# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12a88f32-ad9b-578a-8bdb-5b8fc92a2cfd
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-04-28
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 28.04.2023 SN.2023.7
**Docket/Reference:** SN.2023.7
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SN-2023-7_2023-04-28

## Full Text

Akteneinsicht bei hängigem Verfahren (Art. 101 Abs. 3 StPO);;Akteneinsicht bei hängigem Verfahren (Art. 101 Abs. 3 StPO);;Akteneinsicht bei hängigem Verfahren (Art. 101 Abs. 3 StPO);;Akteneinsicht bei hängigem Verfahren (Art. 101 Abs. 3 StPO)

Verfügung vom 28. April 2023 
Strafkammer 

Besetzung 

 

Bundesstrafrichter Maric Demont, Einzelrichter 

Gerichtsschreiber Friedo Breitenfeldt  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT vertreten durch Staats-

anwalt des Bundes Rodolfo Paredes, 

 

B., amtlich vertreten durch Rechtsanwalt Gregor Na-

varini 

 

gegen 

 

 A.  

 

 

   

Gegenstand 

 

Akteneinsicht bei hängigem Verfahren 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SN.2023.7 

(Hauptgeschäftsnummer: SK.2022.39) 

- 2 - 

SN.2023.7 

Sachverhalt: 

A. Mit Vorladung vom 21. März 2023 lud die Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

RA A. (hinfort: «der Gesuchsteller») anlässlich der Hauptverhandlung im Verfah-

ren SK.2022.39 vom 3. Mai 2023 als Auskunftsperson vor. 

B. Am 14. April 2023 stellte der Gesuchsteller ein Gesuch um Akteneinsicht gestützt 

auf Art. 105 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 107 Abs. 1 lit. a StPO (TPF pag. 

57.661.001 ff.). Dieses wurde den Parteien im Verfahren SK.2022.39 zur Stel-

lungnahme zugestellt.  

C. Mit Schreiben vom 20. April 2023 beantragte die Bundesanwaltschaft die Abwei-

sung des Akteneinsichtsgesuchs. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen 

aus, dass der Gesuchsteller sein Gesuch mit dessen Involvierung im spanischen 

Strafverfahren begründe. Letzteres hänge jedoch nicht direkt mit dem vorliegen-

den Verfahren zusammen, in welchem dem Gesuchsteller eben gerade keine 

Parteistellung zukomme. Die im Verfahren SK.2022.39 beschuldigte Person liess 

sich nicht innert Frist vernehmen. 

Der Einzelrichter erwägt: 

1. Der Gesuchsteller beantragt die Zustellung der Verfahrensakten im Verfahren 

SK.2022.39, im Rahmen dessen er als Auskunftsperson vorgeladen ist. Partei-

stellung kommt ihm in besagtem Verfahren nicht zu. Der Gesuchsteller begrün-

det sein Gesuch im Wesentlichen mit seiner medialen Betroffenheit im Zusam-

menhang mit einem durch die spanische Justiz gegen mehrere Beschuldigte (da-

runter der Vater und Kanzleikollege des Gesuchstellers) geführten Verfahrens, 

welches einen engen Konnex zum vorliegenden Strafverfahren aufweise. So 

macht der Gesuchsteller geltend, er sei von einem Journalisten mit Fragen in 

Bezug auf das spanische Verfahren sowie auf das Verfahren SK.2022.39 kon-

frontiert worden. Daraufhin sei ein rufschädigender Artikel über den Gesuchstel-

ler im «C.» erschienen. Die spanischen Behörden hätten ihn zudem aufgefordert, 

Gerichtsdokumente einzureichen und hätten bei deren Ausbleiben mit der inter-

nationalen Ausschreibung gedroht (TPF pag. 57.661.001 ff.). 

2. Nach Art. 105 Abs. 2 StPO stehen Verfahrensbeteiligten wie der Auskunftsper-

son die zur Wahrung ihrer Interessen erforderlichen Verfahrensrechte einer Par-

tei zu. Voraussetzung hierfür ist, dass sie in ihren Rechten unmittelbar betroffen 

sind. Unmittelbare Betroffenheit liegt insbesondere bei Eingriffen in Grundrechte 

und Grundfreiheiten vor (LIEBER, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 

105 StPO). Die vom Gesuchsteller geschilderte Betroffenheit beruht nicht auf der 

- 3 - 

SN.2023.7 

Vorladung als Auskunftsperson im Verfahren vor der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts, sondern auf der medialen Berichterstattung über ihn und dem 

spanischen Strafverfahren, im Rahmen dessen er gemäss seiner Schilderung 

gezwungen werde, Akten einzureichen und in dessen Zusammenhang er zur 

Verhaftung ausgeschrieben worden sei. Somit ist der Gesuchsteller im Verfahren 

vor der Strafkammer nicht unmittelbar betroffen im Sinne von Art. 105 Abs. 2 

StPO und sein Akteneinsichtsgesuch daher abzuweisen. Vollständigkeitshalber 

ist zu erwähnen, dass dem Gesuchsteller im Vorfeld seiner Einvernahme der 

Strafbefehl vom 29. April 2022 betreffend B. zugestellt wird, da dessen Kenntnis 

für die Befragung als Auskunftsperson hilfreich erscheint. Der abzuklärende 

Sachverhalt liegt mehr als 10 Jahre zurück und es erscheint notwendig, dass der 

Gesuchsteller in Kenntnis des Strafbefehls zur Sache befragt wird. 

3. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 300.-- festzusetzen und dem Gesuchsteller aufzu-

erlegen (vgl. Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und Art. 7 lit. a des Reglements des 

Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-

schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

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SN.2023.7 

Der Einzelrichter verfügt:  

1. Das Gesuch auf Akteneinsicht vom 14. April 2023 wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Gesuchsteller RA A. auferlegt. 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

 

 

Der Einzelrichter Der Gerichtsschreiber 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 

− A. 

− Rodolfo Paredes 

− RA Navarini 

  

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SN.2023.7 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 

(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

 

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen schriftlich und begrün-

det Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts führen (Art. 135 Abs. 3 lit. a und Art. 

396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

 

Mit der Beschwerde können gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-

brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

 

Einhaltung der Fristen 

Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen 

der Schweizerischen Post, einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im 

Falle von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden (Art. 91 Abs. 2 StPO). 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   Versand: 28. April 2023