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**Case Identifier:** dbb9d257-51e6-5c9b-9a77-e57351f0a535
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.01.2015 200 2014 80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-80_2015-01-15.pdf

## Full Text

200 14 80 IV
FUR/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Januar 2015

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________, lic.iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Dezember 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2015, IV/14/80, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1968 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Juni 2010 unter Hinweis auf eine seit Ok-
tober 2001 bestehende Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Schi-
zophrenie sowie Bipolaritäts- und Zwangsstörung (Essverhalten) bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 6 
S. 4 ff.). Die IVB tätigte erwerbliche Abklärungen, holte diverse ärztliche 
Unterlagen ein, leistete Kostengutsprache für ein Aufbautraining am Ar-
beitsplatz des bisherigen Arbeitgebers (act. II 15; 28) und liess den Versi-
cherten durch Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, begutachten (Expertise vom 18. Oktober 2011 [act. II 46.1]). 
Nach Durchführung einer von Dr. med. D.________ als indiziert erachteten 
stationären psychotherapeutischen Behandlung (act. II 57), leistete die IVB 
im August 2012 Kostengutsprache für ein zwölfwöchiges Aufbautraining in 
der Abklärungsstelle E.________ (act. II 59) sowie – daran anschliessend – 
für ein Coaching am Arbeitsplatz des bisherigen Arbeitgebers (act. II 70). 
Mit (unangefochten gebliebener) Verfügung vom 8. Mai 2013 schloss die 
IVB die berufliche Eingliederung ab und verneinte einen Anspruch auf wei-
tere berufliche Eingliederungsmassnahmen (act. II 77). Nachdem sie bei 
Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
(Regionaler Ärztlicher Dienst [RAD]), zwei ärztliche Berichte (act. II 78; 84) 
eingeholt hatte, stellte die IVB dem Versicherten im Vorbescheid vom 
7. November 2013 (act. II 85) zudem die Ablehnung eines Rentenan-
spruchs mit der Begründung in Aussicht, es liege kein invalidisierender 
Gesundheitsschaden vor. Hieran hielt sie – nach durchgeführtem Einwand-
verfahren (act. II 89) – mit Verfügung vom 31. Dezember 2013 fest (act. II 
91). 

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B.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch den B.________, lic. iur. 
C.________, mit Eingabe vom 28. Januar 2014 Beschwerde erheben und 
folgendes Rechtsbegehren stellen: 

Die Verfügung vom 31. Dezember 2013 sei aufzuheben und es sei dem Be-
schwerdeführer gestützt auf das Gutachten von Frau Dr. D.________ vom 18. 
Oktober 2011 eine Rente zuzusprechen.

- Unter Entschädigungsfolge -

In der Begründung lässt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbrin-
gen, gestützt auf das beweiskräftige Gutachten von Dr. med. D.________ 
sei eine (chronifizierte) PTBS ausgewiesen, welche gemäss Ausführungen 
im Gutachten auch als eine invalidisierende Persönlichkeitsstörung respek-
tive -änderung hätte diagnostiziert werden können, weshalb in jedem Fall 
von einer Invalidisierung auszugehen sei. Im Übrigen sei generell nicht 
nachvollziehbar, weshalb „gemäss Rechtsprechung“ eine PTBS mit einer 
Latenz von wenigen Wochen bis wenigen Monaten auftreten müsse. Ins-
besondere im Fall des Beschwerdeführers, welcher als 13- und 14jähriger 
Opfer eines sadistischen Übergriffs geworden sei, dürften nicht dieselben 
Anforderungen in Bezug auf die Latenzzeit angewandt werden. 

Mit Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2014 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde und verzichtet auf eine Stellung-
nahme, wobei sie auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 
verweist.  

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 

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den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 31. Dezember 2013 
(act. II 91). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1

2.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-

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beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.1.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer an-
haltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine fachärztlich 
(psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkann-
ten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282). Wie 
jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine dia-
gnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch kei-
ne Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme 
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstren-
gung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewälti-
gung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den 
Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann 
nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressour-
cen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Ein-
zelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststel-
lung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung 
und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chroni-
sche körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter 
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne 
länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des 
Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innersee-
lischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden 
Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); 
das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder statio-
nären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) 
trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriteri-
en zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstel-

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len, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für eine zu-
mutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 
V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen: 

3.1.1 Vom 25. Januar bis 4. Februar 2010 stand der Beschwerdeführer in 
stationärer psychiatrischer Behandlung der Klinik G.________. Im entspre-
chenden Bericht vom 11. Februar 2010 (act. II 20 S. 13 ff.) wurde festge-

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halten, diagnostisch ergebe sich ein Mischbild verschiedener Angsterkran-
kungen, sowie anamnestisch einer bipolar affektiven Störung mit einer hy-
pomanen Phase. Es bestehe eine chronische PTBS, eine soziale Phobie, 
Agoraphobie ohne Panikstörung, eine Somatisierungsstörung, sowie eine 
Schmerzstörung in Verbindung mit psychischen Faktoren. Aktuell ständen 
die Angstsymptome im Vordergrund; PTBS-Symptome und die affektive 
Störung erschienen momentan weitgehend kompensiert. Zusätzlich belas-
tend seien die Folgen der nicht mehr aktiven Spielsucht. Die Schmerzen 
seien am 4. Februar 2010 bereits vollständig regredient gewesen, wobei er 
die Klinik in „rechtem Allgemeinzustand“ nach Hause habe verlassen kön-
nen.

3.1.2 Mit Bericht vom 10. August 2010 (act. II 12 S. 2 ff.) hielt Dr. med. 
H.________, Facharzt für Innere Medizin FMH, fest, der Beschwerdeführer 
leide seit mehr als 10 Jahren unter häufigen schwersten Schmerzattacken 
im thorakoabdominalen Bereich, die zu regelmässigen Besuchen der Not-
fallstation führten. Es hätten bisher keine auslösenden Faktoren identifiziert 
werden können. Zusammenhänge mit der beruflichen Belastung seien 
mehrfach evoziert worden. Es würden sich während der Schmerzattacken 
keine wegweisenden Befunde ausser dem schwer reduzierten Allgemein-
zustand und den Schmerzen, die retrosternal oder abdominal lokalisiert 
seien. Verschiedene somatische Leiden hätten ausgeschlossen werden 
können. 

3.1.3 Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, hielt im Bericht vom 11. Oktober 2010 (act. II 20 S. 2 ff.) unter Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine somatoforme 
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bzw. unter Diagnosen ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0), eine 
Agoraphobie ohne Panikstörung (ICD-10 F40.0), eine chronische PTBS 
(ICD-10 F43.1) sowie eine bipolar affektive Störung, gegenwärtig euthym 
(ICD-10 F31.7), fest. Die genannten Diagnosen seien in einem strukturier-
ten klinischen Interview ersteIlt worden. Des Weiteren hätten sich im SKID-
II Fragebogen und im klinischen Interview Hinweise für eine paranoide Per-
sönlichkeitsstörung gefunden; da aber diesbezüglich subjektiv kein Lei-
densdruck vorliege und der Beschwerdeführer sich nicht erheblich dadurch 

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geschadet habe, sei die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht zuläs-
sig (S. 3). Die Arbeitsunfähigkeit betrage seit dem 25. Januar 100%, seit 
dem 21. Februar 50% und ab dem 1. Juni 2010 bis auf weiteres 40% (S. 4). 

3.1.4 Im Gutachten vom 18. Oktober 2011 (act. II 46.1) hielt Dr. med. 
D.________ im Wesentlichen die folgenden Diagnosen fest (S. 38): 

Psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Posttraumatische Belastungsstörung (DSM-IV: 309.81) 

• Somatisierungsstörung (ICD-10: F 45.5)

• Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren (ICD-10: F 45.41)

Psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• V.a. bipolare lI-Störung, derzeit keine bis allenfalls leichte Depres-

sion (ICD-10: F 31.8) 

• Zwangsgedanken und -handlungen gemischt (ICD-10: F 42.2)

• Agoraphobie ohne Panikstörung (ICD-10: F 40.01)

• Schädlicher Gebrauch von Tabak (ICD-10: F 17.1)

In körperlicher Hinsicht leide der Beschwerdeführer an irregulär auftreten-
den thorakalen Schmerzkrisen unterschiedlicher Intensität und Dauer, an 
vermehrter Tagesmüdigkeit und körperlicher Erschöpfbarkeit sowie an 
Störungen der Atmung und intermittierenden Herz-Kreislauf-Funktions-
störungen. In psychischer Hinsicht beständen eine ständig erhöhte innere 
Anspannung, vermehrte Reizbarkeit und Neigung zu Insuffizienz- und 
Schuldgefühlen, gelegentlich auftretende Intrusionen und Flash-Backs, 
eine Störung der Affektwahrnehmung und -regulation mit impulsiven ag-
gressiven Durchbrüchen, Stimmungslabilität, Zwangsgedanken und -
handlungen, Entscheidungsschwäche sowie eine erhöhte Kritikempfind-
lichkeit. Diese Beeinträchtigungen bewirkten hinsichtlich der bisherigen 
Tätigkeit eine Verringerung der Konzentrationsfähigkeit mit erhöhter Feh-
leranfälligkeit, Fehlleistungen, ein verlangsamtes Arbeitstempo, reduzierte 
Planungsfähigkeit und ein erhöhtes Konfliktpotential mit Mitarbeitern und 
Vorgesetzten. Die bisherige Tätigkeit als … sei noch zu 2-3 Stunden pro 
Tag, bei 15%iger Leistungseinschränkung, zumutbar (S. 50), eine ange-

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passte Tätigkeit zu 6.4 Stunden täglich (S. 51). Ferner sei eine stationäre 
Psychotherapie indiziert (S. 49). 

Im Rahmen differentialdiagnostischer Überlegungen (S. 40 ff.) führte Dr. 
med. D.________ mit Bezug auf die somatoformen Störungen im Wesentli-
chen aus, im Zeitraum zwischen 2009-2011 hätten unerklärliche, thorakal 
gelegene Schmerzkrisen mehrfache Spitalaufenthalte und Notfallkonsulta-
tionen nach sich gezogen. Bis dahin sei bereits als sekundäre Folge der 
Schmerzkrisen, spätestens beginnend seit 2008, eine zunehmende Ab-
hängigkeit von Tramal, einem Opioidanalgetikum, eingetreten und der Be-
schwerdeführer habe vermutlich immer grössere Mengen des Medikamen-
tes benötigt, um dieselbe analgetisierende Wirkung bzw. Nebenwirkung 
(Euphorisierung) zu erzielen. Nachdem Dr. med. I.________ die Ver-
dachtsdiagnose „Abhängigkeitssyndrom" gestellt habe, sei der Beschwer-
deführer nach und nach von Tramal entzogen worden. Im Übrigen kämen 
bei der aktuellen Untersuchung Zweifel hinsichtlich auf das Zutreffen der 
Schmerzangaben durch den Beschwerdeführer auf (S. 42). Plausibel kön-
ne sein, dass die Schmerzkrisen, die ursprünglich möglicherweise tatsäch-
lich in ausgeprägtem Masse vorhanden gewesen seien, inzwischen vorge-
schoben würden, um subjektiven Insuffizienz- und Überforderungsgefühlen 
am Arbeitsplatz aus dem Weg gehen zu können, ohne dabei das Gesicht 
zu verlieren oder um die Partnerin über deren Fürsorglichkeit enger an sich 
zu binden, was einem sekundären Krankheitsgewinn entspräche. Möglich 
sei zusätzlich aber auch, dass der Beschwerdeführer keinen anderen Aus-
weg mehr aus seiner Schuldenkrise sehe, als den auf eine finanzielle Un-
terstützung in Form einer zumindest vorübergehenden Berentung durch die 
IV (S. 43). 

Mit Bezug auf die PTBS hielt Dr. med. D.________ zusammenfassend fest, 
der Beschwerdeführer habe ausführlich über sexuelle Missbrauchserleb-
nisse in der Jugend berichtet. Dem voraus gegangen seien emotionale 
Vernachlässigung in der Kindheit und wiederholte sadistische Strafen durch 
dessen strenge Mutter. Potentiell handle es sich dabei um Ereignisse, wel-
che, wenn sie nicht behandelt würden, hartnäckige psychische Störungen, 
die unter Umständen ein ganzes Leben lang ihre negativen Auswirkungen 
zeigten, zur Folge haben könnten. Protektive Faktoren und adäquate Co-

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pingstrategien entschieden im individuellen Fall über Art und Umfang der 
Auswirkungen (S. 45 f.). Gemäss den ICD-10-Kriterien müsse zumindest 
ein einzelnes belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher 
Bedrohung, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde, 
vorliegen, was auf den Beschwerdeführer zutreffe (S. 46 f.). Ferner könnten 
die Symptome auch unter der Rubrik (Borderline)-Persönlichkeitsstörung 
(gemäss DSM-IV) eingeordnet werden. Insgesamt ergäben sich hinsichtlich 
der feststellbaren Störungen mehr Argumente für die Diagnose einer post-
traumatischen Belastungsstörung nach DSM-IV (S. 47). Über lange Zeitab-
schnitte habe der Beschwerdeführer dank günstiger Umgebungs-
bedingungen und individuell vorhandener Ressourcen sein psychisches 
Gleichgewicht nach aussen hin aufrechterhalten können. Seine Belas-
tungsfähigkeit sei jedoch durch Vulnerabilität seiner Persönlichkeit situativ 
eingeschränkt, so dass ein ungünstiges Zusammentreffen privater und be-
ruflicher Belastungsfaktoren Anfang 2010 zu einem vorübergehenden psy-
chischen Zusammenbruch geführt habe, von dem er sich während oder 
aufgrund der beruflichen Wiedereingliederungsmassnahme sehr langsam 
und unzufriedenstellend erholt habe (S. 48).

3.1.5 Vom 11. Januar bis 18. Juni 2012 war der Beschwerdeführer in der 
Klinik G.________ in stationärer psychiatrischer Behandlung. Im entspre-
chenden Bericht vom 28. Juni 2012 (act. II 57) wurden als Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine komplexe PTBS (aktuell vereinzelt 
Depersonalisation und dissoziativer Stupor unter Stress) sowie eine – bei 
Austritt fast vollständig remittierte – anhaltende somatoforme Schmerz-
störung diagnostiziert. Im Übrigen hielten die behandelnden Ärzte fest, auf-
grund der Therapieresistenz der somatoformen Schmerzstörung trotz in-
tensiver Schmerztherapie sei vermutet worden, dass es sich bei den 
Schmerzattacken um Intrusionen im Rahmen der PTBS handeln könne. Im 
Verlauf der Behandlung sei es zu einem fast gänzlichen Sistieren der 
Schmerzattacken über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten gekommen. 
Es träten jedoch noch Depersonalisations- und Derealisationszustände mit 
psychogenen anterograden Amnesien über Zeiträume von etwa einer 
Stunde auf (S. 3). 

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3.1.6 Mit ärztlichem Bericht vom 30. Oktober 2013 (act. II 84) hielt Dr. 
med. F.________ (RAD) fest, in diesem Fall stehe die PTBS oder eben 
auch eine Persönlichkeitsstörung eindeutig im Vordergrund. Die Ess-
störung wie auch die Schmerzstörung und die vielen anderen Auffälligkei-
ten müssten als sekundär betrachtet werden. Die Schmerzstörung (als Fol-
ge) der PTBS sei nicht für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.2.2 Ob eine invalidisierende Gesundheitsschädigung vorliegt, ist als 
Rechtsfrage frei überprüfbar. Die Beantwortung dieser Rechtsfrage obliegt 
nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden 
Behörden. Es können sich daher Konstellationen ergeben, bei welchen von 
der im medizinischen Gutachten geschätzten Arbeitsunfähigkeit 
abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2015, IV/14/80, Seite 12

Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 2. Dezember 2014, 
9C_662/2013, E. 2.3). Auch einer lege artis hergeleiteten Diagnose liegt 
nicht in jedem Fall ein krankheitswertiger Befund zugrunde (BGE 130 V 
396 E. 6.2.2 S. 401).

3.2.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221).

3.3 Die verfügbaren medizinischen Unterlagen erlauben eine zuverläs-
sige Beurteilung des geltend gemachten Rentenanspruchs. Namentlich 
erfüllt das Gutachten von Dr. med. D.________ vom 18. Oktober 2011 (act. 
II 46.1) grundsätzlich die höchstrichterlichen Vorgaben an den Beweiswert 
ärztlicher Berichte (vgl. E. 3.2.1 vorne). 

3.4 Dr. med. D.________ hat die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswir-
kenden und damit potentiell invalidenversicherungsrechtlich relevanten 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers in diagnosti-
scher Hinsicht einer PTBS, einer Somatisierungsstörung sowie einer chro-
nischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zuge-
ordnet (act. II 46.1 S. 38). Zwar trifft es zu, dass die Gutachterin auch diffe-
rentialdiagnostische Überlegungen in Richtung einer Persönlichkeitss-
törung (anstelle der PTBS) anstellte; sie schlussfolgerte jedoch, insgesamt 
ergäben sich hinsichtlich der feststellbaren Störungen mehr Argumente für 
die Diagnose einer PTBS (S. 47 unten). Diese Einschätzung ist in Anbe-
tracht der übrigen Aktenlage nicht zu beanstanden, wurde doch auch im 
Bericht der Klinik G.________ vom 28. Juni 2012 (act. II 57) keine Persön-
lichkeitsstörung festgestellt und schloss der behandelnde Psychiater Dr. 
med. I.________ eine solche gar explizit aus (act. II 20 S. 3). Wenn der 
Beschwerdeführer deshalb geltend macht, die Gutachterin hätte die vorge-
brachten Beschwerden „auch anders“, mithin im Sinne einer Persönlich-

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keitsstörung, diagnostizieren können, kann ihm schon angesichts der Ak-
tenlage nicht gefolgt werden. Es kommt hinzu, dass die korrekte (und be-
weiswertige) Diagnosestellung im Rahmen eines anerkannten medizini-
schen Klassifikationssystems für die Beantwortung der Frage, ob ein Lei-
den der Schmerzpraxis gemäss BGE 130 V 352 unterliegt oder ob es eine 
rechtlich erhebliche psychische Komorbidität zu einer lege artis festgestell-
ten Schmerzproblematik darstellt (vgl. E. 3.6.1 ff. hinten), notwendige Vor-
aussetzung bildet. Auch aus diesem Grund verbietet sich vorliegend ein 
(wahlweises) Abstellen auf die differentialdiagnostischen Erwägungen der 
Gutachterin. 

3.5 Gemäss den medizinischen Akten konnte und kann für die 
wiederholt geklagten, körperlich empfundenen Beschwerden kein 
(hinreichend) organisches Korrelat nachgewiesen werden (vgl. act. II 12 S. 
3), was auch vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt wird. Mit dem 
Vorliegen einer Somatisierungsstörung sowie einer chronischen Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren ist deshalb ein patho-
genetisch-ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild ohne 
nachweisbare organische Grundlage ausgewiesen. Weil die 
Schmerzstörung ferner sowohl im Gutachten von Dr. med. D.________ 
vom 18. Oktober 2011 (act. II 46.1 S. 38) als auch in den Berichten von Dr. 
med. I.________ und der Klinik G.________ vom 11. Oktober 2010 bzw. 
28. Juni 2012 (act. II 20 S. 2; 57 S. 2) unter den Diagnosen mit Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit aufgeführt wurde, findet die Praxis gemäss BGE 130 V 
352 Anwendung (vgl. Entscheid des BGer vom 15. Januar 2013, 
8C_217/2012, E. 5.3.1 e contrario). Insofern kann dem RAD-Arzt Dr. med. 
F.________, welcher der Schmerzproblematik in seinen ärztlichen 
Berichten keine entscheidende Ursache der Arbeitsunfähigkeit beimass 
(vgl. act. II 78 S. 3; 84 S. 2), nicht gefolgt werden. 

Demnach besteht die Vermutung, dass die Schmerzproblematik oder ihre 
Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Ob 
dies zutrifft, ist anhand der mit BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 355 entwickelten 
Morbiditätskriterien zu prüfen (vgl. E. 2.1.2 vorne). 

3.6 Damit eine psychische Komorbidität – in Kombination mit einer 
Schmerzstörung – die Verwertung der verbliebenen Arbeitskraft auf dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2015, IV/14/80, Seite 14

Arbeitsmarkt als unzumutbar erscheinen lässt, ist rechtsprechungsgemäss 
erforderlich, dass sie eine erhebliche Schwere, Intensität, Ausprägung und 
Dauer aufweist (vgl. E. 2.1.2 vorne). Zu prüfen ist, ob die in den Akten wie-
derholt erwähnte und auch von Dr. med. D.________ nach Massgabe des 
Klassifikationssystems gemäss DSM-IV diagnostizierte PTBS eine rechtlich 
erhebliche Komorbidität darstellt bzw. hinreichend ausgewiesen ist. 

3.6.1 Eine PTBS gemäss ICD-10 F43.1 setzt rechtsprechungsgemäss 
voraus, dass sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Monaten nach 
einem Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder 
katastrophenartigem Ausmass auftritt, das bei fast jedem eine tiefe 
Verzweiflung hervorrufen würde. Prädisponierende Faktoren können die 
Schwelle zur Entwicklung dieses Syndroms zwar senken und den Verlauf 
erschweren, sind aber weder notwendig noch ausreichend, um dessen 
Auftreten erklären zu können. Auch in der aktuellen Ausgabe der ICD-10-
Klassifikation, Version 2014, wurde an dieser Definition und insbesondere 
an der Latenzzeit festgehalten (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale 
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-
diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S. 208). Eine weniger 
einschränkende Formulierung des Belastungskriteriums und damit die 
Berücksichtigung von Ereignissen, die weder eine aussergewöhnliche 
Bedrohung noch eine Katastrophe darstellen, dennoch aber im Erleben 
einer versicherten Person eine Traumatisierung auslösen können, mag 
therapeutisch Sinn machen. Dasselbe gilt für eine weniger einschränkende 
Formulierung der zeitlichen Latenz mit Berücksichtigung von einem erst 
lange nach den traumatischen Ereignissen beginnenden Krankheitsverlauf. 
Hingegen verlangt die Leistungsberechtigung in der Invalidenversicherung 
zwangsläufig eine gewisse Objektivierung, weshalb solche Konstellationen 
ausser Betracht bleiben müssen (Entscheide des BGer vom 15. November 
2012, 9C_671/2012, E. 4.3 und vom 26. Juni 2013, 9C_228/2013, E. 4.1.2 
f.).

An dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht festgehalten, im Wissen, 
dass in der Fachliteratur darauf hingewiesen wird, in gewissen Fällen trete 
die Symptomatik einer PTBS erst mit erheblicher, zum Teil mehrjähriger 
Verzögerung auf (vgl. BGer 9C_228/2013, E. 4.1.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2015, IV/14/80, Seite 15

3.6.2 Im vorliegenden Fall beruht die Diagnose einer PTBS auf den 
erstmals im Jahr 2010 aktenkundigen Angaben des Beschwerdeführers 
(act. II 20 S. 14), im Alter von … Jahren (…) von einem Onkel sexuell 
missbraucht worden zu sein (act. II 46.2 S. 6). Zwar gibt es Hinweise in den 
Akten, wonach der Beschwerdeführer bereits seit 2001 unter intermittierend 
auftretenden psychischen Beschwerden gelitten hat (vgl. act. II 2 S. 7; 12 
S. 3), welche jedenfalls seit 2007 gemäss Bericht der G.________ vom 11. 
Februar 2010 auch zu einer (ambulanten) psychiatrischen Behandlung 
geführt haben (act. II 20 S. 14). Indessen war der Beschwerdeführer 
gemäss seiner Erwerbsbiographie stets in der Lage, beruflich 
anspruchsvolle Funktionen wahrzunehmen, was sich auch in einer über die 
Jahre hinweg konstanten und erheblichen Einkommenssteigerung 
manifestiert (vgl. act. II 10 S. 2): Nach Abschluss der …-Lehre absolvierte 
der Beschwerdeführer zwischen 1988 bis 1991 eine …ausbildung; von 
1991 bis 1992 bildete er sich zum … aus. Zwischen 1997 und 2006 war er 
als … der … tätig. Seit 2006 arbeitet er als … im … (act. II 9 S. 2 f.; 46.1 S. 
27). Eine länger dauernde, krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit ist bis 
Januar 2010 (act. II 20 S. 4) medizinischerseits nicht belegt. Selbst wenn 
die seit 2007 vom Arbeitgeber dokumentierten und als solche bezeichneten 
krankheitsbedingten Absenzen (vgl. act. II 11 S. 2 und 8) mitberücksichtigt 
würden, fehlen im Zeitraum zwischen der geltend gemachten 
Traumatisierung in der Kindheit und der im Jahre 2010 im zeitlichen 
Kontext mit einer Überschuldungssituation sowie einer Krisensituation mit 
den Eltern (act. II 20 S. 14) aufgetretenen psychischen Dekompensation 
während mindestens 26 Jahren rechtsgenügliche Hinweise auf eine 
regelmässige, wegen des sexuellen Missbrauchs erforderlich gewordene 
psychiatrische Behandlung und eine (psychisch bedingte) Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit. Unter diesen Umständen erweist sich die 
ausschliesslich auf die anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers 
gestützte Diagnose einer PTBS als nicht hinreichend ausgewiesen, woran 
entgegen dem Beschwerdeführer auch nichts ändert, dass die Gutachterin 
– anders als in den angeführten Urteilsreferenzen – eine die 
Arbeitsfähigkeit einschränkende PTBS diagnostiziert hat, ist doch die Frage 
nach der hinreichenden Ausgewiesenheit eines Gesundheitsschadens und 
einer darauf zurückgeführten Arbeitsunfähigkeit (beweis)rechtlicher Natur 
(vgl. E. 3.2.2 vorne). Sodann ist die in E. 3.6.1 genannte Praxis gerade 

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auch in Fällen (weit zurückliegenden) sexuellen Missbrauchs anwendbar, 
lag doch auch BGer 9C_671/2012 ein Fall sexueller Übergriffe in der 
Kindheit sowie Beziehungsgewalt in der Adoleszenz zugrunde (vgl. E. 4.1).  

Da sodann auch mit Bezug auf die übrigen von Dr. med. D.________ 
gestellten Diagnosen bereits mangels deren Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine erhebliche Schwere, Intensität, Ausprägung und 
Dauer (act. II 46.1 S 38) abzusprechen ist, ist eine rechtlich erhebliche 
Komorbidität nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt (vgl. E. 3.2.3 vorne), 
womit dieses Kriterium nicht erfüllt ist. 

3.6.3 Auch eine Prüfung der weiteren von der Rechtsprechung entwickel-
ten Kriterien zur Annahme einer invalidisierenden Schmerzstörung (vgl. 
E. 2.1.2 vorne) lässt den Schluss auf ein invalidisierendes Krankheitsbild 
nicht zu: So konnten (chronische) körperliche Begleiterkrankungen im vor-
liegenden Fall dem Gesagten zufolge (vgl. E. 3.5 vorne) nicht objektiviert 
werden (act. II 12 S. 3). Ferner besteht kein sozialer Rückzug in allen Be-
langen des Lebens, lebt der Beschwerdeführer doch seit Jahren in einer 
gemäss eigenen Angaben glücklichen Partnerschaft (act. II 46.1 S. 23); 
zudem pflegt er aktiv sein Hobby als Mitglied einer … (act. II 46.1 S. 28). 
Hinweise für die Annahme eines primären Krankheitsgewinns sind nicht 
ersichtlich. Zu verneinen ist im Weiteren auch ein mehrjähriger, chronifizier-
ter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik 
ohne länger dauernde Rückbildung, konnte doch im Rahmen der statio-
nären Behandlung in der Klinik G.________ zwischen Januar und Juni 
2012 eine „erfreuliche Reduktion der Schmerzattacken“ (act. II 57 S. 3) 
erreicht werden. Damit ist auch das Kriterium einer gescheiterten konse-
quent durchgeführten (ambulanten oder stationären) Therapie nicht erfüllt, 
zumal die Weiterführung einer ambulant-psychiatrischen Therapie empfoh-
len wird (act. II 57 S. 3). 

3.6.4 Somit liegen die Kriterien weder in hinreichender Anzahl noch Aus-
prägung vor, um eine Unzumutbarkeit der Schmerzüberwindung zu beja-
hen. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden ist demnach zu verneinen.

Zum selben Ergebnis gelangte man, wenn die PTBS mit Dr. med. 
F.________ (act. II 84) als (allein) massgeblich für die Begründung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2015, IV/14/80, Seite 17

Arbeitsunfähigkeit zu betrachten wäre: Denn selbst, wenn dies zuträfe und 
die PTBS entgegen dem Dargelegten (vgl. E. 3.6.2 vorne) rechtsgenüglich 
ausgewiesen wäre, so gelangte auch diesfalls die Schmerzpraxis (vgl. 
E. 2.1.2 vorne) zur Anwendung (Entscheid des BGer vom 4. Dezember 
2012, 8C_483/2012, E. 4.2), wobei die diagnostizierte Schmerzstörung mit 
Blick auf die Ausführungen im Gutachten von Dr. med. D.________ (act. II 
46.1 S. 42 f.) keine rechtserhebliche Komorbidität zu begründen vermöch-
te. Mit Bezug auf die übrigen Kriterien kann auf die Ausführungen in 
E. 3.6.3 verwiesen werden. 

3.7 Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet 
und ist abzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen. 

4.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2015, IV/14/80, Seite 18

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

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desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.