# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18d697e8-3812-5788-96b8-2968b9cd5277
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 23.05.2017 S 2016 120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2016-120_2017-05-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 16 120

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Racioppi
RichterIn Moser, Meisser

Aktuar Ott

URTEIL

vom 23. Mai 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel,

Beschwerdeführerin

gegen 

B._____ AG,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ war unter anderem bei der C._____ als Reinigungsmitarbeiterin 

angestellt und dementsprechend bei der B._____ AG obligatorisch gegen 

Unfall versichert. Am 9. April 2013 führten Eisenbahnschienen auf dem 

Arbeitsweg zu einem Sturz mit dem Fahrrad auf die linke Schulter. Die 

Erstbehandlung nach dem Ereignis erfolgte beim ihrem Hausarzt, 

Dr. med. D._____. Es bestand anfänglich keine Arbeitsunfähigkeit und es 

erfolgte auch eine anfängliche Besserung der Beschwerden. Aufgrund 

von wieder zunehmenden Beschwerden an der Schulter, wandte sich 

A._____ am 19. Dezember 2013 erneut an Dr. med. D._____. Am 

23. Dezember 2013 wurde durch Dr. med. E._____ ein Arthro-MRI der 

linken Schulter durchgeführt, welcher dabei insbesondere eine reaktive 

posttraumatische Arthrose des AC-Gelenkes links festhielt. Gemäss 

Bericht von Dr. med. F._____ vom 18. Februar 2014 wurden weitere 

Abklärungen in der Klinik P._____ vorgenommen und festgehalten, dass 

Beschwerden nun auch in der Halswirbelsäule (HWS) und im Nacken 

bestehen würden. Ein MRI der HWS vom 27. Februar 2014 ergab eine 

multisegmentale Chondrose/Osteochondrose, worauf eine Zuweisung an 

Dr. med. G._____ zur Infiltration erfolgte. Am 11. Juli 2014 erfolgte eine 

Schulterarthroskopie links durch Dr. med. H._____ in der Klinik P._____.

2. Die B._____ AG lies in der Folge zur Beurteilung ihrer Leistungspflicht 

ein Aktengutachten bei Dr. med. I._____ als beratendem Expertenarzt 

erstellen. Dieses wurde am 16. September 2014 erstattet. Er 

diagnostizierte eine kraniale subscapularis Partialruptur (Lafosse I) mit 

Inkontinuität erhaltener Subscapularissehne, Ruptur des anterioren 

Pulley mit instabiler Biceps-longus-Sehne und Tendinopathie der Biceps-

longus-Sehne. Zudem hielt er fest, dass die sofort nach dem Unfall initial 

aufgetretenen Beschwerden aufgrund der vorliegenden Unterlagen, 

insbesondere des Operationsberichtes vom 11. Juli 2014 von Dr. med. 

H._____, objektiviert werden könnten. Hinsichtlich des 

Behandlungsverlaufes und der Prognose konnte sich Dr. med. I._____ 

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aufgrund der fehlenden Verlaufsberichte seit der Schulterarthroskopie 

vom 11. Juli 2014 nur in eingeschränkter Weise dazu äussern. 

Grundsätzlich sei aber davon auszugehen, dass aufgrund der 

therapeutischen Schulterarthroskopie links eine Besserung der 

Beschwerdesymptomatik erreicht werden könne. Mit einer namhaften 

Besserung der Beschwerden könne nach diesem Eingriff bei Begleitung 

durch physiotherapeutische Behandlung noch gerechnet werden. Weiter 

hielt er fest, dass der Unfall vom 9. April 2013 nicht die einzige Ursache 

der festgestellten gesundheitlichen Störung gewesen sei. Als Vorzustand 

benannte er eine AC-Gelenksarthrose und leichte degenerative 

Veränderungen an der Rotatorenmanschette, wobei die im Vordergrund 

stehende Instabilität der Biceps-longus-Sehne als unfallkausal zu 

beurteilen sei. Zur Frage, ob die durch den Unfall verursachte 

Verschlimmerung einer vorbestehenden Gesundheitsschädigung 

abgeheilt wäre, führte er aus, dass kein Vorzustand an der linken 

Schulter dokumentiert sei und durch eine strukturelle Läsion an der 

Schulter eine richtungsgebende Verschlimmerung eingetreten sei. Das 

vorstehend erwähnte Unfallereignis sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit Mitursache der vorliegenden Gesundheitsstörung. Am 

9. Oktober 2014 bestätigte die B._____ AG einen UVG-Taggeldanspruch 

für die ab dem 11. März 2014 bestehende Arbeitsunfähigkeit und stellte 

eine Verrechnung mit geleisteten Vorleistungen in Aussicht.

3. Weitere Behandlungen bei Dr. med. H._____ erfolgten am 

16. September 2014 und am 29. Oktober 2014. Dabei wurde 

festgehalten, dass die Schulterbeweglichkeit sich sehr schön erholt habe, 

aber momentan noch ausgeprägte Myogelosen periscapulär links 

bestehen würden. Auch ein weiterer Bericht der Klinik P._____ vom 

4. Februar 2015 äusserte sich zum Beschwerdebild der Myogelosen und 

am 20. März 2015 wurde auf eine zwischenzeitlich begonnene 

Triggerpunktmassage hingewiesen und die Fortsetzung dieser 

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Behandlung mit Dryneedling während der nächsten zwei Monate 

empfohlen.

4. Am 13. Februar 2015 erfolgte eine Konsultation von A._____ beim 

beratenden Expertenarzt der B._____ AG, worüber Dr. med. I._____ am 

18. Februar 2015 einen Bericht hinsichtlich des gestellten 

Fragenkataloges erstellte. Die Einschätzung stimmte im Wesentlichen mit 

derjenigen des Aktengutachtens vom 16. September 2014 überein. Er 

hielt allerdings fest, dass für die von A._____ geklagten Beschwerde im 

Bereich der linken Thorax-Schulterregion links Myogelosen verantwortlich 

seien. Hinsichtlich des Verlaufes der erhobenen Befunde im Bereich des 

Schultergelenkes resp. der Rotatorenmanschette und der Nacken-

/Schulterschmerzenproblematik wurde differenziert. Bei Ersterem könne 

von einem positiven Verlauf gesprochen werden, weil sich die 

Beschwerdesymptomatik diesbezüglich reduziert hätten. Bei den Nacken-

/Schulterschmerzen infolge der Myogelosen sei der Verlauf nicht so 

positiv, aber die Prognose dennoch günstig.

5. Nach einem Anfangs Februar 2015 gescheiterten 

Wiedereingliederungsversuch in die angestammte Tätigkeit, wurde 

Dr. med. K._____ des regionalen ärztlichen Dienstes Ostschweiz (RAD) 

im Rahmen des Verfahrens der Invalidenversicherung mit einer 

monodisziplinären RAD-Abklärung beauftragt. Der RAD-Bericht vom 

3. März 2015 zu Händen der IV-Stelle des Kantons Graubünden (IV-

Stelle), welcher sich auf eine Exploration von A._____ am 19. Februar 

2015, die relevante Aktenlage sowie eine Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit der Klinik Q._____ vom 23./24. Februar 2015 gemäss 

Bericht vom 9. März 2015 stützte, kam hinsichtlich der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit von A._____ zu folgendem Ergebnis: A._____ sei 

leistungsfähig für ganztägige Arbeiten, im Wechselrythmus aber auch 

überwiegend im Gehen, Stehen oder Sitzen, allerdings ohne den vollen 

Einsatz des links-dominanten Armes. Spezifische Einschränkungen des 

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linken Armes bestünden für Arbeiten über Schulterhöhe, für Arbeiten mit 

dem linken Arm, die mit Stossen oder Ziehen einhergehen und für leichte 

bis mittelschwere Arbeiten, die mit dem Hantieren von Lasten über 

17.5 Kg einhergehen. Mit diesen Einschränkungen bestehe in der 

angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. 

