# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b92116f9-7d00-5602-90c8-327e516fb529
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 14.06.2021 LC210006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC210006_2021-06-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LC210006-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach und Oberrichterin lic. iur.  

R. Bantli Keller sowie Gerichtsschreiber MLaw B. Lakic 

Beschluss und Urteil vom 14. Juni 2021 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beklagter und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____, 
Klägerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Ehescheidung  
 
Berufung gegen eine Verfügung des Bezirksgerichtes Horgen vom 21. 
Januar 2021; Proz. FE190166 
 
 

 

- 2 - 

Verfügung des Bezirksgerichtes: 

1. Das Verfahren wird abgeschrieben. 

2. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf: 

Fr. 8'700.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'912.50   Dolmetscher 
 

3. Die Gerichtskosten werden mit dem von der Klägerin geleisteten 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'400.– verrechnet. Der Restbetrag 

wird bei den Parteien gemäss ihrer tatsächlichen Zahlungspflicht 

nachgefordert. 

4. Die Gerichtskosten werden der Klägerin im Umfang von Fr. 6'806.25 und 

dem Beklagten im Umfang von Fr. 3'806.25 auferlegt, jedoch mit Bezug auf 

den Beklagten zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Der Beklagte wird auf seine 

Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen. 

5. Vom gegenseitigen Verzicht der Parteien auf das Zusprechen einer 

Parteientschädigung für das Massnahmeverfahren betreffend Abänderung 

Kinderunterhalt wird Vormerk genommen. 

6. Die Klägerin wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des 

Beklagten (lic. iur. X._____) eine reduzierte Parteientschädigung in der 

Höhe von Fr. 5'200.– (zzgl. 7.7 % MwSt.) zu bezahlen. 

7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine reduzierte 

Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'600.– (zzgl. 7.7 % MwSt.) zu 

bezahlen. 

8. Der Antrag von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ um Zusprechung einer 

Akontozahlung für seine Aufwendungen und Auslagen als unentgeltlicher 

Rechtsvertreter des Beklagten wird abgewiesen. 

- 3 - 

9. Mitteilungssatz  

10. Rechtsmittelbelehrung 

 

Berufungsanträge: 

des Berufungsklägers und Beklagten (act. 124): 
 
"1. Die Verfügung des Einzelgerichts des Bezirks Horgen vom 21. Januar 2021 

sei aufzuheben.  
 
2. Die Sache sei zur weiteren Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse, 
eventualiter zu Lasten der Berufungsbeklagten. Dem Berufungskläger sei 
aus der Staatskasse eine angemessene Prozessentschädigung (zzgl. 7.7% 
MwSt) zu bezahlen, eventualiter - im Falle durch die Berufungsbeklagte 
beantragte Abweisung der Berufung - zu Lasten der Berufungsbeklagten.  

 
 

prozessualer Antrag: 
 
Dem Berufungskläger sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es 
sei in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu 
bestellen." 
 
der Berufungsbeklagten und Klägerin: 
 
--- 
 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien heirateten am tt. September 2013. Am tt.mm.2014 kam der 

gemeinsame Sohn C._____ zur Welt. Seit dem 6. Juli 2017 leben die Parteien 

getrennt. Mit Eheschutzurteil des Bezirksgerichts Horgen vom 3. Januar 2018 

wurde den Parteien das Getrenntleben bewilligt, und es wurden die 

Trennungsfolgen geregelt.  

- 4 - 

2. Das Scheidungsverfahren wurde am 30. August 2019 durch Einreichung 

einer Klage der Klägerin und Berufungsbeklagten (nachfolgend Klägerin) beim 

Bezirksgericht Horgen, Einzelgericht, (Vorinstanz), anhängig gemacht. Nach zwei 

Einigungsverhandlungen (Prot. VI S. 5 ff., S. 40 ff.) vier Entscheiden bzw. 

Vereinbarungen betreffend vorsorgliche Massnahmen (Prot. VI S. 30, S. 36 ff., S. 

61 f., S. 65 f.) und einem Entscheid betreffend Prozesskostenvorschuss (Prot. VI 

S. 34) erging die angefochtene Verfügung vom 21. Januar 2021 (act. 126 = act. 

117 [= act. 125 A]; nachfolgend nur noch als act. 126 zitiert). Die Einzelrichterin 

schrieb mit der genannten Verfügung vom 21. Januar 2021 im Sinne von Art. 291 

Abs. 3 Satz 2 ZPO die Scheidungsklage als gegenstandslos geworden ab, 

nachdem die mit Verfügung vom 14. Oktober 2020 der Klägerin angesetzte Frist 

von 40 Tagen, die Scheidungsklage schriftlich zu begründen (Prot. S. 63), 

unbenützt abgelaufen war.  

 Es kann im Übrigen, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, für die 

Prozessgeschichte vor Bezirksgericht auf die ausführliche Darstellung im 

angefochtenen Entscheid verwiesen werden (act. 126 S. 1-5).  

3. Mit Eingabe vom 4. Februar 2021 liess der Beklagte und Berufungskläger 

(nachfolgend Beklagter) innert Frist Berufung gegen die Verfügung des 

Bezirksgerichtes vom 21. Januar 2021 erheben (vgl. act. 124). Er beantragte 

Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides vom 21. Januar 2021, Rückweisung 

des Prozesses zur weiteren Beurteilung an das Bezirksgericht, alles unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse, eventualiter zu Lasten der 

Klägerin (act. 124 S. 2). Sodann stellte der Beklagte für das Verfahren vor 

Obergericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. 

124 S. 2).  

 Es wurden im Folgenden die vorinstanzlichen Restakten samt einer Kopie 

des Protokolls (act. 131 S. 1-70) beigezogen (act. 107- 122; die übrigen Akten 

befinden sich am Bundesgericht). Auf die Einholung einer Berufungsantwort kann 

verzichtet werden, nachdem sich die Berufung des Beklagten nach Prüfung seiner 

Rügen und in Würdigung der Akten als unbegründet erweist. Der Prozess ist 

spruchreif. Der Klägerin ist ein Doppel bzw. eine Kopie der Berufungsschrift, act. 

- 5 - 

124, zuzustellen. Der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks 

Horgen ist sodann eine Kopie der Gefährdungsmeldung von Dr.med. D._____, 

Kinderarztpraxis E._____ [Ortschaft], vom 16. Mai 2021 (act. 132) zur 

Kenntnisnahme und zur weiteren Verwendung zukommen zulassen.  

  

- 6 - 

II. 

1. Es ist unbestritten, dass das Verfahren vor dem Bezirksgericht im Stadium 

der Einigungsverhandlung blieb.  

 Im dritten Abschnitt des Kapitels Scheidungsverfahren regelt die ZPO die 

Scheidungsklage (Art. 290 ff. ZPO). Die Einigungsverhandlung gemäss Art. 291 

ZPO tritt an die Stelle der im Scheidungsverfahren nicht vorgesehenen 

Schlichtung (Art. 198 lit. c ZPO). Bei der klageweisen Scheidung lädt das Gericht 

die Parteien zu einer Verhandlung vor und klärt ab, ob der Scheidungsgrund 

gegeben ist. Steht der Scheidungsgrund fest, so versucht das Gericht, zwischen 

den Parteien eine Einigung über die Scheidungsfolgen herbeizuführen (Art. 291 

Abs. 1 und 2 ZPO). Steht der Scheidungsgrund nicht fest oder kommt keine 

Einigung zustande, setzt das Gericht der klagenden Partei Frist an, eine 

schriftliche Klagebegründung nachzureichen (Art. 291 Abs. 3 Satz 1 ZPO). Bei 

Nichteinhalten der Frist wird die Klage als gegenstandslos abgeschrieben 

(Art. 291 Abs. 3 Satz 2 ZPO; anstatt vieler: KUKO ZPO-van de Graaf, Art. 291 N 

7; FamKomm Scheidung/Fankhauser, Anh. ZPO Art. 291 N 9).  

2. Die Einzelrichterin setzte die Frist zur Klagebegründung nach rund einem 

Jahr nach Rechtshängigkeit an; darauf weist der Beklagte zu Recht hin (act. 124 

S. 4).  

 Die seit Anhängigmachung der Scheidung verstrichene relativ lange Zeit 

verlief nicht ungenützt, sondern wurde im Sinne beider Parteien (vgl. Prot. VI 

S. 59 unten) für das Finden einer Gesamtlösung gebraucht. Eine Einigung zu den 

Nebenfolgen der Scheidung konnte trotz Bemühungen der Einzelrichterin, die sich 

auch in der Anordnung verschiedener vorsorglicher Massnahmen (die bis an das 

Bundesgericht weitergezogen wurden; act. 124 S. 5 unten) zeigten, nicht erreicht 

werden. Ebenso verliefen die in Aussicht gestellten aussergerichtlichen 

Vergleichsbemühungen ergebnislos (Prot. VI S. 59). Aus dem Zeitablauf und der 

intensiv geführten Einigungsverhandlung (mit Erlass vorsorglicher Massnahmen) 

kann der Beklagte nichts zu seinen Gunsten ableiten (act. 124 S. 4).  

- 7 - 

3.1. Beide Parteien hielten anlässlich der ersten Einigungsverhandlung vom 

12. Dezember 2019 fest, dass sie seit dem 6. Juli 2017 getrennt leben (Prot. VI 

S. 5). Die Parteien haben demzufolge im Zeitpunkt der Anhängigmachung der 

Scheidungsklage Ende August 2019 bereits seit zwei Jahren getrennt gelebt. 

Dementsprechend steht nach Massgabe von Art. 292 Abs. 2 ZPO der 

Scheidungsgrund nach Art. 114 ZGB fest. Zu einem Verfahrenswechsel zur 

Scheidung auf gemeinsames Begehren kann es gemäss Wortlaut von Art. 292 

Abs. 2 ZPO nicht kommen (vgl. act. 124 S. 4 oben). Demzufolge ist der vom 

Beklagten referenzierte Entscheid nicht einschlägig, weil er sich auf den 

Scheidungsgrund des gemeinsamen Begehrens im Sinne von Art. 112 ZGB 

bezieht (act. 124 S. 4 Ziff. 3, 1. Absatz am Schluss).  

3.2. Der Beklagte argumentiert, er habe seinerseits (anlässlich der 

Einigungsverhandlung) den Antrag auf Scheidung der Ehe gestützt auf Art. 114 

ZGB gestellt (act. 124 S. 3 unten). Er habe einen eigenständigen Anspruch auf 

materielle Behandlung (act. 124 S. 5 ["actio duplex"]), weshalb die Vorinstanz das 

Verfahren nicht wegen Säumnis der Klägerin abschreiben dürfe. Es trifft zu, dass 

die Einzelrichterin anlässlich der Verhandlung vom 12. Dezember 2019 feststellte, 

dass der Scheidungsgrund gemäss Art. 114 ZGB gegeben sei, und überdies der 

Beklagte seinerseits den Antrag auf Scheidung der Ehe stellte (Prot. S. 5). Der 

Beklagte übersieht bei seiner Argumentation, dass seine Anträge in der 

Einigungsverhandlung, das heisst im Schlichtungsverfahren, erfolgten und – 

anders als im vom Berufungskläger angeführten höchstrichterlichen Entscheid 

(BGer 5A_62/2016 vom 17. Oktober 2016; act. 124 S. 5) – er seine Anträge noch 

nicht nach Massgabe der gesetzlichen Verfahrensordnung prozessual formgültig 

mittels einer Klageantwort in den Prozess eingebracht hat. Nur der Vollständigkeit 

halber ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass grundsätzlich die 

klagende Partei, die gestützt auf Art. 114 ZGB eine Scheidungsklage einreicht, 

den Scheidungsgrund zu begründen hat, denn die Einschätzung des Gerichts 

hinsichtlich des Scheidungsgrundes anlässlich der Einigungsverhandlung zeitigt 

keine materiellen Wirkungen (vgl. Prot. VI S. 5; FamKomm 

Scheidung/Fankhauser, Anh. ZPO Art. 291 N 9).  

- 8 - 

 In der gegebenen prozessualen Situation – es lief der Klägerin die Frist für 

den ersten Parteivortrag (Klage), welche sie unbenützt ablaufen liess –, stand 

dem Beklagten entgegen seiner Ansicht (noch) nicht das Recht zu, über den 

Streitgegenstand (Scheidung der Ehe und Regelung der Scheidungsnebenfolgen) 

zu verfügen. Die Einigungsverhandlung dient im Scheidungsklageverfahren, wie 

erwähnt, vorrangig dazu, eine Einigung zwischen den Parteien zu finden. 

Misslingt wie hier die Einigung über die Scheidungsnebenfolgen, so ist darüber 

ein kontradiktorisches Verfahren (das Scheidungsklageverfahren) durchzuführen.  

 Damit ist auch gesagt, dass im Einigungsverfahren nicht Klagebegründung 

und Klageantwort erstattet werden. Die einschlägigen Bestimmungen der 

Zivilprozessordnung sehen im Scheidungsverfahren für Klagebegründung und -

antwort das schriftliche Verfahren vor (Art. 291 Abs. 3 i.V.m. Art. 221 f. ZPO). Es 

wäre dem Beklagten möglich gewesen, innert der ihm später anzusetzenden Frist 

zur Erstattung der Klageantwort eigene Begehren zu stellen, und die Klägerin 

hätte diesfalls nicht mehr alleine über den Scheidungsanspruch verfügen können. 

Dazu ist es aus dem bekannten Grund nicht gekommen. Die Verfahrensordnung 

gab der Klägerin die Möglichkeit, die Frist zur Begründung der Klage unbenützt 

ablaufen zu lassen. Entgegen entsprechenden sinngemässen Andeutungen des 

Beklagten traf die Klägerin keine sogenannte Fortführungslast (vgl. act. 124 S. 5 

unten).  

4. Zusammenfassend ergibt sich aus diesen Erwägungen, dass die Berufung 

abzuweisen, und die angefochtene Verfügung der Vorinstanz, das Verfahren 

abzuschreiben, zu bestätigen ist.  

III. 

1. Die Prozesskosten werden nach Obsiegen und Unterliegen bzw. nach dem 

Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Der Beklagte 

unterliegt, so dass ihm die Gerichtskosten aufzuerlegen sind. Für eine – wie hier – 

nicht vermögensrechtliche Streitsache ergibt sich aus § 5 GebV OG eine 

Grundgebühr in der Bandbreite von Fr. 300.-- bis Fr. 13'000.--. Bei der 

Festsetzung der zweitinstanzlichen Entscheidgebühr ist zu berücksichtigen, dass 

- 9 - 

lediglich die prozessuale Zulässigkeit des Abschreibens des Verfahrens zu prüfen 

war. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist daher auf Fr. 700.-- festzusetzen.  

2. Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen 

zuzusprechen, dem Beklagten zufolge Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und 

der Klägerin mangels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3 ZPO).  

3. Ob dem Beklagten ein Anspruch auf Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege zusteht, wie er verlangt (act. 124 S. 2, S. 6 ff.), beurteilt sich nach 

Art. 117 ZPO. Danach wird u.a. dessen Mittellosigkeit vorausgesetzt (Art. 117 lit. 

a ZPO). Für die Beurteilung der prozessualen Bedürftigkeit ist die gesamte 

wirtschaftliche Situation der gesuchstellenden Partei im Zeitpunkt der Einreichung 

des Gesuchs zu würdigen, wobei nicht schematisch auf das betreibungsrechtliche 

Existenzminimum abzustellen, sondern den individuellen Umständen Rechnung 

zu tragen ist. Der Teil der finanziellen Mittel, der das zur Deckung der 

persönlichen Bedürfnisse Notwendige übersteigt, muss mit den für den konkreten 

Fall zu erwartenden Gerichtskosten verglichen werden; dabei sollte es der 

monatliche Überschuss der gesuchstellenden Partei ermöglichen, die 

Prozesskosten bei weniger aufwändigen Prozessen innert rund eines Jahres zu 

tilgen (BGE 141 III 369 E. 4.1.; BGer 5A _716/2018 e. 3.2.).  

 Die eigene Aufstellung des Beklagten über seine Einnahmen und Ausgaben 
weist einen Überschuss von Fr. 176.-- aus (act. 124 S. 8). In Frage zu stellen ist 

auf der Ausgabenseite vor allem der Zuschlag von 25 % auf den Grundbetrag 

(act. 124 S. 7). Nach dem Effektivitätsgrundsatz ist im Rahmen der 

unentgeltlichen Rechtspflege nur derjenige Aufwand zu berücksichtigen, der 

tatsächlich für lebensnotwendige Güter und Dienstleistungen anfällt und welcher 

Aufwand auch bezahlt wird; Ausgaben mit Notorietät zu begründen, würde 

deshalb nicht genügen (vgl. act. 124 S. 5). Entgegen der Darstellung des 

Beklagten hat das Bundesgericht nicht einen minimalen Zuschlag als 

angemessen oder verbindlich erklärt, und die Zuschläge variieren ohnehin je nach 

Einzelfall. Einen Anspruch auf einen Zuschlag zum Grundbetrag besteht in 

diesem Sinne nicht. Die Berechnung des zivilprozessualen Existenzminimums 

erfolgt in Abhängigkeit der familiären Situation. Die vom Beklagten geltend 

- 10 - 

gemachten Bedarfspositionen tragen seiner finanziellen Situation angemessen 

Rechnung, weswegen darzulegen gewesen wäre, weshalb eine Pauschale zum 

Grundbetrag von 25 % einzuberechnen notwendig ist, um den individuellen 

Verhältnissen des Beklagten Rechnung zu tragen. Selbst aber bei einem 

Zuschlag von 15% auf den Grundbetrag ergibt sich immer noch ein monatlicher 

Freibetrag von Fr. 266.-- (Fr. 5'010.-- ./. Fr. 4'744.--). Dieser Betrag erlaubt es 

dem Beklagten die heute überschaubar anfallenden Gerichts- und 

Vertretungskosten innert eines Jahres zu bezahlen.  

 Das Gesuch des Beklagten um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 

ist abzuweisen.  

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch des Berufungsklägers und Beklagten um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen. 

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung an die Parteien mit 

nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen. Die Verfügung des Einzelgerichts am 

Bezirksgericht Horgen vom 21. Januar 2021 wird bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 700.-- festgesetzt und 

dem Beklagten und Berufungskläger auferlegt. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin und Berufungsbeklag-

te unter Beilage eines Doppels bzw. einer Kopie von act. 124 

(Berufungsschrift), sowie an das Bezirksgericht Horgen, und an die Kindes- 

und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks Horgen unter Beilage einer 

Kopie von act. 132, je gegen Empfangsschein. 

- 11 - 

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form 

einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in 

Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in 

Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. Die Beschwerde an 
das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Vorsitzende: 

 
 
 

lic. iur. E. Lichti Aschwanden 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw B. Lakic 
 
 
 
versandt am: 

	Beschluss und Urteil vom 14. Juni 2021
	Verfügung des Bezirksgerichtes:
	1. Das Verfahren wird abgeschrieben.
	2. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf:
	3. Die Gerichtskosten werden mit dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'400.– verrechnet. Der Restbetrag wird bei den Parteien gemäss ihrer tatsächlichen Zahlungspflicht nachgefordert.
	4. Die Gerichtskosten werden der Klägerin im Umfang von Fr. 6'806.25 und dem Beklagten im Umfang von Fr. 3'806.25 auferlegt, jedoch mit Bezug auf den Beklagten zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse geno...
	5. Vom gegenseitigen Verzicht der Parteien auf das Zusprechen einer Parteientschädigung für das Massnahmeverfahren betreffend Abänderung Kinderunterhalt wird Vormerk genommen.
	6. Die Klägerin wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beklagten (lic. iur. X._____) eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5'200.– (zzgl. 7.7 % MwSt.) zu bezahlen.
	7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'600.– (zzgl. 7.7 % MwSt.) zu bezahlen.
	8. Der Antrag von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ um Zusprechung einer Akontozahlung für seine Aufwendungen und Auslagen als unentgeltlicher Rechtsvertreter des Beklagten wird abgewiesen.
	9. Mitteilungssatz
	10. Rechtsmittelbelehrung
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch des Berufungsklägers und Beklagten um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.
	2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung an die Parteien mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen. Die Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Horgen vom 21. Januar 2021 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 700.-- festgesetzt und dem Beklagten und Berufungskläger auferlegt.
	3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin und Berufungsbeklagte unter Beilage eines Doppels bzw. einer Kopie von act. 124 (Berufungsschrift), sowie an das Bezirksgericht Horgen, und an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Be...
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...