# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 670252e4-97d4-5c27-a8a4-4c7078fc3119
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.03.2022 SB210285
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210285_2022-03-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210285-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Stiefel, Präsident, die Ersatzoberrichterinnen 

lic. iur. Jeker und lic. iur. Laufer sowie Gerichtsschreiber MLaw Huter 

 

Urteil vom 4. März 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend gewerbsmässiger Betrug 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Ein-
zelgericht, vom 29. März 2021 (GG200271) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 27. Oktober 

2020 (Urk. 15) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von 

Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 146 Abs. 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Monaten Freiheitsstrafe. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 

Jahre festgesetzt. 

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz von 

Fr. 44'000.- zuzüglich 5 % Zins ab 6. Dezember 2018 sowie Schadenersatz 

von Fr. 1'963.45 zu bezahlen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 2'000.- zuzüglich 

5 % Zins ab 6. Dezember 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

6. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 2'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'000.–   Gebühr für das Vorverfahren 
Fr. 160.–   Auslagen (Entschädigung Zeuge) 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das gesamte Ver-

fahren eine Parteientschädigung von Fr. 14'914.15 (inkl. MWSt) zu bezah-

len. 

- 3 - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 57 S. 2) 

1. Es sei der Beschuldigte umfassend freizusprechen. 

2. Es seien die Zivilansprüche der Privatklägerin abzuweisen, eventualiter 

auf den Zivilweg zu verweisen. 

3. Es seien die Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu nehmen. 

4. Es sei dem Beschuldigten eine angemessene Entschädigung für seine 

Kosten der bisherigen Rechtsbeistände auszurichten. 

5. Es sei dem Beschuldigten für die Verteidigung durch Sprechenden eine 

Entschädigung in Höhe von Fr. 12'564.35 plus die heutige Tagfahrt 

auszurichten. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:  

(Urk. 49, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

__________________________________ 
 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 29. März 

2021 wurde der Beschuldigte im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteils-

dispositivs schuldig gesprochen und bestraft (Urk. 42 S. 53). Gegen das mündlich 

eröffnete Urteil liess der Beschuldigte gleichentags Berufung anmelden (Urk. 38). 

- 4 - 

Das begründete Urteil wurde der vormaligen Verteidigung am 18. Mai 2021 zuge-

stellt (Urk. 41/2). Mit Eingabe vom 20. Mai 2021 reichte diese innert der zwanzig-

tägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO die Berufungserklärung ein (Urk. 43). An-

schlussberufungen wurden keine erhoben (Urk. 49). Mit Eingabe vom 

20. September 2021 liess der Beschuldigte mitteilen, dass er eine neue Verteidi-

gung bevollmächtigt habe (Urk. 53 f.). Am 20. Oktober 2021 wurde zur Beru-

fungsverhandlung auf den 4. März 2022 vorgeladen (Urk. 55). Anlässlich dersel-

ben liess der Beschuldigte die eingangs aufgeführten Anträge stellen (Prot. II S. 

3). 

2. Umfang der Berufung 

Der Beschuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich an (Urk. 43 und 

57). Damit bildet das ganze vorinstanzliche Urteil Berufungsgegenstand und ist 

mithin in keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen. 

II. Sachverhalt 

1. Ausgangslage 

1.1. Die Vorinstanz hat die Anklagevorwürfe ausführlich und korrekt wiederge-

geben, worauf verwiesen werden kann (Urk. 42 S. 6 ff.). Dem Beschuldigten wird 

kurz zusammengefasst vorgeworfen, von der Privatklägerin von Mitte Juli bis En-

de November 2018 mehrfach Bargeldbeträge als kurzfristige Darlehen erhältlich 

gemacht zu haben. Im Zeitpunkt der einzelnen Geldübergaben habe sich der Be-

schuldigte in einer desolaten finanziellen Situation (kein Erwerbseinkommen und 

kein Vermögen) befunden. Er sei zahlungsunfähig gewesen und habe die Privat-

klägerin über seinen fehlenden Rückzahlungswillen getäuscht, was für sie nicht 

bzw. nur schwer überprüfbar gewesen sei. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, 

bedeutende zeitliche und persönliche Ressourcen aufgewendet zu haben, um 

über Jahre hinweg ein Vertrauensverhältnis zur Privatklägerin aufzubauen, ihr 

seine Liebe vorzuspielen und mit viel Aufwand den Schein zu pflegen, er sei ein 

international tätiger vermögender Geschäftsmann. Die Privatklägerin habe wegen 

der vermeintlich festen Beziehung mit dem Beschuldigten und seinen vermeintlich 

- 5 - 

guten finanziellen Verhältnissen darauf vertraut, dass er ihr das Geld innert kurzer 

Zeit wieder zurückzahlen werde, was er ihr auch immer wieder versprochen habe. 

Durch die Täuschung der Privatklägerin habe der Beschuldigte innert rund vier 

Monaten Fr. 44'000.– erlangt, womit er sich seinen Lebensunterhalt finanziert ha-

be (Urk. 15 S. 2 ff.). 

1.2. Der Beschuldigte bestreitet die Anklagevorwürfe. Er stellt in Abrede, von 

der Privatklägerin jemals Geld erhalten zu haben. Vom Beschuldigten wird weiter 

bestritten, mit der Privatklägerin eine Liebesbeziehung geführt bzw. ihr eine sol-

che vorgespielt zu haben. Es treffe auch nicht zu, dass er seine finanziellen Ver-

hältnisse ihr gegenüber falsch dargestellt habe (Urk. 2/1-3; Prot. I S. 7 ff.; Prot. II 

S. 10 ff.).  

1.3. Als Beweismittel zur Erstellung des Anklagesachverhalts können neben 

den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 2/1-3; Prot. I S. 7 ff.; Prot. II S. 5 ff.) und 

der Privatklägerin (Urk. 3/1; Urk. 3/3) die Aussagen der als Zeugen befragten 

Personen, B._____ (Urk. 4/1), C._____ (Urk. 4/2) sowie D._____ (Urk. 4/3), her-

angezogen werden. Die Vorinstanz stützte sich bei der Sachverhaltserstellung 

zudem auf Bankauszüge des Beschuldigten und der Privatklägerin (Urk. 3/2/2; 

Urk. 6/3; Urk. 33/1-2) sowie auf die von der Privatklägerin eingereichte Kommuni-

kation mit dem Beschuldigten (Urk. 3/2/6-10). In Bezug auf die weiteren Beweis-

mittel kann auf die Aufstellung der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 42 S. 10 f.). 

1.4. Die Anforderungen an einen rechtsgenügenden Schuldbeweis und die all-

gemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung wurden von der Vorinstanz bereits 

dargelegt (Urk. 42 S. 11 ff.). Auf die entsprechenden Erwägungen kann verwiesen 

werden. Der Vorinstanz ist darin zu folgen, dass der Beschuldigte als direkt vom 

Verfahren Betroffener ein Interesse daran haben dürfte, die Geschehnisse in ei-

nem für ihn günstigen Licht darzustellen (Urk. 42 S. 25). Dies gilt auch für die Pri-

vatklägerin, zumal sie Zivilansprüche gestellt hat (Urk. 5/2; Urk. 26 S. 19). Sie be-

teiligte sich aktiv am Gang des Strafverfahrens und legte den Strafbehörden wei-

tere Ermittlungshandlungen nahe (Urk. 3/2/1; Urk. 3/6). In einem an die Polizei 

gerichteten E-Mail vom 26. Juli 2019 stellte sie Mutmassungen über die angebli-

che Verwendung des Geldes und weitere strafbare Handlungen des Beschuldig-

- 6 - 

ten an. Die Privatklägerin führte darin unter anderem aus, das Verhalten des Be-

schuldigten widerspreche dermassen der Humanität, dass sie sich frage, ob es 

sogar einen islamistischen Hintergrund haben könne (Urk. 3/2/1). Umgekehrt 

brachte auch der Beschuldigte schwere Anschuldigungen gegen die Privatkläge-

rin vor (vgl. dazu Ziff. II.6.6.). Das offensichtlich zerrüttete Verhältnis zwischen 

dem Beschuldigten und der Privatklägerin ist bei der Würdigung ihrer Aussagen 

nicht ausser Acht zu lassen. Der Glaubwürdigkeit der befragten Personen ist im 

Rahmen der Beweiswürdigung aber eine nur untergeordnete Rolle zuzumessen, 

entscheidender ist die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Dies gilt auch für die im 

Vorverfahren befragten Zeugen, bei welchen es sich nicht um unabhängige Dritt-

personen, sondern um Personen aus dem Freundes- bzw. Verwandtenkreis der 

Privatklägerin und des Beschuldigten handelt. B._____ ist seit rund 30 Jahren mit 

der Privatklägerin befreundet, D._____ seit über 20 Jahren mit dem Beschuldig-

ten (Urk. 4/1 S. 2; Urk. 4/3 S. 2). Bei C._____ handelt es sich um den Vater der 

Privatklägerin (Urk. 4/2 S. 2).  

2. Aussagen der Privatklägerin 

2.1. Die Aussagen der Privatklägerin wurden von der Vorinstanz zutreffend 

wiedergegeben (Urk. 42 S. 17 ff.). Darauf kann verwiesen werden. Mit der Vo-

rinstanz besteht kein Anlass, an ihrer Darstellung zu zweifeln. Die Privatklägerin 

hat sich in ihren Einvernahmen frei und ausführlich zum anklagerelevanten Sach-

verhalt geäussert. Ihre Aussagen zur Beziehung mit dem Beschuldigten, seinen 

Angaben zu seinen persönlichen und finanziellen Verhältnissen sowie den einzel-

nen Geldübergaben fielen konstant und widerspruchsfrei aus. Die Schilderungen 

der Privatklägerin wirken dabei nie konstruiert oder auswendiggelernt. Die einzel-

nen Ereignisse, wie die Diskussionen mit dem Beschuldigten im Zusammenhang 

mit der Übergabe des Bargeldbetrags von Fr. 20'000.– Ende Oktober 2018 oder 

der Streit im Restaurant E._____ im Mai 2019 finden sich in allen ihren Schilde-

rungen, ohne dass deren Ablauf stets auf gleiche Art und Weise geschildert wird. 

Dies gilt auch für ihre Aussagen zum Treffen vom 15. Juli 2018, an dem es zur 

ersten Bargeldübergabe gekommen sein soll. Die Privatklägerin gab in der ersten 

Einvernahme an, der Beschuldigte habe auf dem Heimweg von F._____ ein Hotel 

- 7 - 

ansehen wollen, und sei überrascht gewesen, dass sich dort eine Baustelle be-

funden habe. Er habe gesagt, dass das Hotel von seinem Geschäftspartner ohne 

sein Wissen verkauft und er um seine Provision gebracht worden sei. Er habe in 

diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass er noch einen Picasso aus ei-

nem Geschäft als Druckmittel habe (Urk. 3/1 S. 2). Anlässlich ihrer Einvernahme 

bei der Staatsanwaltschaft wurde die Privatklägerin eingangs gefragt, was der 

Beschuldigte bei den ersten Treffen über sich erzählt habe. In dem daraufhin er-

folgenden Bericht kommt dieser Vorfall ebenfalls zur Sprache (Urk. 3/3 S. 4). Ein-

zelne von ihr geschilderte Vorgänge finden sich auch in den Aussagen des Be-

schuldigten. So gab die Privatklägerin mehrfach an, der Beschuldigte habe ihr 

einmal ein Foto von sich mit Nicolas Sarkozy und Franz Beckenbauer gezeigt 

(Urk. 3/1 S. 3; Urk. 3/3 S. 4). Der Beschuldigte nahm in der Einvernahme vom 

17. August 2020 auf dieses Foto Bezug und bestätigte, dieses der Privatklägerin 

gezeigt zu haben. Darauf sei er mit Beckenbauer und Platini (nicht Sarkozy) zu 

sehen. Er habe diese im Baur au Lac gesehen und gefragt, ob er ein Foto ma-

chen dürfe (Urk. 2/2 S. 5 f.).  

2.2. Der Vorinstanz ist darin zu folgen, dass die Aussagen der Privatklägerin 

anschaulich, detailliert und nachvollziehbar ausfielen (Urk. 42 S. 35). Strukturbrü-

che sind keine erkennbar. Die Privatklägerin schilderte auch innere Vorgänge wie 

Gedanken und Gefühle. Ihre Darstellung wirkt dadurch authentisch und selbst er-

lebt. Anlässlich ihrer Befragung bei der Staatsanwaltschaft gab die Privatklägerin 

etwa an, als der Beschuldigte sie erstmals um Geld gebeten habe, habe ihr das 

irgendwie nicht so gepasst. Sie habe aber gedacht, wenn sie übers Heiraten re-

den und sie ihm sein Leben anvertraue, müsse sie ihm auch Geld anvertrauen 

können. Sie habe sich überreden lassen. Es habe so gewirkt, als sei er wirklich in 

Not, und sie habe ihm helfen wollen (Urk. 3/3 S. 11). Die Aussagen der Privatklä-

gerin zu den vom Beschuldigten vorgebrachten persönlichen und finanziellen Le-

bensumständen sind detailreich und wirken stets authentisch (vgl. dazu Urk. 3/1 

S. 1 ff.; Urk. 3/3 S. 4, 8 und 15 f.). Dass sie tatsächlich davon ausging, dass er 

über einen Doktortitel verfügt und dies entgegen dessen Vorbringen vor Vorin-

stanz (Urk. 32 S. 16) nicht nur nachträglich behauptet, zeigt im Übrigen auch ein 

für ihn verfasstes E-Mail vom 16. August 2016, in dem sie für den Beschuldigten 

- 8 - 

mit "Dr. A._____" unterzeichnet (Urk. 3/2/10). Die Privatklägerin legte nachvoll-

ziehbar dar, weshalb sie darauf vertraute, dass der Beschuldigte ihr das geliehe-

ne Geld zurückzahlen werde. Dabei schilderte sie auch Gespräche mit dem Be-

schuldigten. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme führte sie aus, er habe 

ihr Mitte April 2019 ein SMS von einer indischen Nummer gezeigt, um sie zu be-

ruhigen. Darin sei es um eine Provision für ein von ihr vermitteltes Geschäft ge-

gangen. Der Beschuldigte habe behauptet, dass er eine sehr hohe Provision er-

halten werde. Sie sei daraufhin erleichtert gewesen (Urk. 3/3 S. 5). Die angebliche 

Provision aus Indien wird auch in einem SMS der Privatklägerin vom 11. Juni 

2019 erwähnt (Urk. 3/2/6). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

gab die Privatklägerin weiter an, der Beschuldigte habe ihr im Novem-

ber/Dezember 2018 erzählt, dass es in einem Restaurant in Genf zu einem Streit 

gekommen sei, wodurch ein Geschäft geplatzt sei, an dem er ein halbes Jahr ge-

arbeitet habe (Urk. 3/3 S. 5). Dieser Vorfall findet sich auch in ihrer ersten Einver-

nahme, als die Privatklägerin ausführte, der Beschuldigte habe ihr im Winter 

2018/2019 erzählt, dass ihm in Genf ein Geschäft geplatzt sei, an dem er sechs 

Monate gearbeitet habe (Urk. 3/1 S. 3). In den Einvernahmen der Privatklägerin 

kommt ihre Enttäuschung über das Verhalten des Beschuldigten wiederholt zum 

Ausdruck, was darauf hindeutet, dass sie tatsächlich davon ausging, eine echte 

Beziehung mit ihm zu führen. Zu verweisen ist etwa auf ihre Aussagen, wonach 

sie Ende Mai 2019 wegen Verdachts auf Brustkrebs zu einer Probeentnahme ha-

be gehen müssen. Der Beschuldigte habe zwar Mitgefühl gezeigt, ihr aber nicht 

angeboten, sie zu begleiten. Er habe sich auch nicht nach dem Befund der Unter-

suchung erkundigt. Genau in dieser Woche habe er seine Anwältin beauftragt, ihr 

einen Brief zukommen zu lassen, in dem er den Erhalt des Geldes abgestritten 

habe. Sie sei für Tage komplett schockiert gewesen, dass sie sich so in ihm ge-

täuscht habe und von ihm so getäuscht worden sei (Urk. 3/1 S. 5; Urk. 3/3 S. 18). 

Die bereits erwähnte Äusserung der Privatklägerin im Nachgang zur Strafanzeige, 

wonach das Verhalten des Beschuldigten derart der Humanität widerspreche, 

dass sie sich frage, ob es sogar einen islamistischen Hintergrund haben könnte 

(Urk. 3/2/1), ist wohl dieser Enttäuschung der Privatklägerin zuzuschreiben. Wei-

tere solche übertreibende oder vorurteilhafte Aussagen finden sich allerdings 

- 9 - 

nicht in den Einvernahmen der Privatklägerin, weshalb die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen dadurch nicht geschmälert wird. 

2.3. Die von der Privatklägerin geschilderten Ereignisse sind stets räumlich und 

zeitlich verknüpft. Sie gab nicht nur konkret an, wann und an welchen Orten die 

Bargeldübergaben stattfanden. Sie beschrieb auch Gespräche mit dem Beschul-

digten und Ereignisse, die im Zusammenhang mit den Geldübergaben oder bei 

der Rückforderung der Geldbeträge stattfanden. Die Privatklägerin gab etwa an, 

er habe nach dem Treffen im Restaurant E._____ im Mai 2019 geschworen, ihr 

das Geld bis zum tt. Juni 2019 zurückzugeben, einen Tag nach ihrem Geburtstag 

(Urk. 3/2 S. 17; vgl. auch Urk. 3/1 S. 5). Er habe ihr gesagt, dass er nach dem 

"Bayram-Fest" zurück in die Schweiz fliegen und das Geld mitbringen werde 

(Urk. 3/3 S. 17). Ein "Bayram-Fest" wird auch in einem SMS der Privatklägerin 

vom 4. Juni 2019 erwähnt. Darin erkundigt sich die Privatklägerin beim Beschul-

digten, ob er zu Hause in Libanon sei und wünscht ihm und seiner Familie ein fro-

hes Fest (Urk. 3/2/6). Wie sich aus weiteren Aussagen der Privatklägerin ergibt, 

machte der Beschuldigte geltend, dass sich sein Geld im Libanon befinde. Damit 

erklärt sich, weshalb die Privatklägerin davon ausging, er könne nach seinem 

Aufenthalt im Libanon über Geld verfügen. Die von der Privatklägerin geschilder-

ten Handlungsabläufe beinhalten auch Komplikationen, was ebenfalls für den Er-

lebnisbezug ihrer Aussagen spricht. So gab sie anlässlich der polizeilichen Ein-

vernahme an, dass sich der Beschuldigte Ende Oktober 2018 Fr. 25'000.– habe 

ausleihen wollen. Sie habe bei der Sihlpost Fr. 22'000.– abgehoben und verlangt, 

dass er einen Schuldschein unterschreibe. Als sie darauf bestanden habe, habe 

der Beschuldigte gesagt, dass er das Geld nicht mehr haben wolle, worauf sie 

wütend geworden und das Geld wieder auf ihr Konto einbezahlt habe. In der Fol-

ge habe sie die Spannung zwischen ihnen nicht ausgehalten und ihm am Folge-

tag Fr. 20‘000.– und einen Tag später nochmals Fr. 5'000.– übergeben (Urk. 3/1 

S. 3 f.). Entsprechende Aussagen machte sie auch anlässlich ihrer staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme (Urk. 3/3 S. 15 f.). 

2.4. Insgesamt sind die Aussagen der Privatklägerin als glaubhaft einzustufen, 

zumal sie mit der bei den Akten liegenden Kommunikation zwischen ihr und dem 

- 10 - 

Beschuldigten sowie den vorliegenden Bankauszügen ein stimmiges Gesamtbild 

ergeben (vgl. dazu Ziff. II.4. und 5.).  

3. Zeugenaussagen 

3.1. Im Vorverfahren wurde B._____, langjährige Freundin der Privatklägerin, 

als Zeugin einvernommen (Urk. 4/1). Gemäss den Aussagen von B._____ habe 

die Privatklägerin ihr erzählt, dass der Beschuldigte angegeben habe, er sei Ge-

schäftsmann und Makler für Luxusimmobilien und reise oft zwischen der arabi-

schen Welt und der Schweiz hin und her. Er habe den Eindruck vermittelt, als ha-

be er Vermögen. Die Privatklägerin habe ihr zudem öfters erzählt, dass der Be-

schuldigte ihr Heiratsanträge gemacht habe. Sie habe gemeint, dass er sie liebe 

(Urk. 4/1 S. 4; vgl. auch Urk. 3/4/1). B._____ hat den Beschuldigten nie persönlich 

kennengelernt (Urk. 4/1 S. 3), weshalb sie in Bezug auf diesen und dessen Be-

ziehung zur Privatklägerin nur wiedergeben konnte, was ihr diese berichtet hatte. 

Zur Klärung der massgeblichen Frage, ob die Schilderungen der Privatklägerin 

zutreffen oder nicht, tragen ihre Aussagen deshalb nichts bei. Immerhin kann sie 

bezeugen, dass die Privatklägerin ihr bereits mehrere Jahre vor Anzeigeerstat-

tung in Gesprächen vom Beschuldigten erzählte und angab, dass dieser ein ver-

mögender Geschäftsmann und in sie verliebt sei. In Bezug auf die Geldübergaben 

beruhen die Angaben von B._____ ebenfalls nur auf Schilderungen der Privatklä-

gerin. Ihre diesbezüglichen Aussagen sind für die Sachverhaltserstellung deshalb 

nicht weiter von Relevanz, zumal die Privatklägerin ihr erst im Frühjahr 2019 da-

von berichtete, dass sie dem Beschuldigten Geld geliehen habe (Urk. 4/1 S. 4). 

C._____, Vater der Privatklägerin, hat den Beschuldigten persönlich kennenge-

lernt. Gemäss seinen Aussagen anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 

17. August 2020 kam es zu zwei persönlichen Treffen mit dem Beschuldigten 

(Urk. 4/2 S. 3). Anders als B._____ kann der Zeuge C._____ daher aus eigener 

Wahrnehmung Angaben zum Beschuldigten und dessen Verhältnis zur Privatklä-

gerin machen. Seine Aussagen stützen die Darstellung der Privatklägerin. 

C._____ gab in Bezug auf das erste Treffen im März 2016 an, es sei sehr ange-

nehm verlaufen. Der Beschuldigte habe zahlreiche Komplimente gemacht, vor al-

lem seiner Tochter. Der Beschuldigte habe einige Getränke spendiert und die 

- 11 - 

Rechnung übernommen (Urk. 4/2 S. 3). Beim zweiten Treffen im November 2018 

habe der Beschuldigte zu einem Abendessen eingeladen. Er habe den Eindruck 

gehabt, dass sich dieser als seriöser und erfolgreicher Geschäftsmann gezeigt 

habe. Es sei sehr viel um Geschäfte gegangen. Der Beschuldigte sei gewandt 

und sehr liebenswürdig bzw. liebevoll gewesen (Urk. 4/2 S. 4 ff.). Davon dass die 

Privatklägerin diesem Geld ausgeliehen habe, erfuhr C._____ gemäss seinen 

Aussagen erst im Nachhinein (Urk. 4/2 S. 5 ff.). Die Aussage des Zeugen 

C._____, wonach er von der Privatklägerin zum zweiten Treffen mit den Worten 

überredet worden sei, dass der Beschuldigte möglicherweise sein künftiger 

Schwiegersohn werde (Urk. 4/2 S. 6), spricht zudem für die Darstellung der Pri-

vatklägerin, dass sie sich in einer ernsthaften Liebesbeziehung wähnte. 

3.2. Im Vorverfahren wurde sodann D._____, ein langjähriger Bekannter des 

Beschuldigten (Urk. 4/3 S. 2), als Zeuge einvernommen. Dessen Aussagen stim-

men mit der Darstellung des Beschuldigten überein. Daraus lässt sich indes 

nichts ableiten, nachdem die Angaben von D._____ weitgehend auf den Schilde-

rungen des Beschuldigten beruhen. Auf die Frage, was er über dieses Strafver-

fahren wisse, gab D._____ anlässlich seiner Einvernahme vom 2. September 

2020 zu Protokoll, dass er das meiste durch den Beschuldigten selbst gehört ha-

be. Einen kleinen Teil habe er selber miterlebt (Urk. 4/3 S. 3). Angesichts der 

Aussagen des Zeugen entsteht der Eindruck, als sei die Privatklägerin in Gesprä-

chen mit dem Beschuldigten wiederholt Thema gewesen (vgl. Urk. 4/3 S. 3 ff. und 

8). Dies erstaunt vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte geltend macht, mit 

der Privatklägerin keine (nähere) Beziehung geführt zu haben. Während der Zeu-

ge D._____ über die Beziehung des Beschuldigten zur Privatklägerin offenbar klar 

im Bild war, scheint er über dessen persönliche und finanzielle Verhältnisse nicht 

näher Bescheid gewusst zu haben. So ging D._____ im Zeitpunkt seiner Einver-

nahme davon aus, dass der Beschuldigte nach wie vor geschäftstätig sei und sein 

Leben durch Autohandel finanziere (Urk. 4/3 S. 3 und 5). Auf Vorhalt, dass der 

Beschuldigte angegeben habe, seit vielen Jahren nicht mehr zu arbeiten, gab er 

an, man müsse nicht immer im Geschäft sein, wenn man organisiert sei (Urk. 4/3 

S. 5 f.). Auf den weiteren Hinweis, dass der Beschuldigte seit 2014 kein Geschäft 

mehr habe, führte er aus, er nehme an, er habe "es" von seiner Familie (Urk. 4/3 

- 12 - 

S. 6). D._____ war sich nicht sicher, ob der Beschuldigte im Libanon wohnt 

(Urk. 4/3 S. 6). Er ging zudem davon aus, dass der Beschuldigte einen Sohn hat 

(Urk. 4/3 S. 6), was nicht zutrifft (Urk. 2/3 S. 11). Seine Aussagen über den Be-

schuldigten und dessen Lebensumstände müssen auch vor diesem Hintergrund 

relativiert werden. Was schliesslich die Schilderung eines Vorfalls vom 

10. Februar 2020 betrifft (Urk. 4/3 S. 3 f.), ist eine auffällige Übereinstimmung mit 

den entsprechenden Angaben des Beschuldigten festzustellen. Im Ergebnis ver-

mögen die Aussagen von D._____ mit der Vorinstanz nicht zu überzeugen. 

4. Kommunikation 

4.1. Bei den Akten befinden sich Ausdrucke der elektronischen Kommunikation 

zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin (Urk. 3/2/6-10). Der Vorin-

stanz ist darin zu folgen, dass die Darstellung der Privatklägerin dadurch gestützt 

wird (Urk. 42 S. 35). Dies gilt zunächst für ihre Angaben zur Beziehung mit dem 

Beschuldigten. Aus der bei den Akten liegenden Kommunikation ergibt sich, dass 

die Privatklägerin und der Beschuldigte bereits vor Sommer 2018 in Kontakt wa-

ren, wobei liebevolle Nachrichten ausgetauscht wurden. Zu verweisen ist etwa auf 

die E-Mails von Mai 2015 und Februar 2016 (Urk. 3/2/10). Der Beschuldigte 

schreibt darin, dass er die Privatklägerin (sehr) vermisse und beendet seine E-

 Mails mit "Kisses" oder "Only yours". Am 14. Februar 2016 schickt er der Privat-

klägerin ein Foto mit vier roten Rosen und schreibt dazu: "You are always in my 

heart" und "I love you". Der Beschuldigte und die Privatklägerin tauschten sich 

auch per WhatsApp und SMS bzw. iMessage aus. Die Verteidigung bringt vor, 

danach sei es von Mitte 2016 bis Anfangs Juli 2018 zu einem Kontaktabbruch ge-

kommen (Urk. 57 Rz. 57). Aus der Kommunikation geht aber hervor, dass der Be-

schuldigte und die Privatklägerin ab Oktober 2017 wieder regelmässig per SMS 

und WhatsApp in Kontakt standen (Urk. 3/2/6 und 3/2/8). Der Beschuldigte be-

zeichnet die Privatklägerin in den Nachrichten als Engel und schreibt mehrfach, 

dass er sie vermisse. Er schickt auch Emojis mit Rosen oder Herzen (Urk. 3/2/8). 

Ab Juli 2018 intensiviert sich die Kommunikation. In den folgenden Monaten wer-

den regelmässig Nachrichten ausgetauscht, wobei Treffen vereinbart werden und 

auch Privates, wie etwa gesundheitliche Probleme, zur Sprache kommt (vgl. Mit-

- 13 - 

teilung vom 04.09.2018 [Urk. 3/2/6]). Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat 

(Urk. 42 S. 27) und auch die Verteidigung vorbringt (vgl. Urk. 57 Rz. 35, 37 und 

43), entsteht der Eindruck, dass die Initiative häufiger von der Privatklägerin als 

vom Beschuldigten ausgeht. Die Privatklägerin zeigt sich in einzelnen Nachrichten 

auch irritiert darüber, dass sich der Beschuldigte nicht meldet oder auf Nachrich-

ten nicht reagiert (22.08.2018 [Urk. 3/2/6]; 16.11.2018 [Urk. 3/2/7]; 25.07.2018; 

02.08.2018; 19.09.2018 [Urk. 3/2/9]). Insgesamt wirkt es so, als wäre der Privat-

klägerin mehr an der Beziehung mit dem Beschuldigten gelegen bzw. als würde 

sie sich zumindest mehr dafür einsetzen. Entgegen der Verteidigung (Urk. 57 

Rz. 40) kann angesichts der Nachrichten des Beschuldigten allein aus diesem 

Umstand jedoch nicht abgeleitet werden, dass die Beziehung einseitig von ihr 

ausging oder sie sich eine solche gar nur eingebildet hätte. Der Beschuldigte er-

klärte sich, wenn er nicht erreichbar war oder nicht gleich antwortete (vgl. die Mit-

teilungen vom 22.08.18 [Urk. 3/2/6]; 25.07.2018; 02.08.2018; 20.09.2018 

[Urk. 3/2/9]), und schrieb der Privatklägerin liebevolle Nachrichten, wobei er Emo-

jis mit Rosen oder Herzen verwendete (vgl. dazu auch die Vorinstanz, Urk. 42 

S. 22 und 27). Er spricht die Privatklägerin wiederholt mit "Liebling", "meine Süs-

se" oder auch "Baby" bzw. "Bébé" an und erwähnt mehrfach, dass er sie (sehr) 

vermisst (vgl. Nachrichten vom 08.09.2018; 10.09.18; 12.09.2018; 21.10.2018; 

23.10.2018 [Urk. 3/2/6]; 12.11.2018; 02.12.2018; 07.12.2018; 08.12.2018 

[Urk. 3/2/7]). Er sucht den Kontakt zur Privatklägerin und schlägt ebenfalls Treffen 

vor (vgl. Nachrichten vom 02.09.2018; 05.09.2018 [Urk. 3/2/6]). Mitte Mai 2019 

bricht die Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin ab. 

Nachdem die Privatklägerin bereits in früheren Nachrichten wiederholt um die 

Rückzahlung von Geld gebeten hat, wird ihr Ton drängender und auch aggressi-

ver. Am 16. und 17. Mai 2019 spricht die Privatklägerin erstmals von möglichem 

Schwindel und Betrug (Urk. 3/2/6). Der Beschuldigte versucht die Privatklägerin 

daraufhin telefonisch zu erreichen. Als diese ihn anweist, auf ihre SMS zu reagie-

ren, antwortet der Beschuldigte, sie solle ihm nicht mehr solche "scheisse SMS" 

schreiben. Wenn sie mit ihm reden wolle, solle sie anrufen. Wenn sie nach Zürich 

zurückkomme, könnten sie sich sofort treffen (Urk. 3/2/7). Auf weitere Nachrichten 

der Privatklägerin reagierte der Beschuldigte nicht mehr. 

- 14 - 

4.2. Aus der Kommunikation der Privatklägerin mit dem Beschuldigten ergeben 

sich konkrete Hinweise darauf, dass sie diesem Geld ausgeliehen hat. Zu verwei-

sen ist auf ein SMS der Privatklägerin vom 15. August 2018, in welcher sie den 

Beschuldigten fragt, ob sie sich am nächsten Tag bei der Sihlpost treffen könnten, 

damit sie das Geld einzahlen könne (Urk. 3/2/6). Am 27. August 2019 schreibt sie 

ihm, er solle ihr das Geld einfach auf ihr Konto einzahlen. Er habe ja ihre Nummer 

(Urk. 3/2/6). Ebenso schreibt die Privatklägerin dem Beschuldigten am 9. Oktober 

2018, er solle ihr bis am Samstag das Geld zurückgeben. Weiter schreibt sie, 

dass er ihr das Geld für diese Woche versprochen habe. Sie sei enttäuscht. Er 

habe gesagt, dass er nach dem 1. Oktober 2018 Geld habe. Sie habe seinem 

Wort geglaubt (Urk. 3/2/6). Wenn der Beschuldigte nun vorbringen lässt, die Pri-

vatklägerin habe die Rückzahlungsschulden konstruiert (Urk. 57 Rz. 100 ff.; 

Prot. II S. 19), dann hätte sie damit jedenfalls bereits spätestens am 9. Oktober 

2018, also während der Beziehung, angefangen, und nicht erst nachträglich, 

nachdem die Beziehung geendet hatte. Auffallend ist, dass der Beschuldigte in 

den Chatnachrichten auf Forderungen der Privatklägerin, ihr das Geld zurückzu-

geben, aber nie reagierte. Er bestätigt in keiner seiner Nachrichten, Geld von ihr 

erhalten zu haben oder eine Rückzahlung zu schulden, bestreitet dies aber auch 

nicht. Hätte die Privatklägerin dem Beschuldigten nie Geld ausgeliehen, wie von 

ihm geltend gemacht wird, wäre in jedem Fall zu erwarten, dass er bei ihr nach-

fragt, weshalb sie solche Behauptungen und Forderungen aufstellt. Dass er dies 

nicht tut, spricht dafür, dass er von der Privatklägerin tatsächlich Geld erhalten 

hat, diesen Umstand aber nicht in einer Nachricht schriftlich bestätigen wollte. 

Dies stimmt mit den Angaben der Privatklägerin überein, wonach der Beschuldig-

te in den Nachrichten nie auf ihre Forderungen eingegangen sei. Er habe sie im-

mer persönlich treffen und mit ihr reden wollen (Urk. 3/1 S. 5; vgl. auch Urk. 3/3 S 

17). Entsprechendes ergibt sich auch aus der Kommunikation zwischen dem Be-

schuldigten und der Privatklägerin. Am 29. Januar 2019 schreibt sie ihm, er solle 

ihr unbedingt die Fr. 44'000.– mitbringen, damit sie es auf der Post einzahlen 

könnten. Der Beschuldigte schreibt in der Folge, er könne sich nicht bewegen, 

sein Rücken sei gelähmt. Sie solle ihn anrufen. Die Privatklägerin antwortet, sie 

könne aktuell nicht telefonieren. Er solle ihr Bescheid geben. Sie brauche das 

- 15 - 

Geld ganz ganz dringend. Er solle sie nicht im Stich lassen. Auch hier antwortet 

der Beschuldigte, sie solle ihn anrufen, ebenso auf ihre folgenden Nachrichten 

(Urk. 3/2/6). 

4.3. Die von der Privatklägerin geschilderten Umstände der Geldübergaben fin-

den sich ebenfalls in den mit dem Beschuldigten ausgetauschten Nachrichten 

wieder. So ergibt sich aus der Kommunikation vom 6. September 2018, dass an 

diesem Tag ein Treffen in der Nähe ihrer Praxis im Quartier G._____ stattfand. 

Dies stimmt überein mit ihren Aussagen, wonach sie dem Beschuldigten am 

6. September 2018 bei einem Treffen in der … G._____ Bargeld gegeben habe, 

und den Bankauszügen der PostFinance, woraus sich ergibt, dass an diesem Tag 

in Zürich G._____ Geld abgehoben wurde. Am nächsten Tag nehmen sowohl der 

Beschuldigte als auch die Privatklägerin in Nachrichten auf dieses Treffen Bezug, 

wobei der Beschuldigte bestätigt, dass sie sich getroffen und zusammen geges-

sen haben. Wie erwähnt, gab die Privatklägerin an, dass sie Ende Oktober 2018 

vom Beschuldigten einen Schuldschein verlangt habe, worauf es zunächst nicht 

zur Geldübergabe gekommen sei. In der Folge habe sie die Spannung zwischen 

ihnen nicht mehr ausgehalten und ihm in den nächsten Tagen insgesamt 

Fr. 25'000.– übergeben (Urk. 3/1 S. 3 f.; Urk. 3/3 S. 15 f.). Auch dieser Vorgang 

findet sich in der Kommunikation wieder. Am 31. Oktober 2018 schreibt die Pri-

vatklägerin dem Beschuldigten, sie finde es sehr schade und traurig, dass sie an 

einem solchen Punkt seien. Sie fragt, ob er das Geld immer noch benötige 

(Urk. 3/2/6). Aus der Kommunikation ergibt sich schliesslich, dass es am 

1. November 2018 und 24./25. November 2018, an welchen Tagen sie dem Be-

schuldigten Geld übergeben haben will, effektiv zu Treffen mit diesem kam. Auch 

hier stimmen die Bankauszüge mit ihrer Darstellung überein (vgl. dazu 

Ziff. II.5.1.). 

4.4. Der Beschuldigte liess vor Vorinstanz und anlässlich der Berufungsver-

handlung vorbringen, dass die bei den Akten liegende Korrespondenz unvollstän-

dig sei. Die Privatklägerin habe nur diejenigen Nachrichten eingereicht, welche ih-

re Darstellung stützten (Urk. 32 S. 11; Urk. 57 Rz. 41 f.). Bezeichnenderweise ge-

be es keine einzige Mitteilung, in welcher er sie um ein Darlehen ersuche (Urk. 32 

- 16 - 

S. 11). Dass sich nicht alle jemals zwischen dem Beschuldigten und der Privat-

klägerin ausgetauschten Nachrichten als Ausdrucke bei den Akten befinden, ist 

anzunehmen. Von der Privatklägerin wurde im Übrigen auch nie behauptet, sämt-

liche Kommunikation eingereicht zu haben. Mangels hinreichender Substantiie-

rung durch den Beschuldigten bleibt unklar, welche Nachrichten fehlen bzw. was 

er der Privatklägerin in den fehlenden Nachrichten mitgeteilt haben will. Insbe-

sondere macht der Beschuldigte nicht geltend, dass er in Nachrichten die behaup-

teten Bargeldübergaben bestritten oder die Art der Beziehung mit der Privatkläge-

rin klargestellt hätte. Vor diesem Hintergrund vermag die blosse Behauptung, es 

würden Nachrichten fehlen, nichts an der Sachverhaltserstellung zu ändern, zu-

mal es sich bei der elektronischen Kommunikation nicht um das einzige Beweis-

mittel handelt. 

5. Kontoauszüge 

5.1. Bei den Akten befinden sich Auszüge aus Konten der Privatklägerin bei der 

PostFinance (Urk. 3/2/2). Isoliert betrachtet beweisen die daraus ersichtlichen 

Bargeldbezüge keine Darlehensvergabe, insofern ist der Verteidigung zuzustim-

men (vgl. Urk. 57 Rz. 101 ff.). Die Bargeldbezüge stimmen aber mit der Darstel-

lung der Privatklägerin überein. Dies gilt nicht nur in Bezug auf die Höhe der 

übergebenen Geldbeträge und den Zeitpunkt der Geldübergaben, sondern auch 

hinsichtlich deren Umstände. Die Privatklägerin gab an, dass die erste Bargeld-

übergabe am 15. Juli 2018 in F._____ stattgefunden habe. Der Beschuldigte und 

sie seien mit ihrem Auto am Zürichsee entlang gefahren, bis sie einen Postauto-

maten gefunden hätten (Urk. 3/1 S. 2; Urk. 3/2 S. 4). Gemäss Kontoauszug hat 

die Privatklägerin am 15. Juli 2018 von ihren beiden Konten bei der PostFinance 

je Fr. 1'000.– abgehoben. Der Bargeldbezug erfolgte in einer Filiale in F._____ 

(Urk. 3/2/2). Auch die von der Privatklägerin behaupteten weiteren Bargeldüber-

gaben finden sich in den Kontoauszügen wieder. Speziell zu erwähnen ist die 

Übergabe vom 6. September 2018. Die Privatklägerin gab diesbezüglich an, sie 

habe dem Beschuldigten das Geld gegeben, als sie zusammen in der … G._____ 

essen gegangen seien. Sie seien zusammen auf der Post gewesen und dann es-

sen (Urk. 3/1 S. 3). Gemäss Kontoauszug bezog die Privatklägerin am 

- 17 - 

6. September 2018 in einer Postfiliale in Zürich G._____ von ihren Konten mehre-

re Tausend Franken. Dass an diesem Tag ein Treffen mit dem Beschuldigten 

stattfand, ergibt sich wie erwähnt auch aus der eingereichten Kommunikation 

(Urk. 3/2/6). Zu verweisen ist sodann auf die gemäss Darstellung der Privatkläge-

rin Ende Oktober 2018 erfolgte Übergabe von Fr. 20'000.–. Wie bereits dargelegt, 

gab sie diesbezüglich an, dass sie sich damals bei der Sihlpost getroffen hätten. 

Sie habe Fr. 22'000.– abgehoben und gewollt, dass der Beschuldigte ihr vor der 

Übergabe einen Schuldschein unterschreibe. Der Beschuldigte habe das Geld da-

raufhin nicht mehr haben wollen, worauf sie wütend geworden sei und das Geld 

wieder einbezahlt habe (Urk. 3/1 S. 3 f.; Urk. 3/2 S. 15 f.). Der entsprechende 

Bargeldbezug und die Einzahlung finden sich auch in Kontoauszügen der Privat-

klägerin. 

5.2. Im Vorverfahren wurden Bankunterlagen des Beschuldigten bei der 

H._____ AG ediert (Urk. 6/1-2). Daraus ergibt sich, dass er im Jahr 2018 mehr-

fach Bargeldeinzahlungen auf sein Konto getätigt hat (Urk. 6/3; vgl. dazu die Auf-

stellung der Vorinstanz, Urk. 42 S. 23 f.). Nachdem er angab, nicht erwerbstätig 

zu sein und gemäss Steuererklärung im Jahr 2018 keine Einkünfte erzielt hat 

(Urk. 11/7), ist unklar, woher dieses Geld stammt. Daraus allein kann nicht auf ei-

ne deliktische Herkunft geschlossen werden, auch wenn die Behauptung des Be-

schuldigten, es habe sich dabei um Unterstützungsleistungen von seiner Familie 

bzw. seiner Mutter gehandelt (Urk. 32 S. 15 f.) nicht zu überzeugen vermag. Die 

Familie des Beschuldigten hält sich im Libanon auf, weshalb zu erwarten wäre, 

dass allfällige Unterstützungsleistungen per Banküberweisung erfolgt wären. Aus 

den Bankauszügen des Beschuldigten geht zudem hervor, dass er am 

25. November 2018 bei einer Filiale am Zürich Flughafen Fr. 2'000.– einbezahlt 

hat (Urk. 6/3 S. 3). Wie sich aus den Bankauszügen der Privatklägerin ergibt, hat 

sie gleichentags am Flughafen Zürich insgesamt Fr. 2'100.– von ihren Konten bei 

der PostFinance abgehoben. Die Darstellung der Privatklägerin, sie habe dem 

Beschuldigten am 25. November 2018 am Zürich Flughafen Fr. 2'000.– überge-

ben (Urk. 3/1 S. 4; Urk. 3/2 S. 16), wird damit nicht nur durch die elektronische 

Kommunikation, sondern auch durch die Bankunterlagen gestützt. Die Behaup-

tung des Beschuldigten, die Privatklägerin habe ihn damals allenfalls beim Ein-

- 18 - 

zahlen gesehen und dann diese Geschichte konstruiert (Urk. 2/3 S. 4; Prot. II 

S. 13), vermag nicht zu überzeugen. 

6. Aussagen des Beschuldigten 

6.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten zutreffend zusam-

mengefasst. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 42 S. 13 ff.). Die Vorinstanz 

setzte sich im angefochtenen Urteil eingehend und sorgfältig mit den Aussagen 

des Beschuldigten auseinander und kam zum Schluss, dass seine Darstellung 

unglaubhaft sei. Auf ihre zutreffenden Erwägungen kann vorab verwiesen werden 

(Urk. 42 S. 25 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

6.2. Der Beschuldigte stellt sich auf den Standpunkt, dass mit der Privatklägerin 

keine besondere Beziehung, insbesondere kein Liebesverhältnis, bestanden ha-

be. Seine diesbezüglichen Aussagen vermögen jedoch nicht zu überzeugen, zu-

mal sie widersprüchlich ausfielen. Bei der ersten Einvernahme am 18. November 

2019 stellte er sich anfänglich auf den Standpunkt, mit der Privatklägerin eine 

"völlig normale Beziehung" geführt zu haben, wobei unklar ist, was damit gemeint 

ist. Weiter beschrieb er die Beziehung als "oberflächlich", "wie Freunde" (Urk. 2/1 

S. 3). Er habe den Kontakt abgebrochen, nachdem die Privatklägerin fälschli-

cherweise behauptet habe, ihm Geld gegeben zu haben (Urk. 2/1 S. 4 und 6). In 

derselben Einvernahme machte er geltend, dass mit der Privatklägerin keine Be-

ziehung bestanden habe, auf keine Weise. Sie hätten sich selten getroffen. Es sei 

so gewesen, als ob sie gar keine Beziehung zueinander gehabt hätten (Urk. 2/1 

S. 3 und 6). Damit übereinstimmend führte er vor Vorinstanz aus, nachdem es 

keine Beziehung gegeben habe, habe es auch keine Beziehung zu beenden ge-

geben (Prot. I S. 10). An der Berufungsverhandlung sagte er schliesslich aus, sie 

hätten sich nicht oft getroffen, sie seien ja nicht verliebt gewesen. Es habe wirklich 

keine Beziehung gegeben (Prot. II S. 12 und 15). Der Beschuldigte zeigte sich im 

Verfahren auffallend bemüht darum, die Beziehung zur Privatklägerin herunterzu-

spielen. Anlässlich der Einvernahme vom 17. August 2020 bestätigte er, dass er 

die Privatklägerin in ihrer Praxis besucht habe, wobei er sogleich ergänzte, dies 

sei geschehen, da er nichts vorgehabt habe. Weiter bestätigte der Beschuldigte, 

dass er die Privatklägerin zum Flugplatz begleitet habe, wobei er anfügte, er habe 

- 19 - 

damals Zeit gehabt, es habe keine Bedeutung gehabt (Urk. 2/2 S. 13). In gleicher 

Weise ergänzte der Beschuldigte, nachdem er bestätigt hatte, den Vater der Pri-

vatklägerin kennengelernt zu haben, dies sei nicht auf sein Verlangen geschehen 

(Urk. 2/1 S. 4; vgl. auch Urk. 2/2 S. 5). Ebenso bestätigte er, dass die Privatkläge-

rin ihn zu Arztterminen begleitet habe. Dies habe er aber nicht gewollt, sie sei ge-

gen seinen Willen mitgekommen (Urk. 2/2 S. 14; vgl. auch S. 4). Als der Beschul-

digte vor Vorinstanz und anlässlich der Berufungsverhandlung zur Beziehung mit 

der Privatklägerin befragt wurde, wies er jeweils darauf hin, dass sie diejenige 

gewesen sei, die ihn habe kennenlernen wollen (Prot. I S. 9; Prot. II S. 15). Ähn-

lich äusserte er sich, als er zu den mit der Privatklägerin ausgetauschten Nach-

richten befragt wurde (vgl. dazu nachfolgend). Mit seinen Aussagen vermittelt er 

den Eindruck, als habe er sich gegen bzw. zumindest ohne seinen Willen in einer 

Beziehung mit der Privatklägerin wieder gefunden und sich gegen ihre Avancen 

und Einflussnahme nicht zur Wehr setzen können, was wenig glaubhaft erscheint. 

6.3. Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass die Angaben des Beschul-

digten zum Verhältnis mit der Privatklägerin in diametralem und unauflösbarem 

Widerspruch zur bei den Akten liegenden Kommunikation steht (Urk. 42 S. 26). 

Die vom Beschuldigten vorgebrachten Erklärungen für den Inhalt der Nachrichten 

sind widersprüchlich und teilweise absurd. Vor Vorinstanz liess der Beschuldigte 

geltend machen, dass er sehr emotional sei und sich seinem Kulturkreis entspre-

chend sehr gefühlsvoll und bildhaft ausdrücke. Von Liebesbekundungen könne 

keine Rede sein (Urk. 32 S. 10). Angesichts des Inhalts der Nachrichten (vgl. da-

zu Ziff. II.4.1.) vermag diese Erklärung in keiner Weise zu überzeugen. Sie steht 

auch in Widerspruch zu seinen weiteren Aussagen. In der Einvernahme vom 

18. November 2019 machte der Beschuldigte geltend, die Nachrichten geschrie-

ben zu haben, weil die Privatklägerin es gewollt und von ihm verlangt habe. Sie 

habe ihm jeweils gesagt, was er schreiben solle (Urk. 2/1 S. 4 und 5). Weshalb 

die Privatklägerin so etwas vom Beschuldigten, mit dem sie gemäss seiner Dar-

stellung in keiner näheren Beziehung stand, hätte verlangen sollen, ist nicht er-

sichtlich. Noch weniger ist nachvollziehbar, weshalb der Beschuldigte dem 

Wunsch der Privatklägerin hätte nachkommen sollen. Darauf vermochte auch der 

Beschuldigte keine Antwort zu geben (Urk. 2/1 S. 4 und 5). In der Einvernahme 

- 20 - 

vom 17. August 2020 machte er neu geltend, er habe gedacht, dass die Privat-

klägerin die Nachrichten jemandem anderen habe schicken wollen. Er sei davon 

ausgegangen, dass sie nicht gewusst habe, wie man diese Sachen auf Franzö-

sisch schreibe (Urk. 2/2 S. 7). Auf Vorhalt, dass die Nachrichten auf Deutsch ver-

fasst seien, reagierte er nicht weiter, sondern gab an, sie habe ihm gesagt, er sol-

le diese Sätze auf Deutsch schreiben. Er habe nicht gewusst, was sie damit habe 

machen wollen. Vor Vorinstanz und anlässlich der Berufungsverhandlung stellte 

sich der Beschuldigte wiederum auf den Standpunkt, er habe dies auf Wunsch 

der Privatklägerin geschrieben, da sie ihm gesagt habe, sie freue sich, wenn er 

solche Ausdrücke und Zeichen verwende (Prot. I S. 10; Prot. II S. 16 f.). Ein sol-

ches Aussageverhalten lässt erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Dar-

stellung des Beschuldigten aufkommen. Der Beschuldigte schickte der Privatklä-

gerin nicht nur Textnachrichten, sondern auch Emojis mit Rosen oder Herzen. Am 

10. November 2017 schickte er ihr zudem ein Foto seines Penis (Urk. 3/2/8). 

Dass dies nicht auf ihren Wunsch geschah, ergibt sich aus ihrer Antwort, wonach 

es ein schreckliches Bild sei und es nicht in Ordnung sei, dass er ihr so etwas 

schicke. Dass das Foto im Zusammenhang mit einer Operation des Beschuldig-

ten versandt wurde, ergibt sich aus den damals ausgetauschten Nachrichten. In-

sofern ist der Verteidigung zuzustimmen, dass wohl kein sexueller Hintergrund 

bestand (Urk. 57 Rz. 26). Der Versand eines solchen intimen Fotos weist aber 

entgegen der Verteidigung klar auf eine engere Beziehung hin, als der Beschul-

digte einräumen wollte. Einer flüchtigen Bekannten bzw. einer Person, zu der man 

in keiner oder nur oberflächlichen Beziehung steht, schickt man wohl kaum ein 

Penisfoto. Dies muss auch dem Beschuldigten bewusst gewesen sein. Anders ist 

nicht zu erklären, dass er sich in der ersten Einvernahme, als er mit diesem Vor-

gang konfrontiert wurde, in die reichlich absurde Erklärung verstieg, er habe der 

Privatklägerin damit zeigen wollen, dass sie ihre Hoffnungen auf eine gemeinsa-

me Zukunft begraben könne (Urk. 2/1 S. 5 f.). Nach dem Gesagten vermögen 

seine Aussagen zu seinem Verhältnis mit der Privatklägerin nicht zu überzeugen. 

Nachdem der Beschuldigte geltend macht, mit der Privatklägerin in keinem nähe-

ren Verhältnis, namentlich keinem Liebesverhältnis, gestanden zu sein, lässt sein 

Verhalten, insbesondere die von ihm versandten Nachrichten, keinen anderen 

- 21 - 

Schluss zu, als dass der Privatklägerin eine Liebesbeziehung vorgetäuscht wur-

de. 

6.4. Aus den Unterlagen zu den finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine Hinweise auf Erwerbseinkommen oder namhafte Vermögens-

werte (Urk. 6/3; Urk. 11/7; Urk. 33/1-2). Er brachte bisher zusammengefasst vor, 

bis 2012/2013 bzw. 2014 (der Beschuldigte machte hierzu unterschiedliche An-

gaben, vgl. Urk. 2/2 S. 7; Urk. 2/3 S. 11; Urk. 33/3) im Autohandel tätig gewesen 

zu sein. Seit seiner Krankheit werde er von seiner Familie unterstützt. Einkommen 

habe er nicht. Er selbst besitze nichts, seine Familie habe aber Vermögen 

(Urk. 2/1 S. 2; Urk. 2/2 S. 7 ff.; Urk. 2/3 S. 4 f. und 11; Prot. I S. 8 ff.). Der Vorin-

stanz ist darin zu folgen, dass schon die vom Beschuldigten bisher im Rahmen 

des Verfahrens gemachten Angaben zu seiner persönlichen und finanziellen Situ-

ation nicht ganz widerspruchsfrei ausgefallen sind. Auf ihre zutreffenden Erwä-

gungen kann vorab verwiesen werden (Urk. 42 S. 30 f.). Anlässlich der Beru-

fungsverhandlung führt der Beschuldigte neu aus, er verdiene ca. 20'000.– pro 

Monat (Währung unklar) durch seine Tätigkeit im Familienbetrieb. Gefragt nach 

seiner Tätigkeit im Tatzeitraum gab er an, der Familienbetrieb sei eigentlich im-

mer gut gelaufen. Er habe damals zwar nicht aktiv mitgearbeitet, da er in der 

Schweiz gewesen sei (Prot. II S. 7 f.), aber gleichwohl daraus ein Einkommen er-

halten (Prot. II S. 13). Er selber habe zudem Vermögen. Er habe Geld, aber bis 

jetzt keine Immobilien. Auf die Frage, in welcher Grössenordnung er denn Geld 

habe, führt er aus, er habe viel Geld. Dies begründete er sinngemäss damit, dass 

der Nachlass seines verstorbenen Vaters durch Anlage vermehrt, aber noch nicht 

zwischen den Erben aufgeteilt worden sei (Prot. II S. 8 f.). Weiter führt er aus, er 

habe zum Tatzeitpunkt über eigenes Geld verfügt und kein zusätzliches Geld ge-

braucht. Er wäre in der Lage gewesen, von der Privatklägerin ausgeliehenes Geld 

sofort zurückzuzahlen, hätte er sich von ihr etwas ausgeliehen. Wenn er Geld ge-

braucht hätte, hätte er zudem einen Geschäftspartner in der Automobilbranche   

oder seinen Bruder fragen können. Von seiner Familie habe er aber bereits Geld 

bekommen, so viel er wollte. Dies sei auch ein Grund gewesen, weshalb die Pri-

vatklägerin von ihm Geld gewollt habe. Diese habe gesehen, dass er zu Geld 

komme, wenn er wolle, und dass er grosszügig zu ihr gewesen sei. Er und seine 

- 22 - 

Familie seien ja reich und hätten Geld (Prot. II S. 11, 13 und 15). Diese neuen 

Behauptungen, wonach der Beschuldigte doch über erhebliche Einkommen und 

Vermögen verfüge und bereits im Tatzeitraum verfügt habe, widersprechen so-

wohl den Unterlagen zu den finanziellen Verhältnissen wie auch den bisherigen 

Aussagen des Beschuldigten. Sie sind zudem vage und nicht fassbar formuliert. 

Nachdem ihm gerade vorgeworfen wird, gegenüber der Privatklägerin Reichtum 

vorgespielt zu haben, ist der nun im Berufungsverfahren neu vorgebrachte "tat-

sächliche Reichtum" als nachgeschobene Schutzbehauptung einzuordnen. 

6.5. Der Beschuldigte bestritt stets, seine Verhältnisse gegenüber der Privat-

klägerin besser dargestellt zu haben, als sie in Wirklichkeit waren. Insbesondere 

bestritt er ihre Darstellung, wonach er ihr gegenüber geltend gemacht habe, im 

Diamanten-, Gold- bzw. Immobilienhandel tätig gewesen zu sein. Er habe keine 

Geschäfte in Dubai oder Indien getätigt und entsprechend auch keine Telefonate 

aus diesen Ländern erhalten oder Provisionen erwartet (Urk. 2/2 S. 3, 8, 10 f.; 

Prot. I S. 10). An der Berufungsverhandlung führte er, gefragt nach den Zukunfts-

plänen, aber aus, ihn erwarte in beruflicher Hinsicht ein Immobilien-Bauprojekt in 

der Schweiz, wobei die Örtlichkeit noch nicht bestimmt sei (Prot. II S. 9 f.). Er pro-

klamiert damit selber eine bislang bestrittene Tätigkeit im Immobiliensektor, wenn 

auch nur für die Zukunft. Während er sich bisher auf den Standpunkt stellte, der 

Privatklägerin keinen Reichtum vorgetäuscht, sondern sich ihr als blosser Auto-

händler präsentiert zu haben, welcher seit 2012/2013/2014 krankheitshalber nicht 

gearbeitet hat, gibt er sich an der Berufungsverhandlung als tatsächlich reicher 

Mitinhaber eines Familienunternehmens und Beteiligter an einem Immobilien-

Bauprojekt. Mit dieser Kehrtwende vermag der Beschuldigte, wie bereits darge-

legt, keine Zweifel daran zu erwecken, dass er im Tatzeitraum einkommens- und 

vermögenslos war. Diese neuen Aussagen können aber durchaus ein Indiz dafür 

sein, dass der Beschuldigte bereits gegenüber der Privatklägerin vorgab, im Im-

mobilienhandel geschäftstätig (und vermögend) zu sein. Dies zeigen zudem von 

ihm versandte Nachrichten, in denen er erwähnt, dass er "Business" bzw. Termi-

ne habe. So schreibt er etwa am 22. August 2018: "Ich bin mit Leute ganze Zeit 

heute für Business". Am 9. Oktober 2018 schreibt er, er habe ein Meeting. Am 

12. März 2019 teilt er der Privatklägerin mit, dass er viele Termine in Zürich und 

- 23 - 

Bern habe (Urk. 3/2/6). Darauf angesprochen, gab er in der Einvernahme vom 

17. August 2020 noch an, er habe nicht gearbeitet und keine Geschäfte gehabt. 

Es sei Interpretation, was Business sei. Wenn er mit einem Freund Kaffee trinke, 

sei das Business, man müsse dabei kein Geld verdienen (Urk. 2/2 S. 14). Dem 

steht allerdings die Aussage der Privatklägerin gegenüber, wonach er ihr gegen-

über angegeben habe, dass es sich um Geschäftskunden gehandelt habe 

(Urk. 3/3 S. 19). Gleichzeitig brachte er auch schon im bisherigen Verfahren vor, 

die Privatklägerin habe erwartet, über ihn zu Geld zu kommen, und dass er für sie 

jemanden finde, der ihr Geld bringe (Urk. 2/2 S. 10). Sie habe in ihm nur das Geld 

gesehen, nichts anderes. Sie habe auf tausend Arten zum Ausdruck gebracht, 

dass sie ihn als reichen Mann sehe (Urk. 2/3 S. 5). Der Beschuldigte räumte da-

mit ein, dass die Privatklägerin annahm, er sei vermögend bzw. habe zumindest 

Zugang zu Geld. Es ist nicht ersichtlich, woraus die Privatklägerin diesen Eindruck 

hätte haben sollen, wenn nicht aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten. Zu 

verweisen ist an dieser Stelle auch auf dessen Aussage, wonach man glaube, 

dass er Millionär sei, wenn man ihn sehe. Wenn er hier und dort in einem Restau-

rant sei, dann denke man, dass er ein reicher Mann sei (Urk. 2/2 S. 8). Auch hier 

ist nicht ersichtlich, woraus Aussenstehende diesen Eindruck gewinnen sollten, 

wenn nicht aufgrund des Auftretens des Beschuldigten. Mit seinen Aussagen 

räumte der Beschuldigte indirekt ein, dass sein äusseres Erscheinungsbild nicht 

mit seinen wahren finanziellen Verhältnissen übereinstimmt. Angesichts der Wi-

dersprüchlichkeit seiner Vorbringen und der bei den Akten liegenden Kommunika-

tion vermag die Darstellung des Beschuldigten, wonach die Privatklägerin über 

seine tatsächliche berufliche und finanzielle Situation Bescheid gewusst habe, 

nicht zu überzeugen. 

6.6. Der Beschuldigte stellt sich auf den Standpunkt, von der Privatklägerin zu 

keinem Zeitpunkt Geld entgegengenommen zu haben (Urk. 2/1 S. 2 f.; Urk. 2/2 

S. 6, 10 und 13 f.; Urk. 2/3 S. 3 f.; Prot. I S. 12 f.; Prot. II S. 12, 14 f.). Entgegen 

der Vorinstanz (Urk. 42 S. 33) kann aus dem Umstand, dass seine Angaben zu 

den bestrittenen Darlehen vage ausgefallen sind, nichts abgeleitet werden. Hat 

der Beschuldigte kein Geld von der Privatklägerin bekommen, können auch keine 

detaillierten Schilderungen dazu erwartet werden. Auffallend ist jedoch, dass der 

- 24 - 

Beschuldigte in seiner zweiten Einvernahme am 17. August 2020 zum Gegenan-

griff überging und heftige Anschuldigungen gegen die Privatklägerin erhob (vgl. 

dazu auch die Vorinstanz, Urk. 42 S. 29). So machte er unter anderem geltend, 

diese habe ihm gesagt, sie wolle eine reiche Frau werden, egal auf welche Art 

und Weise. Sie sei deshalb in die Schweiz gekommen (Urk. 2/2 S. 4 und 12). Die 

Privatklägerin habe Geld von reichen Leuten erhältlich machen und mit ihm teilen 

wollen. Sie habe sich in Interlaken als seine Halbschwester ausgeben und Geld 

von arabischen Touristen beziehen wollen. Sie habe sich auf den Standpunkt ge-

stellt, dass sie einen Titel als Psychiaterin habe und deshalb geschützt sei. Alles, 

was sie bei der Polizei erzähle, werde man ihr glauben (Urk. 2/2 S. 6 und 12; so 

auch heute: Prot. II S. 12). Auf Vorhalt eines SMS vom 9. Oktober 2018, in wel-

chem die Privatklägerin um Rückgabe ihres Geldes bat, machte der Beschuldigte 

in der ersten Einvernahme geltend, dass sie es gewesen sei, welche von ihm 

Fr. 100'000.– gefordert habe. Er habe ihr nichts versprochen, sondern vorgege-

ben, dass er jemanden im Libanon suchen werde. Sie habe den Wunsch immer 

wieder geäussert (Urk. 2/1 S. 4 f.). An dieser Darstellung hielt er im weiteren Ver-

fahren fest (Urk. 2/2 S. 5, 12 und 15; Urk. 2/3 S. 2 und 4). Während er in der ers-

ten Einvernahme angab, dass die Privatklägerin Fr. 100'000.– gefordert und die-

sen Wunsch immer wieder geäussert habe (Urk. 2/1 S. 4 f.), gab er in der folgen-

den Einvernahme neu zu Protokoll, sie habe anlässlich eines Treffens Ende Mai 

2019 Fr. 300'000.– von ihm verlangt. Sie habe ihm gesagt, dies sei der erste 

Faustschlag (Urk. 2/2 S. 8 f.). In der darauffolgenden Einvernahme stellte er die-

sen Vorfall noch etwas dramatischer dar, indem er angab, die Privatklägerin habe 

zu ihm gesagt, sie seien eine Gruppe, die überall sei, und es sei besser für ihn, 

wenn er das Geld bezahle (Urk. 2/3 S. 3; vgl. auch S. 4). Wie die Vorinstanz zu-

treffend festgehalten hat (Urk. 42 S. 29), ist nicht ersichtlich, weshalb der Be-

schuldigte nicht bereits in der ersten Einvernahme angab, dass die Privatklägerin 

ihm gedroht und Fr. 300'000.– von ihm verlangt habe. Der Vorinstanz (Urk. 42 

S. 33) ist weiter darin zu folgen, dass die Behauptung des Beschuldigten, die Pri-

vatklägerin habe von ihm mehrfach Geld verlangt, keinerlei Grundlage in den Ak-

ten findet. Dies erstaunt, zumal der Beschuldigte geltend macht, er sei von der 

Privatklägerin mit Nachrichten bombardiert worden (Urk. 2/2 S. 6). Im Übrigen 

- 25 - 

weist die bei den Akten liegende Kommunikation klar darauf hin, dass es die Pri-

vatklägerin war, welche dem Beschuldigten Geld ausgeliehen hat. Dies ergibt sich 

nicht nur aus der Kommunikation ab anfangs 2019, als von der Privatklägerin 

konkrete Forderungen gestellt wurden, sondern schon aus früheren Nachrichten. 

Zu verweisen ist etwa auf das bereits erwähnte SMS vom 9. Oktober 2018, worin 

sie den Beschuldigten bittet, ihr das Geld zurückzugeben, und dasjenige vom 

31. Oktober 2018, worin sie den Beschuldigten fragt, ob er das Geld immer noch 

benötige (Urk. 3/2/6). Insgesamt vermögen die Aussagen des Beschuldigten auch 

in diesem Punkt nicht zu überzeugen.  

7. Fazit 

7.1. Nach dem Erwogenen sind die Aussagen der Privatklägerin als glaubhaft 

einzustufen. Ihre Schilderungen werden durch die Zeugenaussagen von C._____ 

und B._____ gestützt und fügen sich mit den objektiven Beweismitteln, insbeson-

dere den eingereichten Kontoauszügen und der elektronischen Kommunikation, 

zu einem überzeugenden Gesamtbild zusammen. Daran vermögen die Bestrei-

tungen des Beschuldigten und die wenig überzeugenden Zeugenaussagen von 

D._____ nichts zu ändern. Der Zeitpunkt der Strafanzeige vom 4. Juli 2019 (vgl. 

Urk. 1 S. 1) erweist sich im Übrigen entgegen der Verteidigung (Urk. 57 Rz. 84 f.) 

als unverdächtig, da die Privatklägerin gerade im Anwaltsschreiben vom 30. Mai 

2019 (Urk. 7/1) deutlich darauf hingewiesen wurde, dass der Beschuldigte die 

Rückzahlungsforderung bestritt und keinen Kontakt mehr wollte.  

7.2. Gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin ist damit erstellt, dass der 

Beschuldigte von der Privatklägerin von Mitte Juli bis Ende November 2018 mehr-

fach Bargeldbeträge, insgesamt Fr. 44'000.–, erhalten hat. Die Bargeldbeträge 

wurden dem Beschuldigten als kurzfristiges Darlehen übergeben und hätten in-

nert weniger Wochen zurückgezahlt werden sollen. Der Beschuldigte achtete von 

Anfang an darauf, keine schriftlichen Belege für die Darlehen zu schaffen. Die 

Geldbeträge wurden in bar übergeben, wobei er nicht dazu bereit war, den Erhalt 

der Gelder schriftlich zu bestätigen. Die Privatklägerin wurde vom Beschuldigten 

mit Versprechungen hingehalten und mit erfundenen Geschichten über seine Ge-

schäfte getäuscht. Als die Privatklägerin hartnäckig blieb, stellte er in Abrede, von 

- 26 - 

ihr jemals Geld erhalten zu haben. Mit seinem Verhalten zeigt er auf, dass er nie 

beabsichtigt hatte, der Privatklägerin die ausgeliehenen Bargeldbeträge zurück-

zuzahlen. Der Beschuldigte trat gegenüber der Privatklägerin als international tä-

tiger vermögender Geschäftsmann auf. Er behauptete, im Libanon über sehr viel 

Geld zu verfügen und sich nur vorübergehend in einem finanziellen Engpass zu 

befinden. Im Zeitpunkt der Geldübergaben war er nicht erwerbstätig und verfügte 

weder über Einkommen noch Vermögen. Er konnte für seinen Lebensunterhalt 

nicht selbst aufkommen. Die Privatklägerin glaubte indes aufgrund seiner Vor-

bringen, dass er über Geld verfügte und ihr die ausgeliehenen Beträge zurück-

zahlen könne und werde. Dies auch vor dem Hintergrund ihrer vermeintlich engen 

Beziehung. Der Beschuldigte und die Privatklägerin hatten sich im Jahr 2013 in 

Zürich kennengelernt, wobei er ihr Komplimente machte und sie umwarb. Im 

Herbst 2013 wurde die Beziehung vorläufig beendet. Sie blieben in der Folge in 

Kontakt, wobei wiederholt liebevolle Nachrichten ausgetauscht wurden. Ab Mitte 

2016 ging die Privatklägerin davon aus, dass sich der Beschuldigte im Libanon 

aufhalte, wobei er sich mehrfach bei ihr meldete (vgl. auch die Aussage der Pri-

vatklägerin, wonach der Beschuldigte sie in dieser Zeit immer wieder aus einem 

riesigen Raum mit Mosaik Shisha rauchend mit Videoanruf angerufen habe: 

Urk. 3/3 S. 10). Ab Juli 2018 intensivierte sich der Kontakt zwischen dem Be-

schuldigten und der Privatklägerin. Letztere ging aufgrund des von ihm gezeigten 

Verhaltens, insbesondere seiner Nachrichten, davon aus, mit ihm eine feste Be-

ziehung zu führen, weshalb sie annahm, ihm Geld anvertrauen zu können. An-

ders als von der Privatklägerin angenommen, bestanden von Seiten des Beschul-

digten jedoch keine Liebesabsichten. Den von ihm versandten Nachrichten lagen 

keine echten Gefühle zugrunde, sie waren unehrlich, mithin vorgeschoben. 

III. Rechtliche Würdigung 

1. Ausgangslage 

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten anklagegemäss des gewerbsmässigen 

Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB schuldig (Urk. 42 S. 53). Die Er-

füllung des Tatbestands des Betrugs erfordert eine qualifizierte, arglistige Täu-

- 27 - 

schung. Nach der Rechtsprechung liegt Arglist vor, wenn der Täter ein Lügenge-

bäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften bedient. Bei einfachen fal-

schen Angaben wird Arglist bejaht, wenn deren Überprüfung nicht zumutbar oder 

nicht bzw. nur mit besonderer Mühe möglich ist und wenn der Täter das Opfer 

von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, 

dass dieses die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrau-

ensverhältnisses unterlassen werde. Massgebend ist, wie der Täter die dem Op-

fer zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des Selbstschutzes einschätzt. Die 

Täuschung ist nicht arglistig, wenn das Opfer den Irrtum mit einem Mindestmass 

an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Der Tatbestand erfordert aber nicht, 

dass das Opfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen 

Vorkehren trifft, um den Irrtum zu vermeiden. Arglist scheidet nur bei Leichtfertig-

keit des Opfers aus, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hin-

tergrund treten lässt. Die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden füh-

rende Opferverantwortung kann nur in Ausnahmefällen bejaht werden (BGE 147 

IV 73 E. 3.2; BGE 143 IV 302 E. 1; BGE 135 IV 76 E. 5.1 f.; Urteil des Bundesge-

richts 6B_787/2021 vom 26. November 2021 E. 1.1). Das Bundesgericht hat Be-

trug auch bei Opfern angenommen, welchen eine Liebesbeziehung vorgetäuscht 

wurde bzw. welchen unter Vorspiegelung nicht vorhandener Liebesgefühle und 

unter Ausnutzung ihrer labilen Persönlichkeit vorgegeben wurde, eine dauerhafte 

und ernstgemeinte Beziehung eingehen zu wollen, und die dadurch zur Übergabe 

grösserer Bargeldbeträge motiviert wurden (Urteil des Bundesgerichts 

6B_309/2017 vom 16. Oktober 2017 E. 4.2 mit Hinweisen). 

2. Objektiver Tatbestand 

2.1. Gemäss dem erstellten Sachverhalt täuschte der Beschuldigte die Privat-

klägerin ab dem Zeitpunkt ihres Kennenlernens über seine persönliche und beruf-

liche Situation sowie seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse. Bei ihrem 

ersten Treffen gab er gegenüber der Privatklägerin wahrheitswidrig an, dass er in-

ternationale Finanzen studiert habe und Immobilienmakler für Luxusimmobilien 

sei. Er verkaufe Hotels für Leute aus dem arabischen Raum. Der Beschuldigte 

trat weltmännisch auf und gab sich grosszügig. Das gegenüber der Privatklägerin 

- 28 - 

vermittelte Bild eines vermögenden Geschäftsmannes untermauerte er durch 

Schilderungen seiner Geschäfte und die Erwähnung von wichtigen Bekanntschaf-

ten. Dabei ging er raffiniert vor. Er nahm in Gesprächen beiläufig auf seine Ge-

schäfte Bezug und liess auch in seinen Nachrichten Hinweise auf eine Geschäfts-

tätigkeit einfliessen. Zu erwähnen sind etwa die Umstände der ersten Geldüber-

gabe Mitte Juli 2018, als der Beschuldigte vorgab, sich darüber zu ärgern, dass 

ein Hotel ohne sein Wissen verkauft und er um seine Provision gebracht worden 

sei. Seinen Geldbedarf konnte er stets nachvollziehbar begründen, wobei er auf 

tatsächliche Begebenheiten (wie z.B. seine Scheidung) Bezug nahm. Dies liess 

seine Vorbringen glaubhaft erscheinen und machte es für die Privatklägerin 

schwierig, seine Täuschungen zu durchschauen. Im Zusammenhang mit seiner 

Behauptung, er habe sein Vermögen aufgrund seiner Scheidung in den Libanon 

überweisen lassen, schilderte der Beschuldigte scheinbar authentisch, wie sich 

seine Exfrau bei seiner Bank erkundigt habe, wie viel Geld er auf dem Konto ha-

be. Als er das ganze Geld vom Konto bezogen habe, habe der Bankmitarbeiter 

ihn gefragt, ob er die Schweiz verlasse, und ihm gesagt, dass er das Richtige tue, 

als er erklärt habe, dass dies wegen der Scheidung geschehe. Die weitere Erklä-

rung des Beschuldigten, seine Ehefrau habe die Steuern und Krankenkasse nicht 

bezahlt und das Geld, das er ihr dafür gegeben habe, einfach behalten, erschien 

ebenfalls glaubhaft und ermöglichte ihm gleichzeitig, die Verantwortung für die 

temporären Geldprobleme von sich zu weisen. Der Beschuldigte holte sich im Zu-

sammenhang mit seiner Scheidung auch Rat bei der Privatklägerin und erkundig-

te sich, wann die Scheidung rechtskräftig werde. Die von ihm bei der Privatkläge-

rin geweckte Vorstellung, dass sein finanzieller Engpass mit dem Scheidungsver-

fahren zusammenhänge und bei dessen Abschluss gelöst sei, wurde dadurch 

weiter gestützt. Auf Nachfragen der Privatklägerin konnte er stets nachvollziehba-

re Erklärungen dafür vorbringen, weshalb er die Gelder noch nicht zurückzahlen 

könne. Im zeitlichen Zusammenhang mit den Geldübergaben kam der Beschul-

digte in Gesprächen mit der Privatklägerin vermehrt auf seine Geschäftstätigkeit 

zu sprechen, wobei er auch Gründe für das Scheitern von Geschäften anführte. 

Damit zerstreute er die bei der Privatklägerin aufkommenden Zweifel. Die Geld-

übergaben erfolgten im Zeitraum von wenigen Monaten. Dass sich die Privatklä-

- 29 - 

gerin vor diesem Hintergrund vorstellen konnte, dass sich der finanzielle Engpass 

des Beschuldigten nicht so schnell löse und er noch ein wenig Zeit brauche, ist 

nachvollziehbar, zumal das Scheidungsurteil erst am 15. Oktober 2018 erging 

(vgl. dazu auch Beizugsakten des Bezirksgerichts Zürich, Geschäfts-Nr. 

FE180502; Urk. 11). Insofern kann entgegen der Vorbringen des Beschuldigten 

(Urk. 32 S. 23 f.; Urk. 57 Rz. 61 ff.) nicht gesagt werden, dass bei den zeitlich 

späteren Geldübergaben kein arglistiges Verhalten mehr vorliegen könne. Der 

Beschuldigte täuschte die Privatklägerin nicht nur über seine gesamte Lebenssi-

tuation und die Gründe für die Darlehen, sondern auch über seinen Rückzah-

lungswillen. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, ist die Vorspiegelung 

des Leistungswillens nach der Rechtsprechung grundsätzlich arglistig, weil sie ei-

ne innere Tatsache betrifft, die vom Vertragspartner ihrem Wesen nach nicht di-

rekt überprüft werden kann (BGE 147 IV 73 E. 3.3; BGE 142 IV 153 E. 2.2.2). 

Dies gilt umso mehr, als der Beschuldigte vorliegend durch sein Auftreten und 

seine Angaben zu seinen Verhältnissen aktiv den Eindruck erweckt hat, er sei zur 

Rückzahlung der übergebenen Geldbeträge bereit und in der Lage. 

2.2. Dass die Privatklägerin dem Beschuldigten wiederholt mehrere tausend 

Franken in bar überreichte, ohne dass ein schriftlicher Darlehensvertrag abge-

schlossen oder eine Quittung für die Übergabe des Geldes ausgestellt wurde, ist 

als unvorsichtig einzustufen. Der Umstand, dass der Beschuldigte nicht bereit 

war, eine schriftliche Schuldanerkennung zu unterzeichnen, hätte sie hellhörig 

machen müssen. Es stellt sich auch die Frage, ob die Privatklägerin nicht hätte 

misstrauisch werden müssen, als die ersten ausgeliehenen Beträge nicht wie ver-

einbart zurückbezahlt wurden. In dieser Situation wäre es retrospektiv und aus 

aussenstehender Sicht besser gewesen zuzuwarten, bevor sie dem Beschuldig-

ten weiteres Geld ausgeliehen hätte. Die Privatklägerin war seit mehreren Jahren 

mit dem Beschuldigten bekannt. Bei genauerer Betrachtung spielte sich ihre Be-

ziehung aber nur beschränkt im realen Leben ab. Die Privatklägerin war (mit Aus-

nahme von zwei Übernachtungen in früheren Jahren, Urk. 3/3 S. 7) nie beim Be-

schuldigten zu Hause gewesen, hatte nie Freunde oder Bekannte von ihm ken-

nengelernt oder Erfahrungen ausserhalb ihrer Treffen zum Kaffee oder Essen 

gemacht (vgl. dazu auch Urk. 3/3 S. 14). Alle ihre Informationen über den Be-

- 30 - 

schuldigten stammten von ihm selbst und waren nie von unabhängiger Seite be-

stätigt worden. Sie hatte somit keine sichere Kenntnis über seinen persönlichen 

und beruflichen Hintergrund sowie seine Lebensumstände. Bestimmte Verhal-

tensweisen des Beschuldigten hätten bei der Privatklägerin zudem Zweifel auslö-

sen können. So meldete er sich manchmal längere Zeit nicht bei ihr, reagierte 

nicht auf Nachrichten und zeigte auch sonst teilweise ein unzuverlässiges Verhal-

ten, so etwa als er sich nicht bei den von der Privatklägerin für ihn kontaktierten 

Ärzten meldete. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass bei der Arglist nicht aufgrund 

einer rein objektiven Betrachtungsweise darauf abzustellen ist, wie ein durch-

schnittlich vorsichtiger und erfahrener Dritter auf die Täuschung reagiert hätte. 

Vielmehr ist die Lage und Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall zu be-

rücksichtigen (BGE 135 IV 76 E. 5.2). Dabei ist insbesondere die Beziehung zwi-

schen Täter und Opfer von Bedeutung. Enge persönliche Verhältnisse lassen auf 

ein hohes Mass an Vertrauen schliessen und verlangen vom Opfer grundsätzlich 

ein geringeres Mass an Vorsicht (SÄGESSER, Opfermitverantwortung beim Betrug, 

Bern 2014, S. 155 mit Hinweisen). Insbesondere Liebesbeteuerungen sind geeig-

net, jemanden zur Annahme zu verleiten, die betreffende Person sei ihm gutge-

sinnt (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 6B_518/2012 vom 5. Februar 2013 E. 

3.3.2). 

2.3. Im Zeitpunkt der Geldübergaben kannten sich der Beschuldigte und die 

Privatklägerin schon seit längerer Zeit. Nachdem der Beschuldigte im Jahr 2013 

Interesse an der Privatklägerin gezeigt und sie umworben hatte, gingen sie erst-

mals eine Beziehung ein. Finanzielle Probleme des Beschuldigten waren damals 

(und im Übrigen auch in den nächsten Jahren) kein Thema. Er fragte sie nie nach 

Geld, sondern zeigte sich ihr gegenüber vielmehr finanziell gutsituiert und gross-

zügig. Nach Ende ihrer Beziehung blieben der Beschuldigte und die Privatklägerin 

freundschaftlich miteinander verbunden, wobei er mit liebevollen Nachrichten da-

für sorgte, dass sie weiterhin davon ausging, es liege ihm etwas an ihr. Im Juli 

2018 konnte er an diese Situation anknüpfen und das vorhandene Vertrauensfun-

dament zu seinen Gunsten nutzen. Aufgrund der langjährigen Bekanntschaft 

rechnete die Privatklägerin verständlicherweise nicht damit, dass die Zuneigung 

des Beschuldigten nur vorgeschoben war, sondern ging von echter Freundschaft 

- 31 - 

und Zuneigung aus. Hätte sie ihn gerade erst kennengelernt, hätte sie ihm wohl 

kaum in den nächsten Monaten bereits mehrere zehntausend Franken überge-

ben. Insofern trifft es entgegen der Vorbringen des Beschuldigten vor Vorinstanz 

(Urk. 32 S. 20) nicht zu, dass die Vorkommnisse in den früheren Jahren für die 

rechtliche Würdigung ohne Bedeutung sind. Nachdem der Beschuldigte gemäss 

eigenen Angaben nie an der Privatklägerin interessiert war, ist im Übrigen auch 

diesbezüglich Täuschungsabsicht zu bejahen. Der Beschuldigte band die Privat-

klägerin mit der von ihm geäusserten Absicht nach einer festen Beziehung emoti-

onal an sich und weckte bei ihr die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Wie 

die Vorinstanz zutreffend erwog, verstärkte er die Gefühle und Hoffnungen der 

Privatklägerin durch seine Konversationen über eine Ehe bzw. ein Verlöbnis so-

wie durch die ausgetauschten Zärtlichkeiten, Verabredungen und Textnachrichten 

(Urk. 42 S. 41). Aufgrund ihrer Zuneigung zum Beschuldigten und des Wunsches 

nach einer Beziehung mit ihm wurde die Privatklägerin in ihrer Fähigkeit, seine 

Täuschungshandlungen zu durchschauen und sich selbst zu schützen, erheblich 

eingeschränkt. Ihre Aussagen zeigen auf, dass die mit dem Beschuldigten ver-

meintlich geführte Beziehung ihr Verhalten massgeblich beeinflusst hat. Zu ver-

weisen ist an dieser Stelle etwa auf ihre Aussagen, wonach sie gedacht habe, 

wenn sie übers Heiraten reden würden und sie ihm ihr Leben anvertraue, dann 

müsse sie ihm auch Geld anvertrauen können (Urk. 3/1 S. 4; Urk. 3/3 S. 11). Ein 

solcher Vertrauensvorschuss und eine solche emotionale Bindung ist unabhängig 

vom Ausbildungsgrad der Beteiligten Grundlage einer jeden Liebesbeziehung. 

Dem Vorbringen der Verteidigung, dass die Privatklägerin als Fachärztin für Psy-

chiatrie und Psychotherapie nicht auf Psychospielchen hereinfallen könne 

(Urk. 57 Rz. 13 f. und 97), kann deshalb nicht gefolgt werden. Der Beschuldigte 

nutzte die emotionale Bindung der Privatklägerin und das zwischen ihnen aufge-

baute Vertrauensverhältnis aus. Äusserte sie Bedenken oder Zweifel, zeigte er 

sich verständnislos und fasste dies als Misstrauen auf. Auf ihre Frage gab er etwa 

an, er wisse nicht, was es für ihre Beziehung bedeute, wenn sie ihm das Geld 

nicht geben wolle. Sie könne ihm vertrauen (Urk. 3/1 S. 4; Urk. 3/3 S. 15). Dem 

Beschuldigten gelang es damit, Ambivalenzen der Privatklägerin auf der emotio-

nalen Ebene im Zaum zu halten. Die Privatklägerin befürchtete, dass die Bezie-

- 32 - 

hung scheitern könnte, wenn sie dem Beschuldigten nicht vertraue. Dies zeigt 

sich exemplarisch an den Ereignissen von Ende Oktober 2018, als sie auf einen 

Schuldschein bestehen wollte, dem Beschuldigten aber letztlich Fr. 20'000.– ohne 

Quittung übergab. Die Privatklägerin erklärte dies damit, dass sie den Druck und 

die Spannung zwischen ihnen nicht ausgehalten habe. Sie habe Angst gehabt, 

dass die Beziehung mit dem Beschuldigten zerfalle, wenn sie ihm gegenüber 

Misstrauen zum Ausdruck gebracht hätte (Urk. 3/3 S. 15 f. und 21.; vgl. auch 

Urk. 3/1 S. 4). 

2.4. In Würdigung der gesamten Umstände, insbesondere des Täuschungs-

aufwandes des Beschuldigten und der vorhandenen emotionalen Bindung, ist der 

Privatklägerin keine Opfermitverantwortung anzulasten, die zur Verneinung der 

Arglist führen würde. Aus den Aussagen der Privatklägerin ergibt sich vielmehr, 

dass die Täuschungshandlungen des Beschuldigten, insbesondere die vorge-

spielte Beziehung, für die Übergabe der Bargeldbeträge in der Höhe von insge-

samt Fr. 44'000.– entscheidend waren. Mit der Vorinstanz ist auch das Vorliegen 

eines Vermögensschadens zu bejahen. Der objektive Tatbestand des Betrugs im 

Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB ist damit erfüllt. 

3. Subjektiver Tatbestand 

In subjektiver Hinsicht sind beim Tatbestand des Betrugs Vorsatz und die Absicht 

unrechtsmässiger Bereicherung erforderlich. An beidem kann bei der Vorgehens-

weise des Beschuldigten kein Zweifel bestehen. Insbesondere lassen seine Aus-

sagen, wonach er sich nie für die Privatklägerin interessiert habe, angesichts sei-

nes dem diametral entgegengesetzten Verhaltens keinen anderen Schluss zu, als 

dass er sie vorsätzlich über seine Gefühle täuschte. Er wusste um seine prekären 

finanziellen Verhältnisse und gab gegenüber der Privatklägerin vor, dass er in der 

Lage und gewillt war, die Gelder zurückzuzahlen. Mit seinem Vorgehen strebte er 

eine wirtschaftliche Besserstellung an, ohne darauf einen rechtmässigen An-

spruch zu haben.  

- 33 - 

4. Gewerbsmässigkeit 

Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Annahme von Gewerbsmässigkeit 

zutreffend dargelegt (Urk. 42 S. 42). Darauf kann verwiesen werden. Der Be-

schuldigte veranlasste die Privatklägerin im Zeitraum von rund vier Monaten zu 

sieben Vermögensverfügungen. Damit machte er einen Gesamtbetrag von 

Fr. 44'000.– erhältlich. Die Erlangung dieser Summe war mit einem nicht unerheb-

lichen Aufwand verbunden. Der Beschuldigte stand insbesondere im Zeitraum Juli 

bis November 2018 in intensivem Kontakt mit der Privatklägerin, wobei sie sich 

nicht nur über elektronische Kommunikationsmittel austauschten. Vielmehr kam 

es auch zu zahlreichen persönlichen Treffen. Für die Beziehung mit der Privatklä-

gerin und deren Beeinflussung setzte der Beschuldigte damit sehr viel Zeit und 

Energie ein. Es ist erstellt, dass er im Deliktszeitraum krankheitsbedingt keiner 

Erwerbstätigkeit nachgegangen ist, auch wenn er an der Berufungsverhandlung 

(erstmals) Gegenteiliges behauptete. Angesichts des von ihm innert weniger Mo-

nate erlangten Betrages von Fr. 44'000.– lässt sich keine andere Schlussfolge-

rung ziehen, als dass die Einkünfte aus seinem deliktischen Verhalten über einen 

längeren Zeitraum einen namhaften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung sei-

ner Lebensgestaltung ausmachten. Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen ge-

werbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB ist daher zu 

bestätigen. 

IV. Sanktion 

1. Strafrahmen und Strafzumessungsregeln 

Gewerbsmässiger Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB wird mit Frei-

heitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen be-

straft. Ausserordentliche Umstände, die ein Verlassen des ordentlichen Strafrah-

mens als angezeigt erscheinen liessen, liegen nicht vor. Zu den Grundsätzen der 

Strafzumessung finden sich im vorinstanzlichen Urteil bereits zutreffende Erwä-

gungen (Urk. 42 S. 43 f.). Diese brauchen an dieser Stelle nicht wiederholt zu 

werden. 

- 34 - 

2. Tatkomponente 

2.1. Im Rahmen der objektiven Tatschwere ist zunächst zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte durch die Täuschung der Privatklägerin Bargeldbeträge im 

Gesamtbetrag von Fr. 44'000.– erlangt hat. Für einen gewerbsmässigen Betrug 

liegt damit keine besonders hohe Deliktssumme vor. Die Vorinstanz hat jedoch zu 

Recht darauf hingewiesen, dass der Deliktsbetrag für die Privatklägerin einen 

namhaften finanziellen Betrag darstellte (Urk. 42 S. 44 f.). Die Deliktssumme wur-

de zudem innert einiger Monate und damit eines längeren Zeitraumes sowie in 

sieben Teilbeträgen erhältlich gemacht. Demgegenüber ist auch zu berücksichti-

gen, dass die Privatklägerin durchaus über gewisse Verdachtsmomente verfügte 

und sich unvorsichtig verhielt, indem sie dem Beschuldigten ohne schriftlichen 

Vertrag oder Quittungen mehrfach hohe Geldbeträge in bar überreichte. Der Be-

schuldigte ging bei der Tatbegehung zielgerichtet und planmässig vor und wende-

te für seine Täuschungshandlungen viel Zeit und Energie auf. Er ging dabei auch 

durchaus raffiniert vor. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, pflegte er über Jahre 

hinweg das Bild eines reichen arabischen Geschäftsmanns, das er durch das Er-

zählen immer neuer Anekdoten aufrechterhielt (Urk. 42 S. 45). Um die Privatklä-

gerin davon zu überzeugen, dass echte Gefühle im Spiel seien und eine gemein-

same Zukunft möglich sei, investierte er zudem viel Zeit in die Pflege ihrer Bezie-

hung. Dabei schreckte er auch nicht davor zurück, die Privatklägerin mit falschen 

Liebesbekundungen emotional an sich zu binden. Er nutzte die Zuneigung der 

Privatklägerin und das ihm entgegengebrachte Vertrauen sowie die grundsätzli-

che Hilfsbereitschaft der Privatklägerin schamlos aus. Sein Vorgehen zeugt mit 

der Vorinstanz (Urk. 42 S. 45) von erheblicher Rücksichtslosigkeit und Unverfro-

renheit, mithin auch von erheblicher krimineller Energie. Vor diesem Hintergrund 

ist auch nachvollziehbar, dass die Privatklägerin immer noch stark unter dem vom 

Beschuldigten begangenen Vertrauensmissbrauch leidet (vgl. dazu Urk. 29). Ins-

gesamt ist die objektive Tatschwere in Anbetracht des weitgefassten Strafrah-

mens des gewerbsmässigen Betrugs als noch leicht einzustufen. 

2.2. Zur subjektiven Tatschwere ist zu bemerken, dass der Beschuldigte direkt-

vorsätzlich handelte. Andere als finanzielle und damit egoistische Beweggründe 

- 35 - 

sind nicht erkennbar. Dass er sich damals in einer finanziellen Notlage befunden 

hätte, ist nicht ersichtlich. In Anbetracht der von der Privatklägerin erhältlich ge-

machten Geldbeträge ist die vorinstanzliche Schlussfolgerung, der Beschuldigte 

habe sich damit einen luxuriösen Lebensstil finanziert (Urk. 42 S. 45), nahelie-

gend. Letztlich handelt es sich dabei aber um eine unbelegte Vermutung. Im Er-

gebnis vermag die subjektive Tatschwere deren objektive Schwere nicht zu relati-

vieren. In Anbetracht der Tatkomponente erweist sich eine Einsatzstrafe in der 

Grössenordnung von gegen einem Jahr als angemessen. 

3. Täterkomponente 

3.1. Aus den Akten und den Befragungen des Beschuldigten ergibt sich Fol-

gendes zu seinen persönlichen Verhältnissen: Der Beschuldigte ist im Jahr 1972 

im Libanon geboren und zusammen mit drei Brüdern und zwei Schwestern auf-

gewachsen. Er besuchte im Libanon die Schule und absolvierte die Maturität. Da-

nach arbeitete er gemäss eigenen Angaben mit seinem Vater im Handel, bis er im 

Jahre 2000 in die Schweiz einreiste. In der Schweiz war der Beschuldigte bis zu 

seiner Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2012/2013 bzw. 2014 im Autohandel tätig. Es 

ist, wie erwogen, erstellt, dass er über keine Einkünfte und kein Vermögen ver-

fügt, auch wenn er anlässlich der Berufungsverhandlung erstmals das Gegenteil 

behauptete. Er wird von seiner Familie finanziell unterstützt. Im Jahr 2002 heirate-

te der Beschuldigte. Die Ehe wurde im Oktober 2018 geschieden. Kinder hat der 

Beschuldigte keine. Aktuell lebt er laut seinen Angaben im Libanon (Urk. 2/1 S. 2; 

Urk. 2/2 S. 7 f.; Urk. 2/3 S. 4 f. und 11; Prot. I S. 7 f.; Prot. II S. 6 f.). Aus der Bio-

graphie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten lassen sich keine 

strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten. 

3.2. Die Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten (Urk. 56) ist strafzumessungs-

neutral zu behandeln (BGE 136 IV 1). Aus dem Nachtatverhalten ergeben sich 

ebenfalls keine strafzumessungsrelevanten Umstände. 

- 36 - 

4. Fazit 

Sowohl die von der Staatsanwaltschaft beantragte als auch die vorinstanzlich 

ausgefällte Strafe erweisen sich nach dem Gesagten als auffällig tief, zumal es 

sich vorliegend um ein qualifiziertes Vermögensdelikt mit einem nicht unerhebli-

chen Tatverschulden handelt. In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe 

wäre eine Freiheitsstrafe von gegen einem Jahr sicher angezeigt gewesen. Da 

das Verschlechterungsverbots zu beachten ist, hat es bei der vorinstanzlich aus-

gefällten Strafe von 7 Monaten Freiheitsstrafe zu bleiben. 

5. Vollzug 

Die Vorinstanz hat den Vollzug der Freiheitsstrafe bedingt aufgeschoben und die 

Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt (Urk. 46 S. 53). Dies erscheint angemessen 

und ist wiederum in Beachtung des Verschlechterungsverbots zu bestätigen. 

V. Zivilansprüche 

1. Schadenersatz 

1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten verpflichtet, der Privatklägerin Scha-

denersatz von Fr. 44'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 6. Dezember 2018 sowie Scha-

denersatz von Fr. 1'963.45 zu bezahlen (Urk. 42 S. 53). Im Berufungsverfahren 

stellt der Beschuldigte angesichts des beantragten Freispruchs den Antrag, die 

Zivilansprüche der Privatklägerin seien abzuweisen (Urk. 57 S. 2). Die Privatklä-

gerin liess sich nicht vernehmen. 

1.2. Hinsichtlich der Voraussetzungen für die Geltendmachung von Zivilansprü-

chen im Strafverfahren kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 42 S. 48 f.). Die adhäsionsweise Geltendmachung eines 

Schadenersatzanspruches setzt voraus, dass sich der zivilrechtliche Anspruch 

aus der Straftat ableitet (Art. 122 Abs. 1 StPO). Ansprüche aus der Straftat sind 

namentlich solche, welche sich auf deliktische Anspruchsgrundlagen (Art. 41 ff. 

OR) stützen (BSK StPO-DOLGE, 2. Aufl. 2014, N 65 f. zu Art. 122). Gemäss 

Art. 41 Abs. 1 OR ist zum Ersatz verpflichtet, wer einem andern widerrechtlich 

- 37 - 

Schaden zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus Fahrlässigkeit. Reine Vermögens-

schäden sind nur dann widerrechtlich, wenn ein Verstoss gegen eine besondere 

Verhaltensnorm vorliegt, deren Zweck darin besteht, das Vermögen gegenüber 

Schädigungen der konkret vorliegenden Art zu schützen. Als Schutznorm gilt na-

mentlich der Betrugstatbestand nach Art. 146 StGB (BREHM, Berner Kommentar, 

5. Aufl. 2021, N 39 zu Art. 41 OR). Zwischen der schädigenden Handlung und 

dem eingetretenen Erfolg muss ein (natürlicher und adäquater) Kausalzusam-

menhang bestehen. Schliesslich setzt Art. 41 Abs. 1 OR ein Verschulden des 

Haftpflichtigen voraus. 

1.3. Gemäss erstelltem Sachverhalt erlitt die Privatklägerin aufgrund der dem 

Beschuldigten ausgeliehenen Geldbeträge von insgesamt Fr. 44'000.– einen 

Schaden in entsprechender Höhe. Nachdem Art. 146 StGB eine Schutznorm für 

das Vermögen darstellt, liegt Widerrechtlichkeit vor. Ebenfalls zu bejahen ist der 

Kausalzusammenhang zwischen dem betrügerischen Verhalten des Beschuldig-

ten und dem dadurch verursachten Vermögensschaden von Fr. 44'000.–. Der Be-

schuldigte nahm die Schädigung der Privatklägerin zumindest in Kauf, weshalb 

schuldhaftes Verhalten vorliegt. Die vorinstanzliche Verpflichtung des Beschuldig-

ten zur Leistung von Schadenersatz von Fr. 44'000.– an die Privatklägerin ist da-

mit zu bestätigen. Den Angaben der Privatklägerin zufolge hätte der Beschuldigte 

das Geld zunächst bis zum 20. November 2018 zurückzahlen sollen. In der Folge 

versprach er, ihr den gesamten Betrag bis zum 6. Dezember 2018 zurückzuzah-

len (Urk. 3/1 S. 4; Urk. 3/3 S. 16 und 18). Mit der Vorinstanz ist der Schadener-

satz daher antragsgemäss (Urk. 5/2; Urk. 26 S. 15) zu 5 % ab 6. Dezember 2018 

zu verzinsen. 

1.4. Die Privatklägerin beantragt, es seien ihr zusätzlich die aufgrund des Dar-

lehens entstandenen Kosten von insgesamt EUR 888.62 zu ersetzen. Aufgrund 

der Überschreitung des Kreditrahmens bei der Deutschen Apotheker- und Ärzte-

bank seien Sollzinsen angefallen. Ebenso seien Kosten in Form von Sollzinsen 

für den Überzug der Kreditlimite entstanden. Die Privatklägerin bringt weiter vor, 

dass sie aufgrund des Darlehens und der unterbliebenen Rückerstattung Rech-

nungen nicht mehr habe bezahlen können, weshalb Verzugszinsen von insge-

- 38 - 

samt Fr. 880.40 angefallen seien. Schliesslich seien ihr diverse Kosten für Barbe-

züge entstanden, welche sie von der Kreditkarte habe tätigen müssen, da sie auf 

dem Bankkonto über kein Geld mehr verfügt habe. Diesbezüglich könnten Kosten 

in der Höhe von Fr. 30.– belegt werden (Urk. 26 S. 13 ff.). Die von der Privatklä-

gerin geltend gemachten Beträge decken sich mit den zu den Akten gereichten 

Belegen (Urk. 27/4/1 ff.). Ihre Höhe ist entsprechend ausgewiesen. Über Hergang 

und Kausalität ist damit allerdings noch nichts gesagt. Eine abschliessende Beur-

teilung, inwiefern die von der Privatklägerin unter diesem Titel geltend gemachten 

Positionen unmittelbare Folge des zu beurteilenden Anklagesachverhalts sind, ist 

anhand der Akten nicht möglich. Es fehlen insbesondere Unterlagen zu den fi-

nanziellen Verhältnissen der Privatklägerin sowie den von ihr eingegangenen 

(sonstigen) finanziellen Lasten. Dass die Privatklägerin ihren finanziellen Ver-

pflichtungen allein aufgrund des deliktischen Verhaltens des Beschuldigten nicht 

mehr nachkommen konnte, ist vor diesem Hintergrund nicht belegt. Zudem stellt 

sich die Frage, inwiefern es der Beschuldigte zu vertreten hat, dass sich die Pri-

vatklägerin das Darlehen eigentlich nicht leisten konnte und sich dafür verschul-

dete (vgl. ebenso die Verteidigung: Urk. 26 S. 14; Urk. 57 Rz. 113). Das Scha-

denersatzbegehren der Privatklägerin ist deshalb in diesem Umfang auf den Weg 

des Zivilprozesses zu verweisen. 

1.5. Schliesslich macht die Privatklägerin Fahrkosten von insgesamt Fr. 70.40 

für die Teilnahme am Verfahren geltend (Urk. 26 S. 15). Hierzu wurden keinerlei 

Belege eingereicht oder nähere Ausführungen gemacht. Insbesondere ist unklar, 

ob die Privatklägerin angesichts des Umstands, dass sie in Zürich I._____ wohnt 

und im Quartier G._____ in der Stadt Zürich arbeitet, nicht über ein Abonnement 

für den öffentlichen Verkehr verfügt. Damit ist nicht ausgewiesen, dass der Privat-

klägerin im Zusammenhang mit den im Strafverfahren durchgeführten Einver-

nahmen sowie den Besprechungen mit ihren Anwälten zusätzliche Fahrkosten 

angefallen sind, welche vom Beschuldigten zu ersetzen wären. Die Schadener-

satzforderung der Privatklägerin ist deshalb auch in diesem Umfang auf den Weg 

des Zivilprozesses zu verweisen. 

- 39 - 

2. Genugtuung 

2.1. Die Vorinstanz sprach der Privatklägerin eine Genugtuung von Fr. 2'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 6. Dezember 2018 zu. Im Mehrbetrag wurde das Genugtu-

ungsbegehren abgewiesen (Urk. 42 S. 53). Zur Begründung des Genugtuungsan-

spruchs führte der Vertreter der Privatklägerin vor Vorinstanz zusammengefasst 

aus, dass der Beschuldigte der Privatklägerin über mehrere Monate Gefühle und 

eine Beziehung vorgetäuscht habe. Er sei in das innerste und damit in den emoti-

onalen Intimbereich der Privatklägerin eingedrungen und habe ihr Vertrauen und 

die ihm entgegengebrachten Gefühle rein profitorientiert und kaltherzig miss-

braucht. Dadurch habe die Privatklägerin einen massiven seelischen Schmerz er-

litten, was sie bis heute sehr misstrauisch gegenüber ihrer Umgebung zurücklas-

se. Ins Gewicht falle zudem das rücksichtslose und sinnlose Vorgehen des Be-

schuldigten sowie der Umstand, dass er sich in der Folge nicht um das Wohler-

gehen der Privatklägerin gekümmert habe. Erhöhend seien auch das Nachtatver-

halten sowie die Unerheblichkeit des Motivs zu gewichten (Urk. 26 S. 16 f.). 

2.2. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Genug-

tuung sowie die Kriterien für die Bemessung der Genugtuung korrekt aufgeführt. 

Auf die entsprechenden Erwägungen kann vorab verwiesen werden (Urk. 42 

S. 51). Wie sich bereits aus dem Wortlaut von Art. 49 Abs. 1 OR ergibt, ist Genug-

tuung nur geschuldet, sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt. Als  

Massstab hat zu gelten, wie der zu beurteilende Eingriff auf eine weder besonders 

sensible noch besonders widerstandsfähige Durchschnittsperson gewirkt hätte. 

Der Eingriff muss aussergewöhnlich schwer sein und in seinen Auswirkungen das 

Mass einer Aufregung oder einer alltäglichen Sorge klar übersteigen (BSK OR-

KESSLER, 7. Aufl. 2020, N 11 zu Art. 49). Zu den durch Art. 49 OR geschützten 

Persönlichkeitsrechten gehören in erster Linie Leib und Leben, persönliche Frei-

heit, Ehre, persönliche Sphäre und geistiges Eigentum, nicht aber vertragliche 

Ansprüche als solche (BSK OR-KESSLER, a.a.O., N 13 zu Art. 49). Theoretisch 

kann fast jedes Delikt zu einer Verletzung zumindest der psychischen Integrität 

der geschädigten Person führen. Bei der Zusprechung von Genugtuungsleistun-

gen zufolge deliktischen Verhaltens dürften aber Straftaten gegen Leib und Leben 

- 40 - 

und die sexuelle Integrität im Vordergrund stehen, zumal diese Delikte unmittelba-

re Auswirkungen auf die körperliche, sexuelle und psychische Integrität haben. 

Demgegenüber betreffen Vermögensdelikte regelmässig rein finanzielle Interes-

sen der Geschädigten, weshalb sie in aller Regel keine schwere Persönlichkeits-

verletzung zu begründen vermögen. Zu verweisen ist in diesem Zusammenhang 

auch darauf, dass reine Vermögensdelikte wie Diebstahl oder Betrug mangels 

unmittelbarer Beeinträchtigung grundsätzlich nicht unter den Anwendungsbereich 

des Opferhilfegesetzes fallen (BSK StGB-WYSSMANN, 4. Aufl. 2019, N 6 zu 

Art. 92a; vgl. dazu auch Empfehlungen SVK-OHG 2010, S. 12 f.). Dem urteilen-

den Gericht ist denn auch kein Fall bekannt, in welchem bei einem reinen Vermö-

gensdelikt eine Genugtuung zugesprochen worden wäre, wobei anzumerken ist, 

dass in solchen Fällen äusserst selten überhaupt entsprechende Ansprüche ge-

stellt werden. 

2.3. Der Beschuldigte ist wegen gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von 

Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB schuldig zu sprechen. Dabei handelt es sich um ein 

Vermögensdelikt. Wie erwähnt, sind Vermögensdelikte grundsätzlich nicht genug-

tuungsbegründend. Die Privatklägerin begründet ihren Anspruch auf Genugtuung 

mit dem Missbrauch ihres Vertrauens durch den Beschuldigten. Es trifft zu, dass 

der Beschuldigte die Privatklägerin arglistig getäuscht hat, indem er sie über seine 

persönliche und finanzielle Situation sowie seine Zuneigung ihr gegenüber ge-

täuscht hat. Diesbezüglich ist jedoch zunächst anzumerken, dass die arglistige 

Täuschung beim Betrug tatbestandsimmanent ist, weshalb sich allein daraus kei-

ne Rückschlüsse auf die Schwere der Rechtsgutverletzung ziehen lassen. Ge-

schütztes Rechtsgut von Art. 146 StGB ist denn auch nicht die Ehrlichkeit, son-

dern allein das Vermögen. Daran ändert das Vorliegen einer arglistigen Täu-

schung nichts. Die Täuschungshandlung ist blosses Angriffsmittel auf das 

Rechtsgut des Vermögens (BSK StGB-MAEDER/NIGGLI, a.a.O., N 11 zu Art. 146). 

Dass die Privatklägerin durch den Vertrauensmissbrauch des Beschuldigten ge-

troffen wurde, ist nachvollziehbar. Es soll denn auch keinesfalls in Frage gestellt 

werden, dass die Straftat des Beschuldigten bei ihr auch psychische Folgen hin-

terlassen hat. Dennoch dürfen die konkreten Tatumstände nicht ausser Acht ge-

lassen werden. Eine Genugtuung ist wie erwähnt nur geschuldet, wenn die Per-

- 41 - 

sönlichkeitsverletzung schwer wiegt. Das Gericht nimmt diese Beurteilung auf-

grund von objektiven Kriterien vor. Nicht die subjektive Wahrnehmung durch die 

geschädigte Person ist in erster Linie entscheidend, sondern die objektive Schwe-

re der Verletzung (CHK OR-MÜLLER, 3. Aufl. 2016, N 9 zu Art. 49). Der Beschul-

digte und die Privatklägerin waren im Zeitpunkt der Geldübergaben seit mehreren 

Jahren miteinander bekannt. Der Beschuldigte nutzte den Wunsch der Privatklä-

gerin nach einer festen Beziehung geschickt aus und bestärkte sie in ihrer Vor-

stellung, dass zwischen ihnen eine enge Verbindung besteht. Bei objektiver Be-

trachtungsweise spielte sich die Beziehung zwischen dem Beschuldigten und der 

Privatklägerin jedoch nur beschränkt im realen Leben ab und verlief teilweise 

auch etwas einseitig (vgl. zum Ganzen Ziff. III.2.2.). Angesichts der konkreten 

Umstände wäre ein aussenstehender Betrachter kaum von einem engen Verhält-

nis oder gar einer Liebesbeziehung ausgegangen. Dass die Privatklägerin in ih-

rem Verhalten etwas leichtgläubig war, führt nicht zur Verneinung der Arglist, wirkt 

sich jedoch auf die hier vorzunehmende Bewertung der Persönlichkeitsverletzung 

aus. Es fehlt – ohne das Verhalten des Beschuldigten bagatellisieren zu wollen – 

auch vor diesem Hintergrund an der erforderlichen (objektiven) Schwere des Ein-

griffs. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich die heute aus-

zufällende Freiheitsstrafe im unteren Bereich des Strafrahmes bewegt. Nach dem 

Gesagten liegen insgesamt keine besonderen Umstände vor, welche die aus-

nahmsweise Zusprechung einer Genugtuung bei einem Vermögensdelikt rechtfer-

tigen könnten. Im Übrigen wurden von der Privatklägerin auch keine Belege dafür 

eingereicht, dass sie sich deswegen in therapeutische Behandlung befindet. Das 

Genugtuungsbegehren der Privatklägerin ist deshalb abzuweisen. 

  

- 42 - 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens 

Ausgangsgemäss ist das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziffern 6 und 7) zu 

bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

2. Kosten des Berufungsverfahrens 

Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Ob-

siegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte strebte mit 

seiner Berufung einen Freispruch an und unterliegt im Berufungsverfahren mit 

seinen Anträgen fast vollumfänglich. Er obsiegt lediglich teilweise im Zivilpunkt. 

Bei diesem Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsver-

fahrens dem Beschuldigten zu neun Zehnteln aufzuerlegen und zu einem Zehntel 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

3. Parteientschädigung 

3.1. Nach der Rechtsprechung ist die Entschädigungsfrage nach der Kosten-

frage zu beantworten. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kosten 

keine Entschädigung auszurichten ist, während bei Übernahme der Kosten durch 

die Staatskasse die beschuldigte Person Anspruch auf Entschädigung hat. Im 

Falle einer teilweisen Kostenauflage ist eine entsprechend gekürzte Entschädi-

gung zuzusprechen (BGE 137 IV 352 E. 2.4.2). Dementsprechend ist dem Be-

schuldigten für das Berufungsverfahren eine reduzierte Prozessentschädigung 

von Fr. 1'500.– zuzusprechen. Das Verrechnungsrecht des Staates ist vorzube-

halten. 

3.2. Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch 

auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, 

wenn sie obsiegt (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). Die Aufwendungen betreffen in ers-

ter Linie die Anwaltskosten, soweit diese durch die Beteiligung am Strafverfahren 

selbst verursacht wurden und für die Wahrung der Interessen der Privatkläger-

schaft notwendig waren (BGE 139 IV 102 E. 4.1). Ein Obsiegen ist dann gegeben, 

wenn die beschuldigte Person im Strafpunkt verurteilt wird und der Privatkläger-

- 43 - 

schaft die geltend gemachte Zivilforderung zugesprochen wird (SCHMID/JOSITSCH, 

StPO Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N 6 zu Art. 433). Die Regelung von 

Art. 433 StPO gilt auch im Rechtsmittelverfahren (Art. 436 Abs. 1 StPO). Auch 

wenn Art. 436 StPO diesbezüglich keine direkte Verweisungsnorm aufweist, rich-

tet sich die Norm hinsichtlich des Entschädigungsanspruches und der -pflicht 

nach dem Grundsatz des Obsiegens bzw. Unterliegens, welcher in Art. 428 StPO 

Niederschlag gefunden hat (BSK StPO-WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., N 6 zu 

Art. 436 mit Hinweisen). 

Ausgangsgemäss hat die Privatklägerin gegenüber dem Beschuldigten Anspruch 

auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren. 

Die Privatklägerin beantragte vor Vorinstanz die Zusprechung einer Prozessent-

schädigung von Fr. 16'529.70 (Urk. 26 S. 19). Die Vorinstanz sprach ihr eine Pro-

zessentschädigung von Fr. 14'914.15 für das Vorverfahren und das erstinstanzli-

che Gerichtsverfahren zu (Urk. 42 S. 54). Die Kürzung der geltend gemachten 

Aufwendungen begründete sie nicht, ist aber wohl darauf zurückzuführen, dass in 

der eingereichten Honorarnote vom 15. März 2021 Kosten für die Teilnahme an 

der Hauptverhandlung sowie die Hin- und Rückfahrt eingesetzt worden waren 

(Urk. 27/8), der Rechtsvertreter der Privatklägerin jedoch nicht an der Hauptver-

handlung teilnahm (Prot. I S. 6). Damit erweist sich die vorinstanzlich zugespro-

chene Parteientschädigung (Ziffer 8) als angemessen und ist zu bestätigen. Für 

das Berufungsverfahren hat die Privatklägerin keine Aufwendungen geltend ge-

macht. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des gewerbsmässigen Betrugs im 

Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Monaten Freiheitsstrafe. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.  

- 44 - 

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin J._____ Schadenersatz 

von Fr. 44'000.–, zuzüglich 5 % Zins seit 6. Dezember 2018, zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

5. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin J._____ wird abgewiesen. 

6. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 6 bis 8) 

wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 4'000.–.  

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu neun 

Zehnteln auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. 

9. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine reduzierte Pro-

zessentschädigung von Fr. 1'500.– aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden der 
Privatklägerin 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden der 

Privatklägerin 
− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstel