# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e61e72f-1e49-534f-9ec2-92faf9b48614
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.05.2015 UV 2014/10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-10_2015-05-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/10

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2015

Entscheiddatum: 06.05.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2015
Eine Kausalkette (1. früherer anerkannter Unfall; 2. Medikamenteneinnahme 
wegen Unfallfolgen; 3. durch Nebenwirkungen ausgelöste weitere 
Ereignisse; 4. Schäden durch diese Ereignisse), die zur Leistungspflicht des 
Versicherers des ursprünglichen Unfalls für die Folgen der späteren 
Ereignisse führen würde, ist nicht hinlänglich erstellt (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2015,UV 
2014/10).Durch Urteil des Bundesgerichts 8C_435/2015 
bestätigt.Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane 
Gallati Schneider,Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiberin 
Andrea WepferEntscheid vom 6. Mai 2015in 
SachenA.___,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel 
Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,gegenSchweizerische 
Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 
6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,betreffendVersicherungsleistungenSachverhalt:

A.    

A.a  A.___ war bei Aufzüge B.___ angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch 

gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 10. April 1993 traf er 

Vorbereitungsarbeiten, um einen Stall in eine Garage umzubauen, als ihm ein 

Holzbalken auf die Stirn fiel (Suva-act. 1, 2). Er erlitt eine Nasenbeinfraktur und 

posttraumatisch trat ein Diabetes insipidus auf. Dem Versicherten wurde das 

Medikament Minirin intranasal verschrieben (Suva-act. 2). Am 25. Juni 1993 wurde ein 

MRI des Schädels, insbesondere der Hypophysenregion, angefertigt. Der Befund war 

vereinbar mit einer Atrophie bzw. Hypoplasie der Hypophyse (Suva-act. 9). Die Suva 

lehnte mit Schreiben vom 6. Mai 1994 eine Leistungspflicht für von ihrem Kreisarzt am 

9. August 1993 (Suva-act. 14) und 3. Mai 1994 (Suva-act. 30) abgeklärte 

Rückenbeschwerden mangels Vorliegens einer natürlichen Kausalität ab (Suva-act. 31). 

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An dieser Ablehnung hielt die Suva mit Schreiben vom 6. Oktober 1994 fest (Suva-act. 

37). Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen hielt ab dem 1. Mai 1995 einen Invaliditätsgrad 

von 57 % fest und richtete dementsprechend eine Rente aus (Mitteilung vom 2. April 

1996; Suva-act. 41).

A.b  Nachdem der Versicherte anlässlich eines Treffens mit einem 

Aussendienstmitarbeiter der Suva am 21. Oktober 2008 nochmals vorgebracht hatte, 

er sei der Meinung, betreffend seines Rückens würden Unfallfolgen vorliegen (Suva-

act. 55), wiederholte die Suva ihre Ablehnung mit Schreiben vom 4. November 2008 

(Suva-act. 56).

B.    

B.a  Gemäss Austrittsbericht der Medizinischen Klinik des Kantonsspitales 

Münsterlingen vom 20. Dezember 2010 hatte sich am 10. November 2010 ein 

Autounfall in C.___ ereignet. Der Versicherte war im Kantonsspital vom 26. November 

bis 16. Dezember 2010 hospitalisiert und wurde u. a. wegen Frakturen im Bereich BWK 

12 und LWK 1 behandelt (Suva-act. 103-15ff.).

B.b  Am 24. Mai 2011 kam es zu einem weiteren Vorfall, bei welchem der Versicherte 

im Badezimmer ausrutschte und an einen Stock anprallte. Er erlitt eine mässiggradige 

Deckplattenimpression von BWK 6 (Suva-act. 103-23).

B.c  Mit Verfügung vom 16. Januar 2013 lehnte die Suva eine Leistungspflicht sowohl 

für das Ereignis vom 7. November 2010 (gemäss Austrittsbericht des Kantonsspitals 

Münsterlingen vom 10. November 2010) wie auch für jenes vom 24. Mai 2011 ab. Sie 

begründete ihre Ablehnung damit, dass eine erhöhte Gefahr für neue Unfälle aufgrund 

der durch den Hausarzt überwachten Medikamenteneinnahme nicht bestanden habe 

(Suva-act. 115).

C.    

C.a  Gegen die Verfügung der Suva erhob der Versicherte am 18. Februar 2013 

Einsprache und beantragte, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen aus UVG für die 

Folgen der Unfälle vom 7. November 2010 und 24. Mai 2011 zu erbringen (Suva-

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act. 118). Auch die Krankenversicherung des Versicherten, die avanex Versicherungen 

AG, erhob Einsprache (Schreiben vom 22. April 2013, Suva-act. 126).

C.b  Zur besseren Einstellung der Minirin-Dosierung hielt sich der Versicherte vom 7. 

bis 11. März 2013 in der Medizinischen Klinik des Kantonsspitals Münsterlingen auf 

(Suva-act. 122-8 ff.).

C.c  Im Rahmen des Einspracheverfahrens wurde der Versicherte im Auftrag der Suva 

durch Prof. Dr. med. D.___, Kantonsspital St. Gallen, begutachtet. Im Gutachten vom 

6. November 2013 wurde festgehalten, dass es bei Überdosierung von Minirin zu 

Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme und auch Bewusstseinsstörungen 

kommen könne und dass dieser Effekt bei der gleichzeitigen Einnahme anderer 

Medikamente, die zu einer Flüssigkeitsretention führen könnten, verstärkt werden 

könne. Die vorliegenden Angaben zu den genannten Ereignissen seien sehr dürftig. Ein 

konkreter Zusammenhang mit der Minirin-Überdosierung sei deshalb nicht zu 

beweisen, könne aber auch nicht ausgeschlossen werden (Suva-act. 137).

C.d  Die Suva erliess am 21. Januar 2014 unter Hinweis auf das Gutachten vom 

6. November 2013 einen abweisenden Einspracheentscheid. Ein natürlicher 

Kausalzusammenhang zwischen dem Minirinkonsum und den Ereignissen vom 

7. November 2010 und 24. Mai 2011 habe sich nicht nachweisen lassen (act. G 1.1).

D.    

D.a  Am 21. Februar 2014 erhob der Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer), 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. D. Ehrenzeller, Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid. Es seien ihm die gesetzlichen Leistungen für die Unfälle vom 

10. April 1993, 7. November 2010 sowie 24. Mai 2011 zu gewähren. Er sei in seiner 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt aufgrund der Folgen des Unfalles vom 10. April 1993 

und leide unter den Folgen der zu hohen Minirin-Dosierung. Der durch die Suva 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) bemühte Gutachter sei nicht unabhängig gewesen. 

Die beiden Unfälle 2010 / 2011 wären ohne die Folgen des Unfalles von 1993 

undenkbar gewesen (act. G 1).

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D.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 26. März 

2014, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Der Prozess sei 

auf die Frage ihrer Leistungspflicht in Bezug auf die Ereignisse vom 7. November 2010 

und 24. Mai 2011 zu beschränken. Soweit die Ausrichtung von Leistungen in Bezug auf 

den Unfall vom 10. April 1993 beantragt werde, sei darauf nicht einzutreten. Es seien 

weder eine Bewusstseinsstörung am 7. November 2010 noch der Verkehrsunfall am 

selben Tag erstellt. Die Kausalkette Minirinkonsum – Hyponatriämie – Bewusstlosigkeit 

– Unfall vom 7. November 2010 – Rückenschäden LWK1 / BWK 12 sei nicht 

überwiegend wahrscheinlich. Auch für den anderen behaupteten Unfall lägen keine 

Beweise vor. Im Übrigen fehle es an konkreten Hinweisen für eine Voreingenommenheit 

des beigezogenen Experten. Auch dieser bestätige, dass die genannte Kausalkette aus 

medizinischer Sicht nicht zwingend und nicht rechtsgenüglich beweisbar sei (act. G 6).

D.c  Mit Replik vom 22. Juli 2014 (act. G 14) und Duplik vom 15. September 2014 

(act. G 18) liessen die Parteien unverändert an ihren Rechtsbegehren festhalten. Auf 

ihre weiteren Vorbringen wird, sofern entscheidwesentlich, im Rahmen der Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.     

1.1   Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin für die Folgen der Ereignisse vom 7. November 2010 und 24. Mai 

2011. Nicht zu befinden ist über allfällige unmittelbare Folgen des Unfalles von 1993. In 

der Verfügung vom 16. Januar 2013, die dem angefochtenen Einspracheentscheid 

zugrunde liegt, hat die Beschwerdegegnerin ihre allfällige direkt aus dem Unfall von 

1993 resultierende Leistungspflicht nicht zum Streitgegenstand erhoben. Der in der 

Beschwerde gestellte Antrag des Beschwerdeführers, ihm seien auch für den Unfall 

vom 10. April 1993 Leistungen zu gewähren, ist vor diesem Hintergrund und im Lichte 

seiner Beschwerdebegründung so zu verstehen, dass die Folgen der Ereignisse von 

2010 und 2011 als mittelbare Folgen des Unfalls von 1993 anzuerkennen seien.

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1.2   Die Beschwerdegegnerin hat die massgebenden rechtlichen Grundlagen, 

insbesondere jene zum natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang, in 

Erwägung 2 des Einspracheentscheides vom 18. Dezember 2013 zutreffend 

wiedergegeben. Zu ergänzen ist, dass im Unfallversicherungsrecht, wie allgemein im 

Sozialversicherungsrecht, der Untersuchungsgrundsatz herrscht. Der Unfallversicherer 

und im Streitfall das Gericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln 

bzw. die notwendigen Beweise zu erheben. Indessen ist die leistungsansprechende 

Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss etwa die Umstände des 

Unfalls glaubhaft machen. Kommt sie dieser Aufforderung nicht nach, indem sie 

unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen 

eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers (vgl. m.w.H. den Entscheid UV 2012/33 des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Februar 2013, E. 1.3). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall 

der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 

unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Dieses Ergebnis kommt zur 

Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher 

Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 114 V 305 E. 5b). Wird also auf dem Weg der 

Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit 

Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht (Thomas Locher, 

Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.) –, so hat dieses 

als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person 

auswirkt (BGE 116 V 140 E. 4b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).

2.     

2.1   Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin wäre zu bejahen, wenn die 

folgende Kausalkette gegeben wäre: 1. Unfall vom 10. April 1993 – 2. Minirineinnahme 

aufgrund einer unfallbedingten Schädigung – 3. Ereignisse vom 7. November 2010 und 

24. Mai 2011 aufgrund der Minirineinnahme – 4. Verletzungsfolgen aufgrund dieser 

Ereignisse.

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2.2   Die Beschwerdegegnerin erachtet den Beweis, dass sich am 7. November 2010 

ein Unfall i.S.v. Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ereignet hat, als missglückt. In der 

Beschwerde schilderte der Beschwerdeführer den Hergang des Ereignisses von ca. 

7. November 2010 (Datum nicht belegt) so, dass es zu einem nicht restlos geklärten 

Autounfall gekommen sei. Der Beschwerdeführer sei als vermisst gemeldet worden 

und im Rahmen einer durch seine Angehörigen gestarteten Suchaktion einige Tage 

später in E.___ aufgefunden worden, im Wagen sitzend/liegend, apathisch und ohne 

Erinnerung (act. G 1). In der Replik ergänzte er, beim Verlassen des Spitals in C.___ 

habe er festgestellt, dass der rechte vordere Pneu seines Autos beschädigt gewesen 

sei und der rechte Seitenspiegel gefehlt habe. Ausserdem mutmasste er, der Vorfall 

könnte sich so abgespielt haben, dass er dort, wo er hernach gefunden wurde, den 

Wagen habe verlassen wollen, wegen der verlorenen Kontrolle über den eigenen Willen 

gestürzt sei und den Rücken dumpf angeschlagen habe, so dass die Absplitterung der 

Wirbelkörper erfolgt sei; im Weiteren habe er sich dann, wohl zum Selbstschutz auch 

gegen die Kälte, wieder ins Auto gesetzt, ohne zu irgend einer Reaktion fähig gewesen 

zu sein (act. G 14). Im Kurzaustrittsbericht der Klinik für Orthopädie und Traumatologie 

des Kantonsspitales Münsterlingen vom 8. Dezember 2010 ist die Rede von einem 

unklaren Autounfall zwei Wochen zuvor in C.___ (Suva-act. 103) und die Ärzte der Klinik 

F.___ hielten in einem Bericht an Dr. med. G.___ vom 7. März 2011 fest, das Auto sei 

unbeschädigt gewesen, so dass der Patient einen Unfall ausschliesse, allerdings bleibe 

das Zustandekommen der Frakturen unklar (Suva-act. 72). Demnach herrscht 

Unklarheit bezüglich aller Eckpunkte eines möglichen Unfalles. Es steht nicht fest, wie, 

wo und wann sich ein solcher abgespielt hat und wie der Beschwerdeführer sich 

insbesondere die BWK 12-/LWK 1-Frakturen zugezogen hat. Das Auto des 

Beschwerdeführers liefert abgesehen vom nach dessen Aussage fehlenden rechten 

Seitenspiegel und dem beschädigten rechten vorderen Pneu keine Hinweise; diese 

Schäden lassen jedoch keinerlei Rückschlüsse auf einen allfälligen Unfallhergang und 

schliesslich das Entstehen der Frakturen zu. Der Beschwerdeführer selbst erinnert sich 

nicht an den Vorfall und Zeugen sind keine bekannt. Betreffend die Vorkommnisse am 

ca. 7. November 2010 kann nicht überwiegend wahrscheinlich vom Vorliegen eines 

Unfalles gemäss Art. 4 ATSG ausgegangen werden.

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2.3   Betreffend den Vorfall am 24. Mai 2011 kam es gemäss der Schilderung des 

Beschwerdeführers zu einem Sturz in der Badewanne. Auch hier sind Auslöser und 

Ablauf unklar. Wiederum fehlen Zeugen. Folglich ist auch das Vorliegen eines Unfalls 

bezüglich dieses Ereignisses fraglich.

3.     

3.1   Die Beschwerdegegnerin hat bei Prof. D.___, Kantonsspital St. Gallen, ein 

Gutachten in Auftrag gegeben um abzuklären, ob die Ereignisse vom 7. November 

2010 und 24. Mai 2011 auf die Einnahme des Minirin zurückzuführen sind (vgl. Punkt 3 

der in E. 2.1 erwähnten Kausalkette).

3.2   Die Beschwerdeführerin bringt vor, Prof. D.___ sei befangen, da dieser den 

Beschwerdeführer bereits im Jahr 2009 behandelt habe und im Gutachten vom 6. No­

vember 2013 seinen damals gemachten Angaben nicht habe widersprechen wollen. 

Gemäss BGE 132 V 93 E. 7.4.2 müssen Ausstands- oder Ablehnungsgründe so früh 

wie möglich geltend gemacht werden. Es verstösst gegen Treu und Glauben, 

Einwendungen dieser Art erst im Rechtsmittelverfahren vorzubringen, wenn dies schon 

vorher hätte getan werden können. Wird die sachverständige Person nicht unverzüglich 

als befangen abgelehnt, wenn die betroffene Person vom Ablehnungsgrund Kenntnis 

erhält, verwirkt sie den Anspruch auf spätere Anrufung der Verfahrensgarantie. Dem 

Beschwerdeführer war die Person des Gutachters bereits am 8. August 2013 bekannt 

gegeben worden (Suva-act. 132) und er hatte keine Einwände vorgebracht (Suva-act. 

133). Solche erhob er erstmals mit Stellungnahme vom 17. Januar 2014 (Suva-act. 

145), dies, nachdem das Gutachten bereits erstattet worden war und er dieses zur 

Kenntnis genommen hatte. Demnach erfolgte seine Kritik verspätet und hat er seinen 

Anspruch auf Anrufung dieser Verfahrensgarantie verwirkt.

3.3   Auch wenn die Rüge rechtzeitig erfolgt bzw. die verspätete Erhebung zu 

entschuldigen wäre, wäre eine Befangenheit indes zu verneinen, wie sich nachfolgend 

ergibt. Vorbefasstheit kann einen Ausstandsgrund darstellen. Entscheidend ist nach 

der Rechtsprechung, dass das Ergebnis der Begutachtung nach wie vor als offen und 

nicht vorbestimmt erscheint. Dies ist etwa der Fall, wenn der Sachverständige andere 

Fragen zu beantworten hat oder ein erstes Gutachten lediglich zu erläutern oder 

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ergänzen hat, nicht aber, wenn er die Schlüssigkeit seiner früheren Expertise 

überprüfen sollte (SVR 2009 IV Nr. 16 E. 6.2, Urteil 8C_89/2007 vom 20. August 2007 

E. 6.2 vgl. auch 8C_35/2014 vom 16. Juni 2014). In einem Bericht zuhanden der 

Beschwerdegegnerin erwähnte Prof. Dr. D.___ am 16. März 2011 eine Kontrolle am 

Kantonsspital St. Gallen bezüglich des Minirin-bedürftigen Diabetes insipidus centralis, 

welche am 7. Dezember 2009 stattgefunden hatte. Er hatte anlässlich dieser 

Konsultation empfohlen, die (relativ hohe) Dosierung beizubehalten, da sich diese 

bereits seit Jahren eingependelt habe, es nie zu schwerwiegenden Komplikationen 

gekommen sei und da nun auch ein ausgeglichener Elektrolytstatus habe 

nachgewiesen werden können. Über die konkrete Dosierung bzw. den Elektrolytstatus 

sind keine Werte aktenkundig (Suva-act. 78). Das Gutachten vom 6. November 2013 

diente einem anderen Zweck als die ärztliche Berichterstattung vom 16. März 2011. Es 

wurde in Auftrag gegeben, um mögliche Nebenwirkungen von Minirin abzuklären und 

eine verlässliche Aussage betreffend eine mögliche Verursachung der Vorfälle vom 

7. November 2010 und 24. Mai 2011 durch den übermässigen Minirin-Konsum zu 

erhalten (Suva-act. 137). Der Kontext und die Fragestellung waren in den beiden 

Konstellationen, in welchen Prof. Dr. D.___ Angaben machte, verschieden. 

Fragestellungen der Begutachtung waren nicht die tatsächliche Minirin-Dosierung und 

deren Verlauf über die Jahre, sondern Wirkungen/Nebenwirkungen von Minirin 

allgemein, auch in Bezug auf Akut- und Dauerbehandlung, sowie der Zusammenhang 

zwischen einer (erhöhten) Minirin-Dosierung und Unfällen im Allgemeinen bzw. den 

Vorfällen vom 7. November 2010 und 24. Mai 2011 im Besonderen. Hinweise darauf, 

dass im Rahmen der Sprechstunde vom Dezember 2009 rückblickend eine 

unvertretbare Einschätzung erfolgt wäre, liegen nicht vor, war damals der 

Elektrolytstatus doch noch ausgeglichen gewesen. Dass Prof. Dr. D.___ wegen der 

Behandlung von Dezember 2009 nicht in der Lage gewesen sein sollte, die ihm von der 

Beschwerdegegnerin gestellten Fragen im November 2011 unbefangen zu 

beantworten, ist daher nicht anzunehmen.

3.4  

3.4.1         In der Replik wird ausserdem gerügt, dass der Beschwerdeführer von Prof. 

Dr. D.___ nie empfangen worden sei und die "Begutachtung" durch einen jüngeren 

Assistenzarzt vorgenommen worden sei. Das Bundesgericht spricht Gutachten, die 

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vom beauftragten Gutachter unter Beizug von Mitarbeitern erstellt werden, nicht 

grundsätzlich den Beweiswert ab (vgl. Urteil 8C_213/2010 vom 3. August 2010 E. 2). Im 

Urteil I 342/02 des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 15. Januar 

2003 wurde explizit ausgeführt, dass es den Beweiswert der in sich schlüssigen 

Expertise nicht schmälert, wenn Befundaufnahme und Verfassung des Gutachtens 

durch einen Assistenzarzt erfolgt sind und der visierende Chefarzt die 

Beschwerdeführerin nicht selber untersucht hat (E. 3.1.1). Auch wenn der 

Beschwerdeführer durch einen Assistenzarzt empfangen und untersucht worden sein 

sollte, ist von der namhaften Mitwirkung von Prof. Dr. D.___ auszugehen. Dieser hat 

das Gutachten nicht bloss visiert, sondern als Gutachter unterzeichnet. Zu 

berücksichtigen ist zudem, dass die Fragen 1 bis 3 allgemeiner Natur waren und 

lediglich die Frage 4 fallspezifisch ausgestaltet war, wobei auch diesbezüglich der 

Untersuchung respektive Befragung des Beschwerdeführers keine überragende 

Bedeutung zukam. Entscheidend war vielmehr die Rekonstruktion der Ereignisse 

insgesamt, also insbesondere auch gestützt auf die Akten. Das Gutachten ist auch 

unter diesem Aspekt nicht zu beanstanden.

3.5  

3.5.1         Im Gutachten vom 6. November 2013 hält Prof. Dr. D.___ fest, dass als 

Nebenwirkungen von Minirin z. B. Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme 

und auch Bewusstseinsstörungen auftreten könnten. Der Effekt werde bei 

gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente, die ihrerseits zu einer 

Flüssigkeitsretention und / oder Hyponatriämie führen könnten, wie z. B. 

Thiaziddiuretika, NSAR oder bestimmten Antiepileptika, verstärkt. Ein konkreter 

Zusammenhang der Minirin-Überdosierung mit den beiden Unfallereignissen sei nicht 

zu beweisen, aber auch nicht auszuschliessen. Andere Ursachen kämen sicherlich 

auch in Betracht und seien gemäss Aktenlage zum Teil auch gesucht worden, eine 

zumindest anteilige Komponente der Minirin-Überdosierung an den genannten Unfällen 

werde aber nicht vollständig zurückzuweisen sein. Eine "Zwangsläufigkeit" von der 

regelmässigen Minirin-Einnahme zur Überdosierung bis hin zur schweren 

Hyponatriämie bestehe jedenfalls nicht, ein mittelbarer Zusammenhang sei aber 

möglich (Suva-act. 137).

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3.5.2         Auf dieses Gutachten kann abgestellt werden. Es entspricht den 

Anforderungen der Rechtsprechung (m.w.H. Bundesgerichtsurteil 8C_262/2013 vom 

5. Juli 2013). Prof. Dr. D.___ beantwortet die gestellten Fragen klar und 

widerspruchsfrei. Es gibt keinen Anhaltspunkt, an seinen Schlussfolgerungen zu 

zweifeln. Andere ärztliche Stellungnahmen, die aus medizinischer Sicht Bedenken an 

der Zuverlässigkeit seiner Einschätzung auszulösen vermöchten, sind nicht 

aktenkundig. Entsprechend kann weder für den Vorfall von schätzungsweise 

7. November 2010 noch für jenen vom 24. Mai 2011 bewiesen werden, dass die 

jeweilige Ursache in den Folgen oder Nebenwirkungen des Minirinkonsums liegt. Ein 

bloss möglicher oder nicht sicher auszuschliessender Zusammenhang der (im Übrigen 

ebenfalls nicht belegten) Einnahme von Minirin und allfälligen 

Bewusstseinsbeeinträchtigungen reicht nicht aus, um eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin für die Folgen der erwähnten Ereignisse zu begründen.

4.     

Der in E. 2.1 skizzierte Kausalverlauf ist nach dem Gesagten nicht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Zu den 

Punkten 2 und 4 der Kausalkette erübrigen sich folglich weitere Ausführungen. Der 

Beschwerdeführer hat die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Der angefochtene 

Einspracheentscheid ist nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Eine Kausalkette (1. früherer anerkannter Unfall; 2. Medikamenteneinnahme wegen Unfallfolgen; 3. durch Nebenwirkungen ausgelöste weitere Ereignisse; 4. Schäden durch diese Ereignisse), die zur Leistungspflicht des Versicherers des ursprünglichen Unfalls für die Folgen der späteren Ereignisse führen würde, ist nicht hinlänglich erstellt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2015,UV 2014/10).Durch Urteil des Bundesgerichts 8C_435/2015 bestätigt.Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider,Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiberin Andrea WepferEntscheid vom 6. Mai 2015in SachenA.___,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,betreffendVersicherungsleistungenSachverhalt:

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