# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb5c5a9f-8871-5bc5-9df2-2e38db1d7f48
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-24
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 24.08.2020 SK 2019 295
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-295_2020-08-24.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil 
SK 19 295

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 24. August 2020 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), Oberrichter Aebi, 
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin von Teufenstein

Verfahrensbeteiligte G.________
a.v.d. Rechtsanwältin D.________
p.v.d. Rechtsanwalt A.________

Beschuldigter/Berufungsführer 

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwalt H.________, Staatsanwaltschaft für Wirt-
schaftsdelikte, Speichergasse 12, 3011 Bern

und

E.________
v.d. Rechtsanwalt C.________

Strafklägerin 

und

Erbengemeinschaft I.________, v.d. J.________ I.________

Beschwerte Drittperson 

Gegenstand gewerbsmässiger Betrug, evtl. Veruntreuung 

Berufung gegen das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafge-
richts (Kollegialgericht) vom 29. Mai 2019 (WSG 18 38+39)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht (Kollegialgericht; nachfolgend: WSG oder 
Vorinstanz) erkannte mit Urteil vom 29. Mai 2019 (pag. 18 920/1 ff.; Hervorhebun-
gen im Original): 

I.

K.________, vgt., wird freigesprochen

1. von der Anschuldigung des gewerbsmässigen Betrugs, eventuell der Veruntreuung,

1.1. angeblich begangen von 2013 bis am 06.05.2015 zum Nachteil von L.________ im De-
liktsbetrag von CHF 26'500.00 (Ziff. I.A.2 Bst. p der Anklageschrift);

1.2. angeblich begangen von 2013 bis 2014 zum Nachteil von M.________ im Deliktsbetrag 
von CHF 2'500.00 (Ziff. I.A.2 Bst. q der Anklageschrift);

1.3. angeblich begangen vom 23.07.2013 bis am 16.03.2016 zum Nachteil von G.________ 
bzw. dessen Eltern im Deliktsbetrag von CHF 401'000.00 (Ziff. I.A.2 Bst. r der Anklage-
schrift);

2. von der Anschuldigung der Urkundenfälschung, angeblich begangen am 21.12.2015 (Ziff. I.A.3 
Lemma 3).

ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung.

II.

K.________, vgt., wird hingegen schuldig erklärt

1. des gewerbsmässigen Betrugs, 

1.1. begangen vom 18.05.2007 bis am 06.02.2015 zum Nachteil von N.________ im Deliktsbe-
trag von CHF 3'951'390.00 (Ziff. I.A.1.1 der Anklageschrift);

1.2. begangen vom 28.05.2014 bis am 11.12.2014 zum Nachteil von O.________ im Deliktsbe-
trag von CHF 482'000.00 (Ziff. I.A.1.1 der Anklageschrift);

1.3. begangen von Januar 2008 bis September 2015 zum Nachteil von P.________ im Delikts-
betrag von CHF 554'000.00 (Ziff. I.A.1.2 der Anklageschrift);

1.4. begangen von 2010 bis am 07.03.2016 zum Nachteil von Q.________ im Deliktsbetrag von 
CHF 409'950.00 (Ziff. I.A.2 Bst. m der Anklageschrift);

1.5. begangen vom 22.07.2013 bis am 10.04.2015 zum Nachteil von R.________ im Deliktsbe-
trag von CHF 231'000.00 (Ziff. I.A.2 Bst. o der Anklageschrift);

3

1.6. begangen im Jahr 2013 zum Nachteil von S.________ im Deliktsbetrag von CHF 24'000.00 
(Ziff. I.A.2 Bst. h der Anklageschrift);

1.7. begangen im März 2014 zum Nachteil von T.________ im Deliktsbetrag von 
CHF 47'000.00 (Ziff. I.A.2 Bst. k der Anklageschrift);

1.8. begangen vom 12.05.2014 bis am 19.05.2015 zum Nachteil von U.________ im Deliktsbe-
trag von CHF 58'000.00 (Ziff. I.A.2 Bst. i der Anklageschrift);

1.9. begangen vom 17.12.2014 bis am 12.03.2015 zum Nachteil von V.________ im Deliktsbe-
trag von CHF 45'000.00 (Ziff. I.A.2 Bst. j der Anklageschrift);

1.10. begangen vom 30.12.2014 bis am 16.03.2016 zum Nachteil von B.________

1.11. begangen am 06.01.2015 zum Nachteil von W.________ im Deliktsbetrag von 
CHF 20'000.00 (Ziff. I.A.2 Bst. l der Anklageschrift);

1.12. begangen vom 12.02.2015 bis am 20.02.2015 zum Nachteil von E.________ im Deliktsbe-
trag von CHF 35'000.00 (Ziff. I.A.2 Bst. e der Anklageschrift);

1.13. begangen vom 08.06.2015 bis am 07.03.2016 zum Nachteil von X.________ im Deliktsbe-
trag von CHF 519'800.00 (Ziff. I.A.2 Bst. g der Anklageschrift);

1.14. begangen vom 16.10.2015 bis am 04.03.2016 zum Nachteil von Y.________ im Deliktsbe-
trag von CHF 579'500.00 (Ziff. I.A.2 Bst. f der Anklageschrift);

1.15. begangen am 24.02.2016 zum Nachteil von Z.________ im Deliktsbetrag von 
CHF 10'000.00 (Ziff. I.A.2 Bst. n der Anklageschrift);

2. der Urkundenfälschung, mehrfach begangen am 29.04.2013 (Ziff. I.A.3 Lemma 1) und am 
21.08.2015 (Ziff. I.A.3 Lemma 2);

3. der qualifizierten Geldwäscherei, begangen von 2013 bis März 2016 im Deliktsbetrag von höchs-
tens CHF 2'400'000.00

und er wird in Anwendung der 
Art. 34, 40, 47, 49 Abs. 1, 51 aStGB, Art. 146 Abs. 1 und 2, 251 Ziff. 1 und Art. 305bis Ziff. 1 und 2 
StGB
sowie
Art. 418 Abs. 1, 422, 426 Abs. 1 und 433 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 9 Monaten.

Die Untersuchungs- und die Sicherheitshaft im Umfang von 1'161 Tagen werden auf die Frei-
heitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à CHF 30.00, ausmachend CHF 2'700.00.

3. Zur Bezahlung der Verfahrenskosten, bestehend aus

[…]

4

Total ausmachend: CHF 82'235.85

III.

G.________, vgt., wird schuldig erklärt

des gewerbsmässigen Betrugs

1. begangen von 2010 bis am 07.03.2016 zum Nachteil von Q.________ im Deliktsbetrag von 
CHF 409'950.00 (Ziff. I.B.1 Bst. l der Anklageschrift);

2. begangen im Jahr 2013 zum Nachteil von S.________ im Deliktsbetrag von CHF 24'000.00 
(Ziff. I.B.1 Bst. e der Anklageschrift);

3. begangen im März 2014 zum Nachteil von T.________ im Deliktsbetrag von CHF 47'000.00 
(Ziff. I.B.1 Bst. h der Anklageschrift);

4. begangen vom 12.05.2014 bis am 19.05.2015 zum Nachteil von U.________ im Deliktsbetrag 
von CHF 58'000.00 (Ziff. I.B.1 Bst. f der Anklageschrift);

5. begangen vom 17.12.2014 bis am 12.03.2015 zum Nachteil von V.________ im Deliktsbetrag 
von CHF 45'000.00 (Ziff. I.B.1 Bst. g der Anklageschrift);

6. begangen vom 30.12.2014 bis am 16.03.2016 zum Nachteil von B.________ im Deliktsbetrag 
von CHF 532'000.00 (Ziff. I.B.1 Bst. a der Anklageschrift);

7. begangen am 06.01.2015 zum Nachteil von W.________ im Deliktsbetrag von CHF 20'000.00 
(Ziff. I.B.1 Bst. i der Anklageschrift);

8. begangen vom 12.02.2015 bis am 20.02.2015 zum Nachteil von E.________ im Deliktsbetrag 
von CHF 35'000.00 (Ziff. I.B.1 Bst. b der Anklageschrift);

9. begangen vom 08.06.2015 bis am 07.03.2016 zum Nachteil von X.________ im Deliktsbetrag 
von CHF 519'800.00 (Ziff. I.B.1 Bst. d der Anklageschrift);

10. begangen vom 16.10.2015 bis am 04.03.2016 zum Nachteil von Y.________ im Deliktsbetrag 
von CHF 579'500.00 (Ziff. I.B.1 Bst. c der Anklageschrift);

11. begangen am 24.02.2016 zum Nachteil von Z.________ im Deliktsbetrag von CHF 10'000.00 
(Ziff. I.B.1 Bst. k der Anklageschrift);

und er wird in Anwendung der 
Art. 40, 47, 49 Abs. 2, 51 aStGB und 146 Abs. 1 und 2 StGB sowie
Art. 418 Abs. 1, 422, 426 Abs. 1 und 433 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, dies teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Regional-
gerichts Oberland vom 04.04.2012.

5

Die Untersuchungshaft im Umfang von 38 Tagen wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zur Bezahlung der Verfahrenskosten, bestehend aus

[…]

Total ausmachend: CHF 43'216.05

IV.

1. Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung von K.________, vgt., durch Rechtsanwalt 
F.________

[…]

K.________, vgt., hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung von 
CHF 97'618.10 zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

2. Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung von G.________, vgt., durch Rechtsanwältin 
D.________ wird wie folgt bestimmt:

[…]

G.________, vgt., hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung von 
CHF 63'678.45 zurückzuzahlen und Rechtsanwältin D.________ die Differenz zwischen der amt-
lichen Entschädigung und dem vollen Honorar von CHF 15'473.60 zu erstatten, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

V.

1. Die Zivilklage des Privatklägers 1, B.________, vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und 
Art. 126 StPO teilweise gutgeheissen und K.________, vgt., wird verurteilt, B.________ 
CHF 532'000.00 zu bezahlen. Soweit weitergehend wird die Zivilklage abgewiesen.

2. Es wird festgestellt, dass G.________, vgt., anerkannt hat, der Privatklägerin 2, E.________, 
vgt., einen Betrag von CHF 35‘000.00 zu schulden.

3. G.________, vgt., wird verurteilt, der Privatklägerin 2, E.________, vgt., einen Zins von 5% auf 
CHF 35'000.00 seit dem 02.03.2015 zu bezahlen.

4. G.________, vgt., wird zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 2'000.00 an die Pri-
vatklägerin 2 E.________, vgt., verurteilt (Art. 433 Abs. 1 StPO).

5. Die Zivilklage des Privatklägers 3, N.________, vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und 
Art. 126 StPO teilweise gutgeheissen und K.________, vgt., wird verurteilt, N.________ 
CHF 4'385'390.00 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 01.01.2016 zu bezahlen. Soweit weitergehend 
wird die Zivilklage abgewiesen.

6

6. Die Zivilklage des Privatklägers 4, P.________, vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und 
Art. 126 StPO gutgeheissen und K.________, vgt., wird verurteilt, P.________ CHF 546'000.00 
zuzüglich Zins zu 5% seit dem 16.08.2016 zu bezahlen.

7. K.________, vgt., wird zur Bezahlung einer Parteientschädigung von gesamthaft CHF 60'850.00 
(220 h x CHF 250.00 + CHF 1'500.00 + 7.7% MWSt.) an den Privatkläger 3 N.________ vgt., 
und den Privatkläger 4 P.________, vgt., verurteilt (Art. 433 Abs. 1 StPO). Die Entschädigung ist 
direkt Rechtsanwalt BG.________ zu bezahlen.

8. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Verfahrenskosten ausgeschieden.

VI.

Weiter wird verfügt:

1. K.________, vgt., wird in Sicherheitshaft belassen (Art. 231 StPO, vgl. dazu Beschluss vom 
29.05.2019). Vorbehältlich des vorherigen Eintritts der Rechtskraft des Urteils gilt die Sicher-
heitshaft längstens bis am 28.08.2019.

2. Die Gemälde betreffend:

2.1. Das Bild "CU.________, BI.________ (berühmter Maler 1) zugeschrieben" wird der Er-
bengemeinschaft I.________ nach Rechtskraft des Urteils zurückgegeben.

2.2. Das Gemälde von CI.________ wird zur Deckung der Verfahrenskosten eingezogen 
(Art. 268 StPO i.A. Art. 442 Abs. 4 StPO).

3. K.________, vgt., betreffend:

3.1. Das beschlagnahmte Bargeld in der Höhe von CHF 15'865.75 wird zur Deckung der Ver-
fahrenskosten eingezogen (Art. 268 StPO i.V.m. Art. 442 Abs. 4 StPO).

3.2. Das Mobiltelefon Nokia [Nr. 1] wird nach Rechtskraft des Urteils vernichtet.

3.3. Das Mobiltelefon Nokia [Nr. 2] wird nach Rechtskraft des Urteils dem Beschuldigten 
K.________, vgt., zurückgegeben.

3.4. Die sichergestellte blaue, leere Geldkassette wird nach Rechtskraft des Urteils vernichtet.

3.5. Die sichergestellten Schlüssel werden nach Rechtskraft des Urteils vernichtet.

3.6. Die sichergestellten Unterlagen, welche das Verfahren nicht betreffen, werden nach 
Rechtskraft des Urteils vernichtet.

4. G.________, vgt., betreffend:

4.1. Das beschlagnahmte Bargeld in der Höhe von CHF 7'510.00 wird zur Deckung der Verfah-
renskosten eingezogen (Art. 268 StPO i.V.m. Art. 442 Abs. 4 StPO).

4.2. Das sichergestellte Mobiltelefon wird nach Rechtskraft des Urteils vernichtet.

4.3. Die sichergestellten Dokumente werden als Beweismittel in den Akten belassen.

5. AA.________ betreffend: 

5.1. Die Beschlagnahme der Grundstücke AB.________ wird aufgehoben.

7

5.2. AA.________ ist aus der Staatskasse eine Entschädigung in der Höhe von CHF 801.20 
zuzüglich MWSt. zu 8% (2.5h zu CHF 250.00 + Auslagen à 176.20) sowie CHF 2'529.80 
zuzüglich MWSt. zu 7.7% (9 x 250.00 + Auslagen à CHF 279.80) zu zahlen, insgesamt 
ausmachend CHF 3'589.90.

5.3. Die beschlagnahmte Kopie des Briefes von AA.________ an K.________ vom 20.11.2017 
bleibt als Beweismittel in den Akten.

6. AC.________ betreffend: 

6.1. Die Vermögenswerte bei der CK.________ (Bank), Police Nr .________ von AC.________ 
werden eingezogen (Art. 70 Abs. 1 StGB). Im Falle einer Überweisung der gesperrten 
Vermögenswerte an die Schweizerischen Behörden werden diese zu 9.74% dem Privat-
kläger 1, B.________, vgt., zu 80.27% dem Privatkläger 3, N.________, vgt. und zu 9.99% 
dem Privatkläger 4, P.________, vgt., je in Anrechnung an ihre Zivilforderung, herausge-
geben (Art. 73 Abs. 1 lit. c StGB).

