# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3afc16ac-2200-5c8c-9bc7-ec0302d5e038
**Source:** Graubünden (entscheidsuche) (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 09.12.2025 ZR2 2024 44
**Docket/Reference:** ZR2 2024 44
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZR2-2024-44_2025-12-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 9. Dezember 2025
mitgeteilt am 10. Dezember 2025

Referenz ZR2 24 44

Instanz Zweite zivilrechtliche Kammer

Besetzung Bergamin, Vorsitz
Peng und Hubert
Fleisch, Aktuar

Parteien A._____
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christina Nossung
factum advocatur, Teufenerstrasse 3, 9001 St. Gallen

gegen

B._____
Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Flavia Buchli Jörimann
Buchli Just Advokatur und Notariat, Masanserstrasse 35, 
Postfach 414, 7001 Chur

Gegenstand Forderung aus Werksarbeiten

Anfechtungsobj. Entscheid Regionalgericht Albula vom 1. Mai 2024, mitgeteilt am 
9. Oktober 2024 (Proz. Nr. 115-2020-3)

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Sachverhalt

A. A._____ und die D._____ schlossen am 11. August 2014 einen Werkvertrag 
über Spengler- und Bedachungsarbeiten an der Villa C._____ in O.1._____ ab. Von 
der in Rechnung gestellten Werklohnforderung blieb ein Restbetrag von 
CHF 18'720.00 unbezahlt. Ebenfalls unbezahlt blieb eine Werklohnforderung von 
CHF 1'505.50, die die D._____ gegen A._____ für ein nachträglich erstelltes 
Kupfervordach geltend machte.

B. Am 8. November 2019 leitete die D._____ gegen A._____ den 
Schlichtungsversuch beim Vermittleramt der Region Albula ein. Die Parteien 
konnten sich anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 17. Januar 2020 nicht 
einigen, woraufhin das Vermittleramt noch am selben Tag die Klagebewilligung 
ausstellte.

C. Am 24. Januar 2020 reichte die D._____ beim Regionalgericht Albula Klage 
mit folgendem Rechtsbegehren ein:

1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 18'720.00 nebst 5% 
Zins seit 12. Juni 2017 zu bezahlen.

2. Der Beklagte sei zudem zu verpflichten, der Klägerin CHF 1'505.50 
nebst 5% Zins seit 8. November 2019 zu bezahlen.

3. Unter voller vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher 
Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.7% MWST zu Lasten des 
Beklagten.

D. A._____ beantragte mit Klageantwort vom 23. März 2020 die Abweisung der 
Klage, soweit darauf einzutreten sei. 

E. In der Folge fand ein zweiter Schriftenwechsel statt (Replik vom 29. Mai 
2020; Duplik vom 23. Juni 2020). Am 11. September 2020 reichte A._____ eine 
Noveneingabe ein, zu der sich die D._____ am 24. September 2020 vernehmen 
liess. Es folgte dazu ein weiterer Schriftenwechsel (Replik des Beklagten vom 
6. Oktober 2020 – Stellungnahme der Klägerin vom 9. Oktober 2020).

F. Am 4. September 2023 teilte die D._____ dem Regionalgericht Albula mit, 
dass sie aufgrund eines Spaltungsvertrages die Aktivlegitimation an der 
eingeklagten Forderung verloren habe. Sie ersuchte das Gericht darum, die 
Erwerberin der Forderung, die B._____, neu als Klägerin zum Prozess zuzulassen. 
A._____ stimmte dem Antrag mit Eingabe vom 5. Oktober 2023 zu. Mit Verfügung 
vom 20. Oktober 2023 nahm das Regionalgericht Albula die B._____ anstelle der 
D._____ (neu: E._____) ins Verfahren auf. 

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G. Am 8. Januar 2024 erliess das Regionalgericht Albula eine Beweisverfügung. 
Gestützt darauf fanden Zeugeneinvernahmen und Parteibefragungen statt.

H. Am 1. Mai 2024, im Anschluss an die Hauptverhandlung, fällte das 
Regionalgericht Albula folgenden Entscheid (mit schriftlicher Begründung mitgeteilt 
am 9. Oktober 2024):

1. In Gutheissung von Rechtsbegehren 1 der Klägerin wird der Beklagte 
verpflichtet, der Klägerin den Betrag von CHF 18'720.00 nebst 5 % Zins 
seit 12. Juni 2017 zu bezahlen.

2. Rechtsbegehren 2 der Klägerin (Verpflichtung des Beklagten zur 
Bezahlung von CHF 1'505.50 nebst 5 % Zins seit 8. November 2019) 
wird abgewiesen.

3. Die Gerichtskosten betragen CHF 7'100.00 (Entscheidgebühr 
CHF 6'500.00 + Beweisverfahren CHF 600.00). Diese sowie die 
vermittleramtlichen Kosten von CHF 300.00 gehen zu Lasten des 
Beklagten.

4. Die gesamten Gerichtskosten werden mit den geleisteten Vorschüssen 
verrechnet, unabhängig davon, von wem sie geleistet wurden. Es wird 
davon Vormerk genommen, dass die Klägerin einen Vorschuss von 
insgesamt CHF 6'650.00 (CHF 6'500.00 Gerichtskostenvorschuss + 
CHF 150.00 Beweiserhebung) und der Beklagte einen Vorschuss von 
CHF 450.00 (Beweiserhebung) geleistet hat.

5.    a) Der Beklagte hat der Klägerin die von ihr geleisteten Vorschüsse 
von CHF 6'950.00 (inkl. Vermittlung) zu ersetzen.

b) Der Beklagte hat der Klägerin eine Parteientschädigung von 
CHF 12'593.65 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.

6. [Rechtsmittelbelehrung Hauptentscheid]

7. [Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid]

8. [Mitteilung]

I. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Berufungskläger) am 
11. November 2024 Berufung beim (damaligen) Kantonsgericht von Graubünden. 
Er stellte darin folgendes Rechtsbegehren:

1. Das Urteil des Regionalgerichts Albula vom 1. Mai 2024 (Proz. Nr. 115-
2020-3) sei aufzuheben.

2. Die Klage vom 24. Januar 2020 sei abzuweisen, soweit überhaupt 
darauf einzutreten ist.

3. Die erst- und zweitinstanzlichen Kosten seien der 
Klägerin/Berufungsbeklagten aufzuerlegen und diese sei zu 
verpflichten, den Beklagten/Berufungskläger für die erst- und 
zweitinstanzlichen Kosten inkl. MwSt. ausseramtlich zu entschädigen. 

J. Mit Berufungsantwort vom 12. Dezember 2024 beantragte die B._____ 
(nachfolgend: Berufungsbeklagte) die vollumfängliche Abweisung der Berufung, 

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soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 
des Berufungsklägers.

K. Der vom Berufungskläger eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von 
CHF 5'000.00 ging innert Frist ein. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. 

L. Am 1. Januar 2025 ist im Kanton Graubünden das 
Gerichtsorganisationsgesetz vom 14. Juni 2022 (GOG; BR 173.000) in Kraft 
getreten. Auf diesen Zeitpunkt hin sind das Kantons- und das Verwaltungsgericht 
zum Obergericht des Kantons Graubünden zusammengelegt worden. Die hängigen 
Verfahren des Kantonsgerichts sind per 1. Januar 2025 auf das Obergericht 
übertragen worden (Art. 122 Abs. 5 GOG). Die Verfahrensnummer des 
vorliegenden Verfahrens hat dabei von ZK2 24 44 auf ZR2 24 44 geändert.

M. Das Verfahren ist spruchreif.

Erwägungen

1.1. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen erstinstanzlichen 
Endentscheid, welcher mit Berufung angefochten werden kann (Art. 308 Abs. 1 lit. a 
ZPO). Der Streitwert übersteigt CHF 10'000.00, womit das für die Berufung geltende 
Streitwerterfordernis erfüllt ist (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die gerichtsinterne 
Zuständigkeit der Zweiten zivilrechtlichen Kammer ergibt sich aus Art. 10 Abs. 1 lit. 
a OGV (BR 173.010). Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage (Art. 311 Abs. 1 ZPO). 
Das vor-instanzliche Urteil mit schriftlicher Begründung wurde dem Berufungskläger 
am 10. Oktober 2024 zugestellt (RG-act. VI/4b). Mit Eingabe vom 11. November 
2024 wurde die Frist eingehalten. 

1.2. Der Rechtsmittelkläger muss durch den angefochtenen Entscheid beschwert 
sein und damit ein schutzwürdiges Interesse an dessen Abänderung haben (Art. 59 
Abs. 1 lit. a ZPO). Der Berufungskläger verlangt mit der Berufung die Aufhebung 
des ganzen vorinstanzlichen Urteils (Berufungsantrag Ziff. 1) und die Abweisung 
der Klage, soweit darauf überhaupt eingetreten werden könne (Berufungsantrag 
Ziff. 2). Der reformatorische Antrag deckt sich mit dem Antrag, den er bereits vor 
der Vorinstanz gestellt hatte (vgl. RG-act. I/3 und act. I/5 jeweils Antrag Ziff. 1). Die 
Berufungsbeklagte klagte zwei Forderungen ein: zum einen den Restbetrag von 
CHF 18'720.00 für die Spengler- und Bedachungsarbeiten (Klageantrag Ziff. 1) und 
zum anderen den Betrag von CHF 1'520.00 für die spätere Erstellung des 
Kupfervordaches (Klageantrag Ziff. 2). Die Vorinstanz hiess die Klage über den 
Restbetrag von CHF 18'720.00 gut (Dispositiv Ziff. 1), derweil sie die Klage für den 
Betrag von CHF 1'520.00 abwies (Dispositiv Ziff. 2). Mithin hat die Vorinstanz in 

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Bezug auf den Betrag von CHF 1'520.00 bzw. Klageantrag Ziff. 2 so entschieden, 
wie der Berufungskläger es von Anfang an beantragt hat. Soweit sich die Berufung 
gegen Dispositiv Ziff. 2 des angefochtenen Entscheids richtet, kann auf sie daher 
mangels Beschwer nicht eingetreten werden. 

2. Was die Restforderung über CHF 18'720.00 bzw. Klageantrag Ziff. 1 angeht, 
verneinte die Vorinstanz die vom Beschwerdeführer geltend gemachte 
Mängelhaftung. Zur Begründung führte sie aus, der Berufungskläger habe nicht 
dargelegt, innert Frist Mängel gegenüber der Beschwerdegegnerin angezeigt resp. 
gerügt zu haben. Der Berufungskläger zitiere zwar an mehreren Stellen Passagen 
aus den erwähnten Gutachten, was allerdings bei Geltung der 
Verhandlungsmaxime als ungenügend substantiierte Behauptung zu qualifizieren 
sei. Detaillierte Behauptungen zur Mängelrüge seien nicht aufgestellt worden. Den 
Behauptungen des Berufungsklägers liessen sich weder das konkrete Datum einer 
Mängelrüge entnehmen, noch wem gegenüber er konkret Mängel gerügt habe (z.B. 
telefonisch, im persönlichen Gespräch, per E-Mail etc.). Er stelle auch keine 
Behauptungen zu Umfang, Art und Ort der Mängel, welche gerügt worden seien, 
auf. Soweit der Berufungskläger behaupte, zufolge von Mängeln 
Nachbesserungskosten zu haben, welche die klägerische Forderung von 
CHF 18'720.00 um ein Vielfaches übersteigen würden, verpasse er es, die seiner 
Verrechnungseinrede zugrundeliegenden Rügen darzutun. Die Berufungsbeklagte 
habe zwar anlässlich der Hauptverhandlung anfängliche wesentliche Mängel 
eingeräumt, aber bereits in ihrer Replikschrift geltend gemacht und daran 
festgehalten, diese seien behoben und das Werk in der Folge abgenommen 
worden. Weitergehende resp. wesentliche Mängel, genauso wie deren Rüge, wären 
vom Berufungskläger konkret zu bezeichnen gewesen, was dieser aber verpasst 
habe (act. B.3 E. 6–10).

3. Der Berufungskläger bringt in der Berufung vor, dass die Berufungsbeklagte 
die rechtsgültige Erhebung der Mängelrüge nie bestritten habe. Die 
Berufungsbeklagte habe sowohl in der Klageschrift als auch in der Replik bestätigt, 
dass er – der Berufungskläger – eine Mängelrüge erhoben habe. Die 
Berufungsbeklagte habe daher nie den Standpunkt vertreten, dass keine 
Mängelrüge erfolgt sei und sie deshalb keine Nachbesserungen leisten müsse. 
Vielmehr sei sie der Auffassung gewesen, die Nachbesserungen nach der 
Mängelrüge bereits vollständig erbracht zu haben. Die Frage, ob eine Mängelrüge 
korrekt erhoben worden sei, sei daher keine bestrittene Tatsachenbehauptung 
gewesen, weshalb es auch nicht die Aufgabe der Vorinstanz gewesen wäre, die 
Substantiierung der Mängelrüge zu überprüfen. Die Berufungsbeklagte habe die 

