Haupttatmittel für einen bewaffneten Überfall. 

Erstellt ist, dass A._____ die Pistole von †B._____ kurz vor der Raubtat erhalten 

hatte. Da der Beschuldigte †B._____ die Waffen besorgt hatte, wusste dieser, 

dass die Waffe des Beschuldigten A._____ funktionstüchtig war. Schon aus 

Schutz für sich selbst und den Mittäter ist davon auszugehen, dass †B._____ den 

Beschuldigten A._____ informierte, dass die diesem übergebene Pistole "Astra" 

schiesstauglich und geladen und demnach mit entsprechender Vorsicht mit dieser 

zu hantieren war. Sodann wusste A._____, wie er selbst aussagte (Urk. HD 3/5 

S. 8, Urk. HD 78 S. 15), dass die Waffe des Beschuldigten †B._____ echt war. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass beide Beschuldigten beim Betreten der Bar 

"F._____" wussten, dass sie schussbereite Waffen in den Händen hielten. 

Fraglich ist allerdings, ob der Beschuldigte A._____ zu diesem Zeitpunkt 

(Betreten der Bar "F._____") mit dem Waffeneinsatz einverstanden war. Es lässt 

sich nicht nachweisen, dass nach der ursprünglichen Tatvorstellung des 

Beschuldigten A._____ ein Waffeneinsatz im Sinne von tatsächlichen 

Schussabgaben zur Durchsetzung des räuberischen Vorhabens geplant war. Der 

Beschuldigte A._____ dürfte von einer komplikationslosen Tatbegehung, bei 

welcher der Einsatz der Waffen als Drohmittel ausreichen würde, ausgegangen 

sein und sich keine Gedanken über das Verhalten bei Problemen, wie z.B. 

Widerstand durch Opfer, gemacht haben. Entgegen der Auffassung der 

Staatsanwaltschaft (Urk. 136 S. f.), kann dem Beschuldigten A._____ nicht 

nachgewiesen werden, dass er zumindest mit dem Eventualvorsatz gehandelt 

hat, dass er oder sein Mittäter die Waffe auch einsetzen würde und dabei auch 

Menschen getötet werden könnten. Wenn zwei Mittäter einen Raubüberfall 

verüben, bei dem sie beide mit geladenen und schussbereiten Waffen bewaffnet 

sind und diese auch einsetzen, indem sie die Pistolen auf ihre Opfer richten, ist 

nicht zwingend von einer stillschweigenden Absprache und von der 

Entschlussfassung von beiden Mittätern auszugehen, wonach mit diesen Waffen 

im Fall einer entsprechenden Notwendigkeit auch auf Menschen geschossen 

wird. Die Waffe wurde dem Beschuldigten A._____ kurz vor dem Überfall in die 

- 43 - 

Hand gedrückt. Er wusste nicht, welche Situation und wie viele Personen ihn im 

Lokal erwarten würden, und musste unter diesen Umständen nicht davon 

ausgehen, dass mit der Waffe auch auf Menschen geschossen werden könnte. 

Vielmehr ist zu seinen Gunsten anzunehmen, dass er annahm, dass die Waffen 

nur zur Drohung eingesetzt werden würden. 

 7.4.4. Nach dem ersten von †B._____ abgefeuerten Schuss in die Decke 

wusste der Beschuldigte A._____, dass dieser bereit war, die Schusswaffe 

tatsächlich einzusetzen, wenn auch vorläufig nur für einen Warnschuss. Zu 

diesem Zeitpunkt befand sich der Beschuldigte A._____ bei der Verbindungstür in 

unmittelbarer Nähe des Ausgangs und der Beschuldigte †B._____ bei den 

Gästen im Spielraum. Damit bestand für den Beschuldigten A._____ die 

Möglichkeit zu flüchten, insbesondere wenn er mit der Durchführung des 

Raubüberfalls überhaupt nicht einverstanden gewesen wäre. Dadurch, dass er sie 

nicht wahrnahm, billigte der Beschuldigte A._____ den weiteren Einsatz von 

Schusswaffen zu Warnzwecken im Rahmen des Raubes. Entgegen der 

Auffassung der Staatsanwaltschaft (Urk. 136 S. 6) kann aufgrund der weiteren 

Mitwirkung des Beschuldigten A._____ aber nicht darauf geschlossen werden, 

dass ein Einsatz der Schusswaffen gegen die Opfer, welcher über eine Drohung 

hinausgeht, seinem Willen entsprach. In der Folge schoss der Beschuldigte 

†B._____ gegen den Privatkläger C._____. Es kann dem Beschuldigten A._____ 

nicht nachgewiesen werden, dass er vor dem Schuss gegen den Privatkläger 

C._____ damit einverstanden war, die Waffe gegen Menschen einzusetzen. 

Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte †B._____ den Entschluss 

zur Schussabgabe gegen den Privatkläger C._____ spontan aufgrund der 

unerwarteten Umstände fasste, womit der Beschuldigte A._____ aufgrund seiner 

Vorstellung einer allein durch das Vorhalten von Schusswaffen gewährleisteten 

komplikationslosen Tatbegehung nicht rechnete. Es kann somit nicht erstellt 

werden, dass der Schuss †B._____s auf den Privatkläger C._____ vom Willen 

des Beschuldigten A._____ getragen war. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der 

Beschuldigte A._____ jedoch weiterhin bei der Verbindungstür in unmittelbarer 

Nähe des Ausgangs und er wäre somit weiterhin in der Lage gewesen, die Flucht 

zu ergreifen (vgl. Urk. HD 6/8 letzter Anhang [Grundrissplan]). Er blieb auch dann 

- 44 - 

noch am Tatort und kam seiner Aufgabe nach, nachdem †B._____ im 

Spielzimmer drei Schüsse abgefeuert hatte und der Privatkläger C._____ am 

Boden lag. Obwohl er nun wusste, dass †B._____ auf C._____ geschossen und 

diesen getroffen hatte, führte er den Überfall weiter, was schliesslich dazu führte, 

dass er selber sechs Schüsse teilweise in Richtung der Geschädigten abfeuerte. 

Der Beschuldigte A._____ hat zu Recht nie bestritten, gewusst zu haben, dass 

ein Schuss auf einen Menschen tödliche Verletzungen herbeiführen kann. 

Dagegen hat er mehrfach beteuert, dass er niemand habe verletzen wollen (Urk. 

HD 3/3 S. 5, Urk. HD 3/11 S. 11, Urk. HD 78 S. 15, Prot. II S. 4). Die Leute seien 

auf ihn zugestürmt und er habe Panik gehabt (Urk. HD 3/10 S. 4, Urk. HD 3/11 S. 

10). Er habe nur gesehen, dass ca. vier, fünf oder sechs Leute auf ihn 

"zugeseckelt" seien. Dann habe er gemerkt, dass er "drunterkomme", dass er 

abgeschlagen werde. Er habe in diesem Moment nur noch raus wollen. Er sei in 

dieser Situation in Panik gewesen, er habe selber nicht gewusst, was mit ihm 

laufe (Urk HD 78 S. 10 f.). Bedenkt man, dass der Beschuldigte A._____ gemäss 

erstelltem Sachverhalt nun wild um sich schoss, zumindest teilweise in die 

Richtung von Menschen, bis das Magazin leer war, ist seine Behauptung, dass er 

niemand habe verletzen wollen, nicht glaubhaft. Vielmehr musste er unter diesen 

Umständen mit Körpertreffern und damit mit tödlichen Verletzungen rechnen. Der 

Beschuldigte A._____ hat aus eigenem Entschluss seine Waffe abgefeuert, 

obwohl er sich hätte ergeben können. Dass er - wie er behauptet - durch die 

Schussabgaben habe kundtun wollen, dass er nicht freiwillig hier sei, ist abwegig 

(vgl. Urk. 3/5 S. 10). Dagegen ist nachvollziehbar, dass der Beschuldigte A._____ 

Panik hatte, als die Raubopfer nun auf ihn zukamen und ihm den Weg zum 

Ausgang versperrten. Ab diesem Zeitpunkt war eine Flucht A._____s nicht mehr 

möglich. Dies zeigt auch, dass A._____ bis zu dieser Phase des Gegenangriffs 

durch die Raubopfer von sich aus hätte fliehen können. Dies wurde auch von 

Zeugen bestätigt (Urk. 4/7/2 S. 5). 

 7.4.5. Es ist auch glaubhaft, dass A._____ Angst hatte vor dem, was die 

zuvor von ihm mit einer Waffe bedrohten Gäste mit ihm machen würden. Sodann 

haben verschiedene Zeugen wahrgenommen, dass der Beschuldigte A._____ 

Panik hatte und fliehen wollte. In seiner Bedrängnis war es nicht mehr sein Ziel, 

- 45 - 

mit den Schussabgaben die weitere Durchführung des Raubes oder die Beute zu 

sichern, sondern sich die Angreifer vom Leib zu halten. Gemäss mehreren 

Zeugenaussagen habe A._____ versucht zu fliehen, jedoch sei der Fluchtweg 

durch die vordringenden Raubopfer, die zum Gegenangriff übergingen, 

abgeschnitten worden. Die Motivlage bei A._____ ist nach der Überwältigung 

†B._____s durch die Raubopfer offensichtlich umgeschlagen und es ging ihm nur 

noch darum, mit den abgefeuerten Schüssen die ihn angreifenden Raubopfer 

abzuwehren. Die Umschreibung in der Anklageschrift, wonach der Beschuldigte 

A._____ seinen ersten Schuss auf den Privatkläger C._____ abgefeuert habe, 

nachdem dieser den Beschuldigten †B._____ tätlich angegriffen hatte, kann so 

nicht erstellt werden, zumal bereits dargelegt wurde, dass die Reihenfolge der 

Schüsse nicht spurenkundlich oder durch andere Beweismittel nachgewiesen 

werden kann, mit der erwähnten Ausnahme des letzten Schusses in Richtung des 

Geschädigten G._____. Ausserdem ist festzuhalten, dass nicht erstellt werden 

kann, dass die Schussabgaben durch A._____ gezielt erfolgten, vielmehr ist mit 

der Vorinstanz davon auszugehen, dass A._____ die Schüsse zumindest 

teilweise in Richtung der Geschädigten abfeuerte bis das Magazin leer war, wobei 

ein Schuss den Privatkläger C._____ traf, ein Schuss nachweislich in die Decke 

einschlug und ein Schuss nahe am Kopf von G._____ vorbeiging. 

 7.4.6. Im Ergebnis bestehen somit keine unüberwindbaren Zweifel daran, 

dass sich der Sachverhalt so ereignet hat, wie er von der Vorinstanz erstellt 

worden ist. Er ist deshalb auch im Berufungsverfahren der rechtlichen Würdigung 

zu Grunde zu legen. 

V. Rechtliche Würdigung 

1. Die Vorinstanz würdigte den erstellten Sachverhalt als versuchten 

qualifzierten Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und Ziff. 4 in Verbindung mit Art. 

11 Abs. 1 StGB sowie als mehrfache versuchte Tötung im Sinne von Art. 111 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

- 46 - 

2. Die Verteidigung beantragte mit ihrer Berufungserklärung einen 

Freispruch von den Vorwürfen des versuchten qualifizierten Raubs im Sinne von 

Art. 140 Ziff. 4 in Verbindung Art. 22 Abs. 1 StGB sowie vom Vorwurf der 

mehrfachen vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 124 S. 2). Sie würdigte das Verhalten des 

Beschuldigten A._____ vor Vorinstanz als versuchte Nötigung und einfache 

Körperverletzung. Eventualiter sei der Beschuldigte A._____ der versuchten 

Nötigung und der eventualvorsätzlich versuchten schweren Körperverletzung 

schuldig zu sprechen (Urk. HD 85 S. 2 f.). Im Hinblick auf die 

Berufungsverhandlung beschränkte die Verteidigung die Berufung jedoch auf das 

Strafmass und beantragte im Übrigen eine Bestätigung des erstinstanzlichen 

Urteils und damit der rechtlichen Würdigung der Vorinstanz (Urk. 132 und Urk. 

137). 

3. Die Staatsanwaltschaft verlangte im Berufungsverfahren eine 

Qualifikation des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 

140 Ziff. 4 und Ziff. 3 Abs. 3 StGB, weil die Beschuldigten ihre besondere 

Gefährlichkeit nicht allein vorwiegend durch den Einsatz durchgeladener und 

entsicherter Waffen, sondern zusätzlich mit weiteren Tatumständen, namentlich 

der besonders kühnen, verwegenen und skrupellosen Art der Tatbegehung, zum 

Ausdruck gebracht hätten (Urk. 123 S. 2 und Urk. 136 S. 9 f.). Ausserdem 

beantragte die Staatsanwaltschaft die Qualifikation der vom Mitbeschuldigten 

†B._____ gegenüber dem Privatkläger C._____ abgegebenen und vom Willen 

des Beschuldigten A._____ getragenen Schüsse als besonders skrupellose 

Tötungsversuche und damit als mehrfacher Mordversuch im Sinne von Art. 112 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. Im Weiteren stellte die 

Staatsanwaltschaft den Antrag, es seien die vom Beschuldigten A._____ gegen 

verschiedene Geschädigte abgegebenen sechs Schüsse als besonders 

skrupellose Tötungsversuche und damit als mehrfachen Mordversuch im Sinne 

von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs.1 StGB zu qualifizieren (Urk. 123 

S. 2 und Urk. 136 S. 6 ff.). 

- 47 - 

 4. Die vorinstanzlichen Erwägungen zur rechtlichen Würdigung der 

Raubtat sind sowohl von den theoretischen Ausführungen als auch von der 

Subsumtion her umfassend und zutreffend, weshalb vorab auf die 

entsprechenden Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden 

kann (Urk. 122 S. 129-133; Art. 82 Abs. 4 StPO). Nachfolgend sind in erster Linie 

die Anträge der Staatsanwaltschaft zu behandeln. 

 4.1. Die Vorinstanz ging zutreffend von einem in Mittäterschaft begangenen 

qualifizierten Raubversuch im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 4 in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 aus, weil der Beschuldigte A._____ von Anfang an 

eine schussbereite, dass heisst entsicherte und durchgeladene Waffe auf die 

Geschädigten richtete. Damit bestand für die Geschädigten eine akute 

Lebensgefahr (BGE 117 IV 425; BGE 121 IV 71 = Pr 85 [1996] Nr. 24 S. 57