# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1a91620-7509-5f44-9985-57b4ab663238
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-24
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 24.10.2022 SBK.2022.269
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2022-269_2022-10-24.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

 

SBK.2022.269 / sb  
(STA.2022.66)  

Art. 346 

 

 

Entscheid vom 24. Oktober 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichter Egloff  

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiberin Boog Klingler 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, […]  

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau,  

Frey-Herosé-Strasse 20, 5001 Aarau  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Nichtanhandnahmeverfügung der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons 

Aargau vom 29. Juli 2022 

 

in der Strafsache gegen unbekannte Täterschaft 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der Beschwerdeführer erstattete am 16. Februar 2018 Anzeige gegen 

Ärzte des B. wegen unrichtiger Verfassung eines Arztberichtes vom 

12. Februar 2016. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau nahm das Ver-

fahren mit Verfügung vom 9. Juli 2019 nicht an die Hand, was von der Ober-

staatsanwaltschaft des Kantons Aargau am 11. Juli 2019 genehmigt wurde. 

Die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons 

Aargau wies die vom Beschwerdeführer gegen diese Nichtanhandnahme-

verfügung erhobene Beschwerde mit Entscheid SBK.2019.163 vom 

13. September 2019 ab.  

 

1.2. 

1.2.1. 

Mit Eingabe vom 5. Januar 2022 an die Bundesanwaltschaft warf der Be-

schwerdeführer Prof. Dr. med. C. (ehemaliger […] am B.) und Dr. med. D. 

([…], E.) vor, mit vorsätzlich falschen Angaben verhindert zu haben, dass 

er eine Invalidenrente erhalte. Gegen den ehemaligen Staatsanwalt F. und 

die leitende Staatsanwältin G. erhob er den Vorwurf, die Strafverfahren aus 

nichtigen Gründen eingestellt zu haben, was gegen Treu und Glauben 

verstosse.  

 

1.2.2. 

Die Bundesanwaltschaft überwies die Eingabe am 11. Februar 2022 zu-

ständigkeitshalber an die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau.  

 

1.2.3. 

Am 12. April 2022 verfügte die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aar-

gau die Nichtanhandnahme des Verfahrens.  

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 21. April 2022 an die Bundesanwaltschaft erhob der Be-

schwerdeführer erneut den Vorwurf, dass im Zusammenhang mit der Inva-

lidenbegutachtung Falschaussagen gemacht worden seien und die Justiz 

sich geweigert habe, das zu ahnden.  

 

2.2. 

Die Bundesanwaltschaft überwies die Eingabe am 22. April 2022 an die 

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau (Posteingang 26. April 2022).  

 

2.3. 

Am 29. Juli 2022 verfügte die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau 

die Nichtanhandnahme des Verfahrens. 

 - 3 - 

 

 

 

 

3. 

3.1. 

Mit Eingabe vom 11. August 2022 erhob der Beschwerdeführer Be-

schwerde gegen die ihm am 4. August 2022 zugestellte Nichtanhandnah-

meverfügung vom 29. Juli 2022. 

 

3.2. 

Mit Verfügung vom 23. August 2022 wurde der Beschwerdeführer zur Leis-

tung einer Sicherheit für allfällige Kosten von Fr. 800.00 aufgefordert.  

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 31. August 2022 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch 

um unentgeltliche Rechtspflege. 

 

3.4. 

Von der Einholung einer Beschwerdeantwort der Oberstaatsanwaltschaft 

des Kantons Aargau wurde abgesehen. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft sind gemäss 

Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und 393 Abs. 1 lit. a StPO grundsätz-

lich mit Beschwerde anfechtbar. Gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Be-

schwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide innert 

10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzurei-

chen. Dabei hat die Person, die das Rechtsmittel ergreift, gestützt auf 

Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 StPO genau anzugeben, welche 

Punkte des Entscheides sie anficht (lit. a), welche Gründe einen anderen 

Entscheid nahelegen (lit. b) sowie welche Beweismittel sie anruft (lit. c).  

 

Bei sogenannten Laienbeschwerden dürfen die Anforderungen an die Be-

gründungspflicht nicht allzu hoch angesetzt werden. Dennoch kann auch 

von einem Laien erwartet werden, bereits mit der Beschwerdeschrift und 

ohne zusätzliche Aufforderung zur Verbesserung auf die Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid konkret einzugehen (Beschluss des Bundesstraf-

gerichts BB.2021.51 vom 2. Februar 2022 E. 1.1.1 m.w.H.; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_1039/2020 vom 20. April 2021 E. 1.5).  

 

1.2. 

Der Beschwerdeführer macht mit seiner (fristgerecht eingereichten) Be-

schwerde – wie bereits mit den Anzeigen vom 5. Januar 2022 und vom 

 - 4 - 

 

 

 

21. April 2022 –  geltend, dass im IV-Abklärungsverfahren falsche Aussa-

gen von Prof. C. gegen ihn verwendet worden seien. Zudem verweist er 

darauf, dass diese falschen Angaben in einem Entscheid des Obergerichts 

des Kantons Aargau, Versicherungsgericht, als besonders glaubwürdig 

dargestellt worden seien. Anlässlich eines Gesprächs von Anfang Mai 2021 

auf der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau seien seine Einwände 

gutgeheissen worden, was jetzt jedoch nicht umgesetzt werde. 

 

Mit der Begründung der angefochtenen Verfügung, dass im Zusammen-

hang mit den Vorgängen zur Prüfung der Invalidität des Beschwerdeführers 

bereits am 12. April 2022 eine in Rechtskraft erwachsene Nichtanhandnah-

meverfügung ergangen sei und der Beschwerdeführer mit Anzeige vom 

21. April 2022 keine neuen Aspekte, die für ein strafbares Verhalten spre-

chen, vorbringe, weshalb das Verbot der doppelten Strafverfolgung ge-

mäss Art. 11 StPO einer Verfahrenseröffnung entgegenstehe, setzt sich 

der Beschwerdeführer indessen nicht auseinander. Ob die Beschwerdebe-

gründung den Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO zu genügen ver-

mag, ist damit fraglich, kann vorliegend jedoch offenbleiben, da die Be-

schwerde – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – ohnehin abzuweisen ist. 

 

2. 

2.1. 

Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO die Nichtan-

handnahme, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports 

feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvorausset-

zungen eindeutig nicht erfüllt sind (lit. a), Verfahrenshindernisse bestehen 

(lit. b) oder aus den in Artikel 8 genannten Gründen auf eine Strafverfolgung 

zu verzichten ist (lit. c).  

 

2.2. 

2.2.1. 

Bezüglich des mit Eingabe vom 5. Januar 2022 in Gang gesetzten Straf-

verfahrens verfügte die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau am 

12. April 2022 die Nichtanhandnahme des Verfahrens gegen die beschul-

digten Personen. Zur Begründung führte sie aus, dass der Vorwurf falscher 

Aussagen bzw. falscher Gutachten bereits mit Nichtanhandnahmeverfü-

gung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau (handelnd durch den damals 

zuständigen ehemaligen Staatsanwalt F.) vom 9. Juli 2019 erledigt worden 

sei. Die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons 

Aargau habe die gegen diese Nichtanhandnahmeverfügung erhobene Be-

schwerde des Beschwerdeführers mit Entscheid SBK.2019.163 vom 

13. September 2019 rechtskräftig abgewiesen und festgehalten, dass 

diese zu Recht erfolgt sei. Es liege damit eine bereits beurteilte Strafsache 

vor, wobei keine Gründe für eine Wiederaufnahme des Verfahrens darge-

legt würden. Nach dem erwähnten Entscheid der Beschwerdekammer in 

Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau vom 13. September 

 - 5 - 

 

 

 

2019 habe der damals zuständige Staatsanwalt F. die Nichtanhandnahme-

verfügung vom 9. Juli 2019 zu Recht erlassen, und Staatsanwältin G. sei 

an der Nichtanhandnahmeverfügung vom 9. Juli 2019 nicht beteiligt gewe-

sen, womit kein Verdacht auf Rechtspflege- oder Amtsdelikte bestehe. Die 

Nichtanhandnahmeverfügung vom 12. April 2022 blieb unangefochten.  

 

Mit neuer Eingabe vom 21. April 2022 "Aargauer Justiz betrügt mich nach-

weislich" an die Bundesanwaltschaft (zuständigkeitshalber weitergeleitet 

an die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau) machte der Beschwer-

deführer erneut geltend, dass ein "Ex-Professor" des B. folgenschwere 

Falschaussagen für die Invalidenbegutachtung gemacht habe und die Jus-

tiz sich geweigert habe, das zu ahnden. Die Falschaussagen seien in meh-

reren Gerichtsurteilen gegen ihn verwendet worden. Der ehemalige Staats-

anwalt F. habe sich geweigert, die Beschwerdemanagerin des Spitals zu 

befragen. Ein Oberrichter habe die "Gesetze der IV" manipuliert, damit die 

Falschaussagen nicht geahndet würden.  

 

Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau erliess am 29. Juli 2022 

die angefochtene Nichtanhandnahmeverfügung. Zur Begründung führte sie 

aus, dass die vom Beschwerdeführer beanzeigten Vorgänge bei der Prü-

fung seiner Invalidität bereits rechtskräftig erledigt worden seien. Der Be-

schwerdeführer bringe keine neuen Aspekte vor, welche für ein strafbares 

Verhalten sprechen würden. Einer Verfahrenseröffnung stehe das Verfah-

renshindernis des Verbots der doppelten Strafverfolgung gemäss Art. 11 

StPO entgegen. 

 

2.2.2. 

Wer in der Schweiz rechtskräftig verurteilt oder freigesprochen worden ist, 

darf nicht wegen der gleichen Straftat erneut verfolgt werden (Art. 11 Abs. 1 

StPO). Das Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids ist für ein neues 

Verfahren mit dem gleichen Gegenstand ein Verfahrenshindernis. Eine 

rechtskräftige Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft ist einem 

rechtskräftigen freisprechenden Endentscheid gleichgestellt (Art. 320 

Abs. 4 StPO), wobei die Vorschriften der Wiederaufnahme vorbehalten 

sind (Art. 11 Abs. 2 StPO). Vergleichbares gilt bei der Nichtanhandnahme-

verfügung (BRIGITTE TAG, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-

zessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 11 StPO). 

 

2.2.3. 

Die Nichtanhandnahmeverfügung vom 12. April 2022 betreffend das vom 

Beschwerdeführer gegen den ehemaligen Staatsanwalt F., die leitende 

Staatsanwältin G. sowie die Ärzte Prof. C. und Dr.  D. angestrebte Straf-

verfahren ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Wie die Oberstaats-

anwaltschaft des Kantons Aargau in der angefochtenen Verfügung zutref-

fend festhält, steht dieser Umstand der Eröffnung eines Verfahrens gegen 

 - 6 - 

 

 

 

dieselben Personen in derselben Sache entgegen, zumal der Beschwerde-

führer weder mit Eingabe vom 21. April 2022 noch im Beschwerdeverfah-

ren neue Tatsachen oder Beweismittel vorbringt, welche eine Wiederauf-

nahme des Verfahrens i.S.v. Art. 323 StPO i.V.m. Art. 310 Abs. 2 StPO 

gegen die genannten Personen begründen könnte, und solche auch nicht 

ersichtlich sind.  

 

2.3. 

Mit Eingabe vom 21. April 2022 bringt der Beschwerdeführer zudem vor, 

dass ein Oberrichter die Gesetze der IV manipuliert habe, damit die Falsch-

aussagen nicht geahndet werden können, ohne dies jedoch weiter auszu-

führen. In der Beschwerde verweist er lediglich darauf, dass das Oberge-

richt den (von ihm als falsch bezeichneten) Bericht von Prof. C. als beson-

ders glaubwürdig dargestellt habe. Es ist damit nicht davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer gegenüber dem (nicht näher bezeichneten) 

Oberrichter einen zusätzlichen Vorwurf strafrechtlich relevanten Handelns 

erheben, sondern lediglich zum Ausdruck bringen wollte, dass er mit dem 

betreffenden obergerichtlichen Entscheid nicht einverstanden sei, was in-

dessen auf dem Rechtsmittelweg zu rügen gewesen wäre. 

 

2.4. 

Zusammenfassend ist die angefochtene Nichtanhandnahmeverfügung der 

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau vom 29. Juli 2022 nicht zu 

beanstanden. Die Beschwerde ist damit abzuweisen.  

 

3. 

3.1. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Der Beschwerdeführer stellt ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. 

Die unentgeltliche Rechtspflege ist der Privatklägerschaft für die Durchset-

zung ihrer Zivilansprüche ganz oder teilweise zu gewähren, wenn sie nicht 

über die erforderlichen Mittel verfügt und die Zivilklage nicht aussichtslos 

erscheint (Art. 136 Abs. 1 StPO).  

 

3.2.2. 

Der Beschwerdeführer führt in der Anzeige vom 21. April 2022 aus, dass 

er seine Kosten von Fr. 8'000.00 erstattet haben wolle. Er legt indessen 

nicht dar, dass er im Rahmen des von ihm angestrebten Strafverfahrens 

Zivilansprüche gegen die beschuldigten Personen geltend mache. Viel-

mehr verweist er mit Beschwerde auf eine Staatshaftungsklage. Dem der 

Beschwerde beigelegten Schreiben des Departements Finanzen und Res-

sourcen des Kantons Aargau, Kompetenzstelle für Haftungsrecht, vom 

 - 7 - 

 

 

 

13. Juli 2022 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer die Forderung 

"Schaden aus Invalidenabklärung" gegen den Kanton Aargau bereits am 

30. Mai 2022 bei der Aufsichtskommission des Kantons Aargau eingereicht 

hat, welche die Eingabe zuständigkeitshalber an die Kompetenzstelle für 

Haftungsrecht weiterleitete. Art. 136 Abs. 1 StPO findet damit vorliegend 

keine Anwendung. Wie den nachfolgenden Ausführungen zu entnehmen 

ist, wäre der Antrag auf unentgeltlich Rechtspflege im Übrigen auch bei 

allfälliger Geltendmachung einer Zivilforderung zufolge Aussichtslosigkeit 

abzuweisen. 

 

3.2.3. 

Ob eine Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege direkt auf Bundes-

verfassungsrecht (nämlich gestützt auf Art. 29 Abs. 3 Satz 1 BV) infrage 

kommt (vgl. VIKTOR LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-

zessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 2 zu Art. 136 StPO; GORAN  

MAZZUCCHELLI/MARIO POSTIZZI, in: Basler Kommentar, Schweizerische 

Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 4 f. zu Art. 136 StPO), kann vorlie-

gend offenbleiben, da die Voraussetzungen für die Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege gestützt auf Bundesverfassungsrecht ohnehin 

nicht gegeben wären. Nach Art. 29 Abs. 3 Satz 1 BV hat jede Person, die 

nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche 

Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind als aussichtslos Begehren 

anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 

die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 

können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge-

winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene 

nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über 

die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Pro-

zess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf ei-

gene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen 

können, weil er sie – zumindest vorläufig – nichts kostet (BGE 142 III 138 

E. 5.1). Wie aus den obigen Ausführungen hervorgeht, wurde bereits mit 

Nichtanhandnahmeverfügung vom 12. April 2022 rechtskräftig entschie-

den, dass die Strafverfahren gegen die beschuldigten Personen nicht an 

die Hand genommen werden. Es war damit von vorneherein nicht zu er-

warten, dass die Beschwerde gegen die auf erneute Anzeige in gleicher 

Sache ergangene Nichtanhandnahmeverfügung vom 29. Juli 2022 gutge-

heissen werden könnte.  

 

3.2.4. 

Der Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege ist damit abzuweisen.  

 - 8 - 

 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

 

3. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 800.00 und den Auslagen von Fr. 25.00, zusammen 

Fr. 825.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 

  

 - 9 - 

 

 

 

   

Aarau, 24. Oktober 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli     Boog Klingler