# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7cc8a62f-2c40-578d-826d-56e889c06446
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.06.2021 SB200121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200121_2021-06-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB200121-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichterin lic. iur. R. Affolter 

und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Keller sowie die Gerichtsschreibe-

rin MLaw T. Künzle 

 

Urteil vom 14. Juni 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. R. Geisseler, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

sowie 
 

B._____,  
Privatkläger und Anschlussberufungskläger 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend versuchte Tötung etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung,  
vom 30. Oktober 2019 [recte: 28. August 2019] (DG190030) 
 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, Abteilung für 

schwere Gewaltkriminalität, vom 8. Mai 2019 ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 58 S. 78 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

- der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 
22 Abs. 1 StGB und 

- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7,5 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 342 Tage 

durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. 

3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 8 Jahre des Landes 

verwiesen. 

5. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informations-

system angeordnet. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 16. April 2019 

beschlagnahmten 

- 1 Scherbe von Trinkglas, Asservate-Nr. A011'862'796, Lagerort: FOR Transit-

lager KED 

- 1 Scherbe von Trinkglas, Asservate-Nr. A011'862'810, Lagerort: FOR Transit-

lager KED 

- 1 Scherbe von Trinkglas, Asservate-Nr. A011'862'832, Lagerort: FOR Transit-

lager KED 

- 1 Bierglas "Feldschlösschen" Asservate-Nr. A012'001'762, Lagerort: FOR 

Transitlager KED 

- 3 Trinkgläser aus Bar, Asservate-Nr. A012'001'784, Lagerort: FOR Transitla-

ger KED 

-   3   - 

- 1 T-Shirt "Guns N'Roses", Asservate-Nr. A011'862'865, Lagerort: FOR KED  

- 1 Herrenhose, Marke "Indian Project", Asservate-Nr. A011'866'298, Lagerort: 

FOR Transitlager KED 

- 1 T-Shirt, Marke "Tom Tailor", Asservate-Nr. A011'866'301, Lagerort: FOR 

Transitlager KED 

- 1 Kapuzenjacke, Marke "Your Turn", Asservate-Nr. A011'866'312, Lagerort: 

FOR Transitlager KED 

- 1 Paar Schuhe, Marke "Young Spirit", Asservate-Nr. A011'866'323, Lagerort: 

FOR Transitlager KED 

- 1 Paar Socken, weiss, Asservate-Nr. A011'866'345, Lagerort: FOR Transit-

lager KED 

werden eingezogen und dem Forensischen Institut Zürich nach Eintritt der Rechts-

kraft des Urteils zur Vernichtung überlassen. 

7. Die beim Forensischen Institut Zürich unter den Referenznummern K180921-004 / 

73721478 aufbewahrten Gegenstände, Spuren und Spurenträger,  

- Shirt (A011'862'752) (C._____) 

- Shirt (A011'862'763) (A._____) 

- Tatortfotografie (A011'862'774) 

- IRM-Fotografie (A011'862'785) 

- Wattetupfer (A011'862'821) 

- Wattetupfer (A011'862'843) 

- Wattetupfer (A011'862'854) 

- Wattetupfer (A011'862'876) 

- Wattetupfer (A011'862'887) 

- Wattetupfer (A011'862'898) 

- Wattetupfer (A011'862'901) 

- Wattetupfer (A011'862'912) 

- IRM-Fotografie (A011'865'773) 

- Wattetupfer (A011'865'795) 

- Wattetupfer (A011'865'819) 

- Vergleichs-WSA (A011'865'853) 

- Wattetupfer (A011'865'864) 

- Wattetupfer (A011'865'886) 

- Wattetupfer (A011'865'911) 

-   4   - 

- Wattetupfer (A011'865'922) 

- Herrenjacke (A011'878'196) (A._____) 

- Herrenhose (A011'878'209) (A._____) 

- Schuhe (A011'878'232) (A._____) 

- Mobiltelefon (A011'878'243) (A._____) 

- Tatort-Fotografie (A012'000'521) 

- Fotografie (A012'000'690) 

werden dem Forensischen Institut Zürich nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils 

zur Vernichtung überlassen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung von 

Fr. 10'000.–, zuzüglich 5 % Zins seit dem 20. September 2018 zu bezahlen. 

9. Die Schadenersatzforderung des Privatklägers wird dem Grundsatz nach 

gutgeheissen und auf den Zivilweg verwiesen. 

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 4'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 8'258.60   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 285.50   Entschädigung Sachverständige 

Fr. 27'239.05   amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt.) 

Fr. 15'000.–   Kosten unentgeltliche Rechtsbeiständin Privatkläger (inkl. MwSt.) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsbeiständin des Privatklägers, welche 

einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichts-

kasse übernommen werden, sowie die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, welche von der Gerichtskasse übernommen werden. 

12. (Mitteilungen) 

13. (Rechtsmittel)" 

-   5   - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 77) 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, 

vom 28. August 2019 bezüglich der Dispositivziffer 1 alinea 2 (Schuldspruch 

betreffend der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes), 

bezüglich Dispositivziffer 2 und 3 (Bestrafung mit einer Busse und Fest-

setzung einer Freiheitsstrafe), bezüglich Dispositivziffer 6 und 7 (beschlag-

nahmte Gegenstände) und bezüglich Dispositivziffer 10 (Kostenfestsetzung) 

in Rechtskraft erwachsen ist; 

2. Mein Klient sei vom Vorwurf der versuchten Tötung freizusprechen; 

3. Er sei mit sofortiger Wirkung aus dem vorzeitigem Strafvollzug zu entlassen; 

4. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich sowie 

die Anschlussberufung des Privatklägers seien vollumfänglich abzuweisen; 

5. Auf allfällige Zivilforderungen sei nicht einzutreten; 

6. Die Kosten des Untersuchungsverfahrens und beider Gerichtsverfahren so-

wie der amtlichen Verteidigung seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu 

nehmen; 

7. Mein Klient sei für die ihm durch die Untersuchung erstandenen Kosten und 

Umtriebe sowie für die erlittene immaterielle Unbill – insbesondere die zu 

Unrecht erlittene Haft – angemessen zu entschädigen bzw. es sei ihm eine 

angemessene Genugtuung zuzusprechen. 

 

 

-   6   - 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 78) 

1. Die Berufung des Beschuldigten sei in allen Punkten abzuweisen. 

2. In Gutheissung der Anschlussberufung sei der Beschuldigte mit 9 Jahren 

Freiheitsstrafe zu bestrafen, unter Anrechnung der bis heute erstandenen 

Haft. 

c) Der Privatklägerschaft: 

(Urk. 78) 

1. Der Beschuldigte sei anklagegemäss zum Nachteil des Privatklägers 

B._____ schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger eine Genugtuung von 

Fr. 30'000.00, zuzüglich 5% Zins seit dem 20. September 2018, zu bezah-

len. 

3. Der Beschuldigte sei dem Grundsatz nach zu verpflichten, dem Privatkläger 

B._____ für den bereits entstandenen wie auch für einen allfälligen zukünfti-

gen Schaden, der im Zusammenhang mit den eingeklagten Ereignissen 

steht, Schadenersatz zu leisten. 

4. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertreterin seine (gemäss beiliegen-

der Honorarnote) auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Anklagehintergrund des Verfahrens ist ein Vorfall ausserhalb der D._____ 

Bar (nunmehr D'._____ Bar) an der E._____-Strasse 1 in F._____ [Ortschaft] vom 

20. September 2018, ca. 23.40 Uhr, unter Beteiligung des Beschuldigten einer-

seits und des Geschädigten anderseits. Dabei erlitt der Geschädigte mehrere 

Schnittverletzungen an Kopf und Hals. Nach einer schnellen Erstversorgung 

-   7   - 

durch die Sanität musste er notfallmässig im Spital operiert werden. Der Beschul-

digte wurde im Anschluss an das Ereignis an seinem Wohnort, E._____-Strasse 2 

in F._____ durch die Kantonspolizei verhaftet. Er ist seither ununterbrochen inhaf-

tiert. Seit dem 17. April 2019 befindet er sich seinem Antrag entsprechend im vor-

zeitigen Strafvollzug (Urk. 18/27 f.; Urk. 61).  

2. Für Einzelheiten zum Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil kann 

auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 58 S. 5 f.).  

3. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 

30. Oktober 2019 [recte: 28. August 2019; vgl. Prot. I S. 84 ff.] liess der Beschul-

digte rechtzeitig durch seinen amtlichen Verteidiger Berufung anmelden (Urk. 48) 

und mit Eingabe vom 4. März 2020 ebenfalls fristgerecht die Berufungserklärung 

einreichen (Urk. 59). Auf entsprechende Fristansetzung erhoben der Privatkläger 

durch seine Rechtsbeiständin am 1. April 2020 und die Staatsanwaltschaft am 

2. April 2020 je fristgemäss Anschlussberufung (Urk. 65 und 67). Beweisanträge 

wurden von keiner Partei gestellt.  

4.1 Der Beschuldigte ficht das erstinstanzliche Urteil wie folgt an (Urk. 59; 

Urk. 77): den Schuldspruch wegen versuchter vorsätzlicher Tötung (Dispositivzif-

fer 1 teilweise), die Sanktion wegen versuchter vorsätzlicher Tötung (Dispositivzif-

fer 2 teilweise), die Landesverweisung (Dispositivziffer 4), die Ausschreibung der 

Landesverweisung im SIS (Dispositivziffer 5), die Verpflichtung zur Zahlung einer 

Genugtuung (Dispositivziffer 8), die Regelung betreffend Schadenersatz (Disposi-

tivziffer 9) und die Kostenauflage (Dispositivziffer 11). Die Anschlussberufung des 

Privatklägers richtet sich gegen die Höhe der Genugtuung, die als zu tief erachtet 

und eine Genugtuung von Fr. 30'000.– gefordert wird (Dispositivziffer 8; Urk. 65; 

Urk. 79). Die Staatsanwaltschaft beantragt mit ihrer Anschlussberufung wie schon 

vor Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 9 Jahren (Dispositivziffer 2; Urk. 67 S. 2 

und Urk. 78).  

4.2 Im Ergebnis nicht angefochten ist das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich des 

Schuldspruchs wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, 

der Busse wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, der Er-

-   8   - 

satzfreiheitsstrafe im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse, der Regelung 

betreffend beschlagnahmter Gegenstände, der Regelung bezüglich aufbewahrter 

Gegenstände und der Kostenfestsetzung (vgl. dazu Prot. II S. 6). Daher ist vorab 

mit Beschluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in den Dispositivziffern 

1 teilweise, 2 teilweise, 3, 6, 7 und 10 in Rechtskraft erwachsen ist. 

5. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Das Berufungsgericht 

kann sich auf die für seinen Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 

(BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 2.5 mit Hinweisen).  

II. Prozessuales 

1. Verwertbarkeit Einvernahme des Beschuldigten bei Hausdurchsuchung 

1.1 Die Verteidigung macht auch im Berufungsverfahren wie vor Vorinstanz 

geltend, dass die Aussagen des Beschuldigten gegenüber dem Kantonspolizisten 

G._____ anlässlich der Hausdurchsuchung vom 21. September 2018 (Urk. 1/1 

S. 4 und 7) in Verletzung von strafprozessualen Vorschriften erfolgt seien. So ha-

be der Kantonspolizist G._____ den Beschuldigten nicht über seine Verfahrens-

rechte belehrt, weshalb die Aussagen einem absoluten Beweisverwertungsverbot 

i.S.v. Art. 158 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 141 Abs. 1 StPO unterliegen würden 

(Urk. 44 S. 10 ff.; Urk. 77 S. 2 f. und Prot. II S. 7). Darüber hinaus seien diese 

Aussagen auch unverwertbar, da für den Beschuldigten weder ein "Anwalt der 

ersten Stunde" noch ein Dolmetscher organisiert worden sei, obwohl ein Fall einer 

notwendigen Verteidigung vorgelegen bzw. der Beschuldigte schlechte Deutsch-

kenntnisse habe (Urk. 44 S. 4, 11 f.; Prot. II S. 7).  

1.2 Diese Argumentation verwechselt die Formvorschriften für Polizeirapporte 

und jene für Parteieinvernahmen. Polizeirapporte sind schriftliche Berichte vor Ort 

und als solche gesetzlich vorgesehen (Art. 307 Abs. 3 StPO). Bei der Festhaltung 

von Äusserungen von Personen geht es nicht um die Beweissicherung, sondern 

-   9   - 

primär um die Klärung der Rollen der beim relevanten Geschehen Anwesenden 

(Schmid/Jositsch, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl., 

Zürich/St. Gallen, 2017, N 859). Demzufolge können Polizeirapporte nie mit 

Aussagen von Beschuldigten gleichgesetzt werden, selbst wenn darin Aussagen 

von Personen rezitiert werden. Die Gültigkeit von solchen Rapporten hängt auch 

nicht davon ab, ob der Hinweis auf Verfahrensrechte erfolgt ist oder nicht. 

Das Strafprozessrecht kennt zwar keinen numerus clausus der Beweismittel. 

Dieser Umstand ändert aber nichts daran, dass gewisse Beweise zwingend in ei-

ner vorgeschriebenen Form abzunehmen sind, sofern das Gesetz dies vorsieht. 

Die Einvernahme einer beschuldigten Person wird ausdrücklich und abschlies-

send in Art. 78 ff. und Art. 157 ff. StPO geregelt. Im Polizeirapport festgehaltene 

Äusserungen der beschuldigten Person können von vornherein nie eine Partei-

einvernahme ersetzen und stellen in diesem Sinne gar kein zulässiges Beweismit-

tel für Aussagen der beschuldigten Person dar, zumal solche Aussagen nur indi-

rekt wiedergegeben werden. Nur wenn die beschuldigte Person im Rahmen einer 

prozessual korrekten Einvernahme frühere Äusserungen, die im Polizeirapport 

erwähnt werden, bestätigt, können die Aussagen verwertet werden. Beweismittel 

sind dann allerdings diese Aussagen oder Bestätigungen und nicht jene aus dem 

Polizeirapport.  

Insofern sind Ausführungen der Vorinstanz und der Verteidigung zur Verwertbar-

keit von indirekt wiedergegebenen Aussagen des Beschuldigten im Polizeirapport 

gar nicht relevant. Auch wenn ein Hinweis auf das Aussageverweigerungsrecht 

gemäss Art. 158 StPO erfolgt wäre, würde es unter anderem auch an der wörtli-

chen Protokollierung und der eigenhändigen Unterschrift im Sinne von Art. 78 

StPO fehlen. 

Im Ergebnis heisst dies, dass im Rahmen der Beweiswürdigung von vornherein 

nicht berücksichtigt werden darf, was der Beschuldigte gegenüber dem Polizeibe-

amten anlässlich der Hausdurchsuchung bei G._____ gemäss Polizeirapport ge-

sagt habe (Urk. 1/1 S. 4). Der Beschuldigte hat entsprechende Inhalte in formell 

korrekten, späteren Einvernahmen nie bestätigt (Prot. I S. 24). Im Berufungsver-

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fahren machte der Beschuldigte auch keine Aussagen mehr zur Sache, sondern 

verwies auf seine bisherigen Angaben (vgl. Urk. 76 S. 3 f.). 

1.3 Anzufügen bleibt, dass sämtliche späteren Einvernahmen mit dem Beschul-

digten uneingeschränkt verwertbar sind. Die Rechtsbelehrungen erfolgten korrekt 

und die Befragungen fanden jeweils in Begleitung der amtlichen Verteidigung und 

unter Beizug einer Dolmetscherin statt (Urk. 4/1 - 4/6; Prot. I S. 6 ff.; Urk. 76).  

2. Verwertbarkeit Einvernahme des Privatklägers vom 21. September 2018 

2.1 Weiter rügt die Verteidigung, die Aussagen des Privatklägers vom 

21. September 2018 (Urk. 3/1) seien in Verletzung von strafprozessualen Vor-

schriften erfolgt, da der Privatkläger ohne Dolmetscher befragt worden und auch 

nicht auf das Recht auf Beizug eines Dolmetschers hingewiesen worden sei. Die-

se ersten Aussagen des Privatklägers seien daher unverwertbar (Urk. 44 S. 2 und 

13; Urk. 77 S. 3).  

2.2. Eine beschuldigte Person kann aus der Verletzung der Rechte anderer 

Verfahrensbeteiligter nichts zu ihren Gunsten ableiten. Solche Vorschriften dienen 

dem Schutz der einvernommenen Person und nicht dem Schutz des Beschuldig-

ten. Das gilt jedenfalls dann, wenn nicht dargelegt wurde und auch nicht ersicht-

lich ist, inwiefern der Beschuldigte dadurch in eigenen Rechten betroffen wäre 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_269/2018 vom 24. Oktober 2018 E. 1.4). Dem Be-

schuldigten steht demnach vorliegend einzig frei, die materielle Beweiskraft der 

entsprechenden Einvernahme wegen mutmasslicher sprachlicher Probleme des 

Privatklägers in Zweifel zu ziehen. 

2.3 Wie schon die Vorinstanz zutreffend befand (Urk. 58 S. 10 f.), ist diese Ar-

gumentation aus folgenden Gründen nicht stichhaltig.  

Die Einvernahme des Privatklägers vom 7. Dezember 2018 wurde gemäss Proto-

kollnotiz mit slowakischer Übersetzung gestartet, jedoch schon kurz nach Beginn 

vereinbarungsgemäss auf Deutsch fortgesetzt, nachdem sich gezeigt hatte, dass 

der Privatkläger Deutsch spricht (Urk. 3/2 S. 4 und 15). Im Ergebnis konnte die 

Einvernahme grösstenteils ohne Verdolmetschung durchgeführt werden. 

-   11   - 

Die Einvernahme des Privatklägers anlässlich der Hauptverhandlung vom 

27. August 2019 erfolgte gar gänzlich ohne Dolmetscher. Das Bezirksgericht 

konnte während der einstündigen Befragung unmittelbar feststellen, dass der 

Privatkläger der Deutschen Sprache zweifelsfrei mächtig war, war er doch er-

kennbar in der Lage, sich darin in verständlicher Weise auszudrücken (Prot. I S. 

34-57). Wenn die vorinstanzlichen Richter unter den genannten Umständen, ins-

besondere angesichts ihrer auf persönlicher Wahrnehmung basierenden Über-

zeugung, zum Ergebnis gelangten, dass der Privatkläger auch anlässlich der elf 

Monate zuvor durchgeführten ersten Befragung über genügend Deutschkenntnis-

se für eine Einvernahme ohne Verdolmetschung verfügte, so leuchtet dies ohne 

Weiteres ein.  

Diese Schlussfolgerung wird gestützt durch die Tatsache, dass sich der Privatklä-

ger im Zeitpunkt des zu beurteilenden Vorfalls schon länger in der Schweiz auf-

hielt, gemäss dem Zeugen C._____ jedenfalls seit mindestens ca. 2 ½ Jahren, als 

der Zeuge (auch) in F._____ Wohnsitz nahm und sie sich kennenlernten (Urk. 5/1 

Frage 5; Urk. 2/2 Frage 10; vgl. ferner Prot. I S. 54). Offensichtlich konnte sich der 

Privatkläger die Deutsche Sprache über ein paar Jahre hinweg gut aneignen. 

Darüber hinaus zeigen auch Dokumente aus den Akten betreffend OHG und 

Rechtsbeistandschaft, dass der Privatkläger auf höherem Niveau in der Deut-

schen Sprache kommunizieren kann. So korrespondieren die obigen Feststellun-

gen mit dem durch den Privatkläger am 26. September 2018 – mithin 6 Tage 

nach dem eingeklagten Ereignis – ausgefüllten Formular betreffend Geltendma-

chung von Rechten als Opfer, auf welchem die Spalte mit der Bitte um Bestellung 

einer Dolmetscherin bzw. eines Dolmetschers und in welcher Sprache leer blieb. 

Dass der Fragebogen ansonsten lückenlos ausgefüllt und vom Privatkläger unter-

zeichnet ist und auch noch handschriftliche Ergänzungen enthält, spricht dafür, 

dass der Privatkläger keine Übersetzung für nötig hielt und die Spalte bewusst of-

fen liess (Urk. 14/4). Weiter ist auf ein E-Mail des Privatklägers an den zuständi-

gen Staatsanwalt vom 10. Dezember 2018 betreffend Lohnabrechnungen und 

Kontobewegungen zu verweisen, woraus sich ergibt, dass der Privatkläger auch 

schriftliche Mitteilungen in verständlicher Weise anzubringen imstande ist (Urk. 

14/8 = Urk. 16/2).   

-   12   - 

2.3 Zusammenfassend ist nach dem Gesagten davon auszugehen, dass der 

Privatkläger bereits in der ersten Einvernahme vom 21. September 2018 über 

ausreichende Deutschkenntnisse verfügte. Seine damaligen Aussagen sind dem-

entsprechend mit der Vorinstanz und entgegen der Verteidigung verwertbar, 

obschon der Beschuldigte gar nicht legitimiert ist, sich auf Schutzvorschriften des 

Privatklägers zu berufen und aus diesem Grund die Unverwertbarkeit der Einver-

nahme geltend zu machen.  

3. Verwertbarkeit der Einvernahme von C._____ vom 21. September 2018 

3.1 Die Verteidigung moniert, dass C._____ in der staatsanwaltschaftlichen Ein-

vernahme vom 16. Januar 2019 angab, dass seine Deutschkenntnisse dem Level 

A2 entsprechen würden und er nicht wisse, ob die Polizei ihn in der Einvernahme 

vom 21. September 2018 richtig verstanden habe. C._____ habe zudem ausge-

führt, dass er nicht alles verstanden habe, was die Polizei gefragt habe. Entspre-

chend habe C._____ bei der polizeilichen Einvernahme vom 21. September 2018 

offensichtlich über zu wenig Deutschkenntnisse verfügt. Die Polizisten hätten von 

Amtes wegen einen Dolmetscher beiziehen müssen, unabhängig davon, ob ein 

solcher verlangt worden sei. Die Einvernahme von C._____ vom 21. September 

2018 sei deshalb prozessual unverwertbar (Urk. 77 S. 3 f.). 

3.2 Vorweg ist auf das oben Ausgeführte zu verweisen. Der Beschuldigte ist 

nicht legitimiert, sich auf Schutzvorschriften anderer Verfahrensbeteiligter zu beru-

fen und deshalb die Unverwertbarkeit der Einvernahme geltend zu machen. 

3.3 Wie noch zu zeigen sein wird, ist der Einwand der Verteidigung der mangel-

haften Deutschkenntnisse aber ohnehin unbegründet. C._____ sagte in der 

polizeilichen Einvernahme vom 21. September 2018 im Einklang mit dem Privat-

kläger und H._____ aus (siehe hernach Erw. III 4.3.6). Seine Ausführungen sind 

logisch im Aufbau und ergeben ein deutliches Bild über die Geschehnisse. Rund 

eine Stunde nach dem Tatereignis, mithin noch in der Tatnacht, schilderte 

C._____ auf kurze offene Fragen des Polizisten (namentlich wo? was? wie?, 

vgl. Urk. 5/1 Fragen 12 ff.) und aus frischer Erinnerung, was er als unmittelbarer 

Augenzeuge draussen vor der Bar gesehen hatte. Seine Hinweise erscheinen als 

-   13   - 

klar und prägnant, zumal er eingangs bejaht hatte, den Befrager gut zu verstehen 

und keine Übersetzung zu benötigen, und er bestätigte das Gesagte am Ende mit 

seiner Unterschrift. Es besteht keinerlei Zweifel, dass C._____ das gerade Erlebte 

zum Kerngeschehen wiedergab und der einvernehmende Polizist die Aussagen 

verstand und diese korrekt zu Protokoll nahm. Der Einvernahme sind keine Hin-

weise darauf zu entnehmen, dass er sich nicht hinreichend hätte ausdrücken 

können. Die Einvernahme ist somit auch aus dieser Optik verwertbar und kann 

zur Erstellung des Sachverhalts herangezogen werden. 

III. Schuldpunkt – Sachverhaltserstellung 

1. Anklagevorwurf 

Der Tatvorwurf – soweit noch Verfahrensgegenstand – findet sich in der Anklage-

schrift (Urk. 24) und ist auch im angefochtenen Urteil dargestellt (Urk. 58 S. 6).  

2. Standpunkt des Beschuldigten 

Der Beschuldigte bestreitet die ihm vorgeworfenen Tathandlungen weitestgehend. 

Er macht geltend, sowohl in der Bar als auch draussen jeweils selber angegriffen 

worden zu sein. Er habe sich nur verteidigen und niemanden verletzen wollen 

(Urk. 4/1 ff.; Prot. I S. 12 ff.; auch Urk. 58 S. 13 und 15). In der Berufungsverhand-

lung machte der Beschuldigte keine Aussagen mehr zur Sache, sondern verwies 

auf seinen bisherigen Aussagen. Er gab lediglich an, nicht wütend auf den Privat-

kläger B._____ gewesen zu sein (Urk. 75 S. 3 f.). 

Tatort, Tatzeitpunkt und die gutachterlich festgestellten Verletzungen des Privat-

klägers werden vom Beschuldigten nicht bestritten bzw. sind anerkannt (Urk. 4/1 

ff., Prot. I S. 11 ff., 27 ff.; Urk. 44 S. 16; Urk. 77 S. 26). 

 

 

 

-   14   - 

3. Grundsätze der Beweiswürdigung und Beweismittel 

3.1  Zu den Grundsätzen der Beweiswürdigung, namentlich zu den Kriterien bei 

der Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Aussagen, ist auf die korrekten und voll-

ständigen Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 58 S. 7-9). 

Was die Glaubwürdigkeit der beteiligten Personen betrifft (vgl. Urk. 58 S. 13-15), 

ist festzuhalten, dass der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person für die 

Wahrheitsfindung ein geringeres Gewicht zukommt als der Glaubhaftigkeit der 

konkreten Aussage (BGE 133 I 33 E. 4.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesge-

richts 6B_1204/2016 vom 24. Mai 2017 E. 2.2.2). Entscheidend ist letztlich die 

Glaubhaftigkeit der Aussage zum Tathergang bzw. die Überzeugung des Gerichts 

betreffend deren Wahrheitsgehalt (Urteil des Bundesgerichts 6B_382/2019 vom 

8. August 2019 E. 1.1 mit Hinweisen). 

3.2 Die für die Sachverhaltserstellung massgebenden Beweismittel samt Beleg-

stellen sind im angefochtenen Urteil aufgelistet. Darauf ist ebenfalls zu verweisen 

(Urk. 58 S. 12 f.). Ergänzend anzuführen sind die Aussagen der Zeugin I._____ 

vom 5. März 2019 (Urk. 5/13) und des Zeugen J._____ vom gleichen Tag (Urk. 

5/12). 

4. Beweiswürdigung 

Bei der Sachverhaltserstellung unterteilte die Vorinstanz den Tatablauf in drei 

Phasen: Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und K._____ in der 

D'._____ Bar (Urk. 58 S. 15 ff.), Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldig-

ten und dem Privatkläger in der D'._____ Bar (Urk. 58 S. 23 ff.) und Geschehens-

verlauf vor der D'._____ Bar zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger 

(Urk. 58 S. 31 ff.). Diese Vorgehensweise ist nachfolgend beizubehalten. 

4.1 Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und K._____ in der 

D'._____ Bar 

Die Aussagen des Beschuldigten, des Privatklägers und diverser Zeugen hierzu 

wurden von der Vorinstanz eingehend wiedergegeben und zutreffend gewürdigt. 

-   15   - 

Darauf kann vorab verwiesen werden (Urk. 58 S. 15-23). Nachfolgend ein Über-

blick mit Ergänzungen:  

4.1.1  Der Beschuldigte führte in seiner Einvernahme vom 21. September 2018 
(Urk. 4/1) zusammengefasst aus, während er ein Bier getrunken habe, habe 

K._____ laut zu schreien begonnen und Gott und alles andere beschimpft. Da-

raufhin habe er (Beschuldigter) zu K._____ gesagt, er solle leiser sein. Dieser ha-

be ihn angeschrien und erwidert, er solle still sein und nichts mehr sagen 

(Urk. 4/1, Fragen 7 und 11). Das Lokal sei sehr eng und er habe beim Gehen an 

K._____ vorbeigehen müssen. K._____ habe ihm den Weg versperrt, auf ihn ein-

geschlagen und ihm mehrere Faustschläge in den Kopfbereich verpasst und ihn 

auch getroffen (Urk. 4/1 Fragen 13 und 31). In der Einvernahme vom 8. Februar 

2019 (Urk. 4/4) wiederholte der Beschuldigte seine Aussage, dass K._____ ihm 

ein paar Faustschläge gegeben habe (Urk. 4/4 Frage 5).  

Am 27. August 2019 vor Vorinstanz (Prot. I S. 12 ff.) schilderte der Beschuldigte 

erneut, K._____ habe geschrien, er sei Gott und Jesus. Daraufhin habe er 

K._____ gebeten, ruhiger zu werden resp. es zu lassen, so dass sie in Ruhe ihre 

Getränke konsumieren könnten. Der ältere Mann habe in etwa zu ihm gesagt, er 

solle den Mund halten. Als er die Bar habe verlassen wollen, um draussen eine 

Zigarette zu rauchen, habe der ältere Mann ihn zuerst mit der Schulter gestossen 

und ihm hinterher noch ein paar Faustschläge gegeben. Der Beschuldigte ver-

neinte, dass K._____ ihn zuvor in der Bar zurecht gewiesen habe und dass er 

diesen daraufhin zurückgestossen habe, worauf K._____ ihn (Beschuldigten) kurz 

an der Schulter festgehalten habe. Es treffe nicht zu, dass er K._____ (den alten 

Mann) mit den Händen angegriffen habe. 

4.1.2  Gemäss Aussage des Privatklägers B._____ vom 21. September 2018 hat 
ein junger Mann einen alten Mann angegriffen. Dies sei direkt neben ihm gewe-

sen (Urk. 3/1 Frage 1). In der Einvernahme vom 7. Dezember 2018 (Urk. 3/2) 

führte der Privatkläger kurz gefasst aus, als er aus einem Nebenraum in die Bar 

zurückgekommen sei, habe der Beschuldigte einen alten Mann (gemeint 

K._____) mit den Händen gegriffen und ihn vielleicht auch getreten. Sie hätten 

gestritten und beide geschrien. Der Beschuldigte habe schon vorher an der Bar 

-   16   - 

sitzend provoziert. Der Beschuldigte habe beim Streit mit dem alten Mann mit den 

Armen auch Handbewegungen vor sich gemacht. Er verneinte, Schläge des alten 

Mannes gegenüber dem Beschuldigten gesehen zu haben. Er habe einfach ge-

sehen, dass der Beschuldigte den alten Mann mit den weissen Haaren irgendwie 

angegriffen habe (Urk. 3/2, Fragen 14, 15, 17 und 18). Von Anfang an sei offen-

sichtlich gewesen, dass der Beschuldigte provoziert habe. Der alte Mann und der 

Beschuldigte hätten sich quasi hin und her gezogen (Urk. 3/2 Frage 69).  

Anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz vom 27. August 2019 (Prot. I 

S. 34 ff.) – mithin ein knappes Jahr nach dem Vorfall – schilderte der Privatkläger, 

als er und sein Kollege in der D'._____ Bar ein Bier getrunken hätten, habe er den 

Beschuldigten etwas schreien gehört. Dann habe der Beschuldigte hinausgehen 

wollen, wobei auf dem Weg zum Ausgang ein alter Mann mit weissen Haaren 

(gemeint K._____) gewesen sei. Der Beschuldigte habe mit diesem Streit gehabt. 

Er selber sei dann in einen anderen Raum gegangen um diesen anzuschauen 

und wieder zurückgekehrt (Prot. I. S. 36). Der Beschuldigte sei ziemlich laut ge-

wesen. Man habe ihn gehört, obwohl alle Leute miteinander gesprochen hätten. 

Man habe sofort gemerkt, dass er aggressiv gewesen sei. Dann sei der Beschul-

digte in Richtung Ausgang gegangen und habe sich mit K._____ gestritten. Man 

habe sofort gesehen, dass der Beschuldigte provoziert habe und aggressiv gewe-

sen sei (Prot. I S. 39). 

4.1.3  Den Darlegungen von K._____ anlässlich der polizeilichen Einvernahme 
vom 21. September 2018 (Urk. 1/1 S. 5 f.) ist zu entnehmen, dass in der Bar 

plötzlich ein Geschrei losgegangen sei. Nach dem Umdrehen habe er sehen kön-

nen, dass ein Typ (gemeint der Beschuldigte) laut herumgeschrien und gesagt 

habe, dass alle hier drin zu laut seien und sie doch ruhig sein sollen. Die Musik 

sei zudem auch zu laut gewesen. Er habe den Eindruck gehabt, dass dieser Typ 

betrunken gewesen sei, denn er sei sehr aufbrausend und laut gewesen. Da er 

nicht gewusst habe, was der Beschuldigte gehabt habe, sei er auf ihn zugegan-

gen und habe ihn nach seinem Problem gefragt. Die Barfrau habe ihm erklärt, sie 

kenne diesen Typen, er sei vermutlich betrunken und er solle ihn in Ruhe lassen. 

Der Beschuldigte habe sich dann beruhigt, er selber sei an die Bar zurück gegan-

-   17   - 

gen und es sei auch wieder Ruhe in die Bar eingekehrt. Als er wieder an der Bar 

gestanden sei, sei er plötzlich vom Beschuldigten angerempelt worden. Die Platz-

verhältnisse in der Bar seien sehr eng. Der Beschuldigte habe versucht an ihm 

vorbeizugehen und habe ihn dann auch provoziert. Als der Beschuldigte ihm ins 

Gesicht habe fassen wollen, habe er ihn festgehalten (Urk. 1/1 S. 5 f.). 

In seiner Zeugeneinvernahme vom 8. Februar 2019 (Urk. 5/7) gab K._____ zu 

Protokoll, es habe laute Musik gehabt. Plötzlich habe einer sinngemäss geschrien 

"Ruhig, seid etwas ruhig!". Er habe zur Zeugin L._____ gesagt, was denn mit dem 

los sei. Diese habe geantwortet, sie kenne ihn, wisse aber nicht, was mit ihm los 

sei, vielleicht habe er zu viel getrunken. Der Privatkläger habe sinngemäss 

gerufen, dass ihnen niemand zu sagen habe, wie laut sie sein müssten. Sie hät-

ten dann weiter miteinander gesprochen und es weiterhin lustig gehabt. Er sei 

zwischen der Bar und der Wand gestanden, viel Raum sei nicht übrig geblieben. 

Als der Beschuldigte gekommen sei, sei er (K._____) rückwärts an die Wand ge-

treten, um diesem zum Vorbeigehen Platz zu machen. Auf seiner Höhe habe der 

Beschuldigte mit der Brust an seine Brust gedrückt, so dass es kurz Körperkon-

takt gegeben habe. Er habe den Beschuldigten gefragt, was los sei und habe ihn 

gleichzeitig etwas zurückgestossen. Der Beschuldigte sei auf ihn zugekommen, 

wobei sich das Ganze in einer Distanz von einem knappen Meter abgespielt ha-

be. Er habe den Beschuldigten an der Schulter und vermutlich kurz am (Hinter-

)Kopf festgehalten, ihn weggestossen und auf Distanz gehalten. Dies sei innert 2 

bis 3 Sekunden passiert (Urk. 5/7 Frage 12 und 24). Der Beschuldigte habe nicht 

auf ihn eingeschlagen, aber ihn angerempelt und ihn etwas gestossen (Urk. 5/7 

Frage 21). Ebenso verneinte der Zeuge K._____, selber den Beschuldigten ge-

schlagen zu haben. Auf Vorhalt der diesbezüglichen Behauptungen des Beschul-

digten verneinte er dezidiert und wiederholt, dass er oder sonst jemand in der Bar 

auf den Beschuldigen eingeschlagen habe. Es habe keine Faustschläge von nie-

mandem gegeben (Urk. 5/7 Fragen 24 und 31 ff.).  

4.1.4  Gegenüber der Polizei berichtete L._____ am 21. September 2018 
(vgl. Urk. 1/1 S. 6), als sie mit K._____ an der Bar gewesen sei, habe der 

Beschuldigte plötzlich in der Bar herumgeschrien und gefordert, alle sollten ruhig 

-   18   - 

sein, alle seien zu laut hier. Sie kenne den Beschuldigten von dieser Bar, wo sie 

ihn schon oft gesehen habe. Sie habe nicht gewusst was los sei mit ihm, er sei 

sonst ein ganz Normaler. K._____ sei zum Beschuldigten hingegangen, habe et-

was mit ihm besprochen und dann hätten sie und K._____ sich weiter an der Bar 

unterhalten. Etwas später sei K._____ vom Beschuldigten angerempelt worden. 

K._____ habe von diesem wissen wollen, was eigentlich los sei, und es habe ir-

gendwie ein kleines Handgemenge zwischen den beiden gegeben.  

In ihrer Zeugeneinvernahme vom 8. Februar 2019 (Urk. 5/8) führte L._____ aus, 

dass sie K._____ in der Bar getroffen und sich zu ihm gesetzt habe. Sie hätten 

etwas miteinander gesprochen. Sie habe dann gesehen, dass der Beschuldigte 

etwas aufgewühlt oder aufgeregt gewesen sei. Er sei gestresst gewesen, weil ihm 

die Musik zu laut gewesen sei und alle zu laut gesprochen hätten. Man – d.h. alle 

Leute, also auch die Barfrau und sie zwei – hätten versucht, ihn zu beruhigen 

(Urk. 5/8 Frage 11 ff.). Der Beschuldigte sei dann nach draussen gegangen, er 

habe sich aufgeregt und Leute weggestossen (Urk. 5/8 Frage 15). Der Beschul-

digte sei auf K._____ zugegangen und habe ihn gestossen, respektive er sei in 

K._____ hineingelaufen. K._____ habe ihn zur Seite geschoben und vielleicht 

noch ein paar Sprüche gemacht, dann sei es für ihn (K._____) erledigt gewesen 

(Urk. 5/8 Frage 17 f.). Die Zeugin sprach auch von Rangelei (Urk. 5/8 Frage 36). 

Schläge in der Bar hat die Zeugin L._____ keine gesehen (Urk. 5/8 Frage 32).  

4.1.5  M._____ sagte anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme vom 8. Februar 2019 
(Urk. 5/9) aus, der Beschuldigte, den sie weder vor noch nach dem 20. Septem-

ber 2018 je gesehen habe, sei ihr aufgefallen, weil er alle in der Bar angepöbelt 

und recht aggressiv gewirkt habe. Er habe für sie aber nicht so ausgesehen, dass 

er unbedingt einen Streit gewollt habe (Urk. 5/9 Frage 14). Sie und K._____ seien 

gegenüber der Bartheke mit dem Rücken an der Wand gestanden und hätten sich 

unterhalten. Der Beschuldigte sei am Ende der Bartheke gewesen und habe nach 

draussen gehen wollen. Er habe sich an K._____s Bauch gestört und das Gefühl 

gehabt, K._____ lasse ihn nicht vorbeigehen. Er habe dann eine Schlägerei mit 

K._____ begonnen. Es sei nicht so weit gekommen, dass Schläge ausgeteilt wor-

den seien. Es sei keine Schlägerei gewesen, sie bejahte aber Handgreiflichkeiten 

-   19   - 

zwischen dem Beschuldigten und K._____. Die Barmaid I._____ (gemeint 

I._____, vgl. Urk. 5/13) sei nach vorne gekommen, habe die beiden getrennt und 

dann sei der Beschuldigte nach draussen gegangen (Urk. 5/9 Fragen 24 und 27). 

Die Situation habe sich wieder beruhigt (Urk. 5/9 Fragen 16 und 23 f.). Die Frage, 

ob jemand in der Bar auf den Beschuldigten eingeschlagen habe, verneinte sie 

(Urk. 5/9 Frage 28).  

4.1.6  Die Barmaid I._____ erwähnte gegenüber der Polizei am 21. September 
2018 (Urk. 1/1 S. 6), der Beschuldigte sei schon sehr aggressiv in die Bargekom-

men. Sie habe ihm gesagt, er soll sich beruhigen. Dann habe der Beschuldigte 

K'._____ (gemeint K._____) geschubst.  

Als Zeugin in der Einvernahme vom 5. März 2019 (Urk. 5/13) beschrieb sie den 

Beschuldigten als sonst immer ruhigen, gelegentlichen Gast in der Bar (Urk. 5/13 

Frage 6). Am 20. September 2018 sei er ein wenig aggressiv in die Bar gekom-

men und laut geworden. Er habe reklamiert, dass er Ruhe haben möchte. Sie ha-

be ihn gebeten, ruhig zu sein. Sie habe ihm gesagt, wenn er Ruhe haben wolle, 

solle er nach Hause gehen und sein Bier in Ruhe trinken. In der Bar gäbe es we-

gen der vielen Gäste keine Ruhe. Dann habe der Beschuldigte eine laute verbale 

Auseinandersetzung mit K._____ gehabt. Der Beschuldigte sei in einer ganz an-

deren Welt gewesen, er sei aggressiv gewesen und habe vermutlich getrunken. 

Sie habe gedacht, sie müsse den Chef rufen. Deshalb sei sie in die Küche ge-

gangen und habe den Chef (gemeint J._____, vgl. Urk. 5/12) geholt. Sie habe 

diesem gesagt, er solle den Beschuldigten nach draussen führen, weil er laut 

geworden sei (Urk. 5/13 Fragen 23 und 27). Der Chef sei dann auch sofort ge-

kommen. Auf die Frage, ob es zu einem physischen Streit zwischen dem Be-

schuldigten und K._____ gekommen sei, antwortete sie, das nicht gesehen zu 

haben, da sie in der Zwischenzeit zum Chef in die Küche gegangen sei. Nach ih-

rer Angabe hat sie ebenso wenig gesehen, ob sich jemand in den Streit zwischen 

dem Beschuldigten und K._____ eingemischt habe (Urk. 5/13 Fragen 20-24).   

4.1.7  J._____, der Geschäftsführer der D'._____ Bar und des Restaurants 
N._____ im gleichen Haus, bestätigte in der Befragung durch die Polizei am 

-   20   - 

21. September 2018, von der Bardame geholt worden zu sein, weil zwei Perso-

nen miteinander gestritten hätten (Urk. 1/1 S. 6).  

In seiner Einvernahme als Zeuge vom 5. März 2019 (Urk. 5/12) führte er aus, 

nicht viel mitbekommen zu haben. Er sei in der Küche gewesen als I._____ ihm 

mitgeteilt habe, es gebe eine Auseinandersetzung, worauf er in die Bar gegangen 

sei (Urk. 5/12 Frage 11). Auf entsprechenden Vorhalt erklärte er, selber nicht 

gesehen zu haben, ob K._____ an der Auseinandersetzung in der Bar beteiligt 

gewesen sei (Urk. 5/12 Frage 19).  

4.1.8  Die Begleitperson des Privatklägers, sein Landsmann C._____, gab am 21. 
September 2018 in der Befragung durch die Polizei (Urk. 5/1) zu Protokoll, der 

aggressive Typ (gemeint der Beschuldigte) habe in der Bar mit einem alten Mann 

(gemeint K._____) einen Streit gehabt. Der Beschuldigte habe diesen Mann ge-

schlagen (Urk. 5/1 Fragen 11 und 32). Den Grund dafür habe er nicht gewusst.  

In seiner Zeugeneinvernahme vom 16. Januar 2019 (Urk. 5/2) erwähnte er, der 

Beschuldigte sei in der Bar laut gewesen. Es habe wegen ihm Streit gegeben, an 

welchem der Beschuldigte sicher beteiligt gewesen sei (Urk. 5/2 Fragen 17, 21 

und 23).  

4.1.9 Würdigung 

4.1.9.1  Sowohl aus den Aussagen des Privatklägers als auch jenen der Zeugen 

K._____, L._____, M._____ und I._____ ergibt sich, dass der Beschuldigte an je-

nem Abend in der D'._____ Bar unangenehm aufgefallen war. Sie alle haben un-

mittelbar miterlebt, wie er plötzlich herumschrie, weil er sich über den Lärm in der 

Bar aufregte und lauthals Ruhe verlangte. So reklamierte er, alle seien zu laut 

hier, würden zu  laut sprechen, alle sollten ruhig sein. Auch die Musik sei dem 

Beschuldigten zu laut gewesen. Gemäss dem Privatkläger hat der Beschuldigte 

provoziert und ist aggressiv gewesen, K._____ empfand den Beschuldigten als 

aufbrausend, L._____ beschrieb ihn als aufgewühlt oder aufgeregt bzw. gestresst. 

Auch auf M._____ wirkte der Beschuldigte aggressiv, weil er alle in der Bar ange-

pöbelt habe, und die Barmaid I._____ erwähnte, der Beschuldigte sei schon 

-   21   - 

(sehr) aggressiv in die Bar gekommen und laut geworden, weil er Ruhe gewollt 

habe. Letztere kannte den Beschuldigten als sporadischen Besucher der Bar, der 

ansonsten ein ganz normaler und ruhiger Mensch sei und alle begrüsse. Ihre Bitte 

an den Beschuldigten, ruhig zu sein oder nach Hause zu gehen und dort in Ruhe 

sein Bier zu trinken statt in der Bar mit den vielen Gästen, wo keine Ruhe herr-

sche, blieb offenbar erfolglos. Als es zufolge der Zeugin I._____ zu einer lauten 

verbalen Auseinandersetzung des Beschuldigten mit K._____ kam und ihr der 

Beschuldigte aggressiv und wie in einer andern Welt erschien, entschloss sie 

sich, den Chef des Lokals holen zu gehen.  

4.1.9.2  Weiter ist der Zeugenaussage von K._____ zu entnehmen, dass dieser 

auf den Beschuldigten zuging und ihn auf sein Problem ansprach, worauf sich der 

Beschuldigte beruhigte und auch im Lokal wieder Ruhe einkehrte. Das bestätigte 

die Zeugin L._____: Nachdem K._____ zum Beschuldigten hingegangen ist und 

mit diesem etwas besprochen hat, ist K._____ wieder zu ihr an die Bar zurückge-

kehrt, wo man sich weiter unterhielt. Einhellig, wenn auch mit unterschiedlichen 

Worten, schilderten sodann die Zeugen K._____ sowie die Zeuginnen L._____ 

und M._____, dass K._____ etwas später plötzlich vom Beschuldigten angerem-

pelt ("mit der Brust an seine Brust gedrückt") und etwas gestossen worden ist, 

worauf K._____ den Beschuldigten an der Schulter und allenfalls kurz am Kopf 

festhielt und wegstiess, wie er selber umschrieb. Nach L._____ ist der Beschul-

digte in K._____ hineingelaufen, worauf ihn dieser zur Seite schob, so dass ir-

gendwie ein kleines Handgemenge resp. eine Rangelei zwischen den beiden 

stattfand. M._____ resümierte ihre Beobachtung dahin, dass sich der Beschuldig-

te wohl am Bauch von K._____ gestört und das Gefühl gehabt habe, letzterer las-

se ihn nicht vorbeigehen, was in Handgreiflichkeiten zwischen dem Beschuldigten 

und K._____ mündete. Zudem nahm auch der Privatkläger wahr, dass der Be-

schuldigte den Mann mit den weissen Haaren, K._____, irgendwie angegriffen 

hat, was zu einem Streit der beiden führte.  

4.1.9.3  Übereinstimmend erklärten die Zeugen ferner, dass es nicht zu Schlägen 

in der Bar gekommen sei. Laut K._____ hat weder der Beschuldigte auf ihn ein-

geschlagen noch hat er selber oder sonst jemand den Beschuldigten geschlagen. 

-   22   - 

Das gab er auf Vorhalt der diesbezüglichen Behauptungen des Beschuldigten de-

zidiert und wiederholt zu Protokoll. Es habe keine Faustschläge von niemandem 

gegeben. Auch L._____ hat keine Schläge in der Bar gesehen. Ebenso vernein-

ten M._____ und der Geschädigte explizit, dass jemand, namentlich K._____, in 

der Bar auf den Beschuldigten eingeschlagen habe.  

4.1.9.4  Mit Recht hat die Vorinstanz die umfangreichen, detaillierten und auch im 

Wesentlichen konstanten sowie zurückhaltenden Aussagen von K._____ als 

glaubhaft bezeichnet. Das gilt auch für die anschaulichen, realitätsnahen und 

ebenfalls durch spezielle Details geprägten Schilderungen der Zeuginnen L._____ 

und M._____. Die Aussagen dieser drei unabhängigen Zeugen erweisen sich zu-

dem als weitgehend kongruent. Zur Darstellung des Privatklägers zu diesem 

Sachverhaltsabschnitt ist mit der Vorinstanz zu konstatieren, dass sie weniger 

einheitlich und differenziert ausfiel. Dennoch rundet sie das gewonnene Bild ab.  

Die Aussagen von C._____ zu diesem Anklagepassus sind hingegen unergiebig. 

Das verwundert nicht, beachtete der Zeuge den Beschuldigten doch damals nicht 

weiter. Immerhin hat auch C._____ den Beschuldigten als laut wahrgenommen – 

was selbst ohne spezifisches Hinschauen möglich ist – und als Streitverursacher 

bezeichnet (Urk. 5/2 Fragen 17 und 21). C._____s Behauptung, der Beschuldigte 

habe K._____ geschlagen, ist wie aufgezeigt unzutreffend. Sie dürfte auf blosser 

Mutmassung basieren, nicht auf persönlicher Wahrnehmung, und daher keiner 

gezielten Belastung des Beschuldigten entsprechen. Einerseits schaute C._____ 

gerade nicht in Richtung des Streitorts und gab ferner an, er glaube, dass alle 

aufgestanden seien und es sehr schnell gegangen sei. Darüber hinaus dürfte von 

C._____s Position am unteren Ende der Bar-Theke in Richtung Mitte der Bar, wo 

K._____ sich aufhielt, bei der gut besuchten Bar kaum freie Sicht bestanden ha-

ben (Urk. 5/2 Fragen 20 ff.).  

Das Beweisergebnis zur Aggression und zum lauten Benehmen des Beschuldig-

ten sowie zu dessen Anrempeln von K._____ wird überdies bestärkt durch die 

Aussagen von I._____, die in der polizeilichen Einvernahme von "Schubsen" 

sprach. Dass sie eigens ihren Chef, den Geschäftsführer des Lokals, von des-

sen Tätigkeit aus der Küche herbeiholte – was der Zeuge J._____ bestätigte –, 

-   23   - 

macht deutlich, dass sie das aggressive Verhalten des Beschuldigten gegenüber 

dem älteren Gast K._____ als bedrohlich und interventionswürdig empfunden ha-

ben muss, zumal ihre vorgängigen Beschwichtigungsversuche gegenüber dem 

Beschuldigten nicht gefruchtet hatten. 

4.1.9.5  Die Sachdarstellung des Beschuldigten, der im Gegensatz zu den Zeu-

genaussagen und auch zu jenen des Privatklägers wiederholt geltend machte, der 

Zeuge K._____ habe ihm den Weg versperrt und ihm mehrere Faustschläge in 

den Kopfbereich verpasst (vgl. vorne Erw. III. 4.1.1), ist mit der Vorinstanz (Urk. 

58 S. 22) als unglaubhaft und damit als Schutzbehauptung zu werten. Seine dies-

bezüglichen Schilderungen sind überdies detailarm. Zudem drehte der Beschul-

digte das Geschehene zu seinen Gunsten um, indem er vortrug, dass er den 

Zeugen K._____ zurecht gewiesen habe, weil dieser in der Bar herumgeschrien 

und Gott und die Welt beschimpft bzw. sich als Gott und Jesus bezeichnet habe 

(Urk. 4/1 Frage 7; Prot. I S. 12), was als weitere Schutzbehauptung zu qualifizie-

ren ist. Das Beweisergebnis zeigt vielmehr, dass es K._____ war, der den Be-

schuldigten auf sein lautes Verhalten angesprochen hatte. An alledem ändert die 

Aussage von Zeuge J._____ nichts, der gemäss eigener Angabe zwar selber 

nichts gesehen hat, aber "von Leuten" mitbekommen resp. gehört haben will, 

dass (auch) K._____ auf den Beschuldigten eingeschlagen haben soll (Urk. 5/12 

Fragen 19 und 25).   

4.1.10  Fazit 

Zur Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und K._____ in der 

D'._____ Bar am Abend des 20. Septembers 2018 vor der eingeklagten Tat ist im 

Einklang mit der Vorinstanz auf den durch die Zeugen K._____, L._____ und 

M._____ übereinstimmend und glaubhaft geschilderten Geschehensablauf – wel-

cher durch die Aussagen des Privatklägers und jene der Zeugin I._____ ergän-

zend gestützt wird – abzustellen. Damit ist der erste Sachverhaltsabschnitt er-

stellt, wonach der Beschuldigte den Bar-Gast K._____, der ihn zuvor zurecht ge-

wiesen hatte, anrempelte, worauf dieser ihn etwas zurückstiess und kurz an der 

Schulter festhielt. Diese Schlussfolgerung ist entgegen der Auffassung der Vertei-

digung (vgl. dazu Urk. 77 S. 6) auch mit der Anklagschrift vereinbar.  

-   24   - 

 

4.2 Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger in 

der D'._____ Bar 

Laut der Anklage hat nun der Privatkläger von hinten seinen Arm um den Ober-

körper des Beschuldigten gelegt und ihn weggezogen, woraufhin es zwischen den 

beiden zu Tätlichkeiten gekommen sei. Der Beschuldigte sei vor das Lokal ge-

bracht worden, wo er vor dem Haus verblieb. 

Die Vorinstanz hat sich einlässlich mit den verschiedenen Aussagen und Stand-

punkten befasst und eine sorgfältige Würdigung vorgenommen (Urk. 58 S. 23 ff., 

28 ff.). Darauf ist vorab zu verweisen. Die nachstehenden Erwägungen verstehen 

sich als Zusammenfassung mit teilweiser Ergänzung und im Ergebnis mit einer 

kleinen Korrektur.  

4.2.1  Der Beschuldigte stellt dieser von ihm bestrittenen Anklagepassage seine 
eigene Sachdarstellung gegenüber. So führte er anlässlich der polizeilichen 

Einvernahme vom 21. September 2018 (Urk. 4/1) aus, dass ihm ein anwesender 

Mann (gemeint der Privatkläger) den Arm um seinen Hals gelegt und ihn so ge-

packt habe. Er habe während etwa einer halben Minute zugedrückt (Urk. 4/1 Fra-

ge 13). Später in derselben Einvernahme erklärte er, einer der beiden jungen 

Männer habe ihn am Hals gehalten. Er habe nichts gegen den alten Mann ma-

chen können, weil ihn der andere Mann sofort am Hals gepackt habe (Urk. 4/1 

Fragen 35 und 36). Einer habe ihn am Hals gepackt und K._____ habe ihm ein 

paar Faustschläge gegeben (Urk. 4/1 Frage 46). Einer habe ihn am Hals gepackt 

und ihn fast umgebracht. Er habe nicht mehr atmen können, weil er so fest am 

Hals gepackt worden sei (Urk. 4/1 Fragen 70 und 71). Der Privatkläger habe ihm 

einen Arm von hinten um den Hals gelegt, wohl den rechten Arm. In dieser Positi-

on habe der Privatkläger ihn ungefähr eine halbe Minute gehalten und er habe 

nicht atmen können (Urk. 4/1 Fragen 91 und 92). Auf die Frage, ob ihn der Chef 

der Bar vor das Lokal begleitet habe, antwortete der Beschuldigte, es habe viele 

Anwesende gehabt, auch Sicherheitsmitarbeiter. Diese hätten sie (gemeint ihn 

und den Privatkläger) auseinandergebracht und er sei nach draussen gegangen. 

-   25   - 

Dass er aus dem Lokal gewiesen worden sei, verneinte er (Urk. 4/1 Fragen 18 

und 19). 

Auch in der Befragung vom 7. Dezember 2018 (Urk. 4/2) erklärte der Beschuldig-

te, dass K._____ ihm einige Faustschläge verpasst und der Privatkläger ihn 

danach am Hals gepackt habe und er fast zu Boden gefallen sei. Danach sei der 

Chef mit einem Security gekommen. Er sei ja dabei gewesen rauszugehen, also 

sei er rausgegangen (Urk. 4/2 Frage 19). 

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. August 2019 betonte der Beschuldigte 

erneut, dass ihn zwei junge Männer angegriffen hätten und ihn einer am Hals 

gepackt habe. Dieser habe ihn einige Sekunden resp. bis zu einer halben Minute 

gehalten, so dass er gedacht habe, dass er sterben und keine Luft mehr bekom-

me werde. Dessen Kollege habe ihn dann auch angegriffen bzw. ihn mit Fäusten 

attackiert. Dann seien der Inhaber der Bar und noch ein paar andere Leute dazu 

ge-stossen. Er habe das Bierglas auf die Theke gestellt und die Bar verlassen 

(Prot. I S. 13). Wenig später wiederholte der Beschuldigte, vom Privatkläger und 

von dessen Kollege mehrere Faustschläge auf den Kopf bekommen zu haben. 

Auf die Art der Schläge angesprochen, führte er aus, einer habe versucht, ihn auf 

den Boden zu legen, es aber nicht geschafft. Als er eine gewisse Tiefe erreicht 

habe, hätten ihn beide mit Fusstritten attackiert. Auf Nachfrage präzisierte er, mit 

den Fäusten am Kopf geschlagen und mit den Fusstritten am Körper attackiert 

worden zu sein. Er glaube, irgendwann sei der Inhaber der Bar gekommen und 

habe ihn nach draussen begleitet und ihn etwas weiter weg vom Eingang bei den 

Betonkisten mit den Blumen zurückgelassen. Der Chef habe ihm nur gesagt, er 

solle nach Hause gehen und er habe geantwortet, das werde er tun (Prot. I S. 15-

17). Auf konkreten Vorhalt der von seiner Darstellung abweichenden Aussagen 

der Zeugen K._____ und M._____ sowie jenen des Privatklägers erwiderte der 

Beschuldigte, diese würden nicht stimmen und verwies auf seine Aussagen, so 

habe es sich zugetragen (Prot. I S. 13-15).  

4.2.2  Der Privatkläger beschrieb in seiner Einvernahme vom 21. September 
2018 (Urk. 3/1), dass er den Beschuldigten von hinten gepackt habe, damit dieser 

K._____ nicht mehr habe schlagen können. Der Beschuldigte habe ihn dann 

-   26   - 

angegriffen. Er habe sich verteidigen wollen, aber sein Kollege C._____ habe ihn 

festgehalten, worauf der Beschuldigte ihn ca. 4-5 Mal mit den Fäusten ins Gesicht 

geschlagen habe. Er habe den Beschuldigten vielleicht auch ein bisschen ge-

schlagen (Urk. 3/1 Fragen 1 und 2). Der Beschuldigte sei dann vom Bar-Chef 

rausgeworfen worden (Urk. 3/1 Frage 1). 

In der Einvernahme vom 7. Dezember 2018 (Urk. 3/2) präzisierte der Privatkläger 

seine Aussagen dahingehend, dass er den Beschuldigten von hinten weggezogen 

und ihm gesagt habe, dass er aufhören solle. Er habe von hinten den rechten Arm 

um den oberen Brustbereich des Beschuldigten gelegt, so dass seine rechte 

Hand auf dessen linker Schulter gewesen sei. Vielleicht sei er auch ein bisschen 

an dessen Hals gekommen. Er sei sich nicht sicher, ob er seinen Arm auch um 

den Hals des Beschuldigten gelegt habe, da es sehr schnell gegangen sei. Er ha-

be den Arm ein paar Sekunden um den Oberkörper/Hals des Beschuldigten ge-

legt. Daraufhin habe sich der Beschuldigte umgedreht und begonnen, ihn zu 

schlagen. Der Zeuge C._____ sei von hinten gekommen und habe von hinten mit 

seinen Armen seine (des Privatklägers) Arme umschlossen, so dass er diese seit-

lich nach unten habe halten müssen. Weiter führte der Privatkläger aus, dass der 

Beschuldigte ihm mehrfach – nicht kräftig – mit der Faust ins Gesicht geschlagen 

habe, dies auch noch, als C._____ seine Arme nach unten haltend fixiert habe 

(Urk. 3/2 Fragen 19 bis 26). C._____ habe nicht gewollt, dass er und der Be-

schuldigten sich schlagen würden. Es sei dann der Chef der Bar gekommen oder 

ein Türsteher und habe den Beschuldigten, der einige Schritte in Richtung Aus-

gang gegangen sei, ganz nach draussen geführt (Urk. 3/2 Fragen 28, 31 und 32). 

Mit den Aussagen des Beschuldigten konfrontiert, gab der Privatkläger ferner zu 

Protokoll, dass er ihn nur weggezogen habe. Es sei von Anfang an offensichtlich 

gewesen, dass der Beschuldigte provoziert habe. K._____ und der Beschuldigte 

hätten sich so wie hin und her gezogen. Er habe sicher nicht 30 Sekunden zuge-

drückt. Er habe den Beschuldigten weggezogen und dieser habe sich sofort um-

gedreht (Urk. 3/2 Frage 69).  

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. August 2019 sagte der Privatkläger 

aus, dass der Beschuldigte und K._____ am Streiten gewesen seien. Er habe den 

-   27   - 

alten Mann, K._____, automatisch verteidigen und die Situation beruhigen wollen. 

Er habe nicht warten wollen, bis der Beschuldigte K._____ schlage. So habe er 

den Beschuldigten am Hals bzw. – auf Nachfrage – am oberen Brustbereich und 

ein bisschen auch am Hals von ihm (gemeint K._____) zurückgezogen, um mit 

dem Beschuldigten zu reden, damit er aufhöre. Das demonstrierte der Privatklä-

ger vor Vorinstanz auch an einem Zuschauer, indem er seinen Arm um dessen 

Brust und Halsbereich legte (Prot. I S. 36 und 40 f.). Der Beschuldigte habe sich 

sofort umgedreht und angefangen, ihn mit den Fäusten zu schlagen. Dann habe 

ihn C._____ von hinten gepackt und gesagt "B._____, hör auf zu schlagen" und 

er habe vom Beschuldigten noch mehr Faustschläge kassiert. Die Frage, ob er 

den Beschuldigten auch geschlagen habe, verneinte der Privatkläger und gab zu 

Protokoll, dass er ihn vielleicht ein, zwei Mal, aber nicht im Gesicht, geschlagen 

habe. C._____ habe ihn gehalten. Vielleicht ein bis zwei Fäuste in den Bauch, an 

das erinnere er sich. Er habe nichts gemacht, er habe den Beschuldigten nur be-

ruhigen wollen (Prot. I S. 42). Es seien zwei Türsteher und der Chef oder so ge-

kommen und hätten den Beschuldigten nach draussen gezogen (Prot. I S. 36, 39 

f., 43). Auf Nachfrage fügte der Privatkläger an, die Faustschläge des Beschuldig-

ten gegen ihn in der Bar seien so schwach gewesen, dass er gelacht habe (Prot. I 

S. 45). 

4.2.3  Gemäss der Aussage von Zeuge K._____ anlässlich seiner polizeilichen 
Einvernahme vom 21. September 2018 sind ihm im Moment, als der Beschuldigte 

ihm habe ins Gesicht fassen wollen und er ihn daraufhin gepackt habe, zwei un-

bekannte Personen zu Hilfe gekommen, hätten den Beschuldigten gepackt und 

nach draussen gebracht (Urk. 1/1 S. 6).  

In seiner Zeugeneinvernahme vom 8. Februar 2019 (Urk. 5/7) präzisierte er, dass 

es dann "schwupp" gemacht und einer den Beschuldigten weggerissen habe. Er 

sei dem Beschuldigten schräg gegenüber gestanden. Links von ihm aus gesehen 

habe jemand den Beschuldigten zurückgerissen (Urk. 5/7 Frage 12). Es sei für ihn 

sehr überraschend gewesen und sehr schnell gegangen. Er wisse aber nicht, wie 

der Beschuldigte gehalten worden sei, als er weggerissen worden sei (Urk. 5/7 

Frage 22 f.). Es habe niemand in der Bar auf den Beschuldigten eingeschlagen. 

-   28   - 

Der Beschuldigte sei direkt von ihm weg nach draussen geführt worden (Urk. 5/7 

Frage 25). Zudem habe er nicht mitbekommen, dass der Privatkläger dem Be-

schuldigten von hinten den Arm um den oberen Brustbereich gelegt haben soll, so 

dass seine rechte Hand auf dessen linker Schulter gewesen sein soll und dass 

der Beschuldigte sich gedreht und dem Privatkläger mehrfach die Faust ins Ge-

sicht geschlagen haben soll, während er selbst von seinem Kollegen von hinten 

gehalten worden sein soll. Anschliessend habe er den Beschuldigten nicht mehr 

gesehen, dieser sei draussen gewesen (Urk. 5/7 Frage 33). 

4.2.4  C._____ sagte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 
21. September 2018 aus, der Privatkläger habe K._____ helfen wollen, er 

(C._____) habe ihn aber zurückgehalten, weil der Privatkläger nervös gewesen 

sei und er (C._____) kein gutes Gefühl gehabt habe (Urk. 5/1 Frage 11).  

In der Zeugeneinvernahme vom 16. Januar 2019 sagte er aus, der Privatkläger 

habe K._____ in Schutz nehmen wollen. Sodann verneinte C._____, einen Faust-

schlag des Beschuldigten ins Gesicht des Privatklägers gesehen zu haben 

(Urk. 5/2 Fragen 25 und 27). Auch habe er nicht gesehen, dass der Privatkläger 

den Beschuldigten gepackt habe. Er selber habe den Privatkläger von hinten ge-

halten und zu sich gezogen. Er habe keinen physischen Kontakt zwischen dem 

Beschuldigten und dem Privatkläger gesehen. Der Privatkläger habe ihm später 

aber gesagt, dass der Beschuldigte ihm ins Gesicht geschlagen habe. Das Ganze 

sei sehr schnell gegangen, vielleicht 30 Sekunden (Urk. 5/2 Fragen 29 ff.). Der 

Beschuldigte sei nach draussen geführt worden (Urk. 5/2 Fragen 41, 44 und 82 

f.). 

4.2.5  In seiner Zeugeneinvernahme vom 16. Januar 2019 erklärte der Zeuge 

H._____ (Urk. 5/5), er habe gesehen, dass der Privatkläger den Beschuldigten 
von hinten gezogen habe. Der Privatkläger habe dem Beschuldigten von hinten 

den Arm um den Oberkörper oder den Hals gelegt (Urk. 5/5 Frage 13). 

Anschliessend sei der Beschuldigte nach draussen gebracht worden (Urk. 5/5 

Fragen 22-24). 

4.2.6  M._____ erwähnte am 8. Februar als Zeugin, der Privatkläger habe zum 

-   29   - 

Beschuldigten gesagt, alte Leute schlage man nicht (Urk. 5/9 Frage 16). 

-   30   - 

4.2.7  Die Bardame I._____ führte am 21. September 2018 gegenüber der Polizei 
aus, als der Beschuldigte K._____ geschubst habe, habe der Privatkläger ver-

sucht, den Beschuldigten zu stoppen (und gesagt), er solle nicht einen alten Mann 

angreifen. Der Beschuldigte sei dann rausgeschickt worden (Urk. 1/1 S. 6).  

Laut ihrer Zeugenaussage vom 5. März 2019 (Urk. 5/13) hat I._____ nicht gese-

hen, ob es (auch) zu einem physischen Streit zwischen dem Beschuldigten und 

K._____ gekommen sei, da sie inzwischen zum Chef in die Kühe gegangen sei 

(Urk. 5/13 Frage 20). Auch hat sie nicht gesehen, ob sich jemand in den Streit 

zwischen dem Beschuldigten und K._____ einmischte (Urk. 5/13 Frage 22). Der 

Chef (J._____) sei sofort voraus in die Bar gegangen und sie hinter ihm gefolgt 

(Urk. 5/13 Frage 24). Sie hätten sofort reagiert und den Beschuldigten nach 

draussen gebracht. Sie habe dem Chef gesagt, er solle den Beschuldigten nach 

draussen führen (Urk. 5/13 Fragen 23 und 27). Sie habe niemanden schlagen 

gesehen, als sie aus der Küche zurück gekommen sei. Bei der Türe seien auch 

die beiden Slowaken (gemeint der Privatkläger und der Zeuge C._____) gewesen 

(Urk. 5/13 Fragen 25 ff.). Der Chef habe den Beschuldigten genommen, gesagt 

es sei Feierabend für ihn und habe ihn nach draussen begleitet, wo der Chef 

ebenfalls noch (einige Minuten) geblieben sei. Der Beschuldigte sei dann 

draussen gewesen und habe nicht mehr reinkommen dürfen. Er sei auch 

draussen geblieben. Der Chef habe ihr gesagt, sie dürfe den Beschuldigten nicht 

mehr bedienen. Dann sei der Chef wieder in die Küche zurückgerufen worden 

und es sei (in der Bar) alles ruhig weiter gegangen (Urk. 5/13 Fragen 14, 17 ff., 

27, 31, 36).  

4.2.8  Wie schon dargelegt, bestätigte der Zeuge J._____ in der Befragung durch 
die Polizei am 21. September 2018, von der Bardame I._____ geholt worden zu 

sein, weil zwei Personen miteinander gestritten hätten. Er habe die zwei Perso-

nen getrennt und einen der beiden, den Beschuldigten, hinaus geschickt (Urk. 1/1 

S. 6).  

Als Zeuge in der Einvernahme vom 5. März 2019 (Urk. 5/12) erwähnte er, nicht 

viel mitbekommen zu haben. Er sei in der Küche gewesen als I._____ ihm mitge-

teilt habe, es gebe eine Auseinandersetzung. Er habe den Beschuldigten nach 

-   31   - 

draussen gestellt resp. ihn nach draussen geführt und ihm gesagt, er solle nicht 

streiten, er solle nach Hause gehen. Draussen habe er noch gesehen, wie der 

Beschuldigte sein Velo gedreht habe und aufgesessen sei (Urk. 5/12 Fragen 11 

und 16).   

4.2.9  Würdigung 

4.2.9.1  Bereits aufgrund der ausführlichen und wiederholten eigenen Darstellung 

des Privatklägers steht fest, dass der Privatkläger den Beschuldigten von hinten 

packte und von K._____ wegzog, um K._____ vor den damaligen Aggressionen 

des Beschuldigten schützen. Als passend zu diesem Verteidigungs- oder Hilfeakt, 

wie der Privatkläger sein Handeln erklärte, erweist sich die Aufforderung des 

Privatklägers an den Beschuldigten, er solle aufhören. Es erscheint deshalb auch 

plausibel, dass der Privatkläger den Beschuldigten beruhigen und mit ihm reden 

wollte. Wie gezeigt, hatte zuvor bereits I._____ (vergeblich) versucht, den Be-
schuldigten zu beruhigen (vgl. vorne Erw. III. 4.1.6 und 4.1.9.1), und gemäss der 

Zeugin L._____ hatten auch sie selber und weitere Personen dies versucht (Urk. 

5/8 Fragen 11 und 12). Stimmig in dieses Bild fügt sich der Hinweis von M._____, 

die neben K._____ stand, dass der Privatkläger den Beschuldigten ermahnte, alte 

Leute schlage man nicht. Fast kongruent äusserte I._____, dass der Privatkläger 

nach dem Anrempeln den Beschuldigten dadurch zu stoppen versucht habe, er 

solle nicht einen alten Mann angreifen.   

Zudem schilderte der Privatkläger detailliert und anschaulich den von ihm gegen-

über dem Beschuldigten angewandten Griff. So beschrieb er, wie er während ein 

paar Sekunden von hinten den rechten Arm um den oberen Brustbereich und ein 

bisschen auch an den Hals des Beschuldigten gelegt habe, so dass seine rechte 

Hand auf dessen linker Schulter gewesen sei. Vor Vorinstanz demonstrierte er 

überdies sein zuvor in Worte gekleidetes Vorgehen in überzeugender Art und 

Weise an einer Drittperson (Prot. I S. 40 f.). Seine Darlegungen, die auch einem 

Eingeständnis gleichkommen, in einen Streit zweier Personen eingeschritten zu 

sein, sind nachvollziehbar und glaubhaft. Das wird noch dadurch unterstrichen, 

dass der Privatkläger einräumte, den Beschuldigten vielleicht auch geschlagen zu 

haben, wenn auch nicht im Gesicht und nur leicht. Auch diese Selbstbelastung 

-   32   - 

spricht entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 77 S. 9) für wahrheits-

getreue Aussage. Die Verteidigung beanstandet, es sei von der Vorinstanz nicht 

berücksichtigt worden, dass der Privatkläger gemäss Pharmakologisch-

Toxikologischen Gutachten im Zeitpunkt der Blutentnahme 1.40 Promille (Mittel-

wert) gehabt habe und deshalb im Zeitpunkt des Vorfalls cirka 2.1 Promille, was 

gemäss Gutachten einem "Rausch" mit deutlichen Gang- und Sprachstörungen 

und später häufiger Amnesie entspreche (Urk. 77 S. 10). Dem ist entgegenzuhal-

ten, dass keine Anhaltspunkte vorliegen, dass der Privatkläger im Tatzeitpunkt si-

tuativ nicht vollständig orientiert war und über keine einwandfrei funktionierenden 

motorischen Fähigkeiten verfügt haben soll. Ebenso wenig ist nach dem Darge-

legten davon auszugehen, dass er in seiner Einschätzung durch Alkoholisierung 

massgeblich beeinträchtigt gewesen wäre.  

4.2.9.2  Darüber hinaus erlebte auch K._____ das Eingreifen des Privatklägers 

als sehr überraschende und sich sehr schnell zutragende Hilfeleistung eines Un-

bekannten, was sich mit den von ihm benützten Redewendungen "Wegreissen" 

resp. "Zurückreissen" bzw. "schwupp" deckt. Dass K._____ als neutraler, zuver-

lässiger und glaubhafter Zeuge den Arm-Brust-Hals-Griff des Privatklägers ge-

genüber dem Beschuldigten nicht mitbekommen hat, spricht für dessen kurze 

Dauer. Schläge gegen den Beschuldigten hat K._____, der unmittelbar dabei und 

Teil der Szene war, keine gesehen, ebenso wenig Schläge des Beschuldigten ins 

Gesicht des Privatklägers (Urk. 5/7 Fragen 12, 18 und 31).   

4.2.9.3  Auch der Zeuge H._____ hat keine Schläge in der Bar gesehen (Urk. 5/5 

Frage 18). Hingegen hat er beobachtet, dass der Privatkläger den Beschuldigten 

von hinten zog und dem Beschuldigten von hinten den Arm um den Oberkörper 

oder Hals legte und dass danach der Beschuldigte nach draussen gebracht wurde 

(Urk. 5/5 Fragen 13 und 22).  

4.2.9.4  Abrundend ist anzumerken ist, dass auch C._____ zu Protokoll gab, der 

Privatkläger habe K._____ in Schutz nehmen wollen, auch wenn C._____ 

verneinte, selber einen physischen Kontakt zwischen dem Beschuldigten und 

dem Privatkläger wahrgenommen zu haben. Letzteres scheint durchaus plausibel, 

befand sich C._____ doch seinerseits hinter dem Privatkläger und versuchte die-

-   33   - 

sen zurückzuhalten bzw. zu sich zu ziehen, um eine Auseinandersetzung des Pri-

vatklägers – seines Kollegen – mit dem Beschuldigten zu verhindern (Urk. 5/2 

Fragen 25 und 26). Ähnliches erwähnte der Privatkläger, nämlich dass C._____ 

intervenierte und ihn von besagter Einmischung habe abhalten wollen, dies durch 

Umschliessen und Fixieren seiner Arme von hinten. Dass C._____, zumal von 

seinem Standort aus, den oben umschriebenen Griff des Privatklägers am Be-

schuldigten nicht gesehen habe, erweist sich auch deshalb als nachvollziehbar, 

weil dieser nur wenige Sekunden andauerte. Seine Angaben sind glaubhaft. 

4.2.9.5  Auf die wiederholte Behauptung des Beschuldigten, der Privatkläger habe 

ihn am Hals gepackt und dann während etwa einer halben Minute zugedrückt, 

kann im Lichte der diversen Zeugenaussagen nicht abgestellt werden. Dieser 

Standpunkt steht nicht nur im Widerspruch zur Darstellung des Privatklägers und 

zu den zitierten Zeugenaussagen, sondern weist auch übermässige Steigerungen 

auf. So erwähnte der Beschuldigte zunächst einzig, der Privatkläger habe wäh-

rend etwa einer halben Minute zugedrückt. Etwas später in derselben Einvernah-

me äusserte er, einer habe ihn am Hals gepackt und ihn fast umgebracht. Dies 

habe ungefähr eine halbe Minute gedauert und er habe nicht mehr atmen können 

(Urk. 4/1 Fragen 13, 70, 71, 91 und 92). Seinen Ausführungen vor Vorinstanz ist 

schliesslich zu entnehmen, der Privatkläger habe ihn einige Sekunden resp. bis 

zu einer halben Minute gehalten, so dass er gedacht habe, dass er sterben und 

keine Luft mehr bekommen werde (Prot. I S. 13). Eine weitere Dramatisierung fin-

det sich hinsichtlich der Schläge, die er kassiert haben soll. Zu vorab einigen 

Faustschlägen gegen den Kopf durch den Privatkläger gesellten sich zusätzlich 

Fusstritte gegen den Körper, dies nicht nur vom Privatkläger, sondern auch von 

dessen Kollegen, C._____ (dies auch im Gegensatz zu seiner ersten Aussage, 

wonach erst draussen vor dem Lokal beide ihn attackiert hätten; vgl. Urk. 4/1 Fra-

ge 35). Weiter führte der Beschuldigte erstmals in der Befragung vor Vorinstanz 

aus, sie (gemeint der Privatkläger und C._____) hätten auch versucht, ihn auf den 

Boden zu legen. Derartige, spät im Verfahren vorgebrachte und erst noch sehr 

pauschal gehaltene Ausweitungen stellen Lügensignale dar (Prot. I S. 13-15). Die 

offensichtlich aufgebauschte Würgethese ist zu verwerfen. Gleiches gilt für die 

vorgebrachten Schläge und Fusstritte. Namentlich ist ein 30 Sekunden langer Un-

-   34   - 

terarmwürgegriff, wovon auch die Verteidigung ausgeht, nicht ansatzweise erstellt 

(vgl. Urk. 44 S. 6; Urk. 77 S. 8). Erstellt ist ein Wegziehen und kurzzeitiges Um-

greifen von Brust- und Halsbereich des Beschuldigten durch den Privatkläger.  

Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass J._____ als einziger Zeuge Schlä-

ge durch den Privatkläger und C._____ gegen den Beschuldigten in der Bar 

gesehen haben will. Es sei ein Schlagen mit Fäusten gewesen. Er habe schnell 

reagiert und sie getrennt (Urk. 5/12 Fragen 11-13). Danach gefragt, weshalb er 

den Beschuldigten rausgestellt habe, antwortete er, die anderen seien zu zweit 

gewesen und es wäre schwieriger gewesen, diese nach draussen zu bringen 

(Urk. 5/12 Frage 15). Diese Ausführungen sind unglaubhaft, stehen sie doch auch 

in klarem Widerspruch zur stimmigen und nachvollziehbaren Darstellung der 

Barmaid I._____. Sie hat niemanden schlagen gesehen, als sie zusammen mit 

J._____ aus der Küche zurückkam. Zudem erklärte sie wiederholt und angesichts 

des damaligen Geschehens in der Bar einleuchtend, dass sie den Chef aus der 

Küche geholt hat, damit dieser den – auch aus ihrer Sicht aggressiven und nicht 

zu beruhigenden – Beschuldigten aus dem Lokal bringe. Das tat J._____ und der 

Beschuldigte blieb auch draussen. Daraufhin kehrte nachweislich wieder Ruhe in 

der Bar ein – war doch der Provokateur und Angreifer weg.  Hätte der Beschuldig-

te die Bar tatsächlich von sich aus verlassen, hätte für ihn kein Grund bestanden, 

nicht zurückzukehren, um sein (angeblich) vermisstes Mobiltelefon selber in der 

Bar suchen zu gehen, statt einen Dritten darum zu bitten. 

4.2.9.6  Gestützt auf das Beweisergebnis ebenfalls nicht erwiesen ist die durch-

gehende Behauptung des Privatklägers, der Beschuldigte habe ihn seinerseits mit 

Faustschlägen ins Gesicht traktiert. Immerhin beschrieb er diese als "nicht kräftig" 

bzw. als (lächerlich) "schwach", womit er seine Aussage dann deutlich relativierte 

(vgl. vorne Erw. III. 4.2.2). Diese Falschbelastung vermag die übrige, im Wesent-

lichen stringente und durch mehrere Zeugen gestützte Sachdarstellung des Pri-

vatklägers indessen nicht merklich abzuschwächen. Von gegenseitigen Tätlichkei-

ten zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger kann jedenfalls nicht die 

Rede sein, wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt; insoweit ist der einge-

klagte Sachverhalt nicht erstellt (Urk. 58 S. 30).  

-   35   - 

4.2.9.7  Schliesslich steht aufgrund der Aussagen der Zeugen K._____, C._____, 

H._____, I._____ und J._____ zweifelsfrei fest, dass der Beschuldigte durch den 

Chef, J._____, aus dem Lokal gewiesen wurde und er nicht einfach (freiwillig) 

rausgegangen ist, wie der Beschuldigte vorgab und auch von der Verteidigung in 

der Berufungsverhandlung behauptet wurde (vgl. Urk. 77 S. 11). Das wird na-

mentlich durch den detaillierten und schlüssigen Bericht von I._____ untermauert, 

wonach der Chef den Beschuldigten genommen und gesagt hat, es sei Feier-

abend für ihn und ihn nach draussen begleitete, dass der Beschuldigte nicht mehr 

reinkommen durfte und sie die Anweisung von J._____ hatte, den Beschuldigten 

nicht mehr zu bedienen. Dann sei der Chef wieder in die Küche zurückgerufen 

worden und es sei (in der Bar) alles ruhig weiter gegangen (Urk. 5/13 Fragen 14, 

17 ff., 27, 31, 36). Das alles lässt sich gut in Einklang bringen mit den Angaben 

von J._____, er habe den Beschuldigten nach draussen gestellt, ihn nach Hause 

geschickt und ihn auf sein Velo aufsitzen gesehen, J._____s Frage bejahend, 

dass er (Beschuldigter) nach Hause gehe (vgl. vorne Erw. III. 4.2.7 und 4.2.8 und 

Urk. 5/12 Frage 16). Wie aufgezeigt, lag der Grund hierfür im aggressiven Ver-

halten des Beschuldigten in der Bar. Die abweichende Erklärung des Zeugen 

J._____ steht im Gegensatz zum übrigen Beweisergebnis und überzeugt nicht.    

4.2.10  Fazit 

Hinsichtlich der Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und dem Pri-

vatkläger in der Bar ist erstellt, dass der Privatkläger von hinten seinen Arm um 

den Oberkörper/Hals des Beschuldigten legte und ihn wegzog und dass der Be-

schuldigte dann vor das Lokal gebracht wurde, wo er verblieb. Nicht erstellt ist, 

dass es zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger zu Tätlichkeiten kam.   

Das betreffend gegenseitige Tätlichkeiten im angefochtenen Urteil genannte 

abweichende Fazit (vgl. Urk. 58 S. 31 Ziff. 5.4.9.2) entspricht offensichtlich einem 

redaktionellen Versehen der Vorinstanz, wurden doch wenige Zeilen zuvor im 

Rahmen der Beweiswürdigung die eingeklagten Tätlichkeiten zwischen dem 

Beschuldigten und dem Privatkläger – zu Recht – als nicht erwiesen angesehen 

(vgl. Urk. 59 S. 30 Ziff. 4.5.8.7 a.E.).  

-   36   - 

4.3 Geschehensverlauf vor der D'._____ Bar zwischen dem Beschuldigten und 

dem Privatkläger 

Der Anklagevorwurf zum Kerngeschehen lautet dahin gehend, der Beschuldigte 

sei in Richtung des Privatklägers gegangen, als dieser das Lokal verliess, und 

habe ihm mit einer schwingenden Armbewegung von oben nach unten ein Bier-

glas (sogenannte Stange, 240 Gramm schwer, Höhe ca. 210 mm, Stiellänge ca. 

60 mm, Breite zwischen 65 und 75 mm) gegen die linke Halsseite geschlagen. 

Dabei sei das Glas zerbrochen, und der Beschuldigte habe das Glas noch min-

destens ein zweites Mal gegen die linke Halsseite des Privatklägers geführt.  

4.3.1  Der Beschuldigte bestreitet auch diese Anklagepassage zum Kernge-
schehen draussen vor dem Lokal. Grob zusammengefasst nimmt er den Stand-

unkt ein, der Privatkläger und dessen Begleiter hätten ihn draussen vor der Bar 

grundlos mit Faustschlägen zu attackieren begonnen. Er selber habe sich nur ver-

teidigt und dabei ein Bierglas in der Hand gehabt.  

In der polizeilichen Einvernahme vom 21. September 2018 (Urk. 4/1) führte der 

Beschuldigte zuerst aus, die junge Frau von der Bar (gemeint I._____) habe ihm 

das Glas Bier, welches er zu konsumieren begonnen habe, nach draussen ge-

bracht. Er habe sein Bier fertig trinken und eine Zigarette rauchen wollen. Es sei-

en dann keine 5 Minuten resp. 3-4 Minuten vergangen, als der Privatkläger und 

C._____ vor das Lokal gekommen seien und grundlos angefangen hätten, ihn mit 

Faustschlägen zu attackieren. Es stimme nicht, dass er jemanden mit einem Bier-

glas attackiert habe. Er habe sich nur verteidigt, wobei er in einer Hand das Bier-

glas gehabt habe. Er habe seine Hände vor das Gesicht gehalten, um sein Ge-

sicht zu schützen. Danach wisse er nicht mehr, was passiert sei. Er sei verletzt 

auf dem Boden gelegen und mit Fäusten geschlagen und Füssen getreten wor-

den. Er habe das Blut an seinem Körper gesehen, dann sein Velo genommen und 

sei nach Hause gegangen (Urk. 4/1 Fragen 15 f., 25, 39, 57). Auf die Frage, was 

mit dem Glas passiert sei, welches er bei der Auseinandersetzung vor dem Lokal 

in der Hand gehalten habe, antwortete der Beschuldigte, dass ihn der Privatkläger 

und C._____ angegriffen hätten und er sein Gesicht mit beiden Händen geschützt 

habe (Urk. 4/1 Fragen 15 f., 25, 39, 57). Er bejahte, das Glas in der Hand gehabt 

-   37   - 

zu haben und führte aus, er habe auch eine Zigarette in der Hand gehabt. Auf 

weitere Frage, ob das Glas zerbrochen sei, gab er an, nicht zu wissen, wie es da-

zu gekommen sei. Er habe aber gesehen, dass das Glas zerbrochen sei (Urk. 4/1 

Fragen 59 und 61). Darauf angesprochen, ob er gesehen habe, wie das Glas zer-

brochen sei, erwiderte er, dass es zu Boden gegangen sei, während er sich mit 

beiden Händen vor den Angreifern geschützt habe (Urk. 4/1 Frage 62). Mit den 

Aussagen des Privatklägers konfrontiert, dass er auf den Privatkläger zugegan-

gen sei und ihn mit dem Bierglas geschlagen habe, erklärte der Beschuldigte er-

neut, sich nur verteidigt und niemanden angegriffen zu haben. Er sei betrunken 

gewesen (Urk. 4/1 Frage 68). Auch auf Vorhalt einzelner Aussagen des Zeugen 

C._____ erklärte er wiederholt, diese würden nicht stimmen, er habe sich nur ver-

teidigt (Urk. 4/1 Fragen 72 und 73). Während der Verteidigung sei sein Bier 

ausgeleert. Anschliessend sei er angegriffen und verletzt worden. Wer wie verletzt 

worden sei, wisse er nicht (Urk. 4/1 Frage 76). 

Anlässlich dieser Einvernahme zeichnete der Beschuldigte ein ca. 15 cm hohes 

Glas und ergänzte, es sei etwas grösser gewesen als das gezeichnete (Urk. 4/1, 

Fragen 23, 60 und Blatt Anhang). An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung wur-

de ihm eine Fotografie vorgehalten mit vier abgebildeten verschiedenen Gläsern 

(Urk. 2/1/5 S. 1). Der Beschuldigte zeigte auf das Glas ganz aussen rechts, 

welches einen ca. 6 cm langen Stiel, eine Höhe von ca. 21 cm sowie eine Breite 

von zwischen 6.5 und 7.5 cm aufwies (Prot. I S. 27; vgl. auch Urk. 2/2 S. 98). 

In der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 7. Dezember 2018 blieb der 

Beschuldigte bei seinem Standpunkt. Er betonte erneut, dass er vom Privatkläger 

und C._____ angegriffen worden sei und bestritt vehement, den Privatkläger an-

gegriffen zu haben. Er habe nichts absichtlich gemacht, lediglich seine beiden 

Arme über den Kopf gehoben, um sich zu wehren. Er wisse nicht, wie die Verlet-

zungen des Privatklägers zustande gekommen seien. Er sei am Sitzen gewesen, 

als die beiden auf ihn zu gekommen seien (Urk. 4/2 Fragen 6 und 7). Auf seine 

Verletzungen angesprochen, sagte der Beschuldigte, dass die beiden ihm Faust-

schläge verpasst hätten und C._____ zudem Fusstritte, als er am Boden gelegen 

sei (Urk. 4/2 Frage 16). Weiter führte er auf Vorhalt der Fotodokumentation 

-   38   - 

(Urk. 2/2) aus, dass er beim Durchgang zwischen dem Take-Away O._____ und 

dem Beauty-Salon, welcher sich links vom Take-Away O._____ befinde, auf den 

Betontrögen neben seinem Fahrrad gesessen sei (vgl. Urk. 2/2 S. 4, 16, 24 und 

32). Der Privatkläger und C._____ hätten die Terrasse nicht einfach beim Durch-

gang zwischen den Büschen verlassen, sondern seien zu ihm hinüber gekommen 

(Urk. 4/2 Frage 19). 

Am 8. Februar erklärte der Beschuldigte, mit den Aussagen der Zeugin M._____ 

konfrontiert, dass er beim Verlassen der Bar ein Glas in der Hand gehalten habe. 

Als die beiden draussen auf ihn zugekommen seien, hätte er sie verletzen kön-

nen, wenn er gewollt hätte. Aber er habe das Glas auf die Theke gestellt. Er habe 

sich lediglich schützen und niemanden verletzen wollen (Urk. 4/3, Frage 10). 

Als in der Einvernahme vom 5. März 2019 mit den Aussagen des Polizisten 

G._____ konfrontiert, führte der Beschuldigte aus, es stimme überhaupt nicht, 

dass er ausgesagt habe, den Privatkläger mit dem Glas verletzt zu haben. Ver-

mutlich sei er missverstanden worden, da er nicht gut Deutsch spreche. Er berich-

tete einmal mehr, sich nur gegen die zwei ihn angreifenden Personen verteidigt 

zu haben. Da er hierzu seine Hände mit dem Bierglas erhoben habe, sei der Pri-

vatkläger mit Bier im Gesicht angeschüttet worden. Beide hätten ihn anschlies-

send weiter angegriffen und ihn geschlagen, so dass er am Boden gelegen und 

am Bein verletzt gewesen sei. Wie der Privatkläger verletzt worden sei wisse er 

nicht (Urk. 4/5 Frage 5). 

Am 16. April 2019 wurde dem Beschuldigten das Ergänzungsgutachten des Insti-

tuts für Rechtsmedizin IRM vom 4. April 2019 (Urk. 6/18) vorgehalten. Dazu, dass 

der Schlag mit dem Bierglas von oben nach unten aufgeführt worden sein müsse, 

sagte er aus, dass er kleiner sei als der Privatkläger. Er habe seinen Kopf nach 

unten gehalten, als der Privatkläger und C._____ vor ihm gestanden seien. Er 

habe dann die Arme nach oben vor sein Gesicht gehoben, um sich zu schützen. 

Der Privatkläger und C._____ hätten mit Fäusten auf ihn eingeschlagen und sich 

so selbst verletzt. Dies habe er bereits einmal ausgesagt (Urk. 4/6 Frage 9). Da-

mit konfrontiert, dass das Ergänzungsgutachten festhalte, ein einziger Schlag ha-

be nicht zu allen Verletzungen führen können, erwiderte der Beschuldigte sinn-

-   39   - 

gemäss, der Privatkläger habe selber ausgeführt, lediglich einmal durch das Glas 

verletzt worden zu sein (Urk. 4/6 Frage 10). Auf Vorhalt der Aussage des Privat-

klägers, gemäss welcher dieser erwähnte, er denke, der Beschuldigte habe ihn 

noch einmal geschlagen, als er auf dem Boden gekniet sei, wobei er sich aber 

nicht sicher sei, gab der Beschuldigte zur Antwort, selber am Boden gewesen und 

angegriffen worden zu sein (Urk. 4/6 auf Frage 11). 

An der Hauptverhandlung vom 27. August 2019 hielt der Beschuldigte an seiner 

bisherigen Version des Geschehensablaufs fest, namentlich daran, dass der 

Privatkläger und C._____ ihn mit Fäusten am Kopf und mit Fusstritten am Körper 

geschlagen und getreten hätten (Prot. I S. 20). Als er die Hände hochgezogen 

habe, habe er bemerkt, dass das Glas kaputt gewesen sei. Es sei möglich, dass 

dabei (mit dem Privatkläger) Kontakt entstanden und das Glas so zu Bruch ge-

gangen sei (Prot. I S. 24). 

4.3.2  Laut Aussage des Privatklägers vom 21. September 2018 ist der Beschul-
digte vom Bar-Chef rausgeworfen worden. Die ganze Zeit sei der Beschuldigte 

draussen vor dem Eingang gewesen. Nach ca. 20 Minuten seien er und C._____ 

aus der Bar gegangen, da sie nach Hause hätten gehen müssen. Vor der Bar sei 

der Beschuldigte zu ihm gekommen und habe ihn mit einem Bierglas oder einer 

Flasche geschlagen. Er habe sofort gemerkt, dass er ein Loch im Hals habe weil 

das Blut herausgespritzt sei (Urk. 3/1 Frage 1). Er glaube, das Glas sei ganz ge-

wesen und erst an ihm zerbrochen, denn er habe gespürt – aber nicht gesehen –, 

wie etwas zersplitterte (Urk. 3/1 Frage 5-6). Der Beschuldigte habe mit der rech-

ten Hand zugeschlagen (Urk. 3/1 Frage 9). Er habe 100% absichtlich gegen den 

Hals geschlagen und mit Schwung durchgezogen (Urk. 3/1 Frage 11). Daraufhin 

sei er (Privatkläger) auf die Knie gestürzt und mit den Händen in Glasscherben 

(Urk. 3/1 Frage 12). Weiter glaubte der Privatkläger sich zu erinnern, dass der 

Beschuldigte kurz das Glas oder die Flasche holen gegangen sei, dann auf ihn 

zugekommen und es sofort passiert sei, ohne vorheriges Gespräch. Ob der Be-

schuldigte ihm Bier angeschüttet habe, wusste der Privatkläger nicht mehr 

(Urk. 3/1 Fragen 16-18). 

-   40   - 

Gemäss den Schilderungen des Privatklägers vom 7. Dezember 2018 seien 

C._____ und er noch ca. 20 Minuten in der Bar geblieben und hätten ihr Bier fertig 

getrunken. Beim Verlassen der Bar sei C._____ hinter ihm gewesen. Er (Privat-

kläger) habe den Beschuldigten gesehen und sei in dessen Richtung gegangen, 

worauf dieser sich umgedreht habe. Er sei sich nicht ganz sicher, aber der Be-

schuldigte habe etwas vom Tisch genommen und ihm mit einer schwingenden 

Bewegung etwas gegen den Kopf geschlagen. Er glaube, er habe sich wehren 

wollen und die linke Hand erhoben. Dann habe er gespürt und auch gehört, wie 

etwas an der linken Seite an seinem Kopf zersplittert sei. Er sei sofort auf alle sei-

ne Viere gefallen. Es sei wie ein K.O.-Schlag gewesen. Mit der linken Hand habe 

er sich hinter das Ohr gegriffen und ein Stück Glas aus einer Wunde gezogen. 

Dann habe das Blut zu spritzen begonnen (Urk. 3/2 Frage 40 und 42). Er denke, 

der Beschuldigte habe ihn noch einmal geschlagen, als er auf dem Boden kniete. 

Sicher sei er sich aber nicht, da er unter Schock gestanden sei (Urk. 3/2 Frage 

40). Auf Nachfrage betreffend einen zweiten Schlag antwortete der Privatkläger, 

er habe das Gefühl gehabt, dass er in seinem Kopf Schlaggeräusche gehört habe 

(Urk. 3/2 Frage 41). Er habe nicht wirklich gesehen, was der Beschuldigte bei der 

schwingenden Handbewegung in der Hand gehabt habe. Reflexartig habe er 

seinen linken Arm gehoben und später von C._____ gehört, dass es ein Glas ge-

wesen sei (Urk. 3/2 Frage 45). Dass er mit Bier angeschüttet worden sei, bevor er 

verletzt wurde, hielt der Privatkläger für möglich. Es komme ihm nun in den Sinn, 

dies sei draussen gewesen, kurz bevor er mit dem Glas geschlagen worden sei. 

Es könne sein, dass der Beschuldigte ihm zuerst den Inhalt des Glases ins Ge-

sicht geschüttet, dann mit der rechten Hand eine schwingende Bewegung ge-

macht und ihm das Glas hinter dem Ohr an den Kopf geschlagen habe (Urk. 3/2 

Frage 47). Der Privatkläger glaubte sich weiter zu erinnern, dass das Glas ganz 

gewesen und erst an seinem Kopf zersplittert sei (Urk. 3/2 Frage 48). Er denke, 

der Beschuldigte habe ihm noch ein paar Schläge gegeben, nachdem er auf alle 

Viere zu Boden gegangen sei (Urk. 3/2 Frage 50). Er habe nicht gesehen, dass 

der Beschuldigte auch zu Boden gegangen sei. Es sei ein gezielter Schlag mit 

dem Glas gewesen, denke er (Urk. 3/2 Fragen 51-52). Auf Ergänzungsfrage des 

Verteidigers, weshalb er auf den Beschuldigten zugegangen sei, wenn dieser 

-   41   - 

doch aggressiv gewesen sei, antwortete der Privatkläger, er habe nach Hause 

gehen wollen und der Beschuldigte sei da auf dem Weg gestanden (Urk. 3/2 Fra-

ge 79). Auf Vorhalt der entsprechenden Aussage von H._____ durch den Vertei-

diger bestätigte der Privatkläger, dass der Beschuldigte ihm zunächst Bier ange-

schüttet habe und es sein könne, dass er den Beschuldigten reflexartig wegges-

tossen habe (Urk. 3/2 Frage 83).  

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. August 2019 bestätigte der Privatkläger 

seine bisherigen Aussagen. Er sei zum Beschuldigten hingegangen, dieser habe 

ihm Bier ins Gesicht geschüttet und das Bierglas an seinen Hals geschlagen 

(Prot. I S. 37). Später in der Einvernahme führte er präzisierend aus, der Be-

schuldigte sei zwei Schritte auf ihn zugekommen und habe ihm das Bier ins Ge-

sicht geschüttet, und auf Nachfrage bestätigte er, beide seien aufeinander zuge-

gangen (Prot. I S. 46). Als er (Privatkläger) vor die Bar getreten sei, sei der Be-

schuldigte gesessen, dann aufgestanden, habe das Bier(glas) glaublich vom 

Tisch resp. vom Blumentopf, auf dem er gesessen sein, genommen und sei auf 

ihn zugekommen (Prot. I S. 47 und 48). Der Beschuldigte habe ihm Bier ins Ge-

sicht geschüttet, so dass er Schaum im Auge hatte und die Kohlensäure ihn stör-

te. Er sei sich nicht ganz sicher, glaube aber, den Beschuldigten daraufhin ge-

schubst zu haben (Prot. I S. 46 und 47). Anschliessend habe er das Zerbrechen 

von Glas gehört und sei sofort auf alle Viere gefallen. Der Schlag sei so fest wie 

ein K.O.-Schlag gewesen (Prot. I S. 50). Alles sei sehr schnell passiert. Er habe 

gehört, wie das Glas zersplittert sei. Gesehen habe er wegen der Kohlensäure 

nichts (Prot. I S. 48). Beim Herausziehen des Glasstücks habe es (Blut) gespritzt. 

Insgesamt habe er zwei Schläge am Kopf gespürt (Prot. I S. 50). 

4.3.3  Der Zeuge C._____, der hinter dem Privatkläger aus der Bar trat, weil die 
zwei nach Hause wollten, führte am 21. September 2018 gegenüber der Polizei 

aus, der Beschuldigte sei alleine bei einem Pflanzentopf gestanden. Ohne dass 

etwas gesprochen worden sei, habe der Beschuldigte sofort ein Glas von einem 

Tisch der Bar im Freien gepackt und dieses ohne zu sprechen an seinem Ellbo-

gen zerschlagen. Mit dem abgebrochenen Glas habe der Beschuldigte sofort ge-

gen den Kopf bzw. Hals des Privatklägers gestochen, sicher ein-, vielleicht zwei-

-   42   - 

mal. Dann habe er (C._____) den Beschuldigten von hinten um den Oberkörper 

gepackt, damit er nicht noch weiter auf den Privatkläger habe einstechen können 

(Urk. 5/1 Fragen 13-15). Er habe den Beschuldigten nach wenigen Sekunden 

wieder losgelassen und sich um den verletzten Privatkläger gekümmert  (Urk. 5/1 

Frage 16). Er denke, der Beschuldigte habe beim Zustechen das Glas in der 

rechten Hand gehalten und sofort gezielt in Richtung Hals gestochen (Urk. 5/1 

Fragen 20 und 21). Der Angriff habe nur sehr kurz gedauert (Urk. 5/1 Frage 27). 

Er wüsste nicht, dass der Privatkläger den Beschuldigten auch geschlagen hätte. 

Soweit er gesehen habe, habe der Privatkläger seine Arme angehoben, um sich 

zu wehren, als der Beschuldigte das Glas behändigte (Urk. 5/1 Frage 37).  

Im Rahmen seiner Zeugeneinvernahme vom 16. Januar 2019 sagte C._____ aus, 

sie hätten beim Verlassen der Bar ca. 25 Minuten nach dem Verweis des 

Beschuldigten aus dem Lokal diesen beim Blumentopf sitzen gesehen. Der 

Beschuldigte habe sich erhoben und sei in ihre Richtung gelaufen. Der Privatklä-

ger habe durch Heben der Ellbogen eine Schutzposition eingenommen und sich 

verteidigen wollen. Der Beschuldigte habe vom Tisch vor sich ein Glas genom-

men und den Privatkläger mit dem Glas angreifen wollen. Der Privatkläger habe 

festgestellt, dass eine Glasscherbe im Halsbereich stecke. Es sei so schnell ge-

gangen und er habe dann gesehen, wie das Glas kaputt auf den Boden gefallen 

sei (Urk. 5/2 Fragen 45 und 46). Der Zeuge C._____ fertigte zudem eine Skizze 

mit den Positionen der Beteiligten vor dem Lokal im Zeitpunkt des Tatgeschehens 

an (Urk. 5/2 Fragen 47-49 in Verbindung mit Urk. 5/3/2). Er wisse nicht, ob der 

Beschuldigte das Glas geworfen oder den Privatkläger mit dem Glas geschlagen 

habe. Er sei selber in einen Schock geraten (Urk. 5/2 Frage 51). Er habe dann 

gesehen, wie der Privatkläger geblutet habe und weggelaufen sei (Urk. 5/2 Frage 

46). Auf Vorhalt seiner Aussagen bei der Polizei, wonach der Beschuldigte sofort 

ein Glas von einem Tisch der Bar im Freien gepackt, dieses ohne zu sprechen an 

seinem Ellbogen zerschlagen, mit dem abgebrochenen Glas sofort gegen den 

Kopf/Hals des Privatklägers gestochen habe und dass er (C._____) den Beschul-

digten von hinten um den Oberkörper gepackt habe, um weiteres Einstechen auf 

den Privatkläger zu verhindern (Urk. 5/2 Fragen 59 ff.), vermochte sich der Zeuge 

infolge Zeitablaufs, weil er damals in einem grossen Schock gewesen und alles 

-   43   - 

sehr schnell gegangen sei, nicht mehr an den (genauen) Hergang mit dem Glas 

zu erinnern. Zu 100% konnte C._____ aber sagen, dass und wo vor der Bar der 

Beschuldigte den Privatkläger angegriffen und verletzt habe und dass der verletz-

te Privatkläger dann weggelaufen sei (Urk. 5/2 Frage 63, 72 und 81) in Verbin-

dung mit Urk. 5/3/3 S. 4; auch Urk. 5/2 Fragen 45 und 46).   

4.3.4  H._____, der sich schon vor der Bar befand, als der Privatkläger und 
C._____ nach draussen kamen, führte in der polizeilichen Einvernahme vom 

21. September 2018 aus, der Privatkläger sei sofort zum Beschuldigten hinge-

gangen und habe etwas gesagt. Als der Beschuldigte den Privatkläger gesehen 

habe, sei er aufgestanden, habe ein Glas Bier vom Tisch genommen und dieses 

dem Privatkläger angeschüttet. Der Privatkläger habe den Beschuldigten darauf-

hin geschubst und der Beschuldigte habe dem Privatkläger mit dem Glas an den 

Hals geschlagen (Urk. 5/4 Fragen 5 und 24). Der Beschuldigte habe nur einmal 

geschlagen, danach seien beide zu Boden gestürzt (Urk. 5/4 Fragen 6 und 25). 

Vor dem Schlag sei das Glas noch ganz gewesen. Nach dem Schlag sei es ka-

putt gegangen (Urk. 5/4 Frage 26). Der Beschuldigte habe das Glas in der rech-

ten Hand gehalten und auf die linke Körperseite des Privatklägers geschlagen 

(Urk. 5/4 Fragen 28 und 29). Der Privatkläger habe ziemlich fest am Hals geblu-

tet. Dann habe der Beschuldigte umgehend sein Velo genommen und sei in Rich-

tung P._____ [Ortschaft] davon gefahren. Der verletzte Privatkläger sei aufge-

standen und in Richtung Kreisel gerannt, habe sich dort hingesetzt und sei dort 

betreut worden (Urk. 5/4 Frage 6). 

Am 16. Januar 2019 führte der H._____ als Zeuge aus, er habe von der Bar aus 

gesehen, dass der Beschuldigte draussen sitze. Nach ca. 20 bis 30 Minuten sei er 

zum Beschuldigten gegangen und habe ihn gefragt, weshalb er nicht nach Hause 

gehe. Der Beschuldigte habe gesagt, dass er sein Handy in der Bar vergessen 

habe und habe ihn gebeten, das Handy zu holen. Er habe ein Glas Bier nach 

draussen genommen und dem Beschuldigten einen Schluck geben. Er sei das 

Handy in der Bar suchen gegangen, habe es aber nicht gefunden. Er bejahte, das 

Glas vor der Bar stehen gelassen zu haben und fügte an, dass der Beschuldigte 

daraus getrunken habe (Urk. 5/5 Fragen 25 und 26). Er gab zudem zu Protokoll, 

-   44   - 

dass der Privatkläger aus der Bar gekommen sei, wobei noch jemand bei ihm 

gewesen sei. Der Privatkläger sei dann zum Beschuldigten hingegangen, welcher 

auf der kleinen Terrasse vor der Bar gewesen sei. Dann sei es passiert. Er wisse 

nicht wie, denn er habe sich zu diesem Zeitpunkt zur Bar gedreht gehabt. Es sei-

en zwei bis drei Worte gesprochen worden. Was gesprochen worden sei und wer 

gesprochen habe wisse er nicht (Urk. 5/5 Frage 27). Weiter beschrieb er, dass 

der Beschuldigte seitlich der Terrasse bei den Blumen gesessen sei bei einem 

Tisch mit weiteren Gläsern. Der Privatkläger sei aus der Bar gekommen und sie 

seien gegenseitig aufeinander zugegangen. Dann habe er ein paar Worte ver-

nommen, sich umgedreht und Blut gesehen, wobei der Privatkläger am Hals 

rechts geblutet habe. Die Wunde habe er nicht gesehen, aber Bluttropfen am Bo-

den (Urk. 5/5 Fragen 27 und 29-33). Ob jemandem Bier angeschüttet worden sei, 

wisse er nicht (Urk. 5/5, Antwort auf Frage 36). H._____ wurde zudem mit seiner 

früheren Aussage in der Einvernahme vom 21. September 2018 konfrontiert. Da-

nach hatte er erklärt, dass der Privatkläger draussen sofort auf den Beschuldigten 

zugegangen sei und ihm etwas gesagt habe, worauf der Beschuldigte ihm ein 

Glas Bier angeschüttet habe. Der Privatkläger habe den Beschuldigten wegge-

schubst und der Beschuldigte habe ihm an den Hals geschlagen (vgl. Urk. 5/5 

Frage 5). Nunmehr führte H._____ aus, nur gesehen zu haben, wie sie aufeinan-

der zugegangen seien und er bemerkt habe, dass Bier gespritzt worden sei. Als 

sie aufeinander zu gegangen seien, sei auch das Glas und alles, was auf dem 

Tisch gewesen sei, zu Boden gefallen (Urk. 5/5 Frage 38). Die spezifische Frage, 

ob er nun gesehen habe, wie der Beschuldigte dem Privatkläger das Glas an den 

Hals geschlagen habe, verneinte er, ebenso, dass jemand zu Boden gestürzt sei 

(Urk. 5/5 Fragen 40 und 41). Jedoch bejahte er, beim Privatkläger Blut gesehen 

zu haben. Er wisse nicht, ob das mit Glas oder mit einem Stuhl gewesen (pas-

siert) sei. Weiter gab er an, der Privatkläger sei auf die Knie gegangen sei, habe 

sich seitlich mit einer Hand abgestützt und mit der andern Hand seinen Hals ge-

halten. Der Beschuldigte, der gesehen habe, dass der Privatkläger blute, sei 

weggegangen, ob – auf Nachfrage – mit dem Velo wisse er nicht. Der Privatkläger 

sei aufgestanden und davon gerannt; beim Kreisel vorne habe er geschrien 

(Urk. 5/5 Fragen 37, 42-46). Schliesslich führte H._____ aus, der Beschuldigte 

-   45   - 

habe sich draussen nicht hingesetzt, sondern sei gestanden (Urk. 5/5 Frage 50). 

Von sich aus fügte er zuletzt an, der Beschuldigte habe heimgehen wollen und 

nur wegen seinem Handy draussen gewartet (Urk. 5/5 Frage 55). 

4.3.5  Das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 15. November 
2018 (Urk. 6/12) hält fest, dass die aufgeführten vier Verletzungen des Privatklä-
gers vor dem linken Ohr, an der Ohrmuschel, hinter dem linken Ohr sowie an der 

linken Halsseite rumpfwärts als Verletzungen durch scharfe Gewalt zu werten 

seien. Aufgrund der unregelmässigen Wundränder und teils halbmondförmiger 

Konfiguration, besonders der Verletzung hinter dem linken Ohr, sei am ehesten 

von einer Glasscherbe auszugehen. Die Verletzungen vor dem linken Ohr und an 

der Ohrmuschel könnten in einem Bewegungsvorgang entstanden sein. Die Ver-

letzungen hinter dem linken Ohr sowie an der linken Halsseite rumpfwärts seien 

jeweils auf separat ausgeführte Bewegungen zurückzuführen. Insgesamt liessen 

sich aufgrund des Verletzungsbildes mindestens drei und maximal vier Angriffe 

mit einem scharfen Gegenstand gegen den Kopf-Hals-Bereich annehmen 

(Urk. 6/12 S. 5 ff.). 

Im Ergänzungsgutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 4. April 2019 
(Urk. 6/18) wird festgehalten, dass eine Entstehung der am Hals des Privatklägers 

festgestellten Verletzungen durch einen Schlag mit dem Bierglas Typ Feber [rec-

te: FEHBA]; vgl. Urk. 2/2 S. 98; Urk. 7/1 S. 7) mit der Asservate-Nummer 

A012001762 aus rechtsmedizinischer Sicht nicht möglich erscheine. Die Verlet-

zung halsnahe lasse sich nicht durch ein einmaliges Führen des Glases gegen 

den Kopf-Hals-Bereich des Privatklägers erklären. Dies stütze sich vor allem auf 

die Tatsache, dass die tiefergehende Schnitt-Stichverletzung einen Wundverlauf 

von oben-ohrwärts nach unten-halswärts beschreibe und somit von einer Führung 

des Glases von oben nach unten ausgegangen werden könne. Da es bei dieser 

Schnitt-/Stichwunde zu einer Verletzung der in der Tiefe gelegenen Strukturen 

(Halswirbelsäule und Wirbelsäulearterie) gekommen sei, müsse es zu einem ent-

sprechenden Eindringen der Scherbe / zerbrochenem Glas gekommen sein. Dies 

erfordere im weiteren Verlauf ein "Herausziehen" des Werkzeuges nach dem Ein-

-   46   - 

stich, so dass eine Verletzung 6 cm fusswärts davon, sich nicht durch dieses Vor-

gehen erklären lasse (Urk. 6/18 S. 2). 

Anlässlich ihrer Einvernahme vor Vorinstanz vom 27. August 2019 bestätigte 
die Sachverständige Dr. med. Q._____ zunächst ihre im Gutachten 

(vgl. Urk. 6/12) und im Ergänzungsgutachten (Urk. 6/18) gemachten Ausführun-

gen, insbesondere, dass die vier festgestellten Verletzungen im Kopf-Hals-

Bereich links durch scharfe Gewalt hervorgerufen wurden, wobei sie aufgrund der 

mehreren Zacken in den Wundrändern der halbmondförmigen grossen Stich-

/Schnittverletzung hinter dem linken Ohr als scharfen Verletzungsgegenstand 

Glas (im Gegensatz zu Messer oder Schere, was glatte Wundränder verursache) 

nannte (Prot. I S. 58-60).  

Weiter erklärte sie, dass die Verletzungen am Hals – die grosse halbmondförmige 

einerseits und die eher strichförmige ca. 6 cm fusswärts befindliche anderseits – 

durch mindestens zwei Bewegungsabläufe herbeigeführt worden sein müssen. 

Zur Begründung führte sie an, die mehrere Zentimeter tief in die Weichteile bis 

zum darunter liegenden Knochen, dem ersten Halswirbelkörper, und der darin 

verlaufenden Halsschlagader eingedrungene Verletzung lasse sich von kopfwärts 

nach halswärts verfolgen; sie sprach von einer tangentialen Bewegung bzw. ei-

nem tangentialen Winkel (Prot. I S. 60 und 68). Zudem brauche es dann auch 

wieder ein aktives Zurückziehen, um die weitere Verletzung herbeizuführen. 

Überdies verspüre ein Mensch spätestens mit Berührung der Glasscherbe 

Schmerz und würde sich zurückziehen (Prot. I S. 60 f.). Die ca. 6 cm fusswärts 

liegende Wunde sei recht oberflächlich und durch ein gerades Zustechen ent-

standen (Prot. I S. 62 und 68). Die zwei verschiedenen Wundverläufe mit zudem 

unterschiedlicher Tiefe erforderten gemäss der Expertin je eine eigenständige 

Bewegung oder eigenständige Beibringung in einem separaten Bewegungsab-

lauf. Die gleichzeitige Erzeugung einer tangentialen und geraden Wunderzeugung 

am Hals verneinte die Expertin (Prot. I S. 60-62, 68).   

Zur behaupteten Version des Beschuldigten, wonach er seine Hände lediglich 

passiv vor sich und das Glas in der rechten Hand gehalten habe und dass der 

Privatkläger ihn von vorne angegriffen habe, worauf sich ihre beiden Körper be-

-   47   - 

rührt hätten (Prot. I S. 60), erläuterte Dr. med. Q._____, für eine derartige Ent-

stehung der Verletzung fehle zum einen die Kraft und zum andern würde der rela-

tiv schnell eintretende Schmerz (des Betroffenen) ein Zurückzucken bewirken. 

Man müsse sich vorstellen, dass das Werkzeug von oben nach unten geführt 

worden sei. Das schliesse sie – so auf Nachfrage der Verteidig