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**Case Identifier:** 51b2d09c-72e4-5adf-a64a-8e36d14f5d5d
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-15
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 15.10.2021 25526
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_25526_2021-10-15.pdf

## Full Text

GERICHTE     VERWALTUNGSGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

 

VA 21 22 

 

 

Entscheid vom 10. August 2021 

Verwaltungsabteilung 

 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

Präsidentin Livia Zimmermann, 

Verwaltungsrichter Hubert Rüttimann, 

Gerichtsschreiber Silvan Zwyssig. 

 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__,  

Z.__, 

z.Zt. Luzerner Psychiatrie, Standort Luzern,  

Areal Kantonsspital 11, Spitalstrasse, 6000 Luzern 16, 

Beschwerdeführer, 

 

 

 

gegen 

 

 

 

B.__, 

Dr. med., Fachärztin Allgemeine Innere Medizin,  

X.__, 

Vorinstanz. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegenstand Fürsorgerische Unterbringung (FU) 

 

Beschwerde gegen die ärztliche Einweisungsverfügung vom 

25. Juli 2021. 

2 

 

Sachverhalt: 

A.  

A.__ («Beschwerdeführer») wurde am 25. Juli 2021 im Rahmen einer ärztlich angeordneten 

fürsorgerischen Unterbringung, von Dr. med. B.__, Fachärztin Allgemeine Innere Medizin 

(«Vorinstanz»), in die Luzerner Psychiatrie (LUPS) eingewiesen. Als Einweisungsbefund/-

grund/-zweck der Unterbringung wurde genannt: 

«störendes aggressives Verhalten, hat Autos angehalten 

  V.a. Psychose, mögliche Schizophrenie  

  Fremdgefährdung aufgrund des aggressiven Verhalten nicht auszuschliessen 

  Wie mit Triage besprochen, Psychiatrie Luzern, 2. Stock 

  Alkohol 0.6 ‰, Drogen-Nachweis: neg.» 

 

B.  

Gegen diese Einweisung erhob der Beschwerdeführer mit undatiertem, handschriftlichem 

Schreiben (Postaufgabe: 26. Juli 2021) Beschwerde beim Verwaltungsgericht Nidwalden. 

 

C.  

Mit verfahrensleitender Verfügung vom Dienstag, 3. April 2021 wurde med. pract. C.__, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Erstellung eines Kurzgutachtens über 

den Beschwerdeführer beauftragt.  

 

D.  

Im seinem Gutachten vom 9. August 2021 bejahte der Gutachter das Vorliegen einer 

psychischen Störung und diagnostizierte beim Beschwerdeführer eine schizoaffektive 

Störung, gegenwärtig manisch (ICD-10 F25.0). Der Beschwerdeführer sei in der Bewältigung 

der Dinge des alltäglichen Lebens stark beeinträchtigt, da das aktive Wahnsystem in 

Kombination mit der manischen Symptomatik seinen Bezug zur Realität massiv störe. Der 

Gesundheitszustand sei aus psychiatrischer Sicht schlecht, geprägt von Wahn und Manie. 

Allerdings gefährde der Beschwerdeführer weder sich selbst (im Sinne einer Suizidalität) noch 

liege eine direkte Fremdgefährdung des Lebens anderer Personen vor. Beides könne aus den 

vorliegenden Unterlagen an keiner Stelle als belegt angesehen werden. Die Erkrankung an 

sich könne lebenslang bestehen. Die Dekompensationsphase könne noch wenige Wochen bis 

Monate dauern. Die Erkrankung treffe oft dann (wieder) in Erscheinung, wenn Stressoren stark 

3 

 

werden und/oder die Medikation nicht mehr oder nicht mehr ausreichend eingenommen 

werde. Der Beschwerdeführer sei entsprechend behandlungsbedürftig; solange relevant 

eingeschränkte Krankheits- und Behandlungseinsicht – wie im Falle des Beschwerdeführers 

gegeben – vorhanden sind, sei ein Behandlungserfolg stationär überwiegend wahrscheinlich, 

ambulant oder teilstationär hingegen nur möglich. Ein Behandlungserfolg wäre auch gegen 

den Willen des Beschwerdeführers überwiegend erfolgreich. Möglich und notwendig sei v.a. 

eine regelmässige Psychopharmakotherapie verbunden mit psychiatrischen Gesprächen. 

Solches könne ihm in einer psychiatrischen Klinik wie der Klinik der Luzerner Psychiatrie in 

Luzern gewährt werden. Der Beschwerdeführer verfüge allerdings nur teilweise über 

Krankheits- und Behandlungseinsicht.  

 

E.  

Am 10. April 2021 wurde der Beschwerdeführer vor Ort und im Beisein des Gutachters im 

Sinne von Art. 450e Abs. 4 ZGB angehört. Der Gutachter eröffnete dem Beschwerdeführer 

seinen Befund bzw. das Kurzgutachten vom 9. August 2021 und beantwortete 

Ergänzungsfragen des Gerichts. Dabei gab er insbesondere an, dass keine aktuelle, akute 

Selbstgefährdung feststellbar sei. Im Übrigen gab er dem Gericht seine Honorarnote ab. 

Das Anhörungsprotokoll («AHP») findet sich bei den Akten. 

 

F.  

Die Verwaltungsabteilung des Verwaltungsgerichts Nidwalden hat die vorliegenden 

Beschwerdesache gleichentags und in Abwesenheit des Beschwerdeführers abschliessend 

beraten und beurteilt.  

Dem Beschwerdeführer wurde der Entscheid unmittelbar im Anschluss mündlich im Dispositiv 

mit einer kurzen Begründung eröffnet. Der LUPS wurde dieser Entscheid noch am selben Tag 

aus Vollzugsgründen vorab im Dispositiv zugestellt. 

 

4 

 

Erwägungen: 

1.  

1.1  

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine ärztlich angeordnete fürsorgerische 

Unterbringung (FU) nach Art. 429 Abs. 1 ZGB. Dagegen kann die betroffene Person oder eine 

ihr nahestehende Person innert zehn Tagen schriftlich beim zuständigen Gericht Beschwerde 

erheben (Art. 439 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB). Eine Begründung ist nicht notwendig (Art. 439 

Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB).  

Die vom Beschwerdeführer eingereichte Beschwerde richtet sich gegen die am 25. Juli 2021 

verfügte fürsorgerische Unterbringung. Die Beschwerdefrist wurde mit der undatierten Eingabe 

(Eingang beim Verwaltungsgericht Nidwalden am 26. Juli 2021) somit gewahrt.  

 

1.2  

Für die Beurteilung der Beschwerde ist im interkantonalen Verhältnis das Gericht zuständig, 

auf dessen Hoheitsgebiet die fürsorgerische Unterbringung angeordnet wurde, unabhängig 

vom Ort, an dem die fürsorgerische Unterbringung vollzogen wird oder die betroffene Person 

ihren Wohnsitz hat (BGE 146 III 377 E. 6.3.3).  

Die fürsorgerische Unterbringung wurde durch die im Kanton Nidwalden praktizierende Ärztin 

Dr. med. B.__ in Stans angeordnet. Das Verwaltungsgericht Nidwalden ist hierfür einzige 

kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB i.V.m. Art. 5 EG ZGB [NG 211.1] 

und Art. 33 Ziff. 2 GerG [NG 261.1]) und dementsprechend zur Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb 

einzutreten.  

 

2.  

2.1  

Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach Art. 450a ff. ZGB. Zu 

beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen 

Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz 

anwendbar sind, soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften 

enthält (vgl. LORENZ DROESE/DANIEL STECK, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], BSK-ZGB I, 6. A., 

2018, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte 

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uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle 

festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich 

dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- 

und Erwachsenenschutzbehörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in abgeschwächter 

Form – nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der 

gerichtlichen Beschwerdeinstanz (vgl. LUCA MARANTA/CHRISTOPH AUER/MICHÈLE MARTI, in: 

BSK-ZGB I, a.a.O., N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 

Ziff. 4 EMRK ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die 

Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundesrechts wegen volle Kognition zukommt. 

 

2.2  

Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines Gutachtens 

entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen Störung leidet (Art. 439 

Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten muss von einer unabhängigen, im 

laufenden Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Person erstellt werden und in 

dem Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen 

äussern muss (BGE 143 III 189 E. 3.2 f.; THOMAS GEISER/MARIO ETZENSBERGER, in: BSK-ZGB 

I, a.a.O., N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; THOMAS GEISER, in: BSK-ZGB I, a.a.O., N 19 zu Art. 450e 

ZGB). Mit dem Kurzgutachten vom 9. August 2021 von med. pract. C.__, welcher den 

Beschwerdeführer persönlich untersucht hat und dessen wesentlicher Inhalt dem 

Beschwerdeführer an der Anhörung vom 10. April 2021 eröffnet wurde, wurde dieser Vorschrift 

Genüge getan. 

 

2.3  

Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdeinstanz die betroffene 

Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch zwingend zur Durchführung einer 

mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. CHRISTOF BERNHART, Handbuch der fürsorgerischen 

Unterbringung, 1. A., 2011, N 848 f.). Mit der heutigen Anhörung wurde diese Vorgabe 

umgesetzt. 

 

6 

 

3.  

Neben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde können gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB 

auch die von den Kantonen bezeichneten Ärztinnen und Ärzte eine fürsorgerische 

Unterbringung, welche die Höchstdauer von sechs Wochen nicht überschreiten darf, 

anordnen. Im Kanton Nidwalden sind dies die zur selbständigen Berufsausübung im Kanton 

zugelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie die Chefärztinnen und Chefärzte, die leitenden 

Ärztinnen und Ärzte und die Oberärztinnen und Oberärzte des Kantonsspitals (Art. 39 Abs. 2 

EG ZGB). Dabei hat der einweisende Arzt die betroffene Person persönlich zu untersuchen 

und anzuhören (vgl. Art. 430 Abs. 1 ZGB) und ihr anschliessend den Unterbringungsentscheid 

mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben auszuhändigen (vgl. Art. 430 Abs. 2 und 4 

ZGB). Dies bedeutet, dass die Untersuchung dem Einweisungsentscheid unmittelbar 

vorauszugehen hat (vgl. GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 429/430 ZGB). Der 

einweisende Arzt muss sich gestützt auf eine klinische Untersuchung und soweit möglich nach 

einem Gespräch mit der betroffenen Person eine Meinung bilden (vgl. OLIVER GUILLOD, in: 

Büchler et al. [Hrsg.], Erwachsenenschutz, 2013, N 4 zu Art. 430 ZGB). Dr. med. B.__ ist 

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin. Als im Kanton Nidwalden zur selbstständigen 

Berufsausübung zugelassene Ärztin war sie zur Anordnung einer fürsorgerischen 

Unterbringung legitimiert. Zudem enthält die Einweisungsverfügung die gemäss Art. 430 Abs. 

2 Ziffn. 2-4 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. Indes fehlt die Angabe betreffend Ort und 

Datum der Untersuchung gemäss Art. 430 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB. Die in der 

Einweisungsbegründung angeführten Alkohol- resp. Drogenwerte lassen jedoch schliessen, 

dass die erforderliche Untersuchung unmittelbar vor der Anordnung der fürsorgerischen 

Unterbringung stattgefunden hat. Ebenfalls fehlt die unterschriftliche Bestätigung des 

Beschwerdeführers, ein Exemplar der Verfügung erhalten zu haben. Dieser Umstand ist 

jedoch letztlich unbeachtlich, da dieser offensichtlich ungeachtet dessen in der Lage war, das 

gerichtliche Verfahren zur Überprüfung ihrer Unterbringung einzuleiten. 

 

4.  

4.1  

Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychischen Störung oder an 

geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer geeigneten Einrichtung 

untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen 

kann. Die Belastung und der Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen 

(Abs. 2). Die betroffene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der 

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Unterbringung nicht mehr erfüllt sind (Abs. 3). Der Entscheid über die Entlassung ist stets 

anhand des Zustandes des Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. 

GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Die Massnahme gelangt zur 

Anwendung, wenn eine Person der persönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. 

GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N 6 vor Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung 

dient in jedem Fall dem Schutz der betroffenen Person. Dem Schutz der Umgebung kommt 

nur subsidiäre Bedeutung zu (GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N 8 zu Art. 426 ZGB m.H. auf 

BGE 140 III 103 E. 6.2.3). Fremdgefährdung allein genügt nicht (BGE 145 III 441, E. 8). 

Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei 

abschliessend genannten Schwächezustände: Psychische Störung, geistige Behinderung 

oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus dem Schwächezustand 

ergebende Notwendigkeit der Behandlung beziehungsweise Betreuung. Weitere 

Voraussetzung ist, dass der Person die nötige Behandlung oder Betreuung nicht auf andere 

Weise als durch eine Einweisung bzw. Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden 

kann. Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 5A_228/2016 vom 11. Juli 2016 E. 3.1 m.H.). Die genannten 

Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in ihrem Zusammenhang 

verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine fürsorgerische Unterbringung nie zu 

rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder 

Betreuung in einer Einrichtung. M.a.W. ist eine ambulante Behandlung der Unterbringung stets 

vorzuziehen. Die Unterbringung oder Zurückbehaltung in einer Einrichtung ist indes 

gerechtfertigt, wenn ohne sie auch durch eine ambulante Massnahme die professionelle 

Betreuung der betroffenen Person nicht gewährleistet ist. Das ist namentlich der Fall, wenn 

begründeter Anlass für die Vermutung besteht, dass sich der Patient der notwendigen 

Behandlung entziehen wird. Die Möglichkeit einer ambulanten Massnahme ist neben der 

Abhängigkeit von weiteren Umständen insbesondere auch syndrom- und symptomspezifisch 

(BERNHART, a.a.O., N 370 f.). 

Selbst bei Vorliegen eines solchen, stationär behandlungsbedürftigen Schwächezustands ist 

die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, wenn der Zweck der 

Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht werden kann 

(Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den angestrebten Zweck auch 

tauglich ist (vgl. GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N 7 zu Art. 426 ZGB). Es sind hohe 

Anforderungen an das Ausmass der Gefährdung zu stellen, die sich aus dem 

Schwächezustand ergibt. Eine Unterbringung ist nach der klaren Rechtsprechung des 

8 

 

Bundesgerichts nur dann gerechtfertigt, wenn diese aufgrund einer konkreten und erheblichen 

Gefahr für die Gesundheit oder das Lebend der betroffenen Person und bzw. von Dritten 

unausweichlich ist. Eine abstrakte oder hypothetische Gefährdung genügt nicht (JÜRGEN 

GASSMANN/RENÉ BRIDLER, in: Fountoulakis/Affolter-Fringeli/Biderbost/Steck, Kindes- und 

Erwachsenenschutzrecht, 2016, N 9.77). Vor- und Nachteile, welche die fürsorgerische 

Unterbringung der betroffenen Person bringen, sind gegeneinander abzuwägen. Interessen 

der Umgebung und der Öffentlichkeit haben insoweit zurückzutreten. Die Belastung für die 

Umgebung ist nur mitzuberücksichtigen (GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N 26 zu Art. 426 ZGB 

m.H.). 

Im Falle einer psychischen Störung bleiben für die rechtliche Beurteilung der 

Verhältnismässigkeit einer Unterbringung Art und Ausmass der durch die Störung 

verursachten Beeinträchtigung(en) entscheidend. Die Massnahmen sind am Krankheitswert 

zu messen. Entscheidend für die Angemessenheit sind nicht die medizinische Diagnose, 

sondern die Auswirkungen des Psychostatus insbesondere auf eine Fremd- oder 

Selbstgefährdung (BERNHART, a.a.O., N 317 ff., insbesondere 317 und 324, jeweils m.w.H.). 

 

4.2  

Zu prüfen ist demnach, ob der Beschwerdeführer an einer psychischen Störung oder geistigen 

Behinderung leidet oder schwer verwahrlost ist (nachfolgende E. 4.2.1), er darum Behandlung 

oder Betreuung in einer stationären Einrichtung benötigt (nachfolgende E. 4.2.2) und diese 

Massnahme verhältnismässig ist (nachfolgende E. 4.2.3). 

 

4.2.1  

Nach der Einschätzung des Gutachters leidet der Beschwerdeführer an einer schizoaffektive 

Störung, gegenwärtig manisch (ICD-10 F25.0). Als eine den psychischen und 

Verhaltensstörungen (F00-F99) zugeordnete Krankheit erfüllt die diagnostizierte das 

Erfordernis der «psychischen Störung» gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB (explizit: BERNHART, 

a.a.O., N 271 m.w.H.). Diese Einschätzung ist mit Blick auf die medizinische Aktenlage und 

die persönliche Wahrnehmung des Gerichts anlässlich der persönlichen Anhörung weder zu 

beanstanden noch gibt sie weiteren Bemerkungen Anlass. 

 

4.2.2  

In seinem Kurzgutachten vom 9. August 2021 führt der Gutachter aus, dass der 

Beschwerdeführer in der Bewältigung der Dinge des alltäglichen Lebens stark beeinträchtigt 

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sei, da das aktive Wahnsystem in Kombination mit der manischen Symptomatik seinen Bezug 

zur Realität massiv störe. Der Gesundheitszustand sei aus psychiatrischer Sicht schlecht, 

geprägt von Wahn und Manie. Diesbezüglich bejaht der Gutachter eine 

Behandlungsbedürftigkeit, wobei er v.a. eine regelmässige Psychopharmakotherapie 

verbunden mit psychiatrischen Gesprächen als indiziert erachtet. Solches könne ihm in einer 

psychiatrischen Klinik wie der LUPS-Klinik in Luzern gewährt werden. Ein Behandlungserfolg 

sei stationär – auch bei einer Durchführung entgegen dem Willen des Beschwerdeführers – 

überwiegend wahrscheinlich, ambulant oder teilstationär nur möglich.  

Die gutachterlichen Ausführungen lassen den Schluss zu, dass die Krankheitssymptomatik 

des Beschwerdeführers nicht ausschliesslich bzw. zwingend mittels einer stationäre 

Behandlung begegnet werden kann/muss: Im Rahmen einer stationären Behandlung wäre der 

Behandlungserfolg zwar überwiegend wahrscheinlich und könnte im Bedarfsfall auch bei 

fehlender Krankheits- und Behandlungseinsicht entgegen dem Willen des Beschwerdeführers 

mit derselben überwiegenden Wahrscheinlichkeit durchgeführt werden – als alternativlos wird 

die stationäre Behandlung aber nicht erachtet. Vielmehr wird explizit die Möglichkeit erwähnt, 

dass das intermittierende Erkrankungsbild auch ambulant (oder teilstationär) behandelt 

werden könnte, wobei der Behandlungserfolg diesfalls allerdings lediglich noch möglich, nicht 

aber überwiegend wahrscheinlich sei. Die bloss verbesserte Behandlungschance rechtfertigt 

die Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung mit Blick auf die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung für sich alleine indes nicht.  

Immerhin stellt sich die Frage, ob im Falle einer Entlassung und der allfälligen Anordnung einer 

ambulanten Massnahme begründeter Anlass für die Vermutung besteht, dass sich der 

Beschwerdeführer dieser (notwendigen) Behandlung inskünftig entziehen wird. Gemäss 

telefonischer Auskunft von Dr. D.__ vom 29. Juli 2021 handelt es sich hier um die 5. oder 6. 

Hospitalisierung des Beschwerdeführers, wobei der Anlass wohl jeweils sei, dass die 

notwendigen Medikamente nicht mehr eingenommen würden. Dass er hierzu bis dato 

aufgrund einer Anordnung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde – oder anderweitig – 

verpflichtet gewesen wäre bzw. sich einer solchen entzogen hätte, ist allerdings nicht bekannt. 

Der Beschwerdeführer nimmt gewisse Medikamente bereits jetzt freiwillig ein, verschliesst sich 

einer medikamentösen Therapie damit nicht grundsätzlich, sondern nur hinsichtlich gewisser 

Präparate (AHP dep. 19). Inwiefern bei dieser Ausgangslage eine Psychopharmakotherapie 

realistischerweise umsetzbar wäre, wäre fachärztlich zu klären. Jedoch besteht damit keine 

hinreichende Grundlage für die Vermutung, dass sich der Beschwerdeführer einer solchen 

Behandlung inskünftig entziehen würde. Die Anordnung einer ambulanten Behandlung käme 

10 

 

demnach als mildere Massnahme in Betracht, womit sich die fürsorgerische Unterbringung 

mangels Alternativlosigkeit derzeit nicht rechtfertigt (Art. 426 Abs. 1 ZGB in fine). 

 

4.2.3  

Drittens bleibt die Frage der Verhältnismässigkeit zu klären. In der angefochtenen 

Einweisungsverfügung der einweisenden Ärztin wird ausgeführt, dass im Zeitpunkt der 

Einweisung eine Fremdgefährdung aufgrund des aggressiven Verhaltens des 

Beschwerdeführers (störendes, aggressives Verhalten, Anhalten von Autos) nicht 

ausgeschlossen werden könne. Entsprechendes wird im Verlaufsbericht des LUPS wiederholt. 

Per 3. August 2021 ist in diesem sodann die Rede von fehlender Alltagsfähigkeit, womit eine 

Eigengefährdung bestehe. Zum gegenteiligen Schluss gelangt der unabhängige Gutachter, 

welcher nach seiner persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers festhält, dass «den 

Angaben des Verlaufsberichts der Luzerner Psychiatrie und dem FU zu widersprechen [ist]. 

Eine direkte Fremdgefährdung des Lebens anderer Personen wie eine Selbstgefährdung im 

Sinne von Suizidalität kann aus den vorliegenden Unterlagen an keiner Stelle als belegt 

angesehen werden» (Gutachten S. 5). Dies bestätigte er anlässlich der Anhörung auch explizit 

(AHP dep. 27). Handfeste Anhaltspunkte, welche an dieser gutachterlichen Schlussfolgerung 

Zweifel entstehen lassen würden, ergeben sich weder aus dem im Gutachten 

wiedergegebenen Verlaufsbericht, noch der Einweisungsverfügung vom 25. Juli 2021. 

Derselbe Eindruck ist auch im Rahmen der persönlichen Anhörung des Beschwerdeführers 

entstanden. In der Befragung kam die Erkrankung des Beschwerdeführers zwar zeitweise zum 

Ausdruck, mit Hinblick auf sein Auftreten, d.h. seine Aussagen und Verhalten anlässlich der 

Anhörung, bestand ein selbst- oder drittgefährdendes Element dannzumal aber nicht mehr 

(vgl. beispielhaft die Schilderungen/Aussagen zum einweisungsbegründenden Vorfall: AHP 

dep. 13, 22-24). Dass der Beschwerdeführer durch Art und Ausmass der diagnostizierten 

Störung in seiner Lebensführung aktuell (und massiv) eingeschränkt ist bzw. bleibt, erscheint 

unzweifelhaft. Damit gefährdet der Beschwerdeführer jedoch derzeit weder sich selbst noch 

Dritte. 

In Ermangelung einer relevanten Selbstgefährdung ist damit auch die Frage der 

Verhältnismässigkeit der fürsorgerischen Unterbringung zu verneinen (Art. 426 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 389 Abs. 2 ZGB). 

 

11 

 

4.3  

Nach den vorstehenden Ausführungen besteht beim Beschwerdeführer trotz seiner 

psychischen Erkrankung weder die Notwendigkeit einer stationären Behandlung und 

Betreuung noch ist eine erhebliche und konkrete Selbst- oder Drittgefährdung anzunehmen. 

Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und der Beschwerdeführer umgehend aus der 

fürsorgerischen Unterbringung zu entlassen. 

 

5.  

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde kann im Nachgang zu einer stationären, 

fürsorgerischen Unterbringung bei Personen mit einer psychischen Störung eine geeignete 

Nachbetreuung anordnen. Sie holt vorgängig einen Bericht der behandelnden Ärztin 

beziehungsweise des behandelnden Arztes ein (Art. 40 Abs. 1 EG ZGB i.V.m. Art. 437 Abs. 1 

ZGB). Sie kann diese Personen insbesondere verpflichten, sich nach dem Austritt aus der 

Einrichtung unter ärztlicher Aufsicht weiterhin medizinisch ambulant behandeln zu lassen 

(dortiger Abs. 2). Gegebenenfalls steht es der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde bei 

Personen mit einer psychischen Störung im Übrigen frei, ambulante Massnahmen 

anzuordnen. Die betroffene Person kann insbesondere dazu verpflichtet werden, 

Medikamente nach medizinischer Empfehlung einzunehmen, regelmässig vor einer 

bestimmten Person oder Instanz zu erscheinen oder sich einer Therapie zu unterziehen 

(Art. 38 Abs. 1 Ziffn. 1-3 EG ZGB i.V.m. Art. 437 Abs. 2 ZGB). 

 

Gemäss telefonischer Auskunft der KESB Stadt Luzern sind Abklärungen im Gange. 

 

6.  

Das gerichtliche Verfahren bezüglich fürsorgerischer Unterbringung ist kostenlos (Art. 44 

Abs. 1 EG ZGB). Der Entscheid ergeht kosten- und entschädigungslos. 

Der Gutachter med. pract. C.__ macht ein Honorar von Fr. 1'125.05 (MwSt. inklusive) geltend. 

Dieses geht zu Lasten des Staates. Die Gerichtskasse ist entsprechend anzuweisen. 

12 

 

Demgemäss erkennt das Verwaltungsgericht: 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

 

2. Der Beschwerdeführer ist umgehend aus der fürsorgerischen Unterbringung zu entlassen. 

 

3. Dieser Entscheid ergeht kosten- und entschädigungslos. 

 

4. Die Gutachterkosten im Umfang von Fr. 1'125.05 gehen zu Lasten des Staates. Die 

Gerichtskasse wird angewiesen, dem Gutachter med. pract. C.__ Fr. 1'125.05 

auszubezahlen. 

 

5. Zustellung dieses Entscheids an:  

 

 

Stans, 10. August 2021 

VERWALTUNGSGERICHT NIDWALDEN 

Verwaltungsabteilung 

Die Vizepräsidentin 
 

 

 

lic. iur. Barbara Brodmann 

Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

MLaw Silvan Zwyssig 

 

 

Versand:   

 

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Rechtmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen eingereicht werden (Art. 72 ff. i.V.m. Art. 90 ff. BGG). 

Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift 

des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

Beweismittel angeführten Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). 

Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. BGG.