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**Case Identifier:** 478d0b3e-3f76-5dfb-affb-8e01470b41c7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 21.05.2024 400 2024 74 (400 24 74)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-2024-74_2024-05-21.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

 

vom 21. Mai 2024 (400 24 74) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Obligationenrecht 

 

 

Ungerechtfertigte fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses: Anspruch auf Auszah-

lung des Restferienguthabens bei einer (hypothetischen) Kündigungsfrist von zwei Mo-

naten (E. 4); 

Grundsätzlicher Anspruch auf Zahlung einer Entschädigung gem. Art. 337c Abs. 3 OR, 

ausser es liegen ausserordentliche Umstände vor (E. 5).  

 

 
Besetzung  Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richterin Barbara Jermann Richter-

ich (Ref.), Richter Philippe Spitz; Gerichtsschreiberin Karin Wiesner 
  

 

Parteien  A.____,  
vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Fierz, nigon Rechtsanwälte Nota-
riat, Marktplatz 18, 4001 Basel,  
Kläger 

  gegen 

  B.____ GmbH,  
vertreten durch Rechtsanwalt Livius Schill, Weberstrasse 10, 8004 Zü-
rich,  
Beklagte und Berufungsklägerin 

   

Gegenstand  Arbeitsstreitigkeit  
Berufung gegen den Entscheid des Gerichtspräsidenten des Zivilkreis-
gerichts Basel-Landschaft West vom 21. November 2023 

 
 

 

 
 
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A. A.____ war ab dem 1. Oktober 2020 bei der B.____ GmbH als Elektroinstallateur in einem 
100% Arbeitspensum angestellt. Am 9. August 2021 erkrankte A.____. Mit «Abmahnung» vom 
4. Oktober 2021 hielt die B.____ GmbH fest, dass A.____ seine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbe-
scheinigung vom 27. September 2021 bis zum unbekannten Zeitpunkt nicht vorgelegt habe und 
ihr zudem die Arbeitsrapporte vom 9. November 2020 bis 25. Juni 2021 sowie vom 26. Juli 2021 
bis 4. Oktober 2021 fehlen würden. A.____ wurde aufgefordert, die fehlenden ärztlichen Arbeits-
unfähigkeitsbescheinigungen und die fehlenden Arbeitsrapporte bis am 6. Oktober 2021 nachzu-
reichen. Mit E-Mail vom 6. Oktober 2021 teilte A.____ seiner Arbeitgeberin mit, dass er ihr damit 
das einzige fehlende Arztzeugnis zukommen lasse, worauf die B.____ GmbH A.____ gute Bes-
serung wünschte. Mit Schreiben vom 12. Oktober 2021 informierte A.____, er werde versuchen, 
die Arztzeugnisse so schnell wie möglich zu schicken und reiche gleichzeitig die fehlenden Ar-
beitsrapporte ein. Ebenfalls mit Schreiben vom 12. Oktober 2021 kündigte die B.____ GmbH das 
Arbeitsverhältnis mit A.____ fristlos.  

B. Das von A.____ gegen seine ehemalige Arbeitgeberin eingeleitete Schlichtungsverfahren 
führte zu keiner Einigung, so dass A.____ mit Datum vom 25. Januar 2023 die Klagebewilligung 
ausgestellt wurde.  

C. Mit begründeter Klage vom 4. April 2023 forderte A.____ beim Zivilkreisgericht Basel-
Landschaft West von der B.____ GmbH die Zahlung von CHF 30'000.00, davon CHF 21'258.30 
brutto und CHF 8'740.60 netto zuzüglich Zins zu 5% seit dem 12. Oktober 2021. Alles unter o/e-
Kostenfolge zulasten der Arbeitgeberin.  

D.  Mit Entscheid vom 23. November 2023 hiess der Gerichtspräsident des Zivilkreisgerichts 
Basel-Landschaft West die Klage teilweise gut und verpflichtete die B.____ GmbH zur Zahlung 
von CHF 20'568.80 brutto nebst Zins zu 5% seit dem 12. Oktober 2021 und CHF 6'753.80 netto 
nebst Zins zu 5% seit dem 12. Oktober 2021. Für die Mehrforderung wurde die Klage abgewie-
sen. Es wurde keine Gerichtsgebühr erhoben. Jedoch wurde die B.____ GmbH zur Leistung einer 
Parteientschädigung von CHF 6'032.70 an A.____ verpflichtet. Zur Begründung führte die Vo-
rinstanz im Wesentlichen aus, dass kein wichtiger Grund für eine fristlose Entlassung vorgelegen 
habe. Eine ungerechtfertigte fristlose Entlassung führe zwar zur unmittelbaren Beendigung des 
Arbeitsverhältnisses, löse jedoch die Folgen von Art. 337c OR aus. Folglich habe die B.____ 
GmbH A.____ für die Monate Oktober bis Dezember 2021 den Lohn, den anteilsmässigen 13. 
Monatslohn sowie eine Entschädigung gemäss Art. 337c Abs. 3 OR von einem Monatslohn zu 
bezahlen. Ebenso habe die ehemalige Arbeitgeberin A.____ einen aufgrund seiner häufigen Ab-
senzen gestützt auf Art. 329b Abs. 1 OR gekürzten Ferienanspruch zu vergüten.  

E. Gegen diesen Entscheid erhob die B.____ GmbH (Berufungsklägerin), vertreten durch 
Rechtsanwalt Livius Schill, mit Eingabe vom 18. März 2024 Berufung beim Kantonsgericht Basel-
Landschaft, Abteilung Zivilrecht (Kantonsgericht), mit folgenden Rechtsbegehren:   

1.  Der Entscheid des Gerichtspräsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 21. Novem-
ber 2023 sei aufzuheben.  

2. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Beklagte die Klage im Umfang von CHF 17'068.20 brutto 
sowie CHF 578.80 netto, jeweils zzgl. 5% Zins seit 12. Oktober 2021, anerkennt (Teilanerkennung).  

3. Die Klage sei im über die gemäss Ziffer 2 anerkannten Teilbeträge hinausgehenden Umfang 
(CHF 4'190.40 brutto und CHF 8'162.60 netto) abzuweisen. Eventualiter sei die Sache zur Ergänzung 
des Sachverhalts und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

 
 
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4. Es sei für das erstinstanzliche Verfahren dem Kläger eine reduzierte Parteientschädigung zuzuspre-
chen.  

5. Im Berufungsverfahren unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers.  

Auf die Ausführungen der Berufungsklägerin in ihrer Berufung wird in den nachstehenden Erwä-
gungen eingegangen.  

F. In seiner Berufungsantwort vom 18. April 2024 beantragte A.____ (Berufungsbeklagter), 
vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Fierz, die vollumfängliche Abweisung der Berufung, soweit 
darauf einzutreten sei. Unter ordentlicher und ausserordentlicher Kostenauflage zuzüglich Spe-
sen und Mehrwertsteuer zu Lasten der Berufungsklägerin. Auf seine Begründung wird in den 
nachstehenden Erwägungen eingegangen.  

G. Das Kantonsgericht schloss mit Verfügung vom 19. April 2024 den Schriftenwechsel und 
wies die Parteien auf das unbedingte Replikrecht hin. Der Entscheid der Dreierkammer wurde 
den Parteien aufgrund der Akten in Aussicht gestellt.  

H. In ihrer Stellungnahme vom 2. Mai 2024 bestritt die Berufungsklägerin die Ausführungen 
des Berufungsbeklagten in seiner Berufungsantwort vom 18. April 2024 und hielt im Übrigen an 
ihren ursprünglichen Rechtsbegehren fest. Überdies reichte sie Arztzeugnisse des Berufungsbe-
klagten für die Zeit vom 1. Januar 2021 bis 8. August 2021 ein.  