6. Im März 2015 nahm die B._____ AG weitere Abklärung im Hinblick auf 

frühere Physiotherapiebehandlungen von A._____ vor. Gemäss 

Rückmeldung der Physiotherapie L._____ vom 26. März 2015, war 

A._____ am 6. Februar 2013 erstmals in Behandlung bei ihnen, da sie 

über Knie- sowie Nackenschmerzen klagte. Es seien massive Nacken- 

und Schultergürtelverspannungen sowie mehrere aktive Triggerpunkte 

festgestellt worden, wobei die ärztliche Diagnose auf cervicobrachiales 

Syndrom gelautet habe. Aktenkundig ist eine Behandlung bei 

Physiotherapie L._____ bis am 11. März 2013. Am 23. März 2015 

bestätigte Dr. med. M._____, dass er A._____ im März/April 2011 wegen 

leichten Nackenverspannungen anlässlich der Nikotinentwöhnung eine 

Physiotherapie verschrieben habe. In einem weiteren Schreiben vom 

11. Mai 2015 führte Dr. med. M._____ aus, dass A._____ von Juni 2010 

bis Oktober 2010 in Behandlung stand wegen Nackenschmerzen mit 

Ausstrahlung in beide Schultern und es habe eine einmalige 

subachromiale Infiltration stattgefunden. Die Schulterschmerzen seien 

vollständig abgeheilt und seien bis zum Unfall auch nicht wieder 

aufgetreten, womit davon auszugehen sei, dass die Schulter im 

Unfallzeitpunkt vollständig gesund gewesen sei. Am 20. April 2015 

bestätigte die Physiotherapie N._____ eine physiotherapeutische 

Behandlung wegen cervicothorrakaler und cervicocephaler Schmerzen im 

Zeitraum vom 7. Juni 2011 bis 16. August 2011.

7. Am 10. April 2015 erklärte Dr. med. O._____ gegenüber der Arbeitgeberin 

von A._____, dass ab sofort eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bezüglich 

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der Reinigungstätigkeit bestehen würde. Er stützt sich dabei auf zwei 

eigene Untersuchungen und wies auf die übereinstimmende 

Einschätzung des RAD-Berichtes vom 3. März 2015 sowie des 

Evaluationsberichtes der funktionalen Leistungsfähigkeit der Klinik 

Q._____ vom 9. März 2015 hin.

8. Dr. med. I._____ nahm am 7. Juli 2015 erneut eine Aktenbeurteilung 

zuhanden der B._____ AG vor. Er diagnostizierte eine kraniale 

Subscapularis Partialruptur (Lafosse I) mit Erhalt der Kontinuität der 

Subscapularissehne, Ruptur des anterioren Pulley mit instabiler Biceps-

longus-Sehne und Tendinopathie der Biceps-longus-Sehne. Ein 

Cervikovertebrales Schmerzsyndrom beidseits und ein Periscapuläres 

Schmerzsyndrom links. In der Beurteilung kam er im Wesentlichen zum 

Schluss, dass das fragliche Unfallereignis überwiegend wahrscheinlich 

Mitursache der vorliegenden Gesundheitsschädigung sei, wobei das 

Cervicovertebralsyndrom hingegen nicht als unfallkausal einzustufen und 

betreffend der unfallkausalen Schulterverletzung links per Ende Juni 2015 

ein Endzustand erreicht sei. Weiter hielt er fest, dass die Beschwerden 

der linken Schulter ohne Unfall nicht im heutigen Ausmass aufgetreten 

wären. Schlussendlich kam er auch zum Schluss, dass A._____ in ihrer 

Tätigkeit als Reinigungsangestellte zu 100 % arbeitsfähig sei.

9. Mit Verfügung vom 15. Juli 2015 stellte die B._____ AG fest, dass ab 

1. Juli 2015 kein Anspruch mehr auf Heilbehandlungen bestehe und die 

Taggeldleistungen bereits per 31. Mai 2015 aufgrund einer vollen 

Arbeitsfähigkeit eingestellt wurden. Dagegen erhob A._____ am 

11. September 2015 nach Einsicht in die zugestellten Akten Einsprache. 

Dabei beantragte sie die Aufhebung der Verfügung soweit sämtliche 

Leistungen per 1. Juli 2015 eingestellt würden. Es sei ihr bei einem 

Invaliditätsgrad von 18 % mit Wirkung ab 1. Juli 2015 eine Invalidenrente 

zuzusprechen. Ausserdem sei der Sachverhalt durch die Einholung eines 

medizinischen Gutachtens zu ergänzen, aus welchem sich der erlittene 

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Integritätsschaden ermitteln lasse und anschliessend sei eine 

Integritätsentschädigung festzulegen. Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades machte sie einen Leidensabzug von 15 % auf den Lohn 

gemäss Tabelle der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 

geltend.

10. Die B._____ AG holte im Hinblick auf die Frage der 

Integritätsentschädigung bei Dr. med. I._____ eine weitere Beurteilung 

ein. Dieser kam am 7. Oktober 2015 insbesondere zum Schluss, dass 

kein rein unfallbedingter Integritätsschaden gemäss Tabelle 

"Integritätsentschädigung gemäss UVG; Tabelle 1 (Revision 2000); 

Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten" 

der medizinischen Abteilung der SUVA vorliege. Die AC-Gelenksarthrose 

sei degenerativer Natur und es bestehe keine schwere AC-

Gelenksinstabilität.

11. Am 15. Oktober 2015 erliess die B._____ AG eine neue Verfügung, 

welche die Verfügung vom 15. Juli 2015 ersetzte. Sie hielt darin fest, dass 

weder ein Anspruch auf eine Invalidenrente, noch auf Taggelder ab dem 

1. Juni 2015 oder Heilungskosten ab dem 1. Juli 2015 bestehen würde. 

Einzig ein allfälliges Rückfallrecht für die Schulterverletzung links bleibe 

bestehen. Aufgrund des Aktengutachtens von Dr. med. I._____ vom 

7. Juli 2015, wonach in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 

von 100 % bezogen auf ein Vollzeitpensum bestehe sowie des, die 

Einschätzung von Dr. med. I._____ stützenden, RAD-Berichtes, erübrige 

sich grundsätzlich ein Einkommensvergleich, weil eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vorliege. Dies schliesse 

rechtsprechungsgemäss auch eine Berücksichtigung eines 

Leidensabzuges aus. Selbst wenn ein Einkommensvergleich 

vorgenommen würde, resultiere kein Rentenanspruch. Dabei wurde das 

Valideneinkommen auf Basis des Verdienstes vor dem Unfall auf 

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Fr. 54'323.70 festgelegt. Das Invalideneinkommen betrage gestützt auf 

die LSE-Tabelle 2012 Fr. 52'842.40. Ein Leidensabzug lasse sich nicht 

rechtfertigen, weil das Kompetenzniveau 4 (recte: Kompetenzniveau 1 

gemäss LSE 2012) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren 

Tätigkeiten umfasse. Somit ergebe sich auch ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 3 %. Auch gegen diese 

Verfügung erhob A._____ am 3. November 2015 Einsprache. Darin 

wurde die Aufhebung der Verfügung beantragt, soweit ihr eine Rente per 

1. Juli 2015 und eine Integritätsentschädigung abgesprochen werde. Mit 

Wirkung ab 1. Juli 2015 sei ihr bei einem Invaliditätsgrad von 12 % eine 

Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung für einen 

Integritätsschaden von 10 % zuzusprechen. 

12. Am 22. Januar 2016 beantwortete Dr. med. I._____ die gestellten 

Zusatzfragen betreffend die verlangte Integritätsentschädigung. Dabei 

hielt er fest, dass von einer Integritätsentschädigung von 10 % 

auszugehen sei, wobei aber der unfallbedingte Kausalanteil auf 50 % zu 

beziffern sei. Dementsprechend bestehe ein Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung von 5 %. 

13. Am 22. August 2016 erliess die B._____ AG ihren Einspracheentscheid. 

Betreffend die Integritätsentschädigung wurde die Einsprache teilweise 

gutgeheissen und auf 5 % festgesetzt. Im Übrigen wurde die Einsprache 

abgewiesen. Da gemäss den Berichten des RAD, von Dr. med. O._____ 

sowie Dr. med. I._____ eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in der 

angestammten Tätigkeit bestehe, erübrige sich eigentlich ein 

Einkommensvergleich. Der in der Verfügung vom 15. Oktober 2015 

vorgenommene Einkommensvergleich belege ausserdem, dass selbst bei 

Vornahme eines solchen kein rentenbegründender Invaliditätsgrad 

resultieren würde. Am selben Tag legte die B._____ AG mittels Verfügung 

den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung auf 5 % fest. Ebenfalls 

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am 22. August 2016 erging auch die Verfügung der IV-Stelle, welche 

einen Anspruch auf einen Invalidenrente der Invalidenversicherung 

verneinte. Der massgebende IV-Grad wurde anhand der gemischten 

Methode (Anteil Erwerb: 64 %, Einschränkung: 2 %) auf 1 % beziffert.

14. Gegen den Einspracheentscheid der B._____ AG (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin) erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) 

am 20. September 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden. Sie beantragte, den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 22. August 2016 aufzuheben, soweit der 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente abgewiesen 

werde und die ihr zustehende Integritätsentschädigung um 50 % auf 5 % 

gekürzt werde. Somit seien der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente 

bei einem Invaliditätsgrad von 12 % und eine Integritätsentschädigung 

von 10 % zuzusprechen. Eventualiter sei ein medizinisches Gutachten 

über die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin und die Unfallkausalität der AC-Gelenksarthrose 

einzuholen und anschliessend über die Höhe des Invaliditätsgrades und 

der Integritätsentschädigung zu entscheiden. Dies alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Sie führte zur 

Begründung neben der Schilderung des Sachverhaltes im Wesentlichen 

aus, dass aufgrund der der ausgewiesenen Einschränkungen der 

Beschwerdeführerin bei der Tätigkeit als Raumpflegerin auch bei einem 

Vollzeitpensum ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen sei um den 

massgebenden Invaliditätsgrad zu bestimmen. Nur bei Inkaufnahme einer 

Lohneinbusse habe die Beschwerdeführerin in einem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt im Vergleich zu gesunden Mitbewerbern eine reale Chance 

auf Anstellung. Ausserdem sei die bisherige Arbeitsunfähigkeit bis Mai 

2015 sowie das Alter zu berücksichtigen. Dies alles rechtfertige einen 

Leidensabzug von 10 %. Betreffend die Integritätsentschädigung wurde 

vorgebracht, dass eine allfällige Kürzung nicht proportional sondern 

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angemessen zu erfolgen habe. Angemessen sei im vorliegenden Fall, 

ganz auf einen Kürzung zu verzichten. Die Beweislast, dass ein 

Integritätsschaden auf einen vorbestehenden krankhaften Zustand 

zurückzuführen sei, obliege der Beschwerdegegnerin.

15. Am 29. September 2016 informierte die Beschwerdegegnerin die 

Beschwerdeführerin darüber, dass sie die separate Verfügung vom 

22. September 2016 bezüglich der Integritätsentschädigung zurückziehe 

und die dagegen gerichtete Einsprache gegenstandslos geworden sei. 

Die Beschwerdeführerin setzte das Verwaltungsgericht am 30. September 

darüber in Kenntnis und bekräftige, dass sie an der Beschwerde gegen 

den Einspracheentscheid bezüglich der Integritätsentschädigung 

festhalte.

16. Die Beschwerdegegnerin nahm am 30. September 2016 zur Beschwerde 

Stellung und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung 

berief sie sich auf die aktenkundigen Einschätzungen des RAD, von 

Dr. med. O._____ und Dr. med. I._____. Ausserdem habe die IV-Stelle 

einen IV-Grad von 1 % ermittelt und betreffend der 

Integritätsentschädigung sei auf die Einschätzung von Dr. med. I._____ 

abzustellen, was zur hälftigen Kürzung der Integritätsentschädigung von 

10 % auf 5 % führe.

17. Die Beschwerdeführerin reichte am 21. Oktober 2016 eine Replik ein. 

Dabei zog sie im Wesentlichen den Beweiswert der Einschätzungen von 

Dr. med. I._____, insbesondere bezüglich des festgestellten 

Vorzustandes der AC-Arthrose in Zweifel, da ein solcher degenerativer 

Zustand nicht aktenkundig gewesen sei. Aufgrund dieser Widersprüche 

des als versicherungsinternen Arztes zu qualifizierenden Dr. med. 

I._____, müsse ein unabhängiges Gutachten eingeholt werden. Dr. med. 

O._____, als Vertrauensarzt der Arbeitgeberin, verweise zudem 

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vollumfänglich auf die Einschätzungen des RAD und die Evaluation der 

funktionalen Leistungsfähigkeit, welche aber ihrerseits eine 

Einschränkung der Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit belegen würden. 

Es treffe ausserdem nicht zu, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren 

unter intermittierenden Nacken- und Schulterschmerzen mit 

subchronischem Charakter leiden würde.

18. In ihrer Duplik vom 3. November 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an 

ihren Anträgen fest. Ausserdem erklärte sie unter anderem, dass die 

verschiedenen Beurteilungen von Dr. med. I._____ den Anforderungen 

der Rechtsprechung an den Beweiswert eines Gutachtens vollumfänglich 

genügten, womit darauf abzustellen sei und in antizipierter 

Beweiswürdigung von weiteren medizinischen Abklärungen abzusehen 

sei. Was die Beschwerdeführerin gegen diese medizinischen 

Beurteilungen vorbringe, vermöge nicht zu überzeugen, weil Dr. med. 

I._____ insbesondere bei seinem Aktengutachten vom 19. September 

2014 auch die bildgebenden Untersuchungen mitberücksichtigt habe und 

demensprechend der festgestellte Vorzustand ausgewiesen sei. Weil 

gemäss den übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen der 

Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit eine volle 

Arbeitsfähigkeit attestiert würde und die adaptierte Tätigkeit mit den 

speziellen Einschränkungen zumutbar sei, erübrige sich ein 

Einkommensvergleich. Die zugesprochene Integritätsentschädigung von 

5 % sei gestützt auf die rechtsgenügliche Beurteilung von Dr. med. 

I._____ korrekt.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf die weiteren Beweismittel wird, sofern erforderlich, im Rahmen der 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 22. August 2016. 

Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen 

Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung Beschwerde 

an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, wo die 

versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz 

hatte. Die Beschwerdeführerin wohnt im Kanton Graubünden, womit die 

örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG 

i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als formelle und materielle 

Verfügungsadressatin des angefochtenen Einspracheentscheides ist die 

Beschwerdeführerin vom angefochtenen Entscheid berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (vgl. Art. 59 ATSG). 

Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

somit einzutreten.

b) Streitig ist in materieller Hinsicht zum einen das Vorliegen einer 

rentenbegründenden Invalidität bzw. die Bestimmung des massgebenden 

Invaliditätsgrades. In diesem Zusammenhang wird von der 

Beschwerdeführerin auch ein nicht vorgenommener Leidensabzug auf 

den Tabellenlohn vorgebracht. Zum anderen steht die hälftige Kürzung 

der Integritätsentschädigung aufgrund eines krankhaften Vorzustandes 

auf 5 % im Streit.

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2. a) Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nicht-

berufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. In diesen Fällen hat der 

Versicherte in Form von kurzfristigen Versicherungsleistungen Anspruch 

auf zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG) und 

Taggelder, welche den durch die gesundheitliche Beeinträchtigung 

erlittenen Erwerbsausfall ausgleichen sollen (Art. 15 und 16 UVG). Ist der 

Versicherte infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid, so kann er 

eine Invalidenrente beanspruchen (Art. 18 Abs. 1 UVG), wenn von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands des Versicherten zu erwarten ist und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen 

sind (Art. 19 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 

Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 

Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

b) Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten einer Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet 

werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 

andere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei besteht die Aufgabe des 

Arztes darin, den Gesundheitszustand der versicherten Person zu 

beurteilen und zu der Frage Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 

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bezüglich welcher Tätigkeiten diese arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E.4, 

125 V 256 E.4). Arztberichte unterliegen wie sämtliche Beweismittel in 

sozialversicherungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung 

(Art. 61 lit. c ATSG). Der Beweiswert der ärztlichen Stellungnahmen hängt 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob sie für die 

streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen 

beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchten und in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu 

überzeugen vermögen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ärztlicher 

Stellungnahmen ist folglich grundsätzlich weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder Gutachten 

(BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Dennoch hat es das 

Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 

Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. 

Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 

externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen 

und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten 

und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). Auch den 

Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt sodann 

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt 

in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 

bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 

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Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. 

Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des 

Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 

(vgl. zum Ganzen BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 

E.3b/ee, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen).

3. a) Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin liegen 

insbesondere folgende aktuelle Unterlagen vor.

aa) Der monodisziplinäre Bericht von Dr. med. K._____ (Facharzt für 

Chirurgie [D]) des regionalen ärztlichen Dienstes Ostschweiz (RAD) vom 

3. März 2015 zuhanden der IV-Stelle des Kantons Graubünden, kam 

hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit zum Ergebnis, dass die 

Beschwerdeführerin leistungsfähig für ganztägige Arbeiten, im 

Wechselrhythmus aber auch überwiegend im Gehen, Stehen oder Sitzen, 

allerdings ohne den vollen Einsatz des links-dominanten Armes sei. 

Spezifische Einschränkungen des linken Armes bestünden für Arbeiten 

über Schulterhöhe, für Arbeiten mit dem linken Arm, die mit Stossen oder 

Ziehen einhergehen und für leichte bis mittelschwere Arbeiten, die mit 

dem Hantieren von Lasten über 17.5 Kg einhergehen. Mit diesen 

Einschränkungen bestehe in der angestammten Tätigkeit eine 

Arbeitsfähigkeit von 100 %. Bei dieser Beurteilung wurde auch die in der 

Klinik Q._____ durchgeführte Evaluation der funktionalen 

Leistungsfähigkeit (EFL) berücksichtigt, welche im Wesentlichen zum 

Schluss kam, dass aus somatomedizinischer Sicht sowie im Lichte der 

EFL unter Berücksichtigung der vorstehenden Einschränkungen und 

unter Fortführung der empfohlenen Therapien eine ganztägige 

Arbeitsfähigkeit für die angestammte und adaptierte Tätigkeit bestehe. 

- 16 -

Gemäss EFL und RAD-Bericht würden sich die Funktionsdefizite der 

linken Schulter insofern auswirken, als Arbeiten über Schulterhöhe nur 

selten pro Tag (1-5 % eines 8 h-Arbeitstages) und stossende und 

ziehende Tätigkeiten mit dem linken Arm nur manchmal am Tag (6-33 % 

eines 8 h-Arbeitstage) ausgeführt werden sollten. Der Bericht zur EFL 

empfahl den Wiedereinstieg in die Arbeitstätigkeit unter vorläufigem 

Verzicht auf Arbeiten über Schulterhöhe und mit wenig Hantieren von 

Gewichten.

bb) Die Einschätzung vom 10. April 2015 von Dr. med. O._____ zuhanden 

der Arbeitgeberin deckte sich mit dem vorstehend erwähnten Ergebnis 

der RAD-Abklärung. Dieser hielt dazu mit Verweis auf eine früher erfolgte 

Mitteilung fest, dass er, in Übereinstimmung mit dem RAD-Bericht vom 

3. März 2015, ab sofort von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für die 

angestammte Tätigkeit ausgehe. Für seine Einschätzung stützte er sich 

unter anderem auf zwei eigene Untersuchungen der Beschwerdeführerin 

vom 18. November 2014 und vom 23. März 2015.

cc) Das Aktengutachten von Dr. med. I._____ (Facharzt FMH Chirurgie) vom 

7. Juli 2015 hielt ebenfalls fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrer 

Tätigkeit als Reinigungsangestellte zu 100 % arbeitsfähig sei. Bezüglich 

eines vollen Arbeitspensums würden leichte Beeinträchtigungen beim 

Heben und Tragen von schweren Lasten sowie Überkopfarbeiten 

bestehen.

b) Diese in ihrer Einschätzung übereinstimmenden ärztlichen und 

fachärztlichen Unterlagen sprechen sich widerspruchsfrei für eine 

wiederlangte 100 % Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer 

angestammten Tätigkeit sowie einer adaptierten Tätigkeit aus. Es 

ergeben sich für den massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen 

Verfügung keine Hinweise auf abweichende Einschätzungen bezüglich 

der aktenkundigen medizinischen Unterlagen, welche Zweifel an diesen 

- 17 -

medizinischen Einschätzung bezüglich der attestierten vollen 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit oder einer angepassten 

Tätigkeit wecken würden. Grundlagen für diese medizinischen 

Abklärungen waren nicht ausschliesslich die Vorakten, sondern die 

Beschwerdeführerin wurde im Verlaufe der sich über eine längeren 

Zeitraum erstreckenden Abklärungen auch von den medizinischen 

Fachpersonen untersucht. Sie wurden unter Berücksichtigung der 

relevanten Themenkomplexe erstellt und berücksichtigten auch die 

geklagten Beschwerden. Die festgestellte 100%ige Arbeitsfähigkeit 

bezogen auf ein Vollzeitpensum mit gewissen Limitierungen der linken 

Schulter bezüglich Überkopfarbeiten, Stoss- und Ziehbewegungen mit 

dem linken Arm sowie eine Gewichtsbeschränkung auf 17.5 Kg für das 

Hantieren von Lasten bei leichten und mittelschweren Tätigkeiten sind 

schlüssig und aufgrund der medizinischen Befunde nachvollziehbar 

begründet. Somit sind die in den Akten vorhandenen medizinischen 

Unterlagen bezüglich der Einschätzung der 100%igen Arbeitsfähigkeit als 

beweiskräftig zu erachten und von dieser festgestellten Arbeitsfähigkeit 

auszugehen. Von weiteren Beweiserhebungen bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit kann somit abgesehen werden, weil davon keine 

entscheidrelevanten Ergebnisse mehr zu erwarten sind (antizipierte 

Beweiswürdigung; vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 

E.4b, 122 V 157 E.1d).

4. a) Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Beschwerde vom 20. September 

2016 fest, dass das Valideneinkommen für das Jahr 2015 korrekt auf 

Fr. 54'323.70 festgesetzt worden sei. Vorliegend ist somit das 

Valideneinkommen nicht bestritten, uneinig sind sich die Parteien 

hingegen über das Invalideneinkommen bzw. ob überhaupt eine 

rentenbegründenden Invalidität vorliege. Für die Bestimmung des 

Invalideneinkommens sei auf ein hypothetisches Einkommen abzustellen, 

da sie nach wie vor keine Vollzeitstelle gefunden habe. Sie ging bei ihrer 

- 18 -

Berechnung des Invalideneinkommens gestützt auf die LSE 2014 in 

einem ersten Schritt davon aus, dass dieses fast mit dem ermittelten 

Valideneinkommen übereinstimme. Weiter brachte sie vor, dass ihr 

insbesondere aufgrund der spezifischen Einschränkungen durch die 

Schulterproblematik sowie ihres Alters bei der Invaliditätsgradberechnung 

ein Leidensabzug von den LSE-Tabellenlöhnen zuzugestehen sei. Durch 

ihre spezifischen Einschränkungen der linken dominanten oberen 

Extremität in qualitativer und quantitativer Hinsicht sei es 

realistischerweise nur dann möglich sich auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt gegenüber eine vollkommen gesunden Person 

durchzusetzen, sofern Einbussen beim Arbeitslohn in Kauf genommen 

würden. Ein entsprechender Abzug von 10 % sei gerechtfertigt, womit 

sich ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 11 % ergebe. Die 

Beschwerdegegnerin hingegen vertrat die Meinung, dass die 

Arbeitsfähigkeit nicht vermindert und dementsprechend gar kein 

Einkommensvergleich vorzunehmen sei. Aber selbst wenn ein solcher 

vorgenommen würde, läge kein rentenbegründender Invaliditätsgrad vor. 

Zum einen kämen die LSE-Tabellenlöhne gar nicht zur Anwendung, weil 

auf den tatsächlich erzielten Verdienst abgestellte werden könne. Ein 

Abzug setze aber die Anwendung der LSE-Tabellenlöhne voraus und im 

Übrigen rechtfertigte sich sowieso kein Abzug vom Tabellenlohn.

b) Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat eine versicherte Person Anspruch auf 

eine Invalidenrente, wenn sie infolge eines Unfalles mindestens zu 10 % 

invalid ist. Als Invalidität gilt bei erwerbstätigen Versicherten die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Zur 

Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG in der 

- 19 -

Regel das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt 

der Invalidität und nach Durchführung allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 

Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 

Weise zu erfolgen, dass Validen- und Invalideneinkommen ziffernmässig 

möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, 

worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen 

lässt (BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29 E.1, 114 V 310 E.3a, 104 V 135 

E.2b). Allerdings ist unter Umständen auch ein blosser Prozentvergleich 

zulässig (BGE 114 V 310 E.3a, 104 V 135 E.2a/b). Für die Festsetzung 

des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der 

beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Person konkret steht und dementsprechend ist der Beizug der LSE-

Tabellenlöhne als subsidiäres Vorgehen zu betrachten (BGE 139 V 592 

E.2.3).

c) Der Anspruch auf eine Invalidenrente setzt gemäss den vorstehenden 

Ausführungen bei Erwerbstätigen also ein durch die Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachten und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibender ganzer 

oder teilweiser Verlust der Erwerbsmöglichkeit auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt voraus (vgl. Art. 18. Abs. 1 

UVG i.V.m. Art. 7 f. ATSG; LOCHER/GÄCHTER, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl., Bern 2014, § 54 Rz. 3. S. 419; 

KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 8 Rz. 9 

und 68 f. sowie Art. 7 Rz. 20 ff.). Ein Verlust der Erwerbsmöglichkeit und 

dementsprechend auch eine Erwerbsunfähigkeit resp. bei längerem 

Andauern eine Invalidität wird also voraussetzt. Die aktenkundigen, 

- 20 -

beweiskräftigen medizinischen Berichte (vgl. vorstehend E.3b), weisen 

weder eine zu beziffernde Verminderung der Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit noch in einer angepassten Verweistätigkeit aus. So 

führt der RAD-Bericht vom 3. März 2015 aus, dass der 

Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als 

Reinigungsmitarbeiterin ganztägig im Wechselrhythmus, aber auch 

überwiegend im Gehen, Stehen oder Sitzen zumutbar sei. Eingeschränkt 

werde die Beschwerdeführerin nur durch eine reduzierte Belastbarkeit bei 

Überkopfarbeiten, beim Ziehen und Stossen von Lasten mit dem linken 

Arm sowie eine Gewichtsbeschränkung von 17.5 Kg beim Hantieren mit 

Lasten. Eine vermindert Leistungsfähigkeit für eine ganztätige 

Erwerbstätigkeit wurde explizit verneint. Der EFL der Klinik Q._____ vom 

9. März 2015 lässt sich zusätzlich noch entnehmen, dass zwar 

insbesondere Überkopfarbeiten zu vermeiden seien, aber solche 

Betätigungen dennoch in einem gewissen Ausmass möglich seien. So 

wurde hinsichtlich des Wiedereinstieges in die Arbeit empfohlen, bloss 

vorerst auf Tätigkeiten über Schulterhöhe zu verzichten und das 

Hantieren mit Gewichten zu minimieren. Für die bezüglich der Belastung 

als leicht bis mittelschwer (10 - 15 Kg) klassifizierte Tätigkeit als 

Reinigungsmitarbeiterin mit Arbeitsaufgaben wie Böden reinigen, Treppen 

staubsaugen und nass aufnehmen, Möbel abstauben und die Reinigung 

von Sanitäranlagen, wurden beim Vergleich der Arbeitsanforderungen mit 

der Belastbarkeit für die verschiedenen Tätigkeiten die Anforderungen in 

den meisten Fällen als erfüllt oder zumindest teilweise erfüllt betrachtet. 

Ein Ausschluss bestimmter, für die Erwerbstätigkeit bei der 

angestammten Tätigkeit elementaren Bewegungsaktionen mit der 

dominanten (linken) oberen Extremität wurden entgegen der Darstellung 

der Beschwerdeführerin in den beweistauglichen medizinischen Berichten 

somit nicht festgestellt. So können sowohl Überkopfarbeiten und das 

Stossen und Ziehen von Lasten mit dem linken Arm in vermindertem 

Umfang sowie das Hantieren mit Lasten bis 17.5 Kg weiterhin in einem 

- 21 -

Vollzeitpensum in zumutbarer Weise ausgeübt werden. Auch Dr. med. 

I._____ kam in seiner Aktengutachten vom 7. Juli 2015 zum Schluss, 

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als Reinigungsangestellte 

zu 100 % arbeitsfähig sei. Im Bezug auf ein volles Pensum bei anderen 

Tätigkeiten sei eine leichte Beeinträchtigung beim Heben und Tragen von 

schweren Lasten sowie Überkopfarbeiten festzustellen. Ebenso von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit in ihrer bisherigen Tätigkeit ging auch Dr. med. 

O._____ in seiner Beurteilung vom 10. April 2015 aus.

d) Die aktenkundigen, beweiskräftigen medizinischen Unterlagen (vgl. 

vorstehend E.3b) gehen also davon aus, dass im Hinblick auf die 

angestammte Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin sowie auch für 

adaptierte Tätigkeiten welche die oben genannten Limitierungen 

berücksichtigen, keine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, 

insbesondere auch in der angestammten Tätigkeit, vorliegt. Die von der 

Beschwerdeführerin angeführten Einschränkungen gemäss RAD-Bericht 

vom 3. März 2015 sowie der EFL der Klinik Q._____ vom 9. März 2015 

führen nicht zu einer Verminderung der Arbeitsfähigkeit hinsichtlich des 

zumutbaren Pensums, sondern es ist gemäss diesen medizinischen 

Unterlagen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einem Vollzeitpensum 

auszugehen. Ebenso wenig besteht eine verminderte Leistungsfähigkeit 

hinsichtlich der Betätigung bei den ohne Einschränkungen ausführbaren 

Arbeiten. 

e) Bezüglich des von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 

leidensbedingten Abzuges von 10 % auf den LSE-Tabellenlohn ist 

folgendes festzuhalten. Allfällige zu einem festgelegten, in zeitlicher 

Hinsicht zumutbaren Arbeitspensum, hinzutretende Einschränkungen 

qualitativer oder quantitativer Art, grenzen primär das Spektrum 

erwerblicher Tätigkeiten ein. Dies ist von der beschwerdeführerischen 

Argumentation zu unterscheiden, wonach sie nur reelle Chance auf eine 

- 22 -

Anstellung habe, wenn sie Lohneinbussen in Kauf nehme und sich damit 

einen entsprechenden, 10%igen Abzug rechtfertige. Ein solcher Abzug 

könnte allenfalls gerechtfertigt werden, wenn kein ausreichend breites 

Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten mehr bestehen würde (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.3.1.1). 

Weil die Beschwerdeführerin aber selbst in der angestammten Tätigkeit 

als Reinigungsmitarbeiterin eigentlich alle geforderten Tätigkeiten 

vollständig oder zumindest teilweise ausführen kann, ist davon 

auszugehen, dass auch ein genügend breites Spektrum an zumutbaren 

Verweistätigkeiten des Kompetenzniveaus 1 bestünde. Im Übrigen würde 

die Frage, ob und in welchem Masse Tabellenlöhne bei einem 

Einkommensvergleich herabzusetzen sind, von den persönlichen und 

beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles abhängen (vgl. BGE 

129 V 472 E.4.2.3, 126 V 75 E.5b/bb). Ein solcher Abzug ist nicht 

automatisch vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_939/2011 

vom 13. Februar 2012 E.5.2.1). Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung rechtfertigt sich aber auch bei einer vollzeitlich 

arbeitsfähigen Versicherten mit lediglich reduzierter Leistungsfähigkeit 

kein Abzug vom Tabellenlohn (Urteile des Bundesgerichts 9C_582/2011 

vom 3. November 2011 E.3.1 und 9C_126/2011 vom 8. Juli 2011 E.5.2; 

MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28a 

Rz. 112). Dasselbe gilt auch, wenn die angestammte Tätigkeit der 

adaptierten Tätigkeit entspricht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_10/2011 vom 10. August 2011 E.7). Auch der Umstand dass die 

Beschwerdeführerin bis im Mai 2015 arbeitsunfähig war und bereits 54 

Jahre alt ist, womit eine neue Stelle zu finden schwierig sei, vermag 

keinen Abzug zu begründen. Der Einfluss des Alters auf die Chance eine 

Stelle zu finden, hat als invaliditätsfremder Faktor grundsätzlich 

unberücksichtigt zu bleiben (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 109; 

- 23 -

vgl. auch RUMO-JUNGO/ HOLZER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2012, Art. 18 S. 139). Zum anderen werden Hilfsarbeiten auf dem 

hypothetischen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt, 

womit sich im vorliegenden Fall auch unter diesem Gesichtspunkt kein 

Tabellenlohnabzug für das Alter aufdrängt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_328/2011 vom 7. Dezember 2011 E.10.2). In Anbetracht der 

vorstehenden Ausführungen, würde sich im vorliegen Fall auch bei der 

Vornahme eines Einkommensvergleiches unter Einbezug der LSE-

Tabellenlöhne für das Invalideneinkommen kein Abzug rechtfertigen. 

f) Infolge der fehlenden Einschränkung in der angestammten Tätigkeit und 

den fehlenden Voraussetzungen für einen Abzug vom, für einen allfälligen 

Einkommensvergleich heranzuziehenden, LSE-Tabellenlohn kann somit 

das Vorliegen einer 10%igen Einkommenseinbusse auch ohne die 

Vornahme eines detaillierten Einkommensvergleiches ausgeschlossen 

werden (vgl. BGE 115 V 133 E.2; Urteile des Bundesgerichts 

8C_651/2015 vom 14. Januar 2016 E.3.2, 8C_786/2013 vom 14. Januar 

2014 E.4.1 und 9C_155/2007 vom 10. Juli 2007 E.3.3f.). Dieses Ergebnis 

stimmt auch mit der am 28. August 2016 ergangen Verfügung der IV-

Stelle Graubünden überein, die im erwerblichen Bereich eine 

Einschränkung von 2 % festgehalten hat und einen Invaliditätsgrad von 

1 % nach der gemischten Methode bestimmt hat. Dementsprechend hat 

die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu 

Recht verneint und die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.

5. a) Weiter ist die Bemessung der Integritätsentschädigung strittig. Die 

Beschwerdeführerin beantragte die Zusprechung einer 

Integritätsentschädigung von 10 %. Unbestrittenermassen bestehe bei ihr 

eine schwere AC-Gelenksarthrose, welche einem Integritätsschaden von 

- 24 -

10 % entspreche. Die seitens der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

proportionale Kürzung aufgrund eines krankhaften Vorzustandes sei 

unzulässig. Eine allfällige Kürzung bei einer nur teilweise auf einen Unfall 

zurückzuführende Gesundheitsschädigung habe nicht proportional, 

sondern angemessen zu erfolgen, wobei im vorliegenden Fall der 

Verzicht auf eine Kürzung angemessen sei. Der Nachweis, dass ein Teil 

des Integritätsschadens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einen 

krankhaften Vorzustand zurückzuführen sei, obliege der 

Beschwerdegegnerin. Den Akten lasse sich nicht entnehmen, dass diese 

Arthrose bereits vor dem Unfallereignis bestanden habe. Die 

Schlussfolgerungen von Dr. med. I._____ bezüglich des krankhaften 

Vorzustanden seien nicht schlüssig und somit nicht beweistauglich. Aber 

selbst wenn man von einer vorbestehenden Arthrose ausginge, sei nicht 

nachvollziehbar wie eine stets posttraumatisch beschriebene Arthrose nur 

zu 50 % dem Unfall zuzuschreiben sei. Die Beschwerdegegnerin verwies 

im wesentliche auf die Argumentation im Einspracheentscheid. Weiter 

führte sie aus, dass Dr. med. I._____ kein Vertrauensarzt von ihr sei und 

dass die Beurteilungen vollumfänglich die Anforderungen der 

Rechtsprechung an den Beweiswert eines Gutachtens erfüllen würden. 

Demensprechend sei auch auf die Beurteilung von Dr. med. I._____ vom 

22. Januar 2016 abzustellen, welche einen unfallbedingten 

Integritätsschaden von 5 % festgehalten habe.

b) Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine 

angemessene Integritätsentschädigung, wenn er durch den Unfall eine 

dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form 

einer Kapitalleistung gewährt, wobei sie den am Unfalltag geltenden 

Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen darf 

(Art. 25 UVG). Im Übrigen ist sie entsprechend der Schwere des 

Integritätsschadens abzustufen (Art. 25 UVG). Mit der 

- 25 -

Integritätsentschädigung soll die immaterielle Unbill entschädigt werden, 

die eine Person durch eine dauernde erhebliche Schädigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erlitten hat, die auf 

einen Unfall zurückzuführen ist (Art. 24 Abs. 1 UVG; FREI, Die 

Integritätsentschädigung nach Art. 24 und 25 des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung, Diss., Freiburg 1998, S. 80). Ob im Einzelfall ein 

Gesundheitsschaden vorliegt, der vom Typus her eine 

Integritätsentschädigung zu begründen vermag, hat ein medizinischer 

Sachverständiger zu beurteilen. Der Verwaltung und dem im Streitfall 

angerufenen Gericht obliegt es dann, gestützt auf die ärztliche 

Befunderhebung zu beurteilen, ob eine gesundheitliche Beeinträchtigung 

die Erheblichkeitsschwelle erreicht und, sofern dies zu bejahen ist, 

welches Ausmass die als erheblich einzustufende Schädigung aufweist. 

Dass sie sich hierfür an die medizinischen Angaben zu halten haben, 

ändert nichts daran, dass die Beurteilung des Integritätsschadens als 

Grundlage des gesetzlichen Leistungsanspruchs letztlich Sache der 

zuständigen Behörden und nicht der medizinischen Fachperson ist. 

Gelangt eine zuständige Behörde im Rahmen der freien 

Beweiswürdigung indes zur Auffassung, es lägen keine schlüssigen 

medizinischen Angaben zum Vorliegen eines Integritätsschadens vor, 

führt dies regelmässig zu weiteren medizinischen 

Sachverhaltsabklärungen. Nur in Ausnahmefällen kann die zuständige 

Behörde die Integritätsentschädigung ohne weitere Abklärungen aufgrund 

der existierenden Unterlagen bemessen (vgl. SVR 2009 UV Nr. 27 S. 97; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_826/2012 vom 28. Mai 2013 E.2.4, U 

121/06 vom 23. April 2007 E.4.2). Bezüglich krankhafter Vorzustände, 

welche eine Kürzung der Integritätsentschädigung erlaubt, gilt gemäss 

Art. 36 Abs. 2 Satz 1 UVG, dass Invalidenrenten, 

Integritätsentschädigungen und die Hinterlassenenrente angemessen 

gekürzt werden, wenn die Gesundheitsschädigung oder der Tod nur 

teilweise die Folge eines Unfalls ist. Die in Satz 2 dieser Bestimmung 

- 26 -

stipulierte Einschränkung der Kürzungsmöglichkeit, indem 

Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall nicht berücksichtigt werden, 

sofern sie zu keiner Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt haben, 

gilt wegen der Bezugnahme auf die Erwerbsfähigkeit nur für 

Invalidenrenten, nicht aber für Integritätsentschädigungen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_896/2011 vom 23. April 2012 E.3.3).

c) Gemäss den unbestrittenen Angaben von Dr. med. I._____ in der 

Beurteilung vom 22. Januar 2016 ist aufgrund einer AC-Gelenksarthrose 

(schwer) von einer Berechtigung für eine Integritätsentschädigung von 

10 % gestützt auf die Tabellen der medizinischen Abteilung der SUVA 

auszugehen. Die Integritätsentschädigung sei aber aufgrund eines 

krankhaften Vorzustandes um 50 % zu kürzen. Dr. med. I._____ führte, 

gestützt auf die ihm zu Verfügung stehenden ärztlichen 

Sprechstundenbriefe, der eigenen Dokumentation und der bildgebenden 

Befunden weiter aus, dass die posttraumatische AC-Gelenksarthrose 

links als subklinischer Vorzustand anzunehmen sei, wobei es durch das 

Unfallereignis zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung gekommen 

sei und sich klinisch manifestiert habe. Die verzögerte Identifikation der 

richtungsgebenden Verschlimmerung der AC-Gelenksarthrose sie durch 

die Nähe der anatomischen Strukturen erklärbar. Für die Diagnosen 

Uncovertebral- und Spondylarthrose HWK 3/4 sowie die rechtsbetonte 

Uncovertebral und Spondylarthrose HWK 6/7 bestünde ein 

dokumentierter Vorzustand bezüglich der Veränderungen an der 

Halswirbelsäule, welcher eine Unfallkausalität ausschliesse. Der 

unfallbedingte Kausalanteil für die AC-Gelenksarthrose sei mit 50 % zu 

beziffern, womit ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung von 5 % 

bestehe. In seiner Beurteilung vom 7. Oktober 2015 hatte Dr. med. 

I._____ einen rein unfallbedingten Integritätsschaden verneint und 

ausgeführt, dass die AC-Gelenksarthrose degenerativer Natur sei. Bereits 

in der Aktenbeurteilung vom 16. September 2014 hielt Dr. med. I._____ 

- 27 -

eine AC-Gelenksarthrose als Vorzustand fest. Bezüglich der Frage, ob die 

durch den Unfall vom 9. April 2013 verursachte Verschlimmerung einer 

vorbestehenden Gesundheitsschädigung abgeheilt sei, führte er hingegen 

aus, dass ein Vorzustand der linken Schulter nicht dokumentiert sei und 

es im Rahmen des Unfalls zu einer strukturellen Läsion der Schulter 

gekommen sei, was zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung 

geführt habe. Dies bestätigte er in seiner Beurteilung vom 18. Februar 

2015.

d) Aufgrund der in den Akten liegenden medizinischen Unterlagen lässt sich 

nicht ausreichend verlässlich feststellen, ob vor dem Unfallereignis bereits 

eine AC-Gelenksarthrose subklinisch vorhanden war beziehungsweise 

ein zu 50 % verantwortlicher krankhafter Vorzustand eine entsprechende 

Reduktion der 10%igen Integritätsentschädigung für eine AC-Gelenks-

arthrose rechtfertigt. In den aktenkundigen medizinischen Unterlagen wird 

soweit ersichtlich von keiner anderen medizinischen Fachperson explizit 

ein subklinisch vorbestehender degenerativer Zustandes des AC-

Gelenkes festgestellt. Zudem stammen die aktenkundigen medizinischen 

Unterlagen vornehmlich aus der Zeit nach dem Unfall, welcher sich am 

9. April 2013 zugetragen hat. Auch die früheren physiotherapeutischen 

Behandlungen, welche vor dem relevanten Unfallereignis stattgefunden 

haben, lassen nicht in ausreichendem Masse den Schluss zu, dass von 

einer vorbestehenden AC-Gelenksarthrose auszugehen ist. Aus den 

Auskünften von Dr. med. M._____ vom April 2015 resp. 11. Mai 2015, 

wonach bei der Beschwerdeführerin im Zeitraum von Juni 2010 bis 

Oktober 2010 resp. März/April 2011 wegen Nackenschmerzen mit 

Ausstrahlungen in beide Schultern resp. wegen Schulterverspannungen 

eine physiotherapeutische Behandlungen angezeigt gewesen und auch 

eine einmalige subachromiale Infiltration erfolgt sei, lässt sich nicht ohne 

weiteres auf den subklinischen Vorzustand einer AC-Gelenksarthrose 

schliessen. Gemäss seinen Ausführungen heilten die Schulterschmerzen 

- 28 -

innerhalb einer Woche vielmehr vollständig ab, womit er zum Schluss 

kam, dass der Gesundheitsschaden an der linken Schulter 

ausschliesslich auf das Unfallereignis zurückzuführen sei. Auch in den 

Schreiben von Physiotherapie L._____ vom 26. März 2015 oder die 

Physiotherapie N._____ vom 20. April 2015 (Behandlungen im Zeitraum 

vom 6. Februar 2013 - 11. März 2013 bzw. 7. Juni 2011 - 16. August 

2011) wird auf keine Behandlung aufgrund einer AC-Gelenksarthrose 

Bezug genommen. Weiter nahm Dr. med. I._____ auch nicht speziell 

Bezug auf bestimmte bildgebende Befunde und es fehlte eine Erläuterung 

zu dem Umstand, dass die AC-Gelenksarthrose von Dr. med. E._____ als 

posttraumatisch beschrieben wurde. In Anbetracht der gesamten 

Aktenlage sind somit die entsprechenden Äusserungen von Dr. med. 

I._____ diesbezüglich nicht ausreichend schlüssig und nachvollziehbar. 

Hinsichtlich eines krankhaften Vorzustandes aufgrund einer AC-

Gelenksarthrose erscheinen somit ergänzende Abklärungen notwendig. 

Denn nur so kann beurteilt werden, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht 

eine Kürzung der 10%igen Integritätsentschädigung vorgenommen hat.

e) Es ist somit festzuhalten, dass für die Beurteilung der vorliegenden 

Streitsache bezüglich Integritätsentschädigung ergänzende Abklärungen 

hinsichtlich des krankhaften Vorzustandes einer AC-Gelenksarthrose 

notwendig sind. Für den Sachbereich der Invalidenversicherung hat das 

Bundesgericht erwogen, dass bei festgestellter Abklärungsbedürftigkeit  

das kantonale Versicherungsgericht aufgrund der Kompetenz zur vollen 

Tatsachenüberprüfung gemäss Art. 61 lit. c ATSG nötigenfalls seine 

Kompetenz durch die Einholung gerichtlicher Expertisen auszuschöpfen 

habe und die Sache nicht ohne Not an die Verwaltung zu weiteren 

Abklärungen zurückweisen dürfe (BGE 137 V 210 E.4.4.1.1). Es stellte 

aber auch klar, dass nicht in jedem Fall aufgrund eines gerichtlichen 

Gutachtens zu urteilen sei. Eine Rückweisung bleibe möglich, wenn sie 

alleine in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten 

- 29 -

Frage begründet sei oder wenn eine Klarstellung oder Ergänzung von 

gutachterlichen Ausführungen erforderlich sei (vgl. BGE 137 V 210 

E.4.4.1.4 und Urteil des Bundesgerichts 8C_71/2013 vom 27. Juni 2013 

betreffend ein UVG-Verfahren). In der vorliegenden Angelegenheit 

drängen sich also Ergänzungen bezüglich der Feststellungen von 

Dr. med. I._____ auf, wonach als krankhafter Vorzustand eine AC-

Gelenksarthrose vorgelegen habe. Insofern erweist sich bezüglich der 

Frage der Integritätsentschädigung eine Rückweisung an die 

Beschwerdegegnerin als zulässig und dem Antrag der 

Beschwerdeführerin zur Einholung eines medizinischen Gutachtens 

bezüglich des Vorzustandes einer AC-Gelenksarthrose ist nicht 

stattzugeben.

6. a) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Rüge betreffend der 

Nichtzusprache einer Invalidenrente unberechtigt ist und die Beschwerde 

diesbezüglich abzuweisen ist. Hinsichtlich der Festsetzung der 

Integritätsentschädigung ist die vorliegende Sache an die 

Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid 

zurückzuweisen.

b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen, abgesehen von hier nicht vorliegenden 

Ausnahmen, kostenlos. Gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG hat die teilweise 

obsiegende Beschwerdeführerin jedoch Anspruch auf eine angemessene 

Parteientschädigung, welche vom Versicherungsgericht festgesetzt wird. 

Mit ihrer Honorarnote vom hat die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren einen Aufwand von 

Fr. 3'871.15 bestehend aus einem Honorar nach Zeitaufwand von 

14.5 Stunden à Fr. 240.-- (Fr. 3'480.--) zzgl. Spesenpauschale von 3 % in 

der Höhe von Fr. 104.40 und 8 % MWST, geltend gemacht. In Anbetracht 

des Verfahrensausganges hat die Beschwerdegegnerin der 

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Beschwerdeführerin die Hälfte der als angemessen zu betrachtenden, 

geltend gemachten Aufwendungen zu ersetzen. Demensprechend hat die 

Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit Fr. 1'935.60 

aussergerichtliche zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der angefochtene 

Entscheid wird betreffend Integritätsentschädigung aufgehoben und die 

Sache zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid an die B._____ AG 

zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die B._____ AG hat A._____ mit Fr. 1'935.60 (inkl. MWST) 

aussergerichtlich zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]