# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e992cb5d-8475-5c65-aca6-c6874068b951
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-30
**Language:** de
**Title:** Beschwerdeführer arbeitete trotz AUF von 60 % in einem 60%igen Arbeitspensum; Einkommensvergleich; Viertelsrente; Überweisung an IV-Stelle
**Docket/Reference:** IV.2020.00555
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2020.00555.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2020.00555
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Tanner Imfeld
Gerichtsschreiberin Babic
Urteil
vom
3
0.
Juni 2021
in Sach
en
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Abdullah
Karakök
HAK Rechtsanwälte
Weberstrasse 10, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Basler Versicherungen
Aeschengraben
21, 4051 Basel
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1969 geborene und
in seinem erlernten Beruf als kaufmännischer Angestellter tätige
X.___
erlitt am 3
1.
August 2010 einen Unfall, als er im Urlaub von einer Mauer neben dem Gehweg fiel und etwa drei Meter nach unten in den Sand des danebenliegenden Strandes stürzte (
Urk.
8/4/37). Dabei zog er sich eine Berstungsfraktur des Lendenwirbelkörpers (LWK) 2 zu, was op
e
rativ saniert wurde (
Urk.
8/4/26-27). Am
1
1.
März 2011
(
Urk.
8/1) meldete er sich
unter Hinweis auf Schmerzen beim Gehen, Schwierigkeiten beim Gewichte
H
alten und neuralgische Schmerzen im rechten Bein bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Leis
tungen an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Auskünfte über die erwerbliche
und medizinische Situation ein, zog die Akten des Unfallversicherers
bei und sprach dem Versicherten
mit Verfügung vom 1
9.
Oktober 2012 (
Urk.
8/28) für die Zeit vom
1.
September 2011 bis
3
1.
Januar 2012 eine
befristete
halbe
Rente der Invalidenversicherung
zu
.
1.2
Am 2
1.
September 2018 erlitt der mittlerweile in einem Pensum von 60
%
als Call
Agent tätige Versicherte einen
z
erebrovaskulären
ischämischen Insult im Centrum semiovale rechts (
Urk.
8/31/8-9 und
Urk.
8/38/2).
Am 1
1.
November 2019 (
Urk.
8/33) meldete
er
sich unter Hinweis auf einen Status nach Geburts
ge
brechen
(
mit Kleinwuchs, Skoliose, Kyphose, Stra
bi
smus, Mundasymmetrie
,
Bla
sen
störung
)
, ADHS
(
mit verkürzter Aufmerksamkeit, Unruhe, Raumwahrneh
mungs
probleme
n
und Inflexibilität
)
, Status nach L
W
K2-Ber
st
ungsf
raktur
sowie auf juvenile
idi
o
patische
Arthritis
(
mit
polyartikulärem
Befall der Hände und Füsse
)
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an.
Die IV-Stelle tätigte wiederum erwerbliche und medizinische Abklärungen, führte ein Standortgespräch durch und holte
Akten des Krankentaggeldversicherers ein.
Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
8/50,
Urk.
8/51 und
Urk.
8/55) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
4.
Juni 2020 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte
a
m 2
6.
August 2020 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 2
4.
Juni 2020 sei aufzuheben und ihm sei eine
Dreiviertelsrente
auszurichten, eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und ihm sei eine halbe Rente auszurichten,
subeventualiter
seien weitere medizinische Abklärungen anzuordnen. Die IV-Stelle schloss am 24. September 2020 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
9.
September 2020 (
Urk.
9) zur Kenntnis gebracht wurde.
Mit Verfügung vom 8. April 2021 wurde die Basler Versicherungen zum Prozess beigeladen (Urk. 10),
welche
sich innert Frist
jedoch nicht vernehmen
liess
(Urk. 11
f
f
.)
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
li
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiolo
gie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen versicher
ten Person
ohne
Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
27
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
bemisst sich die Invalidität rechtsprechungsgemäss nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Unterva
ri
ante (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfah
ren) davon. Dabei ist das
Valideneinkommen
nach Massgabe der ohne Gesund
heitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das
–
ärztlich fest
zulegende
–
Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne ge
sundheitliche Beeinträchtig
ung geleistete (BGE 131 V 51 E.
5.1.2; wi
edergegeben in BGE 142 V 290 E.
5).
In Präzisierung dieser Rechtsprechu
ng hat das Bundesgericht in BGE
142 V 290 entschieden, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die
anhand der Einkommensvergleichsmethode zu ermittelnde Einschränkung im (allei
n versicherten) erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
thetischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen ist
(E. 7.3)
.
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die leistungsabweisende Verfügung vom 24. Juni 2020 (
Urk.
2) damit, dass
der Beschwerdeführer seit
dem
2
2.
September
2019 arbeitsunfähig gewesen sei, seine Täti
gkeit als Call Agent ab dem 26.
Novem
ber 2019 jedoch teilweise
wieder
habe aufnehmen können. Bezogen auf sein 60%iges Arbeitspensum bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
(S.
1).
Das reduzierte Arbeitspensum von 60
%
habe der Beschwerdeführer selbst gewählt und es
bestünden
keine Hinweise, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht in einem vollen Pensum arbeitstätig sein könne. Ebenso sei er bisher nicht auf der Suche nach einer weiteren Teilzeit-Anstellung gewesen.
Zur Ermittlung des Einkommens ohne gesundheitliche Einschränkungen sei auf die Angaben des Arbeitgebers abgestellt worden, wonach der Beschwerdeführer
Fr.
35'970.95 im angestammten 60%igen Pensum verdient habe. Aufgerechnet auf ein Vollpensum ergebe sich ein Jahreseinkommen von
Fr.
59'951.6
0.
Zur Ermittlung des Einkom
mens mit gesundheitlichen Einschränkungen habe man sich auf das Einkommen in einem 100%igen Pensum gestützt
. Gestützt auf eine 40%ige Arbeitsfähigkeit betrage das möglich zu erzielende Einkommen
Fr.
23'980.6
5.
Ein zusätzlicher Abzug von diesem Einkommen rechtfertige sich nicht und es würden keine Hin
weise vorliegen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Gesundheit ein tiefe
res Einkommen als andere
Arbeitnehmende
in seiner Funktion erzielen würde.
Aus dem Einkommensvergleich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 60 %, welc
her mit einem Pensum von 60
%
multipli
zi
ert werde. Daraus resultiere ein rentenaus
schliessender Invaliditätsgrad von 36
%
(S. 2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1),
seine Arbeitsfähigkeit betrage bezogen auf eine Vollzeittätigkeit maximal 50
%
(S. 5). Die Beschwerdegegnerin habe zudem intern die Meinung vertreten, es bestehe ein iv-relevanter Gesundheitsschaden. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, weshalb nicht mindestens weitere medizinische Abklärungen vorgenommen worden seien. Aufgrund
sein
er verschiedenartigen Beschwerden, insbesondere auch aus dem
psychiatrischen Bereich,
dränge
sich vorliegend ein polydisziplinäres Gutachten auf. Sodann werde seitens der Beschwerdegegnerin angenommen, er sei im Haus
haltsbereich nicht eingeschränkt. Während des Standortgesprächs habe er jedoch mitgeteilt, dass er eine Putzfrau habe. Es könne deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass er im Haushaltsbereich überhaupt nicht eingeschränkt sei. Sodann hänge di
e
Reduktion des Arbeitspensums mindestens teilweise mit seinen gesund
heitlichen Beschwerden zusammen. Er habe zwischen dem
1.
September 2011 bis 3
1.
Januar 2012 eine befristete halbe Rente bezogen. Neben seinen Geburtsge
brechen seien nach seinem Unfall vom 3
1.
August 2010 in Frankreich weitere gesundheitliche Beschwerden hinzugekommen, die er mit viel Einsatz habe kom
pensieren müssen, bis es nicht mehr gegangen sei u
nd er sei
n
Pensum
habe
redu
zier
en müssen
(S. 6). Ihm sei zudem per Ende September 2020 gekündigt worden und wegen der Verschlechterung seiner gesundheitlichen Situation nach dem Schlaganfall werde es für ihn wohl nicht mehr möglich sein
,
im ersten Arbeits
markt wieder Fuss zu fassen, zumal nun auch psychische Leiden vorhanden seien.
Ferner sei ein leidensbedingter Abzug angebracht. Aufgrund seiner persönlichen und beruflichen Merkmale sei ein Abzug von 25
%
angezeigt. Es sei anzunehmen, dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende allfällige Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden könne (S. 7).
3.
3.1
Anlässlich des Standortgesprächs vom 2
5.
November 2019 (
Urk.
8/36) gab der Beschwerdeführer an,
dass er bei seiner Tätigkeit als Call Agent nur noch mit zwei Fingern schreiben könne. Bei zu hoher Belastung habe er aufgrund der Nervenschädigungen im Gesicht einen Speichelfluss. Die Beschwerden habe er zwar schon immer gehabt, aufgrund seines Alters und seit dem Insult sei alles jedoch schlimmer geworden. Schmerzen aufgrund der Arthritis habe er jedoch nicht vermehrt.
Er sei momentan in einem 60%igen Pensum angestellt, da ihm dies finanziell ausreiche.
Aktuell arbeite er im Umfang vo
n 50
%
und sei somit 17
%
krank
geschrieben (S. 2).
Der Beschwerdeführer berichtete zudem, dass er über ein soziales Netz verfüge, jedoch keine Hilfe benötige. Für den Haushalt habe er eine Putzfrau, habe Freunde und Familie, sei aber ansonsten kein be
son
ders sozialer Mensch, da er autistische Züge habe. In seiner Freizeit gehe er viel
s
pazieren. Er stehe jeweils erst vormittags auf und arbeite deshalb erst ab dem Nachmittag. Es sei für ihn völlig normal
,
spät schlafen zu gehen und somit ausschlafen zu müssen. Er kiffe ca. 12 Joints über den Tag verteilt
,
da ihm dies
helfe
,
sich zu beruhigen und genügend Konzentration aufzubringen. Eine Sucht
mittelbehandlung strebe er nicht an,
da
ihm der Konsum helfe und er sich nicht vorstellen könne, dass er ohne den Konsum morgens besser aufstehen könnte (S. 3 f.).
Bei seinem Hausarzt nehme er wöchentlich Termine wahr, zum Psycho
logen gehe er ein bis zwei Mal pro Monat und hinsichtlich der rheumatologischen Beschwerden sei er in der
Klinik Y.___
in regelmässiger Behandlung. Der Beschwerdeführer führte ausserdem aus, er erwarte die
Zusprache
einer halben Invalidenrente, damit er weiterhin 50
%
arbeiten könne. Seine Eltern hätten ihn nie bei der IV-Stelle angemeldet, da er als gesundes Kind erzogen worden sei. Nun finde er es aber an der Zeit, dass er gerechterweise eine Rente erhalte (S. 5).
3.
2
Die Ärz
te des
Rehazentrums
Z.___
führten in ihrem Austrittsbericht vom 1
8.
Oktober 2018 (
Urk.
8/45/19-24) betreffend Neurorehabilitation vom
2.
bis 1
7.
Oktober 2018 (nach Insult) aus, der Beschwerdeführer habe motiviert am phy
siotherapeutisch geleiteten, ärztlich su
p
ervisierten medizinischen Trainingspro
gramm teilgenommen und gute Fortschritte verzeichnet. Von Seiten der Mobilität sei der Beschwerdeführer komplett selbständig und könne lange Strecken gehen sowie Treppen problemlos bewältigen. Ebenso habe er sehr vom allgemeinen Kraft- und Konditionsaufbau in der medizinischen Trainingstherapie profitiert. Sie entliessen den Beschwerdeführer in die angestammten Verhältnisse bei Wei
ter
führung der ambulanten Physiotherapie und Ergotherapie und empfahlen den stufenweisen Wiederbeginn der bisherigen beruflichen Tätigkeit (S. 3).
3.3
Der leitende Oberarzt für Handchirurgie an der
Klinik Y.___
,
Dr.
med.
A.___
, hielt in seinem Bericht vom 1
5.
Juli 2019 (
Urk.
8/40/7-9) folgende Haupt
diagnosen fest (S. 1):
-
Fortgeschrittene Handgelenksdestruktion links mit
radiocarpaler
palmarer
Luxationsstellung
-
Differenzialdiagnose chronisch entzündlich im Rahmen rheumatoider Arthritis
-
Destruktion der Langfingermittelgelenke am II., III. und V. Strahl Hand rechts mit
palmarer
Luxationsstellung
-
Chronisch entzündlich bei rheumatoider Arthritis
Als Nebendiagnosen wurden die folgenden aufgeführt (S. 1):
-
Status nach
z
erebrovaskulärem
ischämischem Insult 2
1.
September 2018
-
Status nach LWK 2-Berstungsfraktur vom 3
1.
März
2010 mit dorsaler Instrumentierung LW
K
1-3
-
Status nach Entfernung von
Spondylodesematerial
1
3.
September 2010
-
Status nach miniretroperitonealer
Lumbotom
i
e
, Diskektomien L1/2 und L2/3,
Korpelktomie
L2, Cage-
Spondylodese
und
autologe
Spongiosa
plastik
am 2
1.
September 2010
-
Status nach Geburtsgebrechen mit Kleinwuchs, Skoliose, Kyphose, Stra
bismus, Mundasymmetrie, Blasenstörung
Das klinische und radiologische Bild präsentiere sich so, wie dies bei einer rheu
matoiden Arthritis gelegentlich gesehen werde. Die Grundgelenke der rechten Hand st
ü
nden in einer
palmarsubluxierten
und stark nach
ulnar
deviierten Stel
lung.
Palpatorisch
habe man sowohl auf Höhe des Handgelenkes rechts wie auch der Grundgelenke den Eindruck einer chronischen Entzündung mit teigig aufge
triebenem Weichteilgewebe. Auf der linken Seite sehe man eine noch erhaltene Beweglichkeit im Handgelenk bei kompletter
palmarer
Luxationsstellung des
Carpus
. Die Sensibilität im Versorgungsgebiet des N.
medianus
sei uneinge
schränkt
(S. 2).
3.4
Dr.
med.
B.___
, FMH Neurologi
e, Speziell Verhaltensneurologie, und
lic
.
phil.
C.___
, Neuropsychologin/Psychologin FSP, berichteten am 2
9.
Oktober 2019
(
Urk.
8/45/35-38) zu Händen des überweisenden
Dr.
D.___
über ihre Verlaufs
untersuchung bei perinatal erworbener zerebraler Funktionsschwäche und bei Status nach
zerebrovaskulärem
ischämischen Insult. Sie hielten fest, es zeigten sich beim allseits orientierten, kooperativen, motorisch etwas unruhigen, im Affekt
initital
etwas mürrisch, jedoch schwingungsfähig wirkenden Beschwerde
führer mit etwas erhöhter Kritikbereitschaft, gutem Arbeitstempo und intaktem Antrieb folgende kognitive Befunde: Qualitativ leicht fluktuierende verbale Lern
fähigkeit (Gesamtleistung jedoch durchschnittlich), leicht unterdurchschnittliche
visuo
-verbale Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, mittelgradig unter
durc
hschnittliche semantische Ideenproduktion sowie bei einer Papier-Bleistift
aufgabe Hinweise auf mittelgradige Einschränkung der Aufmerksamkeitsauf
recht
erhal
t
ung. Dabei sei aufgrund der Arthrose eine deutliche Verkrampfung der Hände feststellbar, d
ie
die Leistungsfähigkeit trotz guter Anstrengungsbe
reit
schaft einschränke.
Diese Befund
e
entsprächen unter Berücksichtigung der ana
m
nestischen Angaben einer insgesamt leichten bis mittelgradigen Funktionsstörung, einerseits gut im Rahmen
residueller
Symptomatik des erlittenen ischämischen Hirninfarktes erklärbar,
aggraviert
durch die bereits anlässlich der Voruntersuchung (
im Jahr 2014,
Urk.
8/45/8-9) festgestellten vorbestehenden Leistungsschwächen im Sinne einer einfachen Aufmerksamkeits- und Aktivierungsstörung (ADHS), die bis zum erlittenen Hirninfarkt relativ gut habe kompensiert werden können (S. 3).
Die Fachleute
bezifferten die aktuelle Arbeitsfähigkeit als um zirka 50
%
eing
e
schränkt und verwiesen auf die zusätzlich aus somatischen Gründen bestehende Arbeitsunfähigkeit (S. 4).
Anlässlich der Berichterstattung vom 1
0.
Dezember 2014 (
Urk.
8/31/20-21) hatte
n
Dr.
B.___
und Prof.
Dr.
phil. E.___
, Neuropsy
chologin, bei vergleichbaren Befunden bereits eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
attestiert.
3.
5
Der behandelnde Psychologe des Beschwerdeführers,
dipl.
psych.
F.___
,
dia
gnos
tizierte
in seinem Bericht vom
9.
Januar 2020 (
Urk.
8/44) eine perinatal erwor
bene zerebrale Funktionsschwäche, akzentuiert als Folge eines
zerebrovas
kulären
ischämischen Insults im Centrum semiovale rechts (September 2018). Seitdem berichte der Beschwerdeführer über eine vermehrte Erschöpfbarkeit, Ver
langsamung und über vermehrte Konzentrationsschwierigkeiten. Dies gehe einher mit einer Verminderung der spontanen und adaptiven Flexibilität. Zudem leide der Beschwerdeführer an einer juvenilen idiopathischen Arthritis mit
polyartiku
lärem
Befall, zum Teil mit fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen.
Die Arbeitsfähigkeit betrage maximal 50
%
, wahrscheinlich weniger. Der Wunsch des Beschwerdeführers sei aber
,
eine 40-50%ige Anstellung beim jetzigen
Arbeit
geber zu behalten. Er arbeite gerne und seine Tätigkeit beim Call Center erfülle auch einen Teil seiner sozialen Bedürfnisse (S. 1). Sein aktueller Gesundheits
zustand könne am ehesten mit dem Wort «labil» beschrieben werden. So sei für den Beschwerdeführer schon die
Kopfschmerzenfreiheit
und die Absenz von Nackenverspannungen ein Superzustand. Der behandelnde Psychologe gab zu
dem an, er begleite den Beschwerdeführer in Form einer (niederfrequentierte
n
) Psychotherapie seit Juni 201
5.
Die Behandlung habe der Beschwerdeführer aus eigenem Wunsch
heraus gesucht
, um die Anforderungen des Alltags mit seinen
Einschränkungen zu meistern und psychische Stabilität zu erlangen. Die Psy
ch
o
therapie werde mit ausdrücklicher Erlaubnis des Beschwerdeführers nach Bedarf mit dem Facharzt
Dr.
D.___
besprochen (S. 2).
3.
6
Dem Bericht von
Dr.
D.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 22. Februar 2020 (
Urk.
8/45/3-6) kann entnommen werden,
dass
sich
der Be
schwerdeführer seit April 2012 bei ihm ihn Behandlung befindet. Er habe den Beschwerdeführer seit dem
1.
Oktober 2019 bezogen auf sein 60%iges Arbeits
pensum zu 20
%
krankgeschrieben. Der Beschwerdeführer habe ein Arbeits
pen
sum von 60
%
gewählt, sei aber auch
sonst
nicht in der Lage
,
100
%
zu arbeiten. Seit dem Insult im September 2019 sei es zu progredient zunehmenden Be
schwerden des Gedächtnisses, der Konzentration, Erschöpfung und der Zunahme der Hand- und Fussbeschwerden gekommen (S. 1).
Hinsichtlich der Funktions
einschränkungen nannte
Dr.
D.___
Konzentrationsstörungen, Erschöpfung und
teilweise Schmerzen. Dies führe zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit, wobei alle vorhandenen Ressourcen keine Hilfe seien
(S. 3)
. Sowohl die bisherige als auch die angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer 40
%
bis maximal 50
%
zumutbar. Die Prognose sei stationär bis verschlechternd (S. 4).
4.
Den medizinischen Akten sind grundsätzlich übereinstimmende Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu entnehmen. Sowohl der
behandelnde Psychologe
F.___
(E. 3.
5
) als auch
Dr.
D.___
(E. 3.
6
)
und die neuropsy
cholo
gi
schen Fachleute (E. 3.4)
schätzten die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf 40
%
bzw. maximal 50
%
. Insbesondere die progredient zunehmenden Beschwer
den des Gedächtnisses,
die
Erschöpfbarkeit, Verlangsamung und
die
vermehrte
n
Konzentrationsschwierigkeiten wurden dabei als Beschwerden genannt. Aus dem Fragebogen für
Arbeitgebende
ist sodann ersichtlich, dass die Anforderung
en
an die Konzentration, das Durchhaltevermögen, die Sorgfalt und das Auffas
sungs
vermögen gross
sind
(
Urk.
8/38 S. 3)
.
Neben den genannten psychischen Einschränkungen leidet der Beschwerdeführer an einer fortgeschrittene
n
Handgelenksdestruktion links mit
radiocarpaler
pal
marer
Luxationsstellung, einer Destruktion der Langfingermittelgelenke am II., III. und V. Strahl
. Zudem
erlitt
er
am 2
1.
September 2018
einen
z
erebrovaskuläre
n
ischämische
n
Insult (
vgl.
E. 3.1
hiervor
).
Die attestierte 40-50%ige Arbeits
fähig
keit erscheint unter Berücksichtigung der Diagnosen
und funktionellen Ein
schrän
kungen
somit nachvollziehbar
, was grundsätzlich auch von der Beschwer
degegnerin unbestritten blieb
, weshalb
sie
dementsprechend
von einer 60%ige
n
Arbeitsunfähigkeit ausging
(
Urk.
2 S. 2
).
5.
5.1
Vorliegend
im Zentrum steht die Frage
, ob der Beschwerdeführer
mit
seinem gewählten 60%igen Arbeitspensum als Call Agent als erwerbstätig
mit freiwilliger
Pensumsreduktion
zu Gunsten von mehr Freizeit
zu qualifizieren ist oder der Umfang des Arbeitspensums aufgrund seiner Einschränkungen entsprechend ge
wählt wurde.
Die Beschwerdegegnerin brachte diesbezüglich vor, der Beschwerdeführer habe im Rahmen des Standortgesprächs angegeben,
er habe das 60%ige Pensum selbst gewählt, da ihm ein entsprechendes Einkommen für die Bestreitung des Lebens
unterhalts ausreiche
(
Urk.
8/49/5 und
Urk.
2 S. 2).
Zudem
lägen
keine Hinweise vor, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht in einem vollen Arbeitspensum
arbeitsfähig wäre.
Der Beschwerdeführer sei seit der befristeten Rente ab dem
1.
Juni 2012 wieder zu 100
%
arbeitsfähig gewesen (
Urk.
8/49/5).
Der Beschwer
de
führer begründete sein reduziertes Arbeitspensum demgegenüber (auch) mit gesundheitlichen Gründen (
Urk.
1 S. 6).
5.2
De
m
Beschwerdeführer
wurde
vom
1.
September 2011 bis 3
1.
Januar 2012 auf
grund
der Folgen des
Unfallere
i
gnisses
vom 3
1.
August 2010 (Rückenverletzung)
eine befristete halbe Rente
zugesprochen
. Bis zu seinem Unfall
hatte
der Be
schwerdef
ührer bei der G.___
AG
seit 1994
in einem Pensum von
100
%
gearbeitet
.
Aufgrund der abgerechneten Einkommen mit der AHV (
Urk.
8/6)
ist zu schliessen, dass der Beschwerdeführer zeitlebens in einem Vollzeitpensum tätig war.
Im Rahmen der Untersuchung vom
9.
Januar 2012 (
Urk.
8/31/27-34) hielt der zuständige Kreisarzt fest, dass aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht der medi
zinische Endzustand erreicht sei und andere medizinische Massnahmen keine wesentliche Änderung der Unfallfolgen versprechen würden. Der Beschwerde
führer ermüde bei ausschliesslichem Sitzen stark und fühle sich zu einem höhere
n
als 65%igen Arbeitspensum nicht in der Lage, was aufgrund der Untersuchung nachvollziehbar sei (S. 5).
Unter einer optimal ergonomischen Anpassung des Arbeitsplatzes müss
t
e eine 100%ige Arbeitstätigkeit in der angestammten Tätig
keit als kaufmännischer Angestellter ungefähr weitere sechs Wochen nach Ein
richtung des Arbeitsplatzes möglich sein (S. 5).
Hinsichtlich
der kreisärztlichen Beurteilung ist anzumerken, dass diese sich
aus
schliesslich
auf den Unfall und die Unfallfolgen
beschränkte
und die restlichen nicht unfallbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers
unberücksichtigt liess
.
5.3
Vorliegend ist unbestritten und ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer vor seinem Unfall in einem 100%igen Arbeitspensum tätig war und die Unfallfolgen ausgeheilt
waren
.
Im Rahmen der Beurteilung der Unfallfolgen unberücksichtig
t
geblieben sind indes die neuropsychologischen Einschränkungen, welche unter anderem im Geburtsgebrechen des Beschwerdeführers
begründet sind
und welche er bislang kompensieren konnte.
Im Jahr 2014
wurden die
neuropsychologische
n
Einschränkungen
medizinisch abgeklärt und führten zur Attestierung einer
mindestens 50%ige
n
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Trotz dieser ausgewie
senen Beschwerden hat der Beschwerdeführer
entgegen der ärztlichen Ein
schätzung
im Umfang von 60
%
gearbeitet
.
Seine Äusserung anlässlich des Standortgesprächs, wonach das 60%ige Pensum frei gewählt wurde, da ihm dies finanziell ausreiche, ist insofern zu relativieren, als er bereits im Jahr 2014 angegeben hat, dass er finanziell zusätzlich durch seine Eltern unterstützt werde (
Urk.
8/31/2
0
).
Bereits ein Blick auf das erzielte Einkommen von
Fr.
2'760.-- (
Urk.
8/38/4) zeigt,
dass
v
on einer eigenständigen Lebensführung bis zu seiner Anmeldung bei der IV-Stelle keine Rede sein
konnte
.
Sodann
ist darauf hinzuweisen, dass die neuropsychologischen Einschränkungen des Beschwerdeführers in Bereichen liegen (Konzentrationsfähigkeit, Schnellig
keit und Erschöpfbarkeit), an welche
in seinem Beruf
hohe Anforderungen gestellt w
u
rden
(
Urk.
8/38/3)
.
5.4
Hält man sich alle diese Umstände vor Augen, ergibt sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, dass die
Pensumsreduktion
respektive die Aufnahme einer Teilzeittätigkeit nach
der Aufgabe
der letzten Arbeitsstelle nach dem Unfall
(
Urk.
8/18/6)
nicht aus freien Stücken erfolgte. Ausschlaggebend ist,
dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner neuropsychologischen Störungen wohl seit längerer Zeit in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt war, dies jedoch zu kompensieren in der Lage war. Dass
er
im Zuge der subjektiven Schwierigkeiten nach dem Unfall, welchen im Rahmen der unfallversicherungsrechtlichen Abklä
rungen zu Recht keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde, eine Stelle mit einem geringeren Arbeitspensum suchte, mutet bei attestierter 50%iger Arbeitsunfähig
keit als gesundheitlich bedingt an.
Demgemäss ist der Beschwerdeführer als voll Erwerbstätiger zu qualifizieren
, o
hne dass auf eine freiwillige
Pensumsreduktion
zu schliessen wäre.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die aktuelle 60%ige Arbeitsunfähigkeit in
erwerblicher
Hinsicht auswirkt.
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch ma
ssge
bende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2).
6.2
Im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung am 2
4.
Juni 2020 befand sich der Beschwerdeführer in einem
Arbeitsverhältnis mit der H.___
AG und bezog
seinen Lohn basierend auf seinem Arbeitspensum von
6
0
%
. Geht man davon a
us, dass er als Gesunder am gleichen Ort in einem Vollzeitpensum
arbeiten würde, ergibt sich eine Einkommenseinbusse von 40
%
und damit Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung.
6.3
Der Be
schwerdeführer hatte sich am 1
1.
November 2019 (
Urk.
8/33) zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Er hat damit sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG), mithin ab 1. Mai 2020, Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung. Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen.
6.4
Den Akten ist zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer seine Anstellung per Ende September 2020 gekündigt wurde (
Urk.
1 S. 7). Dies
könnte
eine erwerbliche Veränderung dar
stellen
. Für die Abklärung des Sachverhalts ab diesem Zeitpunkt und die Ermittlung der Ansprüche des Beschwerdeführers in diesem Zusammen
hang ist die Sache nach Eintritt der Rechtskraft an die Beschwerdegegnerin zu überweisen.
7
.
7
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Ausgangsgemäss steht dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG und § 34 Abs. 1 und 3 des G
esetzes über das Sozialver
siche
rungsgericht (
GSVGer
) eine Prozessentschädigung zu. Die
Entschädigung wird vom Gericht nach Ermessen und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt (§ 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
). Entsprechend ist ihm eine Prozessentschädigung von Fr.
1’50
0.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 24. Juni 2020
aufgehoben und es wird fest
gestellt
, dass der Beschwerdeführer ab
1.
Mai 2020 Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung hat.
2.
Die Sache wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids an die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, überwiesen, damit diese im Sinne der
E. 6.4 verfahre
.
3.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
4.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
1’500
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
5.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Abdullah
Karakök
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Basler Versicherungen
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
6.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zu
zustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubBabic