# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56cf5575-ba3f-504f-aa8e-24772fcc0265
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.08.2021 200 2021 57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-57_2021-08-20.pdf

## Full Text

200 21 57 ALV
LOU/BRO/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. August 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 21. Dezember 2020 (ER RD 
1607/2020)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2021, ALV/21/57, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1968 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im März 2020 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum 
(RAV) zur Arbeitsvermittlung an (Dossier RAV-Region Emmental-
Oberaargau [act. IIA] 133 f.) und stellte Antrag auf Arbeitslosenentschädi-
gung ab dem 18. Dezember 2019 (Dossier Arbeitslosenkasse Unia … [act. 
IIB] 182 ff.). Nachdem der Versicherte bei der C.________ AG eine neue 
Arbeitsstelle gefunden hatte (November 2020 30 %, Dezember 2020 40 %, 
Januar 2021 50 %, Februar 2021 70 %, ab März 2020 [recte 2021] 100 %; 
act. IIA 60 Art. 3), beantragte er zusammen mit der neuen Arbeitgeberin die 
Ausrichtung von Einarbeitungszuschüssen für die Zeit vom 1. März 2021 
bis 28. Februar 2022 (act. IIA 46 ff.). Mit Verfügung vom 11. November 
2020 (act. IIA 42 ff.) wies das Amt für Arbeitslosenversicherung des Kan-
tons Bern (AVA bzw. Beschwerdegegner) das Gesuch ab. In der Begrün-
dung hielt es im Wesentlichen fest, gemäss Angaben der neuen Arbeitge-
berin sei der Einarbeitungsaufwand als berufs- und betriebsüblich zu be-
trachten. Dies rechtfertige den Bezug von Einarbeitungszuschüssen nicht 
(act. IIA 43). Die dagegen sowohl vom Versicherten als auch von der 
C.________ AG erhobenen Einsprachen (Dossier Rechtsdienst [act. II] 5 f., 
14 f.) wies das AVA mit Entscheid vom 21. Dezember 2020 (act. II 2 ff.) ab. 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 18. Januar 2021 Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren: 

1. Der Einspracheentscheid ER RD 1607/2020 des Amts für Arbeitslo-
senversicherung vom 21. Dezember 2020 sei aufzuheben. 

2. Das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse sei gutzuheissen und das 
Amt für Arbeitslosenversicherung sei anzuweisen, die Höhe der Einar-
beitungszuschüsse festzusetzen. 

3. Dem Beschwerdeführer sei eine Parteikostenentschädigung zzgl. Aus-
lagen und MwSt. zu bezahlen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2021, ALV/21/57, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 18. Februar 2021 schloss der Beschwerde-
gegner auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 24. März 2021 ging eine unaufgeforderte Eingabe des Beschwerdefüh-
rers (welche vorab per Fax eingereicht worden war) und am 29. März 2021 
eine Stellungnahme des Beschwerdegegners beim Gericht ein. 

Der Beschwerdeführer hielt in seinen Schlussbemerkungen vom 28. Juli 
2021 an den gestellten Anträgen fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2021, ALV/21/57, Seite 4

pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 21. Dezem-
ber 2020 (act. II 2 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Einarbei-
tungszuschüsse. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 1a Abs. 2 AVIG gehört es zu den Zielen des Gesetzes, 
drohende Arbeitslosigkeit zu verhüten, bestehende Arbeitslosigkeit zu 
bekämpfen und die rasche und dauernde Eingliederung in den Arbeits-
markt zu fördern. Zu diesem Zweck dienen u.a. die arbeitsmarktlichen 
Massnahmen (Art. 59 ff. AVIG). Nach Art. 59 Abs. 1 AVIG erbringt die Ver-
sicherung finanzielle Leistungen für arbeitsmarktliche Massnahmen zu 
Gunsten von versicherten Personen und von Personen, die von Arbeitslo-
sigkeit bedroht sind. Mit arbeitsmarktlichen Massnahmen soll die Eingliede-
rung von Versicherten, die aus Gründen des Arbeitsmarktes erschwert 
vermittelbar sind, gefördert werden (Abs. 2).

2.2 Gemäss Art. 59 Abs. 1bis AVIG sind arbeitsmarktliche Massnahmen 
Bildungsmassnahmen, Beschäftigungsmassnahmen und spezielle Mass-
nahmen. Zu den speziellen Massnahmen (Art. 65 ff. AVIG) gehören u.a. die 
Einarbeitungszuschüsse.

Nach Art. 65 AVIG können Versicherten, deren Vermittlung erschwert ist, 
für die Einarbeitung in einem Betrieb bei vermindertem Lohn Einarbeitungs-
zuschüsse gewährt werden, wenn der verminderte Lohn mindestens der 
während der Einarbeitungszeit erbrachten Arbeitsleistung entspricht (lit. a) 
und der Versicherte nach der Einarbeitung mit einer Anstellung zu orts- und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2021, ALV/21/57, Seite 5

branchenüblichen Bedingungen, allenfalls unter Berücksichtigung einer 
dauernd verminderten Leistungsfähigkeit, rechnen kann (lit. b). Art. 90 
Abs. 1 AVIV hält sodann fest, dass die Vermittlung einer versicherten Per-
son als erschwert gilt, wenn sie bei der herrschenden Arbeitsmarktlage 
besonders grosse Schwierigkeiten hat, eine Stelle zu finden, weil sie in 
fortgeschrittenem Alter steht (lit. a), körperlich, psychisch oder geistig be-
hindert ist (lit. b), ungenügende berufliche Voraussetzungen mit sich bringt 
(lit. c), bereits 150 Taggelder bezogen hat (lit. d) oder in einer Zeit erhöhter 
Arbeitslosigkeit nach Art. 6 Abs. 1ter AVIV mangelnde berufliche Erfahrun-
gen aufweist (lit. e). Diese Aufzählung ist abschliessend (Entscheid des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht 
{BGer}] vom 22. September 2000, C 371/99, E. 1a).

3.

3.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass vorliegend – entgegen der An-
sicht in der Beschwerde (S. 5 Ziff. III/3.1 Rz. 13) – offensichtlich keine for-
melle Rechtsverweigerung vorliegt (zur formellen Rechtsverweigerung: 
BGE 117 Ia 116 E. 3a S. 117; RKUV 2004 U 506 S. 255 E. 3). Der Be-
schwerdegegner hat das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse 
(act. IIA 46 ff.), welches am 9. November 2020 beim RAV einging, offen-
sichtlich (umgehend) an die Hand genommen und behandelt (vgl. Verfü-
gung vom 11. November 2020 [act. IIA 42 ff.] und Einspracheentscheid 
vom 21. Dezember 2020 [act. II 2 ff.]). 

3.2 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der 52-jährige (act. IIA 127) 
zum … ausgebildete Beschwerdeführer (act. IIA 115) von November 1994 
bis Dezember 2019 bei der D.________ AG als … angestellt war (act. IIB 
178 Ziff. 2 f.) und ihm per 18. Dezember 2019 gekündigt wurde (act. IIB 
162 f.). Zudem folgt aus den Akten, dass er vom 4. Dezember 2019 bis 31. 
August 2020 100 %, im September und Oktober 2020 80 %, im November 
2020 70 %, im Dezember 2020 60 %, im Januar 2021 50 % und im Februar 
2021 30 % Arbeitsunfähig war (act. IIA 75 f., 98, 104 f., 107 ff., 121, 129 ff.; 
Akten des Beschwerdeführers [act. I] 4). In dieser Zeit bezog der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2021, ALV/21/57, Seite 6

schwerdeführer offenbar Taggelder der Krankentaggeldversicherung (Be-
schwerde S. 6 Ziff. III/3.1 Rz. 19). 

3.3 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist unter den gege-
benen Umständen nach Massgabe der entsprechenden tatbestandsmässi-
gen (und alternativ zu erfüllenden) Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 1 
lit. a-e AVIV (vgl. E. 2.2 hiervor) nicht auf eine anspruchsbegründende er-
schwerte Vermittelbarkeit zu schliessen. 

3.3.1 Ob die erschwerte Vermittelbarkeit einer versicherten Person auf-
grund des fortgeschrittenen Alters (Art. 90 Abs. 1 lit. a AVIV) eingeschränkt 
ist, bestimmt sich – wie der Beschwerdegegner in der Beschwerdeantwort 
(S. 3 Ziff. III Art. 4) zutreffend darlegte – nicht anhand einer fixen Alters-
grenze, sondern anhand der konkreten Situation im Einzelfall. Das Bun-
desgericht hielt mit Bezug auf eine 62-jährige Versicherte fest, dass „in 
grundsätzlicher Hinsicht“ die erschwerte Vermittelbarkeit „aufgrund des 
Alters durchaus gegeben sein kann“, gleichzeitig aber im Einklang mit der 
entsprechenden Verwaltungsweisung (AVIG-Praxis AMM des Staatssekre-
tariates für Wirtschaft [SECO], Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversicherung 
[TC], Rz. J5 [abrufbar unter <www.arbeit.swiss>], worin diesbezüglich auf 
die Festlegung einer Altersgrenze verzichtet wird, da die individuelle Situa-
tion der versicherten Person in jedem Einzelfall massgebend sei) darlegte, 
dass die konkreten Umstände des Einzelfalls entscheidend seien (Ent-
scheid des BGer vom 23. September 2014, 8C_363/2014, E. 5.2). Hierzu 
ist vorliegend festzuhalten was folgt: Wenngleich in grundsätzlicher Weise 
nicht verkannt wird, dass über 50-Jährige eher Schwierigkeiten haben, eine 
neue Stelle zu finden (vgl. auch AVIG-Praxis AMM, Rz. J10), kann unter 
den vorliegend gegebenen Umständen nicht von altersbedingt besonderen 
Schwierigkeiten zum Finden einer Stelle ausgegangen werden. Dass der 
Beschwerdeführer über 10 Monate ohne Anstellung war (vgl. act. IIA 52 ff.; 
act. IIB 162 f.), ist unbeachtlich, war er doch vom 4. Dezember 2019 bis 
Ende August 2020 100 % arbeits- und damit vermittlungsunfähig (vgl. 
E. 3.2 hiervor; Art. 15 Abs. 1 AVIG). Nach Erlangen der Vermittlungsfähig-
keit (20%ige Arbeitsfähigkeit ab September 2020; vgl. E. 3.2 hiervor) dau-
erte es nur ca. zwei Wochen, bis die C.________ AG dem Beschwerdefüh-
rer – trotz nach wie vor bestehender beachtlicher Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2021, ALV/21/57, Seite 7

3.2 hiervor) – eine Stelle zusicherte (act. IIA 79). Der Arbeitsvertrag wurde 
schliesslich am 26. Oktober 2020 auch unterzeichnet (act. IIA 60 ff.). Indem 
der Beschwerdeführer trotz früherer und im Zeitpunkt der Stellensuche 
teilweiser noch bestehender Arbeitsunfähigkeit innert wenigen Wochen 
eine qualifizierte Stelle fand, kann trotz seines Alters von einer altersbe-
dingt besonderen Schwierigkeit zum Finden einer Stelle keine Rede sein. 
Daran ändern offensichtlich auch die pandemiebedingten wirtschaftlichen 
Umstände nichts. Die Tatbestandsvoraussetzung nach Art. 90 Abs. 1 lit. a 
AVIV ist demnach nicht erfüllt. 

3.3.2 Soweit der Beschwerdeführer weiter auf seine gesundheitlichen 
Einschränkungen verweist (Beschwerde S. 5 Ziff. III/3.1 Rz. 17), ist vorab 
darauf hinzuweisen, dass seine Behauptung, im Zeitpunkt der Beschwer-
deeinreichung (18. Januar 2021) lediglich 30 % arbeitsfähig gewesen zu 
sein, aktenwidrig ist. Gemäss den aktenkundigen Arztzeugnissen war er im 
Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung noch 50 % und ab Februar 2020 
noch 30 % arbeitsunfähig (act. I 4 S. 4). Im Übrigen war angestrebtes Ziel, 
ab März 2021 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu erlangen (act. IIA 60 Art. 3, 
79). Seine gesundheitlichen Einschränkungen haben ihn offenkundig nicht 
daran gehindert, innert kurzer Zeit nach erlangen einer Teilarbeitsfähigkeit 
eine neue Stelle zu finden (vgl. E. 3.3.1 in fine hiervor). Ferner sind mit kör-
perlich, psychisch oder geistig behinderten Versicherten die Behinderten 
i.S.v. Art. 15 Abs. 2 AVIG gemeint (THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenver-
sicherung, in: ULRICH MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungs-
recht [SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 2488 N. 740), 
wobei Art. 15 Abs. 2 AVIG eine – hier nicht vorliegende – dauernde und 
erhebliche Behinderung voraussetzt (BARBARA KUPFER BUCHER, Recht-
sprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl. 2019, S. 114). Damit ist 
auch die Tatbestandsvoraussetzung nach Art. 90 Abs. 1 lit. b AVIV zu ver-
neinen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Eingaben des Be-
schwerdeführers vom 23. März und 28. Juli 2021) kann er aus dem Um-
stand, dass ihm die IV-Stelle Bern mit Mitteilung vom 18. März 2021 
(act. I 17) eine Kostengutsprache für einen Einarbeitungszuschuss gemäss 
Art. 18b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversi-
cherung (IVG; SR 831.20) für die Zeit vom 1. Februar bis 31. Juli 2021 er-
teilte, in Bezug auf die hier streitigen Einarbeitungszuschüsse gemäss 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2021, ALV/21/57, Seite 8

Art. 65 AVIG i.V.m. Art. 90 AVIV nichts zu seinen Gunsten ableiten. Bei 
Ersteren ist das vorliegend umstrittene Tatbestandsmerkmal der erschwer-
ten Vermittelbarkeit nicht anspruchsbegründende Voraussetzung (vgl. 
Art. 18b IVG). 

3.3.3 Der Beschwerdeführer bringt ausserdem vor, in seinem Berufsfeld 
entwickle jedes Unternehmen sein eigenes System. Er sei 25 Jahre für den 
gleichen Arbeitgeber tätig gewesen und kenne deshalb nur dessen (veral-
tetes) Produkt respektive System. Er müsse aufgrund der vielen Funktio-
nen des neuen Systems ein grosses Fachgebiet neu erlernen (Beschwerde 
S. 5 f. Ziff. III/3.1 Rz. 18). Von ungenügenden beruflichen Voraussetzungen 
gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. c AVIV kann vorliegend jedoch nicht gesprochen 
werden. Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere über eine langjährige 
Arbeitserfahrung als … und … (act. IIA 127; act. IIB 178 Ziff. 2 f.) und bilde-
te sich – eigener Angaben zufolge (act. IIA 127) – stets weiter. Zwar hat er 
sich in der neuen Stelle in ein anderes System als beim langjährigen ehe-
maligen Arbeitgeber einzuarbeiten. Indessen gesteht er selber ein, in sei-
nem Berufsfeld entwickle jedes Unternehmen ein eigenes System (Be-
schwerde S. 5 Ziff. III/3.1 Rz. 18). Insoweit bedeutet dies keine besondere 
Einarbeitung, sondern ist normal für jede neu angetretene Stelle. Die neue 
Arbeitgeberin bestätigte denn auch, dass der Beschwerdeführer die erfor-
derliche berufliche Qualifikation mitbringe sowie die Einarbeitung sogar 
kürzer als berufs- und betriebsüblich sei respektive dem üblichen Zeitraum 
entspreche (act. IIA 48 f. Ziff. 6 ff.) und legte dies mit einem Einarbeitungs-
plan (act. IIA 51) nachvollziehbar dar. 

3.3.4 Im Übrigen macht der Beschwerdeführer geltend, er habe zwar kei-
ne Taggelder der Arbeitslosenversicherung, jedoch während über 13 Mo-
naten Krankentaggelder bezogen. Die Voraussetzung in Art. 90 Abs. 1 lit. d 
AVIV, wonach mindestens 150 Taggelder bezogen worden sein müssen, 
fusse im Gedanken, dass nur jemand, der längere Zeit nicht arbeitstätig 
gewesen sei, Anspruch auf Einarbeitungszuschüsse haben solle. Der 
krankheitsbedingte Ausfall von über 13 Monaten zeige genau dies (Be-
schwerde S. 6 Ziff. III/3.1 Rz. 19). Dem kann nicht gefolgt werden. Ge-
sundheitsbedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche werden unter 
Art. 90 Abs. 1 lit. b AVIV subsumiert, weshalb der Krankentaggeldbezug 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2021, ALV/21/57, Seite 9

vorliegend nicht relevant sein kann. Taggelder der Arbeitslosenversiche-
rung bezog der Beschwerdeführer unbestrittenermassen nicht, weshalb 
auch die Tatbestandsvoraussetzung nach Art. 90 Abs. 1 lit. d AVIV nicht 
erfüllt ist. 

3.3.5 Schliesslich ist auch die Tatbestandsvoraussetzung gemäss Art. 90 
Abs. 1 lit. e AVIV offensichtlich nicht erfüllt, fehlt es doch nach dem Darge-
legten bereits am Erfordernis der mangelnden beruflichen Erfahrung (vgl. 
E. 3.3.3 hiervor; AVIG-Praxis AMM, Rz. J9). 

3.4 Nach dem Gesagten ist eine erschwerte Vermittelbarkeit zu vernei-
nen bzw. ist keine der in Art. 90 Abs. 1 lit. a-e AVIV aufgeführten Tatbe-
standsvoraussetzungen gegeben. Demnach ist der angefochtene Einspra-
cheentscheid vom 21. Dezember 2020 (act. II 2 ff.) nicht zu beanstanden 
und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

4.2 Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2021, ALV/21/57, Seite 10

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 

(samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 28. Juli 2021)
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.