# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c68850d8-47eb-5ef4-b144-4abc8b220cb9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** RA250012-O2
**Docket/Reference:** RA250012-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/RA250012-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer 

Geschäfts-Nr.: RA250012-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. B. Schärer und Ersatzoberrichter lic. iur. T. Engler  

sowie Gerichtsschreiberin MLaw N. Paszehr

Beschluss und Urteil vom 12. Dezember 2025

in Sachen

gegen

sowie

A._____, 

Klägerin und Beschwerdeführerin

Bezirksgericht Bülach, 

Beschwerdegegner

B._____ AG, 

Beklagte und Verfahrensbeteiligte

vertreten durch lic. iur. X._____, 

betreffend arbeitsrechtliche Forderung (Rechtsverzögerung)

Beschwerde gegen eine Verfügung des Arbeitsgerichts Bülach vom 

13. November 2025 (AN250010-C)

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Erwägungen:

1.1. Mit  Eingabe  vom  9.  Juli  2025  reichte  die  Klägerin  und  Beschwerdeführerin 

(fortan  Klägerin)  eine  arbeitsrechtliche  Klage  beim  Bezirksgericht  Winterthur  ein 

(Urk. 8/3). Mit Beschluss vom 20. August 2025 trat das Arbeitsgericht Winterthur 

auf die Klage nicht ein und leitete die Akten zuständigkeitshalber an das Arbeitsge-

richt Bülach (Vorinstanz) weiter (Urk. 8/1). Mit Eingabe vom 27. August 2025 teilte 

Rechtsanwalt X._____ mit, die Beklagte und Beschwerdegegnern (fortan Beklagte) 

zu vertreten und dass er bis zum 15. September 2025 auslandbedingt abwesend 

sei (Urk. 8/13). Mit Beschluss vom 3. September 2025, versandt am 22. September 

2025 (Urk. 8/17), wurde der Beklagten eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um eine 

schriftliche  Klageantwort  einzureichen  (Urk.  8/16).  Der  Beschluss  wurde  der  Be-

klagten am 23. September 2025 zugestellt (Urk. 8/17). Mit Eingabe vom 10. Okto-

ber 2025 ersuchte die Beklagte um eine erstmalige Erstreckung der Frist bis zum 

13. November 2025, was ihr mit Verfügung vom 14. Oktober 2025 bewilligt wurde 

(Urk. 8/18). Mit Eingabe vom 12. November 2025 ersuchte die Beklagte erneut um 

eine Fristerstreckung bis zum 12. Dezember 2025 (Urk. 8/19). Mit Verfügung vom 

13. November 2025 wurde die Frist letztmals bis zum 12. Dezember 2025 erstreckt 

(Urk. 8/19). Mit Eingabe vom 15. November 2025 erhob die Klägerin "Widerspruch" 

gegen diese erneute Fristerstreckung bei der Vorinstanz und stellte folgende An-

träge (Urk. 8/20 S. 3):

"1. Das Fristerstreckungsgesuch der Beklagten vom 12. November 

2025 sei abzuweisen.

 2. Die Beklagte sei als säumig zu betrachten

 3. Das Verfahren sei ohne Klageantwort der Beklagten fortzufüh-

ren."

Die Vorinstanz nahm die Eingabe als Gesuch um Begründung der Verfügung vom 

13.  November  2025  entgegen  und  erliess  den  begründeten  Entscheid  (Urk.  2  = 

Urk. 8/21). 

1.2. Dagegen  erhob  die  Klägerin  mit  Eingabe  vom  27.  November  2025  (Datum 

des Poststempels: 28. November 2025) fristgerecht (vgl. Art. 321 Abs. 2 ZPO und 

Urk. 8/22) Beschwerde mit den folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):

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"1. Die Verfügung des Arbeitsgerichts Bülach vom 13. November 2025 

sei aufzuheben.

 2. Es  sei  festzustellen,  dass  die  Beklagte  mit  Ablauf  der  Frist  vom 

13. November 2025 säumig wurde.

 3. Das Verfahren sei ohne Klageantwort der Beklagten fortzuführen 

(Art. 223 ZPO).

 4. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien der Beklagten aufzu-

erlegen."

1.3. Da sich die Beschwerde sogleich als offensichtlich unzulässig bzw. unbegrün-

det  erweist,  kann  auf  weitere  Prozesshandlungen  verzichtet  werden  (Art. 322 

Abs. 1 ZPO).

2.1. Die  Vorinstanz  erwog,  es  sei  zunächst  festzuhalten,  dass  die  Klägerin  irre, 

wenn  sie  meine,  die  Fristerstreckungsgesuche  seien  verspätet  gestellt  worden. 

Beide Fristerstreckungsgesuche seien am letzten Tag der Frist beim Gericht ein-

gegangen, wobei sie schon drei bzw. einen Tag zuvor und damit zweifelsohne vor 

Fristablauf der Schweizerischen Post übergeben worden seien. Säumig sei die Be-

klagte daher nicht. Die Fristerstreckungsgesuche seien sodann mit der Arbeitslast 

der  Rechtsvertretung  begründet  worden.  Dass  Rechtsanwälte  mehrere  Mandate 

gleichzeitig führten und entsprechend stark ausgelastet seien, entspreche dem We-

sen des Anwaltsberufs. Die Arbeitslast stelle denn auch einen zulässigen Erstre-

ckungsgrund dar und ebenso gelegentliche Auslandaufenthalte einer Rechtsvertre-

tung oder einer Partei. Gerichtliche Verfahren, die wie das vorliegende Verfahren 

dem ordentlichen Verfahren unterstünden, nähmen für gewöhnlich schon nur erst-

instanzlich gut ein Jahr Zeit in Anspruch. Dass sich eine Partei oder Rechtsvertre-

tung  in  dieser  Zeitspanne  nie  im  Ausland  aufhielte,  wäre  eine  lebensfremde  An-

nahme. Insbesondere von der beklagten Partei, welche den Prozesszeitpunkt nicht 

bestimmen könne, könne nicht erwartet werden, dass sie nie (auslands-)abwesend 

sei. Gleiches gelte für Anwälte, welche, wie alle erwerbstätigen Personen, zudem 

auch Anspruch auf Ferien- und Freizeit hätten. Die in den Fristerstreckungsgesu-

chen vorgebrachten Gründe seien in diesem Sinne denn auch glaubhaft. Für den 

Erstreckungsgrund  der  Arbeitslast  könne  von  den  Rechtsanwälten  sodann  kein 

schriftlicher Beweis verlangt werden, würde dies doch bedeuten, dass sie entweder 

das  Berufsgeheimnis  verletzen  oder  dann  einen  unverhältnismässig  hohen  Auf-

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wand betreiben müssten, um über die weiteren ihnen laufenden Fristen und ander-

weitigen berufsimmanenten Verpflichtungen, wie die Teilnahme an Verhandlungen, 

anonymisierte Belege beizubringen. Diesem Umstand werde jedoch dahingehend 

Rechnung getragen, dass die Frist nicht beliebig erstreckt werden könne. So sei 

die beklagte Partei denn auch darauf hingewiesen worden, dass es sich bei den 

Fristerstreckungen um die vorletzte bzw. letztmalige Erstreckung handle, womit der 

beklagten Partei klar angezeigt worden sei, dass keine weiteren Fristerstreckungen 

mehr  gewährt  würden  bzw.  nur  noch  in  ausgesprochenen  Notsituationen,  bspw. 

infolge Ablebens der Rechtsvertretung (Urk. 2 E. 6–8).

Den Akten könne denn auch nicht entnommen werden, dass die beklagte Partei in 

geradezu  rechtsmissbräuchlicher  Weise  versuche,  das  Verfahren  zu  verzögern. 

Dazu  sei  zunächst  festzuhalten,  dass  allfällige  Verzögerungen  im  Rahmen  des 

Schlichtungsverfahrens  im  vorliegenden  Verfahren  unbeachtlich  seien.  Das 

Schlichtungsverfahren sei zwar das Vorverfahren zum gerichtlichen Verfahren, je-

doch klar ein separates Verfahren vor einer anderen, eigenständigen Behörde, in 

casu dem Friedensrichteramt C._____. Die Leitung dieses Verfahrens habe denn 

auch dem zuständigen Friedensrichter oblegen, wobei es dem Arbeitsgericht weder 

zustehe noch möglich sei, die Fallführung des Friedensrichters zu beurteilen. Die 

Klage  sei  sodann  infolge  Überweisung  durch  das  Arbeitsgericht  des  Bezirksge-

richts Winterthur am 28. August 2025 beim hiesigen Gericht eingetroffen. Soweit 

daraus  eine  Verzögerung  erwachse,  habe  die  Klägerin  sich  diese  selbst  zuzu-

schreiben. Dass der Beschluss vom 3. September 2025 sodann erst am 22. Sep-

tember 2025 habe versandt werden können, sei der gesteigerten Arbeitslast des 

Gerichts nach Ende der Gerichtsferien und dem damit einhergehenden Ablauf des 

Fristenstillstands geschuldet (Urk. 2 E. 9). 

Dass das vorliegende Verfahren sodann eine besondere Dringlichkeit aufweise, er-

gebe  sich  aus  den  Akten  nicht  und  werde  von  der  Klägerin  in  der  Eingabe  vom 

15. November 2025 auch nur pauschal behauptet. Im Gegenteil seien Prozesse im 

ordentlichen  Verfahren  grundsätzlich  weniger  dringlich  und  entsprechend  auch 

nicht so straff zu führen, wie Prozesse im vereinfachten oder gar im summarischen 

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Verfahren. Entsprechend seien auch die Anforderungen an Fristerstreckungsgesu-

che im ordentlichen Verfahren gemeinhin tiefer (Urk. 2 E. 10).

Die Gesamtdauer der gewährten Frist von 23. September 2025 bis und mit 12. De-

zember 2025, mithin von insgesamt 80 Tagen bzw. 2.7 Monaten, sei in Anbetracht 

des Umfangs der Klageschrift vom 29. Juni 2025 von 51 dicht beschriebenen Seiten 

mit  einer  Vielzahl  an  Vorwürfen  und  Forderungen  sowie  32  Beilagen  denn  auch 

angemessen. Es müsse dabei auch berücksichtigt werden, dass die klagende Par-

tei gemeinhin den Vorteil geniesse, für die Anhebung der Klage wesentlich mehr 

Zeit zur Verfügung zu haben, da sie den Zeitpunkt des Prozessbeginns selbst wäh-

len könne. Insbesondere seien der Klägerin nach Durchführung des Schlichtungs-

verfahrens  und  Zustellung  der  Klagebewilligung  nochmals  die  gesetzlich  vorge-

schriebenen drei Monate Klagefrist zur Verfügung gestanden, um ihre Klage vor-

zubereiten. Es sei daher nicht unangemessen, der Beklagten für die Erstattung ih-

rer ersten Rechtsschrift, der Klageantwort, ebenfalls knapp drei Monate Zeit zuzu-

gestehen (Urk. 2 E. 11).

2.2. Die Klägerin moniert mit ihrer Beschwerde, die Vorinstanz begründe ihre Fris-

terstreckung unter anderem damit, dass sie (die Klägerin) drei Monate Zeit zur Kla-

gevorbereitung gehabt habe. Dies sei falsch, aktenwidrig und verletze Art. 320 lit. b 

ZPO. Die tatsächlichen Abläufe zeigten, dass sie keine einzige Verzögerung verur-

sacht  habe,  sondern  dass  das  Friedensrichteramt  C._____,  das  Bezirksgericht 

Winterthur, die "Gerichte Zürich" und das Arbeitsgericht Bülach mehrfach Fehler, 

Falschauskünfte und Verzögerungen verursacht hätten. Sie habe ihre Klageschrift 

bereits vor dem 7. März 2025 vollständig ausgearbeitet und entscheidungsreif vor-

bereitet gehabt. Nach der Schlichtungsverhandlung habe sie lediglich noch Vorfälle 

und  Aussagen  aus  der  Schlichtungsverhandlung  integrieren  müssen.  Dies  stelle 

keine zusätzliche Vorbereitung, sondern nur eine minimale Aktualisierung dar. Die 

drei monatige Bedenkzeit sei sodann ausschliesslich von der Beklagten verlangt 

worden. Sie hingegen sei jederzeit bereit gewesen, die Klage sofort einzureichen. 

Am  30.  Juni  2025  habe  sie  eine  erste  falsche  Auskunft  erhalten,  wonach  die 

Adresse des Arbeitsgerichts Winterthur an der Technikumstrasse 81 in 8400 Win-

terthur sei. Sie habe sich auf diese Auskunft verlassen dürfen. Um die fehlerhafte 

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Adresse  zu  überprüfen,  habe  sie  am  10.  Juli  2025  die  Auskunft  an  die  zentrale 

Stelle "Gerichte Zürich" weitergeleitet, wobei ihr die falsche Adresse erneut bestä-

tigt worden sei. Sie habe also zweimal amtliche Falschauskünfte erhalten, sodass 

die fehlerhafte Zustellung nicht ihr anzulasten sei. Am 17. Juli 2025 habe das Ar-

beitsgericht Winterthur bestätigt, dass für die Klage das Arbeitsgericht Bülach zu-

ständig sei und zugesichert, dass die Akten spätestens bis zum 18. August 2025 

überwiesen würden. Am 21. Juli 2025 sei ihr telefonisch zugesichert worden, dass 

eine umgehende Weiterleitung der Akten erfolge, was jedoch nicht geschehen sei. 

Die  Weiterleitung  sei  erst  am  20.  August  2025  erfolgt  und  die  Akten  seien  am 

25. August 2025 in Bülach eingetroffen. Diese Verzögerung von über einem Monat 

sei vollständig behördlich verursacht worden. Sodann sei die Vorinstanz untätig ge-

blieben und habe dadurch Art. 29 BV und Art. 124 ZPO verletzt, indem sie die erste 

Frist  erst  am  3.  September  2025  angesetzt  habe.  Die  beiden  Fristerstreckungen 

seien mit Arbeitsüberlastung, Terminen und fehlender Instruktion begründet wor-

den. Dies sei nach elf Monaten Klagekenntnis unbehelflich (Urk. 1 S. 2–5).

2.3. Die angefochtene vorinstanzliche Verfügung ist eine prozessleitende Verfü-

gung, gegen welche grundsätzlich die Beschwerde zulässig ist, sofern – neben vor-

liegend nicht zutreffenden, vom Gesetz speziell vorgesehenen Fällen (Art. 319 lit. b 

Ziff. 1  ZPO) –  durch  sie  ein  nicht  leicht  wiedergutzumachender  Nachteil  droht 

(Art. 319  lit. b  Ziff. 2  ZPO).  Handelt  es  sich  jedoch  um  eine  Fristerstreckung  und 

wird diese gutgeheissen, steht der Gegenpartei mangels Beschwer kein Rechts-

mittel zur Verfügung. Vorbehalten bleibt eine Beschwerde wegen Rechtsverzöge-

rung (OGer ZH PC240017 vom 6. Mai 2025, E. 3; BSK ZPO-Benn, Art. 144 N 15; 

BK ZPO-Frei, Art. 144 N 21; CHK ZPO-Sutter-Somm/Seiler, Art. 144 N 18).

Die  Vorinstanz  gewährte  dem  Beklagten  mit  der  Verfügung  vom  13.  November 

2025  eine  letztmalige  Frist  zur  Erstattung  der  schriftlichen  Klageantwort  bis  zum 

12. Dezember 2025, sodass der Klägerin mangels Beschwer das von ihr ergriffene 

Rechtsmittel der Beschwerde nicht offen steht. Soweit sie somit die Aufhebung der 

Verfügung vom 13. November 2025 beantragt, ist auf ihre Beschwerde nicht einzu-

treten. Die Klägerin rügt jedoch auch eine Rechtsverzögerung durch die Vorinstanz 

(vgl. vorstehende E. 2.2), sodass diesbezüglich auf die Beschwerde einzutreten ist.

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2.4. Wann eine Rechtsverzögerung vorliegt, regelt die ZPO nicht näher. Hingegen 

ergeben  sich  die  Kriterien  zur  Prüfung  der  Rechtsverzögerung  aus  der  Praxis 

zu Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede 

Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf Beur-

teilung innert angemessener Frist. Die Beurteilung der angemessenen Verfahrens-

dauer entzieht sich starren Regeln. Es ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob sich die 

Dauer unter den konkreten Umständen als angemessen erweist. Die Rechtspre-

chung berücksichtigt namentlich folgende Kriterien: Bedeutung des Verfahrens für 

den Betroffenen, Komplexität des Falles (Art des Verfahrens, Umfang und Komple-

xität  der  aufgeworfenen  Sachverhalts-  und  Rechtsfragen),  Verhalten  der  Verfah-

rensbeteiligten und Behandlung des Falles durch die Behörden. Der Anspruch auf 

Beurteilung innert angemessener Frist bezieht sich ausgehend von den einzelnen 

Verfahrensabschnitten  auf  die  gesamte  Verfahrensdauer.  Es  besteht  die 

Möglichkeit,  eine  eingetretene  Verzögerung 

in  einem  oder  einzelnen 

Verfahrensabschnitten 

durch 

eine 

Beschleunigung 

in 

anderen 

Verfahrensabschnitten  auszugleichen.  Dem  Gericht  ist  eine  Rechtsverzögerung 

dann  vorzuwerfen,  wenn  es  ohne  ersichtlichen  Grund  und  ohne  ausgleichende 

Aktivität während längerer Perioden untätig geblieben ist (BGer 5A_207/2018 vom 

26. Juni 2018 E. 2.1, m.w.H.). 

Diese  besondere  Form  der  Beschwerde  richtet  sich  hauptsächlich  gegen  einen 

Nicht-Akt, d.h. gegen das unrechtmässige gerichtliche Verzögern eines Entscheids. 

Die  anfechtbare  Rechtsverzögerung  kann  aber  auch  Folge  von  positiven  Anord-

nungen sein, z.B. wenn einer Partei eine überlange Frist oder Fristerstreckung ge-

währt wird (BSK ZPO-Spühler, Art. 319 N 21). Im Einzelnen kommt dem Gericht 

bei der Prozessleitung (Art. 124 Abs. 1 ZPO) ein weiter Gestaltungsspielraum zu. 

Eine  Verletzung  des  Beschleunigungsgebots  und  damit  eine  unrechtmässige 

Rechtsverzögerung ist deshalb trotz grundsätzlich freier Kognition der Beschwer-

deinstanz nur in klaren Fällen anzunehmen, d.h. dann, wenn das Gericht das ihm 

zustehende Ermessen offensichtlich überschritten hat  (OGer ZH  RA230007 vom 

9. November 2023 E. 2.b, m.w.H.). 

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2.5. Zunächst in festzuhalten, dass alles was vor der Überweisung der Verfahrens-

akten an die Vorinstanz geschah, dieser von Vornherein nicht angelastet werden 

und damit auch keine durch sie verursachte Rechtsverzögerung darstellen kann. 

Auf die diesbezüglichen Ausführungen der Klägerin ist nicht weiter einzugehen.

Wie bereits gezeigt (oben E. 1.1) gingen die Verfahrensakten am 28. August 2025 

bei der Vorinstanz ein. Mit Schreiben vom 27. August 2025 teilte der Rechtsvertre-

ter der Beklagten mit, dass er bis zum 15. September 2025 auslandsabwesend sei 

und bat darum, bis dahin keine fristauslösenden Zustellung an ihn vorzunehmen 

(Urk. 8/13). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte – und von der Klägerin auch 

zu  Recht  nicht  in  Abrede  gestellt  wird  –  darf  auch  eine  Rechtsvertretung  einmal 

abwesend sein, soweit sich die Abwesenheit zeitlich in einem angemessenen Rah-

men  hält.  Eine  solche  Abwesenheit  ist  vom  Gericht  bei  Fristansetzungen  zu  be-

rücksichtigen. 

Dass der Beschluss vom 3. September 2025 aufgrund der gesteigerten Arbeitslast 

des Gerichts nach Ende der Gerichtsferien erst am 22. September 2025 versandt 

werden konnte, ist plausibel und ebenfalls nicht zu beanstanden, zumal aufgrund 

der  Abwesenheit  des  Rechtsvertreters  der  Beklagten  ohnehin  frühstens  ein  Ver-

sand am 15. September 2025 hätte erfolgen dürfen. Eine Verzögerung von rund 

einer Woche ist ohne Weiteres vertretbar.

Was  sodann  die  beiden  Fristerstreckungen  anbelangt,  ist  es  in  erstinstanzlichen 

Gerichtsverfahren praxisgemäss üblich, dass den Parteien für ihre Klagebegrün-

dung- und Klageantwortschrift auf Ersuchen hin eine zweimalige Fristerstreckung 

gewährt wird, sofern dafür zureichende Gründe gegeben sind (OGer ZH PC220056 

vom 9. Januar 2023 E. 2.b). Lehre und Rechtsprechung qualifizieren unter anderem 

(Büro)Abwesenheit,  Arbeitsüberlastung,  zeitliche  Engpasse  und  Komplexität  der 

Sachlage als zureichend (BSK ZPO-Benn, Art. 144 N 8 und N 10; CHK ZPO-Sutter-

Somm/Seiler, Art. 144 N 10; je m.w.H.). An die zureichenden Gründe sind jedoch 

–  namentlich  bei  erstmaligen  Fristerstreckungsgesuchen  –  grundsätzlich  keine 

allzu strengen Voraussetzungen zu stellen. Ob die vorgebrachten Gründe von der 

gesuchstellenden  Partei  verschuldet  sind,  ist  –  anders  als  bei Art.  148  ZPO und 

vorbehältlich treuwidrigen Verhaltens – grundsätzlich von untergeordneter Bedeu-

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tung (OGer ZH LF250017 vom 16. Mai 2025 E. III. 2.2, m.w.H.). Der Erstreckungs-

grund ist wenn möglich und zumutbar mit geeigneten Unterlagen zu belegen, wobei 

sich der der häufige Erstreckungsgrund der Arbeitsüberlastung nur schwer nach-

weisen lässt (DIKE-Komm ZPO-Tanner, Art. 144 N 9).

Vorliegend begründete der Rechtsvertreter der Beklagten seine Gesuche um Er-

streckung der Frist zur Einreichung der Klageantwort mit anderweitigen, teils nicht 

erstreckbaren Fristen, der Wahrnehmung von diversen Terminen sowie der fehlen-

den Instruktion des Geschäftsführers der Beklagten (Urk. 8/18; Urk. 8/19). 

Damit  lagen  –  wie  die  Vorinstanz  zutreffend  ausführte  –  zureichende  Gründe  im 

Sinne von Art. 144 Abs. 2 ZPO vor und es kann ihr nicht vorgeworfen werden, die 

beantragten  Fristerstreckungen  zu  Unrecht  gewährt  zu  haben.  Auch  werden  die 

vorinstanzlichen Erwägungen, wonach keine Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass 

die Beklagte in geradezu rechtsmissbräuchlicher Weise versuchen würde, das Ver-

fahren zu verzögern, von der Klägerin – zu Recht – nicht beanstandet.

Unklar ist sodann, was die Klägerin damit meint, die Beklagte habe bereits seit elf 

Monaten Kenntnis von der Klage gehabt. Dass die Beklagte davon wusste, dass 

die Klägerin einen Prozess anzustreben gedenkt, ist nicht von Belang. Massgebend 

ist die Zustellung der Klageschrift. Dies erfolgte erst mit dem Beschluss vom 3. Sep-

tember 2025 am 23. September 2025, mithin etwas weniger als drei Monate vor 

dem (erstreckten) Fristablauf.

Sodann stellt die Klägerin auch nicht in Abrede, dass ihre Klage 51 dicht beschrie-

bene  Seiten  und  32  Beilagen  umfasst.  Auch  vor  diesem  Hintergrund  ist  die  der 

Beklagten gewährte Erstreckung um insgesamt 60 Tage, sodass ihr gesamthaft 80 

Tage zur Ausarbeitung der schriftlichen Klageantwort zur Verfügung standen, nicht 

zu  beanstanden.  Dies  insbesondere  auch,  da  keine  besondere  Dringlichkeit  des 

Verfahrens ersichtlich ist. Dass sich die Klägerin in engen finanziellen Verhältnis-

sen befindet, mag für die Klägerin – nachvollziehbar – belastend sein, dies vermag 

jedoch noch keine besondere Dringlichkeit zu begründen. Die von der Klägerin an-

gestrengte Klage untersteht dem ordentlichen Verfahren, welches nicht derart straff 

wie beispielsweise ein summarisches Verfahren zu führen ist.

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Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz das Verfahren bisher beförderlich behan-

delt. Es ist in keinem Verfahrensabschnitt eine Rechtsverzögerung ersichtlich. Die 

Rechtsverzögerungsbeschwerde der Klägerin ist daher abzuweisen.

3.

Die  Entscheidgebühr  für  das  Beschwerdeverfahren  ist  gestützt  auf  §  9  und 

§ 12 GebV OG auf Fr. 800.– festzusetzen. Ausgangsgemäss ist sie der Klägerin 

aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Klägerin hat für das Beschwerdeverfahren 

ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt (Urk. 5). Die 

Beschwerde ist jedoch als aussichtslos anzusehen (vgl. vorstehende Erwägungen), 

weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren 

abzuweisen ist. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen; der Klägerin in-

folge  ihres  Unterliegens,  dem  Beschwerdegegner  mangels  relevanter  Umtriebe 

(vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO und Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Es wird beschlossen:

1.

Das  Gesuch  der  Klägerin  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 

für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.

2.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Erkenntnis.

Es wird erkannt:

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird.

Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 800.– festgesetzt.

Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden der Klägerin auferlegt.

Für  das  Beschwerdeverfahren  werden  keine  Parteientschädigungen  zuge-

sprochen.

1.

2.

3.

4.

5.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie die Beklagte, an den Beschwer-

degegner und die Beklagte unter Beilage des Doppels bzw. von Kopien von 

Urk. 1, Urk. 3, Urk. 4/2–9, Urk. 5 und Urk. 6/1–12, je gegen Empfangsschein.

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Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück.

6.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30  Tagen  von  der  Zustellung  an  beim  Schweizerischen  Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche arbeitsrechtliche Angelegenheit. Der Streit-
wert beträgt Fr. 355'033.78.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 12. Dezember 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw N. Paszehr

versandt am:
st