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**Case Identifier:** 0206afb4-c4cd-5c0e-863a-d9097558150a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-09-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.09.2023 C-2447/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2447-2022_2023-09-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-2447/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  S e p t e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter David Weiss (Vorsitz), 

Richter Michael Peterli,  

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,    

Gerichtsschreiberin Tania Sutter. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Marokko), 

vertreten durch lic. iur. Silvan Meier Rhein, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch,  

Verfügung der IVSTA vom 26. April 2022. 

 

 

 

C-2447/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die am (…) 1963 geborene, in Marokko wohnhafte A._______ (nach-

folgend: Versicherte oder Beschwerdeführerin) ist deutsche Staatsangehö-

rige und war in den Jahren 1988–1989, 1991–1993 sowie 2011–2016 mit 

Unterbrüchen bei verschiedenen Arbeitgebern in der Schweiz erwerbstätig 

und leistete Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und 

Invalidenversicherung (AHV/IV; vgl. Akten der IVSTA [IVSTA-act.] 1, 24). 

Von August 2014 bis März 2015 war sie als Sales Manager in der 

B._______ AG in einem 100 % Pensum angestellt. Von Februar 2016 bis 

Januar 2018 war sie bei der C._______ AG im Bereich Zustellung in einem 

50 % Pensum angestellt (vgl. IVSTA-act. 68 S. 13, 28 f., 33 f., 46).  

A.b Am 28. Mai 2020 meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle für Ver-

sicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) zum Bezug von 

Leistungen der IV an. Als gesundheitliche Beeinträchtigung gab sie mul-

tiple Gesundheitsbeschwerden physischer und psychischer Natur an, auf-

grund welcher es im Januar 2015 zu einem gesundheitlichen Zusammen-

bruch und infolgedessen zum Verlust ihrer Arbeitsunfähigkeit und ihres Ar-

beitsplatzes per Ende März 2015 gekommen sei. Trotz bestehender Krank-

heitssymptome habe sie im Februar 2016 versuchsweise in einem 50 %-

Pensum eine Berufstätigkeit in einem weniger anspruchsvollen Bereich 

aufgenommen. Es sei jedoch zu umfangreichen Fehlzeiten gekommen und 

das Arbeitsverhältnis sei per 31. Januar 2018 im gegenseitigen Einverneh-

men aufgehoben worden (IVSTA-act. 24 S. 1 ff., 13, 15 f.). 

A.c Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens wies die IVSTA das 

Leistungsbegehren mit Verfügung vom 26. April 2022 ab (vgl. IVSTA-

act. 115 ff., 145 ff., 189). 

B.  

B.a Gegen die Verfügung vom 26. April 2022 (Zustelldatum: 2. Mai 2022) 

erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1. Juni 2022 Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung und die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab 1. De-

zember 2020, eventualiter die Anordnung eines psychiatrischen Gutach-

tens durch das Gericht, subeventualiter die Rückweisung der Angelegen-

heit an die Vorinstanz zur Durchführung weiterer Abklärungen. Ferner 

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Seite 3 

ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Ver-

beiständung (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1). 

B.b Mit Zwischenverfügung vom 8. Juli 2022 wurde das Gesuch um unent-

geltliche Rechtspflege und Verbeiständung gutgeheissen (BVGer-act. 5). 

B.c Die Vorinstanz beantragte – unter Verweis auf die Stellungnahme vom 

8. Juli 2022 ihres ärztlichen Dienstes – mit Vernehmlassung vom 26. Juli 

2022 und unter die Gutheissung der Beschwerde, die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache zur Durchführung 

einer psychiatrisch-rheumatologischen Begutachtung in der Schweiz (vgl. 

BVGer-act. 8 samt Beilage). 

B.d Die Beschwerdeführerin reichte mit Replik vom 13. Oktober 2022 ein 

vom Sozialversicherungsgericht des Kantons D._______ im Rahmen eines 

Verfahrens betreffend Krankentaggeldleistungen beim Spital E._______, 

F._______, eingeholtes psychiatrisches Gutachten vom 8. August 2022 

ein. Vor diesem Hintergrund beantragte sie, es sei mittels Ergänzungsfra-

gen ein ergänzendes Gutachten zum bereits vorliegenden Gutachten ein-

zuholen. Im Übrigen hielt sie an den gestellten Rechtsbegehren fest, na-

mentlich auch am Eventualantrag auf Einholung eines psychiatrischen 

Gutachtens durch das Gericht (BVGer-act. 12 samt Beilage). 

B.e Die Vorinstanz hielt mit Duplik vom 15. November 2022 an ihren An-

trägen fest und verwies auf die Stellungnahme vom 10. November 2022 

ihres medizinischen Dienstes, wonach die geforderten Ergänzungsfragen 

keine zweifelsfreie und schlüssige Beurteilung des arbeitsmedizinischen 

Sachverhaltes erlauben würden und an einer rheumatologisch-psychiatri-

schen Beurteilung festzuhalten sei (BVGer-act. 14 samt Beilage). 

B.f Mit Instruktionsverfügung vom 18. November 2022 wurde der Schrif-

tenwechsel vorbehältlich weiterer Instruktionsmassnahmen per 28. No-

vember 2022 abgeschlossen (BVGer-act. 15). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der 

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angefochtenen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb 

sie zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; 

Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 26. April 2022, mit der die Vorinstanz das Leistungsbegeh-

ren der Beschwerdeführerin abgewiesen hat. Streitig und vom Bundesver-

waltungsgericht zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

eine schweizerische Invalidenrente im Rahmen einer Erstanmeldung. 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehörige und wohnt in 

Marokko. Mangels Sozialversicherungsabkommens zwischen der Schweiz 

und Marokko kommt ausschliesslich Schweizer Recht zur Anwendung. 

3.2 Am 1. Januar 2022 sind die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG und 

des ATSG (Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705; BBl 2020 5535; Bot-

schaft des Bundesrates vom 15. Februar 2017 [BBl 2017 2535]) sowie die 

Änderungen der IVV vom 3. November 2021 (AS 2021 706) in Kraft getre-

ten. Leistungsansprüche, die nach in Kraft treten dieser Änderungen ent-

standen sind, sind nach den neuen Normen zu prüfen. Soweit Ansprüche 

zu prüfen sind, die noch vor dem 1. Januar 2022 entstanden sind, kommen 

die bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen zur Anwendung (vgl. auch 

Kreisschreiben des BSV über Invalidität und Rente in der Invalidenversi-

cherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Juli 2022, Rz. 9100 f.; 

Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des line-

aren Rentensystem [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Ja-

nuar 2022, Rz. 1007–1010). Vorliegend ist die angefochtene Verfügung 

zwar nach dem 1. Januar 2022 erfolgt. Jedoch wäre ein allfälliger Renten-

anspruch unter Berücksichtigung des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 

Bst. c IVG spätestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Anmeldung 

vom 28. Mai 2020, mithin im November 2020 entstanden (vgl. Art. 29 IVG). 

Infolgedessen kommen die bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen zur 

Anwendung. 

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3.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 26. April 2022) eingetretenen Sachverhalt ab 

(BGE 132 V 215 E. 3.1.1; 130 V 445 E. 1.2). Tatsachen, die jenen Sach-

verhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer 

neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b; Urteil des BGer 

8C_136/2017 vom 7. August 2017 E. 3). Immerhin sind indes Tatsachen, 

die sich erst später verwirklichen, soweit zu berücksichtigen, als sie mit 

dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet 

sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen 

(BGE 121 V 362 E. 1b; Urteile des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 

E. 2.3.1; 8C_95/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1). 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin hat während mehr als drei Jahren Beiträge im 

Sinn von Art. 36 Abs. 1 IVG geleistet, so dass die Anspruchsvoraussetzung 

der Mindestbeitragsdauer erfüllt ist. Es bleibt zu prüfen, ob sie invalid im 

Sinne des Gesetzes ist. 

4.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG) und gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des 

Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht 

hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-

den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung 

des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs-

unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über-

windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be-

einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-

benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die 

zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-

sichtigt (Art. 6 ATSG). 

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Seite 6 

4.3 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während ei-

nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). Ge-

mäss Art. 28 Abs. 1bis IVG wird eine Rente nach Absatz 1 nicht zugespro-

chen, solange die Möglichkeiten zur Eingliederung im Sinne von Art. 8 

Abs. 1bis und 1ter IVG nicht ausgeschöpft sind. 

4.4 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindes-

tens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2021 gültig ge-

wesenen Fassung]). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so wer-

den die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren 

Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz 

haben (Art. 29 Abs. 4 IVG). Diese Einschränkung gilt jedoch nicht für die 

Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der EU und der Schweiz, sofern 

sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (Art. 7 VO [EG] 

883/2004; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1). 

4.5 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung 

und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen 

und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen 

sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä-

tigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-

wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-

lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-

folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231 

E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson 

muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des 

BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 m.H.). 

4.6 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somato-

forme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches 

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Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3), depressive Störungen (BGE 143 V 

409 und 418) oder eine Suchterkrankung (BGE 145 V 215 E. 4.1), so sind 

für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren (Be-

weisthemen und Indizien) beachtlich, die es – unter Berücksichtigung von 

leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren wie auch von Kompen-

sationspotentialen (Ressourcen) – erlauben, das tatsächlich erreichbare 

Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4–3.6 und 

4.1; 145 V 361 E. 3.1). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz hat das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin mit 

Verfügung vom 26. April 2022 abgewiesen. Im Beschwerdeverfahren be-

antragt sie nunmehr die Gutheissung der Beschwerde, die Aufhebung der 

Verfügung und die Rückweisung der Sache. Zur Begründung wird im We-

sentlichen angeführt, die vorliegenden medizinischen Akten würden keine 

abschliessende Beurteilung der Diagnosen sowie der funktionellen Auswir-

kungen derselben erlauben, weshalb die Einholung eines psychiatrisch-

rheumatologischen Gutachtens in der Schweiz angezeigt sei (vgl. BVGer 

act. 8 samt Beilage). Zum psychiatrischen Gutachten des F._______ vom 

8. August 2022 führt die Vorinstanz aus, dieses betreffe – dem Begutach-

tungsauftrag entsprechend – lediglich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin im Zeitraum von 2015–2016 und äussere sich 

nicht zur späteren Periode. Eine nachträgliche Erweiterung des Begutach-

tungsauftrags mittels Ergänzungsfragen sei nicht möglich, zumal es nicht 

um eine Präzisierung des bestehenden Gutachtens gehen würde, sondern 

um eine zusätzliche Beurteilung, die im ursprünglichen Auftrag so nicht vor-

gesehen gewesen sei (vgl. BVGer-act. 14 samt Beilage). 

5.2 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde vom 1. Juni 2022 

insbesondere geltend, die medizinischen Abklärungen seien ungenügend. 

So habe der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) die Beschwer-

deführerin nicht persönlich untersucht. Gerade bei psychischen Beschwer-

debildern sei jedoch in aller Regel ein psychiatrisches Gutachten mit struk-

turiertem Beweisverfahren anzuordnen (vgl. BVGer-act. 1). Gestützt auf 

das nachfolgend erstellte, psychiatrische Gutachten des F._______ vom 

8. August 2022 ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, die Beurteilung des 

gesundheitlichen Verlaufs und der Arbeitsfähigkeit ab Anmeldezeitpunkt 

würden nur noch eine ergänzende Klärung darstellen. Es sei daher der 

kürzere und verfahrensökonomischere Weg der Einholung eines 

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Seite 8 

Ergänzungsgutachtens beim F._______ durch das Gericht einer Rückwei-

sung an die Vorinstanz vorzuziehen (vgl. BVGer-act. 12). 

6.  

6.1 Nach Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Be-

gehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und 

holt die erforderlichen Auskünfte ein.  

6.2 In Übereinstimmung mit den Verfahrensbeteiligten ist festzuhalten, 

dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin mit multiplen 

Beschwerden psychischer sowie somatischer Natur aufgrund der vor-

instanzlichen Akten nicht abschliessend beurteilen lässt.  

6.3 Das im Beschwerdeverfahren eingereichte psychiatrische Gutachten 

des F._______ vom 8. August 2022 wurde vom Sozialversicherungsgericht 

des Kantons D._______ im Rahmen eines Verfahrens betreffend Kranken-

taggelder zur medizinischen Beurteilung des dort streitgegenständlichen 

Zeitraums vom 22. Mai 2015 bis 31. Mai 2016 in Auftrag gegeben (vgl. 

BVGer-act. 12 Beilage 4 S. 3 f.). Die gutachterliche Beurteilung beschränkt 

sich folglich nur auf diesen Zeitraum. Entsprechend standen dem Gutach-

ter auch nicht sämtliche invalidenversicherungsrechtlichen Vorakten zur 

Verfügung und es fehlt infolgedessen auch eine Auseinandersetzung mit 

dem Verlauf des Gesundheitszustands ab Mitte 2016 und den nachfolgen-

den medizinischen Berichten.  

6.4 Des Weiteren beschränkt sich das Gutachten des F._______ vom 

8. August 2022 auf eine rein psychiatrische Beurteilung. Aus den Akten er-

geben sich jedoch auch Hinweise auf somatische Beschwerden, insbeson-

dere Schmerzen im Hals- und Lendenwirbelsäulenbereich (vgl. IVSTA-

act. 173, 182), deren funktionellen Auswirkungen aufgrund der vorliegen-

den Akten zufolge unvollständiger Abklärung nicht abschliessend beurteilt 

werden können.  

6.5 Das Bundesgericht hat festgehalten, dass Störungen unabhängig von 

ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Be-

tracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung 

beizumessen ist (BGE 143 V 18 E. 8.1). Entsprechend liegt es im Interesse 

der Verfahrensbeteiligten, die Frage nach einer relevanten Komorbidität 

zwischen Psyche und Soma gutachtlich abklären zu lassen. Mit der Be-

rücksichtigung der somatischen Komponente wird auch eine korrekte Prü-

fung der Standardindikatoren nach BGE 141 V 281 ermöglicht, da beim 

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Seite 9 

Komplex «Gesundheitsschaden» jeweils sämtliche Beeinträchtigungen 

berücksichtigt werden müssen.  

6.6 Die angefochtene Verfügung ist gestützt auf eine unvollständige Sach-

verhaltsabklärung ergangen, weshalb die Sache in Anwendung von Art. 61 

Abs. 1 VwVG zur Vornahme der notwendigen medizinischen Abklärungen 

und hernach neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Diese 

Rückweisung an die Vorinstanz erfolgt in Übereinstimmung mit der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung, gemäss welcher eine Rückweisung an 

die IV-Stelle im Falle einer notwendigen Erhebung einer bisher vollständig 

ungeklärten Frage möglich ist. Ebenso steht es dem Bundesverwaltungs-

gericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn allein eine Klarstellung, Prä-

zisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich 

ist (BGE 139 V 99 E. 1.1; 137 V 210 E. 4.4.1.4). 

6.7 Bei dieser Sachlage ist von der Einholung eines Gerichtsgutachtens 

oder Erhebung anderer Beweise abzusehen. Im Übrigen litte die Rechts-

staatlichkeit der Versicherungsdurchführung empfindlich und wäre von ei-

nem Substanzverlust bedroht, wenn die Verwaltung von vornherein darauf 

bauen könnte, dass ihre Arbeit ohnehin in jedem verfügungsweise abge-

schlossenen Sozialversicherungsfall auf Beschwerde hin gleichsam ge-

richtlicher Nachbesserung unterläge (BGE 137 V 210 E. 4.2; Urteil des 

BVGer C-1005/2021 vom 28. April 2023 E. 6.1). 

6.8 Die Vorinstanz ist in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 VwVG anzuweisen, 

nach Aktualisierung und Vervollständigung der medizinischen Akten eine 

interdisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin zu veranlassen. 

Mit Blick auf die im Raum stehenden Befunde und Diagnosen erscheinen 

Expertisen in den Fachbereichen Rheumatologie und Psychiatrie (letztere 

insbesondere unter Berücksichtigung der Standardindikatoren gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung [BGE 143 V 418; 143 V 409; 141 V 

281]) erforderlich. Ob neben den genannten Fachdisziplinen auch noch 

weitere Spezialisten beizuziehen sind, ist dem pflichtgemässen Ermessen 

der Gutachter zu überlassen, zumal es primär ihre Aufgabe ist, aufgrund 

der konkreten Fragestellung über die erforderlichen Untersuchungen zu 

befinden (vgl. dazu BGE 139 V 349 E. 3.3; Urteil des BGer 8C_124/2008 

vom 17. Oktober 2008 E. 6.3.1). 

6.9 Die bidisziplinäre Begutachtung hat vorliegend in der Schweiz zu erfol-

gen, da die Abklärungsstelle mit den Grundsätzen der schweizerischen 

Versicherungsmedizin vertraut sein muss (vgl. dazu Urteil des BGer 

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9C_235/2013 vom 10. September 2013 E. 3.2; statt vieler Urteil des BVGer 

C-3864/2017 vom 11. März 2019 E. 7.5 m.w.H.) und vorliegend keine 

Gründe ersichtlich sind, die eine Begutachtung in der Schweiz als unver-

hältnismässig erscheinen liessen. Im Weiteren ist die Gutachterstelle nach 

dem Zufallsprinzip gemäss Zuweisungssystem «SuisseMED@P» zu ermit-

teln (vgl. dazu BGE 139 V 349 E. 5.2.1 und Art. 72bis Abs. 2 IVV) und der 

Beschwerdeführerin sind die ihr zustehenden Mitwirkungsrechte einzuräu-

men (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9). 

7.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass der massgebliche Sachverhalt in me-

dizinischer Hinsicht unvollständig abgeklärt worden ist. Damit lässt sich der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und die daraus resultieren-

den Auswirkungen auf ihre Leistungsfähigkeit anhand der vorliegenden Ak-

tenlage nicht abschliessend beurteilen. Die Beschwerde ist deshalb inso-

weit gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung aufzuheben und die 

Sache zur weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen 

und anschliessenden Neuverfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. 

8.  

8.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. 

Art. 69 Abs. 2 IVG), wobei die Verfahrenskosten grundsätzlich der unterlie-

genden Partei auferlegt werden. Die Rückweisung der Sache zu erneuter 

Abklärung gilt für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten und der 

Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob 

sie beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im 

Eventualantrag gestellt wird (vgl. BGE 137 V 210 E. 7.1; 132 V 215 E. 6; 

Urteil des BGer 8C_897/2017 vom 14. Mai 2018 E. 4.1). Der obsiegenden 

Beschwerdeführerin sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der Vor-

instanz sind ebenfalls keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 

Abs. 2 VwVG. 

8.2 Die obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss 

Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteient-

schädigung zu Lasten der Verwaltung. Die Parteientschädigung für Be-

schwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht umfasst die Kos-

ten der Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen der Partei, wobei un-

nötiger Aufwand nicht entschädigt wird (vgl. Art. 8 VGKE). Die Kosten der 

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Seite 11 

Vertretung umfassen gemäss Art. 9 Abs. 1 VGKE insbesondere das An-

waltshonorar, die Auslagen sowie die Mehrwertsteuer für diese Entschädi-

gungen, soweit eine Steuerpflicht besteht. Hat die zu entschädigende Par-

tei ihren Wohnsitz im Ausland, ist keine Mehrwertsteuer geschuldet (vgl. 

Art. 1 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG [SR 641.20]). Das Anwalts-

honorar wird nach dem notwendigen Zeitaufwand des Vertreters oder der 

Vertreterin bemessen, wobei der Stundenansatz mindestens 200 und 

höchstens 400 Franken beträgt (Art. 10 Abs. 1 und 2 VGKE). 

8.2.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht mit detaillierter 

Kostennote vom 21. August 2023 eine Entschädigung von Fr. 4'108.15 

(16.83 Stunden zu Fr. 220.–, Zuschlag Fr. 110.10, 7.7 % Mehrwertsteuer 

Fr. 293.70) und weist darauf hin, dass sich die Angelegenheit mit dem ein-

gereichten Gutachten des F._______ als aussergewöhnlich aufwändig ge-

staltet habe (BVGer-act. 19). 

8.2.2 Der angeführte Stundenaufwand von insgesamt 16.83 Stunden er-

scheint im vorliegenden Fall angemessen, ebenso der verrechnete Stun-

denansatz von Fr. 220.–. Der geltend gemachte Zuschlag von Fr. 111.10 

ist zwar nicht im Einzelnen aufgeschlüsselt, erscheint jedoch mit Blick auf 

den Umfang der Eingaben samt Beilagen sowie der angefallenen Kosten 

für Porto und Telekommunikation als angemessen. Hingegen ist zufolge 

Wohnsitzes der Beschwerdeführerin im Ausland keine Mehrwertsteuer ge-

schuldet.  

8.2.3 Die Vertretungskosten der Beschwerdeführerin belaufen sich dem-

nach auf Fr. 3'812.70 und es ist ihr in diesem Umfang eine Parteientschä-

digung zu Lasten der Vorinstanz zuzusprechen. 

 

  

C-2447/2022 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 

Verfügung vom 26. April 2022 aufgehoben und die Sache zur weiteren Ab-

klärung im Sinne der Erwägungen und anschliessenden Neuverfügung an 

die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-

schädigung von Fr. 3'812.70 zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und das BSV. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David Weiss Tania Sutter 

 

 

  

C-2447/2022 

Seite 13 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer 

Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-

gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene 

Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 

Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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