# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 887c2639-fe97-5c98-b412-583a452024b4
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 1. Abteilung O1S-22-28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_001_O1S-22-28_nodate.pdf

## Full Text

Berufungskläger 

Beschuldigter 

A. 

 

amtlich verteidigt durch: RA AA.  

 

 

Berufungsbeklagte 1  

Anklägerin 

Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden  

 

vertreten durch: Staatsanwältin B. 

 

 

Berufungsbeklagter 2  

Privatkläger 1 

C. 

 

 

 

Berufungsbeklagter 3 

Privatkläger 2 

D. 

 

vertreten durch: RA DD. 

 

 

  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden 
1. Abteilung 

 

Urteil vom 6. Juni 2023 
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident W. Kobler 

Oberrichterin J. Lanker 

Oberrichter B. Oberholzer, H.P. Blaser, R. Breu  

Obergerichtsschreiberin M. Epprecht 

 

 

Verfahren Nr. O1S 22 28 

 

 

Sitzungsort Trogen 

 

 

 

Seite 2 

 

  

Gegenstand mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern, mehrfache 

versuchte sexuelle Handlungen mit Kindern, mehrfache 

versuchte sexuelle Handlungen mit Minderjährigen gegen 

Entgelt etc.  

Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts SA3 22 5 vom 

9. September 2022 

 

Seite 3 

Anträge 
 
 
a) der Staatsanwaltschaft und Berufungsbeklagten 1: 
 

im erstinstanzlichen Verfahren:   
 
1. A. sei schuldig zu sprechen  

 der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 
StGB;  

 der mehrfachen, teils (versuchten) sexuellen Handlungen mit Minderjährigen 
gegen Entgelt gemäss Art. 196 StGB (teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB);  

 der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1, 4 und 5 StGB;  

 des mehrfachen Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder  
gemäss Art. 136 StGB;  

 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss 
Art. 19bis BetmG und Art. 19a Ziff. 1 BetmG;  

 des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung (Überlassen eines Fahrzeugs an 
eine Person ohne erforderlichen Ausweis) gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG; 

 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 
Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 33 Abs. 2 WG und Art. 34 lit. d WG. 

 
2. Er sei – unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 152 Tagen sowie 

des vorzeitigen Strafvollzugs – zu einer Freiheitsstrafe von 6 ½ Jahren zu verurteilen. 
Er sei zudem zu einer unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 30.00 
und zu einer Busse von CHF 1'000.00 zu verurteilen. Bei schuldhafter Nichtbezahlung 
der Busse beträgt die Ersatzfreiheitsstrafe 10 Tage. 

 
3. Es sei eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB anzuordnen. 
 
4. Dem Beschuldigten sei im Sinne von Art. 67b StGB für die Dauer von 5 Jahren zu 

verbieten, mit unter 16-jährigen Knaben direkt oder über Drittpersonen Kontakt auf-
zunehmen, namentlich auf telefonischem, schriftlichem oder elektronischem Weg, sie 
zu beherbergen, zu beaufsichtigen, zu pflegen oder in anderer Weise mit ihnen zu 
verkehren. 

 
5. Dem Beschuldigten sei im Sinne von Art. 67 StGB lebenslänglich jede berufliche und 

jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Min-
derjährigen umfasst, zu verbieten. 

 
6. Die mit Verfügung vom 24. November 2021 beschlagnahmten Gegenstände seien in 

Anwendung von Art. 69 bzw. Art. 197 Abs. 6 StGB einzuziehen und zu vernichten. 
 
7. Die Verfahrenskosten (Untersuchungskosten, Gerichtsgebühren), inklusive den  

Kosten für die Vertretung der Anklage an Schranken durch die Staatsanwaltschaft im 
Betrag von CHF 1'000.00, sowie die Kosten für die Opfervertretungen seien dem  
Beschuldigten aufzuerlegen. 

 
 

an Schranken:  
 

1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und der erstinstanzliche Entscheid vom 
9. September 2022 zu bestätigen. 

 

 

Seite 4 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien – unter Berücksichtigung einer Gebühr 
der Staatsanwaltschaft für die Vertretung der Anklage von CHF 500.00 – dem  
Beschuldigten aufzuerlegen. 

 
 
b) des Beschuldigten und Berufungsklägers: 
 

im erstinstanzlichen Verfahren: 
 

1. Der Beschuldigte sei hinsichtlich  
 

 des Vorwurfs der sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil von E. 
(Ziff. 1.1. lit. a der Anklageschrift); 

 des Vorwurfs der sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil von C., 
soweit dieser den angeklagten mehrfachen Analverkehr sowie den Vorfall im 
Wintergarten betrifft (Ziff. 1.2. lit. a Abs. 3 und Abs. 4 der Anklageschrift); 

 des Vorwurfs der sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil von F., 
soweit dieser die angeklagten Zungenküsse betrifft (teilweise Ziff. 1.3. lit. a der 
Anklageschrift); 

 des Vorwurfs der mehrfachen, teilweise versuchten mehrfachen sexuellen 
Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt zum Nachteil von C. (Ziff. 1.2. 
lit. b der Anklageschrift), von D. (Ziff. 1.4. lit. b der Anklageschrift) sowie 
teilweise zum Nachteil von G. (Ziff. 1.5. lit. b der Anklageschrift); 

 des Vorwurfs der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz gemäss Art. 19bis BetmG zum Nachteil von G. (Anklagesachverhalt 
Ziff. 1.5. lit. d); 

 des Vorwurfs des mehrfachen Betäubungsmittelkonsums betreffend Zeit-
spanne vom 9. Februar 2018 bis und mit 28. August 2019 (teilweise Ziff. 1.8. 
der Anklageschrift;  

 des Vorwurfs des mehrfachen Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe 
an Minderjährige (Anklagesachverhalte Ziff. 1.1. lit. b, 1.3. lit. b, 1.4. lit. d, 1.5. 
lit. d, 1.10.) 

 
von Schuld und Strafe freizusprechen; 

 
2. Der Beschuldigte sei  
 

 der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil von C., F., D. 
und G., 

 der mehrfachen versuchten sexuellen Handlung mit Minderjährigen gegen Ent-
gelt, einmalig zum Nachteil von E. und einmalig zum Nachteil von G.; 

 des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung (Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG); 

 der mehrfachen Pornografie (Art. 197 Abs. 1, 4 und 5 StGB); 

 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss 
Art. 19bis BetmG zum Nachteil von E. sowie gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
(betreffend Zeitspanne vom 29. August 2019 bis 10. Februar 2021);  

 sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 
lit. a WG i.V.m. Art. 33 Abs. 2 WG und Art. 34 lit. d WG) 

 
 schuldig zu sprechen; 
 
3. Es sei eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB anzuordnen; 

 
4. Der Beschuldigte sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von maximal 24 Monaten, 

unter Anrechnung der Untersuchungshaft und des vorzeitigen Strafvollzugs; 
 

 

Seite 5 

5. Der Vollzug der vom Beschuldigten noch nicht vollzogenen Reststrafe sei zu Gunsten 
einer ambulanten Massnahme mit einer Probezeit von drei Jahren bedingt aufzu-
schieben; 

 
6. Der Beschuldigte sei umgehend aus der Haft zu entlassen; 
 
7. Der Beschuldigte sei zudem zu verurteilen zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen 

zu je CHF 30.00 zu, bedingt aufgeschoben mit einer Probezeit von drei Jahren, sowie 
einer Busse von CHF 500.00, entsprechend fünf Tagen Ersatzfreiheitsstrafe; 

 
8. Es sei für den Beschuldigten Bewährungshilfe anzuordnen; 
 
9. Das Gericht habe gemäss dem geltenden Recht über die Anordnung eines Tätigkeits-

verbots mit regelmässigem Kontakt zu Minderjährigen zu entscheiden; 
 
10. Dem Beschuldigten sei es für die Dauer von fünf Jahren zu verbieten, mit unter  

16-jährigen Knaben direkt oder über Drittpersonen Kontakt aufzunehmen, namentlich 
auf telefonischem, schriftlichem oder elektronischem Weg, sie zu beherbergen, zu 
beaufsichtigen, zu pflegen oder in anderer Weise mit ihnen zu verkehren; 

 
11. C. sei eine Genugtuungsforderung von CHF 2'500.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 

28. August 2020 sowie eine vom Gericht zu bemessende, angemessene 
Entschädigung für die anwaltliche Vertretung von C. zuzusprechen, im Übrigen sei 
die Zivilforderung von C. abzuweisen beziehungsweise eventualiter auf den Zivilweg 
zu verweisen; 

 
12. Es sei von der Anerkennung der Genugtuungsforderung gegenüber D. in Höhe von 

CHF 3'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 10. Februar 2021 sowie der Anerkennung 
der Entschädigung für die anwaltlichen Bemühungen des Rechtsvertreters von D. in 
der Höhe von CHF 1'000.00 zuzüglich MWST Vormerk zu nehmen; 

 
13. Die mit Verfügung vom 24. November 2021 beschlagnahmten Gegenstände seien 

mit Ausnahme der externen Festplatte Seagate einzuziehen und zu vernichten, die 
externe Festplatte Seagate sei dem Beschuldigten – nachdem die darauf gefundene 
illegale Pornografie gelöscht wurde – nach Abschluss des Strafverfahrens auszuhän-
digen; 

 
14. Eventualiter seien sämtliche mit Verfügung vom 24. November 2021 beschlagnahm-

ten Gegenstände einzuziehen und zu vernichten, dem Beschuldigten sei jedoch der 
Inhalt der externen Festplatte Seagate auf einem Stick – nachdem die darauf gefun-
dene illegale Pornografie gelöscht wurde – nach Abschluss des Strafverfahrens aus-
zuhändigen; 

 
15. Die Verfahrenskosten seien zu ¾ dem Beschuldigten aufzuerlegen und zu ¼ vom 

Staat zu tragen; 
 
16. Die amtliche Verteidigerin beziehungsweise deren Stellvertreter seien gemäss der 

eingereichten Honorarnote zuzüglich MWST zu entschädigen; ¾ der Kosten der amt-
lichen Verteidigung seien einstweilen vom Staat zu tragen, ¼ sei definitiv vom Staat 
zu tragen; 

 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST). 
 

  

 

Seite 6 

an Schranken: 
 
1. Der angefochtene Entscheid des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden vom 

9. September 2022 (Verfahren Nr. SA3 22 5) sei hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern 3, 
4, 7 sowie 14 aufzuheben; 
 

2. In Abänderung der Dispositiv-Ziffer 3 des Entscheids des Kantonsgerichts Appenzell 
Ausserrhoden vom 9. September 2022 (Verfahren Nr. SA3 22 5) sei A. von folgenden 
Vorwürfen freizusprechen: 

 
- der teilweise mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 

187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nachteil von C., soweit dies den Analverkehr im 
Massageraum betrifft;  

 
- der mehrfachen Abgabe von Betäubungsmitteln an Personen unter 18 Jahren 

im Sinne von Art. 19bis BetmG zum Nachteil von G.;  
 
- der mehrfachen Verabreichung gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im 

Sinne von Art. 136 StGB zum Nachteil von 

- F. sowie 

- G.; 

 
im Übrigen sei Ziff. 3 des Entscheids des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden 
vom 9. September 2022 zu bestätigen; 
 

3. In Abänderung der Dispositiv-Ziffer 4 des Entscheids des Kantonsgerichts Appenzell 
Ausserrhoden vom 9. September 2022 (Verfahren Nr. SA3 22 5) sei A. zu einer 
Freiheitsstrafe von maximal 24 Monaten zu verurteilen, unter Anrechnung der 
Untersuchungshaft und des vorzeitigen Strafvollzugs; 

 
4. In Abänderung der Dispositiv-Ziffer 7 des Entscheids des Kantonsgerichts Appenzell 

Ausserrhoden vom 9. September 2022 (Verfahren Nr. SA3 22 5) sei der Vollzug der 
Freiheitsstrafe zu Gunsten der ambulanten Behandlung aufzuschieben, im Übrigen 
sei Dispositiv-Ziffer 7 des Entscheids des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden 
vom 9. September 2022 zu bestätigen;  
 

5. In Abänderung der Dispositiv-Ziffer 14 des Entscheids des Kantonsgerichts Appenzell 
Ausserrhoden vom 9. September 2022 (Verfahren Nr. SA3 22 5) seien die Verfah-
renskosten des vorinstanzlichen Verfahrens mindestens zu ¼ vom Staat zu tragen 
und lediglich im Restbetrag A. aufzuerlegen; 

 
6. Die Kosten des Berufungsverfahrens (inklusive Kosten der amtlichen Verteidigung) 

seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen; 
 
 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt) zu Lasten des Staa-

tes.  
 
 
 
c) des Privatklägers 1 und Berufungsbeklagten 2: 
 

im erstinstanzlichen Verfahren: 
 

1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen und angemessen 
zu bestrafen.  

 

 

Seite 7 

2. Gegen den Beschuldigten sei ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot auszusprechen. 
 
3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, C. eine Genugtuung nach richterlichem 

Ermessen, mindestens aber in der Höhe von CHF 8'000.00, zuzüglich Zins zu 5% seit 
dem 16. Februar 2019 zu bezahlen. 
 

4. Die Rechtsvertretung des Privatklägers sei gemäss der beiliegenden Honorarnote in-
klusive Barauslagen und MWST zu entschädigen. 

 
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MWST zulasten des Beschuldig-

ten, eventualiter zulasten des Staates. 
 
 

im Berufungsverfahren: 
 
Die Berufung des Beschuldigten sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 
Mehrwertsteuer zu Lasten des Beschuldigten abzuweisen. 

 
 
 

d) des Privatklägers 2 und Berufungsbeklagten 3: 
 

im erstinstanzlichen Verfahren (sinngemäss): 
 

1. Der Beschuldigte sei der sexuellen Handlung mit Kindern schuldig zu sprechen und 
angemessen zu bestrafen. 

 
2. Es sei von den vom Beschuldigten zivilrechtlich anerkannten Forderungen Vormerk 

zu nehmen. 
 
 
 im Berufungsverfahren: 
 
 (kein Antrag) 
 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Übersicht 

Vom Frühjahr 2019 bis zum Februar 2021 verbrachten diverse Jugendliche einen Teil ihrer 

Freizeit am Wohnort von A. und konsumierten bei und teilweise mit ihm unter anderem 

Alkohol, Zigaretten sowie Cannabis. A. wird vorgeworfen, mit fünf Knaben vor Ende derer 

Schutzalter sexuelle Handlungen – teilweise nach Anbieten eines Entgelts – bei sich zu 

Hause vorgenommen zu haben, wobei es zum Teil nur zum Versuch gekommen sein soll. 

Daneben wird A. auch die Abgabe von gesundheitsgefährdenden Stoffen an Minderjährige, 

die Abgabe von Cannabis, Pornografie, unerlaubter Besitz von Waffen sowie Auto fahren 

lassen ohne Berechtigung vorgeworfen. 

  

 

Seite 8 

B. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren 

Am 10. Februar 2021 fand eine Durchsuchung am Wohnort von A. statt (act. B 2/4.2.1). A. 

wurde gleichentags festgenommen und noch am selben Tag durch die Kantonspolizei als 

Beschuldigter einvernommen (act. B 2/1.2.1.1, act. B 2/4.3.1 und act. B 2/3.1). Am 

10. Februar 2021 (act. B 2/1.1.1.2, 1.1.1.3 und 1.1.1.3.2), am 5. Mai 2021 (act. B 2/1.1.1.4 

und 1.1.1.4.1) sowie am 12. Mai 2021 (act. B 2/1.1.1.5 und 1.1.1.5.1) wurden durch die 

Kantonspolizei Einvernahmen mit E. durchgeführt, welche audiovisuell aufgezeichnet 

wurden. Mit Verfügung vom 12. Februar 2021 ordnete der Einzelrichter des Kantonsgerichts 

für zwei Monate, mithin bis 10. April 2021, Untersuchungshaft an (act. B 2/4.3.9). Mit Verfü-

gung vom 22. Februar 2021 wurde A. ab 10. Februar 2021 die amtliche Verteidigung 

gewährt und Rechtsanwältin AA. als dessen amtliche Verteidigerin bestellt (act. B 2/8.3). 

Am 24. Februar 2021 wurde H. (act. B 2/1.2.2.1), ebenfalls am gleichen Tag I. (act. 

B 2/1.2.2.2), am 3. März 2021 J. (act. B 2/1.2.2.3) und K. (act. B 2/1.2.2.4), am 31. März 

2021 L. (act. B 2/1.2.2.5), am 6. April 2021 M. (act. B 2/1.2.2.6), am 9. April 2021 N. (act. 

B 2/1.2.2.7), am 19. April 2021 O. (act. B 2/1.2.2.8), am 20. April 2021 P. (act. B 2/1.2.2.9), 

am 23. April 2021 Q. (act. B 2/1.2.2.10), am 30. April 2021 R. (act. B 2/1.2.2.11), am 31. Mai 

2021 K. (act. B 2/1.2.2.12) und am 1. Juni 2021 J. (act. B 2/1.2.2.13) als Auskunftspersonen 

befragt. Am 5. März 2021, am 17. März 2021, am 18. März 2021 sowie am 30. März wurde 

A. durch die Kantonspolizei einvernommen (act. B 2/1.2.1.2, 1.2.1.3, 1.2.1.4, 1.2.1.5 und 

1.2.1.6). Am 25. März 2021 (act. B 2/1.1.2.2 und 1.1.2.2.2), am 15. April 2021 (act. 

B 2/1.1.2.3 und 1.1.2.3.2) sowie am 21. Juli 2021 (act. B 2/1.1.2.4 und 1.1.2.4.1) wurden 

durch die Kantonspolizei Einvernahmen mit C. durchgeführt, welche audiovisuell 

aufgezeichnet wurden. Die Kantonspolizei führte am 26. März 2021 (act. B 2/1.1.3.2 und 

1.1.3.2.2) eine Videoeinvernahme mit F. durch. Die Untersuchungshaft für A. wurde mit 

Verfügung des Einzelrichters des Kantonsgerichts vom 15. April 2021 um weitere zwei  

Monate bis 10. Juni 2021 verlängert (act. B 2/4.3.16). Am 16. April 2021 wurde eine zweite 

Hausdurchsuchung am Wohnort von A. angeordnet (act. B 2/4.2.5). Gleichentags erfolgte 

eine weitere Einvernahme von A. durch die Kantonspolizei (act. B 2/1.2.1.7 und 1.2.1.8). 

Am 21. April 2021 (act. B 2/1.1.4.2 und 1.1.4.2.1) sowie am 29. April 2021 (act. B 2/1.1.4.3 

und 1.1.4.3.2) wurden durch die Kantonspolizei Einvernahmen mit G. durchgeführt, welche 

audiovisuell aufgezeichnet wurden. Am 4. Mai 2021 und 25. Mai 2021 wurde A. erneut 

durch die Kantonspolizei einvernommen (act. B 2/1.2.1.9 und 1.2.1.10). Die Kantonspolizei 

führte am 12. Mai 2021 (act. B 2/1.1.5.2 und 1.1.5.2.1) eine Videoeinvernahme mit D. und 

am 28. Mai 2021 eine Videoeinvernahme mit Q. (act. B 2/1.1.6.2 und 1.1.6.2.1) durch. Am 

3. Juni 2021 wurde A. unter Auflagen beziehungsweise Ersatzmassnahmen aus der Unter-

suchungshaft entlassen und in diesem Zusammenhang eine Einvernahme durch die 

Staatsanwaltschaft durchgeführt (act. B 2/3.2; act. B 2/4.3.18). Das psychiatrische Gutach-

ten von Dr. med. S., Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, T., U., datiert vom 

 

Seite 9 

7. Juni 2021 (act. B 2/5.1.11). Mit Verfügung vom 17. Juni 2021 ordnete der Einzelrichter 

des Kantonsgerichts Ersatzmassnahmen an (act. B 2/4.3.20). Der Therapieverlaufsbericht 

der [...] AG datiert vom 28. September 2021 (act. B 2/4.4.2). Am 30. September 2021 führte 

die Staatsanwaltschaft die Schlusseinvernahme mit A. durch (act. B 2/3.3). H. wurde am 

16. Oktober 2021 als Zeuge einvernommen (act. B 2/1.2.3.1). Am 19. Oktober 2021 erfolgte 

die erneute Festnahme und erneute Hausdurchsuchung bei A. (act. B 2/4.2.7 und 4.2.8). 

Gleichentags erfolgte eine Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft (act. B 2/3.4). Mit 

Verfügung vom 22. Oktober 2021 ordnete der Einzelrichter des Kantonsgerichts für A. bis 

13. Dezember 2021 Untersuchungshaft an (act. B 2/4.3.23). Die Kantonspolizei führte am 

27. Oktober 2021 (act. B 2/1.1.12.2 und 1.1.12.3) eine Videoeinvernahme mit M. durch. Am 

2. November 2021 wurde J. (act. B 2/1.2.2.14), am 10. November 2021 E. (act. 

B 2/1.2.2.15) und am 19. November 2021 V. (act. B 2/ 1.2.2.16) als Auskunftspersonen 

befragt. Am 11. November 2021 erfolgte eine weitere Einvernahme von A. durch die 

Kantonspolizei (act. B 2/1.2.1.11). Die Staatsanwaltschaft bewilligte mit Verfügung vom 

24. November 2021 per 26. November 2021 den vorzeitigen Strafvollzug (act. B 2/4.3.25). 

Am 11. Februar 2022 reichte Dr. med. S. das psychiatrische Ergänzungsgutachten ein (act. 

B 2/5.1.18).  

 

Mit Anklageschrift vom 9. Juni 2022 überwies die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen 

A. zur Beurteilung an das Kantonsgericht (act. B 2/15). A., dessen Verteidigerin sowie die 

Staatsanwaltschaft wurden mit Vorladung vom 14. Juli 2022 zur Hauptverhandlung auf den 

29. August 2022 vorgeladen, der Privatklägerschaft war das Erscheinen freigestellt (act. 

B 2/17 und 20). Das Formular "Erklärung über die finanziellen Verhältnisse" wurde dem 

Kantonsgericht eingereicht (act. B 2/31). Mit Eingabe vom 5. August 2022 beantragte die 

Verteidigerin von A. das Einholen eines aktuellen Verlaufsberichts über den Verlauf der 

Untersuchungshaft und des vorzeitigen Strafvollzugs (act. B 2/40). Die Rechtsvertreterin 

des Privatklägers 1 reichte am 10. August 2022 ihre Rechtsbegehren ein (act. B 2/45). Der 

Vollzugsbericht der Strafanstalt Gmünden datiert vom 16. August 2022 (act. B 2/51). Mit 

Eingabe vom 29. August 2022 ersuchte der Rechtsvertreter des Privatklägers 2 um 

Aufnahme der zwischen A. und dem Privatkläger 2 getroffenen Vereinbarung ins Urteil (act. 

B 2/57 und 58). Die Hauptverhandlung fand am 29. August 2022 statt (act. B 2/59); A. wurde 

als Beschuldigter befragt (act. B 2/60). Die Parteien verzichteten auf eine öffentliche 

Urteilsverkündung (act. B 2/ 59). Am 9. September 2022 wurde das Urteilsdispositiv 

versandt (act. B 2/65). Gleichentags wurde vom Kantonsgericht beschlossen, dass A. nicht 

aus dem vorzeitigen Strafvollzug zu entlassen sei (act. B 2/66). Am 15. September 2022 

meldete die Staatsanwaltschaft Berufung an (act. B 2/67). Die Verteidigerin von A. meldete 

am 16. September 2022 ebenfalls Berufung an (act. B 2/71). Am 1. November 2022 ging 

 

Seite 10 

beim Kantonsgericht die von der Strafanstalt Gmünden gegen A. erlassene Diszi-

plinarverfügung ein (act. B 2/76).  

 

 

C. Erstinstanzliches Urteil 

 Das Kantonsgericht, 3. Abteilung, fällte am 9. September 2022 folgendes Urteil (act. B 3):  

 

1. Das Verfahren wird zufolge Verjährung (Art. 329 Abs. 4 StPO) definitiv eingestellt betreffend 

- Konsum und Besitz von Pornographie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB ("Frau mit 
Pferd", begangen in der Zeit zwischen 1. Januar 2010 bis 5. September 2015) 

 
- der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 

BetmG (begangen in der Zeit von 9. Februar 2018 bis 5. September 2019) 

 
2. A. wird freigesprochen 

- vom Vorwurf der teilweise mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern im Sinne von 
Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nachteil von  

 
- E. (begangen vom 1. Juni 2020 bis 10. Februar 2021), 

- C. (Wintergarten, Berührungen am Oberschenkel und am Gesäss, Ankuscheln, 
begangen vom 16. Februar 2019 bis 28. August 2020) 

- F. (Zungenküsse, Berührungen am Oberschenkel, einer von drei vorgeworfenen 
Griffen an den Penis, begangen in den Monaten vor dem 29. September 2019), 

- D. (Griffe an das Gesäss, begangen vom 1. März 2019 bis 10. Februar 2021), 

- G. (Berührungen am Gesäss, begangen vom 1. Mai 2020 bis 31. August 2020), 
 
- vom Vorwurf der sexuellen Handlung mit Minderjährigen gegen Entgelt im Sinne von 

Art. 196 StGB zum Nachteil von  

- C. (begangen vom 16. Februar 2019 bis 28. August 2020), 

- D. (begangen im Frühling 2020), 
 
- vom Vorwurf der teilweise mehrfachen Verabreichung gesundheitsgefährdender Stoffe 

an Minderjährige im Sinne von Art. 136 StGB zum Nachteil von  

- L. (begangen vom 13. September 2019 bis 10. Februar 2021), 

- F. (begangen vom 29. September 2019 bis 27. September 2020), 

- D. (begangen vom Sommer 2020 bis Ende 2020), 
 
- vom Vorwurf der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB zum Nach-

teil von  

- E. (begangen von 17. September 2020 bis 4. Oktober 2020), 

- C. (begangen am 14. März 2020). 
 
3. A. ist schuldig 

- der teilweise mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB zum Nachteil von  

- C. (Whirlpool, Oral- und Analverkehr im Massageraum, Berührungen am Penis, 
begangen vom 16. Februar 2019 bis 28. August 2020), 

- F. (zwei von drei vorgeworfenen Griffen an den Penis, begangen in den Monaten 
vor dem 29. September 2019), 

 

Seite 11 

- D. (Whirlpool, Sauna; Oralverkehr am Tisch, begangen vom 1. März 2019 bis 
10. Februar 2021), 

- G. (begangen im Sommer 2020), 
 
- der teilweise mehrfachen versuchten sexuellen Handlung mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von  

- E. (begangen am 29. September 2020), 

- G. (begangen in der Zeit von 1. Mai 2020 bis 31. August 2020), 
 

- der teilweise mehrfachen versuchten sexuellen Handlung mit Minderjährigen gegen 
Entgelt im Sinne von Art. 196 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von  

- E. (begangen am 29. September 2020), 

- G. (begangen in der Zeit von 1. Mai 2020 bis 31. August 2020), 
 
- der mehrfachen Abgabe von Betäubungsmitteln an Personen unter 18 Jahren im Sinne 

von Art. 19bis BetmG zum Nachteil von  

- E. (begangen von Dezember 2020 bis 10. Februar 2021), 

- G. (begangen in der Zeit vom 1. Mai 2020 bis 31. August 2020), 
 
- der mehrfachen Verabreichung gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im Sinne 

von Art. 136 StGB zum Nachteil von  

- E. (begangen vom Dezember 2020 bis 10. Februar 2021), 

- F. (begangen von 29. September 2017 bis 28. September 2019), 

- G. (begangen in der Zeit vom 1. Mai 2020 bis 31. August 2020), 
 
- des mehrfachen Besitzes von Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB (began-

gen in der Zeit von 7. September 2015 bis 10. Februar 2021), 
 
- der teilweise mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB zum Nachteil 

von  

- E. (begangen von 23. August 2020 bis 12. Dezember 2020), 

- C. (begangen vom 2. März 2019 bis 20. März 2020), 

- D. (begangen am 3. November 2020), 

- G. (begangen vom 16. Oktober 2020 bis 20. November 2020), 
 
- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG (begangen von 6. September 2019 bis 10. Februar 2021), 
 
- des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG 

(begangen in der Zeit von 2018 bis 2020), 
 
- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 

lit. a i.V.m. Art. 33 Abs. 2 WG und Art. 34 lit. d WG (begangen in der Zeit vom 1. Januar 
2014 bis 10. Februar 2021). 

 
4. A. wird verurteilt zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten 

(Art. 47, 49 StGB) unter Anrechnung der erstandenen Haft von 152 Tagen sowie des 
vorzeitigen Strafvollzugs seit 26. November 2021 (Art. 51 StGB). 

 
5. A. wird zudem verurteilt zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 30.00, 

entsprechend CHF 5'400.00 (Art. 47, 49 StGB).  
 
 Der Vollzug der Geldstrafe wird bedingt aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von 

vier Jahren (Art. 42 Abs. 1 StGB).  
 

 

Seite 12 

6. A. wird zudem verurteilt zu einer Busse von CHF 800.00, bei schuldhaftem Nichtbezahlen 
ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von acht Tagen (Art. 106 StGB).  

 
7. Es wird eine ambulante Behandlung angeordnet (Art. 63 StGB). Der Vollzug der Freiheits-

strafe wird nicht zu Gunsten der ambulanten Behandlung aufgeschoben (Art. 57 Abs. 1 StGB).  
 
8. A. wird lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die 

einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten (Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB). 
 
9. A. wird es ferner für die Dauer von fünf Jahren verboten, mit unter 16-jährigen Knaben direkt 

oder über Drittpersonen Kontakt aufzunehmen, namentlich auf telefonischem, schriftlichem 
oder elektronischem Weg, sie zu beherbergen, zu beaufsichtigen, zu pflegen oder in anderer 
Weise mit ihnen zu verkehren (Art. 67b Abs. 1 und 2 StGB). 

 
10. Mit den beschlagnahmten Gegenständen ist wie folgt zu verfahren:  
 
10.1 Folgende Gegenstände sind dem Beschuldigten auszuhändigen: 
 

- Diverse Fotografien 
- 1 Pistole Gamo 
- 1 Pistole Flobert mit Munition 
- 3 Wurfsterne 
- 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy S20 
- 2 Briefe 

 
10.2 Folgende Gegenstände sind einzuziehen und zu vernichten: 
 

- 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy S10  
- 1 Tablet Samsung A32N 
- 1 externe Festplatte Seagate, wobei A. die Möglichkeit gegeben wird, vorab 

strafrechtlich irrelevante Dateien gegen Vergütung des Aufwands auf einen privaten 
Datenträger kopieren zu lassen 

- Marihuana und div. Zubehör 
- 1 Glas mit Marihuana  
- 1 Dildo (Kugeln), schwarz 
- 5 Kondome aus Abfalleimer 
- Div. Abfall aus Abfalleimer 

 
11. A. hat C. eine Genugtuung in Höhe von CHF 4'500.00 nebst Zins zu 5% seit 23. November 

2019 zu bezahlen. 
 
12. A. wird verpflichtet, C. an dessen Anwaltskosten CHF 4'670.30 (einschliesslich Barauslagen 

und MWST) zu bezahlen. 
 
13. Die Anerkennung der Zivilklage von D. durch A. in der Höhe von CHF 3'000.00 nebst Zins zu 

5% seit 10. Februar 2021 sowie die Anerkennung der Entschädigung für anwaltliche 
Bemühungen des Rechtsvertreters von D. durch A. in der Höhe von CHF 1'000.00 zuzüglich 
MWST werden vorgemerkt.  

 
14. Die Verfahrenskosten, bestehend aus 

  CHF 44'050.00  Kosten der Voruntersuchung 
  CHF 1'000.00  Gebühr für die Vertretung der Anklage vor Gericht 
  CHF 2'400.00  Gerichtsgebühr 
  CHF 39'131.20  Amtliche Verteidigung 
  CHF 1'431.50  Auslagen (Zuführung an Hauptverhandlung) 

  CHF 88'012.70  insgesamt, 
 
 werden dem Beschuldigten zu 9/10 und dem Staat zu 1/10 auferlegt. Zufolge Gewährung der 

unentgeltlichen Verbeiständung werden die auf den Beschuldigten entfallenden Kosten der 
amtlichen Verteidigung vorläufig vom Staat getragen. A. ist zur Rückzahlung von 
CHF 35'218.10 (9/10 des Honorars der amtlichen Verteidigerin) verpflichtet, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 Bst. a StPO).  

 

Seite 13 

15. Rechtsanwältin AA. wird für ihre Bemühungen als amtliche Verteidigerin insgesamt mit 
CHF 39'131.20 (inkl. Barauslagen und MWST) aus der Staatskasse entschädigt, wobei sie 
infolge Akontozahlung vom 17. Dezember 2021 in Höhe von CHF 10'000.00 noch mit 
CHF 29'131.20 zu entschädigen ist.  

 
16. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung zugesprochen. 

 

Auf die Begründung des vorinstanzlichen Urteils kann verwiesen werden. Soweit erforder-

lich, wird darauf in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

D. Verfahren vor Obergericht 

a) Gegen das Urteil vom 9. September 2022, dessen Zustellung in begründeter Ausfertigung 

am 2. Dezember 2022 erfolgte (act. B 2/80 - 83), liess A. (nachfolgend: Berufungskläger) 

fristgemäss mit Eingabe vom 22. Dezember 2022 Berufung erklären (act. B 1). Darin 

ersuchte die Verteidigerin des Berufungsklägers, Rechtsanwältin AA., unter anderem um 

ihre Bestellung als amtliche Verteidigerin im Berufungsverfahren. 

 

b) Mit Verfügung vom 29. Dezember 2022 wurde der Staatsanwaltschaft sowie den Privatklä-

gern 1 und 2 Gelegenheit gegeben, einen schriftlichen und begründeten Nichteintretens-

antrag und/oder eine schriftliche Anschlussberufung einzureichen (act. B 4).  

 

c) Mit Verfügung des Einzelrichters des Obergerichts vom 3. Januar 2023 wurde dem Beru-

fungskläger im Berufungsverfahren die amtliche Verteidigung gewährt und Rechtsanwältin 

AA. damit beauftragt (act. B 5). 

 

d) Die Rechtsvertreterin des Privatklägers 1 beantragte mit Eingabe vom 20. Januar 2023 die 

Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungs-

klägers (act. B 6).  

 

e) Die mündliche Berufungsverhandlung vor dem Obergericht fand am 6. Juni 2023 in Anwe-

senheit des Berufungsklägers, dessen amtliche Verteidigerin Rechtsanwältin AA. sowie in 

Anwesenheit der Staatsanwältin B. statt. Das Obergericht führte gleichentags seine 

Beratung durch. Auf eine mündliche Eröffnung des Urteils verzichteten die 

Verfahrensbeteiligten.  

 

f) An Schranken stellte die Verteidigung ein leicht modifiziertes Rechtsbegehren, indem sie 

nunmehr die von der Vorinstanz hinsichtlich der Art. 187 StGB und Art. 196 StGB ange-

nommene echte Konkurrenz akzeptierte und den diesbezüglichen Berufungsantrag in der 

Berufungserklärung ausdrücklich zurückzog (act. B 17/4f und act. B 1/1).   

 

Seite 14 

Auf die entsprechenden Ausführungen und Angaben in den in lit. a - f vorstehend angeführ-

ten Schriftstücken wird, soweit für die Beurteilung erforderlich, im Rahmen der nachfolgen-

den Erwägungen einzugehen sein. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

1.1 Zuständigkeit 

 Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zur örtlichen und sachlichen Zuständig-

keit kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 Strafprozessordnung [StPO, SR 312.0]; act. 

B 3/Erwägung 1). Bezüglich der sachlichen Zuständigkeit des Obergerichts ist auf Art. 26  

Justizgesetz (JG, bGS 145.31) hinzuweisen, wonach das Obergericht Berufungs- und  

Beschwerdeinstanz in der allgemeinen Strafrechtspflege ist. 

 

1.2 Rechtsmittellegitimation  

Der Berufungskläger ist mit Urteil des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden vom 

9. September 2022 verurteilt worden. Folglich hat er ein rechtlich geschütztes Interesse an 

der Aufhebung dieses Entscheides und ist zur Einreichung der Berufung legitimiert (Art. 

382 Abs. 1 StPO).  

 

1.3 Rechtskräftige Urteilspunkte 

Festzuhalten ist, dass im Urteil der 3. Abteilung des Kantonsgerichts vom 9. September 

2022 (SA3 22 5) folgende Punkte nicht angefochten und demzufolge gestützt auf Art. 437 

Abs. 1 lit. a StPO rechtskräftig geworden sind: 

 

- Dispositiv Ziff. 1 
 
- Dispositiv Ziff. 2 
 
- in Dispositiv Ziff. 3 erster Absatz: teilweise mehrfache sexuelle Handlungen mit Kin-

dern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nachteil von  
- C. (Whirlpool, Oralverkehr im Massageraum, Berührungen am Penis, begangen 

vom 16. Februar 2019 bis 28. August 2020) 
- F. (zwei von drei vorgeworfenen Griffen an den Penis, begangen in den 

Monaten vor dem 29. September 2019) 
- D. (Whirlpool, Sauna; Oralverkehr am Tisch, begangen vom 1. März 2019 bis 

10. Februar 2021) 
- G. (begangen im Sommer 2020) 

 

 

Seite 15 

- in Dispositiv Ziff. 3 vierter Absatz: mehrfache Abgabe von Betäubungsmitteln an  
Personen unter 18 Jahren im Sinne von Art. 19bis BetmG zum Nachteil von E. 
(begangen von Dezember 2020 bis 10. Februar 2021) 

 
- in Dispositiv Ziff. 3 fünfter Absatz: mehrfache Verabreichung gesundheitsgefährden-

der Stoffe an Kinder im Sinne von Art. 136 StGB zum Nachteil von E. (begangen von 
Dezember 2020 bis 10. Februar 2021) 

 
- Dispositiv Ziff. 3 sechster Absatz: mehrfacher Besitz von Pornographie im Sinne von 

Art. 197 Abs. 5 StGB (begangen in der Zeit von 7. September 2015 bis 10. Februar 
2021) 

 
- Dispositiv Ziff. 3 siebter Absatz: teilweise mehrfache Pornographie im Sinne von Art. 

197 Abs. 1 StGB zum Nachteil von 
- E. (begangen vom 23. August 2020 bis 12. Dezember 2020) 
- C. (begangen vom 2. März 2019 bis 20. März 2020) 
- D. (begangen am 3. November 2020) 
- G. (begangen vom 16. Oktober 2020 bis 20. November 2020) 

 
- Dispositiv Ziff. 3 achter Absatz: mehrfache Widerhandlungen gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG (begangen vom 6. September 2019 
bis 10. Februar 2021) 

 
- Dispositiv Ziff. 3 neunter Absatz: mehrfaches Fahren ohne Berechtigung im Sinne von 

Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG (begangen in der Zeit von 2018 bis 2020) 
 
- Dispositiv Ziff. 3 zehnter Absatz: mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 33 Abs. 2 WG und Art. 34 lit. d WG (be-
gangen in der Zeit vom 1. Januar 2014 bis 10. Februar 2021) 

 
- Dispositiv Ziff. 5: Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 30.00; bedingter Vollzug 

der Geldstrafe, Probezeit 4 Jahre 
 
- Dispositiv Ziff. 6: Busse von CHF 800.00 bzw. Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen 
 
- in Dispositiv Ziff. 7: Anordnung einer ambulanten Behandlung 
 
- Dispositiv Ziff. 8: Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen 
 
- Dispositiv Ziff. 9: Verbot der Kontaktaufnahme mit unter 16-jährigen Knaben 
 
- Dispositiv Ziff. 10: Verfahren betreffend beschlagnahmter Gegenstände 
 
- Dispositiv Ziff. 11: Genugtuung an C. 
 
- Dispositiv Ziff. 12: Zahlung an die Anwaltskosten von C. 
 
- Dispositiv Ziff. 13: Vormerk der Genugtuung und Zahlung an die Anwaltskosten von 

D. 
 
- Dispositiv Ziff. 15: Entschädigung von RA AA. als amtliche Verteidigerin 
 
- Dispositiv Ziff. 16: keine Entschädigung an Berufungskläger 

 

 

Seite 16 

 Der Sachverhalt betreffend der rechtskräftig gewordenen Delikte gilt somit als erstellt. Es 

wird demnach im Rahmen der Strafzumessung auf diesen erstellten Sachverhalt sowie die 

vorinstanzliche Beurteilung abgestellt (vgl. nachfolgend Erwägung 4). 

 

 Aufgrund des Rückzugs der diesbezüglichen Berufungsanträge an Schranken (vgl. Art. 386 

Abs. 2 lit. a StPO) wurden sodann folgende Punkte des Urteils der 3. Abteilung des Kan-

tonsgerichts vom 9. September 2022 (SA3 22 5) gestützt auf Art. 437 Abs. 1 lit. b StPO 

rechtskräftig:  

- Dispositiv Ziff. 3 zweiter Absatz: teilweise mehrfache versuchte sexuelle Handlungen 
mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nach-
teil von 
- E. (begangen am 29. September 2020) 
- G. (begangen in der Zeit von 1. Mai 2020 bis 31. August 2020) 

 

- Dispositiv Ziff. 3 dritter Absatz: teilweise mehrfache versuchte sexuelle Handlung mit 
Minderjährigen gegen Entgelt im Sinne von Art. 196 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zum 
Nachteil von  
-  E. (begangen am 29. September 2020) 
-  G. (begangen in der Zeit von 1. Mai 2020 bis 31. August 2020) 

 

1.4 Beweisanträge  

 Die Verteidigerin des Berufungsklägers stellte weder im Berufungsverfahren noch an 

Schranken Beweisanträge (act. B 1 und B 16).  

 

 

2. Materielles 

2.1 Handlungen zum Nachteil von C.: sexuelle Handlung mit Kindern im Sinne von Art. 187 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

 
2.1.1 Tatvorwurf 

Dem Berufungskläger wird vorgeworfen, dass es vor C. 16. Geburtstag – in der Zeit vor 

dem 28. August 2020 (Ende des Schutzalters von C.) – zweimal zu analem 

Geschlechtsverkehr mit C. gekommen sei. Der Berufungskläger habe C. während der 

Massagen jeweils die Unterhose heruntergezogen, ein schwarzes Sextoy/Lustkugeln 

(inklusive Gleitmittel) anal bei ihm eingeführt, dieses für 10 – 20 Minuten im Anus belassen, 

weiter massiert und sei sodann, nachdem er das Sexspielzeug entfernt habe, mit seinem 

Penis anal bei C. eingedrungen oder habe dies zumindest versucht, was ihm teils aufgrund 

von Erektionsproblemen nicht ganz gelungen sei. Dabei sei C. mit dem Oberkörper (Bauch 

nach unten) auf der Massageliege gelegen und mit den Beinen auf dem Boden gestanden. 

Der Berufungskläger sei von hinten an C. herangetreten, nachdem er sich ein Kondom, was 

er später im Abfalleimer im Massageraum entsorgt habe, übergezogen habe. C. habe durch 

den Analverkehr teilweise Schmerzen erlitten (act. B 2/15/4).  

 

 

Seite 17 

2.1.2 Vorinstanzliches Urteil 

Die Vorinstanz erklärte die Aussagen von C. als glaubwürdig, da er beim Vollzug des 

Analverkehrs von den Erektionsproblemen des Berufungsklägers, welcher sich dafür 

schämte und nicht darüber sprach, Kenntnis erlangt haben müsse und seine Aussagen 

auch mit den sachlichen Beweismitteln übereinstimme. Zudem stimme der anale Verkehr 

auch mit den ausgetauschten Handy-Nachrichten überein (act. B 3/Erwägung 4.2).  

 

2.1.3 Parteivorbringen vor Obergericht 

Der Berufungskläger lässt im Berufungsverfahren vorbringen, es habe ein Freispruch vom 

Vorwurf der teilweise mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nachteil von C. zu erfolgen, soweit dies den angeklagten 

Analverkehr im Massageraum betreffe (act. B 1/3). Die Vorinstanz habe diesbezüglich nicht 

nur den Sachverhalt unrichtig festgestellt, sondern auch das Recht verletzt, insbesondere 

Art. 10 Abs. 3 StPO. Die Vorinstanz habe die Aussagen von C. insgesamt als glaubwürdig 

erachtet, obwohl dieser offensichtlich versucht habe, den Berufungskläger übermässig zu 

belasten. Seine Aussagen, wonach er sich nicht getraut habe, "Nein" zu sagen und das 

Ganze "über sich habe ergehen lassen", seien gemäss den Akten unzutreffend. C. sei über 

das Schutzalter hinaus freiwillig wiederholt zum Berufungskläger nach Hause gegangen, 

wobei es weiterhin zu sexuellen Kontakten gekommen sei. Den WhatsApp-Nachrichten sei 

zu entnehmen, dass C. den sexuellen Handlungen nicht abgeneigt gewesen sei 

beziehungsweise diese gar forderte und es sei gestützt darauf zumindest nicht 

auszuschliessen, dass er den Berufungskläger in der Hand gehabt habe, diesen ausnützte, 

teils auch demütigte und herumkommandierte. Entsprechend könne den Aussagen von C., 

in welchen er sich als alleiniges Opfer darstelle, kein Glauben geschenkt werden 

beziehungsweise würden diese Aussagen nicht für eine Verurteilung des Berufungsklägers 

ausreichen. Der Berufungskläger habe in den WhatsApp-Chats zwar von "Sex" 

gesprochen, aber daraus könne nicht abgeleitet werden, dass es tatsächlich zu Analverkehr 

gekommen sei. Auch das Wissen von C. um die Erektionsprobleme des Berufungsklägers 

seien kein Beleg, dass es vor dem 16. Geburtstag von C. zu (versuchtem) Analverkehr 

gekommen sei. Nach den Akten seien sich C. und der Berufungskläger sehr nahe 

gestanden und hätten über alles Mögliche zusammen gesprochen, daher sei davon 

auszugehen, dass ersterer dies aus einem Gespräch erfahren habe. Sodann sei die 

Durchführung von Analverkehr für den Berufungskläger aufgrund von dessen Erekti-

onsproblemen gar nicht möglich gewesen. Dem sichergestellten Kondom komme 

schliesslich kein erheblicher Beweiswert zu. Eine Wanderung von DNA könne nicht aus-

geschlossen werden und da es gemäss Gutachter gerade nicht um Spermaspuren gehe, 

sei nicht erwiesen, dass der Berufungskläger das Kondom überhaupt über seinen Penis 

gestülpt habe, geschweige denn, dass es zu Analverkehr mit dem sich noch im Schutzalter 

 

Seite 18 

befindlichen C. eingesetzt worden wäre. Zudem sei das Kondom anlässlich der 

Hausdurchsuchung vom 10. Februar 2021 und damit über fünf Monate nach dem 

16. Geburtstag von C. sichergestellt worden. Es sei realitätsfremd, dass der Abfallkübel 

über fünf Monate hinweg nie geleert worden sei, womit wahrscheinlich wäre, dass dieses 

Kondom erst nach dem 16. Geburtstag von C. verwendet worden sei (act. B 17/6 ff.).  

 

Die Staatsanwaltschaft verwies auf die stringenten Ausführungen der Vorinstanz und 

machte geltend, dass die Vorinstanz eine sorgfältige Aussageanalyse vorgenommen habe. 

Sie habe darin auch auf die Tendenz des Berufungsklägers, nur zuzugeben, was unum-

gänglich sei, hingewiesen (act. B 18/2).  

 

2.1.4 Aussagen C. vor Kantonspolizei am 21. Juli 2021 (act. B 2/1.1.2.4 und 1.1.2.4.1) 

C. sagte zusammenfassend im Wesentlichen aus, dass es insgesamt ca. 7 – 8 Mal, davon 

zweimal vor seinem 16. Geburtstag, zwischen ihm und dem Berufungskläger zu 

Analverkehr gekommen sei. Es sei jeweils im Fitnessraum passiert. Dort habe ihm der 

Berufungskläger zuerst den Rücken massiert, ihm dann den Slip heruntergezogen und anal 

ein Sextoy für ca. 10 – 20 Minuten eingeführt. Während dieser Zeit habe die Massage 

angedauert, dann habe der Berufungskläger das Sextoy entfernt und danach versucht, 

seinen Penis anal einzuführen. Der Penis des Berufungsklägers sei dabei aber eher schlaff 

gewesen. Beim Analverkehr habe der Berufungskläger jeweils ein Kondom verwendet, 

welches, soweit er wisse, danach vom Berufungskläger in den Abfallkübel geworfen worden 

sei. Für den Akt sei er mit dem Oberköper auf der Massageliege gelegen und seine Beine 

seien auf dem Boden gewesen. Schmerzen habe er ab und zu bei zu schnellem Einführen 

des Sextoys verspürt. Wenn er und der Berufungskläger allein gewesen seien, habe er zu 

jenem gesagt, dass er dies nicht wolle.  

 

2.1.5 Aussagen A. 

2.1.5.1 Einvernahme durch die Kantonspolizei vom 16. April 2021 (act. B 2/1.2.1.7) 

Der Berufungskläger erklärte, zu den ersten sexuellen Handlungen zwischen ihm und C. 

sei es ihm Sommer 2019 gekommen (Fragen 21, 23 und 24). Es stimme, dass er C. 

mehrfach massiert habe, ihm dabei Sexspielzeug anal eingeführt habe und ihn mit der Hand 

und oral, meist bis zum Samenerguss, befriedigt habe. Sie hätten immer nur das gemacht, 

was C. gewollt habe (Frage 25). Zu anderen sexuellen Handlungen mit C. sei es nicht 

gekommen (Frage 27). Zu diesen sexuellen Handlungen beim Massieren sei es etwa 10 bis 

12 Mal gekommen (Frage 28). Zum letzten Vorfall mit sexuellen Handlungen zwischen 

ihnen sei es etwas über eine Woche vor seiner Verhaftung gekommen, am letzten 

Wochenende im Januar 2021 (Frage 29). Auf Fragen seiner Verteidigerin erklärte der 

Berufungskläger, dass er C. niemals zu etwas gedrängt habe, was jener nicht gewollt habe. 

 

Seite 19 

C. habe ihm auch nicht gesagt, dass er die sexuellen Handlungen nicht möchte (Fragen 73 

und 74). 

 

2.1.5.2 Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 30. September 2021 (act. B 2/3.3) 

Auf den Vorhalt, dass es gemäss C. zweimal vor dessen 16. Geburtstag zum Analverkehr 

gekommen sei, erklärte der Berufungskläger, dass dies nicht stimme. Weil er ein 

Erektionsproblem habe, könne das gar nicht sein (Frage 87). Er wisse nicht, weshalb C. 

gesagt habe, er habe es zwei Mal versucht beziehungsweise den Penis ein wenig 

eingeführt (Frage 88). Wieso C. das mit dem nicht so harten Penis wisse, könne er sich 

nicht erklären. Vielleicht hätten sie mal über das mit dem Erektionsproblem geredet. C. 

habe ziemlich viel über ihn gewusst (Frage 89). Er sei deswegen nicht in ärztlicher 

Behandlung gewesen. Das erste Mal habe er nun mit seiner Psychologin darüber geredet. 

Weil er sich einfach geschämt habe, habe er es nie jemandem erzählt. Aber C. habe er es 

gesagt (Fragen 91 und 92). Auf die Aussage, wonach gemäss C. er ihn sicher 30 Mal 

massiert habe, wovon es etwa sieben- bis achtmal zu Analverkehr gekommen sei, 

antwortete der Berufungskläger, dass das mit dem Analverkehr nicht stimme. Er wisse es 

nicht, warum C. ihn zu Unrecht belaste (Fragen 94 und 95). Auf die Frage, wie C. auf die 

Berührungen und sonstigen sexuellen Handlungen reagiert habe, antwortete der 

Berufungskläger, man habe nie darüber geredet. Er habe nie gesagt, er wolle das nicht 

(Frage 103). Auf die Nachfrage nach weiteren, bisher nicht erwähnten sexuellen Handlun-

gen erklärte der Berufungskläger, einfach dann nach dem 16. Geburtstag, als es dann wei-

terging, irgendwann dann habe er ja nicht mehr gewollt (Frage 104).  

 

2.1.5.3 Aussage des Berufungsklägers vor Kantons- und Obergericht (act. B 2/60 und act. B 16) 

Der Berufungskläger verneinte vor Kantonsgericht die Frage aus dem Gericht, ob er C. 

effektiv gefragt habe, ob er das [die sexuellen Handlungen] möge. Er habe aktiv gehandelt 

und geschaut, wie dessen Reaktion sei (act. B 2/60/7). Vor Obergericht sagte der 

Berufungskläger aus, es habe kein Analverkehr mit C. stattgefunden. Auf Vorhalt der 

Staatsanwältin, wonach er in der Schlusseinvernahme eine andere Aussage getätigt habe, 

erklärte er, dann habe er die Frage wohl falsch verstanden (act. B 16/12). 

 
2.1.6 Beurteilung 

Da der Sachverhalt ein Vier-Augen-Delikt darstellt, kommt den Aussagen der beiden Par-

teien entscheidende Bedeutung für die Beweiswürdigung zu. Die Prüfung der Glaubhaftig-

keit von Aussagen ist primär Sache der Gerichte. Zu prüfen ist, ob die Aussagen verständ-

lich, zusammenhängend und glaubhaft sind. Ebenso ist abzuklären, ob sie mit den weiteren 

Beweisen in Einklang stehen (Urteil des Bundesgerichts 6B_567/2020 vom 6. Dezember 

2021 E. 2.3.2 mit Hinweisen).  

 

Seite 20 

Das Obergericht ist der Überzeugung, dass die WhatsApp-Chats zwischen C. und dem 

Berufungskläger (act. B 2/1.1.2.2.1 und 1.1.2.3.1) auf sexuelle Handlungen hinweisen, 

jedoch gestützt darauf nicht belegt ist, dass es vor dem 16. Altersjahr von C. zu Analverkehr 

gekommen ist. Auch das im Massageraum anlässlich der Hausdurchsuchung vom  

10. Februar 2021 sichergestellte Kondom, auf welchem DNA Spuren gefunden wurden (act. 

B 2/1.4.20, Seite 2), ist kein Beleg für Analverkehr mit dem sich noch im Schutzalter 

befindenden C. Es ist vielmehr ein Beleg dafür, dass irgendwann ein Kontakt stattgefunden 

haben muss. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist das Gericht jedoch davon 

überzeugt, dass es vor dem 16. Geburtstag von C. zwei Mal zu Analverkehr mit dem 

Berufungskläger gekommen ist. Die diesbezüglichen Aussagen von C. sind glaubhaft, 

wirken erlebnisbasiert und es sind keine Auffälligkeiten auszumachen. Zwar gab C. erst 

anlässlich der dritten Einvernahme zu, dass es zwischen ihm und dem Berufungskläger zu 

Analverkehr gekommen sei. Da es sich hierbei um eine eher schambehaftete sexuelle 

Praktik handelt, insbesondere bei Personen mit heterosexueller Prägung, erscheint dieses 

zurückhaltende Aussageverhalten jedoch altersentsprechend nachvollziehbar. Eine 

übermässige Belastung des Berufungsklägers erfolgte entgegen der Ansicht der 

Verteidigung nicht und C. äusserte sich auch nicht negativ über den Berufungskläger. In 

allen Einvernahmen blieb das Aussageverhalten gleich, indem C.  sich bei seinen Aussagen 

auf das Wesentliche beschränkte und weitgehend auf Angaben zu seinem Befinden 

verzichtete. Der von ihm empfundene Druck wurde jedoch dann offensichtlich, als er schil-

derte, dass die Eltern wohl nach den Gründen gefragt hätten, wenn er nicht mehr zum  

Berufungskläger gegangen wäre. Auch die Körperhaltung und Gestik – Oberkörper leicht 

nach vorne, ineinander verschränkte Hände – blieb grundsätzlich gleichbleibend, so dass 

auch diesbezüglich keine Auffälligkeiten ersichtlich sind. Aus den ausgetauschten 

WhatsApp-Nachrichten kann sodann entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht 

entnommen werden, dass C. den sexuellen Handlungen mit dem Berufungskläger nicht 

abgeneigt gewesen sei beziehungsweise diese gar forderte. Vielmehr wiederspiegeln diese 

Chats nach Ansicht des Gerichts eine gewisse Ambivalenz, wobei eindeutig sexuelle Be-

züge/Referenzen eher vom Berufungskläger ausgingen (act. B 2/1.1.2.2.1 und 1.1.2.3.1). 

Dass C. zudem über das Schutzalter hinaus freiwillig trotz stattgefundener sexueller 

Handlungen weiterhin zum Berufungskläger ging, ist auf den vom Berufungskläger 

geschaffenen – von der Staatsanwältin zutreffend bezeichneten – "Kosmos" zurück-

zuführen. Den Jugendlichen war im Haus des Berufungsklägers vieles – gamen, rauchen, 

kiffen, Party machen, Alkohol trinken – erlaubt, was im eigenen Elternhaus nicht oder nicht 

im selben Umfang erlaubt gewesen wäre (vgl. act. B 2/1.1.4.2 und 1.1.3.2). Dass die  

Jugendlichen diese Freiheiten und das Beisammensein mit Gleichaltrigen trotz teilweiser 

Übergriffe weiter pflegen wollten, erscheint nachvollziehbar. Die Schilderungen von C. zum 

Analverkehr erscheinen plausibel und authentisch, wesentliche Widersprüche sind nicht 

 

Seite 21 

erkennbar. C. schildert präzis einen eigentlichen Geschehensablauf beziehungsweise vom 

Berufungskläger durchgeführte eigentliche Vorbereitungshandlungen – Massage, 

Herunterziehen der Unterhose, Einführen eines Sextoy, Weiterführung der Massage, 

Entfernen des Sextoy – bis zum Versuch des Berufungsklägers, mit seinem Penis anal bei 

C. einzudringen. C. gab als Detail an, dass der Penis des Berufungsklägers dabei eher 

schlaff als hart gewesen sei. Das Gericht ist wie die Vorinstanz überzeugt davon, dass C. 

beim Vollzug des Analverkehrs von den Erektionsproblemen des Berufungsklägers 

erfahren haben muss. Letzterer hat sich diesbezüglich geschämt und es nie jemanden 

gesagt, bis er mit seiner Psychologin erstmals darüber geredet hat (act. B 2/3.3, Frage 91). 

Die Erklärung des Berufungsklägers, wonach er vielleicht mal mit C. über das Erektions-

problem geredet und dieser ziemlich viel über ihn gewusst habe (act. B 2/3.3, Fragen 89 

und 92), ist nicht stimmig. Zumal er seine Beziehung zu C. als mehr eine brüderliche 

beschrieb, in welcher er die Funktion eines grossen Bruders übernahm (act. B 2/3.3, Frage 

60 und 1.2.1.7, Frage 33). In dieser "älterer-Bruder-Rolle" erscheint das Eingestehen eines 

solch intimen, für den Berufungskläger sehr schambehafteten Problems eher wenig 

wahrscheinlich. C. schilderte auch gewisse weitere nebensächliche Details, beispielsweise 

dass wenn der Berufungskläger ihm eine Massage offeriert habe, sich der Analverkehr 

quasi "abgezeichnet" habe oder dass die Tür zum Massageraum dann immer verschlossen 

gewesen sei. Die Aussagen von C. sind insgesamt überzeugend und damit als glaubhaft 

zu bezeichnen.  

 

Beim Berufungskläger ist das Aussageverhalten auffallend. Zu Beginn der strafrechtlichen 

Untersuchung verweigerte er jegliche Aussage (act. B 2/1.2.1.1.), um dann rund einen  

Monat später die Abgabe von Alkohol und Betäubungsmittel zuzugeben, den Vorwurf der 

sexuellen Handlungen mit Kindern aber von sich zu weisen (act. B 2/1.2.1.2, Frage 5). Auf 

den erneuten Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern gab er Berührungen am Ober-

schenkel, am Gesäss und im Intimbereich in Bezug auf C. und F. zu, bestritt aber weiterhin, 

Sex mit den Jugendlichen gehabt zu haben (act. B 2/1.2.1.5, Fragen 6, 7, 9, 15 und 16). 

Auf Vorhalt in der gleichen Einvernahme, wonach C. weitere sexuelle Handlungen 

angegeben habe, verweigerte er zunächst die Aussage (act. B 2/1.2.1.5, Fragen 22 – 24), 

gab dann aber einen (kurzen) oralen Verkehr im Whirlpool im Frühling/Sommer 2020 zu 

(Frage 27). Die Frage nach sexuellen Handlungen mit weiteren Jugendlichen verneinte er 

(Frage 47). Zu Beginn der Einvernahme vom 16. April 2021 gab der Berufungskläger an, 

der einzige, mit dem er auch noch etwas gehabt habe, sei G. gewesen. Es sei zu 

Oralverkehr gekommen (act. B 2/1.2.1.7, Frage 5). Die Frage nach weiteren sexuellen 

Handlungen mit weiteren Personen verneinte er zunächst, gab auf Vorhalt bezüglich 

weiterer sexuellen Handlungen mit C. aber 10 bis 12 Vorfälle mit Oralverkehr zu (act. 

B 2/1.2.7, Fragen 17 – 20). Auf die Frage, weshalb er nicht bereits anlässlich der letzten 

 

Seite 22 

Einvernahme die Frage nach weiteren sexuellen Handlungen mit den nun erfolgten 

Schilderungen beantwortete, gab der Berufungskläger an, er sei noch nicht bereit dazu 

gewesen, es zu erzählen. Es sei ihm unangenehm gewesen, das überhaupt zu erzählen 

und habe erst seiner Anwältin alles erzählen müssen (act. B 2/1.2.7, Frage 37). Sodann 

erklärte er auf Vorhalt, es sei wirklich zu keinen weiteren sexuellen Handlungen mit Kindern 

gekommen (Frage 38). In der Einvernahme vom 4. Mai 2021 beantwortete der 

Berufungskläger die Frage nach weiteren sexuellen Handlungen mit Kindern dahingehend, 

dass er es nicht mehr wisse (act. B 2/1.2.1.9, Fragen 5, 15 und 19). Zudem bestritt er, 

jemals mit einem Jugendlichen Analverkehr gehabt zu haben (Frage 16). Anlässlich der 

Einvernahme vom 25. Mai 2021 berichtete der Berufungskläger schliesslich über sexuelle 

Handlungen (unter anderem Analverkehr) zum Nachteil von D. (act. B 2/1.2.1.10). Aus dem 

Ausgeführten ergibt sich deutlich, dass der Berufungskläger nur zögerlich überhaupt 

sexuelle Handlungen zugab und die Handlungen jeweils nur so weit anerkannte, wie die 

Jugendlichen ausgesagt haben. Sein Aussageverhalten wirkt im gewissen Umfang geprägt 

von der Haltung, dass nicht sein kann, was nicht sein darf (vgl. z.B. act. B 2/1.2.1.7, Frage 

37). Auffallend ist auch, dass der Berufungskläger hinsichtlich des – nicht bestrittenen – 

Analverkehrs mit D. erklärt, er sei mangels ausreichender Erektion noch nicht richtig in D. 

eingedrungen, da sei er [der Berufungskläger] schon gekommen (act. B 2/1.2.1.10, Fragen 

13 und 15). Auf Vorhalt, er habe seinen Penis bei C. zweimal anal eingeführt, erklärte er 

hingegen, das stimme nicht. Weil er ein Erektionsproblem habe, bringe er ihn gar nicht 

hoch. Deswegen könne das gar nicht sein (act. B 2/3.3, Frage 87). Es ist widersprüchlich, 

wenn in einem Fall trotz bestehender Erektionsprobleme ein Analverkehr möglich ist, in 

einem anderen Fall dieser aber wegen desselben körperlichen Problems nicht 

stattgefunden haben kann. Insgesamt ist festzuhalten, dass die Aussagen des Berufungs-

klägers bezüglich des bestrittenen Sachverhalts wenig glaubhaft wirken und teilweise  

widersprüchlich sind. 

 

Aus der Würdigung der vorliegenden Beweismittel ergibt sich, dass die Aussagen von C. 

betreffend des umstrittenen Sachverhalts sehr glaubhaft sind. Die Aussagen des 

Berufungsklägers weisen demgegenüber Auffälligkeiten auf und erscheinen im zentralen 

Punkt nicht glaubhaft. Für das Gericht bestehen daher aufgrund der Schilderungen von C. 

keine Zweifel daran, dass es vor dessen 16. Geburtstag zu zweimaligem Analverkehr 

zwischen dem Berufungskläger und ihm gekommen ist.  

 

2.2 Handlungen zum Nachteil von G.: mehrfache Verabreichung gesundheitsgefährdender 
Stoffe an Kinder im Sinne von Art. 136 StGB und mehrfache Abgabe von Betäubungsmitteln 
an Personen unter 18 Jahren im Sinne von Art. 19bis BetmG  

 

  

 

Seite 23 

2.2.1 Tatvorwurf 

Dem Berufungskläger wird vorgeworfen, G. in der Zeit vom 1. Mai 2020 bis 31. August 2020 

im Wissen um dessen Alter wiederholt Bier, Zigaretten und Marihuana zum tatsächlichen 

Eigenkonsum zur Verfügung gestellt zu haben (act. B 2/15/8 f.).  

 

2.2.2 Vorinstanzliches Urteil 

Die Vorinstanz führte aus, die Aussage von G., wonach Alkoholika, Zigaretten sowie 

Marihuana beim Berufungskläger frei zugänglich gewesen sei, stimme mit dem aufgrund 

der etlichen "Party-Fotos" gewonnenen Eindruck überein. Die Aussagen des Beru-

fungsklägers seien hingegen nicht konstant. Das Gericht sei angesichts der Beweislage 

davon überzeugt, dass der Berufungskläger bei sich zu Hause auch G. Bier, Zigaretten und 

Marihuana zugänglich gemacht habe (act. B 3/Erwägung 7.4). 

 
2.2.3 Parteivorbringen vor Obergericht 

Der Berufungskläger lässt im Berufungsverfahren vorbringen, es habe ein Freispruch vom 

Vorwurf der mehrfachen Abgabe von Betäubungsmitteln an Personen unter 18 Jahren im 

Sinne von Art. 19bis BetmG sowie vom Vorwurf der mehrfachen Verabreichung gesund-

heitsgefährdender Stoffe an Kinder im Sinne von Art. 136 StGB zum Nachteil von G. zu 

erfolgen (act. B 1/4). Hinsichtlich der mehrfachen Abgabe von Betäubungsmitteln sei aus 

den Party-Fotos weder ersichtlich, dass G. Cannabis konsumiere, noch dass er dieses vom 

Berufungskläger erhalten habe. Diese Fotos würden somit keinerlei Beweiswert aufweisen. 

Zudem habe G. nie ausgesagt, dass ihm der Berufungskläger Cannabis abgegeben habe. 

Eine Garantenpflicht gegenüber den Jugendlichen werde dem Berufungskläger im Übrigen 

in der Anklageschrift nicht vorgeworfen. Der Berufungskläger habe konstant ausgesagt, G. 

habe allenfalls einmal mitgeraucht, jedoch habe der Berufungskläger zu keinem Zeitpunkt 

gesagt, dass er G. das Cannabis überlassen habe. Der Berufungskläger sei in diesem 

Anklagepunkt freizusprechen (act. B 17/10 f.). Bezüglich der mehrfachen Verabreichung 

gesundheitsgefährdender Stoffe sei in der Anklageschrift nicht ausgeführt, in welcher 

Menge, um welchen Alkohol mit welchem Alkoholgehalt, um welche Zigaretten und um 

welche zeitlichen Abstände es gehe. Daher sei zu Gunsten des Berufungsklägers von einer 

sehr geringfügigen Menge mit schwachem Alkoholgehalt, von einer sporadischen Abgabe 

mit grossen Zeitabständen und einer Abgabe bei F. kurz vor dem 15. beziehungsweise bei 

G. kurz vor dem 16. Geburtstag auszugehen. Aufgrund dieser Komponenten müsse die von 

der Vorinstanz bejahte abstrakte Gefährdung verneint werden, was zu einem Freispruch 

des Berufungsklägers in diesem Anklagepunkt führe (act. B 17/11 ff.).  

 

Die Staatsanwaltschaft verwies an Schranken auf die überzeugenden Ausführungen der 

Vorinstanz (act. B 18/2).   

 

Seite 24 

2.2.4 Aussagen G. 

2.2.4.1 Anlässlich der Einvernahme vor Kantonspolizei am 21. April 2021 (act. B 2/1.1.4.2 und 

1.1.4.2.1) 

G. erklärte, er habe wie andere Jugendliche vom Berufungskläger starken und weichen 

Alkohol (Bier, Energy Drinks, Smirnoff) bekommen, welchen sie nicht hätten bezahlen 

müssen. Er habe beim Berufungskläger auch Tabak und Marihuana rauchen dürfen. In 

Bezug auf sein Verhalten beim Alkoholkonsum führte er aus, dass er am Anfang jeweils 

normal Alkohol trinken könne und ab einem gewissen Punkt sein Körper "zu mache" und er 

dann nichts mehr wisse. Wegen des Alkohols habe er sich beim Berufungskläger zu Hause 

auch schon übergeben müssen. 

 

2.2.4.2 Anlässlich der Einvernahme vor Kantonspolizei am 29. April 2021 (act. B 2/1.1.4.3 und 

1.1.4.3.2) 

Im Zusammenhang mit dem im Whirlpool stattgefundenen Blowjob erklärte G., er habe 

beim Berufungskläger zu Hause viel Alkohol getrunken; er sei wohl angetrunken gewesen.  

 

2.2.5 Aussagen A. 

2.2.5.1 Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 30. September 2021 (act. B 2/3.3) 

Der Berufungskläger erklärte, er habe G. als Alkohol das "Hoi" gegeben und ab und an mal 

ein Bier (Frage 215). Er wisse gar nicht mehr, ob G. auch gekifft habe. Ab und an habe er 

Zigaretten bekommen. Es könne möglich sein, dass er mal mit ihnen mitgeraucht habe, 

jedoch könne er sich nicht daran erinnern (Frage 216). 

 

2.2.5.2 Aussage des Berufungsklägers vor Kantonsgericht (act. B 2/60) 

Der Berufungskläger sagte aus, nur bei Alkohol, Gras, Zigaretten oder Auto fahren habe er 

mit den Eltern gesprochen (act. B 2/60/14). Hinsichtlich des Vorwurfs, er habe E., F., G. 

und L. gesundheitsgefährdende Stoffe (Wodka, Zigaretten, Bier) gegeben, erklärte der 

Berufungskläger, das habe er gemacht. Wenn sie bei ihm gewesen seien, hätten sie das 

getrunken (act. B 2/60/14). Auf Nachfrage präzisierte der Berufungskläger, er habe nur den 

grünen und den roten Wodka L., E., F. und G. zur Verfügung gestellt beziehungsweise 

gratis abgegeben. Er habe dies getan, weil sie ihn gefragt hätten. Sie hätten sich geeinigt, 

dass das nur bei ihm zuhause gehe, so dass er noch die Kontrolle habe. Er habe die Eltern 

gefragt, ob sie es dürfen. Auf die Frage, ob bei ihm zuhause den Jugendlichen Alkohol, 

Marihuana und Zigaretten frei zugänglich gewesen sei, antwortete der Berufungskläger, er 

habe immer den Überblick gehabt. Er habe mit G. Alkohol getrunken; er habe schon auch 

getrunken, es aber noch im Griff gehabt (act. B 2/60/15). Auf die Frage, weshalb man trotz 

des Wissens, dass Tabak süchtig mache, junge Menschen beim Konsum unterstütze, 

antwortete der Berufungskläger, dass sie so die Kontrolle gehabt hätten. Sie hätten so auch 

 

Seite 25 

gewollt, dass man den Konsum reduziere. Er habe es nicht von sich aus gemacht, sondern 

immer mit Rücksprache von den Eltern aus (act. B 2/60/17).   

 

2.2.6 Beurteilung 

Aufgrund der Aussagen ist erstellt, dass G. vom Berufungskläger Energy Drinks, Bier sowie 

roten und grünen Wodka zum Trinken zur Verfügung erhalten hat. Dies zumindest zum Teil 

in einer Menge, welche zum Gefühl des Betrunken-Seins bei G. führte und bei ihm zum Teil 

Erbrechen auslöste. Weiter wurden G. vom Berufungskläger auch Zigaretten zum Konsum 

zur Verfügung gestellt. Ebenso war G. – wie auch anderen Jugendlichen – Marihuana 

zugänglich und zumindest in einem Fall konsumierte er das Marihuana. Bezüglich letzterem 

ist aber nicht erstellt, dass das Marihuana vom Berufungskläger zur Verfügung gestellt 

wurde. Daher hat in Bezug auf die Anklage betreffend mehrfache Abgabe von 

Betäubungsmitteln zum Nachteil von G. ein Freispruch zu erfolgen.  

 

2.3 Handlungen zum Nachteil von F.: mehrfache Verabreichung gesundheitsgefährdender 
Stoffe an Kinder im Sinne von Art. 136 StGB 

 

2.3.1 Tatvorwurf 

Dem Berufungskläger wird vorgeworfen, F. in der Zeit vom 29. September 2017 bis  

27. September 2020 bei sich zuhause an der W. in X. und im Wissen um dessen Alter 

wiederholt Wodka und Zigaretten zum tatsächlichen Eigenkonsum zur Verfügung gestellt 

zu haben. Der Berufungskläger liess F. sich unter anderem an seinem Kühlschrank im 

Wintergarten an hartem Alkohol bedienen (act. B 2/15/6).  

 

2.3.2 Vorinstanzliches Urteil 

Die Vorinstanz erwog, der Berufungskläger habe den Sachverhalt an Schranken nicht  

bestritten. Jedoch sei zurecht darauf hingewiesen worden, dass sich der angeklagte 

Sachverhalt nicht konkret zur Menge der abgegebenen Stoffe äussere. Nebst Zigaretten 

nenne die Anklageschrift als abgegebenen Alkohol Wodka, wobei von dem für den 

Berufungskläger günstigeren Sachverhalt, mithin einer kleinen Menge von Wodka und 

Zigaretten, auszugehen sei. Der Berufungskläger habe wiederholt Kleinmengen von Wodka 

und Zigaretten an F. abgegeben, wovon dessen Gesundheit abstrakt gefährdet worden sei. 

Ausschlaggebend für diese Beurteilung sei die wiederholte Abgabe und damit fortgesetzte 

Verfügbarkeit von Alkohol und Zigaretten einerseits sowie der Umstand, dass bei hochpro-

zentigen Alkohol und Zigaretten bereits kleine Mengen ausreichend seien, um die Gefahr 

einer Nikotinabhängigkeit oder einer Alkoholvergiftung zu begründen. Dasselbe gelte für 

die Zurverfügungstellung der hauseigenen Bar. Der Berufungskläger habe sich während 

des Zeitraums vom 29. September 2017 bis 28. September 2019 – mithin bis F.  

 

Seite 26 

16. Geburtstag – des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe strafbar gemacht 

(act. B 3/Erwägung 5.2).  

 
2.3.3 Parteivorbringen vor Obergericht 

Der Berufungskläger lässt im Berufungsverfahren vorbringen, es habe ein Freispruch vom 

Vorwurf der mehrfachen Verabreichung gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im 

Sinne von Art. 136 StGB zum Nachteil von F. zu erfolgen (act. B 1/4). Im Übrigen kann, um 

Wiederholungen zu vermeiden, bezüglich der Ausführungen an Schranken auf Erwägung 

2.2.3 verwiesen werden. 

 

2.3.4 Aussagen F. anlässlich der Einvernahme vom 26. März 2021 durch die Kantonspolizei (act. 

B 2/1.1.3.2 und 1.1.3.2.2) 

F. erklärte, er habe beim Berufungskläger mehr Bier getrunken, als von seinen Eltern aus 

erlaubt gewesen wäre. Er sei 14-jährig gewesen, als ihm der Berufungskläger Alkohol 

gegeben habe, obwohl seine Eltern damit nicht einverstanden gewesen seien. Er habe den 

Berufungskläger gefragt, ob er Alkohol haben dürfe in seinem Alter und der 

Berufungskläger habe es ihm einfach gegeben. Der Berufungskläger habe ihm auch 

Zigaretten gegeben. Er sei 14 Jahre alt gewesen, als er es probiert habe, und 15 Jahre alt, 

als der Berufungskläger ihm jeweils Zigaretten gekauft habe. Der Berufungskläger habe an 

alle Minderjährigen Alkohol abgegeben, welche dies wollten, obwohl der Alkohol erst ab 18 

Jahren zulässig gewesen wäre. Sicher an vier Minderjährige habe der Berufungskläger  

Alkohol abgegeben. Die Raucher unter den Jugendlichen hätten den Tabak zum Teil vom 

Berufungskläger erhalten, zum Teil hätten sie ihn mitgebracht. Er sei ein paar Mal betrun-

ken gewesen. Es habe Bier, Panaché, Smirnoff, Appenzeller, so die harten Sachen, gege-

ben. Es habe auch Marihuana gegeben, welches der Berufungskläger gehabt habe. Der 

Berufungskläger habe ihnen dieses auch abgegeben, sie hätten Joints gebaut und dies sei 

auch in Kombination mit Alkohol passiert. Nur in Bezug auf Alkohol und Raucherwaren habe 

der Berufungskläger ihm gesagt, er solle nichts davon erzählen. 

 
2.3.5 Aussagen A. 

2.3.5.1 Einvernahme durch die Kantonspolizei vom 5. März 2021 (act. B 2/1.2.1.2) 

Der Berufungskläger erklärte, er sei ein paar der Sachen schuldig, aber nicht alle. Bezüglich 

der Abgabe von Alkohol und Betäubungsmitteln sei er schuldig. Die Jugendliche seien zu 

ihm gekommen und hätten gefragt, ob er für sie Alkohol kaufe. Er habe das gemacht, aber 

einfach im Rahmen. Betäubungsmittel hätten sie auch hie und da von ihm bekommen, aber 

nicht jedes Mal (Fragen 5 und 6).  

 

  

 

Seite 27 

2.3.5.2 Einvernahme durch die Kantonspolizei vom 17. März 2021 (act. B 2/1.2.1.3) 

Auf die Aufforderung anzugeben, was er in welchen Mengen wann und an wen abgegeben 

habe, erklärte der Berufungskläger, es nicht genau zu wissen. Gras habe er an E. verkauft. 

Den Alkohol habe er einfach den Personen besorgt, die ihn diesbezüglich gefragt hätten 

(Frage 5). Seit wann er den Jugendlichen Betäubungsmittel, Alkohol und Tabak  

besorgt habe, sei schwierig zu sagen. Er mache dies seit etwa einem halben bis einem 

Jahr, könne es aber wirklich nicht genau sagen (Frage 6). Er habe den Jugendlichen Wodka 

besorgt (Frage 7). Er habe den Alkohol meistens besorgt, wenn sie abends feiern wollten, 

z.B. um einen Geburtstag zu feiern. Er habe ein bis drei Mal ein bis zwei Flaschen Wodka 

besorgt. Zum Teil hätten die Jugendlichen den Alkohol selbst besorgt und zum Teil habe er 

ihnen den Alkohol besorgt. Die Jugendlichen seien vom Alter her von 16 Jahren an aufwärts 

gewesen (Fragen 8 – 11). Er könne die Menge der Tabakbesorgungen für die Jugendlichen 

nicht mehr sagen. Er habe die Menge der Päckchen nicht gezählt. An wen er abgegeben 

habe, darauf gebe er keine Antwort. Es sei etwa einmal im Monat etwa seit August 2020 

gewesen (Fragen 13 und 14). Die Betäubungsmittel habe er nur E. abgegeben. Sie hätten 

ihn gefragt und er habe es weitergeleitet. Er habe es dieser Person gesagt und die habe es 

dann gegeben. Er habe auch Marihuana abgegeben, aber nicht sehr viel (Frage 16). Auf 

die Frage, welchen Einfluss die Betäubungsmittel, der Alkohol sowie der Tabak auf die 

Gesundheit der Kinder habe, antwortete der Berufungskläger, eine grosse, das sei klar 

(Frage 19). Auf Nachfrage seiner Verteidigerin erklärte der Berufungskläger, er habe jeweils 

roten oder grünen Wodka gekauft (Frage 77).  

 

2.3.5.3 Einvernahme durch die Kantonspolizei vom 18. März 2021 (act. B 2/1.2.1.5) 

Der Berufungskläger gab an, Marihuana nur an E. verkauft zu haben. Verschenkt habe er 

nie (Frage 17).  

 

2.3.5.4 Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 30. September 2021 (act. B 2/3.3) 

Der Berufungskläger erklärte, es stimme, dass er F. Wodka und Zigaretten gegeben habe. 

Er wisse nicht mehr, wie alt F. damals gewesen sei. Er glaube, er habe Wodka gekauft, als 

F. 17 geworden sei (Fragen 139 und 140). Zum Vorwurf, er habe F. hochprozentigen 

Alkohol und Zigaretten zum Konsum zur Verfügung gestellt, als jener 14 Jahre alt gewesen 

sei, erklärte er, dass der Jugendliche doch erst zu ihm habe kommen dürfen, als er 15 Jahre 

alt gewesen sei (Frage 141). Er habe ihm einmal eine Flasche Wodka und zwei Päckli 

Zigaretten abgegeben. Auf Nachfrage erklärte er, die Jugendlichen hätten sich am 

Kühlschrank im Wintergarten, wo es auch harten Alkohol drin hatte, selbst bedienen können 

(Fragen 142 und 143). Der Alkohol sei abgesprochen gewesen mit der Mutter wegen des 

17. Geburtstags (Frage 145).  

 

 

Seite 28 

2.3.5.5 Aussage des Berufungsklägers vor Kantonsgericht (act. B 2/60) 

Es kann, um Wiederholungen zu vermeiden, bezüglich der Ausführungen auf Erwägung 

2.2.5.2 verwiesen werden. 

 

2.3.5.6 Beurteilung 

Aufgrund der Aussagen ist erstellt, dass F. vom Berufungskläger Alkohol (Bier, grünen und 

roten Wodka) sowie Zigaretten zum Konsum zur Verfügung gestellt erhielt. 

 

 

3. Rechtliche Würdigung 

3.1 Allgemeine Ausführungen 

3.1.1 Sexuelle Handlungen mit Kindern 

Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer mit einem Kind unter 

16 Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt, es zu einer solchen Handlung verleitet oder 

es in eine sexuelle Handlung einbezieht (Art. 187 Ziff. 1 StGB). 

 

Der objektive Tatbestand setzt die Vornahme von sexuellen Handlungen mit einem Kind 

unter 16 Jahren voraus. Mit diesem Tatbestand sollen Kinder unter 16 Jahren vor verfrühten 

sexuellen Handlungen geschützt werden (TRECHSEL/BERTOSSA, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], 

Praxiskommentar Schweizerisches Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2021, N. 1 zu Art. 187 StGB). 

Das Verhalten muss objektiv, aus Sicht eines aussenstehenden Betrachters, und unter  

Berücksichtigung der Gesamtumstände, einen Bezug zum Geschlechtlichen aufweisen, um 

als sexuelle Handlung zu gelten (dieselben, a.a.O., N. 5 zu Art. 187 StGB). Eindeutig  

sexualbezogene Handlungen erfüllen stets den objektiven Tatbestand. Auf die Motive des 

Täters kommt es nicht an (dieselben, a.a.O., N. 5 zu Art. 187 StGB). Die Handlung muss 

von einer gewissen Erheblichkeit sein. Bedeutsam für die Beurteilung sind qualitativ die Art 

und quantitativ die Intensität und Dauer der Handlung, wobei die gesamten Begleit-

umstände zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_702/2009 vom 8. Januar 

2010 E. 5.4). Die Vornahme einer sexuellen Handlung mit einem Kind erfordert körperlichen 

Kontakt zwischen Kind und Täter. Darunter fallen Geschlechtsverkehr, oral- und anal-geni-

tale Praktiken, wechselseitige Onanie, Petting, Betasten der Geschlechtsorgane, intensives 

Streicheln erogener Zonen. Ob der Täter dabei eine aktive oder passive Rolle spielt, ist 

ohne Bedeutung (TRECHSEL/BERTOSSA, a.a.O., N. 7 zu Art. 187 StGB mit Hinweisen). Der 

subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt (PHILIPP MAIER, in: 

Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 21 zu Art. 187 StGB). 

 

  

 

Seite 29 

3.1.2 Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder 

Wer einem Kind unter 16 Jahren alkoholische Getränke oder andere Stoffe in einer Menge, 

welche die Gesundheit gefährden kann, verabreicht oder zum Konsum zur Verfügung stellt, 

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 136 StGB).  

 

Das von der Bestimmung erfasste Rechtsgut ist die Gesundheit der Kinder unter 16 Jahren. 

Es handelt sich um ein abstraktes Gefährdungsdelikt, die abstrakte Gefahr entsteht durch 

die Verabreichung oder das Zurverfügungstellen zum Konsum von Alkohol oder anderen 

Stoffen – unter anderem Tabakwaren – in gesundheitsgefährdenden Mengen. Es ist nach 

Erfahrungsregeln zu bestimmen, ob das in Frage stehende Quantum gross genug ist, um 

die Gesundheit von Kindern des entsprechenden Alters zu gefährden. Dafür kann das  

Risiko einer bloss vorübergehenden gesundheitlichen Schädigung im Ausmass einer einfa-

chen Körperverletzung wie etwa einer längeren Bewusstlosigkeit oder einer Alkohol- oder 

Nikotinvergiftung genügen. Die Gesundheitsgefährdung kann sich auch daraus ergeben, 

dass der fragliche Stoff nicht bloss einmalig, sondern fortgesetzt verabreicht oder zum Kon-

sum zur Verfügung gestellt wird (STEFAN MAEDER, Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auf. 

2019, N. 9 und N. 15 ff. zu Art. 136 StGB). Auch ein schwerer Alkoholrausch ist tatbestands-

mässig (LAURA FREI, Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder [Art. 136 

StGB], 2020, S. 70; vgl. ebenso WOHLERS/GODENZI/SCHLEGEL, Handkommentar Schwei-

zerisches Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2020, N. 1 zu Art. 136 StGB). Die Tathandlung des zum 

Konsum zur Verfügung Stellens erfasst Handlungen, mit denen dem Kind direkt oder indi-

rekt Zugriff auf die fraglichen Stoffe ermöglicht wird. Unerheblich ist, ob das Kind den ihm 

zur Verfügung gestellten Stoff tatsächlich konsumiert (STEFAN MAEDER, a.a.O., N. 20 zu Art. 

136 StGB). Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. 

Dazu gehört neben dem Wissen um das Alter des Kindes auch, dass die dem Kind verab-

reichten oder zum Konsum zur Verfügung gestellten Stoffe mindestens in der konkreten 

Menge die Gesundheit eines Kindes im entsprechenden Alter grundsätzlich gefährden kön-

nen. Ein konkreter Gefährdungs- oder Schädigungswille ist nicht nötig (derselbe, a.a.O., 

N. 22 zu Art. 136 StGB).  

 

3.2 Beurteilung 

3.2.1 Sexuelle Handlungen mit Kindern 

C. ist am XX.XX.2004 geboren. Vor seinem 16. Altersjahr, mithin unter der Altersgrenze 

von Art. 187 Ziff. 1 StGB, kam es zwei Mal zu analem Verkehr zwischen C. und dem 

Berufungskläger. Der Analverkehr stellt zweifelsfrei eine sexuelle Handlung im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB dar. Der Berufungskläger wusste um das (Schutz)-Alter von C. und 

handelte damit vorsätzlich (act. B 2/3.3, Frage 61). 

 

 

Seite 30 

Der Berufungskläger ist somit schuldig zu sprechen der mehrfachen sexuellen Handlung 

mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nachteil von C. (Analverkehr im 

Massageraum, begangen vom 16. Februar 2019 bis 28. August 2020). 

 

3.2.2 Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder  

Es ist aufgrund der Aussagen erstellt, dass im angeklagten Zeitraum G. und F. am Wohnort 

des Berufungsklägers Bier sowie Wodka und andere alkoholische Getränke tranken, 

Zigaretten rauchten und teilweise kifften. Die alkoholischen Getränke und teilweise auch 

die Zigaretten wurden vom Berufungskläger zur Verfügung gestellt und waren – zumindest 

was den Alkohol im Kühlschrank betrifft – für die Jugendlichen frei zugänglich. Der 

Berufungskläger wusste um das genaue Alter von G. (act. B 2/1.2.1.7, Fragen 10 und 11), 

in Bezug auf F. scheint er sich des Alters nicht klar gewesen zu sein (act. B 2/1.2.1.6, 

Fragen 65-68 und act. B 2/3.3, Fragen 139-141). Jedoch machte der Berufungskläger beim 

zur Verfügung stellen der Alkoholika und Tabakwaren keinen Unterschied zwischen unter 

und über 16-Jährigen und nahm damit zumindest in Kauf, dass sich auch unter 16-Jährige 

mit Suchtmitteln bedienten (vgl. z.B. act. B 2/1.2.1.3, Fragen 5-15). Aufgrund der 

unbekannten Menge, aber doch über einen gewissen Zeitraum hinweg abgegebenen Stoffe 

kann das Ausmass der Gefährdung nicht abschliessend eruiert werden, ist jedoch unter 

Berücksichtigung dessen, dass es sich bei Art. 136 StGB um ein abstraktes 

Gefährdungsdelikt handelt, nicht zu bagatellisieren. Fest steht, dass zumindest in Bezug 

auf Alkohol eine reelle Gefahr – sowohl G. als auch F. berichteten über mehrere durch 

übermässigen Alkoholkonsum hervorgerufene Rauschzustände beziehungsweise 

Zustände, wo sie danach nicht mehr wussten, was geschehen ist – bestanden hatte, da 

diese potentiell für Kinder gesundheitsgefährdenden Stoffe für G. und F. erst später legal 

erhältlich gewesen wären. Das fortgesetzte Zurverfügungstellen von Alkohol über den 

erwähnten Zeitraum – bei G. in der Zeit vom 1. Mai 2020 bis 31. August 2020 und bei F. 

vom 29. September 2017 bis zu dessen 16. Geburtstag – war geeignet, eine gewisse (auch 

künftige) Alkoholabhängigkeit zu fördern. In Bezug auf den Alkohol ist sowohl der objektive 

Tatbestand als auch der subjektive Tatbestand erfüllt, weshalb der Berufungskläger des 

Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im Sinne von Art. 136 StGB zum 

Nachteil von G. und F. schuldig zu sprechen ist. In Bezug auf die Tabakwaren ist die Menge 

der abgegebenen Zigaretten nicht quantifizierbar, weshalb der objektive Tatbestand 

diesbezüglich nicht erfüllt ist.  

 

3.3 Fazit 

Zusammenfassend ist somit die Verurteilung wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit 

Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nachteil von C. (Analverkehr im 

Massageraum) und wegen mehrfacher Verabreichung gesundheitsgefährdender Stoffe an 

 

Seite 31 

Kinder im Sinne von Art. 136 StGB zum Nachteil von F. und G. zu bestätigen. Bezüglich 

der mehrfachen Abgabe von Betäubungsmitteln an Personen unter 18 Jahren im Sinne von 

Art. 19bis BetmG zum Nachteil von G. erfolgt ein Freispruch.  

 

Die Berufung ist folglich in den vorerwähnten beiden Punkten abzuweisen beziehungsweise 

in einem Punkt gutzuheissen. 

 

 

4. Strafzumessung 

4.1 Rechtliche Vorgaben 

Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB bemisst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 

Täters. Dabei berücksichtigt es das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse und die Wir-

kung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden wird nach der Schwere der 

Verletzung oder der Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des 

Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der 

Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Verletzung zu ver-

meiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von ihm übertretene 

Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie und damit seine 

Schuld (TRECHSEL/SEELMANN, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar Schweizeri-

sches Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2021, N. 23 zu Art. 47 StGB; WIPRÄCHTIGER/KELLER, Basler 

Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N. 117 zu Art. 47 StGB).  

 

Für die Bemessung der Höhe der Strafe hat das Gericht das Vorliegen von Strafmilderungs-

und Strafschärfungs- sowie Strafminderungs- und Straferhöhungsgründen zu prüfen. Straf-

milderungsgründe im Sinne von Art. 48 StGB und der Strafschärfungsgrund der Konkurrenz 

gemäss Art. 49 StGB können zu einer Erweiterung des Strafrahmens nach unten oder oben 

führen. Strafminderungs- und Straferhöhungsgründe sind hingegen Kriterien, die innerhalb 

des ordentlichen Strafrahmens im Rahmen der Strafzumessung nach Art. 47 StGB zu  

berücksichtigen sind (vgl. JOSITSCH/EGE/SCHWARZENEGGER, Strafrecht II, 9. Aufl. 2018, 

S. 62 f.).  

 

Ist ein Urteil zu begründen, so hält das Gericht in der Begründung auch die für die Zumes-

sung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung fest (Art. 50 StGB). Es muss 

die Überlegungen, die es bei der Bemessung der Strafe vorgenommen hat, in den Grund-

zügen wiedergeben, so dass die Strafzumessung nachvollziehbar ist (BGE 142 IV 265 E. 

2.4.3; 141 IV 244 E. 1.2.2). 

 

 

Seite 32 

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere 

gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat 

und erhöht sie angemessen (Asperationsprinzip). Es darf jedoch das Höchstmass der  

angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche 

Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung ist die Bildung einer Gesamtstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips 

nach Art. 49 Abs. 1 StGB nur möglich, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden einzel-

nen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällt (sog. "konkrete Methode"). Dass die anzu-

wendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht. Geld-

strafe und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB 

(BGE 144 IV 217 E. 2.2; vgl. auch TRECHSEL/SEELMANN, a.a.O., N. 7 zu Art. 49 StGB sowie 

HANS MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, Rz. 480 f.).  

 

Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist vorab der Strafrahmen der 

schwersten Tat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb 

dieses Strafrahmens festzusetzen (JÜRG-BEAT ACKERMANN, Basler Kommentar, Strafrecht 

I, 4. Aufl. 2019, N. 113 zu Art. 49 StGB). Als schwerste Tat gilt diejenige, die gemäss der 

abstrakten Strafandrohung des Gesetzes mit der höchsten Strafe bedroht ist (BGE 144 IV 

217 E. 3.5.1). Bei gleicher abstrakter Strafdrohung kann es die konkret schwerste Tat, bei 

gleicher konkreter Schwere die zeitlich erste Straftat sein (HANS MATHYS, a.a.O., Rz. 485). 

Die Einsatzstrafe ist unter Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des Asperati-

onsprinzips angemessen zu erhöhen. Das Gericht hat mithin in einem ersten Schritt ge-

danklich die hypothetische Einsatzstrafe für das schwerste Delikt festzulegen, indem es alle 

verschuldensrelevanten (straferhöhenden und strafmindernden) Umstände berücksichtigt. 

In einem zweiten Schritt hat es die Strafe zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu sanktio-

nieren. Auch insoweit muss es den jeweiligen Umständen Rechnung tragen (JÜRG-BEAT 

ACKERMANN, a.a.O., N. 113 zu Art. 49 StGB). Grundsätzlich sind erst nach der Festlegung 

der Gesamtstrafe für sämtliche Delikte die allgemeinen Täterkomponenten zu berücksich-

tigen (derselbe, a.a.O., N. 116a zu Art. 49 StGB; zu den Einschränkungen vgl. HANS 

MATHYS, a.a.O., Rz. 487 f.) 

 

Die ratio legis des Asperationsprinzips besteht in der Vermeidung der Kumulation verwirkter 

Einzelstrafen, weshalb die Gesamtstrafe die Summe der verwirkten Einzelstrafen nicht  

erreichen darf. Die Deliktsmehrheit wirkt sich somit nicht proportional straferhöhend aus. 

Die Gesamtstrafe darf die Summe der verwirkten Einzelstrafen nicht erreichen. Bei der 

Bemessung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB sind namentlich das Verhältnis der 

einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere Selbstän-

 

Seite 33 

digkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Bege-

hungsweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts wird  

dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und situativ in 

einem engen Zusammenhang stehen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1176/2021 vom 

26. April 2023 E. 4.5.2 mit zahlreichen Hinweisen).  

 

4.2 Ausführungen der Parteien 

Der Berufungskläger lässt hierzu vorbringen, dass die von der Vorinstanz ausgefällte Frei-

heitsstrafe zu hoch und daher zu reduzieren sei. Er sei zu einer bedingten Freiheitsstrafe 

von maximal 24 Monaten zu verurteilen, unter Anrechnung der Untersuchungshaft und des 

vorzeitigen Strafvollzugs (act. B 1). An Schranken ergänzte er, die Vorinstanz habe ihr  

Ermessen bezüglich der Höhe der Freiheitsstrafe überschritten. Das objektive und 

subjektive Tatverschulden bei der Einsatzstrafe (Analverkehr mit D.) wiege unter Berück-

sichtigung der diversen Kriterien noch knapp leicht, weshalb eine Einsatzstrafe von maxi-

mal 10 Monate angemessen sei. Im Fall eines Schuldspruchs bezüglich des Analverkehrs 

mit C. sei unter Berücksichtigung der Umstände eine Erhöhung um maximal 2 Monate 

angemessen. Die Vorinstanz habe sodann mangels Begründung für die Erhöhung der 

Einsatzstrafe um 12 Monate aufgrund des mehrfachen Oralverkehrs zum Nachteil von C., 

D. und G. das rechtliche Gehör verletzt. Diesbezüglich sei das Verschulden des 

Berufungsklägers noch als leicht einzustufen, womit die Einsatzstrafe maximal um 

10 Monate zu erhöhen sei. Auch bezüglich der Berührungen am Penis, der versuchten 

sexuellen Handlungen mit Kindern und versuchten Handlungen gegen Entgelt habe die 

Vorinstanz die Begründungspflicht verletzt. Angebracht sei hierfür maximal eine Erhöhung 

um 8 Monate. Gesamthaft sei somit eine Strafe von maximal 28 Monaten angezeigt, wobei 

aufgrund der Verschuldensminderungsgründen sowie aufgrund der Täterkomponenten 

eine Reduktion von je mindestens 2 Monaten zu erfolgen habe, womit sich eine Strafhöhe 

von maximal 24 Monaten ergebe (act. B 17/13ff.).   

 

Die Staatsanwaltschaft weist an Schranken darauf hin, dass die Erwägungen der Vor-

instanz zur Strafzumessung überzeugend seien. Ergänzend führte sie aus, dass die  

Jugendlichen nicht freiwillig oder initiativ bei den sexuellen Handlungen mitgemacht hätten. 

Der Berufungskläger sei insofern manipulativ vorgegangen, als er den verständnisvollen 

Freund gegeben und den Jugendlichen viele Freiheiten erlaubt habe. Die Jugendlichen 

hätten daher die Handlungen mit sich geschehen lassen, um diesen "Kosmos" nicht verlas-

sen zu müssen. Die Jugendlichen, welche heterosexuell seien, hätten dort erste sexuelle 

– aber homosexuelle – Erfahrungen gemacht, was zu Schamgefühlen und allenfalls Störun-

gen in deren Entwicklung geführt habe (act. B 18).   

 

Seite 34 

4.3 Einsatzstrafe 

4.3.1 Strafrahmen 

Für sexuelle Handlungen mit Kindern (Art. 187 Abs. 1 Ziff. 1 StGB) beträgt die Strafdrohung 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Für sexuelle Handlungen mit Minderjäh-

rigen gegen Entgelt (Art. 196 StGB), Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kin-

der (Art. 136 StGB), Pornografe (Art. 197 Abs. 1 StGB) sowie Fahren ohne Berechtigung 

(Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG) beträgt die Strafdrohung Freiheitsstrafe bis zu drei Jahre oder 

Geldstrafe. Für Besitz von Pornografie (Art. 197 Abs. 5 StGB) beträgt die Strafdrohung 

Freiheitstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, für die Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz (Art. 19a Ziff. 1 BetmG) und die Widerhandlungen gegen das Waffen-

gesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 33 Abs. 2 WG und Art. 34 lit. d WG) beträgt die 

Strafdrohung Busse. 

 

Anzumerken gilt, dass der Berufungskläger nur die Höhe der von der Vorinstanz ausgefäll-

ten Freiheitsstrafe – drei Jahre und acht Monate – für die sexuellen Handlungen mit Kindern 

sowie die sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt anficht. Die Verurteilung 

zu einer Geldstrafe wegen Pornografie, fahren lassen ohne Berechtigung, Verabreichung 

gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder und Abgabe von Betäubungsmitteln sowie die 

Verurteilung zu einer Busse wegen Eigenkonsum von Cannabis sowie die Widerhandlun-

gen gegen das Waffengesetz wurden nicht mit Berufung angefochten (vgl. act. B 1 und act. 

B 3/Erwägung 13.2).  

 

Von den angeklagten Delikten bilden die mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern 

die schwerste Straftat. Weil mehrere sexuelle Handlungen mit Kindern zur Diskussion ste-

hen, wird auf die konkret schwerste Tat abgestellt (vgl. Erwägung 4.1). Dies ist vorliegend 

– in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – der Analverkehr mit D. ohne Schutz-

massnahmen.  

 

4.3.2 Tatkomponenten 

Betreffend der allgemeinen rechtlichen Grundlagen für die Bestimmung der objektiven Tat-

schwere kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO; act. B 3/Erwägung 13.3). 

 

In Bezug auf die Schwere der Gefährdung beziehungsweise die Verletzung des geschütz-

ten Rechtsguts ist festzuhalten, dass der Berufungskläger im Tatzeitpunkt ca. 31 Jahre älter 

war als der damals 15-jährige D., welcher in der Nähe der Schutzaltersgrenze war, und mit 

diesem unter anderem Analverkehr praktizierte. Diese Form von Geschlechtsverkehr 

entspricht keinesfalls den altersspezifischen Formen sexueller Betätigung und die 

 

Seite 35 

Beeinträchtigung des geschützten Rechtsguts darf nicht bagatellisiert werden, indem gel-

tend gemacht wird, der Jugendliche habe sich nicht widersetzt und der Analverkehr habe 

nicht lange gedauert. Ob und inwiefern sich die Gefährdung der sexuellen oder seelischen 

Entwicklung von D. nachhaltig verwirklicht hat, kann zum heutigen Zeitpunkt nicht 

abschliessend beurteilt werden und ist auch nicht entscheidend. Mögliche drohende Lang-

zeitfolgen werden bei Opfern von Sexualdelikten oft erst nach Jahren manifest, können 

dann aber gravierende und langanhaltende Wirkungen zeitigen (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1076/2021 vom 28. Oktober 2021 E. 2.6.4 und E. 2.6.5). Bezüglich der Art und Weise 

der Tatbegehung beziehungsweise der Verwerflichkeit des Handelns ist festzuhalten, dass 

der Berufungskläger mit D. Analverkehr praktizierte, ohne ein Kondom oder Gleitmittel zu 

verwenden. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, sind kaum schwerwiegendere sexuelle 

Handlungen denkbar als der anale Verkehr ohne Schutzmassnahmen. Daher ist ihren 

Ausführungen, wonach die sexuelle Integrität von D. dadurch schwerwiegend gefährdet 

worden sei, beizupflichten. Dass keinerlei Gewalt oder Nötigungsmittel angewendet 

wurden, ist insofern nicht massgebend, als der Tatbestand von Art. 187 Abs. 1 StGB zu 

dessen Verwirklichung keine solchen Merkmale voraussetzt. Zu beachten ist aber auch die 

von der Verteidigung geltend gemachte Tatsache, dass sich D. nach dieser Handlung 

weiterhin beim Berufungskläger aufhielt und es noch zu weiteren sexuellen Handlungen 

zwischen ihnen kam. Insgesamt wiegen die objektiven Tatkomponenten in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz mittelschwer. In subjektiver Hinsicht ist hervorzuhe-

ben, dass der Berufungskläger über ein sehr hohes Mass an Entscheidungsfreiheit ver-

fügte, was sich verschuldenserhöhend auswirkt (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1). Es war ihm 

jederzeit möglich, die sexuellen Handlungen zu unterlassen. Zuzustimmen ist der Vor-

instanz hinsichtlich des Vorwurfs an den Berufungskläger, dass er die geschaffene Vertrau-

ensbasis, mithin den von ihm geschaffenen "Kosmos" mit vielen Freiheiten für die Jugend-

lichen, missbraucht habe, um seine sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Dass der Beru-

fungskläger daher für seine Handlungen praktisch keine kriminelle Energie aufwenden 

musste, vermag ihn nicht zu entlasten. Zutreffend erscheint ferner, dass der Berufungsklä-

ger nicht über einen bewusst gefassten Gesamtplan verfügte, sondern sein Vorgehen sich 

nach den sich bietenden Gelegenheiten richtete. Dem Berufungskläger ging es bei den 

sexuellen Handlungen um die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse, weshalb die Motive 

egoistischer Natur waren. Die subjektiven Tatkomponenten sind daher ebenfalls mittel-

schwer zu gewichten. 

 

Insgesamt ist somit in Relation zum Strafrahmen von bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe (Art. 

187 Ziff. 1 StGB) von einem mittelschweren Verschulden und einer dafür angemessenen 

Einsatzstrafe von 14 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen.  

 

 

Seite 36 

4.4 Strafschärfung für weitere Sexualdelikte 

Die Vorinstanz erwog, für den zweimaligen Analverkehr mit C. rechtfertige sich eine 

Strafschärfung um 4 Monate, für den mehrfachen Vollzug von Oralverkehr an C. (vierfache 

Begehung), an D. (dreifache Begehung) und G. (einfache Begehung) eine Strafschärfung 

um 12 Monate. Sodann sei für die Befriedigung mit der Hand und die Einführung von 

Sexspielzeugen bei C. eine Strafschärfung um 6 Monate angemessen. Sodann erachtete 

die Vorinstanz für die zwei Berührungen am Penis zum Nachteil von F. und die teilweise 

mehrfachen versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern sowie die teilweise mehrfachen 

versuchten sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt zum Nachteil von E. 

und G. eine Strafschärfung um 12 Monate als angemessen (act. B 3/Erwägung 13.4).  

 

Der Berufungskläger hat nebst der konkret schwersten Tat (Analverkehr zum Nachteil von 

D.) weitere sexuelle Handlungen an C., F., D. und G. vorgenommen. Diese Schuldsprüche 

sind – mit Ausnahme des dem Berufungskläger vorgeworfenen zweimaligen Analverkehrs 

mit C. vor dessen 16. Altersjahr – rechtskräftig und der diesen Tatvorwürfen 

zugrundeliegende Sachverhalt kann als erstellt gelten. Bezüglich letzterem Sachverhalt 

bestätigt das Gericht den Schuldspruch der Vorinstanz. An Schranken akzeptierte die 

Verteidigung die von der Vorinstanz hinsichtlich der Art. 187 StGB und Art. 196 StGB 

angenommene echte Konkurrenz, womit auch der diesen Tatvorwürfen zugrundeliegende 

Sachverhalt als erstellt gilt. Zusammengefasst kam es im Zeitraum vom Frühjahr 2019 bis 

Frühjahr 2021 zu zahlreichen sexuellen Handlungen mit Jugendlichen. Dabei kam es unter 

der Altersgrenze von Art. 187 Ziff. 1 StGB zu 3 Vorfällen mit analen Penetrations-

handlungen sowie zu rund 10 Vorfällen mit Oralverkehr. Daneben kam es zu mehrfachen 

Befriedigungen mit der Hand und zur mehrfachen Einführung von Sextoys bei C. (fünffache 

Begehung). Sodann kam es in zwei Fällen zu Berührungen am Penis und zu weiteren 

versuchten sexuellen Handlungen. Das Tatvorgehen und die Tatumstände haben sich bei 

diesen weiteren Vorfällen nicht wesentlich vom Vorfall der konkret schwersten Tat 

unterschieden, weshalb das Obergericht in Übereinstimmung mit der Vorinstanz das 

objektive und subjektive Tatverschulden gleich wie dasjenige der Einsatzstrafe gewichtet 

und insofern jeweils von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschulden 

ausgeht. Im Übrigen hat nach Ansicht des Gerichts die Vorinstanz die Begründungspflicht 

im Zusammenhang mit der Straferhöhung nicht verletzt. Zu berücksichtigen ist zudem, dass 

bei sämtlichen Taten das gleiche Rechtsgut, nämlich die sexuelle Integrität, betroffen ist. 

Ferner ist zu beachten, dass ein enger räumlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht, 

indem die Taten in jenem Zeitraum, als die Jugendlichen sich zum Verbringen ihrer Freizeit 

beim Berufungskläger trafen, in dessen Haus stattgefunden haben.  

 

 

Seite 37 

Das Obergericht geht für die mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil 

von C. (zweimaliger Analverkehr, mehrfacher Oralverkehr, Berührungen am Penis, 

mehrfache Befriedigung mit der Hand und Einführung von Sexspielzeugen)  

hypothetisch von einer Einzelstrafe von 30 Monaten aus, für F. (mehrfache Berührungen 

am Penis) hypothetisch von einer Einzelstrafe von 4 Monaten, für D. (mehrfacher 

Oralverkehr) hypothetisch von einer Einzelstrafe von 6 Monaten und für G. (einfacher 

Oralverkehr) hypothetisch von einer Einzelstrafe von 2 Monaten, was hypothetisch eine 

Sanktion von 42 Monaten Freiheitsstrafe ergäbe. Unter Berücksichtigung des engen 

zeitlichen, sachlichen und situativen Zusammenhangs und der Verletzung des gleichen 

Rechtsguts ergibt sich asperiert um 2/3 eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 28 Monate auf 

42 Monate. Würde das Obergericht die Tatbestände von Art. 187 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 

StGB und Art. 196 StGB i.V.m. Art. 22 StGB isoliert betrachten, würde es dafür aufgrund 

der Anzahl der Vorfälle (ein versuchter Vorfall zum Nachteil von E. und mindestens 10 

versuchte Vorfälle zum Nachteil von G.) eine Strafe von 4 Monaten als 

verschuldensangemessen erachten. Mit einem Asperationsprozentsatz von 50%, da die 

von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und Art. 196 StGB geschützten Rechtsgüter ineinander 

übergehen, ergibt sich damit die Erhöhung der Freiheitstrafe um weitere 2 Monate auf 44 

Monate.  

 

4.5 Täterkomponenten 

Betreffend der Täterkomponenten kann auf die grundsätzlich zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; act. B 3/Erwägung 13.5). Das Ober-

gericht berücksichtigt das belastete Vorleben des Berufungsklägers, welcher aufgrund des 

Alkoholkonsums des Vaters eine schlimme Kindheit und eine schwierige Schul- und  

Jugendzeit erlebt habe, geringfügig strafmindernd (act. B 2/5.1.11/6). Der Sachverständige 

stellte sodann im Gutachten vom 7. Juni 2021 fest, dass aus psychiatrischer Sicht von einer 

maximal leichtgradigen Verminderung der Schuldfähigkeit des Berufungsklägers auszuge-

hen sei (act. B 2/5.1.11/35), was ebenfalls strafmindernd zu berücksichtigen ist. Die Vor-

strafenlosigkeit des Berufungsklägers ist neutral zu behandeln. Der Berufungskläger hat 

seine Taten nur zum Teil eingestanden oder aber eingeschränkt eingestanden. Insbeson-

dere die ihm vorgeworfenen Sexualstraftaten stritt er zunächst vollumfänglich ab und gab 

diese nur auf Vorhalt der Aussagen der geschädigten Personen sowie zum Teil aufgrund 

der WhatsApp-Chatverläufe zu. Insofern kann entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht 

von einer nachhaltigen Einsicht und Reue, die über eine blosse Tatfolgenreue hinausgeht, 

ausgegangen werden. Unter diesen Umständen kommt nur eine leichte Strafminderung in 

Frage. Straferhöhend fällt ins Gewicht, dass sich der Berufungskläger nach der Entlassung 

aus der Untersuchungshaft nicht an alle ihm auferlegten Ersatzmassnahmen – Kontaktver-

bot zu minderjährigen Knaben – hielt (vgl. B 2/4.3.20). Weitere Umstände, die im Rahmen 

 

Seite 38 

der Täterkomponenten zu berücksichtigen wären, sind nicht ersichtlich. Insbesondere lie-

gen hinsichtlich der Strafempfindlichkeit des Beschuldigten keine aussergewöhnlichen  

Umstände vor (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 

2.6.1).  

 

Damit stehen sich ein neutraler Faktor, ein straferhöhender Faktor und drei leicht strafmin-

dernde Faktoren gegenüber. Insgesamt wirken sich die Täterkomponenten somit etwas 

strafmindernd aus, weshalb die vorläufige Einsatzfreiheitsstrafe von 44 Monaten um 

4 Monate reduziert wird. 

 

4.6 Konkretes Strafmass 

Nach Berücksichtigung sämtlicher wesentlicher Strafzumessungskriterien erachtet das 

Obergericht eine Freiheitsstrafe von 40 Monaten als dem Gesamtverschulden angemes-

sen. Die Dauer der Untersuchungshaft von 152 Tagen ist dem Berufungskläger auf die 

Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB), ebenso der vorzeitige Strafvollzug seit 26. November 

2021 (Urteil des Bundesgerichts 6B_571/2015 vom 14. Dezember 2015 E. 2.3). 

 

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Verurteilungen zu einer Geldstrafe und 

zu einer Busse in Rechtskraft erwachsen sind (vgl. oben Erwägung 4.3). 

 

4.7. Vollzug der Freiheitstrafe 

Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB kommt der bedingte Vollzug nur für Freiheitsstrafen von bis 

zu 24 Monaten in Betracht, der teilbedingte Vollzug ist nach Art. 43 Abs. 1 StGB für Frei-

heitstrafen bis zu drei Jahren möglich.  

 

Da der Berufungskläger vorliegend zu einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten verurteilt wird, 

kommen der bedingte und teilbedingte Vollzug nicht mehr in Betracht; die Strafe ist daher 

unbedingt auszusprechen. 

 

 

5. Aufschub Vollzug der Freiheitsstrafe zu Gunsten der ambulanten Massnahme 

5.1 Rechtliche Ausführungen 

Sind die Voraussetzungen sowohl für eine Strafe wie für eine Massnahme erfüllt, so ordnet 

das Gericht beide Sanktionen an (Art. 57 Abs. 1 StGB). Der Vollzug einer Massnahme nach 

den Artikeln 59 – 61 StGB geht einer vollziehbaren Freiheitsstrafe voraus (Art. 57 Abs. 2 

StGB). Bei ambulanten Massnahmen kann das Gericht den Vollzug einer zugleich ausge-

sprochenen unbedingten Freiheitsstrafe aufschieben, um der Art der Behandlung Rech-

nung zu tragen (Art. 63 A