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Auffassung vertreten, dass nach Abnahme des Werks keine weitere Mängelrüge 
durch ihn – den Berufungskläger – erfolgt und das Werk daher als mängelfrei zu 
betrachten sei. Da jedoch keine Abnahme stattgefunden habe, sei eine erneute 
Rüge nicht erforderlich gewesen. Die Mängelrüge von 2015 habe weiterhin Bestand 
gehabt (act. A.1 Rz. III.9 ff.).

4.1. Leidet ein Werk an Mängeln, stehen dem Besteller grundsätzlich die 
Mängelrechte nach Art. 368 OR zu, also Wandelung, Minderung oder 
Nachbesserung. Die SIA-Norm 118 (Ausgabe 2013), die die Parteien unstreitig in 
ihren Werkvertrag übernommen haben, weicht davon insofern ab, als sie dem 
Besteller zunächst einzig das Recht einräumt, vom Unternehmer die Beseitigung 
des Mangels innert angemessener Frist zu verlangen (Art. 169 Abs. 1 SIA-Norm 
118). Erst wenn die Behebung der Mängel innert angesetzter Frist unterbleibt, 
stehen dem Besteller die weiteren Mängelrechte gemäss Art. 169 Abs. 1 Ziff. 1–3 
SIA-Norm 118 zu. So kann er wahlweise entweder weiterhin auf der Verbesserung 
beharren, wenn die Verbesserung im Verhältnis zu seinem Interesse an der 
Mängelbeseitigung nicht übermässige Kosten verursacht; dabei kann er die 
Verbesserung statt durch die Unternehmerin auch durch eine Drittperson ausführen 
lassen oder sie selbst vornehmen, beides auf Kosten der Unternehmerin (Art. 169 
Abs. 1 Ziff. 1 i.V.m. Art. 170 SIA-Norm 118). Oder er kann einen dem Minderwert 
des Werks entsprechenden Abzug von der Vergütung machen, wobei der Abzug 
bei Mitverschulden entsprechend zu verringern ist (Art. 169 Abs. 1 Ziff. 2 SIA-Norm 
118). Oder er kann vom Vertrag zurücktreten, sofern die Entfernung des Werks nicht 
mit unverhältnismässigen Nachteilen für die Unternehmerin verbunden ist und die 
Annahme ihm nicht zugemutet werden kann (Art. 169 Abs. 1 Ziff. 3 SIA-Norm 118). 
Hat sich die Unternehmerin geweigert, eine Verbesserung vorzunehmen, oder ist 
sie hierzu offensichtlich nicht imstande, so stehen dem Bauherrn die Mängelrechte 
gemäss Art. 169 Abs. 1 Ziff. 1–3 SIA-Norm 118 schon vor Ablauf der 
Verbesserungsfrist zu (Art. 169 Abs. 2 SIA-Norm 118).

4.2. Die Beweislast für die Mangelhaftigkeit des Werks und das Vorhandensein 
der tatbestandsmässigen Voraussetzungen der Mängelrechte trägt der Besteller 
(Art. 8 ZGB). Macht er ein Minderungsrecht geltend (Art. 169 Abs. 1 Ziff. 2 SIA-
Norm 118), so obliegt ihm insbesondere die Beweislast für den Bestand und den 
Umfang des Minderungsrechts. Um dieser Beweislast nachzukommen, sind unter 
anderem der Wert des mangelhaften Werks, der Wert des Werks im mängelfrei 
gedachten Zustand, die effektive Differenz zwischen diesen beiden Werten und der 
damit zusammenhängende Umfang der Herabsetzung der Vergütung der 
Unternehmerin zu behaupten (Urteil des Obergerichts des Kantons Graubünden 

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ZR2 24 6 vom 7. April 2025 E. 2.3.1; SCHWERY, in: Grünig/König [Hrsg.], Berner 
Kommentar, Obligationenrecht, Die einzelnen Vertragsverhältnisse, Der 
Werkvertrag, Art. 363–379 OR, 2024, Art. 368 N. 593). Gleiches gilt, wenn der 
Besteller zur Ersatzvornahme schreitet, nachdem die Unternehmerin die Mängel 
des Werks nicht innerhalb der Verbesserungsfrist behoben hat (Art. 169 Abs. 1 
Ziff. 1 SIA-Norm 118). In diesem Fall hat – wie soeben erwähnt (oben E. 4.1) – die 
Unternehmerin dem Besteller die Kosten zu ersetzen, die er aufwenden muss, um 
das Werk selbst zu verbessern oder durch Dritte verbessern zu lassen (Art. 169 
Abs. 1 Ziff. 1 i.V.m. Art. 170 SIA-Norm 118). Die Beweislast für den Bestand und 
den Umfang dieses Kostenersatzanspruchs gegenüber der Unternehmerin trägt 
ebenfalls der Besteller (SCHWERY, a.a.O., Art. 368 N. 594).

5. Die Vorinstanz warf dem Berufungskläger unter anderem vor, nicht dargelegt 
zu haben, dass er die angeblichen Mängel innert Frist gerügt habe. Der 
Berufungskläger macht in der Berufung geltend, die Erhebung der Mängelrüge sei 
von der Berufungsbeklagten nie bestritten worden. Ob diese Kritik zutrifft, kann offen 
bleiben. Der angefochtene Entscheid stützt sich nämlich noch auf eine andere 
Begründung. So führte die Vorinstanz weiter aus, soweit der Berufungskläger die 
Abweisung der Klage über CHF 18'720.00 mit der Begründung beantrage, die auf 
ihn zukommenden Nachbesserungskosten würden den eingeklagten Betrag um ein 
Vielfaches übersteigen, sei der Berufungsbeklagten beizupflichten, dass der 
Berufungskläger entsprechende Mängel nicht dargetan habe. Ausserdem habe er 
die zur Verrechnung gestellte Forderung weder behauptet noch beziffert. Bereits 
aus diesem Grund sei die Klage hinsichtlich der in Rechtsbegehren 1 geforderten 
CHF 18'720.00 gutzuheissen (act. B.3 E. 8.6). Die Vorinstanz warf dem 
Berufungskläger mangelnde Substantiierung des Tatsachenvortrags demnach nicht 
nur in Bezug auf die Mängelrüge, sondern auch in Bezug auf die Mängel selber 
sowie die zur Verrechnung mit der Vergütungsforderung gestellte Gegenforderung 
vor. Stützt sich der angefochtene Entscheid auf mehrere Begründungen, die je für 
sich den Ausgang des Rechtsstreits besiegeln oder eine bestimmte Annahme 
tragen, muss sich der Berufungskläger in der Berufungsschrift mit sämtlichen, den 
Entscheid selbstständig tragenden Begründungen auseinandersetzen und alle 
Begründungen argumentativ entkräften. Dasselbe gilt im Falle von Haupt- und 
Eventualbegründung (BGE 142 III 364 E. 2.4; Urteile des Bundesgerichts 
4A_352/2024 vom 22. August 2024 E. 1.3.1; 5A_524/2023 vom 14. Dezember 2023 
E. 3.3.1; Urteil des Obergerichts des Kantons Graubünden ZR2 24 35 vom 17. März 
2025; Urteile des Kantonsgerichts von Graubünden ZK2 23 6 vom 15. Mai 2024 
E. 4.2; ZK2 22 51 vom 26. Januar 2023 E. 1.3). Die Berufungsschrift setzt sich 
einzig mit dem Argument der Vorinstanz auseinander, wonach die fristgerechte 

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Mängelrüge nicht dargetan worden sei (vgl. act. A.1 Rz. III.9–18). Auf die weiteren 
Argumente der Vorinstanz, wonach auch die Mängel sowie die zur Verrechnung 
gestellte Gegenforderung nicht hinreichend substantiiert seien, geht sie 
demgegenüber nicht näher ein. In der Berufungsschrift findet sich demnach keine 
Anfechtung der Mehrfachbegründung, mit der die Vorinstanz die Mängelhaftung 
verneint und Klageantrag Ziff. 1 schliesslich gutgeheissen hat. Mangels 
hinreichender Begründung ist auf die Berufung folglich auch in diesem Punkt nicht 
einzutreten.

6. Selbst wenn der Berufungskläger die Mehrfachbegründung angefochten 
hätte, wäre der Berufung kein Erfolg beschieden. In der Klageantwort liess sich der 
Berufungskläger dahingehend vernehmen, dass die auf ihn aufgrund der Mängel 
zukommenden Nachbesserungskosten den von der Berufungsbeklagten geltend 
gemachten Betrag um ein Vielfaches übersteigen würden und er die 
Berufungsbeklagte dafür haftbar machen würde (RG-act. I/3 Rz. 7). Diese 
Äusserung deutet nach Treu und Glauben auf die Geltendmachung eines 
Kostenersatzanspruchs hin, der dem Besteller – wie erwähnt (oben E. 4.1) – 
zukommt, wenn die Unternehmerin die Nachbesserung des Werks nicht innert Frist 
vornimmt (vgl. Art. 169 Abs. 1 Ziff. 1 i.V.m. Art. 170 SIA-Norm 118). Ein solcher 
Kostenersatzanspruch, selbst wenn er besteht, berechtigt den Besteller jedoch nicht 
ohne Weiteres, die Erfüllung der von der Unternehmerin geforderten Vergütung zu 
verweigern. Vielmehr muss der Besteller, will er den Vergütungsanspruch 
abwehren, seinen Kostenersatzanspruch zur Verrechnung bringen, was eine 
entsprechende Verrechnungserklärung voraussetzt (Art. 124 Abs. 1 OR; vgl. auch 
SCHWERY, a.a.O., Art. 368 N. 421). Dass er Verrechnung erklärt hätte, behauptete 
der Berufungskläger nicht. Einzig im Zusammenhang mit der Forderung von 
CHF 1'505.50 (Klageantrag Ziff. 2) führte er in der Klageantwort aus, dass er im Fall, 
dass die Erstellung des Kupfervordachs nicht bereits im ersten Werkvertrag 
enthalten sei, den von der Berufungsbeklagten geltend gemachten Betrag mit den 
Nachbesserungskosten verrechne (RG-act. I/3 Rz. 8). In der Hauptverhandlung 
dann – und somit nach Aktenschluss (Art. 229 Abs. 1 ZPO) – erhob der 
Berufungsklägerin neu die Minderungseinrede (RG-act. I/15 Ziff. II/7). Mit 
Ausnahme von Eventualstandpunkten kann ein Besteller nicht gleichzeitig zwei 
unterschiedliche Mängelrechte geltend machen, weil die Mängelrechte in elektiver 
Konkurrenz zueinander stehen und sich namentlich Nachbesserung und Minderung 
nicht kumulieren lassen (vgl. SCHWERY, a.a.O., Art. 368 N. 363). Soweit ein 
Besteller wie der Berufungskläger dies im Prozess trotzdem tut, ist sein Vorbringen 
nicht schlüssig. Im Übrigen unterliess es der Berufungskläger, die notwendigen 
Voraussetzungen sowohl des Kostenersatzanspruchs als auch der 

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Minderungseinrede substantiiert darzulegen. So fehlen insbesondere 
Behauptungen dazu, wie hoch die Kosten der Mängelbeseitigung ausgefallen sind 
oder wie hoch der Wert des mangelhaften Werks ist. Wenn die Vorinstanz die 
Einwendungen des Berufungsklägers gegen die Restforderung von CHF 18'720.00 
mangels Substantiierung verneint hat, hat sie im Ergebnis somit richtig entschieden. 

7. Der Berufungskläger rügt ferner, die Vorinstanz habe die Kosten des 
Verfahrens vollumfänglich ihm auferlegt, obwohl er nur im Umfang von 92 % 
unterlegen sei. Dasselbe gelte für die Parteientschädigung (act. A.1 Ziff. III.20). 
Auch diese Rüge verfängt nicht. Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die 
Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig 
obsiegt, so werden nach Art. 106 Abs. 2 ZPO die Prozesskosten nach dem 
Ausgang des Verfahrens verteilt. Diese Regelung räumt dem Gericht bei der 
Kostenverteilung ein weites Ermessen ein. Art. 106 Abs. 2 ZPO spricht generell vom 
"Ausgang des Verfahrens". Danach kann das Gericht bei der Kostenverteilung 
insbesondere auch das Gewicht der einzelnen Rechtsbegehren innerhalb eines 
Rechtsstreits berücksichtigten, wie auch den Umstand, dass eine Partei in einer 
grundsätzlichen Frage obsiegt hat, was für die ähnliche Situation, dass die Klage 
zwar grundsätzlich, nicht aber in der Höhe der Forderung gutgeheissen wurde, 
überdies in Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO ausdrücklich vorgesehen ist. In der Praxis wird 
in der Regel ein geringfügiges Unterliegen im Umfang von einigen Prozenten nicht 
berücksichtigt (Urteil des Bundesgerichts 4A_171/2021 vom 27. April 2021 E. 5.2 
m.w.H.). Indem die Vorinstanz die Klage über den Restbetrag von CHF 18'720.00 
(Klageantrag Ziff. 1) guthiess und die Klage für den Betrag von CHF 1'520.00 
(Klageantrag Ziff. 2) abwies, obsiegte der Berufungskläger im Umfang von lediglich 
8 %. Innerhalb der Rechtsschriften und auch der Plädoyers lag dabei der 
Schwerpunkt für beide Parteien klar auf der Restforderung von CHF 18'720.00, 
während sie die Forderung von CHF 1'520.00 nur am Rande thematisierten. Diese 
Schwerpunktsetzung kommt auch in den Zeugeneinvernahmen und in den 
Parteibefragungen sowie schliesslich in der Begründung des angefochtenen Urteils 
zum Ausdruck, die der Restforderung von CHF 18'720.00 mehrere Erwägungen 
und A4-Seiten widmet, derweil sie die Forderung von CHF 1'520.00 am Ende des 
Urteils in einer einzigen Erwägung auf knapp einer A4-Seite abhandelt. Mit Blick auf 
diese klare Schwerpunktsetzung erscheint es angemessen, wenn die Vorinstanz 
die Prozesskosten vollumfänglich dem Berufungskläger auferlegte. 

8.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind entsprechend dem Ausgang zu 
verteilen (vgl. Art. 106 ZPO). In Verfahren der zivilrechtlichen Berufung beträgt die 
Entscheidgebühr CHF 1'000.00 bis CHF 30'000.00. Vorliegend wird angesichts der 

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Sach- und Rechtsfragen, die zu beurteilen waren, eine Gebühr von CHF 5'000.00 
erhoben. Nach dem Ausgang des Berufungsverfahrens geht diese vollumfänglich 
zulasten des Berufungsklägers und wird mit dem von ihm geleisteten 
Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet (vgl. Art. 111 Abs. 1 ZPO).

8.2. Zudem hat der Berufungskläger die Berufungsbeklagte für die Kosten der 
anwaltlichen Vertretung zu entschädigen. Gemäss der in den Akten liegenden 
Honorarvereinbarung hat die Berufungsbeklagte mit ihrer Rechtsvertreterin einen 
Stundenansatz von CHF 250.00 zuzüglich einer dreiprozentigen Spesenpauschale 
vereinbart (RG-act. V/4). Dieser beläuft sich im Rahmen des Üblichen und ist daher 
zu übernehmen (Art. 3 Abs. 1 HV [BR 310.250]). Da die Berufungsbeklagte im 
Berufungsverfahren keine Honorarnote eingereicht hat, ist der Stundenaufwand 
vom Obergericht zu schätzen (vgl. Art. 2 HV). Unter Berücksichtigung, dass die 
Rechtsvertreterin mit dem Prozessstoff bereits vertraut war, erscheint ein 
Stundenaufwand von rund zwölf Stunden und damit eine Entschädigung von 
gerundet CHF 3'000.00 inklusive Spesen angemessen. Die Zusprechung der 
Mehrwertsteuer erübrigt sich. Die Berufungsbeklagte ist selber 
mehrwertsteuerpflichtig und kann daher die Mehrwertsteuer, welche sie ihrer 
Rechtsvertreterin zu zahlen hat, als Vorsteuer von ihrer eigenen 
Mehrwertsteuerschuld abziehen.

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Es wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von CHF 5'000.00 gehen 
zulasten von A._____ und werden mit dem von ihm geleisteten 
Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet.

3. A._____ hat der B._____ für das Berufungsverfahren eine 
Parteientschädigung von CHF 3'000.00 (inkl. Spesen) zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung] 

5. [Mitteilung an:]