# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de3ac0b7-6bb7-5862-8c05-94424c88e5c9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.11.2022 E-5159/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5159-2022_2022-11-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5159/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli,  

Gerichtsschreiberin Eva Hostettler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Sara Garcia, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug; beschleunigtes Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 12. Oktober 2022 / N (…). 

 

 

 

E-5159/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am (…) Juni 2022 in der Schweiz um Asyl 

nach. Anlässlich der Erstbefragung UMA (unbegleitete minderjährige Asyl-

suchende) vom 25. Juli 2022 und der Anhörung vom 3. Oktober 2022 

machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Er sei afghanischer Staatsangehöriger, paschtunischer Ethnie und stamme 

aus dem Dorf B._______, in der Provinz Nangarhar, wo er gemeinsam mit 

seinen Eltern und seinen Geschwistern aufgewachsen sei.  

Sein ältester Bruder sei in Kabul als (…) respektive als (…) tätig gewesen; 

er sei jeweils monatlich wieder nach Hause zurückgekehrt, zumal auch 

dessen Familie im selben Haushalt mit ihnen gelebt habe. Die Taliban hät-

ten den Bruder und seine Frau, welche (…) gewesen sei, mehrmals be-

droht. Sein zweitältester Bruder habe seit ein oder zwei Jahren in Kabul als 

(…) gearbeitet. Der drittälteste Bruder habe in C._______ ein Studium der 

(…) absolviert und dort gewohnt – nun lebe er jedoch Zuhause.  

Als sich der Sturz der Regierung abgezeichnet habe, hätten seine beiden 

ältesten Brüder den Heimatstaat Richtung D._______ verlassen. Einige 

Tage nach dem Sturz der Regierung seien die Taliban zum Haus der Fa-

milie gekommen und hätten sich nach dem Verbleib der beiden Brüder er-

kundigt. Als der Vater erklärt habe, deren Aufenthaltsort nicht zu kennen, 

sei der Familie gedroht worden, ihn – den Beschwerdeführer – an Stelle 

der Brüder mitzunehmen. Die Taliban hätten den Vater und ihn geschlagen; 

infolge eines Schlags auf den Kopf sei er ohnmächtig geworden und erst 

im Spital in Kabul wieder zu sich gekommen. Nach einer Woche im Spital 

habe sein Onkel einen Anruf erhalten, wonach seine Sicherheit auch im 

Spital nicht gewährleistet sei. Daraufhin sei er zu einem Onkel mütterlicher-

seits in Kabul gebracht worden. Seinen Heimatstaat habe er von dort aus 

etwa 15 Tage nach der Machtübernahme der Taliban Richtung Pakistan 

verlassen. Auch nach der Ausreise werde regelmässig bei ihm Zuhause 

nach den beiden ältesten Brüdern sowie nach ihm gesucht. Seine Familie 

werde auch wegen der Tätigkeit der Frau des ältesten Bruders belästigt. 

Die Familie wechsle daher den Aufenthaltsort regelmässig und halte sich 

mal im Dorf mal in der Stadt auf.  

 

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Seite 3 

Als Nachweis für seine Identität legte der Beschwerdeführer eine Kopie 

seiner Tazkera ins Recht. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er im We-

sentlichen Dokumente den ältesten Bruder betreffend zu den Akten, wo-

nach dieser im Jahr 2016 bei der Nichtregierungsorganisation (…) ange-

stellt gewesen sei und im Jahr 2019 als (…) gearbeitet habe. Weitere Do-

kumente betreffen die Ausbildung respektive Tätigkeiten der Frau des äl-

testen Bruders. Schliesslich wurde ein an den ältesten Bruder und dessen 

Frau gerichteter Drohbrief, datierend vom (…) 2015, zu den Akten gereicht, 

wonach diese ihre Tätigkeiten für die ausländische Nichtregierungsorgani-

sationen einstellen sollen.  

B.  

Am 10. Oktober 2022 wurde der zugewiesenen Rechtsvertretung des Be-

schwerdeführers der Entwurf des Asylentscheids zur Stellungnahme zuge-

stellt. 

C.  

Die Rechtsvertretung nahm am 11. Oktober 2022 entsprechend Stellung.  

D.  

Mit Verfügung vom 12. Oktober 2022 lehnte das SEM das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an, 

wobei es den Vollzug der Wegweisung zugunsten einer vorläufigen Auf-

nahme wegen Unzumutbarkeit aufschob. 

E.  

Gegen diese Verfügung liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

11. November 2022 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhe-

ben. Er beantragte die Asylgewährung unter Anerkennung der Flüchtlings-

eigenschaft, eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und 

die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In ver-

fahrensrechtlicher Hinsicht sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu bewilligen und auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses zu verzichten. 

F.  

Am 14. November 2022 bestätigte die Instruktionsrichterin den Eingang 

der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

E-5159/2022 

Seite 4 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 COVID-19-Verordnung Asyl [SR 142.318]; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

nachstehend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

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Seite 5 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 

E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2).  

5.  

5.1 Zur Begründung des Asylentscheids führte die Vorinstanz im Wesentli-

chen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien widersprüchlich 

ausgefallen. So habe er zunächst erklärt, einer seiner Brüder, der im Hei-

matstaat verblieben sei, sei nicht durch die Taliban gefährdet, weil dieser 

die Schule nicht lange besucht habe. In der Anhörung habe er hingegen zu 

Protokoll gegeben, besagter Bruder habe (…) studiert, was er erst kürzlich 

erfahren habe. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer 

nicht gewusst habe, womit sich sein Bruder im Alltag befasse, zumal er im 

Laufe der Anhörung plötzlich Details zu dessen Studentenleben genannt 

habe. Auf erneute Nachfrage habe er erklärt, die Taliban hätten nach ihm 

– dem Beschwerdeführer – gesucht, weil er der jüngste der Brüder sei, die 

angeblich geringere Bildung sei hingegen unerwähnt geblieben. Im Verlauf 

der Anhörung habe er schliesslich ausgeführt, sein älterer Bruder sei «ein 

bisschen krank». Daher vermöge die Erklärung, weshalb die Taliban kei-

nerlei Interesse an seinem älteren Bruder gehabt hätten, nicht zu überzeu-

gen. Ebenso widersprüchlich seien seine Aussagen zur angeblichen Flucht 

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Seite 6 

ausgefallen. So habe er einerseits zu Protokoll gegeben, sein Onkel habe 

ihn Zuhause abgeholt und er habe erst in Kabul davon erfahren, dass er 

ausreisen müsse. Anlässlich der Anhörung habe er ausgeführt, er sei vor 

der Ausreise im Spital in Kabul gewesen, von wo aus er die Ausreise an-

getreten habe. Weitere Ungereimtheiten fänden sich in den Schilderungen 

betreffend die Anzahl der Besuche durch Angehörige der Taliban und zum 

Aufenthaltsort der im Heimatstaat verbliebenen Familienangehörigen. Da-

her erstaune es nicht, dass es ihm nicht gelungen sei, substantiiert von den 

angeblichen Vorfällen mit den Taliban zu berichten. Seine im Rahmen des 

freien Berichts gemachten Ausführungen seien oberflächlich ausgefallen 

und würden jeglicher Details oder persönlicher Empfindungen entbehren. 

Auf entsprechende Nachfrage habe er zwar etwas konkretere Angaben ge-

macht. Jedoch liessen auch diese Ausführungen die zu erwartenden De-

tails und Realkennzeichen vermissen. Gleiches gelte auch für den vom Be-

schwerdeführer geltend gemachten Aufenthalt im Spital. Die zentralen Wi-

dersprüche stammten nicht aus der Wiedergabe der Fluchtgründe, son-

dern aus den Ausführungen zum Reiseweg. Der in der Stellungnahme ge-

machte Hinweis auf den summarischen Charakter der Erstbefragung greife 

deshalb ins Leere. Schliesslich habe der Beschwerdeführer während der 

Befragung zu keinem Zeitpunkt angeführt, es gehe im gesundheitlich 

schlecht, mithin gehe auch dieser Einwand in der Stellungnahme zum Ver-

fügungsentwurf fehl. Die zu den Akten gereichten Beweismittel würden 

zwar belegen, dass ein Bruder und dessen Frau für internationale Nichtre-

gierungsorganisationen gearbeitet hätten und vor einiger Zeit von den Ta-

liban bedroht worden seien. Eine aktuelle Gefährdung des Beschwerde-

führers lasse sich daraus aber nicht ableiten. Insgesamt hielten die Vor-

bringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht stand, weshalb de-

ren Asylrelevanz nicht zu prüfen sei.  

5.2 In der Beschwerde wird dem im Wesentlichen entgegengehalten, die 

Angaben der Erstbefragung UMA hätten summarischen Charakter, wes-

halb diese grundsätzlich ungeeignet seien, um mit den Angaben der Anhö-

rung verglichen zu werden. Die aufgeführten Widersprüche wirkten zudem 

konstruiert. Es sei nachvollziehbar, wenn der Beschwerdeführer nicht im 

Detail wisse, womit sich seine Brüder im Alltag beschäftigt hätten, habe er 

doch seinem Vater auf den Feldern geholfen. Warum der im Heimatstaat 

verbliebene drittälteste der Brüder nicht in den Fokus der Taliban geraten 

sei, könne nur vermutet werden. Ob dies an der Krankheit oder seinem – 

im Vergleich zu den anderen Brüdern – geringeren Schulbildung respektive 

dem tieferen Profil liege, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden. Es sei 

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nicht am Beschwerdeführer die Motive der Taliban nachzuvollziehen. Hin-

sichtlich des von der Vorinstanz erkannten Widerspruchs betreffend seine 

Ausreise bestehe dieser einzig darin, dass er seinen Aufenthalt im Spital 

anlässlich der summarischen Erstbefragung nicht erwähnt habe. Unter 

«Zuhause» sei sein Aufenthaltsort und nicht sein Wohnort zu verstehen, 

weshalb sich mithin auch betreffend Ausreise keine Widersprüche erken-

nen liessen. Sodann hätten die Taliban mehrmals nach den Brüdern ge-

sucht, was nicht impliziere, er selbst sei mehrmals von Taliban direkt be-

droht worden. Die Angaben zu den Taliban – diese seien maskiert gewesen 

– stelle ebenfalls keinen Widerspruch zu den Ausführungen dar, es habe 

sich um zwei zivil gekleidete und fünf bewaffnete Männer gehandelt. 

Schliesslich ändere auch der Umstand, dass sich die Familie manchmal in 

der Stadt aufhalte, nichts an ihrem generellen Wohnort, mithin seien auch 

diese Angaben weder unrichtig noch widersprüchlich. Bei der Beurteilung 

der Glaubhaftigkeit sei den persönlichen Fähigkeiten des Beschwerdefüh-

rers zu wenig Rechnung getragen worden. Er sei minderjährig, habe neun 

Jahre die Schule besucht und sei in der Landwirtschaft tätig gewesen. 

Dass er eher knapp antworte, sei seinem persönlichen Erzählstil geschul-

det. Insgesamt habe er die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen 

beantwortet und glaubhaft dargelegt, was ihm in seinem Heimatstaat wi-

derfahren sei, mithin sei eine Subsumtion der Vorbringen unter Art. 3 AsylG 

angezeigt.  

6.  

6.1 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die vorinstanzliche Verfügung zu 

bestätigen ist. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, ist es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen, seine Vorbringen glaubhaft darzulegen. 

Diesbezüglich kann in Ergänzung der nachfolgenden Erwägungen auf die 

Ausführungen in der vorinstanzlichen Verfügung verwiesen werden, denen 

der Beschwerdeführer in seinem Rechtsmittel nichts Stichhaltiges entge-

genzusetzen vermag. 

6.2 Das Gericht teilt die von der Vorinstanz vorgenommene Einschätzung, 

wonach die Ausführungen des Beschwerdeführers zur angeblichen Bedro-

hungssituation durch Angehörige der Taliban unsubstantiiert ausgefallen 

sind. Den vorliegenden Akten sind keine Hinweise zu entnehmen, wonach 

das SEM den persönlichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers – einem 

(…)-Jährigen mit immerhin neun Jahren Schulbildung – zu wenig Rech-

nung getragen hätte. Die anlässlich des freien Berichts gemachten Ausfüh-

rungen sind wenig detailliert und nicht individuell konnotiert ausgefallen 

(vgl. SEM-act A26/11 F39 f.). Auf entsprechende Vertiefungsfragen blieben 

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diese oberflächlich. Der Beschwerdeführer vermochte kaum differenzier-

tere Angaben zum eigentlichen Kerngeschehen zu machen (vgl. a.a.O. 

F47 f.). Seine Angaben wirken stereotyp und nicht erlebnisbasiert. Seinen 

Antworten fehlt es – unter Berücksichtigung seiner Biografie – am erforder-

lichen Detailreichtum. 

6.3 Hinsichtlich der vom SEM aufgeführten Widersprüche vermögen die 

rechtfertigenden Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe nicht zu über-

zeugen. Zunächst ist nicht erkennbar, inwiefern die festgestellten Wider-

sprüche von der Vorinstanz konstruiert worden sein sollen und inwiefern 

das SEM dem summarischen Charakter der Erstbefragung zu wenig Rech-

nung getragen haben soll. Vielmehr teilt das Gericht die Ansicht, dass die 

unterschiedlichen Angaben des Beschwerdeführers zum Ablauf der Ge-

schehnisse nicht als Konkretisierung zu qualifizieren sind, sondern sich in 

der Tat als widersprüchlich erweisen. Der Beschwerdeführer hat seine Aus-

reise anlässlich der Erstbefragung mehrmals so geschildert, dass er von 

seinem Onkel von Zuhause abgeholt und nach Kabul gebracht worden sei, 

wo er schliesslich erfahren habe, er müsse ausreisen (vgl. SEM-act A16/10 

Pkt. 5.02 und 7.01). Demgegenüber bringt er im Rahmen der Anhörung 

vor, er sei direkt vom Spital in Kabul zu einem anderen Onkel in der Stadt 

gebracht worden und habe von dort seine Ausreise angetreten (vgl. SEM-

act A26/11 F55 f.). Mit seinen unterschiedlichen Angaben zu seinem im 

Heimatstaat verbliebenen Bruder und dem Umstand, dass dieser nicht in 

den Fokus der Taliban geraten sei – der Bruder habe nicht so lange wie er 

die Schule besucht, er wisse nicht, was dieser im Alltag mache, dieser habe 

Medizin studiert, respektive sei dieser ein bisschen krank (vgl. SEM-act 

A16/10 Pkt. 5.02, A26/11 F27 f., F87) – vermag der Beschwerdeführer nicht 

nachvollziehbar darzulegen, warum die Taliban an diesem Bruder keinerlei 

Interesse haben sollten, zumal die zugrundeliegende Verfolgungsmotiva-

tion bei der Staatsanstellung der beiden ältesten Brüder liegen solle. Letzt-

lich offengelassen werden kann, ob sich die Familienangehörigen effektiv 

mal in der Stadt, mal im Dorf aufhalten, wie vom Beschwerdeführer vorge-

tragen, deutet doch auch der nur gelegentliche Aufenthalt im Dorf nicht auf 

eine unmittelbare und konkrete Bedrohung hin.  

6.4 Insgesamt ist auch das Gericht der Ansicht, dass es dem Beschwerde-

führer nicht gelungen ist, seine Vorbringen glaubhaft im Sinne von Art. 7 

AsylG darzulegen. Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die 

Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht 

verneint und sein Asylgesuch abgewiesen hat.  

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Seite 9 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 12. Oktober 2022 angesichts 

der Lage am Herkunftsort des Beschwerdeführers die Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs festgestellt und seine vorläufige Aufnahme ange-

ordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss weitere Ausführungen zur Zuläs-

sigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig festgestellt hat (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Für die eventua-

liter beantragte Rückweisung der Sache an die Vorinstanz besteht keine 

Veranlassung. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass 

seine Begehren aussichtslos waren, womit eine der kumulativ zu erfüllen-

den Voraussetzungen gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht gegeben und sein 

Gesuch abzuweisen ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind folglich 

die Kosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG dem Beschwerdeführer aufzuer-

legen und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

10.2 Der Antrag auf Verzicht der Erhebung eines Kostenvorschusses wird 

mit diesem Entscheid gegenstandslos. (Dispositiv nächste Seite)  

 

 

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Eva Hostettler 

 

 

Versand: