# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9f45ed3-c684-59a0-9279-42928946cd77
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-22
**Language:** de
**Title:** Depressive Störung; kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00269
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00269.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00269
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzsrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Fonti
Urteil
vom
22. Mai 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Christina Ammann
Sautter & Ammann Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 12, Postfach 25, 8610 Uster
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren
1955,
war von Mai
1988
bis November 2013
als
Betriebs
mitarbeiterin
bei
der
Y.___
AG
tätig, wobei der letzte Arbeitstag
anfangs
Dezember 2012
war (Urk.
6/17/9-13 Ziff. 2.1 und Ziff. 2.14
, Urk. 6/33/1
). Unter Hinweis auf
diverse Beschwerden (Depression,
Nierenagene
sie
, Hypothyreose und Diabetes mellitus)
meldete sich die Versicherte am
28. Februar 2013
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/9
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
(Urk. 6/17-19, Urk. 6/29)
und
zog Akten der
Krankentaggeldversicherung
bei (Urk.
6/15, Urk. 6/22-23
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 6/32
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
6. Februar 2014
einen Rentenanspruch (Urk.
6/34
=
Urk.
2)
2.
Die Versicherte erhob am
5. März 2014
Beschwerde gegen die Verfügung vom
6. Februar 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
eine ganze Rente
zuzusprechen, eventuell sei
eine internistische/psychiatrische Expertise oder eine berufliche Abklärung anzuordnen (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
25. April 2014
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 6. Mai 2014
zur Kenntnis gebracht
(Urk.
7
).
Mit Eingabe vom 27. Mai 2014 (Urk. 9) reichte die Beschwerdeführerin
einen Arztbericht ein (Urk. 10), wozu sich die Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 18. Juni 2014 vernehmen liess (Urk. 12). Mit Eingabe vom 10. September 2014 (Urk. 14) reichte die Beschwerdeführerin wiederum einen Arztbericht ein (Urk. 15), was der Beschwerdegegnerin am 15. September 2014 zur Kenntnis
nahme zugestellt wurde (Urk. 16).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungs
zuständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität füh
ren, indem sie einen ver
selb
st
ändigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil
des Bundesgerichts
9C_
537/2011
vom
2
8.
Juni 20
12
E. 3.2
mit Hinwei
sen
).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochten
en Entscheid (Urk. 2) davon aus,
die Beschwerdeführerin leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer leichten bis mittelgradigen Episode (S. 1 unten). Dabei handle es sich
defi
nitionsgemäss
um ein vorübergehendes Leiden, dem es an Krankheitswert im Sinne des Invalidenversicherungsgesetzes fehle. Die attestierte Arbeitsunfähig
keit sei aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht überwindbar. Ein
Gesund
heitsschaden
sei daher nicht ausgewiesen (S. 2)
.
Daran hielt die Beschwerdegegnerin sowohl mit Beschwerdeantwort (Urk. 5) als auch mit Stellungnahme vom 18. Juni 2014 (Urk. 12) fest.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1),
sie leide entgegen der Darstellung der Beschwerdegegnerin an einer schweren rezidivierenden Depression
(S. 3 Ziff. 2). Da
rüber hinaus
lägen
diverse
invalidi
sierende somatische
Diagnosen
wie
eine
Hypothyreose,
eine
Nierenagenesie ein
seitig,
ein
insulinpflichtige
r
Diabetes
m
ellitus,
eine
essentielle primäre Hyperto
nie sowie
eine
beginnende dementielle Entwicklung
vor
. Ebenfalls bestehe ein Verdacht auf ein Mild
cognitiv
inpairment
(MCI). Aufgrund all die
ser Diagnosen sei ein invalidisierendes Gesundheitsleiden ausgewiesen (S. 4).
Mit Eingaben vom 27. Mai 2014 (Urk. 9) und 10. September 2014 (Urk. 14) bekräftigte die Beschwerdeführerin das invalidisierende Ausmass der depressi
ven Problematik.
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines inva
lidisierenden Gesundheitsschadens zu Recht verneinte.
3.
3.1
Vom 19. Dezember 2012 bis 7. März 2013 war die Beschwerdeführerin in der
Z.___
hospitalisiert (
Austrittsbericht vom
18. März 2013, Urk. 6/18/5-8). Die Ärzte stellten folgende psychiatrische Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy
chotische Symptome (ICD-10 F33.2)
-
drohender Arbeitsplatzverlust bei Restrukturierungs- und
Produktivitäts
steigerungsmassnahmen
in der Fabrik (ICD-10 Z56.1, Z56.2)
Die Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin sei freiwillig
eingetreten
wegen agitiert-depressiver Symptomatik mit Weinerlichkeit, innerer Unruhe und Ner
vosität,
Insuffizenzgefühlen
, Durchschlafstörungen und Früherwachen, Zukunft
sängsten und starkem Grübeln über Probleme am Arbeitsplatz
und den Un
fall
tod 1996 des älteren Sohnes
(S. 1)
.
Die erneute depressive Symptomatik
erste Hospitalisierung anfangs 2011 nach dem Tod der Mut
ter der Beschwerdeführerin
(
S. 2 Mitte)
h
abe sich in den letzten zwei Monaten entwickelt. In dieser Zeit sei die Arbeitsbelastung gestie
gen und der Arbeitgeber habe 12 Stunden-Schichten während sechs Tagen von allen Arbeitnehmern gefordert. Aus Angst vor einem Arbeitsplatzverlust habe sich die Beschwerdeführerin dieser Forderung gefügt. Der Arbeitgeber habe ihr vorgeschlagen, sie solle eine Invalidenrente beantragen, worauf die Beschwer
deführerin und ihre Familie dies ebenfalls als die beste Lösung aufgenommen hätten (S. 1 f., vgl. auch S. 3 Mitte).
Auf die Pharmakotherapie habe die Beschwerdeführerin gut angesprochen
und sie habe mit leicht
depressiven Symptomen
entlassen werden können (S. 3)
.
Vom 4. Dezember 2012 bis Ende März 2013 wurde ihr
eine 100
%
ige
A
rbeits
unfähig
keit attestiert
(S. 3
unten; vgl. auch ärztliche Zeugnisse vom 22. Januar 2013, Urk. 6/3, und vom 5. Fe
bruar 2013, Urk. 6/8/3, sowie
Formularbericht vom 12. Februar 2013, Urk. 6/15
).
3.2
Dr.
med. A.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, verwies in sei
nem undatierten Bericht
(Urk. 6/18/1-4)
weitgehend auf den Bericht der Ärzte der
Z.___
(vorstehend E. 3.1).
Er nannte ähnliche Diagnosen (
Ziff.
1.1) wie die im Bericht der Ärzte der
Z.___
(vorstehend E. 3.1) genannten (rezidivierende
depressive Störung, Arbeitsplatzverlust, Un
falltod des Sohnes, essentielle
Hypertonie, Diabetes mellitus, Hypothyreose und Nierenagenesie einseitig
)
und
attestierte der Beschwerdeführerin ab 19. Dezember 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6).
3.3
Im Anschluss an die Hospitalisierung in der
Z.___
begab sich die Beschwerdeführerin in psychiatrische Behandlung bei
Dr.
med. B.___
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Mit Bericht vom 13. Mai 2013 (Urk. 6/19) führte diese aus, die Beschwerdeführerin komme zu monatlichen Sit
zungen (
Ziff.
1.5).
Sie nannte als Diagnose eine
rezidivierende
depressive
Stö
rung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.11
) und den
Unfalltod eines Sohnes (
Ziff. 1.1)
und
attestierte seit Behandlungsbeginn am 26. März 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Produktionsmitarbeiterin.
Gleichzeitig bat
Dr.
B.___
jedoch um eine
Arbeitsfähigkeit
sbeurteilung
durch einen Arzt der Beschwerdegegnerin (Ziff. 1.6).
3.4
In Ergänzung zum vorgenannten Bericht vom Mai 2013 diagnostizierte
Dr.
B.___
mit Bericht vom 11. Oktober 2013 (Urk. 6/29) nebst der rezidivieren
den depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.11)
,
einen Verdacht auf ein MCI und differentialdiagnostisch eine begin
nende dementielle Entwicklung
(Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin sei aus psy
chiatrischer Sicht sowohl in der angestammten als auch in adaptierter Tätigkeit zu zirka 90 %
und im Haushaltsbereich zu mindestens 70 % arbeitsunfähig
(S
. 1
oben). In Abweichung zu dieser Einschätzung hielt
Dr.
B.___
in Ziffer 1.6
des Berichts
jedoch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
fest.
3.5
Vom 18. März bis 23. April 2014 begab sich die Beschwerdeführerin wiederum in stationäre psychiatrische Behandlung in der
Z.___
(
Austrittsbericht vom
25. April 2014,
Urk. 10)
. Wie dem Bericht zu entnehmen ist, sei die Be
schwerdeführerin seit dem letzten Austritt im März 2013 stabil gewesen - auch unter einer zuletzt erfolgten Medikationsreduktion. Nach einem negativen Bescheid der Invalidenversicherung sei die ängstlich-deprimierte Symptomatik
wieder verstärkt aufgetreten.
Die Ärzte diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1
; S. 1
).
Unter dem durchgeführten Therapieprogramm sei es zu einer Vollremission der generalisierten Ängste und zu einer deutlichen Verbesserung des Schlafes gekommen. Ebenfalls sei es zu einem Rückgang der psychomotorischen Unruhe gekommen. Zusammenfassend habe die Beschwerdeführerin in weitestgehend remittiertem Zusta
nd entlassen werden können (S. 3
oben).
3.
6
Wie dem Austrittsbericht vom 13. August 2014 der
Z.___
zu ent
nehmen ist, begab sich die Beschwerdeführerin
vom 27. Mai bis
1. Juli 2014 erneut in stationäre psychiatrische Behandlung (
Urk.
15
). Wiederum stellten die Ärzte als
psychiatrische
Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode, fest (ICD-10 F33.1; S. 1). Nach erfolgreicher Krisenintervention und Psychotherapie habe die Beschwerdeführerin in weitest
gehend remittiertem Zustand wieder entlassen werden können (S. 3).
4.
4.1
Aus den vorliegenden Berichten geht hervor, dass
die depressive Problematik einen sehr wechselhaften Verlauf hatte,
sie jedoch - entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vorstehend E. 2.2) - lediglich
kurzzeitig
anlässlich der Hos
pi
ta
lisierung Ende Dezember 2012 ein schweres Ausma
ss erreichte. Ansonsten wu
rden leichte bis mittelgradige Episoden diagnostiziert (vgl. E. 3.1 ff.).
4.2
Weiter fällt auf, dass die kurzzeitigen Verschlechterungen, anlässlich welchen sich die Beschwerdeführerin freiwillig in stationäre Behandlung begab,
deutlich mit psychosozialen Faktoren korrelierte
n
.
So
traten
die depressiven Symptome anfangs 2011
auf
, nachdem die Mutter der Beschwerdeführerin verstorben war. Die zweite Hospitalisierung und die damit einhergegangene Verschlechterung der depressiven Störung gingen mit Problemen am Arbeitsplatz einher
(vgl. E. 3.1)
. Nach dem negativen Bescheid (Februar 2014) der Beschwerdegegnerin verschlechterte sich die ängstlich-deprimierte Symptomatik
im März 2014
wie
derum
(vgl. E. 3.5
)
.
Das Beschwerdebild wurde daher erheblich von psychosozi
alen Faktoren mitbestimmt.
4.3
Den Berichten der Ärzte der
Z.___
kann
sodann
entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin jeweils sehr gut auf die durchgeführten Therapien ansprach
und mit nur noch leichter depressiver Symptomatik
entlassen werden konnte. Zwischen den stationären Aufenthalten sei der remittierte Zustand je
weils stabil gewesen
(
vgl.
E. 3.5
)
.
Eine engmaschige Depressionstherapie fand nicht statt. So kam die Beschwerdeführerin nach der ersten Hospitalisierung im 2011 „in grösseren Abständen durchschnittlich zirka alle zwei Monate“ zu am
bulanten Gesprächen
in die
Z.___
(Urk. 6
/
18/6 Mitte). Nach der zweiten stationären Behandlung besuchte sie einmal pro Monat eine Sitzung bei
Dr.
B.___
(vgl. E. 3.3).
Die
s
ist aufgrund der höchstrichterlichen Rechtsprechung in ähnlich gelagerten Fällen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2; Urteil 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1) nicht als konsequente Depressionstherapie zu werten.
Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur gelten ohnehin grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundesge
richts 8C_68/2013 vom 1
4.
Mai 2013 E. 3.5 mit Hinweisen). Dies hat auch dann Geltung, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivieren
den depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_195/2014 vom 12. Juni 2014 E. 4.4 mit Hinweisen).
Angesichts diese
r eindeutigen Rechtslage und des
Umstand
s
, dass die Depres
sion mittlerweile
wiederum
remittiert ist, kann aufgrund der depressiven Prob
lematik jedenfalls nicht auf eine andauernde Arbeitsunfähigkeit geschlossen wer
den.
Deren Behandelbarkeit wurde sodann eindrücklich aufgrund der Berich
te der
Z.___
belegt
, auch wenn die Beschwerdeführerin daran offen
sichtlich nicht prioritär interessiert scheint: So sei
eine
Spitexbetreuung
oder eine Angliederung an eine Tagesklinik, um eine Kontaktbrücke zu ihrer sozialen Umgebung
und eine geregelte Tagesstruktur
zu schaffen, von der Beschwerdeführerin abgelehnt worden.
Die Ärzte der
Z.___
konsta
tierten
bei der Beschwerdeführerin
daher
eine gegenüber neuen Einflüssen eher negativ eingestimmte Haltung und einen auf das familiäre Umfeld beschränkten Aktionsradius (Urk. 10 S. 3 Mitte).
Bereits bei der Hospitalisierung anfangs 2013 stellte sich heraus, dass die Beschwerdeführerin von einer „nicht
gesundheits
orientierten
Zukunftssicht“ (vgl. Urk. 6/18/7 unten) nicht mehr abzubringen war und eine Berentung begehrte.
4.4
Eine
gesamtheitliche
Betrachtung des psychischen Gesundheit
s
zustandes der Beschwerdeführerin ergibt, dass die vorliegend beklagte depressive Problematik
grundsätzlich therapeutisch
angehbar
ist.
Eine konsequente Depressionstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweisen würde, liegt nicht vor.
So
dann besteht das klinische Beschwerdebild hauptsächlich in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden
soziokulturellen
Faktoren herrühren.
Es erstaunt daher nicht, dass der Beschwerdeführerin seitens der Ärzte der
Z.___
abgesehen von einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit zwischen Dezember 2012 und März 2013 (vgl. E. 3.1) keine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde.
Daran vermögen auch die Berichte von
Dr.
B.___
nichts zu ändern. Die von ihr att
estierte Arbeitsunfähigkeit ist
nicht nachvollziehbar, da sie
einerseits
in ein und demselben Bericht verschiedene Arbeitsunfähigkeitsgrade attestierte. Ande
rerseits ist
nicht nachvollziehbar
, weshalb der Beschwerdeführerin praktisch kei
nerlei Aktivitäten (wie
beispielsweise
Bücken, Über-Kopf-Arbeiten, He
ben/Tra
gen, Treppensteigen, etc.) und wechselbelastende oder rein stehende Tätigkeiten mehr zumutbar sein sollten (vgl. Urk. 6/29/4).
In diesem Zusam
menhang ist
bei Berichten von behandelnden
Ärztinnen und
Ärzten
der Erfah
rungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc mit weiteren Hinweisen).
Soweit
Dr.
B.___
sodann einen Verdacht auf ein MCI und differentialdiagnostisch eine beginnende dementielle Entwicklung seit mindestens Februar 2011 festhi
elt, bleibt diese Diagnosestellung
schon allein deswegen fragwürdig, weil die Be
schwerdeführerin erst seit Ende März
2013
bei ihr in Behandlung ist. Die Ärzte der
Z.___
stellten trotz viermaliger mehrwöchiger
stationärer
Behand
lung
keine derartige Verdachtsdiagnose.
4.5
Soweit die Beschwerdeführerin somatische Beschwerden anführte, welche ihrer Ansicht nach einen invalidisierenden Gesundheitsschaden ausweisen würden, vermag der
einzige
fachärztliche
Bericht von
Dr.
A.___
keinen derartigen
Ge
sundheitsschaden
auszuweisen. Er nannte zwar som
atische Diagnosen (vgl. E. 3.2),
verwies jedoch im Weiteren auf die Berichte der
Z.___
. Ein einschränkender Charakter der somatischen Diagnosen kann diesem Bericht nicht entnommen werden und
ist
aufgrund der gestellten Diagnosen auch nicht
anzunehmen
.
4.6
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt
dahingehend erstellt, dass bei der Beschwerdeführerin kein invalidisierende
r Gesundheitsschaden vorliegt.
Die weiteren Einwendungen der Beschwerdeführerin vermögen an diesem
Be
weis
ergebnis
nichts zu ändern, weshalb es angesichts der klaren medizini
schen Aktenlage keiner zusätzlichen Abklärungen bedarf. Von ergänzenden
Beweis
mass
nahmen
und insbesondere der Anordnung einer weiteren medizini
schen Begut
achtung ist - entgegen den diesbezüglichen Vorbringen der Beschwer
de
füh
re
rin
(
Urk.
1 S. 2
ff.) - daher abzusehen (antizipierte
Beweiswür
digung
;
BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen).
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind
sie der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Christina Ammann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannFonti