# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8a88ef6-aa8c-511c-8d4e-301cd7fb6e86
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.09.2009 B-607/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-607-2009_2009-09-17.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-607/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9  

Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), 
Richter Francesco Brentani, 
Richter Philippe Weissenberger, 
Gerichtsschreiber Michael Barnikol.

A._______,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. 
Corinne Casanova, Bachmannweg 37, 8046 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Trägerorganisation für die höhere Fachprüfung für 
Steuerexperten,
Prüfungssekretariat, Hans-Huber-Strasse 4, 
Postfach 1853, 8027 Zürich,
Erstinstanz,

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT,
Effingerstrasse 27, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtzulassung zur höheren Fachprüfung für 
Steuerexperten.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-607/2009

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer legte im August 2007, im Rahmen seiner Aus-
bildung  zum  Steuerexperten,  verschiedene  Modulprüfungen  ab. Das 
Erreichen einer  bestimmten Punktezahl  in  diesen Prüfungen ist  Vor-
aussetzung für die Zulassung zur höheren Fachprüfung für Steuerex-
perten. Mit Schreiben vom 13. September 2007 teilte die Trägerorgani-
sation  für  die  höhere  Fachprüfung  für  Steuerexperten  (Erstinstanz, 
Prüfungskommission)  dem  Beschwerdeführer  mit,  dass  er  aufgrund 
ungenügender Bewertungen in  mehreren Modulprüfungen die Zulas-
sungsbedingungen  für  die  höhere  Fachprüfung  für  Steuerexperten 
nicht  erfülle. Daraufhin wiederholte  er  die  Modulprüfungen in  diesen 
Fächern im Oktober 2007. Mit Schreiben vom 22. November 2007 teil-
te die Prüfungskommission dem Beschwerdeführer mit, dass auch sei-
ne  Leistungen  in  den  Wiederholungsprüfungen  nicht  für  eine  Zulas-
sung  zur  höheren  Fachprüfung  für  Steuerexperten  ausreichten.  Die 
Prüfungskommission  entscheide  über  die  Zulassung  zur  Diplomprü-
fung in einer separaten Verfügung. Erst gegen diesen Entscheid könne 
Beschwerde erhoben werden.

B.
Mit Verfügung vom 8. Januar 2008 stellte die Prüfungskommission fest, 
dass der Beschwerdeführer nicht zur höheren Fachprüfung zugelassen 
werde.  Zugelassen  werden  könne  nur,  wer  die  Modulprüfungen 
erfolgreich absolviert habe. 

C.
Hiergegen  erhob  der  Beschwerdeführer  am  8. Februar 2008  Be-
schwerde beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (Vorins-
tanz). Er beanstandete die Bewertung von vier Modulprüfungen, die er 
im August  bzw. im Oktober 2007 abgelegt  hatte, und beantragte die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zulassung zur hö-
heren Fachprüfung für Steuerexperten. 

D.
Mit Beschwerdeentscheid vom 11. Dezember 2008 trat die Vorinstanz 
auf die Beschwerde nicht ein. Zur Begründung führte sie an, der Be-
schwerde  habe  kein  tauglicher  Streitgegenstand  zugrunde  gelegen. 
Effektiv angefochten seien nur die Bewertungen zweier Modulprüfun-
gen. Diese seien indessen nicht selbständig anfechtbar.

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B-607/2009

E.
Gegen diesen Entscheid  erhebt  der  Beschwerdeführer  am 28. Janu-
ar 2009 Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, 
den Nichteintretensentscheid der Vorinstanz vom 11. Dezember 2008 
aufzuheben und die Streitsache zwecks materieller Beurteilung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen. Der Beschwerdeführer habe in seiner Be-
schwerde  im  vorinstanzlichen  Verfahren  ausdrücklich  die  Aufhebung 
des  Nichtzulassungsentscheids  vom  8. Januar 2008  begehrt.  Dieser 
Entscheid habe unzweifelhaft Verfügungscharakter. Daher sei nicht er-
sichtlich,  weshalb  die  Vorinstanz  davon  ausgegangen  sei,  es  liege 
überhaupt kein Streitgegenstand vor.

F.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 12. März 2009 
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im Wesent-
lichen die gleichen Argumente vor wie im angefochtenen Nichteintre-
tensentscheid vom 11. Dezember 2008. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Der Entscheid der Vorinstanz vom 11. Dezember 2008 stellt eine Ver-
fügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Ver-
waltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) dar. 
Nach  Art. 31  und  33 Bst. d des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005  (VGG,  SR 173.32)  i.V.m. Art. 5  und  44 VwVG können 
Verfügungen der Vorinstanz mit Beschwerde beim Bundesverwaltungs-
gericht  angefochten  werden.  Der  Beschwerdeführer  ist  als  Adressat 
der angefochtenen Verfügung durch diese berührt und hat deshalb ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  ihrer  Aufhebung  oder  Änderung 
(Art. 48 Abs. 1  VwVG).  Eingabefrist  und  -form  sind  gewahrt  (Art. 50 
und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss wurde fristgemäss be-
zahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzun-
gen liegen vor. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2.
Gemäss  Rechtsprechung  ist  derjenige,  auf  dessen  Begehren  bzw. 
Rechtsmittel nicht eingetreten worden ist, befugt, durch die ordentliche 
Beschwerdeinstanz  überprüfen zu  lassen,  ob dieser  Nichteintretens-
entscheid zu Recht ergangen ist (BGE 118 Ib 381 E. 2b/bb, BGE 104 
Ib 307 E. 3a mit weiteren Hinweisen; Urteile des Bundesverwaltungs-

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gerichts  A-1471/2006 vom 3. März 2008 E. 1.2 und A-447/2008 vom 
14. Februar 2008 E. 2). Wird  auf  eine Beschwerde nicht  eingetreten, 
obwohl die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind, ist darin die Verlet-
zung von Bundesrecht  im Sinne  von Art. 49  Bst. a  VwVG zu  sehen 
(OLIVER ZIBUNG / ELIAS HOFSTETTER,  in:  Bernhard  Waldmann / Philippe 
Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 49 
N 18). 

2.1 Die Vorinstanz macht geltend,  der Beschwerde habe kein taugli-
cher  Streitgegenstand  zu  Grunde  gelegen.  Der  Beschwerdeführer 
habe zwar die Nichtzulassung zur Diplomprüfung durch die Prüfungs-
kommission angefochten und diese Verfügung wäre an sich ein taugli-
cher Anfechtungsgegenstand gewesen. Von den vier Modulprüfungen, 
deren Höherbewertung er verlange, habe er indessen zwei im August 
2007 abgelegt und im Oktober 2007 repetiert. Gemäss dem Merkblatt 
der Prüfungskommission zähle bei einer Wiederholung der Modulprü-
fungen nur die Note der jeweiligen Repetitionsprüfung, auch wenn die-
se  schlechter  sein  sollte  als  die  erste  Note. Mit  der  Anmeldung zur 
Wiederholungsprüfung  habe  der  Beschwerdeführer  dieses  Merkblatt 
akzeptiert.  Ihm  fehle  daher  ein  schützenswertes  Interesse  an  der 
Überprüfung jener beiden Module, die er im August 2007 abgelegt und 
im Oktober 2007 repetiert habe, da sie für den Entscheid über die Zu-
lassung zur Diplomprüfung keine Rolle spielten. Rechtlich relevant sei-
en diesbezüglich nur die Anträge des Beschwerdeführers hinsichtlich 
einer Modulprüfung vom Oktober 2007 und einer weiteren Modulprü-
fung vom August 2007, welche er nicht wiederholt habe. Selbst wenn 
seinen Rechtsbegehren bezüglich der Bewertung dieser zwei Modul-
prüfungen entsprochen worden wäre, hätte er die Zulassungsvoraus-
setzungen  nicht  erfüllt.  Da  die  Noten  in  einzelnen  Modulprüfungen 
nicht als eigene Verfügungen, sondern nur als Begründungselemente 
anzusehen seien, bildeten sie keinen selbständigen Streitgegenstand. 
Insofern sei die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichts und des 
Bundesverwaltungsgerichts  zu  der  Rechtsnatur  einzelner  Fachnoten 
zu berücksichtigen.

2.2 Das Anfechtungsobjekt,  d.h. der Entscheid der jeweiligen Vorins-
tanz, bildet den Rahmen, der den möglichen Umfang des Streitgegen-
standes  begrenzt.  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  kann 
grundsätzlich nur sein, was Gegenstand des erstinstanzlichen Verfah-
rens war oder nach richtiger Gesetzesauslegung hätte sein sollen. Ge-
genstände, über welche die Vorinstanz nicht entschieden hat und über 
welche sie nicht entscheiden musste, sind durch die Beschwerdeins-

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tanz  nicht  zu  beurteilen. Im  Rahmen des  Anfechtungsgegenstandes 
wird der Streitgegenstand gemäss der Dispositionsmaxime durch die 
Parteibegehren bestimmt. Der Streitgegenstand darf im Laufe des Be-
schwerdeverfahrens weder erweitert noch qualitativ verändert werden; 
er kann sich höchstens verengen und um nicht mehr streitige Punkte 
reduzieren, nicht aber ausweiten (vgl. FRANK SEETHALER / FABIA BOCHSLER, 
in: Bernhard Waldmann / Philippe Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskom-
mentar VwVG, Zürich 2009, Art. 52 N 40). 

Der  Beschwerdeführer  beantragte  in  seiner  Beschwerdeschrift  vom 
8. Februar 2008 ausdrücklich die Aufhebung des Nichtzulassungsent-
scheids der Prüfungskommission vom 8. Januar 2008 und die Zulas-
sung zur höheren Fachprüfung. Bei diesem Entscheid handelt es sich 
unbestrittenermassen und offensichtlich um eine Verfügung im Sinne 
von Art. 5 VwVG und somit um ein zulässiges Anfechtungsobjekt in ei-
nem  Beschwerdeverfahren  (vgl.  Art. 44  VwVG).  Gegenstand  dieser 
Verfügung  war  die  Entscheidung  darüber,  ob  der  Beschwerdeführer 
alle Zulassungsvoraussetzungen erfüllte und somit einen Anspruch auf 
Zulassung zur höheren Fachprüfung hatte. Die Nichtzulassung des Be-
schwerdeführers zur höheren Fachprüfung für Steuerexperten war da-
her sowohl Anfechtungs- als auch Streitgegenstand des vorinstanzli-
chen Verfahrens. 

2.3 Dass der Beschwerdeführer als Adressat ein aktuelles und schutz-
würdiges  Interesse  daran hat,  dass  diese Nichtzulassungsverfügung 
der Prüfungskommission aufgehoben und abgeändert und er zur Dip-
lomprüfung zugelassen werde, ist offensichtlich und unbestritten.

2.4 Die  Ausführungen  der  Vorinstanz  bezüglich  der  Fragen,  welche 
Modulprüfungen dem Entscheid über die Zulassung zur höheren Fach-
prüfungen zugrunde zu legen sind und ob die in diesen Fächern er-
reichten Punkte unter Berücksichtung der Rügen des Beschwerdefüh-
rers für dessen Zulassung ausreichen, sind im Kontext der Eintretens-
frage irrelevant. Diese Fragen haben keinen Einfluss auf den Umfang 
des Streitgegenstands, sondern betreffen vielmehr die Frage, ob die 
materiellen Voraussetzungen für die Zulassung zur höheren Fachprü-
fung für Steuerexperten erfüllt waren. Darüber hätte die Vorinstanz da-
her in einem Sachentscheid zu befinden gehabt. 

2.5 Das Fehlen weiterer  Eintretensvoraussetzungen ist  nicht  ersicht-
lich und wird von der Vorinstanz auch nicht vorgebracht. 

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2.6 Die Vorinstanz hätte daher  auf  die Beschwerde eintreten und in 
der  Sache entscheiden  müssen. Die  Beschwerde erweist  sich  somit 
als begründet und ist gutzuheissen. 

3.
In der Beschwerde gegen einen Nichteintretensentscheid kann an sich 
nur geltend gemacht werden, die Vorinstanz habe zu Unrecht verneint, 
dass die Eintretensvoraussetzungen gegeben seien. Das Anfechtungs-
objekt ist insofern auf die Eintretensfrage beschränkt (vgl. BGE 132 V 
74 E. 1.1; ANDRÉ MOSER / MICHAEL BEUSCH / LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessie-
ren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 78 Rz. 2.164). 
Hat  die  Vorinstanz  fälschlicherweise  einen  Nichteintretensentscheid 
gefällt  und ist die Beschwerde daher gutzuheissen, so ist  die Sache 
zwingend  an die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  damit  diese die  Sache 
erstmals  materiell  prüfe,  da  der  Beschwerdeführer  ansonsten  eine 
Rechtsmittelinstanz  verlieren würde  (PHILIPPE WEISSENBERGER,  in: Bern-
hard  Waldmann / Philippe  Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar 
VwVG, Zürich 2009, Art. 61 N 19). 

Es wäre indessen ein offensichtlicher prozessualer Leerlauf, eine Be-
schwerde gutzuheissen und die Sache an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen, nur damit diese auf die Sache eintrete und dann – mit der identi-
schen Begründung, die sie bereits für den angefochtenen Nichteintre-
tensentscheid angeführt hatte – die Beschwerde materiell abweise. Es 
kann daher aus Gründen der Prozessökonomie ausnahmsweise gebo-
ten sein, dass sich die Rechtsmittelinstanz – obiter dictu – auch dazu 
äussert, ob die Vorinstanz mit dem Nichteintretensentscheid lediglich 
die falsche Rechtsfolge gewählt hat, indem sie zu Unrecht auf Nicht-
eintreten statt  auf Abweisung erkannt hat,  oder ob die von ihr ange-
führten Argumente auch in Bezug auf eine materielle Abweisung nicht 
stichhaltig sind. Derartige Ausführungen wären allerdings dann unzu-
lässig, wenn der Beschwerdeführer sich zu den diesbezüglichen Fra-
gen noch nicht geäussert hat und die Meinung der Rechtsmittelinstanz 
zu seinen Ungunsten ausfallen würde, weil der Beschwerdeführer bei 
dieser  Konstellation  die  Möglichkeit  des  rechtlichen  Gehörs  vor  der 
Rechtsmittelinstanz verlieren würde. 

4.
Die Vorinstanz vertritt vorab die Auffassung, bei der Prüfung der Zulas-
sungsvoraussetzungen seien nur die Ergebnisse der Wiederholung ei-
ner Modulprüfung zu berücksichtigen,  nicht  hingegen die des ersten 
Prüfungsversuchs. 

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4.1 Gemäss  der  Prüfungsordnung  für  die  höhere  Fachprüfung  für 
Steuerexpertinnen und Steuerexperten (Prüfungsordnung) berechtigen 
die Modulprüfungen zur Zulassung zur Diplomprüfung, wenn der Kan-
didat mindestens 24 Notenpunkte aus nicht länger als vor 6 Jahren ab-
gelegten Modulprüfungen vorweisen kann und dabei insgesamt nicht 
mehr als ein Notenpunkt unter vier  zur Anrechnung kommt (vgl. Art. 
6.2.1 Prüfungsordnung). Dass das Ergebnis einer bestandenen Modul-
prüfung ungültig  werde,  sobald  und weil  ein  Kandidat  die Modulprü-
fung in diesem Fach wiederholt, lässt sich dem Wortlaut der Prüfungs-
ordnung nicht entnehmen. 

Auch nach der systematischen oder teleologischen Auslegungsmetho-
de ist kein Grund ersichtlich, warum dies so sein sollte. In herkömmli-
chen Prüfungen werden am gleichen Prüfungstermin mehrere Fächer 
geprüft; könnte ein Kandidat nun nur die jeweils ungenügenden Fächer 
einzeln wiederholen,  hätte  er  einen ungerechtfertigten Vorteil  in  den 
Prüfungsbedingungen gegenüber den übrigen Kandidaten, welche das 
gleiche Fach als eines unter mehreren am gleichen Tag ablegen müs-
sen. Da das Anforderungsniveau auf diese Mehrfachbelastung durch 
mehrere Fächer ausgerichtet ist, hat der Grundsatz der Gleichbehand-
lung der verschiedenen Kandidaten einen hohen Stellenwert. Aus die-
sem Grund kann – vorbehalten besonderer Reglementsbestimmungen 
– bei herkömmlichen Prüfungen in der Regel nur die Prüfung als Gan-
zes oder zumindest alle Fächer, die terminlich zusammen geprüft wur-
den,  gemeinsam  wiederholt  werden.  Modulprüfungen  unterscheiden 
sich von Prüfungsfächern in herkömmlichen Prüfungen indessen gera-
de dadurch, dass das betreffende Modulfach für sich allein, ohne zwin-
genden zeitlichen oder rechtlichen Zusammenhang mit  anderen Prü-
fungsfächern, geprüft wird. In rechtlicher Hinsicht hat das Ergebnis ei-
ner Modulprüfung daher einen ähnlichen Stellenwert wie das Ergebnis 
einer ganzen Prüfung der herkömmlichen Art. 

Dass im vorliegenden Fall  die Prüfungsordnung die Anfechtung nicht 
für  jede  Modulprüfung  einzeln,  sondern  erst  im  Kontext  des  Zulas-
sungsentscheides  vorsieht,  so  dass  das  Ergebnis  der  Modulprüfung 
nicht selbständig in Rechtskraft erwachsen kann, ändert daran nichts. 
Auch dass die Anzahl der zulässigen Wiederholungen  der Modulprü-
fungen durch die Prüfungsordnung nicht beschränkt wird, ist in diesem 
Kontext nicht relevant.

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Der Auffassung der Vorinstanz und der Prüfungskommission, dass im 
Fall  einer  Wiederholung  einer  Modulprüfung  nur  die  Ergebnisse  der 
Wiederholung berücksichtigt werden könnten, auch wenn das Resultat 
des  ersten  Prüfungsversuchs  besser  war,  kann  daher  nicht  gefolgt 
werden.

4.2 Die Vorinstanz macht geltend,  der Beschwerdeführer habe diese 
Rechtsauffassung, welche in einem Merkblatt der Prüfungskommission 
dargelegt worden sei, mit seiner Anmeldung akzeptiert.

Gemäss der Prüfungsordnung anerkennt jeder Kandidat mit seiner An-
meldung  die  Prüfungsordnung  und  die  dazu  gehörige  Wegleitung 
(Art. 3.2.2 Prüfungsordnung). Das konkrete Anmeldeformular des Be-
schwerdeführers ist nicht aktenkundig; insofern ist nicht belegt, ob die-
ses darüber hinaus einen entsprechenden Passus enthielt,  dass der 
Beschwerdeführer  neben der Prüfungsordnung und Wegleitung auch 
die im Merkblatt der Prüfungskommission vertretene Rechtsauffassung 
akzeptiere. Wie es sich damit verhält, kann indessen offen bleiben.  

Die massgeblichen Regeln sind in der Prüfungsordnung und allenfalls 
der dazugehörigen Wegleitung festgelegt, welche durch die zuständige 
Genehmigungsinstanz  genehmigt  wurden.  Der  Prüfungskommission 
fehlt grundsätzlich die Zuständigkeit, davon abweichende Regeln auf-
zustellen, jedenfalls nicht zu Ungunsten der Kandidaten. Eine von der 
Systematik der Prüfungsordnung abweichende Rechtsauffassung der 
Prüfungskommission erlangt daher nicht dadurch Verbindlichkeit, dass 
die Kandidaten durch entsprechende Formulierungen auf dem Anmel-
deformular gezwungen werden, sich dieser zu unterziehen. 

4.3 Der von der Vorinstanz dargelegten Auffassung, im Rahmen des 
Zulassungsentscheids  sei  nur  die  jeweils  zuletzt  wiederholte  Modul-
prüfung zu berücksichtigen, kann daher nicht zugestimmt werden. Viel-
mehr ergibt sich – wie dargelegt – aus der Prüfungsordnung, dass die 
Modulprüfung  mit  der  jeweils  höchsten  Note  innerhalb  der  letzten 
sechs Jahre zu berücksichtigen ist. 

5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführer die ob-
siegende  Partei,  so  dass  ihm  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen 
sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Vorinstanzen werden keine Verfahrenskos-
ten auferlegt  (Art. 63  Abs. 2 VwVG). Der  vom Beschwerdeführer  ge-
leistete Kostenvorschuss von Fr. 1'100.– ist ihm zurückzuerstatten.

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6.
Obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung 
für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 7 Abs. 1 des Re-
glements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Partei-
entschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige wei-
tere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Der Beschwerde-
führer  ist  im vorliegenden  Verfahren anwaltlich  vertreten. Soweit  die 
Parteientschädigung nicht einer unterliegenden Gegenpartei auferlegt 
werden kann, wird sie der Körperschaft oder autonomen Anstalt aufer-
legt, in deren Namen die Vorinstanz verfügt hat (Art. 64 Abs. 2 VwVG). 

Die  Parteientschädigung  ist  aufgrund  der  eingereichten  Kostennote 
festzusetzen  (Art. 14  Abs. 2  VGKE).  Die  Rechtsvertreterin  des  Be-
schwerdeführers macht mit  Kostennote vom 8. Mai 2009 eine Partei-
entschädigung von Fr. 4'350.–  geltend, basierend auf einem Aufwand 
von 14,5  Stunden zu Fr. 300.–. Entschädigungspflichtig  ist  indessen 
nur der notwendige Aufwand. Der geltend gemachte Aufwand von über 
14 Stunden ist  für  einen derart  einfachen Fall  übertrieben hoch. Die 
sich objektiv stellenden Fragen gehören zum Basiswissen eines ver-
fahrensrechtlich tätigen Juristen und lassen sich auf  wenigen Seiten 
darstellen. Komplexe Sachverhaltsfragen, die umfangreiches Aktenstu-
dium oder  längere  Konsultationen des Klienten erforderlich  gemacht 
hätten, stellten sich objektiv nicht. Auch enthält  die Honorarnote teil-
weise reinen Kanzleiaufwand, der weder zum Anwaltstarif noch auch 
nur zusätzlich verrechnet werden darf. Zum geltend gemachten Stun-
denansatz von Fr. 300.– (anscheinend inkl. MWST und Auslagen) kön-
nen  daher  höchstens  7  Stunden  anerkannt  werden.  Eine  Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 2'100.– (inkl. MWST und Auslagen) er-
scheint daher als angemessen.

7.
Dieses  Urteil  kann  nicht  mit  Beschwerde  an  das  Bundesgericht 
weitergezogen werden (Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Es ist somit endgültig.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der Vorinstanz vom 
11. Dezember 2008 wird aufgehoben und die Sache wird zur Weiter-
führung des Verfahrens und zum materiellen Entscheid an die Vorins-
tanz zurückgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss von 
Fr. 1'100.– wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.
Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 2'100.– 
zu Lasten des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie zuge-
sprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilage:  Beschwerdebeila-
gen, Rückerstattungsformular)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...]; Einschreiben; Vorakten zurück)
- die Erstinstanz (Einschreiben; Vorakten zurück)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Eva Schneeberger Michael Barnikol

Versand: 22. September 2009

Seite 10