# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b3377e9-2d46-50bf-bf5f-5ec9ff77af60
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.11.2011 UV 2010/52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2010-52_2011-11-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2010/52

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.04.2020

Entscheiddatum: 03.11.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2011
Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden zehn Jahre 
nach Sturz auf den Rücken (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 3. November 2011, UV 2010/52).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 3. November 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Rechsteiner, Hauptstrasse 17, 9422 Staad,

gegen

AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Krepper, Sophienstrasse 2, Postfach 1517, 

8032 Zürich,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ war als Geschäftsleiter in der B.___, tätig und dadurch bei den Winterthur 

Versicherungen (heute: AXA Versicherungen AG; nachstehend AXA) unfallversichert, als 

er am 12. September 1998 im häuslichen Badezimmer auf nassem Boden ausrutschte, 

zu Fall kam und mit dem Rücken auf einer Schwellenkante aufschlug (UV-act. A1). Dr. 

med. C.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, diagnostizierte im Bericht vom 29. 

September 1998 eine Wirbelsäulenkontusion und eine Thoraxkontusion. Der 

Röntgenbefund (BWS und LWS) habe keine Hinweise für eine Fraktur ergeben (UV-act. 

M2). Am 30. Oktober 1998 bestätigte der Arzt zudem eine HWS-Distorsion (UV-act. 

M5). Die AXA anerkannte ihre Leistungspflicht und übernahm Heilbehandlungskosten 

und Taggelder. Am 7. September 2001 erstattete die Medas Ostschweiz ein 

interdisziplinäres Gutachten (UV-act. M23). Vom vorerst geplanten Stellen von 

Ergänzungsfragen bei den Medas-Gutachtern wurde abgesehen, nachdem sich die 

AXA bereit erklärt hatte, die Leistungen ab 1. April 2002 auf der Basis einer 

Arbeitsunfähigkeit von 50% abzurechnen (vgl. UV-act. A24-A27, A33).

A.b   Am 17. August 2005 meldete die B.___, der Versicherte habe sich am 15. Juli 

2005 den Kopf an einer Informationstafel angestossen, wodurch die seit dem Unfall 

von 1998 bestehenden Beschwerden verstärkt worden seien (UV-act. A38). Am 3. März 

2008 orientierte die AXA den Versicherten, dass nochmals eine medizinische 

Begutachtung notwendig sei, welche die Kausalitätsfrage klären solle (UV-act. A41, 

A43). Mit Schreiben vom 16. Mai 2008 beantragte Rechtsanwalt lic. iur. Martin 

Rechsteiner, Staad, für den Versicherten, vorab das Ergebnis der (noch 

vorzunehmenden) Rückfrage bei der Medas abzuwarten und dann allenfalls eine 

erneute interdisziplinäre Begutachtung zu prüfen. Eine solche erweise sich nämlich 

gemessen am heutigen Kenntnisstand als völlig unnötig. Es sei nicht statthaft, eine 

weitere interdisziplinäre Begutachtung vorzunehmen, wenn zusätzliche Informationen 

durch Ergänzungsfragen an die (früher bereits tätig gewordenen) Gutachter erhältlich 

gemacht werden könnten (UV-act. A50). Im Schreiben vom 20. Mai 2008 teilte die AXA 

dem Rechtsvertreter des Versicherten mit, selbst wenn nachträglich noch die 

Stellungnahme zu ihrem Schreiben vom 19. Februar 2002 eingeholt würde, wäre diese 

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nicht ausreichend, um abschliessend über die Leistungspflicht befinden zu können. 

Somit werde an der Begutachtung beim ZMB festgehalten. Es werde eine 

angemessene Bedenkzeit im Sinn von Art. 43 Abs. 3 ATSG (SR 830.1) eingeräumt. 

Sollte die Begutachtung weiterhin verweigert werden, werde sie zu gegebener Zeit 

Sanktionen veranlassen. Ohne Gegenbericht innert der Bedenkzeit werde davon 

ausgegangen, dass die vorgeschlagene Begutachtung akzeptiert werde (UV-act. A51). 

Am 5. Juni 2008 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers der AXA 

Zusatzfragen für eine allfällige Begutachtung ein (UV-act. A53). Am 26. Juni 2008 gab 

er der AXA bekannt, dass sich der Versicherte der interdisziplinären Untersuchung 

nicht unterziehen werde. Er sei der Ansicht, dass sich die angeblich offenen Fragen 

über eine entsprechende (früher von der AXA bereits in die Wege geleitete) Rückfrage 

bei der Medas klären liessen, weil sich der Gesundheitszustand seit der letzten 

interdisziplinären Begutachtung nicht verändert habe. Eine erneute interdisziplinäre 

Begutachtung werde deshalb als nicht notwendig erachtet (UV-act. A55). Mit Schreiben 

vom 15. Juli 2008 machte die AXA den Rechtsvertreter des Versicherten darauf 

aufmerksam, dass sie nach Ablauf der Bedenkzeit die Erhebungen einstellen und 

Nichteintreten verfügen werde. Nach Ablauf der Bedenkzeit würden die Leistungen per 

31. Juli 2008 (verfügungsweise) eingestellt (UV-act. A57). Hierauf bestritt der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 6. August 2008 die Angemessenheit der 

angesetzten Bedenkfrist (bevorstehende Sommerferien). Von der Möglichkeit der 

Einstellung sei zudem zurückhaltend Gebrauch zu machen, wenn alternative 

Möglichkeiten für die Erhebung des Sachverhalts bestünden (UV-act. A60).

A.c   Am 11. August 2008 verfügte die AXA, dass infolge Verletzung der 

Mitwirkungspflicht "Nichteintreten beschlossen" werde. Die Versicherungsleistungen 

würden per 1. August 2008 eingestellt (UV-act. A61). Gegen diese Verfügung liess der 

Versicherte am 12. September 2008 Einsprache erheben (UV-act. A63). Mit Verfügung 

vom 13. November 2009 erwog die AXA, die Einwände des Einsprechers seien 

begründet und er habe die Mitwirkungspflicht durch seine Weigerung, an der 

Begutachtung teilzunehmen, nicht verletzt. Das Medas-Gutachten vom 7. September 

2001 entspreche, trotz der erhobenen Bedenken bezüglich der Kausalitätsbeurteilung, 

den von der Rechtsprechung aufgestellten beweismässigen Anforderungen, weshalb 

keine Notwendigkeit nach einem weiteren Gutachten bestehe. Die angefochtene 

Verfügung halte daher in diesem Punkt der Überprüfung nicht stand. Da jedoch in 

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Würdigung der medizinischen und weiteren Aktenlage ausgeschlossen werden könne, 

dass sich die Beschwerden in Anbetracht des seit Jahren beklagten, nicht gebesserten 

Gesundheitszustandes durch weitere ärztliche und therapeutische Behandlungen 

namhaft verbessern lassen würden, seien die Leistungspflicht korrekterweise einer 

Überprüfung unterzogen und die temporären Leistungen (Taggeld, Heilbehandlung) 

eingestellt worden. Es bleibe daher anhand der Adäquanzkriterien zu prüfen, ob die 

Beschwerden dem versicherten Ereignis rechtlich noch zugeordnet werden könnten 

und der Versicherte über den 1. August 2008 hinaus Anspruch auf 

Versicherungsleistungen, namentlich eine Invalidenrente, habe. Dem Versicherten 

wurde Gelegenheit eingeräumt, sich zur Frage der Adäquanz zu äussern (UV-act. A73). 

Nachdem der Rechtsvertreter des Versicherten am 28. Januar 2010 Stellung 

genommen hatte (UV-act. A76), wies die AXA die Einsprache mit Einspracheentscheid 

vom 1. Juni 2010 ab, soweit sie darauf eintrat (UV-act. A79).

B.       

B.a   Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Rechsteiner für den Versicherten mit 

Eingabe vom 30. Juni 2010 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sowie die 

Verfügung vom 11. August 2008 seien aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer 

eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung auszurichten. Eventuell sei die 

Verfügung vom 11. August 2008 aufzuheben und die Sache zur Prüfung der Ansprüche 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventuell sei dem Beschwerdeführer mindestens bis 

zum rechtskräftigen Abschluss des Beschwerdeverfahrens weiterhin ein Unfalltaggeld 

auszurichten. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter dar, wie bereits das 

Abklärungsverfahren könne auch die zeitliche Dauer des Einspracheverfahrens nicht 

mehr als speditiv bezeichnet werden. Die medizinischen Abklärungen hätten aus nicht 

nachvollziehbaren Gründen im Oktober 2001 ein jähes Ende genommen, wobei der 

Beschwerdeführer in der Folge stets im Glauben gelassen worden sei, dass alles in 

bester Ordnung sei. Urplötzlich habe die Beschwerdegegnerin 2008 eine neue 

Begutachtung vornehmen wollen. Letztere sei zu Recht verweigert worden. Die 

Beschwerdegegnerin habe die Adäquanzprüfung ohne weitere Abklärungen 

vorgenommen. Es gehe nicht an, dass die Beurteilung aufgrund "alter Akten" nach der 

"neuen Rechtsprechung" erfolge. Es stehe dem Versicherer nicht zu, mit einem 

Abklärungsverfahren so lange zuzuwarten, bis sich die Rechtsprechung für ihn 

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(potentiell positiv) verändere. Bereits aus diesem Grund seien die Leistungen 

auszurichten. Vor der Adäquanzprüfung nach der modifizierten Schleudertrauma-

Rechtsprechung sei die entsprechende Nachfrage bei der Medas St. Gallen zu 

machen, und die Sache sei zur Vornahme dieser Handlung und erneuten Abklärung an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Werde wider Erwarten davon ausgegangen, 

dass direkt und aufgrund der vorliegenden Akten eine Adäquanzprüfung vorzunehmen 

sei, sei die Diagnose einer HWS-Distorsion als unmittelbare Folge des Ereignisses und 

als gesichert anzusehen. Es liege ein mittelschwerer Unfall vor, welcher an der Grenze 

zum schweren Unfall anzusiedeln sei. Die objektiverfassbaren Kriterien gemäss 

Rechtsprechung seien mehrfach gegeben. Dass die erlittene HWS-Distorsion damit 

eine adäquat-kausale Folge des versicherten Ereignisses darstelle, sei offensichtlich. 

Der nun von der Beschwerdegegnerin für nicht haltbar erklärte Vorwurf der 

Verweigerung der Mitwirkungspflicht durch den Beschwerdeführer sei für sie Grund 

gewesen, die Leistung von Taggeldern einzustellen. Dieser Grund sei indessen 

ersatzlos weggefallen. Der Beschwerdeführer habe deshalb weiterhin Anspruch auf 

Ausrichtung von Unfalltaggeldern.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 5. November 2010 beantragte Rechtsanwalt 

Dr. Peter Krepper, Zürich, für die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies er auf die 

Darlegungen im angefochtenen Einspracheentscheid und führte unter anderem aus, es 

sei unbestritten, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung von der Fortsetzung der 

ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Zustandes mehr habe erwartet 

werden können. Die Beschwerdegegnerin habe ihre Leistungspflicht korrekterweise 

einer Überprüfung unterzogen und die temporären Leistungen (Taggeld, 

Heilungskosten) zu Recht eingestellt. Es sei nicht einzusehen, weshalb sich die 

Verfahrensdauer auf den Beschwerdeführer hätte belastend auswirken sollen. Er habe 

sich in all den Jahren, in denen Taggeldleistungen erbracht worden seien, jedenfalls nie 

bei der Beschwerdegegnerin über die Verfahrensdauer beschwert. Die 

Beschwerdegegnerin habe sich weder durch eine bewusste Verzögerung des 

Verfahrens einen Vorteil verschaffen wollen, noch hätte sie solches tun können. Nicht 

nachvollziehbar sei die Behauptung, die Beschwerdegegnerin habe eine für sie 

günstige Änderung der Rechtsprechung abgewartet, um ohne die erforderlichen 

Abklärungen ihre Leistungen einstellen zu können. Das Medas-Gutachten erfülle die 

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Anforderung der Rechtsprechung an eine ärztliche Expertise, weshalb auf eine erneute 

Begutachtung sowie auf Erläuterungen und Zusatzfragen zu verzichten sei. Der 

Beschwerdeführer gebe keine Begründung dafür an, weshalb entgegen der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung konkret von einem mittelschweren Ereignis 

(anstelle eines leichten Unfalls) auszugehen sei. Selbst wenn die Adäquanzkriterien zu 

prüfen wären, wären diese zu verneinen.

B.c   Mit Replik vom 7. Januar 2011 (act. G 11) und Duplik vom 1. April 2011 (act. G 17) 

bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:

1.      

Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang 

mit dem Unfallereignis vom 12. September 1998 ausgerichtet wurden, auf den 1. 

August 2008 eingestellt werden durften oder nicht. Was den ersten Eventualantrag 

(Antrag Ziff. 2; act. G 1 S. 2) betrifft, ist festzuhalten, dass dieser sich wohl irrtümlich 

nur auf die Verfügung vom 11. August 2008 und nicht auch auf den 

Einspracheentscheid bezieht; einzig letzterer bildet Prüfungsgegenstand dieses 

Verfahrens. Abzuklären ist das Bestehen der adäquaten Unfallkausalität.

Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts (bis 31. Dezember 2006: 

Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG) kann ein nach einem versicherten Unfall 

aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit 

es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt 

(natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die blosse 

Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1; BGE 119 V 338 E. 1 und 118 V 289 E. 

1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die mit 

dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14, 45). Während es 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu 

beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 E. 3a). Im Bereich klar 

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ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen 

werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist 

eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu 

differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. 

keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen 

das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).

2.        

2.1    Gemäss Unfallmeldung rutschte der Beschwerdeführer am 12. September 1998 

auf dem nassen Badezimmer-Boden aus, stürzte und schlug mit dem Rücken auf einer 

Schwellenkante auf (UV-act. A1). Der erstbehandelnde Arzt Dr. C.___ vermerkte am 29. 

September 1998 ausschliesslich eine Wirbelsäulenkontusion und eine Thoraxkontusion 

ohne Hinweise auf Frakturen im BWS- und LWS-Bereich. Eine HWS- oder 

Kopfbeteiligung ist aus dem Bericht nicht ersichtlich (UV-act. M2). Eine wegen 

zunehmender Cranio-Cervicalgien mit Schwindel und reduzierter HWS-Beweglichkeit 

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vorgenommene cervicale vertebro-spinale Kernspintomographie vom 14. Oktober 1998 

ergab eine diskrete degenerative Dehydratation der cervicalen Disci bei ansonsten 

normalen Befunden ohne morphologisch fassbare Unfallfolge (UV-act. M3). Hierauf 

bestätigte Dr. C.___ am 20. Oktober 1998 das Vorliegen der Symptomatik einer HWS-

Distorsion mit ausgeprägten Beschwerden verbunden mit ausstrahlenden Schmerzen 

vor allem in den Kopfbereich (UV-act. M4). Im entsprechenden Fragebogen 

bescheinigte Dr. C.___ am 30. Oktober 1998 einen Unfallmechanismus mit Kopfanprall 

bei gerader Kopfstellung sowie Schwindel und Bewegungseinschränkung der HWS. 

Eine Benommenheit oder Bewusstlosigkeit verneinte er und führte als Diagnose eine 

HWS-Distorsion auf (UV-act. M5). Auch spätere Schilderungen des erstbehandelnden 

Arztes enthalten keine Hinweise auf unfallbedingte eigentliche 

Bewusstseinsbeeinträchtigungen, sondern lediglich die Feststellung, dass es dem 

Beschwerdeführer "vorerst sehr heftig den Atem verschlagen" habe (vgl. UV-act. A76 

Beilage 12). Dr. med. D.___, Innere Medizin FMH, spez. Rheumaerkrankungen, stellte 

am 15. Dezember 1998 unter anderem die Diagnose eines massiven 

Thorakovertebralsyndroms und eines zervikozephalen Syndroms nach Sturz am 12. 

September 1998 auf BWS und HWS. Nach dem Sturz habe eine kurzfristige 

Bewusstlosigkeit vorgelegen (UV-act. M9 Beilage). In Berichten der Klinik E.___, vom 9. 

Januar und 24. April 1999 wurden ausgeprägte Kopfschmerzen, 

Konzentrationsstörungen und Leistungsschwäche festgehalten und unter anderem ein 

cerviko-thorakales Schmerz-Syndrom bei Status nach Wirbelsäulenkontusion und 

HWS-Distorsionstrauma diagnostiziert (UV-act. M8, M11). Anlässlich einer 

Besprechung vom 12. März 1999 gab der Beschwerdeführer unter anderem an, er leide 

an Schwindelattacken und Konzentrationsstörungen. Er sei beim Unfall mit dem Kopf 

auch auf dem Plattenboden aufgeschlagen und dadurch ohnmächtig geworden (UV-

act. A6 S. 1 und 3). Am 25. Oktober 1999 und 19. Februar 2001 bescheinigte Dr. C.___ 

eine Arbeitsunfähigkeit von 70% seit 25. April 1999 bis auf weiteres (UV-act. M18). Eine 

Abklärung im Universitätsspital Zürich hatte gemäss Bericht vom 9. Dezember 1999 

ausgeprägte Defizite der geteilten Aufmerksamkeit ergeben, welche die 

Gedächtnisschwierigkeiten erklären würden (UV-act. M19).

2.2    In einer biomechanischen Beurteilung vom 28. April 2000 wurde unter anderem 

festgehalten, in den medizinischen Akten würden sich mehrere Widersprüche ergeben, 

indem zahlreiche frühe medizinische Berichte nicht von einem Kopfanprall bzw. 

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Bewusstlosigkeit sprechen würden, während später in medizinischen Berichten davon 

die Rede sei. Unbekannt sei, ob es sich hier um Interpretationen der Ärzte oder um 

eine andere Unklarheit handle. Aus biomechanischer Sicht könne versucht werden, 

einige mögliche Szenarien eines Sturzes aufzuzeigen. Es sei unbekannt, ob ein 

Kopfanprall tatsächlich stattgefunden habe. Bei Annahme eines Kopfanpralls hätte sich 

ein Abknickmechanismus der HWS mit "Nachstossen" des Oberkörpers ergeben. Dies 

sei jedoch lediglich ein Szenario, dessen Wahrscheinlichkeit aufgrund fehlender 

medizinischer Befunde bzw. Widersprüchlichkeiten nicht bekannt sein könne. 

Ausgehend von diesem Szenario wären sowohl die Beschwerdesituation im 

Brustwirbelbereich wie auch im Kopf- und HWS-Bereich aus biomechanischer Sicht 

erklärbar. Zu berücksichtigen sei allerdings, dass der Beschwerdeführer seit der 

Jugend im Wirbelsäulenbereich eine Schwäche aufgewiesen habe, die sich damals in 

einem Bandscheibenvorfall geäussert habe, und sich in mehreren 

Wirbelverschiebungen habe dokumentieren lassen. Auch in der HWS seien diskrete 

degenerative Veränderungen gesehen worden. Es wäre nicht erstaunlich, wenn das 

lange Tragen des Halskragens (während 11 Wochen) die Heilung negativ beeinflusst 

hätte (act. G 7.1 Beilage). Eine polydisziplinäre Begutachtung bei der MEDAS 

Ostschweiz mit orthopädischen, pneumologischen, psychiatrischen, 

neuropsychologischen und neurologischen Teilgutachten ergab gemäss der 

zusammenfassenden Beurteilung vom 7. September 2001 folgende Diagnosen: 

Zervikozephalgie; Zustand nach BWS-/HWS-Distorsion am 12. September 1998; 

leichte neuropsychologische Funktionsstörung, teils schmerzbedingt mit 

Belastbarkeitsminderung; psychische Faktoren bei einem primär somatisch bedingten 

chronischen Nacken-/Kopfschmerzsyndrom, entstanden nach Sturz am 12. September 

1998, bei einer leistungsorientierten Persönlichkeit mit erschwerter Lebensführung 

infolge vorbestehender Analsphinkterinsuffizienz; ferner unfallunabhängig: 

Spondylolisthesis L5/S1 Grad I nach Meyerding; Hypertonie; lymphozytäre Colitis. Die 

Gutachter schätzten die Gesamtarbeitsunfähigkeit (unter Berücksichtigung der 

unfallfremden medizinischen Befunde und der Unfallfolgen) auf 50 % sowohl in der 

bisherigen Tätigkeit als Geschäftsführer als auch in einer angepassten Verweistätigkeit. 

Sie hielten unter anderem fest, den Akten (Austrittsbericht des Kantonsspitals F.___ 

von 1995) könne entnommen werden, dass der Beschwerdeführer bereits 1995, vor 

dem Unfallereignis, über Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, zeitweilige 

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Schwindelgefühle, vermehrte Müdigkeit und Leistungsminderung geklagt habe. Bei 

einer weiteren Kontrolle im Kantonsspital F.___ habe er zudem therapiebedürftige 

Nackenschmerzen angegeben. Es sei davon auszugehen, dass der Sturz vom 12. 

September 1998 mit Kontusion der Wirbelsäule und möglicher HWS-Distorsion zu 

Schmerzen geführt habe. Eine Unfallkausalität der jetzt noch vorgebrachten Nacken/

Kopfschmerzen lasse sich jedoch knapp drei Jahre nach dem Ereignis nicht mehr 

bestätigen. Orthopädischerseits sei der Status quo sine erreicht. Gemäss 

orthopädischer Beurteilung sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für ein Jahr nach dem 

Unfall, d.h. bis September 1999, zu bescheinigen, eine solche von 50% bis Ende 2000 

und eine Arbeitsunfähigkeit von 20% bis März 2001. Zweieinhalb Jahre nach dem 

Unfall seien somatischerseits unfallunabhängige Veränderungen für die Beschwerden 

verantwortlich zu machen. Es sei anzunehmen, dass es im Lauf der Zeit zu einer 

psychischen Überlagerung der Beschwerden und zu einer Chronifizierung der 

Schmerzsymptomatik gekommen sei. Die psychischen Befunde stünden zumindest 

teilweise in natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall von 1998. Die kognitiven 

Einschränkungen seien durch Schmerz, aber auch durch psychische Faktoren 

beeinflusst. Die neuropsychologischen Befunde stünden überwiegend wahrscheinlich 

im Zusammenhang mit dem Unfall von 1998. Die Ätiologie der schon 1995 

angegebenen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen bleibe unklar. Die leichte 

neuropsychologische Funktionsstörung führe in der angestammten wie auch in jeder 

anderen zumutbaren Tätigkeit zu einer Arbeitsfähigkeitseinschränkung von 30%. Da 

die neuropsychologische Funktionsstörung durch Schmerzen und psychische Faktoren 

mit beeinflusst werde, sei die Gesamtarbeitsunfähigkeit anhand der 

neuropsychologischen und psychiatrischen Befunde auf maximal 40% zu beziffern. 

Weder aus somatischer noch aus neuropsychologischer Sicht seien therapeutische 

Massnahmen erforderlich. Zur Erhaltung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit sei eine 

weitere hausärztliche Behandlung bzw. Führung erforderlich. Eine 

psychotherapeutische Behandlung wäre zwar günstig, aber nicht zwingend 

erforderlich. Deren Bedeutung sollte nicht überschätzt werden. Da sich der 

Beschwerdeführer als rein körperlich krank ansehe, liege dafür aktuell keine 

ausreichende Motivation vor. Aufgrund der leichten neuropsychologischen 

Funktionsstörung sei ein Integritätsschaden von 20% zu attestieren (UV-act. M23 S. 

14-21). Der Beschwerdeführer hatte den Gutachtern angegeben, er sei nach dem Unfall 

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vom 12. September 1998 von seiner Frau bewusstlos aufgefunden worden (UV-act. 

M23 S. 14).

2.3    Am 15. Januar 2003 bestätigte der Chiropraktor Dr. G.___, die Weiterführung der 

Therapie (UV-act. M24). Dr. C.___ berichtete am 10. Februar 2003, beim 

gesundheitlichen Zustand habe sich keine wesentliche Änderung ergeben. Der 

Beschwerdeführer benötige chiropraktische, physiotherapeutische und medikamentöse 

Behandlung. Der Patient sei zu 50% arbeitsfähig (UV-act. M25). Der beratende Arzt der 

Beschwerdegegnerin, Dr. med. H.___, kritisierte im Bericht vom 7. Juli 2003 das 

Medas-Gutachten und hielt unter anderem fest, es sei (in Abweichung zur Beurteilung 

im Medas-Gutachten) eine weitere Behandlung erforderlich (UV-act. M26b). Dr. C.___ 

nahm am 27. Oktober 2003 seinerseits zum Bericht von Dr. H.___ Stellung (UV-act. 

M26a). Am 2. Juni 2004 berichteten die Ärzte des Kantonsspitals F.___ über eine 

notfallmässige Hospitalisierung des Beschwerdeführers bei Verdacht auf eine 

Lungenarterienembolie (UV-act. M26). Dr. C.___ führte im Bericht vom 19. September 

2005 aus, der Patient habe sich während der Sommerferien sehr heftig den Kopf 

angeschlagen. Dadurch habe sich das vorbestehende cerviko-cephale 

Schmerzsyndrom verschlechtert. Anlässlich der Kontrolle vom 20. August 2005 habe 

sich bereits wieder eine Besserung der Beschwerden gezeigt. Spezielle Massnahmen 

seien nicht erforderlich. Die Arbeitsfähigkeit habe sich nicht verändert (UV-act. M27). 

Im Bericht vom 13. März 2006 bestätigte Dr. C.___ die 50%ige Arbeitsfähigkeit (UV-act. 

M28). Im Mai 2006 unterzog sich der Beschwerdeführer einer Schulter-Arthroskopie 

rechts (UV-act. M29). Im Bericht vom 27. April 2009 bestätigte Dr. C.___ zuhanden der 

Krankenversicherung, dass der Beschwerdeführer weiterhin Behandlung 

(medikamentös und physiotherapeutisch) benötige. Ein Behandlungsende sei nach 

über 11 Jahren nicht abzusehen (UV-act. M33). Am 14. Dezember 2009 legte der Arzt 

unter anderem dar, der Beschwerdeführer leide unter körperlichen Dauerbeschwerden. 

Im Weiteren dauere die Behandlung (Schmerzmittel, Physiotherapie, chiropraktische 

Dauertherapie) seit dem Unfall an. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der chronischen 

Schmerzen (im Kopf- und Nackenbereich) reduziert. Das Unfallereignis vom 

12. September 1998 stelle Ursache der reduzierten Arbeitsfähigkeit (50%) dar. Alle 

anderen Begleiterkrankungen hätten nie zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt (UV-act. 

A76 Beilage 12).

3.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/21

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3.1    Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden neuro­

psychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der 

neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378 

E. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der 

neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen 

Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein 

Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 E. 3c). Hingegen vermag es die 

Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, selbständig die Beurteilung 

der Genese abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 E. 3). Nach B.P. Radanov 

(Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-

Distorsion, SZS 1996, S. 471 ff) sind psychologische Probleme (und die 

eingenommenen Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu 

beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer 

und kognitiver Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S. 

475). - Die Medas-Gutachter gingen im Jahr 2001 beim Beschwerdeführer bei 

Vorliegen von natürlich unfallkausalen neuropsychologischen Einschränkungen von 

einer Beeinflussung/Überlagerung der kognitiven Funktionen durch den psychischen 

Befund und die Schmerzen aus, womit die neuropsychologischen Einschränkungen, 

welche teilweise schon vor dem Unfall bestanden hatten, eine vielschichtige Ursache 

aufwiesen (vgl. dazu UV-act. M23 S. 17-19). Damit können neuropsychologische 

Unfall-Restfolgen im Sinn eines selbständigen, klar abgrenzbaren Befunds nicht als 

nachgewiesen gelten. Neuropsychologische Einschränkungen - wie auch diejenigen 

psychischer Art - können hingegen Teil des typischen Beschwerdebilds nach HWS-

Distorsionstrauma bilden.

3.2    Mit Blick auf die in E. 2 dargelegten medizinischen Akten ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als erstellt zu erachten, dass die beim Beschwerdeführer nach dem 

Unfall vom 12. September 1998 aufgetretenen Beschwerden sich nicht auf eine 

objektivierbare organische Schädigung bzw. strukturelle Veränderung an der HWS 

zurückführen lassen, die mit dem Unfall vom 12. September 1998 in Zusammenhang 

gebracht werden kann (vgl. unter anderem UV-act. M1, M3, M7, M16, M20, M23 S. 16 

Mitte). Auch wenn eine HWS- und Kopfbeteiligung unmittelbar nach dem Unfall nicht 

erwähnt und von Dr. C.___ eine HWS-Distorsion erst rund einen Monat im Nachhinein 

bescheinigt (vgl. vorstehende E. 2.1) bzw. die HWS-Distorsion in der biomechanischen 

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Beurteilung vom 28. April 2000 lediglich als mögliche Hypothese (act. G 7.1 Beilage) 

und im Medas-Gutachten von 2001 als Folge eines lediglich vermuteten 

Kopfanschlagens (UV-act. M23 S. 3 Mitte) erwähnt wurde, gingen die beteiligten Ärzte 

(einschliesslich der Medas-Gutachter) übereinstimmend davon aus, dass der 

Beschwerdeführer bei diesem Unfall eine HWS-Distorsion erlitten hatte. Im Nachhinein 

lässt sich keine abschliessende Klarheit bezüglich HWS- und Kopfbeteiligung am Unfall 

vom 12. September 1998 herstellen. Wie sich nachstehend jedoch zeigen wird, ist die 

streitige Leistungseinstellung auch bei Annahme einer HWS-Distorsion zu bestätigen.

Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert und 

liegt kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund an der HWS im erwähnten 

Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches 

Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, 

Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit 

und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. 

vorliegen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in BGE 

134 V 109 E. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss 

jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 

Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum 

Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des 

Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom 15. März 2007, U 258/06; 

RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Im Weiteren muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. 

Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2005, U 312/05) nicht der gesamte 

Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität ausgehen zu können.

3.3    Nach Lage der in E. 2 geschilderten Akten kann im Nachgang zum Unfall und 

auch später von einem HWS-typischen Beschwerdebild insofern gesprochen werden, 

als beim Beschwerdeführer neben Kopfschmerzen vorerst Schwindel und HWS-

Bewegungseinschränkungen und - wenn auch zeitlich verzögert – 

Konzentrationsstörungen bescheinigt wurden (UV-act. M8). Von einer gewissen 

Häufung von typischen Beschwerden (vgl. dazu Liste in Schmidt H., Senn J. hrsg., 

Schleudertrauma - neuster Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case 

Management, 1. A., Zürich 2004, S. 14f) kann ebenfalls ausgegangen werden, wobei 

allerdings neuropsychologische Einschränkungen zum Teil bereits vor dem Unfall 

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bestanden hatten (vgl. UV-act. M23 S. 16). Aus den echtzeitlichen Akten nicht 

ersichtlich sind unfallbedingte Bewusstseinsbeeinträchtigungen wie Benommenheit 

oder Bewusstlosigkeit (vgl. UV-act. A1, M2, M4). Solche wurden vorerst sogar 

ausdrücklich verneint (UV-act. M5) und erst mehrere Monate im Nachhinein zur 

Diskussion gestellt (Bericht Dr. D.___; UV-act. M9 Beilage) bzw. vom Beschwerdeführer 

behauptet (UV-act. A6 S. 1 und 3), weshalb sie nicht als überwiegend wahrscheinlich 

belegt gelten können. Trotz Vorliegens von gewissen Widersprüchen und 

Unsicherheiten hinsichtlich des Unfallablaufs (vgl. vorstehende E. 2.2, 3.2) sowie von 

Zweifeln bezüglich der natürlichen (medizinischen) Unfallkausalität des erwähnten 

Beschwerdebildes, welche teilweise (d.h. bezogen auf die psychischen und kognitiven 

Einschränkungen) auch von den Medas-Gutachtern im Jahr 2001 bestätigt wurde (UV-

act. M23), blieb die natürliche Unfallkausalität von Seiten der Beschwerdegegnerin 

unbestritten. Sie anerkannte ihre Leistungspflicht während Jahren und erachtet 

nunmehr die adäquate Unfallkausalität der weiterhin bestehenden Beschwerden mit 

Wirkung ab 1. August 2008 als nicht mehr gegeben.

4.        

4.1    Die Adäquanz beurteilt sich, ausgehend vom Eintritt einer HWS-Distorsion am 

12. September 1998, grundsätzlich nach Massgabe der in BGE 117 V 359 E. 6 

entwickelten und in BGE 134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien. Dabei ist auf eine 

Differenzierung zwischen psychischen und physischen Komponenten zu verzichten, 

fehlt es doch nach Lage der Akten an einer eindeutigen Dominanz psychischer 

Probleme (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a). Würde demgegenüber eine HWS-Distorsion 

lediglich als mögliche Hypothese (vgl. biomechanische Beurteilung vom 28. April 2000; 

act. G 7.1 Beilage) bzw. als Folge eines lediglich vermuteten Kopfanschlagens (UV-act. 

M23 S. 3 Mitte) und damit als nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen 

erachtet, wäre die Adäquanz an sich analog nach der Rechtsprechung zu den 

psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen. Wie nachstehend zu zeigen 

sein wird, ist die Adäquanz indessen, auch wenn zwischen den verschiedenen 

Beschwerdeursachen nicht unterschieden und dementsprechend die für den 

Beschwerdeführer günstigere Schleudertrauma-Praxis (vgl. dazu SVR 2010 UV Nr. 3 S. 

11; Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009, 8C_283/2009) angewendet 

wird, zu verneinen.

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4.2    Was den für die Adäquanzprüfung vorausgesetzten Behandlungsabschluss (im 

Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG [SR 832.20; BGE 134 V 109 E. 4) betrifft, ergibt sich aus 

dem Medas-Gutachten vom 7. September 2001, dass bereits ab dem Zeitpunkt dieser 

Begutachtung von einer weiteren (somatischen, neuropsychologischen und 

psychiatrischen) Behandlung eine tatsächliche Verbesserung des 

Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit nicht zu erwarten und die hausärztliche 

Behandlung schon damals lediglich zur Erhaltung der erreichten Zustandes empfohlen 

worden war. Die ohne Untersuch des Beschwerdeführers erfolgten und zudem 

teilweise nicht nachvollziehbaren Darlegungen des beratenden Arztes Dr. H.___ vom 7. 

Juli 2003 (UV-act. M26b), zu welchen Dr. C.___ zu Recht erhebliche Bedenken 

anmeldete (UV-act. M26a), vermögen an der Begründetheit des Medas-Gutachtens 

von 2001 nichts zu ändern. Über die Tatsache, dass weitere Therapien keine namhafte 

Verbesserung zu bewirken vermochten, bestand aufgrund der gesundheitlichen 

Entwicklung in der Folgezeit spätestens am 1. August 2008 definitive Klarheit, 

nachdem auch die weitere jahrelange chiropraktische, physiotherapeutische und 

medikamentöse Behandlung keine entscheidende Änderung der gesundheitlichen 

Situation herbeiführen konnte (vgl. unter anderem UV-act. M24, M25, M33; UV-act. 

A76 Beilage 12). Der Beschwerdeführer anerkennt denn auch ausdrücklich, dass sich 

sein Gesundheitszustand seit der letzten interdisziplinären Begutachtung (Medas 2001) 

nicht verändert hat (vgl. act. G 1 S. 5 Mitte). Wenn er nunmehr festhalten lässt, dass 

eine Verbesserung des Gesundheitszustands "nicht von vornherein ausgeschlossen 

werden kann" (act. G 11 S. 5), so kann damit das Potential für eine namhafte 

Verbesserung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

erstellt gelten. Ausser Betracht zu bleiben haben in diesem Zusammenhang die 

unfallfremden medizinischen Behandlungen in den Jahren 2004 und 2006 (UV-act. 

M26, M29). Es lässt sich somit nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die 

Adäquanzprüfung auf den 1. August 2008 vornahm, ohne die vorerst im Jahr 2001 

vorgesehenen ergänzenden medizinischen Abklärungen bei der Medas noch zu 

veranlassen. Hieraus kann der Beschwerdegegnerin somit kein Vorwurf gemacht 

werden (vgl. act. G 1 S. 7). Dies umso weniger, als eine Relevanz der damals 

vorgesehenen Fragen (UV-act. A24a) jedenfalls für die nunmehr zur Diskussion 

stehende Adäquanzprüfung nicht ersichtlich ist und zudem daraus nicht erkennbar ist, 

worin damals Unklarheiten bestanden haben sollten. Zum Einwand des 

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Beschwerdeführers, es gehe nicht an, dass die Beurteilung aufgrund "alter Akten" nach 

der "neuen Rechtsprechung" (BGE 134 V 109) erfolge (act. G 1 S. 7), ist festzuhalten, 

dass eine geänderte bzw. präzisierte Rechtspraxis auf alle laufenden Streitigkeiten 

ohne weiteres zur Anwendung kommt (vgl. RKUV 1992, 132). Weitere Abklärungen 

oder eine erneute Begutachtung vermöchten im Übrigen - bei Vorliegen eines 

Behandlungsabschlusses im vorerwähnten Sinn - nichts an der Anwendbarkeit der 

Adäquanz-Rechtsprechung zu ändern. Zudem ist festzuhalten, dass die 

abschliessende Prüfung der natürlichen Kausalität offen bleiben kann, wenn die 

Adäquanz zu verneinen ist (SVR 1995 UV Nr. 23, 65; Urteile des Bundesgerichts vom 

31. Juli 2009, 8C_172/2009, E. 5.3.5, und vom 29. März 2010, 8C_799/2009, E. 5.3).

5.        

5.1    Der in Frage stehende Unfall vom 12. September 1998 kann aufgrund des 

Geschehensablaufs und der Verletzungen - der Beschwerdeführer rutschte im Bad auf 

nassem Boden aus und schlug mit dem Rücken auf einer Stufe auf (vgl. UV-act. 76 

Beilage 12) - unbestrittenermassen nicht als schweres, lebensbedrohliches Geschehen 

im Sinn der Praxis (dargestellt in RKUV 1995, Nr. U 215, 91) eingestuft werden. Bei 

Unfällen im mittelschweren Bereich müssen nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien 

erfüllt sein, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so höher sein 

muss, je näher das Ereignis bei den leichten Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 

6c/bb). Es erscheint gerechtfertigt, beim Ereignis vom 12. September 1998 von einem 

mittelschweren Ereignis - eher im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegend (vgl. 

Urteil des EVG vom 1. Juni 2006, U 83/05, E. 3.1 m.H.) - auszugehen. Die Adäquanz 

des Kausalzusammenhangs ist somit zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die 

Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise vorliegt oder 

die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind 

(BGE 117 V 359 E. 6b). Von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls kann offensichtlich nicht gesprochen werden. 

Sodann vermag die Diagnose eines HWS-Distorsionstraumas die Schwere oder 

besondere Art der Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer 

besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder 

besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese 

können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen Körperhaltung und den 

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dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Solche Umstände sind hier nicht 

gegeben, und es liegt auch keine besondere Schwere der für das Schleudertrauma 

typischen Beschwerden vor (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.2 mit Hinweisen). Einzig die 

Feststellung der Medas-Gutachter, dass der Beschwerdeführer anlässlich einer 

Kontrolle im Kantonsspital F.___ im November 1995 therapiebedürftige 

Nackenschmerzen angegeben habe (UV-act. M23 S. 16 unten) sowie das Bestehen 

von geringgradigen HWS-Degenerationen (vgl. UV-act. M3) lassen noch nicht den 

Schluss auf eine vorgeschädigte Wirbelsäule (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 

11. Juni 2008, 8C_785/2007, E. 4.4) zu. Eine Verletzung besonderer Art kann damit 

nicht als erstellt gelten.

5.2    Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer seit dem Unfall in Behandlung stand, ohne dass damit eine 

vollständige Besserung seiner Beschwerden eingetreten wäre. Dabei handelte es sich 

vorab um medikamentöse, physiotherapeutische und chiropraktische Massnahmen. In 

Anbetracht dieser Gegebenheiten erscheint das Vorliegen einer fortgesetzt 

spezifischen, den Beschwerdeführer belastenden ärztlichen Behandlung bis zum 

Zeitpunkt der Adäquanzprüfung nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, zumal 

Physio- sowie eine medikamentöse Schmerztherapie das Kriterium für sich allein nicht 

zu erfüllen vermögen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. April 2008, 

8C_181/2007, E. 3.2, vom 5. September 2008, 8C_52/2008, E. 8.2, und vom 18. 

Dezember 2008, 8C_724/2008, E. 4.4.2). Zudem sind Abklärungsmassnahmen bzw. 

Begutachtungen sowie ärztliche Kontrollen bei der Prüfung dieses Kriteriums nicht zu 

berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_57/2008, E. 9.3.3). 

Ausser Betracht fallen sodann die unfallfremden Behandlungen (vgl. UV-act. M26, 

M29).

5.3    Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem 

Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende 

erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften 

Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die 

Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Gegenüber den 

Medas-Gutachtern gab der Beschwerdeführer im Jahr 2001 unter anderem an, dass er 

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an kognitiven Einschränkungen leide sowie Lärmempfindlichkeit und Schwindel. Im 

Vordergrund stünden nach wie vor Schmerzen im Nacken mit Ausstrahlung in den 

Kopf, besonders nachts (UV-act. M23 S. 4). Dr. C.___ führte in einem Bericht vom 

27. Oktober 2003 aus, es gebe beim Beschwerdeführer Tage mit grossen Schmerzen 

und solche, wo es etwas besser gehe (UV-act. A35a Beilage). Im Dezember 2009 be­

stätigte der Arzt das Vorliegen von körperlichen Dauerbeschwerden (UV-act. A76 

Beilage 12). Bei dieser Aktenlage können im Zeitraum bis 1. August 2008 dauerhafte 

und erhebliche (unfallbedingte) Beschwerden nicht ohne weiteres in Abrede gestellt 

werden werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Beschwerdeführer bereits im 

Jahr 1995 - drei Jahre vor dem Unfall - gegenüber den Ärzten des Kantonsspitals F.___ 

über Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, zeitweilige Schwindelgefühle, 

vermehrte Müdigkeit und Leistungsminderung klagte (UV-act. M23 S. 16) und er trotz 

der Beschwerden während Jahren in einem Teilzeitpensum arbeiten konnte (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2008 i/S S. [8C_209/2008]). Damit lässt sich 

dieses Kriterium höchstens in geringem Ausmass bejahen. Für das Vorliegen eines 

schwierigen Heilverlaufs und von erheblichen Komplikationen lassen sich den Akten 

keine Anhaltspunkte entnehmen. Ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen können nicht schon dann angenommen werden, wenn eine Vielzahl 

von verschiedenen Therapien zu keinem Heilungserfolg führt. Auch von einer die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmernden ärztlichen Fehlbehandlung kann nicht 

ausgegangen werden. Auch wenn der Beschwerdeführer den Halskragen während 

einer relativ langen Zeitdauer trug und in der biomechanischen Beurteilung festgehalten 

wurde, dass ein negativer Einfluss auf die Heilung nicht erstaunlich wäre (act. G 7.1 

Beilage), so wies doch keiner der behandelnden oder begutachtenden Ärzte (vgl. unter 

anderem UV-act. M23 S. 3) explizit darauf hin, dass die geklagten Schmerzen in 

Zusammenhang mit dem Tragen des Kragens stünden (vgl. Urteil des EVG vom 8. 

Februar 2005, U 314/04, E. 2.3).

5.4    Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 

134 V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 

mittelschweren Schleudertraumen der HWS und ähnlichen Verletzungen ein längerer 

oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt 

aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher 

massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden 

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die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille 

erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in den 

Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können 

sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher 

Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der 

gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht 

fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in 

erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, 

kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). - Nach Einschätzung der 

Medas-Gutachter vom September 2001 bestand gemäss orthopädischer Beurteilung 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für ein Jahr nach dem Unfall, d.h. bis September 

1999, eine solche von 50% bis Ende 2000 und eine Arbeitsunfähigkeit von 20% bis 

März 2001. Zweieinhalb Jahre nach dem Unfall seien somatischerseits 

unfallunabhängige Veränderungen für die Beschwerden verantwortlich zu machen. Da 

die neuropsychologische Funktionsstörung durch Schmerzen und psychische Faktoren 

mit beeinflusst werde, sei die Gesamtarbeitsunfähigkeit anhand der 

neuropsychologischen und psychiatrischen Befunde auf maximal 40% zu beziffern 

(UV-act. M23 S. 19). Dr. C.___ bescheinigte am 14. Dezember 2009 nach wie vor eine 

unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit von 50% (UV-act. A76 Beilage 12). Angesichts dieser 

Aktenlage wäre für die Zeit bis 1. August 2008 das Adäquanzkriterium der erheblichen 

Arbeitsunfähigkeit zu bejahen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 

2009, 8C_488/2009, E. 5.2.2), wenn überdies Anstrengungen im erwähnten Sinn 

aufgrund der vom Beschwerdeführer relativ rasch nach dem Unfall wieder teilweise 

aufgenommenen bisherigen Tätigkeit bejaht würden.

5.5    Damit sind insgesamt höchstens zwei der in BGE 134 V 109 angeführten 

Adäquanzkriterien (eher geringgradig) gegeben, was bedeutet, dass die Adäquanz der 

nach wie vor geklagten Beschwerden mit dem versicherten Unfall zu verneinen ist, da 

nach der Rechtsprechung bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn die Erfüllung 

von mindestens drei Adäquanzkriterien und bei solchen im Grenzbereich zu den 

leichten Unfällen mindestens vier Kriterien verlangt sind (SVR-UV 2010 Nr. 25, 100 mit 

Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 2. Oktober 2009, 8C_421/2009; Urteile des 

Bundesgerichts vom 31. Juli 2009, 8C_172/2009, und vom 29. Januar 2010, 

8C_897/2009, E. 4.5). Damit kann dem Unfall vom 12. September 1998 keine 

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adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den 1. August 2008 hinaus 

andauernden Beschwerden zukommen. Die Einstellung der Leistungen auf dieses 

Datum erscheint demgemäss als rechtens. Im Umstand, dass die Leistungseinstellung 

am 11. August 2008 auf 1. August 2008 verfügt wurde, ist keine unzulässige 

Rückwirkung zu erblicken, zumal der Wegfall der Leistungspflicht wie ausgeführt als 

nachgewiesen zu gelten hat. Aus der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin während 

Jahren Leistungen erbrachte, ohne entsprechende Abklärungshandlungen zu 

unternehmen (vgl. act. G 1 S. 4) bzw. zu Ende zu führen, lässt sich nicht ableiten, dass 

ein Anspruch auch für die Zukunft ausgewiesen sei, zumal die Taggeldausrichtung 

jedenfalls nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers war. Der Umstand, dass die 

Beschwerdegegnerin die Frage der adäquaten Unfallkausalität nicht bereits in einem 

früheren Zeitpunkt abschliessend prüfte, kann nicht die Unmöglichkeit einer 

Leistungseinstellung zur Folge haben. Soweit der Beschwerdeführer mit seinem 

zweiten Eventualantrag, die Taggeldleistungen seien mindestens bis zum 

rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens auszurichten, die einstweilige 

Leistungsausrichtung (sei es vor dem Hintergrund der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde oder im Sinn einer vorsorglichen Massnahme) beantragt (act. G 1 S. 2), ist 

festzuhalten, dass dieses Begehren durch den erwähnten Verfahrensausgang 

gegenstandslos wurde.

6.        

Bei fehlendem bzw. mit dem Erreichen des medizinischen Endzustandes wegge­

fallenem adäquatem Unfallkausalzusammenhang ist auch ein Anspruch auf Rente und 

Integritätsentschädigung nicht weiter zu prüfen. Hieran vermag der Umstand nichts zu 

ändern, dass im Medas-Gutachten mit Hinweis auf leichte neuropsychologische 

Funktionsstörungen die Integritätseinbusse mit 20% angegeben wurde (UV-act. M23 S. 

20).

7.      

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 1. Juni 2010 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

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Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2011
	Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden zehn Jahre nach Sturz auf den Rücken (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. November 2011, UV 2010/52).

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		2025-07-19T12:10:54+0200
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