Erwägungen 

1. Gegen erstinstanzliche Endentscheide kann gemäss Art. 308 ZPO Berufung erhoben wer-
den, wobei in vermögensrechtlichen Angelegenheiten die Berufung nur zulässig ist, wenn der 
Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt. 
Die Berufung ist schriftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Ent-
scheids bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Vorliegend hat das Kan-
tonsgericht die Berufung vom 18. März 2024 gegen den Entscheid des Gerichtspräsidenten des 
Zivilkreisgerichts vom 21. November 2023 zu beurteilen. Vorinstanzlich wurde die Bezahlung des 
Betrags von CHF 30'000.00 gefordert. Der Streitwert liegt damit über der für eine Berufung erfor-
derlichen Streitwertgrenze von CHF 10'000.00. Der angefochtene Entscheid wurde der Beru-
fungsklägerin gemäss Rückschein der Schweizerischen Post am 15. Februar 2024 zugestellt. Die 
30-tägige Rechtsmittelfrist endete am 18. März 2024 (Art. 142 Abs. 3 ZPO). Die gleichentags bei 
der Post zum Versand aufgegebene Berufungsschrift erfolgte daher fristgerecht. Die Berufungs-
klägerin stützt ihre Berufung auf zulässige Berufungsgründe (Art. 310 ZPO). Da auch die weiteren 
Formalien und Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 59 ZPO), ist auf die Berufung einzutre-
ten. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c i.V.m. § 5 Abs. 1 e contrario des Einführungsgesetzes zur Schwei-
zerischen Zivilprozessordnung (EG ZPO, SGS 221) ist die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht 
des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zi-
vilkreisgerichte sachlich zuständig. 

2. Nach Art. 317 Abs. 1 ZPO können neue Tatsachen und Beweismittel im Rechtsmittelver-
fahren nur noch berücksichtigt werden, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zu-
mutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. Die von der Beru-
fungsklägerin erstmals mit Berufung eingereichten Arztzeugnisse des Berufungsbeklagten für die 
Zeit vom 1. Januar 2021 bis 8. August 2021 erfolgen daher zu spät und können nicht berücksich-
tigt werden.  

 
 
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3. Die Berufungsklägerin anerkennt die Unrechtmässigkeit der fristlosen Kündigung vom 12. 
Oktober 2021 sowie die daraus resultierenden folgenden Teilbeträge:  
- Lohn bzw. Lohnfortzahlung vom 1. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2021 im Betrag von 

CHF 11'558.20 brutto 
- Entschädigung bzgl. Arbeitgeberbeiträge Pensionskasse im Betrag von CHF 578.80 netto  
- 13. Monatslohn im Betrag von CHF 5'510.00 brutto. 
Bestritten wird weiterhin der Anspruch auf Auszahlung des Feriensaldos sowie der Anspruch auf 
Entschädigung nach Art. 337c Abs. 3 OR. Somit geht es im vorliegenden Berufungsverfahren 
lediglich noch um die von der Vorinstanz gutgeheissene Ferienentschädigung von CHF 3'500.60 
brutto sowie die Entschädigung gemäss Art. 337c OR im Betrag von CHF 6'175.00 netto.   

4. Auszahlung des Ferienanspruchs 

4.1 Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, dem Berufungsbeklagten stünden aus 
dem aufgelösten Arbeitsverhältnis noch 19 Ferientage zu. Aufgrund seiner häufigen Absenzen 
sei dieser Anspruch gestützt auf Art. 329b Abs. 1 OR zu kürzen. Er sei während 109 Arbeitstagen 
krank oder arbeitsabwesend gewesen, so dass eine Kürzung von 4/12 zu erfolgen habe. Der 
Restferienanspruch betrage somit noch 12.33 Tage, welcher mit CHF 3'500.60 brutto abzugelten 
sei.  

4.2 Die Berufungsklägerin bestreitet die Ausführungen der Vorinstanz und wirft ihr vor, dem 
Berufungsbeklagten unter Verletzung der Art. 329c Abs. 2 i.V.m. Art. 329d Abs. 2 und Art. 337c 
OR zu Unrecht einen Anspruch auf Abgeltung des Ferienrechts im Umfang von CHF 3'500.60 
zugesprochen zu haben. Die Berechnung des Restanspruchs von 12.33 Ferientagen sei korrekt. 
Bestritten werde jedoch, dass der Ferienanspruch auszuzahlen sei. Die Frage nach der Auszah-
lung des Feriensaldos sei im erstinstanzlichen Verfahren nicht behandelt worden. Auch werde im 
angefochtenen Entscheid nicht begründet, weshalb der Anspruch ausbezahlt werde. Die im vo-
rinstanzlichen Verfahren nicht anwaltlich vertretene Berufungsklägerin sei zur Frage der Auszah-
lung des Feriensaldos nicht befragt worden. Seitens der Vorinstanz seien diesbezüglich auch 
keine Beweise erhoben worden. Dennoch sei die Berufungsklägerin zur Auszahlung des Ferien-
saldos verpflichtet worden, ohne diese Verpflichtung zu begründen, weshalb ihr rechtliches Gehör 
verletzt und der Sachverhalt ungenügend festgestellt worden sei. Soweit die Klage für diesen 
Teilbetrag nicht abzuweisen sei, müsse die Sache zur Ergänzung des Sachverhalts und Neube-
urteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen werden. Die frühere bundesgerichtliche Regelung 
gem. BGE 117 II 270 sei überholt, wonach der Feriensaldo bei einer beschäftigungslosen Zeit 
von zwei bis drei Monaten auszuzahlen sei. Der hier interessierende Tatbestand sei mit jenem 
der Freistellung zu vergleichen. Gemäss BGer 4C.84/2002 sei nicht starr auf die Dauer der ver-
bleibenden Zeit abzustellen. Als messbares Kriterium sei das Verhältnis zwischen den verblei-
benden beschäftigungslosen Tagen und den verbleibenden Feriensaldotagen heranzuziehen. 
Dies gelte nicht nur bei der Freistellung, sondern nach Lehre und dem Gesagten auch bei der 
ungerechtfertigten fristlosen Kündigung. In der kantonalen Rechtsprechung und Lehre habe sich 
die sog. Drittelsregel etabliert. Demnach dürfe der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein Drittel der 
bis zum (hypothetischen) Kündigungstermin verbleibenden Zeit als Ferien anrechnen. Folglich 
sei es dem Berufungsbeklagten ohne weiteres zumutbar, sein Feriensaldo von 12.33 Tagen bis 
zum 31. Dezember 2021 zu beziehen, weshalb dieser nicht auszuzahlen und die Berufung in 
diesem Punkt gutzuheissen sei.  

4.3 Der Berufungsbeklagte bestreitet die Ausführungen der Berufungsklägerin und entgegnet 
in seiner Berufungsantwort, die von der Berufungsklägerin zitierte bundesgerichtliche Rechtspre-
chung sei nicht einschlägig und folglich nicht auf den vorliegenden Fall anwendbar. Das Bundes-
gericht habe im Gegenteil seine Rechtsprechung mehrfach bestätigt, wonach bei einer unge-

 
 
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rechtfertigten fristlosen Kündigung der Ferienanspruch zu entschädigen sei bei einer Kündi-
gungsfrist von zwei bis drei Monaten. Nur bei längeren Kündigungsfristen schulde der Arbeitgeber 
in der Regel keine Ferienentschädigung mehr.   

4.4 Bei einer ungerechtfertigten fristlosen Entlassung des Arbeitsverhältnisses stellt das Bun-
desgericht für die Frage nach der Auszahlung des Ferienanspruchs auf die Dauer der Kündi-
gungsfrist ab. In BGE 4A_257/2008 vom 23.7.2008 E.3 hat es die Grenze für eine relativ kurze 
Kündigungsfrist, welche den Ferienbezug nach einer ungerechtfertigten fristlosen Kündigung nor-
malerweise nicht zulasse, bei zwei bis drei Monaten gezogen; bei längeren Kündigungsfristen 
schulde der Arbeitgeber dagegen in der Regel keine Ferienentschädigung mehr (STREIFF 
ULLIN/VON KÄNEL ADRIAN/RUDOLPH ROGER in:  Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-
362 OR, 7. Aufl., Zürich - Basel - Genf 2012, Art. 337c N 18). Diese Rechtsprechung wird auch 
in neueren Entscheiden bestätigt, in der das Bundesgericht ausführt, beim ungerechtfertigt fristlos 
entlassenen Arbeitnehmer werde die Kompensation nicht bezogener Ferientage mit der Freizeit 
von der Voraussetzung abhängig gemacht, dass dem Arbeitnehmer ausreichend Zeit zum Bezug 
der Ferientage zur Verfügung stehe, und zwar in der Regel mehr als zwei bis drei Monate (BGer 
4A_56/2016 vom 30. Juni 2016, E. 4.1.1; BGE 128 III 271 E. 4a/bb S. 282; 117 II 270 E. 3b S. 
272 f.; vgl. etwa auch Urteile 4A_115/2010 vom 14. Mai 2010 E. 3.1; 4A_308/2008 vom 25. Sep-
tember 2008 E. 3.2).   

4.5 Die soeben zitierten Bundesgerichtsentscheide widerlegen klar die Auffassung der Be-
schwerdeführerin, wonach der Ferienanspruch des Berufungsbeklagten zu Unrecht zur Auszah-
lung angeordnet worden sei. Entgegen der Argumentation der Berufungsklägerin ist eine unge-
rechtfertigte fristlose Entlassung nicht mit einer ordentlichen Kündigung mit Freistellung gleichzu-
setzen. Die von der Berufungsklägerin zitierten Lehrmeinungen und Bundesgerichtsentscheide 
zur Freistellung sind daher nicht einschlägig und folglich nicht zu berücksichtigen. Bei einem un-
gerechtfertigt fristlos entlassenen Arbeitnehmer wird die Kompensation nicht bezogener Ferien-
tage mit der Freizeit von der Voraussetzung abhängig gemacht, dass dem Arbeitnehmer mehr 
als zwei bis drei Monate Zeit zum Bezug der Ferientage zur Verfügung steht. Dem Berufungsbe-
klagten verblieben jedoch nur 2.5  Monate bis zum Ablauf der (hypothetischen) Kündigungsfrist, 
d.h. vom 12. Oktober 2021 bis zum 31. Dezember 2021. Darin enthalten waren überdies sowohl 
die Feiertage um Weihnachten als auch seine Krankschreibung bis 24. Oktober 2021, was die 
Stellensuche zusätzlich erschwert. Die Vorinstanz war daher nicht gehalten, die Berufungskläge-
rin zur Frage der Auszahlung des Feriensaldos zu befragen oder gar diesbezügliche Beweise 
abzunehmen. Bei einer ungerechtfertigten fristlosen Entlassung mit einer (hypothetischen) Kün-
digungsfrist von zwei Monaten ist es folglich korrekt, den Ferienanspruch von 12.33 Tagen aus-
zubezahlen, weshalb die Berufung in diesem Punkt abzuweisen ist.  

5. Entschädigung nach Art. 337c Abs. 3 OR 

5.1 Die Vorinstanz führte diesbezüglich aus, es liege ein relativ kurzes Arbeitsverhältnis vor. 
Die Intensität der arbeitsvertraglichen Beziehung sei aufgrund der kurzen Dauer, des Inhalts der 
Arbeitstätigkeit sowie aufgrund des Umstands, dass der Berufungsbeklagte relativ oft krankheits- 
oder unfallbedingt abwesend gewesen sei, nicht als sehr hoch einzustufen. Andererseits habe 
die Berufungsklägerin ausgeführt, man habe dem Berufungsbeklagten aufgrund seiner häufigen 
krankheits- und unfallbedingten Absenzen nicht kündigen können, obwohl man dies gewollt habe. 
Die Berufungsklägerin habe damit indirekt zugestanden, dass man die gesetzliche Sperrfrist ge-
mäss Art. 336c Abs. 1 lit. b. OR für eine Kündigung habe umgehen wollen. Dieses Verhalten 
dürfe nicht sanktionslos bleiben, weshalb eine Entschädigung gemäss Art. 337c Abs. 3 OR von 
einem Monatslohn als angemessen erachtet werde.  

 
 
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5.2 Diesen Erwägungen widerspricht die Berufungsklägerin und führt aus, eine zusätzliche 
Pönale zur Lohnfortzahlung sei ungerechtfertigt, da sie kein Verschulden treffe. Der Berufungs-
beklagte habe wiederholt während der Arbeitszeit Cannabis konsumiert. Dies sei von zwei Zeu-
gen bestätigt worden. Durch den Konsum eines Betäubungsmittels auf einer Grossbaustelle habe 
er schwerwiegend gegen die arbeitsrechtlichen Pflichten verstossen. Überdies sei der Berufungs-
beklagte mehrfach der Arbeit unentschuldigt ferngeblieben. Es sei die Pflicht des Arbeitnehmers, 
sich ordentlich von der Arbeit abzumelden und sein fehlendes Verschulden seiner Abwesenheit 
zeitnah zu belegen. Für den Arbeitgeber hätten die Versäumnisse des Berufungsbeklagten wie-
derholten administrativen Zeitaufwand und grosse Planungsunsicherheit im Hinblick auf ihre Bau-
projekte bedeutet. Zudem habe der Berufungsbeklagte trotz zahlreicher Ermahnungen bis zum 
Schluss keine gültigen Arbeitsrapporte eingereicht, was die Fakturierung seiner Leistungen ver-
unmöglicht habe. Insgesamt habe der Berufungsbeklagte seine arbeitsrechtlichen Pflichten wie-
derholt und schwerwiegend missachtet, während sie ihm immer wieder entgegengekommen sei 
und Kulanz halbe walten lassen. Dass ihr dennoch eine Pönale auferlegt werde, sei nicht ge-
rechtfertigt.  

5.3 Der Berufungsbeklagte hält diesen Ausführungen entgegen, der angebliche Can-
nabiskonsum sei lediglich behauptet, jedoch nicht bewiesen worden, weshalb dieses Argument 
unbeachtlich sei. Zudem habe der Arbeitgeber um seine Krankheit gewusst. Es sei verfehlt, in 
diesem Zusammenhang von einem unentschuldigten Fernbleiben von der Arbeit zu sprechen, 
zumal er die Arztzeugnisse nachgereicht habe. Da er seit dem 6. August 2021 krankgeschrieben 
gewesen sei, habe er auch keine Arbeitsrapporte mehr einreichen müssen. Die Berufungsbe-
klagte habe anlässlich der vorinstanzlichen Parteibefragung zugegeben, dass es ihr bei der frist-
losen Kündigung um die Umgehung der Sperrfrist gegangen sei. Folglich sei die Entschädigung 
nach Art. 337c OR in der Höhe eines Monatslohns gerechtfertigt.   

5.4 Art. 337c Abs. 3 OR sieht als Sanktion bei ungerechtfertigter fristloser Kündigung durch 
den Arbeitgeber eine Entschädigung von maximal sechs Monatslöhnen vor. Diese hat sowohl 
Strafcharakter als auch Genugtuungsfunktion und soll die durch die ungerechtfertigte fristlose 
Kündigung erlittene Persönlichkeitsverletzung des Arbeitnehmers abgelten. Sie hat sich entschei-
dend nach der Strafwürdigkeit des Verhaltens des Arbeitgebers, der Schwere der Persönlich-
keitsverletzung, dem Mass der Widerrechtlichkeit der fristlosen Entlassung, der finanziellen Situ-
ation der Parteien und der Schwere eines Mitverschuldens des Arbeitnehmers zu richten (BGE 
123 III 246 E. 6a). In aller Regel ist eine Entschädigung geschuldet. Nur wenn ausserordentliche 
Umstände vorliegen, die trotz ungerechtfertigter fristloser Kündigung keine Strafzahlung zu Las-
ten des Arbeitgebers rechtfertigen, kann sie verweigert werden (BGE 121 III 64 E. 3c). Die Ent-
schädigung nach Art. 337c Abs. 3 OR wird vom Sachgericht nach pflichtgemässem Ermessen 
aufgrund der Umstände des Einzelfalls festgesetzt (BGer 4A_56/2016 vom 30. Juni 2016, E. 
4.2.1) 

5.5 Die Vorinstanz hat dem Berufungsbeklagten korrekterweise eine Entschädigung nach Art. 
337c Abs. 3 OR zugesprochen, da eine solche grundsätzlich geschuldet ist. Die von der Beru-
fungsbeklagten vorgetragenen Gründe (angeblicher Cannabiskonsum während der Arbeitszeit, 
wiederholtes unentschuldigtes Fernbleiben von der Arbeit) rechtfertigten keine Verweigerung der 
Zahlung. Eine Abmahnung aufgrund des angeblichen Cannabiskonsums des Berufungsbeklag-
ten wurde nie ausgesprochen und auch im Kündigungsschreiben vom 12. Oktober 2021 nicht 
erwähnt. In Bezug auf das unentschuldigte Fernbleiben von der Arbeit wurde der Berufungsbe-
klagte erst sechs Tage vor Aussprechung der fristlosen Kündigung abgemahnt. Gemäss E-Mail 
vom 6. Oktober 2021 reichte der Berufungsbeklagte das fehlende Arztzeugnis auf Aufforderung 
hin ein. Es wäre somit an der Berufungsklägerin gelegen, die ausserordentlichen Umstände auf-
zuzeigen, die eine Verweigerung der Strafzahlung nach Art. 337c Abs. 3 OR rechtfertigten. Die 

 
 
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Vorinstanz hat die Intensität der arbeitsvertraglichen Beziehung, die häufigen Absenzen des Be-
rufungsbeklagten, das Verhalten beider Parteien und die Motivation der Berufungsklägerin zur 
ungerechtfertigten fristlosen Entlassung gewürdigt und ist zum nachvollziehbaren Schluss ge-
kommen, dass aufgrund sämtlicher relevanter Umstände eine Entschädigung gemäss Art. 337c 
Abs. 3 OR von einem Monatslohn geschuldet sei. Dabei hat sie ihr Ermessen pflichtgemäss aus-
geübt und die konkreten Umstände berücksichtigt, weshalb ihr Entscheid zu schützen und die 
Berufung auch in diesem Punkt abzuweisen ist.  

6. vorinstanzliche Parteientschädigung 

6.1 Die Berufungsklägerin moniert weiter die Höhe der vorinstanzlich angeordneten Partei-
entschädigung. Der Berufungsbeklagte habe im Umfang von CHF 27’300.00 obsiegt. Entspre-
chend wäre ein Grundhonorar von maximal CHF 4'000.00 angebracht gewesen, was zu korrigie-
ren sei.  

6.2 Die Vorinstanz verpflichtete die Berufungsklägerin zur Leistung einer Parteientschädigung 
an die Gegenpartei in der Höhe von CHF 6'032.70, wobei sie die geltend gemachte Parteient-
schädigung von CHF 6'307.30 als zu hoch erachtete und kürzte. Gemäss § 7 Abs. 1 lit. e der 
Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) liegt das Grundhonorar bei einem Streitwert 
zwischen CHF 20'000.00 – CHF 50'000.00 zwischen CHF 3'300.00 bis maximal CHF 6'450.00. 
Das Grundhonorar wurde unter Berücksichtigung der nicht sehr hohen Schwierigkeit des Falles 
auf CHF 4'500.00 festgesetzt. Für die Teilnahme an der Schlichtungsverhandlung gewährte die 
Vorinstanz einen Zuschlag von 20 % gemäss § 8 Abs. 1 lit. b. Ziff. 1 TO sowie einen Betrag von 
CHF 180.00 für die effektive Reisezeit (1 Stunde) gemäss § 8 Abs. 1 lit. c. TO. In nachvollzieh-
barer Weise hat die Vorinstanz begründet, weshalb sie das Grundhonorar auf CHF 4'500.00 fest-
setzt und wie sich die einzelnen Zuschläge zusammensetzen. In pflichtgemässer Ausübung ihres 
Ermessens hat die Vorinstanz die geltend gemachte Parteientschädigung auf CHF 6'032.70 re-
duziert, was es zu bestätigen gilt. Somit kann offen bleiben, ob überhaupt auf den Kürzungsantrag 
der Berufungsklägerin einzutreten ist, zumal sie mit keinem Wort darlegt, weshalb das Grundho-
norar zu hoch angesetzt sei.   

7. Da sich sämtliche Rügen der Berufungsklägerin als unbegründet erweisen, ist die Beru-
fung abzuweisen. Es bleibt noch über die Verlegung der im Berufungsverfahren entstandenen 
Kosten zu befinden. Diese bestehen aus den Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung (Art. 
95 Abs. 1 ZPO). Gemäss Art. 114 lit. c ZPO dürfen bei Streitigkeiten aus einem Arbeitsverhältnis 
bis zu einem Streitwert von CHF 30‘000.00 keine Gerichtskosten gesprochen werden. Diese Vor-
schrift entfaltet auch im kantonalen Rechtsmittelverfahren Gültigkeit, weshalb mit dem vorliegen-
den Entscheid keine Gerichtsgebühr zu erheben ist. Da die Berufungsklägerin im vorliegenden 
Verfahren vollständig unterliegt, hat sie antragsgemäss eine Parteientschädigung an den Beru-
fungsbeklagte auszurichten. Der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten hat im Berufungsver-
fahren keine Honorarnote eingereicht, weshalb die Parteientschädigung gemäss § 18 Abs. 1 TO 
von Amtes wegen nach Ermessen festzusetzen ist. Die Parteientschädigung bemisst sich in An-
wendung von § 2 Abs. 2 und § 10 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO, 
SGS 178.112) nach dem zweitinstanzlichen Streitwert, welcher sich vorliegend aus der gutge-
heissenen Ferienentschädigung von CHF 3'500.60 brutto sowie der Entschädigung gemäss Art. 
337c OR im Betrag von CHF 6'175.00 netto zusammensetzt und somit CHF 9'675.60 beträgt. 
Das Grundhonorar bemisst sich nach §7 Abs. 1 lit. c TO und liegt zwischen CHF 1'500.00 und 
CHF 2'400.00. Im vorliegenden Berufungsverfahren fand keine Hauptverhandlung mit Parteien 
statt und die Berufungsantwort umfasst lediglich sieben Seiten. Jedoch mussten auch die neun-
zehnseitige Berufung sowie die siebenseitige Stellungnahme der Berufungsklägerin studiert und 
mit dem Berufungsbeklagten erörtert werden, weshalb sich ein Grundhonorar von CHF 2'400.00 
rechtfertigt. Mangels Einreichung einer Honorarnote ist kein Auslagenersatz geschuldet (vgl. 

 
 
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KGer BL 400 19 196 vom 19. November 2019 E. 10.2). Die Vergütung der Mehrwertsteuer wurde 
hingegen beantragt, so dass die Berufungsklägerin dem Berufungsbeklagten eine Parteientschä-
digung in Höhe von CHF 2'594.40 zu bezahlen hat. 

Demnach wird erkannt: 

://: 1. Die Berufung wird abgewiesen.  

 2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.  

Die Berufungsklägerin hat dem Berufungsbeklagten eine Parteientschä-
digung von CHF 2'594.40 (inkl. MWSt) zu bezahlen.  

Präsidentin 

Christine Baltzer-Bader 

Gerichtsschreiberin 

Karin Wiesner