6.2. Die Vermögenswerte bei der CK.________ (Bank), Police Nr .________ von AC.________ 
werden eingezogen (Art. 70 Abs. 1 StGB). Im Falle einer Überweisung der gesperrten 
Vermögenswerte an die Schweizerischen Behörden werden diese zu 9.74% dem Privat-
kläger 1, B.________, vgt., zu 80.27% dem Privatkläger 3, N.________, vgt. und zu 9.99% 
dem Privatkläger 4, P.________, vgt., je in Anrechnung an ihre Zivilforderung, herausge-
geben (Art. 73 Abs. 1 lit. c StGB).

6.3. Die Vermögenswerte bei der CK.________ (Bank), Police Nr .________ von AC.________ 
werden eingezogen (Art. 70 Abs. 1 StGB). Im Falle einer Überweisung der gesperrten 
Vermögenswerte an die Schweizerischen Behörden werden diese zu 9.74% dem Privat-
kläger 1, B.________, vgt., zu 80.27% dem Privatkläger 3, N.________, vgt. und zu 9.99% 
dem Privatkläger 4, P.________, vgt., je in Anrechnung an ihre Zivilforderung, herausge-
geben (Art. 73 Abs. 1 lit. c StGB).

7. Die Vermögenswerte bei der Bank CK.________ (Bank) lautend auf AD.________ im Betrag 
von BRL 15'929.42 werden eingezogen (Art. 70 Abs. 1 StGB). Im Falle einer Überweisung der 
gesperrten Vermögenswerte an die Schweizerischen Behörden werden diese zu 9.74% dem 
Privatkläger 1, B.________, vgt., zu 80.27% dem Privatkläger 3, N.________, vgt. und zu 9.99% 
dem Privatkläger 4, P.________, vgt., je in Anrechnung an ihre Zivilforderung, herausgegeben 
(Art. 73 Abs. 1 lit. c StGB). 

8. Die Kontosperre des Kontos Nr .________ bei der AS.________ (Bank) lautend auf 
AE.________ im Betrag von CHF 10'400.00 wird aufgehoben. 

9. Das Couvert mit den Bankunterlagen AF.________ und dessen Familie betreffend wird vernich-
tet. 

- Eröffnet -

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen das Urteil des WSG vom 29. Mai 2019 meldeten Rechtsanwältin 
D.________ im Auftrag von G.________ und Rechtsanwalt F.________ im Auftrag 

8

von K.________ fristgerecht Berufung an (pag. 18 970 und pag. 18 972). Weiter 
meldete Rechtsanwalt AG.________ für die beschwerten Drittpersonen 
AC.________ und AD.________ innert Frist Berufung an (pag. 18 076). 

Die erstinstanzliche Urteilsbegründung datiert vom 23. Juli 2019 (pag. 18 1116 ff.).

Am 9. August 2019 erklärte Rechtsanwalt F.________ für K.________ form- und 
fristgerecht die Berufung (pag. 18 1476). 

Mit Schreiben vom 19. August 2019 teilte Rechtsanwältin D.________ mit, 
G.________ habe sie informiert, dass er ihr das Mandat per sofort entziehe und 
Rechtsanwalt A.________ privat mit der Verteidigung beauftragt habe 
(pag. 18 1491 f.). 

Die form- und fristgerechte Berufungserklärung von Rechtsanwalt A.________ für 
G.________ datiert vom 20. August 2019 (pag. 18 1499 ff.). 

Mit Beschluss vom 22. August 2019 sistierte die Kammer das amtliche Mandant 
von Rechtsanwältin D.________ (pag. 18 1511 Ziff. 3) und erwog weiter, auf die 
Berufungen der beschwerten Drittpersonen AC.________ und AD.________ werde 
mangels Eingang von Berufungserklärungen nicht eingetreten (pag. 18 1511 
Ziff. 2). 

Die Generalstaatsanwaltschaft verfügte am 22. August 2019, für das oberinstanzli-
che Verfahren werde Staatsanwalt H.________ der Staatsanwaltschaft für Wirt-
schaftsdelikte mit der Wahrnehmung der staatsanwaltschaftlichen Aufgaben be-
traut (pag. 18 1508). 

Mit Eingabe vom 17. September 2019 erklärte Staatsanwalt H.________ für die 
Generalstaatsanwaltschaft Anschlussberufung zur Berufung von K.________. 
Gleichzeitig teilte er sinngemäss mit, betreffend die Berufung von G.________ 
werde auf die Erklärung einer Anschlussberufung verzichtet. Gründe für ein Nicht-
eintreten auf die Berufungen von K.________ und G.________ machte Staatsan-
walt H.________ nicht geltend (zum Ganzen pag. 18 1554 ff.). 

Keine der Parteien beantragte ein Nichteintreten auf die Anschlussberufung der 
Generalstaatsanwaltschaft (vgl. pag. 18 1659). 

Am 14. Januar 2020 wurden die Parteien zur oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vorgeladen, wobei der Strafklägerin E.________ und der Erbengemeinschaft 
I.________ als beschwerte Drittperson das Erscheinen freigestellt wurde 
(pag. 18 1665 ff.).

Mit Schreiben vom 9. März 2020 zog Rechtsanwalt F.________ im Auftrag von 
K.________ die gegen das Urteil des WSG vom 29. Mai 2019 erhobene Berufung 
zurück (pag. 18 1681). Die Kammer beschloss daraufhin am 19. März 2020, das 
Verfahren gegen K.________ werde als durch Rückzug der Berufung erledigt ab-
geschrieben. Zudem stellte sie fest, das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafge-
richts vom 29. Mai 2019 werde betreffend K.________ rechtskräftig und sie be-
stimmte die Kosten für das K.________ betreffende oberinstanzliche Verfahren 
sowie die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von K.________, Rechtsan-
walt F.________ (pag. 18 1693 ff.).

9

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Eingabe vom 20. August 2019 teilte Rechtsanwalt A.________ für G.________ 
mit, es würden sämtliche bereits im erstinstanzlichen Verfahren erhobenen Be-
weismittel angerufen. Weiter stellte Rechtsanwalt A.________ diverse Beweisan-
träge und verlangte insbesondere explizit: (1) R.________, der Bruder von 
G.________, sei einzuvernehmen, sodann (2) sei das Bildschirmfoto der Kommu-
nikation zwischen L.________ und K.________ zu den Akten zu erkennen und 
L.________ sei einzuvernehmen, weiter (3) sei der Kontoauszug M.________ zu 
den Akten zu erkennen und schliesslich seien (4) B.________, (5) T.________, (6) 
U.________ und (7) AH.________ einzuvernehmen (zum Ganzen pag. 18 1501 f.).

Staatsanwalt H.________ beantragte mit Schreiben vom 17. September 2019 die 
Abweisung der Beweisanträge von G.________ (pag. 18 1557 f.).

Mit Beschluss vom 13. Januar 2020 hiess die Kammer den Beweisantrag von 
Rechtsanwalt A.________ vom 20. August 2019, der Kontoauszug M.________ 
(Tochter von G.________) sei zu den Akten zu erkennen (3), gut. Die restlichen 
Beweisanträge von Rechtsanwalt A.________ vom 20. August 2019 (1, 2 und 4-7) 
wies die Kammer dagegen mit selbem Beschluss ab (zum Ganzen 
pag. 18 1661 f.).

Am 7. August 2020 verfügte die Kammer, der mit Eingabe von G.________ vom 
3. August 2020 (pag. 18 1746) gestellte Beweisantrag, die Kontoauszüge des 
Sparkontos von AI.________ (Mutter von G.________) seien zu den Akten zu er-
kennen, werde gutgeheissen. Der Ordner, den G.________ am 24. Juli 2020 bei 
der Strafkammer abgegeben habe, werde diesem hingegen retourniert (zum Gan-
zen pag. 18 1757 f.).  

Von Amtes wegen wurden über G.________ ein Strafregisterauszug (datierend 
vom 29. Juli 2020 [pag. 18 1735]) sowie ein Leumundsbericht inklusive Erhebungs-
formular wirtschaftliche Verhältnisse (datierend vom 29. Juli 2020 
[pag. 18 1736 ff.]) und ein Betreibungsregisterauszug (datierend vom 29. Juli 2020 
[pag. 18 1741 ff.]) sowie ein Auszug aus dem Zefix betreffend die AJ.________ 
(GmbH) (pag. 18 1759 f.) eingeholt. Zudem wurden oberinstanzlich die im Rahmen 
der Hausdurchsuchung bei G.________ und K.________ sichergestellten Urkun-
den zu den Akten erkannt (pag. 18 1825 und Ordner «sichergestellte Urkunden bei 
HD K.________/G.________»).

Die Berufungsverhandlung fand vom 17. bis am 24. August 2020 statt. K.________ 
wurde als Zeuge einvernommen (pag. 18 1764 ff.) und G.________ wurde erneut 
zur Person und Sache befragt (pag. 18 2774 ff.). Weiter wurden die von Rechtsan-
walt A.________ für G.________ eingereichten vier Urkunden – ein Schreiben von 
Q.________ an G.________/K.________ vom 5. August 2020 (pag. 18 1818) und 
ein Schreiben von V.________ vom 29. Juli 2020 (pag. 18 1815) sowie die «Neue 
Abrechnung: Nach neuer Situation vom 15.09.14» von G.________ (pag. 18 1817) 
und die «Abrechnung G.________ Alte von 10.09.014» (pag. 18 1816) – zu den 
Akten erkannt. 

10

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt A.________ beantragte für G.________ in der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung Folgendes (pag. 18 1804 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

1. Der Berufungsführer, G.________, sei freizusprechen vom Vorwurf 

des gewerbsmässigen Betrugs, eventualiter der Veruntreuung

angeblich begangen von 2010 bis am 7. März 2016 zum Nachteil von Q.________ im Deliktsbe-
trag von CHF 409'950.00 (Ziff. I. B. 1 Bst. 1 der Anklageschrift sowie III., Ziff. 1 des Urteilsdispo-
sitivs);

angeblich begangen im Jahr 2013 zum Nachteil von S.________ im Deliktsbetrag von 
CHF 24'000.00 (Ziff. I. B. 1 Bst. e der Anklageschrift sowie III., Ziff. 2 des Urteilsdispositivs);

angeblich begangen im März 2014 zum Nachteil von T.________ im Deliktsbetrag von 
CHF 47'000.00 (Ziff. I. B. 1 Bst. h der Anklageschrift sowie III., Ziff. 3 des Urteilsdispositivs);

angeblich begangen vom 12. Mai 2014 bis 19. Mai 2015 zum Nachteil von U.________ im De-
liktsbetrag von CHF 58'000.00 (Ziff. I. Bst. 1 Bst. f der Anklageschrift sowie III., Ziff. 4 des Ur-
teilsdispositivs);

angeblich begangen vom 17. Dezember 2014 bis 12. März 2015 zum Nachteil von V.________ 
im Deliktsbetrag von CHF 45'000.00 (Ziff. I. B. 1 Bst. g der Anklageschrift sowie III., Ziff. 5 des 
Urteilsdispositivs);

angeblich begangen vom 30. Dezember 2014 bis 16. März 2016 zum Nachteil von B.________ 
im Deliktsbetrag von CHF 532'000.00 (Ziff. I. B. 1 Bst. a der Anklageschrift sowie III., Ziff. 6 des 
Urteilsdispositivs);

angeblich begangen am 6. Januar 2015 zum Nachteil von W.________ im Deliktsbetrag von 
CHF 20'000.00 (Ziff. I. B. 1 Bst. i der Anklageschrift sowie III., Ziff. 7 des Urteilsdispositivs);

angeblich begangen vom 12. Februar 2015 bis am 20. Februar 2015 zum Nachteil von 
E.________ im Deliktsbetrag von CHF 35'000.00 (Ziff. I. B. 1 Bst. b der Anklageschrift sowie III., 
Ziff. 8 des Urteilsdispositivs);

angeblich begangen vom 8. Juni 2015 bis am 7. März 2016 zum Nachteil von X.________ im 
Deliktsbetrag von CHF 519'800.00 (Ziff. I B. 1 Bst. d der Anklageschrift sowie III., Ziff. 9 des Ur-
teilsdispositivs);

angeblich begangen vom 16. Oktober 2015 bis am 4. März 2016 zum Nachteil von Y.________ 
im Deliktsbetrag von CHF 579'500.00 (Ziff. I B. 1 Bst. c der Anklageschrift sowie III., Ziff. 10 des 
Urteilsdispositivs);

angeblich begangen am 24. Februar 2016 zum Nachteil von Z.________ im Deliktsbetrag von 
CHF 10'000.00 (Ziff. I. B. 1 Bst. k der Anklageschrift sowie III., Ziff. 11 des Urteilsdispositivs).

2. Der Berufungsführer, G.________, sei freizusprechen vom Vorwurf des Betrugs, evtl. Verun-
treuung, angeblich begangen vom 12. Februar 2015 bis am 20. Februar 2015 zum Nachteil von 
E.________ im Deliktsbetrag von CHF 35'000.00 (Ziff. I. B. 2 der Anklageschrift).

II.

11

Die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich vom Kanton Bern zu tra-
gen.

III.

Das Honorar der privaten Verteidigung für das Berufungsverfahren sei gemäss der separat noch 
einzureichenden Honorarnote festzusetzen.

IV.

Dem Berufungsführer, G.________, sei eine Entschädigung für die Parteikosten in der Höhe der 
separat noch einzureichenden Honorarnote auszurichten.

V.

1. Das beschlagnahmte Bargeld in der Höhe von CHF 7'510 (VI., Ziff. 4.1 des Urteilsdispositivs) sei 
nach Rechtskraft des Urteils dem Berufungsführer herauszugeben.

2. Das sichergestellte Mobiltelefon (VI., Ziff. 4.2 des Urteilsdispositivs) sowie die sichergestellten 
Dokumente (VI., Ziff. 4.3 des Urteilsdispositivs) seien nach Rechtskraft des Urteils dem Beru-
fungsführer zurückzugeben.

Für die Generalsstaatsanwaltschaft stellte Staatsanwalt H.________ in der Beru-
fungsverhandlung folgende Anträge (pag. 18 1806 ff.; Hervorhebungen im Origi-
nal):

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 29. Mai 2019 (Urteil 
WSG 19 38+39):

Gemäss Beschluss des Obergerichts vom 19. März 2020:
- K.________ (WSG 18 38) betreffend (vormals Beschuldigter 1).
Gemäss Beschluss des Obergerichts vom 13. Januar 2020:
- G.________ betreffend: Schuldanerkennung an Privatklägerin E.________ CHF 35'000.00 

(zzgl. Zins zu 5% seit dem 2.3.2015 zu bezahlen) sowie Bezahlung einer Parteikostenent-
schädigung von CHF 2'000.00 ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten (Urteil WSG 
Ziff. V.2.-4.).

- AA.________ betreffend: Aufhebung der Beschlagnahme der Grundstücke AB.________ 
wird aufgehoben (Urteil Ziff. V.1.5.1.) sowie Entschädigung aus der Staatskasse in der Höhe 
von insgesamt CHF 3'589.90 (Urteil WSG Ziff. V.1.5.2.).

- AC.________ betreffend:
• (Urteil WSG Ziff. VI.6.1.) Einziehung der Vermögenswerte bei der CK.________ (Bank), 

Police Nr. .________ und Verteilung / Herausgabe (je in Anrechnung an ihre Zivilforde-
rung) zu:
9.74% dem Privatkläger 1, B.________,
80.27% dem Privatkläger 3, N.________,
9.99% dem Privatkläger 4, P.________.

• (Urteil WSG Ziff. VI.6.2.) Einziehung der Vermögenswerte bei der CK.________ (Bank), 
Police Nr. .________ und Verteilung / Herausgabe (je in Anrechnung an ihre Zivilforde-
rung) zu:
9.74% dem Privatkläger 1, B.________,
80.27% dem Privatkläger 3, N.________,
9.99% dem Privatkläger 4, P.________.

12

• (Urteil WSG Ziff. VI.6.3.) Einziehung der Vermögenswerte bei der CK.________ (Bank), 
Police Nr. .________ und Verteilung / Herausgabe (je in Anrechnung an ihre Zivilforde-
rung) zu:
9.74% dem Privatkläger 1, B.________,
80.27% dem Privatkläger 3, N.________,
9.99% dem Privatkläger 4, P.________.

- AD.________ betreffend (Urteil WSG Ziff. VI.7.): Einziehung der Vermögenswerte bei der 
Bank CK.________ (Bank) im Betrag von BRL 15'929.42 und Verteilung / Herausgabe (je in 
Anrechnung an ihre Zivilforderung) zu:
9.74% dem Privatkläger 1, B.________,
80.27% dem Privatkläger 3, N.________,
9.99% dem Privatkläger 4, P.________.

- AE.________ betreffend (Urteil WSG Ziff. VI.8.): Aufhebung der Kontosperre des Kontos 
Nr. .________ bei der AS.________ (Bank) im Betrag von CHF 10'400.00 wird aufgehoben.

- AF.________ betreffend (Urteil WSG Ziff. VI.9.): Vernichtung des Couverts mit den Bankun-
terlagen von AF.________ und dessen Familie. 

in Rechtskraft erwachsen ist.

G.________

I.

sei dem Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 29. Mai 2019 entsprechend schuldig zu 
erklären (Urteil WSG Ziff. III.1-11):

1. des gewerbsmässigen Betrugs (Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB), begangen in Mittäterschaft mit 
K.________ gemäss Ziff. I.B. Bst. a-k der Anklageschrift vom 21. Dezember 2018 im Umfang von 
CHF 2'280'250:
- begangen von 2010 bis am 07.03.2016 zum Nachteil von Q.________ im Deliktsbetrag von 

CHF 409'950.00 (Ziff. I.B.1 Bst. j der Anklageschrift);
- begangen im Jahr 2013 zum Nachteil von S.________ im Deliktsbetrag von CHF 24'000.00 

(Ziff. I.B.1 Bst. e der Anklageschrift);
- begangen im März 2014 zum Nachteil von T.________ im Deliktsbetrag von CHF 47'000.00 

(Ziff. I.B.1 Bst. h der Anklageschrift);
- begangen vom 12.05.2014 bis am 19.05.2015 zum Nachteil von U.________ im Deliktsbetrag 

von CHF 58'000.00 (Ziff. I.B.1. Bst. f der Anklageschrift);
- begangen vom 17.12.2014 bis am 12.03.2015 zum Nachteil von V.________ im Deliktsbetrag 

von CHF 45'000.00 (Ziff. I.B.1 Bst. g der Anklageschrift);
- begangen vom 30.12.2014 bis am 16.03.2016 zum Nachteil von B.________ im Deliktsbetrag 

von CHF 532'000.00 (Ziff. I.B.1 Bst. a der Anklageschrift);
- begangen am 06.01.2015 zum Nachteil von W.________ im Deliktsbetrag von CHF 20'000.00 

(Ziff. I.B.1 Bst. i der Anklageschrift);
- begangen vom 12.02.2015 bis am 20.02.2015 zum Nachteil von E.________ im Deliktsbetrag 

von CHF 35'000.00 (Ziff. I.B.1 Bst. b der Anklageschrift);
- begangen vom 08.06.2015 bis am 07.03.2016 zum Nachteil von X.________ im Deliktsbetrag 

von CHF 519'800.00 (Ziff. I.B.1 Bst. d der Anklageschrift);

13

- begangen vom 16.10.2015 bis am 04.03.2016 zum Nachteil von Y.________ im Deliktsbetrag 
von CHF 579'500.00 (Ziff. I.B.1 Bst. c der Anklageschrift);

- begangen am 24.02.2016 zum Nachteil von Z.________ im Deliktsbetrag von CHF 10'000.00 
(Ziff. I.B.1 Bst. k der Anklageschrift);

II.

und in Anwendung der entsprechenden Gesetzesartikel zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalgerichts 
Oberland vom 4. April 2012; unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 
38 Tagen,

2. zur Bezahlung der anteilsmässigen Kosten der Voruntersuchung, der anteilsmässigen erst-
instanzlichen sowie vollständigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten (Art. 426 
Abs. 1 StPO, Art. 418 Abs. 2 StPO).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die übrigen beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte (gem. Anklage II., Weitere An-
gaben) seien einzuziehen und soweit sie durch eine Straftat erlangt worden sind oder dazu be-
stimmt waren, eine Straftat zu veranlassen oder zu belohnen – einzuziehen und der Verwertungs-
erlös in Anwendung von Art. 73 Abs. 1 StGB zu Gunsten der Geschädigten zu verwenden bzw. zu 
verwerten und den Erlös anteilsmässig zu Gunsten der Geschädigten eventualiter der Verfahrens-
kosten zu verwenden:
1.1 Das bei G.________ sichergestellte und beschlagnahmte Bargeld in der Höhe von 

CHF 7'510 (gem. Anklage II, Ziff. 1.3, b) sei zur Deckung der Verfahrenskosten einzuziehen 
(Art. 268 i.V.m. 442 Abs. 4 StPO).

1.2 Das bei G.________ sichergestellte und beschlagnahmte Mobiltelefon sei nach Rechtskraft 
des Urteils zu vernichten.

1.3 Die übrigen bei G.________ sichergestellten und beschlagnahmten Dokumente seien als 
Beweismittel in den Akten zu belassen.

1.4 Das beschlagnahmte Gemälde (Selbstbildnis) sei der Erbengemeinschaft I.________ 
zurückzugeben.

2. Weiter habe das Gericht über die Aufbewahrung bzw. Löschung des erhobenen DNA-Profils so-
wie der erhobenen erkennungsdienstlichen Daten (Dakty, Foto, Signalement) zu verfügen.

3. Das Honorar der ehemals amtlichen Verteidigerin sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

Fürsprecher C.________ teilte für E.________ mit Eingabe vom 14. August 2020 
mit, die Strafklägerin schliesse sich in der Sache vollumfänglich den Anträgen Ge-
neralstaatsanwaltschaft an und verzichte auf die Stellung eigener Anträge.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Vorab sei festgehalten, dass sämtliche den ehemaligen Mitbeschuldigten von 
G.________ – K.________ – betreffenden Punkte des erstinstanzlichen Urteils zu-
folge Rückzug der Berufung (pag. 18 1681) in Rechtskraft erwachsen sind 
(vgl. pag. 18 1693 ff.). 

14

Sodann erwuchs das Urteil des WSG vom 29. Mai 2019 – wie von der Kammer be-
reits mit Beschluss vom 13. Januar 2020 (pag. 18 1657 ff.) festgestellt – bezüglich 
der AA.________, AC.________, AD.________, AE.________ und AF.________ 
sowie dessen Familie getroffenen Verfügungen (vgl. Ziff. VI./5.-9. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs [pag. 18 920/9 und pag. 18 920/10] sowie pag. 18 1659 f. 
Ziff. 2.3-2.7) in Rechtskraft. Ebenfalls rechtskräftig wurden die weiteren Verfügun-
gen betreffend die Gemälde, wonach das Bild «CU.________, «BI.________ 
(berühmter Maler 1)» zugeschrieben», der Erbengemeinschaft I.________ nach 
Rechtskraft des Urteils zurückgegeben (vgl. Ziff. VI./2./2.1 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs [pag. 18 920/9]) und das Gemälde von CI.________ zur Deckung 
der Verfahrenskosten eingezogen wird (vgl. Ziff. VI./2./2.2 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs [pag. 18 920/9]).

Schliesslich ist das erstinstanzliche Urteil aufgrund der beschränkten Berufung von 
G.________ – wie von der Kammer ebenfalls bereits mit Beschluss vom 13. Janu-
ar 2020 festgestellt – insoweit in Rechtskraft erwachsen, als G.________ aner-
kennt, E.________ CHF 35'000.00 zu schulden und verurteilt wird, dieser 5% Zins 
auf CHF 35'000.00 seit dem 2. März 2015 sowie eine Parteientschädigung von 
CHF 2'000.00 zu zahlen, ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten für die Beurtei-
lung ihrer Zivilklage (vgl. Ziff. V./2.,3., 4. und 8. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs [pag. 18 920/8] sowie pag. 18 1659 Ziff. 2./2.2). 

Angefochten und von der Kammer zu beurteilen sind demgegenüber die Verurtei-
lung von G.________ wegen gewerbsmässigen Betrugs (Ziff. III des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs [pag. 18 920/5 und pag. 18 920/6]) sowie die Sanktion inklu-
sive die Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zudem hat die Kammer die Verfügun-
gen betreffend das beschlagnahmte Bargeld, das sichergestellte Mobiltelefon und 
die sichergestellten Dokumente (Ziff. VI./4./4.1-4.3 des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs [pag. 18 920/9]) zu überprüfen. 

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]), ist aufgrund der alleinigen Berufung 
von G.________ aber an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 
Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten von 
G.________ abändern.

II. Sachverhalt, Beweiswürdigung und rechtliche Würdigung

6. Anklagesachverhalt

G.________ wird mit Anklageschrift vom 21. Dezember 2018 (pag. 16 001 001 ff.) 
zusammengefasst vorgeworfen (vgl. Ziff. I/Bst. B/Ziff. 1 der AKS 
[pag. 16 001 044 f.]), gemeinsam mit K.________ gewerbsmässigen Betrug, even-
tuell Veruntreuung zum Nachteil diverser Personen begangen zu haben. Konkret 
soll er teilweise alleine und teilweise mit K.________ zusammen verschiedenen 
Personen erzählt haben, er und K.________ könnten aus einer Erbengemeinschaft 
zu einem sehr günstigen Preis ein Original BI.________ (berühmter Maler 1)-
Gemälde erwerben und dieses anschliessend über eine öffentliche Auktion in den 

15

CL.________ (Land) oder durch Freihandverkauf mit sehr grossem Gewinn weiter-
veräussern. Über ein Treuhandbüro in AW.________ (Stadt) sei mit der Erbenge-
meinschaft bereits eine Kaufvereinbarung zustande gekommen, jedoch würden sie 
für die Sicherstellung der Zwischenfinanzierung noch Geld benötigen. Durch diese 
Ausführungen sowie aufgrund von Versprechungen, getroffenen Vereinbarungen 
und in Aussicht gestellten Renditen sollen G.________ und K.________ schliess-
lich diverse Personen dazu gebracht haben, ihnen für den proklamierten Bilder-
handel zweckgebundene Darlehen zu gewähren. Zwischen (spätestens) 2010 und 
25. März 2016 soll G.________ von diversen Personen – konkret von Q.________, 
S.________, T.________, U.________, V.________, B.________, W.________, 
E.________, X.________, Y.________ und Z.________ – in verschiedenen Teilbe-
trägen (vgl. dazu die Tabelle auf S. 45-54 der AKS [pag. 16 001 045 ff.]) zweckge-
bundene Darlehen in der Höhe von insgesamt CHF 2'894'000.00 bar erhalten und 
anschliessend K.________ übergeben haben. Mit den einzelnen Investoren soll er 
schliesslich individuell Rückzahlungsfristen und Gewinnbeteiligungen festgelegt 
sowie vereinbart haben, die Gelder würden via K.________ direkt zuhanden der 
Erben ausbezahlt oder zu deren Gunsten auf ein Treuhandkonto einbezahlt werden 
(zum Ganzen pag. 16 001 044 f.). 

Subeventualiter wird G.________ Betrug und subsubeventualiter Veruntreuung 
zum Nachteil von E.________ vorgeworfen (vgl. Ziff. I/Bst. B/Ziff. 2 der AKS 
[pag. 16 001 060]).

7. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt im Allgemeinen

Unbestritten ist im Wesentlichen, dass G.________ die von den Investoren erhal-
tenen Barbeträge jeweils K.________ übergab und den Geldgebern mündlich zusi-
cherte, das von ihnen investierte Geld würde vereinbarungsgemäss für den Ab-
schluss des Bilderhandels resp. zur Bezahlung der Erben verwendet werden. An-
schliessend zahlte G.________ den Geldgebern entgegen seiner Versprechen we-
der ihr Geld zurück noch richtete er ihnen einen Gewinn aus, sondern vertröstete 
sie immer wieder mit verschiedensten Geschichten. Er und K.________ verfügten 
in Wahrheit über keine Gutachten und/oder Expertisen, die den angeblichen Wert 
und die Echtheit der beiden fraglichen Bilder («BJ.________ (berühmter Maler 2)» 
und «BI.________ (berühmter Maler 1)») belegt hätten. Für seine «Bemühungen» 
im Bilderhandel erhielt G.________ von K.________ im Übrigen jahrelang fast täg-
lich CHF 150.00 bis CHF 300.00.

Bestritten ist, seit wann G.________ von K.________ regelmässig Geld erhielt und 
ob G.________ wusste, dass dieses von den Investoren stammt und mithin nicht – 
wie er behauptet – aus einer legalen Tätigkeit K.________’s herrührt. Weiter ist 
umstritten, ob G.________ selber an den Bilderhandel glaubte – und damit ein wei-
teres Opfer von K.________ ist resp. von diesem getäuscht und ausgenutzt wurde 
– oder ob er mit K.________ zusammenarbeitete, in der Absicht, von den Investo-
ren Geld zur Bestreitung seines Lebensunterhalts zu erlangen. 

16

8. Beweismittel

Zur Klärung des bestrittenen Sachverhalts und zur Beantwortung der relevanten 
Fragen liegen der Kammer diverse Beweismittel vor. Die Vorinstanz führte die 
wichtigsten Beweismittel – namentlich Dokumente betreffend die beiden Bilder 
(u.a. Gutachten), Vorakten bezüglich G.________ (insb. aus dem vormaligen Straf-
verfahren im Oberland, P10 10 251, welches im Urteil des Regionalgerichts Ober-
land vom 4. April 2012 mündete [nachfolgend: Verfahren Oberland]), weitere Do-
kumente (Listen, Quittungen, Rückzahlungsvereinbarungen und -verträge zwischen 
G.________ und den Geschädigten etc.) sowie die Aussagen der befragten Perso-
nen – auf und fasste diese nachvollziehbar zusammen (vgl. S. 20-75 und S. 140-
169 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 18 1135-18 1190 und 
pag. 18 1255-18 1284). Mit Ausnahme der oberinstanzlichen Einvernahmen von 
K.________ und G.________ (E. 9 unten) wird vollumfänglich auf die entsprechen-
den Erwägungen der Vorinstanz verwiesen. Bei Bedarf wird ferner direkt im Rah-
men der konkreten Beweiswürdigung (E. 10 unten) punktuell auf einzelne Beweis-
mittel eingegangen. Schliesslich kann auf die amtlichen Akten verwiesen werden.

9. Oberinstanzliche Einvernahmen 

9.1 K.________

K.________ anerkannte zu Beginn der oberinstanzlichen Einvernahme ihn betref-
fend die Richtigkeit des nunmehr noch von G.________ angefochtenen Urteils des 
WSG (pag. 18 1764 Z. 12). 

Sodann führte er im Wesentlichen aus, die Zusammenarbeit zwischen ihm und 
G.________ in Sachen Bilderhandel sei «vor Jahrzehnten» entstanden. Er habe 
G.________ ungefähr im 2003/2004 per Zufall in AW.________ (Stadt) getroffen, 
worauf alles angefangen habe (pag. 18 1764 Z. 30 ff.). Auf Frage, wie er sich erklä-
re, dass die Bildergeschichte, die somit uralt sei, trotz Darlehen in Millionenhöhe in 
über zehn Jahren nie zu einem Erfolg oder auch nur zu einem valablen Gutachten 
geführt habe, gab K.________ an, es sei ein Selbstläufer geworden. Er und 
G.________ hätten das Geld jeweils einfach erhalten und es anschliessend ausge-
geben (pag. 18 1765 Z. 12 ff.). G.________ habe sicher weniger gebraucht als er, 
aber er habe ihm immer etwas bezahlt. Ausser ihnen sei niemand finanziell beteiligt 
gewesen (pag. 18 1770 Z. 40). Auf Frage, wieso es nie eine Expertise über die Bil-
der gegeben habe, erklärte K.________, es habe schon Expertisen gegeben, eine 
etwas Bessere und eine etwas Schlechtere, aber sie hätten es «noch richtig verifi-
zieren» wollen, was sie schlussendlich aber nie gemacht hätten (pag. 18 1765 
Z. 19 ff.). 

Auf Frage, wann und weshalb sie abgemacht hätten, dass er G.________ finanziell 
unterstütze, gab K.________ an, das sei schon eine längere Zeit, «eine Ewigkeit», 
schon im Jahr 2004, 2005 oder aufwärts so gewesen. Sie hätten eigentlich nichts 
Konkretes abgemacht. Wenn G.________ ihm Geld gebracht habe, dann habe er 
ihm wieder etwas zurückgegeben, «für Spesen oder so» (pag. 18 1766 Z. 1 ff.). 
Manchmal habe er das Couvert mit dem Geld direkt vor G.________'s Augen 
geöffnet, ein paar darinliegende Noten behändigt und G.________ gegeben 
(pag. 18 1766 Z. 17 ff.). Quittiert habe er die Geldübernahmen/Geldübergaben nie. 

17

Das habe sich «einfach so ergeben». Er und G.________ hätten das Geld auch nie 
gezählt und eigentlich nie recht gewusst, wieviel sie erhalten hätten (pag. 18 1766 
Z. 26 ff. und Z. 40 ff., pag. 18 1767 Z. 2 ff., pag. 18 1768 Z. 32 f., pag. 18 1769 
Z. 19 ff. und Z. 31 ff. sowie pag. 18 1770 Z. 6 f.). Schliesslich sei nie explizit defi-
niert worden, wer was macht. Sie hätten vielmehr immer alles gemeinsam ge-
macht. G.________ habe ihn jeweils gefragt, ob er noch Geld brauche, was er be-
jaht habe, worauf G.________ Geld organisiert und zu ihm nach AW.________ 
(Stadt) gebracht habe (pag. 18 1771 Z. 38 ff.). 

G.________ habe genau gewusst, «wie der Hase läuft», insbesondere, dass das 
Geld, das er ihm (K.________) jeweils gab, von den Darlehensgebern stammte 
(pag. 18 1768 Z. 20 ff. und pag. 18 1770 Z. 2). Er sei immer informiert gewesen 
und habe den «BI.________ (berühmter Maler 1)» beispielsweise auch einmal ge-
sehen. Den «BJ.________ (berühmter Maler 2)» habe G.________ nie gesehen, 
aber er habe gewusst, dass dieser existierte (zum Ganzen pag. 18 1770 Z. 27 ff.). 
Einen Verkaufs- oder Überweisungsbeleg betreffend den «BI.________ (berühmter 
Maler 1)» über CHF 18.4 Mio. habe er G.________ entgegen dessen Behauptung 
nie gezeigt, weil kein solcher existiert habe (zum Ganzen pag. 18 1771 Z. 10 ff.). 
Auch das Sperrkonto, welches G.________ gegenüber den Darlehensgebern stets 
erwähnt habe, habe es nie gegeben (pag. 18 1769 Z. 7 ff.).

G.________ arbeite anscheinend seit 30 Jahren nicht mehr und habe auch in den 
letzten rund sieben Jahren «nichts» gearbeitet (pag. 18 1771 Z. 4 f.). Seinen Le-
bensunterhalt sowie denjenigen seiner Familie habe G.________ insbesondere mit 
den bis zu CHF 300.00, die er ihm fast täglich gegeben habe, finanziert 
(pag. 18 1766 Z. 9 ff.). 

Schliesslich treffe zu, dass er G.________ einmal auf X.________’s Pferdehof be-
gleitet habe, um diesem den auf seinen Namen (K.________) lautenden Lager-
schein betreffend den «BI.________ (berühmter Maler 1)», auf dem ein Versiche-
rungswert von CHF 8 Mio. vermerkt gewesen sei, zu zeigen und ihn damit zu 
besänftigen (pag. 18 1767 Z. 13 ff.). 

9.2 G.________

G.________ beteuerte in der oberinstanzlichen Einvernahme mehrmals, er habe 
K.________, den er vor mindestens 25 Jahren bzw. schon vor 1995 zufällig ken-
nengelernt habe, «blindlings» vertraut und sei wie die anderen Investoren Opfer 
von ihm geworden (pag. 18 1779 Z. 17 f. und Z. 27 ff., pag. 18 1780 Z. 4 ff., 
pag. 18 1780 Z. 38, pag. 18 1786 Z. 28 und pag. 18 1775 Z. 21).

Auf Vorhalt des Informationsberichts vom 29. Juli 2020 erklärte G.________, es 
könne fast nicht sein, dass er noch CHF 2.5 Mio. Schulden habe – er sei daran, die 
Schulden «aufzuarbeiten» (pag. 18 1775 Z. 35 ff.). Ausserdem sei er eigentlich 
immer erfolgreich gewesen, auch früher mit seiner AK.________ (Firma) 
(pag. 18 1776 Z. 25 ff.). Auf Vorhalt, dass insbesondere sein Betreibungsregister-
auszug nicht gerade von enormem beruflichen Erfolg zeuge, beteuerte 
G.________, wenn er etwas gemacht habe, dann sei das erfolgreich gewesen, so 
beispielsweise auch das Projekt AL.________ im Jahr 1999, das Bestandteil des 
ersten Verfahrens (Verfahren Oberland) gewesen sei. Die meisten Schulden habe 

18

er wegen der Solidarhaftungen in den neunziger Jahren geäufnet. Jedoch spreche 
für seinen Erfolg, dass ihn die Bank seinerzeit noch mit CHF 7.9 Mio. unterstützt 
habe, obwohl die Banken dazumal praktisch niemandem mehr Geld gegeben hät-
ten. Im Übrigen sei er auch mit der AJ.________ (GmbH) sehr erfolgreich gewe-
sen. Er habe mit dieser «bei null» begonnen und im ersten Jahr – dank seinem En-
gagement – bereits CHF 900’000.00 Umsatz generiert. Im zweiten Jahr seien wei-
tere CHF 2 Mio. dazugekommen, zudem habe er weltweit Verträge abschliessen 
können (zum Ganzen pag. 18 1777 Z. 3 ff.). 

Auf Vorhalt, dass die Anklageschrift im Verfahren Oberland an das hiesige Verfah-
ren erinnern würde, erklärte G.________, K.________ habe ihm schon damals 
Geld versprochen, er habe seinerzeit aber noch nicht genau gewusst, um was es 
bei K.________'s Projekt gegegangen sei (pag. 18 1778 Z. 1 ff.). Auf Frage, wie er 
darauf komme, V.________, der ihm schon im Jahr 2010 Geld für das Projekt 
AL.________ gegeben habe, wofür er im Jahr 2012 verurteilt worden sei, En-
de 2014/Anfangs 2015 erneut zu weiteren Darlehen zu überreden, schilderte 
G.________ zunächst, V.________ sei ein Kollege seines Bruders und die Sache 
sei mittlerweile erledigt. Auf Nachfrage gab er an, er habe ihn wieder zu Geld über-
redet, weil K.________ wieder Geld gebraucht habe (zum Ganzen pag. 18 1778 
Z. 8 ff.). Auf Frage, ob es nicht dreist sei, einen Kollegen, der ihm bereits früher 
Darlehen gewährt habe, für die er verurteilt worden sei, erneut um Geld zu fragen, 
erklärte G.________: «Nein, weil ich der Meinung war, dass K.________ das jetzt 
endlich fertigmachen konnte. […].» (pag. 18 1778 Z. 20 ff.). 

Als ihm vorgehalten wurde, dass er nach der Verurteilung im Jahr 2012 folglich 
gleich fortgefahren habe wie vorher, entgegnete G.________, nach dem Urteil ha-
be er zunächst nur Personen aus der Familie um Geld gefragt. Erst ab Ende 2014, 
im Jahr 2015 bis März 2016 habe er dann auch wieder andere Leute gefragt, weil 
K.________ immer noch mehr Geld gebraucht habe, um die Erben zu bezahlen. Er 
habe von K.________ aber nie Geld aus einem Couvert erhalten, das er ihm zuvor 
übergeben hatte (zum Ganzen pag. 18 1778 Z. 38 ff.). Er verstehe K.________'s 
heutige Aussagen daher «absolut, absolut nicht». Er habe «kein Füfi» veruntreut, 
sondern vielmehr auch eigenes Geld – ca. CHF 180'000.00 im Jahr 2002/2003 – 
investiert (zum Ganzen pag. 18 1781 Z. 21 ff. und Z. 36 ff.). Für den «BI.________ 
(berühmter Maler 1)» habe er CHF 65'000.00 gegeben (pag. 18 1781 Z. 42 ff.) und 
für den «BJ.________ (berühmter Maler 2)» «viel mehr» (pag. 18 1782 Z. 6 ff.). 

Auf Frage, welche Abklärungen/Vorkehrungen er getroffen habe, um nicht erneut 
wegen der Bildergeschichte verurteilt zu werden, schilderte G.________, En-
de 2014 habe er zufällig U.________ am Hauptbahnhof (nachfolgend: HB) 
AW.________ (Stadt) kennengelernt, der ihm die Geschichten von K.________ 
bestätigt und erzählt habe, K.________ besitze wertvolle Bilder, in die er selber 
auch schon investiert habe. Daraufhin habe er sich wieder «sicher gefühlt» (zum 
Ganzen pag. 18 1779 Z. 2 ff.). Er habe weder Einblick in das ominöse Sperr-
/Sammelkonto zu Gunsten der Erben genommen (pag. 18 1779 Z. 22 ff.) noch Ein-
sicht in das angeblich existierende Gutachten betreffend den «BJ.________ 
(berühmter Maler 2)» erhalten (pag. 18 1780 Z. 14 ff.). Auf Frage, weshalb er nicht 
darauf bestanden habe, das Gutachten zu sehen, gab G.________ an: «Sie haben 

19

Recht, deshalb lief ich ihm [K.________] auch 2-3 Mal davon. […] Ich war dumm 
und blöd. […]» (pag. 18 1780 Z. 20 ff.). Später beteuerte G.________, er könne 
sich nicht vorstellen, wie K.________ ihn, seinen Bruder, seine Eltern, N.________ 
und B.________ über Jahre so «brandschwarz» habe anlügen können. Er sei völlig 
blauäugig gewesen, aber er schaue jetzt, dass er den Leuten ihr Geld zurückgeben 
könne und das was er sage, das halte er (pag. 18 1782 Z. 25 ff.). Auf Frage, wes-
halb K.________, der zu einer Freiheitstrafe von 6 Jahren und 9 Monaten verurteilt 
worden sei, ihn zu Unrecht belasten sollte, erklärte G.________ schliesslich: «Kei-
ne Ahnung.» (pag. 18 1780 Z. 2 ff.). 

Ferner bestätigte G.________ seine früheren Aussagen, wonach der 
«BJ.________ (berühmter Maler 2)» schon lange durch K.________ verkauft wor-
den sei, er und die anderen Investoren vom Erlös aber nie etwas gesehen hätten 
und er nicht wisse, was K.________ damit gemacht habe (pag. 18 1782 Z. 10 ff.). 
Er sei damals blauäugig, naiv, blöd und dumm gewesen und habe, als seine Frau 
bemerkt habe, dass K.________ ihm jeweils dieselben Geldscheine retourniert hat-
te, die er ihm zuvor übergeben hatte, K.________'s Erklärung geglaubt, wonach 
dies so sei, weil er für seine Bar habe Geld wechseln müssen (pag. 18 1783 
Z. 10 ff.). Auf Vorhalt, dass er K.________ bei einem reinen Gewissen nicht «100- 
resp. gar 1'000 Mal» hätte fragen müssen, woher das Geld, das er ihm täglich 
übergab, stammt, gab er letztlich an, er habe eben sicher gehen wollen, dass die 
Gelder der Investoren auch effektiv für die Investition bzw. die Bezahlung der Er-
ben gebraucht würden (pag. 18 1783 Z. 37 ff.). 

10. Konkrete Beweiswürdigung durch die Kammer

10.1 Grundsätze der Beweiswürdigung, Vorbemerkungen und Beweisthemen 

Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweiswürdigung korrekt wiedergegeben, 
darauf kann verwiesen werden (S. 75 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 18 1190 f.). 

Weiter hat das WSG sein Urteil aus Sicht der Kammer ausgiebig, sorgfältig und 
überzeugend begründet. Es hat in seinem Motiv den Ausführungen zu den einzel-
nen Tatvorwürfen einen «allgemeinen Teil» vorangestellt, in welchem es zentrale 
Aspekte für die Beurteilung des vorliegenden Falles eingehend erläutert und über-
prüft hat. Im Mittelpunkt stehen dabei die Personen K.________ und G.________, 
deren Verhältnis zueinander, die Echtheit der fraglichen Bilder, deren Wert, die 
Frage, in wessen Eigentum sie standen/stehen und das entsprechende Wissen 
K.________'s und G.________'s darüber. Das WSG setzte sich sorgfältig und kor-
rekt mit diesen Fragen auseinander, so dass vorab integral auf die entsprechenden 
Erwägungen verwiesen wird. Dasselbe gilt betreffend die weiteren vom WSG auf-
gearbeiteten Thematiken des «allgemeinen Teils». Nachfolgend wird ergänzend 
zur Vorinstanz zunächst das vormalige Verfahren von G.________ im Oberland 
thematisiert (E. 10.2 unten). Sodann werden wo nötig Ergänzungen zu den von der 
Vorinstanz bearbeiteten «allgemeinen» Thematiken angebracht und es wird auf die 
Einwände von G.________ vor oberer Instanz eingegangen (E. 10.3-10.6 unten). 
Schliesslich werden – wie dies auch schon das WSG in seinem «besonderen Teil» 

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gemacht hat – die Sachverhalte betreffend die einzelnen Geschädigten eruiert und 
jeweils direkt im Anschluss rechtlich gewürdigt (E. 10.7 unten). 

10.2 Verfahren Oberland / Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 4. April 2012

Mit Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 4. April 2012 wurde G.________ des 
gewerbsmässigen Betrugs in der Zeit vom 13. Oktober 1999 bis Mai 2006, zum 
Nachteil verschiedener Geschädigter, insbesondere V.________ und Q.________, 
im Gesamtdeliktsbetrag von mindestens CHF 848'152.20 schuldig erklärt und zu 
einer bedingten Freiheitsstrafe von 23 Monaten verurteilt (pag. 19 442 f.). Nachfol-
gend wird im Zusammenhang mit diesem Verfahren der Einfachheit halber wie be-
reits erwähnt vom Verfahren Oberland gesprochen.

Das Verfahren Oberland ist für die Beurteilung des vorliegenden Verfahrens zen-
tral. 

Es zeigt zunächst, dass G.________ schon damals teilweise mit der fast identi-
schen Geschichte wie im vorliegenden Fall (Bilderhandel) und in Eigenorganisation 
bzw. selbständig (insb. Projekt AL.________) von verschiedenen Geschädigten 
Geld ertrogen hat. Konkret wurde G.________ (bereits) im Verfahren Oberland 
vorgeworfen, er habe in der Absicht, Geld für seinen Lebensunterhalt und für diver-
se angeblich erfolgreiche Projekte zu beschaffen, mehreren Geschädigten vorge-
spiegelt, er verfüge über lukrative Investitionsmöglichkeiten, welche in Kürze gros-
se Gewinne abwerfen würden. Diese Angaben habe er mit zahlreichen Erklärungen 
vorgetragen und zum Teil mit Urkunden belegt. Dadurch sowie durch sein über-
zeugendes, als kompetent erscheinendes Auftreten, sein gewinnendes Wesen so-
wie in vielen Fällen auch aufgrund eines teilweise auf geschäftlicher Ebene vorbe-
stehenden Vertrauensverhältnisses habe er die Geschädigten veranlasst, ihm zum 
Teil über längere Zeiträume Geldbeträge als Darlehen zur Bestreitung seines Le-
bensunterhalts oder zur Investition in die angegebenen Projekte zu überlassen. 
Dies im Vertrauen darauf, G.________ sei in der Lage, aus den in Aussicht gestell-
ten Investitionen Erträge zu erwirtschaften, welche er zur Rückzahlung der Darle-
hen verwendete. Wenn die Geschädigten Zweifel gehegt hätten, sei es 
G.________ gelungen, jene mit weiteren Erklärungen und Vertröstungen immer 
wieder zu zerstreuen. In Wirklichkeit sei G.________ zu keinem Zeitpunkt in der 
Lage und bereit gewesen, eine Rückzahlung vorzunehmen, zumal er während des 
gesamten Zeitraums kein Einkommen erzielt habe, hoch verschuldet gewesen sei 
und seinen Lebensunterhalt allein aus den Darlehenszahlungen der verschiedenen 
Geschädigten bestritten habe (zum Ganzen pag. 19 364 f.). Um die Geschädigten 
von seinen Gewinnaussichten und seiner Rückzahlungsfähigkeit zu überzeugen, 
habe er unter anderem angegeben, er sei an einem sogenannten Projekt 
AL.________ beteiligt, bei dem in Kürze grössere Geldbeträge fliessen würden 
(vgl. Ziff. II Bst. a Antrag an die StA IV BeO; pag. 19 365), weiter sei er mit einer 
Einlage an der Stiftung AM.________ mit Sitz in BS.________ (Ort) (vgl. Ziff. II 
Bst. b Antrag an die StA IV BeO; pag. 19 366), am Verkauf der Liegenschaft 
«AN.________» in CM.________ (Ort) (vgl. Ziff. II Bst. c Antrag an die StA IV BeO; 
pag. 19 366), sowie – und in casu von Hauptrelevanz – an einem Bilderhandel be-
teiligt. Diesbezüglich habe er gegenüber den Geschädigten folgende Angaben ge-

21

macht (Ziff. II Bst. d Antrag an die StA IV BeO; pag. 19 367; Hervorhebungen im 
Original): 

Er sei an einem Geschäft zum Verkauf eines wertvollen Bildes beteiligt. Der in AW.________ (Stadt) 
wohnhafte K.________ behauptet, im Jahr 2008 von einem unbekannten Dritten beauftragt worden 
zu sein, ein Bild des Malers «BJ.________ (berühmter Maler 2)» zu verkaufen. Ihm stehe aus dem 
Bilderverkauf ein hoher Betrag zu, welcher in Kürze ausbezahlt werde. In Wirklichkeit hatte der Ange-
schuldigte keinen Rechtsanspruch auf einen Anteil aus dem Erlös des angeblichen Bilderverkaufes. 
K.________ hatte ihm angeblich lediglich zugesagt, ihm im Falle einer Auftragserteilung durch den 
Eigentümer und eines nachfolgenden Verkaufs eine namhafte Summe zur Verfügung zu stellen. Zu-
dem ging es um ein Bild, dessen Echtheit mittels Expertisen noch verifiziert werden musste. Ein Ver-
kauf kam bis heute nicht zustande. Obwohl der Angeschuldigte [G.________] vor dem Jahr 2008 
noch nicht sicher sein konnte, ob K.________ überhaupt ein Verkaufsauftrag erteilt würde, er über die 
Funktionsweise des Geschäfts zudem nicht genau Bescheid wusste, ihm aber immerhin bekannt war, 
dass die Echtheit des Bildes noch verifiziert werden musste, behauptete er gegenüber den Geschä-
digten, das Bild sei bereits verkauft worden oder der Verkauf stehe unmittelbar bevor. 

Durch diese Vorgehensweise soll G.________ unter anderem von V.________ 
CHF 307'986.10 (vgl. Ziff. II./1. Antrag an die StA IV BeO [pag. 19 367 ff.]) und von 
Q.________ CHF 40'000.00 erlangt haben (vgl. Ziff. II./7. Antrag an die StA IV BeO 
[pag. 19 378]). 

Im Sinne eines Zwischenfazits kann festgehalten werden, dass der Bilderhandel 
schon im Jahr 2006 aktenkundig (pag. 19 081) und somit bereits während des Ver-
fahrens Oberland am Laufen war. 

Weiter belegt das Verfahren Oberland, dass G.________ und K.________ schon 
seinerzeit Freunde und/oder «Geschäftspartner» waren und betreffend den Bilder-
handel je alleine (vgl. pag. 19 079 ff. [EV G.________] und pag. 19 133 ff. 
[EV K.________]) und erst recht im Verbund höchst widersprüchliche, unplausible 
Versionen zum Besten gaben:

G.________ führte am 7. September 2006 gegenüber dem Untersuchungsrichter 
zum Beispiel aus, er habe K.________ in den letzten zwei Jahren wegen dem Bil-
dergeschäft unter ca. 100-150 Malen CHF 850'000.00 als Darlehen gegeben, «oh-
ne Quittung, einfach auf Vertrauen» (pag. 19 081 Z. 63 ff.). Es sei um den Verkauf 
eines Bildes des Malers BJ.________ (berühmter Maler 2) gegangen (pag. 19 085 
Z. 207). K.________ habe dieses Bild dem Verkäufer abgekauft und später teurer 
weiterverkauft (pag. 19 085 Z. 216 f.). Das Bild sei «in der letzten Zeit jetzt gerade» 
verkauft worden. Den Verkaufspreis kenne er nicht (zum Ganzen pag. 19 085 
Z. 217 ff.). Gegenüber der Polizei gab G.________ gleichentags an, das Kunst-
gemälde sei durch K.________ verkauft worden, zu welchem Preis, wolle er nicht 
bekannt geben (pag. 19 348 Z. 18 ff.). Diesen Aussagen von G.________ zufolge 
war der «BJ.________ (berühmter Maler 2)» am 7. September 2006 somit verkauft 
gewesen. Erstaunlich ist daher seine rund drei Jahre später, am 13. Oktober 2009, 
gegenüber dem Untersuchungsrichter gemachte Aussage, wonach der 
«BJ.________ (berühmter Maler 2)» (noch) nicht verkauft sei (pag. 19 129 
Z. 1275 ff.). Auf Vorhalt, dass ein Geschädigter gesagt habe, er (G.________) hät-
te ihm gegenüber immer behauptet, am Bildergeschäft, das Millionen bringen wür-

22

de, beteiligt zu sein, und zudem bestätigt, das Bild sei über die CJ.________ 
(Bank) versteigert worden und es müssten nur noch Spesen und Steuern bezahlt 
werden, erklärte G.________, er fände das «unglaublich», er habe nie gesagt, am 
Geschäft beteiligt zu sein, sondern bloss erwähnt, er erwarte eine Dividende, mit 
der er dann seine «Sachen machen» könne (zum Ganzen pag. 19 130 Z. 1297 ff.). 

K.________ äusserte sich am 15. April 2009 schwammig zum Bilderhandel und 
gab unter anderem an, er sei derzeit mit dem Verkauf von zwei Kunstgemälden be-
schäftigt, wobei eines sehr wertvoll sei und er kurz vor Verkaufsabschluss stehe 
(pag. 19 134 Z. 26 f.). Er habe im Jahr 2008 von einem vermögenden Berner einen 
Verkaufsauftrag für ein Gemälde des Malers BJ.________ (berühmter Maler 2) er-
halten und seit dem 18. August 2008 würde ihm ein verbindliches Angebot vorlie-
gen. Zudem habe er bereits im Jahr 2003 von einem ebenfalls vermögenden 
Schweizer aus Liechtenstein einen Auftrag zum Verkauf eines wertvollen Gemäl-
des erhalten und im Jahr 2005/2006 seien ihm für das Bild EUR 18-20 Mio. gebo-
ten worden (zum Ganzen pag. 19 135 Z. 14 ff. und pag. 19 152 Z. 110 f.). Bis heute 
[2009] sei es entgegen der (ersten) Behauptung von G.________ aber noch zu 
keinem Verkauf eines Kunstgemäldes gekommen (pag. 19 137 Z. 10 f. und 
pag. 19 138 Z. 26), was aus Sicht der Kammer – am Rande bemerkt – angesichts 
der vorherigen Aussagen K.________'s betreffend die angeblichen Kaufangebote 
erstaunt. Schliesslich erklärte K.________, der Altmeister von BJ.________ 
(berühmter Maler 2), den er besitze, müsse noch «neu verifiziert» werden und ein 
Experte sei nun daran resp. sie seien «jetzt am Abschluss». Er sei sicher, dass die 
von ihm vor zwei Jahren einem gewissen Herrn AO.________ aus Deutschland in 
Auftrag gegebene Expertise die Echtheit des BJ.________'s bestätigen werde 
(zum Ganzen pag. 19 151 Z. 52 ff. und pag. 19 152 Z. 67 ff.). 

Wiederum G.________ führte in der Hauptverhandlung vom 2.-4. April 2012 aus, 
K.________ sei daran, das Bild, das er bei der AP.________ AG gesehen habe 
und das «hundertprozentig» echt sei, zu verkaufen (pag. 19 436 Z. 1 ff.). Er habe 
aus diesem Geschäft eine Million «oder ein bisschen mehr» zu Gute (pag. 19 387 
Z. 40 ff.). Er sei sicher, dass er dieses Geld erhalten werde, schliesslich denke er 
seit etwa vier bis fünf Jahren daran, dass er das Geld aus diesem Bilderhandel er-
halten sollte (pag. 19 388 Z. 39 f.). Auf Frage, für welche Arbeit er aus dem Bilder-
handel CHF 1 Mio. zu Gute habe, gab G.________ ferner an (pag. 19 436 Z. 9 ff.): 

Es sind zwei Bilder. Es war ein BJ.________ (berühmter Maler 2) und ein BI.________ (berühmter 
Maler 1). Und dort mussten noch gewisse Arbeiten geleistet werden. Es ging um viele Abwicklungen 
und Gutachten, welche man vornehmen musste.

Diese Ausführungen belegen, dass G.________ bereits im Verfahren Oberland un-
präzise, teilweise unlogisch, ausweichend und widersprüchlich aussagte und mithin 
schon damals nicht davor zurückschreckte, gegenüber den Untersuchungsbehör-
den situativ irgendetwas zu erzählen, was indiziert, dass auf seine Angaben 
grundsätzlich nicht abgestellt werden kann. 

Weiter muss G.________ schon im Verfahren Oberland realisiert haben, dass aus 
dem Bilderhandel nie Geld fliessen wird. Das Hin und Her betreffend den Bilder-
handel und die Frage, ob der «BJ.________ (berühmter Maler 2)» nun bereits ver-

23

kauft wurde oder nicht, sowie die Tatsache, dass das Geschäft schon damals über 
Jahre nicht in die Nähe eines Abschlusses kam, legen nahe, dass G.________ be-
reits seinerzeit klar gewesen sein muss, dass der Bilderhandel kein reelles Ge-
schäft ist. Dafür spricht auch seine Aussage am 2. April 2012, wonach er nun seit 
vier bis fünf Jahren daran denke, dass er das Geld aus dem Bilderhandel erhalten 
sollte (pag. 19 388 Z. 39 f.). Schliesslich muss ihm der Umstand, dass die Experti-
se über den «BJ.________ (berühmter Maler 2)» weder im Jahr 2009 noch 
während der Hauptverhandlung im April 2012 vorlag, obwohl K.________ diese be-
reits im Jahr 2007 in Auftrag gegeben (pag. 19 152 Z. 67 ff.) und ihn (G.________) 
darüber informiert haben will (pag. 19 154 Z. 172 f.), vor Augen geführt haben, 
dass sie nie gemacht wurde bzw. wird (pag. 18 1765 Z. 33 f.). Folglich musste er 
wissen, dass das Bild/die Bilder nie gewinnbringend verkauft werden, hätte 
K.________ als finanzschwache Person dies ansonsten doch wohl bereits im Jahr 
2005/2006 getan, als ihm für ein Bild EUR 18-20 Mio. angeboten worden sein sol-
len. 

Nebst dem zeigt das Verfahren Oberland, dass der Geldfluss bzw. -austausch zwi-
schen G.________ und K.________ schon damals existierte und funktionierte und 
G.________ bereits seinerzeit insbesondere vom Geld lebte, das er von 
K.________ erhielt (u.a. pag. 19 155 Z. 199 und pag. 19 387 Z. 21 ff.). Letzterer 
erklärte am 10. November 2009 nachvollziehbar und glaubhaft, er unterstüzte 
G.________, seinen «wahren» Freund, seit Jahren finanziell (pag. 19 151 Z. 71). 
G.________ habe ihm zwischen 2004 und 2007 Geld für sein Bildergeschäft gege-
ben und im Gegenzug habe er ihm immer wieder etwas zurückgegeben. Es sei 
«ein Geben und Nehmen» gewesen, ohne dass ein Vertrag existiert hätte oder die 
Übergaben quittiert worden wären (zum Ganzen pag. 19 150 Z. 30 ff. und 
pag. 19 154 Z. 186 f.). 

Betreffend die Persönlichkeit von G.________ ergibt sich aus dem Verfahren Ober-
land Folgendes: Gemäss den Schlussfolgerungen des Bewährungshelfers in sei-
nem Bericht vom 10. Mai 2007 muss sich die Zusammenarbeit mit G.________ 
schwierig gestaltet haben. G.________ habe selten das eingehalten, was er ver-
sprochen habe. Seine geschäftlichen Tätigkeiten seien aus Sicht des Bewährungs-
helfers «sehr verworren und undurchsichtig» – G.________ weigere sich, Auskunft 
zu geben (zum Ganzen pag. 19 013). Aus dem Ermittlungsbericht vom 29. Ju-
ni 2009 geht sodann hervor, G.________ habe gegenüber verschiedenen Perso-
nen erklärt, er dürfe sich in der Schweiz um keine Anstellung bewerben, weil er in 
CN.________ (Land) «immatrikuliert» sei, um damit zu rechtfertigen, dass er sich 
seit dem Konkurs seiner AK.________ (Firma) im Jahr 1996 nie mehr ernsthaft um 
eine Anstellung bemüht hatte (pag. 19 077). In den Schlussbemerkungen dieses 
Ermittlungsberichts wurde schliesslich Folgendes festgehalten (pag. 19 078):

Aus den vielfältigsten Gründen gestalten sich die Ermittlungen in der vorliegenden Strafsache sehr 
schwierig. Bei G.________ handelt es sich um einen mittlerweile .________-jährigen Mann, welcher 
im Verlaufe der vergangenen Jahre offensichtlich kaum eine behördliche Autorität zu spüren bekam, 
weshalb er das Leben auch nicht mehr allzu ernst zu nehmen scheint und behördlichen Anordnung 
lediglich gelegentlich Folge leistet.

24

So ist es auch zu erklären, dass es für ihn völlig unproblematisch erscheint, dass er seit Jahren von 
Drittpersonen Darlehen entgegennimmt, ohne in der Lage zu sein, diese Gelder zurück zu bezahlen. 
Dem Rapportierenden gegenüber erklärte G.________ auch mehrfach offen, dass aus seiner Sicht 
seine Darlehensaufnahmen strafrechtlich völlig unbedenklich wären.

Neben der Tatsache, dass es sich allein bei G.________ schon um eine recht schwierige Persönlich-
keit handelt, erschwerte auch der Umstand die Ermittlungen, dass die meisten Geldgeber nicht gerne 
Aussagen bei der Polizei deponierten. Einige der Darlehensgeber schämten sich offensichtlich, auf 
G.________ «hereingefallen» zu sein, wiederum andere gaben dem polizeilichen Sachbearbeiter be-
kannt, dass sie G.________ nicht in Schwierigkeiten bringen möchten, da durch eine allfällige Bestra-
fung von G.________ deren Aussicht, vom Angeschuldigten [G.________] Gelder zurückzuerhalten, 
möglicherweise kompromittiert werden würde.

Zuletzt ist festzuhalten, dass der im Verfahren Oberland edierte Strafregisteraus-
zug vom 6. September 2006 eine Vorstrafe von G.________ wegen betrügerischen 
Konkurses und ungetreuer Geschäftsbesorgung auswies (pag. 19 354), was 
G.________ im vorliegenden Verfahren nicht angelastet werden darf, aber immer-
hin daraufhindeutet, dass seine AK.________ (Firma) entgegen seinen Behaup-
tungen mitnichten nur «aus Pech mit den Solidarhaftungen» Konkurs ging 
(pag. 18 1775 Z. 25 ff. und pag. 18 1776 Z. 12 ff.) 

10.3 Die Personen K.________ und G.________, die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen 
und ihr Verhältnis zueinander

10.3.1 Werdegang, finanzielle Verhältnisse, Persönlichkeit und Kunstkenntnisse von 
G.________ 

G.________ wuchs – wie das WSG zutreffend erwog – in einer angesehenen Fa-
milie als eines von zwölf Kindern auf einem Bauernhof in AQ.________ auf, absol-
vierte eine Lehre als AR.________, bildete sich in diesem Bereich weiter und 
machte später sowohl im Beruf als auch im Militär Karriere. 1988 machte sich 
G.________ selbständig und im Jahr 1996 ging seine Firma Konkurs. Die Kammer 
geht wie das WSG davon aus, dass dies der entscheidende Bruch in G.________'s 
Leben war (zum Ganzen S. 82 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 18 1197). Schliesslich hatte G.________ später nie mehr eine ordentliche Ar-
beitsstelle und es folgten wie bereits erwähnt Verurteilungen wegen betrügerischen 
Konkurses und wegen gewerbsmässigen Betrugs.

Die finanziellen Verhältnisse von G.________ sind – zumindest seit dem Konkurs 
seiner Firma – katastrophal. Im Betreibungsregisterauszug über ihn (Stand 29. Ju-
li 2020) sind 35 nicht getilgte Verlustscheine aus Pfändungen der letzten 20 Jahre 
im Gesamtbetrag von CHF 2'454'207.05 verzeichnet (pag. 18 1741). Das WSG zog 
daraus den zutreffenden Schluss, dass G.________ offensichtlich weder ersatz-
fähig war noch ersatzwillig gewesen sein konnte (S. 83 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 18 1198). 

Betreffend G.________'s Persönlichkeit wird vorab auf die hiervor zum Verfahren 
Oberland gemachten Ausführungen verwiesen (E. 10.2 oben). Das Verfahren 
Oberland und das vorliegende Verfahren zeigen, dass es G.________ jahrelang 
schaffte, das Vertrauen verschiedenster – auch ihm anfänglich fremder – Personen 
und gestandener Geschäftsmänner zu gewinnen, dieselben für sich einzunehmen, 

25

sie immer wieder mit neuen Geschichten zu beruhigen, hinzuhalten, zu vertrösten 
und zu weiteren Investitionen zu bewegen. Er wird dabei einerseits – wie die Vorin-
stanz zutreffend erwog – von seiner bodenständigen Herkunft, seinen angesehe-
nen Eltern und seinem Bruder – dem «BU.________» – wie auch von seiner mi-
litärischen Vergangenheit und seinen früheren beruflichen Erfolgen profitiert haben 
(S. 83 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 18 1198). Entsprechend gab 
beispielsweise auch V.________ an, er habe G.________ vertraut, weil die Familie 
G.________ sehr freundliche, seriöse Leute seien (u.a. pag. 18 710 Z. 94). Ande-
rerseits wird G.________ seine offensichtliche Gabe, zu reden, geholfen haben, 
über einen beachtlichen Zeitraum eine Geschichte gegenüber diversen Personen 
stimmig aufzubauen und aufrecht zu halten, ohne sich dabei in eklatante Wider-
sprüche zu verwickeln. Es äusserten mehrere Geschädigte, G.________ sei ein 
sehr begabter Redner und könne die Leute in seinen Bann ziehen und faszinieren. 
X.________ gab zum Beispiel zu Protokoll, G.________ sei ein sehr guter Redner, 
mit einem guten und sicheren Auftreten. Er sei immer so gut rübergekommen und 
alles sei wirklich so glaubhaft gewesen, dass man gar nicht daran gedacht habe, 
dass er lügen könnte (zum Ganzen pag. 05 003 007 Z. 205 ff.). Zuletzt dürfte 
G.________ gedient haben, dass er – falls nötig – bestimmt, laut und einschüch-
ternd auftreten kann, wovon unter anderem seine Äusserungen und seine aufbrau-
sende Art im «letzten Wort» der Berufungsverhandlung zeugen (pag. 18 1801 f.). 

In der Berufungsverhandlung kam denn auch klar zum Ausdruck, dass G.________ 
einerseits über ein immenses Selbstbewusstsein verfügt und sich andererseits 
stark selbstbemitleidet. Er betonte zum einen wiederholt, selbst Opfer von 
K.________ geworden und von diesem «brandschwarz» angelogen worden zu sein 
(pag. 18 1781 Z. 34). Zum anderen erklärte er wie bereits in den früheren Einver-
nahmen, er hätte die Kunstgewerbeschule besuchen resp. Kunstmaler werden sol-
len und könne deshalb beurteilen, ob ein Bild echt sei oder nicht (pag. 18 1780 
Z. 10 f.), was aus Sicht der Kammer, wie noch dargetan wird, nicht zutrifft. Im 
Rahmen der Erstellung des jüngsten Informationsberichts gab G.________ aus-
serdem an, er eine sehr zielstrebige Person, die immer versuche, das Beste zu ge-
ben und in deren Natur es liege, hilfsbereit zu sein. Er unterstütze die Leute wo 
nötig, sei sehr offen und kommunikativ, habe keine Geheimnisse und hasse Lügen. 
Er wisse, dass andere Leute ihn sehr mögen würden und dass er sowohl im Fami-
lien- als auch im Arbeitsumfeld sehr beliebt sei. Jeder, der ihn kenne, wisse, dass 
er sehr viel Wert auf Korrektheit, Ehrlichkeit und Vertrauen lege, was er von seinen 
Eltern geerbt habe und weshalb er beruflich auch immer erfolgreich gewesen sei. 
Er fühle sich befähigt, die Welt im Positiven zu verändern (zum Ganzen 
pag. 18 1738). Angesichts der finanziellen Verhältnisse von G.________, seiner 
Vorstrafe und dem aktuellen Verfahren sind diese Aussagen als Hohn zu bezeich-
nen. Schliesslich spricht das «letzte Wort» von G.________ in der Berufungsver-
handlung Bände, wonach sein Vater ihm auf dem Sterbebett liegend gesagt haben 
soll: «G.________ du bist der Aufrichtigste, Ehrlichste von allen Kindern». Zwar 
habe sein Vater damit nicht sagen wollen, seine Geschwister seien nicht aufrichtig, 
jedoch sei er (G.________) immer derjenige gewesen, der für alle da gewesen sei 
(zum Ganzen pag. 18 1802). Da G.________ bei den Eltern nie zurückbezahlte 

26

Darlehen in grosser Höhe aufgenommen hatte, dürften die Worte aufrichtig und 
ehrlich nicht geäussert worden sein.  

Betreffend G.________'s Kunstkenntnisse wird auf die zutreffenden Erwägungen 
der Vorinstanz verwiesen, denen sich die Kammer vollumfänglich anschliesst 
(S. 82 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 18 1197):

Er gab an, eigentlich hätte er als Kind Kunstmaler werden sollen, weil er so begabt gewesen sei, das 
befähige ihn durchaus zum Mitmachen in diesem Bilderhandel und zum „Wissen“, dass der 
BJ.________ (berühmter Maler 2) und der BI.________ (berühmter Maler 1) echt sind. Es bedarf kei-
ner weiteren Ausführungen um zu sagen, dass auch G.________ keine Ahnung vom legalen Kunst-
handel hatte; dass er jahrelang einen Ausschnitt aus der Zeitung „20 Minuten“ über den Verkauf eines 
BI.________ (berühmter Maler 1) mit sich herumtrug und allen Ernstes behauptete, aufgrund dieses 
Artikels habe er daran geglaubt, „ihr“ angeblicher BI.________ (berühmter Maler 1) sei sehr wertvoll, 
sagt dazu alles […].

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der redegewandte und gegenüber 
Dritten bestimmt auftretende G.________ im relevanten Zeitraum über keinerlei 
Kunstkenntnisse verfügte sowie in desolaten finanziellen Verhältnissen lebte und 
sich heute als Opfer verkaufen will, das von anderen – insb. von K.________ – be-
nutzt, belogen und übers Ohr gehauen wurde.

10.3.2 Würdigung der Aussagen von G.________ und K.________ 

Das WSG erachtete die Aussagen der beiden Protagonisten als unglaubhaft.

Betreffend G.________ erwog es Folgendes (S. 83 ff. der erinstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 18 1198 ff.):

Auch bei G.________ fällt auf, dass er versuchte, seine Aussagen dem aktuellen Ermittlungsstand 
anzupassen bzw. Dinge einzubauen, die er in Einvernahmen von K.________ oder anderen Befrag-
ten gelesen hatte. Das dürfte zusätzlich dazu beigetragen haben, dass seine Aussagen voller Wider-
sprüche, Ungereimtheiten, Halbwahrheiten, Skurrilitäten und nicht überprüfbaren Behauptungen sind. 
Dies erschliesst sich einem schon nach einer ersten Lektüre, daher sollen nachfolgend auch bei ihm 
nur einige Beispiele für das geschilderte Aussageverhalten aufgeführt werden.

Da der „Bilderhandel“ ja das zentrale Element des ganzen Verfahrens darstellt und gemäss seinen ei-
genen Aussagen das Leben von G.________ in den letzten Jahren entscheidend geprägt hatte, sollte 
man eigentlich erwarten, dass er noch genau angeben konnte, wann er K.________ kennengelernt 
hatte und wie lange er schon in den „Bilderhandel“ involviert war. Seine Aussagen dazu haben jedoch 
eine sehr erstaunliche Bandbreite:

- So sagte er bei seiner Festnahme am 16. März 2016, er kenne K.________ sicher zehn bis 
fünfzehn Jahre, es könne aber auch zwanzig Jahre her sein, ohne jedoch damit zum Ausdruck 
bringen zu wollen, er sei bereits seit dieser Zeit im „Bilderhandel“ aktiv.

- Gegenüber der Staatsanwaltschaft behauptete er am 17. März 2016 zunächst, er sei vor vier bis 
fünf Jahren zum ersten Mal mit dem angeblichen BI.________ (berühmter Maler 1) in Kontakt 
gekommen, d.h. datierte den Beginn seiner Beschäftigung mit dem Bilderhandel auf die Jahre 
2011 bis 2012.

- In der Einvernahme vom 22. April 2016 sagte er dann, 2011, aber schon vorher, vor ungefähr 
zehn Jahren, habe er K.________ Geld gegeben, d.h. er datierte den Beginn des „Bilderhan-

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dels“ neu auf etwa 2006, um dann aber wieder zu sagen, richtig angefangen habe es 
2011/2012. Auf Vorhalt der Aussage seiner Frau, der „Bilderhandel“ dauere nun schon zwölf 
Jahre, habe also 2004 begonnen, sagte er lediglich, K.________ habe den angeblichen 
BJ.________ (berühmter Maler 2) zu diesem Zeitpunkt bekommen, danach sei aber der angeb-
liche BI.________ (berühmter Maler 1) gekommen.

- Ein Jahr später, im April 2017, sagte G.________ dann, er habe K.________ gemäss einer von 
ihm erstellten Zusammenstellung schon 2007 Geld für den „Bilderhandel“ gegeben, 2013, als die 
Sache „grösser“ geworden sei, habe er K.________ jeden Tag gesehen. Als er durch den 
Staatsanwalt mit entsprechenden Belegen konfrontiert wurde, behauptete er aber wieder, er ha-
be K.________ bestimmt schon vor 2007 viel mehr Geld gegeben, als er es heute nachvollzie-
hen könne.

- In der Schlusseinvernahme im August 2018 sagte er plötzlich, K.________ habe seit 2000 oder 
2002 einen „Bilderhandel“ betrieben, zuerst sei es nur um den angeblichen BJ.________ 
(berühmter Maler 2) gegangen, er habe ihm schon vor fünfzehn Jahren (also 2003) das erste 
Mal Geld dafür gegeben. 

- Anlässlich der Hauptverhandlung vom 21. Mai 2019 gab er an, sich seit 2006 oder 2007 mit dem 
„Bilderhandel“ zu beschäftigen.

- Im ersten gegen ihn geführten Verfahren erwähnte G.________ den „Bilderhandel“ mit 
K.________ bereits in der Befragung vom September 2006, ohne ihn zeitlich näher einzugren-
zen. 2009 sagte er dann aus, er kenne K.________ seit dem Jahr 2000, sie hätten eine ge-
schäftliche und persönliche Beziehung, da K.________ der Götti seiner Tochter sei.

Wie bereits bei K.________ ausgeführt, wird sich nicht mehr klären lassen, seit wann sich die beiden 
Beschuldigten effektiv kennen und seit wann genau sie mit dem „Bilderhandel“ operierten. Aus dem 
früher gegen G.________ geführten Verfahren kann man immerhin schliessen, dass sich die beiden 
seit mindestens dem Jahr 2000 kennen dürften. Beweiswürdigend ist folglich einerseits das extrem 
schwankende Aussageverhalten von G.________ zu registrieren und andererseits festzuhalten, dass 
die beiden Beschuldigten schon Jahre vor der angeklagten Deliktszeit zusammengearbeitet hatten.

Schlicht nicht nachvollziehbar und das markanteste Beispiel für das oben geschilderte Aussagever-
halten von G.________ sind seine Aussagen im Zusammenhang mit seiner Verbindung zum angebli-
chen BJ.________ (berühmter Maler 2):

- In der ersten Befragung durch die Kantonspolizei erwähnte er dieses Bild noch mit keinem Wort, 
gegenüber der Staatsanwaltschaft gab er am Tag darauf zu verstehen, K.________ habe den 
angeblichen BJ.________ (berühmter Maler 2) bereits zu einem guten Preis verkauft, er habe 
einen Bankbeleg über CHF 18,4 Mio. gesehen.

- Einen Monat später war er sich offenbar nicht mehr so sicher, ob es für ihn nun vorteilhafter wä-
re, zu sagen, der angebliche BJ.________ (berühmter Maler 2) sei schon verkauft oder nicht, 
denn er sagte nun, in der Vollmacht, die ihm K.________ hätte unterzeichnen sollen, sei „viel-
leicht“ noch vom BJ.________ (berühmter Maler 2) die Rede, dieser sollte eigentlich schon weg 
sein. Eine doch höchst erstaunliche Aussage, wenn er gleichzeitig glauben machen wollte, er 
habe darauf vertraut, dass auch aus diesem Bild Millionen fliessen würden.

- Nur zehn Tage später behauptete der Beschuldigte auf Vorhalt einer Aussage von U.________ 
zunächst, mit dem angeblichen BJ.________ (berühmter Maler 2) habe er, G.________, gar 
nichts zu tun gehabt, bloss um dann wenige Zeilen weiter unten zu sagen, er habe K.________ 

28

schon Geld für den BJ.________ (berühmter Maler 2) gegeben, das sei aber „privates“ Geld 
gewesen. Einige wenige Sätze später relativierte er sogar diese Aussage und gab an, vielleicht 
habe er K.________ auch für den BJ.________ (berühmter Maler 2) Geld gegeben, das sei aber 
schon länger her. In der gleichen Einvernahme sagte er auch, er wisse nicht, wer Eigentümer 
des BJ.________'s sei, das müsse eigentlich K.________ gewesen sein, er wisse nicht, wann 
und an wen der angebliche BJ.________ (berühmter Maler 2) verkauft worden sei.

- Ein Jahr später, im April 2017, behauptete er, K.________ habe ihm gesagt, der angebliche 
BJ.________ (berühmter Maler 2) sei verkauft, das Geld sei auf der Bank und davon würden die 
Investoren bezahlt. Nur wenige Zeilen weiter hinten sagte er aber, er sei überzeugt, dass der 
BJ.________ (berühmter Maler 2) K.________ gehöre und aus dem Erlös des Bildes dann das 
Geld der Investoren bezahlt werde. Diese diametralen Widersprüche innerhalb nur weniger Zei-
len schienen dem Beschuldigten selbst offenbar gar nicht aufzufallen. In der gleichen Einver-
nahme behauptete er, K.________ habe den BJ.________ (berühmter Maler 2) angeblich via 
Botschaft in CO.________ (Land) an ein Königshaus verkauft. Gefragt nach seiner Aufgabe im 
Bilderhandel behauptete er aber dann, er habe K.________ ab 2007 Geld für den Bilderhandel, 
damals für den BJ.________ (berühmter Maler 2), gegeben. Auf konkrete Frage sagte er auch, 
der BJ.________ (berühmter Maler 2) sei in der ersten Phase tagtäglich ein Thema gewesen. 
Auch an der Hauptverhandlung konnte er diese widersprüchlichen Aussagen nicht weiter er-
klären, es sei einfach immer ein Hin und Her gewesen.

- Im November 2017 sagte G.________ aus, die Gelder, die er von verschiedenen Investoren ge-
sammelt habe, seien bestimmt gewesen, um den Bilderhandel zu finanzieren, damit K.________ 
in den Besitz des BJ.________'s komme. Später in der gleichen Befragung behauptete er auch, 
der BJ.________ (berühmter Maler 2) sei ja im Vordergrund gestanden, deshalb habe man den 
BI.________ (berühmter Maler 1) nicht verkauft, dieser sei nur ein „Supplement“ gewesen. Er 
habe gewusst, dass der BJ.________ (berühmter Maler 2) existiere und im „Zollfreilager“ sei. 

- Im Januar 2018 hatte er eine dazu in diametralem Widerspruch stehende Variante zu bieten, in-
dem er aussagte, für ihn sei der BJ.________ (berühmter Maler 2) 2015 verkauft gewesen, 
gemäss K.________ laufe dieser nur noch aus versicherungstechnischen Gründen auf seinen 
Namen. In der Schlusseinvernahme im August 2018 machte er geltend, in den ersten beiden 
Perioden seiner „Geldsammlungen“, die er gemäss seinen eigenen Listen auf bis Ende 2014 da-
tierte, sei es praktisch nur um den BJ.________ (berühmter Maler 2) gegangen, da habe er den 
BI.________ (berühmter Maler 1) noch gar nicht gekannt, ab Periode drei, d.h. ab anfangs 2015, 
habe es vielleicht eine Vermischung zwischen den beiden Bildern gegeben. Am Schluss der 
gleichen Einvernahme behauptete er dann aber, K.________ habe ihm gesagt, der 
BJ.________ (berühmter Maler 2) sei 2013 / 2014 verkauft worden.

- Im ersten gegen ihn geführten Verfahren hatte er 2006 ausgesagt, der BJ.________ (berühmter 
Maler 2) sei „jetzt gerade“ verkauft worden.

- Anlässlich der Hauptverhandlung führte G.________ aus, er sei davon ausgegangen, dass 
K.________ den BJ.________ (berühmter Maler 2) verkauft habe. Sein schwankendes Aussa-
geverhalten konnte G.________ nicht nachvollziehbar erklären. 

Es ist nicht nachvollziehbar, warum G.________ dermassen widersprüchliche Aussagen zum 
BJ.________ (berühmter Maler 2) machte. Denkbar ist, dass er zu Beginn der Untersuchung hoffte, 
dieser werde „im Verborgenen“ bleiben und K.________ werde es nach seiner Haftentlassung doch 
noch irgendwie schaffen, etwas Geld aus diesem Bild zu schlagen, denkbar ist aber auch, dass er 

29

sich jeweils schlicht nicht mehr erinnern konnte, was er in den Befragungen zuvor behauptet hatte 
und sich beim Versuch, den Befragenden irgendwie von sich zu überzeugen, sozusagen „um Kopf 
und Kragen“ redete. Diese Frage kann letztlich jedoch offen bleiben. 

Als weiteres Beispiel können noch die Aussagen zur Frage, seit wann und in welchem Ausmass er 
von K.________ Geld erhalten habe, zusammengestellt werden. Dass G.________ dazu nicht unbe-
dingt wahrheitsgetreue Aussagen machen wollte, ist zwar verständlich, dennoch ist die Bandbreite 
seiner diesbezüglichen Angaben erstaunlich.

- Am 17. März 2016 sagte er, er habe seit ca. 2 ½ Jahren, d.h. etwa seit Oktober 2013, von 
K.________ fünf bis sechs Mal die Woche CHF 300.00 pro Tag bekommen, wobei K.________ 
das Geld aus dessen Einkünften aus der Bar genommen habe.

- Einen Monat später sagte er aus, er habe seit zwei bis drei Jahren, also seit frühestens 
März 2013, CHF 300.00 pro Tag von K.________ bekommen.

- Im April 2017 sagte er dann, er habe ab 2014 von K.________ Geld bekommen, das dieser aus 
der Zimmervermietung gehabt habe. Er reduzierte die erhaltene Summe jedoch auf CHF 200.00 
– 300.00 pro Tag und behauptete erstmals, er habe K.________ von diesem Geld jeweils wieder 
einen Teil „retour“ gegeben, wenn dieser seinerseits für den Bilderhandel dringend Geld ge-
braucht habe. In der gleichen Einvernahme sagte er, er habe zwei bis drei Jahre lang von 
K.________ CHF 300.00 pro Tag bekommen, das seien aber Spesen gewesen, nicht Verdienst. 
In der nächsten Einvernahme sagte er dann, er habe die total CHF 6'000.00 – 7'200.00, die er 
von K.________ monatlich bekommen habe, nicht nur als Spesen angesehen, er habe ja auch 
Geld zum Leben gebraucht.

- In der gleichen Einvernahme, im November 2017, machte er aber auch geltend, sein Bruder ha-
be ihn bis 2015 mit etwa CHF 2'000.00 – 3'000.00 pro Monat unterstützt. Aus seinen weiteren 
Aussagen muss man schliessen, dass er behaupten wollte, er sei zuerst von seinem Bruder und 
erst als dieser nicht mehr zahlen wollte, von K.________ unterstützt worden.

- In einer direkt ans Wirtschaftsstrafgericht gerichteten Eingabe vom 15. Februar 2019 behauptete 
er dann wieder, er habe ab dem Jahr 2014 CHF 150.00 – 300.00 pro Tag, dies fünf bis sechs 
Mal pro Woche, erhalten.

- Im ersten gegen ihn geführten Verfahren hatte er 2006 behauptet, er werde von K.________ in 
den nächsten Tagen CHF 850'000.00 erhalten, er habe ihm in den letzten zwei Jahren zwischen 
CHF 600'000.00 und CHF 650'000.00 gegeben. Drei Jahre später behauptete er dann, er habe 
K.________ etwa eine halbe Million gegeben, werde von diesem eine Dividende von 
CHF  850'000.00 bis CHF 1,5 Mio. erhalten. K.________ habe ihm in letzter Zeit, d.h. mindes-
tens ab 2008, CHF 150.00 bis CHF 180.00 pro Tag gegeben, in der Zeit, als er in der teuren 
Wohnung in AW.________ (Stadt) gewohnt habe (ab 2006), seien es CHF 200.00 – 300.00 pro 
Tag, dies sieben Tage die Woche, gewesen. 

G.________ konnte diese unterschiedlichen Aussagen auch anlässlich der Hauptverhandlung nicht 
schlüssig erklären bzw. gab ohne wirklich auf die Frage einzugehen an, er könne sich nicht mehr er-
innern, das sei für ihn nebensächlich gewesen. Er sagte weiter aus, er sei von K.________ in der Zeit, 
in der er in AT.________ gewohnt habe, unterstützt worden, danach habe sein Bruder ihm etwa 
CHF 3‘000.00 im Monat gegeben und erst Ende 2014, anfangs 2015 habe K.________ ihm wieder 
Geld gegeben.

30

Auch diesbezüglich wird sich – da alle Zahlungen in bar erfolgten – nie mehr klären lassen, ab wann 
G.________ wie viel Geld von K.________ erhalten hatte, zumal dieser durch seinen Anwalt behaup-
ten liess, er habe G.________ ab 2006 bis und mit 2010 mit durchschnittlich CHF 200.00 pro Tag, 
sechs Mal die Woche, und ab 2011 bis und mit 2015 mit CHF 300.00 pro Tag, sechs Mal die Woche, 
unterstützt, d.h. mit rund CHF 780'000.00 in zehn Jahren. Dabei muss man aber berücksichtigen, 
dass K.________ natürlich ein Interesse daran hatte, eine möglichst lange und hohe Geldleistung an 
G.________ zu behaupten, d.h. es kann auch nicht einfach auf dessen Angaben abgestellt werden. 
Das Gericht lässt folglich offen, ab wann genau G.________ von K.________ fast täglich Geld erhielt. 
Es erachtet es jedoch in Würdigung aller Aussagen als erstellt, dass der Beschuldigte im Umfang von 
mehreren Hunderttausend Franken von deliktischem Geld profitierte.

Das Gericht zieht aus dem Aussageverhalten von G.________ insgesamt den Schluss, dass auch auf 
seine Aussagen nur dann abgestellt werden können, wenn sie sich zusätzlich durch objektive Be-
weismittel belegen lassen.

Diese Ausführungen sind zutreffend. Auch in der Berufungsverhandlung machte 
G.________ höchst widersprüchliche Aussagen:

Er erklärte beispielsweise, K.________ habe ihn nie konkret informiert und ihm kei-
ne Dokumente gezeigt, er habe von ihm nicht einmal den Namen I.________ «be-
kommen» (pag. 18 1778 Z. 31 und pag. 18 1780 Z. 41 ff.). Auf die darauffolgende 
Frage, wie er darauf gekommen sei, dass «ihr» «BI.________ (berühmter Maler 
1)» ein Meister sei, gab er allerdings an: «K.________ sagte mir immer, der sei von 
diesen I.________ und das sei eine reiche Familie, die sicher keine nicht werthalti-
gen Bilder besitze […].» (pag. 18 1781 Z. 6 f.). Widersprüchlich äusserte sich 
G.________ auch bezüglich der beiden Bilder und auf Frage, weshalb er sich in-
soweit derart widersprochen habe. Als Antwort führte er völlig ausweichend und un-
logisch aus: «Bis Ende 2014 zahlten wir nur für den «BJ.________ (berühmter Ma-
ler 2)». Danach nur für den «BI.________ (berühmter Maler 1)»» (pag. 18 1782 
Z. 40). Auf Frage, ob es somit ein Zufall gewesen sei, dass er im Jahr 2012 einen 
«20-Minuten» Artikel gelesen habe, wonach ein «BI.________ (berühmter Maler 
1)» für CHF 18-19 Mio. verkauft worden sei, erklärte G.________: «Ja, das war ein 
Zufall. Aber ich wusste zu diesem Zeitpunkt bereits vom «BI.________ (berühmter 
Maler 1)»» (pag. 18 1783 Z. 19 ff.). Es scheint wenig Sinn zu machen, längere Zeit 
einen Artikel über den «BI.________ (berühmter Maler 1)», gewissermassen pro-
phylaktisch, aufzubewahren. Abgesehen davon hat G.________ die eingangs ge-
stellte Frage in keiner Art und Weise beantwortet.

Weiter spricht gegen die Glaubhaftigkeit von G.________'s Aussagen in der obe-
rinstanzlichen Einvernahme, dass er die Schuld konstant K.________ zuwies und 
diesen übermässig schlechtmachte, sich selbst dahingegen aber als den unschul-
digen, besonders begabten und erfolgreichen Geschäftsmann darstellte. So soll 
K.________ ihn und die anderen Investoren angelogen, missbraucht und «ausein-
anderdividiert» haben (pag. 18 1778 Z. 23 ff., pag. 18 1779 Z. 19 f. und Z. 24 ff. 
sowie pag. 18 1783 f. Z. 23 ff.). Auch seine Familie habe enorm unter K.________ 
gelitten – seine Ehefrau habe sogar aus dem 5. Stock hinausspringen wollen 
(pag. 18 1780 Z. 4 ff.). K.________ lüge, wenn er behaupte, er (G.________) hätte 
stets «von allem» gewusst (pag. 18 1781 Z. 27). Er habe nie jemanden getäuscht, 
sondern sei gegenüber den Investoren stets transparent gewesen. Zudem habe er 

31

entgegen K.________'s Aussage nie auch nur «ein Füfi» aus dem Couvert mit den 
Investorengeldern erhalten, sondern K.________ «x-fach» gefragt, woher das 
Geld, das er ihm jeweils gebe, stamme, weil er habe sichergehen wollen, dass kei-
ne Investitionsgelder an ihn zurückfliessen würden (pag. 18 1779 Z. 30 f.). Auch 
hierzu sei angemerkt, warum G.________ x-fach nachgefragt haben sollte, wenn 
er, wie er behauptet, bei der ganzen Sache doch ein gutes Gefühl gehabt haben 
will.

Auf simple Fragen und Vorhalte lieferte G.________ in der Berufungsverhandlung 
– wie bereits in früheren Einvernahmen – mehrfach unplausible, ausweichende und 
somit nicht überzeugende Erklärungen: Auf Frage, woraus er geschlossen habe, 
dass «ihr» Bild ein «Meister» sei, gab G.________ beispielsweise an, K.________ 
hätte ihm immer gesagt, der «BI.________ (berühmter Maler 1)» sei von der rei-
chen Familie I.________, die keine wertlosen Bilder besitzen würde. Zudem sei in 
«20 Minuten» gestanden, dass ein «BI.________ (berühmter Maler 1)» für CHF 18-
19 Mio. verkauft worden sei und K.________ habe ihm bestätigt, dass sie genau so 
ein Bild hätten. Schliesslich habe er den «BI.________ (berühmter Maler 1)» im 
AP.________ Lager gesehen und weil er selber sehr gut malen könne, die Kunst-
gewerbeschule hätte besuchen sollen und hinten am Bild die goldene Plakette von 
I.________ gesehen habe, habe er sich «sicher gefühlt» (pag. 18 1781 Z. 1 ff. und 
pag. 18 1782 Z. 25 ff.). All diese Angaben sind untauglich, die Echtheit des 
«BI.________ (berühmter Maler 1)» abschätzen zu können, geschweige denn, zu 
bestätigen. Auf Frage, weshalb er in den «BI.________ (berühmter Maler 1)» in-
vestiert habe, obwohl er nicht wisse, was K.________ mit dem Erlös aus dem 
«BJ.________ (berühmter Maler 2)»-Verkauf gemacht habe, erklärte G.________ 
ausschweifend, K.________ habe ihm gesagt, er hätte den Erlös aus dem 
«BJ.________ (berühmter Maler 2)»-Verkauf angelegt. Zudem habe ja niemand 
etwas bekommen und beim «BI.________ (berühmter Maler 1)» sei es auch an-
ders gewesen, weil K.________ diesen an ihn und seinen Bruder abgetreten habe 
(zum Ganzen pag. 18 1782 Z. 10 ff und Z. 25 ff.). Auf Vorhalt, dass niemand Millio-
nen ausgebe, ohne vorher Abklärungen getroffen zu haben, insbesondere wenn es 
seit Jahren nicht geklappt habe, beteuerte G.________ lediglich, K.________ 
mehrmals davongelaufen zu sein und ihm wiederholt gesagt zu haben, es sei jetzt 
genug, er wolle nun was Anderes – zum Beispiel das Projekt AL.________ – ma-
chen (pag. 18 1781 Z. 21 ff.). Auch die einfache Frage, ob er nach wie vor Ge-
schäftsführer auf Mandatsbasis der AJ.________ (GmbH) sei, konnte bzw. wollte 
G.________ nicht konkret beantworten und erklärte, im Moment sei er dort nicht 
mehr Geschäftsführer. Er sei zwar immer noch involviert, jedoch nicht über die 
AJ.________ (GmbH) direkt. Man müsse noch die Ergebnisse der in AV.________ 
(Ort im Ausland) laufenden Studien abwarten und er sei auch noch an einem ande-
ren Projekt «dran» (zum Ganzen pag. 18 1776 Z. 1 ff.). Erst auf wiederholte und di-
rekte Nachfragen bestätigte er schliesslich, als Geschäftsführer der AJ.________ 
(GmbH) abgesetzt worden zu sein (pag. 18 1785 Z. 33 ff. und Z. 41). 

Insgesamt enthalten G.________'s Aussagen somit zahlreiche Lügensignale. Er 
präsentierte sich als überaus fähigen, gesuchten und bei allen Leuten beliebten 
Geschäftsmann, obwohl er in Wahrheit beruflich seit gut zwanzig Jahren absolut 
erfolglos ist. Seine Selbstdarstellung und seine massiven Übertreibungen sind cha-

32

rakteristisch und passend zu dem ihm vorgeworfenen betrügerischen Verhalten. 
Die Kammer geht daher zusammmengefasst wie das WSG davon aus, dass auf 
die Aussagen von G.________ grundsätzlich nicht abgestellt werden kann, es sei 
denn, sie werden zusätzlich von anderen Beweismitteln (z.B. Urkunden oder 
glaubhaften Aussagen anderer Personen) untermauert.

K.________'s Aussagen qualifizierte das WSG ebenfalls als unglaubhaft. Insoweit 
wird auf die entsprechende Aussageanalyse im erstinstanzlichen Motiv verwiesen 
(S. 77 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 18 1192 ff.). In der Beru-
fungsverhandlung wurde K.________ – weil er das Urteil des WSG akzeptiert hatte 
– nicht mehr als beschuldigte Person, sondern als Zeuge befragt und war daher 
grundsätzlich verpflichtet, die Wahrheit zu sagen. Dennoch sind seine oberinstanz-
lich gemachten Aussagen teilweise mit Vorsicht zu geniessen. Was den Bilderhan-
del und die beiden Bilder angeht, äusserte sich K.________ genauso vage und wi-
dersprüchlich wie im gesamten Verfahren zuvor. Differenziert, nachvollziehbar, 
konstant und damit glaubhaft sagte K.________ hingegen aus, wenn es um seine 
Rolle und Handlungen bzw. Nichthandlungen sowie um die Beziehung zu 
G.________ und ihre Zusammenarbeit ging. K.________ erklärte mehrfach, er ha-
be G.________ «vor Jahrzehnten» zufällig in AW.________ (Stadt) kennengelernt 
und ihn daraufhin «tagtäglich» gesehen, wobei «das mit dem Bilderhandel» begon-
nen habe (pag. 18 1764 Z. 30 ff.). Der Bilderhandel sei ein «Selbstläufer» gewe-
sen. G.________ habe ihn jeweils gefragt, ob er noch Geld brauche, was er bejaht 
habe und worauf G.________ das Geld «organisiert» habe, das sie anschliessend 
ausgegeben hätten (zum Ganzen pag. 18 1765 Z. 15 ff., pag. 18 1770 Z. 35 ff., 
pag. 18 1771 Z. 38 ff.). Er habe G.________ pro Tag rund CHF 300.00 gegeben. 
G.________ habe gewusst, dass dieses Geld von den Investoren stammte, habe 
er das Couvert manchmal doch direkt vor dessen Augen geöffnet und ihm daraus 
Geld gegeben (zum Ganzen pag. 18 1766 Z. 10, Z. 17 ff., Z. 21 ff., pag. 18 1768 
Z. 22 f., pag. 18 1772 Z. 5 ff.). 

Kritische Fragen und Vorhalte betreffend seine Person und Rolle sowie diejenige 
von G.________ erklärte K.________ in der Berufungsverhandlung lebensnah und 
plausibel. Auf Frage, was er zu G.________'s Aussage sage, wonach er und die 
Investoren «in seinen Fängen» gewesen seien, erklärte K.________, das sei 
«Blödsinn». G.________ habe unter Druck seiner Ehefrau gestanden, Geld nach 
Hause zu bringen, und sei daher «gottenfroh» gewesen, dass er von ihm Geld er-
halten habe (pag. 18 1768 Z. 12 ff.). Zudem habe er (G.________) es begrüsst, 
wenn er seine Kinder nach AW.________ (Stadt) habe mitnehmen können, weil er 
gewusst habe, dass «es dann noch mehr [Geld] gebe» (pag. 18 1768 Z. 29 ff.). Die 
Frage, ob er von G.________'s Ehefrau direkt aus deren Privatvermögen Geld er-
halten habe, beantwortete K.________ nachvollziehbar wie folgt: «Nein, ich bekam 
von ihr nie Geld. Und sie hatte sicher kein eigenes Geld, sondern nur das, was sie 
via G.________ von mir erhielt.» (pag. 18 1772 Z. 1 ff.). Auf Vorhalt, dass er zu 
Beginn des Verfahrens angegeben habe, er und G.________ seien kein Team ge-
wesen, nun aber behaupte, G.________ habe alles gewusst, erklärte K.________ 
entgegen der Auffassung der Verteidigung schliesslich verständlich 
(vgl. pag. 18 1790), er habe anfänglich oft schwammig ausgesagt, weil er gestützt 
auf die Informationen eines «falschen» Anwalts davon ausgegangen sei, er würde 

33

demnächst aus der Untersuchungshaft entlassen werden, weshalb er G.________ 
nicht habe belasten wollen. Heute müsse er aber «schon sagen», dass dies «nicht 
ganz so» gewesen sei, wie er damals angegeben habe (zum Ganzen pag. 18 1771 
Z. 27 ff.). In Wahrheit habe G.________ «relativ alles» gewusst. Es sei ihm klar 
gewesen, «wie der Hase läuft» (zum Ganzen pag. 18 1770 Z. 1 f. und Z. 27). Diese 
Aussagen sind originell, authentisch und damit überzeugend.

Weiter fällt auf, dass K.________ G.________ nicht übermässig belastete, sondern 
ihn weiterhin als Freund bezeichnete. Er müsse auch sagen, dass G.________ 
«felsenfest» davon überzeugt gewesen sei, die Bilder würden ihnen gehören 
(pag. 18 1764 Z. 43 und pag. 18 1768 Z. 32 ff.). Es tue ihm leid, dass G.________ 
in diese Situation gekommen sei. Diese Aussagen erscheinen der Kammer – so-
weit nicht die Echtheit und die Eigentumsverhältnisse der Bilder angehend – echt 
und glaubhaft. 

Schliesslich stimmen K.________'s Schilderungen in der Berufungsverhandlung, 
wonach G.________ «relativ alles» gewusst habe, sie ein Team gewesen seien 
und auf Augenhöhe zusammengearbeitet hätten – wie in der nachfolgenden Erwä-
gung 10.3.3 dargetan wird – mit erwiesenen Tatsachen sowie unbestrittenen Um-
ständen überein und ergeben somit ein logisches Ganzes. Die Kammer stellt des-
halb insoweit auf K.________'s Aussagen ab.

10.3.3 Zur Frage, ob G.________ von K.________ abhängig war oder ob sie zusammena-
rbeiteten

Das WSG hielt dafür, die beiden hätten als Team gearbeitet und G.________ sei 
K.________ weder untergeordnet noch von diesem abhängig gewesen. Es erwog 
dazu Folgendes (S. 99 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 18 1214 ff.):

Vorliegend geht es nicht darum, bereits die rechtliche Würdigung vorwegzunehmen und zu entschei-
den, ob die beiden Beschuldigten mittäterschaftlich zusammenwirkten, sondern es sollen Aussagen 
zu ihrer Beziehung gemacht werden.

Es wurde bereits ausgeführt, dass sich nicht mehr wird klären lassen, wann genau sich G.________ 
und K.________ kennenlernten. Fest steht jedoch, dass dies schon mehrere Jahre vor der angeklag-
ten Deliktszeit war und dass G.________ auch schon mehrere Jahre vor den zu beurteilenden Delik-
ten von K.________ Geld erhielt, was sich aus seinen Aussagen im früheren Verfahren ergibt. Ob die 
beiden eine Freundschaft im eigentlichen Sinn des Wortes verband oder ob sie primär über die Delik-
te miteinander verbunden waren, liess sich nicht objektiv klären. Der Umstand, dass K.________ Pate 
der ältesten Tochter von G.________ ist, spricht zunächst für eine persönliche Freundschaft. 
G.________ gab denn auch an, es handle sich um eine geschäftliche und persönliche Beziehung. Da 
dieser aber auch N.________ zum Paten einer seiner Töchter machte und die entsprechende Taufe 
erst 2005 stattfand, kommt das Gericht zum Schluss, dass G.________ die Paten seiner Kinder eher 
nach dem Motto auslas, wer ihm am meisten nützte. Dafür spricht auch die Aussage von L.________, 
die angab, sie hätten praktisch nichts über K.________ gewusst und sie selbst sei dagegen gewesen, 
dass dieser Pate ihrer Tochter werde. So oder anders muss man aufgrund der viele Jahre andauern-
den Bekanntschaft und dem praktisch täglichen Kontakt schliessen, dass sich die beiden Beschuldig-
ten sehr gut kannten und sich gegenseitig vertrauten, dies gaben denn auch beide wiederholt so an. 

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Im Weiteren stellt sich die Frage, ob man von einem Abhängigkeitsverhältnis von G.________ ge-
genüber K.________ ausgehen muss. Der Umstand, dass er von K.________ fast täglich Geld für 
seinen Lebensunterhalt erhielt und den grössten Teil des von ihm selbst bei den Geschädigten orga-
nisierten Geldes an K.________ übergab, spricht zunächst dafür. Es sprechen jedoch mehrere Punk-
te gegen eine Abhängigkeit in dem Sinne, dass G.________ nicht frei in seinen Entscheidungen ge-
wesen wäre:

- Dieser selbst sagte aus, b