# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0665c4df-1870-5e45-af6d-56e627ee2d99
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.03.2025 E-775/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-775-2025_2025-03-06.pdf

## Full Text

ç  B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-775/2025 

 

 

  U r t e i l  v o m  6 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Regina Derrer, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiberin Jessica Püringer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Katrin Henzi,  

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren (…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG);  

Verfügung des SEM vom 31. Januar 2025. 

 

 

 

E-775/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 20. Oktober 2024 in der Schweiz um Asyl 

nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) ergab, dass er am (…) März 2020 sowie am (…) April 2022 bereits in 

Griechenland um Asyl ersucht hatte.  

B.  

B.a Gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und 

Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Dritt-

staatsangehöriger (Rückführungsrichtlinie) und das Abkommen vom 

28. August 2006 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Re-

gierung der Hellenischen Republik über die Rückübernahme von Personen 

mit irregulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729) ersuchte das SEM die grie-

chischen Behörden am 24. Oktober 2024 um Rückübernahme des Be-

schwerdeführers. 

B.b Die griechischen Behörden stimmten dem Ersuchen um Rücküber-

nahme des Beschwerdeführers am 29. Oktober 2024 zu und teilten mit, 

dem Beschwerdeführer sei am (…) Mai 2022 in Griechenland Asyl gewährt 

worden und er verfüge über eine bis am (…) Mai 2025 gültige Aufenthalts-

bewilligung.  

C.  

Dem zu den Akten gereichten, ärztlichen Kurzbericht der Medic-Help vom 

4. November 2024 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer an den 

Hals-Nasen-Ohrenarzt überwiesen wurde, weil er einen Schlag auf die 

Nase bekommen habe. Der Arzt habe keine Frakturzeichen festgestellt und 

entsprechend keine Therapie empfohlen. Im Rahmen einer Inhouse-Visite 

im Bundesasylzentrum (BAZ) am 6. November 2024 berichtete der Be-

schwerdeführer von Schlafstörungen, Alpträumen und kreisenden Gedan-

ken sowie darüber, dass er am Abend oft müde sei und nur vier bis sechs 

Stunden pro Nacht schlafe. Der Arzt erhob den Befund einer Belastung 

durch die aktuelle Situation und einer ungenügenden Aktivierung. Dem Be-

schwerdeführer wurde aufgrund dessen das Medikament Mirtazapin ver-

schrieben und das Intensivieren der körperlichen Aktivität sowie das Einfä-

deln des Kontaktes zur Seelsorge empfohlen. Am 4. Dezember 2024 be-

richtete der Beschwerdeführer im Rahmen einer weiteren Inhouse-Visite, 

dass das Medikament wirke, er sich hinsichtlich der Schlafstörungen bes-

ser fühle und eine Fortsetzung der medikamentösen Behandlung nicht 

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Seite 3 

mehr erforderlich sei. Hinsichtlich seiner Knieschmerzen ergab die Unter-

suchung, das Knie sei frei beweglich und es seien keine Hinweise auf eine 

Läsion oder Arthrose vorhanden. Es liege ein belastungsunabhängiger 

Schmerz vor. Dem Beschwerdeführer wurde Mefenacid sowie Ecofenac 

Lipogel verschrieben.  

D.  

Am 22. Januar 2025 wurde dem Beschwerdeführer im Rahmen eines per-

sönlichen Gesprächs das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintre-

tensentscheid und zur Möglichkeit der Überstellung in einen sicheren Dritt-

staat (Griechenland) gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG (SR 142.31) ge-

währt. Dabei führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er wolle 

nicht nach Griechenland zurückkehren. Nach seiner Flucht aus Afghanis-

tan vor ungefähr sechs Jahren habe er in Griechenland ein erstes Asylge-

such gestellt, welches jedoch abgelehnt worden sei. Gegen den negativen 

Entscheid habe er Beschwerde erhoben, jedoch erneut einen negativen 

Entscheid und einen Landesverweis erhalten. Einige Zeit später habe er in 

Griechenland ein zweites Asylgesuch gestellt, welches schliesslich gutge-

heissen worden sei. Es sei grundsätzlich schwierig, in Griechenland Fuss 

zu fassen und die Situation habe sich über die Jahre weiter verschlechtert. 

Zuletzt sei er obdachlos gewesen und habe in Parks geschlafen; oft sei er 

ohne Essen gewesen. Ausserdem habe er vor Ort schwere Gewalt erlebt. 

So sei er namentlich von zwei (…) verprügelt und mit einem Messer verletzt 

worden. Vor ungefähr dreieinhalb Monaten sei er von Griechenland aus 

über Italien in die Schweiz gereist. Vorgängig sei er bereits einmal aus 

Griechenland ausgereist, um einen Freund in Belgien zu besuchen. Von 

Belgien aus sei er damals über Frankreich nach Griechenland zurückge-

kehrt.  

Betreffend seinen Gesundheitszustand führte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen aus, es gehe ihm sowohl physisch als auch psychisch nicht 

gut. Er leide an Knie- und Rückenschmerzen, insbesondere bei Kälte. 

Wenn er seinen Mund öffne, ertöne ein Klick-Geräusch in seinem Kiefer. 

Zudem sei er meistens traurig, habe keine Lust zu sprechen, werde schnell 

wütend und könne sich nicht kontrollieren. Er habe ein Verlangen, sich 

selbst zu verletzen. Darüber hinaus habe er Schlafstörungen und regel-

mässige Alpträume. Aufgrund des psychischen Drucks habe er einige Male 

versucht, sich das Leben zu nehmen. In der Schweiz habe er sich jeweils 

an die Pflege im BAZ gewandt. In Griechenland habe er mit Hilfe der  

Organisation «A drop in the Ocean» bereits zwei oder drei Mal einen 

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Seite 4 

Psychiater aufgesucht. Der Arzt habe ihm allerdings nur ein paar Fragen 

gestellt, ihm jedoch keine Medikamente verschrieben.  

E.  

In seiner Stellungnahme vom 29. Januar 2025 (Eingang SEM: 30. Januar 

2025) zum Entscheidentwurf des SEM legte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen dar, er sei mit dem Entscheid nicht einverstanden, und verwies 

auf seine Ausführungen im persönlichen Gespräch. Ergänzend hielt er fest, 

er sei überzeugt, dass die griechischen Behörden ihm auch bei der Rück-

kehr nach Griechenland nicht helfen würden und er dort keine Zukunft 

habe. Dort gebe es keine Sicherheit, keine Unterkunft und kein Essen. Er 

habe dort weder von Hilfsorganisationen noch vom Staat Hilfe erhalten. In 

der Schweiz habe er sich mehrere Male beim Pflegepersonal des BAZ we-

gen seiner psychischen Beschwerden gemeldet. Er habe jedoch nur Medi-

kamente erhalten, weshalb er zwecks Abklärung des medizinischen Sach-

verhalts um Erstellung eines Gutachtens betreffend seine psychischen Be-

schwerden ersuche. Es bestehe ein hohes Risiko, dass er bei einer Rück-

überstellung nach Griechenland in eine existenzielle Notlage geraten 

würde und es zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK komme. Dies einerseits 

aufgrund des überlasteten Asylsystems, aber auch aufgrund der mangeln-

den staatlichen Unterstützung. Bei ihm würden keinerlei begünstigende 

Umstände vorliegen. Er würde die griechische Sprache nicht sprechen und 

habe nie Griechisch-Unterricht erhalten. Bei einer Wegweisung nach Grie-

chenland bestehe somit ein erhöhtes Risiko, dass er eine menschenun-

würdige Bettelexistenz und ein Leben in Obdachlosigkeit führen müsse. 

Auch das HELIOS-Mietschutzprogramm gelte nur, wenn schon eine Woh-

nung vorhanden und die erste Miete gezahlt worden sei. Abgesehen davon 

gelte dieses Programm nicht für Rückkehrer. Obdachlosenheime seien 

komplett überlastet. Das griechische System basiere generell auf der An-

nahme, dass Personen mit Schutzstatus sich um sich selbst kümmern 

könnten und müssten. Aus all diesen Gründen sei der Wegweisungsvoll-

zug unzumutbar und unzulässig, weshalb er in der Schweiz vorläufig auf-

zunehmen sei.  

F.  

Mit Verfügung vom 31. Januar 2025 trat das SEM in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug an und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag 

nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. 

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Seite 5 

G.  

Mit Eingabe vom 5. Februar 2025 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung und beantragt, 

diese sei vollumfänglich aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, 

ihm die vorläufige Aufnahme wegen Unzulässigkeit respektive Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz zu gewähren. Eventuali-

ter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

subeventualiter seien spezifische Garantien von den griechischen Behör-

den einzuholen, um eine adäquate Unterbringung, Ernährung und medizi-

nische Versorgung sicherzustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde 

beantragt, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren 

und der Wegweisungsvollzug superprovisorisch auszusetzen. Zudem sei 

er zufolge Mittellosigkeit von den Verfahrenskosten zu befreien und es sei 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. 

H.  

Am 6. Februar 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übrigen 

Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

[Art. 108 Abs. 3 AsylG], und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind offensichtlich 

erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

1.2 Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung 

zu (Art. 55 Abs. 1 und 2 VwVG) und das SEM hat diese auch nicht ent-

zogen, womit auf den Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

nicht einzutreten ist. Für vollzugshemmende superprovisorischen Mass-

nahmen bestand nach dem Gesagten ebenfalls keine Veranlassung. 

2.  

Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu erläutern sein 

wird – als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrich-

terlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin, ohne Durchführung eines Schriftenwechsels 

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Seite 6 

und mit summarischer Begründung zu behandeln ist (Art. 111 Bst. e sowie 

Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des 

Wegweisungsvollzugs hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorge-

nommen, weshalb das Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit 

ohne Einschränkung prüft. 

4.  

4.1 In der Beschwerde wird in formeller Hinsicht gerügt, die Vorinstanz 

habe es unterlassen, sich mit der tatsächlichen Lage in Griechenland aus-

einanderzusetzen und das Vorliegen eines Härtefalls im Sinne von Art. 6 

Abs. 4 der Rückführungsrichtlinie zu prüfen. Ferner habe sie es versäumt, 

den medizinischen Sachverhalt hinreichend abzuklären. Die Einholung ei-

nes aktuellen Arztberichts, der über den psychischen und physischen Ge-

sundheitszustand des Beschwerdeführers Aufschluss gebe, erscheine un-

erlässlich. Auch sei in der angefochtenen Verfügung auf seine Suizidge-

danken und Suizidversuche nicht genügend eingegangen worden. Damit 

werden eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör sowie eine 

unrichtige beziehungsweise unvollständige Sachverhaltsfeststellung gel-

tend gemacht, Rügen, die vorab zu prüfen sind, da sie allenfalls geeignet 

wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043 ff. m.w.H.). 

4.2 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). 

Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher 

oder aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch 

gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den 

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Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1043 m.w.H.). 

Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV i.V.m. Art. 29 VwVG haben die Parteien An-

spruch auf rechtliches Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befug-

nisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Ver-

fahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 

I 11 E. 5.3 und BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert 

die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu 

prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die 

Begründung muss so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfech-

tung ermöglicht. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor-

bringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

4.3 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ergeben sich aus den 

bereits in den Akten liegenden ärztlichen Berichten sowie der Auskunft des 

BAZ ausreichend Informationen, die eine Einschätzung seines Gesund-

heitszustandes mit Blick auf die Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs zulassen, weshalb das SEM nicht gehalten war, weitere 

Abklärungen zu tätigen. Auf Beschwerdeebene wurden denn auch keine 

neuen ärztlichen Berichte eingereicht. Das SEM hat sich in der angefoch-

tenen Verfügung auch in gebotenem Umfang mit der Situation von Schutz-

berechtigten in Griechenland auseinandergesetzt. Es gelangte zum 

Schluss, der Wegweisungsvollzug sei zumutbar, und sah damit implizit 

auch keine Veranlassung, vorliegend einen Härtefall anzunehmen bezie-

hungsweise ihn aus humanitären Gründen vorläufig in der Schweiz aufzu-

nehmen. Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern die Begründungs- respek-

tive die Untersuchungspflicht verletzt sein sollten, zumal es dem Beschwer-

deführer offensichtlich möglich war, den Entscheid sachgerecht anzufech-

ten. Der Umstand, dass er die Schlussfolgerungen der Vorinstanz nicht 

teilt, beschlägt die Frage der materiellen Würdigung der Vorbringen, auf 

welche nachfolgend einzugehen sein wird. Die formellen Rügen erweisen 

sich somit als unbegründet und es besteht keine Veranlassung, die ange-

fochtene Verfügung aus diesen Gründen aufzuheben und die Sache an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Das diesbezügliche Rechtsbegehren ist abzu-

weisen. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, der 

Beschwerdeführer sei im sicheren Drittstaat Griechenland als Flüchtling 

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Seite 8 

anerkannt und Griechenland habe seiner Rückübernahme zugestimmt. Er 

könne dorthin zurückkehren, ohne eine Rückschiebung in Verletzung des 

Non-Refoulement-Prinzips befürchten zu müssen. Es sei daher in Anwen-

dung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG nicht auf sein Asylgesuch einzutre-

ten. 

Hinsichtlich der Lebensbedingungen in Griechenland hielt die Vorinstanz 

im Wesentlichen fest, dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit habe, 

sich mit seinem Schutzstatus auf die Garantien der Richtlinie 2011/95/EU 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (so-

genannte Qualifikationsrichtlinie) zu berufen. Gestützt darauf habe er An-

sprüche beispielsweise in Bezug auf Sozialleistungen, Wohnraum und Zu-

gang zur Gesundheitsversorgung. Aufgrund der Tatsache, dass er mehrere 

Jahre in Griechenland gelebt habe, sei alsdann von seiner Integration aus-

zugehen. Insbesondere sei er in Griechenland diversen Arbeitstätigkeiten 

nachgegangen und habe Kontakt mit verschiedenen griechischen Behör-

den gehabt, womit feststehe, dass er sich auch ohne Kenntnisse der Lan-

dessprache zurechtfinden und für sich selber sorgen könne. Ferner sei er 

finanziell in der Lage gewesen, nach Belgien zu fliegen, einen Freund zu 

besuchen und dann noch nach Frankreich zu reisen, um schliesslich nach 

Griechenland zurückzukehren sowie seine Familie in Afghanistan finanziell 

zu unterstützen, was in einer Notsituation wohl nicht möglich gewesen 

wäre. Seine Aussage betreffend das Leben auf der Strasse qualifizierte das 

SEM als unglaubhaft, da er zu Protokoll gegeben habe, Griechenland vor 

dreieinhalb Monaten verlassen und die letzten fünf oder sechs Monate vor 

seiner Ausreise im Camp B._______ gelebt zu haben sowie davor im 

Camp C._______ für eineinhalb bis zwei Jahre untergebracht gewesen zu 

sein. Wenn dem so sei, könne er aber nicht vor fünf Monaten auf der 

Strasse gelebt haben. Darüber hinaus sei er im Besitz einer griechischen 

Steuer- und Sozialversicherungsnummer und habe bereits bei Erhalt des 

Schutzstatus über Geld verfügt. Somit wäre er auch in der Lage gewesen, 

eine Wohnung anzumieten und sodann von den Leistungen des HELIOS-

Projekts (Mietzuschüsse, Sprachkurse, etc.) zu profitieren. Im Falle einer 

Rückkehr sei es ihm somit zuzumuten, sich von Hilfsorganisationen über 

seine Rechte und über Unterstützungsangebote beraten zu lassen. Da er 

insbesondere bereits über Arbeitserfahrung in verschiedenen Bereichen 

verfüge, könne entsprechend von ihm erwartet werden, sich ernsthaft um 

Arbeit zu bemühen. Es sei durchaus möglich, dass ihm der Zugang zu in-

nerstaatlichen Instanzen nicht mühelos alleine gelinge. Die in Griechen-

land existierenden Nichtregierungsorganisationen könnten ihm jedoch in 

dieser Hinsicht behilflich sein. Auch wenn eine adäquate Eingliederung in 

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die sozialen Strukturen Griechenlands als Person mit Schutzstatus mit 

nicht zu verkennenden Erschwernissen verbunden sei, dürfe von ihm er-

wartet werden, sich bei Unterstützungsbedarf an die griechischen Behör-

den zu wenden. Insgesamt sei somit davon auszugehen, dass es ihm mög-

lich sein wird, Unterstützung für den Lebensunterhalt und eine würdige Un-

terkunft zu organisieren, die ihm auch ausreichend Sicherheit biete. Was 

die geltend gemachten physischen Übergriffe durch die (…) anbelange, sei 

festzuhalten, dass Griechenland ein Rechtsstaat mit funktionierendem Jus-

tizsystem sei. Sollte sich der Beschwerdeführ durch die griechischen Be-

hörden ungerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen, könne er sich mit 

einer Beschwerde an die zuständigen Stellen wenden.  

Was den medizinischen Sachverhalt anbelangt, erachtete das SEM diesen 

als ausreichend erstellt, um die Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wege-

weisungsvollzugs nach Griechenland prüfen zu können. Es sei unter Be-

rücksichtigung der aktenkundigen medizinischen Unterlagen nicht davon 

auszugehen, dass die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers 

derart gravierend seien, dass die Schwelle einer Verletzung von Art. 3 

EMRK erreicht wäre. Es handle sich bei ihm offensichtlich nicht um eine 

schwerkranke Person, bei der die ernsthafte Gefahr bestehe, dass sie bei 

einer Rückführung nach Griechenland einer schwerwiegenden, rapiden 

und irreversiblen Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgesetzt 

wäre. Im Übrigen seien seine gesundheitlichen Beschwerden – mit Verweis 

auf diverse psychosoziale Unterstützungsmöglichkeiten – in Griechenland 

(weiter) behandelbar. Wie das Bundesverwaltungsgericht in mehreren Ur-

teilen bestätigt habe, sei die medizinische Versorgung in Griechenland für 

Personen mit Flüchtlingsstatus gewährleistet und diese seien griechischen 

Bürgerinnen und Bürgern unter anderem auch im Bereich der medizini-

schen Versorgung gleichgestellt. Auch eine allfällige Suizidalität stelle ge-

mäss Rechtsprechung kein Vollzugshindernis dar.  

Zusammenfassend sei der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland 

zulässig und zumutbar, weshalb der Antrag auf vorläufige Aufnahme in der 

Schweiz abzuweisen sei.  

5.2 Dem wurde in der Beschwerde im Wesentlichen entgegnet, der Be-

schwerdeführer sei aufgrund der Gesamtumstände, denen Personen mit 

Schutzstatus in Griechenland begegnen würden, und seinen individuellen 

Problemen, namentlich bezüglich seiner psychischen Gesundheit, als be-

sonders vulnerabel einzustufen. Er habe in Griechenland schwere Gewalt 

auf der Strasse erfahren. Ausserdem habe er gravierende psychische 

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Seite 10 

Probleme. Obwohl ihm in Griechenland Zugang zu psychologischen Be-

handlungen gewährt worden sei, habe er nicht adäquat medizinisch ver-

sorgt und mit Medikamenten behandelt werden können. Ihm drohe eine 

sozio-ökonomische Lage, in welcher er keinen Zugang zu Wohnraum und 

Sozialhilfe erhalte, und mithin eine ernsthafte Gefahr, in Griechenland in 

eine extreme Notlage in Form von Obdachlosigkeit und Hunger zu geraten. 

Schliesslich bestätige unter anderem auch der jüngste AIDA-Länderbe-

richt, dass sich Personen mit Schutzstatus in Griechenland in unmenschli-

chen Lebensbedingungen wiederfinden würden. Sie hätten Schwierigkei-

ten, ihren Lebensunterhalt über eine längere Zeit selbständig zu verdienen, 

und aufgrund fehlender staatlicher und sonstiger Hilfe bestehe die ernste 

Gefahr, dass sie in eine extreme materielle Notlage gerieten und insbeson-

dere nicht in der Lage sein würden, sich eine angemessene Unterkunft zu 

leisten oder irgendeine Form der Aufnahme zu erhalten. Damit sei der 

Wegweisungsvollzug nach Griechenland unzulässig und unzumutbar.   

6.  

Bei Griechenland als Mitgliedstaat der EU handelt es sich um einen siche-

ren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG. Gemäss den Akten 

ist dem Beschwerdeführer in Griechenland internationaler Schutz gewährt 

worden und die griechischen Behörden haben seiner Rückübernahme aus-

drücklich zugestimmt. Der Beschwerdeführer kann nach Griechenland zu-

rückkehren, ohne eine Rückschiebung in Verletzung des Non-Refoule-

ment-Gebotes befürchten zu müssen. Das SEM ist demzufolge zu Recht 

gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf sein Asylgesuch nicht einge-

treten. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es – wie hier in Anwendung 

von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG – darauf nicht ein, so verfügt es in der 

Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es 

berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG).  

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

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Seite 11 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). Vorliegend ist der Wegweisungsvollzug in Bezug auf 

Griechenland zu prüfen. 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss der Praxis des 

EGMR kann der Vollzug der Wegweisung eines abgewiesenen Asylsu-

chenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall einen Verstoss ge-

gen Art. 3 EMRK darstellen; hierfür sind jedoch ganz aussergewöhnliche 

Umstände Voraussetzung (vgl. Urteil Paposhvili gegen Belgien vom 

13. Dezember 2016, 41738/10, § 183).  

Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Referenzurteil E-3427/2021, 

E-3431/2021 vom 28. März 2022 festgehalten, dass der Vollzug der Weg-

weisung nach Griechenland für Personen, die dort einen Schutzstatus er-

halten haben, grundsätzlich zulässig ist. In Griechenland ist nicht von einer 

Situation auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine unange-

messene und erniedrigende Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK droht. 

Trotz der bekannten schwierigen Verhältnisse geht das Gericht davon aus, 

dass international schutzberechtigte Personen grundsätzlich in der Lage 

sind, ihre existenziellen Bedürfnisse abzudecken (vgl. a.a.O. E. 11.2).  

8.2.1 Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Hinweise dafür, dass 

der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers den völkerrechtlichen 

Verpflichtungen der Schweiz entgegenstehen würde. Es ist unbestritten, 

dass die Lebensbedingungen in Griechenland schwierig sind. Dennoch ist 

vorliegend insbesondere nicht davon auszugehen, dass der Beschwerde-

führer bei einer Rückkehr nach Griechenland in eine existentielle Notlage, 

die zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK führen würde, geraten würde. Das 

Gericht kommt mit der Vorinstanz zum Schluss, dass aufgrund der 

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Seite 12 

Tatsache, dass der Beschwerdeführer mehrere Jahre in Griechenland ge-

lebt hat, während dieser Zeit diversen Arbeitstätigkeiten nachgegangen ist 

und Kontakt mit verschiedenen griechischen Behörden gehabt hat, von sei-

ner Integration in jenem Land auszugehen ist. Angesichts dessen ist es 

ihm zuzumuten, sich bei einer Rückkehr nach Griechenland wieder um Ar-

beit zu bemühen und sich bei Bedarf an die griechischen Behörden res-

pektive vor Ort tätige Hilfsorganisationen zu wenden sowie die erforderli-

che Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einzufordern. Dass er finanziell 

in der Lage gewesen ist, nach Belgien zu fliegen, einen Freund zu besu-

chen und dann noch nach Frankreich zu reisen, um schliesslich nach Grie-

chenland zurückzukehren sowie seine Familie in Afghanistan finanziell zu 

unterstützen, spricht, wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten, je-

denfalls gegen eine existentielle Notlage.  

8.2.2 Ferner ist, wie von der Vorinstanz zutreffend festgestellt, gestützt auf 

die beim Beschwerdeführer diagnostizierten physischen und psychischen 

Probleme nicht von einem Krankheitsbild auszugehen, welches aufgrund 

seiner Ernsthaftigkeit die Annahme der Unzulässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs im Sinne der zuvor zitierten Rechtsprechung rechtfertigen würde. 

Vor diesem Hintergrund erachtet es auch das Bundesverwaltungsgericht 

für erstellt, dass seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht derart 

schwerwiegend sind, als dass bei einer Überstellung nach Griechenland 

eine ernsthafte, rapide und irreversible Verschlechterung seiner Lage, ver-

bunden mit übermässigem Leiden oder einer bedeutenden Verkürzung der 

Lebenserwartung, zu erwarten wäre, wie sie zur Annahme der Unzulässig-

keit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen Gründen von der Recht-

sprechung gefordert wird. So geht das Gericht – wie bereits das SEM – 

denn auch davon aus, dass die notwendige medizinische Versorgung im 

Hinblick auf die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers in 

Griechenland gewährleistet sein wird. 

Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Suizidgedan-

ken und Suizidversuche ist festzuhalten, dass gemäss den Akten keine 

Hinweise für eine akute Suizidalität bestehen. Ohnehin verpflichtet Art. 3 

EMRK einen Konventionsstaat grundsätzlich nicht dazu, bei einer Konfron-

tation mit suizidalen Neigungen von einer zu vollziehenden Weg- oder Aus-

weisung Abstand zu nehmen. Solange der Konventionsstaat Massnahmen 

ergreift, um die Umsetzung der Suiziddrohung zu verhindern, vermag die 

Ausschaffung nicht gegen Art. 3 EMRK zu verstossen (vgl. den Unzuläs-

sigkeitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. D. und andere ge-

gen Deutschland, Nr. 33743/03, angeführt in Entscheidungen und 

E-775/2025 

Seite 13 

Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 

Nr. 23 E. 5.1 S. 212). Auch gemäss konstanter Praxis des Bundesverwal-

tungsgerichts können Suiziddrohungen für sich alleine den Vollzug einer 

Wegweisung nicht in Frage stellen, solange konkrete Massnahmen zur 

Verhütung der Umsetzung einer Drohung getroffen werden (vgl. statt vieler 

das Urteil des BVGer D-2644/2021 vom 28. Januar 2022 E. 7.3.4.6, vgl. 

auch die Rechtsprechung des Bundesgerichts: Urteil des BGer 

2C_856/2015 vom 10. Oktober 2015 E. 3 m.w.H., BGE 139 II 393 E. 5.2.2). 

Allenfalls weiterhin bestehenden oder sich gar akzentuierenden suizidalen 

Tendenzen ist im Hinblick auf einen zwangsweisen Wegweisungsvollzug 

durch geeignete medizinische Massnahmen und Betreuung entgegenzu-

wirken. 

8.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Mit Blick auf die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Weg-

weisung (Art. 83 Abs. 5 AIG) nach Griechenland von Personen, die dort 

einen Schutzstatus erhalten haben, stellte das Gericht im Referenzurteil 

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 fest, dass dieser grund-

sätzlich auch für vulnerable Personen (wie zum Beispiel Personen, welche 

an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwiegende Er-

krankung einzustufen sind) Gültigkeit zukomme. Nicht länger aufrecht-

erhalten wurde hingegen die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Voll-

zugs der Wegweisung bei äusserst vulnerablen Personen (wie zum Bei-

spiel unbegleiteten Minderjährigen oder Personen, deren psychische oder 

physische Gesundheit in besonders schwerwiegender Weise beeinträch-

tigt ist), welche im Falle einer Rückkehr nach Griechenland Gefahr laufen, 

dauerhaft in eine schwere Notlage zu geraten, weil sie nicht in der Lage 

sind, aus eigener Kraft die ihnen zustehenden Rechte vor Ort einzufordern. 

In diesen Fällen ist der Wegweisungsvollzug nur bei Bestehen besonders 

begünstigender Umstände zumutbar (vgl. a.a.O. E. 11.5). 

E-775/2025 

Seite 14 

8.3.1 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Gericht zum Schluss, dass 

das SEM in der angefochtenen Verfügung die Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs mit zutreffender und ausführlicher Begründung, auf die vor-

weg verwiesen werden kann, bejaht hat. Abgesehen von allgemeinen Aus-

führungen zur anerkanntermassen schwierigen Situation von Schutzbe-

rechtigten in Griechenland mit Hinweis auf diesbezügliche Berichte setzt 

sich die Beschwerde mit den entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz 

nicht substantiiert auseinander. Aufgrund der Aktenlage ist – auch unter 

Berücksichtigung der geltend gemachten gesundheitlichen Probleme (vgl. 

dazu nachfolgend E. 8.3.2) – nicht davon auszugehen, dass es sich bei 

ihm um eine äusserst vulnerable Person handelt, welche nicht in der Lage 

wäre, die ihm zustehenden Rechte vor Ort aus eigener Kraft einzufordern. 

Eine ausgeprägte Hilflosigkeit im alltäglichen Leben lässt sich den Akten 

jedenfalls nicht entnehmen. Vielmehr gelang es ihm, nach Erhalt des 

Schutzstatus in Griechenland Reisen nach Belgien und Frankreich sowie 

in die Schweiz zu organisieren. Wie bereits zuvor erwähnt, verbrachte er 

zudem mehrere Jahre in Griechenland, womit von seiner Integration aus-

gegangen werden kann. Auch wenn der Vorinstanz darin zuzustimmen ist, 

dass eine (Wieder)Eingliederung des Beschwerdeführers in die sozialen 

Strukturen Griechenlands als Person mit internationalem Schutzstatus 

möglicherweise mit nicht zu verkennenden Erschwernissen verbunden 

sein könnte, erscheinen diese nach dem Gesagten, auch unter Berücksich-

tigung seiner gesundheitlichen Beschwerden und seiner mangelhaften 

Griechischkenntisse, nicht als unüberwindbar, zumal er angab, mit «Eng-

lisch» seine Probleme zu lösen (SEM-Akte […]-24/12 F35; nachfolgend 

SEM-Akte A24).  

8.3.2 Entgegen der Auffassung in der Beschwerde sind die vorgebrachten 

medizinischen Leiden des Beschwerdeführers nicht als schwerwiegende 

Erkrankung im Sinne des Referenzurteils E-3427/2021, E-3431/2021 vom 

28. März 2022 einzustufen, die zu einer besonderen Vulnerabilität führen 

würden. Auch ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 

deswegen in Griechenland in eine existentielle medizinische Notlage gera-

ten würde. So geht das Bundesverwaltungsgericht in seiner Rechtspre-

chung denn auch davon aus, dass Behandlungsangebote, insbesondere 

für psychische Störungen, in Griechenland verfügbar sind (vgl. Urteile des 

BVGer D-1988/2022 vom 6. Mai 2022 E. 6.8 m.w.H.). Sodann ist mit der 

Vorinstanz festzuhalten, dass seine Messerstichverletzung, die ihm  

von den (…) zugefügt worden sei, offensichtlich genäht wurde (SEM-Akte 

A24 F76), weshalb davon auszugehen ist, dass er auch in jenem Fall  

Zugang zum Gesundheitssystem in Griechenland gehabt hat. Dem 

E-775/2025 

Seite 15 

Beschwerdeführer ist es somit zuzumuten, sich bei seiner Rückkehr nach 

Griechenland mittels seiner griechischen Sozialversicherungsnummer er-

neut Zugang zum griechischen Gesundheits- und Versicherungswesen zu 

verschaffen. Zudem haben in lebensbedrohlichen Situationen alle Perso-

nen in Griechenland, unabhängig von ihrem rechtlichen Status, Zugang zu 

Notfallstationen (vgl. Referenzurteil a.a.O, E. 9.8.2).  

Die mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragten schweizerischen Be-

hörden werden sodann die griechischen Behörden vor der Durchführung 

der Wegweisung über die besonderen medizinischen Bedürfnisse des Be-

schwerdeführers zu informieren und diesen Umständen bei der Bestim-

mung geeigneter Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen haben. Der Be-

schwerdeführer ist seinerseits gehalten, bei der Vorbereitung seiner Rück-

kehr mit den Vollzugsbehörden zu kooperieren. Es steht ihm auch frei, von 

den Möglichkeiten der Rückkehrhilfe Gebrauch zu machen (vgl. Art. 93 

Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 75 der der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 

[AsylV 2, SR 142.312]). 

8.3.3 Ohne die persönlichen Schwierigkeiten des Beschwerdeführers bei 

einer Rückkehr nach Griechenland zu verkennen, gelingt es ihm zusam-

menfassend nicht, die Vermutung umzustossen, wonach ein Wegwei-

sungsvollzug dorthin zumutbar ist. Angesichts dessen besteht auch keine 

Veranlassung zur Einholung individueller Garantien bezüglich einer ange-

brachten Unterbringung, Ernährung und medizinischen Versorgung nach 

seiner Rückkehr nach Griechenland, weshalb der entsprechende Antrag 

(vgl. Rechtsbegehren 3) abzuweisen ist.  

8.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich auch als möglich 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), nachdem die griechischen Behörden einer Rücküber-

nahme des Beschwerdeführers ausdrücklich zugestimmt haben. 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – 

E-775/2025 

Seite 16 

angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit auf sie einzutre-

ten ist (vgl. E. 1.2). 

10.  

10.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

erweist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos. 

10.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, weil sich – unbesehen der 

finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers – die Beschwerde ent-

sprechend den vorstehenden Erwägungen von vorneherein als aussichtlos 

erwiesen hat. Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 750.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; 

Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-775/2025 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen.  

3. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4. 

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin:  Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regina Derrer Jessica Püringer 

 

 

Versand: