# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5cfc88d2-ffce-569b-b423-2bcde203a256
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.04.2010 D-2109/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2109-2010_2010-04-09.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2109/2010; D-2111/2010; D-2115/2010/ime
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichter Bendicht Tellenbach,
mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

1. A._______, geboren [...], und B._______, geboren [...], 
Libanon,

sowie deren volljährige Kinder

2. C._______, geboren [...], Libanon, und

3. D._______, geboren [...], Libanon,

alle vertreten durch Annelise Gerber, 
Obere Hauptgasse 38, 3600 Thun,

Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügungen des BFM vom 23. März 2010 /
N [...], N [...] und N [...]

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2109/2010
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D-2115/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführenden  libanesische  Staatsangehörige  sind 
und aus Beirut stammen, 

dass der Beschwerdeführer 1 (A._______)  gemäss eigenen Angaben 
seinen Heimatstaat  am 12. August  2009 in  Richtung Italien  verliess, 
von wo er gleichentags in die Schweiz weiterreiste,

dass die  Beschwerdeführerin  1 (B._______),  der Beschwerdeführer  2 
(C._______)  sowie  der  Beschwerdeführer  3 (D._______)  am 27. No-
vember 2009  aus ihrem  Heimatstaat nach Italien reisten, von wo sie 
gleichentags in die Schweiz gelangten,

dass die Beschwerdeführenden im Übrigen mit jeweils gültigen, durch 
die italienischen Behörden ausgestellten Visa vom Libanon kommend 
auf dem Luftweg in Italien einreisten,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  30. November  2009  beim  Emp-
fangs- und Verfahrenszentrum Vallorbe Asylgesuche stellten,

dass sie dort durch das Bundesamt für Migration (BFM) am 3. Dezem-
ber  2009 (Beschwerdeführende 1)  beziehungsweise am 4. Dezember 
2009  (Beschwerdeführer  2  und  3)  summarisch  zu  ihren  Asylgründen 
angehört und anschliessend dem Kanton Bern zugewiesen wurden,

dass sie im Rahmen ihrer Anhörungen beim Empfangs- und Verfahrens-
zentrum in Bezug auf ihre Asylgründe im Wesentlichen zu Protokoll ga-
ben, ihre Familie engagiere sich mit tragender Rolle in einer [...] Partei 
und befinde sich deswegen seit dem Jahr [...] in einem Konflikt mit der 
libanesischen [...],  wobei mehrere Mitglieder ihrer  Familie umgebracht 
worden seien und sie selbst zuletzt mehrfach angegriffen und mit dem 
Tod bedroht worden seien, 

dass den Beschwerdeführenden anlässlich ihrer Anhörungen durch das 
BFM mitgeteilt  wurde, angesichts des Umstands, dass sie jeweils mit 
gültigen, durch die italienischen Behörden ausgestellten Visa nach Ita-
lien  eingereist  seien,  werde  die  Zuständigkeit  Italiens  für  die  Durch-
führung der Asylverfahren in Erwägung gezogen, wobei gegebenenfalls 
auf ihre Asylgesuche nicht eingetreten werde, 

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dass die Beschwerdeführenden bei dieser Gelegenheit ausserdem da-
hingehend  befragt  wurden,  ob  Gründe  vorlägen,  die  gegen  die  Zu-
ständigkeit Italiens für die Durchführung der Asylverfahren sowie gegen 
einen allfälligen Wegweisungsvollzug nach Italien sprechen würden,

dass die Beschwerdeführer auf die letztgenannten Fragen hin zu Proto-
koll gaben, es sei ihre Absicht gewesen, in der Schweiz Asylgesuche zu 
stellen, und der Reiseweg via Italien diene nur dem Zweck, die libane-
sische [...] über ihren Aufenthaltsort zu täuschen,

dass die Beschwerdeführenden dabei ausserdem geltend machten, in 
Italien hätten sie weiterhin Verfolgungsmassnahmen seitens der libane-
sischen [...] zu befürchten,

dass das BFM am 5. beziehungsweise am 14. Januar 2010 an die zu-
ständigen  italienischen  Behörden  jeweilige  Mitteilungen  richtete,  ge-
stützt auf die einschlägigen Staatsverträge (Abkommen vom 26. Okto-
ber  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der 
Europäischen Gemeinschaft  über  die Kriterien und Verfahren zur  Be-
stimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mit-
gliedstaat oder in der Schweiz gestellten  Asylantrags [Dublin-Assoziie-
rungsabkommen, SR 0.142.392.68]; Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des 
Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren 
zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist [VO Dublin]; Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommis-
sion  vom  2. September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur 
Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]) werde Italien als 
zur Durchführung des Asylverfahrens zuständig erachtet,

dass die zuständigen italienischen Behörden mit Schreiben vom 1. be-
ziehungsweise vom 3. Februar 2010 dem BFM mitteilten, der Aufnahme 
der Beschwerdeführenden werde zugestimmt,

dass das BFM mit jeweiligen Verfügungen vom 23. März 2010 gestützt 
auf  Art. 34 Abs. 2 Bst. d  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31)  auf  die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein-
trat, deren Wegweisung aus der Schweiz nach Italien sowie den Vollzug 
anordnete  und  die  Beschwerdeführenden  anwies,  die  Schweiz 
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,

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dass die Beschwerdeführenden die Verfügungen des BFM mit jeweiligen 
Eingaben  ihrer  Rechtsvertreterin  vom 31. März  2010  beim  Bundes-
verwaltungsgericht anfochten,

dass sie dabei beantragten, es sei auf ihre Asylgesuche einzutreten, 
und es sei ihnen in der Schweiz Asyl zu gewähren, 

dass  sie  ausserdem in  prozessualer  Hinsicht  beantragten,  ihre  Ver-
fahren seien gemeinsam zu behandeln,  und es sei ihnen  die unent-
geltliche  Prozessführung  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) zu gewähren, 

dass mit  jeweiligen Zwischenverfügungen vom 1. April  2010 der Voll-
zug  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  vorläufig  ausgesetzt 
wurde,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  über  Beschwerden  gegen  Ver-
fügungen, die gestützt auf das AsylG durch das BFM erlassen worden 
sind,  endgültig  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  VGG; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden 
können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  die  unter  den  Nummern  D-2109/2010,  D-2111/2010  und  D-
2115/2010  geführten  Beschwerdeverfahren  angesichts  ihres  engen 
sachlichen  Zusammenhanges  antragsgemäss  zu  vereinigen  und  im 
vorliegenden Urteil gemeinsam zu behandeln sind,

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dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtene Verfügung be-
sonders berührt sind und ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung haben, womit sie zur Einreichung der Beschwerden legitimiert  
sind (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  auf  die  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  eingereichten  Be-
schwerden somit einzutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 und 5 AsylG sowie 
Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG),

dass es sich im vorliegenden Fall, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um 
eine solche Beschwerde handelt, weshalb der Entscheid nur summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass der zuständige Instruktionsrichter als Folge der Erkennung der Be-
schwerde als offensichtlich unbegründet davon abgesehen hat,  ihr  in 
Anwendung von Art. 107a Satz 2 AsylG die aufschiebende Wirkung zu 
erteilen,

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wird,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM ablehnt,  Asylgesuche  auf  ihre  Begründetheit  hin  zu  über-
prüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das betreffende Asylgesuch nicht eingetreten 
ist  (vgl.  die  diesbezüglich  weiterhin  zutreffende  Rechtsprechung  der 
ehemaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [ARK]  in  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1), 

dass demgegenüber das Bundesverwaltungsgericht die angefochtene 
Verfügung hinsichtlich der angeordneten Wegweisung und deren Voll-
zugs  in  voller  Kognition  prüft,  sind  diese  Punkte  doch  von  der  Vor-
instanz materiell geprüft worden, 

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dass nach dem soeben Gesagten auf  die  Anträge der  Beschwerde-
führenden betreffend Gewährung des Asyls nicht einzutreten ist,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass angesichts des zuvor festgestellten Sachverhalts, der erwähnten 
staatsvertraglichen  Rechtslage  und  der  diesbezüglich  zutreffenden 
Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  Italien  als  für  die 
Durchführung des Asylverfahrens zuständig zu erachten ist, 

dass die Beschwerdeführenden somit ohne weiteres in einen Drittstaat 
(Italien) ausreisen können, welcher für die Prüfung ihrer Asylgesuche 
staatsvertraglich zuständig ist,

dass die Beschwerdeführenden in ihren Eingaben jeweils im Wesent-
lichen  geltend  machen,  die  Nichteintretensgründe  bei  Sicherheit  vor 
Verfolgung im Ausland gemäss Art. 34 Abs. 2 AsylG fänden gemäss 
Art.  34  Abs. 4  (sic)  Bst. b  AsylG  keine  Anwendung,  wenn  die  asyl-
suchende Person offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft nach Art.  3 
AsylG erfülle,

dass sie ausserdem ausführen, sie hätten nichts über das Dublin-Ab-
kommen gewusst und nicht im Sinn gehabt, nach ihrer Einreise nach 
Italien auch dort zu bleiben,

dass sie ferner geltend machen, in Italien würden sich viele Mitglieder 
der libanesischen [...] aufhalten, weshalb sie dort nicht sicher seien,

dass in Bezug auf die beschwerdeweisen Vorbringen zunächst festzu-
stellen ist, dass sich die Ausnahmeklauseln von Art. 34 Abs. 3 AsylG 
nicht  auf den vorliegend relevanten Nichteintretensgrund des Art. 34 
Abs. 2  Bst. d  AsylG beziehen,  womit  das  betreffende Argument  der 
Beschwerdeführenden offensichtlich grundlos ist, 

dass auch die sonstigen beschwerdeweisen Vorbringen offensichtlich 
nicht geeignet sind, die vorinstanzliche Rechtsanwendung in Frage zu 
stellen,

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dass  vielmehr  insbesondere  festzuhalten  ist,  dass  sich  die  Be-
schwerdeführenden mit ihrem Anliegen, vor allfälligen Nachstellungen 
durch  die  libanesische  [...]  Schutz  zu  erlangen,  an  die  italienischen 
Behörden wenden können und auch kein Grund zur Annahme besteht, 
ein solcher Schutz würde ihnen verwehrt,

dass  zudem  festzuhalten  ist,  dass  Italien  sowohl  Signatarstaat  des 
Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 
(FK,  SR 0.142.30)  wie  auch  der  Konvention zum Schutze der  Men-
schenrechte  und  Grundfreiheiten  vom  4. November  1950  (EMRK, 
SR 0.101) ist  und  keine  Anhaltspunkte  vorliegen,  die  daraus 
resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  würden  durch  die 
italienischen Behörden in genereller Weise missachtet,

dass im vorliegenden Fall auch sonst keine konkreten Hinweise darauf 
bestehen, Italien werde sich nicht an die massgeblichen völkerrecht-
lichen Bestimmungen, insbesondere an die einschlägigen Normen der 
FK und der EMRK, halten,

dass  das  BFM  folglich  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs. 2 
Bst. d AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein-
getreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), 

dass  die  Beschwerdeführenden weder  über  ausländerrechtliche Auf-
enthaltsbewilligungen verfügen, noch ein Anspruch auf Erteilung sol-
cher besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 

dass die verfügten Wegweisungen somit im Einklang mit den gesetz-
lichen Bestimmungen stehen und vom BFM zu Recht angeordnet wur-
den,

dass  im  Rahmen  des  Dublin-Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren in  den für  die Prüfung des Asylgesuches zu-
ständigen Staat  handelt,  systembedingt  kein Raum bleibt  für  Ersatz-
massnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.v.m. Art. 83 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Aus-
länderinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) ,

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dass eine entsprechende Prüfung soweit  notwendig vielmehr  bereits 
im Rahmen des Dublin-Verfahrens stattfinden muss (vgl. vorgehende 
Erwägungen),

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtete,

dass der in den Beschwerdeschriften durch die Rechtsvertreterin unter 
dem Titel  der Durchführbarkeit  des Wegweisungsvollzugs angeführte 
allgemeine Hinweis auf die Gefahr, den Beschwerdeführenden könn-
ten im Zielland des Vollzugs (mithin Italien) Folter, unmenschliche Be-
handlung  oder  sonstige  Verletzungen  zentraler  Menschenrechte  dro-
hen, nicht weiter konkretisiert wird und somit als offensichtlich haltlos 
zu qualifizieren ist,

dass  kein  konkreter  Grund zur  Annahme besteht,  Personen,  welche 
sich  im  Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten,  würden 
aufgrund der  dortigen  Aufenthaltsbedingungen generell  in  eine  exis-
tentielle Notlage versetzt,

dass im vorliegenden Fall auch keine individuellen Gründe ersichtlich 
sind, welche gegen die Zumutbarkeit eines Vollzugs der Wegweisung 
der Beschwerdeführenden nach Italien sprechen würden, 

dass  insbesondere  die  von  den  Beschwerdeführenden  geltend  ge-
machten  gesundheitlichen  Probleme  (chronische  Hepatitis  B  beim 
Beschwerdeführer  1;  chronisches  Schmerzsyndrom  der  Lenden-
wirbelsäure bei der Beschwerdeführerin 1; im Heimatland erlittene Rip-
penfrakturen  und  teilweiser  Riss  einer  Schultersehne  beim  Be-
schwerdeführer  3)  offensichtlich nicht  einen Schweregrad aufweisen, 
welcher den Vollzug der Wegweisung nach Italien als unzumutbar er-
scheinen lassen würde, zumal diese gesundheitlichen Leiden in Italien 
ohne weiteres behandelbar sind und auch der Reisefähigkeit der Be-
schwerdeführenden – wie ihre Ausreise aus dem Libanon zeigt – nicht  
entgegenstehen, 

dass  nach  den  angestellten  Erwägungen  die  angefochtenen  Ver-
fügungen Bundesrecht nicht verletzen, den rechtserheblichen Sachver-
halt richtig und vollständig feststellen und angemessen sind (Art.  106 
AsylG),  weshalb die jeweiligen Beschwerden – soweit  auf  sie einzu-
treten ist – abzuweisen sind, 

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dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten grundsätzlich 
den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG),

dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 
gemäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG  abzuweisen  sind,  da  sich  die  Be-
schwerden als von vornherein aussichtslos erwiesen haben,

dass bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens die Kosten von 
Fr. 600.-- (Art. 1-3  des  Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  drei  Verfahren  D-2109/2010,  D-2111/2010  und  D-2115/2010 
werden vereinigt.

2.
Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist.

3.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgelehnt.

4.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des Urteils 
zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführenden (vorab per Telefax, 
Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N [...], N [...] 
und N [...] (per Kurier, in Kopie)

- BFM, Abteilung Aufenthalt, Dublin Office (per Telefax)
- den  Migrationsdienst  des  Kantons  Bern,  zur  Kenntnisnahme (per 

Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

Versand: 

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