# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eda5009e-49a3-5246-81b8-6810b026a26f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-12-04
**Language:** de
**Title:** Aufgrund der Sachverhaltsschilderung des Beschwerdeführers ist kein Unfall oder unfallähnliches Ereignis nachgewiesen und aufgrund der medizinischen Aktenlage kein auf ein solches Ereignis zurückzuführender Gesundheitsschaden
**Docket/Reference:** UV.2012.00131
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2012.00131.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2012.00131
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Ernst
Urteil
vom
4. Dezember 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Susanne
Friedauer
Anwaltskanzlei
Kieser
Senn Partner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
SWICA Versicherungen AG
Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren 1958, war bei der
Y.___
als Hauswart des
Z.___
angestellt und bei der
SWICA Versicherungen AG
(SWICA) obligatorisch unfallversichert
(Urk. 7/1)
.
Am
10. Mai 2010
um 05.30
Uhr
versuchte er ein Garagentor, dessen
Öffnungsau
tomatik
wegen Bauarbeiten
und einer Beschädigung klemmte
, von Hand aufzuschieben
.
Es handelte
sich
dabei
um ein grosses, zweiteiliges, ca. 1‘50
0 kg schweres Tor auf Stahlrollen in Führungsschienen, welches sich seit
14 Jahren bei Ausfall der Automatik stets mit wenig Kraftaufwand von Hand hori
zontal bewegen liess. Dies gelang auch an jenem Morgen auf e
iner Wegstrecke von ca. 30 cm. D
ann
blockierten in der Führungssch
iene liegende Steine die Fahrt des Tores
, wodurch
auch
der Bewegungsablauf des Versicherten abrupt unterbrochen wurde und dieser gleichzeitig ein Knacken hörte
sowie
starke Schmerzen im Rücken verspürte (Urk. 1 S. 3 und Urk. 7/8
).
Um ca. 11.30
Uhr
desselben Tages meldete er sich deswegen bei
Dr.
med.
A.___
,
Allgemeine Innere Medizin FMH, zur d
r
inglichen Konsultation an, wel
che gleichentags um 14.30 Uhr stattfand (Urk. 7/15). Dabei stellte
Dr.
A.___
eine schmerzhaft eingeschränkte Beweglichkeit der Brustwirbelsäule sowie eine lokale
Klopfdolenz
im Bereich der oberen Brustwirbelsäule
fest
. Aufgrund des von ihm angefertigten Röntgenbildes BWS
ap
/seitlich diagnostizierte er eine traumatische Wirbelkörperfraktur BWK VI mit Keilbildung (stabil)
mit möglicher
osteoporotischer
Komponente bei Asthenie und Verdacht auf chronischen
Äthylabusus
(Bericht vom 31. Mai 2010, Urk. 7/4).
Aufgrund der Sachverhaltsschild
er
ung des Versicherten im Unfallfragebogen vom 21. Mai 2010 (
Urk.
7/3) lehnte die SWICA m
it Schreiben vom 29. Juni
2010
ihre Leistungspflicht
erstmals
ab, da weder ein Unfall noch eine
unfall
ähnliche
Körperschädigung vorliege (Urk. 7/6). Nachdem der Versicherte
mit
E-Mail vom 8. Juli 2010 unter nochmaliger Darlegung des Unfallgeschehens dagegen opponiert (Urk. 7/8) und
Dr.
A.___
den Verlaufsbericht vom 5. August 2010 (Urk. 7/10) zu den Akten gereicht hatten,
legte die SWICA den Fall am 19. August 2010 ihrem beratenden Arzt,
Dr.
med.
B.___
,
Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie FMH
,
zur Aktenbeurteilung vor (Urk. 7/11). Dessen Bericht vom 26. August 2010 (Urk. 7/12) legte die SWICA
Dr.
A.___
zur Stellungnahme vor und die Stellungnahme
Dr.
A.___
vom 11. Oktober 2010 (Urk. 7/15) zusammen mit dessen Röntgenbildern
am 27. Oktober 2010
noch
mals
Dr.
B.___
zur Beurteilung (
Urk. 7/16). Gestützt auf dessen Bericht vom 8. November 2010 (Urk. 7/17) teilte sie dem Versicherten am 22. November 2010 mit, dass sie weiter an ihrer Leistungsablehnung festhalte (Urk. 7/18)
.
Eine
weitere Stellungnahme gab
Dr.
B.___
am 21. Dezember 2011 ab (Urk. 7/31), nachdem die SWICA auf Antrag - des inzwischen anwaltlich vertretenen -
Ver
sicherten
(vgl. Urk. 7/24) noch eine Magnetresonanz-Bildgebung in Auftrag gegeben hatte (vgl. Urk.
7/26-29).
Mit Verfügung vom 5. Januar 2012 lehnte die SWICA ihre Leistungspflicht erneut ab, wobei sie daran festhielt, dass weder ein Unfall noch eine
unfallähn
liche
Körperschädigung vorliege (Urk. 7/32).
Die von
X.___
dagegen erhobene Einsprache vom 1. Februar 2012 (Urk. 7/37) wies die SWICA am 8. Mai 2012 ab (Urk. 2).
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
erhob
X.___
am 6. Juni 2012 Beschwerde und beantragte dessen Aufhebung und die
Zusprache
der gesetzli
chen Leistungen (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit
Beschwerdeant
wort
vom 5. Juli 2012 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 10. Juli 2012 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden
- soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
Von der ihm durch
Art.
6
Abs.
UVG eingeräumten Rechtssetzungskompetenz hat der Bundesrat mit
Art.
9
Abs.
2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) Gebrauch gemacht, wobei er unter anderem Knochenbrüche, die nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt hat.
1.2
Nach ständiger Rechtsprechung müssen
auch
bei unfallähnlichen
Körperschädi
gungen
zur Begründung der Leistungspflicht des Unfallversicherers mit Aus
nahme der
Ungewöhnlichkeit
die übrigen Tatbestandsmerkmale
des Unfalls
erfüllt sein.
Besondere Bedeutung kommt dabei der Voraussetzung des äusseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden objektiv feststellba
ren, sinnf
älli
gen, eben unfallähnlichen Vorfalls. Dabei kann die schädigende
äussere
Einwir
kung
auch in einer k
örpereigenen Bewegung bestehen, wobei aber
gemäss Rechtspre
chung für die Bejahung eines äusseren, auf den menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors stets ein Geschehen verlangt wird, dem ein gewisses gesteigertes Gefähr
d
ungspotenzial innewohnt.
Dies ist etwa dann der Fall, wenn eine Tätigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies für viele sportliche Betätigungen zutreffen kann. Der äussere Faktor ist mit erheblichem Schädigungspotential ist sodann auch zu bejahen,
wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physio
logisch normalen und psychologisch beherrschten
(bzw.
wegen Hinzutretens eines zur Unkontrollierbarkeit der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors
nicht mehr beherrschbaren
)
Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt. Die physiologische Beanspruchung des Ske
lettes, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar, dem ein zwar nicht ungewöhnliches, jedoch gegenüber dem normalen Gebrauch der Körperteile gesteigertes Gefäh
rdungspotenzial innewohnen muss (
Jumo-Jun
g
o
/Holzer
,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversiche
rungsrecht
, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4.
Auflage, Zürich 2012, S. 80 f. unter Hinweis auf BGE 129 V 466)
.
1.3
Gemäss
Art.
43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erfor
derlichen Auskünfte ein (Untersuchungsgrundsatz). Dieser Grundsatz gilt indes
sen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korre
lat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195;  122 V 157 E. 1a S. 158; vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2 S. 183).
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie un
vollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen.
Ist auf Grund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht we
nigstens
mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten
Person aus
wirkt.
Diese Rechtsprechung findet auf den Nachweis unfallähnlicher Körperschädigungen sinngemäss Anwendung
(BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
2.1.1
Im Lichte der vorstehenden Erwägungen ist vorab festzuhalten, dass gemäss der Schilderung des Ereignisses durch den Beschwerdeführer
(vgl. Urk. 7/8)
das blo
ckierende Tor
nicht zurückschnellte (zurückfederte), sondern nur „plötzlich“ zum Stillstand kam. Dass das schwere Tor nach dem Unfall maschinell angeho
ben werden musste, damit die Rollen wieder gängig gemacht werden konnten, deutet
in der Tat
darauf hin, dass es zum Stillstand kam,
weil
es mit den Rollen auf in der Schiene liegende Steine auf
fuhr.
Was - nebenbei bemerkt - auch das vom Beschwerdeführer in diesem Moment wahrgenommene Knackgeräusch hätte verursachen können.
2.1.2
Dies bedeutet
aber
, dass der vom Beschwerdeführer beim Bremsvorgang
ver
spürte „Schlag“
nicht durch
kinetische
Energie des sich bewegenden Tores
ver
ursacht wurde
, sondern
„nur“
durch den
plötzlichen Widerstand g
egen die vom Beschwerdeführer
beim Öffnungsvorgang
zur Beschleunigung des Tores ange
wandte Kraft.
Diese war
nach Darstellung des Beschwerdeführers
- ungeachtet der Grösse bzw. Schwere des Tores -
nicht
aussergewöhnlich
gross (
nicht
mehr als physiologisch normal
). Zudem
war
erfahrungsgemäss beim Verschieben eines Gegenstands
nach einer Wegstrecke von 30 cm nicht mehr
der
gleiche (grösste)
Krafteinsatz
erforderlic
h
,
mit dem der
initiale
Reibungswiderstand zu überwinden
war. D
ie
Kraftaufwendung
erfolgte auch
weder in einer unkontrol
lierten Bewegung, noch aus
einer
- im
Hinblick
auf die beklagte Verletzung eines Rückenwirbels -
ungünstigen Körperhaltung
(z.B. Aufdrücken
mit dem Rücken), sondern
beim Schieben
„von Hand“
(
Urk. 1 S. 3).
Der Impuls
beim ab
rupten Stoppen des Tors wirkte
somit nicht direkt auf den
lädierten
Rücken
wirbel, sondern
zunächst
auf Hände,
Arm
e
und Schulter
n
,
wobei sich die Arme
bei eine
r Toröffnung von rund 30 cm noch nicht
in maximaler Extension
befunden haben
können
und
daher
einen erheblichen Teil der
auf den Körper einwirkenden
Energie
absorbieren konnten.
2.1.3
Schliesslich
erfolgte die manuelle Öffnung des Tores durch den Beschwerdefüh
rer auch nicht im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage. Denn
d
er
Beschwerdeführer
hat
nicht
als
zufällig Anwesender
in einen
ihm unbekannten,
üblicherweise automatisch ablaufenden Vorgang eingegriffen, sondern als mit der Gebäudetechnik
vertrauter
Hauswart,
zu dessen Aufgaben es gehört,
Hin
dernisse für die automatische Öffnung des Tores zu beseitigen (
z.B.
Steine oder andere harte Gegenstände aus der im Boden eingelassenen Führungsschiene entfernen) oder
das Tor unter Überwindung solcher Hindernisse
manuell zu öff
nen
. Er hat
dies
in der Vergangenheit
auch
schon mehrmals
getan
(vgl. Urk. 7/8)
.
2.1.4
I
nsgesamt lassen die
vom Beschwerdeführer gemachten Angaben über die Umstände und den Ablauf
des Geschehens am Morgen des 10. Mai 2010 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit den Schluss zu, dass ein ungewöhnlicher oder zumindest sinnfälliger äusserer
Faktor auf den als gebrochen bezeichneten
Wirbelkörper des Beschwerdeführers eingewirkt hätte
. Deshalb sind
weder die rechtsprechungsgemässen Kriterien für einen Unfall noch
diejenigen
für eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne der Rechtspre
chung hinreichend dargetan
.
2.2
2.2.1
Aus
versicherungsm
edizinischer Sicht hat
te
Dr
.
B.___
bereits in seiner ersten Aktenbeurteilung vom 26. August
2010
festgehalten, dass
als Befund für die von
Dr.
A.___
diagnostizierte traumatische Wirbelkörperfraktur
nur ein
Keil
wirbel
nachgewiesen sei und aufgrund der Sachverhaltsschilderung durch den Beschwerdeführer und des Heilungsverlaufs
eine Keilwirbelbildung
als Folge
ein
er
am 10. Mai 2010
erlittenen
Fraktur eher unwahrscheinlich sei. Der
Keil
wirbel
hätte sich auch aufgrund
einer
Osteochondrosis
juvenilis
in der Adoles
zenz bilden können oder bei Osteoporose
als Prädisposition für eine
Frakturie
rung
aufgrund eines früheren Ereignisses
. Weiter wies
Dr.
B.___
darauf hin, dass - sofern dies für eine definitive Beurteilung der Kausal
itätsfrage erforder
lich sei -
eine MRT-Untersuchung der Brustwirbelsäule
derzeit noch eindeutige Befunde liefern könne
(Urk. 7/12)
.
2.2.2
Di
ese Beurteilung bezeichnete Dr.
A.___
in seiner Stellungnahme
vom 11. Oktober 2010
als „sehr differenziert und gut nachvollziehbar“
. Im Hinblick auf die von
Dr.
B.___
vorgeschlagene zusätzliche Beurteilung
der Röntgenbilder
Dr.
A.___
,
reichte
letzterer
die von ihm am 10. Mai 2010 erstellten sowie eine
„möglicherweise hilfreiche“
Rippenthoraxaufnahme
vom 22. Februar 2006
zu den Akten. Die Indikation für eine MRT-Untersuchung stellte er nicht (vgl. Urk. 7/15).
2.2.3
In seiner zweiten Beurteilung vom 8. November 2010
kam
Dr.
B.___
aufgrund seiner vergleichenden Beurteilung der vor und nach dem Ereignis vom 10. Mai 2010 erstellten Röntgenbilder zum Schluss, dass die Form des sechsten
Brust
wirbelkörpers
vorher und nachher unverändert sei, weshalb davon
ausgegangen werden könne, dass der Röntgenbefund vom 10. Mai 2010 keine frische Fraktur zeige. Weiter wies er darauf, dass immer noch eine klärende MRI gemacht
wer
den könne, falls seine Beurteilung angezweifelt werde (Urk. 7/17).
2.2.4
Über diese Beurteilung wurden sowohl der Beschwerdeführer selbst, als auch der ihn behandelnde
Dr.
A.___
bereits
am 22. November 2010 informiert (Urk. 7/18).
Aber erst a
m 23. August 2011 machte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers gestützt auf ihre eigene röntgendiagnostische Beurteilung (als ehemalige Röntgenassistentin, vgl. Urk. 7/25) geltend, die
Beschwerdegeg
nerin
hä
tte aufgrund der ihr obliegenden Untersuchungsmaxime nicht darauf verzichten dürfen, ein MRI zu erstellen (Urk. 7/24). Dies veranlasste die Beschwerdegegnerin am 31. August 2011 bei
Dr.
A.___
noch
eine MRT-Unter
suchung in Auftrag zu geben (Urk.
7/27). Sie
wurde am 12. September 2011
von
Dr.
med.
C.___
,
Facharzt für Radiologie,
durchgeführt
(Urk. 7/29)
, ver
mochte aber
- wie
Dr.
B.___
am 21. Dezember 2011 bestätigte (Urk. 7/31) -
wegen
des
Zeitlaufs seit dem Ereignis vom 10. Mai 2010
keine Befunde zur Äti
ologie der Keilwirbelbil
dung mehr zu liefern
.
2.2.
5
Insgesamt geben
die medizinischen Akten
keinen Anlass, an der fachärztlichen Kausalitätsbeurteilung
Dr.
B.___
zu zweifeln
, gemäss welcher die von Dr.
A.___
initial
diagnostizierte Keilwirbelbildung keine Folge des Ereignisses vom 10. Mai 2010 darstellt.
Dies
deshalb, weil weder
Dr.
A.___
noch ein ande
rer Arzt
Dr.
B.___
Beurteilung je in Frage gestellt oder auch nur ergänzende medizinische Abklärungen verlangt hat
.
Letzteres hat - entgegen
beschwerdeführerischer
Behauptung (vgl. Urk. 1 S. 8 f.) -
insbesondere
auch
Dr.
B.___
selbst nicht getan. Vielmehr hat er - wie
Dr.
A.___
bestätigte - bereits in seiner ersten Stellungnahme
(vom 26. August 2010, Urk. 7/12)
eine mit der Analyse des Geschehens vom 10. Mai 2010 gemäss vorstehender Erwägung
2.1 kompatible, medizinisch nachvollziehbare Begründung dafür geliefert, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine traumatische Schädigung vorlag. Diese Beurteilung sah er durch den späteren Vergleich der zur Verfügung gestandenen Röntgenbilder
aus der Zeit
vor und nach dem Ereignis
(vom 8. November 2010, Urk. 7/17) bestätigt
. Soweit er
in diesem Zusammenhang
darauf hin
wies
, dass die Richtigkeit seiner
Beurteilung
(zu jener Zeit noch) durch MRT-
Befundungen
über
prüft werden könnte
, han
delt
e es sich nicht um die
Indikation für diese (teure) Diagnostik, sondern um
einen Hinweis für den Fall, dass eine seiner eigenen widersprechende ärztliche Beurteilung zu den Akten gereicht würde. Dies ist jedoch nicht geschehen, obwohl der Beschwerdeführer und sein behandelnder Arzt
umgehend über die durch die Aktenergänzungen bestätigte Kausalitätsbeurteilung
Dr.
B.___
informiert wurden
. Angesichts der nachvollziehbar begründeten und unwider
sproch
enen Kausalitätsbeurteilung Dr.
B.___
hatte die Be
schwerdegegnerin
somit
kei
nen Anlass von
Amtes
wegen
eine MRT-Untersuchung durchzuführen.
2.2.
6
Dass
die Beschwerdegegnerin
eine solc
he Abklärung
auf
ausdrücklichen Wunsch
des inzwischen rechtskundig vertretenen Beschwerdeführers hin
noch in Auftrag gab (vgl. Urk. 7/24-27)
, als davon
nach der übereinstimmenden Beurteilung des beauftragten
Radiologen (
vgl. dessen
Bericht an die Vertreterin des Beschwerdeführers vom 22. September 2011, Beilage 3 zu Urk. 7/37) und
Dr.
B.___
(vgl. dessen Stellungnahme vom 21. Dezember 2011, Urk. 7/31)
bereits
keine weiteren Erkenntnisse zur Kausalit
ätsfrage mehr zu erwarten waren
,
vermag an der vorstehenden Einschätzung
nichts zu ändern. Denn
eine ärztliche Kausalitätsbeurteilung, welche derjenigen
Dr.
B.___
vom 8. November 2010
widersprach und damit Anlass zu weiteren Sachverhaltsabklärungen
von Amtes wegen
hätte geben können, lag zum Zeitpunkt der Auftragserteilung für
das MRI an
Dr.
A.___
(vom 31. August 2011, Urk. 7/27) bzw. an
Dr.
C.___
(vom 10. September 2011, Urk. 7/26) nicht vor
. E
ine solche
wurde vom Beschwerde
führer auch
im vorliegenden Verfahren
nicht nachträglich zu den Akten ge
reicht, weshalb die wohlbegründete Kausalitätsbeurteilung
Dr.
B.___
nach wie als von ärztlicher Seite unbestritten (und damit voll beweiskräftig) zu gelten hat
.
Damit ist dem Vorwurf des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe
mit
ihre
r verspäteten Auftragserteilung für das MRI ihre
Untersuchungspflicht verletzt
und dadurch
die Unbeweisbarkeit
eine
r
am 10. Mai 2010 erlittene
n
Verletzung verursacht (Urk. 1 S. 5 f. und S. 8 ff.), der Boden entzogen.
Auf
grund der von der Beschwerdegegnerin getätigten Abklärungen war spätestens mit der
Stellungnahme
Dr.
B.___
vom 8. November 2010 (Urk. 7/17) hinrei
chend nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer am 10. Mai 2010
mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit
keine frische Fraktur des Brustwirbelkörpers 6 erlit
ten hatte. Dies wurde dem Beschwerdeführer und seinem behandelnden Arzt am 22. November 2010 kommuniziert (Urk. 7/18). Unter diesen Umständen wäre es am Beschwerdeführer gelegen
,
sofort
die Dur
chführung einer
MRT-Untersu
chung
zu verlangen, wenn er - im Gegensatz zu seinem behandelnden Arzt -
bereits
zu einem Zeitpunkt
Zweifel an der Schlüssigkeit der
Kausalitätsbeurtei
lung
Dr.
B.___
gehabt hä
tte, als die
von Dr.
B.___
deklarierte diagnostische Option
für eine zusätzliche Überprüfung seiner Kausalitätsbeurteilung
effektiv noch bestand.
2.3
Zusammenfassend
ist festzuhalten,
dass
sich
weder aufgrund der
Sachverhalts
schilderung
des Beschwerdeführers
ein
von ihm
am 10. Mai 2010
erlittener
Unfall oder ein unfallähnliches Ereignis (vgl. E. 2.1), noch aufgrund der
nach
vollziehbaren und
-
von ärztlicher Seite nicht in Zweifel gezogenen -
Kausali
tätsbeurteilung
Dr.
B.___
ein auf ein solches Ereignis zurückzuführender Gesundheitsschaden
(vgl. E. 2.2.)
mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit
nachweisen lässt
.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen und der einen Anspruch auf Leistun
gen der Unfallversicherung aus dem Ereignis vom 10. Mai 2010 vernei
nende
Einspracheentscheid
vom 8. Mai 2012 zu bestätigen
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Susanne
Friedauer
-
SWICA Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstErnst