# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 21a67a52-ce63-5907-9a18-d754bfe78bd9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.09.2008 E-7396/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7396-2007_2008-09-23.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7396/2007/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Bruno Huber (Vorsitz), 
Richter Robert Galliker, 
Richter Kurt Gysi, 
Gerichtsschreiber Jonas Tschan.

A_______, geboren _______,
Sri Lanka,
vertreten durch Barbara Frei-Koller, 
_______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 24. Oktober 2007 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7396/2007

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin,  eine  srilankische  Staatsangehörige  tamili-
scher Ethnie und hinduistischen Glaubens mit letztem Wohnsitz in (...) 
(Distrikt Jaffna), verliess ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge 
am 25. März 2006 und gelangte über Colombo und Italien am 27. März 
2006 illegal in die Schweiz, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchte. 
Die summarische Erstbefragung im Empfangszentrum Basel fand am 
5. April 2006 und die kantonale Anhörung (BL) am 12. Mai 2006 statt.

Zur  Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin 
geltend, dass im (...)  2005 die Armee  und paramilitärische Einheiten 
der EPDP (Eelam People's Democratic Party) nach Hause gekommen 
seien und ihren Bruder gesucht  sowie beschuldigt hätten, bei den Ti-
gers eine Ausbildung gemacht zu haben. Sie hätten ihn mehrere Male 
gesucht;  beim letzten  Mal  hätten  sie  die  Beschwerdeführerin  mitge-
nommen und gesagt, dass sie  erst freigelassen werde, wenn  sich ihr 
Bruder melde.  Dieser habe sich daraufhin gestellt,  so dass sie  nach 
Hause habe gehen können. Zehn Tage später habe man ihren Bruder 
aufgehängt  (...)  gefunden.  In  der  Folge  seien die  Armee  und 
paramilitärische Einheiten der EPDP ständig zur Beschwerdeführerin 
gekommen, um ihr zu sagen, dass sie von der Festnahme und Tötung 
ihres  Bruders  niemandem  etwas  erzählen  solle. Ein  Freund  ihres 
Bruders habe sie dann zu sich nach (...) genommen. Da sie aus (...) 
stamme,  habe  sie  wegen  Razzien  aber  auch  in  (...)  nicht  bleiben 
können. Besagter Freund habe schliesslich ihr Haus verkauft, sie mit 
dem Erlös nach Colombo gebracht und die Ausreise finanziert.

B.
Mit Verfügung vom 24. Oktober 2007 trat das BFM in Anwendung von 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom 26.  Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein und 
ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.

C.
Mit Beschwerde vom 1. November 2007 (Poststempel) an das Bundes-
verwaltungsgericht liess die Beschwerdeführerin durch ihre Rechtsver-
treterin beantragen, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und 
bezüglich  der  Frage  der  Flüchtlingseigenschaft  und  der  Asylgewäh-
rung zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; eventuali-

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ter sei die Unzulässigkeit,  allenfalls die Unzumutbarkeit der Wegwei-
sung festzustellen, und als Folge davon sei ihr von Amtes wegen die 
vorläufige Aufnahme zu erteilen. Weiter sei eine ärztliche Untersuch-
ung der  Beschwerdeführerin  anzuordnen,  und  es  sei  ihr  eine  ange-
messene Frist zur Beschaffung von Beweismitteln und Ausweispapie-
ren zu gewähren. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  ersucht;  eventualiter  sei  auf  die  Erhe-
bung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Zudem seien die  Voll-
zugsbehörden mittels vorsorglicher Massnahmen anzuhalten, von all-
fälligen Vollzugshandlungen abzusehen.

D.
Mit Schreiben vom 2. November 2007 reichte die Beschwerdeführerin 
eine Fürsorgebestätigung des Wohnheims (...) zu den Akten.

E.
Mit Zwischenverfügung vom 7. November 2007 teilte das Gericht der 
Beschwerdeführerin mit, sie könne den Ausgang des Beschwerdever-
fahrens in  der  Schweiz abwarten. Gleichzeitig  wurde der  Antrag auf 
Anordnung vorsorglicher Massnahmen gegenüber den Vollzugsbehör-
den,  das  Gesuch  um  amtliche  Durchführung  einer  medizinischen 
Begutachtung der  Beschwerdeführerin  sowie der  Antrag auf  Fristan-
setzung  zur  Beschaffung  heimatlicher  Dokumente  und  Beweismittel 
abgewiesen. Die Behandlung des Gesuchs um unentgeltliche Prozess-
führung wurde auf einen späteren Zeitpunkt verlegt; auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses wurde verzichtet.

F.
Das  BFM  beantragte  in  seiner  Vernehmlassung  vom  16.  November 
2007 die Abweisung der Beschwerde.

G.
Mit Schreiben vom 30. Januar 2008 reichte die Beschwerdeführerin ein 
ärztliches Zeugnis der kantonalen psychiatrischen Dienste, (...),  vom 
23. Januar 2008 und weitere Beweismittel zu den Akten.

H.
Mit Verfügung vom 3. April 2008 wurde die Vorinstanz im Anschluss an 
das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht  vom  14.  Februar  2008 
(E-2775/2007) um Einreichung einer zusätzlichen Vernehmlassung er-
sucht.

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I.
Mit Schreiben vom 2. April 2008 reichte die Beschwerdeführerin eine 
Bestätigung der  srilankischen Behörden zu den Akten,  wonach eine 
Identitätskarte auf ihren Namen ausgestellt worden sei.

J.
Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 23. April 2008 er-
neut die Abweisung der Beschwerde.

K.
Mit Eingabe vom 30. Juni 2008 und Verweis auf die ärztliche Stellung-
nahme der kantonalen psychiatrischen Dienste vom 26. Juni 2008 hielt 
die Beschwerdeführerin sinngemäss an ihren Rechtsbegehren fest.
 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung be-
rührt,  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  bezie-
hungsweise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen 
form-  und  fristgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

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halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

2.  

2.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2 Wer um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

3.  

3.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Ent-
scheides im Wesentlichen aus, dass die Beschwerdeführerin anläss-
lich der Einreichung ihres Asylgesuchs schriftlich auf die Bestimmung 
von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  hingewiesen  worden  sei.  Zum 
Nachweis ihrer Identität habe sie eine Kopie ihrer Geburtsurkunde ein-
gereicht. Dabei  handle  es  sich  aber  nicht  um ein  rechtsgenügliches 
Dokument im Sinne von Art. 1 Bst. b und c der Asylverordnung 1 vom 
11.  August  1999  (AsylV  1,  SR  142.311),  da  es  mehrere  Anforde-
rungen an ein solches nicht erfülle und keinen eindeutigen Schluss auf 
die Identität der Inhaberin zulasse. Einerseits stelle ein solches Doku-
ment  kein  Reise-  oder  Identitätspapier  im Sinne  von Art.  32  Abs. 2 
Bst. a AsylG dar, weil  es mangels einer Fotografie eine Feststellung 
der Identität nicht erlaube. Die Geburtsurkunde sei von den heimatli-
chen  Behörden  nicht  zum Zweck  des  Identitätsbeweises  ausgestellt 

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worden. Solche Dokumente seien zudem weder fälschungssicher noch 
könne auf Grund dieser Ausweise die tatsächliche Identität des Inha-
bers bestimmt werden. Damit sei vorliegend die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG  statuierte  Grundvoraussetzung  für  ein  Nichteintreten  wegen 
fehlender Papiere erfüllt. 

Die Ausführungen der Beschwerdeführerin, der Schlepper habe ihren 
Reisepass nach der Ankunft in Italien zerrissen, weil sie diesen angeb-
lich nicht mehr brauche, entbehre jeglicher Logik und könne nicht ge-
glaubt  werden.  Ebenso  unglaubhaft  erscheine  ihre  Behauptung,  sie 
wisse nicht, ob sie in ihrem Reisepass irgendwelche Visa gehabt habe. 
Ihre stereotypen Aussagen zur Reise in  die Schweiz müssten daher 
als unglaubhaft  gewertet werden. Nach einer solch langen Reise sei 
eine  differenzierte  Reisebeschreibung  zu  erwarten,  wozu  die  Be-
schwerdeführerin  aber  nicht  imstande  sei. Als  weiteres  Indiz  für  die 
Verheimlichung der Identitätsdokumente komme hinzu, dass sie sich in 
keiner  Weise ernsthaft  um den Erhalt  von solchen Papieren bemüht 
habe, obwohl dies möglich gewesen wäre. Es würden somit keine ent-
schuldbaren Gründe vorliegen, welche es ihr verunmöglichten, Reise- 
und Identitätspapiere einzureichen.

Die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin,  wonach  ihr  Bruder  im  (...) 
2005 von der EPDP getötet worden sei, seien ebenso unglaubhaft wie 
die  geltend  gemachten  Drohungen  durch  Angehörige  dieser  Partei, 
welchen  sie  angeblich  ausgesetzt  gewesen  sei.  Sie  mache  wider-
sprüchliche Angaben zum Zeitpunkt der Festnahme und zur Haftdauer 
ihres Bruders. Zumindest erstaunlich sei zudem, dass sie dessen ge-
naue Todesursache nicht habe angeben können. Es könne weiter nicht 
nachvollzogen  werden,  weshalb  Angehörige  der  EPDP  sie  zum 
Schweigen über die genaue Todesursache auffordern sollten, sei doch 
(...)  amtlich  bestätigt  worden.  Hinzu  komme,  dass  sie  auch  wi-
dersprüchliche Angaben zum Erscheinen der Angehörigen der EPDP 
nach dem Tod ihres Bruders (...) gemacht habe. Auch ihre Aussagen 
über  den  Beginn  und  die  Dauer  ihres  Aufenthaltes  in  (...)  seien 
widersprüchlich und chronologisch mit ihren übrigen Sachverhaltsdar-
legungen nicht zu vereinbaren. Realitätsfremd würden ihre Aussagen 
über den angeblich geäusserten Verdacht der EPDP auf Unterstützung 
der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) durch die Beschwerdefüh-
rerin erscheinen. In diesem Falle wäre sie kaum auf Zusprechen ihrer 
Bekannten  hin  umgehend  freigelassen  worden.  An  dieser  Einschät-
zung vermöge der amtliche Todesschein ihres Bruders ebenso wenig 

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wie die beiden eingereichten Fotografien etwas zu ändern. Die Vorbrin-
gen der Beschwerdeführerin seien daher als offensichtlich unbegrün-
det  zu  qualifizieren.  Zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
seien auf Grund der Aktenlage nicht erforderlich.

Da  die  Beschwerdeführerin  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle, 
könne  auch  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  gemäss  Art.  5 
Abs. 1 AsylG nicht angewendet werden. Ferner würden sich aus den 
Akten  keine  Anhaltspunkte  dafür  ergeben,  dass  ihr  im  Falle  einer 
Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine 
durch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene 
Strafe oder Behandlung drohe. Vor dem Hintergrund der Entwicklung in 
Sri  Lanka seit  dem Sommer 2006 sei  eine Rückkehr  in  den Norden 
oder Osten des Landes zwar nicht zumutbar, aber sie könne gestützt 
auf  die mit  ihrer  Staatsangehörigkeit  verbundene Niederlassungsfrei-
heit in einem anderen Teil des Landes – beispielsweise im Grossraum 
Colombo – Wohnsitz nehmen. Vorliegend würden ausserdem individu-
elle Gründe für die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen. 
Weiter  sei  der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und prak-
tisch durchführbar.

3.2 In der Beschwerde wird der  Vorinstanz Folgendes entgegengehal-
ten: Die Beschwerdeführerin habe sich ratlos darüber gezeigt, dass ihr 
die Papierbeschaffung derart  zur  Last  gelegt  werde. Sie sei  ausser-
stande, in Sri Lanka mit einer Vertrauensperson Kontakt aufzunehmen, 
da bis auf einen Bruder, der LTTE-Kämpfer im Dschungel des (...) und 
daher nicht auszumachen sei,  alle anderen Familienangehörigen um 
das  Leben  gekommen seien. Überdies  sei  sie  nie  ordnungsgemäss 
über  ihre  Beschaffungspflichten  informiert  worden.  Ihre  Rechte  und 
Pflichten seien ihr seitens der Vorinstanz nicht in verständlicher Weise 
zur Kenntnis gebracht worden; wie sonst lasse sich erklären, dass die 
Beschwerdeführerin so ratlos und besorgt auf den Entscheid des BFM 
respektive  die  Nachfrage  ihrer  Rechtsvertreterin  betreffend  Be-
schaffung  von  Identitätspapieren  reagiert  habe.  Vor  diesem  Hinter-
grund  stelle  sich  auch  die  Frage,  ob  der  Beschwerdeführerin  das 
rechtliche  Gehör  in  rechtsgenüglicher  Weise  gewährt  worden  sei. 
Weiter sei festzuhalten, dass die Praktiken der Schlepper bekannt sei-
en.  Es  sei  notorisch,  dass  dazu  auch  die  Abnahme  der  durch  die 
Schlepper organisierten Reise- und Identitätsdokumente gehöre. Dem-

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zufolge  könne  keine  Rede  davon  sein,  die  Vorbringen  der  Be-
schwerdeführerin  entbehrten jeglicher  Logik  und Glaubhaftigkeit. Sie 
habe anlässlich der Befragung des BFM vom 5. April  2006 schlüssig 
darüber Auskunft gegeben, wie der Pass organisiert, benutzt und ab-
genommen  worden  sei.  In  Bezug  auf  den  Verlust  des  Reisepasses 
seien  daher  entschuldbare  Gründe  offenkundig  gegeben.  Bezüglich 
der Reisebeschreibung sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerde-
führerin nach wie vor schwer traumatisiert sei und unter einem akuten 
Eisenmangel  leide,  der  seine  Ursache  in  einer  mangelhaften  Nah-
rungsaufnahme  haben  könnte.  Sie  sei  daher  nicht  imstande,  ihren 
Fluchtweg facettenreich im Sinne eines Erlebnisberichts zu schildern. 
Zudem dürfe von der Beschwerdeführerin nicht eine bestimmte emo-
tionale Handlung oder Gemütsbewegung erwartet  werden; ein abge-
stumpftes, gleichgültiges und regungsloses Schildern sei aufgrund der 
Traumatisierung  viel  eher  als  schlüssig  und  nachvollziehbar  zu  be-
trachten  denn  eine  besondere  emotionale  Gemütsbewegung.  Unter 
Würdigung  sämtlicher  Umstände sei  es  als  erwiesen zu  betrachten, 
dass sehr wohl entschuldbare und glaubhafte Gründe für die Papier-
losigkeit  gegeben  seien. Daher  seien nähere  Abklärungen  zur  Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses erforderlich.

In dem vom BFM aufgeführten Widerspruch bezüglich der von der Be-
schwerdeführerin gemachten Aussagen betreffend die Haftdauer ihres 
Bruders seien keine widersprüchlichen Angaben auszumachen. Unter 
Berücksichtigung ihres Traumas und der Tatsache, dass das Festhal-
ten des genauen Datums der Verhaftung und der Haftdauer im Kampf 
ums Überleben und in Panik und Angst auf der Flucht nicht von es-
senzieller Natur sei, vermöge die Angabe der Haftdauer mit sechs bis 
sieben Tagen bei der kantonalen Anhörung und – ausdrücklich unter 
Vorbehalt "etwa" – mit zehn bis fünfzehn Tagen bei der summarischen 
Befragung im Empfangszentrum Basel nach allgemeiner Lebenserfah-
rung an sich keinen Widerspruch zu begründen. Hinsichtlich der ge-
nauen  Todesursache  ihres  Bruders  habe  die  Beschwerdeführerin 
glaubhaft und schlüssig die Geschehnisse von ihrer Mitnahme bis des-
sen Ermordung geschildert. Es sei  kaum vorstellbar, dass die EPDP 
wie auch die srilankische Armee ohne weiteres gegenüber Behörden 
schwerste  Menschenrechtsverletzungen  und  extralegale  Tötungen, 
welche in Sri Lanka gegenwärtig nahezu an der Tagesordnung seien, 
zugeben und beglaubigen lassen würden. Hinsichtlich der angeblichen 
Widersprüche  bezüglich  der  Angaben  der  Beschwerdeführerin  zum 

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Erscheinen der EPDP nach dem Tod ihres Bruders sei darauf hinzu-
weisen, dass sich die Frage bei der summarischen Befragung auf die 
Besuche der Behörden bezogen habe, während die Frage anlässlich 
der kantonalen Anhörung den letzten Besuch der EPDP betroffen ha-
be.

Zusammenfassend  sei  festzuhalten,  dass  die  Vorbringen  der  Be-
schwerdeführerin  glaubhaft  erscheinen  würden  und  sie  demgemäss 
als Flüchtling im Sinne von Art. 3 und 7 AsylG anzuerkennen sei. Da-
her sei auf ihr Gesuch einzutreten, und es sei ihr Asyl zu gewähren. 
Bei einer Rückkehr nach Sri Lanka würde ihr aufgrund der Unterstüt-
zung  der  LTTE durch  Familienangehörige  ernsthafte  Verfolgung  und 
Verhaftung durch die tamilischen Konfliktparteien sowie durch die sri-
lankische  Armee bis  hin  zu  Vergewaltigung  und  Ermordung  drohen. 
Gerade als junge, alleinstehende Frau ohne Familienangehörige oder 
sonstige Vertrauens- und Bezugspersonen sei sie der Willkür des Bür-
gerkrieges  besonders  ausgesetzt  und  gefährdet,  Opfer  schwerster 
Menschenrechtsverletzungen zu werden. Zudem sei  sie  mittellos,  da 
sie ihre ganze Erbschaft habe verkaufen müssen, um die Schlepper zu 
bezahlen. 

3.3 In ihrer Vernehmlassung vom 23. April 2008 äusserte sich die Vor-
instanz dahingehend, dass bei der Beurteilung der Zumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs die Tatsache wichtig sei,  dass die Asylbegrün-
dung der Beschwerdeführerin generell als unglaubhaft eingestuft wor-
den sei, womit indirekt auch ihre angeblich letzten Aufenthaltsorte und 
die  diesbezüglichen  Daten  in  Zweifel  gezogen  werden müssten. Ein 
wichtiges  Indiz  für  die  Unglaubwürdigkeit  sei  des  Weiteren  der  Um-
stand, dass sie den Asylbehörden ihren Reisepass vorenthalten habe, 
um diese über die tatsächlichen Reisedaten und über allfällige weitere 
Auslandaufenthalte  im Unklaren zu lassen. Nicht  nachvollziehbar  sei 
sodann, weshalb sie ihren eigenen, auf ihren Namen lautenden echten 
Reisepass nach dem Einchecken in Colombo dem Schlepper überge-
ben habe. Sie habe zudem vor ihrer  Ausreise  nach Colombo reisen 
und sich dort,  innert  einiger  Tage,  offenbar  problemlos einen Reise-
pass ausstellen lassen können. All dies deute darauf hin, dass sie die 
effektive Dauer ihres Aufenthaltes und der Lebensumstände in Colom-
bo, wo sie sich angeblich nur zwei Wochen aufgehalten haben wolle, 
vor den Asylbehörden verheimliche, um so ihren Asylvorbringen mehr 
Gewicht  zu verleihen. Angesichts dieser Umstände sei  es dem BFM 
nicht möglich, sich in voller Kenntnis ihrer tatsächlichen persönlichen 

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und familiären Situation  zur  Zumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegwei-
sung  zu  äussern.  Zwar  seien  die  Wegweisungsvollzugshindernisse 
grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen; diese Untersuchungspflicht 
finde  jedoch  ihre  Grenzen  an  der  Mitwirkungs-  und  Wahrheitspflicht 
der  Beschwerdeführerin.  Es  sei  nach  ständiger  Rechtsprechung  der 
(vormaligen)  Schweizerischen  Asylrekurskommission  allerdings  nicht 
Aufgabe der Asylbehörden, bei unglaubhaften beziehungsweise man-
gelhaften Angaben nach allfälligen Wegweisungsvollzugshindernissen 
zu forschen, falls die Beschwerdeführerin der Wahrheitspflicht im Rah-
men der Sachverhaltsermittlung nicht nachkomme und die Asylbehör-
den zu täuschen versuche. Deren Vorbringen zu den persönlichen Um-
ständen, insbesondere zum familiären Beziehungsnetz, zu ihrer Wohn-
situation  und zur  beruflichen  Tätigkeit,  würden auffallend  konstruiert 
wirken und deutliche Zeichen einer auf die Praxis der schweizerisch-
en  Asylbehörden  hinsichtlich  der  Unzumutbarkeitskriterien  zuge-
schnittenen Geschichte aufweisen.

Der ärztliche Bericht vom 23. Januar 2008 vermöge an der Zumutbar-
keit der Wegweisung nichts zu ändern, zumal die ärztlichen Befunde 
auf den von den Ärzten offensichtlich unverifiziert übernommenen an-
amnesischen Angaben der Beschwerdeführerin beruhen würden. Auf-
fallend sei zudem, dass ihre angeblichen psychischen Probleme erst 
nach dem Erhalt des negativen Asylentscheides aufgetaucht seien. Vor 
diesem Hintergrund sei der Beweiswert der erstellten Diagnose – post-
traumatische Belastungsstörung (PTBS) – zumindest  hinsichtlich der 
tatsächlichen Ursachen der Erkrankung als gering zu bezeichnen. Zu-
dem sei festzuhalten, dass eine adäquate Behandlung von PTBS in Sri 
Lanka  angesichts  zahlreich  vorhandener  medizinischer  Institutionen 
grundsätzlich möglich sei.

Schliesslich sei anzumerken, dass es nichts Aussergewöhnliches sei, 
wenn Ausländer nach letztinstanzlich abgelehnten Asylgesuchen Zu-
kunftsängste  entwickeln  oder  gar  in  Depressionen  verfallen  würden. 
Dass in  diesem Zusammenhang bei  einem entsprechenden Persön-
lichkeitsprofil suizidale Gedanken entstehen könnten, sei ebenfalls ein 
bekanntes  Phänomen.  Es  könne  aber  nicht  hingenommen  werden, 
dass weggewiesene Ausländer es in der Hand hätten, sich durch Be-
rufung auf eine tatsächliche oder vermeintliche Suizidgefahr ein Auf-
enthaltsrecht in der Schweiz zu sichern. Ausserdem könnten suizidale 
Tendenzen auch in Sri Lanka medizinisch behandelt werden.

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3.4 In  der  Replik  wird  entgegnet,  dass  eine  Behandlung  der  Be-
schwerdeführerin in Sri Lanka nicht gegeben sei. Weiter wird auf die 
ärztliche Stellungnahme  der kantonalen psychiatrischen Dienste vom 
26. Juni 2008 verwiesen. In dieser Stellungnahme werde ausgeführt, 
dass die Symptome und Beschwerden sowie die in den Therapiesit-
zungen  beobachtbaren  Verhaltens-  und  Reaktionsweisen  der  Be-
schwerdeführerin  auf  eine  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  bestehende 
psychische Störung hindeuten würden. Wenn sie scheinbar emotions-
los oder auch mit inadäquaten Gefühlsäusserungen - etwa lächelnd - 
berichte,  sei  dies  eher  "Ausdruck  der  eingefrorenen  Trauer",  einem 
seelischen  Zustand,  in  dem  sich  jemand  befinde,  der  zwar  einen 
schweren Verlust erlitten habe, aber durch Lebensgefahr, Flucht oder 
unsicheren Aufenthalt gezwungen gewesen sei, dies beiseite zu schie-
ben. Auch wird zu bedenken gegeben, dass traumatisierte Personen 
mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  krankheits-  und  traumabedingt  in  ihrer 
Aussagefähigkeit  eingeschränkt  seien. Das  Gedächtnis  sei  fragmen-
tiert, und es würden sogenannte Zeitgitterstörungen auftreten. Massiv 
mit Angst und Ohnmacht verbundene Traumata würden anders im Ge-
dächtnis gespeichert  als normale Alltagsereignisse. Traumatische Er-
lebnisse würden zunächst bildhaft, raum- und zeitlos und nicht symbo-
lisch  gespeichert,  weshalb  traumatische  Erinnerungen  zunächst  nur 
schwer in Worte gefasst werden könnten. Sie würden häufig zu Wahr-
nehmungsveränderungen führen, welche auch das Zeitempfinden be-
treffen würden, so dass Ereignisse oft nur schwer zeitlich eingeordnet 
werden  könnten. Meist  sei  die  Konzentrationsfähigkeit  herabgesetzt; 
auch sei einer PTBS ein starkes Vermeidungsverhalten eigen. In den 
Gesprächen  habe  die  Beschwerdeführerin  bei  der  Konfrontation  mit 
der  Vergangenheit  regelmässig  mit  intensiver  psychischer  Belastung 
reagiert. Des weiteren habe sie erklärt,  dass sie von klein auf – ins-
besondere seit dem Tod ihres Vaters – sehr vergesslich gewesen sei. 
In  Anbetracht  des  Verursachungszusammenhangs  sei  die  PTBS  im 
Herkunftsstaat nicht erfolgreich behandelbar. Mit einer Rückkehr nach 
Sri Lanka drohe aufgrund der ungleich höheren Dichte an externalen 
Hinweisreizen  auf  die  Traumata  (Zurückkehren  an  den  Ort  des  Ge-
schehens,  Erinnern  durch Sprache,  Gerüche,  vermutete oder  erwar-
tete Begegnungen mit den früheren Tätern) die Gefahr einer Reaktua-
lisierung schwerer PTBS-Symptome. Auch befürchte die Beschwerde-
führerin  als  alleinstehende  junge  Frau  in  Sri  Lanka,  von  der  LTTE 
zwangsrekrutiert  zu  werden.  Ebenfalls  wäre  sie  dem  Risiko  ausge-
setzt, vergewaltigt zu werden. Als Alleinstehende würde sie jeglichen 
Schutzes und Unterhaltes durch eine Familie entbehren.

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4.

4.1 Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG wird auf Asylgesuche nicht 
eingetreten,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von 
48  Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise-  oder  Identitäts-
papiere abgeben. Dieser Absatz findet jedoch keine Anwendung, wenn 
Asylsuchende entweder glaubhaft machen können, dass sie dazu aus 
entschuldbaren Gründen nicht in der Lage sind (Abs. 3 Bst. a),  oder 
auf  Grund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  die  Artikel  3  und  7  die 
Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Abs. 3 Bst. b). Ausserdem ist 
auf  das Asylgesuch einzutreten,  wenn sich auf  Grund der  Anhörung 
erweist,  dass  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flücht-
lingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig 
sind (Abs. 3 Bst. c).

4.2 Vorliegend versäumte es die Beschwerdeführerin trotz entsprech-
ender, wiederholter  Aufforderung,  den schweizerischen Behörden in-
nerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs Reisepa-
piere  oder  andere  Dokumente  abzugeben,  die  es  erlauben,  sie  zu 
identifizieren. Das Bundesverwaltungsgericht schliesst sich den zutref-
fenden Erwägungen des BFM an und kommt auf Grund der Aktenlage 
ebenfalls  zum  Schluss,  dass  zufolge  der  vorliegenden  Gesamtum-
stände keine entschuldbaren Gründe  für  die  Nichteinreichung obge-
nannter (Identitäts-)Dokumente ersichtlich sind. Die Aussage der Be-
schwerdeführerin, wonach der Schlepper den Reisepass am Flugha-
fen in Italien zerrissen habe, ist unglaubhaft. 

Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  im  Urteil  D-688/2007  vom 
11.  Juli  2007  ausführlich  mit  der  Auslegung  des  revidierten  Art.  32 
Abs  2  Bst.  a  i.V.m. Abs. 3  AsylG  auseinandergesetzt.  Dabei  hat  es 
festgestellt,  dass  dann  zwecks  weiterer,  im  ordentlichen  Verfahren 
vorzunehmender  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigen-
schaft  –  oder  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  –  auf  das 
Asylgesuch  einzutreten  ist,  wenn  auf  Grund  einer  summarischen 
materiellen Prüfung nicht abschliessend festgestellt  werden kann, ob 
die asylsuchende Person offensichtlich Flüchtling ist oder nicht. Hinge-
gen  ist  ein  Nichteintretensentscheid  zu  fällen,  wenn  die  Unglaub-
haftigkeit oder die fehlende Asylrelevanz augenscheinlich ist.

Die Beschwerdeführerin war eigenen Angaben zufolge weder Mitglied 
der LTTE noch in irgendwelcher Art  politisch tätig oder jemals Ange-

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klagte in einem Gerichtsverfahren. Ausser im Zusammenhang mit  ih-
rem angeblich ermordeten Bruder hatte sie auch keine Probleme mit 
den Behörden. Sie hat sich auch erst nach Erhalt des Nichteintretens-
entscheides des BFM vom 24. Oktober 2007 an die kantonalen psy-
chiatrischen  Dienste  gewendet;  während  des  gesamten  erstin-
stanzlichen Verfahrens hat sie keine gesundheitlichen Probleme akten-
kundig  gemacht.  Wie  die  Vorinstanz  erachtet  es  auch  das  Bundes-
verwaltungsgericht als unlogisch, dass Angehörigen der EPDP die Be-
schwerdeführerin  zum Schweigen  über  die  Todesursache  ihres  Bru-
ders  aufgefordert  haben  sollen,  wurde  doch  der  (...)  2005  amtlich 
bestätigt. Erstaunlich erscheint sodann der Umstand, dass sie die ge-
naue Todesursache nicht  hat  angeben können. Hinsichtlich des vom 
BFM  aufgeführten  Widerspruchs  betreffend  den  Zeitpunkt  der  Fest-
nahme des Bruders ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin an-
lässlich  der  summarischen Befragung angegeben hat,  er  sei  im (...) 
2005 tot aufgefunden worden, wogegen sie bei der kantonalen Anhö-
rung ausgesagt hat, er sei im (...) 2005 festgenommen worden; unter 
Berücksichtigung  der  Haftdauer  handelt  sich  hierbei  nicht  um einen 
Widerspruch.  Auch  ist  der  ärztlichen  Stellungnahme  der  kantonalen 
psychiatrischen Dienste vom 26. Juni 2008 insofern beizupflichten, als 
die  bei  der  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  summarischen Befra-
gung fehlenden Emotionen bei der Schilderung ihrer Asylgründe allei-
ne kein Indiz für die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen sind. Zur Vermei-
dung von Wiederholungen kann im Übrigen auf die zutreffenden Erwä-
gungen der  Vorinstanz verwiesen werden. Diese ist  auf  das Asylge-
such  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  nicht  eingetreten,  da  die 
Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht gegeben ist.

5.  

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

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6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Fol-
ter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 
unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Ei-
ne Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Heimatstaat ist demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

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Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführe-
rin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder  Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis  des  Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 
UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im  Heimatstaat lässt  den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 
Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 
der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Neben den 
im Gesetz beispielhaft aufgezählten Faktoren können namentlich auch 
die fehlenden oder mangelhaften medizinischen Behandlungsmöglich-
keiten, die Beeinträchtigung des Kindeswohls bei minderjährigen Ge-
suchstellern  oder eine Kombination von Faktoren wie Alter, Gesund-
heit,  fehlendes  Beziehungsnetz,  schlechte  Aussichten  für  das  wirt-
schaftliche  Fortkommen  von  Bedeutung  sein,  immer  vorausgesetzt, 
dass sie zu einer konkreten Gefährdung führen. Wird eine solche fest-
gestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 
Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum Bundesgesetz  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.4.1 Zwar trifft es zu, dass es nicht Aufgabe der Asylbehörden sein 
kann, bei unglaubhaften beziehungsweise mangelhaften Angaben der 
Gesuchstellerin nach allfälligen Wegweisungsvollzugshindernissen zu 
forschen, falls diese der Wahrheitspflicht im Rahmen der Sachverhalts-
ermittlung nicht  nachkommt  und die  Asylbehörden  zu  täuschen  ver-
sucht. Jedoch kann vorliegend, entgegen der Ansicht der Vorinstanz, 
auf Grund der obgenannten unglaubhaften Vorbringen der Beschwer-
deführerin nicht auf eine generelle Unglaubwürdigkeit,  auch hinsicht-

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lich  ihres  Beziehungsnetzes  und  ihres  Herkunftsortes,  geschlossen 
werden.

6.4.2 Das Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  mit  der  Frage der  Zu-
mutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nach  Sri  Lanka  im  Urteil 
BVGE E-2775/2007 vom 14. Februar 2008 ausführlich befasst. Es ge-
langte zu folgendem Schluss: Bei rückkehrenden Tamilen, welche län-
gere Zeit  im Grossraum Colombo gelebt  haben,  dort  auf ein existie-
rendes, tragfähiges Familien- oder Beziehungsnetz zurückgreifen und 
mit einer konkreten Unterkunftsmöglichkeit rechnen können, ist davon 
auszugehen, dass sie grundsätzlich die Möglichkeit haben, sich innert 
nützlicher Frist und mit Unterstützung von Verwandten wieder zu inte-
grieren und ihnen das wirtschaftliche Fortkommen gelingt. Auch ge-
genüber den Sicherheitskräften werden sie ihren erneuten Aufenthalt 
rechtfertigen können und somit nicht anhaltenden, unzumutbaren be-
hördlichen Schikanen oder  Repressalien ausgesetzt  sein. Bei  dieser 
Konstellation  ist  jedoch  die  Dauer  der  Landesabwesenheit  mitzube-
rücksichtigen. Je kürzer der Aufenthalt eines Rückkehrenden in Colom-
bo ist und je weiter er zurückliegt, desto höhere Anforderungen sind an 
das  Vorliegen  eines  tatsächlichen  familiären  oder  sozialen  Bezie-
hungsnetzes zu stellen. Bei Tamilen, die aus dem Grossraum Colombo 
oder dessen Umgebung stammen und dort über Verwandte oder enge-
re Bekannte  verfügen,  ist  mithin  grundsätzlich  von der  Zumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzuges in diese Gebiete auszugehen.

Für Tamilen, die aus den umkämpften Gebieten in der Nord- oder Ost-
provinz  stammen,  stellt  sich  demgegenüber  die  Situation  wesentlich 
anders dar.

Angesichts der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ver-
hältnisse und der auf Eskalation und Verschlechterung hinweisenden 
Entwicklung in  Sri  Lanka scheint  es nicht  angebracht,  die  bisherige, 
von der ARK festgelegte Wegweisungspraxis hinsichtlich des Nordens 
von Sri  Lanka  zu ändern:  Die  Rückschaffung  abgewiesener  Asylge- 
suchssteller in die Nordprovinz (die Distrikte Killinochchi, Mannar, Va-
vuniya, Mullaitivu und Jaffna) ist nach wie vor als unzumutbar zu qua-
lifizieren. 

Auch die Rückschaffung in die Ostprovinz (Distrikte Trincomalee, Batti-
caloa und Ampara) muss angesichts der dort herrschenden, oben dar-
gelegten Lage als unzumutbar betrachtet werden. 

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Bei abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden, die aus der Nord- oder 
Ostprovinz stammen, ist deshalb die Frage einer zumutbaren Aufent-
haltsalternative im Süden des Landes zu prüfen. Die Rechtsprechung 
der  schweizerischen  Asylbehörden  ist  in  den  vergangenen  Jahren 
stets  vom  Vorliegen  einer  grundsätzlichen  Aufenthaltsalternative  für 
rückkehrende,  abgewiesene  tamilische  Asylgesuchsteller  im  Gross-
raum Colombo ausgegangen (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 6.5). Es gibt 
keine Zahlen oder Schätzungen darüber, wie viele tamilische Bürger-
kriegsflüchtlinge zu Freunden oder Verwandten nach Colombo oder in 
die nicht vom Bürgerkrieg betroffenen Gebiete im Süden des Landes 
geflohen sind. Personen ohne Kontakte in Colombo dürften sich in Co-
lombo kaum beziehungsweise höchstens für kurze Zeit aufhalten, da 
dort  keine Flüchtlingslager existieren und es keine Unterstützung für 
diese  meist  völlig  mittellosen  Personen  gibt.  Eine  Rückkehr  in  den 
Grossraum Colombo ist bei dieser tamilischen Bevölkerungsgruppe in 
noch höherem Masse in Frage gestellt als bei den von dort stammen-
den Tamilen. Erstere werden in  aller  Regel  über keine engeren Ver-
wandten oder Bekannten in Colombo verfügen, die ihnen bei der Re-
integration als soziales Netz eine Unterstützung und eine Unterkunfts-
möglichkeit  zur  Verfügung  stellen  können.  Ohne  tragfähiges  Bezie-
hungsnetz werden sie in aller Regel auch keiner legalen Arbeit nach-
gehen können, was ihnen den Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz 
praktisch verunmöglicht. Hinzu kommt, dass die aus dem Norden und 
Osten  stammenden  Tamilen  einer  erhöhten Gefahr  behördlicher  Be-
helligungen ausgesetzt wären, zumal davon auszugehen ist, dass sie 
aus Sicht der Behörden keinen valablen Grund respektive keine Recht-
fertigung für ihren Aufenthalt vorweisen können.

Bei rückkehrenden Tamilen, die aus der Nord- oder Ostprovinz stam-
men,  kann  nicht  mehr  von  der  generellen  Zumutbarkeit  der  Inan-
spruchnahme  einer  innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  im  Süden 
des Landes,  namentlich  im Grossraum Colombo, ausgegangen wer-
den. Können die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes und die 
konkreten Möglichkeiten der Existenzsicherung und der Wohnsituation 
nicht als gesichert angenommen werden, ist der Wegweisungsvollzug 
daher  als  unzumutbar  zu  qualifizieren  und  in  der  Folge  als  Ersatz-
massnahme eine vorläufige Aufnahme anzuordnen.

6.4.3 Entgegen der Auffassung der Vorinstanz bestehen keinerlei kon-
krete Hinweise, dass die aus dem Norden Sri Lankas stammende Be-
schwerdeführerin  im Grossraum Colombo auf  ein  tragfähiges  Bezie-

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hungsnetz zurückgreifen kann. Ihre Existenzsicherung und die Wohnsi-
tuation können ebenfalls nicht als gesichert betrachtet werden. Der Be-
hauptung der Vorinstanz, wonach die Vorbringen der Beschwerdeführe-
rin deutliche Zeichen einer auf die Praxis der schweizerischen Asylbe-
hörden  hinsichtlich  der  Unzumutbarkeitskriterien  zugeschnittenen  Ge-
schichte  aufweisen  würden,  kann  nicht  gefolgt  werden. Der  Wegwei-
sungsvollzug muss daher als unzumutbar qualifiziert  werden. Da sich 
aus  den  Akten gleichzeitig  keine  Hinweise  auf  allfällige  Ausschluss-
gründe im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG ergeben, ist die vorläufige Auf-
nahme der Beschwerdeführerin anzuordnen.

7.
Die  Beschwerde  ist  nach  dem  Gesagten  bezüglich  des  Nichteintre-
tens auf das Asylgesuch sowie der Anordnung der Wegweisung abzu-
weisen;  soweit  die  Anordnung  des  Wegweisungsvollzugs  betreffend, 
ist sie gutzuheissen. Das BFM ist anzuweisen, den Aufenthalt der Be-
schwerdeführerin nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vor-
läufige Aufnahme zu regeln (Art. 83 Abs. 4 AuG).

8.

8.1 Bei diesem Verfahrensausgang wäre die Hälfte der Verfahrenskos-
ten (Fr. 300.–)  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen (Art. 63  Abs. 1 
und  5  VwVG).  In  Gutheissung  des  Gesuchs  um unentgeltliche  Pro-
zessführung  ist  jedoch  von  einer  Kostenauflage  abzusehen  (Art.  65 
Abs. 1 VwVG).

8.2 Obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädi-
gung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  und  verhältnismässig 
hohen Kosten (Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im vorliegenden Fall ist die Be-
schwerdeführerin mit ihren Begehren im Sinne eines hälftigen Obsie-
gens durchgedrungen. Es wurde keine Kostennote zu den Akten ge-
reicht.  Der  notwendige  Vertretungsaufwand  lässt  sich  indessen  auf 
Grund der Aktenlage zuverlässig abschätzen, weshalb auf die Einho-
lung einer solchen verzichtet werden kann (vgl. Art. 14 Abs. 2 in fine 
VGKE). In  Anwendung der  genannten Bestimmungen und unter  Be-
rücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. 
VGKE)  wird  die  von  der  Vorinstanz  auszurichtende  Parteientschädi-
gung demnach von Amtes wegen auf insgesamt Fr. 600.– festgesetzt.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, indem festgestellt  wird, 
dass der Wegweisungsvollzug unzumutbar ist. Die weitergehenden Be-
gehren werden abgewiesen.

2.
Die Vorinstanz wird angewiesen, die Beschwerdeführerin vorläufig auf-
zunehmen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Das BFM hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 600.− zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- das _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Jonas Tschan

Versand: 

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