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**Case Identifier:** fa590c9a-9399-5e6c-a441-5a43cf747f4e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 23.06.2020 KES.2017.15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_KES-2017-15_2020-06-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KES.2017.15

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 11.12.2020

Entscheiddatum: 23.06.2020

Entscheid Kantonsgericht, 23.06.2020
Art. 308 Abs. 1 ZGB: Sind die im Zusammenhang mit der Ausübung des 
Besuchsrechts auftretenden Probleme bereits durch eine Beistandschaft 
nach Art. 308 Abs. 2 ZGB abgedeckt, braucht es eine weitere Gefährdung, 
damit eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB anzuordnen ist 
(Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 23. Juni 2020, KES.2017.15).

Aus den Erwägungen:

(…)

 

7.c) Erfordern es die Verhältnisse, so wird dem Kind ein Beistand ernannt, der die 

Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt (vgl. Art. 308 Abs. 1 ZGB). 

Die Anordnung einer Erziehungsbeistandschaft setzt eine erhebliche Gefährdung des 

Kindes voraus, die wegen elterlicher Unerfahrenheit, Gebrechlichkeit, Krankheit, 

Ortsabwesenheit, Gleichgültigkeit oder Pflichtverletzung eine aktive Einwirkung durch 

eine Betreuungsperson notwendig macht (BGer 5A_840/2010 = Meier/Häberli, 

Übersicht zur Rechtsprechung im Kindes- und Vormundschaftsrecht März bis Juni 

2011, ZKE 2011, 312, 328 f.; Biderbost, Die Erziehungsbeistandschaft, 132 ff.; 

Hegnauer, Grundriss des Kindesrechts, N 27.19; Cantieni/Blum, in: Kindes- und 

Erwachsenenschutzrecht, N 15.39).

 

Vorliegend besteht bereits eine Besuchsrechtsbeistandschaft, deren Weiterführung 

zwischen den Parteien unbestritten ist. Im Gegensatz zu dieser Massnahme, welche 

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bei punktuellem Fürsorgebedürfnis ausgesprochen wird, liegt bei der Beistandschaft 

nach Art. 308 Abs. 1 ZGB eine gewisse Totalität des Aufgabenkreises vor (Biderbost, 

a.a.O., 223). Dies bedeutet, dass die im Zusammenhang mit der Ausübung des 

Besuchsrechts auftretenden Probleme bereits durch die Beistandschaft nach Art. 308 

Abs. 2 ZGB abgedeckt sind. Liegt jedoch eine weitere Gefährdung und deren 

Kausalität im Allgemeinen vor, ist eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB 

anzuordnen (Biderbost, a.a.O., 224). Die vom Vater vorgebrachten Zweifel an der 

Erziehungsfähigkeit sind zu wenig begründet, als dass die entsprechende Massnahme 

anzuordnen wäre. Auch die bereits involvierten Fachpersonen (Beiständin, 

Kindesvertreterin) sprachen sich nicht für eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 

ZGB aus. Überdies ist für die Anordnung von Kindesschutzmassnahmen vom Ist-

Zustand auszugehen. Allfällige Verfehlungen oder gar Suchterkrankungen der Mutter in 

der Vergangenheit sind dabei grundsätzlich ausser Acht zu lassen.

 

Die Voraussetzungen zur Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 

1 ZGB sind mithin nicht erfüllt.

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	Entscheid Kantonsgericht, 23.06.2020
	Art. 308 Abs. 1 ZGB: Sind die im Zusammenhang mit der Ausübung des Besuchsrechts auftretenden Probleme bereits durch eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB abgedeckt, braucht es eine weitere Gefährdung, damit eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB anzuordnen ist (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 23. Juni 2020, KES.2017.15).

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		2025-07-19T03:47:26+0200
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