# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fac6b121-5f67-5e1d-a1d7-a046ca65bb72
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 31.03.2022 UV 2021/31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-31_2022-03-31.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/31

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 21.07.2022

Entscheiddatum: 31.03.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 31.03.2022
20 UVG. Art. 28 Abs. 4 UVV. Art. 16 ATSG. Ermittlung des Invaliditätsgrads 
bzw. der Vergleichseinkommen (Validen- und Invalideneinkommen) bei 
Versichertem in vorgerücktem Alter. Teilweise Gutheissung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. März 
2022, UV 2021/31).

Entscheid vom 31. März 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christine 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2021/31

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8010 Zürich,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war im Rahmen seiner selbständigen Tätigkeit 

bei B.___ als C.___ mit einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 74'000.-- freiwillig 

bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Allianz) gegen die 

Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 4. 

Januar 2018 meldete er Beeinträchtigungen an der rechten Hand, welche seit 5. Juli 

2017 persistierten (UV-act. 1, 3, 10).

A.a. 

Die in der Folge veranlassten medizinischen Abklärungen (UV-act. 2 ff.) ergaben 

ein Thenar-/Hypothenar-Hammer-Syndrom an der rechten Hand (UV-act. 13, 31), 

welches von der Allianz als versicherte Berufskrankheit anerkannt wurde (UV-act. 15).

A.b. 

In Absprache mit der damaligen Rechtsvertreterin des Versicherten, 

Rechtsanwältin Monica Frey, St. Gallen, veranlasste die Allianz bei der Schulthess 

Klinik in Zürich ein polydisziplinäres Gutachten (UV-act. 61, 68 ff.). Das Gutachten in 

den Fachrichtungen Neurologie, Rheumatologie und Handchirurgie, inkl. Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL), datiert vom 28. August 2019 (UV-act. 118). Die 

Gutachter bestätigten die Diagnose eines Thenar-/Hypothenar-Hammer-Syndroms der 

rechten oberen Extremität. Sie kamen zusammengefasst zum Schluss, dass eine 

Berufskrankheit vorliege und der Versicherte in der handwerklichen Tätigkeit als 

Innendekorateur ab Januar 2018 andauernd nicht mehr arbeitsfähig sei. In der zu 10 % 

ausgeführten Planungstätigkeit würden indes keine Einschränkungen vorliegen. Eine 

angepasste Tätigkeit ohne manuelle Arbeiten, die eine Kraftanwendung der rechten 

Hand erforderten, beispielsweise eine Planungs- oder Bürotätigkeit, sei 

uneingeschränkt zumutbar. Der medizinische Endzustand sei bereits Ende 2017 

erreicht gewesen und ein Integritätsschaden von 15 % angemessen.

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.

Gegen die Verfügung vom 13. März 2020 erhob die Rechtsvertreterin des Versicherten 

am 21. April 2020 Einsprache. Die Heilbehandlungsleistungen seien bis zum 

Verfügungszeitpunkt zu übernehmen. Für die Begutachtung seien dem Versicherten 

fünf Taggelder (Termine an fünf Tagen) sowie die Wegkosten zu ersetzen. Der 

Invaliditätsgrad sei auf 57 % zu erhöhen. Die Renten und Verzugszinsen seien neu zu 

berechnen (UV-act. 138). Mit Entscheid vom 19. März 2021 änderte die Allianz die 

Verfügung vom 13. März 2020 dahingehend ab, als sie damit auch die 

Heilbehandlungsleistungen per 31. Dezember 2017 einstellte. Im Übrigen wies sie die 

Einsprache ab, soweit sie darauf eintrat (UV-act. 153).

C.  

Mit Schreiben vom 29. Oktober 2019 stellte die Allianz die Einstellung der 

Taggelder und Heilbehandlungskosten per 31. Dezember 2017 in Aussicht. Es 

resultiere bei einem Valideneinkommen von Fr. 156'954.85 und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 90'669.85 ein Invaliditätsgrad von 43 % bzw. ab 1. Januar 

2018 eine monatliche Rente in Höhe von Fr. 2'121.35 bei einem versicherten Verdienst 

von Fr. 74'000.--. Die Integritätsentschädigung basiere auf einem Integritätsschaden 

von 15 % (UV-act. 122). Am 18. Dezember 2019 liess der Versicherte durch seine 

Rechtsvertreterin im Wesentlichen mitteilen, dass er mit dem Zeitpunkt der 

Rentenprüfung und dem – dem Invaliditätsgrad zugrundeliegenden – 

Invalideneinkommen nicht einverstanden sei (UV-act. 127). Trotz dieser Einwände 

verfügte die Allianz am 13. März 2020 im Sinne des Schreibens vom 29. Oktober 2019. 

Bezüglich der Rente verfügte sie ergänzend eine altersabgestufte Leistungskürzung 

von 34 % ab 1. Juli 2020 bzw. eine monatliche Rente in Höhe von Fr. 1'400.10 ab 

diesem Zeitpunkt. Im Weiteren sprach sie dem Versicherten Verzugszinsen in Höhe von 

Fr. 689.40 zu (UV-act. 134).

A.d. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 19. März 2021 liess der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer), neu vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ronald 

Pedergnana, St. Gallen, am 5. Mai 2021 Beschwerde erheben und folgendes 

beantragen: Der Einspracheentscheid der Allianz (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

sei aufzuheben. Dem Beschwerdeführer sei eine volle UVG-Rente zuzusprechen, 

C.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Im Beschwerdeverfahren streitig ist einzig die Höhe der Invalidenrente per 1. Januar 

2018. Nicht (mehr) beanstandet wird der Zeitpunkt des Fallabschlusses (vgl. zum 

Fallabschluss Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 143) mit Einstellung 

der Taggeldleistungen per 31. Dezember 2017 und die Höhe der 

Integritätsentschädigung.

eventualiter eine von 65 % oder allenfalls 61 % oder 57 %. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).

In der Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdeführers (act. G 3).

C.b. 

Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 5).C.c. 

Mit Schreiben vom 7. März 2022 ersuchte das Versicherungsgericht den 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers um Zustellung der Steuererklärungen für die 

Jahre 2013 bis 2017 sowie die SVA um Zustellung des aktuellen Auszugs aus dem 

individuellen Konto (IK des Beschwerdeführers und von dessen Ehefrau [act. G 7 f.]). 

Diese trafen am 11. und 18. März 2022 ein und wurden den Parteien am 21. März 2022 

zur Kenntnis gebracht (act. G 9 ff.).

C.d. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.e. 

Ist die versicherte Person infolge eines Unfalles bzw. aufgrund einer 

Berufskrankheit, welche von ihrem Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt ist 

(vgl. Art. 9 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]), 

zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]), hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente 

(Art. 18 Abs. 1 UVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das 

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.

Der Beschwerdeführer leidet unstrittig seit August 2017 (vgl. zum Zeitpunkt des 

Ausbruchs Art. 9 Abs. 3 Satz 2 UVG; vgl. ferner das Arztzeugnis UVG in UV-act. 1 mit 

dokumentierter Erstbehandlung am 23. August 2017) an einer versicherten 

Berufskrankheit nach Art. 9 UVG, namentlich an einem Thenar-/Hypothenar-Hammer-

Syndrom (vgl. dazu Anhang 1 in der UVV, welche das Hypothenar-Hammer-Syndrom 

als Berufskrankheit auflistet). Unbestritten und durch das beweiswerte Gutachten der 

Schulthess Klinik vom 28. August 2019 rechtsgenüglich ausgewiesen ist weiter, dass 

dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit in seinem Betrieb als C.___, welche 

zu 90 % aus (manueller) Produktionsarbeit bestand, nicht mehr zumutbar war, ihm 

indes eine adaptierte Tätigkeit (Planung, Beratung, Bürotätigkeiten, insgesamt keine 

manuelle Arbeiten, die eine Kraftanwendung der rechten Hand erfordern) grundsätzlich 

mit voller Leistungsfähigkeit offenstand (UV-act. 118 S. 46 f.). Streitig ist zum einen die 

Höhe des Invaliditätsgrads bzw. das diesem zugrunde zu legende Invalideneinkommen 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(sog. Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Nimmt ein Versicherter nach dem Unfall die 

Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr auf oder wirkt sich das vorgerückte Alter 

erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit aus, so sind für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrads die Erwerbseinkommen massgebend, die ein 

Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung 

erzielen könnte (Art. 28 Abs. 4 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 

832.202]).

Die Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 80 % des versicherten Verdienstes; bei 

Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG). Die Invalidenrente 

wird beim Erreichen des ordentlichen Rentenalters für jedes volle Jahr, das der 

Versicherte zum Unfallzeitpunkt älter als 45 Jahre war, wie folgt gekürzt: a. bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 %: um 2 Prozentpunkte, höchstens aber um 40 %; 

b. bei einem Invaliditätsgrad unter 40 %: um 1 Prozentpunkt, höchstens aber um 20 % 

(vgl. Art. 20 Abs. 2  UVG, in Kraft seit 1. Januar 2017). Die Kürzung nach Artikel 20 

Absatz 2  UVG erfolgt auf dem Betrag der Invalidenrente beziehungsweise der 

Komplementärrente einschliesslich der Teuerungszulagen (Art. 33a Abs. 1 UVV).

1.2. 

ter

ter

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und zum anderen grundsätzlich die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in angepasster 

Tätigkeit.

Vorab ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer beim genannten 

Zumutbarkeitsprofil auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt – bei Gleichgewicht 

zwischen Angebot an und Nachfrage nach Arbeitskräften –, wie es Art. 16 ATSG 

vorsieht, ab 1. Januar 2018 offensichtlich noch ein genügend weites Feld an 

Beschäftigungsmöglichkeiten offenstand bzw. die Arbeitsfähigkeit aus unfallkausalen/

berufskrankheitsbedingten körperlichen Gründen ohne weiteres verwertbar war. Dies 

wird auch Seitens des Beschwerdeführers nicht bestritten. Vorgebracht wird indes, 

dass aufgrund des fortgeschrittenen Alters (bei Fallabschluss war der 

Beschwerdeführer 62 ½ Jahre alt), die verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht mehr 

verwertbar sei. Dieser Einwand ist nicht stichhaltig. In seiner Rechtsprechung zum 

invalidenversicherungsrechtlichen Rentenanspruch anerkennt das Bundesgericht zwar 

das fortgeschrittene Alter – obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor – als 

Kriterium, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen 

Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene 

Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht 

mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die 

Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist (BGE 138 V 459 f. E. 3.1). Der 

Beschwerdeführer übersieht jedoch, dass diese im Bereich der Invalidenversicherung 

ergangene Rechtsprechung in der Unfallversicherung nicht gilt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 26. März 2019, 8C_732/2018, E. 7.2 mit Hinweisen). Dies ergibt 

sich insbesondere auch aus der Sonderbestimmung in Art. 28 Abs. 4 UVV (vgl. 

vorstehende E. 1.1), welche vorliegend Anwendung findet (vgl. dazu u.a. das Urteil des 

Bundesgerichts vom 26. September 2017, 8C_307/2017, E. 2.2, 4). Mit dieser 

Regelung soll verhindert werden, dass bei älteren Versicherten zu hohe 

Invaliditätsgrade resultieren und lebenslängliche Renten zugesprochen werden, wo sie 

mit Blick auf die unfallbedingte Invalidität eher die Funktion von Altersrenten aufweisen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. März 2020, 8C_799/2019, E. 2.3 mit 

Hinweisen). Gestützt auf das Gesagte führt das vorgerückte (Erwerbs-)Alter des 

Beschwerdeführers nicht dazu, dass ihm aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht per 

1. Januar 2018 kein Invalideneinkommen anzurechnen und von einer vollständigen 

Erwerbsunfähigkeit auszugehen wäre, die einen Anspruch auf eine ganze Rente 

begründen würde.

2.1. 

Zur Bestimmung des Invaliditätsgrads gelangt Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 

28 Abs. 4 UVV zur Anwendung. Dabei sind die Erwerbseinkommen massgebend, die 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung 

erzielen könnte. Das mittlere Alter liegt nach der Rechtsprechung bei etwa 42 Jahren 

oder zwischen 40 und 45 Jahren (vgl. BGE 122 V 419 E. 1.b).

Ein Valideneinkommen in Höhe von Fr. 156'954.-- für das Jahr 2018 ist 

grundsätzlich unbestritten und entspricht nominallohnindexiert dem durchschnittlichen 

Einkommen des Beschwerdeführers der Jahre 2013 bis 2016 (UV-act. 121; vgl. ferner 

die Steuererklärungen/Bilanzen in act. G 9). Entsprechend ist zur Bestimmung des 

Invaliditätsgrads von einem Valideneinkommen in dieser Höhe auszugehen.

2.2.1. 

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist die schweizerische 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) heranzuziehen, nachdem 

der aktuelle IK-Auszug zeigt, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2018 und 2019 

kein relevantes Einkommen mehr erzielt hat (act. G 10; BGE 135 V 301 E. 5.2 mit 

Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Invalideneinkommen gestützt auf 

den Zentralwert des Kompetenzniveaus 3 der Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn 

[Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht) der LSE 

2016. Nicht berücksichtigt hat sie dabei jedoch, dass die angewendete Tabelle nicht 

nach dem Alter differenziert. Es ist daher auf den Lohn gemäss Tabelle TA17 

(Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebensalter und 

Geschlecht), Altersklasse 30 bis 49 Jahre, abzustellen. Auch sind die aktuellsten 

Tabellen beizuziehen. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass das angewendete 

Kompetenzniveau 3 (das der Kategorie 3 der TA17 entspricht) komplexe praktische 

Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen, 

beinhaltet. Zwar ist davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer in seiner seit 

1989 ausgeübten selbständigen Tätigkeit als C.___ inklusive fachlicher Weiterbildungen 

(UV-act. 46 S. 3 f.) auch bis zum Erreichen des mittleren Alters ein grosses 

Spezialwissen auf diesem Gebiet angeeignet hatte. Die grossmehrheitlich (rund 90 %) 

handwerklich ausgeübte Tätigkeit (UV-act. 46 S. 3) kann er jedoch aufgrund seiner 

gesundheitlichen Beschwerden nicht mehr ausüben und seine in diesem Bereich 

erreichten Kompetenzen können nicht ohne Weiteres auf den allgemeinen Arbeitsmarkt 

übertragen werden. Die von der Beschwerdegegnerin angeführten bisherigen und auch 

weiterhin möglichen administrativen Tätigkeiten wie das Akquirieren, die Organisation 

und die Planung von Aufträgen bzw. Kundenberatungen, Umbauplanungen/

Zeichnungen und Bürotätigkeiten hat der Beschwerdeführer bisher lediglich ergänzend 

(zu rund 10 %; UV-act. 46 S. 3) zu seiner nicht mehr zumutbaren handwerklichen 

Tätigkeit ausgeübt. Er kann daher einen Grossteil seines erworbenen Spezialwissens 

nicht mehr einsetzen, was eine Anstellung im Kompetenzniveau 3 nicht als realistisch 

2.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erscheinen lässt. Jedoch ist aufgrund der noch zumutbaren Tätigkeiten und der 

langjährigen Selbständigkeit davon auszugehen, dass ihm Anstellungen offen 

gestanden wären, die über das Anforderungsniveau von blossen Hilfsarbeiten 

hinausgehen. Es ist somit sachgerecht, für die Berechnung des Invalideneinkommens 

auf das Kompetenzniveau 2 – praktische Tätigkeiten wie Verkauf / Pflege / 

Datenverarbeitung und Administration / Bedienen von Maschinen und elektronischen 

Geräten / Sicherheitsdienst / Fahrdienst – abzustellen. Dieses setzt sich in der Tabelle 

TA17 (2018) aus den Kategorien 4 bis 8 zusammen, deren Mittelwert in der Altersklasse 

30 bis 49 Jahre (Männer) einen Lohn von monatlich Fr. 5'667.-- ergibt ([Fr. 5'753.-- + 

Fr. 5'357.-- + Fr. 5'577.-- + Fr. 5'959.-- + Fr. 5'691.--] / 5). Aufgerechnet auf die 

betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2018 resultiert ein 

Lohn von Fr. 70'894.-- (Fr. 5'667.-- / 40 x 41.7 x 12). Wird das Invalideneinkommen wie 

im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, 

ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten 

Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in 

ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur noch beschränkt einsatzfähig 

sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder 

Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene 

Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten 

Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere 

persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der 

Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug 

soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall 

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer 

dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. 

Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden 

Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 

gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu 

begrenzen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2; vgl. ferner BGE 126 V 75). Die 

berufskrankheitsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers sind bzw. waren 

nicht derart (vgl. zum Gesundheitszustand und zum noch zumutbaren Belastungsprofil 

UV-act. 118 S. 47), dass davon auszugehen gewesen wäre, er hätte seine 

Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen 

verwerten können bzw. er hätte im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Entscheid

einsetzbaren arbeitnehmenden Personen einen Lohnnachteil zu befürchten gehabt. 

Insbesondere führte die Berufskrankheit auch nicht dazu, dass die rechte Hand, wie es 

der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ausführt (act. G 1 Ziff. 24 ff.), nur noch als 

Zudienhand hätte eingesetzt werden können oder dass gar von faktischer 

Einhändigkeit auszugehen gewesen wäre. Weitere Abzugsgründe sind nicht erkennbar 

und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Insgesamt rechtfertigt 

es sich damit nicht, einen leidensbedingten Abzug vom Invalideneinkommen 

vorzunehmen. Entsprechend bleibt es bei einem hypothetischen Invalideneinkommen 

von Fr. 70'894.--.

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 156'954.-- (vgl. vorstehende E. 2.2.1) und 

einem Invalideneinkommen von Fr. 70'894.-- (vgl. vorstehende E. 2.2.2) resultiert eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 86'060.-- bzw. ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 55 % 

(86'060 / 156'954 x 100). Dies ergibt bei einem versicherten Verdienst von Fr. 74'000.-- 

ab 1. Januar 2018 bis 30. Juni 2020 (Erreichen des ordentlichen Pensionsalters) eine 

monatliche Rente von Fr. 2'713.30 (Fr. 74'000.-- x 0.8 x 0.55 / 12). Beim Erreichen des 

ordentlichen Rentenalters ist die Rente gestützt auf Art. 20 Abs. 2  UVG um 34 % (17 

volle Jahre [2000 bis 2017] x 2 Prozentpunkte) zu kürzen (vgl. vorstehende E. 1.2). 

Entsprechend resultiert ab 1. Juli 2020 eine monatliche Rente in Höhe von Fr. 1'790.80 

(Fr. 74'000.-- x 0.8 x 0.55 x 0.66 / 12). In diesem Umfang ist die Beschwerde 

gutzuheissen.

2.2.3. 

ter

Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 19. März 

2021 im Sinne der Erwägungen insofern abzuändern und die Beschwerde dahingehend 

gutzuheissen, als dem Beschwerdeführer vom 1. Januar 2018 bis 30. Juni 2020 eine 

monatliche Invalidenrente von Fr. 2'713.30, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 55 

%, und ab 1. Juli 2020 eine monatliche Invalidenrente von Fr. 1'790.-- zuzusprechen 

ist. Entsprechend sind auch die Verzugszinsen im Sinne von UV-act. 134 letzte Seite 

anzupassen. Im darüberhinausgehenden Umfang ist die Beschwerde abzuweisen.

3.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

3.2. 
bis

Der obsiegende Beschwerdeführer hat hingegen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung gegenüber der Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g ATSG). Es 

rechtfertigt sich, diese ermessensweise – wie in vergleichbar aufwändigen Fällen üblich 

– auf pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festzulegen.

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 19. März 2021 wird im Sinne der 

Erwägungen insofern abgeändert und die Beschwerde dahingehend gutgeheissen, als 

dem Beschwerdeführer vom 1. Januar 2018 bis 30. Juni 2020 eine monatliche 

Invalidenrente von Fr. 2'713.30, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 55 %, und ab 

1. Juli 2020 eine monatliche Invalidenrente von Fr. 1'790.80 zugesprochen wird. Im 

darüberhinausgehenden Umfang wird die Beschwerde abgewiesen. Die Sache wird im 

Sinne der Erwägungen zur Ausrichtung der Rentenleistung sowie zur Neuberechnung 

und Ausrichtung der Verzugszinsen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 31.03.2022
	20 UVG. Art. 28 Abs. 4 UVV. Art. 16 ATSG. Ermittlung des Invaliditätsgrads bzw. der Vergleichseinkommen (Validen- und Invalideneinkommen) bei Versichertem in vorgerücktem Alter. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. März 2022, UV 2021/31).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T01:52:33+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen