# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c944916-b38c-59fa-87ba-34eca1edc3ad
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-16
**Language:** de
**Title:** Weitere Abklärungen der IV-Stelle nach Rückweisung an die Verwaltung ergaben keine Verschlechterung in somatischen Hinsicht. Anspruch auf Viertelsrente aufgrund psychischer Beschwerden
**Docket/Reference:** IV.2012.00634
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00634.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00634
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
16. September 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Jürg Baur
Bahnhofstrasse 55, 8600 Dübendorf
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren 1959, reiste im Jahre 1980 erstmals aus
Y.___
in d
ie
Schweiz ein
und war
als Saisonnier im Gastgewerbe und als Haushaltsangestellte tätig (
Urk. 8/8/3
,
Urk.
8/63/5
).
Vom
1. August 1994 bis zum 28. Februar 1995
arbeitete sie
als Behandlungsassistentin im
Z.___
und ist seither arbeits
-
los
(Urk. 8/5/1, Urk. 8/5/4, Urk. 8/8/3, Urk. 8/8/8
,
Urk.
8/48
). Mit Verfügung vom 3. September 1997 lehnte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das Gesuch der Versicherten
um
berufliche Massnahmen und eine Invaliden
rente ab (Urk. 8/33). Die hiergegen am 3. Oktober 1997 erhobene Beschwerde (Urk. 8/35/2-4) wies das hiesige Ge
richt mit Urteil IV.97.00694 vom 27. Oktober 1999 ab (Urk. 8/38), welches unange
fochten in Rechtskraft er
-
wuchs. Am 13. März 2006 meldete sich
X.___
erneut bei der Invalidenver
si
cherung zum Rentenbezug an (Urk. 8/44). Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in beruflich-erwerblicher (Urk. 8/47-48, Urk. 8/62) und medizinischer (Urk. 8/49-50, Urk. 8/54,
Urk.
8/63) Hinsicht
und verfügte
am 6. Mai 2009 die Ausrichtung einer
Viertelsrente
ab dem 1. April 2005 (Urk. 8/83). Dagegen führte die Versi
cherte am 5. Juni 2009 durch Rechtsanwalt Dr. Jürg Baur Beschwerde. Mit Urteil IV.2009.00557 vom 20. Dezember 2010 hob das hiesige Gericht die Ver
fügung vom 6. Mai 2009 insoweit auf, als damit ein Anspruch auf eine höhere als eine
Viertelsrente
verneint wurde, und wies die Sache zur weiteren medizi
nischen Abklärung und Neuverfügung an die IV-Stelle zurück (Urk. 8/88).
1.2
In der Folge holte die IV-Stelle bei Dr.
A.___
den Bericht vom 10. Februar 2011 (Urk. 8/94, mit den Ergänzungen vom 24. Februar 2011, Urk. 8/94/5-7) ein und veranlasste bei Dr. med.
B.___
,
Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, zerti
fizierte medizinische Gutach
terin (SIM), das Gutach
ten vom 28. April 2011 (Urk. 8/103). Am 8. Juli 2011 erging der Vorbescheid, mit welchem der Versicherten die Aus
richtung einer
Viertels
rente
ab 1. April 2005 angekündigt wurde (Urk. 8/107). Dagegen liess
X.___
am 29. Juli 2011 durch Rechtsanwalt Dr. Baur Einwand erheben (Urk. 8/111, unter Nachreichung der Berichte des
C.___
zu bildgebenden Untersuchungen
der
Halswirbelsäule [HWS] und
Len
den
wirbel
säule
[LWS] vom 5. September 2011 sowie des Thorax vom 13. September 2011, Urk. 8/114/1-2). Nach Prüfung des Einwandes von
X.___
verfügte die IV-Stelle am 15. Mai 2012 wie vorbeschieden die Ausrichtung einer
Viertelsrente
ab 1. April 2005 (Urk. 2).
2.
Hiergegen führte
X.___
am 13. Juni 2012 durch Rechtsanwalt Dr. Jürg Baur Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Ver
fügung vom 15. Mai 2012 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. April 2005 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei sie zur Ausrichtung einer
Dreiviertelsrente
ab 1.
April 2005 zu verpflichten
(Urk. 1 S. 2). Mit
Be
schwerdeantwort
vom 14. August 2012 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-127), was der Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom 15. August 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin ab
1.
April 2005 Anspruch auf eine höhere als eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung hat.
1.2
In der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Mai 2012 erwog die
Beschwerdegeg
nerin
, dass sich aus de
n
im
Vorbescheidsverfahren
aufgelegten Berichten (des
C.___
) vom
5.
und 1
3.
September 2011 in keiner Weise funktionelle Defizite und somit Aussagen zur Arbeitsfähigkeit ableiten
liessen
und eine Verschlechterung u.a. aufgrund des kurzen Zeitfensters seit der Begutachtung (sechs Monate) und der eher geringen Pathologien, un
wahr
scheinlich
sei
(
Urk.
2, Verfügungsteil 2, S. 3).
1.3
Die Beschwerdeführerin lässt vorbringen, sie leide unter Schmerzen der ge
sam
ten Wirbelsäule. Betroffen seien insbesondere die Halswirbel C3-Th1. Aus dem MRI (
Magnetic
Resonance
Imaging) vom 5. September 2011 gehe hervor, dass bei (den Wirbeln) „C5/C6“ zumindest eine Reizung der ausstehenden
Nerven
wurzeln
„C6“ beidseits bestehe. Gleiches gelte bei „C6/C7“. Hier bestehe eben
falls zumindest eine Reizung der austretenden Nervenwurzeln „C7“ beid
seits (
Urk.
1 S. 4 bis 5). Die
CT(
Computertomo
gramm
)-Untersuchung des Thorax vom 13. Septem
ber 2011
habe eine grössere paraaxiale
Hiatushernie
ergeben (
Urk.
1 S. 5). Darüber hinaus habe die Beschwerdeführerin Wasser in beiden Kniegelen
ken. Der Hausarzt, Dr.
D.___
,
Allgemeine Innere Medizin FMH, habe
ihr
am 12. Juni 2012 eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit attestiert. Dem depressiven Zustand der Beschwerdeführerin und nicht ihre
n
somatischen
Gesundheitsschä
den
komme der Hauptanteil zu
, denn sie leide an einer mittelgradigen bis
schweren Depression
(Urk. 1 S. 5). Die Gutachterin Dr.
B.___
habe auf zwei Jahre alte MR
I-Befunde abgestellt,
hätte
jedoch
aktuelle MRI-Befunde einholen sollen (Urk. 1 S. 6).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsun
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist,
ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
3.1.1
Den bis zum Urteil des hiesigen Gerichts IV.2009.00557 vom 20. Dezember 2010 (Urk. 8/88) aufgelegten medizinischen Akten war im Wesentlichen das Folgende zu ent
nehmen:
3.1.2
Die
E.___
-Gutachter stellten in ihrer Expertise vom 3. Oktober 2008 (Urk. 8/63)
als
Diagnose
n
mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit: (1) anhaltend
soma
toforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), (2) Angst und depres
sive Störung gemischt (ICD-10: F41.2), (3) neurasthenische Sympto
matik (ICD-10: F48.0) und (4) Persönlichkeitsstörung vom regredierten, un
reifen, passiv aggres
siven Typ (ICD-10: F61.0). Als Diagnosen ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit be
zeichneten die Gut
achter (1) Übergewicht (BMI 27,8), (2) einen Status nach Ent
fernung eines Uteruspolypen 1995, (3) einen Status nach Früh
geburt eines Soh
nes M
itte 1998 sowie (4) einen Status nach Myom-Opera
tion in
F.___
2005 (Urk. 8/63/13).
In seiner Beurteilung hielt
E.___
-
Gutachter Dr. med.
G.___
,
FMH Neuro
logie, zusammengefasst fest, dass sich die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden nicht auf ein organisches Substrat im von dieser geäusserten quantitativen Aus
mass zurückführen liessen (Urk. 8/63/15). Er ging davon aus, dass die dege
nerativen Wirbelsäulenveränderungen durchaus bei Belastungen intermittierend Genick- und Rückenschmerzen verursachten, dies aber höchs
tens im Rahmen einer leichten Auswirkung auf das Wohlbefinden (Urk. 8/63/16). Es lasse sich höchstens ein leicht ausgeprägtes
Cervical
- und
Lumbovertebralsyndrom
objektivieren (Urk. 8/63/25). Bei dege
nerativen
Wir
belsäulenveränderungen
sowohl im Hals- und auch im
Lendenwirbelsäulen
be
reich
sei eine schwere körperliche Arbeit nicht geeignet und könne der Beschwerdeführerin nicht zugemutet werden. In einer angepassten Tätigkeit mit
leicht bis höchstens mässiger Belastung der Körperachse sowie des Schulter
gürtels sei aber von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 8/63/27).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht führt der
E.___
-
Gutach
ter Dr. med.
H.___
,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, aus, die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer Symptomatik, der
Krankheits
wert
zukomme, in ihrer Leistungs- und Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Es bestehe eine 40%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es sei der Beschwerde
führerin zuzumuten, eine leichte, körperlich wenig belastende Tätigkeit zu 60 % aufzu
nehmen (Urk. 8/63/36).
Dem
E.___
-
Gutachten vom 3. Oktober 2008 war überdies zu entnehmen, dass aus internistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit der Be
schwerde
führerin bestand (Urk. 8/63/7).
In ihrer Gesamtbeurteilung kamen die
E.___
-
Gutachter zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin eine 40%ige Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit im angestammten Beruf vorliege. Auf dem Hintergrund einer zumutbaren Willensanstrengung sei es der Beschwerdeführerin
möglich
, eine 60%ige ausserhäusliche Arbeit anzu
nehmen. Diese Arbeit soll
t
e angepasst sein, d.h. leicht bis höchstens mittel
mässig
Körper
achse
und die Schultergelenke belastend (
Urk.
8/63/17).
3.1.3
Gemäss dem ärztlichen Zeugnis von Dr.
A.___
vom 27. März 2009
litt
die Beschwerdeführerin an (1) einem chronischen
cervicocephalen
und
cervico
spondy
loge
nen
Syndrom (2) einem chroni
schen
lumbospondylogenen
und rezidivieren
den
lumbo
radi
kulären
Reizsyndrom S1 beidseits sowie (3) einer depressiven Ent
wicklung.
Laut Dr.
A.___
war die Beschwerdeführerin
a
ufgrund der Progredienz der
Cervicalbrachialgien
und des sehr fluktuierenden Verlaufs mit wiederholten Schmerzschüben von
mehreren
Tagen
nur bei ausschliesslich adaptierter Tätigkeit einsetzbar.
Die Arbeitsfähigkeit für rückenschonende Arbeiten betrage maximal 40 % (Urk. 8/79).
3.2
3.2.1
Nach Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin mit Urteil IV.2009.00557 vom 20. Dezember 2010 (Urk. 8/88) wurden die folgenden Be
richte aktenkundig gemacht:
3.2.2
In ihrem Arztbericht vom 10. Februar 2011 wies Dr.
A.___
bezüglich des von ihr diagnostizierten
cervicospondylogenen
Syndroms darauf hin, dass bei der
mediolinkslateralen
Discushernie
C
3/4
das
Myelon
ventral tangiert werd
e, jedoch nicht komprimiert sei. Des Weiteren
stellte
sie
die
bereits im
ärztlichen Zeugnis vom 27. März 2009
genannten Diagnosen
(Urk. 8/94/1
, vgl.
Urk.
8/79
). Am 24. Februar 2011
ergänzte
Dr
.
A.___
ihren Arztbericht und wies darauf hin
,
dass bei den enormen Behinderungen im Nackenbereich eine geregelte Arbeit in der Praxis sehr schwierig sei, da
die Beschwerdeführerin
sehr oft
Exa
cerba
tionen
der
Cervicobrachialgien
und
Lumboischialgien
mit länger anhalten
den Blockierun
gen sowohl der HWS wie auch der LWS habe (Urk. 8/94/3).
Sie
sei sicher nicht in der Lage, Arbeiten in sitzender Position über längere Zeit oder mit langem Stehen oder Gehen auszuüben (Urk. 8/94/5). Eine rein ange
passte Tätigkeit wäre der Beschwerde
führerin theoretisch zu 30 bis 40 % zumutbar (Urk. 8/94/3, Urk. 8/94/5).
3.2.3
Dr.
B.___
nannte in ihrem Gutachten vom 28. April 2011 als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine verminderte Belastbarkeit der Wir
belsäule bei degenerativen Veränderungen der Bandscheiben der mitt
le
ren/unteren HWS und degenerativen Veränderungen der
lumbosacralen
Band
scheibe, jedoch ohne nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit. Als Diag
nosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnete sie eine
Fehl
statik
der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, muskulärer Hartspann und
ver
schmächtigte
Rumpfmuskulatur sowie beidseits nur gering verkürzte
Ischi
o
kruralmuskulatur
. Anamnestisch bestünden Beschwerden der Kniegelenke und der Fersen. Die klinische Untersuchung ergebe kein eigenständiges Krank
heits
bild (Urk. 8/103/13).
Dr
.
B.___
stellte
anhand der Untersuchungsbefunde und der radiologischen Befunde, die sich seit 2004 nicht verschlechtert hätten, eine verminderte Belast
barkeit der Wirbelsäule mit qualitativ, jedoch nicht mit quantitativen Aus
wir
kungen
, fest
(Urk. 8/103/14).
Bei der
von der Beschwerdeführerin zuletzt ausge
übte
n
Tätigkeit
als Behandlungsassistentin in einer Physiotherapiepraxis handle es sich überwiegend um eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit, auch verbun
den mit kurz dauernden Zwangshaltungen
(
Urk.
8/103/14)
. Da diese Tätigkeit aus
wechselnder Ausgangslage mit nur kurzen Zwangshaltungen ausgeführt
werde
, ergebe
sich
weiterhin ein vollschichtiges Arbeits
vermögen. Die Beschwerdeführerin sei bei verminderter Belastbarkeit der Wirbelsäule nicht für körperlich schwere Arbeiten geeignet, die mit häufigem Bücken, ständigen Zwangshaltungen und dem Einfluss von Kälte und Nässe einherg
ing
en. Für sämtliche körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes, die bevorzugt aus wechselnder Ausgangslage verrichtet werden könnten
,
ergebe sich ein vollschichtiges Arbeitsvermögen (Urk. 8/103/15).
Rückwirkend sei bei degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule zeitweise eine Arbeitsunfähigkeit möglich, jedoch nicht in
renten
berechtigendem
Aus
mass (Urk. 8/103/15).
3.2.4
Bei der MRI-Untersuchung der HWS im
C.___
vom 5. September 2011 wurde
n
eine
leichtgradige
Streckhaltung der HWS bei aber insgesamt allseits erhaltenem dorsalen Alignement, ein kongenital eher enger Spinalkanal mit noch unauf
fälliger Mor
phologie sowie auch
Signal
inten
sität
des zervikalen
Myelons
sowie eine multisegmentale Dehydrierung der Bandscheiben der HWS mit Höhenminderung C5-C7 und neben
spon
dylo
phytären
Appositionen auch diskreten
Endplatten
veränderungen
Typ
Modic
II im Sinne von beginnenden
Osteochondrosen
festgestellt (Urk. 8/114/1).
Bei der
am gleichen Tag durchge
führte
n
Untersuchung der LWS
zeigte sich
eine minimale, linkskonvexe
Skoliosehaltung
der LWS bei ansonsten regelrechter Haltung mit allseits erhaltenem dorsalem Alignement, eine allseits regelrechte Weite des
ossären
Spinalkanals und lediglich
leichtgradige
Dehydrierung der Bandscheiben L5/S1 mit mini
male
r
zirkulärer Bandscheibenvorwölbung ohne aber abgrenzbare fokale
Herniation
, keine signifikanten
Spondylarthrosen
,
keine
abgrenzbare Reizung der Kompression neuraler Strukturen, keine
lum
bosacrale
Übergangsanomalie und eine
symmetrische Darstellung der
Iliosakral
gelenke
(ISG) (Urk. 8/114/1).
Nach der CT(
Computertomogramm
)-Untersuchung des Thorax vom 13. Septem
ber 2011
schrieb
Dr. med.
I.___
,
Facharzt für Radiologie, vom
C.___
in seiner Beurteilung, beim radiologischen Befund handle es sich eindeutig um eine grössere paraaxiale
Hiatushernie
, ca. ein Drittel des Magens befinde sich oberhalb des Zwerchfells. Es fänden sich keine Hinweise auf eine
Neoplasie
. Der übrige Befund sei unauffällig (Urk. 8/114/2).
4.
4.1
Mit Urteil IV.2009.00557 vom 2
0.
Dezember 2010 erkannte das hiesige Gericht dem
E.___
-
Gutachten vom
3.
Oktober 2008 (
Urk.
8/63) vollen Beweiswert zu (
Urk.
8/88/9). Unbestritten war die von
E.___
-
Gutachter
Dr.
H.___
festge
stellte psychische Gesundheitsstörung, welche
eine 40%-
Arbeitsun
fähig
keit der Beschwerdeführerin zur Folge habe (E. 3.1.2).
In Kenntnis der von Dr.
A.___
in ihrem ärztlichen Zeugnisses von 2
7.
März 2009
(E. 3.1.3)
ge
nannten Befunde
liess sich
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin
und
die Entwicklung von deren
Gesundheitszustand
in soma
tischer Hinsicht
indes nicht abschliessend beurteilen
(
Urk.
8/88/10)
, weshalb weitere Ab
klärungen durch die
Beschwerdegegnerin nötig waren.
4.2
Das von der Beschwerdegegnerin
zu diesem Zwecke
eingeholte Gutachten von Dr.
B.___
vom 2
8.
April 2011
(
Urk.
8/103)
wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Urk. 8/103/2-5) und der geklagten Beschwerden
(
Urk.
8/103/
6-
7)
erstellt
. Dr.
B.___
setzte sich
namentlich
auch mit der Berichten von Dr.
A.___
ausei
nander (Urk. 8/103/14).
Sie
unterzog die Beschwerde
führerin einer eing
ehenden klinischen Untersuchung und gab die erhobenen Befunde auf
den Seiten
8 bis 12 des Gutachtens
detailliert
wieder. Ferner berücksichtig
t
e
Dr.
B.___
die
Rön
t
g
enbefunde aus den Jahren 2004, 2008, 2009, 2010 sowie 2011 (Urk.
8/103/12
,
Urk.
8/103/14
).
Sie
verwies
darauf, dass sich die de
skriptiven Befunde beim MRT der HWS und LWS vom 1
2.
März 2009 gleich präsentieren
würden
wie bei demjenigen vom 1
0.
Oktober 2004 (
Urk.
8/103/12). Laut
Dr.
B.___
haben sich die radiologischen Befunde seit dem Jahre 2004 nicht verschlechtert (
Urk.
8/103/12).
Entgegen der Ansicht der Beschwerde
führerin (E.
1.3
)
ist es
also
nicht zu beanstanden, dass
Dr.
B.___
keine weiteren
bildge
ben
den
Unter
suchungen veranlasst hatte.
Kommt hinzu, dass es n
ach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts im Er
messen
der Abklärungsstelle
liegt
, ob
sie zur Untersuchung Röntgenbilder anfertigt oder andere bildgebende Ver
fah
ren einsetzt oder nicht. Das Fehlen bildgebender Untersuchungen lässt
jeden
falls
nicht auf unzureichende fachärztliche Abklärungen schliessen
,
zumal dem klinischen Befund höheres Gewicht beizumessen ist
(Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2011 vom 1
2.
Oktober 2011, E. 3.3).
Die orthopä
dische Begutachtung durch
Dr.
B.___
erweist sich damit als umfassend.
Deren
Beurteilung
sowie
Einschätzung zur Arbeits
fähig
keit
sind
überzeugend be
gründet und schlüssig, so dass
dem
Gutachten
von Dr.
B.___
vom 2
8.
April 2011
(
Urk.
8/103)
voller Beweiswert
zukommt. Auf den Bericht von
Dr.
A.___
vom 1
0.
Februar 2011 (
Urk.
8/94/1-4)
und deren
Berichtse
rgänzung vom 2
4.
Februar 2011 (
Urk.
8/94/5)
ist demgege
nüber nicht abzustellen.
Dr.
A.___
attestierte der Beschwerdeführerin in ihrer
bisherigen Tätigkeit eine 70
%
-
Arbeitsunfähigkeit
. Anders als
Dr.
B.___
setzt sie sich jedoch nicht damit auseinander, welche
n
körperliche
n
Anforderungen
die Beschwerdeführerin bei dieser Arbeit
(
Behand
lungsassistentin
)
ausgesetzt wäre
, so dass ihre Ein
schätzung nicht zu überzeu
gen vermag. Bei der Aussage, dass die enormen Be
hinderungen im
Nackenbe
reich
mit oftmaligen
Excerbationen
der
Cerv
ico
brachialgien
und
Lumboischal
gien
mit anhaltenden Blockierungen der HWS wie auch der LWS
eine
geregelte Arbeit nicht möglich machen würden
(
Urk.
8/94/3)
,
dürfte
sich
Dr.
A.___
auf die entsprechende Schilderung der Beschwerde
führeri
n und nicht auf medizini
sche Befunde
stützen
. Ferner
legt sie nicht begründet dar
, weshalb
auch
in einer angepassten Tätigkeit –
nach der Schilderung von
Dr.
A.___
also für
rücken
adaptierte
Arbeiten ohne sitzende Positionen über längere Zeit oder mit langem Stehen
oder Gehen
(
Urk.
8/94
/5
)
– in somatischer Hinsicht eine Arbeitsunfähig
keit von 60 bis 70
%
ge
geben sein soll (
Urk.
8/9
4/5). Schliesslich sind die
Berichte behandelnder Ärzte
aufgrund der auftragsrechtlichen Vertrauensstel
lung zum Patienten
rechtsprechungsgemäss mit Zurückhaltung zur würdigen (statt vieler:
Urteil des Bundesgerichts 9C_981/2012, E. 5.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 351, E. 3b/cc).
Die Berichte von
Dr.
A.___
vermögen somit keinen Zweifel
an den Schlussfolgerungen
des Gutachten
s
von
Dr.
B.___
vom 2
8.
April 2011 (
Urk.
8/103) zu begründen.
4.3
Gleiches gilt
für die von der Beschwerdeführerin aufgelegten Berichte des
C.___
vom 5.  und 1
3.
September 2011 (E. 3.2.4)
, in
welchen
namentlich keine Verschlechterung gegenüber der Unter
suchung bei
Dr.
B.___
vom 2
6.
April 2011 beschrieben wird.
Dr.
J.___
,
Praktischer Arzt (FMH), FA Vertrauensarzt (SGV), zertifizierter medizinischer Gutachter (SIM)
,
vom Regionalen Ärztlichen
Dienst (RAD) gelangte in seiner Stellungnahme vom 1
8.
Oktober 2011 zum Schluss, dass sich aus diesem Befund in keine
r
Weise funktionelle Defizite und somit Aussagen zur Arbei
t
sfä
higkeit ableiten liesse
n
. Eine Verschlechterung sei aufgrund des kurzen
Zeit
fensters
seit der Begutachtung und der eher geringen Pathologien unwahr
scheinlich (
Urk.
8/116/2).
Diese Begründung ist ein
leuchtend. Einer
Hiatushernie
kommt
versicherungsmedizinisch
keine
langandauernde
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu. RAD-Arzt
Dr.
J.___
kann
auch
diesbezüglich gefolgt werden (
Urk.
8/116/2).
Eine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
seit der
Untersuchung
durch
Dr.
B.___
ist nicht ausge
wiesen.
Was schliesslich die Vor
bringen der Beschwerdeführerin in der Be
schwerdeschrift vom 1
3.
Juni 2012 zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand (
u. a.
Wasser in Kniegelenken, was zu einer Schwe
llung der Knie
führe, 100%ige Arbeitsunfähigkeit vornehmlich wegen psychischen Beschwerden seit 1
2.
Juni 2012, E. 1.3) betrifft, so wären diese
, falls medizinisch ausgewiesen,
für das vorliegende Verfahren nicht massgebend
.
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozial
versicherungsgericht die Gesetz
mässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachver
halt, der zur Zeit des Abschlusses des
Verwaltungs
verfahrens
gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1
S.
243; 121 V 362 E. 1b S. 366).
4.4
Mit
Dr.
B.___
ist davon auszugehen, dass aus orthopädischer Hinsicht in der bisherige
n
Tätigkeit als Behandlungsassistentin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht. Eine Verbesserung
oder Verschlechterung
der psychischen Problematik seit der mit Urteil des hiesigen Gerichts
IV.2009.00557
vom 2
0.
Dezember 2010
(Urk. 8/88)
in Bezug auf die
Viertelsrente
geschützten Verfügung vom
6.
Mai 2009
(Urk. 8/83)
ist aufgrund der aufgelegten Akten nicht ausg
ewiesen, zumal die Beschwerdeführerin schon seit längerem nicht mehr in psychiatrischer
Behandlung steht (vgl. Urk. 8/103/8).
Die
E.___
-
Gutachter beurteilten die Ein
schränkung der Beschwerdeführ
erin in psychischer Hinsicht
mit 40
%
(E. 3.1.2). Darauf ist weiterhin abzustellen.
Nach dem Gesagten ist die
Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als
Behand
lungs
assistentin
insgesamt zu 60
%
arbeitsfähig.
5.
Gegen den Einkommensvergleich der Beschwerdegegnerin (Verfügungsteil 2 der angefochtene
n
Verfügung,
Urk.
2) liess die Beschwerdeführerin keine Einwände erheben. Unter Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführerin sowohl die bishe
rige Tätigkeit (Behandlungsassistentin) als auch eine der Behinderung ange
passte Tätigkeit zu 60
%
zumutbar sei, stellte die Beschwerdegegnerin dem
Valideneinkommen
von
Fr.
57‘637.77 ein um 60
%
reduziertes
Invalidenein
kommen
(
Fr.
34‘583.66) gegenüber. Der Invaliditätsgrad betrug somit 40
%
. Nach
der Recht
sprechung des Bundesgerichtes geht
es
grundsätzlich nicht an, die medizinische Arbeitsunfähigkeit kurzerhand der Erwerbsunfähigkeit gleich
zusetzen. Sofern die versicherte Person, wie hier, nach Eintritt des
Gesundheits
schadens
keine Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, sind für die Bestimmung des trotz der
Ge
sundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch erzielbaren Einkom
mens
Tabellen
löhne
heranzuziehen (Urteil des Bundesgerichts I 315/
02 vom 9. Dezember 2003, E. 4).
Indes resultierte a
uch bei einem aufgrund statistische
r
Werte ermittelte
n Invalideneinkommen
jedenfalls
kein höherer Invalid
i
tätsgrad.
Die angefochtene Verfügung vom 1
5.
Mai 2012
(
Urk.
2)
erweist sich daher im Ergebnis als rechtens, was
zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerde
führt
.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und nach pflichtgemässen Ermessen auf Fr. 600.-- anzu
set
zen. Ausgangsgemäss sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin auf
zuer
legen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Dr. Jürg Baur
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher
CA/HR/IKversandt