# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77707166-8ed3-54b2-955b-9bc77f635399
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.07.2023 E-3431/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3431-2020_2023-07-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3431/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo,  

Richter Lorenz Noli,    

Gerichtsschreiberin Linda Mombelli-Härter. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Rajeevan Linganathan, Rechtsanwalt,  

LBP Rechtsanwälte, (…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 28. Mai 2020 / N (…). 

 

 

 

E-3431/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 9. März 2016 in der Schweiz um Asyl 

nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank vom 

10. März 2016 ergab, dass der Beschwerdeführer am (…) 2016 in Öster-

reich ein Asylgesuch eingereicht hatte.  

B.  

Am 14. März 2016 fand die Befragung zur Person (BzP) statt. Dabei gab 

der Beschwerdeführer an, er habe mit seiner Familie im Dorf B._______, 

Distrikt C._______, gelebt. Seine Eltern seien mittlerweile verstorben. Die 

Schule habe er bis zur (…) Klasse besucht (ca. 1999). Dann habe er bis 

zur Ausreise als (…) gearbeitet. Im Jahr (…) oder (…) habe er sich beim 

Bezirksamt einen Reisepass ausstellen lassen (seine Identitätskarte habe 

er im Jahr 2015 verloren). Diesen habe er dem Schlepper abgegeben und 

er sei am (…) 2016 unter einem anderen Namen ab Colombo per Flugzeug 

ausgereist. Unterwegs sei er nirgends registriert, ihm seien nicht die Fin-

gerabdrücke abgenommen worden und er habe kein Asyl beantragt bezie-

hungsweise sei er am (…) 2016 in Österreich angekommen, wo man am 

Flughafen seine Fingerabdrücke abgenommen und ihn befragt habe. Er 

habe aber von Anfang an in die Schweiz und nicht nach Österreich gehen 

wollen. In Sri Lanka habe er viele Probleme gehabt. Ferner sei sein Bruder 

von der Schweiz ausgeschafft worden und später in Sri Lanka verschwun-

den. Er habe erwartet, dass die Schweiz ihn wegen seines Bruders auf-

nehme. Deshalb sei er weiter in die Schweiz gereist. Schliesslich erklärte 

er, er sei gesund. 

Der Beschwerdeführer gab Kopien seines Geburtsscheins, eines Arztbe-

richts bezüglich seines Bruders P., eines Schreibens der Polizei Colombo 

vom (…) 2008 sowie einer Presidential Commission vom (…) 2015 zu sei-

nem Bruder J., einer Karte des IKRK (Internationales Komitee vom Roten 

Kreuz) sowie eines Zeitungsartikels über verschollene Personen in Sri 

Lanka zu den Akten.  

C.  

C.a Am (…) 2016 ersuchte die Vorinstanz die österreichischen Behörden 

um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers. Diese stimmten der Über-

nahme mit Schreiben vom (…) 2015 (recte: 2016) zu.  

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C.b In der Folge trat das SEM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

mit Entscheid vom 30. März 2016 nicht ein und verfügte insbesondere die 

Wegweisung nach Österreich. 

C.c Dieser Entscheid erwuchs am 12. April 2016 unangefochten in Rechts-

kraft. 

C.d Mit Schreiben vom 10. Juni 2016 meldete das zuständige Migrations-

amt dem SEM, der Beschwerdeführer sei seit dem 8. Juni 2016 ver-

schwunden. 

C.e Mit Schreiben vom 26. Oktober 2017 ersuchte der Beschwerdeführer 

das SEM, festzustellen, dass die Schweiz für sein Asylverfahren zuständig 

sei, zumal die Fristen zur allfälligen Überstellung nach Österreich mittler-

weile abgelaufen seien.  

C.f Den beiden Aufforderungen des SEM vom 30. Oktober und 8. Novem-

ber 2017, mitzuteilen, wo und bei wem er sich seit seinem Verschwinden 

am 8. Juni 2016 aufgehalten habe, kam der Beschwerdeführer mit Schrei-

ben vom 7. und vom 14. November 2017 nur unzureichend nach. 

C.g Da die Frist für eine Überstellung des Beschwerdeführers nach Öster-

reich abgelaufen war, hob das SEM mit Verfügung vom 16. November 

2017 die Verfügung vom 30. März 2016 auf und nahm das nationale Asyl-

verfahren auf. 

D.  

Am 2. November 2018 wurde der Beschwerdeführer vom SEM zu seinen 

Asylgründen angehört. 

Er gab an, seine (…) Geschwister lebten grösstenteils im Distrikt 

C._______. Der Bruder P. sei bei der Bewegung gewesen und im Jahr 

2006 (…) verletzt worden (vgl. eingereichter Arztbericht). Er habe nach 

Kriegsende ein Rehabilitierungsprogramm durchlaufen. Bis auf den Bruder 

J., der im Jahr 2008 verschwunden sei, hätten seine Geschwister keine 

namhaften Probleme. 

Er habe nach dem Abschluss der (…) Klasse bis zu seiner Ausreise als (…) 

gearbeitet. Im Jahr 2004 habe der Tsunami sein Heimatdorf und das dor-

tige Armeecamp beschädigt. Viele Waffen seien durch die Fluten zerstreut 

worden. Zu dem Zeitpunkt habe es einen Waffenstillstand gegeben und die 

LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) hätten auch im Dorf gelebt. So 

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hätten alle nach den Waffen gesucht. Er habe seinem Bruder J. und einem 

Kollegen V., die Waffen gesammelt hätten, geholfen. Zwei LTTE-Mitglieder 

hätten die Waffen gereinigt und dann hätten sie diese im Wald vergraben. 

Sie hätten den LTTE zwar geholfen, seien aber keine Mitglieder gewesen. 

Armeeangehörige hätten den Bruder J. dann einen Tag nach dem Tsunami 

befragt; dieser habe angegeben, nichts von Waffen zu wissen. Später hät-

ten sie J. noch ein paar Mal nach den Waffen gefragt und er habe immer 

erwidert, er wisse nichts davon. Einmal im Jahr 2005 hätten alle in der Um-

gebung C._______, so auch er selbst, ein dreitägiges Training der LTTE 

absolvieren müssen. Danach habe er sich wieder seinem Beruf gewidmet. 

Im Jahr 2006 habe der Krieg wieder begonnen. Der Bruder J. sei mit LTTE-

Mitgliedern ins Vanni-Gebiet gegangen. (…) 2007 sei der Beschwerdefüh-

rer in ein Büro des Geheimdienstes der Armee zitiert worden. Man habe 

ihn gefragt, ob er Kontakt zu seinen Brüdern und Informationen über die 

LTTE habe sowie ihm aufgetragen, er solle herausfinden, wo die versteck-

ten Waffen seien. In der Folge sei er immer wieder, drei- oder viermal, bei 

der Armee gewesen und schikaniert worden. Im (…) 2008 sei sein Bruder 

J. nach Colombo gereist und habe ihn im Heimatdorf angerufen. Sie hätten 

sich über die Erlebnisse ausgetauscht und J. habe ihm gesagt, er werde 

das Heimatland demnächst verlassen. Einen Tag später sei der Beschwer-

deführer vom Geheimdienst, der das Gespräch mitbekommen habe, etwa 

(…) befragt und geschlagen worden. Er habe schliesslich verraten, dass J. 

in Colombo sei. Danach sei er wieder frei- und in Ruhe gelassen worden. 

Nach (…) Tagen habe er nochmals mit J. telefoniert und ihn informiert. Die-

ser habe gesagt, er reise bald aus. Danach sei J. wahrscheinlich entführt 

worden. Er habe sich bei verschiedenen Stellen nach ihm erkundigt. Im 

Jahr 2012 habe er nach Colombo reisen, dort bei der Polizei eine Vermiss-

tenanzeige und beim IKRK eine Meldung machen können. Der Bruder S. 

sei zudem bei einem Treffen einer Kommission bezüglich vermisster Per-

sonen gewesen und habe den Bruder J. dort gemeldet (vgl. Schreiben vom 

(…) 2015). Der Kollege V., der damals mit ihnen Waffen versteckt habe, sei 

später festgenommen und im (…) 2013 wieder freigelassen worden, da er 

sich bereit erklärt habe, die Waffen auszuhändigen. Diese seien aber nicht 

mehr im Versteck gewesen. Da habe V. den Beschwerdeführer verraten 

und er sei aufgefordert worden, sich im Camp zu melden. Er sei (…) fest-

gehalten, befragt und geschlagen worden. Danach habe man ihn gehen 

lassen und ihm gesagt, er solle die Waffen aushändigen, ansonsten er ge-

tötet werde. Die Waffen seien jedoch mutmasslich von LTTE-Mitgliedern 

mitgenommen worden. Anschliessend sei er (…) Monate behelligt worden. 

Im (…) 2015 sei er wieder vorgeladen worden, wobei man ihm gesagt 

habe, dies sei das letzte Mal, demnächst würde die Sache anders gelöst 

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Seite 5 

werden. Im (…) 2015 sei er schliesslich nach Colombo gereist und habe 

das Heimatland (…) Tage später beziehungsweise am (…) 2016 verlassen. 

Danach sei noch einmal zuhause oder bei seiner Schwester N. nach ihm 

gefragt worden. Bei einer Rückkehr befürchte er, dass das Gleiche mit ihm 

passiere, was seinem Bruder J. widerfahren sei. 

Der Beschwerdeführer gab sodann an, in der Schweiz an Kundgebungen 

und Anlässen von Vereinen teilzunehmen. Er sei nicht Mitglied, helfe aber, 

wo er könne.  

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer Kopien des Geburtsscheins 

seiner Schwester und der übersetzten Todesscheine seiner Eltern sowie 

eine Fotografie seines Bruders P. ein. 

E.  

Mit Verfügung vom 28. Mai 2020 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlings-

eigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte sein Asylgesuch ab. 

Gleichzeitig verfügte sie seine Wegweisung aus der Schweiz sowie dem 

Schengen-Raum und ordnete deren Vollzug an. 

F.  

Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

3. Juli 2020 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein. Er bean-

tragte, die Verfügung des SEM sei aufzuheben und es sei seine Flücht-

lingseigenschaft festzustellen sowie ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren, 

eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen, subeventualiter sei die Unzulässigkeit und/oder Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu 

verfügen. Weiter ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung und Rechtsverbeiständung. 

Der Beschwerde wurden insbesondere ein Fotoausdruck des Beschwer-

deführers, eines fremdsprachigen Schreibens von ihm über den Vorfall im 

(…) 2015, ein Ausdruck einer Beschwerde mit Beilagen (von […], betref-

fend den Bruder J.), mehrere Ausdrucke von Medienartikeln sowie das 

Schreiben der Polizei Colombo aus dem Jahr 2008 im Original beigelegt.  

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 16. Juli 2020 verzichtete die Instruktionsrich-

terin des Bundesverwaltungsgerichts auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und Rechtsverbeiständung wurden unter Vorbehalt der umgehenden 

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Nachreichung einer Bestätigung der Bedürftigkeit gutgeheissen. Weiter 

wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen.  

H.  

Die Vernehmlassung des SEM vom 29. Juli 2020 wurde dem Beschwerde-

führer mit Instruktionsverfügung vom 5. August 2020 übermittelt, mit Frist 

zur Einreichung einer Replik und entsprechender Beweismittel.  

I.  

In der Folge wurde mit Eingabe vom 20. August 2020 eine Replik sowie 

eine Honorarnote des Rechtsvertreters gleichen Datums eingereicht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bis zu diesem Zeit-

punkt gültige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Ände-

rung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

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Seite 7 

3.  

3.1 In der Beschwerdeschrift werden formelle Rügen erhoben, welche 

vorab zu beurteilen sind. Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz 

habe infolge Verletzung des rechtlichen Gehörs den Sachverhalt unrichtig 

und unvollständig festgestellt. Sie habe seine Kernaussagen unrichtig er-

fasst, unzutreffend geprüft und in der Folge behauptet, seine Schilderun-

gen seien flüchtlingsrechtlich nicht relevant. Weiter seien die aktuellen po-

litischen Veränderungen in Sri Lanka nicht gebührend berücksichtigt, mit-

hin der diesbezügliche Sachverhalt unvollständig abgeklärt worden. Statt 

umfassende Tatsachenberichte beizuziehen, habe sich die Vorinstanz auf 

einseitige veraltete Berichterstattungen gestützt. Ferner habe die Vor-

instanz gegen die Begründungspflicht verstossen, da sie nicht aufgezeigt 

habe, inwiefern sich seine Aussagen als vage erweisen würden. Schliess-

lich sei das rechtliche Gehör verletzt worden, da die Zulässigkeit des Weg-

weisungsvollzugs nicht korrekt und vollständig beurteilt worden sei. 

3.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die 

Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Der Anspruch auf rechtliches 

Gehör verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen der betroffe-

nen Person tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Ent-

scheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Begründung 

des Entscheids niederschlagen muss (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2 m.w.H.). 

Die Begründung muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person den 

Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (Art. 35 Abs. 1 

VwVG). Die Behörde muss die Überlegungen nennen, von denen sie sich 

hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 184 

E. 2.2.1; BVGE 2011/37 E. 5.4.1 m.w.H.).  

3.3 Aus der Beschwerdeschrift geht hervor, dass sich die vom Beschwer-

deführer erhobene Rüge der unzureichenden Sachverhaltsfeststellung 

grösstenteils auf Ausführungen zur Glaubhaftigkeit seiner Aussagen be-

schränkt. Inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt hinsichtlich seiner Asyl-

vorbringen unrichtig festgestellt haben soll, zeigt er nicht substantiiert auf 

und ist auch nicht zu erkennen. Dass er die Ansicht der Vorinstanz nicht 

teilt und diese seine Vorbringen inhaltlich anders würdigt als von ihm er-

wartet, stellt keinen formellen Mangel dar. Der Beschwerdeführer verwech-

selt formelle Fragen mit dem Aspekt der von der Vorinstanz vorgenomme-

nen materiellen Würdigung des Sachverhalts. Dies gilt auch für die Rüge, 

die Vorinstanz habe den Sachverhalt bezüglich der aktuellen Lage in Sri 

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Seite 8 

Lanka nicht gebührend festgestellt. Aus der angefochtenen Verfügung geht 

hervor, dass diese sich ausreichend mit der veränderten Lage in Sri Lanka 

auseinandergesetzt und aufgezeigt hat, von welchen Überlegungen sie 

sich hat leiten lassen. Auch diesbezüglich nimmt der Beschwerdeführer mit 

seinen ausführlichen Schilderungen zur allgemeinen Situation in Sri Lanka 

sowie seiner Einschätzung vorab inhaltlich einen anderen Standpunkt als 

die Vorinstanz ein. Insgesamt kann der Sachverhalt als hinreichend erstellt 

gelten, zumal den Beschwerdeeingaben auch keine substantiierten Ergän-

zungen oder Konkretisierungen, inwiefern der Sachverhalt nicht korrekt 

sei, zu entnehmen sind. Sodann hat die Vorinstanz in ihrer Verfügung sehr 

wohl aufgezeigt, welche Vorbringen sie als vage geschildert erachte. Der 

Beschwerdeführer konnte sich in der ausführlichen Beschwerdeschrift da-

mit auseinandersetzen. Eine Verletzung der Begründungspflicht ist nicht 

festzustellen. Schliesslich wurde die Zulässigkeit des Wegweisungsvoll-

zugs geprüft und bejaht, namentlich mit Verweis auf die Aussagen des Be-

schwerdeführers sowie die Aktenlage, womit sich die Vorinstanz in den vor-

hergehenden Erwägungen gebührend auseinandergesetzt hatte. Hinzu 

kommt, dass sich die unter Aspekten der Zulässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs entscheidenden Elemente im Wesentlichen mit den sogenannten 

Risikofaktoren gemäss dem Referenzurteil E-1866/2015 decken (vgl. 

nachfolgend E. 6.2). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor.  

3.4 Nach dem Gesagten erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-

det. Es besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aufzuhe-

ben und die Sache an das SEM zurückzuweisen. Das Eventualbegehren 

ist abzuweisen.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für 

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gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz stufte die Vorbringen des Beschwerdeführers als un-

glaubhaft beziehungsweise als nicht asylrelevant (Art. 7 und Art. 3 AsylG) 

ein. Ihren Entscheid begründete sie im Wesentlichen folgendermassen:  

5.1.1 Einleitend stellte sie fest, der Beschwerdeführer habe im Laufe des 

Verfahrens mehrfach gegen seine Mitwirkungspflicht verstossen. An der 

BzP habe er falsche Angaben zu seinen Reisemodalitäten gemacht und 

vorsätzlich verschwiegen, dass er in Österreich um Asyl ersucht habe. 

Überdies sei er nach Erhalt des Wegweisungsentscheids vom März 2016 

untergetaucht, um sich dem Vollzug nach Österreich zu entziehen, und sich 

nach Ablauf der Überstellungsfrist wieder zu melden. Insgesamt entspre-

che sein Verhalten nicht dem, was von einer tatsächlich verfolgten Person 

erwartet werden könne.  

5.1.2 Weiter sei das Vorbringen, er habe sich noch am selben Tag der 

Tsunamiwelle auf die Suche nach Armeewaffen gemacht, abwegig. Ohne 

Zweifel könne davon ausgegangen werden, dass die sri-lankische Bevöl-

kerung, so auch der Beschwerdeführer, in der katastrophalen Lage jenes 

Tages andere Sorgen gehabt habe und anderweitig beschäftigt gewesen 

sei. Da dieses Vorbringen nicht geglaubt werden könne, sei die daraus ab-

geleitete jahrelange Verfolgung fraglich. Ferner habe er realitätsfremde 

Aussagen gemacht. Beispielsweise habe er angegeben, anlässlich der (…) 

Befragung im (…) 2008 sei er so gequält worden, dass er den Aufenthalt 

seines Bruders verraten habe. Im Gegensatz dazu wolle er trotz der Folter, 

die er im (…) 2013 (…) Tage lang erduldet habe, einen Teil der Wahrheit 

verschwiegen haben. Dies sei gänzlich unwahrscheinlich, unter anderem 

wegen des LTTE-Mitglieds, das ihn verraten habe. Weiter seien die Aus-

führungen zu den Asylgründen trotz der Möglichkeiten, sich ausführlich zu 

äussern, mehrheitlich oberflächlich und wiederholend ausgefallen. Zwar 

sei dem Beschwerdeführer nicht gänzlich abzusprechen, dass er einige 

wenige Details in Bezug auf die Behandlung während der angeblichen Be-

fragungen habe angegeben können. Diese würden die restlichen vagen 

Aussagen aber nicht aufwiegen. Ferner falle auf, dass man ihn jeweils mit 

der Drohung, das nächste Mal würde man anders mit ihm umgehen, frei-

gelassen habe. Die Aussagen zur Suche nach ihm seien sodann 

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unsubstantiiert ausgefallen. Zum Verbleib seines Bruders J. habe er keine 

schlüssigen Angaben machen können. Zu J. hätten keine Spuren betref-

fend dessen Aufenthalt in der Schweiz gefunden werden können, die die 

Aussagen des Beschwerdeführers bestätigten. Im Zusammenhang mit 

dem Bruder P. sei davon auszugehen, dass die Behörden nach dessen 

Rehabilitierung kein Interesse mehr an ihm hätten. Folglich könne auch der 

Beschwerdeführer keine Verfolgung ableiten, was dadurch bestätigt werde, 

dass er nichts dergleichen vorgebracht habe. Dasselbe gelte hinsichtlich 

seiner Tante, die LTTE-Mitglieder beherbergt habe. Die Probleme der 

Schwestern hätten sich mittlerweile gelegt. Insgesamt seien die Aussagen 

des Beschwerdeführers in zentralen Punkten unglaubhaft. Sodann seien 

die sri-lankischen Behörden bekannt dafür, mit aller Härte gegen Personen 

vorzugehen, denen Verbindungen zu den LTTE unterstellt würden. Dies 

gelte namentlich für die Zeit nach der Niederlage der Rebellen im Mai 2009. 

Dass der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2007 in den Fokus der Behör-

den geraten sei und danach immer wieder behelligt, bedroht und dann wie-

der freigelassen worden sei, sei im Länderkontext – angesichts des be-

haupteten Interesses der Behörden an ihm – nicht nachvollziehbar. Zudem 

könnten seine Geschwister unbehelligt im Heimatstaat leben. Schliesslich 

belegten die vorwiegend in Kopie eingereichten Unterlagen die Asylvor-

bringen nicht; sie seien irrelevant beziehungsweise ohne Zusammenhang 

zum Beschwerdeführer oder zu seiner Familie. Angesichts der unglaubhaf-

ten Vorbringen des Beschwerdeführers, handle es sich beim Schreiben der 

Polizei Colombo um ein Dokument mit geringem Beweiswert. Im Übrigen 

würden solche Dokumente grundsätzlich nicht an Dritte ausgehändigt. 

Auch dem IKRK-Nachweis und der Bestätigung der Presidential Commis-

sion komme kein Beweiswert zu.  

5.1.3 Weiter erwog das SEM, nachdem die geltend gemachte Verfolgung 

vor der Ausreise nicht glaubhaft sei, sei auch nicht davon auszugehen, der 

Beschwerdeführer sei vor seiner Ausreise wegen regimefeindlichen Aktivi-

täten ins Blickfeld der sri-lankischen Behörden geraten. Aus seinen Aussa-

gen gehe auch keine politische Tätigkeit vor seiner Ausreise aus dem Hei-

matstaat hervor. Zu den exilpolitischen Aktivitäten mache er nur pauschale 

Angaben. Mithin sei es unwahrscheinlich, dass seine Teilnahme an Veran-

staltungen in der Schweiz ein herausragendes Profil bewirke, welches als 

Risikofaktor einzustufen wäre, sodass er bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka mit einer Verfolgungsgefahr zu rechnen hätte.  

5.1.4 Unter dem Aspekt allfälliger Risikofaktoren (E-1866/2015) stellte das 

SEM im Wesentlichen erneut fest, der Beschwerdeführer habe nicht 

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Seite 11 

glaubhaft gemacht, vor der Ausreise asylrelevanten Verfolgungsmassnah-

men ausgesetzt gewesen zu sein. Vielmehr habe er bis im (…) 2016, also 

nach Kriegsende noch über sieben Jahre lang, im Heimatstaat gelebt. All-

fällige bei der Ausreise bestehende Risikofaktoren hätten folglich kein Ver-

folgungsinteresse seitens der sri-lankischen Behörden ausgelöst. Es sei 

nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nunmehr in den Fokus der 

Behörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. Da-

ran ändere die Präsidentschaftswahl vom November 2019 nichts. Auch 

wenn mehr Repression und Überwachung befürchtet werde, gebe es der-

zeit keinen Anlass zur Annahme, ganze Volksgruppen seien unter dem 

neuen Präsidenten kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt.  

5.2 Der Argumentation der Vorinstanz wurde in der Beschwerde im We-

sentlichen Folgendes entgegnet: 

 

5.2.1 Hinsichtlich Mitwirkungspflicht wandte der Beschwerdeführer ein, die 

Preisgabe der Reiseroute sei nicht ausschlaggebend, vielmehr müsse sich 

die asylsuchende Person nur während des Verfahrens zur Verfügung hal-

ten. Im Zeitpunkt seines Verschwindens sei das Wegweisungsverfahren 

abgeschlossen gewesen. Selbst ein Verstoss gegen die Mitwirkungspflicht 

wäre irrelevant, die Vorinstanz habe einzig zu prüfen, ob seine Vorbringen 

bezüglich Flüchtlingseigenschaft glaubhaft seien. Auch sei er davon aus-

gegangen, dass die Schweizer Behörden den Fall seines Bruders kennen 

würden und er hier grössere Chancen für die Anerkennung als Flüchtling 

habe, da er einer Reflexverfolgung ausgesetzt und sein Bruder J. ver-

schwunden sei. Im Übrigen hätten die österreichischen Behörden versucht, 

ihn zwangsweise auszuschaffen und er habe sich (…), um der Rückschaf-

fung zu entgehen. In Österreich sei er zutiefst traumatisiert worden und er 

könne auf keinen Fall dorthin zurück.  

5.2.2 Sein Bericht sei sodann nachvollziehbar, schlüssig und mit Realkenn-

zeichen versehen. Seine Familie habe rund einen Kilometer von der Küste 

entfernt gelebt; die Armeebasis sei dazwischen gewesen. Die Tsunami-

welle habe das Dorf nicht mit voller Wucht getroffen, sodass die Dorfbe-

wohner angenommen hätten, es handle sich nur um eine Überschwem-

mung. Das Wasser sei bald gesunken und das Ausmass der Zerstörung 

habe sich in Grenzen gehalten. Erst später hätten sie in den Nachrichten 

erfahren, dass ein Tsunami auf die Insel getroffen sei. Er und die weiteren 

vier Männer hätten schnell handeln müssen, um die Waffen zu sammeln, 

zu putzen und zu verstecken. Dabei seien sie beobachtet worden. Bereits 

einen Tag später sei die Armee gekommen und habe mit dem Bruder J. 

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Seite 12 

sprechen wollen. Dabei sei er selbst den Behörden ebenfalls aufgefallen, 

als sein Bruder verdächtigt worden sei, Waffen versteckt zu haben. Aller-

dings hätten sie erst vom Kollegen V. erfahren, dass auch er beteiligt ge-

wesen sei. Sodann habe er auch während der Misshandlungen im (…) 

2013 alles eingestanden. Zudem habe er detailliert vorgebracht, wie er im 

(…) 2013 und im (…) 2015 vorgeladen und anlässlich der Verhöre gefoltert 

worden sei. Er habe damals (…) verloren (vgl. Beschwerdebeilage Nr. 4, 

Foto des Beschwerdeführers mit neuem […]). Weiter habe die Vorinstanz 

Textpassagen als vage bezeichnet, seine Erzählweise sei aber immer die-

selbe. Es sei ein Widerspruch, ihm einerseits zu attestieren, dass er habe 

Details nennen können, und andererseits zu behaupten, seine Aussagen 

seien zu wenig detailliert gewesen. Er habe nicht jeden Vorfall, aber die 

schlimmsten Erlebnisse ausführlich erläutert. Zudem habe er nicht dreimal 

angegeben, dass man ihm gesagt habe, das nächste Mal würde man an-

ders mit ihm umgehen, sondern nur beim Vorfall vom (…) 2015. Diesen 

habe er handschriftlich nochmals detailliert erläutert (Beschwerdebeilage 

Nr. 5, Übersetzung werde baldmöglichst nachgereicht). Dass er immer wie-

der behelligt und freigelassen worden sei, sei eine altbekannte Methode 

des Sicherheitsapparates. Sein Bruder J. habe im Jahr (…) in der Schweiz 

Asyl beantragt. Die Beschwerdeschrift von (…) vom damaligen Rechtsver-

treter des Bruders (Beschwerdebeilage Nr. 6) könne er einreichen. Als J. 

später in Sri Lanka verschwunden sei, habe er erfolglos versucht, ihn aus-

findig zu machen. Es seien Fälle dokumentiert, in denen zurückkehrende 

abgewiesene Asylsuchende von den sri-lankischen Behörden verhaftet 

worden seien beziehungsweise nach der Freilassung unter Beobachtung 

gestellt würden. Mit den Asylakten zum Bruder sowie dem Original des po-

lizeilichen Schreibens (Beschwerdebeilage Nr. 8) sei nun glaubhaft, dass 

J. in der Schweiz um Asyl ersucht habe, ausgeschafft und in Sri Lanka be-

seitigt worden sei.  

5.2.3 Sodann habe die Vorinstanz die aktuellen politischen Veränderungen 

in Sri Lanka nicht gebührend berücksichtigt und pauschal darauf hingewie-

sen, diese hätten keinen direkten Bezug zu ihm. Es sei jedoch die tatsäch-

liche Situation für Rückkehrer tamilischer Ethnie mit Verbindungen zu den 

LTTE sowie langer Landesabwesenheit aufgrund der veränderten Lage in 

Sri Lanka (vor und nach der Präsidentschaftswahl Ende 2019) zu beachten 

(mit Verweis auf mehrere Medienartikel hierzu, Beschwerdebeilage Nr. 7). 

Nur weil die Vorinstanz keine Benachrichtigungen über Verfolgungen be-

stimmter Gruppen erhalten habe, heisse das nicht, dass keine solchen 

stattgefunden hätten. Nach dem Machtwechsel und den damit verbunde-

nen Massnahmen werde jede verdächtige Person inhaftiert und verhört. 

E-3431/2020 

Seite 13 

Mit seiner Vergangenheit, seinem Profil (abgewiesener tamilischer Asylsu-

chender, mehrjähriger Aufenthalt in der Schweiz, politisches Engagement) 

und dem verschleppten, den LTTE nahestehenden Bruder wäre auch er 

bei einer Rückkehr stark gefährdet. Es bestehe ein persönlicher Bezug 

zum neuen Präsidenten. Ferner sei seine Familie den Sicherheitsbehörden 

bekannt. Er falle ohne Weiteres in die Kategorie der Verdächtigen. Bei ei-

ner Rückreise sei ein Background-Check unausweichlich. Seine Angst, 

künftig Opfer einer asylrelevanten Verfolgung zu werden, sei berechtigt. 

5.2.4 Es könne sodann davon ausgegangen werden, dass er bei den exil-

politischen Aktivitäten gesehen worden sei, nachdem er an Kundgebungen 

teilgenommen habe, zumal der sri-lankische Nachrichtendienst in der 

Schweiz gut vernetzt sei.  

5.3 Im Rahmen der Vernehmlassung entgegnete die Vorinstanz, das nach-

trägliche Eruieren der N-Nummer des Bruders des Beschwerdeführers 

oder die Vorbringen auf Beschwerdestufe änderten nichts an den Erwä-

gungen in der angefochtenen Verfügung. Der Bruder habe in den Daten-

banken nicht gefunden werden können, da die Aussagen des Beschwer-

deführers ungenügend gewesen seien und die in den Beweismitteln einge-

tragenen Daten zum Bruder nicht mit den in der Schweiz erfassten über-

einstimmten. Die nachträgliche Konsultation des Dossiers des Bruders J. 

habe ergeben, dass dessen Asylgesuch wegen unglaubhafter Vorbringen 

abgelehnt, und er weggewiesen worden sei; dieser Entscheid sei von der 

damals zuständigen Asylrekurskommission bestätigt worden. Eine Re-

flexverfolgung könne somit weiterhin ausgeschlossen werden. Schliesslich 

sei im Zeitalter der Massenkommunikation fragwürdig, dass man im Dorf 

des Beschwerdeführers erst später erfahren habe, dass es sich bei der 

Flutwelle nicht um eine Überschwemmung gehandelt habe. Es sei davon 

auszugehen, dass die unweit des Meeres wohnende Bevölkerung zwi-

schen einer gewöhnlichen Überschwemmung und einem Tsunami unter-

scheiden könne, und dass auch die Behörden am Tag nach dem verhee-

renden Tsunami höchstwahrscheinlich anderes zu tun gehabt hätten, als 

nach einigen Personen zu suchen, die am Tag der Naturkatastrophe wahr-

scheinlich beim Waffensammeln beobachtet worden seien.  

5.4 Der Beschwerdeführer replizierte, die Vorinstanz habe sich mit seinen 

Vorbringen nur sehr selektiv und kurz und damit ungenügend befasst und 

damit auseinandergesetzt. Die Akte seines Bruders J. sei zwar oberfläch-

lich beigezogen worden, ohne aber die Umstände vor oder nach dessen 

Flucht oder Rückkehr nach Sri Lanka zu evaluieren. Deren Wichtigkeit für 

E-3431/2020 

Seite 14 

seine eigene Fallbeurteilung sei isoliert von den tatsächlichen Geschehnis-

sen seiner eigenen Fluchtgeschichte eruiert worden. Bekanntlich sei J. 

ausgeschafft worden und später verschwunden. An der angeblichen Un-

glaubhaftigkeit der Asylgründe des Bruders sei zu zweifeln. J. habe Verbin-

dungen zu den LTTE aufrechterhalten. Seine damalige Flucht in die 

Schweiz korreliere mit seiner eigenen Suche nach Asyl und weise darauf 

hin, dass die gesamte Familie von ernstzunehmenden asylrelevanten Ver-

folgungsgründen betroffen sei. Die Regierung Sri Lankas behellige soge-

nannte LTTE-Familien. Die Vorinstanz habe eine Reflexverfolgung nicht 

oder unvollständig geprüft. Weiter habe es im Jahr 2004 (Tsunami) keine 

Internettools für Massenkommunikation gegeben. Seine Schilderungen 

seien im Rahmen der Kriegsgeschehnisse glaubhaft. Insbesondere sei bei 

der vulnerablen Sicherheitslage nicht ausgeschlossen, dass der Staat sich 

mit der Naturkatastrophe und dem Waffenschmuggel befasst habe. Es sei, 

entgegen der Ansicht des SEM, nicht erstaunlich, dass er seine Chance 

auf Schutz in der Schweiz gesehen habe, insbesondere wegen seines un-

gerechtfertigt ausgeschafften Bruders. Es entspreche zudem der allgemei-

nen Lebenserfahrung, dass Flüchtlinge namentlich bezüglich Reiseweges 

unvollständige Aussagen machen würden. Dies bedeute nicht, dass seine 

Fluchtgründe als unglaubhaft zu werten seien. Sodann habe die Vorinstanz 

ausgeblendet, dass er Verwandte mit LTTE-Verbindungen habe oder, dass 

er seine Erlebnisse in grösstem Detail zu Protokoll gegeben habe. Der Be-

weismassstab sei zu hoch angesetzt worden. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt zu Schluss, dass die vor-

instanzlichen Erwägungen im Ergebnis zu bestätigen sind, insbesondere 

was die Einschätzung betrifft, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings-

eigenschaft nicht. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene und die einge-

reichten Beweismittel vermögen dieser Einschätzung nichts Stichhaltiges 

entgegenzusetzen. 

6.1.1 Zu Recht stellt das SEM fest, das Verhalten des Beschwerdeführers 

werfe Fragen auf. Das dokumentierte Verhalten wie auch die unbelegten, 

nachgeschobenen Hinweise zu seinem Aufenthalt in Österreich (vgl. SEM-

Akte A6 S. 7 f.) waren für die persönliche Glaubwürdigkeit nicht förderlich. 

Weshalb er der Überzeugung gewesen sei, er erhalte in der Schweiz eher 

Schutz als in Österreich – dies nachdem sein Bruder im Jahr (…) nach Sri 

Lanka weggewiesen worden war, erschliesst sich dem Gericht ebenfalls 

nicht. Auch sei der Bruder J. nach Angaben des Beschwerdeführers erst 

seit dem Jahr 2008 verschollen und auch unter dem Aspekt 

E-3431/2020 

Seite 15 

Reflexverfolgung bezieht sich der Beschwerdeführer einzig auf Vorkomm-

nisse nach der Rückkehr von J. aus der Schweiz. Ein Zusammenhang zwi-

schen dessen Rückkehr aus der Schweiz und dem «Verschwinden» im 

Heimatstaat legt der Beschwerdeführer nicht dar und ein solcher ist entge-

gen seiner Behauptung auch nicht zu erkennen. Er äussert zudem lediglich 

die Vermutung, dass der Bruder J., der beim letzten Kontakt über die be-

vorstehende Ausreise berichtet und dem er gesagt habe, er solle nicht 

mehr anrufen und sich in Sicherheit bringen (SEM-Akte A30 F95), entführt 

worden sei. Stichhaltige diesbezügliche Hinweise vermag er mit dem ein-

gereichten Zeitungsartikel, den Meldungen beim IKRK, bei der Kommis-

sion oder mit dem polizeilichen Schreiben aus dem Jahr 2008 ebenfalls 

nicht darzutun. Zu Letzterem ist zudem festzuhalten, dass der Beschwer-

deführer nicht darlegt, woher er (erst) auf Beschwerdeebene plötzlich das 

Original des Schreibens erhalten habe respektive weshalb und für wen die-

ses Schreiben ausgestellt worden sei oder was er damit nachzuweisen be-

absichtige. Gemäss eigenen Angaben habe er im Jahr 2012 bei der Polizei 

in Colombo eine Vermisstenanzeige gemacht (SEM-Akte A30 F59). Das 

Schreiben hat nach dem Gesagten keinen relevanten Beweiswert. Ab-

schliessend ist auch nicht nachvollziehbar, wie die sri-lankischen Behörden 

den Bruder J. sogleich hätten ausfindig machen sollen, nachdem sie erfah-

ren hätten, dass sich dieser in der Grossstadt Colombo aufhalte (SEM-Akte 

A30 F58 f., 80, F91, 94 f., 161).  

6.1.2 Die Erwägungen des SEM überzeugen allerdings nicht in jeder Hin-

sicht. Zu Recht wendet der Beschwerdeführer etwa ein, sie erwiesen sich 

teilweise als eher spekulativ. So ist sein Vorbringen, er habe seinem Bruder 

J., einem Kollegen V. und zwei LTTE-Angehörigen am Tag des Tsunami 

geholfen, verstreute Waffen der Armee zu sammeln und zu verstecken 

(SEM-Akte A30 F58–69) nicht abwegig. Es kann nicht abschliessend beur-

teilt werden, wie genau sich der Tsunami auf das Heimatdorf des Be-

schwerdeführers tatsächlich ausgewirkt oder wann und wie er von der Tat-

sache, dass die Überschwemmung ein Tsunami gewesen sei, erfahren hat. 

Zudem machte der Beschwerdeführer durchaus detaillierte Angaben 

hierzu. Erstaunlich erscheint vor dem Hintergrund, dass die Soldaten sie 

beim Sammeln und Verstecken der Waffen beobachtet hätten, immerhin 

folgendes: Einzig der Bruder J. sei verdächtigt und bereits am Tag nach 

dem Tsunami aufgesucht und befragt worden (SEM-Akte A30 F58), auch 

bis zum erneuten Kriegsausbruch im Jahr 2006 sei J., allerdings lediglich 

ab und zu, nach den Waffen gefragt worden. Der Beschwerdeführer sei-

nerseits – nicht aber die weiteren Geschwister – sei dann erst ab 2007, 

jedoch immer wieder, vorgeladen und behelligt worden. Dies erstaunt 

E-3431/2020 

Seite 16 

angesichts dessen, dass die Soldaten sie beobachtet hätten durchaus 

auch vor dem Hintergrund, dass J. ins Vanni gegangen sei. Auch sei er ab 

2013 selbst bezüglich der Waffen verdächtigt, jeweils aber wieder freige-

lassen worden (SEM-Akte A30 F58 f., 75 f., 114, 121, 129).  

Mit dem Beschwerdeführer ist sodann festzustellen, dass seine Schilde-

rungen insbesondere der Befragungen, bei denen er geschlagen, beleidigt 

und schikaniert worden sei, Realkennzeichen enthalten (SEM-Akte A30 

F58 f., 67, 79, 94, 115, 129 f.). Tatsächlich ist nicht gänzlich ausgeschlos-

sen, dass er befragt worden ist. Selbst wenn es nicht alleine an ihm liegt, 

das Verhalten des angeblichen Verfolgers zu erklären, vermochte er aber 

insgesamt nicht glaubhaft aufzuzeigen, weshalb die sri-lankische Armee 

über zehn Jahre hinweg ein derartiges Interesse an ihm respektive am Ver-

bleib der wenigen Waffen hätte haben und für seine Befragung im Jahr 

2015 gar einen (…) aus Colombo hätte dazu geholt werden sollen (SEM-

Akte A30 F58, F97, 121 f., 128, 131 f., 150). Selbst nach dieser letzten Be-

fragung sei er – unter der Drohung, er werde nicht noch einmal geholt, man 

löse das nun anders – erneut freigelassen worden, wobei dann bis zu sei-

ner Ausreise im (…) 2016 wiederum nichts mehr vorgefallen sei (SEM-Akte 

A30 F129, 133–138). Damit sind die hohen Anforderungen an eine in je-

nem Zeitpunkt, insbesondere auch in objektiver Hinsicht, begründete 

Furcht vor Verfolgung nicht erfüllt. Daran vermögen die Beweismittel in 

Form einer Fotografie des Beschwerdeführers (resp. seines […]) bezie-

hungsweise eines fremdsprachigen, trotz Ankündigung nicht übersetzten 

Schreibens nichts zu ändern. Festzustellen ist auch, dass es ihm trotz der 

angegebenen Probleme stets möglich gewesen sei, zu arbeiten und erfolg-

reich einen (…) nach Colombo zu betreiben beziehungsweise sich vor der 

Ausreise noch in Colombo aufzuhalten (SEM-Akten A6 S. 4, A30 F12, 47, 

52–55, 136 f., 146).   

6.1.3 Zwar ist ein gewisses Interesse der sri-lankischen Behörden am Be-

schwerdeführer, gerade im Zusammenhang mit dem LTTE-Hintergrund 

seiner Familie oder gegebenenfalls aufgrund seiner Unterstützung beim 

Ausgraben der Waffen nicht ganz auszuschliessen. Hinsichtlich seines 

Bruders J. ist aber jedenfalls zu dessen Asylgesuch in der Schweiz (N […]) 

kein Konnex ersichtlich. Nicht nur wurden dessen damalige Vorbringen als 

unglaubhaft erkannt, sondern der Beschwerdeführer legt auch nicht an-

satzweise dar, inwiefern er aus ihnen eine Verfolgung seiner selbst ableite. 

In Bezug auf die geltend gemachten Ereignisse mehrere Jahre nach der 

Rückkehr von J. aus der Schweiz – das Ausgraben und Verstecken der 

Waffen sowie das spätere Verschwinden von J. – geltend gemachte 

E-3431/2020 

Seite 17 

Verfolgung, kann auf das oben Gesagte verwiesen werden. Es ist davon 

auszugehen, dass die sri-lankischen Behörden, hätten sie ein ernsthaftes 

Interesse am Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seinem Bruder J. 

gehabt, längst entsprechend gegen ihn vorgegangen wären. Bezeichnen-

derweise leben die weiteren Geschwister des Beschwerdeführers nach wie 

vor ohne ernsthafte Probleme in der Heimatregion (SEM-Akte A30 F9 ff., 

142), insbesondere auch der Bruder P., obwohl dieser selbst Mitglied der 

LTTE gewesen sei.  

6.1.4 Zusammenfassend haben sich die vorinstanzlichen Erwägungen 

nicht als durchgehend nachvollziehbar erwiesen. Zudem sind die Schilde-

rungen des Beschwerdeführers teilweise durchaus plausibel. Letztlich ver-

mochte er ein flüchtlingsrechtlich relevantes Interesse der sri-lankischen 

Behörden an ihm zum Ausreisezeitpunkt aber nicht aufzuzeigen. Dass 

nach der Ausreise nochmals nach ihm gefragt worden sei (SEM-Akte A30 

F138–142), ändert daran noch nichts.  

6.2 Zu prüfen bleibt, ob aufgrund des Profils des Beschwerdeführers eine 

begründete Furcht vor künftiger Verfolgung im Falle einer Rückkehr nach 

Sri Lanka anzunehmen ist.  

6.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei 

einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge-

fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind. Zur Beurteilung des Risi-

kos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaf-

tung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risikofaktoren identifi-

ziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Ver-

bindung zu den LTTE, ein Eintrag in der «Stop-List» und die Teilnahme an 

exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als stark risikobegrün-

dende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid dargelegten Um-

ständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer begründe-

ten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Fehlen ordentlicher 

Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben und eine ge-

wisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risikobegrün-

dende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weitreichenden 

Risikofaktoren erfüllten, habe nur jene kleine Gruppe tatsächlich mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinn von Art. 3 AsylG 

zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen Behörden bestrebt sei, 

den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, und so den sri-

lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick auf die dargelegten 

E-3431/2020 

Seite 18 

Risikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkehrer gefährdet, deren Na-

men in der am Flughafen in Colombo abrufbaren «Stop-List» vermerkt 

seien und deren Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungsweise 

einen Strafregistereintrag im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder 

vermuteten Verbindung zu den LTTE enthalte. Entsprechendes gelte für 

sri-lankische Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt 

hätten (vgl. a.a.O. E. 8.3 ff.). Diese Rechtsprechung ist auch in Anbetracht 

der aktuellen Ereignisse in Sri Lanka weiterhin ausschlaggebend. 

6.2.2 Wie oben dargelegt, hat der Beschwerdeführer nicht glaubhaft ge-

macht, vor seiner Ausreise respektive im Ausreisezeitpunkt flüchtlings-

rechtlich verfolgt worden zu sein beziehungsweise auch in objektiver Hin-

sicht begründete Furcht vor Verfolgung gehabt zu haben. Politische Aktivi-

täten im Heimatland sind sodann ebenso wenig gegeben wie eine rele-

vante (persönliche oder familiäre) Verbindung zu den LTTE. Es ist daher 

nicht mit der notwendigen hohen Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass er 

von den sri-lankischen Behörden als Anhänger der LTTE mit separatisti-

schem Gedankengut wahrgenommen worden ist. Dass dies heute der Fall 

wäre respektive er bei der heutigen Wiedereinreise in einen flüchtlings-

rechtlich relevanten Fokus der Behörden geraten sollte und eine entspre-

chende Verfolgung zu befürchten hätte, ist nicht anzunehmen. Die mehr-

jährige Landesabwesenheit oder die behaupteten, im Übrigen unbelegt ge-

bliebenen, niederschwelligen exilpolitischen Aktivitäten sind nicht für die 

Annahme geeignet, er könnte seitens der sri-lankischen Behörden heute 

als Person gesehen werden, die bestrebt ist, den tamilischen Separatismus 

wiederaufleben zu lassen. Namentlich ist auch nicht zu erblicken, weshalb 

die sri-lankischen Behörden von einer Teilnahme des Beschwerdeführers 

an Veranstaltungen von Vereinen (SEM-Akte A30 F110–113) wissen soll-

ten. Aus der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehrende tamilische Asylsu-

chende sind sodann nicht per se einer ernstzunehmenden Gefahr ausge-

setzt, bei ihrer Rückkehr ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu 

erleiden, sondern nur dann, wenn die sri-lankischen Behörden das Verhal-

ten der zurückkehrenden Person mutmasslich als staatsfeindlich einstufen. 

Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt. 

Dies gilt auch unter Berücksichtigung der politischen Lage in Sri Lanka. Es 

ist – entgegen seiner Ansicht – weder aus der Situation seit dem Macht-

wechsel im Jahr 2019 noch aus der aktuellen Lage in Sri Lanka eine Ge-

fährdung des Beschwerdeführers im massgeblichen Sinne abzuleiten. Da-

ran vermögen die Ausführungen und eingereichten Medienartikel (Be-

schwerdebeilage Nr. 7) zur Lage in Sri Lanka (ohne konkreten Bezug zum 

E-3431/2020 

Seite 19 

Beschwerdeführer) nichts zu ändern (vgl. u.a. Urteil des BVGer  

E-4403/2020 vom 26. Januar 2023 E. 6.7.2 m.w.H.).  

6.3 Zusammenfassend hat das SEM zu Recht festgestellt, der Beschwer-

deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht, 

ebenso hat es zu Recht sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG).  

8.2.2 Nachdem der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht er-

füllt, kommt das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 

Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht zur Anwendung. Die 

Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver-

fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 

E-3431/2020 

Seite 20 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

[FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Gemäss Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück-

schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur-

teil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nachdem der Beschwerdeführer nicht 

glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr in 

den Heimatstaat die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem 

flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen keine 

belastbaren Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus anderen Gründen in Sri 

Lanka eine menschenrechtswidrige Behandlung drohen. Das Bundesver-

waltungsgericht sieht sodann keinen Grund zur Annahme, dass sich die 

politischen Entwicklungen in Sri Lanka seit seiner Ausreise konkret auf den 

Beschwerdeführer auswirken könnten. Entgegen der in der Beschwerde 

vertretenen Auffassung ist auch nicht davon auszugehen, aus dem Aus-

land zurückkehrenden Tamilinnen und Tamilen drohe in Sri Lanka generell 

eine unmenschliche Behandlung (vgl. u.a. Referenzurteil des BVGer  

E-737/2020 vom 27. Februar 2023 E. 10.1.2.3, Urteil des BVGer  

D-5113/2020 vom 21. April 2023 E. 10.2.4, je m.w.H.) und die allgemeine 

Menschenrechtssituation in Sri Lanka für sich alleine lässt den Wegwei-

sungsvollzug ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen.  

8.2.3 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers erweist sich 

nach dem Gesagten als zulässig.  

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass trotz der Ent-

wicklungen in Sri Lanka keine gänzlich unsichere, von bewaffneten Kon-

flikten dominierte Lage bestehe, aufgrund derer Rückkehrer konkret ge-

fährdet wären. Der Vollzug der Wegweisung in die Nordprovinz ist gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts zumutbar, wenn das Vorliegen 

E-3431/2020 

Seite 21 

individueller Zumutbarkeitskriterien bejaht werden kann (insb. Existenz ei-

nes tragfähigen Beziehungsnetzes, Aussichten auf eine gesicherte Ein-

kommens- und Wohnsituation, vgl. u.a. Urteil D-5113/2020 E. 10.3.2 mit 

Verweis u.a. auf das Referenzurteil E-1866/2015 E. 13.2). An diesen Leit-

linien ändern die Situation nach dem Machtwechsel im Jahr 2019 oder die 

aktuelle Lage in Sri Lanka nichts (vgl. u.a. Urteil des BVGer D-374/2020 

vom 16. Januar 2023 E. 8.5.2 m.w.H.).  

8.3.3 Es ist in Berücksichtigung sämtlicher wesentlicher Umstände nicht 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr von 

einer konkreten Gefährdungslage im massgeblichen Sinne betroffen wäre. 

Die vorinstanzliche Einschätzung, mit der sich der Beschwerdeführer kaum 

auseinandergesetzt hat, ist zu bestätigen. Der aus der Nordprovinz stam-

mende alleinstehende, gesunde Beschwerdeführer verfügt über mehrjäh-

rige Schulbildung und Arbeitserfahrung. Ihm ist es entgegen seiner Darle-

gung zuzumuten, sich nach der Rückkehr wirtschaftlich zu reintegrieren 

und sich um seinen Lebensunterhalt zu kümmern, wie ihm dies bis zu sei-

ner Ausreise im Jahr 2016 mit Erfolg gelungen sei (u.a. SEM-Akte A6 S. 4). 

Er verfügt insbesondere mit seinen Geschwistern über ein gefestigtes Be-

ziehungsnetz in der Heimatregion, welches ihn bei der Reintegration un-

terstützen kann. Vor der Ausreise habe er mit einem Teil seiner Familie 

gelebt, weshalb anzunehmen ist, dass er bei Bedarf wieder bei einem Fa-

milienmitglied wird wohnen können (SEM-Akten A6 S. 4 f., A30 F7 ff.). Von 

einer existenziellen Notlage bei einer Rückkehr ist daher nicht auszuge-

hen. Dies alles gilt auch in Berücksichtigung der zurzeit in Teilen Sri Lankas 

herrschenden angespannten Lage (Polit-, Wirtschafts- und Finanzkrise so-

wie zeitweise gewaltsame Proteste gegen steigende Preise für Ver-

brauchsgüter und gegen Engpässe vorab bei der Treibstoffversorgung), 

zumal die Krise die ganze sri-lankische Bevölkerung betrifft (vgl. u.a. Urteil 

des BVGer E-458/2021 vom 8. Juni 2023 E. 7.3). 

8.3.4 Demnach ist der Vollzug der Wegweisung auch zumutbar. Die Aus-

führungen zur Pandemie respektive zur geltend gemachten Integration in 

der Schweiz vermögen daran nichts zu ändern. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

E-3431/2020 

Seite 22 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.  

10.  

10.1 Der Beschwerdeführer hat in der Beschwerde um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung (Art. 65 Abs. 1 

VwVG, aArt. 110a Abs. 1 AsylG) ersucht. Diese Gesuche wurden mit Zwi-

schenverfügung vom 16. Juli 2020 unter Vorbehalt der umgehenden Nach-

reichung einer Bestätigung der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers gut-

geheissen. Im Rahmen des Schriftenwechsels hat der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers einzig eine Honorarnote eingereicht, eine allfällige Be-

dürftigkeit des Beschwerdeführers trotz entsprechender Aufforderung je-

doch bis heute nicht nachgewiesen. Da die prozessuale Bedürftigkeit des 

Beschwerdeführers somit nicht belegt ist, sind die Gesuche um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung abzuwei-

sen.  

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in der Höhe von 

Fr. 750.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; 

Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-3431/2020 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Linda Mombelli-Härter 

 

 

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