# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c16c72ee-c75c-55c9-a832-471615e096cb
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-09-12
**Language:** de
**Title:** Berufliche Massnahmen, Zweifel an Beurteilung des RAD, medizinischer Sachverhalt ungenügend abgeklärt, Rückweisung zu weiteren Abklärungen.
**Docket/Reference:** IV.2024.00154
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2024.00154.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2024.00154
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichter Sonderegger
Gerichtsschreiberin Wantz
Urteil
vom
12. September 2024
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
MLaw
O.___
Postfach, 8010 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 19
82
geborene
X.___
,
gelernter Metallbauer EFZ und
Vater von vier Kindern (geboren 2012, 2014, 2016 und 2019)
, arbeitete
seit dem
1.
April 2006
bei
der
Y.___ AG
in einem 100%-Pensum
, als
Dr.
med.
Z.___
, Fachärztin Chirurgie und Handchirurgie,
ihn
b
ei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zur Früherfassung
meldete und eine Umschulung aus medizinischen Gründen als
dringend
notwendig erachtete
(Urk.
6/2
und
Urk.
6/8
)
. Am 2
9.
August 2023 reichte
Dr.
Z.___
den Bericht gleichen Datums zu den Akten
(
Urk.
6/6). A
m
1
4.
September
2023
(Eingangsdatum)
reichte
der
Versicherte
unter
Hinweis auf
starke Verschleissschmerzen im Handgelenk
bei der IV-Stelle
die Anmeldung zum Leistungsbezug ein
(
Urk.
6/8
).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle
einen Auszug
aus dem individuellen Konto
(Urk.
6/1
) bei und holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk.
6/9).
Mit Vorbescheid vom
7.
November 2023
stellte die IV-Stelle
dem Versicherten
die Ablehnung des Leistungsgesuchs in Aussicht (
Urk.
6/12
). Dagegen erhob
der
Versicherte am
17.
November 2023 vorsorglich
Einsprache
(
Urk.
6/13)
und
reichte
unter Beilage
der Stellungnahme
von
Dr.
Z.___
vom
3.
Oktober 2023
(
Urk.
6/20),
des
Tätigkeitsprofil
s
als Metallbauer/in EFZ der berufsberatung.ch (
Urk.
6/21) sowie des
Beschriebs des
Versicherten
zu seinem Arbeitsalltag
(
Urk.
6/22)
den
definitiv
en
Einwand
vom 2
9.
Dezember 2023
(
Urk.
6/23)
nach
.
Mit Verfügung vom
1.
Februar 2024
verneinte die IV-Stelle einen
Leistu
ngs
anspruch
des Versicherten
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der
Versicherte
am
1.
März 2024 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihm im Rahmen der Eingliederungs
massnahmen eine Umschulung zu
bewilligen bzw. seien ihm die geschuldeten gesetzlichen Leistungen zu gewähren, eventualiter sei der vorliegende Sachver
halt weitergehend abzuklären, subeventualiter sei
en
eine berufliche Standort
bestimmung inklusive anschliessender Arbeitsvermittlung sowie ein Arbeits
versuch auf Kosten der IV-Stelle anzuordnen
(Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom
1
8.
April 2024
schloss
Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
), was
dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 25.
April 2024
angezeigt wurde (Urk.
7
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen sind insbesondere zu berücksichtigen:
a.
das Alter;
b.
der Entwicklungsstand;
c.
die Fähigkeiten der versicherten Person; und
d.
die zu erwartende Dauer des Erwerbslebens (Abs. 1
bis
).
Bei Abbruch einer Eingliederungsmassnahme wird nach Massgabe der Absätze 1 und 1
bis
eine wiederholte Zusprache derselben oder einer anderen Eingliederungs
massnahme geprüft (Abs. 1
ter
). Nach Massgabe der Artikel 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Artikel 16 Abs. 3 lit. b IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (lit. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit. a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).
1.2
Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die
Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Umschu
lung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsein
busse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b, je mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_266/2021 vom 13. Juli 2021 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss Art. 54a IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) den
IV-Stellen für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungs
anspruchs zur Verfügung (Abs. 2). Sie legen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der versicherten Person für die Ausübung einer zumutbaren Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich fest (Abs. 3). Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Abs. 4). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Bei der Festsetzung der funktionellen Leistungsfähigkeit (Art. 54a Abs. 3 IVG) ist die medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und für angepasste Tätig
keiten unter Berücksichtigung sämtlicher physischen, psychischen und geistigen Ressourcen und Einschränkungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht zu beurteilen und zu begründen (Abs. 1
bis
). Die RAD können Versicherte bei Bedarf
selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
kationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
1.
5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Verfahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der entscheid
relevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
gestützt
auf die Beurteilung des RAD
bestehe beim
Beschwerdeführer
kein Gesundheitsschaden
, welche
r
die
Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit als Metallbauer
dauerhaft
einschränke.
Mittelschwere
bis
gelegentlich
schwere Tätigkeiten ohne
repetitive
Vibrationsbelastungen seien ihm
weiterhin
bei volle
m
Pensum
zumutbar
. Somit seien die
Leistungsvoraussetzungen
weder für die beruflichen Massnahmen, noch für
eine
Invalidenrente erfüllt (
Urk.
1).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber
zusammengefasst
auf den Standpunkt,
gestützt auf die Beurteilungen des RAD
-Arztes
vom 2
4.
Oktober 2023 und 3
1.
Januar 2024 seien ihm bei vollem Pensum mittelschwere bis gelegentlich schwere körperliche Tätigkeiten in Wechsel
tätigkeit
zumutbar, dies jedoch ohne repetitive Vibrationsbelastungen für die Handgelenke wie bohren oder schlagen. Aus dem Bericht von
Dr.
Z.___
vom
3.
Oktober 2023 (Datierung falsch, Fragen nach Schreiben vom 1
3.
Dezember 2023 beantwortet) gehe
aber
hervor, dass
das B
ohren und
das S
chlagen zu den alltäglichen Tätigkeiten in seinem Beruf gehörten. Indem der RAD-Arzt festhalte, es seien
repetitive
Vibrationsbelastungen zu vermeiden, bestätige er, dass Einschränkungen bei der Ausübung seines momentanen Berufs vorlägen und eben keine volle Arbeits
fähigkeit
mehr
in s
e
iner angestammten Tätigkeit
vorliege
. Demnach könne auf das Ergebnis
der versicherungsinternen
ärztlichen
Abklärungen nicht
abgestellt
werden (
Urk.
2
)
.
3.
3.1
Dr.
Z.___
erhob im Bericht vom 1
1.
Juli 2023 folgende Diagnosen:
-
Überlastungssyndrom Handgelenke bds. rechtsbetont mit/bei Ganglion nach dorsal ausgehend vom STT-Gelenk rechts
-
Splitting der ECU Sehne rechts
-
diskrete Tendinopathie im Bereich des Carpaltunnels
-
Mögliches Hypothenar-Hammersyndrom rechts
Die Magnetresonanz
tomographie
habe keine behandlungspflichtigen morpho
logischen Läsionen dokumentiert. Bei Bedarf könne das STT-Gelenk rechts einmal mit etwas Kortison infiltriert werden. Dringend nötig sei ein Berufswechsel. Der Beschwerdeführer bleibe aktuell arbeitsfähig. Ihm sei aber ein Attest ausgestellt worden, welches ihn von Bohrarbeiten dispensiere. Das Attest gelte bis zum 29. Juli 2023, anschliessend gehe er für zwei Wochen in die Ferien
(
Urk.
6/9/3-4).
3.2
Im Bericht vom 2
5.
Juli 2023 führte
Dr.
Z.___
aus, wie bereits erwähnt, mache aufgrund des jugendlichen Alters und der ber
ei
ts manifesten Überl
a
stun
g
ssymp
tomat
i
k eine Umschulung
Sinn
. Der Beschwerdeführe
r
sei bis zum nächsten Kontrolltermin am 2
9.
August 2023 voll arbeitsunfähig
geschrieben
und sie habe ihn
bei
der IV früherfassen lassen (
Urk.
6/9/5).
3.3
Dr.
Z.___
hielt
im Bericht vom 2
9.
August 2023
fest, d
er eingeschlagene Weg mit Ziel der Umschulung auf eine manuell wenig belastende Tätigkeit solle beibehal
ten werden. In diesem Sinne sei der Beschwerdeführer für manuell belastende Tätigkeiten bis zur nächsten Kontrolle am
3.
Oktober 2023 weiter arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
6/6).
3.4
In seiner
Stellungnahme vom 2
4.
Oktober 2023 für den RAD hielt
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Als ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
er die von
Dr.
Z.___
im Bericht vom 11 Juli 2023 (E. 3.1)
gestellten
Diagnosen
.
Dem Beschwerdeführer seien bei vollem Pensum mittelschwere bis gelegentlich schwere körperliche Tätigkeiten in Wechseltätigkeit zumutbar, ohne repetitive Vibrationsbelastungen für die Handgelenke (bohrend, schlagend). Anhand der vorliegenden medizinischen Unterlagen sei kein Gesundheitsschaden mit dauer
hafter Minderung der funktionellen Leistungsfähigkeit in angestammter Tätigkeit ausgewiesen. Die vorliegenden medizinischen Unterlagen begründeten aus Sicht des RAD keinen Anspruch auf eine Umschulung (
Urk.
6/15/3).
3.5
Dr.
Z.___
hielt in
ihrer Stellungnahme
datiert
vom
3.
Oktober 2023 (erstellt im Dezember
2023
)
zuhanden der CAP Rechtschutz-Versicherungsgesellschaft AG
vor allem
fest,
der Beschwerdeführer habe bereits jetzt morphologische Verände
rungen, die auf eine Überlastung h
inwiesen
. Das Risiko, dass er aufgrund von Beschwer
d
en weiter Probleme haben werde, sei hoch. Weitere Diagnosen
habe
sie nicht erhoben. Das Ausführen von mittelschweren und schweren Arbeiten werde, mindestens mittel- bis längerfristig, aufgrund der erhobenen Diagnosen nicht möglich sein. Zumutbar
sei
grundsätzlich ein Teilzeitpensum (
ca.
30
%
), wobei v
or allem
das Bohren vermieden werden sollte
;
die angestammte Tätigkeit sei ansonsten nicht zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit (wenig Belastung der Hände/Handgelenke, Büro etc.) sei der Beschwerdeführer ab sofort voll arbeits
fähig (
Urk.
6/20).
3.6
In der Stellungnahme vom 3
0.
Januar 2024 ergänzt
e
Dr.
A.___
für den RAD,
Dr.
Z.___
nehme im Bericht vom 1
1.
Juli 2023 bei unverändert gleichem Befund im Vergleich zum Schreiben an die CAP Rechtschutz-Versicherungsgesellschaft AG vom
3.
Oktober 2023 eine unterschiedliche Beurteilung bzgl. des Vorli
e
gens
von morphologischen Veränderungen vor. Unverändert zur Stellungnah
me
vom 2
4.
Oktober 2023 würden die eingereichten Unterlagen keinen Anspruch auf Umschulung begründen (
Urk.
6/24/3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin entschied über den Leistungsanspruch
des
Beschwerde
führer
s
gestützt auf die Aktenbeurteilungen des RAD vom
24.
Oktober 2023
(E. 3.
4
) und
3
0.
Januar 2024
(E. 3.
6
).
4.2
Der RAD-Arzt
hielt in seiner
Stellungnahme vom 2
4.
Oktober 2023 fest,
dem Beschwerdeführer seien bei vollem Pensum mittelschwere bis gelegentlich schwere körperliche Tätigkeiten in Wechseltätigkeit zumutbar, ohne repetitive Vibrationsbelastungen für die Handgelenke (bohrend, schlagend)
.
Anhand der vorliegenden medizinischen Unterlagen sei kein Gesundheitsschaden mit dauer
hafter Minderung der funktionellen Leistungsfähigkeit in angestammter Tätigkeit ausgewiesen (E. 3.4).
Dr.
Z.___
stützte sich im Bericht vom
1
1.
Juli 2023
im Rahmen ihrer Diagnosestellung, wonach der Beschwerdeführer
an
einem
Über
lastungssyndrom
der
Handgelenke bds. rechtsbetont mit/bei Ganglion nach dorsal ausgehend vom STT-Gelenk
mit
Splitting der ECU Sehne
rechts
sowie an einer
diskrete
n
Tendinopathie im Bereich des Carpaltunnels
leide
, auf die Ergebnisse des MRI vom
2
6.
Juni 2023
(E. 3.1). In der Stellungnahme vom
Dezember 2023
legte
Dr.
Z.___
sodann dar,
dass die
Arbeitsfähigkeit
des
Beschwerdeführers
in der aktuellen beruflichen Tätigkeit
glaubhaft
aufgrund von Beschwerden eingeschränkt sei
.
Er habe bereits jetzt morphologische Verände
rungen, die auf eine Überlastung
hinwiesen
.
Das
Ausführen
von mittelschweren und schweren Arbeiten werde, mindestens mittel- bis längerfristig, nicht möglich sein. Aufgrund der manuellen Belastung insbesondere durch das Bohren
sei grundsätzlich ein Teilzeitpensum (geschätzt 30
%
) möglich, wobei
vor allem
das Bohren vermieden werden sollte.
Sei das Bohren nicht vermeidbar, sei
die angestammte
Tätigkeit
nicht zumutbar
(E. 3.5)
.
Diese Darlegungen von
Dr.
Z.___
sind nachvollziehbar und grundsätzlich plausibel.
Bei der Tätigkeit des Beschwerdeführers als Metallbauer handelt es sich unbestrittenermassen um eine handwerkliche Tätigkeit mit hoher funktioneller Belastung des Handgelenks aufgrund des häufigen Bohrens und Schlagens.
Entgegen der Ansicht
de
s
RAD-Arztes
in seiner Stellungnahme vom 3
0.
Januar 2024
(E. 3.6)
ist
darin
k
e
in Widerspruch zum Bericht
von
Dr.
Z.___
vom 11.
Juli 2023
erkennbar
,
denn
lediglich
weil
Dr.
Z.___
darin
die im MRI festgestellten
morphologische
n
Läsionen nicht als behandlungsbedürftig
erachtete
(E. 3.1)
,
heisst das nicht, dass diese nicht auf eine
beginnende
Überlastung hindeuten
oder die aktuelle Tätigkeit
in qualitativer Hinsicht nicht einschränken können
.
Dies gilt umso mehr, als
der RAD-Arzt bei der Erstellung des Tätigkeitsprofils
ebenfalls
Vibrationsbelastungen aus
schloss
.
Demnach
erschliesst
sich
nicht, weshalb
der RAD-Arzt
bei
seiner
Beurteilung der Arbeitsfähigke
it des Beschwerdeführers
unbegründet
trotz
der
von ihm
festgehaltenen
qualitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
ohne
Bohren und Schlagen
)
von
keinem
Gesundheitsschaden mit dauerhafter Minde
rung der funktionellen Leistungsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
ausgeh
t
(E. 3.4).
Es fehlt demnach an fundierten und konkludenten Ausführungen.
Zudem
würde
für einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen bereits eine drohende Invalidität genügen
,
wobei der
Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit
unerheblich ist
(vgl. E. 1.1).
4.3
Auf die (Akten-)Beurteilung
des
RAD-Arzt
es
kann unter diesen Umständen nicht abgestellt werden, zumal auch die Voraussetzungen für eine reine Aktenbeurtei
lung nicht erfüllt waren (vgl. E. 1.
4
).
Somit bestehen
zumindest
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der RAD-Aktenbeurteilung, weshalb ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind.
5.
Nach dem Gesagten beruht die angefochtene Verfügung
vom
1.
Februar 2024 (
Urk.
2)
auf einem unvollständig abgeklärten medizinischen Sachverhalt. Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt rechtsgenüg
lich abkläre und gestützt darauf über den Leistungsanspruch d
es
Beschwerde
führer
s
neu entscheide.
6.
6.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf
Fr.
5
00.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob sie beantragt oder ob das Begehren im Haupt- oder Eventualantrag gestellt wird (BGE 141 V 281
E. 11.1, 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2
)
. Folglich sind die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
6.2
Der obsiegende vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteient
schädigung. Diese ist gestützt auf
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 GSVGer unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und
der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
1
‘
0
00.-- (inkl. Barauslagen und MWST) festzusetzen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
1.
Februar 2024 (
Urk.
2)
aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über das Leistungsbegehren des Beschwerde
führers, insbesondere über berufliche Massnahmen, neu entscheide.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
500
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Parteient
schädigung von
Fr.
1’
0
00
.-- (inkl. Barauslagen und MWST) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der beschwerdeführenden Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstWantz